# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0661bbee-cdb5-5b44-b328-c1ee99ba28d5
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.08.2011 SN.2011.19
**Docket/Reference:** SN.2011.19
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SN-2011-19_2011-08-19

## Full Text

Vorzeitiger Strafvollzug (Art. 236 StPO).;;Vorzeitiger Strafvollzug (Art. 236 StPO).;;Vorzeitiger Strafvollzug (Art. 236 StPO).;;Vorzeitiger Strafvollzug (Art. 236 StPO).

Verfügung vom 19. August 2011 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Walter Wüthrich, Präsident, 
Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

Parteien  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Marcel Bo-
sonnet, 
 

Gesuchsteller, 

 gegen 

 
 BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Hans-

jörg Stadler, Staatsanwalt des Bundes, 

Gesuchsgegnerin, 
 

Gegenstand 
 

Vorzeitiger Strafvollzug 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SN.2011.19 
(Hauptgeschäftsnummer:  SK.2011.6)  

 

- 2 - 

Der Präsident erwägt, dass: 

- A. mit Urteil der Strafkammer vom 22. Juli 2011 (Geschäfts-Nummer SK.2011.6) der 
strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung gemäss Art. 260bis Abs. 1 StGB 
sowie des Verbergens und Weiterschaffens von Sprengstoffen gemäss Art. 226 Abs. 
2 StGB schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 8 Mona-
ten bestraft wurde, unter Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 
464 Tagen (Urteils-Dispositiv Ziff. II.2 und II.3); 

- der Kanton Zürich als Vollzugskanton bestimmt wurde (Urteils-Dispositiv Ziff. II.4); 

- A. in Anwendung von Art. 231 StPO zur Sicherung des Strafvollzuges in Sicherheits-
haft behalten worden ist (Urteils-Dispositiv Ziff. II.5); 

- die Verfahrensleitung der beschuldigten Person bewilligen kann, Freiheitsstrafen oder 
freiheitsentziehende Massnahmen vorzeitig anzutreten, sofern der Stand des Verfah-
rens es erlaubt (Art. 236 Abs. 1 StPO), wobei nach Anklageerhebung der Staatsan-
waltschaft Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen ist (Art. 236 Abs. 2 StPO); 

- mit dem vorzeitigen Antritt einer freiheitsentziehenden Sanktion die Sicherheitshaft 
endet (Art. 220 Abs. 2 StPO); 

- der Präsident oder Vorsitzende der Strafkammer bzw. im Einzelgerichtsverfahren der 
Einzelrichter als Verfahrensleitung im Sinne von Art. 61 lit. c bzw. lit. d StPO zum 
Entscheid über den vorzeitigen Straf- und Massnahmenvollzug zuständig ist (Art. 36 
StBOG i.V.m. Art. 15 Abs. 3 und Art. 18 Abs. 2 BStGerOG); 

- diese Zuständigkeit nach Eröffnung des Urteils bestehen bleibt, solange das Urteil – 
wie vorliegend – nicht rechtskräftig ist (vgl. HÄRRI, Basler Kommentar, Basel 2011, 
Art. 236 StPO N. 1 und 12; HUG, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 236 N. 11); 

- A. mit Eingabe seines Verteidigers an das Bundesstrafgericht vom 5. August 2011 
um Bewilligung des vorzeitigen Strafantritts ersuchen lässt und nach Orientierung der 
Verteidigung durch das Gericht am 15. August 2011 aufforderungsgemäss ein ent-
sprechendes, persönlich unterzeichnetes Begehren einreichte; 

- die Bundesanwaltschaft mit Stellungnahme vom 9. August 2011 keine Einwendungen 
dagegen erhebt; 

- 3 - 

- eine ausdrückliche Einwilligung des Betroffenen als Voraussetzung des vorzeitigen 
Strafvollzugs vorliegt (HUG, a.a.O., Art. 236 StPO N. 7; HÄRRI, a.a.O., Art. 236 StPO 
N. 9); 

- das Institut des vorzeitigen Strafvollzugs zugeschnitten ist auf Beschuldigte, welche 
sich seit längerer Zeit in Untersuchungshaft befinden und eine längere unbedingte 
Freiheitsstrafe zu gewärtigen haben, da die Lebensbedingungen im Strafvollzug re-
gelmässig vorteilhafter sind als in der Haft (HÄRRI, a.a.O., Art. 236 StPO N. 6); 

- es sich hierbei um eine Massnahme auf der Schwelle zwischen Strafverfolgung und 
Strafvollzug handelt, welche sich mithin zwischen Untersuchungs- und Sicherheits-
haft einerseits und Straf- und Massnahmenvollzug andererseits bewegt, jedoch vor-
aussetzt, dass die Haftvoraussetzungen nach Art. 212 Abs. 2 und Art. 221 StPO wei-
terhin jederzeit erfüllt sind, während lediglich die automatische periodische Prüfung 
von Amtes wegen entfällt (HUG, a.a.O., Art. 236 StPO N. 4); 

- durch das Urteil vom 22. Juli 2011 der Tatverdacht im Sinne von Art. 221 Abs. 1 
StPO bekräftigt worden ist und die Fortführung der Sicherheitshaft über A. aufgrund 
nach wie vor bestehender Fluchtgefahr angeordnet worden ist, hingegen gemäss 
Verfügung des Präsidenten vom 19. Juli 2011 infolge Einvernahme von A. und der 
Mitbeschuldigten zur Person und zur Sache anlässlich der Hauptverhandlung vom 
19. Juli 2011 die Kollusionsgefahr aufgehoben ist; 

- sich angesichts der ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 44 Monaten die Frage einer 
allfälligen vorzeitigen bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug nach Art. 86 StGB 
im heutigen Zeitpunkt nicht stellt, nachdem die Haft bisher rund 16 Monate gedauert 
hat (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts SN.2008.29 vom 8. August 2008 E. 3.5); 

- A. nach dem Gesagten der vorzeitige Strafvollzug bewilligt werden kann, wobei die-
ser aus organisatorischen Gründen nicht per sofort, sondern per 30. August 2011 an-
geordnet wird; 

- die Vollzugsanstalt der Fluchtgefahr durch geeignete Massnahmen Rechnung zu 
tragen hat, namentlich keinen Urlaub – auch nicht begleiteten – gewähren und keine 
Beschäftigung mit Aussenkontakt gestatten darf (Art. 236 Abs. 4 StPO; Art. 76 Abs. 2 
StGB; vgl. HÄRRI, a.a.O., Art. 236 StPO N. 17; HUG, a.a.O., Art. 236 StPO N. 15 f.); 

- für diesen Entscheid keine Kosten erhoben werden; 

- gegen diesen Entscheid die Beschwerde gemäss Art. 393 ff. StPO gegeben ist (HUG, 
a.a.O., Art. 236 StPO N. 17 f.);  

- 4 - 

Der Präsident verfügt: 

1. A. wird per 30. August 2011 der vorzeitige Strafvollzug bewilligt. 

2. Die Vollzugsanstalt hat der Fluchtgefahr durch geeignete Massnahmen Rechnung 
zu tragen. 

3. Es werden keine Kosten erhoben. 
 

Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 

Der Präsident  Der Gerichtsschreiber 

 
Geht an (Gerichtsurkunde) 
- A. 
- Herrn Rechtsanwalt Marcel Bosonnet, Verteidiger von A. (beschuldigte Person) 
- Bundesanwaltschaft, Herrn Hansjörg Stadler, Staatsanwalt des Bundes 
 
sowie an (Einschreiben) 
-  Bundesanwaltschaft, Rechtsdienst, als Vollzugsbehörde (Beilage: Kopie Urteils-

Dispositiv vom 22. Juli 2011) 
- Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich (Beilage: Kopie Urteils-Dispositiv vom 

22. Juli 2011) 
- Regionalgefängnis B.  
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Verfügungen des Präsidenten der Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einge-
legt werden (Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG).  

Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und 
Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder un-
richtige Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

Versand: 19. August 2011