# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0584b9a0-9e9d-5dc9-b4d0-54395794a5f6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-01-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.01.2018 D-1021/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1021-2015_2018-01-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1021/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  J a n u a r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richter Yanick Felley;    

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch lic. iur. Semsettin Bastimar,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 16. Januar 2015 / N (…). 

 

 

 

D-1021/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 13. August 2013 im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Am 23. August 2013 

wurde sie zu ihren Personalien, zu ihrem Reiseweg und summarisch zu 

ihren Fluchtgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Für den Aufent-

halt während der Dauer des Asylverfahrens wurde sie vom BFM (heute: 

SEM) dem Kanton C._______ zugewiesen. Am 10. September 2014 sie 

durch eine Mitarbeiterin des BFM in Bern-Wabern vertieft angehört. 

 

A.b Anlässlich der Befragungen machte die Beschwerdeführerin im We-

sentlichen geltend, sie sei sri-lankische Staatsangehörige tamilischer Eth-

nie und stamme aus D._______ ([…], Nordprovinz), wo sie – mit Ausnahme 

eines Aufenthalts im Vanni-Gebiet von 1996 bis 1997 – bis zu ihrer Aus-

reise gelebt und während dreizehn Jahren die Schule besucht habe. 

 

Nachdem ihr Vater im Jahr 1998 bei einem Fischereiunfall seinen rechten 

Arm verloren habe, hätten ihre Eltern in ihrem Haus einen Laden eröffnet, 

in welchem sie in ihrer Freizeit und während den Ferien manchmal mitge-

holfen habe. Immer wieder seien aber Leute zu ihren Eltern gekommen 

und hätten diese befragt und belästigt. Ihr Vater sei wegen seiner Armver-

letzung verdächtigt worden, bei den LTTE gewesen zu sein. Ausserdem sei 

ihren Eltern vorgeworfen worden, einer Tante mütterlicherseits, die bei ei-

nem Selbstmordanschlag für die "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) 

ums Leben gekommen sei, zuvor Unterschlupf gewährt zu haben. Man 

habe ihren Eltern auch gedroht, die Kinder zu verschleppen, weshalb sie – 

die Beschwerdeführerin – eine Zeit lang beim Bruder ihrer Grossmutter 

mütterlicherseits gewohnt habe. Sie habe persönlich nie Probleme mit den 

sri-lankischen Behörden oder irgendwelchen Organisationen gehabt.  

 

Am 15. Juli 2013 habe sie ihre Heimat zusammen mit ihren Eltern 

E._______ und F._______ sowie ihren jüngeren Geschwistern G._______ 

und H._______ (separates vorinstanzliches Verfahren N […]) auf dem See-

weg in Richtung Indien verlassen, von wo aus sie – wiederum auf dem 

Seeweg – bis nach Italien gelangt seien. Am 13. August 2013 seien sie in 

einem Auto unter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz gefahren 

worden. 

 

D-1021/2015 

Seite 3 

A.c Im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens gab die Beschwerdeführe-

rin ihre sri-lankische Identitätskarte und eine beglaubigte englische Über-

setzung ihrer Geburtsurkunde zu den Akten. 

 

B.  

B.a Mit Verfügung vom 16. Januar 2015 lehnte das SEM das am 13. Au-

gust 2013 gestellte Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin hielten weder den Anforderungen an die Glaubhaf-

tigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft stand. Gleichzeitig 

ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz an 

und stellte fest, der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und 

möglich. 

 

B.b Mit Verfügung vom gleichen Tag lehnte das SEM auch die Asylgesu-

che der Eltern und Geschwister der Beschwerdeführerin ab und ordnete 

deren Wegweisung sowie den Wegweisungsvollzug aus der Schweiz an. 

 

C.  

Die Beschwerdeführerin beantragte durch ihren Rechtsvertreter mit Ein-

gabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 18. Februar 2015 die Aufhe-

bung der SEM-Verfügung vom 16. Januar 2015, die Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des Asyls. Eventualiter sei die 

Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustel-

len und die Vorinstanz sei anzuweisen, die Beschwerdeführerin "als Flücht-

ling" vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei das vor-

liegende Beschwerdeverfahren mit dem am gleichen Tag angehobenen 

Beschwerdeverfahren der Eltern und Geschwister (D-1019/2015) zu verei-

nigen. Sodann sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-

ten und ihr in der Person des Unterzeichnenden ein Rechtsbeistand zu be-

stellen.  

 

Zur Untermauerung der Anträge – für deren Begründung, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen 

wird – wurden zwei dem Internet entnommene Berichte betreffend die ille-

gale Ausreise aus Sri Lanka beziehungsweise das Vorgehen der sri-lanki-

schen Behörden gegenüber Rückkehrenden aus Australien und Italien zu 

den Akten gegeben.  

D.  

D.a Mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2015 teilte das Bundesver-

waltungsgericht dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit, seine 

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Seite 4 

Mandantin dürfe den Abschluss des Verfahrens gestützt auf Art. 42 AsylG 

(SR 142.31) in der Schweiz abwarten. Sodann wurden sowohl der Antrag 

auf Vereinigung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mit dem Verfah-

ren D-1019/2015 als auch die Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses und um Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistandes 

sowie das (sinngemässe) Begehren um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung abgewiesen, und die Beschwerdeführerin wurde aufgefor-

dert, bis zum 16. März 2015 einen Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 600.– zu bezahlen, andernfalls auf die Beschwerde nicht eingetreten 

werde. 

 

D.b Am 2. März 2015 2015 liess die Beschwerdeführerin dem Bundesver-

waltungsgericht durch ihren Rechtsvertreter eine am 23. Februar 2015 von 

der (…) ausgestellte Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung sowie einen Aus-

druck eines E-Mail-Verkehrs zwischen lic. iur. Semsettin Bastimar und der 

(…) zu den Akten geben. Gleichzeitig ersuchte sie um wiedererwägungs-

weise Aufhebung der Dispositivziffern 2 und 3 der Zwischenverfügung vom 

27. Februar 2015. 

 

D.c Mit Instruktionsverfügung vom 9. März 2015 verzichtete das Bundes-

verwaltungsgericht wiedererwägungsweise auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses sowie – unter Vorbehalt der dannzumaligen finanziellen 

Verhältnisse der Beschwerdeführerin – im Fall der Abweisung der Be-

schwerde auf die Auferlegung von Verfahrenskosten und ordnete der Be-

schwerdeführerin lic. iur. Semsettin Bastimar als amtlichen Rechtsbeistand 

bei. 

 

E.  

Am 24. Juni 2015 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dem 

Bundesverwaltungsgericht eine Kostennote und am 4. April 2016 eine am 

18. August 2015 ausgestellte Schulbestätigung ein. 

F.  

F.a Das Bundesverwaltungsgericht übermittelte die Akten am 9. Mai 2017 

an das SEM und setzte diesem zur Einreichung einer Vernehmlassung 

Frist an. 

 

F.b Mit Vernehmlassung vom 19. Mai 2017 beantragte das SEM sinnge-

mäss die Abweisung der Beschwerde, da diese keine neuen erheblichen 

Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung seines 

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Seite 5 

Standpunktes rechtfertigen könnten. In Bezug auf die von der Beschwer-

deführerin geäusserte Furcht, es könnte ihr von Seiten der Soldaten etwas 

zustossen, hätten diese doch im Laden der Familie konkrete Bemerkungen 

und Andeutungen gemacht, sei darauf hinzuweisen, dass ebendiese Vor-

bringen der Beschwerdeführerin und ihrer Eltern aufgrund widersprüchli-

cher und unsubstanziierter Aussagen nicht hätten geglaubt werden kön-

nen. Was sodann das Vorbringen, die Beschwerdeführerin wäre bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund ihres familiären Hintergrunds im Sinne 

der asylrelevanten Reflexverfolgung gefährdet, betreffe, so sei gemäss Re-

ferenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 die Prüfung, ob eine Person im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka 

begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von 

Art. 3 AsylG habe, anhand sogenannter Risikofaktoren vorzunehmen. Ge-

mäss herrschender Praxis reichten indessen die Zugehörigkeit zur tamili-

schen Ethnie und eine mehrjährige Landesabwesenheit nicht aus, um von 

Verfolgungsmassnahmen bei ihrer Rückkehr auszugehen. Schliesslich sei 

aufgrund des blossen Umstands, dass dem Vater der Beschwerdeführerin 

ein Arm fehle, dass Familienangehörige mütterlicherseits im Vanni-Gebiet 

gelebt hätten und eine Tante mütterlicherseits für die LTTE ein Selbstmord-

attentat verübt habe, zum heutigen Zeitpunkt nicht davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin oder ihre Eltern in den Augen der sri-lanki-

schen Behörden als Personen gelten würden, die eine besonders enge 

Beziehung zu den LTTE gepflegt hätten. 

 

F.c Das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführerin bezie-

hungsweise ihrem Rechtsvertreter an 23. Mai 2017 ein Doppel der Ver-

nehmlassung zukommen und gab ihr gleichzeitig Gelegenheit, eine Replik 

sowie entsprechende Beweismittel einzureichen. 

 

F.d Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 

6. Juni 2017 zu den Ausführungen in der Vernehmlassung des SEM vom 

19. Mai 2017 Stellung.  

Dabei wurden im Wesentlichen die bereits anlässlich der Befragungen vor-

gebrachten Fluchtgründe wiederholt und im Weiteren geltend gemacht, 

den gleichzeitig in Kopie eingereichten Kurzberichten könne entnommen 

werden, dass die Vorbringen der Eltern und des Bruders der Beschwerde-

führerin auch von der während den Anhörungen anwesenden Hilfswerks-

vertretung als ausführlich, authentisch und glaubhaft beurteilt worden 

seien. Sodann wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin würde – wie 

auch ihre Eltern und ihre Geschwister – bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

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sofort ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten. Ferner wurde auf ein 

Themenpapier der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 18. De-

zember 2016 betreffend die Situation im Vanni-Gebiet verwiesen. Es gebe 

dort kaum Industrie und die Arbeitslosigkeit sei sehr hoch; obwohl die Be-

schwerdeführerin gesund sei und arbeiten könnte, wäre es sehr fraglich, 

ob sie "in kürzester Zeit eine Arbeit finden" würde. Eine Rückkehr wäre für 

die Beschwerdeführerin unzumutbar, zumal die "reale Gefahr" bestehe, 

dass sie aufgrund ihres Auslandaufenthalts "Lösegeldopfer der Entführun-

gen" würde (vgl. Stellungnahme vom 6. Juni 2017 S. 6). Im Übrigen be-

mühe sich die Beschwerdeführerin – wie ihre Eltern und Geschwister – seit 

ihrer Ankunft in der Schweiz "sehr stark um eine erfolgreiche Integration", 

was auch aus der am 4. April 2016 eingereichten Schulbestätigung ersicht-

lich sei. Schliesslich wurde eine weitere Kostennote für die Zeit zwischen 

vom 4. April 2016 und dem 6. Juni 2017 eingereicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert, weshalb auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

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Seite 7 

1.4 Über die Beschwerde betreffend die Eltern und Geschwister                   

(D-1019/2015) wird mit Urteil vom gleichen Tag entschieden.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine 

Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich-

tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwie-

gen oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 [S. 142 f.]). 

4.  

4.1 Das SEM äusserte in seiner angefochtenen Verfügung vorab Zweifel 

an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin. Zur Be-

gründung führte es aus, die Beschwerdeführerin habe im Verlauf des Ver-

fahrens zu wesentlichen Punkten unterschiedliche Angaben gemacht und 

wichtige Vorbringen ohne zwingenden Grund im weiteren Verlauf des Ver-

fahrens nicht mehr erwähnt. Auch seien die Vorbringen in wesentlichen 

Punkten zu wenig konkret, detailliert und differenziert ausgefallen und ver-

mittelten somit den Eindruck, die Beschwerdeführerin habe das Geschil-

derte nicht selber erlebt. 

 

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Seite 8 

4.1.1 In der Tat weisen die Aussagen der Beschwerdeführerin auf den ers-

ten Blick – insbesondere auch im Vergleich mit den entsprechenden Anga-

ben ihrer Eltern – verschiedene Ungereimtheiten auf und die Schilderun-

gen der Befragungen beziehungsweise Nachstellungen durch Angehörige 

der sri-lankischen Armee erscheinen teilweise knapp und vage und erman-

gelten persönlichen Details, wobei – zur Vermeidung von Wiederholungen 

– im Einzelnen auf die entsprechenden Darlegungen in der angefochtenen 

Verfügung (Ziff. 1 und 2 der Erwägungen) verwiesen werden kann. 

 

4.1.2 Wie in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 3) indessen zu Recht bemerkt 

wird, betreffen die von der Beschwerdeführerin geschilderten Fluchtgründe 

im Wesentlichen die von ihren Eltern erlittenen Schikanen und Drohungen. 

Die Beschwerdeführerin war offenbar bis zu ihrer Ausreise selber nicht di-

rekt von den Belästigungen durch die Armeeangehörigen betroffen. Es ist 

daher durchaus nachvollziehbar, dass A._______ nicht durchwegs präzise 

und mit denjenigen von E._______ und F._______ übereinstimmende An-

gaben machen konnte.  

 

Sodann erscheinen auch die weiteren, mit zahlreichen Hinweisen auf die 

in den Protokollen zur Anhörung vom 10. September 2014 versehenen 

Ausführungen in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 4 ff.) grundsätzlich geeig-

net, die in der angefochtenen Verfügung festgestellten Ungereimtheiten so-

wie die Feststellung, die Aussagen der Beschwerdeführerin vermittelten 

nicht den Eindruck von persönlich Erlebtem, zu relativieren. 

 

4.2 Damit stellt sich die Frage, ob die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

auch als asylrelevant zu qualifizieren sind.  

4.2.1 Das SEM hielt vorab fest, staatliche Massnahmen gegen Leib, Leben 

und Freiheit von Personen seien dann asylrelevant, wenn sie aufgrund ih-

rer Art und Intensität ein menschenwürdiges Leben im Verfolgerstaat ver-

unmöglichten oder in unzumutbarer Weise erschwerten, so dass sich die 

verfolgte Person dieser Zwangssituation nur durch Flucht ins Ausland ent-

ziehen könne. Zudem stellten Nachteile, welche auf die allgemeinen politi-

schen, wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in einem Staat 

zurückzuführen seien, keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von 

Art. 3 AsylG dar.  

4.2.2 In Bezug auf die Aussage der Beschwerdeführerin, ihr Vater 

E._______ sei der LTTE-Zugehörigkeit verdächtigt und deswegen wieder-

holt befragt worden, stellte das SEM fest, die diesbezüglichen Vorbringen 

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seien im Kontext des sri-lankischen Bürgerkrieges sowie der Wachsamkeit 

der Behörden nach Beendigung des Konflikts als Massnahmen, welche die 

ganze Bevölkerung im gleichen Masse betroffen hätten, zu verstehen.  

Diesen Ausführungen der Vorinstanz kann sich das Bundesverwaltungsge-

richt im Wesentlichen anschliessen, auch wenn anzufügen ist, dass die El-

tern der Beschwerdeführerin die Belästigungen durch die Soldaten insbe-

sondere auch mit dem Selbstmordanschlag der Schwester von F._______ 

in Verbindung brachten beziehungsweise anführten, dadurch sowie auf-

grund der Tatsache, dass E._______ nur noch einen Arm habe, seien sie 

häufiger als andere befragt worden und die Belästigungen hätten vor ihrer 

Ausreise massiv zugenommen. Dessen ungeachtet sind weder die Darle-

gungen in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 4 f.) noch die von den Eltern der 

Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Doku-

mente und Unterlagen geeignet, die besagten Befragungen und Belästi-

gungen bereits als Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG er-

scheinen zu lassen. 

4.3 Insgesamt ist davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist, für den Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Sri Lanka eine asyl-

rechtlich relevante Verfolgung glaubhaft zu machen. Unter Hinweis auf die 

nachfolgenden Darlegungen (vgl. E. 5 und 6) erübrigt sich indessen eine 

diesbezügliche abschliessende Beurteilung der Vorbringen der Beschwer-

deführerin. 

5.  

Nunmehr ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr 

nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität zu befürch-

ten hätte. 

 

5.1 Begründet ist die Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn ein konkreter 

Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung werde sich mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen 

damit hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden 

sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung 

hervorrufen könnten. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem publizierten Leitentscheid 

BVGE 2011/24 verschiedene Risikogruppen definiert, welche bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen 

und damit begründete Furcht haben, zukünftig ernsthaften Nachteilen 

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Seite 10 

(Art. 3 Abs. 2 AsylG) ausgesetzt zu werden. Dazu gehören namentlich Per-

sonen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs im Mai 2009 verdäch-

tigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise ge-

standen zu sein, sowie allgemein Personen, die der politischen Opposition 

verdächtigt werden. Einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt sehen 

sich im Weitern auch kritisch auftretende Journalisten und Medienschaf-

fende, Menschenrechtsaktivisten und Vertreter von regimekritischen Nicht-

regierungsorganisationen, Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Men-

schenrechtsverstösse wurden oder diesbezüglich juristische Schritte ein-

leiten sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den 

LTTE unterstellt werden beziehungsweise die über beträchtliche finanzielle 

Mittel verfügen. Innerhalb der Risikogruppen muss jeweils im Einzelfall un-

tersucht werden, ob die individuellen Begebenheiten eine asylrelevante 

Verfolgungsgefahr zu begründen vermögen. In Bezug auf die Kategorie der 

Rückkehrer aus der Schweiz hat das Bundesverwaltungsgericht sodann in 

seinem jüngsten Referenzurteil zu Sri Lanka nach eingehender Lageana-

lyse und unter Berücksichtigung von zahlreichen einschlägigen Quellen 

verschiedene Kriterien aufgestellt, welche ein Verfolgungsrisiko begründen 

(vgl. das Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 [als Referenz-

urteil publiziert], E. 8.4 und 8.5). Eine geltend gemachte Verbindung zu den 

LTTE vermag demnach dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nach-

teilen im asylrechtlichen Sinn zu begründen, wenn der betroffenen Person 

aus Sicht der sri-lankischen Behörden ein Interesse am Wiederaufflammen 

des tamilischen Separatismus zugeschrieben wird (a.a.O., E. 8.5.3). Eine 

solche Zuschreibung kann insbesondere auf familiären Verbindungen zu 

LTTE-Mitgliedern und vergangenen Hilfeleistungen für die LTTE beruhen 

(a.a.O., E. 8.4.1).  

5.2 Es wird auch von der Vorinstanz nicht in Zweifel gezogen, dass der 

Vater der Beschwerdeführerin, E._______, aufgrund des Fehlens seines 

rechten Armes den sri-lankischen Behörden aufgefallen ist. Sodann kann 

zahlreichen öffentlich zugänglichen Quellen (vgl. etwa http://tamilguar-

dian.com/content/sea-tigers-sink-military-supply-ship oder 

http://www.satp.org/satporgtp/countries/shrilanka/database/data_sui-

cide_killings.htm) entnommen werden, dass Angehörige der LTTE bezie-

hungsweise der zu den LTTE gehörenden "Sea Tigers" am 22. Oktober 

2008 ein Selbstmordattentat auf zwei sich ausserhalb des Hafens von 

I._______ ([…], Nordprovinz) befindende Handelsschiffe verübt hatten, 

wobei das SEM auch nicht grundsätzlich in Frage stellte, dass es sich bei 

einer der Attentäterinnen um eine Tante der Beschwerdeführerin gehandelt 

hat (vgl. die entsprechenden Darlegungen und Hinweise im Urteil D-

http://tamilguardian.com/content/sea-tigers-sink-military-supply-ship
http://tamilguardian.com/content/sea-tigers-sink-military-supply-ship
http://www.satp.org/satporgtp/countries/shrilanka/database/data_suicide_killings.htm
http://www.satp.org/satporgtp/countries/shrilanka/database/data_suicide_killings.htm

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Seite 11 

1019/2015 vom 10. Januar 2018, E. 5.2), zumal diese Vorbringen von den 

Eltern der Beschwerdeführerin mittels Einreichung entsprechender Unter-

lagen untermauert wurden.  

5.3  

5.3.1 Wie oben unter E. 5.1 festgehalten wurde, wurden im Referenzurteil   

E-1866/2015 vom 14. Juli 2016 in Bezug auf Rückkehrende aus der 

Schweiz nach Sri Lanka verschiedene Kriterien aufgestellt, welche ein Ver-

folgungsrisiko begründen. 

5.3.2 Es ist – unter Hinweis auf die entsprechenden Ausführungen im Urteil 

unter D-1019/2015 vom 10. Januar 2018, E. 5.3.2) – festzustellen, dass es 

glaubhaft erscheint, dass ihre Tante aktives "Sea Tigers"-Mitglied war und 

als solches im Oktober 2008 ein Selbstmordattentat auf zwei sich vor dem 

Hafen von I._______ befindende Handelsschiffe verübt hat. Die Tatsache, 

dass I._______ nur gut 20 km von D._______, dem Wohnort der Be-

schwerdeführerin, entfernt liegt (was in der Tat den Verdacht wecken kann, 

die Familie der Beschwerdeführerin hätte der Attentäterin zuvor Unter-

schlupf gewährt), und der Umstand, dass die Eltern der Beschwerdeführe-

rin für die Attentäterin die Trauerzeremonie durchführten, wovon auch Aus-

senstehende erfahren hätten, lassen die Familie der Beschwerdeführerin 

in einer noch engeren Beziehung zur Verstorbenen und somit auch zu den 

LTTE erscheinen (vgl. Referenzurteil a.a.O. E. 8.4.1). 

Sodann bestehen gemäss den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsge-

richts für Rückkehrende, die gut sichtbare Narben und körperliche Verlet-

zungen aufweisen, ein erhöhtes Risiko, bei ihrer Einreise nach Sri Lanka 

die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zu ziehen und deswegen ge-

nauer überprüft sowie über den Grund ihres Auslandaufenthalts befragt zu 

werden (vgl. Referenzurteil a.a.O. E. 8.4.5). Es war und ist auf den ersten 

Blick erkennbar, dass der Vater der Beschwerdeführerin nur einen Arm hat. 

Auch wenn er – insbesondere mittels der im Schweizer Asylverfahren ein-

gereichten Unterlagen – das Fehlen seines rechten Armes plausibel erklä-

ren könnte, so ist doch davon auszugehen, dass er deshalb rasch die Auf-

merksamkeit der sri-lankischen Behörden – die Narben und Verstümme-

lungen nach wie vor als Hinweis dafür ansehen, dass die Betroffenen sich 

während des Krieges für die LTTE engagiert haben – auf sich ziehen 

würde, was sich auch auf die allenfalls mit ihm zurückkehrende Beschwer-

deführerin auswirken würde.  

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Seite 12 

Des Weiteren hat die Beschwerdeführerin lediglich eine Identitätskarte, 

welche sie den Schweizer Asylbehörden abgegeben hat. Einen Reisepass 

habe sie nie besessen oder beantragt. Sie müsste daher mit einem tempo-

rären Reisedokument (Emergency Travel Document, Laisser-Passer, Tem-

porary Travel Document) in ihre Heimat zurückkehren, was gemäss den 

Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts bereits aufgrund der Tatsa-

che, dass die Ausreise ohne Reisepass – wie auch die Ausreise ab einem 

anderen als einem dafür zugelassenen Ort – gemäss Art. 34 ff. des sri-

lankischen "Immigrants and Emigrants Act" ein Delikt, und ein temporäres 

Reisedokument einen Hinweis auf die Begehung dieses Delikts darstellen 

kann. Rückkehrende ohne ordentlichen Reisepass werden in der Regel 

kurzzeitig festgenommen und mit einer relativ hohen Busse bestraft. Diese 

Strafe kommt für sich allein zwar noch keinem ernsthaften Nachteil gemäss 

Art. 3 Abs. 2 AsylG gleich, doch erhöht das Fehlen ordentlicher Identitäts-

dokumente doch klarerweise das Risiko der Rückkehrenden, ins Visier der 

sri-lankischen Behörden zu geraten und genau befragt sowie überprüft zu 

werden (vgl. a.a.O. E. 8.4.4). 

Schliesslich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin, die stets mit ih-

ren Eltern in einem engen Familienverband gelebt hat, bei einer Rückkehr 

in ihre Heimat von den sri-lankischen Behörden heute klarerweise als junge 

Erwachsene mit politischem Bewusstsein wahrgenommen würde und 

demnach denselben Risiken wie ihre Eltern ausgesetzt wäre.  

5.3.3 Aufgrund der vorstehend genannten Faktoren ist davon auszugehen, 

dass der nunmehr sich seit über vier Jahre in der Schweiz aufhaltenden 

Beschwerdeführerin aus Sicht der heimatlichen Behörden ein Interesse am 

Wiederaufflammen des tamilischen Separatismus zugeschrieben wird. Aus 

diesem Grund ist unter Abstützung auf die Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts davon auszugehen ist, dass sie bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile zu befürchten hätten. 

Angesichts dieser Feststellung besteht für das Bundesverwaltungsgericht 

keine Veranlassung, sich auch zur Frage, ob die Beschwerdeführerin al-

lenfalls auch einer Reflexverfolgung seitens der sri-lankischen Behörden 

ausgesetzt sein könnte (vgl. Beschwerde S. 4), zu äussern. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllen. Da den Akten 

D-1021/2015 

Seite 13 

keine Hinweise zu entnehmen sind, die auf das Vorliegen von Ausschluss-

gründen (Art. 53 AsylG) hindeuten, ist ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren 

(vgl. Art. 49 AsylG). Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und das SEM anzuweisen, der Beschwer-

deführerin Asyl zu gewähren. Auf die weiteren Beschwerdeausführungen 

zur Zumutbarkeit und Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs ist aufgrund 

der Gutheissung der Beschwerde im Asylpunkt nicht näher einzugehen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind – ungeachtet der Tatsache, 

dass das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerdeführerin am 9. März 

2015 die unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) bewilligt 

hatte – keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Ungeachtet dessen, dass das Bundesverwaltungsgericht der Be-

schwerdeführerin lic. iur. Semsettin Bastimar als amtlichen Rechtsbeistand 

(Art. 110a Abs. 1 und 3 AsylG) beiordnete, ist ihr angesichts ihres Obsie-

gens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihr notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der in den 

Kostennoten vom 24. Juni 2015 und vom 6. Juni 2017 ausgewiesene Auf-

wand erscheint angemessen. Der Beschwerdeführerin ist daher zulasten 

der Vorinstanz eine Parteientschädigung von insgesamt von Fr. 2043.– 

(inkl. Auslagen) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

 

 

 

 

 

 

D-1021/2015 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 2043.– 

auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

  

Bendicht Tellenbach Kathrin Mangold Horni 

 

 

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