# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd535ea5-bdb1-5459-b914-d63069be7eb5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 23.02.2016 S 2015 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-40_2016-02-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 40

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 23. Februar 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

SUVA, Abteilung Militärversicherung, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach MVG

- 2 -

1. A._____ erlitt am 18. März 1977 im Wiederholungskurs (WK) während 

einer Schiessübung ein Knalltrauma mit anschliessender Schwerhörigkeit 

mit Ohrensausen links. Dr. med. B._____ diagnostizierte am 24. März 

1977 einen Tinnitus und eine Hochtonschallperzeptionsschwerhörigkeit 

links. Die Militärversicherung anerkannte am 30. Juni 1977 ihre Leis-

tungspflicht. 

2. Am 3. Mai 1990 gelangte Dr. med. C._____ an die Militärversicherung 

und teilte mit, A._____ leide seit dem Knalltrauma an einem Tinnitus. Eine 

weitere Anmeldung bei der Militärversicherung erfolgte am 21. Januar 

2004 durch Dr. med. D._____, welcher von einem Ohrengeräusch links 

seit dem akustischen Trauma während dem Militärdienst berichtete. Am 

14. Juni 2008 beantragte Dr. med. D._____ im Namen von A._____ bei 

der Militärversicherung die Kostenübernahme für eine Hörgerätversor-

gung und die Abgeltung des Integritätsschadens infolge des Tinnitus. 

Nachdem die Militärversicherung mit Schreiben vom 24. Juni 2008 die 

Leistungspflicht für die Hörgerätversorgung links anerkannt und gleichzei-

tig die Haftung für den Hörschaden rechts abgelehnt hatte, erteilte sie am 

21. April 2009 Kostengutsprache für ein Hörgerät. Gestützt auf die Inte-

gritätsschadenbeurteilung durch den Kreisarzt der Militärversicherung, 

Dr. med. E._____, vom 14. Juli 2010 sprach die Militärversicherung 

A._____ mit Verfügung vom 23. August 2010 mit Wirkung ab dem 1. April 

2009 für das knalltraumatisch gesetzte Zustandsbild (linksseitiger Tinni-

tus, Hochtonperzeptionsschwerhörigkeit) eine Integritätsschadenrente 

von 7.5 % mit gleichzeitigem Auskauf per 1. September 2010 zu. Die da-

gegen erhobene Einsprache von A._____ vom 6. September 2010 wies 

die Militärversicherung mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2011 ab. 

3. Am 15. Februar 2013 wandte sich A._____ erneut an die Militärversiche-

rung und ersuchte angesichts der von Dr. med. D._____ im Arztbericht 

vom 5. Dezember 2012 diagnostizierten Verschlechterung der Hoch-

- 3 -

tonstörung links um eine zusätzliche Integritätsschadenrente. Mit Schrei-

ben vom 28. Februar 2013 teilte die Militärversicherung A._____ mit, dass 

kein Anspruch auf eine zusätzliche Integritätsschadenrente bestehe. 

4. Am 14. Januar 2014 diagnostizierte Dr. med. F._____ eine Schallempfin-

dungsschwerhörigkeit beidseits, einen auf den Militärunfall von 1997 

zurückzuführenden sehr schwergradigen Tinnitus aurium, eine sehr 

schwergradige Hyperakusis, eine mittelgradige Angststörung sowie eine 

leichtgradige Depression. 

5. Dr. med. D._____ diagnostizierte am 6. Februar 2014 einen chronischen 

(dekompensierten) Tinnitus sowie einen hochgradigen Hochtonabfall 

beidseits und berichtete über Übermüdungs- und Erschöpfungssymptome 

sowie eine Tendenz zu Burnout. Er attestierte A._____ eine 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit vom 10. bis 13. Januar 2014 sowie eine Arbeitsunfähig-

keit von 30 % vom 13. Januar bis 28. Februar 2014. 

6. Mit Schreiben vom 11. Februar, 5. März und 10. April 2014 verlangte der 

Beschwerdeführer von der Militärversicherung die Entschädigung des 

Lohnausfalls sowie der Reisekosten für zwei ärztliche Konsultationen. 

7. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren bestätigte die Militärversi-

cherung mit Verfügung vom 11. März 2014 die Ablehnung der Haftung 

und der Leistungspflicht für den Tinnitus sowie für die Erschöpfungsde-

pression und die Arbeitsunfähigkeit. 

8. Dagegen erhob A._____ am 10. April 2014 Einsprache mit den Anträgen 

auf Ausrichtung einer zusätzlichen Rente, Übernahme der Anschaffungs-

kosten eines (allenfalls später zu beschaffenden) Hörgeräts, Entschädi-

gung der Arbeitsunfähigkeit, vollumfängliche Übernahme der medizini-

schen Kosten sowie Entschädigung der jeweiligen Reisekosten. 

- 4 -

9. Mit Entscheid vom 3. März 2015 wies die Militärversicherung die Einspra-

che ab, soweit sie darauf eintrat. Die Haftung für den Tinnitus und allfälli-

ge psychische Beschwerden sowie damit einhergehende Leistungen wies 

sie ab, während sie auf das Begehren um eine Integritätsentschädigung 

für den Hörverlust links nicht eintrat. 

• Auf den Antrag auf Übernahme der künftigen Kosten für ein Hörgerät 
sowie der Heilbehandlungs- und Reisekosten könne mangels Anfech-
tungsgegenstands nicht eingetreten werden. 

• Ein aufgrund eines Knalltraumas eingetretener Hörschaden nehme in 
der Folgezeit nicht mehr zu. Ein allfälliger zusätzlicher Hörverlust sei 
nicht auf das Knalltrauma, sondern auf den Alterungsprozess zurück-
zuführen. Die Militärversicherung hafte nur für während der Dienstzeit 
verursachte oder verschlimmerte Gesundheitsschädigungen. Der mi-
litärdienstlich verursachte Hörverlust sei unverändert geblieben. Es 
liege kein Revisionsgrund vor. Auf das Begehren um eine höhere In-
tegritätsschadenrente für den Hörverlust links sei nicht einzutreten. 

• Die Haftung für den Tinnitus sei trotz der einmal anerkannten Haftung 
und Erbringung von Leistungen im Hinblick auf künftige Leistungen 
erneut zu prüfen. Das im Jahr 1977 im Dienst erlittene Knalltrauma sei 
als leichtes Unfallereignis zu qualifizieren, womit der adäquate Kausa-
lzusammenhang des Tinnitus und allenfalls weiterer psychischer Be-
schwerden entfalle. Selbst wenn von einem mittelschweren Ereignis 
auszugehen wäre, wäre der adäquate Kausalzusammenhang und 
damit die Haftung der Militärversicherung zu verneinen. Im Übrigen sei 
A._____ bereits früher der für einen Tinnitus höchstmögliche Ansatz 
des Integritätsschadens zuerkannt worden, weshalb eine zusätzliche 
Leistung auch aus diesem Grund nicht möglich wäre. 

10. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 27. März 

2015 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit den sinngemässen Anträgen auf Anpassung der Integritätsschaden-

rente für den Tinnitus und den Hörverlust links, Entschädigung der Reise- 

und Arztkosten sowie der ausgefallenen Arbeitsstunden ab dem 1. Januar 

2013 und vollumfängliche Übernahme der allfälligen Anschaffungskosten 

eines weiteren Hörgeräts. 

- 5 -

• Am 14. Januar 2014 habe ein stellvertretender Arzt ohne seine Vorge-
schichte zu kennen und gegen seinen Willen einen Bericht erlassen, 
wonach sein Leiden durch eine psychische Störung auftrete und nichts 
mit dem Unfall vom März 1977 zu tun habe. Die Diagnose weise er 
zurück. 

• Im Vorentscheid vom 23. Juli 2010 sei explizit erwähnt worden, dass 
das Risiko einer Verschlimmerung bei der Bemessung der Integritäts-
schadenrente nicht zu berücksichtigen sei und dass eine nachträgliche 
erhebliche Zunahme zu einer zusätzlichen Rente berechtige. 

• Im angefochtenen Entscheid vom 3. März 2015 werde behauptet, 
dass bereits früher der für einen Tinnitus höchstmögliche Ansatz des 
Integritätsschadens zuerkannt worden sei, weshalb auch aus diesem 
Grund eine zusätzliche Leistung nicht möglich wäre. Wäre der Sach-
verhalt so eindeutig, hätte die Militärversicherung die ausgefallenen 
Stunden und Reisekosten bis Ende Dezember 2012 nicht anstandslos 
übernommen. 

• Die Verschlimmerung des Tinnitus seit dem 23. Juli (gemeint wohl: 
August) 2010 sei unbestritten. 

• Der angefochtene Entscheid vom 3. März 2015 widerspreche den 
früheren Entscheiden in jeder Hinsicht. Zudem verstosse die Militär-
versicherung gegen Treu und Glauben. 

11. Die Militärversicherung (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in 

ihrer Vernehmlassung vom 22. April 2015 die Abweisung der Beschwer-

de. 

• Hinsichtlich des Tinnitus sei der adäquate Kausalzusammenhang zu 
verneinen, womit eine Haftung der Beschwerdegegnerin entfalle. Dass 
die Haftung früher anerkannt worden sei und nun neu geprüft und ver-
neint werde, verstosse nicht gegen Treu und Glauben. Soweit der Tin-
nitus zu psychischen Beschwerden geführt habe, bestehe dafür keine 
Haftung, da sie (Spät-)Folgen des nicht militärversicherten Tinnitus 
seien. 

• Hinsichtlich der Hochtonstörung links halte sie an der Auffassung fest, 
wonach die einmal durch ein Knalltrauma gesetzte Schwerhörigkeit im 
Laufe der Zeit in der Regel nicht zunehme. Der entsprechende Leis-
tungsanspruch hätte im Einspracheentscheid allerdings abgelehnt 
werden müssen, anstatt auf diesen nicht einzutreten. 

- 6 -

• Die Entschädigung der Reisekosten und der Kosten für die ärztlichen 
Behandlungen seien, entgegen der Ausführungen im angefochtenen 
Einspracheentscheid, auch Gegenstand der Verfügung vom 11. März 
2014 gewesen. Da die ärztliche Behandlung, die Reisen und die Ar-
beitsunfähigkeit mit dem Tinnitus in Verbindung stünden, könne die 
Beschwerdegegnerin mangels Haftung für den Tinnitus für diese Kos-
ten ebenfalls nicht aufkommen. Zudem sei eine Arbeitsunfähigkeit erst 
ab dem 10. Januar 2014 belegt. 

• Auf den Antrag auf Übernahme künftiger Kosten für ein Hörgerät sei 
die Beschwerdegegnerin mangels Anfechtungsobjekts zu Recht nicht 
eingetreten. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. März 2015 wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung 

(MVG; SR 833.1) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim Versi-

cherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versi-

cherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorlie-

gend hat der Beschwerdeführer Wohnsitz in X._____ (GR), weshalb die 

örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubün-

den gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes 

ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das Verwal-

tungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden gegen 

Einspracheentscheide und Verfügungen in Sozialversicherungssachen 

beurteilt, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde unterliegen. Der an-

gefochtene Einspracheentscheid vom 3. März 2015, mit welchem die Be-

- 7 -

schwerdegegnerin die Einsprache des heutigen Beschwerdeführers, so-

weit sie darauf eingetreten ist, abgewiesen hat, stellt demnach ein taugli-

ches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 

dar. Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen Einspra-

cheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwür-

diges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG, Art. 50 VRG). 

Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit − 

unter Berücksichtigung der nachfolgenden Erwägung 1b − einzutreten.

b) Wie gesehen hat die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen Ein-

spracheentscheid vom 3. März 2015 die Einsprache des heutigen Be-

schwerdeführers abgewiesen, soweit sie darauf eingetreten ist. Dabei hat 

sie die Haftung für den Tinnitus und allfällige psychische Beschwerden 

sowie damit einhergehende Leistungen abgewiesen. Demgegenüber ist 

sie auf das Begehren um eine zusätzliche Integritätsschadenrente für den 

Hörverlust links sowie auf den Antrag auf Übernahme der künftigen Kos-

ten für ein Hörgerät und der Heilbehandlungs- und Reisekosten nicht ein-

getreten. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 

22. April 2015 indes zu Recht ausführt, hätte sie den Antrag des heutigen 

Beschwerdeführers auf eine zusätzliche Integritätsschadenrente für den 

Hörverlust links − statt auf diesen nicht einzutreten − korrekterweise ab-

lehnen müssen, da es dabei um eine inhaltliche Prüfung einer Leistungs-

pflicht ging. Ebenfalls hätte die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Rei-

se- und Heilbehandlungskosten im angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 3. März 2015 − statt diesbezüglich nicht auf die Einsprache einzutre-

ten − korrekterweise die entsprechenden Begehren des heutigen Be-

schwerdeführers ablehnen müssen, da − wie die Beschwerdegegnerin in 

ihrer Vernehmlassung vom 22. April 2015 selber erkannt hat − auch die 

Entschädigung der Reise- und Heilbehandlungskosten Gegenstand der 

Verfügung vom 11. März 2014 waren. Streitig und zu prüfen ist demnach 

im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren die Haf-

- 8 -

tung beziehungsweise die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für 

den Tinnitus, die psychischen Beschwerden, die Hochtonschwerhörigkeit 

links, die Reise- und Heilbehandlungskosten sowie für die Arbeitsunfähig-

keit. Des Weiteren ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin hinsichtlich 

des beschwerdeführerischen Antrags auf Übernahme der Anschaffungs-

kosten eines (allenfalls später zu beschaffenden) Hörgeräts zu Recht 

nicht auf die Einsprache eingetreten ist. 

2. Die Militärversicherung haftet nach den Bestimmungen des MVG für alle 

Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

des Versicherten und für die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen solcher 

Schädigungen (Art. 4 Abs. 1 Satz 1 MVG). Die Militärversicherung er-

streckt sich gemäss Art. 5 Abs. 1 MVG auf jede Gesundheitsschädigung, 

die während des Dienstes in Erscheinung tritt und gemeldet oder sonst 

wie festgestellt wird. Nach Art. 5 Abs. 2 MVG haftet die Militärversiche-

rung nicht, wenn sie den Beweis erbringt, dass die Gesundheitsschädi-

gung sicher vordienstlich ist oder nicht während des Dienstes verursacht 

werden konnte (lit. a) und dass die Gesundheitsschädigung sicher 

während des Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem Ablauf be-

schleunigt worden ist (lit. b). Wird der nach Absatz 2 Buchstabe a gefor-

derte Beweis erbracht, dagegen nicht derjenige nach Absatz 2 Buchstabe 

b, so haftet die Militärversicherung für die Verschlimmerung der Gesund-

heitsschädigung. Der nach Absatz 2 Buchstabe b geforderte Beweis gilt 

auch für die Bemessung des versicherten Schadens (Art. 5 Abs. 3 MVG). 

Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes durch 

einen Arzt, Zahnarzt oder Chiropraktor festgestellt und bei der Militärver-

sicherung angemeldet oder werden Spätfolgen oder Rückfälle geltend 

gemacht, so haftet die Militärversicherung nur, wenn die Gesundheits-

schädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des Dienstes 

verursacht oder verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit überwie-

- 9 -

gender Wahrscheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicher-

ten Gesundheitsschädigung handelt (Art. 6 MVG). 

3. a) Nach Art. 48 MVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Integritätsscha-

denrente, wenn er eine dauernde erhebliche Beeinträchtigung der körper-

lichen oder geistigen Integrität erleidet (Abs. 1). Die Integritätsschaden-

rente ist von dem Zeitpunkt an geschuldet, in dem die ärztliche Behand-

lung abgeschlossen ist oder von ihrer Fortsetzung keine namhafte Besse-

rung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden 

kann (Abs. 2). Gemäss Art. 49 MVG wird die Schwere des Integritäts-

schadens in Würdigung aller Umstände nach billigem Ermessen ermittelt 

(Abs. 1). Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens in 

Prozenten des Jahresrentenansatzes gemäss Absatz 4 festgesetzt. Beim 

vollständigen Verlust einer Lebensfunktion wie des Gehörs oder des Seh-

vermögens wird in der Regel eine Integritätsschadenrente von 50 Prozent 

zugesprochen (Abs. 2). Die Zusprechung erfolgt auf unbestimmte Zeit 

und wird in der Regel ausgekauft (Abs. 3). Der Bundesrat legt durch Ver-

ordnung den für alle Versicherten geltenden Jahresrentenansatz fest. Er 

geht dabei vom Ansatz aus, der beim Inkrafttreten dieses Gesetzes gilt, 

und passt ihn periodisch den veränderten Verhältnissen, namentlich der 

Preisentwicklung, an (Abs. 4). Gemäss Art. 25 der Verordnung über die 

Militärversicherung (MVV; SR 833.11) liegt eine erhebliche Beeinträchti-

gung vor, wenn sie mindestens einem Zwanzigstel des vollständigen Ver-

lustes einer Lebensfunktion wie des Gehörs oder des Sehvermögens ent-

spricht (Abs. 1). Die Integritätsschadenrenten für Beeinträchtigungen ein-

zelner Lebensfunktionen werden nach der Schwere der Integritätsschä-

den in Abstufungen von 2,5 Prozent zwischen 2,5 und 50 Prozent des 

Jahresrentenansatzes festgesetzt (Abs. 2). Liegen mehrere erhebliche In-

tegritätsschäden vor, so werden die Prozentsätze der einzelnen Inte-

gritätsschäden für die Festsetzung der Integritätsschadenrente zusam-

- 10 -

men gezählt. Der Höchstwert für Integritätsschadenrenten beträgt 100 

Prozent des Jahresrentenansatzes (Abs. 3).

b) Nach der vom damaligen Eidgenössischen Versicherungsgericht in stän-

diger Rechtsprechung verwendeten Formel wird der Integritätsschaden 

ermittelt „aufgrund vergleichender Betrachtung des funktionell-

anatomischen Zustands vor und nach Eintritt des versicherten Gesund-

heitsschadens". Dabei wurde von Anfang an klargestellt, dass nicht die 

vergleichende medizinisch-theoretische Beurteilung für die Bemessung 

des Integritätsschadens entscheidend ist, sondern das Ausmass, in wel-

chem der Versicherte in den Lebensfunktionen und der allgemeinen Le-

bensgestaltung eingeschränkt ist. Die Einschränkung kann − je nach den 

Umständen − geringfügiger oder schwerwiegender sein als die rein aus 

medizinischer Sicht beurteilte Beeinträchtigung der Integrität (vgl. MAE-

SCHI, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung [MVG] 

vom 19. Juni 1992, Bern 2000, Art. 49 N. 18).

c) Bei nachträglicher erheblicher Zunahme des Integritätsschadens kann der 

Versicherte gemäss Art. 50 MVG verlangen, dass ihm eine zusätzliche In-

tegritätsschadenrente zugesprochen wird. Ob nachträglich eine erhebli-

che tatsächliche Änderung eingetreten ist, bestimmt sich durch Vergleich 

des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfü-

gung (beziehungsweise des Einspracheentscheids) bestanden hat, mit 

demjenigen zur Zeit der revisionsweisen Überprüfung des Anspruchs. An-

lass zur Revision der Integritätsschadenrente geben nur erhebliche Ände-

rungen des Integritätsschadens. Die Voraussetzung der Erheblichkeit ist 

gegeben, wenn der hinzutretende Schaden für sich allein das Kriterium 

der Erheblichkeit nach Art. 48 Abs. 1 MVG erfüllt. Grundsätzlich hat jede 

Änderung als erheblich zu gelten, die zu einer andern Einstufung des 

Schadens innerhalb der in Art. 25 Abs. 2 MVV vorgesehenen Abstufun-

gen von 2,5 % führt (MAESCHI, a.a.O., Art. 50 N. 8 f.). Tritt die Militärversi-

- 11 -

cherung auf eine Neuanmeldung ein, hat sie das neue Leistungsgesuch 

umfassend und nicht nur hinsichtlich jener Sachverhaltselemente zu prü-

fen, für welche eine Änderung glaubhaft gemacht wurde (MAESCHI, a.a.O., 

Art. 50 N. 11 mit weiteren Hinweisen). 

4. Nach Lage der Akten steht fest, dass der Beschwerdeführer am 18. März 

1977 im Militärdienst während einer Schiessübung ein Knalltrauma erlit-

ten hat und seither an einem Tinnitus und einer Hochtonperzeptions-

schwerhörigkeit links leidet (vgl. insbesondere den Arztbericht von 

Dr. med. B._____, Spezialarzt FMH für Ohren-, Nasen- Halskrankheiten, 

vom 25. März 1977 [Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 5]). Die Be-

schwerdegegnerin hat die Haftung für den Tinnitus und die Hörverminde-

rung im früheren Verfahren anerkannt und dem Beschwerdeführer mit 

Verfügung vom 23. August 2010 (Bg-act. 72) gestützt auf die Integritäts-

schadenbeurteilung durch den beschwerdegegnerischen Kreisarzt 

Dr. med. E._____, Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Allgemeinchirurgie 

und Unfallchirurgie, vom 14. Juli 2010 (Bg-act. 58.1) mit Wirkung ab dem 

1. April 2009 für das knalltraumatisch gesetzte Zustandsbild (linksseitiger 

Tinnitus, Hochtonperzeptionsschwerhörigkeit) eine Integritätsschadenren-

te von 5 % für den Tinnitus beziehungsweise von 2.5 % für die Hörver-

minderung (gesamthaft 7.5 %) mit gleichzeitigem Auskauf per 1. Septem-

ber 2010 zugesprochen. In der Folge ersuchte der Beschwerdeführer un-

ter Hinweis auf eine Verschlechterung der Hochtonstörung links sowie 

des Tinnitus um eine zusätzliche Integritätsschadenrente. Diesem Antrag 

kann − wie nachfolgend dargestellt − nicht stattgegeben werden. 

5. a) Zunächst gilt es festzuhalten, dass der beschwerdegegnerische Kreisarzt 

Dr. med. E._____ bei der ursprünglichen Integritätsschadenbeurteilung 

vom 14. Juli 2010 (Bg-act. 58.1) zwischen dem Tinnitus und der Hörver-

minderung unterschieden hat. Den Integritätsschaden des sehr schweren 

Tinnitus schätzte er auf 5 %, denjenigen der Hörverminderung auf 2.5 %, 

- 12 -

was gesamthaft einen Integritätsschaden von 7.5 % ergab. Hinsichtlich 

des Integritätsschadens für den sehr schweren Tinnitus wurde im ent-

sprechenden Einspracheentscheid vom 1. Juni 2011 (Bg-act. 80 S. 7 

Ziff. 10.1) ausgeführt, dass mehrere der von der Kommission für Audiolo-

gie und Expertenwesen der Schweizerischen Gesellschaft für Oto-Rhino-

Laryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, aufgestellten Kriterien, so die 

deutlichen Beeinträchtigungen in bestimmten Aktivitäten des täglichen 

Lebens inklusive Einschlafstörung, für einen sehr schweren Tinnitus erfüllt 

seien. Eine psychische Dekompensation mit entsprechender Behand-

lungsbedürftigkeit jedoch, notwendiges Kriterium für einen sehr schweren 

Tinnitus, sei nicht ausgewiesen. Wegen der gleichzeitig geklagten Lärm-

überempfindlichkeit sei der vorliegende Tinnitus in der Bemessung den-

noch einem sehr schweren Tinnitus gleichzustellen. Nach der Praxis der 

Militärversicherung entspreche ein sehr schwerer Tinnitus einem Inte-

gritätsschaden von 5 %. 

b) Die mit Verfügung vom 23. August 2010 (Bg-act. 72) erfolgte und mit Ein-

spracheentscheid vom 1. Juni 2011 (Bg-act. 80) bestätigte Zusprache ei-

ner Integritätsschadenrente für den sehr schweren Tinnitus von 5 % ba-

sierte noch auf der Annahme, dass es sich beim Tinnitus um ein körperli-

ches Leiden handle, dessen eigentliche Ursache in einem kleineren oder 

grösseren Innenohrschaden zu suchen sei. Daraus wurde abgeleitet, 

dass bei gegebenem natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall der 

adäquate Kausalzusammenhang ohne besondere Prüfung bejaht werden 

kann (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes U 116/03 

vom 6. Oktober 2003 E.2.1; BGE 138 V 248 E.5.3). In BGE 138 V 248 hat 

das Bundesgericht diese bisherige Rechtsprechung bereinigt. Dabei führ-

te es zunächst aus, dass sich ein Tinnitus unter verschiedenen Gesichts-

punkten unterteilen lasse. Von Interesse sei vorab die Unterscheidung in 

"objektiver" und "subjektiver" Tinnitus. Der objektive Tinnitus bezeichne 

ein Ohrgeräusch, welches aufgrund pathologisch-anatomischer Verände-

- 13 -

rungen entstehe und grundsätzlich auch für Aussenstehende − allenfalls 

mit technischen Hilfsmitteln − hörbar werde. Meist handle es ich um ge-

fässreiche Missbildungen, Tumore oder um muskulär bedingte Schall-

geräusche. Der subjektive (beziehungsweise "nicht objektive") Tinnitus 

werde einzig durch den Betroffenen gehört und stelle die weitaus häufigs-

te Form dar. Der objektive Tinnitus werde auch als Körpergeräusch be-

zeichnet (BGE 138 V 248 E.5.7.2). Das Bundesgericht kam zum Schluss, 

dass unter Berücksichtigung der medizinischen Lehrmeinungen an der 

Annahme, wonach Tinnitus ein körperliches Leiden sei oder zumindest 

(zwingend) auf eine körperliche Ursache zurückzuführen sei, nicht festge-

halten werden könne. Denn es bestehe keine medizinisch gesicherte 

Grundlage, um einen Tinnitus als körperliches Leiden zu betrachten oder 

diesen (zwingend) einer organischen Ursache zuzuordnen. Auch lasse 

sich nicht vom Schweregrad eines Tinnitus auf eine organische Unfallfol-

ge als Ursache schliessen. Das schliesse zwar nicht aus, dass ein Tinni-

tus in einer organischen Unfallfolge begründet sein könne. Es bestehe 

aber keine Rechtfertigung, bei einem Tinnitus, welcher im Einzelfall nicht 

nachgewiesenermassen auf eine solche Unfallfolge zurückzuführen sei, 

auf das Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung zu verzichten. 

Anders zu verfahren würde kausalrechtlich einer sachlich und rechtlich 

nicht begründbaren Bevorteilung des Tinnitus gegenüber anderen orga-

nisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerdebildern entsprechen. In 

diesem Sinne sei die Rechtsprechung zu bereinigen (BGE 138 V 248 

E.5.8.3 und 5.10). Dementsprechend kann der bereinigten bundesgericht-

lichen Rechtsprechung zufolge der adäquate Kausalzusammenhang zum 

leistungsauslösenden Ereignis bei einem Tinnitus, der sich keiner orga-

nisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge zuordnen lässt − wie bei ande-

ren organisch nicht ausgewiesenen Beschwerdebildern − nicht ohne be-

sondere Prüfung bejaht werden. In diesen Fällen kommt demnach − ab-

hängig von den festgestellten Beschwerden − die Schleudertraumapraxis 

(BGE 134 V 109), welche auch bei Schädelhirntraumata anwendbar ist 

- 14 -

(BGE 117 V 369), oder die sogenannte Psychopraxis (BGE 115 V 133) 

zur Anwendung. Die dargestellte, bereinigte bundesgerichtliche Recht-

sprechung ist unstrittig auch im Bereich der Militärversicherung anwend-

bar (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_241/2014 vom 8. Juli 2014 

E.4.1).

c) Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die Haftung für den Tinnitus im 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. März 2015 − nachdem der 

Beschwerdeführer unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Tinnitus 

um eine zusätzliche Integritätsschadenrente ersuchte hatte − zu Recht 

unter Berücksichtigung dieser neuen bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung geprüft. Gemäss Art. 50 MVG kann der Versicherte bei nachträgli-

cher erheblicher Zunahme des Integritätsschadens verlangen, dass ihm 

eine zusätzliche Integritätsschadenrente zugesprochen wird. Dabei ist 

das neue Leistungsbegehren, sofern die Militärversicherung auf eine 

Neuanmeldung eintritt, umfassend und nicht nur hinsichtlich jener Sach-

verhaltselemente zu prüfen, für welche eine Änderung glaubhaft gemacht 

wurde (vgl. MAESCHI, Art. 50 N. 11; vgl. auch BGE 141 V 9 zur inhaltlich 

gleichlautenden Bestimmung von Art. 17 Abs. 1 ATSG, wonach der Inva-

liditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten 

Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen 

zu ermitteln ist, wenn die Frage nach einer anspruchsrelevanten Verände-

rung des Sachverhalts im Sinne einer revisionsbegründenden erheblichen 

Gesundheitsveränderung bejaht wird). Im Verhalten der Beschwerdegeg-

nerin ist überdies, entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung, 

auch keine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben zu sehen. 

Obschon die Beschwerdegegnerin im früheren Verfahren die Haftung für 

den Tinnitus anerkannt hat, ist es ihr der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung zufolge nämlich nicht verwehrt, in einem späteren Zeitpunkt neue 

Abklärungen hinsichtlich des natürlichen Kausalzusammenhangs zu täti-

gen. Dauert eine gesundheitliche Beeinträchtigung an, ist der Unfallversi-

- 15 -

cherer berechtigt und letztlich sogar verpflichtet, die allenfalls weiterbe-

stehende ursächliche Bedeutung des Unfalls zu klären (vgl. Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_210/2007 vom 15. Mai 2008 E.4.3.2). Dies hat − wie 

die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

3. März 2015 zu Recht ausgeführt hat − auch für die Feststellung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs zu gelten. Im Übrigen hat der Unfall-

versicherer der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge auch die 

Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld an-

erkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Beru-

fung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessua-

len Revision einzustellen, d.h. den Fall abzuschliessen, dies mit der Be-

gründung, ein versichertes Ereignis liege − bei richtiger Betrachtungswei-

se − gar nicht vor (vgl. BGE 130 V 380 E.2). 

6. a) Die medizinische Aktenlage seit der mit Verfügung vom 23. August 2010 

(Bg-act. 72) erfolgten und mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2011 (Bg-

act. 80) bestätigten Zusprache einer Integritätsschadenrente von 7.5 % 

für den sehr schweren Tinnitus und die Hörverminderung links präsentiert 

sich wie folgt:

• Dr. med. D._____, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen-, Halskrankhei-
ten, diagnostizierte im Arztbericht vom 5. Dezember 2012 einen links-
betonten Hochtonabfall sowie einen chronischen Tinnitus. Es sei eine 
Verschlechterung der Hochtonstörung links gegenüber dem Reinto-
naudiogramm vom 4. Juni 2008 von 18 auf 35 % nach CPT-AMA-
Tabelle eingetreten. Eine medikamentöse Therapie sei bei Bedarf vor-
gesehen. Ebenso sei eine Hörgeräte-Neuversorgung geplant nach Ab-
lauf von fünf Jahren, wobei die Erstexpertise am 4. Juni 2008 vorge-
nommen worden sei. 

• Dr. med. F._____, Facharzt für Hals-, Nasen, Ohren-Heilkunde, Fach-
arzt FMH für Allergologie und klinische Immunologie, diagnostizierte 
im Arztbericht vom 14. Januar 2014 eine beidseitige Schallempfin-
dungsschwerhörigkeit, einen sehr schwergradigen Tinnitus aurium, ei-
ne schwergradige Hyperakusis, eine mittelgradige Angststörung sowie 
eine leichtgradige Depression. Der Tinnitus sei auf das akustische 
Trauma von 1977 zurückzuführen. Durch eine Verschlechterung des 

- 16 -

Hörvermögens auch rechts höre der Beschwerdeführer den Tinnitus 
nun auch intermittierend rechts. 

• Im Arztbericht vom 6. Februar 2014 diagnostizierte Dr. med. D._____ 
neben einem chronischen Tinnitus einen beidseitigen Hochtonabfall 
und hielt gleichzeitig eine gewisse Verbesserungstendenz fest. Nach 
wie vor zeigten sich aber eine Erschöpfung und eine Tendenz zu Bur-
nout. Subjektiv störe das Ohrgeräusch. Der Beschwerdeführer könne 
wegen dem Ohrgeräusch gut einschlafen; häufig erwache er aber 
morgens um 03:00 Uhr und finde keinen Schlaf mehr. Im Verlaufe des 
Tages trete eine Tagesmüdigkeit auf und er benötige häufig einen Mit-
tagsschlaf. Gegen den späteren Nachmittag zeigten sich häufig 
Übermüdungs- und Erschöpfungssyndrome, sodass er vorzeitig die 
Tagesarbeit abbrechen müsse. Dr. med. D._____ attestierte dem Be-
schwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 10. bis 13. Ja-
nuar 2014 sowie eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % vom 13. Januar bis 
28. Februar 2014.

b) Der Tinnitus des Beschwerdeführers beziehungsweise die diesem Leiden 

zugrunde liegende organische Schädigung konnte unstrittig nicht mit ap-

parativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 

138 V 248 E.5.2). Auch gibt es in den bei den Akten liegenden medizini-

schen Berichten der behandelnden und untersuchenden Ärzte keine An-

haltspunkte für eine organische Ursache in Form etwa einer gefässrei-

chen Missbildung, eines Tumors oder einer muskulären Veränderung. Am 

fehlenden Nachweis einer organisch objektivierbaren Grundlage der frag-

lichen gesundheitlichen Beeinträchtigung vermag der Umstand, dass 

nebst dem Tinnitus noch eine Gehörschädigung besteht, nichts zu än-

dern. Dementsprechend hat vorliegend eine besondere Adäquanzprüfung 

zu erfolgen (vgl. vorstehend E.5b). Der Beschwerdeführer hat anlässlich 

des Knalltraumas vom 18. März 1977 aktenkundig weder ein Schleuder-

trauma der Halswirbelsäule noch eine äquivalente Verletzung noch ein 

Schädelhirntrauma erlitten. Vielmehr diagnostizierte Dr. med. B._____ am 

24. März 1977 (vgl. dessen Arztbericht vom 25. März 1977 [Bg-act. 5]) 

"bloss" einen Tinnitus und eine Hochtonschallperzeptionsschwerhörigkeit 

links. Die Frage der Adäquanz der Unfallfolgen ist demnach nach den 

Adäquanzkriterien gemäss BGE 115 V 133, mithin unter Ausschluss psy-

- 17 -

chischer Aspekte, zu prüfen (BGE 115 V 133 E.6c/aa sowie vorstehend 

E.5b). 

c) Danach setzt die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei 

psychischen Unfallfolgen grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis 

für die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine 

massgebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn das Unfal-

lereignis objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Wor-

ten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss 

BGE 115 V 133 E.6 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüp-

fen, wobei − ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den 

sich dabei entwickelnden Kräften − eine Katalogisierung der Unfälle in 

leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vor-

zunehmen ist (BGE 129 V 177 E.4.1). Die erlittenen Verletzungen können 

dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, 

gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 36 E.4.2.2). Bei banalen Unfällen wie 

beispielsweise bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten 

des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz 

oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres 

verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber 

auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegan-

gen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erhebli-

chen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 129 V 177 E.4.1, 

115 V 133 E.6a). Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusam-

menhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in 

der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 

nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, in-

validisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 

120 V 352 E.5b/aa; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E.3b). Bei Unfällen aus 

dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psy-

- 18 -

chisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammen-

hang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. 

Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv erfassba-

re Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang ste-

hen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, 

in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien 

sind zu nennen (BGE 134 V 109 E.6.1, 115 V 133 E.6c/aa): 

− besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-

keit des Unfalls;

− die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbeson-

dere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen; 

− ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 

− körperliche Dauerschmerzen; 

− ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;

− schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

− Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 

jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 

kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 

Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall al-

lenfalls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, 

wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen 

im mittleren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem 

schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 

1999 Nr. U 335 S. 207 ff., 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV 

Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite-

rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. 

Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlag-

- 19 -

gebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien her-

angezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt 

es sich um einen Unfall im eigentlichen mittleren Bereich genügen drei 

Kriterien zur Bejahung der Adäquanz (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

8C_277/2013 vom 7. Juni 2013 E.4.2). Diese Würdigung des Unfalles zu-

sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung 

der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen 

zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähig-

keit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E.6c/bb, 120 V 352 

E.5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 

307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.2).

d) Das ursächliche Knalltrauma erfolgte am 18. März 1977 anlässlich einer 

militärischen Scharfschiessübung. Obschon der damals stark erkältete 

Beschwerdeführer den vorgeschriebenen Gehörschutz getragen hat, ist 

es nach der Schiessübung zu einer Schwerhörigkeit mit Ohrensausen 

links gekommen (vgl. Arztbericht von Dr. med. B._____ vom 25. März 

1977 [Bg-act. 5]). Es handelt sich somit beim Knalltrauma um eine rein 

akustische Einwirkung, welche in Anbetracht dessen, dass der Be-

schwerdeführer während der Schiessübung einen Gehörschutz getragen 

hatte, aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs nicht als erheblich 

bezeichnet werden kann. Aufgrund des Hergangs und der dabei wirken-

den Kräften ist das fragliche Ereignis als leichter Unfall zu qualifizieren, 

der nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung nicht geeignet war, einen anhaltenden Tinnitus zu be-

wirken. Weitere Ausführungen zur Frage, ob das Knalltrauma von 1977 

als leichtes oder mittelschweres Ereignis einzustufen ist, können vorlie-

gend unterbleiben, da die für Letzteres erforderliche Voraussetzung, dass 

entweder ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien in besonders aus-

geprägter Weise vorliegt oder drei der Kriterien in einfacher Weise erfüllt 

sind (vgl. vorstehend E.6c) nicht erstellt ist. Denn − wie vorstehend bereits 

- 20 -

festgehalten − hat sich das Knalltrauma vom 18. März 1977 objektiv be-

trachtet weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet 

noch war es von besonderer Eindrücklichkeit. Dies zumal der Beschwer-

deführer während des Schiessens noch keinerlei Gehörsstörung festge-

stellt hatte. Erst nach Abschluss der Schiessübung stellte er gemäss Aus-

sendienstprotokoll vom 27. Juni 1977 (Bg-act. 10) ein Sausen im linken 

Ohr und eine gewisse Gehörsverminderung fest. Sodann handelt es sich 

beim erlittenen Tinnitus weder um eine schwere Verletzung noch um eine 

Verletzung von besonderer Art. Zudem sind den medizinischen Berichten 

keine Informationen zu entnehmen, wonach der Tinnitus, wie er beim Be-

schwerdeführer unstrittig besteht, grundsätzlich geeignet wäre, eine psy-

chische Fehlentwicklung auszulösen. Für eine ungewöhnlich lange Dauer 

der ärztlichen Behandlung gibt es genauso wenig Anhaltspunkte wie für 

eine ärztliche Fehlbehandlung und für einen schwierigen Heilungsverlauf 

oder erhebliche Komplikationen. Ebenfalls ergeben sich aus den Akten 

keine Hinweise auf eine lang andauernde psychisch bedingte Arbeitsun-

fähigkeit. Was schliesslich das Kriterium der körperlichen Dauerschmer-

zen anbelangt sind solche desgleichen nicht erstellt. Weil nach dem Ge-

sagten weder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Form 

noch drei der Kriterien in einfacher Form erfüllt sind, besteht zwischen 

dem militärdienstlichen Knalltrauma − selbst wenn dieses als mittelschwe-

res Unfallereignis qualifiziert würde − und dem Tinnitus kein rechtsgenüg-

licher Zusammenhang. Ein zusätzlicher Integritätsschadenrentenan-

spruch − wie vom Beschwerdeführer beantragt − fällt demnach ausser 

Betracht. Die Beschwerdegegnerin hat somit ihre Haftung für den heuti-

gen Tinnitus sowie für die psychischen Folgebeschwerden, insbesondere 

die von Dr. med. F._____ im Arztbericht vom 14. Januar 2014 diagnosti-

zierte mittelgradige Angststörung sowie die leichtgradige Depression, 

mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zu Recht verneint. Im Übri-

gen wäre vorliegend eine zusätzliche Integritätsschadenrente für den Tin-

nitus − wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheent-

- 21 -

scheid vom 3. März 2015 zu Recht ausgeführt hat − ohnehin nicht mög-

lich, da dem Beschwerdeführer bereits früher die für einen sehr schweren 

Tinnitus maximal mögliche Integritätsentschädigung von 5 % zugespro-

chen wurde (zu den Richtwerten bei Tinnitus vgl. MAESCHI, a.a.O., Art. 49 

N. 41). 

e) Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beantragten Entschädigung der 

Reise- und Heilbehandlungskosten sowie der Arbeitsunfähigkeit führt die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 22. April 2015 zu 

Recht aus, dass sowohl die Leistungspflicht für die Arbeitsunfähigkeit als 

auch die Entschädigung der Reise- und Heilbehandlungskosten − entge-

gen den anderslautenden Ausführungen im angefochtenen Einspra-

cheentscheid vom 3. März 2015 − Gegenstand der Verfügung vom 

11. März 2014 waren. Dementsprechend hätte die Beschwerdegegnerin 

hinsichtlich der Reise- und Heilbehandlungskosten im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 3. März 2015 − statt diesbezüglich nicht auf die 

Einsprache einzutreten − korrekterweise die entsprechenden Begehren 

des heutigen Beschwerdeführers ablehnen müssen (vgl. vorstehend 

E.1b). Mangels Haftung für den Tinnitus (vgl. vorstehend E.6d) hat die 

Beschwerdegegnerin für diese Kosten nämlich nicht aufzukommen, da 

sowohl die ärztliche Heilbehandlung als auch die entsprechenden Reise-

kosten mit dem Tinnitus in Verbindung stehen. Dementsprechend besteht 

auch kein Anspruch auf Taggelder, da auch die Arbeitsunfähigkeit mit 

dem Tinnitus in Verbindung steht. Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit gilt es 

sodann noch festzuhalten, dass eine solche − entgegen der Beschwerde-

schrift vom 27. März 2015, worin der Beschwerdeführer unter anderem 

eine Entschädigung für die ausgefallenen Arbeitsstunden ab dem 1. Ja-

nuar 2013 beantragt − erst ab dem 10. und bis 13. Januar 2014 (100%ige 

Arbeitsunfähigkeit) beziehungsweise ab dem 13. Januar 2014 bis 28. Fe-

bruar 2014 (30%ige Arbeitsunfähigkeit) belegt ist (vgl. Arztbericht von 

Dr. med. D._____ vom 6. Februar 2014). 

- 22 -

7. Zu prüfen bleibt der beschwerdeführerische Antrag auf eine zusätzliche 

Integritätsschadenrente für die Zunahme der Hochtonstörung links. 

a) Anlässlich der ursprünglichen Integritätsschadenbeurteilung vom 14. Juli 

2010 (Bg-act. 58.1) führte Dr. med. E._____ bezüglich Bemessung des 

Integritätsschadens der Hörverminderung aus, dass lediglich der knall-

traumatisch gesetzte Schaden heranzuziehen sei. Dieser sei aus den 

echtzeitlichen Audiogrammen, das heisst aus denjenigen Audiogrammen, 

die in den ersten Jahren nach erfolgtem Knalltrauma durchgeführt worden 

seien, ersichtlich. Bei beidseitigem vollständigem Verlust des Gehörs 

werde in der Regel ein Integritätsschaden von 50 % und bei einseitigem 

Verlust in der Regel ein solcher von 10 % angenommen. Dies sei vorlie-

gend bei weitem nicht der Fall. Der Integritätsschaden für nicht vollständi-

ge Hörverluste werde entsprechend tiefer angesetzt, abgestuft nach der 

Schwere der Hörverminderung gemäss Reintonaudiogramm; dabei erge-

be ein einseitiger Hörverlust von 50 % einen Integritätsschaden von 

2.5 %. Auch davon seien die Werte weit entfernt. Daraus folge, dass der 

knalltraumatisch gesetzte Hörverlust eigentlich nicht entschädigungswür-

dig sei. Sofern infolge der ungewöhnlichen Benachteiligung in der allge-

meinen Lebensgestaltung aber eine Hörgerätversorgung notwendig sei, 

bestehe gemäss langjähriger Praxis dennoch Anspruch auf eine Inte-

gritätsschadenrente von 2.5 %. Da im Beschwerde- und Behinderungs-

profil die negativen Auswirkungen des Tinnitus von denjenigen der Hör-

verminderung zu trennen seien, sich also nicht gegenseitig überlappten, 

sei es vorliegend gerechtfertigt, den Anspruch auf eine Integritätsscha-

denrente von 2.5 % zu bejahen. 

b) Die Beschwerdegegnerin ist im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

3. März 2015 auf das Begehren um eine zusätzliche Integritätsschaden-

rente für den Hörverlust links fälschlicherweise formell nicht eingetreten, 

- 23 -

anstatt diesen abzuweisen, was − wie nachfolgend dargestellt − korrekt 

gewesen wäre (vgl. vorstehend E.1b). In seiner Beurteilung vom 25. Fe-

bruar 2013 führte der beschwerdegegnerische Kreisarzt Dr. med. 

E._____ unter Bezugnahme auf seine ursprüngliche Integritätsschaden-

beurteilung vom 14. Juli 2010 (Bg-act. 58.1) sowie der Erkenntnisse von 

Prof. Dr. med. Kellerhals in dessen Publikation "Progressive hearing loss 

after single exposure to acute acoustic trauma" nachvollziehbar und 

schlüssig aus, dass die Evolution einer knalltraumatischen Gehörschädi-

gung nicht wahrscheinlich sei. Denn ein Gehörschaden, der aufgrund ei-

nes Knalltraumas eingetreten sei, nehme in der Folgezeit nicht mehr zu. 

Die knalltraumatische Gehörschädigung wirke sich nicht evolutiv, sondern 

rein additiv aus, was bedeute, dass sich ein knalltraumatischer Hörscha-

den mit einem schon bestehenden oder später hinzukommenden Hör-

schaden summiere, ohne aber eine Hörschadenentwicklung in Gang zu 

setzen. Der nachträgliche Hörverlust sei somit keine Spätfolge des initia-

len Knalltraumas. Der militärversicherte Anteil an der vorliegenden 

Gehörschädigung, mithin die beim Knalltrauma während des Dienstes 

1977 verursachte Hochtonperzeptionsstörung, sei nach wie vor gleich 

gross. Folglich habe sich der militärversicherte Integritätsschaden in Fol-

ge der knalltraumatischen Einwirkung während des Dienstes 1977 seit 

der Beurteilung vom 14. Juli 2010 nicht erheblich verändert. Wenn die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf diese Ausführungen von Dr. med. 

E._____ hinsichtlich der Hochtonstörung links einen Revisionsgrund im 

Sinne von Art. 50 MVG verneint und sich auf den Standpunkt stellt, dass 

ein allfälliger zusätzlicher Hörverlust nicht auf das Knalltrauma während 

des Militärdienstes 1977 zurückzuführen sei, ist dies nicht zu beanstan-

den, zumal keine dem widersprechenden ärztlichen Beurteilungen bei den 

Akten liegen. Folglich hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 3. März 2015 den Anspruch des Beschwerde-

führers auf eine zusätzliche Integritätsschadenrente für die Zunahme der 

Hochtonstörung links zu Recht abgelehnt, auch wenn sie, wie gesehen, 

- 24 -

statt den entsprechenden Antrag des Beschwerdeführers abzulehnen − 

was korrekt gewesen wäre − nicht auf den Antrag eingetreten ist. 

8. Abschliessend ist noch die Rechtmässigkeit des beschwerdegegneri-

schen Nichteintretensentscheids bezüglich des Antrags des heutigen Be-

schwerdeführers auf Übernahme der künftigen Kosten für die Anschaf-

fung eines Hörgeräts zu prüfen. 

a) Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zu-

ständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich − in Form einer Ver-

fügung − Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den 

beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt 

fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachur-

teilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist. 

Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege 

ist das Rechtsverhältnis, welches − im Rahmen des durch die Verfügung 

bestimmten Anfechtungsgegenstandes − den auf Grund der Beschwer-

debegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. An-

fechtungs- und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die Verwal-

tungsverfügung insgesamt angefochten wird; bezieht sich demgegenüber 

die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten 

Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten − verfügungsweise 

festgelegten − Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht 

aber zum Streitgegenstand (BGE 131 V 164 E.2.1 mit Hinweis auf BGE 

125 V 414 E.1b i.V.m. E.2a; vgl. auch vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 

Bern/Basel/Genf 2013, Rz 687).

b) Nach dem soeben Gesagten ist die Beschwerdegegnerin im angefochte-

nen Einspracheentscheid vom 3. März 2015 zu Recht nicht auf den An-

trag des heutigen Beschwerdeführers auf Übernahme der künftigen Kos-

- 25 -

ten für die Anschaffung eines Hörgeräts eingetreten. Der Beschwerdefüh-

rer hat den entsprechenden Antrag auf Übernahme der künftigen Kosten 

für ein Hörgerät nämlich erstmals in seiner Einsprache vom 10. April 2014 

gestellt. Diese Frage bildete demnach nicht Gegenstand der Verfügung 

vom 11. März 2014, welche dem angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 3. März 2015 zugrunde liegt. Insoweit diesbezüglich kein Entscheid 

ergangen ist, fehlt es an einem beschwerdeweise weiterziehbaren An-

fechtungsobjekt. Die Beschwerdegegnerin wird, wie sie in ihrer Vernehm-

lassung vom 22. April 2015 selber ausführt, den Anspruch des Beschwer-

deführers im Zeitpunkt der Anschaffung eines Hörgeräts nach Abklärung 

der konkreten Bedürfnisse im Lichte der Rechtslage und der gültigen Tari-

fe prüfen. Den entsprechenden Entscheid der Beschwerdegegnerin wird 

der Beschwerdeführer, sofern er damit nicht einverstanden sein sollte, 

dann wiederum mit den ordentlichen Rechtsmitteln anfechten können. 

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Beschwerdegegnerin aber auf den be-

schwerdeführerischen Antrag auf Übernahme der künftigen Kosten für die 

Anschaffung eines Hörgeräts mangels Anfechtungsobjekts zu Recht nicht 

eingetreten. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. März 2015 

erweist sich auch diesbezüglich als rechtens. 

9. Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten, 

dass die Beschwerdegegnerin den beschwerdeführerischen Antrag auf 

Ausrichtung einer zusätzlichen Integritätsschadenrente für den Tinnitus 

und die allfälligen psychischen Folgebeschwerden sowie für die Hoch-

tonstörung links zu Recht abgewiesen hat. Ebenfalls zu Recht hat die Be-

schwerdegegnerin − obschon sie diesbezüglich fälschlicherweise nicht 

auf die Einsprache eingetreten ist, anstatt die entsprechenden Begehren 

abzuweisen − ihre Leistungspflicht bezüglich der Reise- und Arztkosten 

sowie der ausgefallenen Arbeitsstunden verneint, weil diese in Verbin-

dung mit dem Tinnitus stehen, für welchen − wie gesehen − keine Haf-

tung der Beschwerdegegnerin besteht. Nicht zu beanstanden ist schliess-

- 26 -

lich auch, dass die Beschwerdegegnerin mangels eines entsprechenden 

Anfechtungsobjekts nicht auf den beschwerdeführerischen Antrag auf 

Übernahme der künftigen Kosten für die Anschaffung eines Hörgeräts 

eingetreten ist. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. März 2015 

erweist sich im Ergebnis demnach als rechtens, was zu seiner Bestäti-

gung und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 

Gemäss Art. 1 Abs. 1 MVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen − ausser bei leicht-

sinniger oder mutwilliger Prozessführung − kostenlos, weshalb vorliegend 

keine Kosten erhoben werden. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 1 Abs. 1 MVG 

i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]