# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3279dd02-b539-5947-ab97-cba7449d9949
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.11.2009 C-7306/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7306-2008_2009-11-18.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7306/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richter Jean-Daniel Dubey, Richter Antonio Imoberdorf, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

B._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Richard Lanz, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung für A._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7306/2008

Sachverhalt:

A.
Am  4.  September  2008  beantragte  die  1984  geborene  A._______, 
Staatsangehörige von Nigeria, bei der Schweizerischen Vertretung in 
Abuja ein  Visum für  einen dreiwöchigen (Transit-)  Besuchsaufenthalt 
bei  ihrem im  Kanton  Aargau  lebenden  Halbbruder  und  Adoptivvater 
B._______. Im Visumsformular gab sie Amsterdam als Ziel ihrer Reise 
an.  Nach  formloser  Verweigerung  übermittelte  die  Vertretung  dieses 
Gesuch zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem das Migrationsamt  des  Kantons Aargau  Abklärungen  zum 
beabsichtigten Besuchsaufenthalt vorgenommen und an das BFM wei-
tergeleitet  hatte,  wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  von 
A._______ mit  Verfügung vom 15. Oktober  2008 ab. Sie begründete 
ihre  Ablehnung  damit,  dass  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
unter  anderem dann zu verweigern  sei,  wenn die  anstandslose und 
fristgerechte Wiederausreise der gesuchstellenden Person nicht gesi-
chert  erscheine,  sei  es  als  Folge  der  in  ihrem  Ursprungsland  herr-
schenden politischen oder sozioökonomischen Verhältnisse oder auf-
grund ihrer persönlichen Situation. Wie die in zahlreichen Fällen ge-
machte  Erfahrung  zeige,  würden  insbesondere  Touristen-  oder  Be-
suchervisa immer wieder von Personen, welche sich eigentlich dauer-
haft  hier  niederlassen  möchten,  missbraucht.  Die  Gesuchstellerin 
stamme immerhin aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungs-
druck nach wie vor stark anhalte. Zwingende Gründe für die Einreise 
seien zudem nicht ersichtlich.

C.
Gegen diese Verfügung erhob B._______ am 17. November 2008 Be-
schwerde mit  dem Begehren um Erteilung der beantragten Einreise-
bewilligung. Er macht geltend, die Gesuchstellerin sei die ausserehe-
liche Tochter seines Vaters. Sie sei von ihm, dem Gastgeber, adoptiert 
worden und gemeinsam mit seinen beiden Kindern aus erster Ehe in 
Nigeria aufgewachsen. Als er mit seinen Kindern und seiner damaligen 
Ehefrau Nigeria verlassen habe, sei sie allein in Nigeria geblieben. Sie 
arbeite dort und absolviere abends eine Weiterbildung. Da sie verlobt 
sei, habe sie nicht die Absicht, aus Nigeria auszuwandern. Sie wolle 
aber einmal besuchsweise in die Schweiz kommen, zumal sie jetzt ihre 
jahrelang  bestehende  Flugangst  überwunden  habe.  Die  Ablehnung 

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ihres Besuchswunsches verstosse gegen das Menschenrecht, persön-
lichen Kontakt mit  ihrer Familie pflegen zu dürfen. Abgesehen davon 
sei  zu  berücksichtigen,  dass  er,  B._______,  mittlerweile  selbst 
Schweizer,  im  April  2008  ein  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung 
seiner Adoptivtochter gestellt habe, über den Stand dieses Verfahrens 
bisher jedoch nicht informiert worden sei.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Februar 2009 spricht sich die Vorin-
stanz unter Erläuterung der bereits genannten Gründe für die Abwei-
sung der Beschwerde aus. Auch das zwischenzeitlich inkraftgetretene 
Schengenrecht erlaube im vorliegenden Fall keine andere Beurteilung 
der Einreisevoraussetzungen.

E.
In seiner hierauf folgenden Stellungnahme vom 10. März 2009 wieder-
holt der Beschwerdeführer sein bisheriges Beschwerdevorbringen und 
tönt  dabei  an,  dass  das  unkorrekte  Verhalten  einer  Botschaftsange-
hörigen  in  Abuja  Anlass  für  die  Ablehnung  des  Visumsgesuchs  ge-
wesen  sei.  Darüberhinaus teilt  er  mit,  dass  sich  die  zuständige Be-
hörde ablehnend zum Einbürgerungswunsch für seine Adoptivtochter 
geäussert habe; dies wolle er ihr während des Besuchs in der Schweiz 
persönlich erläutern.

F.
Der weitere Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen Berücksichtigung finden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-

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teilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. 
Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Mit  Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 wurde die Umsetzung 
der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die 
Assoziierung  an  Schengen  und  an  Dublin  (SR 362)  genehmigt.  Die 
entsprechenden  Assoziierungsabkommen  (darunter  das  Abkommen 
vom 26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-

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schaft,  der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft 
über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) 
sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008  definitiv  in Kraft 
getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden 
im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über  das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten (Schengen-)Recht fortgeführt werden.

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG,  dass  im  Falle 
eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederaus-
reise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch  kein  zusätzliches  im 
nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im 
Widerspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüber-

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gehenden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtser-
klärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet.

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das  Schengen-Recht  nimmt  eine  Differenzierung  in  Bezug  auf  die 
Visumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit  sind.  Als  Staatsangehörige  von  Nigeria  unterliegt  die  Gesuch-
stellerin damit der Visumspflicht.

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7.
Geht  es  um die  Beurteilung des  Kriteriums der  gesicherten Wieder-
ausreise,  so  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt  werden. Dazu 
sind in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen möglich, wobei sämtliche Umstände des konkreten Einzel-
falles zu würdigen sind. Erste Anhaltspunkte können sich aus der all-
gemeinen Situation im Herkunftsland ergeben. Herrschen dort politisch 
oder  wirtschaftlich  vergleichsweise ungünstige  Verhältnisse,  so  kann 
dies  darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  der  ge-
suchstellenden Person nicht mit Ziel und Zweck einer befristeten Ein-
reisebewilligung in Einklang steht. 

8.
Die  wirtschaftliche  Lage  Nigerias  hat  sich  in  den  letzten  Jahren 
deutlich verbessert. Relativiert  wird dieser Erfolg aber durch die seit 
Anfang 2006 im ölreichen Niger-Delta entfachten und mit erheblicher 
Gewalt  und  Kriminalität  einhergehenden  Unruhen,  welche  zu  einge-
schränkten Öl- und Gasförderquoten geführt haben und dadurch auch 
das  weitgehend  vom  Rohölexport  abhängige  Wirtschaftswachstum 
bremsen.  Die  Unruhen  sind  ebenfalls  mit  der  Grund  für  eine  Ver-
schlechterung der  ohnehin  unzureichenden inländischen Energiever-
sorgung. Als Haupthinderungsgrund für die wirtschaftliche Entwicklung 
gilt  allerdings  die  mangelhafte  Infrastruktur  des  Landes,  die  breiten 
Bevölkerungsschichten schwierige ökonomische und soziale Lebens-
bedingungen  beschert  und  schätzungsweise  etwa  35%  der  Be-
völkerung  in  extremer  Armut  (weniger  als  1  USD/Tag)  leben  lässt. 
Präsident Yar' Adua, seit Mai 2007 amtierendes Staatsoberhaupt und 
gleichzeitiger  Regierungschef,  ist  zwar  darum  bemüht,  die  Reform-
politik seines Vorgängers Obasanjo fortzusetzen und auf die genann-
ten  Herausforderungen  einzugehen;  die  Implementierung  von  kon-
kreten  Massnahmen  hat  allerdings  erst  gerade  begonnen  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de,  Stand  Februar  2009,  besucht  im 
November  2009).  Angesichts  des  mit  solchen  Massnahmen  verbun-
denen  Kostenaufwands  kann  die  nigerianische  Bevölkerung  mittel-
fristig  nicht  mit  günstigeren Lebensbedingungen rechnen,  wohl  auch 
deshalb nicht, weil die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bis auf 
Weiteres erhebliche Auswirkungen auf die von den Öleinnahmen ab-
hängigen Staatsausgaben haben dürfte. Vor diesem Hintergrund be-
steht ein vielfacher Wunsch zur Auswanderung, der sich vor allem bei 
denjenigen manifestiert, die bereits über ein minimales soziales Bezie-
hungsnetz  im  Ausland  verfügen.  Im  Falle  der  Schweiz  führt  dies 

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angesichts  der  restriktiven  fremdenpolizeilichen  Zulassungsregelung 
nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen. Dabei 
geht es nicht etwa allein um die Einreichung von Asylgesuchen nach 
erfolgter Einreise, sondern es wird oftmals versucht, den Aufenthalt zu 
verlängern oder – beispielsweise durch Ausbildung oder Heirat – auf 
eine andere migrationsrechtliche Grundlage zu stellen.

9.
9.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 25-jährige, ledige 
Frau,  die  sich  in  ihrem schriftlichen  Visumsantrag als  Studentin  be-
zeichnet  hat.  Der  Beschwerdeführer  hat  diesbezüglich  angegeben, 
seine  Adoptivtochter/Halbschwester  arbeite  tagsüber  und  absolviere 
abends eine Weiterbildung. Nähere Angaben zu ihrer beruflichen Tä-
tigkeit und zum angestrebten Ausbildungsziel fehlen jedoch, und es ist 
nicht ersichtlich, womit die Gesuchstellerin derzeit ihren Lebensunter-
halt verdient. Abgesehen von der unklaren beruflichen und der damit 
einhergehenden finanziellen  Situation  sind  aber  auch ihre  sonstigen 
Lebensverhältnisse unbekannt; insbesondere hat  sich der Beschwer-
deführer nicht  zu ihren eventuellen familiären Bindungen im Heimat-
land geäussert, sondern nur erwähnt, dass die anderen Mitglieder des 
früheren engsten Familienkreises in die Schweiz ausgewandert seien. 

9.2 Bereits vor diesem Hintergrund ist  das Risiko, dass die Gesuch-
stellerin  nach erfolgter  Einreise  die  Schweiz  nicht  wieder  rechtzeitig 
verlassen könnte, hoch einzuschätzen. Ihr angebliches Verlöbnis fällt 
demgegenüber nicht ins Gewicht, handelt es sich dabei doch nur um 
eine Beziehung ohne rechtliche Verbindlichkeiten. 

9.3 Zu  bezweifeln  ist  damit  auch,  dass  die  geplante  Einreise  der 
Gesuchstellerin  lediglich  einem  Familienbesuch  –  wie  es  der  Be-
schwerdeführer zusichert  – dienen soll. Letzterer  hat  immerhin noch 
vor  relativ  kurzer  Zeit  einen  Weg  zur  Einbürgerung  seiner  Adoptiv-
tochter/Halbschwester gesucht, ein Bemühen, welches nur im Zusam-
menhang mit einem Emigrationswunsch verständlich erscheint. Dabei 
ist zu berücksichtigen, dass A._______ offenbar vor mehreren Jahren 
mit  ihrem  Halbbruder  und  weiteren  Familienangehörigen 
zusammenlebte,  bevor diese allesamt  – bis  auf  sie  selbst  – aus Ni-
geria auswanderten (vgl. S. 2 der Beschwerdeschrift). An konkreteren 
Angaben hierzu lässt es der Beschwerdeführer allerdings fehlen; der 
sonstige Akteninhalt wirft zudem ein diffuses Licht auf seine tatsäch-
lichen familiären Verhältnisse: Laut eigenem Vorbringen hat er die von 

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ihm adoptierte Halbschwester  zunächst  zusammen mit  zwei  Kindern 
aus erster Ehe in Nigeria grossgezogen und danach seine Heimat zu-
sammen mit den beiden eigenen Kindern und seiner damaligen Ehe-
frau verlassen. Im Widerspruch hierzu stehen die Angaben in der vom 
Notariat  in  Schlieren  öffentlich  beurkundeten  eidesstattlichen  Erklä-
rung vom 16. Januar 2001. Danach existieren – ausser dem Adoptiv-
kind  A._______  und  dem  mit  der  jetzigen  Ehefrau  gezeugten  Kind 
C._______ keine weiteren Kinder  aus einer  früheren ehelichen oder 
ausserehelichen Beziehung. Dies legt den Verdacht nahe, dass die in 
der  Beschwerde  als  Kinder  aus  früherer  Ehe  –  allerdings  auch  als 
Halbgeschwister  von  A._______  –  bezeichneten  Kinder  nicht  seine 
eigenen  waren.  Dass  diese  dennoch  mit  ihm  aus  Nigeria 
auswanderten,  legt  die Vermutung nahe, dass der Beschwerdeführer 
nunmehr einen Weg sucht,  auch der von ihm – übrigens erst im Juli 
1999  –  adoptierten  Halbschwester  die  Auswanderung  bzw.  den 
Verbleib in der Schweiz zu ermöglichen. Die Schweizerische Botschaft 
in  Abuja  hat  zu  dieser  Adoption  ausserdem  angemerkt,  sie  hätte 
wegen  des  nach  nigerianischem  Recht  ungenügenden  Altersun-
terschieds gar nicht zustande kommen dürfen. 

10.
In seiner Replik hat der Beschwerdeführer geltend gemacht,  die von 
der  Botschaft  in  Abuja  formlos  verweigerte  Einreise  beruhe  auf  der 
dortigen  schikanösen  Behandlung  seiner  Adoptivtochter.  Angesichts 
der in diesem Verfahren einzig und allein zu überprüfenden Verfügung 
des  BFM  ist  dieses  Argument  jedoch  irrelevant.  Auch  der  weitere 
Einwand, das gewünschte Besuchservisum müsse im Hinblick auf das 
von der Europäischen Menschenrechtskonvention gewährleiste Recht 
auf Familienleben erteilt werden, ist in diesem Fall nicht stichhaltig. 

10.1 Das  Privat-  und  Familienleben  wird  in  allgemeiner  Weise  von 
Art. 13 BV der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft  vom 18. April  1999 (BV, SR 101) sowie von Art. 8 EMRK der 
Konvention  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
vom  4. November 1950  (EMRK,  SR 0.101)  geschützt.  Daraus  ergibt 
sich indessen kein Recht auf Einreise oder auf ein Familienleben an 
einem bestimmten  Ort  (BGE 130  II  281  E. 3.1  [mit  Hinweisen];  vgl. 
ferner  STEPHAN BREITENMOSER, in: Bernhard Ehrenzeller/Philippe Mastro-
nardi/Rainer  J. Schweizer/Klaus  A.  Vallender,  Die  schweizerische 
Bundesverfassung, Zürich/Basel/Genf 2002, Kommentar zu Art. 13 BV, 
N. 25;  ARTHUR HAEFLIGER/FRANK SCHÜRMANN,  Die Europäische Menschen-

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rechtskonvention und die Schweiz, Die Bedeutung der Konvention für 
die  schweizerische  Rechtspraxis,  2. Aufl.,  Bern  1999,  S. 261).  Viel-
mehr liegt ein Eingriff in den Schutzbereich des Privat- und Familien-
lebens grundsätzlich  erst  dann vor,  wenn sich die Betroffenen über-
haupt  nirgends treffen könnten und der  persönliche Kontakt  deshalb 
nur in der Schweiz möglich wäre.

10.2 Gemäss eigenem Vorbringen besitzt der Beschwerdeführer aller-
dings das Schweizer Bürgerrecht. Er selbst  kann demzufolge grund-
sätzlich überallhin reisen und es spielt im Rahmen von Art. 13 BV bzw. 
Art.  8  EMRK  keine  Rolle,  wenn  er  diese  Möglichkeit  nicht  nutzen 
möchte und statt dessen ein Treffen mit seiner Halbschwester/Adoptiv-
tochter in der Schweiz bevorzugen würde. Ein Treffen im Ausland bzw. 
im gemeinsamen Herkunftsland, bei dem auch die erwähnten persön-
lichen Angelegenheiten besprochen werden können, ist beiden Betei-
ligten durchaus zumutbar.

11.
Die Vorinstanz durfte unter den gegebenen Umständen zu Recht da-
von  ausgehen,  die  fristgerechte  Wiederausreise  der  Gesuchstellerin 
sei  nicht  gewährleistet. Zwar  lässt  sich  diese  Einschätzung nicht  zu 
einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die 
Erteilung einer Einreisebewilligung – auf welche, wie erwähnt, ohnehin 
kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen.

12.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtenen Verfügung im 
Ergebnis  rechtmässig  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  dem-
zufolge abzuweisen. 

13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem geleisteten  Kostenvorschuss  gleicher 
Höhe verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz 
- das  Migrationsamt  Kanton  Aargau,  Bahnhofstrasse  86/88,  5001 

Aargau 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

Versand: 

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