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**Case Identifier:** 90c48e2c-6d1a-5f80-973c-6aadce09f8c4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.12.2018 IV 2016/378
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-378_2018-12-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/378

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 17.12.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2018
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG: Beweiskraft eines polydisziplinären 
Gutachtens in casu bejaht. Bis zum Zeitpunkt der Begutachtung ist jedoch 
auf die Einschätzung der Behandler und auf das über der attestierten 
Arbeitsfähigkeit liegende tatsächlich verrichtete Pensum abzustellen. Ein vor 
dem Eintritt des Gesundheitsschadens verrichtetes Arbeitspensum von 
insgesamt über 100% kann vorliegend nicht berücksichtigt werden, da die 
Nebentätigkeit nicht gewinnbringend war und deshalb nicht überwiegend 
wahrscheinlich ist, dass sie im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre. 
Umgekehrt ist aber auch nicht von nicht versicherter Freizeit auszugehen. 
Die Einschränkung ist daher ausgehend von einer 100%-igen 
Erwerbsfähigkeit zu berechnen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 17. Dezember 2018, IV 2016/378). Bestätigt durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_83/2019.

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz),

Marie Löhrer und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix 

Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2016/378

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, Aeplistrasse 7,

Postfach, 9008 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 10. Dezember 2012 über ihren Krankentaggeldversicherer 

wegen einer rezidivierenden depressiven Störung bei der Invalidenversicherung (IV) 

zum Leistungsbezug an (IV-act. 1, 7). Die Versicherte hatte ihr Arbeitspensum im 

Betrieb Z.___ als Betreuerin der Administration und kaufmännische Leiterin 

(Handelsbevollmächtigte) per 5. Juli 2012 von ca. 80% (37,5 Wochenstunden) 

gesundheitsbedingt auf ca. 40% reduziert (vgl. Angaben Arbeitgeber vom 13. Januar 

2013, IV-act. 28). Weiter war sie seit 1. Juli 2004 Inhaberin eines eigenen Betriebs und 

arbeitete dafür in einem Pensum von 20% (Angaben der Versicherten, IV-act. 16). 

Daneben gab sie an, seit 2008 für die B.___ tätig zu sein mit einem Aufwand von 

jährlich ca. 300 Stunden (Angaben vom 7. Februar 2013, IV-act. 27).

A.b  Dr.med. C.___, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 3. 

Dezember 2012 zuhanden des Krankentaggeldversicherers, er behandle die 

Versicherte ambulant seit 18. Mai 2011. Sie leide an einer rezidivierenden depressiven 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Die depressive 

Erkrankung sei am 4. Juni 2012 akut exazerbiert. Trotz Hochdosis von Moclobemid, 

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Modafinil und Quetiapin zeige sich aktuell nur eine diskrete Besserung der depressiven 

Symptomatik. Bisher seien mehrere SSRI, SNRI und TZA erfolglos angewendet 

worden. In der Hamilton Depression scale habe die Versicherte 24 Punkte erreicht. Der 

d2-Test habe eine Konzentrationsstörung gezeigt. Der Konzentrationsverlaufstest (KVT) 

habe keine Einschränkungen und der Frankfurter adaptive Konzentrationsleistungstest 

(FAKT-II) eine leicht verminderte Konzentrationsleistung ergeben. Die Arbeitsfähigkeit 

sei zur Zeit eingeschränkt durch depressive Symptome, insbesondere Antriebsmangel, 

geringe Belastbarkeit und kognitive Einschränkungen. Seit 4. Juni 2012 bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 50%, eine volle Arbeitsfähigkeit sei frühestens Ende Januar 2013 

möglich (IV-act. 25-2 ff.).

A.c  Im Assessmentgespräch vom 7. Februar 2013 schilderte die Versicherte, sie sei zu 

60% arbeitsunfähig, arbeite aber fast im vollen Pensum. Sie sei aber mit vielem im 

Rückstand und könne ihre Pendenzen nicht bewältigen. Sie lasse Abschlüsse und 

Steuererklärung inzwischen auswärts erledigen. (Assessmentprotokoll 

Eingliederungsverantwortliche vom 25. Februar 2013, IV-act. 31).

A.d  Mit Mitteilungen vom 26. März 2013 sprach die IV-Stelle der Versicherten Support 

am Arbeitsplatz (Job-Coaching) als Frühinterventionsmassnahme sowie Massnahmen 

zum Arbeitsplatzerhalt zu (IV-act. 38, 39). D.___, vom Berufsverband für Coaching, 

Supervision und Organisationsberatung (bso) anerkannte Coachin, führte im Bericht 

vom 4. Juni 2013 aus, die Versicherte überfordere sich an guten Tagen, indem sie sich 

auspowere. Der Rückschlag erfolge am nächsten Tag unweigerlich. Sie könne die 

Krankheit nicht akzeptieren/annehmen, verpuffe Energie im Kampf gegen die Krankheit 

(IV-act. 45). Im Bericht vom 23. September 2013 hielt sie fest, die Versicherte erkenne 

grundsätzlich Existenzängste als Auslöser ihrer depressiven Episode. Sie fühle sich der 

Krankheit machtlos ausgeliefert. In der Betreuung ihrer Mutter lasse sie sich 

mittlerweile durch Spitex und Pro Senectute entlasten (IV-act. 52).

A.e  Bei der Versicherten wurde gemäss Bericht der Klinik für Endokrinologie, 

Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen, Kantonsspital St. Gallen 

(KSSG), vom 7. Februar 2014 eine Hyperthyreose unter 200 µg Levothyroxin-Therapie 

diagnostiziert, wobei festgehalten wurde, die Situation bzw. die Indikation dieser 

Levothyroxin-Therapie durch Dr. C.___ sei unklar (IV-act. 106). D.___ beschrieb in den 

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Berichten vom 21. Februar und 11. April 2014 den Gesundheitszustand der 

Versicherten als verschlechtert. Die Versicherte habe ihren Betrieb per 1. April 2014 

vermietet, was jedoch nicht Entlastung, sondern eine grosse Enttäuschung ausgelöst 

habe (IV-act. 61, 62). Im Mai 2014 wurde eine Laktoseintoleranz festgestellt (Bericht 

Klinik für Gastroenterologie / Hepatologie KSSG vom 3. Juni 2014, IV-act. 112). Die 

Coachin führte in den Berichten vom 9. Mai und vom 27. Juni 2014 aus, der 

Versicherten sei es, wenn überhaupt, erst nach 14.00 Uhr gelungen, für zwei bis drei 

bzw. durchschnittlich zwei Stunden im Büro tätig zu sein. Der Pendenzenberg sei 

gewachsen. Der Haushalt sei knapp machbar. Sie sei dünnhäutig und befinde sich im 

Rückzug (IV-act. 63, 65).

A.f  Die Eingliederungsverantwortliche schloss die Massnahmen am 28. Juli 2014 ab. 

Gemäss den Coachingberichten habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten 

ab ca. Anfang 2014 kontinuierlich verschlechtert, wobei u.a. Schilddrüsenprobleme 

dazu gekommen seien und zwischenzeitlich auch eine Laktose- und Glutenintoleranz 

diagnostiziert worden seien. Sie habe die Versicherte von ihrer Persönlichkeit her als 

ehemals aktive Geschäftsführerin und Managerin wahrgenommen, die ihre Arbeit 

geliebt habe und der sie auch leicht von der Hand gegangen sei. Sie habe sehr 

leistungsorientiert gewirkt. Die Tatsache, dass plötzlich einiges nicht mehr leicht 

gegangen sei resp. sich die gesundheitliche Befindlichkeit kontinuierlich verschlechtert 

habe, mache der Versicherten sehr zu schaffen (Verlaufsprotokoll Eingliederung, IV-act. 

67-4).

A.g  Dr. C.___ stufte die depressive Episode gemäss Arztbericht vom 27. August 2014 

als schwer ein. Die Versicherte könne nur mit grösster Mühe einige wenige Stunden am 

Tag den Haushalt führen und im eigenen Betrieb im Büro arbeiten, was nicht mehr als 

einer 20%-igen Arbeitsfähigkeit (80% Arbeitsunfähigkeit) entspreche (IV-act. 75).

A.h  Die IV-Stelle eröffnete der Versicherten mit Mitteilung vom 3. September 2014 den 

Abschluss beruflicher Massnahmen (IV-act. 78) und nahm am 18. Februar 2015 eine 

Abklärung an Ort und Stelle vor (Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 11. 

März 2015, IV-act. 93).

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A.i Am 1. Juni 2015 berichtete Dr. C.___, die Versicherte sei mit verschiedenen SSRI, 

SNRI, SARI, NDRI, NaSSA, sNARI, α2-Inhibitor/NARI, TZA, RIMA, MAOI, Stimulanzien, 

AEP, AP und BZD erfolglos behandelt worden. Als Befunde notierte er ein apathisch-

depressives Syndrom, Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, 

eine Antriebsstörung sowie ein Hamilton-Depressions-Inventar-Score von 34 Punkten. 

Die Versicherte könne weiterhin nur mit Mühe einige wenige Stunden pro Tag den 

Haushalt führen und im Büro arbeiten. Als Einschränkung bestünden depressive 

Symptome, insbesondere Antriebsmangel, geringe Belastbarkeit sowie kognitive 

Einschränkungen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage vom 4. Juni bis 4. Juli 2012 50%, 

vom 5. Juli 2012 bis 13. April 2014 60%, vom 14. April bis 31. Mai 2015 80%, vom 1. 

Juni bis 31. Dezember 2014 90% und ab 1. Januar 2015 100% (IV-act. 96).

A.j In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte durch das BEGAZ 

Begutachtungszentrum BL polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 11. Januar 

2016; Dr.med. E.___, FMH für Allgemeine Innere Medizin; Dr.med. F.___, FMH für 

Endokrinologie; lic.phil. G.___, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP; Dr.med. 

H.___, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie; Untersuchungen 27. November, 1., 7. 

und 21. Dezember 2016; IV-act. 129-1 f., 133). Die Gutachter erhoben als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig leichte bis maximal mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.0-33.1) 

sowie den Verdacht auf ängstlich vermeidende, abhängige, zwanghafte und 

leistungsorientierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) mit erschwerter Fähigkeit, eine 

Mitte zwischen übermässiger Leistungsanforderung an sich selbst und keiner 

Leistungsforderung an sich selbst zuzulassen. Die Versicherte sei aus psychiatrischer 

Sicht in ihrer ausgeübten Tätigkeit als Buchhalterin bzw. Bürokraft im Betrieb Z.___ 

weiterhin sechs Stunden täglich ohne Verminderung des Rendements arbeitsfähig (IV-

act. 133-34). Gesamtmedizinisch sei die Versicherte weiterhin 70% arbeitsfähig (IV-act. 

133-58).

A.k  RAD-Arzt Dr.med. I.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 9. 

Februar 2016 Stellung, es handle sich um ein umfangreiches Gesamt- und 

entsprechende Fachgutachten, die unter Einbeziehung der Stellungnahme zu den 

Standardindikatoren den versicherungsmedizinischen Anforderungen entsprächen, so 

dass die administrative Entscheidung darauf abgestellt werden könne. Die 

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Arbeitsfähigkeit von 75% gälte ab 1. Dezember 2015. Unklar sei, wieso die Diagnose 

"Verdacht auf ängstlich vermeidende Persönlichkeitszüge" (ICD-10: Z73.1) als 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt werde (IV-act. 136). Die 

Gutachter führten hierzu aus, die Diagnose habe keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit. Demnach hätten die abhängigen, zwanghaften und 

leistungsorientierten Persönlichkeitszüge sowie der Verdacht auf ängstlich 

vermeidende Persönlichkeitszüge keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

(Stellungnahme vom 1. März 2016, IV-act. 139). In einer Stellungnahme vom 11. März 

2016 führte Dr. I.___ aus, laut psychiatrischem Gutachten und weiteren Unterlagen 

hätten seit 2012 rezidivierende depressive Phasen stattgefunden und zu 

unterschiedlichen Arbeitsunfähigkeiten, aber nie durchgehend, geführt. Die 

Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2015 sei vom Gutachter in Zweifel gezogen worden. 

Dies ergebe sich auch aus dem Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle insofern, 

als die Versicherte über verschiedene Aktivitäten berichtet habe. Der 

Gesundheitszustand habe sich seit dem 1. Dezember 2015 erheblich gebessert bzw. 

sei am 1. Dezember 2015 erheblich gebessert gewesen. Von diesem Zeitpunkt an habe 

keine die Arbeitsfähigkeit tangierende Depression mehr vorgelegen; sehr 

wahrscheinlich schon einige Zeit davor nicht, aber letztlich nicht im entsprechend 

bewiesenen Sinne. Man müsse wohl auf die dem Gutachten vorangehenden 

Arbeitsunfähigkeitszeiten abstellen (IV-act. 141).

A.l Mit Vorbescheid vom 15. März 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das 

rechtliche Gehör zur beabsichtigten Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 144). Mit 

Einwand vom 4. Mai 2016 (IV-act. 146) machte die Versicherte geltend, die 

tatsächlichen Verhältnisse und geklagten Beschwerden seien im Gutachten deutlich 

nachlässig aufgenommen worden. Sie reichte dazu eine Kopie von Auszügen aus dem 

Gutachten mit handschriftlichen Anmerkungen ein (IV-act. 146-4 ff.). Die grosse 

Abweichung von der Beurteilung des behandelnden Facharztes weise darauf hin, dass 

einer der beiden Psychiater einen wesentlichen Aspekt der Krankheit falsch beurteilt 

habe. Es sei nicht lege artis, dass der Gutachter das Gutachten ohne Absprache mit 

dem behandelnden Psychiater Dr. C.___ fertiggestellt habe. Die begründeten Zweifel 

über die effektive Arbeitsfähigkeit seien im Rahmen eines Arbeitsversuches in der 

Praxis zu verifizieren. Sie könne aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen ein 

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deutlich geringeres Einkommen erzielen, als der verbleibende Grad der Arbeitsfähigkeit 

anzeige, weshalb ein Leidensabzug vorzunehmen sei.

A.m Die Gutachter äusserten sich hierzu am 7. Juli 2018, es bestehe Einigkeit 

hinsichtlich der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung. Lediglich deren 

Schweregrad werde unterschiedlich beurteilt. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb 

eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2015 bescheinigt werde, wenn die 

Versicherte gleichzeitig wenige Stunden pro Tag arbeiten könne (IV-act. 150-5). In der 

neuropsychologischen Untersuchung hätten sich Defizite im Bereich Aufmerksamkeit/

Konzentrationsfähigkeit nicht darstellen lassen. Auch die von der Versicherten 

genannten Probleme seien nicht zu beobachten gewesen. Die gemäss eigenen 

Angaben sehr starke Einschränkung der Leistungsfähigkeit habe neuropsychologisch 

nicht begründet werden können. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ein Teil der 

geklagten kognitiven Störungen auch mit der übermässigen Medikamentendosierung 

zusammenhänge (IV-act. 150-7). Gesamthaft betrachtet hätten keine Hinweise auf eine 

relevante schwere depressive Episode gefunden werden können, weshalb der 

Versicherten weiterhin Anstrengungen zumutbar seien, sich beruflich zu rehabilitieren 

(IV-act. 150-11). RAD-Arzt Dr. I.___ befand diese Ausführungen als schlüssig. Es 

verbleibe bei der bisherigen Beurteilung (Stellungnahme vom 18. Juli 2016 IV-act. 152). 

 

A.n  Nachdem die IV-Stelle der Versicherten nochmals das rechtliche Gehör gewährt 

hatte (IV-act. 153, 2. August 2016), verfügte sie am 3. Oktober 2016 gemäss 

Vorbescheid (IV-act. 145).

B.

B.a  Gegen die Verfügung vom 3. Oktober 2016 lässt A.___, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic.iur. P. Rösler am 4. November 2016 Beschwerde erheben. Sie 

beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

aufzuheben und es sei ihr seit Juni 2013 eine ganze und ab April 2016 mindestens eine 

halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zum Neuentscheid an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Die von den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 

70% sei viel zu optimistisch geschätzt. Über mehrere Wochen und Monate hinweg 

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betrachtet sei ihre Arbeitsfähigkeit nicht höher als 50%. Weder im Januar noch im Mai 

2016 sei eine ärztliche Beurteilung von Dr. C.___ einverlangt worden. Da er sie über 

längere Zeit hinweg regelmässig betreue, vermöge er die Auswirkungen der Krankheit 

auf die Arbeitsfähigkeit in ihrer Langzeitwirkung viel besser zu erfassen als ein 

Gutachter. Der fundamentale Dissens bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei durch 

ein Obergutachten zu klären. Insgesamt habe sie ausgewiesenermassen ein 

wöchentliches Arbeitspensum von rund 60 Stunden verrichtet, was einer 

Arbeitsleistung von 150% entspreche. Wenn sie nun nur mehr zu 70% arbeitsfähig sei, 

ergebe sich eine Einschränkung der bisherigen Arbeitstätigkeit von 80%. Die 

Arbeitsfähigkeit von 70% beziehe sich nicht auf alle drei bisherigen Tätigkeiten, 

sondern sei einzig noch in ihrer ausgeübten Bürotätigkeit möglich. Sie sei nicht mehr in 

der Lage, ihren eigenen Berieb zu führen. Ihre Erwerbsfähigkeit habe sich um mehr als 

50% reduziert. Seit dem Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung sei sie nicht 

mehr in der Lage, eine leitende Tätigkeit auszuüben. Diese psychische Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit müsse dazu führen, dass ihr ein Leidensabzug von 15% gewährt 

werde. Neben der zeitlichen Einschränkung sei auch ihre Leistungsfähigkeit deutlich 

reduziert. Der Tabellenlohnabzug rechtfertige sich auch durch die Tatsache, dass sie 

nur noch in Teilzeit arbeiten könne (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2017 beantragt die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Das BEGAZ-Gutachten 

entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung und es könne darauf abgestellt 

werden. Behandelnde Ärzte und Ärztinnen agierten in erster Linie als Therapeuten und 

ihre Stellungnahme sei dadurch geprägt. Die Gutachter hätten ausführlich zu den 

Angaben des behandelnden Facharztes Stellung genommen und nachvollziehbar 

erläutert, weshalb auf die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht abgestellt werden 

könne. Insgesamt sprächen die Befunde und Erhebungen des Gutachters nicht für eine 

gravierende Schwere der psychiatrischen Erkrankung bzw. nicht für eine wesentliche 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Aus rechtlicher Sicht liege kein invalidisierender 

Gesundheitsschaden vor, weshalb die Beschwerde bereits aus diesem Grund 

abzuweisen sei. Gemäss Arbeitgeberbericht sei die Beschwerdeführerin zu 80% und 

nicht zu 100% im Betrieb Z.___ angestellt gewesen. Aus der selbständigen Tätigkeit im 

eigenen Betrieb habe sie bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (=massgeblicher 

Zeitpunkt) noch kein Erwerbseinkommen erzielen können. Die Anerkennung eines 

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150%-igen Pensums widerspräche sowohl dem Grundsatz, wonach die 

Invalidenversicherung als Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Prinzip für eine normale 

erwerbliche Tätigkeit Versicherungsschutz bietet, als auch dem Grundsatz, dass im 

Rahmen des Einkommensvergleichs invaliditätsfremde Faktoren überhaupt nicht oder 

dann bei beiden Vergleichsgrössen gleichmässig zu berücksichtigen seien. Sei die 

Beschwerdeführerin als Gesunde in einem insgesamt überdurchschnittlich hohen 

Beschäftigungsgrad erwerbstätig gewesen und habe auch ein entsprechend höheres 

Einkommen erzielt, das beim Valideneinkommen berücksichtigt werde, so sei ihr, wenn 

keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit attestiert werde, auch weiterhin ein 

gleiches überdurchschnittliches Pensum, allenfalls in einer angepassten Tätigkeit, 

zumutbar. Der Beschwerdeführerin seien aufgrund ihrer leichten gesundheitlichen 

Einschränkungen alle drei Tätigkeiten weiterhin zumutbar. Der verlangte Leidensabzug 

von 15% sei daher nicht vorzunehmen (act. G 4).

B.c  Mit Replik vom 6. Juni 2017 macht die Beschwerdeführerin geltend, die 

Beschwerdegegnerin verkürze die Krankheitsgeschichte und sei nicht auf die 

Beanstandungen an der Begutachtung eingegangen. Sie rügt die Bezeichnung von Dr. 

C.___ als "Behandler". Die Diskrepanz zwischen Gutachten und fachärztlicher 

Beurteilung hätte durch ein Fachgespräch verkleinert werden können und sei weiter 

abzuklären. Das Einkommen aus dem eigenen Betrieb habe die Beschwerdegegnerin 

selber erhoben und als korrekt anerkannt. Die Behauptung, sie könne die drei 

bisherigen Tätigkeiten weiterhin ausüben, sei aktenwidrig. Dem Gutachten sei klar zu 

entnehmen, dass einzig noch in ihrer ausgeübten Bürotätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 

von 70% möglich sei. Aufgrund ihrer Krankheit sei sie nicht mehr in der Lage, ihren 

eigenen Betrieb zu führen. Bereits damit habe sich ihre Erwerbsfähigkeit um mehr als 

50% reduziert. Sie habe immer auch eine leitende Funktion ausgeübt. (Nunmehr) sei 

ihre Funktion nicht mehr qualifiziert, sondern als einfache Tätigkeit einzustufen (act. G 

10).

B.d  Mit Eingabe vom 22. Juli 2017 reicht die Beschwerdeführerin einen 

Coachingbericht vom 15. Juli 2017 über den Zeitraum August 2014 bis Juli 2017 ein 

(act. G 12.1). Daraus gehe hervor, dass die Coachin sowohl die stark schwankende 

Leistungsfähigkeit festgestellt habe als auch den Umstand, dass sie krankheitsbedingt 

keine konstante Leistung erbringen könne (act. G 12).

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B.e  Die Beschwerdegegnerin reicht keine Duplik ein (act. G 13).

Erwägungen

1. 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin, nachdem über berufliche Massnahmen rechtskräftig entschieden 

wurde (Mitteilung vom 3. September 2014, IV-act. 78).

1.1  Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

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gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

1.4  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2. 

Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Gutachten des 

BEGAZ vom 11. Januar 2016 (IV-act. 133) einschliesslich Stellungnahmen der 

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Gutachter vom 1. März 2016 (IV-act. 139) und vom 7. Juli 2016 (IV-act. 150) abgestellt 

hat.

2.1  Die Gutachter kamen zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei aufgrund einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis maximal mittelgradige 

depressive Episode (ICD-10: F33.0 - 33.1), in ihrer ausgeübten Tätigkeit als 

Buchhalterin und Bürohilfskraft im Betrieb Z.___ während sechs Stunden täglich ohne 

Verminderung des Rendements bzw. zu 70% arbeitsfähig (Gutachten, IV-act. 133-34, 

58; Stellungnahme Gutachter vom 1. März 2016, IV-act. 139). Der behandelnde 

Psychiater Dr. C.___ hatte am 3. Dezember 2012 zuhanden des 

Krankentaggeldversicherers berichtet, die Beschwerdeführerin leide an einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Sie sei seit 4. 

Juni 2012 zu 50% und frühestens Ende Januar 2013 wieder voll arbeitsfähig (IV-act. 

25-2). Gemäss Arztberichten vom 27. August 2014 und vom 1. Juni 2015 

diagnostizierte er eine gegenwärtig schwere depressive Episode (IV-act. 75, 96). Er 

attestierte wie folgt Arbeitsunfähigkeiten: ab 4. Juni 2012 50%, ab 5. Juli 2012 60%, ab 

Januar 2013 80%, ab Juni 2014 90% und ab 1. Januar 2015 100% (IV-act. 96-2).

2.2  Die abweichende Beurteilung des Schweregrads der depressiven Erkrankung und 

der Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit korrespondiert grundsätzlich mit den 

unterschiedlichen im Verlauf erhobenen Befunden: Während Dr. C.___ im Arztbericht 

vom 1. Juni 2015 ein apathisch-depressives Syndrom, Gedächtnis-, Konzentrations- 

und Aufmerksamkeitsstörungen sowie eine Antriebsstörung erwähnte (IV-act. 96-2), 

führte der psychiatrische Gutachter aus, Stimmung und Affekt seien über weite 

Strecken gutmütig, nicht unbedingt heiter; die Beschwerdeführerin sei eher affektarm, 

zum Schluss kurz affektlabil. Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeit seien leicht 

beeinträchtigt (IV-act. 133-30). Der neuropsychologische Gutachter erhob eine 

minimale kognitive Funktionsschwäche (IV-act. 133-54; IV-act. 150-6). Der 

psychiatrische Gutachter führte aus, die Beschwerdeführerin habe in der 

Untersuchungssituation recht gut, adäquat und kohärent funktioniert (IV-act. 133-31 f.). 

Es bestehe eine gewisse Diskrepanz zwischen der berichteten Depressivität mit immer 

wiederkehrenden schweren depressiven Phasen und dem aktuell recht guten 

kognitiven Funktionieren, dem Antrieb und auch der guten psychischen Stabilität (IV-

act. 133-28). Die Diagnosemerkmale einer mittel- oder schwergradigen Depression 

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seien aktuell nicht (mehr) gegeben und auch in keinem der Berichte von Dr. C.___ als 

nachgewiesen dargelegt (IV-act. 133-30, 32; IV-act. 150-8 ff.). Das Beschwerdebild 

habe auch syndromalen Charakter bzw. hänge mit der Persönlichkeitsstruktur der 

Beschwerdeführerin und mit den psychosozialen Umständen zusammen (IV-act. 

150-10). Andererseits dürfte ein Teil der geklagten kognitiven Störungen mit einer 

übermässigen Medikamentendosierung zusammenhängen (IV-act. 150-7).

2.3  Aus dem Vorstehenden wird deutlich, dass die Abweichung der vom Gutachter 

sowie von Dr. C.___ geschätzten Arbeitsfähigkeit überdies auf einer unterschiedlichen 

Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts beruht. Insbesondere begründet 

der psychiatrische Gutachter seine bedeutend höhere Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit auch mit der Beteiligung nicht invalidisierender Faktoren wie 

akzentuierter Persönlichkeitszüge sowie psychosozialer Faktoren am Beschwerdebild 

(Stellungnahme vom 1. März 2016, IV-act. 139; IV-act. 150-10). Hinzuweisen ist in 

diesem Zusammenhang mit der Beschwerdegegnerin (act. G 4 Ziff. 2, welche im 

gegebenen Zusammenhang den Ausdruck "Behandler" kaum herabwürdigend gemeint 

haben dürfte) auch auf die unterschiedliche Aufgabe und Betrachtungsweise des 

behandelnden und des begutachtenden Facharztes sowie auf den der Psychiatrie 

immanenten Beurteilungsspielraum (vgl. dazu BGE 124 I 175, E. 4, Urteile des 

Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2, vom 24. November 

2015, 9C_353/2015, E. 4.1 und vom 29. September 2009, 9C_661/2009, E. 3.2).

2.4  Zudem ist die differierende Beurteilung, wie in E. 2.2 bereits angetönt, auch auf 

eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zurückzuführen. Der psychiatrische 

Gutachter hat dargelegt, dass depressive Störungen über die Zeit zwischen leicht bis 

schwer variieren können, dass aber nicht nachvollziehbar sei, dass Dr. C.___ immer 

kleinere Arbeitsfähigkeiten attestiert habe und spätestens ab der Krankschreibung zu 

100% seit 1. Januar 2015 diese gar nicht mehr nachvollziehbar sei (IV-act. 150-5, 7). 

Auch der neuropsychologische Gutachter konnte darlegen, dass die aktuellen Befunde 

besser waren als die in den Akten beschriebenen (IV-act. 133-54). RAD-Arzt Dr. I.___ 

nahm am 11. März 2016 Stellung, "jedenfalls" sei der Gesundheitszustand am 1. 

Dezember 2015 (Datum der psychiatrischen Untersuchung) erheblich gebessert 

gewesen. Von diesem Zeitpunkt an habe keine die Arbeitsfähigkeit tangierende 

Depression mehr vorgelegen. Sinngemäss äusserte er, für den Zeitraum vor der 

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Begutachtung sei dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und 

daher auf die von Dr. C.___ attestierten Arbeitsunfähigkeiten abzustellen, zumal ein 

telefonischer Kontakt zwischen diesem und dem Gutachter nicht zustande gekommen 

sei (IV-act. 141). Aufgrund der aktuell erhobenen Befunde halten der begutachtende 

Psychiater, der Neuropsychologe sowie der RAD übereinstimmend eine Verbesserung 

des Gesundheitszustandes für ausgewiesen. Die Unklarheit über die zuvor bestehende 

Arbeitsunfähigkeit konnte zwar nicht ausgeräumt werden, jedoch ist mit dem RAD und 

zugunsten der Beschwerdeführerin von den von Dr. C.___ attestierten 

Arbeitsunfähigkeiten auszugehen. Insofern erübrigen sich weitergehende Abklärungen 

dahingehend.

2.5 

2.5.1  Gemäss neuerer Rechtsprechung des Bundesgerichts ist für die invalidisierende 

Wirkung leichter und mittelgradiger Depressionen nicht mehr alleine die Frage der 

Behandelbarkeit des Leidens massgebend. Die Einschränkungen sind analog zu 

somatoformen Schmerzstörungen und diesen gleichgestellten Beschwerdebildern 

anhand des strukturierten Beweisverfahrens zu beurteilen (BGE 143 V 415 f., E. 4.5.1; 

BGE 143 V 418 E. 7.2). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten 

verlieren ihren Beweiswert nicht per se. Mit Blick auf die nunmehr materiell-

beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der Einschätzung des funktionellen 

Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen 

administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im 

Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte 

der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309, E. 8; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).

2.5.2  Die Erkrankung der Beschwerdeführerin zeichnet sich durch einen im Verlauf 

stark schwankenden Schweregrad aus. So hielt der psychiatrische Gutachter fest, 

gesichert komme es offenbar immer wieder zu Phasen, die zu einer schweren 

Leistungseinbusse, auch zum Aufgeben der Sozialkompetenz und der persönlichen 

Kompetenz der Versicherten führten. Dies meist tage- oder wochenweise. 

Zwischendurch gebe es Phasen, in denen die Beschwerdeführerin gut, ja sogar 

übermässig leisten könne (IV-act. 133-21, 32; vgl. auch IV-act. 150-7). Ähnlich 

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berichtete die Coachin - wohl gestützt auf Angaben der Beschwerdeführerin - es habe 

zwischen August 2014 und Juli 2017 Phasen gegeben, in denen die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Erkrankung zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei; 

ebenso habe es Zeitfenster gegeben, in welchen es ihr gelungen sei, nahezu eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% zu erlangen (act. G 12.1). Indem der psychiatrische 

Gutachter einerseits eine schwergradige Depression auch aufgrund der Akten 

ausschloss, andererseits aber die Schwankungen darlegte und somit auch in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt haben dürfte, geht er insgesamt im 

Längsverlauf von einem in etwa mittelgradigen Schweregrad der depressiven Störung 

aus. Die kognitiven Beeinträchtigungen sind leicht bzw. nicht schwerwiegend; 

Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeit sind leicht beeinträchtigt, die 

Gedächtnisleistungen soweit erhalten (IV-act. 146-19). Andererseits lässt die 

hochdosierte, mit Nebenwirkungen verbundene Medikation (vgl. Laborberichte vom 14. 

Oktober 2012 und 14. Januar 2013, IV-act. 25-7 f.; Stellungnahme RAD-Arzt Dr. I.___ 

vom 8. Juli 2015, IV-act. 100; Ergänzung des Gutachtens vom 7. Juli 2016, IV-act. 

150-7) auf einen hohen Leidensdruck schliessen. Sodann bestehen akzentuierte 

Persönlichkeitszüge (IV-act. 133-33). Im Frühjahr 2015 erlitt die Beschwerdeführerin 

zudem eine Lungenembolie (IV-act. 133-13). Als Ressource ist die gute Ehe zu 

erwähnen (IV-act. 133-21). Zudem fand der neuropsychologische Gutachter alles in 

allem durchschnittliche, in Teilbereichen sogar gute kognitive Ressourcen (IV-act., 

133-54). Hingegen hielt der psychiatrische Gutachter fest, die Beschwerdeführerin 

scheine unter ihren phasenweise auftretenden depressiven Verstimmungszuständen zu 

leiden und wenig Ressourcen aufzubringen, um damit adäquat umzugehen (IV-act. 

133-34). Weiter gab sie anlässlich der Begutachtung mehrfach an, seit ca. 2014 

durchschnittlich und maximal im Pensum von 20% im Betrieb Z.___ tätig zu sein (IV-

act. 133-6, 11, 13). Zusätzlich verrichtete sie im Zeitpunkt der Begutachtung Arbeiten 

für die B.___ im Umfang von ca. drei Wochenstunden (Angaben vom 18. Februar 2015, 

IV-act. 93-1, und gegenüber dem Gutachter, IV-act. 133-20). Sie bewältigte damit ein 

Arbeitspensum von immerhin über 20%, obwohl sie ab Juni 2014 zu 90% und ab 1. 

Januar 2015 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben war (IV-act. 95-2), was ebenfalls auf 

entsprechende Ressourcen schliessen lässt. Die Beschwerdeführerin berichtet zudem, 

durch das Coaching habe sie erlernt, abzuwägen und sich neu zu orientieren. Dies 

habe ihr viel geholfen (IV-act. 133-22 f.). Hinsichtlich ihrer Aktivitäten gibt sie an, diese 

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würden von der psychischen Konstellation und der Schlafqualität abhängen (IV-act. 

133-13). Sie stricke; für Lesen oder Fernsehen fehlten Geduld und Konzentration. Mit 

dem Hund gehe seit einem Dreivierteljahr morgens der Ehemann raus. Sie gibt an, 

einen grossen Freundeskreis zu haben; seit sie unter Magenbeschwerden leide, habe 

sie die Einladungen indes reduziert. Sie fahre noch Auto und erledige samstags mit 

dem Ehemann den Einkauf (IV-act. 133-26 f.). In Bezug auf die Konsistenz weist der 

psychiatrische Gutachter auf eine Diskrepanz zwischen den - allerdings nicht 

überexpressiv vorgebrachten - Klagen, der vom behandelnden Psychiater attestierten 

100%-igen Arbeitsunfähigkeit sowie ihrem guten, adäquaten Funktionieren in der 

Untersuchungssituation sowie auf eine mögliche gewisse Selbstlimitierung hin (IV-act. 

133-32 f.). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe ihre Fähigkeiten in 

der Begutachtung positiver dargestellt, als sie tatsächlich seien, ist zu berücksichtigen, 

dass bei neuropsychologischen Leistungstests eine Dissimulation (= Verheimlichen 

einer Krankheit oder Beeinträchtigung) schlecht  möglich ist (vgl. L. SCHMIDT-ATZERT/

M. BÜHNER/S. RISCHEN/V. WARKENTIN, Erkennen von Simulation und Dissimulation 

im Test d2, in: Diagnostica, 50, Heft 3, S. 130 und 132). Überdies gab der Neurologe 

seine Einschätzung unter anderem auch in Kenntnis der Feststellungen der Coachin im 

Schlussbericht vom 17. Juli 2014 (IV-act. 71) ab (IV-act. 133).

2.5.3  Zusammenfassend berücksichtigen die Gutachter die Beschwerdeschilderungen 

und die Aktenlage. Sie klammern invaliditätsfremde Faktoren aus und begründen 

Diagnostik und Arbeitsfähigkeitsschätzung schlüssig und nachvollziehbar. Die 

Indikatoren gemäss strukturiertem Beweisverfahren sind hinreichend berücksichtigt, 

wenn auch das Gutachten nicht entsprechend aufgebaut ist. Die Gutachter halten 

abschliessend fest, in der Untersuchung und in der neuropsychologischen Testung 

hätten sie keine Hinweise auf eine relevante schwere depressive Episode finden 

können, weswegen es der Beschwerdeführerin weiterhin zumutbar sei, sich beruflich 

zu rehabilitieren (IV-act. 150-11). In somatischer Hinsicht ergeben sich aufgrund des 

Gutachtens und der vorhandenen medizinischen Akten keine Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit. Es ist daher auf das Gutachten abzustellen und ab der Begutachtung 

von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin an ihrem bisherigen 

Arbeitsplatz im Betrieb Z.___ (IV-act. 133-33 f.) bzw. als Buchhalterin sowie für 

allgemeine Bürotätigkeiten (IV-act. 133-34) auszugehen. Diese berücksichtigt die mit 

der Depression einhergehenden Phasen, die zu einer schweren Leistungseinbusse mit 

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Auswirkungen auf die Sozial- und Selbstkompetenz der Beschwerdeführerin führen (IV-

act. 133-21, 32). Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich all ihre 

bisherigen Tätigkeiten ausüben kann bzw. dass diese adaptiert sind. Bei der B.___ 

hatte sie Büroarbeiten zu erledigen und ihren eigenen Betrieb hat sie hauptsächlich 

administrativ geführt (vgl. z.B. IV-act. 133-20).

2.6  Rückblickend ist grundsätzlich mit Dr. I.___ (Stellungnahme vom 11. März 2016) 

von den Einschätzungen des behandelnden Facharztes auszugehen, denn das 

Gutachten fokussiert auf den aktuellen Zustand im Zeitpunkt der Begutachtung, 

nachdem die vom Gutachter versuchte Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt 

nicht zustande gekommen war (IV-act. 150-7). Entgegen dem behandelnden Psychiater 

ist jedoch für den Zeitraum vor der Begutachtung durchgehend von einer 

Arbeitsfähigkeit von mindestens 20% auszugehen, zumal die Beschwerdeführerin nach 

eigener Aussage diese zu leisten vermochte. Somit ist für die Rentenprüfung von 

folgenden Arbeitsfähigkeiten auszugehen: ab 4. Juni 2012 50%, ab 5. Juli 2012 40% 

(Arbeitsunfähigkeit 60%), ab Januar 2013 20% (Arbeitsunfähigkeit 80%) und ab 

Dezember 2015 von 70%.

3. 

3.1  Die Beschwerdeführerin war ab Juni 2012 durchgehend zu mehr als  40% 

arbeitsunfähig, weshalb das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG im Juni 2013 

vollendet war. Bei Anmeldung am 10. Dezember 2012 besteht nach Art. 29 Abs. 1 und 

3 IVG ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Juni 2013. Massgebend für den 

Einkommensvergleich ist daher das Jahr 2013 (BGE 129 V 222).

3.2  In den Jahren 1992 bis 1997 erzielte die Beschwerdeführerin durch ihre Tätigkeit 

im Betrieb Z.___ Jahreslöhne von Fr. 65'000.-- bis 68'250.--. Danach lagen sie - 

abgesehen vom Jahr 1999 mit Fr. 42'300.-- - bis zum Jahr 2007 im Bereich von 

durchschnittlich rund Fr. 20'000.-- . 2008 und 2009 wurden je Fr. 48'000.-- verbucht, 

im Jahr 2010 Fr. 50'000.-- und im Jahr 2011 Fr. 59'800.-- (Auszug aus dem 

individuellen Konto [IK], IV-act. 11). Im Lohnausweis 2012 wurde ein Lohn von Fr. 

65'000.-- deklariert (IV-act. 23-3). Weiter wurde angegeben, der Arbeitsleistung würde 

seit 1990 ein Lohn von Fr. 78'000.-- entsprechen (Angaben Arbeitgeber vom 13. Januar 

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2013, IV-act. 28-2). Die selbständige Tätigkeit stuften die Steuerbehörden bereits für 

das Jahr 2009 infolge mehrjährigen Verlustes als Liebhaberei ein (IV-act. 12-5). In den 

Jahren 2011 und 2012 resultierten Aufwandüberschüsse um Fr. 11'000.-- (IV-act. 70). 

Die Jahresrechnung 2013 weist einen Verlust von rund Fr. 40'000.-- bei einem 

Personalaufwand von lediglich Fr. 23'000.-- aus (IV-act. 93-5 IV-act. 87). Anlässlich der 

Abklärung vor Ort gab die Versicherte an, der Betrieb hätte im Schnitt einen 

Reingewinn von rund Fr. 15'000.-- abgeworfen (IV-act. 93-10). Den zeitlichen Umfang 

der Arbeit gab die Beschwerdeführerin mit 20% (IV-act. 16-2) bzw. mit 15 Std./Woche 

(act. G 1-3) an. Für die Tätigkeit zugunsten der B.___ gab die Beschwerdeführerin ab 

2012 ein Jahreseinkommen von Fr. 7'800.-- an (7. Februar 2013, IV-act. 27-2). Gemäss 

Lohnausweisen für das Jahr 2011 betrug das Bruttoeinkommen aus dieser Tätigkeit 

insgesamt Fr. 8'875.-- (Fr. 7'600.-- + Fr. 1'275.--; IV-act. 69-5 f.), im IK-Auszug wurden 

Fr. 6'975.-- verbucht (IV-act. 11). Für die Jahre 2012 und 2013 wurden Fr. 10'535.-- (Fr. 

10'175.-- + Fr. 360.--; IV-act. 69-3 f.) und Fr. 10'186.-- (Fr. 10'026.-- + Fr. 160.--; IV-

act. 69-1 f.) versteuert.

3.3  Die Beschwerdegegnerin hat für die Tätigkeit im Betrieb Z.___ mit Blick auf die bis 

1997 verzeichneten Einkünfte ein Einkommen von Fr. 78'000.--, aus dem eigenen 

Betrieb von Fr. 15'000.-- und für die Tätigkeit für die B.___ von Fr. 7'355.-- 

angenommen und daraus ein Valideneinkommen von insgesamt Fr. 100'355.-- 

errechnet (IV-act. 93-6, 10 f.). Das Invalideneinkommen hat sie bestimmt, indem sie das 

Valideneinkommen mit der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 70% 

multipliziert hat (IV-act. 142). Sie hat insofern einen Prozentvergleich vorgenommen. 

Dies ist unter anderem zulässig, wenn eine zuverlässige Schätzung der 

Vergleichseinkommen (mit vertretbarem Aufwand) nicht möglich ist (BGE 104 V 136 f., 

E. 2b; Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2). Vorliegend 

ist unklar, wie sich das Einkommen der Beschwerdeführerin im Betrieb Z.___ im 

Gesundheitsfall entwickelt hätte. Der angegebene Jahreslohn von Fr. 78'000.-- 

entspricht zwar in etwa demjenigen für allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte. Dieser 

betrug gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik (BFS) 

monatlich Fr. 6'240.-- (T17, Ziff. 44, Frauen > 50 Jahre). Hochgerechnet auf 12 Monate 

und auf eine branchenübliche Arbeitszeit von 41,4 Std./Woche (BFS, betriebsübliche 

Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 43, sonstiges Ausbaugewerbe) ergibt sich 

ein Jahreslohn von Fr. 77'500.--. Allerdings war die Beschwerdeführerin nicht zu 100%, 

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sondern lediglich zu 80% im Betrieb Z.___ tätig. Die im IK-Auszug verzeichnete 

Entwicklung lässt keinen zuverlässigen Schluss zu: Die tiefsten Einkommen sind für die 

Jahre 1998 bis 2007 verzeichnet, und etwa im Jahr 2004 war das Unternehmen 

offenbar von einem teilinvalidisierenden Unfall des Inhabers betroffen 

(Assessmentprotokoll vom 25. Februar 2013, IV-act. 31-1 f.; Abklärungsbericht 

Selbständigerwerbende vom 12. März 2015, IV-act. 93-1; Gutachten, IV-act. 133-18 f.). 

Auch lässt sich nicht erstellen, inwieweit der Geschäftsgang es künftig ermöglicht 

hätte, der Beschwerdeführerin einen üblichen Lohn auszurichten. Hinsichtlich des 

eigenen Betriebs erscheint in Anbetracht der bisherigen Betriebsverluste nicht 

überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin damit in absehbarer Zeit 

den erhofften Gewinn von Fr. 15'000.-- erwirtschaftet hätte. Die Beschwerdegegnerin 

hat bei diesen Umständen zu Recht einen Prozentvergleich vorgenommen (vgl. dazu 

auch Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 3.2), was im 

Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht beanstandet wird.

3.4  Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei vor ihrer Erkrankung bzw. wäre im 

Gesundheitsfall insgesamt zu 150% erwerbstätig gewesen, weshalb bei einer 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit von lediglich 70% im Betrieb Z.___ eine 

Erwerbsunfähigkeit von 80% resultiere. Dazu ist Folgendes zu erwägen: Die 

Invalidenversicherung gewährt nach der gesetzgeberischen Konzeption als 

Erwerbsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich nur Versicherungsschutz im Rahmen 

eines normalen Einsatzpensums von 100%. Schon deswegen ist ein Nebeneinkommen 

nur dann als Validenlohn zu berücksichtigen, falls ein solches bereits im 

Gesundheitsfall erzielt wurde und weiterhin erzielt worden wäre, wenn die Versicherte 

keine gesundheitliche Beeinträchtigung erlitten hätte (Urteile des Bundesgerichts vom 

3. Juli 2008, 9C_45/2008, E. 4.2, und vom 25. Februar 2011, 8C_671/2010, E. 4.5.2). 

Hinsichtlich der Tätigkeit im eigenen Betrieb ist in Anbetracht der Verluste zu 

bezweifeln, dass die Beschwerdeführerin diese im Gesundheitsfall tatsächlich 

weitergeführt hätte. Auch erscheint nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin anstelle ihrer Arbeit im eigenen Betreib eine 

andere, zu einem gesamten Arbeitspensum von über 100% führende Tätigkeit 

aufgenommen hätte. Andererseits ist nicht davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde lediglich zu 80% - im Betrieb Z.___ - erwerbstätig 

wäre und daneben im Umfang von 20% nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

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(vgl. Urteil vom 21. März 2017, 9C_615/2016, E. 5.4 mit Verweisen)  nicht von der 

Invalidenversicherung gedeckte Freizeit bestünde. Unter Berücksichtigung der Tätigkeit 

für die B.___ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 

100% erwerbstätig wäre und die Erwerbsfähigkeit durch ihre Erkrankung auf 70% im 

Betrieb des Ehemannes und/oder für sonstige administrativen Bürotätigkeiten 

beschränkt ist. Die gesamthafte Einschränkung von 30% erscheint auch unter diesem 

Blickwinkel begründet.

3.5 

3.5.1  Unter Ermittlung des Invaliditätsgrades mittels Prozentvergleich ergibt sich bei 

seit Januar 2013 bestehender Arbeitsunfähigkeit von 80% (E. 2.4.3) und somit einem 

Invaliditätsgrad von 80% ab 1. Juni 2013 Anspruch auf eine ganze Rente.

3.5.2  Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten 

Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m. 

Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) analog 

anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V 125 E. 4a). Wird 

rückwirkend eine derartige Rente zugesprochen, sind daher einerseits der Moment des 

Rentenbeginns und andererseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a 

Abs. 1 IVV festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 

massgebenden zeitlichen Vergleichsgrössen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. 

November 2010, 8C_468/2010, E. 2 sowie vom 25. Mai 2010, 8C_834/2009, E. 2 mit 

Hinweis). Ist auf Grund eines Gutachtens überwiegend wahrscheinlich, dass sich der 

Gesundheitszustand verbessert hat, nicht aber ersichtlich, in welchem Zeitpunkt diese 

Besserung stattgefunden hat, so kann es sich jedoch rechtfertigen, die Rente bereits 

auf den Zeitpunkt des Gutachtens hin herabzusetzen oder aufzuheben (Urteil des 

Bundesgerichts vom 10. Februar 2012, 8C_670/2011, E. 5.1 mit Hinweisen). Vorliegend 

hatte Dr. C.___ letztmals noch am 1. Juni 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert 

(IV-act. 96). Die Begutachtung fand rund ein halbes Jahr später statt. Bei dieser 

Sachlage rechtfertigt sich, in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV die Anspruchsdauer 

bis zum 31. März 2016 festzulegen. Ab 1. April 2016 besteht aufgrund der 70%-igen 

Arbeitsfähigkeit und des damit resultierenden Invaliditätsgrades von 30% kein 

Rentenanspruch mehr. Dies würde selbst dann gelten, wenn der Einkommensvergleich 

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durch prozentuale Kürzung des Tabellenlohnes vorgenommen würde (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. April 2017, 9C_675/2016, E. 3.1 und 3.2.1) und der 

Beschwerdeführerin aufgrund der Tatsache, dass sie im Betrieb Z.___ die Zeiteinteilung 

selbst vornehmen kann (vgl. Gutachten, IV-act. 133-33), ein Tabellenlohnabzug von 

höchstens 10% zugebilligt würde. Ein zusätzlicher Teilzeitabzug fällt ausser Betracht, 

da die Arbeitsfähigkeit bei freier Zeiteinteilung besteht (IV-act. 133-33) und somit 

ganztags zu verwerten ist. Es würde diesfalls ein Invaliditätsgrad von maximal 37% 

resultieren (1 - [0.9 x 70%]). Es bleibt damit bei einem Anspruch auf eine ganze Rente, 

befristet vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2016.

4. 

4.1  Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 3. Oktober 2016 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung 

vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2016 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur 

Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In Berücksichtigung 

der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Verfügung der Beschwerdegegnerin 

anfechten musste und lediglich einen vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2016 befristeten 

Rentenanspruch und nicht wie beantragt überdies ab April 2016 noch einen laufenden 

Anspruch hat, ist von einem Obsiegen zu einem Drittel auszugehen. Entsprechend 

bezahlt die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 200.-- und die 

Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 400.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- ist der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 400.-- daran anzurechnen und im 

Umfang von Fr. 200.-- zurückzuerstatten.

4.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung der 

Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint unter Berücksichtigung des 

durch das Gerichtsgutachten entstandenen Mehraufwands eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 3'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Da die 

Beschwerdeführerin nur teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens erscheint 

daher eine Parteientschädigung von Fr. 1‘200.-- als gerechtfertigt.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 3. Oktober 2016 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung vom 1. Juni 2013 bis 31. März 

2016 eine ganze Rente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. 

Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin im Umfang von 

Fr. 200.-- und die Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 400.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin daran angerechnet und 

im Umfang von Fr. 200.-- zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

1'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2018
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG: Beweiskraft eines polydisziplinären Gutachtens in casu bejaht. Bis zum Zeitpunkt der Begutachtung ist jedoch auf die Einschätzung der Behandler und auf das über der attestierten Arbeitsfähigkeit liegende tatsächlich verrichtete Pensum abzustellen. Ein vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens verrichtetes Arbeitspensum von insgesamt über 100% kann vorliegend nicht berücksichtigt werden, da die Nebentätigkeit nicht gewinnbringend war und deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich ist, dass sie im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre. Umgekehrt ist aber auch nicht von nicht versicherter Freizeit auszugehen. Die Einschränkung ist daher ausgehend von einer 100%-igen Erwerbsfähigkeit zu berechnen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Dezember 2018, IV 2016/378). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_83/2019.

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