# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 984e7bdf-ecb9-528e-a43c-04b5095cf38a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.11.2025 D-8427/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8427-2025_2025-11-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8427/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Manuel Borla;  

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat); 

Verfügung des SEM vom 27. Oktober 2025. 

 

 

 

D-8427/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 6. Juli 2025 suchte die Beschwerdeführerin in der Schweiz um Asyl 

nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass sie bereits am 13. September 2021 in Zy-

pern um Asyl nachgesucht hatte und ihr am 29. August 2022 internationaler 

Schutz gewährt wurde.  

B.  

Im Rahmen des persönlichen Dublin-Gesprächs vom 14. Juli 2025 gab die 

Beschwerdeführerin hinsichtlich des Reiseweges an, sie habe Afghanistan 

am 21. März 2021 verlassen und sei nach Nordzypern gereist. Im August 

2021 sei sie nach Zypern gegangen, wo sie als Flüchtling anerkannt wor-

den sei, eine Aufenthaltsbewilligung erhalten und sich bis Juni/Juli 2025 

dort aufgehalten habe. Alsdann sei sie mit dem Flugzeug nach Italien ge-

flogen und von dort in die Schweiz eingereist. Zur Begründung ihres Asyl-

gesuchs gab sie an, nicht nach Zypern zurückkehren zu können, weil sie 

während zweieinhalb bis drei Jahre von einem Unbekannten, mutmasslich 

von ihrem Exfreund, schikaniert beziehungsweise belästigt worden sei, 

nachdem sie dort geheiratet habe. Sie sei dreimal bei der Polizei gewesen, 

die ihr jedoch nicht habe helfen können, habe unter psychischem Druck 

gestanden und zwei Selbstmordversuche begangen. Ihr Ehemann habe zu 

ihr gesagt, sie solle in ein Land gehen, wo die Menschenrechte geachtet 

würden. Er könne als Mann in Zypern selber für sich sorgen, sie hingegen 

könne dort weder arbeiten noch weiterleben. 

Hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Verfassung gab sie an, es gehe ihr psy-

chisch nicht gut.   

C.  

Am 17. Juli 2025 ersuchte das SEM die zypriotischen Behörden um Rück-

übernahme der Beschwerdeführerin im Sinne der Richtlinie 2008/115/EG 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 

über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rück-

führung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger, woraufhin diese am 

13. Oktober 2025 dem Ersuchen zustimmten. 

D.  

Die Beschwerdeführerin reichte beim SEM am 23. Juli 2025, 24. Juli 2025, 

18. September 2025 und 22. Oktober 2025 diverse Dokumente zu ihrer 

Identität und zu ihrem Gesundheitszustand ein.  

D-8427/2025 

Seite 3 

E.  

Mit Stellungnahme vom 27. Oktober 2025 äusserte sich die damalige 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin zum beabsichtigten Nichteintre-

tensentscheid der Vorinstanz und zur erwogenen Wegweisung nach Zy-

pern.  

Sie machte im Wesentlichen geltend, nicht nach Zypern zurückkehren zu 

können, da ihr Stalker dort lebe und sie bedrohe. Die Polizei habe ihr nicht 

helfen können, weil die Drohungen nicht strafbar seien. Ihr gesundheitli-

cher Zustand sei in Zypern schlecht gewesen (Selbstmordversuch) und sie 

könne dort weder ihre momentane medikamentöse Behandlung fortführen 

noch sich eine Versicherung leisten.  

F.  

Mit am 28. Oktober 2025 eröffneten Entscheid vom 27. Oktober 2025 trat 

die Vorinstanz auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, wies 

sie aus der Schweiz weg und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach 

Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen; ansonsten werde sie 

in Haft genommen und unter Zwang nach Zypern zurückgeführt. 

G.  

Die Beschwerdeführerin erhob am 3. November 2025 beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 

27. Oktober 2025. Sie beantragte die Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheides und die Prüfung ihres Asylgesuchs in der Schweiz. Eventualiter 

sei die vorläufige Aufnahme unter Feststellung der Unzumutbarkeit des 

Vollzugs der Wegweisung anzuordnen. 

H.  

Mit Schreiben vom 8. September 2023 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwer-

deführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert 

D-8427/2025 

Seite 4 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

vorbehältlich der Erwägung 11 einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und  

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

2.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die Vor-

instanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

m.w.H.). Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Vollzugs hat das 

SEM eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Gericht diesbe-

züglich volle Kognition zukommt. 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu 

behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn die asylsuchende Person in einen sicheren Drittstaat nach 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher 

aufgehalten hat. 

Der Bundesrat bezeichnet Staaten, in denen nach seinen Feststellungen 

effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG be-

steht, als sichere Drittstaaten (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Durch den Be-

schluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007 wurden sämtliche Län-

der der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsasso-

ziation (EFTA) als sichere Drittstaaten bezeichnet. 

4.2 Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, 

dass es sich bei Zypern, als EU-Mitglied, um einen sicheren Drittstaat im 

Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG handelt. Den Akten ist zu entnehmen, 

dass die zypriotischen Behörden der Beschwerdeführerin am 29. August 

D-8427/2025 

Seite 5 

2022 internationalen Schutz gewährten und ihrer Rückübernahme am 

13. Oktober 2025 ausdrücklich zugestimmt haben (A21/1). Zypern ist unter 

anderem Signatarstaat der FK und es bestehen weder objektive Anhalts-

punkte noch substanzielle Hinweise für eine drohende Rückschiebung in 

ihren Heimatstaat unter Verletzung des Refoulement-Verbots. Weder der 

vorherige Aufenthalt in Zypern noch die erhaltene Aufenthaltsbewilligung 

werden in der Beschwerde bestritten.  

4.3 Bei dieser Sachlage ist der Antrag auf Prüfung des Asylgesuchs in der 

Schweiz beziehungsweise die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

mit der Anweisung, auf das Asylgesuch einzutreten, abzuweisen. Festzu-

stellen ist vielmehr, dass die Voraussetzungen für einen Nichteintretens-

entscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG erfüllt sind. Das SEM ist 

demnach zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein-

getreten. 

5.  

5.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 

AsylG). 

5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

6.2 Vollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög-

lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz hielt in Würdigung der Aussagen der Beschwerdeführe-

rin und der Stellungnahme der Rechtsvertretung in der angefochtenen Ver-

fügung fest, Zypern habe die Beschwerdeführerin als Flüchtling anerkannt, 

ihr internationalen Schutz gewährt und sei bereit, sie zurückzunehmen. Sie 

wies darauf hin, Zypern sei ein Rechtsstaat mit funktionierendem 

D-8427/2025 

Seite 6 

Justizsystem, weshalb sie sich hinsichtlich der vorgebrachten Ereignisse 

(Drohungen und Belästigungen) an die dortigen schutzwilligen und auch 

schutzfähigen Polizeibehörden wenden könne. Ihr Ehemann wohne eben-

falls in Zypern und könne sie in ihren Belangen beraten und unterstützen. 

Sie habe sich über dreieinhalb Jahre in Zypern aufgehalten und dort den 

Führerschein gemacht. Es sei davon auszugehen, sie sei mit den zyprioti-

schen Verhältnissen vertraut. Betreffend ihren Gesundheitszustand könne 

gemäss den von ihr eingereichten Dokumenten eine medizinische Notlage 

ausgeschlossen werden. Es sei bei einer Rückkehr nach Zypern keine 

drastische Verschlechterung zu erwarten. Gemäss Art. 30 der von Zypern 

umgesetzten Richtlinie 2011/95/EU (sogenannte Qualifikationsrichtlinie) 

habe die Beschwerdeführerin als Person,der internationaler Schutz ge-

währt worden sei, unter denselben Voraussetzungen wie die zypriotischen 

Staatsangehörigen Anspruch auf eine angemessene medizinische Versor-

gung. Auch wenn sich angesichts der Wegweisung aus der Schweiz suizi-

dale Tendenzen bemerkbar machen könnten, sei es stossend, wenn durch 

eine tatsächliche oder vermeintliche Selbstmordgefahr die Behörden zum 

Einlenken gezwungen werden könnten. Die Beschwerdeführerin könne al-

lenfalls nötige medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und eine entspre-

chende Infrastruktur stehe auch in Zypern zur Verfügung. Der Wegwei-

sungsvollzug sei sowohl zulässig als auch zumutbar und technisch mög-

lich. 

7.2 In der Beschwerde wurden die bisherigen Ausführungen wiederholt 

und neu vorgebracht, in den Tagen nach der Ankunft in Zypern (2021) hät-

ten zwei pakistanische Männer im Flüchtlingslager versucht, die Beschwer-

deführerin zu missbrauchen, und sie sei von einem afghanischen Mann 

belästigt worden. Ein Jahr später beziehungsweise nach ihrer Heirat hätten 

die bereits dargelegten Belästigungen durch ihren Exfreund begonnen, der 

ihr über die sozialen Medien bedrohliche und beleidigende Nachrichten ge-

schickt habe. Sie sei heute in psychologischer Behandlung und eine Rück-

kehr in eine Umgebung voller Stress und Gefahr würde ihre seelische Ge-

sundheit zerstören. Zudem lebe ihr Ehemann seit vier Jahren ohne Rechte, 

ohne Zukunft und ohne Hoffnung in Zypern. Er fürchte um sein Leben. In 

der Schweiz fühle sich die Beschwerdeführerin erstmals in Sicherheit. An-

gesichts ihrer Erlebnisse in Zypern sei eine Rückführung aus humanitären 

und psychologischen Gründen zu stoppen.  

8.  

8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

D-8427/2025 

Seite 7 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2 Nachdem der Beschwerdeführerin in Zypern internationaler Schutz ge-

währt worden ist, besteht kein Anlass zur Annahme, es drohe ihr eine Ver-

letzung des in Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) verankerten Grundsat-

zes der Nichtrückschiebung. Zypern ist Signatarstaat der EMRK, der FoK 

und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen grundsätzlich nach. Aus der blossen Behauptung, die Be-

schwerdeführerin könne in Zypern aufgrund der dortigen Situation keiner 

Arbeit nachgehen (A15/3; Beschwerde, S.3), ist nichts zu ihren Gunsten 

abzuleiten, zumal sie gemäss ihren Angaben in Zypern bereits gearbeitet 

hat (Beschwerde, S. 2: «[…] begann ich zu arbeiten, um wenigstens über-

leben zu können.»). Die Beschwerdeführerin kann sich – und konnte sich 

auch bereits während des mehrjährigen dortigen Aufenthalts sowie entge-

gen ihrer blossen Behauptung – auf die Garantien der Qualifikationsrichtli-

nie berufen, insbesondere auf die Regeln betreffend den Zugang von Per-

sonen mit Schutzstatus zu Beschäftigung (Art. 26), zu Bildung (Art. 27), zu 

Sozialhilfeleistungen (Art. 29), zu Wohnraum (Art. 32) und zu medizini-

scher Versorgung (Art. 30). Die Beschwerdeführerin weist kein derart gra-

vierendes Krankheitsbild auf, welches die Annahme der Unzulässigkeit des 

Vollzugs der Wegweisung im Sinne der Rechtsprechung rechtfertigen 

würde (vgl. nachstehend E. 9.3). Es besteht kein «real risk», dass die Be-

schwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Zypern einer menschenrechts-

widrigen Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. dazu auch Urteil Paposhvili ge-

gen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10, § 183) oder ihr die Mini-

malgarantien der genannten EU-Richtlinie verweigert würden (vgl. auch 

BVGE 2019/17 E. 5.5). Im Falle einer Verletzung der Garantien der EMRK 

steht gestützt auf Art. 34 EMRK auch letztlich der Rechtsweg an den 

EGMR offen. Die insgesamt geschilderten Belästigungen und der mut-

massliche Missbrauchsversuch von Drittpersonen vermögen den zyprioti-

schen Sicherheitsbehörden die – wie von der Vorinstanz zutreffend festge-

stellt – grundsätzlich gegebene Schutzfähigkeit und den Schutzwillen nicht 

abzusprechen (vgl. auch Urteile des BVGerE-4175/2025 vom 30. Juli 2025 

E. 6.4.2 und E-5259/2024 vom 30. September 2024 E. 9.4.2). Die Inan-

spruchnahme des Schutzes der dortigen Behörden ist der Beschwerdefüh-

rerin im Bedarfsfall auch nach ihrer Rückkehr möglich und auch zuzumu-

ten, zumal sie in Zypern bereits dreimal Anzeige erstattet hat und keine 

Anhaltspunkte dafür bestehen, ihr sei die Hilfe von der zypriotischen Polizei 

D-8427/2025 

Seite 8 

verwehrt worden. Vielmehr habe ihr die Polizei erklärt, die Drohungen des 

Exfreundes seien nicht strafbar (A26/2; Beschwerde, S. 2), woraus nicht 

ohne Weiteres auf einen fehlenden Schutzwillen der zypriotischen Behör-

den geschlossen werden kann. 

8.3 Nach dem Gesagten liegen keine konkreten Hinweise vor, dass die Be-

schwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr nach Zypern einer unmenschli-

chen oder erniedrigenden Behandlung – auch in Bezug auf ihre Gesund-

heitssituation – im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt wäre. Der Vollzug 

der Wegweisung nach Zypern erweist sich somit als zulässig. 

9.  

9.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.2 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs mit ausführlicher und zutreffender Begründung be-

jaht. Um Wiederholungen zu vermeiden ist auf die Erwägungen in der an-

gefochtenen Verfügung (Ziff. II/III) beziehungsweise auf vorstehend E. 7.1 

zu verweisen.  

9.3 In Bezug auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ist fest-

zuhalten, dass gemäss konstanter Praxis aus medizinischen Gründen nur 

dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schliessen ist, 

wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur Ver-

fügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden 

Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person füh-

ren würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medi-

zinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men-

schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls noch nicht vor, wenn im Zielstaat nicht eine dem schweizerischen 

Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 

2011/50 E. 8.3, 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1, 2009/2 

E. 9.3.2). 

Die Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin lässt nicht auf die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne des Gesagten schliessen. 

D-8427/2025 

Seite 9 

Gemäss dem Notfallbericht der universitären psychiatrischen Dienste Bern 

vom 17. September 2025 wurde die Beschwerdeführerin am 30. Juli 2025 

wegen einer depressiven Episode mit schwer psychotischen Symptomen 

(Einschlaf- und Aufstehprobleme, Traurigkeit, Stimmen hören) und gerin-

gem Suizidrisiko behandelt und sie hielt sich freiwillig bis am 12. August 

2025 stationär in der psychiatrischen Klinik auf. Im Austrittsbericht vom  

4. September 2025 wurden ihr eine ambulante Weiterführung der Psycho-

therapie und die weitere Einnahme eines Antidepressivums (Sertralin) 

empfohlen. Gleichzeitig wurde wegen Kopfschmerzen und Ohrenausflus-

ses ein Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt für sie vereinbart (A20/3 und 

A24/26). Zypern verfügt über eine ausreichende medizinische Infrastruktur 

zur Behandlung der gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin 

sowie auch über ausreichend Unterstützungsangebote, sollte Hilfe nötig 

sein (vgl. etwa Urteile E-4175/2025 vom 30. Juli 2025 E. 6.5.1 und  

E-5259/2024 E. 9.5.1 m.w.H.). Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hinge-

wiesen, dass dem aktuellen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, 

und damit auch allfälligen suizidalen Tendenzen, bei der Überstellung nach 

Zypern Rechnung getragen und die Reisefähigkeit zuvor beurteilt wird (vgl. 

Urteil des BVGer E-4175/2025 vom 30. Juli 2025 E. 6.4.4). Es ist auf die 

Möglichkeit der medizinischen Rückkehrhilfe, beispielsweise in Form der 

Mitgabe von Medikamenten, hinzuweisen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, 

Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]).  

9.4 Es handelt sich bei der Beschwerdeführerin um eine 28-jährige verhei-

ratete Frau, welche bereits über dreieinhalb Jahre in Zypern verbracht, dort 

gearbeitet und den Führerausweis erworben hat (Beweismittel [BM] 3/3, 

Beschwerde S. 2), weshalb sie – in Übereinstimmung mit den Erwägungen 

der Vorinstanz – mit den dortigen Verhältnissen vertraut sein dürfte. Sie hat 

keine ernsthaften, substantiierten Anhaltspunkte dafür vorgebracht, dass 

sie aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder 

gesundheitlicher Art bei einer Rückkehr nach Zypern in eine existenzielle 

Notlage geraten würde. Aus der behaupteten Situation ihres in Zypern le-

benden Ehemannes (keine legale Arbeit, bestehendes Reiseverbot, 

Ängste) ist nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Es ist ihr zuzumuten, alles 

Nötige für den Erhalt der ihr – entgegen ihrer Behauptung – aus der Qua-

lifikationsrichtlinie zustehenden Ansprüche in Zypern zu unternehmen. Zu-

dem kann sie zu ihrem Ehemann zurückkehren, wobei von dessen weite-

ren Beistand ausgegangen werden kann (BM 4 und 5). 

D-8427/2025 

Seite 10 

9.5 Insgesamt besteht kein Grund zur Annahme, die Beschwerdeführerin 

gerate bei einer Rückkehr nach Zypern in eine Existenz gefährdende Situ-

ation. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach zumutbar. 

10.  

Nachdem die zypriotischen Behörden einer Rückübernahme der Be-

schwerdeführerin am 13. Oktober 2025 ausdrücklich zugestimmt haben, ist 

der Vollzug der Wegweisung auch möglich (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

11.  

Soweit in der Beschwerdebegründung eine vorläufige Aufnahme aus hu-

manitären Gründen beantragt wird und davon ausgehend, dieser Antrag 

werde im Sinne eines Selbsteintritts nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-Vo gestellt, 

ist mangels Anwendbarkeit der Bestimmungen der Dublin-III-Vo nicht da-

rauf einzutreten. 

12.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

14.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr.1’000.– festzusetzen 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-8427/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: