# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ba2110b-f355-5657-ada9-c1f4d17f21a1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 01.07.2021 720 19 351/185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-351-185_2021-07-01.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 1. Juli 2021 (720 19 351 / 185) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Gerichtsgutachten 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, 
Advokat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1961 geborene, zuletzt als Service-Angestellte im Gastgewerbe tätig gewesene 
A.____ meldete sich am 18. September 2011 unter Hinweis auf verschiedene gesundheitliche 
Beeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leis-
tungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft klärte in der Folge die gesundheitlichen und die er-
werblichen Verhältnisse der Versicherten ab, insbesondere holte sie bei der Ärztlichen Begut-
achtungsinstitut (ABI) GmbH das polydisziplinäre Gutachten vom 9.  November 2015 ein. Auf 
der Grundlage dieser Expertise und einer Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(RAD) beider Basel vom 2. Oktober 2017 ermittelte die IV-Stelle bei der Versicherten folgende 
Invaliditätsgrade: Ab 30. Mai 2012 (Ablauf des Wartejahres): 50 %, ab 1. Juni 2013: 100 %, ab 
1. Dezember 2013: 50 % und ab 1. Juni 2014: 27 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die 
IV-Stelle der Versicherten nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 
27. September 2019 folgende befristete Renten zu: Vom 1. Mai 2012 bis 31. August 2013 eine 
halbe Rente, vom 1. September 2013 bis 28. Februar 2014 eine ganze Rente und vom 1. März 
2014 bis 31. August 2014 eine halbe Rente. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenan-
spruch ab 1. September 2014 ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Matthias Aeberli, 
am 29. Oktober 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung insoweit aufzuhe-
ben, als dass ihr rückwirkend per 1. März 2012 eine ganze Rente, basierend auf einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 70 %, auszurichten sei; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 16. Dezember 2019 die Abwei-
sung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung der RAD-
Ärztin Dr. med. B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 6. November 2019 bei. 
 
D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 20. Februar 2020 gelangte das Kantonsgericht zum 
Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene 
medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den Fall aus-
zustellen und zur Klärung der medizinischen Sachlage beim Zentrum für Medizinische Begut-
achtung (ZMB) Basel ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Im Anhang 
zu diesem Beschluss unterbreitete das Kantonsgericht den Parteien den Entwurf des entspre-
chenden Auftrags und den vorgesehenen Fragenkatalog. Die Parteien erklärten sich in der Fol-
ge mit dem Fragenkatalog einverstanden und verzichteten darauf, Zusatzfragen zu stellen. Am 
8. April 2020 erging der Begutachtungsauftrag des Gerichts an das ZMB.  
 
E. Am 16. November 2020 erstattete das ZMB das polydisziplinäre Gerichtsgutachten. 
Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Inhalt der Expertise und zur Frage zu äussern, wie 
sich deren Ergebnisse auf den Leistungsanspruch der Versicherten auswirken würden. Die Be-
schwerdegegnerin reichte die entsprechende Stellungnahme am 23. Dezember 2020 samt ei-
ner Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. B.____ vom 5. Dezember 2020 ein. Die Beschwerdeführerin 
äusserte sich am 2. März 2021, wobei sie zusammen mit ihren Ausführungen einen Bericht der 
Klinik C.____ vom 10. Februar 2021 zu den Akten gab. In der Folge nahmen die Versicherte am 
12. März 2021 und die Beschwerdegegnerin am 22. März 2021 zu den jeweiligen Standpunkten 
der Gegenpartei Stellung. Die Beschwerdegegnerin legte ihrer Eingabe eine weitere Beurtei-
lung der RAD-Ärztin Dr. B.____ vom 17. März 2021 bei.  
 
F. Mit Verfügung vom 25. März 2021 überwies der instruierende Präsident die Angele-
genheit dem Dreiergericht zur (erneuten) Beurteilung.  
 
  

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde der Versicherten vom 
29. Oktober 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
3.3.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende 
Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise 
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender 
Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner ge-
rechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ge-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

richt als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass 
es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerun-
gen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
3.3.2 Im Weiteren ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
4. Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
der Versicherten das polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 9.  November 2015 ein. Darin erhob 
das beteiligte Ärzteteam folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: (1) Vestibula-
risschwannom rechts (ICD-10 D33.3) mit/bei Zustand nach kurativer stereotaktischer Radiothe-
rapie, vestibulärer Funktionsstörung rechts und pantonaler Schallempfindungsschwerhörigkeit 
rechts; (2) Tinnitus rechts (ICD-10 H93.1), mittelgradig kompensiert; (3) Chronische Kniebe-
schwerden rechts (ICD-10 M79.66/Z98.8/Z96.6) mit/bei Status nach arthroskopischer medialer 
Teilmeniskektomie am 29.10.2012, Status nach unikondylärer Knieprothese medial am 
21.06.2013, radiologisch klaren Zeichen der Femoropatellararthrose (Röntgen 09/2015) und 
reizlosem, frei beweglichem Gelenk; (4) Chronische Kniebeschwerden links (ICD-10 M17.0/ 
Z98.8) mit/bei (anamnestisch) Status nach arthropskopischem Eingriff circa 2010, radiologisch 
beginnender Degeneration medial (Röntgen 09/2015) und reizlosem, frei beweglichem Gelenk 
ohne Hinweise für Meniskusläsion oder Instabilität; (5) Leichte depressive Episode (ICD-10 
F32.0). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter ein 
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5), eine chronische Cephalea mit 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2), analgetikainduzierten Kopfschmerzen (ICD-10 
G44.4) und anamnestisch einer Migräne (ICD-10 G43) sowie eine Eisenmangelanämie (ICD-10 
D80.0) fest. In ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelangten die Gutachter zum Schluss, dass 
die Explorandin aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tä-
tigkeit ohne hohe Umgebungsgeräuschpegel in einem ganztägigen Pensum zu 70 % arbeits- 
und leistungsfähig sei. Aufgrund der Schwindelproblematik und der möglichen Lärmbelastung 
sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Service-Angestellte eher nicht mehr geeignet. Körperlich 
andauernd mittelschwere und schwere Tätigkeiten seien der Versicherten nicht mehr zumutbar. 
Die Arbeitsunfähigkeiten aus otorhinolaryngologischer und psychiatrischer Sicht könnten nicht 
kumuliert werden, da dieselben Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Pausen genutzt werden 
könnten. Was den Beginn und den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit betreffe, sei davon auszuge-
hen, dass die festgestellte 30%-ige Arbeitsunfähigkeit seit spätestens anfangs 2014 bestehe. 
Nach der Knieoperation im Juni 2013 habe vorübergehend eine volle Arbeitsunfähigkeit vorge-
legen. Vorher könne pragmatisch gesehen eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit über die Zeit gemit-
telt seit der Krankschreibung im Jahr 2011 angenommen werden.  
 
5.2 Nachdem die Versicherte im Rahmen des Vorbescheidverfahrens - unter anderem - 
die graduelle Abstufung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht beanstandet hatte, nahm die 
RAD-Ärztin pract. med. D.____ am 2. Oktober 2017 auf Ersuchen der Beschwerdegegnerin 
hierzu Stellung. Sie hielt fest, es müsse mit der Versicherten davon ausgegangen werden, dass 
wegen der im Juni 2013 durchgeführten Knieoperation und der nachfolgenden Rekonvaleszenz 
nicht nur eine halbjährige, bis November 2013 dauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit, son-
dern daran anschliessend für ein weiteres halbes Jahr, d.h. bis Ende Mai 2014, zusätzlich noch 
eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Somit sei die Arbeitsunfähigkeit von 30 %, 
welche die ABI-Gutachter aufgrund der otoneurologischen Problematik attestiert hätten, erst ab 
Juni 2014 massgebend.  
 
5.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 27. September 2019 bei 
der Würdigung des medizinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse des polydisziplinären ABI-
Gutachtens vom 9. November 2015 und die ergänzende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch 
die RAD-Ärztin pract. med. D.____vom 2. Oktober 2017. Sie ging demzufolge davon aus, dass 
die Versicherte ab Mai 2012 (Ablauf des Wartejahres) bis Mai 2013 zu 50 %, von Juni 2013 bis 
November 2013 vollständig, von Dezember 2013 bis Mai 2014 wieder zu 50 % und ab Juni 
2014 bis auf Weiteres noch zu 30 % arbeitsunfähig war.  
 
5.4.1 Das Kantonsgericht gelangte anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 20. Februar 
2020 zum Schluss, dass dem ABI-Gutachten vom 9. November 2015 keine ausschlaggebende 
Beweiskraft zukomme. Es erwog, dass insbesondere der psychiatrische Fachteil dieses Gut-
achtens nicht zu überzeugen vermöge. Dieser erweise sich teilweise als unvollständig. So habe 
der psychiatrische Experte die kognitiven Probleme der Versicherten zu wenig abgeklärt und er 
habe Themen wie etwa die im Zusammenhang mit ihrer Schwannom-Erkrankung stehenden 
Ängste der Explorandin gar nicht angesprochen. Sodann habe ihm anlässlich seiner Untersu-
chungen - soweit ersichtlich - der Bericht der Klinik E.____ vom 14. Januar 2015 nicht vorgele-
gen. In anderen Punkten erweise sich der psychiatrische Fachteil als eher oberflächlich, so bei-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

spielsweise in der Beschreibung der Ressourcen der Explorandin. Zu beachten sei ferner, dass 
die im Bericht der Klinik C._____ vom 2. Mai 2018 ausführlich wiedergegebenen Schilderungen 
der Versicherten auf eine zwischenzeitlich erfolgte Verschlechterung des Gesundheitszustands 
hindeuten würden. Eine solche Entwicklung schliesse denn auch die RAD-Ärztin Dr. B.____ 
nicht aus, halte sie in ihrer Beurteilung vom 9. Oktober 2018 doch ausdrücklich fest, dass eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht ausgeschlossen werden könne. In diesem 
Zusammenhang sei zu beachten, dass die ABI-Begutachtung im September 2015 erfolgt sei 
und somit in zeitlicher Hinsicht schon länger zurückliege, weshalb auch vor diesem Hintergrund 
fraglich sei, ob das Gutachten im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung 
(27.September 2019) noch den aktuellen medizinischen Sachverhalt wiedergegeben habe.  
5.4.2 Da die übrigen damals vorliegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine ausrei-
chende Grundlage für eine abschliessende Beurteilung der Beschwerde bildeten, beschloss 
das Kantonsgericht, den Fall auszustellen und zur weiteren Klärung des medizinischen Sach-
verhalts ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Das Kantonsgericht hielt im Hinblick auf die 
Erteilung des Begutachtungsauftrags fest, es sei zwar in erster Linie der psychische Gesund-
heitszustand der Versicherten, der zusätzlicher Abklärung bedürfe, aufgrund des Umstands, 
dass die Beschwerdeführerin auch an verschiedenen somatischen Gesundheitsbeeinträchti-
gungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit leide, sei jedoch eine erneute polydisziplinäre 
Begutachtung erforderlich. Mit der Erstellung des betreffenden Gutachtens wurde in der Folge 
das ZMB beauftragt. 
 
6. Am 16. November 2020 erstattete das ZMB das polydisziplinäre Gutachten, das Abklä-
rungen in den Fachgebieten Allgemeinmedizin, Orthopädie, Neurologie, HNO, Psychiatrie und 
Neuropsychologie beinhaltet.  
 
6.1 Die involvierten ZMB-Gutachter erhoben folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit: (1) Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
mit/bei (1.1) Chronischen Kniebeschwerden beidseits mit/bei (1.1.1) Status nach arthroskopi-
scher medialer Teilmeniskektomie rechts (10/2012), (1.1.2) Status nach unikondylärer Kniepro-
these medial rechts (06/2013), (1.1.3) Femoropatellararthrose (Röntgen 09/2015, MRI 
05/2020); (1.1.4) Status nach arthroskopischem Eingriff links (2010), (1.1.5) beginnender Dege-
neration mediales Kniekompartiment links (Röntgen 09/2015); (1.1.6) residueller Sensibilitäts-
störung infrapatellär mit Reizsymptomen des Ramus infrapatellaris des Nervus saphenus; (1.2) 
Chronischem lumbo-spondylogenem Schmerzsyndrom ohne radikuläre Reiz- und Ausfalls-
symptome an den unteren Extremitäten bei degenerativen Veränderungen geringer Ausprä-
gung in den distalen lumbalen Segmenten (Röntgen 09/2020); (2) Vestibularisschwannom 
rechts Grad II nach Koos (ED 07/2011) bei/mit (2.1) Status nach fraktionierter stereotaktischer 
Radiotherapie (vom 01.11. bis 18.11.2011), (2.2) cochleovestibulärem Defizit rechts, (2.3) Tinni-
tus und (2.4) vestibulärer Funktionsstörung mit unsystematischem Belastungsschwindel; (3) 
Chronische Migräne ohne Aura; (4) Chronifizierte depressive Störung, gegenwärtig leichte Aus-
prägung, und (5) Leichte neuropsychologische Störung. Als Leiden ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit wurden Spannungskopfschmerzen, Übergewicht, anamnestisch ein Status 
nach Hysterektomie 2017 oder 2018, ein Status nach Appendektomie 1972 oder 1973, ein Sta-
tus nach Verkehrsunfall am 02.12.2018 und ein Schädel-Hirn-Trauma mit kleinen Kontusions-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

blutungen bifrontal sowie multiplen Kontusionen, aktuell ohne neurologische Residuen, festge-
halten.  
 
6.2.1 In ihrer Konsensbeurteilung äusserten sich die Gutachter vorab zu den funktionellen 
Auswirkungen der erhobenen Befunde und Diagnosen. Diesbezüglich hielten sie fest, dass aus 
orthopädischer Sicht eine Minderbelastbarkeit des Achsenorgans und beider Kniegelenke 
rechtsbetont vorliege. Aus neurologischer Sicht sei die Explorandin aufgrund der Schwindelbe-
schwerden insoweit eingeschränkt, als Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten mit Sturzgefahr 
nicht geeignet seien. Die Kopfschmerzen, die überwiegend wahrscheinlich Arbeitsausfälle mit 
sich bringen würden, hätten eine verminderte Konzentrations- und Durchhaltefähigkeit zur Fol-
ge, sodass der Versicherten aus neurologischer Sicht in jeglicher Tätigkeit eine Verminderung 
des Rendements um 20 % attestiert werden müsse. Aus HNO-Sicht bestehe durch das Recrui-
tement und die Schwerhörigkeit vor allem dann ein Problem, wenn sich die Explorandin länger 
in lärmiger Umgebung befinde. Sie könne im Lärm dem Gesprochenen kaum folgen und ermü-
de schnell. Es seien deshalb keine Tätigkeiten mit Anforderungen an das Gehör, das Rich-
tungshören oder das Gleichgewichtssystem geeignet. Aus psychiatrischer Sicht bestünden eine 
Antriebs- und Initiativlosigkeit, eine verminderte emotionale und physische Belastbarkeit sowie 
ein erhöhter Erholungs- und Pausenbedarf. Aus neuropsychologischer Sicht führe die Kombina-
tion aus geringer schulischer Bildung und leichter neuropsychologischer Störung zu einer Min-
derung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 30 %. 
 
6.2.2 Als nächstes diskutierten die Gutachter eventuell relevante Persönlichkeitsaspekte der 
Versicherten. Dabei gelangten sie zur Auffassung, dass sich aufgrund der Anamnese, der Ak-
tenanamnese und des klinischen Befunds nicht auf eine prämorbide Persönlichkeitsproblematik 
schliessen lasse. Es könne aber anhand der Biographie angenommen werden, dass die Versi-
cherte über einen niedrigen Bildungsstand und entsprechend begrenzte Ressourcen verfüge. 
Ihre eher passive Bewältigungsstrategie müsse vor diesem Hintergrund und im Rahmen ihrer 
kulturellen Prägung interpretiert werden und nicht als Korrelat einer Persönlichkeitsstörung oder 
-akzentuierung gemäss ICD-10.  
 
6.2.3 Zu allfälligen Belastungsfaktoren und den Ressourcen der Explorandin führten die 
Gutachter aus, die Versicherte sei in stabile familiäre Verhältnisse eingebunden, ansonsten 
aber sozial isoliert. Sie sei finanziell abhängig von ihrem Ehemann und habe sich auf einen sehr 
passiven und minimalistischen Lebensstil zurückgezogen. Sie pflege weder Hobbies noch aus-
serfamiliäre Kontakte. Sie sei sozial und kulturell schlecht integriert, positive Aktivitäten habe sie 
aufgegeben und die Selbstpflege sei mangelhaft. Die Versicherte sei durch ihre praktisch feh-
lenden Deutschkenntnisse und ihre geringe Bildung in ihrer Integrationsfähigkeit beeinträchtigt.  
 
6.2.4 Im Rahmen der Konsistenzprüfung gelangten die Gutachter zum Ergebnis, dass die 
Aktenanamnese und der klinische Befund im Zusammenhang mit der Eigenanamnese ein in 
sich konsistentes und plausibles Gesamtbild ergeben würden. Die vermeintlichen Diskrepanzen 
angesichts der teilweise divergenten Vorberichte würden einerseits aus dem schwankenden 
Verlauf der depressiven Symptomatik und andererseits aus der bisher nicht ausreichenden di-
agnostischen Würdigung der Schmerzfehlverarbeitung im Sinne der chronischen Schmerzstö-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rung gemäss ICD-10 resultieren. Aus der Kombination der chronischen Schmerzstörung und 
der chronischen depressiven Störung ergebe sich die aktuell schlechtere Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit. 
 
6.3.1 Zur Frage der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielten die Gutachter fest, die 
Versicherte habe nach ihrer Einreise in die Schweiz zuerst als Näherin gearbeitet. Diese Tätig-
keit könnte die Versicherte weiterhin im Umfang von 60 % ausüben, da es sich dabei um eine 
mehrheitlich sitzend zu verrichtende Arbeit handle. Vorausgesetzt sei allerdings, dass sich der 
Arbeitsplatz nicht in einem lärmigen Umfeld befinde und dass wegen der Migräneneigung kein 
allzu greller Lichteinfall bestehe. Diese Einschränkung des Rendements ergebe sich aufgrund 
des psychischen Leidens und gelte ab Januar 2015. Damals seien im Bericht der Klinik E.____ 
eine mittelschwere depressive Episode und ein chronisches, wahrscheinlich kombiniertes Kopf-
schmerzsyndrom sowie eine leichte neuropsychologische Störung mit verminderter Belastbar-
keit und psychomotorischer Verlangsamung beschrieben worden. Die Versicherte habe zwi-
schenzeitlich auch als Verpackerin von Seifen und Parfums gearbeitet. Wenn diese Tätigkeit 
mehrheitlich in sitzender Position erfolgen könne, sei die Explorandin - unter Einhaltung der 
vorgenannten Bedingungen bezüglich Lärm und Lichteinfall - ebenfalls zu 60 % arbeitsfähig. 
Die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Raumpflegerin und als Service-Angestellte im Gastge-
werbe hingegen seien der Versicherten aufgrund der Kombination der Minderbelastbarkeit der 
LWS sowie beider Kniegelenke ab Oktober 2012, dem Zeitpunkt der arthroskopischen Teil-
meniskektomie, nicht mehr zumutbar.  
 
6.3.2 Die Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit beurteilten die Gutach-
ter wie folgt: Die Versicherte sei in einer Beschäftigung ohne Arbeiten in Zwangspositionen, vor 
allem nicht in kauernder/gebückter oder kniender Haltung, ohne repetitives Heben und Tragen 
von Lasten über 10 kg, mehrheitlich sitzend, ohne Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne 
Tätigkeiten in lärmender Umgebung oder in einer Umgebung mit starker Lichteinwirkung, ohne 
Tätigkeiten an Maschinen mit Eigen- und Fremdgefährdung, mit nur geringen Ansprüchen an 
die Eigeninitiative, mit einer überschaubaren Tätigkeit und der Möglichkeit, bei Bedarf Pausen 
einzulegen, ab Januar 2015 im Umfang von 60 % arbeitsfähig.  
 
6.3.3 Im Weiteren äusserten sich die ZMB-Gutachter zur (leicht) abweichenden Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit durch die ABI-Administrativgutachter, die der Versicherten in angepasster 
Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % attestiert hatten. Die ZMB-Gutachter hielten fest, sie 
würden davon ausgehen, dass die Versicherte in einer angepassten Tätigkeit aufgrund der 
Kopfschmerzsymptomatik zu 20 % eingeschränkt sei. Demgegenüber hätten die ABI-Gutachter 
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht attestiert. Dazu geselle 
sich aktuell eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um weitere 20 % - auf insge-
samt 40 % - aufgrund der Summe der psychischen Leiden, nämlich der chronischen Schmerz-
störung und der Depression. Die Versicherte erlebe die diversen Körperschmerzen im Rahmen 
der chronischen Schmerzstörung sehr intensiv und sei aufgrund ihrer depressiven Symptoma-
tik, insbesondere wegen der damit verbundenen Antriebsminderung, nur reduziert in der Lage, 
ihre Schmerzsymptomatik zu überwinden und eine auf dem Arbeitsmarkt verwertbare Tätigkeit 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auszuüben. Man sei der Auffassung, dass im ABI-Gutachten die Schmerzfehlverarbeitung im 
Hinblick auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ausreichend gewürdigt worden sei.  
 
6.3.4 Abschliessend verneinten die ZMB-Gutachter die Frage, ob sich die in den einzelnen 
Disziplinen erhobenen (Teil-) Arbeitsunfähigkeiten in der Gesamtbeurteilung der Arbeitsunfä-
higkeit ganz oder teilweise addieren würden. Sie vertraten die Auffassung, dass die Arbeitsun-
fähigkeit von 20 % aus neurologischer Sicht und diejenige von 30 % aus neuropsychologischer 
Sicht in der Arbeitsunfähigkeit von 40 % aus psychiatrischer Sicht enthalten seien.  
 
7. In ihrer Stellungnahme vom 23. Dezember 2020 zum ZMB-Gerichtsgutachten äusserte 
sich die Beschwerdegegnerin nicht zu dessen Inhalt, sondern sie beschränkte sich auf kurze 
Ausführungen zu den Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch 
der Versicherten. Sie hielt fest, dass neu von einem Invaliditätsgrad von 38 % auszugehen sei, 
was aber ebenfalls keinen Rentenanspruch zu begründen vermöge. Die Beschwerdeführerin 
wiederum machte in ihrer Stellungnahme vom 2. März 2021 gestützt auf einen Bericht der Klinik 
C.____ vom 10. Februar 2021 geltend, ihr psychischer Gesundheitszustand sei deutlich stärker 
beeinträchtigt, als im psychiatrischen Teil-Gutachten des ZMB angenommen worden sei. Aus 
diesem Grund erweise sich auch die von den Gutachtern ermittelte Restarbeitsfähigkeit von 
60 % in einer leidensangepassten Tätigkeit als unzutreffend. Es sei vielmehr auf die Einschät-
zungen der Ärzte der Klinik C.____ abzustellen, die ihr bereits im früheren Bericht vom 2. Mai 
2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestieret hätten. Sie halte deshalb, so das Fazit der 
Beschwerdeführerin, an ihrem Rechtsbegehren fest, wonach ihr rückwirkend eine ganze Rente 
auszurichten sei.  
 
8.1 Nach den oben geschilderten Beweismaximen (vgl. E. 3.3.1 hiervor) weicht das Gericht 
bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der 
medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund 
zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein 
vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerun-
gen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche 
Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die 
Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im 
Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Er-
gebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 
E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
8.2 Vorliegend lassen sich den Akten keine solchen zwingenden Gründe entnehmen, auf-
grund derer von den Ergebnissen des ZMB-Gerichtsgutachtens vom 16. November 2020 abzu-
weichen wäre. Ebenso wenig ist aufgrund der Einwände, welche die Beschwerdeführerin gegen 
die Ergebnisse der Gerichtsexpertise erhebt, ein solches Abweichen angezeigt (vgl. dazu die 
nachfolgende E. 8.3). Es ist vielmehr festzuhalten, dass das ZMB-Gerichtsgutachten die recht-
sprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage erfüllt: Es 
weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es stützt sich auf eine sorgfälti-
ge persönliche Untersuchung der Explorandin und auf verschiedene fremdanamnestische Er-
hebungen durch den Gutachter, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden und es ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Inhaltlich ist das Gutachten widerspruchsfrei und es 
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi-
nischen Situation ein.  
 
8.3.1 Im Zusammenhang mit den Einwänden der Beschwerdeführerin gegen die Ergebnisse 
der Gerichtsexpertise ist vorab festzuhalten, dass sich die Kritik der Versicherten ausschliess-
lich gegen den psychiatrischen Fachteil des Gutachtens richtet. Die Beurteilungen der jeweili-
gen Fachärzte bzw. der Fachpsychologin im allgemeinmedizinischen, orthopädischen, neurolo-
gischen, otorhinolaryngologischen und neuropsychologischen Teilgutachten werden von der 
Versicherten - zu Recht - nicht in Frage gestellt.  
 
8.3.2 In ihrer Stellungnahme vom 2. März 2021 beanstandet die Beschwerdeführerin das 
psychiatrische Teilgutachten des ZMB hauptsächlich mit dem Argument, ihr psychischer Ge-
sundheitszustand sei deutlich stärker beeinträchtigt, als die psychiatrische Gerichtsgutachterin 
angenommen habe. Zur Begründung dieser Einschätzung verweist sie auf den Bericht derKlinik 
C.____ vom 10. Februar 2021. Darin wird ausgeführt, die Versicherte leide seit Jahren an einer 
chronisch depressiven Erkrankung. Man habe die Patientin im Januar 2021 anlässlich zweier 
Untersuchungen erneut eingehend psychiatrisch abgeklärt und dabei keine wesentliche Verän-
derung der Beschwerden und Symptomatik seit dem letzten Bericht vom 2. Mai 2018 festge-
stellt. Es sei weiterhin von einer chronischen, primär depressiven Erkrankung von mindestens 
mittelgradigem Ausmass - und nicht von einer somatoformen Schmerzstörung - auszugehen.  
 
8.3.3 Diese Ausführungen der behandelnden Ärzte der Klinik C.____ vermögen entgegen 
der Auffassung der Versicherten die ausschlaggebende Beweiskraft des (psychiatrischen Fach-
teils) des ZMB-Gerichtsgutachtens nicht in Frage zu stellen. Vorab ist die Beschwerdeführerin 
auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es die unterschiedliche Natur von Behandlungs-
auftrag des therapeutisch tätigen (Fach-) Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des 
amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zulässt, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, 
wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei-
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 
wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte schildern, 
die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bun-
desgerichts vom 26. November 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit Hinweis, und vom 8. April 2020, 
8C_60/2020, E. 3.2). Eine solche Konstellation liegt hier nicht vor, benennen die Ärzte der Klinik 
C.____ doch keine relevanten Punkte, die im Rahmen der Exploration unerkannt oder unge-
würdigt geblieben wären. Es verhält sich vielmehr so, dass sich die Einschätzungen der Ge-
richtsgutachter und der behandelnden psychiatrischen Fachärzte vor allem in der Frage unter-
scheiden, durch welche(s) psychische Leiden die Arbeitsfähigkeit in erster Linie beeinträchtigt 
wird. Während für die ZMB-Experten diesbezüglich eher die chronische Schmerzstörung im 
Vordergrund steht, sind die behandelnden Ärzte der Auffassung, dass die Beeinträchtigung der 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht hauptsächlich auf eine chronische, primär depressive 
Erkrankung von mindestens mittelgradiger Ausprägung zurückzuführen sei. Wie es sich damit 
verhält, ist nun allerdings nicht von entscheidender Bedeutung, kommt es doch bei der Bemes-
sung der (Rest-) Arbeitsfähigkeit weniger auf die Diagnosestellung, sondern vielmehr auf die 
konkreten Auswirkungen der bestehenden Leiden auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit an. 
Während die ZMB-Gutachter diesbezüglich von einer Beeinträchtigung von 40 % ausgehen, 
sehen die Ärzte der Klinik C.____ in ihrem Bericht vom 10. Februar 2021 davon ab, das Aus-
mass der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu beziffern. Auch unter diesem Gesichts-
punkt ist der betreffende Bericht nicht geeignet, die Ergebnisse des ZMB-Gerichtsgutachtens 
erheblich in Zweifel zu ziehen.  
 
8.4 Zusammenfassend ist demnach gestützt auf die schlüssigen Ergebnisse des Gerichts-
gutachtens des ZMB davon auszugehen, dass der Versicherten die Ausübung einer leidens-
adaptierten Verweistätigkeit ab Ablauf des Wartejahres (30. Mai 2012) zu 50 %, ab 1. Juni 2013 
zu 0 %, ab 1. Dezember 2013 wieder zu 50 %, ab 1. Juni 2014 zu 70 % und ab 1. Januar 2015 
noch zu 60 % zumutbar war.  
 
9.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen 
Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. In der Verfügung vom 
27. September 2019 nahm die IV-Stelle auf der Basis der durch die ABI-Gutachter und die 
RAD-Ärztin pract. med. D.____ ermittelten verschiedenen Arbeitsunfähigkeitsgrade die erfor-
derlichen Einkommensvergleiche vor. Da die Beschwerdeführerin seit Eintritt der gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen keiner oder jedenfalls keiner zumutbaren Erwerbstätigkeit mehr nach-
ging, setzte die IV-Stelle das Invalideneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der 
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik fest (vgl. dazu 
BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 321 E. 3b/aa). Die auf diese Weise errechne-
ten Beträge stellte sie dem gestützt auf die Angaben der letzten Arbeitgeberin ermittelten Vali-
deneinkommen gegenüber und gelangte so zu Invaliditätsgraden von 50 % ab 30. Mai 2012, 
von 100 % ab 1. Juni 2013, von 50 % ab 1. Dezember 2013 und von 27 % ab 1. Juni 2014. 
Nachdem laut dem ZMB-Gerichtsgutachten nunmehr ab 1. Januar 2015 von einer leicht höhe-
ren Arbeitsunfähigkeit von 40 % (statt 30 %, wie sie in der angefochtenen Verfügung dem ab 
1. Juni 2014 massgebenden Einkommensvergleich zu Grunde gelegen hatte) auszugehen ist, 
ermittelte die IV-Stelle in ihren Eingaben vom 23. Dezember 2020 und 22. März 2021 auf der 
Grundlage dieser gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von nunmehr 40 % und unter 
Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von 5 % für die Zeit ab 1. Januar 2015 einen Invalidi-
tätsgrad von 38 %. 
 
9.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet im Zusammenhang mit all den genannten Be-
rechnungen einzig, dass ihr die IV-Stelle bei der Bemessung der Invalideneinkommen jeweils 
einen unzureichenden Abzug vom Tabellenlohn gewährt habe. 
 
9.2.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti-
schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Per-

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt 
des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch beschränkt einsatzfähig sind, in 
der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei-
chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Fol-
ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Um-
stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten 
Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll 
aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be-
stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund-
heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch-
schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der 
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der 
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabel-
lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 75 E. 5b/bb 
und cc).  
 
9.2.2 Vorliegend nahm die IV-Stelle bei ihren Berechnungen der verschiedenen Invaliden-
einkommen jeweils einen Abzug vom Tabellenlohn von 5 %vor. Demgegenüber ist die Be-
schwerdeführerin der Auffassung, dass ihr in Anbetracht ihrer zahlreichen gesundheitlichen 
Einschränkungen und der damit verbundenen Schwierigkeit, eine entsprechende Arbeitsstelle 
zu finden, der maximale leidensbedingte Abzug von 25 % zu gewähren sei. Entgegen der Auf-
fassung der Versicherten lässt sich in ihrem Fall ein Abzug im geforderten Umfang klarerweise 
nicht rechtfertigen. In diesem Zusammenhang ist vorab darauf hinzuweisen, dass der gesamt-
haft vorzunehmende Abzug vom Tabellenlohn grundsätzlich eine Schätzung darstellt. Bei deren 
Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Er-
messen an die Stelle des Sozialversicherers setzt (BGE 126 V 75 E. 6). Das kantonale Versi-
cherungsgericht greift daher in das Ermessen des Sozialversicherers nur bei triftigen Gründen 
ein. Dabei muss sich das kantonale Gericht auf Gegebenheiten abstützen können, die eine ab-
weichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2). 
Vorliegend sind keine solche triftigen Gründe ersichtlich, aufgrund derer sich ein Abweichen von 
der vorinstanzlichen Ermessensausübung aufdrängen würde. Es ist vielmehr festzuhalten, dass 
den bei der Versicherten durchaus vorhandenen verschiedenartigen Einschränkungen in erheb-
lichem Masse durch die gutachterlich attestierte Leistungseinschränkung von 40 % (ab 1. Janu-
ar 2015) Rechnung getragen wurde, sodass diesbezüglich die Gewährung des von der Be-
schwerdeführerin als angemessen erachteten leidensbedingten Abzugs zu einer unzulässigen 
doppelten Berücksichtigung dieser Beeinträchtigungen führen würde. Weitere Kriterien, die eine 
Erhöhung des Abzugs vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind ebenfalls nicht ersichtlich. 
So nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejenige der Dienstjahre der Versicher-
ten ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei Tätigkeiten, die dem 
Kompetenzniveau 1 der Tätigkeit gemäss LSE (“einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand-
werklicher Art“) entsprechen, in der Regel keinen Anlass zu einem (weiteren) Abzug vom Tabel-
lenlohn geben (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a/cc). Unter Würdigung der gegebenen Umstände und in 
Berücksichtigung der in Betracht fallenden Merkmale lässt sich deshalb die von der Beschwer-

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

deführerin in ihrem Fall verlangte Gewährung des Maximalabzugs von 25 % vom Tabellenlohn 
nicht begründen. 
 
9.3 Die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Validen- und des zumutbaren In-
valideneinkommens erweist sich (auch) in den übrigen Punkten als korrekt. Die von der IV-
Stelle ermittelten Zahlen sind denn auch - abgesehen vom vorstehend erörterten Einwand - von 
der Beschwerdeführerin nicht beanstandet worden. Unter diesen Umständen kann hier von wei-
teren Ausführungen zu den Einkommensvergleichen abgesehen und stattdessen vollumfänglich 
auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 27. September 2019 
bzw. in den Eingaben vom 23. Dezember 2020 und 22. März 2021 verwiesen werden.  
 
9.4 Zu prüfen bleibt, wie sich die ermittelten Invaliditätsgrade von 50 % ab 30. Mai 2012, 
von 100 % ab 1. Juni 2013, von 50 % ab 1. Dezember 2013, von 27 % ab 1. Juni 2014 und von 
38 % ab 1. Januar 2015 auf die Höhe sowie den Beginn und die Dauer des Rentenanspruchs 
der Beschwerdeführerin auswirken. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 % hat die Versicherte mit 
Ablauf des Wartejahres ab 1. Mai 2012 Anspruch auf eine halbe Rente. Nach Art. 88a Abs. 1 
und Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sind 
Verbesserungen oder Verschlechterungen der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Auf-
hebung bzw. die Erhöhung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem an-
genommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern werden. Sie sind in je-
dem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge-
dauert haben und voraussichtlich weiterhin andauern werden. Nach dem Gesagten lagen bei 
der Versicherten ab 1. Juni 2013 ein Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. Dezember 2013 wie-
derum ein solcher von 50 % vor. In Berücksichtigung der genannten Bestimmungen führt dies 
zu einem Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. September 2013 (drei Monate nach eingetrete-
ner Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit), die mit Wirkung ab 1. März 2014 (drei Monate 
nach eingetretener Verbesserung der Erwerbsfähigkeit) jedoch wieder auf eine halbe Rente 
herabzusetzen ist. Ab 1. Juni 2014 lag dann lediglich noch ein Invaliditätsgrad von 27 % vor. In 
Berücksichtigung der genannten Bestimmung von Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV besteht der Anspruch 
auf die halbe Rente noch während dreier Monate seit der eingetretenen Verbesserung der Er-
werbsfähigkeit, also noch bis zum 31. August 2014. Für den Zeitraum danach besteht kein Ren-
tenanspruch mehr, da der ermittelte Invaliditätsgrad von 27 % ab 1. Juni 2014 unter dem für 
einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen Wert von 40 % liegt. Ab 1. Januar 2015 kam 
es zwar wieder zu einer (leichten) Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit mit einem Invalidi-
tätsgrad von nunmehr 38 %, da aber auch dieser Wert unter dem Schwellenwert von 40 % für 
einen Rentenanspruch liegt, führt diese Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit nicht zu einem 
(erneuten) Rentenanspruch der Versicherten. 
 
10. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle der Versicherten zu 
Recht folgende befristete Renten zusprach: Vom 1. Mai 2012 bis 31. August 2013 eine halbe 
Rente, vom 1. September 2013 bis 28. Februar 2014 eine ganze Rente und vom 1. März 2014 
bis 31. August 2014 eine halbe Rente. Nicht zu beanstanden ist sodann, dass sie einen weite-
ren Rentenanspruch ab 1. September 2014 verneinte. Die gegen die betreffende Verfügung 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vom 27. September 2019 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie ab-
gewiesen werden muss.  
 

11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden.  
 
11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
11.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens-
fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-
Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von 
Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 210 E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan-
tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 20. Februar 2020 zum Ergebnis ge-
langt, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene 
medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Es beschloss daher, die erforderliche zusätzliche 
Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Rahmen eines polydisziplinären Gerichtsgutach-
tens vornehmen zu lassen. Das in der Folge eingeholte polydisziplinäre ZMB-Gerichtsgutachten 
vom 16. November 2020 war mit anderen Worten für eine abschliessende Beurteilung des Ren-
tenanspruchs der Versicherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens der IV-Stelle zu auferlegen. Die 
Kosten belaufen sich gemäss der eingereichten Honorarnote des ZMB vom 17. November 2020 
auf Fr. 19'616.25.  
 
11.3 Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle. 
 
  

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 19'616.25 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht