# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f71f8c8-bbc7-5fc6-b176-918fa2e9e13c
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-01-28
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** DB.2019.31
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2019.31--2-st.2019.48.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

Entscheid 

28. Januar 2020 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiber Gürkan Gültekin 

1.  A ,    

2.  B,    

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige, zusammen mit seiner Ehefrau B die Pflichti-

gen) übte vor seinem Zuzug nach C in D eine selbständige Erwerbstätigkeit aus, näm-

lich  den  Betrieb  des  Restaurants  und Hotels  E. Gemäss  den  Jahresabschlüssen um-

fassten  die  Geschäftsaktiven  u.a.  die  Liegenschaft  "E".  Diese  wurde  am  .. November 

2014  verkauft.  Der  Verkauf  bescherte  dem  Pflichtigen  einen  sehr  grossen  ausseror-

dentlichen Ertrag. 

Im  Veranlagungs-  und  Einschätzungsverfahren  der  Steuerperiode  2014  ver-

langte die Steuerkommissärin mit Schreiben vom 11. September 2017 unter anderem 

Auskunft über den Verkauf der Liegenschaft. Mit Schreiben vom 13. September 2017 

reichte der Pflichtige die eingeforderten Unterlagen ein.  

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  12.  Oktober 

2017 setzte die Steuerkommissärin das steuerbare und satzbestimmende Einkommen 

bei  der  direkten  Bundessteuer  auf  Fr.  702'100.-  fest.  Bei  der  Staats-  und  Gemeinde-

steuer  wurde  das  steuerbare  Einkommen  auf  Fr.  37'500.-  und  das  satzbestimmende 

Einkommen  auf  Fr.  628'000.-  festgesetzt;  das  steuerbare  Vermögen  belief  sich  auf 

Fr. 0.-.  Bei  der  direkten  Bundessteuer  rechnete  die  Steuerbehörde  Einkünfte  gemäss 

Buchhaltung aus selbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr. 672'070.- auf. Bei 

den Staats- und Gemeindesteuern berücksichtigte sie diese Einkünfte lediglich satzbe-

stimmend und nur im Umfang der wiedereingebrachten Abschreibungen (Fr. 672'070.- 

- Fr. 74'235.- = Fr. 597'835). 

B. Hiergegen erhob der Pflichtige am 3. November 2017 Einsprache mit dem 

Antrag,  dass  der  Verkauf  der  Liegenschaft  aus  dem  Privatvermögen  erfolgt  sei  und 

nicht aus dem Geschäftsvermögen. Somit habe er keine steuerlichen Folgen. 

Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 20. Februar 2019 ab.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 28. Februar/1. März 2019 und Ergänzung 

vom  21./22.  März  2019  beantragte  der  Pflichtige  sinngemäss,  dass  er  vom  1. Januar 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

bis  30.  November  2014  in  D  und  vom  1.  Dezember  bis  31.  Dezember  2014  in  C  zu 

besteuern  und  der  Gewinn  aus  dem  Verkauf  der  Liegenschaft  "E"  getrennt  vom  übri-

gen Einkommen zu erfassen sei.  

Das  kantonale  Steueramt  beantragte  am  17.  April  2019  die  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Mit Schreiben vom 23. Mai 2019 äusserten sich die Pflichtigen hierzu. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Laut  Art.  3  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer 

vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 3 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 

(StG)  sind  natürliche  Personen  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig, 

wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz bzw. im Kan-

ton haben. Die persönliche Zugehörigkeit zur Schweiz bzw. zum Kanton gemäss Art. 3 

DBG  bzw.  §  3  StG  begründet  eine  unbeschränkte  Steuerpflicht.  Die  unbeschränkte 

Steuerpflicht umfasst grundsätzlich die weltweiten Einkünfte und das gesamte Vermö-

gen.  Soweit  sich  die  Steuerfaktoren  aber  auf  Geschäftsbetriebe,  Betriebsstätten  und 

Grundstücke ausserhalb der Schweiz oder  des Kantons beziehen, sind diese von der 

Besteuerung ausgenommen.  Dabei  handelt  es  sich  um  eine  unbedingte Steuerbefrei-

ung,  die  jedoch  unter  dem  Progressionsvorbehalt  von  Art.  7  Abs.  1  DBG  bzw.  § 6 

Abs. 1  StG  steht  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A., 

2016, Art. 6 N 7 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 5 N 8 

StG). Gemäss Art. 7 Abs. 1 DBG bzw. § 6 Abs. 1 StG entrichten Steuerpflichtige, die in 

der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  nur  für  einen  Teil  ihres  Einkommens  und  Vermögens 

steuerpflichtig  sind,  die  Steuern  für  die  in  der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  steuerbaren 

Werte  nach  dem  Steuersatz,  der  ihrem  gesamten  Einkommen  und  Vermögen  ent-

spricht. 

b) Die Steuerpflicht beginnt nach Art. 8 DBG bzw. § 10 StG mit dem Zeitpunkt, 

in  welchem  der  Steuerpflichtige  in  der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  steuerrechtlichen 

Wohnsitz oder Aufenthalt nimmt oder in der Schweiz bzw. im Kanton steuerbare Werte 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

erwirbt  (Abs.  1).  Die  Steuerpflicht  endet  mit  dem  Tod  oder  dem Wegzug  des  Steuer-

pflichtigen  aus  der  Schweiz  bzw.  dem  Kanton  oder  mit  dem  Wegfall  der  im  Kanton 

steuerbaren Werte (Abs. 2). Die Folgen des Beginns, der Änderung und des Endes der 

Steuerpflicht aufgrund persönlicher und wirtschaftlicher Zugehörigkeit werden im inter-

kantonalen  Verhältnis  durch  das  Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten 

Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  sowie  durch  die  Grundsätze  der  Bundesrechts 

über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung bestimmt (Abs. 3). 

c)  Bei  Wechsel  des  steuerrechtlichen Wohnsitzes  innerhalb  der  Schweiz  be-

steht die Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit für die laufende Steuerperi-

ode  im  Kanton,  in  dem  die  steuerpflichtige  Person  am  Ende  dieser  Periode  ihren 

Wohnsitz  hat.  Kapitalleistungen  nach  Artikel  11  Absatz  3  sind  jedoch  in  dem  Kanton 

steuerbar,  in  dem  die  steuerpflichtige  Person  im  Zeitpunkt  der  Fälligkeit  der  Leistung 

ihren Wohnsitz hat. Artikel 38 Absatz 4 bleibt vorbehalten (Art. 4b Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über  die Harmonisierung der  direkten Steuern  der  Kantone  und Gemeinden 

vom 14. Dezember 1990 [StHG]). Eine Steuerpflicht aufgrund wirtschaftlicher Zugehö-

rigkeit in einem anderen Kanton als demjenigen des steuerrechtlichen Wohnsitzes be-

steht  für  die  gesamte  Steuerperiode,  auch  wenn  sie  im  Laufe  des  Jahres  begründet, 

verändert  oder  aufgehoben  wird.  In  diesem  Fall  wird der Wert  der  Vermögensobjekte 

im  Verhältnis  zur  Dauer  der  Zugehörigkeit  vermindert.  Im  Übrigen  werden  das  Ein-

kommen  und  das  Vermögen  zwischen  den beteiligten  Kantonen  in  sinngemässer  An-

wendung der Grundsätze des Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Dop-

pelbesteuerung ausgeschieden (Art. 4b Abs. 2 StHG).  

d)  Für  den  Fall  des  interkantonalen Wechsels  des  Hauptsteuerdomizils  wäh-

rend laufender Steuerperiode wird der Grundsatz der Einheit der Steuerperiode durch 

das Zuzugsprinzip ergänzt. Für diesen Fall wird nämlich die Kompetenz der Erhebung 

der direkten Steuern natürlicher Personen von Bund und Kantonen für die ganze Steu-

erperiode grundsätzlich einer einzigen Steuerbehörde zugewiesen, nämlich derjenigen 

am Ende der Steuerperiode, also in aller Regel der Steuerbehörde des Zuzugskantons. 

Im  interkantonalen  Verhältnis  wird  demnach  bei  der  Bestimmung  des  Hauptsteuerdo-

mizils  eine  Stichtagsbetrachtung  angewendet:  Das  Hauptsteuerdomizil  einer  natürli-

chen Person für eine ganze Steuerperiode befindet sich im interkantonalen Verhältnis 

an demjenigen Ort, wo sich ihr steuerrechtlicher Wohnsitz am Ende der Steuerperiode 

(i.d.R. am 31. Dezember, wenn die Steuerperiode nicht vorher durch Wegzug aus der 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

Schweiz oder durch Tod endet) befindet (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 10 N 35 f. 

StG). 

2. Unbestritten ist, dass der Pflichtige die selbständige Erwerbstätigkeit aufge-

geben, am .. November 2014 die Liegenschaft "Hotel und Restaurant E" verkauft und 

seinen Wohnsitz per 1. Dezember 2014 nach C verlegt hat. Demzufolge ist der Pflichti-

ge  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  in  C  unbeschränkt  steuerpflichtig  geworden. 

Aufgrund der selbständigen Erwerbstätigkeit in D bestand im Kanton F eine beschränk-

te Steuerpflicht für die gesamte Steuerperiode (vgl. E. 1c). 

Fraglich  ist,  ob  der  Verkaufsgewinn  bezüglich  der  veräusserten  Liegenschaft 

"E" zusammen mit dem übrigen Einkommen der Pflichtigen oder getrennt vom übrigen 

Einkommen gemäss Art. 37b Abs. 1 DBG bzw. § 37b Abs. 1 StG zu besteuern ist.  

3. a) Wird die selbständige Erwerbstätigkeit nach dem vollendeten 55. Alters-

jahr oder wegen Unfähigkeit zur Weiterführung infolge Invalidität definitiv aufgegeben, 

so ist die Summe der in den letzten zwei Geschäftsjahren realisierten stillen Reserven 

getrennt  vom  übrigen  Einkommen  zu  besteuern.  Einkaufsbeiträge  in  die  berufliche 

Vorsorge gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG sind abziehbar. Werden keine solchen Ein-

käufe vorgenommen, so wird die Steuer auf dem Betrag der realisierten stillen Reser-

ven, für den der Steuerpflichtige die Zulässigkeit eines Einkaufs gemäss Art. 33 Abs. 1 

lit. d DBG nachweist, zu einem Fünftel der Tarife nach Art. 36 berechnet. Für die Be-

stimmung des auf den Restbetrag der realisierten stillen Reserven anwendbaren Sat-

zes  ist  ein  Fünftel  dieses  Restbetrags  massgebend,  es  wird  aber  in  jedem  Fall  eine 

Steuer zu einem Satz von mindestens 2 Prozent erhoben (Art. 37b Abs. 1 DBG).  

Im kantonalen Recht gilt die entsprechende Bestimmung von § 37b StG, wo-

bei der Tarifansatz bei einem Zehntel (anstatt bei einem Fünftel) angesetzt ist.  

b)  Als  Ausführungsbestimmung  zu  Art.  37b  DBG  hat  der  Bundesrat  die  Ver-

ordnung  über  die  Besteuerung  der  Liquidationsgewinne  bei  definitiver  Aufgabe  der 

selbständigen Erwerbstätigkeit vom 17. Februar 2010 (LGBV) erlassen. Weiter hat die 

Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) das Kreisschreiben Nr. 28 Besteuerung der 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

Liquidationsgewinne  bei  definitiver  Aufgabe  der  selbständigen  Erwerbstätigkeit  vom 

3. November 2010 (nachfolgend KS Nr. 28) ausgearbeitet.  

c)  Die  privilegierte  separate  Besteuerung  des  Liquidationsgewinns  setzt  zu-

nächst eine Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit voraus, und zwar entweder im 

Zusammenhang  mit  der  Vollendung  des  55.  Altersjahrs  oder  mit  der  Unfähigkeit  zur 

Weiterführung  der  Tätigkeit  infolge  Invalidität.  Massgebend  für  die  Bestimmung  des 

Zeitpunkts  der  Aufgabe der  selbständigen  Erwerbstätigkeit  ist  dabei  das Liquidations-

jahr.  Als  solches  gilt  dasjenige  Geschäftsjahr,  in  dem  die  letzte  Liquidationshandlung 

vorgenommen wird (Art. 2 LGBV sowie Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 37b N 3 ff. 

DBG und § 37b N 6 ff. StG). Dies ist der Fall, wenn die laufenden Geschäfte beendet, 

die Aktiven verwertet, die Verpflichtungen erfüllt sind und allenfalls die Verteilung des 

Vermögens  vollzogen  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 54  N 25  DBG  und  § 59 

N 17  StG).  Gemäss  dem  Wortlaut  des  Gesetzes  gilt  die  privilegierte  Liquidationsbe-

steuerung ausschliesslich für die im Vorjahr und im Liquidationsjahr realisierten stillen 

Reserven.  Einkommen  aus  der  selbständigen  Erwerbstätigkeit,  welches  nicht  aus  der 

Realisation  von  stillen  Reserven  resultiert,  sowie  übrige  Einkünfte  werden  nicht  der 

separaten Besteuerung nach Art. 37b DBG unterstellt (Art. 1 Abs. 3 lit. a LGBV). 

4.  a)  Im  vorliegenden  Fall  war  der  Pflichtige  im  Zeitpunkt  der  Aufgabe  der 

selbständigen Erwerbstätigkeit 79 Jahre alt. Wie bereits erwähnt ist auch unbestritten, 

dass er die selbständige Erwerbstätigkeit definitiv aufgegeben und die Liquiditätshand-

lungen  in  der  Steuerperiode  2014  vorgenommen  hat.  Die  Steuerkommissärin  teilte 

dem  Steuerrekursgericht  auf  telefonische  Anfrage  mit,  dass  die  privilegierte  Besteue-

rung des Liquidationsgewinns praxisgemäss nur auf Antrag berücksichtigt werde. 

b)  Art.  37b  DBG  bzw.  §  37b StG knüpft  die privilegierte Besteuerung von  Li-

quidationsgewinnen kumulativ an folgende Bedingungen: 

- 

- 

- 

- 

Vollendung des 55. Altersjahres oder Eintritt der Invalidität 

definitive Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit 

Realisation von stillen Reserven im Liquidationsjahr oder im Vorjahr 

erstmalige Inanspruchnahme der privilegierten Besteuerung 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 7 - 

Für  die  privilegierte  Besteuerung ist gemäss Wortlaut  des Gesetzes kein An-

trag nötig. Die entsprechende Praxis des kantonalen Steueramts geht zu weit: 

aa) Art. 37b Abs. 1 DBG und die entsprechenden kantonalen Bestimmungen 

bezwecken, die früher infolge der Steuerprogression als stossend empfundene Steuer-

belastung im Zusammenhang mit der Liquidation einer Unternehmung zu mindern.  

Bei der Aufgabe einer selbständigen Erwerbstätigkeit werden die Aktiven und 

Passiven 

liquidiert  oder 

ins  Privatvermögen  überführt.  Vor 

Inkrafttreten  dieser  

Bestimmungen  wurden  im  Jahr  der  Beendigung  sämtliche  stille  Reserven  zusammen 

mit dem übrigen Einkommen besteuert, was aufgrund der progressiven Steuertarife zu 

sehr  hohen  Steuerbelastungen führen konnte. Weil  zudem  alle stillen  Reserven  in  ei-

nem  Jahr  versteuert  werden  mussten,  obwohl  sie  zuvor  über  mehrere  Jahre  hinweg 

aufgebaut worden waren, wurde diese Art der Besteuerung von Liquidationsgewinnen 

bei Selbständigerwerbenden als stossend empfunden (Reich/Cavelti, Kommentar zum 

Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten 

Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. A., 2017, Art. 11 N 60 ff. StHG; Ivo P. Baum-

gartner, Kommentar zum Schweizer Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bun-

dessteuer, 3. A., 2017, Art. 37b N 2 ff. DBG;  KS Nr. 28, Anhang II, Ziff. 1.1 und 1.2). 

Diese Besteuerung der Liquidationsgewinne zusammen mit dem Ergebnis der operati-

ven  Tätigkeit  im  letzten  Geschäftsjahr  war  Konsequenz  der  Anknüpfung  der  steuerli-

chen Gewinnermittlung an das Ergebnis des handelsrechtlichen Abschlusses oder ent-

sprechender Aufzeichnungen. 

Die  neuen  Bestimmungen  bezwecken,  Liquidationsgewinne  von  Selbständi-

gen  periodengerecht  im  Jahr  ihrer  Realisation  zu  besteuern,  und  zwar  so,  dass  die 

Steuerlast auf den Liquidationsgewinnen möglichst mit dem wirtschaftlichen Leistungs-

fähigkeitsprinzip  übereinstimmt.  Um  dieses  Ziel  zu  erreichen,  unterstellen  die  Bestim-

mungen  diejenigen  stillen  Reserven  einer  separaten  Besteuerung,  die  in  den  letzten 

zwei Geschäftsjahren vor der definitiven Aufgabe realisiert wurden. Bei der Frage des 

Tarifs sollte nach dem Willen des Parlaments dem Gedanken Rechnung getragen wer-

den,  dass  stille  Reserven  für  einen  Selbständigerwerbenden  die  berufliche  Vorsorge 

darstellen und die Besteuerung deshalb diejenige von Kapitalleistungen aus beruflicher 

Vorsorge nachbilden sollte  

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 8 - 

bb) Kernpunkt war demnach die Beseitigung der durch die Steuerprogression 

hervorgerufenen erhöhten Steuerbelastung.  

cc) Die Anknüpfung der Berücksichtigung resp. Anwendung der privilegierten 

Besteuerung des Liquidationsgewinns an einen Antrag erweist sich somit gestützt auf 

diese Erwägungen als gesetzwidrig. Die privilegierte Besteuerung des Liquidationsge-

winns  ist  auch  ohne  Antrag  vorzunehmen  und  der  Liquidationsgewinn  ist  separat  von 

den übrigen Einkünften des Pflichtigen zu besteuern. Laut Art. 5 Abs. 1 LGBV ist ledig-

lich ein Antrag auf Besteuerung des fiktiven Einkaufs nach Art. 8 LGBV zu stellen. In-

sofern sind die Beschwerde und der Rekurs in diesem Punkt gutzuheissen. Das Steu-

errekursgericht wendet das Recht – wie die Steuerbehörde – von Amtes wegen an und 

ist  nicht  an  die Parteianträge gebunden (Offizialmaxime).  Der  Liquidationsgewinn  von 

Fr. 656'512.- unterliegt der separaten Besteuerung gemäss Art. 37b DBG bzw. § 37b 

StG. Die Erhebung obliegt dabei sowohl betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 

als  auch  betreffend  die  direkte  Bundessteuer  demjenigen  Kanton,  in  dem  die  steuer-

pflichtige Person bei Fälligkeit ihren Wohnsitz hatte (Art. 105 Abs. 4 DBG und Art. 4b 

Abs. 1 StHG). Aufgrund der Akten ist wohl davon auszugehen, dass der Kanton F zu-

ständig wäre, weil die Pflichtigen per 1. Dezember 2014 im Kanton Zürich ihren steuer-

rechtlichen Wohnsitz zu haben scheinen. 

5.  a) Wie  bereits  erwähnt  (E.  3c),  werden  Einkommen  aus  selbständiger  Er-

werbstätigkeit, welches nicht aus der Realisation von stillen Reserven resultiert, sowie 

übrige Einkünfte nicht der separaten Besteuerung nach Art. 37b DBG bzw. § 37b StG 

unterstellt.  

b)  Steuerbar  sind  alle  Einkünfte  aus  einem  Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-, 

Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen 

selbständigen Erwerbstätigkeit (Art. 18 Abs. 1  DBG sowie § 18 Abs. 1 StG). Von die-

sen  Einkünften  werden  gemäss  Art. 27  Abs. 1 DBG  bzw.  §  27  Abs.  1  StG  die  ge-

schäfts-  oder  berufsmässig  begründeten  Kosten  abgezogen.  Abzugsfähig  ist  der  ge-

samte  Aufwand,  der  für  die  selbständige  Erwerbstätigkeit  notwendig  ist  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter, Art. 27 N 3 f. DBG, und § 27 N 3 f. StG; je auch zum Folgenden). 

c)  Gemäss  Erfolgsrechnung  2014  betrug  der  Reingewinn  aus  selbständiger 

Erwerbstätigkeit  Fr.  672'070.-.  In  diesem  Betrag  ist  auch  der  Liquidationsgewinn  von 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 9 - 

Fr. 646'111.- enthalten. Dieser Betrag ist wie bereits erwähnt von Gesamtreineinkom-

men  aus  selbständiger  Erwerbstätigkeit  auszunehmen  und  privilegiert  zu  besteuern. 

Der restliche Reingewinn von Fr. 25'959.- ist jedoch ordentlich zu besteuern. Aufgrund 

des  Zuzugsprinzips  (vgl.  E.  1d)  sind  der  Kanton  Zürich  und  das  Steueramt  der  Ge-

meinde  C  für  die  Erhebung  der  Steuer  für  die  ganze  Steuerperiode  zuständig.  Eine 

Besteuerung aufgrund der Dauer des Wohnsitzes, wie es der Pflichtige mit Schreiben 

vom 21. März 2019 beantragt, ist demnach nicht möglich.  

d) Bei den Staats- und Gemeindesteuern ist das Einkommen aus selbständi-

ger Erwerbstätigkeit von Fr. 25'959.- jedoch lediglich satzbestimmend zu berücksichti-

gen, da die selbständige Erwerbstätigkeit im Kanton F ausgeübt wurde. Da dieses Ein-

kommen  effektiv  im  Kanton  Zürich  nicht  besteuert  wird,  resultiert  auch  keine 

Doppelbesteuerung.  Bei  der  direkten  Bundessteuer  hingegen  sind  nebst  den  Renten 

auch  diese  Einkünfte  ordentlich  zu  besteuern.  Die  Beschwerde  und  der  Rekurs  sind 

somit in diesem Punkt abzuweisen. 

6.  a)  Gestützt  auf  die  vorangehenden  Erwägungen  ist  das  steuerbare  Ein-

kommen bei der direkten Bundessteuer somit wie folgt festzusetzen:  

Einkommen 

Einkünfte aus selbständigem Haupterwerb P1 

Fr.  25'959.-  * 

AHV-/IV-Renten P1 

AHV-/IV-Renten P2 

Wertschriftenertrag ohne Verrechnungssteuer 

Total Einkünfte 

Abzüge 

Fr.  18'540.- 

Fr.  19'320.- 

Fr. 

106.- 

Fr.  63'925.- 

Versicherungsprämien und Zinsen  

Total Abzüge 

Fr. 

Fr. 

5'250.- 

5'250.- 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 10 - 

Reineinkommen 

Abzug für Ehegatten 

Fr.  58'675.- 

Fr. 

2'600.- 

Steuerbares Einkommen gesamt (gerundet) 

Fr.  56'000.- 

*  Reineinkommen gem. Erfolgsrechnung von Fr. 672'070.- abzüglich Liquidationsgewinn von  

  Fr. 646'111.-. 

b) Bei den Staats- und Gemeindesteuern setzt sich das steuerbare und satz-

bestimmende Einkommen gestützt auf die vorangehenden Ausführungen wie folgt zu-

sammen: 

Total Satz 

Kanton  

Zürich 

Kanton F 

Vermögen 

Bewegliches Vermögen 

Fr.  1'109'828.- 

Geschäftsaktiven 

Liegenschaften 

Verteilung Überschuss 

Total Aktiven 

Quote der Aktiven 

Repartitionsdifferenz ZH 

Ausgleich interkantonal 

Fr.  1'109'828.- 

Steuerbares Vermögen gerundet 

Fr.  1'109'828.- 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

1'109'828.- 

Fr. 

0.- 

-1'211'709-. 

Fr.  1'211'709.- 

-484'000.- 

585'881-. 

Fr. 

Fr. 

484'000.- 

-585'881.- 

0.- 

Fr.  1'109'828.- 

100 

-53'777.- 

53'777.- 

Fr. 

Fr. 

53'777.- 

-53'777.- 

0.- 

Fr.  1'109'000.- 

Einkommen 

Nettoertrag aus beweglichem  

Fr. 

106.- 

Fr. 

106.- 

Vermögen 

Nettovermögensertrag 

Einkünfte 

aus 

selbständigem 

Fr. 

Fr. 

106.- 

Fr. 

106-. 

15'558.- 

Fr. 

25'959.-  * 

Haupterwerb P1 

AHV-/IV-Renten P1 

AHV-/IV-Renten P2 

Total Einkünfte 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

63'925.- 

18'540.- 

19'320.- 

37'966.- 

Fr. 

25'959.- 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 11 - 

Abzüge 

Quote 

59.40 

40.60 

Versicherungsprämien und Zinsen  

Fr. 

7'800.- 

Fr. 

4'633.- 

Fr. 

3'167.- 

Steuerbares Einkommen  

Steuerbares  Einkommen  gerun-

Fr. 

Fr. 

56'125.- 

56'100.- 

Fr. 

Fr. 

33'333.- 

Fr. 

22'792.- 

33'300.- 

det 

*  Reineinkommen gem. Erfolgsrechnung von Fr. 672'070.- abzüglich Liquidationsgewinn von  

  Fr. 646'111.-. 

7.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  der  über-

wiegend  unterliegenden  Beschwerdegegnerin/dem  überwiegend  unterliegenden 

Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG). 

Die  kantonale  Steuerverwaltung  F  ist  darauf  aufmerksam  zu  machen,  dass 

nach heutigem Kenntnisstand gemäss den Akten davon auszugehen ist, dass sie den 

Liquidationsgewinn sowohl betreffend die direkte Bundessteuer als auch betreffend die 

Staats- und Gemeindesteuern in einem separaten Verfahren zu besteuern hat. 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführer  werden  wie 

folgt veranlagt (Tarif gemäss Art. 36 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

2014 

steuerbar 

satzbestimmend 

 Einkommen 

Fr. 

56'000.- 

56'000.-. 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  wie  folgt  einge-

schätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratentarif): 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 12 - 

Steuerperiode 

 Einkommen 

Vermögen 

2014 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

33'300.- 

56'100.- 

Fr. 

0.- 

1'109'000.-. 

[…] 

2 DB.2019.31 
2 ST.2019.48