# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c0f45e0-2d26-5354-85f2-380330d01eb6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 16.04.2024 BK 2024 138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2024-138_2024-04-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 24 138

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. April 2024

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Horisberger,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Ueltschi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Post-
fach, 3001 Bern
v.d. C.________

Gegenstand Haftentlassungsgesuch / Verlängerung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen Menschenhandel, Förderung der Prostitu-
tion, Widerhandlungen gegen das AIG etc.

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonalen Zwangsmass-
nahmengerichts vom 19. März 2024 (KZM 24 551)

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Erwägungen:

1.

1.1 Die Kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben (nachfolgend: Staatsan-
waltschaft) führt ein Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerde-
führer) wegen Menschenhandels und Förderung der Prostitution, Fälschung von 
Ausweisen, Urkundenfälschung, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs- 
und das Ausländer- und Integrationsgesetz, einfacher Körperverletzung und Dro-
hung. Am 9. Mai 2022 wurde der Beschwerdeführer verhaftet und mit Entscheid des 
Kantonalen Zwangsmassnahmengerichts (nachfolgend: Zwangsmassnahmenge-
richt/Vorinstanz) vom 10. Mai 2022 (KZM 55 520) für eine Dauer von drei Monaten 
in Untersuchungshaft gesetzt. In der Folge verlängerte das Zwangsmassnahmenge-
richt mit Entscheiden vom 10. August 2022 (KZM 22 871), 10. November 2022 (KZM 
22 1239), 14. Februar 2023 (KZM 23 145), 15. Mai 2023 (KZM 23 582) und 10. Au-
gust 2023 (KZM 23 1058) die Untersuchungshaft jeweils für die Dauer von drei Mo-
naten. 

1.2 Am 24. Juli 2023 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers vom 19. Juli 2023 um 
vorzeitigen Strafantritt gutgeheissen, worauf er am 21. September 2023 in den vor-
zeitigen Strafvollzug übertrat. Sein am 10. Januar 2024 gestelltes Haftentlassungs-
gesuch wies das Zwangsmassnahmengericht mit Entscheid vom 23. Januar 2024 
(KZM 24 78) ab und versetzte ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft für die Dauer 
von drei Monaten, bis am 22. März 2024, zurück in Untersuchungshaft. 

1.3 Mit Gesuch vom 4. März 2024 ersuchte der Beschwerdeführer erneut um Haftent-
lassung. Am 8. März 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung des 
Gesuchs um Haftentlassung und stellte gleichzeitig den Antrag auf Verlängerung der 
Untersuchungshaft um drei Monate. Mit Entscheid vom 19. März 2024 wies das 
Zwangsmassnahmengericht das Gesuch um Haftentlassung ab und verlängerte die 
Untersuchungshaft um weitere drei Monate, d.h. bis am 22. Juni 2024.

1.4 Dagegen erhob der Beschwerdeführer, amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin 
B.________, am 2. April 2024 Beschwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsa-
chen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) und 
beantragte Folgendes: 
1. Der Entscheid des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts vom 19. März 2024 sei aufzuheben, 

das Haftentlassungsgesuch vom 4 März 2024 sei gutzuheissen und der Beschuldigte bzw. Be-
schwerdeführer mit sofortiger Wirkung aus der Untersuchungshaft zu entlassen. 

2. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren das Recht auf eine amtliche 
Verteidigung zu gewähren, unter Beiordnung der Unterzeichnenden als amtliche Anwältin. 

1.5 Mit Verfügung vom 3. April 2024 eröffnete die Verfahrensleitung der Beschwerde-
kammer ein Beschwerdeverfahren und gab der Generalstaatsanwaltschaft sowie der 
Vorinstanz Gelegenheit zur Stellungnahme. Das Zwangsmassnahmengericht 
reichte mit Eingabe vom 4. April 2024 die Haftakten ein und verzichtete unter Verweis 
auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid auf eine Stellungnahme. Die 
Staatsanwaltschaft beantragte mit delegierter Stellungnahme vom 5. April 2024 (Ein-

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gang Beschwerdekammer: 9. April 2024) die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde. Mit Verfügung vom 9. April 2024 wurde auf die Anordnung eines zweiten 
Schriftenwechsels verzichtet und Gelegenheit zur Einreichung abschliessender Be-
merkungen gegeben. Mit Verfügung vom 11. April 2024 ersuchte die Verfahrenslei-
tung der Beschwerdekammer die Kantonale Staatsanwaltschaft um die umgehende 
Einreichung der in den Anträgen vom 4. Mai 2023 (KZM 23 582) und 12. Januar 
2024 (KZM 24 78) erwähnten Originalakten BA 21 825 (Ordner 2-4 mit Deliktsblät-
tern). Gleichentags reichte der Beschwerdeführer seine Schlussbemerkungen ein. 

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozessord-
nung (StPO; SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung, Verlängerung und 
Aufhebung der Untersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwerde an-
gefochten werden. Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 des 
Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Oberge-
richts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Abweisung des 
Haftentlassungsgesuchs und die Verlängerung der Untersuchungshaft unmittelbar 
in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte 
Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Wie dem angefochtenen Entscheid entnommen werden kann, wies die Vorinstanz 
die Anträge des Beschwerdeführers auf Vereinigung seines Haftverfahrens mit 
demjenigen der Mitbeschuldigten D.________ sowie auf Ansetzung einer gemein-
samen mündlichen Verhandlung ab. Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass 
auch wenn es für die Vereinigung von Haftverfahren keine gesetzliche Grundlage 
gebe, die Vereinigung von Haftverfahren gesetzlich nicht untersagt sei. Beiden Ver-
fahren liege derselbe Sachverhalt zu Grunde, die Staatsanwaltschaft stütze sich auf 
dieselben Verfahrensakten und mache dieselben Haftgründe geltend. Da die Ver-
fahren nicht vereinigt worden seien, hätten zwei unterschiedliche Gerichtspräsiden-
ten zeitlich versetzt über die Haftentlassungsgesuche entschieden, weshalb der 
später entscheidende Gerichtspräsident in seiner Entschlussfassung nicht mehr frei 
gewesen sei. Somit habe der Entscheid betreffend die Mitbeschuldigte D.________ 
(KZM 24 553) präjudizierende Wirkung für den vorliegenden Entscheid gehabt. Dar-
auf lasse auch die äusserst kurze Beratungszeit der Vorinstanz von zwölf Minuten 
schliessen. Mit der Vereinigung der beiden Haftverfahren könne dieser Problematik 
entgegengewirkt und eine freie Entschlussfassung durch die Vorinstanz gewährleis-
tet werden.

3.2 Mit der Vorinstanz kann den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht gefolgt wer-
den. Grundsätzlich gilt zwar, dass Straftaten gemeinsam verfolgt und beurteilt wer-
den, wenn Mittäterschaft oder Teilnahme vorliegt (Art. 29 Abs. 1 Bst. b StPO). Dabei 
können die Staatsanwaltschaft und die Gerichte Strafverfahren aus sachlichen Grün-
den trennen oder vereinen (Art. 30 StPO). Dass keine (explizite) gesetzliche Bestim-
mung existiert, aufgrund derer eine Verfahrensvereinigung auch im Haftverfahren 
vorzunehmen wäre, ist zu Recht unbestritten. Weder aus der Rechtsprechung noch 

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aus der Literatur ergeben sich Hinweise auf eine Anwendbarkeit der genannten Ver-
fahrensgrundätze auf das Haftverfahren. Vielmehr ergibt sich aus Art. 225 Abs. 1 
StPO ausdrücklich, dass im Haftprüfungsverfahren eine nicht öffentliche Verhand-
lung vor dem Zwangsmassnahmengericht mit der Staatsanwaltschaft, der beschul-
digten Person (Einzahl) und deren Verteidigung stattfindet. Somit ist laut Wortlaut 
der Gesetzesbestimmung und mangels Öffentlichkeit des Verfahrens (neben der 
Staatsanwaltschaft) einzig die einzelne beschuldigte Person Partei im Haftverfahren 
vor dem Zwangsmassnahmengericht, was sich auch aus dem Sinn und Zweck des 
ganzen Haftverfahrens ergibt. Beim Haftverfahren erfolgt eine personenbezogene 
Prüfung der Voraussetzungen von Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft. Die Haft-
voraussetzungen, d.h. das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts bezüglich eines 
Verbrechens oder Vergehens und eines spezifischen Haftgrundes, sind dabei für 
jede beschuldigte Person separat zu prüfen. Ein eigentliches allgemeines Beweis-
verfahren findet gerade nicht statt. Das Zwangsmassnahmengericht erhebt vielmehr 
lediglich die sofort verfügbaren Beweise, die geeignet sind, den Tatverdacht oder die 
Haftgründe der einzelnen beschuldigten Person zu erhärten oder zu entkräften 
(Art. 225 Abs. 4 StPO; vgl. auch E. 4.1 nachfolgend). Der Beschwerdeführer beruft 
sich indessen nicht auf Art. 225 Abs. 4 StPO. Wenn er geltend macht, der später 
entscheidende Gerichtspräsident sei in seiner Entschlussfassung nicht mehr frei ge-
wesen, verkennt er offensichtlich den Verfahrensgegenstand mit dem individuellen 
Prüfungscharakter des Haftverfahrens vor dem Zwangsmassnahmengericht. Dem 
Entscheid betreffend die Mitbeschuldigte D.________ (KZM 24 553) kann mit Blick 
auf den Verfahrensgegenstand keine präjudizierende Wirkung zukommen, weshalb 
diese Argumentation ins Leere läuft. Ebenfalls nichts zu seinen Gunsten kann der 
Beschwerdeführer aus dem Umstand ableiten, wonach die Urteilsberatung lediglich 
zwölf Minuten gedauert haben soll. Vorab muss erwartet werden, dass die Richterin 
bzw. der Richter die Haftakten vor Durchführung der Haftverhandlung studiert hat. 
Der zu prüfende Verhandlungsgegenstand ist wie erwähnt beschränkt. Es liegt daher 
in der Natur der Sache bzw. ist in Haftverfahren gut möglich, dass rasch (kurze Be-
ratungszeit) entschieden werden kann. Die Vorinstanz hat den Verfahrensantrag zu 
Recht abgelehnt; eine Verletzung von Bundesrecht liegt offensichtlich nicht vor. 

4. Die Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO zunächst voraus, dass 
im Sinne eines allgemeinen Haftgrundes ein dringender Tatverdacht der Begehung 
eines Verbrechens oder Vergehens besteht. 

4.1 Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts ist nach ständiger Rechtspre-
chung des Bundesgerichts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender 
und entlastender Beweise vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend kon-
krete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung der betroffenen Person 
daran vorliegen, die Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringenden 
Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren 
genügt der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte 
Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale 
erfüllen könnte. Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt keinen Raum für 
ausgedehnte Beweismassnahmen zu. Zur Frage des dringenden Tatverdachts ha-

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ben das Haftgericht und die Beschwerdekammer weder ein eigentliches Beweisver-
fahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafgericht vorzugreifen (vgl. zum 
Ganzen: BGE 143 IV 330 E. 2.1 und 137 IV 122 E. 3.2, je mit Hinweisen). Zu Beginn 
der Strafuntersuchung sind die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht ge-
ringer als in späteren Prozessstadien. Der dringende Tatverdacht muss sich im Ver-
lauf des Strafverfahrens grundsätzlich verdichten (bzw. ausreichend hoch verblei-
ben). Dabei kommt es nach der Praxis des Bundesgerichtes auch auf die Art und 
Intensität der bereits vorbestehenden konkreten Verdachtsgründe an (vgl. Urteile 
1B_197/2019 vom 27. Mai 2019 E. 2.4; 1B_514/2018 vom 3. Dezember 2018 E. 3.2; 
1B_176/2018 vom 2. Mai 2018 E. 3.2). Im Lauf des Strafverfahrens ist in der Regel 
ein zunehmend strengerer Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tat-
verdachts zu legen. Nach Durchführung der gebotenen Untersuchungshandlungen 
muss eine Verurteilung als wahrscheinlich erscheinen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_235/2018 vom 30. Mai 2018 E. 4.1 mit Verweis auf BGE 143 IV 316 E. 3.2). 

4.2 Der Beschwerdeführer wird des Menschenhandels (Art. 182 Abs. 1 des Schweizeri-
schen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]), der Förderung der Prostitution (Art. 195 
Bst. c StGB), der Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz 
(Art. 115 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 
Integration [AIG; SR 142.20]), der Fälschung von Ausweisen (Art. 252 StGB), evtl. 
der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB), der Widerhandlungen gegen das Strassen-
verkehrsgesetz (Art. 95 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR. 741.01]), 
der einfache Körperverletzung (Art. 123 Abs. 1 StGB) sowie der Drohung (Art. 180 
StGB) dringend verdächtigt. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit D.________ und 
E.________ Frauen in finanziell prekären Verhältnissen in F.________ (Land) zum 
Zweck der sexuellen Ausbeutung angeworben zu haben, dies zum Teil unter fal-
schen Versprechungen und unter Ausnutzung ihrer besonderen Verletzlichkeit bzw. 
Hilflosigkeit. Neben dem Anwerben soll er diese Frauen nach G.________ (Orts-
chaft) transportiert haben, wo sie an der H.________ (Strasse) sexuell ausgebeutet 
worden sein sollen. Zudem soll er I.________ geschlagen und bedroht sowie PCR-
Tests und seinen Fahrausweis gefälscht haben bzw. diese Dokumente fälschen las-
sen haben. Zudem soll er sich illegal in der Schweiz aufgehalten und ohne Arbeits-
bewilligung gearbeitet haben. Schliesslich soll er regelmässig Autos gelenkt haben, 
ohne im Besitz eines gültigen Führerausweises zu sein. 

4.3 Soweit der Beschwerdeführer den dringenden Tatverdacht betreffend die Vorwürfe 
des Menschenhandels und der Förderung der Prostitution bestreitet und für die Be-
gründung auf seine Ausführungen in den vorangegangenen Verfahren KZM 22 871, 
KZM 22 1239, KZM 23 145, KZM 23 582, KZM 23 1058 und KZM 24 78 verweist, 
genügt die Beschwerde den Begründungsanforderungen gemäss Art. 385 Abs. 1 
StPO nicht. Die Begründung der Beschwerde muss in der Beschwerdeschrift selbst 
enthalten sein. Allgemeine Verweise auf Ausführungen in Rechtsschriften anderer 
Verfahren oder gar auf die Gesamtheit der Akten genügen nicht; es kann nicht Auf-
gabe der Beschwerdeinstanz sein, in Eingaben an andere Behörden oder anderen 
Verfahren nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig 
sein könnte bzw. auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt 
beruhen soll (GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gfrf6mjzg4xtembrhe
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gfrf6njrgqxtembrha
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gfrf6mjxgyxtembrha

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3. Aufl. 2023, N. 9c zu Art. 396 StPO mit Hinweisen). Der dringende Tatverdacht wird 
daher bloss im Rahmen einer summarischen Prüfung von Amtes wegen geprüft. 

4.4 Gemäss Haftverlängerungsantrag der Staatsanwaltschaft vom 8. März 2024 
(KZM 24 551) wird dem Beschwerdeführer insbesondere folgender Sachverhalt vor-
geworfen: 
A.________ wird konkret vorgeworfen mindestens drei Frauen in die Schweiz gefahren zu haben, damit 
sie sich hier prostituierten. Mindestens zwei davon hat er D.________ ins Studio an der H.________ 
(Strasse) gebracht. So hat er J.________ in F.________ (Land) angeworben und dann in die Schweiz 
transportiert (Deliktsblatt 1). Er versprach ihr einen guten Verdienst, ihr behilflich zu sein, eine «normale 
Arbeit» zu finden und sagte ihr auch, dass sie in der Wohnung von D.________ an der H.________ 
(Strasse) wohnen könne. In der Schweiz angekommen, musste J.________ jedoch in den Studios un-
terhalb der Wohnung arbeiten und sollte nur 50% ihres Verdienstes erhalten. Er nutzte gezielt ihre 
vulnerable Situation aus – J.________ hatte damals weder eine Arbeit noch eine Wohnung in 
F.________ (Land) sowie schwierige familiäre Verhältnisse – und setzte sie auch noch mit ihrer Tochter 
unter Druck (Deliktsblatt 1, S. 60). J.________ arbeitete vom 12. April 2021 bis 17. Mai 2021 an der 
H.________ (Strasse), wobei sie dort über die Umstände der von ihr ausgeführten sexuellen Dienst-
leistungen nicht entscheiden konnte. So wurden ihr die Freier, die Zeit, der Preis und die Art der sexu-
ellen Dienstleistungen vorgeschrieben. Sie musste 24 Stunden zur Verfügung stehen. All dies lief über 
D.________ ab, wurde aber auch von A.________ kontrolliert. Bevor J.________ in die Schweiz kam 
sandte der Beschuldigte Fotos von ihr an Frau D.________, damit diese die Annoncen schalten konnte 
(DB 1, S. 64). Obwohl J.________ davon ausging, sie sei bei den Behörden gemeldet, war dies nicht 
der Fall. A.________ dürfte ebenfalls vom Verdienst von Frau J.________ profitiert haben (s. S. 69), 
was er aber bestreitet. Aus den Chats ist auch ersichtlich, dass der Beschuldigte mit Frau D.________ 
in Kontakt war, wenn es darum ging, ihren Verdienst auszurechnen. Eine weitere Frau, die er zusam-
men mit J.________ in die Schweiz beförderte, ist K.________ (DB 12). Auch sie arbeitete zu densel-
ben Bedingungen wie J.________ und die meisten anderen Frauen. Frau K.________ konnte für eine 
Einvernahme leider nicht mehr ausfindig gemacht werden. Sie machte jedoch während ihres Aufent-
haltes in G.________ (Ortschaft) Anzeige gegen einen Freier und sagte dabei bei der Polizei aus, der 
Beschuldigte habe sie zu Kunden gefahren (DB 12, S. 146). Auch gab es damals schon Kundenzah-
lungen, die via Twint über das Postfinance-Konto des Beschuldigten abliefen. Er hob diese Zahlungen 
dann jeweils bar ab, um sie weiterzugeben. 

Während er bei Frau D.________ an der H.________ (Strasse) wohnte, waren dort, nebst den bereits 
erwähnten Frauen, noch weitere Sexarbeiterinnen tätig, u.A. L.________ (DB 2). Diese holte er vom 
Flughafen ab und übte zusammen mit Frau D.________ die Kontrolle über sie aus. Auch hat er für sie 
einen gefälschten PCR-Test für ihre Einreise besorgt. Ebenfalls war I.________ damals an der 
H.________ (Strasse) tätig (DB 6). Es handelt sich dabei um die Frau, die gegen den Beschuldigten 
Anzeige wegen Körperverletzung und Drohung einreichte. Auch sie sagte aus, dass ihr etwas Anderes 
versprochen worden sei, als sie dann angetroffen habe. Ihr sei ein hoher Verdienst in Aussicht gestellt 
worden und die Anstellung im Club. Dieser sei aber nicht eröffnet worden. Aus den Chats zwischen 
D.________ und ihr ergeht zudem, dass I.________ noch bevor sie in die Schweiz kam, mitteilte, dass 
sie nicht gewillt sei, 24 Stunden pro Tag zu arbeiten. Sie habe dies nun 10 Jahre lang gemacht und 
fühle sich verbrannt. Daraufhin versicherte ihr Frau D.________, dass es hier nicht so sei wie in 
F.________ (Land), wo man nicht schlafen könne und eingeschlossen sein müsse. Man spreche hier 
von nur 24 Stunden, aber man könne schlafen, sich ausruhen und entspannen (vgl. Polizeirapport, DB 

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6, S. 95 und dort angehängter Chat). Diese Situation hat Frau I.________ hier aber nicht so vorgefun-
den. Sie sagte aus, sie habe 24 Std. zur Verfügung stehen müssen und habe das Haus kaum verlassen 
dürfen. Für die Tage, an denen sie keine Arbeit gehabt habe, habe sie der Beschuldigten CHF 50 
bezahlen müssen. Auch I.________ arbeitete unter der 50%-Regel. Jedes Mal, wenn ein Klient gekom-
men sei, habe sie Frau D.________ eine Nachricht senden müssen. Frau D.________ habe die Um-
stände ihrer Arbeit festgelegt und schulde ihr nach wie vor Geld. A.________ sei oft nach unten ge-
kommen und habe die Frauen kontrolliert. Er habe sie auch an Escorttermine gefahren. Auch ihre Si-
tuation in F.________ (Land) war vulnerabel, was der Beschuldigte wusste. Sie sagte aus, ihre Arbeit 
in einer Bar aufgrund er Corona-Massnahmen verloren zu haben. A.________ habe ihr gesagt, er habe 
für sie den Flug in die Schweiz gebucht, was dieser in seiner Schlusseinvernahme auch bestätigte. 

Aus Deliktsblatt 14 ist ersichtlich, dass ab Ende Juni/Anfang Juli 2021 ein Inserat von M.________ fürs 
Studio «N.________» aufgeschaltet war. Die Kontaktdaten dieser Frau wurden vom Beschuldigten an 
D.________ übermittelt (BD 14), obwohl A.________ sagte, sie vorher nicht gekannt zu haben. Obwohl 
diese einen Vertrag als selbständig Erwerbende hatte, musste sie schliesslich im selben Modus arbei-
ten, wie die anderen Frauen. Auch sie musste 50% des Verdienstes abgeben, rund um die Uhr zur 
Verfügung stehen und konnte über die Umstände ihrer Arbeit nicht fei entscheiden. A.________ wusste 
um die vulnerable Situation von M.________ und um die prekäre Arbeitsstation in F.________ (Land). 
Frau M.________ kam am 26. Juni 2021 in die Schweiz, zu einer Zeit, als der Beschuldigte sich noch 
öfter an der H.________ (Strasse) aufhielt (vgl. auch Videobilder S 154, wo er am 29. Juni 2023 zu-
sammen mit ihr und D.________ das Haus verlässt). Am 3. Juli 2021 fragte er bei Letzterer nach, wie 
«M.________» sich benehmen würde (DB 14, S. 156 unten). Auch hatte er wegen ihr mit D.________ 
am 5. Juli 2021 noch telefonischen Kontakt (DB 14, S. 157). Ebenfalls nahm er bezüglich 
«M.________» Twint-Zahlungen von Freiern entgegen, was er nicht bestreitet. Frau M.________ sagte 
über den Beschuldigten aus (EV vom 17. Mai 2022, Z. 384-386): «In der Tat hat A.________ sein Twint 
zur Verfügung gestellt. Mit uns hatte er nichts zu tun. In der Zeit als ich dort war, sah ich ihn 2 oder 3 
Mal. Ich nehme an, er ist dort hingenommen um abzurechnen». In derselben Einvernahme sagte sie 
auch (Z. 526-531): «A.________ ist eine Person der sein Konto zur Verfügung gestellt hatte. Er war da 
nicht involviert. Er war nicht involviert in diesen Themen. Und hatte auch nichts mit uns zu tun. Er hat 
auf uns aufgepasst. Ich schildere Ihnen jetzt etwas: er gab uns ein Ruhegefühl. Ich hatte mal ein Pro-
blem mit einem Klienten. D.________ beantwortete das Telefon nicht. Der Klient hat sich etwas ag-
gressiv gezeigt. Danach habe ich A.________ angerufen aber er konnte leider nicht kommen, weil er 
am Arbeiten war». Zur Zeit, als A.________ an der H.________ (Strasse) wohnte bzw. dort ein und aus 
ging, waren ebenfalls O.________ als Sexarbeiter und P.________ an der H.________ (Strasse) tätig, 
sowie auch Q.________. Es wird diesbezüglich auf DB 7 bis 9 verwiesen. Auch R.________ war als 
Prostituierte tätig, als A.________ an der H.________ (Strasse) wohnte, allerdings nur kurz (DB 17) 
sowie auch S.________, T.________ (DB 18) und U.________ (DB 19). Gemäss Ermittlungserkennt-
nissen arbeitete auch V.________ vom 12. bis 20. Februar 2021 für die Beschuldigten an der 
H.________ (Strasse) (DB 22). In seiner Schlusseinvernahme sagte er aus, T.________, S.________ 
und V.________ nicht zu kennen. An die anderen konnte er sich erinnern, sagte aber zusammengefasst 
aus, nichts zu ihnen sagen zu können, da er mit dem Geschäft an der H.________ (Strasse) nichts zu 
tun gehabt habe. 

Da der Beschuldigte besser Deutsch sprach als seine Mitbeschuldigten, half er auch manchmal bei der 
Erledigung administrativer Sachen mit. 

Auch nach dem Weggang des Beschuldigten von der H.________ (Strasse) Ende Juni 2021, stellte 
dieser Frau D.________ noch sein Postfinance-Konto für Twintzahlungen von Freiern zur Verfügung, 

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da sie nicht über ein solches verfügte. Auch erkundigte er sich, wie eben erwähnt, auch danach noch 
nach den Frauen und wie sie sich benehmen würden. 

4.5 Die Beschwerdekammer teilt die Auffassung des Zwangsmassnahmengerichts, wo-
nach der dringende Tatverdacht betreffend Menschenhandel und der Förderung der 
Prostitution nach wie vor zu bejahen ist. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf 
die zutreffenden Ausführungen des Zwangsmassnahmengerichts in den bisherigen 
Entscheiden (KZM 22 871, KZM 22 1239, KZM 23 145, KZM 23 582, KZM 23 1058 
und KZM 24 78) sowie die jeweiligen Haftverlängerungsanträge der Staatsanwalt-
schaft verwiesen werden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die Verhältnisse zu-
gunsten des Beschuldigten verändert haben sollen, sodass der dringende Tatver-
dacht entkräftet worden wäre:

4.5.1 Dem Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 10. August 2022 
(KZM 22 871) ist bezüglich des dringenden Tatverdachts zu entnehmen, dass auf-
grund der Opferaussagen hinreichend konkrete Anhaltspunkte für eine Beteiligung 
des Beschwerdeführers an den ihm vorgeworfenen Delikten vorlägen. Die Aussagen 
der Opfer würden teilweise von Chatnachrichten zwischen den beteiligten Personen 
belegt und der Beschwerdeführer selbst sei geständig, einige Frauen in die Schweiz 
gebracht und D.________ mit verschiedenen administrativen Arbeiten geholfen zu 
haben. Insbesondere im Falle von J.________ scheine der Beschwerdeführer im 
Wissen um deren prekäre Situation diese mittels Lügen hinsichtlich der Wohn- und 
Arbeitssituation getäuscht zu haben. Zudem deuteten die übereinstimmenden Aus-
sagen der verschiedenen Opfer entgegen der Auffassung der Verteidigung darauf 
hin, dass der Beschwerdeführer die Frauen kontrolliert und überwacht habe. So habe 
er sie zurückbeordert, wenn sie das Haus verlassen hätten, und Druck auf sie aus-
geübt, indem er ihnen mit dem Rauswurf gedroht oder ihre Kinder als Druckmittel 
eingesetzt habe. Insgesamt lägen genügend Anhaltspunkte vor, die auf eine Mitwir-
kung des Beschuldigten und somit zumindest eine Beteiligung an einer Straftat im 
Zusammenhang mit Art. 185 StGB schliessen liessen. Im Entscheid vom 15. Mai 
2023 (KZM 23 582) stellte das Zwangsmassnahmengericht fest, dass sich die da-
malige Sach- und Beweislage nicht wesentlich verändert habe und keine Entkräftung 
des dringenden Tatverdachts erkennbar sei. Vielmehr stelle der Beschwerdeführer 
den im Sammelrapport vom 13. März 2023 wiedergegebenen Beobachtungen und 
Feststellungen der Kantonspolizei Bern hauptsächlich seine Sichtweise, Sachver-
haltsdarstellung und Interpretation gegenüber. Am 10. August 2023 (KZM 23 1058) 
hielt das Zwangsmassnahmengericht fest, dass sich der dringende Tatverdacht nicht 
weiter zu erhärten brauche, wenn bereits in einem früheren Verfahrensstadium ein 
erheblicher und konkreter Tatverdacht bestanden habe. Die Umstände hätten sich 
nicht zugunsten des Beschwerdeführers verändert, weshalb diese immer noch aktu-
ell seien. Diese Auffassung bestätigte das Zwangsmassnahmengericht schliesslich 
mit Entscheid vom 23. Januar 2024. 

4.5.2 Insgesamt gründet der dringende Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer nach 
wie vor insbesondere auf den glaubhaften Opferaussagen, welche sich mit den ob-
jektiven Beweismitteln (insbesondere Chatnachrichten und Überwachungsergebnis-
sen; vgl. Sammelrapport vom 13. März 2023) decken. Hervorzuheben ist, dass der 

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Beschwerdeführer nicht bestreitet, administrative Arbeiten erledigt, Frauen transpor-
tiert und sein Postfinance-Konto zur Verfügung gestellt zu haben (Einvernahme des 
Beschwerdeführers vom 8. Juni 2022, Z. 276, 253, 292, 363 f.; vgl. Sammelrapport 
vom 13. März 2023, S. 32 ff.). Es bestehen damit insgesamt konkrete Anhaltspunkte 
dafür, dass der Beschwerdeführer durch seine Handlungen an den Geschäften an 
der H.________ (Strasse) beteiligt war und sich so des Menschenhandels sowie der 
Förderung der Prostitution strafbar gemacht haben könnte. Wie das Zwangsmass-
nahmengericht zu Recht festhält, ist nicht erforderlich, dass sich der dringende Tat-
verdacht im Verlauf des Verfahrens stets weiter verdichtet. Wie eingangs erwähnt 
(E. 4.1), genügt es, wenn dieser – sofern die vorbestehenden konkreten Verdachts-
gründe ausreichend hoch waren – im Verlauf des Strafverfahrens ausreichend hoch 
bleibt. Davon ist vorliegend auszugehen, zumal das Verfahren kurz vor der Anklage 
steht und eine Verurteilung wahrscheinlich erscheint. Aus den Akten und mangels 
weiterer Ausführungen des Beschwerdeführers sind keine Hinweise ersichtlich, wel-
che den dringenden Tatverdacht hinsichtlich des Menschenhandels und der Förde-
rung der Prostitution zwischenzeitlich entkräftet hätten. 

4.6 Der dringende Tatverdacht erweist sich somit immer noch als genügend erhärtet. 

5.

5.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund namentlich im Sinn von Art. 221 Abs. 1 Bst. a-c StPO voraus. Das 
Zwangsmassnahmengericht begründet die Verlängerung der Untersuchungshaft mit 
dem Haftgrund der Fluchtgefahr. 

5.2 Die Annahme von Fluchtgefahr als besonderer Haftgrund setzt ernsthafte Anhalts-
punkte dafür voraus, dass sich die beschuldigte Person dem Strafverfahren oder der 
zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen könnte (Art. 221 Abs. 1 Bst. a 
StPO). Im Vordergrund steht dabei eine mögliche Flucht ins Ausland, denkbar ist 
aber auch ein Untertauchen im Inland (BGE 143 IV 160 E. 4.3, auch zum Folgenden; 
Urteile des Bundesgerichts 1B_379/2019 vom 15. August 2019 E. 6.1 und 
1B_387/2016 vom 17. November 2016 E. 5, auch zum Folgenden). Nach der Recht-
sprechung des Bundesgerichts darf die Schwere der drohenden Sanktion als ein 
Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um 
einen Haftgrund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betref-
fenden Falls, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse der beschuldigten Per-
son, in Betracht gezogen werden (BGE 145 IV 503 E. 2.2 [= Pra 109 (2020) Nr. 54], 
143 IV 160 E. 4.3 und 125 I 60 E. 3a, je mit Hinweisen). So ist es zulässig, ihre 
familiären und sozialen Bindungen, ihre berufliche Situation und Schulden sowie 
Kontakte ins Ausland und Ähnliches mitzuberücksichtigen, ebenso besondere per-
sönliche Merkmale (wie z.B. eine Tendenz zu überstürzten Aktionen, ausgeprägte 
kriminelle Energie usw.), die auf eine Fluchtneigung schliessen lassen könnten. Bei 
einer Person ausländischer Nationalität sind ferner der Aufenthaltsstatus, die Anwe-
senheitsdauer in der Schweiz und die familiären Beziehungen von Bedeutung. Wer 
im Fall einer Haftentlassung von den Migrationsbehörden ausgewiesen wird, dürfte 
kaum mehr einen Anlass sehen, sich weiterhin dem Verfahren zu stellen, selbst 
wenn er eigentlich die Schweiz gar nicht verlassen will. Ein gewichtiges Indiz für 

10

Fluchtgefahr stellen auch unklare Wohn- und Arbeitsverhältnisse dar (vgl. FREI/ZU-
BERBÜHLER ELSÄSSER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 
3. Aufl. 2020, N. 17 zu Art. 221 StPO). Die Wahrscheinlichkeit einer Flucht nimmt in 
der Regel mit zunehmender Verfahrens- bzw. Haftdauer graduell ab, da sich auch 
die Länge des allenfalls noch zu absolvierenden Strafvollzugs mit der bereits geleis-
teten prozessualen Haft, die der mutmasslichen Freiheitsstrafe anzurechnen wäre, 
kontinuierlich verringert (BGE 143 IV 160 E. 4.3). Für den Nachweis des Haftgrunds 
der Fluchtgefahr ist bei Ersatzmassnahmen grundsätzlich ein weniger strenger 
Massstab an die erforderliche Intensität anzulegen als bei strafprozessualem Frei-
heitsentzug (Urteil des Bundesgerichts 1B_5/2023 vom 23. März 2023 E. 2.4 mit 
weiteren Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).

5.3 Das Zwangsmassnahmengericht verweist im angefochtenen Entscheid vorab auf 
seinen Entscheid vom 11. Mai 2022, in dem es Folgendes ausführte:

«Der Haftgrund der Fluchtgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO besteht aufgrund der fehlenden Verwur-

zelung des A.________ in der Schweiz; dieser ist kubanischer Staatsangehöriger ohne festen Wohnsitz in 

der Schweiz, sondern mit Domizil in F.________ (Land), und scheint eine rege Reisetätigkeit zwischen 

W.________ (Land), F.________ (Land) und der Schweiz an den Tag [zu legen]. Darüber hinaus hat er im 

Falle einer Verurteilung eine empfindliche Freiheitsstrafe zu gewärtigen. Im Sinne einer Gesamtbetrachtung 

der Umstände bietet er nach dem Gesagten nur ungenügend Gewähr dafür, dass er sich dem Strafverfahren 

künftig freiwillig stellen würde, namentlich indem er die Schweiz verlässt oder anderweitig nicht erreich- bzw. 

greifbar ist, zumal auch der Anreiz für ihn, sich zur Verfügung der Strafverfolgungsbehörden zu halten, als 

gering erscheint».

Darüber hinaus erwog es, dass bereits im Entscheid vom 14. Februar 2023 festge-
halten worden sei, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz zwar über Anker ver-
füge, welche jedoch gesamthaft oder kurz-/mittelfristig betrachtet die Fluchtgefahr 
nicht aufzuwiegen vermöchten. Dem Beschwerdeführer drohe zudem neben einer 
Freiheitsstrafe eine obligatorische Landesverweisung. Es sei dabei gerichtsnoto-
risch, dass wer mit der Wegweisung aus der Schweiz zu rechnen habe, regelmässig 
kaum mehr einen Anlass sehe, sich weiterhin dem Verfahren zu stellen, selbst wenn 
er eigentlich die Schweiz gar nicht verlassen wolle. Daher bestehe demnach das 
Risiko, dass der Beschwerdeführer versucht sein könnte, den düster zu qualifizie-
renden Perspektiven zu entgehen, indem er sich dem Strafverfahren nicht mehr 
stelle. Weiter scheine der Beschwerdeführer kein ernsthaftes Interesse an der Wahr-
heitsfindung zu bekunden, so dass nicht ersichtlich sei, warum er sich in Freiheit 
freiwillig den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung halten sollte. Dazu komme, 
dass er seinen Lebensunterhalt zu einem überwiegenden Teil im Ausland bestreite 
und auf Reisen dorthin angewiesen sei. Am 10. August 2023 hielt es weiter fest, dass 
es sich bei den vorgebrachten Gesichtspunkten der Staatsanwaltschaft um konkrete 
Indizien handle, die für einen nicht zu vernachlässigenden Fluchtanreiz sprächen, 
den es zu unterbinden gelte. Zudem gehe es bei der Fluchtgefahr auch um die Si-
cherung der Verfügbarkeit des Beschwerdeführers zwecks Befragung durch das ur-
teilende Gericht, das voraussichtlich einen persönlichen Eindruck von ihm werde ge-
winnen wollen. Insgesamt sei der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr zu bejahen. 

11

5.4 Den Ausführungen des Zwangsmassnahmengerichts kann vollumfänglich gefolgt 
und darauf verwiesen werden. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt ver-
fängt nicht:

5.4.1 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die drohende Sanktion stelle keinen 
Fluchtanreiz dar, kann ihm nicht gefolgt werden. Gemäss Art. 182 Abs. 1 StGB wird 
Menschenhandel mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bedroht, wobei der Strafrahmen 
sehr weit gefasst ist und von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe 
von 20 Jahren reicht (vgl. Art. 40 StGB). Der Tatbestand der Förderung der Prostitu-
tion gemäss Art. 195 Bst. c StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bedroht. 
Ohne dem Sachgericht vorgreifen zu wollen, muss der Beschwerdeführer nach der-
zeitiger Aktenlage und unter Berücksichtigung seiner zahlreichen Vorstrafen (vgl. 
dazu den Strafregisterauszug vom 9. Mai 2022) im Falle einer Verurteilung mit einer 
mehrjährigen unbedingten Freiheitsstrafe rechnen (vgl. E. 6.4 hiernach), was für sich 
alleine bereits einen hohen Fluchtanreiz darstellt. Unter Berücksichtigung dieser ihm 
drohenden mehrjährigen Freiheitsstrafe vermag auch der Umstand, dass er sich seit 
23 Monaten in Haft befindet, den Fluchtanreiz nicht wesentlich zu schmälern. Des 
Weiteren geht auch der vom Beschwerdeführer angeführte Vergleich, wonach er 
sich bereits in einem früheren gegen ihn geführten Strafverfahren weiterhin in der 
Schweiz aufgehalten habe und für die Behörden greifbar gewesen sei, fehl. So ging 
es damals um deutlich weniger schwerwiegende Delikte (einfache Körperverletzung 
und Drohung), so dass im Gegensatz zum vorliegenden Verfahren kein genügend 
hoher Fluchtanreiz vorgelegen haben dürfte. Dass dem Beschwerdeführer aufgrund 
der in Frage stehenden Anlassdelikte zusätzlich eine obligatorische Landesverwei-
sung (Art. 66a Abs. 1 Bst. g und h StGB) droht, ist zu Recht unbestritten. Mithin ist 
nach wie vor von einem erheblichen Fluchtanreiz auszugehen.

5.4.2 Der Beschwerdeführer führt nicht weiter aus, inwiefern seine Lebensumstände ge-
gen die Annahme der Fluchtgefahr sprechen. Wie den Akten entnommen werden 
kann, hat der Beschwerdeführer vier Kinder, wobei ein Kind in W.________ (Land), 
eines in X.________ (Stadt im Ausland) und zwei in der Schweiz leben (Einver-
nahme des Beschwerdeführers vom 9. Mai 2022, Z. 27). Dass der Beschwerdefüh-
rer zu seinen beiden in der Schweiz lebenden 13- und 18-jährigen Kindern keinen 
bzw. lediglich einen losen Kontakt pflegt, ist im Beschwerdeverfahren unbestritten 
geblieben. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Vater des Beschwerdeführers und 
seine Geschwister ebenfalls in W.________ (Land) und X.________ (Stadt im Aus-
land) leben (Einvernahme des Beschwerdeführers vom 9. Mai 2022, Z. 27). Gemäss 
eigenen Angaben lebt der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2000 oder 2001 in der 
Schweiz, wobei er seit 2013 über keinen Aufenthaltstitel mehr verfügt. Im Jahr 2021 
sei er nach F.________ (Land) zurückgegangen, komme seither fast jeden Monat in 
die Schweiz und reise auch regelmässig nach W.________ (Land) (Hafteinver-
nahme vom 9. Mai 2022, Z. 36; 76). Er lebt von der Musik (Hafteinvernahme vom 9. 
Mai 2022, Z.48 ff.) und geht somit keiner regulären Arbeit nach. Vor diesem Hinter-
grund ist mit der Staatsanwaltschaft anzunehmen, dass sein Lebenswandel alles an-
dere als gefestigt ist. 

12

5.4.3 Schliesslich überzeugt nicht, wenn der Beschwerdeführer vorbringt, dass im jetzigen 
Verfahrensstadium für den Abschluss des Strafverfahrens die Anwesenheit des Be-
schwerdeführers nicht zwingend notwendig ist, da das Gericht mittels Abwesenheits-
verfahren ein Urteil fällen könne. Anders als er meint, steht dies im aktuellen Verfah-
rensstadium nicht mit Sicherheit fest, zumal der Beschwerdeführer die Vorwürfe des 
Menschenhandels und der Förderung der Prostitution nach wie vor bestreitet. Mithin 
dürfte es für die Urteilsfindung wichtig sein, dass sich das Sachgericht ein persönli-
ches Bild vom Beschwerdeführer machen kann. Hinzu kommt, dass die Abwesenheit 
des Beschwerdeführers auch in Bezug auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs 
hinsichtlich der Mitbeschuldigten D.________ problematisch sein könnte. Daneben 
soll die Inhaftierung bei bestehender Fluchtgefahr auch sicherstellen, dass der Be-
schwerdeführer dem anschliessenden Hauptverfahren und einer allfälligen Sanktion 
zugeführt werden kann (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 20 
137 vom 14. April 2020 E. 4.1 und E. 4.5).

5.4.4 Zusammengefasst liegen zahlreiche für eine Fluchtgefahr sprechende Gesichts-
punkte vor (fehlende familiäre und soziale Bindung zur Schweiz; kein Aufenthaltstitel; 
Domizil in F.________ (Land); Familie im Ausland; drohende Strafe und Landesver-
weisung). Diese überwiegen klar diejenigen, welche gegen eine Fluchtgefahr spre-
chen (lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz; zwei Kinder in der Schweiz; Beteue-
rung, sich den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu halten). So vermag auch 
die Möglichkeit, bei seiner Freundin Y.________ zu wohnen, die Fluchtgefahr nicht 
abzuwenden. Es ist mit der Staatsanwaltschaft und dem Zwangsmassnahmenge-
richt davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer im Falle einer Haftentlas-
sung dem Strafverfahren und der zu erwartenden Strafe durch Flucht ins Ausland 
oder Untertauchen im Inland entziehen würde. Insgesamt kann beim Beschwerde-
führer nicht mehr von einer niederschwelligen Fluchtgefahr ausgegangen werden.

5.5 In Würdigung der vorliegenden Umstände ist der besondere Haftgrund der Flucht-
gefahr weiterhin zu bejahen. 

6.

6.1 Wie alle strafprozessualen Zwangsmassnahmen hat Untersuchungshaft verhältnis-
mässig zu sein. Insbesondere ist anstelle von Untersuchungshaft als mildere Vor-
kehr eine Ersatzmassnahme anzuordnen, wenn sie den gleichen Zweck erfüllt 
(Art. 197 Abs. 1 Bst. c und 237 Abs. 1 StPO). Überdies muss Untersuchungshaft 
durch die Bedeutung der Straftat gerechtfertigt sein (Art. 197 Abs. 1 Bst. d StPO) 
und darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 
StPO). Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeit-
liche Nähe der konkret zu erwartenden Dauer der Sanktion rückt (BGE 143 IV 168 
E. 5.1). 

6.1.1 Gemäss Art. 5 Ziff. 3 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK; SR 0.101) hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person 
sodann Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich beurteilt 
oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Im Schweizer 
Recht ist das Beschleunigungsgebot in Haftsachen in Art. 31 Abs. 3 der Bundesver-
fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 5 Abs. 2 

13

StPO statuiert. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots liegt beispielsweise vor, 
wenn die Untersuchung nicht genügend vorangetrieben wurde. Welche Verfahrens-
dauer angemessen ist, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgeblich 
sind insoweit namentlich die Schwere des Tatvorwurfs und die Komplexität des 
Sachverhalts (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1; 130 I 269 E. 3.1; je mit Hinweisen; Urteile 
des Bundesgerichts 1B_443/2021 vom 6. Oktober 2021 E. 3.1; 1B_82/2021 vom 9. 
September 2021 E. 2.2). 

Eine Haftentlassung als Folge einer Verletzung des Beschleunigungsgebots kommt 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung allerdings nur dann in Frage, wenn die 
Verfahrensverzögerung geeignet ist, die Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft 
gesamthaft in Frage zu stellen. Dies ist nur der Fall, wenn sie besonders schwer 
wiegt und die Strafverfolgungsbehörden erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder 
in der Lage sind, das Verfahren mit der für Haftfälle verfassungs- und konventions-
rechtlich gebotenen Beschleunigung voranzutreiben (BGE 140 IV 74 E. 3.2). Im Fall, 
dass keine besonders schwerwiegende Verletzung des Beschleunigungsgebots vor-
liegt, genügt – sofern die materiellen Haftgründe gegeben sind und die Haftdauer 
verhältnismässig erscheint – die förmliche Feststellung der Verletzung des Be-
schleunigungsgebots im Dispositiv des Haftentscheids. Zudem ist der festgestellten 
Grundrechtsverletzung im Rahmen der Kostenfolge angemessen Rechnung zu tra-
gen (BGE 137 IV 118 [= Pra 2011 Nr. 122] E. 2.2, 137 IV 92 E. 3.2.3; Entscheid des 
Bundesgerichts 1B_138/2021 vom 9. April 2021 E. 2.3; ferner Entscheide des Bun-
desgerichts 1B_299/2015 vom 28. September 2015 E. 3.2 und 1B_203/2015 vom 1. 
Juli 2015 E. 5.2, 5.4 und 5.5). Der Haftrichter kann nötigenfalls prozessuale Anord-
nungen erlassen bzw. Fristen für ausstehende Verfahrenshandlungen ansetzen 
(Entscheid des Bundesgerichts 1B_299/2015 vom 28. September 2015 E. 3.2 mit 
Hinweisen; Art. 397 Abs. 4 StPO).

6.2 Der Beschwerdeführer rügt mit Blick auf die Dauer der Ausfertigung der Anklage-
schrift eine Verletzung des Beschleunigungsgebots in Haftsachen. 

6.2.1 Das Zwangsmassnahmengericht verneint im angefochtenen Entscheid eine von der 
Staatsanwaltschaft zu verantwortende Verletzung des Beschleunigungsgebots. Die 
angemessene Verfahrensdauer entziehe sich starren Regeln und es sei im Einzelfall 
zu prüfen, ob sich die Dauer unter den konkreten Umständen als angemessen er-
weise. Kriterien bildeten etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des 
Sachverhalts, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten der 
beschuldigten Personen und der Behörden sowie die Zumutbarkeit für die beschul-
digte Person. Entscheide betreffend Untersuchungshaft bedürften einer regelmässi-
gen Überprüfung, wobei auf die Verfahrensakten abzustellen sei, welche sich nach 
Fortschritt der Verfahrenshandlungen veränderten. Das Zwangsmassnahmengericht 
sei daher nicht an die Gründe gebunden, die es zuvor angenommen habe. Im Ent-
scheid vom 23. Januar 2024 habe das kantonale Zwangsmassnahmengericht eine 
Verletzung des besonderen Beschleunigungsgebots festgehalten, da der einge-
reichten Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 12. Januar 2024 keine weiteren 
Konkretisierungen hinsichtlich des erforderlichen Zeitumfangs hätten entnommen 
werden können. Der alleinige Hinweis auf die Komplexität und den Umfang in recht-
licher und tatsächlicher Hinsicht genüge nicht. Mit der Haftverlängerung von zwei 

14

Monaten habe das Zwangsmassnahmengericht allerdings und entgegen der Auffas-
sung des Beschwerdeführers keine letztmalige Möglichkeit zur Ausarbeitung der An-
klageschrift und Ansetzung der Frist nach Art. 318 StPO gegeben. In der Stellung-
nahme vom 8. März 2024 habe die Staatsanwaltschaft im Gegensatz zur Eingabe 
am 12. Januar 2024 genügend darlegen können, warum eine Verfahrensverschlep-
pung zu verneinen sei. Sie habe genauere Angaben gemacht, wonach Abschlussa-
rbeiten im Verfahren getätigt und weitere Verfahrensschritte durchgeführt worden 
seien. Zudem habe sie auf prioritäre Haftfälle aus der «Aktion Y» verwiesen, was 
gemäss obergerichtlicher Rechtsprechung bei der Beurteilung angemessener Ver-
fahrensdauer berücksichtigt werden dürfe. Insgesamt erscheine das Beschleuni-
gungsgebot nicht als verletzt und eine Dauer von drei Monaten für die Ausarbeitung 
der Anklageschrift, die Frist gemäss Art. 318 StPO und die definitive Anklageerhe-
bung als angemessen. Zu einer Haftentlassung führe ohnehin nur eine krasse Ver-
letzung des Beschleunigungsgebots. Hinweise darauf, dass die Staatsanwaltschaft 
nicht gewillt oder in der Lage sei, das Verfahren mit der für Haftfälle verfassungs- 
und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung abzuschliessen, seien nicht er-
sichtlich. 

6.2.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer zusammengefasst ein, dass es sich vorlie-
gend um einen im Bereich des Menschenhandels und der Förderung der Prostitution 
«üblichen» Fall mit nur fünf Privatklägerinnen handle und nicht um ein komplexes 
und umfangreiches Verfahren. Die von der Staatsanwaltschaft in ihrer Stellung-
nahme vom 8. März 2024 geltend gemachten Argumente vermöchten eine derartige 
Verzögerung in der Ausarbeitung der Anklageschrift nicht zu rechtfertigen. Vielmehr 
stehe das Verfahren seit gut acht Monaten grossmehrheitlich still und die Staatsan-
waltschaft sei nicht in der Lage, innert angemessener Dauer den Entwurf der Ankla-
geschrift auszuarbeiten. Gestützt darauf sei das Beschleunigungsgebot gravierend 
verletzt worden, weshalb die Rechtmässigkeit der Haft zu verneinen sei. 

6.2.3 Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots kann nicht ausgemacht werden. Vorab 
kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen des Zwangsmassnahmenge-
richts verwiesen werden. 

Zunächst ist festzuhalten, dass – wie die Vorinstanz korrekterweise vorbringt – aus 
dem Umstand, dass das Zwangsmassnahmengericht in seinem letzten Entscheid 
vom 23. Januar 2024 eine Verletzung des Beschleunigungsgebots festgestellt hat, 
nicht darauf geschlossen werden kann, dass eine solche automatisch fortbesteht. 
Vielmehr muss im Rahmen des Haftüberprüfungsverfahren neu beurteilt werden, ob 
das Verfahren unter Berücksichtigung allfälliger Fortschritte seit der letzten Haftver-
längerung genügend vorangetrieben wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_640/2012 vom 13. November 2012 E. 3.2). Sodann ist der Staatsanwaltschaft 
beizupflichten, dass es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung möglich ist, 
Zeiten des Stillstands durch andere Zeitspannen mit intensiver behördlicher oder ge-
richtlicher Tätigkeit zu kompensieren. 

6.2.4 Im aktuellen Haftprüfungsverfahren sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach die 
Staatsanwaltschaft nicht gewillt oder in der Lage wäre, das Verfahren mit der gebo-
tenen Beschleunigung voranzutreiben. Es trifft zwar zu, dass die Ausarbeitung der 
Anklageschrift verhältnismässig lange dauert; allein diese Tatsache vermag eine 

15

Verletzung des Beschleunigungsgebots indes nicht zu begründen. Die Staatsanwalt-
schaft macht zudem sowohl in ihrer Stellungnahme vom 8. März 2024 als auch in 
ihrer Stellungnahme vom 5. April 2024 ausführlich geltend, weshalb sich die Ausar-
beitung der Anklageschrift bisher verzögert hat: So seien verschiedene Abschlussa-
rbeiten (Paginieren und Scannen der 24 Bundesordner, Erstellung einer Festplatte 
mit elektronischen Dossier) getätigt worden. Dabei handle es sich nicht ausschliess-
lich um Sekretariatsarbeit und ohne diese Arbeiten könne keine Frist gemäss 
Art. 318 StPO angesetzt werden. Weiter seien das an F.________ (Land) gestellte 
Rechtshilfeersuchen erst am 8. Dezember 2023 und die Übersetzung am 21. De-
zember 2023 eingetroffen. Anfangs Februar 2024 seien noch drei Editionsgesuche 
betreffend Vorakten des Beschwerdeführers gestellt worden, wobei die letzten Vor-
akten erst kürzlich eingetroffen seien. Sodann sei am 7. März 2024 das Verfahren 
gegen E.________ abgetrennt worden, wobei die Akten physische hätten abgetrennt 
werden müssen. Zudem hätten seit der letzten Haftverlängerung aktuelle ausländi-
sche Strafregisterauszüge für den Beschuldigten und E.________ eingeholt werden 
müssen. 

6.2.5 Des Weiteren sind die mehrfach von der Staatsanwaltschaft geltend gemachte Kom-
plexität sowie der Umfang des Verfahrens zu berücksichtigen. Soweit der Beschwer-
deführer vorbringt, dass es sich nicht um einen komplexen und umfangreichen, son-
dern um einen «üblichen» Fall im Bereich Menschenhandel und Förderung der Pro-
stitution handelt und damit insgesamt das Mass der Komplexität und des Umfangs 
des Verfahrens anzweifelt, kann ihm nicht gefolgt werden. Vielmehr ist es notorisch, 
dass Strafverfahren im Bereich des Menschenhandels und der Förderung der Pro-
stitution gegen mehrere Beschuldigte in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht um-
fangreicher und komplexer sind, als andere Verfahren. Dazu kommen die weiteren 
dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Delikte. Aus dem Umstand, dass das Straf-
verfahren 24 Bundesordner umfasst, kann durchaus darauf geschlossen werden, 
dass es sich eben nicht nur um einen «üblichen», sondern um einen eher komplexen 
Fall handelt. Dafür spricht auch der umfangreiche Sammelrapport vom 13. März 
2023. Wie die zuständige Staatsanwältin selbst eingesteht, wurde der Umfang der 
Anklageschrift deutlich unterschätzt, so dass fälschlicherweise davon ausgegangen 
wurde, dass diese viel früher vorliege. Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, 
dass die Staatsanwaltschaft nicht gewillt oder nicht in der Lage ist, das Verfahren 
voranzutreiben. 

6.2.6 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft das Be-
schleunigungsgebot nicht verletzt hat. Folglich liegt auch keine gravierende Verlet-
zung des Beschleunigungsgebots vor, welche eine sofortige Haftentlassung recht-
fertigen würde. 

6.3 Die gewährte Haftverlängerung bis 22. Juni 2024 ist auch aus weiteren Überlegun-
gen nicht zu beanstanden:

Der Beschwerdeführer wurde am 10. Mai 2022 festgenommen und befindet sich seit 
23 Monaten in Haft. Die Vorinstanz verlängerte die Untersuchungshaft bis zum 
22. Juni 2024, was zu einer Haftdauer von insgesamt 26 Monaten führt. Der Be-
schwerdeführer bringt vor, dass eine weitere Verlängerung der Untersuchungshaft 
nicht mehr verhältnismässig sei. Es ist richtig, dass die Dauer der strafprozessualen 

16

Haft mit dannzumal 26 Monaten eher länger ist. Dennoch ist sie nach wie vor als 
verhältnismässig zu beurteilen. Mit Blick auf die drohende mehrjährige (deutlich über 
zwei Jahre bzw. 26 Monaten liegende) Freiheitsstrafe aufgrund der ihm vorgeworfe-
nen Delikte insbesondere des Menschenhandels und der Förderung der Prostitution 
(vgl. E. 5.4.1 hiervor) droht ihm nach wie vor keine Überhaft. 

6.4 Schliesslich sind auch keine milderen Ersatzmassnahmen zu erkennen, welche die 
bestehende erhebliche Fluchtgefahr hinreichend zu bannen vermöchten (vgl. inso-
weit auch das Urteil des Bundesgerichts 1B_297/2019 vom 3. Juli 2019 E. 5.1 mit 
Hinweisen, wonach Ersatzmassnahmen für Haft zwar geeignet sein können, einer 
gewissen, niederschwelligen Fluchtneigung Rechnung zu tragen. Bei ausgeprägter 
Fluchtgefahr erweisen sie sich jedoch in der Regel als nicht ausreichend). Wie an-
geführt (E. 5.4.4 hiervor), kann die vom Beschwerdeführer ausgehende Fluchtgefahr 
vorliegend nicht mehr als niederschwellig bezeichnet werden. Die vom Beschwerde-
führer vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen (Electronic Monitoring, Meldepflicht) er-
scheinen mithin nicht geeignet bzw. ausreichend, um der bestehenden Fluchtgefahr 
zu begegnen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1B_651/2022 vom 18. Januar 
2023 E. 5.2.2). 

7. Die Verlängerung der Untersuchungshaft für drei Monate und die Ablehnung des 
Haftentlassungsgesuchs vom 4. März 2024 sind somit rechtens und die hiergegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1'500.00, dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für ihre Auf-
wendungen im Beschwerdeverfahren ist durch das urteilende Gericht im Endent-
scheid festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

17

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Von den abschliessenden Bemerkungen des Beschuldigten/des Beschwerdeführers 
vom 11. April 2024 wird Kenntnis genommen und gegeben.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

4. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch das urteilende Gericht festgesetzt. 

5. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwältin B.________

(per Einschreiben)
- Staatsanwältin C.________, Kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben 

(per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- dem Kantonalen Zwangsmassnahmengericht, Gerichtspräsident Z.________

(mit den Akten – per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Bern, 16. April 2024 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Ueltschi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung ge-
stellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.