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**Case Identifier:** 0fc040b7-5563-5670-ae86-4c8b63c84359
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.06.2016 200 2016 212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-212_2016-06-01.pdf

## Full Text

200 16 212 IV
KOJ/COC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Juni 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Januar 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2016, IV/16/212, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1953 geborene Dina A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) meldete sich am 25. April 2014 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden 
bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, 
Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Da-
bei holte sie insbesondere eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; AB 29) ein und liess einen Abklärungsbericht Haushalt 
erstellen (AB 36). Gestützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebungen 
stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 10. November 2015 
(AB 37) bei einem in Anwendung der gemischten Methode (70% Erwerbs-
tätigkeit und 30% Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 21% 
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Mit diesem Vorbescheid 
zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden (AB 38). 

Nach Einholung einer Stellungnahme des Abklärungsdienstes (AB 41) ver-
fügte die IVB am 8. Januar 2016 wie im Vorbescheid angekündigt und wies 
das Rentenbegehren ab (AB 42).

B.

Hiergegen lässt die Versicherte am 10. Februar 2016 Beschwerde erheben 
und die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die 
Zusprache einer ganzen IV-Rente ab November 2014 beantragen.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. März 2016 schliesst die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2016, IV/16/212, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. Januar 2016 
(AB 42). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2016, IV/16/212, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga-
benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird 
für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf 
abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; 
BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 149).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 
28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 

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und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

3.1.1 Prof. Dr. med. C.________ und PD Dr. med. D.________, beides 
Fachärzte für Neurochirurgie FMH, diagnostizierten im Bericht vom 4. März 
2014 (AB 6 S. 8) einen Status nach Lumbotomie und Einlage einer Free-
dom-Prothese nach linksseitiger Diskektomie am 28. November 2013 bei 
symptomatischer Foraminalstenose L4/5 links und fortgeschrittener Osteo-
chondrose mit dorsalem Kollaps des Bandscheibenfachs L4/5 und einen 
Status nach Diskushernienoperation L4/5 rechts am 22. Oktober 2007. Ins-
gesamt bestehe ein unbefriedigender Verlauf mit residuellen, stark ausge-
prägten Lumboischialgien im Dermatom L4 links. Die Schmerzen seien im 
Verlauf etwas regredient, persistierten jedoch auf einem subjektiv stark 
störenden Niveau. Als nächster Schritt werde die Durchführung einer peri-
radikulären Infiltration L4 links empfohlen.

Im Bericht vom 2. April 2014 (AB 6 S. 7) führten die Fachärzte an, die Be-
schwerdeführerin habe von der Infiltration deutlich profitiert und die radi-
kuläre Schmerzsymptomatik habe sich deutlich gebessert. Es persistierten 

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vor allem noch pseudoradikulär in die linke Glutealregion ausstrahlende 
Schmerzen sowie eine Quadrizepsparese M4 auf der linken Seite.

3.1.2 Prof. Dr. med. C.________ führte im Bericht vom 16. September 
2014 (AB 22 S. 3) an, die Beschwerdeführerin habe weiter Fortschritte ge-
macht. Unter zunehmender Belastung träten vor allem Kreuzschmerzen 
auf, welche eine Pause erzwingen würden. Das linke Bein sei weiterhin 
etwas schwächer als das rechte. Das Behandlungsresultat sei nicht ganz 
optimal, da die berufliche Reintegration nicht mehr gelungen sei, dennoch 
aber soweit zufriedenstellend. Prinzipiell könnten die linksseitigen leicht-
gradigen radikulären Probleme durch eine dorsale Dekompression des 
Rezessus L5 allenfalls noch verbessert werden. Die Beschwerdeführerin 
verspüre aber im Moment zu wenig Leidensdruck und möchte damit zuwar-
ten. Ferner attestierte der Facharzt eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit.

Im Bericht zuhanden der Krankentaggeldversicherung vom 17. September 
2014 (AB 20.2) führte er aus, die bisherige Tätigkeit sei aufgrund der redu-
zierten Belastbarkeit nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit 
(leichte Arbeit, Belastung weniger als 15kg) sei die Beschwerdeführerin 
arbeitsfähig. Mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit könne ab 
2015 im Umfang von 50% gerechnet werden (S. 2). 

3.1.3 Der beratende Arzt der Krankentaggeldversicherung Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, führte am 24. September 2014 aus (AB 20.1 S. 3), 
die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. In einer leichten ange-
passten Tätigkeit bestehe ab sofort eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit.

3.1.4 Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, diagnostizierte im Bericht vom 16. Januar 2015 (AB 26) mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Lumboischialgie L4 und einen dekom-
pensierten Spreizfuss beidseits mit Hallux valgus und Metatarsalgie (S. 2 
Ziff. 1.1). Postoperativ sei es zu einer deutlichen Regredienz der Be-
schwerden gekommen. Es persistierten jedoch eine Lumboischialgie sowie 
eine rasche Ermüdbarkeit. Es bestehe eine eingeschränkte körperliche 
Leistungsfähigkeit. Aktuell komme es nach ein bis zwei Stunden Stehen zu 
einer massiven Schmerzentwicklung. Heben, Tragen, Bücken und längeres 

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Stehen seien nicht mehr möglich. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr 
zumutbar. Ferner attestierte sie vom 28. November 2013 bis 31. Dezember 
2014 eine 100%-ige und ab Januar 2015 eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit 
(S. 3 f. Ziff. 1.4, 1.6, 1.7). Eine angepasste (wechselbelastende oder vor-
wiegend im Gehen ausgeübte) Tätigkeit sei maximal zu 4 Stunden am Tag 
zumutbar (S. 6).

3.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im 
Bericht vom 4. März 2015 (AB 29) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit einen Status nach Diskushernienoperation L4/5 rechts und einen Sta-
tus nach Lumbotomie und Einlage einer Freedom-Prothese nach linksseiti-
ger Diskektomie bei symptomatischer Foraminalstenose L4/5 links und 
fortgeschrittener Osteochondrose mit dorsalem Kollaps des Bandscheiben-
fachs L4/5. Bis auf eine Quadrizepsparese links werde über keine objekti-
ven Einschränkungen berichtet. In der angestammten Tätigkeit bestehe seit 
der Operation vom 28. November 2013 keine Arbeitsfähigkeit mehr. In ei-
ner angepassten wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeit, 
ohne Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, ohne 
Zwangshaltungen wie häufiges Bücken, Knien oder Kauern, ohne Umwelt-
einflüsse wie Zugluft, Kälte oder Nässe, ohne vorwiegende Überkopfarbeit, 
ohne absturzgefährdetes Arbeiten und Steigen auf Gerüsten, Leitern und 
Dächern, ohne repetitive Rumpfrotation im Sitzen/Stehen und ohne ständi-
ges Begehen von Treppen bestehe eine 90%-ige Arbeitsfähigkeit drei Mo-
nate nach der Operation, d. h. seit Ende Februar 2014. Die 10%-ige Ein-
schränkung bestehe aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs (S. 4). Diese 
Einschätzung begründe sich im komplikationslosen postoperativen Verlauf 
und der ungestörten Rekonvaleszenz (S. 5).

3.1.6 Prof. Dr. med. C.________ führte im Bericht vom 8. April 2015 (AB 
31 S. 3) aus, der Beschwerdeführerin gehe es soweit ordentlich. Die prä-
operativ manifeste Femoralgie sei verschwunden. Es habe sich postopera-
tiv eine ischialgiforme Reizung links eingestellt, die mehr oder weniger kon-
stant vorhanden sei, jedoch ohne neurologisches Ausfallsyndrom. Dies 
dürfte bedingt sein durch eine kleine, mittlerweile verkalkte Diskushernie im 
unteren Rezessus L5. Um das chronische ischialgiforme Reizsyndrom zu 

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beenden, habe er die Entfernung der bestehenden kleinen knöchernen 
Vorwölbung empfohlen. Die Beschwerdeführerin fürchte sich vor dem Ein-
griff und müsse entsprechend motiviert werden. 

3.1.7 Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 3. Juni 2015 (AB 34 S. 8 f.) insbesondere eine Metatarsalgie II Fuss 
links, eine Grosszehengrundgelenksarthrose links und einen unklaren 
Schmerz am Mittelfuss links. Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie 
seit der Operation am Rücken unter erheblichen Fussschmerzen vor allem 
am Mittelfuss links leide, die in den anterolateralen Unterschenkel 
ausstrahlten (S. 8). Es bestehe eine Vorfussdeformität mit ausgeprägter 
Arthrose am Grosszehengrundgelenk. Genau da gebe die Beschwerdefüh-
rerin aber kaum Schmerzen an. Es könne sein, dass sie durch ein auswei-
chendes Gehen am Mittelfuss sowie am Unterschenkel lateral fehlbelas-
tungsbedingt Schmerzen verspüre. Der Facharzt empfahl insbesondere 
eine fussspezialisierte Spiraldynamik-Physiotherapie und eine Infiltration an 
der Grosszehe (S. 9).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

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gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der vorliegend angefochtenen 
Verfügung massgeblich auf den Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ vom 4. März 2015 (AB 29) gestützt. 

Dieser Aktenbericht erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.2 hiervor). Die RAD-Ärztin hat gestützt auf die medizinischen 
Vorakten nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschwerdeführerin ihre an-
gestammte Tätigkeit als Mitarbeiterin im … nicht mehr zumutbar ist. Ferner 
hat sie schlüssig begründet, dass in einer angepassten Tätigkeit (wechsel-
belastend, vorwiegend sitzend, ohne Heben und Tragen von mittelschwe-
ren und schweren Lasten, ohne Zwangshaltungen wie häufiges Bücken, 
Knien oder Kauern, ohne Umwelteinflüsse wie Zugluft, Kälte oder Nässe, 
ohne vorwiegende Überkopfarbeit, ohne absturzgefährdetes Arbeiten und 
Steigen auf Gerüsten, Leitern und Dächern, ohne repetitive Rumpfrotation 
im Sitzen/Stehen und ohne ständiges Begehen von Treppen) eine 90%-ige 
Arbeitsfähigkeit besteht (S. 4). Diese Einschätzung ist nicht nur für sich 
allein nachvollziehbar und überzeugend, sondern sie steht auch (nahezu) 
im Einklang mit derjenigen von Dr. med. E.________ im Bericht vom 
24. September 2014, in welchem der Facharzt in einer angepassten Tätig-
keit eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestierte (AB 20.1 S. 3). 

An der schlüssigen Beurteilung der RAD-Ärztin ändert nichts, dass sowohl 
Prof. Dr. med. C.________ im Bericht vom 17. September 2014 (AB 20.2) 
als auch Dr. med. F.________ im Bericht vom 16. Januar 2015 (AB 26) in 
einer angepassten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit (max. 4 Stunden 

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am Tag) attestiert haben. Denn eine nachvollziehbare Begründung, wes-
halb die Arbeitsfähigkeit auch in einer wechselbelastenden, vorwiegend 
sitzenden Tätigkeit ohne Heben und Tragen von mittelschweren Lasten 
und ohne Zwangshaltungen (Bücken, Knien, Kauern) auf maximal 4 Stun-
den limitiert sein soll, fehlt in diesen Berichten vollständig. Sodann ist in 
Bezug auf Atteste von Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-
ensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerz-
therapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und 
dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu ak-
zeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG: 
heute Bundesgericht] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Soweit die Be-
schwerdeführerin über ein persistierendes ischialgiformes Reizsyndrom 
klagt, bleibt darauf hinzuweisen, dass dieses gemäss Einschätzung von 
Prof. Dr. med. C.________ durch eine Entfernung der kleinen knöchernen 
Vorwölbung beendet werden könnte (AB 31 S. 3). Die Beschwerdeführerin 
konnte sich jedoch bis heute nicht dazu durchringen, einen erneuten Ein-
griff durchführen zu lassen (Beschwerde S. 3 Ziff. 3). Dass ein solcher Ein-
griff für sie unzumutbar wäre, ist nicht ersichtlich.

Und schliesslich bleibt festzuhalten, dass Dr. med. H.________ im Bericht 
vom 3. Juni 2015 (AB 34 S. 8 f.) aufgrund der diagnostizierten Fuss-
schmerzen links keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgehalten 
hat. Die Beschwerdeführerin hat diese gegenüber der Abklärungsperson 
denn auch als „zweitrangig“ bezeichnet (AB 36 S. 2 Ziff. 1). 

3.4 Entsprechend ist vorliegend von einer 90%-igen Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit auszugehen.

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4.

Weiter ist der Status der Beschwerdeführerin resp. der Umfang, in welchem 
sie als Gesunde erwerbstätig wäre, zu prüfen.

4.1 Im Abklärungsbericht Haushalt vom 23. September 2015 (AB 36) 
wurde die Beschwerdeführerin als Erwerbstätige zu 70% und als Hausfrau 
zu 30% eingestuft (S. 4 f. Ziff. 3.5 und 4). Dies gestützt auf das Arbeitspen-
sum, das sie in ihrer letzten Arbeitsstelle beim I.________ inne hatte 
(AB 36 S. 4 Ziff. 3.5; vgl. auch AB 7). Diese Einschätzung ist nicht zu bean-
standen, zumal die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson 
selber angegeben hat, dass sie „das Arbeitsverhältnis im bisherigen Rah-
men weitergeführt hätte bis zur ordentlichen Pensionierung“ (AB 36 S. 4 
Ziff. 3.5). Umstände, die gegen diese Beurteilung sprechen würden, sind 
vorliegend nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Damit 
findet für die Invaliditätsbemessung die gemischte Methode Anwendung 
(vgl. E. 2.3 hiervor).

4.2 Soweit in der Beschwerde (S. 5 f. Ziff. 5) unter Hinweis auf das nicht 
rechtskräftige Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 
(EGMR) vom 2. Februar 2016 (Di Trizio gegen die Schweiz [7186/09]) die 
Anwendung der gemischten Methode beanstandet wird, ist darauf hinzu-
weisen, dass dieses Urteil vorliegend nicht einschlägig ist. Denn die Be-
schwerdeführerin hat keine Betreuungspflichten gegenüber (minderjähri-
gen) Kindern und insofern keinen familiär bedingten Grund, lediglich in ei-
nem Teilpensum zu arbeiten. Zudem ist im vorliegenden Fall eine erstmali-
ge Rentenzusprache streitig. Eine Verletzung des Rechts auf Achtung des 
Familienlebens durch die Anwendung der gemischten Methode ist darum 
nicht ersichtlich und wird im Übrigen auch nicht geltend gemacht (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Februar 2016, 8C_633/2015, 
E. 4.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2016, IV/16/212, Seite 12

5.

5.1 Zu prüfen ist im Folgenden, wie es sich mit der Invalidität im Er-
werbsbereich verhält. Dabei ist der IV-Grad nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3 hiervor).

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 
133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-
sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

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5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Unter 
Berücksichtigung des im November 2013 begonnenen Wartejahres (vgl. 
AB 20.2 S. 2, 26 S. 3) und der IV-Anmeldung im April 2014 (AB 1) ist der 
frühest mögliche Rentenbeginn hier in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 29 Abs. 1 IVG auf das Jahr 2014 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt 
hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen.

5.3 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, dem 
I.________, ermittelt und per 2014 auf Fr. 42‘132.-- festgelegt (AB 36 S. 5 
Ziff. 3.9; vgl. auch AB 7 S. 3 Ziff. 2.11). Dies ist nicht zu beanstanden und 
wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht (mehr) bestritten.

5.4

5.4.1 Bezüglich der Berechnung des Invalideneinkommens ist vorab zu 
prüfen, ob die Beschwerdeführerin – entsprechend der Auffassung in der 
Beschwerde (S. 4 f. Ziff. 6 f.) – aufgrund ihres Alters auf dem freien Ar-
beitsmarkt nicht mehr vermittelbar ist.

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 
dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-
fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich 
verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähig-
keit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der 
Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs-
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich 
nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den 
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2016, IV/16/212, Seite 14

fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Um-
stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch 
Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbil-
dung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus 
dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460). 

Zum Zeitpunkt der Erstellung des RAD-Berichtes am 4. März 2015 (AB 29), 
auf den es hinsichtlich der Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeits-
fähigkeit bei vorgerücktem Alter entscheidend ankommt (BGE 138 V 457 
E. 3.3 S. 462), war die Beschwerdeführerin rund 62 Jahre alt. Damit ver-
blieb ihr noch eine Aktivitätsdauer von 2 Jahren, weshalb sie als nicht leicht 
vermittelbar anzusehen ist. Da jedoch Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen 
ausgeglichen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (Ent-
scheid des BGer vom 22. Januar 2007, I 304/06, E. 4.2) und das von der 
RAD-Ärztin formulierte Zumutbarkeitsprofil einerseits einen breiten Fächer 
an möglichen Tätigkeiten zulässt (z.B. leichte manuelle Tätigkeiten wie 
auch Kontroll- und Überwachungsarbeiten) sowie andererseits eine ganz-
tägige Präsenz (mit einem erhöhten Pausenbedarf im Rahmen von 10%) 
am Arbeitsplatz postuliert, ist im Lichte der relativ hohen Hürden, die das 
Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer 
Menschen entwickelt hat (Entscheid des BGer vom 28. Mai 2009, 
9C_918/2008, E. 4.3), ein IV-rechtlich bedeutsamer fehlender Zugang der 
Beschwerdeführerin zum Arbeitsmarkt zu verneinen. Auch dass die Be-
schwerdeführerin (gemäss eigenen Angaben) schlecht deutsch spricht und 
keine Berufsausbildung abgeschlossen hat (Beschwerde S. 5 Ziff. 7), 
spricht nicht dagegen, dass sie eine Tätigkeit im Bereich von Hilfsarbeiten 
aufnehmen könnte. Denn die fehlende Berufsausbildung sowie die fehlen-
den Deutschkenntnisse stehen der Verwertung der Arbeitsfähigkeit bei 
Hilfsarbeiten kaum entgegen (Entscheid des BGer vom 26. Januar 2011, 
9C_717/2010, E. 5.1). Zudem ist es ihr ohne weiteres zumutbar, die für 
eine Hilfsarbeit erforderlichen geringen Sprachkenntnisse zu erwerben, 
zumal ihr die deutsche Sprache nach 45 Jahren Aufenthalt in der Schweiz 
(vgl. AB 1 S. 1 Ziff. 1.6) nicht gänzlich fremd sein kann.

5.4.2 Da die Beschwerdeführerin ihre zumutbare medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor) nicht verwertet, hat die 

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Beschwerdegegnerin für das Invalideneinkommen richtigerweise auf einen 
hypothetischen Tabellenlohn abgestellt (vgl. E. 5.1.2 hiervor).

Ausgehend vom Zumutbarkeitsprofil der RAD-Ärztin und aufgrund des Um-
standes, dass die Beschwerdeführerin keine Berufsausbildung abgeschlos-
sen hat (AB 1 S. 4 Ziff. 5.3), ist vorliegend auf das Total des Kompetenz-
niveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) der 
LSE 2012 abzustellen. Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen 
beträgt dabei Fr. 4‘112.--. Auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 
41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) und auf das massgebende 
Jahr 2014 aufgerechnet sowie an den Status Erwerb von 70% angepasst, 
resultiert daraus ein jährliches Einkommen von Fr. 36‘573.65 (Fr. 4‘112.-- : 
40 x 41.7 x 12 : 102.0 x 103.6 x 0.7; vgl. BFS, Nominallöhne Frauen 2011 –  
2014, Tabelle T1.2.10, Total). Ein zusätzlicher Abzug aufgrund der beste-
henden 90%-igen Arbeitsfähigkeit ist vorliegend nicht gerechtfertigt, da 
diese höher ist als der festgelegte Status Erwerb.

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene Tabellenlohnabzug von 
15% (AB 36 S. 5 Ziff. 3.9) trägt allen einkommensbeeinflussenden Aspek-
ten – namentlich dem Alter der Beschwerdeführerin – genügend Rechnung 
und ist nicht zu beanstanden. Ein anderweitiger persönlicher oder berufli-
cher Umstand, der einen höheren Abzug rechtfertigte, ist nicht ersichtlich. 
Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr.  31‘087.60 (Fr. 36‘573.65 
x 0.85) im Jahr.

5.4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 42‘132.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr.  31‘087.60 resultiert ein IV-Grad im Bereich der 
Erwerbstätigkeit von 26.21% resp. gewichtet 18.34% (26.21%% x 0.7 [Sta-
tus]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2016, IV/16/212, Seite 16

6.

Sodann sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen und der 
IV-Grad in diesem Bereich zu ermitteln (vgl. E. 2.3 hiervor). 

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 23. September 2015 (AB 36) 
samt Stellungnahme vom 23. Dezember 2015 (AB 41) erfüllt die Anforde-
rungen der Rechtsprechung gemäss E. 6.1 hiervor und überzeugt. Die 
Feststellungen der fachkundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, 
vor Ort und in Anwesenheit der Beschwerdeführerin und deren Ehemann 
durchgeführten Erhebungen und berücksichtigen das von der RAD-Ärztin 
Dr. med. G.________ festgelegte Zumutbarkeitsprofil (AB 36 S. 4 f. Ziff. 4). 
Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der Tätig-
keitsbereiche ausreichend detailliert und den Einschränkungen sowie den 
Angaben der Beschwerdeführerin wurde angemessen Rechnung getragen. 
Es besteht somit kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung einzugrei-
fen. Auf die Ergebnisse der Haushaltsabklärung ist deshalb beweisrechtlich 
abzustellen. Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin im Übrigen 
auch nicht geltend gemacht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2016, IV/16/212, Seite 17

6.3 Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Be-
reich Haushalt zu 7.6% eingeschränkt ist (AB 36 S. 7 ff. Ziff. 6), was einem 
gewichteten IV-Grad von 2.28% (7.6% x 0.3 [Status]) entspricht.

6.4 Nach dem in den E. 5.3.3 und 6.3 hiervor Dargelegten beträgt der 
gewichtete IV-Grad im erwerblichen Bereich 18.34% und im Bereich Haus-
halt 2.28%, sodass ein Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 21% (zur 
Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) resultiert. Es besteht folg-
lich kein Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor). Dementspre-
chend ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die dage-
gen erhobene Beschwerde als unbegründet abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

7.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.