# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94e0f379-54a5-58c6-8a13-1863d506f92c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 27.03.2013 PA130008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PA130008_2013-03-27.pdf

## Full Text

Art. 310 ZGB, Art. 426 ZGB, fürsorgerische Unterbringung. Besonderheiten, wenn die fürsorgeri-
sche Unterbringung ein Kind betrifft. 

 

(aus den Erwägungen des Obergerichts:) 

2.2 Muss ein Kind in einer geschlossenen Einrichtung oder in einer psychiatrischen Klinik 

untergebracht werden, so sind nach Art. 314b ZGB die Bestimmungen des Erwachsenenschutzes 

über die fürsorgerische Unterbringung sinngemäss anwendbar. Somit sind bei Kindern im We-

sentlichen die Bestimmungen für Erwachsene gemäss Art. 430 ff. ZGB hinsichtlich des Verfahrens 

und der gerichtlichen Beurteilung anzuwenden. Soweit die Unterbringung mit einem Obhutsent-

zug verbunden ist, ist auch Art. 310 ZGB anwendbar, der die Voraussetzungen konkret um-

schreibt. Gemäss Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde das Kind den Eltern oder, falls 

es sich bei Dritten befindet, diesen wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen, 

wenn der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. Für die Unterbringung in 

einer Einrichtung genügt sodann bereits die Gefährdung des Kindes, ohne dass die speziellen 

Voraussetzungen von Art. 426 ZGB erfüllt sein müssen. Eine Gefährdung ist dann gegeben, wenn 

das Kind im vorhandenen Umfeld nicht mehr für in der für seine körperliche, geistige und sittliche 

Entfaltung nötigen Weise geschützt und gefördert wird. Unerheblich ist, auf welche Ursachen die 

Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kin-

des, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Entscheidend ist – wie bei allen Kindes-

schutzmassnahmen –, dass die Vorkehr das richtige Mittel zur Verwirklichung des Ziels ist; das 

heisst, die Unterbringung in der Anstalt muss besser als jene beim bisherigen Obhutsinhaber 

Gewähr dafür bieten, dass das Kind in seiner Entfaltung geschützt und gefördert wird. Dabei kann 

eine Gefährdung auf den in Art. 426 ZGB genannten Umständen beruhen, wobei aber auch ande-

re Umstände eine rechtlich relevante Gefährdung zu begründen vermögen. Das Kind ist gefähr-

det, wenn nach den Umständen die ernstliche Möglichkeit einer Beeinträchtigung des Kindes-

wohls besteht. Es ist nicht erforderlich, dass sich diese Möglichkeit bereits verwirklicht hat. An-

gemessen ist eine fürsorgerische Unterbringung dort, wo die Probleme (auch) in der Person des 

Kindes liegen bzw. aufgrund der ungenügenden Betreuung durch die Eltern entstanden sind oder 

die Abklärung nur stationär erfolgen kann (vgl., CHRISTOF BERNHART, Handbuch der fürsorgerischen 

Unterbringung, Basel 2011, N 237 ff., BSK ZGB I-BREITSCHMID Art. 310 N 12 ff.; BSK Erw.Schutz-

GEISER/ETZENSBERGER, vor Art. 426-439 N 7; BGer 5C.34/2002 vom 3. April 2002, Erw. 2a; MARKUS 

LUSTENBERGER, Die fürsorgerische Freiheitsentziehung bei Unmündigen unter elterlicher Gewalt, 

Diss. Freiburg 1987, S. 32 ff.). 

 

 

Obergericht, II. Zivilkammer 

Beschluss und Urteil vom 27. März 2013 

Geschäfts-Nr.: PA130008-O/U