# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4de6e429-c6ac-587d-a1e0-776df53d10cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2009 A-1579/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1579-2006_2009-11-19.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1579/2006 
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Michael Beusch (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann, 
Richterin Salome Zimmermann, 
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart.

X._______ SA, ....,
vertreten durch ....,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 1996 - 1. Quartal 2000).
Leistungsaustausch; Zinsverzicht; Gesellschaftereinlage.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1579/2006

Sachverhalt:

A.
Die  X.  SA  ist  seit  dem  1. März  1996  im  Register  der  Mehr-
wertsteuerpflichtigen  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung 
(ESTV)  eingetragen.  Sie bezweckt  hauptsächlich  Bau,  Führung  und 
Betrieb  eines  Golfplatzes,  eines  Klubhauses  und  aller  notwendiger 
Nebenanlagen zur Ausübung des (Golf-)Sports in der Region von .... 
Daneben  besteht  in  der  Form  eines  Vereins  der  Golf  Club  .... 
(Golfclub),  bei  welchem  nur  Mitglied  werden  kann,  wer  einen 
Partizipationsschein  (PS)  der  X.  SA  erwirbt  und  dieser  zudem  ein 
zinsloses Darlehen zur Verfügung stellt. 

B.
Am 19. Januar 2000 erliess die ESTV betreffend die durch die X. SA 
erbrachten  Leistungen  einen  Feststellungsentscheid,  gegen  den 
Einsprache erhoben wurde. Nach durchgeführter Kontrolle erliess die 
ESTV sodann  für  die  Steuerperioden  vom 1. Quartal  1996  bis  zum 
1. Quartal 2000 (Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis 31. März 2000) die 
Ergänzungsabrechnung  (EA)  Nr. 115'476  vom 3. Oktober  2000  über 
den Betrag von Fr. ... und die EA Nr. 115'491 vom 15. Dezember 2000 
über  den  Betrag  von  Fr. ...  (je  zuzüglich  Verzugszins).  Am  29. 
November  2001  wurden  zwei  Gutschriftsanzeigen  ausgestellt 
(Nr. 115'187 über Fr. ... und Nr. 115'188 über Fr. ...). Am 10. Dezember 
2001  erliess  die  ESTV  einen  den  Feststellungsentscheid  vom 
19. Januar 2000 ersetzenden Leistungsentscheid, in welchem sie die 
X. SA verpflichtete, für die Zeit vom 1. Januar 1996 bis 31. März 2000 
Mehrwertsteuern  von  Fr. ...  und  Fr.  ...  zuzüglich  Verzugszins  zu 
bezahlen. Die ESTV erkannte, dass mangels Dividenden auf dem PS-
Kapital  und mangels Verzinsung der von den Golfspielern gewährten 
Darlehen  die  Mehrwertsteuer  auf  einem  angenommenen 
marktüblichen Zins zu entrichten sei.

Eine gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache wies die ESTV am 
6. März 2006 ab.

C.
Mit Eingabe vom 24. April 2006 liess die X. SA (Beschwerdeführerin) 
gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  bei  der  Eidgenössischen 
Steuerrekurskommission  (SRK)  erheben  und  beantragte  dessen 
Aufhebung.  Auf  die  für  die  Steuerperioden  1. Quartal  1996  bis 

Seite 2

A-1579/2006

1. Quartal 2000 geltend gemachte Steuernachforderung wegen fehlen-
der Verzinsung der gewährten Darlehen und der ausgegebenen Parti-
zipationsscheine sei zu verzichten und der nachgeforderte Steuerbe-
trag sei  wieder  gutzuschreiben. Eventualiter  sei  der  Zinssatz  für  die 
fehlende Verzinsung der gewährten Darlehen und der ausgegebenen 
Partizipationsscheine  angemessen  herabzusetzen  und  der  nachge-
forderte  Steuerbetrag  sei  in  diesem Umfang  wieder  gutzuschreiben. 
Diesbezüglich  sei  die  Sache  zur  Neuberechnung  der  geschuldeten 
Steuer  an  die  ESTV  zurückzuweisen.  Schliesslich  ersuchte  die  Be-
schwerdeführerin um Zusprechung einer Parteientschädigung. 

Die ESTV schloss am 9. Juni 2006 auf Abweisung der Beschwerde.

Auf  die  Begründungen  in  den  Eingaben  der  Parteien  wird  –  soweit 
entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen Einspracheentscheide der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt, sofern es zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängi-
gen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht 
(Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 
Soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss 
Art. 37 VGG das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Behandlung der Beschwerde sach-
lich wie funktionell zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VGG).

1.2 Am  1. Januar  2001  sind  das  Bundesgesetz  vom  2. Septem-
ber 1999 über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) sowie die da-
zugehörige Verordnung (MWSTGV, SR 641.201) in Kraft getreten. Der 
zu beurteilende Sachverhalt hat sich indessen in den Jahren 1996 bis 
2000 zugetragen. Auf die vorliegende Beschwerde ist damit grundsätz-
lich noch bisheriges Recht anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG), also 
die Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, 
AS 1994 1464).

Seite 3

A-1579/2006

1.3 Streitgegenstand bildet das in der angefochtenen Verfügung gere-
gelte Rechtsverhältnis, soweit es im Beschwerdeverfahren noch strei-
tig ist (BGE 131 V 164 E. 2.1 mit Hinweisen). Was Streitgegenstand ist, 
bestimmt sich mit anderen Worten nach dem angefochtenen Entscheid 
und den Parteibegehren (BGE 133 II  35 E. 2; Urteil  des  Bundesge-
richts 2C_642/2007 vom 3. März 2008 E. 2.2). 

Die von der ESTV im Einspracheentscheid geltend gemachte Steuer-
forderung von Fr. ... betrifft mehrere von einander unabhängige Nach-
forderungen. Die  Beschwerdeführerin  beantragt  in  ihrer  Beschwerde 
zwar  die  gänzliche  Aufhebung  des  Einspracheentscheids.  Aus  der 
Begründung  der  Beschwerde  ergibt  sich  indessen,  dass  einzig  die 
Aufrechnung eines marktüblichen Zinses auf dem PS-Kapital und den 
Darlehen  angefochten  wird.  Nicht  Streitgegenstand  bildet  damit  die 
Aufrechnung des Eigenverbrauchs im Umfang von Fr. ... (basierend auf 
der  EA  Nr. 115'491).  Die  EA Nr. 115'476  über  Fr. ...  sodann  erfasst 
neben der hier strittigen Aufrechnung im Umfang von Fr. ... noch zwei 
weitere,  hier  nicht  strittige  Punkte,  nämlich  eine Umsatzabstimmung 
über  Fr. ...  und Vorsteuerkorrekturen von Fr. ....  Der  betragsmässige 
Streitgegenstand  ergibt  sich  also  aus  der  Differenz  der  strittigen 
Steuerforderung gemäss EA Nr. 115'476 von Fr. ... (ohne die weiteren 
in dieser EA noch enthaltenen Beträge von Fr. ... und Fr. ...) minus die 
beiden Gutschriften im Betrag von Fr. ... und Fr. ..., und beträgt damit 
Fr. .... 

2.
Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Entscheid 
grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Neben der Verletzung von 
Bundesrecht  (Art. 49  Bst. a  VwVG) und der  unrichtigen oder  unvoll-
ständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  (Art. 49 
Bst.  b  VwVG)  kann  auch  die  Rüge  der  Unangemessenheit  erhoben 
werden (Art. 49 Bst. c VwVG). Im Beschwerdeverfahren gelten die Un-
tersuchungsmaxime, wonach der Sachverhalt von Amtes wegen fest-
zustellen ist (Art. 12 VwVG), und der Grundsatz der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsge-
richt ist verpflichtet, auf den – unter Mitwirkung der Verfahrensbeteilig-
ten – festgestellten Sachverhalt die richtige Rechtsnorm anzuwenden 
(BGE 132 II 112 E. 3.2; 131 II 205 E. 4.2; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts  [BVGer]  A-2036/2008  vom 19. August  2009  E. 1.2;  A-
4072/2007 vom 11. März 2009 E. 1.2). Dies bedeutet, dass es eine Be-
schwerde auch aus einem anderen als den geltend gemachten Grün-

Seite 4

A-1579/2006

den  gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im  Ergebnis  mit 
einer  Begründung bestätigen kann,  die von jener der  Vorinstanz ab-
weicht (sog. Motivsubstitution, vgl. statt vieler: BVGE 2007/41 E. 2 mit 
weiteren Hinweisen; Entscheid der SRK vom 12. Oktober 1998,  Ver-
waltungspraxis der Bundesbehörden [VPB]  63.29 E. 4a).  Die Rechts-
mittelinstanz ist jedoch nicht gehalten, allen denkbaren Rechtsfehlern 
von  sich  aus  auf  den  Grund  zu  gehen;  für  entsprechende  Fehler 
müssen sich immerhin mindestens Anhaltspunkte aus den Parteivor-
bringen oder den Akten ergeben (BGE 121 III 274 E. 2b; 119 V 349 E. 
1a;  117  V  263  E.  3b;  117  Ib  117  E.  4a;  110  V  53  E.  4a;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 73 Rz. 1.54 f.; vgl. zum Ganzen 
auch Urteil des BVGer A-1359/2006 vom 26. Juli 2007 E. 1.3).

3.

3.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u.a. im Inland gegen Entgelt  er-
brachte Lieferungen von Gegenständen sowie im Inland gegen Entgelt 
erbrachte Dienstleistungen (Art. 4 Bst. a und b MWSTV). 

3.1.1 Damit eine steuerbare Leistung überhaupt vorliegt, muss sie im 
Austausch  mit  einer  Gegenleistung  (Entgelt)  erfolgen.  Die  Entgel-
tlichkeit stellt ein unabdingbares Tatbestandsmerkmal einer mehrwert-
steuerlichen Leistung dar (Ausnahme: Eigenverbrauch). Die Annahme 
eines solchen Leistungsaustauschs setzt voraus, dass zwischen Leis-
tung und Gegenleistung eine innere wirtschaftliche Verknüpfung bzw. 
ein direkter ursächlicher Zusammenhang gegeben ist (BGE 132 II 353 
E. 4.1; 126 II  443 E. 6a,  mit  Hinweisen; Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.410/2006 vom 18. Januar 2007 E. 5.1; vom 30. April  2004,  Archiv 
für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 241 E. 3.3; BVGE 2007/39 
E. 2.1). Die Beurteilung, ob ein Leistungsaustausch besteht, hat in ers-
ter Linie nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (sog. 
wirtschaftliche  Betrachtungsweise).  Die  zivil-  bzw.  vertragsrechtliche 
Sicht  ist  nicht  entscheidend,  hat  aber  immerhin  Indizwirkung  (statt 
vieler:  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.304/2003  vom  14. November 
2003 E. 3.6.1; BVGE 2007/23 E. 2.3.2 mit  Hinweisen; Entscheid  der 
SRK vom 5. Juli 2005, VPB 70.7 E. 2a).

3.1.2 Bei der Beurteilung der Frage nach dem wirtschaftlichen Zusam-
menhang zwischen Leistung und Gegenleistung ist (wie auch bei der 
Bestimmung der Bemessungsgrundlage, vgl. E. 3.3.1)  primär auf die 
Sicht des Leistungsempfängers abzustellen, was namentlich der Kon-

Seite 5

A-1579/2006

zeption der Mehrwertsteuer als Verbrauchsteuer entspricht. Es ist  zu 
prüfen,  ob  der  Aufwand  vom Leistungsempfänger  erbracht  wird,  um 
die Leistung des Leistungserbringers zu erhalten (Urteile des BVGer 
A-1354/2006 vom 24. August 2007 E. 3.1 und 3.4 mit  Hinweisen; A-
6152/2007 vom 21. August 2009 E. 2.2.1 [zur Publikation vorgesehen]; 
Entscheid der SRK vom 14. Juni 2005, VPB 69.126 E. 2a/dd;  DANIEL 
RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer 
und  von  den  entsprechenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische 
Recht, Bern 1999, S. 230 ff.).

3.1.3 Besteht  kein  Austauschverhältnis  im  umschriebenen  Sinn  zwi-
schen Leistungserbringer und -empfänger, ist  die Aktivität  mehrwert-
steuerlich irrelevant und fällt nicht in den Geltungsbereich der Steuer. 
Es  handelt  sich  dann  um einen  sog. "Nichtumsatz"  und  es  fehlt  an 
einem  Steuerobjekt  (statt  vieler:  BVGE  2008/63  E.  2.3;  Urteil  des 
BVGer A-6152/2007 vom 21. August 2009 E. 2.2.1 mit Hinweisen; Ent-
scheid der SRK vom 18. November 2002, VPB 67.49 E. 2a/cc). Zu den 
Nichtumsätzen  zählen  etwa  Schenkungen,  Erbschaften,  Schadener-
satzleistungen,  Konventionalstrafen,  Subventionen,  Spenden,  Divi-
denden (BGE 132 II 353 E. 4.3 mit Hinweisen; BVGE 2008/63 E. 2.3), 
wie auch Kapialeinlagen (hierzu sogleich E. 3.2).

3.2

3.2.1 Die mehrwertsteuerliche Behandlung von Leistungen zwischen 
Gesellschaft und Gesellschaftern erfolgt nach den allgemeinen Regeln 
für  das  Vorliegen  eines  Leistungsaustauschs  und  die  Steuerbarkeit. 
Bei Leistungen des Gesellschafters an die Gesellschaft (Gesellschaf-
terbeiträge bzw. -einlagen), die nicht gegen spezielle Entschädigungen 
bzw. Gegenleistungen der Gesellschaft erfolgen, ist von nicht steuer-
baren Leistungen auszugehen. Namentlich kommt kein Leistungsaus-
tausch zustande bei der ordentlichen Beteiligung am Gewinn und Ver-
lust  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.369/2005  vom  24.  August  2007 
E. 4.3;  BVGE  2007/39  E.  2.3  mit  Hinweisen;  Urteile  des  BVGer  A-
1567/2006 vom 28. Dezember 2007 E. 2.2.6; A-1511/2006 vom 3. Sep-
tember  2007  E.  2.5;  A-1648/2006  vom  27.  April  2009  E.  2.2.3;  A-
1439/2006 vom 18. Juni 2007 E. 2.5, je mit Hinweisen; Entscheid der 
SRK vom 12. Oktober 2001, VPB 66.42 E. 5c/cc). 

Kapitaleinlagen von Gesellschaftern stellen – wie auch Darlehen von 
Gesellschaftern – blosse Finanzierungsmittel  dar, welche der Gesell-
schaft ermöglichen sollen, eine Mehrwert generierende Tätigkeit nach 

Seite 6

A-1579/2006

den Gesetzen des Marktes auszuüben (BGE 132 II 359 f. E. 7.1, 5). 
Solche  Gesellschafterbeiträge,  welche  ohne  Gegenleistung  der  Ge-
sellschaft  geleistet  werden,  stehen ausserhalb des Geltungsbereichs 
der Mehrwertsteuer und zählen damit zu den (vorn E. 3.1.3 erwähn-
ten)  Nichtumsätzen  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_229/2008  vom 
13. Oktober 2008 E. 5.4; Urteile des BVGer A-1354/2006 vom 24. Au-
gust 2007 E. 3.3; A-1648/2006 vom 27. April 2009 E. 2.3.2; A-680/2007 
vom 8. Juni 2009 E. 2.4, je mit Hinweisen; BVGE 2007/39 E. 4.1).

3.2.2 Gesellschaftereinlagen sind nicht nur von entgeltlichen Leistun-
gen,  sondern  auch  von Spenden  und  Subventionen  abzugrenzen. 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts führen Gesellschafter-
beiträge anders als diese nicht zu einer verhältnismässigen Vorsteuer-
abzugskürzung. Zwischen Aktionär  und  Gesellschaft  besteht  ein  be-
sonderes Verhältnis; der Aktionär steht nicht in einem unentgeltlichen 
Verhältnis bzw. in einer Beziehung frei von vermögenswerten Interes-
sen zur Gesellschaft, sondern er erwartet – aufgrund der Rechte aus 
der Beteiligung – einen Vorteil aus den an die Gesellschaft geleisteten 
Investitionen (BGE 132 II 359 f. E. 7.1, 5, Urteile des Bundesgerichts 
2C_229/2008 vom 13. Oktober 2008 E. 5.4; 2A.410/2006 vom 18. Ja-
nuar 2007 E. 5.3 und 7.1; BVGE 2007/39 E. 3.4.2 f., 4.2.3 mit Hinwei-
sen auf die Lehre; Urteil des BVGer A-1648/2006 vom 27. April 2009 
E. 2.3.2). 

3.2.3 Wie Kapitaleinlagen im umschriebenen Sinn zu behandeln sind 
(neben  den  ordentlichen  Einlagen  in  das  Eigenkapital)  auch  Forde-
rungsverzichte, Zinsverzichte, à-fonds-perdu-Zahlungen usw. von Ge-
sellschaftern (BGE 132 II 353 E. 6.4, 7.2; BVGE 2007/39 E. 3.2; Urteile 
des BVGer A-1483/2006 vom 16. Oktober 2007 E. 3.2.2; A-1567/2006 
vom  28.  Dezember  2007  E.  2.2.6;  A-1648/2006  vom  27. April  2009 
E. 2.3.2, 2.4.3.1; A-680/2007 vom 8. Juni 2009 E. 2.4). 

3.3

3.3.1 Nach Art. 26 Abs. 1  MWSTV wird die Steuer  vom Entgelt  be-
rechnet, dieses stellt die Bemessungsgrundlage dar. Zum Entgelt ge-
hört alles, was der Empfänger oder an seiner Stelle ein Dritter als Ge-
genleistung für  die  Lieferung oder  Dienstleistung aufwendet  (Art. 26 
Abs. 2 MWSTV). Was Entgelt ist, bestimmt sich aus der Sicht des Ab-
nehmers. Berechnungsgrundlage ist letztlich, was er, um die Leistung 
zu erhalten, aufzuwenden bereit oder verpflichtet ist  (Urteil  des Bun-
desgerichts vom 9. April  2002, ASA 72 483 E. 5.1; statt vieler: Urteil 

Seite 7

A-1579/2006

des BVGer A-1354/2006 vom 24. August 2007 E. 3.4; Entscheid der 
SRK vom 31. März 2004, VPB 68.126 E. 3d; RIEDO, a.a.O., S. 226 ff.).

3.3.2 Die Form des Entgelts spielt keine Rolle. Massgeblich ist nach 
dem Gesagten ein Aufwand durch den Leistungsempfänger. Mehrwert-
steuerlich kann ein Entgelt für eine Leistung nicht nur in einer Geld-
leistung bestehen, sondern in irgendeiner geldwerten Leistung (Urteile 
des  BVGer  A-1420/2006 vom 10. April  2008  E. 4.1.1; Entscheid  der 
SRK  vom  3.  Juni  2005,  VPB  69.127  E.  2c;  JEAN-MARC RIVIER/ANNIE 
ROCHAT PAUCHARD, Droit fiscal suisse, La taxe sur la valeur ajoutée, Lau-
sanne 2000, S. 116, mit  Verweis auf ASA 40 53 E. 1) bzw. in jedem 
Vermögensvorteil  oder  Vermögenswert,  den  der  Leistungsempfänger 
aufwendet  (ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Hand-
buch  zum  Mehrwertsteuergesetz  [MWSTG],  Bern  2003,  2. Aufl., 
Rz. 1176;  RIEDO, a.a.O., S. 227; vgl. auch Art. 26 Abs. 4 MWSTV und 
Art. 3 Bst. f des am 1. Januar 2010 in Kraft tretenden neuen Mehrwert-
steuergesetzes vom 12. Juni 2009 [AS 2009 5203]). 

3.3.3 Gemäss Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV gilt  im Fall  einer Liefe-
rung oder Dienstleistung an eine nahestehende Person als Entgelt der 
Wert,  der  unter  unabhängigen  Dritten  vereinbart  würde.  Leistungen 
unter  Nahestehenden  (z.B.  zwischen  Aktionären  und  Gesellschaft) 
sind  jedoch  mit  Bezug  auf  das  Steuerobjekt  bzw. die  Steuerbarkeit 
nicht anders zu behandeln als Leistungen unter unabhängigen Dritten, 
es  ist  ebenfalls  ein  Leistungsaustausch  vorausgesetzt  (schon  vorn 
E. 3.2.1). Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV befasst sich einzig mit der Be-
messung der Steuer. Eine Drittpreisaufrechnung nach dieser Bestim-
mung  kann  nur  erfolgen,  wenn  tatsächlich  ein  mehrwertsteuerliches 
Austauschverhältnis  besteht,  eine  Leistung  also  entgeltlich  erbracht 
wird (Urteil des Bundesgerichts 2A.264/2006 vom 3. September 2008 
E. 3.3;  Urteil des BVGer A-1501/2006 vom 6. November 2008 E. 3.1; 
Entscheide  der  SRK vom 27.  März  2006  [SRK 2003-177]  E.  2d/bb, 
E. 3a/aa  [bestätigt  durch  vorgenanntes  Urteil  des  Bundesgerichts]; 
vom 16. Februar 2000, VPB 64.81 E. 5; vom 22. Mai 2001, VPB 65.103 
E. 7b/c).

4.

4.1 Der massgebliche Sachverhalt präsentiert sich wie folgt:

Der  Golfclub  wird  von  zwei  verschiedenen  juristischen  Personen 
getragen. Der als Verein organisierte Golfclub einerseits hat laut den 

Seite 8

A-1579/2006

Statuten  (vgl.  act.  14)  den  Zweck,  die  Ausübung  des  Golfspiels  zu 
organisieren  und  fördern  (Art.  2).  Sodann  wird  statuiert,  Mitglieder 
müssten die finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Beschwerde-
führerin erfüllt haben (Art. 7). Die Beschwerdeführerin andererseits be-
zweckt gemäss ihren Statuten ... (act. 14) hauptsächlich Bau, Führung 
und Betrieb (entweder durch sie selbst oder durch einen Dritten) eines 
Golfplatzes,  eines  Klubhauses  und  aller  notwendiger  Nebenanlagen 
zur  Ausübung  des  Golfsports  (Art.  4).  Neben  dem  Aktienkapital 
besteht  auch ein  PS-Kapital  (Art. 14). Jeder  PS (zusammen mit  der 
Erbringung eines Darlehens an die Beschwerdeführerin) berechtigt a) 
zur  Nutzung  der  den  Mitgliedern  des  Golfclubs  zur  Verfügung 
gestellten  Anlagen  des  Golfclubs  und  b)  zu  den  gleichen 
Vermögensrechten  wie  die  Aktionäre  betreffend  die  Verteilung  des 
Gewinns und des Liquidationserlöses (Art. 15). Zur Übertragung von 
PS ist  die Zustimmung der Beschwerdeführerin erforderlich (Art. 17). 
Diese  kann  unter  anderem  dann  verweigert  werden,  wenn  der 
Erwerber  sich  nicht  gleichzeitig  zur  Übernahme  des  Darlehens 
("créance de dépot") verpflichtet, welches an den PS geknüpft ist (Art. 
18 Bst. c). 

In  den  von  Erwerbern  eines  PS  zu  unterzeichnenden  und  der  Be-
schwerdeführerin  auszuhändigenden  Vereinbarungen  "contrat  de 
transfert" bzw. "contrat d'achat et de prêt" (Beilagen 4 und 5 zur Ein-
sprache, act. 3) werden die mit dem Erwerb eines PS einhergehenden 
Rechte aufgezählt: Der neue PS-Inhaber wird Mitglied des Golfclubs, 
erhält (unter Vorbehalt der Zahlung des Jahresbeitrags) das Nutzungs-
recht  betreffend die  Anlagen  des Golfclubs  und  verfügt  bei  der  Ge-
winnverteilung und bei  einer Verteilung eines Liquidationsüberschus-
ses über die gleichen Vermögensrechte wie die Aktionäre. Der Käufer 
verpflichtet  sich weiter,  der  Beschwerdeführerin  ein Darlehen zu ge-
währen, welches nicht verzinst wird. Dieses ist zudem nicht rückzahl-
bar,  ausser  im Fall  der  Auflösung der Beschwerdeführerin  und nach 
Befriedigung der Gläubiger. Das Darlehen ist untrennbar verknüpft mit 
dem gekauften PS. Bei Austritt  aus dem Verein ist das Darlehen auf 
eine dritte Person (also den Erwerber des PS) übertragbar. 

4.2 Nicht  im  Streit  liegt  die  steuerliche  Behandlung  der  Einzahlung 
des PS-Kapitals und der Darlehen durch die Mitglieder, nachdem die 
ESTV diese im Entscheid vom 10. Dezember 2001 wie auch im Ein-
spracheentscheid (S. 6 oben) als für die Mehrwertsteuer nicht relevan-
te Vorgänge qualifiziert hat (anders als noch im Feststellungsentscheid 

Seite 9

A-1579/2006

vom 19. Januar  2000). Zum Schluss  des  Einspracheentscheids  wird 
zwar  (neu)  angefügt,  diese Auffassung erscheine als  (wieder)  erwä-
genswert,  die  ESTV  sehe  aber  "zum  jetzigen  Zeitpunkt"  davon  ab, 
diese Vorgänge als Entgelt  zu betrachten. Ungeachtet dieser Äusse-
rung bildet  die Zurverfügungstellung des PS-Kapitals  und der Darle-
hen vorliegend nicht Streitgegenstand und auf deren Qualifikation ist 
nicht einzugehen. Ferner ist auch nicht zu prüfen, ob die ESTV über-
haupt befugt wäre, auf ihre bisherige Auffassung zurückzukommen.

4.3 Die ESTV geht davon aus, neben der Zinslosigkeit der Darlehen 
(hierzu  später)  sei  auch  vereinbart  worden,  dass  auf  den  PS  keine 
Dividende ausgerichtet werde, weswegen sie auch auf dem PS-Kapital 
einen marktüblichen Zins aufgerechnet hat. Jedoch ist den Verträgen 
zwischen der Beschwerdeführerin und den Erwerbern von PS in Beila-
ge 4 und 5 der Einsprache, auf welche die ESTV ihre Annahme stützt 
(vgl. Einspracheentscheid S. 6 unten), ein solcher Verzicht auf Dividen-
den nicht zu entnehmen. Im Gegenteil geht aus diesen Verträgen wie 
auch den Statuten der Beschwerdeführerin (Art. 15 Bst. b) explizit her-
vor, dass die PS zu den gleichen Vermögensrechten berechtigten wie 
Aktien  (zum Ganzen oben  E. 4.2),  mit  anderen Worten,  dass  ihnen 
grundsätzlich auch eine Dividende zusteht. Von einem Verzicht auf Di-
videnden auf dem PS-Kapital ist angesichts der aktenkundigen Doku-
mente, und entgegen der Auffassung der ESTV, nicht auszugehen. 

Ferner ist im Einspracheentscheid auch etwa die Rede von "Zinsver-
zicht" bzw. mangelnder "Verzinsung" des PS-Kapitals (S. 4, 8). Sollte 
die ESTV tatsächlich die Aufrechnung damit begründen wollen, dass 
auf  "Zinsen"  auf  dem  PS-Kapital  verzichtet  worden  sei,  wäre  dem 
wiederum entgegenzuhalten, dass ein solcher Verzicht nicht aktenkun-
dig ist. Zudem ist  schon nach Art. 675 Abs. 1  des Obligationenrechts 
vom 30. März 1911 (OR, SR 220)  eine Verzinsung des Aktienkapitals 
wie  auch  des PS-Kapitals  (vgl.  Art.  656a Abs. 2  OR) verboten,  und 
auch die Statuten sehen keine Zinsen auf  dem Eigenkapital,  und im 
Übrigen auch keine Bauzinsen nach Art. 676 OR,  vor,  womit  darauf 
auch nicht verzichtet werden konnte. 

Wurde entgegen der Auffassung der ESTV auf die Ausrichtung von Di-
videnden nicht verzichtet (und schon gar nicht auf "Zinsen"), fehlt es 
insofern an einem Entgelt  und damit am Steuerobjekt (E. 3.1, ferner 
E. 3.3.3). Die Aufrechnung eines Zinses auf dem PS-Kapital ist folglich 
unzulässig und die Beschwerde diesbezüglich gutzuheissen. Der be-

Seite 10

A-1579/2006

troffene Betrag ist  aus der EA Nr. 115'491 und den GS, wo nur von 
"dépot des membres" die Rede ist und nicht in PS-Kapital und Darle-
hen unterschieden wird, nicht ersichtlich. Die Sache ist deswegen zur 
Berechnung  der  Steuerfolgen  aus  dieser  teilweisen  Gutheissung  an 
die ESTV zurückzuweisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 

Die Beschwerdeführerin hat zwar den Umstand, die ESTV habe sich 
auf  falsche  Tatsachen  gestützt,  nicht  gerügt;  sie  begründet  ihren 
Standpunkt, dass auf dem PS-Kapital und dem Darlehen kein kalkula-
torischer  Zins  berechnet  werden  darf,  mit  anderen  Argumenten. Je-
doch  ergibt  sich  die  fehlerhafte  Sachverhaltsfeststellung  der  ESTV 
offenkundig  aus  den  Akten,  so  dass  das  Bundesverwaltungsgericht 
diesen  Aspekt  trotzdem prüfen  und  die  Beschwerde  gestützt  darauf 
(teilweise) gutheissen kann (E. 2). Die teilweise Gutheissung bleibt zu-
dem im Rahmen des Beschwerdeantrags und des Streitgegenstands.

4.4 Zu prüfen bleibt damit die steuerliche Behandlung des (anders als 
der Dividendenverzicht aktenkundigen) Zinsverzichts auf den von den 
(künftigen) PS-Inhabern der Beschwerdeführerin gewährten Darlehen. 

Die ESTV nimmt an,  im bewussten Verzicht auf Verzinsung liege eine 
geldwerte  Leistung  der  Golfspieler  an  die  Beschwerdeführerin  und 
steuerbares Entgelt  für  die Einräumung des Spielrechts durch diese. 
Deswegen sei ein Zinssatz (von ca. 6%) auf dem der Beschwerdefüh-
rerin zur Verfügung gestellten Darlehenskapital aufzurechnen. Die Be-
schwerdeführer bestreitet, dass der Zinsverzicht Gegenleistung für die 
Einräumung der  Spielberechtigung sei. Ein Leistungsaustausch liege 
nicht  vor.  Erst  mit  der  Entrichtung des Jahresbeitrags  werde der  ei-
gentliche Betrieb der Golfanlage ermöglicht und der Spieler in die La-
ge versetzt, auf der Anlage spielen zu dürfen und zu können. Es hand-
le sich beim Zinsverzicht – wie beim PS-Kapital und den Darlehen als 
solchen  –  um  Investitionen  in  die  Beschwerdeführerin,  damit  diese 
ihren statutarischen Zweck erfüllen könne. 

4.4.1 Bedingung eines Leistungsaustauschs ist die Entgeltlichkeit und 
mithin das Vorliegen eines Entgelts (E. 3.1). Dies gilt auch bei Bezie-
hungen zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern als nahestehende 
Personen: Es muss ein Entgelt zu bejahen sein, damit ein Steuerobjekt 
besteht  (E.  3.2.1)  und  im  Rahmen  der  Bemessung  aufgrund  von 
Art. 26  Abs. 2  Satz  3  MWSTV ein  Drittpreis  ermittelt  und  besteuert 
werden darf (E. 3.3.3 und insbesondere die dort  zitierten Entscheide 
der SRK). Abgesehen von den zu prüfenden Fragen, ob eine Leistung 

Seite 11

A-1579/2006

der Beschwerdeführerin und ein Leistungsaustausch vorliegen (später 
E. 4.4.2), ist also erforderlich, dass die Mitglieder durch den fraglichen 
Zinsverzicht überhaupt ein Entgelt erbracht haben. Dies wiederum be-
dingt,  dass darin eine Zuwendung eines irgendwie gearteten Vermö-
gensvorteils  bzw.  einer  geldwerten  Leistung  gesehen  werden  kann 
(vorn E. 3.3.2). 

Zinsverzichte  wurden von der  mehrwertsteuerlichen  Rechtsprechung 
bereits mehrfach als geldwerte Leistung qualifiziert. So wurde – wenn 
auch  ohne  Auseinandersetzung  mit  der  Frage,  ob  der  Zinsverzicht 
überhaupt einen geldwerten Vorteil  verschafft  – ein Zinsverzicht vom 
Bundesverwaltungsgericht bereits in einem konkreten Anwendungsfall 
als  steuerbares  Entgelt  im  Rahmen  eines  Leistungsaustauschs 
betrachtet  (A-6152/2007  vom  21. August  2009  E.  3.3.3).  Ebenso 
werden Zinsverzichte  als mögliche Form von Kapitaleinlagen von Ge-
sellschaftern  (oben  E.  3.2.3;  insbesondere  Urteil  BGE  132  II  353 
E. 6.4,  7.2  und Entscheid  der  SRK in  gleicher  Sache vom 11. März 
2005  [CRC  2004-017]  E.  3c/aa,  4c  in  fine)  und  von  Subventionen 
erachtet (ausführlich: Entscheid der SRK vom 28. Oktober 2004, VPB 
69.41 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 2C_647/2007 vom 7. Mai 2008, 
ASA 78  174  E.  5;  Urteil  des  BVGer  A-1483/2006  vom 16.  Oktober 
2007  E.  3.1.2;  ferner  auch:  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.547/2002 
vom 26. Mai  2004 E. 2.3; Art. 3  Abs. 1 Satz 2 des Bundesgesetzes 
vom  5.  Oktober  1990  über  Finanzhilfen  und  Abgeltungen  [Subven-
tionsgesetz, SuG, SR 616.1]). Diese Rechtsprechung ist für die Frage, 
was Entgelt  sein kann, insofern von Bedeutung, als auch Subventio-
nen und Gesellschaftereinlagen bedingen, dass ein geldwerter Vorteil 
zugewendet wird (vgl. etwa zum allgemeinen, verwaltungsrechtlichen 
Subventionsbegriff: Art. 3 Abs. 1 SuG). 

Damit  ein  Verzicht  auf  Darlehenszins  als  geldwerte  Leistung  qualifi-
ziert  werden kann, muss zumindest anzunehmen sein, dass bei den 
fraglichen  Gegebenheiten  üblicherweise  ein  Zins  verabredet  würde 
(vgl. etwa Entscheid der SRK vom 28. Oktober 2004,  VPB 69.41 E. 3 
im  Zusammenhang  mit  der  Qualifikation  eines  Zinsverzichts  als 
Subventionen). Die  Annahme eines  geldwerten  Vorteil  bedingt  dem-
nach nicht,  dass ein Anspruch auf Zins bestand, sondern es genügt 
die  Üblichkeit  eines  Zinses.  Damit  geht  der  Hinweis  der 
Beschwerdeführerin  auf  Art.  313  OR  fehl,  wonach  es  der  Partei-
autonomie obliege, ob ein Zins vereinbart werde oder nicht. Vorliegend 
wäre zudem soweit  ersichtlich Art. 313 Abs. 2 OR einschlägig; kauf-

Seite 12

A-1579/2006

männischer Verkehr ist etwa gegeben, wenn der Borger das Darlehen 
zu kaufmännischen Zwecken, d.h. für sein Geschäft oder sein Gewer-
be verwendet (HEINZ SCHÄRER,  Basler  Kommentar Obligationenrecht  I, 
1996, N. 3 zu Art. 313; CLAIRE HUGUENIN, Obligationenrecht, Besonderer 
Teil, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, S. 86). Art. 313 Abs. 2 OR, der 
für  den  kaufmännischen  Verkehr  eine  Vermutung  der  Verzinslichkeit 
statuiert  (vgl.  MATTHIAS SCHWAIBOLD,  in  Heinrich  Honsell  [Hrsg.], 
Kurzkommentar Obligationenrecht, Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu Art. 313), 
ist  zu entnehmen, dass Darlehen im Normalfall  verzinslich sind, und 
spricht  damit,  anders  als  die  Beschwerdeführerin  annimmt,  nicht 
gegen,  sondern  für  das  Vorliegen  einer  geldwerten  Leistung  (vgl. 
Entscheide  der  SRK  vom  28.  Oktober  2004,  VPB  69.41  E. 3;  vom 
11. März 2005 [CRC 2004-017] E. 3c/aa). 

Auch im vorliegenden Verhältnis zwischen (zukünftigen) Gesellschaf-
tern (bzw. PS-Inhabern) und einer Aktiengesellschaft stellt die Verzins-
lichkeit eines Darlehens den Normalfall dar und der Verzicht auf Zins 
kann einen geldwerten Vorteil bewirken. Der Vermögensvorteil ist aus 
Sicht  der  Beschwerdeführerin  gegeben,  weil  sie  die  Darlehen  sonst 
soweit ersichtlich nur gegen Zinsen hätte aufnehmen können. Aus der 
– im Vordergrund stehenden (vorn E. 3.1.2. und E. 3.3.1) – Sicht der 
darlehensgebenden (künftigen) PS-Inhaber ergibt sich nichts anderes. 
Sie leihen der Gesellschaft Geld, werden dafür aber (unüblicherweise) 
nicht entschädigt, obwohl sie für das geliehene Geld allenfalls (falls sie 
dafür ihrerseits ein Darlehen aufnehmen mussten) selbst Zinsen zah-
len müssen oder immerhin keinen anderweitigen Ertrag aus einer An-
lage erzielen können. Im Zinsverzicht liegt damit ein geldwerter Vorteil 
und dieser kommt als mögliches Entgelt in Betracht.

4.4.2 Demnach  ist  als  Nächstes  zu  untersuchen,  ob  der  geldwerte 
Vorteil  in Form des Zinsverzichts,  wie die ESTV vertritt,  steuerbares 
Entgelt  für  die  Einräumung  der  Spielberechtigung  oder  gemäss  der 
Auffassung der Beschwerdeführerin eine Kapitaleinlage darstellt. Ent-
scheidend ist, ob der Zinsverzicht Entgelt im Rahmen eines Leistungs-
austauschs bildet (E. 3.1, 3.2.1).

4.4.2.1 Vorab ist  zu präzisieren, dass den Spielern die Berechtigung 
zur  Nutzung  der  Infrastruktur  und  damit  zum  Golfspiel  von  der  Be-
schwerdeführerin  gewährt  wird  und  nicht  etwa  (nur)  vom  Golfclub 
(Verein). Dies ergibt sich etwa aus Art. 15 Bst. b der Statuten der Be-
schwerdeführerin  (vorn  E. 4.1). Die  Beschwerdeführerin  macht  denn 

Seite 13

A-1579/2006

auch nicht geltend, die Einräumung des Rechts zur Benutzung der An-
lage gehe gar nicht von ihr aus und sie sei damit nicht Leistungserbrin-
gerin. Vielmehr sieht auch sie betreffend die Spielberechtigung einen 
Leistungsaustausch  zwischen  ihr  und  den  Spielern;  sie  macht  aber 
geltend, als Entgelt dafür sei nur der Jahresbeitrag anzusehen. 

4.4.2.2 Entgegen dieser Auffassung der Beschwerdeführerin kann je-
doch (neben dem Jahresbeitrag) auch der Zinsverzicht als Entgelt für 
die durch sie gewährte Spielberechtigung bzw. Nutzung der Golfanla-
gen  qualifiziert  werden.  Der  hierzu  erforderliche  innere  Zusammen-
hang (E. 3.1.1) ist in den Akten genügend dokumentiert. Gemäss den 
Statuten der Beschwerdeführerin und des Vereins berechtigt jeder PS 
zusammen mit der Erbringung eines Darlehens an die Beschwerdefüh-
rerin zur Nutzung der Anlagen des Golfclubs und zur Mitgliedschaft im 
Verein. Weiter ist gemäss dem "contrat de transfert" bzw. dem "contrat 
d'achat et de prêt" (Beilagen 4 und 5 zur Einsprache, act. 3) das Darle-
hen zinslos zu gewähren (zum Ganzen oben E. 4.1). Der Zinsverzicht 
ist demnach Bedingung für das Erlangen der Spielberechtigung. Dies-
bezüglich  ist  ein  mehrwertsteuerliches  Austauschverhältnis  zu  beja-
hen, was sich gerade aus der – entscheidenden (E. 3.1.2) – Sicht des 
Leistungsempfängers, also des Spielers, ergibt. Er gewährt den Zins-
verzicht, weil er Golf spielen und die Infrastruktur der Beschwerdefüh-
rerin benutzen will, also um diese Leistungen der Beschwerdeführerin 
zu erhalten (s.a. den ähnlich gelagerten Fall mit – betreffend die Frage 
des  Leistungsaustauschs  –  gleichem Ergebnis: Urteil  des  BVGer  A-
6152/2007  vom  21. August  2009  E.  3.3.3;  ferner:  noch  nicht 
rechtskräftiges Urteil A-1615/2006 vom 4. November 2009 E. 3.1.1). 

Folglich handelt es sich beim Zinsverzicht um steuerbares Entgelt und 
nicht, wie die Beschwerdeführerin vertritt, um eine als Nichtumsatz zu 
qualifizierende Kapitaleinlage. Eine solche dient der blossen Finanzie-
rung einer Gesellschaft und der Förderung deren Zwecks. Der Gesell-
schafter erwartet einen gewissen Vorteil aus der Beteiligung oder der 
Finanzierung, etwa die Erhöhung des Werts der PS oder höhere Divi-
denden  (E.  3.2).  Der  vorliegende  Vorteil  der  (künftigen)  PS-Inhaber 
und Golfspieler beschränkt sich jedoch nicht darauf, sondern sie zie-
hen einen direkten Nutzen für sich, der in der Ermöglichung des Golf-
spiels liegt und als mehrwertsteuerliche Leistung anzusehen ist. Der 
Beschwerdeführerin  ist  damit  nicht  zuzustimmen,  dass  es sich beim 
Zinsverzicht  um (blosse)  Investitionen in  sie  handle,  damit  sie  ihren 
statutarischen  Zweck  erfüllen  kann. Die  vorliegende  geldwerte  Leis-

Seite 14

A-1579/2006

tung erklärt sich nicht (allein) aus dem Beteiligungsverhältnis, sondern 
daraus,  dass  der  (künftige)  PS-Inhaber  dadurch  eine konkrete  Leis-
tung der Beschwerdeführerin erhält und diese abgelten will. 

4.4.3 Die Beschwerdeführerin wendet zudem ein, dass das Darlehen 
(sowie die Kapitaleinlage) und der Zinsverzicht gleich behandelt wer-
den  müssten.  Es  sei  unerfindlich,  weswegen  der  Zinsverzicht  der 
Steuer  unterworfen werden solle,  während das Kapital,  auf  dem der 
Zins geleistet werde, nach Ansicht der ESTV nicht der Steuer unterlie-
ge. Dem ist entgegenzuhalten, dass die mehrwertsteuerliche Behand-
lung der strittigen Zinsverzichte von der – hier nicht Streitgegenstand 
darstellenden (vorn E. 4.2) – Qualifikation der Kapitaleinlage bzw. der 
Hingabe  der  Darlehenssumme  nicht  abhängt.  Nach  dem  Gesagten 
kann bereits im Zinsverzicht allein eine relevante Gegenleistung für die 
Leistung der Beschwerdeführerin gesehen werden. Wie die zugrunde-
liegenden Darlehen zu behandeln sind, ist hierfür irrelevant. 

4.4.4 Die ESTV hat die Zinsverzichte demnach zu Recht als steuer-
bares Entgelt betrachtet und die Beschwerde ist insoweit abzuweisen. 

5.
Umstritten ist sodann die Bemessung des Entgelts. Nach Dafürhalten 
der ESTV sei als Wert des Verzichts der Wert einzusetzen, der im nor-
malen wirtschaftlichen Verkehr in der Regel erzielt  worden wäre. Zur 
Bemessung sei  auf  das Merkblatt  Zinssätze für  die Berechnung der 
geldwerten Leistungen vom 31. Januar 2000 der Hauptabteilung direk-
te Bundessteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben der ESTV (im 
Folgenden MB Zinssätze) abzustellen und damit ein Zinssatz von ca. 
6%  (die einzelnen Zinssätze ergeben sich aus der EA) auf  dem der 
Beschwerdeführerin zur Verfügung gestellten Darlehenskapital aufzu-
rechnen.  Die  Beschwerdeführerin  verlangt  im  Eventualantrag,  der 
Zinssatz sei angemessen herabzusetzen. Mit der Anwendung des MB 
Zinssätze  widerspreche  die  ESTV  ihrer  eigenen  Praxis  gemäss 
Ziff. 1.2.3.5 der Spezialbroschüre Nr. 06 Kürzung des Vorsteuerabzugs 
bei  gemischter  Verwendung  (SB  Kürzung),  wonach  die  Höhe  des 
aufzurechnenden Zinses sich nach dem Zinssatz für Hypotheken des 
ersten Rangs einer  näher  bestimmten Bank bemesse. Entsprechend 
verlangt die Beschwerdeführerin das Heranziehen der von ihrer Kanto-
nalbank für erstrangige Hypotheken verrechneten Zinssätze (die sich 
für die massgebliche Zeit zwischen 4% und 5,5% bewegten).

5.1

Seite 15

A-1579/2006

5.1.1 Bemessungsgrundlage  ist  gestützt  auf  Art.  26  Abs.  2  Satz  3 
MWSTV der Wert,  der unter unabhängigen Dritten vereinbart  würde. 
Dieser Drittpreis entspricht grundsätzlich dem Marktwert. Massgeblich 
ist der Preis bzw. vorliegend der Zins, der unter normalen Verhältnis-
sen und im gewöhnlichen Geschäftsverkehr mutmasslich erhältlich ge-
wesen  wäre  (Urteil  des  BVGer  A-1348/2006  vom  30.  Mai  2007 
E. 5.3.2; Entscheid der SRK vom 10. Januar 2006, VPB 70.56 E. 2d, je 
mit Hinweisen). Der Drittpreis wie auch der Markt- bzw. Verkehrswert 
sind in der Regel Schätz- bzw. Vergleichswerte (Urteile des BVGer A-
1376/2006  vom  20.  November  2007  E.  3.3,  4.3;  A-1501/2006  vom 
6. November  2008  E.  3.2;  A-1348/2006  vom 30.  Mai  2007  E. 5.3.2, 
6.3.1, je mit zahlreichen Hinweisen). 

5.1.2 Hat die ESTV eine Schätzung vorzunehmen, hat  sie  diejenige 
Schätzungsmethode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im 
Betrieb des Steuerpflichtigen soweit  als möglich Rechnung trägt,  auf 
plausiblen Angaben beruht  und deren Ergebnis der wirklichen Situa-
tion  möglichst  nahe  kommt  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.522/2006 
vom 1. Februar  2007 E. 3.3; ASA 61 S. 819 E. 3a; 52 S. 238 E. 4). 
Durfte die ESTV die Schätzung vornehmen und hat sie sich auf eine 
zulässige Schätzungsmethode abgestützt, so obliegt es – analog zur 
Rechtslage  bei  den  Ermessenseinschätzungen  –  dem  Steuerpflich-
tigen, die Schätzung zu erschüttern und etwa nachzuweisen, dass das 
Ergebnis  mit  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  nicht  vereinbar  ist 
(Urteile des BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 4.3 mit 
Hinweisen; A-1501/2006 vom 6. November 2008 E. 3.2).

5.2 Vorliegend war die ESTV zu einer Bestimmung des hier relevanten 
Drittpreises  (vgl.  E.  3.3.3)  befugt,  nachdem  die  Beschwerdeführerin 
diesen – unter Verletzung des Selbstveranlagungsprinzips – nicht de-
klariert hat. Bei der Eruierung des Dritt- bzw. Marktwerts, die von vorn-
herein nur annäherungsweise möglich ist (E. 5.1.1), kommt das Heran-
ziehen von Vergleichswerten ohne Weiteres in Betracht, womit die Me-
thode der ESTV an sich nicht zu beanstanden ist. Dass die von der 
ESTV  verwendeten  Werte  hingegen  zu  einem  unrichtigen  Ergebnis 
führten und die Schätzung damit unzulässig war, hätte die Beschwer-
deführerin  nachzuweisen  (E. 5.1.2).  Den  Nachweis  hat  sie  nicht  er-
bracht; sie hat hierzu überhaupt keine Ausführungen gemacht. Zudem 
ist  auch  nicht  ersichtlich,  dass  die  herangezogenen  Werte  gemäss 
dem MB Zinssätze keine realistischen Marktwerte wären.

Seite 16

A-1579/2006

Die Beschwerdeführerin begründet den Eventualantrag damit, dass die 
Praxis gemäss Ziff. 1.2.3.5 SB Kürzung und damit andere Vergleichs-
werte heranzuziehen seien. Abgesehen davon, dass schon nicht klar 
ist, ob die Praxis gemäss Ziff. 1.2.3.5 SB Kürzung überhaupt Fälle wie 
den vorliegenden anspricht, existiert sie erst in der ab Inkrafttreten des 
MWSTG  geltenden,  und  noch  nicht  in  der  Spezialbroschüre  zur 
MWSTV. Der zeitliche Geltungsbereich von Verwaltungsverordnungen 
der ESTV stimmt grundsätzlich mit dem zeitlichen Geltungsbereich der 
Norm überein, die durch die Praxis ausgelegt bzw. präzisiert wird (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2000, ASA 70 S. 589 E. 5b und c; 
BVGE 2007/25 E. 3.2, 5.2 mit Hinweis; Urteil des BVGer A-6120/2007 
vom 19. Oktober 2009 Ziff. 29 mit Hinweisen). Die Praxis zum MWSTG 
ist auf den vorliegenden, der MWSTV unterstehenden, Sachverhalt da-
mit  grundsätzlich  nicht  anzuwenden.  Es  kann  damit  entgegen  dem 
Einwand  der  Beschwerdeführerin  keine  Rede  davon  sein,  dass  die 
ESTV diese Praxis hätte heranziehen müssen. Im Übrigen begründet 
die Beschwerdeführerin auch nicht weiter, weswegen die von ihr ange-
rufenen  Vergleichswerte  zur  Eruierung  des  Marktwerts  für  Darlehen 
wie den vorliegenden geeigneter sein sollten als jene der ESTV. 

Insgesamt vermochte die Beschwerdeführerin nicht zu belegen, dass 
die Schätzung der ESTV unhaltbar ist, und diese ist zu bestätigen. 

6.
Die Beschwerde ist  im Sinn der Erwägungen teilweise gutzuheissen 
(E. 4.3), im Übrigen aber abzuweisen. Angesichts der teilweisen Gut-
heissung werden die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.-- der Beschwer-
deführerin  im  reduzierten  Umfang  von  Fr. 2'000.--  auferlegt  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG). Die ESTV hat  zudem der teilweise obsiegenden und 
vertretenen  Beschwerdeführerin  eine  reduzierte  Parteientschädigung 
zu entrichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG). Diese wird in Anwendung 
von Art.  14  des  Reglements vom 21. Februar  2008 über  die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2)  auf  Fr. 1'500.--  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwertsteuer) 
festgesetzt. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  teilweise gutgeheissen und die Sache im Sinn 

Seite 17

A-1579/2006

der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird 
die Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten werden in  reduziertem Umfang von Fr. 2'000.--
der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten 
Kostenvorschuss  von  Fr. 3'000.--  verrechnet.  Der  Überschuss  von 
Fr. 1'000.-- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt  der Rechtskraft 
zurückerstattet.

3.
Die ESTV hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 
Fr. 1'500.-- zu entrichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ESTV ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Beusch Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

Seite 18

A-1579/2006

Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 19