# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa545595-1e21-516d-a45b-099f3312d968
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** UE240385-O1
**Docket/Reference:** UE240385-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/UE240385-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE240385-O/U/HEI

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident i.V., die Ersatzoberrichter 

Dr. iur. T. Graf und lic. iur. Th. Vesely sowie Gerichtsschreiberin 

Dr. iur. E. Welte

Verfügung und Beschluss vom 23. Juni 2025

A._____, 

Beschwerdeführer

in Sachen

gegen

1.

2.

B._____, 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Limmat vom 10. Oktober 2024

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Erwägungen:

I.

1. Mit  Eingabe  vom  2.  Oktober  2023  erstattete  A._____  (nachfolgend:  Be-

schwerdeführer) bei der Stadtpolizei Zürich Strafanzeige gegen seinen vormaligen 

WG-Mitbewohner B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 1) wegen Freiheits-

beraubung etc. Gemäss Strafanzeige soll der Beschwerdegegner 1 u.a. den ge-

meinsamen Briefkasten mit Sekundenkleber verschmutzt, das Türschloss zum se-

paraten  Badezimmer  des  Beschwerdeführers  demontiert  und  entfernt,  den  Be-

schwerdeführer auf den Balkon ausgesperrt und ihn mehrfach geschlagen haben 

(Urk. 9/1).

2. Mit  Verfügung  vom  10.  Oktober  2024  stellte  die  Staatsanwaltschaft  Zürich-

Limmat (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) die gegen den Beschwerdegegner 1 ge-

führte Strafuntersuchung ein (Urk. 6). 

3.

Hiergegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Oktober 2024 

fristgerecht Beschwerde mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzu-

heben und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Strafverfahren gegen den 

Beschwerdegegner 1 wieder aufzunehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zulasten der Staatskasse. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerde-

führer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 2). 

4.

Die  Untersuchungsakten  wurden  beigezogen  (Urk.  9).  Da  sich  die  Be-

schwerde  –  wie  zu  zeigen  sein  wird  –  als  unbegründet  erweist,  wurde  in 

Anwendung  von  Art. 390  Abs. 2  StPO  auf  das  Einholen  von  Stellungnahmen 

verzichtet. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

5.

Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die angefochtene Verfü-

gung  nicht  beanstandet,  soweit  sich  diese  auf  den  Tatvorwurf  der  Nötigung/Dro-

hung bezieht. Darauf ist somit im Folgenden nicht einzugehen. Dasselbe gilt für die 

Vorwürfe der Sachbeschädigung mit Bezug auf den Wasserhahn in der Küche so-

wie  des  Verkratzens/Verstopfens  von  Türschlössern  durch  den  Beschwerdegeg-

ner 1, finden sich doch in der Beschwerdeschrift hierzu keine Ausführungen. 

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II.

1.

Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dagegen 

ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und § 49 

GOG). 

2.

Der  Beschwerdeführer  rügt  sinngemäss  eine  Verletzung  seines  Anspruchs 

auf rechtliches Gehör, indem er moniert, die Staatsanwaltschaft habe die Strafun-

tersuchung betreffend den Vorwurf der Sachbeschädigung durch das Verschmie-

ren von Kot ohne Begründung eingestellt (vgl. Urk. 2 S. 6). 

Dies trifft nicht zu: Die Staatsanwaltschaft hat in der angefochtenen Verfügung 

hierzu ausgeführt, es sei festzuhalten, dass der Beschwerdegegner 1 diesen Vor-

wurf bestreite, womit im Falle einer Anklageerhebung eine "Aussage gegen Aus-

sage"-Konstellation vorliege, wobei keine der Aussagen der Beteiligten mehr über-

zeuge. Folglich lasse sich dieser Tatvorwurf nicht rechtsgenügend erstellen und im 

Falle einer Anklageerhebung würde mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Freispruch 

ergehen (Urk. 6 S. 5). Damit kam die Staatsanwaltschaft ihrer Begründungspflicht 

ohne Weiteres nach und es liegt keine Gehörsverletzung vor. 

3.

Die  Staatsanwaltschaft  gab  in  der  angefochtenen  Verfügung  zunächst  die 

Aussagen  des  Beschwerdegegners  1  wieder  und  erwog  sodann  zusammenge-

fasst,  der  Tatverdacht  beruhe  auf  der  Strafanzeige  des  Beschwerdeführers,  mit 

welcher dieser Fotos und Videoaufnahmen als Beweismittel eingereicht habe. In 

Bezug  auf  die  am  Briefkasten  entstandenen  Verklebungen  habe  sich  der  Be-

schwerdegegner 1 verantwortlich gezeigt. So habe er angegeben, dass diese durch 

das Anbringen des Namensschildes mittels Sekundenkleber entstanden seien. Der 

Beschwerdegegner  1  hätte  die  Verklebungen  zwar  voraussehen  können,  womit 

diese vermeidbar gewesen wären. Es könne ihm allenfalls ein fahrlässiges, aber 

kein  (wie  tatbestandsmässig  vorausgesetztes)  (eventual-)vorsätzliches  Handeln 

vorgeworfen bzw. rechtsgenügend nachgewiesen werden, weshalb im Falle einer 

Anklageerhebung mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Freispruch ergehen würde.

Der  Beschwerdegegner  1  habe  nicht  bestritten,  das  Türschloss  zum  Bade-

zimmer  des  Beschwerdeführers  entfernt  zu  haben.  Jedoch  lasse  sich  ein  Tür-

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schloss erfahrungsgemäss (de-)montieren, ohne dass dieses dadurch beschädigt 

werden müsse. Ob mit der blossen Entfernung des Türschlosses eine Sachbeschä-

digung im strafrechtlichen Sinne vorliege, könne dahingestellt bleiben, da dem Be-

schwerdegegner 1 ohnehin nicht rechtsgenügend ein strafrechtlich relevantes Ver-

halten nachgewiesen werden könne, zumal die Aussagen der Beteiligten einander 

gegenüberstünden und keine der Aussagen glaubhafter sei. Damit würde auch in-

soweit mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Freispruch ergehen. 

Eine Einstellung betreffend die Vorwürfe der Sachbeschädigung wäre zudem 

auch in Anwendung von Art. 52 StGB angezeigt, sollte auf eine Strafbarkeit des 

Beschwerdegegners  1  erkannt  werden,  zumal  es  sich  bei  den  beanstandeten 

Sachbeschädigungen um solche handle, deren Schuld und Tatfolgen wahrlich als 

gering einzustufen seien. Überdies handle es sich insoweit wohl um eine mietrecht-

liche Streitigkeit, für deren Beurteilung offensichtlich nicht die Strafverfolgungsbe-

hörden, sondern das Zivil- resp. das Mietgericht zuständig sei.

Der Beschwerdegegner 1 bestreite den Vorwurf, den Beschwerdeführer auf 

den Balkon gedrängt und ihn bewusst ausgesperrt zu haben, bzw. er erkläre dies 

als ein "Versehen." Der vom Beschwerdeführer dazu eingereichte Videobeweis, auf 

welchem der Beschwerdegegner 1 weder zu sehen noch zu hören sei, könne kei-

nen Aufschluss darüber geben, was tatsächlich vorgefallen sei. Bei dieser Sach-

lage  sei  kein  durch  den  Beschwerdegegner  1  begangenes  Delikt  erkennbar,  ge-

schweige denn ihm rechtsgenügend nachzuweisen, weshalb im Falle einer Ankla-

geerhebung mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Freispruch ergehen würde.

Weiter  habe  der  Beschwerdeführer  ausgeführt,  der  Beschwerdegegner 1 

habe  ein-,  zweimal  sein  Duschmittel  sowie  sein  Toilettenpapier  gebraucht,  was 

Letzterer bestreite. Ob der Beschwerdegegner 1 diese Produkte des Beschwerde-

führers tatsächlich verwendet resp. "gestohlen" habe, lasse sich nicht rechtsgenü-

gend nachweisen, zumal als Beweismittel einzig die sich entgegenstehenden Aus-

sagen der Beteiligten vorlägen, wobei keine der Aussagen glaubhafter erscheine 

als die andere und daher im Falle einer Anklageerhebung ein Freispruch sehr wahr-

scheinlich erschiene. In Anbetracht der – vom Beschwerdeführer geltend gemach-

ten – geringen Menge an gestohlenen Produkten sei ohnehin von einer geringen 

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Schuld und Tatfolge auszugehen, womit sich in Anwendung von Art. 52 StGB eine 

Einstellung rechtfertige.

Auch der Vorwurf, wonach der Beschwerdegegner 1 dem Beschwerdeführer 

den  Zugang  zum  Kellerabteil  resp.  dessen  Sachen  verwehrt  haben  solle,  werde 

von Ersterem bestritten und damit begründet, dass er ein Vorhängeschloss zwecks 

Diebstahlsicherung  angebracht  habe.  Die  entgegenstehende  Aussage  des  Be-

schwerdeführers,  wonach  ihm  der  Beschwerdegegner  1  absichtlich  den  Zugang 

zum Kellerabteil verwehrt habe, erscheine weder mehr noch weniger überzeugend 

als jene des Beschwerdegegners 1. Das vom Beschwerdeführer dazu eingereichte 

Beweisfoto, auf welchem ein mit einem Vorhängeschloss versehenes Kellerabteil 

zu sehen sei, vermöge die Vorwürfe nicht zu belegen. Bei dieser Sachlage sei kein 

durch den Beschwerdegegner 1 begangenes Delikt erkennbar, geschweige denn 

könne ihm eine Sachentziehung rechtsgenügend nachgewiesen werden, weshalb 

mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre.

Weiter mache der Beschwerdeführer geltend, der Beschwerdegegner 1 habe 

ihn wiederholt geschlagen, mitunter als er geschlafen habe. Damit eine beschul-

digte Person bestraft werden könne, müsse die Staatsanwaltschaft in der Anklage-

schrift möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Ta-

ten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung um-

schreiben. Diesbezüglich fehlten in der Strafanzeige sämtliche Angaben und der 

Beschwerdeführer habe auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

am 12. Juni 2024 die Tatausführung nicht näher beschreiben können (z.B. wie und 

in welchem Zeitraum er geschlagen worden sei). Als einziges Beweismittel bleibe 

dessen Aussage, welche jener des Beschwerdegegners 1 gegenüberstehe. Mithin 

liege im Falle einer Anklage eine "Aussage gegen Aussage"-Konstellation vor. Da 

keine der Aussagen mehr zu überzeugen vermöge, erschiene im Falle einer An-

klage ein Freispruch sehr wahrscheinlich (Urk. 6). 

4.

Der  Beschwerdeführer  entgegnet  im  Wesentlichen,  die  Begründung,  dass 

sich  der  Vorwurf  der  Körperverletzung/Tätlichkeit  nicht  anklagegenügend  um-

schreiben lasse, sei für eine Verfahrenseinstellung nicht vorgesehen und somit un-

zulässig. Er habe angegeben, dass er in den Monaten August und September 2023 

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wiederholt durch den Beschwerdegegner 1 geschlagen worden sei. Seine Angaben 

genügten, um einen Anklagesachverhalt zu umschreiben. Er habe bereits im Okto-

ber 2023 Strafanzeige eingereicht, sei aber nie polizeilich einvernommen worden. 

Erst rund 10 Monate später sei er staatsanwaltschaftlich befragt worden, weshalb 

er sich nicht mehr an die genauen Tage und Uhrzeiten der Angriffe habe erinnern 

können. Sodann sei unklar, weshalb im Verfahren des Beschwerdegegners 1 ge-

gen  ihn  (den  Beschwerdeführer)  genügend  Angaben  vorgelegen  hätten,  um  An-

klage  zu  erheben,  im  vorliegenden  Verfahren,  welchem  der  gleiche  Sachverhalt 

zugrunde liege, hingegen nicht. Zudem hätte der genaue Zeitpunkt der Übergriffe 

z.B.  anhand  des  Zeitstempels  des  eingereichten  Videos  und  der  Fotos  ermittelt 

werden können. Im Video sei klar zu sehen, wie er vom Beschwerdegegner 1 ge-

schlagen werde, womit das Video dessen Aussagen diametral widerspreche. Zu-

dem habe er Fotos von Hämatomen, Kratzern und Verletzungen eingereicht, womit 

eine tätliche Auseinandersetzung erstellt sei.  Insgesamt erscheine eine Verurtei-

lung des Beschwerdegegners 1 wahrscheinlicher als ein Freispruch.

Hinsichtlich der Freiheitsberaubung zeige der Videobeweis, dass die Balkon-

türe verschlossen und in der Wohnung niemand zu sehen sei. Der Beschwerde-

gegner  1  sei  zudem  im  Spiegelbild  der  Glastür  erkennbar.  Ohne  Begründung 

schenke die Staatsanwaltschaft dessen Aussage, wonach das Aussperren ein Ver-

sehen gewesen sei, mehr Glauben. Seine eigenen Aussagen seien indes glaub-

hafter, stelle doch das von ihm eingereichte Beweisfoto des Balkons und des darauf 

befindlichen Liegestuhls in Frage, wie der Beschwerdegegner 1 ihn auf dem nur 

10 m2 kleinen Balkon nicht habe sehen können. Die Aussagen des Beschwerde-

gegners 1 seien knapp, rudimentär, widersprüchlich und widersprächen der allge-

meinen Lebenserfahrung. Es dränge sich daher eine Anklageerhebung auf.

Betreffend  Sachbeschädigung  am  Briefkasten  halte  die  Staatsanwaltschaft 

selber  fest,  dass  der  Beschwerdegegner  1  habe  voraussehen  können,  dass  der 

Einsatz von Sekundenkleber an einem Briefkasten zu Verklebungen führen könne, 

womit diese vermeidbar gewesen wären. Dies erfülle bereits das Tatbestandsmerk-

mal des Vorsatzes. Zudem habe der Beschwerdegegner 1 zugegeben, dass er den 

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Sekundenkleber wissentlich und willentlich am Briefkasten angebracht habe, wes-

halb ihm ohne Weiteres ein vorsätzliches Handeln nachgewiesen werden könne. 

Der Beschwerdegegner 1 bestreite nicht, das Türschloss zu seinem (des Be-

schwerdeführers)  Badezimmer  entfernt  zu  haben,  weshalb  der  subjektive  Tatbe-

stand erfüllt sei, habe er doch zugegeben, vorsätzlich gehandelt zu haben. Straf-

rechtlich nicht klar und irrelevant sei, was die Staatsanwaltschaft mit ihrem Verweis 

auf das Demontieren eines Türschlosses begründen wolle, zumal dieses Vorgehen 

mindestens eine halbe Stunde in Anspruch nehme und der Beschwerdegegner 1 

das Türschloss nicht nur demontiert, sondern zusätzlich entfernt habe, weshalb er 

(der Beschwerdeführer) ein neues Türschloss habe kaufen müssen. Sämtliche Tat-

bestandsmerkmale seien erfüllt. Zudem sei unklar, inwiefern Schuld und Tatfolgen 

geringfügig sein sollen. Sowohl die Beschädigung des Briefkastens als auch jene 

der Badzimmertüre habe der Beschwerdegegner 1 mutwillig verübt. Weder habe 

dieser sein Handeln bereut und z.B. den Briefkasten gereinigt noch innert nützlicher 

Frist das Zimmerschloss zurückgegeben. Zudem müsse der Briefkasten durch eine 

Fachperson gereinigt werden, was schnell Fr. 50.– bis Fr. 100.– koste, und er sel-

ber habe ein neues Türschloss kaufen und montieren müssen. Dieses habe eben-

falls rund Fr. 100.– gekostet, womit weder Schuld noch Tatfolge gering seien. 

Der Beschwerdegegner 1 habe zugegeben, dass er seine (des Beschwerde-

führers)  Toilette  und  Dusche  benutzt  habe.  Das  Benützen  bzw.  das  absichtliche 

Verschmutzen der Toilette des En-Suite-Badezimmers sei der Beweggrund gewe-

sen, weshalb der Beschwerdegegner 1 das Türschloss entfernt habe. Somit sei es 

falsch,  dass  Aussage  gegen  Aussage  stehe.  Zudem  sei  die  Aussage  des  Be-

schwerdegegners 1, wonach er nicht mehr wisse, ob er nach dem "grossen" Toi-

lettengang WC-Papier sowie beim Duschen Duschmittel benutzt habe, nicht glaub-

haft. Auch der pauschale Verweis auf Art. 52 StGB genüge nicht. Der Beschwerde-

gegner 1 habe hohe kriminelle Energie gezeigt, indem er in sein (des Beschwerde-

führers) Badezimmer eingebrochen sei, um seine Dusche und Toilette zu benützen, 

obschon dieser das gemeinsame Badezimmer hätte benutzen können. Betreffend 

die Tatfolge könne zudem nicht lediglich auf den Warenwert abgestellt werden, da 

dies einem Freipass gleichkäme, Gegenstände von geringfügigem Wert zu stehlen. 

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Hinsichtlich  des  Kellerabteils  zeige  das  Beweisfoto,  dass  dieses  mit  einem 

Vorhängeschloss abgeschlossen gewesen sei und er (der Beschwerdeführer) folg-

lich keinen Zugang gehabt habe. Zudem beweise es, dass sich im Kellerabteil Ge-

genstände von ihm befänden. Die Aussage des Beschwerdegegners 1, wonach er 

den Keller gegen Diebstahl habe schützen wollen, sei nicht glaubhaft, zumal das 

Kellerabteil mittels Hausschlüssel zur Wohnung abgeschlossen werden könne und 

somit  ausreichend  gegen  Diebstahl  geschützt  sei.  Der  einzige  Zweck  eines  Vor-

hängeschlosses sei, ihm (dem Beschwerdeführer) den Zugang zum Kellerabteil zu 

verwehren.  Der  Beschwerdegegner  1  habe  ausgesagt,  dass  er  ihm  (dem  Be-

schwerdeführer)  und  dem  dritten  Mitbewohner  (C._____)  die  Zahlenkombination 

des Schlosses mitgeteilt habe. Bis heute sei offen, ob die Staatsanwaltschaft sei-

nem Beweisantrag, wonach Letzterer zu befragen sei, nachgekommen sei. Dessen 

Aussage wäre zentral gewesen, um den Sachverhalt festzustellen und die Glaub-

haftigkeit der Aussage des Beschwerdegegners 1 in Frage zu stellen. Eine Verur-

teilung im Fall einer Anklageerhebung erscheine wahrscheinlich (Urk. 2). 

5. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, den 

Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass das 

Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht 

der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere hat sie 

diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentliches bei-

zutragen vermögen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfahrens entscheidet 

die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu erheben oder 

das Verfahren einzustellen ist (Art. 318 StPO). Eine vollständige oder teilweise Ein-

stellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 StPO u.a., wenn sich ein Tatverdacht nicht in 

einem Mass erhärten lässt, das eine Anklage rechtfertigt (lit. a). Eine Anklage ist in 

der Regel nur dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunkte vorliegen, welche 

es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, und die Staatsanwaltschaft die Tat-

beteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt der Anklageerhebung 

für  wahrscheinlich  hält.  Keine  Anklage  ist  zu  erheben,  wenn  mit  Sicherheit  oder 

grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen ist. Sinn und Zweck 

des Art. 319 StPO ist es, die beschuldigte Person vor Anklagen zu schützen, die 

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mit  einiger  Sicherheit  zu  Freisprüchen  führen  müssten  (BGE  138  IV  186  E.  4.1; 

Urteil des Bundesgerichts 1B_184/2012 vom 27. August 2012 E. 3.3).

Bei  zweifelhafter  Beweis-  bzw.  Rechtslage  hat  jedoch  nicht  die  Untersu-

chungsbehörde über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entschei-

den, sondern das für die materielle Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz 

"in dubio pro reo" nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht. Vielmehr gilt nach der 

bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  der  Grundsatz  "in  dubio  pro  duriore" 

(BGE 138 IV 86 E. 4.1.1 = Pra 101 [2012] Nr. 114; BGE 137 IV 219 E. 7). Eine zu 

restriktive Rechtsanwendung würde allerdings dazu führen, dass selbst bei gerin-

ger Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung ein Anklagezwang bestünde. Der Grund-

satz "in dubio pro duriore" verlangt lediglich, dass bei Zweifeln (über die Straflosig-

keit bzw. betreffend Prozesshindernisse) eine gerichtliche Beurteilung erfolgt. Als 

praktischer  Richtwert  kann  daher  gelten,  dass  Anklage  erhoben  werden  muss, 

wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch (BGE 138 IV 

86  E. 4.1.1  =  Pra  101  [2012]  Nr. 114;  BGE  137  IV  219  E. 7;  JOSITSCH/SCHMID, 

Schweizerische Strafprozessordnung, 4. Aufl. 2023, Art. 319 N 5).

6.

Die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft, wonach sich hinsichtlich der be-

anzeigten Tätlichkeiten/Körperverletzung kein anklagegenügender Tatvorwurf um-

schreiben lasse und zudem eine "Aussage gegen Aussage"-Konstellation vorliege, 

weshalb ein Freispruch sehr wahrscheinlich erschiene, ist nicht zu beanstanden:

6.1. Die  Anklage  hat  die  der  beschuldigten  Person  zur  Last  gelegten  Delikte  in 

ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und 

subjektiver  Hinsicht  genügend  konkretisiert  sind  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_221/2014 vom 5. Juni 2014 E. 1.1). Die Anklageschrift bezeichnet insbeson-

dere möglichst kurz, aber genau: die der beschuldigten Person vorgeworfenen Ta-

ten  mit  Beschreibung  von  Ort,  Datum,  Zeit,  Art  und  Folgen  der  Tatausführung 

(Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Entscheidend ist, dass der Angeklagte genau weiss, 

was ihm konkret vorgeworfen wird, damit er seine Verteidigungsrechte angemes-

sen ausüben kann (BGE 126 I 19 E. 2a). Ungenauigkeiten in den Orts- und Zeitan-

gaben sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte 

Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhalten ihr vorgeworfen 

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wird  (Urteile  des  Bundesgerichts  6B_1121/2013  vom  6.  Mai  2014  E.  3.2; 

6B_210/2013 vom 13. Januar 2014 E. 1.2; 6B_441/2013 vom 4. November 2013 

E. 3.2). 

6.2. Gestützt auf die Schilderungen des Beschwerdeführers in seiner Strafanzeige 

(Urk.  9/3  S.  3)  und  im  Rahmen  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme 

(Urk. 9/6.1  F/A  12  ff.)  bleibt  völlig  unklar,  wann,  wie  oft  und  wie  genau  der  Be-

schwerdegegner 1 ihn geschlagen haben soll. So führte er in der Einvernahme zum 

Vorwurf der Anzeige aus: "Er kam einfach in mein Zimmer und griff mich an." Auf 

die Frage, wie er geschlagen worden sei, ob mit der Hand, der Faust etc., antwor-

tete der Beschwerdeführer, das wisse er nicht mehr. Auch auf die Frage nach der 

Stärke des Schlages blieb der Beschwerdeführer schwammig. Er führte aus, es sei 

"unterschiedlich" gewesen, teilweise nicht so stark, einmal eben ganz stark. Es sei 

mehrmals zu Übergriffen gekommen, wie oft wisse er nicht. Er wisse nicht wann 

und  könne  auch  keinen  Zeitraum  angeben.  Er  habe  ein  Bild  am  18.  September 

2023 gemacht. Die Übergriffe müssten also um den 16./17. September herum ge-

wesen sei. Er sei sich nicht sicher, wie viele Vorfälle es gegeben habe. Er denke, 

es seien ca. zwei bis drei Vorfälle gewesen. Der Beschwerdegegner 1 sei einfach 

einmal in der Nacht in sein Zimmer gekommen und habe ihn dann geschlagen. Auf 

die Frage, wie dieser Schlag gewesen sei, antwortete der Beschwerdeführer, das 

wisse  er  nicht.  Es  sei  nicht  so,  dass  er  da  ein  Hämatom  davon  getragen  habe. 

Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift (Urk. 2 S. 2) ist nicht ersicht-

lich, dass dieses Protokoll "rudimentär und kurz gehalten" wurde. Vielmehr wurde 

der Beschwerdeführer zum Vorfall befragt und gab die protokollierten Antworten, 

was er auch selbst mit der Unterzeichnung der Einvernahme bestätigte. Dass diese 

vage  und  diffus  blieben,  ist  nicht  der  Protokollierung  zuzurechnen,  sondern  den 

Antworten des Beschwerdeführers.

Auch  mit  der  Beschwerde  bringt  der  Beschwerdeführer  keinen  konkreteren 

Sachverhalt vor, obwohl ihm bewusst ist, dass die Anklagebehörde seine bisheri-

gen Ausführungen dazu als nicht genügend konkret erachtete. Wenn er jedoch wei-

terhin einzig geltend macht, der Beschwerdegegner 1 habe ihn in den Monaten Au-

gust und September 2023 mehrfach geschlagen, genügt dies klarerweise nicht, um 

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einen anklagegenügenden Sachverhalt zu formulieren. Eine auch nur ansatzweise 

konkrete  Tatausführung  wird  weiterhin  nicht  beschrieben.  Nachdem  es  offenbar 

nicht um eine unüberschaubare Vielzahl angeblicher Vorfälle geht, sondern zwei 

oder drei, vermag der Beschwerdeführer auch aus seinem Verweis auf seine erst 

rund 10 Monate nach den angeblichen Vorfällen durchgeführte staatsanwaltliche 

Befragung nichts für sich abzuleiten. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass er 

auch einige Monate nach den beanzeigten Taten noch in der Lage wäre, zumindest 

eine einzige Tatausführung konkret zu beschreiben. Unter diesen Umständen kann 

nicht gesagt werden, dem Beschwerdegegner 1 wäre im Falle einer Anklageerhe-

bung klar, was ihm vorgeworfen wird, und er könne seine Verteidigungsrechte an-

gemessen ausüben. 

6.3. Weiter hielt die Staatsanwaltschaft zu Recht fest, dass – vor dem Hintergrund 

der diametral auseinandergehenden Aussagen der Beteiligten und mangels objek-

tiver Beweismittel – im Falle einer Anklageerhebung höchstwahrscheinlich ein Frei-

spruch des Beschwerdegegners 1 ergehen würde. So lässt sich der vom Beschwer-

deführer eingereichten, nur wenige Sekunden langen Videoaufnahme (Urk. 9/4.4) 

nicht  ansatzweise  eine  Tätlichkeit/Körperverletzung  durch  den  Beschwerdegeg-

ner 1 entnehmen. Darauf ist zu hören, dass der Beschwerdeführer den Beschwer-

degegner  1  auffordert,  ihn  nicht  anzufassen.  Hernach  wird  die  Kameralinse  von 

Händen  verdeckt,  weshalb  der  weitere  Verlauf  der  Auseinandersetzung  nicht  zu 

sehen ist. Dass der Beschwerdegegner 1 den Beschwerdeführer tätlich angegan-

gen sein soll, lässt sich der Aufnahme jedenfalls nicht entnehmen. Ebenso unbe-

helflich sind die vom Beschwerdeführer eingereichten Fotos von Hämatomen etc. 

(Urk. 9/4.1 S. 3), lassen diese doch keine Rückschlüsse darauf zu, wie und durch 

wen diese Verletzungen entstanden sind. Schliesslich vermag der Beschwerdefüh-

rer auch mit seinem Verweis auf ein offenbar gegen den Beschwerdegegner 1 ge-

führtes  Verfahren  wegen  Tätlichkeiten/Körperverletzung  nicht  aufzuzeigen,  dass 

die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung unzutreffend sein sollen. 

6.4. Ohnehin ist es nicht Sache der Staatsanwaltschaft, im Falle einer völlig un-

substantiierten Strafanzeige einen anklagegenügenden Sachverhalt festzustellen. 

Das Einreichen einer Strafanzeige begründet keinen Anspruch auf Eröffnung einer 

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Untersuchung  und  Durchführung  eines  Strafverfahrens  (RIEDO/BONER,  in:  Basler 

Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 301 N 6). In-

haltlich werden gewisse Anforderungen an eine Strafanzeige gestellt. Eine Erklä-

rung  gegenüber  einer  Behörde  ist  nur  dann  als  Strafanzeige  zu  betrachten  (und 

entsprechend zu behandeln), wenn sie auf eine konkrete angeblich strafbare Hand-

lung  Bezug  nimmt  (BSK  StPO-RIEDO/BONER,  a.a.O.,  Art. 301  N  11;  vgl.  sodann 

OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, N 1763). Die Straf-

anzeige ist eine Erklärung, aus der sich ergibt, wer welchen Sachverhalt aufgrund 

welcher Informationen oder Erkenntnisse den Strafbehörden im Hinblick auf die An-

handnahme  von  Ermittlungen  zur  Kenntnis  gibt.  Sie  beinhaltet  im  Wesentlichen 

eine Sachverhaltsfeststellung, Angaben zu den beteiligten Personen, persönliche 

Wahrnehmungen und weitere Informationen zum angezeigten Tatvorgang (ALBER-

TINI, in: Albertini/Fehr/Voser, Polizeiliche Ermittlung, VSKC-Handbuch, Zürich 2008, 

S. 550).  Daraus  folgt,  dass  der  Anzeigeerstatter  den  Strafverfolgungsbehörden 

möglichst detailliert Aufschluss darüber zu erteilen hat, welcher strafbaren Hand-

lungen er die beschuldigte Person bezichtigt. Pauschale Schuldzuweisungen ohne 

Hinweis auf einen spezifischen Sachverhalt sind keine Strafanzeigen i.S.v. Art. 301 

StPO.  Diesfalls  begründet  die  StPO  keine  Pflicht  zur  förmlichen  Behandlung  der 

Eingabe.  Zur  Vermeidung  von  Unklarheiten  sollte  die  Staatsanwaltschaft  indes 

auch  in  solchen  Fällen  eine  Nichtanhandnahmeverfügung  erlassen  (BSK  StPO-

RIEDO/BONER, a.a.O., Art. 301 N 11).

6.5. Nachdem sich den beanzeigten Schilderungen des Beschwerdeführers nicht 

ansatzweise entnehmen liess, wann, wie oft und wie der Beschwerdegegner 1 ihn 

geschlagen haben soll (konkrete Tatausführung), war die Staatsanwaltschaft mithin 

nicht gehalten, nähere Abklärungen zu tätigen. Vielmehr hätte sie bei dieser Aus-

gangslage gar gestützt auf Art. 310 StPO eine Nichtanhandnahmeverfügung erlas-

sen können. Gleichwohl befragte sie den Beschwerdeführer dazu, ohne dass die-

ser den Sachverhalt näher konkretisieren konnte. Entsprechend war es ohne Wei-

teres zulässig, das Verfahren mit Bezug auf diesen Tatvorwurf (gemeinsam mit den 

weiteren  Tatvorwürfen)  einzustellen,  zumal  auch  mit  der  Beschwerde  keine  kon-

kreteren Tatumstände vorgebracht werden.

- 13 -

6.6.

Im Ergebnis erweisen sich die Einwände des Beschwerdeführers als unbe-

gründet  und  die  Verfahrenseinstellung  hinsichtlich  des  Vorwurfs  der  Tätlichkei-

ten/Körperverletzung ist nicht zu beanstanden. 

7. Weiter lässt sich auch die beanzeigte Freiheitsberaubung klar nicht rechtsge-

nügend  erstellen.  Die  vom  Beschwerdeführer  eingereichte  Videoaufnahme 

(Urk. 9/4.2) vermag nicht ansatzweise ein vorsätzliches Aussperren auf den Balkon 

durch den Beschwerdegegner 1 zu belegen. Dass dieser auf dem Video zu sehen 

sein soll, die Balkontüre verschlossen sei und sich niemand in der Wohnung be-

finde, ändert daran nichts. Auch die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den 

Platzverhältnissen auf dem Balkon bzw. dem darauf befindlichen Liegestuhl, von 

welchem er ein Bild eingereicht hat (Urk. 9/8.1), sind unbehelflich. Daraus lässt sich 

offensichtlich nicht auf ein (eventual-)vorsätzliches Handeln des Beschwerdegeg-

ners 1 schliessen. Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht festhielt, erweisen sich so-

dann weder die Aussagen des Beschwerdeführers noch jene des Beschwerdegeg-

ners  1  (Urk.  9/6.2  F/A  32  ff.;  Urk. 9/5.1  F/A  13,  Urk.  9/5.2  F/A  28  ff.;  Urk.  9/5.3 

F/A 6), welche sich diametral widersprechen, als klar glaubhafter. Unter diesen Um-

ständen  ist  die  Verfahrenseinstellung  auch  mit  Bezug  auf  diesen  Tatvorwurf  zu 

Recht erfolgt. 

8.

Auch mit Bezug auf den Vorwurf des Diebstahls steht Aussage gegen Aus-

sage. Weitere objektive Beweismittel fehlen. Zwischen den Beteiligten ist bereits 

strittig, ob dem Beschwerdeführer hinsichtlich des betreffenden Badezimmers das 

alleinige  Nutzungsrecht  zustand,  was  der  Beschwerdegegner  1  bestreitet  (vgl. 

Urk. 9/5.1 F/A 7, 14; Urk. 9/5.2 F/A 34). Dabei handelt es sich zudem ohnehin kla-

rerweise um eine zivilrechtliche Streitigkeit, welche nicht vor dem Strafgericht zu 

klären ist. 

9. Wenn der Beschwerdegegner 1 einräumte, er habe zwei-, dreimal das betref-

fende Badezimmer benutzen müssen (Urk. 9/5.2 F/A 34), lässt sich daraus nicht 

auf ein strafbares Verhalten desselben schliessen. Selbst wenn er dabei tatsächlich 

das Toilettenpapier und das Duschmittel bzw. die Seife und das Shampoo des Be-

schwerdeführers benutzt haben sollte, liesse sich die (vom Tatbestand geforderte) 

Aneignungs-  und  Bereicherungsabsicht  nicht  erstellen.  Denkbar  wäre  höchstens 

- 14 -

eine Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB, wobei dieser Straftatbestand bei Baga-

tellfällen nicht anwendbar ist (Urteil des Bundesgerichts 7B_267/2022 vom 13. Mai 

2024 E. 5.2 m.H.). Der Beschwerdeführer hätte aber durch das Benutzen seines 

Toilettenpapiers oder der Seifen keinen erheblichen Nachteil im Sinne des Tatbe-

stands, sondern lediglich eine geringfügige, straflose Beeinträchtigung erlitten. So 

weist die Staatsanwaltschaft zu Recht darauf hin, dass (angesichts des geringen 

Werts der angeblich benutzten Sachen) Schuld und Tatfolgen objektiv betrachtet 

geringfügig  erscheinen,  weshalb  sich  auch  ohne  Weiteres  die  Anwendung  von 

Art. 52 StGB rechtfertigt. Dass der Beschwerdeführer dies anders empfindet, än-

dert daran nichts, zumal er nicht aufzeigt, welche Folgen die unerlaubte Nutzung 

für ihn gehabt haben soll. Von einer hohen kriminellen Energie des Beschwerde-

gegners 1 kann unter den gegebenen Umständen keine Rede sein, zumal er glaub-

haft schilderte, er habe das betreffende Badezimmer deshalb benutzen müssen, 

weil der Beschwerdeführer im anderen Badezimmer den Strom abgestellt und die-

ses mit dem Schlüssel verschlossen habe (Urk. 9/5.1 F/A 6, 14). Im Ergebnis ist 

die Verfahrenseinstellung auch insoweit nicht zu beanstanden.

10. Ebenso wenig lässt sich dem Beschwerdegegner 1 hinsichtlich der Sachent-

ziehung ein strafbares Verhalten nachweisen. Auch insoweit steht Aussage gegen 

Aussage, wobei keine der beiden Darstellungen deutlich glaubhafter erscheint als 

die  andere.  Aus  dem  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Bild  des  Vorhänge-

schlosses am Kellerabteil (Urk. 9/4.1 S. 2) lässt sich nichts ableiten, belegt dieses 

doch in keiner Weise, dass der Beschwerdegegner 1 das betreffende Schloss in 

der Absicht angebracht haben soll, dem Beschwerdeführer den Zugang zu seinen 

Sachen  zu  verwehren.  Mithin  lässt  sich  der  subjektive  Tatbestand  offensichtlich 

nicht erstellen, zumal sich die Darstellung des Beschwerdegegners 1, er habe das 

Schloss  zwecks  Diebstahlschutz  angebracht,  nachdem  ihm  Sachen  entwendet 

worden seien (Urk. 9/5.1 F/A 15; Urk. 9/5.2 F/A 36 f.), nicht widerlegen lässt. Dass 

das Kellerabteil mittels Schlüssel zur Wohnung habe abgeschlossen werden kön-

nen, wie der Beschwerdeführer moniert, ändert daran nichts. Wenn er sodann be-

anstandet, der dritte Mitbewohner (C._____) sei nicht dazu befragt worden, ob der 

Beschwerdegegner 1 ihm die Zahlenkombination des Schlosses mitgeteilt habe, tut 

dies nichts zur Sache. Selbst wenn der Beschwerdegegner 1 C._____ die Zahlen-

- 15 -

kombination  nicht  mitgeteilt  hätte,  liesse  sich  daraus  nicht  ableiten,  dass  er  dies 

auch gegenüber dem Beschwerdeführer unterlassen hat. Somit hat die Staatsan-

waltschaft diesen Beweisantrag mit Verfügung vom 10. Oktober 2024 (Urk. 9/11.4) 

zu Recht abgewiesen und die Verfahrenseinstellung ist auch insoweit nicht zu be-

anstanden. 

11. Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer auch die Verfahrenseinstel-

lung hinsichtlich des Tatvorwurfs der Sachbeschädigung. Mit Bezug auf den Vor-

wurf, der Beschwerdegegner 1 habe die Wohnung mit Kot verschmiert, macht er 

jedoch einzig geltend, die Staatsanwaltschaft habe die Einstellung in diesem Punkt 

nicht begründet. Wie oben dargelegt, ist dieser Einwand unzutreffend, begründete 

die Staatsanwaltschaft doch ihren Entscheid (vgl. Urk. 6 S. 5). Weitere Gründe ge-

gen die Einstellung des Verfahrens in diesem Punkt bringt der Beschwerdeführer 

nicht  vor.  Damit  kommt  er  den  Begründungsanforderungen  an  eine  Beschwerde 

nicht nach, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 

11.1. Dass der Beschwerdegegner 1 den Sekundenkleber nach eigenen Aussagen 

wissentlich und willentlich am Briefkasten angebracht hat in der Absicht, das tem-

poräre Namensschild anzubringen (Urk. 9/5.1 F/A 5; Urk. 9/5.2 F/A 18 ff.), vermag 

kein tatbestandsmässiges, (eventual-)vorsätzliches Handeln desselben zu begrün-

den. Vielmehr erscheint sein Handeln in Anbetracht der Vorgeschichte (wiederhol-

tes Entfernen des temporären Namensschildes durch den Beschwerdeführer, infol-

gedessen  die  Post  des  Beschwerdegegners  1  nicht  zugestellt  werden  konnte) 

nachvollziehbar.  Dass  für  den  Beschwerdegegner  1  grundsätzlich  voraussehbar 

war, dass der Einsatz von Sekundenkleber an einem Briefkasten zu Verklebungen 

führen kann, ändert daran ebenso wenig wie das Argument des Beschwerdefüh-

rers, der Beschwerdegegner 1 habe sich nicht einmal darum bemüht, die entstan-

dene Verschmutzung zu reinigen. Ohnehin erschliesst sich nicht, welchen Grund 

der Beschwerdegegner 1 gehabt haben sollte, den auch von ihm benutzten Brief-

kasten vorsätzlich zu verschmutzen. Somit ist mit der Staatsanwaltschaft festzuhal-

ten, dass sich ein (eventual-)vorsätzliches Handeln des Beschwerdegegners 1 je-

denfalls nicht rechtsgenügend erstellen lässt.

- 16 -

11.2. Zwar  trifft  es  zu,  dass  der  Beschwerdegegner  1  einräumte,  das  Türschloss 

am vom Beschwerdeführer benutzten Badezimmer entfernt zu haben. Zur Begrün-

dung gab er an, der Beschwerdeführer habe nicht mehr mit ihm und C._____ ge-

redet und angefangen, in der ganzen Wohnung, ausser in ebendiesem Badezim-

mer, den Strom abzustellen und das zweite Badezimmer abzuschliessen, weshalb 

sie ihr Wohnrecht nicht mehr hätten wahrnehmen bzw. dort nicht mehr hätten zur 

Toilette gehen können. Daher habe er das Türschloss demontiert, damit er an die 

Sicherung  habe  gelangen  und  den  Strom  wieder  einschalten  können  (Urk. 9/5.1 

F/A 6; Urk. 9/5.2 F/A 23). Diese Darstellung bestreitet der Beschwerdeführer nicht. 

Entgegen seiner Ansicht ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdegegner 1 (even-

tual-)vorsätzlich gehandelt haben soll, zumal sich dessen Erklärung für sein Han-

deln  als  plausibel  erweist  und  sich  nicht  widerlegen  lässt.  Letztlich  liegt  auch  in 

diesem Punkt eine rein zivilrechtliche Streitigkeit über den Umfang des Nutzungs-

rechts vor, welche nicht vor einem Strafgericht zu klären ist. So lässt sich der sub-

jektive Tatbestand der Sachbeschädigung offensichtlich nicht erstellen. Dass der 

Beschwerdegegner 1 das Türschloss nicht nur demontiert, sondern auch entfernt 

haben soll, was offenbar den Kauf eines Ersatzschlosses durch den Beschwerde-

führer nötig machte, ändert daran nichts. Ob mit Bezug auf den Vorwurf der Sach-

beschädigung  auch  eine  Verfahrenseinstellung  gestützt  auf  Art.  52  StGB  in  Be-

tracht käme, kann nach dem Gesagten offen bleiben.

12. Somit  erweist  sich  die  Beschwerde  in  allen  Teilen  als  unbegründet  und  ist 

abzuweisen.

III.

1.

Der Beschwerdeführer ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung und unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren 

(Urk. 2; Urk. 3).

2.

Jede bedürftige Person (so auch die Privatklägerschaft, vgl. Art. 136 StPO) 

hat – im Sinne einer grundrechtlichen Minimalgarantie – Anspruch auf unentgeltli-

che Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, und aus-

serdem – soweit zur Interessenwahrung notwendig – Anspruch auf unentgeltlichen 

- 17 -

Rechtsbeistand  (Art. 29  Abs. 3  BV).  Als  aussichtslos  sind  Begehren  anzusehen, 

bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren 

und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein 

Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren 

ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massge-

bend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 

Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Ob im Einzelfall genügende 

Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summa-

rischen  Prüfung  der  Prozessaussichten,  wobei  die  Verhältnisse  im  Zeitpunkt  der 

Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 133 III 614 E. 5; Urteil des Bun-

desgerichts 1B_263/2015 vom 16. September 2015 E. 2.2). 

Wie  die  vorstehenden  Erwägungen  deutlich  machen,  erweist  sich  die  Be-

schwerde und damit auch eine Zivilklage von vornherein als aussichtslos, weshalb 

die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  sowie  der  unentgeltlichen 

Rechtsvertretung ausgeschlossen (vgl. Art. 136 Abs. 1 StPO und Art. 29 Abs. 3 BV) 

und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist. Somit erübrigt sich eine Prüfung 

der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers. 

3.

Der unterliegende Beschwerdeführer hat die Kosten des Beschwerdeverfah-

rens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Angesichts der Bedeutung und Schwierigkeit 

des Falls sowie des Zeitaufwands des Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das Be-

schwerdeverfahren auf Fr. 1'600.– festzusetzen (§ 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebV 

OG). Ausgangsgemäss ist der Beschwerdeführer nicht zu entschädigen. Auch dem 

Beschwerdegegner 1 ist mangels entschädigungsfähiger Umtriebe keine Entschä-

digung zuzusprechen.

Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. A. Flury)

1.

Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung und 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren wird ab-

gewiesen.

- 18 -

2.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung gemäss nachfolgendem 

Beschluss.

1.

2.

3.

4.

Es wird beschlossen:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'600.– fest-

gesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.

Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an:







den Beschwerdeführer (per Einschreiben mit Rückschein)

den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ad ... (gegen Empfangsbestäti-
gung).

5.

Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

- 19 -

Zürich, 23. Juni 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Flury

Dr. iur. E. Welte