# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77cf8a01-7209-5124-8f34-d12b59bc689f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 19.10.2018 110 2018 97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-97_2018-10-19.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/97 Bern, 19. Oktober 2018

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

C.________
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Fürsprecher D.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Seeland, Amthaus, Stadtplatz 33, Postfach 60, 3270 Aarberg

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Aarberg, Bauverwaltung, Stadtplatz 28, 
3270 Aarberg

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Seeland vom 11. Juni 2018 
(bbew 17/2018; Beleuchtungen und Kennzeichnungen bei Umnutzung von bestehenden 
Massagezimmern zu Prostitutionsgewerbe)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin betreibt in der Gewerbeliegenschaft am E.________weg 

die "F.________ Bar". Die Parzelle Aarberg Gbbl. Nr. G.________ liegt in der 

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Gewerbezone G2. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt wurde bei einzelnen Zimmern die 

Prostitutionsnutzung bewilligt.1 Am 15. Januar 2018 reichte die Beschwerdegegnerin bei 

der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Aarberg ein Baugesuch ein zur Umnutzung 

von zwei Massagezimmern zu Prostitutionszwecken. Gleichzeitig ersuchte sie dafür um 

eine Betriebsbewilligung für das Prostitutionsgewerbe. Die Beschwerdeführerin erhob 

Einsprache gegen das Bauvorhaben. Am 11. Juni 2018 erteilte das 

Regierungsstatthalteramt Seeland die Baubewilligung für die geplante Umnutzung. 

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 11. Juli 2018 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt, die Bewilligung 

zur Nutzungsänderung der bestehenden Massagezimmer für das Prostitutionsgewerbe sei 

unter der Bedingung und/oder mit der Auflage zu erteilen, dass für diese gewerbliche 

Tätigkeit auf dem Grundstück Aarberg Gbbl. Nr. G.________ keine zusätzlichen 

Beleuchtungen und Kennzeichnungen irgendwelcher Art, mit denen die Liegenschaft 

gegen aussen als Teil des Rotlichtmilieus kenntlich gemacht wird, angebracht werden 

dürfen. 

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das Regierungsstatthalteramt 

Seeland beantragt mit Eingabe vom 24. Juli 2018, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten sei. Das gleiche Rechtsbegehren stellt die Beschwerdegegnerin mit 

Eingabe vom 30. Juli 2018. Die Gemeinde Aarberg führt mit Schreiben vom 7. August 2018 

aus, sie verzichte auf eine Stellungnahme und schliesse sich den Ausführungen im 

Baubewilligungsentscheid des Regierungsstatthalteramts Seeland vom 11. Juni 2018 an.  

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Vgl. Gesamtbauentscheid des Regierungsstatthalteramts Seeland vom 11. Juni 2018 E. 5
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

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II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Die Beschwerde wurde form- und fristgerecht eingereicht.

b) Nach Art. 40 Abs. 2 BauG sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher sowie die 

zuständige Gemeindebehörde beschwerdebefugt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrer 

Einsprache nicht durchgedrungen, sie ist daher durch den Entscheid beschwert. 

Die Beschwerdelegitimation setzt weiter voraus, dass sich die Beschwerdeführerin 

zulässigerweise als Einsprecherin am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt hat.4 Die 

Beschwerdegegnerin macht geltend, die Beschwerdeführerin sei aufgrund der örtlichen 

Distanz zum Bauvorhaben weder einsprachelegitimiert gewesen noch im vorliegenden 

Verfahren beschwerdelegitimiert. Sie sei von der Umnutzung nicht mehr betroffen als 

jedermann. 

Zur Einsprache ‒ und später zur Beschwerde ‒ befugt sind Personen, die durch das 

Bauvorhaben unmittelbar in eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen sind (Art. 35 Abs. 

2 Bst. a BauG). Die Person muss durch ein Bauvorhaben in höherem Mass als die 

Allgemeinheit betroffen sein und zum Streitgegenstand eine besondere Beziehungsnähe 

haben. Bei Bauprojekten muss diese Beziehungsnähe insbesondere in räumlicher Hinsicht 

gegeben sein. Die Einsprache- und Beschwerdebefugnis der Nachbarn ist in der Regel zu 

bejahen, wenn deren Liegenschaft unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt oder 

allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon getrennt wird. Der Kreis der betroffenen 

Nachbarschaft kann aber nicht allgemein festgelegt werden, sondern muss im Einzelfall 

nach den konkreten Verhältnissen bestimmt werden. Es wird zwar darauf verzichtet, auf 

bestimmte feste Werte abzustellen. Nach der bundesgerichtlichen Praxis sind aber 

Nachbarn bis im Abstand von etwa 100 Metern in der Regel zu Beschwerden gegen 

3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
4 BVR 2008 S. 396 E. 1.2

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Bauvorhaben legitimiert.5 Die Legitimation reicht aber so weit wie die Betroffenheit durch 

Immissionen des Bauvorhabens.6 

Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin von drei Mehrfamilienhäusern am 

H.________weg (Parzellen Aarberg Gbbl. Nr. I.________, J.________ und K.________). 

Die Grundstücke sind durch die Strasse und mindestens eine weitere Liegenschaft von der 

Bauparzelle getrennt. Die Distanz von der nächstgelegenen Parzelle der 

Beschwerdeführerin (Nr. K.________, H.________weg 29-33) zur Bauparzelle beträgt 

weniger als 50 m, die Distanz zwischen dem Mehrfamilienhaus und der F.________ Bar 

beträgt etwa 72 m.7 Die Umnutzung von Räumen zu Prostitutionszwecken verursacht 

ideelle Immissionen. Darunter sind Einwirkungen zu verstehen, die das seelische 

Empfinden verletzen bzw. unangenehme Eindrücke erwecken und das ruhige und 

angenehme Wohnen beeinträchtigen. Das Prostitutionsgewerbe kann zu einer 

unerfreulichen Umgebung führen, den Ruf der Wohngegend und die Vermietbarkeit von 

Wohnungen und Geschäften erschweren.8 Diese ideellen Immissionen sind nicht auf die 

direkt angrenzenden Nachbarn beschränkt, sondern können einen weiten Kreis von 

Personen betreffen. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass die bestehende Beleuchtung 

der F.________ Bar als Lichtimmission beim nächstgelegenen Wohnblock wahrnehmbar 

ist. Die Beschwerdeführerin ist somit mehr als jedermann durch das Bauvorhaben betroffen 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Auflagen / Bedingungen zur Immissionsbegrenzung

a) Die Umnutzung der Massagezimmer zu Prostitutionszwecken ist in der Sache nicht 

mehr umstritten. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf den Schutz von 

Wohnliegenschaften im Grenzbereich zur Gewerbezone und rügt eine fehlerhafte 

Anwendung von Art. 24 Abs. 2 BauG und Art. 91 BauV9. Sie macht insbesondere geltend, 

5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35–
35c N. 17 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung
6 BGE 136 II 281 E. 2.3.1
7 Gemessen im Geoportal des Kantons Bern, Grundstücksdaten-Informationssystem GRUDIS
8 BGer 1C_157/2012 vom 16. Juli 2012 E. 4; 1C_499/2014 E. 6.3.4 (in ZBl 117/2016 S. 609 ff.; 1C_283/2016 
vom 11. Januar 2017 E. 5.2.2
9 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 

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dass bereits die bestehende rot/orange Beleuchtung der F.________ Bar sehr störend sei 

und eine Lichtverschmutzung darstelle. Die ideellen Immissionen nähmen zu, wenn der 

Bordellbetrieb mit zusätzlichen Beleuchtungen oder einschlägigen Kennzeichen noch 

stärker als Teil des Rotlichtmilieus nach aussen in Erscheinung trete. Die Ausuferung des 

bestehenden Erscheinungsbildes als Sexbetrieb müsse daher mit Bedingungen und/oder 

Auflagen verhindert werden. Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, Gegenstand 

des Baugesuchs sei lediglich die Umnutzung der Massagezimmer für das 

Prostitutionsgewerbe. Das Prostitutionsgewerbe sei in der Gewerbezone zonenkonform. 

Für Wohnzonen im Grenzbereich gälten Immissionen wie in einer gemischten Wohn-

/Gewerbezone als zumutbar. Sie habe keine zusätzlichen Beschriftungen oder 

Beleuchtungen beantragt. Die bestehende Beleuchtung sei daher nicht 

Verfahrensgegenstand; Strassenreklamen gemäss Art. 6a Abs. 1 BewD10 seien zudem 

baubewilligungsfrei. Es bestehe kein Anlass, zusätzliche Bedingungen oder Auflagen zu 

erlassen.

b) Ausnahme- und Baubewilligungen können mit Bedingungen oder Auflagen verknüpft 

werden (Art. 29 Abs. 2 und Art. 38 Abs. 3 BauG). Bedingungen sind entweder 

Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit die Baubewilligung genutzt werden darf 

(Suspensivbedingung), oder Vorbehalte, deren Eintritt den Wegfall der Bewilligung zur 

Folge hat (Resolutivbedingung). Auflagen sind Pflichten, die mit einer Baubewilligung 

verbunden sind.11 Die Bedingungen und Auflagen müssen in einem engen sachlichen 

Zusammenhang zur erteilten Bau- oder Ausnahmebewilligung stehen und verhältnismässig 

sein. Entspricht das Bauvorhaben den gesetzlichen Anforderungen, hat die Bauherrschaft 

grundsätzlich Anspruch auf eine bedingungslose und unbelastete Baubewilligung. 

Entspricht ein Bauvorhaben den gesetzlichen Anforderungen nicht, kann der Mangel nicht 

mit Bedingungen oder Auflagen geheilt werden. Bedingungen und Auflagen zu einer 

Baubewilligung kommen daher nur bei Bauvorhaben in Betracht, die je nach ihrer 

Gestaltung oder Einrichtung oder je nach der Art der Nutzung oder Betriebsführung 

gesetzeskonform oder gesetzwidrig sein können. Bedingungen und Auflagen sind in 

solchen Fällen das Mittel dazu, die gesetzwidrigen Auswirkungen zu verhindern.12 

10 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 29 N. 1
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 15 f.

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c) Bauten und Anlagen dürfen nicht zu Einwirkungen auf die Nachbarschaft führen, die 

der Zonenordnung widersprechen. Im Grenzbereich gegenüber Wohnzonen ist auf diese 

Rücksicht zu nehmen. Im Baubewilligungsverfahren können entsprechende Bedingungen 

und Auflagen verfügt oder Projektänderungen verlangt werden (vgl. Art. 24 BauG). Die 

Einschränkungen für eine an sich zonenkonforme Anlage in der Nichtwohnzone dürfen 

aber nicht so weit gehen, dass ihre bestimmungsgemässe Nutzung verunmöglicht oder 

stark erschwert wird.13 Im Grenzbereich gegenüber Wohnzonen dürfen nur Betriebe 

angesiedelt oder erweitert werden, die in der Wohnzone nicht zu stärkeren Einwirkungen 

führen, als sie in einer gemischten Wohn-/Gewerbezone geduldet werden müssen (Art. 91 

BauV). 

d) Die Mehrfamilienhäuser der Beschwerdeführerin liegen in der Überbauungsordnung 

"L.________ in den Baufeldern für Wohnbauten 3-geschossig.14 Gemäss Art. 6 ÜV gelten 

für diese Baufelder die Nutzungsvorschriften der Wohnzone W3 (Art. 28 GBR15). Das 

Baugrundstück liegt in der Gewerbezone G2 und befindet sich, etwas versetzt, schräg 

gegenüber den Wohnbauten der ÜO L.________. Gemäss Art. 30 GBR sind in der 

Gewerbezone G2 Bauten und Anlagen für Industrie und Gewerbe zulässig. Mit Verweis auf 

Art. 24 BauG bestimmt Art. 30 Abs. 3 GBR weiter, dass im Grenzbereich gegenüber 

anderen Bauzonen sowie gegenüber Erholungs- und Schutzgebieten nur Betriebe 

angesiedelt oder erweitert werden dürfen, die in diesen Nachbargebieten nicht zu stärkeren 

Einwirkungen führen, als in einer gemischten Wohn-/Gewerbezone geduldet werden 

müssen.

 

Wohn-/Gewerbezonen sind gemäss Art. 29 GBR Mischzonen für Wohn- und gewerbliche 

Nutzung. Die gewerbliche Nutzung darf weder durch den Betrieb noch durch den 

verursachten Verkehr Immissionen verursachen, die das gesunde Wohnen wesentlich 

beeinträchtigen. Im Vergleich zur Wohnzone, wo sich die gewerbliche Nutzung den 

Bedürfnissen des Wohnens unterzuordnen hat (vgl. Art. 28 GBR) und wo ein Sexgewerbe 

aufgrund der ideellen Immissionen nicht als zonenkonform gilt, müssen in einer Wohn-

13 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 24 N.  33
14 Gemeinde Aarberg, Überbauungsordnung L.______, bestehend aus dem Überbauungsplan und den 
Überbauungsvorschriften (ÜV), durch die Kantonale Baudirektion genehmigt am 9. Juni 1992, mit Änderungen 
bis Mai 2007
15 Gemeinde Aarberg, Baureglement, durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung genehmigt am 28. Mai 
2008, mit Änderungen bis 6. Dezember 2011

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/Gewerbezone etwas erhöhte (ideelle) Immissionen geduldet werden.16 

e) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung hängt das Ausmass der ideellen 

Immissionen auch davon ab, ob und wie das Prostitutionsgewerbe gegen aussen 

erkennbar ist. "Sexgewerbebetriebe mindern die Attraktivität einer Gegend für Geschäfte 

und Wohnungen vor allem dann, wenn sie nach aussen in Erscheinung treten und ‒ z.B. 

durch ihre Werbung, Gestaltung, Lärm- oder Geruchsimmissionen ‒ die Umgebung als 

unästhetisch, unsicher oder sonst wie unerfreulich wirken lassen. Ist das Gewerbe nach 

aussen nicht erkennbar, wird der gute Ruf des Quartiers jedenfalls für Aussenstehende 

nicht beeinträchtigt. Auch für die Anwohner spielt es psychologisch eine Rolle, ob sie 

täglich unmittelbar mit dem Sexgewerbe konfrontiert werden und damit stets aufs Neue 

negative Gefühle ausgelöst bzw. verstärkt werden. Insofern sind Auflagen zur 

Verhinderung oder wesentlichen Reduktion von materiellen Immissionen geeignet, auch 

das Ausmass der ideellen Immissionen zu reduzieren (…)."17 Das Konfliktpotential 

zwischen der Wohnnutzung und der sexgewerblichen Nutzung ist unter einen 

Gesamtschau unter Einbezug des geplanten Vorhabens und der bestehenden Umgebung 

zu beurteilen.18

f) Der zur Strasse hin liegende Teil der F.________ Bar (Parzelle Nr. G.________) hat 

eine auffällige Beleuchtung. Mit den roten Lichtbändern entlang des Dachrandes und der 

Fenster, der roten Leuchtschrift "Bar", der Affiche "F.________ Bar" und der Reklame auf 

dem Dach einschliesslich rot beleuchteter Palme wird unmissverständlich und 

unübersehbar auf den sexgewerblichen Charakter des Betriebs hingewiesen. Aus den 

Akten geht nicht hervor, ob diese Beleuchtung und Kennzeichnung des Sexgewerbes 

zulässig und bewilligt ist. Dies müsste gegebenenfalls in einem baupolizeilichen Verfahren 

geklärt werden. Die bestehende Beleuchtung und Werbung bildet nicht Gegenstand des 

Bauvorhabens und ist daher im vorliegenden Verfahren nicht zu beurteilen. Der beantragte 

Augenschein erübrigt sich damit. Der entsprechende Beweisantrag wird abgewiesen.

Die Liegenschaft auf Parzelle Nr. G.________ wird wie erwähnt bereits für das 

Prostitutionsgewerbe genutzt, und diese Nutzung ist gegen aussen kenntlich gemacht. 

Gemäss Baugesuch und Grundrissplan vom 15. Januar 2018 sind für die Umnutzung der 

16 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 8, 31, 33, 34
17 BGer 1C_499/2014 E. 6.3.4
18 BGE 136 I 395 E. 4.3.2 und 4.3.3 S. 401 f.

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beiden Zimmer keine baulichen Veränderungen vorgesehen. In der Stellungnahme vom 

23. Mai 2018 erklärte die Bauherrschaft, es sei nicht beabsichtigt, weitere Aussenreklamen 

anzubringen.19 Dies bekräftigte sie erneut in der Beschwerdeantwort. Die Umnutzung der 

beiden Massagesalons für Prostitutionszwecke verstärkt die ideellen Immissionen und die 

Lichtimmissionen nicht. Es bestehen keine Anzeichen, dass weitere Reklamen und 

Beleuchtungen vorgesehen sind.

g) Es ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin auch im Interesse ihrer 

Mieterschaft verhindern will, dass die ideellen und materiellen Immissionen des 

Prostitutionsgewerbes künftig zunehmen und das Wohnen beeinträchtigen. Für Auflagen 

oder Bedingungen im Sinne eines präventiven weiteren Werbe- und Beleuchtungsverbots 

‒ unabhängig von einem konkreten Vorhaben ‒ besteht vorliegend aber keine Grundlage. 

Ob eine zusätzliche Beleuchtung oder Werbung die ideellen und materiellen Immissionen 

in der angrenzenden Wohnzone unzulässigerweise verstärken würde, ist im Falle eines 

konkreten Vorhabens zu prüfen. In den hier betroffenen Zonen sind Reklamen, mithin auch 

Eigenreklamen grundsätzlich zulässig (vgl. Art. 8 GBR). Der Verweis der 

Beschwerdegegnerin auf die baubewilligungsfreien Strassenreklamen gemäss Art. 6a 

BewD greift aber zu kurz. Wie oben erwähnt, hat die Kenntlichmachung des Sexgewerbes 

einen direkten Zusammenhang mit dem Ausmass der ideellen und allenfalls auch 

materiellen Immissionen. Sollte die Beschwerdegegnerin in Zukunft die Beleuchtung 

erweitern wollen oder weitere Werbung für das Sexgewerbe bzw. eine zusätzliche 

Kenntlichmachung anbringen wollen, müsste im konkreten Fall und unter Einbezug des 

Bestehenden beurteilt werden, ob das Vorhaben baubewilligungspflichtig bzw. 

bewilligungsfähig ist. 

3. Kosten

a) Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die Verfahrenskosten zu tragen 

(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.– 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV20).

19 Vorakten Regierungsstatthalteramt bbew 17/2018, pag. 34
20 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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b) Die Beschwerdeführerin hat zudem der Beschwerdegegnerin die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige 

Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV21 

beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis 

Fr. 11'800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz 

nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und 

der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG22). 

Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als unterdurchschnittlich zu werten, da 

nur ein Schriftenwechsel stattfand und kein Beweisverfahren durchgeführt wurde. 

Angesichts der umstrittenen Rechtsfragen und der Tatsache, dass gemäss Baugesuch 

keine Baukosten entstanden sind, sind auch die Bedeutung der Streitsache und die 

Schwierigkeit des Prozesses als deutlich unterdurchschnittlich einzustufen. Daher 

erscheint ein Honorar von Fr. 2'500.– als angemessen. Hinzu kommen die geltend 

gemachten Auslagen von Fr. 130.‒.

  

c) Die Beschwerdegegnerin ist mehrwertsteuerpflichtig23 und kann somit die von ihrem 

Rechtsvertreter auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer eigenen 

Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. Ihr fällt daher betreffend 

Mehrwertsteuer kein Aufwand an und eine Abgeltung der Mehrwertsteuer käme einer mit 

Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG unvereinbaren Überentschädigung gleich. Die 

in der Kostennote vom 4. September 2018 des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin 

aufgeführte Mehrwertsteuer ist daher bei der Bestimmung des Parteikostenersatzes nicht 

zu berücksichtigen.24

d) Die Beschwerdeführerin hat daher der Beschwerdegegnerin die Parteikosten von 

insgesamt Fr. 2'630.− zu ersetzen. 

21 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; 
PKV; BSG 168.811)
22 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
23 einsehbar unter https://www.uid.admin.ch; Unternehmens-Identifikationsnummer CHE-O.________
24 BVR 2014 S. 484 E. 6

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid des Regierungsstatthalteramts 

Seeland vom 11. Juni 2018 wird bestätigt. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin die Parteikosten im Betrag von 

Fr. 2'630.− (inkl. Auslagen, exkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- Herrn Fürsprecher D.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Seeland, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Aarberg, Bauverwaltung, eingeschrieben

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident