# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b07d1e86-52e0-5d62-91b1-a5c72e870f74
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2023 E-3744/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3744-2022_2023-01-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3744/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;  

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (...), 

dessen B._______, geboren (…), 

und deren Kinder  

C._______, geboren (…), 

D._______, geboren (…), 

E._______, geboren (…), 

F._______, geboren (…), 

und G._______, geboren am (…), 

Pakistan,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 22. August 2022 / N (…). 

 

E-3744/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Entscheid vom 17. März 2004 lehnte das damalige Bundesamt für Mig-

ration (BFM) mit Entscheid vom 17. März 2004 die ersten Asylgesuche der 

Beschwerdeführenden vom 22. Juli 2002 (Beschwerdeführer) und vom 

5. August 2003 (nachgereiste Beschwerdeführerin) ab und ordnete deren 

Wegweisung aus der Schweiz an. 

B.  

Mit Urteil E-3465/2006 vom 23. März 2009 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde hinsichtlich 

des Wegweisungsvollzugs gut und wies das BFM an, die Beschwerdefüh-

renden in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 

C.  

Am 24. März 2009 nahm das BFM die Beschwerdeführenden (und die bei-

den am 12. August 2004 beziehungsweise am 7. Oktober 2008 geborenen 

Töchter) vorläufig in der Schweiz auf. 

D.  

Am 16. März 2012 hiess das damals zuständige kantonale Behörde das 

Gesuch einer Härtefallregelung gut und die Beschwerdeführenden erhiel-

ten eine Aufenthaltsbewilligung B, womit deren vorläufigen Aufnahmen er-

loschen. 

E.  

Die Beschwerdeführenden verliessen in der Folge zusammen mit ihren vier 

Töchtern (Geburt zweier weiterer Töchter am 16. April 2012 und am 15. Ja-

nuar 2017) freiwillig die Schweiz und ersuchten in Kanada (dem Wohnsitz 

der Mutter des Beschwerdeführers) um Asyl und einen permanenten Auf-

enthaltsstatus.  

F.  

Am 20. März 2020 wurde die jüngste Tochter der Beschwerdeführenden in 

Kanada geboren und erhielt kraft Geburt die kanadische Staatsbürger-

schaft. 

G.  

Am 13. Juli 2021 reisten die Beschwerdeführenden mit von den kanadi-

schen Behörden ausgestellten Dokumenten nach Deutschland (dem 

Wohnsitz der Eltern der Beschwerdeführerin) und schliesslich in die 

E-3744/2022 

Seite 3 

Schweiz, wo sie am 27. August 2021 erneut um Asyl nachsuchten. Sie wur-

den dem H._______ zugewiesen.  

H.  

Zur Begründung des Asylgesuches machte der Beschwerdeführer geltend, 

er habe die Schweiz am 31. Dezember 2017 verlassen, da man ihn in der 

hiesigen Gemeinschaft der Ahmadiyya, welcher er ethnisch zugehörig sei, 

schikaniert habe. Aus diesem Grund sei er mit der Familie freiwillig nach 

Kanada gereist, wo seine Eltern wohnhaft seien. In Kanada habe er einen 

Antrag auf eine permanente Aufenthaltsbewilligung gestellt, dessen Beur-

teilung sich aufgrund der Corona-Pandemie verzögert habe.  

Die Beschwerdeführerin ihrerseits gab an, sie sei in Kanada nicht glücklich 

gewesen, insbesondere, weil sie ihre in Deutschland lebenden Eltern nicht 

mehr habe besuchen können. Ihre beiden älteren Töchter seien in Kanada 

ebenfalls nicht glücklich gewesen. Alle Familienmitglieder (Beschwerde-

führer, Beschwerdeführerin und ihre ältere Tochter) seien wegen auftreten-

der Depressionen in Kanada in medizinischer Behandlung gewesen. Aus 

diesen Gründen seien die Beschwerdeführenden im Juli 2021 – also rund 

vier Jahre nach ihrer freiwilligen Ausreise aus der Schweiz – mit ihren von 

den kanadischen Behörden ausgestellten Reisedokumenten aus Kanada 

nach Deutschland zu den Eltern der Beschwerdeführerin gereist. Nach 

zwei Wochen in Deutschland habe die Beschwerdeführerin in der Schweiz 

eine Unterkunft für ihre Familie organisieren können und in der Folge seien 

die Beschwerdeführenden am 2. August 2021 in die Schweiz eingereist.  

I.  

Im Anschluss des Dublin-Gesprächs vom 16. September 2021 wurde den 

Beschwerdeführenden mitgeteilt, dass auf die Einleitung eines Dublin-Ver-

fahrens verzichtet werde. Die Beschwerdeführenden wurden dazu aufge-

fordert, ihre kanadischen Reisepapiere einzureichen. 

J.  

Am 1. November 2021 wurde den Beschwerdeführenden in Anwendung 

von Art. 36 AsylG das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung 

nach Kanada gewährt und ihnen Gelegenheit gegeben, sich hierzu münd-

lich zu äussern. Die Befragung wurde indes vorzeitig abgebrochen und 

ihnen wurde das entsprechende rechtliche Gehör am 2. November 2021 in 

schriftlicher Form gewährt.  

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Seite 4 

K.  

Am 7. Dezember 2021 reichten die Beschwerdeführenden eine entspre-

chende Stellungnahme ein. Es wurde im Wesentlichen geltend gemacht, 

dass sie alsbald nach der Ankunft in Kanada in die Schweiz hätten zurück-

kehren wollen. Aufgrund des laufenden Asylverfahrens in Kanada seien die 

pakistanischen Pässe jedoch bei den kanadischen Behörden hinterlegt ge-

wesen. Zudem hätten die Beschwerdeführenden in der Schweiz über keine 

gültige Aufenthaltsbewilligung mehr verfügt. Dadurch seien sie gezwungen 

gewesen, das Asylverfahren in Kanada abzuwarten. Die Beschwerdefüh-

renden hätten auf ihre Aufenthaltsbewilligung in Kanada verzichtet (vgl. 

Beilagen 2 und 3). Die Flüchtlingspässe, mit denen sie in Europa eingereist 

seien, hätten sie den kanadischen Behörden zurückgeschickt.  

L.  

Am 21. Dezember 2021 richtete das SEM unter Beilage der von den kana-

dischen Behörden ausgestellten Reisepapiere der Beschwerdeführenden 

und des kanadischen Reisepasses der jüngsten Tochter eine Anfrage an 

die kanadischen Behörden bezüglich deren Aufenthaltsstatus in Kanada 

und ihren Einreisemöglichkeiten.  

M.  

Am 13. Januar 2022 reichten die Beschwerdeführenden ein Schreiben der 

kanadischen Behörden ein, worin diese bestätigen, dass der Antrag auf 

einen permanenten Aufenthaltstitel in Kanada auf Antrag der Beschwerde-

führenden abgeschrieben worden sei. 

N.  

In ihrem Antwortschreiben vom 19. April 2022 auf die Botschaftsanfrage 

des SEM vom 21. Dezember 2022 bezüglich Aufenthaltsstatus der Be-

schwerdeführenden in Kanada teilten die kanadischen Behörden mit, die 

Beschwerdeführenden hätten die Möglichkeit, erneut nach Kanada zurück-

zukehren und eine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. 

O.  

Mit Schreiben vom 18. August 2022 an das SEM teilten die zuständigen 

kantonalen Behörden mit, dass das von den Beschwerdeführenden einge-

reichte Härtefallgesuch erst nach Ergehen des Entscheides des SEM be-

handelt werden könne. 

P.  

Mit Verfügung vom 22. August 2022 (Eröffnung am 23. August 2022) trat 

E-3744/2022 

Seite 5 

das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG auf die Asylgesu-

che der Beschwerdeführenden vom 27. August 2021 nicht ein und ordnete 

die Wegweisung aus der Schweiz nach Kanada als Drittstaat, indem sich 

die Beschwerdeführenden zuvor aufgehalten haben, an, wobei es den Voll-

zug als zulässig, zumutbar und möglich erachtete. 

Q.  

Mit Eingabe vom 29. August 2022 erhoben die Beschwerdeführenden ge-

gen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und be-

antragten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und auf die Asyl-

gesuche einzutreten. Aufgrund der bestehenden Unzumutbarkeit sei auf 

den Wegweisungsvollzug nach Kanada zu verzichten und in Gutheissung 

des Härtefallantrags erneut die Aufenthaltsbewilligung B zu gewähren. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschus-

ses ersucht. Zur Stützung ihrer Vorbringen wurden mehrere Dokumente 

eingereicht (ärztliche Atteste vom 16. Juli 2021 und vom 29. September 

2022 betreffend den Beschwerdeführer A._______ und die Beschwerde-

führerin C._______, Verzichtserklärung auf kanadische Aufenthaltsbewilli-

gung vom 12. Januar 2022, Schreiben der I._______ vom 26. August 2022, 

Austrittsbericht der J._______ vom 15. August 2022, Bestätigungsschrei-

ben J._______ vom 26. August 2022 betreffend stationären medizinischen 

Aufenthalts des Beschwerdeführers A._______ verschiedene Schreiben). 

R.  

Mit vorab per Telefax eingereichter Eingabe vom 1. September 2022 reich-

ten die Beschwerdeführenden bezüglich des Beschwerdeführers 

A._______ ein ärztliches Zeugnis der behandelnden Ärztin K._______ vom 

1. September 2022 und einen Schulbericht der L._______ vom 31. August 

2022 bezüglich der Beschwerdeführerin D._______ ein.  

S.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. September 2022 wies das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren ab und erhob unter An-

drohung des Nichteintretens im Unterlassungsfall einen Kostenvorschuss 

in der Höhe von Fr. 750.–, welcher in der Folge fristgerecht geleistet wurde. 

  

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde-

führerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

– mit folgendem Vorbehalt – einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

Auf den Antrag in der Beschwerde, wonach das beim zuständigen Kanton 

eingereichte Härtefallgesuch gutzuheissen sei, ist mangels Zuständigkeit 

nicht einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vor-

liegend, wie nachstehend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

4.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die Vor-

instanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

m.w.H.). Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Vollzugs hat das 

SEM eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Gericht diesbe-

züglich volle Kognition zukommt. 

5.  

Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht einge-

treten, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat zurückkehren kön-

nen, in welchem sie sich zuvor aufgehalten haben.  

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Seite 7 

6.  

6.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung festgehalten, dass 

die Beschwerdeführenden gemäss Rückmeldung der kanadischen Behör-

den mit den ihnen zustehenden Reisedokumenten nach Kanada einreisen 

und erneut eine Aufenthaltsbewilligung beantragen könnten. Im Rahmen 

des rechtlichen Gehörs nach Art. 36 AsylG zu einem allfälligen Nichteintre-

tensentscheid und einem damit verbundenen Wegweisungsvollzug nach 

Kanada hätten die Beschwerdeführenden insbesondere angegeben, dass 

sie befürchteten, die kanadischen Behörden würden sie bei einer erneuten 

Einreise einfach nach Pakistan zurückschickten. Hierzu sei jedoch festzu-

halten, dass den Beschwerdeführenden gemäss Auskunft der kanadischen 

Behörden die Möglichkeit zustehe, ihr Schutzgesuch in Kanada, einem si-

cheren Drittstaat, in welchem sie bereits mehrere Jahre gelebt hätten, prü-

fen zu lassen. Daher sei gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG auf die Asyl-

gesuche der Beschwerdeführenden nicht einzutreten. 

6.2  

6.2.1 Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs führte das SEM aus, dass das 

Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimatstaates der Beschwerde-

führenden nicht zu prüfen sei, da diese in einen Drittstaat reisen könnten, 

in dem sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsyIG 

fänden. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführenden hätten die kana-

dischen Behörden ihr Asylgesuchnach nach ihrer Einreise 2017 geprüft 

und ihnen eine permanente Aufenthaltserlaubnis und einen bis zum 

2. September 2022 gültigen Reiseausweis ausgestellt. Es gebe somit 

keine Hinweise, dass die kanadischen Behörden die Beschwerdeführen-

den einfach nach Pakistan abschieben würden. 

6.2.2 Weder die in Kanada herrschende Situation noch andere Gründe 

würden gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprechen. 

Auch wenn insbesondere die Beschwerdeführerin und ihre älteren Töchter 

die Schweiz als Wohnsitz bevorzugten, sei den Beschwerdeführenden als 

Familie eine Rückkehr nach Kanada zuzumuten. Sie hätten dort ein sozia-

les Umfeld (Eltern des Beschwerdeführers). Zudem stünden ihnen die 

Netzwerke der sozialen Wohlfahrt in Kanada, wie sie selbst in Ihren Aus-

sagen über ihren erstmaligen Aufenthalt deutlich gemacht hätten, zur Ver-

fügung. Die Kinder seien bereits mehrere Jahre in Kanada zur Schule ge-

gangen, so dass davon auszugehen sei, dass die Reintegration bei einer 

Rückkehr auch für die Kinder gelingen werde. Auch wenn die älteste Toch-

ter ihre subjektive Präferenz für einen Verbleib in der Schweiz ausgespro-

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chen habe, stehe dies einer Rückkehr nach Kanada aus Sicht des Kinds-

wohls objektiv nicht entgegen. Die vom Beschwerdeführer geltend ge-

machte Reiseunfähigkeit im November 2021 aufgrund zu hoher Blutzu-

ckerwerte stehe einer aktuellen Rückreise nach Kanada nicht entgegen. 

Im entsprechenden Bericht äussere sich die zuständige Hausärztin dahin-

gehend, dass der Beschwerdeführer betreffend seine Ernährung geschult 

und eine Insulin-Therapie beginnen werde. Aktuell lägen dem SEM keine 

Hinweise vor, dass ihm eine mehrstündige Flugreise nicht zuzumuten 

wäre, zumal das SEM auch bei weiterhin erhöhten Blutzuckerwerten davon 

ausgehe, dass mit der entsprechenden medikamentösen Behandlung das 

Fliegen kein übermässiges gesundheitliches Risiko darstellen würde.  

6.2.3 Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und 

praktisch durchführbar. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführenden dem 

SEM ihre kanadischen Reisepapiere vorenthalten hätten, führe nicht zur 

Feststellung der Unmöglichkeit eines Vollzugs der Wegweisung nach Ka-

nada. Die Beschwerdeführenden seien verpflichtet, bei der Wiederbe-

schaffung der entsprechenden Reisedokumente mitzuwirken.  

7.  

7.1 In der Beschwerde wurde im Wesentlichen geltend gemacht, die Rück-

kehrmöglichkeit nach Kanada sei theoretischer Natur, da ein erneutes 

Schutzersuchen in Kanada nach dem Rückzug des Antrags auf eine Auf-

enthaltsbewilligung ihres Erachtens nicht aussichtsreich sei. Damit sei von 

einer Gefahr der Rückschiebung nach Pakistan auszugehen. 

7.2 Der Wegweisungsvollzug sei unzumutbar. Die Töchter hätten sich in 

die Schweiz rasch wieder in das schweizerische Schulsystem integriert 

(vgl. Schreiben der I._______ vom 26. August 2022). Weiter fehle bei der 

Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs eine Auseinanderset-

zung mit der Tatsache, dass die Beschwerdeführenden vor dem Wegzug 

nach Kanada mehrere Jahre in der Schweiz gelebt hätten.  

8.  

8.1 Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung zu Recht und mit 

zutreffender Begründung fest, dass die Voraussetzungen für einen Nicht-

eintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG erfüllt sind. So 

können die Beschwerdeführenden gemäss der Rückmeldung der kanadi-

schen Behörden in Kanada, wo sie bereits vier Jahre gelebt haben, einrei-

sen und erneut eine Aufenthaltsbewilligung beantragen.   

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Seite 9 

Im Weiteren handelt es sich bei Kanada um einen Drittstaat, der effektiven 

Schutz vor Rückschiebung bietet, weshalb die Ausnahmeklausel von 

Art. 31a Abs. 2 AsylG vorliegend nicht zur Anwendung gelangt. Wie vom 

SEM in der angefochtenen Verfügung festgehalten, liegen keine Hinweise 

vor, die kanadischen Behörden würden sie nach Pakistan abschieben.  

8.2 Zusätzlich ist mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass die Be-

schwerdeführerin G._______ (geb. […]) kanadische Staatsangehörige ist. 

Als kanadische Staatsangehörige ist es ihr zweifelsfrei möglich, jederzeit 

nach Belieben (zusammen mit ihren Eltern nach Kanada) zu reisen. Es 

besteht daher schon aufgrund der kanadischen Staatsangehörigkeit der 

Beschwerdeführerin kein Grund zur Annahme, die kanadischen Behörden 

würden ihr die Einreise verweigern oder die Einheit der Familie verletzen.  

8.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz somit zu Recht auf 

die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist. 

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

9.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

10.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der 

Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im 

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Seite 10 

Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-

krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet 

sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von 

Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist 

schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder 

in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei-

sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass 

der Vollzug zulässig sei, weil die Beschwerdeführenden im Drittstaat Ka-

nada Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finden 

würden und das Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Her-

kunftsstaates nicht zu prüfen sei. Sodann ergeben sich weder aus den Aus-

sagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, 

dass sie für den Fall einer Rückführung nach Kanada dort mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Nach dem Gesagten ist der 

Vollzug der Wegweisung nach Kanada zulässig.  

10.1.2 Das SEM erachtete den Wegweisungsvollzug nach Kanada auch in 

Berücksichtigung der gesundheitlichen Aspekte des Beschwerdeführers 

(Diabetes mellitus) und allfälliger Depressionen der Beschwerdeführerin 

aufgrund der dortigen Behandelbarkeit zu Recht als zumutbar. Es führte 

weiter zutreffend aus, dass die Beschwerdeführenden dort ein soziales 

Umfeld aufweisen (Eltern des Beschwerdeführers) und die Kinder bereits 

mehrere Jahre in Kanada zur Schule gegangen seien. Zusammen mit der 

Vorinstanz ist daher davon auszugehen sei, dass die Reintegration bei ei-

ner Rückkehr auch für die Kinder problemlos gelingen werde. Somit ist 

auch unter dem Aspekt des Kindeswohls von der Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs auszugehen.  

Soweit die Beschwerdeführenden die vormalige Dauer ihres Aufenthalts in 

der Schweiz geltend machen, können sie in casu nichts zu ihren Gunsten 

ableiten. Es steht ihnen indes frei die bisherige Aufenthaltsdauer gutschei-

nend im Rahmen des hängigen Härtefallgesuchs geltend zu machen. Fer-

ner ist ergänzend zu den Ausführungen der Vorinstanz darauf hinzuweisen, 

dass die Beschwerdeführenden sich 2017 aus eigenem Antrieb dazu ent-

schlossen haben, freiwillig ihren Aufenthalt in der Schweiz aufzugeben und 

nach Kanada zu reisen, wo sie dann auch die nächsten rund vier Jahre 

gelebt haben. Der blosse Umstand, dass es ihnen dort letztlich weniger gut 

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Seite 11 

gefallen hat als in der Schweiz, steht einer Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. c AsylG klarerweise nicht entgegen.  

Was die Reisefähigkeit des Beschwerdeführers betrifft, ist zur Vermeidung 

von Wiederholungen auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen. 

10.1.3 Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung festhielt, führt 

auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführenden dem SEM die kanadi-

schen Reisepapiere vorenthalten haben, nicht zur Feststellung der Unmög-

lichkeit des Wegweisungsvollzugs. So sind diese verpflichtet bei der Wie-

derbeschaffung der entsprechenden Dokumente mitzuwirken. (vgl. Art. 8 

Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug 

der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

10.2 Zusammenfassend hat das SEM den Vollzug der Wegweisung nach 

Kanada zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht. 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. September 2022 wurde das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abgewiesen und unter An-

drohung des Nichteintretens im Unterlassungsfall ein Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 750.– mit Zahlungsfrist bis zum 16. September 2022 er-

hoben, der in der Folge fristgerecht einging. Bei diesem Ausgang des Ver-

fahrens sind die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), welche durch den geleisteten Kosten-

vorschuss in gleicher Höhe gedeckt sind.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  

Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 750.- werden den Beschwerdefüh-

renden auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Daniel Merkli 

 

 

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