# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5852992-0393-599d-bd46-fcfcf3b4c798
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-26
**Language:** de
**Title:** Es kann weder auf die Aktenbeurteilung des RAD noch auf die Berichte der Behandler abgestellt werden; Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen (betr. Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit).
**Docket/Reference:** IV.2016.00495
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00495.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00495
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Gohl Zschokke
Urteil
vom
26. Juni 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Lerch
Grieder
Bugada
Baumann Lerch, Rechtsanwälte
Badenerstrasse
21, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1965,
absolvierte erfolgreich eine Lehre als Kos
metikerin (
Urk.
6/1/2 und
6/2/6).
Anschliessend war sie für zahlreiche wech
selnde Arbeitgeber als Angestellte im kaufmännischen Bereich, im Service
und im Verkauf tätig (
Urk.
6/1/1-2
und 6/6
).
Seit dem
1.
Dezember 2011 war
die Versicherte
mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bei der
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
mit einem Pensum von 100
%
als Sachbearbeiterin
angestellt
(Urk. 6/13)
,
als ihr
Dr.
med.
Y.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin,
ab dem
12.
Dezember 2013 eine 100%ige, ab
2.
April 2014 eine 75%ige und ab dem 1
4.
Mai 2014 eine
60%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigte
(Urk.
6/1/3
,
6/10/15,
6/10/30
,
6/10/38-
39
und 6/14/2
).
Die
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG richtete
ab dem
1
2.
März 2014
Krankentaggelder aus (
Urk.
6/10/16
).
Am
15
.
September 2014
meldete sich
die
Versiche
rte bei der
Sozialver
siche
rungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
und beantragte Massnahmen zur beruflichen Eingliederung
, da sie an Sehnen
scheidenentzündungen leide
(Urk.
6
/
2
).
Die IV-Stelle führte am 26.
Septembe
r 2014 mit der Versicherten ein
Sta
ndortgespräch durch (Urk.
6/5) und holte einen IK-Auszug ein
(Urk.
6/6
)
. Überdies nahm sie das Dossier des Krankentaggeldversicherers zu ihren Akten (Urk. 6/10)
und tätigte weitere erwerbliche (
Urk.
6/13
= 6/19
) und
medizinische (Urk.
6/14
; vgl. auch
Urk.
6/21
) Abklärungen.
Am 20. November 2014 fand ein
Erstge
spräch
zur beruflichen Situation statt (
Urk.
6/11 und 6/36/2
-3
). Die IV-Stelle gewährte
der Versicherten
am 15. Dezember 2014
Frühinterventions
mass
nahmen
in Form von Abklärungen am Arbeitsplatz (
Urk.
6/20), welche am
7.
Januar 2015 durchgeführt wurden (
Urk.
6/22).
Mit schriftlicher Mitteilung vom
1.
April 2015
erteilte die IV-Stelle
der Versicherten Kostengutsprache für einen Computerarbeitsplatz „Dragon
Naturally
Speaking
13“ inklusive Zubehör, Installat
ion und Gebrauchstraining (Urk.
6/29). In der Folge nahm die IV-Stelle
weitere Arztberichte
zu ihren Akten (
Urk.
6/31
und
6/
33
).
Am 2
8.
September 2015 teilte sie der Versicherten den Abschluss des
Arbeits
platzerhalts
mit
, da die Arbeitsfähigkeit nicht über das aktuelle Pensum von 50
%
habe gesteigert werden können
(Urk.
6/35).
Mit Vorbescheid vom
4.
Dezember 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/41)
. Dagegen liess die Versicherte Ein
wand erheben (Urk.
6/45 und 6/52
)
und einen Arztbericht vom
7.
Januar 2016 einreichen (
Urk.
6/50)
.
Mit Verfügung vom 21. März 2016 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk. 2 = 6/
56
).
2.
Gegen die Verfügung vom
21. März 2016
liess die Versicherte, vertreten durch Rechts
anwalt Patrick Lerch, mit Eingabe vom
2
8.
April 2016 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzu
heben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, namentlich eine halbe Invalidenrente a
b dem
1.
März 2015 zuzusprechen;
u
nter Kosten- und
Ent
schädigungsfolgen
(zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten der
Beschwerde
geg
nerin
(
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am
2
7.
Mai
201
6
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
).
M
it Verfügung vom
31
.
Mai
2016 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Beschwerdeführerin Frist zur Replik angesetzt
(Urk.
7
).
Sie erstattete diese
lbe
mit Eingabe vom 2
8.
Juni 2016 (Urk. 8)
.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
8.
Juli 2016 auf das Ein
reichen einer Duplik (
Urk.
10).
Davon wurde der Gegenpartei mit
Verfügung vom 1
1.
Juli 2016 Kenntnis gegeben (Urk. 11
).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften
wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leis
tungsanspruchs
zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Ein
zelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invaliden
-
versicherung
(
IVV
)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsan
spruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den
haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung in Betracht,
gemäss ihren
medizinischen Abklärungen
sei
die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin seit dem 1
2.
Dezember 2013 eing
eschränkt
. In einer behinderungsangepassten sehr leichten Tätigkeit ohne ständige Belastung der Hände und Finger, spe
zi
ell ohne langes Arbeiten am PC
oder anderweitige Zwangshaltungen der Hände/Finger
,
bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Dementsprechend führte die Beschwerdegegnerin einen Einkommensvergleich durch, bei dem sie einen Invaliditätsgrad von 3
3
%
ermittelte, der keinen Rentenanspruch begründe
(
Urk.
2)
.
In ihrer Beschwerdeantwort machte die
Beschwerde
gegne
rin
geltend,
unter Berücksichtigung der Ausbildung und des Fachwissens der Beschwerdeführerin hätte sie
einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 23
%
ermitteln müssen (
Urk.
5).
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
den Stand
punkt vertreten,
mit
ihrer 50%igen Tätigkeit als Sachbearbeiterin
schöpfe sie die ihr verbliebene zumutbare Resterwerbsfähigkeit
bereits
aus
. Es sei deshalb das mit dieser Tätigkeit erzielte Einkommen als massgebliches
Invalidenein
kommen
bei der Invaliditätsbemessung
zu berücksichtigen und dement
sprechend ein Rentenanspruch zu bejahen (Urk.
1
und 8
).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht ist unbestritten und mit den vorhandenen medizi
nischen Unterlagen belegt, dass die Beschwerdeführerin
seit dem 12. Dezem
-
ber
2013
an
beiden H
andgelenken bzw. Vorderarmen
an Seh
n
en
- und Sehnen
scheidenentzün
dungen
leidet (
Urk.
1 und 2; vgl.
Urk.
6/10/12
, 6/10/26
, 6/14/1
, 6/31/7
, 6/33
und 6/50
).
3.2
Die Hausärztin
Dr.
Y.___
und
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Handchirurgie, bescheinigten der Versicherten
wegen
der erwähnten Beschwerden
ab dem 12.
Dezember 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/10/28-30, 6/10/38-40 und 6/14/2). Ab dem 2.
April 2014 beurteilte
Dr.
Y.___
die Versicherte als zu 75
%
arbeitsunfähig (Urk. 6/1/3, 6/10/15 und 6/14/2).
3.
3
Aus dem Bericht des beratenden Arztes des T
aggeldversicherers,
Dr.
med. A.___
, Facharzt FMH für Allgemein- und Unfallchirurgie, vom 2
2.
April 2014 (
Urk.
6/10/22-26
= 6/34
) geht unter anderem hervor
, dass dieser die Versicherte aufgrund
von
deren Befragung und Untersuchung am 1
4.
April 2014
als
zu 75
%
arbeitsunfähig beurteilte. Er erachtete eine Arbeitsun
fähig
keit von 40 bis 30
%
innert vier bis sechs Wochen als erreichbar. Als sinn
volle Ergänzung zu den
bereits
eingeleiteten
medizinischen Massnahmen bezeichnete er
die Verwendung
eine
r
ergonomische
n
PC-Tastatur zur Prä
vention des Wiederauftretens von Überlastungsschmer
zen an den
Flexoren
sehnen
(Urk.
6/10/26).
3.
4
Ab dem 1
4.
Mai 2014 beurteilte
Dr.
Y.___
die Versicherte als zu 60
%
arbeitsunfähig (Urk. 6/1/3, 6/10/15, und 6/14/2). Zur Begründung führte sie an, die Bewegung beider Handgelenke und Hände sei aufgrund der Schmerzen stark eingeschränkt. Auch das Schre
iben am Computer sei betroffen (
Urk.
6/14/2).
3.
5
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, hielt in ihrem Bericht vom 1
3.
August 2014 fest, die Versicherte klage trotz fortgesetzter Ergotherapie,
Celebrex
, ergonomischen Arbeiten und selbständig regelmässig durchgeführten Übungen weiter über persistierende Schmerzen im
Bereich der Hände.
Sie habe von
ihrer
Ergotherapeutin
Kompressionshandschuhe erhalten,
die
ihr etwas
hälfen
(
Urk.
6/10/14)
.
Da die Beschwerden trotz all dieser Massnahmen praktisch unverändert vor
handen seien, empfahl
Dr.
B.___
, die Arbeits
unfähigkeit zu 60
%
bis auf
Weiteres
fortzusetzen (
Urk.
6/10/14).
3.
6
In ihrem B
e
richt vom
8.
Juli 2015 vertrat
Dr.
Y.___
die Auffas
sung, die physikalische Therapie, die Steroidinfiltrationen
und
NSAP
(
peroral und lokal
)
hätten keine Besserung der Beschwerden gebracht. Seit dem
1.
Juli 2015 bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
Wegen der Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit
beider Arme und Hände sei die Arbeit am Com
puter eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei zumutbar, jedoch nur mit einer zeitlichen Reduktion. Die Einschränkungen liessen sich durch den Ein
satz eines Diktier- und Schreibgerätes verminder
n. Die Frage
,
ab wann und in welchem Umfang mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit für die beruf
liche Tätigkeit gerechnet werden könne, lasse sich erst nach dem Einsatz der erwähnten Hilfsmittel beurteilen
(
Urk.
6/31/7
; vgl. auch Urk. 6/31/4
).
3.
7
Am
2.
Oktober 2015 bestätigte
Dr.
Y.___
eine unveränderte gesundheitliche Situation. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen bzw. in einer angepassten Tätigkeit betrage 50
%
; es sei mit keiner Veränderung der Situation zu rechnen (
Urk.
6/37/4).
3.
8
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom RAD
vertrat in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Oktober 2015 die Auffassung, gemäss der Aktenlage bestehe seit Dezember 2013 eine therapieresistente Tendinitis der
Handflektoren
beidseits. Für eine angepasste Tätigkeit gebe es keine konkreten Angaben, allerdings die Aussage, dass ein
zig die körperliche Belastbarkeit der beiden Arme und Hände einschränkt sei und damit auch die Arbeit am Computer. Medizinisch-theoretisch sei
ab Ap
ril/Mai 2014
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Arbeitsfähig
keit von 100
%
in einer körperlich sehr leichten Tätigkeit ohne ständige Belastung der Hände und Finger, spe
ziell ohne langes Arbeiten am PC
oder anderweitige Zwangshaltungen der Hände und Finger
,
auszugehen (Urk.
6/40/4).
3.
9
In seinem Bericht vom
7.
Januar 2016 vertrat
Dr.
med.
D.___
,
Fach
arzt FMH für Chirurgie, spez. Handchirurgie,
den Standpunkt
, die Arbeitsfähigkeit als Büroangestellte betrage
r
ealistisch
erweise
nach wi
e
vor 50
%
. Die Versicherte sei sehr motiviert und würde gerne mehr arbeiten. Dies sei ihr aber aufgrund der Beschwerden seitens der Tendovaginitis beidseits nicht möglich. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei ebenfalls wenig erfolgsversprechend, da die von ihr ausgeübte Bürotätigkeit ein sehr geringes
Belast
ungsprofil
erfordere und so eine weitere Reduktion einer allfälligen angepasste
n Tätigkeit seines Erachtens gar nicht möglich sei. Die Versicherte berichte glaubhaft, dass sie mit den 50
%
halb
tags ihre Grenze erreicht habe, sie würde gerne mehr arbeiten, so
dass er denke, dass die Versicherte ihre bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpfe (
Urk.
6/50).
3.10
Dr.
C.___
vom RAD
erstattete am
2.
Februar 2016 eine weitere Stellungnahme. Demnach lägen keine neuen medizinischen Tatsachen vor und es gebe seiner letzten Stellungnahme nichts hinzuzufügen
(
Urk.
6/55/2-3).
4.
4.1
Es ist strittig und zu prüfen, ob zur Ermittlung des massgebenden medizi
nischen Sachverhalts, namentlich
der
Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit, auf die
Stellungnahme
n
des RAD vom
1
2.
Oktober 2015 und vom
2.
Februar 2016
abgestellt werden kann
(vgl. Urk. 1, 2 und 8)
.
4.2
Von
Seiten der Beschwerdeführerin
wurde insoweit
zutreffend erkannt
, dass es sich
bei den Ausführungen des RAD-Arztes
Dr.
C.___
um reine Aktenbeur
teilung
en
handelt, da
dieser
die
Beschwerdeführer
in
nie untersuchte
(
Urk.
6/40/4 und 6/55/2-3
; vgl. auch
Urk.
1 S. 6
und 8 S. 2
)
.
Sie vermögen
daher
die
praxis
ge
mässen
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1) von vornherein nicht zu erfüllen.
4.3
Demgegenüber
liess die Beschwerdeführerin zu Unrecht den Standpunkt ver
treten,
Dr.
C.___
mangle es
an der erforderlichen fachärztlichen Eignung zur Beurteilung der hier zur Diskussion stehenden Problematik
, da dieser erfolg
reich eine Ausbildung als Facharzt im Bereich der Orthopädischen Chirurgie und Traumatologie abgeschlossen und damit die
notwendigen
Kenntnisse erworben hat
(
Urk.
1 S. 6
un
d 8 S.
2
).
Seine Aktenbeurteilung kann daher auch ohne eigene Untersuchung beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2015
vom
1.
September 2015
E. 3.1 mit Hinweis).
Dies trifft vorliegend nicht zu, da den
eingangs erwähnten
vorhandenen medi
zinischen Unterlagen keine
fachärztliche
Umschreibung des funktionel
len Leistungsvermögens
zu entnehmen
ist
, die
auf einer aktuellen klinischen Untersuchung beruht
und mit der sich der hier strittige Rentenanspruch ab März 2015 beurteilen liesse
.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass
Dr.
D.___
am
7.
Januar 2016 die Auffassung vertrat, die von der Ver
sicherten aktuell
ausgeübte Bürotätigkeit erfordere bereits ein sehr geringes Belastungsprofil, so dass eine weitere Reduktion seines Erachtens gar nicht möglich sei (
Urk.
6/50/1).
Aus diesen Ausführungen allein lässt sich nämlich kein Belastungsprofil für eine zumutbare behinderungsangepasste Tätigkeit ableiten.
Unter diesen Umständen kann auf die Aktenbeurteilungen des RAD nicht abgestellt werden.
4.4
Es bleibt zu bemerken, dass sich die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungs
-
an
gepassten Tätigkeit
mangels entsprechender Angaben auch
nicht
– wie von Seiten der Beschwerdeführerin gefordert –
anhand der Berichte der diversen behandelnden Ärzte, namentlich gestützt auf die Aus
führungen von
Dr.
D.___
beurteilen lässt
. Dies gilt
ungeachtet der Erfah
rungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auf
trags
recht
liche
Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen
und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Es ist deshalb auch nicht näher darauf einzugehen, dass
Dr.
D.___
Darlegungen von den subjektiven Schilderungen der Beschwerdeführerin geprägt erscheinen (vgl.
Urk.
6/50).
4.
5
Zusammenfassend ergibt sich, dass über den strittigen Leistungsanspruch nicht ohne zusätzliche medizinische Abklärungen
bezüglich der Arbeits
fä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
entschieden werden kann. Da die
selben grundsätzlicher Natur sind, wird die Beschwerdegegnerin diese vorzu
nehmen haben. Der angefochtene Entscheid ist somit aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung der not
wendigen Abklärungen und zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (§ 26 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht;
GSVGer
).
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- festzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Ebenso hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der
Par
teikosten
(§ 34 Abs. 1
GSVGer
). Die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Ent
schädi
gung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
siegens be
mes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend ersc
heint eine
Prozessent
schädi
gung
von Fr.
1‘500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als ange
messen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 21. März 2016 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Ab
klärung im Sinne der Erwägungen, über den
Leistungsanspruch der Beschwerde
führerin
ab
1.
März 2015
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozess
-
ent
schädigung
von
Fr.
1500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Patrick Lerch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGohl Zschokke