# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c99163f3-9f15-5d77-85c2-4053d985f561
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 E-7726/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7726-2008_2011-11-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­7726/2008

U r t e i l   v om   2 5 .   No v embe r   2 0 1 1  

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;   
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

Parteien A. _______, geboren am (…),
Kolumbien,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 6. Oktober 2008 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  –  eine  kolumbianischer  Staatsangehöriger 
mit  letztem  Wohnsitz  in  B.  _______  –  mit  an  die  Schweizerische 
Botschaft  in Kolumbien gerichtetem, in spanischer Sprache abgefasstem 
und  vom  20. November 2006  datierendem  Schreiben  (am  25. Mai 2007 
bei der Botschaft eingegangen) unter Beilage verschiedener Beweismittel 
um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl 
ersuchte,

dass  die  Auslandvertretung  die  Akten  mit  Übermittlungsschreiben  vom 
5. Juni 2007 zuständigkeitshalber an das BFM überwies und diesem mit 
Schreiben  vom  8. September 2008  auch  die  weitere  Eingabe  des 
Beschwerdeführers vom 16. Juni 2008 samt Beilagen übermittelte, 

dass dieser in seinen Eingaben im Wesentlichen eine Verfolgung sowohl 
durch die C. _______ als auch durch die D. _______ geltend machte,

dass im Einzelnen die C. _______ im Jahr 1999 die Herrschaft  in seiner 
Heimatregion  E.  _______  übernommen  und  die  Bewegungsfreiheit 
erheblich  eingeschränkt  hätten,  worauf  (…)  infolge  fehlender 
medizinischer Betreuung verstorben sei, 

dass er selber von den C. _______ der Kollaboration mit der D. _______ 
verdächtigt  und  gezwungen  worden  sei,  über  ein Minenfeld  zu  rennen, 
wobei eine Mine explodiert und (…) verstümmelt worden sei,

dass er diesen Vorfall bei verschiedenen Behörden zur Anzeige gebracht 
habe,  worauf  er  Drohungen  erhalten  und  sich  so  gezwungen  gesehen 
habe, seinen Wohnsitz nach F. _______ zu verlegen,

dass am (…) Oktober 2009 (…) von [den] C. _______ getötet worden sei, 

dass er sich am 9. März 2003 nach B. _______ begeben habe, wo er  in 
der  Stiftung  G.  _______  gewohnt  und  medizinische  Versorgung  seiner 
Verletzung erhalten habe,

dass am (…) September 2004 auch (…) ermordet worden sei,

dass er am (…) August 2005, als er sich in F. _______ aufgehalten habe, 
ein Drohschreiben  von  der D.  _______  und  am  (…) Januar 2006  einen 
Drohanruf erhalten habe,

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dass  er  im  Januar 2008  in  der  Stiftung  in  B.  _______  von  bewaffneten 
Männern  heimgesucht  und  nach  dem  Verbleib  bestimmter  Personen 
befragt worden sowie am (…) April 2008 per Anruf auf sein Mobiltelefon 
bedroht worden sei,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  6. Oktober 2008  (eröffnet  am 
18. November 2008) dem Beschwerdeführer die Einreise  in die Schweiz 
verweigerte und sein Asylgesuch ablehnte,

dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer sei nicht auf den Schutz eines Drittstaats angewiesen, 
da er über eine innerstaatliche Schutzalternative verfüge, 

dass es ihm zudem zumutbar sei, sich unter den Schutz der heimatlichen 
Behörden zu stellen, da der kolumbianische Staat grundsätzlich über eine 
funktionierende  und  effiziente  Schutzinfrastruktur  verfüge  und  die 
Aktivitäten  der  (…)  bekämpfe,  mithin  der  Schutzwille  und  die 
Schutzfähigkeit der Behörden als gegeben erachtet werden könnten,

dass es sich beim Beschwerdeführer nicht um eine landesweit bekannte 
Persönlichkeit  handle,  weshalb  er  von  den  Verfolgern  nicht  an  jedem 
beliebigen Ort ausfindig gemacht werden könne,

dass  er  sich  namentlich  während  mehrerer  Jahre  in  der  Herberge  der 
Stiftung G. _______  in B. _______ aufgehalten habe und  in dieser Zeit 
lediglich Drohanrufe auf sein Mobiltelefon erhalten habe, 

dass  er  demnach  keiner  unmittelbaren  Gefahr  ausgesetzt  sei  und  des 
Schutzes der Schweiz nicht bedürfe,

dass  schliesslich  auch  nicht  davon  auszugehen  sei,  dass  der 
Beschwerdeführer  über  besonders  nahe  Beziehungen  zur  Schweiz 
verfüge,  zumal  er  zwar  geltend mache,  über  hier wohnhafte Verwandte 
zu  verfügen,  er  zu  diesen  aber  entgegen  seiner  Ankündigung  auch 
nachträglich keine Angaben gemacht habe, 

dass es  ihm unter diesen Umständen zuzumuten sei,  in einem anderen 
Land als der Schweiz um Schutz nachzusuchen, beispielsweise in einem 
der  Nachbarstaaten  Kolumbiens,  welche  sowohl  das  Abkommen  vom 
28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30) 
als auch das entsprechende Zusatzprotokoll  vom 31. Juli  1967  ratifiziert 
hätten,

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dass  demnach  sein  Asylgesuch  auch  gestützt  auf  Art.  52  Abs.  2  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  abgelehnt  werden 
könnte, 

dass der Beschwerdeführer bei der Schweizerischen Botschaft in Bogotá 
ein  vom  18. November 2008  datierendes  (Eingangsstempelung 
Botschaft:  19. November 2008),  spanischsprachiges  Schreiben  zu 
Handen  des  Bundesverwaltungsgerichts  einreichte,  worin  er  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  vom 
8. Oktober 2008 sei ihm ins Spanische zu übersetzen,

dass  er  in  materieller  Hinsicht  um  Schutzgewährung  für  sich,  seine 
Freundin  ("Parentesco:  Novia")  H.  _______  und  deren  Mutter 
("Parentesco: Suegra") I. _______ ersuchte,

dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und  ­ 
soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33 
des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  demgegenüber  H.  _______  und  I.  _______  am  erstinstanzlichen 
Verfahren  weder  formell  noch  materiell  teilgenommen  haben,  vielmehr 

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der  Beschwerdeführer  erstmals  auf  Beschwerdeebene  um 
Schutzgewährung  auch  zugunsten  seiner  Freundin  und  seiner 
"Schwiegermutter" nachsuchte, 

dass die genannten Personen somit durch die Verfügung des BFM vom 
6. Oktober 2008  nicht  berührt  sind,  entsprechend  kein  schutzwürdiges 
Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  vorweisen 
können  (Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  48  Abs.  1  VwVG)  und  daher  zur 
Beschwerdeeinreichung  nicht  legitimiert  sind,  weshalb  auf  die 
Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist,

dass Parteieingaben in Verfahren vor den Behörden des Bundes in einer 
Amtssprache  –  in  der  Regel  Deutsch,  Französisch  oder  Italienisch – 
abzufassen  sind  (Art.  70  Abs.  1  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  BV,  [SR  101] 
und Art. 33a Abs. 1 VwVG),

dass die Rechtsmitteleingabe des Beschwerdeführers zwar nicht in einer 
der erwähnten Sprachen verfasst ist, aus prozessökonomischen Gründen 
aber auf  eine Übersetzung  verzichtet werden  kann,  da der  Inhalt  der  in 
Spanisch gehaltenen Beschwerdeeingabe verständlich ist,

dass  somit  auf  die  –  mit  Ausnahme  der  genannten,  jedoch  als  nicht 
wesentlich  erachteten  Mängel  –  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde – vorbehältlich der vorstehenden Erwägungen – einzutreten 
ist  (Art. 108  Abs. 1  AsylG  und  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

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dass  der  Antrag  des  Beschwerdeführers  um  Übersetzung  der 
angefochtenen  Verfügung  ins  Spanische  –  unter  Hinweis  auf  die 
vorstehend zitierte Regelung der Amtssprachen des Bundes (Art. 70 Abs. 
1 BV) – abzuweisen ist,

dass  auch  der  vorliegende Entscheid  in  deutscher Sprache  ergeht  (Art. 
33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),

dass gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG ein Asylgesuch  im Ausland bei einer 
schweizerischen  Vertretung  gestellt  werden  kann,  welche  es mit  einem 
Bericht an das BFM überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG),

dass die schweizerische Vertretung mit der asylsuchenden Person in der 
Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art.  10  Abs.  1  der  Asylverordnung  1 
über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311])  und,  wenn  dies  nicht 
möglich  ist,  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  aufgefordert 
wird, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1),

dass,  falls  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten 
Asylgesuchs  erstellt  ist,  sich  eine  persönliche  Befragung 
beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  ebenfalls 
erübrigen  kann,  jedoch  bei  einem  sich  abzeichnenden  negativen 
Entscheid der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche Gehör 
zu  gewähren  und  das  Bundesamt  gehalten  ist,  den  Verzicht  auf  eine 
Befragung  im  Ausland  in  der  Verfügung  zu  begründen  (vgl.  BVGE 
2007/30 E. 5),

dass  das  BFM  vorliegend  unter  dem  Hinweis,  das  Asylgesuch  sei  gut 
dokumentiert, sowohl auf die Durchführung einer Befragung als auch auf 
eine schriftliche Sachverhaltsabklärung verzichtete,

dass  auch  nach  Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  der 
entscheidwesentliche  Sachverhalt  –  angesichts  der  detaillierten 
schriftlichen  Darlegung  und  der  umfangreichen  Dokumentierung  der 
Asylgründe – soweit erstellt  ist, dass die  relevanten Elemente vorliegen, 
womit die Vorgehensweise des BFM insoweit nicht zu beanstanden ist,

dass jedoch nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, ob das BFM dem 
Beschwerdeführer das rechtliche Gehör  im Hinblick auf die  in Erwägung 
gezogene  Abweisung  des  Asylgesuchs  gewährt  und  damit  den 
verfahrensrechtlichen Anforderungen Genüge getan hat, 

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dass für eine erfolgte Einladung zur Stellungnahme der Umstand spricht, 
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. Mai 2008 erneut an die 
Auslandvertretung  gelangte  und  in  seinen  vom  16. Juni 2008 
datierenden,  ergänzenden  Gesuchsunterlagen  auf  die  zentrale 
Begründung  des  BFM  –  wonach  sich  der  Beschwerdeführer  in  einem 
anderen Staat um Aufnahme bemühen könne – gleich zu Beginn konkret 
Bezug nimmt ("Si bien el ser humano  tiene el Derecho de migrar a otro 
país […]"; Akten BFM A4 S. 1), 

dass  andererseits  eine  allfällige  Einladung  zur  Stellungnahme  weder 
aktenkundig noch im Verzeichnis der vorinstanzlichen Akten vermerkt ist,

dass bei dieser Sachlage zumindest nicht auszuschliessen  ist, dass das 
BFM den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt 
haben könnte,

dass  dieser  Anspruch  formeller  Natur  ist,  weshalb  seine  Verletzung 
grundsätzlich  ohne  weiteres  –  das  heisst  ungeachtet  der  materiellen 
Auswirkungen  –  zur  Aufhebung  des  daraufhin  ergangenen  Entscheides 
führt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676, BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, 
BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, mit weiteren Hinweisen),

dass  jedoch  festzustellen  ist,  dass  eine  Gehörsverletzung  nicht 
schwerwiegender Natur wäre, 

dass  sie  insbesondere  die  Möglichkeit  des  Beschwerdeführers,  vor 
Ergehen  der  erstinstanzlichen  Verfügung  zu  den  (dieser  zugrunde 
liegenden)  Erwägungen  Stellung  zu  nehmen,  angesichts  der 
umfassenden  Gesuchsergänzungen  offensichtlich  nicht  beeinträchtigt 
hat, 

dass  eine  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  aus  formellen 
Gründen  demnach  einem  blossen  prozessualen  Leerlauf  gleichkäme, 
weshalb ein allfälliger Mangel durch die  seitens des Beschwerdeführers 
nachgereichten Gesuchsergänzungen als geheilt zu betrachten ist,

dass  im Folgenden zu prüfen bleibt, ob das Bundesamt das Asylgesuch 
in materieller Hinsicht zu Recht abgewiesen und dem Beschwerdeführer 
die Einreise in die Schweiz verweigert hat,

dass  das  BFM  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen  kann, 
wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 

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können oder  ihnen die Aufnahme  in einem Drittstaat  zugemutet werden 
kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),

dass das BFM Asylsuchenden gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG die Einreise 
zur  Abklärung  des  Sachverhalts  bewilligt,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein 
anderes Land auszureisen,

dass  das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD) 
schweizerische  Vertretungen  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3  AsylG 
ermächtigen  kann,  Asylsuchenden,  die  glaubhaft  machen,  dass  eine 
unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die Freiheit  aus einem 
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG besteht, die Einreise zu bewilligen,

dass zwar die Feststellung des BFM, wonach der  kolumbianische Staat 
grundsätzlich über eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur, 
insbesondere über einen  funktionierenden Polizeiapparat sowie über ein 
Rechts­ und Justizsystem verfüge, nicht vorbehaltlos geteilt werden kann 
(vgl.  statt  vieler:  Bericht  des  Human  Rights  Council  vom 
12. September 2011:  "  […]  Those  who  take  up  leadership  roles  in  the 
search  for  justice  are  frequently  targeted  by  the  guerrillas,  neo­
paramilitaries and state actors. Unfortunately, those responsible for these 
violations are rarely brought to justice perpetuating a culture of  impunity. 
[…]"),

dass  hinsichtlich  der  geltend  gemachten  Bedrohung  durch  C.  _______ 
dem Schutzwillen der Behörden ausserdem der Umstand entgegensteht, 
dass die (…),

dass  auch  die  vorinstanzliche  Feststellung,  wonach  nicht  davon 
auszugehen  sei,  dass  der  Aufenthaltsort  des  Beschwerdeführers  in  B. 
_______ ausfindig gemacht worden sei,  in dieser Form nicht haltbar  ist, 
gibt dieser doch an, Ende Januar 2008 von zwei bewaffneten Männern in 
der Stiftung G. _______ heimgesucht,  fotografiert und erheblich bedroht 
worden zu sein (Eingabe vom 15. Mai 2008 Ziff. 11),

das demnach rein aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers nicht 
leichthin  davon  ausgegangen  werden  kann,  dieser  könne  innerhalb 
Kolumbiens  vor  Nachstellungen  der  C.  _______  und  der  D.  _______ 
Schutz  finden,  indem  er  die  zuständigen  Behörden  um  (weitere) 
Schutzgewährung ersucht respektive seinen Wohnsitz verlegt,

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dass jedoch aufgrund der Akten kein Anlass zur Annahme besteht, beim 
Beschwerdeführer  handle  es  sich  über  eine  bekannte  Persönlichkeit, 
welche aufgrund einer exponierten Stellung gegebenenfalls auch über die 
Landesgrenzen hinaus mit Nachstellungen zu rechnen hätte, 

dass  er  –  wie  vom  BFM  zu  Recht  erkannt  –  keine  besonders  nahen 
Beziehungen zur Schweiz hat, weshalb es  ihm zuzumuten  ist,  in einem 
anderen, Kolumbien geografisch, kulturell und sprachlich näher liegenden 
südamerikanischen  Land  um  Schutz  nachzusuchen  (vgl.  dazu  Art. 52 
Abs. 2 AsylG), 

dass  in  diesem  Zusammenhang  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,

dass  auch  die  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe,  wonach  er  in 
der Schweiz eine adäquate Behandlung seiner Verletzung und eine (…) 
erhalten  könnte,  an  dieser  Feststellung  klarerweise  nichts  zu  ändern 
vermögen,

dass das BFM dem Beschwerdeführer unter diesen Umständen zu Recht 
die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  verweigert  und  sein  Asylgesuch 
abgelehnt hat,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen wären  (Art. 63 Abs. 1 VwVG  i.V.m. Art. 
1­3  des  Reglements  vom  21.Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]), aus verwaltungsökonomischen Gründen  indessen von einer 
Kostenauflage abzusehen ist (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 6 
Bst. b VGKE).

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Seite 10

Demnach verfügt und erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Der  Antrag  auf  Übersetzung  der  angefochtenen  Verfügung  wird 
abgewiesen.

2. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  an  die  schweizerische 
Vertretung in Bogotà und an das BFM.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: