# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4aa41deb-0878-5010-b991-bc9afd35c0ed
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-04
**Language:** de
**Title:** Rückweisung zur ergänzenden Abklärung allfälliger IV-relevanter psychiatrischer Gesundheitsschäden
**Docket/Reference:** IV.2014.00342
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00342.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00342
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiberin Hediger
Urteil
vom
4. Juni 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsdienst Integration Handicap
Bürglistrasse
11, 8002 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
De
r
1980 geborene
X.___
war seit dem
1.
März 2009 als
gelernter
Maler bei der
Firma Y.___
(
Urk.
8/16/4,
Urk.
8/25)
und
vom
1.
September 2009 bis 1
8.
März 2011
als Call Center Teilzeitmitarbeiter bei der
Firma Z.___
(
Urk.
8/34/1,
Urk.
8/34/3)
angestellt.
Mit Datum vom
2.
Mai 2011 meldete
sich
der Versicherte unter Hinweis auf eine Knoche
ninfektion am Rip
penbogen links sowie im
Thorax zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (
Urk.
8/16). Die IV-Stelle zog einen Auszug aus dem Individ
uellen Konto
(IK-Auszug vom 13.
Mai 2011,
Urk.
20)
bei und tätigte medizinische und erwerbli
che Abklärungen. Mi
t Mitteilung vom 20.
Januar 2012 erteilte
sie
dem Versi
cherten Kostengutsprache für die berufsbegleitende Umschulung zum
Handels
diplo
m
Verband Schweizerischer Handelsschulen
(
VSH
) bei der
Schule A.___
ab
1.
März 2012 bis 3
1.
Januar 2014
mit begleitendem Praktikum bei der
Firma B.___
(
Urk.
8/49).
Nach
Abbruch des
P
raktikum
s
im Februar 2013
,
wechselte der Versicherte in den sechs
-
monatigen Kompaktkurs zu
m
Handelsdiplom VSH (
Urk.
8/74/1)
und erlangte bereits im Juli 2013 das Handelsdiplom (
Urk.
8/90)
. Mit Mitteilung vom 17. Juni 2013
termi
nierte
die IV-Stelle die ursprünglich bis 3
1.
Januar 2014 erteilte
Kostengutspra
che
infolge
dessen
auf den 1
4.
Juli 2013 (
Urk.
8/75).
Am
2
3.
Juli 2013
erteilte
die IV-Stelle
dem Versicherten sodann
Kostengutsprache für ein sechsmonatiges Praktikum bei der
Firma C.___
vom
29.
Juli 2013 bis 2
9.
Januar 2014 (
Urk.
8/84).
Nachdem das Praktikum
se
itens des Arbeitgebers
per 3
0.
September 2013
vorzeitig abgebrochen
worden war
(Urk.
8/95)
,
hob
die IV-Stelle die
hierfür
erteilte Kostengutsprache mit Vorbescheid vom
4.
November 2013 per 3
0.
September 2013 auf (
Urk.
8/99).
Nach E
inwand des Versicherten vom 22.
November 2013 (
Urk.
8/103) hielt die
IV-Stelle am Abschluss der beruflichen Massnahmen mit Ver
fügung vom 19.
Dezember 2013 (
Urk.
8/106) fest
.
Zum Rentenantrag
stellte
sie
eine separate Verfügung in Aus
sicht
. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
mit Beschluss
IV.2014.00125
vom 2
4.
März 2014 nicht ein
(
Urk.
8/126)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
2.
Januar 2014,
Urk.
8/112; Einwand vom 1
7.
Februar 2014,
Urk.
8/115) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom 1
1.
März 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 2
3.
März 2014 Beschwerde und bean
tragte eine volle Invalidenrente (
Urk.
1
S.
2
). Am 2
3.
April 2014 legitimierte sich
Frau D.___
, Rechtsdienst
Integration Handicap, als Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (
Urk.
5,
Urk.
6). Am
5.
Mai 2014 schloss die
Beschwer
degegnerin
auf Abweisung
der Beschwerde (
Urk.
7). Am 6.
Mai 2014 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordn
et (
Urk.
9). Mit Replik vom 12.
September 2014
(
Urk.
13)
beantragte der Beschwerdeführer, (1) es sei die Verfügung
vom 1
1.
Mai 2014 aufzuheben,
(2) ihm eine Rente der Inv
alidenversicherung zuzu
sprechen und
(3) eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen vor
zunehmen (
Urk.
13 S. 2). Zudem reichte der Beschwerdeführer einen Bericht
von
Dr.
med.
E.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
Klinik F.___
,
vom
4.
September 2014 inklusive Fragebogen zu den Akten (
Urk.
14/1-2)
.
Am
2
2.
September 2014 wies der Beschwerdeführer einen Nachtrag ins Recht (
Urk.
18)
.
Die
Duplik vom
9.
Oktober 2014, worin die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
betreffend
Abweisung der Beschwerde festhielt (
Urk.
21), wurde
dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
1
3.
Oktober 2014
zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, i
m
Rahmen
de
r
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Allgemeinen Teils des
Sozi
alversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebre
chen
, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min
des
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente
, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, indem Ver
waltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und voll
ständige Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen haben. Diese
Untersuchungs
maxime
wird
indes
relativiert durch die Mitwirkungspflicht der versicherten Person nach
Art.
43
Abs.
3 ATSG. Die Verwaltung kann somit nur zur erschöp
fenden Sachverhaltsabklärung verpflichtet werden, als sie durch die versicherte Person nicht daran gehindert wird. Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder
Mitwirkungs
pflichten
in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträ
ger gemäss
Art.
43
Abs.
3 ATSG auf Grund der Akten verfügen oder die Erhe
bungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vor
her schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
in der Verfügung vo
m 1
1.
März 201
4
, der
Be
-
schwerdeführer
sei
in seiner ang
e
stammten Tätigkeit als Maler seit Januar 2011 zu 50
%
eingeschränkt. S
eit dem 1
3.
Mai 2011
sei
er
in einer – näher
umschrie
-
benen
- behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Der
Einkom
-
mensvergleich
gestützt auf den ohne Behinderung erzielten Lohn im Jahre 2011 sowie den Lohn für kaufmännische-administrative Tätigkeiten mit Fachkennt
-
nissen gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2010, TA 7
Ziff.
23, Niveau 3) ergebe keine Erwerbseinbusse. Damit liege der
Invali
-
ditätsgrad
unter 40
%
, womit kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer
wandte demgegenüber
im Wesentlichen
ein, die
Be
-
schwer
degegnerin
habe
ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung lediglich auf die rheumatologischen Dia
gnosen der Osteomyelitis
sterno
costal
(Rippen 5-7 links) mit Weichteilinfekt durch Aspergillus
flavus
ab
gestützt
. Aus dem
beschwerde
weise
eingereichten Bericht der
Klinik F.___
vom
4.
September 2014 (
Urk.
14/1) gehe indes hervor, dass nebst der rheumatologischen Diagnose zusätzliche psychiat
rische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehen würden (
Urk.
13 S. 6).
Bereits den IV-Akten seien
deutliche Hinweise für eine mögliche psychische Problematik zu entnehmen
. Nachdem die IV-Stelle
keine psychiatri
schen Abklärungen getätigt habe, sei für die Festsetzung der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auf den Bericht der
Klinik F.___
abzustellen.
Dieser
datiere zwar nach der angefochtenen Verfügung. Nachdem er (der Beschwerdeführer)
dort
seit dem 15.
Dezember 2011 in Behandlung
sei
, es sich bei den diagnosti
zierten psychischen Leiden nicht um akute Störungen handle und bereits im Mai 2012 und Februar 2013 psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeiten aktenkun
dig seien, könne davon ausgegangen werden, dass die im Bericht beschriebene Problematik bereits vor Verfügungserlass einen einschränkenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt habe (
Urk.
13 S.
7f.).
Mit
Nachtrag
vom 22.
September 2014 monierte der Beschwerdeführer
schliesslich, die
Beschwer
degegnerin
habe bei
m
Valideneinkommen
im Umfang von
Fr.
66‘770.65 ledig
lich das Einkommen berücksichtigt, welches er als Maler bei der
Firma Y.___
ver
diente habe. Daneben sei er indes auch als Leiter Call Center bei der
Firma Z.___
tätig gewesen. Hierbei habe
er zusätzlich durchschnittlich
Fr.
1‘000.-- pro Monat, als
o
insgesamt zusätzlich
Fr.
12‘000.-- pro Jahr erwirt
schaftet. Aufgewertet auf das Jahr 2013 ergebe die
s
ein zusätzliches Ja
hresein
kommen von
Fr.
12‘180.7
0.
Damit betrage das
Validenein
k
ommen
für das Jahr 2013
insgesamt
Fr.
78‘951.3
0.
Das bei der
Firma Z.___
erzielte Einkommen erscheine zwar nicht im IK-Auszug. Die Einkommensbeträge wie auch die darauf vorgenommenen Sozialversicherungsabzüge würden indes aus den Lohnabrechnungen hervorgehen
(
Urk.
18).
2.3
Mit Duplik
vom
9.
Oktober
2014
stellte sich
die
Beschwerdegegnerin
auf den Standpunkt
, aus den Akten würden sich Hinweise auf Kokainsuchtprobleme sowie eine Entzugsbehandlung ergeben, nicht jedoch auf ein möglicherweise invalidisierendes psychisches Geschehen. Weder der schulische noch der beruf
liche Werdegang des Beschwerdeführers würden Anhaltspunkte dafür geben, dass eine Persönlichkeitsstörung oder ein ADHS mit Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit
bestünden
. Im Gegenteil würden die Arbeitszeugnisse des Beschwerdeführers seine hohe Leistungs- und Anpassungsfähigkeit sowie Belastbarkeit ausweisen.
Im
Arbeitszeugnis der
Firma Z.___
vom 2
7.
Mai 2011 werde namentlich das grosse organisatorische Geschick, die zügige und systematische Arbeitsweise
-
auch bei grossem Arbeitsanfall
-
des Beschwerdeführers ebenso wie dessen Initiative, überdurchschnittliche Einsatz
bereitschaft, Begeisterungsfähigkeit und kommunikativen Kompetenzen sowie Qualitäten als zuverlässiger und gewissenhafter Vorgesetzter gerühmt. Wie dies mit einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, paranoiden,
schizotypischen
und emotional instabilen Anteilen und einem ADHS gemäss Einschätzung der beurteilenden Fachärztin der
Klinik F.___
vom
4.
September 2014 (
Urk.
14/1) in Einklang zu bringen sei, und weshalb dadurch nunmehr die
Leis
tungs
- und Anpassungsfähigkeit sowie Belastbarkeit eingeschränkt sein sollen, nachdem sie es zuvor nicht
gewesen
waren, sei nicht nachvollziehbar. Schliess
lich sei der vom
1.
September 2009 bis 1
8.
März 2011 erzielte Lohn des Beschwerdeführers als Call Center Mitarbeiter bei der Ermittlung des
Validen
einkommens
nicht anrechenbar, zumal hinsichtlich seiner Haupterwerbstätigkeit als Maler seit Oktober 2010 Arbeitsunfähigkeiten ausgewiesen seien. Es sei des
halb nicht erwiesen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall nebst seiner 100%igen Anstellung als Maurer dauerhaft und regelmässig ein
Nebenerwerbs
einkommen
erzielt hätte (
Urk.
21)
.
3.
Strittig und zur prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente hat.
4.
Bei den Akten liegen im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Unterla
gen.
4.1
Der seit November 2010 behandelnde
Dr.
med.
G.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte in seinen Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 1
4.
Juni 2011 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit (1) eine
Osteomyelitis
Rippen 5-7 links (Pilzinfektion) seit November 2010
und
(2) eine Suchtproblematik seit etwa 2002 (
Urk.
8/29/1). Er habe den Beschwerdeführer mit einem komplexen Problem an das
Spital
H.___
überwiesen. In seiner bisherigen Tätigkeit sei
dieser
zufolge
des
Infekt
s
und
der
Schmerzen im Rippenthorax eingeschränkt.
Eine
Arbeitsunfä
higkeit mit Bezug auf die Suchtproblematik könne prozentual nicht definiert werden. Hinsichtlich
einer
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ver
wies
Dr.
G.___
auf die Berichte
des
Spitals H.___
(
Urk.
8/29/2f.)
.
4.2
Im Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 1
3.
Mai 2011 diagnostizierte der seit Januar 2011 behandelnde
Dr.
med.
I.___
, Klinikdirektor und Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und
Infektiologie
,
Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene,
Spital H.___
,
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein
e Osteomyelitis
sterno-
costal
(Rippen 5-7 links) mit
Weich
teili
nfekt
durch Aspergillus
flavus
bei
Erstsymptome
n im Juli 201
0.
Ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellte er (1) eine leichte
Thrombozytenfunk
tionsstörung
, bekannt seit dem 1
8.
Lebensjahr (
nichtsteroidale
Antirheumatika
[
NSAR
]
kontraindiziert), (2) ein
en
intermittierende
n
Kokainkonsum sowie (3) ein
en
chronische
n
Nikotinabsus
fest (
Urk.
8/21/1).
Seit Juli 2010 seien mehrere Abklärungen durchgeführt worden wegen persistie
renden linksseitigen
Thoraxschmerzen
mit Rötung und
Weichteil
schwellung
, initial aufgetreten nach vermehrter Arbeit als Maler in Position mit einer Schleifmaschine auf Brusthöhe. Ein
Magnetic
Resonance
Imaging
(
MRI
)
der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
habe einen entzündlichen Prozess in der link
en unteren
Thoraxhälfte
gezeigt. Klinisch würden persistierende
bewegungsabhän
gige
Schmerzen sternal und
lumbo-costal
links bestehen, welche die Arbeitsfä
higkeit als Maler beeinflussen würden.
Der Beschwerdeführer sei
daher
in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maler zufolge belastungsabhängiger
Tho
raxschmerzen
bis auf
Weiteres
zu
50
%
arbeitsunfähig.
Die Prognose sei schwierig. Grundsätzlich müsse von einer Heilung ausgegangen werden. Eine bleibende Einschränkung in der Ausübung des Berufs als Maler sei indes nicht auszuschliessen.
In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei
der Beschwer
deführer
seit 2
0.
September 2010 bei 8 Stunden am Tag zu 50
%
arbeitsfähig. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
sei
möglich, der Zeitpunkt indes unklar
(
Urk.
8
/21/2f).
4.3
Im Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom
7.
Juli 2011
stellte
Dr.
med.
J.___
,
Oberärztin und
Fachärztin FMH
für
Allgemeine Innere Medizin
und
Rheumatologie
,
Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin,
Spital H.___
,
keine neuen Diagnosen
(
Urk.
8/
33/1). Der Beschwerdeführer habe sich aufgrund einer persistierenden Rötung der linken
Thoraxwand
mit
intercostalen
Schmer
zen vom
8.
Oktober 2010 bis
3.
November 2010 sowie vom
6.
b
is
27.
Dezember 2010 in der Rheumatologie des
Spitals H.___
stationär behandeln lassen.
Nach mehrer
e
n Stunden andauernder Ar
beit mit einer schweren Schleifm
aschine in seinem Beruf als Maler habe
er initial unter linksseitigen, bewegungsabhängigen
Tho
raxschmerzen
gelitten
. I
n den folgenden Tagen habe sich eine fleckige, unscharf begrenzte Rötung unter Einbezug
der
Ma
mille
entwickelt. Allgemein habe sich der Beschwerdeführer immer wieder krank gefühlt und Schüttelfrost verspürt. Umfassende klinische und laboranalytische, bildgebende und
bioptische
Abk
lä
run
g
e
n hätten zunächst nicht zu einer Diagnosestellung geführt. Erst im Rah
men einer zweiten
Hospitalisation
hätten die eingangs erwähnten Diagnosen mittels tiefer Biopsie gestellt werden können.
Im Anschluss sei der Beschwer
deführer in der Klinik für
Infektiologie
weiterhin ambulant behandelt worden.
Bei Austr
itt aus der Rheumaklinik sei
diesem
bis zum
2.
Januar 2011
eine 100
%
ige A
rbeitsunfähig
keit ausgewiesen worden
.
Nach Sanierung des Infekts sei
aus ihrer Sicht
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf rea
listisch.
Im Übrigen sowie h
insichtlich
einer
Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Verweistätigkeit
verwies
Dr.
J.___
auf die
Einschätzung
der Kollegen
aus
der
Infektiologie
(
Urk.
8/33/2f.).
4.
4
Die Beschwerdegegnerin unterbreitete die vorgenannten Berichte ihrem Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung.
In seiner Stellungnahme vom 2
1.
Juli 2011 kam
pract
. med.
J.___
, Facharzt
FMH
für Arbeitsmedi
zin
,
gestützt auf
die genannten
Bericht
e
zum Schluss, es bestehe
eine klinische Persistenz der bewegungsabhängigen Schmerzen sternal und
lumbo-costal
, wel
che die Arbeitsfähigkeit als Maler beeinflussen würden. Die Prognose sei schwierig. In dieser Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähi
gkeit bis auf
W
eiteres
. In einer ideal angepassten Tätigkeit
– mit näher umschriebenem Belastungsprofil -
bestehe aus versicherungsmedizinischer Sicht
seit Datum
Bericht
vo
n
Dr.
I.___
(13. Mai 2011)
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/110/3)
.
Gestützt darauf wies die Beschwerdegegnerin nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
das Rentenbegehren mit Verfügung vom 1
1.
März 2014
(
Urk.
2)
ab
(vgl.
Feststellungsblatt
zum Beschluss,
Urk.
8/110)
.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer
monierte
, die Beschwerdegegnerin
habe
ihre
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
ungeachtet deutlicher Hinweise auf
eine mögliche psychische Problematik
in den IV-Akten
lediglich auf die rheumatologischen Diagnosen
abgestellt
.
Erstens
bestehe
eine Telefonnotiz vom 1
5.
Mai 2012 betreffend Anruf des Bruders, womit dieser die
Beschwerdegegnerin
über
einen
Rückfall und die
notfallmässige
E
inweisung des Beschwerdeführers
in die
Klinik F.___
orientiert habe.
Die IV-Berufsberatung sei gebeten worden, diesbezüglich mit der
Klinik F.___
Kontakt au
f
zunehmen.
Zudem liege eine Vollmacht vom 2
8.
Mai 2012 bei den Akten, womit er (der Beschwerdeführer) der
Beschwerdegegnerin
die Ermächtigung erteile,
bei der
Klinik F.___
Auskünfte einzuholen. Zweitens liege ein Arbeitszeugnis
der
Klinik F.___
vom 1
4.
Februar 2013 bei den Akten, in welchem er (der Beschwerdeführer) ab dem
4.
Februar 2013 für vier Wochen krankgeschrie
ben worden sei. Keine dieser Hinweise habe
jedoch
seitens der
Beschwerdegeg
nerin
zu Rückfragen beim behandelnden Psychiater oder eingehenden medizi
nischen Abklärungen geführt
(
Urk.
13 S. 7)
.
5.2
Den
Akten
ist
zu
nächst zu
entnehmen, dass der
Bruder des
Beschwerdeführer
s
diesen
im Mai 2012
nach einem
K
o
kain
absturz
in dessen
Wohnung
in
einem „Wahn“
aufgefunden
hat
te
und
den Notfallpsychiater kontaktiert
e. Daraufhin verbrachte
der Beschw
erdeführer
drei Tage in der
Klinik F.___
.
Ausserdem
teilte
der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, dass
er
bei „
start
again
“ eine Suchtt
herapie gemacht
ha
be
(vgl. auch
Urk.
8/6)
und
seit längerem bei
Dr.
L.___
i
m
Zentru
m für Abhängigkeitserkrankungen
psychotherapeutisch
betreut werde
(Telefonnotiz vom 1
5.
Mai 2012,
Urk.
8/60; Verlaufsprotokoll,
Urk.
8/74/4f.). Sodann sind
drei
Arztzeugnisse
von
Dr.
E.___
datierend vom
1.,
4.
und
1
4.
Februar 2013
aktenkundig
, worin dieser dem Beschwerdeführer ohne Nen
nung einer Diagnose Arbeitsunfähigkeiten von einigen Tagen bis
zu
vier
Wochen
attestierte
(
Urk.
8/65,
Urk.
8/67).
Mit E-Mail und Einschreiben vom
7.
November 2013 widerrief
der Beschwerdeführer
sämtliche der
Beschwerde
gegnerin
erteilten
„
Vollmachten
zur
Auskunft und Akteneinsicht
wie zum Bei
spiel Institutionen, Spitäler, Ärzte, Juristen, Arbeitgeber et
cetera
,
in jeglicher
Art der Form und des
Inhalts
“
(
Urk.
8/102,
Urk.
8/105/4).
5.3
Im
Vorbescheidverfahren
machte
der Beschwerdeführer
sodann
geltend
,
es sei
ihm
weder körperlich noch psychisch
eine Tätigkeit im Büro
zuzumuten
. So würden soziale Störungen und Defizite in der Aufmerksamkeit eine langfristige und erfolgreiche Ausführung e
ine
r
sachbearbeitende
n
, sitzende
n
Tätigkeit irgendeiner Art erschweren (
Einwand vom 2
2.
November 2013,
Urk.
8/103/3).
5.
4
Im beschwerdeweise eingereichten Bericht vom
4.
September 2014 stellte
de
r seit Dezember 2011 behandelnde
Dr.
E.___
schliesslich
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine
Osteomyelitis
sterno-costal
mit Weichteilinfekt durch Aspergillus
flavus
, (2) eine kombinierte
Persönlichkeits
störung
mit selbstunsicheren, paranoiden,
schizotypischen
und emotion
al insta
bilen Anteilen (ICD-10 F
61.0) sowie (3) ADHS des Erwachsenenalters (ICD-10 F90.0), und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) Störungen durch Kokain, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F14.20), (2) chronischer
Nikotinabusus
sowie (3) eine leichte
T
h
rombozytenaggregationsstörung
fest (
Urk.
14/1 S. 1).
Der Beschwerdeführer habe berichtet, er sei schon in der frühen Kindheit sehr unaufmerksam und unruhig gewesen. In der Schule sei er unkonzentriert, teils auch aggressiv gewesen, was zu Problemen mit den Lehrern geführt habe. Auch zu Hause habe es wegen seines Verhaltens Konflikte gegeben. In der Beziehung zu anderen Kindern habe er schon von klein auf wegen seines Verhaltens sowie wegen einer angeborenen und erst im Alter von 18 Jahren operativ korrigierte
n
Lippennasenspalte, weswegen er auch bösartig gehänselt worden sei, eine
Aus
senseiterrolle
eingenommen.
Seine Berufswahl habe der Beschwerdeführer mit der Tatsache begründet, dass er als Maler ohne intensiven Kontakt mit Anderen tätig sein konnte
und
dass die geleistete Arbeit und weniger der ausführende Mensch im Mittelpunkt stehe. Mit 21 Jahren habe er sich selbstständig gemacht, da er so mehr Freiheit und wiederum wenig Kontakt zu Mitarbeiter
n oder Vor
gesetzten gehabt habe.
Zu dieser Zeit habe er zum ersten Mal Kokain genom
men mit sehr rascher Suchtbildung. Seit 2003 sei es zu mehreren s
tationä
ren Behandlungen in psychiatrischen Kliniken gekommen, wobei im Jahre 200
5 erstmals die Diagnose eines AD
HS im Erwachsenenalter gestellt worden sei. Da neben dem vordiagnostizierten ADHS im Kontakt- und Beziehungsverhalten des Beschwerdeführers Auffälligkeiten bestanden hätten, sei eine
persönlich
keitsspezifische
Diagnostik mit dem vorgenannten Ergebnis erfolgt.
Im ange
stammten Beruf als Maler sei
von einer deutlichen Einschränk
ung der Leistung auszugehen, insbesondere hinsichtlich einer schmerzbedingten Verminderung der Arbeitsmenge und –
geschwindigkeit
. Zudem seien Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit aufgrund der psychischen Störungen stark eingeschränkt. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei dem ADHS im Erwachsenenalter sowie der kombinierten Persönlichkeitsstörung Rechnung
zu tragen. Aufgrund des A
DH
S falle es dem Beschwerdeführer schwer, sich über einen längeren Zeitraum auf eine gleichförmige/repetitive intellektuelle Tätig
keit ohne körperliche Bewegung zu konzentrieren. Im Zusammenhang mit der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, paranoiden,
schizo
typischen
und emotional instabilen Anteilen würden Probleme im sozialen Ver
halten im Vordergrund stehen
. Aus psychiatrischer Sicht würde eine angepasste Tätigkeit idealerweise die Möglichkeit zu selbständigem Arbeiten mit regelmäs
siger körperlicher Aktivität und unregelmässigem, wenig intensivem Kontakt zu Einzelpersonen beinhalten. Auch in solchen Tätigkeiten würden Leistungsfähig
keit, Belastbarkeit sowie Anpassungsfähigkeit indes stark eingeschränkt bleiben
(
Urk.
14/1 S. 1ff.).
6.
Aufgrund der medizinischen Akten kann nicht abschliessend beurteilt werden, ob beim Beschwerdeführer ein versicherungsrelevanter Gesundheitsschaden besteht.
6.1
Der
angefochtenen Verfügun
g vom 11.
März 2014
lag
weder mit dem
Hausarztbe
richt
vom 1
4.
Juni 201
1
noch mit den
Bericht
en des
Spitals H.___
v
om 13.
Mai 2011 und
7.
Juli 2011 e
in hinreichend abgeklärter Sachverhalt zugrunde, welche
r
eine abschliessende
und rechtskonforme Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
erlaubt hätte.
Auch
die Stellungnahme von RAD-Facharzt
J.___
(
Urk.
8/110/3)
, welche ohne eigene fachärztliche Untersuchungen lediglich gestützt auf die (unzuläng
liche) Aktenlage erfolgte,
vermag
den Anforderungen an eine ausreichende medizinische Entscheidungsgrundlage nicht zu genügen.
Insbesondere
ist dem Bericht von
Dr.
I.___
nicht zu entnehmen,
dass
der Beschwerdeführer seit 1
3.
Mai 2011 (Datum Abklärungsbericht) in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
ist
. Vielmehr
attestierte
Dr.
I.___
in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (bei 8 Stunden/Tag) seit 2
0.
September 2010 und erwog, eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
sei zwar möglich, jedoch zu einem unklare
n
Zeitpunkt (
Urk. 8
/21/2f, E. 4
.2
).
Selbstredend vermögen
auch
die
bei den Akten liegenden
Arbeitszeugnisse eine fachmedizinische Abklärung
der in Frage stehenden psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers
nicht
zu ersetzen.
Demgegenüber besteh
en gestützt auf den
Bericht
von
Dr.
E.___
vom 4.
September 2014 immerhin konkrete Anhaltspunkte dafür,
dass beim Beschwerdeführer ein versicherungsrelevanter
psychischer
Gesundheitsschaden
vorliegen
und
er
infolge
dessen
nicht
v
ollständig
arbeitsfähig
sein könnte,
womit
eine rentenausschliessende Erwerbsfähigkeit
jedenfalls
nicht als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt gelten
kann.
6.2
In Anbetracht dieser Erwägungen
ist eine sämtliche Aspekte des vorliegenden Falles umfassende
medizinische Abklärung
unter Einschluss der Frage
,
inwie
fern sich ein
beim
Beschwerdeführer allenfalls vorliegender psychi
scher
Gesundheitssch
aden mit Krankheitswert auf seine
Arbeitsfähigkeit auswirkt
, anzuordnen.
Zur Mitwirkung daran ist der Beschwerdeführer verpflichtet. Einer allfälligen Weigerung hat die IV-Stelle mit dem Mahn- un
d
Bedenkzeitverfahren
nach Art.
43
Abs.
3 ATSG zu begegnen
(E
. 1.
5
)
.
In diesem Sinne
ist
die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Ent
scheid aufzuheben.
6.
3
Da die Beschwerdegegnerin zunächst ergänzende medizinische Abklärungen zu tätigen hat, kann im vorliegenden Beschwerdeverfahren offen bleiben, wie es sich mit der Invaliditätsbemessung im Einzelnen verhält.
7
.
7
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- fe
stgelegt. Die Kosten sind
ermes
sens
weise
auf
Fr.
600.-- festzusetzen und (aufgrund
der rechtsprechungsgemäss eben
falls als vollständiges Obsiegen geltenden R
ückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung)
ausgangsgemäss der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach
Art.
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat
der obsiegende Beschwerdeführer
Ans
pruch auf eine Prozessentschädi
gu
ng. Diese wird vom Gericht festge
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschäd
igung von
Fr.
1‘30
0
.-- (inkl. Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die angefochtene Verfügung vom 1
1.
März 2014 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über das Rentenbegehren neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessentschä
digung
von
Fr.
1‘30
0
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsdienst Integration Handicap
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstHediger