# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81b8a050-6d74-576b-9b80-a5c934c85e32
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 24.08.2011 VO110074
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO110074_2011-08-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 
 

Geschäfts-Nr.: VO110074-O/U 

 

Mitwirkend:  Der Obergerichtspräsident, Dr. H.A. Müller sowie 
die Gerichtsschreiberin, lic. iur. A. Bernstein-Pomeranz 

 

Urteil vom 24. August 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller 

 

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. X._____ 

 

 

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Ausgangslage 

1.1. Mit Eingabe vom 28. Juni 2011 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) 

durch seinen Rechtsvertreter beim Friedensrichteramt B._____ gegen Dr. med. 

C._____ ein Schlichtungsgesuch betreffend Schadenersatz und Genugtuung ein-

reichen und mit gleichentags eingereichtem, separatem Gesuch beantragen, es 

sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der Person von Für-

sprecher lic. iur. X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (Urk. 2/2 

und Urk. 2/4). 

1.2. Am 2. Juli 2011 sandte die zuständige Friedensrichterin des Friedensrich-

teramtes B._____ die eingereichten Unterlagen an den Rechtsvertreter des Ge-

suchstellers zurück mit dem Hinweis, dass Gesuche um unentgeltliche Rechts-

pflege an das hiesige Gericht zu richten seien (Urk. 2/1). Daraufhin liess der Ge-

suchsteller mit Schreiben vom 5. Juli 2011 die beim Friedensrichteramt einge-

reichten Unterlagen bei der hiesigen Instanz einreichen (Urk. 1). 

1.3. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Parteient-

schädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher 

gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 

2. Anwendbares Prozessrecht 

 Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz eine neue, Schweizerische Zi-

vilprozessordnung (ZPO), welche die bis anhin gültigen kantonalen Zivilprozess-

ordnungen ablöst. Bei Verfahren, die bei Inkrafttreten des neuen Gesetzes 

rechtshängig sind, bleibt das bisherige Verfahrensrecht und damit die Zivilpro-

zessordnung des Kantons Zürich (ZPO/ZH) sowie das Gerichtsverfassungsgesetz 

(GVG) weiterhin bzw. bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz anwendbar 

(Art. 404 Abs. 1 ZPO). Für die anderen Verfahren, die - wie das vorliegende - am 

1. Januar 2011 noch nicht rechtshängig waren, kommt die Schweizerische Zivil-

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prozessordnung (ZPO) und das kantonale Gerichtsorganisationsgesetz (GOG) 

zur Anwendung. 

3. Beurteilung des Gesuchs 

3.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident 

im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche 

Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz neu zu beantra-

gen, weshalb der Obergerichtspräsident die unentgeltliche Rechtspflege bei Vor-

liegen der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungs-

verfahrens bewilligen kann. 

3.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einer-

seits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder "Be-

dürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint 

(Art. 117 ZPO). Die Mittellosigkeit wird gemeinhin dann bejaht, wenn der Aufwand 

des notwendigen Lebensunterhalts (sog. "zivilprozessualer Notbedarf") das mas-

sgebliche Einkommen übersteigt, bzw. aus der Differenz nur ein kleiner Über-

schuss resultiert, welcher es dem Gesuchsteller nicht erlauben würde, die Pro-

zesskosten innert nützlicher Frist zu tilgen. 

3.3. Bei der Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege für das 

Schlichtungsverfahren sind sehr strenge Massstäbe anzulegen: Einerseits sind 

die in einem Schlichtungsverfahren entstehenden Kosten – anders als vor einer 

Gerichtsinstanz – äusserst beschränkt und können deshalb bereits bei einem re-

lativ geringen Überschuss des Einkommens über den zivilprozessualen Notbedarf 

bestritten werden. Anderseits braucht es ganz besondere Umstände, damit man 

sagen kann, die Bestellung eines Rechtsbeistandes sei im Schlichtungsverfahren 

gemäss Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO notwendig. 

3.4. Der Gesuchsteller hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beurteilung sei-

nes Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend 

darzulegen - es trifft ihn bei der Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine 

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umfassende Mitwirkungspflicht. Kommt ein Gesuchsteller dieser Mitwirkungs-

pflicht nicht oder nur ungenügend nach und kann als Folge davon seine Bedürf-

tigkeit nicht hinreichend beurteilt werden, ist der Anspruch um unentgeltliche 

Rechtspflege zu verweigern (BGE 120 Ia 179). 

3.5. Zur Begründung seines Gesuches lässt der Gesuchsteller ausführen, er sei 

aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme nicht erwerbstätig. Seine Ehefrau ge-

he zwei Teilzeiterwerbstätigkeiten nach. Sie erziele dabei ein durchschnittliches 

Monatsnettoeinkommen von weniger als Fr. 2'500.–. Mit diesem Einkommen kön-

ne die Familie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Sie werde deshalb ergän-

zend durch die Sozialhilfe unterstützt. Sein monatliches Existenzminimum lässt 

der Gesuchsteller mit Fr. 4'432.20 beziffern. Er lässt schliesslich geltend machen, 

dass er über kein Vermögen verfüge. Letzteres ergibt sich auch aus der einge-

reichten Steuererklärung 2010. Aus den ins Recht gereichten Sozialhilfe-Budgets 

für die Monate Mai und Juni 2011 geht hervor, dass der Bedarf der Eheleute - dort 

mit Fr. 3'966.95 resp. Fr. 3'808.90 veranschlagt - mit dem Einkommen der Ehe-

frau des Gesuchstellers ohne die Unterstützung durch die Sozialen Dienste nicht 

gedeckt werden kann. Die Mittellosigkeit des Gesuchstellers ist damit hinreichend 

belegt bzw. glaubhaft gemacht. Seine Mittellosigkeit ist deshalb zu bejahen. 

3.6. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit als zweite Vorausset-

zung der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist eine gewisse Prozess-

prognose vonnöten, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen 

ist. Als aussichtslos sind dabei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich ge-

ringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 

werden können (vgl. z.B. BGE 69 I 160). Die Erfolgsaussichten eines Rechtsbe-

gehrens sind aufgrund einer summarischen, auf Glaubhaftmachen beschränkten 

Prüfung zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung zu beurteilen. Zu untersuchen ist, 

ob der geltend gemachte Anspruch aus den behaupteten Tatschen rechtlich be-

gründet und nicht geradezu ausgeschlossen werden kann. Dabei ist kein allzu 

strenger Massstab anzulegen, zumal der Prozessausgang letztlich auch von Zu-

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fällen abhängen kann (Rüegg, in Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kom-

mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 20 zu Art. 117). 

3.7. Gestützt auf die vom Gesuchsteller eingereichten Unterlagen und die oben 

zitierte Lehre und Rechtsprechung kann die Klage auf Schadenersatz und Genug-

tuung gegen Dr. med. C._____ aus heutiger Perspektive nicht als aussichtslos 

bezeichnet werden.  

3.8. Dem Antrag des Gesuchstellers kann somit entsprochen und ihm für das 

Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt B._____ betreffend Schaden-

ersatz und Genugtuung aus Vertragsverletzung die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt werden.  

3.9. Ein Anspruch auf die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes besteht 

im Wesentlichen dann, wenn dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 

Abs. 1 lit. c ZPO). Für das Schlichtungsverfahren sind hohe Anforderungen an die 

Notwendigkeit eines unentgeltlichen Rechtsvertreters zu stellen. Insbesondere 

darf das im Gesetz verankerte Kriterium der Waffengleichheit, wonach die Bestel-

lung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes insbesondere dann angezeigt ist, 

wenn die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist, im Schlichtungsverfahren nur mit 

Zurückhaltung Anwendung finden. Die Waffengleichheit ist in erster Linie vor den 

Gerichten zu gewährleisten, wenn es darum geht, Rechtsschriften zu redigieren 

und sich prozesstaktisch richtig zu verhalten. Vorliegend erscheint es für die Wah-

rung der Rechte des Gesuchstellers jedenfalls für das Schlichtungsverfahren nicht 

notwendig, dass er über einen Rechtsbeistand verfügt. Auch wenn der geltend 

gemachte Behandlungsfehler - fehlerhafte Medikation und fehlende Aufklärung 

bezüglich der Nebenwirkungen - ein Vorwurf von einiger Schwere darstellt, kann 

dem Gesuchsteller zugemutet werden, dass er seine Sache sachgerecht und hin-

reichend wirksam vertreten kann. Selbst die Tatsache, dass die Gegenpartei 

durch ihre Versicherungsgesellschaft vertreten ist, vermag daran nichts zu än-

dern, da - wie vorstehend dargelegt - das im Gesetz verankerte Kriterium der 

Waffengleichheit im Schlichtungsverfahren nur mit Zurückhaltung Anwendung fin-

det. Besondere Umstände, die die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbei-

standes im Schlichtungsverfahren rechtfertigen, sind vorliegend nicht ersichtlich. 

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Den Behauptungen des Gesuchstellers stehen diejenigen des behandelnden Arz-

tes - vertreten durch die Versicherungsgesellschaft - gegenüber. Ob die geltend 

gemachte Kausalität zwischen der ärztlichen Behandlung und dem aktuellen Ge-

sundheitszustand des Gesuchstellers gegeben ist, wird wohl letztlich - sollte es zu 

einem gerichtlichen Verfahren kommen - einzig mit Hilfe eines gerichtlichen Gut-

achtens zu klären sein. Das Gesuch um Bestellung von Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ als unentgeltlichen Rechtsbeistand ist damit abzuweisen. Es ist dem Ge-

suchsteller jedoch unbenommen, mit Einreichung der Klage beim zuständigen 

Gericht erneut um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes zu ersu-

chen. 

4. Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege 

Gemäss den einschlägigen Bestimmungen der ZPO werden die Kosten der un-

entgeltlichen Rechtspflege vom "Kanton" getragen bzw. wird der unentgeltliche 

Rechtsbeistand vom "Kanton" entschädigt (Art. 113 Abs. 1 und Art. 122 ZPO). 

Der ständigen Praxis des Obergerichts des Kantons Zürich zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung folgend sowie entsprechend der bisherigen zürcherischen 

Praxis sind die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren vor der 

Schlichtungsbehörde von der zuständigen Gemeinde zu tragen, vorliegend somit 

von der Gemeinde D._____. Zu beachten ist indes, dass die Kosten des Schlich-

tungsverfahrens gemäss Art. 207 Abs. 2 ZPO bei der Einreichung der Klage zur 

Hauptsache geschlagen werden und das erkennende Gericht somit in der Folge 

über diese zusammen mit den übrigen Prozesskosten gemäss Art. 104 ff. ZPO zu 

entscheiden hat. Die Kostenauflage an die Gemeinde erfolgt deshalb unter die-

sem Vorbehalt.  

5. Kosten und Rechtsmittel 

5.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts-

pflege kostenlos. 

5.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder 

entzogen, so kann der Gesuchsteller den Entscheid mit Beschwerde gemäss 

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Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtsprä-

sident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Oberge-

richtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. 

Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren 

Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre.  

5.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht 

über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltlicher 

Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr 

ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 

Es wird erkannt: 

1. Dem Gesuchsteller wird für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedens-

richteramt B._____ die unentgeltliche Rechtspflege gewährt. Ein unentgeltli-

cher Rechtsbeistand wird nicht bestellt. 

2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege des Schlichtungsverfahrens 

trägt unter Vorbehalt von Art. 207 Abs. 2 ZPO die Gemeinde D._____. 

3. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Rechtsvertreter des Gesuchstellers, zweifach, für sich und zuhanden 
des Gesuchstellers (gegen Empfangsschein) 

− das Friedensrichteramt B._____ (gegen Empfangsschein) 
− die Gegenpartei in der Hauptsache, Herrn Dr. med. C._____, … D._____ 
je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 

Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

- 8 - 

 

Zürich, 24. August 2011 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. A. Bernstein-Pomeranz 
 
versandt am:  

	Urteil vom 24. August 2011
	
	Erwägungen:
	1. Ausgangslage
	1.1. Mit Eingabe vom 28. Juni 2011 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) durch seinen Rechtsvertreter beim Friedensrichteramt B._____ gegen Dr. med. C._____ ein Schlichtungsgesuch betreffend Schadenersatz und Genugtuung einreichen und mit gleiche...
	1.2. Am 2. Juli 2011 sandte die zuständige Friedensrichterin des Friedensrichteramtes B._____ die eingereichten Unterlagen an den Rechtsvertreter des Gesuchstellers zurück mit dem Hinweis, dass Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege an das hiesige Ger...
	1.3. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Parteientschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Parteientschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3...

	2. Anwendbares Prozessrecht
	Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz eine neue, Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO), welche die bis anhin gültigen kantonalen Zivilprozessordnungen ablöst. Bei Verfahren, die bei Inkrafttreten des neuen Gesetzes rechtshängig sind, bleibt ...

	3. Beurteilung des Gesuchs
	3.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Einreichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche Rechtspflege ist ge...
	3.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder "Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZP...
	3.3. Bei der Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren sind sehr strenge Massstäbe anzulegen: Einerseits sind die in einem Schlichtungsverfahren entstehenden Kosten – anders als vor einer Gerichtsinstanz – ä...
	3.4. Der Gesuchsteller hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beurteilung seines Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzulegen - es trifft ihn bei der Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine umfassende Mitwirku...
	3.5. Zur Begründung seines Gesuches lässt der Gesuchsteller ausführen, er sei aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme nicht erwerbstätig. Seine Ehefrau gehe zwei Teilzeiterwerbstätigkeiten nach. Sie erziele dabei ein durchschnittliches Monatsnettoei...
	3.6. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit als zweite Voraussetzung der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist eine gewisse Prozessprognose vonnöten, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist. Als aussichtsl...
	3.7. Gestützt auf die vom Gesuchsteller eingereichten Unterlagen und die oben zitierte Lehre und Rechtsprechung kann die Klage auf Schadenersatz und Genugtuung gegen Dr. med. C._____ aus heutiger Perspektive nicht als aussichtslos bezeichnet werden.
	3.8. Dem Antrag des Gesuchstellers kann somit entsprochen und ihm für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt B._____ betreffend Schadenersatz und Genugtuung aus Vertragsverletzung die unentgeltliche Rechtspflege gewährt werden.
	3.9. Ein Anspruch auf die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes besteht im Wesentlichen dann, wenn dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Für das Schlichtungsverfahren sind hohe Anforderungen an die Notwendigk...

	4. Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege
	Gemäss den einschlägigen Bestimmungen der ZPO werden die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege vom "Kanton" getragen bzw. wird der unentgeltliche Rechtsbeistand vom "Kanton" entschädigt (Art. 113 Abs. 1 und Art. 122 ZPO). Der ständigen Praxis des Ob...

	5. Kosten und Rechtsmittel
	5.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege kostenlos.
	5.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann der Gesuchsteller den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtspräsident über das Gesuch bef...
	5.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltlicher Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr ein nich...

	Es wird erkannt:
	1. Dem Gesuchsteller wird für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt B._____ die unentgeltliche Rechtspflege gewährt. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt.
	2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege des Schlichtungsverfahrens trägt unter Vorbehalt von Art. 207 Abs. 2 ZPO die Gemeinde D._____.
	3. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Rechtsvertreter des Gesuchstellers, zweifach, für sich und zuhanden des Gesuchstellers (gegen Empfangsschein)
	 das Friedensrichteramt B._____ (gegen Empfangsschein)
	 die Gegenpartei in der Hauptsache, Herrn Dr. med. C._____, … D._____
	je gegen Empfangsschein.

	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Beschwerdeschr...
	Zürich, 24. August 2011