# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 087d50c8-9fd8-59f4-a91d-22fcedc87ba9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.04.2017 SB160225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160225_2017-04-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160225-O/U/ag 
 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, die Oberrichterinnen 

Dr. Janssen und lic. iur. Wasser-Keller sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. Höfliger 

 
Urteil vom 28. April 2017 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  

3. C._____,  

Beschuldigte und Erstberufungskläger 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ 

 

gegen 

 
D._____,  

Privatkläger und Zweitberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

sowie 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin 

 

-   2   - 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung   

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 3. Februar 
2016 (DG150044) 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 13. August 

2015 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 28). 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz: 

Es wird erkannt: 

1. a) Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

b) Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten schweren Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

c) Der Beschuldigte C._____ ist schuldig der versuchten schweren Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

2. a) Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 36 

Monaten, wovon 36 Tage durch Haft erstanden sind. 

b) Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 28 

Monaten, wovon 36 Tage durch Haft erstanden sind. 

c) Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 26 

Monaten, wovon 36 Tage durch Haft erstanden sind.  

3. a) Der Vollzug der Freiheitsstrafe von A._____ wird im Umfang von 24 

Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (12 Monate, abzüglich 36 Tage, die durch Haft erstanden sind) 

wird die Freiheitsstrafe vollzogen.  

-   4   - 

b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe von B._____ wird im Umfang von 20 

Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (8 Monate, abzüglich 36 Tage, die durch Haft erstanden sind) 

wird die Freiheitsstrafe vollzogen.  

c) Die gegen C._____ ausgefällte Freiheitsstrafe wird vollzogen (abzüg-

lich 36 Tage, die durch Haft erstanden sind). 

4. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 19. April 2011 in Sachen 

C._____ für die bedingt ausgefällte Freiheitsstrafe angesetzte Probezeit von 

5 Jahren wird um 2 Jahre verlängert. 

5. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftbarkeit aller Mittäter ver-

pflichtet, dem Privatkläger D._____ eine Genugtuung von total Fr. 6'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 31. Januar 2015 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf 

Fr. 10'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'000.00   Gebühr Vorverfahren 

Fr. 9'635.25   amtliche Verteidigung A._____ (RA Dr. X1._____) 

Fr. 14'261.70   amtliche Verteidigung B._____ (RA lic. iur. X2._____) 

Fr. 16'226.45   amtliche Verteidigung C._____ (RA lic. iur. X3._____) 

Fr. 2'675.35   unentgeltliche Vertretung des Privatklägers 

Fr. 59'298.75    

7. Die Kosten der Untersuchung, des gerichtlichen Verfahrens sowie der un-

entgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden den Beschuldigten je zu 

einem Drittel auferlegt.  

Den Beschuldigten werden zudem je die Kosten der eigenen amtlichen Ver-

teidigung auferlegt. Diese sowie die Kosten der unentgeltlichen Rechtsver-

tretung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

-   5   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____ 

(Urk. 105 S. 4) 

1. Der Beschuldigte sei wegen versuchter schwerer Körperverletzung 

schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer bedingt ausgesprochenen Freiheitsstra-

fe von maximal 24 Monaten zu sanktionieren. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.  

b) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____: 

(Urk. 106 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen. 

3. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von maximal Fr. 200-– zu bestra-

fen, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheits-

strafe von 2 Tagen.  

4. Der Beschuldigte sei für die zu Unrecht erstandene Haft mit mindes-

tens Fr. 200.– pro Tag zu entschädigen. 

5. Die Zivilforderungen gegen den beschuldigten seien abzuweisen.  

6. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen, 

eventualiter nach Ausgang des Verfahrens auf die drei Beschuldigten 

zu verteilen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die 

Staatskasse zu nehmen.   

-   6   - 

 

c) Der Verteidigung des Beschuldigten C._____: 

(Urk. 109 S. 2) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB freizusprechen. 

2. Auf eine Verlängerung der mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 

vom 19. April 2011 dem Beschuldigten erteilten Probezeit sei zu ver-

zichten. 

3. Der Beschuldigte sei für die erlittene Haft mit einer Genugtuung in der 

Höhe von Fr. 7'200.– nebst Zins zu 5% ab mittlerem Ereigniszeitpunkt 

aus der Staatskasse zu entschädigen.  

4. Die Kosten der Untersuchung, des erst- und zweitinstanzlichen Ge-

richtsverfahrens sowie der amtlichen Verteidigung seien aus der 

Staatskasse zu bezahlen. 

5. Die Zivilansprüche des Privatklägers seien abzuweisen bzw. auf den 

Zivilweg zu verweisen, sofern darauf eingetreten wird.  

 

d) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 89, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

e) Des Vertreters der Privatklägerschaft: 

(Prot. II S. 55) 

1. Das erstinstanzliche Urteil sei im Schuldpunkt zu bestätigen. 

-   7   - 

2. Die Beschuldigten seien unter solidarischer Haftbarkeit aller Mittäter zu 

verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung von total Fr. 12'000.– 

zuzüglich Zins zu 5 % ab dem 31.01.2015 zu bezahlen. 

3. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung seien den Be-

schuldigten 1-3 aufzuerlegen. 

-   8   - 

Erwägungen: 

I.  Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

 1.1.  Vorinstanzliches Urteil 

 1.1.1.  Mit Urteil vom 3. Februar 2016 (Urk. 82) sprach das Bezirksgericht 

Winterthur den Beschuldigten 1 der versuchten schweren Körperverletzung 

schuldig und bestrafte ihn mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten 

unter Aufschub des Vollzugs im Umfang von 24 Monaten bei einer Probezeit von 

2 Jahren. 

 1.1.2.  Mit nämlichem Urteil wurde auch der Beschuldigte 2 der versuchten 

schweren Körperverletzung schuldig gesprochen. Er wurde mit einer teilbedingten 

Freiheitsstrafe von 28 Monaten bestraft unter Aufschub des Vollzugs im Umfang 

von 20 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren. 

 1.1.3.  Mit demselben Urteil wurde schliesslich der Beschuldigte 3 der ver-

suchten schweren Körperverletzung schuldig gesprochen. Er wurde mit einer un-

bedingten Freiheitsstrafe von 26 Monaten bestraft. Sodann verlängerte das Ge-

richt die für eine bedingt ausgefällte Vorstrafe angesetzte Probezeit von 5 Jahren 

um 2 Jahre.  

 1.1.4.  Sodann wurden die drei Beschuldigten unter solidarischer Haftung 

zur Bezahlung einer Genugtuung an den Privatkläger in der Höhe von Fr. 6'000.– 

zuzüglich Zins verpflichtet und wurde das Genugtuungsbegehren des Letzteren 

im Mehrbetrag abgewiesen.  

 1.2.  Berufungen 

 1.2.1.  Gegen dieses Urteil liessen am 5. bzw. 8 Februar 2016 die drei Be-

schuldigten und am 15. Februar 2016 (Poststempel) auch der Privatkläger fristge-

-   9   - 

recht Berufung anmelden (Urk. 68, 70, 72 und 74). Nach Erhalt des begründeten 

erstinstanzlichen Entscheids am 9. Mai 2016 (Privatkläger / Beschuldigter 1 / Be-

schuldigter 2; Urk. 79 Blatt 2 und 4-5) bzw. am 12. Mai 2016 (Beschuldigter 3; 

Urk. 79 Blatt 3) liessen diese Parteien mit Eingaben vom 23. Mai 2016 (Beschul-

digter 1; Urk. 83/1-2), vom 24. Mai 2016 (Beschuldigter 3; Urk. 84/1-2) bzw. vom 

30. Mai 2016 (Beschuldigter 2; Urk. 85 / Privatkläger; Urk. 86) auch innert Frist die 

Berufungserklärungen einreichen.  

 1.2.2.  Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Berufung und Anschlussberu-

fung und beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (vgl. Urk. 89).  

2. Thema des Berufungsverfahrens 

 2.1.1.  Der Beschuldigte 1 beschränkte seine Berufung laut Berufungserklä-

rung ausdrücklich auf die Sanktion. Er beantragt eine Reduktion der Strafe auf 24 

Monaten Freiheitsstrafe und die Gewährung des (voll-)bedingten Vollzugs 

(Urk. 83/1).  

 2.1.2.  Der Beschuldigte 2 liess mit seiner Berufungserklärung das erstin-

stanzliche Urteil explizit vollumfänglich anfechten. Er beantragt, dass er vom Vor-

wurf der versuchten schweren Körperverletzung frei, stattdessen der Tätlichkeiten 

im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und dafür mit einer Bus-

se von Fr. 200.– zu bestrafen sei. Gleichzeitig sei er für die zu Unrecht erstande-

ne Haft mit mindestens Fr. 100.– pro Hafttag zu entschädigen und seien die erst-

instanzlichen Kosten auf die Staatskasse zu nehmen (Urk. 85 S. 1 f.).  

 2.1.3.  Auch der Beschuldigte 3 liess mit seiner Berufungserklärung ausfüh-

ren, dass er das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich anfechte. Er beantragt einen 

vollumfänglichen Freispruch, einen Verzicht auf Verlängerung der mit der Vorstra-

fe zusammenhängenden Probezeit, eine Genugtuung für erlittene Haft im Umfang 

von Fr. 7'200.– zuzüglich Zins, das Nichteintreten auf die Zivilansprüche des Pri-

vatklägers und die Auferlegung der erstinstanzlichen Kosten auf die Staatkasse 

(Urk. 84/1).  

-   10   - 

 2.1.4.  Der Privatkläger liess ausschliesslich die erstinstanzliche Regelung 

des Zivilpunkts anfechten. Er verlangt mit seiner Berufungserklärung, dass die 

Beschuldigten 1-3 unter solidarischer Haftbarkeit zur Bezahlung einer Genugtu-

ung in der Höhe von Fr. 12'000.– zuzüglich Zins zu verpflichten seien (Urk. 86).  

 2.2.  Das vorinstanzliche Urteil vom 3. Februar 2013 ist demnach hinsichtlich 

der Dispositivziffern 1 lit. a (Schuldspruch betreffend den Beschuldigten 1) und 6 

(Kostenfestsetzung) unangefochten geblieben und in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab mit Beschluss festzustellen ist.  

3.  Anklagegrundsatz 

 3.1.  Vor Vorinstanz rügten sowohl der Beschuldigte 2 als auch der Be-

schuldigte 3 eine Verletzung des Anklageprinzips, da unklar sei, ob den Beschul-

digten mit Anklage vom 13. August 2015 Mittäterschaft vorgeworfen werde. Zur 

Begründung liess der Beschuldigte 2 ausführen, dass die Anklageschrift den drei 

Beschuldigten in ihrem ersten Absatz zwar eine gemeinsame Tatbegehung vor-

werfe, in ihrem letzten Abschnitt dann aber verlange, die drei Beschuldigten sei-

en je wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu verurteilen, was einen Wi-

derspruch darstelle (vgl. Urk. 63 S. 10). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

liess er die Rüge der Verletzung des Anklageprinzips nicht mehr vorbringen (vgl. 

Urk. 106). Der Beschuldigte 3 hingegen hält daran fest. Vor Vorinstanz liess er 

ausführen, die Formulierung gemeinsam im ersten Absatz könnte zwar eine Mit-

täterschaft vermuten lassen, hingegen ergebe sich aus dem weiteren Anklagesa-

chverhalt kein Hinweis, dass den drei Beschuldigten ein gemeinsamer Tatent-

schluss bzw. eine gemeinsame Planung oder Ausführung vorgeworfen werde. In 

der Anklageschrift werde auch nicht geltend gemacht, der Beschuldigte 3 wäre 

mit den Tathandlungen der anderen Beschuldigten einverstanden gewesen oder 

hätte deren Tathandlungen unterstützt (Urk. 65 S. 2 f.). Vor Berufungsgericht füg-

te er (zusammengefasst) ergänzend an, in der vorliegenden Anklageschrift 

komme nicht einmal das Wort "Mittäterschaft" vor, derweil mit dem Wort "je" zum 

Ausdruck gebracht werde, dass bei den drei Beschuldigten separat betrachtet 

werde, was für ein Straftatbestand ihnen vorgeworfen werde. Die Anklageschrift 

gehe somit richtigerweise von Alleintäterschaft hinsichtlich des Beschuldigten 3 

-   11   - 

aus und werfe ihm in strafrechtlicher Hinsicht lediglich die unter Ziffer 1.10. er-

wähnten Sachverhalte vor, welche sie als versuchte schwere Körperverletzung 

würdige (Urk. 109 S. 4).  

 3.2.  Die Vorinstanz erwog, dass im vorliegenden Fall zwar das Wort Mittä-

terschaft nicht erwähnt werde, sich jedoch aus der Verwendung des Wortes ge-

meinsam ergebe, dass den Beschuldigten die gemeinsame Tatbegehung und mit-

hin Mittäterschaft vorgeworfen werde. Auch aus der restlichen Anklageschrift er-

gebe sich, dass die Beschuldigten gemeinsam gehandelt hätten. Aus der Verwen-

dung des Wortes je könne nichts anderes abgeleitet werden; die Anklageschrift 

bringe damit – was ohne Weiteres erkennbar sei – lediglich zum Ausdruck, dass 

ein jeder der drei Beschuldigten der versuchten schweren Körperverletzung schul-

dig zu sprechen sei. Das Anklageprinzip sei mithin nicht verletzt (Urk. 82 S. 7). 

 3.3.  Die Ausführungen der Vorinstanz überzeugen. Ergänzend bzw. präzi-

sierend ist das Folgende festzuhalten: 

 a)  Das aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und 

Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleitete und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festge-

schriebene Anklageprinzip gewährleistet das rechtliche Gehör und die Verteidi-

gungsrechte des Beschuldigten (Informationsfunktion). Die Anklageschrift be-

stimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Damit 

sie dieser doppelten Funktion genügt, muss sie hinreichend präzise formuliert sein 

(vgl. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Werden besondere Formen der strafrechtlichen 

Verantwortlichkeit wie Mittäterschaft oder Teilnahme angeklagt, ist in der Anklage-

schrift darzustellen, durch welche Verhaltensweisen welche Beschuldigten diese 

erfüllt haben sollen. Überspitzt formalistische Anforderungen dürfen an die Ankla-

geschrift nicht gestellt werden. Die Anklageschrift ist nicht Selbstzweck, sondern 

Mittel zum Zweck der Umgrenzung des Prozessgegenstandes und der Information 

des Beschuldigten. Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sach-

verhalt gebunden, nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklage-

behörde (vgl. z.B. BGE 140 IV 188 E. 1.3 und BGE 133 IV 235 E. 6.2 sowie die 

Bundesgerichtsurteile 6B_163/2016 vom 25. Mai 2016, E. 3.2.1, 6B_208/2015 

-   12   - 

vom 24. August 2015, E. 6.3 und 6B_45/2013 vom 18. Juli 2013, E. 2.2. je 

m.w.H.). 

 b) In der Anklageschrift vom 13. August 2015 wird unter der Überschrift 

"1. Sachverhalt" einleitend im Sinne einer vorausgehenden Klammerbemerkung 

ausgeführt, die drei Beschuldigten hätten gemeinsam versucht, vorsätzlich einen 

Menschen lebensgefährlich zu verletzen, indem sie das nachfolgend Beschriebe-

ne getan hätten (Urk. 28 S. 2). Anschliessend werden die vorgeworfenen einzel-

nen Verhaltensweisen eines jeden der drei Beschuldigten minutiös und in chrono-

logischer Reihenfolge aufgelistet (a.a.O. S. 2-4). Der den Beschuldigten mit diesen 

Ausführungen vorgeworfene Sachverhalt ist nicht von besonderer Komplexität und 

bezieht sich auf einen einzigen, zeitlich sowie sachlich eng umgrenzten Lebens-

vorgang, wonach die drei Täter ihr Opfer abwechslungsweise körperlich attackiert 

haben sollen. Neben der Nennung der konkreten einzelnen Tatbeiträge (Faust-

schläge bzw. Fusstritte gegen den Kopf und Rücken des Privatklägers) der drei 

Beschuldigten findet sich in der Anklage – entgegen dem Einwand des Verteidi-

gers des Beschuldigten 3 – auch der Vorwurf der gemeinsamen Tatausführung. 

So wird unter Ziff. 1.9. (u.a.) festgehalten, dass der Beschuldigte 1 und der Be-

schuldigte 2 dem Privatkläger nachgefolgt seien und ihn gemeinsam unten auf der 

Strasse angegriffen hätten, und unter der darauf folgenden Ziff. 1.10. wird (u.a.) 

dargelegt, dass sich danach auch der Beschuldigte 3 der Gruppe genähert und 

sich am gewalttätigen Vorgehen der Beschuldigten 1 und 2 beteiligt habe (a.a.O. 

S. 3). In Ziff. 1.16. f. wird sodann ausgeführt, dass der Privatkläger durch diese 

Gewalteinwirkungen der drei Beschuldigten – wie dieselben gewusst und gewollt 

bzw. zumindest in Kauf genommen hätten – die in der Anklage umschriebenen 

Verletzungsfolgen erlitten habe. Anlässlich ihrer gemeinsamen Tritte bzw. Schläge 

gegen den Kopf des am Boden liegenden wehr- und dann auch bewusstlosen Pri-

vatklägers hätten die drei Beschuldigten je gewusst und gewollt bzw. zumindest in 

Kauf genommen, dass dieser dadurch einen Schädelbruch oder aber zumindest 

ein schweres Schädelhirntrauma mit Hirnblutungen hätte erleiden können, welche 

Verletzungen ihn in eine unmittelbare Lebensgefahr hätten bringen können 

(a.a.O.).  

-   13   - 

 Aus der derart formulierten Anklage geht mit hinreichender Bestimmtheit her-

vor, dass den drei Beschuldigten keineswegs je unabhängige Handlungen vorge-

worfen werden, sondern ihnen ein bewusstes und gewolltes gemeinsames Han-

deln zur Last gelegt wird. Ob dieses gemeinsame Vorgehen als Mittäterschaft zu 

qualifizieren ist, beschlägt nicht eine Sachverhalts-, sondern eine rechtliche Frage, 

die vom Gericht losgelöst von der jeweiligen Darstellung in der Anklageschrift zu 

entscheiden ist. Die Beschuldigten können daher aus dem Umstand, dass in der 

Anklageschrift der Begriff der Mittäterschaft nicht explizit genannt wird, nichts zu 

ihren Gunsten ableiten. Entscheidend ist, dass sich diese aus dem vorgeworfenen 

Sachverhalt in der Anklageschrift als reale Möglichkeit aufdrängt (vgl. Bundesge-

richtsurteil 6B_209/2010 vom 2. Dezember 2010 E. 3.3.).  

II.   Sachverhalt 

1.   Zusammenfassung des Anklagevorwurfs  

 1.1.  Der mit Anklage vom 13. August 2015 (Urk. 28) umschriebene Sach-

verhalt, welcher sich am 31. Januar 2015 ab 03.30 Uhr im und vor dem Club 

"E._____" in Winterthur abgespielt haben soll, lässt sich in drei Phasen untertei-

len. Ein direkter strafbarer Vorwurf wird den Beschuldigten lediglich hinsichtlich 

der dritten Phase gemacht: 

1) In einer ersten Phase (Anklage Ziff. 1.1. - 1.4.) soll der Beschuldigte 2 

im Club der Begleiterin des Privatklägers (der Zeugin F._____) ans 

Gesäss gefasst haben, worauf der Privatkläger zum Beschuldigten 2 

gesagt habe, er solle sich "verpissen". Daraufhin sei es zu einem 

Wortgefecht und gegenseitigen Schubsereien gekommen, was zu ei-

nem Eingreifen der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Clubs ge-

führt habe, die darauf den Beschuldigten 1 und den Beschuldigten 2 

einerseits sowie den Privatkläger und die Zeugin F._____ andererseits 

aus dem Lokal verwiesen hätten.  

2) In einer zweiten Phase (Anklage Ziff. 1.5. bis 1.7.) sollen sich die Be-

schuldigten 1 und 2 ab ca. 03.48 Uhr noch einige Minuten draussen auf 

-   14   - 

dem Steg direkt vor dem Ein- bzw. Ausgangsbereich des Clubs aufge-

halten haben. Dabei soll sich insbesondere der Beschuldigte 1 über 

den von ihm als ungerecht empfundenen Club-Verweis geärgert und 

sich in aggressiver Weise beim Chef des Sicherheitsdienstes darüber 

beschwert haben. Als um 03.51 Uhr der Privatkläger und die Zeugin 

F._____ den Club verlassen hätten, sei es auf dem Steg zu einem wei-

teren Wortgefecht und einer Rempelei insbesondere zwischen dem 

Beschuldigten 2 und dem Privatkläger gekommen. Der Beschuldigte 3 

habe den Club schon unmittelbar vor dem Beschuldigten 1 (und auch 

vor dem Beschuldigten 2) verlassen und sich nach unten auf die Stras-

se begeben. 

3) In der – entscheidenden – dritten und letzten Phase (Ziff. 1.8. - 1.17.) 

soll dann die körperliche Attacke der drei Beschuldigten gegen den Pri-

vatkläger, welche zur Anklage wegen versuchter schwerer Körperver-

letzung führte, stattgefunden haben:  

a) Dabei sollen zunächst die Beschuldigten 1 und 2 dem über 

den Steg nach unten auf die Strasse in Richtung Haupt-

bahnhof weggehenden Privatkläger und der Zeugin F._____ 

nachgefolgt sein und gemeinsam den Privatkläger angegrif-

fen haben, wobei der Beschuldigte 2 diesem von hinten ge-

gen das Wadenbein getreten, danach, als der Privatkläger 

habe wegrennen wollen, ihn von hinten mit der linken Hand 

auf den Rücken geschlagen und ihn dann mit beiden Hän-

den am Kragen gepackt und auf den Boden gerissen habe 

(Ziff. 1.8. f.). 

b) Darauf soll sich auch der Beschuldigte 3 der Gruppe genä-

hert und sich am gewalttätigen Vorgehen der übrigen zwei 

Beschuldigten beteiligt haben, indem er zum am Boden lie-

genden Privatkläger hingegangen sei und diesem von hinten 

einen Fusstritt gegen den Kopf versetzt habe (Ziff. 1.10.). 

-   15   - 

c) Danach sei der Beschuldigte 1 zum am Boden liegenden 

Privatkläger gegangen und habe ihm von vorne einen Fuss-

tritt gegen den Kopf versetzt, was dazu geführt habe, dass 

der sich eben aufrappeln wollende Privatkläger wieder zu 

Boden gesackt sei, worauf ihm der Beschuldigte 1 einen 

weiteren Fusstritt gegen den Rücken versetzt habe 

(Ziff. 1.11.).  

d) Daraufhin sei der Beschuldigte 3 erneut zum am Boden lie-

genden Privatkläger gegangen, habe diesem seine Base-

ball-Kappe vom Kopf genommen und sich damit in Richtung 

G._____ entfernt (Ziff. 1.12.). 

e) Danach sei der Beschuldigte 2 zum immer noch am Boden 

liegenden Privatkläger gegangen, habe sich leicht gebückt 

und diesem von oben einen Faustschlag gegen den Kopf 

versetzt (Ziff. 1.13.). 

f) Dann habe sich erneut der Beschuldigte 1 dem am Boden 

liegenden Privatkläger genähert und diesem einen weiteren 

Fusstritt gegen den Kopf versetzt (Ziff. 1.14.). 

g) Schliesslich hätten sich auch der Beschuldigte 1 und der 

Beschuldigte 2 in Richtung G._____ entfernt und den zwi-

schenzeitlich bewusstlos gewordenen Privatkläger am Bo-

den liegen lassen (Ziff. 1.1.5.).  

h) Durch die Gewalteinwirkungen der drei Beschuldigten habe 

der Privatkläger die in der Anklage umschriebenen Verlet-

zungen erlitten, was die Beschuldigten zumindest wissent-

lich in Kauf genommen hätten. Diese Verletzungen hätten 

zwar zu keiner direkten Lebensgefahr geführt. Die drei Be-

schuldigten hätten aber anlässlich ihrer gemeinsamen Tritte 

bzw. Schläge gewusst und zumindest in Kauf genommen, 

-   16   - 

dass der Privatkläger dadurch lebensgefährliche Verletzun-

gen – einen Schädelbruch oder zumindest ein schweres 

Schädelhirntrauma mit Hirnblutungen – erleiden konnte 

(Ziff. 1.16. und 1.17.). 

2. Grundsätze der Beweiswürdigung 

 Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung richtig 

dargetan, weshalb zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen darauf verwiesen 

werden kann (Urk. 82 S. 9 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Relevante Beweismittel 

 Die Vorinstanz hat auch die zur Verfügung stehenden Beweismittel vollstän-

dig aufgezählt und zutreffend dargetan, welche für die Sachverhaltserstellung 

aussagekräftig sind. Auch darauf kann verwiesen werden (Urk. 82 S. 10-12).  

4. Beweiswürdigung 

 4.2.  Prüfung des äusseren Sachverhalts  

 4.2.1.  Erste Phase (Anklageziffern 1.1. - 1.4.) 

 4.2.1.1.  Der Beschuldigte 2 bestreitet nicht, dass es im Fumoir-Bereich des 

Clubs "E._____" zur eingeklagten Zeit zu einem Wortgefecht und anschliessender 

gegenseitiger Schubserei kam zwischen ihm und dem Privatkläger, der in Beglei-

tung der Zeugin F._____ war, und dass er in der Folge zusammen mit dem Be-

schuldigten 1 aus dem Club verwiesen wurde (vgl. Urk. 9/1 S. 1 Rz. 5 f. und S. 2 

S. 13; Urk. 9/3 S. 3; Urk. 9/4 S. 5 f., worin er lediglich die Anklageziffern 1.9., 1.13. 

und 1.17. in Frage stellt; Prot. I S. 31 und 33; Prot. II S. 29). Die Aussagen des 

Beschuldigten 2 werden (im Wesentlichen) nicht bloss vom Privatkläger (Urk. 10/1 

S. 2 f. und 10/2 S. 3) und der Zeugin F._____ (Urk. 11/1 S. 1 und 11/2 S. 3), son-

dern auch vom Beschuldigten 1 (vgl. Prot. I S. 16, 18 f.) bestätigt.  

 Der Beschuldigte 2 stellt lediglich in Abrede, dass er der Zeugin F._____ ans 

Gesäss gefasst habe und dies der Auslöser der Auseinandersetzung mit dem Pri-

-   17   - 

vatkläger gewesen sein soll (vgl. Urk. 9/3 S. 3: "Ich bin nicht sicher, ich weiss es 

nicht. Wenn, dann sicher nicht mit Absicht. Ich habe grossen Respekt vor Frauen. Ich 

würde so etwas nicht tun." und Prot. I S. 33: "[…] aber das mit dem Gesäss stimmt nicht. 

Ich glaube nicht. Es ist nicht meine Art, Frauen am Gesäss anzufassen. Ich glaube das 

nicht."). Den unsicher daherkommenden Aussagen des Beschuldigten 2 kommt 

schon für sich selber keine grosse Überzeugungskraft zu. Sie stehen sodann im 

Widerspruch zu den lebensnah und authentisch wirkenden Aussagen der Zeugin 

F._____ (Urk. 11/1 S. 2: "Ich […] bemerkte, dass mir jemand an den Arsch griff und 
mich darauf ansprach. Er sagte zu mir: «Hey, Suessi». Ich drehte mich um und sagte zu 

diesem Typ, dass er mich in Ruhe lassen soll. Gleichzeitig drehte sich D._____ [der Pri-

vatkläger] zum Typen um und sagte ebenfalls, dass er mich in Ruhe lassen soll."; vgl. 

auch a.a.O. S. 4; Urk. 11/2 S. 3). Diese Darstellung der Zeugin F._____ wirkt 

auch deshalb überzeugend, weil ihr Aussageverhalten allgemein, insbesondere 

auch hinsichtlich der strafrechtlich relevanten dritten Phase des Geschehens, als 

glaubhaft einzustufen ist, ganz im Unterschied zum Aussageverhalten des Be-

schuldigten 2 (dazu unten Ziff. 4.2.3.). Entgegen einem Einwand des Verteidigers 

des Beschuldigten 2 (Urk. 63 S. 4 f.) spricht gegen die spontane Darstellung der 

Zeugin auch nicht, dass der Privatkläger vor der Polizei zu Protokoll gegeben hat-

te, der Beschuldigte 2 habe die Zeugin umarmt (Urk. 10/1 S. 2 und S. 3), bzw. 

erst vor der Staatsanwaltschaft (nachdem er, wie er offen deklarierte, mit der 

Zeugin vorgängig über das Geschehene gesprochen hatte; Urk. 10/2 S. 3) angab, 

er habe gesehen, wie der Beschuldigte 2 ihr an den Hintern gefasst habe (Urk. 

10/2 S. 3). Diese Diskrepanz in den Aussagen des Privatklägers vermag höchs-

tens dessen Darstellung zu relativieren, indem sie zeigt, dass dieser (entgegen 

seiner Zeugenaussage) die Belästigung der Zeugin durch den Beschuldigten 2 

nicht genau mitbekommen hatte, was andererseits nicht überrascht, da sie plötz-

lich und unerwartet geschah. Für die strafrechtliche Beurteilung des Verhaltens 

des Beschuldigten 2 ist im Grunde irrelevant, wie er sich der Zeugin näherte, so 

dass letztlich zu Gunsten des Beschuldigten 2 auch offen gelassen werden kann, 

ob er sie ans Gesäss fasste oder nicht. Entscheidend ist, dass aufgrund der – mit 

Sicherheit nicht abgesprochenen – Aussagen des Privatklägers und der Zeugin 

F._____ vor der Polizei unmittelbar nach dem Vorfall mit rechtsgenügender Si-

cherheit feststeht, dass der Beschuldigte 2 sich der Zeugin auf eine Art und Weise 

-   18   - 

näherte, welche diese als belästigend empfand, und dies der Auslöser war für die 

darauffolgende verbale und tätliche Auseinandersetzung mit dem Privatkläger, die 

schliesslich zum Club-Verweis der Beschuldigten 1 und 2 einerseits sowie des 

Privatklägers und der Zeugin F._____ andererseits führte.  

 4.2.1.2.  Der Sachverhalt gemäss Anklageziffern 1.1. bis 1.4. ist damit in al-

len wesentlichen Punkten erstellt.  

 4.2.2.  Zweite Phase (Anklageziffern 1.5. - 1.7.) 

 4.2.2.1.  Die Videoaufnahme vom Bereich vor dem Ausgang des Clubs 

"E._____" (Urk. 4, vgl. auch Urk. 5 Blatt 3 f.) zeigt, dass der Beschuldigte 3 und 

der Beschuldigte 1 das Innere des Clubs unmittelbar hintereinander, also prak-

tisch zusammen verlassen: Als Erster tritt ab ca. 03:47:42 Uhr (Zeitstempel) der 

Beschuldigte 3 – in schwarzer Jacke und schwarzer Wollmütze – aus dem Club 

und läuft weiter über den Steg zum Treppenabgang (bestätigt vom Beschuldig-

ten 3 in Urk. 8/4 S. 3). Unmittelbar hinter diesem tritt auch der Beschuldigte 1 hin-

aus – er trägt ein weisses T-Shirt und weisse Stiefel und zieht sich später 

(03:49:45 Uhr) seine von einem Security-Mitarbeiter überreichte weisse Jacke an 

(vom Beschuldigten 1 bestätigt in Urk. 7/3 S. 3). Der Beschuldigte 1 beginnt sofort 

intensiv und in deutlich aggressiver Stimmung mit dem Security-Mitarbeiter 

H._____ zu diskutieren. Wenige Sekunden später (ab 03:48:00 Uhr) geht der Be-

schuldigte 3 auf dem Steg zurück in Richtung des Beschuldigten 1. Als er jedoch 

entweder sieht, dass der Beschuldigte 1 in eine Diskussion mit dem Security-

Mitarbeiter verwickelt ist oder die Videokamera – resp. möglicherweise auch bei-

des – wahrnimmt, dreht er sich sofort wieder um und verlässt den Steg über den 

Treppenausgang zum Strassenrand, wo er sich (in der Nähe eines weissen Mer-

cedes und eines weissen Müllcontainers) eine Zigarette anzündet und bis ca. 

03:50:44 verweilt.  

 Ab 03:49:16 Uhr läuft auch der Beschuldigte 2 aus dem Club – er trägt eine 

schwarze Jacke über einem weissen Veston und einem weissen T-Shirt sowie 

beige Schuhe (bestätigt vom Beschuldigten 2 in Urk. 9/2 S. 2) – und mischt sich in 

die Diskussion mit dem Security-Mitarbeiter H._____ ein. Um 03:50:49 Uhr be-

-   19   - 

ginnt der Beschuldigte 2 ein zweites Mal mit einem Security-Mitarbeiter zu disku-

tieren.  

 Die Beschuldigten 1 und 2 halten sich weiterhin auf dem Steg vor dem Club 

auf, als ab 03:51:12 Uhr der Privatkläger und die Zeugin F._____ aus dem Club 

treten. Die Zeugin F._____ kommt sehr aufgewühlt aus dem Club, beginnt auf 

den Beschuldigten 1 einzureden und diskutiert auch mit den Security-Mitarbeitern 

(um 03:51:27 Uhr). Sodann kommt es zu einer gegenseitigen Rempelei zwischen 

dem Beschuldigten 2 und dem Privatkläger (ab 03:51:31 Uhr): Bei genauem Hin-

sehen zeigt sich, dass zuerst der Beschuldigte 2 den nahe bei ihm stehenden Pri-

vatkläger – betont unauffällig – mit seiner linken Hand stösst, wodurch dieser ge-

gen die Ausgangstüre gedrückt wird. Etwas später schlägt der Privatkläger den 

Beschuldigten 2 mit der linken geöffneten Hand mit einiger Vehemenz gegen 

dessen linke Schulter. Die Security-Mitarbeiter halten darauf den Beschuldigten 1 

und den Beschuldigten 2 zurück, derweil die Zeugin F._____ (mit Hilfe eines 

Security-Mitarbeiters) den Privatkläger zurückhält. Schliesslich verlassen die Zeu-

gin und danach auch der Privatkläger den Steg über den Treppenabgang 

(03:51:58). 

 4.2.2.2.  Aufgrund dieser Videoaufnahme vom Bereich vor dem Ausgang 

des Clubs "E._____" und damit korrespondierenden Einzelaussagen der Be-

schuldigten ist der Sachverhalt gemäss Anklageziffern 1.5. bis 1.8. in allen we-

sentlichen Punkten erstellt.  

 Entgegen einem Einwand des Verteidigers des Beschuldigten 2 (Urk. 63 

S. 6 Rz. 7; Urk. 106 S. 11) war es gemäss der Videoaufnahme der Beschuldigte 2 

und nicht der Privatkläger, welcher die Rempelei auf dem Steg initiierte, auch 

wenn seine Aktion – da er sie offenbar vor den Security-Mitarbeitern zu verste-

cken versuchte – weit weniger aggressiv ausfiel als die Reaktion des Privatklä-

gers. Auch zeigt das Video (ab 03:51:41 Uhr), dass der Beschuldigte 2 nach der 

Rempelei dem Privatkläger hinterher laufen wollte und durch die Security-

Mitarbeiter mit einiger Kraft davon abgehalten werden musste. Der Beschuldigte 2 

entledigte sich dabei auch – trotz kalter Januarnacht (vgl. Prot. II S. 34 f.) – seiner 

schwarzen Jacke, was den Eindruck erweckt, als wollte er sich auf einen Kampf 

-   20   - 

vorbereiten. Dieses Verhalten des Beschuldigten 2 offenbart, dass er dem Privat-

kläger keineswegs aggressionslos gegenüberstand, auch wenn er, wie auf dem 

Video ebenso erkennbar ist und von H._____ auch bestätigt wurde (Urk. 

11/5 S. 2; Urk. 11/6 S. 3), mit den Security-Mitarbeitern relativ ruhig diskutierte 

und sich diesen gegenüber kooperativ verhielt.  

 Dass auch der Privatkläger im Vorfeld der Auseinandersetzung seine Jacke 

ausgezogen haben soll – so die Behauptung des Beschuldigten 3 (Prot. II S. 40 

und 44) – wird durch die Videoaufnahme widerlegt. Daraus ist ersichtlich, dass 

dieser seine dunkle Jacke mit dem weissen Schriftzug auf der Rückseite auch 

noch während der Tat der Beschuldigten trug.  

 4.2.3.  Dritte Phase (Anklageziffern 1.8. ff.) 

 4.2.3.1.  Darstellung des Beschuldigten 2 

 a)  Der Beschuldigte 2 behauptete anlässlich seiner ersten Einvernahme 

durch die Polizei – anlässlich welcher er von der Videoaufnahme vom Trottoirbe-

reich vor dem Club I._____ noch nichts wusste –, er habe sich an der Schlägerei, 

welche sich draussen abgespielt habe, nicht beteiligt (Urk. 9/1 S. 2).  

 Auch noch anlässlich der Hafteinvernahme gab er anfangs an, er habe mit 

dem Privatkläger nicht "geschlegelt" (Urk. 9/2 S. 2). Erst nach Vorhalt der Video-

aufnahme anerkannte er seine Teilnahme an der Schlägerei. Auch rang er sich 

zum Geständnis durch, es stimme, dass er den Privatkläger zu Boden gerissen 

habe (a.a.O.). Weiter meinte er aber, es sei falsch, dass man auf dem Video se-

he, wie er diesem später einen Faustschlag versetze, er habe diesem höchstens 

eine "Flatter" gegeben, und fügte (sinngemäss) hinzu, es sei eine Interpretations-

sache, wenn der Staatsanwalt dies anders sehe (a.a.O. S. 4).  

 Anlässlich der Konfrontationseinvernahme anerkannte er, dass man auf dem 

Video sehe, dass er der Erste sei, der auf den Privatkläger losgehe, machte dann 

aber – im Unterschied zu seinen früheren Aussagen – geltend, er habe ihn "ei-

gentlich" nicht zu Boden reissen wollen, sondern ihn "eigentlich" in den Schwitz-

kasten nehmen wollen. Weiter blieb er dabei, dass seine spätere Aktion kein 

-   21   - 

Faustschlag, sondern nur eine Ohrfeige gewesen sei. Hinsichtlich der Tatbeiträge 

der übrigen Beschuldigten machte er geltend, er habe diese nicht gesehen. Wenn 

er gesehen hätte, dass der Privatkläger gekickt würde, wäre er davon gegangen 

und hätte ihm nicht noch eine Ohrfeige gegeben (Urk. 9/3 S. 3, 4 und 5).  

 Anlässlich der Schlusseinvernahme gab er (erstmals) an, er habe den Pri-

vatkläger "nicht so" von hinten gekickt oder geschlagen, wie es in der Anklagezif-

fer 1.9. umschrieben sei. Weiter führte er aus, betreffend die Anklageziffern 1.13. 

und 1.17. wolle er noch einmal sagen, dass es eine Ohrfeige und kein Faust-

schlag gewesen sei und er lediglich eine Tätlichkeit, nicht aber eine Verletzung 

des Privatklägers in Kauf genommen habe (Urk. 9/4 S. 5 f.).  

 Vor Vorinstanz gab er auf den Vorhalt, dass er in der Untersuchung aner-

kannt habe, den Privatkläger zu Boden gerissen zu haben, zur Antwort, nein, er 

würde nicht sagen zu Boden gerissen. Sie seien aneinander geraten und hätten 

sich gehalten und gekämpft. Weiter führte er aus, es stimme nicht, dass er diesen 

von hinten angegriffen habe. Er bestritt, dass er den Privatkläger gegen das Wa-

denbein getreten, ihn auf den Rücken geschlagen, am Kragen gepackt und zu 

Boden gerissen habe. Sodann führte er ein weiteres Mal aus, er gebe zu, ihm ei-

ne Ohrfeige gegeben zu haben, das sei aber keine Faust gewesen. Hinsichtlich 

der Tatbeiträge der übrigen zwei Beschuldigten machte er einmal mehr geltend, 

diese nicht gesehen zu haben (Prot. I S. 34 f.). 

  Vor Berufungsgericht äusserte er sich im Wesentlichen gleich wie vor Vo-

rinstanz (vgl. Prot. II S. 28 ff.). 

 b)  Die Aussagen des Beschuldigten 2 zeigen sich deutlich ausflüchtend, 

anpasserisch und widersprüchlich. Während er erst eine Tatbeteiligung vollum-

fänglich abstritt, rang er sich auf Vorhalt der ihn eindeutig belastenden Videoauf-

nahme zu einzelnen Eingeständnissen durch, von welchen er aber in späteren 

Einvernahmen gleich wieder zurückzukrebsen versuchte. Einem solchen wech-

selhaften Aussageverhalten des Beschuldigten 2 kommt schon für sich alleine 

keine Überzeugungskraft zu. Sämtliche Aussagen, mit welchen er sich zu entlas-

-   22   - 

ten versuchte, können ihm sodann, soweit sie überhaupt relevant sind, durch das 

Video widerlegt werden (dazu Ziff. 4.2.3.5.).    

 4.2.3.2.  Darstellung des Beschuldigten 3 

 a)  Der Beschuldigte 3 gab vor der Polizei – als er von der Videoaufnahme 

vom Trottoirbereich vor dem Club I._____ noch nichts wusste – zu Protokoll, er 

habe gesehen, wie A'._____ bzw. A._____ in weisser Jacke und weissen Stiefeln 

(also der Beschuldigte 1) mit einem anderen Schwarzen (dem Privatkläger) ge-

kämpft habe. Einer sei dann zu Boden gefallen und am Boden liegen geblieben 

und habe sich mit den Armen vor dem Gesicht geschützt. Der Angreifer habe dies 

ausgenützt, um auf den Kopf des am Boden Liegenden zu treten bzw. zu kicken. 

Der Angreifer habe dicke Stiefel getragen. Es habe "gruusig" ausgesehen. Er (der 

Beschuldigte 3) habe diesen A'._____ angeschrien, dass er aufhören solle und 

sei danach zum anderen am Boden gegangen und habe dessen Kappe vom Kopf 

genommen um zu sehen, ob es ihm gut gehe. Er sei wirklich der Einzige gewe-

sen, der dem Opfer zu Hilfe gekommen sei. A'._____ habe dann diese Frau ge-

schlagen bzw. ihr zwei Schläge verpasst. Er habe A'._____ wieder zugerufen, 

dass er aufhören solle. Das Schlimme an der Situation sei gewesen, dass das 

Opfer (der Privatkläger) schon während der Auseinandersetzung "weg" gewesen 

sei und A'._____ trotzdem weitergemacht habe. Neben A'._____ und dem Opfer 

(und zwei, drei Frauen) sei auch noch ein Kollege von A'._____ (demnach der 

Beschuldigte 2) in die Schlägerei verwickelt gewesen. Er (der Beschuldigte 3) hät-

te A'._____ gehalten, wenn dieser ihm nicht körperlich überlegen wäre. A'._____ 

sei dermassen in einem Adrenalinschub gewesen, dass er (der Beschuldigte 3) 

Angst gehabt habe, dass A'._____ ihn verletzen oder ein Messer hervor nehmen 

würde. Er selber habe den am Boden liegenden Typen nicht geschlagen oder zu 

schlagen versucht. Auf Nachfrage, wie sicher er sich dessen sei, meinte er, 100 

Prozent sicher (Urk. 8/1 S. 1 ff.).  

 Auch noch anlässlich der Hafteinvernahme gab er anfangs an, er habe mit 

der Sache nichts zu tun gehabt. Auf Vorhalt seiner Aussage vor der Polizei gab er 

an, dass dies so gewesen sei (Urk. 8/2 S. 2). Nach Konfrontation mit der Video-

aufnahme und dem Vorhalt des Staatsanwaltes, diese zeige seiner Auffassung 

-   23   - 

nach, dass auch er gegen den Kopf des Privatklägers geschlagen habe, bevor er 

diesem die Kappe weggenommen habe und weggegangen sei, gab er zu Proto-

koll, er verweigere eine Antwort (a.a.O. S. 3).  

 Anlässlich der Konfrontationseinvernahme gab der Beschuldigte 3 auf die 

Frage des Staatsanwaltes, was sein Beweggrund gewesen sei, sich an der 

Schlägerei zu beteiligen und den am Boden liegenden Privatkläger gegen den 

Kopf zu treten, zur Antwort, er wisse es auch nicht. Er sei betrunken und bekifft 

gewesen. Er habe sich eigentlich von der Sache distanzieren wollen. Er habe ein-

fach gut dastehen wollen vor den Kollegen und darum so getan, als würde auch 

er gegen den Kopf des Privatklägers treten. Er habe aber nicht richtig gegen des-

sen Kopf getreten und ihn auch nicht getroffen (Urk. 8/3 S. 4). 

 Anlässlich der Schlusseinvernahme führte er wiederum aus, er habe mit sei-

nem Fusstritt gegen den Kopf des Privatklägers nicht getroffen und dies auch 

nicht gewollt. Er habe keine Verletzungen desselben in Kauf genommen (Urk. 8/4 

S. 6).  

 Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz führte er (u.a.) aus, er habe schon 

gesehen, dass die Auseinandersetzung zwischen den Beschuldigten 1 und 2 und 

dem Privatkläger am Eskalieren gewesen und der Letztere am Boden gelegen 

sei, aber er habe nicht genau gesehen, wer wen geschlagen habe. Die Frage, ob 

er mitbekommen habe, in welcher Stimmung die beiden Beschuldigten gewesen 

seien, verneinte er. Auf Vorhalt des ihm vorgeworfenen Tatbeitrags führte er aus, 

das stimme nicht. Er habe schon so eine Bewegung in die Luft gemacht um so zu 

tun vor den Kollegen, aber er habe den Privatkläger nicht getroffen und dies auch 

nicht gewollt. Er wisse auch nicht, warum er das getan habe, das sei einfach so 

aus Blödheit gewesen, er habe einfach vor den Kollegen gut dastehen wollen. Er 

habe den Privatkläger eigentlich nicht schlagen wollen. Er könne sich auch nicht 

erklären, warum er das getan habe. Auf die Nachfrage, ob er nochmals genauer 

erläutern könne, weshalb er vor seinen Kollegen gut habe dastehen wollen, mein-

te er, aus Dummheit einfach. Weiter führte er (u.a.) aus, er könne sich auch nicht 

erklären, weshalb er dem Privatkläger die Basketballmütze weggenommen habe, 

es sei eben einfach wieder Blödheit gewesen (vgl. Prot. I S. 49 ff.). 

-   24   - 

  Vor Berufungsgericht äusserte er sich im Wesentlichen gleich wie vor Vor-

instanz (vgl. Prot. II S. 37 ff.). 

 b)  Auch das Aussageverhalten des Beschuldigten 3 ist anpasserisch und 

strotzt vor Ausflüchten sowie Widersprüchen. Vor der Konfrontation mit dem be-

lastenden Video beschränkte er sich nicht etwa nur darauf, eine Tatbeteiligung 

kategorisch abzustreiten, sondern verstieg sich gar zur Behauptung, dass er dem 

Opfer zu Hilfe geeilt sei bzw. sich jedenfalls verbal für dieses gewehrt habe und 

auch habe schauen wollen, wie es ihm gehe. Nach Vorhalt des Videos in der 

Hafteinvernahme geriet er erst einmal – nachvollziehbar – in einen offensichtli-

chen Erklärungsnotstand, weshalb er einfach die Aussage verweigerte. Erst in 

den folgenden Einvernahmen schob er einen Erklärungsversuch nach, weshalb er 

sich an der Auseinandersetzung beteiligt habe, indem er geltend machte, er habe 

nur so getan als ob, um vor den Kollegen gut dazustehen. Diese nachgeschobene 

Schutzbehauptung ist nur schon deshalb absurd, weil er gleichzeitig ja auch gel-

tend gemacht hatte, er habe sich zuvor unabhängig von und ohne Kontakt mit den 

zufällig ebenfalls anwesenden Kollegen (den Beschuldigten 1 und 2) in und um 

den Club "E._____" bewegt und auch nicht etwa auf diese gewartet, als er zeitlich 

vor ihnen das Clublokal verlassen habe; er wisse nicht, ob diese ihn gesehen hät-

ten (vgl. z.B. Prot. I S. 48, 49 und 54). Hinzu kommt, dass – wie noch zu zeigen 

ist – er es ja war, der als Erster einen Fusstritt gegen den Privatkläger ausführte 

und damit die Auseinandersetzung auf eine neue Eskalationsstufe anhob (dazu 

Ziff. 4.2.3.5.). Dieser objektive Befund steht im Widerspruch zu seiner Aussage, er 

habe so getan, als würde auch er gegen den Kopf des Privatklägers treten.  

 In den Aussagen des Beschuldigten 3 finden sich aber noch weitere be-

zeichnende Widersprüche. So offenbarte er etwa vor der Polizei – als er sich noch 

unbelastet glaubte – mit seinen relativ minutiösen Schilderungen mit aller Deut-

lichkeit, dass er die Tatbeiträge der übrigen zwei Beschuldigten sehr genau beo-

bachtet und dass er darüber hinaus auch den Eindruck gewonnen hatte, dass der 

Privatkläger relativ rasch das Bewusstsein verloren habe. Erst nach Kenntnis des 

auch ihn belastenden Videos stellte er sich auf den Standpunkt, nicht genau ge-

sehen zu haben, wer wen geschlagen habe, und betonte er gar nachdrücklich, 

-   25   - 

dass der Privatkläger auf jeden Fall nicht bewusstlos gewesen sei (vgl. Prot. I 

S. 50). Auch gab er vor der Enthüllung des Videobeweises (und im Einklang mit 

dem darauf sichtbaren Verhalten des Beschuldigten 1) an, der Beschuldigte 1 ha-

be sich in einem gewaltigen Adrenalinschub befunden, derweil er nachher plötz-

lich nicht mehr mitbekommen haben wollte, in welchem Gemütszustand sich die 

beiden anderen Beschuldigten befunden hätten (vgl. Prot. I S. 49).  

 Die Aussagen des Beschuldigten 3 sind aus den genannten Gründen schon 

aus sich heraus unglaubhaft, soweit er sich damit zu entlasten versucht. Auch sie 

können sodann, soweit ihnen Relevanz zukommt, durch das Video widerlegt wer-

den (Ziff. 4.2.3.5.).  

 4.2.3.3.  Darstellung der Zeugin F._____ 

 a)  Die Zeugin F._____ gab vor der Polizei (u.a.) von sich aus an, sie seien 

noch keine fünf Meter auf dem Trottoir in Richtung Bahnhof gelaufen, als die drei 

Beschuldigten ihnen hinterher gerannt gekommen seien. Der Typ der sie belästigt 

habe (der Beschuldigte 2, vgl. F._____s Beschreibung in Urk. 11/1 S. 4 Rz. 20 f.), 

habe dem Privatkläger in der Folge eine Faust gegeben. Als sie sich umgedreht 

habe, habe sie sehen können, dass der zweite Dunkelhäutige (der Beschuldigte 

1) dem Privatkläger ebenfalls eine Faust gegeben habe. Der dritte Täter (der Be-

schuldigte 3) habe den Privatkläger dann zum ersten Täter geschupft. Nach den 

ersten Faustschlägen sei der Privatkläger zu Boden gefallen und habe sich mit 

den Händen vor weiteren Schlägen geschützt. Als er am Boden gelegen sei, habe 

der erste Täter (der Beschuldigte 2) diesen gegen den Kopf gekickt. Deswegen 

sei sie dann ausgerastet und habe sie in Gegenwehr mit ihrer Handtasche auf die 

Schulter des Täters geschlagen. Der zweite Täter (der Beschuldigte 1) habe ihr 

(F._____) darauf eine Faust gegen die Schläfe gegeben. Der Privatkläger habe 

immer noch am Boden gelegen. Der Schlag habe ihr sehr weh getan, weshalb sie 

den zweiten Täter ebenfalls mit der Handtasche auf die Schulter geschlagen ha-

be. Nachdem sie diesen geschlagen habe, habe (auch) der zweite Täter den Pri-

vatkläger mit dem Fuss gegen den Kopf gekickt. Dann seien sie davon gerannt, 

der dritte Täter (der Beschuldigte 3) habe den Privatkläger beim Weglaufen eben-

falls noch gegen den Kopf gekickt (Urk. 11/1 S. 2). Auf Nachfragen der Polizei be-

-   26   - 

stätigte und präzisierte sie ihre eingangs spontan abgegebene Sachverhaltsdar-

stellung in allen wesentlichen Punkten (a.a.O. S. 8 ff.). Insbesondere bestätigte 

sie, dass sie jeden der drei Täter gegen den Kopf des Privatklägers habe kicken 

sehen (a.a.O. S. 11). Bei ihrer Aussage fällt auf, dass sie es vermied, die Be-

schuldigten übermässig zu belasten. So gab sie (hier zusammengefasst) etwa an, 

der als erster tätlich gewordene Beschuldigte 2 habe bei seinem ersten Faust-

schlag ziemlich stark zugeschlagen, aber ob sich der Privatkläger dabei verletzt 

habe, wisse sie nicht. Auch dessen zweiter Faustschlag sei ein sehr starker 

Schlag gewesen; der Privatkläger sei in Reaktion auf diesen zu Boden gefallen, 

sie könne aber nicht sagen, ob durch den Schlag oder ob er selber zu Boden ge-

gangen sei. Sie denke schon, dass der Privatkläger sich durch diesen Schlag, der 

ihm sichtlich weh getan habe, verletzt habe, sie habe aber eine Verletzung nicht 

sehen können (a.a.O. S. 8 f.). Auch nahm die Zeugin den Privatkläger nicht etwa 

übermässig in Schutz, sondern belastete ihn mit einzelnen Aussagen. So gab sie 

beispielsweise an, dass der Privatkläger im Innern des Clubs als Erster tätlich 

geworden sei (Urk. 11/1 S. 5) oder führte sie hinsichtlich der Rempelei auf dem 

Steg auf Nachfrage aus, es könne schon sein, dass der Privatkläger den Be-

schuldigten 2 erneut geschupft habe, auch wenn sie sich daran nicht mehr erin-

nern könne; alle Beteiligten, auch der Privatkläger, "pöbelten sehr gerne" (a.a.O. 

S. 8). 

 Anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme gab sie von sich aus (u.a.) zu Protokoll, 

sie seien zum Bahnhof gegangen, als der Privatkläger plötzlich von hinten ge-

schlagen worden sei. Dann seien alle drei Täter auf ihn los gegangen und hätten 

auf ihn eingeschlagen, auch als er am Boden gelegen sei. Sie selber habe auch 

noch eine Faust abbekommen, wisse aber nicht mehr, von wem. Sie habe dann 

auch mit ihrer Handtasche um sich geschlagen. Die Kappe hätten sie dann dem 

Privatkläger auch noch weggenommen (Urk. 11/2 S. 4). 

 b)  Die Darstellung der Zeugin F._____ vor der Polizei wirkt anschaulich und 

lebensnah. Auch war sie, wie bereits ausgeführt, sichtlich um eine neutrale Dar-

stellung bemüht. Die Zeugin war auch konstant in ihrem Aussageverhalten, hat 

sie doch ihre ausführlichen Aussagen vor der Polizei in ihrer späteren Einvernah-

-   27   - 

me durch die Staatsanwaltschaft stimmig zusammengefasst. Ihre Aussagen wir-

ken deshalb glaubhaft. Die Schilderung der Zeugin kann sodann im Kern mit dem 

Geschehensablauf in Übereinstimmung gebracht werden, wie er sich aus der 

neutralen Videoaufnahme ergibt (nachstehend Ziff. 4.2.3.5.). Dass die Zeugin da-

bei vereinzelt Details zeitlich und sachlich durcheinanderbrachte bzw. einzelne 

Aktionen offensichtlich nicht richtig den einzelnen Tätern zuordnete, spricht nicht 

gegen ihre Glaubwürdigkeit. Solche Unstimmigkeiten erklären sich vielmehr 

nachvollziehbar aus der Art des Vorfalls sowie der Beobachtungsposition der 

Zeugin. Eine Schlägerei mit drei Aggressoren stellt ein hoch dynamisches Ge-

schehen dar, das zudem vorliegend nicht viel länger als eine Minute dauerte. Die 

Zeugin konnte dieses komplexe und schnell ablaufende Geschehen nicht in Ruhe 

aus einer Gesamtperspektive beobachten, sondern lediglich einzelne Eindrücke 

aus unterschiedlichen Blickwinkeln erhaschen, da sie zwischen den einzelnen 

Beschuldigten hin und her rannte, diese mit schwingender Handtasche vom Pri-

vatkläger wegzuscheuchen versuchte und gar selbst Stösse und Schläge einzu-

stecken hatte. 

 4.2.3.4.  Darstellung des Privatklägers 

 Der Privatkläger bestätigte die Auseinandersetzung, vermochte jedoch aus 

nachvollziehbaren Gründen keine detaillierten Angaben zum Sachverhalt zu ma-

chen. Immerhin aber bestätigte er – in Übereinstimmung mit den Aussagen der 

Zeugin und der Videoaufnahme –, dass ihm und F._____ alle drei Täter nachge-

laufen seien und dass der Beschuldigte 2 (der Typ mit der Kappe) als Erster auf 

ihn losgegangen sei, dass er durch diesen zu Fall gekommen sei und dass er da-

rauf Fusstritte erhalten habe (Urk. 10/1 S. 2 und 6 f.; bestätigt in Urk. 10/2 S. 4). 

 4.2.3.5.  Videoaufnahme vom Trottoirbereich vor dem Club I._____ 

 a)  Diese zweite Videoaufnahme (Urk. 4, vgl. Urk. 5 Blatt 1 f.) zeigt ab 

03:52:24 Uhr, wie die Beteiligten in das Bild der Kamera kommen. Zuvorderst be-

finden sich der Beschuldigte 2 und der Privatkläger, der ersterem davonzurennen 

versucht. Hinter diesen eilt die Zeugin F._____ dem Privatkläger zu Hilfe; hinter 

ihr folgt der Beschuldigte 1 und etwas dahinter als Letzter der Beschuldigte 3. Das 

-   28   - 

synchrone Bewegungsbild der fünf Personen während der ersten drei Sekunden 

offenbart deutlich, dass die Beschuldigten 1, 2 und 3 den Privatkläger gemeinsam 

verfolgen und ihn auch schon vor dem Eintreten ins Blickfeld der Kamera verfolgt 

haben müssen. Diese Sequenz widerlegt damit die (sinngemässe) Darstellung 

des Beschuldigten 3, wonach dieser erst dann zur Gruppe hinzugestossen sein 

will, als die Schlägerei bereits im Gange gewesen bzw. der Privatkläger gar schon 

am Boden gelegen sei. 

 Es ist weiter – entgegen der gegenteiligen Auffassung seines Verteidigers 

(Urk. 106 S. 3 f. und S. 8) – eindeutig zu sehen, wie der Beschuldigte 2 im Ren-

nen dem Privatkläger zunächst einen Tritt versetzt, ihn darauf mit der linken Hand 

auf den Rücken schlägt (03:52:26 Uhr) und ihn dann mit beiden Händen am Kra-

gen packt und zu Boden zu reissen beginnt (03:52:30 Uhr). Sichtbar ist sodann, 

dass auch der Beschuldigte 1 auf den Privatkläger losgeht und nach ihm schlägt, 

und zwar noch bevor dieser definitiv zu Boden geht, sein Schlag aber durch die 

dazwischen gehende Zeugin F._____ abgefedert werden kann. Diese Sequenz 

zeigt damit deutlich, dass der Beschuldigte 1 und der Beschuldigte 2 den Privat-

kläger gemeinsam angriffen und dieser durch das sukzessive Einwirken der Bei-

den zu Boden gerissen wird. Dieser Ausschnitt bestätigt im Kern auch die Aussa-

gen der Zeugin F._____, dass sowohl der Beschuldigte 1 als auch der Beschul-

digte 2 auf den Privatkläger einschlugen, bevor dieser zu Boden ging.  

 Das Video zeigt weiter, wie die Zeugin F._____ versucht, die Beschuldigten 

1 und 2 durch Wegstossen sowie Schläge mit ihrer Handtasche vom am Boden 

liegenden Privatkläger fernzuhalten. Währenddessen geht der Beschuldigte 3, der 

zunächst den Eindruck machte, als wolle er vorbeigehen, zum Privatkläger hin. 

Bei ihm angekommen führt er sofort einen sichtlich schwungvollen und demzufol-

ge kräftigen Fusstritt in Richtung dessen Kopfes aus, wobei sich der Privatkläger 

genau in diesem Moment aufzurappeln versucht (03:52:36 Uhr). Es scheint, dass 

der Fuss den Kopf nicht trifft.  

 Unmittelbar nach diesem Fusstritt des Beschuldigten 3 nähert sich, während 

die Zeugin F._____ den Beschuldigten 2 weiterhin vom Privatkläger abhalten 

kann, der Beschuldigte 1 dem Privatkläger und führt seinerseits einen wuchtigen 

-   29   - 

Tritt von vorne gegen dessen Kopf aus (03:52:38 Uhr). Dieser Fusstritt trifft, wo-

rauf der Privatkläger wieder ganz zu Boden sackt. Der Beschuldigte 3 sowie der 

Beschuldigte 2 schauen diesem Fusstritt des Beschuldigten 1 klar zu. Der Be-

schuldigte 1 geht um den Privatkläger herum und versetzt diesem von hinten ei-

nen zweiten Fusstritt, diesmal gegen den Rücken (03:52:41 Uhr). Auch dieser 

Fusstritt wird vom Beschuldigten 3 beobachtet und ist auch für den Beschuldig-

ten 2 sichtbar (entgegen den Ausführungen seines Verteidigers, Urk. 106 S. 6 f.). 

Die Zeugin F._____ hat inzwischen vom Beschuldigten 2 abgelassen, rennt auf 

den Beschuldigten 1 zu und stösst ihn vom Privatkläger weg.  

 In dem Moment, in dem F._____ den Beschuldigten 1 wegstösst, geht der 

Beschuldigte 3 erneut zum Privatkläger, welcher sich immer noch auf dem Boden 

windet, hin, nimmt ihm die Kappe vom Kopf und entfernt sich aus dem Bild 

(03:52:41 Uhr). Das Video offenbart deutlich, dass der Beschuldigte 3 – entgegen 

seiner Schutzbehauptung – nicht etwa fürsorgend nach dem Privatkläger schaut, 

sondern sich einzig dessen Kappe schnappt.  

 Derweil die Zeugin F._____ den Beschuldigten 1 weiterhin vor sich her 

stösst, geht der Beschuldigte 2 zum Privatkläger hin, bückt sich leicht und schlägt 

ihn dann mit der Hand von oben herab mit einer kräftigen Ausholbewegung gegen 

den Kopf (03:52:49 Uhr). Nicht klar auszumachen ist, ob der Beschuldigte 2 damit 

einen Schlag mit der Faust oder mit der offenen Hand (eine Ohrfeige) austeilt. 

Dies ist allerdings in Anbetracht der erkennbaren Heftigkeit des Schlages letztlich 

nicht von Bedeutung. Das Video zeigt, dass die Sicht der Zeugin F._____ zum 

Privatkläger und zum Beschuldigen 2 durch die hinzugekommene Zeugin 

J._____, welche sich F._____ kurz in den Weg stellt, behindert ist. Es ist deshalb 

möglich, dass die Zeugin F._____, welche gesehen zu haben glaubte, dass ein 

jeder der drei Beschuldigten einen Fusstritt ausgeteilt habe, diese Aktion des Be-

schuldigten 2 fälschlicherweise für einen Fusstritt hielt.  

 Daraufhin rennt der Beschuldigte 1, welcher der Zeugin F._____ entwischt 

ist, zum Privatkläger zurück und verpasst diesem aus dem Lauf heraus einen wei-

teren Fusstritt gegen den Hinterkopf (03:52:51 Uhr), wobei ihm der unmittelbar 

-   30   - 

daneben stehende Beschuldigte 2 zuschaut. Die Zeugin F._____ rennt auf den 

Beschuldigten 1 zu, worauf sich dieser vom Privatkläger wieder etwas entfernt.  

 Der Beschuldigte 2 nähert sich dem Privatkläger erneut, wird jedoch zu-

sammen mit dem Beschuldigten 1 von F._____ in die Flucht geschlagen; F._____ 

kassiert dabei vom Beschuldigten 1 einen Faustschlag ins Gesicht. Die Beschul-

digten 1 und 2 verschwinden daraufhin um ca. 03:53:15 Uhr aus dem Bild. Der 

Privatkläger bleibt am Boden liegen. Die Zeugin F._____ geht daraufhin zum Pri-

vatkläger und kümmert sich bis zum Ende der Videoaufnahme um diesen. 

 b)  Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass aus der Videoauf-

nahme vom Trottoirbereich vor dem Club I._____ die eingeklagten einzelnen Tat-

beiträge der Beschuldigten klar ersichtlich sind. Insbesondere ist erkennbar, wie 

die Beschuldigten 1 bis 3 dem Privatkläger gemeinsam hinterher rannten, wie die 

Beschuldigten 1 und 2 gemeinsam den Privatkläger angriffen und der Beschuldig-

te 2 diesen nach einem Tritt gegen das Wadenbein, einem Schlag mit der linken 

Hand auf den Rücken und anschliessendem Packen am Kragen gemeinsam mit 

dem Beschuldigten 1 zu Boden riss, und wie all dies vom Beschuldigten 3 beo-

bachtet wurde. Auch der Fusstritt des Beschuldigten 3 in Richtung des Kopfes 

des Privatklägers ist aus dem Video klar ersichtlich.  

 Nicht erkennbar ist, ob der Beschuldigte 3 den Kopf des Privatklägers mit 

diesem Tritt tatsächlich traf, was aber – wie nachfolgend zu zeigen ist (Ziff. 

III.2.1.2.c. und 2.2.2.d.) – für die Beurteilung des Verhaltens des Beschuldigten 3 

in rechtlicher Hinsicht irrelevant ist. Ausgeschlossen werden kann jedenfalls, dass 

der Beschuldigte 3 gezielt und absichtlich in die Luft kickte. Eine solche Interpre-

tation gibt das Videobild nicht her. Der Beschuldigte 3 lief auf den Privatkläger zu 

und holte in nächster Nähe zu diesem und noch aus dem Lauf heraus mit seinem 

Bein in Richtung dessen Kopfes aus – also nicht in Richtung des Oberkörpers, 

wie der Verteidiger des Beschuldigten 3 geltend macht (Urk. 109 S. 11) – und 

dies just in dem Moment, als sich der Privatkläger aufzurappeln versuchte und 

sich dabei leicht vom Beschuldigten 2 weg bewegte. Es ist deshalb mit allergröss-

ter Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschuldigte 3 den Kopf des 

Privatklägers voll getroffen hätte, wenn dieser sich nicht, anders oder später be-

-   31   - 

wegt hätte. In Anbetracht des hochdynamischen Geschehens – entgegen den 

Ausführungen seines Verteidigers (a.a.O. S. 10 f.) kann in Anbetracht der Video-

aufnahme von einem gemächlichen und kontrollierten Vorgehen des Beschuldig-

ten 3 bezogen auf den Fusstritt keinesfalls die Rede sein – lässt sich jedenfalls 

mit Sicherheit sagen, dass es der Kontrolle des Beschuldigten 3 entzogen war, ob 

er mit dem Fusstritt den Kopf des Privatklägers tatsächlich treffen würde oder 

nicht.  

 Auch der Schlag des Beschuldigten 2 gegen den Kopf des am Boden lie-

genden Privatklägers ist klar zu sehen. Ob es sich dabei um einen Faustschlag 

oder eine Ohrfeige handelte, ist letztlich angesichts der ersichtlichen Heftigkeit 

des Schlages irrelevant.  

 Aufgrund der Videoaufnahme ist ferner erstellt, dass die drei Beschuldigten 

– entgegen ihren offensichtlichen Schutzbehauptungen (und den entsprechenden 

Ausführungen der Verteidiger der Beschuldigten 2 und 3, Urk. 106 S. 6 f. und 14, 

Urk. 109 S. 11 f.) – nicht isoliert voneinander und in Unkenntnis der jeweiligen 

Handlungen der anderen gegen den Privatkläger vorgingen. Vielmehr wirkten sie 

gemeinsam und koordiniert auf den Privatkläger ein. Die Beschuldigten wechsel-

ten einander ab und beobachteten sich gegenseitig. In Anbetracht des Videos 

entsteht gar der Eindruck, dass gezielt jeweils derjenige wieder mit einer Einzel-

aktion auf den Privatkläger losging, der gerade "frei" war bzw. von der beherzt 

eingreifenden und abwehrenden Zeugin F._____ nicht aufgehalten wurde. Letzt-

lich erscheint es deshalb – entgegen der Ansicht der Verteidigung des Beschul-

digten 2 (Urk. 106 S. 5) – mehr oder weniger zufällig, welcher der drei Beschuldig-

ten dem Privatkläger Schläge oder Tritte versetzte. Aus dem Video ergibt sich 

auch, dass sich keiner der drei von der Tat distanziert hat. Die Tatbeiträge der 

drei Beschuldigten sind mithin austauschbar. 

 4.2.4.  Fazit äusserer Sachverhalt 

 Aus der Videoaufnahme vom Trottoirbereich vor dem Club I._____ ist er-

sichtlich, dass die drei Beschuldigten in der in der Anklage umschriebenen Weise 

auf den Privatkläger einwirkten. Zudem sind daraus das gemeinsame, abwech-

-   32   - 

selnde Vorgehen und der dynamische Geschehensablauf erkennbar. Die Aussa-

gen der Zeugin F._____ werden durch die Videoaufnahme in ihrem wesentlichen 

Kern bestätigt. Zu präzisieren ist die Anklage mit der Vorinstanz einzig darin, dass 

nicht erstellt werden kann, ob der Beschuldigte 2 mit der Faust oder der offenen 

Hand gegen den Kopf des Privatklägers schlug und ob der Beschuldigte 3 den 

Kopf des Privatklägers bei seinem Fusstritt tatsächlich traf. Im Übrigen ist der 

äussere Sachverhalt aufgrund des Videos und der bestätigenden Aussagen der 

Zeugin F._____ rechtsgenügend erstellt. 

 4.3.  Innerer Sachverhalt 

 Was ein Täter wusste und wollte bzw. in Kauf nahm und auch, womit er ein-

verstanden war, gehört zum inneren Sachverhalt bzw. subjektiven Tatbestand. Es 

geht dabei um einen inneren Vorgang, auf den, sofern nicht auf entsprechende 

Angaben des Täters abgestellt werden kann, nur anhand einer Würdigung des 

äusseren Verhaltens des Täters sowie allenfalls weiterer Umstände geschlossen 

werden kann. Da in diesem Bereich Tat- und Rechtsfragen (insbesondere bei der 

Frage des Eventualvorsatzes) sehr eng miteinander verbunden sind, drängt es 

sich auf, diese Fragen betreffend die innere Einstellung der drei Beschuldigten – 

zum strafbaren Handeln einerseits und zur Mittäterschaft andererseits – zusam-

mengenommen unter dem Titel der rechtlichen Würdigung zu prüfen. 

III.  Rechtliche Würdigung 

1.  Parteistandpunkte 

 1.1.  Staatsanwaltschaft 

 Die Staatsanwaltschaft würdigte das Verhalten der Beschuldigten 1 bis 3 

gemäss Anklageschrift Ziffer 1.7. ff. in rechtlicher Hinsicht als versuchte schwere 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB, begangen in Mittäterschaft (Urk. 28 S. 2 und 4: Urk. 61 S. 9 ff., vgl. 

bes. S. 12). Die Vorinstanz ist ihr in dieser Qualifikation gefolgt (Urk. 82 S. 20 ff.). 

-   33   - 

Vor Berufungsgericht beantragt die Staatsanwaltschaft die Bestätigung des vor-

instanzlichen Entscheids (Urk. 89). 

 1.2.  Verteidigung des Beschuldigten 2 

 a)  Der Verteidiger des Beschuldigten 2 brachte vor Vorinstanz vor, die 

rechtliche Auffassung der Staatsanwaltschaft werde klar bestritten, denn es sei 

unzutreffend, dass der Beschuldigte 2 zu irgendeinem Zeitpunkt den Privatkläger 

habe verletzen wollen, schon gar nicht schwer oder lebensgefährlich. Eine direkte 

Verletzungsabsicht habe der Beschuldigte 2 nie gehabt, geschweige denn eine 

Tötungsabsicht. Mit seiner eingestandenen Ohrfeige habe er subjektiv lediglich 

eine Tätlichkeit, nicht aber eine Verletzung in Kauf genommen, insbesondere kei-

ne lebensbedrohliche. Hätte der Beschuldigte 2 den Privatkläger verletzen wollen, 

so hätte er dies jederzeit tun können. Seine fehlende Verletzungsabsicht werde 

schon dadurch untermauert, dass er nachweislich völlig passiv geblieben sei, als 

der Privatkläger zu Boden gefallen sei, und ihm erst ganz am Schluss eine Ohr-

feige gegeben habe.  

 Auch könne dem Beschuldigten 2 keine Mittäterschaft am Versuch schwerer 

Körperverletzung vorgeworfen werden. Der Beschuldigte 2 erscheine klarerweise 

nicht als Hauptbeteiligter im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur 

Mittäterschaft. So habe er keine Fusstritte erteilt. Er habe die ersten Fusstritte gar 

nicht mitbekommen, sondern lediglich den letzten durch den Beschuldigten 1, 

wonach er sich aber bezeichnenderweise vom Tatort abgewandt habe. Er habe 

demnach keine Tatherrschaft gehabt, was die Fusstritte der beiden weiteren Be-

schuldigten betreffe. Auch am Vorsatz und gemeinsamen Tatentschluss fehle es 

diesbezüglich vollends. Selbst wenn man fälschlicherweise von Mittäterschaft in 

Bezug auf die versuchte schwere Körperverletzung ausgehen sollte, würden of-

fensichtlich Exzesse eines oder beider weiteren Beschuldigter vorliegen, die dem 

Beschuldigten 2 nicht angerechnet werden dürften.  

 Aus Sicht der Verteidigung sei das Vorgehen des Beschuldigten 2 deshalb 

als Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Hierfür sei er 

-   34   - 

schuldig zu sprechen und vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverlet-

zung freizusprechen (Urk. 63 S. 9 ff.) 

 b)  An diesem Standpunkt hielten der Beschuldigte 2 und sein Verteidiger 

auch im Berufungsverfahren fest (Urk. 106 S. 13 ff.).  

 1.3.  Verteidigung des Beschuldigten 3 

 a)  Der Verteidiger des Beschuldigten 3 brachte vor Vorinstanz vor, es sei 

richtigerweise davon auszugehen, dass der Beschuldigte 3 mit seinem Fuss nur 

in die Luft geschlagen habe, und deshalb festzustellen, dass er nie eine Verlet-

zung des Privatklägers gewollt oder in Kauf genommen habe. Hätte er eine le-

bensgefährliche Verletzung des Privatklägers gewollt, hätte er zudem die Mög-

lichkeit gehabt, gegen diesen einen zweiten oder gar dritten Fusstritt zu tätigen 

oder ihn später im Zeitpunkt der Wegnahme der Mütze am Kopf zu schlagen. Ge-

he man (fälschlicherweise) von der Annahme aus, der Beschuldigte 3 habe mit 

seinem Fuss den Privatkläger getroffen, so könnte aufgrund eines derart kraftlo-

sen Fussschlags keinesfalls auf eine Inkaufnahme einer schweren Verletzung ge-

schlossen werden.  

 Auch könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte 3 an 

den Tathandlungen der anderen Beschuldigten habe teilnehmen wollen. Er habe 

keine Ahnung gehabt, was die beiden anderen mit dem Privatkläger tun würden, 

weshalb er für deren Handeln nicht zur Rechenschaft gezogen werden könne 

(Urk. 65 S. 8 f.). 

 b)  An diesem Standpunkt hielten der Beschuldigte 3 und sein Verteidiger 

auch im Berufungsverfahren fest. Der Beschuldigte 3 habe sich bezogen auf die 

Auseinandersetzung weder ausdrücklich noch konkludent mit den Mitbeschuldig-

ten abgesprochen. Der angebliche Tatbeitrag, der Tritt in die Luft, sei nichts ande-

res als eine ungeschickte Geste gewesen, welche zur Tat der Mitbeschuldigten 

nichts beigetragen habe. Als der Beschuldigte 3 seinen – von den Mitbeschuldig-

ten überhaupt nicht wahrgenommenen – Tritt in die Luft vollzogen habe, sei die 

Auseinandersetzung schon längst in Gange gewesen. Auch habe der Beschuldig-

-   35   - 

te 3 den Tatort nicht zusammen mit den Mitbeschuldigten, sondern vor diesen 

verlassen, was ebenfalls nicht auf Mittäterschaft hindeute. Weiter würden einzig 

die im Rahmen eines Exzesses verübten Kicke des Beschuldigten 1 allenfalls 

über die Intensität verfügen, um von einer versuchten schweren Körperverletzung 

auszugehen. Ein solcher Exzess wäre dem Beschuldigten 3 – selbst bei fälschli-

cher Annahme von Mittäterschaft – nicht anzurechnen (vgl. Urk. 109 S. 7 f. und 

S. 12 ff.).  

2.  Rechtliche Qualifikation des Verhaltens der Beschuldigten 2 und 3 

 2.1.  Mittäterschaft 

 2.1.1.  Allgemeine Ausführungen 

 a)  Die Frage, ob ein Beteiligter Mittäter ist, entscheidet sich nach der Art 

seines Tatbeitrages. Gemäss der Praxis des Bundesgerichts ist Mittäter, wer bei 

der Entschliessung, der Planung oder der Ausführung eines Delikts vorsätzlich 

und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als 

Hauptbeteiligter dasteht. Unabdingbare Voraussetzung für Mittäterschaft ist ein 

gemeinsamer Tatentschluss, wobei Eventualvorsatz genügt. Dabei ist nicht er-

forderlich, dass die Tat im Voraus geplant und aufgrund eines vorher gefassten 

gemeinsamen Tatentschlusses ausgeführt wurde. Mittäterschaft kann auch durch 

tatsächliches Mitwirken bei der Ausführung begründet werden, wobei konkluden-

tes Handeln genügt. Auch an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoor-

dinierten Straftaten ist deshalb Mittäterschaft möglich. Es genügt, dass sich der 

Täter den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht. Der Tatentschluss muss sich 

des Weiteren nicht auf alle Einzelheiten beziehen. Die Inkaufnahme durch Billi-

gen oder Einverständnis im Sinne des Eventualvorsatzes erfasst auch den uner-

wünschten, aber im Hinblick auf das Handlungsziel hingenommenen Erfolg. Ist 

ein Fall von Mittäterschaft gegeben, muss sich der Beschuldigte auch fremde, 

nicht von ihm selber begangene Handlungen zuschreiben lassen. Mittäter ist so-

dann immer, wer selber tatbestandsmässig handelt (vgl. statt vieler: Bundesge-

richtsurteil 6B_79/2016 vom 16. Dezember 2016, E. 2.3.4 und Trechsel/Jean-

Richard, StGB PK, 2. Aufl., Vor Art. 24 N 12 ff.). 

-   36   - 

 b) Ein Mittäter haftet nur, so weit sein Wille reicht. Die Grenze für die subjek-

tive Zurechnung von mittäterschaftlichem Handeln liegt dort, wo ein vom gemein-

samen Tatplan abweichender Ablauf für einen Beteiligten nicht vorhersehbar ist 

und von ihm deshalb auch nicht gebilligt werden kann. Dem Mittäter wird ein Ex-

zess des Haupttäters nur angerechnet, falls ihm ein entsprechender (Eventual-) 

Vorsatz nachgewiesen werden kann (vgl. Bundesgerichtsurteil 6B_98/2013 vom 

10. Juni 2013 E. 2.3. m.V.a. BGE 118 IV 227 E. 5d u.w.H.). 

 2.1.2.  Konkrete Prüfung 

 a)  Vorbemerkung 

 Die Vorinstanz hat das Vorliegen der Mittäterschaft mit überzeugender Ar-

gumentation bejaht. Auf ihre Erwägungen (Urk. 82 S. 20 ff. sowie S. 14 ff. [hin-

sichtlich der subjektiven Komponente]), welche nachfolgend zusammenzufassen 

und leicht zu ergänzen sind, kann vorab verwiesen werden.  

 b)  Beschuldigter 2 

 Gemäss erstelltem Sachverhalt wurde der Beschuldigte 2 gemeinsam mit 

dem Beschuldigten 1 aus dem Club verwiesen. Auf dem Steg vor dem Club kam 

es zu einer Rempelei zwischen dem Beschuldigten 2 und dem Privatkläger; der 

Beschuldigte 2 beteiligte sich demnach ab spätestens diesem Zeitpunkt aktiv an 

der (insgesamt dreiphasigen) Auseinandersetzung mit dem Privatkläger. Kurze 

Zeit später nahm der Beschuldigte 2 zusammen mit den Beschuldigten 1 und 3 im 

synchronen Laufschritt die Verfolgung des Privatklägers auf, welcher zusammen 

mit der Zeugin F._____ auf dem Weg zum Hauptbahnhof war und davon zu ren-

nen versuchte, als die Beschuldigten zu ihm aufschlossen. Darauf griff der Be-

schuldigte 2 gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 den Privatkläger an. Dabei war 

es der Beschuldigte 2, der – in dieser dritten und entscheidenden Phase – als ers-

ter tätlich gegen den Privatkläger wurde, indem er diesem mit dem rechten Fuss 

gegen das Wadenbein trat, ihn dann von hinten mit der linken Hand auf den Rü-

cken schlug und ihn danach mit beiden Händen am Kragen packte und daran be-

teiligt war, dass der Privatkläger zu Boden gerissen wurde. Bereits mit diesen 

-   37   - 

Handlungen leistete der Beschuldigte 2 einen ersten entscheidenden Tatbeitrag. 

Dem Beschuldigten 2 musste das Aggressionspotenzial des Beschuldigten 1 be-

wusst sein, nachdem er mit diesem aus dem Club verwiesen worden war und ins-

besondere auf dem Steg vor dem Club mitbekommen hatte, in welch aggressiver 

Stimmung dieser sich befand. Indem er in dieser aufgeheizten Stimmung daran 

mitwirkte, dass der Privatkläger zu Boden gerissen wurde, nahm er bereits in die-

sem Moment das Risiko in Kauf, dass der mitrennende und mitangreifende Be-

schuldigte 1 dem Privatkläger nachfolgend schwere Verletzungen zufügen könn-

te. Diese Inkaufnahme manifestierte der Beschuldigte 2 in der Folge deutlich da-

mit, dass er sich nach seiner ersten Aktion nicht vom Geschehen entfernte und 

sich von den nachfolgenden Handlungen der Beschuldigten 1 und 3 nicht distan-

zierte. Vielmehr blieb der Beschuldigte 2 in nächster Nähe neben dem am Boden 

liegenden Privatkläger stehen, sein Gesicht immer auf diesen bzw. den Tatort ge-

richtet (vgl. das Video, ab 03:52:33 Uhr). Selbst von der Zeugin F._____ liess er 

sich nur kurz und unwesentlich vom Tatort zurückdrängen, als diese ihn mit ihrer 

Handtasche wegzutreiben versuchte; er wich ihr einfach jeweils leicht zur Seite 

aus und fixierte weiterhin die Geschehnisse um den Privatkläger. Entgegen den 

anderslautenden Schutzbehauptungen des Beschuldigten 2 vor Vorinstanz (vgl. 

vorne Ziff. II.4.2.3.1) und entsprechenden Ausführungen seines Verteidigers (Urk. 

63 S. 12; Urk. 106 S. 6 f. und 14) zeigt die Videoaufnahme somit deutlich, dass 

der Beschuldigte 2 die anschliessenden Tatbeiträge der Beschuldigten 1 und 3 

sehr wohl mitbekommen haben muss. Der Beschuldigte 2 schaute klar zum Tatort 

hin (und war in jenem Moment von der Zeugin F._____ nicht behelligt), als der 

Beschuldigte 3 zu seinem Fusstritt ansetzte (03:52:36 Uhr). Der Beschuldigte 2 

hatte sein Gesicht auch permanent dem Tatort zugewandt, als der Beschuldigte 1 

auf den am Boden liegenden Privatkläger zuging und ihm erst von vorne einen 

Fusstritt gegen den Kopf und später einen weiteren Fusstritt gegen den Rücken 

versetzte (Uhrzeit 03:52:38 bis 03:52:41). Es bestehen nicht die geringsten Zwei-

fel, dass er diese Aktionen des Beschuldigten 1 und 3 nicht nur sah, sondern 

auch billigte, zumal er anschliessend, kaum hatte sich die Zeugin F._____ von 

ihm abgewandt und auf den Beschuldigten 1 gestürzt, wiederum selber auf den 

am Boden liegenden Privatkläger losging und diesem von oben herab einen hefti-

-   38   - 

gen Schlag gegen den Kopf versetzte. Auch wenn zu Gunsten des Beschuldigten 

2 davon ausgegangen wird, dass er nicht mit der Faust, sondern mit der offenen 

Hand zuschlug, zeigt diese Aktion – entgegen der Auffassung seines Verteidigers 

(Urk. 106 S. 5 f.) – mit aller Deutlichkeit, dass sich der Beschuldigte 2 vom Vorge-

hen der anderen beiden Täter keinesfalls zu distanzieren versuchte, sondern sich 

an der Tat weiterhin beteiligen wollte und dies auch tat. Der Beschuldigte 2 leiste-

te mit seinem heftigen Schlag einen zweiten, ganz erheblichen eigenen Tatbei-

trag. Der Beschuldigte 2 stand sodann unmittelbar daneben, als der Beschuldigte 

3 sich der Kappe des Opfers bemächtigte. Er sah diese Aktion des Beschuldig-

ten 3 nicht nur, sondern billigte sie auch, stellte er sich doch diesem weder in den 

Weg, noch nahm er ihm die Kappe ab. Ebenso bekam er darauf wiederum aus 

nächster Nähe mit, wie der Beschuldigte 1 ein weiteres Mal gegen den Kopf des 

Privatklägers kickte. Sein Verhalten zeigt, dass er auch diese Aktion billigte, stellt 

er sich doch danach der dem Beschuldigten 1 nacheilenden Zeugin F._____ kurz 

in den Weg, wodurch ihr der Beschuldigte 1 entkommen konnte (vgl. Video 

03:52:53 Uhr).  

 Der Beschuldigte 2, der sich während des gesamten Geschehens in unmit-

telbarer Nähe des Privatklägers befand und auch nicht bereit war, von der Sache 

abzulassen, als die Zeugin F._____ ihn wegzutreiben versuchte, leistete somit ei-

nerseits insgesamt einen erheblichen eigenen Tatbeitrag und trug andererseits 

den Tatentschluss der beiden anderen Beschuldigten auch mit in den Phasen, in 

welchen er nicht selber handelte. Die Attacke auf den Privatkläger gibt sich nach 

Sichtung des Videos aus objektiver Sicht klar als eine gemeinsame, konkludent 

koordinierte Aktion zu erkennen, bei welcher immer wieder derjenige Aggressor 

Einzelaktionen startete, welcher gerade nicht von der Zeugin F._____ aufgehalten 

wurde. Dass dies so war, wussten und wollten zumindest im Sinne einer Inkauf-

nahme auch die Beschuldigten. Abgesehen von ihren einzelnen Tatbeiträgen 

brachten die drei Beschuldigten auch allein schon aufgrund ihrer personellen 

Überzahl implizit zum Ausdruck, dass der Privatkläger ernsthafte Beeinträchti-

gungen seiner körperlichen Integrität zu befürchten hatte. Das Verhalten des Be-

schuldigten 2, das auch schon hinsichtlich seines eigenen Tatbeitrags tatbe-

standsmässig ist (vgl. unten Ziff. 2.2.2.c.), zeigt aufgrund seiner fehlenden Distan-

-   39   - 

zierung vom Vorgehen der anderen mit aller Deutlichkeit, dass er sich dem Vor-

satz der Beschuldigten 1 und 3, den Privatkläger schwer zu verletzen oder dies 

jedenfalls in Kauf zu nehmen, zumindest anschloss, soweit nicht von einem be-

reits vorbestehend konkludent gefassten Tatentschluss auszugehen ist. Abgese-

hen davon ist darauf hinzuweisen, dass zur Bejahung der Mittäterschaft bereits 

genügen würde, dass sich der Beschuldigte 2 (ohne selber tätlich zu werden) in 

unmittelbarer Nähe befand und damit die Übermacht der beiden anderen Be-

schuldigten gegenüber dem Privatkläger verstärkte. Der Beschuldigte 2 stand 

aber nicht nur billigend neben den übrigen Beschuldigten, sondern er war seiner-

seits ein Aggressor.  

 Dem Beschuldigten 2 blieb keine einzige der Tathandlungen der übrigen 

Beschuldigten verborgen. Vielmehr konnte er das Vorgehen der Beschuldigten 1 

und 3 beobachten und distanzierte sich davon zu keinem Zeitpunkt. Der Beschul-

digte 2 wusste auch von Anbeginn an um das Aggressionspotenzial des Beschul-

digten 1. Mit seinem Verbleiben am Tatort und der Ausführung seines eigenen er-

heblichen Tatbeitrags billigte er in stillschweigendem Einverständnis sämtliche 

Aktionen der anderen Beschuldigten und nahm das erkennbare Risiko entspre-

chender Verletzungsfolgen zumindest in Kauf (vgl. nachstehend Ziff. 2.2.). Ein 

Exzess der Mittäter, der von ihm nicht vorausgesehen werden konnte und ihm 

nicht zugerechnet werden darf, ist deshalb – entgegen der Ansicht seines Vertei-

digers (Urk. 106 S. 10 und S. 15) – nicht ersichtlich.  

 Der Beschuldigte 2 ist somit als Mittäter zu qualifizieren und es sind ihm 

nebst seinem eigenen Tatbeitrag auch sämtliche Tatbeiträge der anderen Be-

schuldigten anzurechnen.  

 c)  Beschuldigter 3 

 Die Videoaufnahme vom Trottoirbereich vor dem Club I._____ zeigt ein-

gangs, dass der Beschuldigte 3 gemeinsam mit den Beschuldigten 1 und 2 im 

synchronen Laufschritt dem Privatkläger gefolgt war. Der Beschuldigte 3 griff zwar 

zunächst nicht in das Geschehen ein. Das Video einerseits und die minutiösen 

Schilderungen des Beschuldigten 3 in der Untersuchung andererseits zeigen aber 

-   40   - 

deutlich, dass er genau beobachtete, wie die Beschuldigten 1 und 2 den Privat-

kläger angriffen und der Beschuldigte 2 diesen schlug und packte und der Privat-

kläger zu Boden gerissen wurde. Der Beschuldigte 3 konnte demnach klar erken-

nen, mit welcher Aggression die Beschuldigten 1 und 2 gegen den Privatkläger 

vorgingen. Gleichwohl distanzierte er sich nicht von deren Vorgehen. Vielmehr 

ging er, nachdem die Beschuldigten 1 und 2 mit der Zeugin F._____ beschäftigt 

waren, selber auf den am Boden liegenden Privatkläger zu und führte – als Erster 

– einen Fusstritt gegen den Kopf desselben aus. Der Beschuldigte 3 griff damit 

nicht nur aktiv in das Tatgeschehen ein, sondern führte dieses mit seinem qualifi-

zierten Eingreifen auf eine nochmals höhere Ebene der Gewalt. Dass nicht erstellt 

werden kann, dass er mit diesem Fusstritt den Kopf des Privatklägers traf, ist 

nicht von Bedeutung. Mit Sicherheit verworfen werden kann jedenfalls – wie be-

reits ausgeführt – seine Schutzbehauptung, dass er den Privatkläger absichtlich 

nicht habe treffen wollen und gezielt in die Luft gekickt habe, steht doch in Anbe-

tracht des auf dem Video ersichtlichen hochdynamischen Geschehens zweifels-

frei fest, dass es nicht mehr im Machtbereich des Beschuldigten 3 lag, ob er den 

Kopf des Privatklägers treffen würde oder nicht (vgl. nachstehend Ziff. 2.2.2.d.). 

Auch in der Folge distanzierte sich der Beschuldigte 3 nicht vom Tatgeschehen. 

Vielmehr verblieb er weiterhin in unmittelbarer Nähe des Tatortes mit Blickrich-

tung zum am Boden liegenden Privatkläger und beobachtete – was wiederum 

übereinstimmend aus dem Video wie aus seinen frühen Aussagen hervor geht – 

die aggressiven Fusstritte des Beschuldigten 1. Unmittelbar nach dieser Aktion 

des Beschuldigten 1 riss er dem Privatkläger noch die Kappe vom Kopf; eine 

Geste, die – entgegen seiner geradezu grotesken Schutzbehauptung – nicht aus 

Besorgnis um den Gesundheitszustand des Privatklägers geschah, sondern – 

was leicht erkennbar ist – eine zusätzliche Demütigung des wehrlosen Opfers 

resp. das Markieren des Triumpfes zum Ziel hatte. Nach dieser Aktion entfernte 

sich der Beschuldigte 3 dann zwar vom unmittelbaren Tatort und aus dem Bildbe-

reich der Videokamera. In diesem Fortgehen kann aber nicht etwa eine Distanzie-

rung des Beschuldigten 3 von den noch folgenden Handlungen der Beschuldigten 

1 und 2 gesehen werden. Vielmehr manifestierte der Beschuldigte 3 damit – 

nachdem er vorgängig klar mitbekommen hatte, mit welcher Aggressivität die bei-

-   41   - 

den anderen Beschuldigten, insbesondere der Beschuldigte 1, auf den Privatklä-

ger losgegangen waren, und er auch wusste, dass diese sich noch nicht vom Tat-

ort entfernt hatten – deutlich seine Gleichgültigkeit gegenüber dem weiteren 

Schicksal des Privatklägers. Aufgrund der ihm bekannten Ausgangslage bei sei-

nem Weggehen musste er mit weiteren Fusstritten und Schlägen seiner Kollegen 

gegen das Opfer rechnen. Es kann deshalb zweifelsfrei davon ausgegangen wer-

den, dass selbst wenn er nach seinem Weggehen die nachfolgenden Tatbeiträge 

der Beschuldigen 1 und 2 nicht wahrgenommen haben sollte, er Aktionen dieser 

Art gleichwohl billigte bzw. sich mit ihrem allfälligen Eintreffen abfand, unternahm 

er doch nichts, um seine Kollegen vom Privatkläger abzubringen. Dem Beschul-

digten 3 sind deshalb auch die unmittelbar nach seinem Entfernen ausgeführten 

letzten Tatbeiträge der Beschuldigten 1 und 2 (vgl. Anklageziffern 1.13. - 1.15.) 

anzurechnen.   

 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 3 das Verhalten 

der anderen nicht bloss (passiv) billigte. Er rannte gemeinsam mit den übrigen 

zwei Beschuldigten dem Privatkläger nach und verstärkte damit deren Übermacht 

bereits von Anbeginn an. Sodann führte er auch selber gegenüber dem Privatklä-

ger einen Tritt aus, der das Potential eines schweren Verletzungserfolgs in sich 

barg, auch wenn er nicht traf. Der Beschuldigte 3 hat mit diesem Verhalten auch 

selber einen erheblichen Tatbeitrag geleistet und die Tat der anderen beiden 

dadurch verstärkt und von Anbeginn an mitgetragen. Auch das Verhalten des Be-

schuldigten 3 – das auch schon hinsichtlich seines eigenen Tatbeitrags tatbe-

standsmässig ist (vgl. unten Ziff. 2.2.2.d.) – zeigt aufgrund seiner fehlenden Dis-

tanzierung vom Vorgehen der anderen deutlich, dass er den Vorsatz resp. Even-

tualvorsatz der Beschuldigten 1 und 2, den Privatkläger schwer zu verletzen, mit-

trug bzw. sich ihm zumindest anschloss, soweit nicht von einem bereits vorbeste-

hend konkludent gefassten Tatentschluss auszugehen ist. Auch hier ist im Übri-

gen darauf hinzuweisen, dass zur Bejahung der Mittäterschaft bereits genügen 

würde, dass sich der Beschuldigte 3 (ohne selber tätlich zu werden) in unmittelba-

rer Nähe befand und damit die Übermacht der beiden anderen Beschuldigten ge-

genüber dem Privatkläger verstärkte. Der Beschuldigte 3 stand aber nicht nur bil-

ligend neben den übrigen Beschuldigten, sondern er war seinerseits ebenfalls ein 

-   42   - 

Aggressor. Das gemeinsame, abwechselnde Einwirken der drei Akteure zeigt 

deutlich, dass ein jeder mit den Fusstritten und/oder Schlägen der anderen ein-

verstanden war, ansonsten ein jeder sich vom anderen jeweils (räumlich und/oder 

sachlich) hätte distanzieren müssen. Ein Exzess der Mittäter, der von ihm nicht 

vorausgesehen werden konnte und ihm nicht zugerechnet werden darf, ist nicht 

ersichtlich. 

 Auch der Beschuldigte 3 ist deshalb als Mittäter zu qualifizieren, dem die Tat 

als Ganzes anzurechnen ist.  

 2.2.  Versuchte schwere Körperverletzung 

 2.2.1.  Allgemeine Ausführungen 

 Der Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

ist (u.a.) dann gegeben, wenn der Täter einen Menschen lebensgefährlich verletzt 

(Abs. 1) oder dessen Körper, ein wichtiges Organ oder Glied verstümmelt, ein 

wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht oder das Gesicht eines Menschen 

arg und bleibend entstellt (Abs. 2). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, 

wobei Eventualvorsatz genügt. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den 

Eintritt des Erfolgs bzw. die Verwirklichung des Tatbestandes für möglich hält, 

aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf 

nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 

1 E. 4.2.3 m.w.H.). Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – so-

weit der Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare 

Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusse-

ren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben. 

 Ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter 

sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale (insbesondere Vorsatz) erfüllt und 

seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbe-

standsmerkmale verwirklicht sind (BGE 137 IV 113 E. 1.4.2 mit Verweisen). 

 Das Bundesgericht befasste sich gerade in jüngerer Zeit wiederholt mit Kör-

perverletzungen infolge von Fusstritten gegen den Kopf des Opfers und behan-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6b_181%2F2015&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-1%3Ade&number_of_ranks=0#page1
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6b_181%2F2015&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-1%3Ade&number_of_ranks=0#page1

-   43   - 

delte dabei auch die Abgrenzung der einfachen zur versuchten schweren Körper-

verletzung (Bundesgerichtsurteile 6B_181/2015 vom 23. Juni 2015; 

6B_1250/2013 vom 24. April 2015; 6B_839/2014 vom 21. April 2015; 

6B_901/2014 vom 27. Februar 2015; 6B_45/3013 vom 18. Juli 2013). Darin hat 

es seine frühere Rechtsprechung (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; BGE 135 IV 12 E. 

2.3.2; BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 S. 28 f.; BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 16; BGE 133 IV 

222 E. 5.3) bestätigt. Der Schluss, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung 

in Kauf genommen, darf danach nicht allein daraus gezogen werden, dass ihm 

das Risiko seines Verhaltens bewusst gewesen sei und er gleichwohl gehandelt 

habe, denn das Wissen um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung wird auch 

bei der bewussten Fahrlässigkeit vorausgesetzt. Ob der Täter die Tatbestands-

verwirklichung in diesem Sinne in Kauf genommen hat, muss das Gericht bei Feh-

len eines Geständnisses des Beschuldigten aufgrund der Grösse des dem Täter 

bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung (1), der Schwere der Sorgfalts-

pflichtverletzung (2), der Beweggründe des Täters (3) und der Art der Tathand-

lung (4) beurteilen. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirkli-

chung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt 

die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf ge-

nommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2). Das Gericht darf dann vom Wissen des Täters 

auf den Willen schliessen, wenn sich diesem die Verwirklichung der Gefahr als so 

wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, 

vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Even-

tualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmäs-

sigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern bloss möglich 

war (Bundesgerichtsurteil 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016; Bundesgerichtsurteil 

6B_181/2015 vom 23. Juni 2015; BGE 137 IV 4; BGE 133 IV 9 E. 4.1; BGE 131 

IV 1 E. 2.2; BGE 130 IV 58 E. 8.4). 

 2.2.2.  Konkrete Prüfung 

 2.2.2.1.  Objektiver Tatbestand 

 Der Privatkläger erlitt gemäss dem Arztbericht vom 24. Februar 2015 

(Urk. 12/1 Blatt 1) eine leichte Hirnerschütterung und eine Bindehautblutung am 

-   44   - 

rechten Auge ohne Folgen und war vom 31. Januar 2015 bis am 8. Februar 2015 

arbeitsunfähig. Aus dem provisorischen Austrittsbericht des Kantonsspitals Win-

terthur vom 1. Februar 2015, in welches der Privatkläger am 31. Januar 2015 ein-

geliefert worden war, geht hervor, dass sich der Privatkläger zu keinem Zeitpunkt 

in einer unmittelbaren Lebensgefahr befand. Seine Verletzungen stellen weder 

eine Verstümmelung noch ein Unbrauchbarmachen eines wichtigen Organs oder 

Glieds noch eine arge und bleibende Entstellung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 

StGB dar. Es ist daher mit der Vorinstanz zu prüfen, ob ein vollendeter Versuch 

im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB gegeben ist bzw. zu fragen, ob die Beschuldig-

ten schwere oder gar lebensgefährliche Verletzungen des Privatklägers in Kauf 

nahmen. 

 2.2.2.2.  Subjektiver Tatbestand / Versuch 

 a)  Die Vorinstanz hat diese Frage zutreffend bejaht. Auf ihre Erwägungen 

kann vorab verwiesen werden (Urk. 82 S. 23 ff.). Zusammenfassend und teils er-

gänzend ist das Folgende festzuhalten: 

 b)  Beim menschlichen Kopf handelt es sich um einen der sensibelsten Kör-

perteile eines Menschen. Eine schwere Einwirkung in das Gesicht kann eine arge 

Entstellung desselben zur Folge haben, beispielsweise zu schweren, bleibend 

sichtbaren Verletzungen der Nase oder des Kiefers führen. Bei den Augen, äus-

serst wichtigen Organen des Menschen, kann eine erhebliche Gewalteinwirkung 

leicht zu irreparablen Schäden führen. Eine massive Einwirkung auf die obere 

Kopfhälfte, die Schläfen oder den Hinterkopf kann ohne Weiteres eine Verletzung 

des Hirns, eines zentralen Organs des Menschen, bewirken. Ein massiver Impuls 

generell gegen den Kopf führt regelmässig dazu, dass der Kopf ruckartig in eine 

Richtung geschleudert wird, was zu einer (zumindest kurzen) Lebensgefahr füh-

ren und/oder Verletzungen der Halswirbelsäule mit starken gesundheitlichen Be-

einträchtigungen des Betroffenen bis hin zu Körperlähmungen nach sich ziehen 

kann.  

-   45   - 

 c)  Der Beschuldigte 2  

 Der Beschuldigte 2 macht (über seinen Verteidiger; Urk. 106 S. 6 f.) geltend, 

er habe nur den Vorsatz für die Verübung einer Tätlichkeit gehabt. Darin kann ihm 

nicht gefolgt werden. Der Beschuldigte 2 riss gemeinsam mit dem Beschuldigten 1 

den Privatkläger anfänglich zu Boden und brachte ihn damit in eine Lage, in wel-

cher er den Einwirkungen der drei Aggressoren schutzlos ausgeliefert war. Da-

nach schlug er den wehrlos am Boden liegenden Privatkläger mit einem kräftigen 

Schlag gegen dessen Kopf. Er wusste und billigte zudem, dass die anderen bei-

den Beschuldigten den Privatkläger mit Fusstritten traktierten bzw. in einem Fall 

dies zumindest versuchten. Wer auf dem Boden liegend mit Schlägen und 

Fusstritten traktiert wird, ist – selbst wenn er sich zusammenrollt und den Kopf mit 

den Händen zu schützen versucht – seinen Aggressoren wehrlos ausgeliefert. Es 

entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Gewalteinwirkungen wie heftige 

Schläge und wuchtige Fusstritte gegen den Kopf eines Opfers zu schwerwiegen-

den Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität im Sinne der vorstehenden 

Ausführungen führen können (vgl. Bundesgerichtsurteile 6B_208/2015 vom 

24. August 2015, E. 12.4 und 6B_18172015 vom 21. Juni 2015, E. 2.3, je m.w.H.). 

Bereits von daher musste der Beschuldigte 2 um die Gefahr wissen, die er mit 

seinem eigenen Schlag und die übrigen Beschuldigten mit ihren Tritten in den 

Kopfbereich des Privatklägers schufen. Dass dem Beschuldigten 2, welcher 2011 

ein Jahr lang einmal pro Woche ein Boxtraining besucht hatte (Urk. 9/1 S. 6), das 

schwere Verletzungsrisiko von Schlägen und Tritten gegen den Kopf tatsächlich 

bekannt war, geht aber auch aus seinen eigenen Aussagen hervor. Nach den Fol-

gen eines Schlags (ohne Handschuhe) in den ungeschützten Kopfbereich gefragt, 

antwortete der Beschuldigte 2, es komme auf den Menschen an, im schlimmsten 

Fall könne die getroffene Person sterben. Auf die weitere Frage nach den Folgen 

eines Fusstrittes in den ungeschützten Kopfbereich antwortete er, es könne genau 

das Gleiche passieren, man könne daran sterben (Urk. 9/1 S. 6). Auch vor Vo-

rinstanz gab er an, dass eine am Boden liegende Person, die von Schlägen oder 

Fusstritten am Kopf getroffen werde, sich verletzen und im schlimmsten Fall gar 

sterben könne (Prot. I S. 35 f.). 

-   46   - 

 Dass die Intensität des eigenen Schlags des Beschuldigten 2 sowie der Tritte 

der anderen beiden Beschuldigten nicht genau zu bestimmen ist, ist nicht von Be-

deutung. Immerhin ist festzuhalten, dass aus den glaubhaften Aussagen der Zeu-

gin F._____ hervorgeht, dass die Beschuldigten ihrer Beobachtung nach gezielt 

und wuchtig gegen den Kopf des Privatklägers schlugen und kickten (vgl. Urk. 

11/1 S. 9). Ihre Aussagen werden durch die objektive Beweislage bestätigt, zeigt 

doch das Video, dass sowohl der Schlag des Beschuldigten 2 als auch die 

Fusstritte der anderen zwei Beschuldigten schwungvoll und heftig ausgeführt wur-

den.  

 Unter den gegebenen Umständen war vorliegend die auch dem Beschuldig-

ten 2 bekannte Wahrscheinlichkeit von Verletzungen derart gross und das Aus-

mass der Pflichtverletzung derart eklatant, dass seine Verhaltensweise nicht an-

ders interpretiert werden kann, als dass er zumindest in Kauf nahm, dass der 

Privatkläger dabei lebensgefährliche Verletzungen des Kopfs, des Hirns oder der 

Halswirbelsäule oder schwere Verletzungen des Gesichts erleiden würde. Ob-

wohl der Beschuldigte 2 um das erhebliche Gefahrenpotenzial von Tritten und 

Schlägen gegen den sensiblen Kopfbereich wusste, riss er den Privatkläger ge-

meinsam mit dem Beschuldigten 1 zu Boden und setzte ihn damit den Aggressi-

onen seiner Mittäter aus, welche diesen unter seiner billigenden Beobachtung mit 

schweren Fusstritten gegen den Kopf traktierten bzw. zu traktieren versuchten. 

Nicht nur damit nahm der Beschuldigte 2 lebensgefährliche Verletzungen in Kauf. 

Auch mit seinem eigenen Schlag manifestierte er – entgegen der Auffassung 

seines Verteidigers (Urk. 106 S. 7) – seine Inkaufnahme einer schweren Verlet-

zung des Privatklägers. Ein heftiger Schlag gegen den Kopf eines wehrlos am 

Boden liegenden Opfers kann – insbesondere bei Vorliegen eines dynamischen 

Geschehensablaufs und bei einem unter Alkoholeinfluss stehenden Täter – nicht 

mehr kontrolliert ausgeführt werden, sodass unter solchen Umständen für jeder-

mann erkennbar ein sehr hohes Risiko für schwere Verletzungen besteht, insbe-

sondere bei einem Opfer, welches bereits kurz zuvor einen massiven Fusstritt ins 

Gesicht kassiert hatte. In dieser Situation konnte und durfte der Beschuldigte 

entgegen der Auffassung seines Verteidigers nicht damit rechnen, dass sein 

Schlag keine gravierenderen Folgen nach sich tragen werde. Die Gesamtum-

-   47   - 

stände erlaubten es dem Beschuldigten 2 somit vorliegend nicht, ernsthaft darauf 

zu vertrauen, der sich mit grosser Wahrscheinlichkeit aufdrängende und als mög-

lich erkannte Erfolg einer schweren Körperverletzung des Privatklägers durch 

das Einwirken der drei Beschuldigten werde zufälligerweise nicht eintreten. Der 

Beschuldigte 2 liess es vielmehr darauf ankommen und fand sich mit der Mög-

lichkeit eines allfälligen Erfolgseintritts ab, mochte ihm dieser selbst auch uner-

wünscht sein.  

 Die Art und Weise der Tatbegehung sowie die Beweggründe lassen eben-

falls keine anderen Schlüsse zu. Der Beschuldigte 2 handelte wie die anderen 

zwei Beschuldigten mit Bezug auf die körperliche Integrität des Privatklägers völ-

lig ungehemmt und masslos. Obwohl der Privatkläger zu Fall gebracht worden 

war und wehrlos am Boden lag, kickten und schlugen die Beschuldigten in klarer 

Überzahl mehrmals auf das Opfer ein. Die Beschuldigten suchten letztlich aus 

völlig nichtigem Anlass Streit mit dem Privatkläger, wobei es gerade der Beschul-

digte 2 war, der sich der Zeugin F._____ im Club belästigend genähert und damit 

den Auslöser für die Auseinandersetzung gesetzt hatte. Die Beschuldigten offen-

barten mit ihren gemeinsamen Handlungen ein erschreckend hohes Mass an 

Gleichgültigkeit, Unbeherrschtheit, Gewaltbereitschaft und Brutalität. Dass keine 

schweren Verletzungen eingetreten sind, beruht allein auf einem nicht vor-

aussehbaren glücklichen Zufall. 

 Damit hat sich der Beschuldigte 2 der (eventualvorsätzlichen) versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

 d)  Der Beschuldigte 3  

 Auch der Beschuldigte 3 bestreitet den Vorsatz. Er macht geltend, er habe 

den Privatkläger mit seinem Fusstritt nicht treffen wollen. Wie bereits ausgeführt 

ist sein Vorbringen, wonach er lediglich so getan habe als ob, um vor den anderen 

gut da zu stehen, als Schutzbehauptung zu verwerfen (vorstehend Ziff. 

II.4.2.3.5.b.). Der Beschuldigte 3 führte in alkoholisiertem Zustand in einer hoch-

dynamischen Situation in unmittelbarer Nähe zum Privatkläger einen kräftigen Tritt 

-   48   - 

in Richtung dessen Kopfes aus, als dieser sich gerade aufzurappeln versuchte. In 

dieser Situation konnte der Beschuldigte 3 nicht ernsthaft darauf vertrauen, dass 

sein Fusstritt ins Leere gehen würde. Vielmehr war es völlig dem Zufall überlassen 

und damit klar ausserhalb seines Einflussbereichs, ob er den Kopf treffen würde 

oder nicht, was ihm bewusst sein musste. Der Beschuldigte 3 nahm damit zumin-

dest in Kauf, den am Boden liegenden Privatkläger mit seinem Fusstritt am Kopf 

zu treffen. Dagegen spricht – entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 

109 S. 11 f. und S. 15) – auch nicht, dass der Beschuldigte 3 nach seinem dane-

ben gehenden Fusstritt nicht noch zu einem zweiten Tritt ansetzte: Für ein Nach-

kicken seitens des Beschuldigten 3 bestand keine Veranlassung, da unmittelbar 

nach seinem Fusstritt ins Leere der Beschuldigte 1 auf den Privatkläger einkickte. 

Der Beschuldigte 3 nahm überdies das aggressive Vorgehen der anderen beiden 

Beschuldigen wahr und mischte sich dennoch ein. Er trat als Erster in Richtung 

des Kopfes des Privatklägers und setzte damit entgegen der Ansicht seines Ver-

teidigers (Urk. 109 S. 11 und S. 16) sehr wohl den Ausgangspunkt für die weiteren 

Fusstritte des Beschuldigten 1. Er verblieb auch nach seinem Fusstritt in unmittel-

barer Nähe zum Tatort und beobachtete billigend diese Fusstritte des Beschuldig-

ten 1. Anschliessend beraubte er den am Boden liegenden Privatkläger zu dessen 

Demütigung und zum Zeichen des Triumpfs seiner Kappe und entfernte sich, im 

Wissen um die Aggressivität der anderen zwei, sich noch am Tatort aufhaltenden 

Beschuldigten und in offensichtlicher Gleichgültigkeit um das weitere Schicksal 

des Privatklägers, womit er auch noch weitere Fusstritte und Schläge durch die-

selben in Kauf nahm. Wie ausgeführt entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, 

dass heftige Schläge und wuchtige Fusstritte gegen den Kopf eines Opfers zu le-

bensgefährlichen Verletzungen oder schwerwiegenden Beeinträchtigungen der 

körperlichen Integrität führen können, was auch dem Beschuldigten 3 bekannt 

sein musste. Er führte denn auch anlässlich seiner Einvernahme vom 7. März 

2017 selber aus, dass ein Kick gegen den Kopf zu einem Kieferbruch, zum Verlust 

von Zähnen und dergleichen führen könne. Es sei kein Spass, jemanden gegen 

den Kopf zu treten. Man könne so jemanden spitalreif schlagen. Eine Person, die 

jemanden gegen den Kopf trete, nehme sicher schwere Verletzungen in Kauf (Urk. 

8/1 S. 6). In Bezug auf die konkreten Geschehnisse gab er an, er habe nach dem 

-   49   - 

zu Boden gehen des Privatklägers realisiert, dass es eskalieren würde (a.a.O. 

S. 1). Der Beschuldigte 1 sei dermassen in einem Adrenalinschub gewesen 

(a.a.O. S. 2). Es hätte schon noch me