# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd2026b1-9108-55d0-be84-a2928c1098af
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2022 A-5623/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5623-2021_2022-04-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Das BGer ist mit Entscheid vom 

03.06.2022 auf die Beschwerde nicht 

eingetreten (2C_452/2022) 

 
 
    
 

  

  

 

 Abteilung I 

A-5623/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Maurizio Greppi (Vorsitz),  

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,  

Richterin Christine Ackermann,    

Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. 
 

 
 

Parteien 
 A.________,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Kommunikation BAKOM,  

Medien, Radio- und Fernsehempfangsgebühren,  

Zukunftstrasse 44, Postfach 256, 2501 Biel/Bienne,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Rückweisung durch das Bundesgericht;  

Radio- und Fernsehempfangsgebühren. 

 

 

 

A-5623/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Mit Verfügung vom 31. Januar 2018 stellte die Billag AG fest, dass 

A._______ (nachfolgend: Beitragspflichtiger oder Beschwerdeführer) vom 

1. Oktober 2015 bis 31. März 2018 der Gebührenpflicht für den privaten 

Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen unterstehe und verfügte 

über noch offene Forderungen für diesen Zeitraum. Diese Verfügung wurde 

mit dem Vermerk «nicht abgeholt» retourniert. 

A.b Gegen diese Verfügung führte der Beitragspflichtige mit Eingabe vom 

20. März 2019 Beschwerde beim BAKOM (nachfolgend: Vorinstanz) und 

beantragte unter anderem, die angefochtene Verfügung sei vollständig auf-

zuheben. 

A.c Mit Verfügung vom 7. April 2020 trat das BAKOM nicht auf die Eingabe 

ein mit der Begründung, die Beschwerde sei nicht fristgerecht erhoben wor-

den. 

A.d Mit Urteil A-2481/2020 vom 2. Februar 2021 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht die Beschwerde vom 7. Mai 2020 gut, soweit es darauf eintrat. 

Es führte aus, die Beschwerde vom 20. März 2019 sei rechtzeitig erhoben 

worden und wies die Sache zur materiellen Behandlung der Beschwerde 

an die Vorinstanz zurück. 

B.  

B.a Mit Verfügung vom 4. März 2021 hiess die Vorinstanz die Beschwerde 

vom 20. März 2019 (oben Bst. A.b) gut, soweit sie darauf eintrat. Sie be-

gründete dies im Wesentlichen damit, dass hinsichtlich der von der Billag 

AG gegen den Beschwerdeführer geltend gemachten Forderungen und 

der von ihm eingereichten Zahlungsbelege nicht mehr eruiert werden 

könne, ob und inwieweit die Billag AG daraus noch Gebührenansprüche 

ableiten könne. Die Billag AG habe die Folgen der Beweislosigkeit zu tra-

gen. 

B.b Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 2. April 2021 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beanstandete unter an-

derem sinngemäss, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht vollständig 

geprüft und weder die unrechtmässige Verfügung der Billag AG aufgeho-

ben noch festgehalten, dass die Billag AG ihm gegenüber keine Forderun-

gen mehr geltend machen könne (BVGer-Verfahren A-1581/2021).  

A-5623/2021 

Seite 3 

B.c Mit Zwischenverfügung vom 15. April 2021 wurde der Beschwerdefüh-

rer aufgefordert, seine Beschwerde bis zum 26. April 2021 zu verbessern 

und aufzuzeigen, aus welchen Gründen er beschwert sei, ansonsten auf 

das Rechtsmittel nicht eingetreten werde.  

 

Nachdem der Beschwerdeführer seine Beschwerde innert Frist nicht ver-

bessert hatte, trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil A-1581/2021 

vom 18. Mai 2021 nicht auf die Beschwerde ein. 

B.d Mit Urteil 2C_496/2021 vom 30. November 2021 hiess das Bundesge-

richt die dagegen gerichtete Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-

genheiten gut, soweit es darauf eintrat, hob das Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts vom 18. Mai 2021 auf und wies die Sache zu neuem Ent-

scheid an das Bundesverwaltungsgericht zurück. 

C.  

C.a Mit Zwischenverfügung vom 29. Dezember 2021 – nunmehr im vorlie-

genden Verfahren – forderte das Bundesverwaltungsgericht den Be-

schwerdeführer auf, innert 10 Tagen ab Zustellung dieser Zwischenverfü-

gung darzulegen, inwiefern er durch den angefochtenen Entscheid der 

Vorinstanz beschwert sei, zumal seine Beschwerde bezüglich der von der 

Billag AG geltend gemachten Forderungen von der Vorinstanz gutgeheis-

sen worden sei.  

C.b Mit Eingabe vom 12. Januar 2021 (Poststempel) reichte der Beschwer-

deführer fristgerecht eine ausführliche Beschwerdeverbesserung ein. Die-

ser ist sinngemäss im Wesentlichen zu entnehmen, dass er die angefoch-

tene Verfügung vom 4. März 2021 als unvollständig beziehungsweise als 

nicht nachvollziehbar erachte, zumal die Vorinstanz weder die Forderung 

der Billag AG aufgehoben noch sich dazu geäussert habe, dass keine An-

sprüche der Billag AG gegen ihn mehr bestehen würden. Darüber hinaus 

beantragte er sinngemäss, dass die Sache endlich korrekt und vollständig 

hinsichtlich der «wiederkehrenden missbräuchlichen und betrügerischen 

Forderungen seitens der Billag AG» abzuklären sei. 

C.c Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Januar 2022 bewilligte der In-

struktionsrichter dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung 

und ersuchte die Vorinstanz, eine Vernehmlassung einzureichen. 

C.d Vernehmlassungsweise beantragte die Vorinstanz am 26. Januar 2022 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

A-5623/2021 

Seite 4 

C.e In seiner Replik vom 16. Februar 2022 hielt der Beschwerdeführer an 

seinen Anträgen fest. 

C.f Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Februar 2022 schloss der In-

struktionsrichter den Schriftenwechsel ab.  

D.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die einge-

reichten Akten wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern eine Vorinstanz im 

Sinne von Art. 33 VGG entschieden hat und keine Ausnahme nach Art. 32 

VGG gegeben ist. Als Verfügungen gelten nach Art. 5 Abs. 2 VwVG auch 

Beschwerdeentscheide gemäss Art. 61 VwVG.   

 

Die Vorinstanz ist eine Dienststelle der Bundesverwaltung im Sinne von 

Art. 33 Bst. d VGG. Ihr Beschwerdeentscheid stellt eine Verfügung gemäss 

Art. 5 VwVG und damit ein zulässiges Anfechtungsobjekt dar. Da zudem 

kein Ausnahmegrund nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwal-

tungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, sofern das 

VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). 

2.  

Streitgegenstand in der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das 

Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, 

soweit es im Streit liegt. Der Streitgegenstand darf im Laufe des Beschwer-

deverfahrens weder erweitert noch qualitativ verändert werden; er kann 

sich höchstens verengen und um nicht mehr streitige Punkte reduzieren, 

nicht aber ausweiten (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.8 mit Hinweisen).  

3.  

Zur Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht ist nach Art. 48 Abs. 1 

VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat 

A-5623/2021 

Seite 5 

oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a, sog. formelle 

Beschwer, vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-

tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 938, 940), durch die an-

gefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. b und c; sog. materielle 

Beschwer, vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 941 ff.). Die Legitimati-

onsvoraussetzungen von Art. 48 Abs. 1 VwVG müssen kumulativ erfüllt 

sein (BGE 133 II 249 E. 1.3). 

3.1 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men. Er ist Adressat der angefochtenen Verfügung und daher durch die 

angefochtene Verfügung auch besonders berührt. 

3.2 Zu prüfen ist weiter, ob er ein aktuelles, schutzwürdiges Interesse an 

der Aufhebung der angefochtenen Verfügung hat. Als schutzwürdig gilt je-

des praktische oder rechtliche Interesse, das eine von der Verfügung be-

troffene Person geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse be-

steht damit im Umstand, einen materiellen oder ideellen Nachteil zu ver-

meiden, den der angefochtene Entscheid mit sich bringen würde (vgl. 

BGE 131 II 587 E. 2.1 m.H. auf BGE 127 V 80 E. 3 u.w.H. sowie I. HÄNER, 

in: VwVG-Kommentar, 2. Aufl. 2019, Art. 48 Rz. 21).  

3.3 Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid vom 4. März 2021 

einerseits eine Liste von Rechnungen für die Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 

31. März 2018 auf, die gemäss der Billag AG noch offen seien (vgl. Verfü-

gung vom 4. März 2021, S. 4 Ziff. 3). Weiter führte sie aus, der Beschwer-

deführer bestreite, dass noch offene Forderungen beständen, und habe 

seiner Beschwerde Kopien der Posteinzahlungen an die Billag AG beige-

legt (Radio/-TV-Gebühren: Quartalszahlungen sowie jährliche Zahlungs-

verkehrsgebühren).  

 

Bei der Prüfung der Frage, ob und welche der aufgelisteten Forderungen 

im Hinblick auf die geleisteten Beiträge noch offen seien, kam die Vor-

instanz zu keinem Ergebnis. Sie folgerte, die Billag AG trage die Beweislast 

hinsichtlich der behaupteten noch offenen Forderungen. Den Beweis dafür 

habe sie nicht erbracht, weshalb sie die Folgen der Beweislosigkeit trage. 

Das BAKOM stellte damit implizit fest, dass gegenüber dem Beschwerde-

führer keine belegten offenen Forderungen mehr bestehen würden und 

hiess die Beschwerde deshalb gut. 

A-5623/2021 

Seite 6 

3.4 Daraus ergibt sich, dass mit der angefochtenen Verfügung festgestellt 

wurde, dass die in der Verfügung vom 4. März 2021 aufgeführten Forde-

rungen der Billag AG gegen den Beschwerdeführer nicht belegt und des-

halb auch nicht geschuldet sind. Da der Beschwerdeführer bei diesem Aus-

gang des vorinstanzlichen Verfahrens keinen (materiellen) Nachteil erlei-

det, hat er kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung, das heisst, er ist materiell nicht beschwert (vgl. oben 

E. 3). Demnach sind nicht alle kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen 

der Beschwerdelegitimation gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG erfüllt. 

Auf die Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten.  

3.5 Soweit der Beschwerdeführer darüber hinaus sinngemäss die umfas-

sende Prüfung der Sache einschliesslich der Klärung allfälliger – nicht in 

der Verfügung vom 4. März 2021 behandelter – früherer angeblicher For-

derungen der Billag AG gegen ihn beantragt und die Prüfung behaupteter 

«betrügerischer Handlungen durch die Billag AG» verlangt, sind diese An-

träge nicht durch den vorliegend zu beurteilenden Streitgegenstand (oben 

E. 2) gedeckt, weshalb auch auf diese Anträge nicht einzutreten ist.  

4.  

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem unterlie-

genden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem 

indessen das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mit Instruktions-

verfügung vom 17. Januar 2022 gutgeheissen wurde, ist auf die Erhebung 

von Verfahrenskosten zu verzichten. Der obsiegenden Vorinstanz werden 

keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.2 Weder dem bei diesem Verfahrensausgang unterliegenden, nicht ver-

tretenen Beschwerdeführer, noch der Vorinstanz wird eine Parteientschä-

digung zugesprochen (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und 3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

  

A-5623/2021 

Seite 7 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und das 

UVEK. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Maurizio Greppi Susanne Flückiger 

 

  

A-5623/2021 

Seite 8 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-5623/2021 

Seite 9 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr.   […]; Einschreiben) 

– das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und 

Kommunikation (Gerichtsurkunde)