# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f6a082e-49fd-5a67-9201-a91ae1bcfe5d
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.01.2018 I 2017 102
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2017-102_2018-01-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2017 102

Entscheid vom 10. Januar 2018

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
Dr.iur. Thomas Twerenbold, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

B.________
Vorinstanz,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. Martin Schmid,
Hartbertstrasse 11, Postfach 611, 7002 Chur,

Gegenstand Krankenversicherung (Zahnbehandlung)

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Sachverhalt:

A. Der 1947 geborene A.________ ist bei der B.________ obligatorisch kran-
kenpflegeversichert. Im Juli 2015 wurde bei A.________ die Krankheit Myasthe-
nia gravis diagnostiziert. Seither erfolgte eine medikamentöse Behandlung mit 
Immunsupressiva. Mit Schreiben vom 14. September 2016 stellte Dr.med.dent. 
E.________ der B.________ einen Kostenvoranschlag (Wurzelbehandlung/ Kro-
nen/ Füllung/ Extraktion/ Zahnreinigung) „für die Zahnbehandlung infolge der 
Krankheit Myasthenia gravis (Mg)“ zur Überprüfung zu. Dieser beinhaltete die 
Kosten der periodischen Untersuchung, der Extraktion von Zahn 17, der Wurzel-
behandlung und Überkronung von Zahn 15, der Überkronung der Zähne 
26/27/46 sowie der Füllung für Zahn 45 und belief sich auf total Fr. 7‘253.35 (Vi-
act. 1).

Mit Schreiben vom 20. September 2016 erklärte die B.________, dass nach ihrer 
Beurteilung die geltend gemachten Behandlungskosten über Fr. 7‘253.35 nicht 
zu Lasten der Grundversicherung übernommen werden könnten, da „die aufge-
führte Diagnose Myasthenia gravis nicht in der abschliessenden Liste der Kran-
kenpflegeleistungsverordnung (Art. 17 bis 19 KLV)“ enthalten sei (Vi-act. 2). Auf 
schriftliche Nachfrage von A.________ vom 6. Dezember 2016 bestätigte die 
B.________ mit Schreiben vom 13. Dezember 2016 diesem gegenüber den ab-
lehnenden Bescheid (Vi-act. 3 und 4). Im Verlauf des weiteren Schriftenwechsels 
verlangte A.________ bei weiterer Ablehnung der Leistungspflicht durch die 
B.________ eine anfechtbare Verfügung, worauf die B.________ A.________ 
aufforderte, zur Überprüfung der Leistungspflicht die Immunsuppression durch 
medizinische Unterlagen fachärztlich zu belegen und eine KVG-konforme An-
meldung bzgl. der Zahnbehandlung zu veranlassen (Vi-act. 5-8). 

Am 1. Februar 2017 reichte Dr.med.dent. E.________ das Anmeldeformular 
(allerdings ohne Diagnosevermerk) ein (Vi-act. 9). Auf telefonische Nachfrage 
der B.________ wurde Art. 19 lit. b KLV als Basis für eine Kostenübernahme an-
gegeben (Vi-act. 10). Am 6. Februar 2017 übermittelte A.________ Kopien der 
Atteste und Berichte der behandelnden Ärzte zum Nachweis der Diagnose einer 
Myasthenia gravis mit Notwendigkeit einer langfristigen Immunsuppression sowie 
Kopien allgemeiner Unterlagen zum Thema Immunsuppression und Myasthenia 
gravis (Vi-act. 11). Nach Beurteilung durch den Vertrauenszahnarzt Dr.med.dent. 
C.________ (Vi-act. 12) sowie ergänzender Anfrage an den Vertrauensarzt Dr. 
D.________ zum Krankheitsbild der Myasthenia gravis und der Therapie der 
Immunsuppressiva (Vi-act. 12/14) lehnte die B.________ die Kostenbeteiligung 
für die zahnärztliche Behandlung aus der obligatorischen Krankenpflegeversiche-
rung mit Verfügung vom 22. März 2017 ab (Vi-act. 15).

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B. Mit Schreiben vom 25. März 2017 und Ergänzungen vom 15. April 2017 er-
hob A.________ Einsprache gegen die Verfügung der B.________ vom 22. März 
2017 und beantragte deren Aufhebung sowie die Gutheissung des Gesuchs um 
Übernahme der von Dr.med.dent. E.________ veranschlagten Kosten der 
zahnärztlichen Behandlung (Vi-act. 16/18). Mit Schreiben vom 20. April 2017 
übermittelte die B.________ A.________ die gewünschten Akten zur Einsicht-
nahme und stellte eine zeitnahe Zustellung des Einspracheentscheids in Aus-
sicht (Vi-act. 19). Mit Einspracheentscheid vom 29. September 2017 wies die 
B.________ die Einsprache ab (Vi-act. 21).

C. Gegen den Einspracheentscheid der B.________ vom 29. September 2017 
erhebt A.________ mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 (Postaufgabe) fristgerecht 
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit den folgenden 
Anträgen:

1. Die vorerwähnte Verfügung vom 22. März 2017 und der vorerwähnte 
Einspracheentscheid vom 29. September 2017 seien aufzuheben und der 
Kostenvoranschlag vom 14.9.2016 von Herrn Dr. med. dent. E.________ sei 
gutzuheissen.

2. Es sei gemäss Art. 44 und Art. 45 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) zur genauen Abklärung des Sach-
verhalts ein Gutachten eines unabhängigen und unbefangenen 
Sachverständigen einzuholen.

3. Alles unter Kostenfolge zu Lasten des Versicherungsträgers, also der 
B.________.

Zudem beantragt der Beschwerdeführer eine angemessene 
Aufwandentschädigung und die Bewilligung eines unentgeltlichen 
Rechtsbeistands.

D. Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2017 lässt die B.________ 
(sinngemäss) die Abweisung der Beschwerde beantragen, da zahnärztliche Be-
handlungen grundsätzlich keine Pflichtleistungen der obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung seien und die Voraussetzungen für die ausnahmsweise vor-
gesehene Übernahme der zahnärztlichen Behandlung von Zahnschäden nicht 
erfüllt seien. 

E. Der Beschwerdeführer nimmt dazu mit Replik vom 17. November 2017 
nochmals Stellung und macht geltend, von der Beschwerdegegnerin würden zum 
wiederholten Male unzutreffende Sachen und so genannte „Sachverhalte“ ge-
betsmühlenhaft wiederholt und auf entscheidende Fragen (insbesondere der 
Einholung eines Gutachtens eines unabhängigen Sachverständigen) sei gar 
nicht eingetreten worden. Offenbar wolle diese die gesetzlich zwingenden 

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fachärztlichen und medizinischen Abklärungen und Untersuchungen nicht vor-
nehmen. Damit würden der Untersuchungsgrundsatz und der Grundsatz der frei-
en Beweiswürdigung verletzt. Am 9. Januar 2018 gehen beim Verwaltungsgericht 
Kopien des Beschwerdeführers an die B.________ ein, mit denen er die Kosten-
übernahme von zwischenzeitlich erfolgten Zahnbehandlungen fordert.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an der Krankheit Myasthe-
nia gravis erkrankt ist, was zu der medikamentösen Behandlung mit Immunsup-
pressiva führte (Vi-act. 11). Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz deshalb 
die Kosten der zahnärztlichen Behandlung des Beschwerdeführers in der Höhe 
von Fr. 7‘253.35 aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu über-
nehmen hat.

2.1 Im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gilt der Grund-
satz, dass zahnärztliche Behandlungen nicht von der obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung zu übernehmen sind (Urteil BGer 9C_253/2011 vom 3.6.2011 
Erw. 1.2). 

Die Kosten der zahnärztlichen Behandlung werden von der obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung nur übernommen, wenn diese – alternativ – durch eine 
schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 821.10] vom 
18.3.1994) oder durch eine schwere Allgemeinerkrankung bzw. ihre Folgen be-
dingt ist (Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG) oder zur Behandlung einer schweren Allge-
meinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig ist (Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG).

2.2.1  In Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG ist der Bundesrat beauftragt worden, u.a. die 
Leistungen nach Art. 31 Abs. 1 lit. a-c KVG für zahnärztliche Behandlungen 
näher zu bezeichnen oder diese Aufgabe dem Departement oder dem Bundes-
amt zu übertragen. Der Bundesrat hat von seiner Befugnis zur Übertragung der 
Aufgabe Gebrauch gemacht. Er hat das Departement (des Innern) beauftragt, die 
zahnärztlichen Behandlungen gemäss Art. 31 Abs. 1 KVG nach Anhörung 
der zuständigen Kommission zu bezeichnen (Art. 33 lit. d der Verordnung über 
die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102] vom 27.6.1995). Das Departement 
hat in der von ihm erlassenen Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV; 
SR 832.112.31) diese zahnärztlichen Behandlungen in den Art. 17-19a aufge-
listet. 

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2.2.2  Die Art. 17 und 18 KLV regeln die Übernahme der Kosten für die zahnärzt-
liche Behandlung für den Fall, dass diese entweder durch eine schwere, nicht 
vermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG) oder durch 
eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen (Art. 31 Abs. 1 lit. b KVG) 
bedingt ist. Art. 19 KLV umfasst die Übernahme der Kosten der zahnärztlichen 
Behandlung, die zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer 
Folgen notwendig ist (Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG). 

Für die Frage der anwendbaren Rechtsgrundlage kommt es somit darauf an, ob 
die schwere Erkrankung des Kausystems (Art. 17 KLV) oder die schwere Allge-
meinerkrankung oder deren Behandlung (Art. 18 KLV) Ursache des Zahnleidens 
ist, oder ob die zahnärztliche Versorgung notwendiger Bestandteil der Behand-
lung einer schweren Allgemeinerkrankung darstellt (Art. 19 KLV) (Urteil BGer 
9C_253/2011 vom 3.6.2011 Erw. 1.2; Urteile EVGer K 11/06 vom 11.7.2006 
Erw. 1; K 98/05 vom 30.1.2006 Erw. 2.1; K 64/04 vom 14. 4.2005 Erw. 3.1 und 
3.2; je mit Hinweisen).

2.3 Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG, seit 1. Januar 2007: 
Sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) mit BGE 124 V 185 entschieden 
hat, ist die Liste der zu zahnärztlichen Behandlungen Anlass gebenden Krankhei-
ten in den Art. 17-19 KLV als abschliessend zu betrachten. Dies ergebe sich 
schon aus dem Wortlaut von Art. 33 Abs. 2 KVG, wonach der Bundesrat die Leis-
tungen oder Behandlungen durch Zahnärzte näher zu bezeichnen habe. Für eine 
nur beispielhafte Aufzählung fänden sich keine Anhaltspunkte weder in den Tex-
ten der Delegationsnorm (Art. 33 Abs. 2 KVG, Art. 33 lit. d KVV) noch in den 
Art. 17-19 KLV selber. Auch die Materialien sprächen für eine abschliessende 
Nennung der Krankheiten, welche von der obligatorischen Krankenversicherung 
zu übernehmende zahnärztliche Leistungen oder Behandlungen auslösen könn-
ten (BGE 124 V 185 Erw. 4). Daran hat das Bundesgericht in ständiger Recht-
sprechung festgehalten (vgl. BGE 130 V 464 Erw. 2.3; BGE 129 V 80 Erw. 1.3; 
BGE 128 V 135 Erw. 2c; Urteil BGer 9C_574/2015 vom 14.4.2016 Erw. 2.2).

3.1 Es wird seitens Beschwerdeführer nicht geltend gemacht, Ursache des 
Zahnleidens sei eine schwere Erkrankung des Kausystems (Art. 17 KLV) oder 
eine schwere Allgemeinerkrankung oder deren Behandlung (Art. 18 KLV). Ent-
sprechendes wird auch nicht von seinem behandelnden Zahnarzt Dr.med.dent. 
E.________ ausgeführt. Die Myasthenia gravis, unter welcher der Beschwerde-
führer unbestrittenermassen leidet (Vi-act. 11), ist denn in der abschliessenden 
Liste an Allgemeinerkrankungen gemäss Art. 18 KLV auch nicht aufgeführt. 
Vielmehr wird das Kostenübernahmegesuch mit Art. 19 lit. b KLV begründet, wo-
nach die Versicherung die Kosten der zahnärztlichen Behandlungen übernimmt, 

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die zur Unterstützung und Sicherstellung der ärztlichen Behandlungen notwendig 
sind bei Eingriffen mit nachfolgender langdauernder Immunsuppression. 

3.2 Auch Art. 19 KLV umfasst eine abschliessende Liste ärztlicher Behandlun-
gen und hält darüber hinaus fest, dass die Versicherung lediglich die Kosten der 
zahnärztlichen Behandlungen zu übernehmen hat, die zur Unterstützung und Si-
cherstellung der ärztlichen Behandlung notwendig sind. Sinn dieser Bestimmung 
ist nach dem klaren Wortlaut die Unterstützung und Sicherstellung der ärztlichen 
Behandlung der darin aufgelisteten schweren Allgemeinerkrankungen, deren er-
folgreiche Therapie unter Umständen eine zahnärztliche Behandlung voraussetzt 
(Urteil BGer 9C_675/2007 vom 26.2.2008 Erw. 4.2). 

Mit Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG (der mit Art. 19 KLV umgesetzt wird) will der Gesetz-
geber in bestimmten Fällen Versicherungsschutz gewähren, wenn und soweit die 
zahnärztliche Versorgung notwendiger Bestandteil der ärztlichen Therapie einer 
schweren Allgemeinerkrankung ist. Die Behandlung der aufgelisteten Erkrankun-
gen verträgt in der Regel keinen Aufschub, sondern muss unverzüglich erfolgen 
können. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung kann eine zahnärztliche 
Versorgung sein (Urteil EVGer K 64/04 vom 14.4.2015 Erw. 4.2). Keine An-
spruchsvoraussetzung ist, dass die Kausystemerkrankung unvermeidbar war. 
Abgedeckt sind dabei nicht nur vorausgehende zahnärztliche Behandlungen, 
sondern generell die gesamte zahnärztliche Versorgung, die zur Behandlung 
einer der in der Verordnungsbestimmung erwähnten schweren Allgemeinerkran-
kung notwendig war (Urteil EVGer K 107/99 vom 19.12.2001 Erw. 5). Primärziel 
ist nicht die Behebung von Kausystemschäden, sondern die sachgerechte 
Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung, welche durch die fehlende 
Pflichtleistung für zahnärztliche Behandlungen nicht gefährdet werden soll 
(SBVR Soziale Sicherheit-Eugster, 3. Aufl., E Rz. 489 S. 558). Ist das Ziel einer 
Behandlung hingegen ein zahnmedizinisches, fällt die Anwendung von Art. 19 
KLV ohne Weiteres ausser Betracht (Urteil EVGer K 64/04 vom 14.4.2015 
Erw. 4.3).

Eine im Rahmen von Art. 19 KLV notwendig werdende zahnärztliche Versorgung 
kann darum unter Umständen bedeuten, dass ein mehr oder weniger desolates 
Gebiss, das ohnehin zahnärztlich hätte versorgt werden müssen, zu Lasten der 
sozialen Krankenversicherung saniert wird. Das Krankenversicherungsgesetz 
kennt diesbezüglich keine Vorteilsanrechnung. Diese Ausnahme vom Grundsatz, 
dass die Krankenversicherung für die zahnärztliche Behandlung vermeidbarer 
Kausystemerkrankungen nicht aufkommt, wird indessen im Interesse der sachge-
rechten Behandlung der schweren Allgemeinerkrankung in Kauf genommen. Es 
liegt ein mit dem so genannten Behandlungskomplex vergleichbarer Sachverhalt 

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vor (Eugster, a.a.O., Rz. 489 S. 559 mit Verweis auf Rz. 536). Dagegen rechtfer-
tigt es sich grundsätzlich nicht, die zahnärztliche Behandlung von Zahnschäden, 
die erst nach Durchführung der Eingriffe oder Therapien gemäss Art. 19 lit. a-e 
KLV aufgetreten sind und mit einer guten Mund- und Zahnhygiene vermeidbar 
gewesen wären, als Pflichtleistungen zu qualifizieren (vgl. Urteil BGer 
9C_712/2007 vom 5.2.2008 Erw. 4.2; Eugster, a.a.O., Rz. 490 S. 559 mit Hin-
weisen auf die Rechtsprechung; betreffend Vermeidbarkeit vgl. Urteil BGer 
9C_574/2015 vom 14.4.2016 Erw. 2.3).

4.1 Die B.________ hat die Pflicht zur Übernahme der hier fraglichen Leistun-
gen verneint, weil die Diagnose Myasthenia gravis nicht in der abschliessenden 
Liste der Art. 17 bis 19 KLV enthalten sei (Vi-act. 2 und 4). In der Folge verneinte 
die B.________ namentlich auch die Übernahme der Kosten der zahnärztlichen 
Behandlung als notwendigen Bestandteil der ärztlichen Behandlung auf der Ba-
sis von Art. 19 lit. b KLV, d.h. „bei Eingriffen mit nachfolgender langdauernder 
Immunsuppression“ (Vi-act. 21). Dies erweist sich mit Blick auf die ratio legis von 
Art. 19 KLV als richtig, da Primärziel der zahnärztlichen Versorgung hier nicht die 
Behebung von Kausystemschäden ist, sondern die sachgerechte Behandlung ei-
ner schweren Allgemeinerkrankung, welche durch die fehlende Pflichtleistung für 
zahnärztliche Behandlungen nicht gefährdet werden soll (vgl. Erw. 3.2). Daraus 
erhellt, dass der Beschwerdeführer sich (auch) nicht auf Art. 19 lit. b KLV berufen 
kann, um eine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu 
begründen, da es sich bei seiner zahnärztlichen Versorgung nicht um eine 
zahnärztliche Behandlung handelt, die notwendiger Bestandteil der Behandlung 
der Myasthenia gravis ist. 

4.2.1  Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers reicht die Tatsache, 
dass er im Rahmen der Behandlung der Myasthenia gravis langandauernd 
immunsupprimiert wird, alleine nicht aus, um eine Leistungspflicht der Kranken-
kasse für eine zahnärztliche Behandlung zu begründen. Bestritten wird dabei 
weder die Tatsache, dass der Beschwerdeführer unter einer Myasthenia gravis 
leidet, noch dass er seit Juli 2015 unter Immunsuppression steht und diese lang-
fristig notwendig ist. Auch ist anerkannt, dass die Immunsuppression beim Be-
schwerdeführer lege artis erfolgt. Eine Leistungspflicht der Krankenkasse 
gemäss Art. 19 lit. b KLV besteht aber nur, wenn die zahnärztliche Behandlung 
den Zweck verfolgt, einen Eingriff mit nachfolgender langdauernder Immunsup-
pression zu unterstützen und sicherzustellen, mithin medizinisch indizierter Be-
standteil der Behandlung der aufgeführten (Grund-)Erkrankung ist (Art. 31 Abs. 1 
lit. c KVG). D.h. ohne entsprechende Zahnbehandlung wäre der Erfolg der ärztli-
chen Behandlung der Allgemeinerkrankung geradezu gefährdet. 

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4.2.2  Die Auflistung der zu unterstützenden und sicherzustellenden medizini-
schen Behandlungen gemäss Art. 19 KLV ist abschliessend (vgl. Erw. 2.3). 
Art. 19 lit. b KLV setzt Eingriffe voraus, denen eine langandauernde Immunsup-
pression nachfolgt. Ziel dabei ist es, vor entsprechenden Eingriffen mögliche 
Herde im Zahnsystem zu beseitigen, um Infektionen zu vermeiden, welche den 
Erfolg des Eingriffs gefährden könnten (vgl. dazu Botschaft über die Revision der 
Krankenversicherung vom 6.11.1991, BBl 1992 I 158). Weder ist aktenkundig, 
noch bringt der Beschwerdeführer vor, bei ihm sei ein entsprechender Eingriff 
vorgenommen worden oder geplant. Auch die Therapie der Myasthenia gravis 
stellt keinen solchen Eingriff dar. Darüber hinaus ist eine (generelle) Leistungs-
pflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für die Kosten der 
zahnärztlichen Behandlung bei immunsuppressiver medikamentöser Behandlung 
von Krankheiten nicht vorgesehen. Dies wäre aber Voraussetzung dafür, dass 
die zahnärztliche Behandlung im Falle des Beschwerdeführers als notwendiger 
Bestandteil der ärztlichen Behandlung anerkannt werden könnte und die Kosten 
von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen wären. Kann 
die ärztliche Behandlung des Beschwerdeführers Art. 19 lit. b KLV nicht zuge-
ordnet werden, besteht folglich auch kein Anspruch auf Übernahme der angefal-
lenen zahnärztlichen Behandlungskosten durch die Krankenkasse.

4.2.3  Darüber hinaus besteht beim Beschwerdeführer auch kein Zusammen-
hang zwischen der zahnärztlichen Behandlung und der Therapie der Myasthenia 
gravis, wie es Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG i.V.m. Art. 19 KLV verlangt. Die Diagnose 
der Myasthenia gravis wurde im Juli 2015 im Kantonsspital Luzern gestellt. Es 
wurde umgehend eine medikamentöse Therapie begonnen, namentlich eine 
Therapie zur Immunsuppression. Zuhanden des Hausarztes wurde die Fort-
führung der medikamentösen Therapie empfohlen sowie eine ambulante neuro-
logische Kontrolle (Kurzaustrittsbericht vom 6.7.2015; Vi-act. 11). Im Verlaufsbe-
richt vom 22. Juli 2015 hält die behandelnde Neurologin fest, es bestehe seit 
Austritt ein stabiler Verlauf der Myasthenia gravis. Sie verordnet die Weiter-
führung einer medikamentösen Therapie und empfiehlt dem Beschwerdeführer 
die Fortsetzung von Physiotherapie zur Erhaltung der Muskelkraft. Zudem wurde 
der Hausarzt gebeten, regelmässig Blutbildkontrollen durchzuführen (Vi-act. 11). 
Sowohl Hausarzt als auch Neurologin bestätigen gegenüber der Krankenkasse 
die langfristige Immunsuppression. Hingegen wurde ganz offensichtlich keine 
Sanierung von Zahnschäden resp. keine zahnärztliche Behandlung als notwen-
diger Bestandteil der Therapie der Myasthenia gravis angeordnet. Weder das 
Kantonsspital Luzern, wo die Diagnose gestellt und die Behandlung begonnen 
wurde, noch eine der nachbehandelnden medizinischen Fachpersonen erachtete 
in den vergangenen rund 2 ½ Jahren seit der Diagnosestellung eine Behandlung 

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des Zahnsystems für die Sicherstellung der Therapie als indiziert. Auch der be-
handelnde Zahnarzt beschränkt sich in seiner Kostengutsprache auf die Aussa-
ge, die Zahnbehandlung erfolge "infolge der Krankheit Myasthenia gravis" (Vi-act. 
1), ohne weitere Ausführungen zum Zweck der Zahnsanierung zu machen. Im 
Meldeformular unterbleibt eine Diagnosenennung wie auch eine Begründung (Vi-
act. 9). Schliesslich erhellt auch aus den vom Beschwerdeführer ins Recht geleg-
ten, allgemeinen Informationen zur Myasthenia gravis nicht, dass im Rahmen de-
ren Therapie eine zahnärztliche Behandlung im Sinne der Beseitigung von Infekt-
herden notwendig wäre. Erfolgt aber eine Zahnbehandlung nicht als notwendiger 
Bestandteil der ärztlichen Behandlung der (in Art. 19 KLV gelisteten) Allgemei-
nerkrankung, sondern ist das Ziel vielmehr ein zahnmedizinisches, fällt die An-
wendung von Art. 19 KLV und damit die Kostenübernahme durch die Kranken-
kasse ausser Betracht. 

4.2.4  Zusätzlich ist auch der Hinweis der Vorinstanz grundsätzlich zutreffend, 
dass es sich nicht rechtfertigt, die zahnärztliche Behandlung von Kausystem-
schäden, die erst nach der Durchführung der in Art. 19 lit. a-c KLV genannten 
Eingriffe und Therapien aufgetreten sind und mit einer guten Mund- und Zahn-
hygiene vermeidbar gewesen wären, als Pflichtleistungen zu qualifizieren (vgl. 
Urteil BGer 9C_712/2007 vom 5.2.2008 Erw. 4.2; siehe auch Urteil BGer 
9C_606/2007 vom 31.1.2008 Erw. 4). Ob allerdings die Zahnschäden beim Be-
schwerdeführer (ganz oder teilweise) schon lange vor dem Beginn mit der im-
munsuppressiven medikamentösen Behandlung bestanden haben, wie der Ver-
trauenszahnarzt in seiner Beurteilung vom 8. Februar 2017 („siehe z.B. Zahn 17 
mit Karies profunda!“) als höchst wahrscheinlich annimmt, und/oder ob diese 
Zahnschäden bei genügender Mund- und Zahnhygiene hätten vermieden werden 
können (vgl. betreffend Vermeidbarkeit Urteil BGer 9C_574/2015 vom 14.4.2016 
Erw. 2.3), braucht hier indessen nicht beurteilt zu werden. Weil Art. 19 KLV vorab 
nicht anwendbar ist, worin abschliessend (und nicht etwa nur beispielhaft) be-
stimmt wird, bei welchen ärztlichen Behandlungen eine zahnärztliche Behand-
lung als notwendiger Bestandteil anerkannt wird, kann der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf Übernahme der Kosten der zahnärztlichen Behandlung 
durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (so oder anderes) nicht als 
ausgewiesen gelten.

4.3 Daran, dass die zu übernehmenden Fälle in den Art. 17-19 KLV abschlies-
send aufgezählt werden und die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwer-
deführers keiner erwähnten Krankheit zugeordnet werden können, könnte 
schliesslich auch die Einholung eines Gutachtens eines unabhängigen Sachver-
ständigen (gemäss Art. 44 und 45 des Bundesgesetzes über den allgemeinen 

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Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000) nichts än-
dern, weshalb darauf verzichtet werden kann. Es ist der Vorinstanz daher auch 
nicht vorzuwerfen, dass keine weiteren fachärztlichen und medizinischen Ab-
klärungen und Untersuchungen vorgenommen wurden. Darin ist keine Verlet-
zung des Untersuchungsgrundsatzes und/oder des Grundsatzes der freien Be-
weiswürdigung zu erblicken. Entscheidend ist, dass die von der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung zu übernehmenden Fälle abschliessend aufgezählt 
sind und es sich nicht etwa bloss um eine beispielhafte Aufzählung handelt. Der 
Beschwerdeführer (bzw. der behandelnde Zahnarzt) bringt zudem nichts vor, 
weshalb die Behandlung der Krankheit des Beschwerdeführers in Art. 19 KLV zu 
Unrecht nicht aufgeführt ist, zumal sich das Gericht grosse Zurückhaltung bei 
einer richterlichen Ergänzung der Liste aufzuerlegen hätte (vgl. BGE 124 V 185 
S. 195 f. Erw. 6). Es besteht daher kein Anlass, eine Aufnahme in der Liste 
der ärztlichen Behandlungen, bei welchen eine zahnärztliche Behandlung als 
notwendiger Bestandteil anerkannt wird, ernsthaft in Prüfung zu ziehen (Urteile 
BGer 9C_407/2013 vom 28.10.2013 Erw. 4; 9C_253/2011 vom 3.6.2011 Erw. 
2.4). Es bleibt deshalb bei dem Ergebnis, dass die Krankheit und deren Behand-
lung nicht in der abschliessenden Liste der zu übernehmenden Fälle in den 
Art. 17-19 KLV aufgeführt wird und die Zahnbehandlung beim Beschwerdeführer 
zahnmedizinische Ziele verfolgte, weshalb die Kosten der zahnärztlichen Ver-
sorgung des Beschwerdeführers nicht aus der obligatorischen Krankenpflegever-
sicherung zu übernehmen sind.

5. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Nach-
dem der Antrag des Beschwerdeführers klar formuliert ist, mithin sein Begehren 
für das Gericht nachvollziehbar ist und auch seine Begründung schlüssig ist 
(wenn im Ergebnis auch nicht richtig), keine weiteren Verfahrensschritte ange-
zeigt sind sowie aufgrund der Rechtslage, dass das Gericht die Tatsachen fest-
zustellen hat und über volle Kognition verfügt (Untersuchungsgrundsatz; Art. 61 
lit. c ATSG), an die Begehren der Parteien nicht gebunden ist (Art. 61 lit. d 
ATSG) und auch das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat (Art. 61 lit. d 
i.V.m. Art. 43 ATSG), besteht keine Notwendigkeit, dem Beschwerdeführer einen 
Rechtsbeistand beizugeben (womit sich die Prüfung der weiteren Voraussetzun-
gen der Bedürftigkeit und Aussichtslosigkeit erübrigt; Art. 61 lit. f ATSG). Bei 
diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 
eine Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Das Verfahren selbst ist kostenlos 
(Art. 61 lit. a ATSG).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht, BGG, SR 173.110).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungs-
beschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen 
Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

5. Zustellung an:
- den Beschwerdeführer (R)
- den Rechtsvertreter der Vorinstanz (2/R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen, 3003 Bern (A).

Schwyz, 10. Januar 2018

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 30. Januar 2018