# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e797c55-86a3-5714-b9bc-cfd25fb20350
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 30.06.2010 110 2010 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2010-19_2010-06-30.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

RA Nr. 110/2010/19 Bern, 30. Juni 2010

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herr Fürsprecher B.________,

und

Herrn C.________
Beschwerdegegner 1

Frau D.________
Beschwerdegegnerin 2

beide vertreten durch Herrn Rechtsanwalt E.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, Landorfstrasse 1, 
3098 Köniz

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Köniz vom 
20. Januar 2010 (Baugesuch Nr. 16'574; Neubau Einfamilienhaus)

I. Sachverhalt

2

1. Die Beschwerdegegner reichten am 15. Juni 2009 bei der Gemeinde Köniz ein 

Baugesuch ein für den Neubau eines eingeschossigen Einfamilienhauses auf Parzelle 

Köniz Grundbuchblatt Nr. F.________ im Spiegel bei Bern. Das Bauvorhaben liegt in der 

Zone mit Überbauungsordnung „G.________“ (ÜO 3/07). Gegen das Bauvorhaben erhob 

unter anderen der Beschwerdeführer Einsprache. Die Beschwerdegegner reichten am 30. 

September 2009 ein Projektänderungsgesuch ein, das die Tiefersetzung des 

ursprünglichen Vorhabens vorsah. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2009 verzichteten die 

Beschwerdegegner auf die Erstellung des geplanten Gartenschopfes.

Mit Gesamtentscheid vom 20. Januar 2010 erteilte die Gemeinde Köniz für das projektierte 

Vorhaben die Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 25. Februar 2010 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt, es sei für 

das Bauprojekt der Bauabschlag zu erteilen. Sinngemäss beantragt er damit die 

Aufhebung des Gesamtentscheids der Einwohnergemeinde Köniz vom 20. Januar 2010. 

Zudem verlangt er in Ziffer 2 seines Rechtsbegehrens, die Einwohnergemeinde Köniz sei 

anzuweisen, erneut eine Einspracheverhandlung durchzuführen mit ausdrücklicher 

Einladung des Rechtsvertreters. Er rügt zusammengefasst die Verletzung der 

Gebäudehöhe, die Missachtung der Baulinie, die Unzulässigkeit der Projektänderung, die 

Ästhetik sowie die ungenügende Erschliessung und Profilierung.

3. Zusammen mit der Beschwerdeantwort vom 1. April 2010 stellten die 

Beschwerdegegner ein Gesuch mit dem Antrag, der Beschwerde sei umgehend die 

aufschiebende Wirkung zu entziehen. In Ziffer 2 ihres Rechtsbegehrens beantragten sie 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. In einer Eingabe 

vom 15. April 2010 verlangten sie erneut, über das Gesuch um Entzug der aufschiebenden 

Wirkung sei sofort im Rahmen einer anfechtbaren Zwischenverfügung zu entscheiden.

4. Die Einwohnergemeinde Köniz beantragte in ihrer Stellungnahme vom 29. März 2010 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihrer Baubewilligung.

3

5. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte bei der Einwohnergemeinde Köniz die Vorakten ein. Mit 

anfechtbarer Zwischenverfügung vom 22. April 2010 wies es das Gesuch um Entzug der 

aufschiebenden Wirkung ab. Dieser Entscheid blieb unangefochten.

6. Auf die Rechtsschriften und Akten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer 

Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG in Verbindung mit 

Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen Einsprache abgewiesen wurde, ist 

Eigentümer des Nachbargrundstücks. Er ist durch den vorinstanzlichen Entscheid formell 

und materiell beschwert und daher zur Beschwerdeführung berechtigt. Auf die form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

4

2. Einigungsverhandlung und Schlussbemerkungen

a) Der Beschwerdeführer bringt vor, den Akten sei zu entnehmen, dass eine Frist zur 

Einreichung von Schlussbemerkungen angesetzt und eine Einspracheverhandlung 

durchgeführt worden seien. Über diese Prozessschritte sei sein Rechtsvertreter trotz 

Vertretung nicht unterrichtet worden. Dem Rechtsvertreter sei sämtliche Korrespondenz 

direkt zuzustellen. Diese versäumten Schritte seien nachzuholen.

b) Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers ist aktenkundig, dass die 

Baubewilligungsbehörde darauf verzichtet hat, eine förmliche Einigungsverhandlung im 

Sinn von Art. 34 Abs. 1 BewD4 durchzuführen. Die Einigungsverhandlung soll der 

Bauherrschaft Gelegenheit geben, mit den Einsprechenden und Rechtsverwahrenden 

unter behördlicher Leitung ein Gespräch zu führen.5 Ein solches Gespräch unter Leitung 

der Vorinstanz fand im Baubewilligungsverfahren nicht statt. Aus den Akten geht lediglich 

hervor, dass am 28. August 2009 zwischen der Bauherrschaft und dem Beschwerdeführer 

sowie seiner Frau ein privates Gespräch stattfand.6 Die Baubewilligungsbehörde war daran 

nicht beteiligt.

c) Das Baubewilligungsdekret stellt die Einigungsverhandlung ins Ermessen der 

Bewilligungsbehörde. Die Verfahrensbeteiligten haben keinen Anspruch darauf, dass eine 

Einigungsverhandlung durchgeführt wird. Dem Antrag des Beschwerdeführers, wonach die 

Einwohnergemeinde Köniz anzuweisen sei, erneut eine Einspracheverhandlung 

durchzuführen, kann daher nicht gefolgt werden. Er ist abzuweisen.

d) Es trifft zwar zu, dass die Baubewilligungsbehörde das Schreiben vom 11. November 

2009, mit dem sie den Einsprechern Gelegenheit zu Schlussbemerkungen gewährten, 

direkt an den Beschwerdeführer und nicht an den Anwalt richtete. Dass die 

Baubewilligungsbehörde das Schreiben direkt dem Beschwerdeführer und seiner Frau 

zukommen liess, ist jedoch im vorliegenden Fall dem Verhalten des Beschwerdeführers 

zuzuschreiben. Den Akten ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer und nicht 

4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35/35a N. 27 und 30
6 vgl. pag. 67 f. der Vorakten der Einwohnergemeinde Köniz

5

sein Rechtsvertreter zum Projektänderungsgesuch vom 30. September 2009 äusserte.7 Es 

ist deshalb naheliegend und nachvollziehbar, dass die Baubewilligungsbehörde die 

Korrespondenz ab diesem Zeitpunkt direkt an den Beschwerdeführer richtete. Weder der 

Beschwerdeführer noch sein Rechtsvertreter haben im Baubewilligungsverfahren dagegen 

protestiert, obwohl ihnen dazu genügend Zeit zur Verfügung stand. Beschwerdeführer und 

Rechtsvertreter haben durch ihr Verhalten akzeptiert, dass die Gemeinde nur noch den 

Beschwerdeführer mit Korrespondenz bediente. Der Beschwerdeführer hat denn auch die 

Schlussbemerkungen selber verfasst. Sein Anspruch auf rechtliches Gehör ist damit 

gewahrt. Es ist nicht ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer ein Nachteil entstanden ist. 

Dies macht der Beschwerdeführer zu Recht auch nicht geltend. Eine Wiederholung der 

beantragten Prozessschritte würde hier ohnehin zu einem prozessualen Leerlauf führen 

und stellte eine unnötige Verfahrensverzögerung dar. Die diesbezüglichen Anträge des 

Beschwerdeführers sind unbegründet. Sie sind abzuweisen. Im Übrigen ist dazu auf die 

zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegner in ihrer Beschwerdeantwort und der 

Vorinstanz in ihrer Stellungnahme zu verweisen.

3. Projektänderung

a) Der Beschwerdeführer rügt, mit Schreiben vom 10. Dezember 2009 habe nur der 

Beschwerdegegner 1 auf den Gartenschopf verzichtet. Inwieweit der Beschwerdegegner 1 

damit auch im Namen der Beschwerdegegnerin 2 auf das Projekt verzichtet habe, sei aus 

dem Schreiben nicht ersichtlich. Er bringt weiter vor, das Projekt werde mit dem Weglassen 

des Gartenschopfs in seinen Grundzügen verändert und gehe über eine Projektänderung 

im Sinne von Art. 43 BewD8 hinaus. Diese Veränderung müsse deshalb neu publiziert 

werden. Schliesslich bringt er vor, bei der Formulierung „im Moment werde auf den 

Gartenschopf verzichtet“ handle es sich um einen formellen Rückzug des Baugesuchs 

betreffend Gartenschopf. Dieser Rückzug sei bedingungsfeindlich und habe eine „res 

iudicata“ Wirkung zur Folge.

b) Die Beschwerdegegner bemerken, die Verzichtserklärung für den Gartenschopf vom 

10. Dezember 2009 gelte für sie beide. Mit ihrer Beschwerdeantwort haben sie die 

Verzichtserklärung vom 10. Dezember 2009 nachgereicht, die auch von der 

7 vgl. pag. 76 der Vorakten der Einwohnergemeinde Köniz
8 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

6

Beschwerdegegnerin 2 unterzeichnet ist. Sie halten weiter fest, die Vorinstanz habe den 

Verzicht richtigerweise als Projektänderung behandelt. Die Projektänderung sei zulässig. 

Dass mit dem Verzicht ein neues Projekt vorliegen soll, sei völlig absurd.

c) Die Vorinstanz hält in ihrer Stellungnahme fest, das Bauvorhaben bleibe trotz der 

Streichung des Gartenschopfes in seinen Grundzügen bestehen. Eine Projektänderung 

nach Art. 43 BewD sei gegeben. Im Übrigen handle es sich um eine Verkleinerung der in 

der Publikation ausgeschriebenen Volumen. Der Geräteschopf sei von den Einsprechern 

abgelehnt worden. Mit dem Verzicht hätten die Beschwerdegegner ein Entgegenkommen 

signalisiert.

d) Gegenstand des angefochtenen Gesamtentscheids ist der Neubau eines 

Einfamilienhauses ohne Gartenschopf. Ursprünglich planten die Beschwerdegegner auf 

der Höhe des Gebäudes des Beschwerdeführers einen 3.15 m breiten und 1.90 m langen 

Gartenschopf. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2009 teilten die Beschwerdegegner der 

Vorinstanz mit, dass sie im Moment auf den Gartenschopf verzichten. Die Vorinstanz hat 

die Verzichtserklärung vom 10. Dezember 2009 als Projektänderung entgegengenommen. 

Den Verzicht hat sie auf den Plänen handschriftlich und mit Datum vermerkt. Zudem hat 

sie den eingezeichneten Gartenschopf im Situationsplan, Umgebungsplan, 

Erdgeschossprofilplan sowie den Grundrissplänen jeweils mit einem Kreuz gestrichen. Nur 

im Fassadenplan vom 3. Juni 2009 im Massstab 1: 1009 (Südwest- und Südostfassade) hat 

sie den Verzicht versehentlich nicht nachgetragen. Da die Beschwerdegegner 

unmissverständlich auf den Gartenschopf verzichtet haben, hat das Versehen der 

Vorinstanz keine nachteiligen Auswirkungen auf das Verfahren.

e) Anders als die Parteien meinen, handelt es sich bei der Verzichterklärung der 

Beschwerdegegner nicht um eine Projektänderung, sondern um einen teilweisen Rückzug 

des Baugesuchs. So wie die Gesuchsteller aus freiem Willen das Baugesuchsverfahren 

einleiten und dessen Gegenstand bestimmen, so steht es ihnen jederzeit offen, das 

Begehren ganz oder teilweise zurückzuziehen.10 Im Gegensatz zur Einleitung des 

Baubewilligungsverfahrens sieht weder das BauG noch das BewD eine spezifische 

Formvorschrift für den Rückzug bzw. teilweisen Rückzug des Baugesuchs vor. Da das 

Baurecht keine Formvorschriften zum Gesuchrückzug enthält, ist auf die allgemeinen 

9 vgl. pag. 32 der Vorakten der Gemeinde Köniz
10 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 16 N. 2 ff. 

7

Vorschriften des VRPG11 zurückzugreifen (Art. 40 Abs. 5 BauG). Eine Rückzugserklärung 

hat nach Lehre und Rechtsprechung grundsätzlich eindeutig und unmissverständlich zu 

erfolgen.12 Die Verzichtserklärung vom 10. Dezember 2009 erfüllt diese Voraussetzungen. 

Sie wurde sowohl vom Beschwerdeführer 1 und nachträglich auch von der 

Beschwerdegegnerin 2 unterzeichnet13. Mit der Erklärung haben die Beschwerdegegner im 

Baubewilligungsverfahren rechtsverbindlich auf die Erstellung des Gartenschopfs 

verzichtet. Es verbleibt somit nur noch förmlich festzustellen, dass das 

Baugesuchsverfahren bezüglich des Gartenschopfes von Gesetzes wegen gegenstandlos 

geworden ist. Die Vorinstanz hätte somit das Baugesuchsverfahren, soweit es den 

Gartenschopf betraf, abschreiben müssen (Art. 39 VRPG). Ziff. 1 des Dispositivs des 

angefochtenen Entscheids wird dementsprechend von Amtes wegen ergänzt. Die 

Einwände des Beschwerdeführers betreffend die Projektänderung stossen damit ins Leere. 

Unzutreffend ist ebenfalls die Behauptung des Beschwerdeführers, der Verzicht bzw. 

teilweise Rückzug des Baugesuches habe eine absolute „res iudicata“ Wirkung zur Folge. 

Im Verlauf eines Baubewilligungsverfahrens zurückgezogene und damit unbeurteilte 

Gesuche können auch später bei gleich gebliebenen Verhältnissen wieder zum 

Gesuchsgegenstand gemacht werden.14 Auch in diesem Punkt erweist sich die 

Beschwerde als unbegründet.

4. Gebäudehöhe

a) Der Beschwerdeführer rügt, mit der projektierten Gebäudehöhe von 4.60 m seien die 

maximal zulässige Gebäudehöhe und die identische Höhendifferenz im Sinne der 

Überbauungsordnung nicht eingehalten. In der Überbauungsordnung werde die 

einheitliche Bauweise festgehalten. Diese gebe indirekt auch die Gebäudehöhe vor. Es sei 

zudem unzulässig, dass beim Vorhaben eine grössere Innenraumhöhe vorgesehen sei, als 

bei den übrigen Bauten in der Überbauung „G.________“. Ausserdem würden die 

Höhenunterschiede von Haus zu Haus am Hang jeweils 1.75 m betragen, gemessen an 

den Dachoberkanten der jeweiligen Häuser. Dieser Höhenunterschied sei einzuhalten. 

11 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
12 BGE 111 V 156 S. 158; BVR 1988 S. 127
13 vgl. dazu Beilage 3 zur Beschwerdeantwort vom 1. April 2010
14 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band I, Bern 2007, Art. 34 
N. 8; vgl. dazu auch Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 5

8

Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, es bestehe die starke Vermutung, dass der 

gewachsene Boden nicht dem Terrainverlauf entspreche. Er beantragt, die Höhe des 

gewachsenen Terrains sei durch einen amtlich zu bestimmenden Experten zu ermitteln.

b) Die Beschwerdegegner halten fest, die Gebäudehöhe sei in den 

Sonderbauvorschriften der Überbauungsordnung G.________ nicht geregelt. Nach Art. 1 

der Sonderbauvorschriften würden die Vorschriften der Bauordnung gelten, soweit die 

Sonderbauvorschriften keine anderslautenden Bestimmungen enthalten. Es würden somit 

die Vorschriften der Wohnzone W gelten. Danach sei eine maximale Gebäudehöhe von 

mindestens 6.50 m zulässig. Nachdem das Bauvorhaben unbestritten eine Gebäudehöhe 

von 4.60 m aufweise, seien die massgeblichen Vorschriften eingehalten. Vorschriften für 

die Innenhöhe des Wohnraums bestünden nicht. Schliesslich bemerken sie, ob auf der 

Bauparzelle effektiv eine Aufschüttung vorgenommen wurde, sei weder belegt noch von 

Relevanz. Als gewachsenes Terrain gelte das natürliche Terrain, wie es vor Baubeginn 

bestehe. Das gewachsene Terrain sei historisch durch den oben liegenden Zugang zu den 

Parzellen Nr. H.________ und Nr. I.________ sowie unten gegenüber der Parzelle Nr. 

J.________ vorbestehend definiert. In den Baubewilligungsplänen sei es zwischen diesen 

beiden Referenzpunkten korrekt als schräge Verbindungslinie eingetragen. Die 

angeblichen Höhenunterschiede von Haus zu Haus gemäss damaligem 

Überbauungsprojekt seien für den Verlauf des gewachsenen Terrains auf der Bauparzelle 

Nr. F.________ ohne rechtliche Relevanz.

c) Die Vorinstanz führt in ihrer Stellungnahme aus, die Sonderbauvorschriften zur ÜO 

„G.________“ würden den Geltungsbereich, die Baustreifen und die Stellung der Bauten, 

die Gebäudeabstände, die Geschosszahl, die Dachgestaltung, die Gestaltung der 

Zugänge, Plätze und Umgebung der Baute sowie die Abstellplätze für Motorfahrzeuge 

regeln. Die Gebäudehöhe werde nicht erwähnt. Die einzige Regelung bestehe in der 

Anzahl der Vollgeschosse. Wie sie im Bauentscheid erwähnt habe und vom 

Beschwerdeführer als Mass nicht bestritten wurde, weise das Bauvorhaben eine 

Gebäudehöhe von 4.60 m auf. Eine einheitliche Höhenabstufung würden die 

Sonderbauvorschriften nicht vorsehen. Die neu geplante Baute liege mit der 

Erdgeschosskote ca. 12 cm tiefer als das erstmals geplante Gebäude im Jahre 1973. 

Bedingt durch eine heute wesentlich verbesserte Dachisolation zur sparsamen 

Energienutzung und die geplante Innenraumhöhe, die im Ermessen der Bauherrschaft 

liege, habe die neue Baute einen um knapp 40 cm erhöhten Dachrand zur ursprünglichen 

9

Baute. Im Vergleich zur Baueingabe mit den ursprünglichen Plänen von 1973 könne 

festgehalten werden, dass die gewachsenen Terrainkoten einander entsprächen. Von einer 

Aufschüttung sei in den früheren Akten nichts ausgesagt worden. Das Bauprojekt halte die 

massgebenden Höhenvorschriften der ÜO „G.________“ ein.

d) Die Rüge des Beschwerdeführers ist unbegründet. Die Überbauungsordnung 

„G.________“15 besteht aus einem Überbauungs- und Gestaltungsplan mit 

Sonderbauvorschriften. Es handelt sich dabei um altrechtliche, kommunale Vorschriften 

und Pläne, die unter dem Baugesetz vom 7. Juni 1970 erlassen wurden. Diese Vorschriften 

und Pläne sind nach Art. 149 Abs. 1 BauG und Art. 51 GBR16 nach wie vor massgebend.17 

Die Überbauungsordnung bzw. die Sonderbauvorschriften „G.________“ enthalten, wie 

dies die Gemeinde und Beschwerdegegner zutreffend feststellen, keine Regelung über die 

Gebäudehöhe. Die Vorinstanz hat deshalb aus Art. 1 der Sonderbauvorschriften abgeleitet, 

dass für die Beurteilung der Frage, ob die Gebäudehöhe eingehalten ist, die baurechtliche 

Grundordnung heranzuziehen ist. Art. 1 der Sonderbauvorschriften sieht ausdrücklich vor, 

dass die baurechtliche Grundordnung zur Anwendung kommt, wenn in den 

Sonderbauvorschriften nichts bestimmt wird. Für eingeschossige Gebäude in der 

Wohnzone gilt gemäss Art. 93 GBR eine Gebäudehöhe von 6.50 m. Die Bauordnung in der 

Fassung von 1970 sah für eingeschossige Ein- und Zweifamilienhäuser in Hanglage 

ebenfalls eine maximale Gebäudehöhe von 6.50 m vor.18 Die Schlussfolgerung der 

Vorinstanz, dass das projektierte Bauvorhaben mit einer Gebäudehöhe von 4.60 m die 

zulässige Gebäudehöhe einhält, ist nachvollziehbar. Sie ist aus rechtlicher Sicht nicht zu 

beanstanden. Auch ist hier zu berücksichtigen, dass der Gemeinden Köniz bei der 

Auslegung und Anwendung kommunaler Bestimmungen im Bereich ihrer Bau- und 

Zonenordnung im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und der übergeordneten Planung 

ein gewisser Spielraum zusteht (Art. 65 Abs. 1 BauG).19 Von einer Auslegung gegen Treu 

und Glauben im Geschäftsverkehr kann unter diesem Gesichtspunkt keine Rede sein.

15 Überbauungs- und Gestaltungsplan mit Sondervorschriften „Weidli“ am 12. April 1973 durch die Baudirektion 
des Kantons Bern genehmigt
16 Gemeindebaureglement der Einwohnergemeinde Köniz vom 7. März 1993
17 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, 
Art. 149 N. 2
18 vgl. dazu Beilage 5 der Gemeinde Köniz
19 BGE 114 Ia 292 f. E. 3b; BVR 1992 S. 169 f. E. 2c

10

e) Dem Schemaschnittplan vom 29. August 2009 (Massstab 1:100)20 kann zwar 

entnommen werden, dass die Dachkante des projektierten Einfamilienhauses die 

Dachfalllinie ca. um 30 cm überragt. Darin kann jedoch – anders als der Beschwerdeführer 

meint – keine Verletzung der Dachgestaltungsvorschrift gesehen werden. Art. 5 der 

Sonderbauvorschriften schreibt lediglich vor, dass die Bauten einheitlich mit einem 

Flachdach zu versehen sind. Diese Voraussetzung erfüllt das geplante Einfamilienhaus. 

Eine einheitliche und gleichartige Höhendifferenz zwischen den einzelnen am Hang 

liegenden Gebäuden schreiben die Sonderbauvorschriften ebenfalls nicht vor. Auch kann 

den Sonderbauvorschriften keine Vorschrift entnommen werden, die die maximal zulässige 

Innenraumhöhe regelt. Bezüglich der Innenraumhöhe bestehen zwar Mindestvorschriften 

(Art. 67 Abs. 1 BauV21). Danach müssen Wohn- und Arbeitsräume wenigstens eine leichte 

Höhe von 2.30 m aufweisen. Das geplante Vorhaben hält sowohl die minimale 

Innenraumhöhe wie auch die maximal zulässige Gebäudehöhe von 6.50 m ein. Von einer 

rechtsungleichen Behandlung der Grundeigentümer kann hier keine Rede sein. Rechtlich 

irrelevant ist zudem der Einwand, wonach für die ÜO „G.________“ die vorgegebene 

Bauhöhe der seinerzeitigen Architekten einzuhalten sei. Für die Beurteilung der Frage, ob 

das geplante Vorhaben die Gebäudehöhe einhält, kann nicht ein Vorhaben von Architekten 

massgebend sein, das aus den Siebzigerjahren stammt. Vielmehr gelten hier die 

Vorschriften der ÜO „G.________“. Die projektierte Gebäudehöhe ist auch Folge einer 

energetisch optimalen Dachisolation. Damit lässt sich der Energieverbrauch des Gebäudes 

reduzieren. Dass die Gemeinde bei der Auslegung der Sonderbauvorschriften den 

Gesichtspunkt der sparsamen und effizienten Energienutzung mitberücksichtigte, ist nicht 

zu beanstanden.

f) Unbehelflich ist schliesslich der Einwand, auf dem Baugrundstück sei eine 

Aufschüttung vorgenommen worden. Die Vorinstanz hat den Umgebungsplan vom 30. Mai 

197422 (im Massstab 1:200) zu den Akten gereicht. Dem Plan kann die Erdgeschosskote 

des Gebäudes entnommen werden, das in den Siebzigerjahren auf dem Baugrundstück 

geplant war. Ein Vergleich der Erdgeschosskoten des Projekts aus den Siebzigerjahren 

(657.35 =  0.00 EG) mit jener vom heutigen Projekt (657.25 =  0.00 EG) zeigt eine 

geringfügige Differenz von 10 cm. Dieser Vergleich belegt, dass sich die Oberfläche des 

Baugrundstücks seit den Siebzigerjahren kaum verändert hat. Selbst wenn von der 

20 vgl. pag. 29 der Vorakten der Gemeinde Köniz
21 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
22 vgl. pag. 27 der Vorakten der Gemeinde Köniz

11

Erdgeschosskote des ursprünglich geplanten Gebäudes ausgegangen würde, wäre hier 

die zulässige Gebäudehöhe von 6.50 m eingehalten. Die Ermittlung der Höhe des effektiv 

gewachsenen Bodens durch einen Experten ist nach dem Gesagten nicht nötig. Der 

Beweisantrag wird abgewiesen.

5. Baulinien

a) Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die südöstliche Front des geplanten 

Gebäudes mit dem davor stehenden Gartensitzplatz sowie die Mauer gegenüber seinem 

Gebäude Nr. 130 würden die Baulinien überschreiten.

b) Die Beschwerdegegner weisen darauf hin, die Baubewilligungspläne würden 

belegen, dass sich das projektierte Gebäude an die rechtsgültigen Baulinien hält. Etwas 

anderes zu behaupten sei eine mutwillige Verdrehung von Tatsachen. Die Stützmauer 

gegenüber dem Zugang der Liegenschaft des Beschwerdeführers sei eine technisch 

unverzichtbare unterirdische Vorkehr an der Parzellengrenze des Baugrundstücks Nr. 

F.________ und dem Zugang auf die allgemeine Erschliessungsparzelle Nr. K.________. 

Die ÜO „G.________“ verbiete die Erstellung solcher unterirdischen Stützmauern 

ausserhalb der Baustreifen ausdrücklich nicht. Solche Mauern seien auch nach der 

Bauordnung der Gemeinde Köniz zulässig.

c) Im Grundrissplan Erdgeschoss vom 6. Juni 2009 (Massstab 1:100)23 wird 

irrtümlicherweise der Begriff „Baulinien“ statt Baustreifen verwendet. Demgegenüber ist im 

bewilligten Situationsplan vom 9. April 2009 (Massstab 1:500)24 richtigerweise von 

Baustreifen die Rede. Nach der Festlegung der ÜO „G.________“ gelten die hellblau und 

hellgrün markierten Linien als Baulinien. Die grauen, winkelförmigen und rechteckigen 

Flächen werden demgegenüber in der ÜO als Bausteifen bezeichnet. Die Rüge des 

Beschwerdeführers kann somit nur so verstanden werden, dass er die Verletzung der 

Baustreifen meint. Diese Schlussfolgerung drängt sich auf, weil sich in der Nähe des 

Baugrundstücks nach der Terminologie der ÜO nur Baustreifen befinden.

23 vgl. pag. 34 der Vorakten der Gemeinde Köniz
24 vgl. pag. 35 der Vorakten der Gemeinde Köniz

12

d) Der Beschwerdeführer bemängelt die Mauer, die gegenüber dem Zugang seines 

Gebäude Nr. 130 errichtet werden soll. Die erwähnte Mauer war gemäss dem 

Grundrissplan und den Fassaden- und Schnittplänen offensichtlich Bestandteil des 

ursprünglich geplanten Gartenschopfs. Sie weist die gleichen Längen- und Höhenmasse 

wie der Gartenschopf auf. Die Beschwerdegegner haben jedoch im 

Baubewilligungsverfahren darauf verzichtet, einen Gartenschopf zu errichten (vgl. dazu 

Erwägung 3). Als Bestandteil des Gartenschopfs ist die Mauer somit nicht mehr 

Verfahrensgegenstand. Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Mauer gegenüber seinem 

Gebäude verletzte den Baustreifen, kann auf seine Rüge nicht eingetreten werden. 

Hinsichtlich unterirdischer Stützmauern wird auf die zutreffenden Ausführungen der 

Beschwerdegegner verwiesen.

e) Auf der südöstlichen Parzellenseite ist der Baustreifen nach den Projektplänen 

5.86 m und an der Grenze zur Parzelle Nr. L.________ 7.35 m breit. Die Baustreifenmasse 

sind nicht bestritten. Gestützt auf den bewilligten Situationsplan und den Grundrissplan 

„Erdgeschoss“ kann festgestellt werden, dass sich der Grundriss des Erdgeschosses 

grundsätzlich innerhalb der Baustreifen befindet. Nach dem Grundrissplan „Erdgeschoss“ 

und den Fassaden- und Schnittplänen vom 3. Juni 2009 (Massstab 1:100)25 ragt dagegen 

die südöstliche Fassade 1.50 m über den Baustreifen hinaus. Auf der Südwestseite des 

Gebäudes ist zudem ein ca. 30 m2 grosser Sitzplatz mit Holzrost geplant. Der Holzrost ragt 

ca. 3.55 m über den Baustreifen hinaus und wird gemäss den Projektplänen und dem 

Umgebungsgestaltungsplan vom 9. März 2009 (Massstab 1:100)26 teilweise vom 

Flachdach des Haupt-gebäudes überdeckt. Das Flachdach überragt den Baustreifen auf 

der Südwestseite um 1.50 m. Zusammengefasst wird somit festgestellt, dass die 

südöstliche Fassade, der Sitzplatz mit Holzrost und das Flachdach den Baustreifen 

überragen. Es ist zu prüfen, ob diese Abweichungen zulässig sind.

f) Die Vorinstanz führte dazu aus, der Einwand, dass die Mauer an der südöstlichen 

Fassade die Baulinien verletze, sei neu. In diesem Zusammenhang verweise sie auf die 

Ausführungen der Baudirektion zu den Sonderbauvorschriften im Genehmigungsbeschluss 

der ÜO vom 12. April 1973.27 Gestützt auf diese Ausführungen habe sie die geringfügige 

Änderung des Bauwerks gestattet. Zudem könnten seitlich geschlossene Balkone nach 

25 vgl. pag. 32 der Vorakten der Gemeinde Köniz
26 vgl. pag. 33 der Vorakten der Gemeinde Köniz
27 vgl. dazu Beilage Nr. 4, S. 2 der Gemeinde Köniz

13

ihrem Baureglement bis 1.50 m in den Grenzabstand hineinragen. Die Überragung betrage 

hier 1.40 m. Ausserdem sei bei fast allen bestehenden Nachbargebäuden Gartenhäuschen 

vorhanden, obwohl solche in der ÜO „G.________“ nicht als Baufelder oder mittels 

Baustreifen ausgeschieden wurden. Bei Häusern, wie zum Beispiel jenem auf Parzelle Nr. 

H.________, betrage die Gebäudebreite im südöstlichen Flügel bis zu 6.50 m. Der 

Baustreifen gemäss Gestaltungsplan sehe eine maximale Breite von 6.00 m vor. Es seien 

demnach bereits früher kleiner Anpassungen an die Baustreifen vorgenommen worden.

g) Die Ausführungen der Vorinstanz überzeugen. Art. 2 der Sonderbauvorschriften zur 

ÜO „G.________“ lässt Abweichungen von den Baustreifen zu. Art. 2 der 

Sonderbauvorschriften lautet wie folgt:
„Über das Terrain hinausragende Bauten dürfen nur innerhalb der Baustreifen erstellt werden. 

Ausserhalb der Baustreifen sind nur unter Terrain liegende Dependenzräume gestattet. 

Abweichungen von der Begrenzung der Baustreifen und Verschiebungen der Baustreifen 

können im Baugesuchsverfahren bewilligt werden, sofern die Baulinien respektiert bleiben, 

die Überbauungsdichte keine Erhöhung erfährt, die Abweichungen sich auf das Strassen- und 

Quartierbild nicht nachteilig auswirken und die Nachbarschaft nicht nachteiliger beeinflusst 

wird als nach Baulinienplan.“

Es gilt hier zu berücksichtigen, dass es vorab Sache der Gemeinde ist, zu bestimmen, wie 

sie eine kommunale Vorschrift ausgelegt und angewendet haben will. Wird eine solche 

Bestimmung Streitgegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die 

Rechtsmittelinstanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde geltend gemachte Auslegung 

und Anwendung rechtlich haltbar ist.28 Sie auferlegen sich eine gewisse Zurückhaltung 

gegenüber der Auffassung der Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine 

andere Auslegung und Anwendung der umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und 

rechtlich vertretbar wäre. Sie sind nicht befugt, die kommunale Auslegung und Anwendung 

der Norm durch ihr eigenes Verständnis zu ersetzen, wenn diejenige der Gemeinde 

rechtlich vertretbar erscheint.29 Bei der Auslegung und Anwendung hat die Gemeinde 

insbesondere das Rechtsgleichheitsgebot, das Verhältnismässigkeitsprinzip und die Pflicht 

zur Wahrung der öffentlichen Interessen zu befolgen. Zudem sind Sinn und Zweck der 

gesetzlichen Ordnung zu beachten.30 

28 BGE 114 Ia 292 f. E. 3b; BVR 1992 S. 169 f. E. 2c
29 BVR 2000 S. 108 f. E. 3a mit weiteren Hinweisen; BVR 2002 S. 317 f. E. 2c
30 Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2006, N. 441

14

h) Die im Überbauungs- und Gestaltungsplan „G.________“ als hellblau und hellgrün 

festgelegten Baulinien werden durch die südöstliche Fassade, das Vordach und den 

Gartensitzplatz nicht tangiert. Auch führen die Abweichungen zu keiner Erhöhung der 

Überbauungsdichte. Es ist ausserdem nicht ersichtlich, inwieweit sich die Abweichungen 

nachteilig auf das Strassen- und Quartierbild auswirken und die Nachbarschaft nachteiliger 

beeinflusst wird als nach Baulinienplan. Zu Recht bringt der Beschwerdeführer solches in 

seiner Beschwerde auch nicht vor. Die Gemeinde hat im Perimeter der ÜO „G.________“ 

bereits vereinzelt Abweichungen von den Baustreifen gestattet. Es ist somit nicht zu 

beanstanden, dass die Vorinstanz die geringfügigen Abweichungen im vorliegenden Fall im 

Baubewilligungsverfahren gestützt auf Art. 2 der Sonderbauvorschriften gestattet hat. Die 

Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet.

6. Haustyp

a) Der Beschwerdeführer rügt weiter, der Plan des Architekten Ulyss Strasser sehe vor, 

dass innerhalb der ÜO „G.________“ die beiden Parzellen Nr. L.________ und 

F.________ mit dem Haustyp Nr. 3 zu überbauen seien. Dieser Bautyp entspreche 

ebenfalls den Gebäuden auf den Parzellen Nr. M.________ und N.________, die sich in 

der gleichen Reihe befänden wie das Baugrundstück. Der ästhetischen Ausrichtung des 

Vorhabens sei grösste Priorität und Aufmerksamkeit einzuräumen. Zudem hätten sämtliche 

Eigentümer eine Dienstbarkeit akzeptieren müssen, dass sie an ihren Bauten keine 

baulichen Veränderungen vornehmen dürften, die dem Gesamtbild der Überbauung und 

deren Einheitlichkeit widersprechen.

b) Die Beschwerdegegner bemerken dazu, ihr Vorhaben würde sich an die 

Sonderbauvorschriften der ÜO halten. Das Bauvorhaben basiere auf dem Grundriss 

gemäss der ÜO und passe sich unter Berücksichtigung der Anforderungen der Baunormen 

und Energiemassnahmen vollständig in die bestehende Siedlung ein. Die Dienstbarkeit 

ändere daran nichts. 

c) Die Vorinstanz hält fest, die Art der Überbauung werde mittels Baustreifen geregelt. 

Das Vorhaben halte die massgeblichen Vorschriften ein. Es sei richtig, dass das heutige 

Vorhaben nicht in allen Details dem geplanten Gebäude aus dem Jahre 1973 entspreche. 

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Das ursprünglich geplante Gebäude habe keine Rechtswirkungen auf spätere Bauten auf 

der gleichen Parzelle. Das Gesamtbild der Überbauung werde durch den geplanten 

Gebäudetyp nicht beeinflusst. Es handle sich um einen Winkelbau, wie er von der ÜO 

vorgesehen sei.

d) Mit dem geplanten Einfamilienhaus soll eine Baulücke in der bestehenden 

Überbauung am südlichen Hang des Gurtens geschlossen werden. Das bestehende 

Quartier ist einheitlich überbaut. Es ist geprägt von eingeschossigen, winkelförmigen 

Gebäuden, die gleich ausgerichtet sind. Auch hinsichtlich der Dachform unterscheiden sie 

sich nicht. Offenbar war geplant, das Baugrundstück bereits in den Siebzigerjahren zu 

überbauen. Nach den Baugesuchsplänen aus dem Jahre 197331 war vorgesehen, alle 

Parzellen im äusseren Siedlungsbereich der ÜO mit demselben Gebäudetyp zu 

überbauen. Das in den Siebzigerjahren geplante Gebäude wurde auf dem Baugrundstück 

aber nie realisiert.

e) Anders als Beschwerdeführer behauptet, schreibt die ÜO „G.________“ nirgends 

einen bestimmten Bautyp vor. Die Gebäudeform und -stellung sind im Perimeter der ÜO 

durch die Baustreifen vorgegeben. Das Vorhaben entspricht diesen Vorgaben und hält sich 

auch an die übrigen baupolizeilichen Vorschriften. Mehr kann nicht verlangt werden. Aus 

den Baugesuchsplänen von 1973 kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Die Pläne haben keine rechtliche Bedeutung mehr. Baubewilligungen erlöschen 

grundsätzlich, wenn innerhalb von drei Jahren seit ihrer rechtskräftigen Erteilung mit der 

Ausführung des Vorhabens nicht begonnen wird (Art. 42 Abs. 2 BauG). Die BVE teilt hier 

die Auffassung der Vorinstanz, wonach das Vorhaben das Gesamtbild der bestehenden 

Siedlung nicht beeinträchtigt. Das Bauvorhaben passt sich hinsichtlich Volumentrie, 

Fassadengestaltung, Dachform und der Stellung nahtlos in die gewachsene Umgebung 

und die vorbestehende Siedlung ein. Mit der Schliessung der Baulücke wird an der 

Homogenität des Quartierbildes festgehalten. Auch die Dienstbarkeit vermag daran nichts 

zu ändern. Im Vergleich zu den Nachbarbauten ist das Vorhaben zwar ca. um 30 cm höher 

geplant. Dieser geringfügige Unterschied, der durch optimale Dachisolation bedingt ist, 

vermag das Gesamtbild und die Identität des Quartiercharakters jedoch nicht zu 

beeinträchtigen. Es kann nicht verlangt werden, dass sich das Vorhaben in allen Details an 

31 vgl. pag. 27 und 28 der Vorakten der Gemeinde Köniz

16

das ursprünglich geplante Projekt halten muss. Demnach erweist sich die Beschwerde 

auch hinsichtlich der Ästhetikrüge als unbegründet.

7. Erschliessung

a) Der Beschwerdeführer rügt, die Bauparzelle sei ungenügend erschlossen. Der 

Zugang zur Liegenschaft der Beschwerdegegner führe über die Anmerkungsparzelle 

Nr. K.________. Betreffend eine weitergehende Nutzung der Anmerkungsparzelle wie die 

vorliegende Erschliessung des Bauprojekts müssten sämtliche Grundeigentümer 

einverstanden sein. Dieses Einverständnis sei bis heute nicht eingeholt worden.

b) Die Beschwerdegegner machen geltend, bezüglich dieser Rüge fehle es dem 

Beschwerdeführer an der Beschwerdelegitimation. Er habe die Rüge erst im 

Beschwerdeverfahren erhoben. Abgesehen davon sei die Rüge offensichtlich unbegründet.

c) Die Erschliessung des Baugrundstücks ist sichergestellt. Es kann daher offen 

bleiben, ob der Beschwerdeführer hinsichtlich dieser Rüge beschwerdelegitimiert wäre. Die 

Erschliessungsanlagen der Gesamtüberbauung „G.________“ sind im Grundbuch als 

Anmerkungsgrundstück Nr. K.________ eingetragen und gehören je zu 1/72 den 

Eigentümern der Grundstücke Nr. O.________ bis P.________. Dazu gehören drei 

unterirdische Autoeinstellhallen, Trafostation, Gas-Druckreduzierstation, 

Versorgungsanlagen und Leitungssysteme für Wasser, Kraft, Telefon, Fernsehen und 

Radio, Gas und Kanalisation, oberirdische Parkplätze, Weganlagen und Zufahrten und 

schliesslich Grünflächen und Gartenanlagen, Spiel- und Freizeitanlagen. Wie auch aus 

dem Grundbuchauszug hervorgeht und die Beschwerdegegner zutreffend ausführen, 

bezweckt das Anmerkungsgrundstück Nr. K.________ die Hauptgrundstücke 

Nr. O.________ bis P.________ dauerhaft zu erschliessen. Als Grundeigentümern steht 

den Beschwerdegegnern an der gesamten Erschliessung ein Miteigentumsanteil zu. Die 

Erschliessung des Baugrundstücks ist damit rechtlich sichergestellt (Art. 4 Bst. c BauV). 

Das Baugrundstück ist genügend erschlossen. Eine Zustimmung der Grundeigentümer ist 

nicht nötig.

8. Profilierung

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a) Der Beschwerdeführer bemängelt schliesslich, die projektierte Mauer, die den 

Sitzplatz der Beschwerdegegner abgrenze, sei nicht profiliert worden. Es sei anhand der 

Profile nicht ersichtlich, dass die Baute über die Baulinie hinausragen werde. Zudem sei 

momentan keine korrekte Profilierung vorhanden. Dies sei von Amtes wegen zu überprüfen 

und die notwendigen Anordnungen seien durch die angerufene Instanz zu treffen. Nach 

Behebung des Mangels sei zudem die Bekanntmachung im Sinn von Art. 16 Abs. 4 BewD 

zu wiederholen.

b) Die Beschwerdegegner bemerken, soweit die Profilstangen durch Sturmwinde 

umkippen werden, würden sie selbstverständlich wieder ordnungsgemäss hingestellt.

c) Die Vorinstanz hält fest, mit der Eingabe der Einsprachen sei nachweislich das Ziel 

des Sichtbarmachens der Hauptabmessungen des Gebäudes und die Bekanntgabe eines 

Bauprojekts erreicht worden. Es sei richtig, dass die Bauprofile bis zum Bauentscheid 

stehen müssten. Dies sei nach wie vor der Fall. Bedingt durch die lange Bewilligungsdauer 

könne es sein, dass einzelne Profile Schaden genommen hätten.

d) Die Rüge des Beschwerdeführers ist unbegründet. Profile sollen in erster Linie 

Nachbarn und weitere Interessenten auf ein Bauvorhaben aufmerksam machen und es 

den Beteiligten erleichtern, sich das Vorhaben in etwa im Gelände vorzustellen. Für die 

Beurteilung, ob das Vorhaben innerhalb der Baustreifen liegt, sind die Projektpläne 

massgebend. Zu Recht rügt der Beschwerdeführer nicht, er sei durch die Profilierung 

getäuscht und von der Einsprache abgehalten worden. Es ist auch aktenkundig, dass sich 

der Nachbar, dessen Liegenschaft sich gegenüber der verlängerten Südostfassade 

befindet, am Vorverfahren als Einsprecher beteiligte. Anders als der Beschwerdeführer 

meint, drängt sich hier eine Wiederherstellung der Einsprachefrist bzw. eine 

Bekanntmachung nach Art. 16 Abs. 4 BewD nicht auf. Weder wurden hier Einsprecher 

durch eine unrichtige Profilierung getäuscht noch sind sie von der Einsprache abgehalten 

worden. Richtig ist, dass die Profile eines Bauvorhabens nach Art. 16 BewD stehen zu 

lassen sind, bis endgültig über das Bauvorhaben entschieden ist. Die Beschwerdegegner 

haben in ihrer Beschwerdeantwort zugesichert, dass sie die Profilstangen bis zum 

endgültigen Entscheid ordnungsgemäss hinstellen. Auf diese Aussage sind die 

Beschwerdegegner zu behaften. Weitere Anordnungen und Beweiserhebungen sind somit 

nicht nötig.

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9. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'800.00.

b) Der Beschwerdeführer hat zudem den Beschwerdegegnern die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes der Beschwerdegegner 

gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer hat somit den 

Beschwerdegegnern die Parteikosten von Fr. 6'671.20 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Ziffer 1.1 des Gesamtentscheides der Gemeinde Köniz vom 20. Januar 2010 wird 

von Amtes wegen wie folgt ergänzt und angepasst:
„Das Baugesuch wird abgeschrieben, soweit es den Gartenschopf betrifft.“

2. Im Übrigen wird die Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird, abgewiesen. Der 

Gesamtentscheid der Gemeinde Köniz vom 20. Januar 2010 wird bestätigt.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'800.00 werden dem Beschwerdeführer zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 

in Rechtskraft erwachsen ist.

4. Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnern die Parteikosten im Betrag von 

Fr. 6'671.20 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

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IV. Eröffnung

- B.________, mit Gerichtsurkunde

- Herrn Rechtsanwalt E.________, mit Gerichtsurkunde

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, mit Gerichtsurkunde

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer, Regierungsrätin