# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e5a481f-157d-5915-9263-0e4b31a6debb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2009 D-8741/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8741-2007_2009-10-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8741/2007/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richter François Badoud, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z1._______, geboren _______,
Z2._______, geboren _______,
Z3._______, geboren _______,
Z4._______, geboren _______,
Z5._______, geboren _______,
Z6._______, geboren _______,
Mazedonien,
vertreten durch LL.M. lic. iur. Susanne Sadri, 
_______,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
26. November 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8741/2007

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer floh im Jahr 1992 nach Deutschland, weil einer 
seiner  Freund verhaftet  worden sei  und er  für  sich  das  Gleiche be-
fürchtet habe. In Deutschland habe er um Asyl ersucht. Fünf Monate 
oder ein Jahr später sei er in sein Heimatland zurückgekehrt und habe 
als Sportlehrer am Gymnasium A._______ in B._______ unterrichtet. 
Dort habe er sich insbesondere um albanische Schüler gekümmert. 

Im Frühjahr 2001 hätten die Beschwerdeführer ihren Heimatstaat nach 
eigenen  Angaben  erstmals  in  Richtung  Schweiz  verlassen  und  das 
erste Asylgesuch eingereicht. Am 29. November 2002 zogen sie das 
Gesuch zurück und meldeten sich freiwillig für  die Rückkehrhilfe an. 
Sie seien daraufhin nach Mazedonien zurückgekehrt.

B.
Am 2. Juli 2007 seien die Beschwerdeführer erneut aus ihrem Heimat-
land  ausgereist  und  gelangten  über  unbekannte  Länder  zwei  Tage 
später  in  die  Schweiz,  wo  sie  gleichentags  um Asyl  ersuchten.  Am 
11. Juli 2007 wurden sie im C._______ befragt und mit Verfügung vom 
12.  Juli  2007  für  den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem 
Kanton D._______ zugewiesen. Am 18. Oktober 2007 führte das BFM 
eine direkte Anhörung durch. 

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er habe zwei 
Wochen nach der letzten Rückkehr in sein Heimatland an der gleichen 
Schule wie vor der Ausreise die Arbeit  als Sportlehrer wieder aufge-
nommen. Wie schon in den Jahren 2000 bis 2001 sei er im Jahr 2006 
wieder als Vizedirektor der Schule gewählt  worden. Indessen sei ein 
anderer Direktor in der Schule tätig gewesen und der albanische Teil 
der Schule habe in andere Räumlichkeiten umziehen müssen. Als Leh-
rer von albanischen Kindern habe er unter schlechteren Bedingungen 
arbeiten  müssen  als  seine  Kollegen,  welche  slawisch-mazedonische 
Kinder  unterrichtet  hätten,  obwohl  er  sich  immer  für  gleiche Rechte 
von albanischen und slawischen Schülern  eingesetzt  habe. Es habe 
an Räumlichkeiten für spezialisierte Unterrichtsfächer – insbesondere 
an einer Turnhalle – gefehlt, während die slawischen Schüler alles ge-
habt hätten, was sie benötigt hätten. Anlässlich einer Matura-Feier im 
Mai 2003 habe er zusammen mit einem beziehungsweise zwei andern 
Lehrern und dem Elternkomitee an einem 24-stündigen Hungerstreik 

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teilgenommen, worüber in den Medien berichtet worden sei. Daraufhin 
sei er vom mazedonischen Geheimdienst unter Druck gesetzt und mit 
dem Tod bedroht worden. Man habe ihn über die Gründe des Hunger-
streiks befragt. Ausserdem hätte er als Spitzel herausfinden sollen, ob 
sich in den Dörfern bewaffnete Gruppierungen aus dem Kosovo gebil-
det hätten und wo im Kosovo sich sein Cousin, der infolge eines Bom-
benattentats  mit  vier  Toten in  Abwesenheit  zu  12  Jahren Gefängnis 
verurteilt  worden sei,  aufhalte. Diese Tätigkeit  habe er  indessen ab-
gelehnt.  Trotzdem sei  seine  Ehefrau  monatlich  telefonisch  angefragt 
worden,  ob  ihr  Ehemann  seine  Meinung  geändert  habe.  Ihn  selber 
habe man telefonisch nicht erreicht. Um seine Ehefrau nicht zu beun-
ruhigen, habe er ihr von den Bedrohungen und deren Hintergründen 
nichts  erzählt.  Zudem habe  eine  Gruppe  von  zwei  oder  drei  Maze-
donier  seinen  Sohn  als  Folge  seiner  Aktivitäten  am  10. September 
2004 nahe der Schule zusammengeschlagen. Auch darüber sei in den 
Medien berichtet worden. Im Jahr 2007 sei er ferner aufgefordert wor-
den, einen ihm und seinem Bruder bekannten Ex-Parlamentarier auf-
zuspüren und in Erfahrung zu bringen, wieviele Soldaten dieser unter 
sich  habe  und  von  wem  er  Waffen  erhalte.  Der  Ex-Parlamentarier 
seinerseits habe ihn bedrängt, auf der albanischen Seite mitzuwirken. 
Schliesslich  sei  ihm  vorgeworfen  worden,  einerseits  nicht  mit  dem 
Staat  zusammenzuarbeiten  und  andererseits  als  Vizedirektor  einer 
Schule  Verbesserungen  für  die  albanischen  Schüler  zu  fordern.  Im 
Juni  2007  –  am  Ende  des  Schuljahres  –  habe  ihm  an  der  letzten 
Elternversammlung  ein  Mitglied  des  Vorstands  der  Eltern,  das  auch 
Polizeiinspektor  gewesen  sei,  geraten,  das  Land  zu  verlassen,  weil 
gegen ihn etwas Gefährliches im Gange sei. Man wolle ihn festneh-
men,  eine  Anklage  gegen  ihn  erheben  und  einen  Gerichtsfall  kons-
truieren, ähnlich wie im Fall des Ehemannes seiner Cousine im Dorf 
Sopot. Dieser sei einen Monat vor dem Rücktritt des Beschwerdefüh-
rers,  zu  welchem ihn die  Polizei  gedrängt  habe,  mithin  am 22. Juni 
2007,  zu  einer  12-jährigen  Gefängnisstrafe  verurteilt  worden  und  in 
den Kosovo geflohen. Seither wisse man nicht, wo er sich befinde. Vor 
der Ausreise sei seine Ehefrau zwei Mal telefonisch bedroht worden, 
indem  man  ihr  mitgeteilt  habe,  sie  und  ihre  Tochter  würden  verge-
waltigt. Aus Angst  vor weiteren Repressalien und vor einer  Liquidie-
rung des Beschwerdeführers ohne Verurteilung hätten sie sich dann 
zur Ausreise entschieden. 

Die  Beschwerdeführerin  bestätigte  im  Wesentlichen  die  Vorbringen 
ihres Ehemannes. Zusätzlich machte sie geltend,  ihr  Ehemann habe 

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telefonische Bedrohungen erhalten und sie über die Hintergründe der 
Bedrohungen informiert. Seine Probleme hätten schon zwei  Wochen 
nach der Wiederaufnahme der Arbeit begonnen. In der Schule, in wel-
cher  er  als  Sportlehrer  unterrichtet  habe,  seien  albanische  Schüler 
vergiftet worden. Ihr Ehemann habe eine Anzeige erstattet, nachdem 
der  Sohn  K.  von  Mazedoniern  bewusstlos  geschlagen  worden  sei. 
Aber die Polizei habe ihnen mitgeteilt, dass die Verursacher nicht hät-
ten gefunden werden können. Auch die Anzeige des Ehemannes im 
Fall  der  telefonischen  Bedrohung  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer 
Tochter im Monat vor der Ausreise sei  erfolglos geblieben. Der Ehe-
mann  habe  die  Stelle  kündigen  müssen,  weil  er  von  einem  Freund 
über eine bevorstehende Verhaftung gewarnt worden sei. 

Der  Sohn  K.  der  Beschwerdeführer  legte  in  Ergänzung  zu  seinen 
Eltern dar, er sei eines Tages, am 10. September, grundlos auf dem 
Schulweg  von  sechs  bis  sieben  mazedonisch  sprechenden  Jugend-
lichen attackiert, mit einem Baseballschläger und mit Ketten geschla-
gen, mit  Fusstritten traktiert  und mit einem Messer an seiner Gurgel 
bedroht worden. Er habe am Kopf geblutet und das Bewusstsein ver-
loren. Nachdem er zuhause wieder aufgewacht sei, habe man ihn zu 
einem  Arzt  gebracht,  der  die  Verletzungen  im  Gesicht  und  den  ge-
brochenen Arm behandelt habe. Fortan habe er nicht mehr ohne Be-
gleitung  seiner  Eltern  in  die  Schule  gehen  wollen,  habe  nicht  mehr 
schlafen können,  leide  ständig an Angst  und Kopfschmerzen,  könne 
sich  nicht  konzentrieren,  sei  immer  sehr  müde  und  müsse  Medika-
mente  einnehmen. Er  wisse nicht,  warum man ihn  derart  behandelt 
habe. Insbesondere habe er nichts Schlimmes verbrochen. Sein Vater 
habe ihm gesagt, hier in der Schweiz müsse er keine Angst haben. Er 
wolle nicht in sein Heimatland zurückkehren,  weil  er  befürchte, dass 
ihm das Gleiche nochmals zustosse.

Die Beschwerdeführer gaben zwei Identitätskarten ab. Den Reisepass 
hätten sie anlässlich seiner Reise dem Schlepper gegeben und nicht 
mehr zurückerhalten. Der Sohn K. der Beschwerdeführer sagte aus, er 
habe nie eine Identitätskarte besessen und wisse nicht, wo sich sein 
Reisepass befinde. Darüber  hinaus gaben sie  folgende Beweismittel 
zu  den  Akten:  Mehrere  Zeitungsberichte,  teils  in  Kopie,  über  den 
Angriff  auf den Sohn K. der Beschwerdeführer und den Hungerstreik 
des  Beschwerdeführers  betreffend,  eine  Eingabe  des  Beschwerde-
führers und seiner Berufskollegen an die Behörden, zwei CD-Roms mit 
Aufzeichnungen von TV-Sendungen, zwei Fotos des Beschwerdefüh-

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rers  mit  seinen  Schülern  sowie  die  Kopie  eines  Arztberichtes  des 
Lindenhofspitals  vom  7.  September  2007,  gemäss  welcher  die  Be-
schwerdeführerin an einer Hepatitis B erkrankt sei.

Das Bundesamt  verzichtete  –  abgesehen  von einem Fingerabdruck-
vergleich – auf weitere Abklärungen.

C.
Am 30. Juli 2007 wurde das jüngste Kind der Beschwerdeführer in der 
Schweiz geboren.

D.
Mit  Verfügung vom 26. November 2007 – eröffnet  am 28. November 
2007  –  stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführer  erfüllten  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und lehnte  die  Asylgesuche ab. Gleich-
zeitig verfügte es ihre Wegweisung aus der Schweiz. Es begründete 
seinen  ablehnenden  Entscheid  im  Wesentlichen  damit,  die  allge-
meinen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen 
in Mazedonien seien nicht dergestalt, dass sie die Beschwerdeführer 
zu  einer  Flucht  ins  Ausland  gezwungen  hätten. Die  vom Beschwer-
deführer geltend gemachten Schwierigkeiten in der Schule hätten zwar 
nicht  abschliessend  und  befriedigend  beigelegt  werden  können;  in-
dessen würden sie nicht  ein asylrelevantes Mass erreichen. Der Be-
schwerdeführer  sei  nach  seiner  Rückkehr  aus  der  Schweiz  im  Jahr 
2006 zum zweiten Mal als Vizedirektor einer Schule gewählt worden, 
obwohl  er  vor  seiner  Rückkehr  aus  der  Schweiz  mit  einem  Lehrer 
Streit gehabt habe, in einen Hungerstreik getreten sei, was öffentlich 
diskutiert  worden  sei,  sich  immer  für  die  albanisch-sprachige 
Schülerschaft  eingesetzt  habe  und  dessen  Cousin  infolge  eines 
Bombenanschlags verurteilt  worden sei. Damit habe er offensichtlich 
ins Profil  der Wahlbehörde gepasst und die Parteien hätten ihm ver-
traut. Er sei somit in einen gesellschaftlich wichtigen und respektierten 
Posten gewählt worden und habe sich damit zwangsweise und – auf-
grund der vorangehenden Erfahrungen auch wissentlich – den Erwar-
tungen der verschiedenen Parteien wie Eltern, Schule, Staat, Schüler, 
Lehrerkollegen  und  Bevölkerung  ausgesetzt.  Es  sei  unter  den  ge-
gebenen  Umständen  nachvollziehbar,  dass  er  im  Willen,  das  Beste 
herauszuholen,  nicht  immer  alle  Parteien  habe  befriedigen  können, 
womit nicht auszuschliessen sei, dass es auch zu verbalen Drohungen 
und Druckversuchen gekommen sei und diese den Beschwerdeführer 
belastet  hätten. Dies liege indessen in  der anspruchsvollen Aufgabe 

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eines  Schuldirektors  begründet. Die eingereichten Beweismittel  (CD-
Roms  und  Zeitungsartikel)  würden  zwar  das  Engagement  des  Be-
schwerdeführers  zeigen,  vermöchten  indessen  keine  asylrelevante 
Verfolgung  zu  belegen.  Vor   diesem  Hintergrund  müsse  auch  die 
Drohung des Elternvertreters, er müsse das Land verlassen, ansons-
ten  etwas  Gefährliches  geschehe,  verstanden  werden.  Zudem  sei 
diese Aussage widersprüchlich zu derjenigen seiner Ehefrau, gemäss 
welcher  er  seine  Stelle  habe  kündigen  müssen,  weil  er  von  einem 
Freund über  eine bevorstehende Verhaftung gewarnt  worden sei. Es 
sei – gemäss den Erkenntnissen des BFM – ferner fraglich, ob der Be-
schwedeführer als öffentliche Person am Leben bedroht sei, weil damit 
lokal  und  national  das  labile  Gleichgewicht  unter  den  Ethnien  aufs 
Spiel  gesetzt  würde.  Zudem  würden  die  geltend  gemachten  Druck-
versuche des mazedonischen Geheimdienstes, bewaffnete albanische 
Gruppierungen  auszuspionieren,  keinen  Sinn  ergeben,  da  der  Be-
schwerdeführer trotz seiner albanischen Ethnie bei diesen als Fremder 
wahrgenommen würde,  zumal  er  nicht  einmal  familiäre Beziehungen 
zu ihnen aufweise. Bezüglich der Attacke gegen den ältesten Sohn der 
Beschwerdeführer  legte  das  BFM  dar,  dass  die  Beschwerdeführer 
einerseits nach diesem Vorfall  noch zwei Jahre bis  zur  Ausreise ge-
wartet hätten, womit der tragische Vorfall nicht als kausal für die Aus-
reise zu sehen sei; andererseits  sei  nicht  auszuschliessen,  dass die 
nationalistisch oder ethnisch motivierte Gesinnung unter den Schülern 
selbst zum Vorfall geführt habe. Zudem sei die Behauptung, dass die 
Täter  zwar  bekannt  seien,  indessen  nichts  gegen  sie  unternommen 
werde, durch nichts belegt. Da die Beschwerdeführer mit der Ausreise 
bis zum Ende des Schuljahres gewartet hätten, sei belegt, dass vor-
liegend keine Flucht vor asylrelevanter Verfolgung bestehe. Den Weg-
weisungsvollzug erachtete das Bundesamt als zulässig, zumutbar und 
möglich. Insbesondere wies es darauf  hin,  dass die für  den ältesten 
Sohn der  Beschwerdeführer  benötigte  Therapie  und die  Behandlung 
der diagnostizierten Hepatitis B auch in Mazedonien durchgeführt wer-
den könnten, auch wenn die medizinische Versorgung dort einen ge-
ringeren Standard aufweise als in der Schweiz. 

E.
Mit  Bericht  vom 4. Dezember 2007 stellte das E._______ fest,  dass 
nicht nur die Beschwerdeführerin, sondern auch ihre Kinder an einer 
Hepatitis B erkrankt sind.

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F.
Mit  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  27.  Dezember 
2007  legten  die  Beschwerdeführer  gegen  die  vorinstanzliche  Verfü-
gung Beschwerde ein und beantragten die Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung, die Anerkennung als Flüchtlinge, die Asylgewährung 
sowie  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit  beziehungs-
weise Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs und gestützt darauf 
die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht  ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  Zur Be-
gründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die vom BFM erhobe-
nen Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen seien nicht näher 
begründet worden. Vielmehr seien ihre Vorbringen pauschal als über-
trieben und unlogisch qualifiziert  worden. Dem sei indessen nicht so. 
Sie seien in ihrem Heimatland asylrelevant verfolgt worden. Als Folge 
seines  Engagements  für  die  albanische  Schule  habe  die  Sicher-
heitspolizei  angefangen,  den  Beschwerdeführer  zu  bedrängen.  Die 
ständige Bedrohung und am Schluss auch die Gewissheit, dass man 
ihn einsperren wolle, seien unerträglich geworden. Sie hätten zudem 
keine Möglichkeit  gehabt,  sich vor den Übergriffen durch die Sicher-
heitspolizei zu schützen. Man würde sie überall in Mazedonien finden 
und  den  Beschwerdeführer  –  wie  den  Ehemann  seiner  Cousine  – 
unter irgendwelchen Vorwänden verurteilen. Weder vom Gericht noch 
von sonst wem könne Unterstützung erwartet werden. Auch mit  dem 
Anschlag  auf  den  Sohn  hätten  sie  erlebt,  dass  ihnen  die  Behörden 
nicht helfen wollten. Im Fall einer Rückkehr würden sie erneut verfolgt. 
Die  gesundheitlichen  Probleme  des  Sohnes  der  Beschwerdeführer 
stünden ebenfalls im Zusammenhang mit der geltend gemachten Ver-
folgung,  weil  er  seit  dem brutalen  Angriff  sehr  leide. In  Mazedonien 
habe er nicht richtig behandelt werden können. Eine richtige Behand-
lung erhalte er erst seit der Einreise in die Schweiz. Im Fall einer Rück-
kehr  würde  die  notwendige  Behandlung  wieder  fehlen,  womit  seine 
Gesundheit gefährdet wäre. Auch bezüglich der chronischen Hepatitis 
B wäre in Mazedonien keine angemessene Behandlung erhältlich, was 
vom  BFM  nicht  geprüft  worden  sei.  Im  Fall  einer  Rückkehr  nach 
Mazedonien würde sich deshalb die gesundheitliche Situation – insbe-
sondere der Kinder – drastisch verschlechtern. 

Der Beschwerde lagen mehrere Kopien von Arztberichten, ein Schrei-
ben des Schweizerischen Roten Kreuzes vom 24. Oktober 2007, die 
Kopie des  Beiblattes  der  Hilfswerksvertretung bei  der  Anhörung des 

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ältesten  Sohnes  der  Beschwerdeführer,  eine  Bestätigung  der  Für-
sorgeunterstützung der  Familie  sowie ein  Schreiben in  einer  Fremd-
sprache bei. 

G.
Mit Zwischenverfügung vom 17. Januar 2008 wurde den Beschwerde-
führern  mitgeteilt,  dass  sie  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz abwarten könnten und dass ihr Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  zu  einem späteren  Zeitpunkt  entschie-
den  werde.  Auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  wurde  ver-
zichtet  und  die  Beschwerdeführer  wurden  aufgefordert,  das  in  einer 
Fremdsprache  eingereichte  Dokument  in  eine  schweizerische  Amts-
sprache übersetzt und die in Aussicht gestellten Arztberichte im Ori-
ginal nachzureichen.

H.
Mit Eingabe vom 1. Februar 2008 (Datum Poststempel) teilten die Be-
schwerdeführer mit, fortan im Beschwerdeverfahren vertreten zu sein. 
Sie machten geltend, dass in Mazedonien trotz gesetzlicher Veranke-
rung  der  Gleichberechtigung  von  Albanern  und  Mazedoniern  die 
albanische Volksgruppe in  Wirklichkeit  diskriminiert  und benachteiligt 
werde. Der Beschwerdeführer sei zweimal – ein Mal aus Deutschland 
und ein Mal  aus der  Schweiz – freiwillig  in sein Heimatland zurück-
gekehrt,  weil  er  für  die albanische Volksgruppe wieder Hoffnung ge-
schöpft habe. Nur ihn betreffende Nachteile hätte er vielleicht ertragen 
können. Da man indessen seine Familie, insbesondere seinen ältesten 
Sohn,  angegriffen  und  seiner  Ehefrau  und  Tochter  mit  einer  Verge-
waltigung gedroht habe, habe er das Risiko eines weiteren Verbleibs 
im Heimatland nicht eingehen wollen. Weil er mit den staatlichen Be-
hörden keine guten Erfahrungen gemacht  habe und diese ihm nicht 
hätten helfen wollen, was mit Dokumenten belegt sei, habe er sich für 
eine erneute Ausreise entschieden. Dem Sohn des Beschwerdeführers 
seien Nachteile im Sinne des Asylgesetzes zugefügt worden und der 
Beschwerdeführer sei wegen seines politischen Engagements gezielt 
verfolgt und belästigt worden. Unter Hinweis auf einen Vorfall im Dorf 
F._______ im November 2007 wurde geltend gemacht, dass in Maze-
donien auch in jüngster Vergangenheit systematische, staatliche Ver-
folgung aus politischen, ethnischen oder  religiösen Gründen vorkom-
me. Auch wenn Mazedonien seit 1995 im Europarat sei, vermöge dies 
nichts  daran  zu  ändern,  dass  infolge  der  fehlenden  Garantie  der 
Rechte der Minderheiten noch kein Beitritt zur Europäischen Union er-

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folgt sei. Die „Commission of the European Communities“ in Brüssel 
bemängle  vorallem  den  mangelhaften  Schutz  von  Minderheiten. 
Deshalb hielten die Beschwerdeführer an ihrem Antrag auf Anerken-
nung  als  Flüchtlinge  fest.  Darüber  hinaus  müsse  der  Wegweisungs-
vollzug aus medizinischen Gründen als unzumutbar erachtet werden, 
da  die  ganze Familie  unter  einer  chronischen  Hepatitis  B  leide  und 
medizinische Behandlung benötige. Der älteste Sohn der Beschwerde-
führer  sei  –  abgesehen  von  der  diagnostizierten  Posttraumatischen 
Belastungsstörung (PTBS) – auch an einer Leberentzündung erkrankt. 
Die Behandlung sei in Mazedonien nicht möglich und selbst wenn die 
benötigten Medikamente erhältlich wären,  könne deren Finanzierung 
nicht als gesichert gelten. Der Eingabe lagen nebst der Vollmacht fol-
gende Beweismittel bei: betreffend PTBS des ältesten Sohnes der Be-
schwerdeführer  die  Kopie  eines  ärztlichen  Berichts  aus  Mazedonien 
vom 20. Juni 2007 und dessen Übersetzung sowie das Original eines 
Arztberichtes  des  G._______  vom 24. Januar  2008,  die  Hepatitis  B 
betreffend  das  Original  eines  Arztberichts  vom  4. Dezember  2007 
sowie  Kopien  der  Arztberichte  vom  6.  und  14. Dezember  2007,  die 
Kopie eines Terminaufgebots des E._______ vom 26. November 2007, 
Kopien dreier Zeitungsartikel (zwei vom 27. September 2004 und eine 
vom 5. Juni 2007) sowie Übersetzungen von zwei dieser Artikel, eine 
Kopie des Titelblatts  des Berichts  der „Commission of  the European 
Communities“  vom  6. November  2007  und  Kopien  eines 
Internetartikels über den Vorfall in Brodec vom 14. November 2007. 

I.
Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 12. Februar 2008 voll-
umfänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung 
der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde den Beschwerdeführern 
am 12. Februar 2008 zur Kenntnis gebracht.

J.
Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
11. August 2009 wurden die Beschwerdeführer aufgefordert, innert der 
ihnen angesetzten Frist aktuelle Arztberichte nachzureichen.

K.
Mit  Eingabe  vom 27.  August  2009  (Datum  Poststempel:  28.  August 
2009)  reichten  die  Beschwerdeführer  diverse  Arztberichte  zu  den 
Akten.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführenden  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung.  Die  Beschwerdeführenden  sind  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48 
Abs. 1 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

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3.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 Das  BFM  legte  in  der  angefochtenen  Verfügung  dar,  in  Maze-
donien hätten mit  dem Friedensabkommen von Ohrid am 13. August 
2001  die  bewaffneten  Auseinandersetzungen  mit  der  Guerilla  der 
albanischen UCK im Nordwesten des Landes beigelegt werden kön-
nen.  Seither  hätten  mehrmals  freie  und  faire  Wahlen  stattgefunden, 
wobei  die  Minderheiten  in  den  staatlichen  Strukturen  präsent  seien 
und ihre Rechte garantiert würden. Hinweise auf systematische, staat-
liche  Verfolgung aus  politischen,  ethnischen und religiösen  Gründen 
oder infolge der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe gebe es in der 
jüngsten Vergangenheit nicht mehr. Gegen Behördenwillkür und Über-
griffe seitens Drittpersonen könnten sich die Beschwerdeführer an vor 
Ort tätige internationale Organisationen wenden und Beschwerde bei 
den mazedonischen Behörden erheben. Dies gelte auch für die Situa-
tion in der Region von B._______. In den Schulen seien die Streitig-
keiten bisher nicht abschliessend und befriedigend gelöst worden, was 
zu einem Nebeneinander der slawisch- und albanisch-stämmigen Be-
völkerung geführt  habe und gegenseitige Schikanen miteinschliesse. 
Allfällige Behelligungen würden indessen kein asylrelevantes Ausmass 
annehmen. Die von den Beschwerdeführern geltend gemachten Prob-
leme seien vor diesem Hintergrund zu sehen. 

4.2 Demgegenüber  argumentierten  die  Beschwerdeführer,  der  Be-
schwerdeführer habe sein Heimatland schon mehrmals infolge der eth-
nischen Auseinandersetzungen verlassen müssen, sei indessen zwei 
Mal  wieder  freiwillig  zurückgekehrt  und  habe  versucht,  für  sich  und 
seine Familie ein neues Leben aufzubauen, nachdem im Abkommen 
von Ohrid die Nicht-Diskriminierung und Gleichberechtigung als zen-
trale  Forderung verankert  worden sei  und man Albanisch als  zweite 
Amtssprache angenommen sowie die Universität von Tetovo wiederer-
öffnet habe. Die Kriterien des Abkommens seien indessen nicht um-

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gesetzt und grundlegende Probleme nicht näher angegangen worden. 
So sei die Frage nach einer einheitlichen nationalen Identität und dem 
zukünftigen  Zusammenleben  der  ethnischen  Gemeinschaften  nach 
wie  vor  ungelöst.  In  beiden  Volksgruppen  herrsche  das  Gefühl,  Be-
nachteiligte und Verlierer des Friedensprozesses zu sein. Vor diesem 
Hintergrund sei  es zu den Belästigungen und Bedrohungen des Be-
schwerdeführers  gekommen,  da  er  sich  intensiv  mit  der  Rechtslage 
der Albaner befasst habe. 

4.3 Wie das BFM zu Recht festgestellt hat, ist die allgemeine Lage in 
Mazedonien trotz der noch immer auftretenden ethnischen Spannun-
gen  zwischen  der  slawischen  und  albanischen  Bevölkerung  kein 
Grund,  die  Beschwerdeführer  als  Flüchtlinge  anzuerkennen.  Die  in 
Mazedonien diesbezüglich immer noch teilweise ungelösten Probleme 
und  die  darauf  basierenden  Schwierigkeiten  für  die  Bevölkerung  in 
diesem Land vermögen somit nicht zur Anerkennung als Flüchtling zu 
führen, da sie die in Art. 3 AsylG enthaltenen Voraussetzungen nicht 
erfüllen.  Unter  dem  Blickwinkel  dieser  Spannungen  sind  –  wie  das 
BFM ebenfalls zutreffend ausführte – auch die von den Beschwerde-
führern geltend gemachten Fluchtgründe zu sehen. 

4.4 Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei  nach seiner Rück-
kehr  aus  der  Schweiz  im  Jahr  2002  trotz  eines  Streites  mit  einem 
Lehrer  erneut  als  Sportlehrer  und  im  Jahr  2006  trotz  eines  in  den 
Medien publizierten Hungerstreiks zum zweiten Mal zum Vizedirektor 
einer  Schule  gewählt  worden. Dabei  habe er  als  Lehrer  von albani-
schen Schülern  unter  schlechteren Bedingungen als  seine Kollegen, 
welche die slawischen Schüler unterrichtet hätten, arbeiten müssen. Er 
habe sich stets für gleiche Rechte beider Ethnien eingesetzt. Aus die-
sem Grund sei  er  einer  asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt  gewe-
sen, welche sich auch auf seine Familie abgefärbt habe, wie der Über-
griff auf seinen Sohn K. zeige. 

4.4.1 Vorab ist aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführer und der 
eingereichten Beweismittel glaubhaft, dass der Beschwerdeführer als 
Vizedirektor an einer Schule in seinem Heimatland tätig war und sich – 
auch mit Hilfe der Medien – für bessere Verhältnisse der albanischen 
Schülerschaft in der Schule einsetzte. 

4.4.2 Vor dem Hintergrund der in Mazedonien herrschenden Verhält-
nisse  –  die  Albaner  fühlen sich  gegenüber  der  slawischen Bevölke-
rung,  welche  in  der  Mehrheit  ist,  nach  wie  vor  benachteiligt  und 

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müssen sich weiterhin für die Durchsetzung gleicher Rechte im Alltag 
einsetzen –  erscheint  es  als  nachvollziehbar, dass der  Beschwerde-
führer als Vizedirektor einer Schule und als Vertreter der albanischen 
Minderheit mit Schwierigkeiten von verschiedenen Seiten zu kämpfen 
hatte. Wie das BFM indessen zutreffend ausführte, zeigt seine Wahl, 
dass er offensichtlich ins Profil der Wahlbehörden passte und den Par-
teien als vertrauenswürdig und sicher erschien, weshalb ihm trotz der 
Zugehörigkeit  zur  Minderheit  der  Albaner,  trotz  eines  diesbezüglich 
stattgefundenen und in den Medien veröffentlichten Hungerstreiks und 
trotz  der  mehrmaligen  Flucht  aus  dem  Heimatland  infolge  der 
ethnischen Probleme ein vertrauens- und verantwortungsvoller Posten 
zugestanden wurde. Dem Beschwerdeführer, der nicht zum ersten Mal 
Vizedirektor dieser Schule war, musste mit der Annahme der Wahl klar 
und bewusst gewesen sein, dass er sich einerseits in der Position als 
Vizedirektor und andererseits vor dem Hintergrund der in Mazedonien 
herrschenden Verhältnisse den Erwartungen der  verschiedenen Par-
teien – den Eltern, der Schule, des Staates, der Schüler, der Lehrer-
kollegen und der Bevölkerung – aussetzen würde, womit er auch unter 
Druck  geraten  könnte  und  Belastungen  aushalten  müsste.  Wie  das 
BFM zutreffend zum Ausdruck brachte, bringt die Position eines Vize-
direktors  einer  Schule  an  sich  vermehrte  Belastungen  mit  sich.  Im 
mazedonischen Umfeld ist damit zu rechnen, dass diese Belastungen 
im Umfeld der ethnischen Schwierigkeiten sicher noch verstärkt sind. 
Es ist deshalb denkbar, dass der Beschwerdeführer und seine Familie 
verbalen Drohungen, Druckversuchen und Schikanen der einen oder 
andern Seite ausgesetzt waren.

4.5 Indessen kann ihm und seiner Familie nicht geglaubt werden, dass 
diese ein Ausmass angenommen haben, das sie aus den im Asylge-
setz verankerten Motiven zur Ausreise aus dem Heimatland gezwun-
gen hat  und  das  ihnen  keine  Möglichkeit  offen  gelassen  hätte,  sich 
gegen allfällige Behelligungen in adäquater Weise zur Wehr zu setzen 
und den Schutz des Staates in Anspruch zu nehmen. 

4.5.1 Der Beschwerdeführer legte dar, er sei anlässlich des Hunger-
streiks im Jahr 2003 vom mazedonischen Geheimdienst unter  Druck 
gesetzt  und  zu  Spitzeldiensten  angehalten  worden.  Dabei  hätte  er 
herausfinden sollen, ob sich in den Dörfern bewaffnete Gruppierungen 
aus dem Kosovo gebildet  hätten. Insbesondere  hätte er  einen Kom-
mandanten und dessen Gruppierung aufspüren müssen. Weil er sich 
geweigert  habe,  seien  er  beziehungsweise  seine  Ehefrau  monatlich 

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belästigt  worden. Wie  das  BFM zutreffend ausführte,  ergeben  diese 
Vorbringen angesichts  der  fehlenden Beziehungen des Beschwerde-
führers  zu  allfälligen  bewaffneten  Gruppierungen  beziehungsweise 
zum gesuchten Kommandanten keinen Sinn,  weshalb diese Vorbrin-
gen nicht glaubhaft sind.

4.5.2 Ebenso  wenig  kann  ihm  aus  den  gleichen  Gründen  geglaubt 
werden,  er  sei  von  der  albanischen  Seite  aufgefordert  worden,  auf 
ihrer Seite mitzumachen. 

4.5.3 Ferner bringen die Beschwerdeführer vor, ihr Sohn K. sei wegen 
der Aktivitäten des Beschwerdeführers zusammengeschlagen worden 
und habe ein Trauma erlitten, das er bis heute nicht verarbeitet habe. 
Gestützt  auf  die  eingereichten  Beweismittel  und  die  in  der  Schweiz 
erfolgte  Therapie  steht  fest,  dass  K.  auf  dem  Schulweg  von  maze-
donischen Jugendlichen angehalten und körperlich misshandelt wurde. 
Damit  machen  die  Beschwerdeführer  eine  Verfolgung  durch  Dritt-
personen  geltend. Diese ist  praxisgemäss  dann  asylerheblich,  wenn 
die betroffene Person im Heimatland keinen Schutz finden kann, wobei 
dieser Schutz dann als ausreichend zu qualifizieren ist, wenn die be-
troffene  Person  Zugang  zu  einer  funktionierenden  und  effizienten 
Schutz-Infrastruktur hat und ihr die Inanspruchnahme des innerstaat-
lichen  Schutzsystems  zuzumuten  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 
Nr. 18). Diesbezüglich machte der Beschwerdeführer geltend, er habe 
eine Anzeige bei der Polizei eingereicht. Indessen hätten diese gegen 
die  Täter  nichts  unternommen,  obwohl  sie  bekannt  gewesen  seien. 
Vorliegend reichte der Beschwerdeführer – der im Übrigen zahlreiche 
Beweismittel  zu den Akten gab – weder eine Kopie der von ihm er-
statteten Anzeige noch andere amtliche Beweismittel ein, womit nicht 
belegt  ist,  dass  er  überhaupt  eine  Anzeige  erstattete.  Unter  diesen 
Umständen  kann  auch  nicht  angenommen  werden,  dass  die  maze-
donischen Behörden nicht in genügender Weise ihrer Pflicht zur Straf-
untersuchung nachgekommen wären und dem Beschwerdeführer be-
ziehungsweise  seinem  Sohn  den  nötigen  Schutz  verweigert  hätten. 
Der  Beschwerdeführer  unterliess  es  somit,  glaubhaft  darzustellen, 
dass die  Behörden seines Heimatlandes aufgrund seiner  ethnischen 
Zugehörigkeit  keine Strafuntersuchung eingeleitet  haben. Dies ergibt 
sich sinngemäss einzig aus einem der eingereichten Zeitungsberichte, 
gemäss welchem die Polizei die Täter nicht verfolge, obwohl sie diese 
kenne. Indessen vermag ein Zeitungsartikel nicht als Ersatz für einen 

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Beleg der  Strafanzeige zu genügen,  weil  die  Glaubhaftigkeit  dessen 
Inhalts infolge von Manipulationsmöglichkeiten nicht über alle Zweifel 
erhaben ist. Zudem legte  die  Beschwerdeführerin  diesbezüglich  dar, 
die Behörden hätten ihnen mitgeteilt,  man habe die Täter nicht aus-
findig machen können, was mit  der  Version des Beschwerdeführers, 
die Behörden hätten nichts  unternommen, obwohl  die Täter  bekannt 
gewesen  seien,  nicht  übereinstimmt.  Unter  diesen  Umständen  er-
scheint  es  wahrscheinlicher,  dass  die  Täter  nicht  ausfindig  gemacht 
werden  konnten,  weshalb  letztendlich  die  Strafuntersuchung  einge-
stellt werden musste. Da die Beschwerdeführer ausserdem nach dem 
Übergriff  auf  ihren  Sohn  noch  während  beinahe  drei  Jahren  im 
Heimatland geblieben sind, wäre es ihnen auch zumutbar und möglich 
gewesen, ein allfälliges Fehlverhalten der mazedonischen Polizei oder 
Untersuchungsbehörden mit den dazu vorgesehenen rechtlichen Mit-
teln zu rügen oder sich diesbezüglich an eine vor Ort tätige internatio-
nale  Organisation  zu  wenden,  was  sie  indessen  offensichtlich  nicht 
getan  hat.  Seine  Vorbringen,  die  mazedonische  Polizei  habe  gegen 
diesen  Vorfall  nicht  ermittelt,  weil  er  und  sein  Sohn Angehörige  der 
Albaner  seien,  weil  er  sich  für  die  albanische  Minderheit  eingesetzt 
habe und weil er vom Staat unterdrückt worden sei, entbehren somit 
jeglicher  Grundlage und können nicht  geglaubt  werden. Dem maze-
donischen Staat  kann unter  den vorliegenden Umständen nicht  zum 
Vorwurf gemacht werden, er habe seine Schutzpflicht den Beschwer-
deführern  gegenüber  verletzt.  Eine  asylerhebliche  Verfolgung  liegt 
somit trotz des tragischen Vorfalls nicht vor. Zudem ist – wie das BFM 
zutreffend annahm – naheliegenderweise davon auszugehen, dass die 
unter  den  Jugendlichen  selber  herrschenden  nationalistischen  be-
ziehungsweise ethnisch geprägten Gesinnungen – und nicht das En-
gagement des Beschwerdeführers zugunsten der albanischen Schüler 
oder  seine  Ablehnung  der  Spitzeltätigkeit  –  zum  Vorfall  führten. 
Schliesslich fehlt – ebenfalls in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – 
dem Vorbringen der Kausalzusammenhang, da die Beschwerdeführer 
ihr Heimatland erst beinahe drei Jahre nach diesem Vorfall verlassen 
haben, wobei besonders auffällig ist, dass sich K. am 20. Juni 2007 – 
mithin  kurz  vor  der  Ausreise  –  erstmals  beim  Neuropsychiater  des 
öffentlichen Spitals in B._______ gemeldet hat,  obwohl er – gestützt 
auf  den  eingereichten  Arztbericht  vom  20.  Juni  2007  –  bereits  am 
13. September 2004 vom Hausarzt überwiesen worden sei. Auch die 
Tatsache, dass die Beschwerdeführer ihr Heimatland erst nach Ende 
des letzten Schuljahres verlassen haben, legt den Schluss nahe, dass 
nicht die angegebene Verfolgungssituation, sondern der Gesundheits-

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zustand  des  Sohnes  und  allenfalls  weitere  Gründe  für  die  Ausreise 
ausschlaggebend waren. 

4.5.4 Auch das Vorbringen der Beschwerdeführer, man habe gedroht, 
der  Beschwerdeführerin  und  der  Tochter  etwas  anzutun,  vermag  im 
Hinblick auf die Möglichkeit und Zumutbarkeit einer Anzeige nicht zu 
überzeugen. 

4.6 Insgesamt  kann  den  Beschwerdeführern  nicht  geglaubt  werden, 
dass  sie  aufgrund  ihrer  ethnischen  Zugehörigkeit  und  infolge  des 
Engagements des Beschwerdeführers von den mazedonischen Behör-
den  in  alylrelevanter  Weise  verfolgt  waren.  In  Übereinstimmung  mit 
dem BFM ist zudem festzuhalten, dass es äusserst fraglich wäre, den 
Beschwerdeführer  als  Vizedirektor  und  damit  als  bekannte  Persön-
lichkeit des öffentlichen Lebens von Seiten der Behörden zu bedrohen 
und ihm den nötigen Schutz nicht zu gewähren, da mit einer solchen 
Handlungsweise  das  labile  Gleichgewicht  zwischen  den  Ethnien  in 
Mazedonien aufs Spiel gesetzt würde. Es ist deshalb auch nicht davon 
auszugehen, dass den Beschwerdeführern benötigte Schutzmassnah-
men seitens der Behörden verweigert worden wären oder dass die Be-
hörden in ungerechtfertigter Weise nicht tätig geworden wären, obwohl 
dies  geboten  gewesen  wäre.  Daran  vermag  die  Tatsache,  dass  ihr 
Sohn einem Übergriff durch unbekannte Jugendliche ausgesetzt war, 
nichts zu ändern, zumal solche Übergriffe auch in westlichen Ländern 
vorkommen und die Beschwerdeführer weder belegen noch glaubhaft 
vorbringen konnten,  dass die  zuständigen Behörden untätig  blieben. 
Allein gestützt auf den eingereichten Zeitungsbericht, in welchem dies 
dargelegt wird, kann nicht von dieser Annahme ausgegangen werden, 
zumal  es  den Beschwerdeführern  offengestanden und zumutbar  ge-
wesen wäre, im Fall  der Untätigkeit  der Behörden weitere rechtliche 
Schritte dagegen zu unternehmen. Dies ist vorliegend umso mehr der 
Fall,  als  die  Beschwerdeführer  nach  dem  Übergriff  auf  ihren  Sohn 
noch beinahe drei  Jahre in  ihrem Heimatland verblieben sein wollen 
und  der  Beschwerdeführer  als  Vizedirektor  einer  Schule  überdurch-
schnittlich gebildet ist. Im Hinblick darauf, dass der Sohn im Zeitpunkt 
des Übergriffs erst 12 Jahre alt war, ist es auch denkbar, dass die ihn 
verletzenden Jugendlichen nicht viel älter als er waren und strafrecht-
lich gar nicht verfolgt werden konnten. 

4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Vorinstanz in 
ihrer  Verfügung  vom  4.  Juli  2007  dargelegte  Argumentation  zu  be-

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stätigen ist. An dieser Einschätzung vermögen die im Beschwerdever-
fahren vorgebrachten Argumente  und die  eingereichten Beweismittel 
nichts zu ändern,  weshalb nicht  mehr weiter  auf  sie  einzugehen ist. 
Die Beschwerdeführer konnten keine Gründe nach Art. 3 AsylG nach-
weisen oder glaubhaft machen. Die Vorinstanz hat ihr Asylgesuch zu 
Recht abgelehnt.

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-
ordnet  (Art.  44  Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen  werden,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

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Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  wer-
den.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden in den Heimatstaat ist dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der 
Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit) sind 
alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der 
Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  An-
wesenheit  in  der  Schweiz gemäss den Bestimmungen über  die vor-
läufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6).

6.4 Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung – aus den nach-
folgend aufgezeigten Gründen – als unzumutbar erweist, ist auf eine 
Erörterung der beiden andern Kriterien – insbesondere der Zulässig-
keit des Wegweisungsvollzuges – zu verzichten.

6.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. 
März 2002, BBl 2002 3818).

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6.5.1 Mit  dem im  Monat  August  2001  unterzeichneten  Vertragswerk 
von Ohrid wurde eine Verfassungs- und Gesetzesreform in Gang ge-
setzt, mit welcher die politische Gleichberechtigung insbesondere der 
albanischen Bevölkerungsgruppe, aber auch anderer ethnischer Min-
derheiten rechtlich verankert ist. Die ARK hat in einem Urteil aus dem 
Jahre 2005 festgehalten, dass etwa die Anstrengungen im Hinblick auf 
eine  gemischt-ethnische  Zusammensetzung  der  Polizei  ein  Indiz  für 
die positiven Auswirkungen jener Entwicklung sei und einen wesent-
lichen Beitrag zur Befriedung unter den verschiedenen Volksgruppen 
leisten solle. Des Weiteren hielt die ARK fest, inzwischen hätten alle 
grossen Gemeinden im Westen Mazedoniens eine albanische Bevöl-
kerungsmehrheit,  was  zu  einer  stärkeren  Vertretung  der  ethnischen 
Albaner und Albanerinnen führen solle. Der Wandel sei nach überein-
stimmenden  Berichten  allgemein  mit  einer  wesentlichen  Beruhigung 
der  Sicherheitslage  verbunden,  selbst  wenn  noch  vereinzelt  gewalt-
tätige  Übergriffe  und  Menschenrechtsverletzungen  vorkommen 
könnten (vgl. EMARK 2005 Nr. 4 E. 6.2). Im Verlaufe der letzten Jahre 
ist  es  Mazedonien unter  verschiedenen Regierungen gelungen,  sich 
weiter  zu konsolidieren. Insgesamt ergibt  sich unter  dem Aspekt  der 
allgemeinen  Sicherheitslage  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführer 
keine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG.

6.5.2 Demgegenüber fallen unter dem humanitären Aspekt vorliegend 
individuelle Umstände ins Gewicht.

6.5.2.1 Auch  wenn  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  insgesamt 
nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu führen vermögen, 
kann  vorliegend  nicht  unberücksichtigt  bleiben,  dass  sich  der  Be-
schwerdeführer  mit  seinem Engagement  für  die  albanische  Schüler-
schaft  als  Vizedirektor  einer  Schule  in  eine  für  ihn  persönlich  be-
lastende  Situation  gebracht  hat,  was  auch  Auswirkungen  auf  seine 
Familie  hat. Dies  ist  bei  der  Prüfung der  Zumutbarkeit  des Wegwei-
sungsvollzugs  gebührend  zu  berücksichtigen,  zumal  die  belastende 
Situation  zu  einer  seit  März  2008  stattfindenden  psychotherapeu-
tischen und medikamentösen Behandlung des Beschwerdeführers ge-
führt  hat  und  damit  gezeigt  hat,  dass  diese noch nicht  überwunden 
und  verarbeitet  ist  (vgl.  Arztbericht  des  H._______  vom 24.  August 
2009, unterzeichnet von Dr. med. A.H.).

6.5.2.2 Darüber  hinaus  leiden  die  Beschwerdeführerin  und  die  drei 
älteren Kinder seit  der Einreise in die Schweiz an einer chronischen 

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aktiven Hepatitis B., was insbesondere bei den drei Kindern mit Müdig-
keit und Kopfschmerzen verbunden ist (vgl. diverse ärztliche Berichte 
und  Zeugnisse,  insbesondere  die  mit  der  Eingabe  vom  27. August 
2009 eingereichten). Ferner bestehen im Fall des Sohnes K. eine hohe 
Viruslast  und eine leichtgradige Inflammation. Gemäss dem neusten 
Arztbericht vom 17. Juli 2009 ist aus hepatologischer Sicht eine Thera-
pie mit  Interferon angezeigt,  von welcher indessen bisher infolge der 
andern Probleme des Patienten abgesehen wurde. Aus ärztlicher Sicht 
wird  befürchtet,  dass  die  derzeit  bestehenden  Probleme  (gemeint 
dürfte die postraumatische Belastungsstörung [PTBS] sein) mit  einer 
antiviralen Therapie verstärkt und exazerbiert würden. Im Herbst 2009 
ist vorgesehen, mit K. und seinen Eltern die weiteren Schritte zu be-
sprechen.

6.5.2.3 Der  Sohn  K.  der  Beschwerdeführer  steht  indessen  auch  in-
folge  einer  im Heimatland  erlittenen  Traumatisierung  in  Behandlung. 
Seit  August  2007 befindet  er  sich beim H._______ in  regelmässiger 
therapeutischer  Behandlung,  wobei  er  seit  Mitte  Dezember  2007  im 
Zweiwochenrhythmus zur  Therapie erscheint. Die Teilnahme in  einer 
Gruppentherapie war aufgrund der schweren Symptomatik nicht mög-
lich. Gemäss dem Arztbericht vom 24. Juli  2007 erlitt  K. im Rahmen 
des  auf  ihn  ausgeübten  Übergriffs  durch  Jugendliche  in  seinem 
Heimatland  eine  Gehirnerschütterung,  gebrochene  Rippen  und  eine 
anhaltende Gehörschädigung. Er litt fortan unter starken psychischen 
Symptomen  der  PTBS,  so  unter  Flashbacks,  Alpträumen,  Konzen-
trationsproblemen, sozialem Rückzug, Kopfschmerzen und einer aus-
geprägten,  generalisierten  Angststörung.  Er  musste  ständig  von 
Familienangehörigen begleitet  werden und geriet  schnell  in  Panikzu-
stände.  Wie der Arztbericht vom 24. August 2009 zeigt, konnte bei K. 
mit  der  Therapie  eine  deutliche  Stabilisierung  erreicht  werden.  Die 
Angst- und Panikzustände hätten erkennbar abgenommen, auch wenn 
sie in spezifischen Situationen noch immer ausgelöst würden. K. kön-
ne inzwischen seinen Alttag in vertrauter Umgebung ohne die ständige 
Begleitung seines Vaters bewältigen. Er sei  in der Lage, selbständig 
zur Schule nach D._______ zu fahren und an Klassenausflügen teilzu-
nehmen. Er habe in der Schule soziale Kontakte geknüpft, könne dem 
Unterricht folgen und zeige Motivation und Freude. Im Fall von nächt-
lichen Alpträumen könne er sich selber beruhigen. Er habe an Selbst-
vertrauen gewonnen und die depressive Symptomatik sei  zurück ge-
gangen.  Für  die  Verbesserung  des  Gesundheitszustandes  seien  in-
dessen auch die inzwischen geregelte Alltagsstruktur mit dem Schul-

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besuch  und  die  verbesserte  Wohnsituation  der  Familie  ausschlag-
gebend gewesen. Dies habe das Sicherheitsgefühl von K. unterstützt. 
Nach  wie  vor  würden  ihn  jedoch  Schlafschwierigkeiten,  wiederkeh-
rende Erinnerungen in  der Einschlafphase und nächtliche Alpträume 
plagen, was zu starker Müdigkeit, Kopfschmerzen und teilweise Flash-
backs  mit  Schwindel  und  Ohrensausen  führe.  Deswegen  sei  es  zu 
Schulabsenzen und damit  zu  Reklamationen seitens der  Schule  ge-
kommen. Auch die immer noch belastende Situation  des unsicheren 
Aufenthaltsstatus und die Suche nach einem Ausbildungsplatz lösten 
Verzweiflung aus. Gemäss dem Arztbericht vom 24. August 2009 be-
nötigt K. weiterhin Psychotherapie und eine medikamentöse Behand-
lung  durch  den  Hausarzt.  Im  Fall  eines  Therapieunterbruchs  oder 
-abbruchs müsse mit einer massiven Destabilisierung im Sinne einer 
Retraumatisierung gerechnet werden. Dabei würden die alten Panikzu-
stände und die Depressivität reaktiviert.

6.5.2.4 Im  Fall  eines  Wegweisungsvollzugs  der  Beschwerdeführer 
müsste  folglich  damit  gerechnet  werden,  dass  der  Sohn  K.,  selbst 
wenn er in seinem Heimatland die in der Schweiz begonnene Psycho-
therapie  weiterführen  könnte,  die  hier  erworbene  Stabilität  seiner 
Psyche wieder  verliert  und erneut  an Panikattacken und verstärkten 
Angstzuständen leiden würde, weil er mit der Rückkehr in sein Heimat-
land wieder an die damaligen Ereignisse erinnert würde. Es ist zudem 
damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer als Lehrer und ehemali-
ger Vizedirektor  einer Schule erneut  im Schulwesen eine Anstellung 
suchen und seine Familie damit zurück in die belastende Situation füh-
ren  würde,  zumal  viele  Probleme  zwischen  der  albanischen  und 
slawischen  Bevölkerung  in  Mazedonien  noch  nicht  gelöst  sind,  was 
sich  auch  im  Schulwesen  auswirkt.  Im  Spannungsfeld  dieser  Prob-
leme,  welche  zur  Verletzung  von K. geführt  haben,  ist  ebenfalls  mit 
einer zusätzlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes von K. 
zu rechnen. Zudem können die ihn behandelnden Ärzte gestützt  auf 
die eingereichten Arztberichte zurzeit nicht abschätzen, wie sich eine 
allfällige  medikamentöse  antivirale  Therapie  gegen  die  drohende 
Leberentzündung  auf  seinen übrigen Gesundheitszustand  auswirken 
würde, womit ein weiteres zusätzliches Risiko einer Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes besteht. Darüber hinaus leiden auch zwei 
seiner Geschwister und die Beschwerdeführerin an einer chronischen 
Hepatitis B und bedürfen der Behandlung. Die Beschwerdeführerin hat 
überdies in den nächsten Wochen eine Operation der nicht gut ausge-
heilten  Armfraktur,  welche  sich  am  16.  September  2008  zuzog,  vor 

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sich.  Der  Beschwerdeführer  selber  befindet  sich  ebenfalls  aufgrund 
der ihn im Heimatland belastenden Situation in einer therapeutischen 
Behandlung. Insgesamt würde sich die Situation dieser Familie somit 
im Fall  eines Wegweisungsvollzugs ins Heimatland schon aus medi-
zinischen Gründen als äusserst schwierig gestalten. Auch wenn medi-
zinische Gründe allein in der Regel den Vollzug der Wegweisung nicht 
zu verhindern vermögen, weist im vorliegenden Fall die Tatsache, dass 
–  mit  Ausnahme  des  jüngsten  Kindes  –  die  ganze  Familie  der 
medizinischen  Behandlung  bedarf,  auf  eine  besonders  schwierige 
Lebenssituation hin. Dass auch der Beschwerdeführer selber, der für 
die  Familie  zu  sorgen  hat,  in  therapeutischer  Behandlung  ist,  er-
schwert eine erfolgreiche Rückkehr zusätzlich, zumal das Risiko einer 
existenziellen Notlage unter diesen Umständen als gross erscheint, da 
es fraglich ist, ob der Beschwerdeführer als psychisch angeschlagene 
Person im Schulwesen wieder eine Anstellung finden könnte. Im Hin-
blick auf die schwere Traumatisierung des Sohnes K. erscheint es des-
halb im Sinne einer Gesamtbeurteilung nicht als mit dem Kindeswohl 
vereinbar, dass die Beschwerdeführer mit vier Kindern, von denen das 
Jüngste im Jahr 2007 geboren wurde, unter den aktuellen Umständen 
ins Heimatland zurückkehren, auch wenn dort gewisse Strukturen zur 
medizinischen  Behandlung  vorhanden  wären  und  der  Beschwerde-
führer  über  eine  überdurchschnittliche  Ausbildung  und  Berufserfah-
rung verfügt. Die psychische Belastung, welche K. und seinem Vater 
im Fall eines Wegweisungsvollzugs drohen, sind mit dem Kindeswohl 
nicht vereinbar. 

6.6 Angesichts  der  gesamten  Umstände  ist  der  Vollzug  der  Weg-
weisung als unzumutbar zu bezeichnen. Die Voraussetzungen für die 
Gewährung der vorläufigen Aufnahme sind demnach erfüllt. Einer vor-
läufigen Aufnahme stehen im Übrigen auch keine einschränkenden ge-
setzlichen Tatbestände (Art. 83 Abs. 7 AuG) entgegen.

6.7 Die  mit  Eingabe  vom  27.  Dezember  2009  angehobene  Be-
schwerde ist bezüglich der Ziff. 4 und 5 der angefochtenen Verfügung 
gutzuheissen. Die Ziff. 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des BFM 
vom  26.  November  2007  sind  aufzuheben  und  das  BFM  ist  anzu-
weisen,  die  Beschwerdeführer  vorläufig  aufzunehmen  (vgl.  Art.  44 
Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 1 bis 4bis ANAG). Bezüglich der Ziff. 1 
bis 3 der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerde abzuweisen.

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7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist für die Berechnung der Ver-
fahrenskosten und der  Parteientschädigung von einem hälftigen Ob-
siegen auszugehen. 

7.1 Den  Beschwerdeführern  wären  die  reduzierten  Kosten  von 
Fr. 300.- aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da sich ihre Beschwerde 
als nicht aussichtslos darstellte und sie fürsorgeabhängig sind, werden 
in  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG keine  Verfahrens-
kosten erhoben.

7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Seitens der Rechtsvertretung wurde 
keine Kostennote eingereicht. Indessen lässt  sich  der  Parteiaufwand 
von Amtes wegen abschätzen. Aufgrund des geringen Aktenumfangs 
und der  erst  nachträglich  –  und nicht  schon bei  der  Beschwerdeer-
hebung – erfolgten Mandatierung wird bei einem Stundenansatz von 
Fr. 100.-  für nicht  in einer Anwaltskanzlei  tätige Rechtsvertreter (vgl. 
Art. 1-3 und Art. 7 ff. des Reglementes über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE] vom 21. Februar 
2008) und dem geschätzten zeitlichen Aufwand von fünf Stunden eine 
Parteientschädigung  von  Fr.  600.-  (inkl.  Auslagen  und  MWSt)  als 
angemessen erachtet und auf die Hälfte reduziert. Das BFM hat den 
Beschwerdeführern  demnach  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe 
von Fr. 300.- auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  insofern  gutgeheissen,  als  der  Wegweisungs-
vollzug als unzumutbar beurteilt wird; im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. Die Ziffern 4 und 5 der Verfügung des BFM vom 26. November 2007 
werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  die  Beschwerde-
führenden vorläufig aufzunehmen.

3. In  Gutheissung  des  Gesuchs  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege i.S. von Art. 65 Abs. 1 VwVG werden keine Verfahrens-
kosten erhoben.

4. Das BFM wird verpflichtet, den Beschwerdeführenden eine Partei-
entschädigung von Fr. 300.- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden (Einschreiben; Bei-
lage: angefochtene Verfügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

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