# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1fa5b66-25c2-55b8-865a-b1ea43a6eebc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.05.2024 S 2024 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2024-31_2024-05-28.pdf

## Full Text

z

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 24 31

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 28. Mai 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Procap Schweiz, 

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1989, ist Mutter zweier Kinder und leidet seit ihrer Kindheit 

an einer Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die IV-

Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) sprach ihr 

medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens 

Ziffer 404 zu und erteilte Kostengutsprachen mitunter für die erstmalige 

berufliche Ausbildung zur Hotellerieangestellten sowie für eine 

Zusatzausbildung im Sinne eines Pflegegrundkurses des 

Schweizerischen Roten Kreuzes. Nachdem A._____ Rentenleistungen 

ausgerichtet worden waren, wurde die Invalidenrente mit Verfügung vom 

7. Januar 2019 aufgehoben.

2. Nach erfolgter Neuanmeldung wies Oberärztin B._____ der C._____ 

(C._____) mit Bericht vom 11. Oktober 2019 neben einer hyperkinetischen 

Störung eine mittelgradige depressive Episode aus und attestierte eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit. Im Februar 2020 wurde für A._____ eine 

Vertretungsbeistandschaft errichtet.

3. Die IV-Stelle liess A._____ psychiatrisch begutachten und 

neuropsychologisch abklären. Im neuropsychologischen Gutachten vom 

17. Juni 2021 stellte Dr. phil. D._____ gestützt auf die Exploration am 

1. März 2021 eine einfache Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung sowie 

eine leichte bis mittelgradige kognitive Störung multifaktorieller Ätiologie 

fest. In seinem psychiatrischen Gutachten vom 15. Juni 2021 

diagnostizierte Dr. med. E._____ eine Erwachsenen-ADHS (ICD-10: 

F90.0), eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33) und eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit. Während er die angestammte Tätigkeit im 

Hauswirtschaftsbereich zu 25 % für möglich hielt, wies er für eine 

angepasste Tätigkeit eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 35 % aus. Aufgrund 

- 3 -

der langen Karenz vom ersten Arbeitsmarkt sei allerdings eine sechs bis 

12-monatige Rekonditionierung auf dem zweiten Arbeitsmarkt notwendig.

4. Nach Einholung der Abschlussbeurteilung des Regionalen Ärztlichen 

Dienstes (RAD) sprach die IV-Stelle A._____ mit Verfügung vom 

23. November 2022 eine Viertelsrente ab dem 1. April 2020 bis zum 

31. August 2022 und eine Rente von 52 % einer ganzen Invalidenrente ab 

dem 1. September 2022 zu.

5. Kurz darauf leitete die IV-Stelle am 1. Dezember 2022 eine amtliche 

Revision ein und traf erwerbliche und medizinische Abklärungen. Bereits 

zuvor hatte A._____ ab September 2022 einen Arbeitsversuch in einem 

50%-Pensum bei der F._____ in G._____ gestartet. Mit Bericht vom 

13. Dezember 2022 wiesen der Co-Leitende Arzt H._____ und 

Assistenzärztin I._____ von den C._____ einen stationären 

Gesundheitszustand aus. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit stellten sie eine Panikstörung, eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, und 

eine hyperkinetische Störung fest. Zudem führten sie aus, dass sich 

A._____ mit dem 50%igen Arbeitspensum bei der F._____ überfordert 

fühle, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 22. Dezember 

2022 ausgestellt werde.

6. Nachdem RAD-Ärztin Dr. med. J._____ von einem unveränderten 

Gesundheitszustand ausgegangen und ein Auftrag für 

Wiedereingliederungsmassnahmen erteilt worden war, teilte die IV-Stelle 

am 25. April 2023 mit, eine vertiefte Abklärung der beruflichen 

Möglichkeiten ab dem 9. Mai 2023 bis zum 31. August 2023 bei der 

K._____ in L._____ durchzuführen. Dabei kam die IV-Stelle zum Schluss, 

A._____ könne mindestens in einem 50%-Pensum bei voller 

- 4 -

Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen. Mit Mitteilung 

vom 3. Oktober 2023 wurden die beruflichen Massnahmen beendet.

7. Mit Vorbescheid vom 16. November 2023 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Einstellung der Invalidenrente in Aussicht. Zum Abklärungsergebnis hielt 

sie fest, ohne gesundheitliche Einschränkung wäre A._____ in einem 

Pensum von 50 % im Gesundheits- und Sozialwesen erwerbstätig; die 

restlichen 50 % seien der Haushaltsführung vorbehalten. Um den 

Leistungsanspruch zu prüfen, seien am 9. Mai 2023 berufliche 

Massnahmen eingeleitet und ein Arbeitstraining bei der F._____ (recte: 

K._____) gestartet worden. Bei der berufspraktischen Evaluation habe 

eine 45%ige zeitliche Präsenz mit voller Leistung erreicht werden können. 

Ein höheres Arbeitspensum sei aus familiären Gründen nicht erprobt 

worden. In Gegenüberstellung des gestützt auf die Lohnstrukturerhebung 

(LSE) des Bundesamts für Statistik, Tabelle des Jahres 2020, 

Wirtschaftszweige 86/88 im Gesundheits- und Sozialwesen, 

Kompetenzniveau 2, ermittelten Einkommens ohne Invalidität von 

CHF 65'868.60 und dem gemäss der LSE 2020, Kompetenzniveau 1, bei 

einer Leistungsfähigkeit von 45 % und einem 10%igen Teilzeitabzug 

erzielbaren Einkommen mit Invalidität von CHF 22'034.-- resultiere im zu 

50 % gewichteten Erwerbsbereich ein Teil-invaliditätsgrad von 33.3 %. Da 

in der Haushaltsführung gemäss den Angaben von A._____ keine 

Einschränkung vorliege, bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 33 % kein 

Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.

8. Dagegen liess A._____ am 8. Januar 2024 Einwand erheben, welcher am 

26. Januar 2024 unter Einreichung einer Stellungnahme von Dr. med. 

M._____ vom 16. Januar 2024 ergänzt wurde. Mit Verfügung vom 4. März 

2024 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und hob die bisherige 

Rente von 52 % einer ganzen Invalidenrente auf das Ende des der 

Verfügungszustellung folgenden Monats auf. Zudem entzog es einer 

- 5 -

dagegen gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Dabei 

anerkannte sie, dass A._____ zu Recht vorbringe, bei der Berechnung des 

Invalideneinkommens seit dem 1. Januar 2024 müsse zusätzlich zum 

Teilzeitabzug von 10 % ein Pauschalabzug von 10 % gewährt werden. 

Folglich ergebe sich ein im Vergleich zum Vorbescheid korrigiertes 

Einkommen mit Invalidität von CHF 19'830.60, womit die 

Erwerbseinbusse 70.34 % betrage. Demnach ergebe sich bei einer 

Gewichtung des Erwerbbereichs von 50 % und einer fehlenden 

Einschränkung im Haushaltsbereich ein Invaliditätsgrad von 35 %, 

weshalb sich im Ergebnis nichts ändere. 

9. Mit Eingabe vom 18. April 2024 liess A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden Beschwerde erheben und in Aufhebung der Verfügung vom 

4. März 2024 beantragen, ihr sei weiterhin eine Rente von mindestens 

52 % einer ganzen Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ihr eine 

dem Invaliditätsgrad entsprechende Invalidenrente zuzusprechen. Ferner 

seien im Rahmen der Restarbeitsfähigkeit weitere berufliche Massnahmen 

durchzuführen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung. Zusammenfassend machte sie 

geltend, die IV-Stelle sei fälschlicherweise und aktenwidrig von einer 

wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustands, einer (zu hohen) 

Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt und von einer nicht mehr 

vorhandenen Einschränkung im Haushaltsbereich ausgegangen. Es lägen 

keine Arztberichte vor, welche eine Verbesserung des 

Gesundheitszustands dokumentierten. Es sei gutachterlich erstellt, dass 

eine maximale Arbeitsfähigkeit von 35 % auf dem zweiten Arbeitsmarkt 

vorliege.

10. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 1. Mai 2024 auf Abweisung der Beschwerde, soweit 

- 6 -

darauf einzutreten sei. Zwischen ihrer Beurteilung und den 

Fachbeurteilungen bestehe keine (wesentliche) Diskrepanz. Selbst der 

behandelnde Psychiater mute der Beschwerdeführerin zu, eine 

behinderungsgeeignete Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 50 % 

auszuüben. Auch wenn entgegen der eigenen Angabe der 

Beschwerdeführerin davon ausgegangen werde, dass sie im 

Haushaltsbereich wie im Jahr 2022 4 % eingeschränkt sei, resultiere mit 

37.17 % (70.34 % x 0.5 + 4 % x 0.5) kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad.

11. Mit Eingabe vom 7. Mai 2024 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die 

Einreichung einer Replik.

Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie die weiteren 

Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 4. März 2024. Eine solche 

Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich und 

sachlich zuständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und materielle 

Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen 

- 7 -

Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeerhebung 

legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde 

zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 

Abs. 1 und 2, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit 

einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die der 

Beschwerdeführerin seit dem 1. September 2022 zugesprochene 

Invalidenrente von 52 % einer ganzen Rente zu Recht revisionsweise per 

Ende April 2024 aufgehoben hat. Unbestritten ist dabei das Einkommen 

ohne Invalidität, das auf der Grundlage der LSE-Tabellenlöhne ermittelt, 

auf ein volles Pensum hochgerechnet und mit CHF 65'868.60 beziffert 

worden ist (vgl. angefochtene Verfügung vom 4. März 2024 

[beschwerdegegnerische Akten {Bg-act.} 401 S. 2]; siehe ferner Art. 26 

Abs. 5 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Ebenso wenig wird die gemischte Methode zur Invaliditätsbemessung mit 

einer Gewichtung des Erwerb- und Haushaltsbereichs von je 50 % in 

Abrede gestellt (vgl. dazu Aktennotiz vom 9. November 2023 [Bg-act. 

388]). Uneins sind sich die Verfahrensbeteiligten demgegenüber 

insbesondere hinsichtlich des Vorliegens eines Revisionsgrunds, der 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in leidensangepasster 

Tätigkeit, der Einschränkung der Beschwerdeführerin im anerkannten 

Aufgaben- bzw. Haushaltsbereich und der Durchführung von 

Eingliederungsmassnahmen.

3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der IVV in Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). In zeitlicher Hinsicht 

sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 

- 8 -

des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (vgl. statt vieler: BGE 148 V 174 E.4.1, 146 V 364 E.7.1 

und 144 V 210 E.4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_521/2021 vom 

22. März 2022 E.2.2). Der vorliegende Rechtsstreit gründet auf einer 

revisionsrechtlichen Fragestellung, bei welcher die Beschwerdegegnerin 

in der angefochtenen Verfügung vom 4. März 2024 von ab Oktober 2023 

wesentlich veränderten Verhältnissen ausgeht (vgl. Bg-act. 401 S. 3). Die 

hier massgebliche Änderung der ohnehin bereits nach neuer Rechtslage 

zugesprochenen Invalidenrente von 52 % einer ganzen Rente kommt – 

sofern sie sich als begründet erweist – somit nach dem 1. Januar 2022 zu 

liegen. Daher sind die ab diesem Zeitpunkt geltenden Normen anwendbar 

(vgl. Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 

und Übergangsbestimmungen der IVV zur Änderung vom 3. November 

2021; siehe ferner Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 2022, Rz. 9102).

4.1.1. Hinsichtlich des Vorliegens eines Revisionsgrundes ist zu prüfen, ob eine 

wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, 

die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 

beeinflussen.

4.1.2. Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Invalidenrente von Amtes wegen 

oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben, wenn der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers sich um 

mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 100 % erhöht (lit. b). 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer versicherten Person demnach 

erheblich, wird die Rente entsprechend angepasst (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 87, Art. 88a und Art. 88bis IVV). Anlass für 

eine solche Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 

Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei 

- 9 -

einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 

auch etwa dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 

eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich 

verändert haben (vgl. BGE 147 V 167 E.4.1, 144 I 103 E.2.1, 141 V 9 

E.2.3, 134 V 131 E.3, 133 V 545 E.6.1 und 130 V 343 E.3.5; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_142/2023 vom 18. September 2023 E.3.3.2, 

8C_716/2022 vom 5. Juli 2023 E.4.2, 8C_220/2019 vom 26. Juni 2019 

E.3.2, 8C_322/2018 vom 12. Dezember 2018 E.2.2, 8C_192/2017 vom 

25. August 2017 E.7.1, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1 und 

9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen bildet die 

unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich allein genommen 

keinen Revisionsgrund (vgl. BGE 112 V 371 E.2b; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_344/2022 vom 20. Februar 2023 E.2.1, 9C_477/2022 

vom 18. Januar 2023 E.2.1, 9C_679/2019 vom 22. Januar 2020 E.4.2, 

8C_289/2019 vom 18. September 2019 E.3.1, 8C_114/2019 vom 5. Juli 

2019 E.3.1.1, 8C_133/2013 vom 29. Mai 2013 E.4.1 und 9C_552/2007 

vom 17. Januar 2008 E.3.1.2). Weder eine im Vergleich zu früheren 

ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch 

eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten 

Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten 

Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine 

veränderte Befundlage (vgl. SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_73/2023 vom 21. November 2023 E.3.2.1, 

8C_557/2022 vom 4. August 2023 E.4.2, 9C_253/2021 vom 21. Juli 2021 

E.3.1, 9C_59/2019 vom 29. Mai 2019 E.4.3.2, 9C_561/2018 vom 

8. Februar 2019 E.5.3.2.1 und 8C_419/2018 vom 11. Dezember 2018 

E.4.3).

- 10 -

4.1.3. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung 

des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht 

(vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 17 

Rz. 49 sowie BGE 133 V 108 E.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_55/2023 

vom 11. Juli 2023 E.4.2.2, 9C_477/2022 vom 18. Januar 2023 E.2.2, 

8C_196/2020 vom 8. Juli 2020 E.3.2.1, 9C_346/2019 vom 6. September 

2019 E.2.1.1, 9C_23/2019 vom 10. Mai 2019 E.4.2.2, 9C_800/2016 vom 

9. Mai 2017 E.4.2.2 und 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.3.1). Wird 

bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur 

Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung 

erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_519/2015 vom 16. November 2015 E.3.2 und 

8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorliegen 

eines Revisionsgrundes zu bejahen. Der Rentenanspruch ist dabei in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, 

wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 

E.2.3, 6.1 und 6.4 sowie 117 V 198 E.4b; Urteile des Bundesgerichts 

8C_166/2023 vom 6. März 2024 E.4.3.1, 8C_102/2023 vom 

21. September 2023 E.3.2.2, 9C_477/2022 vom 18. Januar 2023 E.2.1, 

8C_198/2021 und 8C_200/2021 vom 15. September 2021 E.6.2.3, 

9C_516/2020 vom 29. Dezember 2020 E.2, 9C_11/2019 vom 16. Juli 

2019 E.3.3 und 8C_825/2018 vom 6. März 2019 E.6.7).

4.2. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der 

Untersuchungsgrundsatz, wobei die Auskunfts- und Mitwirkungspflicht der 

Leistungen beanspruchenden Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde 

- 11 -

hat – wo notwendig – den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes 

wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu 

sein (vgl. Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG; KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 13 ff. und 

96 ff.). Die Untersuchungspflicht gilt sowohl im Verwaltungsverfahren wie 

auch grundsätzlich im kantonalen Gerichtsverfahren (vgl. Art. 61 lit. c 

ATSG). Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die 

Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen 

hinreichende Klarheit besteht. Wenn der Versicherungsträger oder das 

kantonale Sozialversicherungsgericht im Rahmen einer umfassenden, 

sorgfältigen, objektiven und inhaltsbezogenen Beweiswürdigung zur 

Überzeugung gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt überwiegend 

wahrscheinlich sei, steht dies einer antizipierten Beweiswürdigung nicht 

entgegen bzw. liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. BGE 144 V 361 

E.6.5, 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3 und 124 V 90 E.4b). Bleiben jedoch 

erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der 

getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu ermitteln, 

soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_475/2022 vom 4. Dezember 2023 E.4.2, 8C_179/2023 vom 

20. Oktober 2023 E.4.2, 8C_414/2022 vom 24. Januar 2023 E.4.1 f., 

9C_58/2022 vom 7. Juni 2022 E.4.1.1 f., 8C_521/2021 vom 22. März 2022 

E.3.1.1 f., 9C_377/2021 vom 22. Oktober 2021 E.5.3.1, 8C_641/2019 vom 

8. April 2020 E.3.3.1, nicht publ. in: BGE 146 V 121, 8C_398/2018 vom 

5. Dezember 2018 E.3.1 und 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1; 

KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 18 f. und 29 f.). Kommt die Verwaltung ihrer 

Abklärungspflicht nicht oder nicht genügend nach, kann die Sache aus 

diesem Grund an die Verwaltung zurückgewiesen werden (vgl. BGE 132 

V 368 E.5). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn 

der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache der 

- 12 -

verfügenden Verwaltungsstelle (Art. 43 Abs. 1 ATSG) oder des 

Sozialversicherungsgerichts (Art. 61 lit. c ATSG) ist, für die 

Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Die Parteien 

tragen in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der 

Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 

Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich 

erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 

144 V 427 E.3.2 und 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 

9C_702/2023 vom 15. Februar 2024 E.4.4 und 8C_414/2022 vom 

24. Januar 2022 E.4.3).

5.1. Im hier zu beurteilenden Fall ist als Vergleichsbasis auf die rechtskräftige 

Verfügung vom 23. November 2022 abzustellen, mit welcher der 

Beschwerdeführerin ab dem 1. September 2022 eine Invalidenrente von 

52 % einer ganzen Rente zugesprochen worden war (vgl. Bg-act. 344 S. 1 

und 355). 

5.1.1. Diesem Entscheid zugrunde lagen insbesondere das psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. E._____ vom 15. Juni 2021 und die 

neuropsychologische Expertise von Dr. phil. D._____ vom 17. Juni 2021. 

Während Letztere eine einfache Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung 

sowie eine leichte bis mittelgradige Störung multifaktorieller Ätiologie 

auswies (vgl. neuropsychologisches Gutachten vom 17. Juni 2021 [Bg-

act. 277 S. 13]), diagnostizierte Dr. med. E._____ folgende Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Erwachsenen-ADHS (ICD-10: 

F90.0) mit Impulsivität und Hyperaktivität, Lese-Rechtschreib-Schwäche, 

Dyskalkulie und leicht- bis mittelgradigen neuropsychologischen Defiziten 

bei seit dem 8. Lebensjahr bekanntem psychoorganischem Defizit bzw. 

- 13 -

Geburtsgebrechen Ziff. 404; rezidivierende depressive Störung (ICD-10: 

F33) mit mittelgradigen, leichten und remittierten Episoden; kombinierte 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) mit abhängigen, emotional 

instabilen und selbstunsicher vermeidenden Anteilen, DD: Akzentuierung 

(vgl. psychiatrisches Gutachten vom 15. Juni 2021 [Bg-act. 280 S. 46]). 

Zur ADHS bzw. den leichten bis mittelgradigen kognitiven Defiziten hielt 

er fest, die Beschwerdeführerin zeige eine typische Symptomkombination 

mit hervorstehender Impulsivität, Konfliktträchtigkeit, Interaktionsstörung, 

innerer Unruhe, Anspannung, motorischer Unruhe, verminderter 

Ausdauer, überschiessend im Affekt seit frühem Kindesalter beginnend 

und entsprechender Diagnosestellung in der kinderärztlichen Behandlung 

in der Primarschulzeit. Im Rahmen des Geburtsgebrechens seien bereits 

in der Entwicklung eine auffällige Lese-Rechtschreib-Schwäche, eine 

Störung der Sprachentwicklung und eine Dyskalkulie festgestellt worden, 

infolge welcher eine Kleinklassenbeschulung, ein deutlicher Mehraufwand 

im Lernverhalten und deutlich mehr Anleitung, Betreuung und Förderung 

in der gesamten Schulentwicklung und beruflichen Ausbildung erforderlich 

gewesen seien. Durch die Impulsivität seien auch Interaktions- und 

Anschlussschwierigkeiten über die ganze Schul- und Berufszeit hinweg 

aufgetreten. Die leichten bis mittelgradigen neuropsychologischen Defizite 

zeigten sich in den Bereichen Aufmerksamkeit, Konzentration, geteilte 

Aufmerksamkeit und Dyskalkulie, was sich insbesondere in einer raschen 

Erschöpfbarkeit und völligen Überforderung der Beschwerdeführerin in 

administrativen und finanziellen Angelegenheiten sowie einer grossen 

Unselbstständigkeit und Abhängigkeit gegenüber den Eltern, Partnern und 

zuletzt der Berufsbeistandschaft äussere. Zur rezidivierenden depressiven 

Störung führte Dr. med. E._____ aus, im Rahmen des Verlusts der letzten 

Arbeitsstelle im Jahr 2015 und der gescheiterten Partnerschaft nach 

langdauernden Gewalttätigkeiten und abhängig unabgegrenzter 

konfliktträchtiger Beziehungsmuster sei die Beschwerdeführerin nach 

- 14 -

Entzug des beruflichen Umfelds, der Partnerschaft und zuletzt der 

finanziellen Unterstützung durch die IV in rezidivierende, leichte und 

mittelgradige depressive Episoden verfallen. Bei Schwierigkeiten, 

therapeutische Angebote kontinuierlich anzunehmen, sei es der 

Beschwerdeführerin erst im Mai 2020 gelungen, in eine remittierte Phase 

zu kommen. Im Weiteren stellte Dr. med. E._____ zur kombinierten 

Persönlichkeitsstörung fest, entsprechend der Beschreibung der 

Persönlichkeitsentwicklung ab Kindheit hätten sich basierend auf der 

ADHS und psychoorganischen Schwächung im Erwachsenenalter die 

anhaltende Unreife, Unselbstständigkeit, Abhängigkeit, Konfliktträchtigkeit 

und erhöhte Kränkbarkeit massiv auf die Ausbildung, den beruflichen 

Erfolg, das Scheitern in der Partnerschaft und die finanzielle Abhängigkeit 

ausgewirkt. Die schlechte Fähigkeit der Beschwerdeführerin zur 

Selbststeuerung und die deutlich eingeschränkte Selbstwertstabilität seien 

für das berufliche und private Scheitern zuzüglich der weiteren Diagnosen 

entscheidend (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 15. Juni 2021 [Bg-act. 

280 S. 46 f.]). In der Diskussion der Diagnosen führte Dr. med. E._____ 

ferner aus, auf dem Boden einer ausgeprägten ADHS bzw. eines 

ausgeprägten psychoorganischen Syndroms seit früher Kindheit hätten 

sich im Erwachsenenalter wiederkehrende depressive Episoden im 

Rahmen der Belastungen durch das berufliche, partnerschaftliche und 

wirtschaftliche Scheitern entwickelt. Insbesondere sei für den Verlauf die 

Entwicklung der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit erheblichen 

abhängigen, selbstunsicheren und emotional instabilen 

Strukturmerkmalen entscheidend, welche die Beschwerdeführerin in der 

Selbststeuerung, der Empathiefähigkeit in Beziehungen und im 

Durchhaltevermögen deutlich beeinträchtige. Vor diesem Hintergrund sei 

nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nur für die Dauer der 

erheblich unterstützten schulischen (Berufs-)Ausbildung in Kleinklassen 

und IV-gestützter Attestanlehre sowie sehr stützenden 

- 15 -

Arbeitsverhältnissen mit Praktikumslohn-Ansprüchen sowie Rücksicht auf 

die deutlich verminderte Leistungsfähigkeit trotz laut aufbrausendem 

Verhalten in Konflikten, deutlicher Unflexibilität, einem 

Benachteiligungsgefühl und Aggressivität noch habe genügen können. 

Die mit Aufnahme der Mutterrolle und verantwortlichen Partnerschaften 

zugenommene Überforderung der Beschwerdeführerin mit Einbruch der 

beruflichen Belastbarkeit, auftretenden depressiven Episoden, dem 

Verlust von Arbeitsplatz und Partnerschaft sowie dem Eintritt in die 

Sozialhilfe-Abhängigkeit zeige das Vollbild der Beeinträchtigungen, in 

welche die Beschwerdeführerin krankheitsbedingt geraten sei. Dies habe 

sich im ersten Arbeitsmarkt dadurch manifestiert, dass trotz betreutem 

Wohnen in einem 100%-Pensum lediglich ein Lohn erzielt worden sei, 

welcher einer ca. 30%igen Leistung entspreche. Im Rahmen einer 

weiteren Anstellung habe sich der Lohn entsprechend dem SRK-

Pflegekurs auf ca. 50 % Leistungslohn gesteigert. Im Haushalt seien die 

Einschränkungen in den Abklärungen von der Beschwerdeführerin 

dissimuliert oder zu wenig eingehend exploriert bzw. hinterfragt worden, 

da dort nur die administrativen Einschränkungen und jene bei 

Besorgungen ausser Haus erschienen (vgl. psychiatrisches Gutachten 

vom 15. Juni 2021 [Bg-act. 280 S. 48]). Dr. med. E._____ erachtete die 

Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit im 

Hauswirtschaftsbereich aufgrund der damit einhergehenden 

Anforderungen noch zu 25 % arbeitsfähig (vgl. psychiatrisches Gutachten 

vom 15. Juni 2021 [Bg-act. 280 S. 56 f.]). In einer angepassten Tätigkeit 

mit geringem Zeit- und Leistungsdruck, einfachen repetitiven Tätigkeiten, 

langen Einarbeitungszeiten, kontinuierlich guter und wohlwollender 

Anleitung und Kritik durch Vorgesetzte und Mitarbeiter, ohne 

Schichtarbeiten, mit Arbeiten im Kleinteam, ohne unregelmässige 

Arbeitszeiten, ohne hohe emotionale Belastungen durch Krisen oder 

Todesfälle von Bewohnern, mit Rücksichtnahme bei familiären und 

- 16 -

partnerschaftlichen Krisen sowie Belastungs- und Ausnahmesituationen 

wies Dr. med. E._____ eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 35 % aus. Dabei 

überliess er es dem Rechtsanwender zu beurteilen, ob die beschriebenen 

Adaptierungen noch einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 

entsprächen oder bereits die Kriterien des geschützten, zweiten 

Arbeitsmarkts erfüllten. Zudem befand er aufgrund der langen Karenz vom 

ersten Arbeitsmarkt eine Einarbeitung von sechs bis 12 Monaten im Sinne 

einer Rekonditionierung auf dem zweiten Arbeitsmarkt für notwendig (vgl. 

psychiatrisches Gutachten vom 15. Juni 2021 [Bg-act. 280 S. 57 f.]). 

Gleichermassen hielt RAD-Ärztin Dr. med. J._____ in ihrer 

Abschlussbeurteilung vom 7. Juli 2021 fest, infolge der langen Absenz 

vom Arbeitsmarkt sowie der krankheitsbedingten Defizite sei ein sechs bis 

12-monatiges Training erforderlich. Danach sei die Verwertung einer 

35%igen Arbeitstätigkeit zumutbar (vgl. Case Report, Eintrag vom 7. Juli 

2021 [Bg-act. 360 S. 12]).

5.1.2. In der Folge befand sich die Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2021 bis 

zum 9. November 2021 wegen eines verschlechterten psychischen 

Gesundheitszustands in stationärer Behandlung in der N._____ der 

C._____. Oberarzt H._____ und Assistenzärztin I._____ wiesen mit 

Bericht vom 21. März 2022 namentlich eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und eine Panikstörung 

(episodisch paroxysmale Angst) aus (vgl. Bg-act. 309 S. 1). Auch nach 

erfolgter Hospitalisation bestand die attestierte 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit fort (vgl. Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vom 11. Oktober 

2021, 8. Dezember 2021, 21. Dezember 2021, 24. Januar 2022, 

22. Februar 2022, 5. April 2022, 3. Mai 2022, 31. Mai 2022, 5. Juli 2022 

und 3. August 2022 [Bg-act. 288 ff., 314 ff., 323 f. und 326 f.]). Ab 

September 2022 trat die Beschwerdeführerin einen Arbeitsversuch auf 

dem zweiten Arbeitsmarkt bei der F._____ in G._____ in einem 50%-

- 17 -

Pensum an (vgl. E-Mails vom 6. April 2022 und 12. September 2022 [Bg-

act. 310 und 332], Abklärungsbericht Haushalt vom 15. Juli 2022 [Bg-act. 

325 S. 5 und S. 10], Case Report, Eintrag vom 18. Juli 2022 [Bg-act. 360 

S. 7], F._____-Vertrag vom 6. September 2022 [Bg-act. 334] und 

Revisionsfragebogen vom 8. Dezember 2022 [Bg-act. 369 S. 3]). Die 

Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Verfügung vom 23. November 2022 

zum Abklärungsergebnis gestützt auf das psychiatrische und 

neuropsychologische Gutachten fest, aus medizinischer Sicht habe sich 

der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Jahr 2019 

verschlechtert. Aktuell bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für 

Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt. Für die Zeit ab dem 1. September 

2022 berücksichtigte die Beschwerdegegnerin den im geschützten 

Rahmen bei der F._____ erzielten und auf das Jahr hochgerechneten 

Lohn von CHF 877.-- (vgl. dazu Bg-act. 341 f.) als Einkommen mit 

Invalidität, was bei dem zu 50 % gewichteten Erwerbsanteil einen 

Teilinvaliditätsgrad von gerundet 50 % ergab. Zusammen mit der gemäss 

Abklärungsbericht vom 15. Juli 2022 ermittelten Einschränkung im 

Haushalt von 4 % (vgl. Bg-act. 325 S. 9), was gewichtet eine solche von 

2 % ergab, resultierte ein Anspruch auf eine Invalidenrente von 52 % einer 

ganzen Rente (vgl. Bg-act. 344 S. 1 f., 348 und 355).

5.2. Seit dieser letzten materiellen Prüfung sind folgende wesentliche 

(Facharzt-)Berichte aktenkundig:

5.2.1. Mit Bericht vom 13. Dezember 2022 wiesen der Co-Leitende Arzt H._____ 

und Assistenzärztin I._____ von den C._____ einen stationären 

Gesundheitszustand aus. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit stellten sie eine Panikstörung (episodisch paroxysmale 

Angst), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

depressive Episode, und eine hyperkinetische Störung fest. Zum Verlauf 

führten sie aus, die Beschwerdeführerin sei seit September 2021 in der 

- 18 -

Klinik aufgrund von Panikattacken, Angststörungen und depressiven 

Episoden bekannt. Vom 1. Oktober 2021 bis zum 9. November 2021 sei 

sie auf der Akutstation behandelt worden. Seit dem Klinikaustritt sei die 

Beschwerdeführerin regelmässig in ambulanter psychiatrischer 

Behandlung. Sie berichte aktuell noch über Stimmungsschwankungen, 

habe aber eine Selbstkontrolle ihrer Emotionen erlernt und könne nun 

damit besser umgehen. Seit September 2022 arbeite sie zu 50 % in der 

F._____ in G._____ (Abteilung Industrie). Aktuell bestehe eine 

Verbesserung der psychischen Verfassung bei einer weiterhin noch sehr 

empfindlichen Beschwerdeführerin. Eine berufliche Eingliederung solle im 

Verlauf reevaluiert werden. Aufgrund der hyperkinetischen Störung mit 

Defiziten in der Konzentration und Aufmerksamkeit gestalte sich der 

Verlauf schwierig. Die Beschwerdeführerin sei mit ihrem 50%-Pensum im 

geschützten Rahmen schnell überfordert. Daher sei eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 22. Dezember 2022 ausgestellt 

worden. Die aktuelle Invalidenrente basiere auf einer Arbeitsfähigkeit von 

50 % in behinderungsangepasster Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin 

stosse auch mit einem 50%igen Arbeitspensum im geschützten Rahmen 

an ihre Grenzen. Aktuell brauche sie eine behutsame und schrittweise 

berufliche Wiedereingliederung (vgl. Bg-act. 371 S. 1 ff.).

5.2.2. RAD-Ärztin Dr. med. J._____ ging bei der im aktuellen 

Revisionsfragebogen von der Beschwerdeführerin angegebenen 

Verschlechterung (vgl. dazu Bg-act. 369 S. 2) und der aus medizinischer 

Sicht beschriebenen Verbesserung bei der weiterhin noch sehr 

empfindlichen Beschwerdeführerin in der Summe von einem 

unveränderten Gesundheitszustand aus (vgl. Case Report, Beurteilung 

vom 6. Februar 2023 [Bg-act. 402 S. 5]). Daraufhin hielt die 

Beschwerdegegnerin fest, die Beschwerdeführerin brauche aktuell eine 

behutsame und schrittweise berufliche Eingliederung. Ein 

- 19 -

abschliessender Revisionsentscheid sei noch nicht gefällt und werde 

möglicherweise weitere Abklärungen erfordern. Die Beschwerdegegnerin 

erteilte sodann einen Auftrag für Wiedereingliederungsmassnahmen (vgl. 

Bg-act. 374 S. 1), wobei als wichtig empfunden wurde, der 

Beschwerdeführerin zu erklären, dass sie über die Arbeitsvermittlung die 

Möglichkeit habe, eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu 

machen, und dies auch erwartet werde (vgl. Bg-act. 374 S. 2 und 375). 

5.2.3. Mit Mitteilung vom 25. April 2023 erteilte die Beschwerdegegnerin 

Kostengutsprache für eine vertiefte Abklärung der beruflichen 

Möglichkeiten ab dem 9. Mai 2023 bis zum 31. August 2023 bei der 

K._____ in L._____. Es würden die möglichen künftigen Tätigkeiten in 

Berücksichtigung der gesundheitlichen Beeinträchtigung sowie der 

Fähigkeiten und Neigungen abgeklärt (vgl. Bg-act. 380 S. 1).

5.2.4. Anlässlich des Standortgesprächs vom 29. Juni 2023 äusserte die 

Beschwerdeführerin, dass sie sich in der K._____ richtig gut aufgehoben 

und geschätzt fühle. Sie freue sich jeweils auf die Arbeit und gehe dieser 

gerne nach. In letzter Zeit habe sie allerdings Hochs und Tiefs durchlebt. 

Die Zukunft mache ihr Sorgen, v.a. die geforderten Einsätze im ersten 

Arbeitsmarkt. Sie traue sich dies nicht zu und habe Angst, die Leistung 

nicht zu erbringen und dem Druck nicht Stand zu halten. Daher seien die 

letzten Wochen für sie schlecht gewesen. Sie schlafe schlecht und sei 

einfach durcheinander vor lauter Ängsten. Dies schlage sich bei ihr in 

Unkonzentriertheit, Schlafmangel und psychosomatischen Beschwerden 

nieder. Daher hätten auch die Ausfälle und Krankheitstage wieder deutlich 

zugenommen. Das Gesamtpaket mit Job, Familie, Partner und dem 

allgemeinen familiären Umfeld sei einfach zu viel. Sie verfalle immer in 

eine grosse Hektik. Gemäss der Vorgesetzten der Beschwerdeführerin bei 

der K._____ habe man den Druck, den die Beschwerdeführerin verspüre, 

bemerkt. Eigentlich sei sie bei der Arbeit eine richtig gute Mitarbeiterin, 

- 20 -

welche die Arbeit sehe und sich einsetze. Sie erledige Arbeiten wie die 

Buffetbetreuung, Vorbereitungen beim Tischen und bei den Getränken, 

Reinigungsarbeiten, den Abwasch und ab und zu die Kasse unter 

Kontrolle. Der Beistand der Beschwerdeführerin äusserte, für ihn sei 

einerseits wichtig, dass der Einsatz laufe; andererseits sehe er die 

Überbelastung der Beschwerdeführerin. Die Krankheitstage könnten 

schon eine Auswirkung des Drucks sein. Der Verantwortliche der K._____ 

führte aus, die Absenzen hätten stark zugenommen. Es bestünden 

Anzeichen, dass das Pensum der Beschwerdeführerin aufgrund der 

Ungewissheit mit den aktuellen knapp 35 % eher am Maximum sei. Aus 

Sicht der K._____ dürfte ein grösseres Pensum nicht erreichbar sein, 

wenn der Privatbereich berücksichtigt werde. Zum weiteren Vorgehen 

hielten die Beteiligten fest, das aktuelle knapp 35%ige Pensum solle 

stabilisiert werden. Das Programm sei per 31. August 2023 zu beenden. 

Bei stabilem Pensum und Einsätzen ohne vermehrte Krankheitstage 

werde zu einem späteren Zeitpunkt eine tiefpensige Anstellung bei der 

K._____ Cafeteria geprüft (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag 

vom 29. Juni 2023 [Bg-act. 384 S. 4 f.]).

5.2.5. Anlässlich eines weiteren Standortgesprächs am 24. August 2023 

äusserte die Vorgesetzte der Beschwerdeführerin bei der K._____ erneut, 

diese sei eine gute, teamfähige Mitarbeiterin. Sie sei interessiert und 

vielseitig einsetzbar. Es sei aber immer wieder zu Krankheitstagen 

gekommen, da vielfach etwas mit den Kindern sei. Bei Anwesenheit bringe 

die Beschwerdeführerin im aktuellen ca. 45%igen Pensum eine 100%ige 

Leistung. Dies wäre auch bei einem höheren Pensum, so bis zu 50 %, 

möglich. Daraufhin hielt die Beschwerdegegnerin fest, grundsätzlich sei 

man erst bei einem Pensum von ca. 45 % bei einer Leistung von 100 %. 

Seitens der IV sei klar, dass die Beschwerdeführerin mindestens in einem 

50%-Pensum und einer 100%igen Leistungsfähigkeit auf dem ersten 

- 21 -

Arbeitsmarkt bestehen könne. Das Programm bei der K._____ L._____ 

werde per 31. August 2023 beendet. Die Beschwerdeführerin bleibe 

weiterhin im zweiten Arbeitsmarkt bei der K._____ als 

Tagesbeschäftigung während der bisherigen Tage. Die 

Beschwerdeführerin sei im Stande, sich selber eine Arbeit zu suchen und 

könne mindestens 50 % bei voller Leistungsfähigkeit arbeiten. Dies habe 

sie bei der K._____ bewiesen und werde auch von der vorgesetzten 

Person bestätigt (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 

24. August 2023 [Bg-act. 384 S. 5 f.]). Mit Mitteilung vom 3. Oktober 2023 

wurden die beruflichen Massnahmen daher beendet (vgl. Bg-act. 385).

5.2.6. In ihrer Abschlussbeurteilung vom 24. Oktober 2023 führte RAD-Ärztin Dr. 

med. J._____ aus, sie verweise auf die gutachterliche Empfehlung aus 

dem Jahr 2021: Der Gutachter habe bestätigt, dass nach erfolgreichem 

Arbeitstraining eine 50%ige Arbeitstätigkeit in der freien Wirtschaft mit 

Leistungsminderung verwertbar sein werde. Im Rahmen der 

berufspraktischen Evaluation der Leistungsfähigkeit sei eine 45%ige 

Präsenz mit voller Leistung erreicht worden. Die Fachpersonen 

bestätigten, dass diese im ersten Arbeitsmarkt verwertbar sei. Daher sei 

ab Oktober 2023 von einer Arbeitsfähigkeit von 45 % in adaptierten 

Tätigkeiten auszugehen (vgl. Case Report, Eintrag vom 24. Oktober 2023 

[Bg-act. 402 S. 7]).

5.2.7. Mit Stellungnahme vom 16. Januar 2024 führte der behandelnde 

Psychiater M._____ der C._____ aus, die Beschwerdeführerin fühle sich 

bezüglich der mentalen Einstellung zur Arbeit besser. Sie wolle arbeiten 

und bemühe sich diesbezüglich. Probleme stellten dabei ihr realistisches 

(eher reduziertes) Durchhaltevermögen, die Ausdauer, die 

Konzentrationsstörungen, die Müdigkeit und die Überforderung zu Hause 

dar. Die psychische Anspannung beim Nichterfüllen der Bedingungen auf 

der Arbeit, der dadurch verursachte Stress und die damit verbundenen 

- 22 -

Folgen erwiesen sich ebenfalls als schwierig. Bei gut angepasster 

Tätigkeit gehe er aufgrund ihrer Vorgeschichte, Erfahrungen, 

Qualifikationen und der familiären Situation davon aus, dass ein Pensum 

bis maximal 50 % möglich wäre. Es lohne sich zu versuchen, dass die 

Beschwerdeführerin wegen ihrer mentalen Gesundheit eine angepasste 

Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt bis zu 50 % erprobe (vgl. Bg-act. 397 

S. 3).

5.3. In der angefochtenen Verfügung vom 4. März 2024 bejahte die 

Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Revisionsgrunds und hob die 

bisherige Invalidenrente von 52 % einer ganzen Rente für die Zukunft auf. 

Dabei stützte sie sich insbesondere auf die bei der F._____ in G._____ 

und bei der K._____ in L._____ erfolgten Arbeitseinsätze ab und führte 

dazu aus, die Beschwerdeführerin habe dadurch rekonditioniert werden 

können, so dass es ihr spätestens seit Oktober 2023 zumutbar sei, ihre 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt erwerblich zu verwerten. 

Daher könne festgehalten werden, dass sich ihr Gesundheitszustand 

wesentlich gebessert bzw. die wirtschaftlichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustands erheblich geändert hätten, womit ein 

Revisionsgrund vorliege (vgl. Bg-act. 401 S. 1 und S. 3).

6.1. Diese Auffassung vermag bei näherer Betrachtungsweise nicht vollends 

zu überzeugen, da der rechtserhebliche Sachverhalt, um beurteilen zu 

können, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse wesentlich verändert 

haben, nur ungenügend abgeklärt worden ist. Zunächst ist in 

medizinischer Hinsicht festzuhalten, dass der behandelnde Psychiater in 

seiner aktuellen Stellungnahme vom 16. Januar 2024 mit einem eher 

reduzierten Durchhaltevermögen und Ausdauer, 

Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Überforderung zu Hause sowie 

psychischer Anspannung bei Nichterfüllung arbeitsbezogener 

Anforderungen und dadurch verursachtem Stress 

- 23 -

Funktionseinschränkungen benennt (vgl. Bg-act. 397 S. 3), welche bereits 

anlässlich der fachpsychiatrischen Begutachtung im Juni 2021 vorgelegen 

haben. So stellte Dr. med. E._____ in seiner Expertise vom 15. Juni 2021 

eine erhebliche Beeinträchtigung der Anpassung an Regeln und 

Routineabläufe fest und führte dazu namentlich aus, die 

Beschwerdeführerin zeige sowohl im eigenen Haushalt als auch an 

Arbeitsplätzen eine unterdurchschnittliche Zuverlässigkeit und bei 

unzureichendem Wohlwollen auch starke Überforderung und passiv 

widerständige Züge. Im privaten Bereich könne sie sich oft nicht aufraffen 

und lasse Dinge laufen oder unerledigt liegen. Termine nehme sie nur 

teilweise verabredungsgemäss wahr. Desgleichen wies Dr. med. E._____ 

eine erhebliche Beeinträchtigung der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit 

aus, weil die Beschwerdeführerin namentlich Mühe mit Veränderungen 

der Arbeitsanforderungen, kurzfristigen Zeitveränderungen und der 

Übertragung von neuen Aufgaben habe. Ebenfalls seien ihre Kompetenz 

und Wissensanwendung mässig bis erheblich eingeschränkt, wobei die 

Beschwerdeführerin unter Versagensängsten leide, mit der Arbeit häufig 

überfordert sei und Dinge durcheinanderbringe. Zur Entscheidungs- und 

Urteilsfähigkeit der Beschwerdeführerin merkte Dr. med. E._____ an, 

Letztere könne sehr schlecht mit Verantwortung, Druck, Stress und 

Krisensituationen umgehen. Davon ausgenommen sei die 

Grundverantwortung für ihre Kinder. Insgesamt sei die Beeinträchtigung 

der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit erheblich ausgeprägt. Gleiches 

hielt Dr. med. E._____ in Bezug auf die Widerstands- und 

Durchhaltefähigkeit fest: Die Beschwerdeführerin könne in ihrem Beruf 

und im Haushalt während der üblicherweise erwarteten Zeit nur schwer 

durchgehend ein Leistungsniveau bzw. eine emotionale Stresstoleranz 

aufrechterhalten. Sie sei deutlich langsamer und impulsiver sowie sehr auf 

wohlwollende Anleitung und eine entsprechende Umgebung sowie 

Zuspruch und Hilfe bei komplexen Problemstellungen und Konflikten 

- 24 -

angewiesen. Auch sei die Beschwerdeführerin durch Einfälle, Lustlosigkeit 

und Erschöpfung, fehlende Überwindung, Frustrationsintoleranz und 

Ablenkbarkeit häufig in ihrer Leistung vermindert. Sie tue sich schwer, den 

Arbeitstag hindurch durchzuhalten und gerate rasch in Anspannung sowie 

innere Unruhe (vgl. Bg-act. 280 S. 37 ff.; siehe ferner auch die im 

neuropsychologischen Gutachten vom 17. Juni 2021 ausgewiesene 

leichte bis mittelgradige kognitive Störung [Bg-act. 277 S. 12 f.]). In seiner 

versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt Dr. med. E._____ fest, bei 

der Beschwerdeführerin seien auf dem Boden einer vorbestehenden 

ADHS und psychoorganischen Schwächung sowie einer vorhandenen 

Vulnerabilität nicht nur depressive Episoden aufgetreten, sondern im 

Erwachsenenalter sei auch eine abhängige, selbstunsichere und 

emotional instabile kombinierte Persönlichkeitsstörung zu Tage getreten 

(vgl. Bg-act. 280 S. 53). Als Funktionsdefizite benannte er dabei eine 

Ausdauer- und Leistungsminderung durch hohen Anleitungsbedarf, eine 

Unfähigkeit, komplexe Aufgaben zu übernehmen, eine verminderte 

Kritikfähigkeit und Kränkbarkeit mit Rückzugsverhalten, eine Impulsivität, 

Selbstwertschwankungen und depressive Einbrüche (vgl. Bg-act. 280 

S. 56).

6.2. Nach der psychiatrischen Begutachtung im Juni 2021 befand sich die 

Beschwerdeführerin denn auch vom 1. Oktober 2021 bis zum 

9. November 2021 wegen eines verschlechterten psychischen 

Gesundheitszustands in stationärer Behandlung in der N._____ der 

C._____. Oberarzt H._____ und Assistenzärztin I._____ wiesen mit 

Bericht vom 21. März 2022 darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 

zwischenzeitlich mehrere depressive Episoden und wiederholt 

Panikattacken durchlitten habe. Sie diagnostizierten namentlich eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 

und eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst). Sie erachteten 

- 25 -

nur einen Arbeitsplatz im geschützten Rahmen für zumutbar und wiesen 

darauf hin, dass die Beschwerdeführerin aktuell nicht unter Zeitdruck 

arbeiten könne. Sie könne sich nicht gut konzentrieren und sei körperlich 

schnell überfordert. Für den ersten Arbeitsmarkt sei die 

Beschwerdeführerin aktuell nicht belastbar. Der psychische Zustand sei 

weiterhin labil. Eine psychosoziale Überforderung könne zu einer 

schnellen Destabilisierung und Verschlechterung der ängstlich-

depressiven Symptomatik führen (vgl. Bg-act. 309 S. 1 ff.). Aus dem 

Austrittsbericht von Dr. med. O._____ und Assistenzärztin P._____ vom 

11. November 2021 geht zum Verlauf der stationären Behandlung ferner 

hervor, dass die Beschwerdeführerin berichtet habe, mit den täglichen 

Aktivitäten und der Kinderbetreuung sehr überlastet zu sein. Während des 

Aufenthaltes habe sie gelernt, aktiv mit Stress umzugehen und die 

täglichen Aktivitäten so einzuteilen, dass sie nicht mehr in eine 

Überlastung gerate, welche zu Panikattacken führe (vgl. Bg-act. 309 S. 9). 

Insofern erweist es sich als plausibel, wenn der Co-Leitende Arzt H._____ 

und Assistenzärztin I._____ der C._____ mit Bericht vom 13. Dezember 

2022 einen stationären Gesundheitszustand auswiesen und eine 

Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst), eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, und 

eine hyperkinetische Störung als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit festhielten. Zum Verlauf führten sie denn auch aus, die 

Beschwerdeführerin sei seit September 2021 in der Klinik aufgrund von 

Panikattacken, Angststörungen und depressiven Episoden bekannt. Vom 

1. Oktober 2021 bis zum 9. November 2021 sei sie auf der Akutstation 

behandelt worden. Seit dem Klinikaustritt sei die Beschwerdeführerin 

regelmässig in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Sie habe eine 

Selbstkontrolle ihrer Emotionen erlernt und könne damit nun besser 

umgehen, berichte aber aktuell noch über Stimmungsschwankungen. Es 

bestehe eine Verbesserung der psychischen Verfassung bei einer 

- 26 -

weiterhin noch sehr empfindlichen Beschwerdeführerin. Aufgrund der 

hyperkinetischen Störung mit Defiziten in der Konzentration und 

Aufmerksamkeit gestalte sich der Verlauf schwierig. Die 

Beschwerdeführerin sei mit ihrem 50%-Pensum im geschützten Rahmen 

schnell überfordert. Daher sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 

22. Dezember 2022 ausgestellt worden. Die Beschwerdeführerin stosse 

auch mit einem 50%igen Arbeitspensum im geschützten Rahmen an ihre 

Grenzen. Aktuell brauche sie eine behutsame und schrittweise berufliche 

Wiedereingliederung (vgl. Bg-act. 371 S. 1 ff.).

6.3. Zwar trug sich die stationäre Behandlung der Beschwerdeführerin in der 

N._____ der C._____ im Herbst 2021 wegen der depressiven 

Symptomatik und den Panikattacken noch vor dem Erlass der 

rentenzusprechenden Verfügung vom 23. November 2022 zu. Allerdings 

ist nicht ersichtlich, dass diese Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustands darin tatsächlich Berücksichtigung fand. Vielmehr 

stellte die Beschwerdegegnerin für ihren Entscheid auf die Ergebnisse der 

bereits zuvor stattgefundenen psychiatrischen Begutachtung und 

neuropsychologischen Abklärung ab (vgl. Verfügung vom 23. November 

2022 [Bg-act. 344], vgl. auch Bg-act. 348 und 355; siehe ferner 

Abschlussbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. J._____ vom 7. Juli 2021 

[Bg-act. 360 S. 11 f.] und die medizinischen Eckdaten gemäss RAD im 

Case Report vom 23. November 2022 [Bg-act. 360 S. 10]). Wenn aber 

diese Entwicklung in der Verfügung vom 23. November 2022 

unberücksichtigt geblieben ist, nun aber in den vorliegenden 

fachärztlichen Beurteilungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ausgewiesen wird, dürfen diese psychischen Leiden 

nicht in den Bestand derjenigen Tatsachen einbezogen werden, anhand 

derer zu ermitteln ist, ob eine anspruchserhebliche Änderung des 

Sachverhalts eingetreten ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

- 27 -

9C_262/2019 vom 23. März 2020 E.3.2 und E.4.3 f. sowie 9C_468/2009 

vom 9. September 2009 E.2.3.2). Inwiefern die Beschwerdegegnerin – wie 

in der rentenaufhebenden Verfügung vom 4. März 2024 festgehalten – auf 

einen wesentlich verbesserten Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin schliessen konnte (vgl. Bg-act. 401 S. 3), erscheint 

somit erklärungsbedürftig. Dies steht denn auch in einem 

Spannungsverhältnis zur Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. J._____ 

vom 6. Februar 2023, welche in Kenntnis des Berichts des Co-Leitenden 

Arztes H._____ und Assistenzärztin I._____ vom 13. Dezember 2022 in 

der Summe von einem unveränderten Gesundheitszustand ausging (vgl. 

Case Report, Eintrag vom 6. Februar 2023 [Bg-act. 402 S. 5]; siehe ferner 

Bg-act. 374 S. 1). Demnach drängen sich mitunter aufgrund des 

beschriebenen, weiterhin bestehenden instabilen psychischen 

Gesundheitszustands weitere Abklärungen im Sinne einer Aktualisierung 

der medizinischen Sachlage und deren fachpsychiatrische Würdigung 

bzw. sachverständigen Beurteilung auf. Jedenfalls mit Blick auf die 

diagnostizierte ADHS und die gutachterlich ausgewiesene abhängige, 

selbstunsichere und emotional instabile kombinierte 

Persönlichkeitsstörung (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 15. Juni 2021 

[Bg-act. 280 S. 53]) kann festgehalten werden, dass die damit 

einhergehenden Funktionseinschränkungen in Gegenüberstellung der 

gutachterlichen Befundungen und der aktuell ausgewiesenen 

Beeinträchtigungen grösstenteils unverändert geblieben sind. Der 

Beschwerdeführerin ist daher darin beizupflichten, dass es sich dabei um 

dauerhafte Defizite handelt (vgl. so auch Berichte von Oberärztin B._____ 

vom 11. März 2020, 12. Mai 2020 und 3. November 2020 [Bg-act. 223 

S. 4, 235 S. 3 und 250 S. 1]).

6.4. Wenn die Beschwerdegegnerin im Weiteren einen Revisionsgrund in einer 

erheblichen Änderung der wirtschaftlichen Auswirkungen des 

- 28 -

Gesundheitszustands erblickt und sich dabei auf die Ergebnisse der 

Eingliederungsbemühungen bei der F._____ und K._____ beruft, 

präsentiert sich der relevante Sachverhalt ebenfalls als ungenügend 

abgeklärt. Ausweislich der Akten nahm die Beschwerdeführerin ab dem 

1. September 2022 – und damit noch vor der rentenzusprechenden 

Verfügung vom 23. November 2022 – bis zum 30. April 2023 an einem 

Arbeitsversuch im geschützten Rahmen in einem 50%-Pensum bei der 

F._____ in G._____ teil (vgl. E-Mails vom 6. April 2022, 12. September 

2022 und 27. April 2023 [Bg-act. 310, 332 und 382], Abklärungsbericht 

Haushalt vom 15. Juli 2022 [Bg-act. 325 S. 5 und S. 10], Case Report, 

Eintrag vom 18. Juli 2022 [Bg-act. 360 S. 7], F._____-Vertrag vom 

6. September 2022 [Bg-act. 334 S. 1 ff.] und Revisionsfragebogen vom 

8. Dezember 2022 [Bg-act. 369 S. 3]). Welche Leistung sie dabei erzielt 

hat, ist nicht bekannt. Von Seiten der F._____ wurde auf Nachfrage 

kundgetan, dass die Beschwerdeführerin aufgrund von gesundheitlichen 

und persönlichen Problemen sowie fehlender Kinderbetreuung vermehrte 

Absenzen aufgewiesen habe. Wenn sie aber da gewesen sei, habe sie 

gute Arbeit geleistet (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 

9. März 2023 [Bg-act. 384 S. 2]; siehe ferner auch Eintrag vom 25. April 

2023 [Bg-act. 384 S. 3]). Die Beschwerdeführerin selber befand, dass die 

Tätigkeit bei der F._____ im zweiten Arbeitsmarkt nicht optimal für eine 

Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt, sondern vielmehr einer 

Tagesbeschäftigung gleichgekommen sei (vgl. Evaluationsgespräch 

Eingliederung vom 24. März 2023 [Bg-act. 378 S. 4]). In der Folge wurde 

ihr nach einer Besichtigung der K._____ in L._____ im Bereich 

Gastro/Kantine mit Mitteilung vom 25. April 2023 Kostengutsprache für 

eine vertiefte Abklärung der beruflichen Möglichkeiten ab dem 9. Mai 2023 

bis zum 31. August 2023 bei der K._____ gewährt. Dessen Zweck war es, 

die möglichen künftigen Tätigkeiten in Berücksichtigung der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung sowie der Fähigkeiten und Neigungen 

- 29 -

abzuklären (vgl. Bg-act. 380 S. 1). Während von Seiten der K._____ 

geäussert wurde, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit sehr gut mache 

und überall einsetzbar sei, tat die Beschwerdeführerin bereits anlässlich 

des ersten Standortgesprächs am 1. Juni 2023 kund, sich viele Gedanken 

und Sorgen darüber zu machen, wie es weitergehen solle und wie sie die 

Kinderbetreuung und die Arbeit unter einen Hut bringen könne (vgl. 

Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 1. Juni 2023 [Bg-act. 384 

S. 3]). Gleichermassen äusserte sie anlässlich des Standortgesprächs am 

29. Juni 2023, dass ihr die Zukunft Sorgen mache, v.a. die geforderten 

Einsätze im ersten Arbeitsmarkt. Sie traue sich dies nicht zu und habe 

Angst, die Leistung nicht zu erbringen und dem Druck nicht Stand zu 

halten. Daher seien die letzten Wochen für sie schlecht gewesen. Sie 

schlafe schlecht und sei einfach durcheinander vor lauter Ängsten. Dies 

schlage sich bei ihr in Unkonzentriertheit, Schlafmangel und 

psychosomatischen Beschwerden nieder. Daher hätten auch die Ausfälle 

und Krankheitstage wieder deutlich zugenommen (vgl. Verlaufsprotokoll 

Eingliederung, Eintrag vom 29. Juni 2023 [Bg-act. 384 S. 4]). Sowohl die 

Vorgesetzte der Beschwerdeführerin bei der K._____ als auch ihr 

Beistand taten kund, den Druck und die Überbelastung bemerkt zu haben. 

Auch der Verantwortliche der K._____ konstatierte, dass die Absenzen 

stark zugenommen hätten, und Anzeichen bestünden, dass das Pensum 

der Beschwerdeführerin aufgrund der Ungewissheit mit den aktuellen 

knapp 35 % eher am Maximum sei. Aus Sicht der K._____ dürfte ein 
grösseres Pensum nicht erreichbar sein, wenn der Privatbereich 

berücksichtigt werde. Zum weiteren Vorgehen hielten die Beteiligten 

sodann fest, das aktuelle knapp 35%ige Pensum solle stabilisiert werden. 

Das Programm sei per 31. August 2023 zu beenden, wobei bei stabilem 

Pensum und Einsätzen ohne vermehrte Krankheitstage zu einem späteren 

Zeitpunkt eine tiefpensige Anstellung bei der K._____ Cafeteria geprüft 

werde (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 29. Juni 2023 

- 30 -

[Bg-act. 384 S. 4 f.]). Schliesslich führte die Vorgesetzte der 

Beschwerdeführerin anlässlich des Standortgesprächs vom 24. August 

2023 wiederum aus, dass die Beschwerdeführerin eine gute, teamfähige 

Mitarbeiterin sei, welche interessiert und vielseitig einsetzbar sei. 

Allerdings sei es immer wieder zu Krankheitstagen gekommen, vielfach 

aus familiären Gründen bzw. wegen der Kinder. Bei Anwesenheit bringe 

die Beschwerdeführerin im aktuellen ca. 45%-Pensum eine 100%ige 

Leistung. Dies wäre auch bei einem höheren Pensum bis zu 50 % möglich 

(vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 24. August 2023 [Bg-

act. 384 S. 5]). Wenn die Beschwerdegegnerin nun daraus schliesst, dass 

die Beschwerdeführerin mindestens in einem 50%-Pensum mit voller 

Leistung auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen könne und im Stande sei, 

sich selber eine Arbeit zu suchen (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, 

Eintrag vom 24. August 2023 [Bg-act. 385 S. 5 f.]), vermag dies nicht zu 

verfangen. Denn mit der Beschwerdeführerin ist dem entgegenzuhalten, 

dass das Programm bei der K._____ nachweislich ein solches des zweiten 

Arbeitsmarktes darstellte (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag 

vom 20. Juni 2023, wonach sich die Beschwerdeführerin gemäss der 

Aussage des Verantwortlichen der K._____ nur in einem Programm im 

zweiten Arbeitsmarkt befinde [Bg-act. 384 S. 4]; siehe ferner auch Eintrag 

vom 24. August 2023 [Bg-act. 384 S. 6]). Die Einschätzung der 

Vorgesetzten der Beschwerdeführerin, wonach Letztere bei Anwesenheit 

im aktuellen ca. 45%-Pensum eine volle Leistung erbringe (vgl. 

Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 24. August 2023 [Bg-act. 384 

S. 5]), bezieht sich demnach nicht auf den ersten Arbeitsmarkt, sondern 

auf den geschützten Bereich, weshalb es sich verbietet, von der im 

Rahmen des Programms bei der K._____ erprobten zeitlichen Präsenz 

und Leistung tel quel auf ein entsprechendes Pensum und 

Leistungsvermögen im ersten Arbeitsmarkt zu schliessen. Die 

Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin stellt denn auch einen Bruch 

- 31 -

im Vergleich zum Standortgespräch vom 29. Juni 2023 dar, in welchem 

die Beteiligten übereinkamen, dass das aktuelle knapp 35%ige Pensum 

aufgrund der Anzeichen, dass die Beschwerdeführerin dabei eher am 

Maximum sei, stabilisiert werden solle und bei ausbleibenden 

Krankheitstagen eine tiefpensige Anstellung bei der K._____ Cafeteria 

geprüft werde (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 29. Juni 

2023 [Bg-act. 384 S. 4 f.]). Vor diesem Hintergrund bemängelt die 

Beschwerdeführerin denn auch zu Recht, dass kein Abschlussbericht über 

ihren Arbeitseinsatz bei der K._____ eingeholt worden ist. Dies ist trotz der 

gegenteiligen Auffassung der IV-Eingliederungsberatung (vgl. dazu E-Mail 

vom 1. März 2024 [Bg-act. 400]) demnach nachzuholen.

6.5. Soweit die Beschwerdegegnerin zudem die fehlende Leistungsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin ihren vermehrten Absenzen und den 

invaliditätsfremden familiären Verpflichtungen zuzuschreiben scheint (vgl. 

Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 24. August 2023 [Bg-act. 384 

S. 6]), übersieht sie, dass bereits Dr. med. E._____ in seinem 

psychiatrischen Gutachten vom 15. Juni 2021 im Rahmen des 

Zumutbarkeitsprofils festhielt, eine leidensadaptierte Tätigkeit bedürfe 

einer Rücksichtnahme auf familiäre und partnerschaftliche Krisen sowie 

Belastungs- und Ausnahmesituationen der Beschwerdeführerin (vgl. Bg-

act. 280 S. 57). Wie bereits dargelegt, führte er mit Blick auf die von ihm 

als erheblich beeinträchtige Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit aus, die 

Beschwerdeführerin könne sehr schlecht mit Verantwortung, Druck, 

Stress und Krisensituationen umgehen, wovon einzig die 

Grundverantwortung für ihre Kinder ausgenommen sei (vgl. Bg-act. 280 

S. 39). Ebenso merkte er bei der Beurteilung der gleichermassen 

erheblich eingeschränkten Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und 

Routineabläufe an, die Beschwerdeführerin zeige privat wie beruflich eine 

unterdurchschnittliche Zuverlässigkeit und bei unzureichendem 

- 32 -

Wohlwollen auch eine starke Überforderung (vgl. Bg-act. 280 S. 37 f.). In 

seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt er sodann fest, die 

Kooperation der Beschwerdeführerin sei als mässig einzustufen. Termine 

würden teilweise zuverlässig, teilweise unzuverlässig wahrgenommen. 

Die mangelnde Verantwortungsübernahme für sich und die 

Unzuverlässigkeit bzw. Konfliktvermeidung durch Absenz seien 

mehrheitlich als Krankheitsbestandteil zu betrachten (vgl. Bg-act. 280 

S. 53). Insofern ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin insoweit zu 

relativieren, als das fehlende Leistungsvermögen anlässlich des Einsatzes 

bei der K._____ auf eine krankheitswertige Ursache zurückzuführen ist.

6.6. Nicht zu überzeugen vermag im Weiteren die Abschlussbeurteilung von 

RAD-Ärztin Dr. med. J._____ vom 24. Oktober 2023, wenn sie darin unter 

Hinweis auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E._____ vom 

15. Juni 2021 ausführte, der Gutachter bestätige darin, dass nach 

erfolgreichem Arbeitstraining eine 50%ige Arbeitstätigkeit in der freien 

Wirtschaft (mit Leistungsminderung) verwertbar sein werde (vgl. Case 

Report, Eintrag vom 24. Oktober 2023 [Bg-act. 402 S. 7]). Soweit sie damit 

die Prüfung des Leistungsanspruchs auf Basis einer zeitlichen Präsenz 

von 45 % mit voller Leistung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu rechtfertigen 

versucht, ist ihr entgegenzuhalten, dass Dr. med. E._____ bei genauer 

Betrachtungsweise von einer Gesamtarbeitsfähigkeit von 35 % für 

adaptierte Tätigkeiten ausging, wobei er allerdings zunächst eine sechs 

bis 12-monatige Einarbeitung auf dem zweiten Arbeitsmarkt für notwendig 

befand (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 15. Juni 2021 [Bg-act. 280 

S. 57]). Dies bestätigte denn auch RAD-Ärztin Dr. med. J._____ in ihrer 

Abschlussbeurteilung vom 7. Juli 2021, indem sie festhielt, infolge der 

langen Absenz vom Arbeitsmarkt sowie der krankheitsbedingten Defizite 

sei ein sechs bis 12-monatiges Training erforderlich, bevor der 

Beschwerdeführerin die Verwertung der 35%igen Arbeitsfähigkeit 

- 33 -

zuzumuten sei (vgl. Case Report, Eintrag vom 7. Juli 2021 [Bg-act. 360 

S. 12]). Mithin stellt sich letztlich die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

aufgrund der durchgeführten Arbeitseinsätze bei der F._____ und K._____ 

von Anfang September 2022 bis Ende August 2023 ihre aufgrund ihrer 

Ausbildungen und Berufserfahrungen erworbenen Fertigkeiten und 

Ressourcen wieder derart reaktivieren konnte, dass ihr in 

Berücksichtigung ihrer Grunderkrankungen eine Arbeitsfähigkeit von 35 % 

in einer leidensangepassten Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 

zugemutet werden kann. Dies bedarf aufgrund der anlässlich des 

Arbeitseinsatzes bei der K._____ trotz guter Leistungen im geschützten 

Rahmen geäusserten Versagensängste, Überforderung mit der Arbeit, 

Druck und Stress mit Blick auf den ersten Arbeitsmarkt (vgl. 

Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 29. Juni 2023 [Bg-act. 384 

S. 4]), welche bereits im psychiatrischen Gutachten vom 15. Juni 2021 als 

mässig bis erheblich ausgeprägte Beeinträchtigungen der Kompetenz und 

Wissensanwendung bzw. Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit eingestuft 

wurden (vgl. Bg-act. 280 S. 39), einer vertieften fachpsychiatrischen bzw. 

sachverständigen (Verlaufs-)Beurteilung. Dr. med. E._____ hielt denn 

auch in seinem psychiatrischen Gutachten vom 15. Juni 2021 mit Blick auf 

den von der Beschwerdeführerin geäusserten Wunsch, aufgrund des 

Drucks auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Teilzeittätigkeit im geschützten 

Rahmen aufnehmen zu wollen, in prognostischer Hinsicht fest, die Zukunft 

werde zeigen, ob dies einer Selbstlimitierung bzw. Nichtausschöpfung der 

Ressourcen entspreche (vgl. Bg-act. 280 S. 58). Dies spricht für die 

vorerwähnten ergänzenden Abklärungen, welche neben der praktisch 

erprobten Präsenz- und Leistungsfähigkeit gemäss dem einzuholenden 

Abschlussbericht der K._____ gestützt auf die dannzumal aktualisierte 

medizinische Aktenlage auch den Entwicklungen hinsichtlich des 

psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin Rechnung zu 

tragen haben. Erst gestützt darauf wird sich zeigen, ob sich die 

- 34 -

tatsächlichen Verhältnisse mit der bei der K._____ erreichten zeitlichen 

Präsenz von 45 % mit voller Leistung im Vergleich zu dem bereits vor der 

rentenzusprechenden Verfügung vom 23. November 2022 durchgeführten 

und darin berücksichtigten Arbeitsversuch im geschützten Rahmen in 

einem 50%-Pensum bei der F._____ in relevanter Weise verändert haben.

6.7. Soweit sich die Beschwerdegegnerin ferner auf den Standpunkt stellt, 

(selbst) der behandelnde Psychiater mute der Beschwerdeführerin eine 

adaptierte Tätigkeit zu 50 % auf dem ersten Arbeitsmarkt zu, ist ihr zwar 

darin beizupflichten, dass Oberarzt M._____ in seiner Stellungnahme vom 

16. Januar 2024 entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht 

offen liess, ob sich die genannte Arbeitsfähigkeit auf den ersten oder 

zweiten Arbeitsmarkt bezieht. Denn Oberarzt M._____ beantwortete die 

Frage, ob er eine Tätigkeit der Beschwerdeführerin auf dem ersten 

Arbeitsmarkt als realistisch erachte, dahingehend, dass er davon 

ausgehe, dass bei gut angepasster Tätigkeit ein Pensum von anfänglich 

bis maximal 50 % möglich wäre (vgl. Bg-act. 397 S. 3). Allerdings lässt 

sich aus dieser Aussage gleichzeitig ableiten, dass eine solche 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft lediglich 

prognostischer Natur ist, sie mithin schrittweise aufzubauen und dabei 

nicht gesichert ist, dass das Maximum von 50 % überhaupt erreicht wird. 

In diesem Sinne hielt Oberarzt M._____ denn auch fest, es lohne sich zu 

versuchen, dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer mentalen 

Gesundheit eine angepasste Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt bis zu 

50 % erprobe (vgl. Bg-act. 397 S. 3). Hierfür spricht, dass die 

Beschwerdeführerin die bisherigen Arbeitseinsätze bei der F._____ und 

K._____ beide auf dem zweiten Arbeitsmarkt absolvierte, mithin das 

effektiv und objektiv realisierbare Leistungsvermögen auf dem ersten 

Arbeitsmarkt noch gar nicht erprobt worden ist. Obschon die 

Beschwerdegegnerin die Beendigung der beruflichen Massnahmen am 

- 35 -

3. Oktober 2023 mitgeteilt – und nicht verfügt – hat (vgl. Bg-act. 385 S. 1), 

gebietet der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" Rentenleistungen nur 

zu erbringen, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in 

ungenügendem Masse eingegliedert werden kann (vgl. BGE 148 V 397 

E.6.2.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_585/2021 vom 6. Januar 2022 

E.5.1, 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E.3.1, 9C_450/2019 vom 

14. November 2019 E.3.3.1 und 8C_842/2016 vom 18. Mai 2017 E.5.3.1). 

Eine Invalidenrente soll erst und nur dann gesprochen werden, wenn die 

Möglichkeiten ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur 

Verbesserung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit 

bieten (vgl. BGE 145 V 2 E.4.3.2 mit Hinweisen). Mithin drängt es sich auf, 

nach den Arbeitseinsätzen im geschützten Rahmen im Falle einer – 

gestützt auf die erneut vorzunehmende psychiatrische bzw. 

sachverständige (Verlaufs-)Beurteilung – ausgewiesenen Verwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit eine Eingliederung in der freien Wirtschaft mit 

einer schrittweisen Steigerung des Arbeitspensums anzustreben. 

Hinzuweisen ist allerdings darauf, dass bei fehlendem 

Eingliederungswillen bzw. einer fehlenden subjektiven 

Eingliederungsfähigkeit der Anspruch auf solche entfällt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E.7.2 mit 

Hinweisen). Demnach obliegt es der Beschwerdegegnerin, 

gegebenenfalls berufliche Massnahmen im ersten Arbeitsmarkt zu prüfen.

6.8. Im Weiteren ist dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. E._____ vom 

15. Juni 2021 ein detailliertes Zumutbarkeitsprofil für leidensadaptierte 

Tätigkeiten zu entnehmen, welche folgende Merkmale erfüllen müssen: 

Geringer Zeit- und Leistungsdruck, einfache repetitive Tätigkeiten, lange 

Einarbeitungszeiten, kontinuierlich gute und wohlwollende Anleitung und 

Kritik durch Vorgesetzte und Mitarbeiter, keine Schichtarbeiten, Arbeiten 

im Kleinteam, keine unregelmässigen Arbeitszeiten, keine hohen 

- 36 -

emotionalen Belastungen durch Krisen oder Todesfälle von Bewohnern, 

Rücksichtnahme bei familiären und partnerschaftlichen Krisen sowie 

Belastungs- und Ausnahmesituationen (vgl. Bg-act. 280 S. 57). Für solche 

adaptierten Tätigkeiten wies Dr. med. E._____ eine 

Gesamtarbeitsfähigkeit von 35 % aus. Allerdings überliess er es dem 

Rechtsanwender zu beurteilen, ob die beschriebenen Adaptierungen noch 

einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt entsprächen oder bereits die 

Kriterien des geschützten, zweiten Arbeitsmarkts erfüllten (vgl. ebenda). 

Eine solche Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, bei deren 

Fehlen – praktisch unverändert wie bisher – eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vorläge (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_452/2023 

vom 19. Dezember 2023 E.3.4, 9C_ 766/2019 vom 11. September 2020 

E.4.5 und 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.5 mit Hinweis), ist bisher 

unterblieben, was entsprechend im Rahmen der Rückweisung an die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf die noch vorzunehmenden 

(sachverständigen) Abklärungen nachzuholen ist.

6.9. Schliesslich ist eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen auch aufgrund 

der beschwerdeweise geltend gemachten Einschränkung im anerkannten 

Aufgaben- bzw. Haushaltsbereich angezeigt. Während die 

Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 4. März 2024 

aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin von einer fehlenden 

Einschränkung ausging (vgl. Bg-act. 401 S. 2), führte sie in der 

Vernehmlassung vom 1. Mai 2024 aus, selbst wenn die 

Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich wie im Jahr 2022 zu 4 % 

eingeschränkt sei (vgl. dazu Abklärungsbericht Haushalt vom 15. Juli 2022 

[Bg-act. 325 S. 9]), resultiere mit 37.17 % (70.34 % x 0.5 + 4 % x 0.5) kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. dortige S. 4). Zwar ist der 

Aktennotiz zum Telefongespräch vom 9. November 2023 die Angabe der 

- 37 -

Beschwerdeführerin zu entnehmen, dass sie im Haushalt nicht 

eingeschränkt sei (vgl. Bg-act. 388; siehe ferner Evaluationsgespräch 

Eingliederung vom 24. März 2023 [Bg-act. 378 S. 3] und Stellungnahme 

von Oberarzt M._____ vom 16. Januar 2024 [Bg-act. 397 S. 3]). Allerdings 

geht bereits aus dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. E._____ 

vom 15. Juni 2021 hervor, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der 

getätigten Haushaltsabklärungen ihre Einschränkungen dissimuliert habe 

oder zu wenig eingehend exploriert bzw. hinterfragt worden seien, da dort 

nur die administrativen Einschränkungen und jene bei den Besorgungen 

ausser Haus erschienen (vgl. Bg-act. 280 S. 48). Dr. med. E._____ befand 

die anlässlich der Haushaltsabklärungen festgestellte Einschränkung für 

wenig nachvollziehbar, zumal sich die berufliche Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin in der Hauswirtschaft und die Funktion als Hausfrau 

und Mutter funktionell sehr ähnelten. Dazu hielt Dr. med. E._____ fest, es 

müsse aus psychiatrischer Sicht in Frage gestellt werden, inwieweit 

anlässlich der Haushaltsabklärungen hauptsächlich auf die 

Selbstangaben der Beschwerdeführerin abgestellt worden sei, welche im 

Rahmen ihrer Dissimulation dazu tendiere, ihren Haushalt und ihre 

Kindererziehung als tadellos darzustellen, um ihren Selbstwert zu 

schützen und die Angst vor behördlichen KESB-Massnahmen für ihre 

Kinder abzuhalten. Vor dem Hintergrund der von ihm erhobenen 

fremdanamnestischen Angaben der Mutter, des Beistands, vom Sozialamt 

und der behandelnden Psychiaterin sowie den ausgewiesenen 

Funktionseinschränkungen bei der sich gleichermassen auswirkenden 

Grunderkrankung (ADHS, kognitive Defizite sowie emotionale und 

Verhaltensdefizite im Rahmen der Persönlichkeitsstörung) sei die gemäss 

den Haushaltsabklärungen nur geringe Einschränkung wenig plausibel 

und fragwürdig (vgl. Bg-act. 280 S. 50; siehe ferner neuropsychologisches 

Gutachten von Dr. phil. D._____ vom 17. Juni 2021 [Bg-act. 277 S. 13]). 

Angesichts dieser gutachterlichen Ausführungen drängt sich eine erneute 

- 38 -

Abklärung vor Ort auf, deren Ergebnisse durch eine psychiatrische 

sachverständige Person zu Plausibilisierungszwecken zu beurteilen sind.

6.10. Insgesamt ist die Angelegenheit daher unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 4. März 2024 zu ergänzenden 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gestützt auf 

die dannzumal aktualisierten medizinischen Unterlagen, die durchgeführte 

Haushaltsabklärung und den eingeholten Abschlussbericht zum 

Arbeitseinsatz der Beschwerdeführerin bei der K._____ wird die 

Beschwerdegegnerin erneut eine psychiatrische sachverständige 

Abklärung durch eine spezialisierte Fachperson zu veranlassen haben, 

wobei sich vorliegend angesichts der spezifischen Fallkenntnisse eine 

Verlaufsbegutachtung durch Dr. med. E._____ aufdrängt. Gegebenenfalls 

wird zu prüfen sein, ob berufliche Eingliederungsmassnahmen auf dem 

ersten Arbeitsmarkt einzuleiten sind, um eine allfällige Leistungsfähigkeit 

praktisch zu erproben. Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin die 

Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin neu zu prüfen haben. In 

diesem Rahmen wird die Beschwerdegegnerin auch die Frage der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt sowie jene des Leidensabzugs prüfen und beurteilen 

müssen. Insofern erweist es sich als verfrüht, bereits im jetzigen Zeitpunkt 

über den Rentenanspruch zu entscheiden.

7. Insgesamt ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen, die 

angefochtene Verfügung vom 4. März 2024 aufzuheben und die 

Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu 

neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

8.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

- 39 -

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen gilt praxisgemäss als 

vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei bezüglich der 

Verteilung der Gerichtskosten und der Zusprache einer 

Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1 und 

132 V 215 E.6.2). Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind 

die Gerichtskosten von CHF 700.-- demnach der Beschwerdegegnerin zu 

überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

8.2.1. Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die 

Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig 

durch die Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird 

die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Satz 1 ATSG 

nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_519/2020 vom 6. Mai 2021 E.2.2, 9C_64/2019 vom 25. April 2019 E.4, 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2 [in BGE 144 V 380 nicht 

publiziert] und 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.6.1). Gemäss 

Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die Bemessung des 

Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung 

[HV]; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach Ermessen des 

Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote 

geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand 

sowie vom (üblichen) Stundenansatz ausgeht.

- 40 -

8.2.2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte 

aufforderungsgemäss am 7. Mai 2024 eine Honorarnote ein. Das geltend 

gemachte Honorar beläuft sich auf insgesamt CHF 2'066.55 (bestehend 

aus einem Aufwand von 11.6 Stunden à CHF 160.-- [CHF 1'856.--] zzgl. 

einer Spesenpauschale von 3 % [CHF 55.70] und 8.1 % MWST 

[CHF 154.85]). Diese berücksichtigt sowohl den praxisgemäss geltenden, 

reduzierten Stundenansatz für Hilfsorganisationen, zu denen auch die 

Procap Schweiz zu zählen ist (vgl. PVG 2010 Nr. 31 und Nr. 32), als auch 

die rechtsprechungs-gemäss anzuerkennende Spesenpauschale von 3 % 

des Honorars (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] S 24 8 vom 12. März 2024 E.8.2, S 23 55 vom 

19. September 2023 E.9.2.2, S 22 106 vom 1. November 2022 E.4, S 21 

117 vom 25. Januar 2022 E.9 und S 2020 67 vom 8. Dezember 2020 E.7). 

Insgesamt erweist sich somit eine Entschädigung von CHF 2'066.55 als 

angemessen. In diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu entschädigen.

8.3. Bei diesem Verfahrensausgang wird das Gesuch der Beschwerdeführerin 

um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung gegenstandslos.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

4. März 2024 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen 

im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

- 41 -

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ aussergerichtlich mit 

CHF 2'066.55 (inkl. Spesen und MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]