# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9f9061c-8c8a-5287-a45a-eb843ef5201a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2010 E-1940/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1940-2010_2010-03-31.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1940/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 
mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;
Gerichtsschreiber Urs David.

A._______,
Burkina Faso,
vertreten durch (...),
Swiss Migration,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);
Verfügung des BFM vom 8. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1940/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 7. Juli 2009 in der Schweiz ein Asyl-
gesuch  stellte  und  hierzu  am  13.  Juli  2009  im  Empfangs-  und  Ver-
fahrenszentrum B._______ kurz befragt wurde, 

dass  er  das  Gesuch im Wesentlichen damit  begründete,  trotz  eines 
gesetzlichen Verbotes beruflich als (...)  tätig gewesen zu sein und in 
Ausübung  dieser  Funktion  einem  Mädchen  unbeabsichtigterweise 
erhebliche  Verletzungen  zugefügt  zu  haben,  in  welchem 
Zusammenhang er  Verfolgung durch die  Familie  des  Mädchens und 
durch die Behörden befürchte und deshalb am 5. August  2008 aus-
gereist sei,

dass  er  via  Libyen  nach  Lampedusa  (Italien)  gelangt  und  am 
22. November  2008  daktyloskopiert  worden  sei,  in  der  Folge  die 
Weiterreise auf dem Luftweg nach Rom angetreten und dort nach er-
neuter Daktyloskopierung gleichentags um Asyl nachgesucht habe,

dass  er  nach  Ablehnung  seines  Gesuchs  illegal  in  die  Schweiz 
weitergereist, wo er am 7. Juli 2009 angekommen sei, um erneut um 
Schutz vor Verfolgung zu ersuchen,

dass das BFM dem Beschwerdeführer im Rahmen der Befragung im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum und unter  Hinweis auf  die beiden 
Eurodac-Erfassungen vom 22. November 2008 in Italien das rechtliche 
Gehör zur mutmasslichen Verfahrenszuständigkeit dieses Landes und 
zu einer allfälligen Wegweisung dorthin gewährte,

dass der Beschwerdeführer hierzu erklärte, er habe in Italien viel ge-
litten  und  es  habe  einmal  einen  Streit  mit  Stöcken  gegeben,  bei 
welchem er sich am Arm verletzt und Narben davongetragen habe,

dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  protokollierten  Aussagen  auf  die 
Akten und, soweit wesentlich, auf die Erwägungen zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  weder  Identitätsdokumente  noch  Be-
weismittel anderer Art einreichte,

Seite 2

E-1940/2010

dass  das  BFM  gestützt  auf  die  erwähnten  Eurodac-Treffer  am 
17. September 2009 an Italien ein Ersuchen um Übernahme des Be-
schwerdeführers stellte, das in der Folge unbeantwortet blieb,

dass das BFM mit Verfügung vom 8. März 2010 – gemäss Rechtsver-
treter eröffnet am 22. März 2010 und  ersetzend  eine (nicht eröffnete) 
Verfügung vom 7. Januar 2010 – gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) auf  das  Asyl-
gesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  sowie  dessen  Weg-
weisung  aus  der  Schweiz  nach  Italien  und  den  Vollzug  anordnete, 
wobei es die Ausreisefrist auf den Tag nach Ablauf der Beschwerde-
frist ansetzte, ferner feststellte, dass einer allfälligen Beschwerde kei-
ne  aufschiebende  Wirkung  zukomme,  und  im  Übrigen  Akteneinsicht 
gewährte,

dass  es  zur  Begründung  seines  Nichteintretensentscheides  im  We-
sentlichen anführte,  der Beschwerdeführer sei  gemäss eigenen Aus-
sagen  und  aufgrund  der  beiden  Eurodac-Treffer  in  Italien  daktylo-
skopisch erfasst und habe dort ein Asylverfahren anhängig gemacht,

dass Italien gestützt  auf  das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder 
in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsab-
kommen  [DAA],  SR  0.142.392.68) sowie  dem  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in 
Norwegen  gestellten  Asylantrags  für  die  Durchführung  des  Asylver-
fahrens zuständig sei und mittels Stillschweigen einer Übernahme des 
Beschwerdeführers zugestimmt habe,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
(Art. 19 Abs. 3 Dublin II-VO [Verordnung {EG} Nr. 343/2003 des Rates 
vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 
Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist])  oder Verlängerung (Art. 19 Abs. 4 Dublin II-VO) – bis 
spätestens zum 2. April 2010 zu erfolgen habe, 

Seite 3

E-1940/2010

dass die im Rahmen des rechtlichen Gehörs gemachten Einwände des 
Beschwerdeführers gegen eine Rückführung nach Italien offensichtlich 
nicht  gegen  die  Zuständigkeit  Italiens  und eine Wegweisung  dorthin 
sprächen, da er dort bei etwaigen Übergriffen durch Dritte staatlichen 
Schutz beanspruchen könne,

dass  er  im  Übrigen  keine  relevanten  Gründe  gegen  eine  Rückkehr 
nach Italien anzuführen vermöge,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle  und keine Gründe ersichtlich seien,  die auf  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges 
nach  Italien  schliessen  lassen  könnten,  zumal  der  Grundsatz  der 
Nichtrückschiebung hinsichtlich  des  Heimatstaates  nicht  zur  Prüfung 
gelange,  dem Beschwerdeführer  in  Italien  offensichtlich  keine  durch 
Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene 
Strafe  oder  Behandlung  drohe  und  eine  Rücknahmezustimmung 
Italiens vorliege,

dass  Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  gemäss Art.  34 
Abs. 2 Bst. d AsylG gestützt auf Art. 107a AsylG keine aufschiebende 
Wirkung zukomme,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 24.  März  2010  (Post-
stempel  vom  25.  März  2010)  die  Verfügung  der  Vorinstanz  beim 
Bundesverwaltungsgericht anfocht und dabei deren Aufhebung sowie 
in  prozessualer  Hinsicht  die  Anordnung  einer  vollzugshemmenden 
vorsorglichen Massnahme für die Dauer des Verfahrens und den Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt,

dass er in der Begründung vorab eine Verletzung der in Art. 35  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren  (VwVG,  SR  172.021) verankerten  und  ebenso  aus  Art.  29 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 (BV, SR 101) abgeleiteten Begründungspflicht rügt, 
da  das  BFM sich  zwar  auf  die  Dublin  II-Verordnung stütze,  diese  – 
sowie  insbesondere  das  stillschweigende  Rückübernahmeakzept 
Italiens  –  aber  weder  als  Quelle  zitiere  noch  einen  anderen 
Findungsweg angebe,

Seite 4

E-1940/2010

dass  die  Entscheidbegründung  ferner  überaus  kurz  ausgefallen  und 
dadurch schwierig zu verstehen und anzufechten sei,

dass sich die Vorinstanz mit den von ihm im Rahmen des rechtlichen 
Gehörs konkret geltend gemachten Rückkehrhindernissen nach Italien 
(schwierige Lebenssituation im Asylcamp, erlittene Verletzung im Ver-
lauf eines Streits) nicht auseinandergesetzt habe und damit den An-
spruch auf rechtliches Gehör ebenso missachtet habe,

dass das Bundesamt gleichsam den Umstand ignoriere, dass er sich 
nunmehr länger in der Schweiz (über acht Monate) als zuvor in Italien 
(über sieben Monate) aufhalte, und er hier aufgrund eines besuchten 
Deutschkurses  integriert  sei,  wogegen  ihm  dies  in  Italien  weder  in 
sprachlicher Hinsicht noch sonst gelungen sei,

dass  er  in  der  Schweiz  im  Weiteren  in  psychiatrischer  und  medi-
zinischer  Behandlung  stehe,  welche  durch  den  angefochtenen  Ent-
scheid und die kurze Ausreisefrist abrupt unterbrochen würden,

dass  er  als  Beweismittel  eine  Sprachkursbestätigung,  je  eine  Be-
stätigung über kommende Sprechstundentermine bei einer psychiatri-
schen  Fachstelle  und  bei  einem  Arzt  für  Innere  Medizin  sowie  ein 
Arztzeugnis des letzteren vom 23. März 2010 (betreffend [...]) vorlegt,

dass das Bundesverwaltungsgericht mittels  vorsorglicher Massnahme 
vom  26.  März  2010  den  Vollzug  der  Wegweisung  einstweilen  aus-
setzte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 29. März 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

Seite 5

E-1940/2010

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  sum-
marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-

Seite 6

E-1940/2010

führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  das  BFM  seinen  Nichteintretensentscheid  überzeugend  sowie 
gesetzes- und praxiskonform begründet  hat  und  zwecks Vermeidung 
von Wiederholungen auf  vorstehende zusammenfassende Darlegung 
dieser Erwägungen sowie im Detail auf den diesbezüglichen Inhalt der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass der Inhalt der Beschwerde offensichtlich zu keiner anderen Ein-
schätzung führt, zumal die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des 
Asylverfahrens  vom Beschwerdeführer  im  Grundsatz  nicht  bestritten 
wird,

dass Italien für die Prüfung seines in der Schweiz eingereichten Asyl-
antrags zuständig ist (vgl. die Bestimmungen der Verordnung [EG] Nr. 
343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin II-Verordnung) zur 
Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-
staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in 
einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  [VO Dublin] 
und die Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. Sep-
tember  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin  II-Verord-
nung des Rates [DVO Dublin], insbes. Art. 10 Abs. 1 VO Dublin),

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  der  Schweizer  Be-
hörden  um  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  innert  zweier 
Wochen  nicht  beantwortet  haben,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens 
gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  aufgrund  der  so  genannten 
Verfristung definitiv geworden ist (vgl. Art. 20 Abs. 1 Dublin-II-VO),

dass Asylsuchende in Italien zwar bei der Unterkunft, der Arbeit und 
dem Zugang zu medizinischer Infrastruktur gewissen Schwierigkeiten 
ausgesetzt sein können,

dass Italien aber sowohl  Signatarstaat  des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (FK,  SR 0.142.30)  als 
auch der EMRK ist,

dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien 
nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen 
hält, 

Seite 7

E-1940/2010

dass  Dublin-Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den 
italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden und sich – neben 
den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfs-
organisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und  Flüchtlingen 
annehmen,

dass die  Organisation  "Arci  con Fraternità"  seit  dem 1. Januar  2009 
die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino  (Rom) 
organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung 
anbietet,

dass  der  Beschwerdeführer  weder  im  Rahmen  des  ihm  gewährten 
rechtlichen Gehörs noch auf Beschwerdeebene hinreichend bestimmte 
Vorbehalte gegen eine Rückkehr nach Italien geltend machte, weshalb 
keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  der  Be-
schwerdeführer  würde  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Italien  in  eine 
existenzielle Notlage geraten, 

dass die Rüge einer Verletzung der Begründungspflicht  insoweit,  als 
sich  das  BFM zwar  auf  die  Dublin  II-Verordnung  stütze,  diese  aber 
weder  als  Quelle  zitiere  noch  einen  anderen  Findungsweg  angebe, 
insofern  nicht  stichhaltig  ist,  als  dieses  Regelwerk  durchaus  in  der 
Verfügungsbegründung (dort E. I) erscheint,

dass  zwar  eine  konkretisierende  Darlegung  der  anwendbaren 
Rechtsgrundlagen der  Dublin  II-Verordnung (vgl. zuvor)  in  der  Frage 
der  Landeszuständigkeit  objektiv  betrachtet  wünschenswert  er-
scheinen mag, vorliegend aber jedenfalls kein dem Beschwerdeführer 
erwachsener  Rechtsnachteil  zu  erkennen  ist,  zumal  dieser  sich  ge-
mäss  Inhalt  der  Beschwerdeschrift  der  angewandten  Rechtsgrund-
lagen  durchaus  bewusst  ist  und  sie  konkret  nennt,  und  er  die 
Würdigung des Bundesamtes deutlich vor Ablauf der Beschwerdefrist 
einer sachgerechten kritischen Beanstandung zu unterziehen vermag,

dass  die  behauptete  Unterlassung einer  Quellenangabe für  die  still-
schweigende Rücknahmezusicherung durch Verfristung deshalb nicht 
berechtigt ist,  weil  die konkrete Bestimmung aus dem vollumfänglich 
offengelegten Actum A14 hervorgeht,

dass aus dem blossen Umstand einer quantitativ  bescheidenen Ent-
scheidbegründung noch keine Verletzung der Begründungspflicht  ab-

Seite 8

E-1940/2010

geleitet  werden  kann,  und  vorliegend  der  qualitative  Inhalt  der  Er-
wägungen durchaus klar, verständlich und umfassend erscheint,

dass  sich  die  Vorinstanz  insbesondere  auch  mit  den  vom  Be-
schwerdeführer  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  konkret  geltend 
gemachten – wenngleich überaus kurz ausgefallenen (vgl. A1 S. 8) – 
Rückkehrhindernissen  nach  Italien  auseinandergesetzt  hat  und  zur 
Erkenntnis ihrer Irrelevanz gelangt ist,  ohne dass die Stellungnahme 
des  nach  Art.  8  AsylG  mitwirkungsverpflichteten  Beschwerdeführers 
inhaltlich  begründeten  Anlass  zu  weiteren  Abklärungen  von  Amtes 
wegen gegeben hätte,

dass der längere Aufenthalt und die bessere Integration in der Schweiz 
im Vergleich  zum Rückführungsstaat  (Italien)  grundsätzlich  ebenfalls 
irrelevant  sind  für  die  Beurteilung  des  nach  Dublin  II-Verordnung 
zuständigen  Staates  und  für  das  Bestehen  allfälliger 
Vollzugshindernisse,

dass  schliesslich  die  gegenwärtige  Akten-  und  Beweislage,  ins-
besondere  blosse  Bestätigungen  über  anstehende  Arzttermine, 
keinerlei  Rückführungshindernisse  gesundheitlicher  Art  erkennen 
lassen,

dass der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt der Rekurseinreichung 
auch  nicht  ansatzweise  irgendwelche  gesundheitlichen  Beein-
trächtigungen geltend gemacht hat, den Akten jedenfalls keine solchen 
mit Krankheitswert zu entnehmen sind, und sich somit auch die Frage 
einer Behandelbarkeit in Italien nicht stellt,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist und sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

Seite 9

E-1940/2010

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren in  den für  die Prüfung des Asylgesuches zu-
ständigen Staat  handelt,  systembedingt  kein Raum bleibt  für  Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Auslän-
derinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20]),  sondern  eine  entspre-
chende  Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des 
Dublin-Verfahrens vorzunehmen ist (vgl. vorgehende Erwägungen),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erkannt hat 
und der angeordnete Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde 
und die eingereichten Beweismittel näher einzugehen, da diese an der 
Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  der  Prozessantrag  betreffend  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  mit  dem  vorliegenden  Direktentscheid  in  der 
Hauptsache hinfällig wird, und die Gewährung unentgeltlicher Rechts-
pflege nicht beantragt ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

E-1940/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Migrationsbehörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

Versand: 

Seite 11