# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5247eca9-cd79-5e33-b4f4-22b5bb19e6e0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.04.2015 200 2013 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-194_2015-04-23.pdf

## Full Text

200 13 194 BV und
200 13 195 BV (2)
FUR/PES/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. April 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Peter

A.________
Kläger

gegen

Personalvorsorge B.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beklagte 1

Personalvorsorge D.________
vertreten durch Fürsprecher und Notar E.________
Beklagte 2

betreffend Klage vom 6. März 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, BV/13/194, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Klage vom 6. März 2013 beantragt der 1963 geborene A.________ 
(nachfolgend Kläger), vertreten durch Fürsprecher F.________, ihm sei mit 
Wirkung ab dem 1. April 2007 eine ganze BVG-Invalidenrente auszubezah-
len; eventualiter sei ihm für die Zeit vom 1. Mai 2007 bis 30. September 
2008 eine ganze und ab dem 1. Oktober 2008 bis 1. Mai 2009 eine halbe 
BVG-Invalidenrente auszubezahlen – unter Kostenfolge. Ins Recht gefasst 
wurden dabei alternativ die Personalvorsorge B.________ (nachfolgend 
Beklagte 1) sowie die Personalvorsorge D.________ (nachfolgend Beklag-
te 2).

Die zuständige Instruktionsrichterin holte in der Folge die den Kläger betref-
fenden Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung ein (act. III).

Mit Klageantwort vom 11. Juni 2013 beantragt die Beklagte 1, vertreten 
durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________, die Klage gegen sie sei vollum-
fänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 
des Klägers. Unter Berücksichtigung der vorhandenen medizinischen Beur-
teilungen sei die von der Invalidenversicherung verfügte temporäre Ren-
tenzusprache nicht nachvollziehbar und offensichtlich falsch. Falls das Ge-
richt wider Erwarten dennoch einen invalidisierenden Gesundheitsschaden 
bejahen sollte, sei zu berücksichtigen, dass auch diesfalls eine Leistungs-
pflicht der Beklagten 1 zu verneinen sei. Massgebend sei, dass der Kläger 
bereits während der Versicherungszeit bei der Beklagten 2 überdurch-
schnittlich viele krankheitsbedingte Absenzen gehabt habe. Seit 2004 be-
trachte sich der Kläger als nicht mehr voll arbeitsfähig und habe angege-
ben, bei der G.________ aus gesundheitlichen Gründen nur noch in einem 
Pensum von 50% arbeiten zu können. Da keine wesentliche Änderung des 
(subjektiv geklagten) Beschwerdebilds ersichtlich sei, die rezidivierende 
depressive Störung gemäss Dr. med. H.________ seit vielen Jahren bzw. 
gemäss dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. I.________ vom 
13. Juli 2007 seit 2001 bestehe, sei von einer vorbestandenen Arbeitsun-
fähigkeit auszugehen, wobei der sachliche und zeitliche Konnex zur später 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, BV/13/194, Seite 3

geltend gemachten Invalidität nicht unterbrochen worden sei. Weiter sei die 
(bestrittene) Forderung des Klägers ihr gegenüber ohnehin verjährt.

Vertreten durch Fürsprecher und Notar E.________ beantragt die Beklag-
te 2 mit Klageantwort vom 12. Juni 2013, die Klage sei abzuweisen, sofern 
und soweit sie sich gegen sie richte – unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen. Der Kläger sei vorliegend während seiner Tätigkeit bei der 
J.________ bei ihr berufsvorsorgeversichert gewesen. Der Vorsorgeschutz 
habe am 31. Dezember 2005 geendet. Bis zu diesem Zeitpunkt sei nie eine 
erhebliche und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit des Klägers im Sinne von 
Art. 23 lit. a BVG eingetreten. Schon aus diesem Grund entfalle eine Leis-
tungspflicht ihrerseits für eine allfällige spätere Invalidität des Klägers.

Mit weiterer Eingabe vom 14. Januar 2014 erhob die Beklagte 2 analog der 
Beklagten 1 die Verjährungseinrede.

In seiner Replik vom 27. Januar 2014 nahm der Kläger zur Verjährungsfra-
ge Stellung. In ihren Dupliken vom 18. und 25. Februar 2014 hielten die 
Beklagten an ihren Anträgen fest.

Im Rahmen von Schlussbemerkungen beantragt der Kläger neu, es sei ein 
Obergutachten über seine gesundheitlichen Störungen anzuordnen. Die 
Beklagten beantragen die Abweisung dieses Antrages sowie je die Abwei-
sung der Klage vom 6. März 2013.

Am 25. November 2014 ging dem Verwaltungsgericht die Mitteilung zu, 
dass Fürsprecher F.________, der Rechtsvertreter des Klägers, am … 
verstorben sei und es keinen Nachfolger auf der Kanzlei gebe. Vom Kläger 
wurde seither kein neuer Rechtsvertreter benannt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungs-
rechtliche Abteilung, ist als einzige kantonale Instanz sachlich und funktio-
nell zuständig zur Beurteilung der mit Klage vom 6. März 2013 geltend ge-
machten Ansprüche (Art. 73 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die 
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 
1982 [BVG; SR 831.40] in Verbindung mit Art. 87 lit. c des kantonalen 
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; 
BSG 155.21] und Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]). Die Beklagten haben Sitz im Kanton 
Bern, weshalb das angerufene Gericht zur Behandlung der Klagen auch 
örtlich zuständig ist (Art. 73 Abs. 3 BVG). Die übrigen Sachurteilsvoraus-
setzungen sind ebenfalls erfüllt. Auf die Klagen ist einzutreten. 

1.2 In der ursprünglichen Verwaltungsgerichtsbarkeit bestimmt sich der 
Streitgegenstand einzig nach den gestellten Rechtsbegehren (BGE 129 V 
450 E. 3.2 S. 452 f.). Streitig ist vorliegend, ob der Kläger gegenüber der 
Beklagten 1 oder der Beklagten 2 Anspruch auf eine Invalidenrente aus der 
obligatorischen und überobligatorischen beruflichen Vorsorge hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

2.

2.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben nach Art. 23 lit. a BVG 
Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40% in-

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valid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invali-
dität geführt hat, versichert waren.

2.2 Unter Arbeitsunfähigkeit ist eine Einbusse an funktionellem Leis-
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen 
(BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23). Sie muss mindestens 20% betragen (SVR 
2014 BVG Nr. 36 S. 135 E. 1.1). Ob eine Person trotz Lohnzahlung 
tatsächlich erheblich arbeitsunfähig war, ob sie also im Rahmen eines Ar-
beitsverhältnisses – im Hinblick auf den angestammten Tätigkeitsbereich – 
ihre übliche oder aber nunmehr eine behinderungsbedingt eingeschränkte 
Leistung erbrachte, ist von Amtes wegen mit aller Sorgfalt zu prüfen. 
Rechtsprechungsgemäss ist erforderlich, dass sich die behauptete Arbeits-
unfähigkeit im Arbeitsverhältnis, das über die Vorsorgepflicht den Versiche-
rungsschutz begründet, konkret nachteilig bemerkbar gemacht hat, so etwa 
durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar 
Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fal-
lende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Nur beim Vorliegen beson-
derer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage 
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage – etwa in dem Sin-
ne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung 
verpflichtet war und auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber 
eben doch keine volle Arbeitsleistung hat erbringen können – in Betracht 
gezogen werden (SVR 2008 IV Nr. 11 S. 33 E. 5.1, 2005 BVG Nr. 5 S. 15 
E. 2.2). Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Ar-
beitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgestellte 
medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist 
eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person 
tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller 
Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit 
im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich 
einer (überzeugenden) medizinischen Einschätzung, die ordentlicherweise 
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit 
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf 
nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und 

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spekulative Überlegungen ersetzt werden (SVR 2014 BVG Nr. 6 S. 19 
E. 4.2).

2.3 Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung ist die voraussichtlich 
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun-
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach-
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende gan-
ze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.4 Das BVG definiert den Begriff der Invalidität nicht, sondern verweist 
auf die Invalidenversicherung (vgl. Art. 23 lit. a BVG und Art. 4 der Verord-
nung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 
vom 18. April 1984 [BVV 2; SR 831.441.1]). Aus der engen Verbindung 
zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversicherung und demje-
nigen auf Invalidenleistungen nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditäts-
begriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Inva-
lidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 120 V 106 E. 3c 
S. 108). Mit Bezug auf die weitergehende berufliche Vorsorge steht es den 
Vorsorgeeinrichtungen im Rahmen von Art. 6 und 49 Abs. 2 BVG sowie der 
verfassungsmässigen Schranken (wie Rechtsgleichheit, Willkürverbot und 
Verhältnismässigkeit) frei, den Invaliditätsbegriff und/oder das versicherte 
Risiko abweichend von Art. 23 BVG zu definieren. Während sie im Rahmen 
der obligatorischen beruflichen Vorsorge jedenfalls die Mindestvorschrift 
des Art. 23 BVG zu beachten haben (Art. 6 BVG), gilt diese Bestimmung 
einschliesslich der hierzu ergangenen Rechtsprechung im überobligatori-
schen Bereich nur, soweit die Reglemente oder Statuten bezüglich des 
massgebenden Invaliditätsbegriffs oder versicherten Risikos nichts Abwei-
chendes vorsehen (BGE 136 V 65 E. 3.2 S. 69).

2.5 Nach der Rechtsprechung sind Vorsorgeeinrichtungen, die aus-
drücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen Invaliditätsbe-

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griff wie die Invalidenversicherung ausgehen, an die Invaliditätsbemessung 
der IV-Stelle gebunden, wenn diese sich nicht als offensichtlich unhaltbar 
erweist (BGE 138 V 125 E. 3.3 S. 130, 129 V 150 E. 2.5 S. 156; SVR 2011 
BVG Nr. 12 S. 46 E. 5.1). Für die Beurteilung der Frage, ob sich die Invali-
ditätsbemessung der Invalidenversicherung als offensichtlich unhaltbar 
erweist, muss auf die Aktenlage, wie sie sich den Organen der Invaliden-
versicherung bei Verfügungserlass präsentierte, abgestellt werden (BGE 
126 V 308 E. 2a S. 311).

2.6 Im Hinblick auf die verbindliche Wirkung der IV-rechtlichen Qualifi-
kation sind die IV-Stellen gehalten, die Vorsorgeeinrichtung(en) spätestens 
im Vorbescheidverfahren in das IV-rechtliche Verfahren einzubeziehen. 
Erfolgt dieser Einbezug nicht, vermag der Beschluss der IV-Stelle keine 
Bindungswirkung für die berufliche Vorsorge zu entfalten (BGE 138 V 125 
E. 3.3 S. 130, 129 V 73 E. 4.2.2 S. 76; SVR 2011 BVG Nr. 12 S. 46 E. 5.1). 

2.7 Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische 
Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine An-
spruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der 
Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebil-
dern inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichti-
gung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten 
oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschrän-
kungen zu plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu 
berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen 
der festen Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Be-
schwerdebildern (BGE 130 V 352) bei der Prüfung eines sozialen Rückzu-
ges regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche Arbeitsfähig-
keitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297).

Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheits-
zustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit 
zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung 
unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erhe-
ben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sach-
verständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht 

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kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 
hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine 
Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich be-
gründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage 
für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per-
son noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195).

2.8 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.9 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Der Kläger wurde von seinem behandelnden Psychiater Dr. med. 
H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wegen 
eines Verdachts auf paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.09) für die Zeit 

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ab dem 11. April 2006 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Vom 15. Mai 
2006 bis zum 7. Juni 2006 befand er sich in den psychiatrischen Diensten 
K.________, deren Ärzte aufgrund der Beschwerdeschilderungen des Klä-
gers ebenfalls den Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie äusserten 
(vgl. act. III 11). 

In seinem Bericht vom 28. Februar 2007 hielt Dr. med. H.________ als 
Befunde einen depressiv-antriebslosen Zustand mit Stimmenhören fest und 
wiederholte seinen Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie (act. III 13).

3.2 Im Rahmen einer durch die IV-Stelle veranlassten psychiatrischen 
Begutachtung des Klägers durch Dr. med. I.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie FMH, vom Juli 2007, konnte die Verdachtsdia-
gnose einer paranoiden Schizophrenie nicht bestätigt werden. Von dem 
vom Kläger geschilderten Stimmenhören abgesehen zeige dieser keine 
Symptome für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. Be-
trachte man das Verhalten des Klägers mit allen geschilderten Symptomen 
und der gleichsam etwas vernachlässigten Hygiene, müsse man eine mit-
tel- bis schwergradige depressive Episode in Betracht ziehen. Der Kläger 
zeige eine ausreichend verminderte kognitive und emotionale Flexibilität 
mit Konzentrationsstörungen, Halluzinationen und schweren Gemütss-
törungen, so dass eine Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich sei. Aus die-
sem Grund sei eine volle Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (act. III 22).

3.3 Mit Bericht vom 25. Oktober 2007 attestierte der behandelnde 
Psychiater Dr. med. H.________ dem Beschwerdeführer gestützt auf das 
Gutachten von Dr. med. I.________ neu eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, und 
hielt fest, diese würde seit Jahren bestehen. Als Befunde hielt er unverän-
dert ein depressiv-adynames Zustandsbild mit psychotischer Symptomatik 
(Stimmenhören) fest. Die Befunde hätten sich seit der letzten Untersu-
chung nicht gross verändert (act. III 26).

3.4 Mit Verlaufsbericht vom 8. Mai 2008 hielt Dr. med. H.________ fest, 
die objektiven Befunde seien punkto Depression ohne nennenswerte Ver-
änderung. Der Beschwerdeführer klage unverändert über Passivität, An-
triebslosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Die früher geklag-

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ten Halluzinationen würden nicht mehr als Hauptbeschwerden, sondern nur 
noch diskret geklagt. Bei Tätigkeit und Ablenkung seien diese nicht rele-
vant. Die Verdachtsdiagnose paranoide Schizophrenie sei ungültig. Es lie-
ge beim Kläger eine chronifizierte depressive Störung, gegenwärtig leichte 
bis mittelschwere Episode vor (act. III 35).

3.5 In ihrem Bericht vom 25. Juni 2008 hielten die Ärzte der psychiatri-
schen Dienste K.________ als Diagnose eine paranoide Schizophrenie mit 
unvollständiger Remission, bestehend seit ca. 2004 fest. Der Kläger sei 
affektverflacht mit verminderter Schwingungsfähigkeit bei euthymer Grund-
stimmung. Er leide subjektiv an Konzentrationsschwierigkeiten bei einem 
Zustand mit Stimmenhören, was jedoch durch Ablenkung unterdrückt wer-
den könne. Aus den subjektiv erlebten Konzentrationsschwierigkeiten re-
sultiere eine verminderte Selbständigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei dem 
Kläger nicht mehr zumutbar (act. III 38).

3.6 Nachdem der Kläger im Rahmen einer beruflichen Grundabklärung 
in der Abklärungsstelle L.________ im Bereich der psychologischen Tes-
tung kaum nachvollziehbare Ergebnisse hervorgebracht hatte (IQ-Wert von 
59 – 63 bei im klinischen Eindruck normaler Intelligenz), beauftragte die IV-
Stelle Bern nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) lic. phil. M.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, 
mit einer neuropsychologischen Begutachtung des Klägers. Die neuropsy-
chologischen Untersuchungen ergaben eine unplausible und inkonsistente 
Symptomproduktion durch den Kläger. Über die Gründe und den Bewusst-
seinsgrad konnte der Gutachter aus neuropsychologischer Sicht keine ver-
lässlichen Angaben machen. Aufgrund der Konstruktion der Symptomvali-
dierungsverfahren sei eine andere Interpretation als die der bewussten 
oder bewusstseinsnahen Selbstlimitierung allerdings nur im Rahmen 
schwerer psychiatrischer Störungen möglich, welche die Handlungs- und 
Willensfreiheit oder den Realitätsbezug aufheben würden. Ob dies beim 
Kläger zutreffe, müsse aus psychiatrischer Sicht beurteilt werden. Die sub-
jektiven Angaben des Klägers insbesondere zu seiner psychischen Befind-
lichkeit und zu den psychopathologischen Symptomen seien vor dem Hin-
tergrund der neuropsychologisch unplausiblen und inkonsistenten Sym-
ptomproduktion jedenfalls mit grosser Vorsicht zu werten. Dies gelte auch 

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für die früheren medizinischen Berichte, welche auf den subjektiven Anga-
ben des Klägers beruhten. Aufgrund des Befundprofils der Voruntersu-
chung vom Februar 2009 in der Institution L.________ mit u.a. auch 
schweren Beeinträchtigungen von visuokonstruktiven Leistungen oder von 
Denkleistungen sei davon auszugehen, dass der Kläger auch damals 
schon Inkonsistenzen produziert habe und die damaligen Ergebnisse nicht 
als gültig angesehen werden könnten (act. III 56).

3.7 Die IV-Stelle beauftragte in der Folge Dr. med. N.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit einer psychiatrischen 
Begutachtung des Versicherten zur Klärung der Frage, ob beim Kläger eine 
psychische Erkrankung als Ursache für die neuropsychologisch unplausible 
und inkonsistente Symptomproduktion vorliege bzw. ob er überhaupt an 
einer psychischen Erkrankung leide (vgl. act. III 57).

Gemäss Dr. med. N.________ erschien der Kläger anlässlich der Begut-
achtung nicht besonders depressiv. Die direkte Befragung sei wenig infor-
mativ gewesen und seine Ausführungen wenig authentisch. Betrachte man 
sein tägliches Funktionieren, scheine er in seinem familiären und sozialen 
Leben wenig eingeschränkt und man verstehe nicht wirklich, warum er in 
einer Erwerbstätigkeit eingeschränkt sein sollte. Er sei relativ vage und 
ausweichend, wenn man dieses Thema anspreche. Man könne aktuell 
nicht von einer klinisch signifikanten depressiven Symptomatik sprechen. 
Es fänden sich auch weder Elemente für eine spezifische Angststörung 
noch für eine Suchterkrankung. Psychotische Symptome bzw. ein Stim-
menhören seien vom Kläger nicht erwähnt worden, bis man die Möglichkeit 
in Erwägung gezogen habe, dass er wieder arbeiten könne. Die vom Klä-
ger geschilderten psychotischen Symptome seien nicht von Störungen des 
logischen oder formalen Denkens begleitet, wie bereits die Voruntersucher 
festgestellt hätten. Bei seinen Schilderungen habe man nicht den Eindruck, 
dass er emotional betroffen sei. Auch seien die geschilderten Symptome 
nie Bestandteil einer selbst geschaffenen neuen Realität gewesen, wie das 
bei verschiedenen halluzinatorischen Psychosen oft der Fall sei. Der Versi-
cherte habe auch keinen Erklärungsversuch für seine Halluzinationen kon-
struiert, wie man dies klassischerweise bei diesem Krankheitstypen vorfin-
de. Es gebe eine Reihe von nicht übereinstimmenden und atypischen Ele-

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menten, wie sie schon vom neuropsychologischen Gutachter erhoben wor-
den seien, die eine grosse Anzahl Fragen aufwerfen würden, die schwierig 
zu beantworten seien. Es gebe beim Kläger keine Anhaltspunkte für eine 
vorbestehende schwerwiegende Persönlichkeitsstörung. Insbesondere 
gebe es keine Argumente für vorbestehende paranoide, schizoide oder 
schizo-typische Persönlichkeitsmerkmale, wie man sie oft bei Patienten 
finde, die später eine psychotische oder schizophrene Pathologie entwi-
ckelten. Es gebe keine Hinweise auf eine schwierige Persönlichkeitsge-
schichte. Der Versicherte habe im sozialen und familiären Bereich immer 
gut funktioniert, was ungewöhnlich sei für die Art der geklagten Störung. 
Die klinischen und psychometrischen Tests zeigten eine grosse Zahl an 
Inkonsistenzen und Widersprüchen bei einem Exploranden, der wenig au-
thentisch und manipulativ sei, sobald man eine Wiederaufnahme der Arbeit 
anspreche. All diese Indizien deuteten auf eine Tendenz zur Aggravation 
oder Simulation der Symptome aus nicht-medizinischen Gründen hin. Be-
züglich Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit bezog sich Dr. med. 
N.________ auf die Berichte von Dr. med. H.________ und das Gutachten 
von Dr. med. I.________, die dem Kläger eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit ab dem 11. April 2006 attestierten. Spätestens ab dem 25. Juni 2008 
habe die Arbeitsfähigkeit des Klägers gemäss Bericht der psychiatrischen 
Dienste K.________ vom 25. Juni 2008 50% betragen (möglicherweise 
auch bereits 100%) und ab dem 2. Februar 2009 definitiv 100%. Die Tatsa-
che, dass der Kläger gemäss Blutbild die ihm verschriebenen Medikamente 
nehme, könne ein Zeichen dafür sein, dass er diese für nützlich erachte 
und auch die allenfalls gute Entwicklung erklären (vgl. act. III 61).

4.

4.1 Das Gutachten von Dr. med. N.________ vom 27. Mai 2010 
(act. III 61) erfüllt in medizinischer Hinsicht sämtliche der unter Erwä-
gung 2.9 hiervor genannten, von der Rechtsprechung an medizinische Ex-
pertisen gestellten Anforderungen. Es ist im Hinblick auf die streitigen Be-
lange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es ist in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizini-

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schen Situation einleuchtend. Konkrete Indizien, die gegen die Zuverläs-
sigkeit des Gutachtens sprechen würden, sind keine ersichtlich. Es erbringt 
damit grundsätzlich vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353).

Dr. med. N.________ konnte im Rahmen seiner auf allseitigen psychiatri-
schen Untersuchungen beruhenden umfassenden Begutachtung des Klä-
gers keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden feststellen. Vielmehr 
fand er in Übereinstimmung mit dem neuropsychologischen Vorgutachter 
lic. phil. M.________ deutliche Anhaltspunkte für eine massive Aggravation 
wenn nicht gar Simulation der vom Kläger seit Jahren unverändert oder gar 
verstärkt geklagten Funktionsbeeinträchtigungen. Wie bereits der psychia-
trische Vorgutachter Dr. med. I.________ konnte Dr. med. N.________ die 
von den behandelnden Ärzten ursprünglich gestellte Verdachtsdiagnose 
einer paranoiden Schizophrenie ausschliessen. Ebenso, dass der Be-
schwerdeführer trotz entsprechender Klagen im Zeitpunkt der Begutach-
tung an einer relevanten depressiven Erkrankung litt. Eine solche schloss 
er für die Zeit ab dem 2. Februar 2009 definitiv aus. Für die Zeit davor ver-
wies er auf die entsprechenden echtzeitlichen Berichte und Gutachten. Es 
sei schwierig diesbezüglich retrospektiv eine Beurteilung vorzunehmen 
(vgl. act. III 61 S. 21). 

4.2 Vor der Begutachtung durch Dr. med. I.________ äusserten die 
behandelnden Ärzte – von einer depressiven Reaktion bei Trennungspro-
blematik im Jahr 1995 abgesehen (vgl. act. III 11 S. 4) – nie auch nur den 
Verdacht auf eine eigenständige depressive Erkrankung beim Kläger. Die 
vom Kläger subjektiv geklagten depressiven Symptome sahen die Ärzte als 
Negativsymptomatik im Rahmen der – später widerlegten – Verdachtsdia-
gnose einer paranoiden Schizophrenie (act. III 11, 13). Eine ausgeprägte 
depressive Symptomatik des Klägers ist in den gesamten medizinischen 
Akten nirgends dokumentiert. Vielmehr hielten die Ärzte der psychiatri-
schen Dienste K.________ anlässlich des stationären Aufenthalts des Klä-
gers vom 15. Mai 2006 bis 7. Juni 2006 explizit fest, der Kläger sei stets 
kooperativ, motiviert und affektiv schwingungsfähig gewesen (act. III 11 
S. 2). Dies spricht trotz gedrückter Grundstimmung klar gegen eine rele-
vante affektive Störung. Ebenso die von den psychiatrischen Diensten 
K.________ erhobenen Befunde. Die Ärzte der psychiatrischen Dienste 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, BV/13/194, Seite 14

K.________ hielten eine Affektverflachung mit verminderter Schwingungs-
fähigkeit bei euthymer Grundstimmung fest. Subjektiv bestünden Konzen-
trationsschwierigkeiten bei einem Zustand mit Stimmenhören, der durch 
Ablenkung unterdrückt werden könne (act. III 38 S. 3). Im Juli 2007 dia-
gnostizierte Dr. med. I.________ beim Kläger abweichend von sämtlichen 
Vorakten eine seit ca. 2001 bestehende rezidivierende depressive Störung. 
Es liege derzeit eine schwere depressive Episode mit psychotischen Sym-
ptomen im Sinne von ICD-10: F33.3 vor. Dabei stützte sich Dr. med. 
I.________ ausschliesslich auf die subjektiven Angaben des Klägers, die 
sich nicht mit den objektiven Feststellungen – insbesondere auch der be-
handelnden Ärzte vor und nach der Begutachtung – deckten. Entsprechend 
kann auf sein Gutachten nicht abgestellt werden. Daran ändert nichts, dass 
der behandelnde Psychiater Dr. med. H.________ die von Dr. med. 
I.________ gestellte Diagnose zunächst trotz Fehlens entsprechender ob-
jektiver Befunde übernahm (vgl. act. III 26). Zum einen bezeichnete er den 
Schweregrad der Diagnose später – bei diesbezüglich explizit unveränder-
ter Beschwerde- und Befundlage – nur noch als leicht bis mittelschwer 
(act. III 35), zum anderen hatte er als behandelnder Psychiater die vom 
Kläger geschilderten Beschwerden zunächst bedingungslos zu akzeptieren 
(vgl. Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

5.

Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. N.________ vom 
27. Mai 2010 (act. III 61) i.V.m. dem neuropsychologischen Gutachten von 
lic. phil. M.________ vom 1. Juli 2009 (act. III 56) ist nach dem Dargelegten 
für die Zeit nach dem 2. Februar 2009 ein invalidisierender Gesundheits-
schaden auszuschliessen und mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die vom Kläger geltend ge-
machten Beschwerden im Wesentlichen auf Aggravation oder gar Simulati-
on beruhen. Eine solche konnte für die Zeit davor mangels entsprechender 
Tests und Untersuchungen nicht nachgewiesen werden. Nachdem sich 
aber auch in den echtzeitlichen Akten vor dem 2. Februar 2009 bei unver-
ändert geschildertem Beschwerdebild keine objektiven Befunde finden, die 
auf einen invalidisierenden Gesundheitsschaden schliessen lassen – die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, BV/13/194, Seite 15

damals gestellten Diagnosen und Arbeitsunfähigkeitsatteste gründen aus-
schliesslich auf den subjektiven Angaben des Klägers –, muss davon aus-
gegangen werden, dass auch bereits vor dem 2. Februar 2009 beim Kläger 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorlag. Umso mehr, als eine 
Veränderung des Gesundheitszustands für die Zeit vor und nach dem 
2. Februar 2009 weder vom Kläger geltend gemacht wird noch sich in den 
Akten hierfür Anhaltspunkte finden. Ein invalidisierender Gesundheitsscha-
den ist nach dem Dargelegten trotz umfassender Abklärungen für den ge-
samten vorliegend relevanten Zeitraum beim Kläger klarerweise nicht aus-
gewiesen. Von weiteren Abklärungen sind in dieser Hinsicht keine neuen 
Erkenntnisse mehr zu erwarten, weshalb auf solche in antizipierter Be-
weiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

6.

Ein Anspruch des Klägers gegenüber der Beklagten 2 auf eine Invaliden-
rente ist vorliegend schon deshalb zu verneinen, da gemäss der Erklärung 
des Direktors des O.________ (act. IIA 9) das funktionelle Leistungsver-
mögen des Klägers während dieses Arbeits- und Vorsorgeverhältnisses zu 
keiner Zeit eingeschränkt war (vgl. E. 2.2 hiervor). Dass der Kläger in der 
Folge in der G.________ – bei einer 100%-igen Vermittlungsfähigkeit – 
bloss zu 50% und im Rahmen eines Zwischenverdienstes gearbeitet hat 
(siehe dazu act. III 5), ist demgemäss nicht gesundheitsbedingt. Vielmehr 
ist gestützt auf das vorstehend Dargelegte mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit davon auszugehen, dass der Kläger den Entscheid zur Simulation 
von gesundheitlichen Beeinträchtigungen bereits damals gefasst hat. In-
dem die IV-Stelle Bern die Vortäuschung von gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen unbeachtet gelassen hat, ist deren Entscheid offensichtlich falsch. 
Ein invalidisierender Gesundheitsschaden ist die Grundvoraussetzung für 
einen Rentenanspruch. Nachdem erstellt ist, dass der Kläger im gesamten 
vorliegend relevanten Zeitraum nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nie an einem solchen gelitten hat, ist der auf denselben 
medizinischen Akten basierende Entscheid der IV-Stelle Bern, dem Kläger 
trotzdem für die Zeit vom 1. April 2007 bis zum 30. April 2009 eine befriste-
te Invalidenrente zuzusprechen (vgl. act. III 91 S. 11), offensichtlich unhalt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, BV/13/194, Seite 16

bar. Eine Bindung der Beklagten 1 und 2 an die Invaliditätsbemessung der 
IV-Stelle entfällt damit unabhängig von ihrem jeweiligen Einbezug bzw. 
Nichteinbezug ins IV-rechtliche Verfahren (vgl. E. 2.5 und 2.6 hiervor). 
Nachdem beim Kläger für den gesamten vorliegend relevanten Zeitraum 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, hat er weder 
gegenüber der Beklagten 1 und schon gar nicht gegenüber der Beklagten 2 
Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Klagen gegenüber beiden Beklagten 
sind somit als unbegründet abzuweisen. 

7.

7.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat keine der Parteien An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 109 Abs. 1 VRPG sowie BGE 
126 V 143 E. 4b S. 150). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Klagen werden abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, BV/13/194, Seite 17

3. Zu eröffnen (R):
- A.________ 
- Rechtsanwältin Dr. iur. C.________ z.H. der Beklagten 1
- Fürsprecher und Notar E.________ z.H. der Beklagten 2
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, 

Postfach, 3000 Bern 14

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.