# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2adf1659-8511-591e-b86c-898f16f1902b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2010 C-7443/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7443-2008_2010-09-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7443/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, Richter Jean-Daniel Dubey, 
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

T._______, 
vertreten durch lic. iur. Markus Stadelmann, 
Rechtsanwalt, Marktstrasse 28, 8570 Weinfelden,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7443/2008

Sachverhalt:

A.
Der  aus  Algerien  stammende Beschwerdeführer  (geb. [...])  ersuchte 
Mitte Dezember 1995 in der Schweiz unter dem Namen K._______ um 
Asyl. Während des Asylverfahrens stellte sich heraus, dass er hierzu-
lande  ebenfalls  unter  den  Identitäten  M._______,  A._______  und 
F._______  als  Asylsuchender  verzeichnet  war.  Das  zuständige 
Bundesamt  trat  auf  die  Asylgesuche  mit  Entscheid  vom 19. Januar 
1996  nicht  ein  und  forderte  ihn  auf,  das  Land  zu  verlassen.  Am 
26. November  1996  stellte  der  Beschwerdeführer,  nun  unter  seinem 
jetzigen Namen T._______, ein weiteres Asylgesuch. Auch auf dieses 
trat das Bundesamt am 24. Januar 1997 nicht ein und es setzte eine 
Ausreisefrist  an.  Mit  Schreiben  vom  19.  März  1997  meldete  der 
Service  de  l'état  civil  et  des  habitants  des  Kantons  Jura  (heute: 
Service de la population), der Betroffene sei seit dem 3. Februar 1997 
verschwunden.

Am 7.  März  1997  heiratete  der  Beschwerdeführer  in  Y._______  die 
Schweizer Bürgerin B._______ (geb. [...]). In der Folge erhielt er vom 
Wohnkanton eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau.

B.
Gestützt auf seine Ehe stellte der Beschwerdeführer am 21. Februar 
2000  (Datum des  Eingangs  bei  der  Vorinstanz)  ein  Gesuch  um er-
leichterte Einbürgerung nach Art. 27 des Bundesgesetzes über Erwerb 
und  Verlust  des  Schweizer  Bürgerrechts  vom  29.  September  1952 
(BüG, SR 141.0).

Zu  Handen  des  Einbürgerungsverfahrens  unterzeichneten  die  Ehe-
leute am 20. Oktober 2003 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie in 
einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an 
derselben  Adresse  zusammenlebten  und  weder  Trennungs-  noch 
Scheidungsabsichten bestünden. Die Ehegatten nahmen ferner unter-
schriftlich zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht mög-
lich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der 
Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tat-
sächliche  eheliche  Gemeinschaft  mehr  besteht,  und  dass  die  Ver-
heimlichung dieser  Umstände zur  Nichtigerklärung der  Einbürgerung 
nach Art. 41 BüG führen kann. 

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Am  27.  Oktober  2003  wurde  der  Beschwerdeführer  erleichtert  ein-
gebürgert. Nebst dem Schweizerbürgerrecht erwarb er das kantonale 
Bürgerrecht von Appenzell Ausserrhoden sowie das Gemeindebürger-
recht von X._______.

C.
Am 23. Februar 2005 gelangte der Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst 
des Kantons Appenzell Ausserrhoden an die Vorinstanz und orientierte 
diese darüber, dass der Beschwerdeführer die eheliche Wohnung un-
gefähr im Juni 2004 verlassen habe. Seit dem 4. Januar 2005 sei er 
von seiner schweizerischen Ehefrau geschieden.

D.
Aufgrund dieser  Umstände eröffnete  das BFM am 4. April  2005 ein 
Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung gemäss 
Art.  41  BüG. Im  Rahmen  der  Sachverhaltsermittlung  nahm die  Vor-
instanz  mit  Einverständnis  des  Beschwerdeführers  Einsicht  in  die 
Akten des Scheidungsverfahrens und liess die frühere Ehegattin am 
19. Mai 2005 durch das Amt für Handelsregister und Zivilstandswesen 
des Kantons Thurgau als Auskunftsperson rogatorisch einvernehmen. 
Am 27. Juni 2008 wurden ihr zudem schriftlich zu beantwortende Er-
gänzungsfragen unterbreitet, zu welchen sie am 4. Juli 2008 punktuell 
Stellung nahm.

Vom Äusserungsrecht  machten  am 18. April  2005  der  Beschwerde-
führer und am 3. September 2007 der von ihm mandatierte Parteiver-
treter Gebrauch.

E.
Auf  Ersuchen  der  Vorinstanz  erteilte  der  Kanton  Appenzell  Ausser-
rhoden am 27. August 2008 die Zustimmung zur Nichtigerklärung der 
erleichterten Einbürgerung.

F.
Mit  Verfügung vom 21. Oktober  2008 erklärte  die  Vorinstanz die  er-
leichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  für  nichtig. 
Gleichzeitig  ordnete  sie  an,  dass  sich  die  Nichtigkeit  auf  alle 
Familienmitglieder  erstrecke,  deren  Schweizer  Bürgerrecht  auf  der 
nichtig erklärten Einbürgerung beruhe.

G.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  21.  November  2008  stellt  der  Be-

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schwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  die  Begehren,  die 
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und auf eine Nichtigerklärung 
der erleichterten Einbürgerung sei  zu verzichten; eventualiter  sei  die 
Angelegenheit  zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.

Der  Rechtsmitteleingabe  legte  der  Rechtsvertreter  eine  vom 
15. August 2007 datierende Behandlungsbestätigung des Hausarztes 
seines Mandanten bei.

H.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 26. Januar 2009 
auf Abweisung der Beschwerde.

I.
Replikweise hält der Parteivertreter am 20. April  2009 an seinen An-
trägen fest. Die Replik war mit Beweisanträgen sowie einer Wohnsitz-
bescheinigung der Gemeinde Y._______ vom 3. März 2009 ergänzt.

J.
Mit  Zwischenverfügung  vom  4.  Mai  2009  lehnte  das  Bundesver-
waltungsgericht  die  Begehren  auf  Befragung  der  in  der  Replik  auf -
gerufenen  geschiedenen  Ehegattin  und  deren  Eltern  als  Zeuginnen 
bzw. Zeugen ab.

Von der  ihm gewährten Möglichkeit,  schriftliche Stellungnahmen der 
erwähnten Personen einzureichen, machte der Parteivertreter, soweit 
die  ehemaligen  Schwiegereltern  seines  Mandanten  betreffend,  am 
24. Juni  2009  Gebrauch.  Mit  gleicher  Eingabe  brachte  er  Schluss-
bemerkungen an.

K.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-

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gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer der in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Da-
runter fallen Verfügungen des BFM betreffend Nichtigerklärung der er-
leichterten Einbürgerung (Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 und Art. 51 Abs. 
1 BüG).

1.2 Das  Rechtsmittelverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz 
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Ergreifung 
des  Rechtsmittels  legitimiert.  Auf  seine  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Rechtsmittelinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 940 f. 
mit Hinweisen).

3.
3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die während des Rechtsmittel-
verfahrens  gestellten  Beweisanträge  (Einvernahme  der  schweizeri-
schen  Ex-Ehefrau  und  ihrer  Eltern  als  Zeuginnen  bzw. Zeugen)  mit 
Zwischenverfügung  vom 4. Mai  2009  abgewiesen. Der  Beschwerde-
führer  erhielt  aber  Gelegenheit,  schriftliche  Äusserungen  dieser 
Personen zu den aufgeworfenen Fragen nachzureichen, was teilweise 
geschah (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG, 
BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 f. mit Hinweisen oder Urteil des Bundes-
gerichts 1C_292/2010 vom 5. August 2010 E. 3.2 zur Subsidiarität der 
Zeugeneinvernahme  mit  zahlreichen  sonstigen  Verweisen).  Der  ent-

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scheidswesentliche  Sachverhalt  ergibt  sich  denn,  wie  nachfolgend 
aufzuzeigen sein wird, in genügender Weise aus den Akten.

3.2 In formeller Hinsicht rügt der Rechtsvertreter in der Beschwerde-
schrift  vom  21.  November  2008  sodann,  die  Berücksichtigung  des 
Vorwurfes  der  unkorrekten  Abmeldung  erweise  sich  als  unzulässig, 
habe man den Beschwerdeführer vor Erlass der angefochtenen Ver-
fügung  doch  nicht  damit  konfrontiert.  Wohl  trifft  zu,  dass  dieses 
(Rand-)argument  vom BFM zuvor  nie  erwähnt  worden ist.  Nachdem 
dem Parteivertreter  am 12. Juli  2007  Akteneinsicht  gewährt  worden 
war, musste ihm besagte Problematik indessen allein schon aufgrund 
des Informationsschreibens des Zivilstands- und Bürgerrechtsdienstes 
des  Kantons  Appenzell  Ausserrhoden  vom 23.  Februar  2005,  worin 
davon die Rede ist, die Adressänderung sei erst mit der Mitteilung der 
Ehescheidung  erfolgt,  bekannt  sein.  Im  weiteren  Verlauf  des  Be-
schwerdeverfahrens hat er mit  Blick auf den fraglichen Vorwurf denn 
weitere  Abklärungen  getätigt  und  in  Form  einer  Wohnsitz-
bescheinigung  nachträglich  ein  Beweismittel  vorgelegt  (siehe  Replik 
vom  20.  April  2009  mit  Beilage  sowie  Beilage  zu  den  Schluss-
bemerkungen  vom  24.  Juni  2009).  Damit  ist  das  rechtliche  Gehör 
gegenüber  dem  Beschwerdeführer  gewahrt  worden  und  einer  Ver-
wendung dieses Argumentes als Ergänzung zu den übrigen Gründen, 
welche  in  den  Augen  der  Vorinstanz  für  eine  Nichtigerklärung 
sprechen, steht nichts entgegen.

4.
4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach 
der Eheschliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um er-
leichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der 
Schweiz gewohnt hat (Bst. a), seit einem Jahr hier wohnt (Bst. b) und 
seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger 
lebt (Bst. c). Die Einbürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem 
voraus, dass die ausländische Person in die schweizerischen Verhält-
nisse eingegliedert ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung be-
achtet  (Bst.  b)  und  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz 
nicht  gefährdet  (Bst.  c).  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen 
müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anläss-
lich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des 
Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die er-
leichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 135 II 161 
E. 2 S. 164 f. mit Hinweisen).

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4.2 Der  Begriff  der  'ehelichen  Gemeinschaft'  im  Sinne  des  Bürger-
rechtsgesetzes  bedeutet  mehr  als  nur  das  formelle  Bestehen  einer 
Ehe. Verlangt wird vielmehr eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, ge-
tragen vom Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten (BGE 135 
II 161 E. 2 S. 164 f. mit  Hinweisen.). Mit  Art. 27 BüG wollte der Ge-
setzgeber ausländischen Ehepartnern von Schweizer Bürgern die er-
leichterte Einbürgerung ermöglichen, um die Einheit des Bürgerrechts 
der  Ehegatten  im Hinblick  auf  eine gemeinsame Zukunft  zu  fördern 
(vgl.  Botschaft  des  Bundesrats  zur  Änderung  des  Bürgerrechts-
gesetzes vom 26. August 1987, BBl 1987 III  310). Zweifel am Willen 
der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft  aufrecht zu erhalten,  sind 
beispielsweise angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Ein-
bürgerung  die  Trennung  erfolgt  oder  die  Scheidung  eingeleitet  wird 
(BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. mit Hinweisen).

4.3 Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundes-
amt mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jah-
ren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-
heimlichung  erheblicher  Tatsachen  erschlichen,  d.h.  mit  einem  un-
lauteren  oder  täuschenden  Verhalten  erwirkt  worden  ist.  Arglist  im 
Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes wird nicht verlangt. Es 
genügt, wenn der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erheb-
liche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. mit  
Hinweisen). Weiss der  Betroffene,  dass die  Voraussetzungen für  die 
erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt  der Verfügung vorliegen 
müssen, so muss er die Behörden unaufgefordert über eine nachträg-
liche  Änderung  der  Verhältnisse  orientieren,  von  der  er  weiss  oder 
wissen  muss,  dass  sie  einer  Einbürgerung  entgegegensteht.  Die 
Pflicht dazu ergibt sich aus dem Grundsatz von Treu und Glauben und 
aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 
Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrerseits darauf verlassen, dass 
die vormals erteilten Auskünfte bei  passivem Verhalten des Gesuch-
stellers nach wie vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 
E. 3.2 S. 115 f.).

5.
5.1 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gelten der Untersuchungs-
grundsatz  (Art.  12  VwVG)  und  der  Grundsatz  der  freien  Beweis-

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würdigung  (Art.  19  VwVG  i.V.m.  Art.  40  des  Bundesgesetzes  vom 
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). Frei 
ist die Beweiswürdigung darin, dass sie nicht an bestimmte starre Be-
weisregeln gebunden ist, welche der Behörde genau vorschreiben, wie 
ein  gültiger  Beweis  zu  Stande  kommt  und  welchen  Beweiswert  die 
einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben. Freie Beweis-
würdigung ist  aber nicht  mit  freiem Ermessen zu verwechseln (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278/279; 
zu den Beweismitteln: BGE 130 ll 169 E. 2.3.2 ff.). Wenn ein Entscheid 
– wie  im vorliegenden Fall  –  zum Nachteil  des  Betroffenen in  seine 
Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

5.2 Im  Zusammenhang  mit  der  Nichtigerklärung  einer  erleichterten 
Einbürgerung ist  von der Verwaltung zu untersuchen, ob die Ehe im 
Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  und  der  Einbürgerung tatsächlich 
gelebt wurde (BGE 135 ll  161 E. 3 S. 165 f. mit  Hinweisen). Hierbei 
geht  es  im  Wesentlichen  um  innere  Vorgänge,  die  der  Behörde  oft 
nicht  bekannt  und  schwierig  zu  beweisen  sind.  In  derartigen 
Situationen  ist  es  zulässig,  von  bekannten  Tatsachen  (Vermutungs-
basis)  auf  unbekannte  (Vermutungsfolge)  zu  schliessen.  Solche  tat-
sächlichen Vermutungen können sich in allen Bereichen der Rechts-
anwendung  ergeben,  namentlich  auch  im  öffentlichen  Recht.  Es 
handelt  sich  um  Wahrscheinlichkeitsfolgerungen,  die  auf  Grund  der 
Lebenserfahrung  gezogen  werden  (ULRICH HÄFELIN,  Vermutungen  im 
öffentlichen Recht,  in: Festschrift  für  Kurt  Eichenberger, Basel  1982, 
S. 625 ff.,  S. 626; vgl. auch  PETER SUTTER,  Die Beweislastregeln unter 
besonderer  Berücksichtigung  des  verwaltungsrechtlichen  Streitver-
fahrens,  Diss.  Zürich  1988,  S. 56 ff.  und  178 ff.,  und  GYGI,  a.a.O., 
S. 282 ff; zu Art. 8 ZGB vgl. MAX KUMMER, Berner Kommentar, N. 362 f.).

5.3 Als  Problem  der  Beweiswürdigung  berührt  die  tatsächliche  Ver-
mutung weder die Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren be-
herrschende Untersuchungsmaxime. Letztere gebietet zwar, dass die 
Verwaltung  auch  nach  entlastenden,  das  heisst  die  Vermutung  er-
schütternden Elementen sucht. Bei Konstellationen im Zusammenhang 
mit  der  erleichterten  Einbürgerung  liegt  es  aber  in  der  Natur  der 
Sache,  dass  solche  entlastenden  Elemente  der  Verwaltung  oft  nicht 
bekannt sein dürften und nur die Betroffenen darüber Bescheid wissen 
können. Es  obliegt  daher  dem erleichtert  Eingebürgerten,  der  dazu 
nicht nur aufgrund seiner Mitwirkungspflicht (Art. 13 VwVG) verpflichtet 
ist,  sondern  daran  auch  ein  Eigeninteresse  haben  muss,  die  Ver-

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mutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche Zweifel umzustürzen, 
indem er Gründe oder Sachumstände aufzeigt, die es als überzeugend 
(nachvollziehbar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch wenige 
Monate zuvor bestandene, ungetrennte eheliche Gemeinschaft in der 
Zwischenzeit  dergestalt  in  die  Brüche  gegangen  ist,  dass  es  zur 
Scheidung kam (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

6.
Die  erleichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  wurde  innert 
der  gesetzlichen Frist  von fünf  Jahren  mit  Zustimmung des Heimat-
kantons  Appenzell  Ausserrhoden  für  nichtig  erklärt.  Die  formellen 
Voraussetzungen  des  Art.  41  Abs.  1  BüG für  eine  Nichtigerklärung 
sind somit erfüllt.

7.
7.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, der Be-
schwerdeführer  sei  am  27.  Oktober  2003  erleichtert  eingebürgert 
worden. Bereits im Juli 2004 habe er die eheliche Wohnung verlassen. 
Am 16. August 2004 hätten die Parteien beim zuständigen Zivilgericht 
ein Scheidungsbegehren anhängig gemacht und im Januar 2005 sei 
die Ehe rechtskräftig  geschieden gewesen. Dieser zeitliche Ereignis-
ablauf begründe eine tatsächliche Vermutung dafür, dass im Zeitpunkt 
der  erleichterten  Einbürgerung  keine  stabile  eheliche  Gemeinschaft 
mehr  bestanden  haben  könne.  Die  Scheidungsakten  und  die  Aus-
sagen der früheren schweizerischen Ehefrau bestätigten dies. So habe 
Letztere  am  30.  September  2004  gegenüber  dem  Zivilgericht  unter 
anderem  zu  Protokoll  gegeben,  die  Eheleute  hätten  schon  bei  der 
Heirat abgemacht, sich im Falle einer Scheidung nicht gegenseitig zu 
unterstützen.  Als  Hauptgrund  für  die  Scheidung  habe  sie  anlässlich 
der  rogatorischen  Einvernahme  vom  19.  Mai  2005  sodann  ihren 
Wunsch nach einem Sprachaufenthalt in Syrien bezeichnet, wofür der 
Beschwerdeführer kein Verständnis gehabt habe. In einer Ehe, welche 
auf gegenseitiger Liebe, auf Respekt und Beistand beruhe, sollte ein 
solcher Sprachaufenthalt jedoch kein Hindernis darstellen. Die Ehe sei 
im massgebenden Zeitpunkt folglich nicht mehr zukunftsgerichtet ge-
wesen.  Für  eine  Nichtigerklärung  sprächen  in  den  Augen  des  BFM 
ferner  das  gemeinsame  Scheidungsbegehren  sowie  der  Umstand, 
dass die Schweizer Ehefrau sieben Monate nach der Scheidung einen 
syrischen  Staatsangehörigen  heiratete,  von  dem sie  ein  Kind  habe. 
Des Weiteren wird auf Unstimmigkeiten bei der Abmeldung vom ehe-

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lichen  Domizil  und  die  Umstände  der  seinerzeitigen  Heirat  des  Be-
schwerdeführers verwiesen.

7.2 Der  Rechtsvertreter  hält  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 
21. November 2008 dagegen, der Sachverhalt sei willkürlich gewürdigt 
worden  und  die  vorinstanzliche  Argumentation  einseitig.  Die  relativ 
kurze  Dauer  von  zirka  acht  Monaten  zwischen  erleichterter  Ein-
bürgerung und Auflösung der ehelichen Gemeinschaft  berechtige für 
sich allein noch nicht zur (widerlegbaren) Vermutung, das Schweizer 
Bürgerrecht  sei  erschlichen  worden.  Vielmehr  müssten  zusätzliche 
Indizien vorhanden sein. Solche lägen im Falle seines Mandanten bei 
objektiver  Betrachtungsweise  nicht  vor.  Die  frühere  schweizerische 
Ehegattin habe anlässlich der Befragung vom 19. Mai 2005 klipp und 
klar dargelegt, dass im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung eine 
tatsächliche,  ungetrennte,  stabile  eheliche  Gemeinschaft  bestanden 
habe und die Schwierigkeiten erst im April 2004, hauptsächlich wegen 
dem  geplanten  Sprachaufenthalt,  begonnen  hätten.  Diverse,  un-
abhängige  Referenzauskünfte  bestätigten,  dass  die  Ehe  zumindest 
kurz vor der Einbürgerung noch intakt gewesen sei. Hinzu komme ein 
Arztbericht,  aus  dem  hervorgehe,  dass  der  Beschwerdeführer  sehr 
unter  der  Scheidung  gelitten  habe.  Dies  belege,  dass  der 
Scheidungswunsch  keineswegs  von  ihm  selber  gekommen  sei.  Die 
Ausführungen des Bundesamtes zur  kinderlos gebliebenen Ehe, zur 
einvernehmlichen  Scheidung,  zum  Verzicht  auf  gegenseitige  An-
sprüche sowie zu dem nach der Trennung angeblich nicht gemeldeten 
Wohnsitzwechsel  wiederum  beruhten  auf  haltlosen  Mutmassungen. 
Schliesslich sei es unzulässig, die Vergangenheit des Betroffenen als 
abgewiesener  Asylbewerber  im  vorliegenden  Nichtigkeitsverfahren 
nochmals aufzurollen.

In der Replik vom 20. April  2009 und den Schlussbemerkungen vom 
24. Juni  2009 wird  nachträglich  geltend gemacht,  was die  Wohnver-
hältnisse  anbelange,  herrsche  auf  Seiten  der  Einwohnerkontrolle 
Y._______  ein  Durcheinander.  Immerhin  gehe  aus  ihren  unklaren, 
widersprüchlichen  Informationen  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer 
nach der Scheidung sogar noch einmal an das letzte eheliche Domizil 
zurückgekehrt sei, um zu versuchen, die Ehe zu kitten. Seine früheren 
Schwiegereltern bestätigten, dass die Initiative zur Scheidung von der 
Ex-Gattin ausgegangen sei,  der Beschwerdeführer sehr darunter ge-
litten habe und bis heute guten Kontakt mit ihnen pflege. Er habe den 
Schweizerpass demnach mit Sicherheit nicht erschlichen.

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8.
8.1 Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  im 
Dezember  1995  in  die  Schweiz  gelangt  war  und  danach  unter  ver-
schiedenen  Alias-Namen  Asylgesuche  gestellt  hatte.  Am 
26. November 1996 ersuchte er  auch unter seinem richtigen Namen 
um Asyl. Insgesamt bediente er sich vier Identitäten. Nach den erst -
instanzlichen  Nichteintretensentscheiden  vom 19.  Januar  1996  bzw. 
24.  Januar  1997  hätte  er  das  Land  jeweils  verlassen  müssen,  den 
diesbezüglichen  Aufforderungen  leistete  er  jedoch keine Folge. Laut 
Angaben der jurassischen Behörden galt er seit dem 3. Februar 1997 
als  verschwunden  (siehe  Sachverhalt  Bst.  A.  vorstehend).  Die  nach 
dem zweiten Nichteintretensentscheid angesetzte Ausreisefrist lief am 
11.  März  1997  ab.  Vier  Tage  zuvor  hat  der  Beschwerdeführer  im 
Kanton  Thurgau  eine  fünf  Jahre  jüngere  Schweizerin  geheiratet, 
wodurch er in den Genuss eines entsprechenden Anwesenheitsrechts 
kam. Nach Darstellung der Ex-Ehefrau haben sie sich im Herbst 1996 
am  Neuenburgersee  kennengelernt.  Nach  ein  paar  Monaten 
Bekanntschaftszeit  hätten  sie  sich  zur  Heirat  entschlossen.  Der 
Anstoss  hierzu sei  von ihr  ausgegangen. Vom Aufenthaltsstatus  des 
Partners und der laufenden Ausreisefrist habe sie gewusst, nicht aber 
von seinen Mehrfachidentitäten.

Im  Februar  2000  stellte  der  Beschwerdeführer  ein  Gesuch  um  Er-
teilung  der  erleichterten  Einbürgerung.  Nachdem die  Ehegatten  am 
20. Oktober  2003 die gemeinsame Erklärung zum Bestand der  ehe-
lichen  Gemeinschaft  abgegeben  hatten,  wurde  er  am  27.  Oktober 
2003 erleichtert eingebürgert.

Gemäss den Scheidungsakten haben die Parteien beim Bezirksgericht 
Y._______  am  16.  August  2004  ein  gemeinsames  Scheidungs-
begehren  eingereicht.  Anlässlich  der  Anhörung  vom  30. September 
2004 sagten sie vor dem Zivilgericht aus, seit ungefähr drei Monaten 
bzw.  seit  den  Sommerferien  getrennt  zu  leben.  Mit  Blick  auf  die 
finanziellen Folgen der Scheidung ergänzte die schweizerische Ehe-
frau,  sie  verzichteten auf  gegenseitigen nachehelichen Unterhalt.  Im 
Grunde genommen hätten sie schon vor der Heirat abgemacht, sich im 
Falle einer Scheidung dereinst nicht gegenseitig zu unterstützen. Mit 
Urteil  vom 4. Januar  2005  wurde  die  kinderlos  gebliebene  Ehe  ge-
schieden (in Rechtskraft seit 26. Januar 2005).

Während  des  Nichtigkeitsverfahrens  liess  der  Beschwerdeführer  in 

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einer ersten Stellungnahme vom 18. April 2005 verlauten, im Juli 2004 
habe  seine  damalige  Frau  von  ihm  eine  vorübergehende  Trennung 
verlangt,  um etwas Distanz zu erhalten. Ohne sein Wissen habe sie 
anschliessend die Scheidungsunterlagen besorgt. Er sei grundsätzlich 
gegen  eine Scheidung. Er  liebe  die  betreffende Person immer  noch 
und würde sie jederzeit  wieder heiraten. Die frühere Gattin ihrerseits 
führte in der rogatorischen Befragung vom 19. Mai 2005 im Wesent-
lichen  aus,  sie  hätten  eine  normale  Beziehung  mit  den  üblichen 
Schwierigkeiten  gepflegt.  Einmal  sei  sie  mit  ihrem  geschiedenen 
Ehemann auch in dessen Herkunftsland gereist,  er selber habe sich 
zwei bis dreimal dorthin begeben. Die Ehe sei bis im Frühling 2004 gut 
verlaufen. Dann sei der Beschwerdeführer jedoch dagegen gewesen, 
dass sie in Syrien einen Sprachkurs absolviere. Im Juli 2004 sei er aus 
der  ehelichen Wohnung ausgezogen  und danach habe man ein  ge-
meinsames  Scheidungsbegehren  eingereicht.  Es  habe  mehrere 
Gründe für die Scheidung gegeben, der Hauptgrund habe aber darin 
bestanden, dass der Ex-Ehemann kein Verständnis für ihren Wunsch 
nach  einem  Sprachaufenthalt  in  Syrien  aufgebracht  habe.  Die  am 
20. Oktober  2003  unterzeichnete  Erklärung  zum  Zustand  der  Ehe 
habe  der  Wahrheit  entsprochen. Der  Rechtsvertreter  betonte  in  der 
abschliessenden  Stellungnahme  vom  3.  September  2007,  es  habe 
sich ohne Zweifel um eine Liebesbeziehung gehandelt, welche in den 
massgebenden Zeitpunkten noch vollumfänglich intakt gewesen sei.

Aktenmässig  erstellt  ist  ferner,  dass  die  frühere  Gattin  des  Be-
schwerdeführers  im  August  2005  den  syrischen  Staatsangehörigen 
Z._______  (geb.  [...])  geheiratet  hat.  Dieser  Ehe  entsprossen  zwei 
Kinder.  Schriftliche  Ergänzungsfragen,  welche  ihr  das  BFM  am 
27. Juni  2008  in  diesem  Zusammenhang  unterbreiten  wollte,  be-
trachtete  sie  als  Provokation  bzw.  unrechtmässigen  Eingriff  in  ihre 
Privatsphäre und beantwortete sie nur in Form fragmentarischer Rand-
bemerkungen. Wegen des diesbezüglichen Vorgehens der Vorinstanz 
gelangte sie bis an die zuständige Departementsvorsteherin.

8.2 Die  dargelegten  Eckdaten,  namentlich  die  Korrelation  zwischen 
den  Asylverfahren  und  der  Aufnahme  einer  Beziehung  zu  einer 
Schweizerin mit nachfolgender Heirat nach kurzer Bekanntschaft, die 
Auflösung des ehelichen Haushalts knappe acht Monate nach der er-
leichterten Einbürgerung mit  unmittelbar daran anschliessendem ge-
meinsamen  Scheidungsbegehren  und  der  angegebene  Scheidungs-
grund begründen eine  tatsächliche Vermutung dafür,  dass  im mass-

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geblichen Zeitraum des Einbürgerungsverfahrens keine stabile, auf die 
Zukunft  gerichtete  eheliche  Gemeinschaft  mehr  bestanden  haben 
kann. Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in der Lage 
ist,  besagte  Vermutung  zu  widerlegen.  Dazu  braucht  er  nicht  den 
Nachweis zu erbringen, dass die Ehe mit der Schweizer Bürgerin zum 
massgeblichen Zeitpunkt intakt war, denn eine tatsächliche Vermutung 
führt  nicht  zur  Umkehr  der  Beweislast.  Es  genügt,  wenn  der  Be-
schwerdeführer  eine  plausible  Alternative  zur  dargestellten  Ver-
mutungsfolge zu präsentieren vermag. Er kann den Gegenbeweis er-
bringen, indem er glaubhaft  den Eintritt  eines ausserordentlichen Er-
eignisses dartut, das geeignet ist, den nachträglichen Zerfall der ehe-
lichen Bande zu erklären, oder indem er glaubhaft darlegt, dass er die 
Ernsthaftigkeit ehelicher Probleme nicht erkannte und zum Zeitpunkt, 
als  er  die  Erklärung  unterzeichnete,  den  wirklichen  Willen  hatte, 
weiterhin  eine  stabile  eheliche  Beziehung  aufrecht  zu  erhalten  (vgl. 
BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. und BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

9.
9.1 Der  Rechtsvertreter  argumentiert  einleitend,  es  gehe  nicht  an, 
dass die Vorgeschichte des Beschwerdeführers als Asylbewerber und 
die zeitliche Nähe zwischen Ausreisefrist und Heirat einer Schweizer 
Bürgerin  in  der  angefochtenen  Verfügung  nochmals  thematisiert 
würden.  Dass  die  Vorinstanz  Fakten,  welche  schon  bei  der  er-
leichterten  Einbürgerung  geprüft  worden  sind,  im  Verfahren  der 
Nichtigerklärung einer erneuten Überprüfung unterzieht,  ist  indessen 
nicht  zu  beanstanden,  zumal  zeitlich  nach  der  Einbürgerung  statt-
findende Ereignisse geeignet sind,  ein neues Licht auf frühere Fest-
stellungen  des  Einbürgerungsverfahrens  zu  werfen  (vgl.  dazu  Urteil 
des  Bundesgerichts  1C_292/2010  vom  5.  August  2010  E.  4.3.2). 
Ausserdem verhält  es  sich  in  Verfahren  um Nichtigerklärung der  er-
leichterten Einbürgerung in der  Regel so, dass nicht  aufgrund eines 
Umstandes allein auf eine unstabile Ehe bzw. auf einen für die Zukunft 
fehlenden  Ehewillen  geschlossen  werden  kann.  Oft  kann  die  vor-
genannte  tatsächliche  Vermutung  erst  im  Nachhinein  begründet 
werden. Insofern ist es durchaus zulässig, von einem später erfolgten 
Ereignis  auf  eine  frühere  Unstabilität  bzw. einen  nicht  vorhandenen 
zukünftigen  Ehewillen  zu  schliessen  (vgl.  beispielsweise  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C-6821/2008  vom  11.  Mai  2010  E.  8.2 
oder C-143/2008 vom 18. Februar 2010 E. 8.2.1). 

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9.2 Auch im vorliegenden Fall stützt sich die angefochtene Verfügung 
vorab  auf  Fakten,  die  seither  neu  hinzugekommen  sind,  der  ver-
fügenden Behörde zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung mit-
hin  nicht  bekannt  waren  bzw. noch  gar  nicht  bekannt  sein  konnten 
(Trennung relativ kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung, ein-
vernehmliche  Scheidung  mit  Verzicht  auf  gegenseitige  Ansprüche, 
Gründe  für  die  Auflösung  der  Ehe,  Unstimmigkeiten  bei  der  Ab-
meldung). Ein weiteres Element stellt in der Zwischenzeit die baldige 
Hinwendung  der  schweizerischen  Ex-Gattin  zu  einem ebenfalls  aus 
dem  arabischen  Raum  stammenden  Partner  dar.  Die  aufgelisteten 
Vorkommnisse  bilden  –  ex  post  betrachtet  –  zweifelsohne  starke 
Indizien dafür,  dass  die  Ehe im massgeblichen Zeitraum nicht  mehr 
intakt war.

9.3 Soweit der Parteivertreter auf die seinerzeit im Einbürgerungsver-
fahren  eingeholten  Referenzauskünfte  Bezug  nimmt,  so  versteht  es 
sich von selbst und bedarf keiner besonderen Erläuterungen, dass mit 
solchen  Äusserungen  von  Drittpersonen  in  einem  Nichtigkeitsver-
fahren der Beweis einer intakten, auf Zukunft gerichteten Ehe nicht zu 
erbringen  ist.  Vielmehr  beschränken  sich  solche  Aussagen  natur-
gemäss  auf  die  Wahrnehmung  eines  äusseren  Erscheinungsbildes 
(gemeinsame Wohnung, gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit, 
etc.). Für die Beurteilung der hier wesentlichen Frage, wie lange ein 
beidseitiger intakter Wille an der Aufrechterhaltung der Ehe bestanden 
hatte,  erweisen  sich  derartige  Bestätigungen  regelmässig  als  nicht 
besonders  aufschlussreich  (siehe  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts C-143/2008 vom 18. Februar 2010 E. 8.2.1 und C-1043/2007 
vom 13. August 2009 E. 9.6). Gleiches gilt bezüglich der mit der Ein-
gabe  vom 24.  Juni  2009  nachgereichten  Antworten  der  ehemaligen 
Schwiegereltern  des  Beschwerdeführers  zum  Eheleben  und  zu  der 
Zeit nach der Scheidung, sieht man einmal davon ab, dass sie in der  
vorliegenden Form der blossen stichwortartigen Wiedergabe von Ein-
drücken bestellt wirken.

9.4 Auf  Beschwerdeebene  wird  sodann  auf  die  Aussagen  der  ge-
schiedenen  Ehefrau  verwiesen,  wonach  ihre  am  20.  Oktober  2003 
unterzeichnete  Erklärung  über  den  Zustand  der  Ehe  damals  der 
Wahrheit entsprochen habe und die Ehe bis im Frühjahr 2004 gut ver-
laufen sei. Der Hauptgrund für die Scheidung lag ihren Angaben zu-
folge im Wunsch nach einem Sprachaufenthalt in Syrien (zum Ganzen 
vgl.  Einvernahmeprotokoll  vom  19.  Mai  2005).  Diese  Darstellung 

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überzeugt nicht. Zwar soll nicht in Abrede gestellt werden, dass solche 
Vorhaben  zu  ehelichen  Meinungsverschiedenheiten  führen  können. 
Der Vorinstanz ist jedoch zuzustimmen, wenn sie den zeitlichen Ablauf 
der  Ereignisse  unter  den  konkreten  Begebenheiten  als  nicht 
glaubwürdig bewertet. Weil das Erkennen des Scheitern der Ehe, der 
Trennungsentschluss  und  dessen  Umsetzung  nach  der  allgemeinen 
Lebenserfahrung  einige  Zeit  brauchen,  kann  nicht  angenommen 
werden, die Ehe sei aus der Sicht der Beteiligten Ende Oktober 2003 
intakt  gewesen  (BGE 135  II  161  E.  4.3  S. 168). Hält  man  sich  vor 
Augen, dass die Ehe mit der Schweizer Bürgerin bis dahin immerhin 
sechseinhalb Jahre gedauert  hat  und im Wesentlichen gut  verlaufen 
sein  soll,  ist  schlicht  nicht  vorstellbar,  dass  die  Ehe  danach  haupt-
sächlich wegen diesem ins Auge gefassten Sprachaufenthalt in Syrien 
innert drei bis vier Monaten – allem Anschein nach ohne jede ernst -
hafte Suche nach Auswegen oder Rettungsversuchen – in die Brüche 
gegangen sein soll. Der Geschehensablauf  wird noch weniger nach-
vollziehbar, wenn bedacht wird, dass der Beschwerdeführer selber aus 
einem  arabischen  Land  stammt  und  der  unterschiedliche  kulturelle 
Hintergrund  der  Beteiligten  als  Ursache  für  besagte  Differenzen 
demnach  weitgehend  wegfällt.  Des  Weiteren  fällt  auf,  dass  der  Be-
schwerdeführer  in  seiner  ersten  Stellungnahme  vom 18.  April  2005 
nicht ausführte, aus welchen Gründen sich seine damalige Frau habe 
scheiden  lassen  wollen.  Ebenso  bemerkenswert  erscheint  wie  eben 
angetönt, dass für die geschiedene Gattin eine Weiterführung der Ehe 
schon binnen Kürze, nachdem sie ihren strittigen Wunsch kund getan 
hatte  (Frühling  2004),  offensichtlich  nicht  mehr  in  Frage  kam  (Ein-
leitung  des  Scheidungsverfahrens  im  August  2004).  Generell  sind 
denn  ihre  sonstigen  Ausführungen  zum  plötzlichen  Zerbrechen  der 
ehelichen  Bande  reichlich  vage  und  ohne  jede  Substanz. 
Hervorzuheben gilt es schliesslich, dass auf Seiten beider Partner ein 
authentischer Ehewille im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis (siehe 
vorangehende E. 4.2) vorliegen muss, was nach dem Gesagtem kaum 
der Fall gewesen sein kann.

9.5 Der Parteivertreter macht ferner geltend, sein Mandant sei gegen 
eine  Scheidung  gewesen  und  habe  sich  lediglich  dem Scheidungs-
willen der früheren Gattin gefügt. Dass die Initiative zur Trennung und 
Scheidung von der schweizerischen Ex-Frau ausgegangen sein soll, 
stellt  im  vorliegenden  Zusammenhang  allerdings  kein  für  ihn 
sprechendes Argument dar. Die erleichterte Einbürgerung kann nicht 
als  „Belohnung“  für  eigenes  eheliches  Wohlverhalten  betrachtet 

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werden. Der Gesetzgeber wollte mit dem einheitlichen Bürgerrecht der 
Ehegatten vielmehr ihre gemeinsame Zukunft fördern (BGE 130 II 482 
E.  2  S.  483  f.).  Abgesehen  davon  haben  die  Parteien  einen  ge-
meinsamen Scheidungsantrag eingereicht. Als solcher wurde er denn 
vom zuständigen Zivilgericht entgegengenommen und behandelt. Dem 
entsprechenden  Anhörungsprotokoll  vom  30.  September  2004  lässt 
sich entnehmen, dass beide die Scheidung aus eigenen Willen gewollt  
haben und sich  in  allen  Punkten der  Scheidungsfolgen einig  waren. 
Aus dem behaupteten Umstand lässt sich folglich nichts zu Gunsten 
des Beschwerdeführers ableiten.

Daran  vermögen  das  vorgelegte  Arztzeugnis  vom  15.  August  2007 
(darin  ist  ganz  allgemein  von  im  Zeitraum  von  Februar  2004  bis 
Oktober  2005  aufgetretenen,  stressbedingten  somatischen  Be-
schwerden die Rede, die  am ehesten auf  die schwierigen ehelichen 
und beruflichen Verhältnisse zurückzuführen seien) und die an anderer 
Stelle  erwähnten  Antworten  der  ehemaligen  Schwiegereltern  (der 
Scheidungswunsch  sei  von  ihrer  Tochter  ausgegangen,  der 
Schwiegersohn  habe  sehr  darunter  gelitten)  nichts  zu  ändern.  Die 
Partei hat sich nämlich frühere Ausführungen bzw. Verhalten in einem 
Scheidungsverfahren auch in einem nachfolgenden anderen Verfahren 
anrechnen zu lassen. Sie hat – so das Bundesgericht – „keinen An-
spruch  darauf,  je  nach  dem  Zweck  des  Verfahrens  im  Hinblick  auf 
dessen gewünschtes Ergebnis unterschiedliche Aussagen zu machen“ 
(vgl. BGE 128 II 97 ff., dort unveröffentlichte E. 2b//dd). Der fraglichen 
Behandlungsbestätigung  kann  indessen  nur  schon  aufgrund  ihres 
Inhalts  (siehe  oben)  kein  signifikanter  Beweiswert  zukommen.  Eine 
weitere  Diskrepanz  besteht  überdies  in  der  Unversöhnlichkeit,  mit 
welcher der Beschwerdeführer gleichzeitig  dem Wunsch der Ehefrau 
nach einem Sprachaufenthalt in Syrien begegnet sein soll. Es ist somit 
davon  auszugehen,  dass  der  Zerrüttungsprozess  schon  vor  der  er-
leichterten Einbürgerung eingesetzt hat.

9.6 Mit  Blick  auf  die  Zulässigkeit,  von  den  Aussagen  der 
schweizerischen  Ex-Frau  anlässlich  der  rogatorischen  Einvernahme 
vom 19. Mai 2005 abzuweichen, wäre ergänzend zu bemerken, dass 
der  schweizerische  Ehegatte  in  vielen  Missbrauchsfällen  oft  nicht 
selbst  hintergangen  und  zwecks  Täuschung  der  Behörden 
instrumentalisiert wird, sondern er mehr oder weniger bewusst an der 
Täuschung  mitwirkt.  Dies  kann  etwa  geschehen,  indem er  zu  einer 
Ausländerrechtsehe  Hand  bietet.  Noch  häufiger  kommt  vor,  dass  in 

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einer  ursprünglich  intakten  Ehe  irgendwann  der  Ehewille  dahinfällt, 
zwischen  den  Ehegatten  jedoch  Einvernehmen darüber  besteht,  die 
Ehe  vorerst  weiterzuführen,  um  dem  ausländischen  Partner  die 
Möglichkeit  einer erleichterten Einbürgerung nicht  zu nehmen (siehe 
beispielsweise  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-6821/2008 
vom  11.  Mai  2010  E.  8.4  oder  C-1490/2008  vom  8.  März  2010  E. 
6.3.2).  Der  fehlende  Ehewille  impliziert  dabei  nicht,  dass  sich  die 
Ehegatten zwischenmenschlich nicht sehr nahe stehen könnten (vgl. 
dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1189/2006 vom 3. April 
2009 E. 6.4). Im Kontext der Chronologie der Ereignisse und der Un-
fähigkeit der Beteiligten, plausible Gründe für das Auseinanderbrechen 
der  Ehe zu nennen,  kann den entsprechenden Erklärungen der  ge-
schiedenen Gattin jedenfalls keine ausschlaggebende Bedeutung zu-
erkannt werden. Im Übrigen irrt sie, wenn sie meint, die Ausgestaltung 
der  ehelichen Beziehung gehe die Einbürgerungsbehörde nichts  an. 
Da  der  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  der  erleichterten  Ein-
bürgerung  in  Anspruch  nahm,  die  den  Bestand  einer  intakten  ehe-
lichen  Beziehung  voraussetzt,  müssen  die  betroffenen  (Ex-)Ehe-
partner  behördliche  Abklärungen  in  diesem privaten  Bereich  dulden 
(siehe dazu auch Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-5553/2007 
vom 18. Februar 2010 E. 6.3.4 und C-1142/2006 vom 19. Juni 2008 E. 
7.2 oder E. 4.3 und 5.3 hiervor).

9.7 Anhaltspunkte  für  einen  Missbrauch  der  erleichterten  Ein-
bürgerung  liefern  ferner  die  Umstände  der  Heirat,  das  (zu)  frühe 
Stellen  des  Einbürgerungsgesuches  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_220/2008  vom  19.  Juni  2008  E.  5)  sowie  die  gemäss  den 
Scheidungsakten  bereits  zum  Zeitpunkt  der  Eheschliessung  ge-
troffenen  Absprachen  zum  nachehelichen  Unterhalt  im  Falle  einer 
Scheidung.  Ein  weiteres  Element  erblickt  die  Vorinstanz  in  der  ver-
zögerten  Abmeldung.  Die  diesbezüglichen  Auskünfte  der  Gemeinde 
Y._______ vermitteln kein klares Bild. Nach einer aktuellen Wohnsitz-
bescheinigung  vom  3.  März  2009,  auf  welche  sich  nun  auch  der 
Rechtsvertreter stützt, erfolgte die Abmeldung vom ehelichen Wohnsitz 
am 9. Februar  2005,  also  rund  sieben Monate  nach dem effektiven 
Wegzug.  Der  Termin  fällt  praktisch  mit  der  Rechtskraft  des 
Scheidungsurteils zusammen. Dies mag ein zusätzliches Indiz für eine 
zielgerichtete Vorgehensweise sein, eine Voraussetzung zur Annahme 
der  Vermutungsbasis  ist  es  nicht.  Zusammen  mit  den  bislang  auf-
gelisteten  Aspekten  (vgl. E. 9.1  –  9.6  vorstehend)  bestärken  solche 

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Indizien in ihrer Gesamtheit aber den Eindruck, dass der Beschwerde-
führer möglichst rasch das Schweizer Bürgerrecht erlangen wollte. 

9.8 Mit Replik vom 20. April 2009 wird schliesslich im Nachhinein be-
hauptet,  der  Beschwerdeführer  sei  später  an  das  eheliche  Domizil  
zurückgekehrt  und  habe  versucht,  die  Ehe  zu  kitten.  Der  mehrfach 
angesprochenen  Wohnsitzbescheinigung  vom  3.  März  2009  zufolge 
hat der Betroffene vom 9. Februar 2005 bis 30. August 2005 tatsäch-
lich nochmals an der fraglichen Adresse logiert. Nach Darstellung der 
damaligen Schwiegereltern hielt er sich allerdings lediglich als Gast in 
ihrem Haus auf, bis er eine eigene Bleibe gefunden hatte. Von ernst -
haften Versuchen zur Rettung der Ehe kann nur schon deshalb keine 
Rede sein, weil die geschiedene Ehefrau ihrerseits sich in der Folge 
ins Ausland abmeldete, wo sie noch im August jenes Jahres – sieben 
Monate nach der Scheidung – in Damaskus einen syrischen Staats-
angehörigen heiratete. Von ihm hat sie inzwischen zwei Kinder. Alles in 
allem rechtfertigt es sich anzunehmen, dass die Ehe schon vor der er-
leichterten Einbürgerung nicht  mehr  intakt  war  und die  ziemlich  ab-
rupte Trennung den Endpunkt einer vorangegangenen Phase gegen-
seitiger  Entfremdung  bedeutete.  Der  Beschwerdeführer  hat  nicht 
plausibel  dargelegt,  dass  ein  nach  der  erleichterten  Einbürgerung 
eingetretenes  ausserordentliches  Ereignis  zum  raschen  Zerfall  des 
Ehewillens geführt hat.

Bei  dieser Sachlage erübrigt  es sich,  die Angelegenheit  zu weiteren 
Abklärungen  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  (vgl.  Eventual-
begehren).

10.
Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, die von der Vor-
instanz  beurteilten  Indizien  und  daraus  abgeleiteten  Schluss-
folgerungen  zu  entkräften,  wonach  spätestens  im  Zeitpunkt  der  er-
leichterten  Einbürgerung  zwischen  ihm  und  der  Schweizer  Ehefrau 
keine stabile und auf Zukunft gerichtete eheliche Gemeinschaft mehr 
bestanden  hat.  Ebenso  wenig  kann  er  objektiv  nachvollziehbare 
Gründe nennen,  warum seine Ehe, die zum vorgenannten Zeitpunkt 
angeblich noch intakt war, acht Monate später,  bei der Auflösung des 
gemeinsamen  Haushalts  bzw.  der  anschliessenden  Einleitung  des 
Scheidungsverfahrens, dermassen zerrüttet war. Die erleichterte Ein-
bürgerung wurde – indem der tatsächliche Zustand der Ehe im mass-
gebenden  Zeitpunkt  nicht  offengelegt  wurde  –  im  Sinne  der  Recht -

Seite 18

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sprechung  erschlichen.  Die  materiellen  Voraussetzungen  für  die 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung sind demnach eben-
falls erfüllt.

11.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher 
abzuweisen.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die 
Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  1, 
Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

Dispositiv Seite 20

Seite 19

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 30. Dezember 2008 in gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung,  Akten  Ref-Nr.  [...] 

retour)
- den  Zivilstands-  und  Bürgerrechtsdienst  des  Kantons  Appenzell 

Ausserrhoden, Obstmarkt 1, 9102 Herisau (in Kopie)
- das  Amt  für  Handelsregister  und  Zivilstandswesen  des  Kantons 

Thurgau, Bahnhofstrasse 53, 8510 Frauenfeld (in Kopie)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm

Seite 20

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 21