# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 646dc10d-0034-5f4b-b73a-770ab0468914
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2008 C-2574/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2574-2007_2008-12-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2574/2007/frj/fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, 
Richterin Franziska Schneider, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

K._______, 
vertreten durch Frau P. K._______,
Zustelldomizil: ...,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invaliditätsgrad (Verfügung vom 15. März 2007).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2574/2007

Sachverhalt:

A.
Der  1957  in  Kosovo  geborene  K._______  war  von  1983  bis  1992 
zunächst als Saisonnier, später als Jahresaufenthalter, in der Schweiz 
als Hilfsgipser erwerbstätig und entrichtete entsprechend Beiträge an 
die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 
(AHV/IV; IV-Akt. 51). Danach war er überwiegend arbeitslos bzw. krank 
geschrieben.  Am  24. März  1995  meldete  er  sich  unter  Hinweis  auf 
Rücken-  und  Kopfschmerzen  bei  der  schweizerischen  Invalidenver-
sicherung an und beantragte berufliche Massnahmen (IV-Akt. 9). Die 
IV-Stelle Luzern holte unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten 
bei der MEDAS Zentralschweiz ein, welches am 19. Juni 1996 erstattet 
wurde (IV-Akt. 113). Mit  Verfügung vom 4. September  1997 wies  die 
IV-Stelle  Luzern  das  Leistungsbegehren  ab  (IV-Akt. 40).  Aufgrund 
eines  Berichts  des  Psychiatriezentrums  A._______  vom  6. Oktober 
1998,  wonach sich der Gesundheitszustand verschlechtert  habe und 
der Patient an einer schweren depressiven Episode mit psychotischen 
Symptomen  (ICD-10  F32.3)  und  einer  anhaltenden  somatoformen 
Schmerzstörung  (F45.4)  leide  (IV-Akt. 51)  sprach  ihm  die  IV-Stelle 
Luzern mit Verfügung vom 26. März 1999 ab 1. März 1998 eine ganze 
Rente  sowie  Zusatzrenten  für  die  1985,  1987  und  1989  geborenen 
Kinder  zu  (IV-Akt. 57  und 48). Ende Juni  2003 kehrte  K._______ in 
seine Heimat Kosovo zurück (IV-Akt. 85), worauf die IV-Stelle Luzern 
das Dossier an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: 
IV-Stelle IVSTA) überwies (IV-Akt. 84).

B.
Mit Schreiben vom 22. September 2005 teilte die IV-Stelle IVSTA dem 
Versicherten  mit,  dass  eine  Rentenrevision  durchgeführt  werde  und 
über  das  schweizerische  Verbindungsbüro  in  Pristina  aktuelle 
medizinische  Unterlagen  angefordert  worden  seien  (IV-Akt. 93).  Am 
20. Dezember  2005  ging  bei  der  IV-Stelle  das  Gutachten  von 
Dr. B._______,  Z._______ (Kosovo),  vom 4. November  2005 ein (IV-
Akt. 129),  welches  im  Wesentlichen  auf  dem  Bericht  von 
Dr. C._______, Klinik D._______, vom 17. Oktober 2005 (IV-Akt. 128) 
beruht. Gestützt auf die Beurteilung des regionalen ärztlichen Dienstes 
(RAD) Rhone vom 8. März 2006 (IV-Akt. 99/2) beauftragte die IV-Stelle 
IVSTA am 13. April 2006 Dr. med. E._______, Facharzt für Psychiatrie 
und  Psychotherapie,  den  Versicherten  psychiatrisch  zu  begutachten 
(IV-Akt. 101). Das Gutachten wurde am 30. September 2006 erstattet 

Seite 2

C-2574/2007

und attestiert dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer 
leidensangepassten  Tätigkeit  (IV-Akt. 133).  Mit  Vorbescheid  vom 
15. Dezember 2006 stellte die IV-Stelle IVSTA dem Versicherten eine 
Herabsetzung der ganzen Rente auf eine Dreiviertelsrente in Aussicht 
(IV-Akt. 137). Mit  Verfügung vom 15. März 2007 setzte sie die Rente 
mit Wirkung ab 1. Mai 2007 wie angekündigt herab und entzog einer 
allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (IV-Akt. 139).

C.
Mit  Datum vom 3. April  2007 liess K._______, vertreten durch seine 
Ehefrau,  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und 
die Weiterausrichtung einer ganzen Rente sowie die Gewährung der 
unentgeltlichen  Prozessführung  beantragen  (Eingang  11. April  2007, 
Akt. 1). Sinngemäss wird unter  anderem gerügt,  die Vorinstanz habe 
sich auf medizinische Unterlagen gestützt, die dem Beschwerdeführer 
nie zur Kenntnis gebracht worden seien. Als Beweismittel werden ein 
Bericht  von  Dr. F._______,  Psychiater  im  Zentrum  für  psychische 
Gesundheit in Y._______, vom 28. April 2006 und ein Arztzeugnis des 
Psychiatriezentrums A._______ (ohne Datum) eingereicht.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 3. September 2007 beantragte die Vor-
instanz, die Beschwerde sei abzuweisen (Akt. 9).

E.
Mit Verfügung vom 11. September 2007 wurde dem Beschwerdeführer 
ein Exemplar der Vernehmlassung sowie eine Kopie des Gutachtens 
von  Dr. E._______  und  die  Stellungnahme  des  RAD  vom 
12. Dezember 2006 zugestellt  und ihm Gelegenheit gegeben, bis am 
12. Oktober 2007 eine Replik einzureichen (Akt. 10). 

F.
Auf die weiteren Vorbringen und die eingereichten Akten wird, soweit 
für  die Entscheidfindung erforderlich,  im Rahmen der  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Seite 3

C-2574/2007

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss  Art. 31  VGG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art. 32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Die  eidgenössische  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  ist  eine 
Vorinstanz  im  Sinne  von  Art. 33  Bst. d  VGG. Die  Zuständigkeit  des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Beurteilung von Beschwerden gegen 
Verfügungen  dieser  IV-Stelle  ist  zudem  in  Art. 69  Abs. 1  Bst. b  des 
Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1959  über  die  Invalidenversicherung 
(IVG, SR 831.20) ausdrücklich vorgesehen. 

Angefochten  ist  eine  Verfügung  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im 
Ausland. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der 
Beschwerde zuständig.

2.
Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach 
dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit  das  Verwaltungsgerichts-
gesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG).  Vorbehalten  bleiben 
gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG, SR 830.1).

2.1 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht durch den ordentlich 
vertretenen Beschwerdeführer eingereicht  (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 
ATSG, Art. 52 VwVG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist 
der  Beschwerdeführer  davon berührt  und er  hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse an deren Abänderung (Art. 59 ATSG). Auf die Beschwerde 
ist daher einzutreten.

2.2 Die  Beschwerdeführenden  können  im  Rahmen  des  Beschwer-
deverfahrens  die  Verletzung  von  Bundesrecht  unter  Einschluss  des 
Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie die Unange-
messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.
Zunächst  sind  die  zur  Beurteilung  der  Streitsache  massgebenden 

Seite 4

C-2574/2007

gesetzlichen  Grundlagen  und  die  von  der  Rechtsprechung  ent-
wickelten Grundsätze dazulegen.

3.1 Nach  der  Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht 
bei  der  Beurteilung einer  Streitsache  in  der  Regel  auf  den  bis  zum 
Zeitpunkt  des  Erlasses  der  streitigen  Verwaltungsverfügung (hier: 
15. März 2007) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit 
Hinweis).  Weiter  sind  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329). 

3.2 Bei den im ATSG (in der Fassung vom 20. Oktober 2000, in Kraft 
seit  1. Januar  2003)  enthaltenen  Legaldefinitionen  der  Arbeitsun-
fähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit, der Invalidität und der Einkommens-
vergleichsmethode handelt es sich um Kodifizierungen der bisherigen 
Rechtsprechung.  Die  von  der  Rechtsprechung  zu  den  einzelnen 
Begriffen  entwickelten  Grundsätze  haben  unter  der  Herrschaft  des 
ATSG weiterhin Geltung (BGE 130 V 343). 

3.3 Invalidität  ist  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit 
dauernde  ganze  oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit  (Art. 8  Abs. 1 
ATSG).  Die  Invalidität  kann  Folge  von  Geburtsgebrechen,  Krankheit 
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen  oder  psychischen 
Gesundheit  verursachte  und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Ein-
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten  auf  dem in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeits-
markt (Art. 7 ATSG, in der bis Ende 2007 gültigen Fassung). Arbeits-
unfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit,  im  bisherigen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  zumutbare 
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit 
in  einem anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt  (Art. 6 
ATSG).

3.4 Beeinträchtigungen  der  psychischen  Gesundheit  können  in  glei-
cher  Weise  wie  körperliche  Gesundheitsschäden  eine  Invalidität  im 
Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. 
Eine  fachärztlich  festgestellte  psychische  Krankheit  kann  indessen 
nicht  ohne  weiteres  einer  Invalidität  gleichgesetzt  werden. Entschei-
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab erfolgte 
Beurteilung,  ob  und  inwiefern  der  versicherten  Person  trotz  ihres 

Seite 5

C-2574/2007

Leidens  die  Verwertung  ihrer  Restarbeitsfähigkeit  auf  dem  ihr  nach 
ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch 
sozial-praktisch  zumutbar  und  für  die  Gesellschaft  tragbar  ist  (BGE 
127 V 294 E. 4c). Nicht  als  Folgen eines  psychischen Gesundheits-
schadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant 
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte 
Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungs-
fähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2, vgl. 
auch BGE 102 V 165; AHI-Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen  haben.  Aufgabe  des  Arztes  oder  der  Ärztin  ist  es,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits-
leistungen  der  versicherten  Person  noch  zugemutet  werden  können 
(BGE 125 V 256 E. 4,  BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis  2002 S. 62 
E. 4b/cc). 

3.6 Die  Verwaltung  und  im  Beschwerdefall  das  Gericht  haben  die 
medizinischen  Unterlagen  nach  dem  Grundsatz  der  freien  Beweis-
würdigung – wie alle anderen Beweismittel  – frei,  d.h. ohne Bindung 
an  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und  pflichtgemäss  zu 
würdigen. Dies  bedeutet  für  das  Gericht,  dass  es  alle  Beweismittel, 
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden  hat,  ob  die  verfügbaren  Unterlagen  eine  zuverlässige 
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere 
darf  es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess  nicht  erledigen,  ohne  das  gesamte  Beweismaterial  zu  wür-
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf 
die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist,  auf  allseitigen Untersuchungen beruht,  auch 
die  geklagten Beschwerden berücksichtigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten 
(Anamnese)  abgegeben  worden  ist,  in  der  Darlegung  der  medizini-
schen  Zusammenhänge  und  in  der  Beurteilung  der  medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder 
des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

Seite 6

C-2574/2007

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der  eingereichten oder  in  Auftrag gegebenen Stellung-
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, BGE 122 V 
157 E. 1c).

3.7 Aufgabe des regionalen ärztlichen Dienstes ist es, zu Handen der 
Verwaltung den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu 
würdigen.  Dazu  gehört  auch,  bei  sich  widersprechenden  medizini-
schen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die 
eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche 
Untersuchung vorzunehmen sei. Diesen Berichten kann nicht jegliche 
Aussen- oder Beweiswirkung abgesprochen werden. Vielmehr sind sie 
entscheidrelevante  Aktenstücke  (Urteil  des  Bundesgerichts  9C_341/ 
2007 vom 16. November 2007 4.1 mit Hinweisen).

3.8 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder 
auf  Gesuch  hin  für  die  Zukunft  entsprechend  erhöht,  herabgesetzt 
oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Das Institut der Revision von 
Invalidenrenten wurde vom Gesetzgeber in Weiterführung der entspre-
chenden  bisherigen  Regelungen  in  Art. 17  Abs. 1  ATSG aufgenom-
men. Die zu altArt. 41 Abs. 1 IVG (in Kraft bis Ende 2002) entwickelte 
Rechtsprechung  ist  daher  grundsätzlich  weiterhin  anwendbar  (BGE 
130 V  343  E. 3.5.4,  in  BGE 133  V  108  nicht  publizierte  E. 2  [Urteil 
EVG I 465/05 vom 6. November 2006]).

3.8.1 Anlass  zur  Rentenrevision  gibt  jede  wesentliche  Änderung  in 
den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad 
und damit  den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente 
ist  demgemäss  nicht  nur  bei  einer  wesentlichen  Veränderung  des 
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund-
heitszustandes  erheblich  verändert  haben  (BGE  130  V  343  E. 3.5, 
BGE 117 V 198 E. 3b mit Hinweisen). Dagegen stellt  nach ständiger 
Rechtsprechung  die  bloss  unterschiedliche  Beurteilung  der  Auswir-
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits-
zustandes  auf  die  Arbeitsfähigkeit  für  sich  allein  genommen  keinen 
Revisionsgrund  im  Sinne  von  Art. 17  Abs. 1  ATSG dar  (Urteil  BGer 
9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E. 3.1.2; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 
E. 2 [I 574/02]; AHI 2002 S. 65 E. 2 [I 82/01]; vgl. auch BGE 112 V 371 
E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a).

Seite 7

C-2574/2007

3.8.2 Ob eine unter  revisionsrechtlichen Gesichtspunkten  erhebliche 
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sach-
verhaltes,  wie  er  im  Zeitpunkt  der  letzten,  der  versicherten  Person 
eröffneten  rechtskräftigen  Verfügung,  welche  auf  einer  materiellen 
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä-
rung,  Beweiswürdigung  und  Durchführung  eines  Einkommensver-
gleichs  (bei  Anhaltspunkten  für  eine  Änderung  in  den  erwerblichen 
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht,  mit  demjenigen zur 
Zeit  der streitigen Revisionsverfügung respektive des Einspracheent-
scheides; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung 
und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). 

4.
Aufgrund  der  soeben  dargelegten  Grundsätze  ist  im  vorliegenden 
Verfahren zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeits-
fähigkeit des Beschwerdeführers seit der rentenzusprechenden Verfü-
gung vom März 1999 bis zum 15. März 2007 massgeblich verbessert 
hat.

4.1 Gemäss  dem  Bericht  des  Psychiatriezentrums  A._______  vom 
6. Oktober 1998, welcher für die Rentenzusprache entscheidend war, 
litt der Beschwerdeführer an einer schweren depressiven Episode mit 
psychotischen  Symptomen  (ICD-10  F32.3)  und  einer  anhaltenden 
somatoformen  Schmerzstörung  (ICD-10  F45.4;  IV-Akt. 114).  Der 
Gesundheitszustand  des  Exploranden  habe  sich  seit  der  MEDAS-
Begutachtung vom 19. Juni 1996 (vgl. IV-Akt. 113) verschlechtert. Der 
Patient sei seit längerer Zeit nicht mehr in der Lage, selber für sich zu 
sorgen,  seine soziale und häusliche Aktivitäten seien praktisch erlo-
schen. Dank der Unterstützung eines Landsmannes komme er zu den 
Beratungsgesprächen und zweimal  wöchentlich zum Mittagessen ins 
Tageszentrum. Der  Patient  wirke apathisch und ungepflegt  bzw. ver-
wahrlost. Er lebe absolut zurückgezogen, pflege auch keinen Kontakt 
mehr zu seiner in der Schweiz lebenden Schwester. Seine Frau und 
die drei Kinder lebten einem Krisengebiet (in Kosovo). Er werde inten-
siv von seinem in der gleichen Wohnung lebenden Kollegen betreut, 
der auch den Haushalt besorge. Dieser Kollege sei auch – als Über-
setzer  –  für  die  Erhebung  der  Anamnese  beigezogen  worden.  Der 
Patient  sei  bewusstseinswach  und  allseitig  orientiert,  das  formale 
Denken  auffällig  verlangsamt,  umständlich  und  eingeengt.  Er  leide 
unter  akustischen  Halluzinationen,  höre  in  der  Nacht  oft  Stimmen 
seiner Kinder. Die Konzentration sei herabgesetzt, er wirke wie autis-

Seite 8

C-2574/2007

tisch. Gestört sei auch die Affektivität, der Antrieb sei gehemmt. Weiter 
leide er an verschiedenen somatischen Beschwerden. Die Beurteilung 
sei aufgrund der Angaben des Patienten, von Drittpersonen (Hausarzt, 
Sozialvorsteherin,  übersetzender  [betreuender]  Kollege,  Sozialarbei-
ter) sowie Beobachtungen bei den Besuchen im Tageszentrum vorge-
nommen worden. Der Patient sei aktuell zu 100 % arbeitsunfähig und 
benötige  psychiatrische,  sozialpsychiatrische  und  medikamentöse 
Behandlung  und  Betreuung.  Die  Krankheitsentwicklung  der  letzten 
beiden  Jahre  lasse  auf  eine  Chronifizierung  und  somit  auf  eine 
schlechte Prognose schliessen.

4.2 Für die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der 
Arbeitsfähigkeit stützte sich die IV-Stelle IVSTA auf den Schlussbericht 
des RAD Rhone von Frau Dr. G._______ vom 12. Dezember 2006 (IV-
Akt. 136),  welcher  sich  seinerseits  auf  das  Gutachten  von 
Dr. E._______ stützte,  wonach dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit 
von 40 % zumutbar sei. Wie sich aus dem Folgenden ergibt, bleiben 
aufgrund  der  vorliegenden  medizinischen  Stellungnahmen  wichtige 
Fragen  offen,  die  einer  rechtskonformen  Beurteilung  des 
Rentenanspruchs im Revisionszeitpunkt entgegen stehen. 

4.2.1 Im  Verlaufsbericht  des  Psychiatriezentrums  A._______  vom 
24. November 2000 zu Handen der IV-Stelle Luzern (IV-Akt. 116) wird 
angegeben,  der  Gesundheitszustand  sei  stationär,  es  sei  aber  die 
Diagnose geändert  worden. Es handle sich um eine undifferenzierte 
Schizophrenie  (ICD-10 F20.3). Der  Patient  verbringe die  meiste  Zeit 
bei seiner Familie in Kosovo. Er komme etwa alle drei Monate für zwei 
Wochen  zurück  um  Medikamente  zu  holen  und  seinen  Hausarzt 
aufzusuchen. Er sei  nicht in der Lage, seine Krankheit  und Dinge in 
seinem  Alltag  –  zum  Beispiel,  dass  nun  fremde  Truppen  in  seiner 
Heimat  stationiert  seien  –  zu  verstehen.  Er  sei  nach  wie  vor  sehr 
unselbständig  (so  müsse  er  bspw.  jeweils  zum  Flughafen  gebracht 
werden), wirke oft  abwesend, könne sich schlecht  konzentrieren und 
führe ein Eigenleben mit sozialem Rückzug. 

4.2.2 Gemäss  dem  von  der  IV-Stelle  in  Kosovo  eingeholten  psy-
chiatrischen  Gutachten  von  Dr. B._______  bzw.  Dr. C._______  (IV-
Akt. 127-129),  leidet  der  Beschwerdeführer  an  einer  paranoiden 
Schizophrenie (F20.0). Beschrieben werden unter anderem akustische 
(imperative) Halluzinationen, Verwahrlosungstendenzen, insuffizientes 
Sozialverhalten, regressives Verhalten, Angst vor Veränderungen (z.B. 

Seite 9

C-2574/2007

Änderung der Medikamente). Die Aufmerksamkeit und Konzentrations-
fähigkeit seien beeinträchtigt, nicht aber die Orientierung. Der Explo-
rand sei unfähig, einfachste Dinge richtig zu interpretieren, und er sei 
in  hohem  Mass  emotional  instabil.  Er  benötige  eine  regelmässige 
therapeutische  und  medikamentöse  Behandlung  (monatliche  Sitzun-
gen)  und  kontinuierliche  Sozialrehabilitation.  Die  Behandlung  werde 
vom Zentrum für psychische Gesundheit durchgeführt (vgl. IV-Akt. 129 
S. 2, mit Hinweis auf den Bericht von Dr. F._______, vgl. IV-Akt. 125). 
Aufgrund seines psychischen Zustandes sei er  auf  fremde Hilfe und 
Betreuung angewiesen. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.

4.2.3 Die  Beurteilung  von  Dr. F._______,  Zentrum  für  psychische 
Gesundheit,  Bericht  vom 28. April  2006  (IV-Akt. 130-132),  entspricht 
weitgehend derjenigen von Dr. C._______.

4.2.4 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. E._______ vom 30. Sep-
tember 2006 wird zunächst sehr ausführlich die Aktenlage dargelegt. 
Dabei  fällt  auf,  dass  mehrmals in  Klammern Anmerkungen gemacht 
werden, die gewisse Zweifel an der Richtigkeit  der erstmaligen Ren-
tenzusprache implizieren. So wird bspw. zum Bericht des Psychiatrie-
zentrums  A._______  angemerkt,  dass  offenbar  kein  Übersetzer 
beigezogen  worden  sei  oder  zu  einem  bestimmten  Zeitpunkt 
(entgegen den Angaben im Bericht) von einer Depression noch kaum 
die  Rede  gewesen  sei  (S. 3).  Aus  dem  Arbeitgeberfragebogen  vom 
30. März  1995  wird  zunächst  zitiert,  dass  das  Arbeitsverhältnis 
aufgrund  schlechter  Arbeitsleistung  aufgelöst  worden  sei  und  der 
letzte effektive Arbeitstag der 5. Oktober 1992 gewesen sei. Danach 
folgt  die  Anmerkung  „Volle  Krankschreibung  durch  den  Hausarzt  ab 
6.10.1992!“  (S. 2).  Zur  Aussage  des  Hausarztes  im  Bericht  vom 
11. April  1995,  wonach  der  Patient  sicher  arbeitswillig  sei,  folgt  die 
Anmerkung  „vergleiche  Angaben  letzter  Arbeitgeber!“  (S. 2).  Welche 
Schlüsse der Experte aus den möglichen Widersprüchen oder Korre-
lationen zog, wird im Gutachten indessen nicht erläutert. 

Gewisse  Zweifel  an  der  Glaubwürdigkeit  des  Exploranden  scheinen 
aber  auch  bei  den  Ausführungen  unter  dem  Titel  „Eigene  Unter-
suchung“  und „Befunde“  durch – was wohl  aber  auch damit  zusam-
menhängt,  dass  unter  diesen  Titeln  bereits  Interpretationen  vorge-
nommen  werden  und  insgesamt  nicht  ganz  nachvollziehbar  ist, 
weshalb  gewisse Ausführungen unter  dem einen oder  dem anderen 
Titel stehen. 

Seite 10

C-2574/2007

Im Rahmen der Beurteilung legt der Gutachter zwar ausführlich dar, 
wie die Krankheitsentwicklung bis zur Rückkehr in den Kosovo inter-
pretiert  werden  könnte,  demgegenüber  sind  die  Ausführungen  zum 
aktuellen  Gesundheitszustand  kaum  nachvollziehbar.  Der  Explorand 
präsentiere sich heute in einem psychisch besseren Zustand, als dies 
früher  – aufgrund der  Akten –  anzunehmen sei. Er  wirke äusserlich 
adäquat  gepflegt,  einzig  der  Geruch  lasse  bezüglich  Körperhygiene 
noch zu wünschen übrig. Affektiv sei der Explorand im Gespräch gut 
spürbar. Denkstörungen seien keine fassbar. Dass er Fragen nicht zu 
beantworten  wisse,  habe  vor  allem  mit  seiner  Kooperation  zu  tun. 
Wenn  man  insistiere,  kämen  die  richtigen  Antworten  meist  recht 
schnell. Es sei anzunehmen, dass der Explorand zu Hause in seinem 
Land weiterhin recht eigenwillig seinen Weg gehe. Es sei ihm offenbar 
nicht  gelungen,  seit  seiner  Rückkehr  eine  gute  Beziehung  zu  den 
Kindern aufzubauen (S. 8). Als Diagnosen werden lediglich Verdachts-
diagnosen  aufgeführt:  Paranoid-halluzinatorische  schizophrene  Stö-
rung, unter neuroleptischer und antidepressiver Behandlung gebessert 
(ICD-10  F20.0)  und  „Verdacht  auf  unterdurchschnittliche  Intelligenz 
DD:  Leichte  Intelligenzminderung  (ICD-10  F70)“.  Auch  wenn  man 
davon  ausgehe,  dass  das  regressive  Verhalten  einer  Negativsymp-
tomatik entspreche und dass selbst unter neuroleptischer Behandlung 
noch gewisse akustische Halluzinationen bestünden, so müsse doch 
festgehalten  werden,  dass  sich  der  Explorand  heute  in  seinem 
Heimatland einiges besser präsentiere, als dies in der Schweiz ohne 
seine Familie noch der Fall gewesen sei. Heute sei es ihm durchaus 
zumutbar,  dass er  im Rahmen von 40 % einer Hilfsarbeit  nachgehe. 
Die  berufliche  Dekonditionierung  habe  auch  damit  zu  tun,  dass  der 
Explorand seit 1992 keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehe. Erst 
der  „Empfehlung“  lässt  sich  entnehmen,  dass  beim  Exploranden  – 
neben  einer  unterdurchschnittlichen  Intelligenz  –  eine  affektive 
Verflachung  bestehe  und  die  Dekonditionierung  mit  einer  strikten 
Führung zu überwinden wäre.

Insgesamt  geht  aus  dem  Gutachten  nicht  klar  hervor,  ob  der  Be-
schwerdeführer  überhaupt  an  einer  krankheitswertigen  psychischen 
Störung  leidet,  die  sich  limitierend  auf  die  Arbeitsfähigkeit  auswirkt. 
Zur  früher  diagnostizierten  anhaltenden  somatoformen  Schmerz-
störung wird überhaupt nicht Stellung genommen. Der Gutachter setzt 
sich  nicht  mit  möglichen  Differenzialdiagnosen  auseinander  und 
diskutiert  die  Frage  nicht,  welche  Befunde  für  oder  gegen  eine 
schizophrene  Störung  sprechen.  Unter  „Empfehlung“  steht  zwar,  es 

Seite 11

C-2574/2007

habe  sich  eine  Symptomatik  entwickelt,  die  wahrscheinlich  einer 
schizophrenen  Störung  entspreche.  Diese  Aussage  wird  aber  im 
nächsten Abschnitt sogleich wieder relativiert, indem ausgeführt wird, 
dass  auch  wenn  die  Verdachtsdiagnose  einer  Erkrankung  aus  dem 
schizophrenen  Formenkreis  tatsächlich  zutreffe,  eine  angepasste 
Tätigkeit im Umfang von 40 % zumutbar sei. Angesichts der impliziten 
Hinweise  auf  Zweifel  am  Vorliegen  einer  Gesundheitsstörung  mit 
Auswirkung auf  die Arbeitsfähigkeit,  genügt  es jedenfalls nicht,  dass 
lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt wird. Für die Annahme einer 
psychisch  bedingten  Arbeitsunfähigkeit  bzw.  Invalidität  ist  das  Vor-
liegen einer (nach einem anerkannten Klassifikationssystem diagnosti-
zierten)  psychischen  Störung  notwendige  –  wenn  auch  nicht  hinrei-
chende  –  Voraussetzung  (vgl.  ULRICH MEYER-BLASER,  Rechtsprechung 
des  Bundesgerichts  zum  IVG,  Zürich  1997,  S. 12;  BGE 130  V  352 
E. 2.2.3, BGE 124 V 29 E. 5b/bb, vgl. auch BGE 130 V 396). 

Sofern  der  Gutachter  davon  ausging,  dass  zwar  eine  psychische 
Störung vorliege, diese aber nicht mit  Sicherheit einer Diagnose aus 
dem schizophrenen Formenkreis zugeordnet werden könne, ist  auch 
seine  Einschätzung  der  Arbeitsfähigkeit  nicht  nachvollziehbar.  Es 
bleibt unklar, wie der Experte zur Erkenntnis gekommen ist, dass dem 
Exploranden eine Tätigkeit im Umfang von 40 % zumutbar wäre, weil 
die  Prozentangabe  nicht  weiter  begründet  wird  (vgl.  auch  GABRIELA 
RIEMER-KAFKA [Hrsg.],  Versicherungsmedizinische  Gutachten,  Bern 
2007, S. 42), und was unter „strikter Führung“ zu verstehen wäre. Dem 
Gutachten  lässt  sich  zwar  entnehmen,  dass  der  Beschwerdeführer 
unselbständig  sei,  teilnahmslos  irgendwo  herumsitze  oder  auf  den 
Friedhof  gehe,  weil  ihn  die  Stimmen  dort  nicht  erreichten.  Zur 
zentralen  Frage,  welche  Ressourcen  beim  Exploranden  noch  vor-
handen sind,  äussert  sich der  Gutachter  aber  ebenso wenig wie  zu 
den Auswirkungen der festgestellten Unselbständigkeit  im Alltag. Der 
Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  zwar  bei  seiner  Familie  lebt, 
offenbar aber weder zu seiner Frau noch zu seinen Kindern in Kontakt 
tritt, wird kaum diskutiert, obwohl sich – auch angesichts der früheren 
Beurteilungen  –  die  Frage  nach  den  für  eine  Erwerbstätigkeit  mini-
malen  sozialen  Fähigkeiten  stellt.  Schliesslich  überzeugt  auch  der 
Schluss nicht, der Explorand sei nicht mehr so verwahrlost wie früher, 
wenn  nicht  geprüft  bzw.  ausgeführt  wird,  ob  das  Erscheinungsbild 
anlässlich  der  Begutachtung  (in  der  Schweiz)  dem  sonst  üblichen 
entsprach. Das Mass der Unselbständigkeit und der Verwahrlosung ist 
für die Beurteilung der Zumutbarkeit in dem Sinne relevant, als nicht 

Seite 12

C-2574/2007

nur  zu  prüfen  ist,  ob  und  inwiefern  dem  Versicherten  trotz  seines 
Leidens die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit auf dem ihm nach 
seinen  Fähigkeiten  offen  stehenden  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt 
noch  sozial-praktisch  zumutbar  ist,  sondern  auch,  ob  dies  für  die 
Gesellschaft tragbar ist (BGE 127 V 94 E. 4c). Aufgrund des Gutach-
tens  lässt  sich  nicht  beurteilen,  ob  einem durchschnittlichen  Arbeit-
geber zugemutet werden könnte, den Beschwerdeführer zu beschäf-
tigen.

4.2.5 Anzufügen  bleibt,  dass  gerade  angesichts  der  diagnostischen 
Unsicherheiten  und  der  unterschiedlichen  Einschätzungen  der  Leis-
tungsfähigkeit  eine Auseinandersetzung mit  den Stellungnahmen der 
Sachverständigen in Kosovo – auch wenn diese die Anforderungen an 
eine  beweiskräftige  Expertise  nicht  erfüllen  –  erforderlich  gewesen 
wäre.  Eine  solche  erfolgte  jedoch  weder  im  Gutachten  von 
Dr. E._______ noch im Bericht des RAD vom 12. Dezember 2006. Die 
RAD-Ärztin hat sich vielmehr darauf beschränkt,  die Beurteilung von 
Dr. E._______  kurz  zusammenzufassen  und  sich  dessen 
Einschätzung  anzuschliessen.  Weiter  hätte  der  RAD-Ärztin  auch 
auffallen  müssen,  dass  die  Rente  unter  anderem  aufgrund  einer 
somatoformen  Schmerzstörung  zugesprochen  worden  war  und  sich 
das Gutachten dazu nicht äussert.

4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass aufgrund der vorliegen-
den medizinischen Stellungnahmen eine rechtskonforme Beurteilung 
des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des 
Erlasses  der  streitigen  Revisionsverfügung  nicht  möglich  ist.  Die 
Sache  ist  daher  an  die  IV-Stelle  IVSTA  zurückzuweisen,  damit  sie 
ergänzende medizinische – und allenfalls  auch berufsberaterische – 
Abklärungen vornehme und anschliessend über den Rentenanspruch 
neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.

5.
Da  eine  Rückweisung  praxisgemäss  als  Obsiegen  der  Beschwerde 
führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), ist das Gesuch um Befrei-
ung von Verfahrenskosten gegenstandslos geworden. Der Vorinstanz 
werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Dem 
nicht  berufsmässig  vertretenen  Beschwerdeführer  sind  keine  unver-
hältnismässig  hohen  Kosten  entstanden,  weshalb  ihm  keine  Partei-
entschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario, 
Art. 7 Abs. 4  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

Seite 13

C-2574/2007

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung 
vom  15. März  2007  aufgehoben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz 
zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne 
der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

Seite 14

C-2574/2007

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerde-
führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 15