# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c29f9fc-7180-5d63-b2d0-b96f9edb4ce4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.03.2015 100 2013 270
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-270_2015-03-19.pdf

## Full Text

100.2013.270U
ARB/GSE/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. März 2015

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiberin Gschwind

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend amtliche Bewertung ab 2010 (Entscheid der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 18. Juni 2013; 100 11 541)

Sachverhalt:

A.

Nachdem A.________ in seinem Wohnhaus die Heizung ersetzt hatte, nahm die 
Steuerverwaltung des Kantons Bern, Abteilung Amtliche Bewertung der Grundstücke 
und Wasserkräfte (nachfolgend: Steuerverwaltung), eine ausserordentliche 
Neubewertung des Grundstücks B.________ Gbbl. Nr. 1___ vor. Am 28. März 2011 
setzte sie den amtlichen Wert ab dem Steuerjahr 2009 auf Fr. 420'100.-- fest, wobei 
sie den Landwert der insgesamt 1'709 m2 umfassenden Parzelle auf Fr. 0.-- beliess. 
Auf Einsprache hin erhöhte die Steuerverwaltung den amtlichen Wert am 27. Juli 2011 
– mit Wirkung ab dem Steuerjahr 2010 – auf Fr. 441'310.--. Neu wurde darin 
insbesondere ein 500 m2 ausmachender Teil des Landes als «zusätzlicher 
Umschwung» mit einem Wert von Fr. 39'310.-- berücksichtigt.

B.

Am 30. August 2011 gelangte A.________ mit Rekurs an die Steuerrekurskommission 
des Kantons Bern (StRK) und verlangte die Herabsetzung des amtlichen Werts im 
Umfang von Fr. 39'310.--.

Nachdem eine Delegation der StRK unter Beizug eines Sachverständigen einen 
Augenschein durchgeführt hatte, reduzierte die StRK mit Entscheid vom 18. Juni 2013 
den Wert des «zusätzlichen Umschwungs» auf Fr. 37'440.-- und setzte den amtlichen 
Wert neu auf Fr. 439'440.-- fest. 

C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 25. Juli 2013 Verwaltungsge-
richtsbeschwerde erhoben. Er beantragt sinngemäss dessen Aufhebung, soweit die 
Bewertung des Landes betreffend.

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Vernehmlassung vom 19. August 
2013 bzw. Beschwerdeantwort vom 18. September 2013 auf Abweisung der 
Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 
Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. Art. 201 Abs. 2 StG). Auf 
die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. auch E. 1.2).

1.2 Das Verwaltungsgericht ist grundsätzlich an die Parteibegehren gebunden 
(Art. 84 Abs. 2 VRPG). Ist das Rechtsbegehren nicht klar oder bestehen 
Anhaltspunkte, dass es nicht den wahren Willen der Partei wiedergibt, ist aus dem 
Zusammenhang und unter Zuhilfenahme der Begründung zu schliessen, was 
tatsächlich anbegehrt wird (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum 
bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 13). – Der Antrag des Beschwerdeführers lautet 
auf Rückweisung der Sache an die StRK. Zur Begründung macht er nebst einer Ge-
hörsverletzung (vgl. dazu E. 2) geltend, er habe vor der Vorinstanz «Existenz sowie 
Grösse und veranlagter amtlicher Wert des zusätzlichen Umschwungs […] in Frage 
gestellt». Sein Grundstück befinde sich in der Landwirtschaftszone, sei nur teilweise 
erschlossen und könne wegen der ungünstigen Form sowie der Topografie kaum 
landwirtschaftlich genutzt werden, weshalb der veranlagte amtliche Wert von Fr. 79.62 
pro m2 [richtig: Fr. 74.88] viel zu hoch sei. Mit Blick auf diese Ausführungen sowie aus 
prozessökonomischen Überlegungen ist das Rechtsbegehren – soweit das 
Verwaltungsgericht überhaupt daran gebunden ist – der vom Beschwerdeführer 
verfassten Laieneingabe primär als Antrag auf Erlass eines Entscheids in der Sache zu 
verstehen (zur [fehlenden] Bindung des Gerichts an rein kassatorische 
Rechtsbegehren vgl. Marco Donatsch, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum 
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Auflage 2014, § 64 N. 5 mit 
Hinweis).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). Ist die Festsetzung amtlicher Grund-
stückswerte umstritten, prüft es die von der Vorinstanz vorgenommene Schätzung 
hinsichtlich Methode und Ergebnis allerdings nur in jenen Punkten, die beanstandet 
sind (vgl. BVR 1996 S. 230 E. 1b; VGE 2012/111 vom 4.12.2013, E. 1.2 [nicht 
rechtskräftig], 22119 vom 12.12.2006, E. 1.2, 21490 vom 17.3.2003, in NStP 2003 
S. 76 E. 1c).

2.

2.1 In formeller Hinsicht bringt der Beschwerdeführer vor, die StRK habe sich mit 
der Frage der Nutzbarkeit des Umschwungs nicht auseinandergesetzt, obwohl er sich 
diesbezüglich mit seinem Rekurs eine Klärung erhofft habe. Damit rügt er eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101], 
Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1] und Art. 21 ff. 
VRPG).

2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt von der Behörde, dass sie die 
Vorbringen der betroffenen Person tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer 
Entscheidungsfindung angemessen berücksichtigt (BGE 137 II 266 E. 3.2, 136 I 184 
E. 2.2.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 15). Folge dieser 
Prüfungspflicht und zugleich Bedingung einer wirksamen Selbstkontrolle ist die 
behördliche Begründungspflicht (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die 
Begründung eines Verwaltungsakts muss nach gefestigter Rechtsprechung so 
abgefasst sein, dass die Betroffenen ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten 
können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 
sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Das bedeutet 
nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung, mit 
jedem rechtlichen Einwand und mit jedem Beweismittel auseinandersetzen muss. 
Vielmehr kann sie sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 
beschränken. Erforderlich ist bloss, dass sich aus der Gesamtheit der Begründung 
ergibt, weshalb die Behörde einem Parteistandpunkt nicht folgt (BGE 138 I 232 E. 5.1; 
BVR 2013 S. 407 E. 3.2, 2012 S. 326 E. 4.1, S. 109 E. 2.3.3 mit Hinweisen).

2.3 Die StRK kann selbständig Untersuchungshandlungen durchführen und 
entscheidet nach Art. 199 Abs. 1 StG gestützt auf das Ergebnis ihrer Untersuchung 
über den Rekurs (vgl. Peter Kästli, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-
Kommentar zum Berner Steuergesetz, Band 2, 2011, Art. 199 N. 1). – Die StRK hat die 
von der Steuerverwaltung vorgenommene Bewertung des Umschwungs im 
Wesentlichen bestätigt. Einem Rügepunkt hat sie insofern Rechnung getragen, als sie 
den fehlenden Kanalisationsanschluss zugunsten des Beschwerdeführers mit einer 
tieferen Note für den «Erschliessungsgrad» berücksichtigt und den Wert des 
(zusätzlichen) Umschwungs von Fr. 39'310.-- auf Fr. 37'440.-- reduziert hat (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 5; Berechnung im Anhang zum Protokoll des 
Augenscheins vom 14.3.2013, Vorakten StRK pag. 36). Die Erwägungen hierzu 
genügen den sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessenden 
Begründungsanforderungen. Die Rüge der Gehörsverletzung erweist sich daher als 
unbegründet.

3.

In der Sache strittig ist die Berücksichtigung von 500 m2 als «zusätzlicher 
Umschwung» mit einem Wert von Fr. 37'440.-- bei der Berechnung des amtlichen 
Werts des Grundstücks B.________ Gbbl. Nr. 1___. Gemäss unbestritten gebliebenen 
Ausführungen des Beschwerdeführers wird dieser Teil des Grundstücks als Obst- und 
Gemüsegarten extensiv genutzt und verfügt über keine befestigten Wege (vgl. Rekurs 
S. 2). Das Verwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an und ist folglich 
weder an die Argumentationen der Parteien noch an die Erwägungen der Vorinstanz 
gebunden (Art. 20a Abs. 1 VRPG; BVR 2013 S. 521 E. 2.4).

3.1 Der Vermögenssteuerwert von Grundstücken wird im Verfahren der amtlichen 
Bewertung festgesetzt (Art. 52 Abs. 2 und 3 StG). Wurde der amtliche Wert eines 
Grundstücks rechtskräftig bestimmt, so gilt er bis zur nächsten allgemeinen oder 
ausserordentlichen Neubewertung (Art. 181 Abs. 3 StG; Art. 7 Abs. 2 des Dekrets vom 
22. Januar 1997 über die amtliche Bewertung der Grundstücke und Wasserkräfte 
[ABD; BSG 661.543]). Im Unterschied zum Steuerwert anderer 
Vermögensgegenstände wird der amtliche Wert somit nicht für jede 
Veranlagungsperiode neu bestimmt, sondern soll über längere Zeit als Grundlage für 
die Steuerbemessung dienen. Eine allgemeine Neubewertung aller Liegenschaften 
wird vorgenommen, wenn sich die Verkehrs- oder Ertragswerte der Grundstücke seit 
der letzten allgemeinen Neubewertung zumindest in einem Grossteil des Kantons er-
heblich verändert haben (Art. 182 Abs. 1 StG). Schon vor einer solchen allgemeinen 
Anpassung der amtlichen Werte erfolgt gestützt auf Art. 183 Abs. 1 StG eine 
ausserordentliche Neubewertung, wenn ein Grundstück seit der letzten Bewertung 
bestimmte tatsächliche oder rechtliche Veränderungen erfahren hat. Dabei werden nur 
Änderungen tatsächlicher oder rechtlicher Natur berücksichtigt, die seit der letzten 
Neubewertung eingetreten sind (vgl. VGE 2012/111 vom 4.12.2013, E. 2.4; zum alten 
Recht BVR 2005 S. 82 E. 3.1 mit Hinweisen). Darunter fallen bauliche Veränderungen 
wie der Neubau, Umbau und Abbruch von Gebäuden und Anlagen, Sanierungen oder 
grössere Renovationen (Bst. a), Änderungen in der Benützungsart oder im Bestand 
von Grundstücken und Gebäuden (Bst. b) oder eine Veränderung bezüglich Fläche, 
Zone oder Erschliessung, sofern dadurch der amtliche Wert massgeblich beeinflusst 
wird (Bst. f). Eine ausserordentliche Neubewertung ist ebenfalls durchzuführen, wenn 
die Gemeinde oder die Eigentümerin bzw. der Eigentümer nachweist, dass wegen 
besonderer Verhältnisse eine Neubewertung des Grundstücks einen um wenigstens 
zehn Prozent höheren oder tieferen amtlichen Wert ergäbe (Art. 183 Abs. 2 StG). Bei 
einer ausserordentlichen Neubewertung wird keine vollständig neue Schätzung 
vorgenommen. Vielmehr werden nur diejenigen Bewertungsfaktoren angepasst, 
welche durch die (baulichen) Veränderungen beeinflusst worden sind und bei denen 

sich eine Anpassung aufdrängt. Hingegen dürfen Noten und weitere 
Bewertungsfaktoren, die von einer Veränderung im Sinn von Art. 183 StG nicht 
betroffen sind, oder nach pflichtgemässem Ermessen vorgenommene Schätzungen in 
einem solchen Verfahren nicht angepasst werden (vgl. BVR 2014 S. 523 E. 4.1, 2007 
S. 553 E. 4.2.2, 2004 S. 385 E. 5; Annik Bärtschi, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], 
Praxis-Kommentar zum Berner Steuergesetz, Band 2, 2011, Art. 183 N. 3 mit Hinweis 
auf Hans Gruber, Handkommentar zum bernischen Gesetz vom 29. Oktober 1944 über 
die direkten Staats- und Gemeindesteuern [aStG], 5. Aufl. 1987, Art. 111 N. 1).

3.2 Im Unterschied zur ausserordentlichen Neubewertung nach Art. 183 StG legt 
Art. 181 Abs. 4 StG fest, unter welchen Voraussetzungen die Steuerverwaltung eine in 
Rechtskraft erwachsene amtliche Bewertung abändern kann, ohne dass sich die 
tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse verändert haben. Es handelt sich dabei um 
eine spezialgesetzliche Wiederaufnahme nach Art. 56 Abs. 2 VRPG. Allerdings knüpft 
der Wiederaufnahmegrund nach Art. 181 Abs. 4 StG an weniger strenge Voraus-
setzungen an als Art. 56 Abs. 1 VRPG: Die blosse Feststellung einer Auslassung oder 
einer offensichtlichen Unrichtigkeit genügt, um eine rechtskräftige amtliche Bewertung 
zu korrigieren. Dies erscheint insofern sachgerecht, als im Rahmen einer allgemeinen 
Neubewertung nicht alle Grundstücke besichtigt werden können und die zuständige 
Behörde daher hauptsächlich auf die ihr zugänglichen Grundstückdaten abstellen 
muss. Stellt sich nachträglich heraus, dass ein Grundstück nicht nach seinem Umfang 
und Bestand am Stichtag bewertet worden ist, soll die Steuerverwaltung gestützt auf 
Art. 181 Abs. 4 StG von einer erleichterten Möglichkeit Gebrauch machen können, auf 
eine rechtskräftige amtliche Bewertung zurückzukommen und sie zu korrigieren (vgl. 
BVR 2005 S. 82 E. 3.2). Der korrigierte amtliche Wert wird ab der 
Veranlagungsperiode steuerrechtlich wirksam, in welcher das Korrekturverfahren 
eingeleitet worden ist (Art. 181 Abs. 4 Satz 2 StG).

3.3 In Analogie zur Ermessensveranlagung (vgl. Art. 174 Abs. 2 i.V.m. Art. 191 
Abs. 3 StG) kann eine Schätzung dann als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden, 
wenn sie an einem in die Augen springenden, qualifizierten Fehler leidet (vgl. etwa 
BVR 2008 S. 181 E. 4.3; BGer 2C_279/2011 und 2C_280/2011 vom 17.10.2011, in 
StR 2012 S. 59 E. 3.1). Die Vorgängerregelung von Art. 181 Abs. 4 StG bezeichnete 
offensichtliche Unrichtigkeiten denn auch noch als «offenbare Irrtümer» (vgl. Art. 113 
aStG, GS 1944 S. 153 ff. in seiner Fassung vom 13. Mai 1956 [GS 1956 S. 80 ff.]). 
Eine offensichtliche Unrichtigkeit ist etwa im Fall der Nichtberücksichtigung einer 
Bauzone gegeben oder wenn eine Eigentumswohnung unter Anwendung des 
Grundansatzes für Mehrfamilienhäuser bewertet worden ist. Eine Auslassung liegt 
beispielsweise vor, wenn bei der letzten allgemeinen Neubewertung eines Grundstücks 
ein Gebäude oder ein Gebäudeteil übersehen worden ist. Auch der Umstand, dass der 
Einbau einer neuen Heizanlage oder die Vornahme von erheblichen Reno-

vationsarbeiten nicht berücksichtigt worden sind, kann eine Auslassung darstellen. 

Stellt die Steuerverwaltung eine Auslassung oder eine offensichtliche Unrichtigkeit fest, 
kann die Korrektur nur darin bestehen, den konkret festgestellten Fehler, d.h. die 
Auslassung oder die offensichtliche Unrichtigkeit, zu beheben. Eine umfassende 
Überprüfung der Bewertung ist hingegen ausgeschlossen (zum Ganzen VGE 2012/111 
vom 4.12.2013, E. 2.5, 22756/22760 vom 10.9.2007, E. 5.3 mit Hinweis; vgl. auch 
BVR 2005 S. 82 E. 3.2 und 5.2). Auch ein Eingriff in das Schätzerermessen unter dem 
Titel «Korrektur einer offensichtlichen Unrichtigkeit oder einer Auslassung» ist 
unzulässig. Denn der Erkenntnisvorgang der Schätzung beruht ähnlich wie die 
Beweiswürdigung notwendigerweise auf Annahmen und Vermutungen (Annik Bärtschi, 
a.a.O., Art. 181 N. 23 f.; vgl. zur Ermessensveranlagung BVR 2008 S. 181 E. 4.1). Die 
mit einer allgemeinen oder ausserordentlichen Neubewertung beauftragten Behörden 
verfügen über einen gewissen Beurteilungsspielraum, den es durch sämtliche Steuer- 
und Steuerjustizbehörden auch in nachfolgenden Steuerjahren zu respektieren gilt.

4.

4.1 Das Grundstück B.________ Gbbl. Nr. 1___ im Halt von 1'709 m2 liegt in der 
Landwirtschaftszone und besteht aus einem Wohnhaus (freistehendes 
Zweifamilienhaus, Gebäude-Nr. 2___), einer Garage (Nr. 2___a), einem Schopf 
(Nr. 2___b) und einem Schwimmbecken. Soweit aus den Akten ersichtlich wurde seit 
dem Jahr 1966 ein zusätzlicher Umschwung von 765 m2 bei einer Gesamtfläche von 
(damals bemessenen) 1'710 m2 ausgeschieden und bei der Berechnung des amtlichen 
Werts mit Fr. 1.-- pro m2 (später Fr. 7.65) berücksichtigt (vgl. Bewertungsprotokolle, 
Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A] pag. 105-107, 111). Im Protokoll vom 4. Juni 
1986 wurde der Wert von damals Fr. 3'800.-- für den zusätzlichen Umschwung 
durchgestrichen und der gesamte Umschwung mit Wirkung ab dem Jahr 1989 unter 
dem Titel «Berichtigung» mit Fr. 0.-- bewertet (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in 
act. 4A] pag. 83). Nachdem sie offenbar zuvor einen Augenschein vor Ort durchgeführt 
hatten, unterschrieben am 22. Dezember 1987 zwei Schätzer dieses 
Grundstückprotokoll, das unter der Rubrik Bemerkungen den handschriftlich 
eingefügten Hinweis enthält, dass der zusätzliche Umschwung entfalle (vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung [in act. 4A] pag. 83 umseitig; Aufnahmeprotokoll, Vorakten StRK 
pag. 9). Bei der letzten allgemeinen Neubewertung per 1. Januar 1999 (Hauptrevision) 
beliess der (neu) zuständige Schätzer den Wert des gesamten Umschwungs nach 
erneut durchgeführtem Augenschein in Kenntnis seiner Grösse weiterhin auf Fr. 0.-- 
und bekräftigte diese Bewertung am 29. September 1998 mit seiner Unterschrift 
(Aufnahmeprotokoll, Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A] pag. 24, 96). Den 
amtlichen Wert für das Grundstück legte er auf Fr. 288'800.-- fest (vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung [in act. 4A] pag. 63).

4.2 Der Einbau einer neuen Heizung veranlasste die Steuerverwaltung, eine 
ausserordentliche Neubewertung durchzuführen. Sie erhöhte den amtlichen Wert ab 
dem Steuerjahr 2009 auf Fr. 420'100.--, wobei der Umschwung weiterhin mit einem 
Wert von Fr. 0.-- berücksichtigt wurde. Auf Einsprache hin setzte die Steuerverwaltung 
den amtlichen Wert mit Wirkung ab 2010 auf Fr. 441'310.-- fest, nachdem sie einen 
«Kurzaugenschein» ohne Betreten des Grundstücks und in Abwesenheit des Be-
schwerdeführers durchgeführt hatte (Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A] pag. 5). 
Die Erhöhung des amtlichen Werts begründete sie soweit hier interessierend damit, 
dass das Grundstück eine überdurchschnittlich grosse Fläche aufweise, weshalb ein 
Teil davon als «zusätzlicher Umschwung» mit einem Wert von Fr. 39'310.-- zu 
berücksichtigen sei (Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4A] pag. 34, 53). Im 
vorinstanzlichen Verfahren beantragte der Beschwerdeführer, den amtlichen Wert in 
diesem Umfang herabzusetzen. Die StRK setzte den Wert für den zusätzlichen 
Umschwung auf Fr. 37'440.-- fest und reduzierte den amtlichen Wert auf Fr. 439'440.--.

5.

5.1 Eine ausserordentliche Neubewertung nach Art. 183 Abs. 1 StG kommt nur für 
jene Teile eines Grundstücks in Betracht, die nach der letzten allgemeinen oder 
ausserordentlichen Neubewertung tatsächliche oder rechtliche Veränderungen 
erfahren haben (vorne E. 3.1). – Der Umschwung des Grundstücks B.________ 
Gbbl. Nr. 1___ hat seit der letzten allgemeinen Neubewertung mit Wirkung auf den 
1. Januar 1999 keine solchen Veränderungen erfahren und ist durch den Einbau der 
neuen Heizung auch nicht beeinflusst worden. Eine ausserordentliche Neubewertung 
fällt daher ausser Betracht. Gleiches gilt für das Vorliegen einer Auslassung, war dem 
zuständigen Schätzer bei der letzten allgemeinen Neubewertung per 1. Januar 1999 
die Grösse des Umschwungs nach durchgeführtem Augenschein doch bekannt (vgl. 
vorne E. 4.1). Zu prüfen ist hingegen, ob und gegebenenfalls inwieweit Gründe für eine 
Berichtigung einer offensichtlichen Unrichtigkeit nach Art. 181 Abs. 4 StG gegeben 
sind. 

5.2 Unüberbautes, als zusätzlicher Umschwung nichtlandwirtschaftlicher Bauten 
genutztes Land ausserhalb der Bauzone wird gemäss Art. 60 Abs. 2 StG nach dem 
Landwert der jeweiligen Nutzung bewertet. In solchen Fällen ist der Verkehrswert 
massgebend (vgl. Art. 28 Abs. 2 ABD; zur Massgeblichkeit dieser Bestimmung vgl. 
Erläuterungen zum Steuergesetz 2001, S. 137). Die kantonale Schatzungskommission 
hat gestützt auf Art. 3 Abs. 1 ABD zu Handen der mit den Schätzungen beauftragten 
Personen Bewertungsnormen für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke erstellt (nach-
folgend: Bewertungsnormen). Zudem hat die Steuerverwaltung ergänzende 
Weisungen mit schätzungstechnischen Vorgaben erlassen (Ausgabe 2007; 

nachfolgend: schätzungstechnische Weisungen). Die Bewertungsnormen und die 
schätzungstechnischen Weisungen sind Verwaltungsverordnungen, die den mit der 
Schätzung betrauten Personen als Hilfsmittel beim Schätzungsvorgang zur Verfügung 
stehen, für das Verwaltungsgericht allerdings nicht bindend sind (VGE 23217 vom 
21.10.2008, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). In den Bewertungsnormen und in den 
schätzungstechnischen Weisungen wird zwischen «Platz Umschwung» und 
«zusätzlichem Umschwung» unterschieden. «Platz Umschwung» bezeichnet dabei 
denjenigen Grundstücksteil, der normalerweise für die Erstellung eines Gebäudes 
benötigt wird. Bei der Ausscheidung dieser Landfläche werden Gebäudefläche, Lage 
des Gebäudes im Grundstück, Gebäude- und Grenzabstände sowie Betriebsart (Zu- 
und Wegfahrt) berücksichtigt. Sein Wert ist im amtlichen Wert der Gebäude inbegriffen, 
weshalb das Objekt «Platz Umschwung» mit Null bewertet wird (Bewertungsnormen 
Ziff. 2.1.7). Demgegenüber entspricht der «zusätzliche Umschwung» dem 
Grundstücksteil, der die Fläche des normalen «Platz Umschwungs» überschreitet. Der 
«zusätzliche Umschwung» liegt entweder innerhalb oder ausserhalb der Bauzone, wird 
nicht landwirtschaftlich genutzt und ist nicht selbständig überbaubar. Typischerweise 
fallen Parkanlagen darunter. Eine Ausscheidung als «zusätzlicher Umschwung» hat 
«in der Regel erst ab ca. 200 m2» zu erfolgen, wobei sich sein amtlicher Wert nach 
dem Verkehrswert unter Berücksichtigung der Nutzungsmöglichkeit richtet 
(schätzungstechnische Weisungen Ziff. 4.06.04; Bewertungsnormen Ziff. 2.1.8, 2.3.1). 
Angesichts der offenen Formulierung dieser Bestimmungen kommt der schätzenden 
Person im Rahmen einer Neubewertung hinsichtlich der Frage, wann eine Landfläche 
zu gross ist, um noch als im «Platz Umschwung» mitenthalten gelten zu können, ein 
erheblicher Ermessensspielraum zu. Bei dieser Beurteilung sind regelmässig die 
konkreten Verhältnisse, insbesondere Qualität, Nutzen und Topografie des Landes, zu 
berücksichtigen. Für die Steuerbehörden ist dieser Ermessensentscheid grundsätzlich 
verbindlich.

5.3 Am 4. Juni 1986 haben zwei Experten entschieden, den Wert für den bisher bei 
der Berechnung des amtlichen Werts berücksichtigten zusätzlichen Umschwung auf 
Fr. 0.-- herabzusetzen und die gesamte Landfläche als «Platz Umschwung» 
einzustufen. Diesen Entscheid haben sie nach einem vor Ort durchgeführten 
Augenschein in Kenntnis der Parzellengrösse gefällt. Anlässlich der letzten 
allgemeinen Neubewertung per 1. Januar 1999 sah der (neu) zuständige Schätzer in 
der im Jahr 1986 erfolgten Berichtigung offenbar kein Problem, sondern bestätigte sie 
nach erneutem Augenschein (vorne E. 4.1). Damit haben insgesamt drei Schätzer im 
Rahmen ihres Ermessens den Verzicht auf die Ausscheidung zusätzlichen 
Umschwungs als richtig erachtet, wobei der Umschwung letztmals am 1. Januar 1999 
nach seinem Umfang und Bestand bewertet worden ist. Es ist nicht ersichtlich, 
inwiefern die Beurteilung der Experten an einem qualifizierten, in die Augen 
springenden Fehler im Sinn einer offensichtlichen Unrichtigkeit nach Art. 181 Abs. 4 

StG leiden soll. Der Verzicht der früheren Schätzer auf eine separate Ausscheidung 
und Bewertung von Land als «zusätzlicher Umschwung» stellt vielmehr pflichtgemäss 
ausgeübtes Schätzerermessen dar, an das die Steuer- und Steuerjustizbehörden in 
den Folgejahren gebunden sind. Der Wert des Umschwungs des Grundstücks 
B.________ Gbbl. Nr. 1___ ist deshalb bei der Berechnung des amtlichen Werts um 
Fr. 37'440.-- auf Fr. 0.-- herabzusetzen.

6.

6.1 Die Beschwerde erweist sich damit als begründet und ist gutzuheissen. Der 
amtliche Wert des Grundstücks B.________ Gbbl. Nr. 1___ ist ab dem Steuerjahr 2010 
auf Fr. 402'000.-- festzusetzen (Fr. 439'440.-- minus Fr. 37'440.--).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht keine Kosten zu erheben (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 und 2 
VRPG). Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf 
Parteikostenersatz (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 1 VRPG).

6.3 Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens sind entsprechend dem Ausgang 
des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens neu zu verlegen. Vor der StRK hatte der 
Beschwerdeführer verlangt, der amtliche Wert sei im Umfang des Betrags für den 
Umschwung herabzusetzen. Mit diesem Antrag ist er nun vollumfänglich 
durchgedrungen, weshalb ihm für das vorinstanzliche Verfahren keine Kosten 
aufzuerlegen sind (Art. 200 Abs. 1 StG; vgl. auch Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., 
Art. 108 N. 2). Entschädigungspflichtige Parteikosten sind keine angefallen (Art. 200 
Abs. 4 StG i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 2 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 18. Juni 2013 wird dahingehend abgeändert, dass der amtliche 
Wert des Grundstücks B.________ Gbbl. Nr. 1___ ab dem Steuerjahr 2010 auf 
Fr. 402'000.-- festgesetzt wird und keine Verfahrenskosten erhoben werden.

2. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden weder Verfahrenskosten 
erhoben noch Parteikosten gesprochen.

3. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.