# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35c3a00d-6975-5953-acdb-0eb3f93dffe6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2010 C-777/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-777-2009_2010-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-777/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

X._______,
vertreten durch Rechtsanwältin Alice Christen,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-777/2009

Sachverhalt:

A.
Die  aus  Thailand  stammende  Beschwerdeführerin  (geb.  1977)  ge-
langte am 23. Juli  1998 in Biel zur Anmeldung. Am 31. Juli 1998 ver-
heiratete  sie  sich  dort  mit  dem  Schweizer  Staatsangehörigen 
Y._______ (geb. 1965).

B.
Am 6. August 2003 stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um er-
leichterte  Einbürgerung  gemäss  Art. 27  des  Bürgerrechtsgesetzes 
vom  29. September  1952  (BüG,  SR  141.0).  Im  Rahmen  des  Ein-
bürgerungsverfahrens  unterzeichneten  sie  und  ihr  Ehemann  am 
4. Februar 2004 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie in einer tat-
sächlichen,  ungetrennten,  stabilen  ehelichen  Gemeinschaft  an  der-
selben  Adresse  zusammenlebten  und  dass  weder  Trennungs-  noch 
Scheidungsabsichten beständen. Gleichzeitig nahmen sie unterschrift -
lich zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht möglich ist, 
wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehe-
gatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsäch-
liche  eheliche  Gemeinschaft  mehr  besteht.  Ebenfalls  bestätigten  sie 
ihre  Kenntnisnahme  davon,  dass  die  Verheimlichung  solcher  Um-
stände zur Nichtigerklärung der Einbürgerung führen könne. Am 3. Mai 
2004  wurde  die  Beschwerdeführerin  gestützt  auf  Art. 27  BüG  er-
leichtert  eingebürgert  und  erwarb  das  Bürgerrecht  der  Gemeinde 
St. Aubin (Kanton Freiburg).

C.
Mit am 2. Dezember 2004 von beiden unterzeichnetem gemeinsamen 
Begehren  auf  Scheidung  (samt  vollständiger  Vereinbarung  über  die 
Nebenfolgen) machten die Ehegatten beim zuständigen Bezirksgericht 
ein  Scheidungsverfahren  anhängig.  Am  4. Mai  2005  wurde  das 
Scheidungsurteil gefällt.

D.
Am 28. Dezember  2006  verheiratete  sich  die  Beschwerdeführerin  in 
Deutschland  mit  einem Deutschen  Staatsangehörigen.  In  der  Folge 
verzog sie nach Deutschland.

E.
Diese ihm vom Kanton gemeldeten Umstände bewogen das Bundes-

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amt  für  Migration  (nachfolgend:  BFM),  ein  Verfahren  betreffend 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung gemäss Art. 41 BüG 
zu eröffnen.

Mit  Schreiben  vom  7. August  2007  informierte  das  BFM  die  Be-
schwerdeführerin  über  die  Verfahrenseröffnung.  Es  forderte  sie  auf, 
binnen Monatsfrist  zur  Frage einer  allfälligen  Nichtigerklärung sowie 
zur kurz nach der erleichterten Einbürgerung erfolgten Scheidung von 
ihrem Schweizer Ehemann Stellung zu nehmen und ihre Einwilligung 
zur  Einsicht  in  die  Scheidungsakten  zu  erteilen.  Dieses  Schreiben 
wurde der Beschwerdeführerin an ihrem Wohnsitz in Deutschland zu-
gestellt.

Die  Beschwerdeführerin  erteilte  daraufhin  die  verlangte  Zustimmung 
zur  Einsicht  in  die  Scheidungsakten;  von  ihrem Recht  auf  Stellung-
nahme machte sie keinen Gebrauch.

F.
Mit  Schreiben vom  5. November  2007  teilte  das  BFM  der  Be-
schwerdeführerin  unter  Hinweis  auf  ihr  Recht  zur  Teilnahme mit,  es 
habe die kantonalen Behörden mit der Befragung ihres Ex-Ehemannes 
beauftragt.

G.
Anlässlich  der  Befragung vom 18. Dezember  2007  gab  der  Ex-Ehe-
mann der Beschwerdeführerin im Wesentlichen zu Protokoll, diese im 
Jahre  1996  anlässlich  eines  Besuchs  in  Thailand  – gemeinsam  mit 
seinem  Bruder  und  dessen  Ehefrau  (deren  Schwester  die  Be-
schwerdeführerin ist) – kennengelernt zu haben. Sie hätten aus Liebe 
geheiratet und eine Familie gründen wollen. Zwar hätten sie versucht,  
ein Kind zu zeugen, doch habe es damit nicht geklappt. Bis im Oktober 
2004  sei  die  Ehe harmonisch verlaufen und  stabil  gewesen; gewiss 
hätten sie als Ehepaar (im üblichen Rahmen) Schwierigkeiten gehabt, 
doch seien sie  glücklich  und  von einer  Scheidung sei  nie  die  Rede 
gewesen. Dann seien Probleme aufgetreten,  ausgelöst  durch seinen 
Kauf eines vierten Fernsehers. Seine Ex-Ehefrau habe diesen für zu 
teuer und überflüssig gehalten und ihm deswegen eine heftige "Szene" 
gemacht. Jedoch habe sie ihrerseits im Monat davor anlässlich eines 
Thailand-Aufenthalts  circa  CHF 20'000.– für  den  Kauf  eines  Grund-
stücks für  ihre Familie  ausgegeben. Dies habe das Fass zum Über-
laufen  gebracht.  Sie  hätten  daraufhin  versucht,  sich  über  die  zu-
künftige  Verwendung  ihrer  finanziellen  Mittel  zu  einigen.  Seine  Ex-

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Ehefrau habe jedoch darauf  beharrt,  weiterhin ihre Familie zu unter-
stützen,  derweil  er  zwar  durchaus  zur  finanziellen  Unterstützung  in 
einem gewissen Umfang bereit gewesen sei, ihre Familie jedoch nicht 
habe  "aushalten"  wollen. Aufgrund  dieser  Differenzen  habe  er  dann 
seine Absicht erklärt,  ein Scheidungsverfahren einzuleiten, woraufhin 
die  Beschwerdeführerin  sogleich  die  eheliche  Wohnung  verlassen 
habe. Dies habe sich im Oktober 2004 ereignet, etwa 2 bis 3 Wochen 
nach der Auseinandersetzung hinsichtlich des Fernsehers.

H.
Mit  Schreiben  vom 19. März  2008  gewährte  die  Vorinstanz  der  Be-
schwerdeführerin  unter  Zustellung des Protokolls  der Befragung des 
Ex-Ehemannes wiederum die Möglichkeit,  Stellung zu nehmen. Auch 
diese liess sie ungenutzt verstreichen.

I.
Auf Ersuchen der Vorinstanz erteilte der Kanton Freiburg als Heimat-
kanton  der  Beschwerdeführerin  mit  Schreiben  vom  18. Dezember 
2008 seine Zustimmung zur  Nichtigerklärung ihrer  erleichterten  Ein-
bürgerung.

J.
Mit  Verfügung  vom  7. Januar  2009  erklärte  die  Vorinstanz  die  er-
leichterte  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin  für  nichtig.  Zur  Be-
gründung  hob  sie  im  Wesentlichen  den  (unter  Bst.  B  – D  ge-
schilderten) zeitlichen Ablauf der Ereignisse hervor. Ergänzend führte 
sie  aus,  die  Beschwerdeführerin  habe  die  (weitere)  wirtschaftliche 
Unterstützung ihrer in Thailand verbliebenen Familienmitglieder stärker 
gewichtet  als  die  Wahrung  des  Wohls  der  ehelichen  Gemeinschaft, 
wozu sie gesetzlich verpflichtet gewesen wäre. Schliesslich handle es 
sich beim Kauf eines Fernsehers nicht um ein Ereignis, welches auf-
grund seiner Tragweite geeignet sei, eine eheliche Gemeinschaft, wie 
sie von Gesetzgeber und Rechtsprechung im Zusammenhang mit der 
erleichterten  Einbürgerung  vorausgesetzt  werde,  entscheidend  in 
Frage zu stellen. Angesichts dessen sei es als erwiesen anzusehen, 
dass  die  eheliche  Gemeinschaft  der  Beschwerdeführerin  zum  Zeit -
punkt  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  und  der  er-
leichterten Einbürgerung nicht von einem beidseitig intakten und auf 
die  Zukunft  gerichteten  Ehewillen  getragen  gewesen  sei.  Es  stehe 
daher fest, dass die erleichterte Einbürgerung durch falsche Angaben 

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oder  gar  Verheimlichung  erheblicher  Tatsachen  erschlichen  worden 
sei.

K.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  5. Februar  2009  hat  die  Beschwerde-
führerin  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  diese 
Verfügung erhoben und ihre Aufhebung sowie die Anhörung diverser 
Personen als Auskunftspersonen beantragt. Zur Begründung lässt sie 
vorbringen, ihr Ex-Ehemann und sie hätten in einer guten und stabilen 
Ehe  gelebt.  Vergeblich  hätten  sie  versucht,  Kinder  zu  bekommen. 
Glaublich bis Ende September 2004 hätten sie nie an eine Scheidung 
gedacht. Noch im August habe ihr Ex-Ehemann  ihr  CHF 20'000.– für 
den Kauf eines Grundstücks in Thailand überwiesen, was die Stabilität 
ihrer Ehegemeinschaft belege. Nach ihrer Rückkehr aus Thailand sei 
es zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen, ausgelöst durch 
den  Kauf  eines  vierten  Fernsehers  durch  den  Ex-Ehemann;  im 
Weiteren sei es um die finanzielle Unterstützung von Angehörigen in 
Thailand  durch  den  Ex-Ehemann  gegangen,  was  zwischen  ihnen 
bereits  früher  einen  (jedoch  nicht  übermässig  heftig  diskutierten) 
Streitpunkt dargestellt habe. Die Diskussionen hätten nicht gefruchtet, 
worauf  ihr  Ex-Ehemann  von  Scheidung  gesprochen  habe.  Sie  sei 
daraufhin für einen Monat zu einer Freundin gezogen. Ihr Ex-Ehemann 
habe diese Auseinandersetzung im Wesentlichen als einen Entscheid 
für  ihre Familie  in  Thailand und gegen ihn aufgefasst,  worauf  er  die 
Scheidung  (mit  einem  gemeinsamen  Anwalt)  vorgeschlagen  habe. 
Nach der  Darstellung beider  Ehegatten sei  der  Streit  um den Fern-
seher Auslöser für die Scheidung gewesen; vor diesem Zeitpunkt sei 
eine solche nie ein Thema gewesen.

L.  
In ihrer Vernehmlassung vom 7. April 2009 spricht sich die Vorinstanz 
unter Erläuterung der bereits erwähnten Gründe für die Abweisung der 
Beschwerde  aus.  Sie  führt  aus,  bezüglich  der  Verwendung  der 
finanziellen  Mittel  hätten  zwischen  den  ehemaligen  Ehegatten 
Differenzen  bestanden.  Für  die  Beschwerdeführerin  habe  die 
Möglichkeit,  ihre  Familie  weiterhin  finanziell  unterstützen zu können, 
zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung eine "Bedingung" für die 
Aufrechterhaltung  der  Ehe  dargestellt  bzw. sie  habe  der  wirtschaft-
lichen  Unterstützung  ihrer  Familie  gegenüber  der  Pflege  ihrer  ehe-
lichen Gemeinschaft vorrangige Bedeutung beigemessen.

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M.
Die Beschwerdeführerin lässt  mit  Replik vom 18. Juni 2009 an ihren 
Anträgen und deren Begründung festhalten. Zusätzlich beantragt  sie 
die  Anhörung  ihrer  ehemaligen  Schwiegereltern.  Sie  lässt  ins-
besondere ausführen, dass es bei der Auseinandersetzung im Oktober 
2004 in erster Linie um die Anschaffung des vierten Fernsehers und 
nicht  primär  "ums  Geld"  bzw.  grundsätzliche  finanzielle  Fragen  ge-
gangen  sei.  Hinsichtlich  der  finanziellen  Unterstützung  bestimmter 
Angehöriger habe zwischen ihrem Ex-Ehemann und ihr stets Konsens 
bestanden; einzig einzelne Fragen, namentlich im Zusammenhang mit 
der  Unterstützung ihres  Bruders,  hätten – wie  bereits  früher – einen 
Streitpunkt dargestellt. Es treffe daher nicht zu, dass hinsichtlich der 
Finanzen  im  Allgemeinen  Differenzen  bestanden  hätten.  Im  Zu-
sammenhang  mit  dem  angeblichen  Kinderwunsch  reichte  die  Be-
schwerdeführerin eine ärztliche Bestätigung sowie ein Schreiben ihrer 
ehemaligen Schwiegereltern zu den Akten.

N.
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  – soweit  rechtserheblich –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde er-
lassen wurden. Darunter fallen Verfügungen des BFM betreffend die 
Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung (vgl. Art.  51 Abs. 1 
BüG).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichts-
gesetz nichts anderes bestimmt. 

1.3 Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerde-
führerin zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf ihre 

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frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten 
(Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  -  wenn  nicht  eine  kantonale 
Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt  hat  -  die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den 
geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend 
ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt seines Ent -
scheides  (vgl.  E. 1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publizierten 
Urteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Als Beweismassnahme beantragt die Beschwerdeführerin die gericht-
liche  Befragung  bzw.  die  Einvernahme  ihres  Ex-Ehemannes,  ihres 
ehemaligen  Schwagers,  ihrer  Schwester,  ihrer  ehemaligen 
Schwiegereltern  sowie  (mutmasslich)  zweier  Bekannter  als  Aus-
kunftspersonen bzw. Zeugen.

Der  Behörde  kommt  grundsätzlich  die  Pflicht  zu,  den  rechtserheb-
lichen  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  zu  ermitteln  (Art. 12  VwVG). 
Gemäss  Art. 12  Bst. a  –  e  VwVG kommen  als  Beweismittel  für  die 
Behörde Urkunden, Auskünfte der Parteien, Augenscheine, Auskünfte 
und  Zeugnisse  von  Drittpersonen  sowie  Gutachten  von  Sachver-
ständigen  in  Betracht.  Grundsätzlich  werden  Auskünfte  von  Dritt -
personen schriftlich eingeholt  (PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, 
in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 
2009, N 115 mit Verweis auf N 104 f. zu Art. 12). Zeugeneinvernahmen 
sind  im  Verwaltungsverfahren  insbesondere  wegen  der  strengen 
Strafandrohung  wegen falschen  Zeugnisses  als  subsidiäres  Beweis-
mittel  zu  betrachten und dürfen nur ausnahmsweise zur  Anwendung 
kommen (vgl. BGE 130 II 169 E. 2.3.3 S. 173 mit Hinweisen, Urteil des 
Bundesgerichts  1C_292/2010  vom  5. August  2010  E. 3.2).  Dritt-
personen sind daher grundsätzlich als Auskunftspersonen zum Sach-
verhalt  zu befragen (KRAUSKOPF/EMMENEGGER,  a.a.O., N 114 zu Art. 12). 

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Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung sind die Behörden verpflichtet, 
die von den Parteien angebotenen Beweise abzunehmen, sofern diese 
geeignet sind, den rechtserheblichen Sachverhalt zu erhellen. Kommt 
die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
die  Akten  erlaubten  die  richtige  und  vollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts oder die behauptete Tatsache sei für 
die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung,  kann sie auf 
die  Erhebung  weiterer  Beweise  verzichten,  ohne  durch  diese  anti -
zipierte Beweiswürdigung den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss 
Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eid-
genossenschaft  vom 18. April  1999  (BV, SR 101)  zu  verletzen (vgl.  
zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit Hinweis).

Der entscheiderhebliche Sachverhalt erschliesst sich, wie nachfolgend 
zu zeigen sein wird, in hinreichender Weise aus den Akten. Von der 
beantragten  Anhörung  bzw.  den  beantragten  Einvernahmen  kann 
daher  in  antizipierter  Beweiswürdigung  ohne  Verletzung  des  recht-
lichen Gehörs abgesehen werden.

4.
4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach 
der Eheschliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um er-
leichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der 
Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren 
in ehelicher Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. Die Ein -
bürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass die 
ausländische Person in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert  
ist,  die schweizerische Rechtsordnung beachtet  und die  innere oder 
äussere  Sicherheit  der  Schweiz  nicht  gefährdet.  Sämtliche  Ein-
bürgerungsvoraussetzungen  müssen  sowohl  im  Zeitpunkt  der  Ge-
suchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung er-
füllt  sein. Fehlt  es im Zeitpunkt  des Einbürgerungsentscheids an der 
ehelichen  Gemeinschaft,  darf  die  erleichterte  Einbürgerung  nicht 
ausgesprochen werden (BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit Hinweisen).

4.2 Der  Begriff  der  ehelichen  Gemeinschaft  bedeutet  nach  der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  mehr  als  nur  das  formelle  Be-
stehen  einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebens-
gemeinschaft, getragen vom beidseitigen Willen, die Ehe auch künftig 
aufrecht zu erhalten. Gemäss konstanter Praxis muss sowohl im Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung  als  auch  im  Zeitpunkt  des  Ein-

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bürgerungsentscheides eine tatsächliche Gemeinschaft bestehen, die 
Gewähr für  die Stabilität  der Ehe bietet. Zweifel  am Willen der Ehe-
gatten,  die  eheliche  Gemeinschaft  aufrecht  zu  erhalten,  sind  bei-
spielsweise angebracht,  wenn kurze Zeit  nach der erleichterten Ein-
bürgerung  die  Trennung  erfolgt  oder  die  Scheidung  eingeleitet  wird 
(vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit Hinweisen).

5.
Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom BFM mit Zu-
stimmung der Behörde des Heimatkantons innert  fünf  Jahren nichtig 
erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung 
erheblicher Tatsachen erschlichen worden ist.

Das  blosse  Fehlen  einer  Einbürgerungsvoraussetzung  genügt  dabei 
nicht. Die Nichtigerklärung setzt vielmehr voraus, dass die erleichterte 
Einbürgerung  "erschlichen",  d.h.  mit  einem  unlauteren  und 
täuschenden Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sinne des straf-
rechtlichen  Betrugstatbestandes  ist  nicht  erforderlich.  Immerhin  ist 
notwendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. 
die Behörde bewusst in falschem Glauben lässt  und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erheb-
liche  Tatsache  zu  informieren  (vgl.  BGE 135  II  161  E. 2  S. 165  mit 
Hinweisen). Weiss der  Betroffene,  dass die  Voraussetzungen für  die 
erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt  der Verfügung vorliegen 
müssen, so muss er gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben 
sowie seine Mitwirkungs- bzw. Auskunftspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 
Bst. a  VwVG  die  Behörde  unaufgefordert  über  eine  nachträgliche 
Änderung der Verhältnisse orientieren, von der er weiss oder wissen 
muss,  dass sie einer Einbürgerung entgegensteht. Die Behörde darf 
sich ihrerseits darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte 
bei passivem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor der Wirklich-
keit entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 E. 3 S. 115 f.).

6.
6.1 In  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  gilt  der  Grundsatz  der 
freien  Beweiswürdigung  (Art. 19  VwVG  i.V.m.  Art. 40  des  Bundes-
gesetzes vom 4. Dezember  1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, 
SR 273]).  Frei  ist  die  Beweiswürdigung  darin,  dass  sie  nicht  an  be-
stimmte starre Beweisregeln gebunden ist, welche der Behörde genau 
vorschreiben,  wie  ein  gültiger  Beweis  zustande kommt  und welchen 
Beweiswert  die  einzelnen  Beweismittel  im  Verhältnis  zueinander 

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haben. Freie Beweiswürdigung ist aber nicht mit freiem Ermessen zu 
verwechseln  (FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl., 
Bern 1983, S. 278 f.; zu den Beweismitteln: BGE 130 II 169 E. 2.3.2 ff. 
S. 172 ff.). Wenn ein Entscheid – wie vorliegend – zum Nachteil eines 
Betroffenen in seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Be-
hörde (BGE 135 II 161 E. 3 S. 166).

6.2 Bei der Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung ist  von 
der  Verwaltung  zu  untersuchen,  ob  die  Ehe  im  massgeblichen  Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung und der Einbürgerung tatsächlich ge-
lebt wurde (BGE 135 II 161 E. 3 S. 166, 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). 
Hierbei geht es vielfach um innere Vorgänge, die der Behörde oft nicht 
bekannt und schwierig zu beweisen sind. In derartigen Situationen ist 
es  zulässig,  von  bekannten  Tatsachen  (Vermutungsbasis)  auf  un-
bekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Solche tatsächlichen Ver-
mutungen können sich in  allen Bereichen der  Rechtsanwendung er-
geben, namentlich auch im öffentlichen Recht. Es handelt sich dabei 
um  Wahrscheinlichkeitsfolgerungen,  die  auf  Grund  der  Lebens-
erfahrung  gezogen  werden  (BGE 135  II  161  E. 3  S. 166  mit 
Hinweisen).

6.3 Als  Problem  der  Beweiswürdigung  berührt  die  tatsächliche  Ver-
mutung  weder  die  Beweislast  noch  die  Untersuchungsmaxime. 
Letztere gebietet zwar, dass die Verwaltung auch nach entlastenden, 
d.h. die Vermutung erschütternden Elementen sucht. Hinsichtlich der 
Voraussetzung des intakten Ehelebens liegt es jedoch in der Natur der 
Sache,  dass  solche  Elemente  der  Behörde  oft  nicht  bekannt  sein 
dürften und nur die Betroffenen darüber Bescheid wissen. Es obliegt 
daher  dem erleichtert  Eingebürgerten,  der  nicht  nur  zur  Mitwirkung 
verpflichtet  ist  (Art. 13  VwVG),  sondern  angesichts  der  gegen  ihn 
sprechenden tatsächlichen Vermutung selber ein eminentes Interesse 
hat  bzw. haben  sollte,  die  Vermutung  durch  den  Gegenbeweis  oder 
das  Vorbringen  erheblicher  Zweifel  umzustürzen  (BGE  130  II  482 
E. 3.2 S. 485 f.).

Es  genügt  dabei,  wenn  der  Betroffene  einen  oder  mehrere  Gründe 
angibt,  die es als  plausibel  erscheinen lassen,  dass er  im Zeitpunkt  
ihrer Erklärung mit dem Schweizer Ehepartner in einer stabilen ehe-
lichen  Gemeinschaft  lebte  und  dass  er  diesbezüglich  nicht  gelogen 
hat. Ein solcher Grund kann entweder ein ausserordentliches Ereignis 
sein, das zum raschen Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft 

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im  Anschluss  an  die  Einbürgerung  führte,  oder  der  Betroffene  kann 
darlegen, aus welchem Grund er die Schwere der ehelichen Probleme 
nicht erkannte und im Zeitpunkt, als er die Erklärung unterzeichnete, 
den  wirklichen  Willen  hatte,  mit  dem  Schweizer  Ehepartner  auch 
weiterhin in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben (BGE 135 
II 161 E. 3 S. 166).

7.
Die  formellen  Voraussetzungen  gemäss Art. 41  Abs. 1  BüG für  eine 
Nichtigerklärung  sind  vorliegend  erfüllt:  Der  Kanton  Freiburg  als 
Heimatkanton  hat  die  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung  der  er-
leichterten Einbürgerung erteilt  und die Verfügung betreffend Nichtig-
erklärung  wurde  der  Beschwerdeführerin  innerhalb  der  gesetzlichen 
Frist  von  fünf  Jahren  eröffnet  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_336/2010 vom 28. September 2010 E. 3.3).

8.
Die  angefochtene  Verfügung  geht  insbesondere  aufgrund  des  zeit -
lichen Ablaufs  der  Ereignisse von der  tatsächlichen Vermutung aus, 
die  Beschwerdeführerin  habe  bereits  zu  den  massgeblichen  Zeit-
punkten  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  am 
4. Februar 2004 und der erleichterten Einbürgerung am 3. Mai  2004 
nicht (mehr) in einer stabilen und auf die Zukunft gerichteten Ehe mit  
ihrem Schweizer Ehemann gelebt.

8.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin und ihr 
Ex-Ehemann sich anlässlich einer Ferienreise des Letzteren im Jahre 
1996 kennengelernt  haben. Er  begleitete  damals seinen Bruder  und 
dessen  ehemalige Ehefrau (deren Schwester die Beschwerdeführerin 
ist)  auf  einer  Reise in  deren Herkunftsland. Die  Beschwerdeführerin 
gelangte  am  23. Juli  1998  hierzulande  zur  Anmeldung,  am  31. Juli 
1998 erfolgte die Eheschliessung. Am 6. August 2003 (kurze Zeit nach 
Erfüllen der zeitlichen Voraussetzung nach Art. 27 Abs. 1 Bst. a BüG) 
stellte  die  Beschwerdeführerin  ein  Gesuch  um  erleichterte  Ein-
bürgerung,  welches  – nach  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Er-
klärung  der  Ehegatten  zur  ehelichen  Gemeinschaft  am  4. Februar 
2004 – mit Verfügung vom 3. Mai 2004 gutgeheissen wurde. Den Aus-
führungen in der Beschwerdeschrift  (S. 4 ff.)  ist  zu entnehmen, dass 
die  Beschwerdeführerin  wenige  Wochen nach  ihrer  Rückkehr  (Ende 
September  2004)  von  einem  mehrwöchigen  Aufenthalt  in  Thailand, 
also im Oktober 2004, aus der gemeinsamen Wohnung aus- und für 

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die Dauer eines Monats zu einer Freundin zog; von November 2004 
bis Oktober 2005 lebte sie daraufhin alleine. Aus den vorinstanzlichen 
Akten geht hervor, dass sie am 19. Oktober 2004 eine Vollmacht zu-
handen  jenes  Anwalts  unterzeichnete,  welcher  im  anschliessenden 
Scheidungsverfahren ihre Interessen vertreten sollte. Am 2. Dezember 
2004 unterzeichneten beide Ehegatten das gemeinsame Begehren auf 
Scheidung samt bereits vollständig ausgearbeiteter Vereinbarung über 
die  Nebenfolgen.  Der  Ex-Ehemann  gab  dabei  die  frühere  eheliche 
Wohnung als Anschrift  an,  die Beschwerdeführerin bezeichnete eine 
andere  Adresse  als  ihren  Wohnsitz.  Am  16. Februar  2005  fand  die 
(gemeinsame und getrennte) Anhörung der Ehegatten statt, anlässlich 
welcher sie ihren Scheidungswillen sowie die Zustimmung zur Verein-
barung  über  die  Scheidungsfolgen  erklärten.  Beide  bestätigten  am 
19. April  2005 (frühest  möglicher  Zeitpunkt  dafür  war  der  Ablauf  der 
gesetzlich  vorgegebenen  zweimonatigen  Bedenkfrist  am  17. April 
2005)  unterschriftlich  ihren  Scheidungswillen  sowie  die  vereinbarte 
Regelung  der  Scheidungsnebenfolgen.  Das  Scheidungsurteil  erging 
am 4. Mai 2005 und erwuchs in der Folge unangefochten in Rechts-
kraft. Am 28. Dezember 2006 verheiratete sich die Beschwerdeführerin 
mit  einem  langjährigen,  guten  Bekannten  und  Freund  Deutscher 
Staatsangehörigkeit (vgl. Beschwerdeschrift S. 6).

8.2 Bis  zur  erleichterten  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin  an-
fangs  Mai  2004  hatte  ihre  Ehe  mit  dem Schweizer  Ehemann  somit 
knappe  sechs  Jahre  gedauert.  Bereits  sechs  Monate  nach  diesem 
Zeitpunkt lebte sie in einer eigenen Wohnung, wobei sie bereits zuvor 
aus  der  ehelichen  Wohnung  aus-  und  vorübergehend  zu  einer 
Freundin gezogen war. Erste augenfällige Schritte zur Einleitung des 
Scheidungsverfahrens  erfolgten  mit  der  Bevollmächtigung  des 
späteren Rechtsvertreters ebenfalls fünfeinhalb Monate nach der  er-
leichterten  Einbürgerung  (und  damit  offenkundig  praktisch  zeitgleich 
mit  dem Auszug aus der  ehelichen Wohnung). Beinahe auf  den Tag 
genau ein Jahr nach der erleichterten Einbürgerung erging bereits das 
Scheidungsurteil.

Diese Chronologie der Ereignisse – insbesondere ihre aussergewöhn-
lich schnelle Abfolge im Anschluss an die erleichterte Einbürgerung – 
begründet  ohne  weiteres  die  tatsächliche  Vermutung,  die  Be-
schwerdeführerin  habe  bereits  zum Zeitpunkt  der  gemeinsamen  Er-
klärung sowie demjenigen der erleichterten Einbürgerung nicht mehr 

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in  einer  stabilen,  intakten und auf  die  Zukunft  gerichteten ehelichen 
Gemeinschaft mit ihrem Ehemann gelebt.

9.
Nachfolgend  ist  dementsprechend  zu  prüfen,  ob  die  Beschwerde-
führerin  diese tatsächliche Vermutung durch  den  Gegenbeweis  bzw. 
erhebliche  Zweifel  umzustossen  vermag,  indem  sie  Gründe  bzw. 
Sachumstände aufzeigt, die es als überzeugend bzw. nachvollziehbar 
erscheinen  lassen,  dass  eine  angeblich  noch  wenige  Monate  zuvor 
bestehende  tatsächliche,  ungetrennte  eheliche  Gemeinschaft  in  der 
Zwischenzeit  dergestalt  in  die  Brüche  ging,  dass  es  zur  Scheidung 
kam (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 S. 166). Es fragt sich somit, ob sie eine 
plausible  Alternative  zur  geschilderten  Vermutungsfolge  darzulegen 
vermag (vgl. E. 6.3).

9.1 Die  Gründe,  welche  von  der  Beschwerdeführerin  auf  Rechts-
mittelebene  für  den  Zerfall  der  ehelichen  Gemeinschaft  angeführt 
werden, vermögen nicht zu überzeugen.

9.1.1 Sie  lässt  ausdrücklich  hervorheben,  der  (nach  den  überein-
stimmenden  Schilderungen  beider  ehemaligen  Ehegatten)  ausser-
gewöhnlich heftige Streit vom Oktober 2004 habe den Auslöser für die 
Scheidung dargestellt. Bei dieser Auseinandersetzung sei es aus ihrer 
Sicht in erster Linie um die Frage der Notwendigkeit der Anschaffung 
eines vierten Fernsehers  – und nicht  um (grundsätzliche)  finanzielle 
Fragen – gegangen (Beschwerdeschrift S. 4 und 6, Replik S. 1). Zwar 
sei  in  diesem  Zusammenhang  auch  der  Umfang  der  finanziellen 
Unterstützung, welche sie ihrer Familie in Thailand zukommen liessen, 
zur  Sprache  gekommen  (dazu  sogleich  ausführlicher).  Doch  der 
primäre Grund für die "äusserst heftige Szene", welche sie ihrem Ex-
Ehemann  gemacht  habe,  sei  gewesen,  dass  sie  die  Anschaffung 
dieses Fernsehers für unnötig gehalten habe (Beschwerde S. 4, Replik 
S. 1). Beide Ehegatten hätten sich nach dieser Konfliktsituation dick-
köpfig verhalten und seien zu stolz gewesen, auf den anderen zuzu-
gehen, so dass es nie zu einer Aussprache gekommen sei. Dies habe 
letzten Endes zur Scheidung geführt (Beschwerde S. 4 f., Replik S. 2). 
In erster  Linie ursächlich für die Scheidung sei daher wohl ihrer beider 
"Dickköpfigkeit"  und  Stolz  gewesen  bzw.  die  nach  dem  Streit  aus-
gebliebene Aussprache (Replik S. 2).

Der Versuch der Beschwerdeführerin, die Scheidung letztlich als eine 
Folge  der  Unnachgiebigkeit  bzw.  unzureichenden  Kommunikation 

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zwischen den Ehegatten darzustellen, überzeugt nicht. Zum einen er-
scheint nicht glaubhaft, dass allein die Diskussion um die Anschaffung 
eines Fernsehgeräts zu einer derart heftigen Auseinandersetzung ge-
führt haben soll. Zum anderen ist wenig plausibel, dass – selbst wenn 
die  Ehegatten  alleine  tatsächlich  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein 
sollten,  eine  Aussprache  herbeizuführen –  sich  nicht  wenigstens  im 
Laufe  des  Scheidungsverfahrens  bzw.  vor  der  Fällung  des 
Scheidungsurteils Gelegenheit zu einem klärenden Gespräch ergeben 
hat.  Eine  Scheidung  wäre  in  dieser  Situation  sicherlich  nicht  un-
umgänglich gewesen, hätte seitens der Ehegatten tatsächlich der Wille 
zur Fortführung der Ehe bestanden. Es ist nicht nachvollziehbar, dass 
ein  letztlich  so  trivialer  Diskussionspunkt  wie  der  Kauf  eines  Fern-
sehers  allein  den  Zerfall  einer  stabilen  und  intakten  ehelichen  Ge-
meinschaft herbeigeführt haben soll.

Diese  Behauptung  der  Beschwerdeführerin  vermag  nicht  über  den 
Umstand  hinwegzutäuschen,  dass  zwischen  den  ehemaligen  Ehe-
gatten  bereits  seit  einiger  Zeit  Differenzen  bestanden.  Die  Dis-
kussionen um den Fernseher  stellten  lediglich  den Auslöser  für  das 
Aufbrechen  eines  tiefer  liegenden  Konfliktes  dar.  Anders  lässt  sich 
nicht  erklären,  dass  sich  Ereignisse  wie  aufgetretene  Meinungsver-
schiedenheiten bzw. ein heftiger Streit (im Oktober 2004), ein daraus 
entstandener  Scheidungswunsch  sowie  gar  der  Entschluss  für  die 
Scheidung  einschliesslich  der  Mandatierung  eines  Anwalts  am 
19. Oktober  2004  innerhalb  so  kurzer  Zeit  bzw. praktisch  zeitgleich 
abspielten. Folglich ist davon auszugehen, dass bereits angelegte, mit 
der  erwähnten  Auseinandersetzung  zusammenhängende,  unüber-
brückbare Differenzen (vgl. dazu sogleich E. 9.1.2),  welche nach der 
erleichterten Einbürgerung lediglich heftiger ausgetragen wurden, zum 
Zerfall der ehelichen Gemeinschaft geführt haben.

9.1.2 Gemäss  den  Angaben  in  der  Beschwerdeschrift  bestand 
zwischen den damaligen Ehegatten eine "alte Meinungsverschieden-
heit" im Zusammenhang mit der finanziellen Unterstützung, welche sie 
den  im  Herkunftsland  verbliebenen  Familienmitgliedern  der  Be-
schwerdeführerin offenbar regelmässig zukommen liessen. Den inso-
fern  übereinstimmenden  Angaben  der  ehemaligen  Ehegatten  ist  zu 
entnehmen,  dass  sie  sich  im  Grundsatz  einig  waren,  gewisse 
Familienmitglieder  in  einem  bestimmten  Umfang  zu  unterstützen. 
Jedoch  war  der  Ex-Ehemann  zur  finanziellen  Unterstützung  im  bis 
dahin geleisteten Umfang nicht mehr bereit; insbesondere weigerte er 

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sich  offenbar,  für  den älteren Bruder  der  Beschwerdeführerin  weiter 
aufzukommen  (Beschwerde  S. 4 f.  und  Replik  S.  1 f.  sowie  Be-
fragungsprotokoll S. 2 ff.).

Den  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  ist  zu  entnehmen,  dass 
Meinungsverschiedenheiten  diesbezüglich  bereits  seit  längerer  Zeit 
und damit  zweifellos schon vor dem Zeitpunkt  der erleichterten Ein-
bürgerung  bestanden.  Ihr  Ex-Ehemann  hatte  demgegenüber  an-
gegeben,  diese ehelichen Probleme seien erstmals im Oktober 2004 
aufgetreten; bis dahin sei die Ehe harmonisch verlaufen und von einer 
Trennung bzw. Scheidung nie die Rede gewesen. (Noch) im Oktober 
2004 – zwei bis drei Wochen nach der Auseinandersetzung betreffend 
den Fernseher – habe er jedoch erklärt, die Scheidung beantragen zu 
wollen (Befragungsprotokoll S. 2). Angesichts des Ereignisablaufs (vgl. 
E. 8.1)  erscheint  diese Darstellung unglaubhaft: Das erstmalige  Auf-
treten von Problemen würde danach in zeitlicher Hinsicht praktisch mit 
dem Scheidungsentschluss zusammenfallen. Es ist demzufolge auf die 
Darstellung der Beschwerdeführerin abzustellen. Dass dieses Thema 
bereits  seit  längerem  zu  Diskussionen  zwischen  den  ehemaligen 
Ehegatten Anlass gegeben hatte, geht im Übrigen auch aus gewissen 
Aussagen  des Ex-Ehemannes  hervor. So  hatte  er  insbesondere  an-
gegeben,  der  Kauf  eines  Grundstücks  im  Wert  von  CHF 20'000.– 
durch die Beschwerdeführerin für ihre Familie anlässlich ihres Aufent-
halts in Thailand im September 2004 habe "das Fass zum Überlaufen" 
gebracht  (Befragungsprotokoll  S. 2).  Bemerkenswert  erscheint  in 
diesem  Zusammenhang,  dass  er  die  Überweisung  einer  ersten 
Tranche  in  der  Höhe  von CHF 10'000.– nach  Thailand bereits  Ende 
Januar  2004  in  Auftrag  gegeben  hatte;  Ende  August  2004  erfolgte 
lediglich noch die Überweisung der zweiten Tranche von CHF 11'000.– 
(Beschwerdebeilage 3).

Zwar führt  die Beschwerdeführerin aus, diese Meinungsverschieden-
heiten seien "über das normale Mass von Meinungsverschiedenheiten 
zwischen  Eheleuten  nicht  hinausgegangen"  (Beschwerde  S. 4). 
Dennoch  war  sie  es,  die  – nachdem  der  Scheidungsentschluss  im 
Oktober  2004  gefasst  worden  war –  spontan  die  eheliche  Wohnung 
verliess und ab diesem Zeitpunkt von ihrem Ehemann getrennt lebte. 
Dies lässt  den Schluss zu,  dass auch ihr  Ehewille  nicht  mehr  intakt 
und  das  gegenseitige  Vertrauen  schwer  erschüttert  war. Diese  Ein-
schätzung wird  gestützt  durch die Aussage der  Beschwerdeführerin, 
wonach  der  Entscheid,  sich  möglichst  rasch zu scheiden (und nicht 

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noch Eheschutzmassnahmen einzuleiten), als ganz persönlicher Ent-
scheid zu respektieren sei (Beschwerde S. 7). Jedenfalls ist nicht er-
sichtlich,  dass sich nach der erleichterten Einbürgerung ein Ereignis 
zugetragen hätte, welches in unvorhersehbarer und nachvollziehbarer 
Weise  zu  einer  Verschärfung  des  Konflikts  geführt  hätte,  oder  auch 
nur,  dass  eine  solche  überhaupt  stattgefunden  hätte. Der  Kauf  des 
Fernsehers kann wie erwähnt nicht als ein Ereignis von einer solchen 
Tragweite betrachtet werden, dass der gänzliche Zerfall einer intakten 
Ehegemeinschaft  – angeblich  allein  ausgelöst  dadurch –  als  nach-
vollziehbar erschiene.

9.1.3 Im  Zusammenhang  mit  dem  von  der  Beschwerdeführerin  be-
haupteten  Kinderwunsch  (allfällige  diesbezügliche  Differenzen  oder 
unvorhersehbare, nachvollziehbare Schwierigkeiten könnten ihrerseits 
allenfalls  eine Erklärung  für  den Zerfall  der  ehelichen  Gemeinschaft 
liefern) ergibt sich Folgendes:

Ihren Ausführungen zufolge habe bei  beiden Ehegatten der  Wunsch 
nach einem gemeinsamen Kind bestanden und hätten sie vergeblich 
versucht,  ein solches zu zeugen. Die entsprechenden Aussagen des 
Ex-Ehemannes stimmen mit  dieser Darstellung überein (Befragungs-
protokoll S. 2 und 4).

Zwar ist der Umstand, dass sie "nichts gegen ein gemeinsames Kind 
gehabt" hätten (so der Ex-Ehemann anlässlich seiner Befragung, vgl. 
Protokoll S. 4) a priori noch nicht mit dem Wunsch nach einem solchen 
gleichzusetzen.  In  der  mit  der  Replik  eingereichten  ärztlichen  Be-
stätigung vom 26. Mai 2009 wird im Übrigen bestätigt,  dass sich die 
Beschwerdeführerin  von  Februar  1999  bis  Ende  des  Jahres  2001 
mehrfach in jener Praxis eingefunden habe, um sich zunächst über ein 
wirksames  Verhütungsmittel  zu  erkundigen  und  sich  dieses  in  der 
Folge  in  regelmässigen  Abständen  verabreichen  lassen.  Zu  keinem 
Zeitpunkt hätten sich die Beschwerdeführerin und ihr damaliger Ehe-
mann  im  Zusammenhang  mit  einer  gewünschten  Fortpflanzung  be-
raten  oder  diesbezüglich  irgendwelche  Untersuchungen  durchführen 
lassen.  Insofern  erscheint  bereits  das  tatsächliche  Bestehen  eines 
Kinderwunsches (zumindest zu jenem Zeitpunkt) als fraglich.

Wie es sich damit genau verhält, kann jedoch offen gelassen werden: 
Auch  seitens  der  Beschwerdeführerin  wird  kein  Zusammenhang 
zwischen dem behaupteten, unerfüllt  gebliebenen Kinderwunsch und 
dem Zerfall  der ehelichen Gemeinschaft geltend gemacht und es er-

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geben sich auch keinerlei  entsprechenden Hinweise aus den Akten. 
Auch in diesem Zusammenhang ist daher keine nachvollziehbare Er-
klärung für den plötzlichen Zerfall der angeblich bis im Frühjahr 2004 
intakten und stabilen ehelichen Gemeinschaft ersichtlich.

9.2 Der  Beschwerdeführerin  ist  es  somit  nicht  gelungen,  eine 
plausible  Alternative  zur  dargestellten  Vermutungsfolge  zu 
präsentieren  und  damit  die  gegen  sie  sprechende  Vermutung  über-
zeugend in Frage zu stellen, wonach spätestens zum Zeitpunkt der er-
leichterten Einbürgerung zwischen ihr und ihrem Schweizer Ehemann 
keine  stabile  und  auf  die  Zukunft  gerichtete  eheliche  Gemeinschaft 
(mehr) bestand.

Indem  sie  in  der  gemeinsamen  Erklärung  vom  2. Februar  2004 
dennoch den Bestand einer intakten und stabilen Ehe versicherte bzw. 
eine Änderung des Sachverhalts nicht anzeigte, hat sie die Behörden 
über  eine  wesentliche  Tatsache  getäuscht  und  die  erleichterte  Ein-
bürgerung im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BüG erschlichen.

Damit  sind  auch  die  materiellen  Voraussetzungen  für  die  Nichtig-
erklärung der erleichterten Einbürgerung erfüllt.

10.
Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  demnach  als  rechtmässig 
(Art. 49  VwVG).  Die  dagegen  erhobene  Beschwerde  ist  dement-
sprechend abzuweisen.

11.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  sind  dessen  – auf 
CHF 800.– festzusetzende –  Kosten  der  Beschwerdeführerin  aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 18)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von CHF 800.– werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour; Einschreiben)
- das  Amt  für  Zivilstandswesen  und  Einbürgerungen  des  Kantons 

Freiburg (ad Ref-Nr. [...])

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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