# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9373919a-ae37-52ed-b154-9d33b28d457b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.02.2025 F-3833/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3833-2024_2025-02-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3833/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Aileen Truttmann, Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Michael Stampfli, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Erteilung der vorläufigen Aufnahme; 

Verfügung des SEM vom 13. Mai 2024. 

 

 

 

F-3833/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein am (...) geborener türkischer Staatsange-

höriger, hielt sich in den Jahren (Nennung Dauer) als Asylbewerber in 

B._______ auf. Mit Urteil des (Nennung Gericht) vom (...) wurde er wegen 

unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von 

(...) Jahren verurteilt. Nachdem er (...) Jahre seiner Strafe verbüsst hatte, 

wurde er in die Türkei ausgeschafft. 

A.b Am (...) reiste er im Alter von (...) Jahren in die Schweiz ein und stellte 

gleichentags ein Asylgesuch. Das damals zuständige Bundesamt für 

Flüchtlinge (BFF) lehnte mit Verfügung vom 15. April 2004 das Asylgesuch 

ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobene Beschwerde 

wies die damalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil 

vom 23. November 2005 ab. 

A.c Mit Urteil des (Nennung Gericht) vom (...) wurde er wegen Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121) zu einer be-

dingten Freiheitsstrafe von (Nennung Dauer) verurteilt. In der Folge ver-

hängte das damalige Bundesamt für Migration (BFM) am 10. Juli 2006 eine 

Einreisesperre. Während der Haft heiratete er am (...) eine Schweizer Bür-

gerin, worauf das BFM seine Einreisesperre am 13. November 2006 wie-

der aufhob. Er war seit dem 20. November 2006 im Besitz einer Aufent-

haltsbewilligung, welche am 19. November 2007 abgelaufen wäre, jedoch 

aufgrund seiner Haftstrafen noch bis am 26. Dezember 2022 gültig war. 

Am (...) wurde die Ehe, aus der keine gemeinsamen Kinder hervorgegan-

gen waren, geschieden (vgl. SEM act. 22/pag. 1063). 

A.d Mit Urteilen des (Nennung Gericht) vom (...) sowie vom (...) wurde der 

Beschwerdeführer jeweils wegen der mehrfachen qualifizierten Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 

(Nennung Dauer) (unter Widerruf der bedingt ausgefällten Freiheitsstrafe 

von [...]) respektive zu einer solchen von (Nennung Dauer) verurteilt. 

A.e Mit Schreiben vom 20. August 2013 sowie vom 9. Februar 2022 teilte 

das Migrationsamt des Kantons C._______ (nachfolgend: Migrationsamt) 

dem Beschwerdeführer mit, dass sein Recht auf Aufenthalt in der Schweiz 

zurzeit geprüft werde respektive beabsichtigt werde, seine Aufenthaltsbe-

willigung nicht zu verlängern. Im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen 

Gehörs führte er an, er habe die Türkei seit (Nennung Zeitpunkt) nicht mehr 

besucht und habe Schulden im Umfang von ungefähr (Nennung Betrag). 

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Seite 3 

Als regimekritischer Sympathisant der D._______ und Mitglied der kur-

disch-stämmigen (Nennung Minderheit) müsse er bei einer Rückkehr mit 

Verhaftung und Folter rechnen. Mit Schreiben vom 19. April 2022 ersuchte 

das Migrationsamt das SEM vorfrageweise um Stellungnahme, ob eine 

Wegweisung des Beschwerdeführers in die Türkei aufgrund dessen Zuge-

hörigkeit zur kurdisch-stämmigen (Nennung Minderheit) unzulässig sei. In 

seinem Amtsbericht vom 26. Juli 2022 führte das SEM aus, es lägen keine 

Hinweise dafür vor, wonach der Vollzug der Wegweisung zum heutigen 

Zeitpunkt als unzulässig einzustufen wäre.  

A.f Am 23. Dezember 2022 widerrief das Migrationsamt gestützt auf Art. 62 

Abs. 1 lit b AIG (SR 142.20) die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerde-

führers und wies ihn aus der Schweiz weg. 

A.g Mit Schreiben vom 2. Februar 2023 (datiert 2. September 2023) bean-

tragte das Migrationsamt beim SEM seine vorläufige Aufnahme gemäss 

Art. 83 Abs. 6 AIG (vgl. SEM act. 22 und act. 25). 

A.h Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

9. März 2023 das rechtliche Gehör zur Absicht, den kantonalen Antrag ab-

zuweisen. Er äusserte sich mit Stellungnahme vom 8. April 2023 (SEM 

act. 23 und act. 24).  

B.  

Mit Verfügung vom 13. Mai 2024 lehnte das SEM den kantonalen Antrag 

um Anordnung der vorläufigen Aufnahme ab.  

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

17. Juni 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es 

seien keine Verfahrenskosten zu erheben und die Schweizerische Eidge-

nossenschaft sei zu verpflichten, ihn prozessual zu entschädigen.  

D.  

In seiner Vernehmlassung vom 23. August 2024 beantragte das SEM die 

Abweisung der Beschwerde. 

E.  

Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 18. Oktober 2024. 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM betreffend vorläufige Aufnahme unterliegen der 

Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31 ff. VGG). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Be-

gründung der Begehren nicht gebunden und kann eine Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abwei-

sen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheids (vgl. BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz erachtete in der Begründung ihres Entscheides den 

Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in die Türkei aktuell so-

wohl im Sinne der innerstaatlichen als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen als zulässig, zumutbar und möglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2-4 

AIG. Er sei wiederholt straffällig und insgesamt zu über (Nennung Dauer) 

Freiheitsstrafe verurteilt worden, im Wesentlichen wegen qualifizierten Wi-

derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz in der Schweiz und in 

B._______. Damit seien die Voraussetzungen von Art. 83 Abs. 7 Bst. a und 

b AIG erfüllt. Es bestehe somit kein Raum für eine Anordnung einer vorläu-

figen Aufnahme gestützt auf Art. 83 Abs. 2 und 4 AIG. Hinsichtlich der Zu-

lässigkeit eines Wegweisungsvollzugs in die Türkei würden sich weder auf-

grund der Akten noch der eingereichten Stellungnahmen konkrete Hin-

weise für die beachtliche Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder 

Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) verbotene Strafe oder Behandlung im Fall einer 

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Seite 5 

Rückkehr ergeben. Aus der aktuellen Lage in der Türkei könne nach kon-

stanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts – auch für Angehörige der 

kurdischen Ethnie – kein Vollzugshindernis abgeleitet werden. Es bestehe 

keine Situation allgemeiner Gewalt und es sei nicht von bürgerkriegsähnli-

chen Verhältnissen auszugehen.  

 

Bezüglich des geltend gemachten Verfahrens vor dem (Nennung türki-

sches Strafgericht) wegen Präsidentenbeleidigung sei vorab anzuführen, 

dass die diesbezüglich eingereichten Dokumente aufgrund des spärlichen 

Inhalts keinen detaillierten Rückschluss auf das dem Beschwerdeführer 

konkret vorgeworfene Vergehen zulassen würden. Zudem sei notorisch, 

dass solche Dokumente in der Türkei problemlos gegen Entgelt beschafft 

werden könnten. Die Frage der Echtheit der Dokumente könne jedoch oh-

nehin offenbleiben. Laut diesen Beweismitteln sei gegen den Beschwerde-

führer ein Ermittlungsverfahren wegen Präsidentenbeleidigung beim (Nen-

nung türkisches Strafgericht) eingeleitet, indessen (noch) kein Gerichtsver-

fahren eröffnet worden. In der Türkei würden Ermittlungs-/Untersuchungs-

verfahren oft und in hoher Zahl eingeleitet, aber häufig auch wieder einge-

stellt. Vor diesem Hintergrund sei es derzeit offen, ob es in absehbarer Zeit 

überhaupt zur Eröffnung eines Gerichtsverfahrens oder einer späteren Ver-

urteilung kommen würde. Beim angeblichen "Haftbefehl" handle es sich 

um einen Vorführbefehl, dessen Zweck es sei, den Angeschuldigten ver-

nehmen zu können und ihn danach wieder freizulassen. Nach Einschät-

zung des SEM sei im Rahmen der Vollstreckung des Vorführbefehls nicht 

mit einem systematischen Risiko von Misshandlungen oder Folter im Kon-

text des zur Last gelegten Straftatbestandes auszugehen. Weiter sei gegen 

den Beschwerdeführer ein Verfahren wegen (Nennung Delikt) beim (Nen-

nung türkisches Strafgericht) hängig. Gemäss den eingereichten Gerichts-

dokumenten befinde sich das rein gemeinrechtliche Verfahren im Stadium 

der Gerichtsverhandlung. Weil er sich derzeit ausserhalb der Türkei auf-

halte, sei dieses Verfahren regelmässig vertagt, vom ursprünglichen Ver-

fahren abgetrennt und mit einer neuen Nummer (...) versehen worden. Ein 

politischer Hintergrund – Verdacht auf Unterstützung der D._______ – wie 

dies behauptet werde, sei aufgrund der eingereichten Akten nicht ersicht-

lich. Überdies gelte auch diesbezüglich – wie bereits erwähnt – , dass viele 

der zahlreich eröffneten Ermittlungs-/Untersuchungsverfahren wieder ein-

gestellt würden und somit fraglich sei, ob es zu einer Verurteilung bei einer 

Wegweisung in die Türkei kommen würde. Zudem sei der Beschwerdefüh-

rer wegen des vorgeworfenen Deliktes (Nennung Delikt) in der Schweiz 

bereits rechtskräftig verurteilt worden und habe seine Strafe abgesessen. 

Die türkische Strafprozessordnung sehe explizit vor, dass eine Anklage 

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verworfen werde, wenn gegen einen Angeklagten wegen derselben Tat be-

reits ein Urteil oder eine Anklage ergangen sei. Auch vor diesem Hinter-

grund sei fraglich, ob er vom Gericht erneut wegen desselben Delikts ver-

urteilt würde. Die in diesem Zusammenhang geäusserte Verletzung des 

Rechtsgrundsatzes "ne bis in idem", die gegen die Zulässigkeit der Weg-

weisung spräche, vermöge daher nicht zu überzeugen. Sollte er – wider 

Erwarten – trotzdem wegen (Nennung Delikt) erneut zu einer Freiheits-

strafe verurteilt werden, sei die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs in 

die Türkei bei ausstehender Freiheitsstrafe wegen gemeinrechtlicher De-

likte im Regelfall zu bejahen. Ein tatsächliches Risiko unmenschlicher Be-

handlung im Sinne eines "real risk" gemäss Art. 3 EMRK wäre nur beim 

Vorliegen besonderer, erschwerender, Umstände anzunehmen, etwa bei 

einem speziellen familiären oder politischen Umfeld. Solche Umstände lä-

gen aufgrund der Aktenlage beim Beschwerdeführer nicht vor. Er weise 

kein singuläres politisches Profil auf. Insgesamt lägen keine Hinweise vor, 

wonach der Vollzug der Wegweisung zum heutigen Zeitpunkt als unzuläs-

sig einzustufen wäre. 

3.2 In der Rechtsmitteleingabe entgegnet der Beschwerdeführer, die Vor-

instanz habe bezüglich ihres Vorbringens, es sei in seiner Heimat nicht von 

einer Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnis-

sen auszugehen, verschiedene Urteile des Bundesverwaltungsgerichts zi-

tiert. Diese hätten – da das Neueste am 12. Mai 2021 ergangen sei – die 

jüngste Entwicklung in der Türkei nicht berücksichtigen können. Am (Nen-

nung Zeitpunkt) seien bei einem Angriff der D._______ auf eine türkische 

Militärbasis im Nordirak neun Soldaten getötet worden, worauf die türki-

sche Regierung zu massiven Vergeltungsschlägen ausgeholt und in den 

darauffolgenden Tagen mehr als siebzig Ziele durch Luftangriffe zerstört 

habe. Die dargelegte Auffassung der Vorinstanz sei vor diesem Hinter-

grund nicht (oder zumindest nicht mehr) haltbar. Bezüglich des Dokuments 

zum Verfahren vor dem (Nennung türkisches Strafgericht) wegen Präsi-

dentenbeleidigung blende die Vorinstanz aus, dass er bereits im vor- 

instanzlichen Verfahren erklärt habe, weshalb es nicht möglich sei, weitere 

Unterlagen zu liefern. Sein Anwalt habe damals lediglich Zugriff auf ein ein-

ziges Dokument gehabt. Dass sich dem Dokument keine Details zum Tat-

vorwurf entnehmen liessen, ändere nichts daran, dass er der Tat zumindest 

verdächtigt werde, was mit einer Gefängnisstrafe bestraft werden könnte. 

Inzwischen würden weitere Dokumente vorliegen. So sei beim Ministeramt 

die Genehmigung zur Durchführung eines Strafverfahrens beantragt wor-

den. Im entsprechenden Antrag werde im Detail ausgeführt, welche straf-

rechtlich relevanten Aussagen er angeblich gemacht haben soll. Weiter 

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Seite 7 

handle es sich bei den Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Verfügung (Ab-

sätze 18 bis 21 der Erwägungen [S. 7]) um wenig substanziierte Behaup-

tungen zur angeblichen Möglichkeit, sich ohne grösseren Aufwand ge-

fälschte Dokumente beschaffen zu können. Insbesondere das Vorbringen, 

dass gefälschte Dokumente in der UYAP-Datenbank eingetragen würden, 

werde durch keine der vom SEM zitierten Quellen auch nur ansatzweise 

gestützt. Allein aus dem Umstand, dass gefälschte Dokumente existierten, 

könne nicht darauf geschlossen werden, dass auch seine Dokumente ge-

fälscht seien. Sein türkischer Anwalt habe im Übrigen mit Schreiben vom 

22. Mai 2024 die Echtheit der eingereichten Dokumente bestätigt und aus-

geführt, dass die Ausstellung und Verwendung von gefälschten Dokumen-

ten streng geahndet würden. Entgegen der vorinstanzlichen Annahme sei 

es somit nicht offen, ob es zur Eröffnung eines Gerichtsverfahrens komme; 

ein solches sei vielmehr sehr wahrscheinlich. Sodann bestehe qualitativ 

kein Unterschied zwischen "Haft" und "Vorführung", zumal auch eine Vor-

führung eine Art von Haft sei. Aus dem Umstand, dass die Haft der Verneh-

mung diene, könne nicht geschlossen werden, dass er nach der Einver-

nahme auf freien Fuss komme; so sei es möglich, unmittelbar im Anschluss 

an die Einvernahme eine weitergehende Haft zu beantragen. Die Auffas-

sung der Vorinstanz, wonach es sich beim Verfahren wegen (Nennung De-

likt) am (Nennung türkisches Strafgericht) um ein rein gemeinrechtliches 

Verfahren handle und ein politischer Hintergrund aus den Akten nicht er-

sichtlich sei, treffe nicht zu. Es sei nicht anzunehmen, die türkischen Be-

hörden würden in offiziellen Dokumenten freimütig zugeben, dass ein Ver-

fahren politisch motiviert sei. Auch die Ausführungen der Vorinstanz, wo-

nach nicht mit einer Verurteilung zu rechnen sei, weil er in der Schweiz 

seine Strafe bereits abgesessen habe, verfange nicht. Ansonsten hätten 

die türkischen Strafverfolgungsbehörden – hätte der Grundsatz "ne bis in 

idem" für diese Gültigkeit – das Verfahren schon längst eingestellt. Gerade 

die Tatsache, dass das Verfahren noch weitergeführt werde, sei das 

stärkste Indiz für eine zu erwartende Verurteilung. Zudem liege ohnehin ein 

"real risk" im Sinne von Art. 3 EMRK vor. So verneine die Vorinstanz das 

besondere politische Umfeld zu Unrecht. Er gehöre der (Nennung Minder-

heit) an und sei – gerade auch vor dem Hintergrund der bereits erwähnten 

Entwicklungen in der Türkei – in deutlich erhöhtem Mass der Gefahr un-

menschlicher Behandlung ausgesetzt. Ihm drohe daher nicht nur eine Dop-

pelbestrafung, sondern auch eine unmenschliche Behandlung. 

3.3 In der Vernehmlassung hält die Vorinstanz an ihrer bisherigen Ein-

schätzung fest. Es könne aus der aktuellen Lage in der Türkei im Allgemei-

nen, aber auch im Südosten nach wie vor kein Vollzugshindernis abgeleitet 

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werden. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft darlegen können, 

weshalb er konkret durch die allgemeine Lage im Land gefährdet sei. Die 

Ausführungen betreffend Durchführung eines Strafverfahrens wegen Be-

leidigung des Präsidenten vermöchten den Standpunkt des SEM zur Zu-

lässigkeit des Wegweisungsvollzugs nicht zu ändern. Die Einreichung ei-

nes Antrags bedeute nämlich nicht per se, dass dieser von der zuständigen 

Behörde angenommen werde und es zu einer Anklage komme. In der Be-

schwerde werde angeführt, es sei ein Antrag auf Ermächtigung zur Durch-

führung eines Strafverfahrens anhängig. Diesbezüglich stelle sich die 

Frage, ob es sich tatsächlich bereits um eine Genehmigung handle. Der 

Titel des Dokuments laute "Antrag auf Genehmigung". Es scheine aber, 

dass die zuständige Behörde einfach ihre Genehmigung unter das Doku-

ment gesetzt habe, indem das Wort "Olur" – was das elegante Äquivalent 

zu "OK" bedeute – geschrieben und das Dokument mit einer Unterschrift 

versehen worden sei. Gegebenenfalls führe nicht jede Anklage zu einer 

Verurteilung. Das drohende Strafmass bei einer allfälligen Verurteilung we-

gen Beleidigung des Präsidenten sei gemäss Art. 299 TCK eine Haftstrafe 

von ein bis vier Jahren. Die Frage, wie viel Zeit verurteilte Personen tat-

sächlich im geschlossenen Vollzug verbringen müssten, wäre gegebenen-

falls mitzuberücksichtigen. Zudem dürften die Aussagen des Beschwerde-

führers betreffend Präsidentenbeleidigung, so wie sie im Antrag vom (...) 

festgehalten worden seien, als moderat eingestuft werden, falls ein Straf-

verfahren eröffnet würde. Da er aufgrund der Aktenlage kein besonderes 

politisches Profil aufweise und keine anderen Risikofaktoren vorliegen wür-

den, sei die Wahrscheinlichkeit gering, bei einer eventuellen Verurteilung 

und Festnahme gravierende Misshandlungen zu erleiden. Es gäbe trotz 

der Verschlechterung der Menschenrechtslage in der Türkei keine Hin-

weise darauf, dass die türkischen Sicherheitskräfte systematisch Miss-

handlungen oder Folter anwendeten. Schliesslich hätte auch in der 

Schweiz eine allfällige Präsidentenbeleidigung strafrechtliche Konsequen-

zen.  

 

Zu den in der Rechtsmitteleingabe gemachten Ausführungen zur Korrup-

tion sei anzufügen, dass im angefochtenen Entscheid lediglich Beispiele 

für Korruption erwähnt worden seien, um aufzuzeigen, dass diese in der 

Türkei sehr präsent sei und auch Dokumente im Ausländer- und Asylbe-

reich betreffe. Natürlich würden die erwähnten Beispiele nicht genau der 

Situation des Beschwerdeführers entsprechen, jedoch klare Hinweise auf 

deren allgemeine Verbreitung enthalten. Aufgrund der Aktenlage gebe es 

aber keine Anzeichen, dass der Beschwerdeführer bei einer eventuellen 

Verurteilung wegen Beleidigung des Präsidenten oder Drogenhandel, 

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einem tatsächlichen Risiko unmenschlicher Behandlung im Sinne eines 

"real risk" ausgesetzt würde. 

3.4 In der Replik wendet der Beschwerdeführer ein, er habe bereits in sei-

ner Rechtsmitteleingabe ausgeführt, dass er als D._______-Sympathisant 

regimekritisch eingestellt sei und es aufgrund des bestehenden Konflikts 

zwischen den türkischen Sicherheitskräften und der D._______ zu Aus-

schreitungen komme. Diese kritische Lage bestehe derzeit immer noch. 

Gemäss dem eingereichten Schreiben der (Nennung Behörde) vom (...) 

würden inzwischen Belege vorliegen, dass gegen ihn Anklage erhoben 

worden sei. So halte das Schreiben fest: "Der Verdächtige wird vor Ihrem 

Gericht wegen der ihm zur Last gelegten Straftat angeklagt und gemäss 

den oben genannten Verweisungsartikeln verurteilt, ...". Das SEM bringe 

weiter vor, dass nicht jede Anklage zu einer Verurteilung führe und sich die 

drohende Haftstrafe wohl im Rahmen von einem bis vier Jahren bewegen 

würde. Diese Begründung reiche jedoch nicht aus, um aufzuzeigen, dass 

ihm kein Risiko drohe, verurteilt zu werden. Soweit die Vorinstanz seine 

Aussagen betreffend Präsidentenbeleidigung als moderat einstufe, was 

von den Gerichtsbehörden in einem allfälligen Verfahren entsprechend be-

rücksichtigt würde, sei sie für eine derartige Beurteilung nicht zuständig. In 

der Schweiz sei davon ausgehen, dass dies in der Strafzumessung berück-

sichtigt würde. Es wäre jedoch anmassend, die schweizerischen Verhält-

nisse unbesehen auf die Türkei zu übertragen und mit einer eigenen Ein-

schätzung die allenfalls drohende Strafe zu relativieren. Diese Annahme 

treffe die Vorinstanz unter der Prämisse eines funktionierenden Justizsys-

tems und eines fairen Verfahrens, was angesichts der in der Beschwerde 

vorgebrachten Anhaltspunkte eben gerade nicht zutreffe. Es sei ferner 

nicht nachvollziehbar, inwiefern ihm das vorinstanzliche Argument, es 

komme nicht in jedem Fall zu Misshandlungen, Sicherheit geben soll. Dies 

heisse nämlich nichts anderes, als dass es in gewissen Fällen zu Miss-

handlungen komme. Es sei offenkundig, dass die Menschenrechtslage in 

der Türkei gerade für Kurden teils kritisch sei. Seine Zugehörigkeit zur 

(Nennung Minderheit) erhöhe daher die Gefahr von Folter und Misshand-

lungen. Vor diesem Hintergrund könne nicht davon gesprochen werden, er 

weise kein besonderes politisches Profil auf. Er wolle sich nicht einer Strafe 

entziehen, sondern sehe sich dem Risiko ausgesetzt, im Zusammenhang 

mit dem Strafverfahren von den türkischen Sicherheitskräften misshandelt 

zu werden. Bei einer Ausweisung drohe ihm die Gefahr einer unmenschli-

chen Behandlung. Art. 3 EMRK stehe daher einer Rückkehr in die Türkei 

entgegen.  

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Seite 10 

4.  

4.1 Das SEM verfügt die vorläufige Aufnahme eines Ausländers oder einer 

Ausländerin, wenn der Vollzug der Weg- oder Ausweisung nicht möglich, 

nicht zulässig oder nicht zumutbar ist (Art. 83 Abs. 1 AIG). Die vorläufige 

Aufnahme wegen Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungs-

vollzugs (Art. 83 Abs. 4 und 2 AIG) wird unter anderem nicht verfügt, wenn 

die weg- oder ausgewiesene Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe 

im In- oder Ausland verurteilt wurde (Art. 83 Abs. 7 Bst. a AIG) oder wenn 

sie erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet 

(Art. 83 Abs. 7 Bst. b AIG). In einem solchen Fall ist lediglich zu prüfen, ob 

sich der Vollzug aufgrund völkerrechtlicher Verpflichtungen als unzulässig 

erweist (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

4.2 Das Bundesgericht hat den Begriff der "längerfristigen Freiheitsstrafe" 

im Sinne von Art. 62 Bst. b AIG – und damit auch den gleichlautenden Be-

griff von Art. 83 Abs. 7 Bst. a AIG – dahingehend konkretisiert, dass darun-

ter im Sinne eines festen Grenzwertes eine Freiheitsstrafe von mehr als 

einem Jahr zu verstehen ist, unabhängig davon ob die Strafe bedingt, teil-

bedingt oder unbedingt zu vollziehen ist (BGE 135 II 377 E. 4.2). Kürzere 

Freiheitsstrafen dürfen hingegen nicht zusammengerechnet werden  

(BGE 137 II 297 E. 2.3.6).  

4.3 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des (Nennung Gericht) vom (...) 

wegen der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von (Nennung Dauer) (unter Wi-

derruf der bedingt ausgefällten Freiheitsstrafe von [Nennung Dauer]) ver-

urteilt. Zudem verurteilte ihn das (Nennung Gericht) am (...) wegen der 

mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz zu einer Freiheitsstrafe von (Nennung Dauer) (vgl. Sachverhalt Bst. 

A.d). Damit kann zweifellos davon ausgegangen werden, dass in casu die 

Voraussetzungen gemäss Art. 83 Abs. 7 Bst. a AIG im Sinne der obgenann-

ten bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfüllt sind. 

4.4 Es bleibt demnach zu prüfen, ob sich vorliegend der Vollzug aufgrund 

völkerrechtlicher Verpflichtungen als unzulässig erweist (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

4.4.1 Völkerrechtliche Verpflichtungen im Sinne von Art. 83 Abs. 3 AIG 

können sich namentlich aus dem flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement-

Gebot von Art. 33 Ziff. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

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Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), Art. 3 EMRK sowie dem 

inhaltlich mit letzterer Norm weitgehend übereinstimmenden Art. 3 FoK er-

geben (vgl. BGE 124 I 231 E. 2a). Diese Bestimmungen sind keiner Ein-

schränkung zugänglich (BVGE 2010/42 E. 11.2 m.H.). 

4.4.2 Das SEM stellte vorab zutreffend fest, das Prinzip des flüchtlings-

rechtlichen Non-Refoulement schütze nur Personen, welche die Flücht-

lingseigenschaft erfüllen. Da das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit 

Verfügung der Vorinstanz vom 15. April 2004 abgewiesen und seine Weg-

weisung angeordnet wurde, was die damalige Asylrekurskommission mit 

Urteil vom 23. November 2005 bestätigte, erfüllt er die Flüchtlingseigen-

schaft nicht. Die Vorinstanz hielt demnach zu Recht fest, dass er sich nicht 

auf den Grundsatz der Nichtrückschiebung berufen kann (vgl. SEM act. 2, 

S. 6).  

4.4.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass in der Türkei gegen ihn ein 

Verfahren wegen Präsidentenbeleidigung und ein weiteres Verfahren we-

gen (Nennung Delikt) beim Gericht hängig sei. Dazu komme, dass die 

Menschenrechtslage für Kurden teils kritisch sei, er sich als D._______-

Sympathisant regimekritisch positioniert habe und überdies der (Nennung 

Minderheit) angehöre. Er wäre daher für den Fall einer Ausschaffung in den 

Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK 

oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt. Gemäss 

Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sowie 

jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer zur 

Erfüllung von Art. 3 EMRK eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen 

oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder 

unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). 

4.4.4 In diesem Zusammenhang ist zunächst anzuführen, dass nach stän-

diger Rechtsprechung die allgemeine Menschenrechtssituation in der Tür-

kei den Wegweisungsvollzug aktuell nicht als unzulässig erscheinen lässt 

(vgl. bspw. Urteile des BVGer E-4638/2020 vom 23. September 2024 

E. 8.3.3; D-2980/2022 vom 29. April 2024 E. 9.2.2). 

4.4.5 Soweit der Beschwerdeführer auf ein Verfahren vor dem (Nennung 

türkisches Strafgericht) wegen Präsidentenbeleidigung gemäss Art. 299 

des türkischen Strafgesetzes (TCK) hinweist, ist Folgendes zu erwägen:

  

F-3833/2024 

Seite 12 

Art. 299 TCK besagt, dass "jede Person, die den Präsidenten der Republik 

beleidigt, zu einer Freiheitsstrafe von einem bis vier Jahren verurteilt wird. 

Wird die Straftat in der Öffentlichkeit begangen, erhöht sich die zu verhän-

gende Strafe um ein Sechstel". Verschiedenen, übereinstimmenden Quel-

lenangaben zufolge wurden seit dem Amtsantritt des Staatspräsidenten 

Recep Tayyip Erdoğan gegen rund 200'000 Personen Ermittlungsverfah-

ren wegen Beleidigung des Präsidenten eingeleitet, wobei in etwa einem 

Viertel bis einem Drittel dieser Fälle Anklage erhoben und ein Strafverfah-

ren eingeleitet worden sei. In einem Drittel der angeklagten Fälle sei es zu 

einer Verurteilung gekommen, womit insgesamt weniger als 10 % aller Er-

mittlungsverfahren in der Folge zu Verurteilungen gestützt auf Art. 299 

TCK geführt hätten (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer D-2980/2022 vom 

29. April 2024 E. 7.3.1; E-2549/2021 vom 5. September 2023 E. 6.4 

m.w.H. und E-3593/2021 vom 8. Juni 2023 E. 6). Die seit dem Amtsantritt 

von Präsident Erdoğan stark gestiegene Anzahl von Strafanzeigen wegen 

Präsidentenbeleidigung dürfte einen politischen Hintergrund haben. Aus-

gehend von der geringen Zahl der aus diesen Anzeigen resultierenden Ver-

urteilungen gibt es aber keine stichhaltigen Gründe für die Annahme, dass 

Personen, die von solchen Anzeigen betroffen sind, im Rahmen der Ermitt-

lungs- und Strafverfahren generell einen Politmalus im absoluten oder re-

lativen Sinn zu befürchten hätten (vgl. Urteil BVGer E-3593/2021 E. 5.2 

und E. 6.3 f.).  

  

Sodann ergeben sich vorliegend auch keine Hinweise auf einen individuel-

len Politmalus. Der Beschwerdeführer verfügt – wie die Vorinstanz im Er-

gebnis zu Recht festhält – über kein spezifisches politisches Profil. Beim 

geltend gemachten behördlichen Verdacht auf Unterstützung der 

D._______ handelt es sich um eine blosse unbelegte Parteibehauptung, 

welche auch in den eingereichten gerichtlichen Unterlagen keine Stütze 

findet. Eine ausgeprägte politisch oppositionelle Haltung ergibt sich eben-

falls nicht aus seiner Aktivität auf (Nennung Soziales Netzwerk) (vgl. [Nen-

nung Beweismittel]). Die Anklage ist denn auch ausschliesslich aufgrund 

von in den sozialen Medien veröffentlichten Beiträgen erhoben worden und 

beschränkt sich auf den Tatbestand der Beleidigung des Präsidenten ge-

mäss Art. 299 TCK. Es ist nicht ersichtlich, dass sie auch im Zusammen-

hang mit weiteren Aktivitäten, wie einer allfälligen Unterstützung der 

D._______ als regimekritischer Sympathisant, stehen würde (vgl. Be-

schwerdeschrift, S. 4). Sodann wurde in der Schweiz wiederholt über Miss-

bräuche türkischer Asylsuchender im schweizerischen Asylverfahren be-

richtet (vgl. etwa Neue Zürcher Zeitung [NZZ], Verdacht auf gewerbsmäs-

sigen Asylmissbrauch: deutlich weniger Türken erhalten in der Schweiz 

F-3833/2024 

Seite 13 

Schutz, 22.7.2024, https://www.nzz.ch/schweiz/verdacht-auf-gewerbsma-

essigen-asylmissbrauch-deutlich-weniger-tuerken-erhalten-schutz-

ld.1840221, abgerufen am 31.10.2024). Es darf davon ausgegangen wer-

den, dass sich auch die türkischen Strafgerichte der Problematik bewusst 

sind, dass gewisse ihrer Staatsangehörigen sich nach der Ausreise in ih-

rem Gastland nur deshalb in den Sozialen Medien politisch in Szene set-

zen, um sich Vorteile in ihren Verfahren zu verschaffen und sich ein Auf-

enthaltsrecht in Westeuropa zu sichern. Ferner erschliesst sich nicht und 

wird auch nicht geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer aufgrund sei-

nes familiären Hintergrundes eine unverhältnismässig hohe Strafe zu be-

fürchten hätte. Die geltend gemachte Zugehörigkeit zur kurdischen (Nen-

nung Minderheit) vermag sein Profil nicht zu schärfen. Gemäss ständiger 

Rechtsprechung ist nicht von einer politischen (Kollektiv-)Verfolgung der 

kurdischen Bevölkerung in der Türkei auszugehen (vgl. bspw. Urteil des 

BVGer D-1821/2020 vom 15. Januar 2024 E. 6.3). 

4.4.6 Zum Verfahren wegen (Nennung Delikt) beim (Nennung türkisches 

Strafgericht) ist festzuhalten, dass sich dieses den Akten zufolge im Sta-

dium der Gerichtsverhandlung befindet. Da sich der Beschwerdeführer 

ausserhalb der Türkei aufhält, wurde dieses Verfahren bislang regelmässig 

vertagt, bis dass der Angeklagte im Verfahren angehört und letztlich ein 

Urteil gefällt werden kann. Der Beschwerdeführer selber bestreitet nicht, 

dass die entsprechenden Gerichtsakten nur auf ein gemeinrechtliches De-

likt (Nennung Delikt) hinweisen (vgl. Beschwerdeschrift S. 9). Die entspre-

chende Entgegnung, wonach die türkischen Behörden kaum freiwillig zu-

geben würden, dass ein Verfahren politisch motiviert sei, vermag jedoch 

nicht zu überzeugen. So sind für politische Vergehen die im Jahr 1984 ge-

bildeten Staatssicherheitsgerichte zuständig, welche sich in Ankara, 

Diyarbakir, Erzincan, Istanbul, Kayseri, Konya, Malatya und Izmir befinden 

(vgl. Refworld: Türkei – Länderinformationsblätter, https://www.refworld. 

org/publisher,SFOM,,TUR,4670ea442,0.html, abgerufen am 24.01.2025). 

Nachdem das in Frage stehende Verfahren weder an einem Staatssicher-

heitsgericht anhängig gemacht noch an ein solches überwiesen wurde, ist 

in der Tat von einem rein gemeinrechtlichen Verfahren auszugehen. Die 

Strafverfolgung eines gemeinen Delikts ist jedoch eine legitime Mass-

nahme jeden Staates und vorliegend ergeben sich keine Anhaltspunkte da-

für, dass die Strafverfolgung einen relevanten Politmalus aufweisen 

könnte, was für die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs spricht (in die-

sem Sinne bspw. auch: Urteile des BVGer E-2440/2024 vom 27. Mai 2024;  

D-2059/2024 vom 15. Mai 2024; E-1430/2023 vom 3. April 2024).  

 

F-3833/2024 

Seite 14 

Der Beschwerdeführer vermag sodann mit dem Hinweis auf die geltend 

gemachte Verschlechterung der allgemeinen Verhältnisse in seiner Heimat 

nicht substanziiert aufzuzeigen, dass diese in seinem Fall zu schweren 

Menschenrechtsverletzungen führen würde, zumal sein politisches Profil 

keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung enthält. Er wendet wei-

ter ein, das vorinstanzliche Argument, wonach er nicht mit einer Verurtei-

lung rechnen müsse, weil er hierzulande seine Strafe bereits abgesessen 

habe, greife nicht. Sonst hätten die türkischen Strafverfolgungsbehörden 

gemäss dem Grundsatz "ne bis in idem" das Verfahren längst eingestellt. 

Diese Argumentation verfängt jedoch nicht. Das Verbot der Doppelbestra-

fung „ne-bis-in-idem“ gehört wohl zu den allgemeinen Grundprinzipien des 

Strafrechts. Demnach kann eine Person wegen derselben Tat nicht noch-

mals vor Gericht gestellt und verurteilt werden. Nach Art. 9 TCK, der vom 

Territorialprinzip ausgeht, wird aber grundsätzlich der bereits im Ausland 

Verurteilte wegen einer im Inland begangenen Tat nochmals im Inland vor 

Gericht gestellt. Ausländische Urteilsinhalte haben insoweit keine Wirkung, 

sie werden aber bei der Anrechnung des Strafmasses berücksichtigt. In 

sachlicher Hinsicht erfährt der Tatbestand durch die nationalen Gesetze 

allerdings eine Einschränkung. Zudem kann der Anwendungsbereich der 

Norm durch internationale Abkommen, die eine Doppelverfolgung regeln, 

eingeschränkt werden (vgl. dazu: Arastirmax – Scientific Publication Index, 

Das neue türkische Strafgesetzbuch, Allgemeiner Teil, https://aras-

tirmax.com/en/system/files/dergiler/41035/makaleler/38/55/arastrmx_ 

41035_38_pp_15-33_0.pdf, abgerufen am 24.01.2025). Die Begrenzung 

des ne-bis-in-idem-Satzes auf die Verurteilungen durch denselben Staat, 

machen auch andere Rechtsordnungen, so auch die Schweiz. Nach hiesi-

gem Recht ist dieser Grundsatz – ohne gegenteilige Vereinbarung – auf 

die Verurteilungen durch denselben Staat beschränkt und gilt daher bei 

ausländischen Verurteilungen wegen desselben Lebenssachverhalts nicht 

(vgl. Art. 11 der Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0)]; vgl. Parlament.ch, 

18.1015 / Doppelte Strafverfolgung bei der Umsetzung der EU-Daten-

schutzverordnung, https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-

vista/geschaeft?AffairId=20181015, abgerufen am 24.01.2025). Dass der 

Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in die Türkei von den heimatlichen 

Strafbehörden wegen eines Drogendeliktes (erneut) ein Gerichtsverfahren 

zu gewärtigen hat, steht demnach vorliegend dem Grundsatz „ne-bis-in-

idem“ nicht entgegen. Es sind insgesamt keine konkreten Anhaltspunkte 

zu ersehen, wonach der Beschwerdeführer der Unterstützung der 

D._______ verdächtigt würde und er aufgrund seiner politischen Aktivitäten 

mit einer doppelten Bestrafung rechnen müsste. 

F-3833/2024 

Seite 15 

4.4.7 Vor diesem Hintergrund ist eine konkrete Gefahr, dass dem Be-

schwerdeführer im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche 

Behandlung drohen würde, zu verneinen. 

4.5 Der Wegweisungsvollzug erweist sich insgesamt als zulässig. Die Vor-

aussetzungen der Nicht-Anordnung der vorläufigen Aufnahme ohne Prü-

fung der Unmöglichkeit und der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

sind grundsätzlich erfüllt. Zu prüfen bleibt – wie bereits die Vorinstanz in 

ihrer Verfügung vom 13. Mai 2024 feststellte – die Verhältnismässigkeit der 

Massnahme (vgl. dazu Urteil des BVGer F-177/2016 vom 7. Februar 2017 

E. 5.3 m.w.H.).  

4.5.1 Die Vorinstanz bejahte die Verhältnismässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs und führte dazu aus, es bestehe angesichts der Delinquenz des 

Beschwerdeführers, der gegen ihn ausgesprochenen hohen Freiheitsstra-

fen und in Anbetracht des sehr schweren Verschuldens ein ausseror-

dentlich gewichtiges öffentliches Interesse am Vollzug der Wegweisung. 

Hinsichtlich der privaten Interessen sowie des Grads der Integration des 

Beschwerdeführers sei auf den Entscheid des Migrationsamtes vom 

23. Dezember 2022 zu verweisen (vgl. SEM act. 25/pag. 1002-1006), wo-

rin eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen worden sei. Das 

Migrationsamt sei darin zum Schluss gekommen, dass – vorbehältlich von 

Vollzugshindernissen im Sinne von Art. 83 Abs. 2-4 AIG – das öffentliche 

Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers überwiege und es 

ihm möglich sein dürfte, sich in der Türkei wieder einzugliedern. Im Rah-

men des rechtlichen Gehörs seien keine Argumente vorgebracht worden, 

welche diese Einschätzung ändern könnte. Die Nichtgewährung der vor-

läufigen Aufnahme stelle deshalb eine verhältnismässige Massnahme dar 

(vgl. SEM act. 2, S. 9). Der Beschwerdeführer hält diesen Ausführungen 

auf Beschwerdeebene nichts entgegen, weshalb zur Vermeidung von Wie-

derholungen auf die zutreffenden Ausführungen des SEM im angefochte-

nen Entscheid verwiesen werden kann, welche zu bestätigen sind. 

4.5.2 Demnach ist vorliegend klarerweise von einem überwiegenden öf-

fentlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers auszuge-

hen, weshalb die Anwendung der Ausschlussklausel gemäss Art. 83 Abs. 7 

AIG als verhältnismässig zu erachten ist. 

4.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz somit den Antrag auf Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme zu Recht abgelehnt. 

F-3833/2024 

Seite 16 

5.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 49 VwVG). Die Be-

schwerde ist abzuweisen. Das Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 3 

BGG). 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'200.– fest-

zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der am 8. Juli 2024 in der gleichen Höhe geleistete Kos-

tenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.

  

Eine Parteientschädigung fällt ausgangsgemäss ausser Betracht (Art. 64 

Abs. 1 VwVG e contrario). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-3833/2024 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe bezahlte Kostenvorschuss wird zu deren Be-

zahlung verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

 

 

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