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**Case Identifier:** e9167312-721e-5300-9eba-3084f3dc79b7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.11.2018 200 2018 460
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-460_2018-11-08.pdf

## Full Text

200 18 460 IV
KNB/BRM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. November 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2018 IV/18/460, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1991 geborene A.________ – die von Mai 1994 bis Juli 1998 Leistun-
gen der Invalidenversicherung für Sonderschulmassnahmen/heilpä-
dagogische Früherziehung erhalten hatte (Akten der IV-Stelle Bern [IVB; 
act. II] 2.1 S. 5) und deren Leistungsgesuch vom Juni 2012 (act. II 4) man-
gels Erfüllung der Mitwirkungspflicht mit Verfügung der IV-Stelle Solothurn 
vom 1. März 2013 abgewiesen worden war (act. II 44) – meldete sich am 
10. Juni 2015 erneut für berufliche Integration/Rente bei der IVB an (act. II 
45). Als gesundheitliche Einschränkung gab sie eine psychologische Beein-
trächtigung (ADS, mangelndes Selbstbewusstsein und Stimmungsschwan-
kungen) an. 

Die IVB holte erwerbliche (act. II 51, 64, 68, 70) sowie medizinische (act. II 
56-58) Unterlagen ein und unterbreitete Letztere dem Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD) zwecks Erstellung eines Zumutbarkeitsprofils; nach Vor-
liegen des RAD-ärztlichen Berichtes von med. pract. C.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. November 2015 (act. II 73) 
erteilte die IVB Kostengutsprache für ein dreimonatiges Belastungstraining 
in der Abklärungsstelle D.________, ab dem 14. März 2016 (act. II 82). 
Hierüber wurde am 17. Juni 2016 Bericht erstattet (act. II 92). Für das darin 
empfohlene Aufbautraining (14. Juni bis 13. September 2016) erteilte die 
IVB am 27. Juni 2016 Kostengutsprache (act. II 94). Aufgrund wiederholt 
unentschuldigten Fernbleibens und verspäteten Erscheinens wurde die 
Versicherte mit Schreiben vom 4. August 2016 zur Mitwirkung aufgefordert, 
verbunden mit dem Hinweis auf die Folgen im Unterlassungsfall (act. II 99). 
Über das Aufbautraining berichtete die Abklärungsstelle D.________ am 6. 
September 2016 (act. II 113). In der Zeit vom 14. September bis 13. De-
zember 2016 absolvierte die Versicherte ein Arbeitstraining in der gleichen 
Institution (act. II 110, 128), gefolgt von einem externen Arbeitsversuch 
vom 14. Dezember 2016 bis 13. März 2017 (act. II 125; vgl. Bericht vom 8. 
Mai 2017, act. II 154), welcher bis am 20. April 2017 verlängert wurde (act. 
II 138). 

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In der Folge veranlasste die IVB auf Empfehlung des RAD-Arztes med. 
pract. C.________ eine psychiatrische Begutachtung; der damit beauftrag-
te Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 
(act. II 163), erstattete sein Gutachten am 1. September 2017 (act. II 
165.1). 

B.

Gestützt auf diese Abklärungen stellte die IVB der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 13. September 2017 die Abweisung des Leistungsbegehrens 
mangels einer iv-relevanten gesundheitlichen Einschränkung in Aussicht 
(act. II 168). Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwäl-
tin Dr. iur. B.________, mit den Eingaben vom 19. Oktober (act. II 176) und 
14. November 2017 (act. II 182) unter Hinweis auf verschiedene miteinge-
reichte medizinische Unterlagen Einwand erheben und geltend machen, 
dass das von der IVB eingeholte Gutachten nicht schlüssig sei; tatsächlich 
sei die Versicherte maximal 60% in einem geschützten Umfeld arbeitsfähig. 

Auf entsprechende Rückfrage bestätigte der Gutachter in seiner Stellung-
nahme vom 23. Januar 2018 die im Gutachten abgegebene Beurteilung 
auch im Lichte der vorgebrachten Einwände (act. II 184). 

Mit neuerlichem – denjenigen vom 13. September 2017 ersetzenden – 
Vorbescheid vom 20. März 2018 stellte die IVB wiederum die Abweisung 
des Leistungsbegehrens mangels eines invalidisierenden Gesundheits-
schadens in Aussicht (act. II 185) und verfügte am 17. Mai 2018 entspre-
chend dem Vorbescheid (act. II 190); zu dem am 13. April 2018 erhobenen 
Einwand (act. II 188) wurde in der Verfügung Stellung genommen. 

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsänwältin 
Dr. iur. B.________, am 18. Juni 2018 beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern Beschwerde und beantragte die Aufhebung der „rentenabwei-
senden Verfügung“ vom 17. Mai 2018 sowie die Rückweisung der Sache 

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an die Beschwerdegegnerin zur Anordnung eines bidisziplinären psychia-
trischen/neuropsychologischen Gutachtens. Eventualiter sei der Beschwer-
deführerin mindestens eine Viertelsrente der IV zuzusprechen. Gerügt wird 
die Verletzung wesentlicher Verfahrensgrundsätze, einschlägiger Weisun-
gen des BSV sowie des Anspruchs auf einen unbefangenen Gutachter. Der 
RAD-Psychiater sei zu keiner Zeit aufgefordert worden, zur Schlüssigkeit 
des Gutachtens Stellung zu nehmen, wie es in den Regelungen vorgese-
hen sei. Zudem erwecke der Gutachter den Anschein der Befangenheit, 
weil er das Ansinnen der IVB, im Lichte des erhobenen Einwandes und der 
Stellungnahme des behandelnden Psychiaters zur eigenen Beurteilung 
Stellung zu nehmen, nicht von sich gewiesen habe. 

Sodann sei das Gutachten nicht schlüssig, da es in vollständiger Diskre-
panz zu den Einschätzungen der behandelnden Therapeuten, des RAD, 
zum Eingliederungsergebnis sowie zur medizinischen Evidenz gemäss 
Klinikmanual der ICD-10 ADHS stehe. Ferner trage der Gutachter doku-
mentierten Leistungseinschränkungen (Konzentrationsfähigkeit) in keiner 
Weise Rechnung und blende die krankheitsbedingten Schwierigkeiten bei 
der beruflichen Integration bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als 
invaliditätsfremde Faktoren aus. Mindestens sei auf das Eingliederungser-
gebnis abzustellen und eine Viertelsrente zuzusprechen. 

In der Beschwerdeantwort vom 6. August 2018 beantragt die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde.

In einer als „Replik“ bezeichneten Stellungnahme vom 26. September 2018 
bestätigt die Beschwerdeführerin gestützt auf weitere Unterlagen im We-
sentlichen die in der Beschwerde vorgetragene Argumentation. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 17. Mai 2018 
(act. II 190). Streitgegenstand bildet aufgrund des Rechtsbegehrens in der 
Beschwerde einzig der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 

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E. 4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Eine von anderen mit der 
versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die 
Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu 
den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial ausein-
anderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche 
Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und 
allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 
132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.

3.1 Vorab ist festzuhalten, dass das frühere Leistungsbegehren man-
gels Erfüllung der Mitwirkungspflicht mit Verfügung der IV-Stelle Solothurn 
vom 1. März 2013 abgewiesen worden ist. Nachdem die Versicherte nun-

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mehr zur Mitwirkung bereit war und ist und sich hat begutachten lassen, hat 
im vorliegenden Neuanmeldungsverfahren – unabhängig davon, worüber in 
der früheren Verfügung genau befunden worden ist – jetzt eine allseitige 
Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen

3.2 Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes 
entnehmen:

3.2.1 In seinem Bericht von Anfang August 2015 hielt Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aktivitäts- und Auf-
merksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0), eine reaktive Bindungsstörung des 
Kindesalters (ICD-10 F94.1), eine histrionische Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.40) sowie eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 
G47.2) fest. Die Patientin habe eine labile Affektivität, dramatisiere ihre 
Gefühle, sei schnell kränkbar, habe ein starkes Verlangen nach Anerken-
nung und brauche in Beziehungen uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Die 
Leistungsfähigkeit sei durch Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörun-
gen sowie durch einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus vermindert; zu-
dem bestünden Schwierigkeiten im Umgang mit Mitmenschen. Einfache 
repetitive klar abschliessbare Aufgaben ohne hektisches Arbeiten könne 
sie anfänglich zu 20% mit Steigerung auf 70% ausüben. Durch Psychothe-
rapie, Psychopharmakotherapie und Arbeit könne die Arbeitsfähigkeit ge-
steigert werden (act. II 68).

3.2.2 Der RAD-Arzt med. pract. C.________ definierte in seinem Bericht 
vom 19. November 2015 ausgehend von den oben genannten Diagnosen, 
ergänzt um diejenige der Internetabhängigkeit (vgl. act. II 70), ein gleiches 
Zumutbarkeitsprofil wie Dr. med. F.________. Wegen der bestehenden 
Probleme bedürfe die Versicherte eines wohlwollenden Arbeitsumfeldes, in 
dem sich Kritik zunächst auf das Allernotwendigste beschränke, ohne aller-
dings Fehlverhalten unkommentiert durchgehen zu lassen; es müsse sich 
erst eine Konfrontationsfähigkeit bilden. Dabei könnte hilfreich sein, die 
Versicherte zu Beginn einem therapeutisch eng begleiteten Umfeld auszu-
setzen, um die Wahrscheinlichkeit von Misserfolgen so gering wie möglich 

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zu halten. Parallel dazu sollte unbedingt Psychotherapie weitergeführt wer-
den, notfalls in Form einer Auflage seitens der IVB (act. II 73 S. 4 f.).

3.2.3 Im psychiatrischen Gutachten vom 1. September 2017 gibt Dr. med. 
E.________ unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ICD-10 F90.0) an; ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe anamnestisch eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4). Er legt 
dar, dass und warum die in den medizinischen Vorakten erhobene Diagno-
se einer depressiven Störung aktuell nicht bestätigt werden könne. Inwie-
weit in der Kindheit eine reaktive Bindungsstörung bestanden habe, liess 
der Gutachter offen. Die soziophobischen Ängste stellten im Übrigen kein 
eigenständiges Geschehen dar, sondern seien dem ADHS – das klassi-
scher Weise mit Defiziten der sozialen Funktionsfähigkeit einhergehe – 
zuzuordnen; letzteres treffe auch auf die in den Akten aufgeführte histrioni-
sche Persönlichkeitsstörung zu. Im Längsverlauf  fänden sich früh Schwie-
rigkeiten in der Schule, später sei die Versicherte jedoch in der Lage gewe-
sen, eine Ausbildung zur ... zu absolvieren; eine Ausbildung zur ... sei an 
schlechten Noten gescheitert. Kurz nach Abschluss der Ausbildung zur ... 
habe sie ebenfalls nur für kurze Zeit ins ... gewechselt, bis sie arbeitslos 
geworden sei. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Explorandin bei 
ihrer weiteren beruflichen Laufbahn und vor allem hinsichtlich eines Wie-
dereinstiegs durch mangelnde Berufserfahrung als ... und generell durch 
eine relativ kurze berufliche Laufbahn beeinträchtigt sei. Eine seitherige 
deutliche Verschlechterung des Zustandes lasse sich nicht feststellen. Aus 
gutachterlicher Sicht sei die Beschwerdeführerin unter Ausblendung krank-
heitsfremder Faktoren (gewisse Desintegration durch das Aufwachsen in 
einer Institution, ungünstiger beruflicher Werdegang, gescheiterte Ausbil-
dung im Detailfachhandel, längere Arbeitslosigkeitsphase, gescheiterte 
Eingliederungsversuche und nur kurze Tätigkeit im erlernten Beruf; vgl. act. 
II 165.1 S. 37 Ziff. 4) ab 2012 sowohl für eine Tätigkeit als ... als auch im ... 
zu 20% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. In einer angepassten Tätig-
keit mit geringen Anforderungen an die Strukturierungsfähigkeit und an die 
Interaktion wäre lediglich eine Einschränkung von 10-20% anzunehmen. 
Nach Implementierung einer medikamentösen Behandlung sollte eine wei-
tere Verbesserung um 10-20% eintreten (act. II 165.1 S. 26 ff.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2018, IV/18/460, Seite 11

3.2.4 Im Verlaufsbericht vom 28. August 2017 bescheinigte Dr. med. 
F.________ bei unveränderter Diagnostik einen verbesserten Gesund-
heitszustand. Es bestünden – bei entsprechender Unterstützung – gute 
Chancen, eine Stelle im 1. Arbeitsmarkt zu finden, die Arbeitsfähigkeit wer-
de jedoch nie über 70% sein. Es seien weder erneute berufliche Massnah-
men angezeigt noch sei die Versicherte bei den alltäglichen Lebensverrich-
tungen regelmässig auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen (act. II 169; 
vgl. auch Bericht vom 10. November 2017 zuhanden der Rechtsvertreterin 
der Beschwerdeführerin, act. II 181 S. 4 ff.).

3.2.5 Auf Ersuchen der IVB, zu den im Rahmen des Vorbescheidverfah-
rens seitens der Versicherten geäusserten Zweifel am Gutachten Stellung 
zu nehmen (vgl. act. II 183), führte Dr. med. E.________ am 23. Januar 
2018 aus, dass die von Dr. med. F.________ in seinen Berichten ange-
sprochenen wesentlichen Problembereiche allesamt im Gutachten aufge-
führt und diskutiert worden seien; neue Befunde oder Problembereiche 
würden nicht erwähnt. Angesichts der unstrittigen Diagnose eines ADHS 
sei schleierhaft, welchen Erkenntnisgewinn der verlangte Einsatz weiterer 
Instrumente oder das Einholen weiterer Angaben durch Drittpersonen brin-
gen sollte. Zudem erläutert er (nochmals), welche Diagnosen des behan-
delnden Arztes er nicht bestätigen könne und aus welchen Gründen er die 
Situation anders interpretiere, namentlich als ADHS assoziiertes – und 
nicht verselbständigtes – Geschehen beurteile. Die diagnostische Einord-
nung der festgestellten Symptome divergiere zwar teilweise, doch seien 
alle geltend gemachten Problembereiche im Gutachten aufgeführt und bei 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. Eine krank-
heitsbedingte Einschränkung von mehr als 20% lasse sich nicht objektivie-
ren (act. II 184).

3.3 Zunächst ist mit Bezug auf die in formeller Hinsicht erhobenen Rü-
gen festzuhalten, dass diese nicht zu hören sind: Soweit geltend gemacht 
wird, die IVB habe wesentliche Verfahrensgrundsätze verletzt, indem sie 
das eingeholte Gutachten nicht dem RAD zur Prüfung der Schlüssigkeit 
desselben vorgelegt habe, gibt es – worauf auch die IVB in der Beschwer-
deantwort zutreffend hinweist – weder in den gesetzlichen Bestimmungen 
noch in den Weisungen des BSV eine Vorschrift, die die IVB hierzu ver-

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pflichten würde. Die Beschwerdeführerin gibt denn auch nicht konkret an, 
woraus sich eine solche Verpflichtung ableiten liesse. In Rz. 1056 des 
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche-
rung (KSIH) wird einzig festgehalten, dass die IV-Stelle für die Prüfung der 
Anspruchsvoraussetzungen einen Arztbericht bei der behandelnden Ärztin 
resp. beim behandelnden Arzt der versicherten Person einholt. Für die Be-
urteilung der Anspruchsvoraussetzungen aus medizinischer Sicht anhand 
des Arztberichtes und weiterer ärztlicher Dokumente ist nach Rz. 1057 die 
IV-Stelle zuständig. Dafür stehen ihr Ärztinnen oder Ärzte verschiedener 
Fachdisziplinen aus dem RAD zur Verfügung. Der RAD empfiehlt bei Be-
darf das Einholen von weiteren medizinischen Unterlagen und entscheidet 
darüber, ob sich die versicherte Person einer ärztlichen Untersuchung im 
RAD zu unterziehen hat. Können die Anspruchsvoraussetzungen aus me-
dizinischer Sicht durch diese Massnahmen nicht genügend abgeklärt wer-
den, so empfiehlt der RAD der IV-Stelle eine erweiterte medizinische Ab-
klärung in einer bestimmten oder in mehreren Fachdisziplinen und be-
zeichnet die dafür geeignete Stelle. 

Sodann leitet die Beschwerdeführerin eine Befangenheit des Gutachters 
aus der Tatsache ab, dass dieser nach Erhebung von Einwänden durch die 
Versicherte seitens der IVB nochmals zur Stellungnahme aufgefordert wor-
den ist. Abgesehen davon, dass der Gutachter – entgegen der offenbaren 
Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht aufgefordert worden ist, die 
Schlüssigkeit seines eigenen Gutachtens zu beurteilen, sondern zu den 
vom behandelnden Arzt dagegen vorgebrachten Einwänden Stellung zu 
nehmen, ist nicht ersichtlich, inwiefern der Gutachter dadurch den Anschein 
der Befangenheit erwecken würde. Von der Beschwerdeführerin wird dies 
denn auch nicht näher ausgeführt. Zur Klärung unterschiedlicher Auffas-
sungen/Interpretationen ist es sinnvoll und naheliegend, solches mittels 
Ergänzungsfragen an den Gutachter zu tun. Eine Umstand, der geeignet 
wäre, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Gutachters zu erwecken (vgl. 
BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2015 IV Nr. 23 S. 70 E. 6.1.1), ist darin 
jedenfalls nicht zu erblicken.

3.4 Das von der IVB eingeholte psychiatrische Gutachten (vgl. E. 3.1.3 
hiervor) samt den Ausführungen in der Stellungnahme vom 23. Januar 

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2018 (act. II 184) erfüllt die nach der geltenden höchstrichterlichen Recht-
sprechung an eine Expertise gestellten Anforderungen. Es ist für die streiti-
gen Belange umfassend, beruht auf einlässlichen gutachterlichen Untersu-
chungen und wurde in Kenntnis der Vorakten sowie in Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden abgegeben. Es überzeugt grundsätzlich auch 
inhaltlich, indem es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
und der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die 
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet sind (vgl. E. 2.5 hiervor). 
Namentlich beruht die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Be-
schwerdeführerin auf umfassenden Erhebungen. Die gutachterlichen Fest-
stellungen wurden sodann unter Einbezug der aktenkundigen Arztberichte 
diskutiert sowie gestützt darauf die aktuelle Arbeitsfähigkeit grundsätzlich 
überzeugend und mit einlässlicher Begründung dargestellt. Ob in der bishe-
rigen Tätigkeit letztlich überhaupt eine – allenfalls vorübergehende – Ar-
beitsunfähigkeit von maximal 20% besteht, kann im Übrigen vorliegend 
letztlich offen bleiben (vgl. nachfolgend E. 3.5).

Was beschwerdeweise dagegen vorgetragen wird, ist weder begründet 
noch durch die angerufenen Beweismittel belegt und verfängt deshalb 
nicht: Dass die gutachterliche Beurteilung von derjenigen des behandeln-
den Arztes abweicht, spricht nicht schon für sich allein gegen die Schlüs-
sigkeit des Gutachtens. Grundsätzlich stimmen der behandelnde Arzt und 
der Gutachter in der gestellten Hauptdiagnose überein, nämlich dass die 
Beschwerdeführerin an einem ADHS leidet; im weiteren sind sich beide 
Fachärzte darüber einig, dass die Diagnostik in Fällen wie dem vorliegen-
den schwierig und nicht diese an sich entscheidend ist, sondern die Aus-
wirkung der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit. In 
diesem Zusammenhang ist auf den eingeschränkten Beweiswert der Ein-
schätzung von behandelnden Ärzten hinzuweisen; in Bezug auf Atteste von 
Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Mit 
Blick auf die Berichte von Dr. med. F.________ ist ferner festzuhalten, dass 
es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2018 IV/18/460, Seite 14

stellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zulässt, ein Admi-
nistrativgutachten stets in Frage zu stellen und dies zum Anlass zu neh-
men, weitere Abklärungen zu verlangen, wenn die behandelnden Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben dabei 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG] vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 
mit Hinweisen, in: SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44). Solche Aspekte vermag der 
behandelnde Arzt vorliegend auch in seinen Berichten vom 10. November 
2017 (act. II 182 S. 4 ff. ) bzw. 6. September 2018 (act. I 5) nicht aufzuzei-
gen.

Soweit die Einschätzung des RAD-Arztes med. pract. C.________ ange-
sprochen wird, ist festzuhalten, dass dieser das Zumutbarkeitsprofil samt 
Anforderungen an eine Arbeitsstelle seinerzeit einzig aufgrund der vorhan-
denen medizinischen Unterlagen ohne persönliche Untersuchung der Ver-
sicherten formulierte (act. II 73) und gerade er es war, der – nach erfolgten 
beruflichen Eingliederungsmassnahmen – mangels einer derzeit sicheren 
Entscheidungsbasis eine psychiatrische Begutachtung für notwendig hielt. 
Damit ist gleichzeitig auch das Argument der Beschwerdeführerin, es müs-
se anstatt auf das Gutachten auf das Eingliederungsergebnis abgestellt 
werden, entkräftet, obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus 
einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit 
(z.B. nur sitzende oder stehende Arbeiten, nur beschränktes Heben/Tragen 
von Lasten etc.) in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin und – auch 
wenn deren Beurteilung nicht jegliche Aussagekraft abzusprechen ist – 
nicht den Fachleuten der Berufsberatung/beruflichen Eingliederung (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007 E. 
3.3.2); einerseits hat der RAD-Arzt die Berichte der Abklärungsstelle 
D.________ offensichtlich nicht als genügende Entscheidungsbasis 
erachtet und andererseits hat der Gutachter die Ergebnisse der beruflichen 
Abklärungen sowie Integrationsmassnahmen in seine Beurteilung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit einbezogen und die Arbeitsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2018, IV/18/460, Seite 15

abweichend davon beurteilt. Auf die Ergebnisse der beruflichen 
Massnahmen kann damit nicht entscheidend abgestellt werden.

Fehl geht schliesslich die Argumentation der Beschwerdeführerin, der Gut-
achter verkenne den Begriff der Frühinvalidität, indem er den krankheitsbe-
dingten Heimaufenthalt und die krankheitsbedingten Schwierigkeiten bei 
der beruflichen Integration als invaliditätsfremde Faktoren bei der Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit ausblende. Dies allein schon deshalb, weil vorlie-
gend weder eine Fall von Art. 26 Abs. 1 IVV noch von dessen Abs. 2 gege-
ben ist, nachdem – wie auch in der angefochtenen Verfügung zutreffend 
festgehalten – die Beschwerdeführerin im Juni 2010 eine Lehre als ... EBA 
mit Berufsattest erfolgreich abgeschlossen hat und es damit von vornherein 
an einer Ausbildungsunfähigkeit – wie sie in Art. 26 IVV vorausgesetzt wird 
– fehlt. Ein Fall von Frühinvalidität liegt damit nicht vor. 

Schliesslich wird geltend gemacht, angesichts der im Rahmen des ADHS 
häufiger vorkommenden neuropsychologischen Ausfälle wäre eine umfas-
sende neuropsychologische Abklärung sinnvoll gewesen; das Gutachten 
von Dr. med. E.________ beruhe daher nicht auf umfassenden Untersu-
chungen. Zur deshalb beantragten neuropsychologischen Untersuchung ist 
zu bemerken, dass solche Testverfahren, die bei begründeter Indikation in 
Erwägung zu ziehen sind (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
21. Februar 2017, 9C_338/2016 E. 5.4 in fine), im Rahmen psychiatrischer 
Begutachtungen höchstens ergänzende Funktion zukommt, während die 
klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und 
Verhaltensbeobachtung entscheidend bleibt (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 19. August 2016, 9C_276/2016 E. 3.2 mit Hinweisen). 
Wäre eine solche neuropsychologische Testung notwendig gewesen, hätte 
der Gutachter eine solche veranlasst oder deren Veranlassung empfohlen; 
so hat denn auch der Gutachter diejenigen Verhaltensweisen, die auf neu-
ropsychologische Defizite hindeuten könnten, nachvollziehbar und ein-
leuchtend diagnostisch der ADHS zugeordnet und damit hinreichend 
berücksichtigt. Da von einer neuropsychologischen Untersuchung keine 
neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist darauf in antizipierter Beweiswür-
digung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) zu verzichten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2018 IV/18/460, Seite 16

3.5 Mit Blick auf die vorliegend einzig streitige Rentenfrage kann so-
dann letztlich offen bleiben, ob der vom Gutachter diagnostizierten gesund-
heitlichen Beeinträchtigung, aufgrund der er eine Arbeitsunfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit von maximal 20% attestiert, überhaupt Krankheitswert  
im  Sinne der IV zukommt (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Da unter den gegebenen 
Umständen von den gleichen LSE-Einkommen sowohl beim Validen- als 
auch beim Invalideneinkommen auszugehen ist, resultiert nämlich ohnehin 
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die Beschwerde gegen die an-
gefochtene Verfügung vom 17. Mai 2018 (act. II 190) ist dementsprechend 
abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen.

Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.— festzusetzen 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung aufzuerlegen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2018, IV/18/460, Seite 17

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.— werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.