# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df9301bd-7e75-581a-96dd-b132b33337e3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.05.2010 C-5012/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5012-2008_2010-05-26.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5012/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  M a i  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richter Michael Peterli, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiber Roger Stalder.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügung vom 24. Juni 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-____/2008

Sachverhalt:

A.
Der 1947 geborene, aus der Republik Kosovo stammende A._______ 
(im  Folgenden: Versicherter  oder  Beschwerdeführer)  hielt  sich  von 
1977 bis 1984 in der Schweiz auf und war während dieser Zeit bei der 
Unternehmung  B._______  SA  in  C._______  als  Hilfsarbeiter  tätig. 
Während seiner Erwerbstätigkeit in der Schweiz entrichtete er Beiträge 
an  die  obligatorische  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversi-
cherung (AHV/IV). Nach der Rückkehr in seine Heimat war er gemäss 
seinen  Angaben nicht  mehr  ausserhäuslich  erwerbstätig. Seit  1. Ja-
nuar  2004  bezieht  er  eine  Invalidenrente  der  Sozialversicherung 
seines Wohnsitzstaates. 

B.
Mit  Schreiben  vom 2.  Oktober  2006  meldete  sich  der  Beschwerde-
führer zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung (IV) an. Das 
dem  Versicherten  von  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  ( im 
Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) zugestellte Gesuchsformular zum 
Bezug von IV-Leistungen ging – nachdem es am 15. Dezember 2006 
unterzeichnet  und  mit  dem Hinweis  versehen worden  war,  dass  der 
Versicherte im Jahre 2003 einen Unfall erlitten und sich dabei schwer 
verletzt  habe –  am 27. Dezember  2006 bei  der  Vorinstanz ein  (Vor-
akten [im Folgenden: act.] 1 bis 5, 17 und 43).

C.
Nachdem die  für  die  Beurteilung des Leistungsanspruchs massgeb-
lichen Unterlagen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht eingeholt 
worden  waren  (act.  4,  5,  12  bis  16,  18  bis  43),  hielt  Dr.  med. 
G._______,  Facharzt  für  Allgemeine  Medizin,  Regionaler  Ärztlicher 
Dienst  der  IV  (im  Folgenden: RAD),  in  seiner  Stellungnahme  vom 
26. Februar  2008 fest,  dass  dem Versicherten infolge seines Unfalls 
nach sechsmonatiger Arbeits- und Leistungsunfähigkeit in sämtlichen 
Tätigkeiten  ab  1.  Mai  2004  wieder  eine  leidensadaptierte  Tätigkeit 
vollzeitlich  zumutbar  sei  (act.  44).  Am  19.  März  2008  erstellte  die 
Vorinstanz  einen  Einkommensvergleich  (act.  45).  Gestützt  darauf 
stellte sie dem Versicherten mit  Vorbescheid vom 26. März 2008 die 
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (act. 46). Nachdem der 
Versicherte keine Einwendungen vorgebracht hatte, wurde am 24. Juni 
2008  eine  dem  Vorbescheid  im  Ergebnis  entsprechende  Verfügung 
erlassen (act. 47).

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D.
Hiergegen erhob der Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht  mit 
Eingabe  vom 22.  Juli  2008  Beschwerde  und  beantragte  zur  Haupt-
sache die Aufhebung der Verfügung vom 24. Juni 2008 resp. die Aus-
richtung einer Rente (act. im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-
act.] 1). 

Zur  Begründung führte er  im Wesentlichen aus, die Vorinstanz habe 
die  durch  diverse  ärztliche  Unterlagen  dokumentierte  Verschlech-
terung  seines  Gesundheitszustandes  ignoriert  und  seinen  Fall  ohne 
gründliche  Bearbeitung  abgeschlossen.  Er  sei  bereit  für  eine  even-
tuelle Begutachtung in der Republik Kosovo oder in der Schweiz.

E.
Mit Eingabe vom 15. August 2008 verzeigte der Beschwerdeführer auf-
forderungsgemäss ein Zustelldomizil in der Schweiz (B-act. 2 und 3).

F.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom 22. Oktober  2008  beantragte  die  Vor-
instanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 6).

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, mangels neuer medi-
zinischer  Unterlagen  werde  auf  den  Abschlussbericht  des  beurtei-
lenden RAD-Arztes  vom 26. Februar  2008  verwiesen. Danach  seien 
dem Beschwerdeführer leichtere, leidensangepasste Tätigkeiten unter 
Beachtung gewisser körperlicher Einschränkungen nach der 6-monati -
gen Rekonvaleszenzzeit wieder zumutbar. Der RAD habe die ihm zur 
Beurteilung  der  Arbeitsfähigkeit  vorliegenden  medizinischen  Unter-
lagen als ausreichend erachtet, um sich ein umfassendes und schlüs-
siges Bild von der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers 
zu machen. Deshalb sei auf die geforderte vertrauensärztliche Unter-
suchung zu verzichten.

G.
Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Oktober  2008  forderte  der  Instruk-
tionsrichter  den  Beschwerdeführer  unter  Hinweis  auf  die  Säumnis-
folgen auf, einen Kostenvorschuss von Fr. 300.- zu leisten (B-act. 7); 
dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer nach (B-act. 9, 14 und 
16).

H.
In seiner Replik vom 25. November 2008 hielt der Beschwerdeführer 

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an seinen Rechtsbegehren fest und führte im Wesentlichen aus, er sei 
mit  der  vorinstanzlichen  Beurteilung  seiner  Arbeits-  resp.  Erwerbs-
fähigkeit  und  dem Einkommensvergleich  nicht  einverstanden. Weiter 
bestätigte er seinen Antrag auf Durchführung einer multidisziplinären 
Untersuchung, sollten die ärztlichen Unterlagen nicht überzeugend ge-
nug erscheinen (B-act. 10).

I.
In ihrer Duplik vom 12. Dezember 2008 ergänzte die Vorinstanz ins-
besondere ihre Ausführungen zur Invalidität und beantragte weiterhin 
die Abweisung der Beschwerde (B-act. 12).

J.
Mit  prozessleitender Verfügung vom 18. Dezember 2008 schloss der 
Instruktionsrichter den Schriftenwechsel (B-act. 13).

K.
Auf  den  weiteren  Inhalt  der  Akten  sowie  der  Rechtsschriften  der 
Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Zu den anfechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, 
die zu den Vorinstanzen des Bundesverwaltungsgerichts gehört  (Art. 
33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG). Eine Ausnahme, 
was das Sachgebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG).

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt 
(vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialver-
sicherungsrechtlichen  Verfahren  die  besonderen  Bestimmungen  des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss 
Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundes-

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gesetzlich  geregelten  Sozialversicherungen  anwendbar,  wenn  und 
soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungsgesetze es  vorsehen. Nach 
Art.  1  des  Bundesgesetzes  vom  19.  Juni  1959  über  die  Invaliden-
versicherung (IVG, SR 831.20) sind die Bestimmungen des ATSG auf 
die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das 
IVG nicht  ausdrücklich  eine  Abweichung  vom ATSG vorsieht.  Dabei 
finden  nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  in 
formellrechtlicher  Hinsicht  mangels  anderslautender  Übergangs-
bestimmungen  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  Anwendung, 
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 
130 V 1 E. 3.2).

1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl.  Art. 
38 ff. und Art. 60 ATSG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist 
der  Beschwerdeführer  berührt  und hat  ein  schutzwürdiges Interesse 
an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Nachdem der 
Kostenvorschuss  innerhalb  der  angesetzten  Fristen  geleistet  wurde, 
ergibt  sich  zusammenfassend,  dass  sämtliche Prozessvoraussetzun-
gen erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die Verletzung von Bundes-
recht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).

1.5 Anfechtungsobjekt  bildet  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 
24. Juni 2008. Streitig und zu prüfen ist, ob diese den Rentenanspruch 
des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen hat, wobei die Frage im 
Zentrum steht, ob der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und ge-
würdigt worden ist.

2.
Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren 
Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Nach  dem  Zerfall  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien 
blieben  zunächst  die  Bestimmungen  des  Abkommens  vom  8. Juni 
1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föde-
rativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831. 
109.818.1)  für  alle  Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens 
anwendbar (vgl. BGE 126 V 198 E. 2b, BGE 122 V 381 E. 1 mit Hin -
weisen). Zwischenzeitlich  hat  die  Schweiz  mit  Nachfolgestaaten  des 

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ehemaligen  Jugoslawiens  (Kroatien,  Slowenien,  Mazedonien),  nicht 
aber mit Serbien und Kosovo, neue Abkommen über soziale Sicherheit 
abgeschlossen.  Mit  dem  Kosovo  wird  das  Sozialversicherungs-
abkommen  mit  Jugoslawien  seit  dem  1. April 2010  nicht  mehr 
weitergeführt. Für den Beschwerdeführer als Bürger des Kosovo findet 
demnach  das  schweizerisch-jugoslawische  Sozialversicherungsab-
kommen vom 8. Juni 1962 insoweit  Anwendung, als  Sachverhalte zu 
beurteilen  sind,  die  sich  vor  dem 1. April 2010  ereignet  haben  (vgl. 
E. 2.2 hiernach).  Nach Art. 2  dieses Abkommens stehen die Staats-
angehörigen der Vertragsstaaten in  ihren Rechten und Pflichten aus 
den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, zu welchen die schweize-
rische  Bundesgesetzgebung  über  die  IV  gehört,  einander  gleich, 
soweit nichts anderes bestimmt ist. 

Bestimmungen,  die  hinsichtlich  der  Voraussetzungen des Anspruchs 
auf  eine  schweizerische  Invalidenrente  und  der  anwendbaren  Ver-
fahrensbestimmungen von dem in Art. 2 des Abkommens aufgestellten 
Grundsatz  der  Gleichstellung  abweichen,  finden  sich  weder  im  Ab-
kommen selbst noch in den seitherigen schweizerisch-jugoslawischen 
Vereinbarungen. Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann ein An-
spruch  des  Beschwerdeführers  auf  Leistungen  der  IV  besteht,  be-
stimmt sich demnach allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvor-
schriften resp. des IVG, der Verordnung über die Invalidenversicherung 
vom 17. Januar  1961  (IVV, SR 832.201),  des  ATSG sowie  der  Ver-
ordnung  vom  11.  September  2002  über  den  Allgemeinen  Teil  des 
Sozialversicherungsrechts  (ATSV,  SR  830.11;  vgl. BGE  130  V  253 
E. 2.4).

2.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 130 V 329). Ein allfälliger 
Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund 
der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu 
prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Im vorliegenden Verfahren 
finden  demnach grundsätzlich  jene  Vorschriften  Anwendung,  die  bei 
Eintritt des Versicherungsfalles, spätestens jedoch bei Erlass der Ver-
fügung vom 24. Juni 2008 in Kraft  standen; weiter aber auch solche 
Vorschriften,  die  zu  jenem  Zeitpunkt  bereits  ausser  Kraft  getreten 
waren,  die  aber  für  die  Beurteilung  eines  allenfalls  früher  entstan-
denen Rentenanspruchs von Belang sind (das IVG ab dem 1. Januar 
2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IV-Revisi-

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on] und ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 
[AS  2007  5129;  5. IV-Revision];  die  IVV  in  den  entsprechenden 
Fassungen der 4. und 5. IV-Revision). 

2.3 Für die Prüfung des Rentenanspruchs ab 1. Januar 2003 ist  so-
dann das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG anwendbar. Da 
die darin enthaltenen Formulierungen der  Arbeitsunfähigkeit,  der Er-
werbsunfähigkeit,  der  Invalidität  und  der  Einkommensvergleichs-
methode  den bisherigen  von der  Rechtsprechung  dazu entwickelten 
Begriffen  in  der  Invalidenversicherung  entsprechen  und  die  von  der 
Rechtsprechung  dazu  herausgebildeten  Grundsätze  unter  der  Herr-
schaft des ATSG weiterhin Geltung haben (BGE 130 V 343), wird im 
Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen.

2.4 Das  Sozialversicherungsgericht  beurteilt  die  Rechtmässigkeit 
einer  angefochtenen Verfügung in  der  Regel  nach dem Sachverhalt, 
der zur Zeit ihres Erlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sach-
verhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer 
neuen Verwaltungsverfügung sein (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 
362 E. 1b mit Hinweis). Hingegen sind Tatsachen, die sich erst später 
verwirklichen,  insoweit  zu  berücksichtigen,  als  sie  mit  dem  Streit -
gegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, 
die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen 
(BGE 116 V 80 E. 6b; ZAK 1989 S. 111 E. 3b mit Hinweisen; zur Aus-
dehnung des Streitgegenstandes vgl. auch BGE 130 V 138 E. 2.1 mit 
Hinweisen).

Meldet  sich  ein  Versicherter  mehr  als  zwölf  Monate  nach  der  Ent-
stehung  eines  Leistungsanspruchs  an,  so  werden  IV-Leistungen 
gemäss Art. 48 Abs. 2 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig 
gewesenen Fassung) lediglich für die der Anmeldung vorangehenden 
12 Monate ausgerichtet  – abgesehen von einer  Ausnahme,  die vor-
liegend ohne Belang ist. 

Damit  ist  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  in  der  Zeit  vom 
27. Dezember 2005 (12 Monate vor Eingang des Leistungsbegehrens) 
bis zum 24. Juni 2008 (Erlass der angefochtenen Verfügung) invalid im 
Sinne des Gesetzes gewesen bzw. geworden ist.

2.5 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), 
die  Folge  von  Geburtsgebrechen,  Krankheit  oder  Unfall  sein  kann 

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(Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheits-
schaden verursachte und nach zumutbarer Behandlung oder Einglie-
derung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  ausge-
glichenen  Arbeitsmarkt  resp.  der  Möglichkeit,  sich  im  bisherigen 
Aufgabenbereich  zu  betätigen.  Der  Invaliditätsbegriff  enthält  damit 
zwei  Elemente  (vgl.  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2.  Aufl.,  Zürich 
2009, Art. 8 Rz. 7): Ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit Aus-
wirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit)  und  ein  wirtschaftliches  im 
weiteren  Sinn  (dauerhafte  oder  länger  dauernde  Einschränkung  der 
Erwerbsfähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich). 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Ar-
beit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 
einem  anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt  (Art.  6 
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer  Behandlung  und  Eingliederung  verbleibende ganze oder 
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom-
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 

2.6 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig 
gewesenen  Fassung)  besteht  der  Anspruch  auf  eine  ganze  Rente, 
wenn  die  versicherte  Person  mindestens  70 %,  derjenige  auf  eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem In-
validitätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher 
auf  eine Viertelsrente. Hieran hat  die  5. IV-Revision nichts  geändert 
(Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung). Laut Art. 28 
Abs. 1ter IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fas-
sung) bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) wer-
den  Renten,  die  einem  Invaliditätsgrad  von  weniger  als  50 %  ent-
sprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz 
und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, so-
weit  nicht  völkerrechtliche  Vereinbarungen  eine  abweichende  Rege-
lung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben.

2.7 Nach  den  Vorschriften  der  4.  IV-Revision  entsteht  der  Renten-
anspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person 

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mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden 
ist  oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
war (Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 
gültig  gewesenen  Fassung).  Gemäss  Art.  28  Abs. 1  IVG  in  der  ab 
1. Januar 2008 geltenden Fassung haben jene Versicherten Anspruch 
auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit  oder die Fähigkeit,  sich im 
Aufgabenbereich  zu  betätigen,  nicht  durch  zumutbare  Eingliede-
rungsmassnahmen wieder  herstellen,  erhalten oder  verbessern  kön-
nen  (lit. a),  und  die  zusätzlich  während  eines  Jahres  ohne  wesent -
lichen  Unterbruch  durchschnittlich  mindestens  40 %  arbeitsunfähig 
(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu 
mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c).

2.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar-
beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti -
ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 
der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 
251 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 
in  Kenntnis  der  Vorakten  (Anamnese)  abgegeben worden  ist,  in  der 
Beurteilung  der  medizinischen  Zusammenhänge  und  in  der  Be-
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen des Experten begründet  sind. Ausschlaggebend für  den 
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis-
mittels  noch  die  Bezeichnung  der  eingereichten  oder  in  Auftrag  ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 
E. 3a). 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert  zu,  sofern  sie  als  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 
ihre  Zuverlässigkeit  besteht.  Die  Tatsache  allein,  dass  der  befragte 

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Arzt  in  einem  Anstellungsverhältnis  zum  Versicherungsträger  steht, 
lässt  nicht  schon  auf  mangelnde  Objektivität  und  auf  Befangenheit 
schliessen.  Es  bedarf  vielmehr  besonderer  Umstände,  welche  das 
Misstrauen  in  die  Unparteilichkeit  der  Beurteilung  objektiv  als  be-
gründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen).

Auf Stellungnahmen eines RAD kann indessen nur abgestellt werden, 
wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen 
ärztlichen  Bericht  genügen  (Urteil  des  Eidgenössischen  Versiche-
rungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] I 694/05 vom 
15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im 
Einzelfall  erforderlichen  persönlichen  und  fachlichen  Qualifikationen 
verfügen  (Urteile  des  Bundesgerichts  9C_736/2009  vom 26.  Januar 
2009 E. 2.1,  I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 
vom 10. April 2007 E. 3.2.1).

3.
Vorab  ist  darzustellen,  aufgrund  welcher  medizinischer  Abklärungen 
die Vorinstanz die angefochtene Verfügung vom 24. Juni 2008 erlassen 
hat.

3.1 Nach Würdigung diverser medizinischer Akten aus der Heimat des 
Versicherten (act. 12 bis 16, 18 bis 42) diagnostizierte der RAD-Arzt  
Dr. med. G._______ am 26. Februar 2008 einen Polytraumatismus mit 
Brüchen  des  zwölften  Brustwirbels  und  des  ersten  und  zweiten 
Lendenwirbels  nebst  zwei  Brüchen  des  Fersenbeins  im  November 
2003 (ICD-10: T07 [nicht näher bezeichnete multiple Verletzungen]). Er 
attestierte  dem  Beschwerdeführer  ab  dem  23.  Oktober  2003  eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % in sämtlichen Tätigkeiten sowie ab 1. Mai 
2004 aus medizinisch-theoretischer Sicht  eine 100%ige Arbeitsfähig-
keit  in  einer  leidensadaptierten  Tätigkeit.  Weiter  führte  Dr.  med. 
G._______ aus, der Versicherte leide an schmerzhaften Spätfolgen im 
Bereich  der  Füsse  und  könne  nicht  ohne  Krücken  gehen.  Andere 
geklagte  Beschwerden  im  somatischen  Bereich  (Kardiomyopathie, 
Emphysem, chronische Bronchitis) liessen sich nicht auf paraklinische 
Untersuchungen abstützen. Daraus folge, dass diese Pathologien nicht 
derart  schwerwiegend  seien,  dass  daraus  eine  lang  andauernde 
Arbeitsunfähigkeit  resultierte.  Betreffend  die  geklagten  psychischen 
Probleme sei festzustellen, dass der depressive Zustand reaktiv und 
folglich  nicht  schwer  sei.  Die  angegebene  posttraumatische  Belas-
tungsstörung  erfülle  die  diagnostischen  Kriterien  der  internationalen 

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Klassifikationen nicht und könne – basierend auf den im medizinischen 
Dossier  aufgeführten  Elementen  –  nicht  berücksichtigt  werden.  Zu-
sammenfassend  seien  die  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  auf 
die orthopädischen Folgen des Unfalls vom 21. Oktober 2003 zurück-
zuführen (act. 44).

3.2 Im  Folgenden  ist  insbesondere  die  Stellungnahme  des  RAD-
Arztes  Dr.  med.  G._______  zu  würdigen  und  zu  prüfen,  ob  sich 
aufgrund dieses Beweismittels der Sachverhalt  in medizinischer Hin-
sicht als rechtsgenüglich abgeklärt erweist.

3.2.1 Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 2.8 hiervor), kann auf Ste l-
lungnahmen  des  RAD  nur  unter  der  Bedingung  abgestellt  werden, 
dass sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen 
ärztlichen Bericht  genügen und zudem die beigezogenen RAD-Ärzte 
über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifika-
tionen verfügen. Dagegen ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung 
grundsätzlich nicht erforderlich, dass die RAD-Ärzte die Versicherten 
persönlich untersuchen. 

Mit  Blick  auf  die  beim  Beschwerdeführer  vorliegenden,  relativ  kom-
plexen  Gesundheitsbeeinträchtigungen  insbesondere  im  orthopädi-
schen und psychisch-psychiatrischen Bereich  kann auf  die Stellung-
nahme des RAD-Arztes Dr. med. G._______, einem Facharzt für Allge-
meine  Medizin,  nicht  ohne  Weiteres  abgestellt  werden.  Vorliegend 
wäre das Einholen von Berichten entsprechend ausgebildeter Spezial-
ärzte  notwendig  gewesen,  da  nur  diese  über  das  erforderliche 
Fachwissen  verfügen,  um  die  vielfältigen  Leiden  des  polymorbiden 
Beschwerdeführers ausreichend beurteilen zu können. Mangels einer 
rechtsgenüglichen  ärztlichen  Beurteilung  der  somatischen  und  psy-
chisch-psychiatrischen Beeinträchtigungen kann folglich nicht mit der 
erforderlichen  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  festgestellt  werden, 
in  welchem  Ausmass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Arbeits-  und 
Leistungsfähigkeit (resp. in der Haushaltstätigkeit [vgl. E. 4. hiernach]) 
eingeschränkt ist. Hinzu kommt, dass Dr. med. G._______ in seinem 
Bericht vom 26. Februar 2008 kein rechtsgenügliches Zumutbarkeits- 
resp. Leistungsprofil abgegeben bzw. keine detaillierten Ausführungen 
im Zusammenhang mit  den noch möglichen Tätigkeiten (Sitz-,  Steh- 
und Gehdauer,  Belastungen,  etc.)  gemacht  hatte. Unter  diesen Um-
ständen  kann  auf  die  Beurteilung  des  RAD-Arztes  nicht  abgestellt 
werden.

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3.2.2 Bezüglich der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit besteht zwischen 
der  Beurteilung  des  RAD-Arztes  und  der  ausländischen  Ärzte  eine 
grosse  Diskrepanz.  Während  Dr.  med.  G._______  die  Auffassung 
vertrat, gut sechs Monate nach dem Unfallereignis vom Oktober 2003 
seien dem Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch wieder leidens-
angepasste  Tätigkeiten  vollzeitlich  zumutbar,  waren  die  Dres.  med. 
H._______  und I._______ in  ihren von Dezember  2006 bis  Oktober 
2007 verfassten Berichten der  Ansicht,  der  Beschwerdeführer  sei  in 
sämtlichen Tätigkeiten zu 80 % resp. zu 100 % in seiner Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit eingeschränkt (act. 19, 20, 23, 25, 31 bis 34, 37, 38, 
41  und  42).  Da  die  Dres.  med.  H._______  und  I._______  ihre 
Beurteilung  der  Arbeits-  und  Leistungsunfähigkeit  nicht  wider-
spruchsfrei,  schlüssig  und  somit  rechtsgenüglich  begründet  und 
ebenfalls  kein verlässliches,  den Anforderungen der Rechtsprechung 
genügendes  Zumutbarkeitsprofil  (vgl.  E.  2.8  hiervor)  erstellt  hatten, 
kann auf deren Berichte ebenfalls nicht vorbehaltlos abgestellt werden. 

3.2.3 Der Psychiater Dr. med. M._______ diagnostizierte in seinen Be-
richten vom 11. Dezember 2006 und 31. Juli 2007 (act. 35, 36, 39 und 
40)  eine  depressive  Störung  sowie  eine  posttraumatische  Be-
lastungsstörung  und  verwendete  für  die  Klassifikation  dieser 
psychischen Störungen die ICD-10-Codes F32 und F43. Gemäss der 
internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesund-
heitsorganisation  (ICD-10  Kapitel  V  [F],  Klinisch-diagnostische  Leit -
linien,  übersetzt  und  herausgegeben  von  DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, 
5. Auf.,  Bern/Göttingen/Toronto/Seattle  2005)  beschreiben  diese 
Codes  eine  depressive  Episode  resp.  Reaktionen  auf  schwere  Be-
lastungen  und  Anpassungsstörungen.  Die  von  Dr.  med.  M._______ 
genannten Codes geben aber keine Auskunft darüber, ob es sich um 
eine  leichte,  mittelgradige,  schwere  (ohne/mit  psychotischen 
Symptomen),  sonstige  und/oder  nicht  näher  bezeichnete  depressive 
Episode (im Sinne von ICD-10: F32.0 bis F32. 9) resp. um eine akute 
Belastungsreaktion,  eine  posttraumatische  Belastungsstörung,  eine 
Belastungsstörung,  um  sonstige  und/oder  nicht  näher  bezeichnete 
Reaktionen auf eine schwere Belastung (im Sinne von ICD-10: F43.0 
bis F43.9) handelt. Die Diagnose ist damit nicht ausreichend detailliert,  
so  dass  die  Berichte  von  Dr.  med.  M._______  ebenfalls  nicht  als 
beweiskräftige  Entscheidgrundlage  herangezogen  werden  können. 
Hinzu  kommt,  dass  diesen  Berichten  in  Bezug  auf  die  zumutbare 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit keinerlei Angaben zu entnehmen sind 
– was im Übrigen auch für den undatierten Austrittsbericht betreffend 

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die stationäre Behandlung vom 23. Oktober bis 19. November 2003 gilt 
(act. 29 und 30).

3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers nicht rechtsgenüglich abgeklärt worden ist. Es 
fehlt eine von geeigneten Fachärzten erstellte, den beweisrechtlichen 
Anforderungen  genügende Begutachtung  der  vielfältigen Leiden  des 
Versicherten. Unter diesen Umständen kann das Bundesverwaltungs-
gericht  nicht  beurteilen,  ob  und  allenfalls  seit  wann  ein  Renten-
anspruch besteht  und ob sich der Gesundheitszustandes – wie vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemacht  –  allenfalls  in  rentenrelevanter 
Weise verschlechtert hat.

4.
Weitere  Abklärungen drängen sich  auch im Zusammenhang mit  der 
Invaliditätsbemessung auf.

4.1 Sowohl  im  Rahmen  einer  erstmaligen  Prüfung  des  Renten-
anspruchs  als  auch  anlässlich  einer  Rentenrevision  stellt  sich  unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28 Abs. 2bis 

und 2ter IVG bzw. seit 1. Januar 2008 Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine  versicherte  Person  als  ganztägig  oder  zeitweilig  Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist  – was je zur Anwendung 
einer  anderen  Methode  der  Invaliditätsbemessung  (Einkommensver-
gleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt  –, ergibt sich 
aus  der  Prüfung,  was  sie  bei  den  im  Übrigen  unveränderten  Um-
ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde 
(BGE 125 V 146 E. 2c).

Bei  einer  im  Haushalt  tätigen  versicherten  Person  im  Besonderen 
entscheidet  sich  die  Frage,  ob  sie  als  ganztägig  oder  zeitweilig  Er-
werbstätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat er -
werbstätig war oder nicht. Es ist vielmehr zu prüfen, ob sie ohne In-
validität  mit  Rücksicht  auf  die  gesamten  Umstände  vorwiegend  er-
werbstätig oder im Haushalt  beschäftigt wäre. Nebst den finanziellen 
Verhältnissen sind sämtliche weiteren Gegebenheiten des Einzelfalles 
zu berücksichtigen, wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 
gegenüber  Kindern,  das  Alter,  die  beruflichen  Fähigkeiten  und  die 
Ausbildung  sowie  die  persönlichen  Neigungen  und  Begabungen der 
versicherten Person (BGE 125 V 146 E. 2c; AHI 1997 S. 289 E. 2b). 
Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten 

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Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen 
(BGE 117 V 194 E. 3b mit Hinweis). 

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs-
verfügung bzw. des Einspracheentscheides (vgl. BGE 129 V 167 E. 1) 
–  vorliegend  dem  24.  Juni  2008  –  entwickelt  haben,  wobei  für  die 
hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er-
werbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 
2c,  117 V 194 E. 3b; AHI 1997 S. 289 E. 2b). Diese Praxis zur Be-
urteilung des Status einer versicherten Person ist unter der Herrschaft  
des  ATSG unverändert  weiterzuführen  (SVR  2005  IV  Nr.  21  S.  83 
E. 4.2). 

4.2 Der Beschwerdeführer führte im Formular "Anmeldung zum Bezug 
von IV-Leistungen für Erwachsene" aus, er habe keinen Beruf erlernt 
und sei nach seiner Ausreise in seine Heimat nicht mehr erwerbstätig 
gewesen (act. 3  Ziff. 6.2  und 6.3.1). Als  Hauptbeschäftigung gab er 
"Hausmann" an (Ziff. 6.4.1). Obwohl der Beschwerdeführer diese An-
gaben  im  Formular  "Fragebogen  für  den  Versicherten"  vom 15. De-
zember  2006  wiederholte  (act.  5  Ziff.  1a),  nahm  die  Vorinstanz  die 
Invaliditätsbemessung  nach  der  allgemeinen  Methode  des  Einkom-
mensvergleichs vor (act. 45). Da der Versicherte offenbar nach seiner 
Ausreise  in  seine  Heimat  weder  selbstständig  noch  unselbstständig 
ausserhäuslich  erwerbstätig  gewesen  ist,  sondern  seither  gemäss 
seinen  eigenen  Aussagen  ausschliesslich  im  Aufgabenbereich 
Haushalt  tätig  war,  drängen  sich  auch  diesbezüglich  weitere  Ab-
klärungen  auf. Insbesondere  hat  die  Vorinstanz  in  diesem  Zusam-
menhang  zu  prüfen,  ob  seitens  des  Beschwerdeführers  ein  Status-
wechsel  erfolgt  ist  und  der  Invaliditätsgrad  folglich  nach  der 
spezifischen Methode (für Nichterwerbstätige; vgl. Art. 28 Abs. 2bis IVG 
[in der bis Ende Dezember 2007 in Kraft gestandenen Fassung] bzw. 
Art. 28a  Abs. 2 IVG [in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung]) zu 
bemessen ist.

5.
Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  zusammenfassend  fest-
zustellen,  dass  sowohl  in  medizinischer  Hinsicht  als  auch  im 
Zusammenhang  mit  der  Invaliditätsbemessung  weitere  Abklärungen 
vorzunehmen  sind.  Die  angefochtene  Verfügung  vom 24.  Juni  2008 

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beruht damit auf einem unvollständig ermittelten Sachverhalt (Art. 49 
Bst. b VwVG und Art. 49 ATSG), weshalb die Beschwerde vom 22. Juli  
2008  in  dem  Sinne  gutzuheissen  ist,  als  dass  die  angefochtene 
Verfügung vom 24. Juni 2008 aufzuheben und die Sache mit der An-
weisung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  ist,  ergänzende  spezial-
ärztliche Begutachtungen in psychiatrischer und somatischer Hinsicht 
durchführen zu lassen und anschliessend –  nach Vornahme zusätz-
licher  Abklärungen  zur  Bestimmung  der  Invaliditätsbemessungs-
methode – in der Sache neu zu verfügen.

6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

6.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  gemäss  Art.  63  Abs.  1 
VwVG die  Verfahrenskosten in  der  Regel  der  unterliegenden  Partei. 
Der  unterliegenden  Vorinstanz  sind  keine  Verfahrenskosten  aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Dem obsiegenden Beschwerdeführer 
ist  der  bereits  geleistete  Kostenvorschuss in  der Höhe von Fr. 300.-  
zurückzuerstatten.

6.2 Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sind keine un-
verhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Partei -
entschädigung  zuzusprechen  ist.  Als  Bundesbehörde  hat  die  Vor-
instanz  ebenfalls  keinen  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung 
(vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 des 
Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  in  dem  Sinne  gutgeheissen,  dass  die 
angefochtene Verfügung vom 24. Juni 2008 aufgehoben und die Sache 
mit  der  Anweisung  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  wird,  ergän-
zende spezialärztliche Begutachtungen in psychiatrischer und soma-
tischer  Hinsicht  durchführen  zu  lassen  und  anschliessend  –  nach 
Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Bestimmung der Invaliditäts-
bemessungsmethode – in der Sache neu zu verfügen.

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2.
Es werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben. Dem Beschwerdeführer 
wird  der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  300.-  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ______________; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Stefan Mesmer Roger Stalder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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