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**Case Identifier:** d3201fb5-a542-5f0a-ab22-822838226ec4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 23.05.2024 VBE.2023.516
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-516_2024-05-23.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2023.516 / KB / sc 
Art. 67 

 

 

Urteil vom 23. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Jacober  

Gerichtsschreiberin Biehler          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

vertreten durch MLaw Diane Günthart, Rechtsanwältin, 

Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 17. November 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1969 geborene Beschwerdeführer war bis März 2021 als Teamleiter 

im Trockenbau angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerde-

gegnerin obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 14. Juli 2020 stol-

perte und stürzte der Beschwerdeführer und verletzte sich dabei rechts an 

der Schulter, am Ellenbogen und am Handgelenk. Die Beschwerdegegne-

rin anerkannte ihre Leistungspflicht für diesen Unfall und richtete hierfür 

vorübergehende Leistungen (Heilbehandlung/Taggeld) aus. Nach medizi-

nischen Abklärungen stellte die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungs-

leistungen per 31. Juli 2021 und die Taggeldleistungen per 31. August 

2021 ein und sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Juli 

2021 eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 15 % 

zu. Mit Verfügung vom 24. August 2023 lehnte die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente ab. Mit Ein-

spracheentscheid vom 17. November 2023 wurde die dagegen erhobene 

Einsprache abgewiesen.  

 

2. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Dezember 2023 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 17.11.2023 sei aufzuheben und es sei 
dem Beschwerdeführer eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad 
von 49 %, mindestens aber eine Rente von 34 % Invaliditätsgrad zuzu-
sprechen; 

 
 unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin." 

 

3. 

Mit Vernehmlassung vom 17. Januar 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenan-

spruch des Beschwerdeführers mit Einspracheentscheid vom 17. Novem-

ber 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 197) zu Recht verneint hat.  

 

2. 

Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die Heilkosten- 

und Taggeldleistungen per 31. Juli bzw. 31. August 2021 einstellte (VB 130 

S. 1 f.), nachdem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 

 - 3 - 

 

 

mehr erwartet werden konnte (vgl. VB 126), und die Eingliederungsmass-

nahmen der Invalidenversicherung (IV) daraufhin per 31. Juli 2023 abge-

schlossen wurden (vgl. VB 175; 182), was vom Beschwerdeführer – nach 

Lage der Akten zu Recht – nicht beanstandet wird. Damit besteht ein allfäl-

liger Rentenanspruch ab dem 1. August 2023 (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). 

Aufgrund der aktenkundigen medizinischen Berichte steht sodann fest und 

ist ebenfalls unumstritten, dass der Beschwerdeführer in der angestamm-

ten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig und in einer den unfallbedingten 

rechtsseitigen Beschwerden im Schultergelenk angepassten Tätigkeit 

(spätestens) seit 1. August 2023 zu 100 % arbeitsfähig ist und ihm nur noch 

körperlich leichte Arbeiten zumutbar sind (vgl. VB 105; 126 S. 5).  

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin ermittelte im angefochtenen Einspracheent-

scheid unter Anwendung des Tabellenlohns des Kompetenzniveaus 2 der 

Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun-

desamtes für Statistik (BFS) des Jahres 2020 (Wirtschaftszweig 41-43 Bau-

gewerbe, Männer) sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwick-

lung (Index 100.4 [2022]; Basis 2020 = 100; 1,8 % [2023] gemäss der Quar-

talsschätzung des BFS) und der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeits-

zeit von 41,2 Stunden ein Valideneinkommen von Fr. 76'668.48 (VB 197 

S. 6 f.). Das Invalideneinkommen legte sie ebenfalls gestützt auf den Me-

dianlohn für Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 2 der Tabelle TA1 des Jah-

res 2020 (Total, Männer) sowie unter Berücksichtigung der Nominallohn-

entwicklung (Index 100.3 [2022]; Basis 2020 = 100; 1,8 % [2023] gemäss 

der Quartalsschätzung des BFS), der betriebsüblichen wöchentlichen Ar-

beitszeit von 41,7 Stunden und eines leidensbedingten Abzugs von 5 % auf 

Fr. 70'272.11 fest. Bei der daraus folgenden Erwerbseinbusse von 

Fr. 6'396.00 resultierte ein Invaliditätsgrad von 8,34 % (VB 197 S. 9 f.), 

weshalb die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwer-

deführers verneinte. 

 

3.2. 

Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber vor, dass die Beschwerde-

gegnerin den Invaliditätsgrad falsch bemessen habe. Die Beschwerdegeg-

nerin hätte bei der Ermittlung des Valideneinkommens auf die LSE-Tabelle 

T17 des BFS (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, 

Lebensalter und Geschlecht) und eventualiter auf das Kompetenzniveau 3 

der Tabelle TA1 abstellen müssen. Zudem hätte sie zur Festsetzung des 

Invalideneinkommens das Kompetenzniveau 1 der Tabelle TA1 anwenden 

müssen (Beschwerde S. 5 ff.).  

 

 - 4 - 

 

 

4. 

4.1. 

Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungs-

leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu 

mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat er Anspruch auf eine Invali-

denrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenal-

ters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Massgebend sind die 

Verhältnisse im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns (vgl. SVR 2020 IV 

Nr. 70 S. 243, 8C_132/2020 E. 4.1 mit Hinweisen; BGE 143 V 295 E. 4.1.3 

S. 300). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-

gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 

sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt 

(BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348 f.; 128 V 29 E. 1 S. 30; Urteil des Bundes-

gerichts 8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 E. 7.2). 

 

4.2.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, 

was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; 128 V 

174; Urteil des Bundesgerichts 8C_526/2021 vom 10. November 2021 

E. 2.2). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teue-

rung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst an-

geknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits-

schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz 

müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 

E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f.; 134 V 322 E. 4.1 

S. 325 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_505/2021 vom 30. Mai 2022 

E. 3.2). Erfolgte ein Stellenverlust aus invaliditätsfremden Gründen, ist der 

Validenlohn anhand von Durchschnitts- bzw. Medianwerten zu bestimmen. 

Dabei sind die für die Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und 

beruflichen Faktoren mitzuberücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_357/2021 vom 3. August 2021 E. 3.2 mit Hinweisen).  

 - 5 - 

 

 

4.2.3. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel-

cher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidi-

tät eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Ar-

beitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ver-

bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und er-

scheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen 

und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst 

als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-

werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die 

LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296 f. 

mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_315/2020 vom 24. September 2020 E. 3.2; 

8C_545/2020 vom 4. November 2020 E. 5.1). 

 

4.2.4. 

Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensver-

gleich von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen 

(BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Üblicherweise wird dabei auf die Tabelle TA1 

abgestellt (BGE 126 V 75 E. 7a; SVR 2003 IV Nr. 1 S. 1, I 518/01 E. 4b). 

Dieser Grundsatz gilt nicht absolut, sondern kennt Ausnahmen, wenn das 

Abstellen namentlich auf die Tabelle TA7 resp. T17 (ab 2012) eine ge-

nauere Festsetzung des Validen- bzw. Invalideneinkommens erlaubt und 

wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_124/2021 vom 2. August 2021 E. 4.4.1 mit 

Hinweisen). 

 

4.2.5. 

Das Kompetenzniveau 3 der LSE umfasst komplexe praktische Tätigkei-

ten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen. Im 

Kompetenzniveau 2 werden praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Da-

tenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektro-

nischen Geräten/Sicherheitsdienst sowie Fahrdienst genannt. Das Kompe-

tenzniveau 1 umfasst sodann einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand-

werklicher Art.  

 

4.3. 

4.3.1. 

Das Valideneinkommen des Beschwerdeführers ist gestützt auf die LSE-

Tabellenlöhne zu ermitteln, da ihm das letzte Arbeitsverhältnis aus wirt-

schaftlichen Gründen gekündigt wurde (vgl. VB 45). Die Tätigkeit des Be-

schwerdeführers als Teamleiter im Trockenbau entsprach, wie die Be-

schwerdegegnerin zu Recht ausführte (vgl. Vernehmlassung S. 3), im 

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Wesentlichen derjenigen eines Vorarbeiters im Trockenbau (vgl. 

https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=3106, zuletzt besucht 

am 23. Mai 2024) und umfasste vor allem handwerkliche Arbeiten. Admi-

nistrative Arbeiten erledigte er keine, sondern er führte die Gruppe, indem 

er die Trockenbauarbeiten vorzeigte, zuteilte, kontrollierte und selber mit-

arbeitete (VB 42 S. 1 f.; 43). Aufgrund der Ausbildung und der beruflichen 

Biografie des Beschwerdeführers (vgl. VB 79) ist mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit davon auszugehen, dass er als Gesunder weiterhin als Tro-

ckenbauer tätig gewesen wäre. Da er nicht über eine entsprechende Be-

rufsausbildung sowie eine Ausbildung als Vorarbeiter im Trockenbau ver-

fügt, scheint hingegen eine erneute Anstellung als Teamleiter bzw. als Vor-

arbeiter im Trockenbau nicht als überwiegend wahrscheinlich. Dem Lohn 

als ungelernter Trockenbauer kann mit der Anwendung des Tabellenlohnes 

für Tätigkeiten des Baugewerbes (Ziff. 41-43) der Tabelle TA1 hinreichend 

Rechnung getragen werden. Nicht ersichtlich ist, inwiefern das Abstellen 

auf die Tabelle T17 eine genauere Festsetzung des Valideneinkommens 

erlauben sollte, zumal auch der Medianlohn der Tabelle T17, Ziff. 71 (Bau- 

u. Ausbaufachkräfte sowie verwandte Berufe, ausgen. Elektriker/innen, 

Männer, >= 50 Jahre), aufgrund der fehlenden Berufsausbildung des Be-

schwerdeführers nicht anwendbar ist. Demnach ist das Valideneinkommen 

gestützt auf die Tabelle TA1 des Jahres 2020 festzusetzen. Entgegen dem 

Beschwerdeführer ist jedoch nicht auf das Kompetenzniveau 3 abzustellen, 

da nicht zu erkennen ist, inwiefern die Tätigkeit des Beschwerdeführers als 

Trockenbauer ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzte, zu-

mal er diese ohne Berufsausbildung ausübte und lediglich einzelne Semi-

nare im Bereich Trockenbau absolviert hatte (vgl. VB 79). Den vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Bruttojahreslohn im Jahr 2019 von 

Fr. 85'667.00 (vgl. Beschwerde S. 5; VB 201) erreichte er nur aufgrund von 

Akkordarbeit (vgl. VB 1; 119 S. 3) und nicht etwa aufgrund einer dem Kom-

petenzniveau 3 entsprechenden Tätigkeit. Vielmehr ist – im Unterschied 

zur Beschwerdegegnerin, welche auf das Kompetenzniveau 2 abstellte – 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Gesunder als Trocken-

bauer ohne Berufsausbildung und ohne Teamleiterfunktion einen dem 

Kompetenzniveau 1 entsprechenden Lohn verdient hätte. Nicht mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist hingegen, dass der Beschwerde-

führer als Gesunder auch bei einer neuen Arbeitsstelle Akkordarbeit ver-

richtet hätte und somit einen den Medianlohn für eine Tätigkeit im Kompe-

tenzniveau 1 übersteigenden Lohn erzielt hätte, da er im Rahmen seiner 

Tätigkeit als Teamleiter im Trockenbau bereits vor dem Unfall vom 14. Juli 

2020 angegeben hatte, er könne die körperlich schwere Arbeit nicht auf 

unbestimmte Zeit leisten (vgl. VB 42 S. 3). Damit ist zur Ermittlung des Va-

lideneinkommens der Medianwert des Kompetenzniveaus 1 der Tabelle 

TA1 des Jahres 2020 (Baugewerbe [Ziff. 41-43], Männer) von Fr. 5'731.00 

anzuwenden, was in etwa dem Lohn entspricht, welchen der Beschwerde-

führer in den Jahren 2020 und 2021 bei der D._____ AG erzielte bzw. 

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erzielt hätte (Monatslohn von Fr. 5'118.00 zzgl. 13. Monatslohn; ohne Ak-

kordlohn von jährlich Fr. 14'273.00) (VB 26 S. 4; 119 S. 3).  

 

Die Berechnung des Valideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin 

ist im Übrigen unumstritten. Anzumerken ist diesbezüglich einzig, dass die 

Anpassung an die Lohnentwicklung gestützt auf den Nominallohnindex zu 

erfolgen hat, jedoch keine Anpassung an die Lohnentwicklung im Jahr 2023 

gestützt auf die Quartalsschätzungen des BFS vorzunehmen ist, da diese 

als blosse Vermutung den geforderten Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nicht erreicht (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 

8C_529/2022 vom 6. Februar 2023 E. 6.3.1; 8C_701/2018 vom 28. Feb-

ruar 2019 E. 6.1.2; 8C_733/2017 vom 29. März 2018 E. 4.3.1).  

 

Damit ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 71'119.00 (Fr. 5'731.00 x 

12 x 100.4/100 x 
41.2/40). 

 

4.3.2. 

Das Invalideneinkommen ist ebenfalls gestützt auf die Tabelle TA1 des 

Jahres 2020 zu berechnen. Kann die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen, rechtfertigt 

sich die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 praxisgemäss nur dann, 

wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt, beispiels-

weise Führungserfahrung, zusätzliche formale Weiterbildungen oder an-

dere während der Berufsausübung erworbene besondere Qualifikationen 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_456/2022 vom 6. April 2023 E. 5.3.1; SVR 

2022 UV Nr. 47 S. 188, 8C_156/2022 E. 7.2; 8C_645/2022 vom 16. Feb-

ruar 2023 E. 5; je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer verfügt über eine 

slowakische Fachmaturität im Hochbau, ein Studium (der Ingenieurwissen-

schaften) auf Hochschulstufe absolvierte er hingegen nicht (vgl. VB 79). 

Die im Rahmen der schulischen Ausbildung erworbenen Kenntnisse, wel-

che angesichts des Alters des Beschwerdeführers weit zurückliegen, sind 

hingegen noch nicht als besondere Fähigkeiten und Kenntnisse im Sinne 

der Rechtsprechung zu qualifizieren. Durch seine Tätigkeiten als Trocken-

bauer, Vorarbeiter im Trockenbau und als Projektleiter im Hochbau sowie 

die besuchten Seminare im Bereich Trockenbau (vgl. VB 79) eignete sich 

der Beschwerdeführer daraufhin im Wesentlichen bauspezifische Kennt-

nisse an, welche als solche die Einstufung ins Kompetenzniveau 2 eben-

falls nicht zu begründen vermögen. Die erfolgreich absolvierten Aufbau- 

und Arbeitstrainings in einer administrativen Tätigkeit und in einer anderen 

Branche (VB 147; 165; 167; 171; 172; 174; 179) deuten zwar auf eine ge-

wisse Flexibilität des Beschwerdeführers hin. Mangels einer fundierten 

(kaufmännischen) Grundausbildung bzw. Weiterbildung kann jedoch nicht 

von besonderen Fähigkeiten und Kenntnissen des Beschwerdeführers im 

administrativen Bereich ausgegangen werden (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_456/2022 vom 6. April 2023 E. 5.3.2). Auch weist der Beschwer-

deführer aufgrund seiner Tätigkeit als Teamleiter im Trockenbau keine 

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besondere Führungserfahrung vor, welche ihm auch bei einer anderen Tä-

tigkeit in der Baubranche oder in einer anderen Branche von Nutzen sein 

könnte, da sich seine Funktion als Teamleiter bzw. Vorarbeiter auf das Zu-

teilen, Vorzeigen und Kontrollieren von Arbeiten im Bereich Trockenbau 

beschränkte (vgl. VB 42 S. 1 f.) und darüber hinaus keine besonderen Füh-

rungsqualitäten erforderte (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

8C_386/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 6.3). Hinzukommt, dass aufgrund 

der bereits 20 Jahre zurückliegenden Tätigkeit des Beschwerdeführers als 

selbständiger Trockenbauer in der Slowakei (VB 79) nicht mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden kann, dass er in einer 

anderen (angepassten) Tätigkeit in der Lage wäre, ein den Medianlohn für 

Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 1 übersteigendes Einkommen zu er-

wirtschaften. Im Übrigen vermag auch die langjährige Berufserfahrung des 

Beschwerdeführers in der Baubranche, insbesondere auch als Projektleiter 

im Hochbau (VB 79), nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Einstu-

fung in das Kompetenzniveau 2 für sich allein nicht zu rechtfertigen (vgl. 

SVR 2022 UV Nr. 47 S. 188, 8C_156/2022 E. 7.2; Urteil des Bundesge-

richts 8C_728/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 3.3). Schliesslich stellen 

auch die Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers (vgl. VB 180) keine 

Kenntnisse im Sinne der Rechtsprechung dar, welche als solche die An-

wendung des Kompetenzniveaus 2 rechtfertigen würden. Unter Würdigung 

aller Umstände ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

nicht über besondere Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, welche er in ei-

ner angepassten Tätigkeit gewinnbringend einsetzen könnte. Zur Ermitt-

lung des Invalideneinkommens ist folglich auf den Zentralwert des Kompe-

tenzniveaus 1 der Tabelle TA1 des Jahres 2020 (Total, Männer) von 

Fr. 5'261.00 abzustellen.  

 

Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug vom Tabellenlohn von 

5 % aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen des Beschwerdefüh-

rers ist unumstritten und es besteht unter Berücksichtigung der qualitativen 

Einschränkungen (insbesondere in Bezug auf das Heben von Gegenstän-

den in der rechten Hand, die schwerer als 15 kg sind, und das körperferne 

Heben von Gegenständen in der rechten Hand, die schwerer als 7–10 kg 

sind; VB 126 S. 5), kein Anlass, diesbezüglich in das Ermessen der Be-

schwerdegegnerin einzugreifen.  

 

Im Übrigen ist die Berechnung des Invalideneinkommens durch die Be-

schwerdegegnerin unumstritten und mit Ausnahme der vorgenommenen 

Anpassung an die Nominallohnentwicklung, welche nur gestützt auf den 

Nominallohnindex zu erfolgen hat (vgl. E. 4.3.1), nicht zu beanstanden. 

 

Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 62'712.00 (Fr. 5'261.00 

x 12 x 100.3/100 x 
41.7/40 x 0.95). 

 

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4.3.3. 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 71'119.00 und einem Invalidenein-

kommen von Fr. 62'712.00 resultiert ein Invaliditätsgrad von rund 12 %. Da 

der Beschwerdeführer zu mehr als 10 % invalid (Art. 8 ATSG) ist, hat er 

damit Anspruch auf eine entsprechende Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 

UVG). 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 

17. November 2023 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben 

und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. August 2023 eine auf einem 

Invaliditätsgrad von 12 % beruhende Invalidenrente zuzusprechen. 

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

5.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin Anspruch auf Ersatz der richterlich festgesetzten Parteikosten 

(Art. 61 lit. g ATSG).  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 17. November 2023 aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wir-

kung ab 1. August 2023 eine auf einem Invaliditätsgrad von 12 % beru-

hende Invalidenrente zugesprochen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 3'300.00 zu bezahlen.  

 

  

 - 10 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 23. Mai 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Biehler