# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37a3505b-a549-51ab-b8c4-bf2c2cfad7e4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.02.2018 200 2017 798
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-798_2018-02-01.pdf

## Full Text

200 17 798 UV bis
200 17 800 UV (3)
FUR/COC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 1. Februar 2018

Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
Beschwerdeführer 1

B.________
Beschwerdeführerin 2

C.________
gesetzlich vertreten durch A.________
Beschwerdeführer 3

alle vertreten durch Rechtsanwalt D.________

gegen

Visana Versicherungen AG 
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend
E.________ sel.

betreffend Zwischenverfügung vom 8. August 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2018, UV/17/798, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene E.________ sel. (Versicherte) war über ihre Arbeitge-
berin bei der Visana Versicherungen AG (Visana bzw. Beschwerdegegne-
rin) obligatorisch unfallversichert, als sie am 16. Oktober 2015 bei einem 
Zugunglück ums Leben kam. Der Vorfall wurde der Visana von der ehema-
ligen Arbeitgeberin mit Unfallmeldung vom 20. Oktober 2015 mitgeteilt (Ak-
ten der Visana, Antwortbeilage [AB] 5). Diese edierte in der Folge die poli-
zeilichen Unterlagen (vgl. AB 9) und holte insbesondere bei der Klinik 
F.________, in welcher die Versicherte seit dem 7. August 2015 stationär 
behandelt worden war, ärztliche Berichte ein (vgl. AB 6, 25 f.).

Gestützt auf diese Erhebungen lehnte die Visana mit formlosem Schreiben 
vom 14. Dezember 2015 (AB 27) eine Leistungspflicht mit Ausnahme der 
Bestattungskosten mit der Begründung ab, die Versicherte sei nach dem 
Ergebnis der Abklärung freiwillig aus dem Leben geschieden, ohne dass 
davon ausgegangen werden könne, dass die Urteilsfähigkeit zum Ereignis-
zeitpunkt vollständig aufgehoben gewesen wäre. Damit zeigte sich der 
Ehemann der Versicherten nicht einverstanden (AB 28). Daraufhin führte 
die Visana weitere Erhebungen durch. Dabei liess sie insbesondere zur 
Beurteilung der Urteilsfähigkeit der Versicherten zum Zeitpunkt des Ereig-
nisses vom 16. Oktober 2015 ein forensisch-psychiatrisches Aktengutach-
ten durch Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, erstellen (AB 44). 

Mit Verfügung vom 9. Juni 2016 (AB 47) verneinte die Visana mangels Vor-
liegens eines versicherten Ereignisses mit Ausnahme der Bestattungskos-
ten einen Anspruch auf Versicherungsleistungen aus der obligatorischen 
Unfallversicherung. Gegen diese Verfügung liess der Ehemann der Versi-
cherten Einsprache erheben. Dabei zeigte er sich insbesondere mit der 
Beurteilung von Dr. med. G.________ nicht einverstanden (AB 50). Nach 
Einholung einer weiteren Stellungnahme von Dr. med. G.________ (AB 56, 
66) und nach einem weiteren Schriftenwechsel (AB 67, 68, 70) teilte die 
Visana dem Ehemann der Versicherten am 22. Mai 2017 (AB 71) mit, dass 

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zur Klärung der Leistungsansprüche und insbesondere zur Beurteilung der 
Urteilsfähigkeit der Versicherten beabsichtigt werde, die Angehörigen der 
Versicherten durch Dr. med. G.________ befragen zu lassen. Gleichzeitig 
wies sie auf die Möglichkeit hin, den Gutachter aus triftigen Gründen abzu-
lehnen und Gegenvorschläge zu machen. Daraufhin zeigte sich der Ehe-
mann der Versicherten mit dem beauftragten Gutachter nicht einverstanden 
und unterbreitete zwei Gegenvorschläge. Gegen die Befragung der An-
gehörigen erhob er dagegen keine Einwände (AB 72). Nach einem weite-
ren Schriftwechsel (AB 73, 74) hielt die Visana mit Verfügung vom 8. Au-
gust 2017 (AB 75) an der Befragung der Angehörigen (Beschwerdeführer) 
durch Dr. med. G.________ fest.

B.

Hiergegen liessen die Beschwerdeführer am 12. September 2017 Be-
schwerde erheben und folgende Anträge stellen:

1. Die Zwischenverfügung vom 8. August 2017 sei aufzuheben.

2. Das Ablehnungsgesuch gegen den von der Beschwerdegegnerin 
beauftragten Gutachter Dr. med. G.________ sei gutzuheissen.

3. Es sei die Beschwerdegegnerin gerichtlich anzuweisen, Prof. Dr. 
med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
oder Prof. Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, an der Stelle von Dr. med. G.________ als Gutachter 
zu beauftragen.

4. Eventuell: Es sei die Beschwerdegegnerin gerichtlich anzuweisen, 
ein Einigungsverfahren gemäss Art. 44 ATSG zur Bestimmung ei-
nes neuen Gutachters durchzuführen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2017 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

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Mit Replik vom 25. Oktober 2017 und Duplik vom 15. Dezember 2017 hiel-
ten die Parteien an ihren Ausführungen und Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1

1.1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide.

1.1.2 Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine Zwi-
schenverfügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
[VwVG; SR 172.021]); solche können unter anderem dann angefochten 
werden, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken 
können (BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung 
ist für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu 
bejahen, womit die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetz-
lich vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten 
werden kann (BGE 138 V 271 S. 275 E. 1.1 und 1.2.1 sowie S. 276 
E. 1.2.3, 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256).Die bundesgerichtlichen Korrektive 
zur Stärkung der Partizipationsrechte gelten – sofern nicht IV-spezifisch – 
auch im Verfahren der Unfallversicherung. Auch im Bereich der Unfallversi-
cherung ist eine Begutachtung bei Uneinigkeit durch eine beim kantonalen 
Versicherungsgericht anfechtbare Zwischenverfügung anzuordnen und es 
stehen der versicherten Person vorgängige Mitwirkungsrechte in dem Sin-

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ne zu, dass sie sich zu den Gutachterfragen äussern kann. Die dabei zu 
beachtenden Modalitäten richten sich sinngemäss nach BGE 137 V 210 
E. 3.4.2.9 S. 258 (BGE 138 V 318 E. 6.1.1 S. 322 und E. 6.1.4 S. 323).

1.1.3 Die Beschwerdeführer sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb sie zur Beschwerde befugt sind (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zu-
ständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. August 2017 
(AB 75). Streitig und zu prüfen ist, ob gegen den vorgesehenen Gutachter 
Dr. med. G.________ Ablehnungs- oder Ausstandsgründe bestehen. 

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide, einschliesslich solcher betreffend die unentgeltliche 
Rechtspflege, gegen Nichteintretensverfügungen oder -entscheide sowie 
gegen Abschreibungsverfügungen oder -entscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b - d 
GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).

Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die verfügende Instanz den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und 

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ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, ab-
klären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von de-
ren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders 
zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden zu-
sätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergeben-
den Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 
283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er 
findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 
193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2009 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2).

2.2 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.3 Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- 
und Ablehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen 
sind. Befangenheit ist demnach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, 
die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 
V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2015 IV Nr. 23 S. 70 E. 6.1.1).

Ein Mitwirkungsrecht im Sinne eines Wahlrechts bei der Bestimmung des 
Gutachters lässt sich weder aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör noch 
aus der „Nähe“ des Einspracheverfahrens zur streitigen Verwaltungs-
rechtspflege ableiten (RKUV 1998 U 309 S. 460 E. 4b). Der Umstand, dass 
sich ein Sachverständiger schon einmal mit einer Person befasst hat, 
schliesst später dessen Beizug als Gutachter nicht zum Vornherein aus. 
Eine unzulässige Vorbefassung liegt auch dann nicht vor, wenn er zu (für 
eine Partei) ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt. Anderes gilt, wenn 
Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr 
der Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermögen, etwa wenn die 
sachverständige Person ihren Bericht nicht neutral und sachlich abfasste 
(BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110; SVR 2017 IV Nr. 27 S. 78 E. 5.2). Vorein-
genommenheit trotz Vorbefassung ist zu verneinen, wenn das Ergebnis der 
Begutachtung nach wie vor als offen und nicht vorbestimmt erscheint. Dies 

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ist beispielsweise der Fall, wenn der Experte andere Fragen zu beantwor-
ten oder sein erstes Gutachten lediglich zu erläutern oder zu ergänzen hat, 
nicht aber, wenn er die Schlüssigkeit seiner früheren Expertise zu überprü-
fen hat (SVR 2013 IV Nr. 30 S. 90 E. 5.3.2).

3.

3.1 Es ist vorliegend unbestritten, dass zwecks Abklärung des Leis-
tungsanspruchs resp. zur Beurteilung der Urteilsfähigkeit der Versicherten 
zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 16. Oktober 2015 die Befragung der 
Beschwerdeführer als Angehörige der Versicherten notwendig ist. Ferner 
erklärten sich die Beschwerdeführer mit einer Befragung ausdrücklich ein-
verstanden (AB 72 S. 2 unten).

Demgegenüber lehnen die Beschwerdeführer den von der Beschwerde-
gegnerin vorgesehenen Gutachter, Dr. med. G.________, ab. Dabei zwei-
feln sie insbesondere an dessen fachlicher Qualifikation. Zudem erwecke 
Dr. med. G.________ aufgrund seiner bisherigen Stellungnahmen den Ein-
druck, dass er sich bereits eine fest Meinung gemacht habe, was einen 
Ausstandsgrund darstelle (Beschwerde S. 7 f.). 

3.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer – entgegen der 
Auffassung in der Beschwerdeantwort (S. 5 Ziff. 16) – sehr wohl ein Ableh-
nungsbegehren gegen Dr. med. G.________ im Zusammenhang mit ihrer 
Befragung durch den besagten Gutachter stellen können, zumal ihnen im 
Hauptverfahren Parteistellung zukommt (vgl. Art. 34 ATSG). Die Be-
schwerdegegnerin hat den Beschwerdeführern das rechtliche Gehör im 
Sinne von Art. 44 ATSG damit zu Recht gewährt.

Soweit die Beschwerdeführer die fachliche Kompetenz von Dr. med. 
G.________ in Frage stellen, ist festzuhalten, dass der Gutachter über ei-
nen Facharzttitel in Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt 
Forensische Psychiatrie und Psychotherapie verfügt (vgl. Ärzteverzeichnis 
der FMH, abrufbar unter www.doctorfmh.ch). Entgegen der Auffassung in 
der Beschwerde ist es nicht entscheidend, dass Dr. med. G.________ kei-
ne Spezialisierung auf dem Bereich der Suizidalität aufweist. Denn – wie 

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die Beschwerdegegnerin zu Recht ausgeführt hat (AB 75) – sind unter an-
derem auch das Erkennen von und der Umgang mit suizidalem Verhalten 
sowie die Einschätzung der Urteilsfähigkeit Bestandteil dieser Facharzt-
Ausbildung (vgl. die entsprechenden Angaben unter: www.fmh.ch/bildung-
siwf; Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie). Damit ist Dr. med. 
G.________ zweifellos befähigt, die Urteilsfähigkeit der Versicherten im 
Zeitpunkt des Ereignisses vom 16. Oktober 2015 aus fachärztlicher Sicht 
zu beurteilen. 

Zudem liegt nicht schon deshalb eine unzulässige Vorbefassung des 
Dr. med. G.________ vor, weil dessen Aktengutachten vom 11. Mai 2016 
(AB 44) sowie dessen Stellungnahme vom 27. März 2017 (AB 66) für die 
Beschwerdeführer letztlich ungünstig ausfielen, weil der Experte in diesen 
die Urteilsfähigkeit der Versicherten zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 
16. Oktober 2015 als nicht vollständig aufgehoben beurteilte. Denn der 
Sachverständige fasste seine Berichte neutral und sachlich ab (vgl. E. 2.3 
hiervor). Hinweise, welche den Anschein der Vorbestimmtheit erwecken 
würden, sind keine ersichtlich und werden auch nicht substanziiert darge-
tan. Insbesondere bestehen keine objektiven Anhaltspunkte dafür, dass 
Dr. med. G.________ seine bisherige Beurteilung der Urteilsfähigkeit der 
Versicherten zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 16. Oktober 2015 nach 
der Befragung der Angehörigen nicht revidieren könnte (vgl. Beschwerde 
S. 8).

Andere objektive Umstände, welche den Anschein der Befangenheit des 
vorgesehenen Experten erwecken würden, sind nicht ersichtlich und wer-
den auch nicht geltend gemacht.

3.3 Letztlich bleibt festzuhalten, dass aus dem Umstand, wonach das 
Bundesgericht die Unfallversicherung und die versicherte Person dazu an-
hält, sich nach Möglichkeit über die Vergabe des Auftrages zur Begutach-
tung zu einigen (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.1.3.3 S. 244), nicht ein eigentli-
cher Rechtsanspruch auf eine einvernehmliche Einigung abgeleitet werden 
kann. Solches wäre wohl auch kaum realisierbar, denn so hätte es die ver-
sicherte Person in der Hand, ein Institut bzw. einen Gutachter zu bestim-
men, indem sie stets jede von Seiten der Unfallversicherung vorgeschlage-
ne Gutachterstelle ablehnt. Dies ist nicht der Sinn der neuen Rechtspre-

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chung, welcher gerade darin besteht, vermeidbare Verfahrensverzögerun-
gen abzuwenden (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6 S. 256). Daher muss es 
der Unfallversicherung bei fehlendem Konsens über die Gutachtenseinho-
lung gestattet sein, die Begutachtung – ohne eine erneute Anhörung der 
versicherten Person – mit anfechtbar begründeter Zwischenverfügung an-
zuordnen, wobei unerheblich ist, aus welchen Gründen dem Wunsch der 
versicherten Person nicht nachgekommen werden kann. 

3.4 Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung 
vom 8. August 2017, mit welcher eine Befragung bei Dr. med. G.________ 
angeordnet wurde, als rechtens. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen. 

Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass einer allfälligen inhaltlichen Kritik 
sowohl an der bereits erstellten als auch an der zu erstellenden medizini-
schen Expertise von Dr. med. G.________ im Rahmen des weiteren Ver-
fahrens Rechnung zu tragen sein wird. Ebenfalls die Frage, ob vor Einho-
lung des Aktengutachtens von Dr. med. G.________ vom 11. Mai 2016 
(AB 44) das rechtliche Gehör im Sinne von Art. 44 ATSG (vgl. E. 2.2 hier-
vor) hätte gewähren müssen (vgl. Beschwerde S. 8), braucht vorliegend 
nicht abschliessend beurteilt zu werden. Darüber wird die Beschwerdegeg-
nerin im Rahmen des Einspracheentscheids zu befinden haben.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die unterliegenden Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2018, UV/17/798, Seite 10

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beschwerdeführer
- Visana Versicherungen AG 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.