# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2c105cb-c83c-5815-9534-3b2f38db1ec2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 15.11.2011 R 2011 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2011-36_2011-11-15.pdf

## Full Text

R 11 36

5. Kammer 

URTEIL
vom 15. November 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baubusse

1. a) Am 22. September, mitgeteilt am 12. Oktober 2005, erteilte die Gemeinde … 

A. die Bewilligung zum Abbruch der bestehenden Liegenschaft und für den 

Neubau eines Ferienhauses an der … 18, Parzelle 2462, …. Zuvor hatte A. 

das Architekturbüro B. mit der Projektierung und Bauführung beauftragt. Als 

Angestellter des Architekturbüros wurde C. von B. mit der Bauführung betraut. 

Eine erste Projektänderung wurde am 16. November 2005 eingereicht und 

durch die Baukommission am 19. Dezember 2005 bewilligt. Am 26. Januar 

2006 liess die Bauherrschaft eine zweite Projektänderung einreichen, welche 

mit Entscheid der Baukommission vom 20. Februar 2006 zur Überarbeitung 

zurückgewiesen wurde. Die überarbeitete zweite Projektänderung wurde am 

22. Februar 2006 erneut eingereicht und von der Baukommission am 24. April, 

mitgeteilt am 2. Mai 2006, bewilligt.

b) Am 28. Juli 2006 teilte die Gemeinde der Bauherrschaft mit, dass anlässlich 

eines Augenscheins vom 26. Juli 2006 auf der Baustelle festgestellt worden 

sei, dass der Rohbau nicht bewilligungsgemäss erstellt worden sei. Über 

allfällige Projektänderungen sei die Gemeinde nicht informiert worden. 

Insbesondere seien zusätzliche Türöffnungen und Verbindungsgänge 

zwischen Garage und Ferienhaus erstellt worden und es scheine, dass im 

Untergeschoss zwischen Ferienhaus und Garage ein geschlossener 

Hohlraum entstanden sei. Es liege eine formelle Baurechtsverletzung vor und 

die Bauherrschaft werde aufgefordert, unverzüglich Projektänderungspläne 

einzureichen. Nachdem die Bauherrschaft Stellung genommen und zwei 

Nachbarn interveniert hatten, liess die Bauherrschaft am 25. September 2006 

die überarbeiteten Unterlagen der dritten Projektänderung einreichen. Das 

Gesuch wurde vom 13. Oktober bis 2. November 2006 öffentlich aufgelegt. 

Dagegen erhoben die zwei Nachbarn Einsprache, mit welcher sie zahlreiche 

Baurechtsverletzungen rügten. Die Einsprachen wurden mit Entscheid vom 

22. Dezember 2006 gutgeheissen und die Baubewilligung unter anderem mit 

folgenden Auflagen erteilt: 

"3.2 Die Betonbrüstung wird nicht bewilligt. Sie muss abgebrochen und durch die 

bereits bewilligte Glaskonstruktion ersetzt werden.

3.3 Der „technisch bedingte Hohlraum“ und der Zugang zum Technikraum unter 

der Schwimmhalle müssen mindestens zu 80% mit Erdmaterial aufgefüllt und 

die Öffnungen zubetoniert werden. Die Bauverwaltung ist vor und nach dem 

Zubetonieren zur Kontrolle aufzubieten. Alternativ dazu könnte auf diese 

Baumassnahmen verzichtet werden, wenn die fehlenden Nebenflächen mittels 

Nutzungstransport beschafft werden.

3.4 Bis Ende Februar 2007 ist ein Verbot für den Einbau einer Türe im 

Untergeschoss zwecks Erstellung eines Windfangs im Grundbuch einzutragen.

3.5 Die westlich an die Schwimmhalle angrenzende Blocksteinmauer wird nicht 

bewilligt.

3.6 Die Natursteinmauer zwischen Eingang im Untergeschoss und der Garage 

muss erstellt werden und die südliche Türe der Garage darf nicht gebaut 

werden.

3.7 Ohne ein entsprechendes Baugesuch ausserhalb von Bauzonen (BaB) muss 

das Aushubmaterial bis Mitte Mai 2007 vollständig bis auf das ursprüngliche 

Terrain abgetragen werden."

Mit Urteil vom 28. Juni 2007 (VGU R 07 4/5) wies das Verwaltungsgericht die 

durch die zwei Nachbarn gegen den Einspracheentscheid vom 22. Dezember 

2006 erhobenen Beschwerden ab, soweit es darauf eintrat. 

c) Die Bauherrschaft reichte am 5. November 2007 ein Gesuch um Bewilligung 

der Schwimmbadraumerweiterung und Genehmigung der Übertragung der 

hierfür benötigten baulichen Ausnutzung ein (4. Projektänderung). Am 27. 

November 2007 reichte sie ein als 5. Projektänderung bezeichnetes Gesuch 

betreffend die „definitive Projektänderung nach Entscheidung des 

Verwaltungsgerichts“ ein, welches vorsah, die Schwimmbadglasfront wie 

ausgeführt, eine Tür aus der Garage im Bereich der Bruchsteinmauer 

zwischen Wohn- und Garagentrakt, die Brüstung bei der Terrasse auf der 

Wohnetage im Bereich vor dem Wohntrakt durchsichtig, seitlich davon in 

Mauerwerk, sowie die dafür notwendigen Nutzungstransporte nachträglich zu 

bewilligen. Bereits am 29. März 2007 hatte die Baubehörde eine Übertragung 

von 63 m2 BGF von Parzelle 2472 auf die Bauparzelle genehmigt (Anmerkung 

im Grundbuch: 11. April 2007). Einen weiteren Transport von 6 m2 BGF 

bewilligte die Baubehörde am 18. Januar 2008, im Grundbuch angemerkt am 

13. Februar 2008.

Gegen die 4. und 5. Projektänderung erhoben die zwei Nachbarn am 20. 

Dezember 2007 Einsprache. Mit Entscheid vom 24. Juni 2008 hiess der 

Gemeindevorstand die Einsprachen teilweise gut. Er bewilligte die 

Verkürzung der Natursteinmauer zwischen Garage und Wohntrakt und den 

Mauerdurchbruch nicht. Die Bruchsteinmauer sei gemäss Bewilligung vom 

20. Dezember 2006 zu erstellen. Im Übrigen wies der Gemeindevorstand die 

Einsprachen ab, soweit sie nicht gegenstandslos geworden seien und erteilte 

die Baubewilligungen. Dem Nutzungstransport stimmte er zu. Dagegen 

erhoben die zwei Einsprecher mit Eingaben vom 11. Juli bzw. 11. August 2008 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht, welches die Beschwerden mit Urteil 

vom 10. Februar 2009 (VGU R 08 57/62) abwies, soweit darauf eingetreten 

wurde. 

2. Am 25. Februar 2011 stellte die Gemeinde dem Eigentümer der Liegenschaft 

und Bauherrn, A., dem Bauführer C., der verantwortlichen Architektin B. sowie 

… als Verantwortlicher der mit den Bauarbeiten beauftragten 

Bauunternehmung … AG, den Strafentscheid vom 24. Februar 2011 zu. Darin 

stellte der Gemeindevorstand fest, dass nebst verschiedenen formellen 

Baurechtsverletzungen vorab aus dem Jahr 2006 mit der Erweiterung des 

Schwimmbadraumes, der Erstellung des Zugangs zum Schwimmbad sowie 

der Erstellung des Raumes zwischen Wohn- und Garagentrakt auch eine 

Verletzung materieller Bauvorschriften einhergegangen sei. Aufgrund dieser 

Verletzungen des formellen und materiellen Rechts büsste der 

Gemeindevorstand unter Berücksichtigung ihrer finanziellen Verhältnisse den 

Eigentümer A. mit Fr. 30'000.-- (Ziffer 3.2), Bauleiter C. mit Fr. 5'000 (Ziffer 

3.3), die verantwortliche Architektin B. mit Fr. 20'000.-- (Ziffer 3.4), während 

… als Verantwortlicher der Bauunternehmung … AG freigesprochen wurde 

(Ziffer 3.1). Die Bussen seien innert 30 Tagen der Gemeinde zu überweisen 

(Ziffer 3.5). Die Kosten des Verfahrens von Fr. 7'491.-- würden den Gebüssten 

je zu einem Drittel auferlegt und seien ebenfalls innert 30 Tagen zu 

überweisen (Ziffer 3.6). 

3. Gegen den Strafentscheid vom 24. Februar 2011 erhob die Architektin B. mit 

Eingabe vom 31. März 2011 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem 

Antrag auf Aufhebung der Ziffern 3.4, 3.5 und 3.6. Die Kosten des Verfahrens 

seien nicht auf sie zu verteilen. Zur Begründung führte die 

Beschwerdeführerin aus, sie sei mit Schreiben vom 14. September 2006 von 

der Gemeinde lediglich gebeten worden, einzelne Fragen, welche allesamt 

die Verantwortung für die Bauplanung und die Bauausführung betroffen 

haben, zu beantworten. Zu den eigentlich beanstandeten Punkten 

(zusätzliche Türöffnungen, Verbindungsgang und Hohlraum) sei sie im 

Gegensatz zum Bauherrn A. sowie Bauführer C. nie zu einer Stellungnahme 

aufgefordert worden. Damit habe die Gemeinde das rechtliche Gehör der 

Beschwerdeführerin verletzt, was zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids führen müsse. Am 26. September 2006 sei der zuständige 

Bauführer C. von der Gemeinde aufgefordert worden, für die ohne vorgängige 

Baubewilligung getätigten Baumassnahmen Projektänderungspläne 

einzureichen, um diese als 3. Projektänderung publizieren zu können. Dieser 

Aufforderung sei C. nachgekommen. Die Publikation der 3. Projektänderung 

habe dann die Einsprachen der Nachbarn sowie alle anschliessenden 

Verfahren ausgelöst. Für diesen Teil der Bauausführungen (Abbruch der 

nichtbewilligten Betonbrüstung und Erstellung Glaskonstruktion, Auffüllung 

mit Erdmaterial zu mindestens 80% des technisch bedingten Hohlraums 

zwischen Ferienhaus und Garage oder Nutzungstransport, Natursteinmauer 

zwischen Eingang im Untergeschoss und der Garage ohne südliche Türe, 

Vergrösserung des Schwimmbadraumes um 20 m2) sei indes allein der 

Bauführer C. verantwortlich gewesen. Die strafbare Handlung der 

Beschwerdeführerin habe die Gemeinde darin gesehen, dass sie es 

unterlassen habe, die strafbaren Handlungen zu verhindern. Ein solches 

Unterlassungsdelikt könne aber nur angenommen werden, wenn für sie eine 

Garantenstellung im konkreten Aufgabenbereich bestehe, und sie als Garant 

überhaupt die Möglichkeit gehabt hätte, das strafbare Handeln zu verhindern. 

Zudem müsste auch der subjektive Tatbestand gegeben sein. Gemäss den 

Vereinbarungen mit der Bauherrschaft sei sie aber lediglich für die 

Bauplanung zuständig gewesen. Für die Bauausführung sei allein C. 

zuständig gewesen, der als ausgebildeter Architekt mit guter Erfahrung bei ihr 

angestellt gewesen sei. Aufgrund der erwähnten Aufgabenteilung könne sie 

nur für Fehler verantwortlich gemacht werden, die bei der Bauplanung 

entstanden seien. Für Fehler bei der Bauausführung habe B. keine 

Garantenstellung inne gehabt, da diese nicht in ihren Aufgabenbereich 

gefallen sei. Wie die Gemeinde selber ausgeführt habe, seien die 

Baurechtsverletzungen alle auf eine fehlerhafte Bauausführung 

zurückzuführen gewesen. Die Gemeinde habe sich denn auch stets an den 

Bauführer C. und nicht an sie gewendet. Den ursprünglich nicht geplanten 

Verbindungsgang habe nicht sie sondern dipl. Bauing. … vom Ingenieurbüro 

Quintus AG geplant. Folglich sei auch … für die Einholung der vorgängigen 

Baubewilligung zuständig und verantwortlich gewesen. Demnach treffe sie 

diesbezüglich keine Garantenstellung, weshalb sie mangels Erfüllung des 

objektiven Tatbestandes nicht bestraft werden könne. Im Übrigen erfülle die 

Beschwerdeführerin den Verbindungsgang betreffend auch den subjektiven 

Tatbestand nicht. Der Hohlraum zwischen Garage- und Wohntrakt sei wegen 

des unerwartet massiven Hangwassers durch die Bauleitung unter grossem 

Zeitdruck erstellt worden. C. habe mit Schreiben vom 21. September 2006 an 

die Gemeinde eingeräumt, dass es ihm dabei entgangen sei, vorgängig ein 

Baubewilligungsgesuch für den Hohlraum einzureichen. Die 

Beschwerdeführerin sei zum Zeitpunkt, als das Problem mit dem Wasser 

behandelt worden sei, nicht auf der Baustelle gewesen und habe auch keine 

Kenntnis über das Problem und die Pläne von C. gehabt. Deshalb sei sie für 

den Bau des Hohlraums weder bezüglich der Einholung der Baubewilligung 

noch bezüglich der Bauausführung verantwortlich gewesen, weshalb sie auch 

diesbezüglich keine Garantenstellung inne gehabt habe. Schliesslich hätte sie 

aufgrund der fehlenden Kenntnis über das Problem auch keine Möglichkeit 

gehabt, das baurechtswidrige Verhalten von C. zu verhindern. Die 

Betonbrüstung auf der Terrasse und dem Garagendach sei von der 

Beschwerdeführerin durchsichtig geplant und in dieser Form auch bewilligt 

worden. Für die Ausführung der Brüstung in Beton sei einzig C. verantwortlich. 

Sie habe von dieser Planabweichung nichts gewusst, weshalb sie aufgrund 

ihres Unwissens auch hier keine Garantenstellung inne habe. Auch die 

restlichen Baumassnahmen wie der Türdurchbruch bei der Garage, die 

Blocksteinmauer westlich der Schwimmhalle, die Vergrösserung der 

Schwimmhalle sowie das Küchen- und Dachfenster seien nicht in ihren 

Aufgabenbereich gefallen. Diese Abweichungen seien stets ohne ihr Zutun 

erfolgt. Sie habe keine Kenntnis von den Abweichungen gehabt und habe 

deshalb die damit verbundene Verletzung von Bauvorschriften nicht 

verhindern können. Zudem sei auch der subjektive Tatbestand nicht gegeben, 

da sie die Abweichungen weder vorsätzlich noch fahrlässig herbeigeführt 

habe, noch vorsätzlich oder fahrlässig unterlassen habe, die ausführenden 

Personen am inkriminierten Handeln zu hindern. Über all diese Aspekte sei 

sie als Zeugin zu befragen. Es treffe sie jedenfalls sicher kein Verschulden 

betreffend die materiellen Baurechtsverletzungen. Das Verwaltungsgericht 

habe im Entscheid R 07 88 vom 20. November 2007 bei einem Fall, bei 

welchem dem Beschuldigten eine mehrfache Widerhandlung gegen formelles 

Baurecht vorgeworfen worden sei, unabhängig vom Einkommen und vom 

Vermögen festestellt, dass bei einer formellen Baurechtsverletzung eine 

Busse von Fr. 2'000.-- per se unverhältnismässig hoch sei. Auch dies zeige, 

dass die verhängte Busse von Fr. 20'000.-- völlig überrissen sei. Selbst wenn 

davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin für sämtliches ihr 

vorgeworfene Verhalten die strafrechtliche Verantwortung zu tragen hätte, 

müsste die Busse in Berücksichtigung aller Umstände auf maximal Fr. 1'500.-- 

reduziert werden. 

4. a) Die von der Beschwerdeführerin beantragte aufschiebende Wirkung der 

Beschwerde wurde am 14. April 2011 durch den Instruktionsrichter gewährt. 

Ausserdem wurde ihr die Möglichkeit gegeben, sich auch zu den 

Beschwerdeeingaben von A. (R 11 33) und C. (R 11 34) zu äussern.

b) In ihrer Stellungnahme vom 24. Mai 2011 zu den Beschwerden von A. und C. 

blieb die Beschwerdeführerin bei ihren Anträgen und Begründungen, wobei 

sie insbesondere die für sie vorteilhaften Ausführungen der Mit- bzw. 

Gegenstreiter jeweils unterstrich. 

5. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Gemeinde die Abweisung der 

Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei am 14. September 2006 

aufgefordert worden, zu den verschiedenen unbewilligten Bautätigkeiten 

Stellung zu beziehen, worauf sie der Gemeinde am 21. September 2006 ihre 

Stellungnahme zugestellt habe. Die Gemeinde habe verschiedene 

Korrespondenz direkt an ihr Architekturbüro gerichtet, in der Annahme, sie 

werde jeweils darüber informiert. Ob die Einräumung der Möglichkeit zur 

Stellungnahme in dieser Form genüge, habe das Gericht zu beurteilen. Es 

treffe jedenfalls nicht zu, dass die bauliche Tätigkeit von August 2005 bis am 

24. April 2006 nicht beanstandet werde. Am 18. April 2006 sei mit dem Bau 

des unbewilligten Verbindungsgangs zwischen Garage und Wohntrakt 

begonnen worden. In diesem Zeitraum dürfte auch der unbewilligte Hohlraum 

erstellt worden sein. Wie sich dem im Verfahren R 11 33 eingelegten E-Mail-

Verkehr entnehmen lasse, habe die Beschwerdeführerin dem Bauherrn 

wiederholt versichert, nur nach Recht, Gesetz und genehmigten Plänen zu 

bauen. Daraus erhelle, dass sie offenbar mit der Bauplanung, inklusive 

Baugesuche und Bauleitung, beauftragt worden sei. Die Bauleitung habe sie 

offensichtlich intern an ihren Angestellten C. delegiert, wobei sie als 

Arbeitgeberin ihm gegenüber stets weisungsbefugt geblieben sei. Ausserdem 

obliege ihr aufgrund von Art. 95 KRG die Pflicht, den Arbeitnehmer zu 

instruieren und zu überwachen, wie es für Hilfspersonen die Regel sei. Es sei 

denn auch nicht anzunehmen, der bauleitende Angestellte C. habe ohne 

Rücksprache mit ihr als seine Arbeitgeberin und verantwortliche Architektin 

die Erstellung der unbewilligten Bauteile im Alleingang in Auftrag gegeben. 

Als Architektin sei sie sowohl für die Überwachung der Baustelle, als auch der 

Angestellten zuständig. In ihren Unterlassungen sei ein schuldhaftes 

Verhalten, eine bewusste, wenn nicht sogar vorsätzliche Inkaufnahme von 

Rechtsverletzungen zu erblicken. Als erfahrene, ortskundige Architektin hätte 

sie wissen müssen, dass insbesondere mit der Erstellung des Hohlraums, der 

Erweiterung des Schwimmbads sowie des Zugangs von der Garage zum 

Wohntrakt auch eine materielle Baurechtsverletzung einherginge. Eine 

Bewilligung für diese unbewilligten Bauteile sei im Zeitpunkt des 

Bauabschlusses nicht möglich gewesen, weshalb mit dem Abschluss der 

unbewilligten Bauten auch materielles Recht verletzt worden sei. Die ihr 

gegenüber ausgesprochene Busse erweise sich demnach in jeder Hinsicht 

als angemessen. 

6. Replicando ergänzte die Beschwerdeführerin, sie sei im Schreiben vom 14. 

September 2006 entgegen den Ausführungen der Gemeinde in deren 

Vernehmlassung weder auf die Vorbehalte noch auf die massgebenden 

Strafbestimmungen hingewiesen worden. In erwähntem Schreiben habe sie 

die Gemeinde lediglich aufgefordert, einzelne Fragen über die Verantwortung 

für die Bauplanung und die Bauausführung schriftlich zu beantworten. Zu den 

nicht bewilligten Bautätigkeiten habe die Beschwerdeführerin nie Stellung 

nehmen können. Die Gemeinde habe ihr nicht einmal mitgeteilt, welche 

Bautätigkeiten sie bemängle. Dass sie im Nichtwissen um die beanstandeten 

Bautätigkeiten zu solchen auch nicht habe Stellung nehmen können, liege auf 

der Hand. Das Verhalten der Gemeinde widerspreche Art. 6 Abs. 2 lit. a 

EMRK, Art. 32 Abs. 2 BV sowie auch dem Verwaltungsgerichtsurteil R 05 15 

vom 15. September 2005 (E. 2b). Die Beschwerdeführerin sei ihren 

Instruktions- und Überwachungspflichten zur Genüge nachgekommen, indem 

sie einen vollständig ausgebildeten Architekten als Bauführer angestellt und 

ihn auf die Notwendigkeit bewilligter Pläne hingewiesen habe. Im 

Verwaltungsstrafrecht obliege es der Gemeinde, der Beschwerdeführerin die 

Schuld nachzuweisen. Dies habe die Gemeinde vorliegend nicht getan. Die 

allgemeine Lebenserfahrung, auf welche sich die Gemeinde ausschliesslich 

gestützt habe, sei kein taugliches Mittel, um der angeklagten Person die 

Schuld nachzuweisen. Die Anwaltskosten der Gemeinde im Umfang von Fr. 

2'500.-- könne die Gemeinde nicht auf die Beschwerdeführer überwälzen, 

weshalb die Verwaltungsgebühr um diese Fr. 2'500.-- zu reduzieren sei. Die 

restlichen Fr. 4'991.-- der Gebührenrechnung seien nach richterlichem 

Ermessen nochmals entsprechend zu reduzieren. 

7. Die Gemeinde hält in ihrer Duplik an den Anträgen und Begründungen fest 

und ergänzt noch einige Details die Replik der Beschwerdeführerin betreffend. 

8. Nach Abschluss des Schriftenwechsels machte die Bauherrschaft (R 11 33) 

mit Eingabe vom 26. September 2011 noch geltend, bezüglich des 

Verbindungsgangs sowie des Hohlraums zwischen der Garage und dem 

Ferienhaus sei die Verfolgungsverjährung nach Art. 95 Abs. 4 Satz 1 KRG 

eingetreten. Die Gemeinde habe die nach ihrer Auffassung vorliegende 

formelle Baugesetzverletzung am 26. Juli 2006 festgestellt. Damit habe ab 

diesem Zeitpunkt für diese Tatbestände die Verjährungsfrist für den 

Strafanspruch zu laufen begonnen. Die Verfolgungsverjährung im Strafrecht 

kenne seit dem 1. Oktober 2002 keine Unterbrechungstatbestände mehr. 

Weder Untersuchungshandlungen noch die Busse selber könnten als 

erstinstanzliches Urteil im Sinne der verjährungsunterbrechenden Praxis des 

Bundesgerichts erachtet werden. Damit sei für die Erstellung des 

Verbindungsgangs sowie des Hohlraums zwischen Garage und Ferienhaus 

ohne Baubewilligung im ersten Semester 2006 die fünfjährige Verjährung zum 

jetzigen Zeitpunkt bereits eingetreten. Diesen Ausführungen schloss sich die 

Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 7. Oktober 2011 mit der Bemerkung, 

der Eintritt der Verfolgungsverjährung sei von Amtes wegen zu prüfen und 

gelte für alle im Strafverfahren beteiligten Personen und demnach auch für 

sie, an. 

9. In ihrer Stellungnahme dazu bestritt die Gemeinde den Eintritt der Verjährung. 

Der Beginn der Verjährungsfrist werde mit der Beendigung der 

massgebenden Bauarbeiten am Gesamtgebäude, d.h. mit der 

Bezugsbereitschaft gleichgesetzt. Vorliegend sei weder der unbewilligte 

Durchgang noch der Gesamtbau im Jahr 2006 abgeschlossen gewesen. Der 

Bauführer habe im August 2006 selbst ausgeführt, die Arbeiten im 

Untergeschoss würden am Schluss, d.h. nach Bauabschluss vorgenommen 

werden. Dass das Haus im Jahr 2006 bei weitem noch nicht bezugsbereit 

gewesen sei, würden auch die zahlreichen Baugesuche, welche im Jahr 2007 

eingereicht worden und später zur Ausführung gelangt seien, bezeugen. 

Zudem habe die Bauherrschaft vor Bezugsbereitschaft noch andere 

unbewilligte Bauarbeiten ausgeführt, die zu materiellen 

Baurechtsverletzungen geführt hätten (Brüstung, Erweiterung Hallenbad, 

etc.). Demnach werde nicht nur eine Verletzung von formellen (Baubeginn vor 

Vorliegen einer Baubewilligung), sondern auch von materiellen 

Baurechtsbestimmungen (Überschreitung der zulässigen 

Bruttogeschossfläche) vorgeworfen. Hinzu komme, dass die Bauherrschaft 

die Bauvollendung erst im Jahr 2010 zur Schlussabnahme angezeigt habe. 

Ausserdem habe der Gemeindevorstand als Strafbehörde einen beim 

Verwaltungsgericht anfechtbaren Bussentscheid und nicht etwa einen 

Strafbefehl im Sinne eines Strafmandats mit Einsprachemöglichkeit beim 

Gemeindevorstand erlassen. Diese vor März 2011 ergangene Verfügung sei 

fähig, in Rechtskraft zu erwachsen. Selbst wenn somit vom 

Verjährungsfristbeginn gemäss Bauherrschaft ausgegangen würde, sei der 

Strafbescheid innert der fünfjährigen Verjährungsfrist ergangen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Baubussverfügung 

des Gemeindevorstands … vom 24. Februar 2011, mit welcher der 

Beschwerdeführerin Verstösse gegen Art. 114 des Baugesetzes der 

Gemeinde … (BG; 791) und Art. 86 , 93 und 95 des Raumplanungsgesetzes 

für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) i.V.m. Art. 111, Art. 53, Art. 

41 und Art. 56 BG zur Last gelegt werden. Beschwerdegegenstand ist die 

Frage, ob die Gemeinde der Beschwerdeführerin zu Recht eine Busse von Fr. 

20'000.-- auferlegt hat.

2. a) Seit dem 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO; 

SR 312.0) in Kraft. Ist ein Entscheid vor Inkrafttreten der StPO gefällt worden, 

werden dagegen erhobene Rechtsmittel nach bisherigem Recht und von den 

bisher zuständigen Behörden beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Für 

Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Entscheide, die nach dem 31. Dezember 

2010 gefällt wurden, gilt neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO). 

Ausschlaggebend für die Anwendbarkeit des neuen oder alten Prozessrechts 

ist somit das erstinstanzliche Entscheiddatum. Der hier streitige 

Strafentscheid der Gemeinde datiert vom 24. Februar 2011. Damit ist die 

vorliegende Beschwerde nach neuem Recht (Schweizerische 

Strafprozessordnung) zu beurteilen. 

b) Gemäss Art. 357 StPO haben die zur Verfolgung und Beurteilung von 

Übertretungen eingesetzten Verwaltungsbehörden die Befugnisse der 

Staatsanwaltschaft (Abs. 1). Dabei richtet sich das Verfahren sinngemäss 

nach den Vorschriften über das Strafbefehlsverfahren (Abs. 2), d.h. nach den 

Art. 352 - 356 StPO. Ist der Übertretungstatbestand nicht erfüllt, so stellt die 

Übertretungsstrafbehörde das Verfahren mit einer kurz begründeten 

Verfügung ein (Abs. 3). Gemäss Art. 4 und 44 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) richtet sich 

das Verfahren zur Verfolgung und Beurteilung von Straftaten nach 

kommunalem Recht - wie vor Inkrafttreten der StPO - nach dem Gesetz über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). In der Botschaft der 

Regierung wird dazu ausdrücklich ergänzt, dass das Gleiche auch gilt, wenn 

die Gemeinden durch Gesetz zur Verfolgung und Beurteilung von kantonalen 

Straftatbeständen ermächtigt werden (vgl. Botschaft der Regierung an den 

Grossen Rat, Heft Nr. 13/2009-2010, Umsetzung Schweizerische Straf- und 

Zivilprozessordnung auf Gesetzesstufe, S. 830). Das per 1. November 2005 

in Kraft getretene und immer noch gültige Raumplanungsgesetz für den 

Kanton Graubünden bestimmt in Art. 95 Abs. 3, dass die kommunale 

Baubehörde zuständig für die Bestrafung von Baubussen ist. Diesbezüglich 

hat sich demnach durch die Inkraftsetzung der Schweizerischen 

Strafprozessordnung auf Stufe der Bündner Gemeinden nichts geändert, 

weshalb auch die bisherige Praxis des Verwaltungsgerichts grundsätzlich 

massgeblich bleibt. 

3. a) Zunächst macht die Beschwerdeführerin die Verletzung des rechtlichen 

Gehörs geltend, da die Eröffnung des Strafverfahrens nicht nach den 

Vorgaben der Praxis des Verwaltungsgerichts erfolgt sei. Demnach ist in 

formeller Hinsicht zunächst zu prüfen, ob mit dem von der Gemeinde 

gewählten Vorgehen der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches 

Gehör im Baubussenstrafverfahren gewahrt worden ist. Wie soeben 

dargestellt richtet sich das Verfahren zur Verfolgung und Beurteilung von 

Straftaten nach kommunalem sowie kantonalem Recht nach dem VRG. 

Dieses hält in Art. 16 Abs. 1 explizit fest, dass die Behörde den von einem 

Entscheid Betroffenen Gelegenheit zur schriftlichen oder mündlichen 

Stellungnahme zu geben hat. Darauf kann sie lediglich verzichten, wenn 

sofortiges Handeln notwendig ist (Abs. 2). Auch die StPO erwähnt im 

Zusammenhang mit dem Begriff und der Stellung der Parteien in Art. 107 den 

Anspruch auf rechtliches Gehör. Namentlich haben die Parteien das Recht, 

Akten einzusehen, an Verfahrenshandlungen teilzunehmen, einen 

Rechtsbeistand beizuziehen, sich zur Sache und zum Verfahren zu äussern 

sowie Beweisanträge zu stellen. Diese Prozessgarantien werden durch die 

sich unmittelbar aus der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) sowie der Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergebenden 

individuellen Verfahrensrechten ergänzt. 

b) Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 EMRK verankerten Anspruch 

auf rechtliches Gehör, welcher einen unabdingbaren Teilaspekt des 

allgemeinen Grundsatzes des fairen Verfahrens im Sinne von Art. 29 Abs. 1 

BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK bildet, ergibt sich das Recht des Beschuldigten, 

an der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken. Dieses Mitwirkungsrecht umfasst 

insbesondere das Recht des Einzelnen, sich vor Erlass eines entsprechenden 

Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise vorzubringen, 

Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu 

werden und an der Erhebung wesentlicher Beweismittel mitzuwirken oder sich 

zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den 

Entscheid zu beeinflussen (BGE 125 I 113 E. 2a, 118 Ia 19 E. 1c; G. 

Steinmann in: B. Ehrenzeller/Ph. Mastronardi/R. J. Schweizer/K. A. Vallender 

[Hrsg.], Die Schweizerische Bundesverfassung, Zürich 2008, N. 21 ff. zu Art. 

29). Gemäss Art. 32 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK besitzt der 

Angeschuldigte ferner das Recht, innert möglichst kurzer Frist in einer für ihn 

verständlichen Sprache in allen Einzelheiten über die Art und den Grund der 

gegen ihn erhobenen Beschuldigungen in Kenntnis gesetzt zu werden. Damit 

soll er in die Lage versetzt werden, seine Verteidigung wirksam vorzubereiten. 

Dabei sind nicht nur die Taten bekannt zu geben, die begangen zu haben er 

verdächtigt wird, sondern es sind auch Angaben über die juristische 

Einordnung derselben zu machen (vgl. hierzu H. Vest in: B. Ehrenzeller/Ph. 

Mastronardi/R. J. Schweizer/K. A. Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische 

Bundesverfassung, Zürich 2008, N. 23 zu Art. 32; J. Frowein/W. Peukert, 

EMRK-Kommentar, 2. Aufl., Kehl/Strassburg/Arlington 1996, S. 295; PVG 

2003 Nr. 37, 1999 Nr. 52, 1997 Nr. 55, 1993 Nr. 4).

c) In PVG 2003 Nr. 37 hat das Verwaltungsgericht die umschriebene Praxis mit 

Blick auf den Inhalt einer Aufforderung zur Vernehmlassung präzisiert und 

festgehalten, Minimalanforderung sei, dass die Behörde dem Beschuldigten 

vorhalte, welche Norm er nach Ansicht der Behörde verletzt haben solle. 

Überdies sei ihm der gesetzliche Strafrahmen mitzuteilen und er sei 

aufzufordern, über seine persönlichen Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse Auskunft zu geben.

4. Vorliegend hat die Gemeinde mit Schreiben vom 28. Juli 2006 an die 

Bauherrschaft sowie an die Beschwerdeführerin erläutert, sie habe anlässlich 

eines Augenscheins auf der Baustelle festgestellt, dass der Rohbau nicht 

gemäss den bewilligten Plänen erstellt worden sei. Damit sei zumindest 

formell gegen das Baurecht verstossen worden. Mit Schreiben vom 14. 

September 2006 wendete sich die Gemeinde erneut an die 

Beschwerdeführerin und ersuchte sie, einige Fragen betreffend der 

Verantwortung für die Bauplanung und die Bauausführung, der 

Weisungsbefugnis auf der Baustelle sowie der unbewilligten Bautätigkeiten 

zu beantworten. Zudem wurde sie in erwähntem Schreiben aufgefordert, ihre 

Vermögens- und Einkommensverhältnisse zuhanden der Gemeinde bekannt 

zu geben. Zudem hat die Gemeinde in ihrer Baubewilligung bzw. im 

Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2006 unter Ziffer 3.8 ausdrücklich 

festgehalten, dass ein grosser Teil der mit vorliegendem Baugesuch 

beantragten Änderungen bereits ausgeführt worden sei. Damit sei sowohl 

formell wie auch materiell gegen das Baugesetz verstossen worden. Das 

entsprechende Strafverfahren sei nicht Bestandteil dieses Gesuchs und folge 

später. Es kann vorliegend ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass 

die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Stellung als zuständige Architektin von 

dieser Baubewilligung bzw. Einspracheentscheidung ebenfalls Kenntnis 

erhalten hat. Die Schreiben der Gemeinde sowie ihre Ausführungen in 

erwähntem Einspracheentscheid bzw. in der Baubewilligung konnten für die 

Beschwerdeführerin als Architektin nun aber keine andere Bedeutung haben, 

als dass die entsprechenden Baubussverfahren gestützt auf die geltenden 

Baubussvorschriften eingeleitet werden. Zudem wurden seitens der 

Beschwerdeführerin von der Gemeinde auch die Angaben über ihre 

persönlichen Verdienst- und Vermögensverhältnisse einverlangt. Schliesslich 

war die Beschwerdeführerin im formell- und materiellrechtlichen Bereich 

gleichzeitig an den zwei Gerichtsverfahren R 07 4/5 sowie R 08 57/62 vor dem 

Verwaltungsgericht zumindest indirekt beteiligt, woraus sich die 

Bauproblematik mit ihren Bauverletzungen im Detail ergab. An den anlässlich 

der Beschwerdeverfahren R 07 4/5 und R 08 57/62 durchgeführten 

Augenscheinen vom 25. Juni 2007 bzw. vom 5. Februar 2009 war die 

Beschwerdeführerin sodann sogar persönlich zugegen, weshalb ihr die zur 

Diskussion stehenden formellen sowie materiellen Baurechtsverletzungen 

bekannt waren. Eine Berufung ihrerseits auf mangelhafte Eröffnung des 

Strafverfahrens erweist sich demnach, trotz nicht gerade mustergültiger 

kommunaler Einleitung des Strafverfahrens, als rechtsmissbräuchlich und 

somit als nicht schützenswert. 

5. a) Gemäss Art. 114 BG sowie Art. 93 KRG sind die Bauherrschaft, die 

Eigentümerinnen und Eigentümer, die Bauleitung sowie die mit der 

Projektierung und Ausführung von Bauvorhaben beauftragten Personen für 

die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften, die Übereinstimmung der 

ausgeführten Bauten und Anlagen mit den bewilligten Plänen und dem 

Baugespann sowie für die Einhaltung von Nebenbestimmungen 

verantwortlich. Die verantwortlichen Personen werden mit Bussen zwischen 

Fr. 200.-- und Fr. 40'000.-- bestraft, wenn sie vorsätzlich oder fahrlässig gegen 

das KRG oder darauf beruhende Erlasse und Verfügungen des Kantons oder 

der Gemeinde verstossen (Art. 95 Abs. 1 KRG). 

b) Vorliegend ergeben sich sowohl die formellen wie auch die materiellen 

Baurechtsverletzungen aus den bereits erwähnten 

Verwaltungsgerichtsurteilen R 07 4/5 vom 28. Juni 2007 sowie R 08 57/62 

vom 10. Februar 2009. In Verletzung formellen Baurechts wurden in 

Abweichung der bewilligten Pläne eingestandenermassen ein 

Verbindungsgang sowie ein zugänglicher Raum zwischen dem Garagentrakt 

und dem Schwimmbad errichtet. Weiter wurde auf der Terrasse und dem 

Garagendach entgegen den bewilligten Plänen eine durchgehende 

Betonbrüstung erstellt, obwohl eine durchsichtige Brüstung unterbrochen von 

Betonpfeilern bewilligt worden war, bei der Garage ein Türdurchbruch, der 

zum Hauseingang führt sowie westlich der Schwimmbadhalle eine 

Blocksteinmauer erstellt. Für all diese baulichen Vorkehren lagen zum 

damaligen Zeitpunkt keine Baubewilligungen vor. Zudem wurde auch der 

Schwimmbadraum entgegen den bewilligten Plänen vergrössert, indem die 

Glasfront um ca. 1.5 Meter weiter talwärts erstellt wurde. Äusserlich wurde bei 

der Küche das Fenster in Abweichung der bewilligten Pläne erstellt und im 

Obergeschoss ein Dachflächenfenster angebracht. Demnach wurde 

vorliegend wiederholt und ohne vorherige Einreichung entsprechender 

Baugesuche von den bewilligten Plänen abgewichen. Mit der Erweiterung des 

Schwimmbadraumes, der Erstellung des Zugangs zum Schwimmbad und des 

Raumes zwischen dem Garagen- und Wohntrakt wurde überdies auch Art. 53 

BG, der die zulässige Ausnutzung regelt, verletzt. Eine nachträgliche 

Bewilligung wurde erst möglich, nachdem die erforderliche 

Bruttogeschossfläche von einer benachbarten Parzelle auf die Bauparzelle 

transportiert worden war. Ausserdem konnten die Brüstung sowie die 

Blocksteinmauer westlich des Schwimmbadtraktes aufgrund der Missachtung 

materieller Baurechtsvorschriften nachträglich nicht bewilligt werden. Nebst 

formellem wurde somit beim Bau des Ferienhauses offenkundig auch 

materielles Baurecht verletzt. 

c) Die Beschwerdeführerin versucht in ihren Rechtsschriften erfolglos, die 

Verantwortung für die nachgewiesenermassen erfolgten formellen und 

materiellen Baurechtsverletzungen vollumfänglich dem damals in ihrem 

Architekturbüro angestellten C. zuzuschieben. Sie beantragt diesbezüglich 

auch ihre Einvernahme als Zeugin. Dies vermag aber zu keiner anderen 

Erkenntnis zu führen, denn es stand der Beschwerdeführerin zweifelsohne 

frei, die Bauführung an ihren Angestellten zu delegieren. Dies vermag jedoch 

nichts an der Tatsache zu ändern, dass ihr nach wie vor die Pflicht oblag - wie 

es für Hilfspersonen üblich ist - ihren Angestellten zu überwachen und seine 

Tätigkeit auf der Baustelle zu kontrollieren. Als Arbeitgeberin hätte sie es denn 

auch durchaus in der Hand gehabt, den ihr weisungsunterworfenen Bauführer 

an der Inangriffnahme von Bautätigkeiten ohne Bewilligung zu hindern. Wenn 

die Beschwerdeführerin in ihren Rechtsschriften ausführt, sie habe von den 

unbewilligten Bautätigkeiten nichts gewusst, so ist sie ihren Kontroll- und 

Überwachungsverpflichtungen offensichtlich nicht genügend 

nachgekommen. Die Eingabepläne an das Bauamt wurden ausserdem 

regelmässig von der Beschwerdeführerin als Vertreterin der Bauherrschaft 

unterzeichnet, und auch sonst stand sie betreffend allfälliger Fragen mit dem 

Bauamt in Kontakt. Demnach hätten ihr anlässlich eines Besuchs auf der 

Baustelle die unbewilligten Bautätigkeiten ins Auge stechen müssen. Zudem 

erscheint es insbesondere vor dem Hintergrund der nachhaltigen 

Auswirkungen auf das Gebäude als gänzlich unglaubhaft wenn die 

Beschwerdeführerin vorbringt, die Erstellung der unbewilligten Bauteile habe 

der Bauführer C. im Alleingang ohne ihre Kenntnis in Auftrag gegeben. 

Vielmehr ist davon auszugehen, die Beschwerdeführerin habe es in Kenntnis 

der unbewilligten Bautätigkeit unterlassen, die gegen das Gesetz und die 

Bewilligung verstossenden Arbeiten abzustellen, obwohl dies für sie als 

verantwortliche Architektin und Arbeitgeberin des Bauführers ein Leichtes 

gewesen wäre. 

d) Bezüglich des Verschuldens sowie der Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführerin kann auf die detaillierten und 

in sich schlüssigen Ausführungen der Gemeinde im Strafentscheid verwiesen 

werden. Angesichts des gesetzlichen Höchstrahmens von Fr. 40'000.-- und in 

Würdigung des beschwerdeführerischen Verschuldens, ihrer wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit sowie des der Gemeinde zustehenden 

Ermessensspielraums erscheint die ausgefällte Busse von Fr. 20'000.-- als 

vertretbar, weshalb weder Raum noch Veranlassung für eine Reduktion bzw. 

für die anbegehrte Aufhebung der ausgesprochenen Baubusse besteht. 

e) Was die erhobenen Gebühren im Umfang von Fr. 7'491.-- betrifft bringt die 

Beschwerdeführerin vor, diese seien ausserordentlich hoch und liessen sich 

im Rahmen des vorliegenden Sachverhalts nicht rechtfertigen. Dem kann 

nicht gefolgt werden. Gemäss Art. 96 Abs. 1 KRG, welcher gemäss Art. 107 

Abs. 2 Ziff. 6 KRG unmittelbar anwendbar ist, erheben die Gemeinden für 

ihren Aufwand im Baubewilligungsverfahren und in weiteren baupolizeilichen 

Verfahren Gebühren. Auslagen für Leistungen Dritter wie Fachgutachten, 

Beratungen sowie Grundbuchkosten sind der Gemeinde zusätzlich zu 

vergüten. Die Gemeinden haben die Bemessung und Erhebung der Gebühren 

in einer Gebührenverordnung zu regeln (Art. 96 Abs. 3 KRG). Diesem Auftrag 

ist die Gemeinde … im Jahre 1989 mit dem Erlass der Baupolizei-

Gebührenordnung (791.12), zuletzt revidiert am 21. Februar 2008, 

nachgekommen. In Art. 13 erwähnter Verordnung ist sodann festgehalten, 

dass Arbeiten und Aufwendungen der Baubehörde, die wegen 

Widerhandlungen gegen die baupolizeilichen Vorschriften nötig werden, wie 

baupolizeiliche Kontrollen, Augenscheine sowie Einstellungs- und 

Bussverfügungen nach Zeitaufwand in Rechnung gestellt werden. Dabei 

halten sich vorliegend die von der Gemeinde hierfür angewandten Ansätze 

durchaus im Rahmen der für die betreffende Tätigkeit üblichen Ansätze. 

Weder der festgehaltene Zeitaufwand noch die Stundenansätze sind zu hoch, 

auch nicht diejenigen des Gesamtgemeindevorstandes, welcher im Übrigen 

nur für eine angesichts des langwierigen Verfahrens bescheidene Zeit von 

einer Stunde in Rechnung gestellt wurde. Sowohl das Honorar der 

Bauamtmitarbeiter wie auch dasjenige des Rechtsanwaltes, dessen Beizug 

angesichts des aufwendigen Verfahrens durchaus gerechtfertigt erscheint, 

erweisen sich als angemessen. Angesichts des langwierigen und schwierigen 

Verfahrens sind die in Rechnung gestellten Gebühren insgesamt durchaus 

gerechtfertigt. Was die Aufteilung erwähnter Gebühren zu je einem Drittel auf 

die drei Gebüssten betrifft ist festzuhalten, dass Gebühren, im Gegensatz zur 

Busse, nicht nach dem Verschulden sowie den Einkommens- und 

Vermögensverhältnissen der Beteiligten verteilt werden. Unter 

Berücksichtigung der drei gleich langen und aufwendigen Strafverfahren 

erscheint die gewählte Verteilung zu je einem Drittel ebenfalls als vertretbar. 

Demzufolge erweist sich der Strafentscheid vom 24. Februar 2011 als 

vollumfänglich rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde 

abzuweisen ist. 

6. a) An diesem Ergebnis vermag auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, 

der Strafanspruch der Gemeinde sei aufgrund des Eintritts der 

Verfolgungsverjährung verjährt, nichts zu ändern. Gemäss Art. 95 Abs. 4 KRG 

verjährt der Strafanspruch innerhalb von fünf Jahren seit Beendigung der 

strafbaren Handlung. Die absolute Verjährung tritt nach zehn Jahren ein. 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts sowie des 

Verwaltungsgerichts stellt die Verletzung materieller Vorschriften der 

Bauordnung kein Dauerdelikt, sondern ein Zustandsdelikt dar (vgl. PVG 1982 

Nr. 27). Bei einem solchen wird das tatbestandsmässige Verhalten mit der 

Herbeiführung eines Zustands abgeschlossen; in diesem Zeitpunkt ist das 

Delikt vollendet, und es beginnt die Verfolgungsverjährung zu laufen (PVG 

1985 Nr. 26, mit Hinweis auf R. Hauser/J. Rehberg, Strafrecht 1, 

Verbrechenslehre, Zürich 1980, S. 49). Der für den Beginn der 

Verjährungsfrist massgebende Zeitpunkt fällt im Baupolizeirecht somit mit der 

Fertigstellung der rechtswidrigen Baute zusammen (PVG 1986 Nr. 29) bzw. 

mit dem Tag, an dem die letzte Tätigkeit ausgeübt wurde (PVG 1989 Nr. 33), 

d.h. mit der Beendigung der verbotenen Bauarbeiten (vgl. C. Mäder, Das 

Baubewilligungsverfahren, Diss. Zürich 1991, N. 687). Als vollendet gilt eine 

Baute grundsätzlich dann, wenn sie als bezugsbereit betrachtet werden kann; 

nur nebensächliche, geringfügige Arbeiten zählen nicht als 

Vollendungsarbeiten (vgl. PVG 1985 Nr. 26). Mit der Revision des KRG, die 

auf den 1. November 2005 in Kraft getreten ist, wurde der bisherige Art. 59 

Abs. 4 aKRG unverändert übernommen (vgl. PVG 2005 Nr. 30), sodass die 

vorstehend zitierte Rechtsprechung unverändert auch für die Auslegung von 

Art. 95 Abs. 4 KRG massgeblich ist (VGU R 10 83). 

b) Vorliegend waren weder der unbewilligte Durchgang noch der Hohlraum 

zwischen der Garage und dem Wohntrakt, geschweige denn der Gesamtbau, 

im Frühjahr 2006 abgeschlossen. Dies bestätigen auch die zahlreichen 

Baugesuche, die in den Jahren 2006 und insbesondere 2007 eingereicht 

wurden und später zur Ausführung gelangten (vgl. Baugesuch vom 21. 

September 2006 [beschwerdegegnerische Beilage 25], Baugesuch vom 27. 

März 2007 [beschwerdegegnerische Beilage 36], Baugesuch vom 9. August 

2007 [beschwerdegegnerische Beilage 39] sowie Baugesuch vom 5. 

November 2007 [beschwerdegegnerische Beilage 42]). Des Weiteren hat der 

Bauführer C. mit Schreiben vom 18. August 2006 an das Bauamt der 

Gemeinde selber angezeigt, dass die Bauarbeiten am geschlossenen 

Hohlraum zwischen der Garage und dem Ferienhaus erst nach Fertigstellung 

des Rohbaus abgeschlossen werden könnten. Die Bauvollendung wurde von 

der Bauherrschaft denn auch erst im Jahr 2010 zur Schlussabnahme 

angezeigt. Den vorstehenden Ausführungen zufolge kann demnach keine 

Rede davon sein, dass die rechtswidrigen Bauten bereits im Jahr 2006 

abgeschlossen wurden bzw. das Ferienhaus bereits im Jahr 2006 

bezugsbereit war, weshalb die fünfjährige Verjährung im Sinne von Art. 95 

Abs. 4 KRG vorliegend offensichtlich nicht eingetreten bzw. durch den 

Bussentscheid vom 24. Februar 2011 rechtzeitig unterbrochen worden ist. Die 

absolute Verjährung von zehn Jahren ist im vorliegenden Verfahren nicht 

relevant. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten gestützt auf 

Art. 73 VRG zulasten der Beschwerdeführerin. Der obsiegenden Gemeinde 

steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine aussergerichtliche Entschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 464.--

zusammen Fr. 3'464.--

gehen zulasten von B. und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 19. April 2012 

teilweise gutgeheissen (1C_4/2012).