# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b32ca50-9a2e-56b3-9490-981f75e8cadb
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-29
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 29.02.2016 608 2014 140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_608-2014-140_2016-02-29.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

608 2014 140

Urteil vom 29. Feburar 2016

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Stellvertretender Präsident: Hugo Casanova
Richter: Anne-Sophie Peyraud,

Marc Sugnaux
Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin: Daniela Kiener

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Inclusion Handicap, 
Rechtsdienst 

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz     

Gegenstand Invalidenversicherung (Hilfsmittel: Kontaktlinsen)

Beschwerde vom 25. August 2014 gegen die Verfügung vom 23. Juni 2014

Kantonsgericht KG

Seite 2 von 8

Sachverhalt

A. A.________, geboren im Jahr 1965, Theologin, wohnhaft in B.________, leidet an beiden 
Augen an einem angeborenen grauen Star (Geburtsgebrechen Nr. 419 gemäss der Verordnung 
vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen [GgV; SR 831.232.21]), weshalb sie bereits im 
Kindesalter an beiden Augen operiert werden musste (Entfernung der Linsen). Die Kosten für die 
medizinischen Massnahmen wie auch die Kosten für die Brille als wesentliche Ergänzung zu den 
medizinischen Massnahmen wurden durch die Invalidenversicherung übernommen (Verfügungen 
der Ausgleichskasse des Kantons Thurgau vom 10. Mai 1966 und 7. Oktober 1966). Mit Verfügung 
vom 17. September 1974 wurden der Versicherten Kontaktlinsen zugesprochen, da sie damit eine 
wesentlich bessere Sehschärfe erreichen konnte als mit einer Brillenkorrektur.

Die Kostengutsprache für die Kontaktlinsen wurde in der Folge regelmässig erneuert, letztmals mit 
Verfügung der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) vom 
30. November 2004.

B. Mit Vorentscheid vom 14. Mai 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, die 
Verfügung vom 30. November 2004 aufzuheben. Sie führte zur Begründung aus, der Anspruch auf 
Behandlung eines Geburtsgebrechens erlische spätestens am Ende des Monats, in dem die 
versicherte Person das 20. Altersjahr zurückgelegt habe, selbst wenn eine vor diesem Zeitpunkt 
begonnene Massnahme fortgeführt werde (Art. 3 GgV). Die Kontaktlinsen würden nach Erreichen 
des 20. Lebensjahres nicht mehr zu Lasten der Invalidenversicherung gehen. Die 
Voraussetzungen für die weitere Abgabe von Kontaktlinsen seien nicht mehr erfüllt.

Gegen diesen Vorentscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 12. Juni 2014 schriftliche 
Einwände. Mit Verfügung vom 23. Juni 2014 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorentscheid vom 14. Mai 
2014 fest; dies mit der Begründung, der Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen 
notwendigen medizinischen Eingliederungsmassmassnahmen gemäss Art. 13 des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) bestehe 
maximal bis zum vollendeten 20. Altersjahr. Nach Erreichen des 20. Altersjahrs könnten benötigte 
Kontaktlinsen nicht mehr durch die Invalidenversicherung übernommen werden. Die 
Voraussetzungen für die weitere Abgabe von Kontaktlinsen seien nicht erfüllt.

C. Am 25. August 2014 erhob die Versicherte, vertreten durch den Rechtsdienst Integration 
Handicap (seit 1. Januar 2016:Inclusion Handicap ), Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. 
Sie beantragt, es sei die Verfügung vom 23. Juni 2014 aufzuheben und es seien ihr weiterhin die 
Kosten für die benötigten Kontaktlinsen durch die Invalidenversicherung zu vergüten.

Zur Begründung wird ausgeführt, die in den Jahren 1966 und 1974 erfolgten Staroperationen 
könnten ihre Wirkung (Erhalt der Sehfähigkeit) für die Zukunft nur entfalten, wenn die Versorgung 
mit den nötigen Kontaktlinsen sichergestellt bleibe. Sie sei stark sehbehindert und 
unbestrittenermassen nach wie vor auf die Versorgung mit Kontaktlinsen zur Ausübung ihrer 
Erwerbstätigkeit angewiesen. Die Kontaktlinsen würden sich deshalb weiterhin als „wesentliche 
Ergänzung“ einer von der IV übernommenen Eingliederungsmassnahme erweisen und damit die 
Voraussetzungen von Ziff. 7.02 des Anhangs zur Verordnung des EDI vom 29. November 1976 
über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI; SR 831.232.51) erfüllen. 
Wenn die Vorinstanz die Meinung vertrete, dass medizinische Eingliederungsmassnahmen 
altersmässig bis zum 20. Lebensjahr beschränkt seien, gehe sie fehl, weil die Abgabe von 
Kontaktlinsen nicht als medizinische Eingliederungsmassnahme gelte, sondern unter dem Titel 
„Hilfsmittel“ zu beurteilen sei, deren Abgabe wiederum nicht altersmässig beschränkt sei. Was das 

Kantonsgericht KG

Seite 3 von 8

ehemalige Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 119 V 225 in Zusammenhang mit dem 
Erreichen des Rentenalters ausgeführt habe, gelte gleichermassen auch bei Vollendung des 20. 
Altersjahres. Ein Hilfsmittel könne demnach auch dann noch eine wesentliche Ergänzung einer 
medizinischen Eingliederungsmassnahme bilden, wenn diese bereits abgeschlossen sei und kein 
Anspruch auf Massnahmen nach den Art. 12 und 13 IVG mehr bestehe. Massgebend sei einzig, 
dass das entsprechende Hilfsmittel wegen einer medizinischen Eingliederungsmassnahme der IV 
benötigt worden sei und nach wie vor benötigt werde. Dieser ursächliche Konnex bestehe auch 
dann weiterhin, wenn eine Person das 20. Altersjahr erreicht habe. Zu Recht habe ihr die 
Vorinstanz bis anhin Kontaktlinsen als Hilfsmittel zugesprochen. Darauf habe sie, weil sie die 
Voraussetzungen nach wie vor erfülle, auch weiterhin Anspruch.

Am 24. Oktober 2014 reichte die IV-Stelle ihre Bemerkungen ein. Sie beantragt die Abweisung der 
erhobenen Beschwerde.

Es wurde ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt, anlässlich dessen beide Parteien an ihren 
Standpunkten festhielten.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massgebend, 
aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1. Die Beschwerde vom 25. August 2014 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Juni 2014 
ist frist- und formgerecht durch eine ordentlich bevollmächtigte Rechtsvertreterin bei der sachlich 
und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein 
schutzwürdiges Interesse daran, dass das Kantonsgericht, II. Sozialversicherungsgerichtshof, 
prüft, ob sie Anspruch auf die beantragten Hilfsmittel hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Nach der bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft gestandenen Fassung von Art. 12 Abs. 1 
IVG hatten Versicherte Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des 
Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den 
Aufgabenbereich gerichtet und geeignet waren, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher 
Beeinträchtigung zu bewahren.

Am 1. Januar 2008 sind Änderungen des IVG und anderer Erlasse wie des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2006 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 
Kraft getreten. Art. 12 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung hat folgenden 
Wortlaut: Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf medizinische 
Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die 
Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und 
wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren.

Ein Hauptziel der mit der Botschaft des Bundesrates vom 22. Juni 2005 vorgelegten Änderung des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (5. IV-Revision; in: BBl 2005 4459 ff.) war es, 
durch verschiedene Sparmassnahmen einen Beitrag zur langfristigen finanziellen Konsolidierung 
der Invalidenversicherung zu leisten (BBl 2005 4461). Als eine dieser Sparmassnahmen sah der 

Kantonsgericht KG

Seite 4 von 8

Bundesrat die Überführung der medizinischen Massnahmen zur beruflichen Eingliederung – mit 
Ausnahme der medizinischen Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebrechen – in das 
Leistungssystem der Krankenversicherung und damit die Aufhebung von Art. 12 Abs. 1 IVG vor 
(BBl 2005 4461, 4504 und 4540). Mit der Streichung von Art. 12 IVG sollte zudem eine klare 
Abgrenzung zwischen Krankenversicherung und Invalidenversicherung sowie eine Entlastung der 
Gerichtsinstanzen bewirkt werden (BBl 2005 4542). Nicht aufgehoben werden sollten hingegen die 
medizinischen Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebrechen (BBl 2005 4504 und 4563). 
Im Nationalrat fand alsdann der Antrag der Mehrheit Zustimmung, wonach einzig Versicherte „bis 
zum vollendeten 20. Altersjahr“ Anspruch auf medizinische Massnahmen der 
Invalidenversicherung erheben können. Dem stimmte in der Folge auch der Ständerat zu.

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen somit bei Versicherten, die das 20. Altersjahr vollendet 
haben, die bisher von der Invalidenversicherung übernommenen medizinischen Massnahmen neu 
von der Krankenversicherung getragen werden.

b) In intertemporalrechtlicher Hinsicht gilt für die Beurteilung der Frage, welches Recht bei 
einer Änderung der Rechtsgrundlagen Anwendung findet, der Grundsatz, dass diejenigen 
Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 140 II 134 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 
BGE 130 V 253 E. 3.5). Dieser Grundsatz wird gegebenenfalls eingeschränkt durch spezielles 
intertemporales Recht. Die Schlussbestimmungen zur Änderung des IVG vom 6. Oktober 2006 
(5. IV-Revision) enthalten eine – im vorliegenden Fall nicht massgebende – übergangsrechtliche 
Sonderregelung für den Spezialfall der Besitzstandswahrung bei Taggeldern für laufende 
Eingliederungsmassnahmen. Aus den Schlussbestimmungen zur 5. IV-Revision lässt sich e 
contrario schliessen, dass in materiellrechtlicher Hinsicht in all jenen Fällen, in denen das Gesetz 
keine übergangsrechtliche Sonderregelung vorsieht, die allgemeinen Kriterien des intertemporalen 
Rechts zur Anwendung kommen (Urteil BGer 8C_606/2011 vom 13. Januar 2012 E. 3.1 mit 
Verweis auf BGE 132 V 215 E. 3.1.1).

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (nachfolgend: BSV) hat als weisungsberechtigte 
Aufsichtsbehörde gestützt auf Art. 64 und Art. 64a Abs. 1 lit. b IVG im Rundschreiben Nr. 253 vom 
12. Dezember 2007 Weisungen zur 5. IV-Revision und zum Intertemporalrecht erlassen. Danach 
ist grundsätzlich dasjenige Recht anwendbar, welches bei Eintritt des Versicherungsfalles in 
Geltung stand. Trat der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008 ein, so gilt altes Recht. Zufällige 
externe Faktoren, wie der Zeitpunkt der Anmeldung, des Verfügungserlasses oder der Behandlung 
sind grundsätzlich nicht massgebend. In Bezug auf medizinische Massnahmen regelt das 
Rundschreiben die intertemporale Leistungspflicht wie folgt: Trat der Versicherungsfall vor dem 1. 
Januar 2008 ein, so besteht noch eine Leistungspflicht der IV auch für über 20-jährige Versicherte, 
unabhängig davon, ob die Massnahme erst im Jahr 2008 durchgeführt wurde und unabhängig vom 
Zeitpunkt der Anmeldung (sofern die Anmeldung innerhalb eines Jahres erfolgt; vgl. aArt. 48 
Abs. 2 IVG). Bei Hilfsmitteln wie Zahnprothesen, Brillen und Schuheinlagen, welche eine 
wesentliche Ergänzung medizinischer Eingliederungsmassnahmen darstellen, sind die Kosten 
auch nach dem 1. Januar 2008 zu übernehmen, sofern die zugrunde liegende medizinische 
Eingliederungsmassnahme durch die IV übernommen wurde bzw. noch zu übernehmen ist (Eintritt 
des Versicherungsfalles für die medizinische Eingliederungsmassnahme noch vor dem 1. Januar 
2008).

Auch wenn das Gericht an die Verwaltungsweisungen nicht gebunden ist, weicht es nicht ohne 
triftigen Grund davon ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen 

Kantonsgericht KG

Seite 5 von 8

Vorgaben darstellen. Damit wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine 
rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1 
mit weiteren Hinweisen). Im Urteil 8C_419/2009 vom 3. November 2009 E. 3.3 hat das 
Bundesgericht festgehalten, bei den Weisungen des BSV bezüglich der übergangsrechtlichen 
Anwendung von Art. 12 IVG handle es sich um eine solche überzeugende Konkretisierung 
(bestätigt in Urteil BGer 8C_606/2011 vom 13. Januar 2012 E. 3.3).

3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin – auch nach Vollendung ihres 20. 
Altersjahres – einen Anspruch auf die Übernahme der Kosten der benötigten Kontaktlinsen zu 
Lasten der Invalidenversicherung hat, nachdem sie zuvor schon seit dem Jahr 1974 mit 
Kontaktlinsen versorgt worden war.

a) Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdeführerin durch die erfolgten 
Kataraktoperationen mit Linsenentfernungen unter den Auswirkungen einer beidseitigen Aphakie 
leidet (vgl. u.a.      augenärztliche Bescheinigung vom 5. Juni 1974, Vorakten S. 19). Unter Aphakie 
versteht man das Fehlen der Linse im Auge nach Verletzung oder Operation, insbesondere 
Staroperation; die optische Korrektur der Aphakie kann durch Linsenimplantation, Kontaktlinsen 
oder Starglas realisiert werden (Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch 2014, 265. Auflage, 
Berlin/New York 2013).

b) Bei der Star- bzw. Kataraktoperation handelt es sich um eine grundsätzlich als 
medizinische Eingliederungsmassnahme von der Invalidenversicherung gestützt auf Art. 13 oder 
12 IVG übernehmbare Vorkehr (Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen über 
die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung [KSME; gültig ab 1. 
März 2014], Rz. 661/861.4). Versicherte haben nach einer Staroperation Anspruch auf eine 
Bifokalbrille oder eine Brille für die Nähe und (sofern nötig) eine Brille für die Ferne sowie eine 
Ersatzbrille. Wurde keine Linse implantiert, handelt es sich um Stargläser (Rz. 661/861.8 KSME). 
Bei einer beidseitigen Staroperation ohne Linsenimplantation können an Stelle einer Bifokalbrille 
oder einer Starbrille für die Nähe und einer für die Ferne auch Kontaktlinsen (Kontaktschale, 
Haftglas) und eine Nahbrille abgegeben werden, sofern für die Kontaktlinsen eine besondere 
augenärztliche Indikation wie hochgradig irregulärer Astigmatismus oder Einäugigkeit gegeben ist. 
Kontaktlinsen sind ebenfalls abzugeben im Hinblick auf die Berufsausübung oder auf die 
Ausbildung oder wenn bereits nach der ersten Kataraktoperation Kontaktlinsen getragen wurden 
(Rz. 661/861.10 KSME). Brillen und Kontaktlinsen stellen Hilfsmittel und keine Behandlungsgeräte 
dar; deren Abgabe erfolgt nach augenärztlicher Verordnung (Rz. 661/861.13 KSME; vgl. auch 
BGE 119 V 229 E. 3c mit Hinweis). Dies im Gegensatz zu anderen Brillen und Kontaktlinsen, 
denen im Rahmen von Art. 13 IVG gegebenenfalls der Status eines Behandlungsgerätes 
zukommen kann (vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Abgabe 
von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung [KHMI; gültig ab 1. Januar 2013, Stand per 1. 
Januar 2014], Rz. 2069). Eine Staroperation ohne Korrektur durch einen der drei möglichen 
optischen Behelfe (Implantatlinse, Kontaktlinsen oder Starbrille) würde nicht zur angestrebten 
Visusverbesserung führen (vgl. Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 
137/03 vom 9. Mai 2003 E. 2.2).

c) Nach Art. 21 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat 
aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der 
Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Geburtsgebrechen+Kontaktlinsen+IV&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-587%3Ade&number_of_ranks=0#page587
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Geburtsgebrechen+Kontaktlinsen+IV&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-587%3Ade&number_of_ranks=0#page587

Kantonsgericht KG

Seite 6 von 8

Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen 
Angewöhnung bedarf. Kosten für Zahnprothesen, Brillen und Schuheinlagen werden nur 
übernommen, wenn diese Hilfsmittel eine wesentliche Ergänzung medizinischer 
Eingliederungsmassnahmen bilden. Um eine wesentliche Ergänzung medizinischer 
Eingliederungsmassnahmen handelt es sich dann, wenn im Zusammenhang mit oder bei der 
Durchführung einer medizinischen Massnahme gemäss Art. 12 oder Art. 13 IVG die Abgabe eines 
Hilfsmittels notwendig ist, oder wenn der Erfolg einer medizinischen Massnahme der 
Invalidenversicherung nur bei Benützung eines Hilfsmittels gewährleistet ist. Da die optische 
Korrektur der verbleibenden Fehlsichtigkeit durch eine Starbrille oder Kontaktlinsen – unabhängig 
davon, ob die Staroperation gestützt auf Art. 13 oder 12 IVG von der Invalidenversicherung als 
medizinische Massnahme übernommen wurde – zur notwendigen Nachversorgung der 
Staroperation gehört, falls keine Linsenimplantation erfolgen kann, stellt die Hilfsmittelversorgung 
durch Abgabe von Kontaktlinsen im Nachgang zur Staroperation deshalb grundsätzlich eine 
wesentliche Ergänzung der medizinischen Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 1 
Satz 2 IVG dar (Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 137/03 vom 9. 
Mai 2003 E. 3.1 und 3.3 mit weiteren Hinweisen; BGE 109 V 258 E. 3).

Betreffend die Dauer des Anspruchs auf Hilfsmittelversorgung hielt das Eidgenössische 
Versicherungsgericht in BGE 109 V 228 E. 2 gerade mit Blick auf die für Staroperierte 
notwendigen optischen Behelfe an der konstanten Praxis fest, wonach die in Satz 2 des Art. 21 
Abs. 1 IVG genannten Hilfsmittel (Zahnprothesen, Brillen und Schuheinlagen) solange abzugeben 
bzw. zu ersetzen sind, als sie die medizinische Eingliederungsmassnahme notwendigerweise und 
wesentlich ergänzen, damit das konkrete Eingliederungsziel (Ausübung der Erwerbstätigkeit oder 
Tätigkeit im Aufgabenbereich, Schulung, Aus- und Weiterbildung, funktionelle Angewöhnung) 
erreicht bzw. sichergestellt werden kann (ZAK 1967 S. 495 E. 2 mit Hinweisen; MEYER-BLASER, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 1997, S. 165 f.). Daran hat auch die 5. 
Rentenrevision nichts geändert (Urteil BGer 8C_643/2012 vom 5. Dezember 2012 E. 2 mit Verweis 
auf die bisherige Rechtsprechung; vgl. auch das Rundschreiben Nr. 253 zur 5. IV-Revision und 
zum Intertemporalrecht).

d) Die invalidenversicherungsrechtlich an sich bevorzugte Rechtsstellung junger 
Erwachsener im Rahmen der nach Art. 13 Abs. 1 IVG bis zum vollendeten 20. Altersjahr zu 
übernehmenden Behandlung von Geburtsgebrechen würde sich ins Gegenteil verkehren, wenn 
einem vor dem 20. Altersjahr Staroperierten der Anspruch auf die wesentliche Ergänzung dieser 
medizinischen Massnahme (Staroperation) durch die – gegebenenfalls notwendigerweise – daran 
anschliessende Hilfsmittelversorgung mit einer Starbrille bzw. mit Kontaktlinsen nur bis zur 
Vollendung des 20. Altersjahres zustünde, jedoch ein im 21. Lebensjahr gestützt auf Art. 12 IVG 
Staroperierter unter Umständen (vgl. die Besitzstandsgarantie nach Art. 4 der Verordnung vom 28. 
August 1978 über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Altersversicherung [HVA; SR 831.135.1]; 
BGE 119 V 225 E. 4) bis an sein Lebensende die entsprechenden Hilfsmittel beanspruchen kann. 
Im Gegensatz zum Sachverhalt, der dem von der Vorinstanz angeführten Urteil BGer 
8C_606/2011 vom 13. Januar 2012 zugrunde liegt (Kostenübernahme einer Operation 
[Linsenimplantation]), geht es hier nicht um den Anspruch auf eine medizinische Massnahme im 
Rahmen der Behandlung eines Geburtsgebrechens, welcher nach Art. 13 Abs. 1 IVG 
praxisgemäss streng bis zur Vollendung des 20. Altersjahres begrenzt bleibt, sondern um die 
Dauer der Anspruchsberechtigung auf ein Hilfsmittel, welches im Sinne von Art. 21 Abs. 1 Satz 2 
IVG eine wesentliche – im vorliegenden Fall unerlässliche – Ergänzung einer medizinischen 

Kantonsgericht KG

Seite 7 von 8

Massnahme darstellt. Deshalb ist vorliegend mass-gebend, ob die Kosten für die medizinische 
Massnahme (Staroperation) von der Invalidenversicherung übernommen wurden und ob resp. wie 
lange die notwendige Hilfsmittelversorgung mit Starbrille resp. Kontaktlinsen als wesentliche 
Ergänzung der medizinischen Massnahme zur Erreichung oder Sicherstellung des 
Eingliederungsziels erforderlich ist. Nach der im Rahmen einer Geburtsgebrechensbehandlung im 
Sinne von Art. 13 Abs. 1 IVG durchgeführten Staroperation ist demnach die als wesentliche 
Ergänzung dieser medizinischen Massnahme erforderliche Hilfsmittelversorgung mit Starbrille so 
lange von der Invalidenversicherung zu übernehmen, als damit das konkrete Eingliederungsziel 
(Ausübung der Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich, Schulung, Aus- und 
Weiterbildung, funktionelle Angewöhnung) erreicht bzw. sichergestellt werden kann (Urteil des 
ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 137/03 vom 9. Mai 2003 E. 3.4.1). 

e) Damit kann zusammenfassend festgehalten werden, dass mit der 5. IV-Revision bei 
Vorliegen eines Geburtsgebrechens zwar der Anspruch auf medizinische Massnahmen bis zum 
vollendeten 20. Altersjahr beschränkt wurde (Art. 13 IVG und Art. 3 GgV), nicht aber der Anspruch 
auf jene von der Invalidenversicherung zu übernehmenden Hilfsmittel, deren die versicherte 
Person für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur 
Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung 
oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf, wobei die Kosten für Zahnprothesen, 
Brillen und Schuheinlagen nur übernommen werden, wenn diese Hilfsmittel eine wesentliche 
Ergänzung medizinischer Eingliederungsmassnahmen bilden (Art. 21 Abs. 1 IVG). In diesem Sinne 
äussert sich auch das Rundschreiben Nr. 253 zur 5. IV-Revision und zum Intertemporalrecht, 
wonach bei Hilfsmitteln, welche eine wesentliche Ergänzung medizinischer 
Eingliederungsmassnahmen darstellen, die Kosten auch nach dem 1. Januar 2008 zu 
übernehmen sind, sofern die zugrunde liegende medizinische Eingliederungsmassnahme durch 
die Invalidenversicherung übernommen wurde bzw. noch zu übernehmen ist.

Da im vorliegenden Fall der Versicherungsfall weit vor dem 1. Januar 2008 eingetreten ist und die 
Invalidenversicherung die Kosten für die medizinischen Massnahmen (Staroperationen) 
übernommen hat, hat die Beschwerdeführerin auch nach Vollendung des 20. Altersjahres 
Anspruch auf Übernahme der Kosten der benötigten Kontaktlinsen, welche eine – nicht bestrittene 
– wesentliche Ergänzung medizinischer Eingliederungsmassnahmen darstellen, zu Lasten der 
Invalidenversicherung.

4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführerin auch nach Vollendung 
des 20. Altersjahres ein Anspruch auf Übernahme der benötigten Kontaktlinsen zusteht, weshalb 
die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 23. Juni 2014 in teilweiser Gutheissung der 
Beschwerde aufzuheben ist.

Da nach einer Staroperation ohne Linsenimplantation Brillen und Kontaktlinsen nur nach 
augenärztlicher Verordnung abzugeben sind (Rz. 661/861.13 KSME), ist die Angelegenheit an die 
Vor-instanz zurückzuweisen, damit sie prüft, ob sich eine solche (noch gültige) augenärztliche 
Verordnung in den Akten befindet, die Akten gegebenenfalls entsprechend ergänzt und 
anschliessend über den Anspruch im Sinne der Erwägungen neu verfügt.

5. Es werden Gerichtskosten in der Höhe von CHF 400.- zu Lasten der Vorinstanz erhoben. 
Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zurückerstattet.

Kantonsgericht KG

Seite 8 von 8

Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der 
Vorinstanz. Da sie sich durch eine Anwältin einer gemeinnützigen Organisation vertreten lässt, 
liegt der zu entschädigende minimale Stundentarif bei CHF 130.- (SVR 2010 IV Nr. 27 S. 83; Urteil 
BGer 9C_688/2009 vom 19. November 2009). Ausgehend von einem Stundenaufwand von 
6,5 Stunden gemäss der Honorarnote vom 1. Februar 2016, welcher als angemessen erscheint, ist 
die Entschädigung angesichts des getätigten Aufwandes (zweifacher Schriftenwechsel) sowie der 
Komplexität der Angelegenheit auf CHF 876.- festzusetzen, wobei dieser Betrag Honorar 
(6,5 Stunden à CHF 130.-) und Auslagen (CHF 31.-) der Rechtsvertreterin sowie eine eventuelle 
Mehrwertsteuer umfasst. Dieser Betrag geht zu Lasten der Vorinstanz.

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Verfügung der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg vom 23. Juni 2014 aufgehoben.

Die Angelegenheit wird an die Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg 
zurückgewiesen, damit sie prüft, ob sich eine noch gültige augenärztliche Verordnung in den 
Akten befindet, die Akten gegebenenfalls entsprechend ergänzt und anschliessend über den 
Anspruch im Sinne der Erwägungen neu verfügt.

II. Die Gerichtskosten von CHF 400.- gehen zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg. A.________ wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 
CHF 400.- zurückerstattet.

III. A.________ wird zulasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg eine 
Parteientschädigung für Honorar und Auslagen der Rechtsvertreterin von CHF 876.- 
(inklusive eine eventuelle Mehrwertsteuer) zugesprochen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
eingereicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die 
Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen 
die Gründe angeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das 
Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der 
angefochtene Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor 
dem Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 29. Februar 2016/dki

Stellvertretender Präsident Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin