# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51544e58-5446-5ece-8bce-a230340e5e36
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2023 BVGE 2023 III/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2023-III-1_2023-02-08.pdf

## Full Text

Zollzahlungspflicht des « Vorfahrers » 2023 III/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 1 

 

2023 III/1 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i.S. A. gegen Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit 

A-2087/2021 vom 8. Februar 2023 

Zollzahlungspflicht des « Vorfahrers ». 

Art. 21 Abs. 1, Art. 26, Art. 70 Abs. 2 und Abs. 3 ZG. Art. 75 ZV. 

1. Zollzahlungspflichtig ist insbesondere, wer Waren ins Zollgebiet 
verbringt oder verbringen lässt, unter anderen die Auftraggeberin 

oder der Auftraggeber. Als Auftraggeberin gilt jede Person, die die 

Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst (E. 2.5). 

2. Dazu gehört auch jene Person, die einer anderen Person, die die 
Ware über die Grenze bringt, voranfährt und dieser anderen Per-

son im Wissen um die anstehende Wareneinfuhr « grünes Licht » 

gibt, wenn der Grenzübergang unbesetzt ist (der « Vorfahrer »; 

E. 4.1 und 4.2.3). 

Assujettissement aux droits de douane de l'« éclaireur». 

Art. 21 al. 1, art. 26, art. 70 al. 2 et al. 3 LD. Art. 75 OD. 

1. Est, entre autres, assujetti aux droits de douane quiconque intro-
duit ou fait introduire des marchandises dans le territoire doua-

nier, notamment le mandant. On entend par mandant toute 

personne qui prend réellement l'initiative d'importer une mar-

chandise (consid. 2.5). 

2. Est également considéré comme mandant quiconque précède une 
autre personne qui passe la frontière avec les marchandises et, 

sachant que les marchandises sont destinées à être introduites, 

donne le « feu vert » lorsque le poste frontière n'est pas occupé 

(l'« éclaireur »; consid. 4.1 et 4.2.3). 

Obbligo di pagamento dei tributi doganali per « l'apripista ». 

Art. 21 cpv. 1, art. 26 e art. 70 cpv. 2 e cpv. 3 LD. Art. 75 OD. 

1. È soggetto all'obbligo di pagare i tributi doganali chiunque, 
in particolare, introduce o fa introdurre merci nel territorio 

doganale, tra cui il mandante. Per mandante si intende chiun-

que causi effettivamente l'importazione di merci (consid. 2.5). 

2023 III/1 Zollzahlungspflicht des « Vorfahrers » 

 

 

2 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

2. È considerato mandante anche chi precede un'altra persona 
che trasporta merci attraverso il confine e, sapendo che la 

merce sta per essere importata, la informa dandole il « via 

libera » quando il valico non è presidiato (« apripista », 

consid. 4.1 e 4.2.3). 

 

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV, heute Bundesamt für Zoll und 

Grenzsicherheit [BAZG]), Direktionsbereich Strafverfolgung, Zollfahn-

dung Ost (nachfolgend: Zollfahndung), leitete aufgrund von Überwa-

chungsmassnahmen am 27. Februar 2017 eine Zollstrafuntersuchung 

wegen des dringenden Verdachts der fortgesetzten, gewohnheits- und ge-

werbsmässigen illegalen Einfuhr von Lebensmitteln in die Schweiz ein. 

Im Rahmen dieser Zollstrafuntersuchung ermittelte die Zollfahndung auch 

gegen A. Am 12. März 2021 nahm die Zollfahndung das Schlussprotokoll 

auf und erliess gegenüber A. gleichentags die Verfügung über die Leis-

tungspflicht, worin sie diesen zur Zahlung von Fr. 59 674.05 (Zoll: 

Fr. 52 508.55; Einfuhrsteuer: Fr. 2 056.75; Zins: Fr. 5 108.75) verpflich-

tete. 

Die Zollfahndung wirft A. im Wesentlichen vor, im Zeitraum vom 24. Au-

gust 2016 bis 31. Oktober 2017 Lebensmittel illegal und ohne Zoll-

anmeldung aus Österreich in die Schweiz eingeführt zu haben. Ebenfalls 

an diesen Einfuhren beteiligt gewesen seien insbesondere B. und C. 

Mit Eingabe vom 30. April 2021 lässt A. (nachfolgend: Beschwerde-

führer) Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht gegen die Leistungs-

verfügung der Zollfahndung beziehungsweise des BAZG (nachfolgend 

auch: Vorinstanz) vom 12. März 2021 erheben und in der Hauptsache be-

antragen, die Leistungsverfügung sei aufzuheben.  

Mit Vernehmlassung vom 28. Juni 2021 beantragt die Vorinstanz, die Be-

schwerde sei im Umfang von Fr. 18 219.25 gutzuheissen. Im Übrigen sei 

die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

Soweit hier interessierend weist das Bundesverwaltungsgericht die Be-

schwerde ab, soweit es darauf eintritt. 

Das Bundesgericht schreibt mit Urteil vom 2. Mai 2023 (9C_231/2023) 

die Sache infolge Rückzugs der Beschwerde ab. 

  

Zollzahlungspflicht des « Vorfahrers » 2023 III/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 3 

 

Aus den Erwägungen: 

2.5 Gemäss Art. 50 MWSTG (SR 641.20; « Einfuhrsteuer ») gilt für 
die Steuer auf der Einfuhr von Gegenständen grundsätzlich die Zollgesetz-

gebung. Steuerpflichtig ist, wer « nach Art. 70 Abs. 2 und 3 ZG Zoll-

schuldner oder Zollschuldnerin ist » (Art. 51 Abs. 1 MWSTG). Zum ent-

sprechenden Kreis gehören jene Person, welche die Waren über die 

Zollgrenze bringt oder bringen lässt, sowie die Person, die zur Zollanmel-

dung verpflichtet beziehungsweise damit beauftragt ist oder auf deren 

Rechnung die Ware ein- oder ausgeführt wird (Art. 70 Abs. 2 des Zoll-

gesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Zur Zollanmeldung ver-

pflichtet sind gemäss Art. 26 ZG die zuführungspflichtigen Personen 

(Bst. a), die mit der Zollanmeldung beauftragten Personen (Bst. b) und 

Personen, die den Verwendungszweck der Ware ändern (Bst. d). Zufüh-

rungspflichtig ist, wer Waren ins Zollgebiet verbringt, verbringen lässt 

oder sie danach übernimmt (Art. 21 Abs. 1 ZG). Art. 75 der Zollver-

ordnung (ZV, SR 631.01) präzisiert, dass als zuführungspflichtige Perso-

nen namentlich (also nicht ausschliesslich) gelten: die Warenführerin oder 

der Warenführer (Bst. a), die mit der Zuführung beauftragte Person 

(Bst. b), die Importeurin oder der Importeur (Bst. c), die Empfängerin oder 

der Empfänger (Bst. d), die Versenderin oder der Versender (Bst. e) und 

die Auftraggeberin oder der Auftraggeber (Bst. f). Als Auftraggeberin gilt 

nicht nur die (natürliche oder juristische) Person, die im zivilrechtlichen 

Sinne mit dem Transporteur einen Frachtvertrag abschliesst, sondern jede 

Person, welche die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst (zu Letzterem: 

Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.4, teilweise noch mit 

Bezug zum alten Zollgesetz vom 1. Oktober 1925 [aZG, AS 42 287] sowie 

Hinweisen auf die entsprechende Rechtsprechung). 

Die Zollschuldnerinnen und Zollschuldner haften für die Zollschuld soli-

darisch. Der Rückgriff unter ihnen richtet sich nach dem Obligationenrecht 

(Art. 70 Abs. 3 ZG). 

2.6–3.3 (…) 

4.  
4.1 Bisher noch nicht von der Rechtsprechung geklärt ist die Frage, 
ob ein « Vorfahrer » zollzahlungspflichtig ist. Mit « Vorfahrer » ist im vor-

liegenden Kontext eine Person gemeint, die jener Person, die die Ware 

über die Grenze bringt, voranfährt und dieser Person im Wissen um die 

anstehende Wareneinfuhr « grünes Licht » gibt, wenn der Grenzübergang 

unbesetzt ist. 

2023 III/1 Zollzahlungspflicht des « Vorfahrers » 

 

 

4 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

4.2  
4.2.1 Zum Kreis der Zollzahlungspflichtigen gehören diverse Personen 
(E. 2.5). Eingehender zu prüfen ist dabei, ob der Vorfahrer im Sinne der 

oben (E. 4.1) genannten Konstellation als Person anzusehen ist, die Waren 

über die Zollgrenze bringt (Art. 70 Abs. 2 Bst. a ZG) beziehungsweise ins 

Zollgebiet verbringen lässt (Art. 70 Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 26 Bst. a 

i.V.m. Art. 21 Abs. 1 ZG), also als Auftraggeber im Sinne der oben ge-

nannten Rechtsprechung (E. 2.5). 

4.2.2 Das Bundesgericht führte noch zu Art. 9 Abs. 1 und Art. 13 
Abs. 1 aZG aus, dass es « im Interesse der Vollstreckung der Zollabgabe 

[geboten ist, den] Kreis der Zahlungspflichtigen in dem Sinne weit zu zie-

hen, als die an der Erfüllung des der Warenbewegung zugrunde liegenden 

Rechtsgeschäfts wirtschaftlich interessierten Personen für die Zollabgaben 

haften. Es lässt sich folglich nicht vertreten, Art. 13 Abs. 1 [a]ZG eng aus-

zulegen. Die fragliche Bestimmung bezieht sich insbesondere nicht nur 

auf die Person, welche sich im Innenverhältnis zur Bezahlung der Zollab-

gaben verpflichtet » (BGE 107 Ib 198 E. 6b). 

Der noch vor Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über 

das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) ergangene BGE 89 I 542 be-

schäftigte sich mit der Frage, ob jene Person, die den Auftrag gegeben hat-

te, Waren über die Grenze zu schmuggeln, für die Zollabgaben hafte. Ein 

Auftrag im Sinne des Zivilrechts lag nicht vor, weil dieser Auftrag auf-

grund seines rechtswidrigen Inhalts gemäss Art. 20 OR nichtig war. Wie 

sich der E. 4 dieses BGE (am Ende) entnehmen lässt, gelangte das Bun-

desgericht zum Schluss, dass « [m]it der weiten Umschreibung des Kreises 

der Zollzahlungspflichtigen […] die Zahlung der Abgaben vor allem gera-

de für den Fall des Schmuggels gesichert werden [soll], in dem ein Bedürf-

nis danach in besonderem Masse besteht. Diese Auslegung drängt sich um-

so mehr auf, als der im Urteil Ischy [BGE 62 I 28, in dem das BGer noch 

zum gegenteiligen Schluss gelangte] zitierte Art. 99 [a]ZG (solidarische 

Haftung mehrerer Angeschuldigter) nur die Busse betrifft und hinsichtlich 

der Abgabe eine entsprechende Bestimmung fehlt .» 

In seinem Urteil 2C_747/2009 vom 8. April 2010 ging das Bundesgericht 

dann gar so weit, nicht nur (wiederum bezogen auf das aZG) festzuhalten, 

der Gesetzgeber habe den Kreis der Zollzahlungspflichtigen weit gezogen, 

um die Einbringlichkeit der Zollforderung sicherzustellen, sondern hielt in 

E. 4.2 unter Hinweis auf den zuvor genannten BGE 89 I 542 fest: « Es geht 

unter anderem darum, die illegale Einfuhr zu unterbinden » (s. auch den 

Zollzahlungspflicht des « Vorfahrers » 2023 III/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 5 

 

Hinweis auf dieses Urteil im Urteil des BGer 2C_363/2010 vom 6. Okto-

ber 2010 E. 5.1, wo dies allerdings nicht explizit festgehalten ist). Dieser 

Satz ist insofern fragwürdig, als es eigentlich Sache des Straf- und nicht 

des Abgaberechts ist, Straftaten zu verhindern. Nichtsdestotrotz wird hier 

aber ersichtlich, wie weit das Bundesgericht den Kreis der Zollzahlungs-

pflichtigen ziehen will; dies, obwohl es im genannten bundesgerichtlichen 

Verfahren um die Frage ging, ob der Geschäftsführer und Verwaltungsrat 

einer Gesellschaft, in deren Namen und auf deren Rechnung der Import 

erfolgt war, zollzahlungspflichtig sei (was das BGer bejahte). 

Die Rechtsprechung hat auch festgehalten, dass Angestellte und Hilfsper-

sonen des eigentlichen Auftraggebers zollzahlungspflichtig sind (vgl. das 

schon zuvor genannte Urteil 2C_747/2009 E. 5.3, wobei das BGer hier auf 

seine nicht publizierte Rechtsprechung verwies, in welcher es die Ansicht 

verworfen hatte, das Handeln des Organs oder von Angestellten sei der 

juristischen Person zuzurechnen und nur diese sei als Auftraggeberin zu 

betrachten; vgl. auch: Urteil des BVGer A-6977/2009 vom 29. November 

2010 E. 3.2). Als Auftraggeberin wird auch eine Person betrachtet, die 

einen Dritten dazu bringt, ihr eine Ware zu liefern, von der sie weiss oder 

annehmen muss, dass sie sich im Ausland befindet und zur Lieferung in 

die Schweiz eingeführt werden muss; dies gilt auch dann, wenn Waren 

ohne vorgängige Bestellung der betreffenden Person in die Schweiz ge-

bracht werden, diese zuvor aber ihre generelle Bereitschaft zur Abnahme 

solcher Waren kundgetan hat (Urteil A-6977/2009 E. 3.2 m.w.H.). Diese 

weite Auslegung des Begriffs des Auftraggebers wird in der Lehre biswei-

len kritisiert (OESTERHELT/FRACHEBOUD, in: Basler Kommentar VStrR, 

2020, Art. 12 N. 24), gibt aber die geltende Rechtsprechung wieder. 

4.2.3 Der Vorfahrer (immer im Sinne der in E. 4.1 genannten Konstel-
lation) veranlasst die Einfuhr einer Ware in unmittelbarer Weise dadurch, 

dass er den Wagenführer direkt zum Grenzübertritt bewegt. Ohne sein Zu-

tun hätte der Warenführer die Grenze nicht oder zumindest nicht an dieser 

Stelle überquert. Seine Stellung lässt sich insofern unter die des Auftragge-

bers subsumieren. Dabei ist dem Vorfahrer bekannt, dass sich die Ware im 

Ausland befindet und in die Schweiz eingeführt werden muss. Er hat 

zwar – im Gegensatz zum « klassischen » Auftraggeber – möglicherweise 

kein wirtschaftliches Interesse an der Ware selbst; diese Eigenschaft teilt 

er aber wohl mit den meisten Angestellten und Hilfspersonen von Auftrag-

gebern, die dennoch als zollzahlungspflichtig angesehen werden, sowie 

mit den meisten Wagenführern, für die das Gesetz die Zollzahlungspflicht 

2023 III/1 Zollzahlungspflicht des « Vorfahrers » 

 

 

6 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

explizit statuiert. Schliesslich steht auch in der Botschaft, Träger der Zoll-

meldepflicht (und damit zollpflichtig; E. 2.5) seien grundsätzlich nur 

Personen, die zum Grenzübertritt als einem äusseren Vorgang in tatsäch-

licher Beziehung stünden, wobei wiederum die Warenführerin oder der 

Warenführer genannt werden (Botschaft vom 15. Dezember 2003 über ein 

neues Zollgesetz, BBl 2004 567 606). Auch der Vorfahrer, der das 

« Okay » zum Grenzübertritt gibt, steht mit diesem Übertritt in tatsächli-

cher Beziehung, indem er bewusst die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst. 

4.3 Insgesamt ist damit festzuhalten, dass ein Vorfahrer zollzahlungs-
pflichtig ist, wenn er weiss, dass sein « Okay » dazu führt, dass der Waren-

führer die Ware über die Grenze bringen wird.