# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d0b3858-daff-5f5f-83d0-a41a76a5e2ac
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.10.2015 SB150040
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150040_2015-10-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB150040-O/U/ad 
 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. Naef, Präsident, die Ersatzoberrichterin      

lic. iur. Bertschi und der Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie der 

Gerichtsschreiber lic. iur. Hafner 

Urteil vom 15. Oktober 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 
1. B._____ AG,  

2. ... 

3. ... 

4. ... 

Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend Angriff etc. und Widerruf 
 

-   2   - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 

22. Oktober 2014 (DG140161) 

 

_______________________________ 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 19. Mai 

2014 (Urk. 45) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

- der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB 

- der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

- der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 VRV 

- des Nichtmitführens des Führerausweises im Sinne von Art. 99 Ziff. 3 

SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 4 SVG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 11 Monaten Freiheitsstrafe, teilweise als 

Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 

19. August 2013, wovon 23 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer 

Busse von Fr. 20.00. 

3. Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag. 

-   3   - 

5. Der bedingte Strafvollzug bezüglich folgender Strafe wird widerrufen: 

-  Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 14. Dezember 2012, 
18 Monate Freiheitsstrafe. 

6. Vom Widerruf des bedingten Strafvollzugs bezüglich folgender Strafen wird 

abgesehen: 

-  Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 5. Dezember 2012, 45 Tagessät-
ze Geldstrafe zu CHF 70.00 

-  Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 19. August 
2013, 15 Tagessätze Geldstrafe zu CHF 110.00. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ als Genugtu-

ung Fr. 2'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem 7. April 2013 zu bezahlen.  

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ AG Schaden-

ersatz von Fr. 85'771.35 zu bezahlen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 1'500.00 

Genugtuung nebst Zins zu 5% seit dem 22. März 2013 zu bezahlen. 

Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers D._____ wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger E._____ eine Prozess-

entschädigung im Umfang von Fr. 891.00 zu bezahlen. 

11. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'550.95   amtliche Verteidigung Untersuchung RA X2._____ 

Fr. 450.00   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 3'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 46.65   Auslagen Untersuchung 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

-   4   - 

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 101 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen des Angriffs, der versuchten 

Körperverletzung und der Drohung freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei der groben Verletzung der Verkehrsregeln und 

des Nichtmitführens des Führerausweises schuldig zu sprechen und 

unter Anrechnung von 23 Tagen Haft mit einer unbedingten Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen und einer Busse von CHF 20 zu bestrafen. 

3. Die Zivilansprüche der Privatkläger seien abzuweisen, eventualiter auf 

den Zivilweg zu verweisen. 

4.1. Dem Beschuldigten sei für die erlittene Haft von 23 Tagen eine Genug-

tuung von CHF 4'600 zuzüglich 5 % Zins ab mittlerem Verfalltag zuzu-

sprechen. 

4.2. Dem Beschuldigten sei für die vormalige Wahlverteidigung eine Pro-

zessentschädigung von insgesamt mindestens CHF 13'740.40 zuzu-

sprechen. 

5. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten im Umfang von maxi-

mal 20 % aufzuerlegen. 

Eventualanträge 

-   5   - 

1. Der Beschuldigte sei unter Anrechnung von 23 Tagen Haft mit einer 

unbedingten Freiheitsstrafe von maximal 8 Monaten und einer Busse 

von CHF 20 zu bestrafen. 

2. Die Schadenersatzforderungen der B._____ und von D._____ seien 

abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. D._____ sei 

eine Genugtuung von maximal CHF 500 zuzusprechen. E._____ seine 

eine Prozessentschädigung von CHF 891 zuzusprechen. 

3. Die Probezeiten aus den Urteilen des Bezirksgerichts Uster vom 5. De-

zember 2012, dem Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 14. 

Dezember 2012 und dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Limmattal/Albis vom 19. August 2013 seien zu verlängern und der Ver-

urteilte sei zu verwarnen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 79, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Des Vertreters der Privatklägerschaft: 

(Urk. 72 S. 2, schriftlich) 

1. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, CHF 105'560.75 an die Privatklä-

gerin, B._____, zu bezahlen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten. 

-   6   - 

_______________________________ 

Erwägungen: 

I.  Prozessgeschichte/Prozessuales 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 22. Oktober 2014 wur-

de der Beschuldigte A._____ des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, der ver-

suchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 StGB, der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, der gro-

ben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbin-

dung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 VRV sowie des Nichtmitführens 

des Führerausweises im Sinne von Art. 99 Ziff. 3 SVG in Verbindung mit Art. 10 

Abs. 4 SVG schuldig gesprochen. Er wurde mit 11 Monaten Freiheitsstrafe, teil-

weise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

vom 19. August 2013, unter Anrechnung von 23 Tagen erstandener Haft, sowie 

mit einer Busse von Fr. 20.– bestraft. Die Freiheitsstrafe wurde für vollziehbar er-

klärt und die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse auf einen Tag festgelegt. Sodann 

wurde der bedingte Strafvollzug des Urteils des Appellationsgerichts Basel-Stadt 

vom 14. Dezember 2012 von 18 Monaten Freiheitsstrafe widerrufen. Vom Wider-

ruf zweier bedingt ausgefällter Geldstrafen wurde abgesehen. Der Beschuldigte 

wurde sodann noch verpflichtet, dem Privatkläger C._____ als Genugtuung 

Fr. 2'000.– nebst Zins zu 5% seit dem 7. April 2013 sowie der Privatklägerin 

B._____ AG Schadenersatz von Fr. 85'771.35 zu bezahlen. Weiter wurde er zur 

Bezahlung einer Genugtuung gegenüber dem Privatkläger D._____ von Fr. 

1'500.– nebst Zins zu 5% seit dem 22. März 2013 verpflichtet, wobei im Übrigen 

das Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen wurde. 

Dem Privatkläger E._____ muss er sodann eine Prozessentschädigung von Fr. 

891.– bezahlen (Urk. 65).  

-   7   - 

Dagegen liess der Beschuldigte durch seinen Vertreter rechtzeitig Berufung an-

melden (Urk. 60) und reichte innert Frist sodann die Berufungserklärung ein 

(Urk. 66). Die Privatklägerin B._____ AG erklärte innert Frist Anschlussberufung 

(Urk. 72), wohingegen die Staatsanwaltschaft darauf verzichtete und Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils beantragte (Urk. 79).  

2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechtskraft 

(SCHMID, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO). Der Beschuldigte 

A._____ ficht das Urteil betreffend der Dispositivziffern 1 - 5, 7 - 10 und 12-13 

vollumfänglich an (Urk. 66). Damit erwachsen nur Dispositivziffern 6 (Verzicht Wi-

derruf Geldstrafen) und 11 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft, was vorab mit Be-

schluss festzustellen ist.  

3. Mit Präsidialverfügung vom 19. August 2015 wurde sodann der bisherige erbe-

tene Verteidiger RA Dr. X._____ als neuer amtlicher Verteidiger des Beschuldig-

ten bestellt. 

4.1. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2015 stellte der Verteidiger den Beweisantrag, 

betreffend Anklageziffer 2 sei die Zeugin F._____ einzuvernehmen (Urk. 86). Die-

sem Antrag wurde stattgegeben und die Zeugin anlässlich der Berufungsverhand-

lung einvernommen (Urk. 100; Prot. II S. 10). 

4.2. Mit der nämlichen Eingabe beantragte der Verteidiger sodann die Aufhebung 

des angefochtenen Urteils und Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz in-

folge Ungültigkeit des Verfahrensprotokolls (Urk. 86). Diesem Antrag, der an der 

Berufungsverhandlung wiederholt wurde (Urk. 97), wurde nicht stattgegeben. In-

dessen wurde der Verfahrensleiter des vorinstanzlichen Verfahrens als Zeuge 

vorgeladen und anlässlich der Berufungsverhandlung einvernommen (Urk. 99; 

Prot. II S. 10). Während die fehlende Unterschrift nicht nachträglich angebracht 

werden kann, konnte der Zeuge auf diese Weise bestätigen, dass die erstinstanz-

liche Verhandlung so ablief, wie es im Protokoll festgehalten worden war (Urk. 99 

S. 4-6). Dass das Protokoll unrichtig sei, wurde vom Beschuldigten ohnehin nie 

behauptet. Er machte in seiner Eingabe und in seinem Plädoyer zu den Vorfragen 

-   8   - 

nur formelle Mängel geltend (Urk. 86 und 97), die allerdings vorliegend nicht zu 

einer Beschwerde des Beschuldigten führen. Von einer Rückweisung ist daher 

abzusehen.  

5. Ebenso wenig kann der Umstand, dass der Verteidiger nicht ausdrücklich zum 

Stellen von Beweisanträgen beim Abschluss des Beweisverfahrens (Art. 345 

StPO) aufgefordert wurde (Urk. 99 S. 6), Grund für eine Rückweisung sein. Er 

hätte ohne weiteres auch noch später Beweisanträge stellen können, welche 

dann von Amtes wegen zu berücksichtigen gewesen wären. Da er dies nicht ge-

tan hat, liegt keine Beschwer vor. Die vom Verteidiger angeführten Entscheide 

des Obergerichts des Kantons Zürich SB140255 und SB140568 (Urk. 97 S. 2) 

führten zudem nicht wegen einer fehlenden Unterschrift oder eines nicht formell 

abgeschlossenen Beweisverfahren, sondern wegen anderer Mängel zu Rückwei-

sungen und sind daher auf den vorliegenden Fall nicht übertragbar. 

6. Die vom Verteidiger vor erster Instanz erhobenen prozessualen Einwände (Ver-

letzung des Anklageprinzips und Mängel anlässlich der Einvernahmen) werden 

jeweils bei den einzelnen Tatvorwürfen abgehandelt. 

6.1. Der Verteidiger liess zudem vor erster Instanz vorbringen, dass es sich bei 

der Anklageziffern 1 bis 3 um Konstellationen "Aussage gegen Aussage" bzw. um 

sogenannte Vier-Augen-Delikte handle. Gemäss aussagepsychologischen Er-

kenntnissen werde das Lügen unverfänglich, wenn ein Geschädigter der einzige 

Tatzeuge sei. Je geringer nämlich die Gefahr sei, dass die Lüge aufgedeckt wer-

de, desto leichter falle das Lügen (mit Hinweis auf Bender et.al.). Diese Erkennt-

nis sei bei den obgenannten Vorfällen (Anklageziffern 1 - 3) in der Beweiswürdi-

gung zusätzlich gebührend zugunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen. Bei 

den erwähnten Vorfällen stelle die Anklage ausnahmslos und allein auf die Aus-

sagen der Privatkläger ab. Weil diese, wie dargelegt, qualitativ mangelhaft seien 

und es auch aussagepsychologisch an einem sog. Kontrollkriterium fehle, könne 

auf diese unglaubhaften Aussagen beweismässig nicht abgestellt werden. Insbe-

sondere wegen der dargestellten Widersprüche in den Aussagen der Privatkläger 

und weil es zudem an Zeugen und Sachbeweisen fehle, liege keine für eine Ver-

urteilung hinreichende Tatsachengrundlage vor. Der Verteidiger wies deshalb vor 

-   9   - 

Vorinstanz daraufhin, dass in einer solchen "Aussage gegen Aussage"-Situation 

grundsätzlich die unmittelbare Wahrnehmung durch das Gericht erforderlich sei 

und ohne Wiederholung der im Vorverfahren erhobenen Einvernahmen durch das 

Gericht gemäss Art. 343 Abs. 3 StPO eine Verurteilung ausser Betracht falle    

(Urk. 56 S. 18f.). Auch im Berufungsverfahren machte er geltend, in solchen Fäl-

len seien die Hauptbelastungszeugen durch das Gericht einzuvernehmen 

(Urk. 101 S. 10). Die Vorinstanz verzichtete auf eine erneute Einvernahmen der 

Privatkläger C._____ (Anklageziffer 1), D._____ (Anklageziffer 2) und E._____ 

(Anklageziffer 3). 

6.2. Dazu ist festzuhalten, dass das Rechtsmittelverfahren grundsätzlich auf den 

bereits erhobenen Beweisen beruht (Art. 389 Abs. 1 StPO). Das Berufungsgericht 

erhebt Beweise erneut, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die 

Urteilsfällung notwendig erscheint (vgl. Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 

StPO). Die Abnahme eines Beweismittels ist notwendig, wenn sie den Ausgang 

des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft 

des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner 

Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf den 

unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage 

das einzige direkte Beweismittel (Aussage gegen Aussage) darstellt. Alleine der 

Inhalt der Aussage einer Person (was sie sagt), lässt eine erneute Beweisabnah-

me nicht notwendig erscheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in entscheidender 

Weise von deren Aussageverhalten (wie sie es sagt) abhängt. Das Gericht verfügt 

bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Er-

messensspielraum (BGE 6B-1251/2014, Urteil vom 1. Juni 2015; mit Hinweisen 

auf BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 199 f. mit Hinweisen).  

6.3. Im Rahmen der Beweiswürdigung wird jeweils zu prüfen sein, ob sich ein 

Vorgehen nach Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO als notwendig erweist. 

Bereits hier ist aber darauf hinzuweisen, dass es sich vorliegend nicht um eigent-

liche Vier-Augen-Delikte handelt, da zahlreiche andere Personen bei den Vorfäl-

len zugegen waren, mithin als weitere Zeugen hätten in Frage kommen können. 

Ein Zeuge, der belastende oder entlastende Aussagen macht, muss somit damit 

-   10   - 

rechnen, dass seine Aussagen anhand von weiteren Zeugenaussagen überprüft 

werden könnten.  

7. Entgegen der Ansicht des Verteidigers (Urk. 101 S. 2) ist die B._____ Privat-

klägerin im vorliegenden Verfahren, da sie durch Subrogation in die Ansprüche 

der Geschädigten eintrat (Urk. 51; vgl. Dolge in: BSK StPO, 2. Auflage, Basel 

2014, Art. 122 N 55).  

8. Zur Rüge, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt, weil sie nicht 

auf alle Einwände der Verteidigung eingegangen sei (Urk. 101 S. 5 f.), ist auszu-

führen, dass gemäss bundesgerichtlicher Praxis nur auf wesentliche Einwände 

einzugehen ist.  

II.   Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A. Anklageziffer 1 /HD 

1. In den frühen Morgenstunden des 7. Aprils 2013 fand vor dem Club "G._____" 

an der H._____-Strasse in Zürich zwischen C._____, I._____ und A._____ eine 

tätliche Auseinandersetzung statt. Zunächst soll dabei C._____ dem I._____ drei 

Faustschläge ins Gesicht verpasst haben (Anklage im Verfahren Proz.Nr. 

SB150084). Danach flüchtete C._____. I._____ (Proz.Nr. SB150085) und der Be-

schuldigte A._____ sowie I._____ sollen danach die Verfolgung aufgenommen 

und C._____ in einem Hinterhof gestellt haben, wo sie ihn mit Fäusten und 

Fusstritten traktierten haben sollen. I._____ wurde deswegen inzwischen rechts-

kräftig wegen einfacher Körperverletzung zu einer bedingt aufgeschobenen Geld-

strafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 50.– verurteilt (Urk. 70 in Prozess-Nr. 

SB150085).  

2. Prozessuale Einwände 

2.1. In prozessualer Hinsicht liess der Verteidiger betreffend Anklageziffer 1 gel-

tend machen, es fehle an einem gültigen Strafantrag betreffend der einfachen 

Körperverletzung. So habe der Bruder des Privatklägers C._____ Strafanzeige 

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erstattet, obwohl nur der Privatkläger selbst Träger des unmittelbar angegriffenen 

Rechtsgutes sei (Urk. 55 S. 1 f.). Die Strafantragsfrist beginnt mit dem Tag, an 

welchem der antragsberechtigen Person der Täter bekannt wird (Art. 31 Satz 2). 

Die Untersuchungsbehörde erhielt vom Privatkläger anlässlich der Einvernahme 

vom 17. April 2013 ein Bild des Beschuldigten, welcher gemäss Aktennotiz vom 

5. Juni 2013 mit Namen (A._____) identifiziert werden konnte (Urk. HD 17/2). 

Damit hat der Privatkläger mit seiner Konstituierung am 17. Juli 2013 (Urk. HD 

36/2) die Frist gewahrt, worauf die Vorinstanz zu Recht hingewiesen hat. Wie 

noch zu zeigen sein wird, kann im Übrigen diese Frage offen bleiben, da der Be-

schuldigte wegen Angriffs verurteilt wird (vgl. nachstehend Erw. III.). 

Mit Erklärung vom 2. Oktober 2015 (hierorts eingegangen am 5. Oktober 2015 

(Urk. 87) zog sodann der Privatkläger C._____ den Strafantrag betreffend die ein-

fache Körperverletzung zurück und erklärte ein Desinteresse betr. Strafverfahren 

gegen den Beschuldigten und dessen Bestrafung wegen des Vorwurfs des An-

griffs i.S. von Art. 134 StGB. 

2.2.1. Die Verteidigung macht sodann geltend, alle Einvernahmen betreffend An-

klagepunkt 1/HD seien zufolge Verletzung gesetzlicher Prozessformen im Vorver-

fahren unverwertbar. Entgegen den gesetzlichen Erfordernissen von Art. 158 Abs. 

1 lit. a StPO seien dem Beschuldigten zu Beginn der ersten und auch der weite-

ren Einvernahmen kein umfassender und detaillierter Tatvorhalt gemacht worden. 

Zu Beginn der ersten polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten (Urk. HD 

16/1) sei ihm bezüglich Anklageziffer 1/HD unter Angabe von Ort, Zeit und Name 

des Geschädigten der Vorwurf der Körperverletzung eröffnet worden. Danach sei 

er gefragt worden, ob er von sich aus etwas zur genannten Angelegenheit aussa-

gen wolle und sei weiter zur Sache ausgefragt worden (Urk. HD 16/1 Ziffer 6 ff.). 

Damit sei ihm jedoch zu Beginn der Einvernahme prozessrechtswidrig nur gerade 

der noch unvollständige Tatbestand bzw. die strafrechtliche Marginale mitgeteilt, 

jedoch keine konkrete Tathandlung, also kein Lebenssachverhalt vorgehalten 

worden. Auch über die Art der angeblich verursachten Verletzung sei er nicht ori-

entiert worden. Erst ab Ziffer 27 der Befragung seien dem Beschuldigten erstmals 

konkretere Tatvorwürfe gemacht worden. Ein vollständiger Tatvorhalt habe jedoch 

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zwingend zu Beginn der Einvernahme zu erfolgen und nicht zu irgendeinem spä-

teren Zeitpunkt. Auch bei den weiteren Einvernahmen (Urk. HD 16/2 und 16/3) 

seien ihm ausser den gesetzlichen Tatbeständen keine eigentliche Tathandlung 

im Sinne eines Lebenssachverhalts vorgehalten, mithin kein Tatvorwurf gemacht 

worden. Die Schlusseinvernahme mit dem (erstmaligen) Tatvorhalt sei ebenfalls 

nicht verwertbar. Durch den Wegfall dieser Einvernahmen und wegen der fehlen-

den korrekten Orientierung über den Tatvorwurf seien Art. 143 Abs. 4, Art. 157 

Abs. 1 und Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO sowie in fundamentaler Weise auch der 

Gehörsanspruch, das Recht auf Verteidigung und das Fairnessgebot verletzt 

(Urk. 56 S. 3 f.).  

2.2.2. Nach Art. 158 Abs. 1 StPO weisen Polizei oder Staatsanwaltschaft die be-

schuldigte Person zu Beginn der ersten Einvernahme in einer ihr verständlichen 

Sprache u.a. darauf hin, dass gegen sie ein Vorverfahren eingeleitet worden ist 

und welche Straftaten Gegenstand des Verfahrens bilden (lit. a; vgl. auch Art. 143 

Abs. 1 lit. b und c StPO). Der Beschuldigte muss in allgemeiner Weise und nach 

dem aktuellen Verfahrensstand darüber aufgeklärt werden, welches Delikt ihm zur 

Last gelegt wird. Dabei geht es nicht in erster Linie um den Vorhalt strafrechtlicher 

Begriffe oder Bestimmungen, sondern um denjenigen der konkreten äusseren 

Umstände der Straftat (Schmid, Handbuch, N 860; ders., Praxiskommentar, Art. 

158 N 8; Niklaus Ruckstuhl, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, 2011, Art. 158 StPO N 22; Gunhild Godenzi, in: Kommentar zur Schwei-

zerischen Strafprozessordnung, hrsg. von Donatsch et al., 2. Aufl. 2014, Art. 158 

N 20; vgl. auch Jean-Marc Verniory, in: Commentaire romand CPP, 2011, Art. 

158 N 13). Die Information über den Gegenstand der Strafuntersuchung ist       

Voraussetzung dafür, dass sich der Beschuldigte zu den Tatvorwürfen äussern 

kann (vgl. Art. 143 Abs. 4 StPO). Einvernahmen ohne diese Hinweise sind nicht 

verwertbar (Art. 158 Abs. 2 StPO). Die Belehrung ist im Protokoll zu vermerken 

(Art. 143 Abs. 2 StPO; BGE 6B_912/2013, Urteil vom 4. November 2014).  

2.2.3. Der Beschuldigte wurde in der polizeilichen Einvernahme vom 11. Juni 

2013 vom einvernehmenden Polizeibeamten darüber informiert, dass gegen ihn 

ein Strafverfahren wegen Körperverletzung zum Nachteil von C._____, begangen 

-   13   - 

am 7. April, zwischen 03.15 Uhr und 03:47 Uhr, in Zürich an der H._____-Strasse 

eingeleitet worden sei und er als beschuldigte Person einvernommen würde (Urk. 

HD 16/1 S. 1). Der Beschuldigte wurde im Weiteren über seine Rechte belehrt. 

Dann wurde er zunächst zu seinen Personalien und zum PIN-Code der zwei bei 

ihm vorläufig sichergestellten Mobiltelefone befragt. Anschliessend daran wurde 

die Einvernahme zur Sache mit der Frage eingeleitet, ob der Beschuldigte von 

sich aus etwas zur genannten Gelegenheit aussagen wolle (Urk. HD 16/1 Frage 

6). Im weiteren Verlauf der Einvernahme wurde dem Beschuldigten dann die Ver-

letzungen und sodann die Aussagen des Privatklägers C._____ vorgehalten, wo-

nach er von beiden Angreifern geschlagen worden sei: einer der beiden Angreifer 

habe ihn zuerst auf den Boden gezogen und dann mit den Fäusten auf seinen 

Kopf eingeschlagen, der zweite Angreifer habe nur mit den Schuhen in Richtung 

seines Kopfes getreten, als er am Boden gelegen sei (Urk. HD 16/1 Fragen 34 

ff.).  

Zwar wurde dem Beschuldigten in der ersten Einvernahme bei der Information 

über den Verfahrensgegenstand das behauptete Vorgehen bei der Körperverlet-

zung und die Verletzung an sich nicht genannt. Indes wurde ihm nicht bloss pau-

schal vorgeworfen, er habe den Privatkläger C._____ verletzt. Vielmehr wurden 

Tatzeitpunkt und Tatort präzise umrissen, so dass sich der Beschuldigte entspre-

chend verteidigen konnte. Die Einvernahme erfolgte somit nicht prozessrechts-

widrig. Damit erübrigt es sich, auf die Frage einzugehen, ob bei fehlender Infor-

mation über den Verfahrensgegenstand in der ersten Einvernahme sämtliche 

nachfolgenden Vernehmungen nichtig sind (vgl. BGE 141 IV 20 E. 1.3.4). 

2.3.1. Der Verteidiger bringt weiter vor, in den Konfrontationseinvernahmen mit 

den Beschuldigten I._____, A._____ und C._____ seien sie zu Beginn aufgefor-

dert worden, die Wahrheit zu sagen. Eine solche Aufforderung zur Wahrheit sei 

indes klar prozessrechtswidrig, denn beschuldigte Personen seien selbstverständ-

lich nicht zur Wahrheit verpflichtet und dürften demnach auch nicht dazu aufge-

fordert werden. Im Anschluss an diese Ermahnung zur Wahrheit seien die Be-

schuldigten auf die Strafbarkeit der Rechtspflegedelikte hingewiesen. Dies seien 

indessen zwei unterschiedliche Belehrungen, was sich etwa deutlich aus § 149b 

-   14   - 

Abs. 2 der alten ZH-StPO ergebe und selbstverständlich auch gemäss Art. 181 

Abs. 2 StPO. Dass es sich um zwei verschiedene Belehrungen handle, zeige sich 

auch an den Einvernahmeprotokollen durch das Wort "und" zwischen den beiden 

Belehrungen. Beim Hinweis auf die Straffolge der Rechtspflegedelikte, welcher im 

Übrigen für Beschuldigte im Gesetz überhaupt nicht vorgesehen sei (Art. 143 Abs. 

1, Art. 158 Abs. 1, Art. 180 Abs. 1 StPO), gehe es nicht um die Aufforderung zur 

Wahrheit, sondern nur darum, über die Straffolgen dieser Tatbestände zu infor-

mieren. Wegen der erfolgten Mahnung zur Wahrheit seien die Einvernahmen pro-

zessrechtswidrig durchgeführt worden, was deren Nichtigkeit zur Folge habe. 

Durch den Wegfall dieser gemäss EMRK eminent wichtigen Einvernahmen mit 

"Belastungszeugen" sei bezüglich des Vorwurfs gemäss Anklageziffer 1 der 

staatsanwaltschaftlichen Beweisführung die Substanz entzogen, was zwingend 

den Freispruch zur Folge habe (Urk. 56 S. 6). 

2.3.2. Der Beschuldigte A._____, I._____ und C._____ wurden bei den Konfronta-

tionseinvernahmen vom 3. Juli 2013 und vom 10. Februar 2014 als beschuldigte 

Personen befragt. Sie wurden zu Beginn der Einvernahmen u.a. auf ihr Aussage-

verweigerungsrecht hingewiesen. Im Anschluss daran wurden sie aufgefordert, 

die Wahrheit zu sagen und auf die Straffolgen der falschen Anschuldigung, der Ir-

reführung der Rechtspflege und der Begünstigung gemäss Art. 303-305 StGB 

aufmerksam gemacht. Wie das Bundesgericht bereits mit Urteil vom 16. März 

2015 (6B_1011/2014 Erw. 1.3.) festgehalten hat, sei es nicht ersichtlich, inwiefern 

diese Belehrung unzulässig gewesen sein soll. Zwar treffe zu, dass das Aussage-

verweigerungsrecht der beschuldigten Person unbesehen darum, ob sie allein 

oder im Rahmen einer Konfrontationseinvernahme mit Mittätern, Teilnehmern  

oder Zeugen zu der ihr zur Last gelegten Straftat befragt werde und dass sie nicht 

nur keine Aussage-, sondern auch keine Wahrheitspflicht treffe (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_336/2013 vom 14. Februar 2014 E. 2.1). Doch sei im zu beurtei-

lenden Fall, wie die kantonalen Instanzen zutreffend annähmen, die Ermahnung 

zur Wahrheit im Kontext mit dem Hinweis auf die Rechtspflegedelikte zu sehen.  

An dieser Einschätzung ändert sich nichts, auch wenn sich der zitierte Entscheid 

(BGE 6B_1011/2014) noch auf (altes) kantonales Recht stützt. Unbehilflich ist die 

-   15   - 

an sich zutreffende Feststellung der Verteidigung, wonach die Bestimmungen der 

(neuen) StPO (Art. 143 Abs. 1, Art. 158 Abs. 1, Art. 180 Abs. 1 StPO) keinen 

Hinweis auf die Straffolge der Rechtspflegedelikte für Beschuldigte vorsähen. 

Diese führt aber nicht zu einer Ungültigkeit der Einvernahmen, wenn eine ent-

sprechende Belehrung des Beschuldigten in Anlehnung an die Regelung über die 

Einvernahme von Auskunftspersonen erfolgt (bisher: § 149b Abs. 2 StPO/ZH, 

neu: Art. 181 Abs. 2 StPO; zum bisherigen Recht: HANS BAUMGARTNER, Zur 

Durchführung von Konfrontationseinvernahmen, SJZ 90/1994, S. 63). Gegenteils 

gehen die Meinungen vielmehr auseinander, ob eine solche Belehrung ein Gültig-

keitserfordernis darstellt (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 181 N 8 

bzw. Donatsch, in : Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO Komm., 2. Aufl., Art. 181 N 

20 ff.). Diese Frage stellt sich hier aber gar nicht. Damit erweist sich dieser Ein-

wand als unbegründet. 

2.4. Die Verteidigung rügt sodann eine Verletzung des Anklageprinzips in zweifa-

cher Hinsicht. Zum einen sei die Umschreibung des Anklagevorwurfs unter An-

klageziffer 1/HD äusserst unbestimmt und die Verletzungen des Privatklägers 

C._____ würden den beiden angeblichen Tätern (dem Beschuldigten A._____ 

und Mitbeschuldigten I._____) nicht zugeordnet (nachfolgend Ziff. 2.4.1.ff.). Zum 

zweiten macht sie geltend, die vorinstanzliche Subsumierung des Sachverhalts 

unter den Tatbestand des Angriffs verletze ebenfalls das Anklageprinzip (nachfol-

gend 2.4.2.). 

2.4.1.1. Im ersten Absatz des Anklagesachverhaltes heisse es, dass der Beschul-

digte den Privatkläger angreife, indem er ihn gepackt, festgehalten und ihm 

Faustschläge gegen den Kopf versetzt habe. Dabei werde allerdings nicht ange-

geben, womit, wie und wo dieser angegriffen, gepackt und festgehalten worden 

sein soll. Danach werde geschildert, dass der Beschuldigte dem Privatkläger drei 

bis vier Faustschläge gegen den rechten Kopfbereich versetzt habe. Dabei werde 

jedoch nicht genannt, mit welcher Hand diese Schläge erfolgt sein sollen. Zudem 

besagten Faustschläge gegen den "rechten Kopfbereich" nichts Konkretes. Es 

werde nämlich nicht dargetan, ob das Gesicht, das Ohr, der Schädel oder der 

Hinterkopf getroffen worden sein sollen. Schliesslich würden auch keine Verlet-

-   16   - 

zungen genannt, welche durch diese angeblichen Schläge des Beschuldigten 

verursacht worden sein sollen. Unklar sei auch, wie der Beschuldigte den Ge-

schädigten gleichzeitig am Boden festgehalten und ihm mehrere Faustschläge 

versetzt haben soll. Eine derart unbestimmte Sachverhaltsumschreibung verletze 

eindeutig den Anklagegrundsatz. Im zweiten Absatz des ersten Anklagesachver-

haltes werde weiter erwähnt, dass I._____ dem Privatkläger Faustschläge und 

Fusstritte versetzt hätte. Ein Tritt sei gegen die Beine erfolgt. Gegen welche Kör-

perteile die weiteren Schläge und Tritte ausgeteilt worden sein sollen, sei laut An-

klage unklar geblieben. Daraus entstandene Verletzungen seien ebenfalls nicht 

genannt worden. Im dritten Absatz des Anklagesachverhalts würden die durch 

das gewaltsame Vorgehen von A._____ und I._____ angeblich entstandenen Ver-

letzungen beschrieben (Gehirnerschütterung, eine Rissquetschwunde beim rech-

ten Ohr und eine solche oberhalb der Nase), ohne Zuordnung der Verursachung 

der einzelnen Verletzungen auf die jeweiligen Beschuldigten. Damit aber könne 

die Verursachung dieser Verletzungen den beiden angeblichen Tätern überhaupt 

nicht zugeordnet werden. Da vorliegend weder eine mittäterschaftliche Bege-

hungsweise noch der Straftatbestand des Angriffs i.S. von Art. 134 StGB einge-

klagt worden sei, verletzte die unterlassene Zuordnung der körperlichen Verlet-

zungen wegen der fehlenden Bestimmtheit den Anklagegrundsatz. Demzufolge 

könne keine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung erfolgen (Urk. 56 S. 6 

f.).  

2.4.1.2. Der Verteidiger lässt sodann bezüglich Anklageziffer 1 vorbringen, dass 

die Vorinstanz mit der rechtlichen Subsumption des Anklagesachverhalts unter 

den Tatbestand des Angriffs das Anklageprinzip verletze. Es sei fraglich, ob der 

gemeinschaftliche Angriffsvorsatz aus dem angeklagten Sachverhalt und aus dem 

Lebenssachverhalt entnommen werden könne, insbesondere unter Berücksichti-

gung der Aussagen des Beschuldigten, des I._____s und des Privatklägers. 

Selbst dieser habe nicht behauptet, dass ein koordinierter Angriff auf ihn durchge-

führt worden sei (Prot. I S. 7). Vorliegend sei weder ein koordiniertes noch ein 

einseitiges Vorgehen seitens der Beschuldigten erstellt (Urk. 101 S. 11 und S. 18 

f.). 

-   17   - 

2.4.1.3. Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 

1 und 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festge-

schriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des 

Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldig-

ten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu um-

schreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 

konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidi-

gungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtli-

ches Gehör (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit 

Hinweisen). Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift 

möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten 

mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (BGE 

6B_518/2014, Erw. 6.2., Urteil vom 4. Dezember 2014). 

2.4.1.4. Die dem Beschuldigten vorgeworfene Tat ist in der Anklageschrift genü-

gend präzise umschrieben. So wird im ersten Abschnitt das Vorgehen des Be-

schuldigten gegen den Privatkläger C._____ klar umschrieben (Packen und Nie-

derreissen des Privatklägers, Festhalten und Versetzen von drei bis vier Faust-

schlägen gegen den rechten Kopfbereich). Für den tatbestandlichen Vorwurf ist 

dabei unerheblich, wie er ihn gehalten haben soll und mit welcher Faust er die 

Schläge ausgeteilt hat. Zu hören ist die Verteidigung allerdings mit dem Einwand, 

dass die täterbezogene Verursachung der Verletzungen in der Anklageschrift 

nicht ausdrücklich Erwähnung findet und somit eine Verurteilung wegen einfacher 

Körperverletzung entfalle. 

2.4.1.5. Das Gericht ist indessen an den in der Anklage umschriebenen Sachver-

halt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung durch die An-

klagebehörde gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 126 I 19 E. 2a mit Hinwei-

sen). Ob der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt als einfache Kör-

perverletzung oder als Angriff zu qualifizieren ist, ist eine Rechtsfrage. Das Ge-

richt ist in der rechtlichen Würdigung des Tatvorwurfs frei. Die Staatsanwaltschaft 

klagte den Beschuldigten wegen einfacher Körperverletzung ein. Die Vorinstanz 

kam zum Schluss, der Beschuldigte A._____ habe sich des Angriffs schuldig ge-

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-   18   - 

macht. Vorab verwarf die Vorinstanz die Möglichkeit einer mittäterschaftlichen 

Tatverübung. Der Beschuldigte habe sich zwar am gewalttätigen Vorgehen 

I._____s gegen C._____ beteiligt, doch habe er sich dabei nicht dessen Verlet-

zungsvorsatz zu eigen gemacht, sondern habe seinem Kollegen vielmehr unter-

stützend zu Seite stehen wollen, indem er C._____ ebenfalls geschlagen habe. 

Dies komme auch darin zum Ausdruck, dass er nach den übereinstimmenden 

Angaben aller Beteiligten die Auseinandersetzung beendet habe, indem er 

I._____ von weiteren Handlungen abgehalten habe. Deshalb lasse sich nicht sa-

gen, er habe sich den Vorsatz von I._____ vollständig zu eigen gemacht und sei 

mit dessen Vorgehen jederzeit einverstanden gewesen (Urk. 65 S.. 21 f.).  

2.4.2. Der Verteidiger bestreitet, dass der gemeinschaftliche Angriffsvorsatz dem 

angeklagten Sachverhalt und aus dem Lebenssachverhalt entnommen werden 

könne. Der Privatkläger C._____ habe selbst nie behauptet, dass ein koordinierter 

Angriff auf ihn durchgeführt worden sei (Prot. I S. 7). Er führte dazu anlässlich der 

Berufungsverhandlung aus, der Beschuldigte habe gemäss Anklage zeitlich vor 

I._____ zugeschlagen. Dass er auch dann noch weiter geschlagen habe, als 

I._____ tätlich geworden sei, könne ihm nicht nachgewiesen werden. Ein gemein-

samer Tatentschluss liege nicht vor (Urk. 101 S. 18 f.). Zudem habe C._____ ge-

mäss den Aussagen von I._____ selbst auch Schläge ausgeteilt, so dass keine 

einseitige Auseinandersetzung im Sinne eines Angriffs gegeben sei (Urk. 101 S. 

11).  

2.4.2.1. Gemäss Art. 134 StGB ist der Angriff die einseitige, von feinseligen Ab-

sichten getragene, gewaltsame Einwirkung von mindestens zwei Personen auf 

den Körper eines oder mehrerer Menschen. Eine Beteiligung kann dabei auf jede 

Art erfolgen; sie kann eine sachlich unterstützende, psychische oder verbale Mit-

wirkung zugunsten der angreifenden Partei sein (z.B. durch Zustecken von   

Kampfinstrumenten, Anfeuerungen, Ratschläge, Warnung vor Gefahren). Ver-

langt wird sodann Vorsatz bezüglich der Teilnahme an einem Angriff; der Vorsatz 

bezieht sich nicht auf die Verletzungs- oder Todesfolge, welche eine objektive 

Strafbarkeitsbestimmung darstellt (BSK StGB-Stefan Maeder, Art. 134 N 6 ff.).  

-   19   - 

2.4.2.2. Die Anklage beschreibt zunächst die körperliche Attacke von zwei Perso-

nen auf ein Opfer. Die Körperverletzung (als objektive Strafbarkeitsbedingung) 

beschreibt sie als Folge des gewaltsamen Vorgehens des Beschuldigten und 

I._____. Das gemeinsame Vorgehen und mithin der Angriffsvorsatz ergibt sich 

nicht nur aus der Beschreibung, wonach der Beschuldigte als Folge seines ge-

waltsamen Angriffs bzw. Vorgehens gegen C._____ die Verletzungen in Kauf ge-

nommen habe, sondern auch aus der Schilderung, wie der Beschuldigte gemein-

sam mit I._____ den Geschädigten C._____ verfolgt hatten. Die Vorsatzum-

schreibung umfasst zwar auch die (konkreten) Verletzungsfolgen, geht somit über 

das vom Tatbestand geschützte Rechtsgut der abstrakten Gefährdung der körper-

lichen Integrität hinaus. Darin enthalten ist aber begrifflich der Vorsatz an der Be-

teiligung am Angriff. Entgegen dem Verteidiger genügt somit die Anklageschrift 

den Erfordernissen von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO. Dem Beschuldigten bzw. sei-

nem Verteidiger wurde sodann im Rahmen der erstinstanzlichen Verhandlung 

vom Gericht das rechtliche Gehör im Hinblick auf eine mögliche Subsumption des 

Anklagesachverhalts unter den Tatbestand des Angriffs gewährt (Prot. I S. 7). 

Auch unter diesem Aspekt ist keine Verletzung des Anklageprinzips auszu-

machen. 

3. Sachverhalt betr. Anklageziffer 1/HD 

3.1. Der Beschuldigte gibt zu, zusammen mit I._____, dem Privatkläger C._____ 

gefolgt zu sein. Er bestreitet hingegen, ihn geschlagen zu haben. Vielmehr habe 

er I._____, welcher mit Fäusten und Fusstritten auf den Privatkläger eingeschla-

gen habe, von diesem getrennt (Urk. HD 16/1 A 22; Urk. HD 16/2 S. 5 f.; Urk. HD 

19/3 S. 7; Urk. 58 S. 4 f.; Prot. II S. 16). Belastet wird der Beschuldigte vom Pri-

vatkläger C._____; der zwischenzeitlich rechtskräftig verurteilte I._____, ein 

Freund des Beschuldigten (Urk. 58 S. 5), stellte eine Beteiligung des Beschuldig-

ten an den Tätlichkeiten in Abrede ("A._____ hat nichts gemacht. Er stand nur 

daneben und hat zugeschaut"; Urk. HD 19/1 S. 25). Allerdings bestritt er gleich-

zeitig, dass seine eigenen "schwachen Schläge" den Privatkläger so stark hätten 

verletzen können (Urk. HD 19/1 S. 32).  

-   20   - 

3.2. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Privatklägers C._____, des Mitbeschul-

digten I._____ und des Beschuldigten sowie die medizinischen Akten über den 

Privatkläger zutreffend wiedergegeben (Urk. 65 S. 7-12; Art. 82 Abs. 4. StPO). 

Ebenso hat die Vorinstanz in richtiger Anwendung der Beweisregeln die Aussa-

gen gewürdigt und auf ihre Glaubhaftigkeit überprüft. Um Wiederholungen zu 

vermeiden ist vorab darauf zu verweisen (Urk. 65 S. 12-14; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Folgende Erwägungen heben nochmals die wesentlichen Punkte hervor. 

3.3. Was die Glaubwürdigkeit angeht, war der Privatkläger vor dem Club G._____ 

-wie bereits eingangs erwähnt (Erw. II.A.1.) - in eine tätliche Auseinandersetzung 

mit I._____ verwickelt. Er hat in jenem Verfahren betreffend des Vorwurfs der ein-

fachen Körperverletzung (SB150084) die Rolle als Beschuldigter und I._____ jene 

als Privatkläger inne. Dieser unterschiedlichen Rollenverteilung und der damit 

verbundenen Interessenlage ist bei der Aussagenwürdigung Rechnung zu tragen. 

Der Privatkläger C._____ wurde sodann von Seiten des Beschuldigten A._____s 

aufgefordert (Urk. HD 16/1 A. 58), er solle die Anzeige zurückziehen. Offensicht-

lich hat er vor ihm Angst (Urk. HD 19/1 S. 28 ff. insbes. S. 30; Urk. HD 17/4 A 3). 

Mit Eingabe vom 2. Oktober 2015 hat er sie dann tatsächlich zurückgezogen. 

Was die Beziehung zwischen dem Beschuldigten A._____ und dem Mitbeschul-

digten I._____ anbelangt, die sich als Freunde bezeichnen (Urk. HD 58 S. 5), so 

fällt die asymmetrische Belastung auf: I._____ versucht A._____ möglichst zu ent-

lasten, während A._____ ihn stark belastet. So stritt I._____ anfänglich eine Betei-

ligung des Beschuldigten völlig ab und gab ab an, den Privatkläger alleine verfolgt 

und vor dem J._____ in einer 1:1-Situation gestellt zu haben (Urk. HD 18/1 A 26). 

Er verneinte sodann ausdrücklich, dass der Beschuldigte auch dabei gewesen 

sein soll (Urk. HD 18/1 A 27, A 87). Im weiteren Untersuchungsverlauf verneinte 

er die Gegenwart des Beschuldigten nicht mehr, blieb aber dabei, dass der Be-

schuldigte den Privatkläger nicht geschlagen habe. Der Beschuldigte A._____ 

hinwiederum belastete I._____ massiv ("Er schlug einfach wild auf ihn ein. Der 

unbekannte Typ ist schliesslich zu Boden gegangen. Als er am Boden lag, trat 

I._____ mit dem Fuss einmal gegen den Typen. Als ich das sah, hielt ich I._____ 

fest und sagte zu ihm, dass er aufhören soll"; Urk. HD 16/1 A 22). Diese Aussa-

-   21   - 

gen machen den Anschein, als wollten die beiden klarerweise eine Beteiligung 

von A._____ ausschliessen. Mit Blick auf die vom Privatkläger erlittenen Verlet-

zungen geht indessen diese Strategie nicht auf, da I._____ nicht bereit war, für 

die Verletzungsfolgen alleine verantwortlich zu sein (Urk. HD 19/1 S. 32). Die auf 

vorliegendes Ereignis bezogene (spezielle) Glaubwürdigkeit der beiden ist zufolge 

dieses taktischen Einschlags erheblich getrübt. Entgegen der Ansicht der Vertei-

digung (Urk. 101 S. 11) führt diese Relativierung der selbstbelastenden Aussagen 

von I._____ dazu, dass auch deren Glaubhaftigkeit entsprechend beeinträchtigt 

wird. 

3.4. Was nun die Aussagen im Einzelnen geht, so hat der Privatkläger C._____ 

zunächst in seinen Aussagen klar die beiden Mitbeschuldigten als Angreifer iden-

tifiziert. Diese bestreiten ihre Anwesenheit am Tatort denn auch nicht. Sie seien 

alleine mit dem Privatkläger dort gewesen (Urk. HD 19/1 S. 27). Gemäss Privat-

kläger sei zunächst der Beschuldigte A._____ über die Mauer geklettert, als er 

(der Privatkläger) am Telefonieren gewesen sei; er habe ihm angedeutet, ruhig zu 

sein. Er habe gedacht, der Beschuldigte wolle nur mit ihm reden (Urk. HD 17/1 A 

13; Urk. HD 17/5 S. 4; Urk. 19/1 S. 16 f.). Dann sei auch der Mitbeschuldigte 

I._____ über die Mauer geklettert, worauf der Beschuldigte ihn auf den Boden ge-

zogen und ihn mehrmals mit den Fäusten auf den rechten Kopfbereich geschla-

gen habe. Danach habe ihn der Mitbeschuldigte I._____ mit den Schuhen in den 

Bereich des rechten Ohrs geschlagen (Urk. HD 16/5 S.5).  

Diese Angaben, die durch ihre Originalität (Andeutung zum Ruhigsein) und auch 

Realitätsverknüpfung (durch das Telefongespräch ["Ich vergass, dass ich nicht 

hätte laut sein sollen (Urk. HD 19/1 S. 16)] wurde wohl der Beschuldigte auf ihn 

aufmerksam) auffallen, werden vom Beschuldigten insoweit bestätigt, dass er 

ebenfalls den Privatkläger C._____ beim Telefonieren betroffen hat und mit ihm 

nur habe sprechen wollen (Urk. HD 16/1 A 7; 19/1 S. 23; Urk. 58 S. 5). Die Aus-

sage des Beschuldigten, er sei nicht wegen der Stimme auf ihn aufmerksam ge-

worden, sondern sie hätten ihn - wohl zufällig - auf dem Rückweg zum Club 

"G._____" gesehen ["Ich sagte ihm (I._____), lass uns rüber (i.e. über die Mauer) 

gehen, damit wir zum G._____ zurückfinden (Urk. HD 19/1 S. 22 f.)] ist nicht 

-   22   - 

überzeugend: die beiden verfolgten - wie sich aus Zugaben des Beschuldigten 

ergibt (Urk. HD 16/1 A 7, 52) - den Privatkläger C._____ (A._____: "Aber I._____ 

war aufgebracht, er wurde geschlagen, er hat geblutet, er wollte zu C._____. Er 

wusste nicht wo er war. Ich habe ihn gefragt. Er sagte zu mir, er könnte in dieser 

Strasse sein. Wir waren noch nicht bei dieser Mauer." Urk. HD 19/ S. 22 f.); so-

dann erweist sich die Mauer als relativ hoch, so dass sich der Beschuldigte beim 

Überqueren sogar am Knie verletzte (vgl. Urk. HD 16/4 Foto Nr. 9; Urk. HD 16/1 A 

56). Diese Zugaben zeigen klar, dass der Beschuldigte und I._____ gezielt auf 

der Suche nach dem Privatkläger C._____ waren und sie nicht zufällig in diesem 

Hinterhof gelandet waren und über die Mauer zum G._____-Club zurückwollten.  

3.5. Der Beschuldigte A._____ will sodann erst nach I._____ dazugekommen sein 

und letzteren vom Privatkläger getrennt haben (Urk. 58 S. 5). Diese an der 

Hauptverhandlung vorgetragene Version vermag nicht zu überzeugen. In den ers-

ten beiden Einvernahmen rund zwei Monate nach dem Vorfall glaubte er auf Vor-

halt nicht, dass er als erstes den Privatkläger erblickt habe. Er sei über die Mauer 

gegangen und I._____ auch. Er könne sich nicht mehr genau erinnern. Aber er 

habe zuerst mit dem Privatkläger gesprochen (Urk. 16/1 A 54; 16/2 S. 4). Anläss-

lich der Konfrontationseinvernahme rund drei Wochen später sollen sie beide 

gleichzeitig über die Mauer geklettert sein (Urk. HD 19/1 S. 23). Dieses Aussage-

verhalten des Beschuldigten widerspiegelt den Versuch, seinen Anteil am Vorfall 

möglichst klein zu halten und keine aktive Rolle einzunehmen. Demgegenüber 

sind die Angaben des Privatklägers C._____ nachvollziehbar, insbesondere was 

sein Auffinden angeht. Auf die Angaben von I._____ kann nicht abgestellt werden, 

da er - wie bereits erwähnt - offensichtlich den Beschuldigten entlasten will und 

aus diesem Grund nicht davor zurückscheut, zu lügen.  

3.6. Was nun den eigentlichen Vorgang im Hinterhof angeht, so führt der Privat-

kläger C._____ detailliert und in den verschiedenen Einvernahmen gleichbleibend 

aus, dass er im Hinterhof vermutlich wegen des Telefongesprächs vom Beschul-

digten und I._____ entdeckt worden sei. Zuerst sei ein Mann über die Mauer ge-

klettert und zu ihm hingekommen, danach sei dieser "Hammer" (gemeint I._____) 

darüber geklettert. Der erste Mann, ein Arabertyp sei sofort auf ihn zugekommen, 

-   23   - 

habe ihn auf den Boden gezogen und mit den Fäusten auf den Kopf geschlagen 

(Urk. HD 1/1 S. 6) bzw. mit der Faust seitlich rechts im Bereich des Halses (Urk. 

HD 17/5 S. 6). Dieser "Hammer" habe ihn nur mit den Schuhen Richtung Kopf 

geschlagen. Er habe danach am rechten Ohr geblutet und habe auch auf der Na-

se eine Verletzung gehabt. Sie hätten dann von ihm abgelassen und hätten wie-

der über die Mauer zurück klettern wollen. Einer der beiden sei aber zurückge-

kommen und habe ihm mit dem Schuh in die rechte Körperseite geschlagen, weil 

er sich vermutlich aufzurichten versucht habe (Urk. HD17/1 A. 13; Urk. HD 17/5 S. 

4 ff.; Urk. HD19/1 S. 16 ff.). Auf Vorhalt der Aussage des Beschuldigten, dieser 

habe I._____ zurückgehalten, erklärt er, er habe nichts gesehen aber gehört: "Es 

ist genug" (Urk. HD 17/5 S. 7). Gerade Letzteres zeigt auf, dass er die Darstellung 

des Beschuldigten nicht völlig in Abrede stellt und auch Aussagen zu dessen 

Gunsten bestätigt. Abweichungen in der Darstellung des Kerngeschehens halten 

sich in engen Grenzen (der Beschuldigte habe ihn auf den Boden gezogen und 

mit den Fäusten auf den Kopf geschlagen [Urk. HD 17/1 A 13] bzw. der Beschul-

digte habe ihn am Hemd gepackt und er sei schwach geworden und zu Boden ge-

fallen; der Beschuldigte habe ihn als erster geschlagen, wobei er ihm das Knie auf 

den Körper gestützt habe und I._____ ihn dann mit Fusstritten traktiert habe [Urk. 

HD 17/5 S. 4 ff.] bzw. der Beschuldigte habe ihn nur ein bisschen am Kragen ge-

packt, dann habe er sich auf den Boden gelegt [Urk. HD 19/1 S. 17], wobei er ihn 

geschlagen habe, bis I._____ gekommen sei). Praktisch gleichbleibend schildert 

er auch die ihm vom Beschuldigten verabreichten Faustschläge (gegen den Kopf, 

[Urk. HD 17/1 A 13], mit der Faust seitlich rechts im Bereich meines Halses [Urk. 

HD 17/5 S. 6] bzw. gegen den rechten Kopfbereich [Urk. HD 19/1 S. 17]). Entge-

gen der Verteidigung sind diese verschiedenen Darstellungen nicht "unheilbare 

Lügensignale" (Urk. 56 S. 12 und Urk. 101 S. 11 f.), sondern sie machen deutlich, 

dass er den Beschuldigten nicht übermässig belasten will. Unterschiedlich schil-

dert er, wie er vom Beschuldigten am Boden festgehalten worden sei (mit dem 

Knie fixiert [Urk. HD 17/5 S. 5] bzw. mit der Hand festgehalten [Urk. HD 19/1 S. 

5]). Dieser Umstand vermag indessen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nicht 

wesentlich zu entkräften, insbesondere auch unter Berücksichtigung der Dynamik 

der Auseinandersetzung mit wechselnden Positionen. Dass er unter den genann-

-   24   - 

ten Umständen nicht sagen konnte, ob der Beschuldigte mit einer oder beiden 

Händen zugeschlagen habe, und ob und wann genau er am Hals oder am Kopf 

getroffen wurde, hat entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 101 S. 12) 

ebenfalls keine Auswirkungen auf die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Seine 

Aussagen sind auch zurückhaltend, indem er die erhaltenden Schläge nicht den 

einzelnen Tätern zu ordnen kann (Urk. HD 19/1 S. 18). Diese Aussage bezieht 

sich aber auf die zweite Phase mit der Beteiligung von I._____, da er klarerweise 

daran festhielt, dass der Beschuldigte zuerst geschlagen habe (Urk. HD19/1 S. 

19). Insoweit ist der Sachverhalt erstellt. 

3.7. Die Motivation des Beschuldigten für die Beteiligung erklärt sich aus den Be-

gleitumständen und seinen Aussagen. Er bezeichnet den Mitbeschuldigten 

I._____ als Freund, dem er habe helfen wollen, nachdem er gesehen habe, dass 

er voller Blut gewesen sei (Urk HD 16/1 A 7, 14). I._____ sei "voll hässig" gewe-

sen, da ihm der Privatkläger die Nase gebrochen habe (Urk. HD 16/1 A 22). Bei 

der Beantwortung der Frage, weshalb er dem Mitbeschuldigten gefolgt sei und 

sich eingemischt habe, zeigt sich sein Erklärungsnotstand [weil er es einfach nicht 

habe über das Herz bringen können. Er kenne ihn ja, er habe ihn blutüberströmt 

gesehen. Er habe ihm leid getan, er habe ihm irgendwie helfen wollen. Er sei hin-

terher gegangen, nicht um zu helfen, sondern um zu sehen, was der Mitbeschul-

digte mache] (Urk. HD 16/2 S. 3). Dass er schlichtend eingreifen und nur mit dem 

Privatkläger C._____ reden wollte, als er sich der Verfolgung des Privatklägers 

anschloss, erweist sich vor diesem Hintergrund als wenig glaubhaft. Es hätte un-

ter diesen Umständen keinen Grund für C._____ gegeben, ihn zu Unrecht zu be-

lasten. Der Beschuldigte erklärte denn auch, dass er nach einer Sekunde, nach-

dem der Mitbeschuldigte den Privatkläger geschlagen hatte, er habe gehen wol-

len. Er habe sich ca. 1 Meter entfernt. Als er dann aber gesehen habe, dass der 

Privatkläger zu Boden gegangen sei, sei er zurückgegangen und habe den Mitbe-

schuldigten zurückgehalten (Urk. HD 16/2 S. 6). Er führte auch aus, er habe 

schon gesehen, dass der Mitbeschuldigte den Privatkläger geschlagen habe und 

dieser die Hände auch bewegt habe. Er habe Angst gehabt, er habe ständig nach 

hinten geschaut, ob noch weitere Leue kommen würden bzw. er habe sich wegen 

der Anwohner und des von den Beiden verursachen Lärms sorgen gemacht 

-   25   - 

(Urk. HD19/1 S. 25). Diese Angaben zeugen nicht von einem wirklichen Schlich-

tungswillen des Beschuldigten, sondern von einem Gewährenlassen, und belegt, 

dass auch aus seiner Sicht der Mitbeschuldigte Revanche für die vom Privatklä-

ger erlittene Unbill nehmen durfte. Insgesamt war für den Beschuldigten klar, dass 

der Mitbeschuldigte sich am Privatkläger rächen wollte und er, indem er sich der 

Verfolgung anschloss, ihn dabei unterstütze. Die Aussage, er habe schlichten 

wollen, erweist sich als Schutzbehauptung.  

3.8. Eine nochmalige Einvernahme im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO erübrigt 

sich. Ein eigentliches Vier-Augen-Delikt liegt nicht vor, da auch der Mitbeteiligte 

I._____ anwesend war und - wenn auch unglaubhaft - ausgesagt hat. Sodann 

liegt als Sachbeweis ein Arztbericht zu den vom Privatkläger erlittenen Verletzun-

gen vor. Es ist nicht ersichtlich und auch der Verteidiger hat keine entsprechen-

den Angaben gemacht, inwiefern das Aussageverhalten (wie er es sagt) des Pri-

vatklägers C._____ für den Entscheid massgeblich sein könnte, die über die in-

haltliche Analyse hinausgeht.  

3.9. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Sachverhalt 

gemäss Anklageziffer 1/HD erstellt ist. 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Die Vorinstanz hat mit zutreffender Würdigung des Sachverhalts auf Angriff 

und nicht auf einfache Körperverletzung - wie von der Anklagebehörde beantragt - 

erkannt (Urk. 65 S. 21 - 24; Art. 82 Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 134 StGB macht 

sich schuldig, wer sich an einem Angriff auf einen oder mehrere Menschen betei-

ligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines Angegriffenen oder eines Dritten 

zur Folge hat. Angriff ist die einseitige, von feindseligen Absichten getragene, ge-

waltsame Einwirkung auf den Körper eines Menschen. Der körperliche Angriff 

muss von mehreren, mindestens zwei Personen ausgehen, wobei es aber ge-

nügt, wenn sich eine Person dem bereits gestarteten Angriff einer anderen Per-

son anschliesst. Eine Beteiligung kann in jeder Art erfolgen, solange die Beteilig-

ten an Ort und Stelle in das Geschehen eingreifen. In subjektiver Hinsicht wird 

Vorsatz bezüglich der Teilnahme an einem Angriff verlangt, wobei Eventualvor-

-   26   - 

satz genügt. Als objektive Strafbarkeitsbestimmung muss der Angriff den Tod  

oder eine Körperverletzung des Angegriffenen zur Folge haben (BSK II-Maeder, 

Art. 134 N 5 ff.). 

4.2. Vorab ist festzuhalten, dass die objektive Strafbarkeitsbedingung der (einfa-

che) Körperverletzung i.S. von Art. 123 StGB vorliegend gegeben ist (Urk. HD 

22/3 und 22/4). Sie wird auch nicht vom Verteidiger angezweifelt (Prot. S. 7). 

4.3. Wie bereits die Vorinstanz herausgearbeitet hat, ist der Beschuldigte mit sei-

nem Eingreifen dem Mitbeschuldigten bei seinem Vergeltungswunsch unterstüt-

zend zur Seite gestanden. Indem er den Privatkläger zunächst selber festhielt und 

ihn mit Faustschlägen traktierte, wurde dieser eingeschüchtert und wehrlos ge-

macht, damit der Mitbeschuldigte ihn schlagen konnte. Wie sich den Aussagen 

des Privatklägers entnehmen lässt, leistete dieser beim Erscheinen des Beschul-

digten kaum körperlichen Widerstand ("A._____ hat mich nur ein bisschen am 

Kragen gepackt, dann habe ich mich auf den Boden gelegt ", Urk. HD 19/1 S. 17). 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich, da er wusste, dass 

der Mitbeschuldigte ebenfalls am Angriff auf den Privatkläger teilnehmen würde. 

Auch während des Angriffs des Mitbeschuldigten stand er daneben und unter-

stützte diesen mit seiner Anwesenheit in seinem Vorhaben, indem er nach allfälli-

gen Zeugen Ausschau hielt, anstelle sich zu entfernen. Erst sein Eingreifen ("Jetzt 

ist genug") beendete den Angriff. Wie bereits ausgeführt wurde, verfolgte der Be-

schuldigte gemeinsam mit I._____ C._____. Die Ansicht der Verteidigung, es hät-

ten zwei zeitlich getrennte Auseinandersetzungen, an denen jeweils nur einer der 

beiden beteiligt war, stattgefunden, weshalb kein Angriff vorliege (Ur. 101 S. 18 

f.), ist nicht haltbar.  

Der Beschuldigte hat somit den objektiven wie den subjektiven Tatbestand des 

Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldaus-

schlussgründe liegen keine vor. Entsprechend ist der Beschuldigte schuldig zu 

sprechen.  

 

-   27   - 

B. Anklageziffer 2 /ND 1 

5. Am 22. März 2013, ca.02.36 Uhr, soll der Beschuldigte im Club "K._____" beim 

… in Zürich dem Geschädigten D._____ eine heftige Ohrfeige gegen die rechte 

Gesichtshälfte versetzt haben, worauf das rechte Ohr des Geschädigten "dumpf" 

geworden sei, er ein lautes Pfeifen im Ohr habe und ihm schwindlig geworden sei. 

Der Beschuldigte habe ihm anschliessend noch zwei weitere Ohrfeigen versetzt. 

Der Geschädigte habe deswegen eine Trommelfellperforation rechts erlitten. 

6. Prozessuale Einwände 

6.1.1. In prozessualer Hinsicht lässt der Verteidiger auch hier vorbringen, die Ein-

vernahmen des Beschuldigten seien prozessrechtswidrig und unverwertbar, da 

der vollständige Tatvorhalt nicht zu Beginn der Einvernahmen bei der Polizei 

(Urk. ND 1/6/1) und er Staatsanwaltschaft (Urk. ND 1/6/2) erfolgt sei (Urk. 56      

S. 5 f. und Urk. 101 S. 7 f.). Was die diesbezügliche Rechtsprechung anbelangt, 

so kann auf vorstehende Ausführungen (II.A.2.2.2.) verwiesen werden. 

6.1.2. Der Beschuldigte wurde in der polizeilichen Einvernahme vom 30. April 

2013 vom einvernehmenden Polizeibeamten darüber informiert, dass gegen ihn 

ein Strafverfahren wegen Körperverletzung, begangen am Freitag, 22. März 2013, 

02:36 und 02:43 in 8001 Zürich, L._____-Strasse ..., eingeleitet worden sei und er 

als beschuldigte Person einvernommen würde. Der Beschuldigte wurde im Weite-

ren über seine Rechte belehrt (Urk. ND 1/6/1 S. 1). Dann wurde er zunächst zu 

seinem Aufenthalt zum fraglichen Zeitpunkt und zu seiner Begleitung befragt. 

Dann wurde er im Vorhalt (Ziff. 5) darüber informiert, dass es zu einem Zwischen-

fall zwischen ihm, seinen Begleiter und dem Anzeigeerstatter gekommen sei. In 

Ziff. 7 wurde der Beschuldigte aufgefordert, den vorerwähnten Zwischenfall zu 

schildern. In Ziff. 10 und 12 - 17 wurde ihm die Version des Anzeigeerstatters 

vorgehalten. In Ziff. 25 wurde ihm dann die Verletzungen des Geschädigten vor-

gehalten (Trommelfellriss u.a.). Zwar wurde dem Beschuldigten in der ersten Ein-

vernahme bei der Information über den Verfahrensgegenstand das behauptete 

Vorgehen bei der Körperverletzung, die Verletzung und der Anzeigeerstatter nicht 

genannt. Entscheidend ist, dass ihm der Tatzeitpunkt und Tatort präzise be-

-   28   - 

schrieben wurde, so dass sich der Beschuldigte entsprechend verteidigen konnte. 

Bereits zu Beginn (Ziff. 5) erklärt der Beschuldigte auf entsprechende Frage, er 

könne sich an den entsprechenden Vorfall erinnern. In Ziff. 12 gibt er sodann an, 

den Geschädigten am letzten Donnerstag (d.h. fünf Tage vor der Einvernahme) 

im K._____ getroffen und mit ihm gesprochen und von der Verletzung ("es war 

etwas mit seinen Ohren") erfahren zu haben. Der Beschuldigte war, gestützt auf 

die eingangs erhalten Informationen somit über den vorgeworfenen Sachverhalt 

im Bilde. Die polizeiliche Einvernahme erfolgte somit nicht prozessrechtswidrig. 

Damit erübrigt es sich, auf die Frage einzugehen, ob bei fehlender Information 

über den Verfahrensgegenstand in der ersten Einvernahme sämtliche nachfol-

genden Vernehmungen nichtig wären. Entgegen der Ansicht der Verteidigung trifft 

dies im übrigen auch nicht für die staatsanwaltschaftliche Einvernahme zu. Der 

Tatvorhalt erfolgte vollständig (Urk. ND 1/6/2 S. 4). Der Vorhalt "mehrere Ohrfei-

gen" ist genügend präzis, da damit mehr als eine gemeint ist. Dass die Verlet-

zungsfolge in diesem Verfahren erstmals überhaupt auf Seite 6 erwähnt worden 

sei, trifft nicht zu; bereits in der (verwertbaren) polizeilichen Einvernahme wurde 

ihm die Verletzung in Ziff. 15 vorgehalten.  

7. Sachverhalt 

7.1. Der Beschuldigte bestreitet nicht, den Privatkläger D._____ zwei Mal auf sei-

ne rechte Kopfseite mit der flachen Hand geschlagen zu haben. Er habe dabei 

nicht das Ohr, sondern die Wange getroffen. Er habe ihn nicht mit der vollen Hand 

getroffen, sondern nur mit seiner halben Handfläche. Er habe weder auf seine 

Ohren noch mit Stärke geschlagen. Er anerkenne die Körperverletzung nicht (Urk. 

ND 1/6/2 S. 5). Auf Anraten seines Anwaltes wollte er sich anlässlich der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung nicht mehr dazu äussern (Urk. 58 S. 6). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung anerkannte er, dem Privatkläger eine Ohrfeige respek-

tive "Anstandsohrfeigen" verpasst zu haben und brachte gleichzeitig vor, der Pri-

vatkläger sei einige Sekunden darauf, als die bereits anwesenden Securitys sich 

auf den Beschuldigten konzentriert hätten, von einem Jungen namens "M._____" 

geschlagen worden, was niemandem aufgefallen sei. Er behauptete, er habe dies 

-   29   - 

bereits früher erwähnt, konnte sich aber nicht mehr erinnern, wann und wem ge-

genüber (Prot. II S. 17 ff.). 

7.2.1. Die anlässlich der Berufungsverhandlung einvernommene Zeugin F._____, 

die den Beschuldigten am fraglichen Abend im Club K._____ begleitet hatte, führ-

te aus, dass sie vom Privatkläger, der sturzbetrunken gewesen sei, angeflucht 

und geschubst worden sei, worauf sie den Beschuldigten geholt habe. Dieser ha-

be dem Privatkläger eine Ohrfeige verpasst. Die Security sei sofort erschienen 

und habe die beiden zum Hinterausgang geführt. Was die beiden zueinander ge-

sagt hätten, habe sie aber nicht verstehen können, da es zu laut gewesen sei. Mit 

welcher Hand der Beschuldigte zugeschlagen habe, konnte sie nicht angeben, 

erklärte aber, es sei kein Faustschlag sondern eher eine Ohrfeige gewesen. Sie 

sei sich sicher, dass der Privatkläger im Gesicht respektive auf Gesichtshöhe ge-

troffen worden war. Daran, dass eine andere Person den Privatkläger geschlagen 

habe, könne sie sich nicht erinnern (Urk. 100 S. 4-8). 

7.2.2. Die Zeugin schilderte den Vorfall, soweit sie sich noch daran erinnern konn-

te, detailliert und lebensnah und damit glaubhaft. Ihre Aussagen werden auch 

durch die Zugaben des Beschuldigten, er habe dem Privatkläger eine Ohrfeige 

versetzt, bestätigt.  

7.3. Die Vorinstanz ist nach Würdigung der Aussagen des Privatklägers D._____ 

sowie der medizinischen Akten zum Schluss gekommen, der Sachverhalt gemäss 

Anklageschrift sei - mit Ausnahme der Zurechenbarkeit der beim Privatkläger 

festgestellten Verletzungen - erstellt (Urk. 65 S. 15-17). Darauf kann - mit Aus-

nahme der mangelnden Zurechenbarkeit der Verletzungen - zunächst verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu Recht hat die Vorinstanz den Privatkläger als 

glaubwürdig und seine Aussagen als glaubhaft qualifiziert. Insbesondere weist sie 

auch auf den Umstand hin, dass seine Schilderungen der Schmerzen nach dem 

ersten Schlag ["Ich verspürte sofort ein Schmerz und ein Pfeifen im Ohr" (Urk. ND 

1/7/1 A 11); "Beim ersten Schlag traf er mich auf mein rechtes Ohr. Ich habe so-

fort gespürt, dass es ein lautes Geräusch gab. Ich hatte dann sofort einen Pieps-

ton im Ohr, so wie ein Tinitus. Es war ein lautes Pfeifen. Durch den ersten Schlag 

wurde mir schwindlig. Mein Ohr wurde auch sofort dumpf." (Urk. ND 1/7/2 S. 4) 

-   30   - 

zum geplatzten Trommelfell passten. Der Privatkläger verweist auch noch darauf, 

dass er nach den Schlägen durch den Beschuldigten Druckausgleich mit Nasen-

zuhalten probiert und gespürt habe, dass Luft durch das Trommelfell geströmt sei 

(Urk. ND 1/7/2 S. 7). Dazu kommt, wie auch die Vor-instanz richtigerweise er-

wähnt hat, dass der Arztbericht festgehalten hat, dass traumatische Trommelfell-

perforationen häufig aufgrund eines Schlages auf das Ohr entstünden. Dem Arzt 

erscheint ein unfallkausaler Zusammenhang plausibel (Urk. ND 1/9/6). Die Aus-

führungen der Verteidigung, wonach eine Ohrfeige mit der rechten Hand, von 

links nach rechts, keine ausreichende Kraft entwickeln könne, um eine solche 

Verletzung zu verursachen (Urk. 101 S. 13), überzeugen demgegenüber nicht. 

7.4. Der Einwand der Verteidigung der mangelnden Glaubhaftigkeit der Aussagen 

des Privatklägers ist nicht stichhaltig. Die Kritik betreffend die Beschreibung der 

Ohrfeige ("Die Beschreibung der Ohrfeige(n) durch die Anklage bzw. durch den 

Privatkläger liest sich beinahe wie eine Zirkusnummer mit akrobatischer Einlage", 

Urk. 56 S. 13) geht letztlich an der Sache vorbei, nachdem der Privatkläger derart 

glaubhaft den ersten Schlag und seine Folgen geschildert hat und zudem auch 

der Beschuldigte mindestens einen Schlag - wenn auch nicht aufs Ohr sondern 

auf die Wange - zugegeben hat (Urk. ND 1/6/1 A 16: "Ich habe ihm sicherlich zwei 

Ohrfeigen oder auch mehr gegeben, dass kann schon sein"; auch Urk. ND 1/6/2 

S. 5, wo er noch zwei Ohrfeigen eingesteht) und dies zudem von der Zeugin 

F._____ bestätigt wurde (Urk. 100 S. 4). Der Verteidiger lässt sodann vortragen, 

der Privatkläger sei stark betrunken gewesen, weshalb seine Angaben nicht zu-

verlässig seien. Er habe kaum erfassen können, durch welche Schläge er welche 

Verletzungen erlitten habe. Bekanntlich führe die Trunkenheit, je nach Grad, zu 

Wahrnehmungsverzerrungen, zu einem verzerrten Zeitgefühl und zu einem beein-

trächtigten Schmerzempfinden. Deshalb sei nicht nachweisbar, dass die Verlet-

zungen am Ohr durch den Beschuldigten verursacht worden seien (Urk. 56 S. 14 

f. und Urk. 101 S. 14 f.). Diese Einwendung trifft vorliegendenfalls nicht zu. Selbst 

wenn von einer gewissen Angetrunkenheit des Privatklägers D._____ auszuge-

hen ist [Beschuldigter: "total besoffen" (Urk. ND 1/6/1 A 12) bzw. M._____: "sehr, 

sehr, sehr betrunken" (Urk. ND 1/8/1 A 14) und F._____ "megabetrunken" und 

"wirklich betrunken" (Urk 100 S. 4 und S. 6)], so lässt sich aufgrund seiner Aussa-

-   31   - 

gen feststellen, dass sein Erinnerungsvermögen noch soweit intakt war, dass er 

den ganzen Vorfall in einer logischen Abfolge ohne Erinnerungslücken detailliert 

wiedergeben konnte ["..Die Frau ging zu hinderst und schaute N._____ abschät-

zig verwerflich an, sagte aber nichts. Ich sah dies ebenfalls und sagte zu der 

Frau, sie solle sich nicht weiter drum kümmern, easy. Dann tanzten wir weiter." 

[Urk. ND1/7/1 A 10]). Das erhaltene Erinnerungsvermögen zeigt sich auch daran, 

dass seine Aussagen mit den Angaben des Beschuldigten - mit Ausnahme des 

inkriminierten Schlages auf das Ohr (Privatkläger) bzw. Wange (Beschuldigter) - 

und den medizinischen Akten weitgehend übereinstimmen. Er vermochte sodann 

noch anhand der Videoaufzeichnung den ihm damals völlig unbekannten Be-

schuldigten zu identifizieren (Urk. ND 7/1 A 27 und 28). Entgegen der Verteidi-

gung (Urk. 56 S. 14) haben deshalb diese Aussagen einen hinreichenden Be-

weiswert, auch wenn sie den Aussagen der Zeugin F._____ hinsichtlich des Aus-

lösers für den Vorfall widersprechen. Im eigentlichen Kerngeschehen stimmen sie 

darin überein, dass der Privatkläger vom Beschuldigten geohrfeigt worden war. 

7.5. Eine nochmalige Einvernahme im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO erübrigt 

sich auch bei diesem Anklagevorwurf. Hier kann ebenfalls nicht von einem Vier-

Augen-Delikt gesprochen werden. Der Vorfall fand im äusserst belebten Club 

K._____ statt. Der Privatkläger wusste bei der Deposition seiner Angaben nicht, 

ob noch weitere Zeugen oder Auskunftspersonen einvernommen würden. Diese 

Möglichkeit ist durchaus geeignet, Lügengeschichten zu verhindern. Zudem liegt 

auch hier ein Arztbericht zu den Verletzungen als des Privatklägers vor. Es ist im 

Übrigen auch hier nicht ersichtlich und auch der Verteidiger hat keine entspre-

chenden Angaben gemacht, inwiefern das Aussageverhalten (wie er es sagt) des 

Privatklägers D._____ für den Entscheid massgeblich sein könnte, die über die 

inhaltliche Analyse hinausgeht. Sodann wurde anlässlich der Berufungsverhand-

lung noch eine Zeugin einvernommen. Diese konnte die Behauptung des Be-

schuldigten, ein Junge namens "M._____" habe den Privatkläger geschlagen, 

während die Securitys sich auf den Beschuldigten konzentriert hätten, ausdrück-

lich nicht bestätigen, obschon sie beim Vorfall direkt zugegen war (Urk. 100 S. 8). 

-   32   - 

7.6. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Sachverhalt gemäss Anklage-

ziffer 2/ND 1 erstellt ist. Entgegen der Vorinstanz ist damit auch erstellt, dass der 

Beschuldigte mit seiner ersten Ohrfeige die Trommelfellperforation verursacht hat. 

Ob dieser noch eine oder zwei weitere folgten, ist damit irrelevant. 

8. Rechtliche Würdigung  

8.1. Den Tatbestand der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB erfüllt in objektiver Hinsicht, wer jemandem auf beliebige Weise eine 

Schädigung an Körper oder Gesundheit zufügt, die weder im Sinne von Art. 122 

StGB (schwere Körperverletzung) als schwer, noch als blosse Tätlichkeit im Sinne 

von Art. 126 StGB zu beurteilen ist, so namentlich "das Zufügen äusserer oder in-

nerer Verletzungen, wie unkomplizierter, verhältnismässig rasch und problemlos 

völlig ausheilender Knochenbrüche oder Hirnerschütterungen, durch Schläge, 

Stösse und dergleichen hervorgerufene Quetschungen, Schürfungen, Kratzwun-

den, ausser wenn sie keine weitere Folgen haben als eine vorübergehende harm-

lose Störung des Wohlbefindens. Wo indessen die auch bloss vorübergehende 

Störung einem krankhaften Zustand gleichkommt (z.B. Zufügen von erheblichen 

Schmerzen, Herbeiführen eines Nervenschocks, Versetzen in einen Rausch- oder 

Betäubungszustand), ist eine einfache Körperverletzung gegeben" (vgl. Zitate in 

Trechsel/Fingerhuth, StGB PK, Zürich/St. Gallen 2008, N 2 zu Art. 123). In sub-

jektiver Hinsicht wird Vorsatz verlangt, wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. Do-

natsch, Strafrecht III, 9. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2008, S. 46). 

8.2. Die von den Ärzten festgestellte Verletzung der Trommelfellperforation 

(Urk. ND 1/9/6) ist vor dem Hintergrund der zitierten Rechtsprechung mehr als nur 

eine Tätlichkeit, da die körperliche Schädigung nicht nur ein vorübergehendes 

Unwohlbefinden mit sich brachte, sondern sogar für rund einen Monat eine beruf-

liche Einschränkung als Linienpilot (Fluguntauglichkeit; Urk. ND 1/11/9) mit sich 

brachte. Diese körperliche Schädigung wiederum ist allerdings nicht derart, dass 

von einer schweren Körperverletzung auszugehen wäre. Damit liegt objektiv eine 

leichte Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Abs. 1 StGB vor. Der Beschuldigte 

hat dem Privatkläger sodann vorsätzlich Ohrfeigen verabreicht. Der Beschuldigte 

führt zwar aus, es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass eine Ohrfeige eine solche 

-   33   - 

Verletzung verursachen könne (Urk. ND 1/6/2 S. 6). Mit der Vorinstanz ist erstellt, 

dass es sich um eine heftige Ohrfeige gehandelt hat (Urk. 65 S. 16). Wer jeman-

dem einen Schlag dieser Intensität in den Kopfbereich bzw. ans Ohr verpasst, 

muss sich bewusst sein, dass er damit vorerwähnte Verletzung verursachen 

kann. Damit hat er zumindest eventualvorsätzlich gehandelt.  

8.3. Die Vorinstanz hat - wie bereits erwähnt - nur auf versuchte Tatbegehung er-

kannt, da gemäss ihrer Ansicht nach die Verletzungsfolge nicht dem Beschuldig-

ten zugerechnet werden könne, mithin es am Erfolgseintritt fehlt (Urk. 65 S. 24 f.).  

8.3.1. Damit stellt sich bei der Schuldigsprechung für das vollendete Delikt die 

Frage des Verbots der reformatio in peius nach Art. 391 Abs. 2 StPO. Gemäss 

Bundesgericht (BGE 6B_712/2012 vom 26.09.2013) liegt eine Verletzung des 

Verschlechterungsverbots nicht nur bei einer Verschärfung der Sanktion, sondern 

auch bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat vor. Dies ist der Fall, 

wenn der neue Straftatbestand eine höhere Strafdrohung (Ziegler, a.a.O., N 3 zu 

Art. 391 StPO; a.M. Calame, a.a.O., N 8 und 9 zu Art. 391 StPO, wonach mit dem 

neuen Schuldspruch auch eine Verschärfung der früheren Qualifikation als Über-

tretung bzw. als Vergehen einhergehen muss) vorsieht, d.h. einen höheren obe-

ren Strafrahmen oder eine (höhere) Mindeststrafe, sowie bei zusätzlichen 

Schuldsprüchen. Gleich verhält es sich, wenn der Verurteilte im Berufungsverfah-

ren für die vollendete Tat statt wegen Versuchs (Mathys, a.a.O., S. 141; Calame, 

a.a.O., N 8 zu Art. 391 StPO) oder als Mittäter anstatt als Gehilfe verurteilt wird, 

da ein fakultativer bzw. obligatorischer Strafmilderungsgrund wegfällt.  

8.3.2. Massgeblich für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vorliegt, 

ist das Dispositiv (Urteil 6B_199/2011 vom 10. April 2012 E. 8.3.2). Der Rechts-

mittelinstanz ist es hingegen nicht untersagt, sich in ihren Erwägungen zur rechtli-

chen Qualifikation zu äussern, wenn das erstinstanzliche Gericht von einer ab-

weichenden Sachverhaltswürdigung oder falschen rechtlichen Überlegungen 

ausging (vgl. Calame, a.a.O., N 9 zu Art. 391 StPO; Wehrle, a.a.O., S. 624 f.). 

Entscheidend ist, dass sich dies im Dispositiv nicht in einem schärferen Schuld-

spruch niederschlägt und auch nicht zu einer härteren Strafe führt, wenn aus-

schliesslich die beschuldigte oder verurteilte Person ein Rechtsmittel ergriff. 

-   34   - 

8.3.3. Damit hat es beim vorinstanzlichen Schuldspruch zu bleiben, obwohl nach 

Auffassung der Berufungsinstanz ein vollendetes Delikt vorliegt. Der Beschuldigte 

ist somit der versuchten einfachen Körperlverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

C. Anklageziffer 3/ND 2 

9. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 22. September 2013, zwischen 

02.00 und 03.00 Uhr vor dem Club "G._____" in Zürich 1 laut ausgerufen zu ha-

ben, dass er E._____ "kaputt machen" und dessen "Geschäft kaputt machen" 

werde. E._____, der im Club am Fenster stand, habe dies gehört und sei in gros-

se Angst versetzt worden (Drohung). 

10. Sachverhalt 

10.1. Der Beschuldigte bestreitet, diese Drohungen ausgestossen zu haben. Er 

sei an diesem Abend mit einem Kollegen im Club gewesen. Die Security habe ihn 

auch hineingelassen. Er habe an der Bar während ca. 10 bis 15 Minuten etwas 

getrunken und sei von selber wieder rausgegangen. Dann sei der Albaner 

O._____ gekommen und habe ihm gesagt, dass er eigentlich nicht in den Club 

hinein dürfe. P._____ (Q._____) sei auch draussen vor dem Club gestanden Urk. 

ND 2 7/1 A 10). E._____ habe er gar nicht gesehen. Er habe keine Probleme mit 

ihm. Die Probleme würde die Albaner-Security machen, die jetzt bei ihm arbeite-

ten. In der damaligen Zeit, als dies passiert sein sollte, habe eine andere Security-

Firma für E._____ gearbeitet. Danach seien die Albaner gekommen und hätten 

dieses Geschehen provoziert. Sie hätten E._____ Angst gemacht und hätten jetzt 

die Security-Arbeit übernommen. Dieser Albaner habe das ganze vorgespielt, 

damit er den Job bekomme. Er habe das behauptet und mit dem Kaputtmachen 

gesagt (Urk. ND 2/7/2 S. 2; Urk. 58 S. 56). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

hielt er daran fest, dass er keine Drohung ausgestossen habe, sondern nur, aber 

laut, gefragt habe, weshalb er ein Hausverbot erhalten habe (Prot. II S. 20 f.). 

10.2. Die Vorinstanz ist nach Würdigung der Aussagen des Privatklägers E._____ 

und der Aussagen des Beschuldigten zum Schluss gekommen, der Sachverhalt 

-   35   - 

gemäss Anklageschrift sei erstellt (Urk. 65 S. 17 - 20). Darauf kann zunächst - mit 

einer Ausnahme - verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu Recht hat die Vo-

rinstanz den Privatkläger als glaubwürdig und seine Aussagen als glaubhaft quali-

fiziert. Insbesondere die Einbettung der Geschehnisse durch den Privatkläger in 

die vorausgegangene Auseinandersetzung mit dem langjährigen Kollegen 

(P._____) des Beschuldigten. Der Beschuldigte führte diesbezüglich anlässlich 

der Berufungsverhandlung selbst aus, der Privatkläger habe Probleme mit einer 

Person, die mit dem Beschuldigten befreundet sei (Prot II S. 19). Auch zutreffend 

verweist die Vorinstanz auf den Widerspruch, zwischen dem vom Beschuldigten 

behaupteten guten Verhältnis zum Privatkläger und seiner Entlassung als Securi-

ty durch Letzteren. Entgegen der Vorinstanz kann indessen nicht einfach offen 

gelassen werden, ob der Privatkläger die Drohung selbst gehört hat oder ihm 

durch einen Mitarbeitenden seines Security-Teams mitgeteilt wurde (Urk. 65 S. 

19/20). Der Privatkläger E._____ schildert überzeugend und mit vielen Details, 

wie er am Fenster seines Büros stehend, den Beschuldigten beobachtet und ver-

standen hat ("Er sagte dies alles auf Deutsch, also so, dass ich es verstehen 

konnte", Urk. ND 2/8/1 A 8). Im Übrigen spricht er nirgends davon, er sei von ei-

nem Sicherheitsmitarbeiter darüber informiert worden. Diesbezüglich sind die vo-

rinstanzlichen Erwägungen nicht zu hören. 

10.3. Der Verteidiger brachte vor Vorinstanz und in der Berufungsverhandlung 

sodann noch vor, der Privatkläger sei unglaubhaft, weil er bei der Polizei gesagt 

habe, der Beschuldigte habe unter anderem gerufen, ihn kaputt zu machen, und 

er erst sechs Monate später bei der Staatsanwaltschaft erwähnt habe, der Be-

schuldigte habe gedroht, ihn kaputt zu machen und umzubringen. Dies seien in-

dessen zwei verschiedene Dinge. Wer Opfer einer eigentlichen Morddrohung 

werde, dürfte gerichtsnotorisch gerade zu Verfahrensbeginn und mit zeitlicher 

Nähe zum Vorfall sehr genaue Erinnerungen an diese charakteristische Wortwahl 

des Tötens haben und diese nicht erst bei der zweiten Befragung ins Spiel brin-

gen. Eine derartige Inkonstanz in den Aussagen und die nachträgliche Dramati-

sierung mit der eigentlichen Todesdrohung seien deutliche Hinweise darauf, dass 

der Geschädigte dies nicht so wie dargestellt erlebt habe. Diese Lügensignale 

machten seine Darstellung unglaubhaft (Urk. 56 S. 15 und Urk. 101 S. 16). Dieser 

-   36   - 

Ansicht kann bei sorgfältigem Studium der Einvernahmen nicht gefolgt werden. In 

der polizeilichen Einvernahme erläutert der Privatkläger, dass er die Drohung "ka-

putt machen" als "töten" verstehe. Die Frage des einvernehmenden Polizeibeam-

ten, ob er vom Beschuldigten persönlich oder über Dritte damit bedroht worden 

sei, dass er (der Beschuldigte) ihn umbringen würde, bejahte der Privatkläger. Auf 

der Strasse habe er gesagt: "Ich mache Euch alle kaputt und E._____ auch". Mit 

alle habe er alle Sicherheitsleute gemeint (Urk. ND 2/8/1 A 15 f.). Beim Staatsan-

walt wiederholte er die Äusserung des Beschuldigten, dass er sie alle kaputt ma-

chen würde, niemand könne ihm den Zutritt zum Club verweigern (Urk. ND 2/8/3 

S. 4). Auf Frage des Staatsanwaltes nach dem genauen Wortlaut der Äusserung, 

gab der Privatkläger an, der Beschuldigte habe geschrien von kaputt machen und 

umbringen und dass niemand dagegen halten könne (Urk. ND 2/8/3 S. 5). So-

dann bestätigte er seine Angabe bei der Polizei, dass der Beschuldigte geschrien 

habe, dass er ihn kaputt machen und sein Geschäft kaputt machen würde 

(Urk. ND 2/8/3 S. 5). Ein inhaltlicher Vergleich der Einvernahmen bei der Polizei 

und der Staatsanwaltschaft bringt nun nicht die vom Verteidiger bemühte "nach-

trägliche Dramatisierung" zum Vorschein; der Privatkläger hat das Wort "kaputt 

machen" von Anbeginn als Todesdrohung aufgefasst. Dass sodann der Kollege 

"P._____" des Beschuldigten diese Drohung, obwohl danebenstehend, nicht ge-

hört habe (ND 2/9/1 A 22), vermag angesichts der Interessenlage von P._____ - 

entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 56 S. 15) - an der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Privatklägers nichts zu ändern. Die vom Verteidiger vorgetragene 

Erklärung des Beschuldigten, der Privatkläger habe ihn allenfalls falsch verstan-

den, da beide nicht deutscher Muttersprache seien, ist unbehelflich (Urk. 56 S. 

16). Der Wortlaut "kaputt machen" ist einfach. Im Übrigen wurden der Beschuldig-

te und Privatkläger zunächst in deutscher Sprache befragt; eigentliche Verständ-

nisschwierigkeiten sind keine ersichtlich. Auch vermag der Einwand, um diese 

Nachtzeit (die beste Feierzeit um 2 Uhr früh; ununterbrochener Lärm der vielen 

Vergnügungswilligen vor dem Club, Dröhnen der basslastigen Musik, Urk. 58 

S. 16) sei es höchst zweifelhaft, wenn gar unmöglich, dass der Privatkläger in 

unmittelbarer Clubnähe bzw. sogar im gleichen Gebäude in seinem Büro über 

dem Club am Fenster stehe und den genauen Wortlaut verstehen wolle, der von 

-   37   - 

einer einzigen Person herrühre, die mitten unter den vielen ausgelassenen Par-

tygästen vor dem Club stehe. Auch hier ist wiederum festzuhalten, dass der Be-

schuldigte seine Drohung mit einfachen, prägnanten Worten zum Ausdruck brach-

te ("kaputt machen"), und es nicht unmöglich ist, dass der Privatkläger, der den 

Beschuldigten kannte und nur ihn und nicht die anderen allfällig sich draussen 

aufhaltenden Leute beachtete, dessen geschriene Drohung am offenen Fenster 

seines Büros stehend verstehen konnte. Abgesehen davon würde in der vom Ver-

teidiger geschilderten Konstellation die vor dem Club befindlichen Partygänger er-

fahrungsgemäss wohl in ihren Gesprächen innehalten und sich dem Schreienden 

zuwenden. Der weitere Einwand, es sei unverständlich, weshalb sich der Privat-

kläger sich von solchen Rufen in Angst und Schrecken versetzen liesse (Urk. 56 

S. 16) sticht nicht, da der Beschuldigte nicht ein - unbekannter - betrunkener oder 

übermüdeter Clubbesucher war, sondern ihm hinlänglich bekannt war und er in 

einem Spannungsverhältnis zu ihm stand , wie sich seinen detaillierten Aussagen 

entnehmen lässt (Urk. ND 2/8/1 S. 3).  

10.3. Es erübrigt sich auch hier eine nochmalige Einvernahme im Sinne von 

Art. 343 Abs. 3 StPO. Es liegt kein Vier-Augen-Delikt, sondern vielmehr ein 

Vielaugendelikt vor, wobei indessen nur Aussagen der Kontrahenten vorliegen. 

Auch hier konnte der Privatkläger E._____ nicht damit rechnen, dass nicht noch 

weitere sachdienliche Zeugen oder Auskunftspersonen befragt würden. Eine wei-

tere (polizeiliche) Aussage von "P._____" liegt denn auch vor. Aus den erwähnten 

Gründen ist ihr Erkenntniswert jedoch als gering einzuschätzen. Es ist sodann 

auch hier nicht ersichtlich und auch der Verteidiger hat keine entsprechenden An-

gaben gemacht, inwiefern das Aussageverhalten (wie er es sagt) des Privatklä-

gers E._____ für den Entscheid massgeblich sein könnte, das über die inhaltliche 

Analyse hinausgeht.  

10.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Anklagesachverhalt erstellt ist. 

11. Rechtliche Würdigung  

11.1. Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, 

wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. 

-   38   - 

Die Vorinstanz hat zu Recht den Tatbestand als erfüllt erachtet. In objektiver Hin-

sicht hat der Beschuldigte dem Privatkläger gedroht, ihn kaputt zu machen und 

sein Geschäft kaputt zu machen. Vor dem Hintergrund der seit längerem ange-

spannten Beziehung zwischen den Beiden erweist sich die Äusserung als geeig-

net, den Privatkläger in Angst und Schrecken zu versetzen. So kannte der Privat-

kläger den Beschuldigten und wusste um seine Impulsivität. Sein Auftreten vor 

der geäusserten Drohung, insbesondere der Clubbesuch trotz Hausverbots und 

sogar die Angst der Sicherheitsleute, ihn vom Eintreten abzuhalten, zeigen, dass 

er nur schwer von seinen Vorhaben abzuhalten war. Zu Recht weist die Vorin-

stanz darauf hin, dass der Beschuldigte diese Drohung mit dem Hinweis verband, 

selbst eine Ausweisung nach Tunesien würde ihn von seinem angedrohten Vor-

haben nicht abhalten, was die Ernsthaftigkeit dieser Drohung in den Augen des 

Privatklägers verstärken musste. Auch in subjektiver Hinsicht musste der Be-

schuldigte, dem die ganzen Umstände auch bekannt waren, zumindest damit 

rechnen, dass er den Privatkläger mit dieser Drohung in Angst und Schrecken 

versetzen wollte. Er handelte allerdings nicht mit direktem Vorsatz, da er den Pri-

vatkläger selbst ja nicht gesehen hatte, sondern nur mit Eventualvorsatz, indem er 

in Kauf nahm, dass der Privatkläger seine Drohung hören könnte.  

11.2. Der Beschuldigte ist somit der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen.  

D. Anklageziffer 4/ND 3 

12. In dieser Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am Samstag, 

den 14. Dezember 2013, um 20.59 Uhr, auf der Hardbrücke in Zürich 5 die er-

laubte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 32 km/h überschritten zu haben. 

Er habe ausserdem seinen Führerausweis nicht mit dabei gehabt (grobe Verlet-

zung der Verkehrsregeln, Nichtmitführen des Führerausweises). 

13. In der Schlusseinvernahme und anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung anerkannte der Beschuldigte diesen Sachverhalt (Urk. ND 1/6/2 S. 8 f.; 

Urk. 58 S. 7). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung wiederholte er sein 

Geständnis (Prot. II. S. 21; Urk. 101 S. 1 und S. 21). Das Geständnis wird durch 

-   39   - 

die Akten weiterhin gestützt. Insbesondere liegen nun auch das zunächst fehlen-

de und gemäss UVEK-Weisungen notwendige Eichzertifikat und das Messproto-

koll des vor jedem Einsatz vorschriftsgemäss durchzuführenden Gerätetests vor 

(Urk. 92 und 93). Der Sacherhalt gemäss Anklageschrift ist somit erstellt. 

14. Rechtliche Würdigung 

Die Vorinstanz hat die Tempofahrt des Beschuldigten als grobe Verkehrsregelver-

letzung im Sinne vorn Art. 90 Abs. 2 SVG qualifiziert (Urk. 65 S. 26 f.). Nachdem 

dies auch von der Verteidigung nicht bestritten wurde (Urk. 101 S. 1 und S. 20), 

kann vollumfänglich darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Demnach ist 

der Beschuldigte der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG schuldig zu sprechen. Ebenfalls zutreffend und zu bestätigen ist der Schuld-

spruch betreffend Nichtmitführen des Führerausweises i.S. von Art. 10 Abs. 4 

SVG i.V.m. Art. 99 Ziff. 3 SVG. 

III.  Strafzumessung 

1. Die Vorinstanz hat die Strafzumessungsregeln im Sinne von Art. 47 ff. StGB 

grundsätzlich zutreffend dargestellt. Danach misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen 

Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Nach Art. 47 

Abs. 2 StGB bestimmt sich die Bewertung des Verschuldens nach der Schwere 

der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerf-

lichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, 

wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, 

die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. 

2.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 

der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das ge-

setzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Bei der Bil-

dung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB hat der Richter in einem ersten 

-   40   - 

Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die 

Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmin-

dernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. In einem zwei-

ten Schritt hat er diese Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen Straftaten in 

Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu einer Gesamtstrafe zu er-

höhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat 

(BGE 127 IV 101 E. 2b mit Hinweis; Urteil 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 

E. 3.3.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 137 IV 57). 

2.2. Als schwerste Tat gilt grundsätzlich jene, die mit dem schärfsten Strafrahmen 

bedroht ist, und nicht jene, die nach den konkreten Umständen verschuldensmäs-

sig am schwersten wiegt (BSK Strafrecht I- Ackermann, 3. Aufl., Basel 2013, 

Art. 49 N 116 mit weiteren Hinweisen). Angriff wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf 

Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Damit ist von diesem Delikt als schwerste Tat 

auszugehen. Der Strafrahmen beträgt demnach Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre 

oder Geldstrafe.  

3.1. Was die objektive Tatkomponente angeht, so ist zu beachten, dass die 

Schwere der Verletzung bei der Strafzumessung für das Strafmass nicht relevant 

sein kann. Das Erfolgserfordernis (Verletzungs- oder Todesfolge) soll die Straf-

barkeit auf ernstzunehmende Schlägereien bzw. Angriffe beschränken (BSK II-

Maeder, Art. 134 N 10 i.V.m. Art. 133 N 22). Verpönt ist dagegen bereits die Be-

teiligung am Angriff, welcher grundsätzlich geeignet ist, für das Leben oder die 

körperliche Integrität des Angegriffenen eine konkrete Gefahr herbeizuführen 

(a.a.O. Art. 134 N 4). Der Beschuldigte hat nicht nur den Angriff ausgelöst, er hat 

sich auch aktiv daran beteiligt, indem er den Privatkläger zu Fall gebracht hat und 

dann auf den wehrlos am Boden liegenden Privatkläger auf den Kopfbereich ein-

geschlagen hat. Damit offenbarte er eine erschreckende Gleichgültigkeit gegen-

über der körperlichen Integrität von Menschen. Dies lässt eine erhebliche krimi-

nelle Energie aufscheinen. Zwar können die einzelnen Tathandlungen - entspre-

chend der Natur des Tatbestandes - nicht den einzelnen Tatbeteiligten zugeord-

net werden; es gehört aber zum Allgemeinwissen, dass solche von einer weiteren 

Person ausgeführten unkontrollierten Schläge und Prügelattacken auf einen wehr-

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-   41   - 

los am Boden Liegenden schwerwiegende Folgen für ihn haben können. Etwas 

gemildert wird das Verschulden dadurch, dass der Vorgang nur kurze Zeit gedau-

ert hat. Insgesamt ist die objektive Tatschwere im weiten Strafrahmen von fünf 

Jahren knapp im unteren Drittel als noch leicht zu werten. 

3.2. In subjektiver Hinsicht ist leicht zugunsten des Beschuldigten zu werten, dass 

er ungeplant in den Konflikt hineingeraten war und sich - angesichts der Verlet-

zungen des Mitbeschuldigten C._____, die jener - wie erwähnt - vom Privatkläger 

zugefügt erhalten haben soll, wohl aus falsch verstandener Freundschaft der Ver-

geltungshandlung des Mitbeschuldigten I._____ anschloss. Er unterstützte ihn mit 

diesem Angriff aktiv, indem er den Privatkläger praktisch ausser Gefecht setzte 

und ihn dann dem Mitbeschuldigten überliess. Zu seinen Gunsten ist immerhin zu 

berücksichtigen, dass er den Gewaltexzess des Mitbeschuldigten I._____ been-

dete, indem er ihn vom Privatkläger wegzog. Dies vermag indessen nur geringfü-

gig die objektive Tatschwere zu relativieren.  

Insgesamt erweist sich eine hypothetische Einsatzstrafe von 150 Tagen als an-

gemessen. Anzumerken bleibt, dass die Strafempfehlungen der Staatsanwalt-

schaft, wie sie von der Vorinstanz und dem Verteidiger zitiert wurden (Urk. 101 

S. 22), für die Strafzumessung nicht alleine massgeblich sind. 

3.4. Die ermittelte verschuldensangemessene Strafe kann alsdann aufgrund von 

Umständen, die grundsätzlich nichts mit der Tat zu tun haben, erhöht oder herab-

gesetzt werden (Täterkomponente). Hierfür sind im wesentlichen täterbezogene 

Komponenten wie persönliche Verhältnisse, Vorstrafen, Leumund, besondere 

Strafempfindlichkeit oder Nachtatverhalten massgebend. Dabei dürfen auch im 

Ausland verhängte Vorstrafen bei der Strafzumessung mitberücksichtigt werden 

(BSK Strafrecht I-WIPRÄCHTIGER, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 47 StGB N 102). 

3.4.1. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zutref-

fend wiedergegeben (Urk. 65 S. 31 f.). Der Beschuldigte ist in Tunesien geboren 

Er ging dort ca. 12 Jahre in die Schule und machte eine Ausbildung als Koch 

(Prot. II S. 12). Er kam im Alter von rund 20 Jahren, d.h. im Jahre 2007 in die 

Schweiz und ist seit über 8 Jahren mit einer Schweizerin verheiratet. Seine Fami-

-   42   - 

lie lebt in Tunesien. Er unterstützt sie mit Fr. 300.– monatlich. Er arbeitet an der 

Kasse im R._____ in Dübendorf und verdient im Stundenlohn rund Fr. 4'000.– bis 

Fr. 4'500.– netto. Seine Ehefrau verdient gleich viel wie der Beschuldigte (Urk. 58 

S. 1 f.). An der heutigen Berufungsverhandlung ergänzte er, dass er aus einem 

Autokauf Kreditschulden in der Höhe von Fr. 38'000.– habe, nicht mehr in psychi-

atrischer Behandlung sei und plane, ein orientalisches Restaurant zu eröffnen 

(Prot. II S. 12-15). Aus der Lebensgeschichte und den persönlichen Verhältnissen 

sind keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ersichtlich. Insbesondere lässt 

sich keine besondere Strafempfindlichkeit im Sinne von Art. 47 Abs. 1 StGB ablei-

ten.  

3.4.2. Der Beschuldigte weist für die Zeit von 2009 bis 2013 fünf, teilweise ein-

schlägige Vorstrafen auf (Urk. 49 bzw. Urk. 88). Am 21. September 2009 wurde er 

vom Bezirksamt Rheinfelden mit Strafbefehl wegen grober Verletzung der Ver-

kehrsregeln zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 80.–, bei einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 1'000.– verur-

teilt. Am 11. Dezember 2009 erhielt er ein Strafmandat wegen Vergehen gegen 

das Waffengesetz, Verletzung von Verkehrsregeln und Übertretung der Verkehrs-

regelverordnung und wurde von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zu einer 

bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 60.– bei einer Probe-

zeit von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 300.– verurteilt. Am 5. Dezember 2012 

verurteilte ihn der Einzelrichter am Bezirksgericht Uster wegen Vergehens gegen 

das Waffengesetz und dessen Übertretung sowie einer Verletzung von Verkehrs-

regeln zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 70.–, 

bei einer Probezeit von 4 Jahren und einer Busse von Fr. 300.–. Zugleich wider-

rief der Einzelrichter den bedingten Vollzug der beiden im Jahre 2009 ausgefällten 

Geldstrafen. Am 14. Dezember 2012 erwirkte er beim Appellationsgericht Basel-

Stadt wegen Angriffs, mehrfacher einfacher Körperverletzung und sexueller Be-

lästigung eine bedingt zu vollziehende Freiheitstrafe von 18 Monaten, bei einer 

Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von Fr. 200.–. Sodann wurde er am 

19. August 2013 von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wegen einer groben 

Verletzung der Verkehrsregeln mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 15 

Tagessätzen zu Fr. 110.– bei einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse 

-   43   - 

von Fr. 300.– bestraft (Urk. 49, Urk. 88). Diese Vorstrafen (mit Ausnahme jener 

vom 19. August 2013) wirken sich deutlich straferhöhend aus. Vor allem der Um-

stand, dass der Beschuldigte nur 4 Monate nach seiner Verurteilung in Basel-

Stadt erneut einschlägig delinquierte, ist stark erschwerend zu gewichten. Dazu 

kommt die Delinquenz während zweier laufender Probezeiten. Der Beschuldigte 

bestritt bis zum Schluss den Tatbestand des Angriffs.  

3.4.3. Insgesamt erweist sich eine Einsatzstrafe von 210 Tagen als angemessen. 

3.4.3. Die Verteidigung lässt unter Hinweis auf die Desinteresseerklärung des Pri-

vatklägers C._____ (Urk. 87) geltend machen, diese sei bei der Urteilsfindung ge-

bührend zu berücksichtigen bzw. den Beschuldigten nicht mehr zu bestrafen. 

C._____ begründe sein Desinteresse damit, dass der Beschuldigte A._____ und 

er selber inzwischen Frieden geschlossen hätten und sich auch privat als Kolle-

gen begegneten. Eine Verurteilung oder Bestrafung A._____s wäre daher für 

C._____ persönlich und auch für die Kollegialität zwischen den drei erwähnten 

Personen eine Belastung (Urk. 86 S. 2). Indessen ist zu beachten, dass der Be-

schuldigte wegen Angriffs verurteilt wurde, welches ein Offizialdelikt darstellt, bei 

welchem das öffentliche Interesse - und nicht etwa jene des Opfers - an der Straf-

verfolgung im Zentrum steht (Urteil 6B_849/2013 vom 19. Juni 2014). Diese Des-

interessenerklärung ist deshalb nur leicht zugunsten des Beschuldigten zu be-

rücksichtigen. 

3.4.4. Insgesamt erweist sich eine Einsatzstrafe von 210 Tagen als angemessen. 

3.5. Wie bereits erwähnt, ist in einem zweiten Schritt diese Einsatzstrafe unter 

Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips ange-

messen zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei ebenfalls den jeweiligen Um-

ständen Rechnung zu tragen ist.  

3.5.1. Bei der objektiven Tatschwere für die einfache Körperverletzung (ND 1) ist 

von Bedeutung, dass der Beschuldigte dem Privatkläger D._____ derart heftig ei-

ne Ohrfeige gegen die rechte Gesichtshälfte verpasste, dass dem Privatkläger 

nebst dem Schmerz (Urk. ND 1/7/1 A 11) fast schwindlig wurde. Diese aus nichti-

-   44   - 

gem Anlass verabreichte Ohrfeige (aus Sicht des Beschuldigten ging es wieder 

um Ehrbegriffe, bezeichnete er diese doch als "Anstandsohrfeige"; ND1/6/1 A 7; 

Prot. II S. 17) belegen eine nicht unerhebliche Gewaltbereitschaft des Beschuldig-

ten. Eine hypothetische Einsatzstrafe für ein eher leichtes Verschulden von 120 

Tagessätzen erschiene angebracht. Dass es dabei - aus prozessualen Gründen 

wegen des Verschlechterungsverbotes (vgl. vorstehend Erw. II.B.7.2.) - beim Ver-

such geblieben ist, wirkt sich leicht strafmindernd gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB 

aus, da das Verletzungsrisiko mit einem solchen heftigen Schlag auf das Ohr rela-

tiv hoch ist (vgl. BSK StGB I-Wiprächtiger/Keller N 24 zu Art. 48a mit weiteren 

Hinweisen: Das Ausmass der Strafreduktion hängt dabei von der Nähe des tatbe-

standsmässigen Erfolgs und von der Schwere der tatsächlichen Folgen der Tat 

ab). Insgesamt ist von 60 Tagessätzen auszugehen.  

3.5.2. Die objektive und subjektive Tatschwere bei der Drohung (ND 2) wiegt 

leicht. Die Äusserung erfolgte rein verbal und spontan nach einem Hinauswurf 

aus dem Club. Das Unterstreichen der Drohung mit dem Hinweis, selbst eine 

Ausweisung nach Tunesien würde ihn nicht davon abhalten, machte dem Privat-

kläger zwar zusätzlich Angst. Indessen war die bisherige Beziehung zwischen 

dem Privatkläger und dem Beschuldigten und seinem Umfeld bereits sehr ange-

spannt, was nicht dem Beschuldigten anzulasten ist. Der Beschuldigte kannte in-

dessen die Situation und nahm damit zumindest in Kauf, den Privatkläger ernst-

haft zu ängstigen. Eine hypothetische Strafe von 60 Tagen erscheint angemes-

sen. 

3.5.3. Für die grobe Verkehrsregelverletzung (ND 3) ist das objektive und subjek-

tive Tatverschulden als nicht mehr leicht zu bewerten. Das Verkehrsaufkommen 

auf der Hardbrücke war um diese Abendzeit erheblich (wie sich der Videoauf-

zeichnung entnehmen lässt; Urk. ND 3/5). Eine hypothetische Strafe von 60 Ta-

gen erscheint angemessen.  

3.6. Was die Täterkomponente (vgl. Erw.III.3.4.1.und 3.4.2.), angeht, so fallen 

auch hier die Vorstrafen und das Delinquieren während der Probezeit ins Ge-

wicht. Betreffend ND 2 (Drohung vom 22. September 2013) und ND 3 (grobe Ver-

kehrsregelverletzung vom 14. Dezember 2013) kommt noch das Delinquieren 

-   45   - 

während laufender Strafuntersuchung (betr. Vorfälle HD und ND 1) und die teil-

weise einschlägige Vorstrafe vom 19. August 2013 wegen einer groben Verkehrs-

regelverletzung hinzu. Vor allem bei der Drohung fällt zudem ins Gewicht, dass er 

vom 11. Juni 2013 bis 3. Juli 2013 in Untersuchungshaft war. Diese damit zum 

Ausdruck gebrachte Uneinsichtigkeit wirkt sich ebenfalls stark straferhöhend aus. 

Leicht zu seinen Gunsten ist das Geständnis bezüglich der groben Verkehrsre-

gelverletzung (ND 3) zu gewichten. Insgesamt wäre für diese Tatkomplexe (ND 1-

3), ebenfalls unter Beachtung der Asperation, eine Strafe von 180 Tagen ange-

messen. 

3.7.1. Wie bereits erwähnt, ist die Einsatzstrafe (für den Angriff) unter Einbezug 

der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips in einer Ge