# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb130f93-a323-5385-88cc-7db273fa1110
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.06.2015 UV 2014/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-55_2015-06-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.06.2015

Entscheiddatum: 02.06.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 02.06.2015
Art. 9 Abs. 1 und 2 UVG: Verneinung eines durch die berufliche Tätigkeit als 
Koch verursachten Bronchialasthmas bei Allergie gegenüber Schalen- und 
Krustentieren (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 2. Juni 2015, UV 2014/55).Versicherungsrichterin Christiane Gallati 
Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, 
Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Vera 
Holenstein WerzEntscheid vom 2. Juni 2015in 
SachenA.___,Beschwerdeführer,gegenÖKK, Legal & Compliance, 
Bahnhofstrasse 13, 
7302 Landquart,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:

A.      

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 12. August 2013 bei der B.___ AG, 

als Commis de cuisine tätig und in dieser Eigenschaft bei der ÖKK gegen die Folgen 

von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert, als die 

Arbeitgeberin am 27. Februar 2014 eine Berufskrankheit meldete. Der Versicherte sei 

auf diverse Stoffe, u.a. Krustentiere, allergisch, habe am 18. Februar 2014 in der Küche 

eine Schädigung der Atemwege erlitten, sei vom 18. bis 23. Februar 2014 zu 100% 

arbeitsunfähig gewesen und wolle sich beruflich umorientieren (act. G 3.1).

A.b  In der Folge holte die ÖKK zur Überprüfung ihrer Leistungspflicht verschiedene 

medizinische Unterlagen - bei Dr. med. D.___, Physikalische Medizin/Rehabilitation 

FMH, Medizinisches Zentrum E.___, der den Versicherten am 18. Februar 2014 

notfallmässig wegen einer anaphylaktischen Reaktion behandelt hatte; bei Dr. F.___, 

Landeskrankenhaus G.___, bei welchem der Versicherte bereits davor wegen einer 

pulmonalen Symptomatik in Behandlung gestanden und bei dem auch die Nach­

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behandlung stattgefunden hatte; sowie beim Hausarzt des Versicherten, Dr. med. 

H.___ (act. G 3.3 ff.) - ein.

A.c  Gestützt auf diese Unterlagen lehnte es die ÖKK mit Verfügung vom 10. April 2014 

ab, Leistungen für eine Berufskrankheit zu erbringen (act. G 3.10).

B.       

Mit Einspracheentscheid vom 21. Mai 2014 (act. G 3.17) wies die ÖKK die Einsprache 

des Versicherten vom 21. April 2014 (act. G 3.13.2) ab.

C.    

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 17. Juni 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht 

Luzern mit dem Antrag, die Kosten seiner Umschulung seien zu übernehmen (act. G 1).

C.b  Das Kantonsgericht Luzern überwies die Beschwerde am 10. Juli 2014 an das 

Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, welches die Beschwerde seinerseits am 

14. Juli 2014 zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 

überwies (act. G 0).

C.c  Mit Beschwerdeantwort vom 25. August 2014 beantragte die ÖKK (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten 

werde (act. G 3).

C.d  Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).

C.e  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den medizinischen sowie weiteren Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.       

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1.1   Örtlich zuständig ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die 

versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der 

Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Befindet sich der 

Wohnsitz der versicherten Person oder des Beschwerde führenden Dritten im Ausland, 

so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter 

schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber 

Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Nachdem sich der Wohnsitz des 

Beschwerdeführers in I.___ und damit im Ausland befindet, er jedoch zuletzt bei einer 

Arbeitgeberin mit Sitz im Kanton St. Gallen - der B.___ AG - angestellt war, ist das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen örtlich zuständig.

1.2   Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des Einsprache­

entscheids oder der Verfügung, gegen welche ein Einsprache ausgeschlossen ist, 

einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Der angefochtene Einspracheentscheid datiert vom 

21. Mai 2014, wogegen der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. Juni 2014 beim 

Kantonsgericht Luzern Beschwerde erhoben hat. Gelangt die Partei rechtzeitig an 

einen unzuständigen Versicherungsträger, so gilt die Frist als gewahrt (Art. 39 Abs. 2 

ATSG). Die Beschwerde des Beschwerdeführers gilt damit als rechtzeitig.

1.3   Da auch die übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die 

materielle Behandlung der Streitsache einzutreten.

2.       

2.1   Laut Berichten von Dr. F.___ vom 6. Dezember 2013 (act. G 3.6.3) und 5. März 

2014 (act. G 3.5) sowie des Berichts von Dr. H.___ vom 7. April 2014 (G 3.7.3) besteht 

beim Beschwerdeführer ein Asthma bronchiale bei Polyallergie; gemäss 

Laborabklärung des Landeskrankenhauses G.___ vom 7. Oktober 2013 insbesondere 

gegenüber Gräser- und Roggenpollen sowie Hausstaubmilben, Katzen, Schalen- und 

Krustentieren (act. G 3.6.2). Laut Angaben des Beschwerdeführers ist er bei seiner 

Arbeit als Koch bei der B.___ AG auch den Dämpfen ausgesetzt, die bei der 

Zubereitung von Schalen- und Krustentieren entstehen. Diese lösen beim 

Beschwerdeführer offenbar - unabhängig davon, ob er die Tiere selbst zubereitet oder 

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ein anderer Koch in der Nähe mit deren Zubereitung beschäftigt ist - schwere 

Atemwegsprobleme aus (act. G 1, act. G 3.13.2). Der Beschwerdeführer macht 

hinsichtlich seines Bronchialasthmas, ausgelöst durch seine Allergie gegenüber 

Schalen- und Krustentieren, eine Berufskrankheit im Sinn des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) geltend.

2.2   Streitig und zu prüfen ist, ob das Bronchialasthma des Beschwerdeführers, 

ausgelöst durch seine Allergie gegenüber Schalen- und Krustentieren, eine versicherte 

Berufskrankheit darstellt.

3.     

3.1   Gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG gelten Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit 

ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten 

verursacht worden sind, als Berufskrankheiten. Verlangt wird ein Kausal­

zusammenhang zwischen der verursachenden Arbeit einerseits und der 

Berufskrankheit andererseits. Er ist insofern ein qualifizierter, als der Listenstoff oder 

die Arbeit mindestens 50% aller mitwirkenden Ursachen ausmachen müssen. Ob dies 

im Einzelfall so ist, muss mit hinreichender Wahrscheinlichkeit dargetan werden 

(Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 

Zürich/Basel/Genf 2012, S. 93). Der Bundesrat hat gestützt auf die in Art. 9 Abs. 1 UVG 

enthaltene Kompetenzdelegation im Anhang 1 zur Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR. 832.202) eine Liste der schädigenden Stoffe (Ziff. 1) und 

der arbeitsbedingten Erkrankungen (Ziff. 2) erstellt. Wenn eine versicherte Person an 

einer Krankheit leidet, die in Ziff. 2 des Anhangs 1 zur UVV aufgeführt ist und diese - 

kumulativ - durch Arbeit generell oder dort besonders umschriebene Tätigkeiten 

bedingt ist, liegt in der Regel eine Berufskrankheit vor. Die Zusammenhangsfrage ist in 

diesem Bereich - auf Grund arbeitsmedizinischer Erkenntnisse - weitgehend durch den 

Verordnungsgeber vorentschieden. Von dieser Regel, welche auch als dem 

(schlüssigen) Gegenbeweis weichende natürliche Vermutung bezeichnet werden kann, 

ist abzugehen, wenn konkrete Umstände des Einzelfalls klar gegen eine berufliche 

Verursachung sprechen (BGE 126 V 188 f. E. 4a). Es ist unbestritten, dass beim 

Beschwerdeführer keine schädigenden Stoffe gemäss Ziff. 1 des Anhangs 1 zur UVV in 

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Frage stehen. Er leidet sodann zwar unter Bronchialasthma, doch führte er als Koch bei 

der B.___ AG keine korrespondierenden Arbeiten in Stäuben von Baumwolle, Hanf, 

Flachs, Getreide und Mehl von Weizen und Roggen, Enzymen sowie Schimmelpilzen 

aus (vgl. "Erkrankungen der Atmungsorgane": Ziff. 2 lit. b des Anhangs 1 zur UVV). 

Nachdem somit auch keine arbeitsbedingte Erkrankung gemäss Ziff. 2 des Anhangs 1 

zur UVV in Frage steht, kann der Beschwerdeführer keine Ansprüche aus 

Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG ableiten.

3.2   Als Berufskrankheiten gelten jedoch auch andere Krankheiten, von denen 

nachgewiesen ist, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche 

Tätigkeit verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG). Diese Generalklausel bezweckt, 

allfällige Lücken zu schliessen, wenn die bundesrätliche Liste entweder einen 

schädigenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit, die durch die 

Arbeit verursacht wurde, nicht aufführt. Die Voraussetzung des "ausschliesslichen oder 

stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG ist erfüllt, wenn die 

Berufskrankheit mindestens zu 75% durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden 

ist (BGE 119 V 201 E. 2b mit Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs zwischen beruflicher Tätigkeit und Erkrankung vermag das 

Erfordernis dieses qualifizierten Kausalzusammenhangs nicht zu begründen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. September 2011, 8C_465/2011, E. 7.2). Die Leistungspflicht für 

eine Berufskrankheit gemäss der Generalklausel von Art. 9 Abs. 2 UVG bedeutet nicht, 

dass der Unfallversicherer für jede Krankheit aufzukommen hat, die während der Arbeit 

aufgetreten ist. Die Anerkennung von Beschwerden im Rahmen dieser Generalklausel 

ist - entsprechend der in BGE 114 V 111 f. E. 3c aufgrund der Materialien eingehend 

dargelegten legislatorischen Absicht, die Grenze zwischen 

krankenversicherungsrechtlicher Krankheit und unfallversicherungsrechtlicher 

Berufskrankheit nicht zu verwässern - an relativ strenge Beweisanforderungen 

gebunden. Verlangt wird, dass der Versicherte für eine gewisse Dauer einem typischen 

Berufsrisiko ausgesetzt ist. Die einmalige gesundheitliche Schädigung, die gleichzeitig 

mit der Berufsausübung eintritt, genügt nicht. Für die Beurteilung der Exposition (oder 

Arbeitsdauer) ist die gesamte Berufstätigkeit zu berücksichtigen (vgl. BGE 126 V 186 E. 

2b mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts) ist für Krankheiten, die nicht typisch sind für eine bestimmte berufliche 

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Tätigkeit, die Voraussetzung der Verursachung zu mindestens 75% durch die 

berufliche Tätigkeit erfüllt, wenn epidemiologisch nachgewiesen ist, dass die Häufigkeit 

des Auftretens der Krankheit in der fraglichen Berufsgruppe mindestens viermal höher 

ist als in der Bevölkerung im allgemeinen (vgl. BGE 116 V 143 ff. E. 5c, für 

Rückenbeschwerden bei Pflegenden und anderen exponierten Tätigkeiten [z.B. 

Arbeiten auf dem Bau] und RKUV 1999 Nr. U 326 S. 106 E. 2, für die Epikondylitis einer 

Bratschistin; Jean-Maurice Frésard/Margit Moser-Szeless, L'assurance-accidents 

obligatoire, S. 877 Rz 112 in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, 

Soziale Sicherheit, Hrsg. Ulrich Meyer, 2. Aufl. Basel 2007). Gemäss Frésard/Moser-

Szeless (a.a.O.) hat diese Praxis zur Folge, dass nur in wenigen Fällen eine 

Berufskrankheit gestützt auf die Generalklausel von Art. 9 Abs. 2 UVG anerkannt 

werden kann. Bereits Maurer wies darauf hin, dass das Erfordernis der stark 

überwiegenden Ursache streng sei, weshalb es nur in seltenen Fällen erfüllt sein werde. 

Die Generalklausel werde daher in der Praxis als "Auffangnetz" eine eher bescheidene 

Rolle spielen (Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 

1989, S. 222).

3.3   Die Beschwerdegegnerin leitet aus dem Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 

2009 (BGE 135 V 269 = Pra 99 [2010], Nr. 24, S. 158 ff., E. 4.2) zutreffend ab, dass 

zwischen einer einfachen Prädisposition und einer zusätzlichen Sensibilisierung am 

Arbeitsplatz auf schädliche Stoffe zu unterscheiden ist. Eine Berufskrankheit liegt nur 

dann vor, wenn sich der Gesundheitszustand einer versicherten Person ausschliesslich 

oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verändert hat. Das heisst, die 

Überempfindlichkeit gegenüber einer oder mehreren Substanzen muss ausschliesslich 

oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit entstanden sein. Eine derartige 

Überempfindlichkeit oder Allergie bleibt über eine schubweise sich einstellende 

Symptomatik hinaus bestehen, nachdem der Krankheitsschub abgeklungen ist. Die 

blosse Disposition zu einer Krankheit kann nicht schon als Berufskrankheit gewertet 

werden. So setzt beispielsweise ein allergisches Ekzem eine Überempfindlichkeit 

voraus, entsteht aber erst wenn (und bleibt auch nur solange bestehen als) der 

pathogene stoffliche Reiz mit der erforderlichen Intensität einwirkt (Rumo-Jungo/ 

Holzer, a.a.O., S. 93 f.). Dementsprechend ist zwischen der Auslösung einer 

vorbestandenen Prädisposition und der Verursachung eines Krankheitszustands zu 

unterscheiden. Der Umstand, dass eine Krankheit durch eine berufliche Tätigkeit 

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ausgelöst worden ist, heisst nicht ohne weiteres, dass dieses Leiden im Sinn von Art. 9 

Abs. 2 ausschliesslich oder stark überwiegend auch dadurch verursacht worden ist.

4.       

4.1   Vor dem Hintergrund obiger EVG- bzw. Bundesgerichtsrechtsprechung gilt es 

mithin nachfolgend zu prüfen, ob das Bronchialasthma des Beschwerdeführers bei 

Allergie gegenüber Schalen- und Krustentieren zumindest stark überwiegend (75%; 

vgl. Erwägung 3.2) durch seine berufliche Tätigkeit als Koch verursacht worden und 

damit als solche als Berufskrankheit einzustufen ist.

4.2   Der Beschwerdeführer arbeitet seit dem 12. August 2013 bei der B.___ AG als 

Koch. Gemäss Bericht von Dr. F.___ vom 7. Oktober 2013 wurde er an selbigem Tag 

wegen Atemnotzuständen bei ihm vorstellig. Der Beschwerdeführer berichtete über 

pulmonale Symptome seit etwa zwei bis drei Monaten. Es bestehe Husten mit 

schleimiger Expektoration sowie das Gefühl, schwer Luft zu bekommen. Auch eine 

beträchtliche Belastungsdyspnoe sei vorhanden. Er schlafe derzeit gestört durch 

Husten und Atemnot sowie morgendlich behinderte Nasenatmung. Zusammenfassend 

hielt Dr. F.___ fest, dass beim Beschwerdeführer ein Asthma bronchiale bei Allergie auf 

Gräser- und Roggenpollen, Hausstaubmilben, Katzen sowie Schalen- bzw. 

Krustentiere bestehe (act. G 3.3). Im Rahmen einer Kontrolluntersuchung vom 

6. Dezember 2013 bei Dr. F.___ berichtete der Beschwerdeführer, dass es ihm von 

pulmonaler Seite etwas besser gehe. Es bestünden allerdings noch eine deutliche 

Belastungsdyspnoe sowie ein abendlicher Husten. Er schlafe gut. Morgens sei die 

Nasenatmung behindert. Beim Kochen von Krustentieren trete eine starke Reaktion 

von Seiten der Nase und der Augen und auch pulmonal auf, wobei er die Krustentiere 

nicht selber koche, sondern nur in der Küche anwesend sei (act. G 3.6.3). Am 

18. Februar 2014 konsultierte der Beschwerdeführer notfallmässig Dr. D.___. Dieser 

diagnostizierte eine Anaphylaxie, wobei er die Ursache als unklar bezeichnete und 

umfassend auf die bekannte Polyallergie hinwies. Er attestierte dem Beschwerdeführer 

eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis mindestens 21. Februar 2014 (act. G 3.4). Am 5. 

März 2014 führte Dr. F.___ eine Kontrolluntersuchung durch. Der Beschwerdeführer 

gab an, er fühle sich wieder relativ gut. Allerdings bestehe vorwiegend abends nach der 

Arbeit doch eine beträchtliche Atemnot. Aktuell habe er keinen Husten. Er schlafe 

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jedoch schlecht mit nächtlichen Atembeschwerden. Dr. F.___ hielt zusammenfassend 

fest, dass beim Beschwerdeführer ein Asthma bronchiale bei multiplen Allergien, 

insbesondere auf Schalen- und Krustentiere, bestehe, so dass es neben der 

Verschlechterung der respiratorischen Situation vor zwei Wochen auch zu einer 

anaphylaktischen Reaktion gekommen sei. Er empfahl aufgrund der ausgeprägten 

Symptomatik eine Umschulung bzw. einen Berufswechsel (act. G 3.5). Die von Dr. 

F.___ bei den Konsultationen des Beschwerdeführers vom 7. Oktober und 6. Dezember 

2013 sowie vom 5. März 2014 geprüfte Lungenfunktion hatte jeweils regelmässig eine 

mittelgradige kombinierte obstruktive, eine geringgradige restriktive 

Ventilationsstörung, eine höhergradige Einschränkung im Bereich der kleinen 

Atemwege und einen geringgradig erhöhten zentralen Atemwegswiderstand gezeigt. 

Nach einer inhalativen Broncholyse konnte jeweils eine deutliche Befundverbesserung 

verzeichnet werden. Am 28. März 2014 stellte Dr. D.___ ein Arztzeugnis aus, worin er 

die Diagnose einer anaphylaktischen Reaktion anführte. Unter der Rubrik "Angaben 

des Patienten" vermerkte er eine Anaphylaxie bei bekannter Krustentier- und 

Roggenmehlallergie. Der Beschwerdeführer habe seine Arbeit vom 18. bis 23. Februar 

2014 sowie ab 29. Februar 2014 bis "heute" 2014 ausgesetzt. Ein Arbeitsversuch zu 

100% vom 24. bis 28. Februar 2014 sei gescheitert (act. G 3.9).

4.3   Den dargelegten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass sich der 

Beschwerdeführer wiederholt wegen Atemwegsbeschwerden in ärztliche Behandlung 

begeben musste. Unbestritten ist sodann, wie bereits erwähnt, dass der 

Beschwerdeführer unter einem Bronchialasthma mit einer Allergie, unter anderem 

gegenüber Schalen- und Krustentieren, leidet. Ebenfalls fest steht, dass am 

Arbeitsplatz des Beschwerdeführers Schalen- und Krustentiere verarbeitet werden und 

dass beim Anbraten derselben Dämpfe entstehen. Der Beschwerdeführer war zum 

Schutz vor allergischen Reaktionen von solchen Arbeiten befreit. Es bestehen keine 

Hinweise darauf, dass er, abgesehen von seinem Arbeitsplatz, an anderen Orten mit 

solchen Dämpfen in Kontakt gekommen wäre. Eine allergische Reaktion gegenüber 

Schalen- und Krustentieren erfolgt in der Regel über die Nahrungsaufnahme. 

Tatsächlich können aber Allergiesymptome auch durch Dämpfe, die beim Kochen der 

fraglichen Tiere entstehen, ausgelöst werden. Dennoch ist eine zumindest stark 

überwiegend durch die Exposition gegenüber Schalen- und Krustentieren am 

Arbeitsort verursachte Atemwegssymptomatik lediglich möglich und nicht überwiegend 

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wahrscheinlich. Allgemein ist zunächst festzuhalten, dass keine arbeitsmedizinischen, 

epidemiologischen Erkenntnisse bekannt sind, wonach die Häufigkeit des Auftretens 

von Bronchialasthma bei Köchen, die regelmässig Dämpfen beim Anbraten von 

Schalen- und Krustentieren ausgesetzt sind, mindestens viermal höher ist als in der 

Bevölkerung im allgemeinen. Konkret wird zwar in den medizinischen Akten wiederholt 

auf die Schalen- und Krustentierallergie des Beschwerdeführers hingewiesen. Von 

Bedeutung ist jedoch, dass der Beschwerdeführer unter einem Asthma bronchiale bei 

Allergie gegenüber diversen Stoffen leidet (act. G 3.6.2). Die genaue Relevanz bzw. der 

genaue Wirkungsgrad der Schalen- und Krustentiere im Spektrum der gesamten, beim 

Beschwerdeführer allergische Reaktionen auslösenden Stoffe, aber auch die 

Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Stoffen ist nicht eruierbar. Jeder 

einzelne dieser Stoffe kann grundsätzlich beim Beschwerdeführer für sich allein oder in 

Kombination mit den anderen für eine allergische Reaktion und damit sein Asthma 

bronchiale verantwortlich sein. Es ist ohne weiteres möglich, dass die Allergie 

gegenüber Schalen- und Krustentieren im Vergleich zu den anderen zahlreichen 

Allergiestoffen zu einem geringeren Teil als zu 75% das Bronchialasthma bewirkt. 

Entsprechend diagnostizierte auch Dr. D.___ in seinem Bericht vom 18. Februar 2014 

eine Anaphylaxie unklarer Ursache bei bekannter Polyallergie (act. G 3.4). Diese 

unbestimmte, wenig detaillierte und umfassende Diagnose steht in massgeblichem 

Gegensatz zum beruflich bedingten Bronchialasthma, für das Mehlstaub am Arbeitsort 

als wichtiger Entstehungsfaktor bekannt ist. Keine weiteren Erkenntnisse hinsichtlich 

einer zu mindestens 75%igen Verursachung des Asthma bronchiale durch die 

Exposition gegenüber Schalen- und Krustentieren können sodann aus der Betrachtung 

der Arztkonsultationen und Arbeitsunfähigkeiten des Beschwerdeführers sowie des 

Beginns seines Arbeitsverhältnisses bei der B.___ AG entnommen werden. 

Dokumentiert sind vier Arztkonsultationen, wovon zwei (lediglich) Kontrollzwecken 

dienten. Arbeitsunfähigkeiten wurden dem Beschwerdeführer erst im Februar 2014 

attestiert. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer seit 12. August 2013 bei der 

B.___ AG tätig war und am Arbeitsplatz laut Angaben im Aussendienstbericht vom 9. 

April 2014 gemäss Speiseplan maximal zwei Mal wöchentlich Schalen- bzw. 

Krustentiere zubereitet werden (act. G 3.8), vermögen die belegten Arztkonsultationen 

und Arbeitsunfähigkeiten kein Bronchialasthma nachzuweisen, welches in stark 

überwiegendem Masse durch die Exposition gegenüber Schalen- und Krustentieren 

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am Arbeitsplatz verursacht würde. Eine stark überwiegende Verursachung einer 

pulmonalen Symptomatik bzw. eines Bronchialasthmas durch die beim 

Beschwerdeführer ebenfalls eine allergische Reaktion auslösenden weiteren Stoffe 

bleibt ohne weiteres möglich.

4.4   Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass das Bronchialasthma des 

Beschwerdeführers nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu mindestens 75% auf die Exposition gegenüber Schalen- und Krustentieren 

zurückzuführen ist und damit nicht als in stark überwiegendem Masse als beruflich 

bedingt eingestuft werden kann. Damit sind auch die Voraussetzungen für eine 

Qualifizierung des Bronchialasthmas als Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG 

nicht erfüllt. Ausgegangen werden kann höchstens von einer einfachen Prädisposition. 

Dem Beschwerdeführer stehen mithin für die gemeldeten asthmatischen Beschwerden 

mangels Vorliegens einer Berufskrankheit keine Versicherungsleistungen zu.

5.     

Selbst wenn eine Berufskrankheit bejaht würde, wäre festzuhalten, dass das UVG keine 

Versicherungsleistungen für Umschulungen vorsieht (vgl. dazu Art. 10 ff. UVG), so dass 

die beantragten Leistungen nicht zugesprochen werden könnten.

6.       

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 21. Mai 2014 (act. G 3.17) ist somit nicht 

zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VR

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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