# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7a72f79-5a95-5470-b658-650127659e44
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.09.2011 BK.2011.13
**Docket/Reference:** BK.2011.13
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BK-2011-13_2011-09-19

## Full Text

Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).;;Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).;;Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).;;Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO).

Beschluss vom 19. September 2011 
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, 
Gerichtsschreiberin Sarah Wirz  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Jüsi, 
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Entschädigung der beschuldigten Person bei Frei-
spruch oder bei Einstellung des Verfahrens 
(Art. 429 ff. StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BK.2011.13 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Bundesanwaltschaft führte gegen A. ein gerichtspolizeiliches Ermitt-
lungsverfahren wegen Verdachts der Finanzierung des Terrorismus 
(Art. 260quinquies StGB), der Erpressung (Art. 156 StGB), der Nötigung 
(Art. 181 StGB) und der Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminel-
len Organisation (Art. 260ter StGB), wobei dieser am 30. November 2008 
von der Kantonspolizei Zürich in Haft genommen und mit Verfügung des 
zuständigen Haftrichters des Bezirksgerichts Zürich am 2. Dezember 2008 
in Untersuchungshaft versetzt wurde. Die Untersuchungshaft wurde bis 
zum 28. April 2009 fortgesetzt, unter Anordnung einer Meldepflicht, welche 
am 2. Dezember 2010 aufgehoben wurde (act. 1 und act. 1.2). 

 
 
B. Mit Verfügung vom 15. Juni 2011 stellte die Bundesanwaltschaft das Ver-

fahren gegen A. ein und sprach ihm eine Genugtuung für die ausgestande-
ne Untersuchungshaft und die übrigen Untersuchungshandlungen von ins-
gesamt Fr. 7'500.-- zu (act. 1.2, S. 12 f.). 

 
 
C. Hiergegen gelangte A. mit Beschwerde vom 27. Juni 2011 an die I. Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt Folgendes 
(act. 1): 
 
„1. Die Verfügung der Vorinstanz sei in Ziffer 5. des Dispositivs betreffend Genugtuung 

 aufzuheben. 

2. Es sei dem Beschwerdeführer eine Genugtuung in der Höhe von mindestens 

CHF 30'000.- zuzüglich 5% Zinsen ab mittlerem Verfall bzw. seit dem 15. Febru-

ar 2009 – zuzusprechen. 

3. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten. 

4. Es sei dem Beschwerdeführer in der Person des Unterzeichnenden für das vorliegen-

de Beschwerdeverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu stellen.  

5. Alles unter Entschädigungs- und Kostenfolge zulasten der Vorinstanz.“ 

 
Nachdem die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts das Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Beschluss vom 
13. Juli 2011 mangels Substantiierung abwies (act. 2), gewährte sie auf er-
neutes Ersuchen A. für das anhängige Beschwerdeverfahren die unentgelt-
liche Rechtspflege mit Beschluss vom 28. Juli 2011 (act. 4). 
 

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Die Bundesanwaltschaft schliesst in ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Au-
gust 2011 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 6). A. hält in 
seiner Replik an seinen gestellten Anträgen vollumfänglich fest (act. 8). Mit 
Schreiben vom 1. September 2011 teilte die Bundesanwaltschaft mit, sie 
halte an ihren Anträgen weiterhin fest und verzichte auf eine weitere Stel-
lungnahme (act. 13). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men. 
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.1 Gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft können die Par-
teien innert zehn Tagen bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 
StBOG und Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements vom 31. Au-
gust 2010 für das Bundesstrafgericht [Organisationsreglement BStGer, 
BStGerOR; SR 173.713.161]). Voraussetzung zur Beschwerdeerhebung ist 
dabei auf Seiten der Partei ein rechtlich geschütztes Interesse an der Auf-
hebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Mit der Beschwerde gerügt werden können gemäss Art. 393 Abs. 2 
StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch 
des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die 
unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie 
die Unangemessenheit (lit. c). Die Beschwerde ist innert zehn Tagen 
schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 
Abs. 1 StPO). 

 
1.2 Der Beschwerdeführer ist als vormals Beschuldigter durch die Einstel-

lungsverfügung in dem Sinne beschwert, als dadurch die Genugtuung auf 
einen Betrag festgelegt wurde, welche unter dem von diesem geforderten 
Ansatz liegt. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Be-
merkungen Anlass, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 

 
 
2.  
2.1 Gemäss Art. 429 StPO ist der beschuldigten Person, gegen die das Verfah-

ren eingestellt wird, von Amtes wegen eine Entschädigung für die Aufwen-
dungen im Zusammenhang mit der angemessenen Ausübung der Verfah-

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rensrechte, eine Entschädigung für die wirtschaftlichen Einbussen aus der 
notwendigen Beteiligung am Strafverfahren und eine Genugtuung für be-
sonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse auszurich-
ten. Die Strafbehörde kann die beschuldigte Person auffordern, ihre An-
sprüche zu beziffern und zu belegen (Art. 429 Abs. 2 Satz 2 StPO). 

 
2.2  
2.2.1 Voraussetzung des Anspruchs auf eine Genugtuung gemäss Art. 429 

Abs. 1 lit. c StPO ist eine besonders schwere Verletzung in den persönli-
chen Verhältnissen. Hauptbeispiel einer solchen Persönlichkeitsverletzung 
ist der im Gesetz ausdrücklich erwähnte Freiheitsentzug. Zur Bemessung 
der Genugtuung bei sich nachträglich als ungerechtfertigt erweisender Un-
tersuchungshaft existiert eine umfangreiche Praxis und Rechtsprechung 
(vgl. hierzu TPF 2007 104 E. 3.2; siehe auch WEHRENBERG/BERNHARD, 
Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 429 StPO N. 27 und N. 30; GRIESSER, 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zü-
rich/Basel/Genf 2010, Art. 429 StPO N. 7). Die Festlegung der Höhe der 
Genugtuung beruht auf richterlichem Ermessen. Bei dessen Ausübung 
kommt den Besonderheiten des Einzelfalls entscheidendes Gewicht zu. 
Dies schliesst allerdings nicht aus, dass sich das Gericht an Präjudizien 
orientiert, die nach Art und Schwere der beurteilten Verletzungen zum Ver-
gleich geeignet sind. Aufgrund der Art und der Schwere der Verletzung ist 
zunächst die Grössenordnung der in Frage kommenden Genugtuung zu 
ermitteln. In einem zweiten Schritt sind die Besonderheiten des Einzelfalls, 
die eine Verminderung oder Erhöhung der zuzusprechenden Summe nahe 
legen, zu würdigen. Das Bundesgericht erachtet bei kürzeren Freiheitsent-
zügen Fr. 200.-- pro Tag als angemessene Genugtuung, sofern nicht aus-
sergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine höhere oder eine geringere 
Entschädigung zu rechtfertigen vermögen. Psychische Belastungen im 
Ausmass, wie sie wohl mit jedem Strafverfahren verbunden sind, genügen 
für die Erhöhung des Tagessatzes nicht (SCHMID, Strafprozessrecht, 
4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2004, Fn. 111 mit Hinweis auf BGer 2.7.2001 in 
RVJ/ZWR 36 [2002] 309). Bei längerer Untersuchungshaft (von mehreren 
Monaten Dauer) ist der Tagessatz in der Regel zu senken, da die erste 
Haftzeit besonders erschwerend ins Gewicht fällt (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_574/2010 vom 31. Januar 2011, E. 2.3; 6B_745/2009 vom 
12. November 2009, E. 7.1, je mit weiteren Hinweisen). Gemäss Recht-
sprechung des Bundesstrafgerichts wird dabei in der Regel ein Tagessatz 
von Fr. 100.-- angenommen (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 
SK.2010.14 vom 23. März 2011, E. 37; BK.2006.14 vom 12. April 2007, 
E. 2.2). Des Weitern setzt ein Genugtuungsanspruch einen adäquaten 
Kausalzusammenhang zwischen der Tätigkeit des Staates und der immate-

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riellen Unbill voraus, was bei Haft ohne Weiteres als gegeben erachtet wird 
(Entscheid des Bundesstrafgerichts SK.2009.5 vom 28. Oktober 2009, 
E. 6.3; BK.2009.5 vom 19. Juni 2009, E. 3.1, je mit weiteren Hinweisen). 

 
2.2.2 Der Beschwerdeführer befand sich während 150 Tagen in Untersuchungs-

haft. Dafür und für die übrigen Untersuchungshandlungen wurde ihm unter 
dem Titel Genugtuung im Sinne von Art. 429 StPO ein Betrag in Höhe von 
Fr. 7'500.-- zugestanden (act. 1.2, S. 12 f.). In der dem Verfahren zugrunde 
liegenden Beschwerde fordert er eine Genugtuung im Betrag von mindes-
tens Fr. 30'000.-- zuzüglich 5% Zins ab mittlerem Verfall bzw. seit dem 
15. Februar 2009 (act. 1, S. 2), was einem Tagessatz von Fr. 200.-- ent-
spricht. Zur Begründung seiner Forderung bringt der Beschwerdeführer vor, 
er habe als kurdischer Flüchtling in seinem Heimatland, der Türkei, Folte-
rungen erleben müssen und durch die Inhaftierung in der Schweiz seien die 
Erinnerungen an diese Traumatisierungen wieder aufgeflammt. Dadurch 
habe er während der Untersuchungshaft mit massiven psychischen Prob-
lemen zu kämpfen gehabt. Die Vermutung, wonach sich die Haftempfind-
lichkeit bei einer länger dauernden Haft verringere, sei bei ihm gerade nicht 
zutreffend, da sich sein Trauma aufgrund der Foltererfahrungen mit jedem 
Tag in Haft vergrössert habe (vgl. act. 1, S. 5 f.). Laut Beschwerdegegnerin 
seien im vorliegenden Fall Gründe gegeben, die eine Reduktion der praxis-
gemässen Entschädigung von Fr. 100.-- bis Fr. 200.-- zur Folge hätten. So 
sei der Beschwerdeführer als Asylbewerber auf die finanzielle Unterstüt-
zung des Gemeinwesens angewiesen und er sei weder vor den Augen sei-
nes sozialen Umfelds verhaftet noch aus seinem sozialen Netz herausge-
rissen worden (act. 1.2, S. 13). 
 
Die Vorbringen der Beschwerdegegnerin mögen nicht zu überzeugen. Die 
Tatsache, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen Asylbewerber 
handelt, der auf Unterstützungsleistungen des Staates angewiesen ist, 
spielt bei der Festlegung der Genugtuung keine Rolle (in diesem Sinne 
WEHRENBERG/BERNHARD, a.a.O., Art. 429 StPO N. 29). Entgegen der Dar-
stellung der Beschwerdegegnerin bedarf die Ausrichtung einer Genugtuung 
bei Freiheitsentzug keines Nachweises von besonders schweren Verlet-
zungen der persönlichen Verhältnisse (act. 6, S. 6), da solche bei Haft oh-
ne Weiteres als gegeben erachtet werden (vgl. oben). Zwar ist es richtig, 
dass der Beschwerdeführer als Asylbewerber in der Schweiz über kein 
ausgeprägtes soziales Netzwerk verfügt und diesbezüglich eine geringere 
Haftempfindlichkeit aufweist; dies kann jedoch nicht zu einer derartigen 
Reduktion der Genugtuung führen. Zudem legt der Beschwerdeführer in 
seinem eingereichten Arztzeugnis glaubhaft dar, dass die Zeit der Inhaftie-
rung für ihn sehr belastend war (SV.08.0203, pag. 13-01-0502 f.). Nach-

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dem es dem Beschwerdeführer in der Untersuchungshaft anfänglich gut 
ging (SV.08.0203, pag. 13-01-0026; pag. 13-01-0140), beklagte er sich ab 
März 2009 über psychische Probleme (SV.08.0203, pag. 13-01-00257 ff.). 
In seiner Einvernahme vom 6. März 2009 äusserte er, dass es ihm seit 
zwei Wochen zunehmend schlechter gehe, er weder essen noch schlafen 
könne und viel Erlebtes aus der Vergangenheit wieder hervortrete 
(SV.08.0203, pag. 13-01-00255 f.). Unter diesen Umständen rechtfertigt es 
sich, zumindest für die Zeit ab März 2009 von einer höheren Haftempfind-
lichkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Entgegen der Darstellung der 
Beschwerdegegnerin führt der Umstand, dass es keine spektakuläre Ver-
haftung gegeben habe nicht zur Reduktion des Tagessatzes, sondern kann 
bei dessen Vorliegen allenfalls eine Erhöhung rechtfertigen (vgl. SCHMID, 
a.a.O., N.1224 e contrario). 
 
Insgesamt ergibt sich daraus, dass sich die von der Beschwerdegegnerin 
festgesetzte Genugtuung in Höhe von Fr. 7'500.-- als zu niedrig erweist. 
Unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsprechung und Praxis des 
Bundesstrafgerichts wird dem Beschwerdeführer für die Zeit der Inhaftie-
rung eine Genugtuung in Höhe von Fr. 100.-- pro Tag, gesamthaft also der 
Betrag von Fr. 15'000.-- zugestanden. 

 
2.2.3 Eine Entschädigung für die weiteren erfolgten Zwangsmassnahmen wird 

vom Beschwerdeführer zu Recht nicht gefordert und könnte, mangels be-
sonderer Schwere der Verletzung der persönlichen Verhältnisse im Sinne 
von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO auch nicht zugesprochen werden. 

 
2.2.4 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Genugtuung analog 

zum Schaden nach Art. 73 OR mit 5% seit dem die Unbill verursachenden 
Ereignis zu verzinsen. Als Zeitpunkt der Entstehung der seelischen Unbill 
ist dabei auf die Mitte des Zeitraums der Eingriffe in die Persönlichkeits-
rechte abzustellen (BGE 129 IV 149 E. 4.1 und E. 4.3). Vorliegend dauerte 
die Untersuchungshaft vom 30. November 2008 bis zum 28. April 2009, 
womit sich als mittlerer Zeitpunkt der 15. Februar 2009 ergibt. Die unter Zif-
fer 2.2.2 zugesprochene Genugtuung ist demnach ab dem 15. Febru-
ar 2009 mit 5% zu verzinsen. 

 
2.3 Gemäss obigen Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen 

und dem Beschwerdeführer eine Genugtuung in Höhe von Fr. 15'000.--, 
nebst Zins zu 5% seit dem 15. Februar 2009 zuzusprechen. Über die ge-
samte Haftzeit von 150 Tagen erscheint der Ansatz von Fr. 100.-- pro Tag 
somit als angemessen. 

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3.  
3.1 Bei diesem Verfahrensausgang ist dem rund zur Hälfte unterliegenden Be-

schwerdeführer eine reduzierte Gerichtsgebühr von Fr. 1’000.-- aufzuerle-
gen (Art. 428 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG). Da dem Beschwer-
deführer mit diesem Entscheid eine Genugtuung in Höhe von Fr. 15'000.-- 
ausgerichtet wird und gemäss Art. 64 Abs. 4 BGG die unentgeltliche 
Rechtspflege geniessende Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, 
wenn sie dazu imstande ist (vgl. auch Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO zur amtli-
chen Verteidigung sowie hierzu den Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BB.2011.13 vom 18. Mai 2011, E. 6.2), können die dem Beschwerdeführer 
auferlegten Gerichtskosten vorliegend sofort geltend gemacht und gemäss 
nachfolgenden Ausführungen verrechnet werden (E. 3.3). 

 
3.2 Die teilweise obsiegende Partei hat Anspruch auf eine angemessene Ent-

schädigung für ihre Aufwendungen (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 
lit. a StPO). Gemäss Art. 10 i.V.m. 12 Abs. 1 des Reglements des Bundes-
strafgerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundes-
strafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) wird das Honorar nach dem not-
wendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand des Anwalts bemessen. Der 
Verteidiger des Beschwerdeführers reichte am 19. August 2011 eine aus-
führliche und transparente Kostennote ein (act. 8.1). Sowohl der geltend-
gemachte Stundenansatz in Höhe von Fr. 200.--, der zeitliche Aufwand von 
19.70 Stunden wie auch die Auslagen von insgesamt Fr. 84.80 erscheinen 
der Sache angemessen. Die rund zur Hälfte unterliegende Beschwerde-
gegnerin hat somit dem Beschwerdeführer eine Entschädigung von insge-
samt Fr. 2'173.40 (inkl. MWST) zu bezahlen. 

 
3.3 Da die Eidgenossenschaft Gläubigerin in Bezug auf die Gerichtskosten und 

Schuldnerin in Bezug auf die Verfahrensentschädigungen ist, kann sie die 
gegenseitigen fälligen Forderungen, soweit sie sich ausgleichen, im Sinne 
von Art. 442 Abs. 4 StPO verrechnen. Die Genugtuung des Beschwerde-
führers sowie die reduzierte Parteientschädigung betragen insgesamt 
Fr. 17’173.40 (E. 2.2.2 und E. 3.2). In Verrechnung mit den Gerichtskosten 
von Fr. 1’000.-- (E. 3.1) hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdefüh-
rer somit noch Fr. 16'173.40 zu bezahlen. 

Die Beschwerdegegnerin wird zudem angewiesen, den Betrag der ver-
rechneten Gegenforderung von Fr. 1'000.-- zur Deckung der Kosten des 
vorliegenden Verfahrens an die Bundesstrafgerichtskasse zu überweisen. 

 
 
 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen; die Beschwerdegegnerin hat 

dem Beschwerdeführer eine Genugtuung von insgesamt Fr. 15'000.--, nebst 
Zins zu 5% seit dem 15. Februar 2009 zu bezahlen. 

 
2. Die reduzierte Gerichtsgebühr von Fr. 1’000.-- wird dem Beschwerdeführer 

zur Bezahlung auferlegt. 
 

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das Verfahren vor 
der I. Beschwerdekammer mit Fr. 2'173.40 (inkl. MWST) zu entschädigen. 

 
4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer in Verrechnung der 

gegenseitigen Forderungen gemäss Ziffer 1 bis 3 vorstehend Fr. 16'173.40, 
nebst Zins zu 5% seit dem 15. Februar 2009 auf dem Betrage von 
Fr. 15'000.--, zu bezahlen und der Bundesstrafgerichtskasse Fr. 1’000.-- zu 
überweisen. 

 
 

Bellinzona, 19. September 2011 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Bernhard Jüsi 
- Bundesanwaltschaft 
 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.