# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44faefa3-9ade-512b-a537-70936dece6d3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 24.04.2015 BRGE I Nr. 0041/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nr--0041-2015_2015-04-24.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 0041/2015 vom 24. April 2015 in BEZ 2015 Nr. 38 

2. Beim streitbetroffenen Gebäude handelt es sich um das ehemalige
Warenhaus O., in dessen 1. Untergeschoss bis 3. Obergeschoss die 
Rekurrentin seit November 2012 ein Spielcasino betreibt. Im Mai 2014 wurde 

überdies ein Restaurant im 5. Obergeschoss samt einer Aussengastwirtschaft 
auf dem umliegenden Terrassenbereich eröffnet. Die Liegenschaft liegt in der 
Kernzone K. mit Profilerhaltungslinie und ist der Lärm-Empfindlichkeitsstufe III 
zugeordnet. Sie ist überdies im Inventar der kommunalen Schutzobjekte 
verzeichnet. (…) 

4. Seinem Wortlaut nach verweigert der angefochtene Beschluss
sämtlichen Lüftungs-, Klima- und Technikaufbauten die nachträgliche Baube-
willigung. Begründet wird dies damit, dass die Anordnung auf dem Flachdach 
lediglich aus der inneren Funktion der verschiedenen Nutzungseinheiten heraus 
erfolgt sei und keinem gestalterischen Anspruch oder Prinzip folge. Dem-
entsprechend seien die Auslässe und Kanäle sehr prominent auf dem Dach 
angeordnet und erfüllten nicht die gemäss § 238 Abs. 2 PBG geforderte 
Rücksichtnahme. (…) 

8.2 Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für 
sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen 
Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 
befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 
Materialien und Farben. 

Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und 
Umschwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich 
als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. Dabei 
erfasst die Norm über den Wortlaut ihres Randtitels («Gestaltung») hinaus nicht 
nur die Gestaltungselemente wie beispielsweise die Dach- oder die Fassaden-
gestaltung, sondern auch ortsbauliche Aspekte wie etwa die Stellung der 
Baukörper, soweit jene nicht durch speziellere Bauvorschriften geregelt sind. 

Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, ist gestützt auf 
objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Blosses Empfinden 
rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum. 

Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes 
besondere Rücksicht zu nehmen. In der Nachbarschaft von Schutzobjekten 
bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedigende 
Gesamtwirkung zu verlangen. Was als Objekt des Natur- und Heimatschutzes 

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zu betrachten ist, ergibt sich aus der Aufzählung in § 203 Abs. 1 PBG. Eine 
förmliche Unterschutzstellung wird für die Anwendung von § 238 Abs. 2 PBG 
nicht vorausgesetzt. Vielmehr genügt es, dass sich die Schutzwürdigkeit aus 
der Aufnahme des Objektes in ein Inventar im Sinne von § 203 Abs. 2 PBG 
ergibt. (…) 

8.3 Bauästhetische Anforderungen gelten grundsätzlich auch mit Bezug 
auf die Gestaltung und Einordnung von Ausstattungen und technischen 
Ausrüstungen aller Art (§§ 3 f. ABV), sei es, dass sie freistehen, sei es, dass sie 
an oder auf einem Gebäude angebracht werden. Die diesbezügliche Prüfung ist 
jedoch stets unter Berücksichtigung der technisch-funktionellen Notwendigkeit 
der betreffenden Elemente und der diese Elemente gegebenenfalls 
gebietenden bzw. näher umschreibenden Vorschriften (etwa umweltschutz-
rechtliche Normen) vorzunehmen. Das Erscheinungsbild und die konkrete 
Anbringung von technischen Anlagen sind nämlich weitgehend durch ihre 

Funktion vorgegeben. Dimensionierungen und konkrete Installationsorte von 
notwendigen Anlagen dürfen nicht aus rein gestalterisch oder einordnungs-
mässig motivierten Gründen verweigert werden, wenn gestalterisch womöglich 
bessere Lösungen aus technisch-funktionellen bzw. rechtlichen Gründen nicht – 
oder zumindest nicht mit vernünftigem Aufwand – realisierbar sind. Diesfalls 
kann nur verlangt werden, die bezüglich Ort, Dimensionierung und Beschaffen-
heit feststehende Anlage in gestalterischen Details (insbesondere in Bezug auf 
die Farbgebung und eine mögliche Kaschierung) soweit wie möglich zu opti-
mieren. 

9.1 Die Anlagen auf dem Gebäude lassen sich nach dem Ort ihrer 
Anbringung der Übersichtlichkeit halber in drei Gruppen unterteilen. 

9.2 Die erste Gruppe umfasst diejenigen Ausrüstungen, welche auf der 
östlichen, zur G.-Allee hin gerichteten Seite auf dem Attikageschoss (vor dem 
bestehenden Technikgeschoss) installiert wurden. Es handelt sich hierbei im 
Wesentlichen um Lüftungskanäle aus Aluminium von zwischen 80 cm und 
maximal 1,33 m Höhe. 

Anlässlich des Augenscheins waren sich die Parteien einig, dass es bei 
den Ausrüstungen gemäss der Gruppe 1 in einordnungsmässiger Hinsicht 
bereits im Grundsatz - das heisst, ohne Berufung auf ihre funktionelle Not-
wendigkeit - nichts zu beanstanden gebe. (…) Die Bauverweigerung ist deshalb 
bezüglich der Ausrüstungen der Gruppe 1 aufzuheben. 

9.3 Die zweite Gruppe bilden die Ausrüstungen auf dem Attikageschoss 
auf der westlichen, zum Fluss hin gerichteten Seite des Gebäudes. Dabei 
handelt es sich um Lüftungskanäle mit zwei Bögen sowie zwei Schalldämpfer 

mit Wetterschutzgittern vor den Fenstern des Technikgeschosses. Hinzu kommt 
auf etwa der Hälfte der Länge des Technikgeschosses ein Rohr mit einem 
Durchmesser von ca. 30 cm, welches unmittelbar unter dem kleinen Vordach 
des Technikgeschosses verläuft. Die Lüftungskanäle ragen grundsätzlich 70 cm 
über die Dachfläche des Attikageschosses hinaus; gegen die S.-Strasse hin 
sind es 85 cm. Die zwei Bögen sind 1,3 m hoch. Die Schalldämpfer reichen bis 
exakt unter das kleine Vordach des Technikgeschosses.  

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Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die flussseitige Westfassade die 
eigentliche Schaufassade des Gebäudes ist. Das Gebäude sollte bei seiner 
Erstellung in vollkommen einheitlicher Wirkung als imposanter Brückenkopf 
über dem Flussufer in Erscheinung treten. Der damalige Bauherr legte grossen 
Wert auf Qualitätsarbeit, welche sich in der Gestaltung der Fassaden und der 
Materialwahl bis heute widerspiegelt. 

Die zwei Bögen und die Schalldämpfer sind zumindest bei aufmerksamer 
Betrachtung der Westfassade von einem Standort an der K.-Strasse aus gut zu 
erkennen. Insofern führen sie in der Tat zu einer gewissen Beeinträchtigung 
dieser Fassade sowie zu einer Verschlechterung der Ablesbarkeit des 
Technikgeschosses. Von einem geradezu ernüchternden Resultat kann aber 
keine Rede sein. Die Wirkung der Westfassade als Brückenkopf und 
Schaufassade beruht doch ganz wesentlich auf dem Kubus der ersten vier 
Stockwerke und dem darüber thronenden Attikageschoss, welche Geschosse 

allesamt – und mit Recht – unbeeinträchtigt bleiben. (…) Die Lüftungskanäle 
hingegen sind Teil der unbestrittenermassen notwendigen Belüftungsanlagen 
des Casinos und des Restaurants. Die Schalldämpfer sind aus lärmschutz-
rechtlichen Gründen zwingend. Die technische Notwendigkeit der Lüftungs-
kanäle, der Bögen und der Schalldämpfer wurde von der Vorinstanz weder in 
den Rechtschriften noch anlässlich des Augenscheins je auch nur ansatzweise 
in Frage gestellt (im Übrigen ist auch ganz grundsätzlich nicht anzunehmen, 
dass eine - regelmässig wirtschaftlich denkende - Bauherrschaft irgendwelche 
nicht zwingend notwendigen Ausrüstungen erstellt). Der Rundgang durch das 
gesamte Technikgeschoss anlässlich des Augenscheins zeigte sodann auf, 
dass das Technikgeschoss bereits randvoll mit technischen Anlagen und 
Apparaturen aller Art ist. Es ist deshalb offenkundig ausgeschlossen, die vor 
dem Technikgeschoss verlaufenden Lüftungskanäle samt Bögen sowie die 
Schalldämpfer in das Technikgeschoss hinein zu verlagern. Damit bleibt 
letztlich doch nur der von der Rekurrentin gewählte Standort vor dem Technik-
geschoss respektive auf dem Attikageschoss. Dementsprechend kann nur – 
aber immerhin – gefordert werden, dass die Gestaltung dieser Ausrüstungen so 
weit wie möglich optimiert wird. 

Exakt dies wurde umgesetzt. Die Lüftungskanäle verlaufen so nahe wie 
möglich am Technikgeschoss, indem sie bündig an dieses anschliessen. Ihre 
Dimensionierungen und Querschnittsflächen sind offenkundig auf die von § 29 
Abs. 4 BBV I geforderten maximalen Luftgeschwindigkeiten in Lüftungsanlagen 
zurückzuführen. Die Bögen der Lüftungskanäle gewährleisten die Anschlüsse 
an die zugehörigen Apparaturen im Innern des Technikgeschosses und können 
deshalb an keinem anderen Ort angebracht werden. Nur mit einer gebogenen 
Führung der Lüftungskanäle kann der ca. 30 cm hohe Sockel des Technik-
geschosses überwunden werden. Der eher dunkle, olivgrüne Anstrich 
sämtlicher Ausrüstungen ist auf die Fassaden- und Rollladenfarben der West-
fassade abgestimmt und bewirkt maximale Unauffälligkeit.  

Insgesamt wurden die gestalterischen Möglichkeiten in Bezug auf die 
technisch notwendigen Ausrüstungen ausgeschöpft. Die - geringfügige - Beein-
trächtigung der Ablesbarkeit des Technikgeschosses und der Fernwirkung der 
gesamten Westfassade ist unter diesen Umständen hinzunehmen. Eine 

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Bauverweigerung aus rein gestalterischen Motiven ist gemäss dem vorstehend 
Erwähnten unzulässig. Damit ist die Bauverweigerung auch in Bezug auf die 
Ausrüstungen der Gruppe 2 aufzuheben. 

9.4 Die dritte Gruppe umfasst die Aufbauten auf dem Technikgeschoss. Es 
handelt sich um Klima- und Abluftanlagen, welche eine Höhe von grundsätzlich 
1,4 m aufweisen. Ein Element ist 1,5 m, eines 1,9 m und ein weiteres 2,1 m 
hoch. Die Aufbauten auf dem Technikgeschoss sind gezwungener- und unbe-
strittenermassen von verschiedenen Standorten sowie aus der Ferne sichtbar. 

Auch in Bezug auf die Aufbauten auf dem Technikgeschoss ist zunächst 
festzuhalten, dass deren technische Notwendigkeit von der Vorinstanz nie in 
Frage gestellt wurde. Die Abluft muss über das Dach geführt werden; die 
Mindestkaminhöhe von 1,5 m über Flachdach bezüglich der Abluftanlagen des 
Casinos, der Küche des Restaurants und der Kantine ist vorgegeben. Die 
Konstruktion der weiteren Aufbauten entspricht - was ebenfalls unbestritten 
geblieben ist - dem Stand der Technik gemäss der für Lüftungs- und Klima-
anlagen grundlegenden Norm SIA 382/1. Die konkreten Anbringungsorte der 
Aufbauten auf dem Technikgeschoss sind weitestgehend durch die vorbe-
stehenden, aus dem Innern des Technikgeschosses herführenden Luftauslässe 
bestimmt. Ein Verschieben der Abluftanlagen in das Technikgeschoss hinein 
entfällt schon deswegen, weil dieses bereits ausgefüllt ist. Zudem ist die Abluft 
über Dach abzuführen und damit, jedenfalls dem Grundsatz nach, auch über 
dem Dach des Technikgeschosses. Unter diesen Umständen kann auch in 
Bezug auf die Aufbauten auf dem Technikgeschoss letztlich nur - aber 
immerhin - gefordert werden, dass ihre Gestaltung so weit wie möglich optimiert 
wird. Dem wird vorliegend (anders als bei den Ausrüstungen der Gruppe 2 auf 
dem Attikageschoss) gerade durch den Verzicht auf einen Farbanstrich der 
Aluminiumaufbauten Genüge getan. So wird nämlich aus Sicht eines 
Betrachters am Boden eine grösstmögliche Übereinstimmung mit der Farbe des 
Himmels gewährleistet. Insgesamt ist die Bauverweigerung auch in Bezug auf 
die Ausrüstungen der Gruppe 3 aufzuheben.