# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8beb9339-eb7e-5aaa-b21e-da437f2667e4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.12.2016 200 2015 766
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-766_2016-12-09.pdf

## Full Text

200 15 766 IV
KOJ/RUM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Dezember 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________, Mühlemattstrasse 14a, 
3007 Bern
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1993 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog infolge einer angeborenen zerebralen motorischen Schädigung und 
einem psychoorganischen Syndrom ab Februar 1996 IV-Leistungen in 
Form von medizinischen und pädagogisch-therapeutischen Massnahmen, 
Sonderschulmassnahmen sowie Pflegebeiträgen bei einer Hilflosigkeit mitt-
leren Grades (Antwortbeilagen [AB] 7 f., 10, 13-16, 19, 24, 26, 32 u. 54.1). 
Letztere wurden ab 1. Januar 2004 durch eine Hilflosenentschädigung mitt-
leren Grades ersetzt (AB 29). Nach Einholen eines Abklärungsberichts Hilf-
losenentschädigung vom 10. Juni 2005 (AB 35) hob die IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) die Hilflosenentschädigung mit Verfügung vom 
4. Juli 2005 per 31. August 2005 auf (AB 36).

B.

Aufgrund eines (nicht aktenkundigen) Gesuchs vom 31. Mai 2006 gewährte 
die IVB dem Versicherten mit Verfügung vom 7. Juni 2006 Berufsberatung 
(AB 38) und in der Folge ab 10. August 2009 eine erstmalige berufliche 
Ausbildung zum … mit eidg. Berufsattest (EBA; Mitteilung vom 11. Januar 
2010 [AB 48]). Diese schloss der Versicherte am 9. August 2011 erfolg-
reich ab (AB 64). Mit Mitteilung vom 13. März 2012 sprach ihm die IVB Ar-
beitsvermittlung zu (AB 70) und veranlasste in der Folge eine vierwöchige 
Arbeitsmarktliche-Medizinische Abklärung (AMA) in der D.________ vom 
21. Mai bis 17. Juni 2012 (Mitteilung vom 15. Mai 2012 [AB 77]). Am 
20. Juni 2012 wurde der Versicherte vom Regionalen Ärztlichen Dienst der 
IV-Stellen BE/FR/SO (RAD) neuropsychologisch untersucht (Untersu-
chungsbericht vom 21. Juni 2012 [AB 86]). Am 27. August 2012 wurden der 
Abklärungsbericht AMA (AB 96) und die AMA-Medizinische Dokumentation 
erstattet (AB 93). Gestützt auf die Abklärungsergebnisse forderte die IVB 
den Versicherten am 2. August 2012 – unter Hinweis auf die Folgen einer 
allfälligen Verletzung der Mitwirkungspflicht – auf, sich einer psychiatri-
schen Behandlung mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie zu unterziehen 

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(AB 91). Nachdem der IVB in der Folge medizinische Unterlagen zugekom-
men waren (AB 107, 111), holte sie einen weiteren Arztbericht des RAD 
vom 5. Juni 2013 ein (AB 112). Gestützt darauf forderte sie den Versicher-
ten am 27. September 2013 unter Hinweis auf die Schadenminderungs-
pflicht und die Folgen im Unterlassungsfall auf, die Mitarbeit am zukünfti-
gen Wohn- und Arbeitsort im Sinne einer sozial-edukativen Massnahme 
weiterzuführen und mit Unterstützung des Sozialdienstes einen hierfür ziel-
führenden Weg zu suchen, die Gesprächstermine einer mit Hilfe des Sozi-
aldienstes noch einzurichtenden psychotherapeutischen Begleitung regel-
mässig einzuhalten und die Cannabisabstinenz regelmässig nachzuweisen 
(AB 115). In der Folge kamen der IVB namentlich Berichte des den Versi-
cherten betreuenden Sozialdienstes E.________ vom 19. Oktober 2013 
(AB 121), der pädagogischen Lebensgemeinschaft … vom 18. Januar 2015 
(AB 143) sowie Arztberichte des behandelnden Psychiaters vom 7. Juli 
2014 und 8. März 2015 zu (AB 136, 145). Am 1. April 2015 erstattete der 
RAD einen weiteren Arztbericht (AB 149), worauf die IVB dem Versicherten 
mit Vorbescheid vom 13. Mai 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 14 % die 
Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht stellte (AB 150). Dagegen 
liess der Versicherte, vertreten durch den Sozialdienst E.________, Ein-
wand erheben (AB 158). Nach Einholung einer neurologisch-psychiatri-
schen Stellungnahme des RAD vom 18. Juni 2015 (AB 163) wies die IVB 
mit Verfügung vom 23. Juni 2015 das Leistungsbegehren hinsichtlich einer 
Rente, wie angekündigt, ab (AB 164).

C.

Mit Eingabe vom 3. September 2015 liess der Versicherte, vertreten durch 
den B.________, lic. iur. C.________, Beschwerde erheben. Er beantragt, 
die Verfügung vom 23. Juni 2015 sei aufzuheben und es sei dem Be-
schwerdeführer eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Eventuell sei die Ar-
beitsfähigkeit bei einem auf ADHS spezialisierten Arzt näher abzuklären. In 
der Begründung wird im Wesentlichen eine unvollständige Feststellung 
bzw. unrichtige Würdigung des rechtserheblichen Sachverhalts und die In-
validitätsbemessung als unrichtig gerügt. Mit separater Eingabe vom glei-

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chen Tag wurde ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend 
Verfahrenskosten gestellt.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin vorab, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, da diese nicht 
rechtzeitig erhoben worden sei. Eventuell sei die Beschwerde abzuweisen. 
Zusammen mit den Verwaltungsakten reichte sie eine erneute Stellungnah-
me des RAD vom 1. Oktober 2015 ein (AB 175/2-4).

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Oktober 2015 wurde der Beschwer-
deführerin vorab Gelegenheit eingeräumt, zur Frage der Rechtzeitigkeit der 
Beschwerde Stellung zu nehmen. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2015 führte 
die Beschwerdeführerin aus, dass und warum das Gericht gehalten sei, auf 
die Beschwerde einzutreten.

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. November 2015 erwog und verfügte 
der Instruktionsrichter, dass gestützt auf die Akten und Ausführungen der 
Parteien betreffend Fristwahrung jedenfalls kein Anwendungsfall eines of-
fensichtlichen Nichteintretens auf die Beschwerde vorliege, womit sich eine 
Kammer mit der vorliegenden Sache zu befassen haben werde. Der Be-
schwerdeführer erhalte deshalb Gelegenheit zur materiellen Stellungnahme 
im Rahmen einer Replik. Gleichzeitig hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten gut.

Mit Replik vom 1. Februar 2016 hielt der Beschwerdeführer mit Hinweis auf 
Berichte des behandelnden Psychiaters vom 28. Januar 2016 (Beschwer-
debeilage [BB] 8) und des Sozialdienstes E.________ vom 31. Januar 
2016 (BB 9) an den bisherigen Rechtsbegehren fest.

Mit Duplik vom 3. März 2016 reichte die Beschwerdegegnerin eine weitere 
Stellungnahme des RAD vom 2. März 2016 (im Gerichtsdossier) ein und 
hielt an der beantragten Abweisung der Beschwerde fest.

Mit nachfolgenden Stellungnahmen des Beschwerdeführers vom 31. Mai 
2016 inkl. eines Berichts des behandelnden Psychiaters vom 27. Mai 2016 
(BB 10) und der Beschwerdegegnerin vom 22. Juni 2016 inkl. eines RAD-
Berichts vom 17. Juni 2016 (im Gerichtsdossier) hielten die Parteien je an 
ihren bisherigen Anträgen fest.

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Am 31. August 2016 liess der Beschwerdeführer Schlussbemerkungen und 
die Kostennote seiner Rechtsvertreterin einreichen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]).

Die angefochtene Verfügung vom 23. Juni 2015 wurde gemäss Sendungs-
verfolgung der Post (Beilage zur Beschwerdeantwort [im Gerichtsdossier]) 
von der Poststelle …, wo sie am 24. Juni 2015 eintraf, noch am gleichen 
Tag wieder zurückgesandt, wobei das Couvert mit dem Vermerk „Wegge-
zogen Nachsendefrist abgelaufen“ versehen wurde. Am 1. Juli 2015 ging 
dieses wieder bei der IVB ein (AB 165/1). Dass an der Adresse des Be-
schwerdeführers in … ein Zustellversuch unternommen bzw. eine Abho-
lungseinladung hinterlegt worden wäre, ist den Akten nicht zu entnehmen 
und auch nicht wahrscheinlich, da die Sendung, wie erwähnt, sofort an die 
Beschwerdegegnerin retourniert wurde. Ob mit diesem ersten Versand eine 
Abholfrist und damit zufolge Nichtabholens auch die Beschwerdefrist aus-
gelöst wurde, kann offen bleiben. Auch bei entsprechender Annahme ist 

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gleichzeitig unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin die fragliche Verfü-
gung in der Folge am 7. Juli 2015 an die Wohnadresse des Beschwerde-
führers in … geschickt hat (AB 166, 167). Durch diese erneute Zustellung 
der Verfügung mit vorbehaltloser Rechtsmittelbelehrung innert (allfällig) lau-
fender Beschwerdefrist wurde praxisgemäss aufgrund des verfassungs-
mässigen Anspruchs auf Vertrauensschutz eine neue Frist ausgelöst (BGE 
115 Ia 12 E. 4c S. 20, 118 V 190 E. 3a S. 191; SVR 2016 AHV Nr. 8 S. 24 
E. 2). Abzustellen ist daher so oder anders auf den Versand der Verfügung 
mit A-Post vom 7. Juli 2015 (BB 2). Unter Berücksichtigung des Fristenstill-
stands vom 15. Juli bis und mit dem 15. August 2015 (Art. 61 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG) wurde mit Postaufgabe der Beschwerde vom 
3. September 2015 die 30-tägige Beschwerdefrist (Art. 60 ATSG) eingehal-
ten.

Da schliesslich auch die Bestimmungen über die Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 23. Juni 2015 (AB 164). Streitig 
ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-

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möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). 

Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 
E. 2.1 S. 285).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweis-
wert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit ist 
den Akten im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im Untersuchungsbericht vom 21. Juni 2012 führte Dr. phil. 
F.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, als Diagnose 
leichte bis mittelgradige neuropsychologische Dysfunktionen als Residual-
syndrom bei frühkindlichem psychoorganischem Syndrom (POS) mit exe-
kutiven Minderfunktionen, v.a. verbal-kognitiv, instabilen Aufmerksamkeits- 

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und Konzentrationsfunktionen mit erhöhter Ablenkbarkeit sowie anankasti-
schen Denk- und Handlungsmustern (Umständlichkeit, Langsamkeit) auf. 
Die während der AMA gemachten Beobachtungen von Leistungsinkon-
stanz, Ablenkbarkeit, Schwatzhaftigkeit und Verlangsamung zeigten ganz 
typisch, wie sich die neuropsychologischen Minderfunktionen auf die Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit auswirkten. Sie alle liessen sich hinreichend 
im Rahmen des beschriebenen Gesundheitsschadens erklären. Es sei klar-
zustellen, dass für diese Leistungsdefizite überwiegend krankheitsbedingte 
Ursachen im Rahmen des residualen POS verantwortlich seien (AB 86/4).

3.1.2 In der AMA-Medizinischen Dokumentation bzw. im Abklärungsbe-
richt AMA vom 27. August 2012 übernahm die RAD-Ärztin, Dr. med. 
G.________, Fachärztin für Arbeitsmedizin, die Diagnose gemäss dem Un-
tersuchungsbericht von Dr. phil. F.________. Das medizinische Zumutbar-
keitsprofil könne noch nicht abschliessend formuliert werden. Dem Be-
schwerdeführer sei sicher eine angepasste Tätigkeit ganztags als … zu-
mutbar, da sich die krankheitsbedingten Einschränkungen bei allen Tätig-
keiten auswirken würden. Eine allfällige dabei bestehende Leistungsminde-
rung könne aus medizinischer Sicht noch nicht endgültig formuliert werden, 
da der Beschwerdeführer noch eine gezielte psychiatrische Therapie in 
Form einer psychotherapeutischen Behandlung mit Fokus auf einer kogniti-
ven Verhaltenstherapie benötige. Nach sechs Monaten sei beim behan-
delnden Psychiater ein Arztbericht einzuholen, um die Erfolge der Therapie 
beurteilen zu können (AB 96/9 f.; 93/4 f.).

3.1.3 Im Arztbericht vom 15. Januar 2013 führte Dr. med. H.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnose eine Aufmerk-
samkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bzw. Entwicklungs-
störung mit eingeschränkter schulischer Leistungsfähigkeit, Störung des 
Sozialverhaltens primär im familiären Rahmen seit Kindheit (ICD-10 F90) 
auf. Der Beschwerdeführer benötige eine klare Struktur, klare Anweisung 
und eine eindeutige Kontrolle seiner Arbeit. Bei eingeschränktem Reflexi-
onsvermögen erscheine eine kognitive Verhaltenstherapie fragwürdig, zu-
mal keine klaren Ziele zu formulieren seien (AB 107/1 ff.).

3.1.4 Im Bericht vom 5. Juni 2013 führte die RAD-Ärztin, med. pract. 
I.________, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothera-

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pie, aus, der Beschwerdeführer benötige sozial-edukative Massnahmen 
und eine psychotherapeutische Begleitung, um klare Strukturen, Pünktlich-
keit und eine Veränderung des Verhaltens bei Störung der Aufmerksam-
keitsfunktionen zu erreichen. Der Beschwerdeführer habe eine normale In-
telligenz. Die versicherungsmedizinisch relevanten gesundheitlichen 
Störungen seien durch die bis mittelgradigen neuropsychologischen Dys-
funktionen begründet. Dem Beschwerdeführer seien bei Aufrechterhaltung 
von klaren Strukturen und Einhalten von Regeln unter Kontrolle einfache, 
praktische Arbeiten in einer … oder … in einem 100 % Pensum zumutbar. 
Dabei brauche er eine konsequente Führung mit klaren Rahmenbedingun-
gen und Zielvorgaben. Mangelnde Grundarbeitsfähigkeiten bedingt durch 
Unpünktlichkeit, Ablenkbarkeit und schwankende Leistungsbereitschaft 
wirkten sich sowohl bei Eingliederungsmassnahmen als auch im Alltag er-
schwerend aus. Der Arbeitsplatz müsse klar strukturiert sein, mit klarer 
Führung und Kontrolle. Der Beschwerdeführer müsste zumindest im ersten 
Jahr unter ständiger Kontrolle in die jeweiligen Tätigkeiten eingeführt und 
bei deren Ausführung überwacht werden. Eine Cannabisabstinenz sei an-
gezeigt. Bisher habe der Beschwerdeführer zur Veränderung seiner Verhal-
tensweisen weder eine konsequente psychotherapeutische Behandlung 
aufgenommen noch sei klar, ob er konsequent Cannabis-abstinent sei. Im 
gegenwärtigen Zeitpunkt (unbehandelte ADHS-Symptomatik) sei der Be-
schwerdeführer keinem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt zumutbar. 
Es sei nur eine Tätigkeit an einem eng kontrollierten Arbeitsplatz möglich. 
Dennoch sollte bei dem jungen 20-jährigen Versicherten mit normalem In-
telligenzprofil versucht werden, psychotherapeutisch eine Veränderung des 
Verhaltens im Arbeitsbereich zu erzielen, um eine bestmögliche Eingliede-
rung zu erreichen (AB 112/4 f.).

3.1.5 Im Bericht vom 7. Juli 2014 hielt Dr. med. J.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, fest, er schliesse sich weitgehend 
der diagnostischen Einschätzung von Dr. phil. F.________ an. Ergänzend 
seien narzisstische Persönlichkeitszüge an der Grenze zur narzisstischen 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.80, allenfalls kombiniert mit anankasti-
schen und unreifen Zügen F61.0) als Kompensationsversuch bei den neu-
ropsychologischen Dysfunktionen und hintergründig sehr geringem Selbst-
wert aufgefallen. Der Beschwerdeführer sei zurzeit bei einer sozialpädago-

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gischen Grossfamilie tätig und erledige praktische und handwerkliche Auf-
gaben. Die derzeitige Arbeitsfähigkeit in einem ungeschützten Betrieb kön-
ne nur grob geschätzt und bei ca. 50-80 % veranschlagt werden (bei ver-
minderter Leistungsfähigkeit). Sie sei abhängig vom Arbeitgeber (dieser 
müsste wohlwollend und v.a. menschlich kompetent sein, ideal wäre ein fa-
miliärer Betrieb), von der Arbeit (gut strukturiert mit wohldosierten Freiräu-
men) und vom weiteren Verlauf. Es bestehe dabei eine Leistungsein-
schränkung von 20-50 % (d.h. bei einer Arbeitsfähigkeit von ca. 70 % und 
einer Leistungseinschränkung von 70 % entstünde ein Output von 49 %). 
Der Beschwerdeführer könne ein volles Pensum bewältigen, wenn die not-
wendigen (mindestens teilweise geschützten) Rahmenbedingungen gege-
ben seien, allerdings mit verminderter Leistungsfähigkeit (AB 136/2 ff.).

Im Verlaufsbericht vom 8. März 2015 hielt Dr. med. J.________ einen stati-
onären Gesundheitszustand bei unveränderter Diagnosestellung und Ein-
schätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit fest (AB 145).

3.1.6 Im Bericht vom 1. April 2015 bestätigte med. pract. I.________ die 
Diagnose leichter bis mittelschwerer neuropsychologischer Dysfunktionen 
bei normaler Intelligenz als Residualsyndrom bei frühkindlichem POS. Bei 
weiterer Therapieadherenz und hypothetisch angenommener weitergehen-
der Drogenabstinenz sei dem Beschwerdeführer ein 100 %iges Pensum im 
angelernten Tätigkeitsbereich (…) oder in einer entsprechenden Hilfsarbei-
tertätigkeit zumutbar. Aufgrund der fortbestehenden residuellen neurokog-
nitiven Dysfunktionen sei auch in einer Verweistätigkeit von einer Leis-
tungsminderung von 20 % auszugehen. Die narzisstischen Persönlichkeits-
züge seien versicherungsmedizinisch nicht relevant, jedoch bei Eingliede-
rungsmassnahmen zu beachten (AB 149/3 f.)

3.1.7 In der neurologisch-psychiatrischen Stellungnahme vom 18. Juni 
2015 hielt die RAD-Ärztin, Dr. med. K.________, Fachärztin für Neurologie 
sowie Psychiatrie und Psychotherapie, fest, beim Beschwerdeführer beste-
he eine im unteren Durchschnittsbereich liegende Intelligenz (IQ 91). Es lä-
gen weder Teilleistungsschwächen noch eine psychiatrische und/oder so-
matische Komorbidität vor. Die testpsychometrisch im Juni 2012 festge-
stellte erhöhte Ablenkbarkeit beim konzentrierten Arbeiten oder im Ge-
spräch werde durch Exaktheit und Korrektheit im Arbeitsverhalten kompen-

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siert. Arbeitstempo und Dauerkonzentration seien nicht beeinträchtigt. Der 
Beschwerdeführer besitze Einsichtsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft, 
Anpassungsfähigkeit, Autonomiebestreben und Zielstrebigkeit, sodass die 
ICD-10-Kriterien für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt 
seien. Zur Überwindung seiner Unsicherheit im Sozialkontakt nutze er indi-
viduelle Bewältigungsstrategien wie Verlegenheitslachen, Plaudern, Kom-
mentar und Kontaktfreude, die aus psychiatrischer Sicht keinen Krankheits-
wert hätten. Der Beschwerdeführer sei zur Übernahme sozialer Verantwort-
ung fähig und werde übereinstimmend als arbeitsmotiviert bzw. leistungs-
bereit beschrieben. Seine Arbeits- und Therapiepräsenz würden mit 100 % 
angegeben. In Übereinstimmung mit der Leistungsbeurteilung von Dr. med. 
J.________ und der RAD-Ärztin, med. pract. I.________, sei dem Be-
schwerdeführer aus medizinischer Sicht ein 100 %-Pensum in einer intel-
lektuell einfachen, manuell-praktischen Tätigkeit möglich. Zusammenfas-
send werde der Beschwerdeführer unter Zugrundelegung der Akten und 
wegen fehlender psychiatrischer und/oder somatischer Komorbidität noch 
für fähig erachtet, Arbeiten unterschiedlicher körperlicher Schwere, mit ei-
nem klar strukturierten Aufgabengebiet entsprechend seinen Fähigkeiten 
und Fertigkeiten vollschichtig, d.h. mit einem 100 %-Pensum, zu verrichten 
(AB 163/4 f.).

3.1.8 Im Bericht vom 1. Oktober 2015 bestätigte Dr. med. K.________ 
ihre bisherigen Ausführungen und hielt darüber hinaus namentlich fest, aus 
versicherungsmedizinischer Sicht komme der Diagnose eines frühkindli-
chen POS in Bezug auf das aktuelle Leistungsvermögen keine Bedeutung 
zu, da es dem Beschwerdeführer trotz familiärer Belastungssituation gelun-
gen sei, sowohl eine Schulausbildung als auch eine …-Anlehre abzusch-
liessen und in diesem Beruf eine Folgebeschäftigung zu erlangen. Laut 
Aktenlage habe er selbst die Stelle in der Probezeit gekündigt, weil er ge-
mobbt worden sei und das Verhältnis von Lohn und Arbeitszeit nicht ge-
stimmt habe. Letzteres weise darauf hin, dass der Beschwerdeführer 
durchaus in der Lage sei, seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und ein-
zufordern und zielgerichtet zu planen und zu handeln. Im Ausbildungszeug-
nis vom 25. August 2011 sei er als anständiger, kontaktfreudiger und kor-
rekter Lehrling beschrieben worden, was auf ausreichende Fähigkeiten zur 
Anpassung und Kooperation, das Vorhandensein moralischer Wertvorstel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 13

lungen und sozialer Kompetenzen rückschliessen lasse. Ein im unteren 
Durchschnittsbereich liegender IQ von 91 habe keinen Krankheitswert und 
begründe demzufolge keine IV-Leistungen. Anlässlich der neuropsychologi-
schen RAD-Untersuchung vom 20. Juni 2012 seien keine Verhaltenspatho-
logien festgestellt worden. Die Leistungsbeurteilung vom 18. Juni 2015 ha-
be weiterhin Gültigkeit (AB 175/3 f.).

3.1.9 Im Bericht vom 28. Januar 2016 hielt Dr. med. J.________ fest, in 
der Stellungnahme von Dr. med. K.________ würden Behauptungen ge-
macht, die sich mit den eigenen Beobachtungen und denjenigen der Gross-
familie L.________ überhaupt nicht zur Deckung bringen liessen. Wenn der 
Beschwerdeführer tatsächlich so gesund sei, wie von Dr. med. K.________ 
dargestellt werde, stelle sich die Frage, warum sogar in einer geschützten 
Wohn- und Arbeitsumgebung immer wieder massive Probleme auftauch-
ten. Fraglich wäre auch, weshalb der Beschwerdeführer von der IV in eine 
Therapie geschickt worden sei. Diagnostisch lägen eine narzisstische, dif-
ferentialdiagnostisch kombinierte Persönlichkeitsstörung (narzisstisch-
anankastisch-unreif sowie emotional-instabil), leichte bis mittelgradige neu-
ropsychologische Dysfunktionen mit einem IQ um 80-90 als Residualsyn-
drom bei frühkindlichem POS mit exekutiven Minderfunktionen, Hinweise 
auf ein Erwachsenen-ADS als Residuum einer kindlichen ADHS sowie ein 
Verdacht auf eine zusätzliche rezidivierende depressive, allenfalls bipolare 
Erkrankung vor. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne zweifels-
frei gestellt werden. Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit betrage max. 40-
60 % (BB 8).

3.1.10 Im Bericht vom 2. März 2016 (im Gerichtsdossier) führte Dr. med. 
K.________ aus, dass und weshalb der diagnostischen Einschätzung von 
Dr. med. J.________ und demzufolge auch dessen Beurteilung der berufli-
chen Leistungsfähigkeit nicht gefolgt werden könne. Namentlich seien die 
ICD-10-Kriterien einer anankastischen oder narzisstischen Persönlich-
keitsstörung nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer zeige zwar impulsives Ver-
halten oder auch eine Kränkbarkeit auf Kritik, jedoch keine Denk- oder Ver-
haltensstereotypen, wie sie für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung 
nach ICD-10 vorliegen müssten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 14

3.1.11 Im Bericht vom 27. Mai 2016 schlussfolgerte Dr. med. J.________, 
es lasse sich zweifelsfrei festhalten, dass der Beschwerdeführer an einer 
Persönlichkeitsstörung leide. Für die Diagnosestellung mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit stünden zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Eine unreife 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) oder eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung (ICD-10 F61.0; unreif, narzisstisch, emotional-instabil, anan-
kastisch, ev. zusätzlich passiv-aggressiv). Die zweite Diagnose ergebe ein 
vollständigeres Abbild derjenigen Krankheitssymptome, welche das Leben 
und insbesondere die beruflichen Möglichkeiten des Beschwerdeführers 
prägten und in hohem Masse einschränkten, weshalb dieser Diagnose der 
Vorzug zu geben sei. Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei sogar im ge-
schützten Rahmen vermindert. Die resultierende Arbeitsfähigkeit auf dem 
ersten Arbeitsmarkt betrage je nach Rahmenbedingungen max. 40-60 % 
(BB 10).

3.1.12 Im Bericht vom 17. Juni 2016 (im Gerichtsdossier) hielt Dr. med. 
K.________ nochmals fest, der diagnostischen Zuordnung und der Leis-
tungsbeurteilung von Dr. med. J.________ könne nicht gefolgt werden. Seit 
dem Erlass der angefochtenen Verfügung seien keine neuen medizini-
schen Gesichtspunkte vorgebracht worden, die eine andere Leistungsbeur-
teilung objektiv zu begründen vermöchten. Der Beschwerdeführer sei auf 
dem allgemeinen Arbeitsmarkt für alle Tätigkeiten unterschiedlicher körper-
licher Schwere, mit einem klar strukturierten Aufgabengebiet entsprechend 
seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten (mehr körperlicher als schulischer Art) 
und den betriebsüblichen Pausen zu 100 % vermittelbar.

3.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (dazu E. 2.4 hiervor) genügen, auch hinsichtlich der erfor-
derlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren Be-
weiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). 
Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person 
aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberück-
sichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsin-
ternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behan-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 15

delnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf 
dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, 
um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein 
Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3

3.3.1 Die RAD-Ärztin, Dr. med. K.________, hielt in der Stellungnahme 
vom 18. Juni 2015 dafür, dass keine psychiatrische und/oder somatische 
Komorbidität gegeben sei (AB 163/4 f.) und in derjenigen vom 1. Oktober 
2015 wurde eine versicherungsmedizinische Relevanz des Gesundheits-
schadens des Beschwerdeführers aktuell verneint (AB 175/3 f.; in gleichem 
Sinne auch die späteren Stellungnahmen vom 2. März 2016 und 17. Juni 
2016 [beide im Gerichtsdossier]). Dazu ist festzuhalten, dass ein invalidisie-
render Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers angesichts der von 
der IV bisher erbrachten Leistungen ohne weiteres aktenkundig ist und aus 
dem blossen Abschluss einer Schulausbildung – welche notabene in einem 
heilpädagogischen Schulheim absolviert wurde (AB 8/1, 54.1/8, 54.1/12) – 
und einer – im Rahmen einer erstmaligen beruflichen Ausbildung gemäss 
Art. 16 IVG finanzierten (AB 47 f.) – Anlehre nicht auf eine aktuell uneinge-
schränkte Leistungsfähigkeit geschlossen werden kann (vgl. AB 175/3). Die 
Ausführungen von Dr. med. K.________ stehen sodann im Widerspruch 
zur Einschätzung von Dr. phil. F.________, der im Juni 2012 beim damals 
19-jährigen Beschwerdeführer explizit (leichte bis mittelgradige) neuropsy-
chologische Dysfunktionen als Residualsyndrom bei frühkindlichem POS 
diagnostiziert und zugleich festgestellt hatte, dass für die Leistungsdefizite 
überwiegend krankheitsbedingte Ursachen verantwortlich seien (AB 86/4). 
Im Anschluss daran bestätigte die RAD-Ärztin, Dr. med. G.________, in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 16

der AMA-Medizinischen Dokumentation vom 27. August 2012, dass die ge-
zeigte Leistungsminderung bzw. -schwankung des Beschwerdeführers me-
dizinisch begründet sei (AB 93/6), und auch die RAD-Ärztin, med. pract. 
I.________, stellte in ihren Berichten vom 5. Juni 2013 und 1. April 2015 
fest, dass die bis mittelgradigen neuropsychologischen Dysfunktionen ver-
sicherungsmedizinisch relevant seien (AB 112/4, 149/3 f.). Im Bericht vom 
Juni 2013 hielt med. pract. I.________ ausserdem (noch) fest, dass der 
Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt keinem Arbeitgeber zumut-
bar sei, sondern nur eine Tätigkeit an einem eng kontrollierten Arbeitsplatz 
möglich sei (AB 112/4). Im Gegensatz zu Dr. med. K.________ bestätigten 
somit mehrere RAD-Ärzte eine medizinisch begründete Leistungsein-
schränkung. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch eine Leistungsein-
schränkung anerkannt und einen Einkommensvergleich durchgeführt 
(AB 164). Damit ist sie indessen von den Feststellungen der federführen-
den RAD-Ärztin, Dr. med. K.________, abgewichen, wobei eine einlässli-
che Begründung hierfür wie auch für die Festsetzung einer Einschränkung 
von 20 % fehlt.

3.3.2 Aufgrund der Akten kann angenommen werden, dass die Be-
schwerdegegnerin hinsichtlich der bereits im Vorbescheid vom 13. Mai 
2015 (AB 150/2) und anschliessend gleichermassen in der angefochtenen 
Verfügung (AB 164) berücksichtigen Leistungsminderung von 20 % auf die 
Zumutbarkeitsbeurteilung von med. pract. I.________ in deren Bericht vom 
1. April 2015 abgestellt hat. Darin ging die RAD-Ärztin von einer 20 %igen 
Leistungsminderung aufgrund der residuellen neurokognitiven Dysfunktio-
nen aus (AB 149/3 f.). Dazu ist festzuhalten, dass dieselbe RAD-Ärztin in 
ihrem vorgängigen Bericht vom 5. Juni 2013 einfache und praktische Arbei-
ten in einer … oder … in einem 100 %-Pensum zwar (grundsätzlich) als 
möglich erachtet hatte, gleichzeitig (wie bereits erwähnt) aber auch explizit 
darauf hingewiesen hatte, dass der Beschwerdeführer „gegenwärtig“ kei-
nem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt zumutbar sei. Vielmehr er-
achtete sie zunächst die Durchführung von sozial-edukativen Massnahmen 
und einer psychotherapeutischen Begleitung mit dem Ziel, eine Verände-
rung des Verhaltens im Arbeitsbereich zu erreichen, als notwendig 
(AB 112/4 f.). Die psychiatrisch-psychotherapeutische Begleitung über-
nahm in der Folge (ab Ende 2013) Dr. med. J.________, der im Bericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 17

vom 7. Juli 2014 nebst den neuropsychologischen Dysfunktionen nunmehr 
auch auf krankheitswertige Spezifika in der Persönlichkeitsstruktur hinwies, 
die sich seiner Auffassung nach in ungünstiger Wechselwirkung zusätzlich 
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit auswirkten. Er ging aufgrund dessen 
von einer Arbeitsfähigkeit im ungeschützten Rahmen von 50-80 % bei einer 
zusätzlichen Leistungseinschränkung von 20-50 % aus. Ein volles Pensum 
erachtete er – ähnlich wie 2013 auch med. pract. I.________ – nur im min-
destens teilweise geschützten Rahmen als möglich und auch dort nur unter 
Berücksichtigung einer zusätzlichen Leistungseinschränkung (AB 136/4). 
Auf diese Ausführungen des behandelnden Psychiaters – die er mit Ver-
laufsbericht vom 8. März 2015 bestätigte (AB 145) und die sich im Wesent-
lichen auch mit den Rückmeldungen der sozialpädagogischen Grossfami-
lie, in der der Beschwerdeführer damals gelebt und gearbeitet hatte, deckt 
(AB 143/4) – ging die RAD-Ärztin, med. pract. I.________, im Arztbericht 
vom 1. April 2015 mit keinem Wort ein. Insbesondere setzte sie sich nicht 
mit den von Dr. med. J.________ aufgeführten, seiner Ansicht nach krank-
heitswertigen Spezifika in der Persönlichkeitsstruktur auseinander, sondern 
nahm ohne nähere Begründung – anders als noch im Juni 2013 – nunmehr 
eine 80 %ige Leistungsfähigkeit bei einer in zeitlicher Hinsicht uneinge-
schränkten Arbeitsfähigkeit für sämtliche Hilfsarbeitertätigkeiten an, was 
nicht zu überzeugen vermag.

Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer im Juni 2012 seitens des RAD 
einzig im Fachbereich der Neuropsychologie untersucht worden war. Neu-
ropsychologische Untersuchungsergebnisse sind rechtsprechungsgemäss 
aber stets im Kontext der übrigen (interdisziplinären) medizinischen Ab-
klärungsergebnisse zu würdigen und beweisrechtlich nur insoweit relevant, 
als sie sich in das Gesamtergebnis der medizinischen Sachverhaltsab-
klärung schlüssig einfügen (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. Juni 2006, I 816/05, 
E. 3.2.2). Die diagnostische Einschätzung und das Zumutbarkeitsprofil von 
med. pract. I.________ basiert in beiden Aktenberichten vom Juni 2013 
und April 2015 hauptsächlich auf den neuropsychologischen Untersu-
chungsergebnissen von Dr. phil. F.________ vom Juni 2012 (AB 112/3 f., 
149/3 f.). Spätestens nachdem der behandelnde Psychiater, Dr. med. 
J.________, – notabene im Rahmen der durch die IVB vom Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 18

führer mit Hinweis auf dessen Schadenminderungspflicht verlangten Psy-
chotherapie (AB 114) – nebst neuropsychologischen Dysfunktionen zusätz-
lich krankheitswertige, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit einschränkende 
Spezifika in der Persönlichkeitsstruktur geltend gemacht hatte, wären wei-
tere fachärztliche Untersuchungen im psychiatrischen Bereich angezeigt 
gewesen. Auf die Schlussfolgerungen von med. pract. I.________ kann 
auch deshalb nicht abgestellt werden.

3.3.3 Der Bericht vom 15. Januar 2013 von Dr. med. H.________ führt 
nicht weiter, zumal er sich darin nicht zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
geäussert und im Übrigen den Beschwerdeführer auch nur wenige Male 
gesehen hat (AB 107/2 Ziff. 1.5, 107/3). Ein aktueller Bericht dieses Arztes 
liegt nicht vor.

Letztlich kann auch nicht auf die Ausführungen des behandelnden Psychia-
ters, Dr. med. J.________, vom Juli 2014 (AB 136), März 2015 (AB 145) 
sowie vom Januar und Mai 2016 (BB 8, 10) abgestellt werden. Seine Ein-
schätzung einer Restarbeits- und Leistungsfähigkeit von 40-60 % wird nicht 
substanziiert begründet und seine Diagnose einer Persönlichkeitsstörung 
(BB 8 und 10) steht isoliert da. Ausserdem entspricht es nach bundesge-
richtlicher Praxis einer Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte, eben-
so wie Hausärzte, mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-
ensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; Entscheid des Eidgenössischen Versi-
cherungsgerichts vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.4 Obschon der Beschwerdeführer (abgesehen von den Konsultatio-
nen bei den behandelnden Ärzten) psychiatrisch nie untersucht wurde und 
die medizinischen Unterlagen hinsichtlich der Diagnosestellung und der da-
raus abzuleitenden (Rest-)Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu keinem nach-
vollziehbaren und schlüssigen Resultat führen, hat die Beschwerdegegne-
rin bisher kein Gutachten eingeholt. Die Ausführungen von Dr. med. 
J.________ begründen indessen erhebliche, jedenfalls mehr als nur gerin-
ge Zweifel an den Einschätzungen des RAD. Unter diesen Umständen ist 
durch die Beschwerdegegnerin eine externe Begutachtung durchzuführen 
(vgl. E. 3.2 hiervor), bei der die erwerblichen Auswirkungen des Gesund-
heitsschadens des Beschwerdeführers bzw. die ihm verbleibende Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 19

tungsfähigkeit in der bisherigen und einer angepassten Verweistätigkeit ge-
nauer zu bestimmen sind.

Damit ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 23. Juni 2015 aufzuheben und die Sache zur 
weiteren Abklärung an sie zurückzuweisen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich be-
stimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterlie-
gende Beschwerdegegnerin zu bezahlen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 
2009 S. 186 E. 4).

Die mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 4. November 2015 hinsicht-
lich der Verfahrenskosten bewilligte unentgeltliche Prozessführung kommt 
somit nicht zum Tragen.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Er-
satz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt 
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 
Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 20

gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch eine 
gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer – wie hier – 
fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Die Kostennote von lic. iur. C.________ vom 31. August 2016 ist mit Blick 
auf vorstehende Grundsätze nicht zu beanstanden. Entsprechend wird die 
Parteientschädigung auf Fr. 2‘145.-- (16.5 h xFr. 130.--) zuzüglich Auslagen 
von Fr. 60.-- und der Mehrwertsteuer [MWSt.] von Fr. 176.40 (8 % von 
Fr. 2‘205.--), somit auf total Fr. 2‘381.40, festgesetzt.

Die Kosten eines vom Versicherten selbst veranlassten Privatgutachtens 
sind vom Versicherer zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sach-
verhalt erst aufgrund des im kantonalen Beschwerdeverfahren beigebrach-
ten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Versi-
cherer insoweit eine Verletzung der ihm nach dem Untersuchungsgrund-
satz obliegenden Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vor-
zuwerfen ist (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 15 f. E. 10). Dies ist hier der Fall (vgl. 
E. 3.4 hiervor), sodass zusätzlich Anspruch auf Ersatz der Kosten für den 
Bericht von Dr. med. J.________ vom 27. Mai 2016 (BB 10) in der Höhe 
von Fr. 800.-- (vgl. dessen Rechnung vom 30. Mai 2016 [im Gerichtsdossi-
er]) besteht.

Demnach hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer dessen 
Parteikosten von total Fr. 3'181.40 (Fr. 2‘381.40 + Fr. 800.--) zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 23. Juni 2015 aufgehoben und die Sache an die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2016, IV/15/766, Seite 21

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'181.40 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.