# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c54a7d30-4e0b-55a7-b5f2-6a37fe7fa603
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 17.01.2023 810 22 272
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-22-272_2023-01-17.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 17. Januar 2023 (810 22 272) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 
 
 
Vorsorglicher Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Platzierung im Durchgangs-
heim / familiär bedingte physische und psychische Gewalt 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiberin Stephanie 

Schlecht 
 
 

Beteiligte A.____ und B.____, Beschwerdeführer 
 
C.____, Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D.____, Vorinstanz 
 

 E.____, Beigeladene, vertreten durch Martina Horni, Advokatin 
  

 
Betreff Vorsorglicher Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Platzierung 

im Durchgangsheim F.____ (Entscheid der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde D.____ vom 1. Dezember 2022) 

 
 
 
 
A.  E.____, geboren 2009, C.____, geboren 2004, und G.____, geboren 1995, sind die 
Kinder der verheirateten Eltern B.____ und A.____. 

Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

B. Das Durchgangsheim F.____ (Durchgangsheim) meldete der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde D.____ (KESB) am 15. November 2022 den Eintritt von E.____ und führte 
aus, sie sei zusammen mit der Schulsozialarbeiterin vorstellig geworden und habe von psychi-
scher und physischer Gewalt bei ihr zuhause berichtet. Daraufhin eröffnete die KESB ein Ver-
fahren zur Prüfung von Kindesschutzmassnahmen. 
 
C. Mit Schreiben vom 16. November 2022 erteilte die KESB dem Kindesschutzdienst 
H.____ (...) den dringlichen Auftrag, die Situation von E.____ abzuklären und Bericht zu erstat-
ten.  
 
D. Anlässlich einer Besprechung vom 17. November 2022, an welcher nur die Kindsmut-
ter teilgenommen hatte, erklärte diese gegenüber I.____ vom Kindesschutzdienst, dass die 
Kindseltern einen Aufenthalt von E.____ im Durchgangsheim ablehnen würden. Aus diesem 
Grund wurde den Kindseltern mit Entscheid des Vizepräsidenten vom 17. November 2022 su-
perprovisorisch das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E.____ entzogen und E.____ wurde per 
sofort im Durchgangsheim platziert.  
 
E.  Mit Schreiben vom 18. November 2022 machte die Kinderschutzgruppe des Universi-
täts-Kinderspital beider Basel (UKBB) eine Gefährdungsmeldung bei der KESB.  
 
F. Die KESB hörte die Kindseltern am 25. November 2022 an. Im Protokoll wurde festge-
halten, die Kindseltern hätten eingeräumt, dass sie mit E.____ Probleme hätten, insbesondere 
wegen deren übermässigen Handygebrauchs. E.____ sei ununterbrochen am Handy, weshalb 
die Mutter ihr dieses weggenommen habe. Sie könnten nicht verstehen, aus welchem Grund 
ihre Tochter ins Durchgangsheim gegangen sei. Sie hätten zudem bestritten, ihre Tochter ge-
schlagen zu haben. Der Kindsvater habe gefragt, ob im Rahmen der Untersuchung seiner 
Tochter im Spital Spuren der Gewalt hätten festgestellt werden können, und sich auf den 
Standpunkt gestellt, dass seine Tochter diesbezüglich lüge. Sie habe Kollegen, die rauchen und 
Alkohol trinken würden. Obwohl diese Kontakte von den Eltern nicht erwünscht seien, würde 
E.____ diese weiterhin treffen. Kürzlich sei sie von einem Schulausflug mit zwei Stunden Ver-
spätung erst um 18 Uhr nach Hause gekommen. Entgegen ihrer Darstellung sei sie nicht mit 
der Lehrerin etwas trinken gegangen, sondern – wie ihr Bruder habe ausfindig machen können 
– bei einem Kollegen zu Hause gewesen. Dieser schlechte Umgang habe ihre Tochter wohl 
motiviert, von zu Hause wegzulaufen. Die Kindseltern seien schockiert über das Verhalten ihrer 
Tochter. Auch der Bruder könne deswegen nicht mehr arbeiten. Ihre Tochter habe sich seit dem 
Übertritt in die Sekundarschule verändert, weil die Kollegen aus dieser Klasse sie manipuliert 
hätten. Die Eltern hätten auch Einblick in ein Video erhalten, in welchem ein maskierter Mann 
ihre Tochter von hinten an den Brüsten berühren würde. Dieses sei am Tag ihres Eintritts in das 
Durchgangsheim gedreht worden. Überdies habe sie in einem anderen Video ihren Glauben 
lächerlich gemacht. Die Kindseltern würden sich wünschen, dass ihre Tochter wieder nach 
Hause komme. 
 
G. Im Rahmen ihrer Anhörung vom 28. November 2022 habe E.____ demgegenüber 
ausgeführt, dass sie von ihrem Vater und Bruder geschlagen worden sei. Die Mutter habe ver-

Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sucht dazwischen zu gehen. Die Betreuungsperson des Durchgangsheims sei mit ihr ins UKBB 
gegangen, um die Verletzungen zu dokumentieren. Sie habe blaue Verfärbungen um das eine 
Auge gehabt, blaue Flecken an Armen, Beinen und Rücken. E.____ haben weiter erzählt, dass 
sie geschlagen werde, seit sie männliche Gleichaltrige treffe. In einen Jungen habe sie sich 
verliebt. Die irakische Kultur würde das aber verbieten. Sie sei jedoch in der Schweiz aufge-
wachsen und hier würden andere Regeln gelten. Die Eltern und ihr Bruder würden ihr Handy 
kontrollieren. So hätten sie von einer Umarmung zwischen ihr und einem Jungen erfahren. Zu-
dem hätten Kollegen ihres Bruders sie verpetzt. Die Eltern hätten ihr mehrfach das Handy weg-
genommen oder hätten von ihr verlangt, dass sie sämtliche Kontakte lösche. Das Handy habe 
sie mit ihrer Mutter gekauft. Auch ihre ältere Schwester habe Konflikte mit den Eltern gehabt. 
Die Eltern hätten sogar gedroht, sie zurück in den Irak zu bringen. Dennoch vermisse sie ihre 
Eltern und der Besuch ihrer Mutter im Durchgangsheim sei schön gewesen.  
  
H. Mit Entscheid der KESB vom 1. Dezember 2022 wurde der superprovisorische Entzug 
des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kindseltern über ihre Tochter bestätigt und deren Plat-
zierung im Durchgangsheim vorsorglich für die Dauer des Abklärungsverfahrens angeordnet.  
 
I. Dagegen erhoben A.____, B.____ und C.____ mit Eingabe vom 5. Dezember 2022 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsge-
richt), und beantragen sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und ersuchen 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung führen sie aus, dass sie sich 
mit E.____ ausgesprochen hätten und die Familie wieder vereint werden solle. Am 
12. Dezember 2022 reichten sie das ausgefüllte Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege" ein. 
 
J. Am 7. Dezember 2022 erstattete die KESB gegen A.____ und C.____ eine Strafanzei-
ge bei der Polizei Basel-Landschaft wegen einfacher Körperverletzung, begangen an einer 
wehrlosen oder schutzbefohlenen Person. Mit Entscheid vom 15. Dezember 2022 errichtete die 
KESB eine Prozessbeistandschaft und ernannte Martina Horni, Advokatin in Basel, als Verfah-
rensbeiständin für E.____. 
 
K. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Dezember 2022 beantragt die KESB die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde. 
 
L. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 29. Dezember 2022 wurde angeordnet, dass 
eine Anhörung von E.____ stattfinden werde. Diese wurde am 6. Januar 2023 durchgeführt und 
das entsprechende Protokoll den Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom 9. Januar 2023 zu-
gestellt.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 
10. Dezember 1907 in Verbindung mit Art. 314 Abs.1 ZGB kann gegen Entscheide der Kindes- 

Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

und Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Von 
Bundesrechts wegen anfechtbar sind sämtliche Endentscheide (Art. 450 Abs. 1 ZGB) sowie 
Zwischenentscheide über vorsorgliche Massnahmen (Art. 445 Abs. 3 ZGB). Beim angefochte-
nen Entscheid, welcher die Anordnung vorsorglicher Massnahmen zum Gegenstand hat, han-
delt es sich um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 445 Abs. 3 ZGB. Die Zuständigkeit 
zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache liegt demnach in analoger Anwendung von § 43 
Abs. 2bis lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 
16. Dezember 1993 bei der präsidierenden Person (§ 66 Abs. 2 des Gesetzes über die Einfüh-
rung des Zivilgesetzbuches [EG ZGB] vom 16. November 2006 in Verbindung mit § 1 Abs. 3 
lit. f VPO). Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde 
eingetreten werden.  
 
2. Nach Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), 
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unange-
messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
3.1 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, es sei davon auszugehen, dass 
E.____ Opfer massiver häuslicher Gewalt geworden sei. Die Spuren der Gewalt hätten im 
Rahmen der Untersuchung im UKBB festgestellt werden können. Zudem bestehe ein Konflikt 
zwischen den kulturellen Vorstellungen der Kindseltern und jener ihrer Tochter. E.____ habe 
anlässlich ihrer Anhörung klar geäussert, dass sie sich nach den kulturellen Gegebenheiten der 
Schweiz ausrichten wolle. Demgegenüber würden sich die Kindseltern an der traditionellen ira-
kischen Kultur orientieren. Zur Sicherstellung des Schutzes der Beigeladenen bzw. zur Verhin-
derung erneuter häuslicher Gewalt, sei die Platzierung bis zum Abschluss der Abklärung auf-
rechtzuerhalten.  
 
3.2 Die Beschwerdeführenden bestreiten, die Beigeladene geschlagen zu haben. Sie füh-
ren aus, dass sie sich mit ihr ausgesprochen hätten und die Situation geklärt sei. Überdies wür-
de sich auch E.____ wünschen, wieder nach Hause gehen zu können.  
 
3.3 In ihrer Vernehmlassung beantragt die Vorinstanz, es sei die Beschwerde kostenfällig 
abzuweisen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass die kulturellen und sozialen Wertvorstel-
lungen der Eltern, welche im Irak aufgewachsen seien, nicht mit denjenigen ihrer Tochter, wel-
che hier aufgewachsen sei, zu vereinbaren seien. Um die Beigeladene vor dem vermeintlich 
schlechten Einfluss anderer Jugendlicher zu schützen, würden ihre Eltern rigorose Erzie-
hungsmethoden anwenden und ihre Vorstellungen mit grosser Wahrscheinlichkeit auch mit 
Gewalt durchsetzen, und zwar mit Unterstützung ihres volljährigen Sohnes. In den geführten 
Gesprächen durch die KESB und jenen von I.____ im Rahmen der Abklärung hätten die Eltern 
bis anhin keine Einsicht gezeigt, dass sie ihre Erziehungsziele nicht mit Gewalt durchsetzen 
dürften. Aufgrund der gegebenen Erkenntnisse sei davon auszugehen, dass die Beigeladene 
zu Hause einer engmaschigen Überwachung ausgeliefert sei, welche ihr keine Erfahrungen in 
Bezug auf Freundschaften erlaube, wie dies bei anderen Gleichaltrigen möglich sei. Widersetze 
sie sich den Anordnungen der Eltern oder des Bruders, komme es zu massiver Gewalt gegen 

Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sie. Die Überwachung stelle eine psychische Belastung für die Jugendliche dar. Würde E.____ 
wieder in die Obhut der Kindseltern entlassen, wäre nicht auszuschliessen, sondern mit grosser 
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sich rasch wieder konfliktreiche Situationen ergeben 
würden und E.____ erneut Gewalt erleben würde. Aus diesem Grund solle vorgängig mit einem 
kurdischen Familienbegleiter und den Eltern an deren Einsicht gearbeitet werden, dass sie in 
ihrer Erziehung keine Gewalt anwenden dürften. Des Weiteren müssten entsprechende Regeln 
für das weitere Zusammenleben mit den Eltern und E.____ erarbeitet werden. 
 

3.4 Anlässlich der Anhörung erzählt E.____, dass sie lieber wieder nach Hause gehen 
möchte, auch wenn der Aufenthalt im Durchgangsheim in Ordnung sei. Sie vermisse ihre Eltern 
und Geschwister. Sie habe keine Angst, dass sie zu Hause erneuter Gewalt ausgesetzt wäre. 
Ihre Eltern hätten ihr versprochen, ihr nichts zu tun. Sie habe ihren Wunsch bekräftigt, auch 
ohne fremde Hilfe oder Unterstützung nach Hause gehen zu wollen. Sie wisse nicht, ob zu 
Hause irgendwelche Abmachungen oder Strategien als Familien besprochen worden seien, um 
künftige Konflikte gewaltfrei zu lösen. 
 
4.1 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ist gemäss Art. 445 Abs. 1 ZGB zustän-
dig, die für die Dauer des Verfahrens notwendigen vorsorglichen Massnahmen zu treffen. Sie 
kann insbesondere eine Massnahme des Kindesschutzes vorsorglich anordnen. Vorsorgliche 
Massnahmen müssen unumgänglich, d.h. so dringlich sein, dass der ordentliche, spätere Ent-
scheid nicht abgewartet werden kann, ohne einen erheblichen Nachteil für die betroffene Per-
son in Kauf zu nehmen (vgl. CHRISTOPH HÄFELI, Grundriss zum Kindes- und Erwachsenen-
schutzrecht, 3. Auflage, Bern 2021, S. 323). Sie ergehen gestützt auf eine bloss summarische 
Prüfung der Sach- und Rechtslage, wobei für deren Anordnung das Beweismass der Glaub-
haftmachung genügt (vgl. LUCA MARANTA, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar 
zum Zivilgesetzbuch I, Basel 2022, N 11 zu Art. 445 ZGB). 
 
4.2 In materieller Hinsicht ist von Art. 310 Abs. 1 ZGB auszugehen, wonach die Kindes-
schutzbehörde, wenn einer Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann, dieses 
den Eltern wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen hat. Die Gefährdung 
muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, 
wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre. Unerheblich ist, auf 
welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem 
Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt 
keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Ver-
hältnisse im Zeitpunkt der Entziehung. Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein 
(Subsidiarität), und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen 
(Proportionalität); diese sollen elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Kom-
plementarität). Der Entzug der elterlichen Obhut ist daher nur zulässig, wenn andere Massnah-
men ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenügend erscheinen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_561/2013 vom 10. Januar 2014 E. 7.2). Ein Entzug des Aufenthaltsbestim-
mungsrechts kann etwa angezeigt sein bei einem Defizit an erzieherischer/elterlicher Kompe-
tenz: Alle Formen der Misshandlung und sexuellen Ausbeutung, Unfähigkeit der Eltern, sich 
adäquat um das Kind zu kümmern, weil sie durch persönliche oder eheliche Probleme über-

Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

mässig absorbiert sind; allgemeine Überforderung, adäquat auf entwicklungsbedingte Notlagen 
und Bedürfnisse zu reagieren; dysfunktionale Familienorganisation (vgl. HÄFELI, a.a.O., S. 438).  
 
5.1 In der Gefährdungsmeldung des UKBB wurde ausgeführt, dass E.____ am 16. No-
vember 2022 auf der Notfallstation des UKBB vorstellig geworden und die erlittene körperliche 
Gewalt dokumentiert worden sei. E.____ sei am 14. November 2022 durch den Kindsvater und 
ihren Bruder zur Bestrafung mit Fäusten ins Gesicht, an den Armen, Beinen und am Rücken 
sowie in den Bauch geschlagen worden. Sie habe daraufhin die Beratungsnummer 147 angeru-
fen und sei mit Unterstützung des Sozialdienstes H.____ umgehend in ein Notbett im Durch-
gangsheim aufgenommen worden. Sie habe erzählt, auch schon in der Vergangenheit geschla-
gen worden zu sein und von der Kindsmutter vermehrt angeschrien zu werden.  
 
5.2 Dem Bericht der UKBB vom 16. November 2022 sowie der entsprechenden Fotodo-
kumentation vom 21. Dezember 2022 kann entnommen werden, dass am Körper der Beigela-
denen mehrere Hämatome festgestellt werden konnten. Aus den vorstehenden Ausführungen 
und den Akten ergibt sich, dass die familiäre Situation angespannt und es mit grosser Wahr-
scheinlichkeit zur Gewaltanwendung gegenüber der Beigeladenen gekommen ist. Es ist davon 
auszugehen, dass sie einer konfliktreichen und gewaltbereiten familiären Umgebung ausgesetzt 
und Opfer von psychischer und physischer Gewalt geworden ist. Vor diesem Hintergrund und 
insbesondere unter Bezugnahme auf das Gesprächsprotokoll der Anhörung der Kindseltern 
muss überdies von einer sehr belasteten Familienatmosphäre mit übermässiger Kontrolle und 
Überwachung ausgegangen werden, ohne dass hierfür ein objektiv nachvollziehbarer Anlass 
bestehen würde. Die Beigeladene verbringt ihre Freizeit tagsüber gerne in einem Jugendhaus 
und möchte Kontakte zu anderen Gleichaltrigen pflegen. Nach der allgemeinen Lebenserfah-
rung ist darin kein aussergewöhnliches Bedürfnis zu erblicken, vielmehr entspricht dies einem 
allgemeinen Bedürfnis einer heranwachsenden jugendlichen Person. Geht die Beigeladene 
diesem Bedürfnis nach, kommt es zuhause – aufgrund der unterschiedlichen Wertevorstellun-
gen der Eltern und ihrer Tochter – immer wieder zu Konflikten, und es kann nicht ausgeschlos-
sen werden, dass diese unter Anwendung von Gewalt gelöst werden. Aus den Akten geht her-
vor, dass die Kindseltern ihrer Tochter den Kontakt zu Gleichaltrigen verwehren möchten. Eine 
solche Haltung und Einschränkung der persönlichen Entfaltung der Beigeladenen übersteigt 
den Rahmen, welcher noch als sozialadäquat bezeichnet werden könnte. Diese rigorose Erzie-
hung der Eltern stellt für die jugendliche Beigeladene auch eine psychische Belastung dar. Er-
schwerend kommt das Verhalten des Bruders hinzu, welcher Nachforschungen über den Ver-
bleib seiner Schwester anstellt und diese offenbar im Einverständnis mit den Eltern kontrollieren 
und überwachen darf. Es ist zu betonen, dass das Recht und die Pflicht zur Erziehung der Bei-
geladenen ausschliesslich den Kindseltern zukommen. Dem Bruder steht keine entsprechende 
Kompetenz zu und die Beigeladene ist durch sein Verhalten einer zusätzlichen erheblichen 
psychischen und physischen Belastung ausgesetzt. Als die Beigeladene zwei Stunden später 
als erwartet von einem Schulausflug nach Hause gekommen ist, haben letztlich die Nachfor-
schungen des Bruders dazu geführt, dass das Treffen der Beigeladenen mit Gleichaltrigen am 
Tag, an dem der familiäre Konflikt eskaliert ist, aufgedeckt worden ist. Zum heutigen Zeitpunkt 
muss davon ausgegangen werden, dass sich an den vorstehend dargelegten Umständen und 
der das Kindswohl gefährdenden Familienstruktur nichts geändert hat und ein Konflikt mit der 

Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beigeladenen mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder eskalieren würde. Den Akten kann kein 
Hinweis entnommen werden, dass die Familie konkrete Abmachungen oder Strategien bespro-
chen hat, um die bestehenden und künftigen Konflikte adäquat und insbesondere gewaltfrei zu 
lösen. Durch die räumliche Trennung ist die Beigeladene der Überwachung und allfälligen Be-
strafung durch Gewalt nicht mehr ausgesetzt und kann während des Abklärungsverfahrens im 
geschützten Rahmen zur Ruhe kommen. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist die 
akute Kindswohlgefährdung nicht allein in der seitens des Kindsvaters und Bruders hochwahr-
scheinlich ausgeübten physischen Gewaltanwendung zu erblicken, sondern insbesondere auch 
aufgrund der psychischen Belastung, die durch die übermässige und gemeinschaftliche Kontrol-
le und Überwachung des Kindsvaters und Bruders auf die Beigeladene ausgeübt wird. Die 
KESB war folglich gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB verpflichtet, geeignete Massnahmen zum 
Schutz des Kindswohls für die Dauer des Abklärungsverfahrens zu treffen. Die vorsorgliche 
Platzierung erlaubt die notwendige sofortige Entlastung der Situation und eröffnet die Möglich-
keit für die Beschwerdeführenden den Umgang mit ihrer Tochter zu reflektieren. Nach den Um-
ständen kann der Beigeladenen nicht anders geholfen werden, da eine gedeihliche Erziehung 
aktuell nicht möglich und die Entwicklung der herangewachsenen Jugendlichen gefährdet ist. 
Der Unterbringungsort erweist sich als geeignet, was von den Beschwerdeführenden nicht in 
Abrede gestellt wird.  
 
5.3 Nach dem Gesagten erweisen sich der vorsorglich angeordnete Entzug des Aufent-
haltsbestimmungsrechts und die damit verbundene Platzierung der Beigeladenen gestützt auf 
die gebotene summarische Würdigung der Sach- und Rechtslage als verhältnismässig und an-
gemessen. Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 
 
6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegen-
den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend werden Verfahrenskosten in der 
Höhe von Fr. 900.-- erhoben. Als Verfahrenskosten ebenfalls zu berücksichtigen wären grund-
sätzlich die Kosten der Kindesvertretung (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- 
und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 23. Juli 2014 [810 14 202] E. 8.1; Urteil des Bundesge-
richts 5A_840/2011 vom 13. Januar 2012 E. 6). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass Ad-
vokatin Martina Horni von der KESB mit Entscheid vom 15. Dezember 2022 als Kindesvertrete-
rin gemäss Art. 314a

bis
 ZGB eingesetzt wurde, weshalb sie eine Mandatsentschädigung, welche 

auch die Bemühungen im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mitumfasst, bei 
der KESB wird geltend machen können (vgl. KGE VV vom 12. Mai 2021 [810 21 1] E. 8.1; 
KGE VV vom 7. August 2020 [810 20 111] E. 7.1). Die Beschwerdeführenden beantragen die 
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Gemäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ihr 
Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskosten und der Kosten von Beweismassnahmen 
befreit, sofern ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos 
erscheint. Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden ist gestützt auf die mit dem Formular 
"Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" eingereichten Belegen ausgewiesen. Kumulativ zur 
Bedürftigkeit wird die Nichtaussichtslosigkeit der Sache vorausgesetzt. Als aussichtslos sind 
Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen 

Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren un-
gefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine 
Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu ei-
nem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung 
und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet 
(KGE VV vom 18. Juni 2020 [810 19 218] E. 9.2; BGE 142 III 138 E. 5.1; BGE 139 III 475 
E. 2.2). Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen konnten die Gewinnaussichten für 
die vorliegende Beschwerde kaum als ernsthaft bezeichnet werden, zumal sich die Beschwer-
deführenden darauf beschränken, zu behaupten, dass sie sich mit der Beigeladenen ausge-
sprochen hätten, ohne darzulegen, wann oder in welcher Form eine entsprechende Aussprache 
stattgefunden haben bzw. welchen Inhalts diese gewesen sein soll. Überdies bestreiten sie 
nicht substantiiert, die Beigeladene geschlagen zu haben, und setzen sich nicht ansatzweise in 
sachlicher Weise mit der Begründung des vorinstanzlichen Entscheids auseinander, weshalb 
nicht von intakten Prozesschancen ausgegangen werden kann. Das Gesuch um Bewilligung 
der unentgeltlichen Prozessführung ist daher zufolge Aussichtslosigkeit abzuweisen. Demzufol-
ge werden die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 900.-- ausgangsgemäss den 
Beschwerdeführenden auferlegt. Da sie nicht anwaltlich vertreten sind, fällt die Zusprechung 
einer Parteientschädigung ausser Betracht, und die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 
Abs. 1 VPO). 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Das Gesuch der Beschwerdeführenden um unentgeltliche Rechtspfle-

ge wird abgewiesen. 
   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 900.-- werden den Be-

schwerdeführenden in solidarischer Haftung auferlegt.  
   
 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 

Gerichtsschreiberin