# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cedc4bf8-f353-506f-9db6-ca6d14f5c679
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.11.2015 SK.2015.25
**Docket/Reference:** SK.2015.25
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2015-25_2015-11-19

## Full Text

Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG);;Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG);;Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG);;Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG)

Urteil vom 19. November 2015 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichterin Sylvia Frei, Einzelrichterin, 

Kaspar Lang, Gerichtsschreiber 

 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Marco  

Abbühl, Stv. Leiter Rechtsdienst, 

 

und  

 

EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT EFD,  

GENERALSEKRETARIAT, vertreten durch Bruno  

Dorner, Stv. Leiter Rechtsdienst,  

 

gegen 

  

A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Claudio 

Stocker,  

Gegenstand  Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen 

(Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG) 

 

 
 
 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2015.25 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft:  

Die Bundesanwaltschaft stellt keine eigenen Anträge.  

 

Anträge des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD: 

1. A. sei schuldig zu sprechen der unbefugten Entgegennahme von 

Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG, begangen vom 1. März 

2006 bis zum 1. Juli 2010.  

 

2. A. sei zu verurteilen: 

a. zu einer Geldstrafe von 230 Tagessätzen à Fr. 100.--, ausmachend 

Fr. 23'000.--; 

b. zur Bezahlung der Verfahrenskosten, beinhaltend die Verfahrenskosten 

des EFD von Fr. 5'000.-- zuzüglich die Kosten der amtlichen Verteidigung. 

 

Anträge der Verteidigung: 

1. A. sei vom Vorwurf der unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen ge-

mäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG, begangen vom 1. März 2006 bis 1. Juli 2010 

freizusprechen.  

 

2. Eventualiter sei der Vollzug der Geldstrafe gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB aufzu-

schieben. 

 

3. Die amtliche Verteidigung von A. sei angemessen aus der Staatskasse zu ent-

schädigen.  

 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge in diesem wie im Vorverfahren zu-

lasten der Staatskasse. 

  

- 3 - 

Prozessgeschichte: 

A. Mit superprovisorischer Verfügung vom 22. Juni 2010 setzte die Eidgenössische 

Finanzmarktaufsicht (nachfolgend FINMA) wegen dringenden Verdachts der un-

befugten Entgegennahme von Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a des 

Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen (Bankengesetz, BankG; SR 

952.0) bei den Firmen B. AG und C. AG , beide mit Sitz in Z., Untersuchungsbe-

auftragte ein (FINMA pag. A1 1219). Nach Eingang des Berichts der Untersu-

chungsbeauftragten vom 21. Juli 2010 (FINMA pag. A1 743 – 826) eröffnete die 

FINMA mit Verfügung vom 16. August 2010 per 17. August 2010 den Konkurs 

über die beiden Gesellschaften (EFD pag. 000 003 ff.). Infolge dieser Konkurser-

öffnung erstattete die FINMA beim Eidgenössischen Finanzdepartement (nachfol-

gend EFD) gestützt auf Art. 38 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Eidgenössi-

sche Finanzmarktaufsicht (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG; SR 956.1) am 

21. März 2011 Strafanzeige, u.a. gegen den Beschuldigten A., der einen massge-

blichen Beitrag zur unbewilligten Tätigkeit geleistet haben soll (EFD pag. 000 001 

f.). Hierauf eröffnete das EFD am 8. November 2013 gegen den Beschuldigten ein 

Verwaltungsstrafverfahren wegen (u.a.) Verdachts auf unbefugte Entgegennahme 

von Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG (EFD 021 001 f.).  

B. Nach Stellungnahme des Beschuldigten vom 3. April 2014 zur Strafanzeige und 

Konkurseröffnung (EFD pag. 081 023 ff.) liess das EFD diesem am 6. März 2014 

das Schlussprotokoll i.S.v. Art. 61 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-

strafrecht (VStrR; SR 313.0) zukommen (EFD pag. 081 003 ff.). Der Beschuldigte 

nahm hiezu durch seinen amtlichen Rechtsvertreter Rechtsanwalt Claudio Stocker 

am 3. April 2014 Stellung und stellte diverse Anträge betreffend Ergänzung der 

Untersuchung (EFD pag. 081 023 ff.). Mit Verfügung vom 6. Juni 2014 erachtete 

das EFD bzw. der untersuchende Beamte die verwaltungsstrafrechtliche Untersu-

chung als vollständig, wies die Anträge des Beschuldigten weitgehend ab und 

überwies die Akten der Gruppenleiterin zum Entscheid (EFD pag. 081 066 ff.). 

C. Am 18. Juni 2014 erliess das EFD gegen den Beschuldigten einen Strafbescheid 

nach Art. 62 und 64 VStrR und sprach ihn insbesondere der unbefugten Entge-

gennahme von Publikumseinlagen schuldig (EFD pag. 091 002-011). Der Beschul-

digte erhob hiergegen Einsprache nach Art. 67 ff. VStrR und hielt an seinen bereits 

am 3. April 2014 gestellten Anträgen zur Ergänzung der Untersuchung fest (EFD 

pag. 091 017 ff.; vgl. supra). Am 6. Mai 2015 sprach das EFD (Rechtsdienst) A. 

mittels Strafverfügung i.S.v. Art. 70 VStrR der unbefugten Entgegennahme von 

Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG schuldig und verurteilte ihn 

zu einer Geldstrafe von 230 Tagessätzen à Fr. 30.-- (EFD pag. 100 001 ff./029). 

- 4 - 

Die gestellten Anträge auf Ergänzung der Untersuchung wurden erneut abgewie-

sen (EFD pag. 100 015 f.). 

D. Am 12. Mai 2015 stellte der Beschuldigte das Begehren um gerichtliche Beurtei-

lung gemäss Art. 72 VStrR (EFD pag. 100 032 ff.). Die Strafakten wurden via Bun-

desanwaltschaft am 2. Juni 2015 dem hiesigen Gericht überwiesen (vgl. Art. 50 

Abs. 2 FINMAG i.V.m. Art. 73 Abs. 1 und 81 VStrR; TPF 12.100.1 ff.). 

E. Am 22. Juli bzw. 12. August 2015 (Nachtrag) ergingen zu den Beweisanträgen des 

Beschuldigten vom 9. Juli 2015 (TPF 12.521.8-14) Beweisverfügungen seitens 

des Gerichts (TPF 12.280.3-6/7-8). Zu den Akten genommen wurden diverse vom 

Beschuldigten ins Recht gelegte Urkunden. Weiter liess das Gericht auf Antrag 

des Beschuldigten rechtshilfemässig den Edelmetall-Lagerbestand in einem Tre-

sorraum in Brackenheim (D) feststellen (TPF 12.292.4-6/9-10). Im Übrigen wurden 

die Beweisanträge abgewiesen. 

F. Von Amtes wegen holte das Gericht in Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VStrR am 

16. Juni 2015 zur beschuldigten Person Strafregisterauszüge (Schweiz und 

Deutschland), Steuerunterlagen der Jahre 2013 und 2014 sowie einen Betrei-

bungsregisterauszug ein (TPF 12.280.1). Zudem zog das Gericht am 16. Juni bzw. 

16. Juli 2015 vom Kriminalgericht Luzern – wo per dato im vorliegenden Zusam-

menhang ebenfalls ein Verfahren wegen mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs 

etc. hängig war – Anklageschrift, Aktenverzeichnisse, Dispositiv sowie Verhand-

lungs- und Befragungsprotokolle jenen Verfahrens bei (TPF 12.291.1 ff.). 

G. Die Hauptverhandlung nach Art. 73 ff. VStrR fand am 3. November 2015 in Anwe-

senheit zweier Vertreter des EFD und des Beschuldigten in Begleitung seines 

Rechtsvertreters am Sitz des Gerichts in Bellinzona statt. Am 19. November 2015 

fällte die Einzelrichterin das vorliegende Urteil. 

  

- 5 - 

Die Einzelrichterin erwägt: 

1. Verfahren 

1.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Satz 2 FINMAG ist das EFD verfolgende und urteilende 

Behörde bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG und 

der übrigen Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG. 

1.2 Art. 50 Abs. 2 FINMAG sieht u.a. vor, dass, wenn die gerichtliche Beurteilung 

verlangt worden ist, die strafbare Handlung der Bundesgerichtsbarkeit unter-

steht. In diesem Fall überweist das EFD die Akten der Bundesanwaltschaft zu-

handen des Bundesstrafgerichts. Die Überweisung der zu überprüfenden Straf-

verfügung gilt als Anklage (Art. 73 Abs. 2 VStrR), wobei der Beschuldigte, der 

Bundesanwalt und die beteiligte Verwaltung selbstständige Parteien im Verfah-

ren bilden (Art. 74 VStrR).  

1.3 Das vorliegende Verfahren hat den Verdacht auf eine Widerhandlung gegen das 

Bankengesetz, das zu den Finanzmarkterlassen zählt, zum Gegenstand (vgl. 

Art. 1 Abs. 1 lit. d FINMAG). Nachdem fristgerecht innert 10 Tagen nach Eröff-

nung der Strafverfügung gerichtliche Beurteilung verlangt wurde, ist das Bun-

desstrafgericht zuständig (Art. 72 VStrR). 

1.4 Das Verfahren vor Bundesstrafgericht bestimmt sich nach Massgabe der Artikel 

73-80 VStrR (Art. 81 VStrR); subsidiär sind die Bestimmungen der StPO heran-

zuziehen (Art. 82 VStrR). Das Gericht entscheidet in der Sache und bezüglich 

der Kosten neu (HAURI, Verwaltungsstrafrecht, Bern 1998, S. 155 f.); hierbei 

kommt ihm freie Kognition zu (HAURI, a.a.O., S. 149 f.).  

1.5 Im Verwaltungsstrafprozess müssen die Vertreter der Bundesanwaltschaft und 

der Fachbehörde nicht persönlich vor Gericht erscheinen (Art. 75 Abs. 4 i.V.m. 

Art. 81 VStrR). Im konkreten Fall hat die Bundesanwaltschaft auf eine Teilnahme 

an der Hauptverhandlung verzichtet. 

  

- 6 - 

2. Sachverhalt 

2.1 Übersicht 

2.1.1 Der Beschuldigte war von Geschäftsräumlichkeiten in Z. aus für verschiedene 

schweizerische und ausländische Gesellschaften tätig, die er durch finanzielle 

Beteiligung (Hauptaktionär), verschiedene Verträge und Vollmachten sowie 

durch Organstellungen (Verwaltungsrat, Geschäftsführer) und Generalvollmach-

ten oder Einzelzeichnungsberechtigungen beherrschte. So schloss er einerseits 

über die B. AG von März 2006 bis Ende 2008 sogenannte Genussrechtsbeteili-

gungsverträge ab (infra, E. 2.2). Andererseits betrieb er über die Firmen C. AG, 

die D. S.L. (Spanien) bzw. die E. GmbH (Deutschland) von März 2007 bis März 

2010 Edelmetallgeschäfte (infra, E. 2.3). 

2.2 Genussrechtsbeteiligungsverträge 

2.2.1 Die B. AG war seit dem 21. Dezember 2006 im Handelsregister des Kantons 

Luzern eingetragen. Vor ihrer Sitzverlegung nach Z. war die B. AG im Kanton 

Zug mit Sitz in X. im Handelsregister eingetragen. Ihre Gründungsstatuten da-

tierten vom 2. September 2005. Statutarischer Zweck war unter anderem der 

Handel mit Edelmetallen aller Art (EFD pag. 000 024). Bis zur Sitzverlegung und 

dem Datum der Eintragung der B. AG im Handelsregister des Kantons Luzern 

am 21. Dezember 2006 amtierte der Beschuldigte als Präsident des Verwal-

tungsrats mit Kollektivunterschrift zu zweien. Am 28. Dezember 2006 wurde 

seine Löschung aus dem Handelsregister im Schweizerischen Handelsamtsblatt 

SHAB publiziert (EFD pag. 000 025 f.). Zudem verfügte er über eine unbefristete 

Generalvollmacht zur Vertretung der B. AG in allen Angelegenheiten, datiert vom 

9. November 2006 (FINMA pag. A1 026). Die B. AG gab auf ihrer Website 

www.___.ch dieselben Telefon- und Faxnummern an wie die spätere C. AG 

(FINMA pag. A1 277, pag. A1 289, pag. A1 292, pag. A1 1132). 

Die B. AG war eine Tochtergesellschaft der F. AG mit Sitz in Vaduz (FINMA pag. 

A1 777; pag. C2 631). Der Beschuldigte war an der F. AG gemäss eigenen An-

gaben im Umfang von 73 % wirtschaftlich berechtigt; neben ihm bestand das 

Aktionariat aus einer weiteren Person (G., gegen welchen ein separates verwal-

tungsstrafrechtliches Verfahren geführt wurde) mit einer Minderheitsbeteiligung 

von 27 % (Akten FINMA pag. A1 790; EFD pag. 081 024, pag. 081 069; pag. 021 

009). Am 21. April 2009 schloss die B. AG mit der F. AG einen „Beherrschungs- 

und Ergebnisabführungsvertrag“ ab, mit welchem sich die B. AG unter die Lei-

tung der F. AG stellte und sich verpflichtete, ihren gesamten Gewinn an die F. 

- 7 - 

AG abzuliefern. Der F. AG kam folglich das vollumfängliche Weisungsrecht ge-

genüber der B. AG zu (FINMA pag. C2 682 – 680). Den für die F. AG erbrachten 

Verwaltungsaufwand stellte die B. AG der F. AG in Rechnung (FINMA pag. C1 

418 – 424, pag. C1 417). 

Per 17. August 2010 wurde über die B. AG der Konkurs eröffnet (EFD pag. 000 

026). Das Konkursverfahren wurde mit Datum vom 17. Dezember 2013 als ge-

schlossen erklärt und die Gesellschaft wurde am 10. Januar 2014 von Amtes 

wegen aus dem Handelsregister gelöscht (SHAB 009/2014 vom 15. Januar 2014, 

S. 10). 

2.2.2 Die B. AG, vertreten durch den Beschuldigten, schloss in der Zeit von 1. März 

2006 (FINMA pag. C1 410; EFD pag. 081 006) bis am 2. Dezember 2008 (FINMA 

pag. C2 063) mit Privatpersonen sogenannte „Genussrechtsbeteiligungsver-

träge“ ab und nahm gestützt darauf von mindestens 156 Personen Gelder in 

Form von Einmaleinlagen oder Ratenzahlungen entgegen. Die Vertragspartner 

zahlten einen bestimmten Geldbetrag auf das Gesellschaftskonto der B. AG ein 

und sie erhielten dafür einen von der B. AG zum Voraus bestimmten Zins bzw. 

eine Dividende. Vereinbart war eine bestimmte Laufzeit, nach welcher die getä-

tigte Einlage von der B. AG wieder an die Anleger zurückbezahlt werden sollte, 

sowie ein sogenannter „Dividenden-Satz“ (FINMA pag. A1 810; pag. C1 356 – 

412; pag. C2 063; pag. C2 386 – 375; pag. C2 677 – 632). In einem Schreiben 

vom 10. Dezember 2007 informierte die B. AG einen Kunden über die Auszah-

lung einer Dividende in Höhe von EUR 293.42. Diese Summe entspricht einem 

„Dividendensatz“ von 7 % für eine Einlage von EUR 5‘000, gerechnet für die 

Dauer von der Einzahlung am 1. März 2006 bis zum 31. Dezember 2006 (FINMA 

pag. C1 410).  

2.2.3 Bei neun der in Verbindung mit Genussrechtsbeteiligungen geleisteten Zahlun-

gen auf das Gesellschaftskonto geht direkt aus den Verfahrensakten hervor, 

dass es sich um „Genussrechtsbeteiligungsverträge“ handelt (1: FINMA pag. C1 

412 i.V.m. pag. C2 419, pag. C2 666; 2: FINMA pag. C1 411 i.V.m. pag. C2 419, 

pag. C2 651; 3: FINMA pag. C1 410 i.V.m. pag. C2 419; 4: FINMA pag. C1 409 

i.V.m. C2 651; 5: FINMA pag. C1 401, pag. C1 395, pag. C1 403 i.V.m. C2 384; 

6: FINMA pag. C1 388, pag. C1 386 i.V.m. C2 419; 7: FINMA C1 369, pag. C1 

371 i.V.m. C2 419; 8: FINMA pag. C1 363, pag. C1 359 i.V.m. C2 380; 7: 

9: FINMA pag. C1 350 i.V.m. pag. C2 283, pag. C2 243, pag. C2 168).  

Darüber hinausgehend ergibt sich die Zuordnung der eingegangenen Gelder zu 

den Genussrechtsbeteiligungen aus deren Verbuchung in den entsprechenden 

Buchhaltungskonten der B. AG (vgl. nachfolgende Tabelle). Im Jahr 2006 sind in 

- 8 - 

den einschlägigen Buchhaltungskonten der B. AG Zahlungseingänge von 63 

Personen verbucht (FINMA pag. C2 652 – 647). Im Jahr 2007 gingen betreffend 

Genussrechtsbeteiligungen Zahlungen von 111 Personen bei der B. AG ein, da-

von 76 neue und 35 bestehende Kunden (FINMA pag. C2 386 – 375). Im Jahr 

2008 folgten weitere Zahlungseingänge von mindestens 52 Personen, davon 17 

neue und 35 bestehende Kunden (FINMA pag. C2 244 – 233). Die Zahlungen im 

Jahr 2008 gingen auf dem Gesellschaftskonto der B. AG gestützt auf die Ver-

merke „Sparvertrag“, „Sparplan“, „Kaufvertrag“, „Ratenkaufvertrag“ oder ohne 

näher bestimmten Zahlungsgrund ein und wurden buchhalterisch unter den Pas-

siven als langfristiges Fremdkapital unter “2500 Einlagen, darf nicht sein“ sowie 

„2505 Einlagen, darf nicht sein“ verbucht. Vormals waren unter diesen Buchhal-

tungskonten die Darlehen aus Genussrechtsbeteiligungen in Schweizer Franken 

und Euro erfasst (FINMA pag. A1 812; pag. C1 342 – 348). Detailunterlagen zum 

Geschäftsjahr 2009 liegen nicht vor. 

2.2.4 In der Bilanz betreffend die Geschäftsjahre 2006 bis 2009 wies die B. AG unter 

langfristigem Fremdkapital folgende Positionen und Beträge in Schweizer Fran-

ken aus (2006: FINMA pag. C2 474 – 476; 2007: FINMA pag. C2 463 – 462; 

2008: FINMA pag. C2 339 – 338; 2009: FINMA pag. C2 184 – 183): 

 

Kontobezeichnung 

Bilanz 2006 

(CHF) 

Bilanz 2007 

(CHF) 

Bilanz 2008 

(CHF) 

Bilanz 2009 

(CHF) 

2400 
„Darlehen Genusssch. Vertrag 

nach Deutschland“ 
0.00 0.00 0.00 0.00 

2401 
„Darlehen Genusscheine Erlo-

schen“ 
28‘350.00 29‘900.00 29‘900.00 6‘200.00 

2402 
„Darlehen Genussch. Einlage zu-

rückbezahlt“ 
0.00 0.00 0.00 0.00 

2403 „Darlehen Genussch. ungeklärt“ 0.00 331.80 331.80 331.80 

2404 
„Darlehen Genussch. Vertrag 

nach Deutschland €“ 
282‘423.15 1‘081‘560.15 1‘078‘029.25 1‘078‘029.25 

2405 
„Darlehen Genussch. Einlage Er-

loschen €“ 
25‘472.40 250‘077.50 249‘759.12 249‘759.15 

2406 
„Darlehen Genussch. Einlage 

Zurückbezahlt €“ 
63‘811.28 113‘199.68 112‘402.30 112‘402.30 

2407 
„Darlehen Genussch. ungeklärt 

€“ 
128‘500.20 189‘354.50 187‘748.10 187‘748.10 

2500 
„Darlehen Genussscheine CHF“ / 

ab 2008 „Einlagen, darf nicht 

sein“ 

0.00 5‘583.00 50‘890.05 57‘490.05 

2505 

„Darlehen Genussscheine 

EURO“ / ab 2008 „Einlagen, darf 

nicht sein“ 

0.00 1‘032.95 9‘973.80 9‘973.80 

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Total Darlehen / Genussscheinkapital 528‘557.03 1‘670‘959.58 1‘719‘034.42 1‘701‘934.45 

In der Zeit von 2006 bis 2008 sind auf diesen Buchhaltungskonten von mindes-

tens 156 Personen Gelder eingegangen: 

Einlagen von Anzahl Personen  

(gemäss Buchhaltungsdetails) 
2006 2007 2008 2009 Total 

Neue Kunden 63 76 17 k.A. 156 

Bestehende Kunden - 35 35 k.A. 70 

Total 63 111 52 k.A. 226 

2.2.5 Die Verkaufsprospekte zu den Genussrechtsbeteiligungsverträgen wurden von 

der B. AG mit Schreiben vom 17. August 2006 der Deutschen Bundesanstalt für 

Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin zugestellt. Diese genehmigte den Verkaufs-

prospekt unter Vornahme einiger Anpassungen mit Schreiben vom 8. September 

2009 zur Veröffentlichung, brachte allerdings den Vorbehalt an, dass sie die 

Prospekte nur auf ihre Vollständigkeit gemäss Vermögensanlagen-Verkaufs-

prospektverordnung geprüft habe. Die inhaltliche Richtigkeit sei nicht Gegen-

stand der Prüfung gewesen. Insbesondere wies sie die B. AG darauf hin, dass 

nicht geprüft wurde, ob das Geschäftsvorhaben der B. AG einer Erlaubnis ge-

mäss Gesetz über das Kreditwesen bedürfe (FINMA pag. A1 003 – 005; pag. A1 

162). 

Am 19. Oktober 2006 legte die B. AG der Eidgenössische Bankenkommission 

(nachfolgend EBK) einen „Emissionsprospekt“ betreffend die Entgegennahme 

von Anlagegeldern in Form von Genussrechtsbeteiligungen zur Prüfung vor 

(FINMA pag. A1 031). Die EBK kam am 14. Dezember 2006 zum Schluss, dass 

bereits nach summarischer Prüfung des Emissionsprospekts der B. AG ein 

Verstoss gegen das Werbeverbot für die Entgegennahme von Publikumseinla-

gen vorliege und wies die B. AG auf die entsprechenden Strafbestimmungen hin. 

Die B. AG wurde aufgefordert, die Werbung mit dem Emissionsprospekt per so-

fort zu unterlassen (FINMA pag. A1 015 – 014). Infolge der Unvereinbarkeit des 

Geschäftsmodells mit der Finanzmarktregelung in der Schweiz beabsichtigte die 

B. AG , die Tätigkeit nach Deutschland zu verschieben (FINMA pag. A1 135). 

2.3 Edelmetallgeschäfte 

2.3.1 Die D. S.L., welcher sich der Beschuldigte für die Edelmetallgeschäfte zunächst 

bediente und deren Geschäftsführer er war, ist eine spanische Gesellschaft mit 

- 10 - 

Sitz in Marbella. Gemäss Aussagen des Beschuldigten gegenüber dem Untersu-

chungsrichteramt des Kantons Luzern wurde die D. S.L. von Z. aus verwaltet 

(FINMA pag. A1 359, pag. A1 083 Rückseite; pag. A1 081). Auf diversen Schrei-

ben der D. S.L. ist neben der spanischen Adresse auch die Verwaltungsadresse 

Z. mit der E-Mailadresse office@B-AG.ch angegeben. Verschickt wurden Schrei-

ben der D. S.L. gemäss Ortsangabe sowie Absenderinformation von Z. aus. Un-

terzeichnet sind die Schreiben durch den Beschuldigten in seiner Funktion als 

Geschäftsführer (vgl. statt vieler: FINMA pag. A1 1025).  

Mit der F. AG schloss die D. S.L. am 30. April 2007 einen Kooperationsvertrag, 

welcher seitens der D. S.L. durch den Beschuldigten unterzeichnet wurde. Ver-

tragsgegenstand war die Errichtung einer Repräsentanz in Deutschland durch 

die D. S.L. Gleichzeitig verpflichtete sich die F. AG, bestimmte Dienstleistungen 

im administrativen Bereich für die D. S.L. zu erbringen. Diese Aufgabe übertrug 

die F. AG ihrerseits an die B. AG, welche diese Dienstleistungen in der Folge von 

ihren Geschäftsräumlichkeiten in Z. aus erbrachte (FINMA pag. C2 602 – 599). 

Auch mit der B. AG schloss die D. S.L. am 1. Juli 2007 einen auf unbestimmte 

Dauer geltenden Verwaltungs- und Dienstleistungsvertrag. Unterzeichnet wurde 

der Vertrag in Z. durch den Beschuldigten in dessen Funktion als Geschäftsfüh-

rer der D. S.L. Mit diesem Vertrag verpflichtete sich die B. AG zur Unterstützung 

der D. S.L. in sämtlichen Verwaltungsangelegenheiten (FINMA pag. C2 584 – 

582). 

2.3.2 Die C. AG hatte ihren Sitz in Z. und war seit dem 19. Dezember 2008 im Han-

delsregister des Kantons Luzern eingetragen. Statutarischer Zweck war unter 

anderem der Ankauf, Verkauf sowie die Vermittlung und Aufbewahrung von Me-

daillen, Gold- und Silbermünzen sowie übrigen Edelmetallen und die Verwaltung 

von Vermögenswerten (EFD pag. 000 027). Der Beschuldigte war einziges Ver-

waltungsratsmitglied der C. AG und als solcher einzelzeichnungsberechtigt. Er 

trat gegen aussen als Gesicht der C. AG wie auch der B. AG auf (EFD pag. 000 

028).  

Die C. AG war eine Tochtergesellschaft der F. AG (FINMA pag. C2 570). Sie 

verwendete im geschäftlichen Verkehr dieselben Telefon- und Faxnummern wie 

die B. AG (FINMA pag. A1 303, pag. A1 315) und übernahm nach ihrer Gründung 

die in den Büros der B. AG in der Schweiz ausgeübte Geschäftstätigkeit der spa-

nischen Gesellschaft D. S.L. (vgl. infra, E. 2.3.3 ff.; FINMA pag. A1 359 N 54 und 

55). In den Akten befindet sich ein nicht unterzeichnetes Exemplar eines „Koope-

rationsvertrages“ zwischen der F. AG und der C. AG, gemäss welchem die bei-

- 11 - 

den Gesellschaften erklären, sich zur kooperativen Zusammenarbeit zusammen-

zuschliessen und sich gegenseitig unterstützen zu wollen (FINMA pag. C2 570 – 

566). 

Über die C. AG wurde per 17. August 2010 der Konkurs eröffnet, welcher per 28. 

Juni 2015 abgeschlossen wurde. 

2.3.3 Ab dem 28. März 2007 (FINMA pag. C2 374) bis mindestens am 19. März 2010 

(FINMA pag. C1 236) schloss der Beschuldigte über die D. S.L. und die C. AG 

sogenannte „Kaufverträge“ über Edelmetalle ab und nahm gestützt darauf von 

mehreren hundert Personen mehrere Millionen Franken entgegen (EFD pag. 000 

009; FINMA pag. A1 1006 – 1001, pag. A1 1000 – 999, pag. A1 998, pag. A1 

881, pag. C2 049 – 056). Gemäss diesen Verträgen sollten den Kunden gegen 

eine bestimmte Geldleistung vorwiegend Gold- und Silberbarren in kleineren Ein-

heiten sowie Gold- und Silbermünzen geliefert werden. Die Geschäftstätigkeit 

der D. S.L. wurde in Z. durch den Beschuldigten als deren Geschäftsführer aus-

geübt. Dementsprechend wurden gemäss den Aussagen des Beschuldigten ge-

genüber dem Untersuchungsrichteramt des Kantons Luzern auch die Verträge 

der D. S.L. in Z. durch den Beschuldigten verwaltet. Nach der Gründung der C. 

AG sowie deren formellen Eintragung im Handelsregister Ende 2008 führte der 

Beschuldigte den Edelmetallhandel über die C. AG weiter (FINMA pag. A1 359 

N 54, 55; N 21, 52). Teilweise verwendete er dabei die Vertragsvorlagen für Ge-

nussrechtsbeteiligungen der B. AG für die Geschäfte der C. AG zur Einlage in 

Edelmetalle und änderte diese handschriftlich ab (FINMA pag. C2 591).  

2.3.4 Die Kunden hatten die Wahl, entweder eine einmalige Zahlung oder monatliche 

Ratenzahlungen zu leisten (FINMA pag. A1 807; pag. C1 349 – 351, pag. C1 334 

– 340, pag. C1 248 – 267, pag. C1 218; pag. C2 058 – 062). Zudem hatten sie 

die Option, auf eine Auslieferung des Edelmetalls zu verzichten und dieses statt-

dessen durch die C. AG bei einem Dritten einlagern lassen. Zu diesem Zweck 

schloss die C. AG mit den interessierten Kunden einen Verwahrungsvertrag ab, 

in welchem sie sich verpflichtete, die von den Kunden neu erworbenen Edelme-

talle treuhänderisch zu verwahren (FINMA pag. C1 260). Kunden, welche die 

Edelmetalle einlagern liessen, erhielten von der C. AG ein Zertifikat über das 

ihnen zustehende Edelmetall ausgestellt (EFD pag. 000 009; FINMA pag. A1 

316). Insgesamt wurden mehrere hundert Zertifikate über eine jeweils dem 

„Kauf“- und Verwahrungsvertrag entsprechende Menge an Edelmetallen ausge-

stellt und an die Edelmetallkäufer geliefert (FINMA pag. A1 807; pag. C2 064). 

Gemäss Aussagen des Beschuldigten anlässlich einer Einvernahme durch das 

Untersuchungsrichteramt des Kantons Luzern vom 7. Januar 2010 wurden alle 

Edelmetall-Zertifikate zentral in Z. bei einer Druckerei gedruckt (FINMA pag. A1 

- 12 - 

354, pag. A1 362). Aus den Zertifikatslisten, welche das Untersuchungsrichter-

amt des Kantons Luzern auf dem Server der Gesellschaften B. AG und C. AG 

fand, ist ersichtlich, dass bis am 2. September 2009 alleine die C. AG von weit 

mehr als 20 Personen Gelder entgegengenommen hat. Gesamthaft wurden über 

die schweizerische Verwaltung in Z. von rund 300 Personen Gelder in der Höhe 

von über Fr. 3 Mio. entgegengenommen (FINMA pag. A1 1006 – 1001, pag. A1 

1000 – 999, pag. A1 998, pag. A1 881). 

2.3.5 Die angebotene Verwahrung der Edelmetalle erfolgte bei einer Drittgesellschaft, 

der H. Ltd., im Zollfreilager in Embrach, Vertragspartei des diesbezüglich mit der 

H. Ltd. abgeschlossenen Lagervertrags war nicht die C. AG, sondern die F. AG 

(EFD pag. 021 028 – 029). Die Edelmetalle im Verwahrungslager in Embrach 

waren nicht individualisiert und den einzelnen Kunden zugeordnet, sondern in 

Form einer Sammelverwahrung in teilweise sehr grosser Stückelung (Tausend-

Unzen-Silberbarren) eingelagert. Gemäss Ausführungen des Beschuldigten wa-

ren die kleineren Stückelungen in den grossen Barren „integriert“ (EFD pag. 000 

008, pag. 000 013; FINMA pag. A1 750, pag. A1 367 – 368, pag. A1 345 N 129, 

pag. A1 342 N 140). Die im Lager in Embrach vorgefundene Menge an Edelme-

tallen entsprach bei Weitem nicht der Menge, die aufgrund der durch die C. AG 

ausgestellten Zertifikate hätte eingelagert sein müssen (EFD pag. 000 008 – 009, 

pag. 000 013). Eine Gewährleistung oder Sicherheit, dass tatsächlich die den 

entgegengenommenen Geldern entsprechenden Mengen an Edelmetallen ein-

gelagert wurden, bestand nach Angaben des Beschuldigten nicht (FINMA pag. 

A1 345 N 132, pag. A1 342 N 141 – 143, pag. A1 348 N 108; A1 355 N 75). 

Hingegen machte er geltend, dass nebst dem Zollfreilager in Embrach weitere 

Lagerbestände an Edelmetallen in Dubai sowie an diversen anderen Adressen 

gelagert würden. Für die Einlagerung in Dubai, welche ebenfalls über die H. Ltd. 

erfolgte, war I. verantwortlich gewesen. Dieser sagte gegenüber der Staatsan-

waltschaft Berlin indes aus, dass zumindest ab 2010 die Verträge der Anleger 

nicht mehr mit in voller Höhe und später gar nicht mehr mit Edelmetallen einge-

deckt worden seien (TPF 12.521.25). Die FINMA als zuständige Konkursliquida-

torin konnte keine weiteren Lagerbestände feststellen (EFD pag. 081 027 – 028, 

pag. 081 041; pag. 030 009 – 010, pag. 030 011 – 013, pag. 030 014 – 016). 

Überdies hat auch der Beschuldigte den Bestand dieser angeblichen weiteren 

Lager, die darin befindlichen Mengen an Edelmetallen oder die Zuordnung der 

Edelmetalle an die entsprechenden Kunden nie belegt oder substantiiert. Eine 

verlässliche Übersicht über Lagerort, Menge sowie Zuordnung der eingelagerten 

Edelmetalle an die einzelnen Kunden bestand zu keinem Zeitpunkt (FINMA pag. 

A1 351 N 96, pag. A1 348 N 108; pag. A1 356 N 69). Der Edelmetallhandel wurde 

mindestens bis im Februar 2010 in keiner Art und Weise erfasst (Menge, Gläubi-

- 13 - 

ger, Lagerort usw.). Eine entsprechende Software war nicht vorhanden. Der Be-

schuldigte konnte dementsprechend auch keine detaillierten Zahlen zu den Edel-

metallforderungen der Kunden liefern (FINMA pag. A1 359; pag. A1 353 N 86).  

2.3.6 Die Einzahlungen der Kunden im Zusammenhang mit Edelmetallgeschäften er-

folgten hauptsächlich auf das Gesellschaftskonto der B. AG (FINMA pag. C2 374, 

pag. C2 417, pag. C2 231; pag. C1 630 – 631). Die erste solche Einzahlung bei 

der B. AG datiert vom 28. März 2007 und wurde buchhalterisch unter dem Konto 

„Einlage für D. S.L.“ verbucht (FINMA pag. C2 374; pag. A1 731). Aber auch auf 

dem Gesellschaftskonto der C. AG sind Einzahlungen für Edelmetalle nachge-

wiesen (FINMA pag. C2 062 – 058). Als im September 2009 das Untersuchungs-

richteramt des Kantons Luzern im Rahmen einer strafrechtlichen Ermittlung ge-

gen den Beschuldigten sämtliche Unterlagen der B. AG und der C. AG beschlag-

nahmte und die Gesellschaftskonten der C. AG sperrte, wurde der Geldfluss der 

C. AG auf Konten der E. GmbH umgeleitet. Kunden wurden angewiesen, die 

Gelder per sofort an die E. GmbH zu bezahlen. Zahlungen für die C. AG sowie 

die B. AG nahm sodann die E. GmbH vor. Die Korrespondenz erfolgte weiterhin 

aus den Büros in Z. (EFD pag. 000 009; FINMA pag. A1 802 N 127 – 128 mit 

Verweis auf pag. C1 282 – 282, pag. C1 798 N 151, pag. C1 359 N 55; pag. C1 

248 – 267, pag. C1 271 – 272, pag. C1 226 – 247; pag. C2 031 – 030; pag. C1 

126 – 134, pag. C1 137 - 138). 

2.4 Verflechtung der vom Beschuldigten beherrschten Gesellschaften 

2.4.1 Die verschiedenen vom Beschuldigten beherrschten Gesellschaften arbeiteten 

eng zusammen. So wurden etwa Zertifikate mit dem Logo der D. S.L. für eine in 

Deutschland wohnhafte Kundin, deren Vertrag auf dem handschriftlich abgeän-

derten „Zeichnungsschein zur Beteiligung als Genussrechtskapitalgeber“ der B. 

AG basierte, in Deutschland ausgestellt (FINMA pag. C2 591, pag. C2 588). Die 

im Anschluss an den Vertragsschluss erfolgte Korrespondenz erging von den 

Büros der C. AG in Z. aus. Zwar wurde im Briefkopf das Logo der D. S.L. ver-

wendet, doch unter Angabe der Verwaltungsadresse, Z., sowie einer schweize-

rischen Telefon- und Faxnummer. Die E-Mail-Adresse lautete auf office@B-

AG.ch. Unterzeichnet wurde der Brief an die Kundin durch den Beschuldigten in 

seiner Funktion als Geschäftsführer der D. S.L. (FINMA pag. C2 593, pag. C2 

594, pag. C2 698, pag. C2 016, pag. C2 019). Sowohl das dazugehörige Bera-

tungsprotokoll wie auch die Zusatzvereinbarung wurden im Namen und auf den 

Unterlagen der B. AG abgeschlossen (FINMA pag. C2 588, pag. C2 589). In der 

Zusatzvereinbarung wird ausdrücklich von einer Anlage „Investition bei der B. AG 

in Form von Edelmetallen zu 100 %“ gesprochen. Teilweise erfolgte die Korres-

pondenz betreffend Zertifikate der D. S.L. auch auf Briefpapier der C. AG, und 

- 14 - 

zwar zeitlich bereits vor deren Eintragung ins Handelsregister (FINMA pag. C2 

014, pag. C2 015).  

2.4.2 Bei der Akquisition neuer Kunden wurde die C. AG von der B. AG unterstützt, 

welche ab 2008 vorwiegend als Vertriebsgesellschaft tätig war. Hierzu schloss 

die B. AG mit Vertriebspartnern im In- und Ausland Vertriebspartnerverträge ab, 

welche zum Gegenstand hatten, Interessenten zu finden, die bei der C. AG Edel-

metalle kaufen wollten (FINMA pag. A1 809, pag. A1 361 N 53; pag. C1 500 – 

525, pag. C1 463 – 477, pag. C1 686). Daneben wurden auch provisionsberech-

tigte Vermittler eingesetzt. Insgesamt waren um die 1'000 Vertriebspartner in ver-

schiedenen Ländern selbständig und auf Provisionsbasis für die C. AG tätig – 

entweder direkt oder über Vertriebspartnerverträge mit der B. AG (FINMA pag. 

A1 809 – 815, pag. A1 294, pag. A1 361; pag. C1 252 – 502, darunter Provisi-

onsabrechnung pag. C1 438 – 426, pag. C2 682; EFD pag. 000 010). Noch am 

1. Juli 2010, nach dem Einschreiten der FINMA (vgl. infra, E. 2.5), hat die B. AG 

einen neuen unabhängigen Vertriebspartner aufgenommen (FINMA pag. C1 023 

– 024). 

Nebst dem Einsatz von Vermittlern warb die C. AG auf der frei zugänglichen 

Webseite www.___.biz für die Anlage von Geldern in Edelmetall (FINMA pag. A1 

326 – 327, pag. A1 382, pag. A1 819, pag. A1 779 – 781, pag. A1 797; pag. C2 

693 – 697; EFD pag. 000 010). Die Webseite war auf die F. AG registriert (FINMA 

pag. C2 515). Auch mittels Prospekten wurden die Vorzüge von Geldanlagen in 

Gold und Silber beworben (FINMA pag. A1 225 – 220). Die B. AG sowie die D. 

S.L. waren darin als Kontaktstellen für die Einlagerung von Edelmetallen in der 

Schweiz angeführt (FINMA pag. A1 220). Im Mai 2010 veröffentlichte die B. AG 

ein Firmenmagazin mit dem Titel „Der Goldene Weg“ mit Artikeln in deutscher 

Sprache und englischer Übersetzung (FINMA pag. A1 933 – 918). Gemäss Er-

läuterungen des Beschuldigten im Magazin ist die B. AG der Vertriebsarm der 

„K.-Gruppe“ (FINMA pag. A1 926).  

2.4.3 Keine der involvierten Personen oder Gesellschaften verfügt bzw. verfügte je 

über eine Bankbewilligung der FINMA bzw. der EBK. 

2.5 Aufsichtsrechtliches Verfahren 

2.5.1 Wegen Verdachts auf unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen setzte 

die FINMA (wie eingangs erwähnt) mit Verfügung vom 22. Juni 2010 zwei Unter-

suchungsbeauftragte bei der B. AG und der C. AG ein (FINMA pag. A1 373 – 

384). In ihrer Verfügung vom 16. August 2010 stellte die FINMA fest, dass die 

- 15 - 

B. AG, die C. AG und die E. GmbH gemeinsam als Gruppe gewerbsmässig Pub-

likumseinlagen entgegengenommen und damit gegen das Bankengesetz 

verstossen haben (EFD pag. 000 013, pag. 000 014 f., pag. 000 019). Über die 

B. AG und die C. AG musste deswegen der Konkurs eröffnet werden (EFD pag. 

000 016, pag. 000 019). Gegenüber dem Beschuldigten wurde weiter ein Wer-

beverbot ausgesprochen. Ihm wurde unter Hinweis auf die Strafandrohung in Art. 

48 FINMAG generell verboten, unter jeglicher Bezeichnung selbst oder über 

Dritte Publikumseinlagen gewerbsmässig entgegenzunehmen oder für die Ent-

gegennahme von Publikumseinlagen in irgendeiner Form Werbung zu betreiben 

(EFD pag. 000 017, pag. 000 020). 

Im Rahmen der Konkursverfahren konnte die FINMA in ihrer Funktion als Kon-

kursliquidatorin trotz Nachforschungen nach den vom Beschuldigten vage ange-

gebenen Adressen von angeblichen Edelmetall-Lagern im In- und Ausland keine 

weiteren Bestände an Edelmetallen feststellen, als bereits die Staatsanwaltschaft 

des Kantons Luzern sichergestellt hatte. Die Menge an Edelmetallen, die sich 

daraus in der Konkursmasse befand, deckte bei Weitem nicht die Höhe der ent-

sprechenden Forderungseingaben (EFD pag. 030 009 – 010, pag. 030 011 – 

013, pag. 030 014 – 016).  

2.5.2 Der Beschuldigte war bereits früher in ein aufsichtsrechtliches Verfahren verwi-

ckelt, und zwar während seiner Zeit als Verwaltungsrat der L. AG  zwischen April 

und August 2006. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2006 verbot die EBK dem Be-

schuldigten unter Hinweis auf die Strafandrohung in Art. 292 StGB im Wider-

handlungsfall ausdrücklich und generell, unter jeglicher Bezeichnung selbst oder 

über Dritte Publikumseinlagen entgegenzunehmen, selbst oder über Dritte für die 

Entgegennahme von Publikumseinlagen in Inseraten, Prospekten, Rundschrei-

ben, elektronischen oder anderen Medien Werbung zu betreiben sowie selbst 

oder über Dritte unerlaubte Tätigkeiten als Effektenhändler auszuüben (EFD pag. 

000 006; vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.712/2006 vom 29. Juni 2007, E. 1.2 

= FINMA pag. A1 903 – 898). Im vorliegenden aufsichtsrechtlichen Verfahren 

gegen den Beschuldigten wurde nun auch der Vorwurf der Widerhandlung gegen 

diese Verfügung der EBK vom 26. Oktober 2006 erhoben (vgl. Strafbescheid 

vom 18. Juni 2014; EFD pag. 091 010). 

Der objektive Tatbestand von Art. 48 FINMAG setzt insbesondere voraus, dass 

überhaupt eine Verfügung der FINMA als Aufsichtsbehörde ergangen ist 

(SCHWOB/WOHLERS, Basler Kommentar BEHG/FINMAG, 2. Auflage, Basel 2011, 

Art. 48 FINMAG N 8). Weiter ist erforderlich, dass die Verfügung unter Hinweis 

auf die Strafdrohung von Art. 48 FINMAG ergangen und rechtskräftig ist 

(SCHWOB/WOHLERS, a.a.O., Art. 48 FINMAG N 9). Die im Zusammenhang mit 

- 16 - 

der Strafbarkeit gemäss Art. 48 FINMAG in Frage kommende Verfügung wurde 

nicht von der FINMA, sondern von deren Vorgängerbehörde EBK am 26. Oktober 

2006 erlassen, vor Inkrafttreten des Finanzmarktaufsichtsgesetzes. Die Strafan-

drohung in der Verfügung der EBK im Falle einer Widerhandlung ergibt sich aus 

dem Hinweis auf Art. 292 StGB, nicht auf Art. 48 FINMAG. Die sachliche Zustän-

digkeit für die Beurteilung einer Widerhandlung gegen Art. 292 StGB liegt bei den 

kantonalen Strafverfolgungsbehörden (vgl. Art. 22 StPO), das EFD ist hierzu 

sachlich nicht zuständig. In vorliegendem Verfahren kann eine entsprechende 

allfällige Widerhandlung somit nicht Gegenstand sein. 

3. Beweisanträge und Vorbringen des Beschuldigten 

3.1 Anlässlich der Hauptverhandlung beantragte der Beschuldigte diverse Urkunden 

zu den Akten zu nehmen. Dem wurde stattgegeben, mit Ausnahme einer Ur-

kunde, welche öffentlich zugänglich ist (Auszug aus einer Internetseite; vgl. 

Hauptverhandlungsprotokoll). Zudem wiederholte er die bereits gestellten Be-

weisanträge betreffend Zeugeneinvernahmen von Rechtsanwalt M. und N. 

3.1.1 Rechtsanwalt M. war gemäss rechtshilfeweise erhobener Auskunft der Staatsan-

waltschaft Stuttgart vom 30. Juli 2015 per dato in Deutschland nach wie vor als 

Beschuldigter in ein Strafverfahren, welches mit dem vorliegenden zusammen-

hängt, verwickelt. Die deutschen Strafverfolgungsbehörden gaben an, dass die-

ses Verfahren frühestens in sechs Monaten abgeschlossen (d.h. allenfalls An-

klage erhoben) werden könne (TPF 12.292.1 ff.). Eine Einvernahme als Zeuge 

von Rechtsanwalt M. zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung wäre somit nicht mög-

lich gewesen; er hätte lediglich als Auskunftsperson einvernommen werden kön-

nen und wäre entsprechend nicht zur Aussage verpflichtet gewesen (vgl. Art. 178 

lit. f i.V.m. Art. 180 Abs. 1 StPO). Hinzu kommt, dass Rechtsanwalt M., selbst 

wenn er als Zeuge aussagen müsste, ein Zeugnisverweigerungsrecht zustehen 

würde, da er sich mit den intendierten Aussagen selbst belasten würde (vgl. Art. 

169 Abs. 1 stopp; vgl. TPF 12.925.3 f.). Bereits im Strafverfahren vor dem Krimi-

nalgericht Luzern hatte der Staatsanwalt die Abweisung desselben Beweisantra-

ges mit ähnlicher Begründung beantragt (TPF 12.291.46). Im Weiteren sind die 

Akten bezüglich des Beweisthemas bereits umfangreich mit Urkunden dokumen-

tiert, insbesondere betreffend Tresorrum in Brackenheim (D) sind bereits Abklä-

rungen seitens des Gerichts getroffen worden. Der Beweisantrag des Beschul-

digten betreffend die Einvernahme von Rechtsanwalt M. wurde an der Hauptver-

handlung entsprechend abgewiesen (vgl. Hauptverhandlungsprotokoll). 

- 17 - 

3.1.2 Im Zusammenhang mit der Zeugeneinvernahme von N. beantragte der Beschul-

digte im Wesentlichen, dass dieser aufgrund seiner Funktion als ehemaliger 

Rechtsberater der K.-Gruppe über die Rolle von Rechtsanwalt M. Auskunft gebe. 

N. habe mit Rechtsanwalt M. in Kontakt gestanden bzw. mit diesem zusammen 

gearbeitet. N. wurde indes bereits von der Staatsanwaltschaft Luzern im Zusam-

menhang mit der Arbeit von Rechtsanwalt M. einvernommen (vgl. TPF 12.521.32 

f.). Er sagte insbesondere aus, dass er bezüglich Darlehensverträge oder Ge-

nussrechtskapital der B. AG "gar keine" Arbeiten ausgeführt habe. Das sei ein 

"einziges Werk" von Rechtsanwalt M. gewesen. Dieser habe den Emissionspros-

pekt verfasst und von der BaFin genehmigen lassen. Rechtsanwalt M. sei davon 

ausgegangen, dass die rechtlichen Vorgaben in Deutschland 1:1 in der Schweiz 

umgesetzt werden könnten (TPF 12.521.33). Eine Zusammenarbeit von N. mit 

Rechtsanwalt M. in Bezug auf die Genussrechtsbeteiligungen ist somit nicht er-

sichtlich. Der Beweisantrag betreffend die Zeugeneinvernahme von N. wurde an-

lässlich der Hauptverhandlung entsprechend erneut abgewiesen (vgl. Hauptver-

handlungsprotokoll). 

3.2 Der in der Strafverfügung des EFD und hiervor teilweise wiedergegebene Sach-

verhalt wird im Wesentlichen nicht bestritten bzw. anerkannt. Abweichend bzw. 

ergänzend brachte der Verteidiger des Beschuldigten anlässlich der Hauptver-

handlung zusammengefasst Folgendes vor: 

 Die E. GmbH sei nicht vom Beschuldigten errichtet worden, sondern von der 

F. AG als Muttergesellschaft und Gesellschafterin der E. GmbH. Der Be-

schuldigte habe die F. AG bei der Gründung der E. GmbH lediglich aufgrund 

einer Vollmacht vertreten. Die Behauptung des EFD (Ziff. 25 der Strafverfü-

gung), wonach der Beschuldigte die Geschäfte der E. GmbH geführt habe, 

sei somit unzutreffend (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 4). 

 Ausser Acht lasse das EFD, dass der Beschuldigte nicht Verwaltungsrat der 

F. AG war, sondern O.. Diesem soll entsprechend ein umfassendes Wei-

sungsrecht gegenüber den Verwaltungsräten der B. AG, namentlich gegen-

über dem Beschuldigten, zugestanden haben. Die Rolle von O. dürfe somit 

nicht ausgeblendet werden; die Untersuchung des EFD wäre diesbezüglich 

unvollständig (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 6/7). 

 Für den Einkauf, die Auslieferung an die Kunden bzw. die Einlagerung der 

Edelmetalle sei einzig BB., Aktionär der F. AG und Alleinaktionär der H. Ltd., 

zuständig gewesen (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 8/9). Nicht Der Beschuldigte 

habe die Kaufverträge über die Edelmetalle abgeschlossen, sondern die ein-

zelnen K. Gesellschaften. Für die korrekte Abwicklung der Kaufverträge sei 

- 18 - 

BB. zuständig gewesen. Der Beschuldigte habe erst anlässlich der Untersu-

chung durch die FINMA von den Fehlbeständen in den Edelmetalllagern er-

fahren. Er habe sich um den Aussendienst gekümmert, während der Innen-

dienst, namentlich die Entgegennahme der Edelmetallbestellungen, durch 

Mitarbeiterinnen in Z. erfolgt sei (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 23/24). 

 Die Idee sowie die Umsetzung des Produkts Genussrechtskapital würden 

von Rechtsanwalt M. stammen. Insbesondere habe Rechtsanwalt M. den 

Emissionsprospekt der B. AG selbstständig ausgearbeitet (Plädoyer Vertei-

digung, Ziff. 10 ff., 22).  

 Was die Auslagerung der Verwaltung der C. AG nach Deutschland betreffe 

(Ziff. 54 der Strafverfügung), so sei diese nicht aufgrund der strafrechtlichen 

Ermittlungen des Untersuchungsrichteramtes Luzern erfolgt, sondern auf 

Wunsch bzw. Empfehlung von Rechtsanwalt M. (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 

27). 

3.3 In Bezug auf die rechtliche Würdigung legte der Verteidiger des Beschuldigten 

anlässlich der Hauptverhandlung zusammengefasst folgende Erwägungen ins 

Recht: 

 Zuständigkeit: Aus der Zertifikationstabelle in den Akten der FINMA (FINMA 

pag. C2 049 – 056) – auf welche die Strafverfügung des EFD in Ziff. 50 ver-

weist – seien auch Kaufverträge über Edelmetalle zwischen ausländischen 

Kunden und ausländischen K. Gesellschaften aufgeführt. Diese Verträge 

könnten nicht in den Zuständigkeitsbereich der FINMA bzw. des EFD fallen 

(Plädoyer Verteidigung, Ziff. 30/31).  

 Objektiver Tatbestand im Zusammenhang mit Genussrechtsbeteiligungen: 

Entgegen der Behauptung des EFD sei gemäss den Genussrechtsbeteili-

gungsverträgen kein im Voraus vereinbarter Zins gewährt worden und es 

habe keine Verpflichtung zur Rückzahlung der Einlage bestanden. Geschul-

det gewesen sein soll einzig eine Abfindung/Schlusszahlung, abhängig von 

der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens. Es soll keine Verzin-

sung, sondern eine gewinnabhängige Rendite gewährt worden sein (Plädo-

yer Verteidigung, Ziff. 33). 

 Objektiver Tatbestand im Zusammenhang mit Edelmetallgeschäften: Bei 

den Edelmetallgeschäften würde es sich um gewöhnliche Kaufverträge i.S.v. 

Art. 184 OR handeln. Den Kunden sei Eigentum in Form von sog. labilem 

Eigentum verschafft worden, unabhängig davon, ob die Einlagerung in 

- 19 - 

Grossbarren oder Kleinbarren erfolgte (Plädoyer Verteidigung, 

Ziff. 35/40/43). Zwar müsse davon ausgegangen werden, dass nicht sämtli-

che von den Kunden bestellte Edelmetalle in die Edelmetalllager eingeliefert 

wurden, dies sei jedoch auf das Fehlverhalten von BB. zurückzuführen (Plä-

doyer Verteidigung, Ziff. 39). Sofern die eingelagerte Menge nicht der Menge 

entsprach, die hätte eingelagert werden müssen, so würde eine Nicht- oder 

nichtgehörige Erfüllung des Kaufvertrages i.S.v. Art. 97 ff. OR vorliegen (Plä-

doyer Verteidigung, Ziff. 45 f.).  

 Verantwortlichkeit: Die Geschäftstätigkeiten der verschiedenen Gesellschaf-

ten könnten nicht einzig und allein dem Beschuldigten strafrechtlich zuge-

rechnet werden. So müsse auch die Rolle und die Pflichten von O., dem 

einzigen Verwaltungsrat der F. AG, und der weiteren Verwaltungsräte der B. 

AG, G. und P., berücksichtigt werden (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 48 ff.). 

 Subjektiver Tatbestand im Zusammenhang mit Edelmetallgeschäften: Dem 

Beschuldigten sei nicht bewusst gewesen, dass die Edelmetalle in nicht ge-

nügender Menge eingelagert wurden. Diese Versäumnisse seien auf BB. o-

der seine Mitarbeiterinnen in Z. zurückzuführen (Plädoyer Verteidigung, 

Ziff. 54).  

 Schuld: Der Beschuldigte habe mit der Beauftragung von Rechtsanwalt M. 

alles unternommen, damit das von diesem vorgeschlagene Produkt "Ge-

nussrechte" rechtlich einwandfrei habe umgesetzt werden können. Es habe 

ihm das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit gefehlt. Aufgrund der Beratung 

durch einen spezialisierten Rechtsanwalt könne kein vermeidbarer Verbot-

sirrtum vorliegen (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 61 i.V.m. 59/64/65). In Bezug 

auf die Edelmetalle habe der Beschuldigte nicht damit rechnen können, dass 

eine Nicht- oder nicht-gehörige Erfüllung des Kaufvertrages als Publikums-

einlage qualifiziert werden könne und zum Einschreiten der FINMA führen 

würde (Plädoyer Verteidigung, Ziff. 64).  

  

- 20 - 

4. Rechtliches 

4.1 Örtliche Zuständigkeit 

4.1.1 Die involvierten Gesellschaften hatten ihren Sitz oder die tatsächliche Verwaltung 

in der Schweiz und wurden faktisch von der Schweiz aus geführt. Dies gilt insbe-

sondere auch für die D. S.L., die durch den Beschuldigten als deren Geschäfts-

führer von Z. aus tätig war. Es kann diesbezüglich auf bereits Gesagtes verwie-

sen werden (supra, E. 2.3.1). Unabhängig vom Wohnsitz der jeweils Geschädig-

ten haben die angeklagten Handlungen via die involvierten Gesellschaften B. AG, 

C. AG und D. S.L. somit auf Schweizer Hoheitsgebiet stattgefunden, weshalb die 

Zuständigkeit des EFD gegeben ist. 

4.1.2 In Bezug auf die Edelmetallgeschäfte weiterer K.-Gesellschaften mit Sitz im Aus-

land mit ausländischen Kunden (vgl. Geschädigtenliste, FINMA pag. A1 1006 – 

998) ist die örtliche Zuständigkeit indes nicht gegeben. Diese Edelmetallge-

schäfte sind nicht eingeklagt bzw. bilden nicht Gegenstand der Anklage und des 

vorliegenden Verfahrens. 

4.2 Anwendbares Recht 

4.2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR wird nach geltendem Recht beur-

teilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. 

Massgebend ist der Zeitpunkt der Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung 

(RIKLIN, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil, Verbrechenslehre, 3. Auf-

lage, Zürich 2007, § 8 N 5; POPP/BERKEMEIER, Basler Kommentar, 3. Auflage, 

Basel 2013, Art. 2 StGB N 5). Als Ausnahme bestimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass 

eine Tat, welche vor Inkrafttreten des Gesetzes begangen wurde, nach dem 

neuen Recht zu beurteilen ist, wenn dieses für den Täter das mildere ist (lex 

mitior). 

Nach Art. 46 Abs. 1 lit. f aBankG in der bis zum 31. Dezember 2008 gültigen 

Fassung wurde mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Busse bis zu 

Fr. 50'000.-- bestraft, wer vorsätzlich unbefugterweise Publikums- oder Sparein-

lagen entgegennahm. Diese Strafandrohung entspricht einer Geldstrafe von bis 

zu 180 Tagessätzen gemäss dem revidierten Sanktionensystem (vgl. Art. 333 

Abs. 2 lit. c StGB; Urteil des Bundesgerichts 6B_785/2009 vom 23. Februar 2010 

E. 5.6). Bei fahrlässigem Handeln betrug die Strafe Busse bis zu Fr. 30'000.-- 

(Art. 46 Abs. 2 aBankG). Seit dem 1. Januar 2009 wird mit Freiheitsstrafe bis zu 

- 21 - 

drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich unbefugterweise Publikums-

einlagen entgegennimmt (Art. 46 Abs. i lit. a BankG). Für fahrlässiges Handeln 

ist eine Busse von bis zu Fr. 250'000.-- vorgesehen (Abs. 2). 

4.2.2 Die zu beurteilenden Handlungen im Zusammenhang mit den Genussrechtsbe-

teiligungen fanden unter altem Recht statt (von 1. März 2006 bis 2. Dezember 

2008; vgl. supra, E. 2.2).  

Vorwegzunehmen ist, dass vorliegend eine Vermögensstrafe und keine Frei-

heitsstrafe auszusprechen sein wird. Was die sowohl vom alten als vom neuen 

Recht angedrohten Vermögensstrafen betrifft (Busse bzw. Geldstrafe), so sind 

diese qualitativ gleichwertig. Beide Sanktionen treffen den Täter im Rechtsgut 

Vermögen. Sie unterscheiden sich jedoch im System ihrer Bemessung sowie 

dadurch, dass nur die Geldstrafe, nicht aber die Busse, bedingt oder teilbedingt 

verhängt werden kann. Die Geldstrafenbemessung soll nicht etwa eine strengere 

Sanktion ermöglichen, sondern das bereits unter dem früheren Recht geltende 

Prinzip, dass der wirtschaftlich Starke nicht minder hart getroffen wird als der 

wirtschaftlich Schwache, besser verwirklichen (Botschaft vom 21. September 

1998 zur Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches, BBl 1998 2018, un-

ter Hinweis auf BGE 92 IV 4 E. 1; BGE 101 IV 16 E. 3c). Im Tagessatzsystem 

wird dies dadurch erreicht, dass in einem ersten Akt die Anzahl der Tagessätze 

nach dem Kriterium des Verschuldens des Täters (Art. 34 Abs. 1 StGB) und in 

einem zweiten Akt die Höhe der Tagessätze nach dem Kriterium seiner wirt-

schaftlichen Leistungsfähigkeit zu bestimmen ist (Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Sys-

temwechsel kann also bewirken, dass die Bemessung der beiden Vermögens-

sanktionen trotz ihrer Gleichwertigkeit zu sehr ungleichen Geldbeträgen führt. 

Wenn eine unbedingt auszufällende Geldstrafe mit einer (unbedingten) Busse zu 

vergleichen ist, so entscheidet die konkret ermittelte Höhe des Geldbetrages. Ist 

die Geldstrafe jedoch bedingt auszusprechen (Art. 42 StGB), ist sie die mildere, 

weil weniger eingriffsintensive Sanktion (zum Ganzen BGE 134 IV 82 E. 7.2.1). 

Wie sich zeigen wird, sind vorliegend die Voraussetzungen für die Verhängung 

einer bedingten Geldstrafe erfüllt (infra, E. 5.8), weshalb in Bezug auf das Ge-

schäftsmodell der Genussrechtsbeteiligungen das neue Recht milder ist und ent-

sprechend Anwendung findet. 

4.2.3 Was die Edelmetallgeschäfte betrifft, so fanden diese sowohl vor als auch nach 

dem Inkrafttreten der Rechtsänderung statt (28. März 2007 bis 19. März 2010; 

vgl. supra, E. 2.3). 

- 22 - 

4.2.3.1 Wo begrifflich, faktisch oder typischerweise mehrere Einzelhandlungen zur Erfül-

lung des tatbestandsmässigen Verhaltens vorausgesetzt sind, liegt gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung eine tatbestandliche Handlungseinheit vor (vgl. 

BGE 131 IV 83 E. 2.4.5 S. 93). Die betreffenden Handlungen werden auf diese 

Weise strafrechtlich zu einer einzigen Straftat zusammengefasst, deren Bege-

hung ähnlich einem Dauerdelikt über einen gewissen Zeitraum hinweg andauert. 

Folgerichtig ist auch bei der Strafzumessung zwischen den einzelnen Handlun-

gen eine Konkurrenz ausgeschlossen (vgl. ACKERMANN, Basler Kommentar 

Strafrecht I, a.a.O., Art. 49 StGB N 72). Demnach ist eine tatbestandliche Hand-

lungseinheit wie ein Dauerdelikt nach neuem Recht zu beurteilen, wenn sie 

(auch) begangen wurde, nachdem dieses in Kraft trat (Art. 2 Abs. 1 StGB). Daran 

ändert nichts, wenn die Handlung nur zum Teil unter das neue Recht fällt 

(POPP/BERKEMEIER, a.a.O., Art. 2 StGB N 11).  

Kein taugliches Kriterium zur Beurteilung ob es sich um eine verjährungsrechtli-

che Einheit handelt bildet das Qualifikationsmerkmal der Gewerbsmässigkeit 

(BGE 124 IV 59; Urteil des Bundesgerichts 6S.184/2003, E. 1.2.2). Eine verjäh-

rungsrechtliche Einheit kann nur angenommen werden, wenn der in Frage ste-

hende Straftatbestand Elemente enthält, die ein andauerndes pflichtwidriges 

Verhalten ausdrücklich oder sinngemäss erfassen (z.B. gefangen halten, aufbe-

wahren; vgl. hiezu Urteil des Bundesgerichts 6S.184/2003 E. 1.1 in fine). 

4.2.3.2 Natürlichen und juristischen Personen, die nicht dem Bankengesetz unterstehen, 

ist es untersagt, gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegenzunehmen (Art. 1 

Abs. 2 BankG). In casu untersteht der Beschuldigte, resp. "seine" Unternehmun-

gen, nicht dem BankG, es wird ihm unbefugte Entgegennahme von Publikums-

einlagen vorgeworfen. Der Straftatbestand von Art. 46 Abs. 1 lit. a des BankG 

erfüllt, wer vorsätzlich unbefugterweise Publikums- oder Spareinlagen entgegen-

nimmt. Gemäss der bis am 31. Dezember 2014 geltenden Fassung der Verord-

nung vom 17. Mai 1972 über die Banken und Sparkassen (Bankenverordnung, 

aBankV; SR 952.02) handelte gewerbsmässig, wer dauernd mehr als 20 Publi-

kumseinlagen entgegennahm oder sich öffentlich zur Entgegennahme von Pub-

likumseinlagen empfahl (z. B. Werbung durch Prospekte oder Vermittler), selbst 

wenn daraus weniger als 20 Einlagen resultierten (Art. 3a Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1 

aBankV; BGE 136 II E. 4.2 S. 49; Urteil des BVGer B-1645/2007 vom 17. Januar 

2008 E. 4.1.4). Mit der Revision der BankV wurde diese Definition beibehalten 

(vgl. Art. 6 BankV). Das Andauern des strafbaren Verhaltens ist somit von dem 

in Frage stehenden Straftatbestand ausdrücklich erfasst, weshalb von einer tat-

bestandlichen Handlungseinheit auszugehen ist (was freilich auch für das Ge-

schäftsmodell der Genussrechtsbeteiligungen zu gelten hat). 

- 23 - 

4.2.3.3 Die letzte Handlung im Zusammenhang mit den Edelmetallgeschäften erfolgte 

unter neuem Recht; entsprechend findet dieses in Bezug auf alle Edelmetallge-

schäfte Anwendung.  

4.3 Verjährung 

4.3.1 Frist 

Die unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen wird mit Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG). Es han-

delt sich entsprechend um ein Vergehen (Art. 10 Abs. 3 StGB). Das BankG selbst 

regelt die Verjährungsfrist nicht; das VStrR sieht lediglich eine besondere Ver-

jährungsregel für Übertretungen vor (Art. 11 Abs. 4 VStrR). Somit ist die allge-

meine Regel gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. c aStGB i.V.m. Art. 2 VStrR massgebend, 

wonach die Tat innert sieben Jahren verjährt (die per 1. Januar 2014 in Kraft 

getretene Revision, wonach die Tat innert zehn Jahren verjähren würde [Art. 97 

Abs. 1 lit. c StGB], findet vorliegend aufgrund der lex mitior-Regel keine Anwen-

dung, vgl. Art. 2 Abs. 2 i.V.m. Art. 389 Abs. 1 StGB). 

4.3.2 Ende des Verjährungslaufs 

Nach Art. 97 Abs. 3 aStGB tritt die Verjährung nicht mehr ein, wenn vor Ablauf 

der Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist. Gemäss den Aus-

führungen in der Botschaft des Bundesrates vom 21. September 1998 zur Teil-

revision des Strafgesetzbuches sind unter Urteilen im Sinne dieser Bestimmung 

auch Urteile im Abwesenheitsverfahren sowie Strafmandate (Strafbefehle) zu 

verstehen, die nicht Gegenstand eines Rechtsmittel- oder Einspracheverfahrens 

waren (BBl 1999 1997 ff., 2134). Weitere Erörterungen zum Begriff des Urteils 

im Sinne der zitierten Bestimmung enthält die Botschaft nicht. Die Tragweite der 

Vorschrift war auch nicht Gegenstand der parlamentarischen Beratungen. Ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gelten auch Strafverfügungen im Ver-

waltungsstrafverfahren als erstinstanzliche Urteile (BGE 133 IV 112 E. 9.4.4; vgl. 

aber auch Urteil des Bundesgerichts 6B_771/2011 vom 11. Dezember 2012, 

E. 1.4, insb. E. 1.4.6). 

Im konkreten Fall kann offenbleiben, ob die Strafverfügung des EFD vom 6. Mai 

2015 im Sinne der erwähnten Rechtsprechung tatsächlich als erstinstanzliches 

Urteil betrachtet werden kann, zumal zwischen Erlass des Strafbescheids und 

der Strafverfügung kein eigentliches kontradiktorisches Verfahren durchgeführt 

wurde. Selbst wenn die Strafverfügung indes nicht verjährungsunterbrechend 

sein sollte, wäre mit vorliegendem Urteil die Verjährungsfrist gewahrt (vgl. infra). 

- 24 - 

4.3.3 Verjährungseintritt 

Nach Art. 98 lit. c StGB beginnt, wenn das strafbare Verhalten wie vorliegend 

andauert (supra, E. 4.2.3.1 f.), der Fristenlauf mit dem Tag, an dem dieses Ver-

halten aufhört (lit. c). Die Taten beginnen entsprechend mit der letzten Handlung 

zu verjähren, d.h. in Bezug auf die Genussrechtsbeteiligungen am 2. Dezember 

2008 (Verjährungseintritt 2. Dezember 2015) und in Bezug auf die Edelmetallge-

schäfte am 19. März 2010 (Verjährungseintritt 19. März 2017). 

4.4 Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen im Allgemeinen 

4.4.1 Die Entgegennahme von Publikumseinlagen, das bankenmässige Passivge-

schäft, besteht darin, dass ein Unternehmen gewerbsmässig Verpflichtungen ge-

genüber Dritten eingeht, d.h. selber zum Rückzahlungsschuldner der entspre-

chenden Leistung wird (BGE 136 II 43 E. 4.2 S. 48). Es muss ein Vertrag vorlie-

gen, in dem sich der Zahlungsempfänger zur späteren Rückzahlung der betref-

fenden Summe verpflichtet. Massgeblich hierfür ist nicht die Bezeichnung der 

Einlagen, sondern der gewollte Vertragszweck (Urteil des BVGer B-2723/2011 

vom 24. April 2012, E. 4.1). Als Publikumseinlagen gelten dabei grundsätzlich 

alle entgegengenommenen Fremdmittel. Die Ausnahmen sind abschliessend in 

Art. 3a Abs. 3 und 4 BankV in der bis am 31. Dezember 2014 geltenden Fassung 

aufgeführt (vgl. FINMA-RS 2008/3, Publikumseinlagen bei Nichtbanken, N 10 

und 19; BGE 136 II 43 E. 4.2 S. 48 f.; ebenso Art. 5 Abs. 2 und 3 der revidierten 

BankV). 

4.4.2 Entgegengenommene Gelder gelten nicht als Einlagen, wenn sie eine Gegen-

leistung aus einem Vertrag auf Übertragung des Eigentums oder aus einem 

Dienstleistungsvertrag darstellen (Art. 3a Abs. 3 lit. a aBankV). Nach der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung muss dem Vertragspartner jedoch das tatsächli-

che Eigentum verschafft werden. Mit anderen Worten muss eine Individualisie-

rung des erworbenen Eigentums erfolgen können und dieses muss als Gegen-

leistung zur geleisteten Summe des Vertragspartners stehen (Urteil des Bundes-

gerichts 2A.332/2006 vom 6. März 2007, E. 5.2.1; Urteil des Bundesgerichts 

2A.218/1999 vom 5. Januar 2000, E. 3b/cc). 

4.4.3 Gewerbsmässig handelt (wie erwähnt), wer dauernd mehr als 20 Publikumsein-

lagen entgegennimmt oder sich öffentlich zur Entgegennahme von Publikums-

einlagen empfiehlt, selbst wenn daraus weniger als 20 Einlagen resultieren (vgl. 

vgl. supra, E. 4.2.3.2; Art. 3a Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1 aBankV, Art. 6 BankV; BGE 

136 II E. 4.2 S. 49; Urteil des BVGer B-1645/2007 vom 17. Januar 2008, E. 4.1.4). 

Nach übereinstimmender Lehre und Rechtsprechung reicht denn auch bereits 

- 25 - 

der Nachweis der Absicht, Gelder gewerbsmässig entgegenzunehmen, um auf 

Gewerbsmässigkeit zu erkennen bzw. die Bewilligungspflicht auszulösen (vgl. 

BAHAR/STUPP, Basler Kommentar zum Bankengesetz, 2. Auflage, Basel 2013, 

Art. 1 BankG N 10). 

4.4.4 Unbefugt ist die gewerbsmässige Entgegennahme von Publikumseinlagen dann, 

wenn sie durch natürliche oder juristische Personen, die nicht dem Bankengesetz 

unterstehen (Art. 1 Abs. 2 BankG), vorgenommen werden. 

4.5 Genussrechtsbeteiligungsverträge 

4.5.1 Der Beschuldigte hat im Namen der B. AG von seinen Geschäftsräumlichkeiten 

in Z. aus vom 1. März 2006 bis mindestens am 2. Dezember 2008 mit mindestens 

156 Privatpersonen sogenannte „Genussrechtsbeteiligungsverträge“ über die 

Entgegennahme von Geldern abgeschlossen und sich darin verpflichtet, die ein-

gelegten Gelder nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit vertragsgemäss wieder 

zurückzuzahlen. Als Entgelt für die Zurverfügungstellung des Geldes bezahlte 

die B. AG den Anlegern einen im Voraus vereinbarten Zins bzw. eine Dividende 

(supra, E. 2.2). Dabei handelte es sich bei diesen Einlagen nach schweizeri-

schem Recht aufgrund der Verpflichtung zur Rückzahlung nicht um Eigenkapital, 

sondern um Fremdmittel der Gesellschaft, selbst wenn die Anleger sich damit am 

Gewinn der Gesellschaft beteiligten. Es handelt sich deshalb bei den Genuss-

rechtsbeteiligungen um Publikumseinlagen. Ausnahmen gemäss Art. 3a Abs. 3 

und 4 aBankV sind keine ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Der 

Einwand des Beschuldigten, dass keine Verzinsung, sondern eine gewinnabhän-

gige Rendite gewährt worden sein soll, ist zum einen aktenwidrig (vgl. Zeich-

nungsscheine, welche ausdrücklich eine Verzinsung gewähren, z.B. FINMA pag. 

C 1 401), zum anderen aber auch unbedeutend für die Qualifikation als Publi-

kumseinlage. Ebenfalls nicht entscheidend sein kann, dass die Höhe der Rück-

zahlung der Einlage nach Ende der Laufzeit abhängig von der wirtschaftlichen 

Entwicklung des Unternehmens gewesen sein soll (vgl. Plädoyer Verteidigung, 

Ziff. 33).  

4.5.2 Für die „Genussrechtsbeteiligungsverträge“ warb die B. AG öffentlich mittels Ver-

kaufsprospekten. Zudem war das Geschäftsmodell darauf ausgerichtet, von weit 

mehr als 20 Personen Gelder entgegenzunehmen, nahm sie doch auf diese 

Weise schon nur im ersten Jahr ihrer Tätigkeit laut ihrer Bilanz des Jahres 2006 

insgesamt über Fr. 500'000.-- von mindestens 63 Personen ein (supra, 

E. 2.2.3 f.). Die B. AG nahm demnach gewerbsmässig Publikumseinlagen ent-

gegen. 

- 26 - 

4.5.3 Weder der Beschuldigte noch die B. AG verfügten über eine Bankbewilligung der 

FINMA. Der objektive Tatbestand von Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG ist somit betref-

fend die Genussrechtsbeteiligungsverträge ab der Entgegennahme der ersten 

entsprechenden Zahlung am 1. März 2006 bis 2. Dezember 2008 erfüllt. 

4.6 Edelmetallgeschäfte 

4.6.1 Der Beschuldigte hat ab dem 28. März 2007 bis am 19. März 2010 über die B. 

AG , die C. AG und die D. S.L. Verträge mit Privatpersonen abgeschlossen, wo-

nach diesen im Umfange des von ihnen gewählten Geldbetrages und nach er-

folgter Zahlung desselben Edelmetalle – vorwiegend Barren und Münzen in Gold 

und Silber – besorgt werden sollten. Etwa 300 Kunden verzichteten dabei auf 

eine Auslieferung des Edelmetalls in Höhe von insgesamt über EUR 3 Mio. und 

vereinbarten stattdessen gestützt auf Verwahrungsverträge mit der C. AG, dass 

das Edelmetall bei Dritten eingelagert wird. Dafür erhielten sie von der C. AG ein 

Zertifikat über die Art und Menge des einzulagernden Edelmetalls ausgestellt. 

Tatsächlich wurden nur mit einem Teil der entgegengenommenen Gelder Edel-

metalle gekauft. Die eingelagerte Menge an Edelmetallen entsprach bei Weitem 

nicht der eigentlichen Menge, welche gestützt auf die Verwahrungsverträge hätte 

vorhanden sein müssen. Die Edelmetalle, die tatsächlich eingelagert wurden, 

waren nicht nach Kunden individualisiert und auch nicht in der entsprechenden 

Stückelung eingelagert, so dass es nicht möglich war, einzelnen Kunden be-

stimmte Vermögenswerte zuzuordnen (zum Ganzen, supra, E. 2.3.3 ff.).  

4.6.2 Nach Art. 3a Abs. 3 lit. a aBankV sind Gelder, die eine Gegenleistung aus einem 

Vertrag auf Übertragung von Eigentum darstellen, keine Einlagen i.S.v. Art. 1 

Abs. 2 BankG. Derartige Gelder können mithin bewilligungsfrei 

entgegengenommen werden. Vorliegend ist somit zu prüfen, ob den 

Vertragspartnern der K.-Gesellschaften an den Edelmetallen Eigentum 

verschafft wurde.  

4.6.3 Der Beschuldigte hatte die Verträge überwiegend mit ausländischen 

Staatsangehörigen abgeschlossen bzw. über seine Gesellschaften abschliessen 

lassen. Der Erwerb und der Verlust dinglicher Rechte an beweglichen Sachen 

unterstehen dem Recht des Staates, in dem die Sache im Zeitpunkt des 

Vorgangs, aus dem der Erwerb oder der Verlust hergeleitet wird, liegt (Art. 100 

Abs. 1 IPRG). Die Edelmetalle waren im Kanton Zürich eingelagert bzw. sie 

hätten gemäss dem Verwahrungsvertrag dort als Sammelverwahrung 

eingelagert werden müssen. Folglich ist die Frage des Eigentumserwerbs nach 

Schweizer Recht zu beantworten.  

- 27 - 

4.6.4 Für den Erwerb von Eigentum ist die Besitzübertragung nicht nötig (vgl. Art. 717 

Abs. 1 ZGB, sog. "constitutum possessorium"). Die Edelmetalle, die nicht direkt 

an die Käufer ausgeliefert wurden, sollten wie erwähnt sammelverwahrt werden. 

Gemäss der Lehre lassen sich die Grundsätze der Sammelverwahrung von 

Wertpapieren analog auch auf die Sammelverwahrung von Edelmetallen 

anwenden (SCHMID/HÜRLIMANN-KAUB, Sachenrecht, 4. Aufl., Zürich 2012, 

N 1130d; STEINAUER, Les droits réels, Tome II, 4. Aufl., Bern 2012, N 2121d, 

m.H.). Für die Sammelverwahrung von vertretbaren Wertpapieren gilt seit dem 

1. Januar 2010 gemäss Art. 973a OR bezüglich Eigentum Folgendes: Der 

Aufbewahrer ist befugt, die Wertpapiere mehrerer Hinterleger ungetrennt zu 

verwahren, sofern nicht ein Hinterleger ausdrücklich die gesonderte Verwahrung 

seiner Papiere verlangt. Im Fall einer solchen Sammelverwahrung erwirbt der 

Hinterleger mit der Einlieferung Miteigentum nach Bruchteilen an den zum 

Sammelbestand gehörenden Wertpapieren gleicher Gattung. Mit der 

Einlieferung entsteht mit anderen Worten von Gesetzes wegen Miteigentum; 

diese Rechtsfolge ist zwingend (vgl. PÖSCHEL/MAIZAR, Basler Kommentar 

Wertpapierrecht, Basel 2012, Art. 973a N 9 m.H.). Die frühere Rechtslage war in 

Anwendung der allgemeinen Regeln von Art. 484 OR (hinterlegungsrechtliche 

Komponente) und Art. 727 ZGB (sachenrechtliche Komponente) über die 

Vermengung vertretbarer Güter fast identisch. Die Lehre spricht bei dieser 

besonderen Art dinglicher Rechte von modifiziertem und labilen Miteigentum 

(modifiziert, weil die einzelnen Miteigentümer voneinander keine Kenntnis haben 

und nur theoretisch eine Rechtsbeziehung besteht; labil, weil jeder Hinterleger 

jederzeit das Miteigentum ohne Zustimmung der anderen auflösen kann; hiezu 

PÖSCHEL/MAIZAR, a.a.O., Art. 973a N 1; vor Art. 973a ff. N 8 ff.). 

4.6.5 Grundvoraussetzung für den Eigentumserwerb an einem Sammeldepot ist somit, 

dass die Edelmetalle physisch überhaupt in ein Sammeldepot eingeliefert wer-

den. Dies war in casu mehrheitlich oder überwiegend nicht der Fall. Bei der Haus-

durchsuchung der Räumlichkeiten des Zollfreilagers in Embrach vom 15. Sep-

tember 2009 durch die Kantonspolizei Luzern konnten lediglich folgende der C. 

AG zuordenbare Edelmetallbestände sichergestellt werden: 7 Tausend-Unzen-

Silberbarren, 10'986 Dirham Silberstücke sowie 435 Dinar Goldstücke (FINMA 

pag. A1 1057). Diese Menge an Edelmetallen entsprach nicht der Menge an 

Edelmetallen, die gemäss den Kauf- bzw. Hinterlegungsverträgen per Septem-

ber 2009 hätte hinterlegt sein müssen (rund 2'546 Dinar Goldstücke, 44'845 

Dirham Silberstücke, 6'647 Gold- und 34'369 Silberbarren; vgl. FINMA pag. A1 

806 Ziff. 102; pag. A1 731-724). Namentlich konnten keine Goldbarren vorgefun-

den werden, obwohl zahlreiche Kunden gerade in Gold investiert hatten. Entge-

gen der Behauptung des Beschuldigten befanden sich die restlichen Edelmetalle 

auch nicht im Tresorraum in Brackenheim, Deutschland (vgl. Auskunft der 

- 28 - 

Staatsanwaltschaft Stuttgart, TPF 12.292.9 f.). Zudem erklärte BB., der Gründer 

und Verwalter des Lagerhalters H. Ltd. in Dubai, auch dort seien nicht die den 

Verträgen entsprechenden Mengen an Edelmetallen eingeliefert worden (TPF 

12.521.25 f.). Im Übrigen sind die Aussagen des Beschuldigten zu angeblichen 

weiteren Lagerorten vage und unsubstantiiert. So liegen keine Unterlagen oder 

ähnliche Hinweise vor, die nur schon auf deren Vorhandensein schliessen lassen 

würden. 

4.6.6 Somit ist festzustellen, dass die Verträge mit den Kunden, welche auf eine 

Auslieferung verzichteten und eine Hinterlegung verlangten, nicht vollumfänglich 

erfüllt wurden, d.h. seitens der C. AG bzw. D. S.L. nicht genügend Edelmetalle 

erworben und eingeliefert worden sind. Im Umfang des Fehlbestandes an 

Edelmetallen konnte den Kunden entsprechend auch kein Eigentum verschafft 

werden. Die Ausnahmeregelung von Art. 3a Abs. 3 lit. a aBankV kann 

diesbezüglich somit nicht zur Anwendung kommen.  

4.6.7 Was die tatsächlich eingelagerten Edelmetalle betrifft, so waren diese wie er-

wähnt ganz überwiegend nicht in entsprechender Grösse und Stückelung hinter-

legt und daher auch nicht den einzelnen Kunden zuzuordnen, mithin nicht indivi-

dualisiert. Teilweise waren die Edelmetalle in sehr grosser Stückelung (Tausend-

Unzen-Barren) gelagert, sodass eine Trennung bzw. Herausgabe an die einzel-

nen Kunden nur mit unverhältnismässigem Aufwand bzw. Zerstörung der "gros-

sen" Barren möglich gewesen wäre. Dies im Gegensatz zu Wertpapieren in ei-

nem Sammeldepot, welche ohne weiteres jederzeit herausgegeben werden kön-

nen. Im konkreten Fall scheitert deshalb eine analoge Anwendung der Vorschrif-

ten zu der Sammelverwahrung von Wertpapieren (vgl. supra, E. 4.6.4). Den Kun-

den wurde kein Eigentum an den Edelmetallen verschafft, sondern sie hatten nur 

einen Anspruch auf den ihnen gemäss ihrem Zertifikat zustehenden Anteil am 

eingelagerten Silber und Gold. 

4.6.8 Zusammengefasst handelt es sich bei den Edelmetallgeschäften – bei denen 

keine direkte Auslieferung oder keine individualisierte Einlagerung erfolgten – 

mangels Verschaffung des tatsächlichen Eigentums nicht um Kaufverträge. Eine 

Ausnahme nach Art. 3a Abs. 3 oder 4 aBankV liegt somit nicht vor. Diese Ge-

schäfte sind als Publikumseinlagen im Sinne des Bankengesetzes zu qualifizie-

ren. 

Ab einer Entgegennahme von mehr als 20 Publikumseinlagen gilt eine gesetzli-

che Vermutung für gewerbsmässiges Vorgehen (Art. 3 Abs. 2 aBankV). Diese 

Zahl wurde vorliegend deutlich überschritten. Zudem wurde auch über das Inter-

net und durch den Einsatz von Vermittlern öffentlich für die Edelmetallgeschäfte 

- 29 - 

geworben (supra, E. 2.3.3 ff., 4.6.1). Somit wurden die Publikumseinlagen ge-

werbsmässig entgegengenommen.  

4.6.9 Weder der Beschuldigte noch die B. AG verfügten über eine Bankbewilligung der 

FINMA. Der objektive Tatbestand von Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG ist somit auch 

betreffend die Edelmetallgeschäfte ab 28. März 2007 bis 19. März 2010 erfüllt. 

4.7 Verantwortlichkeit 

4.7.1 Eine Widerhandlung, die beim Besorgen von Angelegenheiten juristischer Per-

sonen, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften, Einzelfirmen oder Personen-

mehrheiten ohne Rechtspersönlichkeit oder sonst bei einer Ausübung geschäft-

licher oder dienstlicher Verrichtungen für einen anderen begangen wird, wird 

denjenigen natürlichen Personen zugerechnet, welche die Tat verübt haben 

(Art. 6 Abs. 1 VStrR). Der Geschäftsherr, Arbeitgeber, Auftraggeber oder Vertre-

tene, der es vorsätzlich oder fahrlässig in Verletzung einer Rechtspflicht unter-

lässt, eine Widerhandlung des Untergebenen, Beauftragten oder Vertreters ab-

zuwenden oder in ihren Wirkungen aufzuheben, untersteht den Strafbestimmun-

gen, die für den entsprechend handelnden Täter gelten (Art. 6 Abs. 2 VStrR). 

4.7.2 Der Beschuldigte war seit der Gründung der B. AG im September 2005 faktischer 

Geschäftsführer und bis Ende 2006 auch deren Verwaltungsratspräsident, bis er 

am 21. Dezember 2006 im Zuge der Sitzverlegung der B. AG aus dem Handels-

register gestrichen wurde. Darüber hinaus war er seit dem 9. November 2006 auf 

unbefristete Zeit ihr Generalbevollmächtigter und zur Vertretung der Gesellschaft 

in allen Angelegenheiten berechtigt (supra, E. 2.2.1). Aufgrund des Beherr-

schungsvertrags zwischen der B. AG und der F. AG kam ihm ein umfassendes 

Weisungsrecht gegenüber der B. AG zu (supra, E. 2.2.1). Weiter war der Be-

schuldigte einziges Verwaltungsratsmitglied mit Einzelzeichnungsberechtigung 

sowie formeller und faktischer Geschäftsführer der C. AG, Geschäftsführer der 

D. S.L. und als Mehrheitsaktionär der F. AG auch bestimmender Eigentümer und 

wirtschaftlich Berechtigter aller hier involvierten Gesellschaften (supra, E. 2.3.1 

f.). Als solchem fiel ihm die faktische Beherrschungsmöglichkeit über alle vorer-

wähnten Gesellschaften zu. Unter diesen Umständen ist die genaue Dauer des 

Verwaltungsratsmandates des Beschuldigten bei der B. AG, wie auch bei jeder 

anderen hier involvierten Gesellschaft, nicht weiter relevant. Als faktisches oder 

formelles Organ konnte er deren Geschäftstätigkeit leiten und er hat diese Mög-

lichkeit auch wahrgenommen. Die dargestellte Geschäftstätigkeit ist ihm somit 

gemäss Art. 6 Abs. 1 VStrR infolge seines eigenen Handelns strafrechtlich zuzu-

rechnen. 

- 30 - 

4.8 Schuld  

4.8.1 Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und 

Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). 

Nicht zum Wissen als Bestandteil des Vorsatzes gehört das Bewusstsein der 

Rechtswidrigkeit oder dasjenige der Strafbarkeit (vgl. DONATSCH, in: Donatsch 

(Hrsg.)/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommen-

tar, Zürich 2010, Art. 12 StGB N 6; STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht 

Allgemeiner Teil I, 4. Auflage, Bern 2011, § 11 N 54). Der objektive Tatbestand 

bei Strafnormen im Finanzmarktbereich besteht nur aus der grundsätzlich verbo-

tenen, eine Bewilligung voraussetzenden Finanzmarkttätigkeit. Darauf muss sich 

das Wissen als Bestandteil des Vorsatzes beziehen. Das Element der Bewilli-

gungslosigkeit hingegen ist nicht Teil des objektiven Tatbestandes, sondern auf 

Ebene der Rechtswidrigkeit zu prüfen. Unter dem Titel des Verbotsirrtums 

(Art. 21 StGB) auf der Ebene der Schuld ist sodann zu erwägen, ob der Täter 

wusste, dass sein Tun unter Vorbehalt einer Bewilligungserteilung verboten war 

(Urteile des Bundesgerichts 2A.460/2003 vom 11. August 2004, E. 3.5 und 

6S.222/2004 vom 20. August 2004, E. 4.3; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Schweize-

risches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2012, 

Art. 21 N 3). Ein allenfalls vorhandener Verbotsirrtum (Unkenntnis der Bewilli-

gungspflicht) lässt den Vorsatz zur Verwirklichung des objektiven Tatbestandes 

(unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen) nicht entfallen (BGE 99 IV 

57 E. 1a S. 59; STRATENWERTH, a.a.O., m.w.H.). 

4.8.2 Der Beschuldigte war an allen vorliegend relevanten Gesellschaften über die F. 

AG wirtschaftlich Berechtigter und handelte als solcher direkt, teilweise über Ge-

neralvollmachten, als deren faktischer Geschäftsführer oder sogar als formelles 

Organ. Er wusste, dass er über die B. AG, die C. AG und die D. S.L. Gelder von 

Anlegern entgegennahm. Da er bereits im Jahr 2006 in ein Verfahren der EBK 

wegen unbefugter Entgegennahme von Publikumseinlagen involviert war (supra, 

E. 2.5.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.712/2006 vom 29. Juni 2007, E. 1.2; 

FINMA pag. A1 903 – 898), ist davon auszugehen, dass er sich der Frage der 

Bewilligungspflicht seiner Geschäfte bewusst war. Zudem wusste er, dass im 

Rahmen der Edelmetallgeschäfte – soweit diese nicht sofort durch Auslieferung 

vollzogen wurden – Gold und Silber in ungenügender Menge und nicht individu-

alisiert sowie auch nicht richtig gestückelt aufbewahrt wurde. Ihm war bewusst, 

dass nicht sichergestellt war, dass genügend Edelmetalle für die Kunden – indi-

vidualisiert und in der entsprechenden Stückelung – eingelagert wurden. Er 

führte die Geschäftstätigkeit selbst während und nach den im September 2009 

- 31 - 

erhobenen Strafuntersuchungen durch das Untersuchungsrichteramt des Kan-

tons Luzern weiter und leitete die Kundengelder noch nach der Kontosperrung 

auf die E. GmbH um (supra, E. 2.3.6), was die klare Absicht und Zielgerichtetheit 

der Tätigkeit des Beschuldigten zeigt. Mithin handelte er vorsätzlich. 

4.8.3 Der Beschuldigte macht geltend, er sei darum bemüht gewesen, die rechtlichen 

Vorschriften einzuhalten und habe sich deshalb in Bezug auf die Geschäftsidee 

der Beteiligungsverträge durch Rechtsanwalt M. beraten lassen. Bei der Beauf-

tragung eines Experten habe er sich darauf verlassen, dass dieser seine Arbeiten 

korrekt ausführt. Daher sei ihm zu keiner Zeit bewusst gewesen, Publikumsein-

lagen entgegenzunehmen. Auch in Bezug auf die Edelmetallgeschäfte habe er 

nicht damit rechnen können, dass eine Nicht- oder nicht-gehörige Erfüllung eines 

Kaufvertrages als Publikumseinlage qualifiziert werden könne. Der Beschuldigte 

beruft sich insofern auf einen Verbotsirrtum (vgl. Plädoyer Verteidigung, Ziff. 61 

i.V.m. 59/64/65).  

4.8.3.1 Gemäss Art. 21 StGB handelt nicht schuldhaft, wer bei der Begehung der Tat 

nicht weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält. War der 

Irrtum vermeidbar, so mildert das Gericht die Strafe. Ein Verbotsirrtum ist gege-

ben, wenn dem Täter trotz Kenntnis des unrechtsbegründenden Sachverhalts 

das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit fehlt. Kein unvermeidbarer Verbotsirrtum 

liegt vor, wenn der Beschuldigte ernsthafte Zweifel an der Rechtmässigkeit sei-

nes Tuns hatte oder hätte haben müssen (BGE 129 IV 6, E. 4.1 und 4.2; Urteil 

6B_393/2008 des Bundesgerichts vom 8. November 2008, E. 2.3 und 2.4; DO-

NATSCH, a.a.O., Art. 21 N 4).  

4.8.3.2 Der Rat eines Rechtsanwalts ist nicht ohne Weiteres bereits deshalb 

vertrauenswürdig, weil er von einer kraft ihrer Berufsstellung vertrauenswürdigen 

Person erteilt worden ist. Massgebend ist vielmehr, ob der Rechtsrat – aus der 

Sicht des Anfragenden – nach eingehender sorgfältiger Prüfung erfolgt und von 

der notwendigen Sachkenntnis getragen ist. Eher zur Absicherung als zur 

Klärung bestellte Gefälligkeitsgutachten scheiden als Grundlage eines 

unvermeidbaren Verbotsirrtums aus. Auskünfte, die erkennbar vordergründig 

oder mangelhaft sind oder nach dem Willen des Anfragenden lediglich eine 

"Feigenblattfunktion" erfüllen sollen, können den Täter ebenfalls nicht entlasten. 

Voraussetzung der Unvermeidbarkeit ist einerseits, dass dem Rechtsberater der 

vollständige Sachverhalt zur Prüfung vorgelegt worden ist, den der Täter an-

schliessend verwirklicht. Andererseits muss der Rechtsberater diesen Sachver-

halt in einem Gutachten unter allen rechtlichen Gesichtspunkten geprüft haben 

(BGE 98 IV 293 E. 4a S. 303). Der Beratende muss eine vollständige Kenntnis 

von allen tatsächlich gegebenen, relevanten Umständen haben. Insbesondere 

- 32 - 

bei komplexen Sachverhalten und erkennbar schwierigen Rechtsfragen ist 

regelmässig ein detailliertes, schriftliches Gutachten erforderlich, um einen 

unvermeidbaren Verbotsirrtum zu begründen (vgl. BGE 92 IV 70 E. 2 S. 73 f.; 

BGE 98 IV 293 E. 4a S. 303; BGE 129 IV 6 E. 4 S. 18 f.: NIGGLI/MAEDER, Basler 

Kommentar Strafrecht I, a.a.O., Art. 21 StGB N 23). 

4.8.3.3 Gemäss den Aussagen des Beschuldigten hat Rechtsanwalt M. diesen bei der 

Umsetzung des Modells der "Genussrechtsbeteiligungsverträge" rechtlich 

beraten und insbesondere auch den Emissionsprospekt vom 10. Juli 2006 

verfasst. Am 19. Oktober 2006 legte die B. AG diesen Prospekt der EBK zur Prü-

fung vor (FINMA pag. A1 031). Die EBK kam am 14. Dezember 2006 zum 

Schluss, dass bereits nach summarischer Prüfung des Emissionsprospekts der 

B. AG ein Verstoss gegen das Werbeverbot für die Entgegennahme von Publi-

kumseinlagen vorliege und wies die B. AG auf die entsprechenden Strafbestim-

mungen hin. Die B. AG wurde aufgefordert, die Werbung mit dem Emissions-

prospekt per sofort zu unterlassen (FINMA pag. A1 015 – 014). Der Beschuldigte 

teilte dies in einem Schreiben an Rechtsanwalt M. vom 19. Dezember 2006 auch 

mit (FINMA pag. A1 161). Spätestens ab diesem Zeitpunkt muss dem Beschul-

digten bewusst gewesen sein, dass das Geschäftsmodell der Genussrechtsbe-

teiligungen ohne bankenrechtliche Bewilligung nicht betrieben werden konnte. 

Auf allfällige anderweitige Zusicherungen von Rechtsanwalt M. durfte er sich 

nicht mehr berufen. Der Beschuldigte legt auch kein schriftliches Gutachten zur 

Frage der Unterstellung des Geschäftsmodells unter das Bankengesetz vor, 

welches ihm Anlass hätte geben können, von der Rechtmässigkeit seines Tuns 

auszugehen. Zudem hätte er als sachkundiger und im Finanzbereich erfahrener 

Geschäftsmann, der um das Bestehen rechtlicher Rahmenbedingungen in der 

Schweiz wusste und deshalb auch mit den schweizerischen Aufsichtsbehörden 

in Kontakt stand, mit einer gewissenhaften Überlegung ohne weiteres erkennen 

können, dass ein von einem deutschen Rechtsanwalt mit Büro in Deutschland 

ohne ausgewiesene Kenntnisse oder Praxiserfahrung im Bereich des 

schweizerischen Finanzmarktrechts erteilte Auskunft nicht unbesehen 

übernommen werden darf.  

4.8.3.4 Darüber hinaus wäre ein Verbotsirrtum leicht vermeidbar gewesen. Die Frage 

der Vermeidbarkeit orientiert sich daran, ob sich auch ein gewissenhafter Mensch 

hätte in die Irre führen lassen, oder ob der Täter hinreichenden Anlass gehabt 

hätte, die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens zu erkennen oder in Erfahrung zu 

bringen, sei es durch eigenes Nachdenken, eine Gewissensanspannung oder 

eine gewissenhafte Überlegung, sei es durch ein Erkundigen bei Behörden oder 

vertrauenswürdigen Personen. Die Überprüfung des eigenen Verhaltens auf 

seine Rechtmässigkeit ist insbesondere dann verlangt, wenn der Täter weiss, 

- 33 - 

dass sein Verhalten rechtlicher Regelung unterliegt, ohne sich näher über deren 

Inhalt und Reichweite zu informieren. Vermeidbar ist der Verbotsirrtum ferner 

dann, wenn die Möglichkeit einer rechtlichen Regelung derart nahe liegt, dass es 

völliger Gleichgültigkeit gegenüber den Anforderungen des Rechts bedarf, um 

sie nicht zu erkennen (NIGGLI/MAEDER, a.a.O., Art. 21 StGB N 21). Es ist allge-

mein bekannt, dass der Finanz- und Börsenbereich stark reguliert ist. Der Be-

schuldigten war wie erwähnt im Finanzbereich erfahren. Als Verwaltungsrat der 

L. AG stand der bereits bezüglich Bewilligungsfragen in Kontakt mit der EBK, 

wobei ihm diese unter Strafandrohung verboten hatte, selbst oder über Dritte 

Publikumseinlagen entgegen zu nehmen (vgl. supra, E. 2.5.2; Urteil des Bundes-

gerichts 2A.712/2006 vom 29. Juni 2007, E. 1.2; FINMA pag. A1 903 – 898). Es 

musste ihm somit bewusst sein, dass die Tätigkeit der B. AG und der C. AG 

rechtlichen Anforderungen, insbesondere einer Bewilligungspflicht unterliegen 

könnte. 

4.8.3.5 Ein Schuldausschlussgrund gemäss Art. 21 StGB liegt nach dem Gesagten nicht 

vor. 

4.9 Ergebnis 

Im Ergebnis ist der Beschuldigte wegen unbefugter Entgegennahme von Publi-

kumseinlagen (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG), begangen in der Zeit vom 1. März 

2006 bis zum 2. Dezember 2008 (betreffend Genussrechtsbeteiligungsverträge) 

bzw. in der Zeit vom 28. März 2007 bis zum 19. März 2010 (betreffend Edelme-

tallgeschäfte), schuldig zu sprechen. 

5. Strafzumessung 

5.1 Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persön-

lichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 

Verschulden bestimmt sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflich-

keit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie 

weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 

Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (BGE 136 IV 55, E. 5.4). 

Im Rahmen der Strafzumessung gemäss Art. 47 StGB hat das Gericht zuerst die 

objektiven und subjektiven Tatumstände (Tatkomponenten) zu gewichten und 

die sich daraus ergebende hypothetische Strafe zu definieren (BGE 134 IV 132, 

- 34 - 

E. 6.1). Die objektive Tatkomponente umfasst das Ausmass des verschuldeten 

Erfolgs und die Art und Weise des Vorgehens, während sich die subjektive Tat-

komponente auf die Beweggründe, die Intensität des deliktischen Willens und 

das Mass an Entscheidungsfreiheit bezieht (BGE 129 IV 6, E. 6.1). Sodann ist 

die anhand der objektiven und subjektiven Tatumstände ermittelte hypothetische 

Strafe bei Vorliegen täterrelevanter Strafzumessungsfaktoren zu erhöhen bzw. 

zu reduzieren (BGE 136 IV 55, E. 5.7). Die Täterkomponente setzt sich zusam-

men aus dem Vorleben, den persönlichen Verhältnissen, dem Verhalten nach 

der Tat und im Strafverfahren sowie der Strafempfindlichkeit des Täters (BGE 

129 IV 6, E. 6.1). 

Die Strafdrohung von Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG lautet auf Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder Geldstrafe. Der Strafrahmen bewegt sich somit zwischen einem 

Minimum von einem Tagessatz Geldstrafe und einem Maximum von drei Jahren 

Freiheitsstrafe. 

5.2 Gemäss Strafregisterauszug des Beschuldigten wurde dieser vom Amtsstatthal-

teramt Luzern am 28. April 2009 wegen Erleichterns des rechtswidrigen Aufent-

haltes (Art. 23 Abs. 1 aANAG), begangen zwischen dem 11. Juli 2006 und dem 

8. Mai 2007, verurteilt, weshalb vorliegend grundsätzlich zumindest teilweise 

eine Zusatzstrafe i.S.v. Art. 49 Abs. 3 StGB zu bilden wäre. Im Verwaltungsstraf-

recht gilt indes bei Bussen und Geldstrafen das Kumulationsprinzip (Art. 9 VStrR; 

vgl. EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafver-

fahrensrecht, Bern 2012, S. 74). Vorliegend wird eine Geldstrafe auszusprechen 

sein. Art. 49 StGB bleibt deshalb unbeachtlich. 

5.3 Tatkomponente: 

5.3.1 Im Rahmen der objektiven Tatkomponente ist das Ausmass des verschuldeten 

Erfolgs erheblich. Der Beschuldigte nahm über verschiedene Gesellschaften 

über zwei verschiedene Geschäftsmodelle in der Zeit vom 1. März 2006 bis zum 

19. März 2010 insgesamt von mehr als 400 Personen Gelder in der Höhe von 

über Fr. 3,5 Millionen entgegen. Beabsichtigt war, von weiteren Personen Gelder 

entgegenzunehmen. Die Geschäftstätigkeit wurde nur durch das Einschreiten 

der FINMA gestoppt. Die Gesellschaften waren in diesem Zeitpunkt illiquid, so 

dass über sie der Konkurs eröffnet werden musste. Der Beschuldigte trat gegen 

aussen als Geschäftsführer der hauptsächlich beteiligten Gesellschaften auf und 

unterzeichnete wichtige Geschäftsunterlagen. Er war bei Gesellschaften, über 

welche Publikumseinlagen entgegengenommen wurden, als Organ tätig und ak-

tiver Antreiber der gesamten Geschäftstätigkeit. Trotz seiner faktischen Beherr-

- 35 - 

scher- und Geschäftsführerstellung hat er sich nicht über die Höhe der entgegen-

genommenen Gelder, die Menge und Zugehörigkeit der Edelmetalle sowie deren 

konkreten Lagerort gekümmert. Durch Werbung über das Internet, den Einsatz 

von Vermittlern und vorformulierter Verträge ist er professionell, planmässig und 

sehr organisiert aufgetreten. Dadurch hat er eine erhebliche kriminelle Energie 

an den Tag gelegt. 

5.3.2 Im Rahmen der subjektiven Tatkomponente ist festzuhalten, dass die Beweg-

gründe des Beschuldigten eigennütziger Art waren. Er wusste, dass er über die 

verschiedenen Gesellschaften Gelder von Anlegern entgegennahm und die An-

leger ihm dabei ihr Vertrauen schenkten. Zu keinem Zeitpunkt war er in seiner 

Entscheidungsfreiheit eingeschränkt. Da ihm die Mehrheit der Anteile an der Mut-

tergesellschaft zustand, war ihm die Beherrschungsmöglichkeit der Gesellschaf-

ten sicher und er hätte die Geschäftstätigkeit aufgrund des Beherrschungsver-

hältnisses oder als faktischer Geschäftsführer zu jeder Zeit einstellen sowie die 

entgegengenommenen Gelder zurückzahlen können. Gegenüber behördlichen 

Anordnungen verhielt er sich renitent und übte eine bewilligungspflichtige Tätig-

keit ungeachtet eines bereits gegen eine seiner Gesellschaften durchgeführten 

aufsichtsrechtlichen Verfahrens und eines ausdrücklich und unter Strafandro-

hung gegen ihn verhängten Verbots der Entgegennahme von Publikumseinlagen 

von neuem aus. So war er als einziger Verwaltungsrat eines illegal tätigen Finan-

zintermediärs bereits im Jahr 2006 in ein Verfahren der EBK verwickelt. Mit 

rechtskräftiger Verfügung vom 25. Oktober 2006 wurde diese Gesellschaft auf-

sichtsrechtlich liquidiert, da sie unerlaubt gewerbsmässig Publikumseinlagen ent-

gegengenommen hatte (vgl. supra, E. 2.5.2). Mit welcher kriminellen Energie er 

vorging zeigt auch die Tatsache, dass er seine Tätigkeit selbst nach September 

2009, mithin nach Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen gegen ihn im Kanton 

Luzern und der Beschlagnahmung sämtlicher Unterlagen sowie der Sperrung der 

Konten der C. AG, weiterführte und die Kundengelder unverzüglich an die E. 

GmbH umleitete.  

5.3.3 Das Tatverschulden der Beschuldigten ist insgesamt schwer. In Würdigung der 

Tatkomponente ist eine hypothetische Strafe von 300 Tagen Freiheits- oder 

Geldstrafe angemessen. 

5.4 Täterkomponente:  

5.4.1 Der Beschuldigte wurde in Deutschland geboren und ist deutscher Staatsange-

höriger. Er ist gelernter Bürokaufmann und machte in der Bundeswehr die Aus-

bildung zum Fahrlehrer, Unteroffizier und Stabsunteroffizier. Nach seinem Mili-

tärdienst arbeitete der Beschuldigte in der Finanzbranche bei der Q. AG. Danach 

- 36 - 

baute er mit eigenen Mitteln ein Schulungs- und Ausbildungszentrum auf, arbei-

tete auf selbständiger Basis als Handelsreisender (EFD pag. 051 025) und grün-

dete die R. GmbH. Danach war er als Vermittler für Versicherungen, Banken, 

Bausparkassen und Investmentgesellschaften tätig, baute bei der Unternehmung 

S. einen Aussendienst auf und arbeitete bei T., bis er mit früheren Geschäfts-

partnern eine Tätigkeit im Bereich Vermittlung und Verkauf von Edelmetall be-

gann (EFD pag. 051 027 – 028). 

Der Beschuldigte ist zweifach geschieden und Vater dreier Kinder. Mit der Mutter 

des jüngsten Kindes und dem gemeinsamen zehnjährigen Sohn lebt er wieder 

als Familie zusammen und ist gegenüber dem minderjährigen Sohn auch unter-

stützungspflichtig. Dadurch ist von einer leicht erhöhten Strafempfindlichkeit aus-

zugehen. Beruflich hat der Beschuldigte sowohl in unselbständiger als auch in 

selbständiger Stellung im Finanzdienstleistungsbereich gearbeitet. Als gelernter 

Bürokaufmann war er unter anderem als Vermögensberater und Vermittler tätig 

und hatte aufgrund der Geschäftstätigkeit einer von ihm geführten und im Bereich 

von Finanzgeschäften tätigen Gesellschaft bereits eine Freiheitsstrafe verbüsst. 

Das Landgericht Augsburg (Deutschland) hatte den Beschuldigten am 31. Juli 

1996 wegen Betrugs in 847 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und 

zwei Monaten verurteilt, die teilweise vollzogen worden ist (EFD pag. 051 061). 

Diese Strafe liegt indes weit zurück. Auch in der Schweiz ist der Beschuldigte 

bereits mehrmals im Strafregister verzeichnet, allerdings ist keine der bisher in 

der Schweiz verübten Straftaten einschlägig. Im gegen den Beschuldigten ge-

führten noch hängigen Strafverfahren wegen gewerbsmässigen Betrugs etc. der 

Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern verbrachte er bereits drei Jahre und sie-

ben Monate in Untersuchungshaft sowie in vorzeitigem Strafvollzug, woraus er 

am 1. April 2014 entlassen wurde. Am 1. Juli 2015 wurde der Beschuldigte vom 

Kriminalgericht Luzern zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zu einer 

Geldstrafe von 180 Tagesätzen zu je Fr. 100.-- verurteilt (TPF 12.291.17/36). 

Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte Berufung; aufgrund der Unschulds-

vermutung ist dieses erstinstanzliche Urteil bei der Strafzumessung somit nicht 

zu berücksichtigen. Zum Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren ist fest-

zuhalten, dass der Beschuldigte seine Schuld bestreitet und keine Reue zeigt. 

5.4.2 Das Gesamtverschulden des Beschuldigten wiegt schwer. Die Täterkomponente 

gibt keinen Anlass zur Erhöhung oder Reduzierung der Einsatzstrafe und es 

bleibt bei 300 Tagen Freiheits- oder Geldstrafe. 

5.5 Der Beschuldigte wurde mit Schreiben vom 8. November 2013 über die Eröff-

nung einer verwaltungsstrafrechtlichen Untersuchung informiert (EFD pag. 021 

001). Das Schlussprotokoll erging am 6. März 2014 und der Strafbescheid am 

- 37 - 

18. Juni 2014. Die Strafverfügung datiert vom 6. Mai 2015. Somit dauerte das 

Verwaltungsstrafverfahren inklusive gerichtliches Verfahren gut zwei Jahre. Un-

ter dem Aspekt der Verfahrensdauer besteht kein Anlass für eine Strafreduktion. 

Die Strafe ist hingegen zu mildern, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der 

seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser 

Zeit wohl verhalten hat (Art. 48 lit. e StGB). Nach der Rechtsprechung ist dieser 

Milderungsgrund auf jeden Fall zu beachten, wenn 2/3 der Verjährungsfrist ver-

strichen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_664/2015 

vom 18. September 2015, E. 1.1). Vorliegend trifft dies zu, insbesondere die 

Handlungen im Zusammenhang mit den Genussrechtsbeteiligungen wären am 

2. Dezember 2015 allesamt verjährt. Weiter hat sich der Beschuldigte, soweit er-

sichtlich, strafrechtlich in dieser Zeit nichts mehr zuschulden kommen lassen; das 

Urteil des Kriminalgerichts Luzern vom 1. Juli 2015 betraf weitgehend denselben 

Sachverhalt und ist noch nicht rechtskräftig (TPF 12.291.18/45/55 ff.). 

Unter Berücksichtigung dieses Umstandes ist die Strafe um einen Drittel, d.h. 

von 300 auf 200 Tage Freiheits- oder Geldstrafe, zu reduzieren. 

5.6 Es bleibt zu prüfen, ob die auszusprechende Strafe als Geldstrafe oder als Frei-

heitsstrafe ausgesprochen werden soll, da diese beiden Strafarten im Bereich 

von 6 bis 12 Monaten nebeneinander in Betracht kommen (Art. 34 Abs. 1 und 

Art. 40 Satz 1 StGB). Im Vordergrund steht dabei die Geldstrafe. Das ergibt sich 

aus dem Prinzip der Verhältnismässigkeit, wonach bei alternativ zur Verfügung 

stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige zu wählen ist, die weniger stark in 

die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart 

trifft (BGE 134 IV 82 E. 4.1).  

Gestützt darauf ist vorliegend eine Geldstrafe von 200 Tagessätzen auszuspre-

chen. 

5.7 Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt ein Tagessatz höchstens Fr. 3'000.--. Das 

Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirt-

schaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach 

Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstüt-

zungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. 

In den Steuerjahren 2012 und 2013 hatte der Beschuldigte weder steuerbares 

Einkommen noch steuerbares Vermögen ausgewiesen (TPF 12.261.6). Ab dem 

1. Dezember 2014 war der Beschuldigte bei der AA. AG in Winterthur zu 70 % 

- 38 - 

angestellt, im Zeitpunkt der Hauptverhandlung arbeitete er dort zu 100 %. Er be-

zieht ein jährliches Bruttosalär von Fr. 67'200.-- (ohne 13. Monatslohn), was ei-

nem Nettoeinkommen von rund Fr. 57'500.-- entsprechen dürfte. Zudem hat er 

für das Jahr 2014 einen Bonus von Fr. 380.-- erhalten. Seine Ex-Frau arbeitet zu 

50 % für eine Putzagentur und soll monatlich Fr. 1'700.-- brutto verdienen. Der 

Beschuldigte hat laufend diverse Auslagen zu tragen, namentlich Berufsausla-

gen (Benzinkosten, Fr. 200.--/m), Miete (Fr. 2'000.--/m, inkl. Nebenkosten), Kran-

kenkasse (Fr. 380.--/m, ohne Berücksichtigung einer Prämienverbilligung, sowie 

Fr. 115.--/m Anteil an die Krankenkasse seiner Ex-Frau), Unterhaltsleistungen für 

seinen minderjährigen Sohn (Fr. 390.--/a für Nachmittagsschule) sowie Versiche-

rungsprämien (Hausrat und Haftpflicht, Fr. 290.--/a). Zudem bezahle er die von 

der Sozialhilfe nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft bezogenen 

Leistungen in monatlichen Raten zurück (Fr. 200.--/m). Schulden soll er darüber 

hinaus bei einem Anwalt haben, welcher ihn und seine Ex-Frau im Zusammen-

hang mit deren Ausländerbewilligung beraten habe. Er bezahle diese in monatli-

chen Raten von Fr. 200.-- zurück (zum Ganzen, vgl. Einvernahmeprotokoll). An-

gesichts dieser persönlichen und finanziellen Verhältnisse ist der Tagessatz auf 

Fr. 30.-- festzusetzen. 

5.8 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Geldstrafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Bege-

hung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Der 

Aufschub ist nicht zulässig, wenn der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor 

der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens 

sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen ver-

urteilt worden ist, sofern nicht besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 

Abs. 2 StGB). Das Gericht hat unter Würdigung aller wesentlichen Umstände, 

die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner 

Bewährung zulassen, eine Prognose darüber zu stellen, ob der Verurteilte für 

dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet (BGE 128 IV 193 E. 3a). Für die Ein-

schätzung des Rückfallrisikos ist das Gesamtbild der Täterpersönlichkeit ent-

scheidend, wobei allen zu berücksichtigenden Umständen die gleiche Bedeutung 

beizumessen ist (BGE a.a.O.; 118 IV 97 E. 2b).  

Die objektiven Voraussetzungen zur Gewährung des bedingen Strafvollzuges 

sind bei der verhängten Geldstrafe gegeben. Die Grenzen des bedingten Straf-

vollzugs (Art. 42 Abs. 1 StGB) sind nach dem Gesagten nicht überschritten. Es 

sind keine ernsthaften Gründe ersichtlich, welche bezweifeln liessen, dass der 

Beschuldigte sich künftig dauernd wohl verhalten werde. Er hat nach einem län-

geren Freiheitsentzug infolge Untersuchungshaft und vorzeitigem Strafvollzug im 

http://links.weblaw.ch/BGE-128-IV-193
http://links.weblaw.ch/BGE-118-IV-97

- 39 - 

Kanton Luzern beruflich wieder Fuss gefasst und lebt auch familiär in einigerma-

ssen geordneten Verhältnissen. Aus den Akten sind keine Hinweise auf eine all-

gemeine Neigung zu regelmässigem, verantwortungslosem Verhalten ersichtlich. 

Die Taten lassen nicht per se auf einen Charaktermangel schliessen. Zwar wurde 

der Beschuldigte in den Jahren 2006, 2007 und 2009 wegen Widerhandlungen 

gegen ausländer- und strassenverkehrsrechtliche Bestimmungen zu Bussen 

bzw. Geldstrafen verurteilt (TPF 12.221.3 f.). Diese Verurteilungen liegen indes 

weit zurück und betreffen nicht den Finanzbereich. Auch die Verwicklung in ein 

früheres aufsichtsrechtliches Verfahren der EBK liegt bereits rund zehn Jahre 

zurück und kann deshalb nicht für die Begründung einer negativen Legalprog-

nose herangezogen werden. Die am 1. Juli 2015 erfolgte Verurteilung durch das 

Kriminalgericht Luzern ist in diesem Zusammenhang unbeachtlich, zumal per 

dato nicht rechtskräftig. Insgesamt bestehen keine Anzeichen für eine negative 

Bewährungsprognose. Im konkreten Fall liegen die Voraussetzungen für den be-

dingten Strafvollzug somit vor. Die Probezeit wird auf 2 Jahre festgelegt (Art. 44 

Abs. 1 StGB). 

5.9 Nach Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer unbedingten Geld-

strafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. Die Verbin-

dungsstrafe kann ohne weitere Voraussetzungen ausgesprochen werden; na-

mentlich ist sie nicht an eine negative Legalprognose gebunden (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_412/2010 vom 19. August 2010, E. 2.3). Sie trägt u.a. dazu bei, 

das unter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher geringe Droh-

potential der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denk-

zettel verpasst werden können, um ihm den Ernst der Lage vor Augen zu führen 

und zugleich zu demonstrieren, was bei Nichtbewährung droht (BGE 134 IV 60 

E. 7.3.1). Die bedingt ausgesprochene Strafe und die Verbindungsstrafe müssen 

in ihrer Summe schuldangemessen sein (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3). Nach der Pra-

xis des Bundesgerichts rechtfertigt es der akzessorische Charakter der Verbin-

dungsstrafe, deren Obergrenze grundsätzlich auf einen Fünftel der dem Gesamt-

verschulden angemessenen Strafe festzulegen. Abweichungen von dieser Regel 

sind jedoch im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der Ver-

bindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 

IV 188 E. 3.4.4). Das Bussenmaximum beträgt gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB 

Fr. 10'000.--. 

Als bedingte Strafe wurde eine Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, 

insgesamt Fr. 6'000.--, festgesetzt. Damit die bedingt ausgesprochene Strafe und 

die Verbindungsstrafe in ihrer Summe noch schuldangemessen sind, wird vorlie-

gend die Verbindungsbusse auf Fr. 900.-- (15 % von Fr. 6'000.--) festgesetzt, 

unter Reduktion der bedingten Geldstrafe um 15 % auf 170 Tagessätze. 

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6. Vollzug 

Urteile der Strafgerichte