# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6935c1a-0301-5f79-a0f8-e99ffa5a434a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.03.2012 E-2271/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2271-2011_2012-03-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-2271/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richter Bruno Huber (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Richter Kurt Gysi,    

Gerichtsschreiber Jonas Tschan. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Hans Peter Roth,  

 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 7. März 2011 / N (…). 

 

 

E-2271/2011 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die sich dannzumal in einem Gefängnis befindende Beschwerdeführerin 

gelangte mit englischsprachiger Eingabe vom (…) an die Schweizerische 

Botschaft in Colombo (nachfolgend: die Botschaft) und suchte unter Hin-

weis auf ihre (…) Inhaftierung wegen vormaliger Zugehörigkeit zu den 

LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) um Asyl in der Schweiz nach. Mit 

Beschluss vom 1. April 2010 schrieb das BFM das Asylgesuch als ge-

genstandlos geworden ab, weil das Gesuch wegen der aktuellen Inhaftie-

rung der Beschwerdeführerin nicht behandelt werden könne und von ei-

nem lediglich abstrakten Schutzinteresse auszugehen sei. 

B.  

Die Beschwerdeführerin gelangte am 28. Mai 2010 erneut an die Bot-

schaft und wies darauf hin, dass sie am (…) aus dem Gefängnis entlas-

sen worden sei. 

C.  

Mit Schreiben vom 9. Juni 2010 forderte die Botschaft die Beschwerde-

führerin auf, eine Reihe von konkreten Fragen zu beantworten und allfäl-

lige Beweismittel zu bezeichnen beziehungsweise einzureichen. Dieser 

Aufforderung kam die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. Juli 2010 

nach und legte einlässlich dar, weshalb sie um Asyl in der Schweiz nach-

suche. 

D.  

Die Botschaft lud die Beschwerdeführerin am 15. September 2010 für 

den 27. September 2010 zu einer Anhörung ein. Diese machte dabei gel-

tend, sie sei im Jahre (…) von Mitgliedern der LTTE mitgenommen und 

zwangsrekrutiert worden. Im (…) sei sie an die Front beordert worden, wo 

sie als (…) habe Dienst leisten müssen. Im (…) sei sie von der Navy und 

Leuten der EPDP (Eelam People's Democratic Party) aufgegriffen und 

verhaftet worden. In der Folge sei sie sexuell belästigt, verhört und ge-

schlagen worden. Ein (…) habe gar versucht, sie zu vergewaltigen. Zwi-

schen (…) und (…) sei sie inhaftiert gewesen, zuerst im Gefängnis 

B._______ und anschliessend im Frauengefängnis C._______. Auch dort 

sei sie sexuell belästigt worden. Im (…) sei sie ohne Auflagen aus der 

Haft entlassen worden. Seither habe sie sie bei ihrer Tante beziehungs-

weise bei ihrer Schwester gewohnt und Drohanrufe von Unbekannten be-

kommen. Ausserdem hätten sich Leute der EPDP nach ihr erkundigt und 

sie befragen wollen.  

E-2271/2011 

Seite 3 

E.  

Die Botschaft überwies das Anhörungsprotokoll zusammen mit einem Be-

gleitschreiben am 28. September 2010 dem BFM. 

Eine weitere Eingabe der Beschwerdeführerin vom 12. Oktober 2010 ging 

bei der Botschaft am 18. Oktober 2010 ein und wurde gleichentags dem 

Bundesamt zugestellt. 

Erneut gelangte die Beschwerdeführerin am 25. November 2010 an die 

Botschaft, welche das Schreiben am 25. November 2010 an die Vorin-

stanz weiterleitete. 

F. 

Mit Verfügung vom 7. März 2011 verweigerte das BFM der Beschwerde-

führerin die Einreise in die Schweiz und lehnte ihr Asylgesuch ab. Zur 

Begründung führte es im Wesentlichen an, sie weise kein Gefährdungs-

profil auf, das auf eine Verfolgung seitens des sri-lankischen Staates 

schliessen lassen würde, die geltend gemachten Vorbringen seien nicht 

asylrelevant. 

G. 

Die Beschwerdeführerin erhob durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe 

vom 18. April 2011 gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht und beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei zu 

kassieren, es sei ihr zwecks Fortführung des Asylverfahrens die Einreise 

in die Schweiz zu gestatten und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses sei – unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorin-

stanz –  zu verzichten. 

H. 

Das Gericht forderte mit Zwischenverfügung vom 27. April 2011 das BFM 

auf, innert Frist zur Beschwerde Stellung zu nehmen, und stellte fest, 

über die materiellen und verfahrensrechtlichen Anträge der Beschwerde-

führerin werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. 

I. 

Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 18. Mai 2011 die Ab-

weisung der Beschwerde. 

K. 

Mit Eingabe vom 7. Juni 2011 nahm die Beschwerdeführerin zur Ver-

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Seite 4 

nehmlassung der Vorinstanz Stellung und beantragte Gutheissung der 

eingereichten Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1. 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge-

hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 

des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus-

nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-

gericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so 

auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 

1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset-

zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde 

ist somit einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3. 

3.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

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schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). 

3.2 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 

die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die 

Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann  (vgl. Art. 3,  Art. 7 

und Art. 52 Abs. 2 AsylG). 

Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Ein-

reise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet wer-

den kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-

res Land auszureisen. Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen 

zur Erteilung einer Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu um-

schreiben, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die wei-

terhin massgebende Praxis der vormaligen Schweizerischen Asylrekurs-

kommission (ARK) in Entscheidungen und Mitteilungen [EMARK] 1997 

Nr. 15, insbes. S. 131 ff., welcher Entscheid angesichts bloss redaktionel-

ler Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 

vor Gültigkeit hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilli-

gung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen (vgl. 

a.a.O. E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung 

im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am 

Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet wer-

den kann. 

4. 

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheides 

aus, dass es die angebliche Inhaftierung und die unrechtmässige Be-

handlung der Beschwerdeführerin bedauere. Es könne auch die Furcht 

vor erneuten Übergriffen seitens der sri-lankischen Sicherheitskräfte 

nachvollziehen. Das schweizerische Asylrecht diene jedoch nicht dem 

Ausgleich erlittenen Unrechts. Die geltend gemachte Inhaftierung und die 

unrechtmässige Behandlung würden zudem in die Zeit des Krieges zwi-

schen der Regierung und den LTTE fallen und müssten heute mit ande-

ren Augen betrachtet werden, da sich die Sicherheits- und Menschen-

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rechtslage im Land seit dem Kriegsende von Mai 2009 verbessert habe. 

Die Anzahl von Gewaltereignissen wie Entführungen, Verschleppungen 

und Tötungen sei markant zurückgegangen. Hinzu komme, dass die Be-

schwerdeführerin eigenen Angaben zufolge über kein ausreichendes poli-

tisches Profil verfüge, welches zum jetzigen Zeitpunkt mit erheblicher 

Wahrscheinlichkeit zu einreiserelevanten Schwierigkeiten führen könnte. 

Die Anforderungen an eine Einreisebewilligung in die Schweiz seien 

hoch: Gemäss ständiger Praxis der schweizerischen Asylbehörden könne 

eine solche Bewilligung nur erteilt werden, wenn mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einer akuten Gefährdung der gesuchstellenden 

Person bei einem Verbleib in Sri Lanka ausgegangen werden müsse. Die 

Beschwerdeführerin sei nach ihrer Inhaftierung bedingungslos freigelas-

sen worden. Es bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass sie auf Grund 

dieser Inhaftierung in absehbarer Zukunft erneut staatlichen Verfol-

gungsmassnahmen ausgesetzt sein könnte. 

Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu 

sein, seien für die Bewilligung einer Einreise in die Schweiz nur dann re-

levant, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nachkomme oder nicht 

in der Lage sei, Schutz zu gewähren. Der Einfluss der bewaffneten Grup-

pierungen in Sri Lanka habe seit dem Ende der Kriegshandlungen stark 

abgenommen. Auch bestünden keine Hinweise mehr auf eine allgemeine 

Unterstützung der bewaffneten Gruppierungen durch die sri-lankische 

Armee und den Staat. Es komme jedoch vor, dass sich frühere Angehöri-

ge solcher Gruppierungen weiterhin kriminell betätigen und die lokale Be-

völkerung mit Drohungen und Erpressungsversuchen unter Druck setzen 

würden. Hierbei handle es sich jedoch um Verfolgungsmassnahmen sei-

tens Dritter, die von den staatlichen Behörden in Sri Lanka geahndet wür-

den. Es bestehe für die Beschwerdeführerin demnach die Möglichkeit, 

sich an die lokalen Behörden zu wenden, um Schutz zu ersuchen. 

4.2 In der Beschwerde wird der Argumentation der Vorinstanz entgegen-

gehalten, deren Interpretation des Asylgesetzes sei stossend. Die ent-

scheidende Behörde könnte dazu verleitet werden, eine Einreisebewilli-

gung möglichst lange hinauszuzögern, um dann zu behaupten, die Prob-

leme der Asylsuchenden hätten sich inzwischen gelöst und eine Einreise-

bewilligung für die Schweiz sei deshalb nicht mehr notwendig. Die Be-

schwerdeführerin habe am (…) eine Eingabe bei der Schweizerischen 

Vertretung in Colombo gemacht, zu einem Zeitpunkt, als sie noch im Ge-

fängnis inhaftiert gewesen sei. Von verschiedenen Menschenrechtsorga-

nisationen würden detaillierte Berichte vorliegen, welche die Misshand-

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lungen von tamilischen Gefangenen in den Gefängnissen von B._______ 

und C._______ ausführlich schildern würden. Entgegen der Darstellung 

des BFM würden sodann zahlreiche Berichte darauf hinweisen, dass im 

Osten und Norden des Landes weiterhin massive Menschenrechtsverlet-

zungen stattfinden würden. 

Die Beschwerdeführerin mache weiter geltend, dass sie nach der Freilas-

sung aus dem Gefängnis von Milizen der EPDP verfolgt und bedroht wor-

den sei. Berichte aus Sri Lanka würden belegen, dass aus dem Gefäng-

nis oder aus Lagern der Armee freigelassene Tamilen und Tamilinnen 

häufig von Milizen behelligt würden. Etliche LTTE-Kämpfer seien kurz 

nach der Entlassung von den Milizen ermordet worden, reiche Tamilen 

würden Opfer von Erpressungen, Frauen in die Prostitution gezwungen. 

Um das Vorliegen eines realen Risikos für die Beschwerdeführerin abzu-

schätzen, habe sich die entscheidende Behörde mit der speziellen Situa-

tion im Herkunftsstaat beziehungsweise den dort üblichen Verfolgungs-

mustern in Verbindung mit den persönlichen Erlebnissen des Asylsu-

chenden und den Personen aus dessen Umfeld auseinanderzusetzen. 

Diese Leitlinie habe das BFM vorliegend nicht eingehalten. 

Wenn die Vorinstanz in ihrem Entscheid befinde, dass die geltend ge-

machten Verfolgungshandlungen seitens der EPDP nicht asylrelevant 

seien, übersehe sie, dass der sri-lankische Staat keine wirksamen Mass-

nahmen treffe, um die tamilische Bevölkerung vor Verfolgung und Diskri-

minierung zu schützen. Die vom Staat eingeführten Menschenrechtsor-

gane würden von internationalen Beobachtern als wirkungslos und als 

Alibi-Übungen bezeichnet. Bezeichnenderweise werde kaum je ein Atten-

tat gegen prominente Persönlichkeiten aufgeklärt und die Täter einer 

Strafe zugeführt. Ausserdem müsse auch eine nicht-staatliche Verfolgung 

als asylrelevant bezeichnet werden; die Gewährung von Asyl hänge nicht 

vom Urheber der Verfolgung ab. 

4.3 In ihrer Vernehmlassung vom 18. Mai 2011 stellt die Vorinstanz vor-

weg fest, als die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung vorge-

bracht habe, sexuell belästigt worden zu sein, sei für die weitere Befra-

gung eine Übersetzerin beigezogen worden, um in einem ausschliesslich 

weiblichen Befragungsteam detaillierter auf die geschlechtsspezifischen 

Vorbringen eingehen zu können. Sie habe demzufolge die Möglichkeit 

gehabt zu sagen, was ihr widerfahren sei. Sodann könnten aus der vor-

liegenden Aktenlage keine speziellen Hinweise entnommen werden, wel-

che im Falle der Beschwerdeführerin auf eine grundsätzliche Schutzun-

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willigkeit des sri-lankischen Staates hindeuten würden. Den geltend ge-

machten Problemen mit Angehörigen der EPDP und Unbekannten könne 

sie sich durch einen Wegzug in einen anderen Teil des Heimatlandes ent-

ziehen. 

4.4 In der Replik wurde entgegnet, das Verhalten vieler Tamilinnen und 

Tamilen sei nach den traumatischen Erlebnissen in den vergangenen 

Jahren von Angst und Misstrauen geprägt. Es sei gut vorstellbar, dass 

sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung in der Botschaft 

nicht getraut habe, alle Erlebnisse zu erzählen. In Sir Lanka würden Min-

derheiten auf vielfältige Weise diskriminiert und unterdrückt. Es könne 

nicht davon ausgegangen werden, dass nur Personen, welche in einer 

engen Beziehung mit den LTTE gestanden hätten, ein Gefährdungsprofil 

aufweisen würden. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien die sri-

lankische Regierung und die Behörden schutzunwillig. 

5. 

5.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob das BFM zu Recht eine unmittelbare 

Gefahr im Sinne von Art. 20 AsylG verneinte und die Einreise der Be-

schwerdeführerin in die Schweiz verweigerte.  

5.2 Vorab ist auf die ausführliche Lageanalyse des Bundesverwaltungs-

gerichts im zur Publikation vorgesehenen Urteil BVGE E-6220/2006 vom 

27. Oktober 2011 zur Situation in Sri Lanka hinzuweisen. Darin stellte das 

Gericht im Wesentlichen fest, dass sich die Lage in Sri Lanka seit Been-

digung des militärischen Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und 

den LTTE im Mai 2009 erheblich verbessert habe. Militärisch würden die 

LTTE als vernichtet gelten, und auch die Sicherheitslage habe sich in be-

deutsamer Weise stabilisiert. Gleichzeitig habe sich die Menschenrechts-

lage vor allem hinsichtlich der Meinungsäusserungs- und Pressefreiheit 

weiter verschlechtert. Politische Oppositionelle würden seitens der Regie-

rung als Staatsfeinde betrachtet und müssten mit entsprechenden Verfol-

gungsmassnahmen rechnen. Angesichts der allgemein verbesserten La-

ge definierte das Gericht Personenkreise, welche einer erhöhten Verfol-

gungsgefahr unterliegen. Darunter würden Personen fallen, welche auch 

nach Beendigung des Krieges verdächtigt würden, mit den LTTE in Ver-

bindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu haben. Auch unab-

hängige Journalisten beziehungsweise regierungskritische Medienschaf-

fende verfügten über ein erhöhtes Risikoprofil. Im Weiteren sei bei Opfern 

und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen und Personen, die ent-

sprechende Übergriffe behördlich angezeigt hätten, mit erhöhter Verfol-

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gungsgefahr zu rechnen. Wegen drohender Erpressung, Kidnapping und 

anderen Verfolgungshandlungen bildeten überdies Personen, welche 

über beträchtliche finanzielle Mittel verfügten, eine weitere Risikogruppe 

(vgl. a.a.O. E. 8). 

5.3 Einleitend ist – wie das schon die Vorinstanz in ihrem angefochtenen 

Entscheid festgestellt hat (vgl. dazu E. 4.1 vorstehend) – darauf hinzu-

weisen, dass das schweizerische Asylrecht nicht dem Ausgleich erlittenen 

Unrechts dient. Insofern vermögen die Haft und die in diesem Zusam-

menhang erlittenen psychischen und physischen Beeinträchtigungen, von 

denen die Beschwerdeführerin betroffen war, heute eine Asylgewährung 

beziehungsweise eine Einreisebewilligung in die Schweiz nicht zu be-

gründen. Im Weiteren ist vorliegend mit dem BFM anzumerken, dass die 

Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in absehbarer 

Zukunft keine ernsthaften Nachteile durch Verfolgungsmassnahmen der 

sri-lankischen Sicherheitskräfte zu befürchten hat. Insgesamt weist sie 

trotz der geltend gemachten Inhaftierungen in den Jahren (…) und (…) 

kein besonderes Risikoprofil auf, das sie aktuell aus objektiver Sicht als 

gefährdet erscheinen liesse. Die Inhaftierungen sind – vor allem mit Blick 

auf die damalige Bürgerkriegssituation – vor dem Hintergrund der Be-

kämpfung der LTTE zu sehen. Seit dem Ende des Bürgerkriegs hat sich 

die Lage in Sri Lanka erheblich verbessert. Zwar gehören Personen, die 

einer Verbindung zu den LTTE verdächtigt werden, gemäss Praxis des 

Bundesverwaltungsgerichts auch heute noch potenziell zu einer Risiko-

gruppe  (vgl.  BVGE E-6220/2006  vom  27. Oktober 2011  E. 8.1  S. 25). 

Da die Beschwerdeführerin jedoch im (…) ohne Auflagen freigelassen 

wurde, ist davon auszugehen, dass seitens der sri-lankischen Sicher-

heitskräfte nichts gegen sie vorliegt. Sie verfügt folglich über kein beson-

deres Profil, welches eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG als 

wahrscheinlich erscheinen lässt. Sie macht zwar zusätzlich geltend, sie 

habe Drohanrufe von Unbekannten bekommen, und es hätten sich Leute 

der EPDP nach ihr erkundigt und sie befragen wollen. Diesbezüglich ist 

jedoch festzuhalten, dass es ihr möglich wäre, sich an die staatlichen Be-

hörden zu wenden, um Schutz zu erhalten. Sie hat selber zu Protokoll 

gegeben, sie habe weder bei der Polizei noch bei internationalen Organi-

sationen um Hilfe ersucht (vgl. Akten BFM A9/14 S.7). Sollten diese un-

willig sein, ihr Hilfe zukommen zu lassen, so stünde ihr die Option offen, 

sich in einem anderen Teil des Landes niederzulassen. 

5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin auf 

den Schutz der Schweiz im Sinne von Art. 3 AsylG nicht angewiesen ist. 

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Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren 

Ausführungen in den Eingaben und die eingereichten Beweismittel einzu-

gehen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Das BFM hat 

demnach zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das 

Asylgesuch abgelehnt.  

6. 

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer-

de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

7. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.-

grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 

VwVG). Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von 

Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten indessen zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

   

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, an das BFM und an die 

Schweizerische Botschaft in Colombo. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Bruno Huber Jonas Tschan 

 

 

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