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**Case Identifier:** f63d5be1-0eb9-58b7-ae97-3c89a841e565
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.05.2020 725 18 217/95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-18-217-95_2020-05-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. Mai 2020 (725 18 217 / 95) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts-

gutachtens 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1964 geborene A.____ war seit dem 1. September 2014 bei der B.____ in X.____ 
als Verkäuferin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Helsana Unfall AG (Helsana) obliga-
torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 15. November 2016 stolperte sie beim 
Tragen von Pneus über die Schwelle der Garage und fiel hin. Der erstbehandelnde Arzt 
Dr. med. C.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, stellte am 11. Januar 2017 
einen Sturz mit Anschlag und direkter Kontusion am Oberarmkopf respektive unterhalb des 

 

 
 
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Acromions fest. Am 16. Januar 2017 wurde in der Klinik D.____ eine MR-Arthrographie der lin-
ken Schulter angefertigt. Am 22. März 2017 diagnostizierte der behandelnde Arzt PD Dr. med. 
E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in Bezug 
auf die linke Schulter eine Subscapularis-Ruptur Typ Lafosse III und eine SLAP-Läsion mit Bi-
zepssplit nach Unfall vom 15. November 2016. Am 11. April 2017 wurde die Versicherte an der 
linken Schulter operiert. Nach weiteren Abklärungen beim Konsiliararzt Prof. Dr. med. F.____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, teilte die Helsana 
der Versicherten mit Verfügung vom 29. August 2017 mit, dass der natürliche Kausalzusam-
menhang zwischen dem Ereignis vom 15. November 2016 und der Gesundheitsschädigung 
nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien vielmehr 
auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen. Im Rahmen des Einspracheverfahrens holte die 
Helsana bei Dr. med. G.____, FMH Chirurgie, G.____GmbH, ein Aktengutachten ein (Expertise 
vom 9. Februar 2018/9. Mai 2018) und bestätigte die verfügte Leistungsablehnung (Ein-
spracheentscheid vom 8. Juni 2018). 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Jan Herrmann, am 29. Juni 2018 Be-
schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean-
tragte, in Gutheissung der Beschwerde sei der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2018 aufzuhe-
ben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus 
dem Unfallereignis vom 15. November 2016 auszurichten. Eventualiter sei ein gerichtliches 
Gutachten bei neutraler Stelle zur Klärung der Unfallkausalität der heute bestehenden Be-
schwerden einzuholen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, 
dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2018 auf 
Abweisung der Beschwerde. 
 
D. In ihrer Replik vom 30. August 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 
Gleichzeitigt beantragte sie, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Anzahl der ab 
dem Jahr 2010 bis heute an Dr. G.____ vergebenen Begutachtungsaufträge und die aus diesen 
Gutachten an Dr. G.____ bezahlten Honorare offen zu legen. Eventualiter sei das Verfahren zu 
sistieren, damit sie Entsprechendes im Rahmen eines gesonderten Verfahrens gegenüber der 
Beschwerdegegnerin geltend machen und gegebenenfalls gerichtlich durchsetzen könne. Die 
Sistierung sei bis zum Vorliegen eines (allenfalls gerichtlichen) Entscheids zu befristen. 
 
E. Mit Duplik vom 14. September 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde fest und schloss auf Abweisung der Verfahrensanträge. 
 
F. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 forderte die instruierende Präsidentin des Kantons-
gerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, die Beschwerdegegnerin auf, die Anzahl der in 
den Jahren 2013 bis 2017 an Dr. G.____ vergebenen Begutachtungsaufträge offen zu legen. 
Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin am 5. November 2018 Stellung, wobei sie ausführte, 
dass sie keine Statistik über die von ihr extern vergebenen Gutachten führe, ein Überprüfung 
der Buchhaltung aber ergeben habe, dass Dr. G.____ lediglich in vorliegender Sache für eine 

 

 
 
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Aktenbegutachtung beauftragt worden sei. Nach Intervention der Beschwerdeführerin vom 
13. November 2018, Dr. G.____ sei von der Beschwerdegegnerin schon mehrfach mit Gutach-
ten betraut worden, und Rückfrage des Kantonsgerichts vom 8. November 2018 nahm die Be-
schwerdegegnerin am 4. Dezember 2018 erneut Stellung. Sie führte aus, dass sie auf die Zutei-
lung der Gutachter der von ihr bei der H.____GmbH erteilten Gutachten keinen Einfluss habe. 
Hierzu äusserte sich die Beschwerdeführerin am 11. Dezember 2018. Gleichzeitig erweiterte 
sie ihr Auskunftsbegehren auf die von der Beschwerdegegnerin an die H.____GmbH vergebe-
nen Aufträge, in denen eine Begutachtung durch Dr. G.____ erfolgte. 
 
G. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2018 verzichtete die instruierende Präsidentin des 
Kantonsgerichts auf die Durchführung weiterer Beweismassnahmen und überwies den Fall dem 
Dreiergericht zur Beurteilung. 
 
H. Anlässlich einer ersten Urteilsberatung vom 24. Januar 2019 gelangte das Kantonsge-
richt zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die 
vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der Folge stellte es das Verfahren aus 
und ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 5. März 2019 beauftragte es die Academy of Swiss 
Insurance medicine (asim) mit einer orthopädisch-traumatologischen Begutachtung der Versi-
cherten. Diese wurde von PD Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-
gie des Bewegungsapparates, durchgeführt. Zum Gutachten vom 13. November 2019 und den 
Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch nahm die Beschwer-
deführerin am 12. Dezember 2019 Stellung. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 19. De-
zember 2019 auf eine Stellungnahme. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in Wenslingen, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene Beschwerde vom 29. Juni 2018 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des UVG sowie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 

 

 
 
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20. Dezember 1982 in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 
Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die 
vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (vgl. Über-
gangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, wes-
halb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug ge-
nommen wird. 
 
2. In Anbetracht, dass das Kantonsgericht anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit 
erfolgten Urteilsberatung vom 24. Januar 2019 zur Auffassung gelangte, dass das dem ange-
fochtenen Einspracheentscheid zugrunde liegende Aktengutachten von Dr. G.____ vom 
9. Februar 2018/9. Mai 2018 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme, und zur Klärung 
des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten in Auftrag gab, sind ergänzende Be-
weismassnahmen hinsichtlich der Frage der gutachterlichen Unabhängigkeit von Dr. G.____ 
obsolet, weshalb darauf verzichtet werden kann. 
 
3. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Folgen des Unfaller-
eignisses vom 15. November 2016 zu Recht verneint hat. 
 
4. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). 
 
5. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt – unter anderem – vo-
raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, 
Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang be-
steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen-
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli-
cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedin-
gungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das 
Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem 
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen 
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde im Rahmen der ihr 
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen-

 

 
 
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hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 
Hinweisen). 
 
6.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie insbesondere der Feststellung natürli-
cher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde re-
gelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu 
stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
6.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der 
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, 
deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um 
einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Auch der Europäische Gerichtshof für 
Menschenrechte (EGMR) hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von einem Gericht 
ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu 
(BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 
Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in 
überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung 
kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachex-
perten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in 
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
7. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 

 

 
 
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Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
8. Die Vorinstanz stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. Juni 2018 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das Aktengutachten von 
Dr. G.____ vom 9. Februar 2018 sowie auf dessen ergänzende Stellungnahme vom 9. Mai 
2018. Anlässlich der ersten in vorliegender Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 
24. Januar 2019 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass diesem Gutachten aufgrund 
der widersprüchlichen Einschätzungen der involvierten Fachärzte in Bezug auf die streitige Un-
fallkausalität der Beschwerden keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Es erwog, wäh-
rend Dr. G.____ wie auch der Konsiliararzt der Beschwerdegegnerin, Prof. Dr. F.____, die Un-
fallkausalität verneinen und die operierten Gesundheitsschäden allesamt als degenerativ be-
dingt beurteilen, ginge der behandelnde Chirurg PD Dr. E.____ demgegenüber davon aus, dass 
die operativ behobenen Schädigungen durch den Unfall vom 15. November 2016 mindestens 
mitverursacht worden seien. Namentlich in Bezug auf den Unfallmechanismus würden diamet-
ral entgegengesetzte Schlüsse vorliegen. Während Dr. G.____ bei einem blossen Sturz auf die 
Schulter das Entstehen der dokumentierten Rupturen ausschliesse und namentlich eine andere 
Symptomatik voraussetze, vertrete PD Dr. E.____ die Auffassung, dass ein Sturz auf die Schul-
ter ohne weiteres geeignet sei, die diagnostizierten Verletzungen zu verursachen. 
PD Dr. E.____ werde bei dieser Kritik von Prof. Dr. med. J.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, unterstützt, der namentlich Dr. G.____ entge-
genhalte, dass die Symptomatik eines drop arm-sign oder einer Pseudoparalyse nicht zwingend 
sei. Auch in Bezug auf die mögliche degenerative Genese der Gesundheitsschäden würden 
unterschiedliche Auffassungen vorliegen. Während Dr. G.____ eine degenerative Ursache für 
überwiegend wahrscheinlich halte, bezeichne PD Dr. E.____ eine degenerative Subscapularis-
ruptur bei einer 52-jährigen Patientin ohne schulterbelastenden Beruf als Seltenheit. Zwar sei 
zu berücksichtigen, dass PD Dr. E.____ behandelnder Arzt sei, was den Beweiswert seiner 
Einschätzungen rechtsprechungsgemäss relativiere. Andererseits dürfe nicht übersehen wer-
den, dass PD Dr. E.____ im Gegensatz zu Dr. G.____ und Prof. Dr. F.____ auf schulterspezifi-
sche Beschwerden spezialisiert sei. Hinzu komme, dass auch Prof. Dr. J.____ die Unfallkausali-
tät der Beschwerden – nach einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin – bejaht 
resp. zur Klärung der Sachlage eine Begutachtung durch einen auf Schulter- und Ellenbogen-
chirurgie spezialisierten Arzt befürwortet habe. Vor diesen Hintergrund bestünden gewichtige 
Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. G.____. Da auch die übrigen bei den 
Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidgrundlage bildeten, be-
schloss das Kantonsgericht, den Fall auszustellen und zur Klärung des Sachverhalts ein ortho-
pädisch-traumatologisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. 
 
9. Am 13. November 2019 führte der Gerichtsgutachter PD Dr. I.____, FMH Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hinsichtlich des Unfallmechanismus 
aus, die Versicherte gebe an, den Autopneu mit einem Gewicht von 15-20 kg im Zeitpunkt des 

 

 
 
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Stolpersturzes mit beiden Händen in einer Supinationsstellung getragen zu haben. Der Pneu 
sei infolge des Sturzes weggeschleudert worden, erst danach sei es zum Direktanprall am pro-
ximalen Oberarm gekommen. Die bisherige Begutachtung sei von einer direkten Gewalteinwir-
kung gegen die Schulter als Schädigungsmechanismus ausgegangen und habe die Unfallkau-
salität deshalb verneint. Da die Versicherte beim Sturz eine schwere Last getragen habe, sei 
aber auch eine indirekte Schädigung denkbar, indem der Pneu durch die Beschleunigung beim 
Ausgleiten eine Zugbelastung auf die Schulter ausgelöst habe. Diese Zugbelastung habe so-
lange einwirken können, bis die Versicherte den Reifen losgelassen habe. Zugbelastungen 
würden als anerkannter Mechanismus für eine traumatische Rotatorenmanschettenläsion gel-
ten. Die intraoperativ gefundene SLAP Läsion wäre ein möglicher Hinweis darauf, dass eine 
solche Zugbelastung habe einwirken können. Solche Läsionen könnten insbesondere dann 
entstehen, wenn der Zug auf die lange Bizepssehne bei gleichzeitiger Supinationsstellung am 
Vorderarm einwirke. Dennoch müsse berücksichtigt werden, dass diese Läsionen auch degene-
rativer Natur sein könnten. Hingegen müsse festgehalten werden, dass gemäss Expertenbe-
richt von Swiss Orthopaedics ein direktes Trauma nicht als Ausschlusskriterium für eine trauma-
tische Schädigung der Rotatorenmanschette herangezogen werden könne. Natürlich schütze 
das Acromion in der Regel die Supraspinatussehne vor einer direkten Gewalteinwirkung. Die 
Versicherte habe aber eine Gewalteinwirkung 3 cm distal des anterolateralen Acromionecks 
beschrieben, wo der Humeruskopf und die Rotatorenmanschette nicht durch das Schulterdach 
geschützt seien. Diese Lokalisation entspreche auch ungefähr dem Eintrittsort der langen Bi-
zepssehne in den Sulcus bicipitalis. Dazu medial angrenzend befinde sich der Subscapula-
rissehnenansatz am Tuberculum minus. Eine direkte Quetschung dieser Strukturen sei auf-
grund des Traumas also denkbar. Durch die Krafteinleitung wäre auch eine Translation des 
Humeruskopfes nach posterior durchaus möglich, welche auch zu einer Schädigung des Bi-
zepssehnenankers hätte führen können. Zusammengefasst sei es nicht überwiegend wahr-
scheinlich, dass das erfolgte Trauma eine Schädigung der Rotatorenmanschette nicht habe 
hervorrufen können. Gesichert sei aus der Sicht des Gutachters, dass die vorbestehende AC-
Gelenksarthrose durch das Trauma aktiviert worden sei. Diese Schädigung sei mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit als temporäre Verschlimmerung zu betrachten, auch wenn eine AC Ge-
lenksresektion durchgeführt worden sei. Gegen die Hypothese, dass bereits vor dem Unfall eine 
degenerative Rotatorenmanschettenruptur vorgelegen habe, spreche die Anamnese, wonach 
die Versicherte vor dem Unfall beschwerdefrei und zu 100 % in einem schulterbelastenden Be-
ruf tätig gewesen sei. Zur Möglichkeit einer vorbestehenden asymptomatischen Ruptur sei fest-
zuhalten, dass sich in der Literatur praktisch keine Hinweise finden liessen, wonach eine Lafos-
se Grad III Subscapularissehnenläsion asymptomatisch sein könne. Zusammengefasst sei auf-
grund der epidemiologischen Daten nicht überwiegend wahrscheinlich, dass vor dem Unfall 
eine asymptomatische Supraspinatussehnenruptur mit einer zusätzlichen Subscapularisseh-
nenläsion im beschriebenen Ausmass vorgelegen habe. Die fehlende fettige Infiltration des 
Subscapularismuskels sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Schädigung der Subscapularisseh-
ne nicht habe vorbestehen können. Da diese Läsion – im Gegensatz zur Supraspinatusruptur – 
transmural gewesen sei, hätte sich eine gewisse fettige Infiltration bei einer bereits länger vor-
bestehenden Schädigung einstellen müssen, was aber nicht einmal teilweise auf dem MRT vom 
16. Januar 2017 ersichtlich sei. Weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer degenerativen 
Rotatorenmanschettenruptur weise die Versicherte nicht auf. Namentlich liege der Critical 

 

 
 
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Shoulder Angle bei der Beschwerdeführerin mit 32° unter der kritischen Grenze von 35°, ferner 
weise die Versicherte keine internistische Vorerkrankung wie Hypertonie oder Diabetes mellitus 
auf, ebenso fehle es an einem Nikotinabusus. Die schulterbelastende Tätigkeit als Risikofaktor 
sei umstritten und die Datenlage dazu sei kontrovers. Entsprechend dokumentierte Rotatoren-
manschettenrupturen seien aber posterosuperior und nicht wie im vorliegenden Fall anterosu-
perior lokalisiert. Zusammengefasst müsse postuliert werden, dass die intraoperativ gefundene 
Subscapularis- und Bizepssehnenläsion (einschliesslich SLAP Läsion) mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit in einem direkten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 
15. November 2016 stehe. Der Kausalzusammenhang zwischen dem Trauma und der Supra-
spinatussehnenruptur sei weniger klar herzustellen. Es sei aber mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit mindestens von einer richtunggebenden Verschlimmerung auszugehen. Die AC Ge-
lenksarthrose sei degenerativer Natur und durch den Unfall nur temporär verschlimmert wor-
den.  
 
10.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten oder Expertinnen 
ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um 
einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keine Gründe ersicht-
lich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse im Gerichtsgutachten von PD Dr. I.____ vom 
13. November 2019 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhal-
ten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische 
Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel 
auf, ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 6.1 hiervor) – für die streitigen Be-
lange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Be-
schwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchtet in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sodann 
weist das Gutachten keinerlei Widersprüche auf und setzt sich auch mit den bei den Akten lie-
genden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. Das Gerichtsgutachten 
hat insofern Klärung gebracht, als aus medizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit davon auszugehen ist, dass die Subscapularis- und Bizepssehnenläsion (einschliesslich 
SLAP Läsion) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem direkten Kausalzusammenhang 
mit dem Unfallereignis vom 15. November 2016 stehen und der Unfall zu einer richtunggeben-
den Verschlimmerung der Supraspinatuspartialruptur geführt hat. Weiter ist davon auszugehen, 
dass die AC Gelenksarthrose degenerativer Natur ist und durch den Unfall nur temporär ver-
schlimmert wurde. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 9 hiervor) wiedergegebenen Darle-
gungen des Gerichtsgutachters vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden 
kann. Bei dieser Sachlage und der Tatsache, dass es dem Gerichtsgutachter möglich war, die 
streitige Unfallkausalität zuverlässig zu beantworten, kann in antizipierter Beweiswürdigung 
(BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklärungen verzichtet wer-
den. 
 
11. Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Unrecht ver-
neint. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Juni 2018 ist daher in Gutheissung der 

 

 
 
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Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für die Folgen des Er-
eignisses vom 15. November 2016 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 
 
12.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG 
hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. 
Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
12.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurtei-
lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistun-
gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, 
in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an 
sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver-
fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung 
den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestim-
mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In 
BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung 
der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu 
berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter-
suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzu-
ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Wider-
spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, 
ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn 
die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet 
gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine 
medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal-
tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon-
vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, 
sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerecht-
fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung 
neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin-
weisen). 
 
12.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 24. Januar 2019 
zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage 
nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 8 ausgeführt, kamen den Beurteilungen der 
Dres. F.____ und G.____ mit Blick auf die Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte 
und Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten 
liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, waren 
die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. 
Demnach wies das Verwaltungsverfahren Untersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexper-
tise notwendig machten. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss der einge-

 

 
 
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reichten Honorarnote vom 9. Januar 2020 auf Fr. 5‘500.-- belaufen, sind unter diesen Umstän-
den der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
12.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rück-
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 
Prozesses bemessen. Nachdem die Beschwerde gutzuheissen ist, steht der Beschwerdeführe-
rin eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu. Der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 16. Januar 2020 für das vorliegende Verfah-
ren einen Zeitaufwand von insgesamt 15 Stunden und 55 Minuten geltend gemacht, was in An-
betracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen ist. Die Bemühungen 
sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur An-
wendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarif-
ordnung für die Anwältinnen und Anwälte [Tarifordnung] vom 17. November 2003). Zu kürzen 
sind aber die ausgewiesenen Auslagen für Kopien in der Höhe von insgesamt Fr. 526.--, da pro 
Kopie Fr. 2.-- statt Fr. 0.50 verrechnet worden sind (vgl. § 15 Abs. 2 der Tarifordnung). Die Aus-
lagen sind demnach mit insgesamt Fr. 193.90 zu veranschlagen (Fr. 131.50 [263 Kopien à 
Fr. 0.50] + Fr. 62.40 [Porto]). Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 4'492.60 (15,91 x Fr. 250.-- plus Auslagen von Fr. 193.90 und 7,7 % Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 8. Juni 2018 wird aufgehoben und es wird festgestellt, 
dass die Helsana Unfall AG für die Folgen des Ereignisses vom 
15. November 2016 leistungspflichtig ist. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 5‘500.-- werden der Helsana Unfall AG auferlegt. 

 4. Die Helsana Unfall AG hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 4'492.60 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) auszurichten. 

 

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