# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd36db5b-6c79-52e5-9c53-fbb44de86b95
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 01.04.2022 SST.2021.235
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-235_2022-04-01.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2021.235 
(ST.2020.110; StA.2020.2753) 

 

 

Urteil vom 1. April 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Lienhard 

Oberrichter Cotti  

Gerichtschreiberin L. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.2001, von Flühli, 

[...]  

verteidigt durch Rechtsanwalt Christoph Dumartheray,  

[...] 

 

  
 

Gegenstand  Inverkehrbringen von Pornographie 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erhob gegen den 

Beschuldigten am 17. Dezember 2020 folgende Anklage: 

 

[…] 
 
I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 
 
Inverkehrbringen von Pornografie 
(Videoaufnahmen mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit 
Kindern) 
Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB  
 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, Bildauf-
nahmen mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Kindern in Verkehr 
gebracht/zugänglich gemacht.  

 
Der Beschuldigte hatte von einer unbekannten Quelle eine kinderporno-
grafische Videodatei zugeschickt erhalten. Auf dieser Videodatei ist 
ersichtlich, wie ein deutlich erwachsener Mann ein kleines Mädchen 
(deutlich unter 16 Jahre) mit seinem Penis mehrmals an der nackten 
Scheide berührt/kitzelt. Der Beschuldigte erkannte die Pornografie als 
verbotene Kinderpornografie. 
Diese verbotene Videodatei versendete der Beschuldigte am Mittwoch, 
06. Mai 2020 um 01.35 Uhr (UTC) ab seinem Wohnort wissentlich und 
willentlich, mit seinem Mobiltelefon online über die Upload/Sharing-
Möglichkeit Dropbox und stellte sie damit weiteren Internetbenutzern zur 
Verfügung. 
 
Ort:  [...]  
Zeit: Mittwoch, 06. Mai 2020 um 01.35 Uhr (UTC)  
 
 
II. Anträge 
 
1.  
Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 
 
2. 
Er sei in Anwendung der vorgenannten Gesetzesbestimmung sowie von 
Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 
StGB, Art. 44 StGB, Art. 47 StGB zu verurteilen zu: 
 

- einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à CHF 30.00, 
bedingt, Probezeit 2 Jahre, 

- einer Busse von CHF 900.00, Ersatzfreiheitsstrafe 30 Tage 
 
3. 
Dem Beschuldigte sei gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB lebenslänglich 
jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 
regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu verbieten. 
 
4. 

 - 3 - 

 

 

Unter Kostenfolgen. 
 
[…] 

 

2. 

2.1. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vor der Gerichtspräsidentin des Bezirks-

gerichts Rheinfelden vom 28. Mai 2021 wurde der Beschuldigte befragt.  

 

2.2. 

Gleichentags fällte die Gerichtspräsidentin folgendes Urteil: 

 
1. 
Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der harten Pornografie (tatsächliche 
sexuelle Handlungen mit Minderjährigen) gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 
StGB freigesprochen.  
 
2. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gebühr von Fr. 1'200.00 
b) der Anklagegebühr von Fr. 950.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  1'513.10 
d) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr.  0.00 
e) den Kosten für Übersetzungen von Fr.  0.00 
f) den Kosten für Gutachten von Fr.  0.00 
g) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  0.00 
h) den Spesen von Fr.  90.00 
i) andere Auslagen Fr.  0.00 
Total Fr.  3'753.10 
 
Die Verfahrenskosten werden vollumfänglich auf die Staatskasse 
genommen. 
 
3. 
3.1. 
Die Kostennote des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten, lic. iur. 
Christoph Dumartheray, Advokat in Basel, wird im Betrag von Fr. 1'513.10 
(inkl. MwSt von Fr. 108.20) richterlich genehmigt.  
 
3.2. 
Die Gerichtskasse Rheinfelden wird angewiesen, dem amtlichen 
Verteidiger des Beschuldigten, lic. iur. Christoph Dumartheray, Advokat in 
Basel, sein Honorar in der Höhe von Fr. 1'513.10 auszurichten. 

 

2.3. 

Am 16. Juni 2021 meldete die Staatsanwaltschaft Berufung an.  

 

3. 

3.1. 

Das begründete Urteil wurde der Staatsanwaltschaft am 28. September 

2021 zugestellt. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2021 erklärte diese Berufung 

und stellte in der Sache folgende Anträge: 

 

 - 4 - 

 

 

1.  
Das Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden, Präsidium des Strafgerichts, 
vom 28. Mai 2021 sei vollumfänglich aufzuheben und wie folgt neu zu 
fassen:  
 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig des lnverkehrbringens von harter Porno-
grafie mit Minderjährigen (tatsächliche sexuelle Handlungen mit 
Minderjährigen) gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB.  
 
2. 
2.1.  
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten 
Bestimmungen und gestützt auf Art. 47 StGB und Art. 34 StGB zu einer 
Geldstrafe von 120 Tagessätzen verurteilt. Der Tagessatz wird auf 
Fr. 30.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 3'600.00.  
 
2.2.  
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geld-
strafe der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt 
auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt.  
 
Der Beschuldigte wird entsprechend der Vorschrift von Art. 44 Abs. 3 
StGB über die Bedeutung und die Folgen der bedingten Strafe aufge-
klärt:  
 
Wenn er sich bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, d.h. keine 
Verbrechen und Vergehen mehr begeht, wird gemäss Art. 45 StGB die 
aufgeschobene Strafe nicht mehr vollzogen. Begeht er aber während 
der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu 
erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das 
Gericht die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB).  
 
2.3.  
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten 
Bestimmungen und gestützt auf Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 
StGB zu einer Busse von CHF 900.00 verurteilt.  
 
2.4.  
Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 30 Tagen.  
 
3.  
3.1  
Die Verfahrenskosten bestehen aus:  
a)  der Gebühr von  Fr.  1'200.00 
b) die Anklagegebühr  Fr. 950.00 
c)  den Kosten für die amtliche Verteidigung von  Fr.  1'513.10 
d)  den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von  Fr. 0.00 
e)  den Kosten für Übersetzungen von  Fr. 0.00 
f)  den Kosten für Gutachten von  Fr. 0.00 
g) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von  Fr. 0.00 
h) den Spesen von  Fr. 90.00 
i) anderen Auslagen  Fr. 0.00 
Total  Fr. 3'753.10 

  

 - 5 - 

 

 

3.2  
Dem Beschuldigten werden die Gebühr, die Anklagegebühr sowie die 
Kosten und Spesen gemäss lit. a, b, c, h im Gesamtbetrag von 
Fr. 3'753.10 auferlegt.  
 
4.  
4.1  
Die Kostennote des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten, lic. iur. 
Christoph Dumartheray, Advokat in Basel, wird im Betrag von 
Fr. 1'513.10 (inkl. MwSt von Fr. 108.20) richterlich genehmigt. 
 
4.2.  
Die Gerichtskasse Rheinfelden wird angewiesen, dem amtlichen 
Verteidiger des Beschuldigten, lic. iur. Christoph Dumartheray, Advokat 
in Basel, sein Honorar in der Höhe von Fr. 1'513.10 auszurichten.  
 
4.3  
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 
amtliche Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  
 
5.  
Dem Beschuldigte wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB lebens-
länglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 
Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 
verboten.  

 
2.  
Unter Kostenfolgen. 

 

3.2. 

Am 12. Oktober 2021 ordnete der Verfahrensleiter das mündliche 

Verfahren an und setzte der Staatsanwaltschaft Frist zur vorgängigen 

schriftlichen Berufungsbegründung. Die Staatsanwaltschaft begründete 

ihre Berufung mit Eingabe vom 25. Oktober 2021. 

 

3.3. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 29. November 2021 beantragte der 

Beschuldigte die Abweisung der Berufung, unter Kostenfolgen zu Lasten 

des Staates.  

 

3.4. 

Am 1. April 2022 fand die Berufungsverhandlung mit persönlicher 

Befragung des Beschuldigten statt. 

 

  

 - 6 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt im Berufungsverfahren einen Schuld-

spruch, unter entsprechenden Sanktions- und Kostenfolgen zu Lasten des 

Beschuldigten. Unangefochten geblieben ist einzig die Höhe des Honorars 

des amtlichen Verteidigers vor Vorinstanz. Abgesehen von diesem Punkt 

ist das angefochtene Urteil umfassend zu überprüfen (vgl. Art. 404 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten vom Vorwurf des Inverkehr-

bringens von Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 4 StGB frei. Die Vorinstanz 

erwog im Wesentlichen, der objektive Tatbestand dieser Strafnorm sei zwar 

erfüllt, nicht aber der subjektive. Der Beschuldigte habe glaubhaft 

dargelegt, er sei davon ausgegangen, das fragliche Video gelöscht zu 

haben, bevor er den Dropbox-Link auf den Ordner, der diese Datei 

enthalten habe, weitergeleitet habe. Damit habe er unter Berücksichtigung 

seiner Lebenserfahrung, seiner beruflichen Erfahrung und Ausbildung 

sowie seiner PC-Anwenderkenntnisse alles Mögliche unternommen, um 

die Videodatei zu entfernen. Den Link habe er in der Annahme verschickt, 

es befände sich nur legales pornografisches Material im damit verknüpften 

Ordner. Er habe deshalb den Tatbestand von Art. 197 Abs. 4 StGB nur 

fahrlässig erfüllt, was nicht strafbar sei. Darüber hinaus sei der 

Beschuldigte durch die mit dem Strafverfahren verbundenen Umtriebe 

genügend bestraft (vorinstanzliches Urteil, E. 5.2).  

 

2.2. 

Demgegenüber stellt sich die Staatsanwaltschaft im Berufungsverfahren 

auf den Standpunkt, der Beschuldigte habe unbestrittenermassen gewusst, 

dass es sich beim fraglichen Video um verbotene Kinderpornografie 

handelt. Ursprünglich habe er zudem angegeben, nicht zu wissen, ob sich 

die besagte Datei noch auf seinem Mobiltelefon befinde; dies sei denkbar. 

Damit habe er zum Ausdruck gebracht, dass ihm bewusst war, dass sich 

das Video in der Dropbox befand. Er habe vor Vorinstanz auch zuge-

standen nicht kontrolliert zu haben, ob das verbotene Video wirklich 

gelöscht worden sei, nachdem er einfach auf "Löschen" gedrückt habe. 

Nachdem der Beschuldigte im Stande gewesen sei, den Dropbox-Link mit 

anderen Personen zu teilen, könne er nicht so unbeholfen gewesen sein 

wie die Vorinstanz annehme. Es sei auch nicht glaubwürdig, wenn der 

Beschuldigte angebe, nicht zu wissen, ob er im Besitz weiterer Videos mit 

gleichgelagertem Inhalt sei, wenn ihm die Gesetzeswidrigkeit harter Porno-

grafie offensichtlich bewusst sei. Das Aussageverhalten des Beschuldigten 

zeige, dass er das besagte Video gerade nicht gelöscht, sondern es 

wissentlich und willentlich in seinem Besitz behalten habe. Er habe die 

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Datei deshalb auch vorsätzlich weitergeleitet und sie weiteren Internet-

nutzern zur Verfügung gestellt. Wenn der Beschuldigte den Inhalt des Links 

nicht kontrolliert habe, obwohl er gewusst habe, dass er im Besitz des 

inkriminierten Videos sei, habe er die Verbreitung der Datei für möglich 

gehalten und sie in Kauf genommen. Entsprechend sei zumindest 

Eventualvorsatz anzunehmen (Berufungsbegründung, E. 2.2).  

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 197 Abs. 4 StGB macht sich strafbar, wer harte Pornografie 

herstellt, einführt, lagert, in Verkehr bringt, anpreist, ausstellt, anbietet, 

zeigt, überlässt, zugänglich macht, erwirbt, sich über elektronische Mittel 

oder sonst wie beschafft oder besitzt. Art. 197 Abs. 4 StGB setzt damit Tat-

handlungen unter Strafe, von denen die Gefahr der Weiterverbreitung 

ausgehen kann («herstellt, einführt»), oder die auf eine Verbreitung 

harter Pornografie ausgerichtet sind («lagert, in Verkehr bringt, anpreist, 

usw.»). Die Bestimmung erfasst dabei auch blosse Vorbereitungs-

handlungen. Verbreitungsabsicht ist als subjektives Tatbestandsmerkmal 

nicht erforderlich (BGE 131 IV 16 E. 1.2). «Zugänglichmachen» bedeutet 

das bewusste Einräumen der Möglichkeit der Kenntnisnahme aus eigenem 

Antrieb (ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 

2019, N. 52 zu Art. 197 StGB). Nach der Rechtsprechung und herrschen-

den Lehre handelt es sich bei Art. 197 Abs. 4 StGB um ein schlichtes 

Tätigkeits- und abstraktes Gefährdungsdelikt (BGE 131 IV 16 E. 1.2; 

ISENRING/KESSLER, a.a.O., N. 52 zu Art. 197 StGB). Entsprechend kommt 

es nicht darauf an, ob Dritte von den pornografischen Erzeugnissen effektiv 

Kenntnis genommen haben oder sich allenfalls bereits über andere Kanäle 

Zugang dazu hätten verschaffen können, zumal ein eigentlicher Taterfolg 

gerade nicht vorausgesetzt ist.  

 

3.2. 

Beim fraglichen Video handelt es sich unbestrittenermassen um eine 

Darstellung, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit einer (deutlich) 

minderjährigen Person zum Inhalt hat. Der Beschuldigte versandte einen 

Link, der es dem Empfänger erlaubte, auf die in der Dropbox des 

Beschuldigten gespeicherte Datei zuzugreifen. Indem der Beschuldigte die 

verbotene Datei einer Drittperson zugänglich gemacht hat, hat er den 

objektiven Tatbestand gemäss Art. 197 Abs. 4 StGB erfüllt. Ergänzend 

kann auf die insofern zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (vorinstanzliches Urteil, E. 3.-5.). Näher zu prüfen ist, ob dem 

Beschuldigten ein vorsätzliches oder eventualvorsätzliches Handeln 

vorzuwerfen ist.  

 

 - 8 - 

 

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Beschuldigte wurde insgesamt dreimal zur Sache befragt. Anlässlich 

der delegierten Einvernahme vom 24. September 2020 sagte er im 

Wesentlichen aus, er habe das fragliche Video zu einem ihm nicht mehr 

bekannten Zeitpunkt von einer unbekannten Drittperson erhalten. Er wisse, 

dass dessen Inhalt verboten sei. Er habe diese Datei nicht bewusst weiter-

geleitet. Er wisse nicht, ob das fragliche Video auf seinem aktuellen Mobil-

telefon sei. Er könne auch nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob sich die 

Datei auf seinem alten Mobiltelefon befunden habe. Sie sei aber zumindest 

in der Dropbox gewesen, die er auf dem alten Gerät gehabt habe. Soweit 

er wisse, hätten sich darin keine weiteren Dateien mit verbotenem kinder-

pornografischem Inhalt befunden. Er habe das fragliche Video nur einmal 

angeschaut, als er es erhalten habe. Er stehe nicht auf Kinder und das 

Video habe bei ihm auch nichts ausgelöst (Untersuchungsakten [UA] 

act. 28 ff.).  

 

3.3.2. 

Vor Vorinstanz gab der Beschuldigte zu Protokoll, er sei im Tatzeitraum im 

Homeoffice und den ganzen Tag zu Hause gewesen. Da es ihm nach der 

Arbeit langweilig gewesen sei, habe er sich mit Instagram beschäftigt. Er 

habe damit begonnen, mit anderen Instagram-Nutzern pornografische 

Bilder über die Dropbox auszutauschen. Soweit er sich erinnere, habe er 

ihm angebotene Videos und Bilder über den Link herunterladen müssen, 

um sie anschauen zu können. Bei dieser Gelegenheit habe er auch das 

fragliche Video gesehen, wobei er gewusst habe, dass es nicht legal sei. 

Er habe es aus der Dropbox löschen wollen. Das habe er aber nicht 

geschafft oder nicht richtig gemacht, weshalb das Video in seiner Dropbox 

verblieben sei. Er habe den Dropbox-Link in der Folge bewusst weiter-

gesandt, um andere (legale) Dateien zu tauschen. Dabei sei er der 

Auffassung gewesen, das Video zuvor gelöscht zu haben. Er habe nicht 

speziell kontrolliert, ob das Video tatsächlich gelöscht worden sei 

(Gerichtsakten [GA] act. 40 ff.).  

 

3.3.3. 

An der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er habe das 

Video mittels eines Dropbox-Links über die Messenger-App Kik 

zugeschickt erhalten. Er habe die Dateien dann in seiner Dropbox 

speichern müssen, um sie anschauen zu können, was er auch getan habe. 

Als er sich die Bilder in der Folge angeschaut habe, sei er auf das Video 

mit dem kinderpornografischen Inhalt gestossen. Er habe dann zuerst die 

restlichen Bilder im Ordner angeschaut und schliesslich das 

kinderpornografische Video gelöscht. Er könne sich jedoch nicht mehr 

erinnern, wie das Löschen des Videos von statten ging, Er sagte des 

Weiteren aus, er habe nicht überprüft, ob das Video bzw. die Datei nach 

dem Löschversuch noch im Ordner gewesen sei. Er bestätigte an der 

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Berufungsverhandlung denn auch, dass er einen Link zu seinem Dropbox-

Ordner an eine andere Person versendet hatte. Dabei habe er vor dem 

Versand nicht nochmals überprüft, welche Dateien in diesem Dropbox-

Ordner gewesen seien (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 6 ff.). 

 

3.3.4. 

Betrachtet man die Aussagen des Beschuldigten auf der Zeitachse, fällt 

auf, dass er zwar von Anfang an geltend machte, das fragliche Video nicht 

bewusst weitergeleitet zu haben, er sagte jedoch bei der ersten Einver-

nahme noch nicht aus, dass er (offenbar erfolglos) versucht habe, das 

Video aus der Dropbox zu löschen. Vielmehr gab er ursprünglich an, das 

Video nach dem Herunterladen "nicht weiter beachtet" zu haben (UA 

act. 33, Frage 64). Das spricht dafür, dass er es jedenfalls nicht nach der 

ersten Sichtung gleich gelöscht hat. Wenn der Beschuldigte das Video 

gelöscht haben will, weil er dessen problematischen Inhalt erkannt hat, 

wäre zu erwarten gewesen, dass er es gleich nach der ersten Sichtung 

gelöscht und dieses entlastende Element im Strafverfahren von Anfang an 

erwähnt hätte. Das war jedoch nicht der Fall, obwohl sich zahlreiche Fragen 

im Rahmen der ersten Einvernahme um den Erhalt des Videos und dessen 

Weiterleitung gedreht haben und der Beschuldigte beispielsweise auch 

gefragt wurde, ob er es seinem jüngeren Bruder ebenfalls gezeigt hat. Im 

Rahmen dieser Erstbefragung machte er jedoch zu keinem Zeitpunkt 

geltend, er habe versucht, das illegale Video zu löschen, wobei ihm 

möglicherweise ein Fehler unterlaufen sei. Diese Auffälligkeit in der 

Entwicklung der Aussage spricht dafür, dass die erstmals an der 

Hauptverhandlung vorgebrachte Behauptung des Beschuldigten, wonach 

er versucht habe, das Video zu löschen, taktisch motiviert ist. Daran ändert 

auch der Umstand nichts, dass er nicht spezifisch zu einem Löschversuch 

befragt worden ist (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 7). Die Erstaus-

sage, wonach er das Video nach dem Herunterladen nicht weiter beachtet 

habe, spricht hingegen dafür, dass er es im Wissen um den illegalen Inhalt 

bewusst auf seinem Gerät behielt. Hinzu kommt, dass es eher 

unwahrscheinlich erscheint, dass ein Anwender beim Löschen einer Datei 

ungewollt und unerkannt einen Fehler begeht. In der Dropbox-Anwendung 

sind neben jeder Datei drei Punkte aufgeführt, die zu einem Untermenü 

führen. Am Ende dieses Untermenüs ist der Punkt "Löschen" aufgeführt. 

Wählt man diese Funktion, erscheint die Meldung "Möchten Sie diesen 

Inhalt wirklich löschen?" mit der Auswahl "Löschen" oder "Abrechen". Wählt 

man "Löschen", wird der Löschvorgang grafisch angezeigt und die 

Vorschau dieser Datei verschwindet nach Abschluss des Löschvorgangs 

im Ordner der angezeigten Dateien. Hätte der Beschuldigte aus Versehen 

einen falschen Punkt aus dem Untermenü angewählt (z.B. "Umbenennen", 

"Kopieren" oder "Verschieben" statt "Löschen"), hätte er dies aufgrund des 

daran anschliessenden Dialogs erkennen müssen. Hätte er nach der 

Auswahl von "Löschen" auf "Abrechen" statt nochmalig auf "Löschen" 

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gedrückt, hätte er feststellen können und müssen, dass die betreffende 

Datei immer noch als Vorschau im Dropbox-Ordner angezeigt wird.  

 

3.4. 

Unter diesen Umständen ist das Obergericht davon überzeugt, dass es sich 

bei der Aussage des Beschuldigten, er habe beim Versenden des Dropbox-

Links angenommen, dass er die illegale Videodatei bereits gelöscht habe 

und sich deshalb nicht mehr in der Dropbox befinde, um eine blosse 

Schutzbehauptung handelt. Stattdessen ist anzunehmen, dass der 

Beschuldige das Video mit bekanntermassen illegalem Inhalt nach dem 

Download zusammen mit anderen legalen Dateien wissentlich und willent-

lich in seiner Dropbox belassen hat. Durch das Versenden eines Dropbox-

Links an andere Internet-Nutzer nahm er in Kauf, dass diese auch von der 

illegalen Datei Kenntnis erhalten, selbst wenn er dies in Bezug auf die 

inkriminierte Datei nicht direkt angestrebt haben sollte. Entsprechend ist 

dem Beschuldigen eine eventualvorsätzliche Tatbegehung vorzuwerfen.  

 

3.5. 

Die von der Vorinstanz erwähnten Opportunitätsgründe können nicht zu 

einem Freispruch führen. Das würde selbst dann gelten, wenn die Voraus-

setzungen gemäss den Art. 52-54 StGB erfüllt wären. Diesfalls könnte 

höchstens ein Schuldspruch unter gleichzeitigem Verzicht auf eine Strafe 

erfolgen (vgl. BGE 139 IV 220 E. 3.3). Es fehlt jedoch sowohl an einer 

Betroffenheit des Beschuldigten durch seine Tat i.S.v. Art. 54 StGB als 

auch an einer Wiedergutmachung i.S.v. Art. 53 StGB. Eine Strafbefreiung 

nach Art. 52 StGB käme zudem nur in Betracht, wenn keinerlei Straf-

bedürfnis vorhanden wäre (BGE 135 IV 130 E. 5.3.3). Das trifft auf einen 

Fall der vorliegenden Art nicht zu, indem der Beschuldigte ein kinderporno-

grafisches Erzeugnis verbreitet, das einen vergleichsweisen schweren Fall 

von Kindsmissbrauch dokumentiert. 

 

4. 

4.1. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt, der Beschuldigte sei – ausgehend von 

einem leichten Verschulden und einer neutralen Täterkomponente – mit 

einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu bestrafen. Der Tagessatz sei auf 

Fr. 30.00 festzulegen und die Geldstrafe sei bei einer Probezeit von 

2 Jahren aufzuschieben. Die bedingte Geldstrafe sei mit einer 

Verbindungsbusse von Fr. 900.00 zu kombinieren, an deren Stelle bei 

schuldhafter Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen trete 

(Berufungsbegründung, E. 3.2 ff.). 

 

Der Beschuldigte äusserte sich nicht zum Strafmass für den Fall, dass es 

zu einem Schuldspruch kommen sollte.  

 

 - 11 - 

 

 

4.2. 

4.2.1. 

Das Inverkehrbringen von Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 4 StGB ist mit 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bedroht.  

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 144 IV 217; 141 IV 61 E. 6.1.1; 136 IV 55 

E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Es liegt im 

Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen 

Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. 

  

Bei der Wahl der Sanktionsart sind unter Beachtung des Prinzips der 

Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die Zweckmässigkeit einer 

bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales 

Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 

E. 4.2; 134 IV 82 E. 4.1). 

 

4.2.2. 

Der Beschuldigte lebt in stabilen Verhältnissen, hat keine Vorstrafen und 

auch sonst sind keine Gründe ersichtlich, welche gegen eine Geldstrafe 

sprechen. Entsprechend ist auf eine Geldstrafe zu erkennen. 

 

4.2.3. 

Der Beschuldigte stellte ein kinderpornografisches Video einer Drittperson 

über einen Dropbox-Link zur Verfügung. Was den Inhalt der Video-

aufnahme betrifft, so ist darin zu sehen, wie eine erwachsene männliche 

Person ihr Geschlechtsteil an der Vagina eines kleinen Mädchens reibt. Mit 

Blick auf das primäre geschützte Rechtsgut, die ungestörte sexuelle 

Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (BGE 131 IV 16 E. 1.2) bzw. 

dem Schutz potentieller «Darsteller» harter Pornografie vor sexueller 

Ausbeutung, Gewalt und erniedrigender bzw. menschenunwürdiger 

Behandlung (TRECHSEL/BERTOSSA, in: Praxiskommentar Strafgesetzbuch, 

3. Aufl. 2018, N 2 zu Art. 197 StGB) liegt damit eine nicht mehr leichte Form 

von strafbarer Pornografie vor. Andererseits ist darin noch keine 

Darstellung zu erblicken, die zu den schwersten Formen von Kinderporno-

grafie gehört. Der Beschuldigte hat das fragliche Video nicht selber 

hergestellt, vielmehr wurde es ihm von einer Drittperson zur Verfügung 

gestellt. Es ist ihm nur (aber immerhin) die einmalige Verbreitung dieses 

einzelnen Videos zur Last zu legen. Entgegen der Darstellung in der 

Anklage ist auch nicht belegt, dass der Beschuldigte das fragliche Video 

mehreren Internetnutzern zur Verfügung stellen wollte. Der Beschuldigte 

verwendete zudem keine speziell abgesicherte Software, die ihn vor einer 

strafrechtlichen Verfolgung geschützt hätte. In subjektiver Hinsicht ist leicht 

schuldmindernd zu berücksichtigen, dass es dem Beschuldigten 

(mutmasslich) nicht um die gezielte Verbreitung von kinderpornografischen 

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Erzeugnissen ging, sondern er eine solche im Sinne eines Eventual-

vorsatzes lediglich in Kauf nahm. Das Handlungsmotiv dürfte darin 

bestanden haben, durch die Bereitstellung von pornografischem Material 

in den Besitz neuer (legaler) pornografischer Erzeugnisse zu gelangen. 

Dabei handelt es sich zwar um egoistische Beweggründe, solche sind 

jedoch bei strafbaren Handlungen gemäss Art. 197 Abs. 4 StGB in aller 

Regel vorhanden, weshalb sie bei der Verschuldensbewertung nicht 

negativ zu Buche schlagen. Die Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten, 

sich an die Rechtsordnung zu halten, war nicht erkennbar eingeschränkt. 

 

Unter den genannten Umständen und unter Berücksichtigung der ganzen 

Palette von strafbaren Handlungen, die vom Tatbestand von Art. 197 

Abs. 4 StGB erfasst werden, ist insgesamt von einem leichten Verschulden 

auszugehen. Schuldangemessen erscheint eine Geldstrafe von 

40 Tagessätzen.  

 

4.2.4. 

Mit Blick auf die Täterkomponente ist Folgendes festzuhalten: Der 

Beschuldigte wohnt bei seinen Eltern, ist ledig und kinderlos. Er hat mittler-

weile seine Lehre als Hochbauzeichner erfolgreich abgeschlossen, wobei 

er aktuell weiterhin als Hochbauzeichner in seinem Lehrbetrieb tätig ist. Er 

weist keine Vorstrafen auf. Aus den persönlichen Verhältnissen ergeben 

sich keine Gründe, die zu einer Straferhöhung oder Strafminderung führen 

müssten. Es ist von einer durchschnittlichen Strafempfindlichkeit aus-

zugehen. Der Beschuldigte hat im Sinne eines Teilgeständnisses 

eingeräumt, dass sich das illegale Video in seiner Dropbox befunden hat. 

Nachdem fraglich ist, ob dies dem Beschuldigten ohne weiteres hätte nach-

gewiesen werden können, rechtfertigt dieses Teilgeständnis eine Straf-

reduktion um 10 Tagessätze.  

 

Das Alter des Beschuldigten zur Tatzeit rechtfertigt weder eine 

Strafmilderung noch eine Strafminderung. Der frühere Strafmilderungs-

grund des jugendlichen Alters (18-20 Jahre) wurde per 1. Januar 2007 aus 

dem Gesetz gestrichen. Zwar kann das Alter bei der Strafzumessung nach 

Art. 47 StGB berücksichtigt werden, das wäre jedoch nur dann angezeigt, 

wenn dem Beschuldigten altersbedingt die volle Einsicht in das Unrecht 

seiner Tat gefehlt hätte. Das war jedoch vorliegend gerade nicht der Fall, 

hat der Beschuldigte doch unbestrittenermassen den illegalen Charakter 

des Videos erkannt.  

 

Damit erweist sich eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen im Ergebnis als 

angemessen. 

 

4.3. 

Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB bemisst das Gericht die Höhe des Tages-

satzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des 

 - 13 - 

 

 

Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und 

Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungs-

leistungen sowie nach dem Existenzminimum. Ausgangspunkt für die 

Bemessung bildet das Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an 

einem Tag zufliesst, ganz gleich, aus welcher Quelle die Einkünfte 

stammen (BGE 142 IV 315 E. 5.3; 134 IV 60 E. 6.1 und 6.4). 

  

Der Beschuldigte ist als Hochbauzeichner angestellt. Er verdient 

Fr. 4'250.00 netto pro Monat. Unter Berücksichtigung eines Abzugs von 

pauschal 20 % für Krankenkasse, Steuern und notwendige Berufsauslagen 

ergibt sich ein Tagessatz von Fr. 110.00. 

  

4.4. 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geld-

strafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig 

erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten. 

  

Der Beschuldigte hat sich bis anhin nichts zu Schulden kommen lassen und 

lebt in stabilen Verhältnissen. Insofern bestehen keine Anhaltspunkte 

dafür, dass sich eine bedingte Strafe hinsichtlich ihrer präventiven Effizienz 

nicht als zweckmässig erweisen würde. Entsprechend ist die Strafe bedingt 

auszusprechen und die Probezeit auf das Minimum von 2 Jahren 

anzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

  

4.5. 

Abzusehen ist von der durch die Staatsanwaltschaft beantragten 

Verbindungsbusse. Die Verbindungsbusse soll u.a. dazu beitragen, das 

unter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher geringe 

Drohpotential der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll 

ein Denkzettel verpasst werden können, um ihm den Ernst der Lage vor 

Augen zu führen und zugleich zu demonstrieren, was bei einer Nicht-

bewährung droht (BGE 134 IV 60 E. 7.3.1 mit Hinweisen). 

  

Vorliegend gibt es keinen Grund zur Annahme, der vorstrafenlose 

Beschuldigte würde sich durch eine bedingte Strafe nicht genügend 

beeindrucken lassen, zumal bereits der Eintrag im Strafregister und die 

Belastungen durch das Verfahren eine gewisse spezialpräventive Wirkung 

entfalten dürften. Entsprechend geht das Obergericht nicht davon aus, 

dass es zusätzlich einer Verbindungsbusse bedarf, um dem Beschuldigten 

den Ernst der Lage aufzuzeigen. Von einer Verbindungsbusse ist deshalb 

abzusehen. 

 

 - 14 - 

 

 

5. 

5.1. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt sodann, dem Beschuldigten sei gestützt 

auf Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB lebenslänglich jede berufliche und jede 

organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst, zu verbieten (Berufungsbegründung, E. 4).  

 

5.2. 

Nach der Ansicht des Beschuldigten wäre ein solches Tätigkeitsverbot 

unverhältnismässig. Im Falle eines Schuldspruchs wäre von einem 

besonders leichten Fall i.S.v. Art. 67 Abs. 4bis StGB auszugehen. Da die 

Anordnung eines Tätigkeitsverbots im konkreten Fall nicht notwendig 

erscheine, um ihn von weiteren Straftaten abzuhalten, sei davon abzu-

sehen. Die Unverhältnismässigkeit ergebe sich daraus, dass er nur eine 

einzelne Videodatei einmalig versendet habe und die Straftat zudem keinen 

Zusammenhang aufweise zu Kontakten mit Minderjährigen. Ihm könne 

ausserdem eine gute Prognose gestellt werden; es fehle an Anhalts-

punkten für eine Wiederholungsgefahr (Berufungsantwort, Ziff. 2; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 11).  

 

5.3. 

Wird jemand wegen Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 4 StGB verurteilt und 

haben die Gegenstände oder Vorführungen sexuelle Handlungen mit 

Minderjährigen zum Inhalt, verbietet ihm das Gericht nach Art. 67 Abs. 3 

StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. Die 

Anordnung des Tätigkeitsverbots soll – grundsätzlich unabhängig von den 

Umständen des Einzelfalls und der Höhe der konkret ausgesprochenen 

Strafe – zwingend angeordnet werden und lebenslänglich dauern 

(vgl. Botschaft zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstraf-

gesetzes [Umsetzung von Art. 123c BV] vom 3. Juni 2016, BBl 2016 6115). 

In besonders leichten Fällen, in denen das Tätigkeitsverbot nicht notwendig 

erscheint, um den Täter vor weiteren einschlägigen Straftaten abzuhalten, 

kann das Gericht gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB ausnahmsweise auf die 

Anordnung eines solchen Verbots verzichten, sofern der Täter keine 

besonders qualifizierte Anlasstat begangen hat und er nicht pädophil ist im 

Sinne von international anerkannten Klassifikationskriterien (Art. 67 

Abs. 4bis lit. a und b StGB). Als Anwendungsfälle von besonders leichten 

Fällen wurden in der Botschaft die Fälle der Jugendliebe genannt. Der 

Verzicht soll aber auch bei anderen ähnlich besonders leichten Fällen 

möglich sein, wenn die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind und keinerlei 

Bezug zu Pädophilie vorliegt (Botschaft, S. 6155).  

 

Im konkreten Fall hat der Beschuldigte weder eine besonders qualifizierte 

Anlasstat i.S.v. von Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB begangen noch wurde bei 

ihm eine Pädophilie diagnostiziert. Er hat einmalig ein einzelnes Video mit 

 - 15 - 

 

 

kinderpornografischem Inhalt weiterverbreitet, wobei zu seinen Gunsten 

davon auszugehen ist, dass es lediglich an einen Empfänger ging. Der 

Beschuldigte hat das verbotene kinderpornografische Material nicht selber 

hergestellt und weder eine Beziehung zu einer minderjährigen Person an-

gebahnt noch eine solche Beziehung ausgenutzt, um die Straftat begehen 

zu können. Er hat sich nur (aber immerhin) einmalig eines sogenanntes 

"Handsoff"-Delikts schuldig gemacht. Auch wenn die Anordnung eines 

Tätigkeitsverbots nicht von der Höhe der ausgesprochenen Strafe abhängt, 

manifestiert sich in der Höhe der auszufällenden Strafe gleichwohl eine 

geringe Tatschwere. Unter diesen Umständen ist noch von einem 

besonders leichten Fall i.S.v. Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB auszugehen. 

Zudem erscheint ein Tätigkeitsverbot im konkreten Fall nicht notwendig, 

um den Beschuldigten von weiteren einschlägigen Straftaten abzuhalten, 

zumal er weder einschlägige noch anderweitige Vorstrafen aufweist und in 

stabilen Verhältnissen lebt. Anhand der Akten und des Vorlebens ergeben 

sich insbesondere keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass er sich 

sexuell zu Kindern hingezogen fühlt bzw. die Tat der Befriedigung pädo-

philer Bedürfnisse diente.  

 

Unter den gegebenen Umständen wäre ein lebenslängliches Tätigkeits-

verbot unverhältnismässig, weshalb davon abzusehen ist.  

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Der Beschuldigte unterliegt im Strafpunkt, obsiegt jedoch in Bezug auf das 

Tätigkeitsverbot. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, ihm die 

Kosten des Berufungsverfahrens zu zwei Dritteln aufzuerlegen. Die 

Gerichtsgebühr ist auf Fr. 2'000.00 festzusetzen (§ 18 VKD). 

 

6.2. 

Dem Beschuldigten werden aufgrund seines teilweisen Obsiegens die 

Parteikosten im Umfang von einem Drittel entschädigt (Art. 436 Abs. 1 

i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO). Die Verteidigung macht in der anlässlich der 

Berufungsverhandlung eingereichten Kostennote, einen Aufwand von 

sechs Stunden geltend. Zusätzlich ist der Aufwand in Bezug auf die 

Teilnahme an der Berufungsverhandlung im Umfang von 2.5 Stunden 

(inklusive Weg und Nachbesprechung) zu entschädigen. Unter Berück-

sichtigung des gemäss § 9 Abs. 2bis AnwT anwendbaren Stundenansatzes 

von Fr. 220.00, der praxisgemäss auf 3 % zu veranschlagenden Auslagen 

und der Mehrwertsteuer von 7.7 % resultieren Parteikosten in der Höhe von 

Fr. 2'074.40. Entsprechend dem Ausgang des Berufungsverfahrens ist 

dem Beschuldigten ein Drittel davon, d.h. Fr. 691.45, auszurichten. 

Vorbehalten bleibt die Verrechnung (Art. 442 Abs. 4 StPO). 

 - 16 - 

 

 

 

6.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Im vorinstanzlichen Verfahren sind die Kosten nach dem 

Verschuldensprinzip zu verlegen (vgl. Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

Der Beschuldigte wird verurteilt, weshalb er die vorinstanzlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 2'240.00 zu tragen hat (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

6.4. 

Der amtliche Verteidiger ist für seinen Aufwand vor Vorinstanz mit 

Fr. 1'513.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse zu 

entschädigen. Die Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, 

sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig des lnverkehrbringens von Pornografie 

(Videoaufnahme mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit einem Kind) 

gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB.  

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmung 

und gestützt auf Art. 47 StGB und Art. 34 StGB zu einer Geldstrafe von 

30 Tagessätzen verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 110.00 festgesetzt. 

Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 3'300.00. 

 

2.2. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geldstrafe 

der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 

Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt.  

 

2.3. 

Von einem Tätigkeitsverbot i.S.v. Art. 67 Abs. 3 StGB wird abgesehen.  

 

 - 17 - 

 

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00 und den Auslagen von Fr. 113.00, 

insgesamt Fr. 2'113.00, werden dem Beschuldigten zu 2/3 mit Fr. 1'408.65 

auferlegt. Im Übrigen werden sie auf die Staatskasse genommen.  

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird – unter Vorbehalt der Verrechnung – 

angewiesen, dem Beschuldigten für das obergerichtliche Verfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 691.45 auszurichten.  

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte hat die vorinstanzlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 2'240.00 zu bezahlen. 

 

4.2. 

Die Gerichtskasse Rheinfelden wird – soweit noch keine Auszahlung erfolgt 

ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 1'513.10 

auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
    

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 - 18 - 

 

 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 1. April 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss L. Stierli