# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19c9663a-7567-5f3e-91d3-b85d766a0861
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-18
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 18.03.2016 603 2015 185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_603-2015-185_2016-03-18.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

603 2015 185

Urteil vom 18. März 2016

III. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud
Richter: Johannes Frölicher, Dominique 

Gross
Gerichtsschreiber-Praktikant: Simon Murith

Parteien A.________, Beschwerdeführerin     

gegen

KOMMISSION FÜR ADMINISTRATIVMASSNAHMEN IM STRASSEN-
VERKEHR, Vorinstanz     

Gegenstand Strassenverkehr und Transportwesen

Entzug des Führerausweises, Warnungsentzug

Beschwerde vom 9. November 2015 gegen die Verfügung vom 1. Oktober 
2015

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführerin) ist seit 1984 im Besitz des Führerausweises der 
Kategorie B. Im automatisierten Datensystem für Administrativmassnahmen (ADMAS; vgl. 
Art. 104b des Bundesgesetzes über den Strassenverkehr vom 19. Dezember 1958 [SVG; 
SR 741.01] und die ADMAS-Register-Verordnung vom 18. Oktober 2000 [SR 741.55]) ist sie mit 
einer Eintragung verzeichnet, da sie mit Verfügung vom 17. Juni 2013 wegen einer leichten 
Widerhandlung verwarnt worden war.  

B. Am 6. Januar 2015, gegen 12.30 Uhr, fuhr die Beschwerdeführerin auf der A1 von 
B.________ in Richtung C.________. Ungefähr 100 Meter nach der Autobahneinfahrt B.________ 
überholte die Beschwerdeführerin einen auf der Normalspur fahrenden Personenwagen. Kurz 
nach dem Überholmanöver lenkte sie plötzlich und ohne die Richtungsänderung anzuzeigen vom 
Überholstreifen auf den Normalstreifen, unmittelbar vor den von ihr überholten Personenwagen. 
Die Lenkerin dieses Fahrzeuges musste deshalb brüsk abbremsen und nach rechts ausweichen, 
um eine Kollision zu verhindern.  

C. Mit Schreiben vom 28. Januar 2015 teilte die Kommission für Administrativmassnahmen im 
Strassenverkehr (Vorinstanz) der Beschwerdeführerin mit, dass aufgrund des erwähnten 
Ereignisses ein Administrativverfahren gegen sie eröffnet werde.

Nach Eingang der Stellungnahme der Beschwerdeführerin und unter Berücksichtigung der 
Aktenlage hat die Vorinstanz mit Verfügung vom 19. Februar 2015 das Administrativverfahren bis 
zum Vorliegen des rechtskräftigen Strafurteils sistiert. Gleichzeitig wies die Vorinstanz die 
Beschwerdeführerin darauf hin, dass sie zur Wahrnehmung ihrer Verteidigungsrechte sämtliche 
Argumente bereits im Strafverfahren vorzubringen habe und ggf. gegen einen strafrechtlichen 
Entscheid, welchen sie nicht akzeptiere, einsprechen müsse; dies, da die Vorinstanz in der Folge 
im Administrativverfahren nicht mehr auf mögliche Einwände gegenüber gemachten 
Feststellungen eintreten könne. 

D. Mit Strafbefehl vom 26. August 2015 hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 
Emmental-Oberaargau, die Beschwerdeführerin wegen grober Verkehrsregelverletzung durch 
unvorsichtigen Fahrstreifenwechsel und wegen einfacher Verkehrsregelverletzung durch 
Unterlassen der Richtungsanzeige schuldig erklärt und zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 
je CHF 150.-, ausmachend CHF 1'500.-, verurteilt, wobei der Vollzug der Geldstrafe unter 
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben wurde. Zudem wurde sie zu einer 
Verbindungsstrafe von CHF 500.- und zu einer Busse von CHF 300.- verurteilt. Dieser Strafbefehl 
ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.    

E. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2015 hat die Vorinstanz der Beschwerdeführerin den 
Führerausweis wegen einer schweren und (gleichzeitig) einer leichten Widerhandlung für die 
Dauer von drei Monaten entzogen, infolge des unvorsichtigen Fahrstreifenwechsels und 
Unterlassen der Richtungsanzeige. 

F. Am 9. November 2015 hat die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung Beschwerde an 
das Kantonsgericht erhoben. Sie beantragt sinngemäss, die Verfügung aufzuheben und auf den 

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Entzug des Führerausweises zu verzichten bzw. eine leichtere Massnahme zu erlassen; ggf. sei 
ihr zu erlauben, den dreimonatigen Führerausweisentzug gestaffelt zu vollziehen. 

Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass die Lenkerin des neben 
ihr auf der Normalspur fahrenden Personenwagens am Ereignis zumindest eine Mitschuld trage; 
diese hätte versetzt fahren bzw. bremsen müssen. Sie habe kein Auto in ihrer Nähe vermutet bzw. 
gesehen und aus diesem Grund nicht geblinkt, was lediglich einer leichten Widerhandlung 
entspreche. Zudem sei der dreimonatige Führerausweisentzug – insbesondere, da beim Ereignis 
kein Personen- oder Sachschaden entstanden sei, wegen ihres guten Leumunds und da sie als 
Mitarbeiterin im Aussendienst zwingend auf das Auto angewiesen sei – unverhältnismässig.   

G. Mit Eingabe vom 4. Dezember 2015 übermittelt die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht 
einen Beleg, dass sie den einverlangten Kostenvorschuss von CHF 600.- bezahlt hat. Weiter trägt 
sie insbesondere vor, dass sie dankbar wäre, wenn sie persönlich angehört würde.    

H. Mit Stellungnahme vom 11. Dezember 2015 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der 
Beschwerde. Am 31. Dezember 2015 lässt sich die Beschwerdeführerin erneut vernehmen.

I. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die 
Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen

1. Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 12 des kantonalen 
Gesetzes vom 12. November 1981 zur Ausführung der Bundesgesetzgebung über den 
Strassenverkehr [AGSVG; SGF 781.1] in Verbindung mit Art. 114 Abs. 1 lit. a des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]). Die 
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 VRG). Die 
Beschwerdefrist wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 VRG). Auch wurde der Kostenvorschuss 
rechtzeitig bezahlt (Art. 128 VRG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Mit der Beschwerde an das Kantonsgericht können die Verletzung des Rechts 
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der 
Unangemessenheit ist vorliegend ausgeschlossen (Art. 77 f. VRG).

3. Nach der Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen 
Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid 
zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, oder wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, 
sowie wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechts-
fragen abgeklärt hat (vgl. BGE 137 I 363 E. 2.3.2). Die Verwaltungsbehörde hat vor allem auf die 
Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit öffentlicher 
Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei 
denn, es bestünden klare Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in 
diesem Fall hat die Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbstständige Beweiserhebungen durchzu-
führen (BGE 136 II 447 E. 3.1). Die Verwaltungsbehörde ist aber auch an einen Strafentscheid 

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gebunden, der im Strafbefehlsverfahren ergangen ist, bei dem die Behörde auf einen Polizeibe-
richt abstellt, der auf Wahrnehmungen der Polizeibeamten an Ort und Stelle beruht und sich auf 
Aussagen von Beteiligten stützt, die unmittelbar nach dem Vorfall eingeholt wurden und für den 
Führerausweis massgebend sind. Dies gilt namentlich, wenn der Betroffene weiss oder davon 
ausgehen muss, dass neben dem Strafverfahren ein Administrativverfahren eröffnet wird. Entspre-
chend dem Grundsatz von Treu und Glauben muss der Betroffene allfällige Verteidigungsrechte 
und Beweisanträge im Strafverfahren vorbringen und dort ggf. alle Rechtsmittel ausschöpfen (BGE 
123 II 97 E. 3c/aa; 121 II 214 E. 3a). Anders als bei der tatsächlichen Würdigung des 
Sachverhaltes ist die Verwaltungsbehörde bei der rechtlichen Würdigung frei, ausser die rechtliche 
Qualifikation hängt stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, 
etwa weil er die Beschuldigten persönlich einvernommen hat (BGE 136 II 447 E. 3.1).

4. a) Vorliegend wird in tatsächlicher Hinsicht im Strafbefehl insbesondere festgehalten, dass 
die Beschwerdeführerin als Lenkerin eines Personenwagens auf der A1 einen anderen 
Personenwagen überholte und nach dem Überholmanöver ohne die Richtungsanzeige 
einzustellen abrupt und unvorsichtig rechts auf die Normalspur gewechselt hat. Die Führerin des 
Personenwagens, der sich auf der Normalspur befand, musste deshalb brüsk bremsen und nach 
rechts ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Dieser Strafbefehl vom 26. August 2015 ist 
unangefochten in Rechtskraft erwachsen; dies, obwohl die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit 
Schreiben vom 19. Februar 2015 explizit darauf aufmerksam machte, dass sie zur Wahrnehmung 
ihrer Verteidigungsrechte sämtliche Argumente bereits im Strafverfahren vorzubringen und ggf. 
entsprechende Rechtsmittel zu ergreifen habe. 

b) Entsprechend hat die Vorinstanz der angefochtenen Verfügung zu Recht den im 
Strafbefehl etablierten Sachverhalt zugrunde gelegt, und ist mithin in tatsächlicher Hinsicht 
insbesondere davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin einen unvorsichtigen 
Fahrstreifenwechsel gemacht und es dabei unterlassen hat, die Richtungsanzeige zu betätigen. 
Die Beschwerdeführerin bringt denn in ihrer Beschwerde auch keine Anhaltspunkte vor, welche ein 
Abweichen von diesem Sachverhalt implizieren würden.   

5. a) In rechtlicher Hinsicht ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass der Fahrzeugführer, 
der seine Fahrrichtung ändern will, wie beispielsweise zum Überholen und Wechseln des 
Fahrstreifens, auf den Gegenverkehr und die ihm nachfolgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen 
hat (Art. 34 Abs. 3 SVG). Er darf auf Strassen, die für den Verkehr in gleicher Richtung in mehrere 
Fahrstreifen unterteilt sind, seinen Streifen nur verlassen, wenn er dadurch den übrigen Verkehr 
nicht gefährdet (Art. 44 Abs. 1 SVG). Wenn er überholen will, muss er schliesslich nach Art. 10 
Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) vorsichtig 
ausschwenken und darf nachfolgende Fahrzeuge nicht behindern.

b) Die Beschwerdeführerin hat diese Verkehrsregeln verletzt, indem sie nach dem 
Überholmanöver abrupt und unvorsichtig und ohne die Richtungsanzeige einzustellen rechts auf 
die Normalspur wechselte, so dass die auf der Normalspur fahrende Lenkerin brüsk bremsen und 
nach rechts ausweichen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Ihre Einwände, dass sie kein 
Auto in ihrer Nähe vermutet bzw. gesehen und aus diesem Grund nicht geblinkt habe, und dass 
die Lenkerin des neben ihr auf der Normalspur fahrenden Personenwagens am Ereignis zumindest 
eine Mitschuld trage, sind nicht geeignet, diesen Schluss in Frage zu stellen, zumal die 
Beschwerdeführerin diese Kritik mit der Einsprache gegen den Strafbefehl hätte vorbringen 
können und müssen. 

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c) Nach Art. 16 Abs. 2 SVG wird bei Widerhandlungen gegen 
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. 
Juni 1970 (OBG; SR 741.03) ausgeschlossen ist, der Führerausweis entzogen oder eine 
Verwarnung ausgesprochen. Bei den oben beschriebenen von der Beschwerdeführerin 
begangenen Widerhandlungen kommt ein Verfahren nach dem OBG aufgrund von Art. 2 lit. a OBG 
und Art. 3 Abs. 1 OBG in Verbindung (e contrario) mit der Ordnungsbussenverordnung vom 
4. März 1996 (OBV; SR 741.031) nicht in Frage. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen 
Verfügung geschlossen, dass (insbesondere) eine schwere Widerhandlung gegen die 
Strassenverkehrsvorschriften vorliege, und hat folglich der Beschwerdeführerin den Führerausweis 
für drei Monate entzogen. Die Beschwerdeführerin argumentiert, dass sie lediglich eine leichte 
Widerhandlung begangen habe. Nachfolgend ist deshalb die Schwere der Widerhandlung zu 
prüfen. 

d) Das Gesetz unterscheidet zwischen der leichten, mittelschweren und schweren 
Widerhandlung (Art. 16a-c SVG). Gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG begeht eine leichte 
Widerhandlung, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit 
anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Eine mittelschwere 
Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit 
anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Leichte und mittelschwere 
Widerhandlungen werden von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen erfasst 
(BGE 135 II 138 E. 2.4). Gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG begeht eine schwere Widerhandlung, 
wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 
hervorruft oder in Kauf nimmt. Nach einer schweren Widerhandlung, welche einer groben 
Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG entspricht (BGE 132 II 234 E. 3), wird 
der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen (Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG). Die Annahme 
einer schweren Widerhandlung setzt kumulativ eine qualifizierte objektive Gefährdung und ein 
qualifiziertes Verschulden voraus. Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist dann erfüllt, 
wenn der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die 
Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Auf subjektiver Seite verlangt der Tatbestand ein schweres 
Verschulden (Urteil BGer 1C_456/2011 vom 28. Februar 2012 E. 3.1 und E. 3.2). Ist die 
Gefährdung gering, aber das Verschulden hoch, oder umgekehrt die Gefährdung hoch und das 
Verschulden gering, liegt nur eine mittelschwere Widerhandlung vor (Urteil BGer 6A.16/2006 vom 
6. April 2006 E. 2.1.1; MIZEL, Die Grundtatbestände der neuen Warnungsentzüge des SVG und 
ihre Beziehung zum Strafrecht, in ZStrR 2006 31 ff., insbesondere 63 f.). 

e) Bei den vorliegend von der Beschwerdeführerin verletzten Verkehrsregeln handelt es 
sich um zentrale Verkehrsvorschriften, deren Missachtung regelmässig zu schweren Unfällen führt 
(vgl. auch Urteil BGer 6B_892/2009 E. 3). Durch den abrupten und unvorsichtigen Wechsel des 
Fahrstreifens auf der Autobahn, ohne Betätigung des Richtungsanzeigers, hat die 
Beschwerdeführerin die übrigen Verkehrsteilnehmer ernstlich gefährdet. Nur mit Glück konnte die 
Führerin des Personenwagens, der sich auf der Normalspur befand, abbremsen und nach rechts 
ausweichen und so eine Kollision im letzten Moment noch vermeiden. So hält auch der ViDistA-
Auswertebericht fest, dass das Ereignis durch eine verkehrsübliche Bremsung des auf der 
Normalspur befindlichen Personenwagens nicht vermeidbar war und dieses Fahrzeug gefährdet 
wurde. Gerade auf der Autobahn hätte eine Kollision schwerwiegende Folgen haben können. 
Ursache dieses Ereignisses war, dass sich die Beschwerdeführerin vor der Einleitung des 
Manövers nicht vorschriftsgemäss vergewisserte, ob die Normalspur frei ist und sie folglich die 

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Fahrspur wechseln kann. Als zusätzliches Element kommt hinzu, dass sie den Richtungsanzeiger 
nicht betätigt hat, womit sie es den übrigen Verkehrsteilnehmern umso mehr verwehrte, ihr 
Manöver vorherzusehen. Ob bzw. inwiefern allenfalls die Lenkerin des auf der Normalspur 
fahrenden Personenwagens ihrerseits Strassenverkehrsvorschriften verletzt hat, ist nicht 
Gegenstand des hier zu beurteilenden Verfahrens und entbindet die Beschwerdeführerin ihrerseits 
nicht von der Einhaltung der ihr obliegenden Pflichten. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, 
dass dieser Personenwagen im toten Sichtwinkel war und sie ihn deshalb nicht sehen konnte, ist 
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach es sich beim sichttoten Winkel 
um einen in der Bauart des Fahrzeuges liegenden Faktor handelt, den der Fahrzeuglenker 
grundsätzlich von vornherein in Rechnung zu stellen hat. Dementsprechend hat das 
Bundesgericht verschiedentlich ausgeführt, es gehe nicht an, das Verborgenbleiben eines 
Verkehrsteilnehmers dem Zufall zuzuschreiben und die sich aus dem sichttoten Winkel 
ergebenden Risiken auf andere Strassenbenutzer abzuwälzen. Vielmehr müsse der 
Fahrzeuglenker dafür besorgt sein, dass die sich aus jenem Faktor ergebenden Risiken 
ausgeschaltet werden (vgl. BGE 127 IV 34 E. 3b, mit Hinweisen). In casu hätte demnach die 
Beschwerdeführerin nicht nur in die Rückspiegel blicken, sondern sich zudem durch einen 
genügenden Seitenblick versichern müssen, dass die Fahrbahn neben ihr frei ist. Allfälligen 
Sichtbehinderungen hätte sie durch einen (vorläufigen) Verzicht auf den Streifenwechsel 
Rechnung tragen müssen. Die Fehleinschätzung der Verkehrssituation durch die 
Beschwerdeführerin wiegt insgesamt so schwer, dass nicht mehr von einer leichten Fahrlässigkeit 
gesprochen werden kann. Die Beschwerdeführerin hat offenbar den neben ihr fahrenden 
Personenwagen überhaupt nicht bemerkt. Dass sie die erhöhte Gefahr oder die gebotene 
Verhaltensalternative des Zuwartens mit dem Fahrstreifenwechsel nicht bedachte, ist typisch für 
die unbewusste Fahrlässigkeit und schliesst grobe Fahrlässigkeit nicht aus. Im Ergebnis ist 
vorliegend ein schweres Verschulden zu bejahen, zumal die Beschwerdeführerin es auch 
unterlassen hat, den Richtungsanzeiger zu betätigen. Entsprechend ging schliesslich auch die 
Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Emmental-Oberaargau, im Strafbefehl davon aus, 
dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Verhalten eine wichtige Verkehrsregel grob verletzt und 
dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer geschaffen und in 
Kauf genommen hat. Damit ist die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu Recht von einer 
schweren Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen. 

6. a) Schliesslich sind für die Dauer des Führerausweisentzuges nach Art. 16 Abs. 3 SVG die 
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, 
das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein 
Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Nach 
einer schweren Widerhandlung ist der Führerausweis gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG für 
mindestens drei Monate zu entziehen. 

b) Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung den 
Führerausweis für die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdauer entzogen. Die verfügte 
Entzugsdauer von drei Monaten ist damit nicht zu beanstanden und darf – obwohl die 
Beschwerdeführerin namentlich einen guten Leumund hat und beruflich auf den Führerausweis 
angewiesen ist – gemäss dem Gesetz nicht unterschritten werden.

c) Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich eine Staffelung des Vollzugs beantragt, ist 
darauf hinzuweisen, dass dies gesetzlich nicht vorgesehen und nach der Praxis des 
Bundesgerichts ausgeschlossen ist, insbesondere weil ein ratenweiser Vollzug des Entzugs nach 

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den Bedürfnissen des fehlbaren Lenkers nicht dem gesetzgeberischen Konzept entspricht und die 
Erreichung der präventiven und erzieherischen Massnahmenzwecke in Frage stellen würde (BGE 
134 II 39 E. 3; Urteil BGer 1C_288/2008 vom 22. Dezember 2008 E. 4). Auch hatte das 
Bundesgericht namentlich eine Sonderbehandlung von besonders massnahmenempfindlichen 
Berufsgruppen erwogen und unter Hinweisen auf die parlamentarische Beratung schliesslich 
verworfen (BGE 134 II 39 E. 3; 132 II 234 E. 2.3). Dem Kantonsgericht ist es deshalb verwehrt, 
eine Staffelung des Vollzugs zu gewähren. 

7. Soweit schliesslich die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 4. Dezember 2015 
sinngemäss eine persönliche Anhörung beantragt, wird dieser Antrag abgelehnt: Das Gericht geht 
in einer antizipierten Beweiswürdigung davon aus, dass die mündliche Befragung der 
Beschwerdeführerin keine weiteren Erkenntnisse zu vermitteln vermöchte (dies auch deshalb, weil 
sie ihre Einwände im Rahmen des Strafverfahrens hätte vorbringen müssen), weshalb  darauf 
verzichtet wird. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist zulässig (vgl. u.a. BGE 131 I 153 
E. 3), zumal die Parteien grundsätzlich keinen Anspruch auf eine mündliche Anhörung haben 
(Art. 57 Abs. 2 VRG).  

8. Im Ergebnis erweist sich damit der von der Vorinstanz verfügte Warnungsentzug des 
Führerausweises für die Dauer von drei Monaten, basierend (insbesondere) auf einer schweren 
Widerhandlung, als gerechtfertigt. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen und die Verfügung der 
Vorinstanz vom 1. Oktober 2015 ist zu bestätigen. 

9. Die Kosten, die auf CHF 600.- festgelegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet werden, sind dem Verfahrensausgang entsprechend der Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 des Tarifs vom 17. Dezember 1991 der 
Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]). Eine 
Parteientschädigung ist nicht geschuldet (Art. 137 Abs. 1 VRG).  

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

II. Die Gerichtskosten von CHF 600.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

III. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten und der 
Parteientschädigung ist innert 30 Tagen die Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, 
zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 18. März 2016/dgr

Präsidentin Gerichtsschreiber-Praktikant