# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab80c7dc-ba71-5a89-b9d9-fd3d214cfcd3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2010 B-4137/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4137-2010_2010-09-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-4137/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Frank Seethaler (Vorsitz), 
Richterin Eva Schneeberger, Richter Ronald Flury, 
Gerichtsschreiberin Marion Spori Fedail. 

A._______, Inhaber des X._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Adrian Rüesch, 
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB,
Vorinstanz.

Entzug der persönlichen Zulassung als Revisionsexperte 
sowie Gesuch des Einzelunternehmens um Zulassung 
als Revisionsexperte.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-4137/2010

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer schloss am 15. Oktober  1980 die Ausbildung 
zum  eidgenössisch  diplomierten  Bücherexperten  (heute:  eidg.  dipl. 
Wirtschaftsprüfer) ab. 

Seit dem 8. Januar 1991 ist er Delegierter des Verwaltungsrates bzw. 
ab  dem  20.  Dezember  1999  Verwaltungsratspräsident  mit  Einzel-
zeichnungsberechtigung  der  Y._______.  An  dieser  Gesellschaft  hielt 
und hält  er  mit  98 % die  Aktienmehrheit. Direktor  der  Y._______ mit 
Kollektivunterschrift zu zweien war zwischen dem 8. Januar 1991 und 
dem 25. September 1997 B._______. Die Y._______ war in den Jahren 
1989 bis  1994 bankengesetzliche und in  den Jahren 1989 bis  1995 
aktienrechtliche Revisionsstelle der inzwischen aufgelösten Z._______ 
in Liquidation.

Am 22. Oktober 2007 stellte der Beschwerdeführer bei der RAB (Vor-
instanz)  ein  Gesuch  um  Zulassung  seines  Einzelunternehmens 
"X._______" als  Revisionsexperte  sowie am 21. November 2007 ein 
solches um persönliche Zulassung als Revisionsexperte. 

Mit  Verfügung  vom  23.  November  2007  hiess  die  Vorinstanz  das 
persönliche Gesuch auf Grund der vorliegenden Angaben und Unter-
lagen gut  und der Beschwerdeführer wurde als Revisionsexperte ins 
Revisorenregister  eingetragen.  Nach  einer  summarischen  Prüfung 
wurde sein Einzelunternehmen mit Verfügung vom 14. Dezember 2007 
provisorisch  und  unter  Vorbehalt  der  fristgerechten  Einreichung  der 
verlangten Unterlagen als Revisionsexperte zugelassen. 

Nach entsprechender Aufforderung der Vorinstanz vom 31. Juli  2009 
reichte  der  Beschwerdeführer  am 22. bzw. 24. September  2009  ein 
überarbeitetes Gesuch für die Zulassung des Einzelunternehmens ein. 
Er  teilt  der  Vorinstanz mit,  dass  im Jahr  2000 gegen die  Y._______ 
Verantwortlichkeitsansprüche im Rahmen von rund Fr. 10 Mio. geltend 
gemacht worden seien. 

Der  Vorinstanz  wurde  im  Rahmen  der  weiteren  Abklärungen  von 
folgenden Urteilen Kenntnis gegeben:

1. Strafverfahren: 

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B-4137/2010

- Urteil  des Obergerichts des Kantons Zürich vom 14. Juli 2006 i.S. 
A._______  gegen  Staatsanwaltschaft  des  Kantons  Zürich  und 
Z._______: Freispruch; das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 7. 
Juli  2005,  in  welchem  der  Beschwerdeführer  wegen  mehrfachen 
Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung für schuldig befunden 
worden war, wurde aufgehoben.

2. Zivilverfahren:

- Urteil  des  Handelsgerichts  des  Kantons  St.  Gallen  vom 
15. November 2007 i.S. Z._______ gegen Y._______ (und andere): 
Auf Klage der Z._______ hin verpflichtete das Handelsgericht  die 
Y._______,  unter  solidarischer  Haftbarkeit  mit  dem  ehemaligen 
Bankdirektor  und  dem  Verwaltungsratspräsidenten  der  Bank,  der 
Z._______  den  Betrag  von  Fr. 6'969'900.– (zuzüglich  Zinsen)  zu 
bezahlen;

- Urteil  des  Kassationsgerichts  des  Kantons  St.  Gallen  vom 
18. November 2008: Abweisung der Beschwerde gegen das Urteil 
des Handelsgerichts, soweit darauf eingetreten wurde;

- Urteil  des  Bundesgerichts  vom  3.  August  2009  (4A_65/2008): 
Abweisung der Beschwerde gegen das Urteil  des Handelsgerichts 
und des Kassationsgerichts, soweit darauf eingetreten wurde.

Mit  Schreiben  vom 2.  Oktober  2009  stellte  die  Vorinstanz  dem Be-
schwerdeführer  den  Widerruf  der  persönlichen  Zulassung  als 
Revisionsexperte in Aussicht und gewährte ihm das rechtliche Gehör. 
Sie wies den Beschwerdeführer darauf hin, dass auf Grund des engen 
sachlichen  Zusammenhangs  des  Widerrufsverfahrens  und  des  Ge-
suchs  des  Einzelunternehmens  diese  beiden  Verfahren  vereinigt 
würden.  Am  11.  Dezember  2009  nahm  der  Beschwerdeführer,  ver-
treten  durch  Rechtsanwalt  Dr.  Adrian  Rüesch,  in  zwei  separaten, 
praktisch identischen Eingaben Stellung zu den erhobenen Vorwürfen.

B.  
Mit  Verfügung  vom 17.  Mai  2010  vereinigte  die  Vorinstanz  das  Ver-
fahren  um  Widerruf  der  persönlichen  Zulassung  des  Beschwerde-
führers  mit  jenem  um  Zulassung  des  Einzelunternehmens  des  Be-
schwerdeführers (Ziffer 1). Sie entzog dem Beschwerdeführer die mit 
Verfügung vom 23. November 2007 erteilte Zulassung als Revisions-
experte  auf  unbefristete  Zeit  und  löschte  die  entsprechende  Ein-

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tragung  im  Revisorenregister  (Ziff.  2).  Sie  wies  das  Gesuch  vom 
22. Oktober  2007  um  Zulassung  des  Einzelunternehmens  des  Be-
schwerdeführers  als  Revisionsexperte  ab,  hob die  provisorische Zu-
lassung als Revisionsexperte auf und löschte die entsprechende Ein-
tragung im Revisorenregister (Ziff. 3). 

Die  Vorinstanz  hielt  zur  Begründung  fest,  das  Handelsgericht 
St. Gallen  habe  das  Vorliegen  von  Pflichtverletzungen  seitens  der 
Y._______ und des Beschwerdeführers bejaht. Neben dem leitenden 
Revisor, B._______, sei auch der Beschwerdeführer für  die Tätigkeit 
der  Y._______  als  bankengesetzliche  und  obligationenrechtliche 
Revisionsstelle  sowie  für  die  Richtigkeit  der  Revisionsberichte  ver-
antwortlich  gewesen. Unter  anderem seien bestehende Risiken,  ins-
besondere Klumpenrisiken der Z._______ im Zusammenhang mit der 
Q._______ (C._______ und die von ihm beherrschten Gesellschaften 
waren wichtige Kunden der Z._______) in den Geschäftsjahren 1989 
bis 1994 nicht angezeigt, und entsprechende Wertberichtigungen nicht 
beantragt worden. Im Weiteren habe die Y._______ es unterlassen, bei 
der  Z._______ rechtzeitig  die  Ausgestaltung des Rechnungswesens, 
die  Führung  des  Kreditdossiers,  die  regelmässige  Überprüfung  der 
Kredite und des Risikomanagements zu beanstanden. Dadurch habe 
sie  gegen  bankengesetzliche  Vorschriften  verstossen.  Zudem  habe 
das Handelsgericht St. Gallen zu Recht festgestellt, dass aufgrund der 
verschiedenen  wirtschaftlichen  und  personellen  Beziehungen 
zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  der  Y._______  zu  C._______ 
und der Q.________ das Unabhängigkeitserfordernis nicht erfüllt  ge-
wesen  sei.  Die  genannten  Umstände  wirkten  sich  negativ  auf  den 
beruflichen  Leumund bzw. das  Vertrauen  in  die  weitere  Prüftätigkeit 
des Beschwerdeführers aus. Es könne ihm keine günstige Prognose 
gestellt  werden. Die  festgestellten  Pflichtverletzungen  und  Verstösse 
gegen  die  Unabhängigkeit  wögen  schwer.  Auch  heute  sei  sich  der 
Beschwerdeführer  keiner  Schuld  bzw.  Pflichtverletzungen  bewusst. 
Aus  Sicht  eines  durchschnittlichen  Betrachters  biete  er  daher  im 
heutigen Zeitpunkt keine Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit.

Da die Zulassungsvoraussetzungen weder zum damaligen noch zum 
heutigen  Zeitpunkt  erfüllt  seien  und  ein  gewichtiges  öffentliches 
Interesse bestehe, werde die mit Verfügung vom 23. November 2007 
erteilte  definitive  Zulassung  als  Revisionsexperte  widerrufen.  Ein 
Revisionsunternehmen  könne  nur  zugelassen  werden,  wenn  die 
Mehrheit  der Mitglieder seines obersten Leitungs- oder Verwaltungs-

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organs  sowie  seines  Geschäftsführungsorgans  über  die  ent-
sprechende  Zulassung  verfüge.  Bei  einem Einzelunternehmen  folge 
aus der Abweisung des Zulassungsgesuchs des Inhabers zwingend, 
dass  auch  das  Gesuch  um Zulassung  des  Einzelunternehmens  ab-
gewiesen werde. 

Der Widerruf der Zulassung sei verhältnismässig. Die Eignung und die 
Erforderlichkeit der Massnahme seien gegeben. Der Widerruf sei auch 
zumutbar,  stehe  also  in  einem  vertretbaren  Verhältnis  zu  den  Ein-
schränkungen, die dem Beschwerdeführer auferlegt würden. Der Ent-
zug der Zulassung sei für den Beschwerdeführer zwar mit wirtschaft-
lichen Folgen verbunden. Das öffentliche Interesse an qualitativ hoch-
stehenden Revisionsdienstleistungen durch Gewährsträger sei jedoch 
höher einzustufen als mögliche wirtschaftliche Nachteile, die dem Be-
troffenen entstünden. Solche  könnten zudem mittels  geeigneter  Vor-
kehrungen  vermieden  bzw. reduziert  werden. Der  Beschwerdeführer 
sei  nicht  nur  in  seinem  Einzelunternehmen,  sondern  auch  für  die 
Y._______  tätig,  welche  über  die  provisorische  Zulassung  als 
Revisionsexpertin  verfüge  und  in  der  eine  weitere  Person  mit 
definitiver  Zulassung  als  Revisionsexperte  angestellt  sei. 
Gegebenenfalls müsse die Y._______ neu organisiert und strukturiert 
werden,  damit  das  Unternehmen  die  definitive  Zulassung  als 
Revisionsexpertin oder Revisorin erhalten könne. Dies sei jedoch zu-
mutbar.

C.
Mit  Beschwerde vom 7. Juni  2010 an das Bundesverwaltungsgericht 
beantragten der Beschwerdeführer und sein Einzelunternehmen, ver-
treten  durch  Rechtsanwalt  Dr.  Adrian  Rüesch,  die  Verfügung  vom 
17. Mai  2010  sei  vollumfänglich  aufzuheben.  Der  Beschwerdeführer 
sei als Revisionsexperte ins Revisionsregister einzutragen und seinem 
Einzelunternehmen sei  die definitive Zulassung als  Revisionsexperte 
zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz  zurückzuweisen.  Die  entsprechenden  Eintragungen  ins 
Revisorenregister  seien  als  provisorische  Massnahmen  anzuordnen 
bzw.  die  von  der  Vorinstanz  durch  die  Löschung  der  Einträge  im 
Revisorenregister  implizit  entzogene aufschiebende Wirkung der  Be-
schwerde sei wiederherzustellen. 

Der Beschwerdeführer hielt fest, die Vorinstanz belaste ihn mit Sach-
verhalten,  für  die  –  wenn  überhaupt  –  allein  der  damals  für  die 

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operativen  Belange  der  Prüfung  zuständige  leitende  Revisor  und 
Bankfachmann B._______ einzustehen hätte. Auch habe sie es unter-
lassen, zwischen dem Beschwerdeführer einerseits und der Y._______ 
andererseits zu unterscheiden. Diese Betrachtungsweise sei zulässig, 
soweit  es um die zivilrechtliche Haftung der Y._______ aus banken-
gesetzlicher Verantwortlichkeit  gehe. Im Kontext der Gewährsprüfung 
seien  nach  dem  klaren  gesetzlichen  Wortlaut  demgegenüber  aus-
schliesslich Handlungen und Unterlassungen massgebend, welche die 
natürliche Person des Beschwerdeführers beträfen. Aus diesem Grund 
liege es näher, auf das in allen Anklagepunkten freisprechende Straf-
urteil  des  Obergerichts  Zürich  und  die  dortigen  Sachverhaltsfest-
stellungen abzustellen als auf das Zivilurteil  des Handelsgerichts St. 
Gallen  zurückzugreifen,  das  nicht  zwischen  den  Handlungen  bzw. 
Unterlassungen des leitenden Revisors B._______ und dessen Team 
bzw. dann der Y._______ und dem Beschwerdeführer als  natürlicher 
Person  unterschieden  habe.  Was  den  Beschwerdeführer  persönlich 
betreffe, habe das Obergericht Zürich klar erkannt, dass es nie einen 
Schaden  und  nie  ein  Klumpenrisiko  gegeben  habe,  die  Revisions-
berichte der  Y._______ in jeder  Hinsicht  korrekt  gewesen seien und 
den Beschwerdeführer kein persönliches Verschulden getroffen habe. 
Als blosser Zweitunterzeichner der Revisions- und Bonitätsnachweise 
sei  der  Beschwerdeführer  nicht  verantwortlich  für  deren  Inhalt, 
sondern nur für die Konsistenz der Aussagen. Für die operativen Be-
lange  der  Prüfung  habe  nur  der  leitende  Revisor  einzustehen.  Die 
abweichenden  Meinungen  des  Handelsgerichts  St.  Gallen  und  der 
Vorinstanz  seien  unzutreffend  und  beruhten  auf  einer  nicht 
substantiiert  begründeten  und  aus  dem Zusammenhang  gerissenen 
Äusserung des damaligen Gutachters. 

Der  Beschwerdeführer  habe auch  nicht  gegen die  Unabhängigkeits-
bestimmungen  verstossen,  insbesondere  nicht  gegen  die  damals 
geltenden  "Richtlinien  zur  Unabhängigkeit"  der  Treuhandkammer, 
Fassung 1992. Die Vorinstanz habe im Übrigen dem Umstand keinerlei 
Beachtung  geschenkt,  dass  die  Geschehnisse  um  die  Z._______ 
mittlerweile zwischen sechzehn und einundzwanzig Jahre zurücklägen. 
Es sei nicht  nachvollziehbar, weshalb für  die Gewährsprüfung – und 
dabei  insbesondere  für  die  Zukunftsprognose  –  von  grösserer 
Relevanz  sei,  dass  die  zivilgerichtliche  Aufarbeitung  der  vor-
geworfenen  Sachverhalte  erst  einige  wenige  Jahre  zurückliege, 
während offenbar völlig unbeachtlich sei, dass sich der Beschwerde-
führer seither über fast zwei Jahrzehnte hinweg über eine einwandfreie 

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Geschäftstätigkeit  ausweisen  könne.  Die  verfügte  Massnahme  sei 
nicht  erforderlich,  weil  sein beruflicher Leumund nicht  kompromittiert  
sei,  der Beschwerdeführer ohnehin vor der Pensionierung stehe und 
die Y._______ bereits  in  ein  bis  vier  Jahren einem Nachfolger  über-
geben werde. Schliesslich sei der Widerruf der Zulassung wirtschaft -
lich unzumutbar, da dadurch eine jährliche Umsatzeinbusse von rund 
Fr. 900'000.– entstehen würde.

D.
Am 11. Juni  2010 hielt  die Vorinstanz gegenüber  dem Beschwerde-
führer fest, sie habe die Löschung seiner persönlichen Zulassung und 
jener  seines  Einzelunternehmens  im  Revisorenregister  zu  Unrecht 
bereits veranlasst, obwohl der Beschwerde die aufschiebende Wirkung 
nicht entzogen worden sei. Der fehlerhafte Registereintrag sei am Vor-
tag entsprechend korrigiert worden. 

Mit  Vernehmlassung vom 9. Juli  2010 beantragte die Vorinstanz,  die 
Beschwerde sei  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten sei. Sie  ver-
wies auf Sachverhalt und Begründung in der angefochtenen Verfügung 
und hielt fest, auf die Vorbringen des Beschwerdeführers, die bereits in 
den Urteilen des Handelsgerichts St. Gallen,  des Kassationsgerichts 
St.  Gallen  und  des  Bundesgerichts  behandelt  worden  seien,  müsse 
nicht  weiter  eingegangen  werden.  Die  entsprechenden  Argumente 
nochmals  zu  überprüfen,  würde  ein  Zurückkommen  auf  die  rechts-
kräftigen Urteile bedeuten. Die vom Beschwerdeführer über die Jahre 
hinweg begangenen Pflichtverletzungen und Verstösse gegen die Un-
abhängigkeit wögen schwer. Die Verfehlungen des Beschwerdeführers 
um die Z._______ lägen zwar einige Zeit zurück, doch habe er nicht in  
einem Einzelfall,  sondern  über  Jahre  hinweg gegen  elementare  Be-
stimmungen des Gesellschafts- und Revisionsrechts sowie gegen Be-
stimmungen der Unabhängigkeit verstossen. Auch komme es bei der 
Berücksichtigung von zivilrechtlichen Verstössen für den Leumund auf 
den  Zeitpunkt  des  Urteils  an.  Zuungunsten  des  Beschwerdeführers 
wirke sich ferner aus, dass er sich nach wie vor keiner Schuld bzw. 
Pflichtverletzung  bewusst  sei.  Der  Entzug  der  Zulassung  als 
Revisionsexperte  habe  zwar  Auswirkungen  auf  die  Organisation  der 
Y._______  und  die  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  als  leitender 
Revisor,  jedoch  könne  nicht  von  einem faktischen  Berufsverbot  ge-
sprochen werden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Verwaltungsver-
fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32  VGG vorliegt. Als  Vorinstanzen gelten 
die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, zu denen auch die 
RAB zählt (Art. 33 Bst. e VGG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 des Revisionsauf-
sichtsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [RAG, SR 221.302]). 

Der Entscheid der Vorinstanz vom 17. Mai 2010 stellt eine Verfügung 
im  Sinne  von Art. 5  Abs. 1  VwVG dar. Er  kann  im Rahmen der  all-
gemeinen  Bestimmungen  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  beim 
Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden  (Art. 44  VwVG i.V.m. 
Art. 31 ff. VGG). Der Beschwerdeführer ist Adressat der angefochtenen 
Verfügung und daher im Sinne von Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG be-
schwerdeberechtigt. Er ist im vorliegenden Verfahren rechtsgültig ver-
treten (vgl. Vollmacht vom  25. November 2009; Art. 11 Abs. 1 und 2 
VwVG).  Die  Beschwerde  wurde  frist-  und  formgerecht  eingereicht 
(Art. 50  Abs.1  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG)  und  der  Kostenvorschuss 
wurde rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Damit ist auf die Be -
schwerde einzutreten.

2.
Das Revisionsaufsichtsgesetz ist  am 1. September 2007 in Kraft  ge-
treten. Es regelt die Zulassung und die Beaufsichtigung von Personen, 
die  Revisionsdienstleistungen  erbringen,  und  dient  der  ordnungs-
gemässen  Erfüllung  und  Sicherstellung  der  Qualität  von  Revisions-
dienstleistungen (Art. 1 Abs. 1 und 2 RAG). 

2.1 Natürliche  Personen  und  Revisionsunternehmen,  die  Revisions-
dienstleistungen erbringen,  bedürfen einer  Zulassung durch die  Auf-
sichtsbehörde (Art. 3 Abs. 1 RAG). Nach Art. 28 Abs. 1 RAG obliegt 
die  Aufsicht  der  Eidgenössischen  Revisionsaufsichtsbehörde  (RAB, 
Vorinstanz). Sie entscheidet  gemäss Art. 15 Abs. 1 RAG auf Gesuch 
hin über die Zulassung von Revisionsexpertinnen/Revisionsexperten, 
Revisorinnen/Revisoren  sowie  von  staatlich  beaufsichtigten 
Revisionsunternehmen.

Nach  Art. 4  Abs. 1  RAG  wird  eine  natürliche  Person  als 
Revisionsexpertin  zugelassen,  wenn  sie  die  Anforderungen  an  die 

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Ausbildung  und  Fachpraxis  erfüllt  und  über  einen  unbescholtenen 
Leumund verfügt. 

Natürliche  Personen  werden  unbefristet  zugelassen  (Art.  3  Abs.  2 
RAG). Erfüllt eine Revisorin, ein Revisor, eine Revisionsexpertin oder 
ein  Revisionsexperte  die  Zulassungsvoraussetzungen  der  Art.  4-6 
nicht mehr, so kann die Aufsichtsbehörde die Zulassung befristet oder 
unbefristet  entziehen.  Sofern  die  Zulassungsvoraussetzungen 
wiederhergestellt  werden können,  ist  der  Entzug  vorher  anzudrohen 
(Art. 17 Abs. 1 RAG). 

Ein Revisionsunternehmen wird als Revisionsexperte oder als Revisor 
zugelassen, wenn, unter weiteren Voraussetzungen, die Mehrheit der 
Mitglieder  seines  obersten  Leitungs-  oder  Verwaltungsorgans  sowie 
seines  Geschäftsführungsorgans  über  die  entsprechende  Zulassung 
verfügt (Art. 6 Abs. 1 Bst. a RAG). Somit kann das Einzelunternehmen 
des  Beschwerdeführers  nur  dann  als  Revisionsexperte  zugelassen 
werden,  wenn  der  Beschwerdeführer  als  Inhaber  über  die 
entsprechende Zulassung verfügt. 

Der Beschwerdeführer erfüllt unbestrittenermassen die Anforderungen 
an Ausbildung und Fachpraxis (vgl. Art. 4 Abs. 2 Bst. a RAG). Streit -
gegenstand bildet  vorliegend die Frage, ob er einen unbescholtenen 
Leumund hat. 

2.2 Der  Begriff  des  unbescholtenen  Leumunds  im  Sinne  von  Art. 4 
Abs. 1  RAG  wird  in  der  Botschaft  zum  RAG  (vgl.  Botschaft  zur 
Änderung  des  Obligationenrechts  [Revisionspflicht  im  Gesellschafts-
recht]  sowie  zum  Bundesgesetz  über  die  Zulassung  und  Beauf-
sichtigung  der  Revisorinnen  und  Revisoren  vom 23. Juni  2004,  BBl 
2004  3969  ff.,  4092 f.)  nicht  näher  umschrieben.  Er  wird  in  Art. 4 
Abs. 1 der Revisionsaufsichtsverordnung vom 22. August 2007 (RAV, 
SR  221.302.3)  konkretisiert.  Danach  wird  der  Gesuchsteller  zu-
gelassen, wenn er über einen unbescholtenen Leumund verfügt  und 
es sich aus keinen anderen persönlichen Umständen ergibt,  dass er 
keine Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit bietet.

Mit den hier interessierenden unbestimmten Rechtsbegriffen des guten 
Leumunds  und  der  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüf-  bzw.  Ge-
schäftstätigkeit knüpfen das RAG und die RAV an die entsprechenden 
Bewilligungserfordernisse und Regelungen an, wie sie in weiteren, für 
die Finanzmarktaufsicht  relevanten Erlassen enthalten sind,  so etwa 

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an Art. 3 Abs. 2 Bst. c  des Bankengesetzes vom 8. November 1934 
(BankG,  SR 952.0),  Art. 10  Abs. 2  Bst. d  des  Börsengesetzes  vom 
24. März  1995  (BEHG,  SR 954.1),  Art. 14  Abs. 2  Bst. c  des  Geld-
wäschereigesetzes  vom  10.  Oktober  1997  (GwG,  SR 955.0)  und 
Art. 14 Abs. 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes vom 17. Dezember 
2004 (VAG, SR 961.01). Die hierzu entwickelte Rechtsprechung des 
Bundesgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts ist demnach auch 
im  vorliegenden  Zusammenhang  soweit  erforderlich  ergänzend 
heranzuziehen.

2.3 Bei  der  Beurteilung  des  unbescholtenen  Leumunds  im  Rahmen 
der  Zulassungsprüfung  sind  gemäss  ausdrücklicher  Anordnung  von 
Art.  4  Abs.  2  Bst.  a  und  b  RAV  insbesondere  strafrechtliche  Ver-
urteilungen,  deren  Eintrag  im  Zentralstrafregister  nicht  entfernt  ist, 
sowie  bestehende  Verlustscheine  zu  berücksichtigen.  Es  ist  un-
bestritten und ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer 
im Zentralstrafregister nicht verzeichnet ist  und gegen ihn keine Ver-
lustscheine bestehen. Diese beiden Elemente entfallen somit im vor-
liegenden Fall. Insofern liegt der Sachverhalt  demnach anders als in 
BVGE  2008/49,  wo  eine  Verzeichnung  im  Zentralstrafregister  zum 
Bewilligungsentzug geführt hatte.

2.4 Im  genannten  Entscheid  BVGE  2008/49  erwog  das  Bundesver-
waltungsgericht in Erwägung 4 und mit Bezugnahme auf die höchst-
richterliche Rechtsprechung (vgl. BGE 129 II 438 E. 3.3, BGE 108 Ib 
196  E.  2,  BGE  99  Ib  104  E. 5b),  dass  bei  der  Gewährs-  und 
Leumundsprüfung  verschiedene  Elemente  wie  Integrität,  Gewissen-
haftigkeit  und  einwandfreie  Sorgfalt  als  berufsspezifische 
Leumundsmerkmale  oder  allgemeine  Eigenschaften  wie  Ansehen, 
Achtung  und  Vertrauenswürdigkeit  zu  berücksichtigen  seien.  Unter 
Umständen könnten auch Aktivitäten, die über die Tätigkeit als Revisor 
und  Revisionsexperte  hinausgingen,  die  Beurteilung  einer  einwand-
freien Prüftätigkeit beeinflussen. Der Begriff des guten Leumunds bzw. 
der  Gewähr  sei  jeweils  im Einzelfall  und bezogen auf  die gesamten 
Umstände mit Blick auf die besonderen Aufgaben der Revisionsstelle 
zu prüfen.

Eine einwandfreie Prüftätigkeit erfordere fachliche Kompetenz und ein 
korrektes Verhalten im Geschäftsverkehr. Unter Letzterem sei in erster 
Linie  die  Einhaltung  der  Rechtsordnung,  namentlich  des  Revisions-
rechts, aber auch des Zivil- und Strafrechts, sowie die Beachtung des 

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Grundsatzes von Treu und Glauben zu verstehen. Mit dem Gebot der  
einwandfreien  Prüftätigkeit  nicht  zu  vereinbaren  seien  deshalb  Ver-
stösse gegen einschlägige Rechtsnormen bzw. gegen die Treue- und 
Sorgfaltspflichten.

Ähnlich  – und  ebenfalls  auf  die  höchstrichterliche  Rechtsprechung 
Bezug  nehmend  – hatte  das  Bundesverwaltungsgericht  bereits  in 
einem  die  bankenrechtliche  Gewähr  betreffenden  Fall  entschieden 
(vgl. BVGE 2008/23). 

Es  ist  daher  im  Folgenden  zu  prüfen,  wie  es  sich  vorliegend  damit 
verhält.

3.
Die Vorinstanz widerrief die Zulassung des Beschwerdeführers, da ihr 
im Zeitpunkt der Gutheissung des Gesuchs nicht alle relevanten Tat-
sachen bekannt gewesen seien. Vom Resultat her spielt es indessen 
keine Rolle, ob ein Widerruf der Zulassungsverfügung oder ein Entzug 
der Zulassung gemäss Art. 17 RAG aufgrund eines Nichterfüllens von 
Zulassungsvoraussetzungen  angeordnet  wird.  Die  Vorinstanz  be-
gründete den Widerruf  bzw. den Entzug  der Zulassung in erster Linie 
damit,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  beherrschte  Gesellschaft 
Y._______  durch  das  Handelsgericht  St.  Gallen  am  15.  November 
2007  zur  Bezahlung  eines  Schadenersatzes  in  der  Höhe  von  Fr. 
6'969'900.– an  die  Z._______  verurteilt  worden  war.  Dieses  Urteil 
wurde vom Kassationsgericht St. Gallen wie auch vom Bundesgericht 
(Urteil 4A_65/2008 vom 3. August 2009) bestätigt. Natürliche Personen 
werden unbefristet zugelassen (Art. 3 Abs. 2 RAG). 

3.1 Dem Urteil des Handelsgerichts (Vernehmlassungsbeilage 5, pag. 
401 ff. der Akten) ist zu entnehmen, dass die Y._______, bzw. deren 
Vertreter A._______ und B._______, in den Geschäftsjahren 1989 bis 
1995  pflichtwidrig  gehandelt  haben,  indem  sie  Verletzungen  der 
bankengesetzlichen Vorschriften zur Risikoverteilung, die ihnen hätten 
bekannt  sein  müssen,  nicht  konsequent  festgestellt  und  gegenüber 
dem  Verwaltungsrat  und  dem  Direktor  entsprechend  abgemahnt 
hatten.  Diese  Pflichtverletzungen  seien  als  erheblich  zu  betrachten 
(S. 93 f. des Urteils). Im Weitern sei der Y._______ die Unterlassung 
von rechtzeitig vorgebrachten Beanstandungen insbesondere in Bezug 
auf  die  Ausgestaltung  des  Rechnungswesens,  der  Führung  der 
Kreditdossiers,  der  regelmässigen  Überprüfung  der  Kredite  und  des 
Risikomanagements  vorzuwerfen  (S.  111).  Zusammenfassend  hielt 

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das Handelsgericht fest, in Bezug auf die Revisionsberichte seien der 
Y._______ bzw. dem leitenden Revisor B._______ und dem mitunter-
zeichnenden  Hauptaktionär  A._______  Sorgfaltspflichtverletzungen 
vorzuwerfen,  indem sie bestehende Risiken,  insbesondere Klumpen-
risiken,  nicht  beanstandet  und  entsprechende  Wertberichtigungen 
nicht  beantragt  hätten.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  der  Ver-
waltungsrat,  wären  diese  Beanstandungen  seit  1990  mit  dem  not-
wendigen  Nachdruck  erfolgt,  die  entsprechenden  Massnahmen  ein-
geleitet hätte (S. 128 des Urteils).

Das Handelsgericht führte ferner explizit  aus, dass der Beschwerde-
führer  neben  B._______  mitverantwortlich  für  die  Tätigkeit  der 
Y._______  als  Revisionsstelle  und  für  die  Richtigkeit  der  Revisions-
berichte sei. Er habe nicht nur den Prüfungsbericht mitunterschrieben, 
sondern als Hauptaktionär der Alfa und Vorgesetzter  von B._______ 
auf die für die Z._______ erstellten Revisionsberichte direkt Einfluss 
nehmen können. Massgeblich sei das Verschulden von B._______ und 
auch dasjenige des Beschwerdeführers  (S. 119,  127 sowie 241 des 
Urteils).

Die Beschwerden gegen dieses Urteil  wurden vom Kassationsgericht 
wie  auch  vom Bundesgericht,  soweit  darauf  eingetreten  wurde,  ab-
gewiesen.  Dabei  wurde  insbesondere  die  Feststellung,  dass  ein 
Klumpenrisiko bestand, vom Kassationsgericht (Vernehmlassungsbei-
lage 4, pag. 326 ff. der Akten, Ziff. 4.8, S. 31 f.) und vom Bundesgericht  
(E. 10.3, S. 40 f.) gestützt. 

3.2 Aus den Urteilen des Handelsgerichts und des Kassationsgerichts 
St.  Gallen  sowie  aus  jenem des  Bundesgerichts  geht  somit  hervor, 
dass  die  Y._______  bzw.  der  Beschwerdeführer  sich 
Pflichtverletzungen  im  Kernbereich  der  Tätigkeit  der  Revisionsstelle 
haben zu Schulden kommen lassen. Diese Urteile sind in Rechtskraft  
erwachsen,  weshalb  sich  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  den  darin 
festgestellten Sachverhalt und die Erwägungen stützte. Die in diesem 
Zusammenhang  geltend  gemachten  Argumente  des 
Beschwerdeführers  nochmals  zu  überprüfen,  würde  ein 
Zurückkommen auf rechtskräftige Urteile bedeuten, wofür kein Anlass 
besteht.

Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe es unterlassen, 
zwischen  dem  Beschwerdeführer  einerseits  und  der  Y._______ 
andererseits  zu  unterscheiden,  zielt  ins  Leere.  In  den  genannten 

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Urteilen wird die Mitverantwortung des Beschwerdeführer klar bejaht. 
Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers sind die  Handlungen 
bzw.  Unterlassungen,  die  zur  Schadenersatzpflicht  führten,  dem 
Beschwerdeführer als Mitunterzeichnendem der Revisionsberichte und 
Vorgesetztem  des  leitenden  Revisors  persönlich  zuzurechnen  und 
daher auch im Kontext der Gewährsprüfung massgebend. 

3.3 Dem Einwand des Beschwerdeführers, es sei nicht auf das Zivil -
urteil  des  Handelsgerichts  St.  Gallen,  sondern  auf  das  ihn  in  allen 
Anklagepunkten  freisprechende  Strafurteil  des  Obergerichts  Zürich 
(Vernehmlassungsbeilage 4, pag. 143 ff. der Akten) und die dortigen 
Sachverhaltsfeststellungen  abzustellen,  ist  Folgendes  entgegenzu-
halten:

Grundsätzlich werden – da für die Beurteilung des Leumunds nicht nur 
strafrechtliche Verurteilungen von Bedeutung sind, sondern u.a. auch 
Urteile  in  zivil-  oder  verwaltungsrechtlichen  Verantwortlichkeitsver-
fahren  (vgl.  E.  2.4  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-
7348/2009 vom 3. Juni 2010 E. 8.1) –  sowohl das strafrechtliche  als 
auch das zivilrechtliche Verfahren berücksichtigt. Da das Obergericht 
Zürich  den Beschwerdeführer am 14. Juli  2006 jedoch von den Vor-
würfen  des  mehrfachen  Betrugs  und  der  Urkundenfälschung  frei-
gesprochen hat, ist dieses Strafverfahren bei der Beurteilung der Ge-
währ für eine einwandfreie Prüftätigkeit nicht einzubeziehen. 

Der  Zivilrichter  ist,  wie  das Handelsgericht  St. Gallen  ausführte  und 
das Bundesgericht im oben (E. 3) zitierten Urteil in E. 8.2 bestätigte,  
nicht an das strafrechtliche Urteil gebunden, sondern entscheidet über 
Schuldfrage und Schadensbestimmung grundsätzlich frei (Art. 53 Abs. 
2 des Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR; SR 220]). Die im 
Zivilverfahren  vorgenommenen  Würdigungen,  wonach  die  Y._______ 
als  verantwortlich  befunden  und  dem  Beschwerdeführer  eine 
Mitverantwortung  attestiert  wurde,  und  die  entsprechenden  Urteile 
sind im Gewährsverfahren ebenfalls massgebend. 

3.4 Die eingangs erwähnten, im Urteil des Handelsgerichts St. Gallen 
genannten Verfehlungen der Y._______ bzw. des Beschwerdeführers, 
welche  in  unmittelbarem  Zusammenhang  mit  den  Pflichten  von 
Revisionsexperten  stehen,  wiegen  schwer  und  verursachten  einen 
grossen Schaden. Die Vorinstanz hat diese daher zu Recht in mass-
gebender  Weise  in  die  Leumunds-Prüfung  einbezogen  bzw.  darauf 
abgestellt.

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4.
Die Vorinstanz hielt  in  der  angefochtenen Verfügung weiter  fest,  der 
Beschwerdeführer  habe  im  Rahmen  seiner  Tätigkeit  gegen  die  Un-
abhängigkeitsvorschriften  verstossen.  Sie  stützte  sich  auch  insofern 
auf die Erwägungen im Entscheid des Handelsgerichts St. Gallen und 
hielt  fest,  das  Handelsgericht  habe  zu  Recht  festgestellt,  im  Zu-
sammenhang mit der Revisionstätigkeit bei der Z._______ sei die er -
forderliche  Unabhängigkeit  aufgrund  der  verschiedenen  wirtschaft-
lichen und personellen Beziehungen zwischen dem Beschwerdeführer 
und der Y._______ zu C._______ und der Q._______ nicht vorhanden 
gewesen  (gemäss  Feststellungen  der  EBK  stand  die  Z._______  in 
einem nicht  tolerierbaren Abhängigkeitsverhältnis  zu  C._______  und 
der Q._______, zu welcher u.a. die R._______ gehörte).

Der Beschwerdeführer bestreitet diese Vorwürfe.

4.1 Nach Art. 727c OR (in der Fassung vom 4. Oktober 1991 [AS 1992 
774]; in Kraft seit 1. Juli 1992 bis 31. Dezember 2007 [AS 2007 4791, 
4839])  müssen  die  Revisoren  vom  Verwaltungsrat  und  von  einem 
Aktionär,  der  über  die  Stimmenmehrheit  verfügt,  unabhängig  sein. 
Insbesondere  dürfen  sie  weder  Arbeitnehmer  der  zu  prüfenden 
Gesellschaft  sein  noch  Arbeiten  für  diese  ausführen,  die  mit  dem 
Prüfungsauftrag  unvereinbar  sind.  Sie  dürfen  keine  besonderen 
Vorteile  annehmen.  Sie  müssen  auch  von  Gesellschaften,  die  dem 
gleichen  Konzern  angehören,  unabhängig  sein,  sofern  ein  Aktionär 
oder ein Gläubiger dies verlangt.

Die  Unabhängigkeit  war  nach  früherer  schweizerischer  Berufsauf-
fassung  vor  allem  eine  Frage  der  inneren  Einstellung  (sog. 
"independence  in  fact";  vgl.  BGE  99  Ib  104  E.  5);  das  revidierte 
Aktienrecht  wollte  aber  auch  den  offensichtlichen  Anschein  der  Be-
fangenheit  vermeiden  (sog.  "independence  in  appearance").  In  der 
Botschaft  über  die Revision des Aktienrechts vom 23. Februar 1983 
(vgl.  BBl  1983  II  745)  wurde  ausgeführt,  Unabhängigkeit  bedeute 
Weisungsungebundenheit, Freiheit des Urteils und Selbständigkeit im 
Entscheid. Der Revisor dürfe in seinen persönlichen,  wirtschaftlichen 
und finanziellen Verhältnissen nicht in solchem Ausmass von der Ver-
waltung  oder  vom  Hauptaktionär  abhängig  sein,  dass  er  in  seiner 
Entscheidungsfreiheit  wesentlich  eingeschränkt  sei  (vgl.  BBl  1983  II 
929). Das revidierte Aktienrecht wollte somit nicht nur jede offensicht -
liche Weisungsgebundenheit, sondern auch weniger leicht erkennbare 

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beteiligungsmässige,  hierarchische  oder  wegen  anderer  Zusammen-
hänge gegebene Abhängigkeiten vermeiden (vgl. BGE 123 V 161 E. 
3b/cc, mit weiteren Hinweisen; BGE 123 III 31 E. 1a; vgl. auch BVGE 
2007/49 E. 3.1 – 3.5).

Als Unabhängigkeit des Abschlussprüfers wurde demnach bereits im 
hier zu beurteilenden Zeitraum (1989 bis 1995), spätestens jedoch ab 
1992,  dessen  Fähigkeit  verstanden,  frei,  unkontrolliert  und  unbeein-
flusst  vom  geprüften  Unternehmen  bzw.  dessen  verantwortlichen 
Organen zu handeln, wobei auch jede äussere Beziehung, welche den 
Anschein der Befangenheit begründen könnte, zu vermeiden war. Des 
Weiteren  musste  und  muss  die  Revisionsstelle  fähig  sein,  unbeein-
flusst  von  Eigeninteressen  auf  Mängel  im  geprüften  Unternehmen 
hinzuweisen.  Diese  Forderung  verlangt,  dass  der  Revisor  keine 
direkten oder  indirekten finanziellen  Interessen an der  zu  prüfenden 
Gesellschaft  hat  und  keine  engen  persönlichen  und  geschäftlichen 
Beziehungen bestehen (vgl.  ROLF WATTER,  in: Heinrich  Honsell/Nedim 
Peter Vogt/Rolf Watter [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 
Basel 2002, Rz. 1 und 4 ff. zu Art. 727c OR).

4.2 Die  dem  Beschwerdeführer  im  Urteil  des  Handelsgerichts 
St. Gallen  vorgeworfenen  Verstösse  gegen  den  Grundsatz  der  Un-
abhängigkeit präsentieren sich zusammengefasst wie folgt: 

- Der  Beschwerdeführer  und  die  Y._______  betreuten  für 
C._______  und  die  Q._______  verschiedene  Mandate. So  war 
die  Y._______  für  verschiedene  Gesellschaften  der  Q._______ 
als  Treuhänderin  oder  Revisionsstelle  tätig.  Der  Beschwerde-
führer  war  Verwaltungsrat  und  Verwaltungsratspräsident  in  Ge-
sellschaften  der  Q._______  und  Aktionär  einer  zur  Q._______ 
gehörenden Gesellschaft (S. 119 des Urteils);

- der  Beschwerdeführer  nahm  an  Verwaltungsratssitzungen  der 
Z._______, in welchen über Kredite entschieden wurde, teil und 
war bei einzelnen Krediten direkt als Vermittler und Berater tätig. 
So fungierte er als Vermittler bei der Gewährung eines Kredits an 
die R._______ und war dabei für die Unterbeteiligung einer Bank 
besorgt.  In  diesem Zusammenhang  übernahm er  die  faktische 
Geschäftsführung (S. 118 f. und 127 des Urteils);

- da  der  Beschwerdeführer  selber  nicht  unabhängig  war,  erfüllte 
auch der  ihm unterstellte,  leitende Revisor  B._______ das Un-

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abhängigkeitserfordernis  nicht,  denn  der  Beschwerdeführer 
konnte auf die von B._______ erstellten Revisionsberichte direkt 
einwirken (S. 118 f.).

Aufgrund dieser Umstände bejahte das Handelsgericht den Anschein 
der Voreingenommenheit.

4.3 Die vom Handelsgericht St. Gallen in Bezug auf die (mangelnde) 
Unabhängigkeit  gemachten  Feststellungen  wurden  vom  Kassations-
gericht  St. Gallen wie auch vom Bundesgericht  nicht  relativiert,  zum 
Teil ausdrücklich bestätigt  (S. 27 bis  30 des Urteils  des Kassations-
gerichts, E. 6.9 und 6.10 des Urteils 4A_65/2008 des Bundesgerichts).

Das Kassationsgericht führte in Erwägung 7.3 S. 53 (im Zusammen-
hang  mit  dem  zu  beurteilenden  Ausstandsbegehren  gegen  einen 
Gutachter) ferner Folgendes aus: "So hält die Vorinstanz fest, dass die 
mit  dem Ausdruck  'Chamäleon' im  Zusammenhang stehende  inhalt-
liche Feststellung des Gutachters insofern bildhaft zutreffend sei, als 
A._______ verschiedene, mit  seiner  Unabhängigkeit  nicht  zu verein-
barende Funktionen bei der Klägerin (Z._______) ausgeübt habe. Die 
Beklagte 1 (Y._______) stellt dies nicht in Frage." 

Dem Urteil des Bundesgerichts ist hierzu zu entnehmen, mit dem ge-
nannten Ausdruck ("Chamäleon") habe der Gutachter bildhaft auf die 
Unvereinbarkeit  der  verschiedenen  Funktionen  von  A._______  hin-
gewiesen. Auch wenn der Ausdruck der Form nach unangebracht ge-
wesen sei, sei die darin geäusserte Kritik in den im Rahmen des Gut -
achtens  aufbereiteten  Tatsachen  begründet  und  treffe  inhaltlich  zu 
(E. 7.3).

4.4 Der Beschwerdeführer wendet in seiner Beschwerde ein, an den 
insgesamt drei  Verwaltungsratssitzungen der Z._______, an welchen 
er  teilgenommen  habe,  habe  er  lediglich  die  Erkenntnisse  der 
bankengesetzlichen  Revisionsstelle  präsentiert  und  Fragen  dazu 
beantwortet; nur ein einziges Mal habe er sich, auf Anfrage hin, zu den 
traktandierten Krediten geäussert. Zum Kreditgesuch der  R._______ 
habe  er  sich  nur  darum  geäussert,  weil  er  vom Verwaltungsrat  der 
Z._______ um Rat gebeten worden sei. Die Z._______ habe den von 
der Y._______ revidierten Gesellschaften der  Q._______ nie Kredite 
gewährt,  womit Interessenkollisionen von vornherein ausgeschlossen 
gewesen seien. 

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Diese  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  stellen  Einwände  dar, 
welche im zivilrechtlichen Verfahren bereits in rechtsgenüglicher Weise 
abgehandelt worden waren bzw. welche gemäss den Erwägungen der 
urteilenden  Gerichte  nicht  geeignet  waren,  die  Unabhängigkeit  des 
Beschwerdeführers  darzutun.  So  führte  das  Bundesgerichts  etwa 
bezüglich  des Kredites  an  die  R._______,  einer  zur  Q._______  ge-
hörenden Gesellschaft, aus, die Vorinstanzen hätten ohne in Willkür zu 
verfallen den Schluss ziehen dürfen, der Beschwerdeführer habe sich 
aktiv in den Vertragsabschluss eingeschaltet (vgl. Urteil 4A_65/2008 E. 
6.9).

Die Unabhängigkeit des Revisoren ist z.B. dann gefährdet, wenn Mit-
arbeiter der Revisionsstelle wichtige Entscheide des Revisionskunden 
"vorspuren"  oder  gar  selber  fällen  (ROLF WATTER,  Basler  Kommentar 
zum Obligationenrecht, a.a.O., Rz. 12 zu Art. 727c OR). Gemäss den 
Richtlinien  zur  Unabhängigkeit  der  Treuhand-Kammer  vom  3.  Juni 
1992 (RzU 1992, in Kraft bis 31. Dezember 2001, Ziff. 3.8) ist bei der  
Beratung  im  weitesten  Sinne  von  Revisionskunden  durch  den  Ab-
schlussprüfer der Grundsatz der Unabhängigkeit immer zu wahren; die 
Entscheidungsbefugnisse müssten in jedem Fall beim Kunden liegen. 
Die  Unabhängigkeit  dürfe  auch  nicht  in  Folge  persönlicher  und 
familiärer  Bindungen  und  Beziehungen  beeinträchtigt  werden  (Ziff. 
3.11).

Indem der  Beschwerdeführer  gleichzeitig  mannigfaltige  Beziehungen 
zur  Q._______  pflegte  und  sich  aktiv  in  ein  Kreditgeschäft  der 
Z._______ im Zusammenhang mit  der  R._______ einschaltete,  wies 
er die geforderte Unabhängigkeit eines Revisoren nicht auf.

Zu vermeiden ist und war (auch im zu beurteilenden Zeitraum) – wie 
gesagt  (E.  4.1)  –  bereits  jede  äussere  Beziehung,  welche  den  An-
schein  der  Befangenheit  begründen  könnte.  Aufgrund  der  im  zivil -
rechtlichen Verfahren mehrfach dargestellten Verflechtungen zwischen 
dem Beschwerdeführer und der Q._______, zu welcher die Z._______ 
offenbar  in  einem  Abhängigkeitsverhältnis  stand,  wurde  die  Un-
abhängigkeit auch dem Anschein nach verletzt. 

Die  Vorinstanz  stützte  sich  daher  zu  Recht  auf  die  entsprechende 
Beurteilung des Kassationsgerichts, wonach es an der erforderlichen 
Unabhängigkeit gefehlt habe.

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5.
Im Sinne eines Zwischenfazits ist festzuhalten, dass der Beschwerde-
führer sich schwerwiegende Pflichtverletzungen, die in unmittelbarem 
Zusammenhang mit den Pflichten von Revisionsexperten stehen, hat 
zu Schulden kommen lassen. Wie oben dargestellt (E. 2.4), bietet eine 
Person,  die  gegen  einschlägige  Rechtsnormen  des  Revisionsrechts, 
des  Zivil-  und  Strafrechts  oder  gegen  Sorgfaltspflichten  verstösst, 
keine Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit. Die genannten Ver-
fehlungen des Beschwerdeführers beeinträchtigen im Gegenteil seinen 
beruflichen Leumund und guten Ruf und lassen erhebliche Zweifel an 
einer  glaubwürdigen  Ausübung  seiner  Tätigkeit  und  der  Einhaltung 
seiner  Pflichten  aufkommen.  Der  Schlussfolgerung  der  Vorinstanz, 
wonach das Vertrauen in eine einwandfreie Prüftätigkeit zum heutigen 
Zeitpunkt nicht gegeben sei, hält der Beschwerdeführer indessen ver-
schiedene Einwände entgegen, welche in der Folge zu prüfen sind.

6.
Der Beschwerdeführer bemängelt, die Vorinstanz habe dem Umstand 
keinerlei  Beachtung  geschenkt,  dass  die  Geschehnisse  um  die 
Z._______ mittlerweile zwischen sechzehn und einundzwanzig Jahre 
zurücklägen. Es sei  nicht  nachvollziehbar, weshalb für  die Gewährs-
prüfung  –  und  dabei  insbesondere  für  die  Zukunftsprognose  –  von 
grösserer Relevanz sein solle, dass die zivilgerichtliche Aufarbeitung 
der vorgeworfenen Sachverhalte erst einige wenige Jahre zurückliege, 
während  offenbar  völlig  unbeachtlich  sein  solle,  dass  sich  der  Be-
schwerdeführer seither während fast zwei Jahrzehnten über eine ein-
wandfreie Geschäftstätigkeit ausweisen könne.

6.1 Die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Verfehlungen rund um 
die  Z._______  beziehen  sich  zwar  auf  einen  relativ  weit 
zurückliegenden  Zeitraum.  Das  letzte  Urteil  in  dieser  Sache  datiert  
jedoch vom 3. August 2009. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, bei 
der Beurteilung der Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit könne 
nicht  primär  auf  den  Zeitpunkt  einer  Handlung  oder  Unterlassung 
abgestellt werden, sondern vielmehr auf den Zeitpunkt einer allfälligen 
Verurteilung.  Würde  man  auf  den  Zeitpunkt  der  vom  Gericht 
beurteilten  Vorgänge  abstellen,  könnte  ein  Gesuchsteller  oder  eine 
bereits  zugelassene Person durch Beschreiten des Rechtswegs und 
durch gezielte Verzögerung eines Verfahrens negative Konsequenzen 
mit Blick auf die Zulassung unter Umständen abschwächen oder ganz 
vermeiden.  Dadurch  würde  das  Kriterium  der  Gewähr  für  eine 

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einwandfreie  Prüftätigkeit  als  Zulassungsvoraussetzung  stark,  wenn 
nicht  ganz  an  Bedeutung  verlieren,  was  nicht  der  Absicht  des 
Gesetzgebers entspreche. 

6.2 Wie  das  Bundesverwaltungsgericht  in  einem ähnlich  gelagerten 
Fall mit Hinweis auf die gesetzlichen Grundlagen (Art. 369 Abs. 3, Abs. 
6  Bst.  a  und  Abs.  7  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom 
21. Dezember 1937 [StGB; SR 311.0], Art. 11 Abs. 1 der Verordnung 
über das Strafregister vom 29. September 2006 [VOSTRA-Verordnung; 
SR 331]; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7348/2009 vom 
3. Juni 2010 E. 12.2) dargelegt hat, können strafrechtliche Urteile dem 
Betroffenen  auch  noch  entgegengehalten  werden,  wenn  die  ent-
sprechenden Taten vor mehr als zehn Jahren begangen wurden, näm-
lich  dann,  wenn  der  Strafregistereintrag  jüngeren  Datums  ist.  Das 
Bundesverwaltungsgericht hielt fest, dies müsse analog auch für zivil -
rechtliche Urteile gelten. Daher kommt es bei der Frage, wie lange ein 
begangener Verstoss gegen die Rechtsordnung, sei es nun im Bereich 
des Straf- oder des Zivilrechts, für die Beurteilung des Leumunds be-
rücksichtigt werden soll, auf den Zeitpunkt des Urteils an.

6.3 Dem Beschwerdeführer ist hingegen insofern Recht zu geben, als 
der  Zeitpunkt  von  Verfehlungen  – wie  auch  deren  Schwere  und 
Häufung  –  bei  der  Gewährsprüfung  ebenfalls  berücksichtigt  werden 
muss. Eine für  die Zulassung zu Revisionsdienstleistungen relevante 
Verfehlung ist anders zu gewichten, wenn sie beispielsweise vor einem 
Jahr, als wenn sie vor zehn Jahren – bei seither unfehlbarem Verhalten 
– begangen wurde.

Hierzu ist festzuhalten, dass die Verfehlungen des Beschwerdeführers 
zwar einige Zeit zurückliegen, dass sie aber von erheblicher Schwere 
sind. Zudem handelt es sich nicht um einen einzigen Vorfall, sondern 
um  eine  jahrelange  Missachtung  von  Grundsätzen  des  Revisions-
rechts.  Auch  zeigt  sich  der  Beschwerdeführer  nicht  einsichtig,  was 
hinsichtlich der Prognose zukünftigen Verhaltens negativ ins Gewicht 
fällt.

Insgesamt hat die Vorinstanz ihren Beurteilungsspielraum nicht über-
schritten, wenn sie die schweren Verfehlungen des Beschwerdeführers 
höher  gewichtete  als  den  Umstand,  dass  ihm  in  der  Zwischenzeit 
nichts  vorzuwerfen  war.  Soweit  der  Beschwerdeführer  eine  andere 
Auffassung  vertritt,  vermag  er  daher  mit  seinen  Argumenten  nicht 
durchzudringen. 

Seite 19

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7.
Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Grundsatzes der Ver-
hältnismässigkeit. Er hält  fest,  die verfügte Massnahme sei  nicht  er-
forderlich, weil sein beruflicher Leumund nicht kompromittiert sei und 
weil er ohnehin vor der Pensionierung stehe und die Y._______ bereits 
in ein bis vier Jahren einem Nachfolger übergeben werde. Schliesslich 
sei  der  Widerruf  der  Zulassung  wirtschaftlich  unzumutbar,  da  sein 
Einzelunternehmen dadurch eine jährliche Umsatzeinbusse von rund 
Fr. 900'000.– erleiden würde.

7.1 Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  verlangt,  dass  eine  be-
hördliche Massnahme geeignet,  erforderlich und für  den Betroffenen 
zumutbar ist. Der angestrebte Zweck muss in einem vernünftigen Ver-
hältnis zu den eingesetzten Mitteln bzw. zu den zu seiner Verfolgung 
notwendigen Beschränkungen stehen (vgl. BGE 133 I 77 E. 4.1; statt 
vieler  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Ver-
waltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 581 ff.).

7.2 Die  Verwaltungsmassnahme  muss  mithin  geeignet  sein,  das  im 
öffentlichen  Interesse  angestrebte  Ziel  zu  erreichen.  Ungeeignet  ist 
eine Massnahme dann, wenn sie am Ziel vorbeischiesst, d.h. keinerlei 
Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet oder die 
Erreichung dieses Zwecks sogar erschwert oder verhindert. Zu prüfen 
ist  dementsprechend  die  Zwecktauglichkeit  einer  Massnahme 
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O, Rz. 587, mit Hinweisen). 

Die  Revisionspflicht  bezweckt  den  Schutz  von  Investoren,  von 
Personen  mit  Minderheitsbeteiligungen,  von  Gläubigern  und  von 
öffentlichen  Interessen  (vgl.  BBl  2004,  3989).  Der  Revisionsstelle 
kommt im heutigen Wirtschaftssystem eine zentrale Rolle zu. Sie soll  
die  Zuverlässigkeit  der  Jahres-  und  Konzernrechnung  sicherstellen 
und damit  alle geschützten Personengruppen in die Lage versetzen, 
die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens verlässlich zu beurteilen 
(vgl. BBl 2004 3975 f.). Die gesetzliche Regelung von Revisionsdienst-
leistungen macht aber nur Sinn, wenn diese durch fachlich hinreichend 
qualifizierte Personen erfolgt und so die Erwartungen an die Qualität 
erfüllt werden (vgl. BBl 2004, 3978 f.).

Durch  das  Zulassungssystem  wird  geprüft,  ob  die  betreffenden 
Personen diesen Anforderungen genügen. Mit der Nichtzulassung von 
Personen,  welche  keine  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit 
bieten,  wird  die  genannte  Schutzwirkung  erzielt,  die  Qualität  von 

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Revisionsdienstleistungen  insgesamt  erhöht,  das  Vertrauen  in  die 
Institution  der  Revision  gestärkt  und  somit  das  angestrebte  Ziel  er -
reicht (vgl. BVGE 2008/49 E. 6.3). Die Massnahme ist daher geeignet.

7.3 Des Weiteren ist  zu prüfen,  ob sich die umstrittene Massnahme 
als zweckproportional  erweist,  oder ob der verfolgte Zweck auch mit 
einer weniger einschneidenden Massnahme erreicht werden könnte.

Die  einzige  gesetzlich  vorgesehene  und  unter  Umständen  mildere 
Massnahme  besteht  darin,  die  Zulassung  befristet  zu  entziehen 
(Art. 17 RAG). Andere denkbare Massnahmen, beispielsweise eine auf 
bestimmte  Gebiete  beschränkte  Zulassung,  Kontrollen  durch  die 
Revisionsaufsichtsbehörde  oder  Beaufsichtigungen  durch  andere 
Revisionsexperten, sind vom Gesetz nicht vorgesehen und erscheinen 
nicht  als  geeignet,  um  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  des  Be-
schwerdeführers zu gewährleisten (vgl. BVGE 2008/49 E. 6.3).

Es  ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern  der  vom  Beschwerdeführer  an-
geführte Umstand seiner baldigen Pensionierung auf die Erforderlich-
keit  der Massnahme eine Auswirkung hätte. Insbesondere ist  festzu-
halten, dass die von der Vorinstanz verfügte Massnahme des Wider-
rufs  der  Zulassung  ihre  Schutzwirkung  unabhängig  davon  entfaltet, 
wie  lange  der  Beschwerdeführer  noch  als  Revisor  oder  Revisions-
experte tätig ist. 

Dass die Vorinstanz die Zulassung lediglich befristet  hätte entziehen 
sollen,  wird  vom  Beschwerdeführer  nicht  geltend  gemacht  und  ist 
angesichts des Alters des Beschwerdeführers auch nicht als sinnvoll 
zu erachten. 

7.4 Eine Verwaltungsmassnahme ist  nur  gerechtfertigt,  wenn sie ein 
vernünftiges  Verhältnis  zwischen  dem  angestrebten  Ziel  und  dem 
Eingriff,  den  sie  für  den  betroffenen  Privaten  bewirkt,  wahrt.  Es  ist 
deshalb  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen,  welche  das 
öffentliche  Interesse  an  der  Massnahme und  die  durch  den  Eingriff  
beeinträchtigten privaten Interessen des Beschwerdeführers vergleicht 
(vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 614).

Das private Interesse des Beschwerdeführers liegt vorwiegend darin, 
dass  er  seine  bisherige  Tätigkeit  als  Revisionsexperte  unein-
geschränkt weiterführen möchte. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass 
die Nichtzulassung des Beschwerdeführers als Revisionsexperte zwar 

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Auswirkungen  auf  die  Organisation  seiner  Gesellschaften  und  seine 
Tätigkeit als leitender Revisor hat, jedoch nicht von einem faktischen 
Berufsverbot gesprochen werden kann. 

Das  Einzelunternehmen  des  Beschwerdeführers  erwirtschaftet  ge-
mäss Angaben des Beschwerdeführers 80 Prozent des Umsatzes mit 
Rechnungsrevisionen (rund Fr. 898'000.–). Dieser Umsatz wird jedoch 
zu 100 Prozent über die Y._______ generiert und fakturiert und in der 
Folge gemäss einer Abmachung mit dem kantonalen Steueramt zu 90 
Prozent  an das Einzelunternehmen abgetreten,  wofür  die Y._______ 
diesem jährlich eine Rechnung stellt. 

Der Beschwerdeführer ist sowohl für sein Einzelunternehmen tätig als 
auch für die Y._______, welche über die provisorische Zulassung als 
Revisionsexpertin verfügt und in der eine weitere Person mit definitiver 
Zulassung  als  Revisionsexperte  angestellt  ist.  Die  Vorinstanz  führte 
hierzu aus, gegebenenfalls müsse die Y._______ neu organisiert und 
strukturiert  werden, damit  das Unternehmen die definitive Zulassung 
als Revisionsexpertin oder Revisorin erhalten könne. 

Die  Vorinstanz  stellte  nach  dem Gesagten  zu  Recht  fest,  dass  der  
Entzug  der  Zulassung  des  Beschwerdeführers  als  Revisionsexperte 
und  die  Nicht-Zulassung  seines  Einzelunternehmens  mit  wirtschaft -
lichen  Folgen  verbunden  ist,  dass  diese  jedoch  mittels  geeigneter 
Vorkehrungen vermieden oder reduziert werden können. 

Im Hinblick auf das zu verwirklichende öffentliche Interesse sind ge-
wisse  wirtschaftliche  Einbussen  und  die  Reorganisation  der  Ge-
schäftsstrukturen  als  zumutbar  anzusehen.  Daher  vermögen  die 
privaten Interessen des Beschwerdeführers das öffentliche Interesse 
an  qualitativ  hochstehenden  Revisionsdienstleistungen,  in  welchen 
das  Vertrauen  der  Allgemeinheit  und  der  Schutz  eines  weiten 
Personenkreises  (bestehende  wie  auch  zukünftige  Aktionäre  und 
Gläubiger  der  zu  revidierenden  Gesellschaften)  gründet,  nicht  zu 
überwiegen.

7.5 Die  Vorinstanz  hat  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  mit 
ihrem Entscheid demnach nicht verletzt.

8.
Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  zu  Recht  die  Zulassung  des 
Beschwerdeführers  als  Revisionsexperte  widerrufen,  da  er  die  An-

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forderungen an den unbescholtenen Leumund i.S.v. Art. 4 Abs. 1 RAG 
nicht  erfüllt.  Auch  die  Abweisung  des  Gesuchs  des  Einzelunter-
nehmens  des  Beschwerdeführers  erfolgte  zu  Recht.  Aufgrund  des 
Widerrufs  der  Zulassung  des  Beschwerdeführers  kann  sein  Einzel-
unternehmen  nicht  als  Revisionsexperte  zugelassen  werden  (vgl. 
E. 2.1). 

Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  hat  der  Beschwerdeführer  die 
Verfahrenskosten  zu  tragen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG,  Art.  1  ff.  des 
Reglements  über  Kosten und  Entschädigungen vor  dem Bundesver-
waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Diese 
werden auf Fr. 2'000.– festgesetzt und mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 2'000.– verrechnet. 

10.
Nach Art.  83  Bst.  t  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 
(BGG,  SR 173.110)  ist  die  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  An-
gelegenheiten  an  das  Bundesgericht  unzulässig  gegen  Entscheide 
über  das  Ergebnis  von  Prüfungen  und  anderen  Fähigkeits-
bewertungen,  namentlich  auf  den  Gebieten  der  Schule,  der  Weiter-
bildung und der Berufsausübung.

Über  die  Zulässigkeit  einer  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  An-
gelegenheiten  gegen  ein  Urteil,  in  dem  es  im  Hinblick  auf  die  Zu-
lassung als Revisionsexperte um die Frage der Gewähr für eine ein-
wandfreie  Prüftätigkeit  geht,  wird  das  Bundesgericht  gegebenenfalls 
selbst entscheiden. Aus diesen Gründen ist dem nachfolgenden Ent-
scheiddispositiv  eine  offen  formulierte  Rechtsmittelbelehrung  beizu-
fügen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

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1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'000.– verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. Nr. [...]; Gerichtsurkunde)
- das  Eidgenössische  Justiz  und  Polizeidepartement  EJPD  (Ge-

richtsurkunde).

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Frank Seethaler Marion Spori Fedail

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR  173.110) 
gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen 
und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 
und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand: 28. September 2010

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