# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1b457f5-2032-5370-a699-27ad43781f74
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.02.2024 D-1167/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1167-2024_2024-02-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1167/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Türkei,  

[...],  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz  

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 16. Februar 2024  

 

 

 

D-1167/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin, eine türkische Staatsangehörige kurdischer 

Ethnie, am 19. November 2023 unkontrolliert in die Schweiz einreiste und 

gleichentags ein Asylgesuch stellte,  

dass sie gemäss Einträgen in der Datenbank "Eurodac" am 11. November 

2023 in Kroatien daktyloskopisch erfasst worden war, 

dass sie mit schriftlicher Erklärung vom 23. November 2023 gegenüber 

dem Rechtsschutz für Asylsuchende in den Bundesasylzentren Ost-

schweiz auf die unentgeltliche Rechtsvertretung gemäss Art. 102f ff. des 

Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) verzichtete, 

dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 27. November 2023 an 

die zuständige kroatische Behörde die Mitteilung richtete, gestützt auf die 

einschlägigen Staatsverträge (Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemein-

schaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 

Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz 

gestellten Asylantrags [Dublin-Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392. 

68]; Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin-III-VO]; Verordnung 

[EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durch-

führungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates 

[DVO Dublin]) werde Kroatien als zur Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig erachtet, 

dass das SEM der Beschwerdeführerin am 7. Dezember 2023 das rechtli-

che Gehör zur Anwendung der Rechtsbestimmungen des Dublin-Regimes 

gewährte, 

dass die zuständige kroatische Behörde am 12. Dezember 2023 der Über-

nahme der Beschwerdeführerin zustimmte, 

dass mit Schreiben einer hausärztlichen Praxis vom 10. Januar 2024 dem 

SEM betreffend die Beschwerdeführerin ein ärztliches Zeugnis und ein me-

dizinisches Verlaufsblatt übermittelt wurden, 

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dass das SEM mit Verfügung vom 16. Februar 2024 (Datum der Eröffnung: 

20. Februar 2024) gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylge-

such der Beschwerdeführerin nicht eintrat, deren Wegweisung nach Kroa-

tien sowie den Vollzug anordnete und sie anwies, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, wobei es festhielt, 

dass eine Beschwerde gegen diese Verfügung keine aufschiebende Wir-

kung habe, 

dass die Beschwerdeführerin diesen Entscheid mit Eingabe vom 22. Feb-

ruar 2024 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht, 

dass sie dabei hauptsächlich beantragte, die genannte Verfügung sei auf-

zuheben, sie sei als Flüchtling zu anerkennen und es sei ihr Asyl zu ge-

währen beziehungsweise sie sei wegen Undurchführbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs vorläufig aufzunehmen, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, der Beschwerde sei 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es seien ihr sinngemäss die 

unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, unter 

Einschluss des Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, und 

die amtliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 102m Abs. 1 Bst. a und 

Abs. 4 AsylG zu gewähren, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 23. Feb-

ruar 2024 den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer superprovisorischen 

Massnahme einstweilen aussetzte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-

schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet, 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG),  

dass das Bundesverwaltungsgericht – mit einer vorliegend nicht zutreffen-

den Ausnahme – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung beson-

ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat, 

womit sie zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

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dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – mit 

nachfolgend erwähnter Einschränkung – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 

AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten 

Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche 

handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen 

ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass im vorliegenden Fall auf die Durchführung eines Schriftenwechsels 

verzichtet wird (Art. 111a Abs. 1 AsylG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz, falls sie den Nichteintretens-

entscheid als unrechtmässig erachtet, einer selbständigen materiellen Prü-

fung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer 

Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 E. 3), 

dass folglich, soweit mit der Beschwerde die Feststellung der Flüchtlings-

eigenschaft und die Gewährung des Asyls beantragt werden, auf diese 

nicht einzutreten ist, 

dass gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf Asylgesuche in der Regel 

nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen 

können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

staatsvertraglich zuständig ist, 

dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates 

die Zuständigkeitskriterien gemäss der Dublin-III-VO prüft,  

dass das SEM auf das Asylgesuch nicht eintritt, sofern die Prüfung der Zu-

ständigkeitskriterien zur Feststellung führt, dass ein anderer Mitgliedstaat 

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für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, und der betreffende Mit-

gliedstaat einer Übernahme zugestimmt hat oder von dessen Zustimmung 

infolge unterlassener Antwort innerhalb der einschlägigen Frist auszuge-

hen ist (Art. 22 Abs. 7 sowie Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass die zuständige kroatische Behörde am 12. Dezember 2023 innert der 

dafür vorgesehenen Frist (Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO) der Rücküber-

nahme der Beschwerdeführerin zustimmte, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens somit gegeben ist, 

dass das Vorbringen der Beschwerdeführerin anlässlich des rechtlichen 

Gehörs vom 7. Dezember 2023 zur Anwendung der Rechtsbestimmungen 

des Dublin-Regimes, sie habe in Kroatien nicht bewusst um Asyl ersucht 

beziehungsweise gar kein entsprechendes Gesuch stellen wollen, an die-

ser Feststellung nichts zu ändern vermag, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung aus humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass Kroatien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,  

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass den Akten keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Kroa-

tien werde im Fall der Beschwerdeführerin den Grundsatz des Non-Refou-

lements missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr 

Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

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gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden,  

dass auch davon ausgegangen werden darf, Kroatien anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, dass aktuell, auch unter Wür-

digung von kritischen Berichten nationaler und internationaler Organisatio-

nen bezüglich des kroatischen Asylverfahrens, keine Gründe für die An-

nahme vorliegen, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragstellende in Kroatien würden systemische Schwachstellen im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufweisen (vgl. insb. das Re-

ferenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5; im Anschluss daran 

etwa die Urteile des BVGer D-4634/2023 vom 4. September 2023 E. 7.2, 

E-4075/2023 vom 2. August 2023 E. 5, E-521/2023 vom 21. Juli 2023 E. 8, 

D-761/2023 vom 10. Juli 2023 E. 5.2), 

dass die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang anlässlich des 

rechtlichen Gehörs vom 7. Dezember 2023 gegenüber der Vorinstanz gel-

tend machte, sie sei in Kroatien durch die dortige Polizei geschlagen wor-

den, sie habe gesehen, wie sogar eine schwangere Frau angegriffen wor-

den sei, und man habe ihr das Mobiltelephon weggenommen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht zwar anerkennt (vgl. u.a. Urteil des 

BVGer D-4634/2023 vom 4. September 2023 E. 8.2), dass das Verhalten 

der kroatischen Grenzbehörden und die Behandlung von Asylsuchenden 

im Rahmen der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Kroatien proble-

matisch sein können, 

dass indessen zum heutigen Zeitpunkt nicht mit ausreichend hoher Wahr-

scheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass dies auch bei einer 

Rückkehr in diesen Staat im Rahmen des Dublin-Verfahrens der Fall ist, 

dass die Beschwerdeführerin kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, in ihrem Fall würden die kroatischen Behörden ihren völkerrechtli-

chen Verpflichtungen nicht nachkommen, zumal sie sich nach der Dublin-

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Überstellung in einer anderen Situation als bei ihrer ersten (illegalen) Ein-

reise nach Kroatien befinden wird, 

dass sie sich sodann bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung 

der ihr zustehenden Aufnahmebedingungen an die kroatischen Behörden 

zu wenden und ihre Rechte auf dem Rechtsweg einzufordern hätte (vgl. 

Art. 26 Aufnahmerichtlinie), wobei ihr ausserdem die Möglichkeit offen-

steht, die vor Ort tätigen karitativen Organisationen zu kontaktieren, 

dass dies auch in Bezug auf ein allfälliges Fehlverhalten der kroatischen 

Polizei gilt, 

dass in der Beschwerdeschrift zwar unter dem Titel der Flüchtlingseigen-

schaft und der Asylgewährung, sinngemäss aber hinsichtlich der Durch-

führbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nach Kroatien geltend gemacht 

wird, die Beschwerdeführerin sei sowohl dort als auch in der Türkei sexuell 

missbraucht worden und leide deswegen unter einer Posttraumatischen 

Belastungsstörung,  

dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 

7. Dezember 2023 in gesundheitlicher Hinsicht zu Protokoll gab, es gehe 

ihr psychisch nicht gut, denn sie mache sich Sorgen, ob sie in der Schweiz 

bleiben könne, und seit dem 30. Oktober 2023 – nämlich seit sie unterwegs 

sei – habe sie Schlaf- und Essprobleme, 

dass sie jedoch nicht zu einem Psychiater gehen wolle, damit man nicht 

glaube, sie sei verrückt, 

dass sie ausserdem an Juckreiz am Körper sowie im Vaginalbereich leide,  

dass einem im vorinstanzlichen Verfahren übermittelten ärztlichen Zeugnis 

vom 10. Januar 2024 mit medizinischem Verlaufsblatt zu entnehmen ist, 

dass die Beschwerdeführerin von Missbräuchen sowie Angst wegen einer 

Überstellung nach Kroatien berichtet habe, weshalb ihr ein Beruhigungs-

mittel verschrieben worden sei, 

dass daraus zudem hervorgeht, die Beschwerdeführerin habe ein Ge-

spräch mit einem muslimischen Seelsorger gehabt, welcher in der Folge 

berichtet habe, sie habe ihm von einem Heimaufenthalt in der Kindheit und 

Missbrauch erzählt,  

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dass sie des Weiteren zwischen dem 29. November 2023 und dem 

15. Februar 2024 wegen Brennens in der Harnröhre, Obstipation (Verstop-

fung) sowie Juckreiz medikamentös behandelt worden sei, 

dass gemäss einer E-Mail des Pflegedienstes im Bundesasylzentrum 

Steckborn vom 16. Februar 2024 keine weiteren medizinischen Termine 

offen seien,  

dass hinsichtlich bestehender medizinischer Probleme festzuhalten ist, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Beschwerden nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar-

zustellen vermag, 

dass eine entsprechende, vom Europäischen Gerichtshof für Menschen-

rechte (EGMR) definierte Konstellation Schwerkranke betrifft, die durch die 

Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-

staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen 

und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes 

ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen 

Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteile des EGMR Pa-

poshvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016 [Grosse Kammer], Be-

schwerde Nr. 41738/10, Ziff. 180–193, m.w.N.; Savran gegen Dänemark 

vom 7. Dezember 2021 [Grosse Kammer], Beschwerde Nr. 57467/15, 

Ziff. 121 ff.), 

dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Probleme die 

soeben genannte hohe Schwelle einer schweren Erkrankung nicht errei-

chen, welche gegebenenfalls einem Vollzug der Wegweisung nach Kroa-

tien entgegenstehen könnte, 

dass vielmehr im vorliegenden Fall keine gesundheitlichen Probleme ak-

tenkundig sind, die aus heutiger Sicht konkreten Anlass zur Annahme bie-

ten könnten, der Beschwerdeführerin drohe im Falle ihrer Überstellung 

nach Kroatien aus gesundheitlichen Gründen ein Verstoss gegen Art. 3 

EMRK (vgl. BVGE 2011/9 E. 7), 

dass Kroatien im Übrigen grundsätzlich über eine ausreichende medizini-

sche Infrastruktur verfügt, wobei nebst den staatlichen Einrichtungen auch 

Angebote von Nichtregierungsorganisationen für die psychologische Be-

treuung bestehen, womit auch diesbezüglich – falls erforderlich – von ei-

nem genügenden Behandlungsangebot auszugehen ist (vgl. etwa die Ur-

teile des BVGer D-5422/2022 vom 23. Januar 2023 E. 9.3.2 m.w.N., 

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Seite 9 

Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 10.3, D-4634/2023 vom 

4. September 2023 E. 8.3 m.w.N.), 

dass auch keine Hinweise vorliegen, wonach der Beschwerdeführerin in 

Kroatien eine adäquate medizinische Behandlung verweigert würde, sollte 

sie eine solche benötigen,  

dass der Beschwerdeführerin ferner zugemutet werden kann, in Kroatien 

ihre Rechte in Bezug auf die medizinische Versorgung und sonstige Unter-

stützung gemäss Art. 19 Aufnahmerichtlinie gegebenenfalls bei den zu-

ständigen staatlichen Stellen geltend zu machen, 

dass weder den Angaben der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Ver-

fahren noch in der Beschwerdeschrift sonstige konkrete Gründe zu entneh-

men sind, die gegen den Vollzug der Wegweisung nach Kroatien sprechen 

könnten,  

dass sich die Beschwerdeschrift über die bereits erwähnten Vorbringen 

hinaus auf Ausführungen zu einer behaupteten Gefährdung der Beschwer-

deführerin in der Türkei beschränkt, auf welche – nachdem auf die Anträge 

auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung des Asyls nicht 

einzutreten ist – nicht näher eingegangen werden kann, 

dass dem SEM im Übrigen bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

ein Ermessen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine 

Hinweise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 

Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist 

und – weil die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Kroatien angeordnet hat (Art. 32 Abs. 1 Bst. a 

AsylV 1),  

dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist, soweit auf sie einzutreten ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist,  

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dass der am 23. Februar 2024 angeordnete Vollzugsstopp mit vorliegen-

dem Urteil dahinfällt, 

dass die mit der Beschwerdeschrift gestellten Gesuche um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und der amtlichen Verbeiständung abzu-

weisen sind, da die hauptsächlichen Begehren – wie sich aus den ange-

stellten Erwägungen ergibt – als von vornherein aussichtslos zu bezeich-

nen sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Martin Scheyli