# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43c50000-2c6e-5c6f-85a1-779509031249
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.10.2010 E-7232/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7232-2010_2010-10-14.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7232/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic.

A_______, geboren [...],
B_______, geboren [...],
Ghana,
[...],
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach 
Italien (Dublinverfahren); Verfügung des BFM vom 
30. September 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7232/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin,  eine  aus  C_______  stammende 
Ghanaerin muslimischen Glaubens, eigenen Angaben zufolge mit ihrer 
Tochter  den  Heimatstaat  am  30.  Dezember  2008  verliess  und  über 
Ägypten und Libyen per Boot nach Lampedusa, Italien, gelangte, wo 
sie über Bari, Ragusa und Palermo nach Mailand reisten, 

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  ihrer  Tochter  von  Mailand  aus  mit 
dem Zug am 10. August 2010 in die Schweiz eingereist sei und am 13. 
August 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) [...] ein Asyl-
gesuch stellte, in welches auch die Tochter miteinbezogen ist,

dass  die  Beschwerdeführerinnen  in  der  Folge  in  [...] transferiert 
wurden, 

dass der Beschwerdeführerin im Rahmen der Anhörung  [...] vom 25. 
August  2010  insbesondere  das  rechtliche  Gehör  zu  einer  allfälligen 
Wegweisung  nach  Italien  gewährt  wurde  und  sie  dabei  zu  Protokoll 
gab,  sie  habe  sich  in  Italien  aufgehalten  und  dort  bereits  um  Asyl 
nachgesucht, jedoch einen negativen Entscheid bekommen, 

dass sie keine weiteren Gründe gegen die Zuständigkeit  Italiens zur 
Behandlung  des  Asylgesuchs  oder  gegen  die  Rückkehr  in  diesen 
Drittstaat vortrug,

dass das BFM mit Verfügung vom 30. September 2010 – gleichentags 
eröffnet – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf das Asylgesuch nicht ein-
trat und die Beschwerdeführerinnen nach Italien wegwies,

dass es zur Begründung seiner Verfügung ausführte, gestützt auf die 
einschlägigen staatsvertraglichen Bestimmungen (unter anderem: Ab-
kommen  vom 26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eid-
genossenschaft  und der  Europäischen Gemeinschaft  über  die  Krite-
rien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für  die 
Prüfung eines in  einem Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz gestellten 
Asylantrags [Dublin-Assoziierungsabkommen,  SR 0.142.392.68]; Ver-
ordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Fest-
legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, 
der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem 

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Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  [Dublin-II-VO]; Ver-
ordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 
mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003 
des Rates [DVO Dublin]) sei Italien für die Durchführung des Asylver-
fahrens zuständig,

dass  das  Bundesamt  gestützt  auf  Eurodac-Treffer  vom  10.  Januar 
2009 sowie vom 4. Februar 2009 und die Angaben der Beschwerde-
führerin am 1. September 2010 an Italien ein Ersuchen um Übernahme 
der Beschwerdeführerinnen im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-
II-VO gestellt habe,  

dass  Italien  nicht  innerhalb  der  festgelegten  Frist  (16.  September 
2010)  geantwortet  habe,  weshalb  gestützt  auf  Art.  20  Abs. 1  Bst.  c 
Dublin-II-VO  die  Zuständigkeit  für  die  Durchführung  des  Asylver-
fahrens auf Italien übergegangen sei, 

dass  die  Rückführung  nach  Italien  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 17. März 2011 
zu erfolgen habe,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Gewährung  des  recht-
lichen Gehörs vom 25. August 2010 ausführte, sie sei bereits in Italien 
gewesen, sei dort allerdings nicht aufgenommen worden, 

dass  sie  somit  grundsätzlich  keine  Einwände  vorgebracht  habe,  die 
Hindernisse für den Vollzug der Wegweisung nach Italien darzustellen 
vermöchten, 

dass sie sich bezüglich allfälliger Schwierigkeiten an die zuständigen 
italienischen Behörden zu wenden habe, 

dass die schwangere Beschwerdeführerin ungefähr am [...] 2010 ihren 
Geburtstermin habe, 

dass angesichts der in Italien vorhandenen medizinischen Infrastruktur 
diese  Tatsache  auch  kein  Hindernis  für  eine  Rückführung  der  Be-
schwerdeführerinnen darstelle, 

dass die Beschwerdeführerinnen in einen Drittstaat reisen könnten, in 
welchem sie  Schutz  vor  Rückschiebung  im Sinne  von Art.  5  Abs. 1 

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AsylG  fänden,  weshalb  das  Non-Refoulement-Gebot  bezüglich  des 
Heimat- oder Herkunftsstaates nicht zu prüfen sei, 

dass  im Übrigen  keine  Hinweise  auf  eine Verletzung von Art.  3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im Falle  einer  Rückkehr  der 
Beschwerdeführerinnen nach Italien bestehen würden, 

dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien somit zulässig, zumut-
bar und möglich sei,

dass  die  Beschwerdeführerin mit  Eingabe  vom  7.  Oktober  2010 
(Datum  Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, es sei der Nicht-
eintretensentscheid des BFM vollumfänglich aufzuheben, auf das Ge-
such sei  einzutreten und die  Sache sei  zur  materiellen  Prüfung der 
Asyl- und Wegweisungsgründe an die Vorinstanz zurück zu weisen, 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, es sei die un-
entgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von Art.  65  Abs. 1  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  sowie  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses zu verzichten, 

dass  zudem  beantragt  wurde,  der  vorliegenden  Beschwerde  sei  im 
Sinne einer vorsorglichen Massnahme  die aufschiebende Wirkung zu 
erteilen  und  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  bis  zum  Ent-
scheid des Bundesverwaltungsgerichtes von einer Überstellung nach 
Italien abzusehen,

dass das Bundesverwaltungsgericht am 8. Oktober 2010 gestützt auf 
Art. 56  VwVG  den Vollzug der angefochtenen Verfügung mittels  vor-
sorglicher  Massnahme  provisorisch  aussetzte,  nachdem  die  vor-
instanzlichen Akten noch nicht vorgelegen waren, 

dass diese im Verlauf des Tages (8. Oktober 2010) beim Bundesver-
waltungsgericht eingetroffen sind,

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und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Asylbereich  endgültig  über 
Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet 
(Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführerinnen  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt  sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung 
der Beschwerde legitimiert sind (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. Ent -
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

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dass sich die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge vor ihrer 
Einreise in die Schweiz mit ihrer Tochter zuerst in Italien aufgehalten 
habe, 

dass gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO vorliegend Italien für 
die  Behandlung  des  Asylgesuchs  der  Beschwerdeführerinnen  zu-
ständig ist,

dass Italien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30),  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und des Übereinkommens vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist 
und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, dieses Land werde sich 
im vorliegenden Fall nicht an die aus diesen Übereinkommen resultie-
renden Verpflichtungen halten,

dass namentlich kein konkreter Grund zur Annahme besteht, die Be-
schwerdeführerinnen würden von Italien  ohne korrekte Prüfung ihrer 
Gesuchsgründe in die Heimat zurückgeführt,

dass in der Beschwerdeeingabe ausgeführt wurde, dass im Falle eines 
Wegweisungsvollzugs  nach  Italien  angesichts  der  Schwangerschaft 
der  Beschwerdeführerin  und  der  mangelnden  medizinischen  Ver-
sorgung Asylsuchender in Italien mit einer Gefährdung der Gesundheit 
der  Beschwerdeführerin  sowie  des  ungeborenen  Kindes zu rechnen 
sei,

dass zudem festgehalten wurde, die Beschwerdeführerin werde wahr-
scheinlich  [noch  in  diesem  Jahr]  ihr  Kind  bekommen,  und  Fach-
personen  würden  davon  abraten,  in  den  letzten  vier  Schwanger-
schaftswochen zu fliegen, 

dass  ausserdem  mehrere  Fluggesellschaften  entweder  eine  Be-
stätigung  der  Flugfähigkeit  verlangen  würden,  um  nach  der 
36. Schwangerschaftswoche  fliegen  zu  können,  oder  den  Transport 
aus gesundheitlichen Risiken ab der 36. Schwangerschaftswoche ganz 
verweigern würden,

dass  zur  Stützung  der  Vorbringen  Schreiben  des  italienischen 
Innenministeriums vom 26. November 2009, worin empfohlen werde, 

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auf  Rückführungen  von  "vulnerable  subjects"  (wie  zum  Beispiel 
schwangere  Frauen)  nach  Italien  zu  verzichten,  sowie  vom 
11. Dezember 2009 eingereicht wurden und auf  den "Amnesty Inter-
national Report 2010" verwiesen wurde, 

dass  es  dem  Dublin-System  inhärent  ist,  dass  an  sich  davon  aus-
gegangen werden kann, der betreffende Dublinstaat könne die nötigen 
medizinischen Versorgungsleistungen erbringen,  ist  doch jeder  Staat 
an  die  Aufnahmerichtlinie  (Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom 
27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme 
von Asylbewerbern in den Mitgliedstaaten), welche medizinische Ver-
sorgung garantiert, gebunden, 

dass deshalb grundsätzlich davon ausgegangen werden darf, in Italien 
sei eine angemessene medizinische Versorgung vorhanden, 

dass  auch  aus  den  eingereichten  Schreiben  der  italienischen 
Behörden  einzig  das  Ersuchen  hervorgeht,  sie  seien  über  die 
Überstellung  von  sogenannten  verletzlichen  Personen  –  wie 
beispielsweise  Kranken,  schwangeren  Frauen  oder  Eltern  mit 
Kleinkindern  –  in  angemessener  Weise  vorab  rechtzeitig  zu 
informieren,

dass somit  nicht  ersichtlich ist,  weshalb mit  einer Wegweisung nach 
Italien mit  einer Gefährdung der Gesundheit  der Beschwerdeführerin 
und deren ungeborenen Kindes zu rechnen sei, 

dass auch der  "Amnesty International  Report  2010",  auf  welchen in 
der Beschwerdeeingabe verwiesen wurde, zwar in der Tat auf Aspekte 
der Rechte von Migranten, Asylsuchenden und Flüchtlingen in Italien 
Bezug  nimmt,  jedoch  keine  Aussagen beinhaltet,  welche  die  obigen 
Erwägung umstossen könnten,

dass  ein  Überstellungshindernis  der  Beschwerdeführerinnen  nach 
Italien  demnach grundsätzlich  aufgrund einer  angeblich  mangelnden 
medizinischen  Versorgung  und  der  damit  verbundenen  gesundheit-
lichen  Gefährdung  für  die  schwangere  Beschwerdeführerin  und  ihr 
Ungeborenes  nicht  angenommen  wird  und  davon  ausgegangen 
werden  kann,  die  schwangere  Beschwerdeführerin  werde  in  Italien 
adäquate medizinische Betreuung finden, 

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dass allerdings bei der Überstellung der Beschwerdeführerin und ihrer 
Tochter  von  der  Schweiz  nach  Italien  dem  Umstand  Rechnung  zu 
tragen ist, dass die Beschwerdeführerin derzeit schwanger ist,

dass  des  Weiteren  sicherzustellen  ist,  dass  die  italienischen  Be-
hörden,  wie  von  ihnen  in  den  eingereichten  Schreiben  vom 
26. November  2009  sowie  vom  11.  Dezember  2009  denn  auch 
gewünscht wird, über die Ankunft sowie die Schwangerschaft und die 
diesbezüglichen Schutzbedürfnisse der Beschwerdeführerin und ihrer 
Tochter  im  Kleinkindalter  umfassend  informiert  sind  und  die 
schwangere Beschwerdeführerin und ihre Tochter auch tatsächlich den 
Behörden  übergeben  werden,  welche  die  Verantwortung  für  sie 
übernehmen können,

dass das BFM dafür besorgt zu sein hat, dass die Überstellung nach 
Italien nur erfolgt, sofern kein Risiko für die schwangere Beschwerde-
führerin  beim  Transport  besteht,  beziehungsweise  andernfalls  die 
Überstellung erst nach der Geburt des Kindes durchgeführt wird, 

dass  namentlich,  wie  in  der  Rechtsmitteleingabe  richtig  ausgeführt 
wird,  zahlreiche  Fluggesellschaften  ab  der  36.  Schwangerschafts-
woche  entweder  eine  Bestätigung  der  Flugfähigkeit  verlangen  oder 
den Transport aus gesundheitlichen Risiken verweigern, 

dass  es  dem  BFM  obliegt,  der  Schwangerschaft  der  Beschwerde-
führerin bei der Organisation der konkreten Überstellungsmodalitäten 
im Sinne der obigen Ausführungen Rechnung zu tragen,

dass indessen nach dem oben Gesagten keine Veranlassung besteht, 
die Vorinstanz anzuweisen, die Ausübung ihres Selbsteintrittsrechts zu 
erklären, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerinnen  nicht  ein-
getreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend keine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung erteilt  wurde 
und auch kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Be-
stimmungen steht und demnach zu bestätigen ist, 

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dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens  –  bei  dem es  sich  um ein 
Überstellungsverfahren in  den für  die Prüfung des Asylgesuches zu-
ständigen Staat handelt – systembedingt kein Raum bleibt für Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Aus-
länderinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  eine  entsprechende  Beurteilung  allfälliger 
Wegweisungshindernisse  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im 
Rahmen der Prüfung des Selbsteintritts stattgefunden hat,

dass  in  diesem Sinn  das  BFM zu  Recht  keine  Hindernisse  für  den 
Vollzug  der  Wegweisung  nach  Italien  feststellte,  weshalb  dieser  zu 
bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführerinnen demnach nicht gelungen ist dar-
zutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  fest-
stelle  oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Be-
schwerde abzuweisen ist, 

dass  sich  die  Beschwerdebegehren  aufgrund  vorstehender  Er-
wägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  das  Gesuch  um Ge-
währung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1 
VwVG abzuweisen ist, 

das  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen sind (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  den  Beschwerde-
führerinnen  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand 
des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Das  BFM  wird  angewiesen,  die  Überstellung  der  Beschwerde-
führerinnen nach Italien im Sinne der Erwägungen durchzuführen und 
die  italienischen  Behörden  über  die  gesundheitliche  und  soziale 
Situation  und  das  Schutzbedürfnis  der  Beschwerdeführerinnen 
(schwangere alleinstehende Frau mit Kleinkind; respektive im Falle der 
Überstellung erst  nach Geburt  des Kindes alleinstehende Mutter  mit 
Kleinkind und Neugeborenem) vorgehend rechtzeitig zu informieren.

5.
Dieses Urteil  geht  an die Beschwerdeführerinnen, das BFM und die 
kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Natasa Stankovic

Versand: 

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