# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 964f8049-e493-582f-be58-2d9e556cf2ce
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.12.2022 UV 2022/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2022-15_2022-12-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.02.2023

Entscheiddatum: 14.12.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 14.12.2022
Art. 6 UVG. Verneinung neuer unfallkausaler struktureller 
Gesundheitsschäden an Knie, Schulter, Wirbelsäule und Rücken. Verneinung 
einer richtungsgebenden Verschlimmerung der degenerativen Vorzustände 
an der Wirbelsäule. Bejahung des überwiegend wahrscheinlichen Eintrittes 
des Status quo sine oder ante per Leistungseinstellungsdatum (sieben 
Monate nach dem Unfallereignis). Abweisung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Dezember 2022, 
UV 2022/15).

Entscheid vom 14. Dezember 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane Gallati 

Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Anita Hüsler

Geschäftsnr.

UV 2022/15

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Taggeldleistungen (Oktober 2021 - Dezember 2021)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit 30. Oktober 2018 bei der B.___ tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) 

insbesondere gegen die Folgen von Berufsunfällen versichert. Am 1. März 2021 stürzte 

die Versicherte während ihrer Arbeit beim Putzen eine Treppe hinunter und zog sich 

dabei eine Prellung des Steissbeins zu (vgl. Unfallmeldung vom 5. März 2021, Suva-

act. 1).

A.a. 

Die Versicherte wurde am Unfalltag per Sanität in die Klinik C.___ gebracht. Dort 

diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine Rücken- und linksseitige 

Beckenkontusion. Die am Unfalltag durchgeführte CT-Polytraumaspirale ergab 

unauffällige Befunde entlang der Wirbelsäule und im Bereich des Schädels. Es wurden 

keine Frakturen oder sonstigen Traumafolgen festgestellt. Hingegen waren 

hyperostotische Spondylosen ventral und rechts lateral entlang der unteren BWS sowie 

Osteochondrosen L4/5 und L5/S1 ersichtlich (Suva-act. 22 und 23). Die Versicherte 

wurde noch am gleichen Tag nach Hause entlassen (Suva-act 41). Am 4. März 2021 

suchte sie ihren Hausarzt, Dr. med. univ. D.___, Praktischer Arzt, auf. Die Versicherte 

gab Schmerzen in der linken Schulter, der linken Hüfte und dem linken Knie an. Dr. 

D.___ erhob das morphologische sowie funktionelle Schadensbild und diagnostizierte 

sodann eine aktivierte Bursitis subacromialis der Schulter links, Status nach 

Treppensturz mit Hüft- und Beckenkontusion (vgl. Arztzeugnis UVG vom 21. Juni 2021, 

Suva-act. 45). In seiner Verordnung zur Physiotherapie vom 4. März 2021 hielt Dr. 

D.___ die Diagnose einer Kontusion der Schulter links und der Hüfte links fest (Suva-

A.b. 

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act. 13). Im Spital E.___, Klinik für Orthopädie und Traumatologie (nachfolgend: Spital 

E.___), wurde am 12. März 2021 ein Röntgenuntersuch der linken Schulter 

durchgeführt. Es zeigte sich ein dezenter Humeruskopfhochstand bei Acromion Bigliani 

II und ein kritischer Schulterwinkel mit 36° pathologisch. Hingegen wurden keine 

knöchernen Läsionen festgestellt (Suva-act. 28). Am 19. März 2021 fand ausserdem 

eine Sonographie des linken Schultergelenks statt. Infolge eingeschränkter 

Beurteilbarkeit, entschloss man sich für die Durchführung eines MRI-Untersuchs (Suva-

act. 29). Überdies wurde im F.___ am 19. März 2021 eine Röntgenuntersuchung der 

Lendenwirbelsäule (LWS) durchgeführt. Diese ergab eine moderate Osteochondrosis 

intervertebralis im Segment LWK4/5 und LWK5/SWK1 sowie bilaterale 

Spondylarthrosen lumbosakral. Ausserdem wurden eine Subluxation im distalen 

Coccygealgelenk, eine kortikale Konturirregularität am proximalen coccygealen 

Segment (differentialdiagnostisch: Fraktur) sowie eine moderate Arthrose der 

Symphysis pubica festgestellt (Suva-act. 32). Am 26. März 2021 wurde im Spital E.___ 

mit der Versicherten der am 12. März 2021 durchgeführte MRI-Untersuch der linken 

Schulter (Suva-act. 31) besprochen, in welchem jedoch keine pathologischen Befunde 

erhoben worden waren. Aufgrund der persistierenden Kribbelgefühle das linke Bein 

hinab, riet der behandelnde Arzt zudem zu einem MRI der LWS, um eine Affektion der 

L5-Nervenwurzel auszuschliessen (Suva-act. 30). Dieses erfolgte am 8. April 2021 im 

F.___. Dabei wurden als Befunde moderate Osteochondrosen LWK4/5, LWK5/SWK1 

mit geringem Knochenmarksödem und moderate Bandscheibenhernien LWK4/5, 

LWK5/SWK1, je mit rezessalem Kontakt zur Nervenwurzel S1 beidseits und ohne 

eindeutigen Nachweis einer Kompression nervaler Strukturen, geringe muldenförmige 

Deck- und Grundplattenirregularitäten im posterioren Wirbelkörperdrittel BWK11-

LWK3, vereinbar mit Chordarückbildungsstörungen, sowie eine geringe ISG-Arthrose 

beidseits festgestellt (Suva-act. 38).

Aufgrund der Verlängerung der mit Arztzeugnissen ausgewiesenen 

Arbeitsunfähigkeit erfolgte am 23. April 2021 eine weitere Unfallmeldung bezogen auf 

das Unfallereignis vom 1. März 2021. Darin gab die Arbeitgeberin als Verletzung einen 

Bruch des Steissbeins an (Suva-act. 12).

A.c. 

Am 30. Juni 2021 erfolgte eine telefonische Konsultation des behandelnden Arztes 

des Spitals E.___, Klinik für Innere Medizin. Dieser hielt im entsprechenden Bericht fest, 

A.d. 

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dass sich die initial bestehenden Schulterschmerzen zurückgebildet hätten. Hingegen 

würden die linksseitigen Beinschmerzen nach nunmehr mehreren Monaten persistieren 

(Suva-act. 53).

Am 6. Juli holte die Suva eine Beurteilung der medizinischen Situation durch den 

Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und 

Traumatologie, ein. Dieser ging in Bezug auf die festgestellten Pathologien im Bereich 

des Rückens von einem Vorzustand aus und verneinte überwiegend wahrscheinliche 

strukturelle Traumafolgen. Die erlittene Prellung sei zwei Monate nach dem 

Unfallereignis als abgeheilt zu betrachten (Suva-act. 49).

A.e. 

Am 12. Juli 2021 wurde im Spital E.___ eine weitere Untersuchung durchgeführt. 

Der untersuchende Arzt stellte in Bezug auf die anhaltenden Rückenbeschwerden die 

Diagnose eines chronischen lumboradikulären Schmerzsyndroms L5/S1 links (Suva-

act. 57).

A.f. 

Kreisarzt Dr. G.___ nahm am 12. August 2021 zusätzlich zu den im Arztzeugnis 

UVG erwähnten Schulter-, Hüft- und Kniebeschwerden Stellung. Bezüglich Knie und 

Hüfte links würden sich ausser im Arztzeugnis UVG keine Angaben mehr in den 

medizinischen Akten finden. Einzig die Schulter sei mittels MRI weiter abgeklärt 

worden. Dabei hätten keine unfallkausalen strukturellen Läsionen nachgewiesen 

werden können, so dass an Schulter links, Hüfte links und Knie links maximal von 

Kontusionen ausgegangen werden könne. Diese seien nach acht Wochen als abgeheilt 

zu beurteilen (Suva-act. 58).

A.g. 

Mit Schreiben vom 12. August 2021 (versehentlich datiert auf den 9. Juli 2021, vgl. 

Suva-act. 65) teilte die Suva der Versicherten mit, dass sie ihre Leistungspflicht 

aufgrund des Heilverlaufs neu geprüft habe. Gemäss der Beurteilung des Kreisarztes 

seien die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt. Der Zustand, wie 

er sich auch ohne den Unfall vom 1. März 2021 eingestellt hätte, sei gemäss 

medizinischer Beurteilung spätestens nach zwei Monaten erreicht gewesen. Diese 

Sachlage würde die Suva dazu verpflichten, den Fall per 31. August 2021 

abzuschliessen und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abzulehnen. 

Die Versicherungsleistungen würden auf diesen Zeitpunkt eingestellt werden (Suva-act. 

A.h. 

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59). Am 19. August 2021 teilte die Versicherte der Suva telefonisch mit, dass sie mit 

der geplanten Leistungseinstellung nicht einverstanden sei (Suva-act. 66).

Im Bericht zu einer Abklärung im Spital E.___ vom 25. August 2021 stellten die 

untersuchenden Ärzte die Diagnose einer aktivierten Bursitis subacromialis der 

Schulter links, posttraumatisch mit Partialläsion der Supraspinatussehne bursaseitig 

(Suva-act. 69). Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen, Ostschweizer 

Wirbelsäulenzentrum (nachfolgend: KSSG) zur Untersuchung vom 1. September 2021, 

wird festgehalten, dass sich ein deutlich protrahierter Verlauf der lumboradikulären 

Schmerzen links zeige. Klinisch würden sich sowohl das Dermatom L5 mit der 

Fussheberparese sowie das Dermatom S1 mit der Schmerzsymptomatik und 

Hyposensibilität betroffen zeigen. Dazu passend würden sich in der externen 

Bildgebung breitbasige Bandscheibenprotrusionen LWK4/5 und LWK5/SWK1 finden 

(Suva-act. 73). Am 15. September 2021 wurde im F.___ nochmals ein MRI der 

Wirbelsäule durchgeführt. Dieses ergab im Bereich der BWK11-LWK4 unverändert 

normale Segmente mit teils vorbestehenden Endplattenhernierungen. Im Bereich 

LWK4/5 wurden ein vorbestehend dehydrierter Diskus mit breitbasiger, zentral betonter 

Protrusion und geringer rezessaler Enge beidseits ohne neurale Kompression, ein 

peripherer Einriss des Anulus fibrosus, ein gering zunehmendes subkortikales Ödem 

der angrenzenden Endplatten von LWK4 und LWK5 sowie neu ein kleines 

Facettengelenksganglion rechts dorsal bei vorbestehender Spondylarthrose beidseits 

festgestellt. Im Bereich LWK5/SWK1 wurde ebenfalls ein vorbestehend dehydrierter 

Diskus mit breitbasiger zentral betonter Protrusion und rezessaler Enge beidseits, links 

betont, mit Kontakt zur Radix S1 beidseits ohne sichere neurale Kompression, ein 

persistierendes gering regredientes subkortikales Ödem der Deckplatte SWK1, ein 

peripherer Einriss des Anulus fibrosus sowie ein gering grössenprogredientes 

periartikuläres Ganglion des Facettengelenks LWK5/SWK1 rechts dorsal festgestellt. 

Die perivertebralen Weichteile stellten sich normal dar (Suva-act. 74).

A.i. 

Am 29. September 2021 beurteilte Kreisarzt Dr. G.___ die medizinische Situation 

erneut. Dabei hielt er insbesondere fest, dass gemäss den bildgebenden 

Untersuchungen deutliche degenerative Vorbefunde im Rückenbereich vorliegen 

würden. Unfallbedingte strukturelle Läsionen liessen sich nicht nachweisen. Durch den 

Unfall sei es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen 

A.j. 

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B.  

C.  

Vorzustandes an der Lendenwirbelsäule gekommen, weshalb an den früheren 

Beurteilungen festgehalten werden könne (Suva- act. 77).

Gestützt auf diese Beurteilung stellte die Suva mit Verfügung vom 29. September 

2021 ihre Versicherungsleistungen per 31. August 2021 ein, da der Zustand, wie er sich 

auch ohne den Unfall vom 1. März 2021 eingestellt hätte, spätestens nach zwei 

Monaten erreicht worden sei (Suva- act. 79).

A.k. 

Mit Schreiben vom 7. Oktober 2021 erhob die Versicherte Einsprache gegen die 

Verfügung vom 29. September 2021 (Suva-act. 86).

B.a. 

Am 17. November 2021 ersuchte Hausarzt Dr. D.___ die Suva um 

Wiederaufnahme der Zahlungen, da die Versicherte seit dem Treppensturz am 1. März 

2021 unter ausgeprägten Wirbelsäulenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine 

leide. Diese Beschwerden seien unfallereignisassoziiert (Suva-act. 94 S. 1). Seinem 

Schreiben legte er die Berichte der behandelnden Ärzte des KSSG, betreffend 

Konsultationen vom 1. und 20. September sowie 27. Oktober 2021 bei (beim Bericht 

zur Sprechstunde vom 1. September 2021 handelt es sich um Suva-act. 73; im 

Telefonkonsil vom 20. September 2021 besprachen die behandelnden Ärzte des KSSG 

mit der Versicherten die Befunde des MRI vom 15. September 2021 [Suva-act. 94 S. 5 

f.]; in der Sprechstunde vom 27. Oktober 2021 erörterten sie das weitere Vorgehen, 

wobei man sich für eine operative Sanierung der Bandscheibenhernien entschied 

[Suva-act. 94 S. 7 f.]).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 24. Januar 2022 hiess die Suva die Einsprache der 

Versicherten dahingehend gut, dass sie ihr die Taggeldleistungen aus Kulanz für einen 

weiteren Monat, d.h. bis zum 30. September 2021 ausrichtete. Im Übrigen wies sie die 

Einsprache ab (Suva-act. 106).

B.c. 

Die Versicherte erhob mit E-Mail vom 18. Februar 2022 (act. G 1.1) sowie inhaltlich 

gleichlautender schriftlicher Eingabe datierend vom 24. Januar 2022 (Postaufgabe am 

19. Februar 2022 [act. G 2.1 und 2.2]) "Widerspruch" gegen den Einspracheentscheid 

C.a. 

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vom 24. Januar 2022. Die Gründe für ihren Einspruch seien der Suva bereits bekannt. 

Sie erwarte die Zahlung für die Monate Oktober bis Dezember 2021, dies entspreche 

dem Zeitraum, in welchem sie auf die Entscheidung der Suva gewartet habe (act. G 1.1 

und 2.1). Mit Schreiben vom 21. und 22. Februar 2022 (act. G 1 und 2) liess die Suva 

dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zuständigkeitshalber die 

vorerwähnten Eingaben der Versicherten zukommen. Das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen nahm die beiden Eingaben der Versicherten (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) vom 24. Januar 2022 bzw. 18. Februar 2022 als Beschwerde 

entgegen und eröffnete entsprechend ein Verfahren.

Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte mit Schreiben vom 9. 

März 2022 die Abweisung der Beschwerde. Sie verzichte auf die Einreichung einer 

umfassenden Beschwerdeantwort zufolge fehlender neuer Gesichtspunkte in der 

Beschwerde und verweise stattdessen auf die sachbezügliche und zutreffende 

Begründung im Einspracheentscheid (act. G 4).

C.b. 

Mit Schreiben vom 24. März 2022 liess das Bundesverwaltungsgericht dem 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zuständigkeitshalber eine Eingabe der 

Beschwerdeführerin vom 23. Februar 2022 zukommen. Darin führte die 

Beschwerdeführerin (unter Beilage des Einspracheentscheids vom 24. Januar 2022) 

aus, dass sie mit dem Entscheid der Suva nicht einverstanden sei und diesen daher vor 

Gericht anfechten wolle. Sie bitte um einen Anwalt, da sie nicht über die finanziellen 

Mittel verfüge, um einen solchen zu bezahlen (act. G 6).

C.c. 

Am 29. März 2022 teilte das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin mit, 

dass aufgrund ihrer Eingabe vom 23. Februar 2022 an das Bundesverwaltungsgericht 

kein weiteres Verfahren eröffnet werde, da diese inhaltlich weitgehend den von der 

Beschwerdegegnerin überwiesenen und bereits als Beschwerde 

entgegengenommenen Eingaben entspreche. Zudem wurde ihr ein Antragsformular für 

die unentgeltliche Rechtspflege zugestellt und Frist zur Einreichung desselben 

angesetzt, wobei ihr mitgeteilt wurde, dass bei fehlender Einreichung von einem 

Verzicht am Festhalten des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ausgegangen 

werde (act. G 7).

C.d. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Taggeldleistungen für das Unfallereignis vom 1. März 2021 zu Recht per 30. September 

2021 eingestellt hat.

2.  

Nach unbenutztem Fristablauf zur Einreichung des Antragsformulars für die 

unentgeltliche Rechtspflege wurde der Beschwerdeführerin am 10. Mai 2022 Frist zur 

Einsicht in die Vorakten sowie zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme angesetzt 

(act. G 8). Die Beschwerdeführerin verzichtete auf diese Möglichkeit.

C.e. 

Der Unfallversicherer hat bei Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser 

in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (vgl. Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 

832.20]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise 

oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 

3.1 und 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 96 f., E. 4.1 mit Hinweisen; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel 

auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (André Nabold, 

N 53 und 59 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

2.1. 

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Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 65 f. und N 74 zu Art. 6, in: Ghislaine 

Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 

und 58). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinne von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 111 E. 2.1 und 127 V 103 E. 5b/bb je 

mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45; BSK UVG-Hofer, N 80 zu Art. 6; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 58 f.).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen bzw. hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen 

Gesundheitsschaden einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, 

wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf 

unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 

(Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht (vgl. zum Ganzen Urteil 

des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).

2.2. 

Der Beweis des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung kann durchaus unter 

Bezugnahme auf statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungswerte geführt 

werden, sofern sie der herrschenden Lehrmeinung entsprechen (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. September 2002, U 60/02, E. 

2.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 126 V 189 E. 4c). Dies hat insbesondere für den 

Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen 

Zustand handelt, der sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des 

EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2).

2.3. 

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3.  

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, können beweistauglich sein. An die Beweiswürdigung der Beurteilungen 

dieser Ärzte und Ärztinnen sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung 

erachtet sodann reine Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

2.4. 

Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen anerkannt, dass die 

Beschwerdeführerin am 1. März 2021 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG mit einer 

schädigen Einwirkung auf den Körper erlitten hat. Ebenso hat sie ihre Leistungspflicht – 

für einen gewissen Zeitraum nach dem Unfallereignis – anerkannt und der 

Beschwerdeführerin dementsprechend zumindest vorläufig Heilkosten vergütet und 

Taggeldleistungen ausgerichtet. Mit Einspracheentscheid vom 24. Januar 2022 (Suva-

act. 106) hat die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen per 30. September 

2021 eingestellt. Die Beschwerdeführerin beantragt jedoch die Ausrichtung von 

Taggeldern auch für die Monate Oktober bis Dezember 2021 (act. G 1.1 und 2.1) und 

3.1. 

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macht damit sinngemäss über das Datum der Leistungseinstellung, d.h. über den 30. 

September 2021, hinaus unfallkausale Beschwerden geltend, welche zu einer 

Arbeitsunfähigkeit geführt hätten.

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der untersuchenden Person und den Angaben des Patienten bzw. der 

Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-

strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit – 

wissenschaftlich anerkannten – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, 

MRI, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2 mit Hinweisen).

3.2. 

Ein massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden 

bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der gesundheitliche 

Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch letzteren zu keinen 

neuen strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten 

Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens als 

vorübergehende oder richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes in 

Betracht. Eine richtungsgebende Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor, 

wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status 

quo sine je wieder erreicht werden können (KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 54 mit Hinweis; Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1). Von einer vorübergehenden 

unfallbedingten Verschlimmerung eines Vorzustandes wird dann gesprochen, wenn 

Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des 

posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben bzw. radiologisch als strukturelle 

Verletzung der Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. In solchen 

Fällen wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten Phase davon 

ausgegangen, dass dieses eine schädigende Wirkung auf den Körper habe. Die 

aufgetretenen bzw. ausgelösten Beeinträchtigungen werden, obwohl sie 

möglicherweise weiterbestehen, nach einer gewissen Zeit gestützt auf medizinische 

Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in 

diesen Fällen nur Leistungen für den durch das Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine oder ante 

Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende 

Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel dafür gelten insbesondere auch 

3.3. 

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4.

Wie sich aus dem Sachverhalt ergibt, traten im Anschluss an das Unfallereignis vom 1. 

März 2021 Beschwerden im Bereich des linken Knies, der linken Schulter, dem Rücken 

und der Hüfte/des Beckens auf (vgl. insbesondere oben Sachenverhalt A.b, A.f und 

A.i).

Kontusionsfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, 

E. 5.3; vgl. auch KOSS UVG-Nabold, N 57 zu Art. 6, und BSK UVG-Hofer, N 72 zu Art. 

6). Bei einer Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung, die namentlich 

anhand klinischer Befunde – wie Hämatome, Schwellungen, Schürfungen, Prellmarken, 

Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen – objektiviert wird 

(vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 

412; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 357; vgl. auch Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 420). Die Unfallversicherung übernimmt die Leistungen 

bis zur Heilung der spezifischen Kontusionsfolgen und/oder – wie oben erwähnt – für 

den durch ein Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub. Demnach ist zunächst zu 

prüfen, ob per 1. Oktober 2021 noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vorhanden 

waren, welche die fortdauernd geklagten Beschwerden verursachen konnten.

Im Austrittsbericht der Klinik C.___ betreffend die Erstbehandlung vom 1. März 

2022 wurden keine Pathologien oder auch nur Beschwerden im Bereich des linken 

Knies festgehalten (Suva-act. 41). Bei den im Arztzeugnis UVG (betreffend die 

Untersuchung vom 4. März 2021) erwähnten Schmerzen am linken Knie handelte es 

sich um eine subjektive Angabe der Beschwerdeführerin (Suva-act. 45). Eine Diagnose 

in Bezug auf das linke Knie hat Dr. D.___ hingegen nicht im erwähnten Arztzeugnis 

UVG und auch nicht in der noch am Untersuchungstag verfassten Verordnung zur 

Physiotherapie (Suva-act. 13) gestellt. Den übrigen medizinischen Unterlagen können 

keinerlei Beschwerden, Befunde oder Diagnosen im Bereich des linken Knies 

entnommen werden. Nach Gesagtem ist überwiegend wahrscheinlich davon 

auszugehen, dass es im Bereich des linken Knies in Übereinstimmung mit der 

Beurteilung von Dr. G.___ vom 12. August 2021 (Suva-act. 58) zu keiner unfallkausalen 

strukturellen Gesundheitsschädigung, sondern – wenn überhaupt – nur zu einer 

vorübergehenden Beeinträchtigung infolge einer blossen Prellung des Knies kam. 

Diese war im kurzzeitigen Verlauf, spätestens jedoch im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung, wieder abgeheilt.

4.1. 

In den radiologischen Untersuchungen der Schulter, des Hüft-/Beckenbereichs 

und der Wirbelsäule zeigten sich als strukturelle Gesundheitsschäden eine Bursitis 

4.2. 

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5.  

subacromialis (Suva-act. 45), eine Partialläsion der Supraspinatussehne bursaseitig an 

der linken Schulter (Suva-act. 69), Arthrosen im Hüft-/Beckenbereich (Suva-act. 32 und 

38) sowie diverse Veränderungen entlang der Wirbelsäule (namentlich die 

Osteochondrosen mit Bandscheibenhernien an den LWK4/5 und LWK5/SWK1; Suva-

act. 38). Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob zwischen den vorerwähnten 

Gesundheitsschäden sowie dem Unfallereignis vom 1. März 2021 ein (indirekter) 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. nachfolgend E. 5 betreffend die 

Schulter, E. 6 betreffend den Hüft-/Beckenbereich und E. 8 betreffend die Wirbelsäule).

Im Austrittsbericht der Klinik C.___ zur Erstuntersuchung vom 1. März 2021 

wurden keine Beschwerden im Bereich der linken Schulter erwähnt (Suva-act. 41). Dr. 

D.___ hielt im Arztzeugnis UVG vom 21. Juni 2021 betreffend die Erstuntersuchung 

vom 4. März 2021 fest, es habe eine leichte Schwellung der Bursa subacromialis 

bestanden. Sonographisch habe er keine Ruptur der Rotatorenmanschette festgestellt. 

Knöcherne Läsionen seien in der durchgeführten Röntgenuntersuchung vom 4. März 

2021 nicht ersichtlich gewesen. Gestützt auf seine Befunde stellte Dr. D.___ im 

Arztzeugnis UVG die Diagnose einer Bursitis subacromialis (Suva-act. 45). In seiner 

Verordnung zur Physiotherapie vom 4. März 2021 hielt Dr. D.___ als Diagnose zudem 

eine Kontusion der linken Schulter fest (Suva-act. 13). In der Röntgenuntersuchung der 

linken Schulter vom 12. März 2021, durchgeführt im F.___, wurden keine auffälligen 

Befunde erhoben (Suva-act. 31). Auch das im F.___ durchgeführte MRI vom 24. März 

2021 wurde als normales MR-Arthrogramm des linken Schultergelenks beurteilt. 

Insbesondere wurde im entsprechenden Untersuchungsbericht festgehalten, dass die 

Sehnen der Rotatorenmanschette intakt seien (Suva-act. 33). Mithin hielt auch der 

leitende Arzt der Schulterorthopädie des Spitals E.___ in seinem Bericht zur 

Untersuchung vom 26. März 2021 fest, dass im MRI vom Schultergelenk keinerlei 

Pathologie ersichtlich sei (Suva-act. 30). Am 30. Juni 2021 teilte die 

Beschwerdeführerin dem leitenden Arzt Rheumatologie der Klinik für Innere Medizin, 

Spital E.___, telefonisch mit (bzw. liess sie durch eine übersetzende Verwandte 

mitteilen), dass sich die initial bestehenden Schulterschmerzen zurückgebildet hätten 

(Suva-act. 53). Überdies liess Dr. D.___ der Beschwerdegegnerin am 9. Juli 2021 

melden, dass die linke Schulter "wieder in Ordnung" sei (Suva-act. 52). Im Widerspruch 

zu den vorerwähnten Angaben betreffend Heilung der Schulter gab die 

Beschwerdeführerin gegenüber dem leitenden Arzt der Schulterorthopädie anlässlich 

der Untersuchung vom 25. August 2021 im Spital E.___ an, dass sich die 

persistierenden Schulterbeschwerden linksseitig seit dem Sturz nur geringgradig 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

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gebessert hätten. Dieser hielt in seinem anderntags erstellten Untersuchungsbericht 

sodann die Diagnose einer aktivierten Bursitis subacromialis der Schulter links, 

posttraumatisch mit Partialläsion der Supraspinatussehne bursaseitig, fest (Suva- act. 

69).

In Bezug auf die durch Dr. D.___ am 4. März 2021 diagnostizierte 

Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis) in der Schulter bezeichnete dieser 

selbst die erhobenen Befunde als nicht mit dem Unfallereignis vom 1. März 2021 

vereinbar bzw. plausibel erscheinend (Suva-act. 45). Zudem gab Dr. D.___ in seinen 

Arbeitsunfähigkeitszeugnissen betreffend den April sowie die zweite Hälfte des Mai 

2021 als Grund für die Arbeitsunfähigkeit "Krankheit" an (Suva-act. 16 S. 4, 17 S. 4 und 

40). Mithin erscheint es fraglich, ob dieser Gesundheitsschaden unfallkausal ist. Da die 

Schleimbeutelentzündung in den bildgebenden Untersuchungen, insbesondere im 

MRI-Befund vom 24. März 2021 (Suva-act. 33), nicht mehr erwähnt wird, kann aber – 

selbst wenn sie unfallkausal gewesen sein sollte – ohnehin davon ausgegangen 

werden, dass sie zu diesem Zeitpunkt abgeheilt war. Auch gestützt auf die Aussage der 

Beschwerdeführerin (Suva-act. 53) bzw. diejenige des Hausarztes (Suva-act. 52) ist von 

einer Heilung der Schulter bzw. Schleimbeutelentzündung spätestens per anfangs Juli 

2021 auszugehen. Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt, dass die Schleimbeutelentzündung einer Leistungseinstellung per Ende 

September 2021 – unabhängig von ihrer Ursache – nicht entgegenstand.

5.2. 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die im Bericht zur Untersuchung vom 25. 

August 2021 durch den Schulterorthopäden gestellte Diagnose einer Partialruptur der 

Supraspinatussehne offenbar nicht auf einer bildgebenden Untersuchung beruhte, da 

eine solche im Bericht (Suva-act. 69) nicht erwähnt wird. Den medizinischen Akten sind 

schliesslich auch keine weiteren Abklärungen und/oder Behandlungen in Bezug auf die 

linke Schulter zu entnehmen. Solche wären bei Vorliegen einer Partialläsion der 

Supraspinatussehne jedoch zu erwarten gewesen. Bezeichnenderweise erwähnte auch 

Dr. D.___ in seinem Schreiben vom 17. November 2021 an die Beschwerdegegnerin in 

Bezug auf die Wiederaufnahme (bzw. weitere Erbringung) der Versicherungsleistungen 

lediglich noch die Rückenbeschwerden der Beschwerdeführerin (und keine 

Schulterbeschwerden mehr; Suva-act. 94). In Übereinstimmung mit der Beurteilung 

von Dr. G.___ vom 29. September 2021 (Suva-act. 78) kann die Diagnose einer 

(Partial-)Läsion der Supraspinatussehne nach Gesagtem nicht nachvollzogen werden 

und damit nicht als überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen gelten.

5.3. 

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6.  

Am Beckenskelett wurden im CT-Untersuch vom Unfalltag keine auffälligen 

Befunde festgestellt (Suva-act. 22). Die behandelnden Ärzte der Klinik C.___ 

diagnostizierten im Austrittsbericht zur Untersuchung am Unfalltag entsprechend eine 

Hüft- bzw. Beckenkontusion links (Suva-act. 41). Dieselbe Diagnose hielt der Hausarzt 

Dr. D.___ im Arztzeugnis UVG betreffend die Erstbehandlung vom 4. März 2021 sowie 

in der Verordnung zur Physiotherapie vom 4. März 2021 fest (Suva-act. 45 und 13). Im 

Bericht zur Röntgenuntersuchung im F.___ vom 19. März 2021 wurden eine 

Subluxation im distalen Coccygealgelenk und eine Arthrose der Symphysis pubica 

genannt (Suva-act. 32). Im MRI vom 8. April 2021 wurde ausserdem eine ISG-Arthrose 

beidseits aufgeführt (Suva-act. 38). Im Bericht vom 12. Juli 2021 hielt der 

untersuchende Orthopäde des Spitals E.___ sodann fest, das linke IS-Gelenk und die 

Bursa trochanterica seien leicht druckdolent. Diese Beschwerden seien am ehesten 

durch eine Fehlbelastung bei verändertem Gangbild zu interpretieren (Suva-act. 57).

6.1. 

Der in der zweiten Unfallmeldung vom 23. April 2021 erwähnte Bruch des 

Steissbeins (Suva-act. 12) liess sich nach Gesagtem bildgebend nicht bestätigen und 

ist damit nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Gleiches gilt für die im Bericht zur 

Röntgenuntersuchung vom 19. März 2021 festgehaltene Subluxation im distalen 

Coccygealgelenk (Suva-act. 32). Diese konnte durch die nachfolgenden MRI-

Untersuchungen (Suva-act. 38 und 74) nicht bildgebend nachgewiesen werden, zumal 

auch der vorhergehende CT-Untersuch vom Unfalltag unauffällige Befunde am 

Beckenskelett ergeben hatte (Suva-act. 22). Eine unterschiedliche Befundsituation von 

Röntgen, CT und MRI kann insbesondere damit erklärt werden, dass das MRI-Bild 

gegenüber dem Röntgen- und auch dem CT-Bild in vielen Fällen eine nochmals feinere 

diagnostische Differenzierung zulässt, weil auf dem MRI-Bild bestimmte 

Körpergewebe, insbesondere die Weichteile, besser zur Darstellung gelangen (vgl. 

Debrunner, a.a.O. S. 225 f., Pschyrembel, a.a.O., S. 1101).

6.2. 

Vorliegend kann offenbleiben, ob in Bezug auf die im Röntgenuntersuch vom 19. 

März 2021 festgestellte Arthrose der Symphysis pubica (Suva-act. 32) aufgrund des 

MRI vom 8. April 2021 nicht vielmehr von einer Arthrose des IS-Gelenks auszugehen ist 

(Suva-act. 38). Eine Arthrose kann definitionsgemäss keine primäre Unfallverletzung, 

sondern einzig eine degenerative Erkrankung sein. Im Regelfall entsteht sie im Rahmen 

des normalen Alterungsprozesses oder durch Überbeanspruchung und tritt nur im 

Einzelfall als sekundärer unfallkausaler Gesundheitsschaden in Form einer Spätfolge 

einer primären Verletzung – hauptsächlich nach einer schlecht verheilten 

intraartikulären Fraktur; nach Verletzungen von Gelenkweichteilstrukturen oder des 

6.3. 

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7.

Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung per 30. September 2021 überwiegend wahrscheinlich keine 

Gelenkknorpels – auf (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 579 ff. und 700 f., Pschyrembel, a.a.O., 

S. 152 f.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134). In der hier zu beurteilenden Angelegenheit 

fehlt ein überwiegend wahrscheinlicher Beleg dafür, dass die festgestellte Arthrose auf 

eine unfallkausale Primärverletzung zurückzuführen ist, zumal insbesondere ein Bruch 

des Steissbeins nicht nachgewiesen werden konnte (vgl. oben E. 6.1 f.). Ein 

traumatischer Ursprung der Arthrose würde auch in zeitlicher Hinsicht – angesichts 

deren bildgebenden Darstellung innerhalb bloss eines Monats nach dem Unfallereignis 

– nicht plausibel erscheinen.

Nachdem im Arztzeugnis UVG betreffend die Erstbehandlung vom 4. März 2021 

durch Dr. D.___ Schmerzen an der Hüfte festgehalten wurden (Suva-act. 45), wurden 

Beschwerden im Hüftbereich im Übrigen erst wieder im Bericht zur Untersuchung vom 

12. Juli 2021 in der Orthopädie des Spitals E.___, im Sinne einer Druckdolenz, erwähnt 

(Suva-act. 57). Ein damit zusammenhängender objektivierbarer, struktureller 

Gesundheitsschaden wird jedoch nicht aufgeführt und ist auch nicht nachgewiesen. 

Die vorliegende Entwicklung der Hüftbeschwerden (plötzliches Wiederauftauchen von 

Beschwerden nach mehreren Monaten) ist für eine traumatische Genese untypisch (vgl. 

Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. April 2022, UV 

2021/54, E. 4.7.4, und 2. November 2022, UV 2021/74, E. 3.2) und kann nicht mehr mit 

dem Unfall vom 1. März 2021 erklärt werden, hingegen namentlich mit der im Bericht 

genannten Fehlbelastung (Suva-act. 57) oder aber den festgestellten Arthrosen (Suva-

act. 32 und 38).

6.4. 

Ein struktureller unfallkausaler Gesundheitsschaden im Hüft-Beckenbereich ist 

nach Gesagtem nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und es ist 

von einer vorübergehenden Beeinträchtigung im Sinne einer Prellung auszugehen, was 

im Übrigen auch der Einschätzung von Kreisarzt Dr. G.___ entspricht (Suva-act. 58).

6.5. 

Nach dem 12. Juli 2021 (Bericht zur Untersuchung vom 12. Juli 2021 in der 

Orthopädie des Spitals E.___; Suva-act. 57) sind den medizinischen Akten keine 

Beschwerden im Hüftbereich mehr zu entnehmen. Insbesondere werden solche auch 

nicht von Dr. D.___ in seinem Schreiben vom 17. November 2021 (Suva-act. 94) 

geltend gemacht. Entsprechend ist aufgrund der fehlenden weiteren Erwähnung von 

Beschwerden davon auszugehen, dass die Hüftprellung spätestens im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung wieder abgeheilt war.

6.6. 

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unfallkausalen Beschwerden im Bereich des Knies, der Schulter und der Hüfte mehr 

vorlagen (vgl. dazu oben E. 4.1, E. 5.2 und E. 6.6). Demnach kann der Vollständigkeit 

halber auch ein allfälliger Zusammenhang der geklagten Beschwerden mit dem in den 

Akten erwähnten – vorliegend aber nicht streitgegenständlichen – Unfallereignis vom 

15. April 2021 (vgl. insbesondere Suva-act. 20), welches gemäss der in den Berichten 

der behandelnden Ärzte des KSSG festgehaltenen Statusdiagnose insbesondere zu 

Gesäss- und Beinbeschwerden geführt hatte, ausgeschlossen werden. Diese 

Beschwerden waren gemäss den Berichten selbstlimitierend und im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung somit nicht mehr von Relevanz (Suva-act. 73 und 94 S. 5 f. sowie 

7 f.).

8.

Es bleibt somit zu prüfen, ob es sich bei den in den bildgebenden Untersuchungen 

vom 1. März 2021 (CT [Suva-act. 22]), 19. März 2021 (Röntge [Suva-act. 32]), 8. April 

2021 (MRI [Suva-act. 38]) und 15. September 2021 (MRI [Suva-act. 74]) festgestellten 

Pathologien im Bereich des Rückens bzw. der Wirbelsäule um strukturelle unfallkausale 

Gesundheitsschäden handelt.

Osteochondrosen, wie im Übrigen auch Spondylosen und Arthrosen (vgl. zur 

Arthrose oben E. 6.3), stellen definitionsgemäss degenerative Veränderungen dar und 

können – wie erwähnt – keine primäre Unfallverletzung sein. Nur im Einzelfall können 

sie unfallkausal als Spätfolge einer primären Verletzung auftreten (vgl. Debrunner, 

a.a.O., S. 579 ff, 700 f., Pschyrembel, a.a.O., S. 152 f.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134). 

Eine solche Primärverletzung ist im vorliegenden Fall jedoch auch im Rückenbereich 

nicht nachgewiesen. Es liegen demnach auch keine Hinweise für einen traumatisch 

bedingten Ursprung der festgestellten Degenerationen im Bereich der Wirbelsäule vor.

8.1. 

Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es sodann einer 

medizinischen Erfahrungstatsache, dass auch praktisch alle Bandscheibenhernien und 

Bandscheibenprotrusionen degenerativ entstehen. Ein Unfall im Rechtssinne (Art. 4 

ATSG) kann nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht fallen (Urteil des 

EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf Günter G. Mollowitz 

[Hrsg.], Der Unfallmann, 1993, S. 164 ff.; vgl. auch Debrunner, a.a.O., S. 878 ff.; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 210; Roche Lexikon, a.a.O., S. 182; Leitlinie der Orthopädie, 

Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 

dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. 2002, S. 5 f.). 

Voraussetzung dafür ist in der Regel, dass das fragliche Ereignis von besonderer 

Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die 

8.2. 

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Symptome der Bandscheibenhernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) 

unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 

193, E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Das gleiche gilt grundsätzlich für eine richtungsgebende 

Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes, wenn und soweit also durch den 

Unfall eine Bandscheibenhernie oder Bandscheibenprotrusion früher bzw. beschleunigt 

zur Entwicklung gebracht wurde. Eine solche ist ausserdem grundsätzlich nur dann 

bewiesen, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel nach 

einem Trauma aufzeigt. Eine allfällige richtungsgebende Verschlimmerung muss 

radiologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben 

(RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 f. E. 3a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November 

2004, U 107/04, E. 4.1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Die vorerwähnten 

Kriterien sind im vorliegenden Fall nicht erfüllt bzw. es konnten keine entsprechenden 

bildgebenden Befunde, welche für einen traumatischen Ursprung der 

Bandscheibenhernien bzw. -protrusionen sprechen würden, erhoben werden.

Ausserdem lässt auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in 

verschiedenen Segmenten unterschiedliche degenerative Gesundheitsschäden 

aufweist, eher auf eine umfassende degenerative und nicht traumatisch bedingte 

Situation schliessen. Diesbezüglich ist auch auf die Definition einer Osteochondrosis 

intervertebralis ("Degenerative, überlastungsbedingte Veränderungen der Bandscheibe 

mit Abnahme der Bandscheibenhöhe durch Flüssigkeitsverlust, fibröser Degeneration 

und Rissbildungen im Faserring. Verändert sind zusätzlich die benachbarten 

hyalinknorpeligen Deck-und Grundplatten der Wirbelkörper mit Ödem, reaktiver 

Osteosklerose der angrenzenden Spongiosa, Abstützreaktionen (Spondylophyten) und 

anderes", vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1320) hinzuweisen. Mithin sind die vorliegend 

festgestellten Veränderungen (Osteochondrosen, Bandscheibenhernien und -

protrusionen, Knochenmarksödem, Deck- und Grundplattenirregularitäten bzw. die 

Höhenminderung im LWK 5) als gegenseitige Begleiterscheinungen und demnach als 

ein einziger zusammengehöriger, degenerativer Gesundheitsschaden zu beurteilen. 

Vorliegend macht keine bzw. keiner der behandelnden Spezialistinnen und Spezialisten 

geltend, dass es sich bei den im Rahmen der bildgebenden Untersuchungen 

festgestellten Veränderungen an der Wirbelsäule der Beschwerdeführerin um 

Traumafolgen handelt. Der Hausarzt, Dr. D.___, macht in seinem Schreiben vom 17. 

November 2021 zwar geltend, dass die fortdauernden Beschwerden 

unfallereignisassoziiert seien. Aus dieser Aussage lässt sich jedoch nicht ableiten, dass 

die den Beschwerden zugrundeliegenden Gesundheitsschäden unfallkausal sein sollen. 

Vielmehr ist wohl davon auszugehen, dass er damit bloss die Heilungsdauer eines 

8.3. 

https://www.pschyrembel.de/Osteosklerose/K0G00

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9.

Die im MRI vom 8. April 2021 festgestellten degenerativen Veränderungen an der 

Wirbelsäule (Osteochondrose mit Bandscheibenhernien) waren bloss moderat (Suva-

act. 38) und sind demnach ohne Weiteres als degenerativer Prozess erklärbar. Bei 

Vorliegen einer unfallbedingten richtungsgebenden Verschlimmerung wäre zu erwarten, 

dass die entsprechenden Veränderungen (unfallbedingt) gerade einen höheren 

Schweregrad aufweisen würden. Entsprechend kann nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es im 

Zusammenhang mit den degenerativen Vorzuständen an der Wirbelsäule durch das 

Unfallereignis zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung gekommen ist.

10.

Mithin ist lediglich von einem vorübergehend verschlimmerten Gesundheitszustand im 

Bereich der Wirbelsäule nach erlittener Kontusion auszugehen (vgl. dazu oben E. 3.3). 

Einen solchen anerkannte auch die Beschwerdegegnerin, insbesondere gestützt auf 

die Beurteilungen von Dr. G.___, und erbrachte dementsprechend vorübergehend die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen.

durch den Unfall hervorgerufenen Beschwerdeschubes meint (vgl. zur Heilungsdauer 

unten E. 10.1 ff.).

In Übereinstimmung mit Kreisarzt Dr. G.___ (Suva-act. 49 und 77) ist nach 

Gesagtem in Bezug auf die festgestellten Pathologien im Bereich der Wirbelsäule von 

einem degenerativen Vorzustand auszugehen und kam es durch das Unfallereignis 

vom 1. März 2021 nicht überwiegend wahrscheinlich zu neuen strukturellen 

Gesundheitsschäden.

8.4. 

Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass im Allgemeinen 

Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule bzw. des Rückens ohne 

neue strukturelle Läsionen bei Vorliegen eines degenerativen Vorzustands nach sechs 

bis neun Monaten, bzw. bei erheblichem Vorzustand spätestens nach einem Jahr 

abheilen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2020, 8C_552/2020, E. 

3.2, 3. September 2020, 8C_319/2020, 8C_346/2020, E. 6.6, und 26. August 2019, 

8C_408/2019, E. 3.3; vgl. dazu auch KOSS UVG-Nabold, N 57 zu Art. 6, und BSK 

UVG-Hofer, N 72 zu Art. 6). Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. Insofern sind die 

Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen.

10.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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Da Kreisarzt Dr. G.___ in seinen Beurteilungen vom 6. Juli und vom 29. 

September 2021 die Heilungsdauer für den Rücken auf zwei Monate – und damit unter 

der vom Bundesgericht für den Regelfall festgelegten Heilungsdauer von sechs bis 

neun Monaten – einschätzt, geht er offensichtlich von einem solchen Ausnahmefall aus. 

Er begründet in seinen Beurteilungen jedoch nicht, weshalb vorliegend eine kürzere 

Heilungsdauer ausreichend sein sollte (Suva-act. 49 und 77).

10.2. 

Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen erst 

per 30. September 2021, d.h. sieben Monate nach dem Unfallereignis vom 1. März 

2021, eingestellt hat, kann vorliegend offenbleiben, ob allenfalls aufgrund der bloss 

moderaten degenerativen Vorzustände (vgl. insbesondere die MRI-Befunde vom 8. 

April 2021 [Suva-act. 38]) ein Ausnahmefall vorgelegen hat bzw. ob die Rückenprellung 

tatsächlich bereits nach zwei Monaten abgeheilt gewesen war. Die von der 

Beschwerdegegnerin letztlich angenommene Heilungsdauer von sieben Monaten liegt 

innerhalb des vorerwähnten vom Bundesgericht definierten Zeitrahmens und ist 

entsprechend nicht zu beanstanden. Im vorliegenden Fall sind nämlich keine konkreten 

Gründe ersichtlich, derentwegen eine längere Heilungsdauer anzunehmen wäre. Eine 

vom Regelfall abweichende, folgenschwere Kontusion kann ebenfalls nicht 

angenommen werden. Insbesondere sind den unfallnahen medizinischen Akten keine 

auf eine schwerere Kontusion hinweisenden Befunde – wie z.B. Hämatome, 

Schürfungen, Muskelverhärtungen etc., welche zumindest typische Kontusionsfolgen 

dargestellt hätten – zu entnehmen. Zwar wird eine Aktivierung der moderaten 

Osteochondrose im Bericht zum MRI vom 8. April 2021, wenn auch nur 

differentialdiagnostisch, als Unfallfolge in Erwägung gezogen (Suva-act. 38). Im Bericht 

zum MRI vom 15. September 2021 wird jedoch festgehalten, dass sich die aktivierte 

Osteochondrose gegenüber der vorherigen Untersuchung gering zunehmend zeigte 

(Suva-act. 74). Angesichts dieses für eine Traumafolge untypischen progredienten 

Verlaufs (vgl. Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. 

April 2022, UV 2021/54, E. 4.7.4, und 2. November 2022, UV 2021/74, E. 3.2) ist die 

Aktivierung der Osteochondrose nicht überwiegend wahrscheinlich auf das 

Unfallereignis vom 1. März 2021 zurückzuführen und steht diese mithin einer 

Leistungseinstellung auch nicht im Wege. Wie bereits erwähnt, machte Dr. D.___ in 

seinem Schreiben vom 17. November 2021 zwar geltend, dass die fortdauernden 

Beschwerden unfallereignisassoziiert seien (Suva-act. 94 S. 1) und geht somit 

(zumindest implizit) von einer längeren Heilungsdauer aus. Er begründet diese 

Einschätzung jedoch nicht weiter, weshalb diese pauschale Aussage eine längere 

Heilungsdauer nicht überwiegend wahrscheinlich nachzuweisen vermag. Allgemein 

bleibt anzufügen, dass die Heilung eines traumatisch bedingten Beschwerdeschubs bei 

10.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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St.Galler Gerichte

11.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 24. Januar 2022 (act. 

G 2.1) abzuweisen. Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine 

zu erheben (vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

einem degenerativen Vorzustand fliessenden Charakter hat. Die soeben noch 

traumatisch bedingten Beschwerden lassen sich nicht von den fortan degenerativ 

bedingten Beschwerden unterscheiden, weshalb auch aus dem Vorbringen von Dr. 

D.___, wonach die Beschwerdeführerin vor dem Unfallereignis vom 1. März 2021 de 

facto keine Beschwerden gehabt habe (Suva-act. 94), nichts zu deren Gunsten 

abgeleitet werden kann.

In Anbetracht der dargelegten Sachlage ist überwiegend wahrscheinlich 

nachgewiesen, dass der Status quo sine oder ante im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung (30. September 2021) erreicht war und die fortdauernden 

Rückenbeschwerden auf unfallfremde, insbesondere vorbestandene degenerative 

Faktoren zurückzuführen sind. Die Verneinung weiterer Ansprüche, insbesondere auf 

Taggelder, erweist sich damit als gerechtfertigt.

10.4. 

Der angefochtene Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin ist somit nicht 

zu beanstanden. Ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Taggeldleistungen bis zum 

31. Dezember 2021 besteht nicht, zumal eine Arbeitsunfähigkeit bis zu diesem Datum 

aufgrund der vorliegenden Aktenlage ohnehin nicht nachgewiesen wäre. Weitere 

Abklärungen in diesem Zusammenhang sind angesichts des Verfahrensausgangs aber 

nicht notwendig.

10.5. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.12.2022
	Art. 6 UVG. Verneinung neuer unfallkausaler struktureller Gesundheitsschäden an Knie, Schulter, Wirbelsäule und Rücken. Verneinung einer richtungsgebenden Verschlimmerung der degenerativen Vorzustände an der Wirbelsäule. Bejahung des überwiegend wahrscheinlichen Eintrittes des Status quo sine oder ante per Leistungseinstellungsdatum (sieben Monate nach dem Unfallereignis). Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Dezember 2022, UV 2022/15).

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