# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3828a6e-702b-51e5-8bd4-a044fe777eeb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2008 D-8038/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8038-2008_2008-12-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8038/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher; 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._____
Nigeria,
B._____
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 9. Dezember 2008 / N_____

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8038/2008

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30),

der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten  (Europäische Menschenrechtskonvention, 
EMRK, SR 0.101),

der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101),

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2008 ohne Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

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dass  er  im  C._____am  20.  Oktober  2008  einer  Erstbefragung 
unterzogen  und  am  1.  Dezember  2008  nach  Art. 29  Abs.  4  AsylG 
angehört wurde,

dass er dabei im Wesentlichen angab, an seinem Wohnort D._____ am 
20. August 2008 einen Fussgänger namens M. angefahren und dabei 
am Kopf und an einem Bein verletzt zu haben,

dass  Untersuchungen  im  Krankenhaus  ergeben  hätten,  dass  M. an 
Diabetes leide und diesem wegen dieser Krankheit das verletzte Bein 
möglicherweise amputiert werden müsse, woraufhin die Familienange-
hörigen von M. den Beschwerdeführer hätten umbringen wollen,

dass  diese  sein  Geschäft,  in  dem  er  eine  Reperaturwerkstatt  für 
Motorräder betrieben habe, zerstört  hätten und er  in der Folge nach 
E._____ zu seinem Cousin geflüchtet sei,

dass ihn die Familienangehörigen von M. in E.____ ausfindig gemacht 
hätten, ihm jedoch die Flucht gelungen sei, weshalb diese an seiner 
Stelle seinen Cousin mitgenommen und zur Polizei gebracht hätten,

dass dieser nach seiner  Freilassung dem Beschwerdeführer geraten 
habe, Nigeria zu verlassen, was er schliesslich auch getan habe,

dass er nie Identitätspapiere besessen habe und ohne selber kontrol-
liert worden zu sein, in die Schweiz gelangt sei,

dass für weitere Einzelheiten auf die angefochtene Verfügung und die 
vorinstanzlichen  Akten verwiesen  werden  kann  (vgl. Art.  109  Abs. 3 
BGG i.V.m. Art. 6 und Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  Aufforderung  im  C._____  bis  zum 
jetzigen Zeitpunkt keine Identitätspapiere eingereicht hat,

dass das BFM mit  -  am 11. Dezember 2008 eröffnetem -  Entscheid 
vom 9. Dezember 2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 
dessen Wegweisung anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar 
und möglich erachtete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. Dezember 2008 an 
das Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung des 

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BFM  vom  9.  Dezember  2008  erhob  und  in  verfahrensrechtlicher 
Hinsicht  unter  anderem  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf 
das Erheben eines Kostenvorschusses ersuchte, 

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist, 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründet-
heit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz 

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der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  im  Fall  der  Begründetheit  des  Rechtsmittels 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass indessen bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nicht-
eintretenstatbestand vom Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf 
welchen sich die hier angefochtene Verfügung stützt, das BFM im Rah-
men einer summarischen Prüfung das offenkundige Nichterfüllen der 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige 
Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat (vgl. 
Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb insoweit bei dagegen er-
hobenen Beschwerden auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegen-
stand bildet (vgl. BVGE 2007/8 vom 11. Juli 2007 E. 2.1.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-
ten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass das Bundesamt offensichtlich zu Recht zum Schluss gelangt ist, 
der  Beschwerdeführer  mache  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das 
versäumte Einreichen von Identitätsdokumenten geltend, 

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dass hierzu auf die zutreffenden Erwägungen des Bundesamtes ver-
wiesen werden kann, zumal in der Beschwerdeschrift auf die diesbe-
züglichen vorinstanzlichen Erwägungen nicht näher eingegangen wird, 

dass im Weiteren die Vorbringen des Beschwerdeführers, mit seinem 
Motorrad  einen  Fussgänger  angefahren  und  verletzt  zu  haben  und 
deswegen von dessen Familienangehörigen behelligt worden zu sein, 
nicht  als  asylrelevant  zu  erachten  sind,  weshalb  die  Frage  der 
Glaubhaftigkeit dieser Vorbringen nicht abschliessend beurteilt werden 
muss, 

dass in diesem Zusammenhang lediglich darauf hinzuweisen ist, dass 
die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers offensichtlich zu 
Recht und mit  zutreffender Begründung als teils unsubstantiiert,  teils 
widersprüchlich erachtet hat, 

dass daher keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 AsylG not-
wendig erscheinen,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass,  falls  sich  ein  Asylsuchender  nicht  im  Besitz  einer  ausländer-
rechtlichen Aufenthaltsbewilligung befindet, die Anordnung einer Weg-
weisung  die  gesetzliche  Regelfolge  der  Ablehnung  eines  Asylge-
suches ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass im vorliegenden Fall der Beschwerdeführer über keine derartige 
Bewilligung verfügt und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend 
machen kann, weshalb die von der Vorinstanz ausgesprochene Weg-
weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu 
bestätigen ist, 

dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht  zumutbar,  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von  Ausländern  regelt 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG), 

dass der Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers nach den völ-
kerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz (Art. 3 EMRK; Art. 33 Abs. 
1 FK ) sowie nach Art. 5 Abs. 1 AsylG sowie Art. 25 Abs. 2 BV zulässig 

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ist, da er wie ausgeführt die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht 
erfüllt, 

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle seiner 
Rückkehr schliessen lassen,

dass der relativ junge Beschwerdeführer nach eigenen Angaben bis zu 
seiner Ausreise seinen Lebensunterhalt als Mechaniker bestritten hat 
und im Weiteren in Gestalt eines Bruders und eines Cousins über ein 
familiäres Beziehungsnetz verfügt,

dass es somit keinen Grund für die Annahme gibt,  der Beschwerde-
führer  würde  durch  die  Rückkehr  nach  Nigeria  in  eine  existenz-
gefährdende Notlage geraten,

dass der Vollzug der Wegweisung somit im Sinne von Art. 83 AuG als 
zulässig,  zumutbar  und  möglich  zu  erachten  und  der  angefochtene 
Wegweisungsvollzug daher zu bestätigen ist,

dass die  angefochtene Verfügung,  da diese weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde  (vgl.  106 
AsylG), zu bestätigen und die Beschwerde daher abzuweisen ist,

dass mit dem vorliegenden Entscheid der Antrag in der Beschwerde-
schrift, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-
ten, gegenstandslos wird,

dass die Beschwerde als zum Vornherein aussichtslos erschien, wes-
halb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 2 und 3 des Reglements  vom 21. Februar 2008 über  die  Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs.1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den  Beschwerdeführer (eingeschrieben;  Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.- Nr. N_____ (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand:

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