# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5dd42269-b4ab-5ee4-b3cc-d8581518ed0a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 29.08.2017 U 2017 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2017-63_2017-08-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 63

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 29. August 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
Beschwerdeführerin

gegen 

B._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid,

Beschwerdegegnerin
und

C._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jon Andri Moder,

Beigeladene

betreffend Submission

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1. Am 1. Juni 2017 schrieb die B._____ die Lieferung für die Möblierung des 

derzeit im Umbau stehenden Altersheimes D._____ im Einladungsverfah-

ren aus (BKP 901). Dabei werden die zu offerierenden Möbelstücke im 

Detail aufgelistet. Als Zuschlagskriterien wurden der Preis mit einer Ge-

wichtung von 55 %, die Leistungsfähigkeit mit 35 % und Referenzen mit 

10 % angegeben (Art. 19 der AGB Architekten/Bauleitung). Die Aus-

schreibungsunterlagen wurden den eingeladenen Unternehmungen per 

E-Mail zugesandt. Im Text zu dieser E-Mail findet sich folgender Hinweis: 

'Varianten zu den ausgeschriebenen Möbeln sind möglich'. 

2. Innert Frist reichten alle drei eingeladenen Unternehmungen eine Offerte 

ein. Dabei offerierte die C._____ als einzige Anbieterin andere Möbel als 

die in den Ausschreibungsunterlagen aufgelisteten. Nach Bereinigung der 

eingereichten Offerten ergab sich folgendes Bild:
- C._____, Fr. 183'705.85
- A._____ Fr. 235'376.05
- E._____, Fr. 297'525.95

3. Die Bewertung der Angebote erfolgte mit einer anderen Gewichtung als in 

der Ausschreibung angegeben, nämlich mit 50 % für den Preis, 30 % für 

die Leistungsfähigkeit und 20 % für die Referenzen. Die Auswertung er-

gab schliesslich 500 Punkte für die C._____, 445.1 Punkte für die 

A._____ und 404.4 Punkte für die E._____.

4. Mit Entscheid vom 3. Juli 2017 vergab die B._____ den Auftrag an die 

C._____ zum Preis von Fr. 183'705.85 inkl. MWST. Sie bezeichnete da-

bei das siegreiche Angebot der C._____ als 'Unternehmervariante'.

5. Gegen diesen Entscheid reichte die A._____ (Beschwerdeführerin) am 6. 

Juli 2017 Beschwerde ein und beantragte sinngemäss die Aufhebung der 

Vergabeverfügung und Rückweisung der Angelegenheit zur neuen Ver-

gabe gemäss Submissionsrichtlinien. Zur Begründung führte die Be-

schwerdeführerin aus, dass eine Unternehmervariante nur in Kombination 

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mit einem Amtsvorschlag zulässig sei. Da einige Möbelhersteller von der 

Zuschlagsempfängerin keine Anfragen hinsichtlich des Amtsvorschlages 

erhalten hätten, und/oder mit dieser in gar keinem Lieferantenverhältnis 

stehen würden, müsse davon ausgegangen werden, dass die Zuschlags-

empfängerin keine oder nur eine fingierte Offerte für den Amtsvorschlag 

eingereicht habe. Zudem habe das mit der Ausschreibung beauftragte Ar-

chitekturbüro auf Anfrage der Beschwerdeführerin hin ausdrücklich darauf 

hingewiesen, dass nur ein Amtsvorschlag einzureichen sei.

6. Die Vergabebehörde (Beschwerdegegnerin) liess mit Vernehmlassung 

vom 17. Juli 2017 kostenfällig die Abweisung der Beschwerde beantra-

gen. Aus der Begleit-E-Mail zur Übermittlung der Ausschreibungsunterla-

gen gehe klar hervor, dass auch Varianten zu ausgeschriebenen Möbeln 

offeriert werden dürften. Davon habe selbst die Beschwerdeführerin Ge-

brauch gemacht, habe sie doch bei verschiedenen Positionen alternative 

Produkte offeriert. Die C._____ habe demnach zulässigerweise andere 

Möbel offeriert. Aufgrund dieses Umstandes sei die Offerte der C._____ 

ein Hauptangebot und nicht eine Unternehmervariante.

7. Gleichentags liess auch die Zuschlagsempfängerin (Beigeladene) in ihrer 

Vernehmlassung kostenfällig die Abweisung der Beschwerde beantragen. 

Auch sie erklärt, dass ihre Offerte zwar teilweise von den Ausschrei-

bungsunterlagen abweichende, jedoch durchwegs gleichwertige Produkte 

enthielt. Dies sei aber im Rahmen der Ausschreibung ausdrücklich erlaubt 

gewesen und mache ihre Offerte nicht zu einer Unternehmervariante. 

8. In ihrer Replik vom 24. Juli 2017 stellte die Beschwerdeführerin folgende 

neuen Anträge:
Aufgrund der falschen Aussagen von Herrn F._____ und den irreführenden Unterlagen 
muss der Auftrag neu ausgeschrieben werden. Wir erlitten dadurch einen klaren Wett-
bewerbsnachteil.
Die Verfahrenskosten müssen aufgrund der nachweislich irreführenden Unterlagen von 
den Erstellern getragen werden.

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9. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sich in den Ausschreibungsun-

terlagen nirgends der Zusatz 'oder gleichwertig' finde, womit es für sie 

nicht ersichtlich gewesen sei, Amtsvarianten anbieten zu dürfen. In einem 

Telefongespräch mit dem die Beschwerdegegnerin vertretenden Architek-

ten F._____ habe es geheissen, es sei der Amtsvorschlag 1:1 zu über-

nehmen, Alternativen dürften als Option ausgewiesen werden; F._____ 

habe es unterlassen, die Beschwerdeführerin auf die E-Mail vom 1. Juni 

2017 hinzuweisen. Die Beschwerdeführerin sei davon ausgegangen, dass 

nur Anbieter mit dem Portfolio gemäss Ausschreibung angefragt worden 

seien; auf dieser Basis würden Alternativprodukte jeweils wenig Beach-

tung finden und kaum je zum Zuschlag führen. Sie sei verwundert gewe-

sen, dass die Beigeladene den Zuschlag für eine Unternehmervariante 

erhalten habe. Ihre Beschwerde beziehe sich ganz konkret auf das Tele-

fongespräch mit dem Architekturbüro. Entgegen der Behauptung der Be-

schwerdegegnerin habe sie nicht im Sinne einer Variante Produkte des 

Amtsvorschlages durch komplett andere und preiswertere Produkte er-

setzt, sondern teilweise bloss Alternativen zum Amtsvorschlag offeriert. 

10. Die Beschwerdegegnerin duplizierte am 31. Juli 2017. Sie bestreitet die 

Darstellung der Beschwerdeführerin von ihrem Telefongespräch mit 

F._____. Der Vermerk, dass gleichwertige Produkte offeriert werden durf-

ten, sei in der Begleit-E-Mail zu den Ausschreibungsunterlagen ausdrück-

lich enthalten gewesen. Die Beschwerdeführerin hätte davon auch Kennt-

nis gehabt, da sie selber bei einzelnen Positionen alternative Produkte of-

feriert habe. 

11. Mit Schreiben vom 2. August 2017 verzichtete die Beigeladene auf eine 

Duplik.

12. Honorarnoten sind trotz entsprechender Aufforderung keine eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid vom 3. Juli 2017, worin 

die Beschwerdegegnerin den Auftrag betreffend Beschaffung und Liefe-

rung der Möblierung für ein Altersheim im Einladungsverfahren an die Zu-

schlagsempfängerin zum Angebotspreis von Fr. 183'705.85 erteilte, wo-

gegen die zweitrangierte Beschwerdeführerin (Offertpreis Fr. 235'376.05) 

am 6. Juli 2017 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhob mit den Be-

gehren um Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Rückweisung 

der strittigen Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Neuvergabe. 

Beschwerdethema bildet die Frage, ob der Zuschlagsentscheid rechtens 

erfolgte oder sonst an derart gravierenden Mängeln mit Auswirkungen auf 

die Auftragsvergabe leidet, dass eine Neubeurteilung geboten erschiene.

2. Auf den konkreten Fall finden unbestritten das kantonale Submissionsge-

setz (SubG; BR 803.300) einschliesslich zugehöriger Submissionsverord-

nung (SubV; BR 803.310) Anwendung. Nach Art. 25 Abs. 1 SubG kann 

gegen Verfügungen des Auftraggebers Beschwerde beim Verwaltungsge-

richt erhoben werden. Als durch Beschwerde selbständig anfechtbare 

Verfügungen gelten dabei u.a. auch der Zuschlag und der Ausschluss 

vom Verfahren (Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG). In Art. 50 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) wird die Legitimation zur 

Erhebung einer Beschwerde vor Verwaltungsgericht wie folgt umschrie-

ben: Zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch den angefochtenen Ent-

scheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung 

oder Änderung hat […]. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin als unter-

legene Zweitplatzierte ohne Zweifel zur Beschwerdeerhebung berechtigt, 

da sie durch die Nichtberücksichtigung ihres Angebots und den Nichtaus-

schluss der Zuschlagsempfängerin – trotz Mängeln – einen finanziellen 

Nachteil erleidet und somit auch ein schutzwürdiges Interesse an der ge-

richtlichen Überprüfung und allfälligen Aufhebung des angefochtenen Zu-

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schlagsentscheids hat. Die Beschwerdeschrift ist zudem form- und fristge-

recht (Art. 38 Abs. 1 VRG und Art. 26 Abs. 1 SubG) beim dafür zuständi-

gen Verwaltungsgericht eingereicht worden, weshalb auf die Beschwerde 

einzutreten ist.  

3. a) In materieller Hinsicht schreibt Art. 21 SubG vor, dass das 'wirtschaftlich 

günstigste Angebot' den Zuschlag erhält (Abs. 1). Es können dazu insbe-

sondere Kriterien wie Qualität, Preis, Erfahrung, Zweckmässigkeit, Termi-

ne, technischer Wert, Ästhetik, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, Kreativität, 

Kundendienst, Infrastruktur […] berücksichtigt werden (Abs. 2). Der Auf-

traggeber gibt in der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterla-

gen die zur Anwendung gelangenden Zuschlagskriterien mit ihrer Gewich-

tung oder der Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt (Abs. 3). 

b) Zum Ausschluss wird in Art. 22 lit. c SubG bestimmt, dass ein Angebot 

insbesondere dann von der Berücksichtigung ausgeschlossen wird, wenn 

der Anbieter ein Angebot einreicht, dass unvollständig ist oder den Anfor-

derungen der Ausschreibung nicht entspricht (PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ 

ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungs-

rechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N. 444 S. 200 und N. 466 S. 207/8). Nach 

gefestigter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts wird ein strenger 

Massstab an das Erfordernis der Übereinstimmung zwischen den Grund-

lagen der Ausschreibung und den tatsächlich dargebotenen Offerten ge-

legt. Erwähnte Bestimmung will namentlich sicherstellen, dass nur 

vollständige und den Ausschreibungsunterlagen genügende Angebote 

berücksichtigt werden (PVG 2005 Nr. 33, 1999 Nr. 61 und 1997 Nr. 60). 

Den Anbietern soll damit gewährleistet werden, dass keiner der Wettbe-

werbsteilnehmer bevorteilt wird bzw. alle mit gleich langen Spiessen 

kämpfen, während für die Vergabebehörde anderseits damit eine klare, 

übersichtliche und zu keinen Diskussionen Anlass gebende Ausgangsla-

ge geschaffen wird (PVG 1998 Nr. 55, 1997 Nr. 60, 1991 Nr. 9). Diese 

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streng gehandhabte Praxis gilt aber nicht mehr unbesehen. So kann sich 

aus dem Verbot des überspitzten Formalismus eine Pflicht der Behörde 

ergeben, den Privaten von Amtes wegen auf Verfahrensfehler hinzuwei-

sen, welche er begangen hat oder die er im Begriff ist zu begehen. Diese 

Pflicht setzt voraus, dass der Fehler leicht zu erkennen ist und rechtzeitig 

behoben werden kann (BGE 125 I 166 E.3a mit Hinweisen; Zwischenent-

scheid des Bundesverwaltungsgericht B-1774/2006 vom 13. März 2007 

E.3.2 mit Hinweisen). Grundsätzlich besteht ein gewisser Ermessens-

spielraum der Vergabestelle, ob sie ein unvollständiges Angebot von der 

Vergabe überhaupt ausschliessen oder aber die fehlenden Angaben und 

Unterlagen nachträglich noch einholen bzw. vorhandene Unklarheiten 

durch entsprechende Rückfragen beseitigen will. Die Vergabebehörde 

muss aber vermeiden, dass mit der nachträglichen Behebung des Man-

gels eine Ungleichbehandlung oder Bevorzugung einzelner Anbieter ent-

steht. Die Tendenz in Lehre und Rechtsprechung geht denn auch dahin, 

in Beachtung des Gleichbehandlungsgebots in solchen Fällen eine stren-

ge Haltung einzunehmen und auch in nur geringem Masse unvollständige 

oder veränderte Angebote konsequent von der Vergabe auszuschliessen. 

Von einem überspitzten Formalismus ist eher dann auszugehen, wenn 

der Mangel auf eine Unklarheit der Ausschreibungsunterlagen oder ein of-

fensichtliches Versehen des Anbieters zurückzuführen ist, als wenn er 

von diesem bewusst in Kauf genommen wurde (vgl. Urteil des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Zürich VB.2011.00581 vom 7. März 2012 

E.4.1 mit Hinweisen). Seitens der Vergabebehörden ist namentlich auch 

dort eine gewisse Zurückhaltung geboten, wo die fehlenden Angaben oh-

ne grossen Aufwand durch diese selbst ergänzt werden können oder die 

Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Angebots nicht im Entferntesten 

von diesen Angaben abhing (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] U 01 113 vom 13. November 2001 E.1 mit weiteren 

Hinweisen). Diese Zurückhaltung drängt sich auch nach Massgabe des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes auf (PVG 2000 Nr. 71, 1999 Nr. 59). 

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Gerade mit Blick auf die Ziele des neuen öffentlichen Beschaffungsrech-

tes, nämlich die Förderung des wirksamen Wettbewerbes unter den An-

bietern, die Gewährleistung der Gleichbehandlung aller Anbieter und die 

Sicherstellung der Transparenz der Vergabeverfahren sowie die wirt-

schaftliche Verwendung öffentlicher Mittel, wäre es unverhältnismässig, 

Angebote infolge untergeordneter Mängel im soeben umschriebenen Sin-

ne vom Wettbewerb auszuschliessen. Dadurch würde Anbietern mit an 

sich tauglichen Angeboten der Marktzugang verweigert, also die ein-

schneidendste Sanktion des Beschaffungsrechtes ergriffen, was nicht nur 

eine ungeeignete, nicht notwendige und über die erwähnten Ziele hinaus-

gehende Massnahme wäre, sondern diesen Zielen geradezu zuwiderliefe. 

Denn durch den Ausschluss an sich wirtschaftlich günstiger, aber mit klei-

neren Mängeln behafteter Angebote würde der Wettbewerb verzerrt und 

wäre die wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel nicht mehr ge-

währleistet. Dies würde darüber hinaus – wie erwähnt – gegen die Ver-

fassungsgrundsätze der Verhältnismässigkeit und des Verbotes des über-

spitzten Formalismus verstossen. Das gilt auch und gerade im Bereich 

von Formvorschriften. Die Formvorschriften des Submissionsrechtes sind 

nicht Selbstzweck (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O. N. 446 S. 201). Sie 

stehen vielmehr im Dienste der Verwirklichung des materiellen Vergabe-

rechtes und sollen insbesondere zur Umsetzung der Ziele und Grundsät-

ze des öffentlichen Beschaffungsrechtes beitragen. Die Frage, ob ein mit 

Mängeln behaftetes Angebot vom Wettbewerb auszuschliessen ist oder 

nicht, kann dabei nicht in generell-abstrakter Weise beantwortet werden, 

sondern ist anhand der konkreten Umstände des Einzelfalles nach Mass-

gabe der übergeordneten Grundsätze zu prüfen (PVG 2001 Nr. 41; VGU 

U 17 7 vom 22. März 2017 E. 3b, U 10 85 vom 14. September 2010 E.1b).

c) Vorliegend ist ausgewiesen, dass die submissionsrelevanten Vorgaben in 

den Ausschreibungsunterlagen, wozu die Begleit-E-Mail vom 1. Juni 2017 

ebenfalls zählt (beschwerdegegnerische Akten [Bf-act.] 4), vor der Auf-

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tragsvergabe auch der Beschwerdeführerin rechtzeitig zugestellt wurden 

und damit allen Wettbewerbsteilnehmern bekannt waren. In der besagten 

Begleit-E-Mail wurde unmissverständlich festgehalten: "Varianten zu den 

ausgeschriebenen Möbeln sind möglich" und folglich eben auch zulässig. 

Eine solche Regelung bedarf offenkundig von Beginn weg keiner Erläute-

rung oder Klarstellung. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

musste sie sodann auch nicht noch zusätzlich oder ausdrücklich auf diese 

Begleit-E-Mail aufmerksam gemacht werden, weshalb die entsprechende 

Verantwortung für die Kenntnisnahme und Umsetzung dieser 'Information' 

nun auch nicht auf die Beschwerdegegnerin abgeschoben werden kann. 

Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben sogar 

noch selbst Alternativen bei den Möbeln offeriert hat, wodurch ihre Dar-

stellung des Sachverhalts in mehreren Punkten unglaubwürdig erscheint. 

Sie muss sich insbesondere die Frage gefallen lassen, wieso sie selber 

Alternativen offeriert, wenn sie angeblich die Information in der Begleit-E-

Mail nicht gekannt haben will. Seltsam mutet auch an, wieso sie Alternati-

ven offeriert hat, wenn ihr angeblich der die Beschwerdegegnerin vertre-

tende Architekt F._____ am Telefon gesagt haben soll, es müsse der 

Amtsvorschlag 1:1 übernommen werden. Wenn es die Beschwerdeführe-

rin selber als wenig erfolgsversprechend ansah, gewisse Alternativpro-

dukte anzubieten, so ist dies ihr unternehmerischer Entscheid. Auch ihre 

Schlussfolgerung, es seien nur solche Firmen zur Offertstellung eingela-

den, die in einem Belieferungsverhältnis mit den Herstellern der zu offe-

rierenden Produkte stehen, beruht bloss auf einer Fehleinschätzung, die 

im vorliegenden Vergabeverfahren aber unbeachtlich ist. 

d) Stichhaltig ist einzig das Argument der Beschwerdeführerin, die Vergabe-

verfügung sei irreführend gewesen, weil dort der Zuschlag an die C._____ 

als 'Unternehmervariante' bezeichnet wurde. Die Beschwerdegegnerin 

räumt diese Bezeichnung selbst als versehentlich erfolgt ein, betont aber 

gleichzeitig, dass die irrtümlich falsche Bezeichnung nicht zur Ungültigkeit 

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der Vergabe führe. Diese Sichtweise trifft materiell sicher zu, doch ist da-

durch eben nicht von der Hand zu weisen, dass die erfolgte Falschbe-

zeichnung gewisse Fragen aufwarf und die Beschwerdeführerin zur 

Klärung derselben im Rahmen einer Submissionsbeschwerde berechtig-

te. Diese Tatsache wird sowohl bei der Kostenverteilung für das Be-

schwerdeverfahren als auch bei einer allfälligen Parteientschädigung zu 

Gunsten der Beigeladenen gebührend zu berücksichtigen sein. 

e) Ein weiterer Fehler ist der Beschwerdegegnerin bei der Auswertung der 

Angebote unterlaufen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen wurde näm-

lich bei der Auswertung eine andere Gewichtung der Zuschlagskriterien 

vorgenommen als dies zuvor in den Ausschreibungsunterlagen festgelegt 

wurde (anstatt Gewichtung Preis 55 %, Leistungsfähigkeit 35 %, Referen-

zen 10 % effektiv getätigte Gewichtung 50 %, 30 % und 20 %). Weil aber 

alle drei Offerenten in den Kriterien 'Leistungsfähigkeit' und 'Referenzen' 

die maximale Punktezahl (von 150.0 sowie 100.0 Punkten) erhielten, wirk-

te sich die neue Gewichtung konkret gar nicht aus, sondern es entschied 

einzig der Preisunterschied von Fr. 51'670.20 zu Gunsten der Zuschlags-

empfängerin (s. Tabelle: Beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] B 1 S. 4). 

Auch dieser Fehler führt deshalb nicht zur Ungültigkeit der angefochtenen 

Auftragsvergabe; doch sollte die Beschwerdegegnerin solche 'Ungereimt-

heiten' zukünftig unbedingt vermeiden, um weiterhin glaubwürdig im sorg-

fältigen Umgang mit öffentlichen Auftragsvergaben zu bleiben.

4. a) Der angefochtene Zuschlagsentscheid vom 3. Juli 2017 ist damit im Er-

gebnis rechtens und vertretbar, was zu seiner Bestätigung und folgerich-

tig zur Abweisung der Beschwerde führt. Die Falschbezeichnung 'Unter-

nehmervariante' hat jedoch massgeblich zum Beschwerdeverfahren bei-

getragen, was hier kosten- und entschädigungsmässig ins Gewicht fällt. 

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b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG (ausnahmsweise) je zur Hälfte der Beschwerdeführe-

rin (1/2) sowie der Beschwerdegegnerin (1/2) aufzuerlegen. Im Grundsatz 

gehen die Gerichtskosten bei der Abweisung der Beschwerde zwar stets 

zu Lasten der unterliegenden Partei. Vorliegend hat die Beschwerdegeg-

nerin mit dem falschen Hinweis in der Zuschlagsverfügung (s. Bf-act. B 1 

S. 1), wonach die Zuschlagsempfängerin mit ihrer 'Unternehmervariante' 

den Zuschlag erhält, wesentlich dazu beigetragen, dass die Beschwerde-

führerin dagegen Beschwerde erhoben hat. Weil die falsche Bezeichnung 

nach dem ersten Schriftenwechsel geklärt war und die Beschwerdeführe-

rin dennoch unverändert an der Beschwerde und ihren Anträgen festge-

halten hat, rechtfertigt sich eine hälftige Aufteilung der Verfahrenskosten. 

Die Staatsgebühr wird angesichts des eher bescheidenen Auftragswertes 

sowie der eher noch geringen Komplexität der sich stellenden Fragen auf 

total Fr. 2'000.-- festgesetzt, wovon die Beschwerdeführerin und die Be-

schwerdegegnerin jeweils die Hälfte zu tragen haben.  

c) Nach Art. 78 Abs. 1 VRG steht der beigeladenen Zuschlagsempfängerin 

für die durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten noch ei-

ne angemessen Entschädigung zu, zumal sie sich zur Verteidigung ihrer 

Rechte anwaltlich vertreten liess und damit Mehrkosten entstanden sind. 

Nachdem sich die Zuschlagsempfängerin nur am ersten Schriftenwechsel 

beteiligt hat (im Sachverhalt Ziff. 7), nicht aber am zweiten (Ziff. 11), hat 

nach dem vorstehend zur Staatsgebühr Ausgeführten konsequenterweise 

die Beschwerdegegnerin die Zuschlagsempfängerin zu entschädigen. 

Mangels Eingabe einer Honorarnote erachtet das Gericht ermessenswei-

se eine pauschale Entschädigung von Fr. 1'500.-- zu Gunsten der Zu-

schlagsempfängerin und zu Lasten der Beschwerdegegnerin für geboten 

und gerechtfertigt. Mehrwertsteuer ist keine geschuldet, da die Beigela-

dene laut UID-Stelle selber mehrwertsteuerpflichtig ist (vgl. Leitentscheid 

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in: PVG 2015 Nr. 19; VGU U 17 36 vom 4. August 2017 E.8b und U 17 29 

vom 10. August 2017 E.5b).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 2'295.--

gehen je hälftig zulasten der A._____ sowie der B._____ und sind innert 

30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die B._____ die C._____ mit pauschal Fr. 1'500.-- 

(exkl. MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]