# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e73108b9-303f-5f3e-b5cc-0ed5029b7319
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.03.2025 E-1610/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1610-2025_2025-03-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1610/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  M ä r z  2 0 2 5    

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti;   

Gerichtsschreiberin Irina Schulthess. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Smera Rehman, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 28. Februar 2025. 

 

 

 

E-1610/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 16. Januar 2025 zusammen mit seiner 

Ehefrau (Verfahren E-1609/2025) in der Schweiz um Asyl nach.  

B.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der europäi-

schen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am (…) Juli 

2024 in Griechenland um Asyl nachgesucht hatte und ihm am (…) Septem-

ber 2024 internationaler Schutz gewährt worden war. 

C.  

Am 22. Januar 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (EU-

Rückführungsrichtlinie) sowie auf das bilaterale Abkommen vom 28. Au-

gust 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung 

der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit ir-

regulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729). Diese stimmten dem Ersuchen 

am (…) Februar 2025 zu und teilten mit, der Beschwerdeführer (wie auch 

seine Ehefrau) sei am (…) September 2024 als Flüchtling anerkannt wor-

den und verfüge über eine vom (…) September 2024 bis zum (…) Septem-

ber 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung. 

D.  

Am 23. Januar 2025 fand die Personalienaufnahme statt (ZEMIS-Direkter-

fassung). 

E.  

Anlässlich des persönlichen Gesprächs und der Gewährung des rechtli-

chen Gehörs zum Nichteintretensentscheid und zur Rückführung in einen 

sicheren Drittstaat gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (SR 142.31) gab der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen an, gezwungen worden zu sein, Fin-

gerabdrücke abzugeben. Er habe in Griechenland keinen Asylantrag stel-

len wollen. Er sei etwa vom 26. Mai 2024 bis zum 14. Januar 2025 in Grie-

chenland gewesen. Drei Monate vor der Schutzgewährung, habe er sich in 

einem Camp aufgehalten. Nach dem Entscheid seien seine Ehefrau und 

er dazu aufgefordert worden, das Camp zu verlassen. Weder sei ihnen 

eine Unterkunft zur Verfügung gestellt noch seien sie finanziell unterstützt 

E-1610/2025 

Seite 3 

worden. Er sei auf sich alleine gestellt gewesen und habe selber Geld auf-

treiben müssen, um das Verfahren mit dem Pass abzuschliessen. Nach 

Verlassen des Camps sei er zusammen mit seiner Ehefrau nach Athen ge-

reist, wo sie auf der Strasse gelebt und gebettelt hätten. Er habe sich bei 

verschiedenen Behörden und Organisationen gemeldet, aber niemand sei 

bereit gewesen, ihn zu unterstützen. Ungefähr drei Monate nach Verlassen 

des Camps hätten sie durch einen Händler einen Job in einem (…)lager 

erhalten, wobei sie diesem die Hälfte des Geldes hätten auszahlen müs-

sen. Die Umstände seien schwierig gewesen, da es ein kalter Raum und 

schwierige Arbeit gewesen sei. Aufgrund von Problemen seiner Frau mit 

anderen Personen hätten sie die Arbeit verlassen müssen. Sie seien da-

nach an einem ländlichen Ort gewesen und hätten (…) gepflückt, was kör-

perlich sehr anspruchsvoll gewesen sei, mit Arbeitstagen bis zu zwölf Stun-

den und dem Schleppen von 70 bis 80 Säcken zu je 50 Kilogramm pro Tag. 

Zwar hätten sie beim Arbeitgeber schlafen können, die Bedingungen seien 

aber schlecht gewesen. Geld hätten sie nicht erhalten, lediglich ein wenig 

Essen. Wenn er nach Lohn gefragt habe, sei ihm mitgeteilt worden, dass 

Anzeige bei den Behörden erstattet werden könne, aber ohnehin keine 

Chance bestehe, das Geld zu erhalten. Der Arbeitgeber sei sehr gemein 

gewesen und habe ihm mit Enthauptung und «auf die Strasse werfen» ge-

droht, wenn er nochmals nach Lohn frage. In Griechenland habe er weder 

Rechte gehabt noch Schutz von den Behörden erhalten; niemand würde 

diesen Arbeitgeber zu Rechenschaft ziehen. Er habe nicht genügend Es-

sen erhalten, immer Hunger gehabt und für das Essen kämpfen müssen. 

Auch habe er keine Möglichkeit auf eine (schulische) Ausbildung gehabt. 

Im Camp habe er zudem nur Medikamente für leichte medizinische Prob-

leme erhalten. Aufgrund des fehlenden Geldes hätten seine Ehefrau und 

er sich für eine Abtreibung entschieden, nachdem sie erfahren hätten, dass 

sie schwanger sei. Das erste Mal hätten sie medizinische Hilfe erhalten, 

als seine Frau lebensgefährliche Blutungen gehabt habe, woraufhin sie in 

den Notfall gebracht worden sei. Davon abgesehen sei für den Erhalt von 

Medikamenten immer nach Papieren gefragt worden, welche er jedoch 

nicht gehabt habe. Zudem habe er nie Medikamente erhalten, sondern nur 

Rezepte. Die Medikamente habe er selber kaufen müssen. Darüber hinaus 

hätte er – für den Erhalt medizinischer Hilfe – einen Mietvertrag vorweisen 

müssen, wobei für eine Wohnung ein Mietdepot von EUR 3'000.– bis 

4'000.– verlangt worden sei. Diese Geldsumme habe er damals nicht ge-

habt. Beim (…) habe man seiner Frau und ihm nicht das ganze Geld aus-

bezahlt. Sie hätten je aber EUR 300.– bis 400.– erhalten und damit den 

Flug nach B._______ bezahlt, von wo aus sie mit dem Bus nach 

C._______ gereist seien. Er wolle auf keinen Fall nach Griechenland 

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Seite 4 

zurückkehren. Sein Arbeitgeber habe ihn mehrmals mit dem Tod bedroht 

und ihm gesagt, dass er (der Arbeitgeber) mit ihm alles machen könne, 

was er wolle. Sein Leben sei dort gefährdet gewesen und er habe keine 

Rechte. Ferner sei er sehr jung und würde gerne einen Beruf erlernen und 

wieder zur Schule gehen. 

Schliesslich gab er zum medizinischen Sachverhalt an, körperlich gesund 

zu sein. Wenn es kalt sei, habe er manchmal Beinschmerzen. Psychisch 

gehe es ihm nicht so gut. Er habe in der letzten Zeit viele schlimme Dinge 

erlebt, über die er – auch tagsüber – oft nachdenke, weshalb er gestresst 

sei. In der Nacht könne er nicht schlafen. Bevor er in die Schweiz gereist 

sei, sei es noch schlimmer gewesen; jetzt gehe es ihm etwas besser. Er 

habe allerdings immer noch Mühe mit der Schlaflosigkeit. Bei Medic-Help 

habe er sich bereits gemeldet und warte auf einen Termin.  

F.  

Das SEM erkundigte sich am 17. Februar 2025 per E-Mail bei Medic-Help 

des BAZ D._______ über den Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-

rers, woraufhin Medic-Help gleichentags (ebenfalls per E-Mail) mitteilte, 

der Beschwerdeführer sei während der gesamten Zeit – sowohl in 

E._______ als auch in D._______ – nur einmal am Schalter gewesen, wo 

er einmalig Tabletten gegen Stress bezogen habe. Zum Beschwerdeführer 

bestünden denn auch keine medizinischen Akten.  

G.  

Der Beschwerdeführer reichte am 19. Februar 2025 einen Antrag auf vor-

läufige Aufnahme ein, da er – aufgrund fehlender Unterstützung in Grie-

chenland – im Falle einer Rückkehr mit seiner Ehefrau auf der Strasse le-

ben und betteln müsste. 

H.  

Mit E-Mail vom 25. Februar 2025 erkundigte sich das SEM bei Medic-Help 

des BAZ D._______ per E-Mail nach neuen Unterlagen, woraufhin Medic-

Help gleichentags (ebenfalls per E-Mail) mitteilte, dass es nichts Neues 

gebe.  

I.  

Mit Eingabe vom 27. Februar 2025 nahm der Beschwerdeführer Stellung 

zum Entscheidentwurf des SEM vom 26. Februar 2025.  

J.  

Mit Verfügung vom 28. Februar 2025 (gleichentags eröffnet) trat das SEM 

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Seite 5 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an. Ferner wurden ihm die editionspflichtigen 

Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt.  

K.  

Mit Eingabe vom 7. März 2025 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Verfügung der  

Vorinstanz sei aufzuheben und seine vorläufige Aufnahme anzuordnen. 

Eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben und die Sache 

zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses sowie um Gewährung der aufschiebenden Wirkung und su-

perprovisorische Aussetzung des Wegweisungsvollzugs. Ferner sei das 

Verfahren mit jenem der Ehefrau zu koordinieren. 

L.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

10. März 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vor-

liegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 

Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

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Seite 6 

1.4 Auf die in der Beschwerde gestellten prozessualen Anträge, es sei der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen respektive sei die Voll-

zugsbehörde superprovisorisch anzuweisen, von einer Überstellung nach 

Griechenland abzusehen, wird nicht eingetreten, da der vorliegenden Be-

schwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. 

Art. 55 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Das vorliegende Verfahren wird mit demjenigen der Ehefrau (E-1609/2025) 

koordiniert geführt, deren Asylakten beigezogen wurden.  

3.  

Zwar wurde mit der Beschwerde in Ziffer 1 der Rechtsbegehren die (voll-

umfängliche) Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt. Aus 

dem gleichen Rechtsbegehren geht jedoch hervor, dass die vorläufige Auf-

nahme anzuordnen sei. Angesichts dessen und aufgrund der Beschwer-

debegründung geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass sich 

die Beschwerde somit ausschliesslich gegen den von der Vorinstanz an-

geordneten Vollzug der Wegweisung (Dispositivziffer 3 und 4) richtet. Die 

Dispositivziffern 1 und 2 sind mangels Anfechtung in Rechtskraft erwach-

sen und bilden nicht Gegenstand des Verfahrens.  

4.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

5.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

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Seite 7 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2 In der Beschwerdeeingabe wiederholt der Beschwerdeführer im We-

sentlichen die Vorbringen vor der Vorinstanz und hält fest, ihm könne nicht 

vorgeworfen werden, dass er die völkerrechtswidrige Behandlung nicht 

habe glaubhaft darstellen können. Er habe mehrfach ausführlich dargelegt, 

wie sie in Griechenland (nicht) behandelt worden seien. Die Vorinstanz 

habe sich nur sehr oberflächlich mit den Eingaben befasst und vielmehr 

nur den Inhalt rezitiert und pauschale Aussagen zu der Situation in Grie-

chenland gemacht, ohne weiter auf seine explizit erlebten Erzählungen ein-

zugehen. Zudem sei nicht gegen ihn auszulegen, dass er vier Monate nach 

der Schutzerteilung aus Griechenland ausgereist sei. In vier Monaten 

könnten bereits konkrete Erfahrungen zu den Zuständen gesammelt wer-

den. Darüber hinaus habe er sich vor Erteilung des Schutzstatus bereits 

längere Zeit in Griechenland aufgehalten, weshalb er sich ein akkurates 

Bild über die dort nicht bestehenden Unterstützungsleistungen habe ma-

chen können. Die Vorinstanz verkenne, wie schwierig es für ihn gewesen 

sei, ohne Geld und finanzielle oder anderweitige Unterstützung eine Unter-

kunftsmöglichkeit zu finden. Es sei ihm nach vier Monaten nicht mehr mög-

lich gewesen, die unmenschlichen Umstände zu ertragen (sowohl psy-

chisch, physisch als auch finanziell), weshalb er Griechenland verlassen 

habe. Seine Erfahrungen deckten sich mit zahlreichen Berichterstattungen 

in Griechenland, wobei ein Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zi-

tiert wird (Beschwerde S. 9–11), demzufolge die Regelvermutung der Zu-

lässigkeit und Zumutbarkeit nicht haltbar sei. Die im Bericht genannten 

Schwierigkeiten (insb. im Hinblick auf die Wohnsituation, die Beantragung 

von Sozialleistungen und staatlichen Beihilfen, den Zugang zum Arbeits-

markt, den Mangel an Ressourcen und Kapazitäten im Gesundheitssys-

tem) seien umso mehr akzentuiert, als der besonders vulnerable Be-

schwerdeführer ohnehin Schwierigkeiten habe, die ihm theoretisch zu-

stehenden – aber nicht gewährten – Rechte einzufordern. Aufgrund der 

Belastungen im Alltag erscheine die Möglichkeit, eine Arbeitsstelle zu fin-

den, im Übrigen gar illusorisch. Darüber hinaus fehlten psychologische und 

psychiatrische Angebote für Personen mit Schutzstatus gänzlich. Ferner 

wird auf einen Bericht der Organisation «Refugee Support Aegean» vom 

März 2023 sowie das Vertragsverletzungsverfahren (INF[2022]2156) 

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Seite 8 

gegen Griechenland – aufgrund nicht ordnungsgemässer Umsetzung der 

Richtlinie 2013/33/EU (Aufnahmerichtlinie) – verwiesen.  

In Griechenland sei ihm jegliche finanzielle Unterstützung verwehrt wor-

den. Seine elementarsten Grundbedürfnisse seien missachtet worden und 

es habe eine existenzielle Notlage gedroht, welche im Falle einer Rückkehr 

erneut drohe. Ihm werde es zudem nicht möglich sein, die Nutzung der 

kaum bestehenden Infrastrukturen zu verlangen und auf seine Rechte zu 

bestehen, geschweige denn, den Gang zu nationalen Gerichten oder gar 

dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wahrzuneh-

men. Der diesbezügliche Hinweis der Vorinstanz möge zwar richtig sein, 

sei aber – insbesondere hinsichtlich Kosten und langer Dauer – realitäts-

fremd. Die extrem hohen Hürden verunmöglichten einen derartigen Zu-

gang praktisch gänzlich. Ihm drohe bei einer Rückkehr die Gefahr einer 

unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung gemäss Art. 3 EMRK 

und Art. 4 EU-Grundrechtecharta (aufgrund drohender Obdachlosigkeit; 

ohne Zugang zu Sozialleistungen sowie ohne garantierte adäquate medi-

zinische und psychologische Behandlung).  

6.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

6.4 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erweist sich der Voll-

zug der Wegweisung nach Griechenland in Beachtung der vorstehend (vgl. 

E. 6.3) genannten völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zuläs-

sig. Bei Griechenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in wel-

chem der Beschwerdeführer Schutz vor Rückschiebung im Sinn von Art. 5 

Abs. 1 AsylG findet. Das Land ist sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK 

und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das Bundesverwaltungsge-

richt, dass die Lebensbedingungen in Griechenland für dort anerkannte 

Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen Lebens schwierig 

sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich gestaltet. Gemäss koor-

dinierter Praxis ist – wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat – aber nicht 

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Seite 9 

von einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine 

unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinn einer Verletzung 

von Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. das Referenzurteil des BVGer E-

3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022, E. 11.2). 

6.5 Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Hinweise dafür, dass der 

Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers den völkerrechtlichen 

Verpflichtungen der Schweiz entgegenstünde. Wie die Vorinstanz zutref-

fend festhielt, hat sich der Beschwerdeführer nach Anerkennung als Flücht-

ling lediglich vier Monate in Griechenland aufgehalten (vgl. SEM-Akte […]-

35/1; […]-25/9; […]-50/13 S. 8). Vor diesem Hintergrund sowie gestützt auf 

seine mehrfach pauschalen Angaben, er habe keine Unterstützung erhal-

ten (vgl. SEM-Akte […]-29/3; […]-39/2 sowie zuletzt Beschwerde S. 5, S. 9 

Rz. 20, S. 10 Rz. 24 S. 15), ist nicht davon auszugehen, dass er (zusam-

men mit seiner Ehefrau) alles Zumutbare unternommen hätte, um Zugang 

zu den ihm zustehenden Leistungen zu erhalten. Die Beschwerdevorbrin-

gen respektive insbesondere die in der Beschwerde zitierten Berichte der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe und der Organisation «Refugee Support 

Aegean» vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Ebenso we-

nig kann der Beschwerdeführer aus dem Hinweis auf ein von der Europäi-

schen Kommission im Januar 2023 gegen Griechenland eingeleitetes Ver-

tragsverletzungsverfahren etwas zu seinen Gunsten ableiten, zumal die-

ses nicht die vorliegend massgebliche Qualifikationsrichtlinie (Richtlinie 

2011/95 EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezem-

ber 2011) betrifft (vgl. Urteil des BVGer D-5075/2024 vom 24. September 

2024 E. 6.2.2).  

Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Prob-

lemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen (vgl. BVGE 2011/9 E. 7; Urteil des EGMR Paposhvili gegen Bel-

gien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

Eine solche Situation ist vorliegend offensichtlich nicht gegeben. Die vor-

gebrachten psychischen Probleme (Stress; Schlaflosigkeit) vermögen an 

der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz nichts zu ändern.  

Sollte der Beschwerdeführer darüber hinaus in Griechenland erneut Über-

griffe erleiden oder bedroht werden, kann er sich – wie von der Vorinstanz 

zutreffend festgehalten (vgl. SEM-Akte […]-50/13 S. 9) – an die als schutz-

willig und schutzfähig zu erachtenden, zuständigen Stellen wenden. 

6.6 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ist zulässig.  

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Seite 10 

6.7 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist eine Wegweisung in einen EU- oder EFTA-

Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legalvermutung gilt mit Bezug 

auf Griechenland grundsätzlich auch für vulnerable Personen wie bei-

spielsweise Menschen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die 

nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind; hingegen erachtet 

das Gericht den Vollzug der Wegweisung von äussert vulnerablen schutz-

berechtigten Personen grundsätzlich als unzumutbar, ausser es bestehen 

besonders begünstigende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise von 

der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen werden kann 

(vgl. zum Ganzen das oben zitierte Referenzurteil E-3427/2021,  

E-3431/2021 E. 11.5.1 und E. 11.5.3). Wird im konkreten Einzelfall festge-

stellt, dass die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs besteht, hat die betroffene Person die Möglichkeit, diese umzustos-

sen. Dazu hat sie jedoch ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, 

dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, 

wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage ge-

raten würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers handelt es sich bei ihm nicht 

– wie in der Beschwerde mehrfach angeführt – um eine (möglicherweise) 

äusserst vulnerable Person im Sinne der zuvor zitierten Rechtsprechung, 

wie dies die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat. Daran vermögen weder 

die psychischen Probleme noch die teilweise bestehenden Schmerzen im 

Bein etwas zu ändern, zumal sich in den Akten diesbezüglich auch keine 

Hinweise finden. Im Übrigen finden sich darin auch keine konkreten Hin-

weise auf eine ausgeprägte Hilflosigkeit. Der (…)-jährige Beschwerdefüh-

rer hat weder mit seinen Ausführungen im vorinstanzlichen Verfahren noch 

mit seinen Beschwerdevorbringen ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorge-

bracht, dass er im Fall einer Rückführung nach Griechenland in eine exis-

tenzielle Notlage geraten würde. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen 

Verfügung die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs demnach zu Recht 

bejaht. Der Beschwerdeführer war in der Lage (zusammen mit seiner Ehe-

frau) Arbeiten zu finden und zumindest teilweise seinen Lebensunterhalt 

zu bestreiten. Er konnte ein Zimmer mieten für den Zeitraum, als er in der 

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Seite 11 

(…)fabrik gearbeitet hatte. Darüber hinaus war er in der Lage, mit dem ver-

dienten Geld (je EUR 300–400.–), die Reise in die Schweiz zu bezahlen 

(vgl. SEM-Akte […]-29/3; […]-32/3). Insbesondere aber ist nicht davon aus-

zugehen, dass der Beschwerdeführer aktiv um Unterstützung bei den grie-

chischen Behörden ersucht hätte und ihm diese verweigert worden wäre 

beziehungsweise die ihm zustehenden minimalen Lebensbedingungen 

vorenthalten worden wären. Mit Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

stehen dem Beschwerdeführer in Griechenland grundsätzlich die Garan-

tien der Qualifikationsrichtlinie (insbesondere der Zugang zu Beschäfti-

gung, Bildung, Sozialleistungen, Wohnraum und medizinischer Versor-

gung) zu. Es ist ihm zuzumuten, sich bei Unterstützungsbedarf an die grie-

chischen Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf 

dem Rechtsweg einzufordern. Ebenso ist es ihm zuzumuten, allenfalls zu-

künftig benötigte medizinische und psychologische Behandlungen in Grie-

chenland in Anspruch zu nehmen. Im Übrigen ist auf die angefochtene Ver-

fügung zu verweisen (vgl. SEM-Akte […]-50/13 S. 7 ff.). 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

6.8 Die Rüge, die Vorinstanz habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, 

indem sie Abklärungen zum psychischen Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers unterlassen habe, erweist sich als unbegründet. Der Be-

schwerdeführer hat seine psychischen Probleme jeweils nur pauschal gel-

tend gemacht und die Vorinstanz hat diese – sowie eine allfällige Behand-

lungsmöglichkeit in Griechenland – in die Erwägungen aufgenommen und 

sowohl bei der Beurteilung der Zulässigkeit als auch der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs berücksichtigt (vgl. SEM-Akte […]-50/13 S. 9 f.). 

Darüber hinaus war die Vorinstanz auch nicht gehalten, zukünftige Arztter-

mine respektive Arztberichte abzuwarten. Sie durfte – zu Recht – in antizi-

pierter Beweiswürdigung davon ausgehen, dass solche nicht geeignet sein 

könnten, etwas an der getroffenen Einschätzung hinsichtlich der Zulässig-

keit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu ändern, zumal sich der 

Beschwerdeführer nötigenfalls in Griechenland behandeln lassen kann 

(vgl. E. 6.5 und 6.7 oben). Ferner hat sich die Vorinstanz auch mit dem 

vorgebrachten Verdacht auf eine mögliche besondere Vulnerabilität des 

Beschwerdeführers hinreichend auseinandergesetzt (vgl. SEM-Akte […]-

50/13 S. 10 f.; s. auch E. 6.5 und 6.7 oben). Sie hat den Sachverhalt voll-

ständig und korrekt festgestellt. Die Rüge, die Vorinstanz habe die Begrün-

dungspflicht verletzt, da sie sich nur sehr oberflächlich mit den Eingaben 

der Rechtsvertretung befasst habe, läuft ebenfalls ins Leere. Die 

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Seite 12 

Vorinstanz hat sich mit der der individuellen Situation des Beschwerdefüh-

rers in genügender Weise auseinandergesetzt, was sich auch dadurch 

zeigt, dass der Beschwerdeführer die Verfügung problemlos anfechten 

konnte. Aus den dargelegten Gründen besteht kein Anlass für eine Rück-

weisung an die Vorinstanz. Das Eventualbegehren ist abzuweisen. 

6.9 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Griechen-

land ist schliesslich möglich, zumal die griechischen Behörden am 8. Feb-

ruar 2025 der Rückübernahme explizit zugestimmt haben und er über eine 

gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt. 

6.10 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Mit Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

9.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 

Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da das Begehren – wie sich aus den vorste-

henden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen ist. Die Ver-

fahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1610/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Irina Schulthess 

 

 

Versand: