# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd631b13-2ed6-5457-b4a1-33019d5bbdd1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 D-211/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-211-2012_2012-01-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­211/2012/sps

U r t e i l   v om   1 9 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;  
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

Parteien A._______, geboren am (…),
Pakistan,  
vertreten durch Urs Jehle, Thurgauer Rechtsberatungsstelle 
für Asylsuchende, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 10. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  24.  Oktober  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ) B._______, ohne Ausweispapiere  vorzulegen, 
um Asyl nachsuchte,

dass er gleichentags mit  einem  Informationsblatt  zur Abgabe sämtlicher 
verfügbarer  Identitätsdokumente  innerhalb  von  48 Stunden  aufgefordert 
wurde (A 2 S.1),

dass  aufgrund  bestehender  Zweifel  an  dem  vom  Beschwerdeführer 
angegebenen  Alter  im  Auftrag  des  BFM  am  3.  November  2011  im 
Kantonsspital C._______ eine Handknochenuntersuchung vorgenommen 
wurde,

dass  der  entsprechende  Bericht  festhält,  dass  das  Handskelett  des 
Beschwerdeführers  gemäss  den  Tabellen  von  Greulich  und  Pile  ein 
Skelettalter von 19 Jahren oder mehr aufweise,

dass der Beschwerdeführer am 11. November 2011  im EVZ B._______ 
summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen  für das Verlassen des 
Heimatlandes befragt wurde,

dass  betreffend  Altersbestimmung  am  22.  November  2011  im  EVZ mit 
dem  Beschwerdeführer  das  Anamnesegespräch  (Frageschema  für 
Anamnese) durchgeführt wurde, 

dass er unter anderem ausführte, ausser einer gegenwärtigen Erkältung, 
welche medikamentös behandelt werde,  in  seinem Leben weder  jemals 
ernsthaft  krank  gewesen  zu  sein  noch  jemals  einen  schweren  Unfall 
gehabt zu haben,

dass er weder regelmässig Drogen einnehme, noch rauche oder Alkohol 
trinke,

dass  im  Rahmen  der  gleichentags  durchgeführten  Nachbefragung  dem 
Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  zu  seinem  geltend  gemachten 
Alter  gewährt  wurde  (u.a.  Fragen  zu  den  Familienverhältnissen,  zum 
Schulbesuch, zum Fehlen von Ausweispapieren),

dass  der  Beschwerdeführer  an  seinem  geltend  gemachten  Alter  von 
17 Jahren festhielt,

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dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  am  12.  Dezember  2011  zu  den 
Asylgründen anhörte,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  im  Wesentlichen  geltend 
machte,  er  sei  pakistanischer  Staatsangehöriger,  stamme  aus  der 
Provinz D._______und sei am (…) geboren,

dass die Taliban seit dem Jahr 2006 an seinem Heimatort aktiv seien,

dass  sein Onkel  E.  für  das Militär  gearbeitet  und  über  einen Spitzel  im 
Dorf Informationen über die Taliban eingeholt habe, 

dass  die  Taliban  davon  erfahren  hätten  und  E.  eine  Nachricht  hätten 
zukommen  lassen, wonach  sie  ihn  als Verräter  betrachten  und  deshalb 
umbringen würden,

dass E. und ein weiterer ebenfalls  für das Militär arbeitender Onkel  (S.) 
von den Taliban entführt worden seien,

dass die Armee S. habe befreien können, E. indes verschollen geblieben 
sei,

dass  der  Bruder  des  Beschwerdeführers  Journalist  gewesen  sei  und  in 
diversen Zeitungen Schlechtes über die Taliban geschrieben habe, 

dass sein Bruder am (…) von den Taliban mitgenommen und zwei Tage 
später seine Leiche aufgefunden worden sei,

dass die Taliban ihm (dem Beschwerdeführer) im Mai 2011 ein Schreiben 
hätten zukommen lassen, worin sie die Absicht kundgetan hätten, ihn und 
die Familie umzubringen,

dass  im  gleichen  Monat  Mai  2011  die  Taliban  S.  und  ihn  zu  Hause 
angegriffen  ,  "Gott  sei  gross"  gerufen  und  durch  die  Türe  geschossen 
hätten,

dass  die  Dorfbewohner  zu  Hilfe  gekommen  seien,  worauf  die  Taliban 
geflüchtet seien,

dass er  sich vor diesem Hintergrund am 21. Mai 2011 nach E._______ 
begeben und am 7. Juni 2011 Pakistan verlassen habe,

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dass  er  am  24.  Oktober  2011  über  diverse  Länder  (…)  illegal  in  die 
Schweiz gelangt sei,

dass  der  Beschwerdeführer  am  6.  Januar  2012  für  die  Dauer  des 
Verfahrens dem Kanton F._______ zugewiesen wurde,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  10.  Januar  2012  –  eröffnet  am  11. 
Januar 2012 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes 
vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch nicht  eintrat 
und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM mit Verweis auf die Rechtsprechung (Entscheidungen und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2001 
Nr. 22 und 23) zusammenfassend ausführte, dass der Beschwerdeführer 
die Beweislast und die Folgen der Beweislosigkeit hinsichtlich der geltend 
gemachten  Minderjährigkeit  trage  (d.h.  er  müsse  die  behauptete 
Minderjährigkeit  glaubhaft  machen),  was  ihm  vorliegendenfalls  nicht 
gelungen sei,

dass eine Gesamtbeurteilung aller Elemente, welche  für oder gegen die 
Angaben  des  Beschwerdeführers  sprächen,  ergeben  hätten,  dass  sich 
dessen  Aussagen  insgesamt,  wie  auch  hinsichtlich  der  Papierlosigkeit 
und der Asylvorbringen, als unglaubhaft erweisen würden,

dass  die  Knochenaltersanalyse  keine  Hinweise  auf  die  Minderjährigkeit 
ergeben  habe  (Alter  von  19  Jahren  oder  mehr)  und  Indizien  seiner 
Volljährigkeit durch seine vagen und widersprüchlichen Angaben in seiner 
Biografie  zudem  gestützt  würden  (Angaben  zum  Zeitpunkt  der 
Einschulung i.V.m. mit der Dauer und dem Abschluss des Schulbesuchs; 
Nichtabgabe  von  rechtsgenüglichen  Identitätspapieren;  Schülerkarte  sei 
kein  amtliches  Dokument  im  Sine  von  Art.  1  Bst.  b  und  c  der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, 
SR 142.311] substanzlose Entgegnungen im Rahmen der Nachbefragung 
zur behaupteten Minderjährigkeit), 

dass die in casu angewandte Praxis des BFM – bei analoger Sachlage – 
in einem Grundsatzurteil der ARK vom 29. Oktober 2004 (Anmerkung des 
Bundesverwaltungsgerichts: EMARK 2004 Nr. 30) ausdrücklich bestätigt 
worden sei,

dass das BFM zur Begründung des Nichteintretens auf das Asylgesuch 
weiter  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48  Stunden  nach 

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Gesuchseinreichung  ohne  entschuldbare  Gründe  keine  Reise­  oder 
Identitätspapiere abgegeben  (nebst dem bereits  [oben] Erwähnten auch 
substanzlose  Schilderungen  zum  Reiseweg  gemacht),  er  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht und zudem seien 
zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 
eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  in  seinem  Fall  aufgrund  der 
Aktenlage nicht erforderlich,

dass  es  im  Zusammenhang mit  der  Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft 
festhielt, dass es sich bei den  Vorbringen um ein Konstrukt handle (keine 
anschauliche und konsistente Schilderung zum Angriff der Taliban im Mai 
2011;  widersprüchliche  Angaben  zum  Erhalt  des  Drohschreibens; 
Zeitpunkt  beziehungsweise  Möglichkeit   des  Wegzugs  vom  Heimatort 
angesichts der geltend gemachten Gefährdungslage),

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  12.  Januar  2012  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  die  Aufhebung  der 
angefochtenen Verfügung, die Rückweisung der Sache zur Prüfung des 
Asylgesuchs  (Eintreten)  an  die  Vorinstanz,  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  den  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses beantragte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  13.  Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

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dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist (vgl. EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 

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einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Vorgehensweise der Vorinstanz, vor der einlässlichen Anhörung 
zu  den  Asylgründen  und  ohne  Beiordnung  einer  Vertrauensperson 
vorfrageweise  über  die  Frage  der  geltend  gemachten  Minderjährigkeit 
des Beschwerdeführers zu befinden, da Zweifel an dessen Altersangaben 
bestanden, im Einklang mit der Rechtsprechung steht (vgl. EMARK 2004 
Nr. 30),

dass  der  Beschwerdeführer  die  Beweislast  und  damit  die  Folgen  der 
Beweislosigkeit bei fraglicher Minderjährigkeit trägt, wobei hinsichtlich des 
Beweismasses von der allgemeinen Regel von Art. 7 AsylG auszugehen 
ist, was heisst, die behauptete Minderjährigkeit muss zumindest glaubhaft 
erscheinen (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5 S. 208 ff.),

dass  der  Beschwerdeführer  unbestrittenermassen  keine 
rechtsgenüglichen  Identitätspapiere  zu  den  Akten  gereicht  hat,  welche 
seine Altersangaben hätten bestätigen können,

dass  er  auch  keine  Anstrengungen  zur  nachträglichen  Beibringung 
solcher  Dokumente  unternommen  hat,  obschon  grundsätzlich  von  der 
Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  von  deren  Beschaffbarkeit  ausgegangen 
werden konnte (A 10 S. 5; A 14 S. 3) und dem Beschwerdeführer bis zum 
Entscheid des BFM genügend Zeit zur Verfügung gestanden hätte, 

dass  die  aufgrund  von  gehegten  Zweifeln  durchgeführte 
Knochenaltersanalyse  respektive  ihr Resultat  im vorliegenden Verfahren 
vom BFM nicht als ausschlaggebendes Beweismittel zur Begründung für 
die  Volljährigkeit  herangezogen  wurde,  was  nicht  zuletzt  aus  der 
Formulierung  (lässt  die  Volljährigkeit  als  wahrscheinlich  erscheinen)  zu 
erahnen ist,

dass insbesondere zusätzliche Begründungselemente (u.a. auch gestützt 
auf  die  protokollierten  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der 
vom  BFM  vorgenommenen  Vorabklärungen  wie  Anamnesegespräch, 
Nachbefragung)  ihren  Niederschlag  in  der  angefochtenen  Verfügung 

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fanden,  welche  bei  einer  Gesamtbeurteilung  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers als unglaubhaft erscheinen liessen,

dass  die  Vorinstanz  vor  diesem  Hintergrund  zu  Recht  von  der 
Unglaubhaftigkeit  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten 
Minderjährigkeit ausgegangen  ist, was ebenfalls Stütze  in EMARK 2004 
Nr.  30  E.  7.1  S.  214  f  findet,  einem  Grundsatzentscheid,  dem  ein 
analoger Sachverhalt zugrunde lag, 

dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  zum  einen  daher  auf  die 
insgesamt  nicht  zu  beanstandenden  Erwägungen  des  BFM  in  der 
angefochtenen Verfügungen verwiesen werden kann,

dass  der  Vollständigkeit  halber  und  zur  Veranschaulichung  in  diesem 
Zusammenhang  zum  anderen  ergänzend  auf  die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  hinzuweisen  ist,  wonach  er  sein  Geburtsdatum  von 
den  Eltern  erfahren  haben  will  und  für  die  Nichtabgabe  von 
Identitätspapieren  bloss  die  wenig  plausible  Erklärung  vorzubringen 
wusste, solche nie gehabt oder beantragt zu haben (A 10 S. 2 und 5; A 
14 S.4 und 5), 

dass  der  von  Geburt  bis  kurz  vor  der   Ausreise  zu  Hause  im 
Familienverband lebende Beschwerdeführer ferner zahlreiche Fragen zur 
Biografie  seinen  Eltern  mit  "weiss  ich  nicht"  beantwortete  und  als  er 
darauf aufmerksam gemacht wurde, wenig über seine Eltern zu wissen, 
lapidar erklärte, sie nie danach gefragt zu haben (A 14 S. 3),

dass es sich nicht anders verhält mit seinen substanzlosen Angaben zum 
ohne  Identitätsdokumente  angetretenen,  rund  viereinhalb  Monate 
dauernden und über mehrere Länder  führenden Reiseweg, was – ohne 
auf  Einzelheiten  einzugehen  –  klar  und  deutlich  aus  seinen 
Schilderungen hervorgeht (A 10 S. 5 und 6; A 14 S. 3), 

dass  sich  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  in  der 
Rechtsmitteleingabe  darin  erschöpfen,  nochmals  seine  Minderjährigkeit 
zu bekräftigen, ohne diese belegen zu können,

dass  er  nach  dem  Gesagten  mit  dem  Hinweis  auf  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­2023/2010  vom  11.  Juni  2010  nichts  zu 
seinen  Gunsten  abzuleiten  vermag  und  das  BFM  –  entgegen  der 
vertretenen  Ansicht  –  die Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers  nicht 
zu widerlegen hat,

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dass  sich  angesichts  dieser  Sachlage  weitere  Erörterungen  erübrigen 
und der in diesem Zusammenhang gestellte Antrag auf Rückweisung der 
Sache  zur  Prüfung  des  Asylgesuchs  (Eintreten)  an  die  Vorinstanz 
abzuweisen ist,

dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  Ausführungen  zur  Papierlosigkeit  und 
Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG 
unterbleiben,  mithin  die  Erwägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen 
Verfügung als unbestritten zu gelten haben, 

dass  das  BFM  demnach  zu  Recht  in  Anwendung  dieser  gesetzlichen 
Bestimmung  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unter  dem  Gesichtspunkt  der 
Volljährigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass sich aus den Akten zudem keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, 
aufgrund derer allenfalls geschlossen werden könnte, der ledige und über 
eine  achtjährige  Schulbildung  verfügende  Beschwerdeführer  gerate  im 
Falle  der  Rückkehr  nach  Pakistan  aus  individuellen  Gründen 
wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine 
existenzbedrohende Situation,

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dass  in  Anbetracht  des  dort  bestehenden  familiären  Beziehungsnetzes 
die Reintegration bei einer Rückkehr  ins Heimatland zudem  leicht  fallen 
dürfte,

dass der Vollzug der Wegweisung in Berücksichtigung dieser Aspekte als 
zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  aus  den  soeben  dargelegten  Gründen  den  Beschwerdebegehren 
keine  ernsthaften  Erfolgsaussichten  beschieden  waren,  weshalb  das 
gleichzeitig  eingereichte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  unabhängig  von  der  Frage  der  prozessualen Bedürftigkeit 
des Beschwerdeführers abzuweisen ist,

dass mit dem Entscheid in der Sache selbst das Gesuch um Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden ist,

dass die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements 
vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) demBeschwerdeführer 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Contessina Theis Alfred Weber

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