# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43005f46-a664-5537-b557-6c701c87de48
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.07.2018 C-1424/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1424-2016_2018-07-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1424/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Franziska Schneider,  

Richterin Michela Bürki Moreni, 

Gerichtsschreiber Daniel Golta. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Spanien), 

vertreten durch Abelardo Vazquez Conde, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 IV, Invalidenrente;  

Verfügung der IVSTA vom 16. Februar 2016. 

 

 

 

C-1424/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______, geboren am (…) 1961, spanische Staatsangehörige (nachfol-

gend Versicherte oder Beschwerdeführerin), arbeitete von Oktober 1983 

bis März 1993 im Restaurant B._______ in (…) und entrichtete in dieser 

Zeit Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-

versicherung (IV 3, 7 f.). Danach kehrte sie nach Spanien zurück und führte 

in (…) selbständig eine Café-Bar zu 16 Stunden pro Tag (IV 10 S. 6). Am 

3. Februar 2012 musste sie wegen eines Karzinoms an der rechten Brust 

operiert werden (Mastektomie, Lymphadenektomie und nachfolgende 

Chemo- und Strahlentherapie). Nach der Rekonvaleszenz (ab Mai 2012) 

führte sie ihre Café-Bar bis Dezember 2014 zu 8 Stunden pro Tag weiter 

(IV 1 S. 3 f., IV 10) und gab danach ihre Tätigkeit aus gesundheitlichen 

Gründen ganz auf. Ein erstes Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente 

wies der spanische Versicherungsträger (INSS) am 1. Juli 2013 ab, sprach 

ihr aber per April 2015 wegen eines Lymphödems 1. Grades am rechten 

Unterarm und der rechten Hand als Folge der Lymphadenektomie eine 

Rente zu (IV 1, 33 f.). 

B.  

Am 3. Juli 2015 stellte die Versicherte via den spanischen Versicherungs-

träger INSS bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) ein Ge-

such um Ausrichtung einer Invalidenrente (IV 1). Nach Abklärungen in me-

dizinischer und erwerblicher Hinsicht und gestützt auf die Stellungnahme 

von Dr. C._______ des medizinischen Dienstes der IVSTA vom 22. No-

vember 2015 sowie den Einkommensvergleich vom 9. Dezember 2015 (IV 

34 f.) teilte die Vorinstanz der Versicherten mit Vorbescheid vom 14. De-

zember 2015 mit, sie beabsichtige, das Gesuch abzuweisen. Die Versi-

cherte sei seit dem 3. Februar 2012 in einer ihrem Leiden angepassten 

Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Damit verbunden sei eine Erwerbs-

einbusse von 10%, die keinen Anspruch auf eine Invalidenrente ergebe. 

Mit Verfügung vom 16. Februar 2016 bestätigte die Vorinstanz die Abwei-

sung des Leistungsbegehrens (IV 36 f.). 

C.  

C.a Am 29. Februar 2016 erhob A._______, vertreten durch Rechtsanwalt 

Abelardo Vazquez Conde, Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Feb-

ruar 2016. Darin rügte sie, die Vorinstanz habe neben der Krebserkrankung 

weitere Erkrankungen nicht berücksichtigt. Sie ersuche um Akteneinsicht 

C-1424/2016 

Seite 3 

und die nachfolgende Möglichkeit, ihre Beschwerde ergänzen zu können 

(Beschwerdeakten [B-act.] 1). 

C.b Mit Eingabe vom 31. März 2016 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre 

Beschwerde und rügte den Verzicht auf eine ärztliche Begutachtung, die 

Unvollständigkeit und Unzulänglichkeit des Arztberichts E 213 vom 23. Juli 

2015, das Übersehen weiterer Erkrankungen und ihrer faktischen Einar-

migkeit. Gemäss beiliegendem Arztbericht von Dr. D._______ liege eine 

schwerwiegende psychische Erkrankung vor (B-act. 8). 

C.c In ihrer Vernehmlassung vom 1. September 2016 beantragte die  

Vorinstanz – gestützt auf die Stellungnahmen der Ärzte ihres medizini-

schen Dienstes (Dr. C._______ vom 8. Juni 2016, Dr. E._______ vom 

11. August 2016) – die Abweisung der Beschwerde (B-act. 16). 

C.d Am 30. September 2016 leistete die Beschwerdeführerin einen Teil des 

vom Gericht erhobenen Kostenvorschusses. Am 21. Oktober 2016 zahlte 

sie rechtzeitig den Restbetrag in die Gerichtskasse ein (B-act. 18, 21). 

C.e Am 15. November 2016 schloss der Instruktionsrichter, nachdem die 

Beschwerdeführerin zur Vernehmlassung nicht Stellung nahm, den Schrif-

tenwechsel ab (B-act. 23). 

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird 

– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 

Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-

rung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt 

das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland 

gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 

liegt nicht vor. 

C-1424/2016 

Seite 4 

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Ok-

tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men; sie ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). Sie ist daher zur 

Beschwerde legitimiert. 

Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und der 

Kostenvorschuss am 30. September und 21. Oktober 2016 fristgerecht ge-

leistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten (Art. 60 ATSG, Art. 52 und 

63 Abs. 4 VwVG). 

2.  

2.1 Die Beschwerdeführerin ist spanische Staatsangehöriger mit Wohnsitz 

in Spanien, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen 

vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei-

nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten 

andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten 

ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeite-

ten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II 

("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbin-

dung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien unter-

einander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 

14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Ar-

beitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die in-

nerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; nach-

folgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder 

gleichwertige Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Ver-

ordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher-

heit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchfüh-

rung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Sys-

teme der sozialen Sicherheit abgelöst worden.  

C-1424/2016 

Seite 5 

2.2 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004, haben Personen, für 

die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der 

Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses 

Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglied-

staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 

Abs. 2 Anhang II des FZA).  

2.3 Laut Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist eine vom Trä-

ger eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über den Grad der Inva-

lidität eines Antragstellers für den Träger jedes anderen in Betracht kom-

menden Mitgliedstaats verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften die-

ser Mitgliedstaaten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität in 

Anhang VII dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind. Letz-

teres ist mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Spanien und der Schweiz 

nicht der Fall. Eine entsprechende Regelung sah bereits Art. 40 Abs. 4 und 

Anhang V der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 vor.  

2.4 Der Träger eines Mitgliedstaats hat jedoch gemäss Art. 49 Abs. 2 der 

Verordnung (EG) Nr. 987/2009 bzw. nach Art. 40 der Verordnung (EWG) 

Nr. 574/72 die von den Trägern der anderen Mitgliedstaaten erhaltenen 

ärztlichen Unterlagen und Berichte sowie die verwaltungsmässigen Aus-

künfte ebenso zu berücksichtigen, als wären sie in seinem eigenen Mit-

gliedstaat erstellt worden. Jeder Träger behält indessen die Möglichkeit, 

die antragstellende Person durch einen Arzt oder eine Ärztin seiner Wahl 

untersuchen zu lassen. Es besteht hingegen keine Pflicht zur Durchfüh-

rung einer solchen Untersuchung (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1-2.4). 

3.  

3.1 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-

sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zeit-

punkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 16. Feb-

ruar 2016) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329, 

BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für 

die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem 

Zeitpunkt nach den in Kraft stehenden Normen zu prüfen (pro rata tempo-

ris; vgl. BGE 130 V 445). Nach Verfügungserlass verfasste ärztliche Be-

richte können berücksichtigt werden, wenn sie (rückwirkend) Bezug auf 

den – bereits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vor-

liegenden – gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin nehmen, 

C-1424/2016 

Seite 6 

somit mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen 

und allenfalls geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungs-

erlasses zu beeinflussen (vgl. BGE 116 V 80 E. 6b). 

3.2 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist in Anbe-

tracht dessen, dass die Beschwerdeführerin ihr Gesuch am 3. Juli 2015 

eingereicht hat und ein Rentenanspruch frühestens ab Januar 2016 (Art. 

29 Abs. 1 IVG) in Frage steht, auf die seit dem 1. Januar 2012 gültigen 

Fassungen gemäss dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV-Revision ab-

zustellen (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in 

der Fassung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]). 

3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 

wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-

telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

Laut Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von we-

niger als 50% entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren 

Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha-

ben, was laut Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraussetzung 

darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip 

gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der 

EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40% eine Rente ausge-

richtet wird, wenn sie – wie die Beschwerdeführerin – in einem Mitglied-

staat der EU Wohnsitz haben. 

3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei-

ne Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-

benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-

men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die 

zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich zu mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. b und c).  

4.  

4.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

C-1424/2016 

Seite 7 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-

messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

4.2 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Ver-

waltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über-

zeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich 

zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest-

stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer 

Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das 

Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz 

450; vgl. auch BGE 122 V 162 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b). 

Diese Praxis wurde vom Bundesgericht immer wieder bestätigt (vgl. z.B. 

das Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2010 vom 15. Juni 2010 E. 4.2.2). 

4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-

stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet 

werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizi-

nische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äus-

sern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen 

Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Im Vordergrund stehen dabei 

vor allem jene Funktionen, welche für die nach der Lebenserfahrung im 

Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person we-

sentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, im Freien oder in 

geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Lasten heben und tra-

gen kann). Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund 

der medizinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähig-

keiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber nicht 

von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der 

Berufsberatung zu beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichts I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 

4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 20 E. 2b).  

C-1424/2016 

Seite 8 

4.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Ex-

perten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und E. 3b/cc mit Hinwei-

sen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten 

(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 

1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).  

In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfah-

rungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-

ten ihrer Patienten aussagen. Den Berichten und Gutachten versiche-

rungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

konkreten Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache al-

lein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versiche-

rungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Be-

fangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche 

das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begrün-

det erscheinen lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 

123 V 178 E. 3.4 sowie UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 

2009, Art. 43 Rz. 35). 

5.  

5.1 Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsge-

richt zu prüfen, ob die IVSTA zu Recht einen Anspruch der Beschwerde-

führerin auf Ausrichtung einer Invalidenrente verneint hat, weil ihr seit 3. 

Februar 2012 (recte: nach der Rekonvaleszenz ab Mai 2012) eine leidens-

angepasste leichte Verweistätigkeit, mit Tragen von Lasten bis max. 5 kg, 

ohne schwere Arbeiten für den rechten Arm, zumutbar sei. 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die medizinische Aktenlage sei 

von der Vorinstanz unvollständig erhoben worden. Diese habe übersehen, 

dass sie als Folge der Operation im Februar 2012 faktisch einarmig sei, 

zudem seien verschiedene weitere Erkrankungen wie eine irreversible Er-

C-1424/2016 

Seite 9 

krankung der Halswirbelsäule, eine bereits somatisierte ängstlich-depres-

sive Erkrankung, eine bisher nicht geklärte Polypose des Dickdarmes, eine 

Brachialneuritis sowie ein Karpaltunnelsyndrom nicht berücksichtigt wor-

den. Gemäss Dr. D._______ liege zudem eine schwerwiegende Erkran-

kung in psychiatrischer Hinsicht vor. 

5.3  

5.3.1 Den vorliegend aktenkundigen Berichten ist zu entnehmen, dass am 

18. Januar 2011 eine Polypektomie (Entfernung von Polypen und Diverti-

keln im Dickdarm) durchgeführt wurde. Eine Biopsie am 21. Januar 2011 

ergab die Diagnose Divertikulitis (IV 18, 29). In seinem Bericht vom 17. 

Februar 2014 wies Dr. F._______ darauf hin, dass im Jahre 2011 gutartige 

Divertikel und Polypen festgestellt worden seien. Aktuell liege eine akute 

Divertikulitis vor, jedoch keine akute, dringende Pathologie (IV 13). Die von 

der Beschwerdeführerin geäusserte Rüge, diese Erkrankung sei nicht ge-

nügend abgeklärt werden, erweist sich – in Übereinstimmung mit der dies-

bezüglichen Würdigung von Dr. C._______ mit Stellungnahme vom 8. Juni 

2016 (B-act. 16 Beilage 3) – als unbegründet. Aufgrund der medizinischen 

Akten liegt weder eine Langzeiterkrankung noch eine schwerwiegende Pa-

thologie vor. Die zeitweise festgestellte, akute Divertikulitis vermag daher 

keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen.  

5.3.2 Den aktenkundigen Berichten ist auch kein invalidisierendes Herzlei-

den zu entnehmen. Die Beschwerdeführerin wurde am 4. Oktober 2011 

erstmals wegen Palpitation des Herzens und Brustschmerzen untersucht. 

Damals hielt Dr. G._______ des Spitals H._______ fest, es liege keine 

strukturelle Kardiopathie vor (IV 16). In einem Langzeit-Elektrokardio-

gramm (Holter) vom 30. Januar 2012 wurde eine geringe Extrasystole 

(Herzstolpern), eine Tendenz zur Sinustachykardie (erhöhter Herzschlag) 

sowie keine Veränderung im Bereich ST (Zeitspanne im kardialen Zyklus 

zwischen Entpolarisierung und Repolarisierung) festgehalten (IV 15). Am 

17. Februar 2014 stellte Dr. F._______ in ihrer Untersuchung rhythmische 

Herztöne ohne Geräusche fest (IV 13). Dr. C._______ des medizinischen 

Dienstes hielt in seiner Würdigung vom 22. November 2015 fest, dass kar-

diologische Untersuchungen wegen Herzklopfens eine isolierte Extrasys-

tole [Herzstolpern/Aussetzer] und die Tendenz zu einer Sinustachykardie 

[erhöhte Herzfrequenz] gezeigt hätten; eine Echokardiographie sei ohne 

Ergebnisse geblieben. Die genannten Befunde erachtete er sinngemäss 

und zutreffend nicht als die Arbeitsfähigkeit einschränkend (IV 34). 

C-1424/2016 

Seite 10 

5.3.3 Die Grosszahl der medizinischen Berichte betrifft die Krebserkran-

kung, ihre Behandlung und Folgen: Voruntersuchungen ab dem 22. De-

zember 2011 (IV 26-28), nachfolgende Operation am 3. Februar 2012 (IV 

11 f., 14, 25 S. 4, 32) und Nachbehandlung im Frühling 2012 (IV 16 Eintrag 

Nr. 2, IV 21, 31). Diesbezüglich halten die Akten eine Erkrankung an einem 

Mamma-Karzinom der rechten Brust mit Metastase im Wächterganglion 

fest, die am 3. Februar 2012 mit einer Mastektomie (Brustentfernung) und 

Lymphadenektomie (Entfernung der Lymphknoten) operativ und in der 

Nachfolge mit Chemo- und Strahlentherapie behandelt wurde. Dr. 

I._______ hielt in ihrem Arztbericht vom 5. November 2014 fest, es lägen 

keine pathologischen Befunde in der Brust vor, es bestehe eine gute 

Amplitude der Bewegungen. Eine Brustrekonstruktion sei in Betracht zu 

ziehen (IV 17). In seinem Arztbericht vom 19. März 2015 diagnostizierte Dr. 

J._______, Spital H._______, am 4. Dezember 2014 als Folgeerscheinung 

der Operation jedoch ein Lymphödem (Schwellung der Lymphgefässe) 1. 

Grades und im 1. Stadium auf Höhe des Unterarms und der rechten Hand. 

Er nannte zudem einen gemischten Schmerz in Achselhöhle und Brustkorb 

rechts mit wahrscheinlichem Zusammenhang zur Strahlentherapie (IV 22). 

In seiner Nachbeurteilung vom 5. Februar 2015 führte er aus, die Patientin 

habe zwei Sitzungen mit Physiotherapie für Lymphödeme besucht; sie 

kenne die Übungen und führe diese zuhause mit guter Toleranz durch. Sie 

beklage immer noch neuropathische Schmerzen am rechten Arm. Es be-

stehe eine mögliche Intoleranz gegenüber Kapsicin. Sie halte die Ärmel-

manschette gut adaptiert, was die neuropathischen Schmerzen verringere 

(IV 22). In ihrem Arztbericht E 213 vom 23. Juli 2015 nannte Dr. K._______ 

des INSS als Befunde eine Narbe konsolidiert, eine vollständige Balance 

des rechten Arms sowie einen Druckschmerz in der rechten Achselhöhle. 

In onkologischer Hinsicht seien keine Zeichen eines Rezidivs vorhanden. 

Es seien chirurgische Narben ersichtlich und ein Lymphödem am rechten 

Arm. Die Patientin sei in onkologischer Behandlung. Sie empfehle eine 

Presotherapie (lymphatische Drainage; IV 5). Dr. C._______ des medizini-

schen Dienstes der IVSTA hielt in seiner Stellungnahme vom 21. Novem-

ber 2015 dazu fest, dass die Entwicklung nach Brustoperation positiv ver-

laufe, mit Ausnahme eines Lymphödems, das den Gebrauch des rechten 

Arms einschränke. Das Lymphödem habe sehr wahrscheinlich bereits 

rasch nach der Operation vorgelegen, auch wenn es erst später erwähnt 

werde. Die Versicherte habe gemäss ihren Angaben vor der Erkrankung 

als Besitzerin einer Café-Bar zu 16 Std./Tag und danach zu 8 Std./Tag ge-

arbeitet. Eine komplette Arbeitsunfähigkeit werde ab 9. Dezember 2014 at-

testiert, mit definitiver Arbeitsaufgabe am 31. März 2015. Er anerkenne 

eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% wegen des Lymphödems 

C-1424/2016 

Seite 11 

und dies seit der Operation. In einer angepassten Verweistätigkeit bleibe 

die Arbeitsfähigkeit ganz bestehen (IV 34). Dieser überzeugenden Beurtei-

lung ist zu folgen; die Beschwerdeführerin hat die Einschätzung in onkolo-

gischer Hinsicht nicht bestritten. 

5.3.4 In neurologischer Hinsicht hielt Dr. L._______, Spital H._______, in 

ihrem Bericht vom 8. Juli 2013 (19) fest, in motorischer Hinsicht seien keine 

Pathologien feststellbar. Die neurophysiologische Untersuchung am rech-

ten Arm erweise sich als innerhalb der Normen liegend. Es bestünden 

keine Hinweise auf eine fokale (als Herd vorliegende) Neuropathie oder 

cervikale Radikulopathie. In ihrem Arztbericht vom 17. Februar 2014 führte 

Dr. F._______, Spital H._______, ihrerseits aus, in der neurologischen Un-

tersuchung hätten sich weder Hirnhautzeichen noch Nackensteifigkeit ge-

zeigt; ein intrakranialer Druck sei nicht feststellbar. Es seien keine grösse-

ren neurologischen Herde ersichtlich (IV 13).  

Für den Zervikalbereich hielt Dr. M._______ des Spitals H._______ in sei-

nem Radiologiebericht vom 27. September 2013 fest, dass keine Verände-

rungen im Zervikalbereich bestünden. Es gebe kleine Osteophyten (Kno-

chensporne), die in den Subarachnoidalraum C5/C6 und C6/C7 vordräng-

ten, jedoch ohne radikuläre Kompression. Er nannte zudem ein kleines 

Ödem bei der Wurzel des brachialen Plexus rechts, das sich in einer un-

spezifischen Neuritis äussere (IV 23). Der auf Beschwerdestufe einge-

reichte Arztbericht von Dr. N._______, Traumotologie, vom 28. März 2016 

(B-act. 8 Beilage 3) hielt als Grund für die Konsultation unter anderem zer-

vikale Beschwerden ausstrahlend in den rechten Arm wegen Lymphödems 

sowie Kraft- und Sensibilitätsverlust fest. Als Diagnosen nannte er eine 

Cervicoarthrose, eine brachiale Neuritis rechts sowie ein Karpaltunnelsyn-

drom rechts. Er führte aus, dass eine chronische, progressive und irrever-

sible Pathologie vorliege; die Patientin sei arbeitsunfähig. Dr. C._______ 

würdigte die Vorakten aus Sicht des Gerichts zutreffend wie folgt: Das MRI 

(Magnetresonanztomographie) vom 26. September 2013 zeige zervikal 

nur kleine Osteophyten (Knochensporne) ohne radikuläre Kompression. 

Die Bildgebung betreffend den brachialen Plexus (Geflecht aus den vent-

ralen Ästen der Spinalnerven der letzten vier Halssegmente und des ersten 

Brustsegments) zeige eine leichte Asymmetrie mit einem Ödem, das eine 

leichte, unspezifische Neuritis wiedergebe. Es liege damit keine neurologi-

sche Symptomatologie vor, die über die Schmerzen wegen Lymphödems 

hinausgingen. Die Elektromyographie (EMG) vom 8. Juli 2013 sei als nor-

mal beschrieben worden. Dr. N._______ ziehe in seinem Bericht von 2016 

C-1424/2016 

Seite 12 

keine neue(re)n Bildgebungen zu Rate, die zervikalen Beschwerden blie-

ben objektiv gesehen diskret; unlogisch sei zudem seine Aussage, die 

Darmpathologie, der Bluthochdruck und die Somatisierung beschränkten 

die therapeutischen Möglichkeiten, was nicht logisch sei. Dieser Beurtei-

lung ist vollumfänglich zu folgen, zumal die oben genannten Befunde der 

behandelnden Ärzte und die Bildgebung keine schweren Erkrankungen 

aufzeigen und Dr. N.______ zudem nicht nachvollziehbar begründet, wes-

halb aus den genannten Befunden und Diagnosen eine vollständige Ar-

beitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit resultiere. Gefolgt werden kann damit 

auch nicht den Ausführungen in der Beschwerde, wonach eine „irreversible 

(rentenrelevante) Erkrankung der Halswirbelsäule“ vorliege (B-act. 1).  

5.3.5 Die übrigen der genannten Befunde vermögen ebenfalls keine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten leichten Verweistä-

tigkeit ohne Heben von Lasten über 5kg und ohne Einsatz des rechten Ar-

mes bei schweren Tätigkeiten zu begründen: Der festgestellte Bluthoch-

druck ist medikamentös behandelbar; dies gilt auch für die aktenkundige 

Dislipidämie (Fettstoffwechselstörung). Trotz der vorliegend schwierigen 

Einstellung des Bluthochdrucks sind den Akten zudem keine einschränken-

den Folgeerkrankungen zu entnehmen. Die in der ophthalmologischen Un-

tersuchung vom 20. September 2011 genannte vaskuläre Sklerose findet 

weder in späteren Arztberichten Erwähnung noch weisen die späteren neu-

rologischen Untersuchungen auf Folgeprobleme hin (s. oben E. 5.3.4). 

Auch im Arztbericht E 213 vom 23. Juli 2015 hält die Ärztin des INSS funk-

tionelle Einschränkungen nur wegen des Lymphödems als gegeben (IV 5). 

In seiner Computertomographie vom 26. September 2013 hielt Dr. 

O._______ des Spitals H._______ eine Fettleber fest, jedoch ohne Hin-

weis auf herdartige Schädigungen der Leber oder der Arteria splenica. Wei-

ter nannte er eine gutartige Vergrösserung der Gebärmutter (myomatöser 

Uterus); weitere Pathologien lägen nicht vor (IV 24). Auch ein Karpaltun-

nelsyndrom der rechten Hand steht der Ausübung einer angepassten leich-

ten Verweistätigkeit, unter Vermeidung schwerer Arbeiten mit der rechten 

Hand, nicht entgegen, zumal die Ärzte – entgegen den Aussagen in der 

Beschwerdeergänzung – keine faktische Einarmigkeit festgehalten haben, 

sondern den Berichten zu entnehmen ist, dass die rechte Hand trotz Ödem 

weiterhin eingesetzt werden kann: „Motorisch keine Pathologien. Die neu-

rophysiologische Untersuchung am rechten Arm erweist sich als innerhalb 

der Normen liegend“ (neurophysiologischer Bericht von Dr. L._______, 

Spital H._______, vom 8. Juli 2013; IV 19); „volle Beweglichkeit des rech-

ten Armes mit Schmerzen“ (Arztbericht von Dr. J._______, Rehabilitation, 

C-1424/2016 

Seite 13 

Spital H._______, vom 19. März 2015; IV 22); „Narbe konsolidiert, vollstän-

dige Balance des rechten Arms, Druckschmerz rechte Achselhöhle (Arzt-

bericht E 213 von Dr. K._______, INSS, vom 23. Juli 2015; IV 5).  

5.4  

5.4.1 In psychiatrischer Hinsicht sind vom medizinischen Dienst der  

Vorinstanz berechtigte Zweifel an der Aussagekraft des Fachberichtes von 

Dr. D._______ vom 23. März 2016 (B-act. 8 Beilage 2) geäussert worden. 

Zwar hält dieser fest, die Patientin sei bereits ab Operationszeitpunkt fach-

ärztlich begleitet worden („psychopharmakologische Behandlung“), da-

nach durch den Hausarzt. Die psychiatrische Erkrankung habe sich trotz 

Behandlung weiter verschlechtert, bis hin zu einer schweren Depression 

im Berichtszeitpunkt. Jedoch ist den Akten – trotz aktenkundiger enger Be-

gleitung der Beschwerdeführerin durch die Ärzte des Spitalzentrums 

H._______ im Zeitraum von November 2011 bis Juni 2015 in verschiede-

nen Fachbereichen – kein einziger Fachbericht eines Psychiaters oder ein 

Bericht des Hausarztes zu entnehmen. Die von Dr. D._______ erhobenen 

Befunde (leicht verlangsamte Gedankengänge, deutlich herabgesetzte 

Motorik, schwere Traurigkeit und Ängstlichkeit, Anergie, Apathie, Antriebs-

schwäche und Unlust, niedrige Schwelle zu Frustration und Stress, Ge-

fühle der Hoffnungslosigkeit und Nutzlosigkeit, Lebensmüdigkeit, Unsi-

cherheit, Selbstunsicherheit und geringes Selbstwertgefühl, wiederkehren-

des Grübeln, deutliche Psychoastenie mit Tendenz zur Zurückgezogenheit 

und Erholung mittels Ruhe, grosse Empfindlichkeit und dauernde Reizbar-

keit, deutliche Schwierigkeiten in den Beziehungen und in der Entschei-

dungsfindung, leichte neuropsychologische Veränderung mehrerer Funkti-

onen) und Diagnosen (schwere chronifizierte depressive Störung, mit [se-

kundären] somatoformen Schmerzen, leichte neuropsychologische Verän-

derungen verschiedener Funktionen [Prozessgeschwindigkeit, Aufmerk-

samkeit, Erinnerungsvermögen, Durchsetzungsvermögen, sekundär zur 

Chemotherapie {chemisch-zerebral}]) finden in den übrigen medizinischen 

Berichten keine Stütze. Auch zeigt Dr. D._______ den Verlauf der von ihm 

genannten Pathologie seit 2012 nicht ansatzweise auf; die Aussage, nach 

der Rentenzusprache durch den spanischen Versicherungsträger habe die 

Beschwerdeführerin dekompensiert und sei in eine schwere Depression 

verfallen, vermag nicht zu überzeugen und findet in den Akten keine Stütze. 

Zutreffend ist zudem der Hinweis des medizinischen Dienstes, dass Dr. 

D._______ zwar mehrmals von der Kodifizierung nach DSM-V und ICD 

spricht, die von ihm genannten Diagnosen jedoch nicht – lege artis – kodi-

fiziert.  

C-1424/2016 

Seite 14 

5.4.2 Erstmals ist dem Arztbericht von Dr. F._______, Spital H._______, 

vom 17. Februar 2014 in der persönlichen medizinischen Vorgeschichte 

„Antecedentes personales“ unter Hinweis auf die aktuellen Beschwerden 

eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt zu entneh-

men, ohne dass weitere Hinweise auf den Beginn der Erkrankung, den be-

handelnden Arzt, die Häufigkeit der ärztlichen Kontrolle sowie die erforder-

liche Therapie entnommen werden könnten. Die Ärztin erwähnt in der Be-

funderhebung, dass die Patientin aufmerksam, (allseits) orientiert sei und 

kollaboriere. Es sei ein guter Allgemeinzustand festzustellen (IV 13 S. 1). 

Erst dem Bericht von Dr. J._______ des Fachbereichs Rehabilitation des 

Spitals H._______ vom 19. März 2015 sind wiederum Hinweise auf psy-

chische Probleme zu entnehmen. Anamnestisch erhebt dieser Arzt keine 

Beschwerden in psychischer Hinsicht: Die Patientin beziehe sich auf die 

Schwellung am rechten Arm mit Schmerzen und Einschlafen des Armes, 

als Folge der Behandlung. In der Auflistung der pharmakologischen Be-

handlung werden für den 4. Dezember 2014 Lyrica (gegen neuropathische 

Schmerzen), Ibuprofen (schmerzstillende, entzündungshemmende und 

fiebersenkende Wirkung), Capsicin (zur Behandlung von Nervenschmer-

zen) und für den 5. Februar 2015 zusätzlich Tryptizol (Antidepressivum, 

Einnahme einer [statt dreier] Tablette beim Abendessen) genannt (IV 22). 

Der Arztbericht E 213 enthält keine Befunderhebungen und Feststellungen 

in psychiatrischer Hinsicht (IV 5).  

5.4.3 Bei dieser Sachlage kann in psychiatrischer Hinsicht nicht mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass eine invali-

denversicherungsrechtlich relevante Erkrankung vorliegt. Zwar weist der 

Bericht von Dr. D._______ aus den genannten Gründen keinen genügen-

den Beweiswert auf, dass darauf abgestützt werden könnte (vgl. E. 4.4, 

2. Abschnitt). Zudem enthalten die obgenannten Berichte nur rudimentäre 

Hinweise auf Diagnose, Schwere der Erkrankung und Behandlung. Ander-

seits hat das Bundesgericht in seiner neuen Rechtsprechung festgehalten, 

dass sich die Auswirkungen auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in 

psychiatrischer Hinsicht nur mit einer Prüfung anhand der Standardindika-

toren zuverlässig feststellen lassen (BGE 143 V 418). Eine solche Prüfung 

ist vorliegend nicht vorgenommen worden. 

5.5 Die Sache ist deshalb zu ergänzenden Abklärungen in psychiatrischer 

Hinsicht und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese 

Abklärungen umfassen insbesondere eine Einforderung der Akten des be-

handelnden Psychiaters, des Hausarztes sowie des Arztes des INSS 

C-1424/2016 

Seite 15 

(E 213). Ergänzend wird die Vorinstanz zu prüfen haben, ob sich zwischen-

zeitlich in onkologischer und neurologischer Hinsicht Änderungen in der 

Beurteilung der medizinischen Situation ergeben haben. In Anbetracht des-

sen, dass der Bericht von Dr. D._______ ohne Beweiswert bleibt und die 

bundesgerichtliche Praxis eine Prüfung der Standardindikatoren verlangt, 

wird die Vorinstanz danach (zumindest) eine psychiatrische Begutachtung 

in der Schweiz in Auftrag zu geben haben (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.3). 

Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das den 

Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Sache zur weiteren 

Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder selber die not-

wendigen Instruktionen vorzunehmen (ZAK 1987 S. 264 E. 2a). Eine Rück-

weisung an die IV-Stelle bleibt möglich, wenn es – wie hier – darum geht, 

zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. 

Ebenso steht es dem Gericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein 

eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Aus-

führungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264).  

6.  

Bei dieser Sachlage ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die Ver-

fügung der IVSTA vom 16. Februar 2016 aufzuheben und die Sache zu 

ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägung 5.5 und zu neuem Ent-

scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Bei dieser Sachlage ist auf 

weitere Rügen der Beschwerdeführerin nicht mehr einzugehen. 

7.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Da eine Rückweisung pra-

xisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 137 

V 57 E. 2.1 m.H.), sind der Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 801.– ist nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihr zu bezeichnendes Konto 

zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten aufer-

legt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

C-1424/2016 

Seite 16 

7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässige hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die obsiegende Beschwerdeführerin ist anwaltlich 

vertreten. Ihr ist in Berücksichtigung des als notwendig zu erachtenden 

Aufwandes zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von pau-

schal Fr. 2‘500.– (inkl. Spesen, ohne Mehrwertsteuer, die bei Wohnsitz der 

Beschwerdeführerin im Ausland nicht geschuldet ist [vgl. bspw. Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts C-6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hin-

weis]) zuzusprechen. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-

gung vom 16. Februar 2016 aufgehoben und zur weiteren Abklärung und 

neuen Verfügung im Sinne der Erwägung 5.5 an die Vorinstanz zurückge-

wiesen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 801.– wird ihr nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihr zu bezeichnendes Konto zurück-

erstattet. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 2‘500.– zu-

lasten der Vorinstanz zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: 

Formular Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

C-1424/2016 

Seite 17 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Beat Weber Daniel Golta 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: