# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f4cc04a-2d1d-56d7-bb33-5a9d6782e554
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.05.2022 UV 2021/30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-30_2022-05-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/30

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 12.08.2022

Entscheiddatum: 13.05.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2022
Art. 6 UVG; Art. 43 Abs. 1 ATSG: Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die 
Beurteilung der Frage der Unfallkausalität einer objektivierten 
Meniskusschädigung und der Heilungsdauer der durch die 
Beschwerdegegnerin anerkannten vorübergehenden Verschlimmerung der 
vorbestehenden Degeneration. Rückweisung an die Beschwerdegegnerin 
zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2022, UV 
2021/30).

Entscheid vom 13. Mai 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

UV 2021/30

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ GmbH angestellt, als er am 

9. Oktober 2020 einen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva) obligatorisch versicherten Arbeitsunfall auf einer Baustelle erlitt, 

indem er über einen Abfallhaufen fiel (Suva-act. 2). Der Versicherte suchte noch am 

Unfalltag die Zentrale Notfallaufnahme (ZNA) des Kantonsspitals St. Gallen 

(nachfolgend: KSSG) auf, wo er starke Schmerzen am rechten Knie und am rechten 

oberen Sprunggelenk (OSG) beklagte (Suva-act. 17). Eine Röntgenaufnahme zeigte laut 

der zuständigen Ärztin vom Netzwerk Radiologie, Klinik für Radiologie und 

Nuklearmedizin, hinsichtlich des rechten Knies eine Patella bipartita, eine initiale 

Varusgonarthrose, eine Ansatzsehnenverkalkung der Quadrizepssehne und einen 

kleinvolumigen Kniegelenkserguss. Ansonsten wurden die ossären Strukturen sowohl 

des rechten Knies als auch des rechten OSG als normal beschrieben mit regelrechter 

Artikulation ohne Frakturnachweis (Suva-act. 18). Die zuständigen Ärzte der ZNA 

diagnostizierten ein Distorsionstrauma Knie und OSG mit Verdacht auf laterale 

Bandläsion OSG rechts und Verdacht auf Binnentrauma Knie rechts sowie eine Patella 

bipartita (Suva-act. 17) und attestierten dem Versicherten eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 4).

A.a. 

Am 14. Oktober 2020 wurde der Versicherte in der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des KSSG (nachfolgend: Klinik) untersucht, auch wurden 

A.b. 

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MRI des rechten Knies und des rechten OSG erstellt und dem Versicherten 

Physiotherapie verordnet. Als Diagnosen nannten die behandelnden Orthopäden eine 

OSG- und Kniedistorsion rechts mit schmerzhaftem Tractus iliotibialis-Ansatz nach 

Arbeitsunfall, eine aktuell asymptomatische Innenmeniskusläsion Knie rechts und eine 

Patella bipartita Knie rechts (Suva-act. 10 und 31). Die am rechten Knie durchgeführte 

MRI-Untersuchung brachte laut Beurteilung der zuständigen Radiologin einen 

kombiniert horizontalen und schrägen Riss im mittleren und posterioren Drittel des 

moderat degenerierten Innenmeniskus mit Kontakt zur Ober- und Unterfläche, eine 

höhergradige fokale Chondropahtie (Grad III) an der medialen Patellafacette, einen 

allenfalls minimalen Gelenkserguss, eine geringe Insertionstendinose der 

Popliteussehne mit peritendinösem Ganglion und ein ansonsten altersentsprechend 

normales genuales Kernspintomogramm mit intakten Kreuz- und Kollateralbändern und 

normalem lateralem Meniskus zur Darstellung (Suva-act. 19-2).

Anlässlich einer Sprechstunde in der Klinik vom 16. November 2020 beklagte der 

Versicherte als Hauptbeschwerden Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenks, 

insbesondere beim Treppensteigen (Suva-act. 15-1). Dr. med. C.___ und PD Dr. med. 

D.___, beides Fachärzte für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, befanden, die Schmerzen um die Patella könnten nicht mit der 

im MRI gesehenen Meniskusläsion erklärt werden. Bei der Verlaufskontrolle in sechs 

Wochen solle erneutes Augenmerk auf die Klinik der Meniskusläsion gelegt werden 

(Suva-act. 15-2). Im Anschluss an diese Sprechstunde unterzog der Versicherte sich 

einer diagnostisch-therapeutischen Kniegelenksinfiltration rechts (Suva-act. 12), um 

den Reizzustand des Kniegelenks zu nehmen und Physiotherapie unter besseren 

Voraussetzungen durchführen zu können (Suva-act. 15-2).

A.c. 

Am 8. Dezember 2020 nahm Kreisarzt Dr. med. E.___, Arzt für Allgemeinmedizin 

(D), für die Suva eine ärztliche Beurteilung vor. Er kam nach dem Studium der Berichte 

des KSSG zum Schluss, dass beim Beschwerdebild des Versicherten Unfallfolgen bei 

einer vorübergehenden, aber nicht objektivierbar richtunggebenden strukturellen 

Schädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sechs bis acht Wochen nach dem 

Ereignis keine Rolle mehr spielten (Suva-act. 21-4). Am 11. Dezember 2020 informierte 

die Suva den Versicherten darüber, dass aufgrund der Beurteilung des Kreisarztes die 

noch bestehenden Beschwerden am rechten Knie nicht mehr unfallbedingt seien. Der 

A.d. 

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Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall eingestellt hätte, sei spätestens am 4. 

Dezember 2020 erreicht worden. Die Suva lehne deshalb den Anspruch auf weitere 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 27. Dezember 2020 ab. Für eine 

allfällig durchgeführte Operation vor dem 27. Dezember 2020 werde sodann keine 

Kostenübernahme gewährt (Suva-act. 25). Entsprechendes verfügte sie am 17. 

Dezember 2020 (Suva-act. 28).

Unter Bezugnahme auf eine Untersuchung vom 16. Dezember 2020 notierten Dr. 

C.___ und PD Dr. D.___ von der Klinik in einem Bericht vom 21. Dezember 2020, der 

Versicherte habe laut dessen Angaben von der diagnostisch/therapeutischen Infiltration 

für fünf Stunden profitiert (Suva-act. 36-2). Die Knieschmerzen hätten sich bis auf einen 

verbleibenden Schmerz medial beruhigt. Das OSG sei nicht mehr symptomatisch. Bei 

nun guten Untersuchungsbedingungen bei ansonsten schmerzfreiem und gut 

untersuchbarem Kniegelenk könnten die Beschwerden durch die mediale 

Meniskusläsion erklärt werden. Es sei deshalb eine Kniegelenksarthroskopie mit 

Teilmeniskektomie besprochen und für den 12. Januar 2021 geplant worden. Aufgrund 

eines zwischenzeitlich guten Verlaufs sei der Eingriff durch den Versicherten storniert 

worden (Suva-act. 36-3).

A.e. 

Am 25. Januar 2021 attestierte die Hausärztin des Versicherten, Dr. med. F.___, 

Heiden, dem Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 12. 

Januar bis 16. Februar 2021 (act. G1.6).

A.f. 

Am 28. Januar 2021 erhob Rechtsanwalt lic. iur. L. Gmünder, St. Gallen, für den 

Versicherten Einsprache gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2020 und ersuchte 

um Weiterausrichtung der gesetzlichen Leistungen (Suva-act. 45).

A.g. 

Am 29. Januar 2021 schilderte Dr. C.___ von der Klinik Rechtsanwalt Gmünder 

den Behandlungsverlauf beim Versicherten (Suva-act. 47). Die 

Untersuchungsbedingungen seien am Tag des Traumas aufgrund der starken 

Schmerzen deutlich eingeschränkt gewesen. Auch am 14. Oktober 2020 habe der 

Versicherte noch starke Schmerzen angegeben. Rein durch die im MRI gesehene 

Meniskusläsion hätten die Schmerzen nicht erklärt werden können. Somit sei aus 

orthopädischer Sicht zu diesem Zeitpunkt keine Operation indiziert gewesen (Suva-act. 

A.h. 

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B.  

47-2). Bei der Kontrolle vom 16. November 2020 habe der Versicherte von deutlich 

gebesserten Schmerzen berichtet. Anlässlich der nächsten Kontrolle vom 16. 

Dezember 2020 sei das Kniegelenk erstmals reizarm und gut untersuchbar gewesen. 

Verblieben seien ein medial betonter Schmerz über dem Gelenkspalt sowie angedeutet 

positive mediale Meniskuszeichen vereinbar mit einer symptomatischen medialen 

Meniskusläsion. Der Versicherte arbeite in einem körperlich schweren Beruf, habe aber 

vor dem Unfallereignis zu keiner Zeit relevante Kniegelenksbeschwerden gehabt. 

Folglich müsse der Arbeitsunfall als Auslöser gesehen werden (Suva-act. 47-3).

Kreisarzt Dr. E.___ äusserte sich auf Ersuchen der Suva am 3. Februar 2021 zur 

Eingabe von Rechtsanwalt Gmünder, zum Sprechstundenbericht der Klinik vom 21. 

Dezember 2020 und zu Dr. C.___s Stellungnahme vom 29. Januar 2021 und hielt an 

seiner Einschätzung vom 8. Dezember 2020 fest (Suva-act. 49).

A.i. 

Am 16. Februar 2021 verlängerte Dr. F.___ das Attest der vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bis 2. März 2021 (act. G1.7).

A.j. 

Mit Einspracheentscheid vom 11. März 2021 bestätigte die Suva ihre Verfügung 

vom 17. Dezember 2020 (Suva-act. 53).

A.k. 

Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Gmünder, am 26. April 

2021 Beschwerde erheben und unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) das Folgende beantragen: Es sei der 

Einspracheentscheid aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer weiterhin die 

gesetzlich vorgesehenen Leistungen zu gewähren. Eventualiter seien weitere 

medizinische Abklärungen durchzuführen. Zur Begründung wurde zusammenfassend 

vorgebracht, die Beschwerdegegnerin habe den Nachweis nicht erbracht, dass der 

Unfall vom 9. Oktober 2020 jegliche kausale Bedeutung für die Beschwerden des 

Beschwerdeführers verloren habe. Die von der Beschwerdegegnerin angerufenen 

Beurteilungen von Dr. E.___ seien nicht beweistauglich. Die Leistungseinstellung 

erweise sich damit als widerrechtlich (act. G1).

B.a. 

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Erwägungen

1.

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die im Nachgang zum Unfall vom 

9. Oktober 2020 erbrachten Heilkosten- und Taggeldleistungen zu Recht per 27. 

Dezember 2020 eingestellt und den Anspruch auf weitere Leistungen der 

Unfallversicherung verneint hat (vgl. Suva-act. 28 und 53). Die Beschwerdegegnerin hat 

die Leistungseinstellung im Wesentlichen damit begründet, dass die noch beklagten 

Kniebeschwerden rechts nicht mehr kausal zum Unfall vom 9. Oktober 2020 seien 

(Suva-act. 53). Die Beschwerden im rechten OSG hatten sich zum 

Leistungseinstellungszeitpunkt bereits zurückgebildet (vgl. Suva-act. 36) und werden 

folglich zu Recht von beiden Parteien nicht als verfahrensgegenständlich betrachtet 

(vgl. Suva-act. 53 und act. G1).

In der Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G3).

B.b. 

Mit Replik vom 6. September 2021 liess der Beschwerdeführer an den Anträgen 

gemäss Beschwerde vom 26. April 2021 festhalten (act. G9).

B.c. 

Auch die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 5. Oktober 2021 an ihrem 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G11).

B.d. 

Am 22. Oktober 2021 liess Rechtsanwalt Gmünder dem Gericht seine 

Honorarnote zukommen (act. G13). Diese wurde der Beschwerdegegnerin am 10. 

November 2021 zur Kenntnis zugestellt (act. G14).

B.e. 

Am 7. März 2022 ersuchte das Gericht Rechtsanwalt Gmünder um Einreichung des 

Berichts der in der Beschwerde in Aussicht gestellten Operation am Meniskus des 

Beschwerdeführers (act. G15). Am 17. März 2022 teilte Rechtsanwalt Gmünder dem 

Gericht mit, dass der Beschwerdeführer sich entschieden habe, die ursprünglich 

geplante Operation doch nicht durchführen zu lassen. Dies auch aufgrund der 

Tatsache, dass die Ärzte ihm so oder so davon abgeraten hätten, je wieder eine 

körperlich schwere Tätigkeit aufzunehmen (act. G16). Dies wurde der 

Beschwerdegegnerin am 18. März 2022 zur Kenntnis gebracht (act. G17).

B.f. 

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2.  

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (vgl. dazu Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als 

dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten 

Ereignis steht (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 122 V 158 f. 

E. b mit zahlreichen Hinweisen; SZS 2018 S. 357 f.). Bei physischen Unfallfolgen spielt 

indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

2.1. 

Ist es durch einen Unfall zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden 

gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende 

Verschlimmerung des Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers bei einem durch einen Unfall verschlimmerten oder überhaupt 

manifest gewordenen Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht (mehr) die 

natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 

dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder andersartig geschädigten 

Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo 

2.2. 

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sine), erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54). Von einer richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die 

Rechtsprechung nur dann, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status 

quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können (Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, 

E. 3.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (BGE 

129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

4).

Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der vom 

Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war 

- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 

363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

54 f.). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 

jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 4, 55).

2.3. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

2.4. 

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3.  

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, 

welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen 

Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis 

kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4, 4.6 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV Nr. 4, 

S. 12, E. 3.2).

Die Beschwerdegegnerin hat vorliegend unbestrittenermassen anerkannt, dass der 

Beschwerdeführer am 9. Oktober 2020 einen Unfall im Sinne des Gesetzes mit einer 

schädigenden Einwirkung auf unter anderem das rechte Knie erlitten hat, und hat ihm 

mit Schreiben vom 20. Oktober 2020 Heilkosten- und Taggeldleistungen (Suva-act. 5) 

und der Klinik mit Schreiben vom 21. Oktober 2020 Kostengutsprache für 

Spitalbehandlungen des Beschwerdeführers zugesichert (Suva-act. 9). Diese 

Anerkennung erfolgte offensichtlich basierend auf der in der Schadenmeldung UVG 

vom 15. Oktober 2020 angegebenen Unfallbeschreibung "Beim Hinlaufen zur Baustelle 

über einen Abfallhaufen hingefallen" und gestützt auf die darin unter anderem 

angeführte Schädigung "Riss" im Bereich des rechten Knies (Suva-act. 2). Am 27. 

Oktober 2020 ging ein Bericht der Klinik zu einer Untersuchung des Beschwerdeführers 

vom 14. Oktober 2020 bei der Beschwerdegegnerin ein (Suva-act. 10). Am 23./25. 

November 2020 erhielt die Beschwerdegegnerin einen gleichentags verfassten Bericht 

zu einer Infiltration (Suva-act. 12) und einer Untersuchung (Suva-act. 15) des rechten 

Knies vom 16. November 2020 in der Klinik. Nachdem die Beschwerdegegnerin den 

Bericht der ZNA vom 9. Oktober 2020 (Suva-act. 17) sowie die Berichte des Netzwerks 

Radiologie vom 9. Oktober 2020 (Suva-act. 18) und vom 14. Oktober 2020 (Suva-act. 

19) zu den Akten genommen hatte, leitete sie erstmals eine Überprüfung struktureller 

Unfallfolgen bei Kreisarzt Dr. E.___ ein (Suva-act. 20; vgl. kreisärztliche Beurteilung vom 

8. Dezember 2020 in Suva-act. 21). Wie bereits das Informationsschreiben vom 

3.1. 

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11. Dezember 2020 (Suva-act. 25) beinhalten die Verfügung vom 17. Dezember 2020 

und der Einspracheentscheid vom 11. März 2021 einerseits die Anerkennung einer 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für eine vorübergehende Verschlimmerung 

eines degenerativen Vorzustandes für acht Wochen bzw. bis 4. Dezember 2020 und 

andererseits eine Verneinung einer Leistungspflicht für nach dem 27. Dezember 2020 

aufgetretene Arbeitsunfähigkeiten/vorgenommene Heilbehandlungen (Suva-act. 28 und 

53). Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf die Beurteilung von Dr. E.___, der 

befunden hatte, dass Unfallfolgen im Beschwerdebild des Beschwerdeführers bei einer 

vorübergehenden, aber nicht objektivierbar richtungsgebenden strukturellen 

Schädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sechs bis acht Wochen nach dem 

Ereignis keine Rolle mehr spielten (Suva-act. 21 und 49).

Auch wenn ein "Riss" im Bereich des rechten Knies, wie vorstehend erwähnt, 

bereits in der Schadenmeldung thematisiert worden war, ergibt sich aus der in E. 3.1 

beschriebenen Sachlage, dass die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des 

Leistungszusageschreibens vom 20. Oktober 2020 ihre Untersuchungspflicht zu Recht 

noch nicht als abgeschlossen betrachtete. Sie ergänzte ihre medizinischen Akten 

fortlaufend und liess die Unfallkausalität der festgestellten gesundheitlichen Störungen 

durch ihren kreisärztlichen Dienst beurteilen (Suva-act. 20). Erst mit der kreisärztlichen 

Beurteilung vom 8. Dezember 2020 (Suva-act. 21) lagen der Beschwerdegegnerin 

Angaben einer medizinischen Fachperson vor, aus denen ihrer Ansicht nach ein 

Sachverhalt entsprechend einer nicht mehr überwiegend wahrscheinlichen 

Unfallkausalität der geklagten Beschwerden hervorging. In dem bei der 

Beschwerdegegnerin am 27. Oktober 2020 eingegangenen Bericht der Klinik vom 

gleichen Tag wurde zwar basierend auf einer MRI-Untersuchung vom 14. Oktober 2020 

eine Meniskusläsion diagnostiziert. Diese wurde jedoch als aktuell asymptomatisch 

bezeichnet und auch die Infiltration vom 16. November 2020 diente offensichtlich nicht 

der Behandlung der Meniskusläsion (vgl. Suva-act. 10 und 12; vgl. hinsichtlich der 

Meniskusläsion auch nachfolgend E. 4.2). Auch wenn die Beschwerdegegnerin für die 

ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten Taggeldleistungen erbracht und die 

Heilbehandlungskosten übernommen hat, kann damit die Anerkennung einer 

Leistungspflicht nicht auf die mittels MRI vom 14. Oktober 2020 objektivierte 

Innenmeniskusläsion bezogen werden. Die Beweislast hinsichtlich der Frage, ob es 

sich bei der Meniskusläsion um eine beim Unfall vom 9. Oktober 2020 erlittene 

Verletzung handelt, liegt somit beim Beschwerdeführer (vgl. vorstehend Erwägung 2.3). 

Eine Anerkennung einer Leistungspflicht ist wie vorstehend in E. 3.1 ausgeführt 

hingegen für eine aus einem Sturzereignis resultierende vorübergehende 

Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes erfolgt. Für die diesbezügliche 

3.2. 

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4.  

Leistungseinstellung ist wie in E. 2.2 f. ausgeführt die Beschwerdegegnerin 

beweisbelastet. Allerdings greifen diese Beweisregeln vorliegend mangels Erfüllung des 

Untersuchungsgrundsatzes (vgl. hierzu nachstehend E. 4 f.) ohnehin noch nicht Platz 

(vgl. vorstehend E. 2.3).

Vorliegend ist unter anderem entscheidend, ob die Innenmeniskusläsion eine 

traumatische oder eine degenerative Ursache hat. Meniskusläsionen können als Folge 

eines Traumas auftreten, indem die Menisken bei akuten schweren Knieverletzungen 

ein- oder abreissen. Hinsichtlich Meniskusläsionen gilt es aber auch zu beachten, dass 

die Kniegelenksmenisken zur Degeneration neigen. Zudem sind sie starker 

mechanischer Beanspruchung ausgesetzt. Entsprechend wird der Meniskusriss in der 

medizinischen Literatur im Regelfall als degenerative bzw. chronische Schädigung 

beschrieben (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 

2002, S. 1056 f.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1146; Roche 

Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 1204, 1852; Evalotta Samuelsson, Neuregelung der 

unfallähnlichen Körperschädigung, Das Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018, S. 

344 f.).

4.1. 

Der Vergleich bildgebender Untersuchungsergebnisse aus der Zeit vor und nach 

dem Unfall würde für die Abgrenzung Vorzustand bzw. neue unfallbedingte strukturelle 

Schädigung eine bedeutsame Beweisgrundlage darstellen (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 

5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 

2). Im konkreten Fall liegen indes keine vor dem Unfall erstellten radiologischen Bilder 

vor, weshalb diesbezügliche Erkenntnisse fehlen. Die Veränderungen des medialen 

Meniskus rechts wurden im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 14. Oktober 2020, 

also zeitnah zum Unfall, erhoben (Suva-act. 19). Damit ist nicht ausgeschlossen, dass 

sich der Beschwerdeführer die Meniskusschädigung beim Unfall vom 9. Oktober 2020 

zugezogen hat. Sowohl die das MRI vom 14. Oktober 2020 beurteilende Radiologin als 

auch die in der Klinik behandelnden Orthopäden und Dr. E.___ nennen die Schädigung 

einen Riss bzw. eine Läsion. Diese Ausdrücke allein sprechen jedoch weder deutlich 

für eine traumatische noch für eine degenerative Verursachung der 

Meniskusschädigung. Mit dem alleinigen Vorliegen von Rissen, Einrissen oder Läsionen 

ist nicht in jedem Fall auch mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

die Unfallkausalität oder die degenerative Verursachung eines Risses, Einrisses oder 

einer Läsion ausgewiesen (Debrunner, a.a.O., S. 412, 628, 724 f. 728 ff.; Roche 

Lexikon, a.a.O., S. 1681; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576, 1646). Es bleibt also immer 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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noch zu entscheiden, von welcher Kausalität der Meniskusschädigung des 

Beschwerdeführers auszugehen ist.

Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, kann anhand der Einschätzung von 

Dr. E.___ vom 8. Dezember 2020 (Suva-act. 21) mit Ergänzung vom 3. Februar 2021 

(Suva-act. 49) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

beurteilt werden, ob die Meniskusschädigung des Beschwerdeführers durch den Unfall 

vom 9. Oktober 2020 (mit)verursacht wurde.

4.3. 

Dr. E.___ weist darauf hin, dass in der ZNA (Bericht in Suva-act. 17) keine 

äusseren objektivierbaren Verletzungszeichen, keine Schwellung, kein Hämatom und 

kein Erguss/Hämarthros festgestellt worden seien. Sowohl in der konventionellen 

Röntgendiagnostik als auch in der MRI-Folgeuntersuchung hätten sich keine frischen 

Traumafolgen gezeigt (Suva-act. 21-4). Diese Feststellung ist jedoch angesichts des 

Röntgenbefunds vom Unfalltag, welcher einen kleinvolumigen Kniegelenkserguss 

ergab (Suva-act. 18), nicht nachvollziehbar. Allenfalls ist die fehlende Erwähnung durch 

Dr. E.___ darin begründet, dass der Erguss sich laut MRI-Befund vom 14. Oktober 

2020 im femoropatellaren und nicht im medialen Kompartiment befand (vgl. Suva-

act. 19-1). Dr. E.___ verzichtete jedoch auf eine entsprechende Erklärung, weshalb 

nicht erstellt ist, ob er den Befund übersehen hat oder ob dieser tatsächlich nicht von 

Relevanz ist für die Beurteilung der Unfallkausalität der Meniskusläsion.

4.3.1. 

Der von Dr. E.___ ebenfalls erwähnte Umstand der fehlenden Begleitverletzungen 

("kein unfalltypisches Knochenmarksignal/Bone bruise, keine Fraktur und keine 

frischen Verletzungen der Bandstrukturen oder relevante Weichteilverletzungen"; vgl. 

Suva-act. 21-1) findet sodann als Begründung für einen degenerativen Meniskusriss in 

der medizinischen Literatur und in der Rechtsprechung keine eindeutige Stütze. 

Zumindest wird der isolierte traumatische Meniskusriss kontrovers diskutiert. Dafür, 

dass das Auftreten von isolierten traumatischen Meniskusrissen im gesunden Meniskus 

grundsätzlich verneint werden müsste, gibt es jedenfalls keinen gesicherten 

Evidenznachweis. Der Meniskusriss sowie Verletzungen anderer Strukturen des Knies 

werden als Kombinationsverletzungen und auch als eigenständige bzw. isolierte 

Verletzungen beschrieben (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, 

S. 950 f. 997, 1146; Debrunner, a.a.O., S. 1060, 1098; Samuelsson, a.a.O., S. 345; vgl. 

auch Urteile des Versicherungsgerichts vom 10. Juli 2020, UV 2019/18, E. 5.4, und 11. 

September 2018, UV 2017/56, E. 4.3). Dass ein Meniskus nicht isoliert reissen kann 

bzw. gleichzeitig mit einem traumatisch bedingten Meniskusriss Verletzungen 

4.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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verschiedener Strukturen auftreten müssen, kann mithin nicht generell angenommen 

werden.

Insoweit Dr. E.___ seine Einschätzung mit dem Verweis auf die degenerative 

Situation des Kniegelenks des Beschwerdeführers und den Hinweis auf die 

Prädilektionsfaktoren der schweren beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers und 

der Anlagevariante seiner Kniescheibe begründet, verzichtet er ebenfalls auf eine 

ausführliche, nachvollziehbare Begründung (Suva-act. 21-4). Grundsätzlich ist 

plausibel, dass angesichts der bildgebend objektivierten degenerativen Befunde eine 

solche Schlussfolgerung gezogen wird. Mangels Begründung und vor dem 

Hintergrund, dass die das MRI beurteilende Radiologin lediglich eine moderate 

Degeneration des Innenmensikus sah (Suva-act. 19-1) und auch die Varusgonarthrose 

sich laut zuständiger Radiologin in einem initialen Stadium befand (Suva-act. 18-1), ist 

die Nachvollziehbarkeit jedoch nicht ohne Weiteres gegeben. Allein aufgrund dieses 

von Dr. E.___ angeführten Beurteilungskriteriums kann mithin eine traumatische 

Meniskusläsion nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

ausgeschlossen werden. Dies insbesondere auch angesichts des Umstandes, dass die 

zeitliche Nähe der Beschwerden und des entdeckten Meniskusrisses durchaus für 

einen Zusammenhang mit dem Unfallereignis sprechen. Die Erstbehandlung hatte 

bereits am Unfalltag in der ZNA stattgefunden, wobei eine konklusive klinische 

Untersuchung des rechten Knies aufgrund der starken Schmerzen nicht erfolgen 

konnte (Suva-act. 17-2). Noch am 14. Oktober 2020 konnten die behandelnden 

Orthopäden der Klinik den Menisken-Provokationstest schmerzbedingt kaum 

beurteilen (Suva-act. 10-3). Laut Bericht vom 18. November 2020 konnte zu diesem 

Zeitpunkt die Beschwerdesymptomatik nicht mit der im MRI gesehenen 

Meniskusläsion erklärt werden, gleichzeitig wurde allerdings für den nächsten 

Untersuch vorgemerkt, dass erneutes Augenmerk auf die Klinik der Meniskusläsion zu 

legen sei (Suva-act. 15-2). Vor diesem Hintergrund fasst die Feststellung in den ersten 

beiden Berichten der Klinik, dass die Meniskusläsion asymptomatisch sei (vgl. Suva-

act. 10 und 15), wohl dahingehend zu kurz, als die Symptomatik nicht alleine durch die 

Meniskusläsion erklärt werden konnte, und es ist durchaus wahrscheinlich, dass der 

Meniskus zeitnah zum Unfall Beschwerden verursachte.

4.3.3. 

Dass es Dr. E.___ sowohl am Facharzttitel der Orthopädie als auch an der 

Berufsausübungsbewilligung (vgl. zu dieser Thematik Urteile des Versicherungsgerichts 

vom 2. Juni 2021, IV 2020/236 E. 2.5 und vom 2. Dezember 2021, IV 2020/249, E. 3) 

fehlt, vermöchte zwar für sich alleine noch keinen relevanten Zweifel an seiner 

Einschätzung zu begründen. Jedoch ist es durchaus nachvollziehbar, dass sich der 

4.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an diesen beiden Umständen stört (vgl. 

Vorbringen in act. G1 Rz. 25 f.).

Dr. E.___ unterliess es, den im Rahmen einer Kausalitätsbeurteilung 

grundsätzlich ein massgebendes Beurteilungskriterium bildenden Unfallmechanismus 

zu diskutieren. Dr. C.___ spricht demgegenüber von einer Verdrehung des Kniegelenks 

(Suva-act. 47) und sämtlichen Berichten der Klinik ist die bereits im Anschluss an den 

Unfall in der ZNA erhobene Diagnose einer Distorsion zu entnehmen (Suva-act. 17-1, 

10-2, 15-1 und 36-2). Für Meniskusläsionen wird in der medizinischen Literatur eine 

Distorsion oder ein Rotationstrauma (Verletzung durch Drehbewegung) gefordert, das 

geeignet ist, eine solche Verletzung hervorzurufen (Debrunner, a.a.O., S. 1057; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 1146; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1146; Leitlinie der Orthopädie, 

Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 

dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. 2002, S. 141; S2k 

Leitlinie Meniskuserkrankung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und 

Unfallchirurgie [DGOU], abrufbar unter https://gelenkzentrum-rheinmain.de/app/

uploads/2017/08/Allgemeine-Leitlinie-Meniskus.pdf, abgerufen am 2. Mai 2022). Damit 

ist jedoch ein Indiz für eine traumatische Genese der Meniskusschädigung gegeben, 

weshalb es störend ist, dass Dr. E.___ sich mit diesem Beurteilungskriterium mit 

keinem Wort befasste. Auch ist angesichts seiner Feststellung, dass der Unfall in einem 

Sturzereignis bestand (Suva-act. 21-4 ad 3.1), nicht einmal klar, ob er ebenfalls von 

einer Distorsion oder lediglich von einer Kontusion ausgegangen ist. Welcher Art die 

von ihm angenommene Gesundheitsschädigung in Form einer vorübergehenden 

Schädigung sein soll, bleibt bei Durchsicht seiner beiden Beurteilungen ungeklärt (vgl. 

Suva-act. 21 und 49).

4.3.5. 

Wie vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu Recht geltend gemacht 

wird, erfolgte die Beurteilung durch Dr. E.___ darüber hinaus verfrüht. Seine 

Beurteilung vom 8. Dezember 2020 war erfolgt, bevor das Knie des Beschwerdeführers 

am 16. Dezember 2020 laut dem behandelnden Orthopäden erstmals gute 

Untersuchungsbedingungen aufwies (vgl. Suva-act. 36-2 und 47-3). Zum Zeitpunkt 

seiner ausführlicheren Beurteilung ging Dr. E.___ wohl davon aus, dass die von der 

Klinik diagnostizierte Meniskusläsion asymptomatisch sei. Ob dieser - allenfalls 

unglücklich vorweggenommene - Umstand (vgl. hierzu vorstehend E. 4.3.3) Einfluss auf 

seine Beurteilung zeitigte, geht aus letzterer nicht hervor. Für die Beweistauglichkeit 

einer aktenbasierten Einschätzung ist entscheidend, dass genügend Unterlagen von 

anderen persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Da der 

Bericht der Klinik vom 21. Dezember 2020, in welchem nun festgehalten wurde, dass 

4.3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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5.

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin als unfallkausale Verletzung gestützt 

auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. E.___, wie gesagt, eine vorübergehende 

Verschlimmerung von degenerativen Vorzuständen. Hinsichtlich der Dauer, nach 

welcher die nicht spezifizierte Schädigung keine Rolle mehr spielen soll, nennt Dr. 

E.___ ohne Begründung einen Zeitrahmen von sechs bis acht Wochen (Suva-act. 21-4). 

Aufgrund der Fakten ist jedoch nicht auszuschliessen, dass selbst für den Fall einer 

degenerativen Meniskusläsion (was anhand der vorliegenden medizinischen Akten wie 

vorstehend in E. 4 ausgeführt nicht abschliessend beurteilt werden kann) über den 27. 

Dezember 2020 hinaus von Unfallfolgen auszugehen wäre. Die von Dr. E.___ 

angewandte Frist von sechs bis acht Wochen dürfte wohl auf einem Erfahrungswert 

beruhen, nicht einmal dies wird von Dr. E.___ jedoch in seinen Beurteilungen erläutert. 

Mangels Ausführungen dazu geht aus den Beurteilungen von Dr. E.___ wie gesagt 

überhaupt nicht hervor, von welchem Gesundheitsschaden er bei seiner Einschätzung 

ausging (vgl. vorstehend E. 4.3.5). Er spricht einzig von einer vorübergehenden 

Verschlimmerung. Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer sich ab 

dem Unfalltag bis mindestens Mitte Februar 2021 kontinuierlich in Behandlung befand 

die Beschwerden durch die mediale Meniskusläsion erklärt werden könnten (Suva-act. 

36-3), am 8. Dezember 2020 offensichtlich nicht aktenkundig sein konnte und es Dr. 

E.___ in seiner Einschätzung vom 3. Februar 2021 dabei beliess, auf den degenerativen 

Zustand des Kniegelenks des Beschwerdeführers hinzuweisen, vermag auch letztere 

Einschätzung die an seiner Beurteilung vom 8. Dezember 2020 bestehenden Zweifel 

nicht auszuräumen. Dies wie vorstehend in E. 4.3.3 ausgeführt insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass die das MRI beurteilende Radiologin lediglich eine moderate 

Degeneration des Innenmensikus sah (Suva-act. 19-1) und auch die Varusgonarthrose 

sich laut Radiologin in einem initialen Stadium befand (Suva-act. 18-1). 

Neben Dr. E.___ äusserten sich PD Dr. D.___ und Dr. C.___ von der Klinik am 21. 

Dezember 2020 (Suva-act. 36-3) und Dr. C.___ nochmals am 29. Januar 2021 (Suva-

act. 47-2 f.) zur Unfallkausalität. Im Gegensatz zum Kreisarzt kamen die behandelnden 

Orthopäden zum Schluss, dass die auf die symptomatische mediale Meniskusläsion 

zurückführbaren Schmerzen am rechten Kniegelenk des Beschwerdeführers durch den 

Unfall vom 9. Oktober 2020 verursacht worden seien (vgl. Suva-act. 36-3 und 47-2 f.). 

Auch wenn die beiden lediglich rudimentär begründeten Einschätzungen der Klinik 

alleine nicht als beweiswertig für eine traumatische Meniskusläsion qualifiziert werden 

können (vgl. für die Voraussetzungen E. 2.4), so verstärken sie zumindest die 

vorstehend in E. 4.3 erläuterten Zweifel an Dr. E.___s Beurteilungen.

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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und fortwährend über Kniebeschwerden rechts klagte (14. Oktober, 16. November und 

16. Dezember 2020 [vgl. Suva-act. 47], 12. und 25. Januar sowie 16. Februar 2021 [act. 

G1.6 und 1.7]; vgl. in diesem Zusammenhang Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 

2022, 8C_605/2021, E. 7.1.2), ist nicht ohne Weiteres erkennbar, wieso genau Ende 

Dezember 2020 von einer nicht mehr vorhandenen Schmerzhaftigkeit der durch den 

Unfall verschlimmerten Vorzustände auszugehen wäre. Insgesamt kann jedenfalls nicht 

gesagt werden, die Beschwerdegegnerin habe den Nachweis für das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung des Unfalls vom 9. Oktober 2020 für die über die 

Leistungseinstellung hinaus bestehende und behandelte Kniegelenksproblematik mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht. Auch in dieser 

Hinsicht bestehen massgebliche Zweifel an der Beurteilung von Dr. E.___.

6.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt nicht spruchreif 

abgeklärt ist. An der Beurteilung von Dr. E.___ vom 8. Dezember 2020 mit Ergänzung 

vom 3. Februar 2021 bestehen Zweifel und dem Gericht ist es nicht möglich, mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob die vorliegende 

Meniskusläsion mindestens teilweise auf den Unfall vom 9. Oktober 2020 

zurückzuführen ist respektive ob die unfallbedingte Verschlimmerung der 

vorbestehenden Degeneration wirklich bereits ab dem 27. Dezember 2020 keine Rolle 

mehr spielte. Angesichts des Gesagten wäre die Beschwerdegegnerin gestützt auf den 

Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zur Einholung einer weiteren 

versicherungsinternen medizinischen Beurteilung oder zur Durchführung einer 

Begutachtung verpflichtet gewesen (BGE 135 V 470 E. 4.4). Die Angelegenheit ist zur 

Veranlassung einer solchen weiteren medizinischen Abklärung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Die Beschwerde ist dahingehend gutzuheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 11. März 2021 aufzuheben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinn der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).6.2. bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt 

praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 f. E. 6). Somit unterliegt die 

Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Die Parteientschädigung wird vom 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 11. 

März 2021 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 22. Oktober 2021 

eine Honorarnote im Gesamtbetrag von Fr. 5'410.-- eingereicht (act. G13.1). Aus der 

detaillierten Aufstellung wird jedoch ersichtlich, dass diese Honorarnote Aufwände von 

mehreren Stunden enthält, die das Verwaltungsverfahren betreffen (Einträge für den 

Zeitraum vom 7. Januar bis 9. Februar 2021) und nicht im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren zu entschädigen sind. In der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit erscheint mit Blick auf die eingeschränkte Streitfrage und den 

notwendigen Aufwand für die Beschwerdeführung bei weit unterdurchschnittlichem 

Aktenumfang eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2022
	Art. 6 UVG; Art. 43 Abs. 1 ATSG: Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der Frage der Unfallkausalität einer objektivierten Meniskusschädigung und der Heilungsdauer der durch die Beschwerdegegnerin anerkannten vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden Degeneration. Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2022, UV 2021/30).

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		2025-07-19T01:45:50+0200
	"9001 St.Gallen"
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