# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d04dd6d-9132-5543-b8ef-2dc7301349ed
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 16.05.2013 ZK1 2012 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2012-2_2013-05-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 16. Mai 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 12 2 12. Juli 2013
ERZ 12 55

Urteil 
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Sonder

In der zivilrechtlichen Berufung

des X._____, Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Luzi Bardill, Poststrasse 43, 7002 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos vom 3. November 2011, mitgeteilt 
am 2. Dezember 2011, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen 
Y._____, Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Suf-
fert, Rotfluhstrasse 91, 8702 Zollikon, 

betreffend Abänderung Scheidungsurteil (Kinderbelange),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.1 Y._____, geboren am _____ 1965 in H._____, und X._____, geboren am 
_____ 1960 in I._____, heirateten am _____ 1989 vor dem Zivilstandsamt 
C._____. Aus der Ehe gingen die Kinder A._____, geboren am _____ 1989, und 
B._____, geboren am _____ 1991, hervor.

2. Die Parteien leben seit dem 1. Januar 2001 getrennt. Mit Scheidungsurteil 
vom 17. Mai 2006, mitgeteilt am 23. Mai 2006, erkannte das Bezirksgerichtspräsi-
dium Prättigau/Davos sodann was folgt:

„1. Die am _____ 1989 vor Zivilstandsamt C._____ /GR zwischen 
Y._____ und X._____ geschlossene Ehe wird geschieden.

2. Die elterliche Sorge über A._____, geboren am _____ 1989 in 
D._____ /GR, und B._____, geboren am _____ 1991 in D._____ 
/GR, wird Y._____ und X._____ gemeinsam belassen.

3. A._____ und B._____ leben vorrangig bei der Mutter. Sie haben dort 
ihren Wohnsitz. Das Besuchs-, Ferien- und Feiertagsrecht des 
Kindsvaters wird zwischen den Parteien unter tunlichster Wahrung 
der Kindesinteressen und des Kindeswohls flexibel und im gegensei-
tigen Einvernehmen geregelt.

4. X._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von A._____ und 
B._____ bis zum Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung, 
mindestens jedoch bis zur Mündigkeit monatlich je Fr. 800.00 zu be-
zahlen, zahlbar im Voraus am Ersten eines jeden Monats. Besuchen 
A._____ und B._____ nach der obligatorischen Schulzeit weiterhin 
die Schule (10. Schuljahr, Haushaltlehrjahr, Sprachaufenthalte, Mit-
telschule oder weitere höhere Schulen) erhöht sich der monatliche 
Unterhaltbeitrag um Fr. 150.00 je Kind.

An aussergewöhnlichen Arztkosten, Zahnsanierungskosten, Zahn-
stellungskorrekturen sowie Ausbildungskosten beteiligt sich X._____ 
während der Dauer der Unterhaltsverpflichtung - rückwirkend ab dem 
1. Januar 2001 - zur Hälfte. Zudem wird X._____ verpflichtet, den 
Vorsorgefonds PAX-Fondplan zugunsten der Kinder A._____ und 
B._____ mit einem jährlichen Beitrag von Fr. 1‘200.00 bis zum Ablauf 
zu übernehmen.

Gesetzliche und/oder vertragliche Kinderzulagen sind von X._____ 
zusätzlich zu bezahlen, soweit und solange er solche ausbezahlt er-
hält und sie nicht von der Kindsmutter bezogen werden. Art. 285 
Abs. 2 ZGB bleibt vorbehalten, wie auch Art. 285 Abs. 2bis ZGB.

Der Unterhaltsbeitrag ist an die Kindsmutter zugunsten von A._____ 
und B._____ zu überweisen, solange diese nicht selbständige An-
sprüche aus Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Vater stellen oder eine 
andere Zahlstelle bezeichnet (Art. 289 Abs. 1 ZGB).

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(5.-12.)“

3. Nachdem Y._____ aufgrund der Übernahme des Hotel-Wellness E._____ 
den Wohnsitz mit ihren Kindern nach G._____ verlegt hatte, es von dort aus aber 
für die Kinder nicht möglich war, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Schule 
bzw. den Arbeitsort rechtzeitig zu erreichen, mietete Y._____ für A._____ und 
B._____ per 1. Oktober 2007 eine 3-Zimmerwohnung in D._____, wo diese unter 
der Woche wohnen konnten. 

4. Am 1. Juli 2008 trat B._____ im von X._____ zusammen mit seinem Bruder 
F._____ geführten Geschäft für Plattenbeläge und Unterlagsböden eine Anlehre 
als Baupraktiker an, wobei er im ersten Lehrjahr einen Bruttolohn von Fr. 800.-- 
und im zweiten Lehrjahr einen solchen von Fr. 1‘000.-- bezog.

5. Ab November 2008 reduzierte X._____ seine bis anhin bezahlten Unter-
haltsbeiträge von Fr. 1‘750.-- auf Fr. 1‘000.--. Mit Schreiben vom 24. November 
2008 forderte Y._____ X._____ auf, ihr den ausstehenden Betrag von Fr. 8‘797.70 
sowie die Alimente von Fr. 750.-- für den Monat Oktober für B._____ bis zum 12. 
Dezember 2008 zu bezahlen. Am 8. Januar 2009 reichte Y._____ sodann beim 
Betreibungsamt der Gemeinde C._____ ein Betreibungsbegehren für die Forde-
rungssummen von Fr. 8‘797.70 nebst Zins zu 7 % seit 28. Mai 2006, Fr. 750.-- 
nebst Zins zu 7 % seit 1. Oktober 2008, Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. No-
vember 2008 und Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. Dezember 2008 ein. Als 
Forderungsurkunde bzw. Grund der Forderung gab Y._____ nicht bezahlte Ali-
mente und ausserordentliche Arzt- und Zahnarztkosten gemäss Konvention und 
Abrechnungen von 2001 bis 2006 an. Am 5. März 2009 reichte Y._____ erneut ein 
Betreibungsbegehren ein und nannte als Forderungssummen Fr. 750.-- nebst Zins 
zu 7 % seit 1. Januar 2009, Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. Februar 2009 und 
Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. März 2009, wobei sie als Forderungsurkunde 
bzw. Grund der Forderung wiederum nicht bezahlte Alimente gemäss Schei-
dungskonvention angab. Mit Rechtsöffnungsentscheid vom 26. März 2009, mitge-
teilt am 29. April 2009, erteilte das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos in 
der ersten Betreibung die definitive Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 1‘500.-- 
nebst Zins zu 5 % auf Fr. 750.-- seit 1. November 2008 sowie Zins zu 5 % auf Fr. 
750.-- seit 1. Dezember 2008.

6. Nach der Aufgabe der Leitung des Hotel-Wellness E._____ zog Y._____ 
wieder nach F._____, wo sie mit Mietbeginn 1. April 2009 eine 5½-Wohnung an-
mietete, die gemäss ihren Angaben den beiden Kindern, ihr selber und einer wei-

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teren Person als Unterkunft hätte dienen sollen. Aus diesem Grund kündigte 
Y._____ die von den Kindern belegte Wohnung in D._____ per Ende März 2009. 
X._____ mietete jedoch auf eigene Kosten für B._____ ab dem 1. April 2009 eine 
eigene Wohnung in F._____, weshalb B._____ nicht in die von seiner Mutter an-
gemietete  5½-Wohnung mit einzog.

7. Im März 2009 stellte X._____ seine Unterhaltszahlungen vollständig ein. 
Am 8. Mai 2009 stellte Y._____ gegen ihren geschiedenen Ehemann daher Straf-
antrag wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gegenüber ihren Kindern. 
Mit Verfügung vom 20. August 2009, mitgeteilt am 25. August 2009, stellte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen X._____ ein. Eine 
gegen diese Einstellungsverfügung erhobene Beschwerde von Y._____ hiess das 
Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 20. Oktober 2009, mitgeteilt 
am 29. Oktober 2009, gut und wies die Sache an die Staatsanwaltschaft 
Graubünden zurück. Mit Verfügung vom 15. Juni 2010, mitgeteilt am 18. Juni 
2010, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen 
X._____ wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten unter Vorbehalt der 
Wiederaufnahme nach Abschluss des Abänderungsverfahrens ein. 

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 2. Juni 2009 machte X._____ beim 
Kreispräsidenten F._____ als Vermittler eine Klage auf  Abänderung des Schei-
dungsurteils vom 23. Mai 2006 gegen Y._____ anhängig. Nach erfolglos verlau-
fender Sühneverhandlung vom 7. Juli 2009 bezog X._____ am 4. Mai 2010 den 
Leitschein. Mit Prozesseingabe vom 19. Mai 2010 unterbreitete er die Streitsache 
dem Bezirksgericht Prättigau/Davos. Seine Rechtsbegehren lauteten:

„1. Die Ziffern 3 und 4 des Scheidungsurteils vom 23. Juni 2006 seien wie folgt 
abzuändern:

a) Die elterliche Obhut von B._____ befindet sich seit dem 1. Oktober 
2008 beim Kindsvater.

b) Der Kindsvater sei von der monatlichen Unterstützungspflicht für 
B._____ von CHF 800.- rückwirkend ab dem 1. Oktober 2008 zu 
entbinden.

2. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,5% 
Mehrwertsteuer auf die ausseramtliche Entschädigung zu Lasten der Be-
klagten.“

C. In ihrer Prozessantwort vom 25. Juni 2010 liess Y._____ - damals noch oh-
ne anwaltliche Vertretung - folgendes beantragen:

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„1. Das Begehren von X._____ sei zurückzuweisen. Es besteht kein Hand-
lungsbedarf, das Scheidungsurteil abzuändern, geschweige denn sogar 
rückwirkend.

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer auf 
die ausserordentliche Entschädigung zu Lasten des Klägers X._____.“

D. Am 17. September 2010 reichte X._____ eine Replik ein, worauf Y._____ 
am 4. Oktober 2010 eine Duplik einreichte. Nachdem zudem die beiden Kinder 
B._____ und A._____ als Zeugen einvernommen worden waren, fand am 3. No-
vember 2011 die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos statt. 
X._____ stellte dabei neu das Eventualbegehren, dass die Obhut der Mutter sowie 
seine Unterhaltspflicht für B._____ eventualiter per 1. April 2009 enden möge.

E. Mit Urteil vom 3. November 2011, mitgeteilt am 2. Dezember 2011, erkann-
te das Bezirksgericht Prättigau/Davos alsdann wie folgt:

„1. Die Klage des X._____ gegen Y._____ wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Kreisamtes F._____ in Höhe von Fr. 300.00 trägt X._____. 
Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:

 - einer Gerichtsgebühr von Fr. 2‘000.00

- Schreibgebühren von Fr. 470.00

  - Barauslagen von Fr. 30.00

  total somit von Fr. 2‘500.00
gehen zu Lasten des X._____ und werden mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3. X._____ wird verpflichtet, Y._____ ausseramtlich mit Fr. 6‘407.40 (inkl. 
Spesen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

F. Gegen dieses Urteil liess X._____ mit Eingabe vom 18. Januar 2012 Beru-
fung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben. Dabei stellte er folgende 
Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 3. No-
vember 2011, mitgeteilt am 2. Dezember 2011, sei aufzuheben.

2. Ziff. 3 und 4 des Scheidungsurteils vom 23. Juni 2006 seien wie folgt ab-
zuändern:

a) Die Obhut von B._____ befindet sich seit dem 2. Juni 2009 beim 
Kindsvater.

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b) Der Kindsvater sei von der monatlichen an die Kindsmutter zu leis-
tenden Unterstützungspflicht für B._____ von CHF 800.- ab dem 2. 
Juni 2009 zu entbinden.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% Mehrwertsteu-
er auf die ausseramtliche Entschädigung für das Berufungsverfahren zu 
Lasten der Berufungsbeklagten.

Für das Verfahren vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos seien die aus-
seramtlichen Aufwendungen wettzuschlagen und die Gerichtskosten hälftig 
zu teilen.“

Zur Begründung führte er sinngemäss aus, dass der Sohn B._____ seit 
dem Frühjahr 2009 keinen Kontakt mehr zur Kindsmutter gepflegt und sich auch  
geweigert habe, ein ihm angeblich von der Mutter auf den April 2009 zur Verfü-
gung gestelltes Zimmer in F._____ zu benutzen. Das faktisch Gelebte zeige daher 
eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse, weshalb die elterliche Obhut ab 
diesem Zeitpunkt neu an den Kindsvater zuzuteilen sei. Darüber hinaus gehe es 
nicht an, dass er zusätzlich zu seinen eigenen Leistungen an den Lebensunterhalt 
des gemeinsamen Sohnes B._____ auch noch eine doppelte Unterhaltszahlung 
an die keinerlei Leistung erbringende Kindsmutter zu entrichten habe. 

G. In ihrer Berufungsantwort vom 9. Februar 2012 beantragte Y._____ die 
Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MwSt. 
von 8 % für das Berufungsverfahren, wie auch für das erstinstanzliche Verfahren 
zu Lasten des Klägers und Berufungsklägers. Zur Begründung führte sie aus, 
dass der Kläger weder im vorinstanzlichen Verfahren noch in der Berufungsschrift 
habe dartun können, inwieweit die nunmehr zwischen dem 2. Juni 2009 und dem 
1. Oktober 2009 herrschenden Lebensumstände den Kindern A._____ und 
B._____ geschadet hätten und es für das Kindeswohl von B._____ nötig gewor-
den sei, dass dieser die vom Kläger gemietete Wohnung hätte beziehen müssen. 
In Bezug auf die beantragte Abänderung der Unterhaltsbeiträge habe der Kläger 
keine wesentliche Veränderung der Verhältnisse im Sinne von Art. 134 Abs. 2 
i.V.m. Art. 286 Abs. 2 ZGB darlegen können, weshalb der klägerische Antrag un-
begründet sei. Gleichzeitig ersuchte Y._____ um die Bewilligung der unentgeltli-
chen Prozessführung für das Berufungsverfahren. 

H. Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 erklärte die Vorsitzende der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden, dass weder ein weiterer Schrif-
tenwechsel noch eine mündliche Verhandlung vorgesehen seien. Am 24. Februar 
2012 reichte der Rechtsvertreter von Y._____ seine Honorarnote ein. 

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Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen 
im angefochten Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 3. 
November 2011 wurde den Parteien am 2. Dezember 2011 und somit nach In-
krafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) am 1. Januar 
2011 mitgeteilt. Auf das vorliegende Verfahren findet demnach die Schweizerische 
Zivilprozessordnung Anwendung (Art. 405 Abs. 1 ZPO).

2.a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 ZPO sind mit der Berufung erstinstanzliche End- 
und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche 
Massnahmen anfechtbar. Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um einen 
erstinstanzlichen Endentscheid, der unter anderem die Übertragung der Obhut 
und damit grundsätzlich eine nichtvermögensrechtliche Streitigkeit betrifft. Das 
klägerische Rechtsbegehren lautete zwar nicht auf Zuteilung der Obhut, sondern 
auf Feststellung, dass sich die Obhut von B._____ seit Oktober 2008 beim Kinds-
vater befindet (dies wohl in Anlehnung an Dispositiv-Ziffer 3 des Scheidungsurteils 
vom 17. Mai 2006, in welcher dem Wortlaut nach ebenfalls nur die faktische Obhut 
der Mutter festgestellt wird), doch wurde an der Hauptverhandlung vor der Vorin-
stanz ausdrücklich von Zuteilung der Obhut ab 1. Oktober 2008, eventuell ab 1. 
April 2009 gesprochen und die Anpassung des Scheidungsurteils an das tatsäch-
lich Gelebte verlangt. Die Klage hatte demnach die rückwirkende Änderung der 
rechtlichen Obhut und nicht bloss die Feststellung der faktischen Obhut zum Ziel. 
Im Zeitpunkt der Klageprosequierung war der Sohn allerdings bereits mündig, 
womit das Interesse an der Zusprechung der Obhut nur noch insofern bestehen 
konnte, als damit die bereits vollzogene Änderung in den Obhutsverhältnissen 
nachträglich genehmigt und als Folge davon die väterliche Unterhaltsverpflichtung 
aufgehoben werden sollte. Das Begehren um Zusprechung des Obhutsrechts für 
einen vollständig in der Vergangenheit liegenden Zeitraum erscheint im Verhältnis 
zum Begehren auf Aufhebung der Unterhaltspflicht nur noch als Vorfrage (vgl. in 
diesem Zusammenhang BGE 116 II 493). Mit der Klage wurde demnach letztlich - 
wenn nicht ausschliesslich, so doch überwiegend - ein finanzielles Interesse ver-
folgt, was auch in den Rechtsschriften mehrfach zum Ausdruck kommt (so etwa in 
der Berufung S. 10, wo es wörtlich heisst: „Es geht im vorliegenden Zivilverfahren 

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ausschliesslich darum, dass der Kindsvater nicht zusätzlich zu seinen eigenen 
Leistungen an den Unterhalt des gemeinsamen Sohnes B._____ quasi eine dop-
pelte Unterhaltszahlung an die keinerlei Leistung erbringende Kindsmutter zu ent-
richten hat“). Demzufolge ist die vorliegende Streitsache als vermögensrechtliche 
Streitigkeit zu qualifizieren, weshalb die Berufung nur gegeben ist, wenn der 
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10‘000.-- 
beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Massgebend ist somit nicht der Streitwert, welcher 
sich anhand der Berufungsanträge der Parteien und dem vorinstanzlichen Ent-
scheid errechnet. Abzustellen ist vielmehr auf den Betrag, welcher nach den Be-
gehren der Parteien bei Erlass des erstinstanzlichen Urteils noch streitig war 
(Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung, Basel 2010, Art. 308 N 8; Gehri, in: Gehri/Kramer 
[Hrsg.], ZPO-Kommentar, Zürich 2010, Art. 308 N 6; Reetz/Theiler, in Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 308 N 39 f.; Blickenstorfer, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 308 N 24 f.). Vor der Vorinstanz war 
die Unterhaltspflicht für B._____ vom 1. Oktober 2008 bis 6. Oktober 2009 (Eintritt 
der Mündigkeit) umstritten. Dass im Scheidungsurteil die Unterhaltspflicht über die 
Mündigkeit hinaus (mit Überweisung an die Mutter, solange die Kinder nicht 
selbständig Ansprüche stellen oder eine andere Zahlstelle bezeichnen) vereinbart 
worden war, ändert nichts daran, dass die Prozessführungsbefugnis der Mutter im 
Abänderungsverfahren auf die Zeit bis zum Eintritt der Mündigkeit beschränkt 
blieb. Eine über diesen Zeitraum hinausgehende Prozessstandschaft hätte die 
Zustimmung des mündig gewordenen Sohnes vorausgesetzt (Urteil des Bundes-
gerichts 5C.277/2001 vom 19. Dezember 2002, E. 1.4.1), deren Erteilung bei der 
gegebenen Konstellation von vornherein ausgeschlossen werden kann. Entspre-
chend wurde in der Prozessantwort (S. 4) auch nur der Unterhalt bis Oktober 2009 
als geschuldet bezeichnet. Unter Berücksichtigung der im Scheidungsurteil ange-
ordneten Indexierung der Unterhaltsbeiträge lag somit ein Betrag von Fr. 
10‘120.60 (3 Monate à Fr. 823.70 [Fr. 2‘471.10] und 9.16 Monate à Fr. 835.10 [Fr. 
7‘649.50]) im Streit, womit der für die Berufung erforderliche Streitwert knapp er-
reicht ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Berufung ist somit 
einzutreten. 

b) Mit der Berufung wird nur noch die Änderung des Scheidungsurteils mit 
Wirkung ab 2. Juni 2009 beantragt. Die von der Vorinstanz festgestellte Unmög-
lichkeit, die Zuteilung der elterlichen Obhut mitsamt der daraus folgenden Unter-

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haltsverpflichtung rückwirkend auf einen Zeitpunkt vor Klageanhebung zu ändern, 
wurde ausdrücklich und zu Recht anerkannt (Urteil des Bundesgerichts 
5C.277/2001 vom 19. Dezember 2002, E. 5). Vor Kantonsgericht ist demnach nur 
noch die Unterhaltspflicht für rund vier Monate, also ein Betrag von ca. Fr. 3‘500.-- 
strittig, weshalb die Beurteilung der vorliegenden Streitsache in einzelrichterlicher 
Kompetenz erfolgt (Art. 7 Abs. 2 lit. a des Einführungsgesetztes zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]). Dieselbe Kompetenz ergäbe 
sich im Übrigen, wenn man von einer nichtvermögensrechtlichen Streitigkeit aus-
gehen würde, zumal sich die Berufung - wie noch aufgezeigt wird - als offensicht-
lich unbegründet erweist (Art. 7 Abs. 2 lit. b EGzZPO).

3.a) Der Berufungskläger wendet sich in einem ersten Punkt gegen die vor-
instanzliche Beurteilung seines Antrags auf Änderung der im Scheidungsurteil 
enthaltenen Obhutsregelung und beantragt sinngemäss die Zuteilung der Obhut 
mit Wirkung ab Klageanhebung. Die Vorinstanz hat diesbezüglich zunächst fest-
gestellt, dass gemäss Dispositiv Ziff. 2 des Scheidungsurteils den Parteien bezüg-
lich des Sohnes B._____ das gemeinsame Sorgerecht zustehe. Die Obhut habe 
die Mutter inne. Eine Umteilung des Sorge- oder Obhutsrechts setze gemäss Art. 
134 Abs. 1 ZGB nicht bloss eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse vor-
aus, sondern diese müsse auch für die Wahrung des Kindeswohls erforderlich 
sein. Der 19½-jährige B._____ habe in seiner Einvernahme als Zeuge nicht gel-
tend gemacht, man möge die Obhut von der Mutter rückwirkend auf den Vater 
übertragen. Da somit kein Wunsch des direkt betroffenen Kindes B._____ nach 
einem Wechsel der Obhut vorliege, müsse sich eine Umteilung des Obhutsrechts 
allein auf eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse stützen und überdies für 
die Wahrung des Kindeswohls erforderlich sein. Der Kläger habe nicht aufgezeigt, 
inwiefern sich die Verhältnisse wesentlich verändert hätten, so dass die Obhut der 
Beklagten entzogen und rückwirkend neu auf den Vater hätte übertragen werden 
müssen. Zudem sei nicht ersichtlich, inwiefern eine solche Änderung des Obhuts-
rechts dem Wohl von B._____ (besser) hätte gedient haben können. 

b) Nicht in Frage gestellt wird mit der Berufung die vorinstanzliche Auffassung, 
wonach der Mutter aufgrund des Scheidungsurteils das alleinige Obhutsrecht zu-
stand und sie demzufolge befugt war, den Aufenthaltsort des Sohnes sowie die Art 
und Weise seiner Unterbringung zu bestimmen. Im Dispositiv des Scheidungsur-
teils findet sich allerdings keine explizite Zuteilung der rechtlichen Obhut, sondern 
nur eine Regelung des vorwiegenden Aufenthaltes und damit der faktischen Obhut 
(sog. Residenzmodell, wonach das Kind im Sinne der gemeinsamen juristischen 

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Sorge gewöhnlich seinen Aufenthaltsort - und damit seinen eigentlichen Lebens-
mittelpunkt - bei einem Elternteil hat, während der andere Elternteil einen mög-
lichst intensiven Besuchskontakt zu ihm pflegt: vgl. hierzu Cantieni, Gemeinsame 
elterliche Sorge nach Scheidung, in: Schwenzer/Büchler [Hrsg.], Schriftenreihe 
zum Familienrecht, Bern 2007, S. 101 ff.). Die dem Scheidungsurteil zugrunde 
liegende Konvention und die Erwägungen im Scheidungsurteil geben ebenfalls 
keinen eindeutigen Aufschluss darüber, ob das gemeinsame Sorgerecht die recht-
liche Obhut mitumfassen sollte oder nicht. Vermutungsweise wäre daher davon 
auszugehen, dass beide Eltern Inhaber der rechtlichen Obhut bleiben sollten (so 
auch die kantonsgerichtliche Auslegung im Beschwerdeentscheid gegen die Ein-
stellungsverfügung der Staatsanwaltschaft [Vorinstanz, act. II./21]). Den Parteien 
selber scheint diese Differenzierung allerdings kaum bewusst gewesen zu sein, 
was sich unter anderem auch darin zeigt, dass in der Prozesseingabe (S. 3) gar 
von alleiniger Obhut und Sorge der Kindsmutter die Rede war. Die Auslegung der 
Vorinstanz dürfte daher dem mutmasslichen Parteiwillen eher entsprochen haben 
als die Annahme einer gemeinsamen rechtlichen Obhut. Im Übrigen würde auch 
ein allfälliges Mitbestimmungsrecht des Vaters hinsichtlich Aufenthalt und Unter-
bringung des Sohnes nichts daran ändern, dass ein Abweichen vom im Schei-
dungsurteil vereinbarten vorwiegenden Aufenthalt bei der Mutter (auch) deren Zu-
stimmung oder aber der gerichtlichen Änderung des Scheidungsurteils bedürfte, 
wobei letztere wiederum nur unter den Voraussetzungen von Art. 134 Abs. 1 ZGB, 
das heisst wenn die Neuregelung der Obhut wegen einer wesentlicher Verände-
rung der Verhältnisse zum Wohle des Kindes geboten wären, zu erfolgen hätte. 
Unabhängig von der Qualifikation der bisherigen Regelung hat die Vorinstanz da-
her zu Recht geprüft, ob die beantragte Änderung des Obhutsrechts aufgrund ver-
änderter Verhältnisse, namentlich auch unter Berücksichtigung des Kindes-
wunsches, zur Wahrung des Kindeswohles notwendig war. 

c) Der Berufungskläger beanstandet, dass die Vorinstanz ihr Urteil unter ande-
rem zu Unrecht auf die Tatsache gestützt habe, dass B._____ in seiner Zeugen-
einvernahme nicht den Wunsch geäussert habe, dass er wolle, dass die elterliche 
Obhut nicht mehr bei der Mutter, sondern beim Vater liegen solle. Es verstehe sich 
von selbst, dass B._____ bei seiner Zeugeneinvernahme im Frühjahr 2011 nicht 
den konkreten „Wunsch“ geäussert habe, die elterliche Obhut möge seit dem 
Frühsommer 2009 nicht mehr bei der Mutter liegen, zumal eine derart konkrete 
Frage auch nicht an ihn gerichtet worden sei und er auch „das Andere“ gelebt ha-
be. Zudem sei die Vorinstanz auch bezüglich des Kindeswohls zu schematisch 
vorgegangen. Sie habe das Alter von B._____, zum fraglichen Zeitpunkt 17½ Jah-

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re, nicht berücksichtigt. In diesem Alter habe das Kindeswohl und die elterliche 
Sorge eine andere Bedeutung als bei jüngeren Kindern. Seit dem Frühjahr 2008 
habe B._____ nur noch rudimentären und spätestens seit dem Frühjahr 2009 gar 
keinen Kontakt mehr zur Mutter gepflegt. Das spätestens seit Frühjahr 2009 fak-
tisch Gelebte entspreche ausschliesslich dem Willen von B._____ und dem vom 
Kindsvater im Rahmen des Zivilverfahrens geltend Gemachten. Die Vorinstanz 
habe es unterlassen, das Faktische zu werten. Die wesentliche Veränderung der 
Verhältnisse sei entgegen den Ausführungen der Vorinstanz offensichtlich und 
ausgewiesen, weshalb die elterliche Obhut spätestens ab diesem Zeitpunkt neu 
an den Kindsvater zuzuteilen sei.

d) Es ist zutreffend, dass B._____ als Zeuge nicht danach gefragt wurde, ob 
er einen Obhutswechsel wünsche. Die Kritik am Schluss der Vorinstanz, dass kein 
solcher Wunsch bestanden habe, erscheint daher ein Stück weit berechtigt. Dass 
der Vater die Wohnung in F._____ gegen den Willen seines Sohnes gemietet hat, 
kann ausgeschlossen werden. Bei seiner Zeugenaussage sprach B._____ viel-
mehr davon, dass er selber zusammen mit einem Kollegen die Wohnung gemietet 
habe, und zwar gegen den ihm bekannten Willen seiner Mutter, die für ihn ein 
Zimmer in einer neu gemieteten Familienwohnung bereit gestellt habe (Vorinstanz 
act. IV./1, S. 5). Es entsprach demnach durchaus dem Wunsch des Sohnes, dass 
der Vater die Kosten dieser Wohnung finanzierte. Entscheidend ist indessen, dass 
vorliegend nicht ein Umzug von der Mutter zum Vater, und damit verbunden ein 
Wechsel in der persönlichen Betreuung zur Diskussion stand, sondern der Ver-
bleib in einer Wohnung ohne elterliche Betreuung und Aufsicht. Einem derartigen 
Kindeswunsch kann von vornherein nicht dieselbe Bedeutung zukommen, wie 
dem von der persönlichen Bindung und echter Zuneigung getragenen Wunsch, 
fortan beim anderen Elternteil leben zu wollen. Ob die Übertragung der Obhut mit 
dem einzigen Zweck, dem Kind die Führung eines eigenen Haushalts zu erlauben, 
überhaupt je mit dem Kindeswohl zu vereinbaren ist, kann vorliegend offen gelas-
sen werden. Bei den gegebenen Verhältnissen war jedenfalls die Weigerung der 
Mutter, einem solchem Vorhaben zuzustimmen, durchaus begründet, zumal die 
frühere Straffälligkeit des Sohnes das Erfordernis einer elterlichen Beaufsichtigung 
trotz bevorstehender Mündigkeit nahelegte und nach ihrer erneuten Wohnsitz-
nahme in F._____ der Grund für das selbständige Wohnen weggefallen war. Der 
gegenteilige Wunsch des Kindes kann unter diesem Umständen nicht ausreichend 
sein, um eine Umteilung der Obhut zu rechtfertigen. Es wurde auch nicht darge-
tan, dass der Rückkehr in den mütterlichen Haushalt ein ernsthaftes Zerwürfnis 
entgegengestanden hätte. Derartiges ergibt sich auch nicht aus den Zeugenaus-

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sagen von B._____. Zwar scheinen zeitweise gewisse Erziehungsschwierigkeiten 
bestanden zu haben, die noch während der obligatorischen Schulzeit zu einem 
vorübergehenden Aufenthalt beim Vater geführt hatten (Vorinstanz act. IV./1, S. 
4). Eine eigentliche Trübung des persönlichen Verhältnisses ergab sich nach der 
eigenen Darstellung von B._____ aber erst als Folge des eigenmächtigen Woh-
nungsbezugs in F._____ (Vorinstanz act. IV./1, S. 2). Die Vorinstanz hat daher zu 
Recht erkannt, dass in persönlicher Hinsicht (Verfügbarkeit des betreuenden El-
ternteils, Beziehung zu den Eltern) keine wesentliche Veränderung der Verhältnis-
se aufgezeigt wurde. 

e) Der Berufungskläger bringt des Weiteren vor, dass auch aufgrund der E-
Mail vom 2. Dezember 2008 (Vorinstanz act. II./32) die elterliche Obhut dem Vater 
zugeteilt werden müsse. B._____ hatte im Zusammenhang mit einem Gesetzes-
verstoss einen Schaden verursacht. Als sich der Geschädigte bzw. sein Vertreter 
zwecks Begleichung der Ersatzforderung an die Eltern gewandt hatte, hatte die 
Mutter den Rechnungsstellenden in einer E-Mail am 2. Dezember 2008 gebeten, 
sich direkt an ihren Ex-Mann zu wenden, „da er für ihren Sohn verantwortlich“ sei. 
Der Berufungskläger ist der Ansicht, dass die E-Mail nur so gedeutet werden kön-
ne, als dass die Mutter spätestens seit dieser Mitteilung keinerlei Verantwortung 
mehr für B._____ habe haben wollen.

f) Die Vorinstanz führte diesbezüglich aus, dass die Entwendung des Quads 
und dessen Zerstörung sich zu einem Zeitpunkt ereignet habe, als B._____ so-
eben mit seiner Schwester in D._____ in die gemeinsame Wohnung gezogen sei 
und die Mutter - ihren eigenen Angaben zufolge - in den Ferien geweilt habe. Aus 
diesem Grund sei die Annahme der Mutter, dass der Vater und Lehrmeister 
während dieser Zeit ein besonderes Auge auf B._____ hätte werfen sollen, nicht 
abwegig, zumal X._____ auch Mitinhaber der elterlichen Sorge gewesen sei. Der 
Vater habe nicht davon ausgehen dürfen, dass aufgrund der E-Mail vom 2. De-
zember 2008 die Mutter die Obhut über B._____ selber aufgegeben habe und die-
se an den Vater gegangen sei. Diese Ausführungen der Vorinstanz sind nicht zu 
beanstanden. Es ist zwar richtig, dass die Berufungsbeklagte in besagter E-Mail 
eine absolute Formulierung verwendet hat, doch es war für den Berufungskläger 
klar erkennbar, dass sich die ihm zugewiesene Verantwortung lediglich auf die 
Straftat bzw. den Schadenfall beschränkte. In Anbetracht früherer Äusserungen 
der Mutter musste dem Berufungskläger bewusst sein, dass sie die Obhut nicht 
ohne schriftliche Vereinbarung aufgeben würde. So hatte die Berufungsbeklagte 
bereits in der Mahnung vom 24. November 2008 für ausstehende Unterhaltsbei-

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träge (Vorinstanz act. II./2) klar kommuniziert, dass eine Neuregelung der elterli-
chen Verantwortung für B._____ auf den Zeitpunkt der Beendigung des Mietver-
hältnisses in D._____ vom Abschluss einer Vereinbarung („Zusatz zu Konvention 
unterschreiben“) abhängig sei. Diesen Standpunkt hatte sie denn auch in der Stra-
funtersuchung vertreten (Vorinstanz act. II./19 S. 2 und act. III./22). Jedenfalls 
lässt sich aus der Ablehnung der Haftung gegenüber dem Geschädigten bzw. sei-
nem Vertreter weder der Wille zur Aufgabe der Obhut, noch die Ermächtigung zur 
Bestimmung über die Wohnverhältnisse des Sohnes ableiten. 

g) Der Berufungskläger bringt ferner vor, dass er seit dem Oktober 2008 prak-
tisch vollumfänglich für den gesamten Lebensunterhalt von B._____ aufgekom-
men sei. Bis Ende März 2009 habe die Mutter die Wohnungsmiete für die beiden 
Kinder in D._____ bezahlt und gemäss den Zeugenaussagen von B._____ habe 
sie vom Frühjahr 2008 bis Ende Oktober 2009 gerademal rund vier Mal Lebens-
mittel für die Kinder eingekauft. Weitere Leistungen seien nicht erbracht worden 
und seien insbesondere auch nicht belegt. 

Soweit der Berufungskläger mit dieser erneuten ausführlichen Darstellung seiner 
Leistungen ab Oktober 2008 aufzeigen will, dass die Berufungsbeklagte die Kinder 
ungenügend versorgt habe und aufgrund dessen eine Übertragung der Obhut er-
forderlich sein soll, ist festzuhalten, dass der Vorwurf an die Berufungsbeklagte 
unbegründet ist. Unbestrittenermassen ist die Berufungsbeklagte für den Mietzins 
und die Nebenkosten der Wohnung in D._____ (Vorinstanz act. III./35: Fr. 1‘020.-- 
inkl. Nebenkosten) sowie für die Krankenkassenkosten der Kinder aufgekommen. 
Gemäss Zeugenaussage von A._____ hat die Mutter zudem regelmässig Le-
bensmittel gekauft bzw. Geld für den Kauf von Lebensmitteln zur Verfügung ge-
stellt (Vorinstanz act. IV./2 S. 2). Die Berufungsbeklagte hat bereits in ihrer Pro-
zessantwort vor der Vorinstanz (Vorinstanz act. I./2 S. 4) plausibel dargelegt, dass 
sie das Geld der Tochter A._____ zur Verwaltung gegeben habe, da B._____ 
nicht mit dem Geld für Lebensmittel umgehen konnte und dieses lieber in Drogen 
und Kollegen investiert habe. Aufgrund der im Recht liegenden Beweismittel ist 
sodann erstellt, das die Mutter auch die Telefonrechnungen von B._____ bezahlt 
hat.  Die von der Berufungsbeklagten eingereichten Sunrise-Rechnungen (Vorin-
stanz act. III./40) lauten nämlich auf den Anschluss, welcher im Lehrvertrag (Vor-
instanz act. II./27) als jener des Sohnes aufgeführt wurde. Des weitern konnten 
beide Kinder über ihr Lehrlingseinkommen verfügen, womit ein ausreichendes Ta-
schengeld zur Verfügung stand, selbst wenn ein Teil des Lehrlingslohnes für Le-
bensmittel und Kleider verwendet werden musste. Schliesslich hatten die Kinder 

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auch die Möglichkeit, die Wochenenden bei der Mutter in G._____ zu verbringen, 
wo ihnen ebenfalls noch ein Zimmer zur Verfügung stand. Damit ist nicht erwie-
sen, dass die Leistungen des Vaters für B._____ (Vorinstanz act. II./28: 27. Okto-
ber 2008 bis 16. März 2009 total Fr. 3‘348.35, wovon Fr. 1‘150.-- für ein Bahn-
/Busabo war) tatsächlich notwendig waren. Selbst wenn dem aber so gewesen 
wäre, hätte sich deswegen so kurz vor der Mündigkeit nicht mehr ein Obhuts-
wechsel aufgedrängt, sondern es waren allenfalls anderweitige Kindesschutz-
massnahmen zu ergreifen gewesen. Wenn sodann die Berufungsbeklagte als 
Konsequenz des eigenmächtigen Vorgehens des Vaters und des Sohnes ab dem 
Umzug des Sohnes nach F._____ keine Leistungen mehr erbracht hat, kann ihr 
das nicht als Verletzung der elterlichen Fürsorgepflicht angelastet werden. Die 
Vorinstanz hat somit den Antrag auf Zusprechung der Obhut zu Recht abgewie-
sen. 

4.a) Der Berufungskläger fordert sodann, dass er von der monatlichen an die 
Kindsmutter zu leistenden Unterstützungspflicht für B._____ von Fr. 800.-- ab dem 
2. Juni 2009 zu entbinden sei. 

Die Vorinstanz hat diesbezüglich auf Art. 285 Abs. 1 ZGB hingewiesen, wonach 
der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und 
Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und ausserdem Vermögen und Einkünf-
te des Kindes sowie den Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der 
Betreuung des Kindes berücksichtigen soll. Das Gericht könne anordnen, dass der 
Unterhaltsbeitrag sich bei bestimmten Veränderungen der Bedürfnisse des Kindes 
oder der Leistungsfähigkeit der Eltern oder der Lebenskosten ohne weiteres er-
höhe oder vermindere (Art. 286 Abs. 1 ZGB). Bei erheblicher Veränderung der 
Verhältnisse setze das Gericht den Unterhaltsbeitrag auf Antrag eines Elternteils 
oder des Kindes neu fest oder hebe ihn auf (Art. 286 Abs. 2 ZGB). Vorliegend sei-
en jedoch keine erheblichen Veränderungen der Verhältnisse erwiesen, die zur 
Bestimmung der Beitragshöhe von Bedeutung seien. Es lägen weder unvorher-
sehbare Ereignisse wie Krankheit, Invalidität oder besondere Ausbildungsziele, 
noch qualifiziert veränderte wirtschaftliche Umstände wie Arbeitslosigkeit, Ein-
kommenseinbussen oder wirtschaftliche Besserstellung des Inhabers der Obhut 
vor. Zudem seien auch keine familiären Veränderungen, die einen Abänderungs-
grund abgeben würden, auszumachen. Ferner sei aus den Akten auch keine mit 
der obhutsberechtigten Mutter getroffene Abrede ersichtlich, wonach der Kläger 
die Wohnungsmiete für den Sohn vorgängig mit der Mutter abgesprochen hätte. 
Demnach müsse davon ausgegangen werden, der Vater habe beim Anmieten der 

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eigenen Wohnung für B._____ eigenmächtig gehandelt. Aus dem Umstand, dass 
sich die Mutter, nachdem sich herausgestellt hatte, dass B._____ nicht in die auch 
für ihn gedachte 5½-Zimmerwohnung miteinziehen würde, möglichst rasch darum 
bemüht habe, das durch B._____ nicht belegte Zimmer in F._____ an eine andere 
Person zu vergeben, könne ihr kein Strick gedreht werden. Es sei völlig nachvoll-
ziehbar, dass die in finanziellen Nöten steckende Beklagte möglichst schnell eine 
Schadensbegrenzung habe vornehmen wollen. Für den Schaden sei notabene der 
Kläger verantwortlich, nachdem er ohne Rücksprache mit der obhutsberechtigten 
Mutter eine eigene Wohnung für B._____ gemietet habe. Somit bleibe die Unter-
haltspflicht des Vaters gemäss Scheidungsurteil bestehen. 

b) Der Berufungskläger rügt in diesem Punkt eine Ermessensüberschreitung, 
eine unrichtige Rechtsanwendung sowie eine willkürliche Beweiswürdigung durch 
die Vorinstanz. Denn obwohl selbst die Vorinstanz davon ausgehe - so der Beru-
fungskläger -, dass spätestens seit dem 1. Mai 2009 von der Kindsmutter keinerlei 
Leistungen zu Gunsten von B._____ erbracht worden seien, werde mit einer 
„rückwirkenden“ Argumentation darauf erkannt, es sei gerechtfertigt, dass der 
Kindsvater gleichwohl und trotz seiner eigenen umfassenden Finanzierung des 
Lebensunterhalts des Sohnes zusätzliche monatliche Unterhaltszahlungen, wel-
che für den Lebensunterhalt von B._____ bestimmt gewesen seien, an die Kinds-
mutter zu leisten habe. 

c) Der Berufungskläger scheint davon auszugehen, dass der Umstand, dass 
er selber seit dem Umzug des Sohnes nach F._____ bzw. jedenfalls seit Rechts-
hängigkeit der Abänderungsklage für dessen Unterhalt aufgekommen sei, zwin-
gend zur Aufhebung der Unterhaltsverpflichtung gemäss Scheidungsurteil führen 
müsse bzw. dass die fehlenden eigenen Leistungen der Mutter in der fraglichen 
Zeitspanne per se einen Abänderungsgrund darstellen. Damit verkennt er offen-
sichtlich die Rechtslage. Nach Art. 276 Abs. 2 ZGB haben die Eltern für den Un-
terhalt des Kindes aufzukommen. Daraus erhellt, dass jeder Elternteil einen Teil 
des Unterhalts zu bestreiten hat (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhalts-
rechts, 2. Auflage, Bern 2010, N 06.30). Gemäss Art. 276 Abs. 2 ZGB wird der 
Unterhalt durch Pflege und Erziehung oder, wenn das Kind nicht unter der Obhut 
der Eltern steht, durch Geldzahlungen geleistet. Vereinbaren die Eltern nach ehe-
richterlicher Zuteilung der elterlichen Sorge oder Obhut, dass die tatsächliche Ob-
hut vom berechtigten Elternteil an den andern übergehen soll, so liegt darin eine 
faktische, nur auf Zusehen hin und unter Vorbehalt des Kindeswohls gültige Ände-
rung der richterlichen Zuteilung. Sie kann auch dadurch geschehen, dass das Kind 

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mit ausdrücklicher oder stillschweigender Billigung des Inhabers der elterlichen 
Obhut zum andern Elternteil zieht. Hat der Inhaber der elterlichen Obhut der Un-
terbringung des Kindes beim anderen Elternteil zugestimmt, so ist er auch damit 
einverstanden, dass dieser den Unterhalt in natura erbringt. Darin liegt, wenn 
nichts Abweichendes vereinbart wird, sinngemäss der Erlass der während der 
Obhut des beitragspflichtigen Elternteils fällig werdenden Beiträge. Zum gleichen 
Ergebnis führt die Verrechnung des Unterhaltsbeitrages mit dem Pflegegeld, das 
dem beitragspflichtigen Elternteil als Pflegeelternteil nach Art. 294 Abs. 1 ZGB 
zusteht. Ist aber der Inhaber der elterlichen Obhut mit dem Wegzug des Kindes 
zum anderen Elternteil nicht einverstanden, so kann jener auf Grund von Art. 289 
Abs. 1 ZGB grundsätzlich auf der Bezahlung des Unterhaltsbeitrages beharren, da 
in diesem Fall das Einverständnis zur Naturalleistung fehlt und die Beitragsschuld 
bestehen bleibt. Der Beitragspflichtige soll nicht durch direkte Leistungen an das 
Kind die Anordnungen des Inhabers der elterlichen Obhut durchkreuzen können. 
Unter Vorbehalt von Umständen, welche die Aufnahme des Kindes im Haushalt 
des nicht obhutsberechtigten Elternteils als Erfüllung der Beistandspflicht im Sinne 
von Art. 272 ZGB erscheinen lassen und zum Dahinfallen des Forderungsrechts 
des gesetzlichen Vertreters gemäss Art. 289 ZGB führen, wird der betreffende 
Elternteil von seiner Beitragspflicht nur durch Änderung des Scheidungsurteils be-
freit. In Betracht fällt dabei einmal die Abänderung nach Art. 286 Abs. 2 ZGB. Da-
nach setzt der Richter bei erheblicher Veränderung der Verhältnisse den Unter-
haltsbeitrag neu fest oder hebt ihn auf. Von Bedeutung ist dabei allerdings ledig-
lich eine Veränderung des Unterhaltsbedarfs des Kindes oder der Leistungsfähig-
keit eines Elternteils. Dagegen kann auf die Tatsache, dass der unterstützungs-
pflichtige Elternteil dem Kind in Widerspruch zum Scheidungsurteil den Unterhalt 
in natura leistet, für die Bemessung des Unterhaltsbeitrages nichts ankommen. 
Denn nach Art. 276 Abs. 2 ZGB steht das Recht, den Unterhalt in natura zu leis-
ten, nur dem Elternteil zu, der das Kind rechtmässig in seiner Obhut hat, und ist 
ein Elternteil, dem die Obhut nicht zusteht, verpflichtet, den Unterhalt durch Zah-
lung eines Unterhaltsbeitrages zu leisten. Dass der unterhaltspflichtige Elternteil 
tatsächlich für den Unterhalt in natura aufkommt, vermag eine Aufhebung der Un-
terhaltsbeitragspflicht im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB nicht zu begründen. Letz-
tere entfällt vielmehr erst mit einer gerichtlichen Übertragung der elterlichen Obhut 
(vgl. zum Ganzen Hegnauer, Berner Kommentar, Band II, 2. Abteilung, 2. Teil-
band, 1. Unterteilband, Die Gemeinschaft der Eltern und Kinder, Art. 276 N 102 ff.; 
Hegnauer, Zur Erfüllung der Unterhaltsbeitragspflicht geschiedener Eltern, in: 
Zeitschrift für Vormundschaftsrecht 1989, S. 100 ff.; Hausheer/Spycher, a.a.O., N 

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06.52). Der Unterhaltsverpflichtete kann nach dem Gesagten nicht frei wählen, ob 
er seinen Unterhaltsbeitrag in natura oder in Form von Geld leistet. Entsprechend 
hat das Bundesgericht - allerdings in strafrechtlichem Zusammenhang - ausdrück-
lich festgehalten, dass es dem unterhaltsverpflichteten Elternteil nicht frei steht, 
nach Belieben die richterlich festgesetzte Geldleistungspflicht teilweise in natura, 
im konkreten Fall durch Zurverfügungstellung einer Wohnung vermittels direkter 
Bezahlung des Mietzinses an den Vermieter, zu erfüllen (BGE 106 IV 36 E. 1a; 
Hausheer/Spycher, a.a.O., N 06.29). Vorliegend hat die Vorinstanz zutreffend 
festgestellt, dass der Kläger mit dem Anmieten der Wohnung für B._____ eigen-
mächtig gehandelt hat. Obwohl die Beklagte bereits im November 2008 eine 
schriftliche Vereinbarung zur Bedingung für die Übertragung der elterlichen Ver-
antwortung gemacht hat (Vorinstanz act. II./2), sind keine etwaigen Bemühungen 
des Klägers in diese Richtung aktenkundig. Es ist nicht einmal erstellt, dass die 
Berufungsbeklagte über die Pläne des Sohnes vor dem Abschluss des Mietvertra-
ges für die Familienwohnung informiert war. Die gegenteilige Behauptung in der 
Berufung ist wenig glaubhaft, zumal im vorinstanzlichen Verfahren nichts Derarti-
ges geltend gemacht wurde (Berufungsantwort, S. 5). Der Berufungskläger hat die 
Unterstützung des Sohnes freiwillig und auf eigenes Risiko erbracht, ohne dass 
die Voraussetzungen für eine Beistandspflicht vorgelegen hätten. Sofern die Wei-
gerung des Sohnes zu einer Rückkehr in den mütterlichen Haushalt aus Sicht des 
Berufungsklägers begründet erschien, hätte dieser rechtzeitig die erforderlichen 
rechtlichen Schritte (Antrag auf vorsorgliche Zuteilung der Obhut oder allenfalls 
Einschaltung der Vormundschaftsbehörde) einleiten müssen. Dies hat er nicht ge-
tan und seinem erst mit der gegenständlichen Klage erhobenen Antrag auf Umtei-
lung der Obhut konnte - wie vorstehend dargelegt - nicht entsprochen werden. 
Unter diesen Umständen ist aber auch seinem Antrag auf Aufhebung der Unter-
haltspflicht der Boden entzogen. 

d) Der Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass der Berufungsbeklagten 
auch kein rechtsmissbräuchliches Verhalten vorgeworfen kann, wenn sie für die 
relativ kurze Zeit bis zur Mündigkeit auf der Erfüllung der Unterhaltspflicht besteht. 
Wie schon die Grösse der per 1. April 2009 angemieteten Wohnung in F._____ 
nahelegt, hatte die Berufungsbeklagte ihre eigene Wohnsituation auf die Rückkehr 
des Sohnes eingerichtet. Dass sie das für den Sohn bestimmte Zimmer bereits 
nach einem Monat hätte untervermieten können, ist allein aufgrund der mit der 
gebotenen Zurückhaltung zu würdigenden Zeugenaussage des Sohnes nicht er-
stellt. Letztlich ist aber der genaue Zeitpunkt der Untervermietung gar nicht rele-
vant. Denn auch wenn dank der raschen Untervermietung der finanzielle Schaden 

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verringert werden konnte, sind für die Berufungsbeklagte damit Unannehmlichkei-
ten entstanden. Zudem wurde von der Vorinstanz zu Recht eine ganzheitliche Be-
trachtung der Leistungen der Berufungsbeklagten unter Einbezug der Überlassung 
des im Oktober 2007 gekauften Wohnungsmobiliars (oder zumindest eines gros-
sen Teils davon) vorgenommen. Dass sich die Berufungsbeklagte nicht auf diese 
Leistung berufen habe, trifft einerseits nicht zu (vgl. Plädoyer RA Suffert S. 4 f. 
sowie auch Prozessantwort S. 4) und wäre anderseits zufolge der in Kinderbelan-
gen geltenden Untersuchungsmaxime auch irrelevant. Zusammenfassend hat die 
Vorinstanz somit auch den Antrag des Berufungsklägers auf Aufhebung der Un-
terhaltspflicht zu Recht abgewiesen.

5.a) Ist die Berufung nach dem Gesagten abzuweisen und das Urteil des Be-
zirksgerichts Prättigau/Davos vom 3. November 2011 zu bestätigen, bleibt es folg-
lich auch bei der vorinstanzlichen Kostenregelung. Vorliegend ist somit nur über 
die Kosten des Berufungsverfahrens zu befinden. 

b) Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Ge-
richtskosten als auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der 
unterliegenden Partei auferlegt. In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht 
von diesem Verteilungsgrundsatz abweichen und die Prozesskosten nach Ermes-
sen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO).

Im vorliegenden Berufungsverfahren vermag der Berufungskläger mit seinen Be-
gehren nicht durchzudringen. Die Kosten des Berufungsverfahrens, die gestützt 
auf Art. 9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (VGZ; BR 
320.210) auf Fr. 2‘500.-- festgesetzt werden, sind daher dem unterliegenden Beru-
fungskläger aufzuerlegen, zumal vorliegend keine Gründe ersichtlich sind, welche 
ein Abweichen im Sinne von Art. 107 ZPO nahelegen würden. Entsprechend hat 
der Berufungskläger die Gegenpartei für das Berufungsverfahren auch ausseramt-
lich zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten reichte mit 
Schreiben vom 24. Februar 2012 eine Honorarnote in Höhe von total Fr. 2‘630.90 
inklusive Mehrwertsteuer ein (act. D.05), welche gemäss detaillierter Aufstellung 
einem Aufwand von 10 Stunden zum Stundenansatz von Fr. 240.-- zuzüglich Bar-
auslagen sowie Mehrwertsteuer von 8 % entspricht. Der geltend gemachte 
Zeitaufwand erscheint angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen, 
des Umfangs der Berufungsantwort und der notwendigen Bemühungen als ange-
messen. 

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6. Die Berufungsbeklagte hat am 9. Februar 2012 ein Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege eingereicht (ERZ 12 55). Dieses ist vorliegend gegenstandslos 
geworden, soweit die Verfahrenskosten vollständig dem Berufungskläger über-
bunden und der Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung zugesprochen 
wird. Für den Fall der Uneinbringlichkeit der ihr zugesprochenen Parteientschädi-
gung ist jedoch festzustellen, dass die Voraussetzungen für die Bewilligung der 
unentgeltlichen Prozessführung in finanzieller Hinsicht erfüllt sind und der Beizug 
eines Rechtsvertreters notwendig war. Insoweit ist das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen und daher die aus der Gerichtskasse zu leistende Ent-
schädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung festzusetzen (Art. 122 Abs. 2 
ZPO in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 EGzZPO). Dabei gilt es zu beachten, dass 
für die Bemessung der letzteren ein Stundenansatz von Fr. 200.-- anzuwenden ist 
(Art. 5 Abs. 1  der Honorarverordnung), womit ein Betrag von Fr. 2‘198.90 resul-
tiert. Die Bezahlung der Parteientschädigung durch die Gerichtskasse erfolgt nur 
gegen Nachweis der Uneinbringlichkeit (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Letztere ist in der 
Regel durch einen Verlustschein nachzuweisen. Vorbehalten bleibt die Rückforde-
rung im Falle verbesserter finanzieller Verhältnisse (Art. 123 ZPO). Mit der Bezah-
lung der Entschädigung geht der Anspruch auf Parteientschädigung auf den Kan-
ton über (Art. 122 Abs. 2 letzter Satz ZPO).

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2‘500.-- gehen zu Lasten von 
X._____. Sie werden mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 
4'000.-- verrechnet. Der Restbetrag des Kostenvorschusses von Fr. 1'500.-- 
wird dem Berufungskläger durch das Kantonsgericht erstattet.

    b) X._____ hat Y._____ für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 
von Fr. 2‘630.90 inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer zu leisten.

3. a) Das Gesuch von Y._____ um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung wird gutgeheissen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist, 
und Y._____ wird im Sinne von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO die unentgeltliche 
Verbeiständung durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christian T. Suffert bewilligt. 

    b) Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters von Y._____ für 
das Berufungsverfahren wird auf gesamthaft Fr. 2‘198.90 (inkl. Bar-
auslagen und MwSt.) festgesetzt. Sie kann im Falle der Uneinbringlichkeit 
der Parteientschädigung – welche in der Regel durch Verlustschein nach-
zuweisen ist – zulasten des Kantons Graubünden geltend gemacht werden.

    c) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch den Kanton Graubün-
den im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 30‘000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechts-
frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fäl-
len ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfah-
ren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. 90 ff. und 113 ff. BGG.

5. Mitteilung an: