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**Case Identifier:** 4e6134c7-1b2f-589c-91ad-ac81760310f4
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.03.2021 SK.2020.61
**Docket/Reference:** SK.2020.61
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2020-61_2021-03-17

## Full Text

Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 StGB).;;Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 StGB).;;Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 StGB).;;Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 StGB).

Urteil vom 17. März 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Einzelrichter 

Gerichtsschreiber Friedo Breitenfeldt  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

wältin des Bundes Simone Meyer-Burger, 

 

 

 
gegen 

  
A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Viktor Peter,  

 

 

Gegenstand  
Hausfriedensbruch, Gefährdung durch Sprengstoffe und 

giftige Gase in verbrecherischer Absicht 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2020.61 

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SK.2020.61 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen: 

- des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB), 

- der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 

(Art. 224 Abs. 1 StGB). 

2. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Der Vollzug der Frei-

heitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben. 

3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3’500.--, zzgl. die vom Gericht festzule-

genden Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, seien A. aufzuerlegen. 

4. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Viktor Peter, sei aus der Gerichtskasse für 

seine Aufwendungen zu entschädigen. A. sei im Falle einer Verurteilung zu ver-

pflichten, diese Kosten dem Bund vollumfänglich zurückzuerstatten. 

5. Es sei der Kanton Luzern als Vollzugskanton zu bestimmen. 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beschuldigte sei wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in 

verbrecherischer Absicht nach Art. 224 StGB freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei wegen fahrlässiger Gefährdung durch Sprengstoffe und gif-

tige Gase gemäss Art. 225 StGB (2. Variante) zu verurteilen. 

3. Eventualiter sei der Beschuldigte wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und gif-

tige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 StGB, 1. Variante) zu verurtei-

len.  

4. Der Beschuldigte sei wegen Hausfriedensbruch nach Art. 186 StGB zu verurteilen. 

5. Insgesamt sei der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von maximal 50 Tagessätzen 

zu Fr. 10.--, bedingt vollziehbar, zu verurteilen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates respektive des 

Bundes. 

  

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SK.2020.61 

Prozessgeschichte: 

A. Am 12. Januar 2020, um 2:45 Uhr, rückte die Luzerner Polizei nach einer telefoni-

schen Meldung seitens B. (Einsatzleiter der C. AG) aus, wonach in der Festhalle 

Willisau A. (nachfolgend: Beschuldigter) zurückgehalten werde (BA pag. 10-01-0002 

f.). Diesem habe man um ca. 2:30 Uhr ein Betretungsverbot für das ganze Areal der 

Festhalle erteilt. Er habe dies jedoch nicht befolgt und stehe wieder in der Halle. 

Zudem habe er einen «Böller» in der Menschenmenge gezündet (BA pag. 10-01-

0006). 

B. Am 12. Januar 2020 stellte B. für die C. AG, als Sicherheitsbeauftragte der Veran-

stalterin fristgemäss Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen Hausfriedens-

bruchs (Art. 186 StGB) (BA pag. 15-01-0001). 

C. Gestützt auf die Gerichtsstandsanfrage der Staatsanwaltschaft Sursee vom 31. Ja-

nuar 2020, übernahm die Bundesanwaltschaft am 5. Februar 2020 das von der 

Staatsanwaltschaft Sursee geführte Verfahren wegen Gefährdung durch Spreng-

stoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB) und Hausfrie-

densbruchs (Art. 186 StGB) (BA pag. 02-00-0001 f.; 10-01-0011). 

D. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2020 vereinigte die Bundesanwaltschaft die Straf-

verfolgung gegen den Beschuldigten in der Hand der Bundesbehörden (Art. 26 Abs. 

2 StPO) (BA pag. 02-00-0003 f.). 

E. Am 7. Dezember 2020 erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den Beschul-

digten A. wegen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) sowie Gefährdung durch 

Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB) (TPF pag. 

2.100.001). 

F. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht von Amtes wegen die erfor-

derlichen Beweismittel zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten (Straf- 

und Betreibungsregisterauszug, Steuerunterlagen) ein (TPF pag. 2.400.001). Die 

Bundesanwaltschaft (mit Schreiben vom 17. Dezember 2020) und die Verteidigung 

(mit Schreiben vom 5. März 2021) verzichteten auf die Stellung von Beweisanträgen. 

G. Mit Schreiben vom 8. März 2021 teilte das Gericht den Parteien mit, dass es sich 

vorbehalte, den Sachverhalt auch im Lichte von Art. 225 Abs. 1 StGB (Gefährdung 

durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht) zu würdigen 

(TPF pag. 2.400.002). 

H. Am 17. März 2021 fand die Hauptverhandlung in Anwesenheit der Parteien am Sitz 

des Bundesstrafgerichts statt. Das Urteil des Einzelrichters der Strafkammer wurde 

gleichentags mündlich eröffnet und begründet. 

I. In der Folge meldete die Bundesanwaltschaft am 19. März 2021 fristgerecht Beru-

fung gegen das Urteil an.  

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Der Einzelrichter erwägt: 

1. Anklagevorwurf 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, am 12. 

Januar 2020 um ca. 1:00 Uhr, in der Festhalle am Viehmarkt 2 in 6130 

Willisau/LU, inmitten einer Menschenmenge einen pyrotechnischen Gegenstand 

gezündet und infolge der dadurch verursachten Explosion mehrere Personen 

und fremdes Eigentum gefährdet zu haben. Nach Aussprechen eines Betre-

tungsverbots bei der erstmaligen Anhaltung durch den Sicherheitsdienst vor Ort 

um ca. 2:30 Uhr, habe er die Festhalle um ca. 2:45 Uhr erneut und somit gegen 

den Willen des Berechtigten betreten. 

2. Bundesgerichtsbarkeit 

Gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. d StPO unterstehen die Verbrechen und Vergehen der 

Art. 224-226ter StGB der Bundesgerichtsbarkeit. Für die Verfolgung und Beurtei-

lung des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) besteht grundsätzlich kantonale 

Gerichtsbarkeit (Art. 22 StPO). Aufgrund der Vereinigung der Verfahren in der 

Hand der Bundesbehörden (vgl. Prozessgeschichte, Lit. D.), ist die sachliche Zu-

ständigkeit der Strafkammer des Bundesstrafgerichts für die Beurteilung aller An-

klagepunkte gegeben (Art. 19 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 35 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010; 

StBOG; SR.173.71). 

3. Rechtliches 

3.1 Nach Art. 224 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich und in verbreche-

rischer Absicht durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Men-

schen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt. 

3.1.1 Der Sprengstoffbegriff gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB deckt sich im Wesentlichen 

mit dem Begriff im Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe vom 

25. März 1977 (Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 941.41). Als Sprengstoffe gelten 

gemäss Art. 5 Abs. 1 SprstG «einheitliche chemische Verbindungen oder Gemi-

sche solcher Verbindungen, die durch Zündung, mechanische Einwirkung oder 

auf andere Weise zur Explosion gebracht werden können und die wegen ihrer 

zerstörenden Kraft, sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in verhältnis-

mässig geringer Menge gefährlich sind». Darunter fallen Stoffe gemäss Art. 2 der 

Verordnung über explosionsgefährliche Stoffe vom 27. November 2000 (Spreng-

stoffverordnung, SprstV; SR 941.411). Nicht unter den Sprengstoffbegriff fallen 

Molotow-Cocktails (Brandwurfkörper) und Stoffe nach Art. 5 Abs. 2 lit. a SprstG 

(explosionsfähige Gase, Dämpfe von flüssigen Brennstoffen sowie andere 

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Stoffe, die erst nach einer Vermischung mit Luft explodieren), lit. b (bei der Her-

stellung chemischer Produkte verwendete Hilfsstoffe oder entstehende Zwi-

schenerzeugnisse, die explosionsgefährlich sind, aber diese Eigenschaft vor Ab-

schluss des Produktionsverfahrens verlieren) und lit. c (explosionsfähige Erzeug-

nisse und Präparate, die nicht zu Sprengzwecken hergestellt und in den Handel 

gebracht werden). Die Definition in Art. 5 Abs. 1 SprstG gilt auch für die Art. 224-

226 StGB, wobei das Merkmal der zerstörerischen Kraft entscheidend ist 

(BGE 104 IV 232 E. Ia; 103 IV 241 E. I.1; Urteil des Bundesstrafgerichts 

SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.1; TRECHSEL/CONINX, Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 224 StGB N. 2; ROELLI, Basler 

Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 224 StGB N. 4). 

Feuerwerkskörper und andere gebrauchsfertige Erzeugnisse mit einem Explosiv- 

oder Zündsatz, die nicht zum Sprengen bestimmt sind, gelten als pyrotechnische 

Gegenstände (Art. 7 SprstG). Sie fallen nicht unter den Sprengstoffbegriff von 

Art. 5 SprstG. Pyrotechnische Gegenstände sind daher grundsätzlich nicht als 

Sprengstoff im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Ausgenommen 

sind Erzeugnisse, die besonders grosse Zerstörungen bewirken oder zum Zwe-

cke der Zerstörung verwendet werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 

vom 5. August 2019 E. 1.5.1; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5; 

6B_299/2012 vom 20. September 2012 E. 2.2; BGE 104 IV 232 E. 1a; Urteile 

des Bundesstrafgerichts SK.2017.17 vom 9. August 2017 E. 4.1.1; SK.2015.28 

vom 7. April 2016 E. 4.2).  

3.1.2 Art. 224 StGB stellt ein konkretes Gefährdungsdelikt dar und setzt objektiv vo-

raus, dass der Täter durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von 

Menschen oder fremdes Eigentum konkret in Gefahr bringt (Urteile des Bundes-

gerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.2; 6B_1248/2017 vom 21. Feb-

ruar 2019 E. 4.2.5; BGE 115 IV 111 E. 3b; 103 IV 241 E. I.1). Die konkrete Ge-

fährdung ist gegeben, wenn eine Verletzung nicht nur möglich, sondern nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge wahrscheinlich ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; BGE 103 IV 241 E. I.1). Massgebend 

sind die tatsächlichen Umstände des konkreten Falles. Die Gefahr muss nicht 

einer Mehrzahl von Personen oder Sachen von grosser Substanz gelten; es ge-

nügt die gezielte Gefährdung eines bestimmten Menschen oder einer bestimm-

ten fremden Sache (BGE 103 IV 241 E. I.1; 115 IV 113). Deshalb erfüllt bereits 

der taugliche Versuch eines Sprengstoffattentats den Tatbestand von Art. 224 

StGB (ROELLI, a.a.O., Art. 224 StGB N. 7; Urteil des Bundesstrafgerichts 

SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.1). Wie die Gefährdung zu erfolgen hat, um-

schreibt das Gesetz nicht. Für die Erfüllung des Tatbestandes genügt jeder wie 

auch immer geartete Umgang mit Sprengstoff oder giftigen Gasen, sofern nur 

der Gefährdungserfolg eintritt (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. 

August 2019 E. 1.1.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5 mit Hinwei-

sen). Allerdings ist bezüglich der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

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Gase im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB angesichts der hohen Strafdrohung und 

des Umstands, dass der Tatbestand schon im Falle der Gefährdung einer einzi-

gen, individuell bestimmten Person erfüllt sein kann, eine eher grosse Wahr-

scheinlichkeit der Verletzung von Leib, Leben sowie Eigentum und damit eine 

eher nahe Gefahr erforderlich (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 

5. August 2019 E. 1.1.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.4.2 mit Hin-

weisen). 

3.1.3 In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 224 Abs. 1 StGB zunächst Gefährdungsvor-

satz. Dieser liegt vor, sobald der Täter die Gefahr kennt und trotzdem handelt. 

Wer in diesem Bewusstsein handelt, will die Gefahr auch. Nicht erforderlich ist, 

dass der Täter die Verwirklichung der Gefahr, sei es auch nur eventuell, gewollt 

hat (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 

6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5 und 4.5.3; 6B_913/2016 vom 13. 

April 2017 E. 1.1.1; 6B_1038/2009 vom 27. April 2010 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 

136 IV 76, mit Hinweisen; BGE 103 IV 241 E. I.1). 

3.1.3.1 Der subjektive Tatbestand setzt zudem ein Handeln in verbrecherischer Absicht 

voraus. Die heutigen Art. 224 ff. StGB entstanden im Rahmen der Revision der 

gemeingefährlichen Delikte in den 1920er Jahren. Der Botschaft «zu einem Bun-

desgesetze betr. den verbrecherischen Gebrauch von Sprengstoffen und giftigen 

Gasen» ist bezüglich «verbrecherischem Gebrauch» Folgendes zu entnehmen: 

«Als verbrecherischer Gebrauch ist der Natur der Sache nach sowohl die wis-

sentliche Gefährdung als auch ein damit konkurrierendes Erfolgsverbrechen zu 

verstehen» (BBl 1924 I 596). Die verbrecherische Absicht bezieht sich somit auf 

das Handlungsziel des Täters. Dieses muss in der Verwirklichung eines (ande-

ren) Verbrechens oder – über den Wortlaut hinaus – Vergehens bestehen; eine 

angestrebte Übertretung reicht dagegen nicht aus (ROELLI, a.a.O., Art. 224 StGB 

N. 9; TRECHSEL/CONINX, a.a.O., Art. 224 StGB N. 7). In verbrecherischer Absicht 

handelt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wer nicht rechtmässig 

und sachgerecht Sprengstoff einsetzt und eine Gefährdung in Kauf nimmt (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.3). So handelt bei-

spielsweise in verbrecherischer Absicht, wer mittels Sprengstoffen beabsichtigt, 

ein Delikt wie z.B. eine Körperverletzung oder eine Sachbeschädigung zu bege-

hen (Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; BGE 

103 IV 241 E. I.1 S. 243 mit Verweis auf BGE 80 IV 120). Die verbrecherische 

Absicht besteht demzufolge darin, dass der Täter den Sprengstoff einsetzt, um 

vorsätzlich ein darüberhinausgehendes Verbrechen oder Vergehen zu verüben 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 

6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5). 

3.1.3.2 In verschiedenen Urteilen zu Art. 224 StGB erachtete das Bundesgericht Even-

tualabsicht als ausreichend (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. Au-

gust 2019 E. 1.2.3; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.6.3; BGE 103 IV 

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241 E. I.1 S. 243). Diese Auffassung wird in der Lehre mehrheitlich kritisch ge-

sehen (STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II: 

Straftaten gegen Gemeininteressen, 7. Aufl. 2013, § 29 N. 20; DONATSCH/THOM-

MEN/Wohlers, Strafrecht IV, Delikte gegen die Allgemeinheit, 5. Aufl. 2017, § 10 

S. 50; Roelli, a.a.O., Art. 224 StGB N. 9; TRECHSEL/CONINX, a.a.O., Art. 224 StGB 

N. 7). Im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt der Täter mit 

Eventualabsicht, wenn ihn die Aussicht auf den bloss möglichen, nicht sicheren 

Eintritt des Erfolges nicht von der bewussten und gewollten Begehung der Tat 

abhält (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 

6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.6.3 und 4.6.4). Gemäss Bundesge-

richt soll auch nach Art. 224 StGB strafbar sein, wer mit dem eigentlichen Ziel 

handle, Personen zu erschrecken, nicht jedoch zu verletzen, wenn er durch die 

von ihm gesetzte Gefahr eine Verletzung von Personen oder Eigentum vorsätz-

lich in Kauf nehme (Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 

E. 1.7.2). 

3.2 In Anwendung von Art. 186 StGB wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe von bis zu 

3 Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer gegen den Willen des Berechtigten in ein 

Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in 

einen unmittelbar zu einem Hause gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Gar-

ten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung 

eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. 

Die Bestimmung schützt das sogenannte Hausrecht, das heisst die Befugnis, 

über einen bestimmten Raum ungestört zu herrschen (BGE 112 IV 33). Der Be-

griff des Hauses ist weit zu fassen; darunter fallen nicht nur Wohnhäuser, son-

dern jede mit dem Boden fest und dauernd verbundene Baute, hinsichtlich wel-

cher ein schutzwürdiges Interesse besteht, über den umbauten Raum frei zu be-

stimmen und in ihm den Willen frei zu betätigen (BGE 108 IV 39). Entsprechend 

kommt es nicht darauf an, ob diese durch eine Türe oder dergleichen verschlos-

sen sind oder werden können (BGE 90 IV 77). Die Art und Weise des Eindringens 

– heimlich, offen oder gewaltsam – ist ebenfalls unerheblich; vollendet ist das 

Delikt, wenn der Täter mit einem Teilbereich seines Körpers in den geschützten 

Raum gelangt (vgl. BGE 87 IV 122). 

4. Beweiswürdigung und Subsumtion 

4.1 Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschuldigte mit dem Zünden eines «Thunder 

King» in der Festhalle Willisau den Tatbestand der Gefährdung durch Spreng-

stoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) erfüllte. 

4.1.1 Zum Tathergang äusserte sich der Beschuldigte wie folgt: Am besagten Abend 

seien sie zu fünft bei einem Kollegen zu Hause gewesen. Man habe beschlossen, 

ans «Gugger Treffen» in die Festhalle Willisau zu gehen. Er wisse nicht mehr, 

wer damals die Idee gehabt habe, den «Thunder King» mitzunehmen. Es sei 

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jedoch geplant gewesen, diesen im Freien zu zünden. Es sei wohl so, dass er 

den «Thunder King» auf dem Weg zur Festhalle auf sich getragen habe. Doch 

es sei bis gegen 1:00 Uhr vergessen gegangen, dass er den Gegenstand noch 

auf sich getragen habe. Wessen Idee es gewesen sei, diesen in der Halle zu 

zünden, wisse er nicht mehr; die Idee sei spontan durch einen Kollegen entstan-

den. In der Halle habe er (der Beschuldigte) den «Thunder King» aus der Hosen-

tasche genommen. Da er den «Thunder King» mitgenommen und in der Hand 

gehalten habe, habe er sich bereit erklärt, diesen zu zünden. Alle hätten dies eine 

«coole» Idee gefunden; niemand sei sich der Gefahr bewusst gewesen. So habe 

er etwas Abstand genommen, den «Thunder King» in die Höhe gestreckt und 

gezündet. Er habe den «Thunder King» in der Hand abgefeuert, damit dieser 

nicht «unter die Decke» gehe und dort entweder abprallen oder etwas habe be-

schädigen können. So habe er zielen können, sodass der «Thunder King» unter 

der Decke explodiere, bevor er daran aufschlage. Konkret habe er den «Böller» 

in einem Winkel von 45 Grad gezündet, damit dieser in der Luft und nicht gegen 

die Decke explodiere. Die Decke sei «schon relativ hoch» gewesen. Bei der Zün-

dung sei er an der Wand gestanden und die anderen Personen, vielleicht 15-20 

Personen, hätten sich in einem Halbkreis von ca. 3 Metern um ihn herum befun-

den; in der Halle selber hätten sich zu diesem Zeitpunkt um die 800-900 Perso-

nen bzw. ein paar hundert Personen aufgehalten, wobei dies schwierig zu schät-

zen sei (BA pag. 16-01-0039 ff.; TPF pag. 2.731.004 ff.).  

4.1.2 Der Beschuldigte hat eingestanden, in der Festhalle einen Knallkörper der Marke 

«Thunder King» gezündet zu haben. Dies deckt sich mit den Beobachtungen und 

Aussagen des zuständigen Einsatzleiters und Sicherheitsverantwortlichen, B. 

(BA pag. 10-01-0007 f.). Auf Grund der Aussagen des Beschuldigten ist weiter 

erstellt, dass er den Feuerwerkskörper alleine gezündet hatte. In Bezug auf die 

Art und Weise, wie er bei der Zündung vorgegangen ist, kann ebenfalls auf seine 

glaubhafte Darstellung abgestellt werden. Der Anklagesachverhalt ist somit er-

stellt. 

4.1.3 In rechtlicher Hinsicht gilt es vorab zu klären, ob der vorliegend eingesetzte 

«Thunder King» als Sprengstoff im Sinne von Art. 224 StGB zu qualifizieren ist. 

Dies ist gemäss Rechtsprechung dann der Fall, wenn er zum Zwecke der Zer-

störung verwendet wurde (siehe E. 3.1.1 hievor). Dabei ist entscheidend, ob 

durch die Art und Weise, wie der Feuerwerkskörper eingesetzt wurde, eine be-

sonders grosse Gefährdung für Personen oder Sachen entstanden ist oder nicht. 

4.1.3.1 Gemäss den Ausführungen im Kurzbericht des Forensischen Instituts Zürich vom 

10. September 2020 (BA pag. 11-01-0003 ff.), werden pyrotechnische Gegen-

stände zu Vergnügungszwecken in der Schweizer Identifikations-Nummer mit ei-

nem «V» für Vergnügungszwecke bezeichnet und nach den Kriterien von Anhang 

1, Ziffer 2, SprstV, in die Kategorien F1-F4 eingeteilt (Feuerwerkskörper, die eine 

mittlere Gefahr darstellten, die für die Verwendung in weiten, offenen Bereichen 

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im Freien vorgesehen sind und deren Lärmpegel bei bestimmungsgemässer Ver-

wendung die menschliche Gesundheit nicht gefährden). Feuerwerkskörper der 

Kategorie F3 dürfen nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden (Art. 

7 und Anhang 1, Ziffer 2.3, SprstV) (BA pag. 11-01-0006). 

Die grösste Gefahr bei einem Feuerwerksrohr gehe von der ausgeschossenen 

Bombette aus. Diese enthalte einen Blitzknallsatz. Blitzknallsätze seien sehr 

energiereiche pyrotechnische Systeme mit hoher Reaktionsgeschwindigkeit. 

Dementsprechend gross seien Explosionsdruck und Knalleffekt. Für das Aus-

mass der Gefährdung sei die Distanz zum Explosionspunkt entscheidend. Direkt 

anliegend oder unter Einschluss – sogenannt verdämmt – sei die Wirkung am 

grössten. Es bestehe ein erhebliches Verletzungs- bzw. Zerstörungspotenzial. 

Auf Grund des hohen Schalldrucks könne es insbesondere zu einem Ge-

hörtrauma kommen. Die Zerstörungskraft nehme mit zunehmender Distanz 

rasch ab. In der Nähe von Glas, Metall etc. könnten sich durch die Explosion des 

pyrotechnischen Gegenstandes zudem Splitter resp. Scherben bilden und weg-

geschleudert werden. Diese könnten auch über eine grössere Distanz zusätzli-

chen Schaden anrichten oder Personen verletzen. Weiter könne der Effektkörper 

durch thermische Reaktionen und durch kinetische Energie beim Aufprall Schä-

den verursachen. Die thermischen Einflüsse könnten auf der Haut eines Men-

schen beträchtliche Verletzungen oder im Auge irreversible Schädigungen ver-

ursachen. Die kinetische Energie hänge von der Geschwindigkeit im Quadrat und 

dem Eigengewicht des auftreffenden Effektkörpers ab. Bei einem Treffer sei mit 

Blutergüssen am Körper oder dem Verlust eines Auges zu rechnen. Die Sicher-

heitsabstände der drei vorliegend in Frage kommenden pyrotechnischen Pro-

dukte mit einer CH-Identifikations-Nr. bezögen sich auf Zuschauer, Gebäude und 

brennbare Materialien. Die Werte der beschriebenen «Thunder King»-Varianten 

lägen zwischen 15 m und 25 m. Da bei einem vorschriftsgemäss abgebrannten 

Feuerwerksrohr der Effektkörper nach oben ausgeschossen werde, vergrössere 

sich der Abstand zum Publikum zusätzlich. Dadurch werde gewährleistet, dass 

die vorgeschriebenen Schallgrenzwerte eingehalten würden und die menschli-

che Gesundheit nicht gefährdet werde. Bei der korrekten Anwendung aller auf-

geführten Produkte dürften diese nur im Freien verwendet werden, sich keine 

Hindernisse (insbesondere Körperteile) über der Mündung befinden und das 

Feuerwerksrohr müsse auf einem festen, ebenen Boden stehen, um ein Umkip-

pen zu vermeiden (BA pag. 11-01-0006 f.). 

Gemäss den dem Forensischen Institut zur Verfügung stehenden Unterlagen sei 

der «Thunder King» aus der Hand in einer geschlossenen Halle mit etwa 1’000 

Besuchern abgefeuert worden. Die Distanz zu den nächsten Personen habe ca. 

3 m betragen. Damit sei gegen mehrere fundamentale Sicherheitsregeln verstos-

sen worden. Die Sicherheitsabstände der Hersteller seien deutlich höher. Im Ge-

gensatz zur Schallausbreitung im Freien komme es bei der Schallausbreitung in 

geschlossenen Räumen zu Reflexionserscheinungen an den Raumbegrenzun-

gen. Auf diese Weise verstärke sich das Schallfeld. Wo die Bombette mit dem 

- 10 - 

SK.2020.61 

Blitzknallsatz zur Umsetzung gelange, könne beim Verschiessen aus der Hand 

nicht genau vorhergesagt werden. Zudem liege bei diesem Vorgehen eine er-

hebliche Eigengefährdung vor. Im Ergebnis sei der Feuerwerkskörper so einge-

setzt worden, dass eine gefährliche Situation resp. eine Situation mit hohem Ver-

letzungspotenzial geschaffen worden sei (BA pag. 11-01-0007). 

4.1.3.2 Der Beschuldigte beschrieb ausführlich, wie er den «Thunder King» vor Ort ge-

zündet hatte (vgl. E. 4.1.1). Unter Berücksichtigung seiner Aussagen und den 

Feststellungen des Forensischen Instituts Zürich steht zweifelsfrei fest, dass so, 

wie der Beschuldigte den pyrotechnischen Gegenstand einsetzte, es sich beim 

betreffenden «Thunder King» um Sprengstoff und damit um ein geeignetes zer-

störerisches Tatmittel im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB handelte. 

 Der objektive Tatbestand von Art. 224 StGB ist damit gegeben. 

4.1.4 In subjektiver Hinsicht ist zu prüfen, ob der Beschuldigte mit Gefährdungsvorsatz 

sowie in verbrecherischer Absicht handelte. 

4.1.4.1  In Bezug auf sein Motiv der Zündung eines pyrotechnischen Gegenstandes in 

einer geschlossenen Halle gab der Beschuldigte Folgendes zu Protokoll: In dem 

Moment habe er sich nichts überlegt, es sei ihm nicht bewusst gewesen. Es sei 

ihm «nicht viel» durch den Kopf gegangen; er habe nur gedacht, es sei eine «lus-

tige Aktion». Die Stimmung sei «super» gewesen. An eine mögliche Gefährdung 

oder gar Verletzung von Personen oder Sachen habe er «nicht gross» gedacht. 

Erst im Nachhinein, vor allem am nächsten Tag, sei es ihm bewusstgeworden, 

dass es schlimm habe ausgehen können. Er habe aber weder jemanden verlet-

zen noch etwas beschädigen wollen und habe gewusst, wie man mit dem «Böl-

ler» habe umgehen müssen. Er habe auch schon in der Vergangenheit solche 

Pyrotechnika gezündet, jedoch immer zu Festanlässen und nie zu Zerstörungs-

zwecken. Die Sicherheitsvorschriften habe er nicht gelesen, aber es würde dort 

jeweils draufstehen, wieviel Abstand beim Zünden eines «Thunder King» einzu-

halten sei. Weiter gab er an, unter Alkoholeinfluss gestanden zu sein. Zwar habe 

er an diesem Abend verschiedene Alkoholika getrunken (Bier, Wodka), jedoch 

sei er nicht so betrunken gewesen, als dass er nicht mehr gewusst habe, was er 

getan habe. Bei der (gesamten) Aktion habe er sich eigentlich gar nichts überlegt; 

es sei wohl einfach aus «Dummheit und Leichtsinn» passiert (BA pag. 16-01-

0041; TPF pag. 2.731.005 ff.).  

4.1.4.2 Dass der Beschuldigte mit dem Zünden des «Thunder King» eine konkrete Ge-

fahr für die anwesenden Personen schuf, ist unbestritten. Der Beschuldigte hat 

den pyrotechnischen Gegenstand wissentlich und willentlich gezündet. Obwohl 

er unter (leichtem) Alkoholeinfluss stand, war er sich des Gefährdungspotentials 

seiner Handlung dennoch bewusst, andernfalls hätte er den «Böller» kaum aus 

der Hand, in einem 45 Grad-Winkel und über die Köpfe der anwesenden Men-

schen hinweg gezündet, sodass dieser unter Decke zur Detonation kam. Auch 

- 11 - 

SK.2020.61 

war ihm bewusst, dass im Moment des Zündens mehrere Menschen in unmittel-

barer Nähe anwesend waren und er den Sicherheitsabstand beim Zünden mas-

siv unterschritt. Nach dem Gesagten handelte der Beschuldigte in Bezug auf die 

Gefährdung zumindest eventualvorsätzlich. 

4.1.4.3 In Bezug auf die verbrecherische Absicht liegt folgendes Beweisergebnis vor: 

              Dass der Beschuldigte einen legal erwerbbaren pyrotechnischen Gegenstand 

nicht bestimmungsgemäss einsetzte und damit bewusst eine gefährliche Situa-

tion mit hohem Verletzungspotential geschaffen hatte, ist unbestritten. Die Bun-

desanwaltschaft führte weder in der Anklage noch im Rahmen ihres Parteivor-

trags näher aus, worin vorliegend die verbrecherische Absicht des Beschuldigten 

konkret bestanden haben soll. Sie zitierte jedoch die geltende Rechtsprechung 

zu Art. 224 Abs.1 StGB, mit dem Fazit, dass es sich auch bei der zu beurteilenden 

Strafsache um einen derartigen Anwendungsfall handle (TPF pag. 2.721.023), 

im Einzelnen: 

 a) Das Urteil des Bundesgerichts 6B_913/2016 vom 13. April 2017 bzw. das Ur-

teil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2015.28 vom 7. April 2016 be-

traf einen versuchten Anschlag in einer Konzerthalle durch eine Täterschaft aus 

dem rechtsextremen Milieu gegen ein linksgerichtetes Publikum mittels einer in 

einem Rucksack versteckten funktionsfähigen unkonventionellen Spreng- und 

Brandvorrichtung (USBV). Kurz nachdem der Rucksack vom Sicherheitspersonal 

ins Freie gebracht werden konnte, erzeugte der Spreng- und Brandsatz einen 

Feuerball von bis zu 5 Metern Breite. Das Handlungsziel des Täters war ohne 

jeden Zweifel auf die Verursachung eines grossen Schadens und die eventuelle 

Zufügung von (schweren) Körperverletzungen der anwesenden Personen ge-

richtet. 

 b) Das Urteil des Bundesgerichts 6B_1248/2017 bzw. 6B_1278/2017 vom 21. 

Februar 2019 bzw. jenes der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2017.17 

vom 9. August 2017 befasste sich mit Fangewalt in einem Stadion während eines 

Fussballspiels. Die von der (vermummten) Täterschaft während einem laufenden 

Spiel bewusst und gewollt eingesetzten zwei Rauchkörper sowie zwei Spreng-

körper (Kreiselblitze mit Silberperlenschweif) wurden mit eindeutiger Schädi-

gungsabsicht eingesetzt und verursachte eine Beschädigung des Fussballrasens 

und einer Jacke sowie – gewissermassen als «Kollateralschaden» – eine 

schwere Körperverletzung (teilweiser Gehörsverlust) eines Zuschauers. 

 c) Dem Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 bzw. jenem 

der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2018.13 vom 5. September 2018 

lag der Wurf eines pyrotechnischen Gegenstandes aus einer hockenden Position 

direkt zwischen zwei Verkehrsbusse zugrunde. Der Gegenstand detonierte mit 

einem lauten Knall zwischen den an einer Haltestelle wartenden Bussen, wobei 

durch den Knalldruck bei beiden Bussen je eine Glasscheibe zerbarst und einen 

- 12 - 

SK.2020.61 

Schaden von mehreren tausend Franken verursachte. Durch die Glassplitter erlitt 

eine bei einem geborstenen Fenster sitzende Passagierin blutende Kratzer am 

Rücken. Mit der vorsätzlichen und bewussten Zündung und dem Wurf des Knall-

körpers zwischen zwei vollbesetzte Busse handelte der Täter in der Eventualab-

sicht, Menschen an Leib und Leben zu verletzen und fremdes Eigentum zu be-

schädigen, was in casu, zusätzlich zur Verurteilung in Anwendung von Art. 224 

StGB, zu einem Schuldspruch wegen mehrfacher Sachbeschädigung führte. 

 d) Im Rahmen einer Anklage im abgekürzten Verfahren der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts SK.2020.50 wurde am 10. Dezember 2020 eine Person ver-

urteilt, die u.a. pyrotechnische Gegenstände zündete und diese zur Umsetzung 

in einen Abfalleimer eines abgestellten Zuges bzw. in das Ausgabefach eines 

Ticketautomaten legte. Da das Verhalten der Täterschaft zweifelsfrei mit einer 

absichtlichen «Zerstörung» bzw. Beschädigung von Eigentum verbunden war, 

erfolgte auch eine Verurteilung wegen mehrfacher Sachbeschädigung. 

 In den vorgenannten Fallkonstellationen setzte die Täterschaft Sprengkörper im 

Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB auf eine Art und Weise ein, mittels derer sie nicht 

nur eine unmittelbare, konkrete Gefahr für Personen und Sachen schuf, sondern 

zusätzlich beabsichtigte, darüber hinaus gezielt Schaden anzurichten, nament-

lich Eigentum zu beschädigen und/oder Personen zu verletzen. Im zu beurteilen-

den Fall wurde der fragliche Feuerwerkskörper «Thunder King» zwar unbestritten 

in einer sehr gefährlichen Art und Weise abgefeuert; eine verbrecherische Ab-

sicht kann in der Vorgehensweise des Beschuldigten hingegen nicht erblickt wer-

den. Vielmehr geschah die Zündung gemäss den überzeugenden, glaubhaften 

Aussagen des Beschuldigten (E. 4.1.4.1) eher zufällig, gänzlich unüberlegt, aus 

«Dummheit und Leichtsinn» und damit ohne jegliche schädigenden Hintergedan-

ken und fehlendem Handlungsziel. Die (inkriminierte) Handlung des Beschuldig-

ten richtete sich subjektiv gewissermassen «ins Leere». Von Bedeutung ist, dass 

keine Anhaltspunkte für einen Vorsatz vorliegen, die auf die Begehung eines wei-

tergehenden Deliktes (z.B. Sachbeschädigung, Körperverletzung etc.) gerichtet 

gewesen wären. Was der Beschuldigte tatsächlich beabsichtigte, ist eine nach-

zuweisende Tatfrage, auf welche nicht einzig aufgrund der Tatsache, dass er mit 

dem Zünden des «Thunder King» eine für Mensch und Eigentum sehr gefährliche 

Situation schuf, geschlossen werden kann. Eine Schädigungsabsicht ist nicht er-

kennbar, geschweige denn ist eine solche rechtsgenüglich nachgewiesen. 

 Im Ergebnis liegt keine über die konkrete Gefährdung (für Mensch und Eigentum) 

hinausgehende, deliktische Absicht vor, weshalb eine Bestrafung des Beschul-

digten gestützt auf Art. 224 Abs. 1 StGB mangels verbrecherischer Absicht ent-

fällt. 

4.2 Zu prüfen ist somit, ob sich der Beschuldigte mit seinem Verhalten der vorsätzli-

chen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Ab-

sicht (Art. 225 StGB) schuldig gemacht hat.  

- 13 - 

SK.2020.61 

 Gemäss Art. 225 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich, jedoch ohne verbrecherische Absicht, oder 

wer fahrlässig durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Men-

schen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt. 

4.2.1 Der objektive Tatbestand entspricht demjenigen von Art. 224 StGB, weshalb in-

tegral auf die Ausführungen unter E. 4.1.3 verwiesen werden kann. 

4.2.2 Zum subjektiven Tatbestand gilt Folgendes: 

4.2.2.1 Was den Gefährdungsvorsatz anbelangt, so ist dieser beweismässig erstellt (vgl. 

E. 4.1.4.2).   

4.2.2.2 In Bezug auf das Tatbestandsmerkmal «ohne verbrecherische Absicht» hielt das 

Bundesgericht im Urteil 6B_79/2019 vom 5. August 2019 (E. 1.7.2) Folgendes 

fest: Unter Art. 225 StGB fällt, wer bei einer rechtmässigen Handhabung von 

Sprengstoff z.B. zu industriellen oder Forschungszwecken (z.B. ein Chemiepro-

fessor; ein Arbeiter, der eine Mine legt) Personen oder fremdes Eigentum gefähr-

det, aber nicht verletzen will. Auch der Eigentümer, der ein ihm gehörendes Ob-

jekt (z.B. einen Wurzelstock) sprengen will, um es zu beseitigen, und der dabei 

Leib, Leben oder Eigentum Dritter wissentlich gefährdet, wird von Art. 225 StGB 

erfasst. Nicht auf Art. 225 StGB berufen kann sich demgegenüber, wer Leib, Le-

ben oder Eigentum Dritter durch Sprengstoff ohne legalen Zweck einer konkreten 

Gefahr aussetzt, wenn er dabei in Kauf nimmt, dass es aufgrund der gesetzten 

Gefahr zu einer Körperverletzung oder Sachbeschädigung kommt. Insoweit ge-

nügt nach der Rechtsprechung Eventualvorsatz. Auch wer mit dem eigentlichen 

Ziel handelt, Personen zu erschrecken, nicht jedoch zu verletzen, ist daher nach 

Art. 224 StGB und nicht nach Art. 225 StGB strafbar, wenn er durch die von ihm 

gesetzte Gefahr eine Verletzung von Person oder Eigentum eventualvorsätzlich 

in Kauf nimmt. 

4.2.2.3 Diese höchstrichterliche Rechtsprechung findet in der Lehre geteilte Zustim-

mung. Einerseits stösst die Auffassung auf Kritik, für die Annahme einer verbre-

cherischen Absicht genüge bereits Eventualvorsatz (vgl. E. 3.1.3.2), andererseits 

wird die Beschränkung möglicher Anwendungsfälle von Art. 225 StGB auf beruf-

liche Tätigkeiten und auf «Unfälle» wegen unsachgemässer Handhabung nicht 

umfassend geteilt (a.M. wohl CORBOZ, Les infractions en droit suisse II, 3. Aufl. 

2010, N. 7 zu Art. 225 StGB; PAREIN-REYMOND/PAREIN/VUILLE, in: 

MACALUSO/MOREILLON/QUELOZ, Code pénal II, 2017, N. 5 zu Art. 225 StGB; DU-

PUIS, Petit commentaire, 2012, N. 10 zu Art. 225 StGB). Gemäss DUPUIS soll Art. 

225 StGB auch anwendbar sein, wenn der Täter mit der Tat herausfordern, über-

raschen oder schockieren will («s'il agit par défi, pour surprendre ou pour cho-

quer»). DONATSCH/THOMMEN/WOHLERS vertreten die Ansicht, Art. 225 StGB sei 

ebenfalls auf denjenigen Täter anzuwenden, der etwa zum Vergnügen mit 

Sprengstoffen hantiert und dabei um die entstehende Gefahr weiss, ohne dabei 

- 14 - 

SK.2020.61 

jedoch weitergehende, verbrecherische Absichten zu hegen (DONATSCH/THOM-

MEN/WOHLERS, a.a.O., §10, S. 50). Dieser Ansicht ist beizupflichten. Würde bei 

jeder bewussten Gefährdung eine verbrecherische Absicht angenommen, so 

käme dies im Ergebnis einer Vermengung der Tatbestandsmerkmale der Gefähr-

dung und der verbrecherischen Absicht gleich. Nichts spricht dafür, dass der Ge-

setzgeber den Anwendungsbereich von Art. 225 StGB auf den berufsmässigen 

Umgang mit Sprengstoffen hätte beschränken wollen (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_79/2019 vom 5. August 2018, E. 1.3.1 e contrario), zumal auf diese 

Weise ein Anwendungsfall der vorsätzlichen Variante gemäss Abs. 1 Satz 1 

kaum auszumachen wäre. 

4.2.2.4 Der Beschuldigte wusste bzw. nahm zumindest in Kauf, dass er mit der Zündung 

des «Thunder King» Gesundheit und Eigentum der sich vor allem in seiner Nähe, 

innerhalb der geschlossenen Festhalle, befindlichen Personen und Eigentum ge-

fährdete. Er handelte jedoch nicht in verbrecherischer Absicht bzw. es kann ihm 

eine solche nicht nachgewiesen werden (vgl. E. 4.1.4.3). Damit ist der subjektive 

Tatbestand von Art. 225 Abs. 1 StGB (erste Variante: «ohne verbrecherische 

Absicht») erfüllt. 

4.2.5 Im Ergebnis ist der Beschuldigte der vorsätzlichen Gefährdung durch Spreng-

stoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 Abs. 1 StGB) 

schuldig zu sprechen. 

4.3 In Bezug auf den Vorwurf des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) liegt folgen-

des Beweisergebnis vor: 

Der Beschuldigte ist geständig, die Festhalle Willisau in der Nacht vom 12. Ja-

nuar 2020 trotz Aussprache eines Hausverbots unbefugt erneut betreten bzw. 

sich Zutritt verschafft zu haben (BA pag. 16-01-0043; TPF pag. 2.731.004). Auf 

die Frage, warum er die Festhalle trotz Hausverbotes nochmals betreten habe, 

erklärte der Beschuldigte, er sei betrunken gewesen und habe sich noch kurz 

von seinen Kollegen verabschieden wollen. Es sei ihm aber trotz Alkoholeinfluss 

bewusst gewesen, dass er die Festhalle nicht mehr hätte betreten dürfen (TPF 

pag. 2.731.006). Sein Geständnis deckt sich mit den Aussagen des Sicherheits-

verantwortlichen (BA pag. 10-01-0002 f.).  

Der Anklagesachverhalt ist somit erstellt; der Tatbestand des Hausfriedens-

bruchs i.S.v. Art. 186 StGB sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht 

erfüllt. 

5. Strafzumessung 

5.1 Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden 

des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 

- 15 - 

SK.2020.61 

sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden be-

stimmt sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 

den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach 

den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden. Somit kommt dem (subjektiven) Tatverschulden eine 

entscheidende Rolle zu (BGE 136 IV 55 E. 5.4). Ausgehend von der objektiven 

Tatschwere hat das Gericht dieses Verschulden zu bewerten. Es hat im Urteil 

darzutun, welche verschuldensmindernden und -erhöhenden Gründe im konkre-

ten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens 

zu gelangen (BGE 136 IV 55 E. 5.5). 

5.2 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 

der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das ge-

setzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

5.3 Der Tatbestand von Art. 225 Abs. 1 StGB droht Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre 

oder Geldstrafe an; derjenige von Art. 186 StGB Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre 

oder Geldstrafe. Der ordentliche Strafrahmen beträgt somit 3 Tage Geldstrafe bis 

7 ½ Jahre Freiheitsstrafe. 

5.3.1 Bezüglich der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbreche-

rische Absicht (Art. 225 StGB) ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mit 

seinem Handeln zahlreiche unbeteiligte Menschen konkret an Leib und Leben 

sowie deren Eigentum (Kleider und mitgeführte Gegenstände) und die Unver-

sehrtheit der Festhalleneinrichtung gefährdet hat. Das Ausmass der Gefährdung 

war erheblich (vgl. Kurzbericht Forensisches Institut Zürich: «hohe[s] Verlet-

zungspotenzial»; BA pag. 11-01-0007). Die übrigen Besucher der Festhalle hat-

ten wegen des geschlossenen Raumes sowie wegen der unerwarteten Zündung 

des Sprengkörpers nur begrenzt die Möglichkeit, der Gefahr auszuweichen. Es 

ist nur den Umständen zu verdanken, dass niemand verletzt wurde und keine 

bleibenden Schäden (z.B. ein Gehörstrauma als Folge der Detonation) davon-

trug. Das objektive Tatverschulden ist somit im mittleren Bereich anzusiedeln. 

In subjektiver Hinsicht gab der Beschuldigte an, sich «nichts» bei seiner Aktion 

überlegt zu haben. Erst im Nachhinein sei ihm die Gefährlichkeit seiner Handlung 

bewusstgeworden (BA pag. 16-01-0041; TPF pag. 2.731.004). Er wusste jedoch 

um die Einhaltung von Sicherheitsabständen beim Abfeuern eines derartigen 

«Böllers» und dass er diesen nicht sachgemäss gezündet hatte. Dass er im Mo-

ment der Manipulation ziemlich stark alkoholisiert war, wirkt keinesfalls entschul-

digend. Die Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten war im Zeitpunkt des Vorfalls 

nicht derart eingeschränkt, als dass er nicht mehr um die Gefährlichkeit seines 

Tuns gewusst hätte. Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, den «Thunder King» 

- 16 - 

SK.2020.61 

gerade nicht in einer Halle zu zünden. Insbesondere wäre es verfehlt, die Zün-

dung eines pyrotechnischen Gegenstands im Rahmen eines Fastnachtsanlas-

ses, beim dem erfahrungsgemäss eine sehr ausgelassene Stimmung mit einem 

hohen Lärmpegel (Guggenmusiken etc.) herrscht, als eine den Umständen an-

gemessene Aktion jugendlichen Leichtsinns zu verharmlosen. Insgesamt ist das 

subjektive Tatverschulden gerade noch als leicht zu qualifizieren. 

Als gedankliche Einsatzstrafe erscheint eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen 

angemessen. 

5.3.2 Bezüglich des Hausfriedensbruchs ist anzumerken, dass der Beschuldigte nach 

dem Zünden des «Thunder King» bereits der Festhalle verwiesen worden war 

und im Wissen darum vorsätzlich abermals in dieselbe eindrang. Allerdings legte 

er glaubhaft dar, dass er sich nur von den Kollegen habe verabschieden wollen. 

Im Übrigen verstrickte sich der Beschuldigte mit dem Sicherheitspersonal wegen 

des Hausverbots in keinerlei auffälligen Dispute bzw. Auseinandersetzungen. Es 

ist von einem leichten Tatverschulden auszugehen und die Strafe gedanklich um 

30 Tagessätze auf insgesamt 180 Tagessätze zu erhöhen. 

5.4 Der Beschuldigte ist bald 20-jährig. Er befindet sich derzeit in der Lehre als Tief-

bauzeichner und erzielt ein Bruttoeinkommen von ca. Fr. 1’050.--. Er hat ein Ver-

mögen von Fr. 5'000.--. Gesundheitliche Beeinträchtigungen liegen keine vor. 

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (TPF pag. 2.231.1.002 f.). Seine schuli-

schen Leistungen können als gut bis sehr gut bezeichnet werden (TPF pag. 

2.731.009 f.). Seine Zukunftsaussichten erscheinen folglich intakt. Das Vorleben 

und die persönlichen Verhältnisse sind im Übrigen neutral zu würdigen. 

Der Beschuldigte legte noch am Tatort ein Geständnis ab und zeigte sich wäh-

rend der Untersuchung und dem anschliessenden gerichtlichen Strafverfahren 

kooperativ und einsichtig. Während laufender Strafuntersuchung und seit Bege-

hung der Tat hat er sich wohl verhalten. 

Die Täterkomponenten wirken sich unter Einbezug aller Strafzumessungsfakto-

ren leicht strafmindernd aus, womit die Geldstrafe um 20 Tagessätze auf insge-

samt 160 Tagessätze zu reduzieren ist. 

Andere Strafmilderungs- oder Strafschärfungsgründe liegen nicht vor. 

5.5 In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsfaktoren und unter Berücksichtigung 

der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten ist eine Geldstrafe von 160 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.-- festzusetzen. 

5.6 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren 

oder eine Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwen-

dig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Verge-

hen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

- 17 - 

SK.2020.61 

5.6.1 Das Gericht erachtet die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten 

Strafvollzuges gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB als erfüllt: Der Beschuldigte ist Erst-

täter, sozial integriert und hat eine Arbeitsstelle. Diese Umstände wirken sich sta-

bilisierend auf seine persönlichen Verhältnisse aus. Gefragt nach seinen Zu-

kunftsplänen gab der Beschuldigte an, nach seinem unmittelbar bevorstehenden 

Lehrabschluss die Rekrutenschule absolvieren und anschliessend ggf. ein Stu-

dium oder eine Zweitlehre auf dem Bau absolvieren zu wollen (TPF pag. 

2.731.002). Aus spezialpräventiven Gesichtspunkten und mit Blick auf die guten 

Leistungen des Beschuldigten im Rahmen seiner bisherigen Ausbildung sowie 

unter Berücksichtigung der intakten beruflichen Perspektiven erscheint ein Straf-

aufschub angezeigt. Das Gericht geht davon aus, dass die vorliegende Bestra-

fung dem Beschuldigten eine «Lehre» sein wird und ihn von künftigem strafbaren 

Verhalten abhalten wird. Es kann ihm insgesamt eine gute Prognose gestellt und 

der bedingte Strafvollzug gewährt werden.  

5.6.2 Dem Verschulden entsprechend erachtet das Gericht eine Probezeit von zwei 

Jahren als angezeigt (Art. 44 StGB). 

6. Verfahrenskosten 

6.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung 

des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; 

Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 

die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]). Die Gebühren sind für die Verfahrenshandlungen geschuldet, 

die im Vorverfahren von der Bundeskriminalpolizei und von der Bundesanwalt-

schaft sowie im erstinstanzlichen Hauptverfahren von der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts durchgeführt oder angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 

BStKR). Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Bedeutung und Schwierigkeit der 

Sache, der Vorgehensweise der Parteien, ihrer finanziellen Situation und dem 

Kanzleiaufwand (Art. 5 BStKR); sie bemisst sich nach Art. 6 und Art. 7 BStKR. 

Die Auslagen umfassen die vom Bund vorausbezahlten Beträge, namentlich die 

Kosten für die amtliche Verteidigung, Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung an-

derer Behörden, Porti, Telefonspesen und andere entsprechende Kosten 

(Art. 422 Abs. 2 StPO; Art. 1 Abs. 3 BStKR). 

6.1.1 Die Bundesanwaltschaft macht für das Vorverfahren eine Gebühr von insgesamt 

Fr. 3’500.-- geltend. Die Gebühr liegt innerhalb des gesetzlichen Gebührenrah-

mens von Art. 6 Abs. 3 lit. b und Abs. 4 lit. c BStKR und erscheint angemessen.  

6.1.2 Die Gebühr für das erstinstanzliche Hauptverfahren wird gemäss Art. 1 Abs. 4, 

Art. 5 und 7 lit. a BStKR auf Fr. 1’000.-- festgesetzt. 

- 18 - 

SK.2020.61 

6.2 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 

StPO). Sie hat lediglich diejenigen Kosten zu tragen, die mit der Abklärung des 

zur Verurteilung führenden Delikts entstanden sind, d.h. es muss ein adäquater 

Kausalzusammenhang gegeben sein (GRIESSER, Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 426 StPO N. 3).  

6.2.1 Der Beschuldigte ist schuldig gesprochen worden. Die durchgeführten Verfah-

renshandlungen, welche für die Bestimmung der auferlegbaren Kosten berück-

sichtigt wurden, waren für die Abklärung der hier zur Verurteilung des Beschul-

digten führenden Straftat notwendig. Die Kausalität der angefallenen Verfahrens-

handlungen ist somit gegeben.  

6.2.2 Die dem Beschuldigten auferlegbaren Verfahrenskosten – ohne die Kosten der 

amtlichen Verteidigung – betragen insgesamt Fr. 4’500.--.  

6.3 Forderungen aus Verfahrenskosten können von der Strafbehörde gestundet oder 

unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der kostenpflichtigen 

Person herabgesetzt oder erlassen werden (Art. 425 StPO). Diese Bestimmung 

ist auch bei der Festsetzung bzw. Auferlegung der Verfahrenskosten anwendbar. 

6.3.1 Unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Situation sowie der Tatsache, 

dass der Beschuldigte in Anwendung einer milderen Strafnorm (Art. 225 Abs. 1 

StGB) bestraft wird, sind ihm die Verfahrenskosten lediglich zur Hälfte aufzuerle-

gen.  

6.3.2 Im Ergebnis sind dem Beschuldigten Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 

2‘250.-- aufzuerlegen. 

6.4 Nachdem der Beschuldigte keine schriftliche Begründung des Urteils verlangt 

bzw. Berufung angemeldet hat, reduziert sich die Gerichtsgebühr, wie in Dispo-

sitiv Ziff. 4 vorgesehen, um die Hälfte.  

7. Entschädigung des amtlichen Verteidigers 

7.1 Mit Verfügung vom 8. April 2020 setzte die Bundesanwaltschaft Rechtsanwalt 

Viktor Peter als notwendigen amtlichen Verteidiger (Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO) 

ein (BA pag. 16-01-0005 f.). Die amtliche Verteidigung im Vorverfahren erstreckt 

sich auf das gerichtliche Verfahren (Art. 134 StPO in fine).  

Die Strafkammer ist zur Festlegung der Entschädigung der amtlichen Verteidi-

gung zuständig (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

- 19 - 

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7.2 Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird in Bundesstrafverfahren 

nach dem Anwaltstarif des Bundes – gemäss BStKR – festgesetzt (Art. 135 

Abs. 1 StPO). Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen 

Auslagen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Te-

lefonspesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen 

und ausgewiesenen Zeitaufwand bemessen. Der Stundenansatz beträgt mindes-

tens Fr. 200.-- und höchstens Fr. 300.-- (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Die Auslagen 

werden im Rahmen der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten ver-

gütet (Art. 13 BStKR). Bei Fällen im ordentlichen Schwierigkeitsbereich, d.h. für 

Verfahren ohne hohe sachliche oder rechtliche Komplexität, beträgt der Stunden-

ansatz gemäss ständiger Praxis der Strafkammer Fr. 230.-- für Arbeitszeit und 

Fr. 200.-- für Reise- und Wartezeit (Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BK.2011.21 vom 24. April 2012 E. 2.1). Der Stundenansatz für Praktikanten be-

trägt praxisgemäss Fr. 100.-- (Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2010.28 vom 

1. Dezember 2011 E. 19.2; SK.2010.3 vom 5. Mai 2010 E. 8.4; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_118/2016 vom 20. März 2017 E. 4.4.1). Die Auslagen werden im 

Rahmen der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten vergütet (Art. 13 

BStKR). Gemäss Art. 14 BStKR kommt die Mehrwertsteuer zum Honorar und 

den Auslagen hinzu. 

7.3 Der Verteidiger beantragt mit Kostennote vom 15. März 2021 eine Entschädigung 

von Fr. 7’729.50. Abzuziehen sind die Teilnahmekosten der Praktikantin in der 

Höhe von Fr. 840.--, da deren Anreise und (passive) Teilnahme Ausbildungszwe-

cken diente, und somit nicht auferlegbar sind. Der Zeitaufwand zur Anreise nach 

Bellinzona erscheint zudem unverhältnismässig hoch. Die Anreise von Willisau 

(Kanton Luzern) ans Bundesstrafgericht beträgt ca. 2.5 Stunden pro Weg, wes-

halb die Entschädigung um Fr. 400.-- zu kürzen ist. 

7.4 Zusammengefasst ist die Entschädigung des amtlichen Verteidigers auf insge-

samt Fr. 6‘394.-- (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen.  

7.5 Der Beschuldigte ist gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO grundsätzlich zu verpflichten, 

der Eidgenossenschaft die Entschädigung für seine amtliche Verteidigung zu-

rückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

Angesichts seiner (aktuell bescheidenen) wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der 

von der Anklageschrift abweichenden rechtlichen Würdigung durch das Gericht, 

rechtfertigt sich eine Reduktion um die Hälfte auf Fr. 3'197.--. 

  

- 20 - 

SK.2020.61 

Der Einzelrichter erkennt: 

I. 

1. A. wird schuldig gesprochen: 

 der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische 

Absicht (Art. 225 Abs. 1 StGB);  

 des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB). 

2. A. wird bestraft mit einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen à Fr. 30.--, bedingt 

vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren. 

3. Der Kanton Luzern wird als Vollzugskanton bezeichnet. 

4. Die Verfahrenskosten betragen Fr. 4‘500.-- (Gebühr Bundesanwaltschaft 

Fr. 3‘500.--; Gerichtsgebühr Fr. 1‘000.--). Davon werden A. Fr. 2‘250.-- auferlegt. 

 Wird seitens A. keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt, so reduziert sich 

die Gerichtsgebühr um die Hälfte. 

5.  Rechtsanwalt Viktor Peter wird für die amtliche Verteidigung von A. durch die 

Eidgenossenschaft mit Fr. 6‘394.-- (inkl. MWST) entschädigt.  

A. hat der Eidgenossenschaft für die Entschädigung seines amtlichen Verteidi-

gers im Umfang von Fr. 3'197.-- Ersatz zu leisten, sobald es seine wirtschaftli-

chen Verhältnisse erlauben. 

II. 

Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch den Einzelrichter mündlich 

begründet. Den anwesenden Parteien wird das Urteilsdispositiv ausgehändigt. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber 

- 21 - 

SK.2020.61 

Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 

 Bundesanwaltschaft 

 Rechtsanwalt Viktor Peter (Verteidiger von A.) 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 

 Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 

Rechtsmittelbelehrung 

Das Gericht verzichtet auf eine schriftliche Begründung, wenn es das Urteil mündlich begründet und nicht eine 

Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, eine Verwahrung nach Artikel 64 StGB, eine Behandlung nach Ar-

tikel 59 Absatz 3 StGB oder, bei gleichzeitig zu widerrufenden bedingten Sanktionen, einen Freiheitsentzug 

von mehr als zwei Jahren ausspricht (Art. 82 Abs. 1 StPO). Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein 

begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach der Zustellung des Dispositivs verlangt 

oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 StPO). 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts, die das Verfahren ganz oder teilweise abschliessen, 

kann innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts mündlich oder 

schriftlich Berufung angemeldet werden (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 

 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 

gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-

verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-

wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).  

 

Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils der Berufungs-

kammer des Bundesstrafgerichts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin anzugeben, 

ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 

sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich 

anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün-

det Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und Art. 

396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

 

 

    Versand 20. Mai 2021