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**Case Identifier:** 65d0ab06-adf1-5ff2-bb42-dcf46f54e4d0
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-03
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 03.12.2021 SK.2021.14
**Docket/Reference:** SK.2021.14
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2021-14_2021-12-03

## Full Text

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB i.V.m. Art. 10 BGST), Benützung eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung (Art. 57 Abs. 3 PBG);;Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB i.V.m. Art. 10 BGST), Benützung eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung (Art. 57 Abs. 3 PBG);;Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB i.V.m. Art. 10 BGST), Benützung eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung (Art. 57 Abs. 3 PBG);;Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB i.V.m. Art. 10 BGST), Benützung eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung (Art. 57 Abs. 3 PBG)

Urteil vom 3. Dezember 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichterin Sylvia Frei, Einzelrichterin 

Gerichtsschreiber Friedo Breitenfeldt  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

walt des Bundes Johannes Rinnerthaler 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. B. 

2. C. 

3. D. AG 

 
gegen 

  
A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Jürg Federspiel 

 

Gegenstand  
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Be-

schimpfung, Benützung eines Fahrzeuges ohne gültigen 

Fahrausweis oder andere Berechtigung 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2021.14 

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SK.2021.14 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. (hinfort: Beschuldigter) sei wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte (Art. 285 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB i.V.m. Art. 10 BGST) und 

Benutzen eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechti-

gung (Art. 57 Abs. 3 PBG) schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, 

entsprechend Fr. 1‘500.--, zu bestrafen. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzu-

schieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

3. Der Beschuldigte sei mit einer Verbindungsbusse von Fr. 150.-- zu bestrafen, bei 

schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Ta-

gen. 

4. Der Beschuldigte sei zudem mit einer Übertretungsbusse von Fr. 100.-- zu be-

strafen, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe 

von 1 Tag. 

5. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- seien dem Beschuldigten auf-

zuerlegen. 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beschuldigte sei von den eingeklagten Vorwürfen (der Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte, Beschimpfung und Benutzung eines Fahrzeuges 

ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung) freizusprechen. 

2. Die Verfahrenskosten (inkl. die Kosten der erbetenen Verteidigung) seien auf die 

Staatskasse zu nehmen und meinem Klienten sei nach Ermessen des Gerichts 

eine angemessene Entschädigung und Genugtuung zuzusprechen. 

3. Auf (allfällige) Zivilforderungen der drei Privatkläger sei nicht einzutreten. 

4. Sollte das Gericht wider Erwarten diesen Anträgen (noch nicht) entsprechen kön-

nen, wären vor Ausfällung eines Entscheids die (wiederholt) beantragte Be-

weisergänzung (Zeugenanhörung von Herrn E.) durchzuführen. 

  

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SK.2021.14 

Sachverhalt: 

A. Mit Schreiben vom 28. März 2020 übermittelte die SBB Transportpolizei i.S.v. 

Art. 59 des Bundesgesetzes über die Personalbeförderung vom 20. März 2009 

(Personalbeförderungsgesetz, PBG; SR. 745.1) der Bundesanwaltschaft die 

Strafanzeige der D. AG und der Sicherheitsmitarbeitenden C. (Privatkläger C.) 

und B. (Privatklägerin B.) gegen den Beschuldigten wegen Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB 

i.V.m Art. 10 des Bundesgesetzes über die Sicherheitsorgane der Transportun-

ternehmen im öffentlichen Verkehr vom 18. Juni 2010, BGST; SR 745.2), Tät-

lichkeiten (Art. 126 StGB i.V.m. Art. 10 BGST), Missachten von Anordnungen des 

Sicherheitspersonals (Art. 9 Abs. 1 BGST), geringfügiges Erschleichen einer 

Leistung (Art. 150 i.V.m. Art. 172ter StGB), Benutzen eines Fahrzeuges ohne gül-

tigen Fahrausweis oder andere Berechtigungen (Art. 57 Abs. 3 PBG) (BA pag. 

05-00). 

B. Am 7. Dezember 2020 erliess die Bundesanwaltschaft einen Strafbefehl, gegen 

den der Beschuldigte mit Schreiben vom 15. Dezember 2020 innert Frist Einspra-

che erhob (BA pag. 03-01). 

C. Am 22. Januar 2021 eröffnete die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersuchung 

gegen den Beschuldigten wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Be-

amte (Art. 285 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB i.V.m. Art. 10 BGST), Be-

nutzen eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung 

(Art. 57 Abs. 3 PBG), wobei der Strafbefehl als Anklageschrift gilt (Art. 356 

Abs. 1 StPO) (BA pag. 01-01; TPF pag. 2.100.001 f.). 

D. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht von Amtes wegen die er-

forderlichen Beweismittel zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

(Straf- und Betreibungsregisterauszug, Steuerunterlagen) ein (TPF pag. 2.231.1; 

2.400). Den Beweisantrag des Beschuldigten vom 25. Juli 2021 um Anhörung 

des Zeugen E. wies es ab (TPF pag. 2.521.001 f.). Die Bundesanwaltschaft ver-

zichtete auf die Stellung von Beweisanträgen (TPF pag. 2.510.001). 

E. Die Hauptverhandlung fand am 3. Dezember 2021 in Anwesenheit des Beschul-

digten und seines Verteidigers am Sitz des Bundesstrafgerichts statt. Die Bun-

desanwaltschaft sowie die Privatklägerschaft verzichteten auf die Teilnahme an 

der Hauptverhandlung (TPF pag. 2.353.004). Das Urteil der Einzelrichterin wurde 

gleichentags mündlich eröffnet und begründet. 

F. Am 14. Dezember 2021 erklärte der Beschuldigte fristgerecht Berufung gegen 

das Urteil der Strafkammer vom 3. Dezember 2021 (TPF pag. 2.940.001).  

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Die Einzelrichterin erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Zuständigkeit 

Die Bundesgerichtsbarkeit ist vorliegend gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. h StPO 

gegeben. Die Kompetenz des Einzelgerichts der Strafkammer des Bundesstraf-

gerichts ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 des Bun-

desgesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 

19. März 2010 (StBOG; SR 173.71). 

1.2 Strafantrag 

1.2.1 Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann jede Person, die durch sie verletzt 

worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB). Das 

Antragsrecht erlischt nach Ablauf von drei Monaten. Die Frist beginnt mit dem 

Tag, an welchem der antragberechtigten Person der Täter sowie die Tat, samt 

ihrer objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale, bekannt wird (Art. 31 

StGB; anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1335/2015 vom 23. Septem-

ber 2016 E. 1.1). Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die aus-

drücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen 

(Art. 118 Abs. 1 StPO). Der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt 

(Art. 118 Abs. 2 StPO).  

1.2.2 In Bezug auf die Anklage ist der Straftatbestand der Benutzung eines Fahrzeugs 

ohne Fahrausweis oder andere Berechtigung i.S.v. Art. 57 Abs. 3 PBG lediglich 

auf Antrag zu verfolgen. Es liegt ein gültiger Strafantrag seitens der D. AG vor 

(BA pag. 05-00-0009). Bei den anderen beiden zur Anklage gebrachten Straftat-

beständen handelt es sich um Offizialdelikte (Art. 285 StGB bzw. Art. 177 StGB 

i.V.m. Art. 10 BGST). 

1.3 Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache 

Hinsichtlich der Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache, die das Gericht 

vorfrageweise zu prüfen hat (Art. 356 Abs. 2 StPO), stellen sich keine Fragen; 

Strafbefehl und Einsprache sind gültig. 

1.4 Vorfrage und Beweisantrag 

1.4.1 Mit Eingabe vom 25. Juli 2021 beantragte der Beschuldigte die Einvernahme von 

Herrn E. Als Begründung führte er an, dass Herr E. eine der drei anderen Perso-

nen gewesen sei, die am 1. Januar 2020 im 4-er Abteil mit dem Beschuldigten 

im Zug Nr. 1 von Schaffhausen nach Bülach unterwegs gewesen seien. Er habe 

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die Kontrolle durch die beiden Privatkläger und den ganzen Vorfall bis zur Fest-

nahme des Beschuldigten in Bülach aus nächster Nähe mitbekommen. Als an-

wesender, aber nicht direkt beteiligter Dritter, könne er als Zeuge wohl wichtige 

und der Wahrheit dienliche Angaben zum fraglichen Vorfall machen (TPF pag. 

2.521.001 f.). Mit Verfügung vom 9. August 2021 wies die Einzelrichterin den Be-

weisantrag des Beschuldigten ab. Als Begründung führte sie an, dass die Bun-

desanwaltschaft anlässlich des Vorverfahrens Einvernahmen mit den drei unmit-

telbar an der Situation beteiligten Personen durchgeführt habe, namentlich mit 

dem Beschuldigten sowie den beiden Privatklägern. Die Konfrontationseinver-

nahme zwischen den genannten Personen habe am 26. März 2021 stattgefun-

den (BA pag. 13-01-0003 ff.). Anlässlich derselben hätten die Beteiligten den 

mutmasslichen Vorfall am Neujahrstag 2020 unterschiedlich geschildert. Ohne 

die Beweiswürdigung vorwegzunehmen sei jedoch festzuhalten, dass die Schil-

derungen nicht derart grundlegende Abweichungen beinhalteten, dass es ge-

rechtfertigt erscheine, eine dritte, an dem mutmasslichen Vorfall unbeteiligte Per-

son, zu befragen. Auf Grund der Tatsache, dass der zu beurteilende Sachverhalt 

zum Verfügungszeitpunkt bereits über eineinhalb Jahre zurückliege, seien die 

Erinnerungen zumindest bei Drittbeteiligten an den mutmasslich nicht ausserge-

wöhnlich gravierenden Vorfall höchstwahrscheinlich bereits mit Lücken bzw. Un-

sicherheiten behaftet. Von der vom Beschuldigten beantragten Befragung seien 

daher keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten. Nicht zuletzt sei der 

Sachverhalt bereits ausreichend durch die Aussagen der unmittelbar Beteiligten 

dokumentiert (TPF pag. 2.250.001 f.).  

Anlässlich der Hauptverhandlung wiederholte der Beschuldigte den Beweisan-

trag zunächst im Rahmen der Vorfragen. Die Einzelrichterin wies den Antrag zu 

diesem Zeitpunkt ab und verwies den Beschuldigten auf das Beweisverfahren. 

Im Rahmen desselben wiederholte der Beschuldigte den Beweisantrag aber-

mals. Inwiefern einer Zeugeneinvernahme des E. zusätzlicher Beweiswert zu-

kommen soll, hat der Verteidiger weder anlässlich der Vorfragen noch im Be-

weisverfahren noch in seinem Parteivortrag hinreichend dargetan und ist auch 

nicht ersichtlich. Vielmehr beschränkte er sich im Wesentlichen darauf, zu argu-

mentieren, dass es nicht angehe, ein Beweisverfahren «ohne den wichtigsten 

Zeugen» durchzuführen (TPF pag. 2.720.003). Die Einzelrichterin wies den Be-

weisantrag mit Verweis auf die Begründung im Rahmen ihrer Verfügung vom 

9. August 2021 ab (TPF pag. 2.720.002 f.) und führte ergänzend aus, sollte das 

Gericht im Rahmen der Urteilsberatung zum Schluss gelangen, die geforderten 

Beweismassnahmen seien für die Urteilsfindung erforderlich, erlaube 

Art. 349 StPO die Wiederaufnahme der Parteiverhandlungen. Wie sich nachfol-

gend zeigen wird, ist der Fall ohne die beantragte Zeugeneinvernahme spruchreif 

(Art. 349 StPO e contrario sowie Art. 351 Abs. 1 StPO). 

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2. Anklagevorwurf 

2.1 Gemäss der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft sei der Beschuldigte am 

1. Januar 2020, um ca. 02.12 Uhr im Zug Nr. 1 der D. AG von Schaffhausen nach 

Bülach unterwegs gewesen. Dabei sei er von den Privatklägern B. und C., die 

als Sicherheits-Mitarbeitende der F. AG im Auftrag der SBB AG, Transportpolizei, 

die entsprechende Kontrolle im Zug durchgeführt hätten, einer Kontrolle des 

Fahrausweises bzw. des Nachtzuschlages unterzogen worden. Anlässlich dieser 

Kontrolle habe der Beschuldigte keinen gelösten Nachtzuschlag vorweisen kön-

nen und sei der mehrfachen Aufforderung der beiden F. AG-Mitarbeitenden nicht 

nachgekommen, sich auszuweisen. Dabei sei der Beschuldigte gegenüber den 

Privatklägern C. und B. sehr ausfällig geworden und habe sich ihnen gegenüber 

in dem Sinne geäussert, dass sie «Arschlöcher» seien, nichts könnten und er 

sich von Frauen nichts sagen lasse. Zudem habe er den beiden F. AG-Mitarbei-

tenden gesagt, sie sollten doch kommen und er würde beide «kaputt» bzw. «kalt 

machen». Dabei sei der Beschuldigte immer wieder von seinem Sitzplatz aufge-

standen und mit dem Kopf auf die beiden F. AG-Mitarbeitenden zugekommen, 

sodass er dem Privatkläger C. sehr nahe (Stirn an Stirn) gekommen sei, was 

dazu geführt habe, dass sich dieser bedroht gefühlt habe. Der Privatkläger C. 

habe damit gerechnet, dass der Beschuldigte tätlich werden würde. Er habe Res-

pekt vor ihm und Angst vor der Situation gehabt. Zudem sei der Beschuldigte 

anlässlich der Auseinandersetzung gegenüber der Privatklägerin B. tätlich ge-

worden und habe sie mit der Hand an die Schulter gestossen. Beim Aussteigen 

in Bülach habe der Beschuldigte aus dem Zug fliehen wollen, wobei er von den 

Mitarbeitenden der F. AG an beiden Armen festgehalten und der örtlichen Polizei 

übergeben worden sei (BA pag. 03-01-0001 f.). 

2.2 Hierbei habe der Beschuldigte gewusst, dass es in die Zuständigkeit der F. AG-

Mitarbeiter falle, Nachtzuschlags-Fahrausweiskontrollen durchzuführen und ge-

gebenenfalls Personalien aufzunehmen. Ebenso habe er gewusst bzw. zumin-

dest billigend in Kauf genommen, dass er mit seinem Verhalten die Mitarbeiten-

den der F. AG, die Privatkläger B. und C., an der Ausübung ihrer beruflichen 

Pflicht gehindert habe und die Privatklägerin B. dabei tätlich angegangen sei. 

Ebenso habe der Beschuldigte gewusst bzw. zumindest billigend in Kauf genom-

men, dass er mit seinem Verhalten die Privatklägerin B. in ihrer körperlichen In-

tegrität – wenn auch nur geringfügig und folgenlos – angegriffen habe. Sodann 

habe der Beschuldigte gewusst, dass er mit seinen Äusserungen die Privatkläger 

B. und C. abwerten und sie in ihrer Würde, ehrbare Menschen zu sein, herabset-

zen würde, was er gewollt bzw. als Folge seines Verhaltens zumindest in Kauf 

genommen habe. Zudem habe er um die Pflicht gewusst, vor Antritt der Fahrt in 

einem Nachtzug gegen 2.00 Uhr, einen Nachtzuschlag vor Abfahrt des Zuges zu 

erwerben (BA pag. 03-01-0002). 

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3. Rechtliches 

3.1 Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB) 

3.1.1 Nach Art. 285 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied einer 

Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer Handlung, 

die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer Amtshandlung nötigt 

oder während einer Amtshandlung tätlich angreift.  

3.1.2 Geschütztes Rechtsgut von Art. 285 StGB ist das Funktionieren staatlicher Or-

gane. Angriffsobjekt ist nicht der handelnde Beamte, sondern die Amtshandlung 

als solche. Träger der Amtsgewalt, gegen deren Amtshandlungen sich die Tat 

richten muss, sind Beamte und Behörden sämtlicher Gemeinwesen (Bund, Kan-

tone, Bezirke, Kreise, Gemeinden) und deren Körperschaften und Anstalten 

(HEIMGARTNER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Vor Art. 285 StGB N. 3). Nach 

Art. 285 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gelten u.a. auch Angestellte von Unternehmen nach 

dem Eisenbahngesetz vom 20. Dezember 1957 und dem Personenbeförde-

rungsgesetz vom 20. März 2009 als Beamte. 

3.1.3 Als Amtshandlung gilt jede Handlung, die innerhalb der Amtsbefugnisse des Be-

amten fällt und in seiner örtlichen und sachlichen Zuständigkeit liegt. Amtshand-

lung ist jede Betätigung in der Funktion als Beamter. Erfasst sind alle Teilakte 

der Amtstätigkeit, auch Vorbereitungs- und Begleithandlungen. Entscheidend ist, 

dass die Handlung in Zusammenhang mit der Erfüllung einer öffentlich-rechtli-

chen Funktion steht (Urteile des Bundesgerichts 6B_891/2010 vom 11. Ja-

nuar 2011 E. 3.2; 6B_132/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.3). Bereits das «Durch-

den-Zug-Gehen» eines Kondukteurs stellt eine Amtshandlung dar (HEIM-

GARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB N. 9). Der Täter hindert eine Amtshandlung be-

reits, wenn diese in einer Art und Weise beeinträchtigt wird, dass sie nicht rei-

bungslos durchgeführt werden kann (BGE 103 IV 186 E. 2; HEIMGARTNER, a.a.O., 

Art. 285 StGB N. 5). Der tatbestandsmässige Erfolg liegt in der Beeinträchtigung 

der Amtshandlung durch Einsatz der vom Gesetz genannten qualifizierten Mittel 

der Gewalt oder Drohung (HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB N. 5). 

3.1.4 Das Tatbestandsmerkmal der Gewalt ist gemäss herrschender Lehre im gleichen 

Sinne wie bei der Nötigung auszulegen. Unter Gewalt ist demnach jede physi-

sche Einwirkung auf den Amtsträger zu verstehen. Diese muss indessen eine 

gewisse Intensität aufweisen, um tatbestandsmässig zu sein (HEIMGARTNER, 

a.a.O., Art. 285 StGB N. 6). Zu beachten ist, dass relative Kriterien zur Bestim-

mung der vorausgesetzten Intensität massgebend sind. Insbesondere ist auf die 

Konstitution, das Geschlecht und die Erfahrung des Opfers abzustellen. Voraus-

gesetzt wird eine eindeutige aggressive Kraftentfaltung gegen die betreffende 

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Amtsperson. An einem solchen fehlt es etwa bei einem leichten Rempeln im Rah-

men eines «Gerangels» (HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB N. 6, 15 m.w.H.), 

beim Um-sich-Schlagen ohne zu treffen oder beim Herumfuchteln mit den Hän-

den (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2018.50 vom 25. Januar 2019 E. 

3.1.). 

3.1.5 Bei der Tatbestandsvariante des tätlichen Angriffs während einer Amtshandlung 

wird vorausgesetzt, dass der Angriff während der Amtshandlung erfolgt. Der Be-

griff des tätlichen Angriffs nach Art. 285 Ziff. 1 StGB stimmt nach der Rechtspre-

chung mit dem Begriff der Tätlichkeit nach Art. 126 StGB überein. Ein tätlicher 

Angriff besteht mithin in einer unmittelbaren körperlichen Aggression im Sinne 

von Art. 126 StGB. Eine Tätlichkeit liegt vor bei einer das allgemein übliche und 

gesellschaftlich geduldete Mass überschreitenden physischen Einwirkung auf ei-

nen Menschen, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur 

Folge hat (BGE 134 IV 189 E. 1.2). Die Verursachung von Schmerzen ist dabei 

nicht erforderlich (BGE 117 IV 14). Eine Tätlichkeit muss gleichwohl von einer 

gewissen Intensität sein. Das Verursachen eines deutlichen Missbehagens ge-

nügt (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_883/2018 vom 18. Dezem-

ber 2018 E. 1.2). 

3.1.6 Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz; Eventualvorsatz genügt (Art. 12 

Abs. 1 und 2 StGB). Dem Täter muss bewusst sein, dass es sich bei seinem 

Gegenüber möglicherweise um einen Amtsträger handelt. Zudem muss sich sein 

Vorsatz auch auf die Amtshandlung beziehen, d.h. der Täter muss um das mög-

liche Vorliegen einer Amtshandlung wissen, wobei auch hier Eventualvorsatz 

ausreicht. Die Handlung des Täters muss weiter vom Willen getragen sein, den 

Amtsträger an der Amtshandlung zu hindern (Urteil des Bundesgerichts 

6B_132/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.3; HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB N. 

23 sowie Art. 286 StGB N. 15). 

3.1.7 Bei der Tatbestandsvariante der Hinderung einer Amtshandlung durch Gewalt 

oder Drohung muss der Täter mit Wissen und Willen um die möglicherweise hin-

dernde Wirkung seiner Handlung vorgehen. Zudem muss er wissen, dass seine 

Handlungsweise gewaltsam oder drohend ist. Bei der Tatbestandsvariante des 

tätlichen Angriffs während einer Amtshandlung muss der Täter zumindest in Kauf 

nehmen, dass seine Handlung einem tätlichen Angriff gleichkommt (HEIM-

GARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB N. 23). Ein bestimmter Beweggrund ist dabei 

nicht erforderlich (BGE 101 IV 62 E. 2c). 

  

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3.2 Beschimpfung (Art. 177 StGB) 

3.2.1 Gegenstand der Beschimpfung i.S.v. Art. 177 StGB ist der Ehrangriff durch Tat-

sachenbehauptungen und gemischte Werturteile gegenüber dem Verletzten 

selbst sowie reine Werturteile gegenüber Dritten und dem Verletzten (anstelle 

vieler: ABO YOUSSEF, StGB Annotierter Kommentar, 2020, Art. 177 N. 1). Als ge-

mischtes Werturteil gilt etwa der Begriff «braunes Pack», als reines Werturteil 

«Pack» (Urteil des Bundesgerichts 6B_43/2017 vom 23. Juni 2017 E. 2.5.3). 

Auch der Vorwurf, jemand sei ein Luder (BGE 86 IV 81 E. 1), ein Psychopath 

(BGE 93 IV 20), ein Halunke (BGE 79 IV 20), eine Hure (BGE 92 IV 115), sowie 

der Ausdruck «Sangliers plus police = SS» (BGE 104 IV 167) sind reine Wertur-

teile. Ebenso sind «Schuft», «Gauner» (vgl. BGE 80 IV 56 E. 3), «Schurke» Wert-

urteile (Urteil des Bundesgerichts 6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 3.1.2 

und 3.8.2). Weil der Übergang zu den Werturteilen fliessend ist, ist jeweils zu 

prüfen, ob die Werturteile auf Tatsachenbasis ergingen (Urteil des Bundesge-

richts 6B_1270/2017; 6B_1291/2017 vom 24. April 2018 E. 2.2).  

3.2.2 In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. 

3.3 Benutzung eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Be-

rechtigung (Art. 57 Abs. 3 PBG) 

In Anwendung von Art. 57 Abs. 3 PBG wird, auf Antrag, mit Busse bestraft, wer 

vorsätzlich oder fahrlässig ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung 

ein Fahrzeug benützt. 

4. Aussagen der Beteiligten 

4.1 Aussagen des Beschuldigten 

Anlässlich seiner Konfrontationseinvernahme mit den beiden Privatklägern B. 

und C. bestritt der Beschuldigte den ihm Strafbefehls gemachten Vorwurf. So sei 

er von den beiden Privatklägern wegen des Nachtzuschlags kontrolliert worden 

und sie hätten zusammen kommuniziert. Aber dass er tätlich und ausfällig ge-

worden sei und ihnen gedroht hätte, stimme nicht. Ebenfalls stimme es nicht, 

dass sie ihn gehalten und der Polizei übergeben hätten. Vielmehr habe sich der 

Vorfall folgendermassen abgespielt: «Ich war mit meinen Kollegen unterwegs, es 

war Neujahr, wir haben gefeiert und getrunken. Wir gingen in den Zug und dann 

kam das Sicherheitspersonal. Dann haben sie mich aufgefordert, den Nachtzu-

schlag zu zeigen. Ich sagte ihnen, dass ich es vergessen habe, aber dieser je-

weils von der Zürcher Kantonalbank bezahlt wird. Dann habe ich das SMS ge-

schickt und den Nachtzuschlag erhalten. [Auf Frage]: Wenn ich vom Sicherheits-

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personal spreche, spreche ich von den [beiden Privatklägern]. Die Kontrolle er-

folgte während der laufenden Fahrt. Dann habe ich den Nachtzuschlag gelöst 

und mich bei ihr entschuldigt. Wie gesagt, ich, erhalte den Nachtzuschlag so oder 

so bezahlt. Dann haben sie mir gesagt, dass es zu spät sei. Ich sagte dann, ich 

hätte diesen nun, aber sie sagten es sei zu spät. Dann sagten sie, ich solle kom-

men und ihnen meinen Ausweis zeigen für eine Busse. Sie sagten das auf eine 

ganz hysterische Art. Ich sagte dann, nein, ich habe den Zuschlag gelöst. Sie 

wurden immer hysterischer und sagten, sie wollten eine Busse ausstellen. Ich 

bat sie, mich in Ruhe zu lassen. Dann wurde es ein bisschen laut. [Auf Frage]: 

Es war eine angespannte und nervöse Art. Ich hatte mit meinen Kollegen einen 

guten und sehr sehr schönen Abend, wir hatten gefeiert. Bis dann, da ging mein 

ganzes Neujahr 2020 den Bach ab. Ich sagte dann, dass sie mich in Ruhe lassen 

sollen. [Die Privatklägerin] B. sagte dann immer, ich sei Kosovare. Das hat mich 

verletzt und ich verstand nicht, weshalb sie das sagte. Sie wiederholte das meh-

rere Male und das hat mich wirklich sehr verletzt, weil ich kein Kosovare bin. Ich 

verstehe nicht, was die Nationalität mit einer Ticketkontrolle zu tun haben soll. 

Sie waren sehr nervös und standen um mich herum. Und mit diesem ‘Kosovare’ 

verstand ich gar nichts mehr, ich habe nicht mehr geantwortet und blieb sitzen. 

[Die Privatklägerin] B. sagte dann, dass sie die Polizei beiziehen wollen, und ich 

sagte, das sei eh besser. Sie warteten dann beim Ausgang des Zuges auf mich. 

Dann kamen wir in Bülach an und ich wollte aussteigen. Die beiden waren immer 

noch bei der Türe am Warten. Ich wollte aus dem Zug aussteigen, weil es zu viel 

war. [Die Privatklägerin] B. hat mich dann gedrückt und gestossen und gesagt, 

dass ich drinbleiben soll. Ich schlängelte mich an ihr vorbei, weil ich raus wollte, 

aber sie drückte mich weg. Ich wollte keinen Körperkontakt, gar nichts. Dann 

stieg ich aus und blieb stehen. Als ich nach Links schaute, kamen 3 oder 4 Poli-

zisten auf mich zu und stiessen mich zu Boden. Ich hatte Prellungen und Schür-

fungen am Knie. Sie legten mich danach in Handschellen und haben mich vom 

Boden aufgerichtet. Sie fragten nach dem Ausweis und ich sagte, dass dieser in 

der Hose ist. Sie nahmen dann den Ausweis und nahmen mich mit zum Auto. 

Dort führten sie eine Atemluftkontrolle durch, welche 1.7 Promille ergab. [Auf 

Frage]: Sie sagten mir den Wert, darum weiss ich es. Dann haben sie sich ge-

fragt, ob sie noch etwas brauchen. Dann haben sie die Handschellen abgenom-

men, mir ein schönes neues Jahr gewünscht und ich konnte gehen. Und eben, 

die beiden Sicherheitsbeamten waren wie hysterisch» (BA pag. 13-01-0008 f.). 

Diese Aussagen enthalten im Wesentlichen jene, die der Beschuldigte bereits 

anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 27. März 2020 getätigt hatte 

(BA pag. 05-00-0011). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 3. Dezember 2021 

bestätigte er seine im Vorverfahren getätigten Aussagen (TPF pag. 2.731.003).  

  

- 11 - 

SK.2021.14 

4.2 Aussagen der Privatklägerin B. 

4.2.1 Anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme als Auskunftsperson vom 

27. März 2020 gab die Privatklägerin B. hinsichtlich des Vorfalls in der Neujahrs-

nacht Folgendes zu Protokoll: «Wir sind unserer Arbeit nachgegangen und ha-

ben den Nachtzuschlag im Zug kontrolliert. Wir waren bei einem 4er Abteil. Dort 

sassen 4 gleichaltrige Personen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob alle kei-

nen Nachtzuschlag bei sich hatten. Ich weiss nur noch, dass der [Beschuldigte] 

und sein Kollege keinen Nachtzuschlag und auch kein Ticket hatten. Ich sagte 

zu ihm, dass wir eine Busse ausstellen müssen und deshalb einen Ausweis se-

hen müssen. Sein Kollege gab den Ausländerausweis sofort. Der [Beschuldigte] 

aber, sagte nur, dass er Schweizer sei und keinen Nachtzuschlag benötige. Wir 

diskutierten und ich erklärte ihm, dass er einen braucht und wir einen Ausweis 

benötigen; [e]r stand dann auf und bedrohte uns. Die Wortwahl weiss ich leider 

nicht mehr. Er stiess mich dann mit der Hand an der Schulter; er wurde dann 

sehr ausfallend. Ich weiss den Wortlaut nicht mehr, aber er war sehr ausfallend. 

Ich sagte meinem Patrouillen-Partner, dass ich die Polizei wolle. Die Transport-

polizei hatte zu dieser Zeit keine Patrouille in der Gegend. Ich rief dann selbst-

ständig die 117 an und sagte ihnen, dass wir eine sehr renitente Person bei uns 

haben und wir die Polizei benötigen. Ich sagte ihnen, dass wir gleich im Bahnhof 

Bülach ankommen werden. Als wir beim Bahnhof Bülach ankamen, hielten wir 

den [Beschuldigten] fest und stellten ihn beim Bahnhof Bülach an die Wand und 

fixierten ihn. Als die Polizei im Bahnhof Bülach ankam, fixierten ihn die Polizei 

mit Handfesseln». Weiter gab die Privatklägerin B. an, während des Vorfalls 

«Respekt» gegenüber dem Beschuldigten gehabt zu haben. Ausser dem «Schul-

ter-Schubsen» sei sie jedoch nicht tätlich angegangen worden. Nach dem Vorfall 

habe sie weder Schmerzen gehabt noch einen Arzt aufsuchen müssen. Gegen 

den Privatkläger C. sei der Beschuldigte ebenfalls nicht tätlich geworden. Ob er 

diesen beschimpft oder bedroht habe, wisse sie nicht mehr (BA pag. 05-00-0016 

f.). 

4.2.2 Anlässlich ihrer Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten sowie dem 

Privatkläger C. wiederholte die Privatklägerin B. ihre Aussagen im Wesentlichen. 

Sie fügte jedoch hinzu, dass der Beschuldigte während des Vorfalls seinen Pass 

in die Höhe gestreckt und so etwas wie: «Ich habe einen Schweizer Pass und 

brauche keinen Nachtzuschlag zu lösen» gesagt habe. Ihre Antwort darauf sei 

gewesen, dass sie auch einen Schweizer Pass habe und trotzdem einen würde 

lösen müssen, so wie alle anderen auch im Zug (BA pag. 13-01-0017). 

  

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SK.2021.14 

4.3 Aussagen des Privatklägers C. 

4.3.1 Der Privatkläger C. machte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 

27. März 2020 folgende Aussagen zum Vorfall: «Wir, meine Patrouillenpartnerin, 

[die Privatklägerin] B. und ich, hatten in dieser Nacht die Aufgabe in den Nacht-

zügen die Nachtzuschläge zu kontrollieren. Vier Jugendliche kontrollierten wir im 

genannten Zug, zwei hatten einen Zuschlag, zwei Personen hatten keinen Zu-

schlag. Eine Person zeigte sich kooperativ und gab ihre Identitätskarte. [D]ie 

zweite Person, [der Beschuldigte], war unkooperativ und weigerte [sich,] sich 

auszuweisen. Wir baten [den Beschuldigten] danach mehrfach, sich auszuwei-

sen; diesen Aufforderungen kam er nicht nach. [A]nschliessend fragten wir, wo 

er aussteigen müsse; er nannte Bülach, da er sich aber immer noch nicht aus-

weisen wollte, baten wir ihm die Option, nun beim nächsten Halt auszusteigen; 

ansonsten müssen wir die Polizei in Bülach aufbieten um die Personalien aufzu-

nehmen. Er wollte nicht aussteigen [und] fing an, uns zu beleidigen, stand auf 

und wurde tätlich gegenüber meiner Kollegin». Auf Frage fügte der Privatkläger 

C. hinzu, dass der Beschuldigte ihn mit «Arschloch» beschimpft habe und gesagt 

habe, er lasse sich von Frauen nichts sagen. Zudem habe er gesagt, die Privat-

kläger sollten doch kommen, er mache sie beide kaputt. Dabei sei er immer wie-

der aufgestanden und Kopf an Kopf zu den Privatklägern gekommen. Er habe 

den Beschuldigten Stirn an Stirn gehabt, aber dieser habe ihn nicht geschubst. 

Er habe jedoch damit gerechnet, dass der Beschuldigte tätlich werden würde. 

Der Privatkläger C. gab weiter an, Respekt vor dem Beschuldigten und Angst vor 

der Situation gehabt zu haben, da auch noch drei Kollegen von ihm anwesend 

gewesen seien. Auf Frage gab der Privatkläger C. zudem an, gesehen zu haben, 

dass die Privatklägerin B. zur Seite gestossen worden sei. Der Beschuldigte sei 

sehr laut geworden, er habe mit ihm sprechen können, die Privatklägerin B. hin-

gegen nicht. Diese sei «maximal zweimal» geschubst worden vom Beschuldigten 

(BA pag. 05-00-0020 f.). 

4.3.2 Anlässlich seiner Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten sowie der 

Privatklägerin B. wiederholte der Privatkläger C. seine Aussagen im Wesentli-

chen. Hinsichtlich der Beschimpfungen seitens des Beschuldigten zitierte er letz-

teren – von bisherigen Aussagen leicht abweichend – mit: «Ich muss mir nichts 

sagen lassen von einer Fotze!» (BA pag. 13-01-0011). 

5. Beweiswürdigung und Subsumtion 

5.1 Die Gegebenheiten, welche die Rahmenbedingungen zu den in Frage stehenden 

Vorkommnissen bilden, d.h. Zugnummer, Zeit, Fahrtstrecke und dergleichen, 

sind unbestritten.  

- 13 - 

SK.2021.14 

5.2 Mit Bezug auf den Vorwurf der Benutzung eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahr-

ausweis ist beweismässig erstellt, was vom Beschuldigten nicht in Abrede ge-

stellt und durch die beiden Privatkläger sowohl bei ihrer Befragung als Auskunfts-

personen als auch in der Konfrontationseinvernahme bestätigt wurde, nämlich, 

dass der Beschuldigte bei Antritt der Fahrt nicht im Besitze eines gültigen Nacht-

zuschlages war. Vielmehr war er erst während der Fahrt im Begriffe, einen sol-

chen zu lösen. Damit ist der objektive Tatbestand der Benutzung eines Fahrzeu-

ges ohne gültigen Fahrausweis durch den Beschuldigten erfüllt. Dem Beschul-

digten war überdies bekannt, dass er bei Antritt der Zugreise im Besitze dieses 

Nachtfahrtzuschlages sein musste, er handelte folglich vorsätzlich. Rechtferti-

gungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Im Ergebnis erfüllte 

der Beschuldigte den Tatbestand von Art. 57 Abs. 3 PBG sowohl objektiv als 

auch subjektiv. 

5.3 Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte den Tatbestand der Beschimpfung (Art. 177 

StGB) erfüllte.  

5.3.1 Die Aussagen der Privatklägerin B. sind in sich stimmig, deutlich und anschau-

lich. Sie zeichnen sich u.a. durch logische Konsistenz und Detailreichtum aus. In 

beiden Einvernahmen legte die Privatklägerin B. ihre Gefühlslage während der 

Vorkommnisse dar, beispielsweise das Gefühl, vom Beschuldigten beleidigt wor-

den zu sein. Diese Beschreibung von eigenpsychischen Vorgängen ist Teil eines 

hohen Detaillierungsgrads in qualitativer Hinsicht (vgl. ARNTZEN, Psychologie der 

Zeugenaussage, 5. Aufl. 2011, S. 27). Es werden auch Nebensächlichkeiten 

(z.B. der Verhaftungsvorgang des Beschuldigten) geschildert, was Glaubhaf-

tigkeit indiziert (vgl. BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 

3. Aufl. 2007, S. 95). All dies sind sogenannte Realkennzeichen. Die hohe Qua-

lität der Realkennzeichen ist ein Hinweis auf die Erlebnisbasiertheit einer Aus-

sage (LUDEWIG/BAUMER/TAVOR: Aussagepsychologie für die Rechtspraxis, 2017, 

S. 63). Ferner nahm die Privatklägerin B. den Beschuldigten vereinzelt in Schutz, 

etwa indem sie betonte, dass dieser (abgesehen vom «Schubsen» beim Aus-

stiegsversuch) nicht tätlich geworden sei. Diese Entlastung der beschuldigten 

Person ist ein Merkmal, welches auf eine fehlende strategische Selbstdarstellung 

hinweist (LUDEWIG/BAUMER/TAVOR, a.a.O., S. 47 f.) und für die Glaubhaftigkeit 

spricht. Schliesslich finden sich in den Aussagen der Privatklägerin B. auch so-

genannte negative Komplikationsketten, etwa, wenn sie vom gescheiterten An-

gebot an den Beschuldigten spricht, beim nächsten Halt auszusteigen. Das Schil-

dern vergeblicher Bemühungen und wiederholter Versuche ist eine inhaltliche 

Steigerungsform der Detaillierung und typisch für glaubhafte Aussagen 

(ARNTZEN, a.a.O., S. 34). Die Aussagen der Privatklägerin B. anlässlich der bei-

den Einvernahmen im Rahmen des Vorverfahrens geben in ihrer Gesamtheit in 

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SK.2021.14 

Bezug auf das hier interessierende Hauptgeschehen ein eindeutiges, schlüssi-

ges Bild. Es kann m.a.W. auch von Homogenität gesprochen werden (vgl. dazu 

ARNTZEN, a.a.O., S. 48).  

5.3.2 Auch die Aussagen des Privatklägers C. sind zum Grossteil (auf die Ausnahme 

wird noch eingegangen) in sich stimmig, deutlich und anschaulich. Auch sie 

zeichnen sich u.a. durch logische Konsistenz und Detailreichtum aus. So be-

schrieb auch der Privatkläger C. anlässlich seiner beiden Einvernahmen seine 

Gefühlslage; so etwa, dass er vor dem Beschuldigten «Respekt» und vor der 

Situation «Angst» gehabt habe. Diese Beschreibung von eigenpsychischen Vor-

gängen ist Teil eines hohen Detaillierungsgrads in qualitativer Hinsicht (vgl. 

ARNTZEN, a.a.O., S. 27). Im Ergebnis ergeben auch die Aussagen des Privatklä-

gers C. anlässlich des Vorverfahrens in ihrer Gesamtheit in Bezug auf das hier 

interessierende Hauptgeschehen ein eindeutiges, schlüssiges Bild. Mit Aus-

nahme der Frage, ob der Beschuldigte von «Frau» oder «Fotze» sprach, kann 

auch bei den Aussagen des Privatklägers C. von Homogenität gesprochen wer-

den (vgl. dazu ARNTZEN, a.a.O., S. 48).  

5.3.3 Bei den Aussagen des Beschuldigten hingegen sind die Realkennzeichen deut-

lich weniger ausgeprägt. Die Aussagen bleiben meist vage, es entsteht zuweilen 

der Eindruck, der Beschuldigte würde den Vorfall herunterspielen wollen. Zwar 

bestätigt er einen Streit und eine laute Diskussion; wenn es um die konkreten 

Vorwürfe (insbesondere hinsichtlich der Beschimpfungen) geht, beschränkt sich 

der Beschuldigte jedoch grossmehrheitlich auf pauschales Bestreiten. Die Aus-

sagen erscheinen sehr selektiv und blenden aus und sind nicht mit denjenigen 

der beiden Privatkläger in Einklang zu bringen. 

5.3.4 Vergleicht man die Aussagen, kommt man insgesamt zum Ergebnis, dass die 

Schilderungen der Privatkläger wesentlich glaubhafter erscheinen als diejenigen 

des Beschuldigten. Im Übrigen ist nicht erkennbar, welches Motiv die beiden Pri-

vatkläger hätten, eine Geschichte zu erfinden und den Beschuldigten zu Unrecht 

zu belasten. 

5.3.5 Auf Grund der übereinstimmenden, glaubhaften Aussagen der beiden Privatklä-

ger ist folglich erstellt, dass der Beschuldigte die beiden mit einem Schimpfwort 

betitelte. Auf Grund der stringenten Aussagen des Privatklägers C. ist weiter er-

stellt, dass der Beschuldigte hierbei das Schimpfwort «Arschloch» gebrauchte. 

Nicht erstellt ist hingegen, ob sich der Beschuldigte des Unwortes «Fotze» be-

diente, da dies lediglich vom Privatkläger C. anlässlich seiner zweiten Einver-

nahme zu Protokoll gegeben wurde. Im Ergebnis erfüllte der Beschuldigte den 

objektiven Tatbestand der Beschimpfung i.S.v. Art. 177 StGB, indem er sich ge-

genüber den Privatklägern des Ausdrucks «Arschloch» bediente. 

- 15 - 

SK.2021.14 

5.3.6 Zwar dürfte der Alkoholisierungsgrad des Beschuldigten zu einer gewissen Ent-

hemmung geführt haben, dennoch ist nicht von einer Schuldunfähigkeit auszu-

gehen, haben doch die beiden Privatkläger glaubhaft ausgesagt, der Beschul-

digte sei alkoholisiert gewesen, man habe mit ihm aber gut kommunizieren kön-

nen. Folglich erfüllte der Beschuldigte den Tatbestand der Beschimpfung auch in 

subjektiver Hinsicht. 

5.3.7 Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Im Ergeb-

nis ist der Beschuldigte der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB i.V.m. 

Art. 10 BGST schuldig zu sprechen.  

5.4 Als letztes gilt zu prüfen, ob sich der Beschuldigte der Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte (Art. 285 StGB) strafbar gemacht hat.  

5.4.1 Nicht umstritten und beweismässig erstellt ist in diesem Zusammenhang, dass 

der Beschuldigte während des Halts in Bülach versuchte, an den beiden Privat-

klägern vorbeizukommen um aus dem Zug aussteigen zu können. Entgegen den 

Bestreitungen des Beschuldigten, ist auf Grund der übereinstimmenden Aussa-

gen der Privatklägerschaft beweismässig erstellt, dass sich der Beschuldigte 

dem Privatkläger C. genähert hat und dass er mit ihm Stirn an Stirn stand. Erstellt 

ist zudem, dass der Beschuldigte die Privatklägerin B. geschubst hat, bzw. ver-

suchte sich an dieser vorbei zu drängeln, als er sich anschickte, aus dem Zug 

auszusteigen. Die Privatkläger sagten übereinstimmend aus, dass keine (weiter-

gehenden) Tätlichkeiten vom Beschuldigten ausgingen. Die Aussage des Privat-

klägers C., wonach der Beschuldigte die beiden Privatkläger bedroht hätte bzw. 

gesagt hätte, er werde diese «kaputt machen» wurde lediglich vom Privatklä-

ger C. vorgebracht. In dubio pro reo ist von der für den Beschuldigten günstigeren 

Sachverhaltsvariante auszugehen. Folglich ist keine solche Drohgebärde seitens 

des Beschuldigten gegenüber den Privatklägern erstellt. Das von den Privatklä-

gern geschilderte «Schubsen», bzw. Vorbeidrängeln, aber auch das sich dem 

Privatkläger C. Stirn an Stirn Annähern, erreicht nicht die von Art. 285 StGB ge-

forderte Intensität einer Drohung. Eine Verurteilung des Beschuldigten scheitert 

folglich bereits (knapp) am objektiven Tatbestand. 

5.4.2 In subjektiver Hinsicht ist anzumerken, dass auf Grund der Tatsache, dass der 

Beschuldigte in der Neujahrsnacht zunächst ohne nötigen Nachtzuschlag unter-

wegs war, zu dessen Gunsten davon auszugehen ist, dass seine Absicht ledig-

lich darin bestand, an den Privatklägern vorbeizukommen um einer weiteren Kon-

trolle durch die Polizei zu entgehen. Zwar beschimpfte er hierbei die Privatkläger, 

es ist jedoch nicht erstellt, dass er die Absicht gehegt hätte, eine für die Privat-

kläger i.S. der Strafbestimmung von Art. 285 StGB bedrohliche Situation zu 

schaffen. Der Tatbestand ist somit auch in subjektiver Hinsicht nicht erfüllt. 

- 16 - 

SK.2021.14 

5.4.3 Auf Grund des Ausgeführten ist der Beschuldigte vom Vorwurf der Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte i.S.v. Art. 285 StGB freizusprechen. 

6. Strafzumessung 

6.1 Rechtliches 

Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden 

des Täters. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 

sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird 

nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Tä-

ters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 

Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 

(Abs. 2). Dem (subjektiven Tatverschulden) kommt somit bei der Strafzumes-

sung eine entscheidende Rolle zu (BGE 136 IV 55 E. 5.4). Ausgehend von der 

objektiven Tatschwere hat der Richter dieses Verschulden zu bewerten. Er hat 

im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldens-

erhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamtein-

schätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 136 IV 55 E. 5.5). Der Ge-

setzgeber hat einzelne Kriterien aufgeführt, welche für die Verschuldensein-

schätzung von wesentlicher Bedeutung sind und das Tatverschulden vermindern 

bzw. erhöhen (BGE 136 IV 5.5 und 5.6). Es liegt im Ermessen des Gerichts, in 

welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. 

Dabei ist es nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die ein-

zelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6; 134 IV 

17 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_650/2007 vom 2. Mai 2008 E. 10.1). 

6.2 Tatkomponente 

6.2.1 Der Beschuldigte hat zwei Straftatbestände erfüllt. Beim Verstoss gegen Art. 57 

Abs. 3 PBG handelt es sich jedoch um eine Übertretung. Folglich ist nicht etwa 

Art. 49 Abs. 1 StGB anwendbar, sondern das Kumulationsprinzip. Es ist demnach 

erstens eine Busse von Fr. 100.-- auszusprechen, wozu sich weitere Ausführun-

gen erübrigen. Zweitens ist eine Geldstrafe von höchstens 90 Tagessätzen aus-

zusprechen. Hierzu Folgendes: 

6.2.2 In objektiver Hinsicht ist anzumerken, dass sich der Vorfall über einen nicht un-

erheblichen Zeitraum erstreckte, wobei der Beschuldigte mehrfach laut und aus-

fällig wurde und Beschimpfungen von sich gab. Zudem geschah dies anlässlich 

einer legitimen Kontrolle, im Rahmen derer die beiden Betroffenen, die Privatklä-

ger B. und C., ihre gesetzlichen Befugnisse ausübten.  

- 17 - 

SK.2021.14 

6.2.3 Der Beschuldigte musste mit einer Billetkontrolle im Zug rechnen und es war ihm 

bewusst, dass die beiden Privatkläger die Befugnis dazu hatten, diese durchzu-

führen. Erschwerend fällt ins Gewicht, dass ihm die Privatkläger gar die Möglich-

keit boten, beim nächsten Halt aus dem Zug auszusteigen. Anstatt deeskalierend 

zu handeln, fühlte sich der Beschuldigte jedoch im Recht und hielt es gar für 

opportun, die Privatkläger B. und C. wüst zu beschimpfen. Es wäre ihm folglich 

ein Leichtes gewesen, von der Tat abzusehen.  

In Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponente ist das Verschulden 

im mittleren Bereich anzusiedeln, womit klar gesagt ist, dass es sich vorliegend 

nicht mehr um einen Bagatellfall handelt. Eine Einsatzstrafe von 30 Tagessätzen 

erscheint angemessen. 

6.3 Täterkomponente 

6.3.1 Der Beschuldigte arbeitet derzeit temporär und erzielt ein Netto-Jahreseinkom-

men von Fr. 74’500.--. Er verfügt über ein Vermögen von Fr. 89’000.-- (TPF pag. 

2.231.2.002). Seine beruflichen Auslagen belaufen sich auf monatlich Fr. 200.--, 

die Krankenkassenkosten auf monatlich Fr. 350.--. Er hat weder Schulden noch 

Unterstützungspflichten, keine Betreibungen und ist insbesondere nicht vorbe-

straft (TPF pag. 2.731.002). Was das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 

des Beschuldigten anbelangt, so wirken sich diese neutral auf die Strafzumes-

sung aus. Strafmilderungs- oder minderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt durchwegs, verhielt sich jedoch hin-

sichtlich seines Aussageverhaltens zumindest durchschnittlich kooperativ. Er hat 

sich seit Begehung der Tat wohl verhalten (was erwartet werden darf). Allerdings 

zeigte er weder Einsicht noch Reue für die begangenen Taten. Insgesamt wirken 

sich die Täterkomponente neutral auf die Strafzumessung aus. 

6.3.2 Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt ein Tagessatz mindestens Fr. 10.-- und 

höchstens Fr. 3'000.--. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach 

den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des 

Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen 

Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. Aus-

gangspunkt für die Bemessung bildet das Einkommen. Zum Einkommen zählen 

ausser den Einkünften aus selbständiger und unselbständiger Arbeit u.a. private 

Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge. 

6.3.3 In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsfaktoren erachtet das Gericht eine 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 50.-- für Tat und Verschulden als angemes-

sen. 

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SK.2021.14 

6.3.4 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Geldstrafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Bege-

hung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

6.3.5 Das Gericht erachtet die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten 

Strafvollzuges gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB als erfüllt: Der Beschuldigte ist nicht 

vorbestraft. Er ist sozial integriert und hat eine Arbeitsstelle (TPF pag. 2.731.002). 

Diese Umstände wirken sich stabilisierend auf seine persönlichen Verhältnisse 

aus. Aus spezialpräventiven Gesichtspunkten und mit Blick auf seine beruflichen 

Perspektiven erscheint ein Strafaufschub angezeigt. Das Gericht geht davon 

aus, dass die vorliegende Bestrafung den Beschuldigten von künftigem kriminel-

len Verhalten abhalten wird. Es kann ihm insgesamt eine gute Prognose gestellt 

und der bedingte Strafvollzug gewährt werden. 

6.3.6 Dem Verschulden entsprechend erachtet das Gericht eine Probezeit von zwei 

Jahren als angezeigt. 

7. Vollzugskanton  

Als Vollzugskanton ist der Kanton Zürich zu bestimmen (Art. 74 Abs. 2 StBOG). 

8. Verfahrenskosten 

8.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung 

des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; 

Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 

die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]). Die Gebühren sind für die Verfahrenshandlungen geschuldet, 

die im Vorverfahren von der Bundeskriminalpolizei und von der Bundesanwalt-

schaft sowie im erstinstanzlichen Hauptverfahren von der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts durchgeführt oder angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 

BStKR). Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Bedeutung und Schwierigkeit der 

Sache, der Vorgehensweise der Parteien, ihrer finanziellen Situation und dem 

Kanzleiaufwand (Art. 5 BStKR); sie bemisst sich nach Art. 6 und Art. 7 BStKR. 

Die Auslagen umfassen die vom Bund vorausbezahlten Beträge, namentlich die 

Kosten für die amtliche Verteidigung, Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung an-

derer Behörden, Porti, Telefonspesen und andere entsprechende Kosten 

(Art. 422 Abs. 2 StPO; Art. 1 Abs. 3 BStKR). 

8.2 Die Bundesanwaltschaft macht für das Vorverfahren eine Gebühr von insgesamt 

Fr. 500.-- geltend. Die Gebühr liegt innerhalb des gesetzlichen Gebührenrah-

mens von Art. 6 Abs. 3 lit. b und Abs. 4 lit. c BStKR und erscheint angemessen. 

Die Gebühr für das erstinstanzliche Hauptverfahren wird gemäss Art. 1 Abs. 4, 

- 19 - 

SK.2021.14 

Art. 5 und 7 lit. a BStKR auf Fr. 1’000.-- festgesetzt. Ohne Berücksichtigung der 

Kosten der erbetenen Verteidigung betragen die dem Beschuldigten auferlegba-

ren Verfahrenskosten im Ergebnis insgesamt Fr.1’500.--. 

8.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 

StPO). Sie hat lediglich diejenigen Kosten zu tragen, die mit der Abklärung des 

zur Verurteilung führenden Delikts entstanden sind, d.h. es muss ein adäquater 

Kausalzusammenhang gegeben sein (GRIESSER, Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 426 StPO N. 3).  

Der Beschuldigte ist vom Hauptanklagepunkt freigesprochen, jedoch in Anwen-

dung zweier weiterer Strafbestimmungen schuldig gesprochen worden. Die 

durchgeführten Verfahrenshandlungen, welche für die Bestimmung der auferleg-

baren Kosten berücksichtigt wurden, waren für die Abklärung der hier zur Verur-

teilung der Beschuldigten führenden Straftaten notwendig. Die Kausalität der an-

gefallenen Verfahrenshandlungen ist somit gegeben.  

Im Ergebnis sind dem Beschuldigten Verfahrenskosten in der Höhe von  

Fr. 750.-- aufzuerlegen. 

9. Entschädigung für die Verteidigung 

9.1 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das 

Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer 

Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 429 

Abs. 1 lit. a StPO). Angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte hinsichtlich 

des Hauptanklagepunktes freigesprochen wurde, rechtfertigt sich die Zuspre-

chung einer hälftigen Entschädigung für die dem Beschuldigten in Zusammen-

hang mit seiner erbetenen Verteidigung entstandenen Kosten. 

9.2 Die Entschädigung der Verteidigung wird in Bundesstrafverfahren nach dem An-

waltstarif des Bundes – gemäss BStKR – festgesetzt (Art. 135 Abs. 1 StPO). Die 

Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen Auslagen, nament-

lich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Telefonspesen (Art. 11 

Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen und ausgewiesenen 

Zeitaufwand bemessen. Der Stundenansatz beträgt mindestens Fr. 200.-- und 

höchstens Fr. 300.-- (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Die Auslagen werden im Rahmen 

der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten vergütet (Art. 13 BStKR). 

Bei Fällen im ordentlichen Schwierigkeitsbereich, d.h. für Verfahren ohne hohe 

sachliche oder rechtliche Komplexität, beträgt der Stundenansatz gemäss stän-

diger Praxis der Strafkammer Fr. 230.-- für Arbeitszeit und Fr. 200.-- für Reise- 

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SK.2021.14 

und Wartezeit (Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.21 vom 24. Ap-

ril 2012 E. 2.1). Der Stundenansatz für Praktikanten beträgt praxisgemäss 

Fr. 100.-- (Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2010.28 vom 1. Dezember 2011 

E. 19.2; SK.2010.3 vom 5. Mai 2010 E. 8.4; Urteil des Bundesgerichts 

6B_118/2016 vom 20. März 2017 E. 4.4.1). Die Auslagen werden im Rahmen 

der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten vergütet (Art. 13 BStKR). 

Gemäss Art. 14 BStKR kommt die Mehrwertsteuer zum Honorar und den Ausla-

gen hinzu. 

9.3 Mit Vollmacht vom 6. Januar 2021 beauftragte der Beschuldigte Rechtsanwalt 

Jürg Federspiel mit der Wahrung seiner Interessen (BA pag. 16-01-0002).  

9.4 Die Entschädigung der erbetenen Verteidigung ist somit wie folgt festzusetzen: 

Anlässlich der Hauptverhandlung seitens RA Federspiel zu Protokoll gegebene 

Arbeitszeit für die Zeit bis 3. Dezember 2021 (inkl. Hauptverhandlung und Ur-

teilseröffnung) 1'230 Min (Arbeitszeit von 570 Min. zum Satz von Fr. 230.--/h so-

wie 660 Min Reise- und Wartezeit zum Satz von Fr. 200.--/h sowie MWST von 

7.7 %): Fr. 4’270.-- (TPF pag. 2.721.009). Hieraus resultiert ein Endbetrag von 

Fr. 4’270.--.  

9.5 Zusammengefasst ist die Entschädigung des Beschuldigten im Umfang der 

Hälfte seiner Verteidigungskosten auf Fr. 2'135.-- festzusetzen. 

  

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SK.2021.14 

Die Einzelrichterin erkennt: 

I.  

1. A. wird schuldig gesprochen: 

 der Beschimpfung (Art. 177 StGB i.V.m. Art. 10 BGST); 

 der Benutzung eines Fahrzeuges ohne gültigen Fahrausweis oder andere Be-

rechtigung (Art. 57 Abs. 3 PBG). 

2. A. wird freigesprochen vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte (Art. 285 StGB). 

3. A. wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 50.-- bedingt 

vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren. 

4. A. wird bestraft mit einer Übertretungsbusse von Fr. 100.--. Bei schuldhafter 

Nichtbezahlung ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von einem Tag. 

5. Der Kanton Zürich wird als Vollzugskanton bezeichnet. 

6. Die Verfahrenskosten betragen Fr. 1’500.-- (Gebühr Bundesanwaltschaft 

Fr. 500.-- Gerichtsgebühr Fr. 1'000.--). Davon werden A. Fr. 750.-- auferlegt. 

Wird seitens A. keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt, so reduziert sich 

die Gerichtsgebühr um die Hälfte. 

7. A. wird durch die Eidgenossenschaft mit Fr. 2'135.-- für die Aufwendungen im 

Zusammenhang mit der erbetenen Verteidigung entschädigt. 

II. Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch die Einzelrichterin 

mündlich begründet. Den anwesenden Parteien wird das Urteilsdispositiv ausge-

händigt. 

Im Namen der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

 

 

Die Einzelrichterin  Der Gerichtsschreiber 

  

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Zustellung an: 

 die Bundesanwaltschaft 

 die Verteidigung 

 die Privatklägerschaft 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 

 die Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 

  

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Rechtsmittelbelehrung 

Das Gericht verzichtet auf eine schriftliche Begründung, wenn es das Urteil mündlich begründet und nicht eine 

Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, eine Verwahrung nach Artikel 64 StGB, eine Behandlung nach Ar-

tikel 59 Absatz 3 StGB oder, bei gleichzeitig zu widerrufenden bedingten Sanktionen, einen Freiheitsentzug 

von mehr als zwei Jahren ausspricht (Art. 82 Abs. 1 StPO). Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein 

begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach der Zustellung des Dispositivs verlangt 

oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 StPO). 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts, die das Verfahren ganz oder teilweise abschliessen, 

kann innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts mündlich oder 

schriftlich Berufung angemeldet werden (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 

 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 

gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-

verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-

wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). 

 

Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils der Berufungs-

kammer des Bundesstrafgerichts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin anzugeben, 

ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 

sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich 

anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün-

det Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und 

Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 

 

Versand: 16. Februar 2022