# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ae9033e-f8ba-50d7-9d9c-1c0fa56d444b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2022 200 2021 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-194_2022-01-11.pdf

## Full Text

200 21 194 BV und
200 21 314 BV (2)
SCI/SAW/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 11. Januar 2022

Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Baumann

Stiftung für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (FAR) 
Obstgartenstrasse 19, 8006 Zürich
Klägerin und Widerbeklagte

gegen

A.________ AG
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beklagte und Widerklägerin

betreffend Klage vom 5. März 2021 und Widerklage vom 30. April 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV), die GBI Gewerkschaft Bau 
& Industrie (heute: Gewerkschaft Unia) sowie die Gewerkschaft SYNA 
schlossen am 12. November 2002 einen Gesamtarbeitsvertrag für den fle-
xiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (GAV FAR), mit dessen Vollzug 
die Stiftung für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (nachfol-
gend Stiftung FAR bzw. Klägerin/Widerbeklagte) betraut ist (Art. 23 Abs. 1 
GAV FAR; Akten der Stiftung FAR [act. I] 1 f.). Mit Bundesratsbeschluss 
(BRB) vom 5. Juni 2003 (BBl 2003 4039, act. I 2b) wurde der GAV FAR 
erstmals teilweise für allgemeinverbindlich erklärt. Dieser Beschluss trat am 
1. Juli 2003 in Kraft. Seither haben die Vertragsparteien den GAV FAR 
mehrfach geändert. Der Bundesrat hat die entsprechenden Änderungen 
am 8. August 2006, 26. Oktober 2006, 1. November 2007, 6. Dezember 
2012, 10. November 2015, 14. Juni 2016, 7. August 2017 und 29. Januar 
2019 für allgemeinverbindlich erklärt (BBl 2006 6751 f. und 8865 f., 2007 
7881 f., 2012 9763 f., 2015 8307 ff., 2016 5033 f., 2017 5823 ff., 2019 1891 
ff.). 

B.

Die A.________ AG (nachfolgend Beklagte/Widerklägerin) bezweckt laut 
Handelsregistereintrag (act. I 4) die Suche, Selektion, Beratung und Schu-
lung von Personal, die Zurverfügungstellung von Personal für Fest-, Tem-
porär- und Teilzeitstellen, die Übernahme und das Management des Per-
sonals auf Antrag und die Lohnverwaltung sowie alle Arbeiten, die mit Out-
sourcing-Verträgen in Verbindung stehen. 

Nach einer Arbeitgeberkontrolle vom 9. Januar 2018 (act. I 5) bei der 
A.________ AG betreffend die Beitragsjahre 2013 bis 2016, bei welcher 
sich Differenzen zwischen den gemeldeten und den tatsächlichen Lohn-
summen zeigten, forderte die Stiftung FAR am 9. Februar 2018 von der 
A.________ AG die Nachzahlung der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbei-

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träge aus den nicht gemeldeten Lohnsummen (Akten der Stiftung FAR [act. 
IA 16]). Damit war die A.________ AG nicht einverstanden und machte mit 
Einsprache vom 22. Februar 2018 (act. I 8) geltend, für diverse Mitarbeiter 
habe keine FAR-Beitragspflicht bestanden. Dies weil die entsprechenden 
Einsatzbetriebe nicht dem betrieblichen Geltungsbereich des GAV FAR 
unterstünden oder die Mitarbeiter vom persönlichen Geltungsbereich des 
GAV FAR ausgenommen seien. Mit Entscheid vom 7. Mai 2019 (act. I 9) 
hielt die Stiftung FAR an der Beitragsnachforderung fest und bestätigte 
diese – nachdem die A.________ AG nochmals Einwände erhoben hatte 
(act. I 10) – mit Entscheid vom 28. Mai 2019 (act. I 11). 

Am 17. Januar 2020 leitete die Stiftung FAR gegen die A.________ AG die 
Betreibung ein (act. I 12). Gegen den Zahlungsbefehl der Betreibung Nr. ... 
des Betreibungsamtes C.________, vom 21. Januar 2020 erhob die 
A.________ AG am 28. Januar 2020 Rechtsvorschlag (Akten der 
A.________ AG [act. IIA] 7). 

C.

Mit Eingabe vom 5. März 2021 (Postaufgabe 8. März 2021) erhob die Stif-
tung FAR Klage gegen die A.________ AG. Sie stellt folgendes Rechtsbe-
gehren: 

Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die folgenden Beiträge zu bezahlen:

- CHF 1'701.10 für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 
nebst 5% Zins ab 1. Januar 2014.

- CHF 6'907.05 für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 
nebst 5% Zins ab 1. Januar 2015.

- CHF 5'191.85 für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 
nebst 5% Zins ab 1. Januar 2016.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

Die Beklagte, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, beantragt mit 
Klageantwort und Widerklage vom 30. April 2021 das Folgende: 

1. Die Klage sei in allen Punkten vollumfänglich abzuweisen.

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2. Es sei festzustellen, dass die beim Betreibungsamt C.________ erhobene Be-
treibung Nr. ... nichtig ist.

3. Eventualiter sei die Klägerin unter Androhung der Bestrafung ihrer verantwort-
lichen Organe mit Busse gemäss Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetz-
buches (StGB; SR 311.0) zu verpflichten, die Betreibung Nr. ... beim Betrei-
bungsamt C.________ zurückzuziehen und umgehende Löschung zu bean-
tragen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin.

Am 16. August 2021 bestätigt die Klägerin im Rahmen einer Replik und 
Widerklageantwort ihren Antrag und schliesst zusätzlich auf vollumfängli-
che Abweisung der Widerklage. 

Die Beklagte reichte am 30. September 2021 Schlussbemerkungen ein.

Erwägungen:

1.

1.1

1.1.1 Gemäss Art. 73 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 
831.40) bezeichnet jeder Kanton als letzte kantonale Instanz ein Gericht, 
das über die Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern 
und Anspruchsberechtigten entscheidet (Abs. 1).

Die Zuständigkeit des Berufsvorsorgegerichts nach Art. 73 BVG ist in sach-
licher Hinsicht davon abhängig, dass die Streitigkeit die berufliche Vorsorge 
im engeren oder weiteren Sinn beschlägt. Das ist der Fall, wenn die Strei-
tigkeit spezifisch den Rechtsbereich der beruflichen Vorsorge betrifft und 
das Vorsorgeverhältnis zwischen einer anspruchsberechtigten Person und 
einer Vorsorgeeinrichtung zum Gegenstand hat. Im Wesentlichen geht es 
somit um Streitigkeiten betreffend Versicherungsleistungen, Ein- und Aus-
trittsleistungen und Beiträge. Der Rechtsweg nach Art. 73 BVG steht dage-
gen nicht offen, wenn die Streitigkeit ihre rechtliche Grundlage nicht in der 

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beruflichen Vorsorge hat, selbst wenn sie sich vorsorgerechtlich auswirkt 
(BGE 141 V 170 E. 3 S. 172; SVR 2017 BVG Nr. 12 S. 49 E. 2.2), oder 
wenn die Ausrichtung reiner Ermessensleistungen in Frage steht (BGE 141 
V 605 E. 3.2.2 S. 608). 

In persönlicher Hinsicht ist die Zuständigkeit nach Art. 73 BVG dadurch 
bestimmt, dass das Gesetz den Kreis der möglichen Parteien eines Berufs-
vorsorgeprozesses nach Art. 73 BVG auf die Vorsorgeeinrichtungen, die 
Arbeitgeber und die Anspruchsberechtigten beschränkt. Was insbesondere 
den Begriff der Vorsorgeeinrichtung im Sinne von Art. 73 Abs. 1 BVG 
betrifft, weicht dieser nicht von der Umschreibung in Art. 48 BVG ab. Ge-
meint sind die registrierten Vorsorgeeinrichtungen, welche an der Durch-
führung der obligatorischen Versicherung teilnehmen (Art. 48 Abs. 1 BVG) 
und die Möglichkeit haben, die Vorsorge über die gesetzlichen Mindestleis-
tungen hinaus zu erweitern (sog. umhüllende Vorsorgeeinrichtungen; 
Art. 49 Abs. 2 BVG) sowie die nichtregistrierten Personalfürsorgestiftungen 
im Sinne von Art. 89a Abs. 6 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
(ZGB; SR 210), welche im Bereich der beruflichen Vorsorge tätig sind 
(BGE 141 V 170 E. 3 S. 173, 130 V 111 E. 3.1.2 S. 113).

1.1.2 Bei der Klägerin handelt es sich um eine nicht registrierte (vgl. 
Art. 48 BVG), ausschliesslich in der freiwilligen beruflichen Vorsorge tätige 
Personalfürsorgestiftung im Sinne von Art. 89a ZGB (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 17. Oktober 2016, 9C_392/2016, E. 3.1), womit 
die Zuständigkeit nach Art. 73 BVG in persönlicher Hinsicht gegeben ist 
(vgl. E. 1.1.1 vorne). Die Klägerin verlangt von der Beklagten die Bezah-
lung von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen, wodurch die Streitigkeit 
auch sachlich in die Zuständigkeit des Gerichts nach Art. 73 BVG fällt.

Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der schweizerische Sitz oder 
Wohnsitz des Beklagten oder der Ort des Betriebes, bei dem die versicher-
te Person angestellt wurde. Dabei kommt es für den Wahlgerichtsstand 
nicht darauf an, ob die Vorsorgeeinrichtung, der Arbeitgeber oder die versi-
cherte Person klagende Partei ist (SVR 2006 BVG Nr. 17 S. 62 E. 2.3). Die 
Beklagte hat Sitz im Kanton Bern (act. I 4), womit die formgerechte (Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-

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pflege [VRPG; BSG 155.21]) Klage beim örtlich zuständigen Gericht einge-
reicht wurde. 

1.1.3 Damit ist das angerufene Gericht zur Beurteilung der mit Klage vom 
5. März 2021 geltend gemachten berufsvorsorgerechtlichen Ansprüche als 
einzige kantonale Instanz sachlich, funktionell und örtlich zuständig (Art. 73 
Abs. 1 BVG i.V.m. Art. 87 lit. c VRPG und Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantona-
len Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehör-
den und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Auf die Klage vom 
5. März 2021 ist demnach einzutreten.

1.2 Aufgrund des im Recht der beruflichen Vorsorge auf kantonaler 
Ebene vorgeschriebenen Klageverfahrens ergibt sich der Streitgegenstand 
einzig aus den Rechtsbegehren der Klage, und allenfalls, soweit zulässig, 
der Widerklage. Innerhalb des Streitgegenstandes ist das Gericht in Durch-
brechung der Dispositionsmaxime nicht an die Begehren der Parteien ge-
bunden (BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26; vgl. Art. 92 Abs. 3 VRPG).

1.2.1 Streitig und zu prüfen ist die von der Klägerin geltend gemachte 
Beitragsforderung in der Höhe von insgesamt Fr. 13'800.-- für den Zeitraum 
vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015 nebst Verzugszins zu 5% (vgl. 
Klage S. 2).

1.2.2 Die Beklagte beantragt ihrerseits, es sei festzustellen, dass die beim 
Betreibungsamt C.________ erhobene Betreibung Nr. ... nichtig sei, even-
tualiter sei die Klägerin unter Androhung der Bestrafung ihrer verantwortli-
chen Organe mit Busse gemäss Art. 292 StGB zu verpflichten, die Betrei-
bung Nr. ... beim Betreibungsamt C.________ zurückzuziehen und umge-
hende Löschung zu beantragen (vgl. Klageantwort/Widerklage S. 2). 

Gemäss Art. 90 Abs. 2 VRPG richtet sich die Zulässigkeit der Widerklage 
nach den Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272). Beim für die Hauptklage örtlich zu-
ständigen Gericht kann Widerklage erhoben werden, wenn die Widerklage 
mit der Hauptklage in einem sachlichen Zusammenhang steht (Art. 14 
Abs. 1 ZPO). Die beklagte Partei kann in der Klageantwort Widerklage er-
heben, wenn der geltend gemachte Anspruch nach der gleichen Verfah-
rensart wie die Hauptklage zu beurteilen ist (Art. 224 Abs. 1 ZPO). 

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Ob die genannten Prozessvoraussetzungen für die Widerklage erfüllt sind, 
insbesondere ob ein Entscheid über das Beantragte überhaupt in die sach-
liche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts fällt, ist fraglich. Wie es sich 
damit verhält, kann jedoch offen gelassen werden, da die Widerklage – 
wäre das Gericht zuständig und könnte es auf die Widerklage eintreten – 
ohnehin abzuweisen wäre. 

1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.-- (vgl. E. 1.2.1 hiervor), weshalb 
die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt 
(Art. 57 Abs. 1 GSOG; vgl. auch Art. 94 Abs. 1 ZPO).

2.

2.1 Die Geltung des GAV FAR ergibt sich direkt aus dem GAV FAR 
oder aus der Allgemeinverbindlicherklärung des GAV FAR (nachfolgend 
AVE GAV FAR). Für die dem SBV angeschlossenen Betriebe gilt er auch, 
soweit er nicht allgemein verbindlich erklärt ist (Entscheid des BGer vom 
9. Dezember 2011, 9C_378/2011, 9C_389/2011, E. 5.2). Die Beklagte ist 
nicht Mitglied des SBV. Die Geltung des GAV FAR kann sich für sie damit 
nur aus der AVE GAV FAR bzw. einer anderweitigen spezialgesetzlichen 
Regelung ergeben. Eine solche liegt mit Art. 20 Abs. 3 des Bundesgeset-
zes vom 6. Oktober 1989 über die Arbeitsvermittlung und den Personalver-
leih (AVG; SR 823.11) vor. Wo Arbeitnehmer in einen Einsatzbetrieb ver-
mittelt werden, der einem allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeits-
vertrag untersteht, der den flexiblen Altersrücktritt regelt, muss der Verlei-
her gegenüber dem Arbeitnehmer diese Regelungen einhalten. 

Eine solche Konstellation liegt hier nach Auffassung der Klägerin vor. Die 
Beklagte stellt die rechtliche Ausgangslage im Grundsatz nicht in Frage, 
macht jedoch zusammengefasst geltend, die ihre Arbeitnehmer empfan-
genden Unternehmen seien für diese dem GAV FAR nicht unterstellt, wes-
halb sie für die hier zur Diskussion stehenden Mitarbeitenden selbst nicht 
beitragspflichtig sei.

2.2 Art. 2 GAV FAR normiert den betrieblichen Geltungsbereich. Er gilt 
nach dessen Abs. 1 für alle inländischen und ausländischen in der Schweiz 

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tätigen Betriebe bzw. für deren Betriebsteile sowie für Subunternehmer und 
selbstständige Akkordanten, die Arbeitnehmer beschäftigen, welche ge-
werblich tätig sind. Die – hier nicht relevanten – Ausnahmen des betriebli-
chen Geltungsbereichs sind in Art. 2 Abs. 2 GAV FAR festgehalten. Ferner 
statuiert Art. 2 Abs. 3 GAV FAR unter anderem, dass Betriebe, die unter 
den Geltungsbereich einer früheren Fassung dieses GAV fielen, sich mit 
Zustimmung der Vertragsparteien dem GAV FAR durch schriftliche Verein-
barung anschliessen können, wenn die Eintrittsbeiträge gemäss Art. 28 
GAV FAR sowie sämtliche seit dem Inkrafttreten dieses Vertrages oder der 
Betriebsaufnahme geschuldete Beträge nachbezahlt werden. 

Der betriebliche Geltungsbereich der allgemeinverbindlich erklärten Be-
stimmungen ist in Art. 2 Abs. 4 AVE GAV FAR festgehalten. 

2.3 Art. 3 GAV FAR regelt den persönlichen Geltungsbereich. Nach 
dessen Abs. 1 gilt der GAV FAR für Arbeitnehmer (unabhängig ihrer Ent-
löhnungsart und ihres Anstellungsortes), welche auf Baustellen und in 
Hilfsbetrieben der Baubetriebe nach Art. 2 tätig sind. Ausgenommen ist das 
leitende Personal, das technische und kaufmännische Personal sowie das 
Kantinen- und Reinigungspersonal eines unterstellten Betriebes (Art. 3 
Abs. 3 GAV FAR).

Der persönliche Geltungsbereich der allgemeinverbindlich erklärten Be-
stimmungen ist in Art. 2 Abs. 5 AVE GAV FAR geregelt.

2.4 Nach dem Grundsatz der Tarifeinheit gilt ein Gesamtarbeitsvertrag 
für den ganzen Betrieb und damit auch für berufsfremde Arbeitnehmer, 
wobei regelmässig gewisse Funktionsstufen und besondere Anstellungs-
verhältnisse ausgenommen werden. Allerdings kann ein Unternehmen 
mehrere Betriebe umfassen, welche unterschiedlichen Branchen an-
gehören, oder es können innerhalb ein und desselben Betriebes mehrere 
Teile bestehen, welche eine unterschiedliche Zuordnung rechtfertigen, weil 
sie eine genügende, auch nach aussen erkennbare Selbstständigkeit auf-
weisen (sog. gemischte Betriebe bzw. Mischbetriebe [BGE 141 V 657 
E. 4.5.2.1 S. 665; vgl. dazu STEFAN KELLER, Der flexible Altersrücktritt im 
Bauhauptgewerbe, Diss. 2008, S. 365 f.]). In diesen Fällen können auf die 
einzelnen Teile des Unternehmens unterschiedliche Gesamtarbeitsverträge 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 9

zur Anwendung gelangen. Massgebliches Zuordnungskriterium ist somit 
die Art der Tätigkeit, die dem Betrieb oder dem selbstständigen Betriebsteil 
– und nicht dem Unternehmen als wirtschaftlichem Träger allenfalls mehre-
rer Betriebe – das Gepräge gibt (BGE 141 V 657 E. 4.5.2.1 S. 665). Nicht 
massgebend ist der Handelsregistereintrag oder die Art und Weise, wie die 
Tätigkeiten ausgeführt resp. welche Hilfsmittel dabei eingesetzt werden 
(BGE 142 III 758 E. 2.2 S. 760). 

Von einem selbstständigen Betrieb oder einem selbstständigen Betriebsteil 
innerhalb eines Mischunternehmens kann nur gesprochen werden, wenn 
dieser eine eigene organisatorische Einheit bildet. Das setzt voraus, dass 
die einzelnen Arbeitnehmer klar zugeordnet werden können und die ent-
sprechenden Arbeiten im Rahmen der übrigen Tätigkeiten des Unterneh-
mens nicht nur hilfsweise erbracht werden. Im Interesse der Rechtssicher-
heit ist zudem zu fordern, dass der Betriebsteil mit seinen besonderen Pro-
dukten oder Dienstleistungen insofern auch nach aussen als entsprechen-
der Anbieter gegenüber den Kunden in Erscheinung tritt. Demgegenüber 
bedarf der Betriebsteil keiner eigenen Verwaltung oder gar einer separaten 
Rechnungsführung, um als solcher gelten zu können (BGE 141 V 657 
E. 4.5.2.2 S. 665). Sind diese Voraussetzungen gegeben, liegt ein echter 
Mischbetrieb vor – im Unterschied zum unechten Mischbetrieb, der über 
keine selbstständige organisatorische Einheit verfügt (vgl. JÜRG BRÜHWI-
LER, Unterstellung von Aussenseiter-Mischbetrieben unter allgemeinver-
bindliche Gesamtarbeitsverträge, in ARV 2016 S. 70).

2.5 Die FAR-Beiträge richten sich nach dem massgeblichen Lohn.
Massgeblicher Lohn ist der AHV-pflichtige Lohn der unterstellten Arbeit-
nehmer bis zum UVG-Maximum. Der Arbeitgeber hat der Stiftung FAR je-
weils bis spätestens am 31. Januar eine namentliche Lohnbescheinigung 
der dem GAV FAR unterstellten Personen (inkl. deren AHV-Nummer) für 
das vergangene Kalenderjahr abzuliefern (Art. 8 Abs. 4 GAV FAR; Art. 1 
AVE GAV FAR i.V.m. Art. 8 Abs. 4 GAV FAR; Art. 6 Reglement FAR, 
act. I 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 10

3.

3.1 Die Beklagte betreibt einen Personalverleih- bzw. einen Personal-
vermittlungsbetrieb (vgl. Handelsregisterauszug, act. I 4) und hat gestützt 
auf Art. 20 Abs. 3 AVG FAR-Beiträge abzurechnen, wenn sie Arbeitnehmer 
an Einsatzbetriebe verleiht, welche dem GAV FAR resp. der AVE GAV 
FAR unterstellt sind (vgl. E. 2.1 hiervor). Dies ist unter den Parteien im 
Grundsatz auch unbestritten. 

Mit Klage vom 5. März 2021 macht die Klägerin für die Jahre 2013, 2014 
und 2015 (zusätzliche) Lohnbeiträge in der Höhe von Fr. 1'701.10, 
Fr. 6'907.05 und Fr. 5'191.85, insgesamt Fr. 13'800.--, nebst Verzugszins 
geltend. Zur Begründung legte sie dar, anlässlich einer Arbeitgeberkontrolle 
bei der Beklagten am 9. Januar 2018 seien Differenzen zwischen den der 
Stiftung FAR gemeldeten und den tatsächlichen Lohnsummen festgestellt 
worden. Diese Differenzen stammten aus dem Verleih von Personal in die 
Einsatzbetriebe D.________ AG, E.________ AG und F.________ GmbH 
(Klage S. 4 Ziff. 7). Die Beklagte erhebt dagegen zunächst die Ver-
jährungseinrede betreffend die Jahre 2013 und 2014 (Klageantwort S. 5 ff. 
Rz. 16 ff. und S. 12 Rz. 49) und führt zusätzlich aus, bei der E.________ 
AG handle es sich um einen echten Mischbetrieb mit den Betriebsteilen 
„Bauhauptgewerbe“ und „Holzbau/Zimmerei“. Die Mitarbeiter, welche sie an 
die E.________ AG verliehen habe (mit Ausnahme einer Person), seien im 
Betriebsteil „Holzbau/Zimmerei“ eingesetzt worden, der nicht in den Gel-
tungsbereich des GAV FAR falle (Klageantwort S. 9 f. Rz. 35 ff.). Bei der 
F.________ GmbH handle es sich ebenfalls um einen echten Mischbetrieb 
mit den Betriebsteilen „Bauhauptgewerbe“ und „Gartenbau“. Die an die 
F.________ GmbH verliehenen Mitarbeiter seien alle im Betriebsteil „Gar-
tenbau“ eingesetzt worden und unterstünden demnach nicht dem GAV 
FAR (Klageantwort S. 11 Rz. 43 f.). Bezüglich der D.________ AG aner-
kennt die Beklagte grundsätzlich die FAR-Abrechnungspflicht und die 
Nachforderung (Klageantwort S. 12 Rz. 45). 

3.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die hier zur Diskussion stehenden 
Einsatzbetriebe u.a. auch in den vorliegend relevanten Jahren für ihre di-
rekt angestellten Mitarbeitenden fortlaufend Beiträge abgerechnet haben 

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(vgl. act. IIA 20 ff.). Es liegen für diese Unternehmen zudem wie folgt förm-
liche FAR-Unterstellungsentscheide vor:

3.2.1 Hinsichtlich der D.________ AG stellte die Geschäftsstelle Stiftung 
FAR mit Entscheid vom 7. Mai 2019 (act. I 13) fest, diese falle unter den 
räumlichen und betrieblichen Geltungsbereich des GAV FAR. Für die unter 
den persönlichen Geltungsbereich fallenden Mitarbeiter sei die D.________ 
AG seit dem 1. Juli 2003 FAR-beitragspflichtig.

3.2.2 Hinsichtlich der F.________ GmbH hielt die Geschäftsstelle Stiftung 
FAR mit Entscheid vom 1. Juni 2015 (act. I 15) fest, dass es sich um einen 
unechten Mischbetrieb, der unter den räumlichen und betrieblichen Gel-
tungsbereich der AVE GAV FAR falle, handle. Für die unter den persönli-
chen Geltungsbereich der AVE GAV FAR fallenden Mitarbeiter sei die 
F.________ GmbH seit dem 2. Juni 2014 beitragspflichtig.

3.2.3 Hinsichtlich der E.________ AG entschied die Geschäftsstelle Stif-
tung FAR mit Entscheid vom 25. Februar 2019 (act. I 14), dass diese unter 
den räumlichen Geltungsbereich der AVE GAV FAR (zufolge SBV-
Mitgliedschaft richtig GAV FAR; vgl. act. I 9 S. 2 und 11 S. 2 f.) und – als 
echter Mischbetrieb – mit ihrem Betriebsteil „Bauhauptgewerbe“ unter den 
betrieblichen Geltungsbereich der AVE GAV FAR (richtig GAV FAR) falle. 
Mit dem Betriebsteil „Holzbau/Zimmerei“ sei sie ab dem 1. Juli 2019 nicht 
mehr der AVE GAV FAR (richtig GAV FAR) unterstellt. Daraus folge, dass 
die E.________ AG für unter den persönlichen Geltungsbereich fallende 
Mitarbeiter des Betriebsteils „Bauhauptgewerbe“ seit dem 28. Juni 2010 
FAR-beitragspflichtig sei. Für Mitarbeiter des Betriebsteils „Holz-
bau/Zimmerei“, welche dem persönlichen Geltungsbereich entsprächen, sei 
die E.________ AG vom 28. Juni 2010 bis am 30. Juni 2019 beitragspflich-
tig. Die Unterstellung unter den GAV FAR ergab sich für das gesamte Un-
ternehmen ab dem 28. Juni 2010 (Eintrag im Handelsregister) zunächst 
aufgrund der Mitgliedschaft beim SBV (act. I 14 S. 1). Per 1. Januar 2014 
wurde die Tätigkeit „Zimmerei“ aus dem betrieblichen Geltungsbereich des 
GAV FAR gestrichen (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. c GAV FAR; Zusatzvereinbarung 
VIII zum GAV FAR vom 7. Oktober 2013, in Kraft seit 1. Januar 2014). Die 
E.________ AG bezahlte jedoch auch weiterhin die FAR-Beiträge für sämt-
liche Mitarbeiter (mit Ausnahme des leitenden und kaufmännischen Perso-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 12

nals), insbesondere auch für die Mitarbeiter des Betriebsteils „Holz-
bau/Zimmerei“. Durch dieses konkludente Verhalten wurde die Versiche-
rung – wie die Klägerin zutreffend dargelegt hat (Replik S. 13 Rz. 49) – 
nach Art. 2 Abs. 3 GAV FAR ab dem 1. Januar 2014 stillschweigend und 
freiwillig (vgl. ergänzend Entscheid des BGer vom 9. März 2017, 
9C_454/2016, E. 6.3.2) fortgesetzt. Erst im Dezember 2018 kündigte die 
E.________ AG die Unterstellung des Betriebsteils „Holzbau/Zimmerei“ per 
30. Juni 2019. Soweit die Beklagte geltend macht, die E.________ AG ha-
be die FAR-Beiträge für den Betriebsteil „Holzbau/Zimmerei“ irrtümlicher-
weise bezahlt und es bedürfe keiner Kündigung, wenn ein selbstständiger 
Betriebsteil aus dem Geltungsbereich des GAV FAR herausfalle (vgl. Kla-
geantwort S. 10 Rz. 40 f.; Schlussbemerkungen S. 8 f. Rz. 35 ff.), kann ihr 
nicht gefolgt werden. Mit der Zusatzvereinbarung VIII zum GAV FAR vom 
7. Oktober 2013, die am 1. Januar 2014 in Kraft getreten war, wurde im 
neu aufgenommenen Art. 28 Abs. 5 GAV FAR unter der Überschrift "Aus-
tritt von Betrieben und Betriebsteilen" festgelegt, dass Betriebe und Be-
triebsteile, die aufgrund von Änderungen des Geltungsbereichs dieses Ver-
trages oder seiner Allgemeinverbindlicherklärung aus dem Geltungsbereich 
ausscheiden, die Beitragspflicht und die anrechenbare Zeit gemäss Art. 14 
Abs. 1 lit. c GAV FAR weitergilt, bis die Beendigung der Unterstellung 
durch Kündigung erfolgt (vgl. BGer 9C_454/2016, E. 6.3.1). Ein (automati-
scher) Austritt des Betriebsteils „Holzbau/Zimmerei“ aus dem GAV FAR 
war somit nicht erfolgt, weshalb die Mitarbeiter des Betriebsteils „Holz-
bau/Zimmerei“ bis zur Kündigung per 30. Juni 2019 durch das Unterneh-
men (act. IIA 23) dem GAV FAR unterstellt waren bzw. blieben und die 
Beitragspflicht erst mit dem Austritt per 1. Juli 2019 endete.

3.3 Die drei Unternehmen haben für die direkt angestellten Mitarbeiter 
in allen Jahren die FAR-pflichtigen Löhne stets regelmässig gemeldet so-
wie die daraus resultierenden Vorsorgebeiträge anstandslos bezahlt. Die 
später förmlich erlassenen (rückwirkenden) Unterstellungsentscheide (act. I 
13 ff.) haben die F.________ GmbH, die E.________ AG und die 
D.________ AG akzeptiert (vgl. Klage S. 7; Replik S. 12 Rz. 45, S. 14 Rz. 
53, S. 15 Rz. 55). Ob die Unternehmen bereits früher förmliche Entscheide 
erhalten bzw. auch nur verlangt hatten, spielt keine Rolle, haben sie mit der 
jährlichen Beitragszahlung ihre Unterstellung doch stets (implizit) anerkannt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 13

und macht die Beklagte zu Recht nicht geltend, ihr sei von der Klägerin 
oder auch einem der Unternehmen (tatsachenwidrig) eine Nichtunterstel-
lung bestätigt worden. Aus dem Dargelegten folgt deshalb, dass die 
D.________ AG und die E.________ AG für die hier zur Diskussion ste-
henden Beitragsjahre 2013 bis 2015 und die F.________ GmbH ab dem 2. 
Juni 2014 von diesen unbestritten vollumfänglich dem GAV FAR resp. der 
AVE GAV FAR unterstellt waren. Dies muss sich die Beklagte kraft Art. 20 
Abs. 3 AVG entgegenhalten lassen. Sollen durch die (bundesrätliche) All-
gemeinverbindlicherklärung die Arbeitsbedingungen der bei Aussenseitern 
angestellten Arbeitnehmern gesichert, die Sozial- und Arbeitsbedingungen 
als Faktor des Konkurrenzkampfs ausgeschlossen und soll dem Gesamta-
rbeitsvertrag zu grösser Durchsetzungskraft verholfen werden (BGE 141 V 
657 E. 4.4 S. 664), so muss dies umso mehr auch für die vom Parlament 
mit Art. 20 AVG auf Gesetzesstufe auf Unternehmen wie die Beklagte aus-
gedehnte Wirksamkeit von Gesamtarbeitsverträgen gelten.

Aufgrund des Prinzips der Tarifeinheit (vgl. E. 2.4 hiervor) gilt ein Gesamta-
rbeitsvertrag für den ganzen Betrieb. Aus eigenem Recht geltend machen 
könnte die Beklagte, konkrete Mitarbeitende, welche von ihr den Unter-
nehmen vermittelt wurden, seien in ihrer Stellung innerhalb des Unterneh-
mens bzw. eines Unternehmensteils und damit aufgrund des persönlichen 
Geltungsbereichs des GAV FAR resp. der AVE GAV FAR nicht beitrags-
pflichtig. Es liegen jedoch keine Anzeichen vor, dass es soweit die hier zur 
Diskussion stehenden Beiträge betreffend am persönlichen Geltungsbe-
reich mangeln könnte. Folglich besteht keine Grundlage, einzelne oder 
mehrere von der Klägerin in die Beitragsrechnung einbezogene, von der 
Beklagten an die drei Einsatzbetriebe vermittelte Personen aus der Bei-
tragsrechnung auszuscheiden, mithin hat die Beklagte für die an die drei 
Einsatzbetriebe D.________ AG, E.________ AG und F.________ GmbH 
vermittelten Personen FAR-Beiträge zu bezahlen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 14

4.

4.1 Der Arbeitgeber schuldet der Stiftung FAR die gesamten Beiträge 
von Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Art. 9 Abs. 1 GAV FAR). Der Beitrag 
der Arbeitnehmer betrug bis zum 30. Juni 2016 1% und derjenige des Ar-
beitgebers 4% des massgeblichen Lohnes (Art. 8 Abs. 1 GAV FAR [in der 
bis 30. Juni 2016 geltenden Fassung]; act. I 2b, Beilage). 

4.2 Ausgangslage für die Berechnung der vorliegend umstrittenen Bei-
tragsforderung bilden die Lohnsummenmeldungen der Beklagten für die 
Jahre 2013 bis 2015 (act. I 6; act. IA 17 f.) und der Bericht der Arbeitgeber-
kontrolle vom 9. Januar 2018 (act. I 5) samt den Angaben zu den detaillier-
ten Lohndifferenzen (act. I 7). Gestützt darauf ergeben sich die folgenden 
Beiträge:

Jahr Lohnsummendifferenz Beitragssatz Beitrag
2013 Fr. 34'022.00 5% Fr. 1'701.10
2014 Fr. 138'141.00 5% Fr. 6'907.05
2015 Fr. 103'837.00 5% Fr. 5'191.85
Total Fr. 13'800.00

4.3 Die Berechnung der Beitragsnachforderung der Klägerin wird von 
der Beklagten nicht beanstandet und es bestehen keine Anhaltspunkte für 
Fehler. Die Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin Beiträge in der Höhe 
von Fr. 1'701.10 für das Jahr 2013, Fr. 6'907.05 für das Jahr 2014 und 
Fr. 5'191.85 für das Jahr 2015, insgesamt Fr. 13'800.--, zu bezahlen. So-
weit die Beklagte für die Beitragsjahre 2013 und 2014 die Verjährungsein-
rede geltend macht (vgl. Klageantwort/Widerklage, S. 5 ff. Rz. 15 ff.; 
Schlussbemerkungen S. 2 ff. Rz. 3 ff.), kann ihr nicht gefolgt werden.

4.3.1 Gemäss Art. 41 Abs. 2 BVG verjähren Forderungen auf periodische 
Beiträge und Leistungen nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Art. 129 
bis 142 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) sind an-
wendbar. Die Verjährungsfrist beginnt mit der Fälligkeit der Forderung 
(Art. 130 Abs. 1 OR). Nach Art. 66 Abs. 4 BVG hat der Arbeitgeber die Ar-
beitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge bis spätestens zum Ende des ersten 
Monats nach dem Kalender- oder Versicherungsjahr, für das die Beiträge 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 15

geschuldet sind, an die Vorsorgeeinrichtung zu überweisen. Die Beiträge 
können während längstens 10 Jahren (absolute Verjährung) verlangt wer-
den (BGE 136 V 73 E. 2.2 und 3.1 S. 75). Entgegen der Auffassung der 
Beklagten (vgl. Schlussbemerkungen S. 4 Rz. 10) gelten diese Ver-
jährungsregelungen auch für die Beiträge an die Klägerin (vgl. BGer 
9C_392/2016, E. 3.2 und 4).

4.3.2 Grundsätzlich kann auch eine dem Gläubiger unbekannte Forde-
rung fällig werden (BGE 136 V 73 E. 4.1 S. 78 mit Hinweisen). In Abwei-
chung von dieser Regel erfolgt bei qualifizierter Meldepflichtverletzung im 
Sinne einer unentschuldbaren Unterlassung des Schuldners ein Aufschub 
der Fälligkeit der einzelnen periodischen Beitragsforderung bis zu dem 
Zeitpunkt, in welchem die Beitragsgläubigerin davon anrechenbare Kennt-
nis erlangt (BGE 136 V 73 E. 4.2 S. 79 f.; BGer 9C_392/2016, E. 3.2.2). 
Unter diesen Umständen beginnt die fünfjährige Verjährungsfrist erst mit 
der (zumutbaren resp. anrechenbaren) Kenntnis der Stiftung von ihrer Bei-
tragsforderung gegenüber dem betroffenen Arbeitgeber zu laufen (BGE 
138 V 32 E. 4.1 S. 39 mit Hinweisen; BGer 9C_392/2016, E. 3.2.2).

4.3.3 Die Beklagte hat als Personalvermittlerin die konkreten Beitrags-
pflichten der Einsatzbetriebe zu beachten (vgl. Art. 20 Abs. 3 AVG; E. 2.1 
hiervor) und ist zur Erhebung und Ablieferung der eigenen FAR-Beiträge 
verpflichtet. Meldet sich ein dem GAV FAR unterstellter Arbeitgeber nicht 
selber bei der Stiftung FAR an, ist von einer grobfahrlässigen Verletzung 
der sich unmittelbar aus einem allgemeinverbindlichen Vertrag mit Geset-
zescharakter ergebenden Verpflichtung zur Anmeldung und Bezahlung von 
Beiträgen an die Stiftung FAR auszugehen (BGE 138 V 32 E. 4.1 S. 39). 
Hätte die Beklagte betreffend die hier zur Diskussion stehenden Unterneh-
men die gebotenen Abklärungen vorgenommen, wäre ihr ohne Weiteres 
klar geworden, dass sie für die an die drei genannten Einsatzbetriebe ver-
mittelten Personen abgabeverpflichtet ist. Denn wie dargelegt, kamen die 
Betriebe für die direkt angestellten Mitarbeiter ihren Verpflichtungen stets 
echtzeitlich nach. Selbst wenn sie gestützt auf solche Abklärungen, hätte 
sie solche getätigt, noch (unberechtigte) Zweifel an ihrer eigenen Beitrags-
pflicht gehabt hätte, hätte sie selbst dann nicht stillschweigend darüber 
hinweggehen können, sondern die Fragen mit der Klägerin klären müssen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 16

Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte in guten Treuen davon hätte aus-
gehen dürfen, für die vermittelten Personen liege keine Versicherungs-
pflicht vor, bestehen – unter Berücksichtigung der hier klaren Verhältnisse 
– nicht. Die heute geäusserten Vorbehalte (vgl. Klageantwort S. 8 ff. Rz. 34 
ff.) hätte die Beklagte vor dem Personalverleih mit den jeweiligen Einsatz-
betrieben oder der Klägerin besprechen müssen. Dass sie ihrer Beitrags-
pflicht nicht vollumfänglich nachgekommen ist bzw. die notwendigen Ab-
klärungen in unentschuldbarer Weise unterlassen und die entsprechenden 
Meldungen nicht vorgenommen hat, stellt ein treuwidriges Verhalten im 
Sinne einer qualifizierten Meldepflichtverletzung dar (vgl. BGE 136 V 73 
E. 4.2 S. 79 f.). Unter diesen Umständen begann die fünfjährige Ver-
jährungsfrist somit erst mit der (zumutbaren resp. anrechenbaren) Kenntnis 
der Stiftung FAR von ihrer Beitragsforderung zu laufen. Die Klägerin liess 
am 9. Januar 2018 eine Arbeitgeberkontrolle durchführen (act. I 5). Mit die-
ser Arbeitgeberkontrolle erlangte sie Kenntnis über die Beitragsnachforde-
rung, womit in diesem Zeitpunkt die fünfjährige Verjährungsfrist zu laufen 
begann. Die relative Verjährung ist somit noch nicht eingetreten. Auch mit 
Blick auf die absolute Verjährungsfrist von 10 Jahren sind die Beitragsfor-
derungen der Jahre 2013 bis 2015 offensichtlich noch nicht verjährt. 

4.4 Der Arbeitgeber hat vierteljährlich Akontozahlungen abzuliefern, 
fällig 30 Tage nach der Rechnungsstellung, spätestens jedoch per Quar-
talsende (Art. 9 Abs. 2 GAV FAR). Die Stiftung stellt einen Verzugszins von 
5% ab Fälligkeit in Rechnung (Art. 9 Abs. 3 GAV FAR). Die Klägerin ver-
langt mit ihrer Klage eine Verzinsung der gesamten Jahresbeiträge jeweils 
ab Beginn des Folgejahres, was nicht zu beanstanden ist und von der Be-
klagten denn auch im Grundsatz anerkannt wird (vgl. Schlussbemerkungen 
S. 3 Rz. 7).

5.

5.1 Nach dem Dargelegten ist die Klage gutzuheissen und die Beklagte 
zu verpflichten, der Klägerin Vorsorgebeiträge in der Höhe von Fr. 1'701.10 
für das Jahr 2013 nebst Zins zu 5% ab 1. Januar 2014, Fr. 6'907.05 für das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 17

Jahr 2014 nebst Zins zu 5% ab 1. Januar 2015 und Fr. 5'191.85 für das 
Jahr 2015 nebst Zins zu 5% ab 1. Januar 2016 zu bezahlen. 

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist das widerklageweise geltend 
Gemachte (vgl. E. 1.2.2 hiervor) offensichtlich unbegründet und die Wider-
klage ohne weiteres abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten wer-
den kann. 

6.

6.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG kei-
ne zu erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht für die unterliegende 
Beklagte (Art. 109 Abs. 1 VRPG [Umkehrschluss]) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. Die Klägerin als obsiegender Sozialversicherungsträ-
ger hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 126 
V 143 E. 4b S. 150).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Klage wird gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, der Klägerin 
Vorsorgebeiträge in der Höhe von Fr. 1'701.10 für das Jahr 2013 nebst 
Zins zu 5% ab 1. Januar 2014, Fr. 6'907.05 für das Jahr 2014 nebst 
Zins zu 5% ab 1. Januar 2015 und Fr. 5'191.85 für das Jahr 2015 nebst 
Zins zu 5% ab 1. Januar 2016 zu bezahlen.

2. Die Widerklage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 
kann.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2022, BV/21/194, Seite 18

4. Zu eröffnen (R):
- Stiftung für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (FAR) 
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beklagten
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, Post-

fach, 3000 Bern 14

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.