# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b49f84f7-fce4-52c2-831e-6522ae71beec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2022 E-2339/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2339-2020_2022-10-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2339/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, Richter William Waeber;    

Gerichtsschreiber Stefan Trottmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeführer 1),   

B._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeführerin 2),   

C._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeführerin 3),   

D._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeführerin 4), 

alle Afghanistan,   

alle vertreten durch MLaw Natalie Marrer,  

Caritas Schweiz, (…), 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 1. April 2020 / N (…). 

 

E-2339/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden suchten am 23. August 2018 respektive am 

11. September 2018 in der Schweiz um Asyl nach. Am 4. respektive 

18. September 2018 fanden die Befragungen zur Person (BzP) und am 

20. Mai 2019 respektive 20. Juni 2019 die Anhörungen statt, an welchen 

sie im Wesentlichen ausführten, sie seien afghanische Staatsbürger und 

würden der Ethnie Hazara angehören.  

Der Beschwerdeführer 1 führte aus, er habe von 1985 bis am (…) 2015 im 

Iran gelebt. Im (…) 2015 sei er mit seiner Familie aus dem Iran ausgereist 

und habe im (…) 2015 in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt. Seine 

Schwiegermutter habe aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit ge-

trennt vom Rest der Familie reisen müssen und sei an einer Grenze auf-

gegriffen und nach Afghanistan zurückgeschafft worden. Die Familie habe 

daraufhin ihre Asylgesuche in der Schweiz zurückgezogen, um nach 

E._______ zu reisen und die Schwiegermutter unterstützen zu können. 

Noch vor der Abreise aus der Schweiz habe er sich mit einer Person na-

mens F._______, einer einflussreichen Person in E._______, in Verbin-

dung gesetzt, welche er vor vielen Jahre gekannt habe. Nach ihrer Ankunft 

in E._______ habe die Familie von F._______ ein Haus mieten können. 

Mit F._______ sei er in ständigem Austausch gestanden. Nach zirka zwei 

Monaten sei F._______ mit seiner Frau, seinen zwei Söhnen und weiteren 

Personen zu Besuch bei ihnen, den Beschwerdeführenden, erschienen 

und habe um die Hand der Tochter G._______ für seinen anwesenden 

Sohn H._______ angehalten. Dieser sei zwanzig Jahre älter als 

G._______, sei bereits verheiratet und habe (…)  Kinder. Er habe den An-

trag abgelehnt, was auch im Interesse von G._______ gewesen sei, da 

diese eine Abneigung gegenüber H._______ verspürt habe. F._______ 

und sein Sohn seien mehrere Male bei ihnen, den Beschwerdeführenden, 

vorbeigekommen und hätten Druck auf diese aufbauen wollen. Eines Ta-

ges sei H._______ alleine vorbeigekommen, worauf es wegen G._______ 

zu einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung gekommen sei und er, 

der Beschwerdeführer 1, diesen aus dem Haus gewiesen habe. 

H._______ habe daraufhin eine Waffe gezückt, sie zuerst gegen ihn ge-

richtet und mehrere Male in die Luft und in den Boden geschossen und 

gesagt, dass ab sofort niemand an die Türe dieses Hauses kommen dürfe. 

Nachdem er weggefahren sei, hätten herbeigeeilte Nachbaren der Familie 

verdeutlicht, in welcher Gefahr sie sich befunden habe. Er sei daraufhin mit 

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Seite 3 

seinen beiden Töchtern zu einer Tante gefahren und habe dort übernach-

tet. Am darauffolgenden Morgen habe er einen Telefonanruf von seiner 

Frau erhalten, welche ihm mitgeteilt habe, dass F._______ in der Nacht bei 

ihr gewesen sei und ihn gesucht habe. Gemeinsam seien sie, die Be-

schwerdeführenden, zu einem Bekannten der Tante gefahren und hätten 

sich versteckt gehalten. Einige Tage später habe er per WhatsApp von ei-

nem früheren Bekannten, welcher im Innenministerium gearbeitet habe, 

das Foto eines Urteils erhalten, gemäss welchem er der Missionierung zum 

Christentum beschuldigt und zur Verhaftung ausgeschrieben sowie eine 

Ausreisesperre gegen ihn verfügt worden sei. Er sei daraufhin mit seiner 

Familie und seiner Schwiegermutter in Richtung Iran aufgebrochen, wo sie 

sich zirka sechs Monate illegal aufgehalten hätten. Die Polizei habe sie 

aufgegriffen und die Familie nach Afghanistan deportiert, wobei die 

Schwiegermutter im Iran geblieben sei. Kurz darauf sei die Familie über 

den Iran und die Türkei nach Griechenland gelangt, wobei sie die Schwie-

germutter aufgrund ihrer Gebrechlichkeit im Iran zurückgelassen hätten. 

Am 10. September 2018 sei er illegal in die Schweiz eingereist.  

Die Beschwerdeführerin 2 führte aus, sie habe ab dem zweiten Lebensjahr 

im Iran gelebt, wo sie in Teheran zwölf Jahre die Schule besucht, später 

ihren Mann geheiratet und eine Familie gegründet habe. Neben den Ge-

suchsgründen ihres Ehemannes machte sie geltend, sie sei in der Nacht 

nach dem Schiessvorfall von F._______ in ihrem Haus besucht und nach 

einer verbalen Auseinandersetzung, bei der sie diesem ins Gesicht ge-

spuckt habe, von ihm vergewaltigt worden. Die Beschwerdeführerin 3 be-

stätigte im Wesentlichen die Angaben ihrer Eltern.  

A.b Vorinstanzlich reichten die Beschwerdeführenden eine Kopie eines 

Haftbefehls zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 1. April 2020 stellte das SEM fest, die Beschwerdefüh-

renden erfüllen die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche 

ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Den Vollzug der 

Wegweisung schob es wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufi-

gen Aufnahme auf. Im Weiteren beauftragte es den Kanton I._______ mit 

der Umsetzung der vorläufigen Aufnahme. 

 

 

E-2339/2020 

Seite 4 

C.  

C.a Mit Eingabe vom 4. Mai 2020 erhoben die Beschwerdeführenden beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragen, die angefoch-

tene Verfügung sei in den Ziffern 1–3 aufzuheben, es sei die Flüchtlingsei-

genschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und sie als Folge davon von Amtes 

wegen vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur Ergän-

zung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht beantragen sie, es sei ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu 

gewähren und der Unterzeichnende als unentgeltlicher Rechtsvertreter 

beizuordnen. 

Der Beschwerde legten die Beschwerdeführenden die angefochtene Ver-

fügung, eine gültige Vollmacht vom 2. Mai 2020, eine Sendungsnachver-

folgung, eine Liste der bisherigen Aufwendungen des Rechtsvertreters, 

den Auftrag betreffend Mandat und eine Honorarvereinbarung vom 1. April 

2019, eine Anzeige betreffend Mandatsübergabe vom 18. November 2019 

sowie eine Bescheinigung von Sozialhilfebezug der Gemeinde I._______ 

vom 30. April 2020 bei.  

C.b Mit Zwischenverfügung vom 11. Mai 2020 wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands ab und forderte die Be-

schwerdeführenden auf, einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten. 

Der Kostenvorschuss wurde innert Frist geleistet.  

D.  

Das Beschwerdeverfahren der volljährigen Tochter der Beschwerdeführen-

den 1 und 2 beziehungsweise der Schwester der Beschwerdeführenden 3 

und 4 wird unter der Geschäftsnummer E-2342/2020 geführt. Diese Akten 

werden für das vorliegende Verfahren beigezogen.  

E.  

Mit Eingaben vom 11. Mai 2020, 28. Mai 2020, 4. Juni 2020, 6. Juni 2020, 

10. Juni 2020, 20. Juni 2020, 6. Juli 2020, 25. Juli 2020, 29. September 

2020, 5. Oktober 2020, 16. November 2020, 17. November 2020, 27. No-

vember 2020, 17. November (recte: Dezember) 2020, 3. Februar 2021, 

10. Februar 2021, 12. Februar 2021, 6. April 2021, 21. April 2021 und 

17. November 2021 liessen die Beschwerdeführenden eine Vielzahl von 

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Beweismitteln sowie einen Datenträger bezüglich des vorliegenden Verfah-

rens und des Verfahrens E-2342/2020 zu den Akten reichen. Auf diese Be-

weismittel wird, soweit nötig, in den Erwägungen eingegangen.  

F.  

Mit Eingabe vom 28. Juni 2021 informierte der Rechtsvertreter Rechtsan-

walt lic. iur. Michael Adamczyk das Gericht über die Beendigung seines 

Mandats und die Mandatsübergabe an MLaw Natalie Marrer. Eine gültige 

Vollmacht für die neue Rechtsvertreterin wurde am 5. Juli 2021 nachge-

reicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

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und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG verzichtet. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

4.  

4.1 In der Beschwerde wird eine formelle Rüge erhoben, welche vorab zu 

beurteilen ist, da diese bei berechtigtem Vorbringen zur Kassation der an-

gefochtenen Verfügung führen kann.  

4.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen 

des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach stellt 

die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nöti-

genfalls der unter Art. 12 Bst. a–e VwVG aufgelisteten Beweismittel. Dieser 

Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt; er findet seine Grenzen an der 

Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 8 AsylG). Dazu gehört un-

ter anderem, die Identität offenzulegen, vorhandene Identitätspapiere ab-

zugeben und an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken.  

4.3 Die Rüge der Verletzung der Untersuchungspflicht ist unbegründet. Die 

Beschwerdeführenden bringen vor, die Beschwerdeführerin 2 habe in ihrer 

Anhörung insbesondere ausgeführt: «Meine Seele ist so beschädigt, dass 

ich mich wie eine Leiche fühle – eine Leiche, die sich nur bewegt, aber 

nicht lebt.» (vgl. Akten der Vorinstanz [nachfolgend: SEM-act.] B58/21 

F68). Da davon ausgegangen werden müsse, dass diese Bemerkung in 

Verbindung mit dem zuvor erwähnten sexuellen Übergriff stehe, wäre die 

Vorinstanz gehalten gewesen, weitere Abklärungen und Untersuchungen 

in die Wege zu leiten.  

Diesbezüglich ist entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz der Beschwerde-

führerin 2 hinsichtlich des «Angriffs» von F._______ die Möglichkeit eröff-

nete, darüber frei zu sprechen, worauf sie weitere Ausführungen betreffend 

die Vergewaltigung gemacht hat (vgl. SEM-act. B58/21 F65). Welche wei-

teren Abklärungen und Untersuchungen die Vorinstanz hätte durchführen 

sollen, wird auf Beschwerdeebene nicht erwähnt und ist auch dem Gericht 

– unter Hinweis auf die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführenden – 

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nicht ersichtlich. Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz ihrer Pflicht, den 

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (vgl. Art. 6 

AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG), in rechtsgenüglicher Weise nachgekommen. 

Der Untersuchungsgrundsatz wurde folglich nicht verletzt, weswegen eine 

Rückweisung an die Vorinstanz ausser Betracht fällt.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

5.2 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 

Beschwerdeführenden. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Rich-

tigkeit der Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführenden sprechen, 

überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Ver-

folgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanti-

ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der 

dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat-

sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origi-

nalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft 

wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, wi-

dersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der 

Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung al-

ler Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhal-

tes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwür-

digkeit usw.), die für oder gegen die Beschwerdeführenden sprechen. 

Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente 

überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn 

der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesam-

ten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-

brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1). 

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Seite 8 

6.  

6.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihrer Verfügung aus, das Vor-

bringen, F._______ und sein Sohn H._______ hätten grossen Druck auf 

den Beschwerdeführer 1 ausgeübt, um dessen Tochter gegen ihren Willen 

zur Heirat freizugeben, sei unglaubhaft. Die Familie F._______ verfüge 

über offensichtlich konservative und den afghanischen Traditionen ver-

pflichtete Werte. Dies sei dadurch erkennbar, dass die Töchter des Be-

schwerdeführers 1 von der Frau von F._______ während eines Abendes-

sens wegen der Art des Kopftuchtragens zurechtgewiesen worden seien. 

Der Beschwerdeführer 1 brachte diesbezüglich vor, seine Töchter hätten 

sich zu jener Zeit stark an den westlichen Lebensstil und die westlichen 

Werte gewöhnt, sodass ihnen F._______ Einstellung völlig fremd erschie-

nen sei. Es könne deshalb nicht nachvollzogen werden, weshalb die Fami-

lie von F._______ darin keinen Hinderungsgrund für eine Ehe zwischen der 

Tochter des Beschwerdeführers 1 und ihrem Sohn gesehen habe, zumal 

es für einen konservativen Muslim wie F._______ nicht statthaft sei, seinen 

Sohn mit einer «Ungläubigen» zu verheiraten. Zudem sei erstaunlich, dass 

der Beschwerdeführer 1 fünf bis sechs Monate im Haus von F._______ 

gelebt habe, während er einem immer grösser werdenden Druck ausge-

setzt gewesen sei. 

Im Weiteren habe der Beschwerdeführer 1 nicht erhellen können, weshalb 

er gerade F._______ kontaktiert habe, um ihm und seiner Familie in 

E._______ zu helfen. Diesbezüglich habe er sein Verhältnis zu F._______ 

als «kalt» beschrieben. Zudem habe der Beschwerdeführer 1 auch ge-

wusst, dass F._______ Spenden und somit auch sein anvertrautes Geld 

veruntreut habe. Aufgrund dieser unvereinbaren Angaben sei es nicht 

nachvollziehbar, warum er sich hinsichtlich seiner Rückkehr nach 

E._______ diesem Mann nochmals habe anvertrauen und ihn kontaktieren 

sollen, selbst wenn er ein einflussreicher Mann gewesen sein solle.  

Das Vorbringen des Beschwerdeführers 1, er sei der Missionierung für das 

Christentum beschuldigt und zur Verhaftung ausgeschrieben worden, sei 

als Schutzbehauptung einzustufen. Zudem handle es sich beim abgege-

benen Beweismittel, dem Haftbefehl, um eine Fotokopie, welche keine Be-

weiskraft entfalte. Im Weiteren hätten ihm angesichts des guten Bildungs-

standes seiner Familienangehörigen und der Lebenserfahrungen im Iran 

und im Westen die Konsequenzen bekannt gewesen sein dürfen, wenn in 

einem streng muslimischen Land wie Afghanistan der christliche Glaube 

oder christliche Symbole sichtbar gemacht würden. Die vorgegebene Nai-

vität, nicht gedacht zu haben, dass F._______ diesbezüglich suggestive 

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Fragen zum Leben in der Schweiz stelle und dies negative Folgen haben 

könne, sei unglaubhaft.  

Die von der Beschwerdeführerin 2 vorgebrachte Vergewaltigung sei eben-

falls nicht glaubhaft, da die Schilderungen dazu vage und kaum nachvoll-

ziehbar seien. Eine Vergewaltigung stelle ein unerträglicher Eingriff in die 

persönliche Integrität dar und werde allgemein als ekelhafte Beschmut-

zung erlebt. Es überrasche daher, dass aus ihren Schilderungen nicht ent-

nommen werden könne, dass sie sich danach gewaschen habe. Überdies 

habe sie mit keinem Wort erklärt, weshalb sie bis zum Morgengrauen ge-

wartet habe, um ihren Mann zu benachrichtigen.  

Die Vorinstanz hegt im Weiteren Zweifel hinsichtlich der Begründung der 

Beschwerdeführenden für den Rückzug des Asylgesuchs im Jahr 2016. So 

hätten sie angegeben, von der Schwiegermutter aufgrund ihrer Gebrech-

lichkeit bei der Ausreise am (…) 2015 aus dem Iran getrennt worden zu 

sein, wobei diese nach Afghanistan deportiert worden sei. Bei der BzP im 

August 2015, also fast (…) Monate nach ihrer Ausreise, hätten die Be-

schwerdeführenden respektive ihre Familienmitglieder aber mit keinem 

Wort erwähnt, dass die Schwiegermutter auf der Reise verlorengegangen 

sei. Sie hätten angegeben, diese würde sich im Iran und nicht etwa in Af-

ghanistan aufhalten. Im Weiteren sei erstaunlich, dass sich die Beschwer-

deführenden trotz der grossen Gewissensnot, da sich die Schwiegermutter 

ganz allein in Afghanistan aufgehalten habe, erst nach weiteren sechs Mo-

naten zum Asylrückzug entschlossen hätten. Die Beschwerdeführerin 2 

habe jedoch anlässlich der BzP vom 24. September 2018 angegeben, die 

Schwiegermutter sei in Teheran wohnhaft und im Besitze eines Aufent-

haltspasses. Im Lichte dieser Ungereimtheiten komme die Vermutung auf, 

dass die Schwiegermutter den Iran gar nie verlassen habe, wobei der 

wahre Grund des Asylrückzuges offengelassen werden könne.  

6.2 Dem halten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen entgegen, ihre 

Ausführungen seien sehr detailliert und umfangreich ausgefallen und mit 

Realkennzeichen versehen.  

Zu den einzelnen Vorhalten der Vorinstanz führte der Beschwerdeführer 1 

aus, F._______ habe einmal erwähnt, dass sein Sohn jetzt mächtiger und 

gebildeter sei, seine Frau hingegen ungebildet. Sein Sohn wolle sich nun 

auf ein höheres Niveau begeben und wolle dafür ebenfalls eine Frau mit 

höherem Niveau heiraten. Das Interesse des Sohnes von F._______ an 

seiner Tochter hange offensichtlich mit sozialen Überlegungen, aber auch 

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mit echter Sympathie für sie zusammen. F._______ habe auch ein grosses 

Interesse an den Verhältnissen in Europa gezeigt, welche die Familie durch 

ihren Aufenthalt in der Schweiz erlebt habe. Auch hätten die Töchter des 

Beschwerdeführers 1 Sprachlehrbücher und andere Bücher aus der 

Schweiz mitgebracht; F._______ habe sogar ein Buch über die Einführung 

des Christentums mit nach Hause genommen, auch wenn er bereits Kritik 

an der religiösen Einstellung der Familie geübt habe. Zudem sei F._______ 

bis zum «Nein» des Beschwerdeführers 1 nicht bedrohlich aufgetreten.  

Der Beschwerdeführer 1 habe F._______ kontaktiert, da er von ihm mate-

rielle Hilfe bei einer Rückkehr nach Afghanistan habe erhalten können. Die 

sichere materielle Einbettung habe für ihn ein hohes Gewicht gehabt. Im 

Weiteren seien die Schilderungen der Beschwerdeführerin 2 hinsichtlich 

der Vergewaltigung plausibel und glaubhaft.  

Betreffend den Vorhalt der Vorinstanz zum Rückzug des Asylgesuches im 

Jahr 2016 führten die Beschwerdeführenden aus, die Beschwerdeführe-

rin 2 habe im Zeitpunkt der BzP noch keine sichere Kenntnis von den Ge-

schehnissen betreffend ihre Mutter gehabt und es habe, aufgrund der sum-

marischen Form der BzP, nicht erwartet werden dürfen, dass diese das 

Verlorengehen der Mutter hätte erwähnen müssen. Die Familie habe mit 

der Rückreise noch zugewartet, da sie habe abwarten wollen, ob die Mutter 

aufgrund der offenen Grenzen in Griechenland es ohne die Hilfe der Fami-

lie nach Europa schaffen würde.  

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen der Beschwerdeführenden in 

Bezug auf ihre Asylgründe im Ergebnis zu Recht als unglaubhaft qualifiziert 

hat.  

7.2 Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz haben die Beschwerde-

führenden eine Vielzahl von Vorbringen sehr detailliert und ausführlich vor-

gebracht. So legte der Beschwerdeführer 1 die geltend gemachten Flucht-

gründe anlässlich seiner Anhörung ausführlich und in freier Rede über zwei 

Seiten dar (vgl. SEM-act. B59/27 F56). Die Beschwerdeführerin 2 äusserte 

sich an ihrer Anhörung auf die Frage, was alles passiert sei, als sie nach 

E._______ zurückgekehrt seien, über vier Seiten in freier Rede (vgl. SEM-

act. B58/21 F62). Auch auf Nachfrage hinsichtlich ihres Anrufs an ihren 

Mann nach der vorgebrachten Vergewaltigung vermochte sie es, von die-

sem detailliert zu berichten (vgl. SEM-act. B58/21 F75).  

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Seite 11 

7.3 Das Gericht kommt weiter zum Schluss, dass auf der einen Seite der 

Vorinstanz in einigen Punkten nicht zu folgen ist. So kann die Beziehung 

des Beschwerdeführers 1 zu F._______ nicht als derart schlecht angese-

hen werden respektive kann nicht davon ausgegangen werden, dass er 

diesen in einem Ausmass gefürchtet haben dürfte, dass eine Kontaktauf-

nahme mit diesem von vornhinein als unrealistisch anzusehen ist. Die Be-

schwerdeführenden waren zwar nicht wirtschaftlich von F._______ abhän-

gig, da ihnen im Rahmen der materiellen Rückkehrhilfe, welche für die Er-

leichterung der Reintegration im Herkunftsland bestimmt und nur einmal 

gewährt wird, bei ihrer Ausreise aus der Schweiz im Jahr 2016 durch das 

SEM Fr. 4’000.– ausbezahlt wurde (vgl. SEM-act. V9/17 und V10; Doku-

ment «Rückerstattung der ausbezahlten Rückkehrhilfe» vom 18. März 

2019, adressiert an den Beschwerdeführer 1). Es erscheint aber plausibel, 

dass sie F._______ kontaktierten, um in Afghanistan eine Unterkunft zu er-

halten. Auch greift das Vorbringen in der angefochtenen Verfügung nicht, 

wonach es nicht nachvollziehbar sei, dass F._______ und sein Sohn 

H._______ ein derart grosses Interesse an der Tochter G._______ gehabt 

haben sollten. Diesbezüglich ist festzustellen, dass aus der Tatsache, nach 

welcher die Beschwerdeführenden und somit auch G._______ einer 

«westlicheren» Bewegung angehörten, nicht zu schliessen ist, dass der 

Sohn von F._______, welcher aus einer konservativeren Familie stammt, 

sich für sie nicht hätte interessieren sollen. Die Ausführung der Vorinstanz, 

es überrasche, dass sich die Beschwerdeführerin 2 nach ihrer Vergewalti-

gung nicht gewaschen habe, erstaunt ebenfalls und ist in diesem Kontext 

als unangemessen zu qualifizieren.  

7.4 Auf der anderen Seite sind die Vorbringen der Beschwerdeführenden 

über weite Strecken nicht plausibel. Es erscheint unlogisch, dass 

F._______ derart hartnäckig bestrebt gewesen sein soll, seinen Sohn mit 

G._______ verheiraten zu wollen. Eher wäre in diesem Zusammenhang zu 

erwarten gewesen, dass er aufgrund deren Weigerung die Beschwerde-

führenden unmittelbar aus dem Haus geworfen hätte. Ebenfalls nicht über-

zeugend sind die Vorbringen hinsichtlich des Haftbefehls und der damit 

verbundenen Missionierung für das Christentum, da F._______ gemäss 

den Beschwerdeführenden eine derart starke Machtposition besessen 

habe, dass er sich solchen Mitteln nicht hätte bedienen müssen, um seine 

Ziele zu erreichen. Auch gelang es der Beschwerdeführerin 2 nicht, die 

vorgebrachte Vergewaltigung, welche lediglich behauptet und nicht weiter 

beispielsweise durch ein Arztzeugnis oder einen Polizeibericht erhärtet 

wurde, glaubhaft zu machen. Zum Zeitpunkt des Besuches ging F._______ 

vom Zustandekommen der arrangierten Ehe aus. Weshalb er sich in dieser 

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Seite 12 

Situation zur Vergewaltigung der Mutter der designierten Ehefrau seines 

Sohnes hätte entscheiden sollen, ist nicht plausibel. Zudem und entgegen 

den Vorbringen der Beschwerdeführenden bestätigt der mit Eingabe vom 

21. April 2021 eingereichte Verlaufs- und Schlussbericht vom 4. März 2021 

die geltend gemachten Übergriffe der «Brautwerber» gegen die Beschwer-

deführerin 2 nicht. Der besagte Arztbericht gibt zur angeblichen Vergewal-

tigung lediglich die anlässlich der Anamnese aufgenommene Aussage der 

Beschwerdeführerin 2 wieder. Die diesbezügliche Äusserung beschränkt 

sich auf einen kurzen Satz und findet sich anschliessend nicht mehr im 

Arztbericht. Im Weiteren ist den Ausführungen der Vorinstanz zu folgen, in 

welchen sie die entsprechenden Schilderungen als flach, erlebnisfern und 

nicht nachvollziehbar qualifiziert (vgl. SEM-act. B58/21 F65 f. und F81). 

Ebenfalls wenig plausibel erscheint, dass die Mutter nach der Abreise der 

Beschwerdeführenden wie behauptet in der Wohnung zurückgeblieben 

sei, nur um den Eindruck zu erwecken, die Beschwerdeführenden seien 

nicht abgereist. Es erscheint nicht nachvollziehbar, dass die Sorge um die 

Beschwerdeführenden das Risiko, welche die Mutter damit eingegangen 

wäre, überstiegen haben soll; dies insbesondere im Kontext, dass der 

Sohn von F._______ bereits einmal mit seinem Gewehr beim Haus er-

schienen ist und Schüsse abgegeben habe.  

Betreffend die Begründung für den Rückzug des Asylgesuches im Jahr 

2016 ist auf die angefochtene Verfügung zu verweisen. Die Ausführungen 

in der Beschwerde, die Beschwerdeführerin 2 habe zum Zeitpunkt der BzP 

noch keine sichere Kenntnis davon gehabt, dass ihre Mutter nach Afgha-

nistan deportiert worden sei, weswegen dies nicht erwähnt worden sei, mu-

tet seltsam an. Es würde erwartet werden, dass ein solch einschneidendes 

Erlebnis, hätte es sich tatsächlich so zugetragen, den Beschwerdeführen-

den an der BzP im August 2015 bekannt gewesen und entsprechend er-

wähnt worden wäre. Somit sind die Umstände des Rückzugs des Asylge-

suches und der Ausreise aus der Schweiz im Jahr 2016 nicht glaubhaft 

gemacht worden.  

7.5 Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Macht von F._______, von wel-

chem die Beschwerdeführenden behaupten, dieser sei der damaligen Re-

gierung nahegestanden und habe dadurch eine politische Macht innege-

habt, nach der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 erheblich zu re-

lativieren sein dürfte und daher nicht davon auszugehen ist, dass dieser 

den Beschwerdeführenden bei ihrer (derzeit hypothetischen) Rückkehr 

(weiterhin) nachstellen würde. 

E-2339/2020 

Seite 13 

7.6 Die auf Beschwerdeebene am 6. Juni 2020 und am 27. November 

2020 eingereichten Fotos sind mangels Datierung und rechtsgenüglicher 

Identifizierung der darauf ersichtlichen Personen zur Beweisführung unge-

eignet. Aus dem am 20. Juni 2020 eingereichten Auszug aus Facebook 

können die Beschwerdeführenden ebenfalls nichts für sich ableiten, da 

auch die darauf ersichtlichen Personen nicht rechtsgenüglich identifizierbar 

sind und die Beschwerdeführenden dazu lediglich erklären, das Foto be-

weise, dass F._______ eine wichtige Person sei. Weitere Ausführungen 

dazu, unter anderem warum dieses Foto die Wichtigkeit der Person 

F._______ beweisen soll, fehlen gänzlich, weshalb auch diesem Beweis-

mittel der Beweiswert abzusprechen ist. Der am 17. November 2020 auf 

einem Datenträger eingereichte, nicht in eine Amtssprache übersetzte 

Fernsehbericht von 2 Minuten und 8 Sekunden Länge eignet sich ebenfalls 

nicht, um eine Verfolgung glaubhaft zu machen, da die «summarische» 

Übersetzung durch die Beschwerdeführenden selber beigebracht wurde 

und der Bericht keinen Bezug zu den Beschwerdeführenden herzustellen 

vermag. Mangels Beweiswerts wird auf die Beweismittel daher nicht weiter 

eingegangen.  

7.7 Zusammenfassend folgt, dass in Würdigung der gesamten Aspekte 

wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sach-

verhaltsdarstellung sprechen. Das SEM hat das Asylgesuch nach dem Ge-

sagten zu Recht abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

9.  

Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 1. April 2020 die 

vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz angeord-

net. Demnach erübrigen sich praxisgemäss Ausführungen zur Zulässigkeit, 

Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs.  

E-2339/2020 

Seite 14 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen.  

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Begleichung der 

Verfahrenskosten zu verwenden.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2339/2020 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Ver-

fahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gabriela Freihofer Stefan Trottmann