# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 656edb93-efca-51b0-ab5f-68deda2da22c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.11.2015 LE150030
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE150030_2015-11-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: LE150030-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei-

berin lic. iur. J. Freiburghaus 

Beschluss und Urteil vom 11. November 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

 

Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

 

gegen 

 

B._____,  

 

Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Andelfingen vom 22. Mai 2015 (EE140011-B) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

A. Der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 1 und 9, sinngemäss): 
 

  1. Es sei der Klägerin das Getrenntleben zu bewilligen und davon 
Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 1. Juli 2014 ge-
trennt leben. 

  2. Der Sohn C._____, geb. tt.mm.2001, sei für die Dauer des Ge-
trenntlebens unter die Obhut der Mutter zu stellen. 

  3. Der Vater sei zu berechtigen und zu verpflichten, den Sohn jedes 
zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend sowie 
während drei Wochen in den Schulferien auf eigene Kosten zu 
sich oder mir sich auf Besuch zu nehmen. 

  4. Die eheliche Liegenschaft an der D._____-Gasse 4 in E._____ 
sei samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens 
der Klägerin und dem Sohn zur alleinigen Benutzung zuzuweisen. 

  5. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin sämtliche Schlüssel 
der Liegenschaft (3 Hausschlüssel, 1 Briefkastenschlüssel, 
Schlüssel zur Scheune) sowie die Fernbedienung der Garage 
herauszugeben. 

  6. Der Beklagte sei berechtigt zu erklären, seine in der Garage der 
Liegenschaft in E._____ eingestellten Möbel und persönlichen 
Gegenstände mitzunehmen. 

  7. Der Klägerin sei der PW Opel Agila für die Dauer des Getrenntle-
bens zur alleinigen Benutzung zuzuweisen und der Beklagte zu 
verpflichten, ihr den Ersatzschlüssel für diesen PW herauszuge-
ben. 

  8. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für sie persönlich 
und für den Unterhalt und die Erziehung des Sohnes mit Wirkung 
ab 1. Juli 2014 für die Dauer der Trennung einen monatlichen im 
Voraus zahlbaren Unterhaltsbetrag von Fr. 5'000.–, zuzüglich all-
fällige Kinder- bzw. Familienzulagen, zu bezahlen, davon 
Fr. 1'400.– exkl. Kinderzulagen für den Sohn, unter Anrechnung 
ab 1. Juli 2014 bereits an den Unterhalt geleisteter Zahlungen. 

  9. Der Beklagte sei darüber hinaus zu verpflichten, der Klägerin die 
Hälfte von ausserordentlichen Kosten für den Sohn (insbesondere 
allfällige Therapiebehandlungen, schulische Fördermassnahmen, 
Sehhilfen und Zahnarzt ) zu bezahlen, soweit solche Kosten nicht 
von Dritten (insbesondere Versicherungen) gedeckt sind. 

 10. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Rückerstattun-
gen der Krankenkasse ... (Fr. 1'317.40 und Fr. 1'018.–) für die 
Rechnungen von Dr. med. F._____ vom 10. Juli 2014 über 
Fr. 1'463.80 und vom 4. September 2014 über Fr. 1'131.10 zu 
überweisen. 

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 11. Es sei zwischen den Parteien mit Wirkung ab 17. September 
2014 die Gütertrennung anzuordnen. 

 12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehr-
wertsteuer) zu Lasten des Beklagten. 

 
 
B. Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 11, sinngemäss): 
 

  1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 
1. Juli 2014 getrennt leben. 

  2. Der Sohn C._____ sei für die Dauer des Getrenntlebens unter die 
Obhut des Beklagten zu stellen und der Klägerin ein angemesse-
nes Besuchsrecht einzuräumen. 

  3. Die eheliche Liegenschaft D._____-Gasse 4 in E._____ sei dem 
Beklagten und dem Sohn ab 1. April 2015 für die Dauer des Ge-
trenntlebens zur Benützung zuzuweisen und die Klägerin zu ver-
pflichten, die Liegenschaft bis spätestens 31. März 2015 zu ver-
lassen. 

  4. Es sei die Klägerin zu verpflichten, ab 1. April 2015 angemessene 
Unterhaltsbeiträge für den Sohn C._____ zu bezahlen. 

 Eventualiter, falls der Sohn bei der Klägerin bleibt, sei der Beklag-
te zu verpflichten, ab 1. Januar 2015 für die Dauer des Getrennt-
lebens Fr. 800.– für die Klägerin und Fr. 800.–, zuzüglich Kinder-
zulagen für den Sohn, zu bezahlen.  

  5. Die Klägerin sei zu verpflichten, die Hälfte der Gesundheitskosten 
von Sohn C._____, die nicht von Dritten übernommen werden, zu 
bezahlen. 

  6. Es sei die Klägerin unter Hinweis auf Art. 170 ZGB zu verpflich-
ten, dem Beklagten auf erstes Verlangen von ihrem Lohnkonto 
lückenlose Kontoauszüge seit dessen Eröffnung herauszugeben. 

  7. Es sei zwischen den Parteien ab 18. September 2014 die Güter-
trennung anzuordnen. 

  8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klä-
gerin. 

 
 

- 4 - 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 
Andelfingen vom 22. Mai 2015 (Urk. 49): 

1. Es wird festgestellt, dass die Parteien gemäss Art. 175 ZGB auf 
unbestimmte Zeit zum Getrenntleben berechtigt sind. Überdies 
wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien seit dem 1. 
Juli 2014 getrennt leben.  

2. Das Kind C._____, geboren tt.mm.2001, wird für die Dauer des 
Getrenntlebens unter die Obhut der Klägerin gestellt.  

3. Der Beklagte wird berechtigt, den Sohn C._____ am ersten und 
dritten Wochenende eines jeden Monates jeweils von Freitag-
abend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr sowie in den unge-
raden Jahren an Ostern von Donnerstagabend vor dem Karfreitag 
18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, und in den geraden Jahren 
an Pfingsten von Freitagabend vor Pfingsten 18.00 Uhr bis 
Pfingstmontag 18.00 Uhr sowie am 25. Dezember auf eigene 
Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Ausserdem 
wird der Beklagte berechtigt, den Sohn C._____ jeweils für die 
Dauer von vier Wochen pro Jahr in den Schulferien auf eigene 
Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Aus-
übung des Ferienbesuchsrechts hat der Beklagte der Klägerin 
mindestens drei Monate im Voraus mitzuteilen.  

4. Die eheliche Liegenschaft an der D._____-Gasse 4 in E._____ 
wird inkl. Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens 
der Klägerin und dem Sohn C._____ zur alleinigen Benützung 
zugeteilt.  

5. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin sämtliche Schlüssel 
der Liegenschaft an der D._____-Gasse 4 in E._____ (3 Haus-
schlüssel, 1 Briefkastenschlüssel, Schlüssel zur Scheune) sowie 
die Fernbedienung der Garage herauszugeben. 

6. Es wird Vormerk genommen, dass der Beklagte das Begehren 
der Klägerin anerkannt hat, wonach der Beklagte zu verpflichten 
sei, seine in der Garage der ehelichen Liegenschaft an der 
D._____-Gasse 4 in E._____ eingestellten Möbel und persönli-
chen Gegenstände mitzunehmen. 

7. Es wird Vormerk genommen, dass der Beklagte das Begehren 
der Klägerin anerkannt hat, wonach der Opel Agila für die Dauer 
des Getrenntlebens der Klägerin zur alleinigen Benützung zuzu-
weisen sei. 

 Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin den Ersatzschlüssel 
zu diesem Fahrzeug herauszugeben. 

8. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für sie persönlich und 
an den Unterhalt und die Erziehung des gemeinsamen Sohns 
C._____ monatliche Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfällige ge-

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setzliche oder vertragliche Kinder- oder Ausbildungszulagen, wie 
folgt zu bezahlen: 
– Rückwirkend für die Zeit vom 1. Juli 2014 bis 30. September 

2014 für den Sohn C._____ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 
1'523.40; 

– rückwirkend für den Monat Oktober 2014 für den Sohn 
C._____ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'649.90; 

– rückwirkend für die Zeit vom 1. November 2014 bis 31. Ja-
nuar 2015 für den Sohn C._____ Fr. 850.– und die Klägerin  
Fr. 1'741.85; 

– für die Zeit von 1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015 für den 
Sohn C._____ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'540.60; 

– ab 1. August 2015 bis 31. Dezember 2015 für den Sohn 
C._____ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'283.40; 

– ab 1. Januar 2016 für den Sohn C._____ Fr. 850.– und die 
Klägerin Fr. 2'010.80. 

 Die bis dato ausstehenden Unterhaltsbeiträge werden sofort fällig. 
Die weiteren Unterhaltsbeiträge sind jeweils am Ersten eines je-
den Monats im Voraus zu entrichten. 

 Der Beklagte ist berechtigt, die seit dem 1. Juli 2014 bereits an 
die Klägerin geleisteten Unterhaltsbeiträge und die zur Deckung 
der einzelnen Bedarfspositionen der Klägerin an Dritte bezahlten 
Beiträge von den in diesem Urteil festgesetzten Unterhaltsbeiträ-
gen verrechnungsweise abzuziehen. 

9. Die nicht von einer Versicherung übernommenen Gesundheits-
kosten von C._____, wie beispielsweise Zahnarztkosten, Thera-
piebehandlungen, Sehhilfen, schulische Fördermassnahmen etc., 
werden unter der Voraussetzung einer vorgängigen Absprache 
von beiden Parteien je hälftig getragen. Ohne Absprache werden 
die Kosten von demjenigen Elternteil alleine übernommen, wel-
cher die Therapien, Behandlungen etc. veranlasst.  

10. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin die Rückerstattungen 
der Krankenkasse ... in der Höhe von Fr. 1'317.40 und Fr. 1'018.– 
für die Rechnungen von Dr. med. F._____ vom 10. Juli 2014 über 
Fr. 1'463 und vom 4. September 2014 über Fr. 1'131.10 zu über-
weisen. 

11. Der Antrag des Beklagten, die Klägerin sei unter Hinweis auf Art. 
170 ZGB zu verpflichten, dem Beklagten auf erstes Verlangen 
von ihrem Lohnkonto lückenlose Kontoauszüge seit dessen Er-
öffnung herauszugeben, wird abgewiesen. 

12. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 17. September 2014 
angeordnet. 

13. Die Gerichtsgebühr wird pauschal auf Fr. 2'500.– festgesetzt. 

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14. Die Kosten werden der Klägerin zu einem Viertel und dem Be-
klagten zu drei Vierteln auferlegt. 

15. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Deckung ihrer 
Rechtsvertretungskosten eine Parteientschädigung im Umfang 
von der Hälfte des angemessen erscheinenden Anwaltshonorars 
zu bezahlen. Herr Rechtsanwalt Y._____ wird zu diesem Zweck 
eingeladen, seine Kostennote nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Entscheides einzureichen. 

16. (Mitteilungssatz.) 
17. (Rechtsmittelbelehrung.) 

 

Berufungsanträge: 

Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 48 S. 2 ff.): 
 

"I. 
Es seien Dispositiv Ziff. 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 11, 13, 14 und 15 aufzuhe-
ben und durch folgende Fassungen zu ersetzen: 
Ziff. 2 
Es sei das Kind C._____, geb. tt.mm.2001 für die Dauer des Getrennt-
lebens unter die Obhut des Beklagten zu stellen und die Klägerin zu 
verpflichten, dem Beklagten einen angemessenen Unterhaltsbeitrag für 
den Sohn C._____ zu bezahlen 
Ziff. 3 
Es sei der Klägerin für die Dauer des Getrenntlebens ein angemesse-
nes Besuchs- und Ferienbesuchsrecht an C._____ einzuräumen 
Ziff. 4 
Es sei die eheliche Liegenschaft samt Mobiliar und Hausrat für die 
Dauer des Getrenntlebens dem Beklagten und dem Sohn C._____ zur 
Benützung zuzuweisen 

Es sei die Klägerin zu verpflichten, die Liegenschaft D._____-Gasse 4 
in E._____ bis spätestens 30. September 2015 zu verlassen 

Ziff. 5 und Ziff. 6 
Seien ersatzlos aufzuheben 
Ziff. 8 
a)  
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beklagte bis und mit De-
zember 2014 seiner Unterhaltspflicht gegenüber der Klägerin und 
C._____ vollumfänglich nachgekommen ist und für diese Zeit keine 
Zahlungen mehr schuldet. 

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b) 
Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin ab 1. Januar 2015 
monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 600.–, zuzüglich Kinderzula-
gen, für C._____ zu bezahlen für solange, wie C._____ mit ihr lebt. 
c) 
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beklagten für die Monate 
Januar-April 2015 für C._____ je CHF 600.– und für Mai 2015 CHF 
400.– bereits bezahlt hat. 

d) 
Der Klägerin seien ab Januar 2015 keine Unterhaltsbeiträge für sich 
zuzusprechen. 

Ziff. 10 
Diese Ziffer sei infolge Gegenstandslosigkeit ersatzlos aufzuheben 

Ziff. 11 
Diese Ziffer sei infolge Gegenstandslosigkeit ersatzlos aufzuheben 
Ziff. 13, 14, 15 
Diese Ziffern seien aufzuheben und durch einen neuen Kostenent-
scheid zu ersetzen 

II. 
a) 
Es sei der Sohn C._____ vom Obergericht anzuhören 

b) 
Es sei ein Bericht von G._____, Praxisgemeinschaft ..., … [Adresse] 
durch das Gericht über die Situation von Sohn C._____ einzuholen 

III. 
Es sei dem Beklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm in der Person von RA 
X._____ ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin 
und Berufungsbeklagten." 

 
 
Der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 58) 
 

"1. Die Berufung des Beklagten sei abzuweisen und das Urteil der 
Vorinstanz zu bestätigen. 

 2. Eventualanträge 
(Für den Fall der Unterstellung des Sohnes unter die Obhut des 
Vaters) 

 2.1. Es sei eventualiter der Klägerin zum Auszug aus der ehelichen 
Liegenschaft eine Frist von vier Monaten ab Rechtskraft des Ent-
scheides einzuräumen.  

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 2.2. Die Klägerin sei eventualiter berechtigt zu erklären, bei ihrem 
Auszug neben ihren persönlichen Sachen folgende Gegenstände 
mitzunehmen:  

 - 1 Besteck-Set 
 - Küchenwaage Dr. Oetker 
 - Pffer&Salz-Mühle Zwilling 

 - die Steakmesser 
 - sämtliche Pfannen 

 - im J._____ gekaufte Treueaktionen 
 - hälftiger Anteil an Geschirr und Wäsche 
 2.3. Die Klägerin sei eventualiter berechtigt zu erklären, den Sohn 

C._____ am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats 
jeweils von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr 
sowie in den ungeraden Jahren an Ostern von Donnerstagabend 
vor dem Karfreitag 18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, in den 
geraden Jahren an Pfingsten von Freitagabend vor Pfingsten 
18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr sowie am 25. Dezember 
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 
Ausserdem sei sie berechtigt zu erklären, den Sohn C._____ je-
weils für die Dauer von 4 Wochen pro Jahr in den Schulferien auf 
eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. 

 2.4 Der Beklagte sei eventualiter zu verpflichten, der Klägerin ab ih-
rem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft für die Dauer des 
Getrenntlebens monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge 
von Fr. 2'000 für sie persönlich zu bezahlen. 

 2.5. Es sei festzustellen, dass die Klägerin nicht zur Zahlung eines 
Unterhaltsbeitrags für den Sohn verpflichtet ist. 

 3. Das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege sei abzuweisen. 

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehr-
wertsteuer) zu Lasten des Beklagten." 

 
 Schlussanträge der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 110): 
 

 "1. Der Sohn C._____ sei unter die Obhut des Vaters zu stellen. 
  2. Es sei der Klägerin zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft 

eine Frist bis Ende März 2016 einzuräumen. 
 3. Die Klägerin sei berechtigt zu erklären, bei ihrem Auszug neben 

ihren persönlichen Sachen folgende Gegenstände mitzunehmen:  

 - 1 Besteck-Set 

- 9 - 

 - Küchenwaage Dr. Oetker 

 - Pffer&Salz-Mühle Zwilling 
 - die Steakmesser 

 - sämtliche Pfannen 
 - im J._____ gekaufte Treueaktionen 

  - hälftiger Anteil an Geschirr und Wäsche 

 4. Es sei festzustellen, dass die Klägerin den Sohn C._____ wie 
folgt betreut:  

- alternierend jedes zweite Wochenende jeweils von Freitag-
abend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr 

- wenn das Wochenende auf Ostern fällt von Donnerstagabend 
18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, wenn es auf Pfingsten 
fällt von Freitagabend 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr  

- am 25. Dezember 
- während 4 Wochen pro Jahr in den Schulferien. 

 5. Es sei festzustellen, dass die Klägerin nicht zur Zahlung eines 
Unterhaltsbeitrags für den Sohn verpflichtet ist.  

 6. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ab ihrem Auszug 
aus der ehelichen Liegenschaft für die Dauer des Getrenntlebens 
monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'000.– 
zu bezahlen. 

 7. Im Übrigen sei die Berufung abzuweisen und das vorinstanzliche 
Urteil zu bestätigen. 

 8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-
steuer) zulasten des Beklagten." 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien heirateten am tt. Mai 1995. Aus der Ehe ging der Sohn 

C._____, geboren am tt.mm.2001, hervor (Urk. 1). Zum Ablauf des vorinstanzli-

chen Verfahrens, welches mit dem vorliegend angefochtenen Urteil vom 22. Mai 

2015 einen Abschluss fand (Urk. 41 = Urk. 49), kann auf die Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 49 S. 6 ff.). 

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2. Mit Eingabe vom 8. Juni 2015 (Urk. 48) erhob der Beklagte und Berufungs-

kläger (nachfolgend Beklagter) innert Frist Berufung, wobei er oben angeführte 

Anträge stellte. Die Klägerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend Klägerin) er-

stattete mit Eingabe vom 2. Juli 2015 (Urk. 58) innert Frist ihre Berufungsantwort. 

Auf entsprechendes Ersuchen des Beklagten (Urk. 61) wurde diesem mit Verfü-

gung vom 7. Juli 2015 Frist zur Stellungnahme zur Berufungsantwort angesetzt 

(Urk. 62), welche am 21. Juli 2015 hierorts einging (Urk. 64). Am 11. August 2015 

teilte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Winterthur/Andelfingen 

der Kammer mit, dass mit Schreiben vom 6. August 2015 eine Gefährdungsmel-

dung der IPW (Integrierte Psychiatrie Winterthur), wo sich der Sohn der Parteien 

in einer freiwilligen stationären Behandlung befinde, eingegangen sei (Urk. 67). 

Nachdem die KESB Winterthur/Andelfingen das fragliche Schreiben der IPW vom 

6. August 2015 (Urk. 70) der Kammer übermittelt hatte, wurde dieses den Partei-

en mit Verfügung vom 12. August 2015 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 71). 

Die Stellungnahmen der Parteien datieren vom 22. und 24. August 2015 (Urk. 72 

und 73). Am 31. August 2015 fand die Kinderanhörung von C._____ durch eine 

Delegation der Berufungsinstanz in der Klinik H._____ der IPW in Winterthur statt 

(Prot. S. 6 ff.). Mit Schreiben vom 1. September 2015 wurde vom behandelnden 

Psychologen von C._____ eine schriftliche Auskunft eingeholt (Urk. 77), welche 

am 4. September 2015 hierorts einging (Urk. 81). Die schriftliche Auskunft der Kli-

nik H._____ und das Protokoll der Kinderanhörung wurde den Parteien mit Be-

schluss vom 8. September 2015 zu Stellungnahme zugestellt. Gleichzeitig wurde 

das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab-

gewiesen (Urk. 82). Die Stellungnahme der Klägerin vom 22. September 2015 

(Urk. 86) wurde dem Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt (Prot. I S. 12). Die 

Stellungnahme des Beklagten datiert vom 25. September 2015 (Urk. 88). Am 3. 

Oktober 2015 erfolgte eine weitere Eingabe vom Beklagten (Urk. 90). Am 6. Ok-

tober 2015 berichtete die IPW der hiesigen Kammer telefonisch unaufgefordert 

über die aktuelle Situation von C._____ und dessen geplanten Übertritt in eine 

Tagesklinik (Urk. 92), wobei die Klinik der Kammer diese Informationen mit Ein-

gabe vom 7. Oktober 2015 (Urk. 93 ) in Schriftform zukommen liess (Urk. 93). Mit 

Verfügung vom 12. Oktober 2015 (Urk. 97) wurde den Parteien mitgeteilt, dass 

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sie durch separate Vorladung zu einer Berufungsverhandlung vorgeladen würden, 

anlässlich welcher ihnen zur neuen Entwicklung das rechtliche Gehör zu gewäh-

ren sein werde (Urk. 97). Die Parteien wurden in der Folge zur Berufungsverhand-

lung auf den 29. Oktober 2015 vorgeladen (Urk. 99). Mit Beschluss vom 21. Ok-

tober 2015 (Urk. 101) wurden die Parteien aufgefordert, die Lohnabrechnungen 

des Jahres 2015 zur Berufungsverhandlung mitzubringen. Mit Eingabe vom 21. 

Oktober 2015 retournierte Rechtsanwältin lic. iur. X._____ der hiesigen Kammer 

die Vorladung zur Berufungsverhandlung mit dem Hinweis, dass diese mangels 

Unterschrift durch das Gericht die zwingenden Anforderungen nach Art. 133 lit. g 

ZPO nicht erfülle, wobei sie einen Verhandlungstermin nach dem 5. November 

2015 mit korrekter Vorladung beantragte. Ausserdem reichte sie neue Unterlagen 

ein (Urk. 102-104). Mit Beschluss vom 23. Oktober 2015 wurde den Parteien je 

unter Zustellung einer vom Gericht unterzeichneten Vorladung mitgeteilt, dass an 

der Berufungsverhandlung am 29. Oktober 2015, 8.30 Uhr, festgehalten werde 

(Urk. 106). Am 29. Oktober 2015 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit 

von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, der Klägerin und des Beklagten statt (Prot. S. 

17 ff.). Rechtsanwältin lic. iur. X._____ hatte der Kammer tags zuvor telefonisch 

mitgeteilt, dass sie infolge Arbeitsüberlastung nicht an der Verhandlung teilneh-

men werde (Urk. 109). 

3. Die Dispositiv-Ziffern 1, 7, 9 und 12 des vorinstanzlichen Entscheides blie-

ben unangefochten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen sind, wovon Vor-

merk zu nehmen ist. 

II. 

A. Prozessuales 

Im Streit liegen im Wesentlichen die Zuteilung der Obhut über den Sohn C._____, 

die Zuweisung der ehelichen Liegenschaft, die Kinder- und Ehegattenunterhalts-

beiträge sowie die vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. Gemäss 

Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren der Untersuchungsgrund-

satz. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest-

stellt. Betreffend die Belange der Ehegatten untereinander gilt die Dispositions-

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maxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO), d.h. das Gericht ist an die Parteianträge gebunden 

(Pfänder Baumann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 272 N 2 f.). In Kinderbelangen und 

somit auch hinsichtlich des Kindesunterhaltes gelten demgegenüber die Offizial- 

und die Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Da sowohl die Frage des 

Einkommens der Parteien wie auch diejenige des Bedarfs die gesamte Unter-

haltsbemessung und damit auch die Kinderunterhaltsbeiträge betreffen, sind auf 

diese Fragen vorliegend grundsätzlich die Offizial- und die Untersuchungsmaxime 

anzuwenden.  

B. Obhut 

1. Der Sohn C._____ wurde mit vorinstanzlichem Urteil für die Dauer des Ge-

trenntlebens unter die Obhut der Klägerin gestellt (Dispositivziffer 2). Zur Begrün-

dung führte die Vorinstanz an, dass die Klägerin C._____ seit der Geburt über-

wiegend betreut habe. Die für C._____ angesichts seiner gesundheitlichen Situa-

tion wichtige Stabilität der Verhältnisse sei auf Seiten der Klägerin eher gewähr-

leistet als auf Seiten des Beklagten. Insbesondere erscheine es nicht realistisch, 

dass der Beklagte, welcher gemäss eigenen Angaben immer noch mit den Folgen 

seines "Burnouts" zu kämpfen habe und zugleich ein volles Arbeitspensum an-

strebe, C._____ eine umfangreichere und stabilere Betreuung gewähren könne, 

als es die Klägerin bereits tue (Urk. 49 S. 14).  

2. Der Beklagte verlangt berufungsweise die Zuteilung der Obut an ihn. Er sei 

nach wie vor gewillt und in der Lage, C._____ seinen Bedürfnissen entsprechend 

zu erziehen und zu betreuen und die Verantwortung von C._____ in organisatori-

scher und medizinischer Hinsicht zu übernehmen sowie die für die Entwicklung 

von C._____ notwendigen Strukturen sicherzustellen. Er spricht der Klägerin die 

Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit ab, indem er vorbringen lässt, dass sich 

schon bald nach Aufnahme des Getrenntlebens im Juli 2014 gezeigt habe, dass 

die Klägerin bei der Erziehung von C._____ überfordert sei. Sie sei nicht in der 

Lage, C._____ die für einen Jugendlichen erforderlichen Grenzen aufzuzeigen. 

C._____ seinerseits respektiere die Klägerin nicht und nehme ihre Anweisungen 

nicht ernst. Es sei gar zu Handgreiflichkeiten zwischen der Klägerin und C._____ 

gekommen. Die Schulnoten von C._____ seien kontinuierlich gesunken. Auch sei 

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er vermehrt verspätet zur Schule gekommen. C._____ sei emotional und körper-

lich weiter verwahrlost (Urk. 48 S. 22 ff.).  

 Mit Eingabe vom 3. Oktober 2015 liess der Beklagte neu vorbringen, dass 

C._____ am Wochenende vom 25. September 2015 die halbe Nacht vor dem 

Computer verbracht habe, wobei sich die Klägerin nicht gegen C._____ habe 

durchsetzen können. Es sei ausserdem erneut zu Tätlichkeiten und Handgreif-

lichkeiten zwischen C._____ und der Klägerin gekommen. Dieser Zwischenfall 

habe mit einem zerrissenen T-Shirt von C._____ geendet (Urk. 90 S. 2).  

3. Die Klägerin beantragte in der Berufungsantwort die Abweisung des Beru-

fungsantrages des Beklagten und die Bestätigung der vorinstanzlichen Obhutszu-

teilung an sie. Sie bestritt, dass der Beklagte besser als sie in der Lage wäre, 

C._____ zu erziehen und ihm die nötige Stabilität zu geben, und liess vorbringen, 

dass sich der Beklagte in den Auseinandersetzungen der letzten Monate gänzlich 

auf die Seite von C._____ geschlagen, seine Position übernommen und gegen 

die Klägerin agiert habe. Wenn C._____ den Wunsch äussere, beim Beklagten zu 

wohnen, habe dies primär mit den massiven Beeinflussungsversuchen des Be-

klagten zu tun, weshalb sein Wunsch kritisch zu hinterfragen sei. Die schulischen 

Schwierigkeiten von C._____ und seine Verhaltensauffälligkeiten seien vor dem 

Hintergrund einer psychischen Erkrankung zu sehen. Wie sich aus dem Bericht 

des Psychologen G._____ vom 14. April 2015 ergebe, befinde sich C._____ in ei-

ner akuten Krise und sei halt- und orientierungslos, was sich in einer depressiven 

Entwicklung, zunehmenden Zwangshandlungen, Angstzuständen und der Unfä-

higkeit, die schulischen Anforderungen zu erfüllen, äussere (Urk. 58 S. 16 ff.).  

3.1. In der Stellungnahme vom 24. August 2015 zur Gefährdungsmeldung der 

IPW (Urk. 72) hielt die Klägerin am Antrag um Obhutszuteilung an sie fest. Eben-

so hielt sie daran fest, dass aufgrund des Verhaltens von C._____ nicht geschlos-

sen werden könne, dass sie nicht fähig sei, für C._____ zu sorgen. Die in der Ge-

fährdungsmeldung aufgeführten Auffälligkeiten und Symptome von C._____ hät-

ten bereits während des Zusammenlebens der Parteien bestanden, wobei sie sich 

durch die Trennung der Parteien und das verunmöglichte Zusammenwirken der 

Eltern erheblich verstärkt hätten (Urk. 73 S. 1 ff.). 

- 14 - 

3.2. Auch in der Stellungnahme vom 21. September 2015 (Datum des Poststem-

pels) zum Protokoll der Anhörung von C._____ sowie zur schriftlichen Auskunft 

der IPW hielt die Klägerin nach wie vor am Antrag um Obhutszuteilung an sie so-

wie an den in diesem Zusammenhang gemachten Ausführungen fest. Sie wies 

insbesondere darauf hin, dass gemäss schriftlicher Auskunft der IPW die psychi-

sche Erkrankung von C._____ aktuell und auch in Zukunft einer medikamentösen 

Behandlung bedürfe. Diesbezüglich sei C._____ bei ihr besser aufgehoben. Sie 

habe die Empfehlungen der Fachpersonen stets mitgetragen, während der Be-

klagte sich klar gegen eine medikamentöse Behandlung gestellt habe. Weiter 

liess sie ausführen, dass mit der Tagesklinik des KJPD ... ein Übertritt von 

C._____ in diese Klinik besprochen worden sei. Im Falle des Eintritts in die Ta-

gesklinik wäre C._____ nur noch über Nacht zu Hause. Aufgrund der Tagesstruk-

turen in der Tagesklinik mit schulischer Betreuung inkl. Erledigung der Hausauf-

gaben werde sich eine Entlastung ergeben, weshalb die Klägerin in der Lage wä-

re, für C._____ zu sorgen (Urk. 86 S. 2 f.).  

3.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 29. Oktober 2015 hielt die Kläge-

rin an ihrem Antrag um Bestätigung des Obhutsentscheids nicht länger fest und 

beantragte, dass C._____ unter die Obhut des Beklagten gestellt werde. Sie be-

stätigte, dass es am Wochenende vom 25.–27. September 2015 zu einer heftigen 

Auseinandersetzung zwischen ihr und C._____ gekommen sei. Um durchzuset-

zen, dass C._____ nicht die halbe Nacht vor dem Computer verbringe, habe sie 

ihm diesen wegnehmen wollen, als sie zu Bett gegangen sei. C._____ habe sich 

gewehrt, sei aggressiv geworden und habe sie in den Arm geboxt, worauf sie sich 

zurückgezogen haben. Am nächsten Morgen habe sie das Aufladekabel behän-

digt, worauf es erneut zu einem Streit gekommen sei und C._____ in seiner Wut 

sein T-Shirt zerrissen habe. Sie sei nach wie vor gewillt, den Medienkonsum von 

C._____ zu steuern, könne dies aber aktuell nicht mehr durchsetzen. Gleichzeitig 

bestritt sie, dass beim Beklagten eine inhaltliche Kontrolle des Medienkonsums 

stattfinde. Sie müsse zur Kenntnis nehmen, dass C._____ nicht mehr bei ihr woh-

nen möchte, was er mit einem konsequenten Verweigerungsverhalten ihr gegen-

über zum Ausdruck bringe. Sie sei heute tatsächlich nicht mehr in der Lage, sich 

gegenüber C._____ durchzusetzen (Urk. 110 S. 1 ff.).  

- 15 - 

 Aus nachfolgenden Gründen kann dem übereinstimmenden Antrag der Par-

teien um Zuteilung der Obhut an den Beklagten zugestimmt werden. Diese Ein-

schätzung stützt sich dabei im Wesentlichen auf die bei der Klinik H._____ einge-

holte schriftliche Auskunft vom 2. September 2015 (Urk. 81), den Verlaufsbericht 

der Klinik H._____ vom 7. Oktober 2015 sowie die Ausführungen von C._____ 

anlässlich seiner Anhörung am 31. August 2015 (Prot. S. 6 ff.).  

4. Der schriftlichen Auskunft der Klinik H._____ vom 2. September 2015 ist zu 

entnehmen, dass C._____ an einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Er-

krankung mit Zwangshandlungen und Tics leidet. Durch die Erkrankung zeige 

C._____ ein sehr auffälliges ritualisiertes Verhalten in Form von Gesten und Be-

rührungen. Als Behandlungsmassnahme sei gemäss der Klinik H._____ vorerst 

ein stationärer Aufenthalt mit medikamentöser Behandlung, einer Verhaltensthe-

rapie sowie mit einer begleitenden Psychotherapie indiziert. Nach Austritt aus der 

Klinik H._____ sei eine Rückkehr nach Hause und ein anschliessender Aufenthalt 

in einer Tagesklinik gut vorstellbar.  

4.1. Die Beziehung zwischen C._____ und der Klägerin wird von Dipl. Psych. 

I._____ von der Klinik H._____ als inhomogen bezeichnet. So beschreibe 

C._____ häufig, wie er sich gegenüber der Klägerin durchsetze. Er habe hierfür 

ein grosses Verhaltensrepertoire. Dies gehe von Provokation über lautstarke und 

aggressive verbale Auseinandersetzungen bis hin zu anhaltendem unterschwelli-

gem Nerven. Je nach Erschöpfungszustand könne die Klägerin nach eigenem 

Bekunden dem Verhalten ihres Sohnes etwas entgegensetzen. Teilweise be-

schreibe sie, die Situation zu dulden, weil sie die Konfrontation und den Diskurs 

scheue. Zu Beginn habe die Klinik die Klägerin sehr gewährend erlebt, wenn 

C._____ Wünsche geäussert habe. Inzwischen bemühe sich die Klägerin darum, 

klarer und strenger mit C._____ umzugehen, auch wenn sie dies bis anhin nicht 

durchgängig habe umsetzen können.  

4.2. Hinsichtlich der Beziehung von C._____ zum Beklagten wird festgehalten, 

dass beide übereinstimmend von positiver gemeinsamer Zeit berichten. Die Inter-

aktion der beiden bestehe in erster Linie in Wochenendkontakten und gemeinsa-

men Ferien. Der Beklagte übernehme in dieser Zeit die Betreuung von C._____ 

- 16 - 

nicht durchgängig, sondern suche bisweilen Unterstützung, beispielsweise durch 

seine Eltern. Der Beklagte arbeite daran, C._____ für einen längeren Zeitraum 

ohne Medienkonsum zu erziehen. Er probiere dies durch die Reduktion der Medi-

enzeit zu erreichen, was bisher gelinge. Wenn C._____ sich durch die Klägerin 

ungerecht behandelt fühle, suche er den Kontakt zum Beklagten. C._____ selbst 

beschreibe den Beklagten als strenger im Vergleich zur Klägerin und sei der An-

sicht, sich beim Beklagten besser an Vorgaben und Regeln halten zu können 

(Urk. 81 S. 2). 

4.3. Mit Bezug auf die Frage einer medikamentösen Behandlung von C._____ 

hält die Klinik H._____ fest, dass es in Zukunft wohl immer wieder notwendig sei, 

C._____ medikamentös zu behandeln, weshalb sie die Zuteilung der medizini-

schen Sorge an den Elternteil, welcher die Obhut innehabe, als sinnvoll erachten 

würden (Urk. 81 S. 2).  

5. Im Verlaufsbericht der Klinik H._____ vom 7. Oktober 2015 (Urk. 93) berich-

tet Dipl. Psych. I._____, dass sich die beiden Parteien sehr deutlich in der Zu-

sammenarbeit mit der Klinik unterscheiden würden. Die Klägerin habe der Klinik 

H._____ vergangenen Freitag gegenüber mitgeteilt, dass sie den Medienkonsum 

von C._____ nicht weiter steuern wolle. Ausserdem sei die Klägerin zu einem Re-

flexionsgespräch über das vergangene Wochenende nicht bereit gewesen. Es 

dränge sich der Eindruck auf, dass die Klägerin mit der Medikation ihres Sohnes 

bekommen habe, was sie erwartet habe. Eine Behandlung mit den verabreichten 

Medikamenten könne indes nur einen Teil zur Genesung von C._____ beitragen. 

Ebenso wichtig seien die begleitende Psychotherapie und Veränderungen in der 

Erziehung bzw. im häuslichen Umfeld, wozu für die Klinik gehöre, dass C._____ 

in seinem Zimmer schlafe und sich die Erwachsenen ihm gegenüber durchsetzen 

könnten. Einen dauerhaften Aufenthalt bei der Klägerin sehe die Klinik H._____ 

als sehr fraglich an. Dagegen beurteilt Dipl. Psych. I._____ die Zeiten, welche 

C._____ mit dem Beklagten verbringt, als strukturiert und zielführend geplant. Ei-

ne Steuerung der Medienzeiten gelinge beim Beklagten besser. Ebenso finde ei-

ne inhaltliche Kontrolle statt. Im Kontakt mit dem Beklagten folge C._____ Regeln 

und Anweisungen. C._____ und der Beklagte würden beabsichtigen, im Oktober 

- 17 - 

zusammen wandern zu gehen, ohne Medienkonsum. Auf dieser Grundlage sei für 

die Klinik H._____ vorstellbar, dass C._____ zusammen mit dem Beklagten auch 

langfristig zusammenwohnen könne (Urk. 93).  

6. Vorab ist festzuhalten, dass sich gemäss schriftlicher Auskunft der Klinik 

H._____ für eine Platzierung von C._____ in einer familienergänzenden oder fa-

milienersetzenden Institution im Moment keine Anhaltspunkte ergeben (Urk. 81 S. 

3). Auf diese fachliche Einschätzung ist abzustellen, zumal C._____ anlässlich 

der Kinderanhörung erklärte, dass eine Fremdplatzierung für ihn eine Katastrophe 

wäre (Prot. S. 6 ff.). 

6.1. Für die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil gelten grundsätzlich die glei-

chen Kriterien wie im Scheidungsfall. Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des 

Kindes Vorrang vor allen anderen Überlegungen, insbesondere vor den Wün-

schen der Eltern. Vorab muss die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. 

Ist diese bei beiden Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grund-

schulpflichtige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit hat und 

dazu bereit ist, sie persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese Vo-

raussetzung ungefähr in gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und fami-

liären Verhältnisse ausschlaggebend sein. Unter Umständen kann die Möglichkeit 

der persönlichen Betreuung auch dahinter zurücktreten (BGer 5C.212/2005 vom 

25. Januar 2006 E. 4.2 und 4.4.1, in: FamPra.ch 2006 S. 753 ff.). Schliesslich ist – 

je nach Alter des Kindes – seinem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Die-

sen Kriterien lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die 

Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzu-

arbeiten, oder die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer persönli-

chen Bindung und echter Zuneigung getragen sein sollte (vgl. BGer 115 II 206 E. 

4a S. 209; 115 II 317 E. 2 und 3 S. 319 ff.; 117 II 353 E. 3 S. 354 f.; BGer 

5A.798/2009 vom 4. März 2010 E. 5.3). Es ist im Folgenden auf die einzelnen Kri-

terien einzugehen.  

 

 

- 18 - 

6.2. Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit 

6.2.1. Gemäss der schriftlichen Auskunft der Klinik H._____ vom 2. September 

2015 sind sowohl die Klägerin als auch der Beklagte in der Lage, ihre Rechte und 

Pflichten als Obhutsinhaber wahrzunehmen. Beim Beklagten wird als Einschrän-

kung angeführt, dass dieser die Betreuung von C._____ zeitweise an Dritte abge-

be. Demgegenüber wird bei der Klägerin in der schriftlichen Auskunft vom 2. Sep-

tember 2015 als Einschränkung gewertet, dass sie sich nur schwer gegenüber 

C._____ durchsetzen könne, wobei dem Verlaufsbericht vom 7. Oktober 2015 zu 

entnehmen ist, dass sich diese Einschätzung bei Dipl Psych. I._____ verstärkt hat 

(vgl. Urk. 93 S. 1).  

6.2.2. Aus der schriftlichen Auskunft der Klinik H._____ vom 2. September 2015 

und dem Verlaufsbericht vom 7. Oktober 2015 sowie aus den Ausführungen von 

C._____ anlässlich der Kinderanhörung wird deutlich, dass dieser zur Bewälti-

gung seines Alltags auf klare Regeln und Strukturen angewiesen ist, damit er aus 

seiner Krisensituation herausfinden und wieder in der Lage sein wird, die an ihn 

gestellten Anforderungen zu erfüllen.  

6.2.3. C._____ gab in der Kinderanhörung zu Protokoll, dass er sich gegen die 

Klägerin durchsetzen könne. Den Beklagten beschrieb er im Vergleich zur Kläge-

rin als strenger. Die Klägerin räumte in der Berufungsverhandlung wie erwähnt 

selbst ein, dass sie nicht mehr in der Lage sei, sich gegenüber C._____ durchzu-

setzen (Urk. 110 S. 3).  

6.2.4. Dem Beklagten steht gemäss vorinstanzlichem Entscheid jedes zweite Wo-

chenende ein Wochenendbesuchsrecht zu. Gemäss den Ausführungen von 

C._____ anlässlich der Kinderanhörung hat er dieses nur unregelmässig wahrge-

nommen (Prot. S. 7). Zwar ist die Ausübung des Wochenendbesuchsrechts nicht 

mit dem Alltag vergleichbar. Doch scheint es dem Beklagten gemäss der Ein-

schätzung von Dipl. Psych. I._____ zumindest während des Besuchsrechts an 

den Wochenenden besser zu gelingen, den Medienkonsum von C._____ zu steu-

ern und die Tage strukturiert zu gestalten. Die Klinik H._____ wertet beim Beklag-

ten den Umstand, dass dieser die Betreuung von C._____ während seiner Be-

- 19 - 

suchswochenenden nicht alleine wahrnimmt, sondern auf die Unterstützung durch 

Dritte, insbesondere durch seine Eltern, angewiesen ist, als Einschränkung der 

Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit des Beklagten. Aufgrund des Vorbringens 

der Klägerin, wonach der Beklagte am Samstag seines Besuchswochenendes an 

einem Vereinsausflug teilgenommen habe und C._____ von Freitagabend bis 

Samstagabend durch die Eltern des Beklagten betreut worden sei (Urk. 86 S. 3), 

sowie der Ausführungen von C._____, wonach er vor dem Klinikeintritt nur wenige 

Wochenenden beim Beklagten verbracht habe (Prot. S. 7), sind Zweifel daran, 

dass der Beklagte willens ist, die anspruchsvolle Betreuung von C._____ zu 

übernehmen, nicht von der Hand zu weisen. Selbstverständlich soll C._____ trotz 

der Trennung seiner Eltern zu seinen Grosseltern weiterhin regelmässigen Kon-

takt haben und sie besuchen, doch ist die Betreuung und Erziehung von C._____ 

durch die obhutsberechtigte Partei zu übernehmen. Es liegt auf der Hand, dass es 

Situationen gibt, welche die Ausübung des Besuchsrechts unmöglich und eine 

Betreuung von C._____ durch Dritte nötig machen, doch ist der Beklagte an die-

ser Stelle darauf hinzuweisen, dass sowohl das Obhuts- als auch das Besuchs-

recht nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht darstellt, weshalb die Betreu-

ung von C._____ durch die Eltern des Beklagten nur in Ausnahmefällen erfolgen 

soll.  

6.2.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund des konsequenten Ver-

weigerungsverhalten von C._____ gegenüber der Klägerin sowie der Selbstein-

schätzung der Klägerin, wonach sie sich heute nicht mehr gegen C._____ durch-

zusetzen vermöge, davon auszugehen ist, dass der Beklagte zumindest momen-

tan besser in der Lage ist, C._____ die nötige Struktur und Unterstützung im All-

tag zu geben, weshalb das Kriterium der Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit 

einstweilen zugunsten des Beklagten zu gewichten ist.  

6.3. Kindeswille  

6.3.1. Neben dem Kriterium der Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit ist vorlie-

gend massgeblich der Wille des 14-jährigen Sohnes der Parteien zu berücksichti-

gen. C._____ hielt anlässlich der Anhörung vor einer Delegation der angerufenen 

Kammer am 31. August 2015 klar fest, dass er beim Beklagten leben möchte. Er 

- 20 - 

begründete seinen Wunsch damit, dass der Beklagte ihm mehr Struktur geben 

und sich gegen ihn durchsetzen könne, wenn es darum gehe, mit Computerspie-

len aufzuhören und die Hausaufgaben zu erledigen (Prot. S. 7).  

6.3.2. Hinsichtlich des Einwands der Klägerin, wonach C._____ den Wunsch, 

beim Beklagten zu wohnen, massgeblich deshalb äussere, weil C._____ vom Be-

klagten stark beeinflusst werde, weshalb er sich in einem massiven Loyalitätskon-

flikt befinde (Urk. 58 S. 16), ist Folgendes festzuhalten: Die Beeinflussung von 

Kindern bzw. ihres Willens und ihrer Einstellung ist eine Begleiterscheinung in fa-

milienrechtlichen Konflikten. Es ist erfahrungsgemäss oft so, dass dann, wenn 

Kinder eine Meinung oder einen Willen äussern, der einer Konfliktpartei nicht ge-

nehm ist, die Gegenpartei dies als Ergebnis von Beeinflussung abwertet. Damit 

stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt ist, eine so entstandene Willensbekun-

dung als weniger bedeutsam einzuschätzen. Dabei ist zu bedenken, dass jeder 

Wille ein beeinflusster Wille ist, auch der Wille Erwachsener. Zu hinterfragen wäre 

der Kindeswille allenfalls dann, wenn Anzeichen dafür bestünden, dass der ge-

äusserte Kindeswille nicht den "wirklichen" Intentionen entsprechen würde (Harry 

Dettenborn, Kindeswohl und Kindeswille, psychologische und rechtliche Aspekte, 

2. Auflage, München 2007, S. 91 mit weiteren Hinweisen, S. 105 f.). Dies ist hier 

aber nicht der Fall. Zwar fällt auf, dass sich C._____ im vorinstanzlichen Verfah-

ren noch nicht für eine Obhutszuteilung an den Beklagten aussprach. Doch ist zu 

berücksichtigen, dass die erste Kinderanhörung fast ein Jahr zurückliegt und sich 

die Situation seit der Kinderanhörung vor Vorinstanz stark verändert hat.  

 Sodann ist festzuhalten, dass ein Kind im Alter von 14 Jahren in der Lage 

ist, seine Bedürfnisse zu kennen und seinen Gefühlen Ausdruck zu geben. Damit 

besteht kein Grund, gegen seinen Willen zu entscheiden. Nur dann, wenn seine 

Weiterentwicklung beim gewählten Elternteil ernsthaft gefährdet wäre, würde sich 

eine Nichtberücksichtigung des Kindeswillen rechtfertigen (vgl. R. Schätzle, Das 

Kind im Zivilprozess, Zürich 1982, S. 169). Dies ist aber vorliegend nicht der Fall. 

Ob der Beklagte im Falle einer Obhutszuteilung an ihn tatsächlich besser in der 

Lage sein wird, C._____ – wie von diesem erhofft – die nötige Struktur und Unter-

stützung im Alltag zu geben, damit er wieder aus seiner Krisensituation herausfin-

- 21 - 

det, ist letztlich ungewiss, macht den Willen von C._____, unter die Obhut des 

Beklagten gestellt zu werden, jedoch nicht weniger beachtlich.  

 

6.4. Zeitliche Verfügbarkeit 

Die Klägerin arbeitet als Aushilfsangestellte bei J._____, wobei ihr Pensum im 

Jahre 2015 durchschnittlich rund 50% beträgt (Prot. S. 24). Der Beklagte ist der-

zeit arbeitslos und ausserdem zu 50% krankgeschrieben (Urk. 66/1 und 103/1+2). 

Weil geplant ist, dass C._____ nach dem Aufenthalt in der Klinik H._____ in eine 

Tagesklinik eintreten und dort eine Tagesschule besuchen wird, beschränkt sich 

die Betreuung der obhutsberechtigten Partei aktuell auf die Abende und jedes 

zweite Wochenende. Selbst wenn der Beklagte in Zukunft wieder im Umfang von 

einem 100% Pensum erwerbstätig sein sollte, wäre es ihm nach wie vor möglich, 

C._____ an den Abenden zu betreuen. Vor diesem Hintergrund schränkt die Stel-

lensuche des Beklagten auch seine Betreuungsmöglichkeit nicht ein.  

6.5. Kontinuität und Stabilität 

Da die eheliche Liegenschaft demjenigen Elternteil, welchem die Obhut zuge-

sprochen wird, zuzuteilen ist und weil wie erwähnt der Eintritt von C._____ in eine 

Tagesklinik vorgesehen ist und damit aktuell die Kontinuität in den örtlichen Ver-

hältnissen ohnehin nicht gewahrt werden kann, lässt sich gestützt auf dieses Kri-

terium nichts herleiten. 

6.6. Zusammenfassend ist aufgrund des Kriteriums der Betreuungs- und Erzie-

hungsfähigkeit, welches zugunsten des Beklagten ausfällt, sowie aufgrund des 

von C._____ geäusserten Wunsches, beim Beklagten zu wohnen, dem überein-

stimmenden Antrag der Parteien, C._____ unter die Obhut des Beklagten zu stel-

len, zu entsprechen.  

7. Medikamentöse Behandlung 

7.1. Dem Verlaufsbericht der Klinik H._____ ist zu entnehmen, dass C._____ in-

zwischen medikamentös behandelt wird (Urk. 93 S. 1). Der Beklagte widersetzte 

- 22 - 

sich lange einer medikamentösen Behandlung von C._____. Aus diesem Grund 

hielt die Klinik H._____ in ihrer schriftlichen Auskunft vom 2. September 2015 

denn auch fest, dass es in Zukunft wohl immer wieder notwendig sei, C._____ 

medikamentös zu behandeln, weshalb sie die Zuteilung der medizinischen Sorge 

an den Elternteil, welcher die Obhut innehabe, als sinnvoll erachten würden (Urk. 

81 S. 3).  

7.2. Die Blockierung eines für den Schutz der Gesundheit des Kindes notwendi-

gen Entscheides muss zu Kindesschutzmassnahmen führen. Bei Unmöglichkeit 

einer Einigung kann die punktuelle Übertragung der Alleinentscheidungsbefugnis 

als geeignete Massnahme in Frage kommen, die von Gericht oder Kindesschutz-

behörde angeordnet werden kann. Ein Beistand kann eingesetzt werden, um die 

Eltern in der Entscheidfindung zu unterstützen (Art. 308 Abs. 1 ZGB), oder es 

können einzelne Entscheidbefugnisse auf ihn übertragen und die elterliche Sorge 

entsprechend beschränkt werden (Art. 308 Abs. 3 ZGB).  

7.3. Weil sich die Parteien inzwischen über die medikamentöse Behandlung von 

C._____ einigen konnten und deshalb aktuell der Schutz der Gesundheit von 

C._____ nicht blockiert ist, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt die Errichtung einer 

Beistandschaft oder die Übertragung der Alleinentscheidungsbefugnis mit Bezug 

auf Fragen der medizinischen Behandlung von C._____ nicht angezeigt, weshalb 

vom Erlass von Kindesschutzmassnahmen abzusehen ist.  

C. Besuchsrecht 

1. Die Klägerin beantragt, den Sohn C._____ wie folgt zu betreuen: 

• alternierend jedes zweite Wochenende jeweils von Freitagabend 18.00 
Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr 

• wenn das Wochenende auf Ostern fällt von Donnerstagabend 18.00 
Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, wenn es auf Pfingsten fällt von Frei-
tagabend 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr 

• am 25. Dezember  

• während 4 Wochen pro Jahr in den Schulferien 

- 23 - 

2. Diese Besuchsrechtsregelung entspricht im Wesentlichen dem von der Vor-

instanz dem Beklagten gewährten Besuchsrecht (vgl. Urk. 48 S. 46).  

3. Der Beklagte stellt keinen konkreten Antrag, sondern beantragt einzig, dass 

der Klägerin für die Dauer des Getrenntlebens ein angemessenes Besuchs- und 

Ferienbesuchsrecht einzuräumen sei (Urk. 48 S. 2).  

4. Weil sich das von der Klägerin beantragte Besuchsrecht im gerichtsüblichen 

Rahmen bewegt, ist ihrem Antrag zu entsprechen, wobei die Klägerin zwecks 

Konfliktvermeidung und in Analogie zum vorinstanzlichen Urteil zusätzlich zu ver-

pflichten ist, die Ausübung des Ferienbesuchsrecht dem Beklagten mindestens 

drei Monate im Voraus mitzuteilen.  

D. Eheliche Liegenschaft, Hausrat und Mobiliar 

1. Die Parteien sind sich darüber einig, dass die eheliche Liegenschaft samt 

Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens derjenigen Partei zuzutei-

len ist, welcher die Obhut über C._____ zugesprochen wird (vgl. Urk. 48 S. 2 und 

Urk. 58. S. 2). Umstritten ist einzig die Auszugsfrist. Der Beklagte beantragt in der 

Berufungsbegründung vom 8. Juni 2015, die Klägerin sei zu verpflichten, die ehe-

liche Liegenschaft bis spätestens 30. September 2015 zu verlassen (Urk. 48 S. 

2). Nachdem die Klägerin in der Berufungsantwort ursprünglich beantragt hatte, 

es sei ihr für den Fall der Unterstellung von C._____ unter die Obhut des Beklag-

ten für den Auszug aus der ehelichen Liegenschaft eine Frist von vier Monaten ab 

Rechtskraft des obergerichtlichen Entscheids einzuräumen (Urk. 58 S. 2 und S. 

20), beantragte sie in der Berufungsverhandlung vom 29. Oktober 2015, dass ihr 

zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft eine Frist bis Ende März 2016 einzu-

räumen sei (Urk. 110 S. 7).  

2. Da es für die Klägerin mit ihren geringen Einkünften nicht einfach sein wird, 

im Raum …/…/… eine bezahlbare Wohnung zu finden, und weil der nächste or-

dentliche Umzugstermin am 31. März 2016 ist, erscheint die von der Klägerin be-

antragte Auszugsfrist bis Ende März 2016 angemessen. Die Klägerin ist daher zu 

verpflichten, die eheliche Liegenschaft bis spätestens 31. März 2016 zu verlas-

- 24 - 

sen, wobei sie dem Beklagten im Auszugszeitpunkt sämtliche Schlüssel der Lie-

genschaft (Hausschlüssel, Briefkastenschlüssel, Schlüssel zur Scheune) sowie 

die Fernbedienung der Garage herauszugeben hat. 

5. Hinsichtlich der Zuteilung des Hausrats und Mobiliars beantragt die Klägerin, 

dass sie für berechtigt zu erklären sei, neben ihren persönlichen Sachen das Be-

steck-Set, die Küchenwaage Dr. Oetker, die "Pfeffer&Salz-Mühle Zwilling", die 

Steakmesser, sämtliche Pfannen, im J._____ gekaufte Treueaktionen sowie den 

hälftigen Anteil an Geschirr und Wäsche mitzunehmen (Urk. 58 S. 2). Der Beklag-

te widersetzt sich diesem Antrag nicht, weshalb ihm zu entsprechen ist und dem 

Beklagten der restliche Hausrat und das übrige Mobiliar für die Dauer des Ge-

trenntlebens zur alleinigen Benützung zuzuweisen ist. 

E. Unterhaltsbeiträge 

1. Der Beklagte beantragt, es sei festzustellen, dass er seiner Unterhaltspflicht 

bis 31. Dezember 2014 vollumfänglich nachgekommen ist (Urk. 48 S. 2). Die Klä-

gerin anerkennt, dass der Beklagte seine Unterhaltspflicht für die genannte Zeit-

spanne erfüllt hat (Urk. 58 S. 5). Damit ist im Berufungsverfahren einzig noch über 

die Unterhaltsbeiträge ab 1. Januar 2015 für die weitere Dauer des Getrenntle-

bens zu entscheiden. 

2. Die Vorinstanz hat den Beklagten zur Leistung von monatlichen Kinderun-

terhaltsbeiträgen für den Sohn C._____ von Fr. 850.– verpflichtet. Der Klägerin 

wurden monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge von Fr. 1'741.85 (Januar 2015), 

Fr. 1'540.60 (1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015), Fr. 1'283.40 (1. August 2015 bis 

31. Dezember 2015) sowie von Fr. 2'010.80 (ab 1. Januar 2016 für die weitere 

Dauer des Getrenntlebens) zugesprochen (Urk. 49 S. 47).  

3. Die Vorinstanz legte der Unterhaltsberechnung einen Bedarf der Klägerin 

(inkl. den Sohn C._____) von Fr. 2'756.15 (Januar 2015), Fr. 2'777.20 (1. Februar 

2015 bis 31. Juli 2015), Fr. 3'061.20 (1. August 2015 bis 31. Dezember 2015) so-

wie von Fr. 3'061.20 (ab 1. Januar 2016 für die weitere Dauer des Getrenntle-

bens) und ein Einkommen von Fr. 910.– bzw. ab 1. August 2015 ein solches von 

- 25 - 

Fr. 2'100.– zu Grunde. Auf Seiten des Beklagten ging die Vorinstanz von einem 

Erwerbseinkommen von Fr. 8'000.– (bis 31. Dezember 2015) und ab 1. Januar 

2016 von Fr. 10'200.– sowie einem Bedarf von Fr. 4'662.45 (Januar 2015), 

Fr. 5'086.05 (1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015), Fr. 4'694.45 (1. August 2015 bis 

31. Dezember 2015) und Fr. 5'439.65 (ab 1. Januar 2016) aus. Den in den ge-

nannten Perioden resultierenden Freibetrag teilte die Vorinstanz jeweils hälftig auf 

die Parteien auf.  

4. Vorliegend sind sowohl die Bedarfe als auch die Einkommen beider Parteien 

umstritten. 

5. Bedarf der Parteien 

5.1. Phase I (Januar 2015): 

In dieser Phase ist von folgenden Bedarfspositionen der Parteien auszugehen:  

 Klägerin Beklagter 

1) Grundbetrag  Fr. 1'350.–  Fr. 1'200.– 

1) Grundbetrag Kind  Fr. 600.–  Fr. 0.– 

2) Wohnkosten, inkl. Nebenkosten  Fr. 0.–  Fr. 2'354.45 

3) Krankenkasse (KVG)  Fr. 305.50  Fr. 312.70 

3) Krankenkasse Kind (KVG)  Fr. 0.–  Fr.  89.20       

4) Telefon/Internet/TV/Radio  Fr. 150.–  Fr. 150.– 

5) Hausrat-/Haftpflichtversicherung  Fr. 30.–  Fr. 30.– 

6) Fahrkosten   Fr. 130.–  Fr. 0.– 

7) auswärtige Verpflegung  Fr. 105.–  Fr. 0.– 

8) Anschaffung/Reinigung  Fr. 0.–  Fr. 0.– 

9) Leasingkosten  Fr. 0.–  Fr. 591.60 

10) Gesundheitskosten  Fr. 140.–  Fr. 183.– 

11) Gesundheitskosten Kind  Fr. 30.–  Fr. 0.– 

12) Besondere Kinderkosten  Fr. 30.50  Fr. 0.– 

- 26 - 

13) Liegenschaftsunterhalt D._____-
Gasse 4  Fr.  0.–  Fr.  0.– 

Total (gerundet)  Fr. 2'871.–  Fr. 4'911.– 

 

In der Folge wird nur auf die angefochtenen Positionen eingegangen: 

1) Grundbetrag: Der Grundbetrag ergibt sich aus dem Kreisschreiben der Ver-

waltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich über die Richtli-

nien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 

16. September 2009 (fortan Kreisschreiben). Der Beklagte wohnt seit 

6. Januar 2015 in K._____ in einer 3.5 Zimmerwohnung (Urk. 26/4). Der 

Hinweis des Beklagten, wonach der Grundbetrag bei einem Alleinstehenden 

ohne Haushaltsgemeinschaft Fr. 1'200.– (Ziff. II.1.2. Kreisschreiben) – und 

nicht Fr. 1'100.– (vgl. Urk. 49 S. 32) beträgt (Urk. 48 S. 14), ist korrekt.  

3) Krankenkasse: Die Vorinstanz hat versehentlich die Zunahme der Kranken-

kassenprämien seit Januar 2015 (vgl. Urk. 12/32 S. 2) erst ab Februar 2015 

berücksichtigt, was zu korrigieren ist. Der Beklagte macht geltend, dass die 

Krankenkassenprämien von C._____ in seinem Bedarf aufzunehmen seien, 

da er die Prämien bezahle (Urk. 48 S. 6). Die Kinderkosten und damit auch 

die Krankenkassenprämien von C._____ sind grundsätzlich im Bedarf der 

obhutsberechtigten Partei zu berücksichtigen. Da jedoch unbestritten und 

belegt ist, dass der Beklagte Schuldner der Krankenkassenprämien von 

C._____ ist (vgl. Urk. 26/7), erscheint es sachgerecht, die Krankenkassen-

prämien von C._____ im Bedarf des Beklagten zu berücksichtigen.  

6) Fahrkosten: Die Vorinstanz rechnete der Klägerin Fahrkosten von Fr. 52.– 

pro Monat an, wobei sie den Arbeitsweg mit 4.4 km pro Strecke bezifferte, 

die Anzahl Arbeitstage bei einem 20% Pensum auf 8.4 festsetzte und der 

Berechnung eine Kilometerpauschale von Fr. 0.70 zugrunde legte (Urk. 49 

S. 27). Die Klägerin erklärte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 29. 

Oktober 2015 auf Befragen, dass sie nach wie vor bei J._____ in ... und ... 

arbeite, wobei ihr Arbeitspensum im Jahr 2015 durchschnittlich 50% betra-

gen habe (Prot. S. 24). Vor Vorinstanz führte die Klägerin aus, dass beide 

- 27 - 

Parteien während des ehelichen Zusammenlebens über je ein Auto verfügt 

hätten (Urk. 9 S. 12), was vom Beklagten nicht bestritten wurde. Es gehörte 

daher zum ehelichen Standard, dass beide Parteien je ein Auto zur Verfü-

gung hatten. Weiter führte die Klägerin vor Vorinstanz aus, dass sie den Ar-

beitsweg nach ... mit dem Auto zurücklege (Prot. I S. 30). Ein Blick auf den 

Fahrplan zeigt, dass es von E._____ nur jede Stunde eine Zug- und Busver-

bindung nach ... gibt. Vor diesem Hintergrund sind der Klägerin nicht nur die 

Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel in ihrem Bedarf einzurechnen. 

Weil die von der Vorinstanz vorgenommene Berechnung der Fahrkosten 

vom Beklagten nicht beanstandet wurde und ausserdem die Festsetzung 

der Fahrkosten im Rahmen seines Bedarfs in gleicher Weise vorgenommen 

wurde, sind im Bedarf der Klägerin in Anlehnung an die vorinstanzliche Be-

rechnung und dem höheren Pensum Rechnung tragend Fahrkosten von 

monatlich Fr. 130.– zu berücksichtigen. 

7) Mehrkosten für auswärtige Verpflegung: Die Vorinstanz rechnete der Kläge-

rin bei einem hypothetischen Arbeitspensum von 60% Mehrkosten für aus-

wärtige Verpflegung von monatlich Fr. 126.– (Fr. 10.– x 21 : 100 x 60) an 

(Urk. 49 S. 34).  

 Das Vorbringen des Beklagten, wonach der Klägerin keine Mehrkosten für 

auswärtige Verpflegung anzurechnen seien, da sie keine solchen geltend 

gemacht habe (Urk. 48 S. 9), ist unzutreffend. So beantragte die Klägerin für 

den Fall der Ausdehnung des Arbeitspensums eventualiter die Anrechnung 

von Kosten für Auswärtsverpflegung (Prot. I S. 18). Wie zuvor ausgeführt 

wurde, arbeitet die Klägerin im Jahr 2015 durchschnittlich zu einem 50% 

Pensum, weshalb ihr angemessene Mehrkosten für auswärtige Verpflegung 

einzurechnen sind. Der von der Vorinstanz bei einem 60% Pensum ange-

rechnete Betrag von Fr. 126.– erscheint angemessen. Damit ist bei der Klä-

gerin in Anlehnung an die vorinstanzliche Berechnung von Mehrkosten für 

auswärtige Verpflegung in der Höhe von monatlich Fr. 105.– (Fr. 10.– x 21 : 

100 x 50) auszugehen. 

- 28 - 

10) Gesundheitskosten Klägerin: Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der 

Klägerin Gesundheitskosten von Fr. 140.– (Urk. 49 S. 29). Der Beklagte ist 

der Ansicht, dass im Bedarf der Klägerin keine Gesundheitskosten zu be-

rücksichtigen seien, ohne dies zu begründen (vgl. Urk. 48 S. 8). Die Klägerin 

lässt unter Bezugnahme auf die Leistungsabrechnung der ... (Urk. 60/6) aus-

führen, dass ihr in der Zeit von Januar 2015 bis April 2015 bereits Gesund-

heitskosten von Fr. 541.35 (Franchise und Selbstbehalt) angefallen seien. 

Die Behandlungen bei Dr. med. F._____ würden andauern, weshalb in ih-

rem Bedarf nach wie vor die von der Vorinstanz veranschlagten Gesund-

heitskosten von monatlich Fr. 140.– zu berücksichtigen seien (Urk. 58 S. 7). 

Der von der Vorinstanz eingesetzte Betrag von Fr. 140.– für Gesundheits-

kosten, welcher sich aus der Franchise von Fr. 300.–, dem Selbstbehalt von 

Fr. 700.–, Kosten für eine neue Brille alle drei Jahre (Fr. 1'300.– : 36 = ge-

rundet Fr. 40.–) sowie aus von der Kasse nicht übernommenen Kosten zu-

sammensetzt (vgl. Urk. 9 S. 11), erscheint angemessen. Da die Klägerin 

nach wie vor in psychotherapeutischer Behandlung steht, erscheint es 

glaubhaft, dass ihr auch in Zukunft selbst zu tragende Gesundheitskosten 

von Fr. 140.– pro Monat anfallen.  

 Gesundheitskosten Beklagter: Ausgehend von einer Jahresfranchise von 

Fr. 1'500.– sowie Selbstbehaltskosten von Fr. 700.– und in der Annahme, 

dass sämtliche beim Beklagten anfallenden Arztkosten von der Krankenkas-

se übernommen werden (Urk. 49 S. 29), ging die Vorinstanz beim Beklagten 

von ungedeckten Gesundheitskosten von Fr. 183.– pro Monat aus (Urk. 49 

S. 29). Der Beklagte macht wie bereits vor Vorinstanz monatliche Gesund-

heitskosten von Fr. 781.60 geltend (Urk. 48 S. 14), setzt sich indes mit den 

vorinstanzlichen Erwägungen mit keinem Wort auseinander. Der Beklagte 

bestreitet insbesondere nicht, dass die bei ihm anfallenden Gesundheitskos-

ten bis auf den Selbstbehalt und die Franchise durch die Krankenkasse 

übernommen werden. Entsprechend bleibt es beim vorinstanzlich berück-

sichtigten Betrag von Fr. 183.–.  

- 29 - 

11) Gesundheitskosten C._____: Die Höhe der beim Bedarf von C._____ be-

rücksichtigten Gesundheitskosten von monatlich Fr. 30.– blieb unbestritten. 

Umstritten ist einzig, bei welcher Partei diese Position zu berücksichtigen ist. 

Der Beklagte macht geltend, die Parteien seien sich einig, dass sie die Ge-

sundheitskosten von C._____ in Zukunft je hälftig übernehmen würden (Urk. 

48 S. 7). Es ist nicht sachgerecht, die Gesundheitskosten beiden Parteien 

hälftig anzurechnen, wie dies vom Beklagten beantragt wird. Kinderkosten 

und damit auch die ungedeckten Gesundheitskosten von C._____ sind im 

Bedarf der Klägerin, welche damals die Obhut über C._____ innehatte, zu 

berücksichtigen.  

12) Besondere Kinderkosten: Im Bedarf der Klägerin wurden Kinderkosten von 

Fr. 30.50 berücksichtigt, was den Abonnementskosten für sechs Monate (6 x 

Fr. 61.– / 12) für den Schulweg von E._____ nach ..., welchen C._____ im 

Winterhalbjahr mit der Bahn zurücklegt, entspricht (Urk. 49 S. 30). Der Be-

klagte stellt sich auf den Standpunkt, dass die Abonnementskosten durch 

den Grundbetrag und die Kinderzulagen zu decken seien, weshalb diese 

Position aus der Bedarfsberechnung der Klägerin zu streichen sei (Urk. 48 

S. 7). Gemäss Ziff. III. 5.1 des Kreisschreibens sind besondere Auslagen für 

die Schulung der Kinder wie Fahrtauslagen zusätzlich zum Grundbetrag zu 

berücksichtigen. Entsprechend wurden die Fahrkosten von der Vorinstanz 

zu Recht in die Bedarfsberechnung aufgenommen.  

13. Liegenschaftsunterhalt D._____-Gasse 4, E._____: Der Beklagte macht wie 

bereits vor Vorinstanz (vgl. Urk. 11 S. 13) für den Unterhalt der ehelichen 

Liegenschaft einen Betrag von Fr. 500.– pro Monat geltend, wobei er diese 

Position mit keinem Wort begründet hat. Sie muss deshalb unberücksichtigt 

bleiben. 

5.2. Phase II (1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015) 

In dieser Periode sind nachfolgende Bedarfspositionen umstritten: 

5.2.1 Fahrkosten 

- 30 - 

Der Beklagte war in der Zeit vom 1. November 2014 bis 31. Januar 2015 zu 100% 

arbeitsunfähig (vgl. Urk. 49 S. 31), weshalb ihm im Januar 2015 denn auch keine 

Fahrkosten angerechnet wurden. Der Beklagte führte vor Vorinstanz aus, dass er 

ab Februar 2015 beginnen werde, zu einem Pensum von 25-50% zu arbeiten 

(Prot. I S. 35). Entsprechend ging die Vorinstanz ab Februar 2015 seitens des 

Beklagten von einem durchschnittlichen Arbeitspensum von 35% aus (Urk. 49 

S. 33). Der Beklagte macht im Berufungsverfahren neu geltend, dass er ab Feb-

ruar 2015 zu 50% und ab Mai 2015 lediglich noch im Umfang von 25% arbeitsun-

fähig gewesen sei, und reicht ein entsprechendes Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 

13. Mai 2015 ein (Urk. 51/2). Die angerechneten Beträge für "Fahrkosten", "aus-

wärtige Verpflegung" sowie "Anschaffung/Reinigung" seien dem höheren Arbeits-

pensum entsprechend anzupassen (Urk. 48 S. 10). Die Klägerin stellt sich auf den 

Standpunkt, dass die vorinstanzliche Bedarfsberechnung nicht zu beanstanden 

sei (Urk. 58 S. 9). Der Beklagte tut nicht dar, inwiefern es ihm nicht bereits vor  

Vorinstanz möglich gewesen sein soll, das fragliche Arztzeugnis, welches im Zeit-

punkt des vorinstanzlichen Entscheids bereits bestanden hatte, einzureichen. 

Entsprechend ist dieses Beweismittel als unzulässiges Novum unbeachtlich. Weil 

das neu eingereichte Arbeitsunfähigkeitszeugnis unberücksichtigt bleiben muss 

(Urk. 51/2) und da der Beklagte die höheren Fahrzeugkosten lediglich mit der ge-

ringeren Arbeitsunfähigkeit begründet hat, bleibt es beim vorinstanzlich berück-

sichtigten Betrag von Fr. 185.50 für Fahrkosten.  

5.2.2. Mehrkosten für auswärtige Verpflegung 

Die Klägerin macht sodann geltend, dass dem Beklagten entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz keine Mehrkosten für auswärtige Verpflegung entstünden, weshalb 

der von der Vorinstanz angerechnete Betrag von Fr. 126.– nicht zu berücksichti-

gen sei. Gemäss Vermerk in den Lohnausweisen 2012 und 2013 (Urk. 12/7) habe 

der Beklagte nämlich die Möglichkeit, sich in der Kantine zu verpflegen. Zudem 

erhalte er eine Spesenvergütung für effektiv anfallende Kosten für Reisen, Ver-

pflegung und Übernachtungen (Urk. 58 S. 9). Diese Vorbringen werden vom Be-

klagten bestritten. Mit der Spesenentschädigung würden die Auslagen für Kun-

denessen, Reisekosten sowie auswärtige geschäftliche Übernachtungen gedeckt 

- 31 - 

(Urk. 64 S. 4). Entgegen der Klägerin ergibt sich aus den Lohnausweisen 2012 

und 2013 nicht, dass der Beklagte sich in einer Kantine verpflegen kann. Weil der 

Beklagte vor Vorinstanz ausserdem glaubhaft ausführte, dass gewöhnliche Mit-

tagessen nicht durch die Spesenpauschale gedeckt würden, sind in dessen Be-

darf Mehrkosten für auswärtige Verpflegung zu berücksichtigen. Der durch die 

Vorinstanz angerechnete Betrag von Fr. 126.– pro Monat (Fr. 15.– x 21 / 100 x 

40) erscheint ausserdem angemessen, weshalb es dabei bleibt.  

 

5.2.3. Anschaffung/Reinigung 

Die Klägerin macht geltend, dass beim Beklagten kein überdurchschnittlicher 

Kleider- und Wäscheverbrauch vorliege, weshalb die Vorinstanz im Bedarf des 

Beklagten zu Unrecht einen Betrag für die Anschaffung und Reinigung seiner An-

züge berücksichtigt habe. Der Einwand der Klägerin ist berechtigt. Ein Zuschlag 

im familienrechtlichen Grundbedarf für bloss dem Erscheinungsbild dienende 

Kleidung von Personen im Dienstleistungssektor wie z.B. Bankangestellten oder 

Rechtsanwälten ist praxisgemäss ausgeschlossen (Six, Eheschutz, 2. A., Bern 

2014, Rz 2.123 m.w.H.). Sodann wendet die Klägerin mit Bezug auf die bestritte-

nen und nicht belegten Reinigungskosten zu Recht ein, dass diese durch den 

Grundbetrag zu decken seien (Urk. 58 S. 9). Damit findet die Position "Anschaf-

fung/Reinigung" im Bedarf des Beklagten keine Berücksichtigung. 

5.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass beim Beklagten aufgrund der im Ver-

gleich zur Vorperiode neu zu berücksichtigenden Fahrkosten von monatlich 

Fr. 185.50 sowie der Mehrkosten für auswärtige Verpflegung von Fr. 126.– von 

einem um Fr. 311.50 erhöhten Bedarf von Fr. 5'222.– auszugehen. Der Bedarf 

der Klägerin (inkl. C._____) bleibt unverändert bei Fr. 2'871.–.  

5.3. Phase III (August 2015) 

Nachfolgende Bedarfspositionen sind umstritten oder sind von Amtes wegen an-

zupassen: 

- 32 - 

5.3.1. Grundbetrag Klägerin und C._____ 

Da sich der Sohn der Parteien seit 20. Juli 2015 in der Klinik H._____ befindet 

und lediglich die Wochenenden abwechselnd bei den Parteien verbringt, ist neu 

auch auf Seiten der Klägerin lediglich von einem Grundbetrag von Fr. 1'200.– 

(Ziff. II. 1.2 des Kreisschreibens) auszugehen. Sodann ist der Grundbetrag von 

C._____ von Fr. 600.– hälftig auf die Parteien zu verteilen. 

 

 

5.3.4. Leasingkosten 

Ab August 2015 wurden von der Vorinstanz im Bedarf des Beklagten die belegten 

Leasingkosten von Fr. 591.60 lediglich noch im Umfang von Fr. 200.– angerech-

net, da diese unter Berücksichtigung der Einkommen und des Gesamtbedarfs der 

Parteien unangemessen hoch seien (Urk. 49 S. 28). Der Beklagte möchte die 

Leasingkosten nach wie vor in voller Höhe berücksichtigt wissen. Das Fahrzeug 

sei Kompetenzstück, weshalb der ganze Betrag anzurechnen sei. Ausserdem 

seien die Kosten nicht unverhältnismässig hoch (Urk. 48 S. 12). Betreffend die 

Leasingkosten ist entgegen dem Beklagten nicht von Relevanz, ob diese bereits 

während des ehelichen Zusammenlebens bestanden haben (vgl. Urk. 48 S. 12), 

sondern es ist einzig zu prüfen, ob die Leasingkosten im Verhältnis zum erhöhten 

Trennungsbedarf unverhältnismässig hoch sind, was die Vorinstanz zu Recht be-

jaht hat. Eine Reduktion auf Fr. 200.– unter gleichzeitiger Berücksichtigung von 

Fahrzeugkosten von Fr. 185.80 trägt den finanziellen Verhältnissen der Parteien 

angemessen Rechnung. Es bleibt damit bei der Berechnung der Vorinstanz. Der 

Beklagte ist im Umfang des in seinem Bedarf unberücksichtigten Teils der Lea-

singkosten von Fr. 391.60 auf den Freibetrag zu verweisen.  

5.3.5. Zusammenfassend ist damit auf Seiten der Klägerin von einem im Ver-

gleich zur Vorperiode um Fr. 450.- tieferen Bedarf von Fr. 2'421.– auszugehen. 

Beim Beklagten ist im Vergleich zur Vorperiode von einem um Fr. 92.– tieferen 

- 33 - 

Bedarf von Fr. 5'131.– (um Fr. 300.– gestiegene Grundbeträge, um Fr. 391.60 re-

duzierte Leasingkosten) auszugehen.  

5.4. Phase IV (1. September 2015 bis 31. Oktober 2015) 

Nachfolgende Bedarfspositionen sind umstritten oder sind von Amtes wegen an-

zupassen. 

5.4.1. Fahr- und Leasingkosten 

Dem Beklagten wurden gemäss vorinstanzlicher Bedarfsberechnung Fahrkosten 

von Fr. 185.80 sowie Leasingkosten von Fr. 200.– berücksichtigt. Das Arbeitsver-

hältnis mit der M._____ AG, seiner bisherigen Arbeitgeberin, endete am 31. Au-

gust 2015 (Urk. 66/1). Der Beklagte ist zurzeit arbeitslos (Urk. 103/2), womit Fahr-

kosten zum Arbeitsplatz entfallen. Entsprechend sind im Bedarf des Beklagten als 

Mobilitätskosten lediglich die reduzierten Leasingkosten von Fr. 200.– zu berück-

sichtigen.  

5.4.2. Mehrkosten für auswärtige Verpflegung 

Aufgrund der Arbeitslosigkeit des Beklagten entfällt auch die Position "Mehrkos-

ten für auswärtige Verpflegung".  

5.4.3. Damit ist auf Seiten des Beklagten im Vergleich zur Vorperiode von einem 

um Fr. 311.50 reduzierten Bedarf von gerundet Fr. 4'819.– auszugehen. Der Be-

darf der Klägerin beläuft sich in dieser Periode nach wie vor auf Fr. 2'421.–. 

5.5. Phase V (1. November 2015 bis Auszug der Klägerin aus der ehelichen Lie-

genschaft, längstens bis 31. März 2016) 

Der Sohn C._____ wird mit vorliegendem Urteil unter die Obhut des Beklagten 

gestellt, weshalb der Kindergrundbetrag von Fr. 600.– pro Monat neu vollumfäng-

lich in dessen Bedarf zu berücksichtigen ist und sich der Grundbetrag des Beklag-

ten auf Fr. 1'350.– erhöht. Beim Beklagten ist damit im Verhältnis zur Vorperiode 

von einem um Fr. 450.– erhöhten Bedarf von Fr. 5'269.– auszugehen. Der Bedarf 

- 34 - 

der Klägerin reduziert sich um den in den Vorperioden berücksichtigten hälftigen 

Kindergrundbetrag von Fr. 300.– auf Fr. 2'121.–.  

5.6. Phase VI (ab Auszug der Klägerin aus der ehelichen Liegenschaft [spätes-

tens ab 1. April 2016] bis 30. April 2016) 

Die Parteien sind sich darüber einig, dass der Klägerin ab deren Auszug aus der 

ehelichen Liegenschaft Wohnkosten von Fr. 1'800.– pro Monat anzurechnen sind 

(vgl. Urk. 48 S. 9 und Urk. 58 S. 8). Wie vorstehend ausgeführt, ist der Klägerin 

eine Auszugsfrist bis Ende März 2016 einzuräumen, weshalb seitens der Klägerin 

ab deren Auszug aus der ehelichen Liegenschaft, spätestens ab 1. April 2016, 

von einem Bedarf von Fr. 3'921.– auszugehen ist. Gleichzeitig entfallen ab Um-

zug des Beklagten in die eheliche Liegenschaft die Mietkosten für die von ihm 

bewohnte Wohnung in K._____ von Fr. 1'650.–, weshalb sich sein Bedarf auf 

Fr. 3'619.– reduzieren wird. 

5.7. Phase VII (ab 1. Mai 2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens) 

Wie sogleich zu zeigen sein wird, ist von der Klägerin zu verlangen, dass sie ihr 

Arbeitspensum ab 1. Mai 2016 auf 100% ausweitet. Da der Klägerin bei einem 

50% Pensum Fahrkosten von Fr. 130.– angerechnet werden, ist diese Position ab 

1. Mai 2016 auf Fr. 260.– zu erhöhen. Dasselbe gilt für die Position "Mehrkosten 

für auswärtige Verpflegung". Ausgehend von Kosten von Fr. 105.– bei einem 

50%-Pensum ist ab 1. Mai 2016 von einer Erhöhung dieser Position auf Fr. 210.– 

auszugehen. Damit erhöht sich der Bedarf der Klägerin auf Fr. 4'156.–, derjenige 

des Beklagten bleibt unverändert bei Fr. 3'619.–.  

6. Einkommen Klägerin 

6.1. Die Klägerin arbeitet seit Ende Oktober 2011 bei J._____ in ... und ... im 

Stundenlohn (Urk. 9 S. 9). Gestützt auf die Nettojahreseinkommen von Fr. 9'985.– 

im Jahr 2013 sowie von Fr. 11'884.70 im Jahr 2014 ist die Vorinstanz auf Seiten 

der Klägerin von einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 910.– (20% Pen-

sum) in der Zeit von Januar bis Juli 2015 ausgegangen (Urk. 49 S. 22). Die Vo-

rinstanz erachtete es als zumutbar, dass die Klägerin ihr Arbeitspensum ab Au-

- 35 - 

gust 2015 auf 60% erhöhen könne, weshalb der Klägerin ab diesem Zeitpunkt ein 

hypothetisches Einkommen von Fr. 2'100.– angerechnet wurde, wobei davon 

ausgegangen wurde, dass eine ungelernte Angestellte im Detailhandel bei einem 

100% Pensum Fr. 3'500.– netto pro Monat verdient (Urk. 49 S. 23).  

6.2. Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass das Einkommen der Klä-

gerin während des ehelichen Zusammenlebens nicht massgebend sei. Abzustel-

len sei auf die Monate seit Aufnahme des Getrenntlebens. Die Klägerin habe in 

den Monaten Juli bis Dezember 2014 bei einem 20%-Pensum im Durchschnitt 

Fr. 1'135.40 pro Monat verdient. Weiter liess der Beklagte ausführen, dass der 

Klägerin ab Oktober 2015 die Aufnahme eines 100% Pensums zumutbar sei, 

weshalb ihr ab diesem Zeitpunkt ein monatliches Einkommen von Fr. 5'677.– (5 x 

Fr. 1'135.40) anzurechnen sei (Urk. 48 S. 16 f.).  

6.3. Weil bei der Einkommensberechnung auf die aktuelle Einkommenssituation 

abzustellen ist, ist das Einkommen der Klägerin gestützt auf die an der Beru-

fungsverhandlung eingereichten Lohnabrechnungen des Jahres 2015 zu ermit-

teln. Die Nettoeinkünfte der Klägerin in den Monaten Januar bis September 2015 

betrugen durchschnittlich Fr. 1'856.– pro Monat, wobei sie im Durchschnitt 92.55 

Stunden pro Monat gearbeitet hat (Urk. 111/1), was einem 50%-Pensum ent-

spricht. Im Stundenlohn sind 12.07% Feiertags- und Ferienentschädigung enthal-

ten. Die Klägerin liess anlässlich der Berufungsverhandlung ausführen, dass sie 

im Jahre 2015 erst zwei Wochen Ferien gemacht habe (Urk. 110 S. 4), was sei-

tens des Beklagten nicht bestritten wurde. Wird von den errechneten Nettoein-

künften eine weitere Ferienwoche, welche der Klägerin in neun Monaten zusteht, 

abgezogen, ist von einem durchschnittlichen Nettolohn von gerundet Fr. 1'800.– 

auszugehen.  

6.4. Was das Vorbringen des Beklagten, wonach der Klägerin ab Oktober 2015 

die Aufnahme eines 100% Pensums zumutbar sei, anbelangt, ist Folgendes fest-

zuhalten: C._____ stand bis zum vorliegenden Entscheid unter der Obhut der 

Klägerin. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist erst von einer vollen 

Erwerbsfähigkeit auszugehen, wenn das jüngste Kind das 16. Altersjahr vollendet 

hat (BGE 115 II 427 Erw. 5; BGE 115 II 6 Erw. 3b). C._____ ist 14 ½ jährig, wes-

- 36 - 

halb der Klägerin lediglich ein Teilzeitpensum zumutbar war. Daran änderte auch 

der Umstand nichts, dass sich C._____ seit dem 20. Juli 2015 in der Klinik 

H._____ befindet und sich deshalb die Betreuungsarbeit der Klägerin seither auf 

jedes zweite Wochenende beschränkt, handelt es sich dabei doch einerseits le-

diglich um eine Übergangsphase und war andererseits die Obhutsfrage zum Zeit-

punkt des Klinikeintritts noch nicht entschieden. 

 Durch die Unterstellung von C._____ unter die Obhut des Beklagten ist der 

Klägerin nach einer Übergangsfrist die Aufnahme eines Vollzeitpensums zumut-

bar. Aufgrund des Umstandes, dass die Klägerin seit der Geburt von C._____ 

nicht mehr als Büroangestellte gearbeitet hat und erst seit Ende Oktober 2011 in 

einem Teilzeitpensum bei J._____ arbeitet, beschränken sich ihre Erwerbsmög-

lichkeiten auf eine Stelle im Detailhandel. Weil die Klägerin bei einer Pensumser-

höhung auch Beiträge an die berufliche Vorsorge zu entrichten hat, ist ihr, ausge-

hend von dem zuvor errechneten Nettoeinkommen von Fr. 1'800.– bei einem 

50%-Pensum ein Nettolohn von Fr. 3'500.– bei einem Vollzeitpensum anzurech-

nen. Die Klägerin beantragt, ihr bis zur Anrechnung eines vollen Pensums eine 

Übergangsfrist von sechs Monaten einzuräumen, und führt aus, dass eine Fest-

anstellung im Vollzeitpensum bei J._____ ... bisher nicht möglich gewesen sei. Da 

sie psychisch angeschlagen sei, seien das Arbeitsumfeld und verständige Vorge-

setzte äusserst wichtig für sie, andernfalls drohe Arbeitsunfähigkeit. Diese Vo-

raussetzungen seien an der jetzigen Stelle erfüllt. Weiter führte sie aus, dass bei 

personellen Änderungen  die Ausdehnung ihres Arbeitspensums möglich sei 

(Prot. S. 25). Dass für die Klägerin in ihrer aktuellen belastenden Situation Stabili-

tät in ihrem beruflichen Umfeld wichtig ist, ist nachvollziehbar, weshalb ihr durch 

Gewähren einer Übergangsfrist von sechs Monaten die Möglichkeit geboten wer-

den soll, ihr Pensum bei J._____ ... zu erhöhen. Selbst wenn die Klägerin ihr 

Pensum bei J._____ ... nicht erhöhen könnte und sie sich eine neue Stelle im De-

tailhandel suchen müsste, wäre ihr eine Übergangsfrist von sechs Monaten zu 

gewähren. Zwar wohnt die Klägerin in der Nähe der Stadt …, wo es eine grosse 

Anzahl an Grossverteilern gibt, doch ist die gerichtsnotorische Tatsache zu be-

rücksichtigen, dass es im Detailhandel im Vergleich zu Teilzeitstellen wenig Voll-

zeitstellen gibt. 

- 37 - 

6.5. Zusammenfassend ist bei der Klägerin in der Zeit von 1. Januar 2015 bis 

30. April 2016 von einen Nettoeinkommen von Fr. 1'800.– und ab 1. Mai 2016 für 

die weitere Dauer des Getrenntlebens von einem solchen von Fr. 3'500.– auszu-

gehen. 

7. Einkommen Beklagter 

7.1. Auf Seiten des Beklagten ging die Vorinstanz aus seiner Tätigkeit bei der 

M._____ AG für die Phase vom 1. Juli 2015 bis 31.Dezember 2015, während wel-

cher er vollumfänglich krankgeschrieben war, von einem gerundeten monatlichen 

Nettoeinkommen von Fr. 8'000.– (exkl. Kinderzulagen) aus. Sie erwog, dass der 

Beklagte gemäss den Lohnabrechnungen Juni bis Oktober 2014 ein Durch-

schnittseinkommen von Fr. 7'782.10 (exkl. Kinderzulagen) erzielt habe, wobei da-

zu die Pauschalspesen von Fr. 350.– hinzuzurechnen seien, weshalb von einem 

gerundeten Einkommen von Fr. 8'000.– auszugehen sei. Ab Januar 2016 ging sie 

gestützt auf die Lohnausweise 2012 und 2013 und in der Annahme, dass der Be-

klagte dannzumal wieder in der Lage sein werde, 100% zu arbeiten, von einem 

Einkommen von Fr. 10'200.– (exkl. Kinderzulagen) aus (Urk. 49 S. 24).  

7.2. Der Beklagte macht in der Berufungsschrift geltend, dass ihm die Arbeitge-

berin mit Schreiben vom 21. Mai 2015 infolge Umstrukturierung gekündigt habe, 

und reicht als Beleg dafür das Kündigungsschreiben ein (Urk. 51/2). Da dieses 

Schreiben lediglich ein Tag vor Erlass des angefochtenen Entscheids verfasst 

wurde, war es dem Beklagten nicht möglich, das Kündigungsschreiben vor Vo-

rinstanz einzureichen, weshalb es sich bei diesem Beleg um ein zulässiges No-

vum handelt. Weiter bestreitet der Beklagte, dass sein Einkommen Fr. 8'000.– be-

trage, und macht geltend, dass bis Ende August 2015 von einem Einkommen von 

Fr. 7'567.– auszugehen sei. Die Vorinstanz habe bei der Einkommensberechnung 

fälschlicherweise die Spesen nicht in Abzug gebracht. Aufgrund der Auflösung 

des Arbeitsverhältnisses sei ab September 2015 von einem Einkommen von mo-

natlich Fr. 6'055.– (80% des vormaligen Lohnes) auszugehen (Urk. 48 S. 15 f.). 

7.3. Die Klägerin macht demgegenüber in der Berufungsbegründung geltend, 

dass seitens des Beklagten mindestens von einem Nettoeinkommen von monat-

- 38 - 

lich Fr. 8'000.– (exkl. Kinderzulagen) auszugehen sei (Urk. 58 S. 11). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung liess die Klägerin gestützt auf die Krankentaggeldab-

rechnung vom 28. September 2015 (Urk. 103/1) ausführen, dass daraus ein ver-

sicherter Verdienst von monatlich Fr. 12'120.– hervorgehe. Daraus folge, dass 

das Einkommen des Beklagten bis August 2015 höher gewesen sein müsse als 

das von der Vorinstanz angerechnete Nettoeinkommen von Fr. 8'000.– (Urk. 110 

S. 5). Ab Januar 2016 sei es dem Beklagten, welcher seit dem Jahre 1999 erfolg-

reich als IT-Fachmann tätig sei, ohne weiteres möglich und zumutbar, rasch wie-

der eine Stelle mit einem Einkommen in zuletzt (vor der Arbeitsunfähigkeit) erziel-

ter Höhe anzutreten. Das durchschnittliche Einkommen in der Zeit vor der Ar-

beitsunfähigkeit habe gemäss Lohnausweisen 2012 und 2013 rund Fr. 10'200.– 

(exkl. Pauschalspesen) betragen, weshalb trotz Kündigung des Arbeitsverhältnis-

ses mit der Vorinstanz mit Wirkung ab Januar 2016 von einem erzielbaren Ein-

kommen von Fr. 10'200.– auszugehen sei (Urk. 58 S. 11 ff.).  

7.4. Wie erwähnt, wurde der Beklagte mit Beschluss vom 21. Oktober 2015 zur 

Einreichung von Seite 2 der Austrittsvereinbarung vom 21. Mai 2015 sowie zur 

Einreichung der Lohnabrechnungen des Jahres 2015 aufgefordert, wobei der Be-

klagte darauf hingewiesen wurde, dass die Nichtbefolgung dieses Beschlusses 

gemäss Art. 164 ZPO gewürdigt würde (Urk. 101 S. 2). Mit Eingabe vom 21. Ok-

tober 2015 reichte der Beklagte unabhängig vom erwähnten Editionsbeschluss 

die Abrechnung der Krankentaggeldversicherung für September 2015 ein (Urk. 

103/1). Hingegen kam der Beklagte der Aufforderung zur Einreichung der ge-

nannten Urkunden nicht nach, wobei er ausführte, er habe vom besagten Be-

schluss keine Kenntnis gehabt. Fest steht, dass die Rechtsvertreterin des Beklag-

ten den Beschluss vom 21. Oktober 2015 am 26. Oktober 2015 in Empfang nahm 

(Urk. 101 S. 3). Ist eine Partei in einem Prozessverfahren vertreten, hat die Zu-

stellung lediglich an die Vertretung zu erfolgen (Art. 137 ZPO); d.h. das Gericht 

hat die Partei nicht gleichzeitig mit einer Kopie der Gerichtsurkunde zu bedienen. 

Lässt sich folglich eine Partei in einem Gerichtsverfahren vertreten, nimmt sie in 

Kauf, dass sie die Gerichtsurkunden nicht mehr direkt erhält, sondern von solchen 

durch ihren Vertreter in Kenntnis gesetzt wird, wobei vom Vertreter selbstver-

ständlich verlangt wird, dass er die vertretene Person innert nützlicher Frist über 

- 39 - 

die Zustellung informiert. Hat eine Partei einen rechtmässigen Vertreter bestellt, 

muss die Zustellung sogar an jenen erfolgen, andernfalls gilt sie als nicht gehörig 

erfolgt und kann keine Rechtsfolgen auslösen. Mit Zugang bei der Vertretung (und 

nicht erst nach Weiterleitung an den Vertretenen) ist die Zustellung erfolgt (BK 

ZPO-Frei, Art. 137 ZPO N 4 und 5 m.w.H.). Nach dem Gesagten folgt, dass dem 

Beklagten das Vorbringen, wonach er vom fraglichen Beschluss keine Kenntnis 

gehabt habe, nichts nützt. Indem der Beklagte die von ihm einverlangten Unterla-

gen nicht eingereicht hat, ist von einem unberechtigten Verweigern der Mitwir-

kungspflicht auszugehen, welches Verhalten androhungsgemäss nach Art. 164 

ZPO zu berücksichtigen ist. Für die Prozessparteien bildet die Mitwirkung bei der 

Beweiserhebung eine Obliegenheit, die weder sanktioniert noch direkt erzwungen 

werden kann. Die Ahndung der ungerechtfertigten Verweigerung erschöpft sich 

vielmehr in der Berücksichtigung des renitenten Verhaltens im Rahmen der Be-

weiswürdigung (Hasenböhler in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 

2013, 3. Aufl., Art. 164 ZPO N 4). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, befinden 

sich vorliegend aufgrund der vom Beklagten nach Ergehen des Beschlusses vom 

21. Oktober 2015 unaufgefordert eingereichten Taggeldabrechnungen der Kran-

kentaggeldversicherung und der Arbeitslosenversicherung genügend Grundlagen 

für die Einkommensermittlung in den Akten, weshalb sich eine weitere Auseinan-

dersetzung mit dem Verhalten des Beklagten erübrigt.  

7.5. Das Arbeitsverhältnis mit der M._____ AG endete am 31. August 2015 (Urk. 

66/1). Der Beklagte ist seit April 2014 (teilweise) krankgeschrieben (Urk. 12/5, 

Urk. 51/2 und Urk. 80). Betreffend das Einkommen bzw. das Erwerbsersatzein-

kommen des Beklagten im Jahre 2015 befindet sich die Lohnabrechnung vom 

21. Mai 2015 (Urk. 51/4), die Abrechnung der Krankentaggeldversicherung vom 

28. September 2015 (Urk. 103/1) sowie die Abrechnung der Arbeitslosenversiche-

rung für den Monat September 2015 (Urk. 103/2) bei den Akten. Weiter erklärte 

der Beklagte vor Vorinstanz, dass er während der Krankschreibung von der Ar-

beitgeberin den vollen Lohn erhalte (Urk. 11 S. 3). 

- 40 - 

7.6. Aus den Lohnabrechnungen von Juli bis Dezember 2014 (Urk. 12/6) sowie 

der Lohnabrechnung von Mai 2015 (Urk. 51/4) geht hervor, dass die Arbeitgeberin 

dem Beklagten während seiner Krankschreibung den Grundlohn von Fr. 9'200.– 

brutto bzw. Fr. 7'927.50 netto ausrichtete. Weiter ist daraus ersichtlich, dass die 

Pauschalspesen von monatlich Fr. 350.– auch während der (teilweisen) Krank-

schreibung ausgerichtet wurden, woraus folgt, dass diese Lohnbestandteil dar-

stellen. Aus der Abrechnung der Krankentaggeldversicherung ist ersichtlich, dass 

das Krankentaggeld des Beklagten bei 50% Arbeitsunfähigkeit Fr. 199.25 beträgt. 

Aufgerechnet auf eine volle Arbeitsunfähigkeit ergibt sich ein versicherter Lohn 

von monatlich Fr. 12'120.– (2 x Fr. 199.25 x 365 : 12). Aus den Lohnausweisen 

2012 und 2013 ergibt sich sodann, dass das Einkommen des Beklagten zu einem 

massgeblichen Teil aus Provisionen bestand. So erzielte der Beklagte im Jahre 

2012 ein Nettoeinkommen von Fr. 131'913.–, d.h. von monatlich Fr. 10'992.75 

(Urk. 10/19) und im Jahr 2013 ein solches von Fr. 113'259.–, d.h. von monatlich 

Fr. 9'438.25 (Urk. 3/3). Durch Hinzurechnung der Spesenpauschale von monat-

lich Fr. 350.– ergibt sich ein monatliches Durchschnittseinkommen von 

Fr. 11'343.– im Jahr 2012 und von Fr. 9'788.25 im Jahr 2013. Aufgrund des Um-

standes, dass der durch das Krankentaggeld versicherte Lohn Fr. 12'120.– be-

trägt, kann geschlossen werden, dass durch die Krankentaggeldversicherung ne-

ben dem Grundlohn auch der variable Lohnbestandteil versichert ist. Da die Ar-

beitgeberin dem Beklagten während seiner Krankschreibung lediglich einen Lohn 

von Fr. 8'162.50 (Nettolohn von Fr. 7'927.50 zuzüglich Pauschalspesen von Fr. 

350.– sowie Mobile Hardware Entschädigung von Fr. 15.– abzüglich Parkplatz-

kosten von Fr. 130.–) ausgerichtet hat, muss davon ausgegangen werden, dass 

spätestens bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses über die Taggelder, auf wel-

che der Beklagte infolge seiner Arbeitsunfähigkeit Anspruch hat, abgerechnet 

wurde.  

7.7. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beklagte vom 1. Januar 2015 bis 

8. Februar 2015 zu 100% (Urk. 49 S. 31), vom 9. Februar 2015 bis 17. Mai 2015 

zu 50% (Urk. 51/2) und vom 18. Mai 2015 bis 9. August 2015 zu 25% arbeitsun-

fähig war. Seit dem 10. August 2015 ist er zu 50% krankgeschrieben (Urk. 80 und 

Urk. 103/1). Der Beklagte war danach in der Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. Au-

- 41 - 

gust 2015 durchschnittlich 50% arbeitsunfähig. Gestützt darauf ist von einem An-

spruch auf Krankentaggeldern von Fr. 6'060.– pro Monat (Fr. 199.25 x 365 Tage: 

12 Monate) auszugehen, wobei zu berücksichtigen ist, dass es sich dabei um den 

Nettobetrag handelt, weil auf dem Krankentaggeld keine Sozialversicherungsleis-

tungen abgezogen werden. Unter Hinzurechnung des hälftigen Nettogrundlohns 

(zuzüglich Pauschalspesen), mithin von Fr. 4'256.– (Fr. 8'162.– + Fr. 350.– : 2), ist 

auf Seiten des Beklagten in der Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. August 2015 von 

einem monatlichen (Erwerbsersatz-)einkommen von gerundet Fr. 10'315.– (Fr. 

6'060.– + Fr. 4'256.–) auszugehen.  

7.8. Im September 2015 erhielt der Beklagten Leistungen seiner Krankentag-

geldversicherung in der Höhe von Fr. 5'977.50 (Urk. 103/1) sowie eine Arbeitslo-

senentschädigung Fr. 708.60 (Urk. 103/2), wobei der Abrechnung zu entnehmen 

ist, dass der Beklagte im September lediglich für 1.3 Arbeitstage einen Taggeld-

anspruch hatte. Ein Taggeld beträgt Fr. 381.55. Gesamthaft belief sich das Er-

werbsersatzeinkommen des Beklagten im September 2015 auf Fr. 6'686.–.  

7.9. Aus der Abrechnung der Krankentaggeldversicherung vom 28. September 

2015 geht einerseits hervor, dass der Beklagte nach wie vor zu 50% arbeitsunfä-

hig ist, andererseits, dass die Krankentaggeldversicherung auch nach Beendi-

gung des Arbeitsverhältnisses weiter besteht und bezahlt.  

 Gemäss Art. 28 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen-

versicherung und die Insolvenzentschädigung (SR 837.0; nachfolgend: AVIG) ha-

ben Versicherte, die wegen Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft vorüberge-

hend nicht oder nur vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind, Anspruch auf 

das volle Taggeld, sofern sie die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. 

Dieser dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn der ganzen oder teilweisen 

Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 Taggelder beschränkt. 

Art. 28 Abs. 2 AVIG hält weiter fest, dass Taggelder der Kranken- oder Unfallver-

sicherung, die Erwerbsersatz darstellen, von der Arbeitslosenentschädigung ab-

gezogen werden. Art. 28 Abs. 4 AVIG hält sodann fest, dass Arbeitslose, welche 

ihren Anspruch nach Art. 28 Abs. 1 AVIG ausgeschöpft haben und welche weiter-

hin vorübergehend vermindert arbeitsfähig sind und deshalb Leistungen einer 

- 42 - 

Taggeldversicherung beziehen, Anspruch auf das volle Taggeld haben, wenn sie 

mindestens 75 Prozent arbeitsfähig sind (lit. a) und Anspruch auf das um 

50 Prozent gekürzte Taggeld haben, wenn sie zu mindestens 50 Prozent arbeits-

fähig sind (lit. b), sofern sie unter Berücksichtigung ihrer verminderten Arbeitsfä-

higkeit vermittelbar sind und die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.  

Aus dem Gesagten folgt, dass der Beklagte, sollte er während des ganzen Mo-

nats November 2015 nach wie vor zu 50% arbeitsunfähig sein, in Anwendung von 

Art. 28 Abs. 1 AVIG Anspruch auf das volle Taggeld gemäss Arbeitslosenversi-

cherung hat, weil er bis Oktober lediglich für 1,3 Tage Taggelder erhalten hat und 

deshalb die Rahmenfrist von 44 Tagen erst Ende November 2015 auslaufen wird. 

Der Entschädigungsanspruch des Beklagten berechnet sich wie folgt: 

 
Taggeld brutto (21,7 Tage x Fr. 381.55):  Fr. 8'279.65 
./. AHV/EV/EO, NBU: 7.78%   Fr.    644.15 
./. BVG Abzug*      Fr.      37.45 
netto        Fr.   7'598.– 
 
*) Zu versichern ist lediglich der Teil des Taggeldes, welcher Fr. 94.75 übersteigt und 
nicht höher als 324.90 ist, d.h. maximal Fr. 230.15. Die Beiträge auf den versicherten 
Lohn betragen 1,5%, wobei der Anteil der durch die versicherte Person zu tragen ist, 
0.75% beträgt. Damit ergibt sich folgende Rechnung: Fr. 230.15 x 0.75% x 21,7 Tage = 
Fr. 37.45 (vgl. Info-Blatt Seco Berufliche Vorsorge für arbeitslose Personen, abrufbar un-
ter: www.treffpunkt-arbeit.ch) 

7.10 Sollte der Beklagte im Dezember 2015 nach wie vor zu 50% arbeitsunfähig 

sein, ergibt sich in Anwendung von Art. 28 Abs. 4 AVIG ein Entschädigungsan-

spruch aus der Arbeitslosenversicherung von Fr. 3'799.– (Fr. 7598.05 : 2). Der 

Beklagte ist seit dem 22. April 2014 krankgeschrieben (Urk. 12/5). Die Leistungs-

dauer der Taggeldversicherung beträgt in der Regel 720 bis 730 Tage, weshalb 

davon ausgegangen werden darf, dass der Beklagte bis März 2016 Anspruch auf 

Krankentaggelder hat. Bei 50%-iger Arbeitsunfähigkeit beträgt ein Taggeld wie 

erwähnt Fr. 199.25 (vgl. Urk. 103/1). Damit ergeben sich monatliche Leistungen 

der Krankentaggeldversicherung von Fr. 6'060.– (Taggeld von Fr. 199.25 x 365 : 

12). Ab Dezember 2015 bis 31. März 2016 ist deshalb von einem Erwerbsersatz-

einkommen des Beklagten von Fr. 9'859.– auszugehen ist.  

- 43 - 

7.11. Wie soeben ausgeführt, wird der Krankentaggeldanspruch des Beklagten im 

April 2016 auslaufen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Beklagte ab 

April 2016 wieder zu 100% arbeitsfähig sein wird, führte er doch selbst aus, dass 

er davon ausgehe, dass sich sein Zustand nach Abschluss des Gerichtsverfah-

rens weiter verbessern werde (Prot. S. 20). Für die von der Klägerin beantragte 

Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von Fr. 10'200.– ab 1. Januar 

2016 auf Seiten des Beklagten bleibt jedoch kein Raum, da aufgrund der Unter-

stellung von C._____ unter die Obhut des Beklagten dessen zukünftiger Beschäf-

tigungsgrad ungewiss ist und weil vom Beklagten gemäss der zuvor zitierten 

Rechtsprechung (BGE 115 II 427 Erw. 5; BGE 115 II 6 Erw. 3b) die Aufnahme ei-

ner vollen Erwerbstätigkeit erst erwartet werden kann, wenn C._____ das 16. Al-

tersjahr vollendet hat. Weil ausserdem ungewiss ist, ob der Beklagte bis April 

2016 eine neue Stelle gefunden haben wird, ist ihm ab April 2016 eine volle Ent-

schädigung der Arbeitslosenversicherung von Fr. 7'598.– (vgl. oben) anzurech-

nen. 

7.12 Zusammenfassend ist auf Seiten des Beklagten von folgenden monatlichen 

Einkommen auszugehen:  

− Fr. 10'315.– vom 1. Januar 2015 bis 31. August 2015 

− Fr. 6'686.– September 2015 

− Fr. 7'598.– vom 1. Oktober 2015 bis 30. November 2015 

− Fr. 9'859.– vom 1. Dezember 2015 bis 31. März 2016 

− Fr. 7'598.– ab 1. April 2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens 

8. Unterhaltsberechnung 

8.1. Phase I: 1. Januar 2015 bis 30. November 2015 

8.1.1. Aus Praktikabilitätsgründen ist der Unterhaltsanspruch für die bereits in der 

Vergangenheit liegende Periode zu nivellieren.  

- 44 - 

8.1.2. Das Gesamteinkommen der Parteien in der Zeit vom 1. Januar 2015 bis 30. 

November 2015 beläuft sich auf Fr. 124'202.–. Bedarfsseitig ergibt sich ein Ge-

samtbedarf von Fr. 85'762.–. Damit resultiert in der genannten Zeitspanne ein 

Freibetrag von Fr. 38'440.–, was einen durchschnittlichen Freibetrag von monat-

lich Fr. 3'495.– ergibt. Die Vorinstanz erachtete eine hälftige Freibetragsaufteilung 

angemessen (Urk. 49 S. 36), was von keiner Partei gerügt wurde, weshalb der 

Überschuss hälftig auf die Parteien aufzuteilen ist. Der Bedarf der Klägerin (inkl. 

C._____) beläuft sich auf durchschnittlich Fr. 2'680.– pro Monat, während das 

durchschnittliche Einkommen der Klägerin Fr. 1'800.– beträgt. Somit ergibt sich 

folgender Unterhaltsanspruch der Klägerin zusammen mit C._____: 

 Bedarf der Klägerin:  Fr. 2'680.– 

+  Anteil Freibetrag 50%):  Fr.  1'748.– 

./. Einkommen Klägerin: Fr.  1'800.– 

Unterhaltsanspruch:  Fr.  2'628.–  

8.1.3. Die Vorinstanz hat den Kinderunterhaltsbeitrag von C._____ auf monatlich 

Fr. 850.– (zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen) fest-

gesetzt (Urk. 49 S. 37), was angemessen erscheint, weshalb es bei dieser Höhe 

bleibt. Aufgrund der mit vorliegendem Entscheid erfolgten Obhutsumteilung ent-

fällt die Pflicht zur Leistung von Kinderunterhaltsbeiträgen an die Klägerin ab Ent-

scheiddatum.  

8.1.4. Der Klägerin wurden von der Vorinstanz für den Monat Januar 2015 Ehe-

gattenunterhaltsbeiträge von Fr. 1'741.85 zugesprochen. In den Monaten Februar 

bis Juli 2015 verpflichtete die Vorinstanz den Beklagten zur Leistung von Ehegat-

tenunterhaltsbeiträgen von monatlich Fr. 1'540.60 und in den Monaten August 

2015 bis November 2015 zu solchen von Fr. 1'283.40.  

8.1.5. Wie aus obiger Berechnung hervorgeht, würde ein im Vergleich zum vo-

rinstanzlichen Urteil höherer Ehegattenunterhaltsbeitrag resultieren. Eine Erhö-

hung der Unterhaltsbeiträge ist aufgrund der Dispositionsmaxime jedoch nicht 

möglich, weshalb es mit Bezug auf die für die Zeit von Januar 2015 bis November 

2015 geschuldeten Unterhaltsbeiträge beim vorinstanzlichen Entscheid bleibt. An 

- 45 - 

dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass vor diesem Hintergrund letztlich nicht 

von Bedeutung ist, ob und in welchem Umfang dem Beklagten neben dem ihm 

von der Arbeitgeberin ausgerichteten Grundlohn noch Krankentaggelder ausbe-

zahlt wurden. Selbst wenn der Unterhaltsberechnung beim Beklagten von Januar 

bis August 2015 ein Einkommen von Fr. 7'567.– und in den Monaten September 

bis Oktober 2015 ein solches von Fr. 6'055.– zu Grunde gelegt würde, wie dies 

vom Beklagten beantragt wird (vgl. Urk. 48 S. 15), würden nach wie vor die von 

der Vorinstanz festgesetzten Unterhaltsbeiträge resultieren.  

 

8.2. Phase II: 1. Dezember 2015 bis 31. März 2016 

Ab Dezember 2015 ist auf Seiten des Beklagten von einem Einkommen von 

Fr. 9'859.– auszugehen. Auf Seiten der Klägerin ist nach wie vor von einem Ein-

kommen von Fr. 1'800.– auszugehen. Der Bedarf der Klägerin beträgt unverän-

dert Fr. 2'121.– und derjenige des Beklagten zusammen mit C._____ Fr. 5'269.–. 

Es resultiert ein Freibetrag von Fr. 4'269.–, weshalb folgende Unterhaltsberech-

nung resultiert: 

 Bedarf der Klägerin:  Fr. 2'121.– 

+  Anteil Freibetrag (50%):  Fr.  2'135.– 

./. Einkommen Klägerin: Fr.  1'800.– 

Unterhaltsanspruch: : Fr.  2'456.–  

Die Vorinstanz sprach der Klägerin für den Monat Dezember 2015 einen Ehegat-

tenunterhaltsbeitrag von Fr. 1'283.40. Ab Januar 2016 (für die weitere Dauer des 

Getrenntlebens) verpflichtete sie den Beklagten zur Leistung von Ehegattenunter-

haltsbeiträgen von monatlich Fr. 2'010.80. Auch in dieser Periode bleibt es auf-

grund der Dispositionsmaxime bei den von der Vorinstanz festgesetzten Unter-

haltsbeiträgen. Die Klägerin beantragte, den Beklagten ab Auszug aus der eheli-

chen Liegenschaft zu Ehegattenunterhaltsbeiträgen von Fr. 2'000.– zu verpflich-

ten. Sollte die Klägerin bereits vor dem 31. März 2016 die eheliche Liegenschaft 

verlassen haben, ist ab diesem Zeitpunkt von dieser leicht reduzierten Unterhalts-

- 46 - 

pflicht auszugehen. Da die Klägerin nicht leistungsfähig ist, schuldet sie dem Be-

klagten bis auf weiteres keinen Kinderunterhalt. 

8.3. Phase III: April 2016  

In dieser Phase ist auf Seiten des Beklagten von einem Einkommen von 

Fr. 7'598.– auszugehen. Das Einkommen der Klägerin beträgt unverändert 

Fr. 1'800.–. Der Bedarf der Klägerin beträgt Fr. 3'921.– und derjenige des Beklag-

ten zusammen mit C._____ Fr. 3'619.–. Es resultiert ein Freibetrag von 

Fr. 1'858.–. Die Klägerin geht ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft von ei-

ner Partizipation am Freibetrag im Umfang von lediglich 40% aus (vgl. Urk. 58 S. 

21). Damit resultiert folgende Unterhaltsberechnung: 

 Bedarf der Klägerin:  Fr. 3'921.– 

+  Anteil Freibetrag (40%):  Fr.  743.– 

./. Einkommen Klägerin: Fr.  1'800.– 

Unterhaltsanspruch: : Fr.  2'864.–  

Weil die Klägerin ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft lediglich Unterhalts-

beiträge von Fr. 2'000.– beantragt (vgl. Urk. 110 S. 8), beschränkt sich die Unter-

haltspflicht des Beklagten aufgrund der Dispositionsmaxime auf diesen Betrag.  

8.4. Phase IV: Ab 1 Mai 2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens 

Ab Mai 2016 ist auf Seiten der Klägerin von einem Einkommen von Fr. 3'500.– 

auszugehen. Auf Seiten des Beklagten ist nach wie vor von einem Einkommen 

von Fr. 7'598.– auszugehen. Der Bedarf der Klägerin beträgt Fr. 4'156.– und der-

jenige des Beklagten zusammen mit C._____ auf Fr. 3'619.–. Es resultiert ein 

Freibetrag von Fr. 3'323.–, weshalb folgende Unterhaltsberechnung resultiert: 

 

 Bedarf der Klägerin:  Fr. 4'156.– 

+  Anteil Freibetrag (40%):  Fr.  1'329.– 

./. Einkommen Klägerin: Fr.  3'500.– 

Unterhaltsanspruch : Fr.  1'985.–  

- 47 - 

Es rechtfertigt sich, den errechneten Unterhaltsanspruch auf Fr. 2'000.– pro Mo-

nat aufzurunden.  

8.5. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen sind der Klägerin persönlich fol-

gende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzusprechen: rückwirkend für die Zeit vom 

1. Januar 2015 bis 30. November 2015 Fr. 1'465.– (Durchschnitt der von der Vor-

instanz für diesen Zeitraum zugesprochenen Unterhaltsbeiträge), Fr. 1'283.40 für 

Dezember 2015, Fr. 2'010.80 ab 1. Januar 2016 bis zum Auszug aus der eheli-

chen Liegenschaft, längstens bis 31. März 2016, Fr. 2'000.– ab Auszug aus der 

ehelichen Liegenschaft, spätestens ab 1. April 2016, für die weitere Dauer des 

Getrenntlebens.  

 

9. Bereits geleistete Zahlungen 

9.1. Der Beklagte beantragt, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass er an den 

Unterhalt für C._____ für die Monate Januar, Februar, Juni, Juli, August und Sep-

tember 2015 je Fr. 600.– sowie für April und Mai je Fr. 400.– bereits bezahlt habe. 

Im Mai 2015 habe er lediglich Fr. 400.– bezahlt, weil er den Kostenanteil der Klä-

gerin am Geburtstagsfest von C._____ von Fr. 200.– verrechnet habe (Urk. 48 S. 

3 und S. 22 und Urk. 94). Dazu reicht er einen E-Banking-Auszug der Zürcher 

Kantonalbank (Urk. 96/1) ein.  

9.2. Die Klägerin anerkennt die behaupteten Zahlungen bis auf die Zahlung von 

September 2015 (Prot. S. 28), wobei der Beklagte anlässlich der Berufungsver-

handlung einräumte, dass die in Auftrag gegebene Zahlung im September 2015 

infolge einer Unterdeckung des Kontos nicht habe ausgeführt werden können 

(Prot. S. 28). Die Berechtigung zur Verrechnung eines Kostenanteils von 

Fr. 200.– betreffend den Unterhaltsbeitrag für Mai 2015 bestreitet die Klägerin. 

Sie lässt diesbezüglich ausführen, dass sie von Anfang an gegen die vom Beklag-

ten gewählten kostspieligen Aktivitäten gewesen sei (Urk. 58 S. 5). Da die vom 

Beklagten geltend gemachte Verrechnungsforderung von Fr. 200.– bestritten 

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wurde, kann in diesem Umfang nicht von einer Tilgung der Unterhaltsforderung 

ausgegangen werden.  

9.3. Der Beklagte ist nach dem Gesagten seiner Unterhaltspflicht bereits im Um-

fang von Fr. 3'800.– (Zahlungen berücksichtigt bis Ende September 2015) nach-

gekommen, wovon Vormerk zu nehmen ist.  

10. Überweisung der Rückerstattungen der Krankenkasse (Dispositivziffer 10) / 

Editionsbegehren (Dispositivziffer 11) 

10.1. Der Beklagte beantragt, Dispositivziffer 10 des vorinstanzlichen Urteils, wo-

nach