# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f955ea9-fd94-5c77-94ae-2a47b8a152a3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.07.2023 SK 2022 351
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-351_2023-07-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 351

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. Juli 2023 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.)
Obergerichtssuppleantin Gutmann, Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
 

Anschlussberufungsführerin

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt E.________

Strafklägerin

Gegenstand Pornografie und Gewalt und Drohung gegen Behörden und Be-
amte sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 19.Oktober 2021 sowie gegen die 
Urteilsberichtigung vom 16. Dezember 2021 (PEN 20 626+710)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 19. Oktober 2021 wurde der Beschuldigte und Berufungsführer 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) durch das Regionalgericht Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht, nachfolgend Vorinstanz) schuldig erklärt der Pornografie, 
mehrfach begangen in der Zeit vom 24. April 2018 bis am 11. Dezember 2018 in 
H.________ durch Herstellen von 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächli-
chen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, durch Besitz von 2'895 Bild- und 
287 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen so-
wie durch Zugänglichmachen von mindestens 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit 
tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, unter anderem Personen 
unter 16 Jahren. Weiter wurde der Beschuldigte schuldig erklärt der Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte, mehrfach begangen am 14. September 
2018 im Zug zwischen G.________ und H.________ z.N. der Strafklägerin 
C.________ (nachfolgend Strafklägerin) und am 11. Dezember 2018 auf dem 
Bahnhofsplatz in H.________ und auf der Autofahrt zur Polizeiwache z.N. des 
Straf- und Zivilklägers I.________, sowie der einfachen Körperverletzung, began-
gen am 11. Dezember 2018 auf der Autofahrt vom ________ zur Polizeiwache in 
H.________, ebenfalls z.N. von I.________ (Ziff. I.1.-3. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs, pag. 1806). In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmun-
gen verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 
15 Monaten unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft von einem Tag, zu 
einer Landesverweisung von fünf Jahren, zur Bezahlung der erstinstanzlichen Ver-
fahrenskosten von insgesamt CHF 39'395.15 sowie zur Bezahlung einer Entschä-
digung von CHF 3'411.00 an die Strafklägerin für ihre Aufwendungen im Verfahren 
(Ziff. I.1.-4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1806 f.). Die Vorinstanz 
widerrief sodann den dem Beschuldigten mit Urteil vom 8. Mai 2014 für eine Gelds-
trafe von 220 Tagen zu CHF 25.00 gewährten bedingten Vollzug und auferlegte 
ihm die Kosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 (Ziff. II des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs, pag. 1807). Weiter bestimmte sie die amtliche Entschädi-
gung sowie das volle Honorar für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 
durch Rechtsanwalt D.________ und verwies zufolge unzureichender Begründung 
und ohne Ausscheidung von Kosten die Zivilklage von I.________ auf den Zivilweg 
(Ziff. III und IV. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1808). Ferner traf die 
Vorinstanz die notwendigen Verfügungen (zehnjähriges Verbot für jede berufliche 
oder organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 
Minderjährigen umfasst, Einzug des beschlagnahmten Gegenstandes zur Vernich-
tung, Verfügungen betreffend ED- und DNA-Daten, Auftrag zur Löschung sämtli-
cher elektronisch sichergestellten und als Archivkopien gespeicherten Daten an 
den Fachbereich Digitale Forensik der Kantonspolizei Bern sowie Ausschreibung 
der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS); Ziff. V des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 1809).

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Am 16. Dezember 2021 berichtigte die Vorinstanz ihr Urteil vom 19. Oktober 2021 
insoweit, als Ziff. V (weitere Verfügungen) dahingehend ergänzt wurde, als dass 
die mit Urteil vom 3. Mai 2019 des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland angeord-
nete ambulante therapeutische Behandlung gemäss Art. 63 StGB in Anwendung 
von Art. 63a Abs. 3 StGB aufgehoben wurde (pag. 1832 ff.).

2. Berufung

Gegen das Urteil vom 19. Oktober 2021 meldete Rechtsanwalt D.________ mit 
Eingabe vom 20. Oktober 2021 namens des Beschuldigten fristgerecht Berufung 
an (pag. 1812), ebenso mit Eingabe vom 23. Dezember 2021 gegen die Urteilsbe-
richtigung vom 16. Dezember 2021 (pag. 1839).

Mit Verfügung vom 23. Mai 2022 wurde den Parteien die schriftliche Urteilsbegrün-
dung zugestellt (pag. 1934 f. und pag. 1936 f.). Die Berufungserklärung des Be-
schuldigten datiert vom 13. Juni 2022 und ging am 14. Juni 2022 frist- und formge-
recht beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 1945 f.). 

Mit Eingabe vom 6. Juli 2022 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die 
Geltendmachung von Nichteintretensgründen, schloss sich in Bezug auf die Be-
messung der Strafe jedoch der Berufung des Beschuldigten an (pag. 1953 f.).

Mit Schreiben vom 23. Dezember 2021 (recte: wohl 26. Juli 2022), eingegangen 
beim Obergericht des Kantons Bern am 27. Juli 2022, teilte Rechtsanwalt 
D.________ für den Beschuldigten mit, kein Nichteintreten auf die Anschlussberu-
fung der Generalstaatsanwaltschaft zu beantragen (pag. 1966). 

Die Strafklägerin sowie I.________ liessen sich innert Frist nicht vernehmen.

3. Entlassung des Straf- und Zivilklägers aus dem Verfahren

Die Berufung des Beschuldigten wurde mit Berufungserklärung vom 13. Juni 2022 
beschränkt (pag. 1945). Nicht angefochten wurde unter anderem der Schuldspruch 
wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie wegen einfacher 
Körperverletzung, beides begangen z.N. von I.________ (Ziff. I.2.2. sowie Ziff. I.3. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Mit Verfügung vom 5. August 2022 stellte 
die Verfahrensleitung fest, dass sich I.________ in Bezug auf die Berufung des 
Beschuldigten sowie die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft nicht 
vernehmen liess und dass die hiervor erwähnten Schuldsprüche wegen Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte sowie wegen einfacher Körperverletzung, 
beides z.N. von I.________, deshalb in Rechtskraft erwachsen seien. Auch in Be-
zug auf den Zivilpunkt wurde festgehalten, dass diese Punkte durch den Beschul-
digten nicht angefochten worden und damit ebenfalls in Rechtskraft erwachsen 
seien. I.________ wurde infolgedessen mitgeteilt, ohne Gegenbericht seinerseits 
werde davon ausgegangen, dass er sich am oberinstanzlichen Verfahren nicht 
mehr beteiligen werde (pag. 1963). Rechtsanwalt D.________ bestätigte für den 
Beschuldigten mit Eingabe vom 18. August 2022, die Ziffern betreffend Zivilpunkt 
würden von ihm nicht angefochten (pag. 1967 f.). I.________ liess sich nicht ver-
nehmen, weshalb dieser mit Verfügung vom 23. August 2022 aus dem Verfahren 
entlassen wurde (pag. 1970 f.).

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4. Wechsel der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten und der privaten Ver-
tretung der Strafklägerin

Mit Eingabe vom 18. August 2022 teilte Rechtsanwalt D.________ mit, aufgrund 
mehrerer und längerer Abwesenheiten in den nächsten Monaten werde es ihm ab 
dem 1. September 2022 nicht mehr möglich sein, das Mandat des Pflichtverteidi-
gers des Beschuldigten weiterzuführen und ersuchte um Entlassung aus dem amt-
lichen Mandat. Gleichzeitig teilte er mit, dass Rechtsanwältin J.________, Mitarbei-
terin desselben Büros, bereit sei, das Mandat des Beschuldigten zu übernehmen 
(pag. 1967 f.). Nachdem mit Verfügung vom 23. August 2022 mitgeteilt wurde, über 
das Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung werde zu einem späteren 
Zeitpunkt entschieden (pag. 1970 f.) und der Termin für die oberinstanzliche Ver-
handlung mit Vorladung vom 10. Oktober 2022 auf den 20. und 21. Juli 2023 fest-
gesetzt wurde (pag. 2002 ff.), ersuchte Rechtsanwalt D.________ mit Schreiben 
vom 5. April 2023 erneut um Entlassung aus dem amtlichen Mandat (pag. 2081). 
Aufgrund einer telefonischen Nachfrage seitens der Strafkanzlei des Obergerichts 
des Kantons Bern ergab sich, dass Rechtsanwältin J.________ das amtliche Man-
dat aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse nicht übernehmen werde 
(pag. 2083), weshalb die Verfahrensleitung Rechtsanwalt D.________ mit Verfü-
gung vom 3. Mai 2023 ersuchte, innert gesetzter Frist mitzuteilen, ob Rechtsanwäl-
tin J.________ eingesetzt werden solle oder nicht. Dieser teilte mit Eingabe vom 
12. Mai 2023 mit, er beantrage nicht, Rechtsanwältin J.________ als amtliche Ver-
teidigerin einzusetzen, dies aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse 
(pag. 2088). Daraufhin wurde der Beschuldigte mit Verfügung vom 17. Mai 2022 
aufgefordert, innert Frist mitzuteilen, wen er mit seiner amtlichen Verteidigung zu 
beauftragen wünsche. Zudem wurde Rechtsanwalt D.________ bis zur Bezeich-
nung einer amtlichen Verteidigung im Mandat belassen (pag. 2090 f.). Mit Schrei-
ben vom 12. Juni 2023 teilte Rechtsanwalt D.________ mit, der Beschuldigte habe 
ihn darüber informiert, er werde sich von einer Anwältin/einem Anwalt der Kanzlei 
K.________ vertreten lassen, ohne jedoch zu nennen, durch welche Person im Be-
sonderen (pag. 2106). Nachdem eine telefonische Anfrage der Strafkanzlei des 
Obergerichts des Kantons Bern bei der Kanzlei K.________ ergab, dass kein Man-
datsverhältnis mit dem Beschuldigten besteht und auch keine Kapazitäten für die 
Übernahme bestehen (pag. 2108), forderte die Verfahrensleitung den Beschuldig-
ten mit Verfügung vom 13. Juni 2023 auf, umgehend einen Anwalt bzw. eine An-
wältin zu bezeichnen (pag. 2109 f.). Mit Verfügung vom 20. Juni 2023 wurde 
Rechtsanwalt D.________ aus dem amtlichen Mandat entlassen und Rechtsanwäl-
tin B.________ als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten eingesetzt (pag. 2112 
f.).

Mit Eingabe vom 5. Oktober 2022 informierte Rechtsanwältin L.________ die Ver-
fahrensleitung darüber, dass sie die Strafklägerin infolge Aufgabe der Anwaltstätig-
keit nicht weiter vertreten werde und das Mandat fortan von Rechtsanwalt 
E.________ weitergeführt werde (pag. 1996).

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5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Straf- und Betreibungsregisterauszug (pag. 2139 ff. 
und pag. 2129 f.), ein aktueller Leumundsbericht inkl. Bericht über die wirtschaftli-
chen Verhältnisse (pag. 2136 ff.) sowie ein aktualisierter Bericht hinsichtlich der 
Prüfung einer strafrechtlichen Landesverweisung eingeholt, wobei in Letzterem im 
Wesentlichen auf den bereits erstinstanzlich eingeholten Bericht vom 8. Mai 2020 
verwiesen wurde (pag. 2096 ff.). Zudem wurde der Beschuldigte oberinstanzlich 
nochmals zur Person sowie zur Sache befragt (pag. 2173 ff.).

Mit Schreiben vom 18. Januar 2023 ersuchte Rechtsanwalt E.________ mit ent-
sprechender Begründung darum, auf eine oberinstanzliche Einvernahme mit der 
Strafklägerin zu verzichten (pag. 2074 f.). Mit Verfügung vom 27. Januar 2023 wur-
de den Parteien mitgeteilt, dass auf die Einvernahme der Strafklägerin an der obe-
rinstanzlichen Verhandlung verzichtet und dieser das Erscheinen für die gesamte 
Berufungsverhandlung freigestellt werde (pag. 2077 f.). Mit Eingabe vom 12. Juli 
2023 teilte Rechtsanwalt E.________ mit, sowohl er als auch die Strafklägerin wür-
den auf eine Teilnahme an der oberinstanzlichen Verhandlung verzichten, und 
reichte namens der Strafklägerin schriftliche Anträge ein (pag. 2143 ff.).

Aufgrund einer aktenkundigen E-Mail der Fachstelle Bedrohungsmanagement Re-
gion ________ vom 5. Oktober 2022, aus welcher hervorging, dass diese die aktu-
elle Situation des Beschuldigten ständig überprüft und entsprechende Massnah-
men trifft, erkundigte sich die Strafkanzlei des Obergerichts des Kantons Bern am 
14. Juli 2023 bei der Fachstelle telefonisch nach dem aktuellen Stand. Diese teilte 
mit, dass sie sich in letzter Zeit nicht mit dem Beschuldigten habe befassen müs-
sen. Hingegen habe die Polizei intervenieren müssen, da der Beschuldigte am 
17. Juni 2023 als Geschädigter in eine Schlägerei verwickelt gewesen sei 
(pag. 2162). Bezugnehmend auf die Verfügung vom 6. September 2022 der BVD 
betreffend Aufhebung der ambulanten Behandlung erkundigte sich der Vorsitzende 
am 17. Juli 2023 telefonisch bei den Bewährungs- und Vollzugsdiensten (BVD) 
nach der Rechtskraft dieser Verfügung. Die BVD teilte daraufhin mit, es sei ver-
sucht worden, die Verfügung dem Beschuldigten zuzustellen, was am 23. Septem-
ber 2022 via dessen Beiständin gelungen sei. Dem Beschuldigten sei die Verfü-
gung zudem erklärt worden, dieser habe den Empfang jedoch verweigert. Die Ver-
fügung sei in Rechtskraft erwachsen (pag. 2162.1).

Mit Schreiben vom 17. Juli 2023 reichte die Verteidigung namens des Beschuldig-
ten ein Arztzeugnis ein, welches ihm eine Arbeitsunfähigkeit vom 13. Juli 2023 bis 
am 21. Juli 2023 attestierte, und behielt sich vor, nach erfolgter Besprechung mit 
dem Beschuldigten ein Gesuch um Verschiebung des oberinstanzlichen Termins 
einzureichen (pag. 2167 f.). Ein derartiges Gesuch wurde in der Folge nicht einge-
reicht bzw. gestellt.

6. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ stellte für den Beschuldigten anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung folgende Anträge (pag. 2186 f. bzw. pag. 2194 f., Hervor-
hebungen im Original):

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I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 19. Oktober 2021 
unter Berücksichtigung der Verfügung des Obergerichts vom 05. August 2022 in Rechtskraft erwach-
sen ist, als

1. A.________ schuldig erklärt wurde

1.1. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 11.12.2018 auf dem 
________ (Platz) in H.________ sowie auf der Autofahrt zur Polizeiwache, z.N. von I.________ 
(Ziff. I.2.2 des Urteils vom 19.10.2021);

1.2. der einfachen Körperverletzung, begangen am 11.12.2018 auf der Autofahrt vom 
________(Platz) zur Polizeiwache in H.________, z.N. von I.________ (Ziff. I.3. des Urteils vom 
19.10.2021);

2. das Honorar der amtlichen Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren bestimmt wurde (Ziff. III.1. 
des Urteils vom 19.10.2021);

3. die Zivilklage des Straf- und Zivilklägers I.________ auf den Zivilweg verwiesen wurde und im Zi-
vilpunkt keine Kosten ausgeschieden wurden (Ziff. IV.1. und IV.2. des Urteils vom 19.10.2021).

II.

A.________ sei

freizusprechen

1. von der Anschuldigung des Zugänglichmachens von mind. 2909 Bild- und 306 Videodateien mit 
tatsächlich sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, begangen im Zeitraum vom 24.04.2018 bis 
02.05.2018, am 11./12.06.2018 sowie am 09.06.2018 (Ziff. 2 der Anklageschrift vom 15.09.2020);

2. von der Anschuldigung der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 
14.09.2018 im Zug ________ zwischen G.________ und H.________, z.N. von C.________ (Ziff. 
3.1 der Anklageschrift vom 15.09.2020);

unter Ausscheidung der darauf entfallenden Verfahrenskosten und deren Auferlegung an den Kanton 
Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten in richterlich zu be-
stimmender Höhe.

III.

A.________ sei hingegen

schuldig zu sprechen

der Herstellung (Herunterladen und Speichern) von 2909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächlich 
sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, begangen im Zeitraum vom 24.04.2018 bis 02.05.2018, am 
11./12.06.2018 sowie am 09.06.2018 und des Besitzes von 2'895 Bild- und 287 Videodateien mit 
tatsächlich sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, begangen im Zeitraum vom 09.06.2018 bis 
11.12.2018 (Ziff. 1.1 und 1.2 der Anklageschrift vom 15.09.2020) 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen und der in Rechtskraft erwach-
senen Schuldsprüche

zu verurteilen:

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1. zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten und 10 Tagen, unter Anrechnung der Polizeihaft;

2. zu den auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten.

IV.

Ad Landesverweisung und Tätigkeitsverbot

Von einer Landesverweisung und der Anordnung eines Tätigkeitsverbots sei abzusehen.

V.

Ad Widerruf

Der mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 08.05.2014 ausgesprochene Geldstrafe 
von 220 Tagessätzen zu CHF 25.00, ausmachend total CHF 5500.00, gewährte bedingte Vollzug sei 
zu widerrufen und die Verfahrenskosten des Widerrufsverfahrens A.________ aufzuerlegen.

VI.

Weiter sei zu verfügen:
1. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gestützt auf die eingereichte Honorarnote gerichtlich 

zu bestimmen. 
2. Allfällige weitere Verfügungen (insb. Löschung DNA-Profil und dergleichen) seien von Amtes we-

gen zu treffen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte demgegenüber oberinstanzlich was folgt 
(pag. 2189 ff. ff. bzw. pag. 2197 ff., Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 19.10.2021 in 
Rechtskraft erwachsen ist in Bezug auf folgende Schuldsprüche (Ziff. I.2.2 und I.3 des Urteils):

1. wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 11.12.2018 auf dem 
________ (Platz) in H.________ sowie auf der Autofahrt zur Polizeiwache in H.________ z. N. 
von I.________;

2. wegen einfacher Körperverletzung, begangen am 11.12.2018 auf der Autofahrt von ________ 
(Platz) zur Polizeiwache in H.________ z. N. von I.________.

II.

A.________ sei zusätzlich zu den in Rechtskraft erwachsenen Schuldsprüchen in Bestätigung des 
erstinstanzlichen Urteils schuldig zu erklären:

1. wegen Pornografie, mehrfach begangen in der Zeit vom 24.04.2018 bis 11.12.2018 an der 
________ (Strasse) in H.________ durch

1.1. Herstellen (Herunterladen und Speichern; zum Eigenkonsum) von 2909 Bild- und 306 
Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen und Besitz (zum 
Eigenkonsum) von 2'895 Bild- und 287 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlun-
gen mit Minderjährigen, begangen in der Zeit vom 24.04.2018 bis 02.05.2018, am 
11./12.06.2018 und am 09.06.2018 sowie in der Zeit vom 09.06.2018 bis 11.12.2018;

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1.2. Zugänglichmachen von mind. 2909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen 
Handlungen mit Minderjährigen, begangen in der Zeit vom 24.04.2018 bis 02.05.2018, am 
11./12.06.2018 sowie am 09.06.2018;

1.3. Zugänglichmachen von mind. 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen 
Handlungen mit Minderjährigen an Personen unter 16 Jahren, begangen in der Zeit vom 
24.04.2018 bis 02.05.2018, am 11./12.06.2018 sowie am 09.06.2018;

2. wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 14.09.2018 im Zug 
________ zwischen G.________ und H.________ z. N. von C.________.

III.

A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 41, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 Bst. h, 123 Ziff. 1, 197 
Abs. 1, 4 Satz 2 sowie 5 Satz 2, 285 Ziff. 1 StGB und Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Die Polizeihaft von einem Tag (am 11.12.2018) sei im 
Umfang von einem Tag auf die Freiheitsstrafe anzurechnen; 

2. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren; 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

1. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura Seeland vom 08.05.2014 (PEN 13 
591) für eine Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu CHF 25.00, ausmachend CHF 5500.00, gewähr-
te bedingte Vollzug sei zu widerrufen und die Strafe sei zu vollziehen (Art. 46 Abs. 1 StGB).

2. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren seien A.________ 
aufzuerlegen.

V.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem anzuordnen.

2. A.________ sei für die Dauer von 10 Jahren jede berufliche und jede organisierte ausserberufli-
che Tätigkeit untersagt, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst (Art. 67 
Abs. 3 Bst. c aStGB, Fassung gültig bis am 31.12.2018).

3. Die beschlagnahmte interne Festplatte ________, aus dem Notebook ________ sei zur Vernich-
tung einzuziehen (Art. 69 StGB).

4. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils nach 
Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 DNA-Profilgesetz).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die vorzeitige Zustimmung zur Löschung 
der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu 
erteilen (Art. 354 Abs. 4 StGB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 4 DNA-Profil-Gesetz).

6. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

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Rechtsanwalt E.________ beantragte und begründete namens der Strafklägerin 
mit Eingabe vom 12. Juli 2023 Folgendes (pag. 2143 f.):

I. Der Beschuldigte A.________ sei wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, be-
gangen am 14. September 2018 im Zug Nr. ________ auf der Strecke zwischen G.________ und 
H.________ zum Nachteil von C.________ gemäss Ziff. 3.1 der Anklageschrift vom 15. Septem-
ber 2020, in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen, schuldig zu sprechen und 
angemessen zu bestrafen.

II. Der Beschuldigte A.________ sei zu verurteilen, der Privatklägerin C.________ in Anwendung 
von Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung in der Höhe der anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung eingereichten Kostennote und der beigelegten Kostennote für die anwalt-
liche Vertretung im Berufungsverfahren für die notwendigen Aufwendungen im Verfahren zu be-
zahlen.

III. Die Verfahrenskosten seien dem Berufungsführer A.________ aufzuerlegen.

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 
13. Juni 2022 teilweise angefochten. Seine Berufung beschränkt sich auf den 
Schuldspruch wegen mehrfach begangener Pornografie (Ziff. I.1. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs), den Schuldspruch wegen Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte z.N. der Strafklägerin (Ziff. I.2.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten (Ziff. I.1. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Anordnung einer Landesverweisung 
von fünf Jahren (Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Verurteilung 
zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten (Ziff. I.3. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs) und zur Bezahlung einer Entschädigung von CHF 3'411.00 
an die Strafklägerin (Ziff. I.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), den Widerruf 
des mit Urteil vom 8. Mai 2014 für eine Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu 
CHF 25.00 gewährten bedingten Vollzugs sowie auf die weiteren Verfügungen 
(Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; alles pag. 1945). 

Ebenfalls angefochten wurde vom Beschuldigten mit Berufungsanmeldung vom 
23. Dezember 2021 die Urteilsberichtigung vom 16. Dezember 2021 die Aufhebung 
der mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 3. Mai 2019 angeord-
neten ambulanten therapeutischen Behandlung gemäss Art. 63 StGB (Ziff. 1 der 
Urteilsberichtigung, pag. 1833, vgl. pag. 1839). Mit Berufungserklärung vom 
13. Juni 2022 beantragte Rechtsanwalt D.________ sodann, die Strafe sei zuguns-
ten einer ambulanten Massnahme aufzuschieben sowie gegebenenfalls eine Be-
währungshilfe anzuordnen und dem Beschuldigten Verhaltensregeln aufzuerlegen 
(pag. 1946). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die ambulante Massnah-
me von den Bewährungs- und Vollzugsdiensten mittlerweile rechtskräftig aufgeho-
ben wurde (vgl. Ziff. 5 hiervor), entfällt eine Prüfung der Aufhebung der Massnah-
me. 

Die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft beschränkt sich auf die 
Strafzumessung (pag. 1954).

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Damit sind – wie teilweise bereits mit Verfügung vom 5. August 2022 festgestellt –
Ziff. I.2.2. (Schuldspruch wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
z.N. von I.________), Ziff. I.3. (Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung 
z.N. von I.________), Ziff. III. (Höhe der amtlichen Entschädigung und des vollen 
Honorars für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im erstinstanzlichen Ver-
fahren) sowie Ziff. IV.1. und 2. (Verweisung der Zivilklage auf den Zivilweg ohne 
Kostenausscheidung) in Rechtskraft erwachsen.

Durch die Kammer zu überprüfen sind hingegen die angefochtenen Ziff. I.1. 
(Schuldspruch wegen mehrfach begangener Pornografie), Ziff. I.2.1. (Schuldspruch 
wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte z.N. der Strafklägerin), 
Ziff. I.1.- 4. (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, zu einer Landes-
verweisung von fünf Jahren, zur Bezahlung der gesamten erstinstanzlichen Verfah-
renskosten sowie zu einer Entschädigung an die Strafklägerin), Ziff. II (Widerruf 
des mit Urteil vom 8. Mai 2014 für eine Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu 
CHF 25.00 gewährten bedingten Vollzugs sowie Auferlegung der Kosten für das 
Widerrufsverfahren von CHF 300.00) und Ziff. V (Verfügungen).

Hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Da sich die Anschlussberufung der Generalstaatsanwalt-
schaft auf die Strafzumessung beschränkt, darf das Urteil nur in diesem Punkt zum 
Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; in Bezug auf die übrigen Punkte 
gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Sachverhalt

8.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Mit Anklageschrift vom 15. September 2020 wird dem Beschuldigten in Bezug auf 
die vorliegend noch zu beurteilenden Delikte Folgendes vorgeworfen (pag. 1341 ff., 
Hervorhebungen im Original):

1. Herstellen und Besitz von Pornografie zum Eigenkonsum

mehrfach begangen im Zeitraum vom 24.04.2018 bis 09.06.2018 in H.________, 
________(Strasse), indem sich der Beschuldigte über das Internet, konkret über den P2P-
Filesharing-Dienst eMule, insgesamt mindestens 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsäch-
lichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen beschaffte und diese durchs Herunterladen 
und Abspeichern herstellte. Einen Teil dieser verbotenen Erzeugnisse, nämlich 2’895 Bild- und 
Videodateien (vgl. nachfolgend Ziff.  1.1. erster Abschnitt sowie Ziff. 1.2.) besass der Beschuldigte 
nach deren Herstellung bis zur Sicherstellung vom 11.12.2018 (Hausdurchsuchung). Detailliert 
wie folgt:

1.1. 45 Bild- (inkl. Duplikat) und 32 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Min-
derjährigen, indem er diese Erzeugnisse am 09.06.2018 mit seinem Notebook ________ her-
unterlud und in der Folge auf der internen Festplatte ________ aus dem Notebook ________ 
abspeicherte sowie

11

14 Bild- (1 Duplikat) sowie 19 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Min-
derjährigen, indem er im Zeitraum vom 24.04.2018 bis 02.05.2018 7 Bild- und 8 Videodateien 
sowie am 11./12.06.2018 7 Bild- (1 Duplikat) und 11 Videodateien herunterlud.

Die Aufnahmen zeigen sexuelle Vorgänge mit offensichtlich nicht geschlechtsreifen bzw. min-
derjährigen Mädchen vereinzelt Knaben (z.B. orale, manuelle, vaginale und anale Sexual-
praktiken zwischen Kindern und Erwachsenen sowie Aufnahmen von offensichtlich nicht ge-
schlechtsreifen bzw. minderjährigen Mädchen, die nackt oder teilweise aufreizend posieren, 
wobei der Genitalbereich fokussiert dargestellt wird).

Daneben beschaffte sich der Beschuldigte auf dieselbe Art und Weise:

1.2. Rund 3'800 Bild- (inkl. 600 Duplikate) und 300 Videodateien, welche sog. «Präferenzindikato-
ren» enthalten, d.h. Darstellungen, welche z.B. nackte Kinder, Kinder in nicht altersgerechter, 
sexuell provokanter Kleidung, Pose oder Umgebung oder sexuelle Handlungen zwischen jun-
gen Personen zeigen, wobei 75% der Bilddateien, d.h. rund 2'850 Bilddateien und 85% der 
Videodateien, d.h. 255 Videodateien, tatsächliche sexuelle Handlungen mit Kindern darstel-
len. Auch diese Erzeugnisse lud er am 09.08.2018 mit seinem Notebook ________ herunter 
und speicherte sie in der Folge auf der internen Festplatte ________ aus dem Notebook 
________ ab.

Diese Aufnahmen zeigen insbesondere sog. «Posing-Bilder» mit offensichtlich nicht ge-
schlechtsreifen bzw. minderjährigen Mädchen, die nackt oder teilweise nackt aufreizend po-
sieren, wobei der Genitalbereich und/oder die Brüste fokussiert dargestellt werden (z.B. die 
Dateien 11 / 19 / 24 / 38 / 58 / 66 / 75 / 97 des Auswahlkatalogs Präferenzindikatoren Bilder 
und die Dateien 104-14 / 104-21 / 105-05 / 105-17 / 106-10 / 107-25 des Auswahlkatalogs 
Präferenzindikatoren Videos).

2. Zugänglichmachen von Pornografie

mehrfach begangen, indem der Beschuldigte diese insgesamt mindestens 2'909 Bild- und 306 
Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen während des 
Download-Prozesses aus dem Internet via P2P-Filesharing-Dienst eMule und während der Zeit, in 
welcher sich die Dateien im angegebenen Zielordner befanden, anderen Benutzern von eMule 
zum Herunterladen sowie zum Konsum anbot (vgl. Ziff. 1 hiervor). Er hat so in Kauf genommen, 
dass Dritte – inkl. Personen unter 16 Jahren – diese Erzeugnisse herunterladen können.

3. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

mehrfach begangen

3.1 am 14.09.2018 im Zug ________ zwischen G.________ und H.________, indem

sich der Beschuldigten im fahrenden Zug mitten im Gang auf den Boden legte oder setzte 
und nach Aufforderung der Reisezugbegleiterin, den Gang für die übrigen Gäste frei zu ge-
ben und die Fahrkarte vorzuweisen, zwar aufstand, sich jedoch weigerte, den Swisspass aus 
der Hülle zu nehmen, er stattdessen den Swisspass mitsamt Hülle und weiterer Karten aus-
händigte, sich nach Rückgabe dieser Gegenstände entfernte, diese in eine Ecke schleuderte 
und kurz darauf der Reisezugbegleiterin hinterherlief und ihr drei Mal mit der Faust, evtl. mit 
der flachen Hand auf den linken Oberarm schlug, obwohl die Reisezugbegleiterin die Hand 
nach dem ersten Schlag nach oben gehalten hatte, um dem Beschuldigten zu signalisieren, 

12

dass er aufhören solle. C.________ verspürte aufgrund dieser Einwirkungen während zwei 
Tagen Schmerzen am Oberarm.

8.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Die Verteidigung führte namens des Beschuldigten an der oberinstanzlichen Ver-
handlung aus, der Sachverhalt gemäss Ziff. 1 und 2 der Anklageschrift betreffend 
Pornografie sei erstellt. Der Beschuldigte habe die aufgeführten Erzeugnisse im 
angegebenen Zeitraum heruntergeladen, was als Herstellen i.S. von Art. 197 StGB 
gelte. Unbestritten sei zudem weiter, dass der Beschuldigte die Erzeugnisse abge-
speichert und damit die tatsächliche Herrschaft über die Bilder gehabt habe. 

Bestritten wird seitens des Beschuldigten bzw. gemäss Ausführungen der Verteidi-
gung demgegenüber, dass der Beschuldigte wissentlich und willentlich die Erzeug-
nisse heruntergeladen und die Funktionsweise von P2P gekannt habe 
(pag. 2183 f.).

In Bezug auf Ziff. 3.1. der Anklageschrift, mithin den Vorwurf der Gewalt und Dro-
hung gegen Behörden und Beamte z.N. der Strafklägerin, führte die Verteidigung 
aus, der Sachverhalt sei aufgrund der glaubhaften Aussagen der Strafklägerin im 
Kerngeschehen unbestritten und somit erstellt. Beim Beschuldigten habe jedoch 
eine emotionale Ausnahmesituation vorgelegen, zumal er die Worte der Strafkläge-
rin nicht habe wahrnehmen können und diese aus seiner Sicht ein bedrohliches 
Verhalten an den Tag gelegt habe (pag. 2184).

9. Beweiswürdigung

9.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die Ausführungen 
in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 1863 f., S. 19 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

9.2 Zum Vorwurf der Pornografie

9.2.1 Beweismittel

Für die objektiven und subjektiven Beweismittel kann ebenfalls vollumfänglich auf 
die korrekten Zusammenfassungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1855 
ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Kammer wird auf die 
Aussagen des Beschuldigten an der oberinstanzlichen Verhandlung – sofern ent-
scheidrelevant – direkt im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung eingehen. 

9.2.2 Würdigung der Kammer

Wie unter Ziff. 8.2. hiervor festgehalten, wird vom Beschuldigten oberinstanzlich 
nicht mehr bestritten, die in der Anklageschrift aufgeführten Erzeugnisse herunter-
geladen (Ziff. 1.1. 2. Abschnitt der Anklageschrift) bzw. heruntergeladen, abgespei-
chert und damit besessen zu haben (Ziff. 1.1. Abschnitt 1 sowie Ziff. 1.2. der An-
klageschrift); dafür kann deshalb auf die zutreffenden Erwägungen in den Ziffn. 4.5, 
4.6.1 sowie 4.6.2 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden 
(pag. 1868 ff., S. 24 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Bestritten wird von 
ihm hingegen, die Erzeugnisse bewusst und gewollt heruntergeladen zu haben.

13

Die Vorinstanz hielt zur Frage, ob der Beschuldigte die Erzeugnisse wissentlich 
und willentlich heruntergeladen (und gespeichert sowie besessen) hatte, Folgendes 
fest (pag. 1870 f., S. 26 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte brachte stets vor, dass er die pornografischen Dateien – wenn überhaupt – ohne 
Absicht heruntergeladen habe und keine Kenntnis davon gehabt habe, dass sich diese auf seinem 
Laptop befunden hätten. Er habe über eMule lediglich Musik herunterladen wollen und keine Porno-
grafie. Ein Freund habe ihm auch gesagt, dass eMule «ein Scheiss» sei. Jetzt habe er Spotify, das sei 
viel besser (pag. 161 ff. Z. 461 ff., 536 ff., pag. 1773 Z. 28 ff., 43 ff., pag. 1774 Z. 15 ff.). An der 
Hauptverhandlung wies die Verteidigung des Beschuldigten zudem darauf hin, dass sich Dateien mit 
kinderpornografischem Inhalt auf Tauschbörsen gelegentlich unter dem Namen von Filmen oder Mu-
sik verstecken würden, weshalb es zum versehentlichen Download von entsprechenden Erzeugnis-
sen kommen könne. Zudem hätten sich bei der Analyse des Laptops des Beschuldigten keine Hin-
weise auf Suchbegriffe finden lassen, mit welchen dieser nach illegalen Erzeugnissen gesucht habe 
(pag. 1786 f.).

Das Gericht hegt keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte die Erzeugnisse in vollem Bewusstsein 
und mit dem Willen, diese zu besitzen und zu konsumieren, mithin absichtlich, beschafft hat. Dies aus 
den folgenden Gründen: 

Gegen ein unwissentliches Herunterladen der Dateien spricht vorab, dass der Beschuldigte die glei-
chen Schutzbehauptungen bereits in den beiden früheren Verfahren vorbrachte. So führte er im Jahr 
2013 aus, dass es mit diesem eMule-Programm «passiert» sein müsse. Er habe Musikdaten herun-
terladen und gleichzeitig sei ungewollt «Porno» mitgekommen (pag. 380 Z. 249 ff., pag. 405 
Z. 156 ff.). Das eMule-Programm sei schuldig, nicht er (pag. 379 Z. 180 ff.). Auch im Verfahren des 
Jahres 2017 berief er sich darauf, nur Musik heruntergeladen zu haben (pag. 461 ff. Z. 50 f., 120, 
177 f.). Zudem erklärte er bereits damals, sein Neffe habe ihm gesagt, dass eMule schlecht sei. Er la-
de seine Musik nun über YouTube herunter und habe seit diesem Zeitpunkt keine Probleme mehr mit 
Kinderpornografie (pag. 471 Z.144 ff., pag. 507 Z. 330 ff.). Wie auch im vorliegenden Verfahren sah 
der Beschuldigte die Schuld stets beim Client eMule und nicht etwa bei sich selber. Dass der Be-
schuldigte nun bereits zum dritten Mal – seiner Ansicht nach völlig zufällig – kinderpornogarfische Er-
zeugnisse heruntergeladen haben soll, scheint nach Auffassung des Gerichts ausgeschlossen. Ins-
besondere ist zu beachten, dass die herunterzuladenden Dateien im Client eMule aktiv markiert re-
spektive angeklickt werden müssen, um sie herunterzuladen (vgl. pag. 458). In dieser Hinsicht gab 
der Beschuldigte im letzten Verfahren denn auch an, dass er «draufgeklickt» habe, jedoch nicht ge-
wusst habe, dass es Pornografie sei (pag. 471 Z. 138 ff.). Damit bestätigte er damals zumindest im-
plizit, dass er die verbotenen Dateien – wenn auch in angeblicher Ungewissheit über deren Inhalt – 
durch aktives Anklicken heruntergeladen hat. Dies kann im vorliegenden Fall nicht anders gewesen 
sein. Im Weiteren scheint es äusserst unwahrscheinlich, dass eine derart grosse Anzahl von kinder-
pornografischen Bildern und Videos sowie Präferenzindikatoren (insgesamt über 3'000 Erzeugnisse) 
unbeabsichtigt heruntergeladen wird. Schon ein kurzer Blick auf die jeweiligen Dateigrössen würde 
zeigen, dass es sich nicht bloss um Musik, sondern u.a. um Videos handeln muss. Zudem lassen die 
Namen der 10 Erzeugnisse, welche sich noch in der Anwendung eMule auf dem Computer des Be-
schuldigten befanden, mit enthaltenen Begriffen wie «Rape Child», «Childsex» «Child Porn», «Child 
Fucker», «Preteen Anal Sex Gang Bang», «Fisting Incest Child Teen Preteen Lolita» etc. (vgl. 
pag. 184) keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei um kinderpornografisches Material handelt. Hin-
sichtlich der auf dem Desktop abgespeicherten Dateien erscheint zwar möglich, dass der Beschuldig-
te die Dateien nicht einzeln, sondern als Inhalt eines Ordners bzw. als Paket heruntergeladen hat. 

14

Auch in diesem Fall würde der durchschnittliche Tauschbörsen-Benutzer vor dem Download jedoch 
kurz prüfen, ob sich im Ordner tatsächlich die gewünschten Musikdateien befinden. Dies gilt umso 
mehr für den Beschuldigten, welcher bekanntlich bereits mehrfach Erfahrung mit angeblich unbeab-
sichtigtem Herunterladen von kinderpornografischen Erzeugnissen gemacht hat. Zu einem unbeab-
sichtigten Herunterladen der Dateien passt schliesslich auch nicht, dass die Erzeugnisse nicht sofort 
gelöscht, sondern in einem eigenen Unterordner auf dem Desktop gespeichert bzw. dorthin verscho-
ben wurden. Zum Schluss deutet auch der bereits erwähnte Versuch, den Laptop mit den verbotenen 
Dateien der polizeilichen Kontrolle zu entziehen, stark darauf hin, dass der Beschuldigte ganz genau 
wusste, dass er die Dateien auf dem Laptop abgespeichert hatte. Aus all diesen Gründen erachtet 
das Gericht als erstellt, dass der Beschuldigte die kinderpornografischen Erzeugnisse gemäss Ziff. 1. 
wissentlich und willentlich, mithin absichtlich, herunterlud und abspeicherte, wobei er im Zeitpunkt der 
Sicherstellung auch wusste, dass sich die Dateien gemäss Ziff. 1.1. Abschnitt 1 und Ziff. 1.2. AKS 
weiterhin auf dem Laptop befanden. Daran ändert im Übrigen nichts, dass im vorliegenden Verfahren 
– im Unterschied zum ersten Verfahren (vgl. pag. 399) – keine Hinweise auf einschlägige Suchbegrif-
fe gefunden werden konnten. Einerseits kann bereits mithilfe einer einfachen Google-Suche in Erfah-
rung gebracht werden, wie der Suchverlauf im Client eMule gelöscht werden kann und zudem scheint 
nicht ausgeschlossen, dass der Beschuldigte eine neue Version des Clients installiert hat. Schliesslich 
gab der Beschuldigte auf Frage, welche Suchbegriffe er jeweils eingegeben habe, an, dass die Polizei 
dies ja schon wisse und er es nicht wiederholen müsse. Es sei «damals» schon dasselbe gewesen 
(pag. 116 Z. 362 f.). Selbst wenn er damit – wie im ersten Verfahren geltend gemacht – sagen wollte, 
die einschlägigen Wörter erneut bloss «zum inhaltlichen Verständnis» gegoogelt zu haben (vgl. 
pag. 399 Z. 315 ff.), so gab er implizit jedenfalls zu, von Neuem einschlägige Suchbegriffe verwendet 
zu haben.

Die Kammer kann sich den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz bezüglich 
Wissen und Wollen des Beschuldigten vollumfänglich anschliessen und schliesst 
mit der Vorinstanz ebenfalls aus, dass der Beschuldigte die Dateien unwissentlich 
heruntergeladen hatte. Dafür spricht in erster Linie, dass der Beschuldigte seit dem 
Jahr 2013, mithin seit seinem ersten Verfahren wegen illegaler Pornografie, weiss, 
wie das Programm eMule funktioniert und dass damit illegale Pornografie herunter-
geladen werden kann. So führte er anlässlich seiner Einvernahme vom 5. Februar 
2013 zur Frage, ob er illegale Pornografie auf seinem Laptop gelöscht habe, aus, 
«ja sicher, ich hasse Probleme mit der Polizei, darum habe ich solche gelöscht» 
(pag. 377 Z. 89). Dem Beschuldigten war somit bereits zu diesem Zeitpunkt klar, 
dass sich illegale Pornografie auf seinem Laptop befand, welche er anschliessend 
wieder löschen musste. An der gleichen Einvernahme führte er zudem aus, er habe 
es im Gesamtpaket heruntergeladen und dann getrennt (pag. 379 Z. 165 f.), was 
seine Kenntnisse mit solchen Programmen ungemein unterstreicht. 

Die Schuld dafür, dass auf seinem Laptop illegale Pornografie aufgefunden wurde, 
schob der Beschuldigte – wie bereits früher (vgl. bspw. pag. 379 Z. 181) – dem 
Programm eMule zu (vgl. sinngemäss pag. 2179 f. Z. 36 ff.). Nachdem ihm bereits 
während des ersten Verfahrens im Jahr 2013 bewusst war, dass es sich dabei um 
ein problematisches Programm handelt, gab er im zweiten Verfahren wegen illega-
ler Pornografie im Jahr 2017 erneut an, er habe bei eMule Musik heruntergeladen. 
Dabei sei Kinderpornografie mitgekommen (pag. 507 Z. 320 f.). Er habe diese Mu-
sik auf eMule heruntergeladen, weil es geheissen habe, es sei eine gute Sache 
(pag. 507 Z. 340 f.). Im gleichen Verfahren beteuerte der Beschuldigte dann auch, 

15

er lade die Musik heute über Youtube herunter (pag. 471 Z. 147). Auch an der da-
maligen erstinstanzlichen Verhandlung am 2. Mai 2019 gab er zu Protokoll, er be-
nutze jetzt einen anderen Anbieter (pag. 1009 Z. 1 f.). Trotz dieser Beteuerungen, 
die teilweise vor und teilweise nach den hier zu beurteilenden Delikten zu Protokoll 
gegeben wurden, wurden beim Beschuldigten im vorliegenden Verfahren erneut 
Dateien aufgefunden, die über das Programm eMule heruntergeladen wurden. Die 
damalige Aussage des Beschuldigten, wonach er Musik heute über Youtube herun-
terlade, trifft damit offenkundig nicht zu. Ohne Weiteres rechtens ist somit auch die 
Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass die Schuld nicht beim Programm, sondern 
beim Beschuldigten zu suchen ist, da ausgeschlossen ist, dass er nun bereits zum 
dritten Mal völlig zufällig kinderpornografisches Material heruntergeladen hat.

Für ein absichtliches Downloaden von Kinderpornografie seitens des Beschuldigten 
spricht auch, dass die heruntergeladenen Dateien explizite Namen hatten. Hätte 
der Beschuldigte tatsächlich einfach Musik heruntergeladen und wären die illegalen 
Dateien einfach so mitgekommen, hätten diese mit Sicherheit nicht derart spezifi-
sche Namen gehabt. Hinzu kommt, dass die Dateien stets nur kinderpornografi-
sches Material beinhalteten. Wären diese mit dem angeblichen Download von Mu-
sik lediglich beiläufig heruntergeladen worden, wäre zu erwarten, dass sich auch 
andere illegale (bspw. mit Tieren oder Ähnlichem) oder auch legale Pornografie 
darunter befunden hätte. Die Dateien beinhalteten jedoch allesamt Kinderpornogra-
fie, was nichts anderes bedeuten kann, als dass der Beschuldigte explizit danach 
gesucht und die Erzeugnisse anschliessend heruntergeladen hatte. Mit Blick dar-
auf, dass der Beschuldigte gemäss Beilage zur Anzeige des Bundesamts für Poli-
zei vom 11. Mai 2018 an mehreren verschiedenen Tagen ein File nach dem ande-
ren heruntergeladen hatte (vgl. pag. 26 ff.), ist auch nicht davon auszugehen, dass 
der Beschuldigte lediglich Musik downloadete, wobei ein ganzes Paket an illegaler 
Kinderpornografie mitgekommen wäre. Wie die Vorinstanz schliesslich ebenfalls 
treffend festhielt, spricht auch die Anzahl bzw. die Grösse der Dateien sowie die 
Tatsache, dass diese in einem eigenen Unterordner auf dem Desktop gespeichert 
bzw. dorthin verschoben wurden, gegen ein versehentliches Herunterladen. Die 
Generalstaatsanwaltschaft wies zu Recht darauf hin (pag. 2187), dass die Compu-
terkenntnisse des Beschuldigten nicht als unterdurchschnittlich zu bezeichnen sind, 
womit ihm eine solche Menge an Daten, wäre sie unbeabsichtigt heruntergeladen 
worden, aufgefallen wäre. Zwar mag, wie die Verteidigung zu Recht monierte 
(pag. 2183), zutreffen, dass nicht jeder Tauschbörsen-Benutzer die Dateien prüft. 
Ein solches Vorgehen wäre aber insbesondere vom Beschuldigten zu erwarten 
(gewesen), zumal er in der Vergangenheit bereits zwei Strafverfahren wegen illega-
ler Pornografie durchlaufen und – wie zuvor aufgezeigt – bereits damals angege-
ben hatte, eMule nicht mehr zu brauchen. Vielmehr wurden die Dateien wiederum 
mittels eMule heruntergeladen und gar noch in einem Unterordner auf dem 
Desktop gespeichert bzw. dorthin verschoben, was letztlich ebenfalls dafürspricht, 
dass sie bewusst und gewollt heruntergeladen wurden. 

In Bezug auf Ziff. 2 der Anklageschrift bestreitet der Beschuldigte, die Funktions-
weise von P2P gekannt bzw. gewusst zu haben, dass Dateien beim Download 
gleichzeitig anderen zur Verfügung gestellt würden (pag. 2184). Die Vorinstanz er-
wog dazu im Wesentlichen, dass aufgrund der technischen Kenntnisse des Be-

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schuldigten, seiner langjährigen Erfahrung mit P2P Filesharing-Diensten sowie der 
bereits in einem früheren Verfahren erfolgten Konfrontation mit der Thematik als 
erstellt zu gelten habe, dass der Beschuldigte die Funktionsweise der Anwendung 
von eMule gekannt habe und ihm damit bewusst gewesen sei, dass andere Benut-
zer – darunter auch solche unter 16 Jahren – während des Download-Prozesses 
und während der Zeit, in welcher sich die Dateien im angegebenen Zielordner be-
fanden, Zugriff auf die kinderpornographischen Dateien erhalten hätten (pag. 1874, 
S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diesen Ausführungen kann sich die 
Kammer wiederum integral anschliessen. 

Die Verteidigung machte anlässlich des oberinstanzlichen Parteivortrags geltend, 
bei den von der Vorinstanz erwähnten technischen Kenntnissen des Beschuldigten 
handle es sich um rudimentäre IT-Kenntnisse, die auch Kinder im Vorschulalter 
beherrschen würden. Diese Auffassung teilt die Kammer nicht. Wie die Vorinstanz 
treffend festhielt, scheint sich der Beschuldigte immerhin mit Windows, Windows 
Vista und Windows Vista Business auszukennen, kann einen Laptop zurücksetzen 
und Dateien von heruntergeladener Musik zippen. Der Beschuldigte verfügte somit 
nicht nur über minimale technische Kenntnisse. Für die Kammer hat zudem auch 
als erstellt zu gelten, dass der Beschuldigte insbesondere aufgrund der beiden ver-
gangenen Strafverfahren in der gleichen Angelegenheit vom automatisierten Vor-
gang von eMule bzw. der Funktionsweise von P2P gewusst haben musste. Einer-
seits ergibt sich bereits aus der Tatsache, dass es sich bei eMule um eine Tausch-
börse handelt, dass Dateien gegenseitig zur Verfügung gestellt werden, was auch 
dem Beschuldigten klar sein musste. Andererseits wurde ihm bereits in einem der 
früheren Verfahren im Rahmen der Schlusseinvernahme erklärt, dass er während 
des Downloads für andere Filesharing-Nutzer Dateien zugänglich mache (pag. 407 
Z. 212 f.). Der Beschuldigte antwortete damals zwar, er habe niemandem Dateien 
zur Verfügung gestellt (pag. 407 Z. 214). Dies ändert jedoch nichts daran, dass 
man ihm bereits damals erklärte, dass während dem Download Dateien auch für 
andere Filesharing-Nutzer zugänglich gemacht würden. Der Beschuldigte musste 
sich spätestens ab diesem Zeitpunkt über diesen Vorgang im Klaren sein. Dafür, 
dass er dies nach besagter Schlusseinvernahme einfach wieder vergessen hätte, 
liegen keine Anhaltspunkte vor. Der Beschuldigte musste somit wissen, dass seine 
heruntergeladenen Erzeugnisse auch für andere Personen – darunter aufgrund des 
Zugangs ohne Alterslimite auch an Personen unter 16 Jahren – zugänglich sind.

Nach dem Gesagten erweisen sich die angeklagten Sachverhalte gemäss Ziff. 1 
und 2 der Anklageschrift als erstellt.

9.3 Zum Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

9.3.1 Beweismittel

Die zur Verfügung stehenden objektiven und subjektiven Beweismittel bezüglich 
des Vorfalls vom 14. September 2018 im Zug zwischen H.________ und 
G.________ wurden von der Vorinstanz vollständig und umfassend wiedergege-
ben; darauf kann verwiesen werden (pag. 1882 ff., S. 38 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Auf die Wiedergabe der Aussagen des Beschuldigten anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung zu diesem Vorfall wird an dieser Stelle ver-

17

zichtet und – sofern von Relevanz – direkt im Rahmen der konkreten Würdigung 
eingegangen.

9.3.2 Konkrete Würdigung der Kammer

Wie unter Ziff. 8.2. hiervor erwähnt, bestreitet der Beschuldigte den Kernsachver-
halt aufgrund der glaubhaften Aussagen der Strafklägerin nicht. Der Vollständigkeit 
halber kann somit vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz betref-
fend unbestrittenem Sachverhalt und erstelltem Sachverhalt verwiesen werden 
(pag. 1886 und pag. 1889, S. 42 und S. 45 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Der Beschuldigte bestreitet nicht, am 14.09.2018 im fahrenden Zug ________ zwischen G.________ 
und H.________ auf dem Boden geschlafen zu haben und sich trotz Aufforderung der Zugbegleiterin 
geweigert zu haben, den Swisspass aus der Schutzhülle zu nehmen (pag. 51 Z. 28 ff., 40 ff., pag. 157 
Z. 288 ff.). Auch räumte er ein, den Swisspass nach dessen Rückgabe in eine Ecke geworfen zu ha-
ben, der Zugbegleiterin anschliessend hinterhergelaufen zu sein und diese ein oder höchstens zwei 
Mal mit der offenen, flachen Hand «angetätscht» bzw. «angetippt» zu haben (pag. 51 f. Z. 59 ff., 70, 
pag. 157 Z. 291 ff.). Dies habe er getan, um sich bemerkbar zu machen, da die Zugbegleiterin ihn 
nicht gehört habe (pag. 157 f. Z. 309 ff., 325 ff.). […]

In Übereinstimmung mit den Schilderungen der Strafklägerin sowie in Anbetracht des erregten 
Gemütszustandes des Beschuldigten erachtet das Gericht als erstellt, dass er die Strafklägerin mit 
Schlägen auf den linken Oberarm traktandierte [recte: traktierte], und es sich nicht etwa um ein blos-
ses Antippen bzw. «Antätschen» handelte, mit welchem der Beschuldigte ihre Aufmerksamkeit erre-
gen wollte. Dass der Oberarm der Strafklägerin – wie von F.________ beschrieben – nach dem Vor-
fall gerötet war und gemäss Aussagen der Strafklägerin zwei Tage lang schmerzte, deutet sodann 
darauf hin, dass die Schläge doch von einer gewissen Heftigkeit waren.

In Bezug auf die Frage, ob es sich um Faustschläge oder Schläge mit der flachen Hand handelte, ist 
ebenfalls auf die Aussagen der Strafklägerin abzustellen, wonach es sich um Faustschläge gehandelt 
haben müsse. Dafür spricht auch, dass F.________ beim dritten Schlag sah, wie der Beschuldigte 
ausholte und wie sich dessen Faust in Richtung der Strafklägerin bewegte. Schliesslich kann auch 
hinsichtlich der Anzahl an Schlägen auf die präzisen Ausführungen der Strafklägerin anlässlich der 
tatnächsten Einvernahme abgestellt werden, wonach es sich insgesamt um drei Schläge handelte. 
Diesbezüglich äusserte im Übrigen auch F.________, welcher beim dritten Schlag hinter der Strafklä-
gerin gestanden ist, die Vermutung, dass der Beschuldigte sie wohl erneut getroffen habe.

Eine emotionale Ausnahmesituation, wie sie vom Beschuldigten oberinstanzlich 
geltend gemacht wird (pag. 2184) und ihn (vermeintlich) dazu berechtigt hätte, sich 
zu wehren, lag nach Ansicht der Kammer nicht vor. Der Beschuldigte legte sich 
gemäss eigenen Angaben mangels freier Sitzplätze und aufgrund von Müdigkeit 
während der Fahrt von H.________ nach G.________ im Mittelgang auf den Bo-
den, was sich grundsätzlich nicht gehört und ein provokatives Verhalten darstellt. 
Oberinstanzlich machte der Beschuldigte geltend, die Frau [die Strafklägerin] sei 
durchgelaufen und habe ihn blöd angeschaut, was er als frech empfunden habe. 
Sie habe ihn zudem mit dem Fuss geweckt und ihn gestossen, anstatt ihn anzutip-
pen, was nicht fair gewesen sei (pag. 2178 Z. 16 ff.). Gestützt auf die glaubhaften 
Aussagen der Strafklägerin hat indes als erstellt zu gelten, dass diese den Be-
schuldigten erst verbal angesprochen und anschliessend mangels Reaktion seiner-

18

seits auf die Schulter geklopft hatte (pag. 173 f. Z. 20 ff.). Dieses Vorgehen war 
zweifelsohne richtig, legitim und notwendig, um auch beim Beschuldigten die Bil-
lettkontrolle durchführen zu können. Auf die Frage des Vorsitzenden an der oberin-
stanzlichen Verhandlung, ob er, der Beschuldigte, es nicht normal finde, dass man 
ihn gegebenenfalls etwas unsanfter wecke, wenn er im Zug am Boden schlafe, 
führte der Beschuldigte aus, er verstehe das, aber man hätte ihn auch anständiger 
wecken können. Es sei so grob gewesen, dass er sich aufgeregt habe. Die Leute 
hätten dies gesehen, und sie hätten gewusst, dass er gehörlos und müde sei, und 
niemand habe ihm geholfen. Die SBB-Frau [die Strafklägerin] habe ihm gesagt, sie 
rufe die Polizei, was ihn betroffen gemacht habe, und sie habe ihm auch mit einer 
Anzeige gedroht (pag. 2178 Z. 24 ff.). Dass der Beschuldigte seitens der Strafklä-
gerin schroff angegangen wäre, stellt eine reine Schutzbehauptung seinerseits dar 
und wurde weder von der Strafklägerin selber noch von F.________, welcher eben-
falls anwesend war, so ausgesagt. Aus den Aussagen des Beschuldigten wird je-
doch deutlich, dass er sich zufolge seiner Gehörlosigkeit als Opfer der Behörden 
sah und sich von diesen ungerecht behandelt fühlte. Dies war bereits beim – 
rechtskräftig abgeurteilten – Vorfall vom 11. Dezember 2018 z.N. von I.________ 
der Fall, wo der Beschuldigte anlässlich einer Personenkontrolle von der Polizei 
aufgefordert wurde, sich auszuweisen und seinen Laptop auszuhändigen, und sich 
anschliessend derart dagegen wehrte, dass er ins Polizeiauto getragen und fixiert 
werden musste. Im Polizeiauto biss er I.________ schliesslich in die linke Wade. 
Auch dort machte der Beschuldigte geltend, die Polizei sei unglaublich kalt, wirklich 
hart und nicht freundlich zu ihm gewesen und hätte ihn geschlagen (pag. 1892 ff., 
S. 48 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Gleich verhält es sich bezüglich 
eines Vorfalls im November 2017, wo der Beschuldigte ebenfalls einen Polizisten 
gebissen hatte und dafür rechtskräftig verurteilt wurde (pag. 993 ff. und pag. 1023). 
An der damaligen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe 
nicht angefangen, die Polizisten seien aggressiv auf ihn losgekommen. Er habe 
nicht extra zugebissen. Er habe schon gebissen, aber nicht extra, es sei eine Re-
flexreaktion gewesen, er sei sehr wütend gewesen. Hätte der Polizist jedoch mit 
ihm gesprochen, wäre alles friedlicher verlaufen (pag. 1001 Z. 8 ff. und Z. 25 ff.). 
Gestützt auf diese Vorfälle wird ersichtlich, dass sich der Beschuldigte offenbar des 
Öfteren und sehr schnell ungerecht behandelt fühlt und entsprechend heftig rea-
giert, ohne dass es dafür jedoch Anlass gäbe. So muss es auch im hier zu beurtei-
lenden Fall gewesen sein: Das (berechtigte) Wecken und die Aufforderung der 
Strafklägerin, den Gang freizugeben und das Billett vorzuweisen, empfand der Be-
schuldigte – grundlos – als ungerecht und reagierte – ebenfalls ohne Grund – ent-
sprechend heftig, nämlich letztlich mit Faustschlägen auf den linken Oberarm der 
Strafklägerin. Aufgrund seiner eigenen Entscheidung, sich im Mittelgang hinzule-
gen, musste ihm indes bewusst gewesen sein, bei dieser Position die Kontrolleurin 
bzw. die Strafklägerin gegebenenfalls nicht kommen zu sehen und insbesondere 
ihre Körpersprache nicht wahrnehmen zu können.

Der angeklagte Sachverhalt erweist sich auch hinsichtlich Ziff. 3.1. der Anklage-
schrift als erstellt. Eine emotionale Ausnahmesituation des Beschuldigten, die ihn 
zu einer entsprechenden Handlung berechtigt hätte, lag nicht vor.

19

III. Rechtliche Würdigung

10. Pornografie

10.1 Theoretische Grundlagen

Für die theoretischen Grundlagen zum Tatbestand kann vollumfänglich auf die 
Ausführungen in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden 
(pag. 1874 ff., S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.2 Subsumtion

10.2.1 Herstellen und Besitz von Pornografie zum Eigenkonsum

Auch betreffend die Subsumtion kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz verwiesen werden. Betreffend Herstellen und Besitz von Pornografie zum 
Eigenkonsum hielt die Vorinstanz fest was folgt (pag. 1878 ff., S. 34 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

Die 45 Bild- (inkl. Duplikat) und 32 Videodateien gemäss Ziff. 1.1. Abschnitt 1 AKS (vgl. den Auswahl-
katalog ________, pag. 189 ff. und 321 f.) sowie die 14 Bild- (inkl. 1 Duplikat) und 19 Videodateien 
gemäss Ziff. 1.1. Abschnitt 2 AKS (vgl. pag. 25 ff, 35 ff., 39) zeigen sexuelle Vorgänge mit offensicht-
lich nicht geschlechtsreifen bzw. minderjährigen Mädchen und vereinzelt Knaben (z.B. orale, manuel-
le, vaginale und anale Sexualpraktiken zwischen Kindern sowie zwischen Kindern und Erwachsenen). 
Weiter befinden sich darunter Aufnahmen von ebenfalls nicht geschlechtsreifen bzw. minderjährigen 
Mädchen und vereinzelt Knaben, welche nackt oder teilweise nackt aufreizend posieren, wobei der 
Genitalbereich fokussiert dargestellt wird. Die Bilder und Filme sind objektiv betrachtet darauf ausge-
legt, den Konsumenten sexuell aufzureizen und lassen die gezeigten Minderjährigen als blosse Se-
xualobjekte erscheinen. Damit handelt es sich bei den genannten Dateien zweifelsohne um harte por-
nografische Erzeugnisse i.S.v. Art. 197 Abs. 5 StGB, welche tatsächliche sexuelle Handlungen mit 
Minderjährigen zum Inhalt haben (Satz 2 des genannten Artikels).

Die 3'800 Bild- (inkl. 600 Duplikate) und 300 Videodateien gemäss Ziff. 1.2 AKS wurden vom FDF als 
«Dateien mit deliktsspezifischen Präferenzindikatoren» klassifiziert (vgl. den Auswahlkatalog 
________, pag. 220 ff. und 323 ff.). Unter diese Kategorie fallen Darstellungen «im Graubereich», d.h. 
solche, die zwar Verbotenes enthalten könnten, bei welchen die Kriterien zur Qualifikation als «Kin-
derpornografie» jedoch nicht zweifellos erfüllt sind, beispielsweise, weil das Alter der Darsteller oder 
der sexuelle Bezug schwer einzuschätzen sind. Entsprechend können sich in dieser Kategorie neben 
verbotenen auch nicht verbotene Erzeugnisse befinden, welche jedoch Hinweise auf die Präferenz 
geben (vgl. etwa das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 20 178 vom 9. Februar 2021 
Ziff. 6.). Nach einer summarischen Prüfung der Bilder und Videos gelangt das Gericht zu Gunsten des 
Beschuldigten sowie in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft zur Auffassung, dass bloss 75 % 
der Bilddateien (d.h. rund 2'850 Erzeugnisse) sowie 85 % der Videodateien (d.h. 255 Erzeugnisse) als 
strafbar i.S.v. Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB zu qualifizieren sind. Als strafbar wurden insbesondere die-
jenigen Aufnahmen eingestuft, welche offensichtlich nicht geschlechtsreife bzw. minderjährige Mäd-
chen und vereinzelt Knaben zeigen, die nackt, teilweise nackt oder in nicht altersgerechter, sexuell 
provokativer Kleidung aufreizend posieren, wobei der Genitalbereich und/oder die Brüste fokussiert 
dargestellt werden. Diese Aufnahmen präsentieren die jeweiligen Minderjährigen als blosse Sexualob-
jekte und sind offensichtlich darauf ausgelegt, die geschlechtliche Erregung des Betrachters zu erwe-
cken. Dass sich unter den Bildern Duplikate befinden, kann höchstens im Rahmen der Strafzumes-
sung berücksichtigt werden.

20

Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte sämtliche in Ziff. 1. der AKS aufgeführten Er-
zeugnisse im Zeitraum vom 24.04.2018 bis 02.05.2018, am 09.06.2018 sowie am 11.12.06.2018 über 
den P2P Filesharing-Client eMule heruntergeladen. Hierbei handelt es sich nach ständiger bundesge-
richtlicher Rechtsprechung um ein Herstellen i.S.v. Art. 197 Abs. 5 StGB, da durch den Download je-
weils je eine weitere, identische Datei entstanden ist.

Weiter ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte die Dateien gemäss Ziff. 1.1. Abschnitt 1 und 
Ziff. 1.2. auf der internen Festplatte seines Laptops ________ abspeicherte. Bis zur Sicherstellung 
des Laptops am 11.12.2018 hatte er folglich die Möglichkeit, jederzeit über die Erzeugnisse zu verfü-
gen, indem er diese beispielsweise verändern, löschen, kopieren usw. konnte. Damit hatte der Be-
schuldigte die tatsächliche Sachherrschaft über die Bilder und Videos, womit er diese in objektiver 
Hinsicht i.S.v. Art. 197 Abs. 5 StGB besass. 

Der objektive Tatbestand von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB ist damit sowohl durch das Herstellen als 
auch den Besitz von Erzeugnissen mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen erfüllt.

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte wissentlich und willentlich, mithin mit direktem Vor-
satz. Insbesondere wusste der Beschuldigte um den offensichtlich kinderpornografischen Charakter 
der Erzeugnisse und lud diese jeweils durch aktives Anklicken der Dateien über den P2P Filesharing-
Client eMule herunter (vgl. Ziff. II.A.4.6.3. vorstehend). Sodann ist beweismässig erstellt, dass er die 
Erzeugnisse gemäss Ziff. 1.1. Abschnitt 1 und Ziff. 1.2. der AKS wissentlich und willentlich in einem 
eigenen Unterordner auf dem Desktop abspeicherte, damit er jederzeit darauf zugreifen konnte (vgl. 
Ziff. II.A.4.6.3. vorstehend). Insofern kann auch der diesbezügliche Besitzeswillen bejaht werden. Die-
sen hat er im Übrigen auch in Bezug auf die sich darunter befindlichen temporären Dateien manifes-
tiert, da er diese im Nachgang an die automatische Speicherung nicht gelöscht hat bzw. in den Ord-
ner auf den Desktop verlegt hat. Die Absicht des Beschuldigten bestand darin, sich kinderpornografi-
sches Material für den Eigenkonsum zu beschaffen und zu besitzen (vgl. Ziff. II.A.4.6.4. vorstehend). 
Entsprechend handelte er mit einem auf den Eigenkonsum gerichteten Verwirklichungswillen, womit 
neben dem objektiven auch der subjektive Tatbestand des Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB erfüllt ist.

Schliesslich sind vorliegend weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich. Insbe-
sondere kam der beauftragte Gutachter Dr. med. M.________ in seinem Ergänzungsgutachten vom 
03.02.2021 zum Schluss, dass beim Beschuldigten aus forensisch-psychiatrischer Sicht keine Hin-
weise auf eine aufgehobene oder erheblich verminderte Einsichts- und/oder Steuerungsfähigkeit be-
stehen (pag. 1437 f., 1460 f.). Aus rechtlicher Sicht bestehen demnach keine Anhaltspunkte für eine 
Schuldunfähigkeit i.S.v. Art. 19 Abs. 1 StGB.

Damit ist der Beschuldigte der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (mehrfach begangen) 
durch Herstellung und Besitz zum Eigenkonsum schuldig zu erklären.

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer vollumfänglich anschliessen. Nach-
dem der Beschuldigte oberinstanzlich nicht mehr bestritt, die in der Anklageschrift 
aufgeführten Erzeugnisse im angegebenen Zeitraum heruntergeladen, abgespei-
chert und damit besessen zu haben, ist der objektive Tatbestand von Art. 197 
Abs. 5 Satz 2 StGB erfüllt und bedarf keiner weiteren Ausführungen. Bestritten wird 
vom Beschuldigten in Bezug auf die Tathandlung des Herstellens, mit direktem 
Vorsatz gehandelt zu haben. Er macht geltend, diesbezüglich nur in Kauf genom-
men zu haben, die fraglichen Erzeugnisse herunterzuladen (pag. 2183 f.).

Gestützt auf die konkrete Beweiswürdigung gemäss Ziff. 9.2.2. hiervor ist für die 
Kammer wie beim Besitz zum Eigenkonsum auch in Bezug auf das Herstellen die 

21

Erfüllung des subjektiven Tatbestands durch direkten Vorsatz ohne Weiteres gege-
ben. Die vom Beschuldigten heruntergeladenen Dateien enthielten allesamt sehr 
explizite Namen und beinhalteten nur kinderpornografisches Material, was gegen 
einen versehentlichen und vielmehr für einen gezielten Download spricht. Auch die 
Anzahl und die Grösse der Dateien sowie die Tatsache, dass die Erzeugnisse je-
weils in einem Unterordner separat abgespeichert wurden, spricht definitiv gegen 
ein Versehen. Der Beschuldigte gab bereits früher an, seine Musik nicht mehr mit-
tels eMule herunterzuladen, weil dies schlecht sei, tat es aber dennoch wieder. So-
dann kann aufgrund seiner Erfahrung aus den zwei vergangenen Strafverfahren 
betreffend illegale Pornografie nicht mehr davon gesprochen werden, der Beschul-
digte hätte die Herstellung solcher Erzeugnisse nicht absichtlich gewollt und nur in 
Kauf genommen, zumal diese, wie eben erwähnt, auf dem Desktop auch noch ex-
plizit in einem Unterordner abgespeichert wurden. Der Beschuldigte handelte mit 
Wissen und Willen und damit direktvorsätzlich.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind vorliegend keine ersicht-
lich. 

Der Beschuldigte hat sich demnach der Pornografie, begangen durch Herstellen 
zum Eigenkonsum von 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächlichen sexuel-
len Handlungen mit Minderjährigen im Zeitraum vom 24. April 2018 bis am 2. Mai 
2018 sowie am 9., 11. und 12. Juni 2018 einerseits und andererseits durch Besitz 
zum Eigenkonsum von 2'895 und 287 der vorgenannten Bild- und Videodateien mit 
tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen im Zeitraum vom 9. Juni 
2018 bis am 11. Dezember 2018, schuldig gemacht.

10.2.2 Zugänglichmachen von Pornografie

Zum Tatbestand des Zugänglichmachens von harter Pornografie hielt die Vor-
instanz Folgendes fest (pag. 1880 f., S. 36 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Wie bereits ausgeführt wurde, haben von den Dateien, welche der Beschuldigte im Zeitraum vom 
24.04.2018 bis 02.05.2018, am 09.06.2018 sowie am 11.12.06.2018 über den P2P Filesharing-Client 
eMule herunterlud, insgesamt 2'909 Bild- und 306 Videodateien tatsächliche sexuelle Handlungen mit 
Minderjährigen zum Inhalt, womit sie als harte pornografische Erzeugnisse i.S.v. Art. 197 Abs. 4 Satz 
2 StGB zu qualifizieren sind (vgl. Ziff. II.A.5.2.1. hiervor).

Sodann ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte während des Download-Prozesses sowie 
während der Zeit, in welcher sich die Dateien im entsprechend verknüpften Zielordner befanden, sys-
tembedingt sämtlichen eMule-Nutzern die Möglichkeit einräumte, die Dateien herunterzuladen und zu 
konsumieren (vgl. Ziff. II.A.4.7. vorstehend). Gemäss Lehre und Rechtsprechung hat er die fraglichen 
Erzeugnisse damit einem unbekannten Personenkreis – darunter zufolge fehlender Zugangsbe-
schränkung auch unter 16-Jährigen – i.S.v. Art. 197 Abs. 1 und 4 Satz 2 StGB zugänglich gemacht. 
Die objektiven Tatbestände dieser beiden Bestimmungen sind erfüllt (zuletzt bestätigt in den Urteilen 
des Obergerichts SK 20 467/468 vom 21.04.2021 Ziff. 10.2 und SK 21 68 vom 09.11.2021 Ziff. 16.4).

Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass der effektive Zugriff auf die Dateien durch andere Nutzer 
für die Strafbarkeit nach Art. 197 Abs. 1 und 4 StGB nicht erforderlich ist, vorliegend aber teilweise 
nachgewiesen werden konnte. Dies wird im Rahmen der Strafzumessung verschuldenserhöhend zu 
berücksichtigen sein.

22

Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigten die Funkti-
onsweise der Anwendung eMule aufgrund seiner technischen Kenntnisse, seiner langjährigen Erfah-
rung mit P2P Filesharing-Diensten sowie der bereits in einem früheren Verfahren erfolgten Konfronta-
tion mit der Thematik kannte (vgl. Ziff. II.A.4.7. vorstehend). Der Beschuldigte wusste daher, dass er 
die kinderpornografischen Dateien während des Download-Prozesses und während der Zeit, in wel-
cher sich die Dateien im angegebenen Zielordner befanden, anderen Benutzern zugänglich machte. 
Da der Beschuldigte die P2P-Plattform eMule regelmässig benutzte, musste ihm sodann auch be-
kannt sein, dass auf der Plattform keine Altersabfrage erfolgt und demnach auch unter 16-Jährige Zu-
griff auf sämtliche Dateien erhielten.

Als erstellt betrachtet wurde weiter, dass der Beschuldigte die potentielle Weiterverbreitung bzw. das 
Zugänglichmachen der strafbaren pornografischen Erzeugnisse nicht direkt beabsichtigte, da sein ei-
gentliches Ziel das Herunterladen der Dateien zum Eigenkonsum war (vgl. Ziff. II.A.4.7. vorstehend). 
Aufgrund der technischen Funktionsweise des P2P Filesharing-Dienstes eMule stellte das Zugäng-
lichmachen der Dateien jedoch eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung seines Handlungszie-
les dar, was dem Beschuldigten – wie erwähnt – bewusst war. Auch wenn der Beschuldigte die Da-
teien anderen Nutzern (inkl. unter 16-Jährigen) grundsätzlich nicht zugänglich machen wollte und ihm 
diese Folge gegebenenfalls sogar unerwünscht war, nahm er sie dennoch in Kauf, um sein eigentli-
ches Handlungsziel, den Download der pornografischen Erzeugnisse zum Eigenkonsum, zu errei-
chen. Damit handelte der Beschuldigte jeweils mit Eventualvorsatz, womit die subjektiven Tatbestän-
de der Art. 197 Abs. 1 und 4 Satz 2 StGB erfüllt sind.

Da im Übrigen keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, ist der Beschul-
digte der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 und 4 Satz 2 StGB (mehrfach begangen) durch Zugäng-
lichmachen schuldig zu sprechen.

Die Erfüllung des objektiven Tatbestands wurde vom Beschuldigten oberinstanzlich 
aufgrund der vorhandenen Beweismittel nicht mehr bestritten. Betreffend den sub-
jektiven Tatbestand stellte er sich indes auf den Standpunkt, nicht gewusst zu ha-
ben, dass ein automatischer Vorgang passiere, womit er auch nicht eventualvor-
sätzlich gehandelt haben könne. Der Beschuldigte verlangte dementsprechend ei-
nen Freispruch (pag. 2184).

Die Kammer schliesst sich den korrekten Ausführungen der Vorinstanz auch hin-
sichtlich des Zugänglichmachens integral an. Der Beschuldigte verfügte – wie das 
Beweisergebnis hiervor zeigte – zweifelsohne über gewisse technische Kenntnisse 
und verwendete eMule bereits seit mehreren Jahren. In einem der vergangenen 
Strafverfahren wurde ihm zudem erklärt, dass er mit dem Download von Erzeug-
nissen gleichzeitig auch anderen Nutzern der Plattform ermögliche, diese herunter-
zuladen, was dem Beschuldigten nach wie vor hätte präsent sein müssen. Der Be-
schuldigte handelte somit eventualvorsätzlich, womit auch der subjektive Tatbe-
stand erfüllt ist. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind vorliegend keine ersicht-
lich. 

Der Beschuldigte ist demnach der Pornografie, begangen im Zeitraum vom 
24. April bis am 2. Mai 2018 sowie am 9., 11. und 12. Juni 2018 durch Zugänglich-
machen von mindestens 2'909 und 305 Bild- und Videodateien mit tatsächlichen 

23

sexuellen Handlungen von Minderjährigen, u.a. Personen unter 16 Jahren, schuldig 
zu erklären.

11. Konkurrenzen

In Bezug auf die Konkurrenz zwischen den beiden erfüllten Tatbeständen des Her-
stellens und Besitzes von Pornografie zum Eigenkonsum gemäss Art. 197 Abs. 1 
und Abs. 4 Satz 2 StGB sowie des Zugänglichmachens von Pornografie an Minder-
jährige, u.a. Personen unter 16 Jahren, gemäss Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 Satz 2 
StGB hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, die verschiedenen, auf den Eigen-
konsum gerichteten Durchgangsstufen des Herstellens und des Besitzes im Sinne 
von Art. 197 Abs. 5 StGB würden in unechter Konkurrenz zueinander stehen, da es 
sich dabei um verschiedene Entwicklungs- und Durchgangsstufen desselben delik-
tischen Angriffs handle. Dies sei bei der Ausfertigung des Dispositivs verkannt wor-
den und in Bezug auf die 2'895 Bild- und 287 Videodateien mit tatsächlichen sexu-
ellen Handlungen mit Minderjährigen, welche der Beschuldigte hergestellt und an-
schliessend besessen habe, ein Schuldspruch sowohl wegen Herstellens zum Ei-
genkonsum als auch wegen Besitzes zum Eigenkonsum ausgefällt worden. Korrek-
terweise hätte jedoch ein Schuldspruch wegen Besitzes von Pornografie zum Ei-
genkonsum ergehen müssen, zumal der Besitz die letzte Verwirklichungsstufe dar-
gestellt habe. Der Beschuldigte wäre somit lediglich für 14 Bild- und 19 Videodatei-
en wegen Herstellens von Pornografie zu verurteilen gewesen, bei welchem ihm 
ausschliesslich das Herstellen, nicht jedoch der Besitz nachgewiesen habe werden 
können (pag. 1881, S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Die vorinstanzliche Auffassung teilt die Kammer nicht, sondern gelangt im vorlie-
genden Fall zur Überzeugung, dass der Beschuldigte in Bezug auf die Tathandlung 
des Herstellens nicht nur für 14 Bild- und 19 Videodateien, sondern für sämtliche 
2'909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Min-
derjährigen (vgl. Ziff. 1 der Anklageschrift) schuldig zu erklären und zu bestrafen 
ist. Die von der Vorinstanz ins Licht geführte Argumentation, wonach dem Beschul-
digten nur der Besitz von 2'895 Bild- und 287 Videodateien habe nachgewiesen 
werden können und dies die letzte Durchgangsstufe darstelle, womit im Ergebnis 
nur für 14 Bild- und 19 Videodateien ein Schuldspruch wegen Herstellens zum Ei-
genkonsum zu ergehen habe (vgl. Ziff. 1.1. der Anklageschrift), erweist sich inso-
fern als unzutreffend, als der Beschuldigte auch diejenigen Dateien, die sich erwie-
senermassen noch in seinem Besitz befunden haben, irgendwann heruntergeladen 
haben musste. Die Herstellung bzw. das Herunterladen solcher Dateien zum Ei-
genkonsum stellt für die Kammer gegenüber dem Besitz zum Eigenkonsum denn 
auch die schwerere Tathandlung dar. Hinzu kommt, dass beim Besitz jegliche Ver-
vielfältigungshandlung fehlen würde und auch das Gesetz explizit zwischen der 
Tathandlung des Herstellens zum eigenen Konsum sowie des Besitzes zwecks Ei-
genkonsums unterscheidet («[…] zum eigenen Konsum herstellt, […] oder sonst 
wie beschafft oder besitzt […]»). Damit ist der Beschuldigte wie in der Anklage-
schrift vom 15. September 2020 vorgesehen wegen Herstellens zum Eigenkonsum 
von 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit 
Minderjährigen sowie wegen Besitzes zum Eigenkonsum von 2'895 Bild- und 
287 Videodateien dieser verbotenen Erzeugnisse schuldig zu erklären.

24

Als zutreffend erweist sich hingegen, was die Vorinstanz hinsichtlich der Konkur-
renz zwischen den Absätzen 1 und 4 zu Absatz 5 sowie zwischen den Absätzen 1 
und 4 von Art. 197 StGB selber ausführte, nämlich, dass diese jeweils in echter 
Konkurrenz zueinander stünden und der Beschuldigte damit im Ergebnis wegen 
jeweils mehrfacher Verstösse gegen Art. 197 Abs. 1, Abs. 4 Satz 2 und Abs. 5 Satz 
2 schuldig zu sprechen sei (pag. 1881 f., S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

12. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

12.1 Theoretische Grundlagen

Für die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte wird auf die umfassenden Ausführungen in der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung verwiesen (pag. 1889 ff., S. 45 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung).

12.2 Subsumtion

Für die Subsumtion kann ebenfalls auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz verwiesen werden (pag. 1891 f., S. 47 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Die Erfüllung des objektiven und subjektiven Tatbestands von Art. 285 
Ziff. 1 StGB ist unbestritten. Indem der Beschuldigte der Strafklägerin nach Rück-
gabe seines Billetts sowie weiterer Karten hinterherlief und ihr drei Mal mit Faust-
schlägen auf den linken Oberarm schlug, so dass diese während zweier Tage 
Schmerzen im Oberarm verspürte, wirkte er gewaltsam auf sie als Amtsträgerin 
ein. Er behinderte sie durch dieses Verhalten zudem an ihrer Arbeit, da die Straf-
klägerin die Billettkontrolle nicht ungestört fortführen konnte. Der Beschuldigte 
schlug die Strafklägerin zudem bewusst und gewollt und wollte sie damit auch an 
ihrer Amtshandlung, dem Kontrollieren von Billetts, hindern.

Die Verteidigung machte oberinstanzlich geltend, beim Beschuldigten sei von Puta-
tivnotwehr oder einer Provokation auszugehen, zumal dieser am Boden gelegen 
habe und die Worte der Zugbegleiterin nicht habe wahrnehmen können. Der Be-
schuldigte achte sich vielmehr auf die Körpersprache. Gemäss seinen Aussagen 
habe die Zugführerin ihn schroff angegangen, weshalb für ihn ein bedrohliches 
Verhalten bestanden habe, seine Abwehrreaktion entsprechend unmittelbar erfolgt 
und als Tätlichkeit im Bereich des Zulässigen anzusiedeln sei (pag. 2184).

Der Beschuldigte legte sich im Mittelgang des Zuges unbestrittenermassen auf den 
Boden. Damit schuf er die Grundlage dafür, dass die Strafklägerin ihm für die Bil-
lettkontrolle auf die Schulter klopfen musste. Dies musste dem Beschuldigten ohne 
Weiteres bewusst sein bzw. er musste bei seiner Platzwahl damit rechnen, dass er 
die Kontrolleurin, mithin die Strafklägerin, auf diese Weise gegebenenfalls nicht 
richtig wird wahrnehmen können. Von der Strafklägerin selber ging weder ein be-
drohliches noch provozierendes Verhalten aus, das den Beschuldigten zur (berech-
tigten) Annahme veranlasst hätte, sich wehren zu dürfen. Im Übrigen war es der 
Beschuldigte, welcher der Strafklägerin hinterherging und sie in der Folge schlug. 
Sie hat ihn in diesem Moment somit offensichtlich auch nicht bedrängt. Andere 
Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe liegen ebenso wenig vor.

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Der Beschuldigte ist demnach der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Be-
amte, begangen am 14. September 2019 zwischen G.________ und H.________ 
z.N. der Strafklägerin, schuldig zu erklären.

IV. Strafzumessung

13. Anwendbares Recht

Der Beschuldigte beging die hier zu beurteilenden Delikte allesamt nach Inkrafttre-
ten der revidierten Bestimmungen des StGB am 1. Januar 2018, womit integral 
neues Recht anzuwenden ist.

14. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung

Für die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung kann auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1901 f., S. 57 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung).

15. Strafrahmen, Strafart und Methodik 

Vorliegend sind Strafen für die Schuldsprüche wegen Pornografie, begangen durch 
Zugänglichmachen von mindestens 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit tatsächli-
chen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, u.a. an Personen unter 16 Jahren 
(Art. 197 Abs. 1 und 4 Satz 2 StGB), wegen Pornografie, begangen durch Herstel-
len zum Eigenkonsum von insgesamt 2'909 Bild- und 306 Videodateien und Besitz 
zum Eigenkonsum von 2'895 Bild- und 287 Videodateien mit tatsächlichen sexuel-
len Handlungen mit Minderjährigen (Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB), wegen Gewalt 
und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) sowie wegen 
einfacher Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 StGB) festzusetzen.

Der Strafrahmen reicht betreffend Zugänglichmachen von harter Pornografie, u.a. 
an Personen unter 16 Jahren, gemäss Art. 197 Abs. 1 und 4 Satz 2 StGB von 
Geldstrafe bis Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, während das Herstellen und der 
Besitz von harter Pornografie zum Eigenkonsum mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe 
bis zu drei Jahren geahndet wird (Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB). Bei Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB reicht der 
Strafrahmen in leichten Fällen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jah-
ren, ebenso bei einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB. 

Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zunächst die schwerste 
Straftat anhand der abstrakten Strafandrohung zu bestimmen und alsdann die Ein-
satzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen 
(BGE 144 IV 217 E. 3.5.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_157/2014 vom 26. Januar 
2015 E. 2.2). In einem zweiten Schritt ist die Einsatzstrafe aufgrund der weiteren 
Delikte in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen.

Es kann bereits an dieser Stelle vorweggenommen werden, dass auch die Kammer 
nur die Freiheitsstrafe als angemessene Strafart erachtet. Eine Geldstrafe reicht 
beim Beschuldigten vorliegend nicht mehr aus, um ihn von weiterer Delinquenz 
fernhalten zu können. Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung wurde der Be-

26

schuldigte auf den allfälligen Widerruf der mit Urteil des Regionalgerichts Berner 
Jura-Seeland vom 8. Mai 2014 (PEN 13 591) bedingt ausgesprochenen Geldstrafe 
angesprochen, worauf er zu Protokoll gab, mit seinem kleinen Lohn werde er die 
Geldstrafe sowieso nicht bezahlen können (pag. 1775 Z. 11). Auch bereits aufer-
legte Bussen wurden durch den Beschuldigten nicht bezahlt, bis diese schliesslich 
in Ersatzfreiheitsstrafen umgewandelt wurden und er ins Gefängnis musste. Erst ab 
diesem Zeitpunkt wurden ausstehende Bussen dann offenbar bezahlt, jedoch nicht 
von ihm selber, sondern von seiner Mutter (pag. 2060 und pag. 2176 Z. 32 ff.). Mit 
Blick darauf erscheint es der Kammer notwendig, für sämtliche hier zu beurteilen-
den Delikte eine Freiheitsstrafe auszufällen. Dies wird im Übrigen auch von der 
Verteidigung so beantragt (vgl. pag. 2184).

Das Zugänglichmachen von mindestens 2'909 Bild- und 306 Videodateien mit 
tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, u.a. an Personen unter 
16 Jahren, gilt mit der Vorinstanz vorliegend als abstrakt schwerstes Delikt und bil-
det damit Ausgangspunkt der Strafzumessung. Der Strafrahmen reicht wie erwähnt 
von Geldstrafe bis Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren; ausserordentliche Gründe, die 
ein Verlassen dieses Rahmens bedingen würden, sind nicht ersichtlich. Alsdann ist 
auch für das Herstellen und den Besitz von harter Pornografie zum Eigenkonsum 
(insgesamt 2'909 Bild- und 306 Videodateien resp. betreffend Besitz 2'895 Bild- 
und 287 Videodateien) eine Strafe auszufällen, wobei für die beiden Tathandlungen 
eine gemeinsame Strafe ausgefällt werden kann, da es sich letztlich um dieselben 
Erzeugnisse handelt (vgl. die zutreffenden Ausführungen der Generalstaatsanwalt-
schaft an der oberinstanzlichen Verhandlung mit dem Hinweis auf das Urteil der 
1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern SK 2019 147 vom 9. Juli 2020, 
E. 14; pag. 2188). Anschliessend ist zu bestimmen, in welchem Umfang diese Stra-
fe zur Einsatzstrafe zu asperieren ist. Gleiches gilt für die Schuldsprüche wegen 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie einfacher Körperverlet-
zung; auch dafür ist je eine Strafe festzusetzen und sodann zu bestimmen, in wel-
chem Umfang diese jeweils zur Einsatzstrafe zu asperieren ist. Die asperierten 
Strafen ergeben zusammen schliesslich die Gesamtstrafe.

Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältin-
nen und Staatsanwälte (VBRS) sehen in Bezug auf die Pornografie für gewisse De-
liktskategorien normierte Strafen vor. Die Kammer ist nicht an diese Richtlinien ge-
bunden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 4.3.), 
sie können jedoch als Orientierungspunkte dienen. Die VBRS-Richtlinien enthalten 
auf S. 42 detaillierte Strafmass-Empfehlungen, die sowohl nach Erst- und Wieder-
holungsfall als auch nach Art und Anzahl der Erzeugnisse differenzieren.

16. Konkrete Strafzumessung

16.1 Einsatzstrafe für das Zugänglichmachen von mindestens 2'909 Bild- und 306 Vi-
deodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, u.a. an 
Personen unter 16 Jahren.

16.1.1 Objektives Tatverschulden

Gemäss VBRS-Richtlinien wird bei mehr als 1000 Erzeugnissen auch der Ersttäter 
mit einer Strafe von mehr als 180 Strafeinheiten bestraft (vgl. S. 42 der VRBS-

27

Richtlinien). Vorliegend ist der Beschuldigte mehrfach einschlägig vorbestraft, wur-
den gegen ihn doch bereits in der Vergangenheit zwei Strafverfahren wegen Por-
nografie durchgeführt und rechtskräftig abgeschlossen (pag. 2139 ff.).

In Bezug auf die Bild- und Videodateien gewährte die Vorinstanz (analog dem Ur-
teil der 1. Strafkammer vom 9. November 2021, SK 2021 68) einen Abzug, zumal 
sich unter den 2’909 Bild- und 306 Videodateien auch Duplikate befanden 
(pag. 1906, S. 62 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Nach Auffassung der 
Kammer ist ein solcher Abzug nicht zwingend vorzunehmen, zumal insbesondere 
bei der Tathandlung des Zugänglichmachens jede Datei – ungeachtet ob Original 
oder Duplikat – eine Datei mehr darstellt und den anderen Nutzern des Programms 
ebenso zur Verfügung gestellt wird. So oder anders handelt es sich gegenüber 
dem Grenzwert für eine Anklage gemäss VRBS-Richtlinien vorliegend aber um die 
fast dreifache Menge an Erzeugnissen (vgl. S. 42 der VBRS-Richtlinien). Hinzu 
kommt und wie von der Generalstaatsanwaltschaft oberinstanzlich korrekt darauf 
hingewiesen (pag. 2188), dass die Bild- und Videodateien teilweise sehr konkrete 
sexuelle Handlungen mit Minderjährigen bzw. mit sehr jungen Kindern enthalten 
und gravierend sind. Auch hinsichtlich der sogenannten «posing-Bilder» ist festzu-
halten, dass viele davon nicht lediglich grenzwertig sind oder sich in einem Graube-
reich befinden, zumal diese von der Anklageschrift bereits ausgeschlossen wurden, 
sondern massiv anstössig sind. Ebenfalls erschwerend zu berücksichtigen ist 
schliesslich, dass der Beschuldigte die Erzeugnisse auch Personen unter 16 Jah-
ren zugänglich machte. 

In Anbetracht des weiten Strafrahmens von fünf Jahren Freiheitsstrafe ist das ob-
jektive Tatverschulden des Beschuldigten noch im leichten Bereich anzusiedeln. 
Die Kammer erachtet eine Einsatzstrafe von 16 Monaten als angemessen.

16.1.2 Subjektives Tatverschulden

In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte hinsichtlich des 
Zugänglichmachens der strafbaren pornografischen Erzeugnisse an unbekannte 
Drittpersonen, darunter auch an Personen unter 16 Jahren, eventualvorsätzlich 
handelte, was strafmindernd zu berücksichtigen ist. Konkret erachtet die Kammer 
eine Reduktion der Einsatzstrafe um rund einen Drittel, ausmachend etwa fünfein-
halb Monate, als angemessen.

16.1.3 Fazit Einsatzstrafe

Die Einsatzstrafe für das Zugänglichmachen von mindestens 2'909 Bild- und 
306 Videodateien mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen, u.a. 
an Personen unter 16 Jahren, beläuft sich gestützt auf das objektive Tatverschul-
den sowie unter Berücksichtigung der Reduktion beim subjektiven Tatverschulden 
zufolge lediglich eventualvorsätzlicher Begehungsweise auf eine Freiheitsstrafe 
von zehn Monaten und 15 Tagen.

28

16.2 Asperation Herstellen und Besitz von harter Pornografie (insgesamt 2'909 Bild- und 
306 Videodateien) zum Eigenkonsum

16.2.1 Objektives Tatverschulden

In Bezug auf das objektive Tatverschulden ist zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte auch hier 2'909 Bild- und 306 Videodateien zwecks Eigenkonsum herun-
terlud und diese mit wenigen Ausnahmen auch besass, indem er sie in einem se-
paraten Ordner auf dem Desktop seines Computers abspeicherte. Wie die Vor-
instanz zutreffend ausführte, ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte zweimal 
einschlägig vorbestraft ist und bei den VBRS-Richtlinien damit in die Kategorie des 
Wiederholungsfalles fällt. In die Beurteilung miteinzubeziehen ist sodann, dass der 
Beschuldigte die Erzeugnisse über einen relativ langen Zeitraum besass und an 
mehreren Tagen und somit mehrfach heruntergeladen hatte. Da er die Erzeugnisse 
jedoch lediglich über den P2P Filesharing-Client von eMule herunterlud, ohne 
grössere Anstrengungen zu unternehmen, ist, wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, 
nicht von einer überdurchschnittlich kriminellen Energie auszugehen.

16.2.2 Subjektives Tatverschulden

Betreffend subjektives Tatverschulden sind keine Umstände ersichtlich, die sich 
verschuldenserhöhend oder -mindernd auswirken würden. Der Beschuldigte han-
delte hinsichtlich des Herstellens sowie des Besitzes der pornografischen Erzeug-
nisse mit direktem Vorsatz und zwecks egoistischer Befriedigung der eigenen se-
xuellen Bedürfnisse, was dem Tatbestand indes immanent ist. Das subjektive Tat-
verschulden wirkt sich neutral auf die Strafe aus.

16.2.3 Fazit und Asperation

Gestützt auf das objektive und subjektive Tatverschulden erachtet die Kammer für 
die Schuldsprüche wegen Herstellens sowie Besitzes von harter Pornografie zum 
Eigenkonsum eine Strafe von acht Monaten als dem Verschulden des Beschuldig-
ten angemessen. Diese ist im Umfang von zwei Dritteln, ausmachend fünf Monate 
und 15 Tage, zur Einsatzstrafe gemäss Ziff. 16.1.3. zu asperieren.

16.3 Asperation Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie einfache Kör-
perverletzung 

Hinsichtlich der Strafzumessung für die (teilweise rechtskräftigen) Schuldsprüche 
wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte z.N. der Strafklägerin 
sowie z.N. von I.________ sowie für die einfache Körperverletzung ebenfalls z.N. 
von I.________ kann vollumfänglich auf die zutreffenden und umfassenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden, zumal weder die Generalstaatsan-
waltschaft (pag. 2188) noch die Verteidigung (soweit nicht ein Freispruch beantragt 
wurde, pag. 2184 f.) oberinstanzlich Gründe vorbrachten, die ein Abweichen von 
dieser in den Augen der Kammer korrekt ausgefallenen Strafzumessung erfordern 
würde. Konkret hielt die Vorinstanz fest, was folgt (pag. 1907 ff., S. 64 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

29

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte z.N. von C.________

Gemäss den VBRS-Richtlinien per 01.07.2017 (S. 51) ist für den folgenden Referenzsachverhalt ein 
Strafmass von 20 Strafeinheiten vorgesehen: 

«Der Täter widersetzt sich gewaltsam seiner Festnahme, indem er dem Polizisten einen Ellbogen in 
die Magengegend rammt, ohne ihn zu verletzen».

Vorliegend lief der Beschuldigte der Reisezugbegleiterin C.________ nach einer Billettkontrolle hin-
terher und schlug ihr drei Mal mit der Faust auf den linken Oberarm, obwohl sie nach dem ersten 
Schlag ihre Hand nach oben hielt, um dem Beschuldigten zu signalisieren, dass er aufhören solle. Der 
Arm von C.________ war aufgrund der Faustschläge gerötet und schmerzte während zwei Tagen.

In Abweichung zum Referenzsachverhalt handelte es sich vorliegend um die alltägliche Situation ei-
ner Billettkontrolle, in welcher die Reisezugbegleiterin keinesfalls mit Faustschlägen eines Passagiers 
rechnen musste. Der Beschuldigte verhielt sich äusserst aggressiv und einschüchternd, indem er zu-
sätzlich zu den Faustschlägen auch Gegenstände auf den Boden schmiss, herumschrie und gegen 
die Wände schlug. Dadurch behinderte der Beschuldigte die Ausführung einer Amtshandlung 
während längerer Zeit, da die Reisezugbegleiterin die Polizei rufen und zum Schutz der anderen Pas-
sagiere zusammen mit einem weiteren Berufskollegen in der Nähe des Beschuldigten bleiben musste. 
Diese Umstände wirken sich gegenüber dem Referenzsachverhalt leicht verschuldens- und damit 
straferhöhend aus.

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Er schlug die Reisezugbegleiterin 
aus Frust über den Verlauf der Billettkontrolle, bei welcher er aufgefordert wurde, seinen Swisspass 
aus der Plastikhülle zu nehmen. Diese Anweisung fasst der Beschuldigte als Diskriminierung gegenü-
ber Gehörlosen auf. Auch wenn das Gericht durchaus ein gewisses Verständnis dafür aufbringt, dass 
sich aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten frustrierende Situationen ergeben können, so stellt 
das äusserst gewalttätige und aggressive Verhalten des Beschuldigten dennoch keine nachvollzieh-
bare Reaktion dar. Die subjektiven Tatkomponenten sind damit als neutral zu werten und für weitere 
Verschuldensminderungsgründe, insbesondere eine verminderte Schuldfähigkeit, bestehen keine An-
haltspunkte (pag. 1437 f., 1460 f.).

Insgesamt erscheint eine leicht über dem empfohlenen Strafmass der VBRS-Richtlinien liegende 
Strafe von 30 Tagen Freiheitsstrafe als angemessen, wovon 20 Tage Freiheitsstrafe zu asperieren 
sind. […]

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte z.N. von I.________

In Bezug auf die objektive Tatschwere sei erneut auf die VBRS-Richtlinien per 01.07.2017 verwiesen, 
welche für den Referenzsachverhalt, bei welchem sich der Täter gewaltsam seiner Festnahme wider-
setzt, indem er dem Polizisten (ohne weitere Verletzungsfolgen) seinen Ellbogen in die Magengegend 
rammt, ein Strafmass von 20 Strafeinheiten vorsehen (S. 51 der VBRS-Richtlinien).

Der vorliegende Sachverhalt ist mit dem Referenzsachverhalt insofern vergleichbar, als dass sich der 
Beschuldigte nach der verweigerten Aushändigung seines Laptops ebenfalls gewaltsam seiner Fest-
nahme widersetzte. Die aggressive Kraftentfaltung des Beschuldigten war vorliegend allerdings un-
gleich höher. Bereits auf dem ________ verhielt sich der Beschuldigte hysterisch, schrie laut umher 
und trat mit den Füssen gegen die Polizisten. Der Beschuldigte wehrte sich derart heftig, dass es den 
insgesamt vier Polizisten nur mit grossen Schwierigkeiten gelang, ihn in den Polizeibus zu bringen. 
Aufgrund seiner anhaltenden und massiven Gegenwehr musste der Beschuldigte auf der Fahrt Rich-
tung Polizeiposten letztlich durch zwei Polizisten fixiert werden, wobei er I.________ in die Wade biss. 

30

Durch sein Verhalten hat der Beschuldigte die Amtshandlungen der Polizei über eine längere Zeit und 
in krasser Weise behindert. Im Gegensatz zum Referenzsachverhalt zog der Biss des Beschuldigten 
sodann auch gewisse Folgen nach sich. So musste sich I.________ insbesondere gegen Tetanus 
impfen lassen und während fünf Tagen Antibiotika einnehmen. Im Ergebnis wiegt die objektive 
Tatschwere im Vergleich zum Referenzsachverhalt deutlich höher.

Im Rahmen der subjektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich han-
delte. Mit seinem Verhalten verfolgte er das Ziel, die Festnahme sowie die Sicherstellung seines Lap-
tops zu verhindern. Beide Komponenten wirken sich neutral aus. Schliesslich bestehen auch in Bezug 
auf den vorliegenden Sachverhalt keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt 
nur eingeschränkt fähig gewesen wäre, das Unrecht seiner Tat einzusehen und gemäss dieser Ein-
sicht zu handeln (pag. 1437 f., 1460 f.).

Nach Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatschwere erachte das Gericht vorliegend ei-
ne Strafe von 40 Tagen Freiheitsstrafe als dem Tatverschulden des Beschuldigten angemessen. Da-
von sind 30 Tage Freiheitsstrafe zu asperieren, […].

Einfache Körperverletzung z.N. von I.________

In Bezug auf Art. 123 Ziff. 1 StGB sehen die VBRS-Richtlinien per 01.07.2017 für den Referenzsach-
verhalt, bei welchem der Täter im Rahmen eines verbalen Streits in einer Bar die Beherrschung ver-
liert und dem Opfer einen Faustschlag ins Gesicht verpasst, wodurch dieses einen Nasenbeinbruch 
erleidet, eine ambulante Behandlung im Spital erforderlich wird und drei Tage Arbeitsunfähigkeit re-
sultieren, eine Sanktion von 60 Strafeinheiten vor (S. 46 der VBRS-Richtlinien).

Der bereits unter der vorstehenden Ziffer geschilderte Biss in die Wade des Polizisten I.________ ist 
hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens vergleichbar mit dem Referenzsachverhalt der VBRS-
Richtlinien. I.________ trug eine Rötung von ca. 8x5 cm mit mehreren oberflächlichen Kratzern davon 
und musste sich im Spitalzentrum H.________ ärztlich behandeln lassen. Die Bisswunde hatte so-
dann eine Tetanusimpfung, die Einnahme von Antibiotika während fünf Tagen sowie eine Abklärung 
betreffend übertragbare Krankheiten zur Folge. Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass der Biss ne-
ben den geschilderten körperlichen auch gewisse psychische Auswirkungen zur Folge hatte, da 
I.________ vorerst mit der Ungewissheit leben musste, dass er sich gegebenenfalls mit einer Krank-
heit angesteckt haben könnte.

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte erneut mit direktem Vorsatz sowie aus dem egoisti-
schen und verwerflichen Beweggrund, seine Festnahme sowie die Sicherstellung seines Laptops zu 
verhindern bzw. zu erschweren. Beide Komponenten wirken sich neutral aus. 

Insgesamt erachtet das Gericht in Übereinstimmung mit den VBRS-Richtlinien eine Strafe von 60 Ta-
gen Freiheitsstrafe als angemessen, wovon 40 Tage Freiheitsstrafe zu asperieren sind.

Insgesamt ist die Einsatzstrafe gemäss Ziff. 16.3.1. hiervor um die Strafen für die 
Schuldsprüche wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte z.N. der 
Strafklägerin und I.________ sowie wegen einfacher Körperverletzung ebenfalls 
z.N. von I.________ um insgesamt drei Monate (20 Tage + 30 Tage + 40 Tage) zu 
erhöhen.

16.4 Gesamtverschulden

Die Gesamtfreiheitsstrafe beläuft sich gestützt auf die Einsatzstrafe von zehn Mo-
naten und 15 Tagen für das Zugänglichmachen von harter Pornografie, u.a. an 

31

Personen unter 16 Jahren, sowie die asperierten Strafen von fünf Monaten und 
15 Tagen für das Herstellen und den Besitz von harter Pornografie zwecks Eigen-
konsum und insgesamt drei Monaten für die mehrfache Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte sowie die einfache Körperverletzung auf gesamthaft 19 Mo-
nate.

16.5 Täterkomponenten

Für die Täterkomponenten kann vorab auf die korrekten und sehr umfassenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1909 ff., S. 66 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

Vorleben und persönliche Verhältnisse

Der Beschuldigte ist am ________ 1975 im Kanton Glarus geboren und seit seiner Geburt gehörlos. 
Er besuchte die ________ für Hörbehinderte ________, bis seine Eltern im Jahr 1987 mit dem zu je-
ner Zeit 11-jährigen Beschuldigten zurück in die Türkei gingen (pag. 1042). In der Türkei besuchte der 
Beschuldigte während einem Jahr eine Gehörlosenschule, worauf er aufgrund seiner fehlenden Tür-
kischkenntnisse austreten musste (pag. 888, 1770). Nachdem er drei Jahre lang keine Schule mehr 
besuchte, holte ihn seine 14 Jahre ältere Schwester im Jahr 1991 zurück in die Schweiz (pag. 1042). 
Seit seinem 20. Lebensjahr erhält der Beschuldigte eine IV-Rente und bezieht Ergänzungsleistungen 
(pag. 1042). Weiter wurde im Jahr 2002 eine altrechtliche Beistandschaft für den Beschuldigten er-
richtet, welche im Jahr 2013 in eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensver-
waltung umgewandelt wurde (pag. 665 ff.). Da eine Eingliederung in den 1. Arbeitsmarkt nicht möglich 
war, hatte der Beschuldigte im Laufe der Zeit diverse (geschützte) Arbeitsstellen. Heute ist er als 
________ (berufliche Tätigkeit) bei der N.________ in O.________ tätig (pag. 888, 1768). 

Der Beschuldigte ist ledig, hat keine Kinder und zurzeit auch keine Lebenspartnerin. Er wohnt alleine 
in H.________ (pag. 1767 f.). Zu seiner in der Schweiz wohnenden Schwester hat der Beschuldigte 
nach eigenen Angaben regelmässig Kontakt und seine Mutter besucht er ab und zu in der Türkei. Der 
Vater sowie der Bruder des Beschuldigten sind bereits seit längerer Zeit verstorben (pag. 889, 1770).

Gemäss forensisch-psychiatrischem Ergänzungsgutachten von Dr. med. M.________ vom 
03.02.2021 wurde beim Beschuldigten neben der prälingualen Gehörlosigkeit (ICD-10 H91.9) eine 
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) mit emotional instabilen und dissozialen sowie nar-
zisstischen und paranoiden Anteilen diagnostiziert. Zudem ergab sich ein Intelligenzniveau unterhalb 
des Normbereichs, welches jedoch nicht das Ausmass einer klinisch relevanten Intelligenzstörung er-
reicht, sondern als «geringe Intelligenz mit Schwierigkeiten beim Lernen und mit Leistungsminderun-
gen in verschiedenen kognitiven Teilfunktionen» bezeichnet wurde (pag. 1432 ff., 1449). Ob eine pä-
dophile Neigung im Sinne einer Präferenzstörung (Pädophilie, ICD-10 F65.4) vorliegt, konnte weder 
bestätigt noch ausgeschlossen werden (pag. 1460). Aufgrund der durch das hiesige Gericht mit Urteil 
vom 03.05.2019 angeordneten ambulanten therapeutischen Behandlung befindet sich der Beschul-
digte zurzeit beim Dipl. Psychologen P.________ in Therapie (pag. 1491, 1769). Zudem besucht er 
eine Maltherapie (pag. 1769).

Gemäss Strafregisterauszug vom 12.10.2021 verfügt der Beschuldigte über diverse Vorstrafen 
(pag. 1752 ff.). Mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 08.05.2014 wurde er wegen 
Herstellens harter Pornografie (mehrfach begangen), Diebstahls