# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 977919f2-45d3-5d68-8d33-e4e9ab1f0dc3
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-21
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 21.06.2024 BEK 2024 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2024-62_2024-06-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Beschluss vom 21. Juni 2024
BEK 2024 62–67

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Stefan Weber,
Kantonsrichterinnen Clara Betschart und Ilaria Beringer,
Gerichtsschreiberin Julia Lüönd.

In Sachen A.________,
Gesuchsteller,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

1. C.________, c/o Strafgericht Schwyz,
Gesuchsgegnerin 1 (BEK 2024 62),

2. D.________, c/o Strafgericht Schwyz,
Gesuchsgegnerin 2 (BEK 2024 63),

3. E.________, c/o Strafgericht Schwyz,
Gesuchsgegnerin 3 (BEK 2024 64),

4. F.________, c/o Strafgericht Schwyz,
Gesuchsgegner 4 (BEK 2024 65),

5. G.________, c/o Strafgericht Schwyz,
Gesuchsgegner 5 (BEK 2024 66),

6. H.________, c/o Strafgericht Schwyz,
Gesuchsgegnerin 6 (BEK 2024 67),

sowie in allen Verfahren (BEK 2024 62–67) jeweils gegen

Kantonsgericht Schwyz 2

7. Staatsanwaltschaft, 3. Abteilung, Postfach 128, Bahnhofstrasse 4, 
8832 Wollerau,
vertreten durch I.________,

8. J.________,
vertreten durch Rechtsanwalt K.________,

9. L.________,

10. M.________ AG,

11. N.________ AG,

12. O.________ AG,

13. P.________,

14. Q.________ AG,
15. R.________ AG,

16. S.________ AG,

17. T.________ AG,

18. U.________ AG,

19. V.________ AG,

20. W.________ AG,

21. X.________,

22. Y.________,

23. Z.________ AG,

Ziff. 8–23 Weitere Verfahrensbeteiligte (beklagtische Seite),

betreffend Ausstand
(Gesuche vom 22. Februar 2024, SGO 2023 1 und SGO 2023 2);-

hat die Beschwerdekammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Am 27. Januar 2023 erhob die Staatsanwaltschaft beim Strafgericht An-
klage gegen den Gesuchsteller wegen gewerbsmässigen Betrugs, gewerbs-
mässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, 
Check- und Kreditkartenmissbrauchs sowie wegen Anstiftung von J.________ 
zu den erwähnten Straftatbeständen. Weiter warf die Staatsanwaltschaft dem 
Gesuchsteller in der Anklage vor, sich wegen mehrfacher ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung, Urkundenfälschung, grober Verletzung der Verkehrsregeln 
und mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern strafbar gemacht 
zu haben (Vi-act. 2). Ausserdem erhob die Staatsanwaltschaft am 27. Januar 
2023 Anklage gegen den weiteren Beschuldigten J.________ wegen ge-
werbsmässigen Betrugs, gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer 
Datenverarbeitungsanlage, gewerbsmässigen Check- und Kreditkartenmiss-
brauchs sowie mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung (Vi-act. 1). Nach-
dem am 12. Februar 2024 die Hauptverhandlung stattgefunden hatte 
(Vi-act. 18, 33, 38 und 55), wurde der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 
16. Februar 2024 im Sinne von Art. 333 StPO die Gelegenheit eingeräumt, die 
den Gesuchsteller betreffende Anklage innert Frist von 10 Tagen zu ändern, 
indem sie mit einem Eventualantrag sowie mit einem entsprechenden Sach-
verhalt ergänzt werde, der sämtliche Tatbestandselemente hinsichtlich einer 
mittelbaren Täterschaft in Bezug auf die dem weiteren Beschuldigten 
J.________ vorgeworfenen Delikte enthalte. Zur Begründung hierfür lässt sich 
der Verfügung vom 16. Februar 2024 entnehmen, in Anbetracht des von der 
Verteidigung von J.________ geltend gemachten fehlenden subjektiven Tat-
bestands könnte beim Gesuchsteller als Teilnahmeform (neben Anstiftung) 
auch mittelbare Täterschaft vorliegen (Vi-act. 56). Daraufhin stellte der Ge-
suchsteller am 22. Februar 2024 gegen die Gesuchsgegner 1–6 jeweils 
gleichlautende Ausstandsgesuche (BEK 2024 62–67: jeweils Vi-act. 57 / 
KG-act. 2). Nachdem die Gesuchsgegner 1–6 zu den Ausstandsgesuchen 
einzeln Stellung genommen hatten (BEK 2024 62–67: jeweils KG-act. 3), 

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übermittelte die Gesuchsgegnerin 1 die Gesuche inkl. den Stellungnahmen 
zuständigkeitshalber der Beschwerdeinstanz, die ohne weiteres Beweis-
verfahren entscheidet (BEK 2024 62–67: jeweils KG-act. 1–3; 
Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. § 12 Abs. 1 JG). Der Gesuchsteller reichte am 
8. April 2024 in allen Verfahren dieselbe freigestellte Vernehmlassung ein 
(BEK 2024 62–67: jeweils KG-act. 5).

2. Das Gericht kann Verfahren aus sachlichen Gründen vereinen 
(Art. 30 StPO). Der Gesuchsteller reichte gegen die Gesuchsgegner 1–6 je-
weils im Wortlaut identische Ausstandsgesuche ein, die sich im Wesentlichen 
alle auf die Verfügung vom 16. Februar 2024 (Vi-act. 56) beziehen und wo-
durch nach den Vorbringen des Gesuchstellers sämtliche Mitglieder des 
Spruchkörpers ihre Vorbefassung zu seinen Lasten gezeigt hätten (KG-act. 2, 
S. 2). Die Ausstandsgesuche hängen somit sowohl thematisch als auch per-
sonell eng zusammen, weshalb die Verfahren zu vereinen und gemeinsam zu 
behandeln sind (vgl. Riklin, StPO-Kommentar, 2. A. 2014, Art. 30 StPO N 3).

3. Gemäss Art. 56 lit. f StPO tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person in 
den Ausstand, wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere wegen Freund-
schaft oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand, befangen 
sein könnte. Diese Regelung entspricht Art. 30 Abs. 1 BV und 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Demnach hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre 
Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen 
Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Die Recht-
sprechung nimmt Voreingenommenheit und Befangenheit an, wenn Umstände 
vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu 
erwecken. Es ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. 
Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver 
Weise begründet erscheinen. Das Vorliegen von Umständen, die bei objekti-
ver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit 
erwecken, genügt. Für die Ablehnung ist nicht erforderlich, dass der Richter 

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tatsächlich befangen ist (BGE 148 IV 137, E. 2.2, m.w.H.; vgl. Keller, in: 
Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 56 StPO N 9). Beim Ausstandsgrund 
nach Art. 56 lit. f StPO ist entscheidend, ob bei objektiver Betrachtungsweise 
der Ausgang des Verfahrens noch offen erscheint. Wird der Ausstandsgrund 
aus materiellen oder prozessualen Rechtsfehlern abgeleitet, so sind diese nur 
wesentlich, wenn sie besonders krass sind oder wiederholt auftreten, sodass 
sie einer schweren Amtspflichtverletzung gleichkommen und sich einseitig 
zulasten einer der Prozessparteien auswirken; andernfalls begründen sie kei-
nen hinreichenden Anschein der Befangenheit. Gegen beanstandete Verfah-
renshandlungen sind ansonsten primär die zur Verfügung stehenden Rechts-
mittel auszuschöpfen (Urteile des Bundesgerichts 1B_439/2022 vom 
29. Juni 2023, E. 4.2 und 1B_24/2017 vom 10. Mai 2017, E. 2.3; vgl. auch 
BGE 143 IV 69, E. 3.2 = Pra 106 [2017] Nr. 97). Die Mehrfachbefassung mit 
derselben Angelegenheit, etwa im Zusammenhang mit einem prozessualen 
Zwischenentscheid, genügt nicht zur Annahme von Befangenheit, solange das 
Verfahren noch offen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 1B_24/2017 vom 
10. Mai 2017, E. 2.3).

a) Der Gesuchsteller macht geltend, dass die mit Verfügung vom 16. Fe-
bruar 2024 eingeräumte Gelegenheit der Ergänzung der Anklage weder in 
Art. 333 StPO noch in einer anderen Bestimmung der StPO eine Grundlage 
finde. Das Nachsuchen um eine solche Ergänzung erscheine ohne Weiteres 
rechtswidrig. Es liege weder eine zulässige Änderung nach 
Art. 333 Abs. 1 StPO noch eine zulässige Erweiterung nach Abs. 2 dieser Be-
stimmung vor (KG-act. 2, S. 1 f.). Die klar rechtswidrige Aufforderung an die 
Staatsanwaltschaft diene dazu, eine Grundlage zu erhalten, um ihn zu verur-
teilen und um J.________ als willenloses Tatwerkzeug freisprechen zu 
können. Dadurch zeige das Gericht deutlich eine Vorbefassung zu seinen 
Lasten, weshalb er gestützt auf Art. 56 lit. f StPO gegen sämtliche Mitglieder 
des Spruchkörpers innerhalb von drei Arbeitstagen rechtzeitig Ausstandsge-

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suche gemäss Art. 58 StPO stelle (KG-act. 2, S. 2). Aufgrund der erwähnten 
Verfügung bestehe ein begründetes Misstrauen betreffend die Unvoreinge-
nommenheit des Spruchkörpers. Krasse Rechtsfehler wie die Aufforderung zu 
einer rechtswidrigen Ergänzung der Anklage, die sich einseitig zulasten einer 
Prozesspartei auswirke, würden den Anschein der Befangenheit begründen 
(KG-act. 2, S. 3).

b) Die Gesuchsgegnerin 1 nahm am 25. März 2024 zum Ausstandsgesuch 
gegen sie Stellung und führte aus, Art. 333 StPO äussere sich nicht ausdrück-
lich dazu, in welchen Zeitpunkten des Gerichtsverfahrens eine Sachverhalts-
modifikation zulässig sei und auf welche Art und Weise sie vorzunehmen sei. 
Implizit gebe Abs. 4 dieser Bestimmung jedoch zu verstehen, dass eine Ände-
rung des Anklagesachverhalts selbst im Stadium der Hauptverhandlung noch 
erfolgen könne. Dasselbe ergebe sich aus dem Wortlaut von 
Art. 340 Abs. 1 lit. b StPO. Die Gesetzessystematik mache sinngemäss deut-
lich, dass das Gericht eine Änderung des Anklagesachverhalts in jedem Zeit-
punkt vor der Urteilsfällung, mithin sogar im Stadium der Urteilsberatung, ver-
anlassen oder zulassen könne (BEK 2024 62: KG-act. 3, S. 1). Anlässlich der 
Hauptverhandlung vom 12. Februar 2024 habe der Verteidiger des Beschul-
digten J.________ (wie auch bereits J.________ selbst im Rahmen seiner 
Befragung) vorgetragen, dass es bei Letzterem am subjektiven Tatbestand 
fehle, weil dieser jeweils auf Anweisung des Gesuchstellers gehandelt habe. 
Das Gericht sei im Rahmen der Urteilsberatung zum Schluss gelangt, dass 
beim Gesuchsteller als Teilnahmeform (neben Anstiftung) auch mittelbare 
Täterschaft vorliegen könnte, was im Schreiben vom 16. Februar 2024 trans-
parent dargelegt worden sei. Der Staatsanwaltschaft sei im Sinne von 
Art. 333 StPO die Gelegenheit eingeräumt worden, die Anklage zu ändern, 
indem diese mit einem Eventualantrag sowie mit einem entsprechenden 
Sachverhalt, der sämtliche Tatbestandselemente hinsichtlich einer mittelbaren 
Täterschaft in Bezug auf die dem Beschuldigten J.________ vorgeworfenen 
Delikte enthalte, ergänzt werde. Weil das Gesetz diesbezüglich keine Former-

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fordernisse aufgestellt habe, sei die Aufforderung zu einer Modifikation des 
Anklagesachverhalts im Sinne einer Ergänzung (mit einem Alternativsachver-
halt, der neben den ursprünglich eingeklagten Sachverhalt trete), nicht zu be-
anstanden. Das Vorgehen des Gerichts sei damit nicht als rechtswidrig zu 
qualifizieren. Den Parteien sei bereits in Aussicht gestellt worden, dass ihnen 
nach Erhalt der geänderten Anklageschrift Gelegenheit eingeräumt werde, 
sich zu dieser sowie zur unterschiedlichen rechtlichen Würdigung schriftlich zu 
äussern. In diesem Sinne erachte sie (die Gesuchsgegnerin 1) sich nicht als 
befangen (BEK 2024 62: KG-act. 3, S. 2).

Die Gesuchsgegner 2–6 nahmen ihrerseits ebenfalls Stellung zu den sie be-
treffenden Ausstandsgesuchen und führten im Wesentlichen allesamt aus, 
dass sie sich als unbefangen erachten, weshalb sie die Abweisung des 
Ausstandsgesuchs gegen sie beantragen würden (BEK 2024 63–67: jeweils 
KG-act. 3).

c) Zum einen bringt der Gesuchsteller als Begründung für die Ausstands-
gesuche gegen die Gesuchsgegner 1–6 vor, das Gericht habe durch die Auf-
forderung zur Anklageergänzung, die der Schaffung einer Grundlage für seine 
Verurteilung und die Freisprechung von J.________ als willenloses Tatwerk-
zeug diene, deutlich eine Vorbefassung zu seinen Lasten gezeigt (KG-act. 2, 
S. 2). Dem steht entgegen, dass sich das Gericht mit einer „Rückweisung“ der 
Anklage nach Art. 333 Abs. 1 StPO gemäss der bundesgerichtlichen Praxis 
grundsätzlich nicht in einem Mass festlegt, dass es nicht mehr als unvorein-
genommen gelten kann und das Verfahren nicht mehr als offen erscheint 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_688/2017, 6B_689/2017 vom 
1. Februar 2018, E. 3.4.2 und 1B_24/2017 vom 10. Mai 2017, E. 2.4). Eine 
Rückweisung der Anklage begründet für das weitere Verfahren nicht per se 
einen Befangenheitsgrund (Urteil des Bundesgerichts 6B_688/2017, 
6B_689/2017 vom 1. Februar 2018, E. 3.4.2). Mit der im Konjunktiv formulier-
ten Begründung der Verfügung vom 16. Februar 2024, wonach aufgrund des 

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von der Verteidigung von J.________ geltend gemachten Fehlens eines ihn 
betreffenden subjektiven Tatbestands beim Gesuchsteller als Beteiligungs-
form (neben Anstiftung) auch mittelbare Täterschaft vorliegen könnte 
(Vi-act. 56), legten sich die Gesuchsgegner 1–6 nicht in einer Weise fest, die 
den Ausgang des Verfahrens nicht mehr offen erscheinen lässt. Ob sich der 
Gesuchsteller des gewerbsmässigen Betrugs, des gewerbsmässigen betrüge-
rischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie des Check- und 
Kreditkartenmissbrauchs in mittelbarer Täterschaft schuldig gemacht hat, 
wurde in der Verfügung vom 16. Februar 2024 offengelassen. Insgesamt ent-
steht aufgrund der Begründung der vom Gesuchsteller beanstandeten Verfü-
gung nicht der Eindruck, dass sich die Gesuchsgegner 1–6 ihre Meinung be-
reits gebildet hätten, und es liegen mithin keine Umstände vor, die bei objekti-
ver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit der 
Gesuchsgegner 1–6 zu erwecken vermögen.

d) Zum anderen begründet der Gesuchsteller die Ausstandsgesuche wie 
erwähnt damit, dass die mit Verfügung vom 16. Februar 2024 eingeräumte 
Gelegenheit zur Anklageergänzung rechtswidrig gewesen sei, weil weder die 
Voraussetzungen nach Art. 333 Abs. 1 StPO noch nach Abs. 2 derselben Be-
stimmung erfüllt gewesen sein sollen.

Mit Art. 333 Abs. 1 StPO wird verhindert, dass schwere Straftaten mit einem 
Freispruch enden, nur weil sich bei der Beweisaufnahme vor Gericht eine 
mögliche neue Tatvariante ergibt (BGE 149 IV 42, E. 3.4.1, m.H.). Nach dieser 
Bestimmung gibt das Gericht der Staatsanwaltschaft Gelegenheit, die Anklage 
zu ändern, wenn nach seiner Auffassung der in der Anklageschrift umschrie-
bene Sachverhalt einen anderen Straftatbestand erfüllen könnte, die Anklage-
schrift aber den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht. Die Anklage-
ergänzung muss sich im Bereich der bereits angeklagten Lebensvorgänge, 
d.h. des ursprünglichen Prozessthemas, bewegen (Griesser, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

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Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 333 StPO N 3, m.H.a. Urteil des Bun-
desgerichts 6B_688/2017, 6B_689/2017 vom 1. Februar 2018, E. 2.5.1). 
Gemäss 
Art. 333 Abs. 2 StPO kann das Gericht der Staatsanwaltschaft zudem gestat-
ten, die Anklage zu erweitern, wenn während des Hauptverfahrens neue Straf-
taten der beschuldigten Person bekannt werden. Ob die Verfügung der Vor-
instanz vom 16. Februar 2024 Art. 333 StPO verletzt, ist im vorliegenden 
Ausstandsverfahren nicht abschliessend zu prüfen. Nach der vorstehend in 
E. 3 dargelegten Praxis stellt ein allfälliger materieller oder prozessualer 
Rechtsfehler jedenfalls nur dann einen Ausstandsgrund dar, wenn er beson-
ders krass ist oder wiederholt auftritt, sodass er einer schweren Amtspflicht-
verletzung gleichkommt und sich einseitig zulasten einer der Prozessparteien 
auswirkt. In der Verfügung vom 16. Februar 2024 wurde die Einräumung der 
Gelegenheit zur Anklageänderung damit begründet, dass beim Gesuchsteller 
aufgrund der Geltendmachung eines fehlenden subjektiven Tatbestands be-
treffend J.________ als Beteiligungsform (neben Anstiftung) auch mittelbare 
Täterschaft vorliegen könnte (Vi-act. 56). Weil sich eine eventuelle mittelbare 
Täterschaft anstelle von Anstiftung möglicherweise auf denselben Lebensvor-
gang, aber einen anderen Straftatbestand stützen lässt und es zumindest 
nicht geradezu offensichtlich an den Voraussetzungen von 
Art. 333 Abs. 1 StPO fehlt, ist eine der Staatsanwaltschaft eingeräumte Mög-
lichkeit zur Änderung der Anklage nicht von vornherein rechtswidrig. Entgegen 
dem unbegründet gebliebenen Einwand des Gesuchstellers kommt diese mit-
hin keiner schweren Amtspflichtverletzung gleich. Abgesehen davon spräche 
auch nichts geradezu Offensichtliches gegen eine Anklageerweiterung, wenn 
infolge mittelbarer Täterschaft von möglicherweise neuen Straftaten im Sinne 
von Art. 333 Abs. 2 StPO ausgegangen werden sollte und wie vorliegend alle 
vom erweiterten Sachverhalt betroffenen Personen ohnehin bereits Parteien 
der ursprünglichen Anklage waren (vgl. Achermann, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 3. A. 2023, Art. 333 StPO N 57).

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In Bezug auf die Gesuchsgegnerin 1 moniert der Gesuchsteller sodann, dass 
diese lediglich die Möglichkeit einer schriftlichen Äusserung vorsehe und nicht 
gedenke, auf der Grundlage der neuen Anklage eine neue mündliche Haupt-
verhandlung anzusetzen (KG-act. 5, S. 4; vgl. auch Vi-act. 62). Dies erscheint 
angesichts einer Lehrmeinung, wonach bei einer substanziellen Sachver-
haltsmodifikation in einem späten Verfahrenszeitpunkt das gerichtliche Verfah-
ren ab demjenigen Zeitpunkt zu wiederholen ist, der für die Wahrung der Ver-
teidigungsrechte erforderlich ist (Achermann, a.a.O., Art. 333 StPO N 14), 
zwar nicht unproblematisch, dennoch liegt aber auch insofern keine (drohen-
de) schwere Amtspflichtverletzung vor, die den Anschein der Befangenheit 
und Voreingenommenheit der Gesuchsgegnerin 1 sowie der Gesuchsgeg-
ner 2–6 erweckt. Für eine eingehende und abschliessende Prüfung dieser 
Frage sowie der Zulässigkeit einer Anklageänderung ist primär der Rechtsmit-
telweg gegen das spätere Urteil in der Hauptsache auszuschöpfen 
(vgl. vorstehend E. 2 und Jositsch/Schmid, a.a.O., Art. 333 StPO N 5).

Krasse oder wiederholte Rechtsfehler, die einer schweren Amtspflichtverlet-
zung gleichkommen und den Anschein der Befangenheit der Gesuchsgeg-
ner 1–6 zu begründen vermöchten, liegen somit jedenfalls nicht vor.

4. Aus den vorstehend dargelegten Gründen sind die Ausstandsgesuche 
des Gesuchstellers gegen die Gesuchsgegner 1–6 mangels Vorliegens von 
Ausstandsgründen abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann 
offenbleiben, ob der Gesuchsteller die Ausstandsgesuche rechtzeitig im Sinne 
von Art. 58 Abs. 1 StPO, d.h. ohne Verzug nach Kenntnisnahme der vermeint-
lichen Ausstandsgründe, stellte. Ausgangsgemäss gehen die 
Verfahrenskosten von Fr. 2’000.00 zulasten des Gesuchstellers 
(Art. 59 Abs. 4 StPO). Aufgrund der präjudizierenden Wirkung des Kosten-
entscheids auf die Entschädigungsfrage (vgl. BGE 147 IV 47, E. 4.1, m.w.H.) 
ist von der Zusprechung einer Entschädigung zugunsten des Gesuchstellers 
abzusehen. Den weiteren Verfahrensbeteiligten (Ziff. 8–23) ist mangels erheb-

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lichen bzw. substanzierten Aufwands keine Entschädigung zuzusprechen 
(vgl. Jositsch/Schmid, a.a.O., Art. 59 StPO N 10; vgl. Art. 433 Abs. 2 und 
Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO);-

beschlossen:

1. Die Verfahren BEK 2024 62–67 werden vereint.

2. Die Ausstandsgesuche in den Verfahren BEK 2024 62–67 werden ab-
gewiesen.

3. Die Kosten der Ausstandsverfahren von total Fr. 2’000.00 werden dem 
Gesuchsteller auferlegt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 92 i.V.m. Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde 
in Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die 
Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.

5. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), die Gesuchsgegnerin 1 
(1/ES, mit den Akten), die Gesuchsgegner 2–6 (je 1/ES), Rechtsanwalt 
K.________ (2/R, z.K.), die weiteren Verfahrensbeteiligten Ziff. 9–23 
(je 1/R, z.K.), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 3. Abteilung und 1/R an 
die Amtsleitung/zentraler Dienst) sowie nach definitiver Erledigung an 
das Strafgericht (1/ü) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im 
Dispositiv).

Namens der Beschwerdekammer
Der Kantonsgerichtsvizepräsident Die Gerichtsschreiberin

Versand 21. Juni 2024  amu