# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5fc0d40f-fe5e-5645-9d52-402441e343ed
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.03.2024 E-6529/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6529-2020_2024-03-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6529/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richterin Constance Leisinger,    

Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Kolumbien,   

vertreten durch MLaw Davide Loss, Rechtsanwalt, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 26. November 2020 / N (…). 

 

 

 

E-6529/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste am 31. März 2016 mit (…) legal in die 

Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl nach. Er wurde dem Test-

phasenverfahren zugewiesen. Die Personalien wurden am 6. April 2016 

aufgenommen. Ferner fand am 12. April 2016 ein beratendes Vorgespräch 

statt. Die Anhörung zu den Asylgründen wurde am 26. April 2016 durchge-

führt. 

B.  

Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe bis rund (…) vor der Aus-

reise mit den Obgenannten in B._______, Kolumbien, gelebt. Dann hätten 

sie sich in C._______ aufgehalten, bis sie das Land am (…) 2016 verlassen 

hätten. Im Jahr (…) habe er seine Frau geheiratet. Sie und ihr gemeinsa-

mes Kind würden in einer anderen Stadt bei der Familie seiner Frau leben. 

Bis Ende 2015 habe er in verschiedenen Städten des Landes als Techniker 

gearbeitet. (…) sei früher für das D._______ tätig gewesen und sei im Jahr 

(…) Opfer eines Attentats geworden, welches die ganze Familie betroffen 

habe. Er (…) seither etwas schlechter. Im Zusammenhang mit der Tätigkeit 

(…) habe er im Jahr (…) Drohungen erhalten, welche er zur Anzeige ge-

bracht habe. Danach sei er vorsichtig gewesen und habe sich in seiner 

Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Er sei aber nicht nochmals persönlich 

bedroht worden. Von den Problemen (…) betroffen gewesen sei er, da er 

sich unsicher gefühlt und Angst gehabt habe sowie sich in Kolumbien nicht 

frei habe bewegen können. Deshalb habe er keinen festen Arbeitsvertrag 

gehabt und nicht mit seiner Frau gelebt. Der Staat habe ihnen nie Sicher-

heit garantieren können. Auf Empfehlung (…) hätten sie in B._______ in 

verschiedenen Quartieren gelebt. Im (…) 2015 habe der kolumbianische 

Staat seine Familie als Terroropfer deklariert, woraufhin sie im Oktober 

2015 einen Anwalt beauftragt hätten, für Gerechtigkeit zu sorgen. Sie hät-

ten eine Anzeige gegen den Staat eingereicht und Schutz, Sicherheit, Ge-

rechtigkeit und Wiedergutmachung verlangt. Am (…) 2015 habe der Anwalt 

sie darüber informiert, dass er wegen ihres Falles sowie der Fälle weiterer 

Opfer Todesdrohungen erhalten habe, auch sie bedroht seien, und dass er 

das Land verlasse. Er und seine Familie hätten daraufhin beschlossen, Ko-

lumbien ebenfalls zu verlassen. Diese Drohung gegen den Anwalt, wahr-

scheinlich seitens der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colom-

bia), betreffe auch sie. Die FARC wolle die Opfer zum Schweigen bringen, 

damit sie nicht als solche anerkannt und keine Genugtuung erhalten wür-

den. Der Staat habe den terroristischen Gruppierungen Informationen der 

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Seite 3 

Opfer weitergegeben, wodurch sich die Gefahr der Opfer vergrössert habe. 

In Kolumbien sei er nicht mehr sicher gewesen und dort gebe es keine 

Gerechtigkeit.  

Er reichte seinen Reisepass, seinen Militärausweis und seine Identitäts-

karte im Original ein. Ferner gab er seinen Lebenslauf, seinen Taufschein, 

Geburtsscheine (von sich, seiner Ehefrau und […]), die Identitätskarte sei-

ner Frau sowie den Eheschein (alles in Kopie) zu den Akten.  

C.  

Mit Entscheid vom 9. Mai 2016 wurde der Beschwerdeführer dem erwei-

terten Verfahren zugewiesen. 

D.  

Mit Schreiben vom 19. Mai 2016 reichte der Beschwerdeführer beim SEM 

folgende Beweismittel ein: zwei Dokumentationen eines in Kolumbien lau-

fenden Haftpflichtverfahrens aus dem Jahre 2016, eine Vorladung für eine 

Anhörung aus dem Jahre 2016 und eine Prozessübersicht, Fotos von zwei 

an die kolumbianischen Anwälte gerichteten Drohbriefen aus dem Jahre 

2015, einen Zeitungsartikel sowie einen Bericht zur Menschenrechtssitua-

tion in Kolumbien aus dem Jahre 2016 (alles Ausdrucke).  

E.  

Mit Verfügung vom 26. November 2020 stellte das SEM fest, dass der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte sein 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und dem 

Schengen-Raum sowie den Wegweisungsvollzug an. 

Es wurde festgehalten, dass für die Entscheidfindung die Dossiers der sich 

in der Schweiz aufhaltenden Familienangehörigen des Beschwerdeführers 

sowie des ehemaligen kolumbianischen Anwalts der Familie konsultiert 

worden seien. 

F.  

Mit Beschwerde vom 28. Dezember 2020 an das Bundesverwaltungsge-

richt beantragte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertretung, die 

Verfügung des SEM sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass er die 

Flüchtlingseigenschaft erfülle, ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei 

zu seinen Gunsten eine vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter 

sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. 

Weiter sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung zu gewähren. 

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Seite 4 

Der Beschwerde wurden zwei Schnellrecherchen der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe (SFH) zu Kolumbien von 2016 und 2020 sowie ein Konto-

auszug des Beschwerdeführers beigelegt. 

Die Beschwerde mit Beilagen sowie die später beim Gericht eingegebene 

Replik mit Beilagen wurden elektronisch eingereicht. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. Januar 

2021 wurden die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Unter mehreren Hinweisen 

wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. 

H.  

Nach gewährter Fristerstreckung reichte die Vorinstanz eine Vernehmlas-

sung vom 29. Januar 2021 ein. Sie wurde dem Beschwerdeführer mit In-

struktionsverfügung vom 2. Februar 2021 übermittelt, woraufhin dieser 

durch seinen Rechtsvertreter eine Replik vom 17. Februar 2021 eingab 

(unter Beilage einer Fürsorgebestätigung vom 22. Januar 2021 sowie einer 

Honorarnote). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 

AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu diesem Zeit-

punkt gültige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-

rung des AsylG vom 25. September 2015). 

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Seite 5 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Das vorliegende Verfahren wird mit den ebenfalls am Bundesverwal-

tungsgericht hängigen (bzw. hängig gewesenen) Verfahren der Familien-

angehörigen des Beschwerdeführers ([…]) im Sinne des jeweils gleichen 

Spruchkörpers koordiniert. Im Verfahren (…) des Beschwerdeführers 

erging das abweisende Urteil E-6583/2020 vom 11. Januar 2024. 

3.2 Antragsgemäss hat das Gericht die Akten des Anwalts und der Anwältin 

aus Kolumbien (N […] und N […]) im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

beigezogen. 

4.  

4.1 Subeventualiter beantragte der Beschwerdeführer, die Sache sei zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Er und seine Familie 

hätten trotz Gesuchs keine Einsicht in die Akten ihrer sich in der Schweiz 

befindenden kolumbianischen Anwälte erhalten, obwohl sich das SEM na-

mentlich auf Aussagen des Anwalts bezogen habe. Damit sei ihr Anspruch 

auf rechtliches Gehör verletzt worden (Beschwerde S. 22). Anlässlich der 

Replik wies er zudem darauf hin, dass sich die Vorinstanz fast fünf Jahre 

Zeit gelassen habe, um die angefochtene Verfügung zu erlassen. In dieser 

Zeit seien keine Vorkehrungen zur Untersuchung des massgeblichen 

Sachverhalts getroffen worden. Im Gegensatz dazu habe er zahlreiche Be-

weismittel eingereicht. 

4.2 Hierzu ist festzuhalten, dass das SEM – wie in der Vernehmlassung 

aufgezeigt – der beantragten Akteneinsicht nachgekommen ist. Der Be-

schwerdeführer bestätigte dies in der Replik ohne weitere Ergänzungen. 

Anzumerken ist zudem, dass der rubrizierte Rechtsvertreter auch an den 

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Anhörungen der Anwälte teilgenommen und deren Darlegungen bei der 

Beschwerdeerhebung im vorliegenden Verfahren gekannt hat – wie aus 

der Beschwerdeschrift hervorgeht. Folglich ist keine Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör zu erblicken. Trotz der Dauer des Asylver-

fahrens ist ferner von einer ausreichenden Sachverhaltsfeststellung aus-

zugehen. Es besteht mithin kein Anlass, die Sache ans SEM zurückzuwei-

sen. Das entsprechende Subeventualbegehren ist abzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Die Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 AsylG) erfüllt eine asylsuchende Per-

son nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von be-

stimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten 

muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zuge-

fügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen. Aufgrund 

der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene 

Person in ihrem Heimatland keinen adäquaten Schutz finden kann (vgl. 

BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2, BVGE 2008/4 E. 5.2). Ausgangspunkt für die 

Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt 

der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer 

solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rah-

men der Prüfung, ob aktuell eine Furcht vor Verfolgung noch immer be-

gründet ist, ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation 

im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zuguns-

ten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen 

(vgl. u.a. Urteil des BVGer D-2760/2022 vom 16. März 2023 E. 6.2 m.w.H.). 

6.  

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Seite 7 

6.1 Das SEM hielt zur Begründung der angefochtenen Verfügung fest, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 AsylG) nicht stand. Befürchtungen, künftig 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, seien nur flüchtlingsrechtlich 

relevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme bestehe, dass sich die 

Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 

verwirklichen werde. Der Beschwerdeführer mache geltend, wegen des 

von seiner Familie eröffneten Verfahrens gegen den kolumbianischen 

Staat bedroht zu sein, sein Leben sei gefährdet. Die Befürchtungen seien 

aus subjektiver Sicht nachvollziehbar. Aus objektiver Sicht sei dagegen 

festzustellen, dass keine begründete Furcht vor Verfolgung gegeben sei. 

Der Beschwerdeführer mache keine konkreten Übergriffe gegen sich oder 

seine Familienangehörigen oder sonstige Vorfälle in der Zeit vor seiner 

Ausreise geltend. Allein aus der Bedrohung des Anwalts seiner Familie 

lasse sich keine Bedrohung auch für den Beschwerdeführer ableiten. Ins-

besondere könne daraus nicht gefolgert werden, dass sämtliche vom An-

walt vertretenen Personen mit Verfolgung rechnen müssten. Die einge-

reichten Beweismittel führten zu keiner anderen Einschätzung, da diese 

keine konkrete Verfolgung seiner Person belegten. Auch aus den Akten 

seiner Familienangehörigen ergebe sich kein anderer Schluss. Diese be-

legten, wie in den jeweiligen Entscheiden ausgeführt werde, keine begrün-

dete Furcht vor Verfolgung der Familienangehörigen. Demnach könne 

auch keine solche Furcht für den Beschwerdeführer abgeleitet werden. 

Ebenso wenig belegten die Akten des Anwalts eine begründete Furcht sei-

nerseits vor Verfolgung. Auf die Prüfung der Glaubhaftigkeit könne verzich-

tet werden. Der Vollständigkeit halber werde dennoch darauf hingewiesen, 

dass sich auch diesbezüglich einige Fragen stellten, insbesondere hätten 

der Beschwerdeführer und seine Familienangehörigen sowie der kolumbi-

anische Anwalt unterschiedliche Angaben zu den angeblich gegenüber die-

sem geäusserten Drohungen gegen sie und dessen Weiterleitung dieser 

Drohungen an sie gemacht. Eine detaillierte Erörterung bleibe vorbehalten. 

6.2 Anlässlich der Beschwerdeschrift machte der Beschwerdeführer zu-

nächst einige Hinweise zu (…), welcher bis ins Jahr (…) für den kolumbi-

schen (…) gearbeitet habe und deshalb exponiert gewesen sei. Dieser sei 

den Guerillaorganisationen FARC und ELN (Ejército de Liberación Nacio-

nal) bekannt (gewesen) und weise ein hohes Profil auf. Die (…) Front der 

FARC habe im Jahr (…) ein Attentat auf das Haus der Familie verübt, mit 

gesundheitlichen Folgen für (…). Sie seien umgezogen und hätten weitere 

Drohungen erhalten (insb. […]). Ferner sei das Telefon (…) abgehört wor-

den. Es habe eine latente Bedrohung für ihre Familie bestanden. Aufgrund 

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des Attentats sei ihre Familie vom kolumbianischen Staat im (…) 2015 als 

Opfer anerkannt und in das nationale Opferregister eingetragen worden. 

Damit habe sich ihre Bedrohungslage wieder akut zugespitzt. Entgegen 

der Ansicht der Vorinstanz seien die frühere Tätigkeit (…), das Attentat und 

die Anerkennung als Opfer des bewaffneten Konflikts in Kolumbien in ei-

nem Gesamtzusammenhang zu sehen. Im (…) 2015 habe (…) eine An-

waltskanzlei engagiert, um eine Klage auf Wiedergutmachung und Ent-

schädigung für die im Jahr (…) erlittenen Schäden respektive die Verlet-

zung der staatlichen Schutzpflicht zu erheben. Es habe mehrere Prozess-

handlungen als Vorbereitung der Klage gegeben. Bei der Anwaltskanzlei 

seien deshalb ab (…) 2015 Morddrohungen eingegangen. Nach Erhebung 

eines Schutzantrags seien die Anwälte (…) 2015 ausgereist, und sie da-

nach ebenfalls. Im (…) 2016 habe (…) eine E-Mail von einem ehemaligen 

Kollegen erhalten, welcher gehört habe, dass über den (…) gesprochen 

worden sei. Im (…) 2016 habe sich die Gefahr für seine Familie erneut 

konkretisiert. Sie hätten erstmals eine schriftliche Drohung erhalten, wohl 

damit ihre Klage zurückgezogen würde. Das Drohschreiben sei an die An-

waltskanzlei gesendet worden und habe seine Familie, weitere Klienten 

der Kanzlei sowie die Anwälte genannt. Diese hätten Strafanzeigen erstat-

tet und Schutzersuchen eingereicht. Ob die Drohung an ihren Anwalt oder 

an sie selbst gerichtet worden sei, sei von untergeordnetem Interesse. Es 

sei eine begründete Furcht vor Verfolgung gegeben, insbesondere, da der 

kolumbianische Staat bei Personen mit hohem Profil und Opfern, die eine 

Staatshaftungsklage erheben würden, weder fähig noch willens sei, adä-

quaten Schutz vor Verfolgung zu gewähren. Die nationale Schutzeinheit 

funktioniere sehr schlecht. Im (…) 2016 sei die Klage gegen den kolumbi-

anischen Staat erhoben worden und nach wie vor hängig. Im (…) 2017 

seien aus der Anwaltskanzlei diverse Akten entwendet worden, darunter 

auch die seiner Familie. Im (…) 2019 hätten sie und ihre Anwälte eine wei-

tere Morddrohung vom (…) 2019 von einer Nachfolgeorganisation der 

FARC erhalten – zugestellt an die Familie ihres Anwalts. In diesem Schrei-

ben werde (…) erneut als militärische Zielperson genannt. Die FARC und 

weitere Guerillaorganisationen hätten ein Interesse daran, Staatshaftungs-

prozesse im Keim zu ersticken, da sie befürchteten, ihre Methoden und 

Praktiken könnten publik werden. Es sei nicht auszuschliessen, dass Zeu-

gen in gerichtlichen Verfahren von der FARC oder ELN eingeschüchtert 

oder Gerichte und Staatsanwaltschaften beeinflusst seien und sensible In-

formationen an diese Organisationen weiterleiteten (unter Hinweis auf zwei 

Schnellrecherchen der SFH). Das Attentat im Jahr (…) belege, dass sich 

die Gefährdung seiner Familie konkretisiere, sobald dazu Anlass bestehe. 

Anlass für eine konkrete Gefährdung bilde die angestrengte 

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Staatshaftungsklage, im Rahmen welcher all die Gräueltaten der FARC öf-

fentlich würden. Angesichts der systematischen Bedrohungen in den Jah-

ren 2015, 2016 und 2019 müsse seine Familie um ihr Leben fürchten, zu-

mal sie keinen Schutz durch den kolumbianischen Staat erhalten hätten. 

Er vermute, dass die Drohungen darauf abgezielt hätten, sie an der Klage 

zu hindern, da der Gerichtsprozess wichtiges Beweismaterial enthalte, wel-

ches die Verantwortung des kolumbianischen Staats in Frage stelle. Aus-

serdem habe sich die Vorinstanz in einen Widerspruch begeben, indem sie 

den Anwälten Asyl gewährt habe, ihm und seiner Familie jedoch nicht. 

Auch die Tatsache, dass die Anwaltskanzlei über 90 Opfer in solchen Ver-

fahren vertreten habe, genüge nicht, um bei sämtlichen Opfern eine Ge-

fährdung zu verneinen. Bei ihm und seiner Familie handle es sich zweifel-

los um die wohl prominentesten Opfer der Kanzlei. Die FARC hätten daher 

ein besonderes öffentliches Interesse am Staatshaftungsprozess befürch-

tet und alles darangesetzt, seine Familie vor der Weiterführung des Pro-

zesses abzuhalten. Deshalb seien sie – im Gegensatz zu den meisten üb-

rigen Mandanten der Kanzlei – konkret gefährdet. Ihre besondere Stellung, 

verbunden mit der mangelnden Schutzfähigkeit des Staats, lasse eine sol-

che Furcht ohne weiteres plausibel erscheinen. Er und seine Familie (mili-

tärische Zielpersonen) befürchteten, bei einer Rückkehr früher oder später 

Opfer eines Tötungsdelikts zu werden. Er sei als Mitglied der Kernfamilie 

(…) direkt und unmittelbar von den Drohungen betroffen. Daher hätte seine 

Flüchtlingseigenschaft festgestellt und ihm Asyl gewährt werden müssen.  

6.3 Anlässlich der Vernehmlassung gab das SEM an, in der Beschwerde-

schrift werde geltend gemacht, es sei widersprüchlich und nicht nachvoll-

ziehbar, dass das SEM den kolumbianischen Anwälten des Beschwerde-

führers Asyl gewährt habe, ihm und seiner Familie aber nicht. Wie bereits 

im Asylentscheid ausgeführt, könne von der Bedrohung der Anwälte nicht 

automatisch auf die Bedrohung der gesamten Klientel der Anwälte ge-

schlossen werden. Die geltend gemachte besondere Stellung des Be-

schwerdeführers und seiner Familie innerhalb dieser Klientel sei auch in 

der Beschwerdeschrift nicht überzeugend dargelegt worden. 

6.4 Der Beschwerdeführer replizierte, er habe nie behauptet, aufgrund der 

Bedrohung der Anwälte sei automatisch auch er bedroht. Vielmehr seien 

er und seine Familie einzig deshalb konkret bedroht, weil sie innerhalb der 

Klientel von Opfern von Menschenrechtsverletzungen, welche von der 

Kanzlei vertreten worden seien, eine besonders exponierte Stellung auf-

weisen würden. Davon zeuge auch der Umstand, dass (…), der wegen 

seiner früheren Tätigkeit von der FARC und ELN zu einer militärischen 

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Seite 10 

Zielperson deklariert worden sei, in zwei Drohschreiben namentlich er-

wähnt worden sei. Weshalb sie keine besondere Stellung aufweisen soll-

ten, führe die Vorinstanz nicht substantiiert aus und sei nicht ersichtlich. 

Die Bedrohung sei konkreter Natur, was das Attentat im Jahr (…) unter-

mauere. Weiter sei die Vorinstanz nicht auf den Umstand eingegangen, 

dass (…) als Zielperson erachtet worden sei. Darin und in der vernachläs-

sigten Schutzpflicht des kolumbianischen Staats liege – entgegen den Aus-

führungen der Vorinstanz – eine asylrelevante Furcht vor Verfolgung. 

7.  

7.1 Nach Durchsicht der Akten stellt das Gericht fest, dass aufgrund der 

Angaben und Beweismittel (im vorliegenden sowie im Verfahren […] des 

Beschwerdeführers) kein Anlass dazu besteht, an der früheren Tätigkeit 

(…) des Beschwerdeführers, am geltend gemachten Attentat auf die Fami-

lie des Beschwerdeführers im Jahr (…) (wegen der Tätigkeit […], durch die 

FARC) sowie an ihrer Anerkennung als Opfer im Jahr 2015 und am darauf-

hin eingeleiteten Verfahren gegen den kolumbianischen Staat zu zweifeln 

(vgl. auch Urteil E-6583/2020 E. 7.1). Da namentlich das Attentat oder die 

geltend gemachten Drohungen, die der Beschwerdeführer im Jahr (…) er-

halten habe, aber offensichtlich nicht zu seiner Ausreise aus Kolumbien 

geführt haben, sind diese nicht asylrelevant und es ist nicht weiter darauf 

einzugehen.  

7.2 Zu beachten ist sodann, dass das Gericht die Vorbringen (…), insbe-

sondere (…), des Beschwerdeführers, welche mit seinen Asylgründen eng 

zusammenhängen (SEM-Akte A20 F41), als flüchtlingsrechtlich nicht rele-

vant erachtet hat (vgl. Urteil E-6583/2020 E. 7.2–7.6).  

7.3 Der Beschwerdeführer gab an, er habe sich immer unsicher gefühlt, in 

Angst gelebt und sich in Kolumbien nicht frei bewegen können (SEM-Akte 

A20 F55–58). Nach der Anerkennung seiner Familie als Opfer durch den 

Staat im Jahr 2015 habe sich ihre Bedrohungslage zudem aktualisiert. Zu-

nächst ist darauf hinzuweisen, dass sich wie der Beschwerdeführer und 

seine Familie viele weitere anerkannte Opfer an den Staat gewandt haben. 

Die Anwaltskanzlei, die sie beauftragt hätten, habe eine Vielzahl solcher 

Verfahren betreut. Den Anwälten sei ernsthaft gedroht worden, damit sie 

diese Verfahren nicht weiterverfolgen würden (vgl. beim SEM eingereichte 

Drohschreiben, SEM-Akten A27 BM2; A20 F41). Daraufhin hätten die An-

wälte das Land verlassen. Der Anwalt habe sie am (…) 2015 darüber in-

formiert, dass er Todesdrohungen erhalten habe. Diese Drohung, wahr-

scheinlich von der FARC, betreffe auch ihn und seine Familie (SEM-Akte 

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A20 F41, 43). Sie hätten daraufhin entschieden, Kolumbien ebenfalls zu 

verlassen (SEM-Akte A20 F41). Die Drohungen gegen die Anwälte auf-

grund der geführten Verfahren gegen den Staat gehen aus den Aussagen 

des Beschwerdeführers und der Anwälte sowie aus den eingereichten Do-

kumenten hervor. Dass der Beschwerdeführer und seine Familie vor der 

Ausreise konkret gefährdet gewesen wären und deshalb das Heimatland 

hätten verlassen müssen, scheinen sie hingegen hauptsächlich aufgrund 

der Angaben des Anwalts vermutet zu haben (SEM-Akte A20 F41, 43 ff., 

72 f.). Die Schilderungen des Beschwerdeführers, wonach er sich stets un-

sicher gefühlt und in Angst gelebt habe, oder die FARC die Opfer zum 

Schweigen bringen wollten (SEM-Akte A20 F46 ff., 55 ff.), sind unsubstan-

tiiert ausgefallen. Ferner ist darin keine konkrete persönliche sowie unmit-

telbar drohende Gefährdung zu erkennen. In den an die Anwälte gerichte-

ten Drohschreiben, die vor ihrer Ausreise datieren, wurde die Familie des 

Beschwerdeführers nicht genannt. Das erste Drohschreiben an die An-

wälte, in dem auch ihr Name und der von weiteren Klienten genannt wurde, 

datiert nach ihrer Ausreise (vgl. Beschwerde S. 11 f. Rz. 42). Dass insbe-

sondere der Beschwerdeführer und seine Familie bedroht gewesen wären, 

weil sie aufgrund der früheren Tätigkeit (…) innerhalb der Klientel eine be-

sonders exponierte Stellung aufgewiesen hätten, geht aus den Akten nicht 

hervor. Die Ansicht des Beschwerdeführers, seit der Einleitung des Verfah-

rens im Jahr 2015 seien er und seine Familie wieder in Erscheinung getre-

ten und gefährdet gewesen, kann aus objektiver Sicht nicht geteilt werden. 

Auch sind keine ausreichenden Anhaltspunkte für die Annahme ersichtlich, 

der Beschwerdeführer und seine Familie wären als Folge des laufenden 

Verfahrens gegen den kolumbischen Staat seitens der FARC oder anderer 

bewaffneter Organisationen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen 

oder hätten begründete Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung gehabt 

(vgl. auch nachfolgend). Daran vermag der Hinweis, (…) sei als militärische 

Zielperson erachtet worden, nichts zu ändern. Weshalb vor der Ausreise 

aktueller Schutzbedarf bestanden hätte, ist mithin unklar. Entgegen der 

Darlegung des Beschwerdeführers ist auch nicht zu erblicken, inwiefern es 

dem Staat gelegen käme, wenn klagende Opfer eingeschüchtert würden 

(vgl. Beschwerde S. 19 Rz. 64; zudem auch unten).  

7.4 Weiter ist davon auszugehen, dass die FARC (o.ä.), hätte ein aktuelles 

Verfolgungsinteresse am Beschwerdeführer und seiner Familie bestanden, 

nachdem diese mit der Opferanerkennung und dem Verfahren wieder in 

Erscheinung getreten waren, nicht weiter zugewartet hätte (vgl. auch Be-

schwerde S. 20). Es ist zudem schwer vorstellbar, dass die FARC oder an-

dere damals national tätige und gut vernetzte Organisationen (SEM-Akte 

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A20 F66), hätten sie ernsthaft gegen die Familie des Beschwerdeführers 

vorgehen wollen, diese über viele Jahre nicht hätten aufspüren können. 

Auch wenn der Beschwerdeführer erklärte, er habe keinen festen Arbeits-

vertrag gehabt und sich immer bewegt, zudem habe er kaum ein soziales 

Leben geführt und sei mit seiner Familie während der Zeit in B._______ 

([…]) innerhalb des Ortes mehrmals umgezogen (SEM-Akte A20 F55 f., 

62 ff.), hat er sich nicht gänzlich vom öffentlichen Leben zurückgezogen. 

Namentlich habe er für verschiedene Firmen an unterschiedlichen Orten 

im Land gearbeitet (SEM-Akte A20 F7–9, 29, 37). Zudem hat er im Jahr 

(…) seine in einem anderen Departement wohnhafte Ehefrau geheiratet 

und im Jahr (…) wurde (…) geboren (SEM-Akten A12 S. 3, A15 BM3). Es 

war dem Beschwerdeführer mithin möglich, mehrere Jahre in B._______ 

zu leben, ohne konkret und ernsthaft gefährdet worden zu sein (SEM-Akte 

A20 F52), was ebenfalls gegen eine begründete Furcht vor Verfolgung 

spricht.  

7.5 Sodann ist auch nicht zu erkennen, inwiefern bei einer Rückkehr nach 

Kolumbien – namentlich aufgrund des weiterhin laufenden Verfahrens ge-

gen den Staat – aktuell eine Furcht vor Verfolgung begründet wäre. Syste-

matische Bedrohungen, wie in der Beschwerdeschrift (S. 20) erwähnt, sind 

nicht zu erblicken. In den Drohschreiben (vom […] 2016 und vom […] 

2019), die die Anwälte nach der Ausreise erhalten hätten (Beschwerde 

S. 12 und 14 f.), werden in erster Linie diese und nicht der Beschwerdefüh-

rer und seine Familie konkret bedroht. Daran ändert der Umstand nichts, 

dass unter anderem (…) darin namentlich genannt wurde. Wie erwähnt 

wurde im Verfahren (…) des Beschwerdeführers keine begründete Furcht 

vor Verfolgung erkannt. Hinzu kommt, dass sich die politische Lage in Ko-

lumbien seit der Ausreise des Beschwerdeführers und seiner Familie ver-

ändert hat. Die kolumbianische Regierung hat mit einem Grossteil der 

FARC-Rebellen einen Friedensvertrag abgeschlossen. Der amtierende 

Präsident betreibt eine Politik des «totalen Friedens», wozu Waffenruhen 

sowie Verhandlungen mit bewaffneten Gruppierungen gehören (siehe Ur-

teil E-6583/2020 E. 7.4). Vor diesem Hintergrund kann nicht angenommen 

werden, dass der Beschwerdeführer heute wegen des Verfahrens gegen 

den Staat in Gefahr wäre und mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Ver-

folgung zu befürchten hätte.  

7.6 Zusammenfassend konnte der Beschwerdeführer weder darlegen, 

dass er sein Heimatland aufgrund (drohender) ernsthafter Nachteile (durch 

Dritte, insb. die FARC) verlassen hat noch, dass er bei einer Rückkehr eine 

E-6529/2020 

Seite 13 

solche Verfolgung zu befürchten hätte. Auf die weiteren Ausführungen ist 

daher nicht einzugehen.  

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer insbe-

sondere mit C._______ sowie dem Wohnort seiner Ehefrau Aufenthaltsal-

ternativen hätte, sollte er nicht an seinen bisherigen langjährigen Wohnort 

zurückkehren wollen.  

7.7 Nach dem Gesagten sind keine asylrechtlich relevanten Verfolgungs-

gründe ersichtlich. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

E-6529/2020 

Seite 14 

Keine Person darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen 

werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach 

Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise 

in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

9.2.2 Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend ange-

merkt hat, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar, weil der Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. Sodann ergeben sich weder aus 

den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte 

dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 

UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete 

Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 

einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti-

gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 

Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völker-

rechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 Die Vorinstanz erachtete den Wegweisungsvollzug als zumutbar. Der 

Beschwerdeführer sei jung, gesund und habe eine Ausbildung sowie Ar-

beitserfahrung. Seine Frau und (…) lebten weiterhin in Kolumbien und es 

E-6529/2020 

Seite 15 

gehe diesen gut. Er könne zudem zusammen mit (…) nach Kolumbien zu-

rückkehren, mit denen er vor der Ausreise in gesicherten finanziellen Ver-

hältnissen zusammengelebt habe. Es könne davon ausgegangen werden, 

dass er über die nötigen Mittel verfüge, um nach der Rückkehr den Le-

bensunterhalt zu bestreiten.  

9.3.2 Der Beschwerdeführer gab an, aufgrund der überlangen Dauer des 

Asylverfahrens sei es ihm in jeder Hinsicht unzumutbar, in sein Heimatland 

zurückzukehren.  

9.3.3 In Kolumbien herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situ-

ation allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumut-

bar wäre (vgl. u.a. Urteil des BVGer E-2817/2023 vom 30. Mai 2023 

E. 8.4.1 m.w.H.). 

Auch sind keine individuellen Gründe festzustellen, die einem Wegwei-

sungsvollzug entgegenstehen. Es ist auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz zu verweisen. Weshalb dem jungen Beschwerdeführer eine 

Rückkehr in die Heimat, namentlich zu seiner Ehefrau, seinem Kind und 

weiteren Verwandten (SEM-Akten A12 S. 5, A20 F34–36), nach dem mehr-

jährigen Auslandaufenthalt nicht zuzumuten wäre, wurde nicht substantiiert 

dargetan und ist nicht ersichtlich. Bei Bedarf können ihm auch seine Fami-

lienangehörigen, welche sich zurzeit ebenfalls in der Schweiz befinden, bei 

der Reintegration behilflich sein. Gesundheitliche Beschwerden, welche ei-

nem Wegweisungsvollzug entgegenstehen würden, wurden namentlich mit 

den (…) nicht aufgezeigt (SEM-Akte A20 F69 f.). Es ist mithin nicht davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in eine exis-

tenzielle Notlage geraten würde. Der Wegweisungsvollzug erweist sich als 

zumutbar. 

9.4 Der Beschwerdeführer verfügt über einen gültigen Reisepass, weshalb 

der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu betrachten ist (Art. 83 

Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

E-6529/2020 

Seite 16 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-

lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Instruktions-

verfügung vom 6. Januar 2021 gutgeheissen wurde und den Akten keine 

Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers zu ent-

nehmen ist, sind diesem keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

11.2 Mit derselben Verfügung wurde das Gesuch um amtliche Verbeistän-

dung gutgeheissen und der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers als 

amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. Diesem ist ein amtliches Honorar für 

die notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. 

Der Rechtsbeistand reichte mit Eingabe vom 17. Februar 2021 eine Kos-

tennote ein, wobei er einen Vertretungsaufwand von insgesamt 

Fr. 1'220.85 (4,9 Stunden à Fr. 220.– sowie Auslagen in der Höhe von 

Fr. 55.60, zzgl. Mehrwertsteuerzuschlag) geltend machte. Der ausgewie-

sene zeitliche Aufwand erscheint unter Beachtung der ähnlichen Eingaben 

in den Verfahren der Familienangehörigen des Beschwerdeführers als an-

gemessen. Wie die Auslagen für die elektronischen Eingaben zustande ge-

kommen seien, wurde nicht ausreichend aufgezeigt. Diese können daher 

nicht entschädigt werden. Demnach ist dem amtlichen Rechtsbeistand zu-

lasten des Bundesverwaltungsgerichts ein Honorar von gerundet 

Fr. 1‘161.– (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite)   

E-6529/2020 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse ein Hono-

rar von Fr. 1'161.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Linda Mombelli-Härter 

 

 

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