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**Case Identifier:** e1bbe79f-1b9e-52bb-92d2-baf0be0a6341
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 12.02.2024 VBE.2023.390
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-390_2024-02-12.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VBE.2023.390 / lc / fi  
Art. 15 

 

 

Urteil vom 12. Februar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichter Kathriner         

Ersatzrichter Zürcher  

Gerichtsschreiberin i.V. Comiotto 

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

vertreten durch Dr. iur. Kreso Glavas, Rechtsanwalt, Markusstrasse 10, 

8006 Zürich    

 

     
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 14. September 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1971 geborene und zuletzt als Lagermitarbeiterin sowie im Bereich Ge-

bäudeunterhalt tätige Beschwerdeführerin meldete sich am 22. April 2002 

aufgrund verschiedener Beschwerden zum Bezug von Leistungen der Eid-

genössischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach Zusprache einer gan-

zen Rente ab dem 1. Februar 2002 mit Verfügung vom 7. Februar 2003 

stellte die Beschwerdegegnerin nach revisionsweiser Überprüfung den 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 24. Februar 

2009 wieder ein (letztinstanzlich bestätigt mit Urteil des Bundesge-

richts 9C_433/2010 vom 4. August 2010). Nach Neuanmeldung der Be-

schwerdeführerin vom 16. März 2011 und hierauf erfolgter polydisziplinärer 

Begutachtung durch das ZIMB (Gutachten vom 19. Juni 2012) sprach die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 31. Ok-

tober 2012 ab dem 1. März 2011 eine halbe Rente zu (IV-Grad: 50 %). 

 

1.2. 

Mit Eingabe vom 24. Januar 2020 liess die Beschwerdeführerin um Er-

höhung der Rente aufgrund eines verschlechterten psychischen Gesund-

heitszustandes ersuchen, wobei kurz darauf zusätzlich Brustkrebs bei der 

Beschwerdeführerin diagnostiziert wurde. Die Beschwerdegegnerin liess 

die Beschwerdeführerin in der Folge neuerlich polydisziplinär begutachten 

(SMAB Gutachten vom 11. Januar 2023) und sprach ihr nach durchgeführ-

tem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 24. Juli 2023 eine vom 

1. September 2020 bis 28. Februar 2021 befristete ganze Rente zu. Seit 

dem 1. März 2021 besteht wieder ein Anspruch auf eine halbe Rente. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 12. September 

2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

" 1. 
Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin 
sei mindestens bis zum Ablauf der aktuellen beruflichen Massnahmen eine 
ganze Rente zu entrichten. 
 
2. 
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das Verfah-
ren zu sistieren, bis die aktuellen beruflichen Massnahmen abgeschlossen 
sind. 
 
3. 
Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei 
vom Gericht aus eine neue polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu 
geben, worauf neu zu entscheiden sei. 
 

 - 3 - 

 

 

4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

Mit der Beschwerde legte die Beschwerdeführerin verschiedene medizini-

sche Berichte ins Recht. 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 27. September 2023 reichte die Beschwerdeführerin eine 

von der Beschwerdegegnerin am 14. September 2023 pendente lite erlas-

sene Verfügung (Anpassung der Auszahlungsbeträge aufgrund Plafonie-

rung) zu den Akten und erklärte diese als mitangefochten. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 19. Oktober 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab 

dem 1. März 2021 (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 1). Unbestritten und mangels 

anderslautender Hinweise nicht weiter zu prüfen sind das Vorliegen eines 

Revisionsgrundes sowie die Zusprache einer ganzen Rente bis am 

28. Februar 2021 (vgl. Begründung zur Verfügung vom 24. Juli 2023 [Ver-

nehmlassungsbeilage {VB} 259 S. 4 f.]). 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche An-

sprüche des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind 

daher nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Be-

stimmungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Vorliegend sind Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Ja-

nuar 2022 streitig, weshalb für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 

2021 geltende Rechtslage massgebend ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_744/2022 vom 12. Mai 2023 E. 2.2). 

  

 - 4 - 

 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrer Anspruchsbeurteilung auf das 

SMAB Gutachten vom 11. Januar 2023 (VB 228). Demnach liegen bei der 

Beschwerdeführerin als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

vor (VB 228.1 S. 6 f.):  

 

1. 

Schubförmige remittierende Multiple Sklerose (Erstdiagnose 2003, 

sensibles Hemisyndrom links, chronisches Fatigue Syndrom, Dekondi-

tionierung) 

 

2. 

Rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.1), zurzeit mittel-

schwer ausgeprägt  

 

3. 

Zwangsstörung, vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10: F20.2) 

 

4. 

Tumorbedingte Fatigue (Cancer Related Fatigue Syndrome CRFS).  

 

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lägen unter anderem ein 

Mammakarzinom links in kompletter Remission sowie eine Psoriasis-Arth-

ritis vor.  

 

3.2. 

Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie jeder angepass-

ten Tätigkeit betrage 50 %. Das Arbeitsplatzprofil schliesse schwere kör-

perliche Tätigkeiten, Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an Kon-

zentrations- und Reaktionsvermögen sowie erhöhter Flexibilität aus. Weiter 

seien komplexe Tätigkeiten wie Überwachungs- und Steuerungsaktivitä-

ten, ständige Bildschirmarbeit, Chauffeurberufe, Tätigkeiten an exponierten 

Stellen oder mit hohen Anforderungen an die Umstellungsfähigkeit, die 

Stresstoleranz, den Umgang bei sozialen Interaktionen sowie das selbstän-

dige Planen und Strukturieren ebenso wenig geeignet wie Arbeit unter Zeit-

druck (VB 228.1 S. 9).  

 

3.3. 

In Zusammenschau der sich präsentierenden Beschwerdeführerin, der 

ausführlichen Aktenlage sowie des neuropsychologischen Gutachtens 

bleibe die hinreichende Frage nach einer ausgeprägten Verdeutlichungs-

tendenz seitens der Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre Fatigue/Chronic-

Fatigue-Symptomatik bestehen (VB 228.1 S. 7). So hätten keine validen 

neuropsychologischen Befunde erhoben werden können. Beide eingesetz-

ten Performanzvalidierungsverfahren seien deutlich auffällig ausgefallen, 

was auf eine negative Antwortverzerrung hinweise. Die erhobenen Minder-

 - 5 - 

 

 

leistungen seien weder im Rahmen einer Multiplen Sklerose noch einer 

psychiatrischen Erkrankung erklärbar und entsprächen teilweise einer Per-

son mit einer fortgeschrittenen demenziellen Erkrankung (VB 228.7 S. 5 f.). 

Der Anteil der durch die stattgehabte Tumorbehandlung begründeten Fati-

guesymptomatik werde aus onkologischer Sicht eher als gering einge-

schätzt (VB 228.1 S. 7). Aufgrund der führenden psychiatrischen Ein-

schränkung von 50 % durch Depression und Zwangsstörung sei die Fati-

gue durch die Multiple Sklerose und die onkologische Erkrankung in der 

Gesamtbeurteilung aufgrund der deutlich geringeren Einschränkung be-

reits eingeschlossen (VB 228.1 S. 8). 

 

4. 

4.1. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten (sowie den Anforderungen in Art. 72bis IVV für bi- und polydisziplinäre 

Gutachten entsprechenden) Gutachten externer Spezialärzte darf Beweis-

wert zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 

vom 19. Juli 2020 E. 5.1.4 mit Verweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105).  

 

Das SMAB Gutachten vom 11. Januar 2023 erfüllt die vorgenannten Vor-

aussetzungen an ein Gutachten, weshalb grundsätzlich darauf abgestellt 

werden kann.  

 

4.2. 

Die Beschwerdeführerin bringt gegen das SMAB Gutachten jedoch vor, die 

durchgeführten beruflichen Massnahmen hätten gezeigt, dass die gut-

achterlich festgehaltene Arbeitsfähigkeit nicht umsetzbar sei. Der ent-

sprechende Bericht sei zu edieren. Weiter würden die mit Beilage 4 zur Be-

schwerde eingereichten medizinischen Unterlagen, so etwa die Krank-

schreibung im Bericht des Neurozentrums B._____ vom 23. August 2023, 

die Unmöglichkeit der Realisierung der gutachterlichen Arbeitsfähigkeit und 

eine Verschlechterung der medizinischen Situation seit der Begutachtung 

aufzeigen. Schliesslich sei unter Verweis auf den Entscheid des Sozialver-

sicherungsgerichts Zürich vom 20. Mai 2020 i.S. X._____ gegen die SVA 

Zürich der onkologischen Verschlimmerung der Fatigue um 10 % nicht 

Rechnung getragen worden (Beschwerde S. 3 f.).  

 

 - 6 - 

 

 

4.3. 

4.3.1. 

Aus den eingereichten medizinischen Unterlagen (Beschwerdebeilage 4) 

geht weder eine Auseinandersetzung mit der gutachterlichen Beurteilung 

noch sonst eine Diagnose oder ein objektivierbares Beschwerdebild hervor, 

woraus Zweifel am SMAB Gutachten entstehen würden. Vielmehr werden 

die bereits bekannten Diagnosen wiederholt und verschiedene Therapie-

optionen diskutiert. Die einzig im Bericht des Neurozentrums B._____ vom 

23. August 2023 festgehaltene Arbeitsunfähigkeit von 100 % für 10 Tage 

wegen Hitze (nachdem sich die Beschwerdeführerin offenbar darüber be-

schwert hatte, dass sie bei der Eingliederung mit Behinderten arbeiten 

müsse und es so heiss sei), vermag ebenfalls keine gegenüber der SMAB-

Beurteilung massgebliche Verschlechterung zu begründen.  

 

4.3.2. 

Hinsichtlich der durchgeführten Integrationsmassnahmen ist darauf hinzu-

weisen, dass den Erkenntnissen von Eingliederungsfachpersonen im Rah-

men von beruflichen Abklärungen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit nur beschränkte Aussagekraft zukommt, da diese 

in der Regel nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen, sondern 

auf berufspraktischen Beobachtungen beruhen, welche in erster Linie die 

subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_21/2020 vom 8. April 2020 E. 4.1.2 mit Hinweisen). 

Gemäss Abschlussbericht Integration vom 3. Oktober 2023 habe die Be-

schwerdeführerin das Aufbautraining lediglich zwei Tage besucht (VB 255), 

wobei gemäss E-Mail des Bereichsleiters Arbeitsmarktintegration, C._____ 

AG, vom 20. September 2023 keinerlei messbare Arbeitsleistung er-

sichtlich gewesen sei (VB 251). Aufgrund dessen sowie der gutachterlich 

festgehaltenen Verdeutlichungstendenzen seitens der Beschwerdeführerin 

sind von der Einholung eines zusätzlichen Berichtes über die durchgeführ-

ten beruflichen Massnahmen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, wes-

halb in antizipierter Beweiswürdigung hierauf zu verzichten ist. Der Abbruch 

des Aufbautrainings nach zwei Tagen sowie eine vollständig fehlende Ar-

beitsleistung in dieser Zeit vermag keine Zweifel an der gutachterlich be-

stimmten Arbeitsfähigkeit begründen, ansonsten in jedem Fall eine ver-

sicherte Person durch Abbruch oder subjektive Leistungsschmälerung wei-

tere Abklärungen erzwingen könnte. 

 

4.3.3. 

Soweit die Beschwerdeführerin sodann mit Verweis auf den Entscheid des 

Sozialversicherungsgerichts Zürich (IV.2019.00240) vom 20. Mai 2020 et-

was zu ihren Gunsten ableiten will, kann ihr nicht gefolgt werden. In ge-

nanntem Entscheid ging es im Wesentlichen darum, dass die Beurteilung 

im onkologischen Teilgutachten (100 % AUF) zugunsten der Einschätzung 

des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD, 0 % AUF) unbeachtet geblieben 

waren. Mangels entsprechender onkologischer Zusatzausbildung des RAD 

 - 7 - 

 

 

sowie aufgrund relevanter Abweichungen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 

gestützt auf die bei der versicherten Person bestehenden Fatigue zwischen 

psychiatrischem und onkologischem Teilgutachten erachtete das Gericht 

den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt, weil weder die Beurteilung des 

RAD noch des Psychiaters die onkologische Einschätzung ersetzen könn-

ten. Im vorliegenden Fall besteht aber Konsens zwischen den verschiede-

nen Gutachtern und sie hielten explizit fest, dass die tumorbedingte Fatigue 

eher als gering eingeschätzt werde, wobei der onkologische Gutachter von 

einer Einschränkung von 10 % ausging (VB 228.1 S. 7; 228.6 S. 10). Eine 

einfache Addition von verschiedenen Teilarbeitsunfähigkeiten ist aber nicht 

angezeigt, denn die Gutachter hielten ausdrücklich fest, die Fatigue bzw. 

die onkologische Erkrankung sei in der Gesamtbeurteilung einer Ein-

schränkung von 50 % bereits enthalten (VB 228.1 S. 8). Ob sich die einzel-

nen aus mehreren Behinderungen resultierenden Einschränkungsgrade 

summieren und in welchem Masse, betrifft eine spezifisch medizinische 

Problematik und Einschätzung, von der das Gericht grundsätzlich nicht ab-

rückt (Urteil des Bundesgerichts 9C_461/2019 vom 22. November 2019 

E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend liegen keine Hinweise dafür vor, 

dass von der gutachterlichen Einschätzung der kombinierten Teilarbeitsun-

fähigkeiten abzuweichen ist, womit auf die 50%ige Arbeitsfähigkeit in an-

gestammter und angepasster Tätigkeit abzustellen ist. 

 

5. 

Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbringt, eine Rentenreduk-

tion ohne gleichzeitige berufliche Massnahmen sei gesetzeswidrig, so kann 

ihr nicht gefolgt werden. Einzig bei Personen, deren Rente revisionsweise 

herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, bei denen eine mindestens 

fünfzehnjährige Bezugsdauer vorliegt oder die mindestens 55 Jahre alt 

sind, sind praxisgemäss in der Regel vorgängig Massnahmen zur Einglie-

derung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch 

(wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung aus-

zuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der diesfalls 

grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer 

Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Ab-

senz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_826/2018 vom 14. August 2019 E. 3.2.2). 

 

Die 1971 geborene Beschwerdegegnerin bezieht nicht durchgehend seit 

mindestens 15 Jahren eine Rente und ist auch noch nicht 55 Jahre alt 

(Rentenaufhebung im Jahr 2009, Rentenzusprache erst wieder ab März 

2011 [VB 60 S. 12; 115]). Zudem war sie bis auf die kurze Zeit des Bezugs 

einer ganzen Rente von September 2020 bis Februar 2021 durchgehend 

50 % arbeitsfähig. Die gleichwohl bestehende langjährige Absenz vom Ar-

beitsmarkt ist folglich auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen, was 

einen Anspruch auf berufliche Massnahme vor Rentenaufhebung aus-

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schliesst und weshalb die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 

auf den Weg der Selbsteingliederung verweisen durfte. 

 

6. 

Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich sinngemäss die fehlende Vor-

nahme eines Einkommensvergleichs rügt, so ist festzuhalten, dass gemäss 

SMAB Gutachten die Arbeitsfähigkeit auch in angestammter Tätigkeit 50 % 

beträgt, wodurch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Prozentvergleich grundsätzlich als zulässig zu erachten ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 27. September 2017 E. 6.5 und 

8C_860/2015 vom 30. Juni 2016 E. 5.3). Weil aber Validen- und Invaliden-

einkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen sind und 

nicht die Erwerbseinbusse in einer effektiv ausgeübten Tätigkeit zu bestim-

men ist, ist bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ein leidensbedingter 

Abzug vom Tabellenlohn zu prüfen (Urteil des Bundesge-

richts 8C_365/2012 vom 30. Juli 2012 E. 7). 

 

Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht konkret zum leidensbedingten 

Abzug, sondern hält mit Einwand vom 13. Februar 2023 lediglich fest, auf-

grund des eingeschränkten Arbeitsplatzprofils werde sie Mühe haben, eine 

Stelle zu finden (VB 234).  

 

Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % würde erst einem leidensbedingten 

Abzug von mindestens 20 % eine Anspruchsrelevanz zukommen. Ein der-

artig hoher Abzug ist unter dem anzuwendenden Recht jedoch den ausser-

gewöhnlich schweren Fällen vorbehalten (z.B. Verlust einer Extremität oder 

ähnliches), wobei die Einschränkungen der Beschwerdeführerin diesen 

Schweregrad nicht erfüllen. Zwar trifft es zu, dass die Einschränkungen ge-

mäss Gutachter mannigfaltig sind, jedoch sei zumindest die angestammte 

Tätigkeit weiterhin zumutbar ohne relevante zusätzliche Einschränkungen, 

auf welche ein potentieller Arbeitgeber in grösserem Umfange Rücksicht 

nehmen müsste. Auf eine abschliessende Prüfung des leidensbedingten 

Abzugs kann folglich verzichtet werden, da selbst bei Gewährung eines 

Abzugs von 15 % weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Rente bestehen 

würde (IV-Grad: 58 % [100-0.5*0.85/100]).  

 

7. 

Zusammenfassend verfangen die Rügen der Beschwerdeführerin gegen 

die angefochtene(n) Verfügung(en) nicht, weshalb die Herabsetzung des 

Rentenanspruchs per 1. März 2021 zu Recht erfolgte und die Beschwerde 

vom 12. September 2023 bzw. vom 27. September 2023 abzuweisen ist.  

 

8. 

8.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

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Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

8.2. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt.  

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

 
 

  

 - 10 - 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 12. Februar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Gössi     Comiotto