# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec2f3efd-5a5c-5c2a-a200-18d6aef57071
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.02.2013 IV 2011/130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-130_2013-02-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/130

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.02.2013

Entscheiddatum: 19.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 19.02.2013
Art. 28 IVG. Würdigung Gutachten. Keine Notwendigkeit einer stationären 
psychiatrischen Abklärung. Verneinung des Rentenanspruchs bei einem 
nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 28% (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 19. Februar 2013, IV 
2011/130).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Della Batliner

 

Entscheid vom 19. Februar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M., SwissLegal asg.advocati, 

Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

Sachverhalt:

A.     

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 23. März 1998 zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 8). Gemäss Nichteignungsverfügung der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) vom 20. November 1997 war der 

Versicherte nicht geeignet für Arbeiten mit Kontakt zu Mineralölen (IV-act. 53-24/34). 

Mit Arztbericht vom 24. April 1998 diagnostizierte Dr. med. B.___ unter anderem ein 

kumulativ-toxisches Handekzem mit eigengesetzlichem Verlauf (IV-act. 53-2/34). In 

Tätigkeiten ohne Kontakt zu Mineralölen und mit der zusätzlichen Empfehlung zur 

Vermeidung von Arbeiten mit starker Hitzeeinwirkung sei der Versicherte voll 

arbeitsfähig. Mit Verfügung vom 3. Juli 1998 wies die IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

(nachfolgend: IV-Stelle) das Leistungsbegehren des Versicherten mangels relevanter 

Erwerbseinbusse ab (IV-act. 16).

B.     

B.a   Am 18. August 2000 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an und machte eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend 

(IV-act. 1, 102). Dr. med. C.___ diagnostizierte am 14. November 2000 eine 

Berufsdermatose, fragliche Neurodermitis, Non-Compliance gegenüber allen 

therapeutischen Massnahmen, Diabetes mellitus, Adipositas sowie eine 

Bauchwandhernie (IV-act. 54). Vom 8. bis 22. Januar 2001 hielt sich der Versicherte 

stationär in der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich auf (IV-act. 104). 

Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2001 stellte die IV-Stelle zunächst ein Nichteintreten 

auf das Leistungsbegehren in Aussicht (IV-act. 17). Nach Stellungnahme des 

damaligen Rechtsvertreters, Rechtsanwalt lic.iur. Peter Jans, St. Gallen, vom 

9. Februar 2001 (IV-act. 104) und vom 17. Juli 2001 (IV-act. 39) leitete die IV-Stelle mit 

Schreiben vom 3. August 2001 eine ambulante medizinische Abklärung des 

Versicherten in die Wege (IV-act. 18).

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B.b   Mit Gutachten vom 13. Dezember 2001 diagnostizierte das Universitätsspital 

Zürich ein chronisches Handekzem mit kumulativ-toxischer Komponente bei 

atopischer Hautdiathese und polyvalenter epicutaner Sensibilisierung auf 

Kaliumdichromat, Perubalsam, Duftstoffmix, Dibromdicyanobutan, Diphenylguanidin 

sowie einen Diabetes mellitus Typ II (IV-act. 26). In Berufen unter Meidung von 

Feuchtarbeiten und starker mechanischer Belastung (Überwachungstätigkeiten) sei 

eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit anzustreben. Vom 2. bis 30. April 2002 wurde ein 

stationärer Heilungsversuch in der Dermatologischen Klinik, Allergologie/Dermato-

Onkologie/Venerologie, des Universitätsspitals Zürich unternommen, wobei es zu 

einem praktisch vollständigen Abheilen der Hautveränderungen kam (IV-act. 58). Vom 

25. August bis 13. September 2003 wurde eine berufliche Abklärung bei der 

Abklärungs- und Ausbildungsstätte Appisberg (BEFAS) durchgeführt (IV-act. 77). Mit 

Verfügung vom 8. Januar 2004 lehnte die IV-Stelle den Rentenanspruch bei einem nicht 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 33% ab (IV-act. 20). Dagegen erhoben die 

Suva am 22. Januar 2004 und der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 

11. Februar 2004 Einsprache (IV-act. 166; 170).

B.c   Das am 22. Juli 2004 eingereichte neue Gesuch um Rentenleistungen (IV-act. 10) 

wurde aufgrund des hängigen Einspracheverfahrens zurückgestellt (IV-act. 112).

B.d   Mit Verfügung vom 3. März 2005 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 

8. Januar 2004 und führte weitere Abklärungen durch (IV-act. 23). Am 3. Juni 2005 

berichtete Dr. med. C.___ über die seit 2. September 2004 bei ihm durchgeführte 

psychiatrische Behandlung des Versicherten und diagnostizierte eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode sowie eine Anpassungsstörung 

bei bestehendem Handekzem (IV-act. 27-28/30). Aus rein psychiatrischer Sicht 

bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit für eine auswärtige Arbeit. Der Versicherte könne 

nur in einem geschützten Rahmen (geschützte Werkstatt) eine Tätigkeit von zwei bis 

drei Stunden ausüben.

B.e   In der Folge wartete die IV-Stelle die Ergebnisse des pendenten UV-Verfahrens ab 

(IV-act. 28 ff.). Gegen die Verfügung der Suva vom 20. September 2005 (act. G 9.2/4) 

erhob der Versicherte Einsprache. Mit Urteil vom 27. November 2007 (UV 2007/17; 

act. 66) hiess das (st. gallische) Versicherungsgericht die Beschwerde des Versicherten 

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gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 8. November 2006 (act. G 9.2/5) 

teilweise gut und wies die Streitsache zur ergänzenden Abklärung an die Suva zurück. 

Gegen deren Verfügung vom 26. September 2008 (act. G 9.2/7) erhob der Versicherte 

Einsprache. Die gegen den entsprechenden Einspracheentscheid vom 9. April 2009 

(act. G 9.2/9) erhobene Beschwerde des Versicherten wurde mit Entscheid des 

(st. gallischen) Versicherungsgerichts vom 2. Juni 2010 (UV 2009/54; act. G 9.1/10) 

teilweise gutgeheissen und dem Versicherten eine Invalidenrente bei einem 

Invaliditätsgrad von 20% zugesprochen. Mit Urteil des Bundesgerichts vom 

22. Oktober 2010 (8C_536/2010) wurde dem Versicherten in Aufhebung des 

Entscheids des (st. gallischen) Versicherungsgerichts vom 2. Juni 2010 eine 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 11% zugestanden.

B.f    Über die umfassende Begutachtung des Versicherten im Aerztlichen 

Begutachtungsinstitut GmbH Basel (ABI) am 2. November 2010 wurde am 2. Dezember 

2010 berichtet (IV-act. 155, 27). Gemäss ABI besteht für körperlich leichte bis 

intermittierend mittelschwer belastende, angepasste Tätigkeiten eine vollschichtig 

realisierbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90%.

C.     

C.a   Mit Vorbescheid vom 12. Januar 2011 stellte die IV-Stelle die Ablehnung des 

Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 85), wogegen  Rechtsanwalt Bruno Bauer, 

St. Gallen, am 16. Februar 2011 für den Versicherten Einwand erhob und eine 

psychiatrische Begutachtung und Abklärung beantragte (IV-act. 85-1/9).

C.b   Mit Verfügung vom 23. Februar 2011 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

bei einem Invaliditätsgrad von 28% ab (act. G 1.1; IV-act. 162).

D.    

D.a   Mit Beschwerde vom 28. März 2011 liess der Beschwerdeführer durch seinen 

Rechtsvertreter beantragen, die Verfügung vom 23. Februar 2011 sei aufzuheben und 

es sei ihm nach ergänzenden Abklärungen eine Invalidenrente zu gewähren; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). Zur Begründung brachte der 

Rechtsvertreter im Wesentlichen vor, Hausarzt und Psychiater würden den 

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Beschwerdeführer während 12 Jahren behandeln und kämen zu einem anderen 

Beschwerdebild als der psychiatrische ABI-Gutachter, der den Beschwerdeführer eine 

Stunde begutachtet habe. Der Beschwerdeführer sei stationär in einer psychiatrischen 

Klinik abklären zu lassen und allenfalls zu therapieren.

D.b   Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2011 schloss die Beschwerdegegnerin auf 

Abweisung der Beschwerde (act. G 9). Zur Begründung führte sie insbesondere an, der 

polydisziplinären Einschätzung des ABI komme grosses Gewicht und voller Beweiswert 

zu. Der Bericht von

Dr. C.___ sei mangelhaft und der Bericht von Dr. D.___ ziemlich rudimentär.

D.c   Mit Replik vom 5. August 2011 hielt der Beschwerdeführer an seinem bisherigen 

Standpunkt fest (act. G 13).

D.d   Mit Schreiben vom 12. August 2011 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem 

bisherigen Antrag fest und verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 16).

 

Erwägungen:

1.      

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Rente zu Recht abgelehnt hat.

2.      

2.1    Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2    Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

2.3    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung 

der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung 

mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).

2.4    Die Invalidenversicherung ist bei der Invaliditätsbemessung nicht an die bereits 

von anderen Sozialversicherungszweigen vorgenommene Invaliditätsbemessung 

gebunden. Indessen dürfen deren rechtskräftig abgeschlossene 

Invaliditätsschätzungen nicht unbeachtet bleiben. Vielmehr müssen sie als Indizien für 

eine zuverlässige Beurteilung gewertet und als solche in den Entscheidungsprozess 

erst später verfügender Versicherungsträger miteinbezogen werden (vgl. BGE 133 V 

549 E. 6.1 und 6.3 mit Hinweis auf BGE 126 V 288).

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3.      

3.1    Vorliegend ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Dies gilt insbesondere 

in Bezug auf seine psychischen Beschwerden. Denn aus den medizinischen Akten ist 

ersichtlich und vom Beschwerdeführer wurde auch nicht bestritten, dass er zwar für die 

Tätigkeit im Strassenbau sowie jede andere körperlich schwere Tätigkeit vollständig 

arbeitsunfähig ist, er für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwer belastende, 

angepasste Tätigkeiten aus somatischen Gründen jedoch keine Einschränkungen hat.

3.2    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist der Ansicht, dass das ABI-

Gutachten für die von Dr. C.___ und Dr. D.___ festgestellten Arbeitsunfähigkeiten wenig 

Verständnis habe. Es erweise sich als gerechtfertigt, den Beschwerdeführer einmal 

stationär in einer psychiatrischen Klinik abklären zu lassen und allenfalls zu therapieren.

3.3    Seit dem 2. September 2004 stand der Beschwerdeführer bei Dr. C.___ in 

psychiatrischer Behandlung, worüber dieser am 3. Juni 2005 erstmals berichtete (IV-

act. 27-27/30). Dr. C.___ stellte beim Beschwerdeführer einen depressiven Zustand mit 

intensiven Ängsten und Selbstwertproblematik sowie Störung der kognitiven 

Funktionen fest und verordnete die Therapie mit Antidepressiva und Anxiolytika. In der 

bisherigen Therapie seien körperliche Symptome im Vordergrund gestanden und es sei 

noch zu keiner Besserung gekommen. Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive 

Störung mit somatischen Symptomen (F 32.11) sowie eine Anpassungsstörung (F 43.0) 

bei bestehendem Handekzem. Die Prognose sei bei chronifiziertem Zustand sehr 

ungünstig. In einem undatierten Bericht (IV-act. 27-29/30) diagnostizierte Dr. C.___ eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F 32.1) und eine 

Anpassungsstörung (F 43.0) bei bestehendem Handekzem. Aus rein psychiatrischer 

Sicht bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit für eine auswärtige Arbeit. Der 

Beschwerdeführer könne nur in einem geschützten Rahmen (geschützte Werkstatt) 

eine Tätigkeit von zwei bis drei Stunden ausüben (IV-act. 27-29/30).

3.4    Mit psychiatrischem Gutachten der psychiatrischen Universitätspoliklinik des 

Inselspitals Bern vom 24. Mai 2005 wurden die Diagnosen einer 

psychophysiologischen Insomnie (F 51.0), einer depressiven Episode im Sinn einer 

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Anpassungsstörung (F 43.21) sowie eines allergischen Hautekzems beider Hände, 

anamnestisch beschrieben seit 1993, erhoben (act. G 9.2/2). Aus rein psychiatrischer 

Sicht könne der Beschwerdeführer die bisher ausgeübte Tätigkeit weiterhin mindestens 

zu 50% ausüben und es bestehe eine recht gute Prognose, die psychischen 

Beschwerden noch lindern zu können, selbst wenn die chronische körperliche 

Grunderkrankung seit mittlerweile 16 Jahren bestehe und sich in erheblichem Ausmass 

verschlechtert habe. Eine Besserung der psychischen Beschwerden bis hin zur Heilung 

sei dennoch eher unwahrscheinlich. Die psychischen Störungen hätten noch nicht ein 

invalidisierendes Mass angenommen und könnten sich mit einer regelmässigen 

psychotherapeutischen Behandlung sowie einer adäquaten medikamentösen Therapie 

noch verbessern. In Anbetracht der jetzigen bestehenden psychischen Störungen 

sähen sie den Beschwerdeführer bei einer der körperlichen Grunderkrankung 

zumutbaren Aufgabe als in der Lage, zu 100% zu arbeiten (act. G 9.2/3).

3.5    Dr. med. D.___ bestätigte am 16. Juni 2008 (act. G 9.2/6) gegenüber dem 

Ausländeramt St. Gallen, dass der Beschwerdeführer an einem chronischen, 

exkoriierten Ekzem, einem Diabetes mellitus Typ II, einer peripheren arteriellen 

Verschlusskrankheit, einer Polyarthrose sowie an arterieller Hypertension leide. Der 

Beschwerdeführer sei bis auf weiteres voll arbeitsunfähig.

3.6    Mit ABI-Gutachten vom 2. Dezember 2010 wurde beim Beschwerdeführer eine 

leichte depressive Episode (F 32.0) diagnostiziert (IV-act. 27-15/30). Zudem wurden bei 

der Untersuchung depressive Verstimmungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit, leichte 

Konzentrationsstörungen, eine Antriebsstörung, Schlafstörungen und ein verminderter 

Appetit mit Gewichtsabnahme festgestellt. Die Diagnosen einer 

Schmerzverarbeitungsstörung oder einer somatoformen Störung könnten nicht gestellt 

werden. Aufgrund der im Serum bestimmten Medikamentenspiegel bestehe ein 

Hinweis auf schlechte Medikamentencompliance. Dem Beschwerdeführer könne trotz 

der geklagten Beschwerden aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, in einer 

seinen körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit zu 90% zu arbeiten. Eine 

länger dauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im Sinn 

einer invalidisierenden Erkrankung sei retrospektiv nicht zu erkennen.

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3.7    Dr. D.___ berichtet am 16. Juni 2008 über keine psychischen Beschwerden oder 

eine darauf gründende Arbeitsunfähigkeit. Bei der von ihm attestierten vollen 

Arbeitsunfähigkeit ist zudem nicht klar, ob sie sich ebenfalls auf eine zumutbare 

Tätigkeit bezieht, zumal ein entsprechender Hinweis oder ein Zumutbarkeitsprofil 

fehlen. Dies kann letztlich offen bleiben, da sein Bericht keine psychopathologischen 

Befunde enthält und daher für die vorliegende Beurteilung nicht von Belang ist. 

Gemäss ABI-Gutachten kann bei einer depressiven Störung nicht gleichzeitig eine 

Anpassungsstörung diagnostiziert werden, wie dies im Bericht von Dr. C.___ getan 

worden sei. Zwar ist eine eindeutige Differenzierung zwischen depressiven Episoden, 

Dysthymien und Anpassungsstörungen offenbar nicht möglich (<http://

www.hogrefe.de/ programm/media/catalog/Book/978-3-8017-1622-6_lese.pdf>, 

abgerufen am 22. Januar 2013). Doch die Feststellung im ABI-Gutachten bestätigt sich 

im Taschenführer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur ICD-10-Klassifikation 

psychischer Störungen, wonach bei Diagnose einer depressiven Episode diejenige von 

Anpassungsstörungen, depressiver Episode in Verbindung mit Störungen des 

Sozialverhaltens sowie rezidivierender depressiver Störung auszuschliessen ist 

(H. Dilling und H. J. Freyberger [Hrsg.], 4. Aufl., Hogrefe/ Göttingen 2003, S. 133; 

<http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/anpassungsstoerungen2.html>, 

abgerufen am 22. Januar 2013). Das ABI stellt weiter fest, dass eine mittelgradige 

depressive Störung wie von Dr. C.___ berichtet während des Behandlungszeitraums 

vorübergehend vorgelegen haben möge, sie begründe aber keine 100%-ige, sondern 

eine teilweise Arbeitsunfähigkeit. Entsprechend erachtet auch Dr. C.___ in seinem 

undatierten Bericht eine Tätigkeit von zwei bis drei Stunden in geschütztem Rahmen 

als machbar. Die Universitätspoliklinik Bern ging noch im Mai 2005 davon aus, dass 

der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit aus rein psychiatrischer Sicht zu 

mindestens 50% weiterhin ausüben könne und in einer zumutbaren Tätigkeit in der 

Lage sei, zu 100% zu arbeiten. Dr. C.___ weist in seinem Bericht im Juni 2005 darauf 

hin, dass der Zustand des Beschwerdeführers schon lange einen invalidisierenden 

Verlauf genommen habe und dieser schon über Jahre hinweg arbeitsunfähig sei, wobei 

nicht klar ist, auf welche objektive Grundlage er diese retrospektive Einschätzung für 

die Zeit vor der erstmaligen Behandlung des Beschwerdeführers (2. September 2004) 

stützt. Zur Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit äussert sich Dr. C.___ lediglich 

in seinem undatierten Bericht, dem Bericht vom 3. Juni 2005 ist hierzu nichts zu 

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entnehmen. Der Bericht von Dr. C.___ beruht auf einer Beobachtung des 

Beschwerdeführers über einen längeren Zeitraum hinweg. Vom 2. September 2004 bis 

3. Juni 2005 wurden bei Dr. C.___ regelmässig Sitzungen – die Frequenz geht nicht aus 

seinem Bericht hervor, im ABI-Gutachten werden nach Angaben des 

Beschwerdeführers psychiatrische Behandlungen einmal pro Woche festgehalten – 

durchgeführt. Eine vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers behauptete 12-jährige 

Behandlungsdauer bei Dr. C.___ ist daher nicht möglich. Im Unterschied zum 

Gutachten des ABI bringt eine dennoch sicherlich mehrjährige Behandlungsdauer den 

Vorteil, den Gesundheitszustand an mehreren Tagen und über einen längeren 

Zeitabschnitt hindurch beobachten und beurteilen zu können. Allerdings hat ein 

behandelnder Arzt eine wesentlich andere Sicht auf seinen Patienten als ein Gutachter 

auf eine versicherte Person, weil sein Auftrag ein therapeutischer ist. Der vom 

Versicherten konsultierte Arzt konzentriert sich auf die Behandlung und steht in einem 

Vertrauensverhältnis zu seinem Patienten. Dadurch, dass beim Gutachter ein 

Behandlungsauftrag fehlt, entsteht eine grössere Distanz zum Versicherten (Ulrike 

Hoffmann-Richter, Die psychiatrische Begutachtung, Eine allgemeine Einführung, 

Stuttgart 2005, S. 14). Um das Risiko einer Diagnosestellung aufgrund einer 

Momentaufnahme zu minimieren, hat der Experte den Verlauf über die Akten zu 

verfolgen (Ulrike Hoffmann-Richter, a.a.O., S. 22). Nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts ist daher der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass 

behandelnde Spezialärzte aufgrund dieser auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen tendenziell eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 24. März 2009, 8C_871/2008, E. 3.2 mit Hinweisen). Im 

vorliegenden Fall ist es auch nicht so, dass der Psychiater Dr. C.___ konkrete, objektiv 

fassbare Aspekte namhaft gemacht hätte, die dem ärztlichen Experten entgangen 

wären oder mit denen er sich nicht befasst hätte (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2010, S. 344). Seit dem Bericht 

vom 3. Juni 2005 und dem undatierten Ausschnitt sind keine weiteren (aktuelleren) 

Berichte von Dr. C.___ aktenkundig. Da das Gutachten des ABI auf umfassenden, von 

erfahrenen Sachverständigen durchgeführten allseitigen Untersuchungen beruht und in 

Kenntnis der Anamnese sowie unter Berücksichtigung der beklagten Beschwerden und 

dem Verhalten des Beschwerdeführers erstellt wurde, besteht kein Anlass, an den darin 

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enthaltenen Schlussfolgerungen zu zweifeln. Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des ABI 

ist nachvollziehbar und stützt sich für die retrospektive Beurteilung auf das 

psychiatrische Gutachten der psychiatrischen Universitätspoliklinik des Inselspitals 

Bern vom 24. Mai 2005, welches ebenfalls einleuchtet. Konkrete Vorbehalte oder 

Einwände gegen das ABI-Gutachten sind nicht ersichtlich und solche bringt der 

Beschwerdeführer denn auch nicht vor. Auf das Gutachten des ABI vom 2. Dezember 

2010 kann somit abgestellt werden.

3.8    Die bereits vorhandenen medizinischen Unterlagen – insbesondere das ABI-

Gutachten vom 2. Dezember 2010 – ermöglichen eine rechtsgenügliche Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Eine stationäre psychiatrische Abklärung 

erscheint unter diesen Umständen nicht notwendig. Eine entsprechende Anforderung 

wird von der bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch nicht gestellt (vgl. 

BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen). In antizipierter 

Beweiswürdigung ist daher auf weitere Abklärungen zu verzichten, da nicht 

anzunehmen ist, dass solche für die Beurteilung des vorliegend relevanten 

Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen (BGE 124 V 90, E. 4b; 136 I 229, E. 5.3).

4.      

4.1    Gemäss Art. 16 ATSG wird bei der Bemessung des Invaliditätsgrads das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

4.2    Bei der Bestimmung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die 

versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen (hypothetischen) Rentenbeginns 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich 

verdient hätte (Meyer, a.a.O., S. 301; BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Gemäss 

aArt. 29 Abs. 1 IVG (Fassung bis 31. Dezember 2007) entsteht der Rentenanspruch 

frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend 

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erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen war (lit. b).

4.3    Der Beschwerdeführer hat sich – nach Abweisung seines Rentengesuchs vom 

23. März 1998 – am 18. August 2000 erneut zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet 

(IV-act. 1, 102). Seit wann eine Arbeitsunfähigkeit besteht, konnte im ABI-Gutachten 

nicht eruiert werden (IV-act. 27-24/30). Dies kann im vorliegenden Fall schlussendlich 

auch offen bleiben, da für den Einkommensvergleich bei der Annahme, das Validen- 

und Invalideneinkommen würden sich in der Regel in etwa gleich entwickeln, lediglich 

entscheidend ist, dass stets Werte aus derselben Vergleichsperiode heranzuziehen 

sind. Für die Berechnung des Invaliditätsgrads werden vorliegend die Werte für das 

Jahr 2004 berücksichtigt.

4.4    Im Einklang mit der Beschwerdegegnerin kann davon ausgegangen werden, dass 

eine Arbeitsunfähigkeit von 10% in einer leidensangepassten Tätigkeit besteht. Das 

Valideneinkommen 2004 wurde von der Beschwerdegegnerin in Übereinstimmung mit 

dem Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 2. Juni 2010, UV 2009/54, 

auf Fr. 64'250.-- festgelegt (13 x Fr. 4'530.-- + Fr. 7'700.-- Nacht- und 

Leistungszulagen [11 x Fr. 700.--]; IV-act. 83) und ist vorliegend unbestritten. Bei der 

Festlegung des Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin vom allgemeinen 

Durchschnittslohn aller Branchen gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des 

Bundesamtes für Statistik aus. Aus der LSE 2004 TA 1 Niveau 4 ist für Männer ein 

Monatssalär von Fr. 4'588.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahreseinkommen von 

Fr. 55'056.-- (2004) basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche 

durchschnittliche Arbeitszeit 2004, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich 

ein Betrag von Fr. 57'258.25 ergibt. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 90% und mit einem 

vorliegend unbestrittenen und angemessen erscheinenden Tabellenlohnabzug von 

10% ist das Invalideneinkommen mit Fr. 46'379.20 zu bemessen. Bei der 

Gegenüberstellung des Validen- und Invalideneinkommens ergibt sich eine 

invaliditätsbedingte Einbusse von 28%, woraus kein Rentenanspruch entsteht.

5.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind sie vollumfänglich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei der von ihm geleistete Kostenvorschuss daran 

anzurechnen ist. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.02.2013
	Art. 28 IVG. Würdigung Gutachten. Keine Notwendigkeit einer stationären psychiatrischen Abklärung. Verneinung des Rentenanspruchs bei einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 28% (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 19. Februar 2013, IV 2011/130).

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		2025-07-19T10:59:09+0200
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