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**Case Identifier:** b8df1e2d-01e0-5652-8e41-d96827cd0b8c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.10.2021 200 2021 412
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-412_2021-10-28.pdf

## Full Text

200 21 412 IV
SCI/SVE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene, angelernte ... A.________ (Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Oktober 2016 bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) unter Hinweis auf ein am 25. Mai 2016 erlittenes 
Quetschtrauma an der linken Hand zum Leistungsbezug an (Akten der IV-
Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1, 63). Die IVB tätigte in 
der Folge medizinische sowie erwerbliche Abklärungen und gewährte be-
rufliche Massnahmen in Form von Beratung und Unterstützung bei der 
Stellensuche (act. II 37), einer beruflichen Abklärung bei der C.________ 
GmbH (act. II 42) sowie einer arbeitsmarktlich-medizinischen Abklärung 
(AMA) bei der Abklärungsstelle D.________ in ... (act. II 50). Mit Mitteilung 
vom 7. August 2018 (act. II 69) schloss sie die beruflichen Massnahmen 
ab. Am 11. Juni 2020 verfügte die IVB eine polydisziplinäre Begutachtung 
durch die MEDAS E.________ (act. IIA 136). Die dagegen erhobene Be-
schwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
24. August 2020 (IV/2020/548; act. IIA 145) ab. Nach erfolgter Begutach-
tung (act. IIA 164) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 19. Februar 2021 
(act. IIA 167) in Aussicht, bei einem Invaliditätsgrad von 6 % einen Renten-
anspruch zu verneinen. Nach dagegen erhobenem Einwand (act. IIA 172 
ff.) verfügte sie am 3. Mai 2021 dem Vorbescheid entsprechend 
(act. IIA 176).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe datierend vom 12. Mai 2021 (Postaufgabe 3. Juni 
2021; Posteingang 7. Juni 2021) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die leistungsabweisende Verfügung sei aufzuheben und es sei ein poly-
disziplinäres Gerichtsgutachten in den Fachdisziplinen Psychiatrie, Neu-
ropsychologie, Handchirurgie, Neurologie, Orthopädie, Ergotherapie inkl. 
Assessments) anzuordnen und es sei dem Beschwerdeführer eine ganze 
Rente der IV zuzusprechen, eventualiter seien dem Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 3

eine Teilrente der IV sowie berufliche Eingliederungsmassnahmen zu 
gewähren.

2. Es sei für das Gutachten das im Kreisarztbericht vom 21. März 2019, S. 5 
von 11 erwähnte Bildmaterial, insbesondere die intraoperativen Bild-/
Filmaufnahmen und das dort erwähnte Konsilium sowie sämtliches dort 
erwähnte Bildmaterial zu edieren.

- unter Kostenfolge -

Am 7. Juni 2021 ging beim Verwaltungsgericht überdies eine persönlich 
überbrachte, redaktionell bereinigte Beschwerdeschrift datierend vom 
3. Juni 2021 mit gleichlautenden Anträgen samt Beilagen und Beilagenver-
zeichnis ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Juni 2021 wurde dem Beschwerde-
führer Frist bis zum 22. Juni 2021 zur Leistung eines Kostenvorschusses 
für die Verfahrenskosten angesetzt. Gleichzeitig wurde die Beschwerde-
gegnerin zur Einreichung einer Beschwerdeantwort aufgefordert. Nachdem 
der Kostenvorschuss nicht geleistet worden war, wurde dem Beschwerde-
führer mit prozessleitender Verfügung vom 24. Juni 2021 Nachfrist zur 
Leistung des Kostenvorschusses bis zum 5. Juli 2021 gesetzt und er darauf 
hingewiesen, dass, sollte innert der Nachfrist weder der Kostenvorschuss 
bezahlt noch ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege eingereicht wer-
den, auf die Beschwerde unter Kostenfolge nicht eingetreten werde.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juli 2021 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Am 6. Juli 2021, 00.01 Uhr, übersandte die Rechtsvertreterin per Fax ein 
Deckblatt mit dem Text „UR Gesuch 200 412 IV mfg B.________“ sowie 
ein Sozialhilfebudget und eine Bestätigung über den Sozialhilfebezug des 
Beschwerdeführers. Die als FAX versandten Unterlagen übergab sie an-
schliessend im Verlauf des 6. Juli 2021 der Post zu Handen des Verwal-
tungsgerichts.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) sind eingehalten.

1.2

1.2.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig (Art. 61 lit. fbis 
ATSG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Kosten sind nach dem Verfahrens-
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1'000.-- festzulegen.

Im Beschwerdeverfahren vor verwaltungsunabhängigen Verwaltungsjustiz-
behörden hat die Beschwerde führende Partei einen angemessenen Kos-
tenvorschuss zu leisten (Art. 105 Abs. 2 VRPG). Bezahlt die Partei den 
Kostenvorschuss nicht fristgemäss und lässt sie auch eine kurze Nachfrist 
unbenutzt verstreichen, so ist auf ihr Begehren nicht einzutreten (Art. 105 
Abs. 4 VRPG). 

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1.2.2 Der vom Beschwerdeführer verlangte Kostenvorschuss wurde we-
der innert der regulären noch der daraufhin angesetzten Nachfrist geleistet, 
so dass auf die Beschwerde kostenpflichtig nicht einzutreten ist. Daran 
ändert auch nichts, dass die Rechtsvertreterin am 6. Juli 2021 ein Sozialhil-
febudget sowie eine Bestätigung über den Sozialhilfebezug zusammen mit 
einem Deckblatt, enthaltend einzig den Vermerk „UR Gesuch 200 412 IV 
mfg B.________“, der Post übergab. 

Dem Beschwerdeführer war anlässlich der Nachfristansetzung vom 24. Ju-
ni 2021 instruktionsrichterlich Frist bis zum 5. Juli 2021 gesetzt worden, um 
den Kostenvorschuss zu leisten oder aber ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege einzureichen. Zudem wurde er ausdrücklich darauf hingewie-
sen, dass andernfalls auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Abge-
sehen davon, dass Eingaben an die Behörden einer eigenhändigen Unter-
schrift bedürfen (vgl. Art. 32 Abs. 2 VRPG), mithin ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege nicht per Fax gestellt werden kann, erfolgte sowohl 
die FAX-Eingabe wie auch der postalische Versand nach Ablauf der dem 
Beschwerdeführer gesetzten Frist und damit verspätet. Auf diese Eingabe 
ist folglich nicht einzutreten. Offenbleiben kann dabei, ob mit Blick auf die 
fehlende materielle Begründung und einen höchstens sinngemässen An-
trag die Eingabe überhaupt als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
betrachtet werden kann.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Nachdem innert der dem Beschwerdeführer gesetzten Frist bzw. 
Nachfrist weder der Kostenvorschuss geleistet noch ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde nicht ein-
zutreten. Selbst wenn jedoch auf die Beschwerde eingetreten werden 
könnte, würde sich am Ergebnis, dass dem Beschwerdeführer keine Rente 
der Invalidenversicherung zusteht, nichts ändern. 

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2.

Vorweg festzuhalten ist, dass, auch wenn der Beschwerdeführer eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend macht, indem die Beschwerdegeg-
nerin den umfangreichen Einwand in der angefochtenen Verfügung nicht 
geprüft habe (Beschwerde S. 8), ihm offensichtlich nicht gefolgt werden 
kann. 

Die Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung vom 3. Mai 
2021 (act. IIA 176) dar, von welchen Überlegungen sie sich leiten liess. Sie 
setzte sich mit den wesentlichen Einwänden des Beschwerdeführers 
auseinander. Rechtsprechungsgemäss ist sie nicht gehalten, auf jede 
erhobene Rüge einzugehen. Dem Beschwerdeführer war eine 
sachgerechte Anfechtung der Verfügung möglich, weshalb keine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt (vgl. BGE 142 III 433 E. 4.3.2 S. 
436). 

Die Einschätzung in der Sache ist nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs 
und wäre zudem, wenn das Gericht auf die Beschwerde eintreten könnte, 
ohne weiteres auch materiell zu schützen.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.

4.1 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit des Beschwerdeführers betrifft, erlitt der Beschwerdeführer am 25. Mai 
2016 einen Unfall, als er mit der linken Hand in eine (...-)
...maschine geriet (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 
vom 6. April 2021, UV/2019/940, E. 3.1). 

Gemäss Austrittsbericht über die Hospitalisation vom 25. Mai bis 1. Juni 
2016 (act. II 5.43 S. 2) im Spital F.________, wurde als Diagnose eine 
Quetschverletzung der linken Hand mit devaskularisierender subtotaler 
Avulsionsamputation Dig IV und V Höhe P2, sowie schwerer Weichteilavul-
sion Dig III aufgeführt. Am 25. Mai 2016 sei eine Operation (verkürzende 
DIP Arthrodesen Dig IV und V, Revaskularisation Dig IV und V mit Venen-

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interponat vom ipsilateralen Unterarm, Avance Interponat N5, mikrochirur-
gische Koaptation N9 und N7, Nagelbettnähte Dig III-V, Nagelplattenein-
naht Dig III-V; vgl. Operationsbericht vom 25. Mai 2016 [act. II 5.42 S. 2]) 
komplikationslos durchgeführt worden.

Am 10. Juni 2016 wurde bei diagnostizierter beginnender Nekrose Endglied 
Dig IV eine Nekrosektomie Dig IV und V, Defektdeckung mittels Intermeta-
carpale-Lappen III/IV auf palmar Dig IV, Vollhauttransplantat vom palmaren 
Unterarm auf Dig IV und V durchgeführt (act. II 5.8 S. 2).

Schliesslich wurde am 30. Dezember 2016 bei Diagnose eines implantat-
assoziierten Infekts nach Schraubenarthrodese DIP IV links gleichentags 
eine Z-Plastik Dig V palmar Höhe MCP und eine Implantatentfernung CCS-
Schraube, Débridement Nagelbett, Implantation Kunstnagel durchgeführt 
(act. II 27.76).

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung des die linke Hand betreffenden me-
dizinischen Sachverhalts kann auf die Ausführungen dieses Gerichts in 
VGE UV/2019/940, E. 3.2, verwiesen werden. 

4.2 Hinsichtlich der in der finalen Invalidenversicherung ebenfalls zu 
berücksichtigenden unfallfremden gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
ergibt sich aus den Akten Folgendes:

4.2.1 Im Bericht des Spitals G.________ vom 17. Oktober 2016 (act. II 62 
S. 4) wurde eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) aufgrund 
psychosozialer Belastung nach schwerer Handverletzung diagnostiziert. 

4.2.2 Dr. med. H.________, Facharzt für Rheumatologie, führte im 
Bericht vom 22. Mai 2017 (act. II 30 S. 2) als Diagnosen ein chronisches 
Panvertebralsyndrom (EM ca. 2016) sowie einen Status nach 
Quetschtrauma Hand links auf. Der Beschwerdeführer selber bemerke 
einen deutlichen Zusammenhang mit der inneren psychischen 
Anspannung, was eher für eine soziale Komponente spreche. 

4.2.3 Med. pract. I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), hielt in der Beurteilung vom 
12. Dezember 2017 (act. II 36) fest, es liege eine chronische 

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Rückenproblematik vor, welche nicht auf eine entzündliche oder wesentlich 
degenerative Krankheit zurückgeführt werden könne. Es lägen keine 
sensomotorischen Ausfälle vor. Die strukturellen Wirbelsäulenbefunde 
seien altersentsprechend. Es lägen mehrfach soziale Belastungsfaktoren 
vor (S. 5).

Die RAD-Ärztin führte sodann in der Beurteilung vom 20. März 2018 
(act. II 47) aus, mit medizinischen Massnahmen (Physiotherapie, 
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung inkl. Medikation, eventuell 
Ergotherapie) könne der Gesundheitszustand auch längerfristig stabil 
gehalten werden. Sie attestierte in einer angepassten Tätigkeit, die nicht 
einer vollen Geschicklichkeit und Sensibilität der linken Hand bedürfe, eine 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 4).

4.2.4 Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im psychiatrischen Konsilium z.H. der Abklärungsstelle 
D.________ vom 28. Mai 2018 (act. II 67 S. 25) ein lokales chronifizieren-
des Schmerzsyndrom der vorderen oberen Extremität links sowie den Ver-
dacht auf eine reaktiv bedingte depressive Episode leichtgradiger Ausprä-
gung (ICD-10 F32.0) unterstützt durch die psychosoziale Belastung. Kon-
zentrationsstörungen und Defizite im Durchhaltevermögen könnten eine 
leichtgradige Einschränkung der Leistungsfähigkeit aus psychiatrischer 
Sicht um ca. 20 % bedingen.

4.2.5 Anlässlich der neuropsychologischen Abklärung vom 3. Juli 2018 
(act. II 67 S. 27) wurde eine leichte Lernbehinderung (IQ=83) mit begleiten-
den kognitiven Problemen (Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Sprache, 
Rechnen) mit/bei subjektiv erhöhter internaler Ablenkbarkeit erhoben. Es 
sei darauf zu achten, dass die intellektuellen Anforderungen eher gering-
gehalten werden, der Beschwerdeführer eher wenig rechnen müsse und 
mehr Lern- und Einarbeitungszeit habe als andere. Für Tätigkeiten, die den 
kognitiven Anforderungen seiner letzten Stelle entsprächen, gebe es neu-
ropsychologischerseits keine relevante und andauernde Einschränkung. 

4.2.6 Im Bericht der Klinik K.________ vom 28. Januar 2020 (act. IIA 115) 
wurden als Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode mit somati-
schem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine komplexe posttraumatische Belas-

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tungsstörung (ICD-10 F43.1), eine Entwicklungsstörung schulischer Fertig-
keiten, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F81.9), sowie ein Stottern (ICD-10 
F98.5) attestiert.

4.3 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des durch die Be-
schwerdegegnerin veranlassten MEDAS-Gutachten vom 9. Februar 2021 
(act. IIA 164.1 S. 5 ff. Ziff. 4) führten die Experten mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen auf (S. 9 Ziff. 4.2):

• Quetschverletzung der linken Hand am 25. Mai 2016 mit devaskularisie-
render subtotaler Avulsionsamputation Dig IV und V Höhe P2 sowie 
schwerer Weichteilavulsion Dig III, verkürzende Arthrodesen DIP Dig IV 
und V Revaskularisation Dig IV und V mit Veneninterponat vom ipsilate-
ralen Unterarm, Nervennähte N9 und N7, Nagelbettnähte Dig III bis V, 
Nekrosektomie Dig IV und V, Defektdeckung mittels Intermetacarpale-
Lappen III/IV auf palmar Dig IV. Vollhauttransplantat vom palmaren Un-
terarm auf Dig IV und V am 10. Juni 2016, Nekroseabtragungen, Hautab-
tragungen am 21. Juni 2016;

• Quetschtrauma der linken Hand am 25. Mai 2016 mit mehreren Rekon-
struktionsoperationen sowie Nerveninterponat und residueller sensibel-
axonaler Schädigung distaler Anteile des linken Nervus ulnaris, vorrangig 
distal der Loge de Guyon.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie folgende Diagnosen 
auf (S. 9 Ziff. 4.2):

• Adipositas Grad I nach WHO, 30.84 kg/m2;
• mögliche arterielle Hypertonie;
• Dyslipidämie;
• Dysthymie (ICD-10 F34.1);
• Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01);
• anamnestisch leichte Lernbehinderung (ICD-10 F81.9).

Die objektiven Befunde sprächen für eine qualitative Minderung der Belast-
barkeit der linken (im Fall des rechtshändigen Beschwerdeführers nicht 
dominanten) Hand, sodass die letzte Tätigkeit auf Dauer ausscheide. Zu-
mindest in körperlich leichten Arbeiten mit überwiegendem Einsatz der 
rechten Hand lasse sich jedoch keine namhafte Limitation erkennen (S. 8 
Ziff. 4.3). Die reklamierte Schmerzintensität sei bei fehlenden objektiven 
Zeichen einer erheblichen Schonung des linken Arms (keine namhafte ge-
nerelle muskuläre Atrophie des linken Arms) und nicht erfolgender entspre-
chend intensiver Therapie zumindest hinsichtlich der berichteten Ausprä-
gung nicht plausibel. Zudem seien die Behandlungsoptionen nicht ausge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 11

schöpft. Bei auch aktenkundiger Annahme einer wesentlichen neuropathi-
schen Schmerzgenese seien antineuropathische Pharmaka in der Regel 
wirksam und indiziert. Eine entsprechende leitliniengerechte Therapie 
(Schmerzkalender, antineuropathische Medikation, Spiegelbestimmungen 
zur Compliancekontrolle und Dosisfindung) lasse sich nicht erkennen 
(S. 10 Ziff. 4.6). In der bisherigen Tätigkeit attestierten die Gutachter eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit aus chirurgischer und neurologischer Sicht 
seit dem Unfall vom 25. Mai 2016 (S. 11 Ziff. 4.7). In einer angepassten 
Tätigkeit attestierten die Experten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Auch 
rückblickend liesse sich keine dauerhafte Einschränkung in angepassten 
Tätigkeiten erkennen (Ziff. 4.8). Zur Stabilisierung der Belastbarkeit in einer 
angepassten Tätigkeit sei eine leitliniengerechte antineuropathische Medi-
kation (unter Führung eines Schmerzkalenders und Compliance-Kontrollen) 
anzuraten (Ziff. 4.10).

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2). 

4.5 Das MEDAS-Gutachten vom 9. Februar 2021 (act. IIA 164), auf 
welches sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 
stützt, erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung gestellten 
Anforderungen an Expertisen (vgl. E. 4.2 hiervor). Insbesondere basiert die 
Beurteilung auf umfassenden Untersuchungen, berücksichtigt die geklag-
ten Beschwerden und wurde in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit 
den Vorakten erstattet. Es ist in Bezug auf die befundmässige und diagnos-
tische Einschätzung als auch hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in allen Teilen nachvollziehbar und die Schlussfolgerun-
gen sind überzeugend begründet. 

4.5.1 In somatischer Hinsicht zeigten die Experten überzeugend auf, dass 
insgesamt ein objektiv gutes operatives Resultat nach einer ausgedehnten 
Quetschverletzung Finger 3 bis 5 links vorliegt, wobei sich die funktionellen 
Einschränkungen für eine handwerkliche Tätigkeit stark limitierend auswir-
ken (act. IIA 164.4 S. 15 Ziff. 7.1). Der Neurologe setzte sich mit den Be-
richten der behandelnden Ärzte und der Differenzialdiagnose CRPS aus-
einander. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 7 
Ziff. 2) erläuterte er für den Rechtsanwender nachvollziehbar, dass unter 
Berücksichtigung der modifizierten Budapest-Kriterien die Diagnose eines 
CRPS nicht zu stellen ist, da sowohl das Kriterium A als auch das Kriterium 
C nicht hinreichend erfüllt sind (vgl. act. IIA 164.5 S. 19 f. Ziff. 6). Damit 
setzte er sich auch nicht in Widerspruch zu den behandelnden Ärzten (vgl. 
Beschwerde S. 7 Ziff. 2), die diese Diagnose nicht definitiv gestellt haben. 
So wurde in dem mit der Beschwerde eingereichten Bericht des Spitals 
G.________ vom 3. Juli 2019 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 6) 
ausgeführt, dass insbesondere die mögliche Erklärung der Symptome 

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durch periphere Nervenschäden auf mehreren Ebenen gegen ein CRPS 
spreche (S. 4). Zudem führte auch die Klinik L.________ am 5. Februar 
2019 aus, es könne nicht schlüssig zwischen einem neuropathischen 
Schmerzsyndrom mit vegetativ unterhaltener Schmerzkomponente und 
einem CRPS II unterschieden werden. Allerdings sei für weitere therapeuti-
sche Massnahmen diese Differenzierung nicht von Bedeutung (act. II 84.10 
S. 3). 

4.5.2 Psychiatrischerseits wurde eine Dysthymie (ICD-10 F34.1), eine 
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) sowie anamnestisch eine 
leichte Lernbehinderung (ICD-10 F81.9) diagnostiziert (act. IIA 164.1 S. 9 
Ziff. 4.2; 164.6 S. 21 Ziff. 6). Die Expertin setzte sich einlässlich mit den 
Berichten der behandelnden Ärzte auseinander und wies dabei in Überein-
stimmung mit deren Einschätzung auf psychosoziale Belastungsfaktoren 
hin. Schon im Bericht des Spitals G.________ vom 27. März 2017 
(act. II 27.50) war in psychischer Hinsicht eine Zustandsverschlechterung 
aufgrund fehlender beruflicher Perspektive festgehalten worden. Die 
berufliche Integration und die Installierung einer Tagesstruktur mit einer 
sinnvollen Beschäftigung wurde bereits damals als wichtige 
Therapiemassnahme mit Einfluss auf den Heilungsverlauf erachtet (S. 1 
Ziff. 2 f.). Auch die behandelnde Ärztin Dr. med. M.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte im – bereits im 
Vorbescheidverfahren eingereichten (vgl. act. IIA 174 S. 27) – Bericht vom 
28. Dezember 2018 (act. I 7 S. 5 ff.) festgehalten, die Symptomatik habe 
sich im Zusammenhang mit den Unfallfolgen wie Arbeitslosigkeit, 
Verschuldung, Verlust des Lebensstandards sowie den daraus 
entstandenen Eheproblemen entwickelt (S. 7). Ebenso wurde im Bericht 
des Zentrums N.________ vom 28. April 2018 (act. I 7) darauf 
hingewiesen, dass die psychosozialen Belastungsfaktoren zur 
Aufrechterhaltung der Schmerzen und der Entstehung weiterer 
psychischen Beeinträchtigungen beigetragen hätten und eine Besserung 
erschwerten (S. 3). 

Die Gutachterin zeigte sodann plausibel auf, dass aufgrund des AMDP-
konform erhobenen Befundes nur geringe objektivierbare Auffälligkeiten 
bestehen und damit die Diagnose einer Dysthymie gegeben ist, die Kriteri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 14

en für eine depressive Episode hingegen nicht erreicht werden. Ebenso 
überzeugend führte sie aus, dass die diesbezügliche Störung keine Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Die Expertin legte einleuchtend dar, 
dass die in der Vergangenheit neuropsychologisch diagnostizierte leichte 
Lernbehinderung in das Erwerbsleben eingebracht wurde und den Be-
schwerdeführer auch in der Vergangenheit nicht an einer regelmässigen 
beruflichen Tätigkeit hinderte. Ferner erläuterte sie schlüssig, dass die dia-
gnostischen Kriterien einer PTBS – selbst bei Annahme, dass das A-
Kriterium durch das Unfallgeschehen gegeben wäre – nicht erfüllt sind 
(einschliesslich des Zeitkriteriums; vgl. hierzu auch DILLING/MOM-
BOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 
ICD-10 Kapitel V [F], klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, 
S. 207 f., wonach die Störung mit einer Latenz von selten mehr als sechs 
Monaten nach dem Trauma folgt), was denn auch mit der Einschätzung der 
behandelnden Ärztin Dr. med. M.________ in Einklang steht, wonach keine 
Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung bestünden (act. I 7 
S. 7). 

4.6

4.6.1 Was der Beschwerdeführer gegen das MEDAS-Gutachten 
(act. IIA 164) vorbringt, verfängt nicht: Zunächst macht er in formeller Hin-
sicht geltend, der neurologische Gutachter sei zweimal ausgewechselt 
worden (Beschwerde S. 7). Dies trifft nicht zu, denn vielmehr konnte der 
ursprünglich vorgesehene Gutachter zufolge Erkrankung die Begutachtung 
nicht vornehmen (act. IIA 158), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben 
vom 11. November 2020 denn auch unter Nennung des neu bestimmten 
Gutachters mitgeteilt wurde (act. IIA 156; vgl. auch act. IIA 151). Darin wur-
de er überdies ausdrücklich auf die Möglichkeit von Einwendungen hinge-
wiesen (act. IIA 156 S. 2). Solche sind baldmöglichst geltend zu machen 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275). Dass der neurologische Gutachter für eine 
elektrophysiologische Zusatzdiagnostik (d.h. eine apparative Untersu-
chung) eine Hilfsperson (Dr. med. O.________, Facharzt für Neurologie; 
vgl. act. IIA 164.5 S. 18 Ziff. 4.3.2, 164.9) beizog (vgl. Beschwerde S. 7), ist 
ebenfalls nicht zu beanstanden. Denn die Pflicht, den Auftrag des Gutach-
tens persönlich auszuführen, schliesst nicht aus, dass der Sachverständige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 15

auf die Unterstützung einer „Hilfsperson“ zurückgreift, die nach seinen An-
weisungen und unter seiner Aufsicht handelt, um gewisse untergeordnete 
Aufgaben zu erfüllen (BGE 146 V 9 E. 4.2.2 S. 12). Schliesslich hat der 
Beschwerdeführer keine Gründe genannt, die an der Befähigung des Gut-
achters Zweifel wecken würden.

4.6.2 Weiter moniert der Beschwerdeführer, es fehle die Fachdisziplin der 
Handchirurgie (Beschwerde S. 7 Ziff. 1). Diesbezüglich hat das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern bereits mit rechtskräftigem VGE 
IV/2020/548, E. 3.2.4 (act. IIA 145), festgehalten, dass der Entscheid über 
die Erforderlichkeit weiterer Abklärungen bzw. die Beteiligung weiterer Dis-
ziplinen den Fachärzten der Gutachterstelle obliegt (BGE 139 V 349 E. 3.3 
S. 352). Dasselbe gilt auch für die nach Ansicht des Beschwerdeführers 
erforderliche neuropsychologische Mitbegutachtung (Beschwerde S. 7 
Ziff. 6), liegt es doch – wie bereits erwähnt – im Ermessen der Gutachter, 
ob der Beizug weiterer Experten notwendig ist oder nicht. Es bestehen kei-
ne Anzeichen dafür, dass eine solche Abklärung (erneut) notwendig gewe-
sen wäre.

4.6.3 Insofern der Beschwerdeführer kritisiert, das Gutachten beruhe 
nicht auf vollständigen Untersuchungen, weil das anlässlich der kreisärztli-
chen Untersuchung vom 21. März 2019 (act. II 84.4) vorgelegene Bild- und 
Filmmaterial fehle (Beschwerde S. 7), verkennt er, dass nicht primär dieses 
in Bezug auf die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit massge-
bend ist, sondern die anlässlich der Begutachtung im Rahmen der durchge-
führten klinischen Untersuchung in Kenntnis der stattgefundenen Operatio-
nen festgestellten funktionellen Einschränkungen. Das gutachterlich attes-
tierte Zumutbarkeitsprofil, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (act. IIA 164.1 S. 11 Ziff. 4.8), steht denn 
auch nicht in Widerspruch zur Einschätzung der behandelnden Ärzte: So 
war zunächst im Bericht des Spitals F.________, vom 26. September 2017 
(act. II 31.6 S. 2) festgehalten worden, dem funktionellen Einsatz der linken 
Hand stehe nichts im Wege, insbesondere sei auch das ... mit dieser Hand 
erlaubt (S. 3). Sodann lässt sich auch dem Folgebericht vom 23. Januar 
2018 (act. II 84.102) entnehmen, dass der Beschwerdeführer den funktio-
nellen Einsatz der linken Hand beweise. Er sei jedoch durch seine linke 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 16

Hand im Alltag und insbesondere auch in seiner früheren Tätigkeit als ... 
deutlich eingeschränkt (S. 2). Aufgrund muskulärer Dysbalancen sei dann 
die Therapie wieder zu initiieren gewesen. Durch Ausweichbewegungen 
aufgrund der Quetschverletzung und konsekutiver Schmerzen der ulnaren 
Hand sei es zu Fehlhaltung und zu Ungleichgewichten bezüglich der mus-
kulären Belastung gekommen, was wiederum zu Muskelverspannungen 
und Schmerzen bis in den Nacken geführt habe (Bericht vom 27. April 2018 
[act. II 84.87 S. 2]). Am 13. Juli 2018 führten die behandelnden Ärzte aus, 
die einmal wöchentlich regelmässig besuchte Ergotherapie zeige eine Ver-
besserung der Handfunktion. Leider habe der Beschwerdeführer noch kei-
nen heimnahen Physiotherapeuten gefunden. Es bestünden weiterhin 
Schmerzen bis in den Nacken, zum Teil in den Rücken. Deswegen müss-
ten aber keine Schmerzmedikamente eingenommen werden. Die Ergothe-
rapie habe wieder einen guten Bewegungsumfang und vor allem die Inte-
gration des Ring- und Kleinfingers in die Handbewegung herbeigeführt. Die 
weiterhin bestehende Dysbalance sei noch durch Physiotherapie anzuge-
hen. Bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung wurde ein Verzicht auf 
vibrierende Tätigkeiten und Tätigkeiten, die körperlich schwere und die 
gleichzeitige Belastung beider Hände voraussetze, empfohlen (act. II 84.68 
S. 2 f.). Insoweit erachteten auch die behandelnden Ärzte eine Wiederauf-
nahme der beruflichen Tätigkeit als möglich. Es bestehen keine Diskrepan-
zen zwischen deren Einschätzung betreffend die Arbeitsfähigkeit und dem 
gutachterlich formulierten Zumutbarkeitsprofil. Auch die weiteren sich in 
den Akten befindenden medizinischen Berichte vermögen an der gutachter-
lichen Beurteilung keine Zweifel zu erwecken, werden doch darin keine 
abweichenden resp. ausreichend differenziert begründeten anderweitigen 
Einschätzungen aufgezeigt (vgl. so etwa act. II 84.10 S. 2, 84.66; 
act. IIA 95 S. 7).

4.6.4 Was die Ergebnisse der Eingliederungsmassnahmen im Rahmen 
der AMA, der C.________ GmbH und bei der ehemaligen Arbeitgeberin 
angeht (Beschwerde S. 7 Ziff. 4), entsprach die Leistung bzw. Präsenz 
letztlich allein der gezeigten Arbeitsleistung, nicht aber der medizinisch-
theoretischen Leistungsfähigkeit, weshalb in dieser Hinsicht die Beurteilung 
entsprechend der gutachterlichen Untersuchung im Vordergrund steht (vgl. 
Entscheid des BGer vom 15. Oktober 2019, 9C_501/2019, E. 3.4.3). Über-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 17

dies sprächen selbst Erkenntnisse von Eingliederungsfachpersonen im 
Rahmen von beruflichen Abklärungen respektive Programmen schon des-
halb nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung von Gutachtern, weil 
solchen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in 
beweisrechtlicher Hinsicht nur beschränkte Aussagekraft zukommt. Denn 
sie beruhen in der Regel (so auch hier) nicht auf vertieften medizinischen 
Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in 
erster Linie die subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wieder-
geben (Entscheid des BGer vom 26. September 2019, 9C_379/2019, 
E. 3.5.3). 

4.7 Der medizinische Sachverhalt wurde damit seitens der Verwaltung 
in Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) rechts-
genüglich abgeklärt. Gestützt auf die gutachterlichen Einschätzungen be-
steht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
seit dem Unfall vom 25. Mai 2016. In einer angepassten Tätigkeit, d.h. in 
einer körperlich leichten Arbeit mit überwiegendem Einsatz der rechten 
Hand, ist keine Einschränkung resp. eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erstellt 
(act. IIA 164.1 S. 10 f. Ziff. 4.3 und 4.7 f.). 

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 18

Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 
E. 5.1.3). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte 
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 
Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthalts-kategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 
Oktober 2016 (act. II 1), der sechsmonatigen Karenzfrist i.S.v. Art. 29 
Abs. 1 IVG und des Wartejahrs (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), das mit dem Un-
fall im Mai 2016 zu laufen begann, fällt der Zeitpunkt des frühestmöglichen 
Rentenbeginns auf Mai 2017. 

5.4 Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei guter 
Gesundheit weiterhin bei der P.________ AG (heute Q.________ AG; 
act. II 28.6) angestellt wäre, arbeitete er doch seit Mai 2013 in einem 
100 %-Pensum dort (act. II 5.54 Ziff. 3). Gemäss Angaben der ehemaligen 
Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2017 monatlich ein Ein-
kommen von Fr. 5'000.-- zuzüglich 13. Monatslohn und Provision von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 19

Fr. 2'400.-- und damit total ein Valideneinkommen von Fr. 67'400.-- erzielt 
(act. II 28.6). 

Was das Invalideneinkommen betrifft, nahm der Beschwerdeführer keine 
zumutbare angepasste Tätigkeit (vgl. Zumutbarkeitsprofil act. IIA 164.4 
S. 18 ff. Ziff. 8, 164.5 S. 30 f. Ziff. 8.2) auf, verwertet mithin seine Restar-
beitsfähigkeit nicht. Ausgehend vom gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil ist 
daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Bestim-
mung des Invalideneinkommens auf den praxisgemäss anwendbaren 
Totalwert der allgemeinen LSE-Tabelle TA1 für Männer im 
Kompetenzniveau 1 abstellte (act. IIA 176; vgl. E. 5.2 hiervor), wird doch 
damit eine grosse Breite an möglichen Stellen abgebildet. Angepasst an 
die betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Tabelle „Betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des 
BfS, Total) und indexiert pro 2017 (gemäss Tabelle T1.1.10, Nominal-
lohnindex, Männer, 2011-2020, Total, 2016: 104.1, 2017: 104.6) resultiert 
ein Betrag von Fr. 67'124.25 (Fr. 5'340.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 / 104.1 x 
104.6). Die Abweichung zum durch die Beschwerdegegnerin errechneten 
Einkommen (Fr. 67'102.--; vgl. act. IIA 176) ist marginal und auf die wohl 
nicht näher dargelegte Art der Indexierung zurückzuführen. Der durch die 
Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug von 5 % (vgl. 
act. IIA 176) ist mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil angemessen und trägt 
allen einkommensbeeinflussenden Aspekten Rechnung. Es besteht somit 
kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen, umso weniger 
als das Invalideneinkommen im Allgemeinen und der leidensbedingte Ab-
zug im Besonderen unbestritten blieben (vgl. Entscheid des BGer vom 
6. August 2020, 9C_303/2020, E. 4.2). Folglich beläuft sich das Invaliden-
einkommen auf Fr. 63'768.05. 

5.5 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 3'631.95 (Fr. 67'400.-- - Fr. 63'768.05) und 
damit ein Invaliditätsgrad von gerundet (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 S. 123) 5 % ([Fr. 67'400.-- - Fr. 63'768.05] x 100 / Fr. 67'400.--). 
Demnach besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 3.2 hier-
vor) und die Beschwerde wäre, wenn das Gericht auf sie hätte eintreten 
können, abzuweisen gewesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 20

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

6.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG 
([Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Auf die Eingabe des Beschwerdeführers vom 6. Juli 2021 wird nicht 
eingetreten.

2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. 

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 21

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/21/412, Seite 22

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.