# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cb49768-ffa6-5d48-a874-09434e141109
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.09.2025 SB240271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240271_2025-09-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240271-O/U/nk

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Weder und 

Oberrichterin lic. iur. Graf sowie Gerichtsschreiber MLaw Orlando

Urteil vom 3. September 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

bis 7. August 2025 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____, 

ab 7. August 2025 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw, LL.M. 

X2._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,
Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____,
Privatklägerin

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,

betreffend Drohung etc.

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Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht 
Strafsachen, vom 11. Januar 2024 (GG230112)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 6. November 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 76 S. 41 f.)

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 StGB;
 der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB, so-

wie
 des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne 

von Art. 292 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 255 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstan-

den sind, einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend 

Fr. 900.–) sowie einer Busse von Fr. 1'500.–.

3. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.

4. Die Busse ist zu bezahlen.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen.

5. Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung 

psychischer Störungen) angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu 

diesem Zweck aufgeschoben.

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 3. November 2023 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden eingezogen und dem 

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Forensischen Institut Zürich (FOR) zur gutscheinenden Verwendung über-

lassen.

1 Selbstladepistole Marke CZECH, Modell 75, Kal. 9x19 mm PARA, Nr. 1, 
mit schwarzem Holster (Asservat-Nr. A017'123'636);
2 Magazine zu Pistole CZECH enthaltend je 15 Patronen 9x19 mm PARA 
(Asservat-Nr. A017'123'625).

7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 3. No-

vember 2023 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asserva-

ten-Triage, gelagerte Säbel, rostig, mit Säbelscheide (Asservat-

Nr. A017'123'750) wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen herausgegeben. Wird innert 3 Monaten kein entsprechen-

des Begehren gestellt, wird der Säbel, rostig, mit Säbelscheide der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung überlassen. 

8. Das am 21. Juli 2023 vom Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellte 

Beschussmaterial aus Pistole CZECH (Asservat-Nr. A017'602'970) wird als 

Beweismittel bei den Akten belassen.

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) eine Um-

triebsentschädigung von Fr. 533.05 zu bezahlen.

10. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

(B._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist.

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) Fr. 1'500.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 9. Mai 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

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12. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'000.00 Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 14'595.00   Gutachten und Expertisen;

Fr. 2'080.00   Auslagen Untersuchung;

Fr. 1'500.00   Kosten Beschwerdeverfahren Obergericht III. Strafkam-
mer (UB230137-K);

Fr. 1'200.00   Kosten Beschwerdeverfahren Obergericht III. Strafkam-
mer (UB230168-K);

Fr. 1'000.00   Kosten Beschwerdeverfahren Obergericht III. Strafkam-
mer (UB230184-K);

Fr. 17'987.65 Kosten amtliche Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. 
X3._____ (inkl. Auslagen und MwSt.);

Fr. 12'148.95 Kosten unentgeltliche Verbeiständung Rechtsanwältin 
MLaw C._____ (inkl. Auslagen und MwSt.);

Fr. 54'311.60   Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.

13. Die Kosten gemäss Dispositivziffer 12 werden, mit Ausnahme der Kosten 

der amtlichen Verteidigung, der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung und 

der Begutachtung, welche auf die Gerichtskasse genommen werden, dem 

Beschuldigten auferlegt, jedoch sofort endgültig abgeschrieben.

14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an:

 die erbetene Verteidigung, in dreifacher Ausfertigung für sich, zuhan-
den des Beschuldigten und zuhanden des amtlichen Verteidigers 
(übergeben),

 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, im Doppel (überbracht, 
gegen Empfangsschein),

 die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der Privat-
klägerschaft (übergeben);

 den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und 
Vollzugsdienste, per E-Mail (kanzlei.bvd@ji.zh.ch),

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 das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen, 3003 Bern (hinsicht-
lich Disp.-Ziff. 9);

 die Bezirksgerichtskasse (übergeben);
und hernach als begründetes Urteil an
 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-

schuldigten (eingeschrieben, gegen Empfangsschein);
 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (gegen Empfangsschein);
 die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der Privat-

klägerschaft (eingeschrieben, gegen Empfangsschein);
und nach Eintritt der Rechtskraft an
 den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und Voll-

zugsdienste, mit Vermerk der Rechtskraft (im Doppel unter Beilage der 
Akten zur Einsicht);

 die Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, Zeughausstrasse 11, 
Postfach, 8021 Zürich (hinsichtlich Disp.-Ziff. 9, 7 und 8);

 das Forensische Institut Zürich, Erkennungsdienst, Postfach, 8010 Zü-
rich (hinsichtlich Disp.-Ziff. 9 und 8);

 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, 8090 Zürich (hinsichtlich 
Disp.-Ziff. 9);

 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A unter Beilage 
des Formulars "Löschung DNA-Profil und Vernichtung ED-Material", 
Postfach, 8090 Zürich.

15. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-
zirksgericht Winterthur, Einzelgericht Strafsachen, Lindstrasse 10, 8400 

Winterthur, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 
begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 
Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

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Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 107 S. 2)

1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen

- der mehrfachen Drohung i.S.v. Art. 180 StGB;

- der mehrfachen Beschimpfung i.S.v. Art. 177 Abs. 1 StGB; sowie

- des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen i.S.v. 

Art. 292 StGB 

vollumfänglich freizusprechen.

2. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

3. November 2023 beschlagnahmte Selbstladepistole Marke CZECH, 

Modell 75, al. 9x19 mm PARA, NR. 1, mit schwarzem Holster (Asser-

vat-Nr. A017'123'636) sowie 2 Magazine zur Pistole CZECH enthaltend 

je 15 Patronen 9x19 mm PARA (Asservat-Nr. A017'123'625) seien dem 

Beschuldigten auf erstes Verlangen hin herauszugeben.

3. Das am 21. Juli 2023 vom Forensischen Institut Zürich (FOR) sicherge-

stellte Beschussmaterial aus Pistole CZECH (Asservat-Nr. 

A017'602'970) sei zu vernichten.

4. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 

seien vollumfänglich abzuweisen.

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5. Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht erlittene Haft sowie die zu 

Unrecht erlittenen Ersatzmassnahmen eine angemessene Entschädi-

gung in der Höhe von mindestens CHF 60'640.00 zuzusprechen.

6. Es sei festzustellen, dass die Gerichtsgebühr ausser Ansatz fällt und 

die übrigen Kosten seien, einschliesslich derjenigen der amtlichen Ver-

teidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläge-

rin, auf die Staatskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:

(schriftlich, Urk. 82)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte/Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich im 

Dispositiv mitgeteilte Urteil vom 11. Januar 2024 (Urk. 60) meldete die Verteidigung 

namens des Beschuldigten innert Frist Berufung an (Urk. 71). Das begründete Ur-

teil (Urk. 73 = 76) wurde den Parteien am 3. und 4. Juni 2024 zugestellt (Urk. 74). 

Mit Schreiben vom 21. Juni 2024 ging die Berufungserklärung der Verteidigung na-

mens des Beschuldigten fristgerecht ein, wobei keine Beweisanträge gestellt wur-

den (Urk. 79). Mit Präsidialverfügung vom 28. Juni 2024 wurde der Staatsanwalt-

schaft Winterthur/Unterland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) und der Privatkläge-

rin Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichtein-

treten auf die Berufung zu beantragen. Zudem wurde der Beschuldigte aufgefor-

dert, dem Gericht bis spätestens drei Wochen vor der Berufungsverhandlung das 

ihm zugestellte "Datenerfassungsblatt" und diverse Unterlagen einzureichen 

(Urk. 80). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 4. Juli 2024 auf An-

schlussberufung, beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und er-

suchte um Dispensation ihres Vertreters von der Teilnahme an der Berufungsver-

handlung (Urk. 82). Die Verteidigung reichte namens des Beschuldigten mit Ein-

gabe vom 8. August 2024 die angeforderten Dokumente ein (Urk. 84 und 85/1-6). 

Mit Datum vom 22. Oktober 2024 wurden die Parteien auf den 3. September 2025 

zur Berufungsverhandlung vorgeladen, wobei die Vorladung gegenüber der Staats-

anwaltschaft fakultativ erfolgte (Urk. 86). Die Privatklägerin liess mit Eingabe vom 

24. Februar 2025 den Antrag stellen, ihr sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen und ihre Vertreterin als unentgeltliche Rechtsvertreterin einzusetzen (Urk. 

87). Mit Präsidialverfügung vom 17. März 2025 wurde der Privatklägerin Frist ge-

setzt, um schriftlich ihre aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse ergänzend darzule-

gen (Urk. 88). Die Privatklägerin liess mit Eingabe vom 28. April 2025 samt Beila-

gen ihr Gesuch ergänzend begründen (Urk. 91 und 92/1-7). Mit Präsidialverfügung 

vom 7. Mai 2025 wurde der Privatklägerin für das Berufungsverfahren die unent-

geltliche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltli-

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che Rechtsvertreterin der Privatklägerin bestellt (Urk. 93). Mit Eingabe vom 6. Au-

gust 2025 liess der Beschuldigte den Antrag stellen, seine bisherige amtliche Ver-

teidigerin, Rechtsanwältin MLaw X1._____, die noch bis Ende August 2025 im Mut-

terschaftsurlaub weile, aus dem Amt zu entlassen und durch Rechtsanwältin MLaw 

X2._____ zu ersetzen, wobei Rechtsanwältin X2._____ auf Nachfrage erklärte, das 

Vorgehen sei mit Rechtsanwältin X1._____ so abgesprochen (Urk. 95 und 96). Mit 

Präsidialverfügung vom 7. August 2025 wurde Rechtsanwältin MLaw X1._____ als 

amtliche Verteidigerin entlassen und Rechtsanwältin MLaw X2._____ als neue 

amtliche Verteidigerin des Beschuldigten bestellt (Urk. 97). Am 12. August 2025 

wurden die Parteien über eine erfolgte Änderung der Gerichtsbesetzung unterrich-

tet (Urk. 99). Im Rahmen der Vorbereitung der Berufungsverhandlung zeigte sich, 

dass sich eine Einvernahme der Privatklägerin als Auskunftsperson vor Gericht als 

unumgänglich erweist, weswegen die Privatklägerin entsprechend vorgeladen 

wurde (Urk. 100).

1.2. Zur Berufungsverhandlung vom 3. September 2025 erschienen der Beschul-

digte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin MLaw X2._____, 

und die Privatklägerin in Begleitung ihrer unentgeltlichen Vertreterin, Rechtsanwäl-

tin lic. iur. Y._____ (Prot. II S. 6). Das Urteil erging gleichentags nach erfolgter Be-

ratung im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 30 ff.).

2. Umfang der Berufung

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im Umfang 

der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht erfassten 

Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BÜHLER, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, 

Art. 402 N 1 f., m.w.H.). Mit der Berufungserklärung ist deshalb verbindlich anzu-

geben, auf welche Teile des angefochtenen Urteils sich die Berufung gegebenen-

falls beschränkt (Art. 399 Abs. 3 lit. a sowie Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 3 

lit. b StPO sind mit der Berufungserklärung zudem reformatorische Anträge in der 

Sache selbst zu stellen, d.h. vom Berufungskläger ist anzugeben, wie das Urteil 

nach seiner Ansicht richtigerweise lauten soll (BGE 149 IV 284, E. 2.2; BGE 143 IV 

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408, E. 6.1; BGer. 7B_539/2023 vom 3. November 2023, E. 3.1.2). Die gestellten 

Rechtsbegehren sind dabei stets nach Treu und Glauben auszulegen, insbeson-

dere im Lichte der dazu gegebenen Begründung (BGE 147 V 369, E. 4.3.1; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_881/2021 vom 27. Juni 2022, E. 1.2; 7B_293/2022 vom 

6. Januar 2024, E. 2.2.1 f.).

2.2. Die Verteidigung ficht das vorinstanzliche Urteil mit ihrer Berufung ausdrück-

lich bezüglich Dispositivziffern 1-6, 8-11 und 13 an (Urk. 79 S. 2). Nachdem der 

Beschuldigte einen vollumfänglichen Freispruch beantragt, gilt die an sich nicht an-

gefochtene Kostenfestsetzung als mit der Kostenauflage mitangefochten, da im 

Falle eines vollständigen Freispruchs die Gerichtsgebühr ausser Ansatz fiele.

2.3. Von der Berufung nicht umfasst ist somit einzig die Dispositivziffer 7 (Heraus-

gabe des Säbels). Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur - Einzelgericht Straf-

sachen, vom 11. Januar 2024 ist mithin bezüglich jener Dispositivziffer in Rechts-

kraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist.

3. Formelles

Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen 

einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen 

Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; vielmehr kann es 

sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

(vgl. statt vieler: BGE 141 IV 249, E. 1.3.1, mit Hinweisen). Ferner kann das Gericht 

zur Begründung im Folgenden auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verweisen, soweit es diese als zutreffend erachtet (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

vgl. hierzu BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., sowie NY-

DEGGER, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der Vorinstanz gemäss Art. 82 

Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.). Dies, zumal das strafrechtliche Berufungsver-

fahren keine Wiederholung des erstinstanzlichen Erkenntnisverfahrens darstellt 

und das Berufungsgericht auch keine Erstinstanz ist; vielmehr knüpft das Beru-

fungsverfahren an das erstinstanzliche Verfahren an und baut darauf auf (vgl. dazu 

Urteile des Bundesgerichts 7B_15/2021 vom 19. September 2023, E. 4.2.2; 

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7B_11/2021 vom 15. August 2023, E. 5.2; 6B_931/2021 vom 15. August 2022, 

E. 3.2; 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024, E. 2.2.1).

II. Sachverhalt

1. Ausgangslage

1.1. Anklagevorwürfe

Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, die Privatklägerin am 

14. Februar 2023, am 15. Februar 2023, am 25. Februar 2023 und Anfang August 

2023 mehrfach verbal bedroht und teilweise beschimpft zu haben. Am 12. und 

18. August habe er zudem gegen ein gegen ihn erlassenes Kontaktverbot zur Pri-

vatklägerin verstossen (Urk. 23 S. 2 ff.).

1.2. Beschuldigter/Verteidigung

1.2.1. Der Beschuldigte bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Hinsicht-

lich des eingeklagten Vorfalls vom 14. Februar 2023 bestreitet er, zur Privatklägerin 

gesagt zu haben, "ich ficke deine türkische Mutter, ich werde dich jetzt umbringen, 

ich werde dich zertrampeln", sowie sie als Kuh und Schwein bezeichnet zu haben 

(Urk. 5/3 F/A 7, Prot. I S. 10 f.) und mehrmals gesagt zu haben "ich werde dich 

umbringen, ich werde dich erledigen" (Urk. 5/5 F/A 28, Prot. I S. 11 f.). Der Beschul-

digte bestreitet mithin, an jenem Abend mindestens fünf Mal gesagt zu haben, er 

werde die Privatklägerin umbringen (Urk. 5/5 F/A 28, Prot. I S. 13). Betreffend den 

vorgeworfenen Vorfall vom 15. Februar 2023 bestreitet der Beschuldigte ebenfalls, 

die Privatklägerin mit der Äusserung "Ja cu tebe ubiti" [ich bringe dich um] bedroht 

zu haben (Urk. 5/1 F/A 7; Urk. 5/2 F/A 6) und sie erneut als Kuh und Schwein be-

zeichnet zu haben (Urk. 5/5 F/A 28). Des Weiteren bestreitet der Beschuldigte, am 

25. Februar 2023 gegenüber seiner Ex-Frau – bezogen auf die Privatklägerin – ge-

sagt zu haben, dass er "die Türkin von oben" umbringen würde (Urk. 5/3 F/A 12; 

Urk. 5/5 F/A 28, Prot. I S. 13). Im Rahmen des Berufungsverfahrens bestritt der 

Beschuldigte die Tatvorwürfe nach wie vor (Prot. II S. 25, S. 27). 

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1.2.2. Bezüglich des eingeklagten Vorfalls von Anfang August 2023 bestreitet 

der Beklagte ebenfalls, in seiner Wohnung gegenüber einer Person am Telefon 

gesagt zu haben, dass, wenn er zurückkomme, die Privatklägerin sehen werde und 

sie keine Ruhe hätte, solange sie am Leben sei (Urk. 5/5 F/A 12; Urk. 5/5 F/A 28, 

Prot. I S. 15 f.). Schliesslich bestreitet der Beschuldigte, die Privatklägerin am 

12. August 2023 und am 18. August 2023 gesehen oder getroffen zu haben und 

sich ihr mehr als zehn Meter genähert zu haben (Urk. 5/5 F/A 18 und 19, Prot. I S. 

17 f., Prot. II S. 25 f.). 

1.2.3. Seitens der Verteidigung wird ein vollumfänglicher Freispruch von den 

Vorwürfen der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Beschimpfung und des mehr-

fachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen beantragt (Urk. 58 S. 1; Urk. 79 

S. 2; Urk. 107).

1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt sowohl hinsichtlich der Tatvor-

würfe im Februar 2023 als auch derjenigen im August 2023 als erstellt (Urk. 76 

S. 10-23).

2. Grundlagen der Beweiswürdigung/Beweismittel

Hierzu kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Aus-

führungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 76 S. 7 ff.). 

3. Glaubwürdigkeit/Interessenslage/allgemeines Aussageverhalten der wich-
tigsten Aussagepersonen

3.1. Beschuldigter

Der Beschuldigte hat bereits aufgrund seiner prozessualen Stellung ein evidentes 

Interesse am Verfahrensausgang, doch spricht dies nicht per se gegen die Richtig-

keit seiner Aussagen. Zu berücksichtigen ist, dass die vorliegend zu beurteilenden 

Vorfälle insofern eine Vorgeschichte haben, als dass zwischen dem Beschuldigten 

und der Privatklägerin – wie von beiden geschildert (Urk. 5/1 F/A 11 und 13; 

Urk. 6/2 F/A 23 und 57) – offenbar bereits seit einiger Zeit ein Konflikt schwelte, der 

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sich im Verlaufe des Jahres 2023 immer mehr intensivierte. Mithin ist festzustellen, 

dass zwischen den Parteien im relevanten Zeitraum Mitte bis Ende Februar 2023 

und August 2023 zweifellos eine emotionale Konfliktsituation bestand. Das für die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen primär entscheidende Aussageverhalten des Be-

schuldigten ist nachfolgend anhand der konkreten Tatvorwürfe zu den jeweiligen 

Tatvorwürfen zu würdigen. Vorab ist aber zu bemerken, dass in seinen Aussagen 

doch diverse Anpassungen festzustellen sind. Soweit der Beschuldigte insbeson-

dere auf entsprechende Vorhalte gewisse Handlungen eingestand bzw. in seinen 

Aussagen mit der Privatklägerin übereinstimmte, kann jedenfalls durchaus auf die 

anerkennenden Aussagen abgestellt werden.

3.2. Privatklägerin

3.2.1. Die Privatklägerin macht im vorliegenden Verfahren Zivilansprüche ge-

gen den Beschuldigten geltend, weswegen auch sie grundsätzlich ein gewisses 

Interesse am Verfahrensausgang hat. Vor allem ist aber auch bei ihr die soeben 

erwähnte vorbestehende Konfliktsituation mit dem Beschuldigten zu berücksichti-

gen, indem die nachbarschaftliche Beziehung aufgrund von Differenzen betreffend 

die offene Haustür und die Benützung des Weges vor dem Sitzplatz des Beschul-

digten zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten im Verlaufe des Jahres 

2023 immer zerrütteter wurde. Angesichts dieses Konfliktverhältnisses ist eine ge-

wisse Voreingenommenheit der Privatklägerin nicht gänzlich auszuschliessen und 

besteht – was sie im Übrigen auch nicht in Abrede stellt – ein Interesse der Privat-

klägerin an einer Verurteilung des Beschuldigten. Beides spricht aber nicht per se 

dafür, dass sie den Beschuldigten deshalb falsch oder übermässig belasten würde. 

Was die mentale Belastung der Privatklägerin aufgrund des Verfahrens betrifft – so 

weinte sie im Rahmen der Einvernahmen mehrfach (Urk. 6/1 PN S. 1, 4, 5, und 6 f.; 

Urk. 6/2 PN S. 5 und 6; Urk. 6/3 PN S. 3 und 9), zitterte (Urk. 6/1 PN S. 4) oder 

musste sich gar übergeben (Urk. 6/3 PN S. 9; vgl. hierzu auch ihre Vertreterin, die 

ausführte, die Privatklägerin sei psychisch stark angeschlagen und krankgeschrie-

ben [Urk. 56 Rz. 3 und 5]) – ist entgegen der Verteidigung, die vor Vorinstanz hierzu 

vorbrachte, die Privatklägerin neige zu "massivsten Übertreibungen von Situatio-

nen" (Urk. 58 Rz. 27), festzuhalten, dass aus einer Belastungssituation seitens der 

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Privatklägerin nicht auf Falschaussagen geschlossen werden kann. Ob Übertrei-

bungen in ihren Aussagen festzustellen sind, ist vielmehr Gegenstand deren Wür-

digung. Festzuhalten ist, dass trotz des erwähnten Interesses der Privatklägerin am 

Prozessausgang kein eigentliches Motiv für Falschanschuldigungen festzustellen 

ist. Der vom Beschuldigten vor Vorinstanz geschilderte Grund für die angeblichen 

falschen Anschuldigungen, dass er seine Stelle als Hauswart abgeben und von 

einer anderen Person ersetzt werden solle (Prot. I S. 18), vermag hierfür nicht zu 

überzeugen. Dass die Privatklägerin einzig um einen anderen Hauswart in der Lie-

genschaft zu erhalten den Beschuldigten falsch anschuldigen und damit einen bis 

dahin noch unbedeutenden Konflikt massiv eskalieren sollte, erscheint lebens-

fremd. Trotz ihres Interesses am Prozessausgang ist damit ein nachvollziehbares 

Motiv der Privatklägerin für Falschanschuldigungen des Beschuldigten nicht er-

sichtlich. Wie beim Beschuldigten ist somit auch bei der Privatklägerin primär die 

Würdigung der konkreten Aussagen zu den jeweiligen Tatvorwürfen entscheidend 

zur Beurteilung deren Glaubhaftigkeit.

3.2.2. Anzumerken ist, dass sich eine Einvernahme der Privatklägerin vor Ge-

richt als zwingend erwies, da es sich bei den Tatvorwürfen mangels weiterer Aus-

sagen um Vieraugendelikte bzw. sozusagen um Vierohrendelikte handelt. Die Pri-

vatklägerin sagte zwar, wie im Rahmen der Würdigung der konkreten Tatvorwürfe 

zu zeigen sein wird, konstant und in sich logisch aus, und zudem werden ihre Aus-

sagen wenigstens teilweise durch weitere Beweismittel gestützt. Die parteiöffentli-

chen Einvernahmen der Privatklägerin vor Staatsanwaltschaft wurde allerdings 

nicht auf Video aufgezeichnet (vgl. Urk. 6/2 und 6/3), so dass sich die gerichtlichen 

Instanzen kein Bild vom Wirken der Privatklägerin anlässlich ihrer Aussagen in der 

Untersuchung machen können. Gestützt auf die diesbezügliche bundesgerichtliche 

Rechtsprechung war die Privatklägerin daher als Auskunftsperson vor Gericht ein-

zuvernehmen (Urteil 6B_1265/2019 vom 9. April 2020 E. 1.2.; m.H.a. BGE 140 IV 

196 E. 4.4.2 und Urteil 6B_918/2018 vom 24. April 2019 E. 2.2.2).

- 16 -

4. Konkrete Sachverhaltswürdigung

4.1. Vorbemerkung

Die Würdigung des Anklagesachverhalts durch die Vorinstanz erscheint grundsätz-

lich überzeugend (Urk. 76 S. 10-23), weswegen grundsätzlich darauf verwiesen 

werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen sind daher pri-

mär präzisierender Natur, soweit ein Abweichen von den vorinstanzlichen Erwä-

gungen nicht ausdrücklich erwähnt wird.

4.2. Tatvorwürfe vom 4., 15. und 25. Februar 2023 

4.2.1. Aussagen Beschuldigter 

Der Beschuldigte bestritt, am 14. Februar 2023, am 15. Februar 2023 und am 

25. Februar 2023 je gegenüber der Privatklägerin gesagt zu haben, sie umzubrin-

gen (Urk. 5/1 F/A 7; Urk. 5/2 F/A 6). Es sei am 14. Februar 2023 aufgrund der 

offenen Haustüre lediglich zu lauteren Diskussionen gekommen (Urk. 5/1 F/A 9). 

Am 15. Februar 2023 habe er ihr lediglich gesagt, dass es besser sei für den Hund, 

wenn sie den normalen Weg über die Strasse nehmen und "dass jemand von [ih-

nen] beiden das Haus verlassen müsse, entweder sie oder [er]" (Urk. 5/1 F/A 15). 

Auch bezüglich des 25. Februars 2023 stritt der Beschuldigte ab, die Privatklägerin 

bedroht zu haben (Urk. 5/1 F/A 26; Urk. 5/2 F/A 26). Angesichts des kategorischen 

Bestreitens jeglicher drohender Äusserungen gegenüber der Privatklägerin finden 

sich in den Aussagen des Beschuldigten keine Widersprüche im unmittelbaren 

Kernpunkt der Anklage. Indessen führte er in der ersten staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme betreffend den Vorfall am 14. Februar 2023 aus, dass er die Türe, 

nachdem die Privatklägerin nach Hause gekommen sei, zwar etwas lauter, aber 

nicht mit viel Kraft geschlossen habe (Urk. 5/2 F/A 16). In der zweiten staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme räumte er dann ein, er habe die Türe heftig zugemacht 

(Urk. 5/3 F/A 7). Ein weiterer Widerspruch findet sich in seinen Aussagen zum als 

solchem von ihm nicht bestrittenen Telefongespräch vom 25. Februar 2023 mit sei-

ner Ex-Frau, der Zeugin D._____. In der polizeilichen Einvernahme führte der Be-

schuldigte dazu aus, er habe während des Telefonats mit seiner Ex-Frau keinen 

Waffenschein erwähnt (Urk. 5/1 F/A 18). In der ersten staatsanwaltschaftlichen Ein-

- 17 -

vernahme räumte er dann aber ein – wohl nun damit rechnend, dass seine Ex-Frau 

dies auch aussagen könnte –, er habe schon mit ihr über die Waffe und den Waf-

fenschein gesprochen, welchen er legal erworben habe. Bedroht habe er die Pri-

vatklägerin aber nicht (Urk. 5/2 F/A 26). In der zweiten staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme führte er dann jedoch – nachdem D._____ unmittelbar davor die Aus-

sage verweigert hatte (vgl. Urk. 7 F/A 6 und 12) – wieder aus, dass während des 

Gesprächs mit seiner Ex-Frau zu keinem Zeitpunkt über Waffen gesprochen wor-

den sei (Urk. 5/3 F/A 12). Dieses stark widersprüchliche Aussageverhalten stellt 

doch ein deutliches Lügensignal dar, das stark gegen die Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen des Beschuldigten spricht. Wenn die Vorinstanz trotz Feststellens besagter 

Widersprüche von einer nahezu "widerspruchsfreien Schilderung der Gescheh-

nisse durch den Beschuldigten" ausgeht (Urk. 76 S. 22), kann ihr insofern nicht 

gefolgt werden. Die Verteidigung kritisiert die vorinstanzliche Begründung insoweit, 

als aus dieser nicht hervorgehe, aus welchen Gründen die Vorinstanz zum Schluss 

gelangt sei, die schematischen Aussagen des Beschuldigten würden die Aussagen 

der Privatklägerin nicht in Zweifel zu ziehen vermögen (Urk. 107 S. 5). Soweit die 

Aussagen des Beschuldigten von der Vorinstanz als schematisch wirkend bezeich-

net werden, kann dies auch damit zusammenhängen, dass der Beschuldigte die 

verbalen Drohungen als solche schlicht bestreitet. Dies darf dem Beschuldigten 

nicht zum Nachteil gereichen. Mit der Verteidigung (Urk. 107 S. 6) kann daher auch 

nicht davon ausgegangen werden, die scheinbare Widerspruchsfreiheit in den Aus-

sagen des Beschuldigten, die vorstehend ohnehin widerlegt wurde, sei darauf zu-

rückzuführen, dass der Beschuldigte diese Aussagen einstudiert habe. Insgesamt 

kann jedoch aufgrund der geschilderten Widersprüche in den Aussagen des Be-

schuldigten nicht von einem überzeugenden Aussageverhalten ausgegangen wer-

den. Daran vermag nichts zu ändern, dass die Formulierungen und der Detailgrad 

der Aussagen des Beschuldigten variieren würden, wie dies die Verteidigung vor-

bringt (Urk. 107 S. 6). Ferner sagte die Privatklägerin auch anlässlich der Beru-

fungsverhandlung widerspruchsfrei und konsistent aus. Aus ihrem konsistenten 

Aussageverhalten erhellt, dass die Tatvorwürfe nicht einfach als erfunden gelten 

können. Auf die Aussagen der Privatklägerin wird nachstehend zurückzukommen 

sein (vgl. nachstehend E. 4.2.2). Bereits an dieser Stelle ist festzuhalten, dass die 

- 18 -

vorinstanzliche Schlussfolgerung (Urk. 76 S. 22), dass die Aussagen des Beschul-

digten keine Zweifel an den Aussagen der Privatklägerin zu begründen vermögen, 

im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.

4.2.2. Aussagen Privatklägerin 

Hinsichtlich der Aussagen der Privatklägerin in der Untersuchung kann zur Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen grundsätzlich auf deren korrekte Zusammenfas-

sung im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 76 S. 11-14). Im Rah-

men ihrer Einvernahme als Auskunftsperson anlässlich der Berufungsverhandlung 

führte die Privatklägerin zum Ereignis vom 14. Februar 2023 aus, sie sei wie üblich 

von der Arbeit nach Hause gekommen. Sie habe Tragtaschen mit Lebensmitteln 

getragen und sei in das Haus hineingegangen. Als sie auf der Treppe gewesen sei, 

habe sie sich daran erinnert, dass sie ihre Zigaretten im Auto vergessen habe. Sie 

habe die Wohnungstür aufgemacht und die Tragtaschen abgestellt und sei danach 

zurück zum Auto gegangen. In diesem Moment sei er (der Beschuldigte) heraus-

gekommen und habe mehrmals "mit der Tür geschlagen" und er habe über ihre 

Mutter geschimpft. Er habe sie eine Türkin genannt, dass sie ein Schwein und eine 

Kuh sei und sie umbringen werde (Prot. II S. 14). Auf weitere Nachfrage gab die 

Privatklägerin an, der Beschuldigte habe gesagt, er werde sie umbringen und zer-

trampeln. Er habe viele andere Wörter gesagt (Prot. II S. 14). Weiter sagte die Pri-

vatklägerin aus, eine Freundin angerufen zu haben, die aber den Anruf nicht ent-

gegengenommen habe. Danach habe sie die Ex-Frau des Beschuldigten angeru-

fen und der Beschuldigte habe weiter geschimpft (Prot. II S. 15). Der Beschuldigte 

habe über ihre Mutter geschimpft und sie mit dem Tod bedroht (Prot. II S. 15, S. 16). 

Am nächsten Morgen, d.h. am 15. Februar 2023, sei die Privatklägerin auf die 

Strasse raus und sei der Strasse entlang bis zur Garage gelaufen. Dann habe der 

Beschuldigte aus dem Dunkeln geschrien. Er habe die gleichen Inhalte wiederholt, 

ihre Mutter beschimpft. Er habe wieder gesagt, sie sei eine Türkin, dass er Türken 

erledigen und zertrampeln werde. Er habe wieder Kuh und Schwein und so weiter 

gesagt (Prot. II S. 16). Am 25. Februar 2025 habe der Beschuldigte mit der Ex-Frau 

telefoniert. Er habe der Ex-Frau erzählt, wie er sie (die Privatklägerin) umbringen 

werde. Bis dahin habe sie geglaubt, dass das nicht stimmen könne. Er habe gesagt, 

- 19 -

dass er die Türkin von oben umbringen werde (Prot. II S. 17). Die Aussagen der 

Privatklägerin sind grundsätzlich als plausibel, in sich stimmig, lebensnah und de-

tailreich geschildert sowie frei von relevanten Widersprüchen zu bezeichnen. Die 

Art und Weise, wie die Privatklägerin die Abläufe beschrieb, lässt darauf schliessen, 

dass sie dies effektiv so erlebt hatte. Die Aussagen anlässlich der Berufungsver-

handlung stimmen zudem mit den bisherigen Aussagen der Privatklägerin im Un-

tersuchungsverfahren überein. Anhaltspunkte dafür, dass die Privatklägerin den 

Beschuldigten zu Unrecht belastet, bestehen keine. Die Aussagen der Privatkläge-

rin zum Kerngeschehen sind insgesamt konsistent und glaubhaft.

Wenn die Verteidigung vor Vorinstanz bezugnehmend auf die Aussage der Privat-

klägerin, der Beschuldigte habe gesagt, er werde sie "zertrampeln" (Urk. 6/2 F/A 

23 und 30), geltend machte, sie könne nicht ernsthaft Angst gehabt haben, von ihm 

auf der Stelle "zertrampelt" zu werden (Urk. 58 Rz. 16), so ist dem entgegenzuhal-

ten, dass die betreffende drohende Äusserung offensichtlich metaphorisch gemeint 

war. Dass die Privatklägerin eine derartige Äusserung des im Streit aufgebrachten 

Beschuldigten so erfinden würde, ist jedenfalls nicht anzunehmen. Soweit die Pri-

vatklägerin in der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft detaillierter aussagte, 

als sie dies noch bei der Polizei tat, ist mit der Vorinstanz (Urk. 76 S. 14) festzustel-

len, dass das offensichtlich mit der Art der Befragung zusammenhängt, indem die 

einvernehmende Staatsanwältin deutlich öfters als die Polizistin Nachfragen stellte. 

So erscheint es absolut nachvollziehbar, dass die Privatklägerin von sich aus nicht 

die Worte sagte, mit denen der Beschuldigte ihre Mutter beleidigt habe, auf ausdrü-

ckliche Nachfrage, was der genaue Wortlaut gewesen sei, diesen aber zu nennen 

vermochte (vgl. Urk. 6/1 F/A 32 gegenüber Urk. 6/2 F/A 34). Die Verteidigung ver-

mag damit nichts aus dem Umstand abzuleiten, dass die Privatklägerin anlässlich 

der polizeilichen Einvernahme nicht den genauen Wortlaut nannte, mit dem der 

Beschuldigte die Mutter der Privatklägerin beschimpfte (Urk. 107 S. 8). Dasselbe 

gilt für die weiteren seitens der Vorinstanz zitierten Beispiele von detaillierteren 

Aussagen nach ausdrücklichen Nachfragen seitens der Staatsanwältin (Urk. 76 

S. 14). Der höhere Detailierungsgrad in den Aussagen der Privatklägerin ist damit, 

wie dargelegt, auf die Befragung durch die einvernehmende Staatsanwältin zurück-

- 20 -

zuführen und entgegen der Verteidigung (Urk. 107 S. 12) nicht als Lügensignal oder 

als übermässige Belastung (Urk. 107 S. 15) zu werten.

Weiter tut der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin – entgegen der Ver-

teidigung (Urk. 107 S. 7-8) – keinen Abbruch, dass die Privatklägerin bei der Polizei 

aussagte, sie habe gesehen, dass der Beschuldigte die Haustüre mehrfach zuge-

schlagen habe und anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme aussagte, 

gehört zu haben, wie der Beschuldigte die Tür zweimal zugeschlagen habe. We-

sentlich ist, dass die Privatklägerin auch anlässlich der Berufungsverhandlung aus-

sagte, sie habe ihre Einkäufe im Haus deponiert und sei nochmals zum Auto ge-

gangen, weil sie die Zigaretten vergessen habe. Der Beschuldigte habe "mit der 

Tür geschlagen". Den entscheidenden Punkt, dass der Beschuldigte mehrmals "mit 

der Tür geschlagen" bzw. diese zugeschlagen habe, schilderte die Privatklägerin 

konsistent. Dass der Beschuldigte mehrmals mit der Tür geschlagen haben soll, ist 

entgegen der Verteidigung auch nicht realitätsfremd (Urk. 107 S. 8), sondern lässt 

die konsistente Schilderung der Privatklägerin auf ein aggressives Verhalten des 

Beschuldigten schliessen, dass sich letztlich in seinen Beschimpfungen und Dro-

hungen widerspiegelt. Dass die Privatklägerin einmal angab, sie habe gehört, wie 

der Beschuldigte die Tür zugeschlagen habe, und einmal aussagte, sie habe das 

gesehen, vermag ihre Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen. Entscheidend ist, dass 

die Privatklägerin diesen Vorgang wahrnahm und diesen Vorgang anlässlich jeder 

Einvernahme schilderte.

Mit der Verteidigung ist zutreffend (Urk. 107 S. 12), dass die Privatklägerin anläss-

lich der polizeilichen Einvernahme aussagte, die Todesdrohung mehrmals ausge-

sprochen zu haben (Urk. 6/1 F/A 40), wohingegen die Privatklägerin anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme angab, der Beschuldigte habe die Drohun-

gen vielleicht zehnmal ausgesprochen (Urk. 6/2 F/A 39). Die Aussagen der Privat-

klägerin sind deshalb jedoch nicht unglaubhaft und es ist, entgegen der Verteidi-

gung (Urk. 107 S. 12), aufgrund dieser Aussagen nicht auf eine übermässige Be-

lastung durch die Privatklägerin zu schliessen. Zum einen ist kein Widerspruch in 

den Aussagen erkennbar und zum anderen ist die konkrete Anzahl der Todesdro-

hungen nicht entscheidend, um die Glaubhaftigkeit der Aussagen zu beurteilen. 

- 21 -

Konsistent sind die Aussagen dahingehend, dass die Drohungen vom Beschuldig-

ten mehrmals ausgesprochen wurden. So wiederholte die Privatklägerin anlässlich 

der Berufungsverhandlung, der Beschuldigte habe ihr mehrfach mit dem Tod ge-

droht (Prot. II. S. 15).

Die Verteidigung verortet sodann einen Widerspruch in den Aussagen der Privat-

klägerin darin, dass die Privatklägerin vermeintlich erst zehn Tage nach dem Vorfall 

Anzeige erstattet habe, weil sie geglaubt habe, der Beschuldigte würde sich beru-

higen. Später habe die Privatklägerin jedoch im Widerspruch dazu erklärt, sie habe 

derart grosse Angst vor dem Beschuldigten und einer möglichen Verwirklichung der 

Todesdrohung gehabt (Urk. 107 S. 8). Diese Aussagen widersprechen sich nicht. 

Tatsache ist, dass die Privatklägerin sowohl anlässlich der polizeilichen als auch 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte, Angst wegen der 

Todesdrohungen gehabt zu haben (Urk. 6/1 F/A 63; Urk. 6/2 F/A 42-43). Sie machte 

an der Berufungsverhandlung nach wie vor einen verängstigten Eindruck und sagte 

aus, auf Schutz und Hilfe angewiesen zu sein (Prot. II S. 17, S. 20). Diese Aussa-

gen wirkten authentisch und es ist durchaus plausibel, dass die Privatklägerin aus 

Angst mit der Anzeigeerstattung zuwartete. Es ist der Verteidigung damit nicht zu 

folgen, insoweit sie vorbringt, die unerträgliche Angst, welche die Privatklägerin vor 

dem Beschuldigten gehabt haben will, entspreche nicht den Tatsachen (Urk. 107 

S. 9) bzw. dass die Privatklägerin "gezielt stark" dramatisiere (Urk. 107 S. 13). 

Darüber hinaus ist nicht auszuschliessen, dass die Privatklägerin hoffte, dass sich 

der Beschuldigte beruhigen werde. Ein weiteres Motiv, die Anzeige nicht zu erstat-

ten, könnte gewesen sein, dass sich die Privatklägerin fürchtete, die Wohnung ver-

lassen zu müssen und keine andere Wohnung zu finden. So gab sie an der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme an, gefürchtet zu haben, dass die Polizei ihr sagen 

müsse, dass sie ausziehen müsse (Urk. 6/2 F/A 23). Alle diese Motive können da-

mit ausschlaggebend gewesen sein, mit einer Anzeige zuzuwarten. Ein Wider-

spruch in den Aussagen der Privatklägerin ist nicht ersichtlich. Nach dem Darge-

legten kann aufgrund des Umstandes, dass die Privatklägerin mit der Anzeige zehn 

Tage zuwartete, auch nicht darauf geschlossen werden, dass die Drohungen die 

Privatklägerin nicht in Angst versetzten. 

- 22 -

Entgegen der Verteidigung ist es ferner nicht ausgeschlossen, dass die Privatklä-

gerin aus ihrer Wohnung das Telefonat zwischen dem Beschuldigten und dessen 

Ex-Frau sowie die Antworten der Ex-Frau hörte (Urk. 107 S. 9, S. 11). In einem 

ringhörigen Wohnhaus ist das durchaus möglich. Ferner lassen sich die Aussagen 

der Privatklägerin in Bezug auf das von ihr gehörte Telefonat zwischen dem Be-

schuldigten und seiner Ex-Frau vom 25. Februar 2023 mit den Aussagen der Pri-

vatklägerin zum Ereignis vom 14. Februar 2023 vereinbaren. So gab die Privatklä-

gerin beispielsweise an, die Ex-Frau des Beschuldigten habe anlässlich des Tele-

fonats vom 25. Februar 2023 unter anderem gesagt, der Beschuldigte solle sie (die 

Privatklägerin) nicht bedrohen, weil die Privatklägerin sonst eine Anzeige erstatten 

werde (Urk. 6/2 F/A 23). Die Privatklägerin sagte mit Bezug auf das Ereignis vom 

14. Februar 2023 sodann aus, zuerst ihre Freundin angerufen zu haben. Als diese 

den Anruf nicht entgegengenommen habe, habe die Privatklägerin die Ex-Frau des 

Beschuldigten angerufen (Urk. 6/2 F/A 23). Die Privatklägerin habe der Ex-Frau 

des Beschuldigten dann gesagt, dass sie die Polizei informieren werde (Urk. 6/2 

F/A 23). Damit erweist sich als plausibel, dass die Ex-Frau dem Beschuldigten am 

25. Februar 2023 am Telefon gesagt haben soll, die Privatklägerin werde ihn an-

zeigen. Die Aussagen der Privatklägerin sind damit als in sich stimmig zu qualifi-

zieren. 

Sodann ist zu bemerken, dass in den Aussagen der Privatklägerin auch keine Über-

steigerungen festzustellen sind. So belastete sie den Beschuldigten abgesehen 

von den ihm vorgeworfenen Äusserungen nicht übermässig, sondern ihre Aussa-

gen erfolgten vielmehr vergleichsweise neutral und zurückhaltend. Wenn die Ver-

teidigung geltend machte, ihre Aussagen seien von Aggravationstendenzen ge-

prägt (Urk. 58 Rz. 9 und 31), so kann dem nicht gefolgt werden. 

Weiter ist zu bemerken, dass die Aussagen der Privatklägerin in diversen Neben-

punkten mit denjenigen des Beschuldigten und weiteren Umständen übereinstim-

men. Die Privatklägerin führte aus, sie habe das Gespräch am 25. Februar 2023 

zwischen dem Beschuldigten und seiner Ex-Frau aufgrund der "Ringhörigkeit" 

(Hellhörigkeit) des Hauses mitgehört (Urk. 6/1 F/A 69; Urk. 6/2 F/A 23). Zur "Ring-

hörigkeit" führte der Beschuldigte aus, er habe in seiner Wohnung gehört, wie die 

- 23 -

Privatklägerin am 14. Februar 2023 nach Hause gekommen sei, das höre man 

(Urk. 5/3 F/A 7), womit er bestätigte, dass das Haus offenbar tatsächlich "ringhörig" 

ist. Zur Frage des Telefongesprächs mit seiner Ex-Frau bestätigte der Beschul-

digte, am 25. Februar 2023 ein Telefonat mit ihr geführt zu haben (Urk. 5/1 F/A 19; 

Urk. 5/2 F/A 25), wobei er einmal auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft auch be-

stätigte, dass es dabei um Waffen resp. um seinen Waffenschein, den er legal er-

worben habe, gegangen sei (Urk. 5/2 F/A 27). Mit Ausnahme der geäusserten Dro-

hung bestätigte er damit die diesbezügliche Aussage der Privatklägerin (Urk. 6/2 

F/A 23 und 71). Die Privatklägerin führte zudem im Rahmen der polizeilichen Ein-

vernahme aus, sie wisse, dass der Beschuldigte Waffen besitze, weil sie diese beim 

Umzug in einer Schublade gesehen habe (Urk. 6/1 F/A 25), was sich mit den Er-

kenntnissen der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten vom 25. Februar 2023 

deckt (Urk. 10/4), wobei anzufügen ist, dass die Privatklägerin im Zeitpunkt ihrer 

Aussage noch nicht wissen konnte, dass sich hernach effektiv Waffen im Besitz 

des Beschuldigten finden liessen. Ebenso wurde die Aussage der Privatklägerin, 

sie habe am Morgen des 15. Februars 2023 den Weg über die Asphaltstrasse ge-

nommen (Urk. 6/2 F/A 57), vom Beschuldigten bestätigt, indem er aussagte, zur 

Privatklägerin gesagt zu haben, es sei besser, dass sie den normalen Weg nehme 

(Urk. 5/1 F/A 15). Schliesslich bestätigte die Zeugin D._____, die Ex-Frau des Be-

schuldigten, auch, seit rund zwei Monaten – gemeint im Zeitpunkt ihrer Einver-

nahme vom 12. Mai 2023 – keinen Kontakt zur Privatklägerin mehr zu haben, da 

sich jene nicht mehr gemeldet habe (Urk. 7 F/A 10), was sich mit der diesbezügli-

chen Aussage der Privatklägerin deckt (Urk. 6/1 F/A 19). Die Verteidigung führt aus, 

es sei unbestritten, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Beschul-

digten und der Privatklägerin gekommen sei. Es sei auch nicht weiter erstaunlich, 

wenn die Privatklägerin diesbezüglich lebensnahe und anschauliche Schilderungen 

zu machen vermöge, wie etwa zu den vergessenen Zigaretten. Entgegen der Vor-

instanz bedeute die lebensnahe Schilderung der zum Streit führenden Umstände 

jedoch keinesfalls, dass es auch tatsächlich zu den genannten Drohungen und Be-

schimpfungen gekommen sei, mithin die Aussagen der Privatklägerin zum Kernge-

schehen überzeugen würden. Diese könne die Privatklägerin genauso gut erfunden 

und dazu gedichtet haben, um den Beschuldigten in ein schlechtes Licht zu rücken 

- 24 -

und endlich loszuwerden (Urk. 107 S. 12). Die Verteidigung spekuliert an dieser 

Stelle über ein Motiv der Privatklägerin, den Beschuldigten zu Unrecht zu belasten. 

Konkrete Anhaltspunkte und Gründe dafür, dass die Privatklägerin den Beschuldig-

ten zu Unrecht belasten sollte, bestehen keine. Dass der schwelende nachbar-

schaftliche Konflikt die Privatklägerin dazu veranlasst haben sollte, dem Beschul-

digten unter anderem Todesdrohungen zu unterstellen, ist nicht lebensnah. Es 

kann dazu auf die vorstehenden Ausführungen (vgl. vorstehend E. 3.2) verwiesen 

werden. Aufgrund der konsistenten Aussagen der Privatklägerin zum Kerngesche-

hen sowie ihrer nach wie vor erkennbaren und authentisch geschilderten Angst vor 

dem Beschuldigten bestehen keine Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt so 

zutrug, wie ihn die Privatklägerin schilderte. 

Wie bereits vorstehend dargelegt, spricht der Umstand, wonach die Privatklägerin 

erst elf resp. zehn Tage nach den eingeklagten Vorfällen vom 14. Februar 2023 

und 15. Februar 2023 bei der Polizei Strafanzeige einreichte und Strafantrag stellte 

(Urk. 3/1), keineswegs gegen die Richtigkeit ihrer Schilderungen. So führte sie an-

lässlich der polizeilichen Einvernahme nachvollziehbar aus, bei den ersten zwei 

Vorfällen vom 14. Februar 2023 und vom 15. Februar 2023 habe sie noch gehofft, 

dass "das alles nicht wahr" sei und sie habe befürchtet, der Beschuldigte werde sie 

umbringen, wenn sie der Polizei etwas sagen würde (Urk. 6/1 F/A 66). Dies deckt 

sich grundsätzlich mit ihren Angaben in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, 

in der sie ausführte, Angst gehabt zu haben, die Polizei würde ihr raten, sie solle 

wegziehen und sie wisse nicht wohin (Urk. 6/2 F/A 23). Zudem habe sie geglaubt, 

der Beschuldigte sei vielleicht unter Alkoholeinfluss gestanden und er werde sich 

schon beruhigen (Urk. 6/2 F/A 23). Auf weitere Nachfrage, weshalb nicht sie, son-

dern die Tochter ihrer Kollegin die Polizei informiert habe, gab sie an, dass sie nicht 

gut Deutsch spreche und sich nicht gut erklären könne. Sie habe nicht gewusst, 

wie man "ich werde dich umbringen" auf Deutsch sagen würde (Urk. 6/2 F/A 73). 

Dass sich die Privatklägerin vor dem Hintergrund der Äusserungen des Beschul-

digten hin und her gerissen fühlte zwischen Angst einerseits und der Hoffnung, die 

Situation werde sich vielleicht wieder beruhigen, andererseits, erscheint absolut 

nachvollziehbar; ebenso, dass sie sich angesichts ihrer limitierten Deutschkennt-

nisse unsicher fühlte. Dass die Privatklägerin die Strafanzeige erst einige Tage spä-

- 25 -

ter stellte und sich dabei von anderen Personen unterstützen liess, vermindert die 

Glaubhaftigkeit ihrer Depositionen daher nicht.

Zusammenfassend sind die Aussagen der Privatklägerin, nachdem wie vorstehend 

dargelegt kein relevantes Motiv für Falschanschuldigungen ersichtlich ist (vgl. vor-

stehend E. 3.2), als glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen.

4.2.3. Aussagen Zeugin D._____ 

D._____ machte im Rahmen ihrer Einvernahme als Zeugin von ihrem Zeugnisver-

weigerungsrecht als Ex-Frau des Beschuldigten Gebrauch, weswegen nur wenige 

Aussagen vorhanden sind. Die Zeugin führte aus, sie und die Privatklägerin hätten 

seit zwei Monaten – gemeint bezüglich des Datums ihrer Einvernahme vom 12. Mai 

2023 – keinen Kontakt mehr (Urk. 7 F/A 10). Entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 58 Rz. 29) widerspricht diese Aussage der Aussage der Privatklägerin jedoch 

keineswegs. So führte die Privatklägerin bereits in der polizeilichen Einvernahme 

aus, dass das Verhältnis zu D._____ eigentlich gut sei und sie, als der Beschuldigte 

sie das letzte Mal bedroht habe, der Zeugin dies am Telefon auch gesagt habe, sie 

seither aber keinen Kontakt mehr zur Zeugin habe (Urk. 6/1 F/A 19). Die Zeugin 

stimmt mit ihrer einzigen Aussage daher durchaus mit der Privatklägerin überein.

4.2.4. Fazit äusserer Sachverhalt 

Basierend auf den glaubhaften und überzeugenden Aussagen der Privatklägerin, 

die von den genannten weiteren Beweismitteln gestützt werden, ist der äussere 

Sachverhalt bezüglich der Tatvorwürfe vom 14., 15. und 25. Februar 2023, wonach 

der Beschuldigte die betreffenden Äusserungen gegenüber der Privatklägerin di-

rekt bzw. laut schreiend am Telefon gegenüber seiner Ex-Frau D._____ machte, 

erstellt. 

4.2.5. Fazit innerer Sachverhalt 

Hinsichtlich der Tatvorwürfe vom 14. und 15. Februar 2023, als der Beschuldigte 

sich gegenüber der Privatklägerin direkt äusserte, ist ohne weiteres davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte wusste, dass die Privatklägerin dadurch einerseits 

- 26 -

erschreckt bzw. verängstigt und anderseits in ihrem Ehrgefühl verletzt würde auf-

grund seiner Äusserungen, und er dies auch so wollte. Bezüglich des Tatvorwurfs 

vom 25. Februar 2023 ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte wusste, dass 

jedenfalls laute Geräusche in seiner Wohnung auch in der Wohnung der Privatklä-

gerin hörbar waren. Dennoch schrie er die Äusserungen, die inhaltlich grundsätz-

lich mit den früheren übereinstimmten, sehr laut ins Telefon gegenüber seiner Ex-

Frau. Zwar wusste er nicht, dass die Privatklägerin dies hören würde. Aufgrund der 

Hellhörigkeit im Haus musste er aber damit rechnen, dass sie das hören würde, 

was ihm offensichtlich egal war. Dementsprechend nahm er auch in Kauf, dass die 

Privatklägerin seine neuerliche Äusserung hören und dadurch erschreckt bzw. ver-

ängstigt würde. Mithin ist der innere Sachverhalt erstellt. 

4.3. Tatvorwürfe vom August 2023 

4.3.1. Aussagen Beschuldigter 

Der Beschuldigte bestritt bezüglich des Vorwurfs von Anfang August 2023, die Pri-

vatklägerin bedroht zu haben. Er führte aus, er habe lediglich mit einem Polizisten, 

einem Herrn E._____, über seine beschlagnahmten Waffen gesprochen (Urk. 5/5 

F/A 10). Es sei eine Lüge, dass er gesagt habe, dass die Privatklägerin keine Ruhe 

mehr hätte, solange sie am Leben sei (Urk. 5/5 F/A 12). Des Weiteren bestritt er, 

die Privatklägerin seit seiner Haftentlassung bis zum Zeitpunkt der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 28. August 2023 gesehen oder getroffen zu haben 

(act. 5/5 F/A 6). Hinsichtlich des allgemeinen Aussageverhaltens des Beschuldig-

ten kann grundsätzlich auf die vorstehenden Erwägungen zu den Tatvorwürfen des 

vom 14., 15. und 25. Februar 2023 (E. 4.2.1) verwiesen werden. Anzumerken ist, 

dass hinsichtlich der Vorwürfe vom August 2023 im Gegensatz zu den früheren 

keine relevanten Widersprüche festzustellen sind. Da sich seine Aussagen im we-

sentlichen darin erschöpfen, die Vorwürfe zu bestreiten, ist indessen auch nichts 

anderes zu erwarten. Anzumerken ist, dass die Erklärung des Beschuldigten, wes-

wegen die Privatklägerin ein Telefonat von ihm über Waffen gehört habe, damit zu 

erklären versuchte, er habe mit einem Polizisten E._____ am Telefon über seine 

beschlagnahmten Waffen gesprochen, wenig überzeugend wirkt. Dass er gegen-

über einem Polizisten so laut gesprochen hätte, dass die Privatklägerin das in der 

- 27 -

Wohnung darüber – selbst bei starker Hellhörigkeit im Haus – gehört hätte, er-

scheint nicht nachvollziehbar, zumal der Beschuldigte auch nicht geltend machte, 

er habe am Telefon mit dem Polizisten z.B. gestritten. 

4.3.2. Aussagen Privatklägerin 

Hinsichtlich der Aussagen der Privatklägerin in der Untersuchung zu den Tatvor-

würfen im August 2023 kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen grund-

sätzlich auf deren korrekte Zusammenfassung im vorinstanzlichen Entscheid ver-

wiesen werden (Urk. 76 S. 17 f.). Im Rahmen ihrer Einvernahme als Auskunftsper-

son anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Privatklägerin aus, sie habe 

ein Gespräch mithören können, als der Beschuldigte mit jemandem telefoniert 

habe. In diesem Gespräch habe der Beschuldigte "wie eine Waffe bestellt" (Prot. II 

S. 18). Hinsichtlich des Tatvorwurfes des Ungehorsams gegen amtliche Verfügun-

gen sagte die Privatklägerin aus, sie habe ihren Briefkasten "überprüfen" müssen. 

Der Hund des Beschuldigten sei an der Leine im Garten in der Nähe des Briefkas-

tens gewesen. Als sie gesehen habe, dass der Briefkasten leer gewesen sei, sei 

sie am Garten des Beschuldigten vorbeigelaufen. In diesem Moment sei er aus der 

Tür herausgekommen und sei in ihre Richtung gelaufen. Sie habe sich auf die 

Strasse begeben, um sich zu entfernen. Sie glaube, dass er das absichtlich ge-

macht habe. Sie glaube, es sei seine Absicht gewesen, sie zu erschrecken. Wäre 

sie nicht auf die Strasse gegangen, wäre er ihr bis auf zwei Meter nahe gekommen. 

Sodann habe sie einmal schnell auf der Treppe Staub saugen wollen. Er sei mit 

seinem Hund durch die Eingangstüre hineingekommen. Er hätte sich entfernen sol-

len, als er sie gesehen habe, das habe er aber nicht getan. Sie habe sich entfernen 

müssen (Prot. II S. 19 f.). Die Aussagen der Privatklägerin zu den Tatvorwürfen im 

August 2023 sind ebenfalls grundsätzlich als plausibel, in sich stimmig, lebensnah 

und detailreich geschildert sowie frei von relevanten Widersprüchen zu bezeichnen. 

Die Art und Weise, wie die Privatklägerin die Abläufe beschrieb, lässt darauf 

schliessen, dass sie dies effektiv so erlebt hatte. So vermochte die Privatklägerin 

jeweils zu sagen, wie sie anlässlich der betreffenden Äusserungen des Beschuldig-

ten gestanden sei und was deren genauer Wortlaut gewesen sei. Auch an sich 

- 28 -

nebensächliche Details vermochte sie dabei genau und widerspruchsfrei zu schil-

dern. 

Ihre Aussagen erfolgten in den Belastungen des Beschuldigten auch durchaus zu-

rückhaltend, indem sie ihn nicht übermässig belastete, was insbesondere für die 

Vorfälle vom 12. und 18. August 2023 gilt, indem sie etwa weder weitere verbale 

Äusserungen des Beschuldigten schilderte noch ihm ein absichtliches Nähern vor-

warf. 

Sodann stimmen ihre Aussagen hinsichtlich des gehörten Telefongesprächs wie-

derum teilweise mit denjenigen des Beschuldigten überein. So räumte er etwa 

selbst ein (Urk. 5/5 F/A 14), dass er im September nach Serbien reisen wollte. Hätte 

die Privatklägerin den Beschuldigten nicht effektiv darüber sprechen hören, hätte 

sie davon gar nichts wissen können. Zudem räumte der Beschuldigte, wie vorhin 

dargelegt ein, einmal am Telefon über Waffen gesprochen zu haben, auch wenn er 

jenes Telefonat gänzlich anders darstellte. 

Weiter bringt die Verteidigung vor, die Aussagen der Privatklägerin seien auch in 

Bezug auf die mutmasslich vom Beschuldigten am 1. und 2. August 2023 geführten 

Telefonate widersprüchlich. So habe die Privatklägerin einmal ausgesagt, der Be-

schuldigte habe am 1. August 2023, als sie zur Arbeit gegangen sei, ein Telefonat 

geführt, anlässlich dessen er Waffen bestellt habe. Ein anderes Mal habe die Pri-

vatklägerin ausgesagt, am 1. August 2023 nicht gearbeitet zu haben (Urk. 107 

S. 11). Es ist festzuhalten, dass die Privatklägerin nicht von sich aus angab, das 

Telefonat habe am 1. August 2023 stattgefunden, sondern dass Rechtsanwältin 

C._____ in ihrem Schreiben festgehalten habe, das Telefonat hätte am 1. August 

2023 stattgefunden. Die Privatklägerin bestätigt in diesem Zusammenhang sinnge-

mäss einzig, dass dies so gewesen sein muss, wenn Rechtsanwältin C._____ das 

so dokumentiert habe (Urk. 6/3 F/A 32). Ferner räumt die Privatklägerin auch mehr-

mals ein, sich nicht an die Daten erinnern zu können (Urk. 6/3 F/A 31-32), wodurch 

auch glaubhaft erscheint, dass sie diese Vorfälle nicht einfach erfunden hat. Erin-

nerungslücken hinsichtlich der Daten erscheinen zudem nicht unplausibel. So gab 

die Privatklägerin auch bereits hinsichtlich der Vorwürfe des Ungehorsams gegen 

eine amtliche Verfügung an, sich Daten nicht merken zu können. Sie sei zerstreut 

- 29 -

(Urk. 6/3 F/A 17). Dass sich die Privatklägerin hinsichtlich der genauen Daten un-

sicher war bzw. sich nicht erinnern konnte (Urk. 6/3 F/A 16 und Urk. 12/10 S. 2; 

Urk. 6/3 F/A 31 und Urk. 12/10 S. 1; Urk. 6/3 F/A 55, Urk. 6/3 F/A 31, Urk. 6/3 F/A 

16), vermag ihre Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen, nachdem sich zwischen den 

Parteien mehrere ähnliche Vorfälle ereigneten. Vielmehr spricht das Einräumen ih-

rer Unsicherheit für die Richtigkeit ihrer Schilderungen.

Sodann ist entgegen der Verteidigung nicht unglaubhaft (Urk. 107 S. 11), dass die 

Privatklägerin das Telefonat vom 2. August 2023 aus ihrer Wohnung hörte. So 

führte die Privatklägerin hinsichtlich des Telefonats vom 25. Februar 2023 aus, in 

ihrer Küche gewesen zu sein und dass es sehr ringhörig sei. Man könne alles hören 

(Urk. 6/2 F/A 66). Es ist zudem entgegen der Verteidigung unzutreffend (Urk. 107 

S. 11), dass die Privatklägerin hinsichtlich des Telefonats vom 25. Februar 2023 

gesagt habe, sie habe die Wohnungstür öffnen müssen, um den Beschuldigten ver-

stehen zu können. Sie sagte einzig, dass sie die Wohnungstür aufgemacht habe 

und man alles hören könne (Urk. 6/2 F/A 66). Ein klarer Widerspruch in den Aus-

sagen zum Ereignis vom 25. Februar 2023 ist damit nicht gegeben.

Wiederum spricht schliesslich entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 58 

Rz 23) der Umstand, dass die Privatklägerin nicht sofort Anzeige erstattete oder 

sich an die Staatsanwaltschaft wandte, keineswegs gegen die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen. Nachdem das Verfahren bereits über mehrere Monate am Laufen war, 

hatte die in Strafverfahren unerfahrene Privatklägerin offenbar den Eindruck, die 

Vorwürfe würden seitens der Behörden nicht genügend Ernst genommen, weswe-

gen sie aufgrund verlorenen Vertrauens nicht sofort Anzeige erstattete (Urk. 6/3 

F/A 48; vgl. a. Urk. 12/11 S. 1). Dies erscheint aus ihrer Perspektive betrachtet 

durchaus nachvollziehbar. Auch die wiederum vergleichsweise spät erfolgte Straf-

anzeige vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen daher nicht in Frage zu stellen. 

Zusammenfassend sind auch die Aussagen der Privatklägerin zu den Tatvorwürfen 

im August 2023, nachdem, wie vorstehend dargelegt, kein relevantes Motiv für 

Falschanschuldigungen ersichtlich ist (vgl. vorstehend E. 3.2.), als glaubhaft und 

überzeugend zu bezeichnen.

- 30 -

4.3.3. Fazit äusserer Sachverhalt 

Basierend auf den glaubhaften und überzeugenden Aussagen der Privatklägerin, 

die in den genannten Punkten auch von den Aussagen des Beschuldigten selbst 

gestützt werden, ist der äussere Sachverhalt bezüglich der Tatvorwürfe vom 1. und 

ca. 2. August 2023 sowie vom 12. und 18. August 2023 erstellt. 

4.3.4. Fazit innerer Sachverhalt 

Bezüglich der Tatvorwürfe vom 1. und ca. 2. August 2023 ist wiederum zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte wusste, dass jedenfalls laute Geräusche in seiner 

Wohnung auch in der Wohnung der Privatklägerin bzw. im Korridor hörbar waren. 

Dennoch führte er das Telefonat mit den Äusserungen, die inhaltlich grundsätzlich 

mit den früheren übereinstimmten, so laut, dass die Privatklägerin dies hören 

würde. Aufgrund der Hellhörigkeit im Haus musste er damit rechnen, dass sie das 

hören würde, was ihm offensichtlich egal war. Dementsprechend nahm er auch in 

Kauf, dass die Privatklägerin seine neuerlichen Äusserungen hören und dadurch 

erschreckt bzw. verängstigt würde. Hinsichtlich der Tatvorwürfe vom 12. und 

18. August 2023 sah der Beschuldigte die Privatklägerin im bzw. vor dem Haus. 

Dabei wusste er, dass er sich ihr gemäss Verfügung des Zwangsmassnahmenge-

richts nicht näher als zehn Meter nähern durfte. Diese Distanz unterschritt er an-

lässlich beider Vorfälle wissentlich. Mithin ist der innere Sachverhalt erstellt.

III. Rechtliche Würdigung

1. Ausgangslage

1.1. Staatsanwaltschaft

Die Anklagebehörde subsumiert die Tathandlungen des Beschuldigten unter die 

Tatbestände der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, der Be-

schimpfung im Sinne von Art. 177 Abs.1 StGB und des mehrfachen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB (Urk. 23 S. 6).

- 31 -

1.2. Beschuldigter/Verteidigung

Die Verteidigung beantragte namens des Beschuldigten einen Freispruch von 

sämtlichen Vorwürfen (Urk. 58 S. 1; Urk. 79 S. 2; Urk. 107 S. 2).

1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten anklagegemäss schuldig (Urk. 76 S. 27).

2. Grundlagen

Bezüglich der rechtlichen Grundlagen der Tatbestände der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB, der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs.1 StGB und 

des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 

StGB kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwä-

gungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 76 S. 23 ff.).

3. Mehrfache Drohung

3.1. Objektiver Tatbestand

3.1.1. In objektiver Hinsicht drohte der Beschuldigte gemäss erstelltem Sach-

verhalt mit den Äusserungen vom 14. Februar 2023 "[i]ch werde dich jetzt umbrin-

gen, ich werde dich zertrampeln" und "ich werde dich umbringen, ich werde dich 

erledigen", der zweimaligen Äusserung auf Serbisch vom 15. Februar 2023, dass 

er die Privatklägerin umbringen würde und dem Telefonat vom 25. Februar 2023, 

anlässlich dem der Beschuldigte sagte, dass er die "Türkin" von oben umbringen 

werde, der Privatklägerin mit körperlicher Gewalt, wobei diese Äusserungen als To-

desdrohungen zu werten sind. Mit diesen Äusserungen stellte der Beschuldigte der 

Privatklägerin in Form deren Todes einen schweren Nachteil in Aussicht, wobei 

dessen Verwirklichung für die Privatklägerin vor dem Hintergrund der erfolgten wie-

derholten Streitigkeiten und des Umstands, dass sie wusste, dass der Beschuldigte 

Waffen besass, als ernst gemeint erscheinen musste. Aufgrund der mehrfachen 

Äusserungen des Beschuldigten wurde die Privatklägerin ernsthaft in Angst bzw. 

Schrecken versetzt. Der objektive Tatbestand der Drohung ist damit unter diesen 

Sachverhaltsabschnitten mehrfach erfüllt.

- 32 -

3.1.2. Gemäss erstelltem Sachverhalt erklärte der Beschuldigte Anfang August 

2023 anlässlich eines Gesprächs, dass es nicht möglich sei, eine Waffe in der 

Schweiz zu besorgen. Am ca. 2. August 2023 erwähnte er während eines weiteren 

Gesprächs, dass, wenn er von Serbien zurückkommen werde, die Privatklägerin 

keine Ruhe haben werde, solange sie am Leben sei. Angesichts des sehr engen 

zeitlichen Konnexes dieser beiden Äusserungen anlässlich des zweiten Gesprächs 

im Zusammenhang mit dem Gespräch vom Vortrag betreffend Beschaffung einer 

Waffe wurde der Privatklägerin durch die Aussagen des Beschuldigten in Aussicht 

gestellt, dass er, nachdem er sich in Serbien eine Waffe organisiert habe und wie-

der zurück sei, sie keine Ruhe mehr haben werde. Damit stellte der Beschuldigte 

der Privatklägerin durch seine Telefonate anfangs August in Aussicht, dass ihre 

körperliche Unversehrtheit, solange sie am Leben sei, in Gefahr sei, mithin stellte 

der Beschuldigte der Privatklägerin wiederum einen schweren Nachteil in Aussicht. 

Dessen Verwirklichung musste für die Privatklägerin vor dem Hintergrund der er-

folgten wiederholten Streitigkeiten und des Umstands, dass der Beschuldigte auf-

grund ihrer Anzeige und Aussagen zuvor während mehrerer Monate in Untersu-

chungshaft war, als ernst gemeint erscheinen. Aufgrund der Äusserungen des Be-

schuldigten wurde die Privatklägerin ernsthaft in Angst bzw. Schrecken versetzt. 

Der objektive Tatbestand der Drohung ist damit unter diesem Sachverhaltsab-

schnitt ebenfalls erfüllt.

3.2. Subjektiver Tatbestand

3.2.1. Anlässlich der Tatvorwürfe vom 14. und 15. Februar 2023, als der Be-

schuldigte sich gegenüber der Privatklägerin direkt äusserte, wusste der Beschul-

digte, dass die Privatklägerin dadurch erschreckt bzw. verängstigt würde aufgrund 

seiner Äusserungen, und er wollte das auch. Insofern handelte er mit direktem Vor-

satz.

3.2.2. Beim Tatvorwurf vom 25. Februar 2023 wusste der Beschuldigte, dass 

jedenfalls laute Geräusche in seiner Wohnung auch in der Wohnung der Privatklä-

gerin bzw. im Korridor hörbar waren. Dennoch schrie er die Äusserungen, die in-

haltlich grundsätzlich mit den früheren übereinstimmten, sehr laut ins Telefon ge-

genüber seiner Ex-Frau. Zwar wusste er nicht, dass die Privatklägerin dies hören 

- 33 -

würde. Aufgrund der Hellhörigkeit im Haus musste er aber damit rechnen, dass sie 

das hören würde, was ihm offensichtlich egal war. Nicht zutreffend ist des Weitern, 

entgegen der Verteidigung (Urk. 107 S. 16), dass die Privatklägerin aussagte, sie 

habe aus der Wohnung auf den Korridor gehen müssen, um den Beschuldigten zu 

hören. Wie dargelegt (vgl. vorstehend Ziffer II/E.4.3.2, Urk 6/2 F/A 66), konnte die 

Privatklägerin den Beschuldigten bereits aus ihrer Wohnung hören. Der Umstand, 

dass die Privatklägerin die Wohnungstür geöffnet hat, zeigt gerade, dass sie den 

Beschuldigten bereits aus der Wohnung hörte. Allenfalls konnte sie das Gespräch 

durch das Öffnen der Tür nur noch besser hören. Das ändert jedoch nichts daran, 

dass der Beschuldigte aufgrund der Hellhörigkeit im Haus damit rechnen musste, 

dass die Privatklägerin ihn hören konnte. Im Übrigen hatten die Privatklägerin und 

der Beschuldigte in sprachlicher Hinsicht keine Verständigungsprobleme, zumin-

dest sind keine solchen dokumentiert. Damit verfängt auch die Argumentation der 

Verteidigung nicht (Urk. 107 S. 16), dass es absurd sei, die Schlussfolgerung zu 

ziehen, der Beschuldigte hätte wissen bzw. in Kauf nehmen müssen, dass die Pri-

vatklägerin die Telefongespräche auch inhaltlich verstehe. Die Privatklägerin ver-

steht Serbisch, so konnte sie auch den Wortlaut der Beschimpfungen des Beschul-

digten widergeben (Urk. 6/2 F/A 35-36). Dementsprechend nahm er auch in Kauf, 

dass die Privatklägerin seine neuerliche Äusserung hören und dadurch erschreckt 

bzw. verängstigt würde. Demnach liegt Eventualvorsatz vor.

3.2.3. Hinsichtlich der Tathandlungen Anfang August 2023 wusste der Be-

schuldigte, dass jedenfalls laute Geräusche in seiner Wohnung auch in der Woh-

nung der Privatklägerin bzw. im Korridor hörbar waren. Dennoch führte er das Te-

lefonat mit den Äusserungen, in denen die Privatklägerin mit dem Tod bedroht 

wurde, so laut, dass die Privatklägerin dies hören würde. Aufgrund der Hellhörigkeit 

im Haus musste er damit rechnen, dass sie das hören würde, was ihm offensichtlich 

egal war. Dementsprechend nahm er auch in Kauf, dass die Privatklägerin seine 

neuerliche Äusserung hören und dadurch erschreckt bzw. verängstigt würde. Auch 

bei diesen Tathandlungen liegt damit Eventualvorsatz vor.

- 34 -

3.3. Zwischenfazit

Der Tatbestand der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB ist somit mehrfach 

erfüllt.

4. Mehrfache Beschimpfung

4.1. Objektiver Tatbestand

In objektiver Hinsicht bezeichnete der Beschuldigte die Privatklägerin gemäss er-

stelltem Sachverhalt am 14. Februar 2023 und 15. Februar 2023 als Kuh und 

Schwein. Zudem sagt er am 15. Februar 2023 der Privatklägerin gegenüber, er 

werde ihre türkische Mutter "ficken". Diese Äusserungen des Beschuldigten zielten 

einzig darauf ab, die Privatklägerin zu missachten und sie in ihrem Gefühl, ein ehr-

barer Mensch zu sein, zu verletzen. Dadurch verletzte er die Privatklägerin in ihrer 

Ehre. Der objektive Tatbestand der Beschimpfung ist somit mehrfach erfüllt.

4.2. Subjektiver Tatbestand

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte gemäss erstelltem Sachverhalt 

wissentlich, willentlich und somit vorsätzlich.

4.3. Zwischenfazit

Der Tatbestand der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB ist somit 

mehrfach erfüllt.

5. Mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen

5.1. Objektiver Tatbestand

5.1.1. In objektiver Hinsicht untersagte das Zwangsmassnahmengericht Win-

terthur dem Beschuldigten mit Verfügung vom 22. Juni 2023 in Dispositivziffer 3, 

sich der Privatklägerin näher als 10 Meter anzunähern. Ferner wurde der Beschul-

digte in Dispositivziffer 8 der genannten Verfügung explizit auf die Strafandrohung 

gemäss Art. 292 StGB hingewiesen. Die Verfügung wurde ihm schriftlich zugestellt 

(Urk.12/6 S. 6 f.). 

- 35 -

5.1.2. Gemäss erstelltem Sachverhalt näherte sich der Beschuldigte der Pri-

vatklägerin am 12. August 2023 und am 18. August 2023 auf einen Abstand von je 

drei bis vier Metern bzw. ca. fünf Metern, wodurch er der amtlichen Verfügung zu-

widerhandelte. Der objektive Tatbestand ist daher mehrfach erfüllt.

5.2. Subjektiver Tatbestand

Der Beschuldigte wusste vom betreffenden Verbot gemäss Verfügung des Zwangs-

massnahmengerichts vom 22. Juni 2023 und er handelte dem Verbot wissentlich 

zuwider. Der Beschuldigte handelte somit mit direktem Vorsatz.

5.3. Zwischenfazit

Der Tatbestand des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von 

Art. 292 StGB ist somit mehrfach erfüllt.

6. Schuldfähigkeit

Ein Ausschluss der Einsicht- und/oder der Steuerungsfähigkeit und damit der 

Schuldfähigkeit wird durch den psychiatrischen Gutachter Dr. med. F._____ in des-

sen Gutachten vom 31. Juli 2023 (Urk. 9/11 S. 41) und dessen Ergänzungsgutach-

ten vom 11. Oktober 2023 (Urk. 9/19 S. 11 f.) für sämtliche Tatzeitpunkte überzeu-

gend verneint.

7. Fazit

Zusammenfassend ist der Beschuldigte der mehrfachen Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 

StGB und des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne 

von Art. 292 StGB schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung

1. Ausgangslage

1.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Anklageschrift die Bestrafung des 

Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, einer Geldstrafe von 

- 36 -

30 Tagessätzen zu Fr. 80.– und einer Busse von Fr. 1'500.– (Urk. 23 S. 7). Im Rah-

men des Berufungsverfahrens beantragt sie die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils (Urk. 82).

1.2. Die Verteidigung stellte keinen Eventualantrag im Falle eines anklagegemäs-

sen Schuldspruchs. 

1.3. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

10 Monaten, einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von 

Fr. 1'500.– (Urk. 76 S. 34).

2. Strafzumessungsgrundsätze

2.1. Verschulden/Asperationsprinzip

2.1.1. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 

berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Die Bewertung des 

Verschuldens richtet sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der Ver-

letzung oder der Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit 

des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit 

der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefähr-

dung oder Verletzung zu vermeiden. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der 

Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 144 IV 313 E. 1.1; 

141 IV 61 E. 6.1.2; 136 IV 55 E. 5.4; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen 

werden.

2.1.2. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-

gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der 

Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das 

Höchstmass der angedrohten Strafe (Strafrahmen) nicht um mehr als die Hälfte 

erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart (z.B. 180 Tages-

sätze Geldstrafe) gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).

- 37 -

Für die Bildung einer Gesamtstrafe hat das Gericht in einem ersten Schritt den 

Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe 

für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Um-

stände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Bei der Bestimmung des 

Strafrahmens für die schwerste Tat ist von der abstrakten Strafandrohung auszu-

gehen: Schwerer ist die Tat mit der höheren Höchststrafe; sieht eine weniger 

schwere Tat eine höhere Mindeststrafe vor, so bestimmt diese den unteren Rand 

des Strafrahmens (BGE 144 IV 313; 142 IV 265 E. 2.4). In einem zweiten Schritt 

hat das Gericht diese Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer 

Gesamtstrafe zu erhöhen (BGE 144 IV 313; 144 IV 217 E. 2 f., statt vieler anschau-

lich Urteil des Bundesgerichts 6B_196/2021 vom 25. April 2022, E. 5.4.3). Die Ein-

zelstrafen sind unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Tatum-

stände grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens des jeweiligen Straf-

tatbestandes und nicht desjenigen mit der abstrakt höchsten Strafandrohung fest-

zusetzen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.3).

Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleich-

artigen Strafen möglich. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt 

gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht. Vielmehr ist nach der konkreten Me-

thode für jeden einzelnen Normverstoss die entsprechende Strafe zu bestimmen. 

Ungleichartige Strafen – wie Geld- und Freiheitsstrafe – sind daher kumulativ zu 

verhängen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2).

2.2. Wahl der Strafart

Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im zu beurteilenden Einzelfall 

eine Geld- oder Freiheitsstrafe auszusprechen ist, gemäss Art. 47 StGB nach dem 

Ausmass des jeweiligen Verschuldens (BGE 144 IV 217 E. 3.3.1), wobei die Gelds-

trafe gegenüber der Freiheitsstrafe als mildere Sanktion gilt (Urteil des Bundesge-

richts 6B_1239/2023 vom 22. Januar 2024 E. 1.1.2). Bei der Wahl der Sanktionsart 

ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizi-

enz zu berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3.2; 144 IV 313 E. 1.1.1; 134 IV 82 

E. 4.1, 97 E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_355/2021 vom 22. März 2023 

- 38 -

E. 3.3; 6B_658/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Nach dem 

Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und 

hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige 

gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen ein-

greift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV 82 E. 4.1, 

97 E. 4.2.2). Dies gilt auch im Rahmen der Gesamtstrafenbildung. Der Täter darf 

aufgrund des Umstands, dass mehrere Delikte gleichzeitig zur Beurteilung stehen, 

für die einzelnen Taten nicht schwerer bestraft werden als bei separater Beurteilung 

(BGE 144 IV 217 E. 3.3.3, 313 E. 1.1.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_355/2021 

vom 22. März 2023 E. 3.3; 6B_93/2022 vom 24. November 2022 E. 1.3.4; 

6B_658/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Nach neuerer 

Rechtsprechung darf in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB immerhin dann 

eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich 

sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei kei-

nem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genü-

gendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken (Urteil des Bundesgerichts 

6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2; m.w.H.).

2.3. Geldstrafe

Wird eine Geldstrafe ausgefällt, bemisst sich die Zahl der Tagessätze nach dem 

Verschulden des Täters (Art. 34 Abs. 1 StGB). Die Höhe des Tagessatzes ist hin-

gegen nach den persönlichen und finanziellen Verhältnissen des Täters im Zeit-

punkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, 

allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum 

zu bestimmen. Ein Tagessatz beträgt dabei in der Regel mindestens Fr. 30.– und 

höchstens Fr. 3'000.–. Das Gericht kann den Tagessatz ausnahmsweise bis auf 

Fr. 10.– senken, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Tä-

ters dies gebieten. Es kann die maximale Höhe des Tagessatzes überschreiten, 

wenn das Gesetz dies vorsieht (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Be-

messung des Tagessatzes bildet das strafrechtlich relevante Nettoeinkommen, das 

dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst, ganz gleich, aus welcher Quelle 

die Einkünfte stammen. Vom Bruttoeinkommen ist dabei bereits in Abzug gebracht 

- 39 -

worden, was dem Täter wirtschaftlich nicht zusteht oder gesetzlich geschuldet ist 

(BGE 134 IV 60 E. 6.1.).

2.4. Massgeblicher Strafrahmen

Die Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe bestraft. Der Strafrahmen des Tatbestands der Beschimp-

fung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 beträgt Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen. Allen-

falls zu bildendende Gesamtstrafen sind innerhalb dieser Strafrahmen festzulegen, 

wobei die Delikts- und Tatmehrheit innerhalb des jeweiligen Strafrahmens strafer-

höhend zu berücksichtigen ist. Strafmilderungsgründe sind bei den jeweiligen Tat-

vorwürfen strafmindernd zu berücksichtigen.

2.5. Übertretungen

Der Tatbestand des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen wird 

mit Busse geahndet. Gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB gilt bei Übertretungen im Allge-

meinen ein Maximalbetrag von Fr. 10'000.– Busse, wobei auch im Bereich der 

Übertretungen bei Deliktsmehrheit oder Mehrfachbegehung das Asperationsprinzip 

zur Anwendung gelangt (HEIMGARTNER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-

mentar Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 106 StGB N 36).

2.6. Strafzumessung im engeren Sinn/Vorgehen

Nachfolgend werden zunächst die vom Beschuldigten gesetzte objektive 

Tatschwere und das subjektive Verschulden aufgrund der konkreten Verhältnisse 

beurteilt (Tatkomponente). Darauf werden weitere Aspekte dargestellt, welche kei-

nen unmittelbaren Zusammenhang mit den verübten Taten aufweisen (Täterkom-

ponente), und schliesslich wird eine Gesamtwürdigung vorgenommen. Es versteht 

sich dabei von selbst, dass der Strafzumessung derjenige Sachverhalt zugrunde 

zu legen ist, welcher durch das vorstehend dargelegte Beweisergebnis erstellt ist 

(vgl. zur Strafzumessung: MATHYS, Zur Technik der Strafzumessung, SJZ 100 

[2004] Nr. 8 S. 173 ff.; ders., Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, 

N 53 ff.). 

- 40 -

3. Tatkomponenten 

3.1. Mehrfache Drohung vom 14., 15. und 25. Februar 2023

3.1.1. Objektive Tatschwere 

Angesichts des sehr engen sachlichen und insbesondere auch zeitlichen Konnexes 

zwischen den innerhalb von lediglich 12 Tagen begangenen Drohungen erscheint 

es geboten, die diesbezüglichen Tathandlungen gemeinsam zu würdigen, zumal 

die Auswirkungen der Tathandlungen auf die Privatklägerin nicht anders als in ihrer 

Gesamtheit betrachtet werden können. In objektiver Hinsicht verletzte der Beschul-

digte die psychische Integrität der Privatklägerin, also ihre innere Freiheit, mittels 

seiner mehrfachen Todesdrohungen innerhalb jener 12 Tage massiv. Er versetzte 

sie mit seinem Vorgehen mehrfach in grosse Angst, indem sie angesichts des ihr 

bewussten Waffenbesitzes des Beschuldigten um ihr Leben fürchtete, weswegen 

sie zeitweise während des Schlafens die Zimmertüre abschloss. Dabei kam für die 

Privatklägerin erschwerend hinzu, dass der Beschuldigte in der Wohnung direkt 

unter ihr wohnte, wobei das Haus sehr hellhörig war. Sie musste dabei auch stets 

um neuerliche Drohungen seitens des Beschuldigten fürchten. Mit den mehrfachen 

Todesdrohungen sprach der Beschuldigte Drohungen aus, die klar über das Mini-

mum der Erfüllung des Tatbestandes hinausgehen. Zudem erfolgten diese in einem 

Klima heftiger Auseinandersetzungen, die selbst nach Aussage des Beschuldigten 

ein solches Ausmass annahmen, dass auch er zu dem Schluss kam, dass einer 

der beiden das Haus verlassen müsse. Das mehrfache Tathandeln des Beschul-

digten wirkt sich dabei straf- bzw. verschuldenserhöhend aus. In objektiver Hinsicht 

ist insgesamt von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen.

3.1.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte am 14. und 15. Februar 2023 di-

rektvorsätzlich. Am 25. Februar 2023, als er die Privatklägerin laut mit seiner Ex-

Frau telefonierend bedrohte, handelte er in Eventualvorsatz, doch vermag ihn das 

vorliegend nicht zu entlasten. Das Motiv des Beschuldigten lag offenbar einzig 

darin, die Privatklägerin, mit der er sich im Streit befand, mittels seiner Äusserungen 

- 41 -

zu erschrecken. Eine Verminderung der Einsicht- und/oder der Steuerungsfähigkeit 

und damit der Schuldfähigkeit wird durch den psychiatrischen Gutachter Dr. med. 

F._____ in dessen Gutachten vom 31. Juli 2023 (Urk. 9/11 S. 41) und dessen Er-

gänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 (Urk. 9/19 S. 11 f.) für sämtliche Tat-

zeitpunkte überzeugend verneint. Die objektive Tatschwere wird durch die subjek-

tiven Zumessungsgründe nicht relativiert.

3.1.3. Strafart 

Der Beschuldigte weist zwar keine Vorstrafen auf (Urk. 78). Zu berücksichtigen ist 

aber, dass er im vorliegenden Verfahren bezüglich der Deliktsvorwürfe vom August 

2023 trotz laufenden Strafverfahrens und knapp viermonatiger Untersuchungshaft 

sowie nachfolgenden Ersatzmassnahmen erneut delinquierte. Auch wird ihm be-

reits mit psychiatrischem Gutachten von Dr. med. F._____ vom 31. Juli 2023 

(Urk. 9/11 S. 39 und 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 

(Urk. 9/19 S. 12) eine hohe Rückfallgefahr hinsichtlich Drohungen gegen die Pri-

vatklägerin attestiert, was sich bekanntlich kurz nach dem ersten Gutachten be-

wahrheitete. Dass sich der Beschuldigte deshalb von einer auszusprechenden 

Geldstrafe von der Begehung neuerlicher Straftaten abhalten liesse, ist nicht anzu-

nehmen. Selbst wenn also für jede Tathandlung eine Einzelstrafe ausgefällt würde, 

wäre dafür in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB eine Freiheitsstrafe auszu-

sprechen. 

3.1.4. Zwischenfazit 

Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden erscheint in Berücksichti-

gung des Asperationsprinzips eine Einsatzstrafe von 8 Monaten Freiheitsstrafe als 

angemessen, wobei für die Drohungen vom 14. und 15. Februar 2023 von ange-

messenen Einzelstrafen von je 4 Monaten und für die Drohung vom 25. Februar 

2023 von einer angemessenen Einzelstrafe von 3 Monaten auszugehen wäre. 

- 42 -

3.2. Drohung von Anfang August 2023 

3.2.1. Objektive Tatschwere 

In objektiver Hinsicht delinquierte der Beschuldigte einige Wochen nach Entlassung 

aus der Wohnung erneut einschlägig gegen die Privatklägerin, wobei grundsätzlich 

auf das zuvor Ausgeführte verwiesen werden kann (vgl. vorstehend E. 3.1.1). Durch 

die neuerliche Drohung wurde die Privatklägerin erneut in ihrem Sicherheitsgefühl 

massiv beeinträchtigt. Nachdem vorliegend eine einzelne Drohungshandlung vor-

liegt, die zudem nicht direkt gegenüber der Privatklägerin, sondern in der Weise am 

Telefon geäussert wurde, dass die Privatklägerin sie hören musste, ist in objektiver 

Hinsicht von einem noch leichten Verschulden auszugehen. 

3.2.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte in Eventualvorsatz, doch vermag 

ihn das wiederum nicht zu entlasten. Das Motiv des Beschuldigten lag auch hier 

offenbar einzig darin, die Privatklägerin, mit der er sich im Streit befand, mittels 

seiner Äusserungen zu erschrecken. Eine Verminderung der Einsicht- und/oder der 

Steuerungsfähigkeit und damit der Schuldfähigkeit wird durch den psychiatrischen 

Gutachter Dr. med. F._____ in dessen Gutachten vom 31. Juli 2023 (Urk. 9/11 

S. 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 (Urk. 9/19 S. 11 f.) 

für sämtliche Tatzeitpunkte überzeugend verneint. Die objektive Tatschwere wird 

durch die subjektiven Zumessungsgründe nicht relativiert.

3.2.3. Strafart 

Der Beschuldigte delinquierte trotz laufenden Strafverfahrens und knapp viermona-

tiger Untersuchungshaft sowie nachfolgenden Ersatzmassnahmen erneut. Auch 

wird ihm bereits mit psychiatrischem Gutachten von Dr. med. F._____ vom 31. Juli 

2023 (Urk. 9/11 S. 39 und 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 

2023 (Urk. 9/19 S. 12) eine hohe Rückfallgefahr hinsichtlich Drohungen gegen die 

Privatklägerin attestiert, was sich bekanntlich kurz nach dem ersten Gutachten be-

wahrheitete. Dass sich der Beschuldigte deshalb von einer auszusprechenden 

Geldstrafe von der Begehung neuerlicher Straftaten abhalten liesse, ist nicht anzu-

- 43 -

nehmen. In Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB ist daher eine Freiheitsstrafe 

auszusprechen. 

3.2.4. Zwischenfazit 

Ausgehend von einem noch leichten Verschulden erscheint eine Einzelstrafe von 

3 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. In Anwendung des Asperationsprinzips 

sind davon 2 Monate Freiheitsstrafe straferhöhend zu berücksichtigen.

3.3. Mehrfache Beschimpfung 

3.3.1. Objektive Tatschwere 

Angesichts des sehr engen sachlichen und insbesondere auch zeitlichen Konnexes 

zwischen den innerhalb von zwei Tagen begangenen Beschimpfungen erscheint 

es geboten, die diesbezüglichen Tathandlungen gemeinsam zu würdigen, zumal 

die Auswirkungen der Tathandlungen auf die Privatklägerin nicht anders als in ihrer 

Gesamtheit betrachtet werden können. In objektiver Hinsicht verletzte der Beschul-

digte das Rechtsgut des Ehrgefühls der Privatklägerin mehrfach, indem er sie als 

Kuh bzw. Kuh und Schwein betitelte sowie gegenüber ihr äusserte, dass er ihre 

türkische Mutter "ficken" würde. Hierdurch brachte er eine deutliche Herabwürdi-

gung der Privatklägerin zum Ausdruck. Das mehrfache Tathandeln des Beschul-

digten wirkt sich dabei straf- bzw. verschuldenserhöhend aus. In objektiver Hinsicht 

ist insgesamt von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen.

3.3.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz, wobei kein 

anderes Motiv ersichtlich ist, als die Privatklägerin in ihrem Gefühl, ein ehrbarer 

Mensch zu sein, herabzuwürdigen. Eine Verminderung der Einsicht- und/oder der 

Steuerungsfähigkeit und damit der Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt wird durch den 

psychiatrischen Gutachter Dr. med. F._____ in dessen Gutachten vom 31. Juli 

2023 (Urk. 9/11 S. 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 

(Urk. 9/19 S. 11 f.) für sämtliche Tatzeitpunkte überzeugend verneint. Die objektive 

Tatschwere wird durch die subjektiven Zumessungsgründe nicht relativiert.

- 44 -

3.3.3. Zwischenfazit 

Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden erscheint je eine Einzel-

strafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe für die Tathandlung des 14. und des 15. Fe-

bruars 2023 als angemessen. In Anwendung des Asperationsprinzips erscheint 

eine Gesamtgeldstrafe von 30 Tagessätzen als angemessen.

3.4. Mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen

In objektiver Hinsicht näherte sich der Beschuldigte der Privatklägerin trotz Kon-

taktverbots und des Verbots, sich ihr näher als 10 Meter anzunähern, zweimal auf 

wenige Meter an. Dies erfolgte aber in Alltagssituationen und nur für wenige Mo-

mente. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich, wobei der ein-

zige Grund darin zu sehen ist, der Privatklägerin Angst einzujagen. Insgesamt ist 

von einem mittleren Verschulden auszugehen. In finanzieller Hinsicht ist auf die 

nachfolgenden Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen zu verweisen 

(E. 4.1.). Diese sind als bescheiden, wenn auch nicht als geradezu angespannt zu 

bezeichnen. Insgesamt erscheint für beide Tathandlungen je eine Busse von 

Fr. 800.– als angemessen, so dass sich nach der Tatkomponente unter Anwen-

dung des Asperationsprinzips eine angemessene Gesamtbusse von Fr. 1'200.– er-

gibt.

3.5. Fazit bezüglich Tatkomponente

Insgesamt ist das Tatverschulden des Beschuldigten sowohl von der objektiven 

Tatschwere her wie auch unter Berücksichtigung seines subjektiven Verschuldens 

als nicht mehr leicht zu qualifizieren. Gestützt auf die erwähnten Faktoren nach 

Würdigung der Tatkomponente gelangt man somit zu einer Gesamtfreiheitsstrafe 

von 10 Monaten, einer Gesamtgeldstrafe von 40 Tagessätzen und einer Gesamt-

busse von Fr. 1'000.–.

- 45 -

4. Täterkomponenten 

4.1. Persönliche Verhältnisse/Vorleben

Der Beschuldigte machte sowohl im Rahmen der Untersuchung wie auch anläss-

lich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung nur wenig Angaben zu seinen persön-

lichen Verhältnissen und zu seinem Vorleben. Er führte aus, er sei AHV-Rentner 

und beziehe aus AHV und 2. Säule ein monatliches Gesamteinkommen von 

Fr. 3'200.–. Der monatliche Mietzins betrage Fr. 1'428.–. Vor der Verhaftung sei er 

schuldenfrei gewesen, nun habe er Schulden aufgrund der Betreuung des Hundes. 

Nach der Haftentlassung werde er seine Tätigkeit als Hauswart weiterführen. Er 

könnte sich auch vorstellen, z.B. eine Tätigkeit anzunehmen, Hunde für zwei Stun-

den zu führen, um seine finanzielle Lage zu verbessern (Urk.5/1 S. 5; Urk. 5/5 

S. 16; Prot. I S. 22). Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter machte der Be-

schuldigte Angaben, die wie folgt zusammengefasst werden können: Der Beschul-

digte wuchs in armen Verhältnissen auf dem Land auf, besuchte keinen Kindergar-

ten und durchlief die Schule aber regulär über 8 Jahrgangsstufen, mit einer Repe-

tition. Aufgrund finanzieller Knappheit soll er bereits 12-jährig gearbeitet haben, Mit-

schüler hätten gar für ihn gesammelt. Neben dieser Belastung wurde auch eine 

Aggressivität des Vaters beschrieben, der unter Alkoholeinfluss, vor allem die Mut-

ter, teils aber auch die Kinder, schlug. Nach dem Schulabschluss absolvierte der 

Beschuldigte eine 3-jährige Metzgerlehre, durchlief das Militär und reiste in der 

Hoffnung auf bessere Verdienstmöglichkeit 500 km weit nach Montenegro, wo er 

als Fleischverkäufer arbeitete. In jener Zeit lernt er seine erst Ehefrau kennen, im 

Folgejahr 1978 kam der Sohn zur Welt. Die erste Ehe dauerte bis 2009. Nach Heirat 

und Vaterschaft im Alter von 23 Jahren reiste der Beschuldigte im Alter von 26 Jah-

ren alleine in die Schweiz und lebte jahrelang auch allein in der Schweiz. Die Ehe-

frau und den Sohn besuchte er nur im Rahmen von Urlaubaufenthalten. In der 

Schweiz arbeitete er zunächst als Metzger, später als Maler. Nach der Trennung 

von der ersten Ehefrau fand der Beschuldigte gemäss eigenen Angaben recht 

schnell eine neue Partnerin, die er 2011 heiratete. Die Trennung von der zweiten 

Ehefrau erfolgte 2022 (Urk. 9/11 S. 33 ff.). Hinsichtlich der psychiatrischen Dia-

gnose gelangte Dr. med. F._____ zur Erkenntnis, dass beim Beschuldigten im Tat-

zeitraum eine narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung, eine höchstens mittel-

- 46 -

gradige depressive Episode sowie eine paranoid wahnhaft anmutende Realitäts-

verzerrung vorliege (Urk. 9/11 S. 39 und 41). Im Rahmen des Berufungsverfahrens 

reichte der Beschuldigte einerseits das Datenerfassungsblatt samt Belegen ein, die 

seine bescheidenen finanziellen Verhältnisse bestätigen (Urk. 84 und 85/1-6). Zu-

dem führte er anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzend aus, dass sein mo-

natliches Einkommen aus der AHV und der Pensionskasse Fr. 3'200.– betrage. Die 

Miete belaufe sich auf Fr. 1'428.– und die Krankenkassenprämie Fr. 535.– (Prot. II 

S. 22-23). Die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben des Beschuldigten blei-

ben insgesamt zumessungsneutral.

4.2. Vorstrafen/Delinquenz trotz laufenden Strafverfahrens

Der Beschuldigte weist keine Vorstrafe auf (Urk. 78), was zumessungsneutral 

bleibt. Straferhöhend ist – einzig bezüglich der Delikte im August 2023 – jedoch zu 

berücksichtigen, dass er während laufenden Strafverfahrens erneut einschlägig de-

linquierte, wobei er sich auch von knapp vier Monaten erlittener Untersuchungshaft 

offenbar nicht genügend beeindrucken liess.

4.3. Geständnis/Reue und Einsicht

Der Beschuldigte ist nicht geständig, weswegen dieses Kriterium zumessungsneu-

tral bleibt.

4.4. Fazit bezüglich Täterkomponenten

Unter den Täterkomponenten ist somit einzig die Delinquenz trotz laufenden Straf-

verfahrens bezüglich der Delikten im August 2023 straferhöhend zu berücksichti-

gen. Die nach der Tatkomponente erhaltene Gesamtfreiheitsstrafe von 10 Monaten 

ist daher aufgrund der Täterkomponente um 1 Monat zu erhöhen, während die Ge-

samtbusse um Fr. 300.– auf Fr. 1'500.– zu erhöhen ist.

5. Höhe des Tagessatzes

Unter Berücksichtigung der finanziell eingeschränkten Möglichkeiten des Beschul-

digten als AHV-Rentner mit knapper Rente ist die Höhe des Tagessatzes auf das 

ordentliche Minimum von Fr. 30.– festzusetzen. 

- 47 -

6. Gesamtwürdigung

6.1. Strafhöhe

Angemessen erscheinen somit in Berücksichtigung sämtlicher Zumessungskrite-

rien eine Freiheitsstrafe von 11 Monaten, eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– und eine Busse von Fr. 1'500.–. Aufgrund des Verbots der reformatio in 

peius gemäss Art. 391 Abs. 1 StPO bleibt es damit bei der vorinstanzlich ausge-

sprochenen Freiheitsstrafe von 10 Monaten, der Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– und der Busse von Fr. 1'500.–.

6.2. Anrechnung von Haft

Der Beschuldigte befand sich vom 25. Februar 2023, 19:15 Uhr, bis am 22. Juni 

2023, 12:20 Uhr, und vom 28. August 2023, 14:28 Uhr, bis am 11. Januar 2024, 

15:35 Uhr, in Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft (Urk. 23 und 64). Am 22. Juni 

2023 wurden Ersatzmassnahmen angeordnet (Urk. 12/6, versandt am 23. Juni 

2023). Insgesamt befand er sich somit im vorliegenden Verfahren während 255 

Tagen in Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft und musste der Beschuldigte die 

Ersatzmassnahmen bis zur erneuten Versetzung in Untersuchungshaft am 28. Au-

gust 2023 während 66 Tagen gegen sich gelten lassen. Die erstandene Haft ist 

gemäss Art. 51 StGB auf die ausgesprochene Freiheitsstrafe anzurechnen. Nach 

der Rechtsprechung sind Ersatzmassnahmen analog der Untersuchungshaft ge-

mäss dieser Bestimmung auf die Freiheitsstrafe anzurechnen. Bei der Bemessung 

der anrechenbaren Dauer hat das Gericht den Grad der Beschränkung der persön-

lichen Freiheit im Vergleich zum Freiheitsentzug bei Untersuchungshaft zu berück-

sichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_587/2019, 6B_616/2019 vom 27. Mai 

2020, E. 4.3). Dabei kommt dem Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu 

(vgl. [betreffend Kontaktverbot] BGE 140 IV 74 E. 2.4 S. 79 mit Hinweisen). Die 

persönliche Freiheit des Beschuldigten wurde durch die Ersatzmassnahmen deut-

lich weniger stark eingeschränkt als durch die Untersuchungshaft. Im Wesentlichen 

musste er sich einer ambulanten therapeutischen Behandlung unterziehen und 

durfte er die Privatklägerin weder kontaktieren noch sich ihr näher als 10 Meter 

annähern. Ferner musste sich der Beschuldigte in seine Wohnung begeben, wenn 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-IV-74%3Ade&number_of_ranks=0#page74

- 48 -

er die Privatklägerin im Eingangsbereich angetroffen hätte. Angesichts der durch 

die angeordneten Ersatzmassnahmen verursachten Einschränkungen rechtfertigt 

es sich, 15 Tage an die ausgesprochene Freiheitsstrafe anzurechnen. Von der aus-

gesprochenen Freiheitsstrafe gelten damit insgesamt 270 Tage als durch Haft und 

Ersatzmassnahme erstanden. 

V. Vollzug

1. Ausgangslage

1.1. Die Vorinstanz ordnete den Vollzug der Freiheitsstrafe, der Geldstrafe und 

der Busse an (Urk. 76 S. 36 und 41).

1.2. Seitens der Verteidigung wurde kein expliziter Eventualantrag im Falle ei-

nes Schuldspruchs gestellt.

1.3. Die Staatsanwaltschaft beantragt im Berufungsverfahren die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 82).

2. Rechtliche Grundlagen

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 

höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-

wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-

gehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf 

Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als 

sechs Monaten verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders güns-

tige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Voraussetzung in objektiver Hin-

sicht ist, dass eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren 

ausgesprochen wird. In subjektiver Hinsicht wird das Fehlen einer ungünstigen Pro-

gnose vorausgesetzt; die günstige Prognose wird vermutet, kann aber widerlegt 

werden (BGE 135 IV 180 E. 2.1; 134 IV 97 E. 7.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_80/2024 vom 9. Januar 2025 E. 3.1). Für die Einschätzung des Rückfallrisikos 

ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich (BGE 134 IV 140 

E. 4.4 m.H.; Urteil des Bundesgerichts 6B_1376/2022 vom 12. September 2023 

- 49 -

E. 1.3) Dabei hat das Gericht eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände 

vorzunehmen und insbesondere auch seit der Tat eingetretene positive Verände-

rungen (wie den Erhalt einer festen Arbeitsstelle, das Eingehen einer stabilen Be-

ziehung) zu berücksichtigen. In erster Linie ist dabei die strafrechtliche Vorbelas-

tung relevant, namentlich wenn der Täter sog. einschlägige Vorstrafen aufweist 

(HEIMGARTNER, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder [Hrsg.], OFK Kommentar 

zum StGB, 21. Auflage, 2022, Art. 42 StGB N 7 f. m.w.H.; SCHNEIDER/GARRÉ, in: 

Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.] Basler Kommentar, Strafrecht I, a.a.O., Art. 42 StGB 

N 46). Die Anordnung einer Massnahme schliesst einen bedingten Vollzug nach 

Art. 42 StGB und Art. 43 StGB aus, weil die Anordnung einer Massnahme gemäss 

Art. 56 Abs. 1 lit. a StGB voraussetzt, dass die Gefahr weiterer Straftaten durch den 

Beschuldigten besteht. Dies gilt auch dann, wenn eine ambulante Massnahme aus-

gesprochen wird (BGE 135 IV 180 E. 2.3; Urteil 6B_652/2016 des Bundesgerichts 

vom 28. März 2017 E. 3.3.1; SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., Art. 42 N 25).

3. Subsumtion Freiheits- und Geldstrafe

Der Beschuldigte weist zwar keine Vorstrafen auf (Urk. 78). Zu berücksichtigen ist 

aber, dass er im vorliegenden Verfahren bezüglich der Deliktsvorwürfe vom August 

2023 trotz laufenden Strafverfahrens und knapp viermonatiger Untersuchungshaft 

sowie nachfolgenden Ersatzmassnahmen erneut delinquierte. Auch wird ihm be-

reits mit psychiatrischem Gutachten von Dr. med. F._____ vom 31. Juli 2023 

(Urk. 9/11 S. 39 und 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 

(Urk. 9/19 S. 12) eine hohe Rückfallgefahr hinsichtlich Drohungen gegen die Pri-

vatklägerin attestiert, was sich bekanntlich kurz nach dem ersten Gutachten be-

wahrheitete. Somit ist von einer ausgesprochen schlechten Prognose auszugehen, 

so dass seitens des Gutachters auch eine ambulante Massnahme nach Art. 63 

StGB empfohlen wird, worauf nachfolgend einzugehen sein wird. Die Freiheits- und 

die Geldstrafe sind daher zu vollziehen.

4. Vollzug der Busse und Ersatzfreiheitsstrafe 

Bussen sind nach Art. 105 Abs.