# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52ca01ca-9f45-5282-b014-497e2508afc1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 28.10.2009 SK1 2009 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2009-28_2009-10-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 30. September 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 09 28 [nicht mündlich eröffnet]                 12. Februar 2010

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Riesen

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Boris Züst, Bahnhofstrasse 14, 9430 St. Margrethen,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Landquart vom 27. Mai 2009, mitgeteilt 
am 11. Juni 2009, in Sachen gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern/Vernachlässigung von 
Unterhaltspflichten,

hat sich ergeben:

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A. A. wurde am 25. Februar 1966 in BB. geboren und wuchs zusammen 
mit einer Schwester bei seinen Eltern in AA., CC. und DD. auf. Er besuchte die 
Primar- und die Realschule. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine 
vierjährige Maschinenschlosserlehre bei der LL. in AA., welche er erfolgreich 
abschloss. In der Folge arbeitete A. längere Zeit für die Temporärfirma MM. AG. 

Im Jahre 1997 lernte A. in GG. B. kennen, welche er im August 1998 in der 
Schweiz heiratete und mit ihr in EE. wohnte. Anfangs April 1999 zog C., geboren 
am 5. April 1987, Tochter von B., zu A. und ihrer Mutter nach EE.. Die 
gemeinsame Tochter D. wurde am 27. September 1999 geboren. Von 1998 bis 
Ende 2000 arbeitete A. für die Firma NN. in FF.. Dort verdiente er monatlich 
zwischen Fr. 4'800.-- und Fr. 5'000.-- brutto. Im Frühjahr 2001 ging er nach GG. 
und kam im Jahre 2003 für kurze Zeit zurück in die Schweiz. Von 2003 bis 
Februar 2007 hielt er sich wiederum in GG. auf. In GG. verdiente sich A. seinen 
Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs. Die Ehe mit B. wurde am 19. Januar 2005 
geschieden.

Im Oktober 2007 verheiratete sich A. mit E.. Der gemeinsame Sohn wurde 
am 30. Januar 2006 in GG. geboren. Ab Februar 2007 wohnte A. in AA. und es 
wurden ihm von der MM. AG in BB. Temporärjobs vermittelt. Ende September 
2007 zogen seine Ehefrau und sein Sohn zu ihm nach AA.. Im Zeitraum vom 1. 
März 2008 bis 30. April 2008 erhielt A. von der Gemeinde AA. Sozialleistungen in 
der Höhe von Fr. 5'737.40. Seit dem 1. April 2008 arbeitet er bei der Firma OO. 
AG in BB.. Dort erzielt er ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 5'475.--. 
Gemäss Leumundsbericht sind beim Betreibungsamt des Kreises Rhäzüns drei 
Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 42'504.90 hängig.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet. Gemäss 
Leumundsbericht vom 22. Januar 2009 hat seine Lebensführung und das 
allgemeine Verhalten in AA. nie zu Klagen Anlass gegeben. Sein derzeitiger 
Arbeitgeber beschreibt ihn als guten und zuverlässigen Mitarbeiter.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. März 
2009 wurde A. wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 
187 Ziff. 1 StGB sowie wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss 
Art. 217 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss 
Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. März 2009 folgender 
Sachverhalt zu Grunde:

„A. wird angeklagt

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1. der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 
187 Abs. [recte: Ziff.] 1 StGB.

Im Jahr 1997 lernte A. in GG. B. kennen, welche er im August 
1998 in der Schweiz heiratete und danach mit ihr in EE. wohnte. 
Anfangs April 1999 zog C., geb. 5. April 1987, Tochter von B., 
von GG. zu A. und B. nach EE..

Ab Sommer 2000 bis ca. Ende März 2001 kam es dazu, dass A. 
C. zuerst in der Familienwohnung an der HH.-Strasse 1 in EE. 
und anschliessend in der Familienwohnung am II.-Strasse 4 in 
EE. regelmässig berührte und mit ihr Geschlechtsverkehr hatte. 
Zu Beginn streichelte er sie in der Nacht immer wieder, 
insbesondere auch an den Brüsten und an der Scheide. In der 
Folge und vor allem nachdem B. anfangs September 2000 mit 
der Tochter D. nach GG. gereist war, kam es zwischen A. und C. 
bis Mitte November 2000 in der Familienwohnung täglich oder 
auch mehrmals täglich zu Geschlechtsverkehr.

Am 17. November 2000 erstattete B. bei der Kantonspolizei 
Landquart gegen A. Strafanzeige wegen sexuellen Handlungen 
mit Kindern zum Nachteil ihrer Tochter C.. Daraufhin hielt sich C. 
bis am 6. Dezember 2000 in der Kinderklinik des Kantonsspitals 
Graubünden und danach bei der Pflegefamilie P. in EE. auf. 
Vom 6. Dezember 2000 bis Ende März 2001 kam es sodann 
zwischen A. und C. in der Wohnung am II.-Strasse 4 in EE. und 
einmal in der Wohnung von F. in AA. etwa einmal wöchentlich zu 
Geschlechtsverkehr. 

Der Angeklagte bestreitet, C. in sexueller Absicht berührt 
und/oder mit ihr Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben.

2. der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 
Abs. 1 StGB.

Mit Eheschutzentscheid des Bezirksgerichtspräsidenten 
Landquart vom 13./14. Juni 2001 sowie mit Ehescheidungsurteil 
des Bezirksgerichtspräsidiums Plessur vom 19./24. Januar 2005 
wurde A. verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter D., geb. 
27.8.1999 [recte: 27.9.1999], einen monatlich praenumerando je 
auf den 1. fälligen Unterhaltsbeitrag von CHF 700.-- zu 
bezahlen, zuzüglich die gesetzlichen und/oder vertraglichen 
Kinderzulagen sowie unter Berücksichtigung der vereinbarten 
Indexierung.

Gemäss Strafanzeige der Sozialen Dienste der BB. vom 20. 
Januar 2004 sowie vom 24. Mai 2007 bezahlte A. im Zeitraum 
vom 1. Juni 2001 bis am 31. Mai 2007 den der Tochter D. 
geschuldeten monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 700.-- 
nicht. Die Sozialen Dienste der BB. bevorschussten B. seit Juli 
2001 die Unterhaltsbeiträge und übernahmen ab gleichem 
Datum das Inkasso.

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Der Angeklagte gibt an, während der in Frage stehenden 
Zeitspanne keine Unterhaltsbeiträge bezahlt zu haben. Er macht 
geltend, finanziell nicht in der Lage gewesen zu sein, da er 
während seiner Aufenthalte in GG. über ein monatliches 
Einkommen von höchstens CHF 300.-- verfügte.

Ab Februar bis Mai 2007 erzielte der Angeklagte in der Schweiz 
ein regelmässiges Einkommen, bezahlte aber die monatlichen 
Unterhaltsbeiträge von CHF 711.--, total CHF 2'844, nicht.“

C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss 
Landquart am 27. Mai 2009 waren A. in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, 
Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst, sowie die Vertreterin der Anklage, 
Untersuchungsrichterin lic. iur. Bettina Ott Guyan, anwesend. Die 
Anklagevertreterin stellte und begründete folgende Anträge:

„1. A. sei der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der Vernachlässigung von 
Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB schuldig zu 
sprechen. 

2. Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 
bestrafen.

3. Für den Teil von 18 Monaten sei die Freiheitsstrafe in 
Anwendung von Art. 43 StGB bei einer Probezeit von 3 Jahren 
bedingt aufzuschieben.

4. Kostenfolge gemäss Gesetz.“

Der amtliche Verteidiger beantragte und begründete was folgt:

„1. A. sei vom Vorwurf der sexuellen Handlunge mit Kindern 
vollumfänglich freizusprechen.

2. A. sei wegen des Vorwurfs der Vernachlässigung von 
Unterhaltspflichten zu einer nach richterlichem Ermessen 
festzusetzenden Geldstrafe, maximal zu einer Geldstrafe von 
CHF 1'000.--, zu verurteilen. Die Geldstrafe sei bedingt 
auszusprechen. Von der Auferlegung einer Busse sei 
abzusehen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

D. Mit Urteil vom 27. Mai 2009, mitgeteilt am 11. Juni 2009, erkannte 
der Bezirksgerichtsausschuss Landquart wie folgt:

„1. A. ist schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit 
Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der 
Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 
1 StGB.

2. Dafür wird er mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren bestraft.

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3. In Anwendung von Art. 43 StGB wird der Vollzug der 
Freiheitsstrafe im Umfang von 18 Monaten unter Ansetzung 
einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben. Die restlichen 18 
Monate Freiheitsstrafe hat A. zu verbüssen.

4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der 
 Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 4'000.00
- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft
 Graubünden Fr. 176.00
- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts-

ausschusses Landquart Fr. 3'820.00
- den Barauslagen des Bezirksgerichts-

ausschusses Landquart Fr. 380.00
- dem Honorar der amtlichen Verteidigung

(MwSt. Inbegriffen) Fr. 7'850.30
total somit Fr. 16'226.30

werden A. auferlegt.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

In der Begründung prüfte die Vorinstanz zunächst die Aussagen von C. und 
B.. Sie kam zum Schluss, dass diese in den Hauptpunkten konstant, 
nachvollziehbar und übereinstimmend und deshalb glaubhaft seien. Die zeitlichen 
Ungenauigkeiten und Unsicherheiten sowie die Abweichungen in Details liessen 
sich durch den Zeitablauf und das naturgemäss unzulängliche menschliche 
Erinnerungsvermögen erklären. Die Aussagen von A. bewertete sie als 
Schutzbehauptungen. Sie gelangte daher zum Schluss, dass A. den 
Straftatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern in objektiver und 
subjektiver Hinsicht mehrfach erfüllt habe. Bezüglich der Vernachlässigung von 
Unterhaltspflichten stellte die Vorinstanz fest, A. habe eingeräumt, dass er die 
Unterhaltsleistungen an seine Tochter D. nicht bezahlt habe. Er habe jedoch ab 
Februar 2007 ein Einkommen erzielt oder hätte ein solches erzielen können, das 
ihm die Bezahlung der Unterhaltsbeiträge ermöglicht hätte. Für die Zeit davor sei 
nicht nachgewiesen, dass er in GG. genügend hätte verdienen können, um seiner 
Verpflichtung nachzukommen, weshalb für die Zeit, die A. in GG. verbracht habe, 
auch keine Anklage erhoben worden sei. Mit Bezug auf die Strafzumessung führte 
die Vorinstanz an, A.’ Verschulden wiege schwer. Er habe sich als Stiefvater in 
bedeutender Weise an der in seiner Obhut stehenden C. vergangen und habe ihre 
innige Zuwendung schamlos, eigennützig und ohne jedes Verantwortungsgefühl 
ausgenützt. C. sei durch das Erlebte stark beeinträchtigt worden. Das 
verantwortungslose Handeln von A. zeige sich im weiteren darin, dass er die 

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Unterhaltsverpflichtung gegenüber seiner Tochter D. nicht wahrgenommen habe. 
Er habe damit in Kauf genommen, dass sein Kind mangels finanziellen Mitteln 
nicht optimal versorgt werden könne. Strafmindernd wirke der bisher ordentliche 
Leumund, straferhöhend die Uneinsichtigkeit. Strafschärfend sei die mehrfache 
Tatbegehung und das Zusammentreffen mehrer Straftaten zu beachten. 
Strafmilderungsgründe seien keine ersichtlich. Der Bezirksgerichtsausschuss 
erachtete die von der Staatsanwaltschaft beantragte Freiheitsstrafe von 36 
Monaten als dem Verschulden von A. angemessen. Es könne erwartet werden, 
dass sich A. inskünftig rechtskonform verhalten werde, weshalb ein Teil der Strafe 
aufgeschoben werden könne. Unter Berücksichtigung der Schwere der Tat und 
des Verschuldens erscheine ein Aufschub von 18 Monaten angebracht. Die 
Probezeit setzte der Bezirksgerichtsausschuss auf drei Jahre fest.

E. Gegen dieses Urteil erhob A., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Boris Züst, mit Eingabe vom 2. Juli 2009 beim Kantonsgericht von Graubünden 
Berufung mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Der Entscheid des Bezirksgerichtsausschusses Landquart vom 
27.05.2009 (Prozess-Nr. SS.) sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Der Angeklagte sei der Vernachlässigung von 
Unterhaltsbeiträgen gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB schuldig zu 
sprechen. Vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen 
mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sei der Angeklagte 
vollumfänglich freizusprechen.

3. Der Angeklagte sei zu einer bedingten Geldstrafe von maximal 
33 Tagessätzen à CHF 30.00 zu verurteilen.

4. Dem Angeklagten sei für das Berufungsverfahren die amtliche 
Verteidigung durch den unterzeichnenden RA zu gewähren.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

In der Begründung stellte der Verteidiger zudem den Antrag, es seien I., J., 
eventuell K., eventuell F. und eventuell G. als Zeugen einzuvernehmen. Im 
weiteren sei über die Aussagen von C. ein Glaubwürdigkeitsgutachten einzuholen. 
Der Verteidiger führte weiter aus, A. anerkenne den Sachverhalt betreffend 
Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, wie er von der Anklage vorgebracht 
worden sei. Er sei daher der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten schuldig zu 
sprechen und mit einer bedingten Geldstrafe in Höhe von 33 Tagessätzen à CHF 
30.-- zu bestrafen. Von der zusätzlichen Auferlegung einer Busse sei abzusehen. 
Bezüglich der Verurteilung wegen sexueller Handlungen mit Kindern brachte er 
zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe die Umstände, wie es zur Strafanzeige 
gekommen sei, völlig unzureichend gewürdigt. Diese Umstände erweckten schon 

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erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit von C.. Die Motivlage sei durchaus von 
Bedeutung, wenn das vermeintliche Opfer im ersten Strafverfahren jedwelche 
sexuellen Übergriffe verneine, nach rund sechseinhalb Jahren seine Meinung 
ändere und eine Strafanzeige einreiche. C. aber habe bezüglich ihres Motivs 
gelogen. Die Strafanzeige sei unmittelbar nach Einreichung einer Zivilklage durch 
A. gegen B. und D. erfolgt. Es bestehe also ein Zusammenhang zwischen 
Zivilklage und Strafanzeige. Da C. versuche, die Motive für die Einreichung der 
Strafanzeige zu verschleiern, sei zu Gunsten von A. davon auszugehen, dass die 
Strafanzeige ein Racheakt wegen der Zivilklage sei. Die Vorinstanz finde es 
nachvollziehbar, dass C. im ersten Strafverfahren wegen ihrer damaligen Liebe zu 
A. falsch ausgesagt haben soll. Folge man dieser Argumentation, so sei ebenso 
gut Rachsucht ein Grund für eine Falschaussage. Wer aus Liebe lüge, könne dies 
genau so gut aus Rachsucht tun. Berücksichtige man zudem, dass B. weder vor 
Anstiftung zur Falschaussage noch vor versuchter Erpressung zurückschrecke, 
und nehmen man im weiteren die höchst zweifelhaften Aussagen von C. bezüglich 
der Ereignisse bei der Familie H. hinzu, so ergäben sich erhebliche Zweifel am 
Wahrheitsgehalt der Aussagen der Belastungszeugen. Der Verteidiger wies auf 
weitere Widersprüche zunächst in den Aussagen von C. und anschliessend in 
jenen von B. hin. Unter anderem machte er dabei geltend, die Aussagen von C. 
seien alles andere als detailliert. Einzig bei den zwei Vorfällen, die B. beobachtet 
haben wolle, seien Details vorhanden, die C. jedoch aus den früheren Aussagen 
ihrer Mutter, welche sie nach eigener Aussage vor etwa sechs Jahren gelesen 
habe, übernommen haben könne. Es sei bezüglich B. zudem höchst 
ungewöhnlich, dass einer Zeugin in einer Konfronteinvernahme just in dem 
Moment, als sie offenbar zusammenzubrechen drohe, eine Pause von 45 Minuten 
eingeräumt werde, in der sie ihre Geschichte noch einmal ordnen könne. 
Insgesamt bleibe die von der Vorinstanz vorgenommene Beweiswürdigung 
willkürlich und sehr einseitig. Wenn das Kantonsgericht wider Erwarten die 
Meinung der Vorinstanz teile, so sei doch eine erheblich geringere Strafe 
auszusprechen, da von deutlich weniger Straftaten auszugehen sei, als dies die 
Vorinstanz getan habe.

F. a) Mit Schreiben vom 14. Juli 2009 reichte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden eine Vernehmlassung zur Berufung ein. Sie beantragte was folgt:

„1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Dem Antrag auf Erstellung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens 
über die Aussagen von C. sowie den Anträgen auf Befragung 
von J. als Zeuge, von I. als Zeugin sowie eventuell von K., F. 
und G. als Zeugen sei nicht stattzugeben.

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3. Gesetzliche Kostenfolge.“

In der Begründung führte sie zunächst an, sie verweise auf die 
Untersuchungsakten, auf das Plädoyer von Untersuchungsrichterin Bettina Ott, 
welches in der erstinstanzlichen Verhandlung zu den Akten gegeben worden sei, 
und die sorgfältigen, umfassenden und zutreffenden Erwägungen des 
Bezirksgerichtsausschusses Landquart. Bezüglich der Erstellung eines 
Glaubwürdigkeitsgutachtens hielt sie fest, die Prüfung der Glaubhaftigkeit von 
Aussagen sei primär Sache der Gerichte. Auf Begutachtungen sei nur bei 
Vorliegen besonderer Umstände zurückzugreifen, insbesondere wenn dem 
Richter die nötige Sachkunde fehle. Die Begutachtung solle nur dann 
fachtechnische Unterstützung bieten, wenn das Gericht ohne fachtechnische Hilfe 
nicht in der Lage sei, die Aussage zu verstehen. Vorliegend seien besondere 
Umstände, die die Prüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von C. durch eine 
Fachperson als notwendig erscheinen liessen, nicht ersichtlich. Die Einvernahmen 
von J. und I. vermöchten keine neuen Aufschlüsse zu geben; F. und G. seien 
bereits in der Untersuchung als Zeugen einvernommen worden und es sei nicht 
klar, was sie zusätzlich aussagen könnten. Die Aktennotizen bezüglich der 
Telefonate mit K. seien im Rahmen der Beweiswürdigung zu würdigen. Es sei 
nicht ersichtlich, weshalb eine von der Untersuchungsbehörde erstellte Aktennotiz 
aus dem Recht zu weisen wäre. Eine solche Aktennotiz über das Gespräch mit 
der Beiständin sei einem schriftlichen Bericht einer Behörde gleichzustellen und 
entsprechend zu würdigen. Eine Befragung der Beiständin erübrige sich somit.

b) Mit Schreiben vom 24. Juli 2009 verzichtete das Bezirksgericht 
Landquart auf die Einreichung einer Vernehmlassung unter Hinweis auf die 
einlässliche Begründung des angefochtenen Urteils. Gleichzeitig beantragte es die 
vollumfängliche Abweisung der Berufung unter entsprechender Kostenfolge.

G. An der Hauptverhandlung vor der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden am 30. September 2009 waren A. und sein 
Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst, anwesend. Die Staatsanwaltschaft 
wurde durch Untersuchungsrichterin lic. iur. Bettina Ott Guyan vertreten. Gegen 
die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine 
Einwände erhoben. Die Parteien verzichteten ausdrücklich auf das Verlesen 
einzelner Akten. Im Rahmen der Befragung äusserte sich A. ausführlich zu seiner 
Ehe mit B., zum Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern sowie zu seinen 
heutigen Lebensumständen. Der Verteidiger hielt sich in seinem Plädoyer im 
weiteren weitgehend an die bereits in der Berufung gemachten Ausführungen. Die 

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Untersuchungsrichterin begründete in ihrem mündlichen Vortrag die beantragte 
Abweisung der Berufung. Der Verteidiger bekräftigte in seiner Replik seine 
Argumente, während die Untersuchungsrichterin auf eine Duplik verzichtete. 
Anschliessend erhielt A. die Gelegenheit zum Schlusswort. Er betonte, dass es zu 
keinen sexuellen Handlungen mit C. gekommen sei. Gleichzeitig stellte er 
Vermutungen bezüglich des Motivs zur erneuten Strafanzeige an. Er hoffe nun auf 
ein faires Urteil.

H. Am 28. Oktober 2009 erfolgte auf Begehren von A. die vorzeitige 
schriftliche Mitteilung des Urteilsdispositivs.

I. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil, in der 
Berufungsschrift, im Sachvortrag an der mündlichen Berufungsverhandlung sowie 
in der persönlichen Befragung von A. wird, soweit erforderlich, in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die I. Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer 
Ausschüsse können der Verurteilte, das Opfer und der Staatsanwalt beim 
Kantonsgericht gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO innert 20 Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheides Berufung einlegen. Diese ist zu 
begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides 
oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich 
Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen 
vermag die vorliegenden Berufung zu genügen. Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts als Berufungsinstanz grundsätzlich eine umfassende, 
uneingeschränkte Kognition - auch mit Bezug auf Ermessensfehler, bei deren 
Prüfung sie sich aber eine gewisse Zurückhaltung auferlegt - zukommt (Art. 146 
Abs. 1 StPO). Sie überprüft das vorinstanzliche Urteil jedoch nur im Rahmen der 
in der Berufung oder Anschlussberufung gestellten Anträge. Wenn die Aktenlage 
die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt oder 
der Mangel geheilt ist, entscheidet die Strafkammer des Kantonsgerichts in der 
Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario), eine Rückweisung an die 
Vorinstanz bildet die Ausnahme (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung 
des Kantons Graubünden, 2. Auflage, BB. 1996, S. 375 f.).

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3. A. stellt in der Berufungsschrift den Antrag, Rechtsanwalt lic. iur. 
Boris Züst sei ihm als amtlicher Verteidiger beizugeben. Zieht der Angeklagte nicht 
einen privaten Verteidiger auf eigene Kosten bei, so bestellt ihm der Präsident 
unter Berücksichtigung berechtigter Wünsche einen amtlichen Verteidiger, wenn 
die Anklage vor Gericht mündlich vertreten wird, wenn die Anklage eine 
Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren oder eine Massnahme im Sinne von Art. 
59, Art. 60, Art. 61 und Art. 64 StGB beantragt oder wenn die tatsächliche oder 
rechtliche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt (Art. 144 Abs. 2 StPO in 
Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 StPO). Dabei unterscheidet das Gesetz nicht, ob 
die Freiheitsstrafe bedingt beziehungsweise teilbedingt oder unbedingt beantragt 
wird. Vorliegend wurde von der Anklage eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten, 
wovon 18 Monate unbedingt, beantragt und von der Vorinstanz zum Urteil 
erhoben. A. hat mithin gemäss Gesetz Anspruch auf einen amtlichen Verteidiger. 
Die beantragte amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst wird 
daher bewilligt.

4. Das Kantonsgerichtspräsidium kann gemäss Art. 144 Abs. 1 StPO 
eine mündliche Berufungsverhandlung von Amtes wegen oder auf Antrag 
durchführen, wenn die persönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung 
der Streitsache wesentlich ist. Auf die Berufungsverhandlung finden unter 
Vorbehalt abweichender Bestimmungen die Vorschriften der Strafprozessordnung 
über das Gerichtsverfahren sinngemäss Anwendung (vgl. Art. 144 Abs. 2 StPO). 
A. hat in seiner Berufung vom 2. Juli 2009 die Durchführung einer mündlichen 
Berufungsverhandlung beantragt. Mit der Vorladung zur Berufungsverhandlung 
vom 30. September 2009 (vgl. Verfügung vom 10. August 2009, act. 06) sowie der 
Durchführung der Berufungsverhandlung selbst wurde diesem Antrag 
entsprochen.

5. a) A. hat in der Berufungsschrift mehrere Beweisergänzungsanträge 
gestellt, die ihn bezüglich der Verurteilung wegen sexuellen Handlungen mit 
Kindern entlasten sollen. 

aa) Den Verfahrensbeteiligten steht es als Ausfluss des rechtlichen Gehörs 
frei, Beweisanträge zu stellen. Dabei besteht aber kein uneingeschränktes Recht 
auf Beweisabnahme. Vielmehr kann auf die Erhebung weiterer Beweise dann 
verzichtet werden, wenn die für die Beurteilung der Sache erforderlichen 
Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Beweismittel feststehen und nicht zu 
erwarten ist, dass neue Beweismittel das Ergebnis der freien Würdigung der 
vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermögen. Vorweggenommene oder 

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antizipierte Beweiswürdigung ist also in einem beschränkten Umfange zulässig; 
insbesondere kann der Richter das Beweisverfahren schliessen, wenn er aufgrund 
bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür 
in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass diese seine 
Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 131 I 
153 E 3; 130 II 425 E 2.1, je mit Hinweisen). 

bb) Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, ist A. bereits 
aufgrund der bestehenden Beweislage vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit 
Kindern freizusprechen. Es erübrigt sich aber unter diesen Umständen, 
diesbezüglich weitere entlastende Beweiserhebungen zu tätigen. Die von A. in der 
Berufung gestellten Beweisergänzungsanträge werden daher abgewiesen. 

b) Der Verteidiger von A. hat in seinem Plädoyer die bereits in der 
Berufungsschrift gestellten Beweisergänzungsanträge wiederholt und bekräftigt, 
was unproblematisch ist. Daneben hat er jedoch auch einen neuen 
Beweisergänzungsantrag gestellt, der in der Berufungsschrift nicht zu finden ist. Er 
beantragt aus Händen des damaligen Arbeitgebers die Edition der 
Stempeluhrausdrucke betreffend A. für die Monate Juni bis und mit September 
2000. Damit versucht er zu belegen, dass die von C. geltend gemachte Häufigkeit 
des Geschlechtsverkehrs rein zeitlich schon gar nicht möglich gewesen sei. Dieser 
Beweisergänzungsantrag betrifft mithin einen Umstand, der im Zeitpunkt der 
Erhebung der Berufung bereits bekannt war. Unter diesen Umständen aber kann 
auf den Beweisergänzungsantrag nicht eingetreten werden, da er verspätet ist. 
Beweisergänzungsanträge, die keine echten Noven betreffen, sind schon in der 
Berufungsschrift zu stellen (vgl. Urteil der I. Strafkammer des Kantonsgerichts vom 
17. Juni 2009, SK1 09 14, E 7b). 

c) Lediglich der Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass 
die Aktennotiz der Untersuchungsrichterin bezüglich des Inhalts eines Telefonats 
mit K. (Vorakten, act. 3.8) vorliegend entgegen den Ausführungen der 
Staatsanwaltschaft in ihrer Vernehmlassung in der Beweiswürdigung nicht 
herangezogen werden kann. Eine Aktennotiz des Untersuchungsrichters, die eine 
Zusammenfassung eines Gesprächs mit einer Person beinhaltet, welche als 
Zeuge einvernommen werden könnte, ist nicht einem Bericht einer Behörde, 
sondern vielmehr einem Polizeirapport gleichzustellen. Denn wie bei 
Zusammenfassungen von Aussagen in Polizeirapporten wurde die Aktennotiz von 
K. nicht unterschrieben, weshalb nicht nachvollzogen werden kann, ob die 
Zusammenfassung von der aussagenden Person überprüft und als ihren 

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Aussagen entsprechend anerkannt wurde. Es kann auch nicht kontrolliert werden, 
ob die Zusammenfassung die Aussagen korrekt wiedergibt. Das heisst jedoch 
nicht, dass eine Aktennotiz des Untersuchungsrichters generell bedeutungslos ist. 
Vielmehr kann auch sie ein wichtiges und taugliches Beweismittel sein. Sie kann 
durchaus berücksichtigt werden, soweit sie mit den Angaben des Angeklagten 
übereinstimmt, die Angaben mit den Akten übereinstimmen, sie auf eigenen 
Feststellungen beruhende und allenfalls verifizierbare Ermittlungsergebnisse 
festhält oder wenn weitere Abklärungen getroffen werden, die es dem Gericht 
ermöglichen, die Glaubhaftigkeit der Angaben zu überprüfen. Schliesslich ist noch 
zu beachten, dass aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 EMRK abgeleitet wird, dass dem 
Angeklagten, um sich wirksam verteidigen zu können, grundsätzlich mindestens 
einmal das Recht eingeräumt werden muss, an einen Belastungszeugen 
Ergänzungsfragen zu stellen und dessen Aussagen zu bestreiten. Eine Aktennotiz 
des Untersuchungsrichters, welche ein Gespräch mit einer Person 
zusammenfasst, die den Angeklagten belastet und die als Zeuge oder 
Auskunftsperson einvernommen werden könnte, kann daher nur als Beweismittel 
herangezogen werden, soweit damit nicht das eben geschilderte Recht des 
Angeklagten beschnitten oder gar umgangen wird. Vorliegend nun widersprechen 
die Ausführungen in der Aktennotiz den Beteuerungen von A., es habe zwischen 
ihm und C. keine über das Übliche hinausgehenden Berührungen gegeben. 
Andere Beweismittel, die die Ausführungen in der Aktennotiz stützen würden, sind 
nicht vorhanden. Vor allem aber wurde A. nie die Gelegenheit eingeräumt, K. zu 
befragen und dabei ihre Aussagen auch zu hinterfragen und in Zweifel zu ziehen 
(vgl. zum Ganzen insbesondere auch PKG 2002 Nr. 11 und PKG 2004 Nr. 14). 
Die Aktennotiz kann daher in der Beweiswürdigung nicht herangezogen werden. 
Hätte man die Ausführungen in der Aktennotiz A. entgegenhalten wollen, dann 
wäre eine Einvernahme von K. als Zeugin notwendig gewesen.

6. Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Vernehmlassung zur Berufung 
ihren Antrag, die Berufung abzuweisen, bezüglich der Beweiswürdigung, der 
rechtlichen Erwägungen und der Strafzumessung nicht weiter begründet. Vielmehr 
hat sie in diesem Zusammenhang auf die Untersuchungsakten, auf das Plädoyer 
der Untersuchungsrichterin vor der Vorinstanz, welches sich in schriftlicher Form 
bei den Akten befindet, und die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen. Anlässlich 
der Berufungsverhandlung hat Untersuchungsrichterin lic. iur. Bettina Ott Guyan 
zu den genannten Themen aber plädiert. Es stellt sich die Frage, ob ihre 
Ausführungen vorliegend Beachtung finden dürfen.

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a) Eine Vernehmlassung im Berufungsverfahren ist, sofern von diesem 
Recht Gebrauch gemacht wird, wie die Berufungsschrift selber schriftlich zu 
begründen (Art. 143 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 142 Abs. 1 StPO). Nach 
ständiger Rechtsprechung ist es bezüglich der Berufungsschrift grundsätzlich 
unzulässig, anstelle eigener Begründung in der Berufungsschrift selbst auf andere 
schriftliche Einlagen zu verweisen. Denn dem Gericht ist es nicht zuzumuten, die 
Argumentationen eines Berufungsklägers in verschiedenen Schriftstücken 
zusammenzusuchen und an seiner Stelle zusammenzutragen (vgl. dazu Padrutt, 
a.a.O. S. 368 f.). Nach Sinn und Zweck von Art. 142 Abs. 1 StPO soll die 
Berufungsschrift ein (einziger) in sich geschlossener Schriftsatz sein. 
Selbstredend steht dabei die Möglichkeit der Verweisung auf das in Form von 
Dokumenten vorliegende Ergebnis der Strafuntersuchung offen; die 
Argumentationsketten hingegen müssen aus dem Schriftsatz selbst ersichtlich 
sein (PKG 2003 Nr. 18). Dieselben Überlegungen gelten aber auch bezüglich der 
schriftlichen Vernehmlassung im Berufungsverfahren (PKG 1999 Nr. 27). 
Argumente und Begründungen, die der Berufungsbeklagte vorbringen will, 
müssen daher aus der Vernehmlassung selbst hervorgehen. Es wäre nämlich 
nicht zu rechtfertigen, wenn dem Berufungsbeklagten erlaubt wäre, was dem 
Berufungskläger verboten ist. Die schriftliche Vernehmlassung im 
Berufungsverfahren muss somit alle Argumentationsketten enthalten, die der 
Berufungsbeklagte geltend machen will. Verweisungen auf andere Einlagen 
anstelle von eigenen Ausführungen sind nicht statthaft. Der Verweis auf das 
Plädoyer der Untersuchungsrichterin, welches sie vor Schranken der Vorinstanz 
gehalten hat und das sich in schriftlicher Form bei den Akten befindet, genügt 
mithin der Begründungsanforderung nicht; die in jenem Plädoyer enthaltenen 
Argumente sind nicht Inhalt der Vernehmlassung geworden. Dasselbe aber ist 
bezüglich der globalen Verweisung auf die Untersuchungsakten zu sagen. Es ist 
dem Gericht nicht zuzumuten, aus der Fülle der Akten Argumente hervorzusuchen 
und zusammenzutragen, die einen nicht begründeten Antrag stützen würden. Mit 
Bezug auf die Verweisung auf die Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil 
wiederum ist zu sagen, dass es zur Begründung der eigenen Anträge nicht 
genügen kann, auf das angefochtene Urteil als Ganzes zu verweisen, müssen 
sich die Argumentationsketten doch aus der Vernehmlassung selbst ergeben. 
Bezüglich der Beweiswürdigung, der rechtlichen Erwägungen und der 
Strafzumessung enthält die Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
folglich keine Begründungen beziehungsweise keine Argumente, die Beachtung 
finden müssen.

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b) Die Untersuchungsrichterin hat nun an Schranken des Kantonsgerichts 
trotzdem zur Beweiswürdigung und Strafzumessung plädiert. Ihr Plädoyer, 
welches sie anlässlich der Berufungsverhandlung gehalten hat, befasst sich sogar 
ausschliesslich mit diesen Themen. Es stellt sich die Frage, ob die Argumente, 
welche sie in ihrem Plädoyer vorgebracht hat, im Berufungsverfahren noch 
Beachtung finden dürfen, nachdem sie in der Vernehmlassung nicht enthalten 
sind. Gemäss Art. 142 Abs. 1 StPO ist die Berufung innert zwanzig Tagen 
einzureichen und zu begründen. Daraus kann abgeleitet werden, dass 
Begründungen, die nach Ablauf der Berufungsfrist erst geltend gemacht werden 
und die keine echten Noven betreffen, nicht mehr zugelassen werden können. 
Anders entscheiden hiesse, Art. 142 Abs. 1StPO auszuhebeln, weil die Frist zur 
(„endgültigen“) Begründung der Berufung entgegen dem klaren Gesetzeswortlaut 
bis zur Berufungsverhandlung verlängert würde. Die Berufungsbegründung muss 
daher bereits in der Berufungsschrift vorgebracht werden. Argumente, die sich 
nicht in der Berufungsschrift finden, die nicht als nähere Ausführung einer bereits 
in der Rechtsschrift vorgebrachten Begründung angesehen werden können und 
die auch keine echten Noven betreffen, können daher keine Beachtung finden, 
auch wenn sie anlässlich der Berufungsverhandlung vorgebracht werden (vgl. zum 
Ganzen das Urteil der I. Strafkammer des Kantonsgerichts vom 17. Juni 2009, 
SK1 09 14, E 8). Da nun also der Berufungskläger anlässlich der 
Berufungsverhandlung keine neuen Argumente vorbringen kann, sofern es sich 
nicht um echte Noven handelt, muss es auch dem Berufungsbeklagten verwehrt 
sein, noch an der Berufungsverhandlung neue Argumente einzuführen. Dies allein 
schon unter dem Aspekt der gleichlangen Spiesse. Der Berufungskläger wäre 
klarerweise benachteiligt, wenn er noch an der Berufungsverhandlung mit neuen 
Argumenten der Gegenseite rechnen müsste, während er selbst bereits in der 
Berufungsschrift seine Argumente offen legen musste. Diese Überlegungen 
zeigen deutlich auf, dass auch der Berufungsbeklagte anlässlich der 
Berufungsverhandlung keine neuen Argumente vorbringen kann, soweit es sich 
nicht um echte Noven handelt. Die Begründung muss damit vollständig bereits in 
der Vernehmlassung enthalten sein. Daran vermag auch der Umstand nichts zu 
ändern, dass es sich bei der Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung nicht um 
eine gesetzliche, sondern um eine richterliche Frist handelt, die folglich erstreckt 
werden kann. Denn zum einen wird diese Frist nur auf begründetes Gesuch und 
nicht beliebig oft erstreckt, und zum andern muss der Berufungsbeklagte 
Argumente, die er vorbringen will, auch im Falle einer erstreckten Frist in der 
Vernehmlassung aufführen. In diesem Zusammenhang gilt es zudem ganz klar 
festzuhalten, dass eine Berufungsverhandlung nicht dazu da ist, allfällige 

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Versäumnisse der Parteien nachzuholen. Sie ist auch keine Wiederholung der 
Verhandlung vor der ersten Instanz. Vielmehr bezweckt die mündliche 
Berufungsverhandlung, die bereits in der Berufungsschrift vorgetragenen Rügen, 
also umstrittene Fragen der Sachverhaltsermittlung und der Beweiswürdigung 
sowie umstrittene Rechtsfragen, anhand einer Befragung des Angeschuldigten 
noch zu erhellen. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts auf die Argumente der Untersuchungsrichterin grundsätzlich nicht 
weiter eingehen muss.

7. In der Berufungsschrift wird festgestellt, A. anerkenne den 
Sachverhalt in Sachen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, wie er von der 
Anklage an Schranken vorgebracht worden sei. Gemäss Rechtsbegehren in der 
Berufung beantragt A. denn auch eine Verurteilung wegen Vernachlässigung von 
Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB. Obwohl A. mit der Berufung den 
Antrag stellt, es sei das angefochtene Urteil vollumfänglich aufzuheben, ergibt sich 
somit aus der Berufung selbst, dass der Schuldspruch betreffend 
Vernachlässigung von Unterhaltspflichten akzeptiert und nicht angefochten wird. 
Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts hat sich daher mit diesem Schuldspruch 
nicht weiter zu befassen. Angefochten ist jedoch der Schuldspruch wegen 
mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern. Ebenso wendet sich A. gegen die 
Strafzumessung durch die Vorinstanz. In einem ersten Schritt hat die I. 
Strafkammer somit zu prüfen, ob sich aus den Akten genügend Anhaltspunkte 
ergeben, dass A. den in der Anklageschrift relevierten Sachverhalt erfüllt hat. In 
einem zweiten Schritt ist sodann über die Strafzumessung zu befinden.

8. a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht nach 
Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO auch im 
Berufungsverfahren nach freier Überzeugung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 4. 
Auflage, Zürich 2004, N 286). Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last 
gelegte Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 306). An 
den Beweis der zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. 
Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter 
Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK 
fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter 
jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen 
Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den 
tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (vgl. 
BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht 
massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht 

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verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu 
unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der 
objektiven Rechtslage aufdrängen (vgl. BGE 130 Ia 37). Aufgabe des Richters ist 
es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden 
und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, 
wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. 
Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise stützen, die 
vernünftige Zweifel in ausschliessender Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 
1987 Nr. 12). Es ist anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände 
zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten den 
Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der 
einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem 
Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt 
angenommen werden und es hat allenfalls ein Freispruch zu erfolgen (vgl. Padrutt, 
a.a.O., S. 307; Schmid, a.a.O., N 286; BGE 127 I 40 E 2).

b) Zu den verschiedenen Beweismitteln ist sagen, dass der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass alle 
Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen von 
Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige Beweismittel 
mit derselben Beweiseignung. Entscheidend ist mit anderen Worten allein die 
Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Hauser/Schweri/Hartmann, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 54 N 5). Wesentlich 
können auch so genannte Indizien sein (vgl. Schmid, a.a.O., N 290). Bei der 
Würdigung der Beweise ist weniger die Form, sondern vielmehr der Inhalt, das 
heisst deren innere Autorität massgebend (Schmid, a.a.O., N 290). Entsprechend 
interessiert im Rahmen des Gerichtsverfahrens nicht in erster Linie die persönliche 
Glaubwürdigkeit des Angeschuldigten oder von Zeugen, sondern die sachliche 
Glaubhaftigkeit ihrer konkreten Aussagen (vgl. Hauser, Der Zeugenbeweis im 
Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 f.). Als 
Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit 
und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und 
anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten. Für die Korrektheit einer 
Aussage sprechen im weiteren die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung 
der eigenen Rolle, Entlastungsbemerkungen zu Gunsten des Beschuldigten und 
die Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen. Bei 
wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien 
für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe 

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Widersprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahmen, erhebliche 
Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe mehrerer Einvernahmen, 
unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten und gleichförmige, 
eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition muss alsdann auf 
ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen 
Beweiserhebungen geprüft werden (vgl. im Einzelnen: Arntzen/Michaelis-Arntzen, 
Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. 
Auflage, München 1993).

9. Die Vorinstanz stützt ihren Entscheid bezüglich des Vorwurfs der 
sexuellen Handlungen mit Kindern auf die Aussagen von C. und B.. Im Folgenden 
sind ihre Aussagen daher einer vertieften Würdigung zu unterziehen. 

a) Bereits im November 2000 hatte sich B. gegenüber der Polizei 
dahingehend geäussert, dass ihr damaliger Ehemann A. mit ihrer 
ausserehelichen, 13-jährigen Tochter C. eine sexuelle Beziehung pflege 
(Vorakten, Polizeirapport, act. 3.01). In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden am 24. November 2000 eine Strafuntersuchung gegen A. wegen 
sexuellen Handlungen mit Kindern (Vorakten, act. 1.01). Das Strafverfahren wurde 
am 13. September 2001 eingestellt, nachdem sowohl A. als auch insbesondere C. 
jegliche sexuellen Handlungen vehement verneint hatten (Vorakten, act. 1.07). Es 
wurde wieder aufgenommen, da C. am 25. Februar 2008 Strafanzeige gegen A. 
wegen sexuellen Handlungen mit Kindern eingereicht hatte (act. 5.01).

b) Wie bereits festgestellt, stellte C. die von ihrer Mutter behaupteten 
sexuellen Handlungen während des gesamten ersten Strafverfahrens konsequent 
und klar in Abrede. Insbesondere hielt sie auch in der Konfronteinvernahme mit B. 
an ihrer Darstellung fest, dass zwischen ihr und ihrem Stiefvater keine sexuellen 
Handlungen stattgefunden hätten (Vorakten, act. 5.12). Diese 
Konfronteinvernahme fand am 29. März 2001 statt. A. war gemäss Aktenlage 
bereits seit dem 4. März 2001 verschwunden (Vorakten, Aktennotiz der 
Untersuchungsrichterin vom 23. März 2001, act. 3.14). C. selbst erklärte in der 
Konfronteinvernahme, dass sie seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr mit A. 
gehabt habe. Auch wusste sie nicht, wo er sich aufhielt (vgl. Vorakten, act. 5.12, 
S. 15). Obwohl sie somit schon mehrere Wochen keinen Kontakt mehr mit A. 
gehabt hatte und obwohl sich dieser offenbar abgesetzt und sie in ihrer 
schwierigen Situation alleine gelassen hatte, hielt C. an ihren Aussagen fest. Dies 
spricht grundsätzlich für deren Glaubhaftigkeit. Andererseits hatte C. im Vorfeld 
der Konfronteinvernahme offenbar ihre Mutter gefragt, was sie denn tun solle, und 

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B. hatte ihrer Tochter den Rat gegeben, bei ihren bisherigen Aussagen zu bleiben 
(Vorakten, act. 5.12, S. 11 und 12). Jedoch hat C. auf die Frage der 
Untersuchungsrichterin, ob sie denn unter diesen Umständen deshalb an ihren 
bisherigen Aussagen festhalte, weil ihre Mutter ihr das gesagt habe, geantwortet, 
dass sie vor niemandem Angst habe und auch nicht machen müsse, was ihre 
Mutter sage (Vorakten, act. 5.12, S. 13). Zudem hat B. anlässlich der 
Konfronteinvernahme in diesem Zusammenhang ausgesagt, C. habe sie gefragt, 
was sie machen solle. C. habe offenbar Mitleid mit ihrer Mutter gehabt (vgl. 
Tonbandaufnahme der Konfronteinvernahme, Beilage zu den Vorakten. Diese 
Aussage hat keinen Eingang in die schriftliche Ausfertigung der 
Konfronteinvernahme gefunden). Dies könnte auch dahingehend interpretiert 
werden, dass C. aus Mitleid mit ihrer Mutter sogar bereit gewesen wäre, deren 
Aussagen zu bestätigen, nur um ihr zu helfen. Das wiederum würde durch die 
Feststellung von Dr. L., KJPD Graubünden, der ab dem 24. November 2000 
mehrere Sitzungen mit C. durchführte, bestätigt. Dr. L. hat in einem Schreiben an 
das Untersuchungsrichteramt BB. vom 12. Juni 2001 festgestellt, dass C. sich 
sehr ambivalent gegenüber ihrer Mutter und ihrem Stiefvater verhalte; dass sie 
von beiden Seiten sehr beeinflussbar sei und sich noch keine eigene und feste 
Meinung im Loyalitätskonflikt zwischen ihrer Mutter und A. bilden könne (Vorakten, 
act. 3.21, S. 2, Ziff. 4). Andererseits könnte diese bestätigte leichte 
Beeinflussbarkeit auch dafür sprechen, dass C. nur bei ihren verneinenden 
Aussagen blieb, weil ihre Mutter ihr dies so gesagt hatte. Die leichte 
Beeinflussbarkeit könnte im weiteren auch als Hinweis dafür interpretiert werden, 
dass C. als 13-jährige unter dem Einfluss von A. stand, welcher in der Zeit, als sie 
bei der Pflegefamilie war, lange Telefongespräche mit ihr führte, sie auch 
besuchen durfte und dabei alleine mit ihr sprechen konnte 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme von O. vom 13. August 2008, act. 5.14, 
S. 3). Die leichte Beeinflussbarkeit zusammen mit dem intensiven Kontakt 
zwischen A. und C. könnte ein Indiz dafür sein, dass C. damals unter dem Einfluss 
von A. beziehungsweise aufgrund ihrer nahen Verbundenheit zu ihm nicht die 
Wahrheit gesagt hat, um ihn vor der Strafverfolgung zu schützen. Sie hat denn 
auch in der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 
2008 erklärt, sie habe damals gelogen. Sie habe in diesem Alter nicht gewusst, 
was sie machen sollte. Sie habe auch Angst gehabt und sei auf eine Art verliebt 
gewesen, weshalb sie A. in Schutz genommen habe. Sie hätte alles für ihn 
gemacht (act. 5.6, S. 2 und 10). In der Konfronteinvernahme mit F. vom 6. 
November 2008 sagte sie aus, sie habe damals zu allen gesagt, dass kein 
geschlechtlicher Kontakt zwischen ihr und A. stattgefunden habe. Sie sei damals 

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in ihn verliebt gewesen. Sie hätte damals alles gesagt und getan, um dies [die 
sexuellen Handlungen] zu verleugnen. Dies habe sie ja auch getan (act. 5.28, S. 5 
unten). Damit aber liesse sich absolut plausibel und einleuchtend erklären, warum 
C. in den Einvernahmen in den Jahren 2000 und 2001 nicht die Wahrheit gesagt 
haben könnte. Aus den Akten ergibt sich im weiteren, dass A. C. ein grosszügiges 
Taschengeld gab, dass er stundenlange Telefonate mit ihr führte und ihr auch 
sonst manchen Wunsch erfüllte, als sie bei der Pflegefamilie untergebracht war 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme von O. vom 13. August 2008, act. 5.14, 
S. 1 f. und S. 3; Vorakten: untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme 
zwischen A. und B. vom 1. Februar 2001, act. 5.9, S. 26 oben). Dass er sich auch 
um seine leibliche Tochter D. in gleicher Weise gekümmert hätte, geht aus den 
Akten im übrigen nicht hervor. A. hat sein Verhalten damit zu erklären versucht, 
dass er lediglich für die Bedürfnisse von C. aufkomme, wie es B. vor ihrer Heirat 
zur Bedingung gemacht habe (Vorakten, untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme zwischen A. und B. vom 1. Februar 2001, act. 5.9, S. 26 
oben). Das eben Aufgezählte geht jedoch über das hinaus, was zur Deckung der 
Bedürfnisse von C. notwendig gewesen wäre. Diese Überhäufung von C. mit 
Aufmerksamkeit, Geld und Geschenken würde wiederum dafür sprechen, dass 
zwischen A. und C. durchaus mehr war, als eine normale Stiefvater-Stieftochter-
Beziehung, und dass sexuelle Handlungen stattgefunden haben könnten. Der von 
der Vorinstanz angeführte Umstand, dass C. anlässlich der 
untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 28. November 2000 gelacht habe, 
als sie die sexuellen Handlungen verneint habe, erscheint der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts jedoch weniger ein Indiz dafür zu sein, dass C. die sexuellen 
Handlungen zu Unrecht negiert haben könnte. Hört man der Tonbandaufnahme 
jener Einvernahme zu, so ist leicht festzustellen, dass C. an vielen verschiedenen 
Stellen gelacht hat (vgl. die Tonbandaufnahme in der Beilage zu den Vorakten). 
Es entsteht dabei durchaus der Eindruck, dass C. mit dem Lachen auf die für sie 
ungewöhnliche und wohl auch etwas einschüchternde Situation reagiert hat. 
Hingegen hat C., als es um die Schilderung der körperlichen Auseinandersetzung 
zwischen A. und B. ging, zwar erklärt, A. habe ihre Mutter auf den Hinterkopf 
geschlagen. Sofort jedoch hat sie versucht, den Ausdruck „schlagen“ wieder 
zurückzunehmen und durch einen milderen Ausdruck zu ersetzen. Auch hat sie 
sehr viel Wert darauf gelegt, dass A. mit seiner Handlung auf die Messerattacke 
ihrer Mutter reagiert und sich nur verteidigt beziehungsweise geschützt habe 
(Tonbandaufnahme in der Beilage zu den Vorakten). Diese Passage erweckt 
klarerweise den Eindruck, dass es C. gar nicht recht war, dass sie A. belastet 
hatte, und dass sie dies gerne zurückgenommen und ungeschehen gemacht 

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hätte. Ihr Aussageverhalten lässt klar den Eindruck entstehen, dass es C. wirklich 
wichtig war, A. möglichst gut dastehen zu lassen und ihn in keiner Weise zu 
belasten. Dies wiederum würde C.s Aussagen aus dem Jahre 2008 stützen, sie 
sei damals in A. verliebt gewesen und habe ihn in Schutz genommen. Unter 
diesen Umständen aber würden die verneinenden Aussagen von C. gerade nicht 
gegen die Vornahme von sexuellen Handlungen zwischen ihr und A. sprechen. 
Andererseits hat sie die Faustschläge von A. ihrer Mutter gegenüber geschildert 
und nicht einfach verneint, was wiederum in der Weise interpretiert werden 
könnte, dass sie, wenn auch mit Widerwillen, negative Verhaltensweisen von A. 
durchaus zugegeben hat, wenn diese vorlagen. Die sexuellen Handlungen hat sie 
immer klar und ohne zu zögern verneint. Aus den Aussagen von C. in den Jahren 
2000 und 2001 sowie dem damaligen Verhalten von A. ergeben sich mithin 
sowohl Argumente, die dafür sprechen, dass zwischen C. und A. sexuelle 
Handlungen stattgefunden haben könnten, als auch solche, die dagegen 
sprechen, wobei nach Auffassung der I. Strafkammer die Argumente dafür leicht 
überwiegen, jedoch eine Verurteilung noch nicht zu rechtfertigen vermögen. 

c) Nach Wiederaufnahme des Strafverfahrens im Jahre 2008 hat C. erklärt, 
sie habe früher gelogen und es sei im Jahre 2000 sehr wohl zu sexuellen 
Handlungen zwischen ihr und A. gekommen. Wie bereits ausgeführt, sind ihre 
Erklärungen, weshalb sie als 13-jährige nicht die Wahrheit gesagt haben soll, 
durchaus plausibel. Dass sie nach ihren eigenen Angaben während des gesamten 
ersten Strafverfahrens gelogen hat, lässt ihre nunmehr gemachten Aussagen 
daher nicht von vornherein unglaubhaft erscheinen. Jedoch finden sich in ihren 
Aussagen zahlreiche schwerwiegende Widersprüche, auch im Verhältnis zu 
anderen Beweismitteln, sowie Unsicherheiten und grobe Ungenauigkeiten. Jeder 
Widerspruch, jede Ungenauigkeit oder Unsicherheit für sich allein würde den 
Aussagen von C. noch keinen Abbruch tun, ist doch in Rechnung zu stellen, dass 
die Ereignisse, über die C. ausgesagt hat, mehr als sieben Jahre zuvor 
stattgefunden haben. Die Gesamtheit der Widersprüche, Ungenauigkeiten und 
Unsicherheiten aber lassen Zweifel an den Aussagen von C. entstehen, die 
schwer wiegen. Im Folgenden ist nun darauf einzugehen. Am klarsten tritt dies in 
der Aussage von C. bezüglich des behaupteten Geschlechtsverkehrs in der 
Wohnung von F., einer Tante von A., zu Tage. C. hat diesbezüglich in der 
Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008 ausgesagt, sie sei nach dem 
Spitalaufenthalt zu Pflegeeltern nach TT. gekommen, wo sie aber nicht lange habe 
bleiben können. Sie habe dann bei einer Schulkollegin in EE. wohnen können. 
Eine Verwandte von A. habe sich bei ihr gemeldet, wobei A. dies arrangiert habe. 

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Sie habe damals mit A. keinen Kontakt haben dürfen, weshalb die Tante sie 
besucht und abgeholt habe. Sie hätten anschliessend A. getroffen und seien zur 
Wohnung der Tante gefahren. Die Tante habe gesagt, dass sie von ihr und A. 
wisse, ihre Tochter jedoch nicht. Die Tochter sei dann mit dem Hund spazieren 
gegangen, die Tante sei in der Wohnung geblieben. Sie, C., und A. seien in ein 
Zimmer gegangen und hätten Geschlechtsverkehr gehabt. Danach habe die Tante 
sie wieder zur Familie der Kollegin gebracht (act. 5.6, S. 9). In der 
Konfronteinvernahme mit F. vom 6. November 2008 erklärte C. – nachdem sie 
den Beginn des Besuchs zunächst anders geschildert hatte –, sie erinnere sich 
nun wieder. Sie habe sich mit A. nicht treffen dürfen. Deshalb habe sie der Familie 
P. gesagt, sie treffe sich mit F.. Sie habe sich aber mit A. getroffen. Dieser habe 
sie mit dem Auto abgeholt. Sie hätten unterwegs F. getroffen, welche mit ihrem 
roten Auto bei der Kreuzung zwischen EE. und FF. gewesen sei. Sie seien dann 
ins Café M. an der JJ.-Strasse in BB. gefahren, wo sie etwas gegessen hätten. 
Anschliessend seien sie mit dem Auto zur Wohnung von F. gefahren. Dort hätten 
sie ein wenig geredet. Sie seien im Wohnzimmer gewesen. Danach seien A. und 
sie in ein Zimmer gegangen. A. habe ihr gesagt gehabt, er habe seiner Tante von 
ihnen beiden erzählt. Sie habe gemerkt, dass die Tante von ihnen wisse, weil 
diese im Café M. gesagt habe, sie würden nun zu ihr nach Hause gehen, wo A. 
und sie, C., ein wenig kuscheln könnten. A. habe ihr gesagt, die Tochter wisse 
jedoch nichts davon. Dass die Tochter das Ganze komisch gefunden habe, habe 
sie daran festgestellt, dass diese kaum etwas gesagt habe und dann mit dem 
Hund nach draussen gegangen sei. Kurz darauf seien A. und sie in ein kleines 
Zimmer gegangen, in welchem ein Bett gewesen sei. Sie hätten in diesem Zimmer 
Geschlechtsverkehr gehabt. Später seien sie dann weggegangen. Sie denke, 
dass F. sie zur Familie ihrer Kollegin gefahren habe, da sie ja gesagt habe, dass 
sie sich mit ihr treffe. Von A. hätten sie sich wieder an der Kreuzung 
verabschiedet. Sie seien etwa eine Stunde alleine im Zimmer gewesen, hätten 
zunächst Geschlechtsverkehr gehabt und seien danach noch eine Weile im Bett 
gelegen. Auf Frage der Untersuchungsrichterin, ob sie allenfalls in ihrer 
Erinnerung ein Ereignis verwechsle und deshalb davon ausgehe, in der Wohnung 
von F. Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, erklärte C. nein, sie wisse, wo sie 
Geschlechtsverkehr gehabt habe. Der Sinn des Treffens sei auch der 
Geschlechtsverkehr gewesen. Auf Nachfrage des Verteidigers räumte sie ein, 
dass es auch so gewesen sein könne, wie sie es in der Konfronteinvernahme mit 
A. geschildert habe, dass nämlich die Tante sie besucht und abgeholt habe (act. 
5.28). Aus den Aussagen von C. geht unzweifelhaft hervor, dass sie sich 
bezüglich der Vorgänge rund um ihren Besuch bei F. in keiner Weise mehr sicher 

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war. Trotzdem hat sie sehr klar darauf beharrt, dass es in der Wohnung von F. zu 
Geschlechtsverkehr gekommen sei. Dies haben F. (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 13. August 2008, act. 5.16, sowie Konfronteinvernahme mit C. 
vom 6. November 2008, act. 5.28) und ihre Tochter G. (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 13. August 2008, act. 5.18) jedoch beide klar und entschieden 
verneint. G. hat als Zeugin und damit unter der Strafdrohung von Art. 307 StGB 
ausgesagt. Sowohl F. als auch G. haben beide übereinstimmend erklärt, dass G. 
nur etwa zehn Minuten mit dem Hund draussen gewesen sei. Nach Aussage von 
C. seien sie und A. ins Zimmer gegangen, als G. mit dem Hund nach draussen 
ging, und sie seien etwa eine Stunde in diesem Zimmer geblieben. C. hat an der 
Konfronteinvernahme mit F. die Wohnung von F. nach ihrer Erinnerung 
aufgezeichnet und das Zimmer, in welchem der Geschlechtsverkehr stattgefunden 
haben soll, mit einem Kreuz gekennzeichnet. Auch F. hat an dieser 
Konfronteinvernahme ihre Wohnung aufgezeichnet und die Zimmer nummeriert. 
Nach ihrer Aussage gehört das Zimmer Nr. 2, in welchem nach C.s Zeichnung der 
Geschlechtsverkehr stattgefunden haben soll, G. (act. 5.28, S. 4 unten, sowie 
Anhang zu act. 5.28). Wenn nun G. nach eigener Aussage nach fünf bis zehn 
Minuten mit dem Hund zurückgekommen ist (act. 5.18, S. 2 unten), hätte sie noch 
etwa fünfzig Minuten ihr Zimmer nicht betreten können. Es wäre ihr unter diesen 
Umständen mit Sicherheit nicht verborgen geblieben, dass sich C. und A. alleine 
in ihrem Zimmer aufgehalten hätten. Sie hat jedoch klar ausgesagt, dass A. und C. 
an jenem Nachmittag nie alleine gewesen seien (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 13. August 2008, act. 5.18, S. 3). Im übrigen wäre es doch 
eigenartig, wenn G., die ja von allem nichts gewusst habe, mit dem Hund mehr als 
eine Stunde spazieren gegangen wäre, obwohl sie und ihre Mutter Gäste hatten. 
Die Aussagen von C. auf der einen sowie von F. und G. auf der anderen Seite 
stehen sich mithin diametral entgegen, sowohl was die Länge des Zeitraums 
angeht, den G. mit dem Hund draussen verbrachte, als auch in Bezug auf den von 
C. geltend gemachten Umstand, dass sie mit A. etwa eine Stunde alleine in einem 
Zimmer gewesen sei und in dieser Zeit mit ihm Geschlechtsverkehr gehabt habe. 
Nachdem aber C. auf Frage der Untersuchungsrichterin ausdrücklich darauf 
beharrt hat, dass sie sich bezüglich des Geschlechtsverkehrs in der Wohnung von 
F. nicht geirrt habe (act. 5.28, S. 6), kann auch nicht einfach davon ausgegangen 
werden, C. habe die Örtlichkeit verwechselt und der Geschlechtsverkehr habe 
tatsächlich anderswo stattgefunden, wie es die Vorinstanz als möglich erachtet 
hat. Die Aussagen von C. sowie von F. und G. sind miteinander unvereinbar und 
lassen sich nicht in Einklang bringen. Hinweise aber, dass F. und G. 
übereinstimmend falsch ausgesagt hätten, lassen sich den Akten nicht 

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entnehmen. Allein aus dem Umstand, dass sich F. allenfalls der Gehilfenschaft zu 
sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig gemacht haben könnte, falls der 
Geschlechtsverkehr tatsächlich in ihrer Wohnung und mit ihrem Wissen und Willen 
stattgefunden hätte, kann augenscheinlich nicht geschlossen werden, sie und ihre 
Tochter, welche unter der Strafdrohung von Art. 307 StGB ausgesagt hat, hätten 
falsche Aussagen gemacht. Der von C. geltend gemachte Geschlechtsverkehr in 
der Wohnung von F. ist unter diesen Umständen nicht erstellt, die Aussagen von 
C. erweisen sich in diesem Punkt als erschüttert. Lediglich nebenbei sei im 
Zusammenhang mit dem Besuch bei F. auf einen Widerspruch in den Aussagen 
von C. hingewiesen. In der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit 
A. hat C. angegeben, sie sei dieses eine Mal [als es zu Geschlechtsverkehr 
gekommen sein soll] bei F. zu Hause gewesen (act. 5.6, S. 10 oben). In der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit F. hat C. zu Protokoll 
gegeben, A., B. und sie hätten F. früher ab und zu besucht (act. 5.28, S. 2). Es 
trifft zwar zu, dass F. im Herbst 2000 in eine neue Wohnung umgezogen war (act. 
5.28, S. 4 unten), jedoch hat C. nicht erklärt, sie sei nur dieses eine Mal in der 
neuen Wohnung gewesen. Vielmehr hat sie ganz klar ausgesagt, sie sei nur 
dieses eine Mal bei F. zu Hause gewesen. Dies widerspricht klarerweise ihren 
späteren Aussagen. In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 6. 
November 2008 hat C. im weiteren ausgesagt, gegen Schluss habe ihre Mutter 
wieder mit A. zusammen gewohnt. Sie erinnere sich, dass ihre Mutter und A. am 
5. April 2001 zusammen zur Pflegefamilie gekommen seien und ihren Geburtstag 
gefeiert hätten. Ihr habe es nicht gepasst, dass ihre Mutter wieder bei A. gewesen 
sei. Sie sei ja verliebt gewesen. Ihre Mutter und sie hätten deswegen auch Streit 
gehabt. Sie wisse noch, dass sie vom Bahnhof in EE. aus mit A. telefoniert habe, 
geweint habe und nachher nichts mehr mit ihm gewesen sei. Kurze Zeit später sei 
sie zu ihrer Mutter gezogen (act. 5.29, S. 2). Sie wolle noch etwas angeben, was 
sie bis anhin nicht gesagt habe, weil sie N. nicht habe mit reinziehen wollen. Als 
ihre Mutter und A. an ihrem Geburtstag zur Pflegefamilie gekommen und sie alle 
am Tisch gesessen seien, habe A. sie unter dem Tisch mit dem Fuss streicheln 
wollen. Er habe aber N. erwischt. Er habe sich entschuldigt. N. habe komisch 
reagiert, so dass sie gedacht habe, sie habe gemerkt, dass A. eigentlich sie habe 
erreichen wollen (act. 5.29, S. 3). Diese Aussagen von C. können nicht zutreffen, 
denn gemäss Aktenlage war A. ungefähr ab dem 4. März 2001 verschwunden 
(Vorakten, act. 3.14; vgl. aber auch Vorakten, act. 2.3, wonach A. am 12. Februar 
2001 und am 9. März 2001 die Kontrollschilder seiner Fahrzeuge abgegeben 
haben soll). Er hatte seine Wohnung aufgegeben (Entscheid des Bezirksgerichts 
Landquart betreffend Eheschutzmassnahmen vom 13. Juni 2001, act. 3.5, S. 4; 

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Vorakten: act. 3.14 und act. 2.3) und trotz intensiver Nachforschungen wusste 
niemand, wo er sich aufhielt (Vorakten: act. 1.8 samt Beilagen, act. 3.14 und act. 
5.12, S. 15). Nach eigener Aussage war er nach GG. ausgereist (vgl. Beilage 2 zu 
den Akten: Beigezogene Akten Bezirksgericht Plessur, Prozesseingabe vom 11. 
März 2007 [recte: 2008], S. 4, Ziff. 4; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 
10. Januar 2008, act. 4.10, S. 2). Er konnte damit gar nicht an der 
Geburtstagsfeier von C. am 5. April 2001 teilnehmen. Wäre er tatsächlich bei der 
Geburtstagsfeier erschienen, so hätte im übrigen die Pflegefamilie diese 
Information zweifellos weiter geleitet, war ihnen doch bewusst, dass A. als 
verschwunden galt. In den Akten findet sich jedoch kein entsprechender Hinweis. 
Zudem erscheint es kaum realistisch und völlig lebensfremd, dass A. seine 
Wohnung aufgegeben haben soll (er hatte seine Wohnung im übrigen sogar 
einfach verlassen, ohne sie zu räumen, vgl. Vorakten, act. 2.3), dass er sich alle 
Mühe gegeben haben soll, seinen Aufenthaltsort zu verschleiern, dass er den 
Kontakt mit seiner Familie und seinem Umfeld vollständig abgebrochen haben 
soll, dann aber etwa einen Monat nach seinem Verschwinden zur Geburtstagsfeier 
von C. erschienen sein soll, sogar noch in Begleitung seiner damaligen Ehefrau 
und Mutter von C. und obwohl er davon ausgehen musste, dass sein 
Verschwinden bemerkt worden war und er allenfalls gesucht wurde, um dann 
anschliessend wieder vollständig unterzutauchen. Auch in diesem Punkt 
widersprechen die Aussagen von C. mithin der klaren Aktenlage. Sie sind nicht 
nachvollziehbar und durch die Akten sogar widerlegt. Nachdem C. klar von ihrer 
Geburtstagsfeier gesprochen hat und nachdem die Untersuchungsrichterin C. 
gerade vor dieser Aussage darauf hingewiesen hat, dass A. ab dem 4. März 2001 
verschwunden gewesen sei, kann auch nicht davon ausgegangen werden, C. 
habe sich bei ihrer Aussage im Datum geirrt. C. hat offensichtlich ein Ereignis 
geschildert, das so nicht stattgefunden haben kann. Dies wirkt sich erheblich 
negativ bei der Würdigung ihrer gesamten Aussagen aus. Durch die Erwähnung 
von N. wäre im übrigen augenscheinlich auch dieses Erlebnis nachprüfbar 
gewesen. Dies aber hat C. nicht davon abgehalten, die entsprechende 
Begebenheit zu erzählen. Damit aber ist auch dem Argument, C. habe damit 
rechnen müssen, dass ihre Angaben bezüglich des Geschlechtsverkehrs in der 
Wohnung von F. überprüft werden würden, was für die Glaubhaftigkeit ihrer 
Aussagen spreche, der Boden entzogen. Weitere Widersprüche und 
Ungereimtheiten finden sich im Zusammenhang mit dem Vorfall, bei dem B. A. 
und C. zum ersten Mal bei sexuellen Handlungen erwischt haben soll. C. hat 
diesbezüglich in der Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008 ausgesagt, die 
sexuellen Handlungen hätten damit begonnen, dass A. sie in der Nacht 

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gestreichelt habe, zunächst nur an den Armen, nachher immer intimer, so auch an 
den Brüsten und an der Vagina. Das Streicheln sei jede Nacht einmal erfolgt, 
jedoch nicht lange. Dies sei geschehen, als sie auf einer eigenen Matratze im 
Schlafzimmer von A. und ihrer Mutter geschlafen habe. Zum Geschlechtsverkehr 
sei es erst gekommen, als sie wieder im Wohnzimmer geschlafen habe. Immer, 
wenn die Mutter mit dem Hund spazieren gegangen sei, sei es zum 
Geschlechtsverkehr gekommen. In der Nacht sei es erst wieder gegen Schluss 
passiert. Sie glaube, dass A. früher schlafen gegangen und dann wieder heraus 
gekommen sei, als ihre Mutter geschlafen habe. Dann sei es wieder passiert. 
Einmal habe sie auch ihre Mutter erwischt. Sie glaube, dass sie damals im 
Wohnzimmer gewesen seien. Sie hätten keinen Geschlechtsverkehr gehabt, 
sondern nur geküsst. Ihre Mutter sei aus dem Schlafzimmer gekommen und habe 
sie beide halbnackt gesehen. Es sei jeweils auf dem Sofa oder auf ihrem Bett im 
Wohnzimmer passiert. Der Geschlechtsverkehr sei ganz normal abgelaufen. Es 
habe mit küssen begonnen, dann streicheln und dann ... (act. 5.6, S. 5 und 6). 
Diese Schilderung ist zum einen in sich widersprüchlich und deckt sich zum 
andern in keiner Weise mit den Aussagen von B.. C. hat ausgesagt, in der Nacht, 
in welcher B. sie erwischt habe, hätten A. und sie keinen Geschlechtsverkehr 
gehabt, sondern nur geküsst. Es habe immer damit angefangen, dass sie sich 
geküsst hätten, dann gestreichelt und dann sei es zum Geschlechtsverkehr 
gekommen. Diese Schilderung zusammen mit dem Umstand, dass beide nach 
Aussage von C. halbnackt gewesen seien, lässt ohne weiteres den Schluss zu, 
dass es zum Geschlechtsverkehr gekommen wäre, wenn B. nicht ins 
Wohnzimmer getreten wäre. Die Aussage von C., sie hätten keinen 
Geschlechtsverkehrt gehabt, sondern nur geküsst, ist wohl dahingehend zu 
verstehen, dass im Moment, als B. ins Wohnzimmer kam, kein 
Geschlechtsverkehr stattfand. Der Widerspruch in der Aussage liegt nun darin, 
dass es zum einen erst gegen Schluss, also gegen Mitte November 2000, wieder 
in der Nacht passiert sein soll, die Mutter die beiden zum andern jedoch in einer 
Nacht erwischt haben soll, noch bevor sie anfangs September 2000 nach GG. 
gegangen ist. Die Aussagen von C. erweisen sich in diesem Punkt mithin als sehr 
ungenau beziehungsweise widersprüchlich. Was nun die Schilderung dieses 
Vorfalles anbelangt, so hat B. ausgesagt, sie sei in der Nacht aufgestanden, weil 
sie zur Toilette habe gehen müssen. Dabei habe sie A. im Wohnzimmer auf dem 
Sofa sitzen gesehen. Er habe nur ein T-Shirt getragen und sei unten nackt 
gewesen. C. sei zwischen seinen Beinen gekniet. Sie sei unten ebenfalls nackt 
gewesen. Als die beiden sie bemerkt hätten, seien sie sehr erschrocken. A. habe 
schnell sein Geschlechtsteil bedeckt und C. habe ihre Hand, mit der sie zumindest 

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in der Nähe des Penis von A. gewesen sei, schnell zurückgezogen. Der Penis von 
A. sei erigiert gewesen (vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 14. 
August 2008, act. 5.20, S. 2; Vorakten: untersuchungsrichterliche Einvernahme 
vom 1. Februar 2001, act. 5.9, S. 2 f., und vom 29. März 2001, act. 5.12, S. 2 f.). 
Damit divergieren die Aussagen von C. und B. so stark, dass sie nicht in Einklang 
gebracht werden können. Die Unterschiede lassen sich im übrigen auch nicht mit 
dem Zeitablauf erklären, welcher die Erinnerung verblassen lassen kann. Denn 
das geltend gemachte Erwischen durch die Mutter wäre ohne Zweifel sowohl für 
C. als auch für B. ein dermassen einschneidendes Ereignis gewesen, dass es sich 
bei beiden sehr deutlich ins Gedächtnis eingeprägt haben müsste, so dass ihre 
Schilderungen zumindest in den Hauptpunkten übereinstimmen müssten. Dies tun 
sie aber nicht, was wiederum Zweifel an den Aussagen sowohl von C. als auch 
von B. weckt. Im weiteren bleiben die Aussagen von C., was den geltend 
gemachten Geschlechtsverkehr angeht, überraschend vage und unbestimmt. 
Einzig im Zusammenhang mit der Schilderung der ersten Streicheleien finden sich 
Hinweise zur Gemütslage von C.. Später fehlen solche gänzlich. Sie verliert kein 
Wort darüber, wie sie sich gefühlt hat, wie sie die verschiedenen Handlungen 
empfunden hat, ob ihr gewisse Dinge unangenehm waren und Ähnliches. Es fehlt 
jedwelcher Hinweis darauf, wie es zum ersten Geschlechtsverkehr gekommen 
sein soll, der ja stattgefunden haben soll, als die Mutter mit dem Hund draussen 
war, und was dieser für C. bedeutet hat, hat sie sich doch offensichtlich in einem 
erheblichen Loyalitätskonflikt gegenüber ihrer Mutter befunden. Kein Wort über die 
Beziehung zu ihrer Mutter, vor der ja alles geheim gehalten werden musste. Nicht 
der kleinste Hinweis darauf, was es für sie bedeutet hat, das Geheimnis auch vor 
Freunden, Schulkameraden, Kollegen, Lehrern und so weiter verbergen zu 
müssen, mit niemandem über ihre Gefühle und Erfahrungen sprechen zu können, 
immer auf der Hut sein zu müssen, dass sie sich nicht doch auf irgendeine Weise 
verrät. Zur Frage, wie der Geschlechtsverkehr jeweils abgelaufen sei, hat C. 
ausgesagt, es habe mit Küssen begonnen, dann Streicheln und dann der 
Geschlechtsverkehr. Es fehlen dann aber nähere Angaben, wo sie sich konkret 
geküsst und gestreichelt haben sollen. Nachdem es nach Aussage von C. ja 
ausserordentlich häufig zu Geschlechtsverkehr gekommen sein soll, wären hier 
genauere Ausführungen, zum Beispiel Hinweise auf Vorlieben, durchaus zu 
erwarten gewesen. Ganz besonders auffällig ist die Unbestimmtheit in den 
Aussagen im Zusammenhang mit der erneuten Aufnahme einer sexuellen 
Beziehung, nachdem B. nach GG. abgereist war. C. schildert dies so, dass ihre 
Mutter vor dem Umzug in die neue Wohnung mit D. nach GG. gegangen sei. Sie 
sei nicht mitgegangen, sie habe keine Schulferien gehabt. Es hätte mit A. nichts 

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mehr passieren sollen. Sie seien dann nach Hause gegangen. Sie hätten viele 
Sachen schon in die neue Wohnung gezügelt gehabt und hätten auch dort 
übernachtet. A. habe ihr eine Glacé gekauft und es sei wieder passiert. Es sei 
wieder zum Geschlechtsverkehr gekommen (untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, act. 5.6, S. 6 unten). Es fehlen 
konkrete Angaben, wie und wann genau es zum erneuten Geschlechtsverkehr 
gekommen sein soll. Ebenso wenig aber macht C. ihre Gemütslage kenntlich, 
obwohl die Spannung zwischen der Loyalität der Mutter gegenüber, der sie selbst 
und A. im übrigen nach dem geltend gemachten ersten Erwischen versprochen 
haben sollen, dass nichts mehr passieren werde, und den erneuten sexuellen 
Handlungen MM. gewesen sein müsste. Es fehlen alle Details, die Schilderung 
bleibt äusserst rudimentär. Auf Frage der Untersuchungsrichterin erklärte C. im 
weiteren, dass es auch zu Oralverkehr bei beiden gekommen sei 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, act. 
5.6, S. 7 Mitte). Wiederum fehlen nähere Angaben und es finden sich 
insbesondere auch hier keine Hinweise zu ihren Gefühlen. Gerade mit Bezug auf 
Oralverkehr jedoch wären weitergehende Äusserungen zu erwarten gewesen, war 
C. im Zeitpunkt, als dieser stattgefunden haben soll, doch erst 13 Jahre alt und 
hatte sie zuvor gemäss Aktenlage noch kaum sexuelle Erfahrungen gesammelt, 
so dass Oralverkehr für sie eine ungewöhnliche Handlung dargestellt haben 
müsste. Trotzdem belässt es C. dabei, die Frage der Untersuchungsrichterin 
einfach zu bestätigen. Und obwohl die Untersuchungsrichterin zuvor bereits 
nachgefragt hatte, wie denn alles abgelaufen und was genau vorgefallen sei, und 
C. daraufhin geschildert hat, was geschehen sei, hat sie erst auf konkrete Frage 
der Untersuchungsrichterin hin den Oralverkehr erwähnt. Gesamthaft gesehen ist 
festzustellen, dass die Aussagen von C. zu den sexuellen Handlungen sehr vage 
und stereotyp erscheinen, was klarerweise gegen ihre Glaubhaftigkeit spricht. 
Gerade anschliessend erklärte C. in der Konfronteinvernahme mit A. weiter, sie 
wisse nicht mehr genau, wie häufig es zu den geschilderten Vorfällen gekommen 
sei. Insgesamt sei es vielleicht ein Jahr lang dazu gekommen. Ein paar Monate 
lang sei es in der kleinen Wohnung passiert. Dort sei es aber noch nicht so 
schlimm gewesen. In der neuen Wohnung sei es dann länger passiert, vielleicht 
ein bis zwei Monate und vor allem, als ihre Mutter weg gewesen sei (act. 5.6, S. 7 
unten). Diese Angaben sind äusserst widersprüchlich, hat C. in der nämlichen 
Einvernahme kurz davor doch selbst erklärt, dass ihre Mutter nach GG. abgereist 
sei, noch bevor sie endgültig in die neue Wohnung umgezogen seien. Gleichzeitig 
hat sie ausgeführt, dass nach dem Erwischen durch die Mutter eine Weile lang 
nichts mehr passiert sei, dass sie dann in die neue Wohnung umgezogen seien, 

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dass die Mutter vorher nach GG. gegangen sei und dass es wieder zu 
Geschlechtsverkehr gekommen sei, nachdem die Mutter weg gewesen sei (act. 
5.6, S. 6 unten). Es kann mithin nicht schon vor der Reise der Mutter nach GG. 
während ein bis zwei Monaten in der neuen Wohnung zu sexuellen Handlungen 
gekommen sein. Auch wenn zu bedenken ist, dass nach mehr als sieben Jahren 
gewisse Erinnerungslücken und Unsicherheiten durchaus nachvollziehbar sind, so 
lässt sich dieser eklatante Widerspruch in den eigenen Aussagen damit doch nicht 
erklären. In der Konfronteinvernahme erklärte C. weiter, dass es in der neuen 
Wohnung häufiger zu Geschlechtsverkehr gekommen sei als in der kleineren 
Wohnung. Es sei mehrfach pro Tag passiert und dies meistens jeden Tag 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, act. 
5.6, S. 8 oben). Diese Aussage erscheint übersteigert. Zum einen ist die Anzahl 
der geltend gemachten sexuellen Kontakte ausserordentlich hoch, hätten doch 
über einen Zeitraum von fast zweieinhalb Monaten beinahe täglich zwei und mehr 
Sexualkontakte stattfinden müssen. Zum andern spielt auch der Zeitaspekt eine 
Rolle, worauf der Verteidiger anlässlich der Berufungsverhandlung zu Recht 
hingewiesen hat. A. verfügte über eine Vollzeitarbeitsstelle, er führte 
Renovationsarbeiten an der neuen Wohnung aus, schloss den Umzug ab und 
richtete die neue Wohnung ein. Daneben hätte er noch jeden Tag bis zu zwei 
Stunden und mehr für die geltend gemachten sexuellen Handlungen aufwenden 
müssen, hat C. doch erklärt, der Geschlechtsverkehr habe jeweils zwischen 30 
Minuten und einer Stunde gedauert, abhängig davon, wie schnell A. zum 
Samenerguss gekommen sei (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit 
A. vom 15. Mai 2008, act. 5.6, S. 7 oben). Insgesamt betrachtet erscheint die 
geltend gemachte Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs als überzeichnet und daher 
wenig glaubhaft. Weitere Unstimmigkeiten finden sich bezüglich der Schilderung 
der Ereignisse rund um das zweite Mal, als B. C. und A. bei sexuellen Handlungen 
erwischt haben soll. Die Aussagen von C. weichen bezüglich der Reihenfolge der 
Ereignisse ganz erheblich von den Aussagen von B. und A. ab, welche diese im 
Jahre 2000 und 2001 gemacht haben. Damals haben beide übereinstimmend 
ausgesagt, dass die körperliche Auseinandersetzung zwischen ihnen am Mittwoch 
nach der Rückkehr von B. aus GG. stattgefunden habe (Vorakten: act. 3.3, S. 3 
unten; act. 3.6, S. 4; act. 5.9, S. 17 f., wobei sowohl die Untersuchungsrichterin als 
auch B. und A. die Auseinandersetzung auf den 22. November 2001 datierten, 
statt auf den 15. November 2001, an welchem sie tatsächlich stattfand). B. hat im 
weiteren zu jener Zeit ausgesagt, sie habe A. und C. am selben Tag, als die 
körperliche Auseinandersetzung stattgefunden habe, in der Nacht bei sexuellen 
Handlungen erwischt (Vorakten: act. 3.3, S. 3; act. 5.9, S. 10 und 17 ff.). Gemäss 

Seite  29 — 46

Polizeirapport meldete sich B. erst am Freitag danach, um 17.10 Uhr, bei der 
Polizei (Vorakten, act. 3.01); sie wartete mithin beinahe 48 Stunden, bevor sie die 
Polizei avisierte. C. hat in der Konfronteinvernahmen mit A. vom 15. Mai 2008 
erklärt, ihre Mutter sei aus den Ferien zurückgekehrt, habe sie erwischt und sofort 
die Polizei angerufen. Nachdem die Polizei bei ihnen gewesen sei, sei es 
zwischen ihrer Mutter und A. zu einer Auseinandersetzung gekommen, in deren 
Verlauf ihre Mutter ein Messer genommen habe und A. ihre Mutter an den Haaren 
gepackt und am Boden in die Dusche gezogen habe. Am nächsten Tag seien sie 
wieder bei der Polizei gewesen. Ihre Mutter habe dann ins Spital gehen wollen, 
wohin sie A. schliesslich auch gebracht habe. Ihre Mutter habe im Spital alles 
erzählt, was passiert sei, worauf sie, C., ebenfalls untersucht worden und im Spital 
geblieben sei (act. 5.6, S. 8). In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 
6. November 2008 hat sie sich, angesprochen auf die Divergenzen in ihren 
Aussagen im Vergleich zu den Aussagen der Mutter, dahingehend geäussert, sie 
habe ja früher schon gesagt, dass sie möglicherweise die Reihenfolge verdrehe. 
Sie wisse es nicht mehr genau. Sie wisse noch, dass die Polizei gekommen und 
sie danach ins Spital gegangen sei. Der Geschlechtsverkehr habe am Tag 
stattgefunden, an welchem ihre Mutter aus GG. zurückgekommen sei. Die 
Auseinandersetzung mit dem Messer könne nicht am gleichen Tag stattgefunden 
haben. Sie müsse nach dem Geschlechtsverkehrt stattgefunden haben. Sie wisse 
noch, dass ihre Mutter sich aufgeregt habe. Die Polizei sei erst gekommen, 
nachdem die Auseinandersetzung gewesen sei. Ihre Mutter habe erst da die 
Polizei angerufen (act. 5.29, S. 5 oben). Damit bestehen eklatante Widersprüche 
sowohl zwischen den Aussagen von C. und den früheren Aussagen von B. und A., 
als auch zwischen den einzelnen Aussagen von C. selbst. C. hat versucht, diese 
Widersprüche damit zu erklären, dass sie schon vorher gesagt habe, dass sie die 
Reihenfolge möglicherweise verdrehe, sie wisse es nicht mehr genau. Trotzdem 
hat sie gerade anschliessend und ohne Einschränkung die nach ihrer Meinung 
zutreffende Abfolge der Ereignisse geschildert, die jedoch mit den früheren 
Aussagen von A. und B. sowie den aufgrund der Akten belegten zeitlichen 
Abläufen nicht übereinstimmt. Interessanterweise terminiert sie dabei die 
angeblich beobachteten sexuellen Handlungen auf den Abend des Tages, an 
welchem ihre Mutter aus GG. zurückgekehrt ist. Dieselbe Aussage hat B. in ihrer 
Einvernahme vom 14. August 2008 gemacht (act. 5.20, S. 9 unten), obwohl sie in 
den Jahren 2000 und 2001 klar ausgesagt hat, sie sei am Montag 
zurückgekommen und habe am Mittwoch beziehungsweise drei, vier Tage nach 
ihrer Ankunft sexuelle Handlungen zwischen A. und C. gesehen (Vorakten: 
polizeiliche Einvernahme vom 23. November 2000, act. 3.3, S. 3; 

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untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 1. Februar 2001, act. 
5.9, S. 10 und 11). Sowohl Mutter als auch Tochter geben mithin denselben 
falschen Termin an, was doch etwas überrascht. Widerlegt ist im weiteren die 
Aussage von C., am Tag ihres Spitaleintritts sei sie aus dem Spital abgehauen 
und zu A. gegangen, von wo sie K. am selben Abend wieder ins Spital gebracht 
habe (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, 
act. 5.6, S. 8 unten). K. war am 18. November 2000, als C. ins Kinderspital 
aufgenommen wurde, noch gar nicht mit ihrem Fall betraut, wurde die 
Vormundschaftsbehörde doch erst am 21. November 2000 eingeschaltet (Beilage 
3 zu den Akten: Beigezogene Akten Vormundschaftsbehörde Kreis KK., Protokoll 
der Sitzung der Kinderschutzgruppe der Kinderklinik BB. vom 24. November 2000, 
act. 6). Wieder hat C. eine Begebenheit geschildert, die so nicht geschehen sein 
kann, was im übrigen schon während der Einvernahme leicht zu erkennen war. 
Dass C. bei der Schilderung einfachster Abläufe so grobe und offenkundige Fehler 
unterlaufen sind, wirft kein gutes Licht auf ihr Aussageverhalten. Aus dem 
Protokoll der Sitzung der Kinderschutzgruppe der Kinderklinik BB. vom 20. 
November 2000 geht im übrigen eindeutig hervor, dass A. C. ins Spital zurück 
gebracht hat (Beilage 3 zu den Akten: Beigezogene Akten der 
Vormundschaftsbehörde Kreis KK., act. 6). Im weiteren hat C. erklärt, während 
ihrer Zeit bei der Pflegefamilie habe sie sich heimlich etwa einmal in der Woche 
mit A. getroffen. Er habe sie beim Coop mit dem Auto abgeholt. Sie seien in seine 
Wohnung gefahren und dort sei es zu Geschlechtsverkehr gekommen. Sie habe 
der Pflegefamilie gegenüber jeweils gesagt, dass sie früher in die Schule gehe 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, act. 
5.6, S. 9; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. November 2008, act. 
5.29, S. 2). Diese Aussage widerspricht klarerweise der Lebenserfahrung. Zum 
einen wäre es ein grosses Risiko gewesen. Denn zweifellos hätte A. immer damit 
rechnen müssen, dass jemand sie beobachtet und diese Information an die 
Strafbehörden weiter gibt, war doch offenbar allgemein bekannt, was ihm 
vorgeworfen wurde (vgl. Beilage 2 zu den Akten: Beigezogene Akten 
Bezirksgericht Plessur, Prozesseingabe an das Bezirksgericht Plessur vom 11. 
März 2007 [recte: 2008], S.4, Ziff. 4). Es ist kaum realistisch, dass A. ein solches 
Risiko bei laufendem Strafverfahren wöchentlich eingegangen wäre. Zum zweiten 
ist kaum vorstellbar, dass C. sich wöchentlich vor der Schule mit A. hätte treffen 
können, ohne dass es der Pflegefamilie aufgefallen wäre. Die Pflegefamilie war 
sich, gemäss Aussagen von O., durchaus bewusst, dass C. besonderen Schutz 
benötigte, und sie liessen sie daher nicht gerne alleine (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme von O. vom 13. August 2008, act. 5.14, S. 2). Kommt hinzu, dass die 

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jüngere Tochter der Pflegefamilie in derselben Klasse wie C. war, weshalb die 
Pflegefamilie bezüglich Schulzeiten und Aktivitäten in der Schule zweifellos immer 
bestens informiert und auf dem Laufenden war. Dass sich C. unter diesen 
Umständen wöchentlich einmal mit dem Hinweis, sie gehe früher zur Schule, hätte 
absetzen können, ohne dass die Pflegefamilie misstrauisch geworden wäre und 
etwas bemerkt hätte, ist kaum anzunehmen. Zudem soll der Geschlechtsverkehr 
gemäss Aussagen von C. jeweils zwischen 30 Minuten und einer Stunde gedauert 
haben (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, 
act. 5.6, S. 7 oben). Zusammen mit dem Weg zum Treffpunkt, der Fahrt in die 
Wohnung, der Fahrt zurück und dem Weg zur Schule wäre somit jedes Mal mehr 
als eine Stunde notwendig gewesen. Es wäre nun aber der Pflegefamilie 
zweifellos aufgefallen, wenn C. jede Woche einmal über eine Stunde früher zur 
Schule gegangen wäre, als notwendig, und die Pflegefamilie hätte das mit 
Sicherheit nicht einfach so und ohne Reaktion hingenommen. Die Aussage von C. 
widerspricht mithin der Lebenserfahrung deutlich und erscheint wenig glaubhaft. 
Damit ist im übrigen auch dem Argument der Boden entzogen, C. habe ihre 
eigene Rolle wenig vorteilhaft dargestellt, da sie mit den Treffen mit A. während 
ihrer Zeit bei der Pflegefamilie alle hintergangen habe, was wiederum für die 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spreche. Die geltend gemachten Treffen 
erscheinen eben gerade nicht glaubhaft. Schliesslich ist noch darauf hinzuweisen, 
dass C. ausgesagt hat, bei der Pflegefamilie hätten sie und A. die Zimmertüre 
jeweils offen lassen müssen (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. 
November 2008, act. 5.29, S. 3), während O. erklärt hat, sie hätten C. und A. 
jeweils eine Stunde alleine gelassen, wobei die Zimmertüre geschlossen gewesen 
sei (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 13. August 2008, act. 5.14, S. 3). 
Ein weiterer Widerspruch zwischen den Aussagen von C. und dem übrigen 
Beweisergebnis. Widersprüchlich ist auch C.s Schilderung, wie es zum Ende der 
sexuellen Handlungen mit A. gekommen sein soll. In der Einvernahme vom 6. 
November 2008 hat C. in diesem Zusammenhang erklärt, als sie bei der 
Pflegefamilie gewesen sei, habe sie sich sicher einmal pro Woche heimlich mit A. 
getroffen und habe in seiner Wohnung Geschlechtsverkehr mit ihm gehabt. Kurz 
bevor sie von der Pflegefamilie weggegangen sei, sei es nicht mehr 
vorgekommen, da sie mehr in BB. gewesen sei und sich dort mit Kollegen 
getroffen habe (act. 5.29, S. 2 Mitte). Nach dieser Aussage soll das Ende der 
sexuellen Handlungen somit dadurch eingetreten sein, dass C. sich keine Zeit 
mehr genommen hat, A. zu treffen. In derselben Einvernahme hat C. nur wenig 
später erklärt, sie habe mit ihrer Mutter einen Streit gehabt, weil diese wieder mit 
A. zusammen gewohnt habe. Dies habe ihr nicht gepasst, sie sei ja verliebt 

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gewesen. Sie wisse noch, dass sie vom Bahnhof EE. aus mit A. telefoniert habe, 
geweint habe und nachher nichts mehr gewesen sei mit ihm (act. 5.29, S. 2 
unten). Diese Aussage wiederum erweckt den Eindruck, die sexuellen 
Handlungen hätten aufgehört, weil der Kontakt zu A. abgebrochen sei. Im übrigen 
war A. etwa seit dem 4. März 2001 verschwunden und niemand kannte seinen 
Aufenthaltsort. C. ist am 15. April 2001 von der Pflegefamilie wieder zu ihrer 
Mutter gezogen (Beilage 3 zu den Akten: Beigezogene Akten 
Vormundschaftsbehörde Kreis KK., Bericht der Beiständin vom 16. Dezember 
2002, act. 2, S. 2, Ziff. 1). Die sexuellen Handlungen müssten damit zumindest 
etwa eineinhalb Monate vor ihrem Weggang bei der Pflegefamilie aufgehört haben 
und damit nicht erst kurz davor. Die Aussagen von C. erwecken über weite 
Strecken den Anschein, dass sie sich mit Bezug auf die von ihr zu schildernden 
Geschehnisse im Jahre 2000 in vielerlei Hinsicht nicht sicher war und dass sie die 
Unsicherheiten nicht eingestanden, sondern einfach mit Inhalten gefüllt hat, wie es 
ihr im Moment gerade passend erschien. Dies lässt erhebliche Zweifel an der 
Glaubhaftigkeit ihrer gesamten Aussagen entstehen. In einem letzten Punkt 
schliesslich ist noch darauf hinzuweisen, dass C. nach ihrer eigenen Aussage im 
Jahre 2008 den Strafantrag gegen A. gestellt hat, weil sie ein paar Wochen oder 
knapp einen Monat zuvor A. mit seiner neuen Ehefrau und dem Kind 
überraschend in BB. im PP. auf der gegenüberliegenden Rolltreppe gesehen 
hatte, was sie stark aufgewühlt und aufgeregt hatte und alle Ereignisse wieder 
hoch kommen liess (vgl. untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. 
vom 15. Mai 2008, act. 5.6, S. 11 und 12). Es überrascht nun, dass dieses 
unverhoffte Sehen eine solche Reaktion hervorgerufen haben soll, nachdem C. A. 
gemäss ihren eigenen Aussagen in den Jahren nach seinem Verschwinden 
zumindest bereits zwei Mal gesehen hatte. Einmal traf sie ihn, nachdem sie schon 
nach BB. zu ihrer Mutter gezogen war. Sie erklärte in diesem Zusammenhang 
anlässlich der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit A., als sie 
einmal mit einer Kollegin beim Bahnhof in BB. gewesen sei, habe sie A. getroffen. 
Für sie sei die Sache damals abgeschlossen gewesen. Ihre damalige Aussage sei 
ein Fehler, aber schon passiert gewesen. A. sei zu ihr gekommen und habe sie an 
den Armen gestreichelt. Sie habe gesagt, er solle sie in Ruhe lassen. Sie habe 
sich nur noch geschämt und habe ihn nicht mehr sehen wollen (act. 5.6, S. 9). In 
der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 6. November 2008 führte sie 
zudem aus, A. habe nach seinem Verschwinden einmal an der Wohnung ihrer 
Mutter an der QQ.-Strasse in BB. geläutet. Sie sei damals mit ihrem Ex-Freund 
vor dem Haus gewesen und sei sofort in die Wohnung gegangen, als A. 
gekommen sei. Sie wisse nicht mehr, ob ihre Mutter mit ihm gesprochen habe. 

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Ihre Mutter habe sich wohl wegen D. danach noch ab und zu mit ihm getroffen 
(act. 5.29, S. 4). Dieses Ereignis muss einige Zeit nach dem Verschwinden von A. 
stattgefunden haben. Zum einen war B. auf den 1. April 2001 nämlich in eine 
Wohnung an der RR.-Strasse in BB. gezogen (Vorakten, 
untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme zwischen C. und B. vom 29. März 
2001, act. 5.12, S. 1), also in eine andere Wohnung, als C. bei der Schilderung 
des Ereignisses erwähnt hat. Zum andern spricht C. von ihrem Ex-Freund, 
weshalb wohl davon auszugehen ist, dass sie damals doch etwas älter als 13 
Jahre gewesen ist. Und drittens ergibt sich aus den Akten, dass A. sich nach 
seinem Verschwinden nur in den Jahren 2003 und 2005 für kurze Zeit in der 
Schweiz aufgehalten hat (act. 3.27; Beilage 2: Beigezogene Akten Bezirksgericht 
Plessur, Schreiben Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel an die Sozialen Dienste 
der BB. vom 22. August 2003 samt Vollmacht). Dies spricht im übrigen auch dafür, 
dass das erste geschilderte Zusammentreffen einige Zeit nach dem Verschwinden 
von A. stattgefunden hat. Obwohl C. somit A. seit dessen Verschwinden im Jahre 
2001 bereits zwei Mal getroffen hatte, wobei sie einmal sogar mit ihm gesprochen 
und er sie ganz vertraulich an den Armen gestreichelt haben soll, hat sie keine 
Anzeige eingereicht. Schliesslich ist auch noch auf das Verfahren wegen 
Ehrverletzung zu verweisen, welches C. im Jahre 2003 gegen A. angestrengt hat, 
nachdem dessen Rechtsanwalt in einem Schreiben an die Sozialen Dienste der 
BB. erklärt hatte, A. mache geltend, dass C. im Sexgewerbe tätig sein solle, was 
ihm nicht unwahrscheinlich erscheine, nachdem A. einen entsprechenden 
Sexanzeiger mit Bild vorgelegt habe (Beilage 2 zu den Akten: Beigezogene Akten 
Bezirksgericht Plessur, Schreiben von Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel vom 
22. August 2003). Für C. war dieser Vorwurf nach eigener Aussage eine 
Verletzung (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 
2008, act. 5.6, S. 15 Mitte), so dass sie ein Ehrverletzungsverfahren gegen A. 
anstrengte. Trotz dieses schwerwiegenden Vorwurfs, welchen A. ihr gegenüber 
erhoben haben soll, sprach sie mit ihrem damaligen Anwalt nicht über die nun 
geltend gemachten sexuellen Handlungen und sie erhob auch keine Strafanzeige. 
Dass aber weder die aufgezeigten Treffen mit A. noch vor allem dessen von 
seinem Anwalt kolportierte Aussage, C. sei möglicherweise im Sexgewerbe tätig, 
C. so sehr aufgewühlt haben, dass sie ein Strafverfahren gegen A. angestrengt 
hätte, ein zufälliges, kurzes Sehen im Februar 2008 auf der gegenüberliegenden 
Rolltreppe im PP. jedoch schon, ist nur schwer nachvollziehbar. C. konnte denn 
auch nicht wirklich erklären, weshalb sie im Jahre 2003 neben dem 
Ehrverletzungsverfahren nicht auch eine Strafanzeige wegen sexuellen 
Handlungen mit Kindern gemacht hat (siehe untersuchungsrichterliche 

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Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, act. 5.6, S. 15). Dieses Verhalten 
lässt doch Zweifel entstehen, ob die geltend gemachten gravierenden sexuellen 
Handlungen tatsächlich vorgefallen sind. Andererseits erscheinen die Aussagen 
von C., es sei ihr eigentlich egal, ob man ihr noch glaube und was mit A. 
geschehen werde, sie habe das Strafverfahren wieder aufgerollt, um die ganze 
Sache für sich abschliessen und den Fehler von damals, nämlich das Lügen, mit 
dem sie habe leben müssen, für sich wiedergutmachen zu können (vgl. 
untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. vom 15. Mai 2008, act. 5.6, 
S. 2; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. November 2008, act. 5.29, S. 
5 unten), recht überzeugend. Im Gegensatz zu den Vermutungen von A., welche 
er anlässlich der Berufungsverhandlung geäussert hat, sind auch keine Anzeichen 
vorhanden, dass C. einen finanziellen Vorteil aus ihrem Vorgehen ziehen wollte. 
So hat sie beispielsweise keine Adhäsionsklage eingereicht, obwohl ihr diese 
Möglichkeit durchaus offen gestanden hat. Es sind mithin durchaus 
Gesichtspunkte vorhanden, die für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von C. 
sprechen. In Abwägung sämtlicher Aspekte gelangt die I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts jedoch zum Schluss, dass die vielen Ungenauigkeiten und 
Unsicherheiten in ihrer Gesamtheit, die Widersprüche in den Aussagen selbst und 
im Verhältnis zu den übrigen Beweisen und die widerlegten Aussagen insgesamt 
gesehen erhebliche Zweifel an den Depositionen von C. erwecken, die die 
Argumente, welche für die Aussagen von C. sprechen, überwiegen. Auf ihre 
Aussagen kann daher nicht abgestellt werden. 

10. Neben den Aussagen von C. stützt sich die Vorinstanz auch auf die 
Aussagen von B.. Diese sind im Folgenden einer eingehenden Würdigung zu 
unterziehen. Zunächst ist festzustellen, dass sich in den Aussagen von B. 
bezüglich der sexuellen Handlungen, welche sie zwischen A. und C. beobachtet 
haben will, viele Details finden. Zudem hat sie die sexuellen Kontakte zwischen A. 
und ihrer Tochter an sich in den verschiedenen Einvernahmen immer gleich 
geschildert. Dies spricht grundsätzlich für die Glaubhaftigkeit der Aussagen. 
Daneben jedoch gibt es mehrere Faktoren, die erhebliche Zweifel an den 
Aussagen von B. entstehen lassen. Zunächst einmal erscheint es wenig 
überzeugend, dass B. nicht einmal eine Woche, nachdem sie A. und C. in 
eindeutiger Situation erwischt haben will, für zweieinhalb Monate nach GG. gereist 
sein soll. B. hatte nach ihren eigenen Aussagen gesehen, dass A. auf dem Sofa 
sass, wobei er unten nackt war, dass C. zwischen seinen Beinen kniete, unten 
ebenfalls nackt, dass C. ihre Hand zumindest in der Nähe des Penis von A. hatte 
und dass der Penis erigiert war (vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 

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14. August 2008, act. 5.20, S. 2; Vorakten, untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme mit A. vom 1. Februar 2001, act. 5.9, S. 2 f.). Diese von B. 
geschilderte Situation ist doch sehr eindeutig und auch schwerwiegend. Sie liesse 
ohne weiteres darauf schliessen, dass die sexuelle Beziehung zwischen A. und C. 
schon sehr weit fortgeschritten gewesen sein muss. Kommt hinzu, dass C. ihrer 
Mutter gegenüber gerade nach deren Beobachtung gesagt haben soll, das Ganze 
gehe schon einen Monat (untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme mit A. 
vom 1. Februar 2001, Vorakten, act. 5.9, S. 4). Dass B. in dieser Situation kaum 
eine Woche später für zweieinhalb Monate nach GG. gereist wäre und A. mit ihrer 
Tochter C. alleine gelassen hätte, erscheint schwer nachvollziehbar. B. hat in 
diesem Zusammenhang erklärt, die beiden hätten ihr versprochen, dass nichts 
mehr geschehen werde, weshalb sie ihre Reise angetreten habe (Vorakten, 
untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 1. Februar 2001, act. 5.9, S. 
26 Mitte). A. habe zuvor immer gemacht, was er gesagt habe (Vorakten, 
untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme vom 1. Februar 2001, act. 5.9, S. 
13 unten). Sie habe A. und C. vertraut (Vorakten, untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme vom 1. Februar 2001, act. 5.9, S. 12). Es sei in ihrer Kultur 
so, dass es eine Strafe von Gott geben könne, wenn man etwas verspreche, aber 
dann nicht halte, weshalb man das, was jemand verspreche, auch glaube 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 14. August 2008, act. 5.20, S. 4 
oben). Zudem habe sie an ihren Vater gedacht und alles sei für sie zuviel 
gewesen in jenem Moment (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 14. 
August 2008, act. 5.20, S. 2 unten). Diese Ausführungen vermögen nicht zu 
überzeugen. Bezüglich der Aussage, in ihrer Kultur glaube man jemandem, der 
etwas verspreche, weil ein gebrochenes Versprechen eine Strafe Gottes nach sich 
ziehen könne, ist festzuhalten, dass C. gegenüber der Untersuchungsrichterin 
ausgesagt hat, sie habe erst etwa mit sieben oder acht Jahren erfahren, dass B. 
ihre Mutter sei. Danach hätten sie sich ab und zu gesehen. Sie hätten abgemacht. 
Ihre Mutter habe viel versprochen, es aber oft nicht gehalten 
(untersuchungsrichterliche Konfronteinvernahme zwischen A. und C. vom 15. Mai 
2008, act. 5.6, S. 3). Diese Aussage zeigt deutlich, dass für B. Versprechen 
offenbar nicht den Stellenwert einnahmen, der ihnen allenfalls in der GG.-Kultur 
ansonsten zukommen kann. Ihre Aussage, sie hätte den Versprechen von A. und 
C., dass nichts mehr geschehen werde, geglaubt, weil gemäss ihrer Kultur 
gebrochene Versprechen eine Strafe Gottes nach sich ziehen könnten, wird damit 
ganz erheblich relativiert. Ihrer weiteren Aussage, A. habe vorher immer gemacht, 
was er gesagt habe, ist entgegen zu halten, dass die sexuellen Handlungen 
gemäss Aussagen von C. gegenüber ihrer Mutter bereits seit einem Monat 

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angedauert haben sollen. Damit aber hätte A. klarerweise und leicht erkennbar 
sein Wort über längere Zeit und mehrfach gebrochen, das er B. nach seiner 
eigenen Aussage vor der Ehe gegeben hatte, nämlich dass er sich um ihre 
Tochter C. kümmern werde; er hätte sich somit in gravierender Weise nicht an das 
gehalten, was er gesagt hatte. Zudem hätte er B. bereits einen Monat lang in sehr 
schwerwiegender Weise hintergangen, was ohne Zweifel das Vertrauen in ihn und 
sein Wort erheblich erschüttert hätte. In dieser Situation wäre kaum zu erwarten, 
dass sich B. durch eine Zusicherung von A. hätte tatsächlich beschwichtigen 
lassen. Und schliesslich scheint es, dass B. das Vertrauen in A. hervorhebt oder 
verneint, gerade wie es ihr nützlich oder passend erscheint. Einerseits hat sie 
nämlich, um ihre Reise nach GG. erklären zu können, ausgesagt, sie habe A. und 
ihrer Tochter vertraut, da beide versprochen hätten, dass nichts mehr geschehe. 
Andererseits hat sie auch ausgeführt, sie habe mit A. nach ihrer Rückkehr aus 
GG. gestritten, weil er ihr nicht habe helfen wollen, obwohl er früher gesagt habe, 
er werde helfen, wenn etwas mit ihrem Vater sei. Früher habe er sich jeweils an 
das gehalten, was er gesagt habe. Nachdem sie aber C. und A. zusammen 
gesehen habe, habe sie das Vertrauen verloren (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 14. August 2008, act. 5.20, S. 3). Da sie erst anschliessend den 
eben erwähnten Streit und die zweite sexuelle Handlung zwischen A. und C. 
schildert, welche sie in der Nacht nach dem Streit gesehen haben will 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 14. August 2008, act. 5.6, S. 3 und 
4), bezieht sich der Verlust des Vertrauens offenbar auf die erste Situation, in 
welcher sie sexuelle Handlungen zwischen ihrem damaligen Ehemann und ihrer 
Tochter gesehen haben will. Damit aber setzt sie sich in klaren Widerspruch zu 
ihrer eigenen Aussage, sie habe dem nach dem ersten Erwischen abgegebenen 
Versprechen von A. und C. vertraut. B. Erklärung, sie sei nach GG. gegangen, 
weil sie A. und ihrer Tochter, die versprochen hätten, dass nichts mehr geschehen 
werde, vertraut habe, überzeugt unter diesen Umständen nicht. Andererseits ist 
nur schwer vorstellbar, dass B. in einer solchen Situation tatsächlich für 
zweieinhalb Monate nach GG. gereist wäre und A. und C. allein zurückgelassen 
hätte. Die Tatsache, dass B. anfangs September 2000 für zweieinhalb Monate 
nach GG. gereist ist, spricht damit dagegen, dass sie zuvor sexuelle Handlungen 
zwischen ihrem damaligen Ehemann und ihrer Tochter beobachtet hatte. 
Unwahrscheinlich erscheint im weiteren B.’ Aussage, sie habe nach ihrer 
Rückkehr aus GG. festgestellt, dass zwei Kondome aus der Packung gefehlt 
hätten, die A. früher einmal gekauft habe; sie habe sich dabei jedoch noch nichts 
gedacht, da sie darauf vertraut habe, dass nichts passiert sei, weil A. ihr dies 
versprochen habe (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 14. August 2008, 

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act. 5.20, S. 3 unten und 4 oben). Wie bereits aufgezeigt, nahm B. Versprechen 
selbst nicht sehr ernst und hatte sie nach einer anderen ihrer Aussagen das 
Vertrauen in A. bereits vor ihrer Reise nach GG. verloren. Zudem müssten zwei 
fehlende Kondome doch als starkes Indiz dafür gewertet werden, dass etwas 
vorgefallen sein konnte. Dass B. in dieser Situation und mit der von ihr 
behaupteten Kenntnis über frühere sexuelle Handlungen zwischen A. und C. nicht 
den Schluss gezogen haben will, dass in ihrer Abwesenheit etwas vorgefallen sein 
musste, erscheint nicht sehr überzeugend. Dies auch unter dem Aspekt, dass sie 
nach eigener Aussage in der Nacht nach der Auseinandersetzung mit A. sofort 
das Bild von diesem und C. im Kopf gehabt habe, wie sie sie vor ihrer Reise nach 
GG. erwischt habe, und schlecht gedacht habe, als sie aufgestanden sei und 
gesehen habe, dass A. nicht auf dem Sofa im Wohnzimmer sitze 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 14. August 2008, act. 5.20, S. 4). 
Ihre Aussage, es hä