# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f18a152b-0a30-5d97-9528-426cc1bcdb84
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.01.2012 725 11 333 (725 2011 333)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-11-333_2012-01-26.pdf

## Full Text

Seite 1 

 

 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

vom 26. Januar 2012 (725 11 333) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

Leistungen 

 
 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Christina Mar-
kiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Markus Schmid, 
Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SUVA, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 
106, 4053 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1979 geborene A.____ arbeitet seit dem 1. Oktober 2003 als Polizistin im Sicher-
heitsdepartement des Kantons Basel-Stadt. Am 1. Juni 2008 kam es laut Unfallmeldung vom 
24. Juli 2008 in einer Zelle zu einem Gerangel, wobei A.____ und die Insassin auf das Zellen-
bett stürzten und die Insassin A.____ an die Wand schlug. Am 17. Juni 2008 begab sich A.____ 
aufgrund stechender Schmerzen im Lendenwirbelbereich ins Spital Rheinfelden. Dr. B.____ 
äusserte den Verdacht auf eine Lumboischialgie. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht 
und richtete die gesetzlichen Leistungen aus. 
 

 
 
 

 

 

Mit Verfügung vom 27. September 2010 stellte die SUVA die Versicherungsleistungen per 15. 
Oktober 2010 ein. Aufgrund der Beurteilung des Kreisarztes vom 17. September 2010 seien die 
heute bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter 
Natur. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Markus Schmid, am 18. Oktober 2010 
Einsprache. Im Rahmen des Einspracheverfahrens wurde am 10. Juni 2011 eine bildgebende 
Abklärung der LWS und des ISG beim Institut Dr. C.____ durchgeführt. Der Versicherungsme-
diziner Dr. D.____ erklärte zu den Bildern am 8. August 2011, dass die im August 2008 diag-
nostizierte Diskushernie erheblich kleiner geworden und der Sequester in der Zwischenzeit ver-
schwunden sei. Eine Beschleunigung degenerativer Veränderungen im Bereich der Wirbelsäu-
le, welche Ausdruck einer richtunggebenden Verschlimmerung hätte sein können, könne bild-
gebend ausgeschlossen werden. Das auslösende Ereignis vom 1. Juni 2008 habe somit aus 
versicherungsmedizinischer Sicht lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines 
ohne Zweifel vorbestehenden erheblichen degenerativen und krankhaften Vorzustandes der 
LWS mit Schwerpunkt im Bereich L5/S1 geführt. Es könne als überwiegend wahrscheinlich an-
gesehen werden, dass am 15. Oktober 2010, mithin mehr als 28 Monate nach dem Unfallereig-
nis, der Status quo sine wieder erreicht gewesen sei. Mit Entscheid vom 16. August 2011 wies 
die SUVA die Einsprache ab. 
 
B. Gegen den ablehnenden Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat 
Markus Schmid, Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie be-
antragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die SUVA sei zu verpflichten, die 
gesetzlichen Leistungen über den 15. Oktober 2010 hinaus auszurichten.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 30. November 2011 beantragte die SUVA, vertreten durch 
Advokat Andrea Tarnutzer, die Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. 
März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das Ge-
setz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-
len und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person 
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versi-
cherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 
Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.  
 
2. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden 
hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 

 
 
 

 

 

Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 
(status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänz-
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei 
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten so-
wohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten 
massgebend (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b; Urteil 
8C_210/2007 vom 15. Mai 2008, E. 4.2 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung beschlägt dabei 
einzig die rechtlichen Folgen der Abklärung, insofern als dem Unfallversicherer die Beweislast 
zugewiesen wird für den Fall, dass ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeu-
tung für den andauernden Gesundheitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die Frage 
der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und 
vollständig zu klären (Urteile des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2011, 8C_476/2011, E. 6.3 
sowie Urteil vom 27. März 2008, 8C_540/2007, E. 4.3.2). 
 
3.1 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversiche-
rungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenver-
änderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraus-
setzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine 
Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeig-
net war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskusher-
nie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit 
auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und all-
fällige Operationen aufzukommen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 8C_677/2007 E 
2.3 mit Hinweisen; SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1). 
 
3.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin war der Unfall vom 1. Juni 2008 
nicht derart schwer, dass von einer unfallbedingten Verursachung der Bandscheibenverletzung 
auszugehen wäre. Gemäss Rechtsprechung ist ein Unfall denn auch nur in Ausnahmefällen 
geeignet, eine Bandscheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine gesunde Bandscheibe derart 
widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass 
die Bandscheibe verletzt würde (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 13. Juni 2005, U 441/04, 
E. 3.1 und vom 3. Januar 2005, U 332/03, E. 2 mit Hinweis). Wie die Versicherte zudem selbst 
ausführte, verspürte sie zwar nach dem Unfall ein Druck- und Stechgefühl im Gesäss- und Len-
denwirbelbereich, das radikuläre Reizsymptom trat dagegen erst nach über einer Woche auf. 
Zudem arbeitete sie nach dem Unfall eine gewisse Zeit weiter. Damit fehlen bereits die Voraus-
setzungen der sofortigen Arbeitsunfähigkeit und des unverzüglichen Auftretens des radikulären 
oder vertebralen Syndroms, um von einer unfallbedingt verursachten Diskushernie auszugehen. 
Demgegenüber ist anzunehmen, dass die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch 
den Unfall aktiviert wurde. 

 
 
 

 

 

 
4.1 Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und 
ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stummer) Vorzustand 
aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer nur Leistungen für das 
unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Mit 
dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt schliesslich die Teilursächlichkeit für die 
noch bestehenden Beschwerden (SVR 2010 UV Nr. 31 S 125; Urteil des Bundesgerichts vom 
5. Dezember 2011, 8C_476/2011 E. 6.1). Solange dieser Zeitpunkt nicht erreicht ist, hat die 
versicherte Person gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG auch Anspruch auf eine zweckmässige Be-
handlung gemäss Art. 10 UVG und zwar selbst dann noch, wenn sich die Gesundheitsschädi-
gung bei einer Gewichtung der konkurrierenden Ursachen zum stark überwiegenden Teil als 
Krankheitsfolge darstellt (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 8C_677/2007 E. 2.3.1, 
vom 1. Dezember 2011, 8C_381/2011 E. 2.2 und vom 5. Dezember 2011, 8C_476/2011 E. 6.2 
mit Hinweisen). 
 
4.2 Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, dass - sofern nicht eine traumatisch ausge-
löste Diskushernie vorliege - immerhin von einer richtungweisenden und nicht bloss von einer 
vorübergehenden Verschlimmerung auszugehen sei. Sie verweist dabei auf die Berichte von 
Dr. E.____, Chiropraktor, und Dr. med. F.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation. 
Die SUVA stellt sich in diesem Zusammenhang auf den Standpunkt, dass gestützt auf die Beur-
teilung ihres Kreisarztes Dr. med. G.____, FMH Allgemeine und Innere Medizin, vom 17. Sep-
tember 2011 und jener ihres Versicherungsmediziners Dr. med. D.____, FMH Chirurgie, vom 8. 
August 2011 davon auszugehen sei, dass die Diskushernie vorbestehend sei und der Unfall 
diese lediglich aktiviert und eine vorübergehende Verschlimmerung ausgelöst habe. Mittlerweile 
sei vom Status quo sine auszugehen. 
 
5.1 Zu beantworten ist demnach die Frage des Zeitpunkts des Erreichens des Status quo 
sine vel ante bzw. die Frage, ob die SUVA das Dahinfallen jeder - auch nur teilweise - kausalen 
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen des geklagten Gesundheitszustandes mit dem erfor-
derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen hat. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast 
beim Unfallversicherer (vgl. E.2).  
 
5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass das Abstellen auf die Berichte von Dr. 
G.____ vom 17. September 2010 und Dr. D.____ vom 8. August 2011 unzulässig sei, da es 
sich um Aktenbeurteilungen handle.  
 
5.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein 
reines Aktengutachten nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Dem reinen Aktengutach-
ten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im We-
sentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach-
verhalts geht. Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befun-
de mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuord-
nung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung 

 
 
 

 

 

verschieden bewertet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2011, 
8C_476/2011, E. 7.1 mit zahlreichen Hinweisen und Urteil des Bundesgericht vom 23. Septem-
ber 2009, 8C_33/2009 E. 3.4.1 bezüglich psychiatrische Gutachten). Im vorliegenden Fall geht 
es insbesondere um die Beurteilung von MRI-Bildern und ob aufgrund des röntgenologischen 
Befundes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass der 
Status quo sine erreicht ist. Somit spricht grundsätzlich nichts gegen eine Aktenbeurteilung. 
 
5.4 Dr. G.____ führte in seiner Aktenbeurteilung vom 17. September 2010 aus, dass der 
Radiologiebefund einschlägig sei. Die MRI-Bilder vom 14. August 2008 zeigten eine kleine, me-
diolateral rechtsseitige sequestrierte Diskushernie L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel S1 
im Recessus lateralis sowie einen Status nach Morbus Scheuermann. Es hätten keinerlei Ver-
änderungen im Sinne einer Verletzung der Wirbelsäule und der Anhangsorgane festgestellt 
werden können. Beim Unfallereignis vom 1. Juni 2008 sei eine lumbosacrale Diskushernie reak-
tiviert worden. Die erwähnte Diskushernie sei ein degenerativer Prozess, der nur ausnahms-
weise symptomatisch werde wie im vorliegenden Fall. Beim eingeklemmten Ischias vor etwa 
fünf Jahren dürfte es sich um dieselbe Wurzelkompression S1 rechts gehandelt haben. Die ak-
tuellen Beschwerden seien zwar etwas dauerhafter, es sei trotzdem von einem Status quo sine 
auszugehen, weil solche Diskushernien jederzeit zu Beschwerden führen könnten. Dauer-
schmerzen dürften lediglich in den ersten drei bis sechs Monaten bestanden haben, zermür-
bende Schmerzen dürften jedoch aufgrund der moderaten Therapie nicht vorgelegen haben. Es 
handle sich um keine spezielle Verletzung, sondern lediglich um eine jetzt spürbar gewordene 
Einengung der erwähnten Nervenwurzel. Zudem seien keine Eingriffe erforderlich gewesen. 
 
5.5 Zu Vergleichszwecken ordnete die SUVA neue MRI-Bilder der LWS an (vgl. Schreiben 
vom 12. April 2011). Die neue bildgebende Untersuchung vom 10. Juni 2011 ergab in Bezug 
auf die persistierenden tieflumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein mit Pa-
rästhesien folgende radiologische Diagnose: "Im Vergleich zur Voruntersuchung vom 14. Au-
gust 2008 ist die Diskushernie L5/S1 rechts deutlich dehydriert/geschrumpft um mindestens 
75%. Dennoch tangiert diese die Nervenwurzel S1 rechts, verlagert sich jedoch nicht. Unverän-
derte Residuen bei Status nach M. Scheuermann thoracolumbal. Minimale Spondylarthrosen 
L3/L4 -L5/S1 mit diskreten Reizergüssen DD Facettensyndrom. Diskrete Reizergüsse zeigen 
auch die ISG DD ISG-Syndrom/ISG-Überlastung. Keine Hinweise für eine Sacroileitis" (vgl. Be-
richt vom 5. Juli 2011). 
 
5.6 Dr. D.____ kam in seiner Stellungnahme zum neuesten MRI-Bericht vom 5. Juli 2011 
zum Schluss, dass anlässlich der ersten ärztlichen Untersuchung 16 Tage nach dem Unfaller-
eignis keine neurologischen Ausfälle der unteren Extremitäten bei der Versicherten diagnosti-
ziert worden seien. Die erste bildgebende Abklärung der Wirbelsäule erfolgte zweieinhalb Mo-
nate nach dem Unfallereignis und brachte den Nachweis einer medial-lateral, rechtsseitigen 
sequestrierten Diskushernie auf der Höhe L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel S1. Dar-
über hinaus sei das Vorliegen von Residuen eines Morbus Scheuermann dokumentiert worden. 
Diese Residuen fänden sich auf den hier vorliegenden Bildern in den Segmenten von Th12 bis 
L4. Hervorzuheben sei, dass die MRI-Bilder keine strukturellen Läsionen, weder knöchern noch 
ligamentär, im Bereich der LWS zeigten und auch keine Residuen einer solchen Verletzung. 

 
 
 

 

 

Die jetzt zur Verlaufskontrolle angefertigten MRI-Bilder der LWS ergäben, dass die Diskusher-
nie L5/S1 um 75% geschrumpft sei. Der Sequester sei nicht mehr dargestellt. In Bezug auf den 
Morbus Scheuermann hätten sich keinerlei Veränderungen ergeben. Auch die in der ersten 
Untersuchung beschriebenen Spondylarthrosen L3/L4, L4/L5 hätten an Umfang im Vergleich zu 
den MRI-Bildern im August 2008 nicht namhaft zugenommen. Es fänden sich auch auf diesen 
Bildern keine Hinweise auf eine zurückliegende knöcherne oder ligamentäre Läsion im Bereich 
der LWS. Es könne somit als bildgebend ausgewiesen angesehen werden, dass die im August 
2008 diagnostizierte Diskushernie erheblich kleiner geworden und der Sequester in der Zwi-
schenzeit verschwunden sei und eine Beschleunigung degenerativer Veränderungen im Be-
reich der Wirbelsäule, welche Ausdruck einer richtunggebenden Verschlimmerung hätte sein 
können, bildgebend ausgeschlossen werden könne. Das auslösende Ereignis vom 1. Juni 2008 
habe somit aus versicherungsmedizinischer Sicht lediglich zu einer vorübergehenden Ver-
schlimmerung eines ohne Zweifel vorbestehenden erheblichen, degenerativen und krankhaften 
Vorzustandes der LWS mit Schwerpunkt im Bereich L5/S1 geführt. In Anbetracht des dokumen-
tierten klinischen Verlaufs sowie in Übereinstimmung mit der medizinischen Fachliteratur könne 
es als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden, dass am 15. Oktober 2010, mithin mehr 
als 28 Monate nach dem Unfallereignis, der Status quo sine wieder erreicht gewesen sei. 
 
6.1 Gemäss der medizinischen Aktenlage ist von einem degenerativen Vorzustand auszu-
gehen. Dr. D.____ schliesst aufgrund eines Vergleichs der MRI-Bilder eine richtunggebende 
Verschlimmerung aus. Er vertritt die Auffassung, dass der Unfall vom 1. Juni 2008 zu einer vo-
rübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes geführt habe und nun der 
status quo sine erreicht sei. Er stützt seine Beurteilung auch auf die praxisgemäss anerkannte, 
grundsätzlich mitzuberücksichtigende medizinische Erfahrungstatsache, wonach eine traumati-
sche Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule 
in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlos-
sen zu betrachten sei (Urteile des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 8C_677/2007 E. 2.3.2 und 
vom 1. Dezember 2011, 8C_381/2011 E. 2.2). Ob diese, auf den Regelfall bezogene Erfah-
rungstatsache hier ohne weiteres zum Tragen kommt, ist aufgrund des Beschwerdenverlaufs, 
der letzten MRI-Untersuchung und den Ausführungen von Dr. E.____ fraglich. Gemäss den 
glaubhaften Schilderungen der Beschwerdeführerin war sie vor dem Unfall beschwerdefrei und 
übte den physisch fordernden Beruf als Polizistin im Aussendienst ohne jegliche Probleme aus. 
Erwähnt wird einzig, dass sie sich ca. im Jahr 2003 den Ischias-Nerv eingeklemmt hatte, wobei 
nach drei Sitzungen beim Chiropraktiker die Behandlung abgeschlossen werden konnte (vgl. 
Protokoll der SUVA vom 10. September 2008). Seit dem Unfall hat die Versicherte Beschwer-
den an der Bandscheibe und sie steht trotz Steigerung der Arbeitsfähigkeit weiterhin in Behand-
lung. Dr. E.____ berichtete mit ärztlichen Zwischenberichten vom 23. März 2009, 30. November 
2009 sowie vom 14. Juli 2010 über ein radikuläres LWS-Syndrom und wies darauf hin, dass 
keine unfallfremden Faktoren im Heilungsverlauf mitspielten. Da sich der Heilungsverlauf ver-
zögerte, wartete die SUVA richtigerweise mit der Einstellung des Falles zu. Im Rahmen des 
Einspracheverfahrens erachtete die SUVA es sodann als angezeigt, zu Vergleichszwecken 
neue MRI-Bilder anfertigen zu lassen. Gemäss radiologischer Diagnose von Dr. med. C.____, 
FMH für Radiologie, vom 5. Juli 2011 war die Diskushernie L5/S1 rechts zwar deutlich ge

 
 
 

 

 

schrumpft, sie tangierte jedoch immer noch die Nervenwurzel S1 rechts. Die Kompression der 
Nervenwurzel S1 war bereits im MRI vom 18. August 2008 erkennbar.  
 
6.2 Es stellt sich demnach die Frage, ob diese Nervenwurzelkompression verantwortlich ist 
für die noch bestehenden Beschwerden, womit erklärbar wäre, dass das Schmerzsyndrom wei-
terhin andauert. Wenn dem so wäre, wäre entgegen der Erfahrungstatsache noch eine Teilkau-
salität zwischen Unfall und heutigem Schmerzsyndrom vorhanden, womit der Fallabschluss zu 
früh erfolgt wäre. Zur tangierten Nervenwurzel S1 äusserte sich Dr. D.____ in seiner Stellung-
nahme vom 8. August 2011 jedoch nicht. Es steht somit offen, ob der Unfall vom 1. Juni 2008 
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit per 15. Oktober 
2010 jede - auch nur teilweise - kausale Bedeutung hinsichtlich der darüber hinaus geklagten 
und behandelten Rückenbeschwerden der Versicherten verloren hat. Die Untersuchungspflicht 
dauert jedoch so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (SVR 2010 AIV Nr. 2 S. 3). Die Vorinstanz, an welche 
die Sache zur ergänzenden medizinischen Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen ist, wird die 
Frage zu klären haben, ob die in den MRI-Bildern vom 18. August 2008 und 5. Juli 2011 er-
kennbare Kompression der Nervenwurzel S1 bzw. tangierte Nervenwurzel S1 verantwortlich ist 
für das nach wie vor andauernde Schmerzsyndrom. Weiter werden die Fragen zu beantworten 
sein, ob der Unfall vom 1. Juni 2008 allenfalls eine richtunggebende Aktivierung des degenera-
tiven Vorzustandes zumindest teilkausal mitverursacht hat oder ob trotz der tangierten Nerven-
wurzel S1 derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaf-
ten Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit per Oktober 2010 oder allenfalls später wieder erreicht wor-
den ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2011, 8C_476/2011 E. 7.4). In diesem 
Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 
 
7. Gemäss Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. Dem Rechtsvertreter wird folglich eine Entschädigung gemäss Honorarnote 
vom 16. Dezember 2011 in der Höhe von Fr. 2'255.-- (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) 
zu Lasten der SUVA zugesprochen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 

 

 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspra-
cheentscheid vom 16. August 2011 aufgehoben und die Angelegenheit 
zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 
Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die SUVA hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2'255.00 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  http://www.bl.ch/kantonsgericht