# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27378d3e-170c-5637-bf13-aabea8565f24
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2008 C-1145/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1145-2006_2008-08-29.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1145/2006

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 0 8  

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Bernard Vaudan, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Rudolf Grun.

E._______,
vertreten durch lic. iur. Annegret Lautenbach-Koch, 
Rechtsanwältin, Zollikerstrasse 4, Postfach, 8032 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1145/2006

Sachverhalt:

A.
Der aus der Türkei  stammende E._______ (geboren 1965)  gelangte 
am 28. August 1987 in die Schweiz und ersuchte um Asyl. Das Asylge-
such wurde am 20. Februar 1995 letztinstanzlich abgewiesen. Vor Ab-
lauf  der  im dabei  angesetzten Ausreisefrist  (30. Mai  1995)  heiratete 
der Beschwerdeführer am 21. April 1995 die 1956 geborene Schweizer 
Bürgerin R._______, worauf er eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton 
Zürich erhielt.
Gestützt auf diese Ehe stellte er am 2. Juni 1997 ein Gesuch um er-
leichterte Einbürgerung. Im Rahmen dieses Verfahrens unterzeichne-
ten er und seine Ehefrau am 1. Februar 2000 gemeinsam eine Erklä-
rung, wonach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen eheli-
chen Gemeinschaft an derselben Adresse zusammenlebten und dass 
weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestünden. Gleichzeitig 
nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, "dass die erleichterte Einbür-
gerung nicht möglich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungs-
verfahrens einer  der  Ehegatten  die  Trennung  oder  Scheidung  bean-
tragt hat oder keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht". 
Ebenfalls  bestätigten  sie  ihre  Kenntnisnahme  davon,  dass  die  Ver-
heimlichung solcher Umstände zur Nichtigerklärung der Einbürgerung 
führen könne. Am 16. Februar 2000 wurde der Beschwerdeführer ge-
stützt auf Art. 27 des Bundesgesetzes vom 29. September 1952 über 
Erwerb und Verlust  des Schweizer Bürgerrechts (Bürgerrechtsgesetz 
[BüG],  SR 141.0)  erleichtert  eingebürgert.  Mit  Urteil  des  Bezirksge-
richts Pfäffikon (ZH) vom 3. Juli 2001 (am 28. August 2001 in Rechts-
kraft  erwachsen)  wurde  die  Ehe  des  Beschwerdeführers  mit 
R._______ geschieden. Am 7. November 2001 hat er sich in der Türkei 
mit einer türkischen Staatsangehörigen verheiratet.

B.
In einem Schreiben vom 14. Oktober 2003 teilte die Vorinstanz dem 
Beschwerdeführer  mit,  es bestehe Grund zur  Annahme, dass er  die 
Einbürgerung erschlichen habe und dass die Voraussetzungen für eine 
Nichtigerklärung nach Art. 41 BüG erfüllt seien. Gleichzeitig wurde er 
aufgefordert,  zur  Frage der allfälligen Nichtigerklärung der Einbürge-
rung, zur Trennung und Scheidung von der schweizerischen Ehefrau 
sowie zur Wiederverheiratung mit einer türkischen Staatsangehörigen 
Stellung zu nehmen. Der Beschwerdeführer nahm hierzu mit  Schrei-
ben vom 1. Dezember 2003 erstmals Stellung. Dabei machte er gel-

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tend,  aus  seiner  Sicht  sei  zum  Zeitpunkt  der  Erklärung  (1. Februar 
2000) die Ehe stabil gewesen. Erst nachdem er im Sommer 2000 eine 
Fremdbeziehung seiner  Ehefrau entdeckt  habe,  sei  es  zur  Trennung 
gekommen. Aus dem Umstand,  dass  er  am 7. November  2001 eine 
türkische Staatsangehörige geheiratet habe, lasse sich nichts zu sei-
nen Lasten ableiten, zumal er damals von seiner schweizerischen Ex-
Ehefrau bereits mehr als ein Jahr getrennt gewesen sei.

C.
In einem Schreiben vom 2. Februar 2004 an die Vorinstanz legte die 
Ex-Ehefrau dar, sie und der Beschwerdeführer hätten bis zum Sommer 
2000 eine schöne Ehe geführt. Dann habe sie einen anderen Mann 
kennengelernt. Schliesslich hätten sie sich scheiden lassen. Auch heu-
te noch seien sie gute Freunde.

D.
Auf Veranlassung der Vorinstanz wurde die schweizerische Ex-Ehefrau 
von der Kantonspolizei Zürich am 1. April 2004 einvernommen. Dabei 
brachte sie vor, sie habe den Beschwerdeführer 1984 (recte: 1994) in 
einem Tanzlokal in Winterthur kennengelernt. Nach ca. einem Jahr hät-
ten sie geheiratet, wobei der Anstoss zur Heirat vom Beschwerdefüh-
rer  ausgegangen sei. Dabei  habe sie gewusst,  dass er  die Schweiz 
hätte verlassen müssen. Im Juni 1995 (recte: 2000) sei der Beschwer-
deführer  ferienhalber  in  die Türkei  gegangen. Nach seiner  Rückkehr 
habe er ihr vorgeworfen, dass sie einen anderen Mann habe. Dies sei 
für sie ein völlig grund- bzw. haltloser Vorwurf gewesen. Noch am glei-
chen Tag sei  er  bei  ihr  ausgezogen. Erst  nach diesem Auszug,  d.h. 
fünf Monat später habe sie einen anderen Mann kennen gelernt. Diese 
Beziehung habe bezüglich der Trennung keine Rolle gespielt.

E.
Wegen der  Widersprüche zwischen den Angaben im Schreiben vom 
2. Februar 2004 und den Aussagen bei der Einvernahme vom 1. April 
2004 wurde die Ex-Ehefrau am 17. September 2004 ein zweites Mal 
von der Kantonspolizei Zürich befragt. Dabei bestätigte sie die bereits 
am 1. April 2004 gemachten Aussagen und fügte hinzu, dass sie das 
Schreiben vom 2. Februar 2004 nach einer Vorlage des Ex-Eheman-
nes abgeschrieben habe. Sie sei  dabei von ihm überrumpelt  worden 
und habe nicht  gewusst,  wofür  dieses  Schreiben bestimmt gewesen 
sei. 

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F.
In  seiner  abschliessenden  Stellungnahme  vom  20.  Dezember  2004 
führte der Beschwerdeführer aus, die Befragung der Ex-Ehefrau zeige 
zusammenfassend, dass die Ehegatten aus Liebe geheiratet und bis 
im Juni 2000 eine schöne Ehe gehabt hätten. Somit habe im Zeitpunkt 
der erleichterten Einbürgerung im Februar 2000 aus Sicht beider Ehe-
gatten eine intakte Ehe bestanden. Unterschiedlich würden die Ereig-
nisse im Sommer 2000 geschildert. Diesbezüglich sei der Beschwer-
deführer nach wie vor überzeugt,  dass während seiner Abwesenheit 
ein anderer Mann auf seinem Kopfkissen gelegen habe. Die Ex-Ehe-
frau habe ihren heutigen Freund, welcher Koch an ihrem Arbeitsplatz 
gewesen sei, bereits im Juni 2000 gekannt. Auch wenn die Darstellung 
der Ex-Ehefrau stimmen würde,  so habe sich der Beschwerdeführer 
erst im Sommer 2000 von ihr abgewendet. In diesem Verhalten ein jah-
relanges Vorspielen von Gefühlen zu sehen,  sei  sehr unwahrschein-
lich. Die Aussagen der Ex-Ehefrau könnten durch zwischenzeitlich er-
lebte Verletzungen beeinflusst worden sein. Wolle man den Ereignis-
sen  im  Sommer  2000  wider  Erwarten  eine  Bedeutung  zumessen, 
müsste der Beschwerdeführer und allenfalls weitere Zeugen, eventuell 
in einer Konfrontation mit der Ex-Ehefrau, befragt werden.

G.
Am 4. Januar 2005 erteilte das Gemeindeamt des Kantons Zürich die 
Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

H.
Mit Verfügung vom 17. Januar 2005 erklärte die Vorinstanz die erleich-
terte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  für  nichtig.  Zur  Begrün-
dung wurde dargelegt, die zeitliche Nähe zwischen der definitiven Ab-
lehnung des Asylgesuches am 20. Februar 1995, der Ansetzung einer 
Ausreisefrist  auf  den 30. Mai  1995 sowie der Verheiratung mit  einer 
Schweizer Bürgerin am 21. April  1995 würde darauf hinweisen, dass 
sich  der  Beschwerdeführer  bei  der  Heirat  wenigstens  teilweise  von 
zweckfremden Motiven,  namentlich der Sicherung des Aufenthalts  in 
der Schweiz sowie der Möglichkeit einer erleichterten Einbürgerung zu 
einem späteren Zeitpunkt,  habe leiten lassen. In  Anbetracht  der  ge-
samten  Umstände  werde  als  erwiesen  angesehen,  dass  beim  Be-
schwerdeführer jedenfalls im Zeitpunkt seiner erleichterten Einbürge-
rung kein auf die Zukunft  gerichteter Ehewille bestanden habe. Sein 
Verhalten im weiteren Verlauf belege, dass sich für ihn mit seiner er-
leichterten Einbürgerung der Zweck der Ehe erfüllt  habe. Mit  seinen 

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Anschuldigungen  an  die  Adresse  der  Ex-Ehefrau  habe  er  das 
Scheitern der Ehe geradezu provoziert. Die Aussagen der Ex-Ehefrau 
seien nicht  zuletzt  deshalb  glaubwürdig,  weil  diese nicht  durchwegs 
ein  negatives  Bild  der  Ehe  zeichnen  würden.  Hingegen  könne  der 
Beschwerdeführer keine grosse Glaubwürdigkeit beanspruchen, habe 
er  doch  versucht,  mittels  eines  konstruierten  Schreibens  der  Ex-
Ehefrau auf das vorliegende Verfahren Einfluss zu nehmen. Indem er 
gegenüber  der  Einbürgerungsbehörde seine tatsächlichen  Absichten 
und  Beweggründe  verheimlicht  und  mit  der  Unterzeichnung  der 
Erklärung  betreffend  eheliche  Gemeinschaft  den  unzutreffenden 
Eindruck  erweckt  habe,  er  habe  einen  auf  die  Zukunft  gerichteten 
Ehewillen, habe er den Tatbestand von Art. 41 BüG erfüllt.

I.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 12. Februar 2005 an das Eidgenössische 
Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beantragt der Beschwerdefüh-
rer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Feststellung, 
dass  er  Schweizer  Bürger  sei.  In  seiner  Begründung  hält  der  Be-
schwerdeführer daran fest, dass – auch gestützt auf die Befragungen 
der  Ex-Ehefrau  –  die  Ehegatten  aus  Liebe  geheiratet  und  bis  Juni 
2000  eine  schöne  Zeit  verbracht  hätten.  Die  Ex-Ehefrau  bestätige 
auch, dass der Beschwerdeführer eifersüchtig und misstrauisch gewe-
sen  sei,  sowie  dass  er  ihr  Vorwürfe  gemacht  habe,  einen  anderen 
Mann  zu  haben.  Sie  bestätige  ebenfalls,  dass  es  bis  zum  Sommer 
2000 zu keinen Streitereien und Differenzen gekommen sei. Die Tren-
nung sei für beide Ehegatten überraschend gekommen. Wenn die Ex-
Ehefrau sich heute ausgenützt fühle, so gründe dies in einer allgemei-
nen Enttäuschung über die Scheidung ihrer Ehe und vielleicht darin, 
dass der Beschwerdeführer so rasch wieder eine neue Beziehung ein-
gegangen und daraus auch eine Tochter hervorgegangen sei. Entge-
gen den Ausführungen der Vorinstanz würden sich aus den Akten kei-
nerlei  Hinweise  ergeben,  dass  beim Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt 
seiner erleichterten Einbürgerung kein auf die Zukunft gerichteter Ehe-
wille bestanden habe. Beide Ehegatten seien sich ja einig, dass sie bis 
im Sommer 2000 eine intakte Ehe geführt hätten. Angesichts einer er-
höhten Scheidungsrate in städtischen Gebieten und bei multikulturel-
len Beziehungen habe die Vorinstanz ihr Ermessen weit überschritten, 
wenn sie solche Rückschlüsse ziehe. Dies sei lebensfremd, denn Be-
ziehungen würden manchmal schleichend, manchmal – wie im vorlie-
genden  Fall  –  aber  auch  plötzlich  scheitern.  Der  Beschwerdeführer 
verweist ferner auf die von der Vorinstanz nicht gewürdigten Aussagen 

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zweier bekannter Personen vom 10. und 14. Februar 2000, wonach die 
Ehegatten  eine  glückliche  und  harmonische  Ehe  geführt  hätten.  Im 
Zweifelsfall  hätten  diese  Personen  befragt  werden  müssen.  Zum 
Rechtlichen wird schliesslich ausgeführt, dass das Gesetz einen stren-
gen Massstab an die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung 
wegen  falscher  Angaben oder  Verheimlichung erheblicher  Tatsachen 
stelle. Aus dem nachträglichen Scheitern der Ehe dürfe nur beim Vor-
liegen weiterer wichtiger Gründe darauf geschlossen werden. Lediglich 
der Umstand, dass sich die Ehegatten uneinig seien, weshalb die Ehe 
im Sommer 2000 in die Brüche gegangen sei, sich aber einig seien, 
dass die Ehe bis zu diesem Zeitpunkt intakt gewesen sei, könne hier-
für nicht genügen.

J.
Nach Einreichung eines entsprechenden Begehrens vom 4. April 2005 
hiess  die  instruierende  Behörde  des  EJPD  mit  Zwischenverfügung 
vom 12. April  2005 das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege gut, wobei ihm Rechtsanwältin 
Annegret Lautenbach-Koch als unentgeltliche Rechtsbeiständin beige-
geben wurde.

K.
Die Vorinstanz beantragt  in ihrer  Vernehmlassung vom 26. Mai  2005 
unter Hinwies auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 
die Abweisung der Beschwerde.

L.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1
Verfügungen  des  BFM  über  die  Nichtigerklärung  einer  erleichterten 
Einbürgerung können mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 
angefochten werden (Art. 51 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 ff. des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

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1.2 Beim EJPD als einer der Vorgängerorganisationen des Bundesver-
waltungsgerichts zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsge-
richtsgesetzes am 1. Januar 2007 noch hängige Beschwerdeverfahren 
in  dieser  Materie  werden  vom  Bundesverwaltungsgericht  übernom-
men. Die  Beurteilung erfolgt  nach Massgabe des neuen Verfahrens-
rechts (Art. 53 Abs. 2 VGG). Dieses verweist in Art. 37 VGG auf das 
Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz keine ab-
weichenden Bestimmungen aufstellt (vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG). 

1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer durch die ange-
fochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- 
und formgerecht eingereichte Beschwerde ist  daher einzutreten (vgl. 
Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt seines Entschei-
des (vgl. E. 1.2 des in  BGE 129 II  215 teilweise publizierten  Urteils 
2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1  BüG kann ein Ausländer  nach der  Ehe-
schliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung stellen, wenn er insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-
wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher 
Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt. Nach dem Wortlaut und 
Wortsinn der Bestimmung müssen sämtliche Voraussetzungen sowohl 
im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbür-
gerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es insbesondere im Zeitpunkt des 
Entscheids an der ehelichen Gemeinschaft,  darf die erleichterte Ein-

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bürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 130 II 482 E. 2 S. 484; 
129 II 401 E. 2.2 S. 403).

3.2 Der  Begriff  der  "ehelichen  Gemeinschaft"  im  Sinne  des  Bürger-
rechtsgesetzes  unterscheidet  sich  nach  bundesgerichtlicher  Recht-
sprechung  von  demjenigen  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs 
vom  10.  Dezember  1907  (ZGB,  SR  210),  wie  er  beispielsweise  in 
Art. 159 ZGB verwendet wird. Er verlangt über die formelle Ehe hinaus 
den  Bestand  einer  tatsächlichen  Lebensgemeinschaft.  Eine  solche 
kann nur bejaht werden, wenn der beidseitige, auf die Zukunft gerich-
tete Wille zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft intakt ist (BGE 130 
II 482 E. 2 S. 484). Denn der Gesetzgeber wollte dem ausländischen 
Ehegatten eines Schweizer Bürgers die erleichterte Einbürgerung er-
möglichen, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten gerade im 
Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft  zu fördern (vgl. Botschaft  des 
Bundesrats vom 27. August 1987 zur Änderung des Bürgerrechtsge-
setzes, BBl  1987 III  310). Ein Hinweis auf  den fehlenden Willen der 
Ehegatten,  die eheliche Gemeinschaft  aufrecht  zu erhalten,  kann im 
Umstand liegen,  dass  kurze Zeit  nach der  Einbürgerung das Schei-
dungsverfahren eingeleitet wird.

3.3 Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundes-
amt mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jah-
ren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-
heimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen, d.h. mit einem unlaute-
ren oder  täuschenden Verhalten  erwirkt  worden ist. Arglist  im Sinne 
des  strafrechtlichen  Betrugstatbestandes  wird  nicht  verlangt.  Es  ge-
nügt,  wenn der Betroffene bewusst  falsche Angaben macht  bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebli-
che Tatsache zu informieren (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f., 130 
II 482 E. 2 S. 484, je mit Hinweisen). Weiss der Betroffene, dass die 
Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt 
der Verfügung vorliegen müssen, so muss er die Behörden unaufgefor-
dert  über  eine  nachträgliche  Änderung  der  Verhältnisse  orientieren, 
von der er weiss oder wissen muss, dass sie einer Einbürgerung ent-
gegegensteht.  Die  Pflicht  dazu  ergibt  sich  aus  dem  Grundsatz  von 
Treu  und  Glauben  und  aus  der  verfahrensrechtlichen  Mitwirkungs-
pflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrer-
seits darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte bei passi-
vem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor der Wirklichkeit  ent-

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sprechen (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.). Mit anderen Worten 
setzt die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung nicht voraus, 
dass im Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung bzw. der erleichterten 
Einbürgerung bereits konkrete Schritte bezüglich Trennung oder Schei-
dung unternommen worden sind. Es genügt wenn im fraglichen Zeit-
raum Trennungs- oder Scheidungsabsichten bestehen und dies gegen-
über der Behörde bewusst verschwiegen wird.

4.
Die formellen Voraussetzungen gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG für  eine 
Nichtigerklärung sind vorliegend erfüllt. Der Kanton Zürich als Heimat-
kanton hat die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Ein-
bürgerung erteilt und die Nichtigerklärung ist seitens der zuständigen 
Instanz  innert  der  gesetzlichen  Frist  von fünf  Jahren ergangen (vgl. 
dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1140/2006 vom 17. De-
zember 2007, E. 3, mit  Hinweisen auf  die bundesgerichtliche Recht-
sprechung).
Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob auch die materiellen Voraussetzun-
gen gegeben sind, ob der Beschwerdeführer mit andern Worten seine 
Einbürgerung durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher 
Tatsachen im Sinne der oben stehenden Erwägungen erschlichen hat.

5.
5.1 Im  Verfahren  betreffend  Widerruf  der  erleichterten  Einbürgerung 
gilt, wie in der Bundesverwaltungsrechtspflege allgemein, der Untersu-
chungsgrundsatz  (Art.  12  VwVG)  und  der  Grundsatz  der  freien  Be-
weiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). Frei 
ist die Beweiswürdigung vor allem darin, dass sie nicht an bestimmte 
starre Beweisregeln gebunden ist,  die dem Richter  genau vorschrei-
ben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweis-
wert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage Bern 1983, S. 278 f.; 
zu den Beweismitteln: BGE 130 II 169 E. 2.3.2 ff.). Die Folgen der Be-
weislosigkeit trägt die Verwaltung (Beweislast).

5.2 Von entscheidender Bedeutung in einem Verfahren wie dem vorlie-
genden ist die Frage, ob die Ehe im massgeblichen Zeitraum (während 
des gesamten Gesuchsverfahrens) tatsächlich gelebt wurde, und falls 
ja,  ob  bei  den  Ehepartnern  der  ungebrochene  Wille  bestand,  diese 
Ehe auf unbestimmte Zeit fortzuführen. Nun handelt es sich aber ins-

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besondere beim Willen, die eheliche Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, 
um eine innere, mentale Haltung, die sich naturgemäss dem direkten 
Beweis entzieht. Die Verwaltung kommt deshalb im Rahmen der Be-
weiswürdigung nicht darum herum, von bekannten Tatsachen (Vermu-
tungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Bei den 
tatsächlichen Vermutungen handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfol-
gerungen,  die  auf  Grund der  Lebenserfahrung gezogen werden. Als 
ein Problem der Beweiswürdigung berühren die tatsächlichen Vermu-
tungen weder die Beweislast noch den Untersuchungsgrundsatz. Letz-
terer gebietet zwar, dass die Verwaltung auch nach entlastenden, das 
heisst  die Vermutung erschütternden Elementen sucht. Bei  Sachver-
halten im Zusammenhang mit der erleichterten Einbürgerung liegt es 
aber in der Natur der Sache, dass solche entlastenden Elemente der 
Verwaltung oft nicht bekannt sein dürften und nur der Betroffene darü-
ber Bescheid wissen kann. Es ist  deshalb am Betroffenen,  der dazu 
nicht nur aufgrund seiner Mitwirkungspflicht (Art. 13 VwVG) verpflichtet 
ist,  sondern daran auch ein erhebliches Eigeninteresse haben muss, 
die Vermutung durch den Gegenbeweis oder durch erhebliche Zweifel 
umzustürzen,  indem er  Gründe oder  Sachumstände aufzeigt,  die  es 
als überzeugend (nachvollziehbar) erscheinen liessen, dass eine an-
geblich noch wenige Monate zuvor bestehende, ungetrennte eheliche 
Gemeinschaft in der Zwischenzeit dergestalt in die Brüche ging, dass 
es zur Scheidung kam (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 ff. mit weiteren 
Hinweisen und Quellenangaben).

6.
Aus den Akten ergibt sich der folgende Sachverhalt: Der Beschwerde-
führer gelangte im August 1987 in die Schweiz und ersuchte um Asyl. 
Mit Verfügung vom 18. März 1992 wurde das Asylgesuch vom Bundes-
amt für Flüchtlinge (heute: BFM) erstinstanzlich abgewiesen. Die dage-
gen  erhobene  Beschwerde  wies  die  Schweizerische  Asylrekurskom-
mission mit Urteil vom 20. Februar 1995 letztinstanzlich ab. Noch vor 
Ablauf der Ausreisefrist (30. Mai 1995) heiratete der Beschwerdeführer 
R._______, welche er ca. ein Jahr vorher in einem Tanzlokal kennen 
gelernt  hatte. Am 2. Juni 1997 stellte  er  ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung. Im Rahmen dieses Verfahrens unterzeichnete er zusam-
men mit seiner Ehefrau am 1. Februar 2000 die Erklärung, wonach sie 
in einer intakten ehelichen Gemeinschaft leben würden, worauf am 16. 
Februar  2000  die  erleichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers 
erfolgte. Im Sommer 2000 (Ende Juni) kam es zur Trennung und per 1. 
Oktober 2000 meldete sich der Beschwerdeführer von der ehelichen 

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Wohnadresse ab. Mit Urteil vom 3. Juli 2001 wurde die Ehe geschie-
den. Am 7. November 2001 heiratete er in der Türkei eine Landsmän-
nin.

7.
Die dargestellten Eckdaten, namentlich die enge zeitliche und die übri-
ge Korrelation zwischen dem Abschluss des Asylverfahrens und der 
Aufnahme einer Beziehung zu einer Schweizerbürgerin bzw. der nach-
folgenden Heirat einerseits und zwischen der erleichterten Einbürge-
rung  und  der  Scheidung  sowie  der  Wiederverheiratung  andererseits 
sprechen gegen den Beschwerdeführer. Sie rechtfertigen die natürli-
che  Vermutung,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  schweizeri-
schen Ehegattin zum Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung bzw. der 
erleichterten Einbürgerung nicht mehr in einer stabilen Gemeinschaft 
lebte (zur Bedeutung und Tragweite der natürlichen Vermutung im Ver-
fahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung vgl. grund-
legend BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

8.
Nachfolgend ist  zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in der Lage ist, 
diese natürliche Vermutung zu widerlegen. Dazu braucht er zwar nicht 
den Nachweis zu erbringen,  dass  die  Ehe zum massgeblichen Zeit-
punkt intakt war, denn eine tatsächliche Vermutung führt nicht zur Um-
kehr  der  Beweislast.  Es  genügt,  wenn  der  Beschwerdeführer  eine 
plausible  Alternative  zur  dargestellten  Vermutungsfolge  präsentieren 
kann. Er kann den Gegenbeweis erbringen, sei es indem er glaubhaft 
den Eintritt eines ausserordentlichen Ereignisses dartut, das geeignet 
ist, den raschen Verfall der ehelichen Bande zu erklären, und dass er 
demzufolge zum Zeitpunkt,  als  er  die Erklärung unterzeichnete,  den 
wirklichen Willen hatte, weiterhin eine stabile eheliche Beziehung auf-
recht zu erhalten (vgl. das oben zitierte Urteil sowie Urteile des Bun-
desgerichts  5A.13/2005  vom  6.  September  2005  E.  4.2  und 
5A.23/2005 vom 22. November 2005 E. 5.2). Angesichts der Indizien, 
auf die sich die natürliche Vermutung vorliegend stützt, sind indessen 
keine geringen Anforderungen zu stellen, wenn es darum geht glaub-
haft  zu machen, dass die Ehe erst  nach der erleichterten Einbürge-
rung in die Krise kam und scheiterte.

8.1 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die Ehe sei im 
Sommer 2000 plötzlich (überraschend) in die Brüche gegangen bzw. 
gescheitert.  Die  Ehegatten  hätten  aus  Liebe  geheiratet  und  bis  im 

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Sommer 2000 eine intakte Ehe geführt.
Dem ist entgegenzuhalten, dass zwar auch nach den Angaben der Ex-
Ehefrau die Ehe nicht mit grossen Schwierigkeiten und Problemen be-
haftet  gewesen sei. Sie bringt aber deutlich zum Ausdruck, dass sie 
keine  gemeinsamen Interessen  gehabt,  nicht  viel  gemeinsam unter-
nommen und quasi aneinander vorbeigelebt hätten (vgl. Einvernahme-
protokoll der Kantonspolizei Zürich vom 1. April 2004, S. 2). Die Aus-
sagen der Ehefrau, welche sie zudem in einer zweiten Einvernahme 
am 17. September 2004 vollumfänglich bestätigte, sind wie die Vorin-
stanz  zutreffend ausführte,  glaubwürdiger  als  jene des Beschwerde-
führers. Dies nicht zuletzt deshalb, weil er – was im Übrigen nicht be-
stritten wird – mit einem konstruierten Schreiben versucht hat, auf das 
vorinstanzliche Verfahren Einfluss  zu nehmen. Gerade wegen dieser 
Vorgehensweise sieht es auch das Bundesverwaltungsgericht letztlich 
als erwiesen an, dass der Beschwerdeführer im Sommer 2000 seiner 
Ehefrau grundlos eine Fremdbeziehung vorgeworfen hat,  um so das 
endgültige Scheitern der Ehe zu provozieren und möglichst rasch zu 
einer Scheidung zu kommen. Einen auf die Zukunft gerichteten Ehe-
willen – selbst wenn dieser bei der Eingehung der Ehe noch vorhan-
den gewesen sein sollte – lag beim Beschwerdeführer auf jeden Fall 
zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Erklärung bzw. der erleichterten 
Einbürgerung nicht mehr vor.

8.2 In Bezug auf die angeblich glücklich und harmonisch geführte Ehe 
verweist der Beschwerdeführer im Weiteren auf die von der Vorinstanz 
nicht gewürdigten Aussagen zweier bekannter Personen vom 10. und 
14. Februar 2000 und macht geltend, dass diese Personen im Zwei-
felsfalle hätten befragt werden müssen.

8.2.1 Die Einvernahme von Zeuginnen und Zeugen ist im Verwaltungs-
verfahren ein subsidiäres Beweismittel, d.h. sie ist nach Art. 14 VwVG 
nur unter der einschränkenden Voraussetzung anzuordnen, dass sich 
der  Sachverhalt  auf  andere  Weise  nicht  hinreichend  abklären  lässt 
(zum Ganzen vgl. BGE 130 II 169 E. 2.3.3 oder BBl 1965 II 1366/67).
Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 37 BZP verpflichtet die Behörde sodann nicht, 
alles und jedes was wünschbar wäre, abzuklären. Bei der Auswahl der 
Beweismittel  berücksichtigt  sie  vielmehr  deren  Tauglichkeit  und  Be-
weiskraft  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,  Zürich 1998, Rz. 276). 
Zusätzliche Abklärungen sind insofern nur dann vorzunehmen, wenn 
hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 

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ergebender Anhaltspunkte Anlass besteht.
Von beantragten Beweisvorkehren kann abgesehen werden, wenn der 
Sachverhalt,  den eine Partei  beweisen will,  nicht  rechtserheblich ist, 
wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornher-
ein gewiss ist,  dass der angebotene Beweis keine wesentlich neuen 
Erkenntnisse zu vermitteln vermag oder wenn die Behörde den Sach-
verhalt aufgrund eigener Sachkunde ausreichend würdigen kann (vgl. 
KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 mit 
Hinweis). Gelangt  die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung 
zur Überzeugung, der zu beweisende Sachverhalt  sei  nicht rechtser-
heblich oder der angebotene Beweis nicht geeignet, weitere Abklärun-
gen herbeizuführen, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet 
werden (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 130 II 169 nicht 
publizierte E. 2.1; ferner BGE 127 I E. 2b S. 56, BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162, BGE 119 V 335 E. 2c S. 344; Verwaltungspraxis der Bundesbe-
hörden [VPB] 69.78 E. 5a).

8.2.2 In casu möchte der Beschwerdeführer durch entsprechende Be-
rücksichtigung  der  genannten  Referenzschreiben  bzw.  durch  Befra-
gung  dieser  Personen  nicht  nur  beweisen,  dass  die  Ehegatten  eine 
glückliche und harmonische Ehe geführt  hätten,  sondern  auch dass 
die Ehe noch im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung stabil gewe-
sen  sei.  Er  verkennt  dabei  aber,  dass  diese  Referenzschreiben  die 
Wahrnehmung von Drittpersonen über das äussere Erscheinungsbild 
der  Ehegatten  (gemeinsames  Auftreten)  schildern  und  kaum  einen 
Einblick über die inneren Beweggründe geben. Zudem ist davon aus-
zugehen, dass die Einvernahme dieser Drittpersonen nicht zu neuen 
Erkenntnissen führen, sondern lediglich die in den Referenzschreiben 
gemachten Vorbringen – soweit für das vorliegende Verfahren relevant 
– bestätigen.
Auf  die  –  ohnehin  nur  subsidiär  zulässigen  –  Zeugeneinvernahmen 
kann daher verzichtet und die entsprechende Beweiswürdigung inso-
weit vorweggenommen werden.

9.
Die  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  gemäss  Art.  41 
Abs. 1 BüG setzt voraus, dass diese "erschlichen", d.h. mit einem un-
lauteren und täuschenden Verhalten erwirkt worden ist. Nach dem bis-
her Gesagten kann der Beschwerdeführer nicht überzeugend dartun, 
dass er  im Zeitpunkt  der Erklärungsabgabe und der Gewährung der 
erleichterten Einbürgerung in einer stabilen und in jeder Beziehung in-

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takten ehelichen Gemeinschaft mit seiner Ehefrau lebte und dass die-
se Ehe erst wegen der ihr vorgeworfenen Fremdbeziehung in die Brü-
che ging. Vermutungsbasis und Vermutungsfolgen wurden nicht umge-
stossen  bzw. konnten  nicht  ernsthaft  in  Frage  gestellt  werden.  Der 
rechtliche Schluss der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer mit 
der Unterzeichnung der Erklärung erhebliche Tatsachen im Sinne von 
Art.  41  BüG  verheimlicht  und  den  unzutreffenden  Eindruck  erweckt 
habe, einen auf die Zukunft gerichteten Ehewillen zu haben, ist somit 
nicht zu beanstanden.

10.
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

11.
Da  dem  Beschwerdeführer  die  unentgeltliche  Rechtspflege  samt 
Rechtsverbeiständung gewährt wurde, ist er davon befreit, für die ent-
standenen  Verfahrenskosten  aufzukommen.  Aus  demselben  Grund 
sind die Kosten der Rechtsvertretung von der erkennenden Behörde 
zu übernehmen und der Rechtsbeiständin ist gemäss Art. 9 ff. des Re-
glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  eine Ent-
schädigung von Fr. 1'200.- (inkl. MWST) auszurichten. Dieser Betrag 
ist vom Beschwerdeführer dem Bundesverwaltungsgericht zurückzuer-
statten,  sollte  er  später  zu  hinreichenden  Mitteln  gelangen  (Art.  65 
Abs. 4 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Für ihre anwaltschaftlichen Bemühungen wird Rechtsanwältin lic. iur. 
Annegret  Lautenbach-Koch eine Entschädigung von Fr. 1'200.-  (inkl. 
MWST) ausgerichtet.

4.
Diesen Betrag hat der Beschwerdeführer dem Bundesverwaltungsge-
richt zurückzuerstatten, sollte er nachträglich zu hinreichenden Mitteln 
gelangen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung;  Akten  Ref-Nr.  [...] 

zurück)
- das Gemeindeamt des Kantons Zürich, Abt. Einbürgerungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Rudolf Grun

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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