# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca7debc9-f33d-5b6a-b3e2-5a1a07889550
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.09.2023 720 21 328 / 212 (720 2021 345 / 213)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-328---212_2023-09-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 21. September 2023 (720 21 328 / 212, 720 21 345 / 213) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Die Verwertung der Arbeitsfähigkeit ist dem unter einem Asperger-Syndrom und an einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung leidenden Versicherten sozial-praktisch nicht mehr 

zumutbar. Gerichtsgutachten. Rückwirkender Anspruch auf eine ganze IV-Rente.  

 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Stephan 
Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Der 1990 geborene und zuletzt bis 31. März 2019 als Allrounder erwerbstätig gewesene 
A.____ erlitt am 23. April 2018 einen Fersenbeinbruch. Am 8. September 2018 wurde er von einer 
Gruppe junger Personen angegriffen. Dabei zog er sich eine Commotio cerebri mit Jochbeinhä-

 
 
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matom, eine Schürfwunde sowie mehrere Kontusionen zu. Die Unfallversicherung des Versicher-
ten hat für die Folgen dieser beiden Unfallereignisse die gesetzlichen Leistungen in Form von 
Taggeldern und Heilbehandlungskosten erbracht. Am 10. Dezember 2018 hat die Arbeitgeberin 
das Arbeitsverhältnis von A.____ per Ende März 2019 aufgelöst.  
 
B. Am 7. Februar 2019 meldete sich A.____ unter Hinweis auf starke Kopfschmerzen, Na-
cken-, Rücken- und Brustschmerzen sowie Atemprobleme und eine Amnesie bei der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitli-
chen und der erwerblichen Verhältnisse, insbesondere nach Einholung eines bidisziplinären, 
rheumatologisch-psychiatrischen Verwaltungsgutachtens bei Dr. med. B.____, FMH Rheumato-
logie und Innere Medizin, vom 8. Januar 2021 und bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 21. Januar 2021 ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren in Anwendung der allgemeinen Methode ab 1. August 
2019 einen Invaliditätsgrad von 100% und ab 1. Januar 2020 einen solchen von 57%. Mit Verfü-
gung vom 14. September 2021 sprach sie dem Versicherten ab 1. Oktober 2021 eine unbefristete 
halbe Rente zu. Mit Verfügung vom 13. Oktober sprach sie ihm rückwirkend ab 1. August 2019 
bis 31. März 2020 sodann ein ganze und ab 1. April 2020 bis 30. September 2021 eine halbe IV-
Rente zu. 
 
C. Gegen diese beiden Verfügungen reichte der Versicherte, vertreten durch Advokat Erich 
Züblin, mit Eingaben vom 12. Oktober 2021 und vom 18. Oktober 2021 jeweils Beschwerde beim 
Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge-
richt), ein. Darin beantragte er unter o/e-Kostenfolge, die Verfügungen seien insofern abzuän-
dern, als ihm nach seinem Anspruch auf eine ganze Invalidenrente vom 1. April 2019 bis 31. De-
zember 2019 auch ab 1. Januar 2020 bzw. ab 1. April 2020 weiterhin eine ganze Invalidenrente 
auszurichten sei. Zur Begründung brachte er zusammenfassend vor, dass es dem psychiatri-
schen Teilgutachten von Dr. C.____ vom 21. Januar 2021 an Beweiskraft mangle. 
 
D. Weil beiden Beschwerden derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt und sich dieselben 
Rechtsfragen stellen, legte das Kantonsgericht mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. Okto-
ber 2021 die beiden Beschwerdeverfahren betreffend die Rentenverfügungen vom 14. Septem-
ber 2021 und vom 13. Oktober 2021 (Verfahren 720 21 328 und 720 21 345) zusammen. 
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 29. November 2021 schloss die IV-Stelle unter Hinweis 
auf die Stellungnahmen ihres regional-ärztlichen Dienstes (RAD) vom 15. und vom 26. Oktober 
2021 auf Abweisung der Beschwerden. 
 
F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 12. Mai 2022 gelangte das Kantonsgericht zur Auf-
fassung, dass dem psychiatrischen Verwaltungsgutachten von Dr. C.____ vom 21. Januar 2021 
keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Die Abklärungsergebnisse aus dem Verwal-
tungsverfahren seien nicht beweiskräftig genug. Der Fall werde ausgestellt und es werde zur 
abschliessenden Klärung der medizinischen Sachlage ein Gerichtsgutachten bei 
Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag gegeben. 
 

 
 
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G. Der Beschwerdeführer hat das in der Folge am Kantonsgericht eingegangene Gerichts-
gutachten von Dr. D.____ vom 27. März 2023 als beweiskräftig erachtet und gestützt darauf in 
Abänderung seiner ursprünglichen Rechtsbegehren mit Stellungnahme vom 14. April 2023 be-
antragt, es sei ihm gestützt auf einen IV-Grad von 100% ab 1. September 2019 eine ganze Inva-
lidenrente auszurichten. Die IV-Stelle gelangte gestützt auf eine Stellungnahme ihres RAD vom 
26. April 2023 mit Eingabe vom 28. April 2023 zum Schluss, dass Rückfragen an die Gerichts-
gutachterin notwendig seien. Aus psychiatrischer Sicht sei nicht nachvollziehbar, dass in einer 
angepassten Tätigkeit keinerlei Arbeitsfähigkeit mehr vorliegen würde. Mit Blick auf die sich ab-
zeichnende soziale Einbindung des Versicherten und seine elfjährige Tätigkeit auf dem Arbeits-
markt liege keine sehr schwere Persönlichkeitsproblematik vor.  
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekte der vorliegenden Verfahren 
bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegend mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 21. Oktober 2021 zusam-
mengelegten Beschwerden zuständig. Auf die bei beiden Beschwerden des Versicherten vom 
12. und vom 18. Oktober 2021 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Die Parteien gehen zu Recht davon 
aus, dass der Versicherungsfall (rentenbegründende Invalidität; BGE 137 V 417 E. 2.2.4) noch 
vom dem 1. Januar 2022 eingetreten ist. Damit kommt der allgemeine Grundsatz zur Anwendung, 
wonach im Rahmen einer Rechtsänderung dasjenige Recht gilt, welches bei der Erfüllung des zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes in Kraft stand (BGE 138 V 475 E. 3 f. mit Hinweisen; BGE 
127 V 466 E. 1). Im vorliegenden Fall sind somit die Bestimmungen des IVG in der bis Ende 2021 
geltenden Fassung anwendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergege-
ben, zitiert und angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Gemäss 

 
 
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Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versi-
cherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Drei-
viertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % 
und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belasten-
den psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. 
Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 
Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig er-
stellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigne-
ter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig 
erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen. Zur Annahme einer durch 
eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also 
nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, 
ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut-
bar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; 
vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
2.4 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 409 entschieden hat, dass grund-
sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren zu unterzie-
hen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung leis-
tungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Res-
sourcen) anderseits - im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen er-

 
 
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gebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 3.6). Entscheidend ist dabei, un-
abhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beur-
teilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu er-
bringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 
4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2).  
 
3.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den Sozial-
versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) - wie alle anderen 
Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). 
 

3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Ins-
besondere im Zusammenhang mit den Gerichtsgutachten führte das Bundesgericht aus, dass 
das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen medizinischer Experten 
abweicht, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, 
um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch genauer zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). 
Demnach lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizini-

 
 
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schen Experten nicht zu, ein Gerichtsgutachten nur deshalb in Frage zu stellen, weil andere Ärz-
tinnen und Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnde Ärzte-
schaft wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte be-
nennt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind.  
 
4. Die somatischen Verhältnisse sind zwischen den Parteien zu Recht unbestritten geblie-
ben. Gestützt auf das schlüssige Verwaltungsgutachten von Dr. B.____ vom 8. Januar 2021 ist 
davon auszugehen, dass dem Versicherten bezogen auf ein Ganztagespensum für eine leichte 
bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit eine volle Restarbeitsfähigkeit ver-
bleibt (IV-Dok 91, S. 45). Strittig und zu prüfen sind hingegen die psychiatrischen Verhältnisse.  
 
4.1 In seinem Verwaltungsgutachten vom 21. Januar 2021 erhob Dr. C.____ mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit ein Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5) sowie eine kombinierte Persön-
lichkeitsstörung mit zwanghaften, narzisstischen und schizotypen Anteilen (ICD-10 F61.0). Ohne 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit attestierte er dem Versicherten eine Cannabisabhängigkeit 
(ICD-10 F12.25), einen Status nach akuter polymorpher psychotischer Störung (ICD-10 F23.0) 
und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41). Daraus leitete der Gutachter ab März 2019 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab. Betref-
fend eine Verweistätigkeit hielt Dr. C.____ jedoch fest, dass sich die Arbeitsunfähigkeit ab Januar 
2020 auf 50% reduziere. Wie das Kantonsgericht bereits anlässlich seiner Beschlussfassung vom 
12. Mai 2022 festgehalten hat, vermag diese Einschätzung nicht zu überzeugen. Die Ausführun-
gen von Dr. C.____ im Zusammenhang mit der Wiedererlangung einer hälftigen Arbeitsfähigkeit 
ab Januar 2020 sind auffallend kurz ausgefallen (a.a.O., S. 32, ad Ziffer 8.2.5). Dr. C.____ be-
gründet seine Einschätzung letztlich alleine damit, dass der Versicherte während rund elf Jahren 
im ersten Arbeitsmarkt tätig war. An dieser Begründung bestehen bereits deshalb erhebliche 
Zweifel, weil Dr. C.____ in seinem Gutachten ausgeführt hat, dass die Persönlichkeit des Versi-
cherten durch die Autismusspektrumstörung und durch zwanghafte, narzisstisch und schizotype 
Züge gezeichnet sei und der Versicherte im sozialen Kontext deshalb vielschichte Schwierigkei-
ten aufweise. Im Detail hielt der Gutachter fest, dass sich der Explorand kaum in eine vertrauens-
volle Beziehung einlassen könne, sich sehr schnell infrage gestellt fühle und besserwisserisch 
auf eigenen Meinungen beharre. Gegenüber Mitmenschen zeige er wenig Toleranz, weshalb es 
in der Berufswelt bereits wiederholt zu Auseinandersetzungen mit Kollegen und Vorgesetzten 
gekommen sei. Dr. C.____ anerkannte, dass für den Versicherten ein äusserer Rahmen stets 
sehr wichtig gewesen sei. Als der Versicherte nach seiner Entlassung und nach der Einstellung 
der Versicherungsleistungen des Unfallversicherers zusammengebrochen sei, sei er in eine 
grosse Krise geraten, vorübergehend kurzzeitig psychotisch gewesen und habe während Mona-
ten stationär behandelt werden müssen. Die Behandlung habe jedoch wenig an seiner schweren 
psychischen Störung geändert. In Übereinstimmung mit den behandelnden Fachpersonen, na-
mentlich des Spitals E.____ (IV-Dok 101 und 114), ging Dr. C.____ mithin ebenfalls von einer 
schweren psychiatrischen Störung und einer ungünstigen Prognose aus (a.a.O., S. 30, ad Ziffer 
7.2; S. 31, ad Ziffer 7.4). Ausserdem postulierte er die Eingliederung mittels beruflicher Massnah-
men im Umfang von vier Stunden pro Tag (a.a.O., S. 32, ad Ziffer 8.3.2), vermochte jedoch nicht 
abzuschätzen, ob es gelingen werde, den Exploranden beruflich überhaupt wieder zu integrieren 

 
 
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(a.a.O., S. 30, ad Ziffer 7.3.2). Weshalb der Gutachter unter diesen Umständen ab Januar 2020 
wieder eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Dies gilt ins-
besondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Behandler des Spitals E.____ explizit festgehal-
ten haben, dass die elfjährige Erwerbstätigkeit des Versicherten keinen Widerspruch zu den fest-
gestellten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit darstelle (IV-Dok 114, S. 2). In diesem Zusam-
menhang ist dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C.____ keine Auseinandersetzung mit 
den von den Behandlern abweichenden Einschätzung einer weiterhin vollständigen Arbeitsunfä-
higkeit in einer Verweistätigkeit zu entnehmen. Dr. C.____ beschränkte sich vielmehr darauf, die 
von den Behandlern gestellten Diagnosen zu bestätigen. Auch unter diesem Blickwinkel lässt 
sich nicht nachvollziehen, warum er im Gegensatz insbesondere zu den Behandlern des Spitals 
E.____, welche dem Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatten (IV-Dok 24 
und 79), zur Einschätzung einer lediglich hälftigen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit gelangt 
war. Die divergente Einschätzung von Dr. C.____ verwundert aber auch deshalb, weil selbst der 
RAD gestützt auf eine persönliche Untersuchung am 20. Juli 2020 eine schwerste Vulnerabilität 
des Versicherten bestätigt hatte (IV-Dok 66, ad Ziffer 6). Bei dieser Ausgangslage erschliesst sich 
nicht, weshalb Dr. C.____, der ebenfalls von einer schwerwiegenden psychiatrischen Störung 
ausgegangen war (a.a.O., S. 31, ad Ziffer 7.4), indessen keine eigene Testung mittels Mini-ICF-
APP durchgeführt hatte, mithilfe derer er seine abweichende Einschätzung allenfalls zumindest 
implizit hätte untermauern können, die Restarbeitsfähigkeit des Versicherten derart abweichend 
bewertet hat. Zu wenig Beachtung fand im Verwaltungsgutachten von Dr. C.____ im Weiteren 
die Tatsache, dass der Versicherte gegen Ende seiner elfjährigen Tätigkeit an einer zunächst 
unentdeckt gebliebenen Fersenruptur rechts gelitten hat und im September 2018 von einer 
Gruppe Jugendlicher angegriffen und zusammengeschlagen worden war. Dr. C.____ hat in die-
sem Zusammenhang weder die Umstände der anschliessenden Dekompensation näher erfragt 
noch deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit analysiert. Der simple Hinweis auf eine bisher 
elfjährige Arbeitstätigkeit alleine genügt deshalb auch in diesem Zusammenhang keinesfalls, um 
auf eine hälftige Arbeitsfähigkeit zu schliessen, zumal die von Dr. C.____ vorgenommene Indika-
torenprüfung nur oberflächlich und unvollständig ausgefallen ist (BGE 143 V 418 E. 6). 
Dr. C.____ ging zwar von einer schweren psychischen Störung aus, verzichtete aber darauf, de-
ren Ausprägung umfassend darzulegen. Er äusserte sich nicht zu allfälligen Komorbiditäten. Eine 
eingehende Gegenüberstellung von Ressourcen und Belastungsfaktoren liess sich seinem Gut-
achten ebenfalls nicht entnehmen. Bei dieser Sachlage war die Nachvollziehbarkeit der versiche-
rungsmedizinischen Argumentation des Gutachters nicht gegeben. Insgesamt hat die gerichtliche 
Überprüfung der psychiatrischen Explorationsergebnisse durch Dr. C.____ mithin erhebliche 
Mängel aufgezeigt, die den vom Bundesgericht vorgegebenen Begutachtungsleitlinien teils klar 
widersprochen haben (oben, Erwägung 3.2). Eine Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse 
mittels eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens hat sich deshalb als unerlässlich erwiesen. 
 
4.2 Damit steht nunmehr das Gerichtsgutachten von Dr. D.____ vom 27. März 2023 im Zent-
rum der medizinischen Beurteilung. Die begutachtende Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie, Spez. Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, geht in diesem Gutachten in Über-
einstimmung mit den bereits von Dr. C.____ erhobenen Diagnosen davon aus, dass der Be-
schwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter einem Asperger-Syndrom und an 

 
 
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einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, narzisstischen und schizoiden Antei-
len leide. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine chronische Schmerzstörung, 
derzeit weitgehend remittiert, und eine Abhängigkeit von Tabak, Cannabinoiden und Opioiden. 
Bei den Explorationsgesprächen hätten ausgeprägte formale Denkstörungen im Vordergrund ge-
standen. Die Kommunikationsprobleme im Sinne von Umständlichkeit, Weitschweifigkeit und 
sprachlichen Verständnisdefiziten hätten den Untersuchungsvorgang massiv erschwert. Der Ver-
sicherte sei zwar aufrichtig bemüht gewesen, sich verständlich zu machen, habe dies jedoch nur 
in einem überdurchschnittlich zeitlichen Rahmen und mit strukturierender Hilfe überhaupt einiger-
massen erreichen können. Aufgefallen seien eine misstrauische Grundhaltung, ein starker Lei-
densdruck, eine Affektlabilität, eine Irritierbarkeit bzw. eine Unsicherheit im zwischenmenschli-
chen Kontakt und eine eingeschränkte Reflexions- und Urteilsfähigkeit. In der Persönlichkeit hät-
ten sich zwanghafte, narzisstische und schizoide Anteile gezeigt, die die soziale Interaktionsfä-
higkeit stark herabsetzen würden. Die aus den gestellten Diagnosen resultierenden Einschrän-
kungen in der Kommunikation und in der sozialen Interaktionsfähigkeit würden sich in allen Le-
bensbereichen stark beeinträchtigend auswirken. Der Explorand zeige grosse Schwierigkeiten, 
Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten, seine Anliegen deutlich zu machen sowie so-
zialadäquat durchzusetzen und sich in schwierigen Situationen angemessen zu verhalten und zu 
behaupten. Es würden daher immer wieder Missverständnisse und Unstimmigkeiten auftreten. 
Entsprechend habe der Versicherte im beruflichen Bereich trotz seiner prinzipiell guten intellek-
tuellen Ressourcen und weiterer positiver Eigenschaften in Form von Ehrgeiz und Pflichtbewusst-
sein längerfristig nicht bestehen können und auch keine längerfristigen familiären, intimen oder 
freundschaftlichen Beziehungen pflegen können, so dass er aktuell nur noch mit einem Freund 
und seiner Schwägerin in engerem Austausch stehe. Dasselbe Bild zeige sich im Umgang mit 
Fachpersonen und Behörden. Aus Sicht der Referentin habe sich die gestörte Kommunikation 
bzw. die soziale Interaktion auch im öffentlichen Raum bemerkbar gemacht, indem der Versi-
cherte wiederholt nicht rechtzeitig habe erkennen können, dass er mit gewaltbereiten Jugendli-
chen konfrontiert gewesen sei. Seit der Kündigung seines letzten Arbeitsverhältnisses durch den 
Arbeitgeber im Herbst 2018 sei sein psychischer Zustand sehr instabil und durch krisenhafte Zu-
spitzungen gekennzeichnet gewesen. Seit März 2019 befinde sich der Explorand nunmehr im 
Bethesda Spital Basel in ambulanter Behandlung. Stationäre Therapien würden ihn aufgrund der 
Fülle an sozialen Kontakten und der durchgeführten Gruppentherapien jedoch überfordern. Er 
gerate dabei leicht in eine starke Anspannung und in eskalierende Konflikte. Gesamthaft würden 
die bisherigen therapeutischen Bemühungen aufzeigen, dass die schwere psychische Störung 
eine möglichst kontinuierliche und intensive Psychotherapie im Einzelsetting erfordern würde. 
Von den Behandelnden des Bethesda Spitals Basel sei die Kommunikations- und Interaktions-
problematik des Versicherten ebenfalls als derart schwer eingestuft worden, dass ihm eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt attestiert worden sei. Im Gegensatz zur 
Einschätzung von Dr. C.____ sei der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt bis auf weiteres 
nicht arbeitsfähig. Es könne erst im Rahmen einer geschützten Tätigkeit beurteilt werden, ob der 
Versicherte bezüglich seiner kommunikativen und sozialen Fähigkeiten Fortschritte in einem 
Masse mache, so dass ihm allenfalls eine leidensangepasste Verweistätigkeit auf dem ersten 
Arbeitsmarkt zugemutet werden könne. Es brauche eine Phase des längeren Beziehungs- und 
Vertrauensaufbaus zu einer therapeutisch geschulten vorgesetzten Person, bei welchem die Ar-
beitsaufgaben dem Versicherten zunächst weitgehend freigestellt würden, bevor nach und nach 

 
 
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weitere Leistungsanforderungen gestellt werden könnten. In einer angepassten Tätigkeit bestehe 
unabhängig vom Tätigkeitsbereich seit dem 8. September 2018 keine Arbeitsfähigkeit mehr auf 
dem ersten Arbeitsmarkt.  
 
5.1 Das zitierte Gerichtsgutachten von Dr. D.____ erfüllt alle rechtsprechungsgemässen Vo-
raussetzungen an eine beweiskräftige Gerichtsexpertise. Ihre Explorationsergebnisse weisen 
weder formale noch inhaltliche Mängel auf und sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird 
(oben, E. 3.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend. Die Schlussfolgerungen der Ge-
richtsgutachterin sind in Kenntnis sämtlicher relevanten Vorakten abgegeben worden und beru-
hen auf allseitigen und detaillierten Untersuchungen des Versicherten sowie auf einer umfassen-
den Analyse seiner funktionellen Einschränkungen und ihrer Genese. Die Explorationsergebnisse 
berücksichtigen weiter alle geklagten Beschwerden, basieren insbesondere auch auf fremdanam-
nestischen Auskünften der behandelnden (Fach-)Ärztinnen und leuchten in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge insbesondere hinsichtlich der im Vordergrund stehenden Kom-
munikations- und Interaktionsprobleme des Versicherten ohne Weiteres ein. Wie oben ausge-
führt, weicht das Gericht bei einem Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der 
Einschätzung medizinischer Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Ge-
richtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch besonders 
präzise zu erfassen. Solche Gründe liegen im vorliegenden Fall keine vor. Massgebend ist, ob 
das fragliche Gutachten den rechtsprechungsgemässen Kriterien zufolge (oben, Erwägung 3.3) 
überzeugend ausgefallen ist. Dies ist hier der Fall. Das Gerichtsgutachten zeichnet sich durch 
eine grosse Qualität aus, weil es nicht nur auf einer umfassenden, sehr detaillierten (Fremd-)-
Anamnese beruht, sondern sich überaus detailliert mit den funktionellen Auswirkungen der erho-
benen Diagnosen auseinandersetzt (a.a.O., S. 79 ff.). Die Gerichtsgutachterin vermag ihre Ein-
schätzung mithin umfassend zu begründen. Sie zeigt namentlich deutlich auf, dass der Be-
schwerdeführer bereits seit seiner Jugend durch seine psychische Erkrankung beeinträchtigt ge-
wesen ist. Mit Blick auf die aktuellen Verhältnisse begründet sie aber ebenso umfassend, weshalb 
er aktuell nur einem geschützten Arbeitsumfeld funktionieren kann und eine Tätigkeit im ersten 
Arbeitsmarkt bis auf weiteres für ihn nicht in Frage kommt.  
 
5.2 Gestützt auf die Stellungnahme ihres RAD vom 26. April 2023 wendet die Beschwerde-
gegnerin ein, dass der Gerichtsgutachterin eine Rückfrage im Zusammenhang mit der von ihr 
attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Versicherten auf dem ersten Arbeitsmarkt zu un-
terbreiten sei. Aus dieser Stellungnahme des RAD geht hervor, dass angesichts der sich abzeich-
nenden sozialen Einbindung des Versicherten und dessen Status nach elfjähriger Tätigkeit auf 
dem ersten Arbeitsmarkt nicht nachvollzogen werden könne, dass eine sehr schwere Persönlich-
keitsstörung vorliege. Eine relevante Leistungsfähigkeit zeige sich namentlich auch im Umstand, 
dass der Versicherte mit dem Auto zu einer dreistündigen Exploration und wieder zurück nach 
Hause habe fahren können. Diese Kritik geht fehl. Zunächst erstaunt es, wenn die RAD-Ärztin in 
ihrer neuerlichen Stellungnahme die Schwere der Persönlichkeitsstörung in Frage stellt, nachdem 
sie selbst im Juli 2020 gestützt auf eine eigene Untersuchung bestätigt hatte, dass der Versicherte 
schwerst vulnerabel sei (IV-Dok 66, S. 3, ad Ziffer 6). Zumal von der RAD-Ärztin bereits dazumal 
auch allfällige Eingliederungsmassnahmen als nicht durchführbar bezeichnet worden waren, er-

 
 
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staunt es jedenfalls, dass sie in ihrer neuerlichen Stellungnahme nunmehr mit Blick auf die Ren-
tenfrage – übrigens auch in Abweichung zur Einschätzung von Dr. C.____ in dessen Gutachten 
vom 21. Januar 2021 (a.a.O., S. 31, ad Ziffer 7.4) – davon ausgeht, dass keine schwere Persön-
lichkeitsstörung mehr vorliege. Die von ihr vertretene Leistungsfähigkeit des Versicherten auf 
dem ersten Arbeitsmarkt damit zu begründen, dass der Versicherte in der Lage gewesen sei, mit 
dem Auto zur Exploration durch Dr. D.____ und wieder zurückzufahren, zielt bei dieser Aktenlage 
an der Sache vorbei. Einerseits greift es zu kurz, die Leistungsfähigkeit des Versicherten alleine 
auf der Basis einer einmaligen Autofahrt beurteilen zu wollen. Andererseits steht ausser Frage, 
dass der Versicherte grundsätzlich über sehr gute intellektuelle Kapazitäten verfügt, aufgrund 
seiner Autismusspektrumstörung aber im sozialen Kontext vielschichtige Schwierigkeiten auf-
weist. Mithin geht es nicht darum, ob der Versicherte fähig ist, über Stunden ein Auto zu lenken, 
Velo zu fahren oder einkaufen zu gehen, sondern um die Frage, ob und inwiefern es ihm vor dem 
Hintergrund seiner offensichtlich überaus stark ausgeprägten Kommunikations- und sozialen In-
teraktionsstörung zuzumuten ist, sich in beruflichen Beziehungen dauerhaft angepasst und kon-
struktiv zu verhalten. Solche Fähigkeiten gehen dem Versicherten krankheitsbedingt zumindest 
per dato aber noch ab, weil er gemäss den übereinstimmenden Einschätzungen aller beteiligten 
Fachpersonen in seinen rigiden Denkmustern gefangen bleibt, sich nicht situationsadäquat ver-
halten kann und sich daher letztlich wiederholt in chronischen Konflikten erschöpft, welche wie-
derum zum Abbruch sozialer Kontakte führen (Gerichtsgutachten, S. 69, ad Auswirkungen der 
Gesundheitsstörungen auf Fähigkeiten und Funktionen). Diese Einschätzung ist nicht neu. Dass 
der Versicherte speziell im sozialen Kontext vielschichtige Schwierigkeiten hat, geht bereits aus 
dem Verwaltungsgutachten von Dr. C.____ hervor (S. 28, ad Ziffer 6.3). Die nunmehr isoliert vor-
getragene Kritik des RAD vermag deshalb nicht zu überzeugen. Als aktenwidrig erweist sich in 
diesem Zusammenhang auch die Auffassung der RAD-Ärztin in deren Stellungnahme vom 26. 
April 2023, der Versicherte sei sozial eingebunden. Sowohl aus dem Verwaltungsgutachten von 
Dr. C.____ vom 21. Januar 2021 (S. 29, ad Ziffer 7.1. a.E.; S. 31, ad Ziffer 7.4) als auch aus dem 
Gerichtsgutachten von Dr. D.____ vom 27. März 2023 (S. 58) geht nämlich hervor, dass der Be-
schwerdeführer sozial isoliert sei, kaum soziale Kontakte pflege und mit Ausnahme der Schwä-
gerin «eigentlich niemanden» an seiner Seite habe.  
 
5.3 Entgegen der durch den RAD vertretenen Auffassung erweist es sich auch nicht als wi-
dersprüchlich, dass der Beschwerdeführer eine Berufsausbildung abgeschlossen hat und im An-
schluss daran zunächst mehr oder minder auf dem ersten Arbeitsmarkt bestanden hat (Gerichts-
gutachten, S. 50 ff., ad berufliche Entwicklung). Bereits die Behandler des Spitals E.____ haben 
darauf hingewiesen, dass die elfjährige Erwerbstätigkeit des Versicherten keinen Widerspruch zu 
den festgestellten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit darstelle (IV-Dok 114, S. 2). Auch das 
Gerichtsgutachten von Dr. D.____ legt nunmehr ausführlich dar, dass namentlich die Kommuni-
kations- und Interaktionsprobleme in der Biographie des Versicherten schon immer vorhanden 
gewesen sind, der Versicherte indessen über eine längere Zeit versucht hat, sich anzupassen. 
Nachdem er im September 2018 Opfer einer tätlichen Auseinandersetzung geworden und sein 
Arbeitsverhältnis in der Folge durch den Arbeitgeber gekündet worden war, konnte er in der Ar-
beitswelt offenbar aber nicht mehr Fuss fassen. Dass der Versicherte im beruflichen Bereich trotz 
seiner prinzipiell guten intellektuellen Ressourcen und weiterer positiver Eigenschaften in Form 
von Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein nicht mehr bestehen konnte, erweist sich mithin als schlüssig. 

 
 
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Weil sich die aus den erhobenen Diagnosen resultierenden Einschränkungen in der Kommunika-
tion und in der sozialen Interaktionsfähigkeit generell in allen Lebensbereichen stark beeinträch-
tigend auswirken, hat er sich auch gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber sowie gegenüber 
dem Unfallversicherer im Rahmen der Behandlung seiner Unfallfolgen unverstanden gefühlt. 
Auch seine Partnerschaft ist in dieser Zeit auseinandergebrochen. Die Auffälligkeiten in der zwi-
schenmenschlichen Kommunikation haben sich in der Folge deshalb nachvollziehbar weiter ak-
zentuiert. Aufgrund der Zuspitzung seiner psychosozialen Situation ist der Versicherte im Juli 
2019 schliesslich von seiner Therapeutin zu einer längeren und stationären Krisenintervention 
eingewiesen worden. Auch dieser Aufenthalt war der übereinstimmend mit den übrigen medizini-
schen Unterlagen detailliert erhobenen Anamnese im Gerichtsgutachten von Dr. D.____ zufolge 
von weiteren Missverständnissen und Konflikten belastet, weshalb die Durchführbarkeit allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen schliesslich im Juli 2020 auch vom RAD verneint worden war (IV-
Dok 66, S. 4). Seither liegt offensichtlich weiterhin ein instabiler Gesundheitszustand vor. Entge-
gen der vom RAD vertretenen Auffassung erhellt somit, dass keinesfalls aus der ursprünglich 
mehr oder weniger vorhandenen Funktionalität im ersten Arbeitsmarkt nunmehr plötzlich ab Ja-
nuar 2020 auf eine teilweise wiedererlangte Arbeitsfähigkeit geschlossen werden kann. Die Ver-
wertung der Arbeitsfähigkeit ist dem Beschwerdeführer im Gegenteil sozial-praktisch nicht mehr 
zumutbar (oben, Erwägung 2.3).  
 
6. Zusammenfassend kommt dem Gerichtsgutachten von Dr. D.____ voller Beweiswert zu. 
Damit ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer trotz seiner guten intellektuellen Fä-
higkeiten seit seiner Dekompensation infolge der tätlichen Auseinandersetzung anfangs Septem-
ber 2018 auf dem ersten Arbeitsmarkt keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr verblieben ist. Bei 
dieser Ausgangslage erübrigen sich allfällige Weiterungen im Zusammenhang mit den erwerbli-
chen Auswirkungen seiner gesundheitlichen Verhältnisse. Der Versicherte hat sich zwar bereits 
anfangs Februar 2019 zum Leistungsbezug angemeldet (IV-Dok 1). Indessen hat erst seit 8. Sep-
tember 2018 eine durchgehend vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Mit Blick auf den Ab-
lauf des Wartejahres (oben, Erwägung 2.1) resultiert damit erst ab 1. September 2019 ein unbe-
fristeter Anspruch auf eine ganze Rente der IV. Die IV-Stelle hat den Rentenbeginn in ihrer Ver-
fügung vom 13. Oktober 2021 hingegen bereits auf den 1. August 2019 festgelegt. Insofern be-
steht eine Differenz im Umfang eines Monats, die sich rein zeitlich zu Ungunsten des Beschwer-
deführers auswirkt. In der Gesamtschau bedeutet die Zusprache einer unbefristeten ganzen 
Rente der IV seit September 2019 im Vergleich zu den beiden angefochtenen Verfügungen der 
Beschwerdegegnerin vom 14. September 2021 und vom 13. Oktober 2021 jedoch eine erhebliche 
Besserstellung, welche schliesslich auch den korrigierten Rechtsbegehren des Beschwerdefüh-
rers in dessen Stellungnahme vom 14. April 2023 zum eingeholten Gerichtsgutachten vom 
27. März 2023 entspricht. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der gegen die beiden Verfü-
gungen der IV-Stelle erhobenen Beschwerden. 
 
7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
infolge wiederholter Urteilsberatungen durch das Kantonsgericht ein grosser Verfahrensaufwand 

 
 
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entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens auf Fr. 1’000.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten 
in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die 
IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind und der ge-
leistete Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 800.— dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten 
ist.  
 
7.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, 
so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des An-
spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie 
das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur Durch-
führung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung 
in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, 
die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung dem Versicherer aufzuer-
legen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 
ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 210 E. 4.4.2). Vorliegend war das Gericht anlässlich sei-
ner Urteilsberatung vom 12. Mai 2022 zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der Angele-
genheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war (oben, Erwägung 4.1, 
a.E.). Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur weiteren Klärung des medizinischen 
Sachverhalts ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Das in der Folge einge-
holte Gerichtsgutachten von Dr. D.____ vom 27. März 2023 war für eine abschliessende Beurtei-
lung des medizinischen Sachverhalts mithin unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesge-
richtlichen Rechtsprechung sind die entsprechenden Begutachtungskosten in der Höhe von 
Fr. 8'960.— (vgl. Rechnung vom 27. März 2023) demnach der IV-Stelle aufzuerlegen.  
 
7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
hat in seiner Honorarnote vom 14. April 2023 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand 
von insgesamt 13 Stunden und zehn Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich 
stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie der Notwendigkeit einer ergänzenden Stellung-
nahme zum eingeholten Gerichtsgutachten vom 27. März 2023 als angemessen erweist. Nicht 
übernommen werden können allerdings die Bemühungen im Zusammenhang mit der Rechts-
schutzversicherung des Beschwerdeführers im Umfang von einer Stunde und 20 Minuten. Damit 
resultiert ein zu entgeltender Zeitaufwand von 11 Stunden und 50 Minuten. Diese Bemühungen 
sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stun-
denansatz von Fr. 250.— zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind ausserdem die geltend 
gemachten Auslagen, von welchen ebenfalls die im Zusammenhang mit der Rechtsschutzversi-
cherung des Beschwerdeführers angefallenen Spesen abzuziehen sind und damit ein Auslagen-
ersatz im Umfang noch von Fr. 157.60 resultiert. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3'355.85 (11 Stunden und 50 Minuten à Fr. 250.— + Auslagen 
von Fr. 157.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 

 
 
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Demgemäss wird   e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerden werden die Verfügungen der IV-Stelle 
vom 14. September 2021 und vom 13. Oktober 2021 aufgehoben und 
es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Sep-
tember 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung 
besitzt.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’000.— werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.— zurückerstattet. 

 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten von Dr. med. D.____ vom 10. 
August 2022 in der Höhe von Fr. 8'960.— werden der IV-Stelle Basel-
Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3'355.85 (inkl. Auslagen und 7.7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.