# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2d5c732-8fb6-5eb1-be41-8e2e5f1ec5c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 16.06.2017 110 2017 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-18_2017-06-16.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/18 Bern, 16. Juni 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

Herrn C.________
Beschwerdeführer 3

Frau D.________
Beschwerdeführerin 4

Herrn E.________
Beschwerdeführer 5

Frau F.________
Beschwerdeführerin 6

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt G.________

und

Herrn H.________
Beschwerdegegner

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt I.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Seeland, Amthaus, Stadtplatz 33, Postfach 60, 3270 Aarberg

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lyss, Bau + Planung, Bahnhofstrasse 10, 
Postfach 368, 3250 Lyss

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

RA Nr. 110/2017/18 2

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Seeland vom 4. Januar 2017 
(bbew 100/2015; Neubau einer landwirtschaftlichen Siedlung) und die Verfügung des Amts 
für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 20. Mai 2016 (G.-Nr. 381 14 16)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdegegner betreibt einen Landwirtschaftsbetrieb am J.________weg in 

Lyss. Mangels Entwicklungspotential an diesem Standort beabsichtigt er, seinen Betrieb 

auszusiedeln und zusammen mit zwei anderen Landwirten eine 

Betriebszweiggemeinschaft Milchproduktion zu gründen. Erste Standortabklärungen 

erfolgten im Jahr 2006 und das Ergebnis floss in die Ortsplanungsrevision der Gemeinde 

Lyss ein. Im November 2013 stellte der Beschwerdegegner eine Voranfrage. Gestützt auf 

das Ergebnis wurde das Projekt überarbeitet. Am 16. Juli 2015 reichte der 

Beschwerdegegner bei der Gemeinde Lyss ein vom 3. Juli 2015 datierendes Baugesuch 

ein für den Neubau einer landwirtschaftlichen Siedlung, bestehend aus einem 

Laufstallgebäude für circa 80 Milchkühe und das dazugehörende Jungvieh, einer 

Remise/Lagerhalle sowie einem Gebäude mit einer Betriebsleiter- und einer 

Angestelltenwohnung auf Parzelle Lyss Grundbuchblatt Nr. M.________. Die Parzelle liegt 

in der Landwirtschaftszone. Das Vorhaben benötigt eine Ausnahmebewilligung für die 

Überschreitung der maximalen Silohöhe. Da die Gemeinde Lyss Grundeigentümerin der 

Bauparzelle ist, überwies sie das Gesuch zuständigkeitshalber dem 

Regierungsstatthalteramt Seeland. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter anderen die 

Beschwerdeführenden Einsprache. Da das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) 

die Zonenkonformität der Angestelltenwohnung verneinte, reichte der Beschwerdegegner 

mit Schreiben vom 17. Dezember 2015 eine Projektänderung ein. Er verkleinerte das 

Wohnhaus und beantragte neu die Bewilligung einer Betriebsleiterwohnung mit einer 

Bruttogeschossfläche (BGF) von 180 m2 und eines Studios für einen Angestellten mit einer 

BGF von 20 m2. Da das geänderte Projekt anrechenbare Raumreserven enthielt, verneinte 

das AGR in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2016 die Zonenkonformität. Es empfahl, 

die BGF auf das zulässige Mass zu reduzieren und die Empfehlungen der Kommission zur 

Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) aus dem Voranfrageverfahren umzusetzen. 

Mit Schreiben vom 20. März 2016 reichte der Beschwerdegegner eine weitere 

Projektänderung (datierend vom 18. März 2016) ein. Mit Verfügung vom 20. Mai 2016 

RA Nr. 110/2017/18 3

bejahte das AGR die Zonenkonformität des Vorhabens. Mit Gesamtentscheid vom 

4. Januar 2017 erteilte das Regierungsstatthalteramt Seeland die Baubewilligung.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 6. Februar 2017 Beschwerde bei 

der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die 

Aufhebung des Gesamtentscheides vom 4. Januar 2017 und das Nichteintreten auf das 

Baugesuch. Eventuell sei das Baugesuch abzuweisen. Zur Begründung machen sie 

insbesondere geltend, das Bauvorhaben habe eine industrielle Milchproduktion und 

Tierzucht zum Gegenstand. Eine solche Aussiedlung könne nicht in einem 

Baubewilligungsverfahren beurteilt werden. Zudem sei die Bauparzelle nicht genügend 

erschlossen und das Vorhaben gehe über eine innere Aufstockung hinaus. Es sei 

bodenunabhängig und deshalb nicht zonenkonform. Im Übrigen würden dem Bauvorhaben 

insbesondere die Interessen des Landschaftsschutzes entgegenstehen und die 

Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung für das Erstellen von vier 25 

m hohen Hochsilos seien nicht gegeben. Zudem sei die Erschliessung über den 

K.________weg ungenügend.

3. In seiner Stellungnahme vom 21. Februar 2017 beantragt das 

Regierungsstatthalteramt Seeland die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 

einzutreten sei. Es verweist auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. 

In seiner Stellungnahme vom 23. Februar 2017 beantragt das AGR die Abweisung der 

Beschwerde. Es verweist auf seinen Entscheid betreffend Bauvorhaben ausserhalb des 

Baugebietes und verzichtet auf eine weitere Stellungnahme.

In seiner Beschwerdeantwort vom 9. März 2017 beantragt der Beschwerdegegner die 

Abweisung der Beschwerde, soweit überhaupt darauf einzutreten sei. Es sei fraglich, ob 

die Beschwerdeführenden legitimiert seien. Ihre Liegenschaften befänden sich ungefähr 

300 m vom Bauvorhaben entfernt. Zudem sei mehr als fraglich, ob die 

Beschwerdeführenden 3-6 überhaupt eine Sichtverbindung zum Baugrundstück hätten. 

Selbst bei Sichtverbindung drohe durch das Bauvorhaben keine deutlich wahrnehmbare 

und nachteilige Störung. Die Beschwerdeführenden seien auch nicht von Immissionen aus 

dem Bauvorhaben betroffen. Für das Bauvorhaben sei keine Planungspflicht angezeigt 

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oder vorgeschrieben. Die stattliche Grösse des Betriebs ändere nichts an der 

Zonenkonformität. Die Mehrhöhe der Silos könne im Rahmen einer Ausnahmebewilligung 

geprüft werden. Die Standortevaluation habe im Rahmen der Ortsplanungsrevision 2013 

stattgefunden. Um den Neubau des Landwirtschaftsbetriebs zu ermöglichen, sei die 

Landschaftsschonzone aufgehoben und der fragliche Standort der reinen 

Landwirtschaftszone zugewiesen worden. Die Rechtmässigkeit der Aufhebung der 

Landschaftsschonzone hätte im Rahmen der Ortsplanungsrevision vorgebracht werden 

müssen. Die Aussiedlung ermögliche es, die langfristige Existenz von 

Landwirtschaftsbetrieben zu sichern. Sie entspreche dem Grundsatz der Trennung von 

Bau- und Nichtbaugebiet. Die Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen sei ein notwendiges 

Übel. Mit circa 50 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche verfüge der Betrieb des 

Beschwerdegegners über ausreichend betriebseigene Fläche, um sein Futter zu 

produzieren. Der Betrieb sei deshalb aufgrund seiner bodenabhängigen Produktion 

zonenkonform. Weitere Ausführungen zur inneren Aufstockung und zu den 

Intensivlandwirtschaftszonen würden sich erübrigen. Das Bauvorhaben umfasse nur 

Bauten und Anlagen, die für die Bewirtschaftung nötig seien. Da der Sohn den Betrieb 

dereinst übernehmen möchte, sei sichergestellt, dass der Betreib längerfristig bestehen 

könne. Der K.________weg genüge für die Erschliessung des neuen 

Landwirtschaftsbetriebs. Bei Einhaltung der Normhöhe müssten circa acht bis zehn Silos 

erstellt werden. Dies würde nicht nur mehr Fruchtfolgefläche verschlingen, sondern auch 

die Landschaft stärker beeinträchtigen. Aufgrund der betrieblichen und örtlichen 

Gegebenheiten lägen besondere Verhältnisse vor, die die Erteilung der Ausnahme 

rechtfertigen würden. 

In ihrer Stellungnahme vom 8. März 2017 beantragt die Gemeinde die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Den Beschwerdeführenden fehle 

die erforderliche besondere Beziehungsnähe zum Streitgegenstand. Das Vorhaben sei 

nicht planungspflichtig. Die überwiegende Abdeckung des Futterbedarfs sei gewährleistet. 

Die Silos hätten zum Zweck, das auf dem Betriebsgelände produzierte Futter haltbar zu 

machen. Der K.________ diene bereits heute als Zufahrt für die landwirtschaftliche 

Bewirtschaftung in der Umgebung des Vorhabens. Er werde die wenigen Mehrfahrten, mit 

denen aufgrund des geplanten Vorhabens zu rechnen sei, ohne weiteres verkraften 

können. Der Bedarf für die Aussiedlung ergebe sich aufgrund der Tatsche, dass der 

Betrieb des Beschwerdegegners heute bereits von Bauland praktisch umschlossen sei und 

kein Entwicklungspotential mehr habe.

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4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, gab den 

Beschwerdeführenden Gelegenheit, zur bestrittenen Beschwerdelegitimation Stellung zu 

nehmen. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Form und Frist

a) Der Entscheid des Regierungsstatthalteramts ist ein Gesamtentscheid im Sinne von 

Art. 9 KoG2. Er ist gestützt auf Art. 11 Abs. 1 KoG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 KoG mit 

Baubeschwerde nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 bei der BVE anfechtbar. Die BVE ist somit zur 

Beurteilung der Beschwerde zuständig.

b) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 

BauG i.V.m. Art. 41 Abs. 2 VRPG4). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 

Abs. 2 VRPG). Die Unterschrift wurde innert der Nachfrist verbessert (Art. 33 Abs. 2 

VRPG). 

2. Einsprache- und Beschwerdelegitimation

a) Nach Art. 40 Abs. 2 BauG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG sind zur 

Beschwerde Personen befugt, die durch das Bauvorhaben unmittelbar in ihren eigenen 

schutzwürdigen Interessen betroffen sind. Diese Interessen können rechtlicher oder 

tatsächlicher Natur sein. Es braucht aber eine besondere Betroffenheit, eine besonders 

nahe Beziehung zur Streitsache. Es ist erforderlich, dass die Einsprecherinnen und 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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Einsprecher persönlich vom Bauvorhaben in höherem Mass als die Allgemeinheit berührt 

werden.5 Sie müssen über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügen und 

einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheids ziehen. Die Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten 

insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein.6 

Umstritten ist, ob diese Voraussetzungen erfüllt sind. Die Beschwerdeführenden 

begründen ihre Einsprache- und Beschwerdelegitimation im Wesentlichen damit, dass ihre 

Liegenschaften weniger als 300 m vom Bauprojekt entfernt liegen würden. Von ihren höher 

gelegenen Liegenschaften aus hätten sie freie Sicht auf das gesamte Bauprojekt. Die 

Beschwerdelegitimation sei deshalb bereits aufgrund der räumlichen Nähe gegeben. Heute 

sei der Standort unbebaute Grünfläche. Bis zur letzten Ortsplanungsrevision habe sich der 

fragliche Teil der Parzelle Nr. M.________ in der Landschaftsschutzzone befunden. Nun 

solle in diesem Gebiet ein industrieller Landwirtschaftsbetrieb erstellt werden. Zudem sei 

eine Ausnahmebewilligung für das Erstellen von vier aneinandergebauten Hochsilos mit 

einer Höhe von je 25 m und einem Durchmesser von je 6.5 m erteilt worden. Dies sei 

praktisch doppelt so hoch wie gesetzlich zulässig. Die Silos seien frei einsehbar und 

ergäben aufgrund ihrer Dimension eine deutlich wahrnehmbare und nachteilige Störung 

der direkten Sichtverbindung. Zudem könne der K.________ nicht als genügende 

Erschliessung für einen nahezu industriellen Landwirtschaftsbetrieb mit 80 Milchkühen und 

deren Jungvieh gelten. Es handle sich um eine schlecht fundierte Strasse, auf der zwei 

Personenwagen nicht kreuzen könnten. Zudem bestehe auf dem K.________ ab den 

bestehenden Schrebergärten bis zum geplanten Neubau ein Fahrverbot über 3.5 t. Der 

Landwirtschaftsverkehr werde deshalb nicht über den K.________weg, sondern über den 

N.________ erfolgen und direkt vor den Liegenschaften der Beschwerdeführenden 

durchführen. Es sei deshalb mit einer massiven Verkehrszunahme zu rechnen. Die Nähe 

der Beziehung zum Streitgegenstand sei deshalb insbesondere aufgrund der räumlichen 

und örtlichen Gegebenheiten gegeben. Durch das Bauvorhaben drohe eine deutlich 

wahrnehmbare und nachteilige Störung. Die Dimension des Vorhabens sei für einen 

schweizerischen Landwirtschaftsbetrieb ausserordentlich gross. Verstärkt werde all dies 

durch die Ausnahmebewilligung für die vier Hochsilos. Diese werde für die 

Beschwerdeführenden quasi als Wand wahrnehmbar sein.

5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band I, Bern 2007, 
Art. 35/35a N. 16
6 BGer 1C_246/2011 vom 1. Februar 2012 E. 2.2

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b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Personen, die in der Umgebung 

eines Bauvorhabens wohnen, zur Beschwerdeführung legitimiert, wenn sie mit Sicherheit 

oder zumindest grosser Wahrscheinlichkeit durch Immissionen (Lärm, Staub, 

Erschütterungen, Licht oder andere Einwirkungen) betroffen werden, die der Bau oder 

Betrieb der fraglichen Anlage hervorruft. Bei weiträumigen Einwirkungen kann ein grosser 

Kreis von Personen zur Beschwerdeführung legitimiert sein, etwa beim Betrieb eines 

Flughafens  oder einer Schiessanlage. Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der 

Betroffenheit dient in der Praxis die räumliche Distanz zum Bauvorhaben bzw. zur Anlage. 

Die Rechtsprechung bejaht in der Regel die Legitimation von Nachbarn, deren 

Liegenschaften sich in einem Umkreis von bis zu rund 100 m befinden. Bei grösseren 

Entfernungen muss eine Beeinträchtigung aufgrund der konkreten Gegebenheiten 

glaubhaft gemacht werden. Dabei darf nicht schematisch auf einzelne Kriterien wie Distanz 

zum Vorhaben, Sichtverbindung usw. abgestellt werden, sondern es ist eine 

Gesamtwürdigung anhand der konkreten Verhältnisse erforderlich. Die Legitimation ergibt 

sich nicht allein aus der räumlichen Nähe, sondern aus der daraus herrührenden 

besonderen Betroffenheit.7 Diese ist umso weniger offensichtlich, je grösser die Entfernung 

zwischen dem Baugrundstück und den Liegenschaften der Einsprecherinnen und 

Einsprecher ist. Bei grösseren Distanzen müssen deshalb konkrete Interessen vorliegen 

und dargetan werden, die durch das Bauprojekt beeinträchtigt werden könnten und denen 

ein gewisses Gewicht zukommt, das es rechtfertigt, eine Betroffenheit zu bejahen, die 

grösser ist als diejenige der Allgemeinheit. Dabei genügt eine direkte Sichtverbindung oder 

eine minimale Beeinträchtigung der Aussicht nicht.8 Ideelle Beeinträchtigungen müssen in 

der Regel ein ungleich stärker störendes Mass annehmen als materielle Immissionen wie 

Lärm, Erschütterungen oder Luftverunreinigungen, damit die Legitimation bejaht werden 

kann. Allein aus dem Umstand, dass sich jemand an einer baulichen Veränderung im 

Blickfeld oder in der Umgebung eines Grundstücks stört, entsteht noch keine genügende 

besondere Beziehungsnähe.9 Eine solche kann zwar auch von einer ästhetischen 

Beeinträchtigung herrühren, wenn eine direkte Sichtverbindung vom Nachbargrundstück 

auf das in Frage stehende Bauvorhaben besteht. Selbst bei gegebenem Sichtkontakt führt 

jedoch nicht jede bauliche Veränderung im Blickfeld oder in der Umgebung zu einer 

besonderen Beziehungsnähe der Nachbarinnen und Nachbarn. Die mögliche 

7 BGE 140 II 214 E. 2.3, mit weiteren Hinweisen
8 BGer 1C_124/2016 vom 7. Juli 2016 E. 3.3.1
9 BGer 1A.266/2006 vom 25. April 2007 E. 4.1, mit Hinweis auf ZBl 96/1995 S. 527 E. 2c

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Beeinträchtigung muss deutlich wahrnehmbar sein und objektiv betrachtet als ein Nachteil 

empfunden werden.10 Wird die Einsprache- und Rechtsmittelbefugnis aus den Immissionen 

des Zubringerverkehrs abgeleitet, so müssen diese für die Beschwerdeführenden deutlich 

wahrnehmbar sein, damit sie zur Beschwerde legitimiert sind. In Grenzfällen besteht ein 

Beurteilungsspielraum, bei dessen Ausübung einerseits eine kaum mehr zu begrenzende 

Öffnung des Beschwerderechts zu vermeiden ist und andererseits die Schranken auch 

nicht zu eng gezogen werden dürfen, um nicht die vom Gesetzgeber gewollte Überprüfung 

der richtigen Rechtsanwendung in Fällen, in denen der Beschwerdeführer ein aktuelles und 

schützenswertes Interesse besitzt, auszuschliessen. Das Bundesgericht prüft die 

Legitimationsvoraussetzungen jeweils in einer Gesamtwürdigung anhand der im konkreten 

Fall vorliegenden tatsächlichen Verhältnisse. Es stellt nicht schematisch auf einzelne 

Kriterien (wie z.B. Distanz zum Vorhaben, Sichtverbindung etc.) ab.11

c) Die Liegenschaften der Beschwerdeführenden befinden sich in einer Bauzone am 

Siedlungsrand von Lyss. Diese ist im Norden, Osten und Süden von einer 

Landwirtschaftszone umgeben. Die Beschwerdeführenden haben heute Sicht auf 

unüberbautes, landwirtschaftlich genutztes Land mit den L.________ in der Zone für Sport- 

und Freizeitanlagen (ZSF) sowie dem Wald im Hintergrund. Angrenzend an die 

L.________ soll die landwirtschaftliche Siedlung des Beschwerdegegners erstellt werden. 

Die Beschwerdeführenden 1 und 2 haben unbestritten Sichtkontakt zum Bauvorhaben. Ihre 

Liegenschaft grenzt jedoch nicht direkt an die Bauparzelle, sondern befindet sich in einer 

Entfernung von etwa 225 m von deren Grundstücksgrenze entfernt. Dazwischen liegen der 

N.________weg und landwirtschaftlich genutzte Parzellen. Die Distanz zwischen dem 

Wohnhaus der Beschwerdeführenden 1 und 2 und dem geplanten nächstgelegenen 

Gebäude des Beschwerdegegners (Remise/Lagerhalle) beträgt gut 285 m, der geplante 

Laufstall mit den Silos ist rund 300 m entfernt. Ob auch die Beschwerdeführenden 3-6 

Sichtkontakt zum Bauvorhaben haben, ist umstritten, kann aber offengelassen werden. 

Ihre Liegenschaften befinden sich jedenfalls noch weiter vom Baugrundstück entfernt als 

diejenige der Beschwerdeführenden 1 und 2. Die Entfernung der Bauparzelle zu den 

Liegenschaften der Beschwerdeführenden ist mehr als zwei- bzw. dreimal grösser als die 

Distanz, bis zu der nach der Faustregel des Bundesgerichts die für die Bejahung der 

Legitimation erforderliche Beziehungsnähe in der Regel erreicht wird. Bei solchen 

Distanzen müssen konkrete Interessen vorliegen und dargetan werden, die durch das 

10 VGE 2014/129 vom 23. April 2015 E. 2.2, mit Hinweisen
11 BGE 136 II 281 E. 2.3.2

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Bauprojekt beeinträchtigt werden könnten. Diesen muss zudem ein gewisses Gewicht 

zukommen, das es rechtfertigt, eine Betroffenheit zu bejahen, die grösser ist als diejenige 

der Allgemeinheit. Allein der Umstand, dass eine direkte Sichtverbindung besteht, genügt 

ebenso wenig wie eine geringfügige Beeinträchtigung der Aussicht. Wie das Bundesgericht 

in diesem Zusammenhang festhält, hiesse anders entscheiden, einem Eigentümer eines 

höher gelegenen Grundstücks an einer Hanglage das Recht einzuräumen, gegen jede 

bauliche Veränderung an einer tiefer gelegenen Liegenschaft einzusprechen. Dies könne 

offensichtlich nicht der Sinn einer wohlverstandenen öffentlich-rechtlichen Einsprache- und 

Beschwerdebefugnis sein.12 Deshalb verneinte das Bundesgericht in einem 

Beschwerdeverfahren betreffend die Erweiterung und Sanierung eines Betagten-Zentrums 

die Beschwerdelegitimation eines Einsprechers, der je nach Sachverhaltsdarstellung 

120 m oder 210 m vom Bauvorhaben entfernt Stockwerkeigentum hatte.13 Ebenso 

bestätigte es den Nichteintretensentscheid der Vorinstanz in einem Beschwerdeverfahren 

betreffend die Einzonung von Grundstücken in eine Sonderbauzone Gemüse- und 

Gartenbau. In diesem Fall wandten sich die Beschwerdeführer, deren Liegenschaft sich in 

einer Entfernung von mindestens 320 m befand, in erster Linie gegen die Beeinträchtigung 

ihrer Aussicht durch unästhetische Gewächshäuser.14

d) Soweit die Beschwerdeführenden Einwände gegen die im Rahmen der letzten 

Ortplanungsrevision erfolgte (teilweise) Entlassung der Parzelle Nr. M.________ aus dem 

Landschaftsschongebiet erheben, kann von vornherein nicht auf die Beschwerde 

eingetreten werden, da diese Rügen ausserhalb des Streitgegenstands liegen. Im Übrigen 

begründen sie ihre besondere Betroffenheit hauptsächlich mit dem Umstand, dass sie die 

landwirtschaftliche Siedlung sehen können. Sie machen weder geltend noch ist ersichtlich, 

dass das Bauvorhaben aufgrund seiner Dimension oder Ausgestaltung nachteilige 

Auswirkungen auf den Charakter des Wohnquartiers oder die Liegenschaften der 

Beschwerdeführenden haben könnte. Aufgrund der grossen Distanz kann ausgeschlossen 

werden, dass es bezüglich der Liegenschaften der Beschwerdeführenden negative 

Auswirkungen auf das Erscheinungsbild haben oder zu einer erhöhten Einsehbarkeit oder 

zu Lichtentzug führen wird. Allein das Vorhandensein einer Sichtverbindung zum 

Baugrundstück vermag die erforderliche nahe Raumbeziehung nicht zu begründen. Die 

geplanten Bauten werden die Aussicht der Beschwerdeführenden bereits aufgrund der 

12 BGer 1C_124/2016 vom 7. Juli 2016 E. 3.3.1 
13 Vgl. BGer 1C_124/2016 vom 7. Juli 2016
14 Vgl. BGer 1A.266/2006 vom 25. April 2007

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Distanz wenn überhaupt bloss marginal einschränken. Zudem kommen sie nicht in direkter 

Linie vor die Liegenschaften der Beschwerdeführenden zu stehen, sondern nach links 

versetzt. Sie werden daher nicht im Zentrum des Sichtfeldes in Erscheinung treten. 

Ausserdem wird die Fernsicht der Beschwerdeführenden durch den Wald begrenzt, der 

sich im Hintergrund der geplanten Bauten befindet. Selbst unter der Berücksichtigung des 

Umstandes, dass die geplanten vier Silos eine beträchtliche Höhe aufweisen werden, wird 

die landwirtschaftliche Siedlung aus einer Distanz von rund 300 m vor dem Hintergrund 

des Waldes nur untergeordnet in Erscheinung treten. Von einer die Aussicht der 

Beschwerdeführenden versperrenden "Mauer" kann daher keine Rede sein. Im Übrigen 

stellt eine landwirtschaftliche Siedlung mit Hochsilos in einer Landwirtschaftszone keinen 

Fremdkörper dar. Von einer besonderen visuellen oder ästhetischen Beeinträchtigung der 

Liegenschaften der Beschwerdeführenden kann deshalb nicht gesprochen werden. 

Insbesondere liegt keine Situation vor, die mit der im Entscheid 1C_2/2010 vom 23. März 

2010 zu beurteilenden vergleichbar wäre, wo es um den Verlust des noch freien Ausblicks 

auf einen See durch eine Hochbaute auf dem Nachbargrundstück ging. Es ist deshalb nicht 

ersichtlich und wird von den Beschwerdeführenden auch nicht dargetan, inwiefern unter 

diesen Umständen die blosse Sichtbarkeit der landwirtschaftlichen Siedlung die Interessen 

der Beschwerdeführenden in ästhetischer Hinsicht beeinträchtigen könnten. Die 

Beschwerdeführenden machen zudem weder geltend noch ist ersichtlich, dass sie von 

Lärm- oder Geruchsimmissionen aus dem Landwirtschaftsbetrieb selber besonders 

betroffen wären. Es liegt deshalb auch keine mit der im Entscheid 1C_198/2012 vom 26. 

November 2012 vergleichbaren Situation vor, wo die Beschwerdelegitimation eines 

Einsprechers bejaht wurde, dessen Haus über 200 m von einem Bauernbetrieb entfernt 

lag, weil eine Sichtverbindung bestand und nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das 

Bauprojekt Geruchsimmissionen verursacht, die zumindest bei Westwind auf der 

Liegenschaft der Beschwerdeführer noch wahrnehmbar seien.

e) Die Beschwerdeführenden leiten ihre Einsprache- und Beschwerdelegitimation 

ausserdem aus den Immissionen des Zubringerverkehrs ab. Sie machen geltend, der 

Landwirtschaftsverkehr werde nicht über den K.________weg, sondern über den 

N.________ erfolgen und direkt vor den Liegenschaften der Beschwerdeführenden 

durchführen. Es sei deshalb mit einer massiven Verkehrszunahme zu rechnen. Die 

Erschliessung des Baugrundstücks erfolgt gemäss den Vorakten über den 

K.________weg. Dieser ist im Eigentum der Gemeinde und verbindet das Baugrundstück 

auf dem kürzesten Weg mit dem übergeordneten Strassennetz. Bis zum übergeordneten 

RA Nr. 110/2017/18 11

Strassennetz (O.________strasse) beträgt die Fahrstrecke etwa 1.2 km. Demgegenüber 

ist der Weg über den namenlosen Feldweg und den N.________ bis zum übergeordneten 

Strassennetz deutlich länger und umständlicher. Der K.________weg ist mit einem 

Schwarzbelag befestigt und weist bis zu den L.________ eine Breite von mindestens 4.20 

m auf. Das kurze Strassenstück zwischen den L.________ und der Einfahrt zum 

Baugrundstück ist auf einer Breite von 3.00 m ausgebaut.15 Wie sich den von den 

Beschwerdeführenden eingereichten Fotos entnehmen lässt, gilt die 

Gewichtsbeschränkung auf dem fraglichen Strassenstück nicht für land- und 

forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Gemäss den Angaben der Gemeinde dient der 

K.________weg bereits heute als Zufahrt für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung in der 

Umgebung des Bauvorhabens und funktioniert problemlos. Aufgrund der örtlichen Situation 

ist deshalb davon auszugehen, dass der Zulieferverkehr wie geplant über den 

K.________weg abgewickelt wird. Zudem ist nur mit wenigen Fahrten für die 

Futterlieferung und Milchabholung zu rechnen. Es dürfte sich um weniger als eine Fahrt 

pro Tag handeln. Es kann deshalb ausgeschlossen werden, dass die Verkehrsimmissionen 

wegen des Betriebs des Beschwerdegegners im Bereich der Liegenschaften der 

Beschwerdeführenden merklich zunehmen werden. 

f) Zusammenfassend steht fest, dass die Beschwerdeführenden angesichts der 

grossen Distanz zwischen ihren Liegenschaften und dem Bauvorhaben allein aufgrund der 

Sichtverbindung nicht mehr als die Allgemeinheit vom Bauvorhaben betroffen sind. 

Immissionen aus Bau und Betrieb bzw. aus dem Zufahrtsverkehr sind keine zu erwarten. 

Den Beschwerdeführenden fehlt deshalb die für die Einsprache- und 

Beschwerdelegitimation erforderliche Beziehungsnähe. Auf ihre Beschwerde kann aus 

diesen Gründen nicht eingetreten werden.

3. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie 

haben deshalb die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden 

15 Vgl. dazu Stellungnahme der Baupolizeibehörde vom 22. Oktober 2015 zu den Einsprachen, Vorakten pag. 
109

RA Nr. 110/2017/18 12

bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 600.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 

Abs. 1 GebV16). Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den ganzen Betrag.

b) Die Beschwerdeführenden haben zudem dem Beschwerdegegner die Parteikosten 

zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote der Anwälte des Beschwerdegegners 

gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdeführenden haben somit dem 

Beschwerdegegner die Parteikosten von Fr. 6'075.00 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.00 werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Diese haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine 

separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen 

ist.

3. Die Beschwerdeführenden haben dem Beschwerdegegner die Parteikosten im 

Betrag von Fr. 6'075.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. Sie haften solidarisch für 

den gesamten Betrag.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt G.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt I.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Seeland, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lyss, Bau + Planung, eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

16 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2017/18 13

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin