# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54f78ea4-efd8-503a-a265-548b26a58a8f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-02-18
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** ST.2017.257
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2017.257-1588759222.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2017.257 

Entscheid 

18. Februar 2020 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Gürkan Gültekin 

1.  A,     
2.  B,    

Zustelladresse: C AG,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrenten,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2014 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  die  Pflichtigen)  halten  je  25  Aktien  der  C  AG,  D 

(nachfolgend die Gesellschaft). Die Gesellschaft bezweckt das Erbringen von Rechts-

dienstleistungen im In- und Ausland durch in der Schweiz registrierte Anwältinnen und 

Anwälte  und  andere  qualifizierte  Berater  sowie  damit  verbundene  Tätigkeiten.  In  der 

Steuererklärung 2014 deklarierten die Pflichtigen für ihre Beteiligungen an der Gesell-

schaft einen Vermögenssteuerwert von je Fr. 40'000.- (= Fr. 1'600.- × 25 Aktien).  

Der  Steuerkommissär  setzte  demgegenüber  im  Einschätzungsentscheid 

Staats- und Gemeindesteuern 2014 vom 20. Februar 2017 den Vermögenssteuerwert 

der Gesellschaft entsprechend der Wertschriftenbewertung des kantonalen Steueramts 

des Kantons Zürich auf Fr. 37'500.- pro Aktie, total auf Fr. 1'875'000.- fest. Dabei ge-

wichtete er den Substanzwert einmal und den Ertragswert zweimal. 

B.  Hiergegen  erhoben die  Pflichtigen  am  23.  März  2017  Einsprache mit  dem 

Antrag,  für  die  Vermögenssteuer  per  Steuerjahr  2014  sei  für  die  Aktien  der  Gesell-

schaft  gemäss  Bewertungsregel  der  vorangegangenen  Steuerjahre  ein  Bruttosteuer-

wert  pro  Aktie  von  Fr.  6'547.44  zu  veranschlagen.  Sie  führten  an,  dass  es  sich  beim 

Substanzwert gemäss Aktionärsbindungsvertrag um den Verkehrswert handle und die-

ser Wert bei Eintritt der Partner zur Anwendung gelangt sei. Weiter rügten sie eine Ver-

letzung  des  rechtlichen  Gehörs,  da  das  kantonale  Steueramt  nicht  begründet  habe, 

warum  die  Partner  nicht  "at  arm's  length"  gehandelt  hätten.  Ausserdem  machten  sie 

geltend, dass ihr verfassungsmässiger Anspruch auf Gleichbehandlung verletzt worden 

sei, weil das kantonale Steueramt die Verkehrswertermittlung schematisch vorgenom-

men habe. 

Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 28. September 2017 ab. 

C.  Hiergegen  erhoben  die  Pflichtigen  am  3.  November  2017  Rekurs,  unter 

Wiederholung des Einspracheantrages. Sie führen aus, dass die Gesellschaft von der 

Persönlichkeit der Eigentümer und Aktionäre abhängig sei. Aufgrund dieser personen-

bezogenen  Struktur  könnten  deshalb  insbesondere  kleine  Anwaltskörperschaften  im 

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Gegensatz zu Dienstleistungs- und Industriegesellschaften nicht mit allen für die Wert-

schöpfung  relevanten  Produktionsmitteln  veräussert  werden.  Anwaltskanzleien  seien 

nicht mit Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften vergleichbar, die über einen sub-

stantiellen, mit dem Unternehmen verknüpften und mit diesem übertragbaren Goodwill 

verfügten.  Nach  der  Branchenpraxis kauften sich Anwältinnen  und Anwälte zum  Sub-

stanzwert in eine Partnerschaft ein und ausscheidende Partnerinnen und Partner wür-

den zum Substanzwert abgegolten. Da weder die Partner noch der Klientenstamm ver-

kauft  werden  könnten,  sei  für  die  Berechnung  des  Verkehrswerts  einer  Anwalts-AG 

nicht die allgemeine Formel für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen anwendbar. 

Überdies handle es sich bei den Anwälten, welche sich zum Verkehrswert in die Part-

nerschaft eingekauft hätten, um unabhängige Dritte.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  30.  Januar  2018  auf  Abweisung  des 

Rechtsmittels.  

Mit Schreiben vom 5. März 2018 und 28. Januar 2019 äussert sich die Pflich-

tigen hierzu.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a)  aa)  Gemäss  Art. 14  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisie-

rung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14. Dezember  1990 

(StHG) wird das Vermögen zum Verkehrswert bewertet. Diese Bestimmung ist für die 

Kantone verbindlich (BGr, 12. Juni 2009, 2C_800/2008). Das kantonale Recht hat die-

se  Regelung  übernommen  (§ 39  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997,  StG). 

Das steuerbare Vermögen bemisst sich nach dem Stand am  Ende der Steuerperiode 

oder der Steuerpflicht (Art. 17 Abs. 1 StHG sowie § 51 Abs. 1 StG).  

Als Verkehrswert gilt der objektive Marktwert eines Vermögensobjekts. Dieser 

entspricht  dem  Preis,  der  bei  einer  Veräusserung  im  gewöhnlichen  Geschäftsverkehr 

mutmasslich  zu  erzielen  wäre,  welchen  somit  ein  unbefangener  und  unabhängiger 

Käufer unter normalen Umständen zu zahlen bereit wäre (BGE 128 I 240 S. 248).  

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bb) Der Verkehrswert nicht kotierter Wertpapiere ist nach der von der Schwei-

zerischen  Steuerkonferenz  (SSK)  herausgegebenen  "Wegleitung  zur  Bewertung  von 

Wertpapieren  ohne  Kurswert  für  die  Vermögenssteuer"  (Kreisschreiben  Nr.  28  vom 

28. August 2008, mit Ergänzung vom 25./26. März 2009, nachfolgend KS 28) zu ermit-

teln. Diese bezweckt für die Vermögenssteuer eine in der Schweiz einheitliche Bewer-

tung von inländischen und ausländischen Wertpapieren, die an keiner Börse gehandelt 

werden.  Sie  dient  der  Steuerharmonisierung  zwischen  den  Kantonen  (BGr,  12. Juni 

2009, 2C_800/2008; KS 28, Rz. 1). Das KS 28 gilt nach ständiger Praxis des Bundes-

gerichts  als  zuverlässige  Methode  zur  Bestimmung  des  Verkehrswerts,  weil  darin  die 

Überlegungen, die für die Preisbildung bei nicht kotierten Aktien im Allgemeinen mass-

gebend  sind,  zum  Ausdruck  kommen  (vgl.  BGr,  30.  Juni  2014,  2C_1168/2013  + 

1169/2013, E. 3.6; BGr, 15. April 2010, 2C_504/2009, E. 3.3). Das schliesst nicht aus, 

dass  im  Einzelfall  aufgrund  besserer  Erkenntnisse  oder  mit  Rücksicht  auf  die  Beson-

derheiten  des  Einzelfalles  vom  Kreisschreiben  Abstand  genommen  und  eine  andere 

Bewertungsmethode  herangezogen  wird  (BGr,  18.  September  2013,  2C_309/2013  + 

2C_310/2013 E. 3.6).  

cc) Das KS 28 enthält ‒ soweit hier relevant ‒ folgende Bewertungsvorschrif-

ten:  

Gemäss Rz. 1 Abs. 4 KS 28 ist für die Vermögenssteuer der Steuerperiode (n) 

ist  grundsätzlich  der  Verkehrswert  des  Wertpapiers  per  31.  Dezember  (n)  massge-

bend.  

Bei nicht kotierten Wertpapieren, für die keine Kursnotierungen bekannt sind, 

entspricht  der  Verkehrswert  dem  inneren  Wert.  Er  wird  nach  den  Bewertungsregeln 

des KS 28 in der Regel als Fortführungswert berechnet. Privatrechtliche Verträge wie 

beispielsweise Aktionärsbindungsverträge, welche die Übertragbarkeit der Wertpapiere 

beeinträchtigen, sind für die Bewertung unbeachtlich (Rz. 2 Abs. 4 sowie Rz. 61 Abs. 2 

KS 28).  

Hat  für  Titel  gemäss  Abs.  4  eine  massgebliche  Handänderung  unter  unab-

hängigen  Dritten  stattgefunden,  dann  gilt  als  Verkehrswert  grundsätzlich  der  entspre-

chende Kaufpreis.  Von diesem Grundsatz kann unter  Berücksichtigung aller  Faktoren 

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in  begründeten  Einzelfällen  abgewichen  werden.  Der  festgelegte  Wert  wird  solange 

berücksichtigt,  als  sich die  wirtschaftliche  Lage  der  Gesellschaft  nicht  wesentlich  ver-

ändert hat (Rz. 2 Abs. 5 KS 28). 

Die Berechnung des Verkehrswerts von nichtkotierten Wertpapieren per Ende 

Steuerperiode  (n)  verlangt  in  der  Regel  die  Jahresrechnung  (n)  der  zu  bewertenden 

Gesellschaft. Im Zeitpunkt der Veranlagung der natürlichen Person ist die notwendige 

Jahresrechnung der zu bewertenden Gesellschaft meistens noch ausstehend. Um das 

Veranlagungsverfahren nicht zu verzögern, kann auf den Verkehrswert für die Steuer-

periode (n-1) abgestellt werden, sofern die Gesellschaft im Geschäftsjahr (n) keine we-

sentlichen Veränderungen erfahren hat (Rz. 4 KS 28).  

Bei Handels-, Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften ergibt sich der Un-

ternehmenswert  aus  der  zweimaligen  Gewichtung  des  Ertragswerts  und  der  einmali-

gen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswerten (Rz. 34 KS 28). Grundlage 

für  die  Bestimmung  des  Substanzwertes  ist  die  Jahresrechnung  (Rz. 11  KS  28).  Der 

Ertragswert  berechnet  sich  aus  dem  kapitalisierten  ausgewiesenen  Reingewinn  der 

massgebenden Geschäftsjahre, wobei wahlweise entweder zwei oder drei Geschäfts-

jahre berücksichtigt werden können (Modell 1 und 2, Rz. 35 KS 28). 

Die Wegleitung enthält sodann Ausnahmen, bei welchen einzig auf den Sub-

stanzwert abgestellt wird. Namentlich sind Handels-, Industrie- und Dienstleistungsun-

ternehmen im Gründungsjahr und in der Zeit der Aufbauphase nach dem Substanzwert 

zu bewerten (Rz. 32 KS 28). 

dd)  Die  von  den  Verwaltungsbehörden  veröffentlichten  Broschüren,  Kreis-

schreiben und Merkblätter stellen Verwaltungsverordnungen dar, d.h. generelle Dienst-

anweisungen, die sich an nachgeordnete Behörden oder Personen wenden und worin 

die Verwaltungen ihre Sichtweise darlegen. Als solche sind sie für die Gerichte recht-

lich  unverbindlich (BGE 139 V  122  E.  3.3.4;  BGr,  23.  November  2012,  2C_689/2011, 

E.  2.3.4).  Das  Bundesgericht  orientiert  sich  an  solchen  Kreisschreiben,  sofern  diese 

eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben enthalten und es sich um 

eine  eher  technische  Materie  von  begrenzter  Justiziabilität  handelt.  Eine  solche  Kon-

stellation  ist  in  steuerlichen  Bewertungsfragen  gegeben,  weswegen  die  höchstrichter-

liche  Instanz  in  seiner  Praxis  das  Kreisschreiben  Nr.  28  im  Bereich  der  Besteuerung 

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natürlicher  Personen  regelmässig  in  seine  Erwägungen  einbezieht  (BGr,  18. Septem-

ber 2013,  2C_309/2013,  E. 3.5;  BGr,  15.  April  2010,  2C_504/2009,  E. 3.3; 

BGr, 24. Juni  2010,  2C_881/2008).  Von  der  Wegleitung  ist  nach  der  Rechtsprechung 

nur dann abzuweichen, wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswerts dies gebietet 

(StE  1999  B 52.41  Nr. 2;  im  Ergebnis  ebenso  das  Bundesgericht  in  StE  1997  B  22.2 

Nr. 13). 

Bei  Bewertung  aufgrund  der  Wegleitung  wird  vermutet,  sie  gebe  den  Ver-

kehrswert richtig wieder, sodass der vom Fiskus für diesen Wert zu leistende Nachweis 

als erbracht gilt, und es dem Steuerpflichtigen obliegt, den Gegenbeweis anzutreten. 

b) Das kantonale Steueramt hat für die Vermögenssteuer 2014 auf die Bewer-

tung per 31. Dezember 2013 abgestellt. Hierzu hat das Steueramt auf den Durchschnitt 

der Jahreserfolge des Geschäftsjahrs 2013 (doppelt gewichtet) und des Geschäftsjahrs 

2012 abgestellt.  

Geschäftsjahr  

massgebender Erfolg  

01.01.2013 – 31.12.2013 (Fr. 450'801.-, 2x gewichtet) 

01.01.2012 – 31.12.2012  

Total  

Durchschnitt (geteilt durch 3) 

Fr.  

901'602.- 

431'337.- 

1'332'939.- 

444'313.- 

Ertragswert (kapitalisiert mit 8%)  

5'553'912.50  

Der  Substanzwert  wurde  gestützt  auf  die  Bilanz  per  31.  Dezember  2013  wie 

folgt festgelegt: 

Liberiertes Aktienkapital 

Bilanzgewinn/-verlust  

Offene Reserven 

Gesamtausschüttung fällig nach Bewertungsstichtag 

Substanzwert  

100'000.- 

3'567.- 

50'000.- 

460'000.- 

613'567.-  

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In  Anwendung  von  Rz. 34  KS 28  wurde  der  Ertragswert  zweimal  und 

der  Substanzwert  einmal  gewichtet.  Hieraus  folgt  ein  Unternehmenswert  von  total 

Fr. 3'907'130.67. Der Wert einer Namenstammaktie (Nennwert Fr. 1'000) betrug somit 

brutto Fr. 39'071.31 bzw. gerundet Fr. 39'000.-. 

c)  Die  Pflichtigen  führen  an,  dass  der  Aktienwert  dem  Substanzwert  per 

31. Dezember 2014 entspreche. Dieser betrage Fr. Fr. 654'744.- bzw. Fr. 6'547.44 pro 

Aktie. Begründet wird dies unter anderem damit, dass der Erfolg einer Anwaltskanzlei 

personenbezogen  und  eine  Anwaltskanzlei  nicht  mit  einer  Industrie-  oder  Dienstleis-

tungsgesellschaft vergleichbar sei.  

Gemäss  dem  Auszug  aus  dem  Handelsregister  bezweckt  die  Gesellschaft, 

Rechtsdienstleistungen  zu  erbringen.  Somit  kann  festgehalten  werden,  dass  die  als 

juristische  Personen  organisierte  Anwaltskanzlei  als  Dienstleistungsunternehmen  zu 

qualifizieren  ist,  bei  welcher  Rz. 34  KS  28  den  Einbezug  des  Ertragswerts  verlangt. 

Anwaltskanzleien  werden  im  Allgemeinen  als  Dienstleistungsunternehmen  qualifiziert 

(StRG, 22. April 2015, 1 ST.2014.46). 

Wird die Wertschöpfung allein von einem Mehrheitsbeteiligten erzielt und wird 

mit Ausnahme von wenigen Hilfskräften für die Administration und Logistik kein weite-

res Personal beschäftigt, kann die Bewertungsstelle dies auf Antrag der Unternehmung 

berücksichtigen,  indem  der  Ertragswert  und  der  Substanzwert  je  einfach  gewichtet 

werden (vgl. Kommentar 2014 zu Rz. 5 KS 28). Selbst dann ist demnach der Ertrags-

wert zu berücksichtigen. Da die Wertschöpfung im vorliegenden Fall in der Steuerperi-

ode 2014 jedoch nicht allein vom Mehrheitsbeteiligten abhängig war, sondern von den 

... Partnern gemeinsam, kann der Ertragswert auch nicht nur einfach gewichtet werden. 

Der  Einbezug  des  Ertragswerts  entspricht  somit  der  allgemeinen,  schemati-

schen Regelung in der Wegleitung, die nach Rechtsprechung und Praxis anzuwenden 

ist.  Die  Gesellschaft  wird  als  Ganzes  bewertet,  so  wie  sie  sich  präsentiert.  Der  Um-

stand,  dass  die  Arbeitskraft  und  die  Kundenbeziehungen  eines  Partners  bei  dessen 

Austritt  nicht  mehr  zur  Verfügung  stehen,  muss  bei  dieser  schematischen  Betrach-

tungsweise ausser Acht bleiben. Das kantonale Steueramt hat in der vorgenommenen 

Bewertung somit zu Recht den Ertragswert berücksichtigt. 

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d)  Des Weiteren  halten  die  Pflichtigen  fest,  dass  Anwaltskanzleien  im  Allge-

meinen und kleinere Kanzleien im Besonderen im Gegensatz zu Industrie- oder Dienst-

leistungsgesellschaften über keinen übertragbaren Goodwill verfügten. 

Gemäss  der bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  erscheint  es  auch bei per-

sonenbezogenen  Unternehmen  als  nicht  unrealistisch,  dass  dieses sich  im  Markt  Re-

putation und Kundestamm aufbauen kann, welche unabhängig von der Persönlichkeit 

des  Mitarbeiters  einen  Marktwert  darstellen  und  ein  potenzieller  Käufer  bereit  wäre, 

hierfür einen erheblichen Preis zu bezahlen (BGr, 6. Mai 2019, 2C_277/2018, E. 5.1). 

Im Übrigen verbieten auch die Standesregeln es den Anwälten nicht, in ihrer Firma ei-

nen Goodwill mit Marktwert zu schaffen. 

e)  Zum  Hinweis  der  Pflichtigen,  dass  der  Verkehrswert  der  Aktien  im  Aktio-

närsbindungsvertrag  festgestellt  wurde,  kann  auf  Rz.  2  Abs.  4  KS  28  verwiesen  wer-

den.  Dort  wird  explizit  festgehalten,  dass  privatrechtliche  Verträge  wie  beispielsweise 

Aktionärbindungsverträge,  welche  die  Übertragbarkeit  der  Wertpapiere  beeinträchti-

gen, für die Bewertung unbeachtlich sind. Wie das kantonale Steueramt korrekt festge-

halten hat, ist für die Bestimmung des Verkehrswerts eine "technisch"- bzw. "rechtlich-

objektive" und nicht eine "subjektiv-wirtschaftliche" Betrachtungsweise massgeblich.   

f) Die Pflichtigen vertreten ausserdem die Ansicht, dass sich die Anwälte zum 

Nettoaktienwert in die Partnerschaft eingekauft hätten. Es habe sich um einen Verkauf 

an  unabhängige  Dritte  gehandelt.  Dabei  hätten  sie  sich  geeinigt,  dass  der  Verkehrs-

wert  dem  Nettoaktienwert  entspreche.  Der  Unternehmenswert  sei  "at  arm's  length" 

festgelegt worden. Mit Schreiben vom 28. Januar 2019 teilen die Pflichtigen mit, dass E 

25 Namenaktien an die verbleibenden Partner zum Preis von Fr. 1'500.- pro Aktie ver-

kauft  habe.  Der  Preis  setze  sich  aus  dem  Nominalkapital  von  Fr. 100'000.-  und  den 

ausgewiesenen Reserven von Fr. 50'000.- zusammen. Damit sei belegt, dass sich der 

Substanzwert dem Verkehrswert entspreche.  

Hat eine massgebliche Handänderung unter unabhängigen Dritten stattgefun-

den,  gilt  als  Verkehrswert  der  entsprechende  Kaufpreis  (vgl.  Rz. 2  Abs. 5  KS 28). 

Diesbezüglich  kann  festgehalten  werden,  dass  F  und  E  vor  Gründung  der  Aktienge-

sellschaft mit dem Pflichtigen zusammen gearbeitet hatten. Aufgrund der mehrjährigen 

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Zusammenarbeit  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  es  sich  bei  den  ge-

nannten Personen um unabhängige Dritte handelt.  

g)  Die  Pflichtigen  beziehen  sich  ausserdem  auf  die  Konstellation  des  Aktien-

verkaufs vom Vater an den Sohn, wo zu vermuten sei, dass der Vater seinem bereits 

im Geschäft tätigen Sohn die Aktien nicht zu einem überhöhten Preis verkaufen würde 

und  aus  diesem  Grunde  eine  solche  Handänderung  für  die  Ermittlung  des  steuerlich 

massgebenden  Verkehrswerts  berücksichtigt  werden  könne.  Auch  dieses  Beispiel  ist 

im vorliegenden Fall nicht anwendbar. Insbesondere lässt sich daraus nichts zu Guns-

ten  der  Pflichtigen  ableiten,  da  bei  einem  Verkauf  eines  Vaters  an  seinen  Sohn  auch 

ein zu tiefer Preis vereinbart werden könnte.  

h) Bezüglich des Verkaufs der Aktien von E im Jahr 2019 zum Substanzwert 

ist sodann festzuhalten, dieser Verkaufspreis gemäss Kommentar zu Rz. 2 KS 28 nicht 

dem  Verkehrswert  entspricht,  da  die  Handänderung  zwischen  Aktionären  und/oder 

Partner  nicht  unter  unabhängigen  Dritten  zustande  kam  und  die  Handänderung  auf-

grund einer Aktionärsbindungsvertrags bloss zum Substanzwert erfolgte.  

2.  a)  Die  Pflichtigen  rügen  eine  Verletzung  ihres  Anspruchs  auf  rechtliches 

Gehör, weil das kantonale Steueramt den Einspracheentscheid mangelhaft begründet 

habe. 

b) Im Rahmen des in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 

(BV)  garantierten  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  bedürfen  Rechtsmittelentscheide 

einer  hinreichenden  Begründung  (vgl.  auch  § 126  Abs. 1  StG).  Die  wesentlichen 

tatsächlichen  und  rechtlichen  Entscheidgründe  müssen  darin  enthalten  sein  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.  2013,  §  139 

N 31  ff.  StG  mit  Hinweisen).  Indessen  dürfen  die  Anforderungen  nicht  überspannt 

werden.  Der  Begründungspflicht  ist  Genüge  getan,  wenn  der  Verfügungsadressat 

durch  die  Begründung  in  die  Lage  versetzt  wird,  die  Tragweite  der  Entscheidung  zu 

beurteilen und diese in voller Kenntnis der Umstände mit einem Rechtsmittel weiterzu-

ziehen  (Zweifel/Hunziker,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundes-

gesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden, 

3. A., 2017, Art. 41 N 187 StHG). Nicht notwendig ist, dass die Begründung eine Aus-

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einandersetzung  mit  sämtlichen  Parteierörterungen  enthält  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter,  §  142  N  10  StG).  Sofern  die  Rechtsmittelinstanz  von  ihrer  Untersuchungs- 

und  Überprüfungsbefugnis  Gebrauch  macht,  kann  eine  allfällige  Gehörsverweigerung 

im  Rechtsmittelverfahren  geheilt  werden  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 148  N 16 

StG). 

c)  Im  angefochtenen  Einspracheentscheid  qualifiziert  das  kantonale  Steuer-

amt  die Anwalts-AG  als Dienstleistungsunternehmen,  das gestützt  auf  das KS  28  be-

wertet  wird.  Demnach  werde  bei  Dienstleistungsunternehmen  der  Einbezug  des  Er-

tragswerts  verlangt.  Zudem  zählt  das  kantonale  Steueramt  die  Ausnahmen  auf,  bei 

welchen  einzig  auf  den  Substanzwert  abgestellt  wird.  Namentlich  seien  Handels-,  In-

dustrie-  und  Dienstleistungsunternehmen  im  Gründungsjahr  und  in  der  Zeit  der  Auf-

bauphase nach dem Substanzwert zu bewerten. Für reine Holding-, Vermögensverwal-

tungs- und Finanzierungsgesellschaften sowie Immobiliengesellschaften richte sich der 

Unternehmenswert ebenfalls nach dem Substanzwert. Vom KS 28 sei nach der Recht-

sprechung nur dann abzuweichen, wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswertes 

dies gebiete. 

Das  kantonale  Steueramt  hat  mit  dieser  Begründung  dargelegt,  weshalb  es 

sich  bei  der  Bewertung  auf  das  KS  28  abstützt.  Die  Begründung  ist  rechtsgenügend. 

Die  Pflichtigen  konnten  auf  dieser  Grundlage  die  Argumente  überprüfen  und  einen 

Entscheid über eine allfällige Anfechtung der Entscheide treffen.  

d)  Mit  Schreiben  vom  5.  März  2018  führen  die  Pflichtigen  des  Weiteren  an, 

dass das kantonale Steueramt annehme, dass die Gesellschaft aus ... Partnern beste-

he  und  damit  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  habe.  Zudem  sei  es  nicht 

darauf  eingegangen,  dass  der  Partnerschaftsvertrag  "at  arm's  length"  ausgehandelt 

worden sei. 

Dieser Ansicht der Pflichtigen kann nicht gefolgt werden. Das kantonale Steu-

eramt bezieht sich in seiner Rekursantwort auf Rz. 22 des Rekurses, wo die Pflichtigen 

auf die Beispiele 2 und 3 in Rz. 2 des Kommentars zum KS 28 verweisen und erläu-

tern,  dass  sich  die  Pflichtigen  und  E  sowie  F  darauf  geeinigt  hätten,  dass  der  Sub-

stanzwert  dem  Verkehrswert  entspreche.  Es  hat auch in  seiner  Rekursantwort  nie  er-

wähnt,  dass  die  Gesellschaft  aus  ...  Partnern  bestehe.  Bezüglich  des  Partnerschafts-

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vertrages resp. Aktionärsbindungsvertrags "at arm's length" hat das kantonale Steuer-

amt  explizit  erwähnt,  dass  der  Aktionärsbindungsvertrag  ausser  Betracht  fällt.  Auch 

diesbezüglich  kann  nicht  von  einer  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  gesprochen 

werden. 

3.  a)  Die  Pflichtigen  führen  weiter  aus,  dass  ihr  Anspruch  auf  rechtsgleiche 

Behandlung  verletzt  sei,  weil  das kantonale  Steueramt  den  Begriff  des  "Verkehrswer-

tes" durch schematische Anwendung von nicht einschlägigen Bewertungsformeln ver-

zerre. 

b) Der Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung (Legalitätsprinzip) ver-

langt eine Übereinstimmung der Entscheidung mit dem Gesetz; er geht der Rücksicht-

nahme auf eine gleichmässige Rechtsanwendung vor (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

VB zu  §§ 119 - 131  N 111  ff.  StG).  Wenn  aber  die  Behörde  die  Aufgabe  der  auch  in 

gleich gelagerten Fällen geübten gesetzwidrigen Praxis ablehnt, kann der Bürger ver-

langen, dass die gesetzeswidrige Begünstigung, die dem Dritten zuteil wird, auch ihm 

gewährt wird (Gleichbehandlung im Unrecht, spezielle Rechtsgleichheit; vgl. hierzu Hä-

felin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., 2016, Rz. 599). Dabei dür-

fen keine gewichtigen öffentlichen Interessen oder das berechtigte Interesse eines pri-

vaten  Dritten  an  der  gesetzmässigen  Rechtsanwendung  entgegenstehen.  In  einem 

solchen Interessenkonflikt sind die einander widersprechenden Rechte und Interessen 

im Einzelfall gegeneinander abzuwägen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Rz. 603). Vorausge-

setzt  wird  im  Weitern,  dass  sich  die  Behörde  der  Rechtswidrigkeit  bewusst  war  und 

keine Anstalten getroffen hat, ihre Praxis zu ändern. Dies kann erst der Fall sein, wenn 

das höchste Gericht, welches nach seiner eigenen Rechtsprechung an eine rechtswid-

rige  Praxis  der  Kantone  nicht  gebunden  ist  (BGr,  9.  Juli  1999  =  ASA  69,  652  =  StE 

1999 B 23.1 Nr. 43; BGE 122 II 446 = ASA 66, 224 = StE 1997 B 23.1 Nr. 36 = StR 

1997,  22),  in  dieser  Frage  einen  abschliessenden  Entscheid  gefällt  hat.  Vorher  kann 

der  Steuerbehörde  letztlich  nicht  ernsthaft  vorgeworfen  werden,  sich  gesetzwidrig  zu 

verhalten bzw. im vollen Bewusstsein um ihre Rechtswidrigkeit weiterhin an einer Pra-

xis festhalten zu wollen.  

c) Wie in E. 1a/bb festgehalten, bezweckt das KS 28 eine einheitliche Bewer-

tung von inländischen und ausländischen Wertpapieren, die an keiner Börse gehandelt 

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werden. Mit der Anwendung des KS 28 wird sichergestellt, dass die Unternehmen auf 

die gleiche Art und Weise bewertet werden. Eine gesetzwidrige Praxis ist dadurch nicht 

erkennbar. Vielmehr erschiene eine pauschale, generell auf (kleinere) Anwaltskanzlei-

en bezogene Ausnahmeregelung mit Blick auf das Legalitätsprinzip als problematisch. 

Als juristische Personen organisierte Anwaltskanzleien sind wie bereits in E. 1c ausge-

führt  als  Dienstleistungsunternehmen  zu  qualifizieren,  bei  welchen  Rz  34  KS 28  den 

Einbezug  des  Ertragswerts  verlangt.  Dass  gemäss  den  Ausführungen  der  Pflichtigen 

mit der Anwendung der Bewertungsformel des KS 28 nicht der Verkehrswert ermittelt 

werde,  vermag  nicht  zu  überzeugen.  Vielmehr  führt  der  Einbezug  des  Ertragswerts 

zum  Ergebnis,  dass  sämtliche  Dienstleistungsunternehmen  gleich  bewertet  werden 

und der Verkehrswert so bei den Dienstleistungsunternehmen auf gleiche Art und Wei-

se ermittelt wird. Eine Verzerrung dieses Begriffs ist daher nicht erkennbar. 

4. Gestützt  auf  diese  Erwägungen  ist  der  Rekurs  abzuweisen.  Bei  diesem

Ausgang  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  Pflichtigen  aufzuerlegen  (§  151  Abs.  1 

StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

[…] 

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