# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bac03a8c-8d62-5913-aa93-e70960eb7041
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 26.11.2014 HG120158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG120158_2014-11-26.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 
 

 Geschäfts-Nr. HG120158-O/U 

 

 

Mitwirkend: Der Oberrichter Peter Helm, Präsident, die Ersatzoberrichterin Sara 

Mathieu, die Handelsrichter Werner Furrer, Franz Ramser und Diego 

Brüesch sowie der Gerichtsschreiber Christian Stalder 

 

Urteil vom 26. November 2014 
 

in Sachen 

 

1. ... 

2. A._____,  

Kläger 

 

2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

sowie 

 

1. B._____ AG,  
2. C._____,  

3. D._____ AG,  

Streitberufene 

 

gegen 

 

E._____ AG,  

Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

- 2 - 

sowie 

 

F._____ AG, 

Streitberufene 

 
betreffend Forderung 
 

- 3 - 

Inhaltsverzeichnis: 

1. Einleitung und Sachverhalt S. 5 
2. Prozessgeschichte S. 8 
3. Formelles S. 9 
3.1. Zuständigkeit S. 9 
3.2. Parteiwechsel S. 9 
3.3. Streitverkündungen S. 11 
3.4. Klageänderung S. 12 
3.5. Nachklagevorbehalt S. 13 
3.6. Augenschein S. 14 
3.7. Eingaben nach der Duplik S. 15 
4. Parteivorbringen S. 15 
4.1. Des Klägers S. 15 
4.2. Der Beklagten S. 16 
5. Vorbemerkungen S. 17 
5.1. Einleitung S. 17 
5.2. Mängelrechte S. 17 
6. Begleitkosten S. 18 
6.1. Vorbemerkung S. 18 
6.2. Haftung - Solidarität S. 20 
6.3. Mängelhaftung - Kosten S. 25 
6.4. Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung der Attikaterrassen S. 28 
6.5. Allgemeine Kosten der Vorbereitungs- und Wiederherstellungs- 
 arbeiten / Mangelfolgeschäden S. 36 
6.6. Begleitkosten konkreter Mängel S. 47 
6.7. Allgemeine Kosten der Sanierung des Hauptdachs S. 52 
6.8. Zusammenfassung Begleitkosten S. 54 
7. Mangelfolgeschaden S. 55 
7.1. Vorbemerkung S. 55 
7.2. Merkmale S. 56 
7.3. Merkantiler Minderwert S. 57 
7.4. Ersatz S. 57 
7.5. Mangelfolgeschäden infolge Mängeln am Hauptdach S. 58 
7.6. Mangelfolgeschäden als allgemeine Kosten bei der Nachbesserung 
 des Hauptdachs S. 67 
7.7. Mangelfolgeschäden als allgemeine Kosten der Vorbereitungs-  
 und Wiederherstellungsarbeiten S. 70 
7.8. Zusammenfassung Mangelfolgeschaden S. 92 
8. Minderung / Mangelfolgeschaden S. 92 
8.1. Vorbemerkungen S. 92 
8.2. Wasserschaden Attikadach S. 95 
8.3. Mangelhafte Dachgefälle und mangelhafte Dachwassereinläufe S. 97 
8.4. Beschädigte Dachränder S. 98 
8.5. Beschädigte Photovoltaik-Anlagen S. 99 
8.6. Zusammenfassung Minderung / Mangelfolgeschaden S. 100 
9. Nicht ausgeführten Arbeiten S. 101 
9.1. Parteivorbringen S. 101 

- 4 - 

9.2. Pauschalpreisabsprache S. 103 
9.3. Minderung infolge nicht ausgeführten Leistungen S. 104 
9.4. Genehmigung Schlussrechnung S. 105 
9.5. Weitere Anmerkungen S. 106 
9.6. Zusammenfassung nicht ausgeführte Leistungen S. 114 
10. Neuer Schaden Attikawohnung Ost MFH 1 S. 114 
10.1. Parteivorbringen S. 114 
10.2. Behauptungs- und Beweislast S. 115 
10.3. Undichtigkeit des Dachs S. 116 
11. Eventualverrechnung S. 118 
11.1. Parteivorbringen S. 118 
11.2. Sanierung Hauptdach S. 119 
11.3. Sanierung Attika-Terrassen S. 122 
11.4. Zusammenfassung Verrechnungsforderung S. 126 
11.5. Verrechnung S. 126 
12. Kosten- und Entschädigungsfolgen S. 127 
 
 
 

***** 
 
 
 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, den Klägern CHF 842‘845.60 
zuzüglich 5% Zins seit 11. Februar 2012 zu zahlen; 

2. unter Vorbehalt der Nachklage; 
3. unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zu 

Lasten der Beklagten. 
 

geändertes Rechtsbegehren: 
(act. 18 S. 2 f.) 

1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 1'172'603.45 
zuzüglich 5% Zins seit 11. Februar 2012 auf dem Betrag von 
CHF 842'845.60 und seit 10. Juni 2013 auf dem Betrag von 
CHF 329'757.85 zu zahlen; 

2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, die Undichtigkeit des Daches 
des MFH 1 (mit Wasserschaden im Bereich der Decke in der Atti-
kawohnung Ost des MFH 1 im Wohnen vor dem Reduit und im 
Reduit) zu beheben; 

- 5 - 

3. unter Vorbehalt der Nachklage; 

4. unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zulas-
ten der Beklagten. 

 

Das Gericht zieht in Erwägung: 

1. Einleitung und Sachverhalt 

1.1. Die ursprünglichen Kläger (nachfolgend Bauherrschaft) sind natürliche Per-

sonen. Sie haben zwecks Realisierung von zwei Mehrfamilienhäuser an der 

G._____-Strasse 1 und 2 in H._____ eine einfache Gesellschaft gegründet (act. 

18 Ziff. 2). Die Beklagte ist eine im Handelsregister des Kantons Zug eingetrage-

ne Aktiengesellschaft. Sie führt unter anderem Spengler- und Bedachungsarbei-

ten aus.  

1.2. Die Parteien schlossen am 15. Januar 2008 einen Werkvertrag über Speng-

ler- und Bedachungsarbeiten für die zwei von der Bauherrschaft erstellten Mehr-

familienhäuser mit Attikaterrassen in H._____. Architekt und Bauleiter war 

I._____, J._____ AG (nachmals: B._____ AG). Zwischen der Bauherrschaft und 

der Bauleitung kam es zu grossen Differenzen. Sodann kam es beim Bauvorhan-

den zu diversen Baumängel. Ende Februar 2010 wurde das Vertragsverhältnis 

durch die Bauherrschaft aufgelöst (act. 3/17).  

1.3. Die Arbeiten wurden im Jahr 2008 begonnen. Noch im Jahr 2008 erfolgte, 

vor Fertigstellung der Arbeiten ein erster Rückbau des Terrassenaufbaus. Nach 

Darstellung des Klägers erfolgte dieser Rückbau, da die Lieferung und der durch 

die F._____ erstellte Verlegeplan nicht gestimmt habe sowie diverse Platten 

durch die Beklagte falsch verlegt worden seien. Nach Darstellung der Beklagten 

erfolgte der Rückbau, da die Vakuumdämmung gemäss Planunterlagen bis zum 

Kragplattenanschluss gezogen worden sei, nachträglich indes entschieden wor-

den sei, eine Überdämmung vorzunehmen. Am 3. April 2009 wurden die von der 

Beklagten ausgeführten Spengler- und Bedachungsarbeiten (Hauptdach und Atti-

katerrassen) abgenommen. 

- 6 - 

1.4. Anfangs 2010 erfolgten diverse Mängelanzeigen seitens der Bauherrschaft 

insbesondere hinsichtlich Undichtigkeit des Dachs. Im Zusammenhang mit den 

von der Beklagten ausgeführten Arbeiten auf dem Hauptdach ist anerkannt, dass 

es zu diversen, im Verantwortungsbereich der Beklagten liegenden Mängeln ge-

kommen war. Die Mängelbehebungsarbeiten auf dem Hauptdach erfolgten in 

zwei Etappen, nämlich zwischen dem 30. September 2010 und dem 17. Novem-

ber 2010 und zwischen dem 2. Mai 2011 und dem 17. August 2011. Es wurden 

folgen Arbeiten ausgeführt: Filter-Vlies, Wärmedämmung, Untergrundreinigung, 

Abdichtung auf Betondecke, Behebung falsche Lüftungskanalöffnungen, Blitz-

schutz Flachdach, Absturzsicherungen Flachdach (Verantwortlichkeit umstritten), 

Dachbegrünung. Zudem kam es auch zu einem Austausch der Oblichter, wobei 

diesbezüglich unterschiedliche Auffassungen über die Verantwortlichkeit beste-

hen.  

1.5. Im Frühling 2011 kam es zu einem zweiten Rückbau des Attikaterrassen-

aufbaus insbesondere wegen vom Baumeister und vom Plattenleger zu verant-

wortenden Mängeln. Am 23. Mai 2011 wurde entschieden, die Terrassen vollum-

fänglich zurückzubauen. Nach Darstellung des Klägers erfolgte dieser vollumfäng-

liche Rückbau, weil bei den Mängelbehebungsarbeiten festgestellt worden sei, 

dass die Verlegung der K._____-Platten ebenfalls mangelhaft gewesen sei. Nach 

Darstellung der Beklagten wäre es trotz fehlendem Vlies zu keinen Problemen 

gekommen, wenn es nicht zum problematischen (2.) Rückbau gekommen wäre. 

Unbestritten ist, dass das vertraglich vereinbarte PE-Schaumvlies, welches unter 

der Wärmedämmschicht als Trittschalldämmschicht anzuordnen gewesen wäre, 

durch die Beklagte nicht verlegt worden war. Weiter wirft der Kläger der Beklagten 

fehlende Reinigung der Dampfbremse vor der Verlegung der K._____-Dämmung 

und den Wiedereinbau von defekten Platten (nach dem ersten Rückbau) vor, was 

die Beklagte bestreitet. Der Kläger ist sodann der Ansicht, dass weitere von der 

Beklagten zu verantwortende Mängel bestanden hätten (nicht normenkonforme 

Randabschlüsse [behoben], Anschluss Türschwellen [nicht behoben], Anschlüsse 

Säulen und Cheminée-Zuluft [nicht behoben gem. Kläger, im Rahmen der Sanie-

rung wo nötig neu erstellt gem. Beklagter], Notüberläufe [nicht behoben]), wäh-

rend dem sich die Beklagte auf den Standpunkt stellt, dass diese Arbeiten ge-

- 7 - 

mäss Plan und Anweisung der Bauleitung, unter Berücksichtigung der baulichen 

Rahmenbedingungen, erfolgt seien. Hinsichtlich des anerkanntermassen ungenü-

genden Gefälles und den [behobenen] Mängeln im Zusammenhang mit dem 

Blitzschutz weist die Beklagte die Verantwortung ebenfalls von sich. Die Arbeiten 

– Rückbau und Neuaufbau der Attikaterrassen – erfolgten zwischen Mai 2011 und 

August 2011. 

1.6. Am 3. Oktober 2011 wurde die Abnahme der Mängelbehebung Flachdach-

arbeiten und Terrassen zurückgestellt infolge wesentlicher Mängel. Am 2. No-

vember 2011 wurde die Abnahme der umfangreichen Mängelbehebung abge-

nommen und am 19. November 2011 stellte die GVZ die Blitzschutzabnahmebe-

stätigung aus.  

1.7. Es ist zwischen den Parteien unstrittig, dass die SIA-Norm 118 Vertragsbe-

standteil ist. 

1.8. Die klagende Partei macht geltend, dass am Hauptdach und bei den Attika-

terrassen die Werkleistung der Beklagten mangelhaft gewesen sei. Sie macht un-

rechtmässig in Rechnung gestellte Leistungen, Schadenersatz und Minderung 

geltend (act. 1 S. 4 ff.). Die Beklagte bringt vor, dass es klar zu unterscheiden gel-

te zwischen der Sanierung des Hauptdachs und der Sanierung der Attikaterras-

sen. Während die Sanierung des Hauptdachs im Wesentlichen eigentliche Nach-

besserungsarbeiten betreffe (wofür sie die Verantwortung übernommen habe), 

gründe die Sanierung der Attikaterrassen in Baumeistermängeln (act. 10 S. 7). 

1.9. Die streitberufene B._____ AG hat einen Teil des Geschäftsbereichs der 

J._____ AG, welche mit der Bauleitung betraut war, mit Aktiven und Passiven 

übernommen. Der streitberufene L._____ schloss mit den ursprünglichen Klägern 

am 6. Dezember 2006 einen Bautreuhandvertrag. Dieser umfasste unter anderem 

die Kostenkontrolle und die Kontrolle der Arbeitsausführung sowie insgesamt eine 

treuhänderische Bauherrenvertretung (act. 1 S. 3). Bei der streitberufenen 

F._____ AG handelt es sich um den Systemlieferanten der von der Beklagten an-

zubringenden K._____-Dämmung (act. 10 S. 3). Die streitberufene D._____ AG 

- 8 - 

hat die Keramikplatten auf den Balkon- und Terrassenböden der erstellten Mehr-

familienhäuser verlegt (act. 18 S. 4).  

2. Prozessgeschichte 

Am 20. Juli 2012 reichten die Kläger die Klageschrift ein (act. 1). Mit Verfügung 

vom 23. Juli 2012 wurde den Klägern in Anwendung von Art. 98 ZPO Frist ange-

setzt, um für die Gerichtskosten einen Vorschuss von CHF 36'500.– zu leisten. 

Sodann wurde die Streitverkündung der Kläger an B._____ AG und C._____ vor-

gemerkt (Prot. S. 2). Der Prozesskostenvorschuss ging innert Frist ein (act. 6), 

worauf der Beklagten mit Verfügung vom 31. August 2012 Frist zur Einreichung 

der Klageantwort angesetzt wurde (Prot. S. 5). Die Klageantwort datiert vom 2. 

November 2012 (act. 10). Mit Verfügung vom 8. November 2012 wurde den Klä-

gern das Doppel der Klageantwort zugestellt und die Streitverkündung der Kläge-

rinnen [recte: der Beklagten] an F._____ AG vorgemerkt (act. 12). Anlässlich der 

Vergleichsverhandlung vom 25. März 2013 kam zwischen den Parteien keine Ei-

nigung zustande (Prot. S. 7 f.). Mit Verfügung vom 27. März 2013 wurde ein zwei-

ter Schriftenwechsel angeordnet (Prot. act. 16). Die Replik datiert vom 10. Juni 

2013 (act. 18). Mit Verfügung vom 19. Juni 2013 wurde sodann die Streitverkün-

dung der Kläger an D._____ AG vorgemerkt (act. 20). Die Beklagte erstattete die 

Duplik am 26. September 2013 (act. 22). Mit Verfügung vom 24. Oktober 2013 

wurde vom Parteiwechsel auf klägerischer Seite Vormerk genommen und das 

Rubrum entsprechend angepasst (act. 24). Mit Eingaben vom 20. August 2014 

bzw. 4. September 2014 verzichteten die Parteien nach entsprechender Anfrage 

auf eine Hauptverhandlung (act. 33 und act. 34). Der Kläger verlangte indessen 

unverzügliche Beweisabnahme (act. 34 S. 3), wobei er dieses Begehren mit Ein-

gabe vom 24. September 2014 wieder zurückzog (act. 40). Der Kläger reichte am 

30. September und 2. Oktober 2014 weitere Eingaben ein (act. 44 und 49). Die 

Beklagte reichte am 1. und 3. Oktober 2014 weitere Eingaben ein (act. 46 und 

50). Mit Schreiben vom 14. Oktober 2014 liess der Kläger dem Gericht eine Ex-

pertise der Institut für M._____ AG vom 1. Oktober 2014 zukommen (act. 52 und 

53). Dazu äusserte sich die Beklagte mit Eingabe vom 22. Oktober 2014 (act. 55). 

Zur Eingabe der Beklagten äusserte sich der Kläger mit Schreiben vom 

- 9 - 

30. Oktober 2014 (act. 57). Am 5. November 2014 folgte eine weitere Eingabe der 

Beklagten (act. 59). Am 26. November 2014 fand die Urteilsberatung statt. 

3. Formelles 

3.1. Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

ist gegeben (Art. 31 ZPO; Art. 6 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG) und ist auch unbe-

stritten geblieben (act. 10).  

3.2. Parteiwechsel 

3.2.1. Mit Eingabe vom 10. Juni 2013 hatten die Kläger mitgeteilt, dass die einfa-

che Gesellschaft aufgelöst und liquidiert worden sei und im Zusammenhang mit 

der Liquidation sämtliche Gewährleistungsrechte und Gewährleistungsansprüche 

sowie sämtliche Schadenersatzansprüche gegenüber Unternehmern, Architekten 

und Ingenieuren sowie Bauherrenberatern usw. vom Kläger 1 an den Kläger 2 

(nachfolgend Kläger) abgetreten worden seien (act. 18 S. 3 f.; act. 19/190).  

3.2.2. Wird das Streitobjekt während des Prozesses veräussert, so kann die Er-

werberin oder der Erwerber anstelle der veräussernden Partei in den Prozess ein-

treten (Art. 83 Abs. 1 ZPO). Veräusserung ist jede Form von rechtsgeschäftlicher 

Übertragung des Rechts oder des Sachbesitzes. Das Gericht hat die Gültigkeit 

der rechtsgeschäftlichen Übertragung in den Schranken der Verhandlungsmaxi-

me jeweils vorfrageweise zu prüfen (Schwander in Sutter-Somm/Hasenböhler/ 

Leuenberger, ZPO Komm., Art. 83 N 17).  

3.2.3. Der eingeklagte Anspruch wurde von den Klägern, welche im Zeitpunkt der 

Klageerhebung eine einfache Gesellschaft bildeten, notwendigerweise gemein-

sam erhoben (notwendige Streitgenossenschaft; Spühler/Dolge/Gehri, Schweize-

risches Zivilprozessrecht, 9. Aufl., § 20 N 55, N 57). Die einfache Gesellschaft 

wird aufgelöst, wenn der Zweck, zu welchem sie abgeschlossen wurde, erreicht 

ist (Art. 545 Abs. 1 Ziff. 1 OR). Sodann kann die einfache Gesellschaft jederzeit 

durch gegenseitige Übereinkunft aufgelöst werden (Art. 545 Abs. 1 Ziff. 4 OR; 

- 10 - 

BSK OR II-Staehelin, Art. 545/546 N 18). Nachdem die Kläger mit Vereinbarung 

vom 8. März 2013 übereingekommen sind, ihre Gesellschaft aufzulösen 

(act. 19/190), muss demnach nicht weiter geprüft werden, ob ein Beendigungs-

grund vorlag. Soll die einfache Gesellschaft aufgelöst werden, so ist deren Liqui-

dation vorzunehmen. Hierfür sind zunächst die gemeinsamen Schulden zu zahlen 

oder sicherzustellen. Weiter ist den Gesellschaftern Ersatz für allfällige Auslagen 

und Verwendungen zu leisten. Sodann sind die Einlagen der Gesellschafter zu-

rückzuerstatten. Ein allfälliger Überschuss ist unter den Gesellschaftern zu vertei-

len. Dabei ist im Einverständnis aller Gesellschafter auch eine Naturalteilung 

möglich (Meier-Hayoz/Forstmoser, Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 11. Aufl., 

§ 12 N 82 ff.).  

3.2.4. Noch nicht vollständig geklärt ist, ob und inwieweit Gestaltungsrechte ab-

tretbar sind und insbesondere ob Mängelrechte aus Veräusserungs- und Werk-

verträgen einem gesetzlichen Abtretungsverbot unterliegen. Nach einhelliger Auf-

fassung kann eine Forderung abgetreten werden, die bei der Ausübung eines 

Gestaltungsrecht entsteht. Uneinigkeit besteht bezüglich der Abtretbarkeit des 

Gestaltungsrechts als solchem (vgl. BSK OR I-Girsberger, Art. 164 N 5a und 

Gauch, Werkvertrag N 2437 ff.). Bei der Auflösung der einfachen Gesellschaft 

wurden sämtliche Gewährleistungsrechte und Gewährleistungsansprüche sowie 

sämtliche Schadenersatzansprüche gegenüber Unternehmern etc. an den Klä-

ger 2 abgetreten (act. 19/190). Hinsichtlich der eingeklagten Ansprüche auf Ersatz 

des Mangelfolgeschadens stellen sich mit der Abtretung keine Probleme. Diese 

sind ohne weiteres abtretbar (Gauch, Werkvertrag, N 2445). Auch das Nachbes-

serungsrecht ist ohne weiteres abtretbar (Gauch, Werkvertrag N 2443). Nach ver-

schiedenen Auffassungen soll jedoch das Wandlungs- und das Minderungsrecht 

nicht abtretbar sein, weil die Ausübung dieser Rechte so sehr in das Vertragsge-

füge eingreife, dass sie unlösbar mit dem Werkvertrag verbunden seien (vgl. 

Gauch, Werkvertrag N 2439 ff.). Nach Art. 164 ff. OR abtretbar sind jedoch die 

Wandlungs- oder Minderungsforderungen des Bestellers auf ganze oder teilweise 

Rückleistung der bezahlten Vergütung, die aus der Ausübung des Wandlungs- 

oder Minderungsrechts fliessen kann (Gauch, Werkvertrag, N 2442). Demnach 

steht der Abtretung des bereits eingeklagten Minderungsanspruchs nichts entge-

- 11 - 

gen. Dasselbe gilt für den bereits eingeklagten Anspruch auf Rückerstattung der 

Vergütung wegen nicht ausgeführten Leistungen. Demnach liegt eine zulässige 

und gültige Abtretung vor. 

3.2.5. Der Prozess war somit auf Klägerseite mit dem Kläger 2 (nachfolgend Klä-

ger) alleine fortzuführen. Dementsprechend wurde mit Verfügung vom 24. Okto-

ber 2013 vom Parteiwechsel auf klägerischer Seite Vormerk genommen und das 

Rubrum entsprechend angepasst und festgehalten, dass der ausscheidende 

N._____ für die bis am 24. Oktober 2013 aufgelaufenen Prozesskosten solida-

risch mit dem Kläger mithaftet.  

3.3. Streitverkündungen 

3.3.1. Die Kläger hatten mit der Klage B._____ AG und C._____ den Streit ver-

kündet, was mit Verfügung vom 23. Juli 2012 vorgemerkt worden ist (Prot. S. 2). 

Die Beklagte hatte in der Klageantwort der F._____ AG den Streit verkündet, was 

mit Verfügung vom 8. November 2012 vorgemerkt worden ist (act. 12). Sodann 

haben die Kläger mit der Replik der D._____ AG den Streit verkündet, was mit 

Verfügung vom 19. Juni 2013 vorgemerkt worden ist (act. 20).  

3.3.2. Eine Partei, die für den Fall ihres Unterliegens eine dritte Person belangen 

will oder den Anspruch einer dritten Person befürchtet, kann diese auffordern, sie 

im Prozess zu unterstützen (Art. 78 Abs. 1 ZPO). Die Streitverkündung kann beim 

Gericht als schriftliche Erklärung zuhanden des Streitberufenen eingereicht wer-

den. Das Gericht leitet diese Erklärung dem Streitberufenen weiter und unterrich-

tet ihn über seine Rechte und Pflichten gemäss Art. 79 f. ZPO. Der Streitberufene 

ist nicht verpflichtet, dem Hilferuf des Streitverkünders nachzukommen. Der Pro-

zessbeitritt als Folge der Streitverkündung, aber auch die ausserprozessuale Un-

terstützung, stellen lediglich prozessuale Rechte des Streitberufenen dar, die die-

ser freiwillig ausüben kann. Eine Unterstützungspflicht ergibt sich auch nicht aus 

dem materiellen Recht (Takei in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO 

Komm., Art. 78 N 35, Art. 79 N 13). Lehnt die streitberufene Person den Prozess-

beitritt ausdrücklich ab oder verhält sie sich trotz der Aufforderung des Gericht, 

sich diesbezüglich zu erklären, passiv, so nimmt der Prozess seinen ordentlichen 

- 12 - 

Verlauf ohne Beteiligung des Streitberufenen (Art. 79 Abs. 2 ZPO; Takei a.a.O., 

Art. 79 N 14). 

3.3.3. Mit der Vormerknahme der Streitverkündung wurde den Streitberufenen die 

Möglichkeit eingeräumt, zugunsten der Partei, die ihr den Streit verkündet hat, 

ohne weitere Voraussetzungen zu intervenieren oder anstelle der Partei, die ihr 

den Streit verkündet hat, mit deren Einverständnis den Prozess zu führen, unter 

der Androhung, dass bei Ablehnung des Prozessbeitritts oder Ausbleiben einer 

Erklärung der Prozess ohne Rücksicht auf sie fortgesetzt werde (Prot. S. 2, 

act. 12, act. 20). Nachdem sich die Streitberufenen nicht vernehmen liessen, war 

der Prozess ohne Rücksicht auf sie fortzusetzen. 

3.4. Klageänderung 

3.4.1. Mit der Replik hat der Kläger einerseits die eingeklagte Forderung erhöht 

und andererseits hat er zusätzlich das Begehren um Mängelbehebung erhoben 

(act. 18 S. 2 f.). Die Beklagte bestreitet die Zulässigkeit der Klageänderung 

(act. 22 S. 3).  

3.4.2. Eine Klageänderung ist zulässig, wenn der geänderte oder neue Anspruch 

nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen An-

spruch in einem sachlichen Zusammenhang steht oder die Gegenpartei zustimmt 

(Art. 227 Abs. 1 ZPO). Nachdem sich die Beklagte der Klageänderung widersetzt, 

ist zu prüfen, ob die Erhöhung der eingeklagten Forderung und das neue Begeh-

ren um Mangelbehebung mit dem bisherig geltend gemachten Anspruch in einem 

sachlichen Zusammenhang stehen. 

3.4.3. Die Klageänderung ist zwingend nur dann zulässig, wenn der geänderte 

oder neue Anspruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist. Dies ist 

vorliegend gegeben, ist doch sowohl der ursprünglich geltend gemachte Anspruch 

wie auch das geänderte und das zusätzlich erhobene Begehren im ordentlichen 

Verfahren zu beurteilen. 

3.4.4. Sodann muss ein sachlicher Zusammenhang gegeben sein zwischen dem 

bisher geltend gemachten Anspruch und dem geänderten oder neuen Anspruch. 

- 13 - 

Ein neues oder geändertes Rechtsbegehren steht in einem sachlichen Zusam-

menhang, wenn es sich auf den gleichen Lebensvorgang stützt (Leuenberger in 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 227 N 18). Hinsichtlich 

der Erhöhung der eingeklagten Forderung in Ziffer 1 des Rechtsbegehrens ist 

dies ohne weiteres gegeben. Stützt sich die erhöhte Forderung doch auf die be-

reits geltend gemachten Mängel. Nachdem der Kläger in der Klageschrift seine 

Schadenersatzforderungen aufgrund von Mängeln auf die unterschiedlichen Un-

ternehmer aufteilte, beruft er sich in der Replik auf unechte Solidarität und ver-

langt von der Beklagten den Ersatz des ganzen Schadens. Der sachliche Zu-

sammenhang ist deshalb zu bejahen. Auch hinsichtlich des neu erhobenen Män-

gelbehebungsbegehren – Behebung der Undichtigkeit des Daches – ist der sach-

liche Zusammenhang zu bejahen, da der Kläger seinen Anspruch auf Ersatz von 

Mangelfolgeschaden unter anderem auch auf die Undichtigkeit des Daches stützt. 

3.4.5. Demnach ist die Klageänderung zuzulassen. 

3.5. Nachklagevorbehalt 

Der Kläger hat seine Klage unter dem Vorbehalt der Nachklage erhoben. Nach 

der Dispositionsmaxime steht es den Parteien frei, lediglich einen Teilbetrag einer 

grösseren Gesamtforderung geltend zu machen (vgl. auch Art. 86 ZPO). Dem Ur-

teil über die Teilklage kommt indessen grundsätzlich nur materielle Rechtskraft 

mit Bezug auf den eingeklagten Teilanspruch zu (Bopp/Bessenich in Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 86 N 10 f.); eines Nachklage-

vorbehaltes bedarf es nicht. Auf Ziffer 3 des Rechtsbegehrens ist somit mangels 

Rechtsschutzinteresse nicht einzutreten. 

 

3.6. Augenschein 

3.6.1. Der Kläger bringt vor, dass zur Erläuterung und Veranschaulichung des 

Sachverhalts ein Augenschein unabdingbar sei. Die verschiedenen Nachbesse-

rungsarbeiten und die damit verbundenen Begleitkosten und Mangelfolgeschäden 

würden sich nur vor Ort anschaulich darstellen. Ein Augenschein diene der Klä-

- 14 - 

rung verschiedener Fragen und dränge sich insbesondere aufgrund der Pro-

zessökonomie geradezu auf. Der Augenschein diene auch der richterlichen Fra-

gepflicht und dem rechtlichen Gehör. Durch den Augenschein würden sich die 

Zusammenhänge der verschiedenen Mängel, Mängelbehebung, Mängelfolgen 

und Begleitkosten auf einfache und anschauliche Weise darstellen lassen (act. 18 

S. 5).  

3.6.2. Die Parteien haben in ihrer Rechtsschrift ihre Behauptungen substanziiert, 

d.h. in Einzeltatsachen gegliedert, und soweit rechtlich relevant, lückenlos vorzu-

tragen, damit darüber Beweis abgenommen werden kann. Pauschale Behauptun-

gen genügen nicht. Wie konkret und detailliert die Substanziierung sein muss, ist 

nach den Umständen des Einzelfalls zu beurteilen (Leuenberger in Sutter-Somm/ 

Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 221 N 43, N 45). Bei anwaltlicher 

Vertretung besteht lediglich bei offensichtlichen Mängeln eine Fragepflicht des 

Gerichts. Andernfalls macht sich das Gericht zum Gehilfen des Anwalts (Sutter-

Somm/von Arx in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 56 

N 31).  

3.6.3. Es kann daher nicht Aufgabe des Gerichts sein, dem Kläger anlässlich ei-

nes Augenscheins generell zu ermöglichen, seine Vorbringen zu ergänzen. So-

weit der Kläger im Zusammenhang mit bestimmten Vorbringen begründet auf ei-

nen Augenschein verweist, wird dies nachfolgend – bei den einzelnen Ansprü-

chen – zu prüfen sein. Sodann kann ein Augenschein im Rahmen des Beweisver-

fahrens zum Zuge kommen, soweit ein solcher vom Kläger im Zusammenhang 

mit bestimmten Behauptungen als Beweismittel angerufen worden ist oder sich – 

soweit angerufen – im Zusammenhang mit einem in Auftrag zu gebenden Gutach-

ten aufdrängt. 

3.7. Eingaben nach der Duplik 

Soweit überhaupt als Noveneingaben zulässig, ergeben - wie nachfolgend aufzu-

zeigen ist - die später eingereichten Eingaben keinen Anlass zu Weiterungen. 

- 15 - 

4. Parteivorbringen 

4.1. Des Klägers 

Der Kläger macht verschiedene Mängel bei den von der Beklagten erbrachten Ar-

beiten geltend. Die Beklagte habe ein Werk abgeliefert, das in keiner Art und 

Weise der geschuldeten Leistung entsprochen habe. Die ersten Mängel hätten 

sich bereits im ersten Winter nach der Abnahme des Werkes am 3. April 2009 ge-

zeigt. Aufgrund der passiven „Hinhaltetaktik“ der Beklagten habe sich die Mängel-

behebung über zwei Jahre hingezogen und hätten sich dadurch insbesondere die 

Mängelfolgekosten in etwa verdoppelt. Ohne Verschleppung der Mängelbehe-

bung hätten die Schäden aus Wassereintritten vollumfänglich vermieden werden 

können. Der Wasserschaden im Mehrfamilienhaus (nachfolgend MFH) 2 sei be-

hoben worden. Die Undichtigkeit im Bereich Reduit MFH 1 der Wohnung Ost be-

stehe nach wie vor. Die Untersuchung des Experten O._____, der mit Einver-

ständnis der Beklagten beauftragt worden sei, habe beim Hauptdach gravierende 

Mängel festgestellt. Nebst den Mängeln bei den Oblichtern habe er die folgenden 

Mängel erkannt: Fehlende Absturzsicherungen, ungenügendes Gefälle, Wasser 

unter der Abdichtung, ungenügende Untergrundvorbereitung, ungenügende ener-

getische Qualität der Lichtkuppeln, ungenügende Abdichtung der Dachdurchdrin-

gungen, einlagige Aufbordungen der Abdichtung bei aufgehenden Gebäudeteilen, 

fehlende Elastomerkeile Nordseite, ungenügende Stauhöhen (Aufbordung der 

Abdichtung) bei Liftaufbau, nicht normkonforme Ausspeier, runde anstelle von 

eckigen Dachwasserabläufen, unsauber verlegte Wärmedämmung und Wärme-

dämmung in einer anderen Qualität, unsauber verlegtes Vlies und die Verwen-

dung eines andern, nicht vereinbarten Vlieses, fehlende Ansaat der Begrünung 

sowie fehlende Pflege und Unterhalt im Folgejahr. Sodann sei die Verlegung der 

K._____-Platten mangelhaft gewesen; das vertraglich vereinbarte und geschulde-

te 5 mm PE-Schaumvlies habe gefehlt. Durch das laufende Bestreiten der Mängel 

sowie das unkooperative und verschleppende Verhalten der Beklagten seien tat-

sächlich hohe Begleitkosten verursacht worden. Die zusätzlichen Wasserschäden 

im MFH 2 Ende 2010 und im MFH 1 im Juni 2012 würden ebenfalls in einem kau-

salen Zusammenhang mit den ursprünglichen Mängeln stehen. Viele der Mängel 

seien von der Beklagten behoben worden. Offengeblieben seien aber die im Zu-

- 16 - 

sammenhang mit der Mängelbehebung entstandenen Kosten. Dabei handle es 

sich um die Begleitkosten, die im Rahmen der Nachbesserung entstanden seien. 

Es seien Kosten, die alleine durch die Mangelbehebung entstanden seien. Eben-

so wenig habe die Beklagte die Kosten der Behebung der Mangelfolgeschäden 

beglichen. Weiter macht der Kläger Mängel bei den Attikaterrassen und daraus 

resultierende Begleitkosten und Mangelfolgeschäden geltend. Sodann macht er 

Minderungsansprüche infolge nicht erbrachter, werkvertraglich vereinbarter Leis-

tungen und Minderungsansprüche aufgrund der Mangelhaftigkeit des Werkes gel-

tend. Schliesslich verlangt er, dass die Beklagte zu verpflichten sei, den nach wie 

vor bestehenden Mangel (Undichtigkeit im Bereich Reduit MFH 1 der Wohnung 

Ost) nachzubessern (act. 1 S. 4 ff.; act. 18 S. 5 ff.). 

4.2. Der Beklagten 

Die Beklagte bestreitet die Klage. Sie macht geltend, dass die beiden Dächer 

dicht seien. Im Bereich Reduit der Attika-Wohnung Ost des MFH 1 hätten sich 

einzig kleine Feuchtigkeitsstellen gefunden, welche ihren Ursprung jedoch nicht in 

einer Undichtigkeit des Daches hätten. Es bestehe kein irgendwie gearteter 

Nachbesserungsanspruch. Die Beklagte anerkennt, dass teilweise – behobene – 

Mängel bestanden hätten. Der Vorwurf einer zögerlichen Behebung und Sanie-

rung sei unberechtigt. Es sei strikte zu differenzieren zwischen der Sanierung 

Hauptdach MFH 2/1 und der Sanierung der Attikaterrassen. Während die Sanie-

rung des Hauptdachs im Wesentlichen Nachbesserungsarbeiten der Beklagten 

betreffe, wofür die Verantwortung übernommen worden sei, habe die Sanierung 

der Attikaterrassen auf Drittverantwortlichkeiten (Baumeistermängel, Mängel Plat-

tenbauer) gegründet, welche einen (beim MFH 2 erneuten) Rückbau der Nutz-

schicht erforderlich gemacht hätten. Schliesslich macht die Beklagte Eventualver-

rechnung geltend. Der Kläger habe ihr den von ihr ausserhalb der Nachbesse-

rungsarbeiten geleisteten Aufwand sowie die Ohnehinkosten etc. zu erstatten. 

Auch habe sich der Kläger an den Nachbesserungskosten im Umfang der Mitver-

antwortungsquote (Selbstverschulden) zu beteiligen (act. 10 S. 4 ff.; act. 22 S. 4 

ff.).  

- 17 - 

4.3. Auf diese und die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die Akten wird 

nachfolgend – soweit für die Entscheidfindung notwendig – eingegangen. Dabei 

bleibt anzumerken, dass auf die Vorbringen der Parteien nur eingegangen wird, 

soweit diese substanziiert vorgetragen werden und daraus etwas – rechtlich rele-

vantes – abgeleitet wird. Auf allgemeine und pauschale Vorbringen der Parteien 

wird nicht weiter eingegangen.  

5. Vorbemerkungen 

5.1. Einleitung 

Der Kläger macht Mangelfolgeschäden und Begleitkosten geltend. Mit Ausnahme 

der Undichtigkeit des Daches des MFH 1, deren Behebung er im vorliegenden 

Prozess ebenfalls verlangt, ist unstrittig, dass die Mängel behoben worden sind 

und nicht mehr bestehen oder aus Gründen der Verhältnismässigkeit seitens der 

Bauherrschaft auf die Mängelbehebung verzichtet worden ist.  

5.2. Mängelrechte 

5.2.1. Es ist unstrittig, dass die SIA-Norm 118 Vertragsbestandteil ist. Nach der 

SIA-Norm 118 hat der Bauherr nach Art. 169 Abs. 1 zunächst einzig das Recht, 

vom Unternehmer die Mängelbeseitigung innerhalb angemessener Frist zu ver-

langen. Kommt der Unternehmer der vom Bauherrn verlangten Nachbesserung 

nicht nach, d.h. behebt der Unternehmer die Mängel nicht innerhalb der vom 

Bauherrn angesetzten Frist, so ist der Bauherr berechtigt, nach seiner Wahl ent-

weder weiterhin auf Verbesserung zu beharren, einen dem Minderwert des Wer-

kes entsprechenden Abzug von der Vergütung zu machen (Minderung) oder vom 

Vertrag zurückzutreten (Wandlung) (Art. 169 Abs. 1 SIA-Norm 118). Die Kosten 

einer Verbesserung trägt der Unternehmer; eingeschlossen sind die Kosten zur 

Beseitigung aller Schäden, die an andern Arbeiten wegen der Mängelbeseitigung 

entstehen sowie allfällige Mehrkosten der Bauleitung (Art. 170 Abs. 1 SIA 118). 

Hat der Bauherr (oder eine Hilfsperson des Bauherrn) einen Mangel mitverschul-

det, so sind die Verbesserungskosten zwischen Unternehmer und Bauherrn an-

gemessen zu verteilen (Art. 170 Abs. 3 SIA-Norm 118).  

- 18 - 

5.2.2. Im Rahmen der Mangelbeseitigung ist der Unternehmer verpflichtet, seinen 

Vertragspartner so zu stellen, wie dieser stünde, wenn von vornherein mangelfrei 

geleistet worden wäre (Gauch, Werkvertrag, N 1717).  

5.2.3. Ist sodann wegen eines Mangels ein Schaden entstanden, so hat der Bau-

herr neben und ausser den Rechten nach Art. 169 das Recht auf Schadenersatz 

nach Massgabe der Art. 368 und 97 ff. OR. Jedoch hat er kein Recht, Schadener-

satz gemäss Art. 97 ff. OR anstelle der Mängelrechte nach Art. 169 geltend zu 

machen. Der Unternehmer ist von der Ersatzpflicht befreit, wenn er nachweist, 

dass ihn kein Verschulden trifft. Für Schaden, den seine Hilfspersonen verursacht 

haben, haftet er, wie wenn er ihn selbst verschuldet hätte. Der Umfang der Er-

satzpflicht bestimmt sich nach Art. 99 OR (Art. 171 SIA-Norm 118).  

6. Begleitkosten 

6.1. Vorbemerkung 

6.1.1. Der Kläger macht allgemeine Kosten der Nachbesserung geltend. Soweit 

der Kläger vorbringt, die tatsächlich hohen Begleitkosten seien weitgehend durch 

das laufende Bestreiten der Mängel sowie das unkooperative und verschleppende 

(zeitlich ungenügendes Zuweisen von Fachpersonal) Verhalten der Beklagten 

verursacht worden (act. 18 S. 20), ist mangels substanziierten Vorbringen nicht 

weiter darauf einzugehen. Mit seinen pauschalen Ausführungen genügt der Klä-

ger seiner Substanziierungspflicht nicht. So hätte er konkret darzutun gehabt, wie 

sich welche Handlungen oder welche ausbleibenden Handlungen der Beklagten 

wie auf die Kosten etc. ausgewirkt haben resp. welche Kosten warum hätten ein-

gespart werden können. Dementsprechend erübrigen sich Weiterungen hierzu. 

Dasselbe gilt für das pauschale Vorbringen, die zusätzlichen Wasserschäden im 

MFH 2 Ende 2010 und im MFH 1 im Juni 2012 würden ebenfalls in einem kausa-

len Zusammenhang mit den ursprünglichen Mängeln stehen (act. 18 S. 20).  

6.1.2. Der Kläger bringt vor, im Zusammenhang mit der Sanierung des Haupt-

dachs seien viele Begleitkosten angefallen, die nicht durch die Sanierung eines 

bestimmten Mangels des Hauptdachs, sondern in allgemeiner Weise entstanden 

- 19 - 

seien (act. 18 S. 70). Diese Begleitkosten setzen sich wie folgt zusammen (act. 18 

S. 70 ff.): 

 P._____ AG v. 19.11.2010 CHF 10'553.30 

 Q._____     CHF 825.30 

 R._____     CHF  7'500.00 

 S._____     CHF 193.30 

 Rechnung T._____  CHF  2'450.50 

 U._____ Reinigungen  CHF 484.20 

 Mehrkosten Heizung/Lüftung CHF 3'925.35 

 Energieausfall Photovoltaikanlage  CHF 4'653.30 

      CHF 30'585.25 

6.1.3. Der Kläger macht weiter geltend, dass im Zusammenhang mit der Sanie-

rung der Attikaterrasse verschiedene Arbeiten hätten durchgeführt werden müs-

sen. Mit der Nachbesserung seien dabei auch viele Begleitkosten angefallen 

(act. 18 S. 102). Diese Begleitkosten setzen sich wie folgt zusammen (act. 18 

S. 102 ff.):  

 P._____ AG v. 26.8.2011 CHF 10'800.00 

 R._____ AG    CHF 19'679.40 

 V._____     CHF 411.50 

 Q._____     CHF 3'638.95 

 W._____ AG   CHF 2'257.20 

 BA._____ GmbH  CHF 29'290.20 

 BA._____ GmbH  CHF 276'355.40 

 BB._____    CHF 6'727.90 

 BC._____ AG   CHF  5'749.45 

 BD._____    CHF 4'186.20 

 BE._____ GmbH   CHF 2'203.20 

 BF._____ GmbH (Fr. 8‘578.55) CHF 8'578.55 

 BG._____    CHF  47'267.55 

 BH._____ AG    CHF 4'962.00 

      CHF 422'107.50 

- 20 - 

6.1.4. Sodann führt der Kläger unter dem Titel "Allgemeine Kosten der Vorberei-

tungs- und Wiederherstellungsarbeiten / Mangelfolgeschäden folgende Kosten an 

(act. 18 S. 149 ff.): 

 P._____ AG (v. 7.7.2010) CHF 5'804.40 

 P._____ AG   CHF 7'367.20 

 BI._____    CHF 3'295.60 

 BA._____ GmbH  CHF 924.30 

 V._____     CHF 865.30 

 BC._____ AG    CHF 641.20 

 BJ._____ SA    CHF 1'392.10 

 BD._____ AG    CHF 475.00 

 Baustellengemeinkosten  CHF 82'685.35 

 Bau-Infrastruktur   CHF 13'000.00 

 Mietzinsreduktionen/Mietausfall CHF 70'620.00 

 Experte O._____   CHF 39'607.35 

 Experte BK._____   CHF 1'053.00 

 BL._____     CHF 6'600.00 

 BH._____ AG   CHF 51'392.00 

 BG._____    CHF 93'595.40 

 Rechtsberatungskosten  CHF 28'041.10 

      CHF 407'359.30 

6.2. Haftung - Solidarität 

6.2.1. Der Kläger macht geltend, dass zwar die Begleitkosten teilweise auch im 

Zusammenhang mit den weiteren Mängeln der Attikaterrassen entstanden seien. 

Aus Gründen der unechten Solidarität sei die Beklagte jedoch für den ganzen Be-

trag haftbar (act. 18 S. 102, S. 104, S. 107 f., S. 113, S. 114, S. 115, S. 150, 

S. 151, S. 152, S. 155, S. 159, S. 160). 

6.2.2. Haben mehrere Personen einen Schaden gemeinsam verschuldet, so haf-

ten sie dem Geschädigten solidarisch, d.h. für den ganzen Schaden (Art. 50 

Abs. 1 OR; so genannte echte Solidarität). Dies gilt nach der Rechtsprechung des 

- 21 - 

Bundesgerichts auch dann, wenn mehrere Personen aus verschiedenen Rechts-

gründen haften, wie dies namentlich bei der mangelhaften Ausführung eines 

Bauwerks regelmässig der Fall ist (Art. 51 Abs. 1 OR). Auch bei dieser so ge-

nannten unechten Solidarität kann der belangte Schuldner dem Geschädigten 

grundsätzlich nicht entgegenhalten, es hafte auch noch ein Dritter für den glei-

chen Schaden. Die Haftung eines Solidarschuldners wird mit anderen Worten 

durch die Mithaftung Dritter nicht verringert. Ein Mitverschulden eines Dritten kann 

ausnahmsweise zu einer Haftungsreduktion führen, wenn es einen für den Scha-

den kausalen Umstand darstellt, für den der Geschädigte gemäss Art. 44 Abs. 1 

OR einzustehen hat. Dies ist dann der Fall, wenn das Drittverschulden von einer 

Hilfsperson des Geschädigten ausgeht, deren Verhalten er sich gemäss Art. 101 

Abs. 1 OR anrechnen lassen muss (BGE 130 III 591 E. 5.5.1. m.w.H.). Grund-

sätzlich hat danach jeder Haftpflichtige für den vollen Schaden einzustehen. Der 

Geschädigte hat die Wahl, gegen welche Person er vorgehen will (BSK OR I-

Heierli/Schnyder, Art. 51 N 6). Der in Anspruch genommene kann resp. muss 

dann in der Folge auf die anderen Haftpflichtigen zurückgreifen (BSK OR I-

Heierli/Schnyder, Art. 51 N 20). 

6.2.3. Im Verhältnis zum Unternehmer handelt der Architekt bei Ausübung seiner 

Verrichtung als Hilfsperson des Bauherrn. Sein Verhalten ist daher dem Bauherrn 

nach Massgabe des Art. 101 OR als eigenes Verhalten anzurechnen, was zu ei-

ner völligen Befreiung des Unternehmers oder zu einer teilweisen Entlastung füh-

ren kann. D.h. soweit die Bauleitung ebenfalls mangelhaft gearbeitet hat, hat der 

Unternehmer gegenüber dem Bauherrn nicht für den gesamten Schaden einzu-

stehen resp. hat sich der Bauherr an den Nachbesserungskosten zu beteiligen 

(Art. 170 Abs. 3 SIA 118). Trifft den Bauherrn am Mangel ein beschränktes 

Selbstverschulden, muss er sich an den Kosten der Nachbesserung im Umfang 

seiner „Mitverantwortungsquote“ beteiligen. Bei vollem Selbstverschulden des 

Bauherrn entfällt die Haftung des Unternehmers überhaupt (Gauch, Werkvertrag, 

N 1738). Die Beweislast für das Selbstverschulden des Bauherrn trägt der Unter-

nehmer (Gauch, Werkvertrag, N 1914). Kein Selbstverschulden liegt vor, wenn 

der Unternehmer seine Anzeige- oder Abmahnungspflicht verletzt hat (Art. 166 

Abs. 4 SIA 118). 

- 22 - 

6.2.4. Entschädigung durch Dritten 

6.2.4.1. Die Beklagte brachte in der Klageantwort vor, dass sich die Bauherrschaft 

mit dem Baumeister BM._____ in Bezug auf die Baumeistermängel (T-Dübel / 

Systemaufbau) aussergerichtlich geeinigt und auseinander gesetzt habe. Dem 

Vernehmen nach habe das Baumeister-Unternehmen der Bauherrschaft eine 

einmalige Zahlung von CHF 400‘000.– per Saldo aller Ansprüche geleistet. Diese 

Zahlung habe vorliegend streitgegenständliche Mängel im Zusammenhang mit 

der Attika-Terrassen-Sanierung betroffen, worauf die Bauherrschaft entsprechend 

greifen könne. Auch befinde sich die Bauherrschaft im Rechtsstreit mit dem Fens-

terbauer BN._____, …, betreffend vorliegendenfalls ebenfalls geltend gemachte 

Mängel. Der Kläger habe sich hierüber im Einzelnen zu erklären und die entspre-

chenden Vereinbarungen, insbesondere die Vergleichsvereinbarung mit dem 

Baumeister vorzulegen. Soweit Mängelpositionen anderweitig beglichen worden 

seien resp. beglichen würden, verbiete sich selbstredend eine doppelte Geltend-

machung bei ihr (act. 10 S. 8).  

6.2.4.2. Hierauf führte der Kläger in der Replik aus, nach Art. 144 OR könne der 

Gläubiger im Falle der Solidarität nach seiner Wahl von allen Solidarschuldnern je 

nur einen Teil oder das Ganze fordern. Sämtliche Schuldner würden so lange 

verpflichtet bleiben, bis die ganze Forderung getilgt sei. Wenn ein Solidarschuld-

ner durch Zahlung oder Verrechnung den Gläubiger befriedigt habe, seien auch 

die übrigen befreit (Art. 147 OR). Dies sei aber nur der Fall, wenn ein konkret 

ausgewiesener Schaden bereits entschädigt worden sei. Wenn aber nicht ein 

konkreter Betrag vereinbart worden sei, wie dies beim Vergleich zwischen dem 

Kläger und dem Baumeister bzw. dem Fensterbauer beispielsweise der Fall ge-

wesen sei, könnten die übrigen Solidarschuldner nichts zu ihren Gunsten ableiten 

(act. 18 S. 242).  

6.2.4.3. Es ist somit unbestritten, dass die Bauherrschaft mit dem Baumeister und 

dem Fensterbauer zumindest teilweise hinsichtlich der auch im vorliegenden Pro-

zess geltend gemachten Mängel und daraus resultierenden Kosten Vergleiche 

geschlossen hatte und damit die geltend gemachte Schadenersatzforderung der 

Bauherrschaft resp. des Klägers jedenfalls teilweise bereits getilgt ist. Aus den 

- 23 - 

Ausführungen des Klägers ergibt sich sodann, dass auch mit weiteren im Bau in-

volvierten, nicht namentlich genannten Unternehmern Vergleiche geschlossen 

und weitere, die Schadenersatzforderung tilgende Zahlungen geleistet wurden. 

So erklärt der Kläger explizit nicht, dass nur mit dem Fensterbauer und dem 

Baumeister Vergleiche geschlossen worden seien, sondern er führt im Gegenteil 

an „wie dies beim Vergleich zwischen dem Kläger und dem Baumeister bzw. dem 

Fensterbauer beispielsweise der Fall gewesen sei“ (act. 18 S. 242; Fettdruck 

hinzugefügt).  

6.2.4.4. Nicht zutreffend ist die Auffassung des Klägers, dass Vergleiche mit an-

deren Unternehmern nur zu berücksichtigen seien, wenn damit ein konkret aus-

gewiesener Schaden entschädigt wird. Sinn und Zweck eines Vergleichs ist es 

gerade, Unsicherheiten resp. Streitpunkte einvernehmlich zu regeln, so dass 

schlussendlich nicht definitiv geklärt wird, welcher konkrete Schaden zu welchen 

konkreten Kosten führte und wer konkret warum dafür einzustehen hat. Daran 

ändert nichts, dass durch den Vergleich die Kosten des Klägers in einem gewis-

sen Umfang bereits gedeckt sind und er in diesem Umfang für seinen Schaden 

befriedigt wurde. Die Solidarität kann nicht dazu führen, dass der insgesamt ge-

schuldete Betrag mehrfach bezahlt werden müsste. Dem Kläger stehen – auch 

bei Haftung mehrerer – insgesamt nicht mehr als die tatsächlich entstandenen 

Kosten (Schaden) zu, ansonsten er ungerechtfertigt bereichert wäre. 

6.2.4.5. Soweit ein Solidarschuldner durch Zahlung oder Verrechnung den Gläu-

biger befriedigt hat, sind auch die übrigen befreit. Wird ein Solidarschuldner ohne 

Befriedigung des Gläubigers befreit, so wirkt die Befreiung zugunsten der andern 

nur so weit, als die Umstände oder die Natur der Verbindlichkeit es rechtfertigen 

(Art. 147 OR).  

6.2.4.6. Soweit der Kläger durch einen weitern Haftpflichtigen Zahlungen an den 

vorliegend geltend gemachten Schaden erhalten hat, ist seine Schadenersatzfor-

derung bereits getilgt. In diesem Umfang ist auch die Beklagte gegenüber dem 

Kläger befreit. Soweit ein anderer Haftpflichtiger darüber hinaus von seiner Ver-

pflichtung befreit wurde, wirkt diese Befreiung nur dann zugunsten der Beklagten, 

wenn die Umstände oder die Natur der Verbindlichkeit es rechtfertigen. Dass eine 

- 24 - 

Befreiung gerechtfertigt ist, hat derjenige Solidarschuldner zu beweisen, der sich 

auf eine in der Person des Mitschuldners eingetretene befreiende Tatsache be-

ruft. Erlass und Stundung wirken grundsätzlich nur für denjenigen Solidarschuld-

ner, der solche Vereinbarungen mit dem Gläubiger trifft. Durch Verabredung kann 

die Wirkung aber auf die Gesamtheit der Solidarschuldner ausgeweitet werden. 

Ob und wie weit insbesondere einem Vergleich befreiende Wirkung für die am 

Vergleich nicht beteiligten zukommt, ist durch Auslegung des Vergleichsvertrags 

zu ermitteln (BSK OR I-Heierli/Schnyder, Art. 147 N 2 f.).  

6.2.4.7. Trotz des Hinweises und des Einwands der Beklagten hinsichtlich erfolg-

ter teilweiser Tilgung des Schadens hat es der Kläger unterlassen, sich zu den 

geschlossenen Vereinbarungen mit den anderen Unternehmern zu äussern. 

Nachdem aber unbestritten ist, dass der Kläger für den vorliegend geltend ge-

machten Schaden – zumindest teilweise – von anderen Unternehmern entschä-

digt wurde und damit der eingeklagte Schadenersatz bereits teilweise getilgt ist, 

wäre der Kläger verpflichtet gewesen, darzutun, mit welchen Unternehmern Ver-

gleiche mit welchen Inhalten geschlossen worden sind resp. inwieweit die geleis-

teten Zahlungen nicht den vorliegend geltend gemachten Schaden betroffen ha-

ben.  

6.2.4.8. Damit ist aber mit der Beklagten davon auszugehen, dass alle im Zu-

sammenhang mit der Attikaterrassensanierung stehenden geltend gemachten 

Kosten mit dem Mängelauskauf der verschiedenen Unternehmern gedeckt und 

die entsprechende Schadenersatzforderung bereits getilgt ist (act. 22 S. 119 f.), 

sofern der Kläger bei den einzelnen Schadenspositionen nicht substanziiert etwas 

anderes behauptet.  

6.2.4.9. Der Kläger macht – wie ausgeführt – im Zusammenhang mit der Sanie-

rung der Attikaterrassen Kosten in Höhe von insgesamt CHF 422‘107.50 geltend 

(act. 18 S. 102 ff.). Sodann macht der Kläger Forderungen in Höhe von insgesamt 

CHF 407‘359.30 geltend, die im Zusammenhang mit sämtlichen Nachbesse-

rungsarbeiten, das heisse sowohl durch die Sanierung des Hauptdachs als auch 

der Attikaterrassen entstanden seien (act. 18 S. 149 ff.). Soweit der Kläger keine 

Abgrenzung dieser Kosten vornimmt, können sie mangels Substanziierung nicht 

- 25 - 

der Sanierung des Hauptdachs zugerechnet werden. Deshalb müssen auch diese 

Kosten als durch die entsprechenden – im Zusammenhang mit den Mängeln der 

Attikaterrassen geschlossenen Vereinbarungen und daraus resultierenden – Zah-

lungen als getilgt betrachtet werden. Auf die Forderungen sowie die diesbezügli-

chen Ausführungen des Klägers ist nachfolgend einzugehen. 

6.3. Mängelhaftung - Kosten 

6.3.1. Zu den Verbesserungskosten, die den Unternehmer belasten, zählen nicht 

nur die Arbeitskosten, sondern auch die Kosten des Materials und die sog. „Be-

gleitkosten“ der Nachbesserung, die mit der Mangelbeseitigung zwar nur mittel-

bar, funktional aber doch so eng verbunden sind, dass sie rechtlich zum Bereich 

der Mangelbeseitigung gehören. Sie umfassen insbesondere die Kosten der Vor-

bereitungs- und Wiederherstellungsarbeiten und die Kosten einer notwendigen 

Räumung des „Reparaturplatzes“ (Gauch, Werkvertrag, N 1718). 

6.3.2. Erfordert die Mangelbeseitigung auf Seiten des Bauherrn den Einsatz eines 

beigezogenen Architekten oder Ingenieurs oder eines anderen Fachkundigen, so 

sind die Mehrkosten, die dem Bauherrn dadurch entstehen, ebenfalls „Begleitkos-

ten“, die den Unternehmer belasten. Der Unternehmer hat dem Bauherrn die Ver-

gütung zu ersetzen, die dieser für Planungs-, Aufsichts- oder andere Leistungen 

des Architekten oder Ingenieurs im Rahmen der Nachbesserung bezahlen muss. 

Das setzt voraus, dass der Architekt/Ingenieur tatsächlich einen entsprechenden 

(auf Nachbesserungsarbeiten bezogenen) Vergütungsanspruch gegenüber dem 

Bauherrn hat und dass – bei Beizug eines neuen Architekten/Ingenieurs – der 

bisherige nicht zur kostenlosen Mitwirkung bei der Mangelbeseitigung verpflichtet 

gewesen wäre (Gauch, Werkvertrag, N 1719).  

6.3.3. Der Unternehmer ist verpflichtet, sämtliche Vorbereitungs- und Wiederher-

stellungsarbeiten, die im Zusammenhang mit der Behebung des Mangels anfal-

len, auf eigene Kosten auszuführen oder ausführen zu lassen. Der Bauherr ist 

nicht befugt, die betreffenden Vorbereitungs- und Wiederherstellungsarbeiten auf 

Kosten des Unternehmers selber auszuführen oder durch einen Dritten ausführen 

zu lassen, es sei denn, er habe ein Recht auf Ersatzvornahme (Gauch, Werkver-

- 26 - 

trag, N 1721) gestützt auf Art. 98 Abs. 1 OR (richterliche Ermächtigung; Gauch, 

Werkvertrag, N 1805 ff.) oder auf die analoge Anwendung von Art. 366 Abs. 2 OR 

(ohne richterliche Ermächtigung, wenn Gefahr in Verzug ist, nach Ansetzen einer 

angemessenen Frist; Gauch, Werkvertrag, N 1819 ff.). Die gesetzliche Ordnung 

der Mängelrechte und der Ersatzvornahme darf nicht dadurch unterlaufen wer-

den, dass man dem Bauherrn, der das Werk ohne Recht auf Ersatzvornahme 

verbessert, den Rückgriff auf die Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung 

oder aus Geschäftsführung ohne Auftrag gestattet. Umso weniger geht es sodann 

an, einen Anspruch des Bauherrn auf Ersatz oder auf Anrechnung der vom Un-

ternehmer ersparten Kosten über eine analoge Gesetzesanwendung zu konstru-

ieren (Gauch, Werkvertrag, N 1829 ff.). Nach Art. 169 SIA-Norm 118 steht dem 

Bauherrn das Recht zur Ersatzvornahme ohne richterliche Ermächtigung zu, 

wenn der Unternehmer die vom Bauherrn verlangte Nachbesserung innerhalb der 

angesetzten Frist nicht vornimmt. Dann kann der Bauherr die Verbesserung statt 

durch den Unternehmer auch durch einen Dritten ausführen lassen oder sie selbst 

vornehmen, beides auf Kosten des Unternehmers (Gauch, Werkvertrag, N 2664).  

6.3.4. Zu den Vorbereitungs- und Wiederherstellungskosten ist sodann noch fol-

gendes anzumerken: Wie noch dargelegt wird, macht der Kläger unter der Be-

zeichnung „Mangelfolgeschaden“ teilweise Ersatz von Vorbereitungs- und Wie-

derherstellungskosten geltend. Sodann macht er explizit auch den Ersatz von Be-

gleitkosten der Nachbesserungsarbeiten geltend. Ein Recht auf Ersatzvornahme 

hinsichtlich der Mängelbehebung stand dem Kläger resp. der Bauherrschaft aner-

kanntermassen nicht zu. Im Gegenteil hat die Beklagte anerkanntermassen die 

geltend gemachten Mängel selber behoben resp. wurde teilweise seitens der 

Bauherrschaft aus Verhältnismässigkeitsgründen auf die Mangelbehebung ver-

zichtet. Somit stand der Bauherrschaft kein Recht zu, Vorbereitungs- und Wieder-

herstellungsarbeiten eigenmächtig auf Kosten der Beklagten ausführen zu lassen. 

Ein Ersatz dieser Kosten wäre jedoch zu bejahen, wenn hinsichtlich dieser Arbei-

ten die Voraussetzungen von Art. 169 SIA-Norm 118 (sinngemäss) eingehalten 

wurden, d.h. die Bauherrschaft bei der Beklagten diese Arbeiten abgemahnt und 

ihr für die Erbringung dieser Vorbereitungs- und Wiederherstellungsarbeiten Frist 

- 27 - 

angesetzt hat und die Beklagte diese Arbeiten in der Folge innert dieser Frist nicht 

ausgeführt hat.  

6.3.5. Allfällige „Sowiesokosten“ gehen zu Lasten des Bauherrn. Die Beweislast 

für die „Sowiesokosten“ trifft den Unternehmer, der sich darauf beruft (Gauch, 

Werkvertrag, N 1728). 

6.3.6. Beseitigt der Unternehmer mit der von ihm verlangten Mangelbeseitigung 

zwangsläufig auch einen anderen Mangel, sei es einen Mangel im eigenen Werk 

oder im Werk eines Nebenunternehmers gilt folgendes: Soweit dem Bauherrn für 

den anderen Mangel, der „mitbeseitigt“ wurde, ein Gewährleistungsanspruch zu-

gestanden hat, der ausserdem noch unverjährt war, fehlt es an einem relevanten 

Vorteil, der auszugleichen wäre. In den übrigen Fällen ist dem Bauherrn ein Vor-

teilsausgleich nur mit Zurückhaltung und höchstens dann zuzumuten, wenn fest-

steht, dass er ein finanziell messbares Interesse an der Beseitigung auch des an-

deren Mangels hatte (Gauch, Werkvertrag, N 1732). 

6.3.7. Schäden, die der Unternehmer durch vertragswidriges Verhalten anlässlich 

der Nachbesserung verursacht, sind weder sog. Begleitkosten noch Mangelfolge-

schäden. Für solche Schäden hat der Unternehmer ausserhalb der Mängelhaf-

tung nach Massgabe von Art. 97 Abs. 1 (und Art. 101 OR) einzustehen (Gauch, 

Werkvertrag, N 1726). 

 

6.4. Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung der Attikaterrassen 

6.4.1. Haftung weiterer Unternehmer 

6.4.1.1. Hinsichtlich der nachfolgenden Forderungen führt der Kläger explizit an, 

dass diese Kosten auch wegen Nachbesserungsarbeiten bei den Plattenbelägen 

sowie wegen der notwendig gewordenen Korrektur am Rohbau entstanden seien: 

 - Leistungen R._____ AG in Höhe von CHF 9‘609.45 (act. 18 S. 104; vgl. 

hierzu auch Ziff. 6.4.2.1., 6.4.2.3. und Ziff. 6.4.2.13) 

- 28 - 

 - Aufwände BA._____ GmbH betreffend Plattenbelag und Entwässe-

rungsebenen Aussenterrassen über CHF 276‘355.40 (act. 18 S. 107 f.) 

 - diverse Leistungen BB._____ in Höhe von CHF 6‘727.90 (act. 18 

S. 108) 

 - Rechnung BC._____ AG vom 30.9.2011 über CHF 5‘749.45 (act. 18 S. 

112) 

 - Rechnungen BD._____ in Höhe von CHF 4‘186.20 (act. 18 S. 113) 

 - Rechnung BE._____ GmbH vom 6.11.2011 über CHF 2‘203.20 

(act. 118 S. 113 f.) 

 - Rechnung BF._____ GmbH vom 5.8.2011 über CHF 8‘578.55 (act. 18 

S. 114 f.) 

6.4.1.2. Dementsprechend sind diese Forderungen gestützt auf obige Ausführun-

gen (vgl. Ziff. 6.2.4.1. ff.) abzuweisen. Im Weiteren handelt es sich bei den vorer-

wähnten Kosten – wie der Kläger selber zutreffend ausführt – um Begleitkosten 

der Nachbesserung. Es kann hierzu auf Ziffer 6.4.2.9. nachfolgend verwiesen 

werden. Die Forderungen wären auch aus diesem Grund abzuweisen. Im Übrigen 

kann zu diesen Forderungen noch folgendes angemerkt werden: 

6.4.1.3. Hinsichtlich der Rechnung R._____ im Betrag von CHF 9‘609.45 (act. 1 

S. 32; act. 18 S. 104) ist festzuhalten, dass die „weiteren Arbeiten“ nicht substan-

ziiert wurden und aufgrund des pauschalen Vorbringens des Klägers nicht beur-

teilt werden kann, ob diese Arbeiten im Zusammenhang mit der Beklagten zure-

chenbare Mängel angefallen sind und die Forderung im Betrag von CHF 9‘609.45 

auch aus diesem Grund abzuweisen wäre. 

6.4.1.4. Dasselbe gilt für den geltend gemachten Aufwand der BA._____ GmbH 

betreffend Plattenbelag und Entwässerungsebenen Aussenterrassen. So begnügt 

sich der Kläger damit, pauschal die ausgeführten Arbeiten aufzuzählen.  

- 29 - 

6.4.1.5. Bezüglich der Rechnungen BC._____ AG und BD._____ fällt auf, dass 

der Kläger einerseits geltend macht, dass die Tröge für die Nachbesserungsarbei-

ten hätten entfernt und nach der Sanierung wieder platziert werden müssen (act. 

18 S. 109). Daneben macht er jedoch auch noch Kosten für das Umplatzieren der 

Tröge geltend (act. 18 S. 112). Er führt jedoch nicht aus, warum die Tröge, wenn 

sie ja für die Nachbesserungsarbeiten entfernt und erst nach der Sanierung wie-

der platziert wurden, auch noch haben umgestellt werden müssen. Sodann wird 

einerseits geltend gemacht, die Füsse der Tröge hätten ausgewechselt werden 

müssen (act. 18 S. 109), andererseits wird vorgebracht, dass die Füsse hätten 

angepasst werden müssen (act. 18 S. 112). Nachdem die Tröge für die Nachbes-

serungsarbeiten entfernt und die Füsse der Tröge ausgewechselt wurden, wäre 

ein Entschädigungsanspruch für Umplatzieren und Anpassung der Trogfüsse 

auch aus diesem Grund zu verneinen. Zwar werden mit den Rechnungen 

BD._____ noch weitere Aufwendungen geltend gemacht. Da jedoch die erbrach-

ten Arbeiten nicht einzeln dargetan werden, ist eine Ausscheidung der verschie-

denen Arbeiten nicht möglich. Deshalb wären die gelten gemachten Auslagen für 

die Rechnungen BD._____ auch aus diesem Grund abzuweisen. 

6.4.2. Begleitkosten der Sanierung der K._____-Dämmung 

6.4.2.1. Hinsichtlich der nachfolgend aufgeführten Kosten macht der Kläger gel-

tend, dass diese Kosten einzig aufgrund der Sanierung der K._____-Dämmung 

entstanden seien (Ausnahme Arbeiten R._____ AG im Umfang von CHF 9‘609.45 

und Rechnung W._____ über CHF 2‘257.20), was seitens der Beklagten bestrit-

ten wird (act. 22 S. 60 betr. Kosten Gerüst; act. 22 S. 61 betr. Kosten R._____ 

AG; act. 22 S. 61 betr. Kosten V._____; act. 22 S. 62 betr. Kosten Q._____; 

act. 22 S. 63 betr. Kosten BA._____ GmbH gem. Rechnung vom 20.6.11), jedoch 

offen gelassen werden kann.  

6.4.2.2. Der Kläger macht geltend, dass für die Sanierungsarbeiten bei den MFH 

2 und 1 Gerüste gestellt worden seien. Zusätzlich hätten alleine im Zusammen-

hang mit der Nachbesserung der K._____-Dämmung Gerüsttürme und Material-

aufzüge für diese Nachbesserungsarbeiten erstellt werden müssen. Ohne die 

entsprechende Erstellung der Gerüste hätten die Arbeiten nicht durchgeführt wer-

- 30 - 

den können. Die Mehraufwendungen für die Gerüstarbeiten im Zusammenhang 

mit den Nachbesserungsarbeiten „K._____“ hätten insgesamt CHF 10‘800.– be-

tragen (Rechnung P._____ AG vom 26.8.2011). Dieser Betrag sei als Begleitkos-

ten der Nachbesserung der Beklagten anzulasten (act. 18 S. 102 f.). 

6.4.2.3. Sodann habe im Zuge der Sanierung der K._____-Dämmung die R._____ 

AG beauftragt werden müssen, die hinterlüftete Fassade aus grossformatigen Fa-

serzementplatten im Attikageschoss teilweise zu entfernen und danach wieder 

anzubringen. Damit die Nachbesserungsarbeiten überhaupt hätten durchgeführt 

werden können, hätten die Fassadenplatten demontiert werden müssen. Ohne 

den Rückbau der Fassade hätten in diesem Bereich die mangelhaften K._____-

Platten nicht ausgewechselt werden können und auch das fehlende Vlies hätte 

nicht verlegt werden können. Des weiteren hätten vorübergehend bei den MFH 2 

und 1 ein Reduit und Trennwände entfernt werden müssen. Diese würden auf den 

Attikaterrassen stehen und seien den Sanierungsarbeiten im Weg gestanden. 

Ferner seien weitere verschiedene Anpassungsarbeiten angefallen. Die dadurch 

entstandenen Kosten im Umfang von CHF 16‘796.55 seien vollumfänglich der 

Sanierung der K._____-Dämmung anzulasten. Es handle sich dabei um Begleit-

kosten der Nachbesserung. Sodann habe die R._____ AG weitere Arbeiten im 

Gesamtbetrag von CHF 9‘609.45 geleistet. Diese Arbeiten hätten zwar nicht nur 

wegen der K._____-Dämmung, sondern auch wegen Nachbesserungsarbeiten 

bei den Plattenbelägen sowie wegen der notwendig gewordenen Korrektur am 

Rohbau ausgeführt werden müssen (act. 18 S. 103 f.). 

6.4.2.4. Anzumerken ist, dass der Kläger in seinen Ausführungen hinsichtlich der 

Rechnungen der R._____ AG eine Forderung in Höhe von CHF 26‘406.– 

(CHF 16‘796.55 + CHF 9‘609.45) begründet, in die eingeklagte Forderung jedoch 

nur CHF 19‘679.40 eingeflossen sind (vgl. act. 18 S. 231). Dies ist, da der An-

spruch – wie noch zu zeigen sein wird – insgesamt nicht ausgewiesen ist, nicht 

weiter von Belang. 

6.4.2.5. Weiter habe im Zusammenhang mit den Nachbesserungsarbeiten bei der 

K._____-Dämmung auch V._____, mit verschiedenen ergänzenden Arbeiten be-

auftragt werden müssen. Ohne die Demontage der sich in den Fassadenplatten 

- 31 - 

befindlichen Installationen hätten die Fassadenplatten nicht demontiert werden 

können und folglich die Nachbesserungsarbeiten nicht durchgeführt werden kön-

nen. Die De- und Montagearbeiten habe die V._____ mit CHF 411.50 in Rech-

nung gestellt. Es handle sich dabei um offensichtliche Begleitkosten der Nach-

besserung (act. 18 S. 104 f.). 

6.4.2.6. Sodann seien in mehreren der im Rahmen der Sanierungsarbeiten de- 

und wieder montierten Fassadenplatten diverse Installationen wie Elektroinstalla-

tionen eingebaut gewesen. Diese hätten ausgebaut werden müssen, damit die 

Fassadenplatten hätten demontiert werden können, was wiederum für die Nach-

besserungsarbeiten unabdingbar gewesen sei. Diese Arbeiten in Höhe von 

CHF 3‘638.95 (Rechnung Q._____ vom 30.9.2011) würden als offensichtliche 

Begleitkosten vollumfänglich zulasten der Beklagten gehen (act. 18 S. 105 f.).  

6.4.2.7. Weiter führt der Kläger an, dass die Aufbordungsanschlüsse an den Tü-

ren fehlerhaft erstellt worden seien. Um sie nachbessern zu können, hätten die 

bereits montierten und voll funktionsfähigen Storenführungsschienen und Halte-

profile entsprechend angepasst werden müssen. Die W._____ AG habe deshalb 

beim MFH 2 die bestehenden seitlichen Storenführungsschienen und Halteprofile 

kürzen müssen, damit die Aufbordungsanschlüsse ordnungsgemäss hätten nach-

gebessert werden können. Ferner habe sie Bodenschienen demontieren und wie-

der montieren müssen. Die W._____ AG habe hierfür Rechnung im Betrag von 

insgesamt CHF 2‘257.20 gestellt. Die dem Kläger dadurch entstandene Vermö-

gensverminderung sei als Begleitkosten durch die Beklagte zu ersetzen (act. 18 

S. 106).  

6.4.2.8. Da die Mängel und Schäden an der K._____-Dämmung erst im Zuge des 

Plattenbelag-Ersatzes und der darunter liegenden Entwässerungsebene diagnos-

tiziert worden sei, habe ein Teil der bereits ausgeführten Arbeiten wieder zurück-

gebaut und nach dem vollständigen Ersatz der defekten K._____-Dämmung wie-

der erstellt werden. Mit dem Rückbau und dem Neueinbau des Plattenbelags so-

wie den darunterliegenden Entwässerungsebenen auf der Attikaterrasse sei die 

BA._____ GmbH beauftragt worden. Bei den hierdurch entstandenen Kosten in 

- 32 - 

Höhe von CHF 29‘290.20 handle es sich um Begleitkosten, die von der Beklagten 

zu verantworten sei (act. 18 S. 107).  

6.4.2.9. Wie ausgeführt, ist der Bauherr nicht befugt, die Vorbereitungs- und Wie-

derherstellungsarbeiten auf Kosten des Unternehmers selber auszuführen oder 

durch einen Dritten ausführen zu lassen (vgl. Ziffer 6.3. ff.). Sämtliche vorerwähn-

ten Kosten stellen – wie der Kläger selber zutreffend ausführt – Begleitkosten der 

Nachbesserung dar. Nachdem der Kläger weder eine Vereinbarung mit der Be-

klagten hinsichtlich der Ausführung dieser Arbeiten durch einen Dritten behauptet, 

noch seitens des Klägers das (sinngemässe) Vorliegen der Voraussetzungen von 

Art. 169 SIA-Norm 118 für diese Arbeiten dargetan wird, besteht seitens des Klä-

gers kein Anspruch auf Ersatz dieser Kosten. Dementsprechend ist die Klage hin-

sichtlich dieser Forderungen (CHF 369‘877.95) abzuweisen. Die Forderung für 

Leistungen der R._____ AG im Umfang von CHF 9‘609.45 ist im Übrigen entspre-

chend den Ausführungen in Ziffer 6.2.4.1. ff. bereits als getilgt zu betrachten und 

schon aus diesem Grund abzuweisen. Dasselbe gilt für die Rechnung W._____ 

über CHF 2‘257.20. 

 

6.4.3. Ersatz für eingegangene Pflanzen 

6.4.3.1. Sodann macht der Kläger Ersatz für eingegangene Pflanzen geltend. Er 

bringt vor, dass die Sanierungsarbeiten zur Folge gehabt hätten, dass die Pflan-

zentröge hätten weggestellt werden müssen. Dadurch hätten die Pflanzen in den 

Trögen nicht mehr gepflegt und insbesondere nicht mehr ausreichend gewässert 

werden können. Zusätzlich habe sich die Bauzeit infolge der zusätzlichen 

K._____-Nachbesserungsarbeiten um acht Wochen verlängert, was die noch 

nicht abgestorbenen Pflanzen weiter in Mitleidenschaft gezogen habe. Die Folge 

sei gewesen, dass zusätzliche Trog-Pflanzen eingegangen und abgestorben sei-

en. Diese Pflanzen hätten ersetzt werden müssen. Der Kläger habe diese Pflan-

zen im Rahmen seiner Tätigkeit bei der BH._____ AG ersetzt und die Rechnung 

für die Pflanzen über das Geschäftskonto der BH._____ AG beglichen. Diese ha-

ben den so ausgegebenen Betrag wieder zurückgefordert. Die Wiederbeschaf-

- 33 - 

fungskosten würden CHF 4‘962.– betragen und als Begleitkosten der Nachbesse-

rung vollumfänglich zu Lasten der Beklagten gehen (act. 18 S. 115 f.). 

6.4.3.2. Die Beklagte bestreitet, dass sie für angeblich eingegangene Trog-

Pflanzen eine Verantwortung treffe (act. 22 S. 68). 

6.4.3.3. Entgegen der Ansicht des Klägers handelt es sich bei den Kosten für ein-

gegangene Pflanzen nicht um Begleitkosten der Nachbesserungsarbeiten. Es 

handelt sich hierbei weder um Vorbereitungs- noch um Wiederherstellungsarbei-

ten die aufgrund der Nachbesserungsarbeiten nötig geworden sind. Die Pflanzen 

sind nach eigener Darstellung des Klägers mangels gehöriger Pflege eingegan-

gen, was weder in unabdingbarem Zusammenhang mit den Nachbesserungsar-

beiten noch mit der mangelhaften Verlegung der K._____-Platten steht. Die Lage-

rung der Tröge lag zudem auch nicht in der Verantwortung der Beklagten, son-

dern die entsprechenden Arbeiten wurden auf Veranlassung des Klägers durch 

einen Dritten ausgeführt. Demnach trifft die Beklagte keine Verantwortung für die 

eingegangenen Trog-Pflanzen und der Kläger kann die entsprechenden Kosten 

nicht bei der Beklagten einfordern. Ein Anspruch des Klägers in Höhe von 

CHF 4‘962.– ist deshalb zu verneinen und die Klage im entsprechenden Umfang 

abzuweisen. 

6.4.3.4. Zudem substanziiert der Kläger die geltend gemachte Forderung nicht. 

So legt er nicht dar, um welche Pflanzen es sich bei den eingegangenen Pflanzen 

gehandelt hatte, wann diese Pflanzen eingepflanzt worden waren, was diese 

Pflanzen gekostet hatten, welche Pflanzen neu angeschafft worden sein sollen, 

wer diese wann eingepflanzt hatte etc. Die pauschalen Behauptungen des Klä-

gers sind einem Beweisverfahren nicht zugänglich. Demnach kann die geltend 

gemachte Forderung im Betrag von CHF 4‘962.– nicht geprüft werden, weshalb 

sie auch aus diesem Grund abzuweisen wäre. 

6.4.4. Aufwendungen für Beizug von Ing. BG._____ 

6.4.4.1. Der Kläger bringt vor, dass im Zusammenhang mit dem Plattenbelag In-

genieurkosten angefallen seien. Insbesondere hätten Mängelaufnahmen und 

- 34 - 

Mängelanalysen durchgeführt werden müssen, die Mängel hätten behoben wer-

den müssen, es seien Stellungnahmen, Berichte und Expertisen zu verfassen 

gewesen, es hätten Projektierungsarbeiten geleistet werden müssen, Submissio-

nen durchgeführt, die Bauleitung übernommen, die Bauherrschaft vertreten wer-

den, es seien Kontakte zu Behörden und Amtsstellen herzustellen gewesen, die 

fachmännischen Unterlagen hätten für den Rechtsanwalt aufgearbeitet werden 

müssen und er habe an Sitzungen teilnehmen müssen. All diese Leistungen seien 

zwingend notwendig gewesen, damit sich durch die Nachbesserung die eklatan-

ten Mängel hätten beheben lassen. Die BG._____ habe betreffend diesen Anteil 

Plattenarbeiten einen Betrag von CHF 47‘267.55 für Projektierung und Bauleitung 

in Rechnung gestellt. Auch dabei handle es sich um einen Fall von unechter Soli-

darität. Von der Beklagten sei der Gesamtbetrag einzufordern (act. 18 S. 115).  

6.4.4.2. Die Beklagte macht geltend, dass dieser – nicht detaillierte und damit 

auch unsubstanziierte – Aufwand einzig die Drittsanierung im Zusammenhang mit 

den Mängeln im Plattenbelag und dessen Unterbau betreffe, was sich aus Ziffer 

90 der Klageschrift ergebe. Diese Begleitkosten könnten ihr nicht angelastet wer-

den. Für eine Haftung fehle es offenkundig am Adäquanzerfordernis. Hinzukom-

me, dass der „entlassene“ Bauleiter zur kostenlosen Mitwirkung bei der Mängel-

beseitigung verpflichtet gewesen wäre, weshalb auch deshalb kein Ersatzan-

spruch bestehe. Zudem fehle es an der Notwendigkeit und Angemessenheit. Im 

Übrigen habe der Kläger nicht einmal eine Bezahlung dieses Betrags und damit 

einen Schaden behauptet, da er für diese Kosten offensichtlich ebenfalls mittels 

erhaltener „Mängelauskaufssumme(n)“ freigehalten worden sei. Im Umfang der 

erfolgten wertmässigen Befriedigung des Klägers sei sie in Anwendung von 

Art. 147 Abs. 1 OR befreit (act. 22 S. 67 f.).  

6.4.4.3. Es kann auf die Ausführungen in Ziffer 6.2.4.1. ff. verwiesen werden. 

Mangels entsprechend substanziierten Behauptungen ist davon auszugehen, 

dass der Kläger für die Auslagen für Ing. BG._____ bereits durch andere Unter-

nehmer entschädigt worden ist und damit der diesbezüglich geltend gemachte 

Schadenersatzanspruch bereits getilgt ist. Dementsprechend besteht kein An-

- 35 - 

spruch des Klägers auf Ersatz dieser Kosten gegenüber der Beklagten, weshalb 

die Forderung in diesem Umfang abzuweisen ist.  

6.4.4.4. Im Weiteren kann Folgendes angemerkt werden: 

6.4.4.5. Die Kosten, die aus einer notwendigen Begutachtung des Werkes zur 

Feststellung von Mängeln entstehen, können als Mangelfolgeschaden gegenüber 

dem Unternehmer geltend gemacht werden (Gauch, Werkvertrag, N 1869 ff.). Der 

ein Recht Behauptende hat allerdings die Sachumstände zu behaupten und zu 

beweisen, die nach dem massgebenden Rechtssatz diese Rechtsfolge erzeugen 

(BK-Kummer, Art. 8 ZGB N 146). Der Kläger hat also die Notwendigkeit zu be-

haupten (und beweisen). Es muss dabei klar ersichtlich sein, welche Zeitspanne 

für welche Bemühungen aufgewendet wurde (ZR 89 Nr. 85, S. 190). Es sind jene 

Angaben zu machen, die nötig sind, damit der Richter die Angemessenheit der 

Honorarforderung überprüfen kann (ZR 88 Nr. 52, S. 99). 

6.4.4.6. Der Kläger kommt seiner Substanziierungspflicht nicht nach. Er führt le-

diglich pauschal aus, welche Leistungen der Sachverständige erbracht haben soll. 

Eine Spezifizierung dieser Leistungen fehlt ebenso vollständig wie Angaben dazu, 

welcher konkrete Aufwand die einzelnen Tätigkeiten nach sich gezogen haben. 

Dies ergibt sich auch nicht aus der eingereichten Rechnung (act. 3/141). Schliess-

lich wird auch die Notwendigkeit des Beizugs nicht weiter substanziiert. Der Klä-

ger beschränkt sich darauf, auszuführen, dass die Leistungen (welche wie er-

wähnt nicht genügend spezifiziert worden sind) zwingend notwendig gewesen 

seien, damit sich durch die Nachbesserung die eklatanten Mängel hätten behe-

ben lassen (act. 18 S. 115). Damit kann aber die Angemessenheit der geltend 

gemachten Kosten nicht überprüft werden, weshalb ein Anspruch des Klägers 

auch aus diesem Grund zu verneinen ist. 

6.4.5. Fazit 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ein Anspruch des Klägers auf 

Ersatz der geltend gemachten (Begleit)kosten im Zusammenhang mit der Sanie-

rung der Attikaterrassen durch die Beklagte zu verneinen ist. Dementsprechend 

ist die Klage im Umfang von CHF 422‘107.50 abzuweisen. 

- 36 - 

6.5. Allgemeine Kosten der Vorbereitungs- und Wiederherstellungsarbeiten / 

Mangelfolgeschäden 

6.5.1. Vorbemerkung 

Der Kläger macht weiter die Entschädigung allgemeiner Kosten der Vorberei-

tungs- und Wiederherstellungsarbeiten resp. von Mangelfolgeschäden geltend 

(act. 18 S. 149 ff.). Er bringt vor, wegen den von ihr verursachten Mängeln habe 

die Beklagte die nachfolgend aufgeführten Begleitkosten der Nachbesserung und 

Mangelfolgeschäden zu entschädigen. Diese Forderungen würden im Zusam-

menhang stehen mit sämtlichen Nachbesserungsarbeiten, das heisse, sie seien 

sowohl durch die Sanierung des Hauptdaches als auch die Sanierung der Attika-

terrassen entstanden (act. 18 S. 149). 

6.5.2. Mangelfolgeschäden 

6.5.2.1. Die nachfolgenden Kosten sind als Mangelfolgeschäden zu qualifizieren: 

 - Rechnung BA._____ GmbH vom 6.12.2011 (CHF 924.30) und Minder-

wert (CHF 10‘000.–) 

 - Rechnung V._____ vom 15.4.2011 (CHF 865.30) 

 - Mietzinsreduktionen und Mietausfall (CHF 70‘620.–) 

 - Kosten für Experten und Expertisen (Kosten O._____ CHF 39‘607.35; 

Kosten Experte BK._____ CHF 1‘053.–; Beratungsaufwand BG._____ 

CHF 93‘595.40) 

 - Rechnungen BL._____ (CHF 6‘600.–) 

 - Rechnungen BH._____ AG (CHF 51‘392.–) 

 - Vorprozessuale Anwaltskosten Dr. X._____ (CHF 28‘041.10) 

6.5.2.2. Auf diese wird in Ziffer 7. ff. zurückzukommen sein. 

6.5.3. Begleitkosten 

- 37 - 

6.5.3.1. Bei folgenden unter „Allgemeine Kosten der Vorbereitungs- und Wieder-

herstellungsarbeiten / Mangelfolgeschäden“ aufgeführten Kosten handelt es sich 

um Begleitkosten:  

 - Rechnungen P._____ AG vom 7.7.2010 (CHF 4‘353.30 und 

CHF 1‘451.10) und vom 25.8.2011 (CHF 7‘367.20 resp. 

CHF 14‘734.45) 

 - Rechnung BI._____ GmbH vom 6.9.2011 (CHF 3‘295.60) 

6.5.3.2. Wie ausgeführt (vgl. Ziffer 6.3. ff.), ist der Bauherr nicht befugt, die Vorbe-

reitungs- und Wiederherstellungsarbeiten auf Kosten des Unternehmers selber 

auszuführen oder durch einen Dritten ausführen zu lassen. Nachdem der Kläger 

weder eine Vereinbarung mit der Beklagten hinsichtlich der Ausführung dieser Ar-

beiten durch einen Dritten behauptet, noch seitens des Klägers das (sinngemäs-

se) Vorliegen der Voraussetzungen von Art. 169 SIA-Norm 118 für diese Arbeiten 

dargetan wird, besteht seitens des Klägers kein Anspruch auf Ersatz dieser Kos-

ten. Dementsprechend ist die Klage hinsichtlich dieser Forderungen 

(CHF 23‘834.45 resp. CHF 16‘467.20; der Kläger behauptet einen Anspruch ge-

genüber der Beklagten in Höhe von CHF 14‘734.45 hinsichtlich Gerüst-Rechnung 

vom 25.8.2011, in die eingeklagte Forderung sind jedoch nur CHF 7‘367.20 ein-

geflossen, act. 18 S. 232) abzuweisen. 

6.5.3.3. Sodann ist hinsichtlich der geltend gemachten Kosten für die Gerüste und 

die Rechnung BI._____ GmbH auf die Ausführungen in Ziffer 6.2.4.1. ff. zu ver-

weisen. Der Kläger führt an, dass der erste Gerüstteil (Kosten von CHF 4‘353.30) 

und das Gerüst für die Nachbesserungsarbeiten bei den Abdichtungen des 

Flachdachs (Kosten von CHF 14‘734.45) auch für die Sanierung der T-Dübel 

(Nachbesserung des Baumeisters) verwendet worden sei (act. 18 S. 149 f.). So-

dann führt er an, dass auch die Nachbesserungsarbeiten bei den Plattenbelägen 

sowie die notwendig gewordene Korrektur am Rohbau zu Verunreinigungen ge-

führt hatten (act. 18 S. 151). Dementsprechend ist hinsichtlich dieser Kosten zu-

dem davon auszugehen, dass diese bereits durch den Mängelauskauf verschie-

dener anderer Unternehmer gedeckt worden und damit bereits getilgt sind. Somit 

- 38 - 

wäre die Forderung in Höhe von CHF 22‘383.35 resp. CHF 15‘016.10 auch aus 

diesem Grund abzuweisen.  

6.5.3.4. Zur Rechnung BI._____ GmbH vom 9.6.2011 (CHF 3‘295.60) kann so-

dann noch folgendes angemerkt werden: Selbst wenn man diese Kosten nicht im 

direkten Zusammenhang mit den Nachbesserungsarbeiten sehen und somit nicht 

als Begleitkosten der Nachbesserung qualifizieren würde (vgl. Ziffer 6.3.6.; diese 

Kosten können nicht als Mangelfolgeschaden qualifiziert werden, da der Schaden 

nicht wegen des Mangels sondern nach Darstellung des Klägers durch die un-

sorgfältige Ausführung der Mängelbehebung entstanden sein sollen), wäre ein 

Ersatzanspruch des Klägers zu verneinen. Der Kläger bringt vor, der Grund für 

die Reinigung seien die Rückstände gewesen, die im Zusammenhang mit dem 

Zuschneiden der XPS Wärmedämmung (Dämmplatten-Sägemehl) alles ver-

schmutzt hätten, dass aber auch weitere Verunreinigungen im Rahmen der 

Dachsanierung entstanden seien. Staub, Schmutz, kleine Teile der verwendeten 

Baumaterialien, Dachbegründungs-Substrat seien in die Entwässerungsrinnen 

und Terrassenabläufe gelangt (act. 18 S. 151). Die Beklagte bestreitet eine Ver-

antwortlichkeit für eine Verschmutzung der Entwässerungsrinnen und Terrassen-

abläufe (act. 10 S. 43; act. 22 S. 87). Der Kläger beruft sich als Beweismittel auf 

ein Foto (act. 339; act. 18 S. 151). Dieses vermag aber nicht zu beweisen, dass 

die Nachbesserungsarbeiten der Beklagten zu einer Verschmutzung der Entwäs-

serungsrinnen und Terrassenabläufe führten. Sodann könnte aufgrund des Um-

stands, dass bereits bei der ersten Verlegung der Flachdach-Wärmedämmung bei 

den Plattenzuschnitten Dreck aus Dämmplatten-Sägemehl entstanden war, der 

nicht ordnungsgemäss entsorgt worden war, nicht geschlossen werden, dass die 

Beklagte bei den Nachbesserungsarbeiten durch Rückstände, die im Zusammen-

hang mit dem Zuschneiden der Wärmedämmung entstanden, die Entwässerungs-

rinnen und Terrassenabläufe verschmutzte. Hierzu erübrigen sich deshalb Weite-

rungen. Damit gelingt dem Kläger der Nachweis für die Verantwortlichkeit der Be-

klagten nicht, weshalb es an der erforderlichen Kausalität fehlt. Demnach wäre 

der Anspruch auch aus diesem Grund abzuweisen. 

- 39 - 

6.5.4. Instandstellung Umgebung (Rechnungen BC._____ AG vom 1. und 

30.9.2011, CHF 641.20; Rechnungen BJ._____ SA, CHF 1‘392.–; Rechnung 

BD._____ AG, CHF 475.–) 

6.5.4.1. Der Kläger macht geltend, dass im Zusammenhang mit den Sanierungs-

arbeiten bei den MFH 2 und 1 die Umgebung durch die Subunternehmer der Be-

klagten, welche das Substrat vom Flachdach abgesaugt und erneut auf das 

Flachdach geblasen hätten, beschädigt worden seien. Die dazu benötigten Rohre 

seien von der BO._____-Strasse heruntergeworfen und durch den Garten ge-

schleppt worden. Von da seien sie mittels einer Seilwinde auf das Dach gehievt 

worden. Sodann seien die Arbeiter der Subunternehmer durch den Garten und 

die Blumenbeete getrampelt. Sie seien auf den Stellriemen, der die Grenze zwi-

schen Steingarten und Böschung markiere, gestanden. Bei den Stellriemen hand-

le es sich um Betonplatten, die auf Splittbeton angebracht worden seien. Durch 

die Belastung, die von den darauf tretenden Arbeiten entstanden seien, seien sie 

in Bewegung gekommen. Sie seien in den Steingarten gerutscht. Der Steingarten 

sei so in Mitleidenschaft gezogen worden und sei unansehnlich gewesen, wes-

halb er habe instand gestellt werden müssen (act. 18 S. 153).  

6.5.4.2. Vorab kann hinsichtlich der Rechnung BD._____ AG (CHF 475.–) auf die 

Ausführungen in Ziffer 6.2.4.1. ff. verwiesen werden. Der Kläger führt aus, dass 

die Beschädigungen die Beklagte nicht allein verursacht habe. Bei der sich dar-

aus ergebenden Anspruchskonkurrenz würde es sich jedoch um einen Fall von 

unechter Solidarität handeln, weshalb der ganze Betrag von CHF 475.– von der 

Beklagten eingefordert würde (act. 18 S. 155). Hinsichtlich dieser Kosten ist somit 

davon auszugehen, dass diese bereits durch den Mängelauskauf verschiedener 

anderer Unternehmer gedeckt worden und damit bereits getilgt sind (vgl. Ziffer 

6.2.4.1. ff.). Dementsprechend besteht kein Anspruch des Klägers auf Ersatz die-

ser CHF 475.– gegenüber der Beklagten.  

6.5.4.3. Es kann das in Ziffer 6.3.7. ausgeführte wiederholt werden: Schäden, die 

der Unternehmer durch vertragswidriges Verhalten anlässlich der Nachbesserung 

verursacht, sind weder sog. Begleitkosten noch Mangelfolgeschäden. Für solche 

- 40 - 

Schäden hat der Unternehmer ausserhalb der Mängelhaftung nach Massgabe 

von Art. 97 Abs. 1 (und Art. 101 OR) einzustehen (Gauch, Werkvertrag, N 1726). 

6.5.4.4. Dementsprechend zielt das Argument der Beklagten, diese Arbeiten wä-

ren aufgrund der Nachbesserungsarbeiten bei den Plattenbelägen und betreffend 

Korrektur am Rohbau ohnehin angefallen (act. 10 S. 44; act. 22 S. 88 f.), am Vor-

bringen des Klägers vorbei. Der Kläger behauptet die Beschädigung der Umge-

bung während den Nachbesserungsarbeiten durch Arbeiter der Subunternehmer 

der Beklagten. Kam es zu diesen Beschädigungen durch der Beklagten zuzu-

rechnende Hilfspersonen, so hat die Beklagte für diese Schäden einzustehen, 

unabhängig davon, ob allenfalls aufgrund anderer Arbeiten Umgebungsarbeiten 

auszuführen waren. 

6.5.4.5. Die Beklagte bestreitet zwar, dass ihr zugerechnet werden könne, dass 

Schäden dadurch entstanden sind, dass Arbeiter auf die Stellriemen gestanden 

seien, nicht jedoch die geltend gemachten Schäden. Unbestritten blieb sodann, 

dass die Beklagte die vom Kläger erwähnten Arbeiten durch einen Subunterneh-

mer ausführen liess (act. 22 S. 88). Schliesslich behauptet die Beklagte nicht, 

dass die Beschädigung der Umgebung durch die Nachbesserungsarbeiten unum-

gänglich gewesen waren. 

6.5.4.6. Den Unternehmer trifft bereits von Gesetzes wegen eine allgemeine 

Sorgfaltspflicht. Diese Nebenpflicht tritt zur Hauptleistungspflicht des Werkunter-

nehmers hinzu und bildet ihrerseits Bestandteil des Werkvertragsverhältnisses 

uns ist in diesem Sinn vertraglich (vgl. Gauch, Werkvertrag, N 812 ff.). Die allge-

meine Sorgfaltspflicht des Unternehmers hat zentrale Bedeutung. Sie verpflichtet 

den Unternehmer, bei der Ausführung des Werkes oder bei dessen Ablieferung 

sorgfältig vorzugehen. Insbesondere hat er auch dafür Sorge zu tragen, dass die 

Rechtsgüter des Bauherrn bei Abwicklung des Werkvertrags nicht beeinträchtigt 

werden (Gauch, Werkvertrag, N 817). Wird ein Unternehmer, der ein mangelhaf-

tes Werk abgeliefert hat, zur Nachbesserung verpflichtet, so gilt das Gesagte 

sinngemäss. Auch bei der Erfüllung der Nachbesserungsschuld, in der die ur-

sprüngliche Pflicht zur Herstellung eines mängelfreien Werkes wieder auflebt, ist 

- 41 - 

der Unternehmer zu sorgfältigem Vorgehen verpflichtet (Gauch, Werkvertrag, 

N 819).  

6.5.4.7. Wer die Erfüllung einer Schuldpflicht oder die Ausübung eines Rechts aus 

einem Schuldverhältnis, wenn auch befugterweise, durch eine Hilfsperson, wie 

Hausgenossen oder Arbeitnehmer vornehmen lässt, hat dem andern den Scha-

den zu ersetzen, den die Hilfsperson in Ausübung ihrer Verrichtung verursacht 

(Art. 101 OR). Nach dieser Bestimmung haftet der Geschäftsherr dem Gläubiger 

für jeden von einer befugterweise beigezogenen Hilfsperson in funktionellem Zu-

sammenhang mit der Erfüllung adäquat kausal verursachten Schaden, sofern er 

nicht beweist, dass die Hilfsperson alle Sorgfalt angewendet hat, die nach dem 

Schuldverhältnis von ihm selbst zu erwarten war (BSK OR I-Wiegand, Art. 101 

N 15). Der Geschäftsherrn hat dem Gläubiger den durch seine Hilfsperson verur-

sachten Schaden zu ersetzen. Für Begründung, Inhalt und Umfang des Schaden-

ersatzanspruchs kommen die allgemeinen Regeln zur Anwendung (BSK OR I-

Wiegand, Art. 101 N 18). Der Gläubiger trägt die Beweislast für seinen Schaden; 

der Geschäftsherrn hat zu seiner Entlastung nachzuweisen, dass die Hilfsperson 

bei der Erfüllung mit jener Sorgfalt vorgegangen ist, die der Gläubiger auch von 

ihm erwarten durfte (BSK OR I-Wiegand, Art. 101 N 19).  

6.5.4.8. Die Beklagte führt einleitend zur Stellungnahme zu den Vorbringen des 

Klägers an „bestritten“. In der Folge macht sie diverse konkrete Vorbringen zu den 

Ausführungen des Klägers (vgl. oben; act. 22 S. 88 f.). Pauschale Bestreitungen 

sind unzulässig, da für die Gegenseite nicht erkennbar ist, was konkret bestritten 

sein soll. Dementsprechend ist der geltend gemachte Schaden für die Behebung 

der Beschädigungen unbestritten. Entlastungsgründe bringt die Beklagte keine 

vor. Sodann ist keine Reduktion infolge Selbstverschulden der Bauherrschaft zu 

berücksichtigen, da die Beschädigungen durch die Hilfsperson der Beklagten ver-

ursacht wurde. Die Beklagte hat somit dem Kläger Ersatz in Höhe von 

CHF 2‘033.20 zu leisten. 

6.5.5. Baustellengemeinkosten 

6.5.5.1. Parteivorbringen 

- 42 - 

6.5.5.1.1. Der Kläger bringt weiter vor, dass mit den Nachbesserungsarbeiten 

sehr viele allgemeine Kosten angefallen seien; bis am 31. Dezember 2011 Auf-

wendungen bzw. Rechnungen im Gesamtbetrag von CHF 82‘685.35 inkl. MwSt. 

(recte: CHF 82‘291.15). Es handle sich dabei um Begleitkosten (act. 18 S. 155). 

Die Begleitkosten habe die Beklagte allerdings nicht allein verursacht. Bei der sich 

daraus ergebenden Anspruchskonkurrenz handle es sich jedoch um einen Fall 

von unechter Solidarität, weshalb der gesamte Betrag von der Beklagten einge-

fordert werde (act. 18 S. 159). 

6.5.5.1.2. Die Beklagte macht geltend, dass all diese Kosten einzig und allein in 

den Nachbesserungsarbeiten bei den Plattenbelägen und betreffend Korrektur am 

Rohbau gründen würden. Für eine Haftung aus unechter Solidarität fehle es am 

Adäquanzerfordernis. Es würde diesbezüglich auch an jeglicher Substanziierung 

in der Replik fehlen. Im Umfang der erfolgten wertmässigen Befriedigung der Klä-

gerschaft sei sie zudem in Anwendung von Art. 147 Abs. 1 OR befreit. Sodann 

habe sich der Kläger im Umfang seiner Mitverantwortungsquote an diesen Kosten 

in einem erheblichen Ausmass zu beteiligen (act. 22 S. 89).  

6.5.5.1.3. Es kann auf die Ausführungen in Ziffer 6.2.4.1. ff. verwiesen werden. 

Gestützt auf diese Ausführungen ist hinsichtlich der geltend gemachten Baustel-

lengemeinkosten davon auszugehen, dass diese bereits durch den Mängelaus-

kauf verschiedener Unternehmer gedeckt worden und damit bereits getilgt sind. 

Dementsprechend besteht kein Anspruch des Klägers auf Ersatz dieser Auslagen 

in Höhe von total CHF 82‘685.35 (recte: CHF 82‘291.15, act. 18 S 232) gegen-

über der Beklagten, weshalb die Forderung in diesem Umfang abzuweisen ist. 

6.5.5.1.4. Im Weiteren kann zu den geltend gemachten Baustellengemeinkosten 

noch folgendes angemerkt werden: 

6.5.5.2. Versicherung (CHF 986.30) 

6.5.5.2.1. Der Kläger führt aus, dass die Sanierungsarbeiten den Abschluss einer 

zusätzlichen Gebäudeversicherung nötig gemacht hätte. Er führt jedoch nicht wei-

ter aus, warum der Mangel betreffend Wassereinlauf im Bereich der Lichtkuppel 

- 43 - 

eine zusätzliche Versicherung vom 17. März 2010 bis 31. August 2010 nötig 

machte und wie sich die geltend gemachten Versicherungsprämien zusammen-

setzen und berechnen (act. 18 S. 155). 

6.5.5.2.2. Damit genügt aber der Kläger seiner Substanziierungspflicht nicht, 

weshalb darauf nicht weiter einzugehen und der geltend gemachte Anspruch 

auch deshalb abzuweisen wäre. 

6.5.5.3. Elektroprovisorium CHF 4‘289.35, Stromkosten CHF 131.55 

6.5.5.3.1. Der Kläger macht geltend, auch die Beklagte sei zur Vornahme ihrer 

Sanierungsarbeiten auf Strom angewiesen gewesen (act. 18 S. 156), was die Be-

klagte bestreitet (act. 22 S. 90).  

6.5.5.3.2. Auch hier genügt der Kläger mit seiner pauschalen Behauptung seiner 

Substanziierungspflicht nicht, weshalb auf sein Vorbringen nicht weiter einzuge-

hen und der geltend gemachte Anspruch auch deshalb abzuweisen wäre. Im wei-

teren handelt es sich bei den Kosten für Elektroprovisorium und Strom um Be-

gleitkosten der Nachbesserung. Nachdem der Kläger keine Vereinbarung mit der 

Beklagten hinsichtlich der Installation eines Elektroprovisoriums behauptet, be-

stünde auch aus diesem Grund kein Anspruch des Klägers auf Ersatz dieser Kos-

ten (vgl. Ziffer 6.3. ff.). 

6.5.5.4. Miettoiletten (CHF 907.20), Mehrkosten Wasser/Abwasser (CHF 1‘000.–), 

BA._____ AG (CHF 2‘082.10), Verwaltung (CHF 19‘845.–), Maler BP._____ 

(CHF 9‘839.50) 

6.5.5.4.1. Der Kläger kommt seiner Substanziierungspflicht im Zusammenhang 

mit den geltend gemachten Kosten für Miettoiletten, Mehrkosten Was-

ser/Abwasser, BA._____ AG und Verwaltung nicht nach. So fehlen Angaben da-

zu, warum Miettoiletten organisiert werden mussten, warum Mehrkosten für Was-

ser und Abwasser entstanden und durch welche Nachbesserungsarbeiten der 

Beklagten die Betonstirne wie beschädigt worden waren und welche verschiede-

nen Kleinarbeiten in diesem Zusammenhang vorgenommen werden mussten (act. 

18 S. 156 f.). Weiter substanziiert der Kläger weder den geltend gemachten Auf-

- 44 - 

wand der Verwaltung noch deren Erforderlichkeit (act. 18 S. 157). Auch hinsicht-

lich der geltend gemachten Malerarbeiten legt der Kläger nicht substanziiert dar, 

warum durch die Nachbesserungsarbeiten Malerarbeiten nötig geworden waren 

resp. warum die Nachbesserungsarbeiten dazu führten, dass die Betonuntersich-

ten ausgebessert werden mussten (act. 18 S. 157).  

6.5.5.4.2. Dementsprechend ist es nicht möglich, diese geltend gemachten An-

sprüche zu prüfen und sind sie deshalb auch aus diesem Grund abzuweisen. 

Weiterungen hierzu erübrigen sich deshalb. 

6.5.5.5. Reinigung U._____ (CHF 22‘801.65) 

6.5.5.5.1. Der Kläger macht geltend, dass die Wohnungen auch wieder hätten ge-

reinigt werden müssen (act. 18 S. 158). 

6.5.5.5.2. Die Reinigungskosten sind nicht auf den Mangel zurückzuführen, son-

dern – nach Darstellung des Klägers – durch die Nachbesserungsarbeiten verur-

sacht worden. Demnach liegt kein Mangelfolgeschaden vor. Es handelt sich um 

Kosten, die im Zusammenhang mit den Nachbesserungsarbeiten entstanden sind 

(Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands) und dementsprechend als Be-

gleitkosten zu qualifizieren sind.  

6.5.5.5.3. Nachdem der Kläger keine eine Ersatzvornahme rechtfertigende Um-

stände dartut (vgl. Ziffer 6.3. ff.), besteht kein Anspruch des Klägers auf Ersatz 

dieser Kosten. 

6.5.5.6. Bauleiterkosten (CHF 20‘002.95) 

6.5.5.6.1. Der Kläger führt aus, dass im Zusammenhang mit den Gemeinkosten 

auch Aufwand für den Bauleiter entstanden seien. Ing. BG._____ sei in diesen 

Angelegenheiten insgesamt während 112.25 Stunden beschäftigt gewesen. Er 

habe die Arbeiten kontrolliert, Mails und Briefe geschrieben, Telefonate geführt, 

Aufträge erteilt, an Sitzungen teilgenommen. Die Stunde habe er mit CHF 165.– 

verrechnet. Zum Gesamtbetrag von CHF 18‘521.– sei 8% MwSt. dazugekommen, 

so dass Ing. BG._____ am 31. Oktober 2011 total CHF 20‘002.95 in Rechnung 

- 45 - 

gestellt habe (act. 18 S. 159). Die Beklagte bestreitet, dass der geltend gemachte 

Aufwand gerechtfertigt, notwendig und angemessen sei (act. 10 S. 45; act. 22 

S. 92). 

6.5.5.6.2. Mit seiner Darstellung genügt der Kläger seiner Substanziierungspflicht 

nicht annähernd (vgl. Ziffer 6.4.4.5.), weshalb darauf nicht weiter einzugehen und 

der geltend gemachte Anspruch auch deshalb abzuweisen wäre. Aufgrund der 

pauschalen Vorbringen des Klägers kann die Angemessenheit und Erforderlich-

keit des geltend gemachten Aufwands von Ing. BG._____ nicht überprüft werden. 

6.5.5.7. Sonnenstoren BQ._____ (CHF 405.55) 

6.5.5.7.1. Der Kläger führt aus, dass in einer Wohnung die Sonnenstoren neu hät-

ten eingestellt werden müssen. In einer anderen habe ein Lamellenstoren ge-

klemmt. Insgesamt habe sich die Zeit auf 3.25 Stunden belaufen, die mit 

CHF 98.– pro Stunde verrechnet worden seien. Zusätzlich sei eine Auftragspau-

schale von CHF 52.– hinzugekommen und Materialkosten in der Höhe von 

CHF 5.– inkl. MwSt. Insgesamt sei ein Betrag von CHF 405.55 geschuldet gewe-

sen (act. 18 S. 159). 

6.5.5.7.2. Die Ausführungen des Klägers sind nicht nur hinsichtlich der erbrachten 

Leistungen unsubstanziiert. Aus den Ausführungen des Klägers ergibt sich insbe-

sondere auch nicht, welche der Beklagten zuzuordnende Mängel zu welchen 

konkreten Schäden an den Sonnenstoren geführt haben sollen, die die (nicht wei-

ter substanziierten) Arbeiten der BQ._____ erforderlich gemacht haben sollen. 

Auf die Ausführungen des Klägers ist deshalb nicht weiter einzugehen und der 

Anspruch des Klägers wäre auch aus diesem Grund abzuweisen. 

6.5.5.8. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der geltend gemach-

te Anspruch auf Ersatz von CHF 82‘685.35 (act. 18 S. 159; recte: CHF 82‘291.15) 

nicht besteht und auch aus diesem Grund abzuweisen wäre. 

6.5.6. Bau-Infrastruktur (Bürokosten CHF 13‘000.–) 

- 46 - 

6.5.6.1. Der Kläger führt aus, dass während der gesamten Sanierungszeit (act. 18 

S. 159 f.) verschiedene Wohnungen vor Ort als Büros genutzt worden seien, um 

Bausitzungen, Besprechungen und andere Büroarbeiten durchzuführen. Der Um-

fang der Sanierungsarbeiten habe es unumgänglich gemacht, Sitzungen durchzu-

führen, um die verschiedenen Arbeiten koordinieren zu können. Durchschnittlich 

habe jede Woche eine Sitzung stattgefunden. Diese Sitzungen hätten nur inner-

halb eines geschützten und geheizten Raums abgehalten werden können. Aller-

dings hätten die betroffenen Wohnungen deshalb nicht vermietet werden können 

(act. 18 S. 160).  

6.5.6.2. Der Kläger macht geltend, dass sich für die Inanspruchnahme eine Nut-

zungsgebühr rechtfertige. Er behauptet nicht, dass für die Benutzung der Woh-

nungen tatsächlich Miete oder eine Entschädigung bezahlt worden sei (act. 18 

S. 160). Dementsprechend scheint der Kläger eher entgangenen Gewinn geltend 

zu machen. Jedoch stützt er die Nichtvermietung der Wohnungen nicht auf die 

Mängel, womit ein Mangelfolgeschaden eher zu verneinen wäre. Schlussendlich 

kann diese Fragen jedoch offen gelassen werden. Mit seinen pauschalen Be-

hauptungen genügt der Kläger seiner Substanziierungspflicht nicht. Die Erforder-

lichkeit der geltend gemachten Benutzung der Wohnung für Bausitzungen, Be-

sprechungen und Büroarbeiten kann aufgrund der pauschalen Ausführungen 

nicht überprüft werden. Es fehlen konkrete Ausführungen dazu, welche konkreten 

Mängel der Beklagten welche konkreten Sitzungen erforderlich machten und wa-

rum diese nur vor Ort in einer unbewohnten Wohnung der Liegenschaft stattfin-

den konnten. Hinsichtlich der ebenfalls unsubstanziiert gebliebenen Büroarbeiten 

ist festzuhalten, dass – selbst wenn die Mängel der Beklagten erhöhten Büroauf-

wand mit sich gebracht hätten, was infolge fehlender Substanziierung nicht über-

prüft werden kann – die Erforderlichkeit der Benutzung einer leeren Wohnung der 

Liegenschaft zu verneinen ist. Der geltend gemachte Anspruch auf Ersatz von Bü-

ro-Infrastrukturkosten von CHF 13‘000.– ist deshalb abzuweisen. 

6.5.6.3. Sodann kann auf die Ausführungen in Ziffer 6.2.4.1. ff. verwiesen werden. 

Entsprechend ist hinsichtlich der geltend gemachten Bau-Infrastrukturkosten da-

von auszugehen, dass diese durch den Mängelauskauf verschiedener Unterneh-

- 47 - 

mer gedeckt worden und damit bereits getilgt sind. Dementsprechend besteht 

auch aus diesem Grund kein Anspruch des Klägers auf Ersatz dieser Kosten ge-

genüber der Beklagten und wäre die Forderung im Umfang von CHF 13‘000.– 

auch aus diesem Grund abzuweisen. 

6.5.7. Fazit 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass seitens des Klägers kein An-

spruch auf Ersatz allgemeiner Kosten der Vorbereitungs- und Wiederherstel-

lungsarbeiten besteht, mit Ausnahme der Kosten für Umgebungsarbeiten in Höhe 

von CHF 2‘033.20. Dementsprechend ist die Klage im Umfang von 

CHF 112‘233.35 abzuweisen. 

6.6. Begleitkosten konkreter Mängel  

6.6.1. Austausch der Oblichter - Rechnung W._____ AG 

6.6.1.1. Der Kläger verlangt im Zusammenhang mit dem Austausch der Oblichter 

den Ersatz der Rechnung W._____ AG in Höhe von CHF 2'343.60 für die Verklei-

dung der Dichtungsfugen der Oblichter (act.  18 S. 28 f.; act. 3/94).  

6.6.1.2. Der Kläger bringt vor, der Austausch der Oblichter habe zur Folge gehabt, 

dass auch die inneren Bekleidungen und die Abschlussfugen der Oblichter neu 

hätten erstellt werden müssen (act. 18 S. 28). Der Kläger leitet seine Ansprüche 

auf Ersatz der Rechnung W._____ AG über CHF 2‘343.60 jedoch konkret daraus 

ab, dass die ursprünglichen Oblichter schief versetzt gewesen seien und die neu 

eingesetzten auch nicht waagrecht sowie auch nicht passend zur Aussparung 

eingesetzt worden seien und aus daraus resultierenden weitere Folgen. Hierzu ist 

festzuhalten, dass der Kläger diese Mängel anerkanntermassen nicht gerügt hat 

(act. 18 S. 29). Der Auffassung, dass sich eine separate Mängelrüge erübrigt ha-

be, da es sich um einen Teilaspekt des insgesamt mangelhaften Einbaus der Ob-

lichter handle (act. 18 S. 29), kann nicht gefolgt werden. Beim geltend gemachten 

Mangel, dass die Oblichter schief versetzt worden seien, handelt es sich um einen 

eigenständigen Mangel, der nach Darstellung des Klägers sogar noch zu weiteren 

Folgen geführt haben soll, und nicht um einen aus der falschen Zargenstärke oder 

- 48 - 

aus der mangelhaften Aufbordung und Abdichtung resultierenden Schaden. Der 

Mangel soll denn nach Darstellung des Klägers durch den Austausch der Oblich-

ter auch nicht behoben worden sein. Demnach decken die Mängelrügen hinsicht-

lich Zargenstärke, Aufbordung und Abdichtung einen allfälligen Mangel hinsicht-

lich ursprünglich schiefem Einbau nicht ab und vermögen schon gar nicht als 

Mängelrüge für allfällig bei der Mängelbehebung entstandene neue Mängel hin-

zuhalten. 

6.6.1.3. Dem Bauherrn stehen – wie ausgeführt – nach der SIA-Norm 118 zu-

nächst lediglich Nachbesserungsansprüche zu. Damit der Unternehmer aber sei-

ner Nachbesserungspflicht nachkommen kann, ist der Mangel resp. der Zustand, 

welchen der Bauherr als mangelhafte Ausführung betrachtet, dem Unternehmer 

anzuzeigen und zu rügen. Wird ein Mangel bis zum Ablauf der Garantiefrist nicht 

gerügt, entfällt die Mängelhaftung des Unternehmers für den betreffenden Mangel 

und der Bauherr verwirkt bezüglich dieses Mangels seine Mängelrechte (Gauch, 

Werkvertrag, N 2690, N 2708). Dementsprechend besteht kein Anspruch des 

Klägers auf Ersatz dieser Kosten in Höhe von CHF 2‘343.60.  

6.6.1.4. Der Kläger macht jedoch geltend, dass die entstandene übergrosse und 

ästhetisch unbefriedigende Kittfuge durch das Überdecken mittels der Aluschie-

nen habe behoben werden müssen, was im Einverständnis mit der Beklagten 

durch den Kläger erfolgt sei (act. 18 S. 28 f.). Diese Darstellung wird seitens der 

Beklagten nicht bestritten (act. 22 S. 19). Erfolgte damit aber im Rahmen des 

Austauschs der Oblichter (vgl. hierzu insbesondere zur diesbezüglichen Verant-

wortung der Beklagten nachfolgend Ziffer 7.7.5.3.2.) eine Überdeckung einer Kitt-

fuge im Einverständnis der Beklagten durch den Kläger, hat die Beklagte dem 

Kläger die dadurch entstandenen Kosten zu ersetzen. Nachdem die Beklagte die 

Kosten nicht bestreitet, hat sie dem Kläger CHF 2‘343.60 zu ersetzen.  

6.6.2. Austausch der Oblichter - Rechnung Maler BP._____ 

6.6.2.1. Der Kläger macht geltend, dass im Zusammenhang mit der Sanierung der 

Oblichter die Dachöffnungen mit einem Lattenrost hätten verkleidet werden müs-

sen. Dieser habe dazu gedient, dass die Öffnungen mit einer Plastikfolie haben 

- 49 - 

abgedeckt werden können. Dies habe einen Witterungs- und auch einen 

Schmutzschutz bezweckt. Die provisorischen Verkleidungen seien mit dem Ein-

bau der Oblichter wieder entfernt worden. Der Lattenrost sei an den einzelnen 

Leibungen im Inneren der Wohnung angebracht worden. Dadurch seien diese be-

schädigt worden und hätten nach der Entfernung des Lattenrosts gespachtelt und 

neu gestrichen werden müssen. Es seien ausserdem Kittfugen an Hauben erstellt 

und weitere Nebenarbeiten geleistet worden. Verursacht worden seien die von 

Maler BP._____ in Rechnung gestellten Arbeiten durch die mangelhafte Montage 

der ursprünglichen Oberlichtkuppeln, was einen Mangelfolgeschaden darstelle 

(act. 18 S. 30 f.). Nach Darstellung des Klägers ist der geltend gemachte Schaden 

somit durch die Mängelbehebungsarbeiten verursacht worden und stellt dement-

sprechend keinen Mangelfolgeschaden, sondern im Zusammenhang mit der 

Mängelbehebung angefallene Wiederherstellungsarbeiten dar. 

6.6.2.2. Es kann auf Ziffer 6.3. ff. verwiesen werden. Der Kläger behauptet nicht, 

dass die Wiederherstellungsarbeiten bei der Beklagten abgemahnt und ihr für die 

Ausführung dieser Arbeiten eine Frist, der sie in der Folge nicht nachgekommen 

sei, angesetzt worden sei, weshalb der Kläger keinen Anspruch auf Ersatz der 

Rechnung Maler BP._____ vom 18. November 2010 über CHF 5‘383.05 hat. 

6.6.3. Austausch der Oblichter - Rechnungen U._____ Reinigungen vom 

3. November 2010 und 22. Dezember 2010 

6.6.3.1. Der Kläger macht geltend, dass durch den Oblichteraustausch die Dach-

geschosswohnungen der MFH 2 und 1 durch Schleifstaub und kleine Teile wie 

Beton, Gips, absplitternde Farbreste, losen Kitt oder Ähnlichem trotz der proviso-

rischen Abdeckung verunreinigt worden seien. Der Schleifstaub und die übrigen 

Verunreinigungen seien durch das Ebenschleifen des Betongrunds für die fachge-

rechte Montage der Oblichter entstanden. Es hätten deshalb sämtliche Dachge-

schoss-Wohnungen gereinigt werden müssen. Ebenso seien durch den Material-

umschlag und die Arbeiten auf dem Flachdach die Dachterrassen verschmutzt 

worden und hätten gereinigt werden müssen (act. 18 S. 31 f.).  

- 50 - 

6.6.3.2. Der Kläger bezeichnet diese Arbeiten selber – zurecht – als „Begleitkos-

ten der Mangelbehebung“. Auch diese Arbeiten sind somit als Wiederherstel-

lung