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**Case Identifier:** 759582cb-68a3-5782-bca0-139a5b3556ef
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-29
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 29.09.2023 VBE.2023.6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-6_2023-09-29.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

 

VBE.2023.6 / pm / nl 
Art. 100 

 

 

Urteil vom 29. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Peterhans  

Oberrichterin Gössi  

Gerichtsschreiber Meier  

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

vertreten durch Dr. iur. Volker Pribnow, Rechtsanwalt,  

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   B._____ 

 

 
   

Gegenstand   Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 22. November 2022) 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1974 geborene Beschwerdeführerin war zuletzt als kaufmännische An-

gestellte tätig. Im April 2003 meldete sie sich erstmals bei der Beschwer-

degegnerin zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenver-

sicherung (IV) an. Mit Verfügung vom 9. April 2009 sprach die Beschwer-

degegnerin der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. August 2003 bis 

30. November 2005 eine ganze Rente sowie ab 1. Dezember 2005 eine bis 

31. Mai 2008 befristete Viertelsrente zu. Des Weiteren liess die Beschwer-

degegnerin die Beschwerdeführerin durch die SMAB AG bidisziplinär be-

gutachten (Gutachten vom 23. Juli 2009). Mit Verfügung vom 10. März 

2010 sprach sie der Beschwerdeführerin sodann rückwirkend ab 1. Juni 

2008 bis 31. August 2008 eine Viertelsrente sowie ab 1. September 2008 

eine halbe Rente zu. 

 

1.2. 

Im Rahmen einer im Jahr 2014 veranlassten Revision von Amtes wegen 

tätigte die Beschwerdegegnerin diverse Abklärungen, zog unter anderem 

die Akten der Unfallversicherung bei und nahm Rücksprache mit ihrem Re-

gionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Mit Verfügung vom 21. November 2016 

sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 

1. Juli 2014 eine ganze Rente zu. 

 

1.3. 

Im Jahr 2017 veranlasste die Beschwerdegegnerin eine erneute Revision 

von Amtes wegen. Dabei nahm sie unter anderem Rücksprache mit ihrem 

RAD. Am 4. April 2018 verfügte sie die Herabsetzung der bisherigen gan-

zen Rente auf eine halbe Rente per 1. Juni 2018. Die dagegen erhobene 

Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2018.354 vom 

12. Februar 2019 teilweise gut, hob die Verfügung auf und wies die Sache 

zu weiteren Abklärungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegne-

rin zurück. 

 

1.4. 

Daraufhin nahm die Beschwerdegegnerin erneut Rücksprache mit ihrem 

RAD und liess die Beschwerdeführerin durch die PMEDA AG polydiszipli-

när begutachten (Gutachten vom 4. Februar 2021). Nach durchgeführtem 

Vorbescheidverfahren hob die Beschwerdegegnerin die bisherige Rente 

mit Verfügung vom 22. November 2022 wiedererwägungsweise auf. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 5. Januar 2023 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 - 3 - 

 

 

 

 

" 1. Die Verfügung vom 22. November 2022 sei aufzuheben und es sei die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin auch 
über den 31. Dezember 2022 hinaus eine ganze Rente der Invaliden-
versicherung gemäss Verfügung vom 21. November 2016 auszurich-
ten.  

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-

gegnerin." 

 

Zudem stellte sie folgenden Verfahrensantrag: 

 

" 3. Die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin sie der Beschwerdefüh-
rerin mitsamt den Vernehmlassungsbeilagen zur Einsicht- und Stel-
lungnahme zuzustellen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 14. Februar 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 17. Februar 2023 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin beigeladen und ihr 

Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Die Beigeladene liess sich in 

der Folge nicht vernehmen. 

 

2.4. 

Mit Eingabe vom 8. März 2023 reichte die Beschwerdeführerin weitere me-

dizinische Unterlagen ein. 

 

2.5. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 26. Juni 2023 forderte das Ver-

sicherungsgericht die PMEDA AG auf, das PDF-Dokument zur Verifizie-

rung der Echtheit der elektronischen Signaturen des PMEDA-Gutachtens 

vom 4. Februar 2021 einzureichen. Am 4. Juli 2023 reichte die PMEDA AG 

das verlangte Dokument ein. 

 

2.6. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 6. Juli 2023 stellte das Versi-

cherungsgericht der Beschwerdeführerin die kompletten von der Be-

schwerdegegnerin zugestellten Verfahrensakten sowie das PDF-Doku-

ment betreffend die elektronische Signatur des PMEDA-Gutachtens zur 

Kenntnisnahme zu. 

 

 - 4 - 

 

 

 

2.7. 

Am 9. August 2023 nahm die Beschwerdeführerin erneut Stellung und be-

antragte, der notwendige Mehraufwand von zwei Stunden für die Überprü-

fung der "drei Versionen" der Vernehmlassungsbeilagen sei ihr zu entschä-

digen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 22. No-

vember 2022 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 344), mit welcher die Be-

schwerdegegnerin ihre Verfügung vom 21. November 2016 wiedererwä-

gungsweise aufgehoben und einen weiteren Rentenanspruch der Be-

schwerdeführerin per Ende Dezember 2022 verneint hat. 

 

2. 

Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, die Beschwerdegegnerin 

habe ihr die IV-Akten zweimalig zugestellt, wobei bei der zweiten Akten-

edition neun Aktoren und 83 Seiten gefehlt hätten. Hiermit habe die Be-

schwerdegegnerin das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt 

(Beschwerde S. 5 ff.).  

 

Die Beschwerdeführerin legt ihrer Beschwerde zwei von der Beschwerde-

gegnerin erstellte Inhaltsverzeichnisse der IV-Akten bei. Das Verzeichnis 

per 2. Dezember 2022 umfasst 345 Aktoren, jenes per 5. Dezember 2022 

indes lediglich 336. Des Weiteren weichen die beiden Verzeichnisse auch 

in der Nummerierung der einzelnen Aktoren voneinander ab. Die von der 

Beschwerdeführerin eingereichte erste Seite des Inhaltsverzeichnisses per 

2. Dezember 2022 stimmt indes bis zur Vernehmlassungsbeilage 345 mit 

derjenigen überein, welche die Beschwerdegegnerin dem Versicherungs-

gericht einreichte weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwerde-

führerin über sämtliche Verfahrensakten verfügt. Die darüber hinaus vor-

handenen Vernehmlassungsbeilagen (bis VB 351) betreffen die von der 

Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin beantragte Ak-

teneinsicht sowie das vorliegende Beschwerdeverfahren und waren der 

Beschwerdeführerin somit ebenfalls bekannt. Eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs ist somit nicht ersichtlich.  

 

Nichtsdestotrotz ist die Beschwerdegegnerin auf ihre Aktenführungspflicht 

hinzuweisen. Insbesondere sind die Unterlagen von Beginn weg in chrono-

logischer Reihenfolge abzulegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 

vom 28. Januar 2014 E. 2.1 mit Hinweisen); bei Vorliegen eines Gesuchs 

um Akteneinsicht und spätestens im Zeitpunkt des Entscheids ist das Dos-

sier zudem durchgehend zu paginieren (Urteil des Bundesgerichts 

8C_319/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 44 

 - 5 - 

 

 

 

S. 131). Ein nachträgliches Entfernen oder Neunummerieren von Akten ist 

dabei nicht statthaft. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung) kann die Verwaltung auf 

eine formell rechtskräftige Verfügung zugunsten oder zuungunsten der ver-

sicherten Person zurückkommen, soweit die Verfügung nicht Gegenstand 

materieller gerichtlicher Beurteilung geworden ist, sie zweifellos unrichtig 

ist und ihre Berichtigung als von erheblicher Bedeutung erscheint. Die Wie-

dererwägung liegt im pflichtgemässen Ermessen der Verwaltung; die Ver-

waltung kann dazu vom Gericht nicht verhalten werden (MEYER/REICH-

MUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 74 f. 

zu Art. 30 IVG; vgl. BGE 133 V 50 E. 4.1 S. 52 mit Hinweis auf BGE 127 V 

466 E. 2c S. 469).  

 

3.1.2. 

Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen 

Rechtsanwendung, unter Einschluss unrichtiger Feststellung im Sinne der 

Würdigung des Sachverhalts (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17; vgl. auch UELI 

KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2020, N. 46 zu Art. 53 ATSG mit Hinweis 

auf BGE 127 V 10 E. 4b S. 14). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein 

vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. 

Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfü-

gung – möglich. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der 

Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszusprechung aufgrund 

falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn  

massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden 

(BGE 140 V 77 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2019 vom 

19. Februar 2020 E. 3.2). Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwä-

gungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren 

Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B. Invaliditäts-

bemessung, Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigungen, 

Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Er-

scheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliess-

lich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor 

dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der 

rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die 

Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts 

9C_525/2019 vom 20. November 2019 E. 4.1; vgl. auch MEYER/REICH-

MUTH, a.a.O., N. 86 zu Art. 30 IVG mit Hinweisen). 

 

 - 6 - 

 

 

 

3.1.3. 

Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann auch 

bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts ge-

geben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhalts-

abklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsat-

zes (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Trifft dies zu, erübrigt 

es sich, den damals rechtserheblichen Sachverhalt weiter abzuklären. Viel-

mehr ist der rechtskonforme Zustand für die Zukunft (ex nunc et pro futuro) 

auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts 

im Zeitpunkt der Verfügung über die Herabsetzung oder Aufhebung einer 

Rente herzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_597/2019 vom 12. De-

zember 2019 E. 3.1). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Der Verfügung vom 21. November 2016, mit welcher die halbe Rente der 

Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente erhöht wurde, lagen in medizi-

nischer Hinsicht die Aktenbeurteilungen des RAD-Arztes Dr. med. 

C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates, vom 14. September 2015 sowie vom 22. Februar 2016 

zugrunde. In seiner Beurteilung vom 14. September 2015 führte Dr. med. 

C._____ aus, es liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor und es könne 

im Moment nicht von einer absehbaren Steigerung der Leistungsfähigkeit 

ausgegangen werden. Der Gesundheitszustand sei nicht stabil und es 

bleibe abzuwarten, wie sich dieser bis November 2015 weiterentwickle. 

Weitere Abklärungen seien dann "eventuell angezeigt". Eine stundenweise 

Arbeitsfähigkeit von 20 % sei ab 1. Mai 2015 bestätigt worden. Aufgrund 

von Schmerzen habe diese aber nicht voll umgesetzt werden können. Es 

sei eine Verlaufskontrolle in der Klinik D._____ 1 Jahr postoperativ abzu-

warten. Später sei sodann eventuell eine psychiatrisch-rheumatologische 

Begutachtung notwendig (VB 171 S. 4 f.). 

 

3.2.2. 

In seiner Beurteilung vom 22. Februar 2016 ging Dr. med. C._____ sodann 

davon aus, es könne angenommen werden, dass eine länger dauernde 

Gesundheitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. In der 

Gesamtschau bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Eine 

Steigerung der Leistungsfähigkeit sei absehbar. Der Gesundheitszustand 

sei nicht stabil. Gemäss den medizinischen Unterlagen habe sich seit An-

fang Februar 2016 eine langsame Verbesserung der Situation eingestellt. 

Insgesamt sei es für eine definitive versicherungsmedizinische Beurteilung 

noch zu früh. Auch für eine Begutachtung sei die gesundheitliche Situation 

noch zu instabil. Eine "erneute Revision Ende Jahr" werde empfohlen 

(VB 179). 

 

 - 7 - 

 

 

 

3.3. 

Dr. med. C._____ lag bei seiner Aktenbeurteilung vom 14. September 2015 

unter anderem ein Bericht von Dr. med. E._____ vom 6. Juli 2015 vor, in 

welchem dieser eine 20%ige Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit 

als zumutbar erachtete und die Einholung einer second opinion empfahl 

(VB 169.1 S. 2). Dr. med. C._____ ging davon aus, die attestierte 20%ige 

Arbeitsfähigkeit habe wegen Schmerzen "nicht voll" umgesetzt werden 

können. Hierbei stützte er sich ausschliesslich auf die subjektiven Angaben 

der Beschwerdeführerin. Den Akten ist diesbezüglich nämlich einzig zu ent-

nehmen, dass die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin mitgeteilt 

hat, es sei ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen, das 

20%-Pensum zu leisten (VB 170 S. 1). In der Beurteilung vom 22. Februar 

2016 ging Dr. med. C._____ gestützt auf die Berichte der Klinik D._____ 

vom 18. Dezember 2015 sowie vom 4. Februar 2016 (VB 177 S. 2 f., 175 

S. 7 f.) nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (VB 179 

S. 2). Dem Bericht der Klinik D._____ vom 18. Dezember 2015 zufolge war 

die Beschwerdeführerin damals zu 100 % arbeitsunfähig. Begründet wurde 

dies indes ebenfalls einzig mit der "Schmerzsituation" der Beschwerdefüh-

rerin (VB 175 S. 8). Dem Bericht der Klinik D._____ vom 4. Februar 2016 

ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin über eine deutliche 

Stabilisierung des Zustandes berichtet habe (VB 177 S. 3). Dr. med. 

C._____ ging in seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2016 demgegen-

über nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus, ohne auf die 

von der Beschwerdeführerin angegebene deutliche Stabilisierung ihres Ge-

sundheitszustandes einzugehen. Nicht nachvollziehbar ist vor diesem Hin-

tergrund zudem, dass Dr. med. C._____ erst "Ende Jahr" eine erneute Re-

vision für angezeigt hielt. Angesichts dieser Umstände waren auch die Vo-

raussetzungen einer Aktenbeurteilung (vgl. diesbezüglich Urteile des Bun-

desgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen) nicht erfüllt, weshalb die Be-

schwerdegegnerin auf die Stellungnahmen von Dr. med. C._____ nicht 

hätte abstellen dürfen. Es lag somit eine Verletzung des Untersuchungs-

grundsatzes und damit eine zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 

21. November 2016 vor (vgl. E. 3.1.3. hiervor). Hierbei erübrigt es sich 

rechtsprechungsgemäss, entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin 

(Beschwerde S. 12), den damals rechtserheblichen Sachverhalt weiter ab-

zuklären und zu prüfen, ob auch das Ergebnis der Sachverhaltsabklärung 

offensichtlich unrichtig gewesen war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_633/2015 vom 3. November 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). 

 

Da die erhebliche Bedeutung der Berichtigung mit Blick auf den Charakter 

der Invalidenrente als periodischer Dauerleistung feststeht, sind die Vo-

raussetzungen zur Vornahme der Wiedererwägung erfüllt (BGE 119 V 475 

E. 1c S. 480; Urteil des Bundesgerichts 8C_778/2012 vom 27. Mai 2013 

E. 3.1). Somit gilt es mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonfor-

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men Zustand herzustellen. Der Rentenanspruch ist in rechtlicher und tat-

sächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung 

an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11 mit Hinweisen 

und E. 6.1 S. 13).  

 

4. 

In der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwerdegegnerin in 

medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das PMEDA-Gutachten vom 

4. Februar 2021. Dieses umfasst eine internistische, eine neurologische, 

eine otorhinolaryngologische, eine rheumatologische sowie eine psychiat-

rische Beurteilung. Die Gutachter stellten keine Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit (VB 296.1 S. 6). Sowohl in der bisherigen als auch 

in einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus interdiszip-

linärer Sicht zu 100 % arbeitsfähig (VB 296.1 S. 8). Auch in retrospektiver 

Hinsicht attestierten die Gutachter der Beschwerdeführerin keine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. VB 296.3 S. 21; 296.4 S. 26; 296.5 

S. 17; 296.6 S. 38 ff.; 296.7 S. 34 f.). 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 

231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

5.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

5.3. 

Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des PMEDA-Gutachtens 

vom 4. Februar 2021 fachärztlich umfassend untersucht. Es wurden zudem 

diverse Zusatzuntersuchungen durchgeführt (vgl. VB 296.1 S. 2; 296.8 

 - 9 - 

 

 

 

S. 7 ff.). Dabei beurteilten die Gutachter die medizinischen Zusammen-

hänge sowie die medizinische Situation in Kenntnis der Vorakten 

(VB 296.2) und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden ein-

leuchtend und gelangten zu einer nachvollziehbar begründeten Schlussfol-

gerung. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich Beweiswert im Sinne 

vorstehender Kriterien zu. 

 

6. 

6.1. 

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die Beteiligung des ärztlichen 

Leiters der PMEDA, Prof. Dr. med. F._____, am vorliegenden Gutachten, 

werfe Fragen auf, ist darauf hinzuweisen, dass dieser die Beschwerdefüh-

rerin nicht selbst begutachtet hatte und lediglich die Ergebnisse der Zusat-

zuntersuchungen an ihn adressiert waren (VB 296.8 S. 8 ff.). Ein Strafver-

fahren (vgl. Beschwerde S. 15), das in keinem Zusammenhang mit der vor-

liegenden Begutachtung der Beschwerdeführerin steht, begründet im Übri-

gen keinen Anschein der Befangenheit von Prof. Dr. med. F._____ (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_226/2020 vom 13. August 2020 E. 4.1.2). Das 

Gutachten trägt sodann elektronische Unterschriften ("secure2go"), was 

rechtsprechungsgemäss zulässig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_424/2018 vom 18. Oktober 2018 E. 3.3). Die Echtheit der elektroni-

schen Signaturen wies die PMEDA AG schliesslich mit der entsprechenden 

dem Versicherungsgericht am 4. Juli 2023 eingereichten PDF-Datei nach. 

 

6.2. 

Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, in der Aktenzusammen-

fassung des Gutachtens bestehe eine Lücke betreffend den Zeitraum vom 

11. März 2016 bis zum 6. Februar 2017. In diesem Zeitraum sei insbeson-

dere eine durchgehende Schmerzbehandlung (unter anderem im Zusam-

menhang mit einer CRPS-Diagnose) bei Dr. med. G._____ erfolgt (Be-

schwerde S. 13 f.). Die Gutachter weisen diesbezüglich darauf hin, dass 

sie das von der Beschwerdegegnerin zusammengestellte Aktendossier 

gründlich geprüft hätten und (lediglich) die für die Beantwortung der Gut-

achterfragen wesentlichen Dokumente auflisten würden (VB 296.2 S. 1). 

Unter dem Blickwinkel der bundesrechtlichen Anforderungen an die Be-

weiskraft fachärztlicher Expertisen kann nicht verlangt werden, dass den 

begutachtenden Arztpersonen stets sämtliche allenfalls vorhandenen Ak-

ten vorliegen müssen (Urteile des Bundesgerichts 8C_716/2018 vom 

26. November 2018 E. 4.2; 8C_900/2014 vom 28. Mai 2015 E. 3.2.1 mit 

Hinweisen). Den Gutachtern lagen diverse Berichte von Dr. med. G._____ 

vor (VB 296.2 S. 37 ff.). So insbesondere der Bericht vom 20. März 2017, 

in welchem dieser unter anderem ein CRPS am linken Fuss diagnostizierte 

und die bisherigen schmerzmedizinischen Interventionen, namentlich mit 

Targin, einer THC-Therapie und auch mit Ketamin, dokumentierte (VB 203 

S. 10 ff.). Keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung vermag auch 

der von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte Bericht von Dr. med. 

 - 10 - 

 

 

 

H._____ vom 11. November 2016 zu begründen, gemäss welchem eine 

Einschränkung für eine vorwiegend stehende oder vorwiegend sitzende 

Tätigkeit bestehe und eine wechselbelastende Tätigkeit empfohlen werde 

(VB 250.1 S. 30). So führte der rheumatologische PMEDA-Gutachter aus, 

die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sachbearbeiterin im Versicherungswe-

sen sowie in der umgeschulten Tätigkeit als Mal-, Kunst- und Gestaltthera-

peutin mit leichtem Tätigkeitsprofil im Wechsel zwischen Stehen, Gehen 

und Sitzen, sei als leistbar anzusehen (VB 296.6 S. 34). 

 

6.3. 

Ohne Weiteres nachvollziehbar ist sodann, dass die Gutachter von einem 

Suchtmittelgebrauch (Opioide, Cannabis) ausgingen (vgl. Beschwerde 

S. 16), denn die Beschwerdeführerin gab anlässlich der Begutachtung den 

Konsum der beiden Substanzen selbst an (VB 296.3 S. 13; 296.7 S. 28) 

und in der Laboruntersuchung konnten Oxycodon und Cannabinoide nach-

gewiesen werden (VB 296.3 S. 17). Auch das von der Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 8. März 2023 eingereichte verkehrsmedizinische Gutach-

ten des Kantonsspitals I._____ vom 20. Februar 2023 ist nicht geeignet, 

das PMEDA-Gutachten in Zweifel zu ziehen. Die verkehrsmedizinische Un-

tersuchung fand am 9. Dezember 2022 und somit über ein Jahr nach dem 

PMEDA-Gutachten statt, wobei die dabei veranlasste Untersuchung ent-

nommener Kopfhaare lediglich die Überprüfung eines Zeitraumes von fünf 

bis sechs Monaten vor der Probeentnahme bezweckte (vgl. Seite 6 des 

verkehrsmedizinischen Gutachtens). Im Übrigen ergaben die Urin- und 

Haaranalysen negative Werte betreffend Cannabinoide und Opioid-Anal-

getika, womit weder Hinweise für eine Abhängigkeit gemäss ICD-10 noch 

auf eine die Fahreignung ausschliessende Suchtproblematik festgestellt 

werden konnten (vgl. S. 7 des verkehrsmedizinischen Gutachtens). Damit 

wären gegebenenfalls einzig Hinweise für eine Verbesserung des Gesund-

heitszustandes vorhanden. Weitere relevante Anhaltspunkte, welche ge-

gen die PMEDA-Expertise sprechen würden, sind dem verkehrsmedizini-

schen Gutachten nicht zu entnehmen. 

 

6.4. 

Der rheumatologische PMEDA-Gutachter legte schliesslich einleuchtend 

dar, nach dem Motorradunfall von August 2002 und entsprechender Re-

konvaleszenz wäre vor dem Reitunfall vom 13. August 2008 ein ausrei-

chendes Belastungsprofil für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schadens-

sachbearbeiterin bzw. als kaufmännische Angestellte zu attestieren gewe-

sen. Andernfalls dürfte die Beschwerdeführerin auch nicht in der Lage ge-

wesen sein, Belastungen für die Wirbelsäule und der linken Hand beim Ver-

such, ihr Pferd ("zum vierten Mal") zuzureiten, zu tolerieren. Auch der er-

neute Reitunfall vom 25. April 2014 beim Versuch, ihr Pferd zu versorgen, 

liesse eine wesentlich bessere Belastungsfähigkeit vermuten, als von der 

Beschwerdeführerin schmerzbedingt eingeschränkt kundgetan. Die unein-

 - 11 - 

 

 

 

geschränkte Mobilität und die selbstständige häusliche Versorgung mit täg-

lichen Spaziergängen mit ihrem Hund sowie die letzte Fernreise sprächen 

für eine ungehinderte Mobilität und Selbstständigkeit. Somit sei aus rheu-

matologischer Sicht bei vollständig knöchern konsolidierten Frakturen ohne 

Anhalt für ein persistierendes CRPS der linken Hand oder der linken unte-

ren Extremität keine namhafte Einschränkung mit Einfluss auf die Arbeits-

fähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu bescheinigen (VB 296.6 

S. 37; vgl. diesbezüglich auch das rheumatologische Teilgutachten in 

VB 296.4 S. 24 unten). 

 

6.5. 

Insgesamt kann auf das PMEDA-Gutachten vom 4. Februar 2021 somit 

vollumfänglich abgestellt werden. Angesichts der gutachterlich attestierten 

vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl in deren ange-

stammten als auch in einer angepassten Tätigkeit besteht kein Rentenan-

spruch. 

 

7. 

7.1. 

Nach der Rechtsprechung sind bei Personen, deren Rente revisionsweise 

herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, nach mindestens fünfzehn 

Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, 

in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis 

sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch ausgewiesene Leistungs-

potenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu ver-

werten (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211 f.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_109/2021 vom 6. September 2021 E. 5.4.1). Ausnahmen von der dies-

falls grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit 

einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige 

Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2014 vom 19. Juni 2015 E. 4 mit Hin-

weisen), wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im ge-

sellschaftlichen Leben integriert ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_68/2011 

vom 16. Mai 2011 E. 3.3) oder wenn sie über besonders breite Ausbildun-

gen und Berufserfahrungen verfügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 

vom 24. April 2012 E. 5.2). Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, 

die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres 

fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit ent-

sprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das 

Erwerbsleben integrieren (SVR 2015 IV Nr. 41 S. 139, 9C_183/2015 E. 5). 

 

7.2. 

Die Beschwerdeführerin bezieht seit 1. August 2003 (vgl. VB 69) und somit 

seit über fünfzehn Jahren eine Rente, weshalb vor einer Rentenaufhebung 

grundsätzlich zunächst Eingliederungsmassnahmen durchzuführen wären. 

Den Akten sind indes diverse Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach der 

 - 12 - 

 

 

 

Beschwerdeführerin eine Selbsteingliederung zumutbar ist. Bis Juni 2015 

war sie (mit Unterbrüchen) als kaufmännische Angestellte teilzeitlich er-

werbstätig gewesen (VB 296.4 S. 12; vgl. auch den Auszug aus dem indi-

viduellen Konto der Beschwerdeführerin in VB 200 S. 4). Sodann liegt 

grundsätzlich eine aktive Alltagsgestaltung vor, sie betreibt diverse Hobbies 

(VB 296.4 S. 12) und verfügt gemäss eigenen Angaben über einen "stabi-

len Freundeskreis" (VB 296.7 S. 15). Des Weiteren war die Beschwerde-

führerin, die ausgebildete kaufmännische Angestellte ist (VB 296.3 S. 14), 

langjährig bei Versicherungen tätig und hat "aufgrund der mehrfachen Un-

fälle" auf eigene Kosten drei Umschulungen absolviert (zur Mal- und Kunst-

therapeutin, Visagistin und Fotografin; VB 296.3 S. 14). Gemäss der Ein-

schätzung des psychiatrischen Gutachters liegen weiter keine erheblichen 

Funktions- oder Fähigkeitsstörungen vor, die Ressourcen seien anamnes-

tisch weitgehend erhalten (VB 296.7 S. 33) und der rheumatologische Gut-

achter ging von einer gut erhaltenen Alltagsbefähigung aus (VB 296.6 

S. 33). Angesichts dieser Umstände ist gesamthaft davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführerin eine Selbsteingliederung in den Arbeitsmarkt 

zumutbar ist. Die Beschwerdegegnerin hat vor der Rentenaufhebung daher 

zu Recht keine Eingliederungsmassnahmen gewährt. 

 

8. 

Zusammengefasst ist die mit Verfügung vom 22. November 2022 wieder-

erwägungsweise erfolgte Rentenaufhebung per Ende Dezember 2022 

(Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene 

Beschwerde ist daher abzuweisen. 

 

9. 

9.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

9.2. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

Die Beschwerdeführerin macht einen Mehraufwand geltend, da sie die bei-

den unterschiedlich paginierten Aktendossiers habe vergleichen müssen 

und beantragt, es sei ihr damit zusammenhängend eine Parteientschädi-

gung zuzusprechen (vgl. Beschwerde S. 7; Eingabe vom 9. August 2023). 

Wie bereits erwähnt (vgl. E. 2) stimmt der von der Beschwerdeführerin ein-

gereichte Auszug des Inhaltsverzeichnisses (per 2. Dezember 2022) bis 

 - 13 - 

 

 

 

zur Vernehmlassungsbeilage 345 mit demjenigen, welcher die Beschwer-

degegnerin dem Versicherungsgericht im Rahmen der Vernehmlassung 

einreichte, überein. Die über VB 345 hinausgehenden Unterlagen waren 

der Beschwerdeführerin ebenfalls bekannt. Es ist vor diesem Hintergrund 

nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin durch den Ver-

gleich der beiden Aktenversionen ein namhafter Mehraufwand entstanden 

wäre. Der entsprechende Antrag ist folglich abzuweisen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 

 

 

 

 

 - 14 - 

 

 

 

   

Aarau, 29. September 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Meier