# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65f1a3a4-5c9b-56f3-a04c-e692e3e95122
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-07-18
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 18.07.2012 BE.2012.3
**Docket/Reference:** BE.2012.3
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BE-2012-3_2012-07-18

## Full Text

Entsiegelung im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 3 sowie Art. 25 Abs. 1 VStrR; Art. 9 IRSG i.V.m. Art. 246&ndash;248 StPO).;;Entsiegelung im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 3 sowie Art. 25 Abs. 1 VStrR; Art. 9 IRSG i.V.m. Art. 246&ndash;248 StPO).;;Entsiegelung im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 3 sowie Art. 25 Abs. 1 VStrR; Art. 9 IRSG i.V.m. Art. 246&ndash;248 StPO).;;Entsiegelung im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 3 sowie Art. 25 Abs. 1 VStrR; Art. 9 IRSG i.V.m. Art. 246&ndash;248 StPO).

Beschluss vom 18. Juli 2012 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 
Roy Garré und Cornelia Cova,  
Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 
Parteien 

  
EIDGENÖSSISCHE ZOLLVERWALTUNG, Ober-
zolldirektion, 

Gesuchstellerin 
 

 gegen 
   

A., vertreten durch Rechtsanwalt Joseph Sutter, 
Gesuchsgegner 

 
Gegenstand  Entsiegelung im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens 

(Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 3 sowie 
Art. 25 Abs. 1 VStrR; Art. 9 IRSG i.V.m. Art. 246–248 
StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2012.3 
 
 
 

- 2 - 

 

 

 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen A. und weitere Personen ein Ermitt-
lungsverfahren wegen Steuerhinterziehung im besonders schweren Fall 
sowie Beihilfe zur Steuerhinterziehung führt (act. 1.1a); in diesem Zusam-
menhang die deutschen Behörden mit Rechtshilfeersuchen vom 25. August 
2011 und Ergänzungen vom 19. September 2011, 21. September 2011 und 
26. Oktober 2011 an die Schweiz gelangten und darin u.a. um Durchsu-
chung der Wohnräume von A. ersuchten (act. 1.1a);  

 
- das Bundesamt für Justiz die Durchführung des Rechtshilfeersuchens der 

Eidgenössischen Zollverwaltung, Oberzolldirektion (nachfolgend „OZD“) 
übertrug (act. 1.2);  

 
- anlässlich der am 12. Dezember 2011 von der Sektion Zollfahndung Basel 

bei A. durchgeführten Hausdurchsuchung dieser die Siegelung eines PC 
sowie von weiteren Gegenständen und Aktenstücken verlangte; A. geltend 
machte, dass sich auf den Disketten und den Laufwerken des PC E-Mail-
Korrespondenz mit seinem Anwalt befinden würde, mithin Daten, die unter 
ein gesetzlich geschütztes Berufsgeheimnis fallen würden (act. 1);  

 
- die OZD mit Gesuch vom 3. Januar 2012 an das Bundesstrafgericht ge-

langte und beantragte, sie sei zu ermächtigen, gemeinsam mit A. die am 
12. Dezember 2011 versiegelten Unterlagen zu entsiegeln und – unter 
Wahrung des Anwaltsgeheimnisses – auf ihre mögliche Bedeutung für das 
ausländische Verfahren hin auszuscheiden (act. 1);  

 
- mit Schreiben vom 4. Januar 2012 von den in Frage kommenden Stellen 

und von den weiteren Verfahrensbeteiligten Stellungnahmen ausschliess-
lich zur Zuständigkeit zur Entsiegelung im vorliegenden Rechtshilfeverfah-
ren eingeholt wurden (act. 2); sich mit Ausnahme des Beschwerdeführers 
alle angeschriebenen Stellen hierzu vernehmen liessen (act. 3, 4 und 5); 

 
- bei der Ausführung von Rechtshilfeersuchen für die Durchsuchung von 

Aufzeichnungen und die Siegelung gemäss Art. 9 des Bundesgesetzes 
vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; 
SR 352.1) die Artikel 246 – 248 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) sinngemäss gelten; gemäss 
Art. 248 Abs. 3 lit. a StPO im Vorverfahren das Zwangsmassnahmengericht 
über ein Entsiegelungsgesuch entscheidet;  

 

- 3 - 

 

 

- gemäss BGE 138 IV 40 in Fällen, in denen die Ausführung des Rechtshil-
feersuchens der OZD übertragen ist, die sinngemässe Anwendung von 
Art. 248 Abs. 3 lit. a StPO gemäss Art. 9 Satz 2 IRSG zu keinem Ergebnis 
führt, da die OZD kein kantonales Zwangsmassnahmengericht um Entsie-
gelung ersuchen kann und kein Zwangsmassnahmengericht des Bundes 
besteht;  

 
- das Bundesgericht in seinem Urteil zum Schluss kommt, dass in solchen 

Fällen es bei der Anwendbarkeit des Bundesgesetzes über das Verwal-
tungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR; SR 313.0) (als das für die OZD 
in Strafsachen massgebende Verfahrensrecht) gemäss Art. 12 Abs. 1 
IRSG bleibt, weshalb in Anwendung von Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 
Abs. 3 und Art. 25 Abs. 1 VStrR die Beschwerdekammer des Bundesstraf-
gerichts zum Entscheid über Entsiegelungsgesuche der OZD auch in 
Rechtshilfeverfahren zuständig ist (BGE 138 IV 40 E. 2.2.4 S. 44);  

 
- auf das Entsiegelungsgesuch der OZD demnach einzutreten ist; die Be-

schwerdekammer das vorliegende Gesuch um Entsiegelung nicht als 
Rechtshilferichter, sondern als Zwangsmassnahmengericht im Rechtshilfe-
verfahren beurteilt; 

 
- noch bevor dem Gesuchsgegner Gelegenheit zur Stellungnahme einge-

räumt werden konnte, die Gesuchstellerin ihr Entsiegelungsgesuch zurück-
gezogen hat, weil es gegenstandslos geworden sei; sie zur Begründung 
ausführt, dass sich der Gesuchsgegner mit der Entsiegelung zu den Bedin-
gungen einverstanden erklärt habe, welche die Sektion Zollfahndung Basel 
ursprünglich zur Abwendung eines formellen Entsiegelungsgesuchs weit-
gehend vorgeschlagen gehabt habe (act. 6);  

 
- demnach das Entsiegelungsverfahren infolge Rückzugs des Entsiege-

lungsgesuchs als erledigt abzuschreiben ist; 
 
- unter den gegebenen Umständen keine Gerichtsgebühren zu erheben sind.  
 
 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Das Entsiegelungsverfahren wird zufolge Rückzugs des Entsiegelungsge-

suchs als erledigt abgeschrieben. 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 

 
 

Bellinzona, 18. Juli 2012 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Eidgenössische Zollverwaltung, Oberzolldirektion 
- Rechtsanwalt Joseph Sutter 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

 
Der vorliegende Entscheid ist nicht selbständig anfechtbar (s. BGE 138 IV 40 E. 2.3.1). 
 
Die nicht anfechtbaren Zwischenverfügungen können zusammen mit der Verfügung der 
ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführenden Bundesbehörde, mit der das 
Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird, mit Beschwerde an die Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts angefochten werden (s. Art. 80e Abs. 1 IRSG).