# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a774499-1df7-5135-9167-5a15a67bd2fd
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Bauverweigerung für Mobilfunkanlage wegen fehlender Zonenkonformität, mangelhafter Einordnung und fehlender Koordination mit Drittanbieterin
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0231/2023
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_iv_nr._0231_2023_vom_30._november_2023.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2023.00083 
0231/2023   

Entscheid vom 30. November 2023       

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Ersatzrichter Kosmas Savary, Baurichterin 
Petra Röthlisberger, Gerichtsschreiberin Andrea Schaeppi     

in Sachen 

Rekurrentin 

A, […] 

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X, […]  

vertreten durch […] 

Beigeladene 

2.  B, […] 

betreffend 

Beschluss des Gemeinderates vom 15. März 2023; Verweigerung der Bau-
bewilligung für Mobilfunk-Antennenanlage, […] 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 15. März 2023 verweigerte der Gemeinderat X der A die 

baurechtliche Bewilligung für eine Mobilfunkantennenanlage auf dem Grund-

stück Kat.-Nr. 1 an der C-Strasse 10 in X. 

B. 

Dagegen  erhob  die  A  mit  Eingabe  vom  26. April  2023  fristgerecht  Rekurs 

beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  beantragte  die  Aufhebung 

des angefochtenen Beschlusses. Ausserdem sei die Vorinstanz anzuweisen, 

der Rekurrentin die Baubewilligung zu erteilen und die Gebühr für den neuen 
Bauentscheid auf höchstens Fr. 2'000.-- festzusetzen. Eventualiter sei Dis-

positiv-Ziffer 2  des  angefochtenen  Beschlusses  aufzuheben,  soweit  damit 

die Gebühr für den Baurechtsentscheid auf Fr. 6'000.-- festgesetzt worden 

sei, und die Gebühr für den Baurechtsentscheid auf höchstens Fr. 2'000.-- 

festzusetzen bzw. zu reduzieren; alles unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Vorinstanz. 

C. 

Mit Präsidialverfügung vom 27. April 2023 wurde vom Rekurseingang Vor-

merk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet und Dritten, 

welche gemäss § 315 f. des Planungs- und Baugesetzes (PBG) rechtzeitig 

die Zustellung des baurechtlichen Entscheides verlangt haben, eine Frist an-

gesetzt, um ein Begehren um Teilnahme am Rekursverfahren zu stellen (Bei-

ladungsgesuch). 

D. 

Nachdem  B  mit  Eingabe  vom  10. Mai  2023  ein  Beiladungsgesuch  stellte, 

wurde er mit Präsidialverfügung vom 15. Mai 2023 in das Rekursverfahren 

beigeladen und ihm Frist zur Vernehmlassung angesetzt. 

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E. 

In ihrer Vernehmlassung vom 5. Juni 2023 beantragte die Vorinstanz die Ab-

weisung des Rekurses bezüglich der Bauverweigerung. Die Kosten des Ver-

fahrens  seien  der  Rekursgegnerin  (recte:  Rekurrentin)  aufzuerlegen  und 

diese sei zu einer angemessenen Umtriebsentschädigung an den Rekurs-

gegner zu verpflichten. 

Der Beigeladene beantragte in seiner Vernehmlassung vom 14. Juni 2023 

die Abweisung des Rekurses und Bestätigung der Bauverweigerung. 

F. 

Mit Replik vom 5. Juli 2023 und Dupliken vom 27. Juli 2023 und 28. Juli 2023 

hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 

G. 

Am  25. August  2023  führte  die  4. Abteilung des Baurekursgerichts  im  Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf Lokal durch. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurrentin ist als Adressatin des angefochtenen Beschlusses im Sinne 

von § 338a PBG ohne Weiteres zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die 

übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 liegt in der Wohnzone mit Gewerbeerleichte-

rung WG2/25 gemäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X (BZO). Es 

ist  überbaut  mit  einem  Gewerbegebäude.  Im  Nordosten  grenzt  es  –  ge-

schützt durch eine Lärmschutzwand – an die Autobahn, welche wiederum an 

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Landwirtschaftszone anstösst. Etwa 100 m nordwestlich und 200 bis 300 m 

südwestlich  des  Baugrundstücks  geht  das  Siedlungsgebiet  in  Landwirt-

schaftszone über. Im Nordwesten und – getrennt durch die C-Strasse – im 

Südwesten  befinden  sich  diverse  Einfamilienhäuser,  welche  in  der  Wohn-

zone W2/25 stehen. In einer Entfernung von ca. 100 m vom Baugrundstück 

beginnt in südwestlicher Richtung sodann die Kernzone von X. Im Südosten 

des Baugrundstücks befindet sich ein weiteres Gewerbegebäude der Wohn-

zone mit Gewerbeerleichterung WG2/25 und sodann die D-Strasse, welche 

ihrerseits in einer Entfernung von ca. 80 m vom Baugrundstück an Landwirt-

schaftszone anstösst. 

Die Rekurrentin plant zwischen dem Gebäude und der Lärmschutzwand zur 

Autobahn eine freistehende 25 m hohe Mobilfunk-Antennenanlage. Die An-

tennenmodule  sollen  auf  den  Frequenzbändern  700-900 MHz,  1'800-

2'600 MHz und 3'400 MHz mit Hauptstrahlrichtungen in den Azimuten (Grad-

Abweichung von der Himmelsrichtung Nord) 140°, 230° und 330° senden.  

Die Vorinstanz hat die Bewilligung wegen fehlender Zonenkonformität, man-

gelhafter Einordnung sowie mangelnder Koordination mit einer bestehenden 

Mobilfunk-Antennenanlage einer Drittanbieterin verweigert. 

3.1. 

Bezüglich  Zonenkonformität  führt  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Be-

schluss aus, dass sich aus Art. 27 und 28 BZO ergebe, dass die zulässigen 

Betriebe in der Wohnzone mit Gewerbeerleichterung mit der Wohnnutzung 

vereinbar  sein  müssten.  Denkbar  für  die  Versorgung  von  Wohngebieten 

seien Kleinzellenanlagen, nicht aber der geplante 25 m hohe Mast. Der ge-

plante Mast diene nur in kleinem Masse der Quartierversorgung, wobei er zu 
einem wesentlichen Teil dem viel grösseren Versorgungsgebiet entlang der 

Autobahn diene. Demnach sei die Mobilfunkanlage gestützt auf die gelten-

den  Bestimmungen  der  Bauordnung  als  "mässig  störend"  zu  qualifizieren 

und direkt neben der Wohnzone W2/25 nicht zulässig. Das Verwaltungsge-

richt habe im Entscheid VB.2008.00442 vom 27. März 2009 die baurechtli-

che Verweigerung einer Mobilfunkanlage in der Wohnzone wegen fehlender 

Zonenkonformität  bestätigt.  Die  A  habe  nicht  dargelegt,  weshalb  sie  zwin-

gend  auf  diesen  Standort  in  der  Wohnzone  angewiesen  sei.  Zusätzliche 

Grundlagen  zum  Koordinationsgebot  der  Mobilfunkanbieter  habe  sie  nicht 

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vorgelegt. Demnach fehle der Anlage auch in diesem Punkt die Zonenkon-

formität. Die geplante Mobilfunkanlage könnte aufgrund ihrer Dimensionen 

nicht mehr als gewöhnliche Anlage qualifiziert werden. Sie gehe weit über 

das hinaus, was zur üblichen Ausstattung einer reinen Wohnzone mit Infra-

strukturanlagen gehöre und sei deshalb nicht ohne Weiteres zonenkonform. 

Eine durchschnittlich dimensionierte Mobilfunkanlage könne in einer Wohn-

zone  als  kleinere  Infrastrukturanlage  zonenkonform  sein  (VB.2009.00511 

vom  2. Dezember 2009).  lm  Gegensatz  dazu  fehle  dem  25 m  hohen  Mast 

am Rande einer Wohnzone die zentrale Funktion zur Versorgung des Wohn-

gebiets, da er primär der Versorgung der Autobahn diene.  

3.2. 

Die Rekurrentin macht in ihrer Rekursschrift geltend, dass die Anlage in einer 

Wohnzone  mit  Gewerbeerleichterung  errichtet  werden  solle,  welche  zwi-

schen einer grösseren Wohnzone und der Autobahn liege. Es sei damit of-

fensichtlich, dass die Anlage bezwecke, das umliegende Bauzonenland ab-

zudecken. Dass die Anlage darüber hinaus auch – wenn auch in untergeord-

netem Umfang – der Versorgung der Autobahn diene, schliesse die Zonen-

konformität  der  Anlage  nicht  aus.  Soweit  die  Vorinstanz  sodann  ausführe, 

dass die Rekurrentin nicht dargelegt habe, warum sie zwingend auf diesen 

Standort in der Wohnzone angewiesen sei, vermische sie sodann zwei un-

terschiedliche Themen: Der funktionelle Zusammenhang zum Ort sei bei Mo-

bilfunkanlagen  gemäss  ständiger  Rechtsprechung  bereits  gegeben,  wenn 

die Anlage im Wesentlichen das Bauzonenland abdecke. Ob ein Bedarf da-

nach bestehe, sei ein völlig anderes Thema und für die Frage der Zonenkon-

formität nicht relevant. Es entspreche langjähriger Rechtsprechung, dass für 

die  Bewilligung  einer  neuen  Mobilfunk-Antennenanlage  kein  Bedarfsnach-

weis zu erbringen sei. 

3.3. 

In ihrer Vernehmlassung erklärt die Vorinstanz, dass der geplante Standort 

der Mobilfunk-Antennenanlage auf einem Grundstück im schmalen gewerb-

lich  genutzten  Streifen  zwischen  Autobahn  und  der  Wohnzone  WG2/25 

liege. Die Wohnzone dominiere das Quartier offensichtlich. Für die Zonen-

konformität  stelle  sich  die  Frage  der  raumplanerischen  Zweckbestimmung 

des schmalen Streifens in der Wohnzone mit Gewerbeerleichterung. lm re-

gionalen Richtplan sei X als schutzwürdiges Ortsbild und im hier massgebli-

chen Perimeter durchgehend als Siedlungsgebiet festgelegt. Für X sehe der 

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regionale Richtplan keine Arbeitsplatzgebiete vor. Der gewerblich nutzbare 

Landstreifen liege in der Wohnzone entlang der Weinlandautobahn. Es sei 

damit offensichtlich, dass diese Mischzone mit geringer Nutzungsdichte, die 

überdies lediglich zwei Grundstücke umfasse, der Abschirmung des Wohn-

gebiets von der Autobahn diene. Die Privilegierung von Gewerbe in dieser 

Wohnzone sei Mittel zum Zweck und nicht gewerblicher Selbstzweck.  

Die  Wohnzone  mit  Gewerbeerleichterung  werde  gemeinhin  als  Mischzone 

qualifiziert. Das PBG kenne diese Zonenform allerdings nicht als eigenstän-

digen Zonentyp. § 52 PBG kenne nur Wohnzonen, in denen gemäss Abs. 3 

auch mässig störende Betriebe gestattet seien, wo die Bau- und Zonenord-

nung  sie  zulasse.  Massgeblich  für  die  Zonenkonformität  eines  Gewerbes 

seien  somit  (wenn  auch  durch  die  erlaubte  gewerbliche  Tätigkeit  einge-

schränkt) die Nutzungsgrundsätze, die für die Wohnzone gälten.  

lm vorliegenden Fall sei von Bedeutung, dass das Gewerbe in erster Linie 

der Quartierversorgung zu dienen habe. Wenn auch dieser Grundsatz in der 

Wohnzone mit Gewerbeerleichterung nur eingeschränkt Geltung beanspru-

chen könne, eigne sich diese Zone nicht für Betriebe und Anlagen, welche 

vom  Erscheinungsbild  oder  der  Nutzungsintensität  her  nicht  in  die  umge-

bende Wohnzone passten und Immissionen produzierten, die sich nicht an 

Arbeitszeiten  oder  Ruhetagen  orientierten 

(Art. 28 Abs. 1 BZO).  Die 

7 x 24 Stunden  zur  Verfügung  stehende  Sendeleistung  beeinträchtige  die 

Lebensqualität  in  der  Wohnzone,  auch  wenn  die  Grenzwerte  eingehalten 

sein mögen. Es gebe keinen Feierabend und keine Ruhetage vor der Aktivi-

tät dieser Mobilfunkanlage, wie sie Art. 28 BZO von den Gewerbebetrieben 

verlange,  deren  Immissionen  die  Grenzwerte  ja  auch  einhielten.  In  dieser 

Wohnzone  mit  Gewerbeerleichterung  sei  eine  Mobilfunkantenne,  die  der 

Quartierversorgung diene, zweifellos zonenkonform und nicht zu beanstan-
den.  Anders  liege  der  Fall  aber  bei  einer  Mobilfunkantenne,  die  mit  ihrer 

Höhe von 25 m von ihren Dimensionen und ihrer Funktion her sowie mit einer 

starken Sendeleistung vor allem die Autobahn abdecken solle. 

Konkret  sei  festzuhalten,  dass  bei  den  Antennen,  die  mit  Azimut  240°  bis 

270° in Richtung X gerichtet seien, bei einer Sendeleistung von 2'120 WERP 

in  einem  Bereich  von  150 m  ab  Antennenstandort  ein  Mobilfunkempfang 

nicht möglich  sei,  da erst  eine  Sendeleistung  von  1 mW/m²  für einen  adä-

quaten Handyempfang Voraussetzung sei.  

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Art. 28 BZO konkretisiere, dass in der Wohnzone mit Gewerbeerleichterung 

mässig störendes Gewerbe erlaubt sei und definiere diesen Begriff. Der Be-

griff des mässig störenden Gewerbes in Art. 28 BZO gehe auf die Wohnzo-

nendefinition  in  §  52  Abs.  3  PBG  zurück.  Er  beziehe  sich  nicht  auf  lärm-

schutzrechtliche  Aspekte,  die  durch  Bundesrecht  geregelt  seien,  sondern 

lege die raumplanerische Zweckbestimmung dieser Wohnzone mit Gewer-

beerleichterung fest. Art. 28 Abs. 1 BZO erlaube eine gewerbliche Nutzung, 

die über stilles Gewerbe hinausgehe, solange das Erscheinungsbild der Bau-

ten und das Verkehrsaufkommen mit der Wohnzone vereinbar sei. Bezüglich 

des Erscheinungsbilds der Bauten, Betriebszeiten und Verkehrsaufkommen 

sollten  die  Grundstücke  wohnzonenverträglich  genutzt  werden,  während 

beim  Immissionsniveau  mit  der  Empfindlichkeitsstufe III  (mässig  störend) 

während der üblichen Arbeitszeit (Art. 28 Abs. 1 BZO) Kompromisse an das 

Gewerbe gemacht würden. Bei der Auslegung von Art. 28 BZO komme der 

Vorinstanz ein qualifiziertes Ermessen zu, welches zu respektieren sei.  

Eine  25 m hohe  Mobilfunkantenne,  die  von  ihrer  Grösse  und  Funktion  her 

der Abdeckung der Autobahn diene, passe zweifellos nicht in das Erschei-

nungsbild  der  Wohnzone  und  insbesondere  nicht  in  dieses  Quartier,  das 

durch schmucke Einfamilienhäuser und begrünte Gärten geprägt sei. Auch 

unter  diesem  Aspekt  wäre  wohl  anders  zu  entscheiden,  wenn  eine  Mobil-

funkantenne nur der Abdeckung der Wohnzone oder eventuell von ganz X 

dienen würde. Auf einem Gewerbegelände würde eine solche Antenne mit 

entsprechend geringeren Dimensionen kaum auffallen. 

3.4. 

Der Beigeladene verweist in seiner Vernehmlassung betreffend fehlende Zo-

nenkonformität im Wesentlichen auf die Ausführungen der Vorinstanz im an-

gefochtenen  Entscheid.  Insbesondere  diene  die  Antennenanlage  nicht  in 
erster  Linie  der  Versorgung  des  Dorfs,  sondern  hauptsächlich  der  Versor-

gung der direkt danebenliegenden Autobahn. 

3.5. 

In der Replik und den Dupliken hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest. 

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4.1. 

Vorweg  ist  festzuhalten,  dass  bei  der  Errichtung  von  Mobilfunk-Antennen-

anlagen innerhalb der Bauzone weder Bedürfnisnachweise noch eine Inte-

ressenabwägung  erforderlich  sind  (BGr 1C_245/2013  vom  10. Dezember 

2013, E. 2.3 mit Hinweis). Innerhalb der Bauzone besteht auch keine Ver-

pflichtung zur Standortkoordination und zur Prüfung von Alternativstandorten 

(vgl. BGr 1C_193/2011 vom 24. August 2011, E. 5 mit Hinweisen).  

Die  Rekurrentin  war  daher  nicht  dazu  verpflichtet,  den  von  der  Vorinstanz 

geforderten schriftlichen Nachweis zu erbringen, dass der bestehende Anla-

gestandort der konkurrierenden Netzbetreiber an der D-Strasse 25 nicht mit 

Anlagen der Rekurrentin aufgerüstet werden könne. Soweit die Vorinstanz 

die  Bauverweigerung mit  der  fehlenden Koordination  begründet,  lässt  sich 

dies nicht halten.  

4.2.1. 

Aus  dem  fundamentalen  raumplanerischen  Grundsatz  der  Trennung  von 

Bau- und Nichtbaugebiet ergibt sich, dass Infrastrukturanlagen zur Erschlies-

sung  oder  Versorgung  des  Siedlungsgebiets  grundsätzlich  innerhalb  und 

nicht ausserhalb der Bauzonen errichtet werden müssen. Das Bundesgericht 

erachtet daher Mobilfunk-Antennenanlagen als Infrastrukturbauten in Bauzo-

nen von Bundesrechts wegen als zulässig, wenn ein Bezug zu den Zonen-

flächen  besteht,  auf  welchen  sie  erstellt  werden  sollen  (vgl.  Art. 22  Abs. 2 

lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung [RPG]). Sie sind in diesem 

Sinn  in  der  Bauzone  grundsätzlich  zonenkonform,  soweit  sie  im  Wesentli-

chen der Abdeckung derselben dienen. Nicht erforderlich ist dabei zum ei-

nen,  dass die  Mobilfunkanlage  einzig  dem Bauzonenteil dient,  in welchem 

sie errichtet werden soll. Zum anderen ist zulässig, dass ein Teil der betref-

fenden Funkzelle das Nichtbaugebiet erfasst (BGr 1C_642/2013 vom 7. Ap-
ril 2014, E. 4.1; BGr 1C_403/2010 vom 31. Januar 2011, E. 4.3; BGE 141 II 

245, E. 2.1). Eine Mobilfunkanlage ist daher nicht auf die lokale Versorgung 

ihrer Standortzone beschränkt, sondern kann darüber hinaus auch weitere 

Zonen  und  auch  Nichtbauzonenland  versorgen  (VB.2021.00705  vom 

3. März 2022, E. 9.2; BGE 141 II 245, E. 2.4).  

Im ländlichen Bereich erfassen die Versorgungsgebiete von Mobilfunkanla-

gen oft neben Baugebieten auch verhältnismässig grosse Nichtbaugebiete. 

Befinden  sich  diese  Anlagen  im  Baugebiet,  beanspruchen  sie  kein 

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Nichtbaugebiet und stehen daher im Einklang mit dem Grundsatz der Tren-

nung von Bau- und Nichtbaugebiet. Aus diesem Grundsatz kann nicht abge-

leitet werden, dass Mobilfunkanlagen in der Bauzone nur der lokalen Versor-

gung des Baugebiets dienen dürfen. Eine solche Beschränkung liesse für die 

Versorgung der Nichtbauzonen mit Mobilfunkdiensten grundsätzlich nur Mo-

bilfunkanlagen ausserhalb der Bauzonen zu. Dies würde dem Grundsatz der 

Trennung  von  Bau-  und  Nichtbaugebiet  widersprechen,  gemäss  welchem 

Mobilfunkanlagen ausserhalb der Bauzone nicht zonenkonform sind und da-

her eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erfordern (BGE 141 II 

245, E. 2.4 mit weiteren Hinweisen). 

4.2.2. 

Die vorliegende Mobilfunk-Antennenanlage bedient das Gemeindegebiet X; 

dies in erster Linie mit den Antennen mit Hauptstrahlrichtung Azimut 230°, 

aber auch teilweise mit den Antennen mit Hauptstrahlrichtung Azimut 140° 

und 330°, wobei bei Letzteren insbesondere die Nebenstrahlen das Wohn-

gebiet mitversorgen (siehe Antennendiagramme im Standortdatenblatt). Da-

mit ist der von Bundesrechts wegen geforderte funktionale Bezug zur Wohn-

zone mit Gewerbeerleichterung gegeben. Dass daneben auch zu einem ver-

hältnismässig grossen Teil die Autobahn sowie die X umgebende Landwirt-

schaftszone mit Mobilfunk versorgt werden, steht der Bauzonenkonformität 

nicht entgegen. In neuerer Rechtsprechung erachtet es das Bundesgericht 

insbesondere auch als bundesrechtskonform und mit dem Trennungsgrund-

satz vereinbar, wenn das Versorgungsgebiet einer Mobilfunkanlage in einer 

ländlichen Bauzone – wie vorliegend – flächenmässig erheblich mehr Land 

in der Nichtbauzone als der Bauzone umfasst (vgl. BGE 141 II 245, E. 2.4 in 

fine).  

4.3.1. 
Wohnzonen sind in erster Linie für Wohnbauten bestimmt. Die kommunale 

Bau-  und  Zonenordnung  kann  gemäss  § 52  Abs. 1  PBG  auch  gemischte 

Nutzungen  zulassen  und  in  Wohnzonen  mässig  störende  (oder  auch  nur 

nicht störende) Betriebe erlauben. Stark störende Betriebe und solche, die 

unverhältnismässigen  Verkehr  auslösen,  sind  hingegen  nach  § 52  Abs. 3 

PBG nicht zulässig.  

Die Zulässigkeit von Betrieben richtet sich heute unter lärmschutzrechtlichen 

Aspekten  ausschliesslich  nach  dem  Umweltschutzgesetz  und  seinen 

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Ausführungsbestimmungen. Soweit es um raum- und ortsplanerische Anlie-

gen geht, haben die Begriffe "nicht störend", "mässig störend" und "stark stö-

rend"  ihre  Bedeutung  indessen  nicht  verloren  und  sind  im  Rahmen  einer 

funktionalen Betrachtungsweise der Zonenverträglichkeit zu berücksichtigen 

(BGE 123 II 560, E. 3c; BGE 118 Ia 112, E. 1b; RB 1994 Nr. 73). Berücksich-

tigt werden können namentlich auch ideelle Immissionen, das heisst Einwir-

kungen, welche das seelische Empfinden verletzen beziehungsweise unan-

genehme psychische Eindrücke erwecken. 

In den Wohnzonen bildet die Wohnnutzung den primären Zonenzweck. Zur 

Wahrung dieses Zonenzwecks dürfen gewerbliche Nutzungen nur dann be-

willigt werden, wenn sie mit der Wohnnutzung vereinbar sind. Sind in einer 

Wohnzone gemäss Bau- und Zonenordnung nur nicht störende Betriebe er-

laubt, sind unbesehen der von einem Betrieb ausgehenden Immissionen er-

höhte Anforderungen an diese Vereinbarkeit zu stellen, welche sich etwa da-

hingehend  umschreiben  lassen,  dass  Betriebe  ihrem  Wesen  nach  in  die 

Wohnzone  passen  müssen.  Werden  mässig  störende  Betriebe  in  einer 

Wohnzone mit Gewerbeerleichterung gestattet, ist ein deutlich höheres Kon-

fliktpotenzial mit der Wohnnutzung hinzunehmen als in reinen Wohnzonen. 

In einer solchen Zone sind die Anforderungen an die Wohnqualität und das 

Wohlbefinden entsprechend geringer (vgl. BRGE II Nr. 0052/2015, E. 5.1, in 

BEZ 2015 Nr. 36; VB.2009.00417, E. 2.2, in BEZ 2010 Nr. 2; Christoph Fritz-

sche/Peter  Bösch/Thomas  Wipf/Daniel  Kunz,  Zürcher  Planungs-  und  Bau-

recht, 6. Aufl., Wädenswil 2019, Bd. 1, S. 160 f. und Bd. 2, S. 980 f.). 

Die dargelegten Grundsätze gelten nicht nur bei der Beurteilung der Zonen-

konformität  von  Gewerbebetrieben,  sondern  können  sinngemäss  auch  für 

die  Beurteilung  der  Zonenkonformität  von  Infrastrukturanlagen  herangezo-

gen werden. Eine gewöhnliche Mobilfunkbasisstation stellt sodann nach kon-
stanter  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts  keinen  Betrieb  im  bau-

rechtlichen Sinn dar und ist als blosse technische Infrastrukturbaute auch in 

einer  reinen  Wohnzone  zonenkonform  (VB.2009.00511  vom  2.  Dezember 

2009, E. 3.1 mit Hinweisen; bestätigt mit BGr 1C_106/2010 vom 19. Oktober 

2010, E. 4.3 f.; VB.2012.00823 vom 29. Mai 2013, E. 5.2).  

Art. 28 Abs. 1 BZO statuiert, dass in der Wohnzone mit Gewerbeerleichte-

rung WG2/25 mässig störendes Gewerbe gestattet ist. Als mässig störend 

werden  Nutzweisen  definiert,  die  hinsichtlich  Erscheinung  und 

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Verkehrsaufkommen mit der Wohnnutzung noch vereinbar sind und in der 

Regel während der üblichen Arbeitszeiten stattfinden. Als solche gelten ins-

besondere herkömmliche Gewerbebetriebe und andere vergleichbare Nutz-

weisen. 

Die Frage, ob ein Betrieb funktional in eine Wohnzone passt oder nicht und 

welches Störungspotenzial von diesem ausgeht, ist eine Frage, die als Aus-

legung  der  im  Planungs-  und  Baugesetz  verwendeten  Begriffe  "nicht  stö-

rend", "mässig störend" und "stark störend" (§§ 51 Abs. 1, 52 Abs. 3 und 57 

PBG) kantonal einheitlich beantwortet werden muss. Insoweit besteht keine 

Gemeindeautonomie. Es handelt sich beim Einzelentscheid, ob ein konkreter 

Betrieb ein nicht störender Betrieb darstellt, der mit dem Zonenzweck verein-

bar  ist,  um  die  Auslegung  eines  unbestimmten  Rechtsbegriffs.  Die  Ausle-

gung dieses Begriffs steht in erster Linie den kommunalen Behörden zu und 

wird von den Rechtsmittelinstanzen mit einer gewissen Zurückhaltung über-

prüft. Des Weiteren legen sich Rechtsmittelinstanzen eine gewisse Zurück-

haltung auf, soweit persönliche oder örtliche Verhältnisse zu berücksichtigen 

sind oder wenn es um technische oder verwaltungsorganisatorische Fragen 

geht  (VB.2020.00296  vom  3. Dezember 2020,  E. 5.6  mit  Hinweisen; 

VB.2015.00019 vom 9. Juli 2015, E. 6.2.) 

4.3.2. 

Zunächst  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Begründung  der  Vorinstanz  im 

angefochtenen Entscheid, wonach die Mobilfunk-Antennenanlage als mäs-

sig störender Betrieb direkt neben der Wohnzone W2/25 nicht zulässig sei, 

nicht  stichhaltig  ist,  da  in  der  Zone  WG2/25,  in  welcher  die  Mobilfunk-An-

tennenanlage zu liegen kommt, mässig störende Betriebe ja gerade zuge-

lassen  sind.  Für  die  Zonenkonformität  sind die Vorgaben der betreffenden 

Zone und nicht jene einer benachbarten Zone massgebend. 

Soweit die Vorinstanz sodann in ihrer Vernehmlassung die fehlende Zonen-

konformität  damit  begründet,  dass  die  Mobilfunkanlage  die  Vorgaben  von 

§ 28 Abs. 1 BZO nicht einhalte, ist Folgendes in Erwägung zu ziehen: Zum 

einen  stellt  eine  gewöhnliche  Mobilfunkantennenanlage  gemäss  verwal-

tungsgerichtlicher Rechtsprechung gar kein Betrieb im baurechtlichen Sinn 

dar.  Selbst  wenn  man  jedoch  vorliegend  aufgrund  der  Leistung  und  der 

Grösse der Anlage nicht mehr von einer gewöhnlichen Infrastrukturanlage, 

sondern von einem Betrieb im baurechtlichen Sinn ausgehen würde, erweist 

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Seite 11 

 
 
es sich als nicht vertretbar, die geplante Anlage als eine Nutzweise zu be-

trachten, welche i.S.v. Art. 28 Abs. 1 BZO hinsichtlich Erscheinung und Ver-

kehrsaufkommen mit der (gemischten) Wohnnutzung nicht mehr vereinbar 

wäre.  

Einerseits  ist  das  Verkehrsaufkommen  im  Zusammenhang  mit  der  Mobil-

funkanlage  sehr  beschränkt,  ist  doch  zu  erwarten,  dass  sie  nur  selten  zu 

Wartungszwecken etc. aufgesucht werden wird. Objektiv betrachtet, ist das 

Bestehen bzw. die Erscheinung der Anlage sodann – wie von der Vorinstanz 

festgehalten – zwar geeignet, bei einigen Anwohnern unangenehme psychi-

sche  Eindrücke  zu  erwecken.  Von  einem  so  erheblichen  Konfliktpotential, 

dass ein erträgliches Wohnen weitgehend verunmöglicht werden würde (vgl. 

Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz, Bd. 2, S. 980 f. mit Hinweisen) und deshalb die 

Vereinbarkeit mit der Wohnnutzung i.S.v. Art. 28 Abs. 1 BZO verneint wer-

den müsste, kann jedoch nicht ausgegangen werden. Zu beachten ist dies-

bezüglich ferner, dass in der WG2/25 die gewerblich nutzbare Fläche nicht 

beschränkt ist, womit auch reine Gewerbeflächen zulässig sind, was das ob-

jektive Konfliktpotential mit der Wohnnutzung dieser Zone weiter relativiert.  

Was  die  Vorgabe  anbelangt,  dass  die  Nutzung  in  der  Regel  während  der 

üblichen Arbeitszeit stattzufinden habe, ist was folgt zu bemerken: Diese Ein-

schränkung  bezieht  sich  vom  Sinn  und  Zweck  her  auf  herkömmliche  Ge-

werbe- und Handelsbetriebe, welche wahrnehmbare (insbesondere hör- und 

riechbare) Immissionen und Verkehrsaufkommen auslösen. Auf Mobilfunk-

Antennenanlagen, bei welchen  vorwiegend wegen  ihrer  ideellen Immissio-

nen Konfliktpotential mit der Wohnnutzung besteht, passt sie jedoch nicht. 

Die von der Anlage verursachten ideellen Immissionen werden in erster Linie 

durch  die  Erscheinung  der  Anlage  ausgelöst,  mit  welcher  automatisch  ein 

permanenter Betrieb der Anlage bzw. eine stetige Strahlenbelastung verbun-
den wird – und zwar unabhängig davon, ob die Anlage tatsächlich in Betrieb 

ist oder nicht. Letzteres ist für eine Durchschnittsperson denn auch nicht un-

mittelbar wahrnehmbar. Die Betriebszeiten stellen daher für die Mobilfunk-

anlage  kein  taugliches  Zuordnungskriterium  für  die  Qualifikation  als  nicht, 

mässig oder stark störende Nutzung dar.  

Soweit die Vorinstanz geltend macht, die Nutzungen bzw. Gewerbebetriebe 

der Mischzone hätten in erster Linie der Quartierversorgung zu dienen, findet 

dies  weder  im  kantonalen  noch  im  kommunalen  Recht  bzw.  insbesondere 

R4.2023.00083 

Seite 12 

 
 
dem diesbezüglich keine Einschränkungen enthaltenden Art. 28 Abs. 1 BZO 

eine Stütze. 

Nach  dem  Gesagten  hält  die  geplante  Mobilfunkanlage  die  Vorgaben  von 

Art. 28 Abs. 1 BZO ein. 

Schliesslich  erweist  sich  die  geplante  Mobilfunk-Antennenanlage  mit  einer 

Leistung von insgesamt 6'930 WERP und einer Höhe von 25 m auch in einer 

von den konkreten Vorgaben von Art. 28 Abs. 1 BZO losgelösten funktiona-

len Betrachtungsweise als eine mit dem Zonenzweck und der Zonencharak-

teristik einer zweigeschossigen Wohnzone mit Gewerbeerleichterung verein-

bare Nutzung. Dies folgt einerseits aus der genannten Sendeleistung, wel-

che – verteilt auf drei Frequenzbändern und insgesamt neun Antennen – sich 

durchaus im Rahmen des in Wohnzonen (mit Gewerbeerleichterung) Übli-

chen bewegt. Vorliegend erscheint das Konfliktpotential mit einer allfälligen 

Wohnnutzung in der Standortzone ohnehin gering zu sein, zumal wie gesagt 

auch reine Gewerbeflächen zulässig sind und vorliegend – wie sich aus den 

anlässlich des Augenscheins gewonnenen Eindrücken ergibt – aktuell denn 

auch  tatsächlich  keine  Wohnnutzung  erkennbar  ist  (s.  auch  Karte  Gebäu-

destatistik im GIS-Browser). Was die Höhe der Anlage von 25 m anbelangt, 

führt diese in der vorliegenden zweigeschossigen Mischzone dazu, dass die 

höchstmöglichen  Gebäude  (Firsthöhe  15,1 m  gemäss  Art. 25  Abs. 1 BZO) 

durch die Mobilfunkanlage um 10 m überragt würden, was durchaus mit der 

Charakteristik der Mischzone und dem Zonenzweck der Wohn- und Gewer-

benutzung verträglich ist, zumal die Mobilfunk-Antennenanlage auch derge-

stalt keinen Gebäudecharakter aufweist.  

In  diesem  Zusammenhang  ist  anzuführen,  dass  die  Vorinstanz  aus 

VB.2008.00442 vom 27. März 2009 nichts zugunsten ihres Standpunktes ab-
leiten kann, ging es doch dort um eine 25 m hohe Mobilfunk-Antennen-an-

lage  in  einer  eingeschossigen  reinen  Wohnzone,  in  welcher  nur  nicht  stö-

rende Betriebe zugelassen waren. Der Sachverhalt war damit weder bezüg-

lich Geschossigkeit noch betreffend zulässige Nutzungen der Zone mit dem 

vorliegenden  Sachverhalt  vergleichbar.  Insbesondere  gilt  es  zu  bedenken, 

dass  in  einer  Mischzone  wie  der  vorliegenden  wie  bereits  ausgeführt  ein 

deutlich höheres Konfliktpotential mit der (vorliegend – soweit ersichtlich – 

ohnehin nicht existenten) Wohnnutzung hinzunehmen ist als in reinen Wohn-

zonen  bzw.  in  Zonen,  in  welchen  nur  nicht  störende  Betriebe  zugelassen 

R4.2023.00083 

Seite 13 

 
 
sind. Es ist daher in Bezug auf Leistung und Höhe einer Infrastrukturanlage 

in  einer  Wohnzone  mit  Gewerbeerleichterung  ein  grösserer  Eingriff  in  das 

Wohlbefinden zuzulassen als in einer reinen Wohnzone. 

Der Einwand der Vorinstanz, dass die Mobilfunkstrahlen erst 150 m vom An-

tennenstandort entfernt einen genügenden Empfang bieten würden und des-

halb  nur  einen  kleinen  Teil  von  X  versorgen  würden,  weshalb  die  Anlage 

kaum einen Bezug zur konkreten Standortzone aufweise, ist unbegründet. 

Einerseits ist selbst gestützt auf die von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlas-

sung abgedruckten Grafik, auf welche die Vorinstanz bei ihrer Argumentation 

abstellt, erkennbar, dass aufgrund von Nebenkeulen auch in der Nähe einer 

Mobilfunkanlage eine Versorgung erfolgt. Andererseits handelt es sich bloss 

um eine stark vereinfachte schematische Darstellung, die nicht unabhängig 

vom Frequenzbereich und anderen Faktoren allgemeine Geltung beanspru-

chen kann. Dass die vorliegende Anlage auch konkret auch das Gebiet in 

der Nähe der Anlage versorgt, ist bereits anhand der berechneten Strahlen-

intensität an den Orten mit empfindlicher Nutzung (OMEN) ersichtlich, wel-

che sich alle näher als 150 m vom Antennenstandort befinden.  

4.4. 

Zusammenfassend erweist sich die rekurrentische Rüge als begründet und 

die geplante Mobilfunk-Antennenanlage als zonenkonform.  

5.1. 

Zur Einordnung und Gestaltung führt die Vorinstanz in ihrem Beschluss aus, 

dass  die  Mobilfunkanlage  mit  einer  maximalen  Höhe  von  25 m  die  beste-

hende, direkt angrenzende Gewerbehalle um rund 20 m überrage. Wesent-

liche Teile des Dorfs X lägen im Perimeter des überkommunalen Ortsbildes 
von kantonaler Bedeutung in einer Entfernung von nur 130 m zur geplanten 

Mobilfunkanlage.  Das  Wohngebiet  F  sei  geprägt  von  eher  kleinkubigen 

Wohnbauten mit starker Durchgrünung. Damit entfalte es eine gewisse äs-

thetische Qualität. Das Quartier sei gegenüber der Autobahn mit einer Lärm-

schutzwand klar abgegrenzt. Die Wohnqualität würde mit einer überdimen-

sionierten Mobilfunkanlage übermässig beeinträchtigt. Die Mobilfunkanlage 

würde sich ungenügend in das Quartier einordnen. Zudem würde die Mobil-

funkanlage  an  erwähntem  Standort  besonders  dominant  in  Erscheinung 

R4.2023.00083 

Seite 14 

 
 
treten, weil sich dieser erhöht über dem Dorf und seinem geschützten Orts-

kern befinde. 

5.2. 

Die Rekurrentin macht geltend, dass es gerichtsnotorisch sei, dass sie den 

Standort  ihrer  Mobilfunk-Antennenanlage  nicht  frei  wählen  könne.  Ein 

solcher  müsse  sich  immer  im  Bereich  der  zu  schliessenden  Netzlücke 

befinden. Ferner müssten die umweltrechtlichen Vorschriften (insbesondere 

Immissions- und Anlagegrenzwerte) beachtet werden, was die Standortwahl 

in einem dicht bebauten Gebiet stark einschränke. Nur ein eingeschränkter 

Kreis  an  Grundeigentümern  sei  bereit,  ihre Grundstücke  zur Verfügung  zu 

stellen. Auch technische und statische Parameter müssten beachtet werden. 

Eine  völlig  harmonische  Einordnung  von  Mobilfunkantennen  sei  demnach 

bereits aufgrund der technischen Gegebenheiten nur sehr beschränkt mög-

lich. Allein aus diesem Grund dürfe gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung  eine Antenne  nicht  verweigert  werden.  Von der  C-Strasse  her  trete 

die Anlage nicht störend in Erscheinung, sondern werde zum grössten Teil 

durch das dazwischenstehende Gewerbegebäude verdeckt bzw. kaschiert. 

Schutzobjekte seien an diesem Standort keine tangiert und der näheren Um-

gebung der Anlage komme kein erhöhtes Schutzbedürfnis zu. Die Anlage sei 

sodann auf das absolut technisch Notwendige reduziert. Eine Höhe von 25 m 

sei für eine freistehende Anlage entgegen der Vorinstanz vielmehr unter- als 

überdurchschnittlich. 

5.3. 

In ihrer Vernehmlassung macht die Vorinstanz geltend, dass sie sich bei der 

Einordnung der Mobilfunkanlage nicht nur auf die Einordnungsvorschrift von 

§ 238  Abs. 1  PBG  stütze,  sondern  primär  auf  Art. 28  Abs. 1  BZO,  der  als 

Voraussetzung  der  Zonenkonformität  verlange,  dass  sich  die  Erscheinung 
einer Baute mit der Wohnnutzung vertrage. Es liege auf der Hand, dass eine 

Mobilfunkantenne, die von der Erscheinung her dem Zonencharakter zuwi-

derlaufe, sich auch ästhetisch schlecht in die bauliche Umgebung der Einfa-

milienhauszone  einfüge,  deren  maximale  Firsthöhen  sie  um  das  Doppelte 

der Gebäudehöhe überrage. 

5.4. 

Der  Beigeladene  vertritt  im  Wesentlichen  dieselbe  Ansicht  wie  die  Vo-

rinstanz.  Insbesondere  sei  X  ein  Dorf,  welches  über  einen  Dorfkern  mit 

R4.2023.00083 

Seite 15 

 
 
schützenswerten Gebäuden verfüge. Das Dorfbild sei bereits in der Vergan-

genheit  gepflegt  worden und  solle  so erhalten bleiben.  Eine  Mobilfunk-An-

tennenanlage  von  25  m  Höhe  würde  das  ganze  Dorf  überragen  und  das 

Dorfbild massiv beeinträchtigen. 

6.1.1. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umge-

bung  im  Ganzen  und  in  ihren  einzelnen  Teilen  so  zu  gestalten,  dass  eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und Um-

schwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich 

als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. So 

kann namentlich die Gleichförmigkeit wesentliches Gestaltungsmerkmal ei-

ner bestehenden Überbauung sein. Die genügende Einordnung fehlt aller-

dings nicht bereits bei der Einführung einer neuen Formensprache in ein ein-

heitliches Bild einer älteren Überbauung; vielmehr ist ein Einordnungsman-

gel  erst  gegeben,  wenn  die  entsprechende  Baute  oder  Anlage  gegenüber 

der  Ausgestaltung  von  Gebäuden,  Häusergruppen  oder  Strassenzügen  in 

störenden Widerspruch tritt oder sonst einen stossenden Gegensatz zu den 

die  Umgebung  prägenden  Merkmalen  oder  zum  Quartiercharakter  bildet. 

Eine  Einordnung  gemäss  §  238  Abs.  1  PBG  muss  nicht  ideal  bzw.  "gut", 

sondern lediglich "genügend" sein. Dies ist auch dann erfüllt, wenn eine an-

dersartige Gestaltung als besser bzw. als wünschenswert qualifiziert würde. 

Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, ist gestützt 

auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Blosses Empfinden 
rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum (vgl. VB.2018.00395 vom 7. Feb-

ruar 2019, E. 4.2. ff.). 

6.1.2. 

Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen Rechts – wie bei § 238 PBG – als Ausfluss der Gemeindeautonomie 

eine besondere Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zukommt, überprüft 

das Baurekursgericht entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht 

der  kommunale  Entscheid  auf  einer  vertretbaren  Würdigung  der 

R4.2023.00083 

Seite 16 

 
 
massgebenden Umstände, so hat ihn die Rekursinstanz zu respektieren. Die 

Rekursinstanz darf  nur  dann einschreiten,  wenn die  Baubehörde  ihren  Er-

messensspielraum  überschreitet,  indem  sie  sich  von  unsachlichen,  dem 

Zweck der in Frage stehenden Regelung fremden Erwägungen leiten lässt 

oder  allgemeine  Rechtsprinzipien,  wie  das  Verbot  von  Willkür  oder  den 

Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei  darf  sich  die  Rekurs-

instanz jedoch nicht auf eine blosse Willkürprüfung beschränken, vielmehr 

muss die Eingriffsschwelle tiefer gesetzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., 

mit Hinweisen). 

6.2. 

Zunächst ist in Bezug auf die Einordnung im Zusammenhang mit Mobilfunk-

anlagen stets zu berücksichtigen, dass sie als standardisierte technische An-

lagen  nur  eingeschränkt  gestaltet  werden  können  und  zudem  –  um  ihren 

technischen Zweck erfüllen können – umliegende Gebäude überragen müs-

sen.  

Die – den Blitzfangstab nicht miteingerechnet – 25 m hohe freistehende Mo-

bilfunk-Antennenanlage  ist  wie  bereits  ausgeführt  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. 1  zwischen  der  Lärmschutzwand  zur  Autobahn  und dem  grossflä-

chigen Gewerbegebäude mit einer Firsthöhe von 5,54 m geplant. Die Anten-

nenmodule werden auf einer Höhe von 21,9 m bis 25 m am Mast fixiert und 

eine horizontale Ausdehnung von insgesamt maximal rund 2 m haben. Ne-

ben dem Mastfuss wird ein ca. 2 m hoher Technikschrank zu stehen kom-

men. Der Mast wird einen Durchmesser von etwa 0,5 m bis 1 m haben, wobei 

er sich von unten nach oben verschmälert. 

Das das Baugrundstück umgebende Wohnquartier ist geprägt von kleinkubi-

gen  Einfamilienhäusern  mehrheitlich  mit  Baujahr  aus  den  70er-  und  80er-
Jahren, welche jedoch unterschiedliche Baustile und insbesondere Dachfor-

men aufweisen sowie keine besonderen architektonischen Qualitäten erken-

nen lassen. Dadurch und durch die unterschiedlichen Farben und Materialien 

der Gebäude erscheint das Quartier heterogen und ästhetisch wenig sensi-

bel. Obwohl die meisten Grundstücke sodann über einen grösseren und be-

grünten Umschwung verfügen und insofern ein gemeinsames Gestaltungs-

element  aufweisen,  kann  nicht  von  einer  einheitlichen  Umgebung  gespro-

chen werden. Die Gebäudeumschwünge, insbesondere die von der Strasse 

R4.2023.00083 

Seite 17 

 
 
einsehbaren (Vor-)Gärten sind unterschiedlich gestaltet und genutzt. Ein ein-

heitliches Quartierbild ist nicht ersichtlich.  

Anlässlich des Augenscheins hat sich gezeigt, dass sich die geplante Mobil-

funkanlage ohne Weiteres in das durch das Gewerbegebäude und die Lärm-

schutzwand sowie die nahegelegene Autobahn geprägte unmittelbare Um-

feld einfügt. Von der C-Strasse unmittelbar vor dem Baugrundstück her be-

trachtet liess sich feststellen, dass die Anlage nicht unbefriedigend oder do-

minant in Erscheinung tritt. Dies insbesondere deshalb, weil die Anlage ei-

nerseits zu einem grossen Teil durch das auf dem Baugrundstück stehende 

über  20 m  breite  und  ca. 45 m  lange  Gewerbegebäude  C-Strasse 10  ver-

deckt wird und andererseits in Relation zu diesem grossflächigen Gebäude 

nicht  übermässig  hoch  erscheint  (siehe  Augenschein-Protokoll  S. 7  und 

11   f.,  Fotos 1,  10-12).  Auch  unter  Berücksichtigung  des  visuellen  Bezugs 

zur weiteren Umgebung, insbesondere zur Wohnzone, sowie der diesbezüg-

lichen Wirkung der Anlage liess sich kein störender Widerspruch oder eine 

unbefriedigende  Gesamtwirkung  wahrnehmen.  So  relativieren  von  nord-

westlichen  Blickwinkeln  neben  dem  bereits  erwähnten  grossflächigen  Ge-

werbegebäude aus betrachtet auch die Terrainverhältnisse (die Anlage liegt 

hangabwärts)  die  Wirkung  der  Anlage  massgeblich.  Ausserdem  schaffen 

Kandelaber  und  Fahnenstangen  als  vertikale  (Infrastruktur

)Elemente  eine 

optische Verbindung zur geplanten Infrastrukturanlage (Augenschein-Proto-

koll,  S. 8 f.,  Fotos 4-6).  Von der  E-Strasse  her  ist  die  Mobilfunkanlage  von 

diversen Standorten gar nicht sichtbar bzw. durch Häuser verdeckt. Von je-

nen Standorten aus betrachtet, von denen aus sie ersichtlich ist, hält sie sich 

deutlich im Hintergrund der Wohnbauten und prägt deshalb keineswegs das 

Bild in unbefriedigend dominanter oder störender Weise (Augenschein-Pro-

tokoll S. 10, Fotos 7-8). Mit Blick von der D-Strasse hangaufwärts relativieren 

das im Vergleich zu den kleinkubigen Wohnbauten grossvolumige Gewerbe-
gebäude C-Strasse 2 (Kat.-Nr. 2) sowie das bereits erwähnte auf dem Bau-

grundstück stehende grossflächige Gebäude C-Strasse 10 die Grösse und 

Wirkung  der  Anlage  erheblich.  Infolge  der  grossen  Distanz  der  geplanten 

Mobilfunkanlage zur Kernzone sowie der diversen dazwischenliegenden Ge-

bäude ist sodann davon auszugehen, dass erstere trotz ihrer gegenüber der 

Kernzone erhöhten Lage von darin liegenden Standorten nicht oder nur deut-

lich im Hintergrund wahrnehmbar sein wird. Eine Beeinträchtigung der Kern-

zone durch die geplante Anlage macht die Vorinstanz demnach zurecht nicht 

geltend. 

R4.2023.00083 

Seite 18 

‑

 
 
6.3. 

Nach dem Gesagten hat der Augenschein deutlich gezeigt, dass die Mobil-

funkanlage nicht besonders hervorsticht oder – unter Anwendung der gebo-

tenen Objektivität – negativ auffällt, sondern klar eine genügende Gesamt-

wirkung im Sinne von § 238 Abs. 1 PBG erreicht. Die Ansicht der Vorinstanz, 

dass die Anlage die Wohnqualität übermässig beeinträchtige sowie beson-

ders  dominant  in  Erscheinung  trete  und  sich  nur  ungenügend  ins Quartier 

einordne, erweist sich – vor dem Hintergrund des Ausgeführten – als nicht 

nachvollziehbar und sachlich nicht vertretbar, weshalb sich ein Eingreifen der 

Rekursinstanz rechtfertigt.  

Die Rüge der Rekurrentin erweist sich demnach als begründet, da sich die 

geplante  Anlage  unter  ästhetischen  Gesichtspunkten  als  bewilligungsfähig 

erweist. 

7. 

Was die Vorbringen des Beigeladenen hinsichtlich Mobilfunkstrahlung anbe-

langt, sind diese nicht Prozessgegenstand, weshalb darauf vorliegend nicht 

einzugehen ist. 

8. 

Die  Rekurrentin  ist  der  Ansicht,  dass  die  mit  dem  angefochtenen  Bauent-

scheid  festgesetzte  Gebühr  zur  Prüfung  des  Baugesuchs  von  Fr. 6'000.-- 

klar zu hoch sei und der Gebührenverordnung und dem Gebührentarif wider-

spreche.  Sie  sei  auf  max.  Fr. 2'000.--  festzusetzen.  Die  Vorinstanz  erklärt 

sich in ihrer Vernehmlassung damit einverstanden, die Prüfungsgebühr auf 

Fr. 2'000.-- zu reduzieren. Die Vorinstanz hat den Rekurs mithin insoweit an-
erkannt.  

Mit dem vorliegenden Entscheid ist der angefochtene Bauentscheid aufzu-

heben und die Vorinstanz ist einzuladen, die Baubewilligung zu erteilen, so-

fern  das  Bauvorhaben  auch  den  übrigen  einschlägigen  Vorschriften  ent-

spricht (s. nachstehend E. 9). Die Vorinstanz wird mithin – soweit ein zusätz-

licher Aufwand anfällt – die Prüfgebühr neu festzusetzen haben, wobei da-

von Vormerk zu nehmen ist, dass für den bisher angefallenen Aufwand nicht 

mehr als Fr. 2'000.-- zu veranschlagen sind. Bei der Neufestsetzung wird die 

R4.2023.00083 

Seite 19 

 
 
Vorinstanz  auch  zu  berücksichtigen  haben,  dass  der  Baugesuchstellerin 

dadurch, dass ein weiterer Rechtsgang erforderlich ist, hinsichtlich der Ge-

bührenhöhe kein Nachteil erwachsen darf. 

9. 

Zusammenfassend sind die rekurrentischen Rügen (soweit sie inhaltlich ge-

prüft wurden) begründet. In Gutheissung des Rekurses ist der vorinstanzli-

che Entscheid demnach aufzuheben. Die Vorinstanz ist einzuladen, die Bau-

bewilligung unter den allenfalls erforderlichen Nebenbestimmungen zu ertei-

len, sofern das Bauvorhaben auch den übrigen einschlägigen Vorschriften 

entspricht.  

10. 

Gemäss  § 13  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  tragen 

mehrere am Verfahren Beteiligte die Kosten in der Regel entsprechend ih-

rem Unterliegen.  

Dem  als  Beigeladenen  in  das  Verfahren  einbezogenen  Dritten  können  im 

Falle dessen Unterliegens Kosten auferlegt werden. Dies gilt jedenfalls dann, 

wenn der Beigeladene sich den Anträgen der obsiegenden Partei widersetzt 

hat (VB.95.00079 in RB 1995 Nr. 2). Der Beigeladene hat sich den Anträgen 

der  Rekurrentin  mit  gegenteiligen  Anträgen  widersetzt,  weshalb  es  sich 

rechtfertigt, ihm ebenfalls einen Teil der Kosten aufzuerlegen. 

Die  Verfahrenskosten sind  dementsprechend  ausgangsgemäss  zu 2/3 der 

Vorinstanz und zu 1/3 dem Beigeladenen aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt  wie hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein 

grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

R4.2023.00083 

Seite 20 

 
 
Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'500.-- festzusetzen. 

11. 

Die Rekurrentin und die Vorinstanz beantragen die Zusprechung einer Um-

triebsentschädigung. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder 

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-

triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend der Rekurrentin zulasten 

der  Vorinstanz  und  des  Beigeladenen  eine  Umtriebsentschädigung  zuzu-

sprechen. Angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 2'100.--, zahlbar durch 

den Gemeinderat X und B nach Massgabe des Verfahrenskostenverteilers. 

Da die Umtriebsentschädigung pauschal festgelegt wird, entfällt die Zuspre-

chung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornherein  (BRKE II  Nrn. 0247 

und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56). 

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