# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 059c6085-b9f3-5bbf-8abe-f9066b8eb8e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2020 A-6435/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6435-2018_2020-08-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-6435/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richter Raphaël Gani, Richter Daniel Riedo,    

Gerichtsschreiber Roger Gisclon. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ Pensionskasse,  

vertreten durch  

Dr. iur. Erich Peter,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Zentralschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Reglementsüberprüfung (Vorsorgereglement). 

 

 

 

A-6435/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ Pensionskasse (nachfolgend auch: Pensionskasse) ist eine 

öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit und eine selb-

ständige, registrierte Vorsorgeeinrichtung im Sinn des Bundesgesetzes 

vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invali-

denvorsorge (BVG, SR 831.40), die die Angestellten des Kantons und sei-

ner rechtsfähigen Anstalten und Körperschaften sowie die Lehrpersonen 

und Fachpersonen der schulischen Dienste der (…) Gemeinden im Sinn 

der beruflichen Vorsorge gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Inva-

lidität und Tod versichert (…). Die Pensionskasse ist im Handelsregister 

des Kantons (…) eingetragen (Online-Auszug des Handelsregisteramtes 

des Kantons […], eingesehen am 13. Juni 2020) und untersteht der Zent-

ralschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht (nachfolgend: ZBSA). Es handelt 

sich um eine sog. umhüllende Vorsorgeeinrichtung. 

B.  

Am 2. November 2016 fällte der Vorstand der Pensionskasse unter ande-

rem einen Beschluss über die Änderung des Vorsorgereglements, welches 

per 1. Januar 2017 in Kraft trat (Vorsorgereglement 2017), und reichte die-

ses der ZBSA umgehend zur Prüfung ein. 

C.  

Am 30. Januar 2018 fällte der Vorstand der Pensionskasse abermals einen 

Beschluss über die Änderung des Vorsorgereglements, welches am 1. Ja-

nuar 2019 in Kraft treten sollte (Vorsorgereglement 2019), und reichte die-

ses der ZBSA zur Prüfung ein. 

D.  

Mit Schreiben vom 2. Februar 2018 teilte die ZBSA der Pensionskasse das 

Ergebnis ihrer Vorprüfung des Vorsorgereglements 2017 mit, wobei sie zu 

den Art. 6.3 Bst. b, 33, 43.1 Bst. b und 55.2 Bst. c Beanstandungen machte. 

E.  

Mit Schreiben vom 6. Februar 2018 nahm die Pensionskasse zum Prü-

fungsergebnis Stellung und führte u.a. aus, weshalb die Art. 6.3 Bst. b und 

55.2 Bst. c des Vorsorgereglements 2017 rechtmässig seien. 

F.  

Mit Verfügung vom 12. Oktober 2018 betreffend das Vorsorgereglement 

2017 hat die ZBSA vom Vorsorgereglement 2017 Vormerk genommen und 

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Seite 3 

festgehalten, dass die Mängel betreffend die Art. 33 und 43.1 Bst. b des 

Vorsorgereglements 2017 hätten ausgeräumt werden können. Weiter hat 

sie festgehalten, dass auf übrigen mit Schreiben vom 2. Februar 2018 be-

anstandeten Artikel des Vorsorgereglements 2017 – i.e. die Art. 6.3 Bst. b 

und 55.2 Bst. c – in der Verfügung betreffend das Vorsorgereglement 2019 

Stellung zu nehmen sei. 

G.  

Mit Verfügung vom 12. Oktober 2018 betreffend das Vorsorgereglement 

2019 (fortan: Vorsorgereglement oder bloss «VR») hat die ZBSA von die-

sem im Sinne der Erwägungen Vormerk genommen und den Stiftungsrat 

angewiesen, es entsprechend den Erwägungen zu ändern und die regle-

mentarischen Bestimmungen in der Zwischenzeit gesetzeskonform anzu-

wenden. Nebst blossen Hinweisen und Empfehlungen betreffend einiger 

Reglementsbestimmungen brachte die ZBSA betreffend Art. 6.3 (insbeson-

dere Bst. b), Art. 32.3 Satz zwei, Art. 48.3 und Art. 55.2 Vorsorgereglement 

Vorbehalte an und verpflichtete die Pensionskasse, ihr Reglement entspre-

chend anzupassen. 

H.  

Mit Beschwerde vom 9. November 2018 beantragt die Pensionskasse 

(fortan auch: Beschwerdeführerin), die Verfügung der ZBSA vom 12. Okto-

ber 2018 (betreffend das Vorsorgereglement 2019) sei aufzuheben; even-

tualiter sei die Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und neuerli-

chen Verfügung an die ZBSA zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht be-

antragt die Beschwerdeführerin zudem, der Beschwerde sei die aufschie-

bende Wirkung zu gewähren; eventualiter sei ein zweiter Schriftenwechsel 

anzuordnen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 

Mehrwertsteuer) zu Lasten der ZBSA. 

I.  

Mit Schreiben vom 4. Januar 2019 nahm die ZBSA (fortan: Vorinstanz) zum 

Antrag der Beschwerdeführerin, wonach der Beschwerde die aufschie-

bende Wirkung zu gewähren sei, Stellung und beantragte, dieser sei abzu-

weisen. 

J.  

Mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2019 beantragt die Vorinstanz, die 

Beschwerde sei abzuweisen. 

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Seite 4 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. Januar 2019 verfügte das Bundesverwal-

tungsgericht, dass das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen werde und dass 

über die Kosten der Zwischenverfügung und eine allfällige Parteientschä-

digung in der Hauptsache entschieden werde. 

L.  

Mit Replik vom 6. Februar 2019 hält die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen fest. 

M.  

Mit Duplik vom 7. März 2019 hält die Vorinstanz an ihrem Antrag fest. 

N.  

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird – soweit sie entscheid-

wesentlich sind – in den folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) be-

urteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021), 

sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

1.2 Zu den beim Bundesverwaltungsgericht mit Beschwerde anfechtbaren 

Verfügungen zählen gemäss Art. 74 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvor-

sorge (BVG, SR 831.40) in Verbindung mit Art. 33 Bst. i VGG die Verfügun-

gen der Vorinstanz als kantonale Aufsichtsbehörde im Bereich der berufli-

chen Vorsorge. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt in casu 

nicht vor. Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Beurtei-

lung der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Auf 

die mit der nötigen Beschwerdeberechtigung (Art. 48 Abs. 1 VwVG) sowie 

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Seite 5 

form- und fristgerecht (Art. 50 und 52 VwVG) eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten.  

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft gemäss Art. 49 VwVG die Verlet-

zung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Miss-

brauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn 

nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat. Da sich 

die Kognition der oberen Instanz nur verengen, nicht aber erweitern kann, 

gilt es jedoch zu beachten, dass die Aufsichtstätigkeit im Bereich der be-

ruflichen Vorsorge als Rechtskontrolle ausgestaltet ist, weshalb sich auch 

das angerufene Gericht – in Abweichung von Art. 49 Bst. c VwVG – auf 

eine Rechtskontrolle zu beschränken hat, soweit Entscheide des Stiftungs-

rates zu überprüfen sind (vgl. BGE 135 V 382 E. 4.2; Urteil des BGer 

9C_756/2009 vom 8. Februar 2010 E. 5; Urteile des BVGer A-4092/2016 

vom 17. März 2017 E. 2.1, A-3821/2016 vom 29. September 2016 E. 2.1). 

Von der Vorinstanz als Aufsichtsbehörde erlassene Massnahmen sind hin-

gegen mit voller Kognition zu überprüfen. Dabei hat die Beschwer-

deinstanz aber zu berücksichtigen, dass der Aufsichtsbehörde bei der An-

ordnung von Massnahmen ein erheblicher Beurteilungs- bzw. Ermessens-

spielraum zusteht, weshalb eine gewisse Zurückhaltung bei der gerichtli-

chen Überprüfung geboten ist (vgl. Urteil des BVGer A-2046/2016 vom 

14. Juli 2017 E. 2.1). 

2.2 Im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht gelten die Un-

tersuchungsmaxime, wonach der Sachverhalt von Amtes wegen festzu-

stellen ist, und der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen 

(vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, 

auf den – unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten – festgestellten Sach-

verhalt die richtige Rechtsnorm anzuwenden (BGE 132 II 113 E. 3.2, 131 

II 200 E. 4.2). Dies bedeutet, dass es eine Beschwerde auch aus anderen 

als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen 

Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen kann, die von je-

ner der Vorinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution, vgl. statt vieler: BVGE 

2007/41 E. 2 mit Hinweisen; Urteil des BVGer A-5624/2018 vom 19. Juli 

2019 E. 2.1). 

2.3 Die vom Kanton bezeichnete Aufsichtsbehörde wacht darüber, dass die 

Vorsorgeeinrichtungen sowie die Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der 

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Seite 6 

beruflichen Vorsorge dienen, die gesetzlichen Vorschriften einhalten 

(Art. 62 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 61 Abs. 1 BVG); sie prüft insbeson-

dere die Übereinstimmung der reglementarischen Bestimmungen mit den 

gesetzlichen Vorschriften (Art. 62 Abs. 1 Bst. a BVG). Die Aufsichtsbehörde 

ist befugt, Massnahmen zur Behebung von Mängeln zu treffen (Art. 62 

Abs. 1 Bst. d BVG). So kann sie gesetzwidrige Reglemente oder Teile da-

von aufheben und den betreffenden Einrichtungen verbindliche Weisungen 

über die Ausgestaltung entsprechender Bestimmungen erteilen (BGE 135 

V 382 E. 4.2, BGE 128 II 24 E. 1a, BGE 112 Ia 180 E. 3). Dabei handelt es 

sich um eine abstrakte Normenkontrolle; die Überprüfung der Gesetzmäs-

sigkeit erfolgt losgelöst von einem konkreten Streitfall (BGE 135 V 382 

E. 4.3, Urteile des BVGer A-1284/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 2.3, 

A-358/2018 vom 10. Januar 2019 E. 2.1). 

Auch die öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen unterstehen der Auf-

sicht (Art. 61 ff. BVG; BGE 142 II 269 E. 3.3.3.3). 

2.4 Unter der Überschrift «Reglementarische Bestimmungen» sieht Art. 50 

Abs. 1 BVG vor, dass die Vorsorgeeinrichtungen Bestimmungen über die 

Leistungen (Bst. a), die Organisation (Bst. b), die Verwaltung und Finan-

zierung (Bst. c), die Kontrolle (Bst. d) und das Verhältnis zu den Arbeitge-

bern, den Versicherten und den Anspruchsberechtigten (Bst. e) erlassen. 

Weil unter den «reglementarischen» Bestimmungen im Sinne von Art. 50 

BVG nach ausdrücklicher Regelung in Art. 50 Abs. 2 BVG in der bis zum 

31. Dezember 2014 gültig gewesenen Fassung insbesondere auch die Er-

lasse von Bund, Kantonen und Gemeinden über die Vorsorgeeinrichtungen 

zu verstehen waren, wurde in der seinerzeitigen Rechtsprechung wieder-

holt festgehalten, dass sich die abstrakte Normenkontrolle der Aufsichts-

behörde auch auf die öffentlich-rechtlichen Bestimmungen bezieht (Urteil 

des BVGer A-2343/2015 vom 15. Juli 2016 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). 

2.5 Im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle ist zu prüfen, ob die frag-

liche Bestimmung so, wie sie lautet und vernünftigerweise ausgelegt wer-

den kann, mit dem übergeordneten Bundesrecht vereinbar ist, wobei auch 

die Wahrscheinlichkeit einer rechtmässigen Handhabung berücksichtigt 

werden kann (BGE 144 V 236 E. 2.2).  

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Seite 7 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt unter anderem vor, die Vorinstanz habe 

ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Hierauf ist vorab einzuge-

hen. 

3.2 Die Beschwerdeführerin bringt hierzu im Wesentlichen vor, sie habe 

vom Prüfungsergebnis bezüglich des VR erst durch den Erlass der 

Verfügung vom 12. Oktober 2018 erfahren. Dementsprechend habe sie 

sich zu den Vorbehalten der Vorinstanz betreffend Art. 32.3 Satz zwei und 

Art. 48.3 VR vor Erlass der Verfügung gar nicht äussern können. Dadurch 

habe die Vorinstanz den Anspruch auf das rechtliche Gehör der 

Beschwerdeführerin verletzt. Der angefochtenen Verfügung mangle es 

zudem an der erforderlichen Klarheit. Während in den Erwägungen der 

Verfügung eine klare Unterscheidung gemacht worden sei zwischen 

Hinweisen, die von der Beschwerdeführerin lediglich zur Kenntnis zu 

nehmen sind, und Vorbehalten, die von der Beschwerdeführerin 

umzusetzen sind, werde im Dispositiv diese Unterscheidung nicht mehr 

gemacht. Die Vorinstanz habe die Beschwerdeführerin im Dispositiv 

verpflichtet, das Reglement entsprechend den Erwägungen zu ändern, 

welche auch die Hinweise mitumfassten. Die Vorinstanz habe aber nicht 

das Recht, die Änderung von Bestimmungen zu verlangen, die sie selbst 

nicht als rechtswidrig einstufe und mit Hinweisen bedacht habe. Auch 

dadurch sei der Anspruch auf das rechtliche Gehör verletzt worden. 

3.3  

3.3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist als selbständiges Grundrecht 

in Art. 29 Abs. 2 BV verankert und wird für das Verwaltungsverfahren in den 

Art. 29 ff. VwVG konkretisiert. Er umfasst im Wesentlichen das Recht einer 

Partei auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess 

der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einer-

seits und in Ergänzung des Untersuchungsgrundsatzes der Sachaufklä-

rung, stellt andererseits aber auch ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir-

kungsrecht beim Erlass von Verfügungen dar, die in die Rechtstellung des 

Einzelnen eingreifen. Zu den Mitwirkungsrechten gehört insbesondere das 

Recht einer Partei, sich vor Erlass einer Verfügung zur Sache zu äussern, 

Einsicht in die Akten zu nehmen und mit erheblichen Beweisanträgen ge-

hört zu werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwir-

kungsrecht mithin alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, da-

mit sie ihren Standpunkt in einem Verfahren wirksam zur Geltung bringen 

kann (BGE 135 II 286 E. 5.1; Urteil des BGer 1C_77/2013 vom 19. Juli 

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2013 E. 3.2; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-7614/2016 vom 17. Januar 

2018 E. 1.6.1). 

3.3.2 Der Anspruch auf vorgängige Äusserung steht den Betroffenen pri-

mär in Bezug auf die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

das Beweisergebnis zu. Hingegen erwächst den Parteien nach konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung weder aus dem VwVG noch aus den 

verfassungsrechtlichen Minimalgarantien ein allgemeiner Anspruch auf 

vorgängige Anhörung zu Fragen der Rechtsanwendung. Damit kommt der 

Unterscheidung zwischen Tat- und Rechtsfrage in Bezug auf das Anhö-

rungsrecht erhebliche Bedeutung zu. Ein Anhörungsrecht zu Rechtsfragen 

besteht jedoch u.a. ausnahmsweise dann, wenn der Betroffene vor «über-

raschender Rechtsanwendung» zu schützen ist (Urteil des BGer 

1A.186/2004 vom 12. Mai 2005 E. 2.1, mit Hinweisen; WALDMANN BERN-

HARD/BICKEL JÜRG, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommen-

tar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 30 Rz. 20 ff.; ANDRÉ 

MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz.3.89). 

3.3.3 Die Begründungspflicht ist ein Teilgehalt des verfassungsmässigen 

Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV (vgl. BGE 142 

I 135 E. 2.1; ULRICH HÄFELIN et al., Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 

9. Aufl. 2016, N. 838; GEROLD STEINMANN, in: Bernhard Ehrenzeller et al. 

[Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 

3. Aufl. 2014, Art. 29 N. 49). Sie soll verhindern, dass sich die verfügende 

Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen er-

möglichen, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu kön-

nen. Die sachgerechte Anfechtung einer Verfügung ist nur dann möglich, 

wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz ein Bild 

über deren Tragweite machen können. Somit müssen in jedem Fall die 

Überlegungen angeführt werden, von denen sich die zuständige Behörde 

hat leiten lassen und auf die sie ihre Verfügung stützt. Dabei darf sie sich 

jedoch auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die Anforderun-

gen an die Begründungsdichte sind je nach Komplexität des Sachverhalts 

und/oder des der Behörde eingeräumten Ermessensspielraums unter-

schiedlich (vgl. zum Ganzen BGE 136 V 351 E. 4.2; 134 I 83 E. 4.1; 124 V 

180 E. 1a; BVGE 2012/23 E. 6.1.2 je m.H.; Urteil des BVGer A-4271/2016 

vom 21. Juni 2018 E. 2.4.2). 

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Seite 9 

3.3.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dies bedeu-

tet, dass eine Verletzung desselben grundsätzlich zur Aufhebung des Ent-

scheids führt. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des recht-

lichen Gehörs kann aber ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be-

troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz 

zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei prüfen 

kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Hei-

lung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem forma-

listischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 

die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Par-

tei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wä-

ren (statt vieler: BGE 137 I 195 E. 2.3.2, 133 I 201 E. 2.2; Urteil des BVGer 

A-358/2018 vom 10. Januar 2019 E. 3.4). 

3.4  

3.4.1 Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass – im Gegensatz zu 

den Erwägungen – im Dispositiv der Verfügung vom 12. Oktober 2018 nicht 

mehr zwischen Hinweisen und Vorbehalten unterschieden wird, sondern 

der Stiftungsrat lediglich angewiesen wird, das Reglement entsprechend 

den Erwägungen zu ändern und die reglementarischen Bestimmungen in 

der Zwischenzeit gesetzeskonform anzuwenden, wobei das angepasste 

Vorsorgereglement der Vorinstanz bis spätestens 29. März 2019 einzu-

reichen sei. 

Aus den Erwägungen geht jedoch klar hervor, dass im Rahmen der «Hin-

weise» seitens der Vorinstanz zum einen lediglich darauf aufmerksam ge-

macht wird, dass bestimmte Bestimmungen des VR (z.B. Art. 69.2) recht-

lich nicht durchsetzbar seien, und zum anderen an die Beschwerdeführerin 

gerichtete Empfehlungen geäussert werden. Dahingegen ergibt sich aus 

den Vorbehalten – die Art. 6.3 (insbesondere Bst. b), Art. 32.3 Satz zwei, 

Art. 48.3 und Art. 55.2 VR betreffend – unmissverständlich, dass die ge-

nannten Bestimmungen rechtswidrig und demnach – wie im Dispositiv ver-

langt – entsprechend den Erwägungen zu ändern seien. Damit erscheinen 

die Verfügung vom 12. Oktober 2018 und die damit verbundenen Rechts-

folgen hinreichend klar, um von der Beschwerdeführerin sachgerecht an-

gefochten werden zu können. Dies zeigt sich nur schon daran, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde richtigerweise nur die in der Ver-

fügung geäusserten Vorbehalte angefochten hat. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs ist diesbezüglich somit nicht ersichtlich. 

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Seite 10 

3.4.2 Im Weiteren kann offenbleiben, ob der Anspruch auf vorgängige 

Äusserung der Beschwerdeführerin betreffend die Vorbehalte der 

Vorinstanz zu den Art. 32.3 Satz zwei und Art. 48.3 VR verletzt wurde. Denn 

eine entsprechende allfällige Gehörsverletzung müsste jedenfalls durch 

die vorliegende Urteilsbegründung als geheilt gelten, zumal sich die 

Beschwerdeführerin dazu im vorliegenden Verfahren uneingeschränkt 

äussern konnte, das Bundesverwaltungsgericht Sachverhalt und 

Rechtslage frei überprüfen kann und im vorliegenden Falle keine 

besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs in Frage 

käme (vgl. E. 2.1 und 3.3.4). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz hat erstens betreffend Art. 6.3 (insbesondere Bst. b) VR 

einen Vorbehalt angebracht. 

4.2 Art. 6 VR unter dem Titel «Freiwillige Risikoversicherung» lautet wie 

folgt: 

6.1 Versicherte können die Risikoversicherung nach der Beendigung der obliga-

torischen Versicherung durch einen Vertrag mit der (Pensionskasse) für 

längstens zwei Jahre weiterführen. 

6.2 Die Bestimmungen dieses Reglements finden auf die freiwillige Risikoversi-

cherung sinngemäss Anwendung. Es gelten folgende Abweichungen: 

a. Das Altersguthaben bleibt bei der (Pensionskasse) und wird verzinst. 

Es erfolgen keine Altersgutschriften. 

b. Die versicherte Person bezahlt für die freiwillige Risikoversicherung ei-

nen Beitrag, der dem Beitrag der Arbeitgeber und der Versicherten für 

Risiko und Verwaltung entspricht, erhöht um einen allfälligen Sanie-

rungsbeitrag gemäss Art. 48.4. 

c. Die versicherte Besoldung vor dem Wegfall der Versicherungspflicht 

wird unverändert weitergeführt. 

d. Als mutmasslich entgangener Verdienst im Sinn von Art. 17.1 und 17.2 

gilt der Betrag, welcher der Berechnung der versicherten Besoldung zu-

grunde liegt. 

6.3 Die freiwillige Risikoversicherung endet  

a. mit dem Bezug von Versicherungsleistungen,  

b.  mit der Vollendung des 65. Lebensjahres,  

c.  mit dem Ablauf der vereinbarten Vertragszeit,  

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Seite 11 

d.  wenn die versicherte Person bei einer anderen Vorsorgeeinrichtung er-

neut der obligatorischen Versicherungspflicht untersteht oder  

e.  wenn die versicherte Person selbständig erwerbstätig ist. 

6.4 Bei der Beendigung der freiwilligen Risikoversicherung wird die Freizügig-

keitsleistung ausgerichtet. Art. 43 findet Anwendung. Wird die versicherte 

Person wieder obligatorisch bei der (Pensionskasse) versichert, wird das Al-

tersguthaben weitergeführt. 

Im Rahmen der Verfügung vom 12. Oktober 2018 erklärte die Vorinstanz 

Art. 6.3 (insbesondere Bst. b) VR für rechtswidrig und verpflichtete die Be-

schwerdeführerin dazu, diesen zu ändern. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, laut Art. 6.3 Bst. b des Reglements könne die Weiter-

versicherung gemäss Art. 6.1 des Reglements bzw. Art. 47 BVG bis zum 

Alter 65 vereinbart werden. Zudem dürften sich die Versicherten mit Alter 

60 pensionieren lassen. Dies bedeute, dass sich auch Personen bis maxi-

mal zum Alter 65 weiterversichern könnten, die das frühest mögliche Pen-

sionierungsalter bereits erreicht hätten. Dies sei nicht zulässig, da auf die-

sen Sachverhalt ausschliesslich Art. 33a BVG Anwendung finde. In diesem 

Zusammenhang sei auch Art. 2 Abs. 1bis des Bundesgesetzes vom 

17. Dezember 1993 über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenvorsorge (Freizügigkeitsgesetz, FZG, SR 

831.42) zu beachten, wonach eine Austrittsleistung nach Erreichen des frü-

hest möglichen Rentenalters nur im Falle der Arbeitslosigkeit oder bei Wei-

terführung der Erwerbstätigkeit ausgerichtet werde. Da die Pensionskas-

sen keine Freizügigkeitsleistungen nach Erreichen des reglementarisch 

frühest möglichen Rentenalters bei sich zurückbehalten dürften, ergebe 

sich daraus, dass in allen anderen Fällen der Arbeitsaufgabe (mit Aus-

nahme des Sachverhalts von Art. 33a BVG) der Vorsorgefall Alter eintrete 

und die Altersleistungen fällig würden. 

4.3  

4.3.1 Die Berufliche Vorsorge umfasst alle Massnahmen auf kollektiver Ba-

sis, die den älteren Menschen, den Hinterbliebenen und Invaliden beim 

Eintreten eines Versicherungsfalles (Alter, Tod oder Invalidität) zusammen 

mit den Leistungen der eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Inva-

lidenversicherung (AHV/IV) die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung 

in angemessener Weise erlauben (Art. 113 Abs. 2 Bst. a der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, 

SR 101] und Art. 1 BVG). 

A-6435/2018 

Seite 12 

4.3.2 Grundsätzlich der obligatorischen Versicherung des BVG unterstellt 

sind die bei der AHV versicherten Arbeitnehmenden (Art. 5 Abs. 1 BVG), 

die das 17. Altersjahr überschritten haben und bei einem Arbeitgeber mehr 

als den gesetzlichen Jahresmindestlohn gemäss Art. 2 Abs. 1 BVG in Ver-

bindung mit Art. 5 der Verordnung vom 18. April 1984 über die berufliche 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 831.441.1) er-

zielen (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-7265/2016 vom 3. Mai 2017 

E. 2.1.2). 

4.3.3 Art. 47 Abs. 1 BVG sieht unter anderem vor, dass aus der obligatori-

schen Versicherung ausscheidende Versicherte die Vorsorge oder bloss 

die Altersvorsorge im bisherigen Umfang bei derselben Vorsorgeeinrich-

tung fortführen können, wenn deren Reglement dies zulässt (sogenannte 

externe Mitgliedschaft bzw. externe Versicherung). 

In der beruflichen Vorsorge kann sich nur versichern, wer die Vorausset-

zungen für eine obligatorische oder freiwillige Versicherung nach BVG er-

füllt. Versichern lässt sich zudem nur ein effektiv erzieltes Erwerbseinkom-

men (vgl. Art. 7 BVG). Entsprechend haben nicht erwerbstätige Personen 

im Grundsatz keinen Zugang zur Versicherung nach BVG. Art. 47 BVG 

macht von dieser Regel eine Ausnahme, wonach Personen, welche bis an-

hin dem Versicherungsobligatorium unterstanden und aus diesem aus-

scheiden, die Vorsorge im bisherigen Umfang weiterführen können. Eine 

Weiterführung des Vorsorgeschutzes ist jedoch nur möglich, solange noch 

kein Vorsorgefall eingetreten ist, da es nicht dem Zweck der Norm ent-

spricht, die Vorsorge weiterzuführen, wenn ein Vorsorgefall eingetreten ist 

(JÜRG BRECHBÜHL, Vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben und 

Weiterführung der Vorsorge, in: Kieser/Stauffer (Hrsg.), BVG-Tagung 2019, 

Aktuelle Fragen der beruflichen Vorsorge, S. 151; THOMAS GEISER/CHRIS-

TOPH SENTI, in: Schneider/Geiser/Gächter [Hrsg.], BVG und FZG, 2. Aufl. 

2019 [nachfolgend: BVG und FZG], Art. 47 N. 12; Ueli Kieser, Art. 47 BVG 

– oder ein vertiefter Blick auf eine praxisrelevante Regelung, in: Kahil-Wolff 

Hummer/Wyler (Hrsg.), Pillier du droit social, 2019, S. 107). 

4.3.4 Der Vorsorgefall «Alter» tritt erst dann ein, wenn der Versicherte, des-

sen Arbeitsverhältnis nach Erreichen der reglementarischen Altersgrenze 

endet, die Erwerbstätigkeit nicht weiterführt und nicht als arbeitslos gemel-

det ist. Den Versicherten wird ein Wahlrecht eingeräumt: Entweder sie ma-

chen ihren Anspruch auf vorzeitige Altersleistungen geltend oder sie for-

dern die Übertragung der Austrittsleistung an die neue Vorsorgeeinrichtung 

(vgl. dazu Art. 2 Abs. 1 und 1bis FZG; CARDINAUX BASIL, Der Eintritt des 

A-6435/2018 

Seite 13 

Vorsorgefalls in der beruflichen Vorsorge, in: Riemer-Kafka/Rumo-Jungo 

[Hrsg.], Festschrift für Erwin Murer zum 65. Geburtstag, 2010, S. 144). Ein 

Aufschub des Rentenbezugs bei vorzeitigem Altersrücktritt unter Weiter-

versicherung eines nicht mehr bezogenen Lohnes ist mit Blick auf Art. 33a 

Abs. 1 BVG nicht möglich (vgl. Urteil des BVGer A-2046/2016 vom 14. Juli 

2017 E. 5.2; GEISER/SENTI, in: BVG und FZG, Art. 13 N 30). 

4.3.5 Soweit hier interessierend statuiert Art. 33a BVG, dass Versicherte, 

deren Lohn sich nach dem 58. Altersjahr um höchstens die Hälfte reduziert, 

auf Verlangen die Vorsorge für den bisherigen versicherten Verdienst wei-

terführen können, sofern die Vorsorgeeinrichtung diese Möglichkeit regle-

mentarisch vorsieht (Abs. 1 der Bestimmung). 

4.4 Streitig und zu klären ist, ob Art. 6.3 Bst. b VR rechtens ist. 

4.4.1 Mit Vollendung des 60. Lebensjahres haben Versicherte der Be-

schwerdeführerin – frühestmöglich – Anspruch auf eine ganze Altersrente, 

sofern das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet oder die obligatori-

sche Versicherungspflicht entfallen ist (Art. 25.1 VR). Gemäss der hier strit-

tigen – auf Art. 47 Abs. 1 BVG basierenden – Reglementsbestimmung ha-

ben die Versicherten der Beschwerdeführerin ausserdem die Möglichkeit, 

nach der Beendigung der obligatorischen Versicherung die Risikoversiche-

rung für längstens zwei Jahre weiterzuführen, wobei das Altersguthaben 

bei der Beschwerdeführerin bleibt und verzinst wird. Die freiwillige Risiko-

versicherung endet u.a. mit der Vollendung des 65. Lebensjahres (Art. 6.3 

Bst. b VR). Eine Weiterführung des Vorsorgeschutzes ist jedoch nur mög-

lich, solange noch kein Vorsorgefall eingetreten ist, i.e. solange sich das 

versicherte Risiko nicht realisiert hat (E. 4.4.3). Bei Versicherten, die das 

60. Lebensjahr vollendet und das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber been-

det haben bzw. deren obligatorische Versicherungspflicht entfallen ist, ist 

das versicherte Risiko «Alter» eingetreten, womit sie Anspruch auf eine 

ganze Altersrente haben. Dies schliesst eine Weiterführung der Vorsorge 

im Sinne von Art. 47 Abs. 1 BVG bzw. Art. 6 VR aus. 

Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zurecht vorbringt, würde mit 

der strittigen Bestimmung ein Aufschub des Rentenbezugs bei vorzeitigem 

Altersrücktritt unter Weiterversicherung eines nicht mehr bezogenen Loh-

nes erlaubt, was auch mit Blick auf Art. 33a Abs. 1 BVG nicht möglich ist. 

Denn ein Rentenaufschub bei einer vorzeitigen Pensionierung würde auf 

eine über Art. 33a Abs. 1 BVG hinausgehende Weiterversicherung eines 

(während der Aufschubsdauer) nicht bloss in reduziertem Umfang, sondern 

A-6435/2018 

Seite 14 

überhaupt nicht bezogenen Lohnes hinauslaufen. Vor diesem Hintergrund 

verstösst die vorliegend in Frage stehende Regelung auch gegen Art. 33a 

Abs. 1 BVG und erweist sich damit als rechtswidrig. 

4.4.2 Was die Beschwerdeführerin hiergegen vorbringt, vermag nicht zu 

überzeugen:  

Zunächst stösst die Beschwerdeführerin mit ihrem Verweis auf die Auffas-

sungen des Bundesamts für Sozialversicherungen und der Schweizeri-

schen Steuerkonferenz, wonach eine auf Art. 47 Abs. 1 BVG basierende, 

steuerlich begünstigte Weiterversicherung für Erwerbslose ohne AHV-

pflichtiges Einkommen lediglich für vorübergehende Erwerbsunterbrüche 

von in der Regel nicht mehr als zwei Jahren oder bei Entlassungen kurz 

vor einer möglichen (vorzeitigen) Pensionierung anzunehmen sei, ins 

Leere (BSV, Mitteilungen BSV Nr. 110, Rz. 677; SSK, Anwendungsfälle zur 

beruflichen Vorsorge, A.2.4.1 und A.5.4.1; vgl. auch Entscheid des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Zürich SB.2013.00161 vom 2. April 2014 

E. 5.6). Denn damit ist gerade bestätigt, dass die Möglichkeit einer Weiter-

versicherung im Sinne von Art. 47 Abs. 1 BVG auch nach Ansicht des BSV 

und der SSK nur bis zum Erreichen des frühest möglichen Rentenalters 

besteht. 

Der Beschwerdeführerin kann auch nicht gefolgt werden, wenn sie vor-

bringt, die strittige Reglementsbestimmung sei rechtens, da Art. 47 Abs. 1 

BVG und Art. 33a BVG unterschiedliche Sachverhalte regeln würden. 

Denn sowohl Art. 47 Abs. 1 BVG als auch Art. 33a BVG haben die Weiter-

versicherung von nicht bezogenem Lohn zum Gegenstand. Art. 47 Abs. 1 

BVG deckt den Sachverhalt bis zum Erreichen des frühest möglichen Ren-

tenalters ab, während Art. 33a BVG die Zeit danach bis zum Erreichen des 

ordentlichen Rentenalters zum Gegenstand hat (E. 4.4.3 f.). Art. 33a Abs. 1 

BVG sieht nach Erreichen des frühest möglichen Rentenalters vor, dass 

eine Weiterversicherung des bisherigen Verdienstes nur bei einer Lohnre-

duktion von maximal 50% zulässig ist, ansonsten anteilsmässig der Vor-

sorgefall Alter eintritt. Würde die Anwendung von Art. 47 BVG über das frü-

hest mögliche Rentenalter hinaus erlaubt, hätte dies – wie die Vorinstanz 

zurecht vorbringt – eine Besserstellung von Personen zur Folge, die aus 

dem Obligatorium herausfallen im Vergleich zu jenen Personen, die zwar 

weniger als 50% des bisherigen Lohnes verdienen, aber immer noch ge-

nug, dass sie dem Obligatorium unterstehen. 

A-6435/2018 

Seite 15 

4.4.3 Damit erweist sich die Verfügung der Vorinstanz vom 12. Oktober 

2018 in diesem Punkt als rechtens. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hat überdies betreffend Art. 32.3 Satz zwei VR einen 

Vorbehalt angebracht. 

5.2 Die relevanten Reglementsbestimmungen lauten wie folgt: 

31  Witwen-/Wittwerrente 

(…) 

31.3 Die Rente beträgt 70 Prozent  

a. der ganzen Invalidenrente, auf welche die versicherte Person Anspruch 

gehabt hätte, oder  

b.  der Altersrente oder Invalidenrente der versicherten Person, bei Weiter-

führung der Versicherung gemäss Art. 5a.1 der Altersrente, auf welche 

die versicherte Person bei ihrem Tod Anspruch gehabt hätte. 

(…) 

31.5 Hat eine verwitwete Person keinen Rentenanspruch gemäss Art. 31.1 oder 

31.2, wird ihr eine einmalige Abfindung in der Höhe von drei Jahresrenten 

gemäss Art. 31.3 ausgerichtet. Beim Tod einer aktiv versicherten Person ent-

spricht die Abfindung mindestens dem Todesfallkapital gemäss Art. 35. 

32 Partnerrente 

32.1 Der überlebende Lebenspartner oder die überlebende Lebenspartnerin der 

verstorbenen versicherten Person hat Anspruch auf eine Rente gemäss 

Art. 31.3, wenn diese Person folgende Voraussetzungen gemeinsam erfüllt: 

a. Sie hat mit der verstorbenen versicherten Person mindestens ein ge-

meinsames Kind mit Anspruch auf Waisenrente.  

b.  Sie und die versicherte Person waren nicht verwandt und beim Tod der 

versicherten Person unverheiratet.   

c.  Sie hat mit der versicherten Person während der letzten fünf Jahre bis 

zu ihrem Tod ununterbrochen in einer partnerschaftlichen Lebensge-

meinschaft zusammengelebt.  

d.  Sie hat mit der verstorbenen versicherten Person einen Partnerschafts-

vertrag mit gegenseitiger Beistandspflicht abgeschlossen.   

A-6435/2018 

Seite 16 

e.  Sie hat keine anderen Ansprüche auf Witwen- oder Witwerrente aus 

beruflicher Vorsorge.   

f.  Sie reicht der (Pensionskasse) innert dreier Monate seit dem Tod der 

versicherten Person das Gesuch um die Ausrichtung der Partnerrente 

ein und weist nach, dass alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. 

32.2 Der Anspruch erlischt mit der Verheiratung, mit dem Beginn einer neuen part-

nerschaftlichen Lebensgemeinschaft oder mit dem Tod der anspruchsbe-

rechtigten Person. Diese oder deren Hinterlassene haben der (Pensions-

kasse) das Erlöschen des Anspruchs zu melden. Die (Pensionskasse) kann 

von Amtes wegen Abklärungen treffen. Unrechtmässig bezogene Leistungen 

sind zurückzuerstatten. 

32.3 Erfüllt der überlebende Lebenspartner oder die überlebende Lebenspartnerin 

der verstorbenen versicherten Person die Voraussetzungen von Art. 32.1b–

f, nicht aber jene von Art. 32.1a, hat er oder sie Anspruch auf eine einmalige 

Abfindung in der Höhe von drei Jahresrenten gemäss Art. 31.3. Beim Tod 

einer aktiven versicherten Person entspricht die Abfindung mindestens dem 

Todesfallkapital gemäss Art. 35. 

33 Rente der geschiedenen Ehegattin / des geschiedenen Ehegatten 

33.1 Nach dem Tod der versicherten Person ist die von ihr geschiedene der ver-

witweten Person gleichgestellt, (…). 

34 Waisenrente 

(…) 

34.2 Die Waisenrente beträgt 20 Prozent 

a. der ganzen Invalidenrente, auf welche die versicherte Person Anspruch 

gehabt hätte, oder 

b.  der Altersrente oder Invalidenrente der versicherten Person, bei Weiter-

führung der Versicherung gemäss Art. 5a.1 der Altersrente, auf welche 

die versicherte Person bei ihrem Tod Anspruch gehabt hätte. 

(…) 

A-6435/2018 

Seite 17 

35 Todesfallkapital 

35.1 Die (Pensionskasse) richtet beim Tod von aktiv versicherten Personen ein 

Todesfallkapital in der Höhe von 50 Prozent ihres Altersguthabens aus, wenn 

folgende Bedingungen gemeinsam erfüllt sind:  

a.  Beim Tod der verstorbenen versicherten Person entstehen keine An-

sprüche gemäss den Art. 31–33.  

b.  Die verstorbene versicherte Person hinterlässt Anspruchsberechtigte 

im Sinn von Art. 35.2.  

c.  Die Anspruchsberechtigten gemäss Art. 35.2 b und c verlangen die Aus-

richtung des Todesfallkapitals innert sechs Monaten seit dem Tod der 

versicherten Person. Waisenrentenberechtigte Kinder der verstorbenen 

versicherten Person werden von Amtes wegen berücksichtigt. 

35.2 Anspruchsberechtigte im Sinn von Art. 35.1b sind:  

a. 1. Prioritätengruppe  

–  waisenrentenberechtigte Kinder der verstorbenen versicherten Per-

son,  

b.  2. Prioritätengruppe  

–  Person, die mit der versicherten Person während mindestens der 

letzten fünf Jahre bis zu ihrem Tod ununterbrochen in einer Lebens-

gemeinschaft zusammengelebt hat, oder  

–  Personen, die von der versicherten Person in erheblichem Mass un-

terstützt worden sind, oder  

–  Personen, die für den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer 

Kinder aufkommen müssen,  

c.  3. Prioritätengruppe  

–  nicht waisenrentenberechtigte Kinder, Eltern und Geschwister der 

verstorbenen versicherten Person.   

Personen aus einer tieferen Prioritätengruppe haben keinen Anspruch auf 

das Todesfallkapital, wenn die versicherte Person Anspruchsberechtigte aus 

einer höheren Prioritätengruppe hinterlässt. 

(…).     

Im Rahmen der Verfügung vom 12. Oktober 2018 erklärte die Vorinstanz 

Art. 32.3 Satz zwei VR für nicht zulässig und verpflichtete die Beschwerde-

führerin dazu, diese Bestimmung zu ändern. Zur Begründung führte sie 

aus, diese Bestimmung verspreche dem Lebenspartner im Sinne von 

Art. 32.1 Bst. b – f VR das Todesfallkapital unbesehen davon, ob der ver-

A-6435/2018 

Seite 18 

storbene aktiv Versicherte nichtgemeinsame waisenberechtigte Kinder hin-

terlasse (mit Verweis auf Art. 35.2 VR). Somit durchbreche Art. 32.3 Satz 

zwei VR die Kaskadenordnung gemäss Art. 20a BVG. 

5.3  

5.3.1 Art. 18 ff. BVG regelt die Ausrichtung von Hinterlassenenleistungen. 

Anspruchsberechtigt sind neben dem überlebenden Ehegatten und dem 

überlebenden eingetragenen Partner (auch nach Scheidung oder gericht-

licher Auflösung [Art. 20 BVV 2]) die Waisen (Art. 19, 19a und 20 BVG). 

Art. 20a BVG gibt der Vorsorgeeinrichtung darüber hinaus die Möglichkeit, 

neben den Anspruchsberechtigten gemäss den Art. 19, 19a und 20 BVG 

reglementarisch weitere Personen für die Hinterlassenenleistungen zu be-

günstigen. Dabei handelt es sich um: 

a. natürliche Personen, die vom Versicherten in erheblichem Masse un-

terstützt worden sind, oder die Person, die mit diesem in den letzten 

fünf Jahren bis zu seinem Tod ununterbrochen eine Lebensgemein-

schaft geführt hat oder die für den Unterhalt eines oder mehrerer ge-

meinsamer Kinder aufkommen muss; 

b. beim Fehlen von begünstigten Personen nach Buchstabe a: die Kinder 

des Verstorbenen, welche die Voraussetzungen nach Artikel 20 nicht 

erfüllen, die Eltern oder die Geschwister; 

c. beim Fehlen von begünstigten Personen nach den Buchstaben a und 

b: die übrigen gesetzlichen Erben, unter Ausschluss des Gemeinwe-

sens (…). 

5.3.2 Bei Art. 20a BVG handelt es sich um eine «Kann-Bestimmung», die 

es dem Entscheid der einzelnen Vorsorgeeinrichtung überlässt, ob sie 

derartige Leistungen erbringen will. Das Bundesgericht hat mehrfach 

festgestellt, dass die Begünstigungsordnung nach Art. 20a BVG – im 

Gegensatz zum Obligatoriumsbereich gemäss Art. 19, 19a und 20 BVG 

und Art. 20 BVV 2 i.V.m. Art. 21 f. BVG – ausschliesslich Gegenstand der 

weitergehenden beruflichen Vorsorge bildet und deshalb den 

Vorsorgeeinrichtungen eine erhebliche Autonomie und Gestaltungsfreiheit 

zukommt (BGE 138 V 86 E. 2.2; BGE 136 V 127 E. 4.4). Dadurch handelt 

es sich bei jeder Begünstigung um eine überobligatorische Leistung. Will 

eine Vorsorgeeinrichtung von der Kompetenz Gebrauch machen, muss sie 

die gesetzliche Bestimmung in ihr Reglement übertragen. Ohne eine 

reglementarische Grundlage besteht kein Anspruch auf 

Hinterlassenenleistungen gemäss Art. 20a BVG. Bei den für eine 

Begünstigung zugänglichen Leistungen kann es sich um Einmalleistungen 

in der Form eines Todesfallkapitals oder um Rentenleistungen handeln, 

A-6435/2018 

Seite 19 

wobei Renten in der Regel als sog. Lebenspartnerrenten nur zugunsten 

nichtehelicher Lebenspartner, welche die Voraussetzungen von Art. 20a 

Abs. 1 Bst. a BVG erfüllen, nicht aber auch an andere Begünstigte 

ausgerichtet werden (HANS-ULRICH STAUFFER, Berufliche Vorsorge, 3. Aufl. 

2019, Rz. 963; MARC HÜRZELER/GUSTAVO SCARTAZZINI, in: BVG und FZG, 

Art. 20a N. 5).  In Art. 20a Abs. 1 BVG wird der Kreis der Personen, welche 

im Rahmen der weitergehenden beruflichen Vorsorge begünstigt werden 

können, abschliessend definiert. Er darf reglementarisch nicht erweitert 

werden. Umgekehrt steht es den Vorsorgeeinrichtungen aber offen, den 

Kreis der reglementarisch begünstigten Personen enger zu fassen als 

Art. 20a Abs. 1 BVG. So ging zum Beispiel in BGE 137 V 387 E. 3.2 das 

Reglement von einem restriktiveren Begriff der Lebensgemeinschaft aus, 

indem es zusätzlich das Erfordernis der gemeinsamen Haushaltung 

statuierte, was vom BGer als zulässig erachtet wurde. Allerdings sind sie 

dabei an die Einhaltung der zwingenden Kaskadenordnung der 

gesetzlichen Vorschrift gebunden, d.h., die Begünstigung in der 

Kaskadenfolge nachrangiger Personen ist nur zulässig, wenn vorrangige 

Kreise berücksichtigt wurden. Konkret wäre es zum Beispiel zulässig, die 

Begünstigung auf Personen von Art. 20a Abs. 1 Bst. a und b BVG zu 

beschränken, hingegen eine Begünstigung der übrigen gesetzlichen Erben 

nach Art. 20a Abs. 1 Bst. c BVG nicht vorzusehen. Eine reglementarische 

Begünstigtenordnung, welche zwar die Begünstigtenkreise nach Art. 20a 

Abs. 1 Bst. b und c BVG übernimmt, ohne jedoch vorrangig die in Art. 20a 

Abs. 1 Bst. a BVG genannten Personen zu berücksichtigen, ist hingegen 

unzulässig. Der Gesetzeswortlaut bringt die zwingende Kaskadenordnung 

damit zum Ausdruck, dass nachrangige Kreise nur beim Fehlen von 

begünstigten Personen einer vorrangigen Gruppe berücksichtigt werden 

(vgl. BGE 136 V 127 E. 4.4, BGE 136 V 49 E. 3.2; HÜRZELER/SCARTAZZINI, 

in: BVG und FZG, Art. 20a N. 10). Innerhalb einer Kaskade kann die 

versicherte Person hingegen eine einzelne Person auf 

Hinterlassenenleistungen begünstigen oder die Vorsorgeeinrichtung eine 

Rangfolge nach Priorität vorsehen. Im 2. Rang können somit zum Beispiel 

ausschliesslich die Eltern begünstigt werden (STAUFFER, a.a.O., Rz. 967). 

5.3.3 Der Wortlaut von Art. 20a Abs. 1 BVG sieht vor, dass die Vorsorge-

einrichtung in ihrem Reglement neben den Anspruchsberechtigten nach 

den Art. 19, 19a und 20 BVG die in Art. 20a Abs. 1 Bst. a-c BVG aufgeführ-

ten Personen als Begünstigte für Hinterlassenenleistungen vorsehen kann. 

Damit wird das Verhältnis der im Ingress bezeichneten, von Gesetzes we-

gen anspruchsberechtigten Hinterlassenen zu den weiteren Begünstigten 

A-6435/2018 

Seite 20 

weitgehend offengelassen. Immerhin ist aber unbestritten, dass die Aus-

richtung von Leistungen nach Art. 20a BVG zu keiner Einschränkung der 

gesetzlichen Hinterlassenenleistungen führen darf. Fraglich kann daher 

nur sein, ob und inwieweit die gesetzlich anspruchsberechtigten Hinterlas-

senen auch an den überobligatorischen Leistungen partizipieren sollen. 

Nach VETTER-SCHREIBER muss es der Vorsorgeeinrichtung überlassen 

sein, ob sie diese Hinterlassenen prioritär, das heisst vor den Begünstigten 

gemäss Art. 20a Abs. 1 Bst. a BVG, behandeln will oder nicht. Auch ge-

mäss Mitteilungen des BSV über die berufliche Vorsorge Nr. 104 vom 

5. März 2008, Ziff. 625 können die Vorsorgeeinrichtungen einerseits Hin-

terlassenenleistungen gemäss Art. 19 und 20 BVG für den überlebenden 

Ehegatten und die Waisen und andererseits ein Todesfallkapital für die Be-

günstigten nach Art. 20a BVG vorsehen. Entscheide das Reglement, dass 

auch die Hinterlassenen nach Art. 19 und 20 Anspruch auf ein Todesfallka-

pital haben, so müssten die Vorsorgeeinrichtungen das Verhältnis zwi-

schen diesen Hinterlassenen und den anderen Begünstigten regeln. Für 

die überobligatorische Vorsorge sehe das Gesetz keine Priorität für die Hin-

terlassenen nach Art. 19 und 20 BVG vor, schliesse eine solche aber auch 

nicht aus. Im Rahmen der überobligatorischen beruflichen Vorsorge habe 

die Vorsorgeeinrichtung mithin die Möglichkeit, aber nicht die Verpflichtung, 

reglementarisch eine Priorität der gesetzlich anspruchsberechtigten Hin-

terlassenen festzulegen, indem diese zuoberst in der Kaskade angesiedelt 

würden (BGE 136 V 49 E. 4; vgl. zum Ganzen: HÜRZELER/SCARTAZZINI, in: 

BVG und FZG, Art. 20a N. 34; ISABELLE VETTER-SCHREIBER, Kommentar 

BVG FZG, 3. Aufl. 2013 [nachfolgend OF-Kommentar], Art. 20a BVG N. 7). 

Zum Verhältnis zwischen einem nichtehelichen Lebenspartner und einer 

gesetzlich anspruchsberechtigten Waise äusserte sich das Bundesgericht 

dahingehend, dass es zulässig sei, den nichtehelichen Lebenspartner bes-

ser zu stellen als die Waisen nach Art. 20 BVG. Es erweist sich daher als 

gesetzeskonform, wenn die Waisen auf die gesetzlichen Leistungen ver-

wiesen werden und ein allfälliges Todesfallkapital an den überlebenden 

nichtehelichen Lebenspartner fällt. Die Begünstigung der Konkubine setzt 

zudem nicht voraus, dass auch den Waisen Hinterlassenenleistungen im 

gleichen Umfang zustehen (BGE 136 V 49 E. 4.7; HÜRZELER/SCARTAZZINI, 

in: BVG und FZG, Art. 20a N. 35; VETTER-SCHREIBER, OF-Kommentar, 

Art. 20a BVG N. 7). 

5.4 Streitig und zu klären ist, ob Art. 32.3 Satz zwei VR rechtens ist. 

A-6435/2018 

Seite 21 

5.4.1 Mit Art. 32 VR begünstigt die Beschwerdeführerin die überlebende 

Lebenspartnerin der verstorbenen versicherten Person, welche gemäss 

Art. 19, 19a und 20 BVG und Art. 20 BVV 2 (e contrario) keinen gesetzli-

chen Anspruch auf Hinterlassenenleistungen hat. Art. 32 VR ist ein Anwen-

dungsfall von Art. 20a BVG. Die überlebende Lebenspartnerin ist innerhalb 

der Kaskade von Art. 20a Abs. 1 BVG in Buchstabe a, i.e. im ersten Rang, 

zu finden. Auch im VR ist die überlebende Lebenspartnerin im ersten Rang 

der Kaskadenordnung eingereiht (nebst den Verwitweten und den geschie-

denen Ehegatten, für welche in den Art. 31 und 33 VR ebenfalls überobli-

gatorische Leistungen vorgesehen sind). Dies geht aus Art. 35.1 Ingress in 

Verbindung mit Art. 35.1 Bst. a VR hervor, wonach kein Todesfallkapital 

ausgerichtet wird, wenn beim Tod der verstorbenen versicherten Person 

Ansprüche gemäss den Art. 31-33 VR entstehen. Mit anderen Worten kom-

men die in Art. 35.2 VR genannten, nach Prioritätengruppen geordneten 

Anspruchsberechtigten erst zum Zug, soweit nicht anderweitig überobliga-

torische Leistungen – zum Beispiel an die überlebende Lebenspartnerin – 

zu erbringen sind. Erst wenn keine Ansprüche gemäss Art. 31-33 VR ent-

stehen (Art. 35.1 Ingress i.V.m. Art. 35.1 Bst. a VR), sind in der «1. Priori-

tätengruppe» waisenrentenberechtigte Kinder der verstorbenen versicher-

ten Person anspruchsberechtigt (Art. 35.2 Bst. a VR). Mit Blick auf die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung ist diese Kaskadenordnung nicht zu be-

anstanden. So ist insbesondere gesetzeskonform, die nichtehelichen Le-

benspartner im Rahmen der überobligatorischen Leistungen gegenüber 

den waisenrentenberechtigten Kindern zu begünstigen (vgl. E. 5.3.3).  

 

Art. 32.3 Satz zwei VR selbst hat gar keinen Einfluss auf die seitens der 

Vorinstanz ins Feld geführte Kaskadenordnung. Damit ist weder mit Blick 

auf die angefochtene Verfügung noch sonst ersichtlich, inwiefern der streit-

gegenständliche, von der Vorinstanz mit einem Vorbehalt bedachte 

Art. 32.3 Satz zwei VR rechtswidrig sein soll. 

 

5.4.2 Die Vorinstanz führt hierzu im Wesentlichen Folgendes aus:  

5.4.2.1 Erstens bringt die Vorinstanz vor, das strittige Vorsorgereglement 

schaffe zwei Kategorien von Lebenspartnern, nämlich solche der ersten 

Kategorie nach Art. 32.3 VR und solche der zweiten Kategorie nach 

Art. 35.2 Bst. b VR. Dies stelle eine Rechtsungleichheit in der Behandlung 

der Lebenspartner dar.  

Hierzu ist der Vorinstanz zu entgegnen, dass Art. 35.1 Ingress i.V.m. 

Art. 35.1 Bst. a VR sowie Art. 35.2 die Kaskadenordnung bestimmen. 

A-6435/2018 

Seite 22 

Art. 32.3 VR selbst hat hierauf keinen Einfluss. Streitgegenstand ist aber 

nur, ob Art. 32.3 Satz zwei VR rechtens ist. Damit kann offenbleiben, ob 

Art. 35 VR zwei Kategorien von Lebenspartnern kreiert und ob solches 

rechtens wäre. 

5.4.2.2 Weiter sei es nicht zulässig, eine wie auch immer definierte Kate-

gorie Lebenspartner in der Kaskade den Personen voranzustellen, die für 

den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer Kinder aufkommen 

müssten (mit Bezug auf Art. 35.1 Bst. a i.V.m. Art. 32 und Art. 35.2 Bst. b 

dritter Spiegelstrich). 

Auch dies hat mit dem Streitgegenstand, ob Art. 32.3 Satz zwei VR rech-

tens ist, nichts zu tun. Allerdings kann die Vorsorgeeinrichtung innerhalb 

einer Kaskade (hier innerhalb von Art. 20a Abs. 1 Bst. a BVG) sehr wohl 

eine Rangfolge nach Priorität vorsehen (E. 5.3.2). 

5.4.2.3 Die Vorinstanz bringt sodann vor, die Hinterlassenenleistungen der 

Waisen seien nicht mehr gedeckt, wenn nebst dem Ehegatten gestützt auf 

Art. 31.5 VR gleichzeitig auch ein Lebenspartner gestützt auf Art. 32.3 VR 

ein Todesfallkapital erhalte. Denn diesfalls sei das Vorsorgekapital vollstän-

dig aufgebraucht. 

Art. 32 VR bestimmt die Voraussetzungen, welche erfüllt sein müssen, da-

mit der überlebende Lebenspartner Anspruch auf eine Rente oder ein To-

desfallkapital hat. In beiden Fällen ist zwingend, dass die versicherte Per-

son im Todeszeitpunkt unverheiratet war (Art. 32.1 Bst. b VR). Es ist somit 

nicht ersichtlich, in welcher Konstellation gleichzeitig Todesfallkapitalien 

nach Art. 31.5 VR und nach Art. 32.3 VR ausbezahlt werden müssten, wo-

mit sich das von der Vorinstanz aufgeworfene Problem nicht stellt. 

5.4.3 Damit erweist sich Art. 32.3 Satz zwei VR als rechtens, womit die 

Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen ist. 

6.  

6.1 Weiter hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung betreffend 

Art. 48.3 VR einen Vorbehalt angebracht. 

A-6435/2018 

Seite 23 

6.2 Die relevanten Reglementsbestimmungen lauten wie folgt: 

48  Sanierungsmassnahmen 

48.1 Liegt der Deckungsgrad der Pensionskasse am Stichtag unter 100%, trifft die 

Pensionskasse in Abhängigkeit des Deckungsgrades folgende Sanierungs-

massnahmen, wobei immer der seit Beginn der Sanierung am Stichtag ermit-

telte tiefste Deckungsrad massgebend ist: 

a. bei Deckungsgrad unter 100 Prozent, aber nicht tiefer als 95 Prozent 

entscheidet der Vorstand über Sanierungsbeiträge. Werden Sanie-

rungsbeiträge erhoben, dürfen diese total 3 Prozent der versicherten 

Besoldung nicht übersteigen. 

b.  bei Deckungsgrad unter 95 Prozent, aber nicht tiefer als 90 Prozent 

setzt der Vorstand Sanierungsbeiträge fest, die total mindestens 3 Pro-

zent und höchstens 6 Prozent der versicherten Besoldung betragen. 

c. bei Deckungsgrad unter 90 Prozent setzt der Vorstand Sanierungsbei-

träge fest, die total mindestens 6 Prozent der versicherten Besoldung 

betragen und höchstens dem maximalen Sanierungsbeitrag gemäss 

§ 63a Abs. 2 des Gesetzes über das öffentlich-rechtliche Arbeitsverhält-

nis (Personalgesetz) vom 26. Juni 2001 entsprechen. 

48.2 Der Stichtag ist der 31. März jeden Jahres. 

48.3  Die Sanierungsbeiträge werden zu gleichen Teilen von den Arbeitgebern und 

den aktiven Versicherten getragen. Der Vorstand kann festlegen, dass die 

aktiven Versicherten ihren Anteil ganz oder teilweise in Form einer Minder-

verzinsung der Altersguthaben gegenüber dem BVG-Mindestzinssatz leis-

ten. Ausgeschlossen ist eine Negativverzinsung. 

(…). 

Im Rahmen der Verfügung vom 12. Oktober 2018 führte die Vorinstanz zu 

Art. 48.3 VR aus, eine Minderverzinsung gestützt auf Art. 65d Abs. 4 BVG 

sei nur zulässig, wenn die Sanierungsbeiträge nach Art. 65d Abs. 3 BVG 

ungenügend seien. Die gesetzliche Reihenfolge der Sanierungsmassnah-

men sei zwingendes Recht. Die Höhe des individuellen Sanierungsbeitra-

ges werde denn auch nie dieselbe sein, falls man den Sanierungsbeitrag 

als Minderverzinsung des vorhandenen Altersguthabens berechne statt als 

prozentualen Beitrag vom Lohn in Abzug bringe. Demzufolge falle die indi-

viduelle Belastung regelmässig anders aus, wenn statt der individuellen 

Zahlung eines Lohnprozents eine individuelle Minderverzinsung des Alters-

kapitals stattfinde. Die versicherten Personen hätten einen gesetzlichen 

A-6435/2018 

Seite 24 

Anspruch darauf, dass die Sanierungsbeiträge gemäss der gesetzlichen 

Ordnung von Art. 65d BVG erhoben würden. Die Bestimmung sei anzupas-

sen. 

6.3  

6.3.1 Die Vorsorgeeinrichtung muss die Unterdeckung selbst beheben. Der 

Sicherheitsfonds tritt erst dafür ein, wenn die Vorsorgeeinrichtung zah-

lungsunfähig ist (Art. 65d Abs. 1 BVG). Die Massnahmen zur Behebung 

einer Unterdeckung müssen auf einer reglementarischen Grundlage beru-

hen und der besonderen Situation der Vorsorgeeinrichtung, insbesondere 

den Vermögens- und Verpflichtungsstrukturen wie den Vorsorgeplänen 

und der Struktur und der zu erwartenden Entwicklung des Bestandes der 

Versicherten sowie der Rentnerinnen und Rentner Rechnung tragen. Sie 

müssen verhältnismässig, dem Grad der Unterdeckung angemessen und 

Teil eines ausgewogenen Gesamtkonzeptes sein. Sie müssen zudem ge-

eignet sein, die Unterdeckung innerhalb einer angemessenen Frist zu be-

heben (Art. 65d Abs. 2 BVG; Urteil des BVGer A-6431/2014 vom 12. Juli 

2016 E. 4.3.1.3). 

Gemäss Art. 65d Abs. 3 Bst. a BVG kann die Vorsorgeeinrichtung, sofern 

andere Massnahmen nicht zum Ziel führen, während der Dauer einer Un-

terdeckung u.a. von Arbeitgeber und Arbeitnehmern Beiträge zur Behe-

bung einer Unterdeckung erheben. Der Beitrag des Arbeitgebers muss 

mindestens gleich hoch sein wie die Summe der Beiträge der Arbeitneh-

mer. Sofern sich die Massnahmen nach Art. 65d Abs. 3 BVG als ungenü-

gend erweisen, kann die Vorsorgeeinrichtung den Mindestzinssatz nach 

Artikel 15 Absatz 2 während der Dauer der Unterdeckung, höchstens je-

doch während fünf Jahren unterschreiten. Die Unterschreitung darf höchs-

tens 0,5 Prozent betragen (Art. 65d Abs. 4 BVG). Gemäss Art. 15 Abs. 2 

Satz 1 BVG legt der Bundesrat den Mindestzins (der Altersguthaben) fest. 

6.3.2 Art. 49 Abs. 2 Ziff. 15 f. BVG verweist auf Art. 65d Abs. 1, 2 und 3 

Bst. a zweiter Satz und b BVG und erklärt sie auch in der weitergehenden 

Vorsorge für anwendbar. Grundsätzlich ergibt sich die Möglichkeit zur Er-

hebung von Sanierungsbeiträgen in der weitergehenden Vorsorge schon 

aus dem Grundsatz der Autonomie der Vorsorgeeinrichtungen in Bezug auf 

die Ordnung ihrer Finanzierung nach Art. 49 Abs. 1 BVG. Der Gesetzgeber 

wollte aber die Erhebung von Sanierungsbeiträgen in der überobligatori-

schen Vorsorge an das Einverständnis des Arbeitgebers knüpfen, da die-

ser Bereich der beruflichen Vorsorge vertragsrechtlichen Bestimmungen 

unterstehe und daher in Reglement oder Statuten bzw. Anschlussverträgen 

A-6435/2018 

Seite 25 

zu regeln sei. Ist der Arbeitgeber aber mit der Erhebung der Sanierungs-

beiträge einverstanden, muss er mindestens die Hälfte dieser Beiträge 

übernehmen (Botschaft über Massnahmen zur Behebung von Unterde-

ckungen in der beruflichen Vorsorge vom 19. September 2003, BBl 2003 

6399, 6410; vgl. JÜRG BRECHBÜHL/LARA FRETZ, in: BVG und FZG, Art. 65d 

N. 8 f.).  

Massnahmen zur Behebung von Unterdeckungen müssen auf einer regle-

mentarischen Grundlage beruhen. Die reglementarische Grundlage darf 

sich nicht in einer Generalklausel erschöpfen, sondern sie muss die vorge-

sehenen Massnahmen im Einzelnen aufführen. Seit 1. Januar 2012 finden 

auf öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen im System der Vollkapitali-

sierung, die sich in einer Unterdeckung befinden, die Massnahmen gleich-

ermassen Anwendung wie für privatrechtliche Vorsorgeeinrichtungen (vgl. 

BRECHBÜHL/FRETZ, in: BVG und FZG, Art. 65d N. 13 ff.; VETTER-SCHREI-

BER, OF-Kommentar, Vorbemerkungen zu Art. 65d BVG). Für die Mass-

nahmen zur Behebung der Unterdeckung gilt das Verhältnismässigkeits-

prinzip. Einschneidende Massnahmen müssen erst ergriffen werden, wenn 

andere, weniger weitgehende Massnahmen nicht zum Ziel führen. Die in 

Art. 65d Abs. 3 und 4 BVG zur Anwendung kommenden Massnahmen zur 

Behebung der Unterdeckung dürfen somit nur beschlossen werden, sofern 

andere Massnahmen nicht zum Ziel führen. Insoweit gilt für diese Mass-

nahmen das Subsidiaritätsprinzip. Unter diesen «anderen Massnahmen» 

sind all jene Massnahmen zu verstehen, welche eine Verbesserung des 

Deckungsgrades bewirken können, die aber nicht unter den Massnahmen-

katalog von Art. 65d Abs. 3 und 4 BVG fallen (vgl. BRECHBÜHL/FRETZ, in: 

BVG und FZG, Art. 65d N. 31).  

Als solche prioritäre Massnahme im Sinne von Art. 65d Abs. 2 BVG gilt die 

reduzierte Verzinsung oder Nullverzinsung nach dem Anrechnungsprinzip, 

welche bei umhüllenden Kassen im Beitragsprimat möglich ist, nicht aber 

bei reinen BVG-Minimalkassen. Denn eine Minderverzinsung setzt voraus, 

dass überobligatorisches Altersguthaben vorhanden ist, damit der Zins, der 

alleine auf dem obligatorischen Teil gutgeschrieben werden muss, gesamt-

haft erzielt werden kann. Davon klar zu unterscheiden ist die Möglichkeit, 

gemäss Art. 65d Abs. 4 BVG den BVG-Mindestzinssatz nach Art. 15 Abs. 2 

BVG zu unterschreiten. Während die Unterschreitung des BVG-Mindest-

zinssatzes nur in Frage kommt, wenn sich die anderen Massnahmen – 

auch solche nach Art. 65d Abs. 3 BVG – als ungenügend erweisen, ist die 

Nullverzinsung nach Anrechnungsprinzip grundsätzlich auch als prioritäre 

A-6435/2018 

Seite 26 

Sanierungsmassnahme zulässig (Botschaft über Massnahmen zur Behe-

bung von Unterdeckungen in der beruflichen Vorsorge vom 19. September 

2003, BBl 2003 6399, 6409; vgl. BRECHBÜHL/FRETZ, in: BVG und FZG, 

Art. 65d N. 22, 31 und 47 f.; STAUFFER, a.a.O., Rz. 2165). 

Die Auslegung der reglementarischen Bestimmungen bei Vorsorgeeinrich-

tungen des öffentlichen Rechts hat nach den gewöhnlichen Regeln der Ge-

setzesauslegung zu geschehen. Denn anders als bei den privatrechtlichen 

Vorsorgeträgern, wo das Rechtsverhältnis zu den Versicherten im Bereich 

der freiwilligen Vorsorge auf dem so genannten Vorsorgevertrag beruht, 

dessen Auslegung folgerichtig nach Vertrauensprinzip, unter Berücksichti-

gung der Unklarheits- und Ungewöhnlichkeitsregeln erfolgt, weist das dem 

öffentlichen Recht unterstehende Vorsorgeverhältnis keine vertraglichen 

Elemente auf (BGE 130 V 80 E. 3.2.2; STAUFFER, a.a.O., Rz. 488). 

6.4 Streitig und zu klären ist, ob Art. 48.3 VR rechtens ist. 

6.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt hierzu vor, bei der gerügten Regle-

mentsbestimmung gehe es nicht darum, dass sie den Mindestzinssatz 

nach Art. 15 Abs. 2 BVG senken möchte, sondern um eine Minder- oder 

Nullverzinsung in der umhüllenden Vorsorge. Eine solche sei im Zustand 

der Unterdeckung jederzeit zulässig, sofern in der Schattenrechnung die 

obligatorischen Ansprüche nicht verletzt würden, was mit Art. 11 VR sicher-

gestellt sei, welcher das Anrechnungsprinzip verankere und festhalte, dass 

die Beschwerdeführerin die BVG-Mindestleistungen in einer Schattenrech-

nung ausweise. Es sei nicht erforderlich, dass Art. 48.3 VR für seine Ver-

ständlichkeit bzw. Korrektheit das Wort «umhüllend» enthalte. Der Wortlaut 

sei klar. Es gehe um eine «Minderverzinsung gegenüber dem BVG-Min-

destzinssatz» und nicht um eine «Unterschreitung des BVG-Mindestzins-

satzes» und damit um eine «BVG-Minderverzinsung». 

6.4.2 Die von der Beschwerdeführerin beschriebene Minder- oder Nullver-

zinsung nach dem Anrechnungsprinzip in der umhüllenden Vorsorge gilt 

als Massnahme, die prioritär zu treffen ist, i.e. bevor die in den Art. 65d 

Abs. 3 und 4 BVG beschriebenen Massnahmen in Betracht gezogen wer-

den (E. 6.3.2). Allerdings spricht die hier streitige Reglementsbestimmung 

von «einer Minderverzinsung der Altersguthaben gegenüber dem BVG-

Mindestzinssatz». Eine Minderverzinsung der Altersguthaben gegenüber 

dem BVG-Mindestzinssatz kann nur als Unterschreiten des BVG-Mindest-

zinses im Sinne von Art. 65d Abs. 4 BVG verstanden werden, da sich der 

Mindestzinssatz nach Art. 15 Abs. 2 BVG nur auf den obligatorischen Teil 

A-6435/2018 

Seite 27 

des Altersguthabens im Sinne von Art. 15 Abs. 1 BVG bezieht. Die Verzin-

sung desjenigen Teils, welcher der weitergehenden Vorsorge zuzuordnen 

ist, regelt das BVG hingegen nicht (BGE 132 V 278 E. 4.2; THOMAS FLÜ-

CKIGER, in: BVG und FZG, Art. 15 N. 12) und aus dem VR geht nicht hervor, 

dass auch das überobligatorische Altersguthaben zum BVG-Mindestzins 

verzinst werde. Der Wortlaut von Art. 48.3 VR erscheint insofern klar und 

sieht vor, dass der Vorstand festlegen kann, dass die aktiven Versicherten 

ihren Anteil (an den Sanierungsbeiträgen) ganz oder teilweise in Form ei-

ner Minderverzinsung des obligatorischen Teils der Altersguthaben leisten 

(E. 6.3.2). Die streitige Reglementsbestimmung in Art. 48.3 VR verletzt so-

mit Art. 65d Abs. 4 BVG, wonach die Unterschreitung des BVG-Mindest-

zinssatzes erst in Betracht zu ziehen ist, wenn sich die Massnahmen nach 

Art. 65d Abs. 3 BVG als ungenügend erweisen. 

Damit kann offen bleiben, ob die reglementarische Bestimmung von 

Art. 48.3 VR in der Art und Weise, wie sie die Beschwerdeführerin verstan-

den wissen will (Minder- oder Nullverzinsung nach dem Anrechnungsprin-

zip in der umhüllenden Vorsorge), gesetzeskonform wäre. 

6.4.3 Die Verfügung der Vorinstanz vom 12. Oktober 2018 erweist sich 

demnach in diesem Punkt als rechtens. 

7.  

7.1 Weiter hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung betreffend 

Art. 55.2 VR einen Vorbehalt angebracht. 

 

7.2 Die relevanten Reglementsbestimmungen lauten wie folgt: 

55.1 Der Vorstand besteht aus zwölf Personen. 

55.2 Sechs Mitglieder sowie ein erstes und zweites Ersatzmitglied werden unter 

Beachtung der folgenden Vorschriften von der Versammlung der Versicher-

ten als Arbeitnehmervertretung für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt: 

a. Die verschiedenen Berufsgruppen sollen angemessen vertreten sein. 

b. Mindestens fünf Mitglieder müssen bei der Pensionskasse versichert 

sein. 

c. Bei der Wahl gelten folgende Altersbeschränkungen: 

-  Mindestens fünf Mitglieder haben das Rentenalter der Pensionskasse 

noch nicht erreicht.  

-  Höchstens ein Mitglied hat das Rentenalter der Pensionskasse über-

schritten, aber das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet. 

A-6435/2018 

Seite 28 

d. Tritt ein Mitglied während der Amtsdauer zurück oder kann es sein Man-

dat nicht mehr wahrnehmen, tritt an seine Stelle für den Rest der Amts-

periode das Ersatzmitglied, entsprechend der bei der Wahl durch die 

Versammlung bestimmten Reihenfolge. 

Im Rahmen der Verfügung vom 12. Oktober 2018 führte die Vorinstanz zu 

Art. 55.2 VR aus, die paritätische Vertretung im obersten Organ der Pensi-

onskasse sei eine tragende Säule der beruflichen Vorsorge. Es sei daher 

nicht zulässig, die paritätische Vertretung der Arbeitnehmer beispielsweise 

durch eine Rentnervertretung zu beeinträchtigen. Mit diesem Erfordernis 

sei Art. 55.2 Bst. c VR nicht vereinbar. Diese Bestimmung lasse es zu, dass 

ein Mitglied als Altersrentner im Vorstand Einsitz nehmen könne, welcher 

zulasten der Arbeitnehmervertretung gehe. Diese Bestimmung verstosse 

somit gegen zwingendes Recht und sei anzupassen. 

7.3  

7.3.1 Nach Art. 51 Abs. 1 BVG haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber das 

Recht, in das oberste Organ der Vorsorgeeinrichtung die gleiche Zahl von 

Vertretern zu entsenden.  

7.3.2  

7.3.2.1 Paritätisch zu verwalten sind die gemäss Art. 48 BVG im Register 

für die berufliche Vorsorge eingetragenen Vorsorgeeinrichtungen 

unabhängig davon, ob sie nur die gesetzlichen Mindestleistungen oder 

darüber hinausgehende Leistungen erbringen (Art. 49 Abs. 2 Ziff. 7 BVG). 

Nicht unter Art. 51 BVG fallen die nicht registrierten 

Personalvorsorgestiftungen und –genossenschaften. Auf sie finden (nach 

wie vor) Art. 89a ZGB und Art. 885 OR Anwendung (THOMAS 

GÄCHTER/MAYA GECKELER HUNZIKER, in: BVG und FZG, Art. 51 N. 12 f.). 

Der Sinn und Zweck von Art. 51 Abs. 1 BVG liegt darin, eine effektiv gleich-

berechtigte Mitbestimmung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern 

zu gewährleisten und die Stellung der Arbeitnehmervertreter im paritäti-

schen Organ zu stärken (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts 

B 117/2005 vom 19. Oktober 2006 E. 3.2.1; Urteil des BVGer C-2371/2006 

vom 17. August 2007 E. 2.3.3; HANS MICHAEL RIEMER/GABRIELA RIEMER-

KAFKA, Das Recht der beruflichen Vorsorge in der Schweiz, 2. Aufl. 2006, 

S. 46). Dieser Zweck der Vorschrift kommt als vom Gesetzgeber ange-

strebtes Ziel auch in den Materialien zum Ausdruck (vgl. Botschaft zum 

Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-

vorsorge vom 19. Dezember 1975, BBl 1976 I 149 ff., 202 ff.; Botschaft zur 

A-6435/2018 

Seite 29 

Revision des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenvorsorge [1. BVG-Revision], BBl 2000 2637 ff., 2677; Bericht 

der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit [SGK-N] über den 

Vorsorgeschutz für Teilzeitbeschäftigte und Personen mit kleinen Einkom-

men, über die Anpassung des Umwandlungssatzes und über die paritäti-

sche Verwaltung der Vorsorgeeinrichtungen vom 21./22. Februar 2002 an 

den Nationalrat für die Beratungen zur 1. BVG-Revision, S. 28 ff., ebenso 

Bericht der Subkommission BVG zuhanden der Kommission für soziale Si-

cherheit und Gesundheit [SGK-N], S. 27 ff.; vgl. zum Ganzen Urteil des 

BVGer A-358/2018 vom 10. Januar 2019 E. 12.2.2). Die volle Parität be-

zweckt somit den Schutz der Arbeitnehmenden und wird als Minimalvor-

schrift zugunsten der Arbeitnehmervertretung verstanden. Eine Abwei-

chung von der Parität zu Lasten der Arbeitnehmenden ist daher nicht zu-

lässig. Art. 51 BVG hat somit relativ zwingenden Charakter. Demgegen-

über befindet sich der Arbeitgeber im Allgemeinen gegenüber der Vorsor-

geeinrichtung in einer viel stärkeren Position und benötigt keinen speziel-

len Schutz. Es spricht deswegen nichts dagegen, wenn der Arbeitgeber auf 

seine Vertretungsrechte ganz oder teilweise verzichten will. Ein solcher 

Verzicht ist jedoch jederzeit widerrufbar (BSV, Mitteilungen über die beruf-

liche Vorsorge Nr. 48 vom 21. Dezember 1999, Rz. 280 Nr. 3.1; GÄCH-

TER/GECKELER HUNZIKER, in: BVG und FZG, Art. 51 N. 14 f.; VETTER-

SCHREIBER, OF-Kommentar, Art. 51 N. 1; STAUFFER, a.a.O., Rz. 1935). 

Der genannte Zweck des Gesetzes und der Wille des Gesetzgebers, die 

Stellung der Arbeitnehmervertretung im paritätischen Organ zu stärken, so-

wie der Umstand, dass Arbeitnehmer häufig mangelhaft für die Möglichkei-

ten der paritätischen Mitbestimmung sensibilisiert sind, sprechen dafür, 

Art. 51 Abs. 1 BVG als Schutznorm zugunsten der Arbeitnehmer dahinge-

hend auszulegen, dass nicht als Arbeitnehmervertreter anerkannt werden 

kann, wer beim Unternehmen an wesentlichen Entscheiden beteiligt ist 

bzw. die Willensbildung des Unternehmens wesentlich zu beeinflussen ver-

mag (in diesem Sinne – auch zum Folgenden – GÄCHTER/GECKELER HUNZI-

KER, in: BVG und FZG, Art. 51 N. 16 ff.; VETTER-SCHREIBER, OF-Kommen-

tar, Art. 51 N. 2; STAUFFER, a.a.O., Rz. 1944). Es drängt sich deshalb auf, 

an die im Haftpflichtrecht entwickelte Unterscheidung anzuknüpfen, wo-

nach Organ (Art. 55 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De-

zember 1907 [ZGB, SR 210]) ist, wer die Willensbildung des Unterneh-

mens massgeblich zu beeinflussen vermag, und Hilfsperson (Art. 55 OR), 

wer keinen solchen Einfluss ausüben kann. Nicht allein ausschlaggebend 

für die Abgrenzung zwischen Arbeitnehmervertreter und Arbeitgebervertre-

A-6435/2018 

Seite 30 

ter im Sinne von Art. 51 Abs. 1 BVG können demgegenüber der arbeitsver-

tragsrechtliche Arbeitnehmerbegriff (Art. 319 ff. OR), der für das Versiche-

rungsobligatorium nach Art. 2 Abs. 1 BVG massgebende Arbeitnehmerbe-

griff von Art. 10 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allge-

meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) und – zur 

Abgrenzung – auch der Arbeitgeberbegriff von Art. 11 ATSG sein (vgl. zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-358/2018 vom 10. Januar 2019 E. 12.2.2). 

7.3.2.2 Im Zusammenhang mit der Regelung des Wahlverfahrens der 

paritätischen Verwaltung stellt sich die Frage, ob sich die Arbeitnehmenden 

durch externe Personen vertreten lassen dürfen. Der bundesrätliche 

Entwurf zu Art. 89bis aZGB (heute: Art. 89a ZGB) sah noch vor, dass die 

Vertreter aus dem Personal zu wählen sind, das heisst, das passive 

Wahlrecht war auf das Personal des betreffenden Arbeitgebers beschränkt 

(vgl. Botschaft betreffend Ergänzung des Dienstvertrags- und des 

Stiftungsrechts vom 10. Dezember 1956, BBl 1956 825, 844). Im Lauf des 

Verfahrens in den eidgenössischen Räten wurde dieser Passus durch die 

Formulierung «soweit möglich» ergänzt (Art. 89a Abs. 3 ZGB). Die 

Regelung von Art. 89a ZGB hat seit Einführung des BVG jedoch nur 

untergeordnete Bedeutung, da sie nur noch für die nicht registrierten 

Kassen anwendbar ist. Art. 51 BVG lässt diese Frage offen. Dies geht – 

unter Hinweis auf die Regelung von Art. 89a Abs. 3 ZGB – auch explizit 

aus der Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zum 

Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenvorsorge vom 19. Dezember 1975 hervor, wonach «der Entwurf 

die Frage offen lässt, ob auch Aussenstehende, d. h. nicht der jeweiligen 

Unternehmung angehörende Dritte, als Vertreter der Versicherten bzw. der 

Arbeitgeber gewählt werden können» (BBl 1976 I 149, 203).  

In der Literatur werden zu dieser Frage verschiedene Ansichten vertreten. 

Einerseits wird aus der fehlenden gesetzlichen Regelung der Schluss ge-

zogen, der Gesetzgeber habe es den einzelnen Vorsorgeeinrichtungen 

überlassen, diese Frage reglementarisch festzulegen. Es wird auf Art. 49 

Abs. 1 BVG verwiesen, welcher vorsieht, dass Vorsorgeeinrichtungen im 

Rahmen des Gesetzes in ihrer Organisation frei sind. Daraus ergibt sich, 

dass es der Organisationsautonomie der Vorsorgeeinrichtung überlassen 

wird, ob und welche Aussenstehenden sie als Vertreter der Arbeitnehmen-

den zulassen oder ausschliessen will (GÄCHTER/GECKELER HUNZIKER, in: 

BVG und FZG, Art. 51 N. 26; STAUFFER, a.a.O., Rz. 1947; VETTER-SCHREI-

BER, OF-Kommentar, Art. 51 N. 4; RIEMER/RIEMER-KAFKA, a.a.O., § 2 

A-6435/2018 

Seite 31 

N 62). Auch gemäss dem BSV können sich die Arbeitnehmer und die Ar-

beitgeber extern vertreten lassen, wenn die Urkunde oder das Reglement 

dies vorsehen (BSV, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 48 vom 

21. Dezember 1999, Rz. 280 Nr. 3.7). In diese Richtung – aber im Umkehr-

schluss – geht auch ein Urteil des Bundesgerichts, welches eine Regelung 

für rechtens erklärte, wonach der Arbeitnehmervertreter nach der Kündi-

gung durch den Arbeitgeber aus dem Stiftungsrat der Vorsorgeeinrichtung 

ausschied, da das Reglement dies entsprechend vorsah und Art. 51 BVG 

den Stiftungsratsmitgliedern kein subjektives Recht verleiht, bis zum Ende 

ihrer Mandatsdauer im Stiftungsrat zu verbleiben (Urteil des BGer 

9C_401/2011 vom 27. April 2012 E. 6). Gleiches gilt für einen Entscheid 

der Eidgenössischen Beschwerdekommission BVG, wonach die Wahl ex-

terner Vertreter als unzulässig beurteilt wurde, weil statutarisch die Wähl-

barkeit der Versichertenvertreter auf den Kreis derjenigen Personen be-

schränkt worden war, welche mittels Arbeitsvertrag mit der Stifterin verbun-

den sind (Urteil der Eidg. Beschwerdekommission BVG vom 6. Mai 1996, 

in: SVR 11/1996 Nr. 58, 167 f.).  

Dem steht die Auffassung gegenüber, dass der Gesetzgeber bewusst da-

rauf verzichtet hat, in diesem Punkt eine neue Spezialregelung aufzustel-

len, und deshalb die bisherige allgemeine Regelung von Art. 89a Abs. 3 

ZGB weiterhin Geltung hat. Demnach erfordert es der Mitwirkungscharak-

ter, dass die Mitwirkung auch wirklich durch die Arbeitnehmenden selber 

wahrgenommen wird und nur in Ausnahmefällen auf aussenstehende 

Dritte übertragen wird (BRÜHWILER JÜRG, Die betriebliche Personalvor-

sorge in der Schweiz, 1989, S. 364). Nach einer anderen Meinung können 

alle Personen, denen die Versicherten ihr Vertrauen aussprechen, Arbeit-

nehmervertreter sein, sofern sie nicht ganz klar zur Arbeitgeberseite ge-

zählt werden müssen (EGGERMANN ANTON, Die paritätische Verwaltung im 

Rahmen des BVG, ABVS-Seminar 1985, Referate über die Einführung des 

BVG im Kanton Bern, S. 30 ff.). 

7.3.2.3 Ein gesetzlicher Anspruch auf Vertretung der Rentner im obersten 

Organ besteht nicht, obwohl diese durch Beschlüsse des Letzteren berührt 

werden. Die herrschende Lehre befürwortet hingegen, dass Rentner Ein-

sitz in den Stiftungsrat nehmen können, wenn dies statutarisch oder regle-

mentarisch vorgesehen ist. Zu beachten ist, dass die Interessen der Rent-

ner den Arbeitnehmerinteressen diametral entgegenstehen können. Eine 

allfällige Rentnervertretung darf deshalb nicht zulasten der Arbeitnehmer 

erfolgen, da dadurch die zwingend vorgeschriebene Parität als Schutzbe-

A-6435/2018 

Seite 32 

stimmung für die Arbeitnehmer verletzt würde (vgl. vorne E. 7.3.2.1; GÄCH-

TER/GECKELER HUNZIKER, in: BVG und FZG, Art. 51 N. 36 ff.; STAUFFER, 

a.a.O., Rz. 1936; VETTER-SCHREIBER, OF-Kommentar, Art. 51 N. 5). 

7.4 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung Art. 55.2 VR als 

Ganzes mit einem Vorbehalt bedacht. Allerdings ist der Begründung nur zu 

entnehmen, dass es nicht zulässig sei, die paritätische Vertretung der 

Arbeitnehmer beispielsweise durch eine Rentnervertretung zu 

beeinträchtigen. Art. 55.2 Bst. c VR sei mit diesem Erfordernis nicht 

vereinbar. Streitgegenstand ist damit die Rechtmässigkeit von Art. 55.2 

Bst. c VR. 

7.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt hierzu vor, bei der gerügten Bestim-

mung handle es sich nicht um die Einführung einer Rentnervertretung zu-

lasten der Arbeitnehmenden, sondern um eine im Rahmen der zugestan-

denen Eigenständigkeit der Vorsorgeeinrichtung eingeführte reglementari-

sche Altersbegrenzung (70. Altersjahr) für die Tätigkeit im Vorstand, welche 

für alle Arbeitnehmervertreter gelte. Ein gewählter Arbeitnehmervertreter 

werde nicht im Moment seiner Pensionierung zu einem Rentnervertreter, 

sondern müsse als Arbeitnehmervertreter einzig die Interessen der Arbeit-

nehmer vertreten. Es spiele keine Rolle, ob die Arbeitnehmenden einen 

Altersrentenbezüger als ihren Vertreter wählen oder einen Arbeitnehmen-

den. Im Rahmen der praxisgemässen Abgrenzung zwischen Arbeitgeber- 

und Arbeitnehmervertreter seien die Arbeitnehmenden frei, ihre Vertreter 

aufzustellen und zu wählen. Es sei systemimmanent, dass die Vertreter im 

obersten Organ immer wieder Zielkonflikten ausgesetzt seien. So befän-

den sich zum Beispiel ganz junge Arbeitnehmervertreter in einer anderen 

Interessenlage als Arbeitnehmervertreter, die kurz vor der Pensionierung 

stünden. Dennoch müssten beide immer und allein im Interesse der Vor-

sorgeeinrichtung handeln. 

7.4.2 Die Vorinstanz führt hierzu aus, die Interessen der Rentner seien 

nicht gleich wie jene der aktiven Arbeitnehmer. Genauso wenig wäre es 

zulässig, eine Person mit Arbeitgebercharakter zum Arbeitnehmervertreter 

zu wählen. Bei dieser Konstellation werde ohne weiteres angenommen, 

dass die Person zufolge einer unterschiedlichen Interessenlage nicht die 

Arbeitnehmerinteressen zu wahren in der Lage sei. Das Gleiche müsse im 

Verhältnis Arbeitnehmer/Rentner gelten. Denn der Rentner könne nicht nur 

dem Anschein nach die Interessen der Arbeitnehmer nicht wahrnehmen, 

sondern auch tatsächlich nicht. Bei wichtigen Entscheiden wie bspw. die 

Vornahme einer Sanierung, Teuerungsanpassungen von Renten oder die 

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Anpassung von Umwandlungssätzen befänden sich Rentner als Arbeitneh-

mervertreter in einem offenkundigen Interessenskonflikt. Mit Blick auf die 

Vielzahl und in der Sache bedeutsamen Interessenskonflikte sei es nicht 

möglich, dass ein Rentner als Arbeitnehmervertreter fungieren könne. Die 

Argumentation der Beschwerdeführerin überzeuge auch deshalb nicht, da 

sie ja bloss einen Rentner im obersten Organ dulde. Für alle anderen Ar-

beitnehmervertreter bestehe somit eine Altersbeschränkung bis zum Zeit-

punkt des Erreichens des ordentlichen Rentenalters. Diese Regelung 

verstosse folglich unter dem Aspekt der Altersbeschränkung gegen den 

Gleichheitsgrundsatz.  

7.4.3 Gemäss Art. 55.2 VR sind sechs Vorstandsmitglieder von der Ver-

sammlung der Versicherten als Arbeitnehmervertretung zu wählen. Davon 

müssen mindestens fünf bei der Beschwerdeführerin versichert sein 

(Art. 55.2 Bst. b VR), wobei davon auszugehen ist, dass darunter aktive 

und pensionierte Versicherte zu verstehen sind (Art. 1.1 Bst. e VR). Weiter 

dürfen fünf Mitglieder das Rentenalter der Beschwerdeführerin noch nicht 

erreicht haben und höchstens ein Mitglied das Rentenalter der Beschwer-

deführerin überschritten, das 70. Lebensjahr aber noch nicht vollendet ha-

ben (Art. 55.2 Bst. c VR). Das reglementarische Rentenalter der Beschwer-

deführerin wird bei Vollendung des 65. Lebensjahres erreicht (Art. 1.1 

Bst. m VR). Gemäss VR ist eine Pensionierung frühestens nach Vollen-

dung des 60. Lebensjahres möglich, während die Vorsorge höchstens bis 

zur Vollendung des 70. Lebensjahres weitergeführt werden kann (Art. 25.1 

VR). 

Damit ergibt sich aus dem VR, dass theoretisch fünf frühpensionierte Ver-

sicherte und ein ordentlich pensionierter Versicherter, der das 70. Lebens-

jahr noch nicht vollendet hat, als Arbeitnehmervertretung in den Vorstand 

gewählt werden können. Bei pensionierten Versicherten handelt es sich 

nicht (mehr) um Arbeitnehmer im Sinne von Art. 51 Abs. 1 BVG. Als Arbeit-

nehmervertreter wählbar sind jedoch nicht nur Arbeitnehmende, sondern 

nach herrschender Lehre und Rechtsprechung auch externe Personen, so-

weit das Vorsorgereglement eine entsprechende Regelung vorsieht 

(E. 7.3.2.2). Die Frage ist aber, ob auch pensionierte Versicherte als ex-

terne Vertreter wählbar sein sollen. Der Beschwerdeführerin ist beizupflich-

ten, dass es ohne weiteres denkbar ist, dass ein bei ihr pensionierter Ver-

sicherter als Arbeitnehmervertreter einzig die Interessen der Arbeitnehmer 

vertritt. Insofern geht die Vorinstanz zu weit, wenn sie vorbringt, der Rent-

ner könne weder dem Anschein nach noch tatsächlich die Interessen der 

Arbeitnehmer wahrnehmen. Allerdings ist ein pensionierter Versicherter 

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der Beschwerdeführerin von vornherein kein «Externer», sondern eben ein 

Versicherter mit eigenen Interessen, die denjenigen der Arbeitnehmer zu-

weilen zuwiderlaufen (E. 7.3.2.3). Art. 51 Abs. 1 BVG ist als Schutznorm 

zugunsten der Arbeitnehmer u.a. dahingehend auszulegen, dass nicht als 

Arbeitnehmervertreter anerkannt werden kann, wer beim Unternehmen an 

wesentlichen Entscheiden beteiligt ist bzw. die Willensbildung des Unter-

nehmens wesentlich zu beeinflussen vermag (E. 7.3.2.1). Bei dieser Kons-

tellation wird – wie die Vorinstanz korrekt vorbringt – ohne weiteres ange-

nommen, dass die Person zufolge einer unterschiedlichen Interessenlage 

nicht die Arbeitnehmerinteressen zu wahren in der Lage ist. Dies gilt, ob-

wohl es bei diesen Personen in den meisten Fällen ebenfalls um Arbeit-

nehmer handelt. Wenn Arbeitnehmer in leitender Stellung nicht als Arbeit-

nehmervertreter anerkannt werden können, muss gleiches auch für pensi-

onierte Versicherte der Beschwerdeführerin gelten. Der mit Art. 51 Abs. 1 

BVG bezweckte Arbeitnehmerschutz erlaubt es nicht, dass pensionierte 

Versicherte mit den Arbeitnehmerinteressen zuwiderlaufenden Eigeninte-

ressen als Arbeitnehmervertreter wählbar sind. 

Der strittige Art. 55.2 Bst. c VR ist somit insofern rechtswidrig, als damit 

pensionierte Versicherte der Beschwerdeführerin für wählbar erklärt wer-

den. Eine pensionierte Person, die nicht bei der Beschwerdeführerin versi-

chert ist, ist jedoch ohne weiteres wählbar, soweit die Altersbeschränkun-

gen in Art. 55.2 Bst. c VR eingehalten sind (Art. 55.2 Bst. b e contrario; 

E. 7.3.2.2). Nicht ersichtlich ist, inwiefern die in Art. 55.2 Bst. c VR vorge-

sehenen Altersbeschränkungen gegen den Gleichheitsgrundsatz verstos-

sen sollten, ist doch Sinn und Zweck derselben offensichtlich, dass vorwie-

gend Arbeitnehmer, die das reglementarische Rentenalter noch nicht er-

reicht haben, die Arbeitnehmervertretung wahrnehmen, was durchaus 

sachlich begründet erscheint. 

7.4.4  Die Verfügung der Vorinstanz vom 12. Oktober 2018 erweist sich 

demnach in diesem Punkt als rechtens. 

8.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten teilweise, i.e. betreffend Art. 32.3 

Satz zwei VR, gutzuheissen und die angefochtene Verfügung in diesem 

Umfang aufzuheben (vgl. E. 5). Im Übrigen ist die Beschwerde 

abzuweisen. Ferner ist die Dispositiv-Ziff. 4 des angefochtenen Entscheids 

zu den Kostenfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens aufzuheben und die 

Sache zu neuem Entscheid über die vorinstanzlichen Kostenfolgen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. 

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9.  

Abschliessend bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-

entschädigung zu befinden. 

9.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG), wobei sie bei nur 

teilweisem Unterliegen zu ermässigen sind. Entsprechend sind einer 

teilweise obsiegenden Partei Verfahrenskosten nach Massgabe ihres 

Unterliegens aufzuerlegen (statt vieler: Urteil des BVGer A-6253/2018 vom 

10. Dezember 2019 E. 7.1). 

In der vorliegenden Sache war die Rechtmässigkeit von vier 

Reglementsbestimmungen streitig, die die Vorinstanz mit einem Vorbehalt 

belegt hatte. Die Beschwerdeführerin obsiegt in einem der vier 

Streitpunkte. Weiter war streitig, ob der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung zukommt, was mit Zwischenverfügung vom 16. Januar 2019 

verneint wurde. Bei dieser Sachlage rechtfertigt es sich, die 

Verfahrenskosten in Höhe von CHF 4'000.- im Umfang von CHF 3'000.- 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Dieser Betrag ist dem von ihr 

geleisteten Kostenvorschuss von CHF 4'000.- zu entnehmen. Der 

Überschuss von CHF 1'000.- ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils zurückzuerstatten. Der unterliegenden Vorinstanz sind keine 

Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

9.2 Im Rahmen ihres Obsiegens hat die anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin gemäss Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG in Verbindung mit 

Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE; SR 

173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zulasten der 

Vorinstanz. Da die Vertreterin keine Kostennote eingereicht hat, ist die 

Parteientschädigung praxisgemäss auf CHF 1’500.- festzusetzen (vgl. 

Art. 14 Abs. 2 VGKE). Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf 

Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

 

  

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Seite 36 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen 

(E. 5) und die angefochtene Verfügung in diesem Umfang aufgehoben. 

Die Sache wird zu neuem Entscheid über die vorinstanzlichen Kostenfol-

gen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 4’000.- werden der Beschwer-

deführerin im Umfang von CHF 3’000.- auferlegt. Der von ihr geleistete 

Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der auferlegten Verfahrenskosten 

verwendet und der Mehrbetrag von CHF 1’000.- nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 

der Höhe von CHF 1’500.- zu bezahlen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Gerichtsurkunde) 

– die Oberaufsichtskommission BVG (Gerichtsurkunde) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Steiger Roger Gisclon 

 

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Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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