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**Case Identifier:** ce28f8be-de2f-585a-8edb-a72a119dea91
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 24.02.2022 720 21 22/43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-22-43_2022-02-24.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 24. Februar 2022 (720 21 22 / 43) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Neuanmeldung nach rechtskräftiger Ablehnung eines Rentenanspruchs; Gestützt auf 

das überzeugende Verwaltungsgutachten lässt sich keine anspruchsrelevante Verände-

rung der gesundheitlichen Verhältnisse nachweisen. 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Roman Felix, Advokat, 
Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A.1 Die 1963 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1. Februar 1986 bis 31. August 2004 
im Hausdienst der Klinik B.____ in X.____. Am 25. Oktober 2004 meldete sie sich bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) die Verhältnisse abgeklärt hatte, wobei sie bei den Dres. med. C.____, 
FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, und D.____, FMH Psy-
chiatrie und Psychotherapie, ein Administrativgutachten veranlasste (Expertisen vom 20. Juli 

 

 
 
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2005 und 8. Mai 2006), ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 33 %. Gestützt auf dieses Er-
gebnis wies sie mit Verfügung vom 31. Mai 2006 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente 
ab. Auf zwei weitere Leistungsbegehren vom 30. Januar 2013 und 10. November 2016 trat die 
IV-Stelle mangels Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht 
ein (Verfügungen vom 19. Juni 2013 und 20. Juli 2017). 
 
A.2 Am 30. Mai 2018 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine Depression ein viertes Mal 
bei der IV zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der rechtserheblichen Verhältnisse, na-
mentlich nach Einholung eines bidisziplinären Gutachtens bei Dr. med. E.____, 
FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 2. März 2020 und Dr. D.____ vom 
20. März 2020 verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Dezember 2020 eine rentenbe-
gründende Invalidität. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, am 20. Januar 2021 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie 
beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der IV-Stelle vom 4. Dezember 
2020 aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; unter o/e-
Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege mit Advokat Felix als Rechtsvertreter. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 
aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. 
 
C. Mit Verfügung vom 9. Februar 2021 wurde der Beschwerdeführerin für das vorliegende 
Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Roman Felix als Rechtsvertreter bewil-
ligt. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 25. März 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. F.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), vom 10. Februar 
2021 bei. 
 
E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 21. Juni 2021 [inkl. Berichte von 
Dr. med. G.____, FMH Praktischer Arzt, vom 19. Juni 2021 und der Klinik H.____ vom 22. Feb-
ruar 2013] / Duplik vom 20. Juli 2021 [inkl. RAD-Bericht vom 29. Juni 2021]) hielten die Parteien 
an ihren Anträgen fest. 
 
F. Mit Instruktionsverfügung vom 27. Juli 2021 wurde die Angelegenheit der Dreierkammer 
zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 

 

 
 
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Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-
tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene 
Beschwerde vom 20. Januar 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. Dezember 2020 entwi-
ckelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
3. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfü-
gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 
Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 
129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV 
sowie des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021 E. 2). Sie werden im Fol-
genden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
4.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 

 

 
 
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4.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines 
anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 
141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychi-
sche Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi-
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhän-
gig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem 
Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu er-
bringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je 
mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche 
psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu un-
terziehen. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in 
welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserhebli-
chen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). 
 
4.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Pro-
zentvergleichs (vgl. BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (vgl. 
BGE 128 V 29). 
 
4.5 Auf ein Revisionsgesuch oder eine Neuanmeldung nach rechtskräftiger Verneinung 
eines Rentenanspruchs hat die Verwaltung nur einzutreten, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise ge-
ändert hat (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 
1961). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der An-
spruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend ge-
machten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 E. 2). Tritt die Verwaltung 
auf ein Revisionsgesuch oder eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklä-
ren und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände-
rung des Invaliditätsgrads auch tatsächlich eingetreten ist (SVR 2011 IV Nr. 2 E. 3.2; 
BGE 117 V 198 E. 4b). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts-
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andern-
falls hat sie zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die 
gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (SVR 2008 IV Nr. 35 E. 2.1; 
BGE 117 V 198 E. 3a). 
 

 

 
 
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5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall 
das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei-
teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandeln-
den Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit-
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-
ten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschied-
liche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

 

 
 
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(vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt 
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät-
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretati-
on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un-
gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, 
mit Hinweisen). 
 
6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welche sich für den vorliegenden Ent-
scheid als zentral erweisen. 
 
7.2 In der Verfügung vom 31. Mai 2006, mit welcher ein Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin abgewiesen wurde, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des somatischen Ge-
sundheitszustands auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 20. Juli 2005. Demnach wurden ein 
tendomyotisches Zervikalsyndrom bei Streckhaltung der Halswirbelsäule (HWS), funktionelle 
und sehr unspezifische Schmerzsyndrome zervikal sowie im Schultergürtel ohne konkretes Kor-
relat, unspezifische und eher rein funktionelle Dysästhesien an der Hand und den Fingerkup-
pen, eine Haltungsinsuffizienz bei muskulärer Dysbalance und Knick-Spreizfüsse beidseits di-
agnostiziert. Ein signifikanter Befund für die Beschwerden sei nicht ersichtlich und die Versi-
cherte sei voll arbeitsfähig. Hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustands stützte sich die 
IV-Stelle auf das Gutachten von Dr. D.____ vom 8. Mai 2006. Darin wurden eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), und eine anhaltende somato-
forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) festgestellt. Die Versicherte habe wegen Belastungen 
ein zunehmendes Schmerzsyndrom entwickelt. Zudem leide sie unter depressiven Verstim-
mungen. Das Ausmass sei leichtgradig ausgeprägt, denn objektiv würden sich mit Ausnahme 
einer gewissen Affektlabilität keine Hinweise auf eine depressive Störung finden. Es zeige sich 
eine massive Fehlverarbeitung, indem sich die Versicherte äusserst passiv verhalte, keinen 
Interessen nachgehe, viel liege und jegliche Verantwortung abgegeben zu haben scheine. Die-
ses Verhalten sei aufgrund der Symptomatik nicht nachvollziehbar und habe neurotische bzw. 

 

 
 
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persönlichkeitsspezifische Ursachen. Zudem bestünden Integrationsschwierigkeiten, eine ge-
ringe Bildung und soziokulturelle Faktoren. Insgesamt sei von einer leicht verminderten Belast-
barkeit auszugehen. Bezogen auf ein Vollpensum sei aus psychiatrischer und gesamtmedizini-
scher Sicht seit November 2003 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % auszu-
gehen. 
 
7.3 Die Versicherte befand sich vom 29. November 2012 bis 7. Februar 2013 in der Klinik 
H.____ in stationärer Behandlung. Im Austrittsbericht vom 22. Februar 2013 wurde eine ge-
genwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.4) diagnostiziert. Die Ver-
sicherte sei wegen latenten Suizidgedanken, zunehmender Depressivität und Überlastung des 
Umfelds in die Klinik eingetreten. Zu Beginn der Behandlung habe sie ein deutlich passiv-
zurückgezogenes Bild mit Ratlosigkeit und Verzweiflung präsentiert und über tiefe Traurigkeit 
berichtet. Die Versicherte sei ins Depressionsprogramm aufgenommen worden und habe vom 
Aufenthalt in der Klinik profitiert. Sie sei in deutlich verbessertem Allgemeinzustand in die ambu-
lante Betreuung von Dr. G.____ und die Klinik I.____ entlassen worden. 
 
7.4 Am 12. Juli 2018 bestätigte Dr. G.____, dass sich die Versicherte seit Anfang 2004 bei 
ihm in psychiatrischer Behandlung befinde. Ihr psychopathologisches Zustandsbild sei im Quer- 
und Längsschnitt geleitet von einer anhaltenden mittelgradig bis schwer ausgeprägten depres-
siven Symptomatik im Rahmen einer pathologischen Trauerreaktion nach dem Tod von drei 
Brüdern und der Mutter innert kurzer Zeit. Es bestünden eine innere Unruhe bei gleichzeitiger 
Freud- und Kraftlosigkeit, ein negativ gefärbtes Gedankenkreisen um fehlende Zukunftsorientie-
rung und Gefühle von Insuffizienz und Machtlosigkeit gegenüber dem als grausam erlebten 
Schicksal. Die Versicherte reagiere mit Rückzug und Somatisierung. Sie sei derzeit nicht in der 
Lage, dieses als massives Leid erfahrene Schicksal zu bewältigen. Medikamentös hätte sich 
hinsichtlich der Traurigkeit und der Schmerzen keine Besserung eingestellt und die stationären 
Massnahmen hätten keine Veränderung bewirkt. Aufgrund der anhaltend komplexen Be-
schwerden bestünde weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 
 
7.5 Vom 3. Oktober 2018 bis 20. November 2018 befand sich die Versicherte in der Klinik 
J.____ in stationärer Behandlung. Im Austrittsbericht vom 26. November 2018 wurden eine 
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.1), eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und andere Kontaktanlässe mit Bezug auf den 
engeren Familienkreis (ICD-10 Z63) diagnostiziert. Die Versicherte sei wegen einer anhalten-
den mittelgradig bis schwer ausgeprägten depressiven Störung sowie einer generalisierten 
Schmerzstörung in die Klinik eingewiesen worden. Im April 2018 sei ihr Vater gestorben, was 
sie sehr belaste. Sie habe seit 2004 viele Todesfälle innerhalb der Familie (drei Brüder und die 
Mutter) zu verkraften gehabt. Zudem habe die Tochter den Kontakt zu ihr abgebrochen. Die 
Versicherte sei in das multimodale Therapiekonzept eingebunden worden und habe sich nach 
anfänglicher Schwierigkeiten gut darauf einlassen sowie davon profitieren können. Aufgrund 
einer neuen Medikation habe sich der Schlaf und das Gedankendrängen gebessert. Die soziale 
Ängstlichkeit sei mit einem Expositionstraining angegangen worden, wobei sich bereits kleinere 
Erfolge eingestellt hätten. Sie sei in deutlich gebessertem Zustand aus der Klinik ausgetreten. 
 

 

 
 
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7.6 Vom 15. Januar 2019 bis 5. Juni 2019 wurde in der Klinik J.____ eine teilstationäre 
Behandlung durchgeführt. Im Bericht vom 3. Juni 2019 wurden eine schwere depressive Episo-
de ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), eine Agoraphobie mit Panikstörung, Klaust-
rophobie und Agoraphobie (ICD-10 F40.01), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
(ICD-10 F45.40) und andere Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis (ICD-10 
Z63) diagnostiziert. Die Versicherte habe von verschiedenen Verlusterlebnissen berichtet, die 
sie in grosse Trauer gestürzt hätten und über die sie nicht hinwegkomme. Es ginge ihr besser 
als vor der stationären Behandlung. Sie verspüre jedoch nach wie vor eine grosse innere Dun-
kelheit und sie habe kaum etwas, worüber sie sich freuen könne. Zu Beginn der Behandlung 
habe die Versicherte einen depressiven Erschöpfungszustand mit Antriebsstörung und rascher 
körperlicher und psychischer Ermüdbarkeit gezeigt. Zudem habe ein ausgeprägtes Vermei-
dungsverhalten bestanden. Sie habe sich gut in das Behandlungsprogramm und in die Patien-
tengruppe integrieren können. Ihre Selbständigkeit im Alltag habe sich verbessert. Um die er-
reichten Fortschritte zu erhalten sollte die Versicherte regelmässige Aktivitäten ausser Haus 
aufbauen. Die Versicherte sei in stabilisiertem Zustand in die ambulante Weiterbehandlung ent-
lassen worden. Eine Arbeitsunfähigkeit werde bis Ende Juni 2019 bescheinigt. 
 
7.7.1 Die IV-Stelle veranlasste bei den Dres. E.____ und D.____ ein rheumatologisch-
psychiatrisches Gutachten, welches am 20. März 2020 erstattet wurde. In rheumatologischer 
Hinsicht stellte Dr. E.____ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein chronisches vorwiegend tendomyotisches und 
statisch bedingtes zervikovertebrales bis zervikozephales Schmerzsyndrom, ein Verdacht auf 
ein dynamisches Karpaltunnelsyndrom (CTS) beidseits, ein scapholunäres Handgelenksgangli-
on beidseits (rechts ausgeprägter als links), klinisch ein Verdacht auf eine Tendovaginitis de 
Quervain links, eine Adipositas Grad 3 (BMI 40,7 kg/m2) und eine allgemeine muskuläre De-
konditionierung. Aktuell könnten keine neuen funktionsrelevanten Diagnosen gestellt werden, 
die eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erklären würden. Im Vordergrund stünden 
weiterhin chronische Nacken- und Schultergürtelschmerzen, vorwiegend bedingt durch ausge-
prägte tendomyotische Überlastungen bei insgesamt freier HWS-Funktion und ohne Hinweise 
auf eine begleitende radikuläre Reizsymptomatik. Insgesamt sei das Ausmass der objektivier-
baren Befunde in gleicher Art und Weise zu werten wie im Rahmen der erstmaligen rheumato-
logischen Begutachtung von Dr. C.____ im Jahr 2005. Neu würden Schmerzen im Bereich der 
Handgelenke sowie dem Daumen links wie auch Dysästhesien in den Fingern I-III beidseits 
geltend gemacht. Bisherige Abklärungen würden die Diagnosen von dorsalen Handgelenks-
ganglien und eines möglichen dynamischen CTS-Stadiums bei insgesamt unauffälliger Elektro-
neurographie zeigen. Auf aktive chirurgische Interventionen sei bisher verzichtet worden. Es 
könnten auch im Rahmen der aktuellen rheumatologischen Begutachtung keine funktionsrele-
vanten Diagnosen genannt werden, welche zu einer Funktionseinschränkung in einer ange-
passten Tätigkeit führen würden. 
 
7.7.2 In psychiatrischer Hinsicht stellte Dr. D.____ am 20. März 2020 keine Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung bestünden ein Status nach depressiver 
Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell remittiert (ICD-10 
F33.4), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und eine Agoraphobie 

 

 
 
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mit Panikstörung (ICD- 10 F40.01). Die Versicherte gebe an, aufgrund von Todesfällen in der 
Familie in schwere Depressionen verfallen zu sein. Ausserdem habe ihr der Wegzug ihrer 
Tochter in die Türkei und der Kontaktabbruch zu ihr zu schaffen gemacht. Es sei darauf eine 
stationäre Behandlung in der Klinik J.____ wegen einer schweren depressiven Episode und 
hernach eine anschliessende Behandlung in der Tagesklinik erfolgt, welche im Juni 2019 abge-
schlossen worden sei. Der Aufenthalt habe ihr gutgetan und sie habe im Anschluss eine Mal-
gruppe besucht, die sie weiterbesuchen möchte. Zudem habe sie ein Expositionstraining 
durchgeführt. Sie habe Ängste und Panik, wenn sie alleine ausser Haus gehe, weshalb sie dies 
vermeide. Die Beziehung zum Ehemann, der seit 2004 eine ganze IV-Rente beziehe, sei sehr 
gut. Sie reise jährlich in ihre Heimat, wo sie Verwandte besuche und sich wohlfühle. In der Un-
tersuchung habe sich eine psychopathologisch völlig unauffällige Explorandin gezeigt, die herz-
haft lachen und Freude zeigen könne und kognitiv nicht eingeschränkt sei, obwohl sie angebe, 
unter Vergesslichkeit zu leiden. Sie sei psychomotorisch unauffällig und in keiner Weise durch 
allfällige Körperbeschwerden beeinträchtigt. Es zeige sich einzig eine Affektlabilität, indem sie 
zu weinen beginne, sobald sie über verstorbene Familienmitglieder berichte. Sie könne sich 
aber schnell wieder davon erholen. In den Berichten des behandelnden Arztes Dr. G.____ wür-
den eine mittelgradig bis schwer ausgeprägte depressive Symptomatik und eine pathologische 
Trauerreaktion ohne verwertbare Arbeitsfähigkeit beschrieben. Die Austrittsberichte der Klinik 
J.____ aus der stationären und teilstationären Behandlung würden jeweils schwere depressive 
Episoden aufführen, welche sich während des Aufenthalts offensichtlich deutlich gebessert hät-
ten. Ferner würden eine Agoraphobie mit Panikstörung, eine Klaustrophobie und eine anhalten-
de somatoforme Schmerzstörung genannt, wobei eine volle Arbeitsunfähigkeit angenommen 
werde. Es bestehe eine Diskrepanz zum psychopathologischen Befund, der sich nicht mit der 
Diagnose einer schweren depressiven Störung vereinbaren lasse. Für eine depressive Störung 
brauche es eine dauerhaft gedrückte Stimmung mit Interessenverlust, Freudlosigkeit, Vermin-
derung des Antriebs und erhöhter Ermüdbarkeit. Eine dauerhaft gedrückte Stimmung liege bei 
der Versicherten offensichtlich nicht vor, dürfte aber im Anschluss an die Todesfälle einige Zeit 
eine Rolle gespielt haben. Ein ausgesprochener Interesseverlust sei nicht vorhanden. So stricke 
sie gerne, schaue TV, empfinde auch Freude, wenn sie ihre Nichte mit den Kindern treffe, und 
möchte gerne wieder malen. Es bestehe auch keine Freudlosigkeit. Subjektiv gebe die Versi-
cherte eine erhöhte Ermüdbarkeit an. In der Untersuchung sei diesbezüglich aber keine Beein-
trächtigung feststellbar gewesen. Aufgrund der subjektiven Angaben könne angenommen wer-
den, dass eine mögliche diskret gedrückte Stimmung bestehe, womit die Kriterien einer depres-
siven Störung aber nicht erfüllt seien. Traurigkeit alleine reiche zur Annahme einer Depression 
nicht aus. Die Trauerreaktion müsse im Rahmen der eher einfachen Persönlichkeitsstruktur der 
Versicherten interpretiert werden. Im Alltag sei sie dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt. Die 
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei zu bestätigen. Zudem könne angenommen 
werden, dass eine Agoraphobie und möglicherweise eine gewisse Klaustrophobie bestehen 
würden. Immerhin sei es der Versicherten möglich, die Termine bei den behandelnden Ärzten 
und in der Malgruppe wahrzunehmen. Zurzeit würden keine verhaltenstherapeutischen Mass-
nahmen durchgeführt, was auf einen eher geringen Leidensdruck schliessen lasse. Hinweise 
auf eine Persönlichkeitsstörung bestünden nicht. Die Versicherte verhalte sich tagsüber eher 
passiv, wobei es sich um ein gewohnheitsmässiges Verhalten zu handeln scheine. Insgesamt 
seien die objektivierbaren Befunde nicht mit einer gravierenden psychischen Störung, wie sie in 

 

 
 
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den Unterlagen beschrieben werde, vereinbar. Insofern bestünden verschiedene Inkonsisten-
zen. Die Versicherte sei durchaus in der Lage, auf ihre Fähigkeiten und Ressourcen zurückzu-
greifen, soweit sie vorhanden seien. Ins Gewicht falle aber die psychosoziale Situation. Der 
Ehemann der Versicherten arbeite seit 2003 nicht mehr, sie verfüge über eine geringe Bildung 
und habe zudem kaum Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Die finanziellen Verhältnisse 
seien knapp und die Versicherte habe Mühe, verschiedene familiäre Todesfälle zu verarbeiten. 
Insgesamt würden die psychosozialen Umstände dominieren, welche auch den aktuellen Zu-
stand resp. das subjektive Empfinden erklären würden. Aufgrund der remittierten depressiven 
Störung bestehe keine dauerhafte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit. Die Agoraphobie 
bereite der Versicherten Mühe, fremde Plätze aufzusuchen. Es könne mit ihr aber trainiert wer-
den, sich an bekannte Plätze zu gewöhnen, die sie dann alleine aufsuchen könne. Einfach 
strukturierte Tätigkeiten, die körperlich nicht belastend seien, sollten der Versicherten daher in 
vollem Umfang möglich sein, vorwiegend an einer bekannten Arbeitsstelle, wo sie nicht wieder-
holt den Arbeitsplatz wechseln müsse. Der behandelnde Arzt Dr. G.____ habe in der Vergan-
genheit pauschal eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert, was nicht ohne Weiteres nach-
vollziehbar sei. Sicher habe während der Hospitalisation in der Klinik J.____ ab Oktober 2018 
bis zur Beendigung der Behandlung in der Tagesklinik im Juni 2019 eine volle Arbeitsunfähig-
keit bestanden. Seither sei eine Remission eingetreten, so dass seit Oktober 2019 [recte wohl: 
Juli 2019] eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Gesamtmedizinisch sei keine relevante Ar-
beitsunfähigkeit ausgewiesen. 
 
7.8 Am 9. Dezember 2020 nahm Dr. G.____ zur Einschätzung von Dr. D.____ Stellung, 
wobei er im Wesentlichen seine Beurteilung im Bericht vom 12. Juli 2018 wiederholte. Vor dem 
Hintergrund der anhaltenden komplexen Beschwerden und der fehlenden Bewältigungsfähigkeit 
bestünde weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Beurteilung von Dr. D.____, wo-
nach es der Versicherten möglich und zumutbar sein soll, einem Erwerb nachzugehen, würden 
seiner langjährigen Beobachtung im Verlauf der Therapie widersprechen und werde der tat-
sächlichen Situation der Versicherten nicht gerecht. 
 
7.9 In einem weiteren Bericht vom 19. Juni 2021 hielt Dr. G.____ fest, die Versicherte sei 
geleitet vom Empfinden, gegenüber allen an sie gestellten Forderungen zu versagen. Es be-
stünde eine Neigung zu starker Angst und Panik, die sie dazu bewege, sich keiner Belastung 
mehr auszusetzen, was die Chronizität der Beschwerden aufrechterhalte. Ein Expositionstrai-
ning sei bis anhin nicht möglich gewesen, weshalb auch keine Therapiefortschritte hätten er-
reicht werden können. Es bestünde weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 
 
8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der Verfügung vom 4. Dezember 2020 bei der Beurteilung 
des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf die Ergebnisse im bi-
disziplinären Gutachten der Dres. E.____ und D.____ vom 20. März 2020. Sie ging demnach 
davon aus, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der Verfügung vom 31. Mai 2006 nicht mass-
geblich verändert hat. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist im Ergebnis nicht zu bean-
standen. Wie in Erwägung 5.3 hiervor ausgeführt, prüft das Gericht frei, ob die verfügbaren Un-
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich 
des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

 

 
 
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lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in Kenntnis der Vorakten abgege-
ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet und seine 
Schlussfolgerungen begründet sind. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben 
könnten, die Ergebnisse im bisdisziplinären Gutachten der Dres. E.____ und D.____ vom 
20. März 2020 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Vielmehr erfüllt es sowohl in 
formeller Hinsicht als auch inhaltlich die bundesgerichtlichen Anforderungen an eine beweis-
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage. Die Gutachter hatten Kenntnis von sämtlichen 
bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen, sie setzten sich in angemessener Weise 
mit den geäusserten Beschwerden auseinander und begründeten die Schlussfolgerungen in 
nachvollziehbarer Weise. In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu überzeugen und ist zu 
Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich angepassten Verweistätig-
keit voll arbeitsfähig ist. Auch die psychiatrische Beurteilung ist nachvollziehbar. Selbst wenn 
die Ausführungen im psychiatrischen Gutachten stellenweise etwas knapp ausgefallen sind, 
setzte sich Dr. D.____ dennoch hinreichend mit der Biographie, dem beruflichen Werdegang 
und den Alltagsaktivitäten der Versicherten auseinander. Seine Feststellungen des Befunds und 
dessen funktionellen Auswirkungen vermitteln ein einleuchtendes und stimmiges Bild über den 
Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit der Versicherten. Es wird deutlich, dass sie ab 
Oktober 2018 wegen psychischen Beschwerden vorübergehend vollständig arbeitsunfähig war. 
Nach Austritt aus der Tagesklinik im Juni 2019 ist von einer Remission der affektiven Störung 
auszugehen. Seither beeinträchtigen weder die somatoforme Schmerz- noch die Angststörung 
die Leistungsfähigkeit der Versicherten massgeblich. Dr. D.____ differenzierte zwischen den 
subjektiv empfundenen Beschwerden und den geltend gemachten Einschränkungen im Alltag 
der Beschwerdeführerin einerseits und den objektiv feststellbaren Befunden andererseits. Er 
erkannte, dass sie durchaus in der Lage ist, verschiedenen Aktivitäten (Stricken, Malen, Reisen 
in die Türkei) nachzugehen, im familiären Umfeld Kontakte zu pflegen, alltägliche Funktionen 
und Termine wahrzunehmen, was gegen eine schwere psychische Beeinträchtigung spricht. 
Die soziale Zurückgezogenheit und das eher tiefe Aktivitätsniveau sind nicht krankheitsbedingt 
und deshalb invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant. Das Beschwerdebild der Versicher-
ten ist aber erheblich durch psychosoziale Belastungsfaktoren (geringe Bildung, finanzieller 
Druck, kaum Kontakt zur einheimischen Bevölkerung) mitbestimmt, die vom sozialversiche-
rungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.5 und 
BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Die entsprechenden, in Erwägung 7.7 wiedergegebenen Darlegun-
gen im Gutachten der Dres. E.____ und D.____ vom 20. März 2020 vermögen zu überzeugen, 
sodass darauf verwiesen werden kann. Demnach ist davon auszugehen, dass sich die Arbeits-
fähigkeit der Versicherten seit der letzten Begutachtung durch die Dres. C.____ und D.____ 
vom 20. Juli 2005 und 9. Mai 2006 nicht rentenrelevant verändert hat. 
 
8.2 Was in der Beschwerde gegen das Gutachten von Dr. D.____ vorgebracht wird, ver-
fängt nicht. Soweit die Beschwerdeführerin die Schlüssigkeit des Gutachtens mit dem Argument 
anzweifelt, die Dauer des Explorationsgesprächs sei (zu) kurz gewesen, ist ihr entgegen zu 
halten, dass es nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht auf die Dauer der 
Untersuchung ankommt. Massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig 
und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 2019, 8C_356/2018, 
E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend entgegen den Ausführungen der Beschwer-

 

 
 
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deführerin zu bejahen. Gesicherte Anzeichen dafür, dass die Anamnese oder die Beschwerden 
unvollständig erhoben worden wären, liegen nicht vor. Dazu kommt, dass Dr. D.____ die Be-
schwerdeführerin zum zweiten Mal begutachtete und er seine Beurteilung nicht nur auf die per-
sönlichen Untersuchungen stützte. Vielmehr standen ihm darüber hinaus auch diverse Berichte 
der behandelnden Ärzte zur Verfügung, die es ihm ermöglichten, sämtliche für die Beurteilung 
relevanten Aspekte hinreichend zu erfassen. Es trifft zu, dass sich Dr. D.____ – wie die Be-
schwerdeführerin vorbringt – mit den Berichten der behandelnden Ärzte eher oberflächlich und 
nur knapp auseinandersetzte. Er setzte sich aber insofern nicht in Widerspruch zu den früheren 
Berichten, als er grundsätzlich eine affektive Störung, eine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung und eine Agoraphobie anerkannte. Weiter bestätigte er von Oktober 2018 bis zum Aus-
tritt aus der Tagesklinik im Juni 2019 eine psychisch bedingte vollständige Arbeitsunfähigkeit 
der Versicherten. Diese Beurteilung ist aufgrund der Angaben im Bericht der Klinik J.____ vom 
3. Juni 2019, wonach die Versicherte in gebesserten Gesundheitszustand entlassen und bis 
Ende Juni 2019 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, nachvollziehbar. Zudem konnte 
Dr. D.____ anlässlich der aktuellen Untersuchung keine Hinweise auf ein depressives Gesche-
hen feststellen. Soweit der behandelnde Arzt Dr. G.____ (weiterhin) eine ausgeprägte affektive 
Störung und ein einschränkendes generalisiertes Schmerzsyndrom bejahte und eine vollständi-
ge Arbeitsunfähigkeit attestiert, ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass es die unterschiedli-
che Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be-
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 
(vgl. BGE 124 I 170 E. 4) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper-
sonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Weiter ist zu beach-
ten, dass eine Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie 
eröffnet den Gutachtern praktisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Inter-
pretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern die Gutachter – wie hier – lege artis 
vorgegangen sind. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte 
benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 23. April 2019, 8C_835/2018, E. 3 mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin 
legt nicht substantiiert dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den vorliegenden Berich-
ten des behandelnden Arztes Dr. G.____ vom 9. Dezember 2020 und 19. Juni 2021 Gesichts-
punkte hervorgingen, die von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden wären. Seine sehr 
allgemein gehaltenen Angaben vermögen nicht zu überzeugen. So führte er im Wesentlichen 
lediglich an, dass das psychopathologische Zustandsbild der Beschwerdeführerin im Quer- und 
Längsschnitt von einer anhaltenden mittelgradig bis schwer ausgeprägten depressiven Symp-
tomatik im Rahmen einer pathologischen Trauerreaktion nach Tod von drei Brüdern und der 
Mutter innert kurzer Zeit geleitet sei. Damit beschrieb er aber v.a. die Situation, die 2018 zur 
stationären Behandlung der Beschwerdeführerin führte. Gegen eine fehlende Bewältigungsfä-
higkeit der Versicherten spricht zudem die Tatsache, dass sich der Gesundheitszustand der 
Verbesserten nach den stationären/teilstationären Behandlungen verbesserte. Im Bericht vom 
19. Juni 2021 äusserte sich Dr. G.____ nicht mehr zur depressiven Symptomatik, sondern aus-
schliesslich zur Panikstörung und zur Agoraphobie. Er führte aus, dass diesbezüglich bisher 
noch keine spezifische Therapie initiiert worden sei. Das Expositionstraining werde durchge-

 

 
 
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führt, sobald die Beschwerdeführerin von einem erneut anstehenden Türkeiaufenthalt zurück-
kehre. Hierzu ist festzustellen, dass Dr. D.____ die Agoraphobie anerkannte und bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigte. So wird vom Gutachter einerseits ein spezifisches 
Training verlangt und andererseits postuliert, dass die Beschwerdeführerin trotz der Ängste in 
der Lage sei, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, wenn sie nicht wiederholt den Arbeits-
platz wechseln müsse. Unter diesen Voraussetzungen bzw. mit diesem Profil erscheint auch die 
Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ mit einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit nachvollziehbar. Insgesamt ergibt sich aus den Akten nichts, was geeignet 
wäre, den Beweiswert des Gutachtens der Dres. E.____ und D.____ vom 20. März 2020 in 
Zweifel zu ziehen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2) auf zu-
sätzliche Abklärungen verzichtet werden kann. 
 
9. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gestützt 
auf die Ergebnisse im bidisziplinären Gutachten der Dres. E.____ und D.____ vom 20. März 
2020 davon ausgegangen ist, dass die Versicherte weiterhin ein rentenausschliessendes Er-
werbseinkommen erzielen könnte. Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Bemes-
sung der Vergleichseinkommen anhand der Tabellenlöhne hat die Beschwerdeführerin zu 
Recht nicht bestritten, weshalb von weiteren Erörterungen dazu abgesehen werden kann. 
Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 4. Dezember 2020, mit welcher ein Rentenan-
spruch der Beschwerdeführerin verneint wurde, im Ergebnis nicht zu beanstanden und die da-
gegen gerichtete Beschwerde deshalb abzuweisen. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend unterliegt die Beschwerdeführerin, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit 
Verfügung vom 9. Februar 2021 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, weshalb 
die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen werden. 
 
10.2 Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zugespro-
chen. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 9. Februar 2021 auch die unentgeltliche 
Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen 
aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in 
seiner Honorarnote vom 9. August 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 
11 Stunden 48 Minuten geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden 
Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des doppelten Schriftenwechsels angemessen ist. Nicht 
zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von Fr. 84.50. Dem Rechts-
vertreter ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'632.70 (11,8 Stunden à Fr. 200.-- 

 

 
 
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[vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003] und 
Auslagen von Fr. 84.50 inkl. 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
10.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine 
Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, 
sobald sie dazu in der Lage ist. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Der Beschwerdeführerin wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 2‘632.70 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse bezahlt. 

 

 

 
 
 
 
 
 
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