# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00167cc0-769c-56df-be1c-f2abe9924d7b
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.05.2023 CA.2023.10A
**Docket/Reference:** CA.2023.10A
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2023-10A_2023-05-23

## Full Text

Berufung gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2022.40 vom 1. Dezember 2022
Verzicht auf die Ausübung des Rechts auf Berufungserklärung
;;Berufung gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2022.40 vom 1. Dezember 2022
Verzicht auf die Ausübung des Rechts auf Berufungserklärung
;;Berufung gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2022.40 vom 1. Dezember 2022
Verzicht auf die Ausübung des Rechts auf Berufungserklärung
;;Berufung gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2022.40 vom 1. Dezember 2022
Verzicht auf die Ausübung des Rechts auf Berufungserklärung

Beschluss vom 23. Mai 2023 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Olivier Thormann, Vorsitzender, 
Beatrice Kolvodouris Janett und Andrea Blum, 
Gerichtsschreiber David Mühlemann  

Parteien  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Michèle  
Akermann, 

Berufungsführer  
 

 
gegen 

  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 
des Bundes Nils Eckmann,  

Berufungsgegnerin 
 

und 
 

TRANSPORTDIENST LUZERNER POLIZEI HAFTLEITSTELLE, 
vertreten durch Adolf Achermann, 

Privatklägerschaft  

Gegenstand 
 

Berufung gegen das Urteil der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts SK.2022.40 vom 1. Dezember 2022 
 
Verzicht auf die Ausübung des Rechts auf Berufungs-
erklärung 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2023.10 

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Die Berufungskammer erwägt: 

1. Am 8. September 2022 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts Anklage gegen A. (nachfolgend: Beschuldigter) wegen straf-
barer Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung (Ad. 260bis Abs. 1 
lit. c StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 
Absicht (Art. 224 Abs. 2 StGB), Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von 
Sprengstoffen und giftigen Gasen (Art. 226 Abs. 1 und 2 StGB), Widerhandlun-
gen gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 ff. SprstG), Drohung (Art. 180 StGB), 
mehrfacher versuchter Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 StGB) und Widerhand-
lungen gegen das Waffengesetz (Art. 33 WG) (TPF pag. 6.100.001 ff.). Mit Urteil 
vom 1. Dezember 2022 stellte die Strafkammer fest, dass der Beschuldigte nach-
folgende Tatbestände im Zustand der Schuldunfähigkeit erfüllt hat: Strafbare 
Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 260bis 
Abs. 1 lit. c StGB, Herstellen von Sprengstoffen und giftigen Gasen im Sinne von 
Art. 226 Abs. 1 StGB, Verbergen und Weiterschaffen von Sprengstoffen und gif-
tigen Gasen im Sinne von Art. 226 Abs. 2 StGB, Gefährdung durch Sprengstoffe 
und giftige Gase in verbrecherischer Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 2 StGB, 
mehrfache versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB, Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, mehrfacher unbe-
fugter Verkehr mit Sprengmitteln im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 SprstG, mehrfache 
Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 WG und es wurde 
eine stationäre Massnahme i.S.v. Art. 59 StGB angeordnet. 

2. Die StPO sieht für die Einlegung der Berufung ein zweistufiges Verfahren vor: 
Nach Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 
10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzu-
melden. Nach Ausfertigung des begründeten Urteils übermittelt das erstinstanz-
liche Gericht die Anmeldung zusammen mit den Akten dem Berufungsgericht 
(Art. 399 Abs. 2 StPO). Damit wird das Verfahren beim Berufungsgericht rechts-
hängig und die Verfahrensleitung geht vom erstinstanzlichen Gericht auf das Be-
rufungsgericht über (vgl. EUGSTER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 399 
StPO N. 1d). Die Partei, die Berufung angemeldet hat, reicht dem Berufungsge-
richt gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO innert 20 Tagen seit Zustellung des begrün-
deten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein (vgl. Urteil des BGer 
6B_469/2015 vom 17. August 2015 E. 3). Die Berufungsanmeldung kann zurück-
gezogen werden, solange die Verfahrensleitung noch bei der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts liegt (vgl. Art. 328 StPO und Art. 35 des Bundesgesetzes 
über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [StBOG, SR 173.71]) und 
das begründete Urteil noch nicht ausgefertigt und den Parteien zugestellt worden 
ist. Diesfalls wird das Verfahren abgeschrieben. Nach Eröffnung des Urteilsdis-
positivs bis zum Ablauf der Frist von 20 Tagen gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO 

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(welche durch die Zustellung des begründeten Urteils ausgelöst wird), kann die 
Partei, die Berufung angemeldet hat, stattdessen den Verzicht auf das Rechts-
mittel der Berufung erklären (vgl. Art. 386 Abs. 1 StPO; ZIEGLER/KELLER, Basler 
Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 386 StPO N. 1 f.). Darauf wird das Verfahren 
ebenfalls abgeschrieben. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, innert der Frist 
von 20 Tagen (Art. 399 Abs. 3 StPO) keine Berufungserklärung einzureichen, 
worauf ein Nichteintretensentscheid ergeht (EUGSTER, a.a.O., Art. 399 StPO N. 
2). Schliesslich kann nach Einreichung einer Berufungserklärung die Berufung 
gemäss den Vorgaben von Art. 386 Abs. 2 StPO zurückgezogen werden (vgl. 
ZIEGLER/KELLER, a.a.O., Art. 386 StPO N. 3), worauf das Verfahren abgeschrie-
ben wird. 

3. Gegen das mündlich eröffnete Urteil vom 1. Dezember 2022 meldete der Be-
schuldigte am 12. Dezember 2022 Berufung an (TPF pag. 6.940.001). Das 
schriftlich begründete Urteil wurde der amtlichen Verteidigerin zuhanden des Be-
schuldigten am 9. Mai 2023 zugestellt (CAR pag. 1.100.070) und die Strafkam-
mer des Bundesstrafgerichts übermittelte am 5. Mai 2023 sämtliche Verfahrens-
akten an die Berufungskammer (CAR pag. 1.100.071). Mit Eingabe vom 17. Mai 
2023 teilte die amtliche Verteidigerin im Namen des Beschuldigten mit, dass auf 
die Einreichung einer Berufungserklärung verzichtet wird (CAR pag. 1.300.001). 
Es wurde somit innerhalb der 20-tägigen Frist gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO auf 
das Rechtsmittel der Berufung verzichtet und das Berufungsverfahren ist ent-
sprechend abzuschreiben.  

Demgemäss ist festzustellen, dass das Urteil der Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts SK.2022.40 vom 1. Dezember 2022 per Entscheiddatum vollumfänglich 
in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 437 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO). 

4. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens, wobei als unterliegend auch die Partei gilt, die ein 
Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Verzicht auf ein Rechtsmit-
tel kommt einem Rückzug gleich. In Anwendung von Art. 73 Abs. 1 Iit. a und b 
sowie Abs. 3 lit. c StBOG i.V.m. Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und Art. 7bis des Reglements 
des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und 
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR, SR 173.713.162) ist eine mi-
nimale Gebühr von Fr. 200.00 festzusetzen.  

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten 
aufzuerlegen. 

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5. Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten hat mit Eingabe vom 17. Mai 2023 
eine Kostennote für ihr Honorar im Berufungsverfahren eingereicht (CAR pag. 
1.300.002 f.).  

Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird in Bundesstrafverfahren 
nach dem Anwaltstarif des Bundes – gemäss BStKR – festgesetzt (Art. 135 
Abs. 1 StPO). Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen 
Auslagen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Te-
lefonspesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen 
und ausgewiesenen Zeitaufwand bemessen. Der Stundenansatz beträgt mindes-
tens Fr. 200.00 und höchstens Fr. 300.00 (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Bei FälIen im 
ordentlichen Schwierigkeitsbereich, d.h. für Verfahren ohne hohe sachliche oder 
rechtliche Komplexität, beträgt der Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der 
Berufungskammer sowie der Strafkammer Fr. 230.00 für Arbeitszeit und 
Fr. 200.00 für Reise- und Wartezeit (Beschluss der Beschwerdekammer des 
BStGer BK.2011.21 vom 24. ApriI 2012 E. 2.1; Urteil der Strafkammer des  
BStGer SN.2011.16 vom 5. Oktober 2011 E. 4.1). Die Auslagen werden im Rah-
men der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten vergütet 
(Art. 13 BStKR). Bei besonderen Verhältnissen kann ein Pauschalbetrag vergü-
tet werden (Art. 13 Abs. 4 BStKR). Gemäss Art. 14 BStKR kommt die Mehrwert-
steuer zum Honorar und den Auslagen hinzu. 

Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten macht in ihrer Kostennote ein Ho-
norar von insgesamt Fr. 981.25 (inkl. MWST) geltend, bestehend aus einem Auf-
wand von 3.75 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 230.– sowie Auslagen im Um-
fang von Fr. 48.60, jeweils zzgl. 7.7 % MWST (CAR pag. 1.300.002 f.). 

Die beantragte Entschädigung erscheint vorliegend als angemessen.  

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Die Berufungskammer beschliesst: 

I. Das Berufungsverfahren CA.2023.10 wird infolge Verzichts auf die Ausübung 
des Rechts auf Berufungserklärung als gegenstandslos abgeschrieben. 

II. Es wird festgestellt, dass das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2022.43 per Entscheiddatum vollumfänglich in Rechtskraft erwachsen ist. 

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 200.00 werden A. auferlegt. 

IV. Rechtsanwältin Michèle Akermann wird für die amtliche Verteidigung von A. 
durch die Eidgenossenschaft mit Fr. 981.25 (inkl. MWST) entschädigt.  

V. A. hat der Eidgenossenschaft für die Entschädigung der amtlichen Verteidigung 
gemäss Ziffer IV. vollumfänglich Ersatz zu leisten, sobald es seine wirtschaftli-
chen Verhältnisse erlauben. 

Im Namen der Berufungskammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 
 
 
Olivier Thormann David Mühlemann 

 
 
 
Zustellung an (Gerichtsurkunde): 
- Bundesanwaltschaft 
- Frau Rechtsanwältin Michèle Akermann 
- Transportdienst Luzerner Polizei, Haftleitstelle 

 
 
 
 
Kopie an (brevi manu): 
- Bundesstrafgericht, Strafkammer 
 
 

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Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 
- Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug und Vermögensverwaltung 
- Amt für Justizvollzug (Straf- und Massnahmenvollzug) des Kantons Luzern 
- Amt für Migration des Kantons Luzern 
- Bundesamt für Polizei (fedpol) 
 

Rechtsmittelbelehrung 
 
Beschwerde an das Bundesgericht 
 
Dieser Beschluss kann innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung mit Beschwerde in 
Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-
voraussetzungen sind in den Art. 78-81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzu-
reichen. 
 
Gemäss Art. 48 Abs. 1 und 2 BGG müssen Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen 
oder konsularischen Vertretung übergeben werden. Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wah-
rung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle 
Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Versand: 24.05.2023