# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** befe21da-9d29-564e-b53c-c0a8d8b18a8a
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-05
**Language:** de
**Title:** Verordnung der Baudirektion des Kantons Zürich zum Schutz der Siedlungen Sängglen und Pfaffenstein II in Pfaffhausen-Fällanden.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0180/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iii_nr._0180-2018_vom_5._dezember_2018.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2018.00077 
0180/2018 

Entscheid vom 5. Dezember 2018 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Ersatzrichterin Gabriele Kisker, Baurichter 
Roland Fraefel, Gerichtsschreiberin Karin Rüsch     

in Sachen 

Rekurrentin 

Politische Gemeinde Fällanden, Schwerzenbachstrasse 10, 
8117 Fällanden  

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligter 

2.  Gemeinderat Fällanden, Schwerzenbachstrasse 10, 8117 Fällanden  

Beigeladene 

3. – 10. [….] 

betreffend 

Verfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  Nr.  0221/2018  vom  26.  April 
2018;  Verordnung  zum  Schutz  der  Siedlungen  Sängglen  und  Pfaffenstein 
II, Pfaffhausen - Fällanden 
____________________________________________________________

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Verfügung  vom  26. April  2018  erliess  die  Baudirektion  Kanton  Zürich 

(nachfolgend  Baudirektion)  die  Verordnung  zum  Schutz  der  Siedlungen 

Sängglen  und  Pfaffenstein II  (nachfolgend  Baudirektion)  im  Ortsteil  Pfaff-

hausen der Gemeinde Fällanden. 

B. 

Hiergegen  erhob  mit  Eingabe  vom  4. Juni  2018  die  Politische  Gemeinde 

Fällanden  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  mit  den  fol-

genden Anträgen: 

1.  Der Rekurs sei gutzuheissen.  

2.  Demgemäss  sei  die  Schutzverordnung  der  Rekursgegnerin  vom 
26. April  2018  insoweit  aufzuheben,  als  die  rekurrentischen  Grund-
stücke  Kat.-Nr. 4688 
und 
Kat.-Nr. 2683  (Aussichtsplatz  mit  Sitzbänken,  Stützmauern,  Treppen 
und  Gehölzen)  vom  Geltungsbereich  resp.  Schutzumfang  der  dauern-
den Schutzanordnung erfasst werden. 

(Strassenparzelle  Sängglenstrasse) 

  Eventualiter sei die Schutzverordnung der Rekursgegnerin vom 26. Ap-
ril  2018  insoweit  aufzuheben,  als  (1.)  die  rekurrentische  Sängglen-
strasse mit Strassenlaternen mit Betonmasten auszustatten sei (Disp.-
Ziff. IV.2)  und  (2.)  bauliche  und  technische  Massnahmen  wie  Ausbrü-
che,  Bohrungen,  Leitungsverlegungen,  Abdeckungen,  Isolationen  u.ä. 
bei  den  Grundstücken  Kat.-Nrn.  4688  und  2683  mit  der  kantonalen 
Denkmalpflege abzustimmen seien (Disp.-Ziff. V.6).  

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegne-

rin. 

C. 

Mit  Verfügung  vom  7. Juni 2018  wurde  unter  der  Geschäfts-Nr. 

R3.2018.00077  vom  Rekurseingang  Vormerk  genommen  und  das  Ver-

nehmlassungsverfahren eröffnet. 

R3.2018.00077 

Seite 2 

 
 
D. 

Die Baudirektion Kanton Zürich schloss in ihrer Vernehmlassung vom 5. Ju-

li  2018  auf  Abweisung  des  Rekurses  soweit  darauf  einzutreten  sei  unter 

Kostenfolge  zu  Lasten  der  Rekurrentin.  Der  Gemeinderat  Fällanden  ver-

zichtete stillschweigend auf die Erstattung einer Vernehmlassung. 

E. 

Auf Begehren der Rekurrentin wurde ein zweiter Schriftenwechsel durchge-

führt. Die Replik datiert vom 24. Juli 2018; die Duplik vom 13. August 2018. 

F. 

Mit Eingabe vom 9. August 2018 stellten [….] die Grundeigentümerschaften 

3. – 10. ein Gesuch um Beiladung im obgenannten Verfahren. Diesem Ge-

such wurde mit Verfügung vom 13. August 2018 entsprochen und den Bei-

geladenen  Frist  zur  Stellungnahme  angesetzt.  Mit  Eingabe  vom 

13. September  2018  verzichteten  die  Beigeladenen  ausdrücklich  auf  eine 

aktive Mitwirkung am vorliegenden Verfahren. Mit Eingabe vom 31. Oktober 

wurde seitens der Beigeladenen gleichwohl unaufgefordert eine weitere als 

Duplik bezeichnete Stellungnahme zu den Akten gereicht.  

G. 

Am 25. September 2018 führte die 3. Abteilung des Baurekursgerichtes im 

Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

H. 

Auf  die  Vorbringen  der  Verfahrensbeteiligten  sowie  auf  die  anlässlich  des 

Lokaltermins  gemachten  Feststellungen  wird,  soweit  für  die  Entscheidbe-

gründung  erforderlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  Bezug  genom-

men. 

R3.2018.00077 

Seite 3 

 
 
Es kommt in Betracht: 

1. 

Mit  der  angefochtenen  Verordnung  wurden  die  Siedlungen  Sängglen  und 

Pfaffenstein  II  in  Fällanden,  Ortsteil  Pfaffhausen,  mit  folgenden  Grundstü-

cken unter Schutz gestellt:  

Sängglen:  

Kat.-Nrn. 1131-1134, 1136, 1137, 1139-1142, 1215, 1216, 

1218,  1220,  1222,  1224,  1229,  1230,  1413,  1490-1492, 

1494,  1498,  1501,  1502,  1584-1586,  1708,  1855,  1872-

1875,  1958-1963,  2087,  2088,  2198,  2199,  2367,  2411, 

2448-2454, 2815, 2821, 3010-3014, 4688, 5025, 5026; 

Pfaffenstein II:  Kat.-Nrn. 2671-2677, 2679-2683, 4632,4633. 

Im  vorliegenden  Verfahren  im Streit  liegt der  Einbezug  der Parzellen Kat.-

Nrn. 4688 (Strassenparzelle Sängglenstrasse) und 2683 (Aussichtsplatz) in 

den Geltungsbereich der Verordnung. 

2. 

Die  Rekurrentin 

ist  Grundeigentümerin  der  genannten  Grundstücke 

Kat.-Nrn. 4688  und  2683  innerhalb  der  hier  streitbetroffenen  Siedlungen 

Sängglen und Pfaffenstein II. Sie ist damit als von der angefochtenen Ver-

ordnung direkt Betroffene ohne weiteres zur Rekurserhebung im Sinne von 

§ 338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  bzw.  § 21  Abs. 2  lit. b  des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  legitimiert.  Da  auch  die  übrigen 

Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

3. 

Die  angefochtene  Verordnung  wurde  nebst  der  eingangs  erwähnten 

Grundeigentümerin  von  weiteren  Grundeigentümern  angefochten,  welche 

Verfahren indes teilweise andere Themengebiete beschlagen. Mit Blick auf 

den  Endentscheid  sind  die  einzelnen  Rekursverfahren  zweckmässiger-

weise  gemäss  den  zu  behandelnden  Themenbereichen  zusammenzufas-

sen. 

R3.2018.00077 

Seite 4 

 
 
Der vorliegende Entscheid betrifft nur das vorliegende Rekursverfahren G.-

Nr. R3.2018.00077. 

Die  anderen  Rekursverfahren  mit  den  G.-Nrn.  R3.2018.00080, 

R3.2018.00081, R3.2018.00082 und R3.2018.00093 sowie R3.2018.00079 

werden mit dem vorliegenden Entscheid koordiniert behandelt und eröffnet. 

4. 

Die  streitbetroffenen  Siedlungen  Sängglen  und  Pfaffenstein II  liegen  im 

Ortsteil  Pfaffhausen  der  Gemeinde  Fällanden  inmitten  eines  in  den 

1960er-Jahren  erschlossenen  Einfamilienhausgebietes.  Gemäss  der  gel-

tenden Bau- und Zonenordnung (BZO) liegen sämtliche Grundstücke in der 

Wohnzone  W1.  Die  Siedlungen  wurden  nach  Plänen  der  Architekten      

Bridel & Spirig in drei Etappen erstellt. Die Siedlung Sängglen bestand zu-

nächst  aus  31 Einfamilienhäusern  und  einem  Mehrfamilienhaus  (Postad-

ressen:  Sängglen-  und  Mooswiesstrasse).  Direkt  anschliessend  wurden  in 

der gleichen Art und Gestaltung neun Einfamilienhäuser am Lindenweg er-

stellt,  die  ebenfalls  zur  Siedlung  Sängglen  gezählt  werden  (Postadressen: 

Lindenweg). In den 1970er Jahren entstand wiederum nach Plänen dersel-

ben  Architekten  die  benachbarte  Siedlung  Pfaffenstein II,  bestehend  aus 

11 Einfamilienhäusern  und  einem  Kindergarten  (Postadressen:  Pfaffen-

steinstrasse und Alte Zürichstrasse).  

Die  meisten  Grundstücke  in  beiden  Siedlungen  sind  mit  bau-  und  ausnüt-

zungsbegrenzenden  Servituten  zu  Gunsten  von  Nachbargrundstücken  be-

legt,  um  bauliche  Veränderungen  zugunsten  des  einheitlichen  Siedlungs-

bildes einzuschränken (act. 13.7). 

Im Jahre 2002 wurde von der Baudirektion erstmals ein Gutachten der Kan-

tonalen  Denkmalpflegkommission  (KDK) in Auftrag  gegeben.  Das  Gutach-

ten vom 10. Juni 2003 (act. 13.3) empfahl der Gemeinde, "die architektoni-

sche  und  baukünstlerische  Qualität  der  Wohnsiedlung  an  der  Sängg-

lenstrasse  in  Pfaffhausen  mit  den  zur  Verfügung  stehenden  planerischen 

Mitteln  zu  erhalten".  Schutzmassnahmen  wurden  seitens  der  Gemeinde 

Fällanden in der Folge nicht angeordnet. 

Im November 2011 beauftragte die Baudirektion aufgrund allmählicher Ver-
änderungen  der  Substanz  und  des  Gesamteindrucks  der  Siedlungen  die 

KDK mit der Erstellung eines zweiten Gutachtens. In diesem zweiten Gut-

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Seite 5 

 
 
achten  vom  3. April  2012  (act. 13.4)  kam  die  Kommission  zum  Schluss, 

dass  es  sich bei den Siedlungen  Sängglen  und  Pfaffenstein II  um  Schutz-

objekte von überkommunaler Bedeutung handelt (S. 2). 

Damit ging nach Auffassung der Baudirektion die Zuständigkeit für die An-

ordnung  von  Schutzmassnahmen  von  der  Gemeinde  Fällanden  an  die 

Baudirektion über. Mit zwei Informationsveranstaltungen orientierte die kan-

tonale  Denkmalpflege  die  betroffenen  Grundeigentümer  über  die  vorgese-

henen  Schutzmassnahmen.  In  der  Folge  wurde  ein  Entwurf  für  eine 

Schutzverordnung  erarbeitet.  Mit  Schreiben  vom  11. Juli  2014  wurde  der 

Entwurf den Grundeigentümern zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs 

zur Stellungnahme zugestellt. Gleichzeitig wurden der Gemeinderat Fällan-

den  sowie  die  Zürcher  Planungsgruppe  Glattal  (ZPG)  gestützt  auf  § 211 

Abs. 1 Satz 2 PBG angehört (act. 13.21 und 13.22). Die ZPG und der Ge-

meinderat Fällanden stellten keine Anträge. Der überarbeitete Entwurf wur-

de in der Folge der Baudirektion zum Entscheid überwiesen.  

Diese  verzichtete  in  der  Folge  unter  Verweis  auf  die  entgegenstehenden 

privaten  Interessen  der  Grundeigentümer  auf  eine  Unterschutzstellung 

(act. 13.11).  

Dieser  Entscheid  wurde  rekursweise  beim  Baurekursgericht  des  Kantons 

Zürich angefochten. Das Baurekursgericht hiess die Rekurse mit Entscheid 

BRGE III  Nr. 0150/2016-0174/2016  vom  24. August 2016  (act. 13.12)  teil-

weise gut und wies die Sache zur erneuten und detaillierten Abklärung der 

Verhältnismässigkeit  an  die  Baudirektion  des  Kantons  Zürich  zurück.  Der 

Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

In  der  Folge  bereitete  die  Baudirektion  die  nun  angefochtene  Verordnung 

vor  und  ordnete  zudem  mit  Verfügung  vom  21. November  2016  vorsorgli-

che Schutzmassnahmen an (act. 13.13). Mit Schreiben vom 28. April 2017 

(act. 13.14) wurde der Entwurf wiederum den Eigentümerinnen und Eigen-

tümern zur Wahrung des rechtlichen Gehörs zur Stellungnahme zugestellt. 

Gleichzeitig  wurden  der  Gemeinderat  Fällanden  sowie  der  regionale  Pla-

nungsverband ZPG angehört (act. 13.15 und 13.16). Die ZGP stellte keine 

Anträge (act. 13.17). Der Gemeinderat Fällanden wies darauf hin, dass der 

Schutzumfang  nicht  über  die  bestehenden  Dienstbarkeiten  hinausgehen 
sollte (act. 13.18). Bei den betroffenen Grundeigentümern äusserte sich ei-
ne  knappe  Mehrheit  nicht.  In  den  eingegangenen  Stellungnahmen  der 

Grundeigentümer (act. 13.20) wurde eine Unterschutzstellung generell oder 

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Seite 6 

 
 
aber  der  vorgesehene  Schutzumfang  abgelehnt.  Es  wurde  insbesondere 

geltend  gemacht,  der  Schutzumfang  sei  zu  umfassend  und  würde  keine 

Anpassungen an geänderte Bedürfnisse und Anforderungen zulassen. 

Die  Baudirektion  passte  daraufhin  den  Schutzumfang  punktuell  nochmals 

an.  Auf  die  Unterschutzstellung  der  offenen  Kamine  wurde  verzichtet.  Der 

Schutzumfang  bezüglich  der  Fenster  und  des  Aussenraums  wurde  umfor-

muliert,  Aussagen  zur  baulichen  Erweiterung  des  Kindergartens  ergänzt 

und die Formulierung betreffend energetische Massnahmen angepasst. 

Mit dem nun angefochtenen Entscheid der Baudirektion Kanton Zürich vom 

26. April 2018 wurde schliesslich die Verordnung zum Schutz der Siedlun-

gen Sängglen und Pfaffenstein II erlassen.  

5. 

Die  Rekurrentin  wirft  vorab  die  Frage  auf,  ob  ihre  Grundstücke  überhaupt 

von  der  strittigen  Verordnung  erfasst  seien.  Die  zur  Verordnung  zugehöri-

gen  Pläne  seien  etwas  unklar.  Man  habe  aber  aufgrund  der expliziten  Er-

wähnung der Parzellen sicherheitshalber ein Rechtsmittel eingereicht. 

Hierzu ist zur Klärung der Verhältnisse festzuhalten, dass die Grundstücke 

der  Rekurrentin  in  der  Verordnung  ausdrücklich  aufgeführt  sind.  Auch  die 

Auflistung der zu erhaltenden einzelnen Elemente in der Schutzverordnung 

(vgl.  Ziffer 8  nachstehend)  –  wobei  die  zu  erhaltende  Ausstattung  der 

Sängglenstrasse  und  des  Aussichtspunktes  detailliert  und  explizit  erwähnt 

sind  –  zeigt  deutlich,  dass  die  rekurrentischen  Grundstücke  von  der 

Schutzverordnung  erfasst  sind.  Ebenso  geht  aus  dem  Plan  3  der  Verord-

nung "Schutzwürdige Substanz" eindeutig hervor, dass die rekurrentischen 

Grundstücke  integral  schutzwürdig  sind  und  damit  zum  Anwendungsbe-

reich  der  Schutzverordnung  gehören.  Damit  kann  die  von  der  Rekurrentin 

aufgeworfene  Frage  offenbleiben,  weshalb  nicht  auch  die  Strassenparzel-

len der Mooswiesstrasse, der Alten Zürcherstrasse und des Lindenwegs in 

der Schutzverordnung explizit aufgeführt sind und weshalb gemäss Plan 1 

zur  Schutzverordnung  keine  der  Strassenparzellen  –  eingeschlossen  die 

Sängglenstrasse  –  zur  geschützten  Umgebung  zählt.  Dass  die  streitbe-

troffenen Parzellen  vom  Schutzumfang  erfasst  werden,  wird  dadurch  nicht 

infrage  gestellt.  Zu  bemerken  ist,  dass  alle  genannten  Strassen  gemäss 
Plan 1 der Verordnung in deren Geltungsbereich liegen. Die in diesem Plan 

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grün  markierte  "geschützte  Umgebung"  umfasst  nur  die  Gärten  bzw.  den 

Umschwung  der  Gebäude.  Der  Schutzumfang  –  integral  schutzwürdig, 

konzeptionell schutzwürdig oder nicht schutzwürdig – ergibt sich aus Plan 3 

"Schutzwürdige  Substanz  Aussenraum".  Die  schützenswerten  Elemente 

werden in Dispositivziffer IV.2 der Verordnung benannt. Darin, dass die be-

troffenen  Strassen  in  unterschiedlicher  Hinsicht  schützenswert  sind,  liegt 

kein Widerspruch. 

6. 

Die Rekurrentin wendet gegen die erfolgte Unterschutzstellung zusammen-

gefasst das Folgende ein: Für den Einbezug der rekurrentischen Grundstü-

cke finde sich kaum eine sachliche Rechtfertigung. So sei auch in der strit-

tigen  Schutzverordnung  weder  bezüglich  der  Sängglenstrasse  noch  des 

Aussichtsplatzes  eine  denkmalpflegerische  Aussage  zu  finden.  Vielmehr 

würden sich die rekursgegnerischen Schutzwürdigkeitsüberlegungen in den 

beiden Siedlungen Sängglen und Pfaffenstein II erschöpfen, wozu aber die 

Strassenparzelle und der Aussichtsplatz nicht gehörten. Die beiden Grund-

stücke  seien  denn  auch  nicht  mit  ausnützungsbeschränkenden  Servituten 

belastet. Demzufolge seien die Sängglenstrasse und der Aussichtsplatz mit 

Sitzbänken,  Stützmauern,  Treppen  und  Gehölzen  vom  Geltungsbereich 

respektive vom Schutzumfang auszunehmen. 

Die Rekurrentin wendet sich damit mit ihren Vorbringen nicht gegen den Er-

lass  der  Schutzverordnung  als  solchen,  sondern  einzig  gegen  den  Einbe-

zug der rekurrentischen Grundstücke.  

7. 

Somit zu prüfen, ob es sich bei den mittels der angefochtenen Verordnung 

ebenfalls unter Schutz gestellten Grundstücken der Rekurrentin, welche in-

nerhalb  der Siedlungen  Sängglen und  Pfaffenstein  II  liegen,  auch  tatsäch-

lich um Teile der Schutzobjekte handelt oder nicht. 

Dem  Gutachten  der  KDK  aus  dem  Jahre 2012  (act. 13.4)  kann  dazu  Fol-

gendes entnommen werden: 

Die 1960 bis 1964 erbaute Siedlung Sängglen inklusive die 1965 und 1968 
erstellten  angrenzenden  Häuser  am  Lindenweg  5-15  sowie  die  1971  und 

1976 entstandene benachbarte Siedlung Pfaffenstein II mit dem Kindergar-

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Seite 8 

 
 
ten  seien  Schutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung.  Insbesondere 

seien es sowohl typologisch aussergewöhnliche wie von der Architektur her 

qualitativ hochstehende Wohnsiedlungen aus der Epoche nach dem zwei-

ten Weltkrieg. Es handle sich bei beiden Siedlungen um bedeutende Zeu-

gen der Nachkriegsmoderne im Kanton Zürich.  

Im Jahre 1960 hätten die beiden Architekten Philip Bridel und Hugo Spirig 

zusammen  mit  dem  Bauern  und  Landbesitzer  Willi  Hofstetter  die  Sängg-

len AG gegründet. Daraufhin hätten Bridel & Spirig einen gesamthaften Be-

bauungsplan  sowie  die  Projektpläne  für  die  ersten  Einfamilienhäuser  er-

stellt. In drei Etappen seien dann Jahr für Jahr im Auftrag privater Bauher-

ren gruppenweise Einfamilienhäuser erstellt worden. 1966 seien die beiden 

turmartigen Mehrfamilienhäuser im Norden der Siedlung in Angriff genom-

men  worden.  Im  Gegensatz  zum  Mehrfamilienhaus  am  Lindenweg 17  sei 

das  Mehrfamilienhaus  am  Lindenweg 19  nicht  für  die  Sängglen  AG,  son-

dern  im  Auftrag  der Göhner AG errichtet,  später verkauft  und  stark verän-

dert worden. 1968 und 1976 seien die Siedlungen südlich des Lindenweges 

um  weitere  Einfamilienhäuser  ergänzt  worden.  Obschon  hier  teilweise  an-

dere Architekten mitgewirkt hätten, sei die Gestaltungshoheit bei den Archi-

tekten  Bridel &  Spirig  verblieben.  Dieses Architekturbüro  habe  schliesslich 

auch die 1972 bis 1974 gebaute Siedlung Pfaffenstein II geplant. 

Stilistisch  seien  die  ab  1960  entworfenen  Flachdachbauten  mit  den  Sicht-

betonmauern  und  Holzverschalungen  als  höchst  zeitgemäss  und  modern 

zu bezeichnen. Die Häuser seien in Gruppen von drei bis  vier Einfamilien-

häusern am Ende von kurzen Stichstrassen zusammengefasst. Es sei dies 

eine Sonderform der aufgelockerten Bebauungsform nach dem Vorbild des 

organischen Städtebaus. Die ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäuser, 

die zuweilen aneinandergebaut seien, würden sich in der vielfältigen Varia-

tion der grundrisslichen Organisation unterscheiden. Jedes Haus sei indivi-

duell  mit  Vor-  und  Rücksprüngen,  Erkern  und  Nischen  abwechslungsreich 

geformt.  Auch  in  den  Grundrissen  sei  eine  virtuose  typologische  Differen-

zierung zu erkennen. Architektonisch konstant bleibe hingegen nicht nur die 

vielgestaltige Form des Baukörpers, sondern auch die einheitliche Materia-

lisierung mit Sichtbeton, Holzverschalungen und Kupferblech.  

Der Innenausbau wie die Fassaden seien geprägt von wenigen Materialien 

in reduzierter Detaillierung und einer zurückhaltenden Farbigkeit mit Tönen 
vorwiegend in grau und beige und einzelnen Akzenten in schwarz.  

R3.2018.00077 

Seite 9 

 
 
Die Fassaden der Siedlung Pfaffenstein II würden Verwandtschaft zur Sied-

lung  Sängglen  und  die  gleichfarbigen  Holzverschalungen  aufweisen;  die 

massiven  Wände  seien  jedoch  nicht  mit  Sichtbeton,  sondern  mit  einem 

groben Spritzputz versehen.  

Die Wohn-/Essräume seien durch das Cheminée und teilweise durch Trep-

penstufen in verschiedene Bereiche zoniert. Vom Wohn-/Essraum gelange 

man  durch  raumhohe  Fenstertüren  in  den  Garten  und  gemeinschaftlichen 

Aussenraum. Es bestehe ein dosierter Bezug zwischen Innen- und Aussen-

räumen. Dagegen seien die Zimmer als privatere Raumzellen mit Fenster-

brüstungen konzipiert. Die Küchen hätten meist einen Zugang vom Flur und 

vom  Wohn-/Esszimmer,  sodass  sie  mit  den  gemeinschaftlichen  Räumen 

verknüpft würden und nicht als abgeschlossene Räume wirkten.  

Sozial- und wirtschaftsgeschichtlich würden die beiden Siedlungen im Ver-

gleich zu anderen verdichteten Bebauungsformen eine sowohl zeittypische 

wie originelle Position einnehmen. Die beiden Siedlungen stünden dabei für 

die allgemeine Zunahme von Wohlstand und Einfamilienhäusern sowie für 

innovative Siedlungsformen der 1960er Jahre.  

Gartengeschichtlich  repräsentierten  die  gliedernden  und  zwischen  den 

Baukörpern durchfliessenden Grünflächen das Ideal der natürlichen Gestal-

tungsweise der Moderne. Die kunstvolle Verwendung von Gehölzen mit pit-

toreskem  Habitus,  der  Verzicht  auf  Formgehölze  sowie  die  Vorliebe  für 

skandinavisch anmutende Bepflanzungsaspekte seien typische Darstellun-

gen  von  Natur  zu  jener  Zeit.  Auf  trennende  Zäune  und  Mauern  sowie  auf 

Nutzgärten und Schmuckbeete sei zugunsten einer parkartigen Landschaft 

verzichtet worden. Bäume seien dabei gezielt in spannungsvollen Gruppen 

und  aufgrund  ihres  pittoresken  und  skulptural  wirkenden  Habitus  gewählt 

und verteilt worden. Das Bepflanzungskonzept sei heute noch erhalten und 

gut ablesbar.  

Die  Siedlungen  Sängglen  und  Pfaffenstein  II  wiesen  hohe  städtebauliche, 

architektonische, 

typologische  sowie 

landschaftsarchitektonische,  aber 

auch  sozial-  und  wirtschaftshistorische  Qualitäten  auf.  Aus  architekturge-

schichtlicher  Sicht  komme  ihnen  gegenüber  vergleichbaren  Bauten  in  der 

Region, im Kanton Zürich und darüber hinaus ein hoher Stellenwert zu. Die 
Siedlungen liessen sich an den grossen internationalen Vorbildern ihrer Zeit 
messen. Als Vorbilder könnten sowohl Frank Lloyd Wright für die vielgestal-

tigen  Grundrisse  und  Differenzierungen  in  der  Raumdisposition  als  auch 

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Seite 10 

 
 
Ludwig Mies van der Rohe in Bezug auf die Reduktion von Formen, Farben 

und Materialien genannt werden.  

Die meisten Häuser seien in ihrem ursprünglichen Habitus gut erhalten, bei 

anderen Häusern seien hingegen schon beeinträchtigende Veränderungen 

vorgenommen worden. Die städtebauliche Struktur der Siedlung Sängglen 

sei  weitherum  einzigartig.  Die  gruppenweise  Anordnung  von  drei  bis  vier 

Einfamilienhäuser  an  kurzen  Stichstrassen  entlang  von  Quartierstrassen 

sei  eine  Antwort  auf  die  zunehmende  Überbauung  des  Landes  mit  einem 

gleichmässigen  Teppich  von  Einfamilienhäusern  gewesen.  Anders  als  die 

typischen  gleichförmigen  Einfamilienhausquartiere  seien  die  einzelnen 

Häuser  zu  kleinen  Gruppen  zusammengefasst  worden,  was  weitläufigere 

Grünflächen erlaubt habe.  

Die  einheitliche  Erscheinung  sei  auf  die  über  Jahre  konstante  Planung 

durch die Zürcher Architekten Philip Bridel und Hugo Spirig zurückzuführen, 

in deren Werk vor allem die Siedlung Sängglen einen wichtigen Stellenwert 

einnehme.  Die  weitgehend  intakt  erhaltenen  Einzelbauten  und  der  verbin-

dende Grünraum seien vor Veränderungen unbedingt zu bewahren und zu-

künftige bauliche Eingriffe, Renovationen und Baumfällungen seien von der 

Denkmalpflege zu begleiten.  

Der  vorgeschlagene  Schutzumfang  wurde  im  Gutachten  detailliert  darge-

legt und umfasst im Wesentlichen die Siedlungsstruktur, die Erschliessung, 

das  Grünraumkonzept,  die  Formenvielfalt,  die  Dachgestaltung,  die  beste-

hende  Materialisierung,  die  Geschossigkeit,  die  innere  Raumstruktur  und 

Erschliessung sowie die Materialisierung des Innenraums. 

8. 

Die  Baudirektion  kommt  in  der  angefochtenen  Verfügung  gestützt  auf  das 

Gutachten  der  KDK  ebenfalls  zum  Schluss,  es  handle  sich  bei  den  Sied-

lungen um ein Schutzobjekt von überkommunaler Bedeutung.  

Die  Baudirektion  folgt  in  ihren  ausführlichen  und  detaillierten  Erwägungen 

im Sinne einer eigenen Würdigung (act. 3 S. 4) weitgehend den Ausführun-

gen im wiedergegebenen Gutachten und verweist dabei auf die hohe Quali-
tät und die Wichtigkeit der Siedlungen als architektur- und gartengeschicht-
liche  Zeugen;  die  städtebauliche  Struktur  der  Siedlungen  seit  weitherum 

einzigartig. Nach dem Grundsatz der Verdichtung hätten in der Nachkriegs-

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Seite 11 

 
 
zeit  zahlreiche Architekten in Europa neue Bebauungsformen gesucht. At-

riumhäuser, Teppichsiedlungen und Terrassenhäuser seien die am weites-

ten  verbreiteten  innovativen  Ansätze  dazu  gewesen.  Ein  mögliches  Be-

zugsprojekt  für  die  Siedlung  Sängglen  stelle  das  Einfamilienhaus-Quartier 

im  finnischen  Rovaniemi  dar,  das  Alvar  Aalto  in  den  1950er  Jahre  projek-

tiert  habe;  es  zeige  eine  Erschliessungsstruktur  wie  die  Verästelung  einer 

Pflanze. Der organische Städtebau sei denn auch ein viel diskutiertes Motto 

der Nachkriegszeit. Ein Vorbild habe der Architekt Benedikt Huber 1957 in 

der  Zeitschrift  Werk  publiziert;  seine  schematische  Überbauungsskizze 

nehme  genau  das  Bebauungsmuster  der  Siedlung  Sängglen  vorweg.  In 

Fällanden  hätten  die  Architekten  Bridel  &  Spirig  dann  die  Gelegenheit  ge-

funden auf dem grösseren zusammenhängenden Stück Land, diese offen-

bar  in  der  Luft  liegende  Idee  in  die  Tat  umzusetzen.  Ihr  Verdienst  sei  es, 

diese neuartige Überbauungsart bei der Gemeindeverwaltung durchgesetzt 

und über die Jahre hinweg konsequent umgesetzt zu haben. Durch die be-

wusst  konzipierte  Siedlungsstruktur hätten  die  Einfamilienhaus-Siedlungen 

Sängglen  und  Pfaffenstein II  nicht  nur  hohe  städtebauliche  und  aussen-

räumliche  Qualitäten,  sondern  sie  hätten  damals auch  eine  Antwort  gege-

ben auf die Zersiedelung der Landschaft, die weit über ihre Entstehungszeit 

hinaus Gültigkeit haben sollte.  

Die Baudirektion attestierte den Siedlungen deshalb auch eine sozial- und 

wirtschaftsgeschichtliche  Bedeutung.  So  hielt  die Baudirektion  unter ande-

rem  auch  fest,  die  Siedlungen  würden  das  Ideal  der  natürlichen  Gestal-

tungsweise der Moderne repräsentieren und sich durch ein stark einheitlich 

gedachtes Konzept auszeichnen, dass nach wie  vor in grossen Teilen ge-

wahrt sei und trotz des Belassens von Raum für individuelle Wünsche eine 

starke  Gestaltungskraft  besitze.  Die  Siedlungen  könnten  daher mit  bedeu-

tenden Zeugen der Moderne verglichen werden und seien diesen in vielen 

Bereichen ebenbürtig. 

Die beiden Siedlungen wurden von der Baudirektion zusammengefasst wie 

folgt unter Schutz gestellt:  

Schutzziel 

- 

Schutzziel  sei  die  weitgehende  Erhaltung  des  ursprünglichen  Sied-

lungskonzepts  mit  einem  einheitlichen  Erscheinungsbild  der  Bauten 

und des Aussenraumes, der baulichen Grundstruktur, der Erschlies-
sung  sowie  der  entstehungszeitlichen  Bausubstanz.  Wesentlich  sei 

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Seite 12 

 
 
der  Charakter  der  vielgestaltigen  Form  der  Baukörper,  die  einheitli-

che  Materialisierung  in  Sichtbeton  (Putzfassaden),  Holzverschalung 

und  Kupferblech  sowie  die  sanfte  Geländemodelierung  der  Umge-

bung  mit  offenen  Ein-  und  Durchblicken.  Die  zulässigen  baulichen 

Veränderungen würden mit dieser Schutzverordnung geregelt. Auch 

nach der Unterschutzstellung sei die bisherige Nutzung der Gebäude 

gewährleistet. 

Schutzbestimmungen 

- 

Genereller Schutz:  

Die  zu  den  Siedlungen  Sängglen  und  Pfaffenstein II  gehörenden 

Gebäude und ihre Umgebung (Gärten) dürften als Teil der Schutzob-

jekte nicht abgebrochen bzw. beseitigt  werden. Die jeweilige Eigen-

tümerschaft dürfe deshalb ohne vorgängige  Zustimmung der Baudi-

rektion des Kantons Zürich keine baulichen Änderungen vornehmen 

und keine Unterhaltsarbeiten ausführen, welche die äussere Wirkung 

des  Gebäudes  sowie  dessen  Umgebung  berührten  oder  dessen 

Zeugenwert beeinträchtigen könnten.  

- 

Detaillierter Schutzumfang: 

Siedlungsstruktur  

- 

die  Siedlungsstruktur  der  Siedlungen  Sängglen  und  Pfaffen-

stein II  mit  kleinen  Häusergruppen  und  dazwischenliegenden 

Grünzügen (siehe Plan 2) 

-  die Erschliessung der Häuser mit Stichstrassen und Kehrplätzen 

- 

die  strikte  Ausrichtung  der  Bauten  an  den  Nordsüd-  und  West-

ostachsen  

Bauten 

Gestaltung 

- 

- 

die orthogonale Architektur ohne schräge Winkel 

die  Formenvielfalt  mit  Abstufungen,  vorstehenden  Wandschei-

ben,  Erkern,  Nischen,  gedeckten  Sitzplätzen,  eingezogenen 

Hauseingängen, Kaminen etc. 

- 

die  in  den  Siedlungen  ursprünglich  verwendeten  Materialien, 

insbesondere  Sichtbeton,  Kalksandstein,  Holzverschalung  und 
Kupfer;  in  der  Siedlung  Pfaffenstein II  die  Putzfassaden;  für 

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Seite 13 

 
 
Farbanstriche  die  Farben  Weiss  (Fensterrahmen,  Fenster,  Roll-

läden,  Rafflamellenstoren)  und 

"Sängglen-Grün" 

(Farbton 

NCS S 7005-G20Y) 

Fassaden 

- 

die rohen Sichtbeton- und Kalksandsteinwände; bei der Siedlung 

Pfaffenstein II: die groben Putzfassaden im Originalton 

- 

- 

- 

die Leichtbaukonstruktionen 

die originalen Fenster- und Türöffnungen sowie die Oberlichter 

die  Fenster  in  ihrer  Materialität,  bauzeitlichen  Farbgebung  und 

Teilung, die Rollläden; ausserdem in Pfaffenstein II: die Verklei-

dungen  der  Rafflamellenstoren  und  Rollläden  aus  natureloxier-

tem Aluminium 

- 

die Eingangsfronten aus weiss und zum Teil Sängglen-Grün ge-

strichenem Holz mit teilweisen Glaseinsätzen 

Dächer 

- 

die  Flachdächer  in  Holzkonstruktion  mit  Kupferabdeckungen  in 

den  bestehenden  Dimensionen  samt  den  Details  der  originalen 

Spenglerarbeiten, bei der Siedlung Pfaffenstein II das horizonta-

le Holztäfer an den Deckenstirnen der Flachdächer 

- 

die Dachuntersichten mit den integrierten Revisionsöffnungen für 

Rollläden und Rafflamellenstoren 

Inneres 

- 

die konstruktive Gebäudestruktur, die tragenden Wände und De-

cken sowie die Erschliessung der Häuser  

Aussenraum 

Nach  Vorgabe  des  Plans 3  "Schutzwürdige  Substanz  Aussenraum" 

seien die aufgelisteten Elemente schützenwert: 

- 

die  Lage  und  Dimensionierung  der  Erschliessungsstrassen  so-

weit  sie  im  Geltungsbereich  der Schutzverordnung  liegen  sowie 

die  asphaltierten  Höfe  und  Eingangsbereiche  und  deren  Baum- 

und Rabattenflächen 

- 

die weichen, fliessenden Geländemodellierungen 

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Seite 14 

 
 
- 

der  Gehölzbestand,  und  zwar  Waldföhren  (Pinus  Silvestrus), 

Trompetenbäume (Catalpa bignonioides) und Lärchen (Larix de-

- 

- 

cidua) sowie die Obstbäume (Plan 2) 

zwei Quellen und deren Gestaltung zu Teichen 

die Ausstattung mit Strassenlaternen mit Betonmasten, Pergolen 

sowie Findlingen und Bollensteinen 

ausserdem bei Bauphase Lindenweg und Pfaffenstein II: 

- 

- 

die Betonstützmauern mit grober Putzfassade 

der  Aussichtsplatz  mit  vorhandenen  Sitzbänken,  Stützmauern 

mit grober Putzfassade, Treppen, Gehölze 

Bei  Fällung,  Neugestaltung  und  Neupflanzung  sei  das  Leitbild 

(Plan 2) massgebende Beurteilungsgrundlage. 

Folgende Charakteristika seien massgebend: 

- 

die in den Aussenräumen ursprünglich verwendeten Materialien: 

Waschbeton,  Betonplatten  (50x50 cm),  Betonverbundstein,  As-

phalt und Sichtbeton 

- 

der  Verzicht  auf  Einfriedungen  aller  Art  zwischen  den  Liegen-

schaften oder an Strassen und Wegen  

- 

die  offenen  Grünzüge  und  langen  Grünräume  mit  den  Blickbe-

ziehungen (Plan 2) 

- 

die Strauchgruppen in ihrer ursprünglichen Lage (Plan 2). 

Bauliche Massnahmen 

- 

Für frühere bauliche Änderungen an Gebäuden und im Aussenraum, 

welche  nicht  der vorliegenden  Schutzverordnung  entsprächen,  aber 

von der Gemeinde rechtskräftig bewilligt worden seien oder für wel-

che  keine  baurechtliche  Bewilligung  notwendig  gewesen  sei,  gelte 

die Bestandesgarantie. 

- 

- 

Die  original  erhaltenen  Gebäude  und  Gebäudeteile  sowie  der  Aus-

senraum seien durch geeignete Massnahmen zu erhalten und wirk-

sam vor Beeinträchtigungen und Beschädigungen zu schützen. 

Die  geschützten  Teile  seien  im  Original  zu  erhalten.  Wo  ein  Ersatz 

von  geschützten  Teilen  unumgänglich  sei,  seien  wiederum  so  weit-

gehend  wie  möglich  und  sinnvoll  die  dem  Schutzobjekt  adäquaten 

Materialien  und  Konstruktionen  zu  verwenden.  Die  Denkmalpflege 
sei zu den entsprechenden Entscheiden beizuziehen.  

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Seite 15 

 
 
- 

Die Siedlung Sängglen weise grundsätzlich ein Erweiterungspotenti-

al  von  einem  Zehntel  der  anrechenbaren  Gebäudefläche  auf.  Die 

Siedlung Pfaffenstein II weise aufgrund der hohen Dichte kein Erwei-

terungspotential mehr auf. 

- 

Neue Anbauten wie neue Pergolen seien im Einzelfall unter Einhal-

tung  der baurechtlichen  Rahmenbedingungen möglich. Bauliche Er-

weiterungen, Anbauten wie Windfänge oder Wintergärten hätten sich 

in  ihrer  Gestaltung  nach  den  massgeblichen  Formen,  Materialien 

und Ausprägungen zu richten und sich besonders gut in den wertvol-

len Bestand einzufügen. Schrägdächer seien nicht erlaubt.  

- 

Eine  Umnutzung  des  Kindergartens  Pfaffenstein,  Vers.-Nr. 0922  sei 

bei hinfälliger  Nutzung  als  Kindergarten  möglich.  Eine  Mehrnutzung 

sei  möglich,  wenn  diese  einen  Mehrwert  zugunsten  des  Schutzob-

jektes bewirke. Zu diesem Zweck sei unter Zuhilfenahme geeigneter 

Methoden  (wie  Machbarkeitsstudien  u.ä.)  und  in  enger  Zusammen-

arbeit mit der kantonalen Denkmalpflege ein Konzept zu erarbeiten. 

Eine  mit  einer  Umnutzung  in  Zusammenhang  stehende  allfällige 

Umzonung in eine quartierübliche Wohnzone sei möglich.  

Auf den Flachdächern könnten Solaranlagen erstellt werden. 

Zusätzliche Gebäudeisolationen seien grundsätzlich unter Beibehal-

tung  des  äusseren  Erscheinungsbildes  innerhalb  der  bestehenden 

Konstruktion  anzubringen.  Die  Dämmung  der  Kellerdecken,  das 

Ausdämmen  der  Leichtbaukonstruktionen,  die  Dämmung  des  Da-

ches unter Beibehalt der filigranen Spenglerarbeiten sowie die ener-

getische Aufwertung der Fenster sei zulässig 

Individuell  ausgestaltete  Bereiche  seien  unter  Berücksichtigung  des 

Schutzumfanges möglich. 

Veränderungen  der  Bepflanzung,  des  Gehölzbestandes  sowie  der 

originalen Gestaltung und Materialien im Aussenbereich seien unter 

Beachtung des Leitbildes und des Schutzzieles zu konzipieren. Eine 

Auslichtung des über Jahrzehnte dichter gewordenen Bewuchses sei 

ein langfristiges Ziel.  

- 

- 

- 

- 

9.1.1. 

Schutzobjekte sind unter anderem Ortskerne, Quartiere, Strassen und Plät-
ze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile sowie Zugehör von solchen, die 

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Seite 16 

 
 
als  wichtige  Zeugen  einer  politischen,  wirtschaftlichen,  sozialen  oder  bau-

künstlerischen Epoche erhaltenswürdig sind oder die Landschaft oder Sied-

lungen  wesentlich mitprägen,  samt der für ihre Wirkung  wesentlichen  Um-

gebung (§ 203 Abs. 1 lit. c PBG). 

Aus  der  vom  Gesetz  alternativ  zur  landschafts-  oder  siedlungsprägenden 

Wirkung  vorausgesetzten  Zeugeneigenschaft  ergibt  sich  das  Erfordernis, 

dass  ein  Objekt,  über  welches  Schutzmassnahmen  verhängt  werden  sol-

len,  namentlich  auf  Grund  seiner  ortsbaulichen,  baulichen  oder  ausstat-

tungsmässigen  Eigenschaften  von  einer  Epoche  Zeugnis  abzulegen,  d.h. 

die betreffende Epoche zu veranschaulichen und im eigentlichen Wortsinne 

zu dokumentieren vermag. Allein der Umstand, dass ein Objekt einer Epo-

che zugeordnet werden kann, ist somit für die Bejahung der Zeugeneigen-

schaft  noch  nicht  ausreichend.  Zudem  lässt  das  Gesetz  auch  die  blosse 

Zeugeneigenschaft noch nicht genügen; das betreffende Objekt muss viel-

mehr ein wichtiger Zeuge sein. Diese Qualifikation kann sich aus verschie-

denen,  hier  nicht  abschliessend  aufzuzählenden  Gründen  ergeben.  Ein 

wichtiger Zeuge liegt namentlich dann vor, wenn die betreffende Baute auf 

Grund ihrer gesamten Beschaffenheit eine Epoche besonders aussagekräf-

tig und qualitätsvoll zu dokumentieren vermag. 

Mit dem Begriff der Epoche werden vom Gesetz auch Ereignisräume anvi-

siert, die zeitlich oder lokal vergleichsweise eng begrenzt sind und daher im 

Allgemeinen  kaum  als  "Epochen"  zu  bezeichnen  wären.  Namentlich  mit 

Blick auf die baukünstlerischen Epochen gilt sodann, dass auch Bauten, die 

Übergänge  zwischen  solchen  bezeugen,  Schutzobjekte  sein  können.  Zu 

verlangen  ist  allerdings  stets,  dass  die  betreffende  politische,  wirtschaftli-

che, soziale oder baukünstlerische Epoche klar definiert werden kann. 

9.1.2. 

Mit der Erfassung von Gebäuden und Gebäudegruppen, die Landschaften 

oder  Siedlungen  wesentlich  mitprägen,  bezweckt  § 203  Abs. 1  lit. c  PBG 

anders  als  mit  dem  Schutz  wichtiger  Zeugen  nicht  die  Dokumentation  ge-

schichtlicher  Epochen,  sondern  die  Erhaltung  qualifizierter  Landschafts- 

und  Siedlungsbilder.  In  der  Praxis  wird  hierbei  oftmals  auch  vom  Situati-

onswert eines Objektes gesprochen. Da das Gesetz die beiden Vorausset-
zungen  für  eine  Unterschutzstellung  –  Zeugeneigenschaft  oder  prägende 
Wirkung  –  alternativ  aufzählt,  lässt  sich  auch  allein  schon  mit  letzterer die 

Anordnung  von  Schutzmassnahmen  an  Gebäuden  oder  Gebäudegruppen 

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begründen.  Allerdings  rechtfertigt  nicht  jede  Optimierung  von  Siedlungs- 

oder Landschaftsbildern die Anordnung von Schutzmassnahmen; die posi-

tiv  prägende Wirkung  muss  vielmehr  objektiv  ausgewiesen  und  begründet 

sein, was etwa bei für das geschützte Ortsbild wichtigen Kernzonenbauten 

der Fall sein kann (VB 2009.00608 vom 4. Mai 2011). 

9.2. 

Nach der Lehre kommt bei sich auf § 203 PBG stützenden denkmalpflege-

rischen  Anordnungen den  kommunalen  und kantonalen  Denkmalpflegebe-

hörden eine besondere Entscheidungsfreiheit zu, da sie dabei im Grenzbe-

reich  zwischen  Rechtsanwendung  und  Ermessensbetätigung  handeln.  Die 

Entscheidungsfreiheit  der  Denkmalpflegebehörde  bezieht  sich  namentlich 

auf die Frage der Qualifikation eines Objekts als wichtiger Zeuge, auf den 

konkret  erforderlichen  Umfang  einer  Schutzmassnahme  und  gegebenen-

falls auf die Auswahl unter mehreren in Betracht fallenden Schutzobjekten. 

Die Rekursinstanz darf eine noch vertretbare Wertung der Denkmalpflege-

behörde nicht durch eine abweichende eigene Wertung ersetzen. Auch bei 

Inventarentlassungen  greift  die  Rekursinstanz  nur  bei  sachlich  nicht  mehr 

vertretbaren  Entscheiden  ein.  Die  Rekursinstanz  verfügt  damit  insoweit 

über  keine  weitere  Prüfungsbefugnis  als  das  auf  Rechtskontrolle  be-

schränkte Verwaltungsgericht. 

Die  von  der Rekursinstanz  zu  wahrende  Zurückhaltung,  so  die Lehre  wei-

ter,  steht  nicht  im  Zusammenhang  mit  der  Gemeindeautonomie.  Die  Zu-

rückhaltung greift daher nur, soweit es um die Würdigung örtlicher Verhält-

nisse  oder  um  technische  oder  andere  Fragen  geht,  die  ein  bestimmtes 

Fachwissen voraussetzen, zumal die Beratung durch Fachstellen ausdrück-

lich  im  Gesetz  vorgesehen  ist  (§ 216  PBG).  Dies  ist  nicht  der  Fall  bei  der 

Beantwortung der Frage, was unter einem wertvollen Baum oder Baumbe-

stand bzw. Feldgehölze im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. f PBG zu verstehen 

ist (Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 20 Rz. 85 f.). 

Aus  dem  vorstehend  Wiedergegebenen  ergibt  sich  zutreffend,  dass  das 

Baurekursgericht (auch) die Frage, was unter einem Schutzobjekt im Sinne 

von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu verstehen ist, frei beantworten kann. Zuzu-
stimmen ist auch der Auffassung, dass die Kognition des Baurekursgerichts 
nicht davon abhängt, ob Anordnungen kommunaler oder kantonaler Denk-

malpflegebehörden zu überprüfen sind. Im Übrigen kann der Lehre nur ein-

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Seite 18 

 
 
geschränkt beigetreten werden. Soweit dem Baurekursgericht die örtlichen 

Verhältnisse hinreichend bekannt sind, kann es diese in der Regel frei wür-

digen. Geht es um bautechnische Fragen, namentlich um solche der Erhal-

tungs-  und  Renovationsfähigkeit  von  Schutzobjekten  oder von Teilen  hier-

von,  ist  das  Baurekursgericht  als  Fachgericht  in  Bausachen  zu  deren  Be-

antwortung  nicht  weniger  berufen  als  die  Denkmalpflegebehörden,  womit 

auch  in  dieser Hinsicht  eine Kognitionseinschränkung  nicht  begründet  wä-

re. 

Eine gewisse Zurückhaltung ist demgegenüber namentlich dann angezeigt, 

wenn es um die Frage der Qualifikation eines Objekts als wichtiger Zeuge, 

die  Bestimmung  des  Umfangs  einer  Schutzmassnahme  oder  die  Auswahl 

unter  mehreren  Schutzobjekten  geht.  Diesbezügliche  Beurteilungen  sind 

mit  einem  spezifisch  denkmalpflegerischen  Fachwissen  verbunden.  Aller-

dings  führt  diese  Zurückhaltung  nicht  etwa  dazu,  dass  das  Baurekursge-

richt  gleich  wie  das  Verwaltungsgericht  auf  eine  reine  Rechtskontrolle  be-

schränkt wäre (§ 20 Abs. 1 und § 50 VRG). Konsequenz ist vielmehr, dass 

das Baurekursgericht den angefochtenen Entscheid unter gebührender Be-

rücksichtigung  der  Entscheidgründe  der  Denkmalpflegebehörde  und  in 

sorgfältiger,  einlässlicher  Auseinandersetzung  mit  diesen  zu  überprüfen 

hat.  Dergestalt  ist  zwischen  der  Entscheidungsfreiheit  der  Denkmalpflege-

behörde  einerseits und  dem  Anspruch  auf wirksamen  Rechtsschutz  ande-

rerseits  (Art. 77  der  Kantonsverfassung  [KV]  und  Art. 29a  der  Bundesver-

fassung 

[BV])  praktische  Konkordanz  herzustellen 

(Donatsch,  § 20 

Rz. 64 ff.).  Im  Übrigen  kommt  dem  Baurekursgericht  bei  der  Überprüfung 

von sich auf § 203 PBG stützenden denkmalpflegerischen Anordnungen in 

der Regel volle Kognition zu (§ 20 Abs. 1 VRG). 

10. 

Aufgrund des durchgeführten Augenscheines, anlässlich welchem die gan-

ze Siedlung begangen wurde, sowie aufgrund des detaillierten Gutachtens 

vom 3. April 2012 ergab sich für das Baurekursgericht ein eindeutiges Bild 

bezüglich der Schutzwürdigkeit der streitbetroffenen Siedlungen. 

Die  Siedlungen  präsentieren  sich  als  grossräumige  stark durchgrünte  Ein-

heit von Einfamilienhäusern, welche in ihrer Gesamtheit geradezu parkartig 

in Erscheinung treten. Die diesbezüglichen Ausführungen in der angefoch-
tenen Verordnung und im entsprechenden Gutachten haben sich anlässlich 

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Seite 19 

 
 
des Augenscheines vollumfänglich bestätigt (vgl. dazu die ausführliche Fo-

todokumentation im Augenscheinprotokoll S. 8 ff.). Es kann deshalb in der 

Folge  auf  eine  Wiederholung  sämtlicher  Elemente,  welche  schon  im  Gut-

achten und in der Verordnung aufgezeigt wurden, verzichtet werden.  

Hervorzuheben ist insbesondere, dass die einzelnen Häuser zumindest von 

Aussen  eine  weitgehend  einheitliche  Materialisierung  und  Formensprache 

aufweisen,  wobei  bei  der  Siedlung  Sängglen  vor  allem  Sichtbetonwände 

und  Kupferblech  als  Flachdachabschluss  und  bei  der  Siedlung  Pfaffen-

stein II Spritzputz und mit Sängglen-Grün gestrichenes Holztäfer als Flach-

dachabschluss  Verwendung  fand.  Trotz  dieser  einheitlichen  Materialisie-

rung  sind  die  einzelnen  Gebäude  mit  unterschiedlichen  Vor-  und  Rück-

sprüngen,  Nischen  und  Erkern  individuell  ausgestaltet.  Sie  sind  ein  typi-

scher  Ausdruck  des  Lebensgefühls  der  Moderne  in  den  1960er  Jahren, 

wobei die Siedlung Pfaffenstein II aufgrund der späteren Erstellung bereits 

eine  kompaktere  Volumetrie  aufweist  und  damit  einer  zeittypischen  Ent-

wicklung folgte. 

Die einzelnen Gebäude sind  – wie sowohl im Gutachten als auch von der 

Baudirektion zutreffend umschrieben – jeweils zu kleinen Einheiten von drei 

oder  vier  Häusern  am  Ende  von  kurzen  Stichstrassen  zusammengefasst 

und  bilden  so  kleine  Gruppen  innerhalb  des  umliegenden  grosszügigen 

durchgehenden  Grünraumes.  Auf  Einfriedungen  wurde  bis  heute  weitge-

hend verzichtet. Dies hat zur Folge, dass die Übergänge zwischen dem pri-

vaten  und  dem  gemeinsamen  Aussenraum  optisch  kaum  wahrnehmbar 

sind.  Diese  fliessenden  Übergänge  schaffen  eine  eindrückliche  Grosszü-

gigkeit  und tragen  wesentlich  zur parkartigen Wirkung  der Siedlungen  bei. 

Zudem  wurde  dadurch  ein  der  damaligen  Zeit  entsprechendes  Musterbild 

einer kultivierten aber dennoch natürlich gestalteten Landschaft geschaffen, 

die trotz ihrer parkartigen Wirkung auch die Moderne und damit verbunden 

auch die Verkehrswege optimal integriert. Die architektonische Qualität der 

Häuser  wird  aufgrund  der  harmonischen  Einbettung  in  das  bestehende 

landschaftliche Umfeld erst auf den zweiten Blick wahrgenommen, ist dann 

aber eindeutig erkennbar.  

Zusammengefasst  kann  festgehalten  werden,  dass  durch  die  Anordnung 

und Ausgestaltung der Gebäude und des Umschwungs zusammen mit der 

Anordnung der Verkehrsflächen geradezu das Ideal des organischen Städ-
tebaus abgebildet wird. Die Siedlungen können und müssen damit zweifel-

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Seite 20 

 
 
los als beispielhafte Antwort der Nachkriegszeit auf die fortschreitende Zer-

siedelung gesehen werden.  

Um  das  vorstehend  genannte  Bild  zu  wahren,  gehören  selbstredend  auch 

die  relevanten  Strassenparzellen  und  Freiflächen  zum  Schutzumfang.  Die 

Sängglenstrasse  bildet  hierbei  eine  der  wichtigsten  strukturbildenden 

Strassenzüge, da sie mitten durch die Siedlung Sängglen führt, die einzel-

nen  Stichstrassen  verbindet  und  die  Siedlung  gliedert.  Ohne  die  Sängg-

lenstrasse,  wäre  die  Siedlungsstruktur  nicht  gewährleistet.  Die  Lage,  Di-

mensionierung und Ausgestaltung derselben sind für das Schutzobjekt als 

Ganzes wesentliche und unverzichtbare Elemente. Wie erwähnt, bildet ge-

rade auch der Einbezug der Verkehrswege in das bestehende landschaftli-

che  Umfeld  ein  typisches  Merkmal  des  organischen  Städtebaus.  Gleiches 

gilt es für den Aussichtspunkt zu sagen. Die parkartige Landschaft ist eines 

der  prägenden  Elemente  schlechthin  der  hier  streitbetroffenen  Siedlung. 

Der  Aussichtspunkt  bildet  damit  in  seiner  Ausgestaltung  eine  wesentliche 

Freifläche, die dieses Element unterstützt.  

Die Ausstattung des Strassenzuges sowie des Aussichtspunktes ist für die 

architektonische  Qualität  der  Siedlung  ebenso  wichtig,  wie  die  äusseren 

Gestaltungsmerkmale der einzelnen Gebäude. Das Zusammenspiel dieser 

Elemente ist gerade Ausdruck des einzigartigen Charakters des Schutzob-

jektes  und  schafft  das  schützenswerte  Gesamtbild.  Die  Baudirektion  führt 

dazu  zutreffend  aus,  dass  die  Bauweise  und  die  technische  Ausführung 

von Strassenlaternen das Bild einer Strasse und damit auch des umgeben-

den  Quartiers prägen würden.  Dies  sei sowohl tagsüber mit  den Kandela-

bern als sichtbares Element im Aussenraum als auch nachts insbesondere 

durch  die  Beleuchtungsverhältnisse  mit  Lichtkegel,  -intensität  und  -tempe-

ratur der Fall. Auch  wenn  die  Betonkandelaber einer damals üblichen  und 

gebräuchlichen  Standard-Strassenbeleuchtung  entsprachen,  macht  sie 

dies  für  den  Erhalt  des  Gesamtbilds  der  Siedlung  nicht  weniger  wertvoll, 

wiederspiegeln sie doch gerade ein typisches Element der entsprechenden 

Zeit. 

Somit  ist  die  Schutzwürdigkeit  sowohl  mit  Bezug  auf  den  Eigenwert  der 

Siedlungen  als  Gesamtobjekt  als  auch  mit  Bezug  auf  den  Situationswert 

ausgewiesen.  Der  Grad  der  Schutzwürdigkeit  ist  aufgrund  der  Einzigartig-

keit und der regionalen Bedeutung als sehr hoch zu werten.  

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Seite 21 

 
 
11. 

Gemäss  den  vorstehenden  Ausführungen  steht  fest,  dass  es  sich  bei  den 

streitbetroffenen rekurrentischen Grundstücken um wesentliche Bestandtei-

le des Ensembles und damit ebenfalls um einen Bestandteil des Schutzob-

jektes handelt. Die Qualifikation eines Objektes als "wichtiger Zeuge" oder 

"wesentlich  mitprägendes  Element"  für  die  Umgebung  führt  indes  nicht 

zwingend zur Anordnung von Schutzmassnahmen im Sinne von § 205 und 

§ 207  PBG,  sondern nur, wenn  das  öffentliche  Interesse an  der Erhaltung 

des  Schutzobjektes  höher  zu  werten  ist  als  entgegenstehende  öffentliche 

und private Interessen. Diese Interessenabwägung ist vorliegend ebenfalls 

strittig. 

12.1. 

Die  Rekurrentin macht  bezüglich  der Verhältnismässigkeit  geltend,  sie  un-

terliege  als  kommunales  Gemeinwesen  ohnehin  der  gesetzlichen  Selbst-

bindung gemäss § 204 PBG. Im Weiteren habe sie den Tatbeweis erbracht, 

dass  sie  hinsichtlich  der  beiden  Gemeindeparzellen  ihrer  erwähnten 

Selbstbindungsverpflichtung  durchaus  nachkomme.  So  sei  die  Sängg-

lenstrasse  samt  den  entsprechenden  Werkleitungen  und  der  dortigen 

Strassenbeleuchtung  erst  unlängst  komplett  saniert  worden,  womit  dort 

kurz-  und  mittelfristig  wohl  keine  baulichen  Veränderungen  zu  erwarten 

seien,  die  von  der  Schutzverordnung  überhaupt  erfasst  werden  könnten. 

Nicht  anders  verhalte  es  sich  mit  dem  Aussichtsplatz  mit  Sitzbänken, 

Stützmauern, Treppen  und Gehölzen.  Der Aussichtsplatz  befinde sich  seit 

jeher  auf  einer  Trafostation,  die  ebenfalls  gerade  erst  saniert  worden  sei. 

Der  Aussichtsplatz  und  die  Trafostation  würden  eine  untrennbare  Einheit 

bilden.  Die  Bewilligungskompetenz für die Trafostation unterliege  aber pri-

mär dem Elektrizitätsgesetz (EleG) und dessen bundesrechtlichen Ausfüh-

rungserlassen und bedürfe daher einer Plangenehmigung. Inwieweit dabei 

die kantonalrechtliche Schutzverordnung überhaupt Berücksichtigung finde, 

liege nicht in der Kompetenz der Baudirektion.  

Im  Rahmen  der  bereits  erfolgten  Sanierung  der  Sängglenstrasse  und  des 

Aussichtspunktes sei die Rekurrentin der kantonalen Denkmalpflege vor al-

lem wegen des hohen Zeitdrucks bei den bereits initiierten Tiefbauarbeiten 
insoweit  entgegenkommen,  als  sie  auf  den  ursprünglich  geplanten  Kom-
plettersatz  der  bestehenden  Strassenbeleuchtung  verzichtet  und  die  alten 

Kandelaber  aus  Beton  wiederverwendet  habe;  dafür  seien  sie  jedoch  mit 

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einem äusserlich weitgehend identischen aber neuen Leuchtenkopf ausge-

rüstet  worden.  Dadurch  seien  der  Rekurrentin  allerdings  beträchtliche 

Mehrkosten  erwachsen,  ganz  abgesehen  von  den  damit  verbundenen  be-

trieblichen  und  verkehrssicherheitstechnischen  Nachteilen,  zumal die Wie-

derverwendung  jahrzehntealter  Beton-Kandelaber  ein  erhebliches  Bruchri-

siko  sowie  aufwendige  Umrüstungen  auf  den  neuen  Leuchtkopf  impliziert 

hätten. 

Ein  Unterschied  zu  den  normalerweise  von  der  Rekurrentin  bei  Sanierun-

gen verwendeten Kandelabern aus Stahl sei kaum und wenn überhaupt nur 

aus der Nähe zu erkennen. Betonkandelaber würden sodann heute längst 

nicht  mehr  serienmässig  produziert.  Dementsprechend  wolle  sich  die  Re-

kurrentin  vorbehalten,  die  Strassenbeleuchtung  in  der  Sängglenstrasse 

dereinst  ebenfalls  durch  eine  zeitgemässe  Materialisierung  ersetzen  zu 

können.  

So habe auch das Bundegericht erst unlängst bestätigt, dass sich Holzfens-

terläden  von  hochwertigen  Aluminiumfensterläden  mit  demselben  Lamel-

lenbild kaum unterscheiden liessen, sonderst erst bei eingehender Betrach-

tung  aus  kurzer  Distanz  erkennbar  seien.  Ein  Beharren  auf  Holzfensterlä-

den sei daher unverhältnismässig (BGr 1C_578/2016). Nicht anders verhal-

te es sich mit den Betonkandelabern in der Sängglenstrasse. Neue Kande-

laber  aus  Stahl  liessen  sich  beliebig  einfärben  und  seien  bei  einem  matt-

grauen Farbanstrich kaum von den alten Betonkandelabern zu unterschei-

den.  

Im  Übrigen  verwehre  sich  die  Rekurrentin  gegen  die  rekursgegnerische 

Pauschalanordnung,  wonach  jegliche  baulichen  und  technischen  Mass-

nahmen  wie  Ausbrüche,  Bohrungen,  Leitungsverlegungen,  Abdeckungen, 

Isolationen u.ä. mit der kantonalen Denkmalpflege abzustimmen seien.  

12.2. 

Der  angefochtenen  Anordnung  kann  bezüglich  der  Verhältnismässigkeit 

folgendes  entnommen  werden:  In  Abwägung  des  dargestellten  Zeugnis-

werts, der sich insbesondere aus den aufgeführten städtebaulichen, archi-

tektonischen, typologischen sowie landschaftsarchitektonischen, aber auch 

sozial-  und  wirtschaftshistorischen  Qualitäten  der  Siedlung  ergebe,  unter 

Hinweis  auf  die  Erwägungen  des  Baurekursgerichtes  in  seinem  Rückwei-
sungsentscheid sowie unter Berücksichtigung, dass eine adäquate Nutzung 

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des  Bestandes  auch  nach  der  Unterschutzstellung  weiterhin  gewährleistet 

sei, bzw. dass die Eigentümerschaften in der Nutzung ihrer Liegenschaften 

nicht  mehr  als  durch  die  bereits  heute  geltenden  Privatservitute  oder  die 

geltenden Bauvorschriften eingeschränkt würden und dass bauliche Erwei-

terungen  im  Rahmen des  noch  vorhandenen  Nutzungspotentials weiterhin 

möglich  seien,  müsse  das  öffentliche  Interesse  am  Erhalt  der  Siedlungen 

höher gewichtet werden, als die privaten Interessen am uneingeschränkten 

Eigentum und freier baulicher Gestaltung. Bei einer weiteren Reduktion des 

Schutzumfanges bestünde die Gefahr, dass der durch die einheitliche Wahl 

der  Details,  der  Formen  und  der  Materialien  entstehende  kohärente  Ge-

samteindruck  gestört  würde.  Die  Schutzwürdigkeit  der  Siedlungen  ergebe 

sich nicht primär aus einzelnen Elementen der Gebäude und des Aussen-

raums  oder  einzig  aus  der  Siedlungsstruktur,  sondern  vielmehr  aus  deren 

Verbindung und dem daraus entstehenden Gesamtbild.  

13.1. 

Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inte-

resse liegen und verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). Das Ver-

hältnismässigkeitsprinzip  im  engeren  Sinne  verlangt,  dass  eine  Schutz-

massnahme durch ein das private Interesse überwiegendes öffentliches In-

teresse gerechtfertigt ist. Nur in diesem Fall ist sie Massnahme für den Pri-

vaten  zumutbar  (Ulrich  Häfelin/Georg  Müller/Felix  Uhlmann,  Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 556 ff.). 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zur  Verhältnismässigkeit 

von Schutzmassnahmen im engeren Sinne vermag das finanzielle Interes-

se an einer gewinnbringenden oder gar höchstmöglichen Ausnützung einer 

Liegenschaft  für  sich  allein  das  öffentliche  Interesse  an  Denkmalschutz-

massnahmen  grundsätzlich  nicht  zu  überwiegen  (BGE 120 Ia 270 ff., 

E. 6c).  Dies  ist  allerdings  nicht  so  zu  verstehen,  dass  den  wirtschaftlichen 

Interessen privater Eigentümer bei der Interessenabwägung überhaupt kei-

ne Bedeutung zukommt. Sehr erhebliche finanzielle Interessen können der 

Verfolgung  eines  weniger gewichtigen  öffentlichen  Interesses durchaus  im 

Wege stehen. Hingegen müssen unter Umständen auch sehr grosse finan-

zielle  Interessen  der  Grundeigentümer  öffentlichen  Interessen  weichen, 
weil das Gemeinwesen sonst kaum noch Bauten unter Schutz stellen könn-
te. Die Frage der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne darf nicht isoliert 

nur  anhand  der  zu  erwartenden  finanziellen  Aufwendungen  beurteilt  wer-

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den. Vielmehr ist im Rahmen der Interessenabwägung auch das Mass des 

öffentlichen Interesses an der Unterschutzstellung und damit der Grad der 

Schutzwürdigkeit zu berücksichtigen. Dabei sind Rentabilitätsüberlegungen 

umso  geringer  zu  gewichten, 

je  schutzwürdiger  eine  Baute 

ist 

(BGr 1C_168/2012  vom  2. November 2012,  E. 6.4,  mit  weiteren  Hinwei-

sen). 

13.2. 

Eine  Abwägung  zwischen  öffentlichen  Interessen  an  der  Erhaltung  eines 

Schutzobjekts  und  den  privaten  Interessen  an  einer  möglichst  freien  Nut-

zung  des  Grundstücks  kann  nach  dem  vorstehend  Gesagten  nur  vorge-

nommen  werden,  wenn  die  Qualität  des  Objekts  als  wichtiger  Zeuge  be-

kannt ist. 

Dies ist vorliegend der Fall. Es handelt sich um ein einzigartiges und hoch-

rangiges Schutzobjekt (vgl. vorstehend Erwägungen unter Ziffer 10.).  

14.1. 

Das  öffentliche  Interesse  an  einer  Unterschutzstellung  ist  aufgrund  des 

nachweislich  hochgradigen  Eigen-  und  Situationswertes  als  sehr  hoch  zu 

qualifizieren.  

Auch wenn eine Institution der Selbstbindung unterliegt und diese damit zur 

Wahrung  der Schutzinteressen  verpflichtet  ist,  kann  sie dennoch  Adressat 

von  Schutzverfügungen-  oder  verordnungen  sein.  Dies  ist  vor  allem  dann 

wichtig,  wenn  die  betreffende  Institution  die  erforderlichen  Massnahmen 

nicht  oder  nicht  genügend  treffen  will  (Fridolin  Störi,  Die  Selbstbindung 

nach  zürcherischem  Recht,  in:  PBG  aktuell  3/2012,  S. 6,  mit  Hinweis  auf 

RB 1985  Nr. 95).  Mithin  steht  die  Selbstbindung  gemäss  § 204  PBG  einer 

förmlichen Unterschutzstellung nicht entgegen. Vielmehr lassen gute Grün-

de  derartige  besondere  Massnahmen  gerade  für  Grundstücke  des  Ge-

meinwesens  als  systemkonform,  sinnvoll  und  damit  zulässig  erscheinen. 

Die  Bindung  des  Gemeinwesens  wird  in  § 204 PBG  lediglich  abstrakt  um-

schrieben,  so  dass  die  Vorschrift  den  nach  § 207  PBG  jeweils  gebotenen 

detaillierten  Inhalt  der  Schutzmassnahmen  nicht  hinreichend  verdeutlicht 
(vgl. RB 1985 Nr. 95, E. 2.a). So ist im vorliegenden Fall nicht von vornhe-
rein klar, inwieweit die Strassenparzelle der Sängglenstrasse und der Aus-

sichtsplatz zu erhalten sind. So strebt die Rekurrentin bereits heute das Ziel 

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Seite 25 

 
 
an,  die  genannten  schützenwerten  Elemente  dereinst  durch  zeitgemässe 

Materialien  zu  ersetzen,  was  gewisse  Zweifel weckt,  ob mit  der Selbstbin-

dung allein die Durchsetzung der Schutzziele genügend umgesetzt würde. 

Die  von  der  Rekurrentin  angeführte  Selbstbindung  der  Gemeinde  vermag 

somit den Erhalt der nachweislich in hohem Grad schutzwürdigen Siedlun-

gen  insbesondere  aufgrund  der  regionalen  Bedeutung  und  der  entspre-

chend vom Kanton beanspruchten Zuständigkeit (§ 211 Abs. 1 PBG) nicht 

genügend zu gewährleisten.  

Strittig bleiben somit der Schutzumfang und die Schutzfähigkeit der beiden 

Grundstücke sowie die finanzielle Interessenabwägung. 

14.2. 

Der  von  der  Baudirektion  festgelegte  Schutzumfang  ist  betreffend  der  re-

kurrentischen  Parzellen  nicht  zu  beanstanden.  Wie  der  vorstehend  unter 

Ziffer 8 zusammengefassten Verordnung zu entnehmen ist, erfolgte gerade 

im  Aussenbereich  eine  sehr  detaillierte  Auflistung  der  schützenswerten 

Elemente.  So  sind  sowohl  für  die  Gebäude  und  dazugehörige  Gärten  als 

solche  als  auch  für den  Pflanzenbestand  zahlreiche  charakteristische  Ele-

mente  als  schützenswerte  und  damit  zu  erhaltende  Substanz  aufgeführt. 

Gerade die äusseren Gestaltungsmerkmale der Gebäude bilden neben der 

Aussenraumgestaltung  das  wichtigste  prägende  Element  der  Siedlungen 

und sind Ausdruck der hohen architektonischen Qualität und zudem unab-

dingbar für die Wahrung der Einheitlichkeit der Siedlungen. Gleiches muss 

dann selbstredend auch für die typischen Ausgestaltungsmerkmale der da-

zugehörigen  Strassenzüge  und  des  Aussichtsplatzes  gelten.  Die  Schutz-

würdigkeit der Siedlungen liegt, wie die Baudirektion zu Recht ausführt, ge-

rade  im  Zusammenspiel  der  gewählten  Anordnung  der  Gebäude,  der  ein-

zelnen Elemente der Gebäude und des Aussenraumes. All diese Elemente 

sind daher für den Erhalt des Schutzobjektes als solches unabdingbar. 

Am durchgeführten Augenschein zeigte sich denn auch deutlich, dass ent-

gegen den Ausführungen der Rekurrentin durchaus ein massgeblicher Un-

terschied zwischen den Betonkandelabern an der Sängglenstrasse und den 

modernen Kandelabern zu erkennen ist. Auf den Fotografien lässt sich dies 

nicht  gleich  gut ablesen,  wie  direkt  vor Ort. Für das  Gericht  war indes der 

Unterschied  vor Ort  auch aus  einer Distanz  von einigen  Metern  gut  zu er-
kennen. 

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Der festgestellte hohe  Eigen- und Situationswert kann damit entgegen der 

Ansicht  der  Rekurrentin  auch  bezüglich  der  rekurrentischen  Parzellen  nur 

durch  die  Erhaltung  der  bestehenden  Substanz  im  Umfang,  wie  er  in  der 

Schutzverordnung  definiert  wird,  gewahrt  werden.  Mit  einer  weniger  weit-

gehenden  Massnahme  liesse  sich  das  angestrebte  Schutzziel  ansonsten 

nicht mehr erreichen. 

Aufgrund der gerade erst erfolgten Sanierung der Sängglenstrasse und des 

Aussichtsplatzes  ist  deren  Schutzfähigkeit  ohne  weiteres  gegeben.  Dass 

die  Lage  der  Sängglenstrasse  in  absehbarer  Zukunft  nicht  zur  Debatte 

steht und deshalb, wie die Rekurrentin vorbringt, eine denkmalschutzrecht-

liche Sicherung der heutigen Strassenlage nicht notwendig sei, spricht nicht 

gegen  den  Einbezug  der  Strasse  in  den  Schutzumfang,  zumal  die  Rekur-

rentin unter diesen  Umständen  was  die  Lage  der Strasse  anbelangt  keine 

entgegenstehenden  Interessen  hat.  Die  Strassenparzelle  könnte  schliess-

lich  auch  ohne  Unterschutzstellung  nicht  anderweitig  genutzt  werden. 

Überdies  bringt  die  Baudirektion  zutreffend  vor,  dass  sich  die  Lage  der 

Sängglenstrasse  und  die  Lage  der  Gebäude  und  ihrer  Gärten  gegenseitig 

bestimmen. Beide zusammen stehen in enger Wechselwirkung und bilden 

zusammen charakterisierende Merkmale der Siedlung als Ganzes und von 

deren  Struktur.  Insofern  ist  die  Schutzmassnahme  sachlich  gerechtfertigt 

und erforderlich. 

Bezüglich  des  Aussichtspunktes  ist  festzuhalten,  dass  aufgrund  der  Lage 

der  Trafostation  am  nämlichen  Ort  eine  anderweitige  Nutzung  dieser  Flä-

che  fraglich  erscheint.  Beide  Parzellen  wurden  sodann  erst  kürzlich  kom-

plett  saniert  und  haben  somit  für  die  nächsten  Jahre  ohne  weiteres  Be-

stand. Weitergehende finanzielle Interessen haben hinter dem öffentlichen 

Interesse der Unterschutzstellung zurückzutreten. Dies betrifft insbesonde-

re  allfällige  Mehrkosten  beim  Ersatz  der  Betonkandelaber.  Bei  einem  er-

neuten Sanierungsbedarf der Objekte muss die Verhältnismässigkeit eines 

weiteren Erhalts aufgrund der dannzumal zu gewärtigenden Aufwendungen 

erneut geprüft werden.  

Überwiegende  private  oder  öffentliche  Interessen  die  gegen  eine  Unter-

schutzstellung sprechen würden, sind damit nicht ersichtlich. 

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Seite 27 

 
 
14.3. 

Die  mit  Dispositiv-Ziffer V.6.  der  angefochtenen  Verordnung  angeordnete 

Pflicht,  bauliche  und  technische  Massnahmen  mit  der  kantonalen  Denk-

malpflege abzustimmen, ist eine Standardbestimmung bei Schutzobjekten, 

wozu  auch  die  rekurrentischen  Parzellen  zählen.  Sie  dient  dazu,  zu  ge-

währleisten, dass die Baudirektion, bzw. die kantonale Denkmalpflege, bei 

allfälligen  drohenden  Eingriffen  in  kantonale  Schutzobjekte  rechtzeitig  bei-

gezogen  wird,  um  die  Zulässigkeit  allfälliger  Auswirkungen  auf  das 

Schutzobjekt zu prüfen und diese möglichst geringfügig zu halten. Die Be-

stimmung  ist  ohne  weiteres  zumutbar  und  damit  verhältnismässig,  zumal 

ein  Abstimmungsbedarf  im  Zusammenhang  mit  der  Sängglenstrasse  nicht 

häufig  eintreten  dürfte  und  gewöhnliche  Unterhaltsarbeiten,  welche  keine 

Auswirkungen auf die Schutzwürdigkeit haben, nicht betroffen sind. Soweit 

die Rekurrentin betreffend die besagte Abstimmung geltend macht, sie ha-

be  hinsichtlich  der  Trafostation  samt  Umgebungsgestaltung  keinerlei  bau-

rechtliche  Bewilligungskompetenz,  besteht  ihrerseits  auch  keine  Abstim-

mungspflicht mit der kantonalen Denkmalpflege und insofern kein Interesse 

an der Aufhebung der besagten Auflage. Eine diesbezügliche (zumutbare) 

Abstimmungspflicht könnte ihr aber als Bauherrin zukommen. 

15. 

Somit ist der Rekurs abzuweisen. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Rekurrentin aufzuerlegen 

(§ 13 VRG).  

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (mit der 
Schutzmassnahme verbundener Eingriff in das Eigentum der Rekurrentin), 

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des  getätigten  Verfahrensaufwandes  (zweiter  Schriftenwechsel,  Durchfüh-

rung  eines  Abteilungsaugenscheins),  des  Umfangs  des  vorliegenden  Ur-

teils und unter Berücksichtigung des Umstandes, dass ein erheblicher Teil 

der Rechtsfragen auch  in  den Parallelverfahren  zu  prüfen  war, ist  die  Ge-

richtsgebühr  auf  Fr. 6'000.-- 

festzusetzen 

(BGr 1C_566/2015  vom 

18. Februar 2016, E. 2; BGr 1C_244/2013 vom 4. Juli 2013, E. 4; BRGE II 

Nrn. 0162  und  0163/2012  vom  23. Oktober  2012,  E. 16,  in  BEZ 2014 

Nr. 36; Entscheid bestätigt mit VB.2012.00774 vom 22. August 2013, dieser 

bestätigt  mit  BGr  1C_810/2013  vom  14. Juli  2014;  www.baurekursgericht-

zh.ch). 

Aufgrund  des  Verfahrensausganges  steht  den  Rekurrierenden  im  vornhe-

rein keine Umtriebsentschädigung zu. 

[….] 

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