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**Case Identifier:** 5500cf49-4922-5e73-880e-5edd54007b72
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.11.2025 IV 2025/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2025-44_2025-11-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2025/44

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.12.2025

Entscheiddatum: 18.11.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2025
Art. 28 IVG. Art. 28a IVG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Invalidenrente. Invalidität. 
Erwerbspensum im hypothetischen „Gesundheitsfall“. Haushaltsabklärung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. 
November 2025, IV 2025/44).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/9 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 18. November 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2025/44 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Michael Walder, Studer Zahner  
Anwälte AG, Neugasse 40, Postfach 2020, 9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/44 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im Februar 2019 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 
(IV-act. 1). Sie gab an, sie habe für ein Jahr eine Bürofachschule besucht. Sie sei in einem 

Teilzeitpensum tätig; sie verkaufe ein Strassenmagazin. Der Internist Dr. med. B.___ berichtete im 

Februar 2019 (IV-act. 6), die Versicherte leide an einer morbiden Adipositas, an einer rezidivierenden 

Depression bei einer psychosozialen Belastungssituation sowie an chronischen Arthralgien. Seit dem 

Jahr 2015 sei sie immer wieder für mehrere Wochen arbeitsunfähig gewesen. In den letzten Wochen 
habe sie jeden zweiten Tag für zwei Stunden gearbeitet. Eine sitzende Tätigkeit wäre ihr allenfalls für 

ein bis zwei Stunden pro Tag zumutbar. Mit einer Mitteilung vom 23. Mai 2019 wies die IV-Stelle das 

Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 23). Im Januar 2020 notierte Dr. med. 

C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), aus versicherungsmedizinischer Sicht sei 

die Versicherte für leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 26). Mit einer 

Verfügung vom 25. Februar 2020 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 33). 

A.b Am 31. Januar 2021 respektive am 18. Februar 2021 beantragte die Versicherte eine 
Wiedererwägung der rentenabweisenden Verfügung respektive eine erneute Rentenprüfung (IV-act. 35 

und 38). Sie liess geltend machen (IV-act. 35), sie sei zurzeit in einem Teilzeitpensum tätig. Daneben 

kümmere sie sich um ihre erwachsene, geistig und körperlich schwer behinderte Tochter. Beim 

Bewältigen der Haushaltsarbeiten sei sie eingeschränkt; sie erhalte eine unentgeltliche Hilfe von einer 

Kollegin. Eine bariatrische Operation habe leider keinen Erfolg gezeitigt. Sie leide nach wie vor an einer 

Super-Adipositas. Ihre Gelenke seien chronisch überlastet. Am 18. Februar 2021 hielt Dr. B.___ fest 

(IV-act. 39), die Selbständigkeit der Versicherten im eigenen Haushalt habe im vergangenen Jahr 
abgenommen. Sie leide neu an einer Nabelhernie. Sie habe nochmals zwei bis drei Kilogramm 

zugenommen. Die allgemeine Beweglichkeit habe abgenommen. Die Polyarthralgien hätten sich 

verstärkt. Die RAD-Ärztin Dr. C.___ notierte am 9. März 2021 nach einem Telefonat mit Dr. B.___, es 

gebe durchaus Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Abweisung des 

letzten Leistungsbegehrens (IV-act. 41).  

A.c Im September 2021 überwies Dr. B.___ die Versicherte an die Klinik für Kardiologie des 
Kantonsspitals St. Gallen, nachdem neu eine biventrikuläre kardiale Dekompensation aufgetreten war 

(IV-act. 48). Die Klinik für Kardiologie des Kantonsspitals St. Gallen berichtete am 4. November 2021 

(IV-act. 54), die Versicherte habe sich bei der Untersuchung kardial kompensiert präsentiert. In der 

Echokardiographie habe sich ein leicht dilatierter linker Ventrikel mit einer leicht eingeschränkten 

linksventrikulären Funktion bei einer diffusen Hypokinesie gezeigt. Im August dürfte es der Versicherten 

noch wesentlich schlechter gegangen sein, weshalb eine Optimierung der medikamentösen Therapie 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sinnvoll scheine. Am 22. Dezember 2021 teilte die Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit (IV-act. 68), 

ihre schwer behinderte erwachsene Tochter liege aktuell auf der Intensivstation, nachdem sie zwei 

Herzstillstände erlitten habe. Sie, die Versicherte, verrichte praktisch keine Haushaltarbeiten. Diese 

würden von Familienmitgliedern erledigt. Vor der Erkrankung habe sie, die Versicherte, in der Pflege in 

einem Pensum von etwa 50 Prozent gearbeitet. Ohne ihre Erkrankung würde sie sicher einer 
Erwerbstätigkeit nachgehen. Das Pensum könne sie nicht angeben. Die Tochter sei nie in einem Heim 

gewesen, sondern immer zuhause betreut worden. Auch wenn die Versicherte einer Erwerbstätigkeit 

nachgehen würde, hätte sie genügend Familienmitglieder (Ehemann, Schwiegertochter), die sich um 

die Tochter kümmern würden. Am 23. Dezember 2021 gab die Versicherte schriftlich an (IV-act. 69–8), 

ihr Haushalt werde von ihrer Familie sowie von zwei Kolleginnen erledigt. Wenn sie gesund wäre und 

vollzeitig arbeiten würde, wäre die Situation zuhause dieselbe. Familienangehörige und die zwei 

Kolleginnen würden abwechslungsweise die Arbeit zuhause übernehmen.  

A.d Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hatte am 16. November 2021 festgehalten, die Versicherte sei wohl 
von August bis November 2021 vorübergehend arbeitsunfähig gewesen, aber aus kardiologischer Sicht 

seien ihr seit November 2021 leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne das Besteigen von Treppen, 

Leitern und Gerüsten uneingeschränkt zumutbar (IV-act. 55). Am 14. April 2022 berichtete das 

Ostschweizer Adipositaszentrum (IV-act. 73), anamnestisch und klinisch hätten sich Hinweise auf eine 

mangelnde Compliance gezeigt, weshalb von der an sich angezeigten Intensivierung der konservativen 
Therapie (Ernährungsberatung, Ausbau der körperlichen Aktivität, Defizitdiät, psychologische 

Mitbetreuung) kein wesentlicher Erfolg zu erwarten sei. Die Behandlung sei abgeschlossen. Die RAD-

Ärztin Dr. C.___ notierte am 20. Mai 2022, der Versicherten seien leidensadaptierte Tätigkeiten 

uneingeschränkt zumutbar (IV-act. 75). 

A.e Mit einem Vorbescheid vom 15. Juni 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die 
Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 77). Dagegen wandte die Versicherte am 11. Juli 

2022 ein (IV-act. 78–1), aus gesundheitlichen Gründen sei es ihr absolut unmöglich, eine 

ordnungsgemässe Tätigkeit auszuführen. Der Eingabe lag eine Stellungnahme von Dr. B.___ vom 7. 

Juli 2022 bei (IV-act. 78–2 f.). Dieser hatte festgehalten, die Versicherte sei durch ihre massiv 

ausgeprägte Adipositas in ihrer Mobilität eingeschränkt; sie leide zudem an einer 

Anstrengungsdyspnoe. Die Erzielung eines Erwerbseinkommens sei in dieser Situation unrealistisch. 

Die RAD-Ärztin Dr. C.___ notierte am 14. Juli 2022, die Ausführungen von Dr. B.___ änderten nichts 

an der Beurteilung (IV-act. 79). Mit einer Verfügung vom 15. Juli 2022 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren ab (IV-act. 80). Nachdem die Versicherte eine Beschwerde gegen diese Verfügung 
erhoben hatte (vgl. IV-act. 82) und nachdem die IV-Stelle Kenntnis von einem Bericht des Kardiologen 

Dr. med. D.___ vom 2. August 2022 erhalten hatte, in dem auf eine Verschlechterung der kardialen 

Situation hingewiesen worden war (vgl. IV-act. 84–10 ff.), widerrief die IV-Stelle am 18. Oktober 2022 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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ihre Verfügung vom 15. Juli 2022 (IV-act. 87). Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge 

abgeschrieben (IV-act. 92). Bereits im September 2022 hatte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle notiert 

(IV-act. 85), die Behauptung der Versicherten, sie würde ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung einer 

vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehen, sei nicht nachvollziehbar. Die Versicherte habe in der 

Vergangenheit immer nur in einem sehr kleinen Pensum ausserhäuslich gearbeitet. Aufgrund der 
Tatsache, dass sie zudem eine schwer behinderte, betreuungsbedürftige Tochter habe, sei sie als 

Hausfrau zu qualifizieren.  

A.f Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die estimed AG am 18. Juli 2024 ein polydisziplinäres 
Gutachten (IV-act. 129). Der internistische Sachverständige hielt fest, die Versicherte sei freundlich und 

kooperativ gewesen. Sie habe alle Fragen angemessen beantwortet. Das Sitzen sei ihr in einer 

weitgehend unveränderten Position möglich gewesen. Das Gangbild, das Aufstehen aus dem Sitzen 

sowie das Aufrichten aus dem Liegen hätten beschwerlich gewirkt. Diskrepanzen oder Inkonsistenzen 

hätten nicht festgestellt werden können. Diagnostisch leide die Versicherte an einer persistierenden 

Adipositas permagna, an seit Jahren bestehenden Diarrhoen sowie – ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit – an einer leichten normochromen, normozytären Anämie und an einer arteriellen 

Hypertonie. Die ausgeprägte und persistierende Adipositas habe allgemeine 

Überlastungsbeschwerden im Bewegungsapparat sowie eine Beeinträchtigung des Gehens zur Folge. 

Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sowie der häufigen Toilettengängen aufgrund der 
Diarrhoen sei eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30 Prozent zu attestieren. Der 

kardiologische Sachverständige führte aus, der objektive klinische und bildgebende Befund seit 

weitestgehend unauffällig gewesen. Aktenanamnestisch bestehe eine unklare Kardiomyopathie mit 

einer aktuell leicht dekompensierten Herzinsuffizienz bei erhaltener linksventrikulärer Pumpfunktion. 

Diese Gesundheitsbeeinträchtigung schränke die Belastbarkeit respektive die Ausdauer der 

Versicherten ein. Da die Versicherte entsprechend längere und häufigere Pausen benötige, sei die 

Arbeitsfähigkeit um 30 Prozent eingeschränkt. Der orthopädische Sachverständige hielt fest, das Sitzen 

sei der Versicherten im Befragungszeitraum in einer weitgehend unveränderten Position möglich 

gewesen. Die allgemeinen und spontanen Bewegungen im Rahmen der körperlichen Untersuchung 

hätten flüssig gewirkt. Insgesamt habe sich ein konsistentes Bild aus den Vorbefunden, den Angaben 

der Versicherten und dem somatischen Befund ergeben. Allerdings habe auch eine gewisse 

Verdeutlichungstendenz bestanden. Namentlich habe stellenweise eine gewisse Diskrepanz zwischen 

den geäusserten Beschwerden und den objektiven Untersuchungsbefunden festgestellt werden 

können. Der objektive klinische Befund sei weitestgehend unauffällig gewesen. Die Versicherte leide 
an Polyarthralgien bei einer Adipositas permagna, die sich aber nicht auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkten. Der pneumologische Sachverständige führte aus, die Versicherte habe zwar eine metabo-

lische Limitation in der aktuellen Spiroergometrie gezeigt, aber es habe keine pulmonale Limitation 

bestanden. Insbesondere habe keine restriktive oder obstruktive Ventilationsstörung festgestellt werden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/9 

können. Die erhebliche Einschränkung der Belastbarkeit und der Sauerstoffaufnahme sei auf die 

Adipositas zurückzuführen. Aus pneumologischer Sicht bestehe keine Gesundheitsbeeinträchtigung. 

Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, der (im Gutachten detailliert beschriebene) objektive 

klinische Befund sei weitestgehend unauffällig gewesen. Die Versicherte leide an einer 

Anpassungsstörung sowie an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren. Diese Diagnosen wirkten sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aus psychiatrischer Sicht sei 

die Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Nach der Konsensbesprechung führten die 

Sachverständigen aus, der Versicherten seien leidensadaptierte Tätigkeiten zu 70 Prozent zumutbar. 

Die RAD-Ärztin Dr. C.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 131). 

A.g Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte am 2. Oktober 2024 (IV-act. 136), die schwer 
behinderte Tochter der Versicherten werde durch die Spitex betreut. Zudem bestehe eine schwierige 

finanzielle Lage. Die Versicherte könne deshalb als vollerwerbstätig qualifiziert werden, weshalb die an 

sich geplante Abklärung in ihrem Haushalt doch nicht angezeigt sei. Mit einem Vorbescheid vom 2. 

Oktober 2024 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens 

mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 137). Dagegen wandte die 

Versicherte am 17. Oktober 2024 ein, sie habe den Verdacht, dass der Invaliditätsgrad bewusst auf 

knapp unter 40 Prozent festgesetzt worden sei, damit keine Rente ausgerichtet werden müsse; damit 

sei sie nicht einverstanden (IV-act. 138). Am 6. November 2024 machte Dr. B.___ geltend (IV-act. 144), 
wenn man die Versicherte beobachte, sei es schwer vorstellbar, eine relevante Arbeitsfähigkeit im 

Erwerb oder auch im eigenen Haushalt anzunehmen. Sie bewege sich schwerfällig und verlangsamt. 

Sie leide an chronischen Schmerzen und an einer ausgeprägten Anstrengungsdyspnoe. Die RAD-

Ärztin Dr. C.___ hielt am 3. Februar 2025 fest, die Ausführungen von Dr. B.___ enthielten keine 

Hinweise auf bislang unbekannte Tatsachen (IV-act. 146). Mit einer Verfügung vom 10. Februar 2025 

wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 37 Prozent ab (IV-act. 147). 

B.  

B.a Am 1. März 2025 erhob die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine Beschwerde 
gegen die Verfügung vom 10. Februar 2025 (act. G 1). Sie beantragte eine nochmalige ernsthafte und 

seriöse Prüfung ihres Rentenbegehrens sowie die Zusprache einer Rente. Zur Begründung führte sie 

aus, aus gesundheitlichen Gründen sei es ihr absolut nicht mehr möglich, eine ordnungsgemässe 

Tätigkeit auszuführen und sich in einen Arbeitsprozess einzugliedern. Am 2. Mai 2025 liess die nun 

anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin ergänzend die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

die Zusprache einer Rente, eventualiter die Einholung eines Gerichtsgutachtens bei der asim sowie 
subeventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) 

zur Einholung eines Administrativgutachtens bei der asim beantragen. Zur Begründung liess sie 

anführen, die Sachverständigen der estimed AG hätten sich nicht hinreichend mit den Vorakten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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auseinandergesetzt. Sie hätten die Notwendigkeit der häufigen Toilettengänge nicht genügend 

berücksichtigt. Bezüglich der angestammten Tätigkeit seien sie von falschen Annahmen ausgegangen. 

Die psychiatrische Beurteilung sei nicht nachvollziehbar.  

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. Juni 2025 die Abweisung der Beschwerde (act. G 
12). Zur Begründung führte sie aus, das Gutachten der estimed AG überzeuge in jeder Hinsicht. Der 
Invaliditätsgrad sei korrekt ermittelt worden. 

B.c Am 1. Juli 2025 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt (act. G 
13). 

B.d Am 16. September 2025 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht von Dr. B.___ vom 15. 
September 2025 einreichen (act. G 17). Dieser hatte festgehalten (act. G 17.1), der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit April 2024 weiter verschlechtert. Die 

massive Adipositas habe zu zunehmenden Schmerzen geführt. Die Bewegungsabläufe seien 

langsamer geworden. Die Beschwerdeführerin gehe am Rollator.  

B.e Die Beschwerdegegnerin nahm dazu keine Stellung (vgl. act. G 18). 

Erwägungen 
1.  

Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der angefochtenen 

Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand nicht weiter als jener des 

vorangegangenen Verwaltungsverfahrens sein kann. Dieses hat sich auf die Prüfung des im Februar 

2021 eingereichten Rentenbegehrens und damit auf die Frage nach einem Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin frühestens ab dem 1. August 2021 beschränkt (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). 

2.  

Da es sich bei der im Februar 2021 eingereichten Anmeldung um eine sogenannte Neuanmeldung nach 

der Abweisung eines früheren Rentenbegehrens gehandelt hat, hat diese Prüfung allerdings das 

Glaubhaftmachen einer relevanten Sachverhaltsveränderung seit dem 25. Februar 2020 vorausgesetzt 

(Art. 87 Abs. 3 IVV). Diesbezüglich hat Dr. B.___ in seinem Bericht vom 18. Februar 2021 sowie in 

einem Telefonat mit der RAD-Ärztin Dr. C.___ am 8. März 2021 festgehalten, die Situation habe sich 

im Verlauf des Jahres 2020 deutlich verschlechtert. Die Versicherte sei auf Unterstützung bei der 

Verrichtung der Hausarbeiten angewiesen. Beruflich könne sie nur wenige Stunden ausser Hause 

arbeiten, da sie sehr von der Betreuung der schwer behinderten Tochter beansprucht werde. Die RAD-

Ärztin Dr. C.___ hat in ihrer Notiz vom 9. März 2021 überzeugend ausgeführt, aufgrund der Angaben 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/9 

von Dr. B.___ lägen Hinweise dafür vor, dass sich der Gesundheitszustand seit der letzten Abweisung 

verschlechtert haben könnte. Die Versicherte werde zur Reevaluation nochmals dem 

Adipositaszentrum zugewiesen werden. Damit ist es der Beschwerdeführerin gelungen, die zusätzliche 

Eintretenshürde des Art. 87 Abs. 3 IVV zu meistern. Die Beschwerdegegnerin ist also zu Recht auf die 

Neuanmeldung eingetreten. 

3.  

3.1 Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während 

eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid 

ist, einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität einer 

vollerwerbstätigen Person wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt 

der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen 

könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Bei einer nicht 

erwerbstätigen Person entspricht die Invalidität dem Mass der Unfähigkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Ist davon auszugehen, dass die versicherte Person 
teilweise erwerbs- und teilweise im Aufgabenbereich tätig wäre, ist die Invalidität für beide Teilbereiche 

nach der jeweils massgebenden Methode zu bemessen; die Teilinvaliditätsgrade sind zu gewichten und 

zu addieren (sog. „gemischte Methode“; Art. 28a Abs. 3 IVG). 

3.2 Für die Beantwortung der Frage nach dem Erwerbspensum im hypothetischen „Gesundheitsfall“ 
wird für gewöhnlich nach der ständigen Praxis der Beschwerdegegnerin im Einklang mit der ständigen 

Praxis des Bundesgerichtes eine Abklärung an Ort und Stelle, also im Haushalt der versicherten Person 

durchgeführt. Eine solche Abklärung ist auch hier zunächst geplant gewesen. Weshalb die 

Beschwerdegegnerin dann allerdings doch davon abgesehen hat, ist aufgrund der Akten nicht 

nachvollziehbar, denn die Antwort auf die Frage nach dem Pensum der Beschwerdeführerin im fiktiven 

„Gesundheitsfall“ ist alles andere als eindeutig gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat zunächst die 

Auffassung vertreten, die Beschwerdeführerin müsse als Hausfrau qualifiziert werden, später aber 

geltend gemacht, die Beschwerdeführerin sei als vollerwerbstätig zu qualifizieren. Die 

Beschwerdeführerin hat in einem Telefonat mit einer Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin nicht 

angeben können, in welchem Pensum sie im fiktiven „Gesundheitsfall“ erwerbstätig wäre. In ihrem 
Schreiben vom folgenden Tag hat sie nicht etwa geltend gemacht, sie wäre vollerwerbstätig, wie die 

Beschwerdegegnerin fälschlicherweise angenommen haben dürfte, sondern sie hat sich bloss auf den 

Standpunkt gestellt, die Betreuung ihrer Tochter wäre selbst dann sichergestellt, wenn sie voller-

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/9 

werbstätig wäre, das heisst die Betreuungsbedürftigkeit der Tochter wäre kein Hinderungsgrund für 

eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit im hypothetischen „Gesundheitsfall“. Also erweist sich der 

Sachverhalt bezüglich der Frage, in welchem Pensum die Beschwerdeführerin im hypothetischen 

„Gesundheitsfall“ erwerbstätig wäre, als ungenügend ermittelt. Entgegen der von einer 

Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin vertretenen Ansicht kann diese Frage aber nicht 
unbeantwortet bleiben, denn aufgrund der Gesundheitsbeeinträchtigung der Beschwerdeführerin muss 

davon ausgegangen werden, dass der Arbeitsunfähigkeitsgrad im eigenen Haushalt wohl höher als in 

einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit sein dürfte. Die angefochtene Verfügung ist folglich in 

Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen, weshalb sie als rechtswidrig 

aufzuheben ist. Da es nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein kann, ein Versäumnis der 

Beschwerdegegnerin bei der Erfüllung ihrer ureigensten Aufgabe, nämlich der Sachverhaltsabklärung, 

zu beheben, ist die Sache zur Fortsetzung der Sachverhaltsermittlung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

3.3 Die Beschwerdegegnerin wird eine Abklärung im Haushalt der Beschwerdeführerin durchführen. 
Dabei wird sie zuerst in Erfahrung bringen, in welchem Pensum die Beschwerdeführerin im 

hypothetischen „Gesundheitsfall“ erwerbstätig wäre. Anschliessend wird sie sorgfältig ermitteln, wie 

hoch die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich Haushalt ist. Sie wird dafür einen 

(„echten“) Augenschein durchführen, dessen Ergebnisse sie detailliert protokollieren wird. Zudem wird 
sie sowohl die Ausführungen und Fragen der Abklärungsperson als auch die Aussagen der 

Beschwerdeführerin sorgfältig und wortwörtlich protokollieren. Im Zuge der weiteren Abklärungen wird 

die Beschwerdeführerin der Frage nachgehen, ob und in welchem Umfang die Pflege und Betreuung 

der schwer behinderten erwachsenen Tochter zum Aufgabenbereich Haushalt gehört. Dafür wird die 

Beschwerdegegnerin auch die Akten betreffend die Hilflosenentschädigung der Tochter beiziehen. 

Fraglich ist, ob die Leistungen der Spitex als „schadenmindernd“ zu qualifizieren sind. Die 

Beschwerdegegnerin wird dieser Frage nachgehen. Sollte die Beschwerdegegnerin erwägen, die vom 

Bundesgericht erfundene „Schadenminderungspflicht von Familienangehörigen“ (also etwa des Ex-

Ehemannes, der Schwiegertochter oder der Kolleginnen) zu berücksichtigen, obwohl keine 

Familienmitglieder im Haushalt der Beschwerdeführerin leben, die einen Teil der Aufgaben übernehmen 

könnten, wird sie auch diesbezüglich sorgfältige Abklärungen tätigen. Sie wird zunächst in Erfahrung 

bringen, ob und in welchem Umfang die in Frage kommenden Personen medizinisch in der Lage sind, 

im Haushalt der Beschwerdeführerin mitzuhelfen. Anschliessend wird sie abklären, in welchem Umfang 

die in Frage kommenden Personen überhaupt zeitlich in der Lage sind, der Beschwerdeführerin bei der 
Führung des eigenen Haushaltes zu helfen. Die Beschwerdegegnerin wird also auch Abklärungen zu 

einer allfälligen Erwerbstätigkeit und zum entsprechenden Arbeitspensum der für die 

„Schadenminderung“ in Frage kommenden Personen tätigen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9/9 

4.  

Dieser Verfahrensausgang gilt rechtsprechungsgemäss hinsichtlich der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen der Beschwerdeführerin. Die angesichts des 

durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden 

Gerichtskosten sind folglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die Beschwerdegegnerin hat der 
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Der für deren Bemessung massgebende 

erforderliche Vertretungsaufwand ist aufgrund des eher geringen Aktenumfangs als leicht 

unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die Entschädigung auf 3'500 Franken (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird. 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Sache wird zur Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin entschädigt die Beschwerdeführerin mit 3'500 Franken. 

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		2026-01-28T03:58:58+0100
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