# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b9ace97-4df2-53a3-acf8-9b8251f003bf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 11.10.2010 S 2010 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2010-72_2010-10-11.pdf

## Full Text

S 10 72

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 11. Oktober 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1. …, geboren 1970, absolvierte bei der … eine Lehre als Elektromonteur. Am 

11. Februar 2009 meldete er sich zum Bezug von 

Arbeitslosenversicherungsstaggeld im Umfang von 100% ab dem 1. März 

2009 an. In Zusammenarbeit mit dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 

… (RAV) und dem Arbeitsprogramm IIZ … war es … möglich, vom 6. Juli 

2009 bis 20. November 2009 ein Praktikum bei der … im Bereich Betreutes 

Wohnen zu absolvieren. Von Januar 2010 bis Mitte April 2010 arbeitete er im 

Zwischenverdienst als Nacht-Taxifahrer beim Taxiunternehmen ... Seit dem 

3. Mai 2010 besuchte … an drei Abenden pro Woche die Fahrschule … in …, 

um die Lastwagenprüfung Kat. C zu absolvieren. 

2. a) Mit Datum vom 15. Januar 2010 erhielt … eine Stellenzuweisung, wonach er 

aufgefordert wurde, sich innert 2 Arbeitstagen schriftlich bei der … AG auf 

eine Stelle als „Service-Techniker Aufzugsanlagen“ mit Vollpensum und 

sofortigem Stellenantritt zu bewerben. … meldete sich am 19. Januar 2010 

telefonisch bei … von der Firma … AG. Der Rückmeldung der potentiellen 

Arbeitgeberin vom 19. Januar 2010 ist zu entnehmen, dass eine Anstellung 

keinen Sinn mache, da die Stelle als Servicetechniker für … lediglich eine 

Zwischenstation in seinem Werdegang wäre und er sich langfristig im sozialen 

Bereich betätigen möchte. 

b) Nach Aufforderung zur Stellungnahme durch das Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden (KIGA) vom 3. März 2010, hielt … in seinem 

Schreiben vom 5. März 2010 fest, er hätte sich bei der … AG gemeldet, um 

Informationen über die Stelle als Liftmonteur einzuholen. Man habe ihm 

erklärt, dass man Informationen erhalten habe, wonach er (…) in nächster 

Zukunft beabsichtige, eine Ausbildung im sozialen Bereich zu absolvieren. Es 

habe ihn erstaunt, dass das RAV die potentielle Arbeitgeberin darüber 

informiert habe. Diese Information habe bewirkt, dass die Chancen für die 

offene Stelle auf gleich null gesunken seien. 

c) Gemäss Aktennotiz des KIGA vom 15. März 2010 wurde … von der … AG mit 

diesen Aussagen konfrontiert. Er gab an, er hätte sich tatsächlich im Vorfeld 

mit dem Personalberater von … unterhalten. Dieser habe ihn davon in 

Kenntnis gesetzt, dass … eine Anstellung im Sozialbereich anstrebe. 

Dennoch habe er gewünscht, dass ihm … zugewiesen werde, damit er ihn als 

möglichen Kandidaten prüfen könne. … habe sich als einziger telefonisch bei 

ihm gemeldet. Es sei der Eindruck entstanden, er hätte vorerst angerufen um 

abzuklären, ob sich der „Aufwand“ einer schriftlichen Bewerbung lohnen 

würde. 

3. Das KIGA verfügte in der Folge mit Datum vom 16. März 2010 die Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung für 37 Tage ab dem 15. Januar 2010 mit der 

Begründung, … habe mit seinem Verhalten ein Zustandekommen eines 

Arbeitsvertrages verhindert. Dagegen erhob … am 23. März 2010 Einsprache. 

Eine Anstellung sei ursächlich aufgrund der vom Personalberater des RAV 

gegenüber … geäusserten Information nicht zustande gekommen. Mit 

Entscheid vom 9. April 2010 wurde die Einsprache abgewiesen. 

4. Am 10. Mai 2010 erhob … Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit den Begehren, der angefochtene Einspracheentscheid des 

KIGA vom 9. April 2010 sei aufzuheben und es seien ihm die vollen Taggelder 

auszubezahlen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter seien allfällige Einstellungstage 

auf ein angemessenes Mass zu reduzieren. Für das Beschwerdeverfahren 

beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und es sei 

lic. iur. … als sein unentgeltlicher Rechtsbeistand einzusetzen. Die bisherigen 

Nachweise seiner Arbeitsbemühungen seien bislang von behördlicher Seite 

in keiner Art und Weise beanstandet worden. Er habe alles unternommen, um 

eine Anstellung zu bekommen. Ohne Wenn und Aber sei er bereit gewesen, 

die zugewiesene Stelle anzunehmen. Der Umstand, dass er sich vorab 

telefonisch vorstellen und in Erfahrung habe bringen wollen, ob er sich auch 

per E-Mail bewerben könne, dürfe ihm nicht zum Nachteil gereichen. … werde 

anlässlich einer Zeugeneinvernahme bestätigen können, dass seinerseits 

sehr wohl Interesse an einer Anstellung bestanden habe. Von sich aus wäre 

er nicht auf das Thema einer allfälligen Betätigung im sozialen Bereich zu 

sprechen gekommen. Der Grund der Nichtanstellung liege darin, dass 

irrelevante Informationen in Unkenntnis seinerseits an die mögliche 

Arbeitgeberin weitergereicht worden seien. Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung sei somit zu Unrecht erfolgt. Der Beschwerdegegner 

gehe vorliegend von einem schweren Verschulden aus. Selbst wenn das 

Gericht zum Schluss kommen sollte, die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung sei zu Recht erfolgt, so wäre die Dauer angemessen 

zu reduzieren, zumal kein schweres Verschulden vorliege. Von einer 

Ablehnung einer zumutbaren Arbeit könne nicht die Rede sein, da er bereit 

gewesen wäre, die zugewiesene Stelle anzutreten. 

5. Mit Stellungnahme vom 3. Juni 2010 stellte das KIGA das Begehren um 

Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe sich entgegen der 

Weisung des zuständigen RAV telefonisch und nicht schriftlich bei der 

potentiellen Arbeitgeberin gemeldet. Bereits mit dieser Handlung habe er 

manifestiert, dass er nicht bereit gewesen sei, einen angemessenen Aufwand 

zu betreiben, um die zugewiesene Stelle zu erhalten. Die Aussichten auf den 

Erhalt der Stelle seien nicht bereits durch die Orientierung der möglichen 

Arbeitsgeberin über seine mittelfristigen Zukunftsabsichten vertan gewesen, 

denn die … AG sei trotzdem bereit gewesen, seine Stellenbewerbung zu 

prüfen. Der Beschwerdeführer habe es jedoch versäumt, die potentielle 

Arbeitgeberin davon zu überzeugen, dass er bereit wäre, seine Pläne für eine 

Tätigkeit im sozialen Bereich zu Gunsten eines raschen Stellenantritts in den 

Hintergrund zu stellen. 

6. Das Verwaltungsgericht Graubünden führte in der Folge am 23. Juli 2010 eine 

Zeugenbefragung von … von der … AG durch. Der Zeuge gab an, vom 

Personalberater des RAV die Information erhalten zu haben, dass für den 

Beschwerdeführer eine Anstellung im Sozialbereich in Frage komme, d.h. 

konkret sei er darüber informiert worden, dass der Beschwerdeführer eine 

Ausbildung im sozialen Bereich absolviert habe. Er habe den 

Beschwerdeführer anlässlich des Telefonats darauf angesprochen und 

gefragt, ob wenn er bei ihnen angestellt werden würde und sich dann eine 

Möglichkeit im sozialen Bereich eröffnen würde, er dann diese Stelle antreten 

würde, was der Beschwerdeführer bejaht habe. Aus diesem Grund sei es 

anschliessend zu keiner Anstellung gekommen. Sie seien an einer 

längerfristigen Anstellung interessiert gewesen. Ein Bewerbungsdossier habe 

der Beschwerdeführer nicht eingereicht. Auf die Frage, ob er den Eindruck 

bekommen habe, dass der Beschwerdeführer an einer Anstellung nicht 

interessiert sei, konnte der Zeuge keine Antwort geben. Bezüglich der 

Modalitäten der Kontaktaufnahme sei nichts vereinbart worden. Das 

Telefongespräch mit dem Beschwerdeführer sei ihm aufgrund des 

Gesprächsverlaufs jedoch wie ein Ausloten erschienen, ob er überhaupt 

etwas schicken soll. Soweit er sich erinnern könne, sei der Abschluss des 

Telefongesprächs dahingehend gewesen, dass der Beschwerdeführer keine 

schriftliche Bewerbung schicken soll. 

7. Zur Zeugeneinvernahme nahm der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 25. 

August 2010 Stellung. Die telefonische Kontaktaufnahme könne ihm nicht 

angelastet werden, zumal der Zeuge anlässlich der Einvernahme vom 23. Juli 

2010 ausgeführt habe, mit dem RAV keine Abmachungen betreffend die 

Modalitäten der Kontaktaufnahme der Kandidaten getroffen zu haben. Der 

Zeuge habe bestätigt, dass er die Frage nach einer Betätigung im sozialen 

Bereich gestellt habe. Trotzdem sei er (der Beschwerdeführer) bereit 

gewesen, die Stelle bei der potentiellen Arbeitgeberin anzutreten, der Zeuge 

habe auch nichts Gegenteiliges zu Protokoll gegeben. Folglich sei der 

Vermerk in der Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 15. März 2010, 

wonach er definitiv kein Interesse an der Stelle gehabt haben soll, klar 

widerlegt. Der Zeuge habe auch ausgeführt, er sei informiert worden, dass der 

Beschwerdeführer eine Ausbildung im sozialen Bereich absolviert habe und 

nicht, dass er eine solche anstrebe, was wiederum der erwähnten Aktennotiz 

widerspreche. Es erscheine als stossend, dass ihm nunmehr seine soziale 

Ausrichtung zum Nachteil gereiche, obwohl er bislang seitens des RAV … in 

diesem Bestreben tatkräftig unterstützt worden sei. Unabhängig von dieser 

sozialen Ausrichtung sei darauf hinzuweisen, dass er immerzu bereit 

gewesen sei, jede Anstellungsmöglichkeit zu nutzen. Die derzeitige Arbeit als 

Elektromonteur bei der … AG in … erhelle seine Bereitschaft. 

8. Das KIGA verzichtete mit Schreiben vom 9. September 2010 auf eine weitere 

Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid des KIGA vom 9. April 2010 

samt der diesem zugrunde liegenden Verfügung vom 16. März 2010. Streitig 

und zu prüfen ist, ob die Einstellung der Anspruchsberechtigung auf 

Arbeitslosentaggeld für die Dauer von 37 Tagen ab 15. Januar 2010 zu Recht 

erfolgt und ob die Dauer der Einstellung angemessen ist. 

2. Das Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) regelt in Art. 17 die Pflichten der 

Versicherten sowie die Kontrollvorschriften. Gemäss Abs. 1 muss ein 

Versicherter, der Versicherungsleistungen der Arbeitslosenversicherung 

beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles 

Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu 

verkürzen. Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch 

ausserhalb seines bisherigen Berufes. Er muss seine Bemühungen 

nachweisen können. Der Versicherte muss zur Schadensminderung 

grundsätzlich jede ihm zugewiesene zumutbare Arbeit unverzüglich 

annehmen (Art. 17 Abs. 3 i.V.m. Art. 16 Abs. 1 AVIG). Befolgt er die 

Weisungen des Arbeitsamtes nicht, namentlich indem er eine ihm vermittelte 

zumutbare Arbeit nicht annimmt und verursacht er durch dieses Verhalten 

schuldhaft einen Schaden im Sinne des Eintrittes oder der Verlängerung der 

Arbeitslosigkeit, so ist er nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen (Dr. Jacqueline Chopard, Die Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 34 f.). Gemäss 

Rechtsprechung gelangt diese Bestimmung nicht nur dann zur Anwendung, 

wenn die versicherte Person eine Arbeit ausdrücklich ablehnt, sondern auch 

dann, wenn sie es durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle 

anderweitig besetzt wird (Chopard, a.a.O., S. 148; BGE 122 V 138). Die 

versicherte Person hat bei den Verhandlungen mit der potentiellen 

Arbeitgeberin klar und eindeutig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu 

bekunden und sich so zu verhalten, dass sie die Chance, eine Stelle zu 

erhalten und damit ihre Arbeitslosigkeit zu beenden, nicht von vornherein 

verspielt (BVG 1996 Nr. 97; ARV 1984 Nr. 14 und 1982 Nr. 5). Zur Erfüllung 

des Tatbestandes wird jedoch vorausgesetzt, dass das ablehnende Verhalten 

des Versicherten für das Nichtzustandekommen des Arbeitsverhältnisses 

kausal war (Chopard, a.a.O., S. 148). 

3. a) Der Beschwerdeführer erhielt mit Schreiben vom 15. Januar 2010 eine 

Stellenzuweisung des RAV …, wonach er aufgefordert wurde, sich innert 2 

Arbeitstagen bei der … AG auf eine Stelle als „Service-Techniker 

Aufzugsanlagen“ mit Vollpensum und sofortigem Stellenantritt schriftlich zu 

bewerben. Der Beschwerdeführer meldete sich in der Folge am 19. Januar 

2010 telefonisch bei der Firma … AG. Gemäss Darstellung des 

Beschwerdeführers wollte er sich vorgängig persönlich vorstellen und in 

Erfahrung bringen, ob eine Bewerbung per E-Mail ebenfalls möglich wäre. 

Dieses Vorgehen widerspricht an sich nicht der Weisung des RAV …, denn 

der Beschwerdeführer hätte trotz der telefonischen Kontaktaufnahme 

weiterhin die Möglichkeit gehabt, sich schriftlich bei der potentiellen 

Arbeitgeberin zu bewerben. Welchen Zweck der Beschwerdeführer mit der 

telefonischen Kontaktaufnahme verfolgte, kann vorliegend indessen offen 

gelassen werden, denn der Beschwerdeführer unterliess es im Anschluss an 

das Telefongespräch sich schriftlich oder per E-Mail zu bewerben und 

verstiess damit zweifellos gegen die Weisung des RAV ... Auch wenn der 

Zeuge anlässlich der Befragung vom 23. Juli 2010 zu Protokoll gab, es sei 

bezüglich der Modalitäten der Kontaktaufnahme nichts vereinbart worden, so 

wurde in der Stellenzuweisung eindeutig eine schriftliche Bewerbung verlangt. 

Der Beschwerdeführer führte in seiner Einsprache vom 23. März 2010 aus, er 

habe den Verantwortlichen der … AG so verstanden, dass er für die Stelle 

nicht in Frage komme. Dass die mögliche Arbeitgeberin anlässlich dieses 

Telefonats signalisiert habe, es bestehe kein Interesse mehr an einer 

Anstellung, konnte durch die Zeugeneinvernahme vom 23. Juli 2010 aufgrund 

von widersprüchlichen Aussagen nicht eindeutig eruiert werden. Somit bleibt 

unklar, ob der Beschwerdeführer aufgrund seines Desinteresses an der Stelle 

eine schriftliche Bewerbung unterlassen hat oder ob aufgrund des 

Telefongesprächs der Eindruck entstanden ist, eine schriftliche Bewerbung 

müsse nicht mehr eingereicht werden. Wie sich in den folgenden Erwägungen 

zeigt, ist diese Frage jedoch nicht von entscheidender Bedeutung. 

b) Anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 23. Juli 2010 bestätigte sich, dass 

die … AG vorgängig der Zuweisung durch den RAV Mitarbeiter über die 

Interessen des Beschwerdeführers, im sozialen Bereich tätig zu sein, 

informiert wurde. Auf die Frage des Zeugen, ob er - der Beschwerdeführer -, 

wenn er bei ihnen angestellt würde und sich dann eine Möglichkeit im sozialen 

Bereich eröffnen würde, eine Stelle im Sozialbereich antreten würde, 

antwortete er mit ja. Obschon die potentielle Arbeitgeberin von den 

Präferenzen des Beschwerdeführers wusste, hatte sie eine Zuweisung des 

Beschwerdeführers dennoch gewünscht, weil er - so der Zeuge - von der 

Grundausbildung die Voraussetzungen für die offene Stelle erfüllt habe. Das 

Telefongespräch zwischen … und dem Beschwerdeführer führte hingegen 

dazu, dass die potentielle Arbeitgeberin von einer Anstellung absah. Der 

Beschwerdeführer führte sowohl in seiner Stellungnahme vom 5. März 2010 

an das KIGA als auch in der Stellungnahme vom 25. August 2010 zur 

Zeugenbefragung aus, er hätte die Stelle sehr gerne angenommen und seine 

Aussage sei auch dementsprechend gewesen. Ausschlaggebend sei jedoch 

die Information des RAV gewesen, welche letztlich dazu geführt habe, dass 

er die Stelle nicht bekommen habe. Ob seitens des Beschwerdeführers 

tatsächlich ein Interesse an der zugewiesenen Stelle bestanden hat oder 

nicht, muss vorliegend nicht weiter erörtert werden, denn massgebend für die 

Beurteilung bleibt der Eindruck, welchen er bei der potentiellen Arbeitgeberin 

hinterlassen hatte und der vorliegend zur Nichtanstellung führte. Anlässlich 

der Zeugeneinvernahme vom 23. Juli 2010 führte der Zeuge aus, dass 

aufgrund des Verlaufs des Telefongesprächs der Eindruck entstanden sei, der 

Beschwerdeführer wolle lediglich ausloten, ob er überhaupt etwas schicken 

soll. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer durch die Beantwortung der 

Frage bezüglich seiner beruflichen Interessen den Eindruck hinterlassen, 

dass er nicht an einer längerfristigen Anstellung interessiert sei. Entscheidend 

für die Arbeitgeberin war somit nicht die Tatsache, dass sich der 

Beschwerdeführer für eine Tätigkeit im sozialen Bereich interessierte, 

sondern dass der Beschwerdeführer nicht den Eindruck vermittelte, an einer 

längerfristigen Arbeitsstelle interessiert zu sein. Der Beschwerdeführer 

unterliess es damit, die potentielle Arbeitgeberin davon zu überzeugen, dass 

eine Tätigkeit im sozialen Bereich zugunsten einer sofortigen Anstellung bei 

der … AG für einige Zeit in den Hintergrund rücken würde und ihm primär 

daran gelegen sei, sofort eine Stelle antreten zu können. Der 

Beschwerdeführer hat damit seine Pflicht verletzt, bei Verhandlungen mit der 

künftigen Arbeitgeberin klar und eindeutig die Bereitschaft zum 

Vertragsabschluss zu bekunden und sich so zu verhalten, dass er die Chance, 

die Stelle zu erhalten und damit die Arbeitslosigkeit zu beenden, nicht 

verspielt. Der Beschwerdeführer hat mit seinem Verhalten jedoch ursächlich 

und schuldhaft dazu beigetragen, dass es zu keiner Anstellung gekommen 

und somit ein Schaden im Sinne der Verlängerung seiner Arbeitslosigkeit 

entstanden ist. Unter diesen Umständen ist die Einstellung der 

Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers auf Arbeitslosentaggeld zu 

Recht erfolgt. 

4. a) Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach 

dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 

60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Gemäss Art. 45 Abs. 2 der Verordnung über 

die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

(AVIV; SR 837.02) dauert die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 1-15 

Tage bei leichtem, 16-30 Tage bei mittelschwerem und 31-60 Tage bei 

schwerem Verschulden. Nach Abs. 3 dieser Bestimmung liegt ein schweres 

Verschulden vor, wenn der Versicherte ohne entschuldbaren Grund eine 

zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben oder eine 

zumutbare Arbeit abgelehnt hat. Zur Ermittlung des massgebenden 

Verschuldensgrades können unter anderem die in Art. 47 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) für die 

Strafzumessung angeführten Kriterien analog herangezogen werden, wobei 

die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu 

berücksichtigen sind (Karl Spühler, Grundriss des 

Arbeitslosenversicherungsrechts, Bern 1985, S. 50, zu aArt. 63 StGB). Dabei 

ist massgeblich, ob dem Versicherten aus der Sicht der damaligen 

Verhältnisse ein Vorwurf gemacht werden kann (Spühler, a.a.O., S. 51). Das 

Verwaltungsgericht sollte sich bei der Beurteilung der Einstellungsdauer 

zurückhalten, da den Verfügungsinstanzen ein grosser Ermessensspielraum 

zukommt. Die Einstellung dient nicht der Bestrafung der versicherten Person, 

sondern sie soll dazu anhalten, einen Teil des von ihr schuldhaft verursachten 

Schadens selber zu tragen (Chopard, a.a.O., S. 169). Dadurch soll auch die 

missbräuchliche Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung verhindert 

werden (BGE 122 V 44).

b) In der angefochtenen Verfügung vom 16. März 2010 setzte die Vorinstanz das 

Verschulden des Beschwerdeführers im unteren Bereich des schweren 

Verschuldens an und stellte ihn für 37 Tage in der Anspruchsberechtigung 

ein. Der Beschwerdeführer habe ursächlich mit seinem Verhalten dazu 

beigetragen, dass er für eine zugewiesene Stelle nicht mehr in Frage 

gekommen sei. Diese Beurteilung entspricht der Regelung in Art. 45 Abs. 3 

AVIV, wonach Versicherte, welche eine zumutbare Arbeit abgelehnt haben, 

ein schweres Verschulden trifft. Obschon nicht der Beschwerdeführer selbst 

das Thema seiner anderweitigen beruflichen Interessen angesprochen hatte, 

hat er es unterlassen, die potentielle Arbeitgeberin davon zu überzeugen, 

dass das Stellenangebot bei der … AG wichtiger sei als seine beruflichen 

Ambitionen, welche zugunsten der beruflichen Wiedereingliederung 

zurücktreten würden. Es lassen sich keine entschuldbaren Gründe im Sinne 

von Art. 45 Abs. 3 AVIV finden, die das Verschulden als mittelschwer oder 

leicht erscheinen lassen könnten, wie etwa gesundheitliche Probleme oder 

die subjektive Situation des Beschwerdeführers (BGE 130 V 131 E. 3.5 mit 

weiteren Hinweisen). Trotzdem wurde der Umstand der Fremdeinwirkung 

gewürdigt, indem die Dauer der Einstellung an der unteren Grenze eines 

schweren Verschuldens angesetzt wurde. Unter diesen Umständen erweisen 

sich das angenommene Verschulden und die verfügte Einstellungsdauer von 

37 Tagen gestützt auf Art. 45 Abs. 3 AVIV als korrekt.

5. a) Der Beschwerdeführer beantragte für das vorliegende Verfahren die 

unentgeltliche Rechtspflege. Gemäss Art. 61 lit. f ATSG muss das Recht, sich 

verbeiständen zu lassen, gewährleistet sein. Wo die Verhältnisse es 

rechtfertigen, wird der Beschwerde führenden Person ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand bewilligt. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung sind in der Regel 

erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und 

die Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine Anwältin notwendig oder 

doch geboten ist (BGE 125 V 202 E. 4a mit Hinweisen). Als aussichtslos 

gelten Verfahren, bei denen die Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als 

die Verlustgefahr und daher kaum mehr als ernsthaft bezeichnet werden 

können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich 

Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene 

nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über 

die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess 

entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene 

Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen 

können, weil er nichts kostet (BGE 122 I 271 E. 2b).

Anhand der eingereichten Unterlagen über die Einkommens- und 

Vermögenssituation ist die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers für das 

Gericht hinreichend erstellt. Zudem kann seine Beschwerde nicht als 

aussichtslos bezeichnet werden, weshalb ihm die unentgeltliche Rechtspflege 

zu gewähren ist. Als unentgeltlicher Rechtsbeistand wird dem 

Beschwerdeführer Rechtsanwalt lic. iur. … bestellt. Bezüglich der Höhe der 

vom Staat (zulasten der Gerichtskasse) zu übernehmenden Kosten ist laut 

Art. 5 Abs. 1 der kantonalen Verordnung über die Bemessung des Honorars 

der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) von einem 

reduzierten Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde auszugehen. Gemäss der 

anwaltlichen Honorarnote vom 14. Juni 2010 sowie der ergänzten 

Honorarnote vom 25. August 2010 betrug der Arbeitsaufwand insgesamt 

14.35 Stunden. Die eingereichte Honorarnote wird damit im Umfang von Fr. 

3'126.75 (14.35 Std. Aufwand à Fr. 200.--/Std. = Fr. 2’870.-- plus Barauslagen 

Fr. 35.90.-- und 7.6% MWST [v. Fr. 2'905.90] Fr. 220.85; ergibt Fr. 3'126.75) 

auf die Gerichtskasse genommen. Sollten sich Einkommen- und 

Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers aber dereinst verbessern, so 

hat er die bevorschussten Anwaltskosten an den Kanton Graubünden 

zurückzuerstatten (Art. 77 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

[VRG]).

b) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht - ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger 

Prozessführung – gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 61  lit. a 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG) kostenlos ist. Der obsiegenden Vorinstanz 

steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e 

contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. a) … wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. … ein Rechtsvertreter auf 

Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die Gerichtskasse mit Fr. 

3'126.75 (inkl. MWST) entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).