# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14093ede-cc82-5fb2-8005-b9e8dee03687
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2025 F-8101/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8101-2025_2025-10-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8101/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton;   

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (...), 

Afghanistan, 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 17. Oktober 2025 / N (...). 

 

 

 

F-8101/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 5. Oktober 2025 in der Schweiz um 

Asyl (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 2/2). Ein Abgleich mit dem zentralen 

Visainformationssystem (CS-VIS) ergab, dass der Beschwerdeführerin von 

den österreichischen Behörden am 14. Oktober 2024 ein Schengen-Vi-

sum, gültig vom 10. November 2024 bis am 22. Juli 2026, ausgestellt 

wurde (SEM-act. 9/4). 

B.  

Am 14. Oktober 2025 gewährte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin 

(SEM-act. 13/2) im Rahmen des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), 

das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Österreichs für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu dem beabsichtigten Nichtein-

tretensentscheid, zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat sowie zu 

ihrem Gesundheitszustand (nachfolgend: Dublin-Gespräch). 

C.  

Dem anschliessend am 14. Oktober 2025 gestellten Aufnahmegesuch der 

Vorinstanz (SEM-act. 14/10) stimmten die österreichischen Behörden am 

15. Oktober 2025 gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO zu (SEM-

act. 16/2). 

D.  

Mit Verfügung vom 17. Oktober 2025 – gleichentags eröffnet – trat die Vo-

rinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b Asylgesetz (AsylG, 

142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete ihre 

Wegweisung aus der Schweiz nach Österreich an und forderte sie auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen 

(SEM-act. 17/13 und 18/1). 

E.  

Noch am 17. Oktober 2025 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde 

und gelangte an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte, die Verfü-

gung vom 17. Oktober 2025 sei aufzuheben und ihr Asylverfahren in der 

Schweiz durchzuführen. Darüber hinaus sei ihrer Beschwerde die 

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Seite 3 

aufschiebende Wirkung wiederherzustellen (gemeint: zu gewähren) und 

sie sei bis zum rechtskräftigen Entscheid vorläufig in der Schweiz zu be-

lassen (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). 

F.  

Am 23. Oktober 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. 

VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet über diese endgültig 

(Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG) zu behandeln ist. 

2.  

2.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 17. Oktober 

2025 korrekt erwogen, dass gemäss den Bestimmungen der Dublin-III-VO 

grundsätzlich Österreich für die Behandlung des Asylgesuchs der Be-

schwerdeführerin zuständig ist. In diesem Zusammenhang hat sie zutref-

fend erwogen, dass das österreichische Asylsystem rechtsprechungsge-

mäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständig-

keit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, und 

dass der von der Beschwerdeführerin angesprochene ältere Bruder nicht 

als Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g (und den darauf Bezug 

nehmenden Art. 9 ff.) Dublin-III-VO gilt. Weiter hat sie richtig erkannt, dass 

sich weder aus den Akten noch den Angaben der Beschwerdeführerin im 

persönlichen Dublin-Gespräch am 14. Oktober 2025 Hinweise auf ein be-

sonderes Abhängigkeitsverhältnis (im Sinne von Art. 16 Dublin-III-VO bzw. 

der diesbezüglich relevanten Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK) zwischen 

ihr und ihrem älteren Bruder, mit dem sie nach eigenen Angaben in die 

Schweiz eingereist ist, ergeben. Darüber hinaus hat die Vorinstanz 

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Seite 4 

zutreffend festgehalten, dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugs-

hindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt 

nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden, und hat in rechtsfeh-

lerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

zukommenden Ermessens auch von einem freiwilligen Selbsteintritt der 

Schweiz abgesehen. Dabei hat sie berücksichtigt, dass die Beschwerde-

führerin im Rahmen ihres Dublin-Gespräches angab, keine gesundheitli-

chen Probleme zu haben. Die Vorinstanz ist somit zu Recht in Anwendung 

von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdefüh-

rerin nicht eingetreten und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG ihre Weg-

weisung nach Österreich angeordnet. Zur näheren Begründung wird auf 

die korrekten vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen. 

2.2 Was die Beschwerdeführerin auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

an der Richtigkeit der vorinstanzlichen Verfügung nichts zu ändern. In der 

Beschwerdebegründung vom 17. Oktober 2025 führt sie aus, dass sie in 

Österreich auf sich allein gestellt sei, falls sie von ihrem Bruder getrennt 

werde. Dieser sei für sie eine erhebliche psychische Stütze. Eine Rückfüh-

rung nach Österreich werde sie isolieren, gefährden und sie ihrer familiären 

und psychischen Stabilität berauben. Diese nicht weiter substantiierten 

Vorbringen sind nicht geeignet, ein rechtlich relevantes Abhängigkeitsver-

hältnis im Sinne von Art. 16 Dublin-III-VO beziehungsweise der Rechtspre-

chung zu Art. 8 EMRK zu begründen. Gemäss Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts reicht hierfür das Bedürfnis nach affektiver oder psychischer 

Unterstützung durch einen Angehörigen für sich allein grundsätzlich nicht 

aus (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8.3.5). Ein solches setzt vielmehr eine Situa-

tion besonderer Hilfsbedürftigkeit voraus (zum Ganzen Urteil des BVGer 

F-3226/2024 vom 30. Januar 2025 E. 4.3), die vorliegend nicht dargetan 

oder aus den Akten ersichtlich ist. Soweit die Beschwerdeführerin darüber 

hinaus geltend macht, sie leide unter einer saisonalen Atemwegserkran-

kung, die sich in kälteren Monaten verschlechtere und psychologische Un-

terstützung erfordere, wird ihr in Österreich der Zugang zu einer allenfalls 

erforderlichen medizinischen Behandlung offenstehen. 

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 17. Oktober 

2025 nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen. 

4.  

Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Gewährung der 

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Seite 5 

aufschiebenden Wirkung gegenstandslos und der am 23. Oktober 2025 

angeordnete Vollzugsstopp fällt dahin. 

5.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin  

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden  

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

 

Versand: