# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7918a88e-8c3f-5445-b7b6-be2c81b02247
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.03.2024 D-1010/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1010-2024_2024-03-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1010/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richterin Chiara Piras,    

Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin,  

sowie ihre Kinder 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Türkei,   

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung /  

Wiederherstellung der Beschwerdefrist;  

Verfügung des SEM vom 24. November 2023 / N (…). 

 

 

 

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Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass das SEM mit Verfügung vom 24. November 2023 – eröffnet am 

29. November 2023 – feststellte, die Beschwerdeführerin beziehungs-

weise Gesuchstellerin (im Folgenden: Beschwerdeführerin) und ihre Kin-

der würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, ihre Asylgesuche vom 

(…) ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Wegwei-

sungsvollzug anordnete, 

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 15. Februar 2024 (Post-

stempel) an das Bundesverwaltungsgericht gelangte und für sich sowie 

ihre Kinder sinngemäss um Wiederherstellung der Beschwerdefrist er-

suchte und gleichzeitig Beschwerde gegen die Verfügung des SEM vom 

24. November 2023 erhob,  

dass dieser Eingabe mehrere Scans betreffend Korrespondenzen mit der 

Anlaufstelle D._______ beigelegt waren,  

dass die Instruktionsrichterin die Beschwerdeführerin mit Zwischenverfü-

gung vom 19. Februar 2024 dazu aufforderte, innert angesetzter Frist eine 

Beschwerdeverbesserung (fehlende Unterschrift und fehlende Beschwer-

deanträge) einzureichen,  

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 23. Februar 2024 (Post-

stempel) fristgerecht eine von ihr unterzeichnete Kopie der Eingabe vom 

15. Februar 2024 zu den Akten reichte und mit Eingabe vom 26. Februar 

2024 (Poststempel), ebenfalls fristgerecht, sinngemäss beantragte, die 

Verfügung des SEM vom 24. November 2023 sei aufzuheben und es sei 

die Flüchtlingseigenschaft von ihr und ihren Kindern festzustellen und 

ihnen Asyl zu gewähren, eventuell seien sie in der Schweiz vorläufig auf-

zunehmen,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 in Verbindung mit 

Art. 33 VGG für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen des 

SEM nach Art. 5 VwVG zuständig ist, 

dass diese Zuständigkeit auch die Beurteilung von Gesuchen um Wieder-

herstellung von Fristen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG umfasst, bei de-

nen es im Falle der Wiederherstellung über die nachgeholte Partei-

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handlung beziehungsweise Rechtsvorkehr zu befinden hat (vgl. PATRICIA 

EGLI, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 

2. Aufl. 2016, N 6 zu Art. 24), 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch hier – endgültig entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass über nicht offensichtlich unzulässige Gesuche um Wiederherstellung 

einer Frist nach Art. 24 VwVG ein aus drei Richterinnen oder Richtern zu-

sammengesetztes Spruchgremium entscheidet (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG), 

dass die angefochtene Verfügung des SEM vom 24. November 2023 ge-

mäss dem bei den Akten befindlichen Rückschein der zuständigen Rechts-

beratungsstelle am 29. November 2023 rechtsgültig eröffnet wurde, 

dass die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit Eröffnung der Verfügung 

einzureichen war (Art. 108 Abs. 1 AsylG) und die entsprechende Frist hier 

somit am 29. Dezember 2023 abgelaufen ist, 

dass schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde 

einzureichen oder zu deren Handen der schweizerischen Post zu überge-

ben sind (Art. 21 Abs. 1 VwVG), 

dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde samt Fristwiederherstel-

lungsgesuch am 15. Februar 2024 der Schweizerischen Post übergeben 

hat (vgl. Poststempel auf dem Briefumschlag),  

dass die am 15. Februar 2024 eingereichte Beschwerde demnach verspä-

tet und offensichtlich unzulässig ist, 

dass nach Art. 24 Abs. 1 VwVG eine ungenutzt verstrichene gesetzliche 

oder richterliche Frist wiederhergestellt wird, wenn der Gesuchsteller oder 

dessen Vertreter unverschuldeterweise abgehalten worden ist, binnen Frist 

zu handeln, 

dass die Fristwiederherstellung in formeller Hinsicht voraussetzt, dass das 

begründete Fristwiederherstellungsgesuch innert 30 Tagen nach Wegfall 

des Hindernisses gestellt und innert der gleichen Frist auch die versäumte 

Rechtshandlung nachgeholt wird, ansonsten auf das entsprechende Ge-

such nicht einzutreten ist, 

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dass hier die Frage, wann das Hindernis zur Beschwerdeerhebung weg-

gefallen ist, angesichts der nachfolgenden Erwägungen offenbleiben kann,  

dass nämlich die Wiederherstellung einer Frist dazu dient, die Rechtsnach-

teile zu beseitigen, die ein Verfahrensbeteiligter wegen unverschuldeter 

Fristversäumnis erleidet, 

dass dabei im Interesse eines geordneten Rechtsgangs, der Rechtssicher-

heit und der Verfahrensdisziplin grundsätzlich ein strenger Massstab anzu-

wenden ist, 

dass ein Versäumnis nur dann als unverschuldet gilt, wenn dafür objektive 

Gründe vorliegen und den Gesuchstellenden keine Nachlässigkeit vorge-

worfen werden kann, das heisst nur solche Gründe als erheblich zu be-

trachten sind, die den Gesuchstellenden auch bei Aufwendung der übli-

chen Sorgfalt die Wahrung ihrer Interessen verunmöglicht oder unzumut-

bar erschwert hätten, 

dass indes unter anderem organisatorische Unzulänglichkeiten nicht als 

unverschuldete Hindernisse gelten, 

dass die Beschwerdeführerin das Fristwiederherstellungsgesuch damit be-

gründet, die von ihr mandatierte Rechtsberatungsstelle, welcher die Verfü-

gung des SEM vom 24. November 2023 eröffnet worden sei, habe die Be-

schwerdefrist ungenutzt (ohne Beschwerdeerhebung) verstreichen lassen, 

dass die Rechtsberatungsstelle sie auch nicht über den negativen Ent-

scheid des SEM informiert habe, sie habe nur zufällig erfahren, dass ihr 

Asylgesuch vom SEM abgelehnt worden sei,  

dass sie im Übrigen der deutschen Sprache nicht mächtig sei, ihr die Kom-

petenz zur Leitung des hier notwendigen bürokratischen Verkehrs fehlen 

würde und sie aufgrund ihrer fehlenden Verteidigungsmöglichkeit gegen 

den ablehnenden Entscheid des SEM Panik und in der Folge psychische 

Probleme bekommen habe,  

dass unbesehen davon, dass die Beschwerdeführerin für ihre Vorbringen 

keinerlei Belege einreicht, jedenfalls festzuhalten ist, dass das SEM der 

zuständigen Rechtsberatungsstelle am 29. November 2023 die Verfügung 

vom 24. November 2023 rechtsgültig eröffnet hat (vgl. Rückschein; SEM 

act. 1243573-39/1), 

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dass aus den Akten auch nicht hervorgeht, dass die Rechtsberatungsstelle 

ihr Mandat niedergelegt hätte, 

dass allfällige Probleme des Austausches zwischen der Beschwerdeführe-

rin und ihrer Rechtsvertretung ihr selbst anzulasten wären, 

dass somit weder objektive noch subjektive Gründe ersichtlich sind, die auf 

ein unverschuldetes Versäumnis hindeuten,  

dass daher auf die am 15. Februar 2024 eingereichte Beschwerde nicht 

einzutreten, das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist abzu-

weisen und festzustellen ist, dass die Verfügung des SEM vom 24. Novem-

ber 2023 in Rechtskraft erwachsen ist, 

dass aufgrund dieser Erwägungen auf die weiteren, gleichzeitig mit dem 

Fristwiederherstellungsgesuch gestellten Beschwerdeanträge nicht einzu-

gehen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–  

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.   

Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist wird abgewiesen. 

2.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz 

 

 

Versand: