# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ac6aa6e-cb21-58c7-9931-55cceb12d343
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.06.2016 200 2015 930
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-930_2016-06-10.pdf

## Full Text

200 15 930 UV und
200 15 945 UV und
200 16 80 UV und
200 16 88 UV (4)
SCI/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Juni 2016

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Franzen 

AXA Versicherungen AG 
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur 
vertreten durch Rechtsanwalt A.________ 
Beschwerdeführerin 1

B.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt C.________ 
Beschwerdeführerin 2

gegen

Solida Versicherungen AG 
vertreten durch Rechtsanwalt D.________, 
Beschwerdegegnerin

und

KPT Krankenkasse AG  
Rechtsdienst, Postfach 8624, 3001 Bern
Beigeladene 1

Visana Versicherungen AG 
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beigeladene 2

betreffend Einspracheentscheid vom 24. September 2015 
(0075.00224.10.4)

B.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt C.________ 
Beschwerdeführerin 1

Solida Versicherungen AG 
Saumackerstrasse 35, Postfach, 8048 Zürich 
vertreten durch Rechtsanwalt D.________ 
Beschwerdeführerin 2

gegen

AXA Versicherungen AG
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winerthur
vertreten durch Rechtsanwalt A.________ 
Beschwerdegegnerin

und

KPT Krankenkasse AG 
Rechtsdienst, Postfach 8624, 3001 Bern
Beigeladene 1

Visana Versicherungen AG 
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beigeladene 2

betreffend Einspracheentscheid vom 24. November 2015 (UVGON 
12.244.623/31)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 3

Sachverhalt:

A.

Die 1992 geborene B.________ (nachfolgend Versicherte) unterzog sich 
2006 einer Meniskusoperation rechts (Akten der Solida Versicherungen AG 
[nachfolgend: Solida; act. Solida IIC] V1). In den darauf folgenden Jahren 
erlitt sie vier Unfälle, worauf Behandlungen das linke Knie betreffend erfolg-
ten (Akten der Solida [act. Solida IIB] M14 f.; Akten der AXA Versicherun-
gen AG [nachfolgend:AXA ; act. AXA IIA] M8; Akten der Visana Versiche-
rungen AG [nachfolgend: Visana; act. IIIA] 1). Die Versicherte war die ent-
sprechenden Ereignisse betreffend wie folgt gegen Unfall versichert:  

- Unfall vom 14. Mai 2008 im Rahmen eines Fussballspieles: 
E.________ (obligatorische Krankenversicherung; nachfolgend: 
E.________; Akten der Versicherten [act. Versicherte IA] S. 3);

- Unfall vom 9. Dezember 2008, auf dem Fahrrad von Auto angefah-
ren: AXA (act. AXA II A1);

- Schlittelunfall vom 20. Januar 2010: Solida (act. AXA II A7);
- Unfall vom 4. September 2012 im Rahmen eines Fussballspieles: 

Visana (act. IIIA 1). 

Die Versicherte ist seit dem 1. Januar 2012 bei der KPT Krankenkasse AG 
(nachfolgend KPT) obligatorisch krankenpflegeversichert (Stellungnahme 
der KPT vom 14. März 2016, S. 3; Akten der KPT [act. III] 1). 

B.

Nachdem die Versicherte den (letzten) Unfall vom 4. September 2012 der 
Visana gemeldet hatte, verneinte diese mit Verfügung vom 9. Januar 2013 
einen Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung 
mit der Begründung der fehlenden Unfallkausalität (act. IIIA 1 und 18). Die-
se Verfügung wurde nicht angefochten. 

Mit einer Schadenmeldung UVG vom 20. August 2013 machte die Versi-
cherte in der Folge bei der Solida unter Bezugnahme auf das Ereignis vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 4

4. September 2012 einen Rückfall zum Unfall vom 20. Januar 2010 geltend 
(act. Solida IIA A4). 

Am 4. August 2014 lehnte die Solida ihre Leistungspflicht wegen fehlender 
Unfallkausalität ab (act. Solida IIA A30). Die dagegen erhobene Einsprache 
der Versicherten (act. Solida IIA A36) wies sie mit Einspracheentscheid 
vom 24. September 2015 (act. Solida IIA A52) ab. 

Hiergegen erhob die AXA, vertreten durch Rechtsanwalt A.________, mit 
Eingabe vom 26. Oktober 2015 Beschwerde (Verfahren UV/2015/930) und 
stellte die folgenden Anträge:  

1. Der Einspracheentscheid vom 24. September 2015 sei aufzuheben und die 
Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2. Die KPT Krankenkasse AG und die Visana Services AG seien ins Verfah-
ren beizuladen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin.  

Mit Eingabe vom 28. Oktober 2015 erhob auch die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt C.________, Beschwerde (Verfahren UV/2015/945) 
gegen den Einspracheentscheid der Solida vom 24. September 2015 (act. 
Solida IIA A52) und stellte die folgenden Anträge: 

1. Das Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren sei bis zum Vorliegen einer 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die AXA Winterthur Versicherung 
als weitere UVG-Versicherung einzustellen (zu sistieren). 

2. Die beiden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren seien nach der Auf-
hebung der Sistierung zu vereinigen.

3. Eventualiter zu den Rechtsbegehren gemäss Ziffern 1 und 2 sei die Frage, 
in Bezug auf welches Unfallereignis die natürliche Kausalität für die aktuel-
len Unfallfolgen zu bejahen ist, im Rahmen eines Gutachtens abklären zu 
lassen.

-Unter Kosten- und Entschädigungsfolge- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 5

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. November 2015 wurden die Verfah-
ren UV/2015/930 und UV/2015/945 vereinigt.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2016 beantragte die Solida, vertre-
ten durch Rechtsanwalt D.________, in der Sache die Abweisung der Be-
schwerden. 

C.

Nach Meldung und Weiterleitung der Verfügung der Solida vom 4. August 
2014 durch die KPT am 26. August 2014 (act. AXA II A9) bzw. Rückfall-
meldung der Versicherten selbst vom 4. September 2014 (act. AXA II 11), 
verneinte die AXA mit Verfügung vom 5. März 2015 den Anspruch der Ver-
sicherten auf weitere Leistungen aus der obligatorischen Unfallversiche-
rung mangels Unfallkausalität (act. AXA  II A26). Die dagegen erhobene 
Einsprache der Versicherten (act. AXA II A33) wies sie mit Einspracheent-
scheid vom 24. November 2015 (Akten der AXA [act. AXA IA] 1) ab. 

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 7. Januar 2016 Be-
schwerde (Verfahren UV/2016/80) und stellte die folgenden Anträge: 

A. Hauptanträge
Die Frage, in Bezug auf welches Unfallereignis die Kausalität für die aktu-
ellen Unfallfolgen zu bejahen ist, sei im Rahmen eines Gutachtens ab-
klären zu lassen.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen 
Leistungen zu erbringen. 
Subeventualiter sei die Solida Versicherungen AG zu verpflichten, die ge-
setzlichen Leistungen zu erbringen. 

B. Verfahrensantrag
Das vorliegende Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren sei mit dem 
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren UV 200 15 930 zu vereinigen.

-unter Kosten- und Entschädigungsfolge- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 6

Mit Eingabe vom 11. Januar 2016 erhob auch die Solida, vertreten durch 
Rechtsanwalt D.________, Beschwerde (Verfahren UV/2016/88) gegen 
den Einspracheentscheid der AXA vom 24. November 2015 (act. AXA IA 1) 
und stellte die folgenden Anträge: 

1. Der Einspracheentscheid vom 24. November 2015 sei aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu 
erbringen.

2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 24. November 2015 aufzu-
heben und die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

3. Die vorliegende Beschwerdesache sei mit den bereits vereinigten Be-
schwerdeverfahren 200 15 930 und 200 15 945 UV zu vereinigen.

4. Die KPT Krankenkasse AG und die Visana Services AG seien ins Verfah-
ren beizuladen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegne-
rin. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 13. Januar 2016 wurden die Verfahren 
UV/2016/80 und UV/2016/88 vereinigt.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Februar 2016 beantragte die AXA, vertreten 
durch Rechtsanwalt A.________, in der Sache die Abweisung der Be-
schwerden.  

D.

Mit prozessleitender Verfügung vom 24. Februar 2016 vereinigte der In-
struktionsrichter die Verfahren UV/2015/930 und 945 einerseits sowie 
UV/2016/80 und 88 andererseits. Zudem wurden die KPT sowie die Visana 
zu den vorliegenden Verfahren beigeladen und ihnen Frist zur Einreichung 
ihrer Akten und einer Stellungnahme angesetzt. Gleichzeitig wurde die 
Versicherte aufgefordert, sich zur Versicherung in der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung zu äussern. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 7

Am 11. März 2016 nahm die Visana Stellung und beantragte die Abwei-
sung der Beschwerden gegen die Einspracheentscheide vom 24. Septem-
ber und 24. November 2015. 

Mit Stellungnahme vom 14. März 2016 beantragte die KPT die Aufhebung 
der Einspracheentscheide vom 24. September und 24. November 2015, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Am 15. März 2016 reichte die Versicherte eine Stellungnahme ein. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. März 2016 wurde den Parteien 
Gelegenheit für Schlussbemerkungen gegeben. 

Mit Schreiben vom 31. März 2016 verzichtete die Versicherte auf Schluss-
bemerkungen. Mit Eingaben vom 18. April 2016 reichten die Solida und die 
AXA Schlussbemerkungen ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Versicherte, die Solida wie auch die AXA sind durch die angefochtenen 
Entscheide berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt sind (Art. 59 ATSG). Die örtli-
che Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 8

vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerden einzutreten.

1.2

1.2.1 Anfechtungsobjekte bilden einerseits der Einspracheentscheid der 
Solida vom 24. September 2015 (act. Solida IIA A52) und andererseits der 
Einspracheentscheid der AXA vom 24. November 2015 (act. AXA IA 1). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Versicherten auf Leistungen der 
Unfallversicherung und dabei insbesondere die Unfallkausalität der Knie-
beschwerden links bei verschiedenen Unfällen. 

1.2.2 Im vorliegenden Fall nicht zu prüfen ist die (nicht angefochtene) 
Verfügung der Visana vom 9. Januar 2013 (act. IIIA 18). Diese rechtskräfti-
ge Verfügung bindet die Visana, die Versicherte wie auch das Gericht. Die 
statuierte fehlende Leistungspflicht der Visana hätte deshalb selbst dann 
Gültigkeit, wenn die Sachlage die Visana betreffend hier anders einzu-
schätzen wäre (vgl. E. 3.3.4 hiernach). Ihre Ansprüche gegen die Visana 
hätte die Versicherte auf dem Rechtsweg gegen die erwähnte Verfügung 
verfolgen müssen, bzw. könnten – vorbehältlich der prozessualen Revision 
(vgl. Art. 53 Abs. 1 ATSG) – allein nach Art. 53 Abs. 2 ATSG neu beurteilt 
werden. Letzteres läge jedoch im alleinigen Ermessen der Visana. 

1.2.3 Die Versicherte machte mit einer Schadenmeldung UVG vom 
20. August 2013 bei der Solida (act. Solida IIA A4) bzw. mit Schreiben vom 
4. September 2014 bei der AXA (act. AXA II A11) mit Verweis auf den Un-
fall vom 4. September 2012 einen Rückfall geltend. Bei einem Rückfall 
handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten 
Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu 
(weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt (BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; RKUV 
2003 U 487 S. 341 E. 2). Da nicht ein Rückfall im Sinne des Rechts der 
Unfallversicherung den Unfall vom 4. September 2012 betreffend (vgl. hier-
zu auch nachfolgend E. 3.4) vorliegt, vielmehr ein Rückfall frühere Unfälle 
betreffend geltend gemacht wird, hat die Verfügung der Visana vom 9. Ja-
nuar 2013 (act. IIIA 18) auch von daher Bestand. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 9

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 10

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358). 

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 E. 
3b). 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur-
sächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um 
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders 
als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam-
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 
Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 11

3.

3.1 Unbestritten ist, dass die Versicherte am 14. Mai und 9. Dezember 
2008 sowie am 20. Januar 2010 und 4. September 2012 Unfälle im 
Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 2.1 hiervor) und dabei jeweils das linke 
Knie betroffen war. Umstritten ist hingegen, ob und auf welchen der Unfälle 
die anhaltendenden Kniebeschwerden links zurückzuführen sind (Unfall-
kausalität).   

In den Akten findet sich – wie nachfolgend aufgelistet – eine Vielzahl medi-
zinischer Unterlagen. Nicht alle Berichte finden sich jedoch in den Akten 
jedes Versicherers.  

Datum des 
Dokuments

Wer Was

14.05.2008 Unfall 1 - Kniedistorsion E.________ (KVG)
28.05.2008 Dr. med. F.________, Orthopädie, 

Spital G.________
Sprechstundenbericht

26.06.2008 Dr. med. F.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

03.07.2008 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

28.07.2008 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

OP-Bericht

12.09.2008 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

30.10.2008 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

09.12.2008 Unfall 2 - von Auto angefahren  AXA (UVG)
08.01.2009 Dr. med. H.________, Orthopädie, 

Spital G.________
Auszug aus der Krankenge-
schichte von 08.01.2009 - 
16.04.2009

09.01.2009 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

30.01.2009 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

06.02.2009 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

09.03.2009 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

OP-Bericht

07.04.2009 Dr. med.I.________, Klinik 
J.________

Befundbericht MR Kniegelenk 
links vom 05.02.2009

17.04.2009 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

01.07.2009 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

UVG-Bericht

20.01.2010 Unfall 3 - Unfall beim Schlitteln Solida (UVG)
01.03.2010 Dr. med. K.________, Orthopädie, Sprechstundenbericht

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 12

Spital G.________
12.03.2010 Dr. med. K.________, Orthopädie, 

Spital G.________
Sprechstundenbericht

31.03.2010 Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

OP-Bericht

01.04.2010 Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

01.04.2010 Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Austrittsbericht

11.05.2010 Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

24.06.2010 nicht unterzeichnet - Urheber wohl 
Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

09.07.2010 Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

29.09.2010 nicht unterzeichnet - Urheber wohl 
Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

29.09.2010 unterzeichnete Fassung Dr. med. 
K.________, Orthopädie, Spital 
G.________

Sprechstundenbericht - leicht 
abweichend von der zweiten 
Fassung des gleichen Tages

08.10.2010 Dr. med. L.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht (inkl. 
Beurteilung MRI vom 
05.10.2010

19.10.2010 Dr. med. M.________, Klinik 
J.________

Befundbericht MRI BWS be-
treffend Untersuchung vom 
05.10.2010

16.06.2011 Dr. med. K.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Sprechstundenbericht

27.11.2011 MRI - das Dokument ist nicht 
aktenkundig - vgl. den Verweis 
im Bericht von Dr. med. 
N.________ vom 27.10.2012

04.09.2012 Unfall 4 - Fussball im Schulsport Visana (UVG)
27.10.2012 Dr. med. N.________, Allgemeine 

Medizin
Überweisungsschreiben an 
Prof. Dr. med. Q.________

21.11.2012 Dr. med. O.________, Orthopädie 
Klinik P.________

Sprechstundenbericht

27.11.2012 Prof. Dr. med. Q.________ / Dr. 
med. R.________, Orthopädie 
Klinik P.________

Sprechstundenbericht

18.12.2012 Dr. med. S.________ Beurteilung Vertrauensarzt 
VISANA

28.08.2013 Prof. Dr. med. Q.________, Or-
thopädie Klinik P.________

Sprechstundenbericht

19.09.2013 Dr. med. N.________, Allgemeine 
Medizin

UVG-Bericht

27.09.2013 Dr. med. T.________, praktischer 
Arzt / FA manuelle Medizin / FA 
Vertrauensarzt FMH

Beurteilung zu Handen der 
Solida inkl. Fragenkatalog

06.12.2013 Prof. Dr. med. Q.________, Or- Antwortschreiben auf Fragen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 13

thopädie Klinik P.________ des Rechtsvertreters der Ver-
sicherten

09.01.2014 Dr. med. T.________, praktischer 
Arzt / FA manuelle Medizin / FA 
Vertrauensarzt FMH

Ergänzende Stellungnahme 
unter Berücksichtigung des 
Schreiben des Prof. Dr. med. 
Q.________ vom 06.12.2013 
zu Handen der Solida

09.05.2014 Dr. med. T.________, praktischer 
Arzt / FA manuelle Medizin / FA 
Vertrauensarzt FMH

Antwort auf ergänzende Frage 
der Solida

28.07.2014 Dr. med. U.________, Chirurgie 
FMH

Aktenbeurteilung zu Handen 
der Solida

27.08.2014 Dr. med. H.________, Orthopädie, 
Spital G.________

Stellungnahme zu Handen der 
Solida 

10.10.2014 Dr. med. V.________, Orthopädi-
sche Chirurgie / Traumatologie

Stellungnahme als beratender 
Arzt der AXA 

03.02.2015 Dr. med. W.________, Chirugie Stellungnahme als beratender 
Arzt der AXA 

Hinsichtlich der hier zu beurteilenden Kausalitätsfrage lässt sich aus diesen 
Unterlagen im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.1.1 Prof. Dr. med. Q.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, führte im Bericht vom 
6. Dezember 2013 an den Rechtsvertreter der Versicherten (act. Solida IIB 
M11) aus, es handle sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um Unfall-
folgen. Es müsse erwähnt werden, dass rein von der Morphologie des Me-
niskus lateralseitig eine gewisse Prädisposition zur Rissbildung bestanden 
habe. Der Riss habe sich jedoch in diesem jungen Alter sicherlich durch ein 
Trauma ergeben. Die Versicherte habe sich im Rahmen des Schulsports 
erneut das Kniegelenk verdreht. Seit diesem Zeitpunkt klage sie über eine 
deutliche Zunahme der Beschwerden. Es müsse festgehalten werden, dass 
offenbar zu diesem Zeitpunkt der Aussenmeniskus schon praktisch voll-
kommen durch drei vorbestehende Operationen entfernt gewesen sei. 
Demzufolge sei der Schaden schon früher gesetzt worden, durch das Un-
fallereignis vom 4. September 2012 sei es zu einer Verschlimmerung die-
ser Problematik gekommen. Eine sichere Zuordnung sei zum heutigen 
Zeitpunkt eher nicht mehr möglich.

3.1.2 Dr. med. U.________, Facharzt für Chirurgie FMH, führte in seiner 
im Auftrag der Solida erstellten Aktenbeurteilung vom 28. Juli 2014 (act. 
Solida IIB M16) aus, wie von Prof. Dr. med. Q.________ in seinem Bericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 14

an den Rechtsanwalt festgehalten (vgl. E. 3.1.1 hiervor), handle es sich bei 
den aktuellen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um Un-
fallfolgen. Als Vorzustand bestehe eine Formvariante des lateralen Menis-
kus im Sinne eines Scheibenmeniskus, der zudem in den Arthroskopiebe-
richten als doppelt so gross als normal beschrieben worden sei. Dabei sei 
das Risiko von Rissbildungen gegenüber einem „normalen“ Meniskus er-
höht. Am 4. September 2012 habe sich die Versicherte im Rahmen des 
Schulsports erneut das linke Knie verdreht. Seit damals hätten die Be-
schwerden wieder deutlich zugenommen. Zu diesem Zeitpunkt sei der 
Aussenmeniskus des linken Knies durch drei vorangegangene Operationen 
praktisch vollkommen entfernt gewesen. Dies sei jedoch auch schon nach 
zwei Teilmeniskektomien in den Jahren 2008 und 2009, bei denen es nicht 
gelungen sei, den vorhandenen Hinterhornriss vollständig zu verschliessen, 
der Fall gewesen. Auch beim Ausbleiben der nachfolgenden Knietraumati-
sierungen mit konsekutiven, weiteren arthroskopischen Teilmeniskektomien 
in den Jahren 2010 und 2012, hätte sich mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit infolge des gemäss Operationsbericht von Dr. med. H.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates FMH, vom 9. März 2009 (act. Solida IIB M15), subtotal reduzier-
ten lateralen Meniskus am linken Knie eine lateral betonte Gonarthrose 
eingestellt, deren nachgewiesene Manifestation die aktuell bestehende 
Chondromalazie darstelle. Die weiteren Knietraumatisierungen in den Jah-
ren 2010, 2012 und 2013 hätten wohl zu einer graduellen Verschlimmerung 
der schon 2009 bestehenden Situation geführt. Die richtungsgebenden 
Alterationen im linken Kniegelenk hätten aber bereits nach den zwei ersten 
arthroskopischen Teilmeniskektomien bestanden. 

3.1.3 Dr. med. V.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, führte in seiner im Auftrag 
der AXA erstellten Stellungnahme vom 10. Oktober 2014 (act. AXA IIA M5) 
aus, gestützt auf die vorliegenden Berichte sei eine Veränderung des Ge-
sundheitszustandes feststellbar. Nach der Arthroskopie vom 31. März 2010 
habe sich der Zustand des Gelenkknorpels im Bereich des lateralen Ge-
lenkkompartimentes am linken Knie deutlich verschlechtert. Ein natürlicher 
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 9. Dezember 2008 liege nur 
möglicherweise vor. Anlässlich der Arthroskopie vom 9. März 2009, die im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 15

Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 9. Dezember 2008 durchge-
führt worden sei, seien im lateralen Kompartiment nur leichte Knorpelver-
änderungen im Sinne einer Chondromalazie Grad 1 vorgelegen. Dieser 
Knorpelzustand habe auch bei der am 31. März 2010 durchgeführten Ar-
throskopie des linken Kniegelenkes bestanden. Der Operateur beschreibe 
lateral weitgehend unauffällige Knorpelverhältnisse. In der MRI-
Untersuchung vom 27. Oktober 2011 habe man dann aber schwere Knor-
pelveränderungen im Bereich des lateralen Gelenkkompartimentes des 
linken Knies festgestellt. Am Tibiaplateau ventral hätten eine Chondroma-
lazie Grad 4, am lateralen Femurkondylus grossflächig Chondromalazien 
Grad 2-3 bestanden. Diese Knorpelschädigungen seien mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf das Knietrauma vom 20. Januar 2010 beziehungs-
weise die in der Folge durchgeführte arthroskopische Behandlung zurück-
zuführen. Zwar habe zum Zeitpunkt dieser Kniedistorsion links ein Vorzu-
stand am linken Knie bestanden. Die erneute Traumatisierung habe aber 
zu einer Verschlimmerung dieses Vorzustandes geführt, der vom Verlauf 
her und den in der Folge festgestellten Veränderungen als richtunggebend 
zu beurteilen sei.

3.1.4 Dr. med. W.________, Facharzt für Chirurgie FMH, führte in seiner 
im Auftrag der AXA erstellten Stellungnahme vom 3. Februar 2015 (act. 
Solida IIB M18) aus, zusammengefasst stünden die dokumentierten Knie-
befunde links nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in 
natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 9. Dezember 2008. Es 
lägen Spätfolgen des Unfalles vom 14. Mai 2008 vor (Chondromalazien 
Grad 2-4), deren Entwicklung durch den Unfall vom 20. Januar 2010 im 
zeitlichen Ablauf beschleunigt worden seien, im Sinne einer richtungge-
benden Verschlimmerung. Das Ereignis vom 9. Dezember 2008 habe mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich zu einer vorübergehenden Ver-
schlimmerung geführt. Die Behandlung sei gemäss den medizinischen Ak-
ten bei problemlosem postoperativem Verlauf am 16. April 2009 abge-
schlossen worden. Dies entspreche der medizinischen Erfahrung, dass 
nach einer arthroskopischen Teilmeniskektomie – ohne Vorliegen einer 
richtunggebenden Verschlimmerung und ohne Komplikationen im Hei-
lungsverlauf – der Status quo sine rund zwei bis drei Monate postoperativ 
erreicht werde. Der Hauptschaden am linken Knie sei durch den Unfall vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 16

14. Mai 2008 und der darauf folgenden notwendigen subtotalen lateralen 
Meniskektomie bei Scheibenmeniskus gesetzt worden. Das Ereignis vom 
20. Januar 2010 habe dann zu einer (gemäss versicherungsmedizinischer 
Definition) richtunggebenden Verschlimmerung geführt. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

3.4 Die Ärzte sind sich einig, dass der Knieschaden links grundsätzlich 
durch einen Unfall verursacht wurde. Zudem sind sich alle beurteilenden 
Ärzte, insbesondere auch der letztbehandelnde Prof. Dr. med. Q.________ 
(act. Solida IIB M11), einig, dass zumindest das letzte Ereignis vom 4. Sep-
tember 2012 keine kausale Verschlimmerung mehr gebracht hat bzw. der 
Knieschaden links bereits früher definitiv gesetzt war. 

Schon der erste Unfall vom 14. Mai 2008 hatte massgebliche Auswirkun-
gen, machte er doch eine Operation, bei der eine Teilmeniskektomie sowie 
eine Meniskusnaht dorso-lateral links vorgenommen wurde, notwendig (act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 17

Solida IIB M14). Nach dem zweiten Unfall vom 9. Dezember 2008 wurde 
am 9. März 2009 eine zweite Teilmeniskektomie lateral links mit Ganglion-
abtragung durchgeführt (act. Solida IIB M15). Nach dem dritten Unfall vom 
20. Januar 2010 fand am 31. März 2010 eine dritte Teilmeniskektomie me-
dial und lateral links statt (act. Solida IIB M4.1 f.). Welche Bedeutung die 
verschiedenen Unfälle für die Entstehung und Entwicklung des Gesund-
heitsschadens hatten, wurde jedoch nicht abschliessend geklärt. Vielmehr 
haben die beratenden Ärzte der Versicherungen hierzu je kontrovers Stel-
lung genommen.  

In den auf der Basis der Arztberichte erstellten Beurteilungen der Vertrau-
ensärzte wurde die Kausalitätsfrage jeweils weitgehend punktuell mit Blick 
auf ein einziges Unfallereignis beurteilt. Eine klare und eindeutige Aussage, 
auf welchen Unfall alle Schäden allein oder auf welche Unfälle je einzelne 
Teilschäden zu beziehen wären, fehlt. Gemäss den eingereichten Akten 
hat jede Versicherung zudem jeweils nur bruchstückhaft über die erwähn-
ten medizinischen Akten verfügt und die bildgebenden Untersuchungen 
sind offenbar höchstens teilweise aktenkundig (vgl. z.B. MRI vom 27. No-
vember 2011 gemäss Belegliste E. 3.1 hiervor). Die beurteilenden Ärzte 
der Versicherer konnten ihre Einschätzung damit nicht in Kenntnis aller 
Unterlagen abgeben. Die Beurteilung von Dr. med. U.________ vom 
28. Juli 2014 (act. Solida IIB M16) erscheint derzeit als die umfassendste. 
Auch dieser Arzt hat jedoch keine abschliessende Beurteilung vorgenom-
men. Bezüglich der Verursachung des Knieschadens links verweist er auf 
die Zeit vor der Versicherungsdeckung durch die Solida, wobei die rich-
tunggebenden Alterationen im linken Kniegelenk seiner Ansicht nach be-
reits nach den zwei ersten arthroskopischen Teilmeniskektomien von 2008 
und 2009 bestanden haben. Infolgedessen geht er davon aus, dass die 
Knietraumatisierungen 2010 und 2012 dann zu einer bloss graduellen Ver-
schlimmerung der schon 2009 bestehenden Situation führten (act. Solida 
IIB S. M.16.9 f.). Dies steht jedoch wiederum in erheblichem Widerspruch 
zu den beratenden Ärzten der AXA, Dres. V.________ und W.________, 
die im späteren Unfall vom 20. Januar 2010 und der in der Folge durchge-
führten arthroskopischen Behandlung eine richtunggebende Veränderung 
erblicken (act. AXA IIA M5 und Solida IIB M18).  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 18

Damit ist gestützt auf die derzeit vorhandenen medizinischen Unterlagen 
eine abschliessende Beurteilung nicht möglich. Weder könnte eine der bei-
den verfügenden Versicherungen vollständig ausgeschlossen werden, 
noch eine der beiden Versicherungen für definitiv verantwortlich für die an-
haltenden Kniebeschwerden links bezeichnet werden. Unter diesen Um-
ständen sind die Beschwerden gutzuheissen und die beiden Einspra-
cheentscheide (act. IIA A52 und IA 1) aufzuheben. Die Sache ist an die 
Solida sowie die AXA zurückzuweisen, damit diese bei einem anhin mit der 
Sache nicht befassten, versicherungsexternen, für die vorliegende Proble-
matik besonders befähigten Experten und unter Berücksichtigung der Mit-
wirkungsrechte der Versicherten gemäss BGE 137 V 210 gemeinsam ein 
Gutachten einholen. Vorgängig werden sie bei den bisher behandelnden 
Ärzten sämtliche (bis anhin nicht aktenkundigen) Unterlagen (Krankenge-
schichte, allfällige bildgebende Unterlagen, allenfalls während den Operati-
onen angefertigte Bilder oder Aufnahmen) wie auch die Unterlagen das 
rechte Knie betreffend einzuholen haben. 

 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben. 

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Die Bemessung der Parteientschädigung beurteilt sich nach kantonalem 
Recht (BGE 125 V 408 E. 3a S. 409). Dieses hat den bundesrechtlichen 
Anforderungen gemäss Art. 61 lit. g ATSG zu genügen. Nach Art. 13 der 
kantonalen Parteikostenverordnung vom 17. Mai 2006 (PKV; BSG 
168.811) beträgt das Honorar in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und 
Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- pro Instanz. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 19

Praxisgemäss ist dem Gericht bei der Festsetzung der Parteientschädigung 
ein weiter Ermessensspielraum einzuräumen. Im Rahmen seines Ermes-
sens hat das Gericht für die Bestimmung der Höhe des Anwaltshonorars 
die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streitsache, den Umfang der Arbeits-
leistung und den Zeitaufwand des Anwalts zu berücksichtigen (BGE 114 V 
83 E. 4b S. 87). 

Als Grundsatz gilt, dass die Parteientschädigung nur den objektiv erforder-
lichen Vertretungsaufwand umfassen soll (SVR 2006 BVG Nr. 26 S. 105 E. 
11.3.1). Bei der Beurteilung des Arbeits- und Zeitaufwandes darf das Sozi-
alversicherungsgericht auch beachten, dass der Sozialversicherungspro-
zess im Unterschied zum Zivilprozess von der Untersuchungsmaxime be-
herrscht wird, wodurch in vielen Fällen die Arbeit des Anwalts erleichtert 
wird. Dessen Tätigkeit kann nur in dem Umfang berücksichtigt werden, als 
sich der Anwalt bei der Erfüllung seiner Aufgabe in einem vernünftigen 
Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser oder sonstwie überflüssiger 
Schritte. Im Weiteren fallen Bemühungen, welche der Anwalt vor der Einlei-
tung des Prozesses unternommen hat, bei der gerichtlichen Festsetzung 
der Höhe seines Honorars ausser Betracht (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87; 
ZAK 1989 S. 254 E. 4b - d).

Die Kostennote von Rechtsanwalt C.________ vom 28. April 2016, in wel-
cher er einen Aufwand von 29.5 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 9‘137.35 
geltend macht, erscheint – insbesondere angesichts des Umstandes, dass 
er die Versicherte bereits in den Verfahren vor den Sozialversicherungsträ-
gern vertreten hat und damit Vorkenntnisse und Aktenbesitz hatte – zu 
hoch. Zu beachten ist hingegen, dass der Rechtsanwalt die Versicherte 
gleichzeitig zwei Sozialversicherungsträgern gegenüber zu vertreten hatte. 
Angemessen ist eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 6‘000.— (inkl. 
Auslagen und MWSt.). Diesen Betrag haben die Solida und die AXA der 
Versicherten je zur Hälfte (d.h. je zu Fr. 3‘000.--) zu ersetzen. 

4.2.2 Art. 61 lit. g ATSG schliesst die Zusprechung einer Prozessent-
schädigung an den Sozialversicherungsträger im kantonalen Verfahren 
grundsätzlich aus. Der Wendung "obsiegende Beschwerde führende Per-
son" liegt die gesetzgeberische Absicht zu Grunde, den Sozialversicherern 
keinen Anspruch auf Parteientschädigung einzuräumen. Eine Ausnahme 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 20

von diesem allgemeinen Prozessgrundsatz für sämtliche Sozialversiche-
rungszweige ist für Fälle vorzusehen, in denen Versicherten mutwillige oder 
leichtsinnige Prozessführung vorzuwerfen ist (BGE 128 V 124 E. 5b S. 
133). Dies ist hier nicht der Fall. Der Solida und der AXA kommt somit kein 
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu.  

Die beigeladenen KPT und Visana wurden in ihrer Funktion als Sozialversi-
cherungsträger ins Verfahren gezogen, weshalb auch ihnen kein Anspruch 
auf Ersatz von Parteikosten zusteht.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerden werden der Einspracheentscheid der 
Solida Versicherungen AG vom 24. September 2015 und der Einspra-
cheentscheid der AXA Versicherungen AG vom 24. November 2015 
aufgehoben und die Sache an die Solida Versicherungen AG sowie die 
AXA Versicherungen AG zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfügen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. Die Solida Versicherungen AG und die AXA Versicherungen AG haben 
der Versicherten die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf pauschal 
Fr. 6‘000.— (inkl. Auslagen und MWSt.), je zur Hälfte (d.h. je zu 
Fr. 3‘000.--) zu ersetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2016, UV/15/930, Seite 21

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt A.________ z.H. der AXA Versicherungen AG
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Solida Versicherungen AG
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Versicherten
- KPT Krankenkasse AG
- Visana Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.