# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18604a95-f99a-5385-94ec-abc3016142b8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.09.2025 SR2 2025 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR2-2025-25_2025-09-08.pdf

## Full Text

«I_NAM»
«I_ALI»
«I_BEM»

Beschluss vom 8. September 2025
mitgeteilt am 8. September 2025

Referenz SR2 25 25

Instanz Zweite strafrechtliche Kammer

Besetzung Bergamin, Vorsitz
Audétat und Righetti
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Theodor Georg Seitz

Gegenstand Amtliche Verteidigung

Anfechtungsobj. Verfügung Staatsanwaltschaft Graubünden vom 25. April 2025, 
mitgeteilt am 25. April 2025 (Proz. Nr. VV.2024.3376)

2 / 10

Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg eröffnete am 26. April 2024 
ein Strafverfahren gegen A._____ wegen Verdachts auf Betrug gemäss Art. 146 
StGB, welches gleichentags bzw. am 28. Juni 2024 sistiert wurde, um die 
Erledigung eines internationalen Rechtshilfegesuchs zur Edition von 
Kontounterlagen aus B._____ abzuwarten. Am 5. November 2024 übernahm die 
Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden das Verfahren. Mit Verfügung vom 
11. März 2025 eröffnete die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden eine 
weitere Strafuntersuchung gegen A._____ wegen Verdachts auf Gehilfenschaft zur 
Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB.

B. Mit Schreiben vom 1. April 2025 wies sich Rechtsanwalt Theodor Seitz als 
Wahlverteidiger von A._____ aus und beantragte die Gewährung der 
unentgeltlichen Prozessführung sowie die amtliche Verteidigung nach Art. 132 
Abs. 1 lit. b StPO. Nachdem Rechtsanwalt Theodor Seitz aufgefordert wurde, den 
Antrag näher zu begründen, reichte dieser mit Schreiben vom 23. April 2025 das 
ausgefüllte Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" sowie das 
Klientenbudget der Berufsbeistandschaft C._____ ein. Mit Verfügung vom 25. April 
2025 wies die Staatsanwaltschaft das Gesuch um Einsetzung von Rechtsanwalt 
Theodor Seitz als amtlichen Verteidiger ab.

C. Dagegen erhob A._____ (fortan Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 12. Mai 
2025 Beschwerde an das Obergericht des Kantons Graubünden und beantragte, 
was folgt:

1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden Abteilung III vom 
25. April 2025 sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Rechtsanwalt Theodor Seitz sei als amtlicher Verteidiger einzusetzen.

3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung und die 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der 
Staatskasse.

D. Mit Stellungnahme vom 23. Mai 2025 verwies die Staatsanwaltschaft 
grundsätzlich auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung vom 25. April 
2025 und ergänzte ihren Standpunkt.

E. Die Akten der Staatsanwaltschaft wurden beigezogen. Das Verfahren erweist 
sich als spruchreif.

3 / 10

Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
25. April 2025, mit welcher das Gesuch des Beschwerdeführers um Einsetzung von 
Rechtsanwalt Theodor Seitz als amtlichen Verteidiger abgewiesen wurde. Dagegen 
ist die Beschwerde an das Obergericht von Graubünden zulässig (Art. 393 Abs. 1 
lit. a StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Die Beurteilung der Beschwerde 
fällt in die Zuständigkeit der Zweiten strafrechtlichen Kammer des Obergerichts 
(Art. 22 EGzStPO; Art. 13 Abs. 1 der Verordnung über die Organisation und 
Geschäftsführung des Obergerichts [OGV; BR 173.010]). Die Beschwerde ist innert 
zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit 
schriftlicher Eingabe vom 12. Mai 2025 erhob der Beschwerdeführer – unter 
Berücksichtigung, dass er die Verfügung am 30. April 2025 in Empfang nahm, der 
letzte Tag der Frist auf Samstag, den 10. Mai 2025, fiel und daher am nächsten 
Werktag, am Montag, dem 12. Mai 2025, endete (Art. 90 f. StPO) – frist- und 
formgerecht. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen 
Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Gesuch um Einsetzung einer amtlichen Verteidigung

2.1. Die Staatsanwaltschaft begründet die Abweisung des Gesuchs um 
Einsetzung von Rechtsanwalt Theodor Seitz als amtlichen Verteidiger des 
Beschwerdeführers damit, dass kein Fall notwendiger Verteidigung gemäss 
Art. 130 StPO vorliege. Zudem fehle es an Schwierigkeiten in tatsächlicher oder 
rechtlicher Hinsicht, denen der Beschwerdeführer allein nicht gewachsen wäre. Der 
Beschwerdeführer stünde im Verdacht betrügerisch erlangte Gelder nach der 
Barabhebung durch D._____ entgegengenommen zu haben sowie E._____ mit 
dem Versprechen, verlorenes Geld aus Betrug zurückzuholen, dazu gebracht zu 
haben, Gelder in der Höhe von EUR 13'000.00 an ihn überwiesen zu haben. Die 
Sache liege unter bzw. höchstens knapp über der Bagatellfallgrenze. Jedenfalls 
seien beide Lebenssachverhalte überschaubar. Die Ermittlungsakten bestünden 
aus gängigen und allgemein verständlichen Sach- und Personalbeweisen. Die sich 
stellenden Rechtsfragen seien nicht aussergewöhnlich, namentlich stellten sich 
keine komplexen Subsumtionsfragen, und es seien keine Rechtfertigungs- und 
Schuldausschlussgründe zu prüfen (act. B.0).

2.2. Der Beschwerdeführer kritisiert die Begründung der Staatsanwaltschaft, der 
Fall liege "unter bzw. höchstens knapp über der Bagatellfallgrenze", als 

4 / 10

widersprüchlich. Liege der Fall über der Bagatellgrenze, habe der 
Beschwerdeführer das Recht auf einen amtlichen Beistand. Könne sich die 
Staatsanwaltschaft nicht entscheiden, ob der Fall über der Bagatellgrenze liege, 
handle es sich nicht eindeutig um einen offensichtlichen Bagatellfall. Weiter moniert 
der Beschwerdeführer, die Staatsanwaltschaft gehe in keinerlei Hinsicht auf seinen 
persönlichen Zustand ein. Er sei aufgrund mehrerer, seit Jahren anhaltender 
Atembeschwerden physisch beeinträchtigt und beziehe eine IV-Rente. Darüber 
hinaus leide er wiederholt an Panikattacken. Den der Staatsanwaltschaft 
zugesandten Akten sei klar zu entnehmen, dass er unter Beistandschaft der 
Berufsbeistandschaft C._____ stehe. Es sei nicht ersichtlich, wie eine Person, die 
für alltägliche Angelegenheiten einen Beistand brauche, sich in einem 
Strafverfahren zurechtfinden und verteidigen solle. Diese Tatsachen stellten 
durchaus Schwierigkeiten dar, denen er allein nicht gewachsen sei und das 
Einsetzen eines amtlichen Rechtsbeistands gebiete (act. A.1 Rz. 2).

3. Voraussetzungen der amtlichen Verteidigung

3.1. Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen amtlichen 
Verteidigung richten sich nach Art. 132 StPO. Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO sieht die 
Anordnung einer amtlichen Verteidigung vor, wenn bei notwendiger Verteidigung 
keine Wahlverteidigung besteht, und lit. b, wenn die beschuldigte Person nicht über 
die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen 
geboten ist. Zur Wahrung der Interessen der beschuldigten Person ist die 
Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht um einen Bagatellfall handelt 
und (kumulativ) der Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht 
Schwierigkeiten bietet, denen die beschuldigte Person alleine nicht gewachsen 
wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO; vgl. BGE 143 I 164 E. 3.4 f.). Ein Bagatellfall liegt 
jedenfalls dann nicht mehr vor, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als vier Monaten 
oder eine Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen zu erwarten ist (Art. 132 Abs. 3 
StPO).

3.2. Mit Art. 132 StPO wird die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung zu 
Art. 29 Abs. 3 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK für den Bereich des 
Strafprozessrechts umgesetzt. Daraus, aber auch aus dem Wortlaut von Art. 132 
Abs. 3 StPO ("jedenfalls dann nicht"), folgt, dass nicht automatisch von einem 
Bagatellfall auszugehen ist, wenn die im Gesetz genannten Schwellenwerte nicht 
erreicht sind. Die Formulierung von Art. 132 Abs. 2 StPO bringt durch die 
Verwendung des Worts "namentlich" ausserdem zum Ausdruck, dass nicht 
ausgeschlossen ist, neben den genannten Kriterien (kein Bagatellfall; tatsächliche 
und rechtliche Schwierigkeiten, denen die beschuldigte Person allein nicht 

5 / 10

gewachsen wäre) weitere Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Mithin ist eine 
Beurteilung der konkreten Umstände des Einzelfalls notwendig, die sich einer 
strengen Schematisierung entzieht. Immerhin kann festgehalten werden, dass die 
Anforderungen an die erwähnten tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten 
umso geringer sind, je schwerwiegender der Eingriff in die Interessen der 
betroffenen Person ist, und umgekehrt (zum Ganzen: BGE 143 I 164 E. 3.5 f. 
m. w. H.; zuletzt Urteil des Bundesgerichts 7B_339/2025 vom 14. Juli 2025 E. 3.2).

3.3. Droht zwar ein erheblicher, nicht aber ein besonders schwerer Eingriff, 
müssen zur relativen Schwere des Eingriffs besondere tatsächliche oder rechtliche 
Schwierigkeiten hinzukommen, denen die betroffene Person auf sich allein gestellt 
nicht gewachsen wäre. Als besondere Schwierigkeiten, die eine amtliche Vertretung 
rechtfertigen können, fallen auch in der betroffenen Person liegende Gründe in 
Betracht, insbesondere deren Unfähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (BGE 
128 I 225 E. 2.5.2 m. w. H.). Auch familiäre Interessenkonflikte, 
Sprachschwierigkeiten, mangelnde Schulbildung oder die Konfrontation mit 
anwaltlich vertretenen Gegenparteien bzw. Mitbeschuldigten können tatsächliche 
oder rechtliche Schwierigkeiten begründen, welche, insgesamt betrachtet, für die 
sachliche Notwendigkeit einer amtlichen Verteidigung sprechen (BGE 138 IV 35 
E. 6.3 f. m. w. H.; Urteil des Bundesgerichts 7B_68/2024 vom 27. Januar 2025 
E. 3.2).

4. Verteidigung zur Wahrung der Interessen geboten

4.1. Es besteht der Verdacht, dass der Beschwerdeführer, nachdem sich ein 
mutmasslicher Komplize am Telefon als Mitarbeiter der F._____ ausgegeben und 
so G._____ zu einer Überweisung von CHF 14'800.00 auf ein Konto überredet und 
ein zweiter Komplize diese Summe in Bargeld abgehoben habe, dieses Geld 
entgegengenommen zu haben (Vorwurf der Geldwäscherei, StA-act. 5.11 Fragen 4 
u. 8). Zudem wird der Beschwerdeführer verdächtigt, E._____ kontaktiert und unter 
dem Vorwand, diesem zu helfen, das in einem früheren Betrugsfall verlorene Geld 
zurückzuerlangen, dazu gebracht zu haben, insgesamt rund CHF 13'000.00 auf ein 
von ihm eröffnetes Konto in B._____ für die angeblich zur Wiedererlangung des 
Geldes benötigte Gründung einer AG zu überweisen (Vorwurf des Betrugs). Betrug 
gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB (Gewerbsmässigkeit steht nicht im Raum) ist mit 
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, Geldwäscherei gemäss 
Art. 305bis Ziff. 1 StGB (es ergeben sich keine Anhaltspunkte für einen schweren 
Fall gemäss Ziff. 2) mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 
strafbewehrt. Angesichts der skizzierten Vorgehensweise und der mutmasslichen 
Deliktssumme ist für den Vorwurf des Betrugs und der Geldwäscherei von einer 

6 / 10

Strafe im Grenzbereich von Art. 132 Abs. 3 StPO und demnach nicht klarerweise 
von einem Bagatellfall auszugehen. Weitere Eingriffe in die Interessen des 
Beschwerdeführers, insbesondere eine Landesverweisung oder Tätigkeitsverbote, 
stehen nicht im Raum. Entsprechend sind für die Annahme von tatsächlichen und/-
oder rechtlichen Schwierigkeiten, denen der Beschwerdeführer allein nicht 
gewachsen wäre, erhöhte Anforderungen zu stellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_228/2021 vom 16. Juli 2021 E. 3.2).

4.2. Dass es sich beim Vorwurf des Betrugs generell um einen komplexen Fall 
handelt, der eine amtliche Verteidigung erforderlich macht, trifft nicht zu. Dies ist 
vielmehr abhängig vom zugrundeliegenden Sachverhalt (Urteil des Bundesgerichts 
1B_195/2012 vom 7. Mai 2012 E. 2.4). Wie erwähnt, wird dem Beschwerdeführer 
vorgeworfen, E._____ zu Überweisungen gebracht zu haben, unter dem Vorwand, 
für diesen aus einem Betrug verlorenes Geld zurückzuholen. Auch wenn nicht von 
einem völlig simplen Sachverhalt ausgegangen werden kann, ist dennoch ein 
komplexer Fall zu verneinen. In Bezug auf den Vorwurf des Betrugs fand noch keine 
Einvernahme statt und ist daher unklar, ob und inwieweit der Beschwerdeführer den 
Vorwurf bestreitet. Hinsichtlich des Vorwurfs der Geldwäscherei geht es um die 
Entgegennahme von Bargeld – mithin eine an sich einfache Konstellation. Gewisse 
Schwierigkeiten sind vorliegend nur insofern auszumachen, als hinsichtlich des 
Vorwurfs der Geldwäscherei der mutmassliche Komplize D._____ aussagte, dem 
Beschwerdeführer das Geld übergeben zu haben (StA-act. 5.11 Frage 4, StA-
act. 5.13 Fragen 3 u. 21), während der Beschwerdeführer den Vorwurf vehement 
bestreitet (StA-act. 5.12 insb. Fragen 5 f.), und D._____ darauf angesprochen 
ausführte, der Beschwerdeführer wolle ihm alles in die Schuhe schieben (StA-
act. 5.13 Frage 4). Damit stehen nicht nur Fragen der Teilnahme im Raum, sondern 
ist auch der Tatbestand umstritten.

4.3. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen 61-jährigen Schweizer. 
Soweit er vorbringt, er sei aufgrund mehrerer, seit Jahren anhaltender 
Atembeschwerden physisch beeinträchtigt, leide wiederholt an Panikattacken und 
beziehe IV (act. A.1 Rz. 2), vermag er damit noch keine Unfähigkeit, sich im 
Verfahren zurecht zu finden, darzutun. Gleiches gilt für die Verbeiständung. Aus der 
vom Beschwerdeführer eingereichten Abrechnung der Berufsbeistandschaft 
C._____ zu Ausgaben und Einnahmen (act. B.1) ergibt sich einzig, dass er nicht frei 
über seine Finanzen verfügen kann. Mit welchen Kompetenzen die 
Beistandsperson betraut wurde bzw. was für eine Beistandschaft besteht, ist – 
worauf die Staatsanwaltschaft zu Recht hinweist (act. A.2) – weder dargelegt noch 
ersichtlich. Die Staatsanwaltschaft weist weiter zutreffend darauf hin, dass es dem 

7 / 10

Beschwerdeführer offensichtlich möglich war, ein Bankkonto bei einer deutschen 
Online-Bank zu eröffnen (StA-act. 6.14). Zudem scheint es ihm auch möglich 
gewesen zu sein, E._____ im Rahmen von zwei persönlichen Gesprächen, zu 
welchen er mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach H._____ anreiste (StA-act. 6.18 
Frage 19), zu überzeugen, dass er als ehemaliger Bank- und 
Versicherungsangestellter E._____ helfen könne, das Geld, um welches dieser 
betrogen worden und nun angeblich in I._____ auf einem Konto sanktioniert sei, 
über eine in B._____ zu gründende AG zurückzuerhalten (vgl. StA-act. 6.18 
Fragen 13 u. 15), und E._____ daher zu insgesamt fünf Zahlungen veranlasste 
(StA-act. 6.18 Frage 29). In diesem Zusammenhang vermochte der 
Beschwerdeführer schriftlich in korrektem Hochdeutsch zu kommunizieren, wie den 
Akten zu entnehmen ist (StA-act. 6.18.1). Der polizeilichen Befragung vom 15. Juli 
2024 (StA-act. 5.12) konnte der Beschwerdeführer ebenfalls problemlos folgen und 
seinen Standpunkt klar darlegen. Insgesamt erscheint der Beschwerdeführer nicht 
hilflos und ergeben sich – entgegen seinen Behauptungen – keine Anzeichen, dass 
er sich im Strafverfahren allein nicht zurechtfinden könnte.

4.4. Vorliegend sind auch keine anderen Schwierigkeiten ersichtlich, welche für 
eine amtliche Verteidigung sprechen. So kann nicht von einem umfangreichen 
Dossier gesprochen werden. Die Akten sind vielmehr überschaubar. Zudem ist 
weder E._____ noch D._____ anwaltlich vertreten (act. A.2; StA-act. 5.13).

4.5. In der Gesamtschau ist angesichts des aktuellen Stands des 
Untersuchungsverfahrens die Gewährung der amtlichen Verteidigung als knapp 
noch nicht geboten zu erachten. Je nach Entwicklung – insbesondere, wenn sich 
Anhaltspunkte für eine Gewerbs- oder Bandenmässigkeit ergeben – drängt sich 
unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Schlussfolgerung auf.

5. Mittellosigkeit

5.1. Dazu kommt, dass die Mittellosigkeit als weitere Voraussetzung vorliegen 
müsste. Nach der Rechtsprechung obliegt es der die amtliche Verteidigung 
beantragenden beschuldigten Person, ihre Einkommens- und 
Vermögensverhältnisse umfassend aufzuzeigen und ihre finanziellen 
Verpflichtungen zu belegen. Kommt sie dieser Obliegenheit nicht nach, ist der 
Antrag abzuweisen. An die klare und gründliche Darstellung der finanziellen 
Verhältnisse dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer 
diese sind (BGE 125 IV 161 E. 4a; 120 Ia 179 E. 3a; Urteile des Bundesgerichts 
1B_379/2021 vom 6. April 2022 E. 2.2, 6B_499/2015 vom 10. Juli 2015 E. 2.4, 
6B_508/2014 vom 25. Februar 2015 E. 6.2).

8 / 10

5.2. Zur Darlegung der finanziellen Situation führte sein privater Verteidiger bei 
der Staatsanwaltschaft aus, der Beschwerdeführer habe kein Vermögen, sei 
arbeitslos und beziehe die IV-Rente (StA-act. 1.24) und reichte – nachdem er von 
der Staatsanwaltschaft zur Begründung der Voraussetzungen aufgefordert wurde 
(vgl. StA-act. 1.27) – einzig das Klientenbudget vom 14. April 2025 der 
Berufsbeistandschaft C._____ sowie das Formular um unentgeltliche Rechtspflege 
ein (StA-act. 1.33). Substantiierte Ausführungen fehlen damit. Aus dem 
Klientenbudget ist immerhin ersichtlich, dass die Ausgaben die Einnahmen um rund 
CHF 10'000.00 pro Jahr übersteigen. Was das Vermögen betrifft, erweisen sich die 
Angaben als widersprüchlich. Während der private Verteidiger – wie erwähnt – 
geltend machte, der Beschwerdeführer verfüge über kein Vermögen (StA-act. 1.24), 
wurde im der Staatsanwaltschaft eingereichten Formular "Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege" vom 16. April 2025, welches der Beschwerdeführer 
unterzeichnete, bei Vermögen "10'180.91" angegeben (StA-act. 1.34). Den sich in 
den Akten befindlichen Steuerfaktoren ist zu entnehmen, dass im Jahr 2023 ein 
steuerbares Vermögen von CHF 21'699.00 veranlagt wurde (StA-act. 3.2). Belege 
zu den aktuellen Vermögensverhältnissen fehlen aber gänzlich. Zudem ergab sich 
aufgrund der Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Betrugsvorwurf, dass der 
Beschwerdeführer zumindest bis zur Saldierung am 21. Mai 2024 auch über ein 
Euro-Konto bei einer deutschen Onlinebank verfügte (StA-act. 6.14), was Fragen in 
Bezug auf seine tatsächlichen Vermögensverhältnisse aufwirft. Es wäre dem 
Beschwerdeführer oblegen, seine Vermögensverhältnisse umfassend darzulegen 
und zu belegen, was er weder bei der Staatsanwaltschaft noch in der Beschwerde 
getan hat. Entsprechend müsste auch die Mittellosigkeit verneint werden.

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen

6.1. Der Beschwerdeführer beantragt ohne weitere Begründung, es sei ihm die 
unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu 
gewähren (act. A.1 S. 2 Ziff. 3). Soweit er damit um Bestellung einer amtlichen 
Verteidigung für das Beschwerdeverfahren ersucht, ist dieser Antrag mit Hinweis 
auf die Erwägungen zu seiner Mittellosigkeit abzuweisen. Im Übrigen sieht die StPO 
keinen Anspruch der beschuldigten Person auf unentgeltliche Prozessführung vor, 
soweit sie sich auf die (vorläufige) Befreiung von Gerichtskosten bezieht.

6.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 428 Abs. 1 StPO). 
Gemäss Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren 
(VGS; BR 350.210) beträgt der Gebührenrahmen in Beschwerdeverfahren 
CHF 1'000.00 bis CHF 5'000.00. Für das vorliegende Verfahren erscheint aufgrund 

9 / 10

der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen eine Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 
als angemessen.

10 / 10

Es wird beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch von A._____ um unentgeltliche Prozessführung und 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
von A._____.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]