# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2e6858a-ef29-5995-90cb-d2a9c57536cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.10.2008 D-6413/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6413-2008_2008-10-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6413/2008
sch/bah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______, angeblich geboren _______,
angeblich Tansania,
zurzeit im Transitbereich des Flughafens Zürich-Kloten, 
8058 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung 
des BFM vom 3. Oktober 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer am 19. September 2008 am Flughafen Zü-
rich-Kloten um Asyl nachsuchte,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom 
19. September 2008 die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigerte 
und ihm für  die Dauer des Asylverfahrens bis maximal  60 Tage den 
Transitbereich des Flughafens Zürich-Kloten als Aufenthaltsort zuwies,

dass der Beschwerdeführer, der geltend machte, minderjährig zu sein, 
vom Dienst  Flughafenverfahren des BFM am 21. und 26. September 
2008 in Anwesenheit einer Vertrauensperson der Zentralstelle MNA zu 
seinem Reiseweg und seinen Asylgründen angehört wurde,

dass er anlässlich der Anhörungen im Wesentlichen geltend machte, 
er  sei  somalischer Staatsangehöriger und sei  in Burushi  aufgewach-
sen, wo er nach dem Tod seiner Eltern auf der Strasse gelebt habe,

dass er die Schule nicht regelmässig habe besuchen können und vom 
Betteln gelebt habe,

dass er und weitere Kollegen, die ebenfalls auf der Strasse gelebt hät-
ten,  eines  Tages von einem Mann angesprochen  worden seien,  der 
versichert habe, er werde ihnen helfen,

dass dieser Mann wiedergekommen sei  und ihn und seine Kollegen 
auf  einen Flughafen gebracht  habe,  von wo aus er  und zwei  seiner 
Kollegen den Flug nach Europa angetreten hätten,

dass der Begleiter und seine beiden Kollegen sich im Flughafen von 
Zürich-Kloten von ihm abgesetzt hätten,

dass für den weiteren Inhalt seiner Aussagen auf die Akten zu verwei-
sen ist,

dass der Beschwerdeführer keine Reise- oder Identitätspapiere zu den 
Akten reichte,

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Oktober 2008 – eröffnet am fol-
genden Tag – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-
eigenschaft  nicht,  sein Asylgesuch ablehnte,  ihn aus dem Transitbe-

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reich des  Flughafens Zürich-Kloten wegwies und ihn  – unter  Andro-
hung von Zwangsmassnahmen im Unterlassungsfall – aufforderte, die 
Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlas-
sen,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Anga-
ben des Beschwerdeführers zu seiner persönlichen Situation seien äu-
sserst unsubstanziiert,

dass es ihm auch auf mehrmaliges Nachfragen hin nicht gelungen sei, 
irgendwelche Informationen über seinen Vater und seine Mutter zu ge-
ben,  und er  lediglich  erklärt  habe,  er  könne sich  nicht  erinnern  und 
wisse nichts,

dass er  keine überzeugenden Angaben zu seinem angeblichen Her-
kunftsland habe machen können,

dass die wenigen geographischen und ethnischen Informationen, die 
er gegeben habe, unzutreffend seien,

dass das Dorf Burushi in keinem Verzeichnis auffindbar sei  und sich 
die  Bezeichnungen  A._______  und  B._______  sowohl  im 
tansanischen,  als  auch  im  kenianischen,  nicht  aber  im  somalischen 
Kontext fänden,

dass  er  weder  Einzelheiten  über  seinen  eigenen  noch  über  andere 
Clans bezeichnen könne,

dass  er  kein  Somali  spreche  und  die  offiziellen  Sprachen  Somalias 
nicht korrekt benennen könne,

dass ihm grundlegende Kenntnisse über sein angebliches Heimatland 
fehlten, was darauf hindeute, dass er nicht aus Somalia stamme,

dass weder die Identität noch das Alter noch die Staatsangehörigkeit 
des Beschwerdeführers feststünden,

dass er nicht plausibel habe erklären können, wie er Somalia verlas-
sen habe und in die Schweiz gelangt sei,

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dass seine Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-
mäss Art. 7  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
nicht standhielten,

dass  die  Flughafenpolizei  Zürich-Kloten  dem  Bundesverwaltungsge-
richt  am 9. Oktober  2008 zusammen mit  den vorinstanzlichen Akten 
und einem Begleitschreiben des Schweizerischen Roten Kreuzes vom 
9. Oktober  2008 per  Telefax eine als  „Appeal“  gegen  den Entscheid 
des BFM vom 3. Oktober 2008 bezeichnete fremdsprachige Eingabe 
des  Beschwerdeführers  vom selben  Tag übermittelte  und  anmerkte, 
das Original der Rekursschrift werde per A-Post nachgereicht,

dass die Flughafenpolizei die Eingabe des Beschwerdeführers im Auf-
trag des Bundesverwaltungsgericht ins Deutsche übersetzen und die 
Übersetzung dem Bundesverwaltungsgericht am Abend des 15. Okto-
ber 2008 per Telefax zukommen liess,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass eine in  einer  Amtssprache des Bundes (vgl. Art. 70 Abs. 1  der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 [BV, SR 101]) verfasste Beschwerde vorliegt, nachdem 
die Eingabe des Beschwerdeführers aus prozessökonomischen Grün-
den von Amtes wegen ins Deutsche übersetzt worden ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  begründeten  Beschwerde   bean-
tragt, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, seine Flüchtlings-
eigenschaft  sei  festzustellen  und  ihm  sei  Asyl  zu  gewähren,  es  sei 

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festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  undurchführbar  sei 
und ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren, es sei ihm die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses zu verzichten und eventuell sei die aufschiebende Wir-
kung wiederherzustellen,

dass er des Weiteren beantragt, die zuständige Behörde sei anzuwei-
sen, auf eine Kontaktierung der heimatlichen Behörden zu verzichten 
und ein allfälliger Datentransfer zu den heimatlichen Behörden sei ihm 
in einer separaten Entscheidung mitzuteilen,

dass der Beschwerde grundsätzlich aufschiebende Wirkung zukommt 
(Art. 42 und  Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorins-
tanz in der angefochtenen Verfügung einer allfälligen Beschwerde die 
aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 55 
Abs. 2 VwVG),

dass daher auf das Eventualbegehren, die aufschiebende Wirkung sei 
wiederherzustellen, mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten 
ist,

dass im Übrigen auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de einzutreten  ist  (Art.  108 Abs. 2 und  5  AsylG; Art. 6  AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-

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kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe vom 9. Oktober  2008 
vorbringt,  nicht somalischer, sondern tansanischer Staatsangehöriger 
zu sein,

dass er dem Bundesverwaltungsgericht am 15. Oktober 2008 die Tele-
faxkopie einer tansanischen Geburtsurkunde zukommen liess,

dass er in der Beschwerde im Wesentlichen geltend machte, er habe 
bei den Anhörungen durch die Asylbehörden unwahre Angaben zu sei-
ner Person gemacht, weil ihm dies so empfohlen worden sei,

dass seine Mutter verstorben sei und er seinen Vater nicht kenne, 

dass er von seiner Tante aufgenommen worden sei, die ihn unterdrückt 
und misshandelt habe, weshalb er von dort abgehauen sei,

dass er danach auf der Strasse gelebt und Arbeit gesucht habe, indes-
sen von seinem Arbeitgeber ausgenutzt worden sei,

dass er von einem älteren Kunden dieses Arbeitgebers mitgenommen 
worden sei, der sich ihm in der Folge unsittlich genähert und in dazu 
verleitet habe, an einem Einbruchdiebstahl teilzunehmen,

dass er  von der  Polizei  festgenommen worden sei,  ihm nach kurzer 
Zeit indessen die Flucht gelungen sei,

dass ihm eine Frau dabei geholfen habe, zum älteren Mann Kontakt 
aufzunehmen, der die Ausreise für ihn organisiert habe,

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dass für den weiteren Inhalt der Beschwerde auf die Akten zu verwei-
sen ist,

dass die Vorinstanz die Vorbringen, die der Beschwerdeführer im Rah-
men der Anhörungen machte, zu Recht als unglaubhaft bezeichnete,

dass eine Herkunft des Beschwerdeführers aus Tansania mit der Ak-
tenlage zu vereinbaren wäre, es ihm mit der eingereichten Telefaxko-
pie einer Geburtsurkunde aber nicht gelingen kann, seine Identität zu 
belegen,

dass der Beschwerdeführer entgegen seiner Ausführungen in Tansania 
über Kontaktpersonen verfügt, da es ihm möglich war, sich innerhalb 
kurzer Zeit die genannte Geburtsurkunde faxen zu lassen,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  über  seine  Situation  in 
Tansania zweifelhaft erscheinen, da er bei den Befragungen ausdrück-
lich  auf  seine Mitwirkungs-  und Wahrheitspflicht  hingewiesen wurde, 
und  somit  allfällige  wirklich  bestehende  Probleme  wahrheitsgemäss 
hätte schildern können,

dass  die  vom Beschwerdeführer  genannten  Schwierigkeiten  mit  der 
Polizei indessen ungeachtet des Wahrheitsgehalts der Vorbringen kei-
ne asylrechtlich relevante Verfolgung darstellen würden, da die Polizei 
die Pflicht hätte, gegen eine Person, die sich an einem Einbruchdieb-
stahl beteiligte, zu ermitteln, 

dass  der  Beschwerdeführer  auch  ansonsten  nichts  vorbrachte,  was 
darauf  schliessen  liesse,  er  sei  in  seinem  Heimatland  ernsthaften 
Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt,

dass es ihm somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigenschaft nachzuwei-
sen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt 
das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-

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fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass es hierzu festzuhalten gilt, dass der Beschwerdeführer unter ver-
schiedenen Identitäten aufgetreten ist und bis zum heutigen Zeitpunkt 
keine rechtsgenüglichen Identitätsdokumente eingereicht hat, weshalb 
dessen wahre Identität  und somit  auch die Angabe, am 15. Oktober 

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1992 geboren und damit noch minderjährig zu sein, nicht zweifelsfrei 
feststeht,

dass das BFM dem Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren 
eine Vertrauensperson (vgl. Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 7 AsylV) 
beiordnete und damit eine mögliche Minderjährigkeit des Beschwerde-
führers nicht zum Vornherein ausschloss,

dass  es  indessen  keine  Abklärungen  über  ein  bestehendes  oder 
soziales Beziehungsnetz im Heimatstaat des Beschwerdeführers ver-
anlasst hat,

dass dies jedoch in Berücksichtigung der Gesamtumstände auch unter 
der  Annahme,  der  Beschwerdeführer  sei  wie  geltend gemacht  noch 
minderjährig, nicht geboten war,

dass nämlich zwar im Rahmen einer Zumutbarkeitsprüfung das Kin-
deswohl  eines  minderjährigen  Asylbewerbers  zu  berücksichtigen  ist 
und  die  Asylbehörden  entsprechend  der  nach  wie  vor  geltenden 
Rechtsprechung der ARK (vgl. EMARK 1998 Nr. 13) grundsätzlich ver-
pflichtet sind, die diesbezüglich notwendigen Abklärungen von Amtes 
wegen vorzunehmen, 

dass indessen – wie vom BFM in der angefochtenen Verfügung zutref-
fend festgehalten – die behördliche Aufklärungspflicht durch die Mitwir-
kungspflicht  des  Asylsuchenden  begrenzt  wird,  wobei  der  entspre-
chende  Massstab  einzelfallgerecht  in  Beziehung  zum  Alter  und  zur 
Selbstständigkeit des Minderjährigen zu setzen ist (vgl. EMARK 1999 
Nr. 2 E. 6d),

dass demnach auch der unbegleitete Minderjährige die Pflicht hat, an 
der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken (Art. 
8 Abs. 1 AsylG) und nach der Bestimmung von Art. 8 des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember  1907 (ZGB,  SR 210) bei 
pflichtwidriger Unterlassung der zumutbaren Mitwirkung die Folgen der 
Beweislosigkeit  in Bezug auf die unter  dem Aspekt des Kindeswohls 
gegebenenfalls zu berücksichtigenden Tatsachen zu tragen hat,

dass die Angaben des mindestens 16-jährigen – und damit jugendli-
chen und nicht mehr kindlichen – Beschwerdeführers zu seiner indivi-
duellen und familiären Situation im angeblichen Heimatstaat und den 
Reiseumständen auffallend unbestimmt und realitätsfremd ausgefallen 

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sind, der Beschwerdeführer, wie bereits festgehalten, ohne stichhaltige 
Begründung  bis  heute  keine  rechtsgenüglichen  Identitätsdokumente 
eingereicht hat und unter verschiedenen Identitäten aufgetreten ist,

dass  es vor  diesem Hintergrund den Asylbehörden im Rahmen des 
Untersuchungsgrundsatzes (Art. 12 VwVG) nicht möglich war, im Hei-
matstaat des Beschwerdeführers Abklärungen – auch in Bezug auf die 
Rahmen des Kindeswohls zu berücksichtigenden Aspekte – vorzuneh-
men, 

dass  im  Weiteren  auch  die  vom Beschwerdeführer  befürchteten  ge-
sundheitlichen Schwierigkeiten dem Vollzug der Wegweisung nicht ent-
gegenstehen, kann doch davon ausgegegangen werden, dass die ent-
sprechende medizinische Hilfe, falls  notwendig, auch im Heimatstaat 
gewährleistet ist,

dass daher keine genügend konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, 
der  Beschwerdeführer  gerate  bei  einer  Rückkehr  in  seinen  Heimat-
staat  in eine existenzielle Notlage, weshalb der Vollzug der Wegwei-
sung auch unter  Berücksichtigung des Kindeswohls als zumutbar zu 
erachten ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung all-
fällig benötigter Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  somit  keine Wegweisungshindernisse  vorliegen  und  der  vom 
BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder  unangemessen  sei  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass das Gesuch, die Vollzugsbehörden seien anzuweisen,  die Kon-
taktaufnahme mit dem Heimatstaat sowie jede Weitergabe von Daten 
an denselben bis zum Entscheid über die Beschwerde zu unterlassen, 
durch den direkten Entscheid in der Hauptsache gegenstandslos ge-
worden ist,

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dass  das  BFM hingegen  anzuweisen  ist,  dem Beschwerdeführer  im 
Rahmen von Art. 26 ff. VwVG eine eventuell bereits erfolgte Weiterga-
be von Personendaten im Sinne von Art. 97 Abs. 3 Bstn. a-c AsylG an 
die zuständige ausländische Behörde offen zu legen,

dass auch der Antrag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses zu verzichten, angesichts des direkten Entscheids in der Hauptsa-
che gegenstandslos geworden ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG unbesehen der zu vermutenden Mit-
tellosigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der Aussichtslosigkeit der 
Beschwerde abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. Das BFM wird  angewiesen,  dem Beschwerdeführer  eventuell  der 
zuständigen ausländischen Behörde bereits weiter gegebene Person-
endaten offen zu legen. 

5. Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (durch  Vermittlung  der  Flughafenpolizei 
Zürich-Kloten; Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren  Zürich  (in  Kopie;  Ref.-Nr. 
N _______)

- die Flughafenpolizei Zürich-Kloten, mit der Bitte, dem Beschwerde-
führer das Urteil im Orignal zusammen mit dem Einzahlungsschein 
gegen  beigelegte  Empfangsbestätigung  auszuhändigen,  ihm  das 
Urteil,  soweit  notwendig,  zu übersetzen und die Empfangsbestäti-
gung dem Bundesverwaltungsgericht zu retournieren)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

Versand:

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