# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29545e88-6091-5bd5-974f-3ae35b80e71c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.05.2010 D-2263/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2263-2010_2010-05-21.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2263/2010
law/mam/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A.__________, geboren (...),
Ehefrau B.___________, geboren (...),
mit ihrem Kind C.___________, geboren (...), und dem 
gemeinsamen Kind D.__________, geboren (...),
Aserbaidschan,
alle vertreten durch Ali Tüm, c/o Advokaturbüro Siegfried, 
(...)
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung 
(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); 
Verfügung des BFM vom 15. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2263/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden am 5. September 2001 in der Schweiz 
um Asyl nachsuchten,

dass das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, seit 2005 Teil des 
BFM) mit Verfügung vom 1. Mai 2003 feststellte, die Beschwerdefüh-
renden würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, die Asylgesu-
che ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Voll -
zug der Wegweisung anordnete,

dass die Beschwerdeführenden diese Verfügung mit Beschwerde vom 
2. Juni  2003  bei  der  damaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommis-
sion (ARK) anfochten,

dass das Bundesverwaltungsgericht am 1. Januar 2007 das Beschwer-
deverfahren  von  der  ARK  übernahm  und  dieses  –  soweit  den  Be-
schwerdeführer  C.___________  (Sohn  der  Beschwerdeführerin 
B.___________ und Stiefsohn des Beschwerdeführers A.__________) 
betreffend  –  mit  Entscheid  D-7862/2006  vom  21.  August  2009  als 
durch Rückzug gegenstandslos geworden abschrieb,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  D-6524/2006  vom 
15. Oktober 2009 die Beschwerde mit Bezug auf die drei übrigen Be-
schwerdeführenden  (A.__________,  B.___________  und 
D.__________) abwies,

dass  die  Beschwerdeführenden  A.__________,  B.___________  und 
D.__________ am 16. November 2009 durch ihren damaligen Rechts-
vertreter  bei  der  kantonalen  Migrationsbehörde  um  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 2 und 3 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 ([AsylG, SR 142.31]) und – subsidiär – um Gewäh-
rung der vorläufigen Aufnahme ersuchen liessen,

dass sie gleichentags das BFM mit einer Orientierungskopie ihrer Ein-
gabe bedienten,

dass die zuständige kantonale Behörde das Gesuch vom 16.  Novem-
ber 2009 mit Entscheid vom 25. November 2009 abwies,

dass  die  Beschwerdeführenden  A.__________,  B.___________  und 
D.__________  durch  ihren  damaligen  Rechtsvertreter  mit  Eingabe 

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vom 27. November 2009 beim BFM (Eingangsstempel: 30. November 
2009) unter Hinweis auf die Gesuchsschrift  vom 16. November 2009 
und Berufung auf die ihr beigefügten Beweismittel ein Gesuch um Prü-
fung des Wegweisungsvollzugs und Gewährung der  vorläufigen Auf-
nahme einreichen liessen,

dass das BFM die Gesuchseingabe vom 27. November 2009 als Ge-
such um Wiedererwägung der – den Wegweisungsvollzug betreffenden 
Bestandteile der – Verfügung vom 1. Mai 2003 entgegennahm und mit 
Zwischenverfügung  vom  22.  Dezember  2009  unter  Hinweis  auf  die 
Aussichtslosigkeit des Wiedererwägungsgesuchs einen Gebührenvor-
schuss  in  der  Höhe  von  Fr. 600.-  einforderte,  unter  Androhung  des 
Nichteintretens im Säumnisfall,

dass der Gebührenvorschuss fristgerecht geleistet wurde,

dass  die  Beschwerdeführenden  ("A.__________  sowie  dessen 
Familie")  mit  Eingabe  vom  8.  Februar  2010 beim  BFM 
(Eingangsstempel: 9. Februar 2010) ein weiteres – so bezeichnetes – 
"Wiedererwägungsgesuch"  einreichen  und  darin  unter  Berufung  auf 
diverse  vorgelegte  Beweismittel  im  Wesentlichen  die  Aufhebung  der 
Verfügung  vom  1.  Mai  2003,  die  Feststellung  der  Flücht-
lingseigenschaft,  die  Gewährung von Asyl  und den Verzicht  auf  den 
– als unzumutbar zu beurteilenden – Wegweisungsvollzug beantragen 
liessen,

dass das BFM mit Verfügung vom 15. März 2010 auf das Wiedererwä-
gungsgesuch  nicht  eintrat,  die  Rechtskraft  und  Vollstreckbarkeit  des 
ursprünglichen Entscheids vom 1. Mai 2003 bestätigte, unter Verrech-
nung mit dem entrichteten Vorschuss eine Gebühr von Fr. 600.- erhob 
und feststellte, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschieben-
de Wirkung zu,

dass  die  Beschwerdeführenden  ("A.__________  sowie  dessen 
Familie")  am  6.  April  2010  (Eingang  per  Telefax)  durch  ihren 
Rechtsvertreter  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungs-
gericht eine – vom 27. März 2010 datierende – Beschwerde einreichen 
liessen,

dass sie unter  Kosten-  und Entschädigungsfolge zulasten der  Vorin-
stanz die Begehren stellten, der Entscheid des BFF vom 1. Mai 2003 
sei wiedererwägungsweise aufzuheben beziehungsweise "an die unte-

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re Instanz zurückzuweisen", ihnen sei Asyl zu gewähren, und es sei 
die Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen und von einem Voll-
zug der Wegweisung abzusehen,

dass sie in prozessualer Hinsicht beantragten, es sei "die aufschieben-
de  Wirkung  vorsorglich  wiederherzustellen",  ihnen  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinn von Art. 65 Abs. 1 und 2  des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses zu verzichten,

dass sie zusammen mit der Beschwerdeschrift diverse Beweismittel zu 
den Akten reichten,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
19. April 2010 die in der Beschwerde formulierten Begehren aufgrund 
einer summarischen Aktenprüfung als von vornherein aussichtslos er-
achtete, das auf die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs abzielende 
Gesuch  („vorsorgliche  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wir-
kung“) abwies und die Vollstreckbarkeit des in der Verfügung des Bun-
desamts vom 1. Mai 2003 angeordneten Vollzugs der Wegweisung der 
Beschwerdeführenden  A.__________,  B.___________  und 
D.__________ bestätigte,

dass er  gleichzeitig  das  Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verbeiständung abwies und die Beschwerdeführen-
den unter Einräumung einer bis zum 4. Mai 2010 laufenden Frist und 
Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall zur Leistung eines Ver-
fahrenskostenvorschusses im Betrag von Fr. 1'200.- aufforderte,

dass er im Weiteren die Beschwerdeführenden – unter Androhung des 
Nichteintretens im Unterlassungsfall – aufforderte, innert sieben Tagen 
eine mit ihrer Unterschrift oder derjenigen ihres Rechtsvertreters aus-
gestattete Beschwerdeschrift nachzureichen,

dass die Beschwerdeführenden am 15. April 2010 (Datum der Postauf-
gabe, Eingang beim Bundesverwaltungsgericht am 19. April 2010) die 
Beschwerdeschrift vom 27. März 2010 im Original und mit der Unter-
schrift ihres Rechtsvertreters versehen sowie zusätzliche Beweismittel  
nachreichten,

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dass am 27. April 2010 im Namen der Beschwerdeführenden ein Be-
trag von Fr. 1'200.- in die Gerichtskasse einbezahlt wurde,

dass  die  Beschwerdeführenden  die  Begründung  der  Begehren  und 
das Beweismaterial  mit  Folgeeingaben vom 18. April  2010,  26. April  
2010, 30. April 2010 und 2. Mai 2010 ergänzten,

dass sie in der Eingabe vom 26. April 2010 beantragten, es sei in Wie-
dererwägung der Zwischenverfügung vom 19. April  2010 der Vollzug 
der Wegweisung einstweilen auszusetzen,

dass am 2. Mai 2010 eine sich als Cousin des Beschwerdeführers be-
zeichnende,  in  der  Schweiz  niedergelassene  Drittperson  namens 
E.___________  eine  schriftliche  Erklärung  und  mehrere 
Zeitungsausschnitte zu den Akten reichte,

und zieht in Erwägung,

dass gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  das Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbe-
halt  der  in  Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 
Verfügungen nach Art. 5  VwVG  beurteilt,  welche von einer in Art. 33 
VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden,

dass  darunter  auch  Verfügungen  fallen,  mit  denen  das  BFM  (vgl. 
Art. 33 Bst. d VGG) auf ein Gesuch um Wiedererwägung eines rechts-
kräftigen Entscheides betreffend den Vollzug einer nach Verweigerung 
des Asyls angeordneten Wegweisung nicht eingetreten ist,

dass dagegen erhobene Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht 
endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  A.__________,  B.___________  und 
D.__________  am  Verfahren  vor  dem  BFM  teilgenommen  haben, 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind  und  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung  haben  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art  37  VGG und  Art.  48  Abs.  1 
VwVG),  womit  sie  zur  Einreichung  einer  dagegen  gerichteten  Be-
schwerde legitimiert sind,

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dass der Verfahrenskostenvorschuss innert angesetzter Frist in vollem 
Umfang entrichtet  und die  Beschwerde innert  der  gesetzlichen  Frist 
von 30 Tagen  beziehungsweise der  gewährten  Nachfrist  von sieben 
Tagen in gültiger Form eingereicht wurde, weshalb auf diese – unter 
Vorbehalt  der  nachfolgenden Erwägungen –  einzutreten ist  (Art. 108 
Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art.  52 Abs. 1 
VwVG),

dass  in  der  Beschwerde  und  in  den  Folgeeingaben  "A.__________ 
sowie  dessen  Familie" als  beschwerdeführende  Partei  bezeichnet 
werden,

dass es – sofern die gewählte Formulierung auch C.___________ als 
Stiefsohn von A.__________ umfasst – an der Prozessvoraussetzung 
der  Legitimation  gemäss  Art. 48  Abs.  1  VwVG  fehlt,  weil 
C.___________ gar nicht Adressat der Verfügung vom 15. März 2010 
war (vgl. ebenda S. 1 und 5 unten) und im Übrigen am 9. Februar 2010 
im  Rahmen  des  so  genannten  Familiennachzugs  eine  Auf-
enthaltsbewilligung (B) erteilt bekam,

dass C.___________ somit nicht zur Beschwerde gegen die Verfügung 
des BFM vom15. März 2010 berechtigt ist,

dass folgerichtig insoweit auf die Beschwerde vom 6. April 2010 nicht 
einzutreten ist,

dass  das  BFM  in  der  vorliegend  angefochtenen  Verfügung  vom 
15. März 2010 (vgl. daselbst Dispositivziffer 1) auf das am 27. Novem-
ber 2009 und 8. April 2010 eingereichte Wiedererwägungsgesuch nicht 
eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch mit der allei-
nigen Begründung an die ordentliche Rechtsmittelinstanz weitergezo-
gen werden kann, die Vorinstanz habe es in Missachtung des verfas-
sungsmässigen  Anspruchs  auf  Wiedererwägung  zu  Unrecht  abge-
lehnt, auf das Wiedererwägungsgesuch einzutreten (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2003 Nr. 7 E. 2a.aa S. 43; BGE 113 Ia 146 E. 3c S. 153 f.; 
ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungs-
recht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2006,  Rz. 1834;  URSINA BEERLI-
BONORAND,  Die  ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 175),

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dass deshalb auf die Beschwerde vom 6. April  2010 gleichsam nicht  
einzutreten  ist,  soweit  darin  die  Begehren  formuliert  werden,  es  sei 
den Beschwerdeführenden Asyl zu gewähren, die Unzumutbarkeit der 
Wegweisung festzustellen und von einem Vollzug der Wegweisung ab-
zusehen (Rechtsbegehren 1c und 1d),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Wiedererwägung  im  Verwaltungsverfahren  einen  gesetzlich 
nicht geregelten Rechtsbehelf darstellt, auf dessen Behandlung durch 
die verfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht,

dass gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesge-
richts jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten 
Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwä-
gung abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen),

dass  gemäss  diesem  Anspruch  die  zuständige  Behörde  zunächst 
dann eine selbst getroffene Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen 
hat,  wenn  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  Eintritt  der 
Rechtskraft – am Tag nach Ablauf der nicht genutzten Rechtsmittelfrist 
oder  durch  bestätigendes  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen 
Rechtsmittelinstanz – in wesentlicher Weise verändert hat und mithin 
eine Anpassung der (fehlerfreien) Verfügung erforderlich ist, ohne dass 
deren Gegenstand neu beurteilt wird,

dass sodann auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwä-
gung begründen können, freilich nur sofern sie sich auf eine rechts-

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kräftige  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  geblieben 
oder deswegen niemals einer materiellen Prüfung unterzogen worden 
ist,  weil  das  angehobene  Beschwerdeverfahren  mit  einem formellen 
Prozessurteil geendet hat, wobei ein derartiges, als qualifiziertes Wie-
dererwägungsgesuch  zu  bezeichnendes  Rechtsmittel  grundsätzlich 
nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln ist,

dass  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  gar  nicht  erst  einzutreten  ist,  
wenn zu dessen Begründung lediglich unsubstanziierte Behauptungen 
aufgestellt  werden  und  aus  der  Rechtsschrift  die  tatsächlichen  An-
haltspunkte,  die  auf  das  Vorliegen  eines  Wiedererwägungsgrundes 
hindeuten sollen, nicht ersichtlich sind (zum Ganzen vgl. EMARK 2005 
Nr. 25 E. 4.2. S. 227 f., EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f. mit weite-
ren Hinweisen, EMARK 2001 Nr. 20 E. 3c.dd S. 156),

dass das Bundesverwaltungsgericht unter Befolgung des Grundsatzes 
der  Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art.  62  Abs. 4 VwVG)  auf 
den festgestellten  Sachverhalt  jene Rechtsnormen anwendet,  die es 
als  zutreffend  erachtet,  und  ihnen  jene  Auslegung  gibt,  von  der  es 
überzeugt  ist  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwal-
tungsgerichts [BVGE] 2007/41 E. 2 S. 529 f.),

dass – wie vorne dargelegt – die Prüfungsbefugnis des Bundesverwal-
tungsgerichts im vorliegenden Rechtsmittelverfahren auf die Frage be-
schränkt  ist,  ob  das  BFM  es  zu  Recht  abgelehnt  hat,  auf  das  am 
27. November 2009 und 8. Februar 2010 eingereichte Gesuch um Wie-
dererwägung der Verfügung vom 1. Mai 2003 einzutreten, wobei mass-
geblich die Aktenlage ist, wie sie sich im Moment des Beschwerdeent-
scheides präsentiert,

dass  der  angefochtene  Nichteintretensentscheid  somit  nicht  nur  vor 
der im Moment seines Erlasses gegebenen Sach- und Rechtslage zu 
bestehen, sondern sich ausserdem gegenüber den im Verlauf des Be-
schwerdeverfahrens  dazugekommenen  Tatsachen  und  Beweismitteln 
zu behaupten hat,

dass bei der vorzunehmenden vergleichenden Prüfung der 15. Oktober 
2009 als Erlassdatum des vorangegangenen materiellen Beschwerde-
entscheids die zeitliche Referenz bildet,

dass  im  Wiedererwägungsgesuch  vom  8.  Februar  2010  ausgeführt 
wurde,  dieses  diene  dazu,  Aussagen  des  Beschwerdeführers 

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(A.__________)  in  den  Anhörungsprotokollen,  welche  bislang 
unbewiesen geblieben seien, zu belegen,

dass weiter festgehalten wurde, der Beschwerdeführer habe einiges, 
was für sein Asylgesuch von grosser Bedeutung gewesen wäre, ver-
schwiegen,

dass  diesbezüglich  unter  Hinweis  auf  ein  "privates  Anhörungsproto-
koll" vom 4. Februar 2010 und ein Referenzschreiben der Drittperson 
E.___________  vom  12. Januar  2010  (vgl.  Beweismittelmappe  act. 
A14,  Beilagen 2  und  3)  sowie  weitere  eingereichte  Beweismittel 
ergänzt  wurde,  der  Beschwerdeführer  habe  sich  zu seinem eigenen 
Schutz  zwar  politisch  neutral  gestellt,  im  Hintergrund  jedoch  die 
Oppositionsparteien mit namhaften Beträgen finanziell unterstützt, was 
er  vor  dem  mächtigen  Geheimdienst  des  Aliyev-Clans  nicht  länger 
habe verbergen können und ihm im Zeitraum von 1993 bis 2000 drei 
Inhaftierungen mit unmenschlicher Behandlung und Folter eingetragen 
habe,

dass  in  einem  weiteren  Schritt  auf  eine  Verwirklichung  subjektiver 
Nachfluchtgründe durch den Beschwerdeführer hingewiesen wird, der-
gestalt dass dieser im Jahr 2002 einen Klagebrief gegen den aserbaid-
schanischen Staatspräsidenten Aliyev gerichtet und im Jahr 2003 Kla-
ge gegen den aserbaidschanische Staat erhoben habe,

dass für weitere Einzelheiten in diesem Zusammenhang auf die sorg-
fältig  herausgearbeitete  Begründung  des BFM in  der  angefochtenen 
Verfügung zu verweisen ist,

dass mit den erwähnten Vorbringen im Wiedererwägungsgesuch vom 
8. Februar 2010 im Ergebnis beanstandet wird, das Beschwerdeurteil 
vom 15. Oktober 2009 sei unter Zugrundelegung eines unvollständigen 
Sachverhalts ergangen und mithin von Anfang an fehlerhaft,

dass  diese  Rüge  vor  dem  Hintergrund  der  dargelegten  Prozessge-
schichte nicht auf dem Weg der Wiedererwägung beim BFM, sondern 
mit  einem Revisionsgesuch beim Bundesverwaltungsgericht zu erhe-
ben ist (vgl. BVGE 2007/11 E. 3 S. 117 ff., BVGE 2007/21 E. 3 S. 244, 
EMARK 1995 Nr. 21 E. 1c S. 204),

dass es den Beschwerdeführenden unbenommen bleibt, mit der Unter-
stützung ihres in asylrechtlichen Angelegenheiten erfahrenen Rechts-

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vertreters  mit  einem  –  den  restriktiven  Anforderungen  an  dieses 
Rechtsmittel  genügenden  –  Revisionsgesuch  an  das  Bundesverwal-
tungsgericht zu gelangen,

dass ferner in der Eingabe vom 16. November 2009, auf welche in der-
jenigen vom 27. November 2009 pauschal verwiesen wird, als einem 
Wegweisungsvollzug  entgegenstehendes  Hindernis  die  gesundheitli -
che Verfassung der Beschwerdeführerin bezeichnet wurde,

dass die Beschwerdeführenden die Bedeutung dieses Vorbringens in 
der Gesuchseingabe vom 8. Februar 2010 selber relativierten, indem 
sie ausführten, das Wiedererwägungsgesuch vom 16. November 2009 
sei "unbedingt durch das neue Wiedererwägungsgesuch zu ersetzen", 
welches aber in der Argumentation "zur Aufhebung des Wegweisungs-
vollzugs" die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin voll-
kommen ausblendet,

dass abgesehen davon das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil 
D-6524/2006 vom 15. Oktober 2009 unter Berücksichtigung eines ärzt-
lichen Berichts vom 10. März 2006 spezifisch und ausführlich auf die 
gesundheitliche  Verfassung  der  Beschwerdeführerin  und  deren  Be-
deutung für die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ein-
ging,

dass es in diesem Prüfungspunkt zur Einschätzung gelangte, nach Ab-
schluss  der  in  der  Schweiz  vorgesehenen  Therapie mit  Herceptin, 
welche mit einer antihormonalen Therapie verbunden sei, sei aufgrund 
der  heutigen Aktenlage nicht  auf  eine  ungenügende Möglichkeit  der 
Weiterbehandlung im Heimatland zu schliessen, zumal dort nach sei-
nen Erkenntnissen  über  das örtliche  Gesundheitswesen eine solche 
möglich sei,  die Beschwerdeführerin zudem bei  der Vorinstanz unter 
Vorlage entsprechender ärztlicher Atteste medizinische Rückkehrhilfe 
beantragen könne und im Übrigen anzunehmen sei, sie hätte allfällige, 
einem Wegweisungsvollzug entgegenstehende gesundheitliche Beein-
trächtigungen durch ihren bis Februar 2009 bevollmächtigten Rechts-
anwalt  ins  Verfahren  einbringen  lassen  (vgl.  Urteil  D-6524/2006 
E. 6.3.3),

dass das mit der Eingabe vom 27. November 2009 eingereichte ärzt -
liche Attest  vom 10. November 2009 (vgl. Beweismittelmappe act. 3, 
Beilage 1/29)  Aufschluss gibt  über die seit  April  2003 durchgeführte 
Behandlung der  Beschwerdeführerin beim betreffenden Arzt  und die 

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Notwendigkeit regelmässiger (letztmals am 5. November 2009) Visiten 
zwecks Verabreichung der Hormonspritze,

dass darin nicht erwähnt oder auch nur angedeutet wird, der Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit Erlass des Urteils 
D-6524/2006  vom 15. Oktober  2009   –  aus  welchen  Gründen  auch 
immer – verschlechtert,

dass  gleiches  für  das  am  30.  April  2010  eingereichte  Attest  vom 
29. April 2010 gilt, weil dieses sich inhaltlich nicht von demjenigen vom 
10. November 2009 unterscheidet,

dass somit auch in diesem Zusammenhang keine substanziellen Hin-
weise auf konkrete Ereignisse vorliegen, die sich nach dem 15. Okto-
ber  2009  zugetragen  haben  und  noch  dazu  grundsätzlich  geeignet 
sein könnten, eine andere Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs zu bewirken, als sie im besagten Urteil  vorgenommen 
wurde,

dass im Übrigen den ausführlichen und exakt hergeleiteten Erwägun-
gen des BFM in der Verfügung vom 15. März 2010 nichts hinzuzufügen 
ist,

dass die Beschwerdeführenden keine tatbeständlichen und rechtlichen 
Argumente  vorbringen,  von  denen  mit  Bezug  auf  das  Wiedererwä-
gungsbegehren  auf  einen  Substanziierungsgrad zu  schliessen  wäre, 
der seitens des BFM nach der vorne zitierten Praxis eine Eintretens-
pflicht auslösen könnte,

dass die Sachvorbringen und Beweismittel  in den diversen Folgeein-
gaben zur Beschwerde zu keiner anderen Einschätzung führen, zumal 
diese zu einem guten Teil bereits im Verlauf des erstinstanzlichen Ver-
fahrens thematisiert  respektive eingereicht  worden waren und in der 
angefochtenen  Verfügung  vom 15.  März  2010  Berücksichtigung  fan-
den,

dass die Beschwerdeführenden auf die Möglichkeit eines erneuten Ge-
suchs um Erteilung einer  Aufenthaltsbewilligung bei  der zuständigen 
kantonalen Behörde zu verweisen sind (vgl. Art. 14 Abs. 2 AsylG), in-
soweit  sie mit  Schreiben ihrer Wohnsitzgemeinde ihre wirtschaftliche 
Unabhängigkeit  beziehungsweise das Ende der  Sonderabgabepflicht 

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dokumentieren und die Behandlung ihrer  Sache als  Härtefall  verlan-
gen (Eingabe vom 18. April 2010),

dass die Drittperson E.___________ in ihrer Eingabe vom 2. Mai 2010 
primär  darauf  abzielt  zu  bestätigen,  dass  der  Beschwerdeführer 
(A.__________),  bei  dem es  sich  um ihren  Cousin  handeln  soll,  in 
Aserbaidschan  Menschenrechtsorganisationen,  oppositionelle 
Parteien und Hinterlassene von Opfern des Karabach-Kriegs finanziell 
unterstützt  und  insoweit  gerade  auch  ein  politisches  Engagement 
ausgedrückt hat,

dass aus den bereits  dargelegten Gründen derartigen Sachverhalts-
elementen,  die  sich  vor  Erlass  des  Beschwerdeentscheids  vom 
15. Oktober 2009 verwirklicht haben sollen, in wiedererwägungsrechtli-
cher Hinsicht von vornherein keine Bedeutung zukommt,

dass  diese  Feststellung  schliesslich  auch  auf  die  geltend  gemachte 
Funktion  des Beschwerdeführers  in  der  Organisation  "Bewegung für 
Recht und Gerechtigkeit" (vgl. Eingabe von E.___________ vom 2. Mai 
2010, S. 5) zutrifft,

dass nämlich gemäss Darstellung in der Eingabe vom 26. April 2010 
mit dem Hinweis auf die Funktion bei der Organisation "Bewegung für 
Recht und Gerechtigkeit" letztlich bewiesen werden soll, dass der Be-
schwerdeführer  in  seinem Heimatland nicht  nur  ein  Geschäftsmann, 
sondern in  Wirklichkeit  ein "Politiker"  gewesen ist  und eben deshalb 
sein gesamtes Eigentum verloren hat,

dass  die  Beschwerdeführenden somit,  wie  aufgrund des Erwogenen 
festgehalten  werden  kann,  keine  Umstände  in  substanziierter  Form 
namhaft gemacht haben, die ihnen gestützt auf Art. 29 BV einen An-
spruch  auf  Wiedererwägung der  Verfügung  vom 1. Mai  2003  hätten 
verleihen können,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht auf das Wie-
dererwägungsgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist,

dass die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist, soweit dar-
auf einzutreten ist,

dass mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache das Begeh-
ren,  es sei in Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 19. April 

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D-2263/2010

2010  der  Vollzug  der  Wegweisung  einstweilen  auszusetzen, gegen-
standslos ist,

dass entsprechend dem Ausgang des Verfahrens die auf Fr. 1'200.- zu 
bestimmenden Kosten (Art.  1,  2  und  3  Bst.  a  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  im  gesamten  Umfang 
den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs. 1  und  5 
VwVG),

dass die Kosten mit dem am 27. April 2010 in dieser Höhe geleis teten 
Vorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite

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D-2263/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-  werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt. Sie werden mit  dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 1200.- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben, Bei-
lage: zwei DVDs)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Martin Maeder

Versand: 

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