# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bd4d33b-2736-5407-9726-f390744f4650
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.04.2010 E-1831/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1831-2010_2010-04-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1831/2010/kuc
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiberin Contessina Theis.

A._______,
und deren Kinder
B._______,
C._______,
D._______,
Russland,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. März 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1831/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  aus  E._______/Dagestan  stammenden  Beschwerde-
führenden (die Beschwerdeführerin und ihre  minderjährigen Kinder) 
eigenen Angaben zufolge ihre Heimat am 12. Februar 2010 verliessen 
und am 15. Februar 2010 in die Schweiz einreisten, wo sie gleichen-
tags um Asyl nachsuchten,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Kurzbefragung  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen vom 25. Februar 
2010 sowie der direkten Anhörung vom 9. März 2010 zur Begründung 
des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, seit der Ermordung 
ihres  Vaters  am (...)  fürchte  sie  sich  vor  Blutrache,  da  sie  aufgrund 
eines Telefonats mit ihrem Vater, unmittelbar vor dessen Ermordung, in 
einem  entfernten  Verwandten  namens  F._______  den  Mörder  zu 
kennen glaube und dieser sie und ihre Kinder auch bedroht habe,

dass auch der älteste Sohn der Beschwerdeführerin am 25. Februar 
2010 und am 9. März 2010 befragt wurde und bestätigte, am (...) sei 
der Grossvater umgebracht worden, im Übrigen aber angab, er wisse 
nicht, warum sie das Heimatland verlassen hätten,

dass das BFM auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden mit Ver-
fügung vom 16. März 2010 – gleichentags eröffnet – nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM unter Berufung auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Art. 32 Abs. 
3  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  zur  Be-
gründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Beschwerdeführerin  habe 
ohne  entschuldbare  Gründe  keine  rechtsgenüglichen  Papiere  ab-
gegeben und ihre Vorbringen seien – wenn überhaupt glaubhaft – nicht 
asylrelevant, da der russische Staat bei Übergriffen Dritter grundsätz-
lich als schutzfähig und schutzwillig gelten könne,

dass die Vorinstanz ferner diverse Widersprüche und Ungereimtheiten 
in  den  Schilderungen  der  Beschwerdeführenden  aufführte  und  zum 
Schluss kam, bei deren Vorbringen handle es sich um ein Konstrukt,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle und der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich 
sei,  da  weder  die  im  Heimatland  der  Beschwerdeführenden 

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herrschende politische Situation noch andere Gründe gegen die Zu-
mutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges sprechen würden,

dass  für  die  weitere  Begründung  auf  die  vorinstanzliche  Verfügung 
vom 16. März 2010 zu verweisen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  russischsprachiger  Eingabe  vom 
23. März 2010 – die das Bundesverwaltungsgericht in der Folge über-
setzen liess – gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erhob und dabei unter anderem die Aufhebung der vor-
instanzlichen  Verfügung,  die  Gewährung  der  Flüchtlingseigenschaft 
und des Asyls sowie die Feststellung der Unzulässigkeit,  Unmöglich-
keit  und  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  und  die  un-
entgeltliche  Rechtspflege  samt  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses beantragte,

dass  mit  der  Beschwerde  weiter  auch  beantragt  wurde,  die  zu-
ständigen Behörden seien anzuweisen, jegliche Kontaktaufnahme mit 
den  Behörden  des  Heimatlandes  oder  irgendeine  Übermittlung 
persönlicher  Daten  an  diese  zu  unterlassen,  bei  bereits  erfolgter 
Übermittlung  persönlicher  Daten  seien  die  Beschwerdeführenden  in 
einer separaten Anordnung darüber zu informieren,

dass  auf  die  Begründung  der  Beschwerde,  soweit  entscheidwesent-
lich, im Folgenden eingegangen werden wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 24.  März  2010  (per  Faxkopien) 
respektive  am  1.  April  2010  im  Original  beim  Bundesverwaltungs-
gericht eintrafen, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  im 
Bereich  des  Asyls  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

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dass  die  Beschwerdeführenden  zur  Beschwerdeerhebung  legitimiert 
sind und auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist 
(Art. 108a AsylG, Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 und 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent -
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist,  
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl.  
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerde-
verfahren  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  bildet 
(vgl.  BVGE 2007/8  E. 2.1),  dass  hingegen  auf  das  Rechtsbegehren 
betreffend Asylgewährung nicht einzutreten ist,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht ein -
getreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 
48  Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise-  oder  Identitäts-
papiere abgeben,

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dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder 
wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) 
oder  wenn  sich  auf  Grund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätz-
licher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder 
eines Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt  (Art. 32 Abs. 3 Bst. c 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass die vorinstanzlichen Erwägungen nach einer Prüfung der Akten 
und unter  Berücksichtigung der Beschwerdeeingabe im Ergebnis als 
zutreffend zu erachten sind, 

dass  die  Beschwerdeführerin zum Nachweis  ihrer  Identität  und  der-
jenigen  ihrer  Kinder  lediglich  ihren  Geburtsschein  im  Original  und 
denjenigen ihrer Kinder in Kopie einreichte,

dass unter den Begriff "Reise- oder Identitätspapiere" gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG nur fälschungssichere Dokumente und Ausweise 
fallen,  welche  von  den  heimatlichen  Behörden  hauptsächlich  zum 
zwecke des Identitätsnachweises ausgestellt worden sind und sowohl 
die  zweifelsfreie  Feststellung  der  Identität  –  einschliesslich  der 
Staatsangehörigkeit – als auch den allfälligen Vollzug der Wegweisung 
der asylsuchenden Person ermöglichen (vgl. BVGE 2007/7),

dass Geburtsscheine diesen Zweck, gemäss zitierter Rechtsprechung, 
nicht erfüllen und es die Beschwerdeführenden demnach im Asylver-
fahren unterlassen haben, Reise- oder Identitätspapiere im Sinne von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung 
des Asylgesuches abzugeben,

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dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung im EVZ geltend 
machte, sie habe ihren Pass sowie ihren Inlandspass bei ihrer Mutter 
gelassen, (...) (A1, S. 5), und auf die Aufforderung hin, diese Papiere 
einzureichen, weinte und ausführte, man werde sie „rausschmeissen“, 
wenn sie diese Papiere einreiche (A1, S. 6),

dass sie demgegenüber an der direkten Anhörung ausführte, sie habe 
diese Reise geplant und alle ihre Dokumente bereitgelegt, sie jedoch, 
als es dann spontan zur Abreise gekommen sei, in der Eile zu Hause 
vergessen (A11, S. 2 f.),

dass  in  der  Beschwerdeschrift  hinsichtlich  Identitätspapieren  nichts 
angeführt wird,

dass die Beschwerdeführenden somit  insgesamt nicht glaubhaft  dar-
zulegen  vermochten,  sie  seien  aus  entschuldbaren  Gründen  an der 
unverzüglichen  Einreichung  von  Reise-  oder  Identitätspapieren  im 
Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert worden (vgl. Art. 32 
Abs. 3 Bst. a AsylG),

dass deshalb davon auszugehen ist, die Beschwerdeführenden seien 
in Wirklichkeit im Besitz von Papieren, mit denen sie gereist sind, und 
wollten  diese  den  Behörden  nicht  offenlegen,  oder  sie  hätten  ihre 
Identitätspapiere zum Zwecke der Erschwerung eines allfälligen Voll-
zugs der Wegweisung zu Hause gelassen,

dass die Schilderungen der Beschwerdeführerin, sie sei nach dem Tod 
ihres Vaters vom mutmasslichen Mörder bedroht worden, und sie habe 
aus  Angst,  eine  Blutrache  auszulösen,  keinen  Schutz  vor  diesen 
Bedrohungen suchen können,  zahlreiche Ungereimtheiten aufweisen 
und insgesamt nicht glaubhaft werden,

dass die Beschwerdeführerin beispielsweise ausführte, sie wisse nicht, 
wie F._______ – jener Verwandte, der angeblich ihren Vater ermordet 
und  sie  und  ihre  Kinder  bedroht  habe  –  zum vollen  Namen  heisse 
(A11, S. 5),

dass  sie  weiter  angab,  es  käme zu einer  Blutrache,  wenn  sie  ihren 
Verdacht,  dass  F._______  der  Täter  sei,  der  Polizei  melden  würde 
(A11, S.8), während sie andererseits kurz darauf angab, dass auch die 
Polizei  davon ausgehe,  dass  es  jemand von der  Verwandtschaft  sei 
(A11, S. 10),

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dass sie  einerseits  aussagte,  sich  vor  der  Rache von F._______ zu 
fürchten, da er sie und ihre Kinder bedroht habe (A11, S. 8), anderer-
seits aber ausführte, F._______ habe ihr nichts antun wollen, sondern 
habe nur gewollt, dass sie den Mund halte (A11, S. 11),

dass  der  Verdacht  der  Beschwerdeführerin  gegen  F._______  darauf 
beruht,  dass  ihr  Vater  kurz  vor  seiner  Ermordung  während  seines 
letzten  Telefongesprächs  ihr  gegenüber  erwähnt  habe,  F._______ 
fahre mit dem Auto vor,

dass gemäss ihren Darstellungen in der EVZ-Anhörung F._______ von 
ihrem Verdacht  wissen soll,  weil  sie  einem Verwandten im Auto von 
diesem  letzten  Telefongespräch  mit  dem  Vater  und  dessen  Inhalt 
erzählt  habe,  beziehungsweise  weil  F._______  selber  sie  im  Auto 
gefahren  und  dies  von  ihr  erfahren  habe  und  ihr  daraufhin  gedroht 
habe (A1, S. 7),

dass sie in der Beschwerde demgegenüber ausführte, F._______ habe 
über  die  von  den  Behörden  ausgedruckte  Liste  des  Telefons  ihres 
Vaters  erfahren,  dass  sie  von  seiner  Beteiligung  am  Mord  wisse 
(Beschwerde, S. 3),

dass  die  Erklärung,  weshalb  F._______  wissen  soll,  dass  die  Be-
schwerdeführerin ihn verdächtige, überaus konstruiert und realitätsfern 
wirkt,

dass  die  Tatsache,  dass  die  Äusserung  des  Verdachts  der  Be-
schwerdeführerin zu Blutrache führen könnte, obwohl  die Polizei  an-
geblich  ebenfalls  Familienmitglieder  verdächtigen  soll,  nicht  nach-
vollziehbar ist,

dass  –  obwohl  die  von  der  Vorinstanz  angeführten  Widersprüche 
zwischen  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  und  ihrem  Sohn 
unbeheflich sind, handelt  es sich doch um einen knapp (...)-jährigen 
Jungen, welcher wohl kaum über alles von seiner  Mutter  eingeweiht 
werden wird – des Weiteren auf  die von der Vorinstanz angeführten 
Ungereimtheiten zu verweisen ist,

dass die  Vorbringen der  Beschwerdeführerin  zu  ihren Fluchtgründen 
nicht geglaubt werden können,

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dass in  der Beschwerdeschrift  zu den Asylvorbringen und der Argu-
mentation  der  Vorinstanz  weiter  nichts  angeführt  wird,  was  die  Be-
schwerdeführerin nicht bereits in den Befragungen angab, weshalb die 
Beschwerde nicht geeignet ist, die Einschätzung der Unglaubhaftigkeit 
ihrer Vorbringen umzustossen,

dass  auch  die  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten 
Beweismittel daran nichts zu ändern vermögen, da sie höchstens die 
Tötung  des  Vaters  der  Beschwerdeführerin  beweisen  könnten,  nicht 
aber ihre daraus abgeleiteten Fluchtvorbringen,

dass deshalb die Frage der Echtheit der Beweismittel offen gelassen 
werden kann,

dass  die  Argumentation  des  BFM  hinsichtlich  der  Unglaubhaftigkeit 
der  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  zu  stützen  ist  und  die  Vor-
instanz  demnach  zu  Recht  feststellte,  die  Beschwerdeführenden  er-
füllten die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht,

dass  demnach  auch  die  Fragen  offen  bleiben  können,  ob  bei  einer 
hypothetischen  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  der  Beschwerde-
führerin, sie und ihre Kinder würden vom Mörder ihres Vaters bedroht, 
der Staat schutzwillig und -fähig wäre, ob den Beschwerdeführenden 
eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  offenstünde  und  ob eine  Über-
prüfung dieser Fragen in einer summarischen Prüfung gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG vom BFM ausreichend vorgenommen wurde,

dass das BFM zu Recht davon ausging, es seien keine weiteren Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder – wie sich 
aus den folgenden Erwägungen ergeben wird – eines allfäl ligen Weg-
weisungshindernisses erforderlich,

dass das BFM demnach gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 32 
Abs.  3  AsylG  zu  Recht  nicht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerde-
führenden eingetreten ist,

dass gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG die Ablehnung eines Asylgesuchs 
oder  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Kanton keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt  hat (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 
vom 11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR 142.311]) 
und  sich  die  Beschwerdeführenden  auch  nicht  auf  einen  dahin-

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gehenden Anspruch berufen können (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), wes-
halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Be-
stimmungen steht,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden ins 
Heimatland  unter  Berücksichtigung  der  völkerrechtlichen  Ver-
pflichtungen der Schweiz (Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [Flüchtlingskonvention, 
FK, SR 0.142.30], Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [Europäische Men-
schenrechtskonvention, EMRK, SR 0.101],  Art. 1 und 3 des Überein-
kommens  vom 10.  Dezember  1084  gegen  Folter  und  andere  grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
[FoK,  SR  0.105  ],  Art.  3  und  22  des  Übereinkommens  vom 
20. November 1989 über die Rechte des Kindes [SR 0.107])  und der 
Bestimmungen von Art. 5 Abs. 1 AsylG sowie Art. 25 Abs.  2 und 3 der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 18. 
April 1999 (BV, SR 101) als zulässig im Sinne von Art. 83 Abs. 3 AuG 
erweist, da vor dem Hintergrund der obenstehenden Erwägungen nicht 
von drohenden Menschenrechtsverletzungen auszugehen ist  und die 
Flüchtlingseigenschaft nicht besteht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat der 
Beschwerdeführenden noch individuelle Gründe auf eine konkrete Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  diesbezüglich  zu-
treffend  darauf  hingewiesen  hat,  dass  die  Beschwerdeführerin  über 
eine  überdurchschnittlich  gute  Ausbildung  (...)  und  über  Berufs-

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erfahrung verfügt, dass sie bereits vor ihrer Ausreise während Jahren 
– seit der Trennung beziehungsweise Scheidung von ihrem Mann – für 
sich und die Kinder gesorgt hat, und dass sie in Dagestan ihren An -
gaben zufolge über ein tragfähiges verwandtschaftliches Beziehungs-
netz verfügt,

dass  eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Kinder  nach 
dem oben  Gesagten,  wonach  die  angebliche  Bedrohung  durch  den 
Mörder  ihres  Vaters  nicht  glaubhaft  geworden ist,  nach Dagestan in 
Frage  steht  und  als  zumutbar  zu  würdigen  ist,  weshalb  die 
Ausführungen in der Beschwerde (S. 4), wegen ihrer nichtrussischen 
Ethnie  und  der  Herkunft  aus  dem  Nordkaukasus  wären  die 
Beschwerdeführenden  im  Heimatland  mit  Rassismus  konfrontiert, 
unbehelflich sind,

dass  die  Beschwerdeführerin  ausführt,  Stress  und  Depressionen 
hätten  bei  ihr  zu  einem  nervlichen  und  psychoemotionalen 
Zusammenbruch geführt (Beschwerde S. 5), dass aber diesbezüglich 
aus  den  Akten  keine  konkreten  Hinweise  hervorgehen  und  im  EVZ 
einzig ein Arztbesuch der Beschwerdeführerin wegen Halsschmerzen, 
der  gemäss  Auskunft  des  Arztes  als  Bagatelle  eingestuft  werden 
konnte (A10/1), aktenkundig gemacht worden ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen selbst obliegt, bei der Be-
schaffung  gültiger  Reisepapiere  in  gebotener  Weise  mitzuwirken 
(Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass diese Feststellungen über das Fehlen von Wegweisungsvollzugs-
hindernisse allesamt ohne Weiteres aufgrund der bestehenden Akten 
getroffen  werden  können  und  keine  weiteren  diesbezüglichen  Ab-
klärungen erforderlich sind (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht  gelungen ist  dar-
zutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

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dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses sowie das Gesuch, die zuständigen Behörden seien anzu-
weisen,  jegliche  Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimat-
landes oder irgendeine Übermittlung persönlicher Daten an diese zu 
unterlassen  mit  dem  vorliegenden  Entscheid  in  der  Sache  obsolet 
werden (Art. 97 Abs. 2 AsylG),

und  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  dass  den  Behörden  des 
Heimatlandes  bereits  Daten  betreffend  die  Beschwerdeführenden 
übermittelt worden wären, weshalb auch der Antrag, über eine solche 
Datenweitergabe  sei  in  einer  separaten  Anordnung  zu  informieren, 
gegenstandslos ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  um  unentgeltliche  Prozessführung 
nach Art.  65  Abs. 1  VwVG ersuchten,  die  Beschwerde jedoch  nach 
dem Gesagten aussichtslos im Sinne dieser Bestimmung ist, weshalb 
das Gesuch ungeachtet der finanziellen Verhältnisse der Beschwerde-
führenden abzuweisen ist,

dass bei  diesem  Verfahrensausgang  die  Kosten  des  Beschwerde-
verfahrens  von  Fr  600.– (Art. 1-3  des  Reglements  vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 
(Art. 65 Abs. 1 VwVG) wird abgewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und an die 
kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Contessina Theis

Versand: 

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