# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e65374d5-8211-53fc-af54-68cda2aa39c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 11.06.2024 SK 2023 213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-213_2024-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 213+214

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Juni 2024 

Besetzung Obergerichtssuppleant Blaser (Präsident i.V.), Oberrichter Wuil-
lemin, Oberrichterin Schwendener
Gerichtsschreiberin Walthard

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand mehrfache Vergewaltigung und Drohung sowie Widerrufsverfah-
ren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-See-
land (Kollegialgericht) vom 21. Februar 2023 (PEN 22 857-859)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Kollegialgericht in Dreierbesetzung 
(nachfolgend: Vorinstanz), fällte am 21. Februar 2023 folgendes Urteil (pag. 512 ff.; 
Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Vergewaltigung, angeblich begangen an einem unbestimmten Tag im 
Sommer 2018 (ca. um den 20.08.2018 herum), z.N. von C.________

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen in der Zeit vom ca. 01.01.2014 bis zum 03.05.2021, 
in D.________ (Ortschaft), E.________weg, z.N. von C.________, insbesondere 

1.1. an einem unbestimmten Morgen im Jahr 2014 (AKS Ziff. 1.1);

1.2. im Sommer 2017 (ca. Anfang August; AKS Ziff. 1.2);

1.3. am 03.05.2021 (AKS Ziff. 1.4);

2. der Drohung, begangen am 29.05.2021 in D.________(Ortschaft), E.________weg, oder evtl. 
anderswo, z.N. von C.________ (AKS Ziff. 2);

und in Anwendung der
Art. 34, 40, 43, 44, 47, 49, 66a Abs. 1 lit. h, 180 Abs. 1, 190 Abs. 1 StGB
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten.

Davon sind 6 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 30 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 5 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 900.00.

3. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 15'100.00 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 12'134.20, insgesamt bestimmt auf 
CHF 27'234.20 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 16'585.35).

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

3

III.

1. Das Widerrufsverfahren PEN 22 858 (Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft vom 
05.10.2017) gegen A.________ wird eingestellt (Art. 46 Abs. 5 StGB).

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren PEN 22 858 (Urteil der Regionalen Staats-
anwaltschaft vom 05.10.2017) von CHF 300.00 werden vom Kanton Bern getragen.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

3. Der A.________ mit Urteil der Kantonalen Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben vom 
19.11.2020 für eine Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu CHF 70.00 gewährte bedingte Vollzug 
wird nicht widerrufen (Widerrufsverfahren PEN 22 859).

Die Probezeit wird um ein Jahr verlängert.

4. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren PEN 22 859 (Urteil der Kantonalen Staats-
anwaltschaft für besondere Aufgaben vom 19.11.2020) von CHF 300.00 werden A.________ 
auferlegt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

5. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung wird verzichtet.

IV.

[amtliche Entschädigung]

V.

Weiter wird verfügt:

1. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist wird dem zuständigen Bundesamt erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

2. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienlichen Daten nach 
Ablauf der gesetzlichen Frist wird dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst erteilt 
(PCN-Nr. ________; Art. 354 Abs. 4 lit. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

3. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet (Art. 20 N-SIS-Verordnung).

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung und Gang des Verfahrens

Gegen dieses Urteil meldeten die Verteidigung von A.________ (nachfolgend: Be-
schuldigter) am 22. Februar 2023 und der zuständige Staatsanwalt der Region 
Berner Jura-Seeland am 27. Februar 2023 fristgerecht Berufung an (pag. 520; 
pag. 531). Mit Verfügung vom 28. April 2023 stellte die Vorinstanz den Parteien die 
schriftliche Urteilsbegründung, datierend ebenfalls vom 28. April 2023, zu 
(pag. 595 f.; pag. 536 ff.).

Am 8. Mai 2023 reichte die Generalstaatsanwaltschaft form- und fristgerecht die 
Berufungserklärung ein. Darin beschränkte sie die Berufung auf den Freispruch 

4

vom Vorwurf der Vergewaltigung (Ziff. I des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) so-
wie auf den Sanktionenpunkt (pag. 609 ff.). Mit Eingabe vom 17. Mai 2023 reichte 
die Verteidigung die Berufungserklärung des Beschuldigten ein, beschränkt auf 
sämtliche Schuldsprüche gemäss Ziff. II des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs und 
die damit zusammenhängenden Folgepunkte des Urteils, namentlich die Bemes-
sung der Strafe, die Anordnung von Massnahmen (insbesondere die Landesver-
weisung) sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen (pag. 612 f.).

Die Verteidigung teilte mit Schreiben vom 31. Mai 2023 namens des Beschuldigten 
mit, dass kein Nichteintreten auf die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft bean-
tragt und keine Anschlussberufung erklärt werde (pag. 619). Mit Eingabe vom 
8. Juni 2023 teilte die Generalstaatsanwaltschaft ihrerseits mit, dass kein Nichtein-
treten auf die Berufung des Beschuldigten beantragt und auf die Erklärung der An-
schlussberufung verzichtet werde (pag. 621 f.).

Am 26. April 2024 ging bei der 1. Strafkammer ein auf den 22. April 2024 datiertes 
Schreiben von C.________ ein, in welchem diese darum ersuchte, von einer Lan-
desverweisung des Beschuldigten abzusehen (pag. 660). Mit Verfügung vom 
2. Mai 2024 wurde den Parteien von diesem Schreiben Kenntnis gegeben 
(pag. 661 f.).

Die Berufungsverhandlung fand am 10./11. Juni 2024 statt (pag. 713 ff.).

Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass C.________ am 
9. Juli 2024 ein Schreiben mit dem Titel «Gesuch um widerruf der Klage gegen 
A.________ geb. ________, Eritrea» einreichte, in welchem sie zusammengefasst 
angab, den Beschuldigten zu Unrecht beschuldigt zu haben, weshalb sie um Auf-
hebung des Urteils ersuche (pag. 763). In der Folge beantragte die Verteidigung 
namens des Beschuldigten, das Urteil vom 11. Juni 2024 sei aufzuheben, es sei 
eine neue Hauptverhandlung anzusetzen und eine erneute Zeugeneinvernahme 
mit C.________ durchzuführen (pag. 767 f.). Mit Schreiben vom 16. August 2024 
(pag. 774 f.) wurde die Verteidigung seitens der Verfahrensleitung darauf hinge-
wiesen, dass die Kammer nach der mündlichen Eröffnung ihres Entscheids an die-
sen gebunden und eine nachträgliche materielle Abänderung in Form einer Wie-
dererwägung nicht möglich ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1B_74/2022 vom 
20. Mai 2022 E. 3.3, 6B_723/2019 vom 15. August 2019 E. 3 und 6B_633/2015 
vom 12. Januar 2016 E. 5.3). Aus diesem Grund wird im Folgenden nicht weiter auf 
das Schreiben von C.________ vom 9. Juli 2024 eingegangen.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Schreiben vom 3. April 2024 die Ein-
holung eines aktuellen Berichts beim Staatssekretariat für Migration hinsichtlich 
Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung (pag. 649). Zumal das Einholen 
von ergänzenden Berichten hinsichtlich der Prüfung der strafrechtlichen Landes-
verweisung bereits mit Vorladung vom 29. November 2023 angeordnet wurde (vgl. 
pag. 637), erachtete die Verfahrensleitung den Beweisantrag der Generalstaats-
anwaltschaft mit Verfügung vom 8. April 2024 als gegenstandslos (pag. 650 f.).

5

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug (datierend vom 15. Mai 2024; pag. 703 ff.) sowie ergänzende 
Berichte hinsichtlich der Prüfung einer strafrechtlichen Landesverweisung beim Mi-
grationsdienst der Stadt D.________ (datierend vom 23. April 2024; pag. 658 f.) 
und beim Staatssekretariat für Migration (datierend vom 24. April 2024; pag. 698 
ff.) über den Beschuldigten eingeholt.

Mit Schreiben vom 13. Mai 2024 reichte die Verteidigung folgende Dokumente ein 
und beantragte, diese seien zu den Akten zu erkennen (pag. 663 ff.):

 Nachtrag vom 8. Juni 2023 zum Mietvertrag vom 1. Juli 2020

 Entscheid der KESB F.________ vom 27. Februar 2024

 Schreiben der Abteilung Soziales der Stadt D.________ vom 11. Juli 2023 betr. 
Abschluss Dossier

 Lohnabrechnungen Januar, März und April 2023

 Einsatzvertrag betr. G.________ AG vom 24. Mai 2023

 Lohnabrechnungen Mai bis September 2023 betr. G.________ AG

 Einsatzvertrag betr. H.________ AG vom 4. September 2023

 Lohnabrechnungen betr. H.________ AG September 2023 bis April 2024

 Arbeitsvertrag zwischen Frau I.________ und J.________ AG vom 13. März 
2024

Mit Verfügung vom 21. Mai 2024 wurden die eingereichten Unterlagen zu den Ak-
ten erkannt (pag. 710 f.).

Schliesslich wurden C.________ und der Beschuldigte anlässlich der Berufungs-
verhandlung erneut einvernommen (pag. 716 ff.).

4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigter

Die Verteidigung stellte und begründete anlässlich der Berufungsverhandlung na-
mens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 747; Hervorhebung im Original):

1. A.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen

1.1. der Vergewaltigung, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom ca. 1.1.2014 bis 
3.5.2021, in D.________(Ortschaft), E.________weg, z.N. von C.________

1.2. der Drohung, angeblich begangen am 29.5.2021 in D.________(Ortschaft), 
E.________weg oder ev. anderswo, z.N. C.________

2. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen

3. Es sei A.________ eine angemessene Entschädigung für die erst- und oberinstanzlichen Vertei-
digungskosten gemäss eingereichten Kostennoten auszurichten

4.2 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung 
Folgendes (pag 752 f.; Hervorhebungen im Original):

6

I.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen in der Zeit von circa 1. Januar 2014 bis zum 
3. Mai 2021 in D.________(Ortschaft), E.________weg, z.N. von C.________, insbesondere

1.1 an einem unbestimmten Morgen im Jahr 2014;

1.2 im Sommer 2017 (circa Anfang August 2017);

1.3 im Sommer 2018 (circa um den 20. August 2018);

1.4 am 3. Mai 2021;

2. der Drohung, begangen am 29. Mai 2021 in D.________(Ortschaft), E.________weg oder evtl. 
anderswo, z.N. von C.________;

und er sei in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 56 Monaten,

2. zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 900.00; unter 
Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren;

3. zu einer Landesverweisung von acht Jahren;

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von 
CHF 450.00 gemäss Art. 21 VKD).

III.

1. Das Widerrufsverfahren betreffend PEN 22 858 (Urteil der Staatsanwaltschaft Berner Jura-
Seeland vom 5. Oktober 2017) sei einzustellen; dies unter Auferlegung der erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten an den Kanton Bern und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

2. Der A.________ mit Urteil der kantonalen Staatsanwaltschaft Besondere Aufgaben vom 19. No-
vember 2020 (PEN 22 859) für eine Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu CHF 70.00 gewährte be-
dingte Vollzug sei nicht zu widerrufen.

3. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren betreffend PEN 22 859 (Ur-
teil der kantonalen Staatsanwaltschaft Besondere Aufgaben vom 19. November 2020) seien 
A.________ aufzuerlegen.

4. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung sei zu verzichten.

5. Für die oberinstanzlichen Widerrufsverfahren seien keine separaten Verfahrenskosten auszu-
scheiden.

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu ertei-
len (PCN-Nr. ________; Art. 354 Abs. 4 lit. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

7

4. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise – und Aufenthaltsverweigerung im 
Schengener Informationssystem anzuordnen.

5. Es seien die weiteren nötigen Verfügungen zu erlassen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]).

Aufgrund der beschränkten Berufungen des Beschuldigten und der Generalstaats-
anwaltschaft durch die Kammer zu überprüfen sind der Freispruch von der An-
schuldigung der Vergewaltigung (Ziff. I des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs), die 
Schuldsprüche wegen Vergewaltigung, mehrfach begangen (Ziff. II.1 des vor-
instanzlichen Urteilsdispositivs), und wegen Drohung (Ziff. II.2 des vorinstanzlichen 
Urteilsdispositivs), die Strafe (Ziff. II Verurteilung Ziff. 1-2 des vorinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), die Anordnung einer Landesverweisung (Ziff. II Verurteilung Ziff. 3 
des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) samt Ausschreibung der Landesverweisung 
im Schengener Informationssystem (Ziff. V.3 des vorinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs) sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. II Verurteilung Ziff. 4 und 
Ziff. IV des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Auf die Höhe des amtlichen Hono-
rars für die Verteidigung in erster Instanz ist indes nur zurückzukommen, sofern die 
Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer 
Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_769/2016 vom 
11. Januar 2017 E. 2.3 und 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2). Darü-
berhinausgehend unterliegt dieser Punkt aufgrund der fehlenden diesbezüglichen 
Berufung durch die Generalstaatsanwaltschaft dem Verschlechterungsverbot 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 
10. März 2023 E. 2.2.5). Nicht der Rechtskraft zugänglich und somit durch die 
Kammer ebenfalls neu zu beurteilen sind schliesslich die Verfügungen betreffend 
das erstellte DNA-Profil und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten (Ziff. V.1-2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Untrennbar verbunden mit der im Rahmen der Wahl der Strafart und des bedingten 
Vollzugs zu stellenden Legalprognose ist im Falle eines Schuldspruchs ein gege-
benenfalls anzuordnender Widerruf (vgl. BGE 144 IV 383 E. 1.1; Urteile des Bun-
desgerichts 6B_548/2011 vom 14. Mai 2012 E. 3 und 6B_802/2016 vom 24. Au-
gust 2017 E. 3.2). Allerdings darf der Widerruf nicht mehr angeordnet werden, 
wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen sind (Art. 46 Abs. 5 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]). Im Falle eines Schuld-
spruchs ist demnach der Widerruf des mit Urteil der Kantonalen Staatsanwaltschaft 
für besondere Aufgaben vom 19. November 2020 (Widerrufsverfahren PEN 22 
859) für eine Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu CHF 70.00 gewährten bedingten 
Vollzugs zu überprüfen (Ziff. III.3-5 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Dem-
gegenüber sind die Einstellung des Widerrufsverfahrens PEN 22 858, die Auferle-
gung der diesbezüglichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie der diesbe-
zügliche Verzicht auf Ausrichtung einer Entschädigung aufgrund des Zeitablaufs in 
Rechtskraft erwachsen (Ziff. III.1-2 und III.5 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).

8

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen und der der Rechts-
kraft nicht zugänglichen Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Sie ist 
aufgrund der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft – mit vorgenannter Ausnah-
me hinsichtlich Höhe des amtlichen Honorars für die Verteidigung in erster In-
stanz – nicht an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO ge-
bunden, das heisst sie darf das Urteil auch zu Ungunsten des Beschuldigten abän-
dern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen und 
der Aussageanalyse im Besonderen kann auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 541 ff., S. 6 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

7. Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat die unbestrittene Vorgeschichte zwischen dem Beschuldigten 
und C.________ zutreffend dargelegt, darauf wird verwiesen (pag. 540, S. 5 der 
vorinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte und C.________ haben sich in Italien kennengelernt (C.________: pag. 17, Z. 69 
ff.; Beschuldigter: pag. 74, Z. 40 ff.) und waren ab 2007 ein Paar (C.________: pag. 18, Z. 82; Be-
schuldigter: pag. 74, Z. 40 ff.). Die beiden sind im Jahr 2008 gemeinsam in die Schweiz eingereist 
(Beschuldigter: pag. 74, Z. 40 ff.). Sie haben jedoch nie geheiratet (Beschuldigter: pag. 74, Z. 40 ff.; 
pag. 226). Gemeinsam haben sie zwei Kinder (K.________ [geb. ________] und L.________ 
[________]). Im Jahr 2012 haben sich die beiden getrennt (C.________: pag. 18, Z. 85; Beschuldig-
ter: pag. 74, Z. 40 ff.). Im Rahmen des Besuchsrechts der Kinder kam es zu diversen Differenzen 
(C.________: pag. 17 f., Z. 72 ff.; Beschuldigter: pag. 75, Z. 52 ff.).

Die dem Beschuldigten mit Anklageschrift vom 12. Dezember 2022 (pag. 427 ff.) 
zur Last gelegten Delikte stehen im Zusammenhang mit der Beziehung zu 
C.________. Demnach soll es nach der Trennung der beiden zu mehreren Verge-
waltigungen gekommen sein, welche den primären Gegenstand der Anklageschrift 
bilden. Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, 
C.________ am 29. Mai 2021 bedroht zu haben. Wie die Vorinstanz zutreffend 
festgehalten hat (pag. 540, S. 5 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung), entfällt 
bezüglich des Vorwurfs der Drohung die Anwendung der Sonderbestimmung der 
häuslichen Gewalt gemäss Art. 180 Abs. 2 Bst. b StGB, zumal der Beschuldigte 
und C.________ zum fraglichen Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren getrennt 
waren und auch nicht mehr zusammenwohnten. 

Wie bereits die Vorinstanz nimmt auch die Kammer die Beweiswürdigung in Bezug 
auf sämtliche Vergewaltigungsvorwürfe in einem Schritt vor (E. II.8 hiernach). In ei-
nem zweiten Schritt werden schliesslich die Beweise hinsichtlich der vorgeworfe-
nen Drohung gewürdigt (E. II.9 hiernach).

9

8. Zum Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung

8.1 Angeklagter Sachverhalt / Bestrittener Sachverhalt

In Ziff. I.1 der Anklageschrift vom 12. Dezember 2022 wird dem Beschuldigten Fol-
gendes vorgeworfen (pag. 427 ff.; Hervorhebungen im Original):

Vergewaltigung, mehrfach begangen in der Zeit vom ca. 01.01.2014 bis zum 03.05.2021, in 
D.________(Ortschaft), E.________weg, indem der Beschuldigte nach der Trennung von seiner Ex-
Partnerin C.________ mehrfach bei ihr vorbeiging, sich unter einem Vorwand wie lediglich einen Kaf-
fee trinken oder gemeinsam essen zu wollen, Einlass in die Wohnung von C.________ erschlich, ihr 
dort dann jeweils kurze Zeit später eröffnete, mit ihr Geschlechtsverkehr vollziehen zu wollen, was 
C.________ jeweils abgelehnt hat, und der Beschuldigte sie danach trotz des verbal und/oder körper-
lich manifestierten Widerstands (durch versuchtes Wegstossen bzw. auf Distanz halten mit den Hän-
den und/oder Treten mit den Füssen) von C.________ packte und in das Schlafzimmer von ihr oder 
den Kindern trug, sie an den Schultern rücklings aufs Bett drückte, ihr Nachthemd nach oben schob 
und ihr in einem Fall die Unterhosen auszog, ehe er gegen ihren Willen den vaginalen Geschlechts-
verkehr mit ihr vollzog, so insbesondere: 

1.1. an einem unbestimmten Morgen im Jahr 2014 (evtl. auch im Jahr 2016), indem der Beschuldigte 
C.________ nach dem Kaffeetrinken in der Küche von deren Domizil zu überreden versuchte, 
mit ihm zu schlafen, was diese ablehnte, worauf der Beschuldigte C.________ hochhob und ins 
Schlafzimmer herüber trug, wo er sie rücklings aufs Bett legte, sie an den Schultern festhielt 
bzw. aufs Bett drückte und gegen ihren verbal und körperlich durch versuchtes Wegstossen ma-
nifestierten Willen und trotz der von ihr geäusserten Schmerzen den vaginalen Geschlechtsver-
kehr an ihr vollzog, bis er zum Samenerguss kam;

1.2. im Sommer 2017 (ca. Anfang August), indem der Beschuldigte morgens während einer Arbeits-
pause bei C.________ vorbeiging und ihr nach dem Einlass in die Wohnung eröffnete, dass er 
mit ihr Geschlechtsverkehr vollziehen wolle, was C.________ ablehnte, worauf der Beschuldigte 
C.________ hochhob und ins Schlafzimmer trug, wo er sie rücklings aufs Bett legte, sie an den 
Schultern festhielt bzw. aufs Bett drückte und gegen ihren verbal und körperlich durch versuch-
tes Wegstossen bzw. Treten manifestierten Willen und trotz der von ihr geäusserten Schmerzen 
während verhältnismässig kurzer Zeit den ungeschützten vaginalen Geschlechtsverkehr an ihr 
vollzog bis er zum Samenerguss kam, woraufhin C.________ schwanger wurde und das Kind im 
September 2017 abtreiben liess;

1.3. an einem unbestimmten Tag im Sommer 2018 (ca. um den 20.08.2018 herum), indem der Be-
schuldigte bei C.________ vorbeiging und ihr nach dem Einlass in die Wohnung eröffnete, dass 
er mit ihr Geschlechtsverkehr vollziehen wolle, was C.________ ablehnte, worauf der Beschul-
digte C.________ hochhob und ins Schlafzimmer trug, wo er sie rücklings aufs Bett legte, sie an 
den Schultern festhielt bzw. aufs Bett drückte und gegen ihren verbal und körperlich durch ver-
suchtes Wegstossen manifestierten Willen den ungeschützten vaginalen Geschlechtsverkehr an 
ihr vollzog bis er zum Samenerguss kam, woraufhin C.________ schwanger wurde und das 
Kind im Oktober 2018 abtreiben liess;

1.4. am 03.05.2021, indem der Beschuldigte gegen 10:00 Uhr morgens bei C.________ vorbeiging, 
angeblich um anlässlich des eritreischen Osterfestes zusammen zu essen, dann allerdings ohne 
etwas zu essen oder einen Kaffee zu trinken anfing, C.________ zu umarmen und ihr zu sagen, 
dass er sie fest vermisst habe und mit ihr schlafen wolle, was C.________ ablehnte, worauf der 
Beschuldigte C.________ hochhob und ins Kinder-Schlafzimmer von K.________ trug, wo er sie 

10

rücklings aufs Bett legte, ihr die Unterhosen auszog, sie fest aufs Bett drückte und gegen ihren 
verbal manifestierten Willen und trotz der von ihr geäusserten Schmerzen während ca. 40 Minu-
ten den vaginalen Geschlechtsverkehr an ihr vollzog bis er zum Samenerguss kam.

Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Vorwürfe (vgl. E. I.4 hiervor).

8.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Beweismittel, die bereits im erstinstanzlichen Verfahren vor-
lagen, zutreffend wiedergegeben und zusammengefasst (pag. 544 ff., S. 9 ff. der 
vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf kann vorab verwiesen werden. Soweit 
erforderlich wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung näher darauf 
eingegangen. Dies gilt auch für die oberinstanzlich ergänzend erhobenen Beweis-
mittel gemäss E. I.3 hiervor.

8.3 Beweiswürdigung der Kammer

8.3.1 Vorbemerkung

Die zentrale Frage im vorliegenden Verfahren lautet, ob es im angeklagten Tatzeit-
raum zwischen dem Beschuldigten und C.________ zu nicht einvernehmlichem 
Geschlechtsverkehr gekommen ist. Beweiswürdigend geht es dabei um eine klas-
sische Aussage-gegen-Aussage-Konstellation. Zeugenaussagen in Bezug auf die 
angeklagten Vergewaltigungen gibt es keine. Zwar liegen verschiedene objektive 
Beweismittel vor, diese vermögen aber für die Beantwortung der genannten Frage 
keinen Beweis zu erbringen. Immerhin geht daraus jedoch Folgendes hervor:

 Die Berichte des Spitalzentrums D.________ bestätigen, dass C.________ so-
wohl im Sommer 2017 als auch im Herbst 2018 je eine Abtreibung hat vorneh-
men lassen (pag. 164 ff.; pag. 203 ff.);

 Gemäss Sozialhilfedossier von C.________ (pag. 224 ff.) ist es in Bezug auf 
die Kinderbetreuung durch den Kindsvater (den Beschuldigten) zu Unstimmig-
keiten zwischen dem Beschuldigten und C.________ gekommen (vgl. 
pag. 257 f.);

 Weiter besteht im Sozialhilfedossier ein Eintrag, wonach das Frauenhaus 
C.________ bereits kenne, da der Grund für die Trennung häusliche Gewalt 
gewesen sei (pag. 258);

 Ebenfalls ist dem Sozialhilfedossier zu entnehmen, dass C.________ zögerte, 
einen Strafantrag gegen den Beschuldigten zu stellen und dies zusammen mit 
der Sozialarbeiterin M.________ (nachfolgend: Sozialarbeiterin) am letzten Tag 
der Frist machte (pag. 236 ff.);

 Sodann geht aus dem Sozialhilfedossier hervor, dass C.________ schon vor 
der Meldung bei der Polizei am 2. Juni 2021 bzw. am 23. Juni 2021 auf Woh-
nungssuche war. So hat sie bereits am 1. Oktober 2020 geäussert, durch die 
Situation mit ihrem Ex-Freund und Kindsvater (dem Beschuldigten) belastet zu 
sein. Der Beschuldigte sei mit seiner neuen Familie neben sie gezogen und 
seine neuen Kinder würden mit den gemeinsamen Kindern in die selbe Schule 
gehen. Die gemeinsamen Kinder würden sich in der Schule vor dem Beschul-
digten verstecken. Deshalb wolle C.________ wegziehen von 

11

D.________(Ortschaft) (pag. 269 f.). Ergänzend lässt sich einem Eintrag vom 
30. Oktober 2020 entnehmen, C.________ wolle weg von 
D.________(Ortschaft) und einen neuen Anfang für sich und ihre Söhne, da der 
Beschuldigte nie für seine Söhne dagewesen sei, jetzt aber die Halbschwester 
oft zur Schule begleite, was für die Söhne schwierig sei. Anschliessend wurde 
ihr von der Sozialarbeiterin das Prozedere bei einem allfälligen Umzug erklärt 
und sie wurde über die Kündigungsfristen ihrer jetzigen Wohnung informiert 
(pag. 269). Aus den Einträgen der folgenden Wochen geht hervor, dass sich 
C.________ ab dann auf die Wohnungssuche konzentrieren wollte und diesbe-
züglich vom Sozialdienst insbesondere hinsichtlich eines Eintrags in ihrem Be-
treibungsregisterauszug unterstützt wurde (vgl. pag. 260 ff.). Hinweise, wonach 
es seitens des Sozialdiensts bzw. der Behörden je Einwände gegen den Um-
zugswunsch gegeben hätte, finden sich im Sozialhilfedossier keine.

In Bezug auf die subjektiven Beweismittel erachtete die Vorinstanz die Aussagen 
von C.________ als glaubhaft, jene des Beschuldigten hingegen als unglaubhaft. 
Weiter stellte die Vorinstanz auf die Aussagen von N.________ und O.________ 
ab, nicht jedoch auf jene von I.________. Bezüglich der Aussagen von P.________ 
und Q.________ führte sie aus, darauf könne nur mit grösster Zurückhaltung abge-
stellt werden (pag. 556 ff., S. 21 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Bereits 
an dieser Stelle ist festzuhalten, dass sich die Kammer der detailliert und umfas-
send vorgenommenen Aussagenwürdigung der Vorinstanz weitgehend anschlies-
sen kann, wobei im Folgenden gewisse Ergänzungen und Präzisierungen ange-
zeigt sind.

8.3.2 Zu den Aussagen von C.________

Die Vorinstanz führte in Bezug auf die Aussagen von C.________ Folgendes aus 
(pag. 560 ff., S. 25 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im 
Original):

Betreffend das Aussageverhalten von C.________ ist vorab festzuhalten, dass diese bezüglich das 
Kerngeschehen jeweils gleich und konstant ausgesagt hat. So hat sie bezüglich sämtlicher Vorfälle 
stets ausgesagt, dass der Beschuldigte zu ihr gekommen sei, wenn die Kinder abwesend waren, er 
sie kurz darauf ins Schlafzimmer gezogen bzw. getragen habe und dort den Geschlechtsverkehr ge-
gen ihren Willen vollzogen habe. Bereits an dieser Stelle kann auf den Umstand hingewiesen werden, 
dass C.________ den Beschuldigten nicht von sich aus der Vergewaltigung bezichtigte oder von 
sich aus zur Polizei gegangen ist. Vielmehr war es ihre Sozialarbeiterin M.________, welche ihr auf-
grund ihrer Schilderungen der Geschehnisse erklärte, dass es sich bei den Handlungen des Beschul-
digten um eine Vergewaltigung, also um eine Straftat handelt. C.________ ging entsprechend erst 
aufgrund der Intervention von M.________ zur Polizei, wobei sie sich durch letztere begleiten liess 
(pag. 257). Diese Umstände zeigen, dass C.________ bereits zu Beginn der Untersuchung davor 
zurückschreckte, den Beschuldigten übermässig zu belasten. Wäre es ihr nur darum gegangen, den 
Beschuldigten zu Unrecht zu belasten, weil sie – wie letzterer aussagte – Streit mit dessen neuer 
Freundin hatte, hätte sie die Anschuldigungen der Vergewaltigung von Beginn an, und nicht erst auf 
entsprechende Intervention der Sozialarbeiterin, zur Anzeige gebracht. Das Verhalten von 
C.________ zeigt jedoch, dass sie keinerlei Intention hatte, den Beschuldigten vorweg und zielgerich-
tet wegen Vergewaltigung anzuzeigen. Aus den Akten des Sozialdienstes geht zudem hervor, dass 
sie sich an ihrem Wohnort in D.________ zunehmend unwohl fühlte, zumal der Beschuldigte mit sei-

12

ner neuen Familie in die Nähe gezogen sei. Aufgrund dessen suchte sie Hilfe bei ihrer Sozialarbeite-
rin, und äusserte den Wunsch, umzuziehen. Im Rahmen dieser Bestrebung legte C.________ sodann 
die Umstände ihres Unwohlseins dar, weshalb die Tatvorwürfe ans Licht kamen (vgl. pag. 257 ff.; 
pag. 34, Z. 242 ff.; pag. 37, Z. 370 f.). In diesem Zusammenhang ist auf das Folgende hinzuweisen: 
Dass C.________ die Vorwürfe erfunden hat, um einen Grund für den Umzug geltend machen zu 
können, erscheint dem Gericht unwahrscheinlich. So hatte C.________ zu diesem Zeitpunkt lediglich 
Bezugspersonen in D.________ und kannte sich in R.________ (Ortschaft) nicht aus. Der einzige 
Grund für den Umzug bestand folglich darin, sich den Gewalttaten des Beschuldigten zu entziehen. 
Folglich handelt es sich um eine unverdächtige und gut nachvollziehbare Aussagenentwicklung, 
welcher keinerlei Motiv oder Absicht zu entnehmen ist, den Beschuldigten gezielt zur Anzeige zu brin-
gen. Neben diesem eindeutigen Wahrheitssignal sind auch die übrigen Aussagen von C.________ 
von zahlreichen Realitätskriterien und Wahrheitssignalen geprägt:  

Einerseits fällt auf, dass C.________ während den Einvernahmen Emotionen zeigte. So weinte sie 
im Verlauf der Befragungen (pag. 37, Z. 360) und schilderte ihre Schamgefühle über das Erlebte, 
bzw. dass sie gegenüber ihrer besten Freundin nicht Dinge offenlege, die ihre Intimsphäre betreffen 
(pag. 476, Z. 36 f.). Ebenso schilderte C.________ in nachvollziehbarer Weise die Angst, die sie vor 
dem Beschuldigten und der Wiederholung der Ereignisse habe: «Bis heute weiss er nicht, wo ich 
wohne. Ich möchte, dass das so bleibt, damit er nicht zu mir kommen kann und die Vorfälle sich wie-

derholen» (pag. 35, Z. 300 f.). Diese Angst war es denn letztlich auch, welche dazu führten, dass 
C.________ in eine andere Stadt ziehen wollte (pag. 248 ff.). Gleiches gilt für den Umstand, dass 
C.________ erst am letzten Tag der Frist Strafantrag stellte (pag. 12). Solche Reaktionen können 
nach Ansicht des Gerichts nicht vorgespielt werden, sondern sind Ausdruck der heftigen Gemütsbe-
wegung im Hinblick auf die Geschehnisse. Auch erscheint deren Angst nachvollziehbar, zumal es 
gemäss der Aktenlage bereits vermehrt zu Vorfällen von häuslicher Gewalt zwischen dem Beschul-
digten und C.________ gekommen sein soll (pag. 257). 

Trotz dieses emotionalen Gemütszustandes ist in den Aussagen von C.________ keine Dramatisie-
rung der Geschehnisse oder eine Aggravierungstendenz erkennbar. Vielmehr zeugen deren Aussa-
gen von einer gewissen Zurückhaltung, welche die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen untermauert. So 
wird aus ihren Angaben ersichtlich, dass sie keineswegs darauf erpicht ist, den Beschuldigten in ein 
möglichst schlechtes Licht zu rücken. Hierzu wird vorab auf die obenstehenden Ausführungen betref-
fend das Zustandekommen der Anzeige verwiesen. Auch darüber hinaus relativierte C.________ ihre 
Aussagen jeweils und nahm den Beschuldigten sogar teilweise in Schutz. Beispielsweise differenzier-
te sie, dass bei den Vergewaltigungen keine Gewalt im Spiel war, er ihr dabei nicht gedroht oder sie 
verletzt habe, sie nicht wirkliche Schmerzen hatte und der Übergriff nur kurz gedauert habe (pag. 19, 
Z. 170 f.; pag. 21, Z. 260 f; pag. 20, Z. 174; pag. 21, Z. 263 f.; pag. 20, Z. 194 f.; pag. 22, Z. 278 f.; 
pag. 22, Z. 281 f.; pag. 473, Z. 26 ff.). Würden die entsprechenden Aussagen einzig der Denunzie-
rung des Beschuldigten dienen, wäre es für C.________ ein Leichtes gewesen, hier beispielsweise 
anzugeben, dass sie unter anhaltenden Schmerzen gelitten habe. Es ist indessen nicht davon auszu-
gehen, dass sie derartige Eingeständnisse machen würde, sofern sie über den angeklagten Sachver-
halt lügen würde. Auch hierbei scheinen die Aussagen von C.________ glaubhaft zu sein.

Darüber hinaus wirken die Ausführungen von C.________ eindrücklich, detailreich und ergeben ins-
gesamt ein anschauliches Bild. So zeichnen sich die Aussagen von C.________ teilweise auch durch 
originelle oder nebensächliche Schilderungen aus, beispielsweise, wenn sie ausführte, dass nur der 
Beschuldigte, sie selber aber nicht Kaffee getrunken habe (pag. 19, Z. 139) oder dass sie erst weinte, 
als der Beschuldigte wieder gegangen sei (pag. 19, Z. 167 f.). Die Schilderungen solch differenzierter 

13

Details wirken selbsterlebt, nicht erfunden und damit glaubhaft. Darüber hinaus verknüpfte 
C.________ die Tat mit Umständen aus dem Rahmengeschehen, was ebenfalls als Realkennzei-
chen zu deuten ist (pag. 17, Z. 48 ff.; pag. 18, Z. 107 ff.). 

Zwar wirken die Aussagen von C.________ teilweise nicht sehr ausführlich. Dabei ist jedoch zu 
berücksichtigen, dass sie die mehrfachen Geschehnisse eines Zeitraumes von rund sieben Jahren 
(2014 bis 2021) in wenigen Sätzen umschreibt: In Anbetracht dessen ist es naheliegend, dass sie 
nicht auf jedes noch so kleine Detail eingehen konnte. Auch ist davon auszugehen, dass sich 
C.________ aufgrund der langen Zeitdauer, sie seit den Vorfällen vergangen ist, nicht mehr an alles 
erinnern konnte, was sie mithin auch selber einräumte (pag. 471, Z. 22). Dass C.________ solche Er-
innerungslücken eingestanden hat, ist als weiteres Realkennzeichen zu deuten (pag. 31, Z. 157; 
pag. 30, Z. 88, Z. 98; pag. 32, Z. 163, Z. 167). 

Neben den zahlreichen Realitäts- und Wahrheitssignalen stehen auch die vorhandenen objektiven 
Beweismittel im Einklang mit ihren Aussagen: So finden sich im Sozialhilfedossiers entsprechende 
Einträge, welche zeitlich mit den einzelnen Vorfällen übereinstimmen. Auch stimmen die gegenüber 
der Sozialarbeiterin gemachten Aussagen mit jenen in den Einvernahmen überein (pag. 241 f.; 
pag. 257 f.). Die Aussagen von C.________ werden denn auch durch die Aussagen von Auskunfts-
personen bestätigt: So gab N.________ zu Protokoll, dass C.________ mit dem Beschuldigten Pro-
bleme hatte und von diesem ungewollt schwanger geworden sei (pag. 41, Z. 58, Z. 75 ff.; pag. 41, Z. 
85 ff.). Auch O.________ bestätigte die Aussagen von C.________ (pag. 61, Z. 76 ff.).

Abschliessend ist festzuhalten, dass es insgesamt keine Hinweise darauf gibt, dass C.________ die 
Vorwürfe erfunden hat, um den Beschuldigten in ungerechtfertigter Weise zu belasten. Vielmehr trifft 
das Gegenteil zu: So schlug C.________ im Rahmen der Hauptverhandlung schon beinahe versöhn-
liche Töne an, wenn sie angab, nicht gewusst zu haben, dass die Sache so weit gehen würde. Es sei 
ihre Absicht gewesen, dass die Sozialarbeiterin ihr eine neue Wohnung suche, damit sie von ihm 
wegkomme. Als sie vorgeschlagen habe, dass sie die Polizei informiere, habe sie dies so akzeptiert 
(pag. 476, Z. 1 ff.). Für eine bewusste Falschaussage seitens C.________ bestehen schlicht keine 
Hinweise und es ist nach dem oben Gesagten auch nicht davon auszugehen. Die Erklärung des Be-
schuldigten, wonach C.________ ihn zu Unrecht belastet habe, da sie Streit mit seiner neuen Freun-
din habe, vermag das Gericht nicht zu überzeugen. 

Die Aussagen von C.________ weisen somit zahlreiche Realkennzeichen auf: Die Aussagekonsis-
tenz, das Eingeständnis von Wissenslücken zur Tat sowie das Fehlen einer übermässigen Belastung 
deuten allesamt darauf hin, dass die Aussagen von C.________ als glaubhaft einzustufen sind. Auch 
stimmen die Aussagen mit den objektiven Beweismitteln überein, was zusätzlich für deren Glaubhaf-
tigkeit spricht.

Die Kammer kann sich diesen ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz 
grundsätzlich anschliessen. Ergänzend ist zunächst auf das Aussageverhalten von 
C.________ im Berufungsverfahren sowie die oberinstanzlichen Einwände der Ver-
teidigung einzugehen. Anschliessend erscheinen zudem wenige Präzisierungen 
angezeigt.

C.________ wurde anlässlich der Berufungsverhandlung erneut einvernommen 
(pag. 716 ff.). Zumal in Bezug auf die älteren Tatvorwürfe keine tatnahen Aussagen 
existieren, erschien es der Kammer umso wichtiger, einen unmittelbaren Eindruck 
des Aussageverhaltens von C.________ zu gewinnen. C.________ wirkte von An-
fang an sehr nervös, musste einmal richtig weinen (vgl. pag. 718 Z. 8) und atmete 

14

schwer, als sie vom Vorfall im Jahr 2018 erzählte (pag. 719 Z. 10). Entgegen der 
Verteidigung (pag. 739) war auch erkennbar, dass es C.________ Mühe bereitete, 
erneut auszusagen. Zwar stellte es sich teilweise tatsächlich als herausfordernd 
dar, ausführliche und klare Aussagen zu erhalten. Unter dem Strich erklärte 
C.________ aber auch anlässlich der Berufungsverhandlung stringent und kon-
stant, wie sich die Vorfälle abgespielt hatten (pag. 718 Z. 37 ff.; pag. 719 Z. 3 f. und 
Z. 8). Zumal C.________ im Strafverfahren nie anwaltlich vertreten war und sich 
den Einvernahmen jeweils alleine und ohne Instruktion durch eine juristisch ausge-
bildete Person stellte, spricht der Umstand, dass sie die Vorfälle über mehrere Jah-
re hinweg gleichbleibend schilderte und in ihren Aussagen standhaft blieb, stark für 
deren Glaubhaftigkeit. Überdies bestätigte C.________ mit nachdrücklicher Über-
zeugung, im Strafverfahren nicht gelogen zu haben bzw. die Wahrheit zu sagen 
(vgl. pag. 721 Z. 27, pag. 723 Z. 38 f. und pag. 724 Z. 7 f.) und dass der Ge-
schlechtsverkehr im Jahr 2018 ebenfalls gegen ihren Willen erfolgt ist (vgl. 
pag. 724 Z. 17 ff.). Ebenso überzeugend führte sie aus, seit der Trennung vom Be-
schuldigten mit keinem anderen Mann eine Beziehung oder Geschlechtsverkehr 
gehabt zu haben (pag. 723 f. Z. 34 ff.; vgl. dazu auch E. II.8.3.9 hiernach).

Insgesamt erhielt die Kammer – wie bereits die Vorinstanz – einen glaubhaften 
Eindruck von den Aussagen von C.________.

Demgegenüber wendete die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung 
ein, wie es zur Anzeige gekommen sei, lasse sämtliche Alarmglocken klingeln. Zu-
dem habe C.________ widersprüchliche Aussagen zur Anzahl der angeblichen 
Vergewaltigungen gemacht und ihre zeitliche Einordnung werfe Fragen auf. Auf ih-
re Aussagen könne unmöglich abgestellt werden (vgl. pag. 739 f.).

Zwar trifft es zu, dass insbesondere die unterschiedlichen Aussagen von 
C.________ zur Anzahl der angeblichen Vergewaltigungen zunächst erstaunen. So 
meinte sie gemäss Eintrag im Sozialhilfedossier vom 23. Juni 2021 offenbar auf 
Frage der Sozialarbeiterin, «es» (gemeint: eine Vergewaltigung) sei nur einmal am 
3. März 2021 und nicht mehrere Male passiert (pag. 257). Dieses Gespräch zwi-
schen C.________ und der Sozialarbeiterin scheint jedoch – im Gegensatz zu 
demjenigen vom 2. Juni 2021 (vgl. pag. 258) – ohne Beizug einer Übersetzung 
stattgefunden zu haben, wobei die Deutschkenntnisse von C.________ gemäss 
Sozialhilfedossier «etwas limitiert» sind (pag. 256). Bei der Polizei gab C.________ 
dann am 30. Juni 2021 an, es sei drei Mal zu sexuellen Kontakten ohne ihren Wil-
len gekommen (pag. 18 Z. 100 f.). Sie beschrieb einen ersten Vorfall aus dem Jahr 
2016 oder 2014 (pag. 18 ff. Z. 114 f. und Z. 121 ff.), einen zweiten Vorfall aus dem 
Jahr 2017, bei dem sie schwanger geworden sei und dann abgetrieben habe 
(pag. 20 ff. Z. 219 ff.), sowie einen dritten und letzten Vorfall vom 3. Mai 2021 
(pag. 23 ff. Z. 328 ff.). Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 
17. August 2022 konnte C.________ zunächst nicht sagen, wie viele Vergewalti-
gungen es gewesen seien (pag. 30 Z. 88). Sie schätzte dann, es seien ca. vier Ma-
le gewesen (pag. 30 Z. 95). Später in der Einvernahme erzählte sie sodann von ei-
nem weiteren Schwangerschaftsabbruch aus dem Jahr 2018. Damals sei sie auch 
vom Beschuldigten schwanger gewesen (pag. 36 Z. 317 ff.). Der dieser Schwan-
gerschaft vorangegangene Geschlechtsverkehr sei ebenfalls nicht einvernehmlich 

15

gewesen (pag. 36 Z. 338 ff.). Weshalb sie diesen weiteren Vorfall aus dem 
Jahr 2018 bisher nicht erwähnt habe, erklärte C.________ damit, sie habe es be-
wusst nicht gesagt, weil es mehrfach gewesen sei und sie nicht alles habe sagen 
wollen (pag. 36 Z. 345 ff.). An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 20. Fe-
bruar 2023 gab C.________ sodann an, es sei ca. vier Mal passiert, dass sie Ge-
schlechtsverkehr gegen ihren Willen mit dem Beschuldigten gehabt habe. Sie kön-
ne sich aber nicht gut erinnern (pag. 471 Z. 21 f.). Es seien die vier Vorfälle, die sie 
bei der Staatsanwaltschaft geschildert habe (pag. 471 Z. 24 ff.). 

An sich ist zu erwarten, dass sich ein Opfer von Vergewaltigungen genau an die 
Anzahl dieser doch sehr einschneidenden Erlebnisse erinnern kann, auch wenn sie 
häufig vorgekommen sind. Im vorliegenden Fall geht es denn auch nicht um Dut-
zende Vorfälle. Mit Blick auf C.________ als konkretes Opfer lässt sich diese Auf-
fälligkeit indes plausibel nachvollziehen. Die Sozialarbeiterin musste C.________ 
scheinbar erklären, dass gemeinsames Schlafen trotz Nein der Frau eine Verge-
waltigung bzw. Straftat ist und angezeigt werden kann (vgl. Eintrag im Sozialhilfe-
dossier vom 23. Juni 2021: «M.________ erklärt Frau C.________, was eine Ver-
gewaltigung ist […]. M.________ erklärt Frau C.________, dass eine Vergewalti-
gung eine Straftat ist» [pag. 257]). Dass C.________ diesbezüglich nicht das glei-
che Verständnis hat wie es in der hiesigen Kultur bzw. Rechtsordnung üblich ist, 
wird weiter eindrücklich durch die Aussage ihrer ebenfalls aus Eritrea stammenden 
Freundin, O.________, unterstrichen, die zu Protokoll gab: «Wenn eine Frau sagt, 
sie wolle nicht, sagt der Mann mit Kraft: ‹du musst›. Wenn ein Mann sagt: ‹Ich bin 
der Vater deines Sohnes, ich will mit dir schlafen›, dann muss man, das ist normal» 
(pag. 61 Z. 79 ff.). Werden solche sexuellen Übergriffe als etwas Normales wahr-
genommen, erstaunt es aus Sicht der Kammer nicht, dass Jahre später deren ex-
akte Anzahl nicht mehr mit Sicherheit genannt werden kann. Hinzu kommt, dass 
C.________ gemäss eigener Aussage ohnehin jahrelang mit niemandem über die 
Vorfälle gesprochen hatte (vgl. pag. 719 Z. 39 f.). Entsprechend erscheint der 
Kammer in Einklang mit der Generalstaatsanwaltschaft (pag. 741) auch nachvoll-
ziehbar, dass C.________ sich anschliessend, nachdem sie sich am 23. Juni 2021 
der Sozialarbeiterin anvertraut hatte, bloss langsam und stückweise öffnete. So 
gab sie anlässlich der Berufungsverhandlung auf die Frage, weshalb sie zunächst 
nichts zum dritten Vorfall im Sommer 2018 gesagt habe, zu Protokoll, weil es ihr zu 
viel gewesen sei, könne es sein, dass sie es vergessen habe. Bei der Polizei habe 
man immer Angst, man könne nicht alles sagen. Beim zweiten Mal, bei der Staats-
anwaltschaft, habe sie offen sprechen können (pag. 722 Z. 15 ff.). Sodann ist des 
Weiteren nicht zu übersehen, dass Abtreibungen in der eritreisch-orthodoxen 
Glaubensgemeinschaft, welcher C.________ angehört, nicht erlaubt sind, weshalb 
die durchgeführten Abtreibungen mit grosser Scham behaftet waren und sie 
grundsätzlich auch mit niemandem darüber sprechen durfte (vgl. pag. 724 Z. 28 
ff.). Angesichts dessen überrascht es nach Ansicht der Kammer nicht, dass sie den 
dritten Vorfall aus dem Jahr 2018, welcher zu einer zweiten Abtreibung geführt hat-
te, erst später und unter Druck erwähnte, als sie den Grund für die Einnahme der 
Pille zu erklären versuchte (vgl. pag. 36 Z. 311 ff.). Auf Frage führte sie diesbezüg-
lich nachvollziehbar aus, sie habe nicht alles sagen wollen (pag. 36 Z. 347 f.), sie 
könne nicht alles sagen (pag. 37 Z. 350), es werde einem zu viel (pag. 37 Z. 354). 

16

Dass C.________ erst im Verlauf des Verfahrens weitere Vorfälle und einen zwei-
ten Schwangerschaftsabbruch erwähnte, stellt nach Ansicht der Kammer deshalb 
entgegen der Verteidigung (pag. 740) keine Aggravierung dar, sondern lässt sich 
ohne Weiteres mit dem kulturellen und religiösen Hintergrund von C.________ er-
klären. Dieser Umstand spricht deshalb nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aus-
sagen.

Mit Blick auf ihren kulturellen und religiösen Hintergrund sowie angesichts der Um-
stände, dass sie sich in der Schweiz ausschliesslich in der eritreischen Gesell-
schaft bewegt und auf deren Rückhalt angewiesen ist und der Beschuldigte der Va-
ter ihrer Kinder ist, erscheint mit der Generalstaatsanwaltschaft (pag. 741) auch 
verständlich, weshalb C.________ lange Zeit zugewartet hatte, bis sie sich jeman-
dem anvertraute und anschliessend – unterstützt durch die Sozialarbeiterin – An-
zeige gegen den Beschuldigten erstattete. Entgegen der Verteidigung erachtet die 
Kammer die Umstände, wie es zur Anzeigeerstattung gekommen ist, demnach kei-
neswegs als alarmierend.

Im Weiteren trifft es zwar zu, dass es bezüglich der zeitlichen Einordnung zu ge-
wissen Differenzen gekommen ist. So hielt die Sozialarbeiterin bezüglich des Ge-
sprächs vom 23. Juni 2021 im Sozialhilfedossier fest, C.________ habe ihr erklärt, 
der Beschuldigte habe wegen Ostern am 3. März 2021 vorbeikommen wollen, es 
sei dann (am 3. März 2021) zu einer Vergewaltigung gekommen (vgl. pag. 257). 
Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 30. Juni 2021 gab C.________ 
demgegenüber durchgehend an, die Vergewaltigung sei am 3. Mai 2021 passiert 
(pag. 17 Z. 49; pag. 18 Z. 78 f. und Z. 116; pag. 23 Z. 343; pag. 26 Z. 487), an die-
sem Tag sei bei ihnen Ostern gewesen (pag. 17 Z. 50 f.; pag. 23 Z. 343 f.). Wie be-
reits erwähnt, erfolgte das Gespräch zwischen C.________ und der Sozialarbeite-
rin vom 23. Juni 2021 ohne Übersetzung. Die Differenz könnte somit durchaus auf 
eine sprachliche Verwechslung der Monate «März» und «Mai» zurückgeführt wer-
den, oder es könnte zu einem Missverständnis gekommen sein, welche Ostern 
gemeint waren, zumal Ostern im gregorianischen Kalender bekanntlich auf einen 
anderen Tag fällt als im julianischen Kalender. So oder anders lässt diese Differenz 
nicht an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von C.________ zweifeln.

Ferner ist vollständigkeitshalber auf die weiteren Einwände der Verteidigung einzu-
gehen. Diese brachte insbesondere vor, es erschliesse sich nicht, weshalb 
C.________ bei der Polizei ausgesagt habe, sie habe den Beschuldigten einen 
Monat nach der angeblichen Vergewaltigung vom 3. Mai 2021 angerufen, um ihn 
zu fragen, wieso er das gemacht habe und nachher gegangen sei – ein angebli-
ches Vergewaltigungsopfer würde sich nicht daran stören, dass der Täter nach der 
Vergewaltigung gegangen sei. Weiter habe C.________ zunächst angegeben, die 
sexuellen Kontakte seien passiert, als der Beschuldigte die gemeinsamen Kinder 
besucht habe, später habe sie aber gesagt, die Kinder seien in der Schule gewe-
sen. Zudem habe sie ausgesagt, der Beschuldigte sei nachher keine Minute mehr 
geblieben, dann aber habe sie gesagt, er sei noch ins Bad, habe sich gewaschen 
und sei evtl. noch duschen gegangen (pag. 739 f.). Zunächst ist festzuhalten, dass 
C.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 30. Juni 2021 entgegen 
der Verteidigung nicht aussagte, sie habe den Beschuldigten einen Monat nach 

17

dem Vorfall vom 3. Mai 2021 telefonisch kontaktiert, sondern, der Beschuldigte ha-
be sie telefonisch kontaktiert (pag. 17 Z. 56 f.). Dass sie ihn anlässlich dieses Ge-
sprächs fragte, wieso er das gemacht habe und danach gegangen sei, erstaunt aus 
Sicht der Kammer nicht. Die Generalstaatsanwaltschaft führte diesbezüglich zutref-
fend aus, der Beschuldigte habe C.________ wie eine Sache benutzt, es sei ihm 
egal gewesen, wie es ihr nachher gegangen sei. Es sei gut vorstellbar, dass sich 
C.________ durch dieses völlig gleichgültige Verhalten des Beschuldigten zusätz-
lich gedemütigt und verletzt gefühlt habe (pag. 742). Diesen Ausführungen kann 
sich die Kammer anschliessen. Sodann erkennt die Kammer in der Aussage von 
C.________, wonach der Beschuldigte nach dem Geschlechtsverkehr ins Bad ge-
gangen sei und sich gewaschen habe, wobei sie nicht wisse, ob er unter die Du-
sche gegangen sei (pag. 25 Z. 432 f.), keinen Widerspruch zu ihrer zuvor gemach-
ten Aussage, wonach er keine Minute mehr geblieben und sofort weggegangen sei 
(pag. 17 Z. 56), zumal sie mit letzterer Aussage gemeint haben dürfte, er sei keine 
Minute mehr bei ihr im Bett geblieben. Im Übrigen trifft es zwar zu, dass 
C.________ am 30. Juni 2021 zunächst zu Protokoll gab, es sei mehrere Male zu 
sexuellen Kontakten mit dem Beschuldigten gekommen, als er die gemeinsamen 
Kinder besucht habe (pag. 18 Z. 93 f.). Gleich anschliessend erklärte C.________ 
jedoch, wenn es zu diesen sexuellen Kontakten gekommen sei, seien die Kinder in 
der Schule gewesen (pag. 18 Z. 106 f.). Auch im Rahmen der restlichen Einver-
nahmen war nie davon die Rede, dass die Kinder bei den Vorfällen jeweils zuhause 
gewesen wären. Aus Sicht der Kammer dürfte dieser Widerspruch demnach am 
ehesten auf Übersetzungsprobleme zurückzuführen sein, wobei der Widerspruch 
ohnehin nicht ausreicht, um Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von 
C.________ zu wecken.

Sodann ist mit Blick auf die vorinstanzlichen Erwägungen präzisierend auf die Fra-
ge des Grunds für den Umzug von C.________ einzugehen. Die Vorinstanz kam 
diesbezüglich zum Schluss, der einzige Grund für den Umzug habe darin bestan-
den, sich den Gewalttaten des Beschuldigten zu entziehen (pag. 561, S. 26 der 
vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Dieser Schlussfolgerung kann sich die Kam-
mer nicht anschliessen, zumal der Umzugswunsch – wie in E. II.8.3.1 hiervor auf-
gezeigt – bereits ab Oktober 2020 und somit mehrere Monate vor der Anzeigeer-
stattung durch C.________ bestand. Demnach war der Grund für den zum Zeit-
punkt der Anzeige schon länger geäusserten Wunsch nach einem Wohnortswech-
sel gemäss Sozialhilfedossier in erster Linie, dass der Hinzug des Beschuldigten 
mit seiner «neuen» Familie in die Nähe des Domizils von C.________ und ihren 
beiden Söhnen nachteilige Auswirkungen auf diese hatte. Dass sich C.________ 
mit einem Umzug gleichzeitig den Gewalttaten des Beschuldigten entziehen konn-
te, dürfte sicher auch mitgespielt haben. Nach Auffassung der Kammer war es aber 
– entgegen der Vorinstanz – nicht der einzige Grund für den Wegzug, ansonsten 
dieser früher stattgefunden hätte bzw. C.________ den Umzugswunsch früher 
geäussert hätte. Dieses Detail ist letztlich aber nicht weiter relevant, zumal es ge-
stützt auf das Sozialhilfedossier jedenfalls nicht so gewesen ist, dass C.________ 
ihren Wunsch nach einem Wohnortwechsel hätte rechtfertigen müssen und der 
Sozialdienst nur in den Wegzug eingewilligt hätte, wenn sie einen (weiteren) guten 
Grund angegeben hätte. Aus Sicht der Kammer kann deshalb ausgeschlossen 

18

werden, dass C.________ die Vergewaltigungsvorwürfe erfunden hat, um wegzie-
hen zu können. Im Übrigen ist diesbezüglich mit der Generalstaatsanwaltschaft 
(pag. 741) darauf hinzuweisen, welch ein Aufwand ein Wohnortswechsel für eine 
alleinerziehende Mutter mit zwei schulpflichtigen Kindern bedeutet. Zudem verfügt 
C.________ nur über sehr beschränkte Deutschkenntnisse und kannte an ihrem 
neuen Wohnort – anders als noch in D.________ – niemanden. Dass sie all dies 
auf sich nehmen und ihren Söhnen einen Schulwechsel zumuten würde, nur um ih-
ren Vorwürfen gegenüber dem Beschuldigten Nachdruck zu verleihen, ist keines-
falls plausibel.

Auch andere Gründe, weshalb C.________ die Vorwürfe hätte erfinden sollen, um 
den Beschuldigten in ungerechtfertigter Weise zu beschuldigen bzw. «anzuschwär-
zen», finden sich – wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat – keine. Es ist er-
neut festzuhalten, dass sich C.________ und der Beschuldigte bereits im 
Jahr 2012 trennten, die Trennung mithin als Grund für die rund neun Jahre später 
erfolgte Anzeige praktisch ausgeschlossen werden kann. Sodann hat C.________ 
überzeugend verneint, die Vorwürfe gegen den Beschuldigten erfunden zu haben, 
weil sie mit seiner Partnerin, I.________, nicht auskäme (vgl. pag. 720 Z. 27 ff.). 
Am Anfang habe sie zwar Probleme mit I.________ gehabt, da sie nicht habe ak-
zeptieren können, dass diese von ihrem Bruder zum Vater ihrer Kinder gegangen 
sei. In den Jahren 2013, 2014 hätten sie deshalb Probleme gehabt, mit der Zeit 
aber nicht mehr, jetzt habe sie keine Probleme damit (pag. 720 Z. 35 ff.). Weiter hat 
C.________ bereits am 23. August 2021 auf eine Privatklage verzichtet (pag. 12 f.). 
Sie machte im Strafverfahren somit zu keinem Zeitpunkt eigene Rechte geltend, 
womit es ihr mit der Strafanzeige auch nicht um Geld gegangen sein konnte. Im 
Weiteren konnte es auch nicht ihre Absicht gewesen sein, dem Beschuldigten be-
sonders zu schaden, zumal sie zunächst nur von einem Teil der Vorfälle berichtete 
und erst unter Druck einräumte, es habe noch einen vierten Vorfall gegeben, bei 
welchem sie ebenfalls schwanger geworden sei. Zudem hat C.________ die Kam-
mer im Vorfeld der Berufungsverhandlung mit Schreiben vom 22. April 2024 darum 
gebeten, auf eine Landesverweisung zu verzichten (pag. 660). Im Rahmen ihrer 
oberinstanzlichen Einvernahme erklärte sie diesbezüglich, sie habe das Gefühl ge-
habt, ihre Kinder würden durch die Landesverweisung verletzt (pag. 716 Z. 36). 
Wenn der Beschuldigte nicht da sei, hätten die gemeinsamen Kinder keine Mög-
lichkeit, ihn besser kennenzulernen (pag. 718 Z. 5 f.). Würde der Beschuldigte aus 
der Schweiz ausgeschafft, hätte auch sie selbst keine Ruhe, das würde sie belas-
ten (pag. 718 Z. 19 ff.). Sie habe den Brief erst geschrieben, als sie erfahren habe, 
dass der Beschuldigte Kontakt mit den Kindern haben wolle, sonst hätte sie ihn 
nicht geschrieben (pag. 723 Z. 7 f. und Z. 10 f.). In Einklang mit der Verteidigung 
(pag. 740) lässt dies zwar als naheliegend erscheinen, dass sich C.________ nicht 
bewusst gewesen zu sein scheint, welche Folgen ihre Anzeige auslösen würde und 
dass das Strafverfahren insbesondere auch Auswirkungen auf ihre Kinder haben 
könnte. Dies bedeutet im Umkehrschluss indes keineswegs, dass an ihren Aussa-
gen zu zweifeln wäre. Im Gegenteil wird dadurch der bereits gewonnene Eindruck 
untermauert, wonach C.________ den Beschuldigten von Beginn an nicht über-
mässig belasten wollte, sondern lediglich mit der Absicht handelte, dass er eine 
Warnung erhält und mit den sexuellen Übergriffen aufhört (vgl. pag. 29 Z. 80).

19

Zusammengefasst vermögen die von der Verteidigung vorgebrachten, angeblichen 
Widersprüche in den Aussagen von C.________ deren Glaubhaftigkeit nicht zu er-
schüttern, zumal sie sich allesamt erklären lassen. Zudem ist kein Grund ersicht-
lich, weshalb C.________ den Beschuldigten fälschlicherweise belasten sollte. Auf 
die glaubhaften Aussagen von C.________ kann im Ergebnis abgestellt werden.

8.3.3 Zu den Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten zutreffend wie folgt gewürdigt 
(pag. 558 ff., S. 23 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im 
Original):

Der Beschuldigte hat die ihm vorgeworfenen Taten vollumfänglich bestritten. Er zeigte sich erstaunt 
über die Vorwürfe, wies jede Schuld von sich und qualifizierte die Aussagen von C.________ in pau-
schaler Weise als Lügen. Aufgrund dieser grundsätzlich abstreitenden Haltung ist eine generelle 
Würdigung der Aussagen des Beschuldigten nur erschwert möglich. Dennoch können aus den weni-
gen gemachten Aussagen die folgenden Schlüsse gezogen werden:

Zunächst ist auf den Umstand zu verweisen, dass sich in den Aussagen des Beschuldigten zahlrei-
che Widersprüche finden. Bereits in Bezug auf das Verhältnis zwischen ihm und C.________ sind 
die Aussagen des Beschuldigten nicht konstant und nicht stringent: Einerseits führte er aus, dass sie 
es immer gut zusammen gehabt hätten (pag. 75, Z. 52), nur um später auszusagen, dass er die Kin-
der nicht oft besuche, weil er es mit C.________ nicht so gut habe (pag. 75, Z. 52). Auch dieser letz-
ten Aussage widersprach er sogleich, wenn er aussagte: «Wenn schon sind wir befreundet wegen 
den Kindern» (pag. 77, Z. 183). Auch in Bezug auf den sexuellen Kontakt widersprach sich der Be-
schuldigte: So gab er zunächst an, dass er nach der Trennung von C.________ und bevor er mit sei-
ner neuen Freundin zusammengekommen sei, mit ersterer noch Geschlechtsverkehr gehabt habe 
(pag. 76, Z. 121 ff.). In einer späteren Einvernahme führte er hingegen aus, dass er seit der Trennung 
gar nie mehr Geschlechtsverkehr mit C.________ gehabt habe – die erste Aussage sei ein Missver-
ständnis gewesen (pag. 85, Z. 94; pag. 86, Z. 134 f.). Dieses vehemente Abstreiten erscheint nicht 
glaubhaft, nachdem sowohl C.________, als auch ihre beste Kollegin O.________ (pag. 61, Z. 67 ff.) 
glaubhaft ausgesagt haben, dass nach der Trennung der beiden noch ein sexueller Kontakt bestan-
den habe. Der Beschuldigte gab in der ersten Einvernahme denn auch selber an, es sei nie dazu ge-
kommen, dass er C.________ zu etwas gezwungen habe. Es sei jeweils spontan gewesen und sie 
hätten beide dies gewollt (pag. 76, Z. 129 f.). Damit bestätigte er folglich den sexuellen Kontakt zwi-
schen ihnen nach der Trennung. Dass der Beschuldigte aus der sexuellen Beziehung zu C.________ 
ein Geheimnis machen wollte, erscheint vor dem Hintergrund, dass er dadurch seine neue Freundin 
betrogen hat, verständlich. Seinen Aussagen – wonach es seit der Trennung zu keinerlei sexuellem 
Kontakt mehr gekommen sein soll – ist folglich kein Glaube zu schenken.

Die Behauptung des Beschuldigten, dass er nie während der Arbeit bei C.________ einen Kaffee 
trinken gegangen sei und die Kinder immer auch dort gewesen seien (pag. 79, Z. 249 ff.), ist ebenfalls 
nicht glaubhaft. Einerseits lässt sich eine derartig pauschale Aussage über einen Zeitraum von rund 
9 Jahren (2012 – 2021) kaum in dieser Absolutheit behaupten. Ferner hat C.________ diesbezüglich 
detaillierte und wirklichkeitsnahe Ausführungen zu den einzelnen Besuchen gemacht (vgl. Ausführun-
gen unter Ziff. 3.4.2.c). Demgegenüber konnte der Beschuldigte auch während der Einvernahme an-
lässlich der Hauptverhandlung keine konkrete Antwort darauf liefern, was er denn jeweils den Kindern 
für Geschenke mitgebracht habe (pag. 483 f., Z. 35 ff.) und in welchen zeitlichen Abständen er die 
Kinder jeweils besucht hat. Während er im Rahmen der Einvernahme an der Hauptverhandlung be-

20

hauptete, dass er die Kinder oft besuchen gegangen sei (pag. 483, Z. 41), gab er in früheren Einver-
nahmen zu Protokoll, dass er die Kinder nicht viel besuche (pag. 75, Z. 52). Ebenfalls wurde aus sei-
nen Aussagen nicht eindeutig klar, wo die Besuche der Kinder letztlich stattgefunden haben, zumal er 
einerseits von einem gesetzlich vereinbarten Treffpunkt sprach (pag. 484, Z. 25 ff.), andererseits aber 
angab, die Kinder bei C.________ zuhause getroffen zu haben (pag. 483, Z. 37). Seine diesbezügli-
chen Aussagen sind widersprüchlich, ausweichend und damit auch fernab von glaubhaft.

Auch erscheint dessen Begründung, wonach C.________ ihn aufgrund deren Streits mit seiner neu-
en Freundin zu Unrecht belasten wollte, unlogisch und widersprüchlich (pag. 486, Z. 13 ff.): So er-
gäbe es keinerlei Sinn, dass C.________ den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte, wenn sie ein 
Problem mit einer anderen Person hätte. Wenn schon, würde dies zu einer Anschuldigung gegenüber 
I.________ führen.

Ebenfalls neigte der Beschuldigte in seinem Aussageverhalten zu massiven, beinahe schon realitäts-
verzogenen Übertreibungen. Dies zeigt sich beispielsweise dann, wenn er ausführt, dass sich 
C.________ und seine neue Freundin in der Stadt gestritten hätten, bis Blut geflossen sei – sie hätten 
sich gegenseitig abgeschlagen (pag. 79, Z. 267 ff.). Ebenfalls übertrieben erscheint die Schilderung, 
in welcher Art und Weise C.________ ihn geschlagen haben soll (pag. 488, Z. 30 ff.) sowie der Um-
stand, dass 20 Personen dies gesehen hätten (pag. 488, Z. 32 ff.).

Der Beschuldigte schreckte auch nicht davor zurück, die Schuld für die Ereignisse kategorisch 
C.________ zuzuweisen, welche er gleichzeitig zu denunzieren versuchte: So sei es C.________ 
gewesen, die ihn angeschrien, ihn geschlagen und bespuckt habe. Sie habe alles gemacht, was sie 
gewollt habe, er sei dann gegangen (pag. 75, Z. 76 ff.; pag. 86, Z. 157 ff.; pag. 79, Z. 273 f.). Sie habe 
Probleme mit seiner neuen Freundin, deshalb habe sie sich wohl vorgenommen, ihn schlecht und ihn 
fertig zu machen (pag. 79, Z. 262 ff.; pag. 87, Z. 173 ff.). Damals habe sie ihn angerufen und ihn am 
Telefon beleidigt (pag. 79, Z. 273 f.). Insofern stellte sich der Beschuldigte selber als Opfer dar 
(pag. 79 f. Z. 297 f.; pag. 85, Z. 109 ff.; pag. 85, Z. 117 f.).

Diese Art der Aussagen und seine Verunglimpfung von C.________ rufen grosse Zweifel an der 
Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten hervor. So ist es als Lügensignal zu werten, dass 
der Beschuldigte einen Gegenangriff in dem Sinne startet, wonach er den Auslöser der Geschehnis-
se bei C.________ sieht, bzw. diese ihn nur anschwärzen wolle, sich selber jedoch als Opfer der Um-
stände darstellt. Dieses Aussageverhalten ist gemäss der modernen Aussagepsychologie tendenziell 
als Lügensignal zu werten. Diesbezüglich ist auch auf die offensichtliche Tendenz des Beschuldigten, 
mit Gegenfragen zu reagieren, hinzuweisen (pag. 76, Z. 135, Z. 140, Z. 145; pag. 77, Z. 173; pag. 
78, Z 227 f., Z. 235; pag. 79, Z. 251; pag. 85, Z. 110 f.; pag. 86, Z. 145, Z. 152), was ebenfalls als Lü-
gensignal zu deuten ist.

Ein weiterer Umstand, der Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten entstehen lässt, stellt 
die Tatsache dar, dass der Beschuldigte sich oftmals damit begnügte, gewisse Vorwürfe damit abzu-
tun, dass es sich hierbei um eine Lüge handle, ohne sich weitergehend darüber zu äussern (pag. 76, 
Z. 135, Z. 144 f.; pag. 77, Z. 153; pag. 85, Z. 90, Z. 116 ff.). Dieses Verhalten ist insbesondere im 
Hinblick darauf fragwürdig, dass sich C.________ selber detaillierten Fragen stellen musste, welche 
im Zusammenhang mit ihrer Sexualität standen und damit ihre Intimsphäre betroffen haben. Während 
sich C.________ dieser beängstigenden Konfrontation mit den traumatisierenden Ereignissen stellte, 
nahm sich der Beschuldigte mit dem besagten Verhalten jeweils komplett aus der Verantwortung.

Die Diskreditierung von C.________ und sein inkonstantes sowie widersprüchliches Aussageverhal-
ten mit teilweise lebensfremden Darstellungen lassen die Aussagen des Beschuldigten als wenig 

21

glaubhaft erscheinen. Zusammengefasst kann auf seine Aussagen deshalb nicht bzw. nur mit grosser 
Zurückhaltung abgestellt werden, da diese nach Ansicht des Gerichts gesamthaft betrachtet nicht 
glaubhaft sind.

Diesen ausführlichen Erwägungen kann sich die Kammer vollumfänglich anschlies-
sen. Zwar wendete die Verteidigung oberinstanzlich ein, der Beschuldigte könne 
gar nicht anders aussagen, als die Vorwürfe zu bestreiten (pag. 739). Dies mag 
zwar zutreffen, aber der Beschuldigte hat die Vorwürfe nicht bloss bestritten, son-
dern sich – wie die Vorinstanz zutreffend aufgezeigt hat – in zahlreiche Wider-
sprüche verwickelt. Zudem hat die Vorinstanz zu Recht auf diverse Lügensignale in 
seinen Aussagen hingewiesen. Ergänzend ist anzufügen, dass der Beschuldigte 
auch bezüglich der Frage, von wem C.________ schwanger gewesen sein soll und 
ob er vom Schwangerschaftsabbruch gewusst habe, widersprüchlich aussagte. So 
meinte er anlässlich der Einvernahme vom 3. August 2021, er höre heute zum ers-
ten Mal, dass C.________ schwanger gewesen sei (pag. 78 Z. 244 ff.), und anläss-
lich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab er an, von seinem Anwalt über den 
Schwangerschaftsabbruch informiert worden zu sein (pag. 486 Z. 17 ff.). Auf an-
schliessende Frage, von wem C.________ schwanger gewesen sei, führte der Be-
schuldigte demgegenüber aus, damals sei C.________ von N.________ schwan-
ger gewesen, dieser sei mit S.________ in ein Restaurant gekommen, da hätten 
sie ihm (dem Beschuldigten) erzählt, dass C.________ schwanger sei (pag. 486 
Z. 25 ff.). Sie seien gekommen und hätten ihm erzählt, dass sie sie gebeten habe, 
die Schwangerschaft abzubrechen (pag. 487 Z. 1 f.). Der Beschuldigte behauptete 
somit zuerst, bis zum Strafverfahren nichts von der Schwangerschaft und dem 
Schwangerschaftsabbruch gewusst zu haben, räumte dann aber ein, bereits im 
Zeitpunkt der Schwangerschaft durch N.________ und S.________ über die 
Schwangerschaft und den beabsichtigten Abbruch informiert worden zu sein. Noch 
widersprüchlicher wurden diese Schilderungen, als der Beschuldigte anschliessend 
vorbrachte, er sei gar nicht von N.________ und S.________ über die Schwanger-
schaft informiert worden, sondern von Drittpersonen (pag. 487 Z. 8 f.). Dieses Bei-
spiel veranschaulicht die Widersprüchlichkeit und Inkohärenz der Aussagen des 
Beschuldigten eindrücklich. In weitere Widersprüche verwickelte er sich auch be-
züglich der Frage, ob er an Ostern bei C.________ gewesen sei. So meinte er an-
lässlich der delegierten Einvernahme vom 3. August 2021 zunächst, es sei einige 
Monate her, seit er C.________ besucht habe. Damals habe er die Kinder besucht 
und Früchte bzw. Fruchtsäfte mitgenommen, das sei vor ca. sechs Monaten gewe-
sen (pag. 74 Z. 47 ff.; pag. 76 Z. 147 f.). Dass er mit diesem Besuch nicht Ostern 
meinte, erscheint klar, zumal er gleich anschliessend bestätigte, die eritreische Os-
tern sei vor ca. zwei bis drei Monaten gewesen (pag. 75 Z. 91 f.), und auf Vorhalt, 
wonach er gemäss C.________ das letzte Mal an Ostern bei ihr gewesen sein soll, 
antwortete, das glaube er weniger, er könne sich an die Sache mit den Getränken 
erinnern (pag. 77 Z. 151 ff.). Anlässlich der Einvernahme vom 17. August 2022 be-
stritt er demgegenüber nicht, an Ostern bei C.________ gewesen zu sein, sondern 
behauptete nun, er sei dann zu ihr nach Hause gegangen, um seine Kinder zu be-
suchen (pag. 84 Z. 54 ff.). Sodann gab der Beschuldigte vor der Vorinstanz auf 
Frage, weshalb C.________ lügen sollte, zu Protokoll, sie würde ihn anschwärzen 
und lügen, weil ihr Bruder der Ex-Freund von I.________ sei. Als C.________ ge-

22

merkt habe, dass er (der Beschuldigte) mit I.________ zusammen sei, hätten diese 
Vorwürfe begonnen (pag. 485 Z. 20 ff.). Dass dies eine offensichtliche Lüge ist, 
zeigt sich darin, dass der Beschuldigte bereits kurze Zeit nach der Trennung von 
C.________ im Jahr 2012 eine Beziehung mit I.________ einging (vgl. pag. 50 
Z. 163 ff. und pag. 80 Z. 319) – wobei das erste gemeinsame Kind im Jahr 2015 
zur Welt kam (pag. 658) –, C.________ die Vorfälle demgegenüber erst im Jahr 
2021 zur Anzeige brachte.

Sodann vermochten auch die oberinstanzlichen Aussagen des Beschuldigten 
(pag. 728 ff.) die Kammer nicht zu überzeugen. Insbesondere gab der Beschuldigte 
erneut vorwiegend ausweichende Antworten. Auf Frage, aus welchem Grund 
N.________ hätte abstreiten sollen, mit C.________ in einer Beziehung gewesen 
zu sein, antwortete der Beschuldigte beispielsweise lediglich, den gesamten Leuten 
in D.________(Ortschaft) und ihren Familien sei die Beziehung bekannt gewesen, 
sie würden es einfach abstreiten, aber sie hätten eine Beziehung gehabt (pag. 736 
f. Z. 35 ff.). Auf erneute Nachfrage gab er als Grund pauschal an, der Sinn sei, ihn 
anzuschwärzen und zu attackieren (pag. 737 Z. 5 f.). Was für ein Interesse 
N.________ diesbezüglich hätte, erklärte der Beschuldigte hingegen nicht und ist 
denn auch nicht ersichtlich. Auch auf Frage, weshalb Q.________ den Beschuldig-
ten am Morgen seiner Einvernahme angerufen habe um zu sagen, er sei jetzt un-
terwegs, konnte der Beschuldigte keine schlüssige Antwort liefern – er gab lediglich 
zu Protokoll, Q.________ habe ihn über den Termin informiert (pag. 737 Z. 16 ff.). 
Letztlich erscheint der Kammer bezeichnend, dass der Beschuldigte auf Vorhalt 
seines Strafregisterauszugs bezüglich des zweiten Eintrags behauptete, die betref-
fende Straftat trotz Rechtskraft des Urteils nicht begangen zu haben (pag. 732 
Z. 36 ff.).

Im Ergebnis erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten als nicht glaub-
haft.

8.3.4 Zu den Aussagen von N.________

Zu den Aussagen von N.________, welcher am 10. Oktober 2022 als Zeuge unter 
Hinweis auf die Straffolgen gemäss Art. 307 StGB einvernommen worden ist (vgl. 
pag. 39 Z. 6 ff.), führte die Vorinstanz Folgendes aus (pag. 556 f., S. 21 f. der vor-
instanzlichen Urteilsbegründung):

Die Aussagen von N.________ enthalten diverse Wahrheitssignale: So übertrieb er in seinen Schilde-
rungen nicht (pag. 41, Z. 61, Z. 75 ff.; pag. 42, Z. 110 ff.), sondern differenzierte jeweils klar, was er 
weiss und was nicht und auch, was er selber gesehen hat und was er nur vom Hörensagen her wuss-
te (pag. 41, Z. 58, Z. 69 ff., Z. 75). Gleichzeitig räumte er auch Wissenslücken ein (pag. 41, Z. 58, 
Z. 66, 88; pag. 43, Z. 160, Z. 164). Sein authentisch geäussertes Erstaunen auf die Frage, ob er allen-
falls der Erzeuger des Kindes gewesen sei, lässt darauf schliessen, dass er die Wahrheit sagt 
(pag. 42, Z. 118 ff.). Dafür spricht ebenfalls der Umstand, dass er spontan und von sich aus angab, 
dass C.________ ihn gefragt habe, ob sie seinen Namen im Spital angeben könne (pag. 41, Z. 85). 
Dies spricht ebenfalls für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen und stützt die Variante von 
C.________, wonach sie nicht von ihm schwanger gewesen sei. Ebenfalls beschreibt er nachvollzieh-
bar, dass er C.________ nur habe helfen wollen, da sie in dieser Zeit so viel Stress gehabt habe (pag. 
43, Z. 141 ff.). Auch die Angabe seiner Gedanken, wonach er nie gedacht hätte, dass die Namensan-

23

gabe einmal für ihn zu Problemen führen könnte (pag. 43, Z. 143 f.), wirkt nachvollziehbar, authen-
tisch und damit glaubhaft. Darüber hinaus will er auch niemanden zu Unrecht beschuldigen. So gibt er 
vielmehr an, nicht gewusst zu haben, wer der Vater des Kindes gewesen sei. Zwar habe ihm 
C.________ gesagt, von wem sie schwanger sei, ob das stimme, wisse er aber nicht (pag. 43, Z. 155 
ff.). Er verknüpfte seine Angaben auch mit dem Rahmengeschehen, wonach er ausführte, dass die 
Leute das Gerücht über ihn und C.________ verbreitet hätten, wonach sie ein Paar seien, dies bei 
ihm aber zum einen Ohr rein und zum anderen raus sei (pag. 42, Z. 110 ff.). In sehr plausibler Art und 
Weise schilderte er sodann seine Ansicht, wonach ein Mann und eine Frau seiner Meinung nach auch 
nur Kollegen sein könnten (pag. 42, Z. 110 ff., Z. 124 ff.). Damit zeichnet N.________ ein stimmiges 
Bild seiner Beziehung zu C.________. Sein Aussageverhalten von Zurückhaltung und Differenzierung 
geprägt. Ferner ist auch zu erkennen, dass sich N.________ nicht in die Angelegenheiten von ande-
ren Personen einmischen möchte (pag. 41, Z. 75 ff.).

Insgesamt erachtet das Gericht die Aussagen von N.________ als glaubhaft, weshalb darauf abge-
stellt werden kann.

Die Kammer kann sich diesen zutreffenden Erwägungen vollumfänglich anschlies-
sen. Zu ergänzen ist an dieser Stelle einzig, dass N.________ gemäss eigenen 
Aussagen offenbar seit ca. 2020 nicht mehr so viel Kontakt mit C.________ hat, 
weil er dann geheiratet habe (pag. 41 Z. 81 f.). Auch vor diesem Hintergrund ist 
kein Grund bzw. kein Anreiz für eine Falschaussage (resp. eine Gefälligkeitsaus-
sage für C.________) seinerseits in seiner Einvernahme vom 10. Oktober 2022 
auszumachen. Gleichzeitig ist auch kein Anreiz auszumachen, weshalb 
N.________ eine (sexuelle) Beziehung mit C.________ im Jahr 2017 und damit 
geraume Zeit vor seiner Hochzeit verheimlichen wollen würde. Auf seine Aussagen 
ist folglich abzustellen.

8.3.5 Zu den Aussagen von O.________

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von O.________, welche am 8. Septem-
ber 2021 als Auskunftsperson einvernommen worden ist (pag. 59 ff.), wie folgt 
(pag. 557 f., S. 22 f. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung):

Bei O.________ handelt es sich um die beste Freundin von C.________ (pag. 60, Z. 30 f.). Sie gibt 
zu, vorgängig mit C.________ über ihre Einvernahme gesprochen zu haben, hält aber fest, nicht über 
deren Inhalt gesprochen zu haben (pag. 63, Z. 171 ff.). Die Aussagen von O.________ basieren zu 
einem grossen Teil auf den Erzählungen seitens C.________. Folglich stimmen deren Aussagen auch 
grösstenteils mit den Aussagen des Opfers überein. Zumal es sich bei diesen Angaben um Aussagen 
vom Hörensagen handelt, kommen diesen nur geringer Beweiswert zu. 

Zu beachten ist jedoch, dass O.________ angab, dass C.________ bereits «vor drei Jahren» vom 
Beschuldigten schwanger gewesen sei und eine Abtreibung habe durchführen lassen (pag. 61, Z. 83 
ff.). Den diesbezüglichen Aussagen kann durchaus Beweiswert beigemessen werden, zumal sie die 
diesbezüglichen Kenntnisse aufgrund der damaligen Situation erlangt hat. So führte sie aus, dass sie 
damals – also «vor drei Jahren» – vom Schwangerschaftsabbruch Kenntnis gehabt habe, sie jedoch 
nicht von den Übergriffen seitens des Beschuldigten gewusst habe. C.________ habe ihr einfach er-
zählt, dass sie vom Beschuldigten schwanger sei, sie aber kein Kind von ihm wolle, da er mit 
I.________ zusammen sei (pag. 61, Z. 92 ff.). Diese Ausführungen wirken nach Ansicht des Gerichts 
authentisch und nachvollziehbar. Auch darüber hinaus sind die Aussagen von O.________ als glaub-
haft einzustufen, zumal sie jeweils zwischen jenem Wissen differenziert, welches sie aufgrund der Er-

24

zählungen von C.________ hatte, von welchen Umständen sie bereits früher wusste und welche sie 
erst später erfahren hat (pag. 61, Z. 66 ff., Z. 72 ff., Z. 76 ff., Z. 84 ff., Z. 92 ff.; pag. 62, Z. 112 ff.).

Die Vorinstanz hat zu Recht unterschieden zwischen den Aussagen, bei denen 
sich O.________ auf Erzählungen von C.________ drei Monate vor ihrer Einver-
nahme bezogen hat (also Hörensagen) und den Aussagen bzw. Wahrnehmungen, 
die C.________ bzw. O.________ schon früher gemacht hatte. Richtigerweise ist 
die Vorinstanz zum Schluss gekommen, dass den Aussagen vom Hörensagen nur 
geringer Beweiswert zukommt.

Ergänzend ist aus Sicht der Kammer hervorzuheben, dass auch die Aussagen von 
O.________ betreffend ihre früheren Wahrnehmungen angesichts ihres Nähever-
hältnisses zu C.________ mit der gebotenen Zurückhaltung zu würdigen sind. Im 
Weiteren sticht ihre Aussage hervor, wonach der Beschuldigte und C.________ 
zunächst überhaupt keinen Kontakt, später aber wieder guten Kontakt zueinander 
gehabt hätten, wobei es dann vorgekommen sei, dass sie zusammen geschlafen 
hätten, was für C.________ in Ordnung gewesen sei (pag. 62 f. Z. 152 ff.). Zwar 
erschliesst sich nicht, auf welchen Zeitpunkt sich diese Aussage von O.________ 
bezieht, sie muss jedoch denklogisch den Zeitraum nach der Trennung im 
Jahr 2012 betreffen. C.________ verneinte ihrerseits jedoch, nach der Trennung je 
einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten gehabt zu haben 
(pag. 471 Z. 7 ff.). Zwar liegt dieser Widerspruch möglicherweise darin begründet, 
dass die Einvernahme von O.________ ohne Übersetzung stattfand (vgl. pag. 59 
Z. 2 ff.), oder dass C.________ gegenüber ihrer Freundin zunächst nicht erzählen 
wollte, der Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten sei gegen ihren Willen er-
folgt. Dennoch relativiert dieser Umstand den Beweiswert der Aussagen von 
O.________ entsprechend. Soweit O.________ indes ausführte, C.________ habe 
ihr damals – «vor drei Jahren» – gesagt, dass sie vom Beschuldigten schwanger 
sei und das Kind nicht wolle, deckt sich diese Aussage mit den Aussagen von 
N.________ und C.________. Hinweise, wonach es sich dabei um eine Gefällig-
keitsaussage für C.________ handeln würde, sind – trotz des Näheverhältnisses – 
keine ersichtlich.

Im Ergebnis kann auf die Aussagen von O.________ nach Ansicht der Kammer 
bloss insoweit abgestellt werden, als sie sich auf selbst gemachte Wahrnehmungen 
beziehen und mit den übrigen Beweismitteln korrelieren.

8.3.6 Zu den Aussagen von I.________

Die Vorinstanz führte aus, die Aussagen von I.________ – der neuen Freundin des 
Beschuldigten, mit welchem diese auch Kinder habe – seien weitgehend de-
ckungsgleich mit jenen des Beschuldigten. Aufgrund ihres Näheverhältnisses zum 
Beschuldigten käme ihren Aussagen indessen keine massgebliche Beweiskraft zu. 
Darüber hinaus könne jedoch auch festgestellt werden, dass die Aussagen von 
I.________ von diversen Gegenangriffen gegen C.________ geprägt seien. Zumal 
Gegenangriffe als Lügensignale zu werten seien, könne auch unter diesem Aspekt 
nicht auf die Aussagen von I.________ abgestellt werden (pag. 557, S. 22 der vor-
instanzlichen Urteilsbegründung).

25

Aus Sicht der Kammer lässt sich zwar nicht pauschal sagen, dass ein bestehendes 
Näheverhältnis zu einer Partei (hier zum Beschuldigten) die Beweiskraft von Aus-
sagen automatisch schmälert, wobei die Aussagen von I.________ indes – wie je-
ne von O.________ – mit der gebotenen Zurückhaltung zu würdigen sind. Was die 
Vergewaltigungsvorwürfe anbelangt, hat I.________ jedoch ohnehin bloss Aussa-
gen vom Hörensagen gemacht. Demnach habe C.________ eine Beziehung mit 
N.________ gehabt und sie (I.________) habe von anderen Leuten gehört, dass 
C.________ schwanger gewesen sei, als sie mit N.________ in einer Beziehung 
gewesen sei (vgl. pag. 51 Z. 216 f. und Z. 226 f.). Zumal nicht einmal bekannt ist, 
von wem sie das gehört haben will, kann auf diese Aussagen nicht abgestellt wer-
den. Im Übrigen fällt auch auf, dass I.________ beispielsweise aussagte, sie habe 
bereits mehrfach Anzeige gegen C.________ eingereicht (pag. 50 Z. 175), was die 
Polizei auf entsprechende Nachfrage jedoch nicht bestätigt hat (pag. 309). 

Nach dem Gesagten kommt den Aussagen von I.________ zur Beurteilung der 
Vergewaltigungsvorwürfe kein Beweiswert zu.

8.3.7 Zu den Aussagen von P.________

Betreffend die Aussagen von P.________ stellte die Vorinstanz vorab fest, diese 
seien in Bezug auf den Beschuldigten auffallend wohlwollend ausgefallen, wohin-
gegen seine Äusserungen in Bezug auf C.________ eher negativ geprägt seien. 
Weiter führte sie aus, P.________ habe ebenfalls ausgesagt, dass er den Beschul-
digten seit ca. 10 Jahren und sehr gut kenne. Auch wenn P.________ angegeben 
habe, der Beschuldigte sei kein Kollege von ihm, sei doch davon auszugehen, dass 
er aufgrund ihrer Bekanntschaft tendenziell zu dessen Gunsten ausgesagt habe. 
Zwar könne nicht abschliessend gesagt werden, ob P.________ vom Beschuldig-
ten vorgängig beeinflusst bzw. instruiert worden sei, jedoch lasse sich dies jeden-
falls nicht ausschliessen. Auf seine Aussagen sei deshalb nur mit grösster Zurück-
haltung abzustellen (pag. 557, S. 22 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung).

Die Kammer kann sich dieser zutreffenden Würdigung anschliessen. Ergänzend ist 
anzufügen, dass P.________ C.________ und N.________ bloss einmal zusam-
men an einem Fest gesehen, jedoch nur vom Hörensagen von der Beziehung zwi-
schen den beiden gewusst haben will (vgl. pag. 56 Z. 93 ff.). Diesen Aussagen 
kommt ohnehin kein relevanter Beweiswert zu.

8.3.8 Zu den Aussagen von Q.________

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von Q.________ wie folgt (pag. 558, S. 23 
der vorinstanzlichen Urteilsbegründung):

Auch bei Q.________ handelt es sich wie bereits bei P.________ um einen Bekannten des Beschul-
digten (pag. 66, Z.46 ff.; pag. 67, Z. 54 ff.). Im Rahmen seiner Einvernahme räumte er ein, vorgängig 
mit dem Beschuldigten über seine Einvernahme gesprochen zu haben (pag. 67 f., Z. 84 ff.: «Hat 
A.________ Sie gebeten, etwas zu sagen, oder nichts zu sagen? – Ja. Er hat mich gebeten, dass ich 
sagen soll, was ich weiss.»). Vor diesem Hintergrund kann nicht abschliessend gesagt werden, wel-
che Aussagen von Q.________ durch den Beschuldigten beeinflusst wurden und welche nicht. Auch 
darüber hinaus erscheinen die Aussagen von Q.________ teilweise nicht nachvollziehbar bzw. kon-
struiert: So sagte er beispielsweise aus, er habe, als er gehört habe, dass er («Sohn von 
T.________», wohl gemeint N.________) C.________ geschlagen habe, gefragt, weshalb er sie ge-

26

schlagen habe. Dieser habe ihm geantwortet, dass sie zwei Jahre zusammen in einer Beziehung ge-
wesen seien. Er habe ihn aufgefordert, sich zu entschuldigen (pag. 69, Z. 155 ff.). Weshalb 
N.________ gerade auf diese Frage antworten sollte, dass er seit zwei Jahre mit C.________ zu-
sammen sei, ergibt nach Ansicht des Gerichts keinen Sinn. Insgesamt kann damit nur mit grösster 
Zurückhaltung auf die Aussagen von Q.________ abgestellt werden. 

Q.________ hat im Gegensatz zu I.________ und P.________ zwar eigene Wahr-
nehmungen bezüglich der Frage, ob C.________ mit N.________ in einer Bezie-
hung gewesen sei, beschrieben und nicht nur Aussagen vom Hörensagen ge-
macht. Auch in Bezug auf die Aussagen von Q.________ ist die Vorinstanz aber 
richtigerweise zum Schluss gekommen, dass nur mit grösster Zurückhaltung auf 
seine Aussagen abgestellt werden könne. Die Kammer kann sich den zutreffenden 
vorinstanzlichen Ausführungen wiederum anschliessen. Ergänzend ist einzig dar-
auf hinzuweisen, dass auch die Aussagen von Q.________, wonach er nicht nur 
am Tag vor seiner Einvernahme telefonischen Kontakt mit dem Beschuldigten ge-
habt habe, sondern er den Beschuldigten sogar am Morgen der Einvernahme noch 
angerufen und diesem gesagt habe, dass er jetzt unterwegs sei (vgl. pag. 67 Z. 80 
ff.), grosse Zweifel an der Unbefangenheit seiner Aussagen schüren. Auch aus 
diesem Grund sind die Aussagen des direkt involvierten N.________, welcher 
glaubhaft verneinte, mit C.________ eine Beziehung geführt zu haben, deutlich 
stärker zu gewichten als jene von Q.________.

8.3.9 Beweisschlüsse

Die Vorinstanz führte im Rahmen ihrer konkreten Beweiswürdigung aus, zumal auf 
die glaubhaften Aussagen von C.________, nicht jedoch auf die widersprüchlichen 
Aussagen des Beschuldigten abzustellen sei, sei erstellt, dass es nach der Tren-
nung von C.________ und dem Beschuldigten noch mehrmals zu Geschlechtsver-
kehr gekommen sei. Anschliessend hielt die Vorinstanz konkret Folgendes fest 
(pag. 563 ff., S. 28 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im 
Original):

Bezüglich die einzelnen Vorfälle hat C.________ diese klar voneinander abgegrenzt und diesbezüg-
lich Details geschildert, welche sich bei den einzelnen Vorfällen unterschieden haben: So machte sie 
zu den unterschiedlichen Vorfällen differenzierte Aussagen, wie beispielsweise ob und wann der Be-
schuldigte sie vorher angerufen habe (Vorfall AKS Ziff. 1.1: Ja; Vorfall AKS Ziff. 1.2: Nein; Vorfall AKS 
Ziff. 1.4: Ja; pag. 17, Z. 49 f.; pag. 21, Z. 223; pag. 23, Z. 336 ff.), wann sie bei welchen Vorfällen un-
ter dem Nachthemd eine Unterhose getragen habe oder nicht (Vorfall AKS Ziff. 1.1: Nein; Vorfall AKS 
Ziff. 1.2: Nein; Vorfall AKS Ziff. 1.4: Nein; pag. 19, Z. 146 f.; pag. 21, Z. 2140 f.; pag. 24, Z. 380 ff.) 
oder auch was er während den Vorfällen getragen hat und in welcher Art und Weise er sich die Hose 
ausgezogen habe (pag. 19, Z. 162; pag. 20, Z. 222; pag. 21, Z. 235 f.).

Auch betreffend die Frage, ob der Geschlechtsverkehr einvernehmlich war oder nicht, gab 
C.________ klar und konstant zu Protokoll, dass sie dem Beschuldigten gesagt habe, dass sie den 
Geschlechtsverkehr nicht wollte (pag. 19, Z. 151, pag. 20, Z. 212 ff., pag. 30, Z. 109, pag. 471, Z. 36 
ff.). Auch seitens O.________ wird bestätigt, dass C.________ den Geschlechtsverkehr nicht gewollt 
habe (pag. 61, Z. 76 ff.). C.________ schilderte betreffend die einzelnen Vorfälle auch in differenzier-
ter Art und Weise, wie sie ihren Willen, nicht mit dem Beschuldigten zu schlafen, jeweils kundgetan 
habe:

27

So führte sie betreffend den Vorfall gemäss AKS Ziff. 1.1 aus, dass sie sich gewehrt habe, indem sie 
ihn weggestossen resp. versucht habe, ihn wegzuhalten und nein gesagt habe. Er habe sie ins 
Schlafzimmer getragen und sie aufs Bett gelegt und sie an den Schultern auf den Rücken gedrückt. 
Hierbei habe sie versucht, ihn in die andere Richtung wegzudrücken (pag. 19, Z. 153 ff.). Dabei habe 
er sie aber mit einer Hand auf dem Bett festgehalten und die Hose runtergestossen. Sie habe nicht 
geschrien aber geweint, als er weggegangen sei (pag. 19, Z. 158 ff.).

Betreffend den Vorfall gemäss AKS Ziff. 1.2 gab C.________ zu Protokoll, dass der Beschuldigte an-
gefangen habe, sie an den Schultern anzufassen. Sie habe ihm gesagt, dass er sie lassen solle: Sie 
habe gesagt «Nein nein, lass mich in Ruhe» (pag. 21, Z. 233 ff.). Sie habe ihm gesagt «Ich will nicht 
mit dir schlafen, wir sind nicht mehr zusammen, du hast eine Frau. Wieso kommst du wieder zu mir?» 
(pag. 21, Z. 245 f.). Sie habe sich gewehrt, indem sie versucht habe, ihn mit den Händen wegzudrü-
cken. Sie habe ihn nicht geschlagen aber versucht, mit den Füssen zu treten um ihn wegzustossen. 
Sie habe nicht geschrien. Es sei keine Gewalt im Spiel gewesen, er habe sie einfach an den Schul-
tern auf das Bett gedrückt. Er habe ihr nicht gedroht. Sie sei auf dem Rücken gelegen und er auf ihr 
drauf, als er vaginal in sie eingedrungen sei (pag. 21, Z. 248 ff.).

Auch betreffend den Vorfall gemäss AKS Ziff. 1.4 führte C.________ in differenzierter Art und Weise 
aus, dass der Beschuldigte sie umarmt habe, als sie erneut versucht habe, ihn von sich wegzudrü-
cken und ihm gesagt habe, dass sie genug von ihm habe (pag. 23, Z. 364 ff.). Sie habe ihm gesagt, 
dass dies das letzte Mal sei, dass er das mit ihr mache. Sie würde zur Polizei gehen. Sie habe ihm 
gesagt, dass er es machen könne, sie aber alles der Polizei melden würde. Er habe nur gemeint, 
dass sie die Polizei informieren könne, das sei kein Problem. Bei diesem Vorfall habe sie sich in der 
Folge nicht mehr gewehrt, sondern ihn einfach machen lassen (pag. 23, Z. 366 ff.).

Aus diesen glaubhaften Schilderungen wird einerseits klar, dass auch für den Beschuldigten erkenn-
bar gewesen sein musste, dass C.________ den Geschlechtsverkehr nicht mit ihm vollziehen wollte. 
Andererseits fällt auf, dass er bei den Übergriffen keine übermässige Gewalt angewendet bzw. sich 
C.________ nicht übermässig zur Wehr gesetzt hat. Diese Umstände lassen sich jedoch auch auf-
grund kultureller Gründe erklären. So führte O.________, welche ebenfalls aus Eritrea stammt 
(pag. 59), diesbezüglich das Folgende aus: «Er habe sie mit Kraft dazu gedrängt. Wenn eine Frau 
sagt, sie wolle nicht, sagt der Mann mit Kraft «du musst». Wenn ein Mann sagt: Ich bin der Vater dei-

nes Sohnes, ich will mit dir schlafen», dann muss man, das ist normal» (pag. 61, Z. 79 ff.). Diese Hal-
tung zeigte sich denn auch in der Äusserung des Beschuldigten gegenüber C.________, gemäss de-
ren Angabe er ihr versucht habe klar zu machen, dass er ihr mit dem Geschlechtsverkehr einen Ge-
fallen tun würde (pag. 22, Z. 309 f.). Ebenso bezeichnend ist die Schilderung C.________s in Bezug 
auf folgende Aussage: «Er sagte, wo das Problem liegen würde, wir hätten ja zwei Kinder zusam-
men» (pag. 17, Z. 53 ff.). Bei dieser Ausgangslage erscheint es mit Blick auf die kulturellen Hinter-
gründe nachvollziehbar, dass C.________ sich nicht stärker zur Wehr gesetzt hat. So war es denn 
letztlich auch ihre Sozialarbeiterin M.________, welche C.________ erstmals bewusst zu machen 
schien, dass es sich bei den Handlungen des Beschuldigten um Vergewaltigungen handelte, welche 
zur Anzeige gebracht werden können (vgl. pag. 257 ff.). Ferner kann an dieser Stelle auch darauf hin-
gewiesen werden, dass das Verhalten von C.________ grundsätzlich demjenigen von Opfern sexuel-
ler Gewalt entspricht. Trotz der Übergriffe hat sie den Beschuldigten immer wieder in die Wohnung 
und zu sich gelassen. Sie hat ihm immer wieder neue Chancen gegeben und stets gehofft, dass es 
nicht von Neuem zu sexuellen Übergriffen kommen würde. Ferner ist auch nicht zu vergessen, dass 
C.________ mit dem Beschuldigten zwei Kinder hat, aufgrund deren sie den Kontakt zum Beschuldi-
gen wohl auch nicht gänzlich abbrechen wollte. So führte sie selber aus, dass sie den Beschuldigten 

28

nicht früher habe anzeigen wollen, weil er der Vater ihrer Kinder sei (pag. 34, Z. 241 ff.). Ihr diesbe-
zügliches Verhalten ist damit ohne weiteres erklärbar.

Diesen zutreffenden Ausführungen kann sich die Kammer vorbehaltlos anschlies-
sen, darauf ist zu verweisen.

Soweit die Vorinstanz den Vorfall gemäss Ziff. I.1.3 der Anklageschrift anschlies-
send mangels fehlender detaillierter Schilderungen zum Tatgeschehen als nicht er-
stellt erachtete (pag. 565, S. 30 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung), kann ihr 
indes nicht gefolgt werden. Wie in E. II.8.3.2 hiervor aufgezeigt, lässt sich zunächst 
schlüssig erklären, weshalb C.________ diesen Vorfall aus dem Jahr 2018 anläss-
lich der polizeilichen Einvernahme verschwiegen hatte und erst anlässlich der Ein-
vernahme vom 17. August 2022 erwähnte, als sie die Einnahme der Pille zu er-
klären versuchte. Zum Ablauf des Vorfalls aus dem Jahr 2018 wurde C.________ 
sodann erstmals anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung befragt. Zwar 
ist der Vorinstanz (pag. 565, S 30 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung) zuzu-
stimmen, dass die dort gemachten Angaben von C.________ zu diesem Vorfall 
wenig ausführlich erscheinen. Namentlich gab C.________ an, der Vorfall im 
Sommer 2018 sei genau gleich gewesen wie derjenige im Jahr 2017, es sei das-
selbe passiert (pag. 474 Z. 28 f.). An die Vorgeschichte erinnere sie sich nicht – da 
es wiederholt geschehen sei, habe sie es so akzeptiert, wie es sei (pag. 474 
Z. 36 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte C.________ ergänzend aus, 
an den Vorfall im Jahr 2018 erinnere sie sich nicht so gut (pag. 718 Z. 32). Das Da-
tum und den Monat wisse sie nicht mehr. Der Beschuldigte sei jeweils am Morgen-
früh zu ihr nach Hause gekommen und habe mit ihr schlafen wollen, das habe er 
ohne ihren Willen gemacht. Sie habe ihm immer gesagt, er soll sie sein lassen. Sie 
habe ihn immer darauf aufmerksam gemacht, dass er verheiratet sei und Kinder 
zuhause habe. Er habe immer gesagt, dass sie einen Mann brauche. Auf Nachfra-
ge verneinte sie, dass die Kinder bei diesem Vorfall zuhause gewesen seien, sie 
seien in der Schule gewesen (pag. 718 Z. 35 ff.). Auf Frage, wie es konkret zum 
Geschlechtsverkehr gekommen sei, antwortete sie, der Beschuldigte habe seine 
Technik benutzt. Er habe sie aufgehoben, dann habe er sie zum Bett gebracht 
(pag. 719 Z. 6 ff.). Sie frage sich selber, wieso sie ihm damals nochmals die Tür 
geöffnet habe, nachdem es vorher bereits zweimal zu solchen Vorfällen gekommen 
sei (pag. 719 Z. 16 ff.). Die Aussagen von C.________ zum Vorfall im Jahr 2018 
blieben somit auch im Berufungsverfahren verhältnismässig detailarm. Die Gene-
ralstaatsanwaltschaft führte jedoch zutreffend aus, der Vorfall sei sehr lange 
zurückgelegen, weshalb sich die Erinnerung automatisch auf das Kerngeschehen 
fokussiere. Der Vorfall sei auch sehr ähnlich gewesen wie derjenige im Jahr 2017, 
das habe C.________ sagen können. Für sie als juristische Laiin sei schwer ver-
ständlich, weshalb sie mehr sagen sollte, wenn es doch einfach gleich gewesen 
sei. Es spreche für ihre Glaubhaftigkeit, dass sie das nicht mit mehr Details ausge-
schmückt habe. Zudem sei nicht ersichtlich, weshalb sie den Beschuldigten bezüg-
lich des Vorfalls im Jahr 2018 falsch belasten sollte (pag. 743). Diesen Ausführun-
gen kann sich die Kammer anschliessen. Zumal C.________ auch bezüglich des 
Vorfalls im Jahr 2018 Erinnerungslücken einräumte, den Beschuldigten nicht über-
mässig belastete, sich selber vorwarf, den Beschuldigten ein weiteres Mal in ihre 
Wohnung gelassen zu haben, und nicht ersichtlich ist, weshalb C.________ den 

29

Beschuldigten diesbezüglich falsch belasten sollte, besteht für die Kammer kein 
Anlass, bezüglich dieses Vorfalls von der zuvor getroffenen Feststellung, wonach 
die Aussagen von C.________ als glaubhaft erachtet werden, abzuweichen. Im 
Übrigen liegen objektive Beweismittel vor, die bestätigen, dass C.________ im Jahr 
2018 schwanger gewesen ist und eine Abtreibung hat vornehmen lassen (vgl. 
E. II.8.3.1 hiervor). Es stellt sich demnach die Frage, ob dieser Umstand ebenfalls 
dafürspricht, dass es im Jahr 2018 zu einem weiteren erzwungenen Geschlechts-
verkehr zwischen dem Beschuldigten und C.________ gekommen ist. Zur Beant-
wortung dieser Frage ist im Folgenden konkret auf die Schwangerschaften von 
C.________ in den Jahren 2017 und 2018 einzugehen.

Hinsichtlich der Schwangerschaft im Jahr 2017 hielt die Vorinstanz fest, es müsse 
offengelassen werden, ob C.________ damals vom Beschuldigten schwanger ge-
wesen sei oder nicht. Dies aus folgenden Gründen (pag. 565 f., S. 30 f. der vor-
instanzlichen Urteilsbegründung): 

Diesbezüglich gab C.________ im Jahr 2017 im Spitalzentrum an, dass der Vater des Kindes ihr 
neuer Freund aus U.________ (Ortschaft) sei (pag. 106). Erst später gab sie zu Protokoll, dass der 
Beschuldigte der Erzeuger gewesen sei (pag. 22, Z. 288 f.; pag. 473, Z. 44 ff.). Bereits diese Aussa-
gen sind widersprüchlich. Auf Vorhalt dieser Unstimmigkeit führte C.________ sodann aus, dass sie 
dies so gesagt habe, zumal der Beschuldigte eine Frau habe und verheiratet sei (pag. 35, Z. 308 f.). 
Vorab ist jedoch festzuhalten, dass es unzutreffend ist, dass der Beschuldigte verheiratet ist 
(pag. 313, pag. 88, Z. 211 f.; 479, Z. 12 ff.). Darüber hinaus erscheint es nach Ansicht des Gerichts 
auch nicht gänzlich nachvollziehbar, weshalb sie ihn aufgrund dessen verschonen wollte. Auch die 
Angabe von C.________, wonach sie die Pille genommen, diese aber vergessen habe (pag. 106), er-
scheint fragwürdig: Auf Nachfrage der Verteidigung gab sie an, die Pille genommen zu haben, weil 
der Beschuldigte sie nicht in Ruhe gelassen habe (pag. 36, Z. 316 ff.). Gemäss ihren eigenen Anga-
ben war es zu diesem Zeitpunkt – im Jahr 2017 – jedoch erst einmal zu einem Übergriff gekommen, 
welcher im Jahr 2014 stattgefunden haben soll (Vorfall gemäss AKS Ziff. 1.1). Es erscheint fraglich, 
dass sie aufgrund eines – aus damaliger Perspektive – einmaligen Vorfalls während drei Jahren die 
Pille einnahm, um sich vor einem allfällig weiteren Übergriff des Beschuldigten zu schützen. So hatte 
sie zu jenem Zeitpunkt keinen fundierten Grund zu Annahme, dass der Beschuldigte sie erneut ver-
gewaltigen würde. Dies spricht eher dafür, dass sie in diesem Zeitraum eine Beziehung – mit wem 
auch immer – führte.

Die Verteidigung brachte oberinstanzlich vor, die Schwangerschaften seien kein 
Indiz für die Vergewaltigungen, da sie nichts über den Erzeuger und die Einver-
nehmlichkeit des Geschlechtsverkehrs aussagen würden. Die Akten würden den 
Beschuldigten sogar entlasten, da C.________ im Spital angegeben habe, sie ha-
be einen neuen Partner und sei ungewollt schwanger geworden. Sie habe ausge-
sagt, sie habe N.________ im Spital als Vater angegeben, weil sie die Sache habe 
privat halten wollen. Es sei völlig lebensfremd, dass dieser C.________ zur Abtrei-
bung begleitet und ihr erlaubt hätte, anzugeben, er sei der Freund, wenn er nicht 
der Vater gewesen wäre. C.________ habe ausgesagt, im Zeitpunkt der Schwan-
gerschaften keinen Freund gehabt und mit keinem anderen Mann Geschlechtsver-
kehr gehabt zu haben. Im Spital habe sie gesagt, sie habe die Pille vergessen. 
Dass sie die Pille genommen habe, mute seltsam an. Ihre Erklärung, wonach der 

30

Beschuldigte sie nicht in Ruhe gelassen und sie zur Sicherheit weiterhin die Pille 
genommen habe, überzeuge nicht (pag. 740).

Demgegenüber führte die Generalstaatsanwaltschaft aus, es sei nicht das gleiche, 
ob man im Spital sei oder Aussagen in einem Strafverfahren mache mit einer 
Übersetzung. Die im Spital gemachten Angaben seien mit Vorsicht zu interpretie-
ren. Es handle sich dabei um eine klassische Begründung für eine Abtreibung, da-
mit keine grossen Fragen gestellt würden. Hätte C.________ die Wahrheit gesagt, 
hätte sie den Beschuldigten belasten müssen, was sie lange nicht gewollt habe. 
Sie habe gesagt, im Spital habe sie das privat halten wollen. Dazu passe die An-
gabe des Namens von N.________. Die Vorinstanz habe seine Aussagen als 
glaubhaft erachtet, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie betreffend Beziehung 
nicht darauf abgestellt habe. Es sei davon auszugehen, dass C.________ im Jahr 
2017 vom Beschuldigten schwanger gewesen sei und auch der Vorfall im Jahr 
2018 sei als erstellt zu erachten (pag. 742 f.).

Zwar erscheint auf den ersten Blick tatsächlich irritierend, dass C.________ bei 
den Abtreibungen in den Jahren 2017 und 2018 im Spital jeweils einen Freund er-
wähnte. Namentlich erklärte sie im Jahr 2017, sie sei ungewollt schwanger gewor-
den, da sie die Pille vergessen habe. Sie habe einen neuen Partner, der in 
U.________(Ortschaft) lebe (pag. 106). Im Jahr 2018 gab sie sodann an, es sei ei-
ne unerwünschte Schwangerschaft, weil ihr Freund diese nicht möchte (pag. 203). 
Demgegenüber verneinte sie anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, im 
Jahr 2017 noch andere Sexualpartner gehabt zu haben. Seit sie die Kinder habe, 
habe sie nur mit dem Beschuldigten sexuellen Kontakt gehabt (pag. 474 Z. 19 ff.). 
Auch anlässlich der Berufungsverhandlung gab sie an, nur mit dem Beschuldigten 
sexuellen Kontakt gehabt zu haben. Er sei sowohl im Jahr 2017 als auch im Jahr 
2018 der Erzeuger des Kindes gewesen. Nach ihrer Trennung habe sie nie eine 
Beziehung oder Geschlechtsverkehr mit jemand anderem gehabt (pag. 723 Z. 31 
ff.; pag. 724 Z. 1 f.). Auch mit N.________ habe sie keinen Geschlechtsverkehr ge-
habt, er sei ihr Helfer und wie ein Bruder (pag. 724 Z. 4 f.). Das sei die Wahrheit 
(pag. 724 Z. 7 f.). Auf Vorhalt, wonach sie demnach im Spital gelogen haben muss, 
als sie N.________ als Vater angegeben habe, erklärte C.________ in beeindru-
ckender Weise, es stimme, sie habe gelogen. Sie habe im Spital gelogen, nicht 
aber im Strafverfahren (vgl. pag. 721 Z. 26 f.). Die Kammer sieht keinen Anlass, 
diese Aussagen in Abweichung zur zuvor getroffenen Feststellung, wonach die 
Aussagen von C.________ glaubhaft seien, nicht als glaubhaft zu erachten. Ange-
sichts des kulturellen und religiösen Hintergrunds von C.________ erscheint der 
Kammer in Einklang mit der Generalstaatsanwaltschaft auch nachvollziehbar, wes-
halb C.________ im Spital nicht die Wahrheit erzählte, zumal sie die Vorfälle zu 
diesem Zeitpunkt geheim