# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa27b342-c5c0-5829-8b6a-b6e80d9a3f61
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.03.2015 KV 2014/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2014-4_2015-03-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2014/4

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 12.03.2015

Entscheiddatum: 12.03.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 12.03.2015
Art. 31 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 1a Abs. 2 lit. b KVG, Leistungspflicht der 
Krankenversicherung für unfallbedingte Zahnschäden. Fragliche Kausalität 
zweier Unfallereignisse von 1985 und 2013, da im Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung durch die Versicherung im Jahre 2013 eine deutliche 
Karies vorlag. Da weder die Kausalität der Unfallereignisse noch der Wegfall 
einer allfälligen Kausalität des Unfalles von 1985 überwiegend 
wahrscheinlich sind, ist die Sache zur weiteren zahnmedizinischen 
Abklärung zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 12. März 2015, KV 2014/4).Präsident Joachim Huber, 
Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers undLisbeth Mattle Frei; 
Gerichtsschreiberin Beatrix ZahnerEntscheid vom 12. März 2015in 
SachenA.___,Beschwerdeführerin,gegenSWICA Krankenversicherung AG, 
Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 
8401 Winterthur,Beschwerdegegnerin,betreffendZahnschadenSachverhalt

A.       

A.a  Gemäss Unfallmeldungen vom 1. Mai 1985 (act. G 1.24) und dem Protokoll von 

Dr. med. dent. B.___ schlug sich A.___ (im Folgenden: Versicherte) am 27. April 1985 

bei der Gartenarbeit mit dem Stiel eines Gartengeräts den bereits wurzelbehandelten 

linken oberen Schneidezahn vorne (Zahn +1 bzw. 21) ab (Kronenfraktur ohne 

Pulpabeteiligung; act. G 1.23; act. G 1.24). Die Kosten für Stiftaufbau und Verblend-

Metall-Keramik (VMK)-Krone übernahm die OSKA-Krankenversicherung St. Gallen 

(act. G 1.22; act. G 1.19).

A.b  Am 29. September 2000 meldete Dr. B.___ der Swica-Krankenversicherung AG (im 

Folgenden: Versicherung), welche inzwischen Rechtsnachfolgerin der OSKA-

Krankenversicherung geworden war, erneut einen Zahnschaden aufgrund des Unfalls 

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vom 27. April 1985. Eine Wurzelhalsfraktur des betroffenen Zahnes (+1 bzw. 21) sei im 

Jahre 1985 nicht sichtbar gewesen. Der Zahn wurde extrahiert und als definitive 

Versorgung entweder eine Brücke zwischen den benachbarten Zähnen (1+ bzw. 11 

und +2 bzw. 22) oder ein Implantat vorgeschlagen (act. G 1.20). Da der neben dem 

ursprünglich betroffenen Zahn liegende Zahn (+2 bzw. 22) ebenfalls beschädigt war, 

wurde eine Brücke angefertigt (act. G 1.18; act. G 1.16). Die Versicherung bezahlte die 

Behandlungskosten (abzüglich Selbstbehalt; act. G 1.17; act. G 1.16).

A.c  Beim Schneeräumen am 22. Januar 2013 erlitt die Versicherte erneut einen Schlag 

ins Gesicht, wobei die Brücke (Zähne 21 bzw. +1 und 22 bzw. +2) beschädigt wurde. 

Der als Brückenbefestigung dienende Zahn (11 bzw. 1+) sowie der daneben liegende 

Zahn (12 bzw. 2+) mussten extrahiert werden (act. G 1.14; act. G 3.8; act. G 3.16). In 

der Folge wurden an den Zähnen 12 bzw. 2+ und 22 bzw. +2 Implantate angebracht 

(act. G 3.8; act. G 1.14).

A.d  Mit Schreiben vom 20. Februar 2013 teilte die Versicherung der Versicherten mit, 

mit der definitiven Versorgung (VMK-Brücke) sei die Behandlung des Unfalles von 1985 

vollumfänglich abgegolten. Somit bestehe keine weitere Leistungspflicht der damaligen 

Versicherung (act. G 1.15). Mit Brief vom 26. März 2013 führte die Versicherung aus, 

die zu übernehmenden Kosten für die Sanierung von Unfallzähnen müsse dem 

Vorzustand entsprechend wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Die damals 

entstandene Lücke sei durch eine VMK-Brücke saniert und der Vorzustand somit 

wieder hergestellt worden. Zudem stehe die neu geplante Behandlung nicht in direktem 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis im Jahr 1985, da die Zähne 11 und 21 (richtig 

wohl 12) aufgrund von Karies behandelt werden müssten (act. G 1.13).

A.e  Auf Ersuchen der Versicherten vom 21. November 2013 (act. G 1.5) erliess die 

Versicherung am 19. Dezember 2013 eine Verfügung, wonach sie keine Leistungen aus 

der Unfallversicherung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an die erfolgte 

Zahnbehandlung erbringe, da die Zähne einen krankhaften Vorzustand aufwiesen, 

welcher nicht unfallkausal sei (act. G 1.4). Eine dagegen gerichtete Einsprache wies die 

Versicherung am 14. April 2014 ab (act. G 1.2). Die durchgeführte zahnmedizinische 

Behandlung könne in Anbetracht der deutlichen Karies nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. Januar 2013 zurückgeführt werden. 

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Damit bestehe keine Leistungspflicht aus der obligatorischen Krankenversicherung 

(act. G 1.2-4).

B.      

B.a  Mit Eingabe vom 12. Mai 2014 erhob die Versicherte gegen den 

Einspracheentscheid vom 14. April 2014 Beschwerde. Sie beantragt, es sei (für die 

Behandlung nach dem Unfall vom 22. Januar 2013) Kostengutsprache zu erteilen. Der 

Unfall vom 27. April 1985 sei mindestens Teilursache des erneuten Zahnschadens, was 

für die Leistungspflicht genüge (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2014 (act. G 3) beantragt die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen und der Einspracheentscheid 

vom 14. April 2014 sei zu bestätigen. Die Zahnbehandlung könne in Anbetracht der 

deutlichen Karies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis 

vom 22. Januar 2013 zurückgeführt werden. Dass das Unfallereignis vom 1. Mai 1985 

mindestens eine Teilursache für die im Jahr 2013 erfolgte zahnmedizinische 

Behandlung sei, sei nicht nachgewiesen. Damit bestehe keine Leistungspflicht 

(act. G 3).

B.c  Mit Replik vom 18. August 2014 beantragt die Beschwerdeführerin erneut die 

Gutheissung der Beschwerde. Die Neuversorgung der Zahnbrücke sei durch den Unfall 

oder Unfallfolgeschäden notwendig geworden. Falls die eingereichte Beurteilung des 

Zahnarztes nicht ausreiche, sei der Sachverhalt durch die Beschwerdegegnerin oder 

das Gericht genügend abzuklären. Die Beschwerdegegnerin habe sich widersprüchlich 

verhalten; insbesondere habe sie ihr am 22. April 2013 telefonisch mitgeteilt, sie könne 

die Zahnbehandlung aufgrund des Schlages vom 22. Januar 2013 als neuen Unfall 

übernehmen (act. G 5).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Duplik vom 29. August 2014 an ihren 

Anträgen fest. Der Sachverhalt sei ausreichend abgeklärt worden und das ihr 

unterstellte widersprüchliche Verhalten sowie die mündliche Leistungszusage würden 

bestritten (act. G 7).

Erwägungen:

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1.        

1.1    Gemäss Art. 31 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 1a Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes 

über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; SR 832.10) übernimmt die 

Krankenpflegeversicherung die Kosten der Behandlung von Schäden des Kausystems, 

die durch einen Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) verursacht worden sind, soweit 

dafür keine Unfallversicherung aufkommt. Art. 4 ATSG definiert den Unfall als 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nicht 

durch einen Unfall verursachte zahnärztliche Behandlungen übernimmt die 

obligatorische Krankenpflegeversicherung, wenn diese durch eine schwere, nicht 

vermeidbare Erkrankung des Kausystems oder durch eine schwere 

Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt sind, oder wenn sie zur Behandlung 

einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig sind (Art. 31 Abs. 1 

lit. a - c KVG).

1.2  

1.2.1         Ursachen unfallbedingter Schäden im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 

erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung ganz oder teilweise entfiele. Ob 

zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung 

bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung 

nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

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Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 

genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E 3.1mit 

weiteren Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. November 2010, 

9C_242/2010, E. 3.2 betreffend Zahnschäden). Zu den massgebenden Ursachen 

gehören auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche 

Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende 

traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der 

betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl 

eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts 

Conditio sine qua non war (Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2007, U 413/05, 

E. 4.2). Die Haftung der Versicherung kann nicht mit der Begründung ausgeschlossen 

werden, eine (körperliche) Gesundheitsschädigung sei weitestgehend einem massiven 

Vorzustand zuzuschreiben, und dem Unfallereignis komme demgegenüber nur 

untergeordnete Bedeutung zu. Ein versicherter Unfall kann auch dann einen 

haftungsbegründenden Kausalfaktor für eine bestimmte Gesundheitsschädigung 

darstellen, wenn er für deren Eintritt bloss zeitlich bestimmend war. Nur wenn aufgrund 

des Vorzustands ein alternativer, alltäglicher Belastungsfaktor zu annähernd gleicher 

Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, der Unfall mit andern 

Worten einen beliebigen und austauschbaren - im Ursache-Wirkungszusammenhang 

mithin bedeutungslosen - Anlass darstellt, ist die natürliche Unfallkausalität zu 

verneinen (Gelegenheits- oder Zufallsursache; Urteile des Bundesgerichts vom 29. 

November 2010, 9C_242/2010, E. 3.2, vom 19. November 2008, 8C_399/2008, E. 1.2, 

je mit Verweisen sowie vom 5. April 2007, U 413/05, E. 4.2).

1.2.2         Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Versicherers erst, wenn der Unfall nicht 

mehr die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitszustands darstellt, wenn 

letzterer also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Das 

Dahinfallen der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 

E. 2 mit Hinweisen). Beim Nachweis des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens handelt es sich um eine 

leistungsaufhebende Tatfrage. Die entsprechende Beweislast liegt hier - anders als bei 

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der Frage, ob im Grundfall oder auch bei einem Rückfall ein (erneuter) 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen).

1.3   Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, 

nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen 

Auskünfte ein. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren - wie im 

Übrigen auch das kantonale Beschwerdeverfahren vor Versicherungsgericht (BGE 122 

V 158 E. 1a mit Hinweisen) - ist mithin vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. D.h. 

Verwaltung und Versicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und 

vollständige Abklärung des Sachverhalts zu sorgen, ohne an die Parteibegehren 

gebunden zu sein. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a 

je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 

Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Wurde der 

entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt, kann das Gericht die 

Angelegenheit zu neuer Entscheidfindung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. U. 

Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).

2.    

2.1   Zu Recht wird nicht bestritten, dass sowohl das Ereignis vom 27. April 1985 als 

auch jenes vom 22. Januar 2013 die Merkmale des sozialversicherungsrechtlichen 

Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG erfüllen. Es wird auch nicht geltend gemacht und es 

sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der vorliegende Zahnschaden in einem 

Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung des Kausystems oder einer schweren 

Allgemeinerkrankung im Sinne von Art. 31 Abs.  1 KVG stehe. Hingegen ist zwischen 

den Parteien im Wesentlichen umstritten, ob der Zahnschaden im Jahr 2013 

unfallkausal ist und ob gegebenenfalls das Unfallereignis vom 27. April 1985 oder 

dasjenige vom 22. Januar 2013 ursächlich ist.

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2.2     

2.2.1         Der behandelnde Zahnarzt Dr. B.___ berichtete am 20. Mai 2013 (Ergänzung 

des unleserlich kopierten Datums offenbar durch die Beschwerdegegnerin) im 

Wesentlichen, die Beschwerdeführerin sei am 23. Januar 2013 mit Schmerzen im 

Frontbereich in die Behandlung gekommen, nachdem sie sich tags zuvor beim 

Schneeräumen mit dem Schaufelstiel die Frontzähne gestossen habe. Die 

klopfdolenten und devitalen Pfeilerzähne 11 und 12 einer nach einem 1985 erlittenen 

Unfall im Jahr 2001 zur Lückenfüllung angefertigten Brücke hätten entfernt werden 

müssen. Seines Erachtens könne trotz der deutlichen Karies ein direkter 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 22. Januar 2013 nicht ausgeschlossen werden 

(act. G 3.11). Am 24. April 2014 führte er aus, beim Unfall von 1985 sei eventuell nicht 

nur Zahn 21, der damals schon wurzelbehandelt war, sondern gemäss Bericht vom 

29. September 2000 auch Zahn 22 in Mitleidenschaft gezogen worden. Somit hätten 

die Zähne 21 und 22 extrahiert und mit einer 5-gliedrigen Brücke versorgt werden 

müssen. Infolge dessen könnten auch weitere Frontzähne vom Unfall betroffen worden 

sein, da die Zähne 12 und 11 am 23. Januar 2013 devital gewesen seien. Ob die 

Devitalisierung der Zähne 12 und 11 durch den neuen Unfall vom 22. Januar 2014 

(richtig: 2013) verursacht oder bereits seit längerer Zeit vorhanden gewesen sei, habe 

er am 23. Januar 2013 nicht mit Bestimmtheit feststellen können. Bezüglich Einfluss 

der Karies bilde der Randabschluss einer Brücke deren Schwachstelle; folglich sei 

deren Lebensdauer beschränkt. Die Beschwerdeführerin pflege eine gute 

Mundhygiene. Somit könne die Karies der Frontzähne auch auf die Lebensdauer einer 

Brücke oder auf die Mikrorisse des vorangegangenen Traumas zurückgeführt werden 

(act. G 1.1).

2.2.2         Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Unfall von 1985 sei Teilursache der 

im Jahre 2013 behandelten Schäden. Diese seien nicht durch die Karies alleine 

verursacht worden. Gemäss Dr. B.___ bilde die Brücke hinsichtlich der Karies die 

Schwachstelle. Sie wäre ohne den Unfall niemals notwendig geworden (act. G 1). Ihr 

Zahnschaden sei ein bekannter Folgeschaden der Versorgung mit einer Brücke; das 

Abtragen von Zahnschmelz an gesunden Zähnen habe diese geschädigt (act. G 1.3; 

act. G 5-2). Gemäss klarer Aussage ihres Zahnarztes pflege sie eine gute 

Mundhygiene, zudem seien die Zähne regelmässig kontrolliert worden (act. G 5-2). Die 

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Beschwerdegegnerin macht demgegenüber geltend, auf dem Röntgenbild vom 

25. Januar 2013 sei klar ersichtlich, dass die betroffenen Zähne kariös gewesen seien. 

Daraus könne geschlossen werden, dass die fragliche Behandlung aufgrund der 

kariösen Schädigungen vorgenommen worden sei, die nicht traumatisch bedingt seien. 

Auch in den Stellungnahmen des behandelnden Zahnarztes werde nicht hinreichend 

und verbindlich dargelegt, dass die vorgefundenen Zahnschäden mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 22. Januar 2013 zurückzuführen seien 

(act. G 3-4 f.). Die von der Beschwerdeführerin angeführte Kausalkette werde durch die 

zahnärztlichen Berichte nicht bestätigt; vielmehr sei anzunehmen, dass die Behandlung 

mit Implantaten wegen der Karies erfolgt sei (act. G 3-5 f.). Es entspreche sodann einer 

Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagten 

(act. G 7-2).

2.3 

2.3.1         Zunächst ist zu prüfen, ob das Unfallereignis vom 22. Januar 2013 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit mindestens teilweise Ursache des Zahnschadens 

ist, welcher die Versorgung mit den Implantaten erforderlich machte. Hierbei stellt sich 

insbesondere die Frage, ob der Unfall im Jahre 2013 im Sinne einer nicht 

wegzudenkenden Bedingung auch ohne den Kariesbefall der betroffenen Zähne zum 

vorliegend zu beurteilenden Schaden geführt hätte, oder ob die Ursächlichkeit des 

Unfalls hinter diejenige der Karies zurückzutreten hat.

2.3.2         Dr. B.___ hielt dazu fest, ein direkter Zusammenhang könne trotz der 

deutlichen Karies nicht ausgeschlossen werden (act. G 1.10). Er habe am 23. Januar 

2013 nicht feststellen können, ob die Devitalisierung der Zähne 12 und 11 durch den 

neuen Unfall verursacht worden sei oder schon zuvor bestanden habe (act. G 1.1). Aus 

diesen Aussagen geht hervor, dass er eine Kausalität des Ereignisses vom 22. Januar 

2013 zwar für möglich hält, dass er jedoch die Ursächlichkeit der Karies für 

vordergründig erachtet. Entsprechend hat er die Beschwerdegegnerin denn auch nur 

um "kulanterweise" mindestens teilweise Übernahme der Kosten gebeten (vgl. 

act. G 3.11). Aus dem Bericht Dr. B.___s kann jedenfalls nicht geschlossen werden, 

dass das Unfallereignis vom 22. Januar 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

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schadenskausal war. Dennoch schliesst er eine überwiegend wahrscheinliche - wenn 

auch gegenüber der Karies stark untergeordnete - kausale Bedeutung des genannten 

Vorfalls nicht aus.

2.4  

2.4.1         Fehlt es an einer überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalität des 

Unfallereignisses vom 22. Januar 2013, ist weiter zu prüfen, ob der zu beurteilende 

Zahnschaden Folge des ersten Unfalls vom 27. April 1985 ist. Dieser ist nicht 

wegzudenkende Bedingung dafür, dass im Jahr 2000 die Versorgung mit einer Brücke 

erfolgte. Somit ist darüber zu befinden, ob die Brücke ihrerseits mindestens teilweise 

Ursache für die Behandlung im Jahr 2013 ist. Dabei stellt sich die Frage, ob die Brücke 

- als Folgeschaden des Unfalls von 1985 - aufgrund ihrer erreichten Lebensdauer zu 

ersetzen war, oder ob sie - wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht - die 

Karies (mit)verursacht hat, oder aber ob eine allfällige Kausalität des Unfalls von 1985 

aufgrund der festgestellten starken Karies dahingefallen wäre.

2.4.2         In Bezug auf das Unfallereignis von 1985 berichtet der behandelnde 

Zahnarzt, dass davon "auch" weitere Frontzähne betroffen worden sein "können", da 

die Zähne 12 (2+) und 11 (1+) am 23. Januar 2013 devital gewesen seien (act. G 1.1). In 

Anbetracht der guten Mundhygiene der Beschwerdeführerin "könne" die Karies "auch" 

auf die Lebensdauer der Brücke oder auf "Mikrorisse des vorangegangenen Traumas" 

zurückgeführt werden (act. G 1.1).

2.4.3         Die Lebensdauer einer Zahnbrücke wird mit mindestens 10 Jahren und im 

Mittel mit 20 Jahren angegeben (http://www.zahne.com/zahnbruecke.html; http://

www.zahnersatzsparen.ch/zahnersatz/metallkeramik-bruecke.html; http://www. 

optimale-zahnbehandlung.ch/index.php/zahnersatz/zahnbruecke?showall=1; 

aufgerufen am 13. Februar 2015). Die Brücke der Beschwerdeführerin wurde nach rund 

13 Jahren durch Implantate ersetzt. Es ist weder aufgrund der erreichten Lebensdauer 

noch durch die Aussage von Dr. B.___ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, 

dass die Brücke rein aufgrund ihres Alters zu ersetzen war. Hinsichtlich der Karies zeigt 

die von Dr. B.___ verwendete Formulierung, sie "könne auch auf die Lebensdauer der 

Brücke zurückzuführen sein", dass er diesen ursächlichen Zusammenhang für möglich 

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hält. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit dieses Zusammenhangs ist mit dieser 

Aussage jedoch nicht hinreichend dargetan. Ebensowenig lässt sich den Berichten 

entnehmen, dass eine mögliche Kausalität des Vorfalls von 1985 durch die 

aufgetretene Karies überwiegend wahrscheinlich dahingefallen sei.

2.5   Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass durch die Berichte von Dr. B.___ eine 

Kausalität weder des Unfalles vom 27. April 1985 noch desjenigen vom 22. Januar 

2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Indes ist bezüglich des 

ersten Unfalls auch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass 

seine allfällige Kausalität dahingefallen wäre.

3.       

3.1   Die Akten lassen des Weiteren nicht den Schluss zu, dass von weiteren 

zahnmedizinischen Abklärungen keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten sind. 

Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Fragen, ob bzw. inwieweit die 2013 

durchgeführte Behandlung in absehbarer Zeit alleine aufgrund der Karies notwendig 

geworden wäre, ob die Kariesbildung durch die Brücke begünstigt wurde und ob die 

Brücke auch ohne das Auftreten der Karies zeitnah hätte ersetzt werden müssen, 

weitergehend beantwortet werden können, als dies bislang durch Dr. B.___ geschehen 

ist. Es rechtfertigt sich daher, die Sache zu weiterer Abklärungen - etwa zur Vorlage an 

ihren Vertrauenszahnarzt oder zum Einholen weiterer Auskünfte bei Dr. B.___ - an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.2   Gemäss den vorangegangenen Ausführungen ist die Beschwerde unter 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 14. April 2014 teilweise 

gutzuheissen und die Sache ist zur weiteren Abklärung unter Beachtung der 

Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin und zu neuer Verfügung im Sinn der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.3   Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

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entschieden:

1.      Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 14. April 2014 aufgehoben und die Sache zu weiteren 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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