# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87a7028f-da1e-5522-96ca-44b72c45e5d1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2025 E-4497/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4497-2025_2025-10-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4497/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Kaspar Gerber (Vorsitz), 

Richter Thomas Segessenmann,  

Richterin Constance Leisinger,  

Gerichtsschreiberin Tina Zumbühl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

und ihr Kind   

C._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

alle vertreten durch MLaw Simone Heutschi, Rechtsschutz 

für Asylsuchende - Bundesasylzentrum Region (…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 12. Juni 2025 / N (…). 

 

 

E-4497/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden A._______ und B._______ suchten am 16. Ap-

ril 2025 für sich und ihr minderjähriges Kind in der Schweiz um Asyl nach. 

Sie reichten ihre griechischen Aufenthaltstitel und ihre griechischen Reise-

pässe für Flüchtlinge sowie weitere Unterlagen aus dem griechischen Asyl-

verfahren ein.  

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) 

ergab, dass die Beschwerdeführenden am 29. Januar 2025 in Griechen-

land um Asyl ersucht hatten. 

C.  

Am 25. April 2025 wurde den Beschwerdeführenden im Rahmen des Ge-

sprächs zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat das rechtliche Gehör 

zum Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

(SR 142.31) und zur Wegweisung nach Griechenland gewährt.  

D.  

Am 1. Mai 2025 ersuchte die Vorinstanz die griechischen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie). Diese stimmten am 26. Mai 2025 dem Ersuchen zu und 

teilten mit, dass die Beschwerdeführenden in Griechenland am 21. Februar 

2025 als Flüchtlinge anerkannt worden seien und über bis zum 20. Februar 

2028 gültige Aufenthaltsbewilligungen verfügen würden. 

E.  

Die Beschwerdeführenden reichten mit Schreiben vom 30. April 2025, 

6. Mai 2025, 26. Mai 2025, 5. Juni 2025 und 6. Juni 2025 medizinische 

Unterlagen zu den vorinstanzlichen Akten.  

F.  

Am 11. Juni 2025 stellte das SEM den Entscheidentwurf der den Be-

schwerdeführenden zugewiesenen Rechtsvertretung zur Stellungnahme 

zu. Die entsprechende Stellungnahme ging am 12. Juni 2025 beim SEM 

ein.  

E-4497/2025 

Seite 3 

G.  

Mit Verfügung vom 12. Juni 2025 – eröffnet am 13. Juni 2025 – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a Asyl auf das Asylgesuch der 

Beschwerdeführenden nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

an, setzte ihnen eine Frist zur Ausreise nach Griechenland an, beauftragte 

den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte 

die editionspflichtigen Akten aus.  

H.  

Mit Eingabe vom 20. Juni 2025 erhoben die Beschwerdeführenden beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und 

beantragten, die Dispositivziffer 3 sei aufzuheben und die Vorinstanz sei 

anzuweisen, sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Eventualiter sei die 

Sache zur Vervollständigung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den griechi-

schen Behörden individuelle Garantien betreffend den Zugang der Be-

schwerdeführenden zu Unterbringung und medizinischer Versorgung ein-

zuholen. In formeller Hinsicht ersuchten sie um unentgeltliche Prozessfüh-

rung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2025 hiess der Instruktionsrichter das 

in der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud die 

Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. 

J.  

Mit Vernehmlassung vom 10. Juli 2025 nahm die Vorinstanz zur Beschwer-

deschrift Stellung und hielt mit ergänzenden Ausführungen an ihrer Verfü-

gung vom 12. Juni 2025 fest. 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2025 stellte der Instruktionsrichter die 

Vernehmlassung des SEM vom 10. Juli 2025 den Beschwerdeführenden 

zu und gab ihnen Gelegenheit zur Replik. 

L.  

Mit Eingabe vom 30. Juli 2025 reichten die Beschwerdeführenden eine 

Replik ein.  

  

E-4497/2025 

Seite 4 

M.  

Mit Eingaben vom 14. August 2025 und 28. August 2025 übermittelte die 

Beschwerdeführerin dem Gericht einen sie betreffenden Notfallbericht des 

Spital(…) D._______ vom 5. August 2025, einen Behandlungsplan des 

Psychiatriezentrums E._______ vom 6. August 2025 sowie eine Austritts-

meldung des E._______ vom 13. August 2025, wonach sie aufgrund akuter 

Suizidalität vom 5. August 2025 bis am 13. August 2025 hospitalisiert und 

u.a. eine (…) diagnostiziert wurde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

2.1 Die Dispositivziffern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung sind unan-

gefochten in Rechtskraft erwachsen. Die Frage, ob das SEM zu Recht auf 

das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, bildet da-

her nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 

2.2 In der Beschwerde wird beantragt, die Dispositivziffer 3 der Verfügung 

des SEM vom 12. Juni 2025 sei aufzuheben und die Vorinstanz sei 

E-4497/2025 

Seite 5 

anzuweisen, die Beschwerdeführenden in der Schweiz vorläufig aufzuneh-

men. In der Begründung erläutern die Beschwerdeführenden, weshalb der 

Vollzug der Wegweisung in ihrem Fall nicht zulässig beziehungsweise nicht 

zumutbar sei. Dementsprechend ist einzig die Frage Gegenstand des vor-

liegenden Beschwerdeverfahrens, ob das SEM den Vollzug der Wegwei-

sung zu Recht als zulässig und zumutbar erachtet hat oder ob – wie in der 

Beschwerde geltend gemacht – allenfalls anstelle des Vollzugs der Weg-

weisung infolge Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit im Sinne von dessel-

ben gestützt auf Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) die vorläufige Auf-

nahme der Beschwerdeführenden anzuordnen ist beziehungsweise ob 

diesbezüglich – entsprechend dem Eventualbegehren – die Sache zur 

rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Entscheidung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen ist.  

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

4.  

4.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

4.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft. 

5.  

Für die beantragte – aber nicht substanziiert begründete – Rückweisung 

der Sache im Wegweisungsvollzugspunkt an die Vorinstanz zwecks weite-

rer Sachverhaltsabklärungen besteht keine Veranlassung, da – wie im Fol-

genden zu zeigen ist – der Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt ist und in 

den Akten auch keine Verfahrensfehler erkennbar sind. Insbesondere hat 

das SEM eine genügende Einzelfallprüfung vorgenommen. Das entspre-

chende Eventualbegehren ist abzuweisen. 

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Seite 6 

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM mit ausführlichem 

Verweis auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (Referenzurteil 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022) aus, es könne weiterhin 

davon ausgegangen werden, dass der Vollzug der Wegweisung nach Grie-

chenland für anerkannte Schutzberechtigte grundsätzlich zulässig und zu-

mutbar sei. Für Familien mit Kindern sei der Vollzug der Wegweisung eben-

falls zumutbar, falls günstige Voraussetzungen oder Umstände vorlägen. 

Die Beschwerdeführenden hätten nicht dargelegt, inwiefern sie nicht über 

die Ressourcen verfügen sollten, ihre Rechte in Griechenland geltend zu 

machen. Allein die Tatsache, dass sich die bisherige Integration als schwie-

rig erwiesen habe, lasse den Vollzug der Wegweisung noch nicht als un-

zumutbar erscheinen. Es gehe aus den Akten nicht hervor, dass sie alles 

ihnen Zumutbare unternommen hätten, um in Griechenland zu ihren Rech-

ten und den ihnen zustehenden Leistungen zu kommen. Vielmehr hätten 

sie ihren Angaben zufolge weder die Behörden noch eine ansässige Nicht-

Regierungsorganisation kontaktiert und Griechenland bereits vier Monate 

nach der Schutzgewährung wieder verlassen.  

Schutzberechtigte, welche in Griechenland nicht in der Lage seien, ihren 

Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten, könnten beim griechischen 

Staat das Garantierte Mindesteinkommen (Ελάχιστο Εγγυημένο Εισόδημα; 

EEE) beantragen, wobei das EEE ein umfassendes Unterstützungskon-

zept sei, welches auf drei Grundpfeilern – finanzielle Einkommensunter-

stützung, soziale Dienstleistungen sowie berufliche Integration – beruhe. 

Der entsprechende Antrag könne bei einem Gemeindezentrum oder einem 

Migrant Integration Center (MIC) eingereicht werden, wobei die MIC wei-

tere Unterstützungsleistungen anböten. Bis zur Genehmigung des Antrags 

auf das EEE, welche in der Regel innerhalb eines Monats erfolge und für 

jeweils sechs Monate gelte, hätten die Beschwerdeführenden gemäss der 

Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

13. Dezember 2011 (sogenannte Qualifikationsrichtlinie) Anspruch auf Un-

terstützungsleistungen. Diese könnten direkt bei den zuständigen Behör-

den – nötigenfalls auch auf dem Rechtsweg – eingefordert werden. Aus-

serdem stünden Schutzberechtigten in Griechenland ein weiteres Integra-

tionsprojekt, HELIOS+, sowie zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen 

(bspw. die «Afghan Migrants & Refugees Community in Greece» oder das 

«Greek Council for Refugees») mit diversen Unterstützungsangeboten zur 

Verfügung. Sodann habe die Schweiz mit Griechenland am 14. Oktober 

2022 ein Rahmenabkommen zur Umsetzung migrationsbezogener Pro-

jekte unterzeichnet. Durch die finanzielle Unterstützung der Schweiz werde 

die stetige Verbesserung des griechischen Asylsystems angestrebt. Soweit 

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Seite 7 

die Beschwerdeführenden vom HELIOS+-Programm keine Kenntnis ge-

habt und auch sonst keine Hilfsorganisationen gesehen oder gekannt hät-

ten, seien deren Ausführungen als stereotyp zu bewerten. Sie hätten nicht 

darlegen können, welche Bemühungen sie unternommen hätten, um eine 

Unterkunft oder eine Arbeit zu finden. Vielmehr hätten sie es zum Vorne-

herein unterlassen, sich in Griechenland um eine wirtschaftliche und ge-

sellschaftliche Integration zu bemühen. Trotz gewisser gesundheitlicher 

Beeinträchtigungen seien bei den Beschwerdeführenden grundsätzlich die 

Voraussetzungen gegeben, um in Griechenland eine Arbeitstätigkeit auf-

zunehmen und die griechische Sprache zu erlernen.  

In Bezug auf das Kind sei auf die bestehende Schulpflicht in Griechenland 

zu verweisen. Die geltend gemachten medizinischen Beschwerden der Be-

schwerdeführenden (Beschwerdeführerin: u.a. […] sowie mehrere […]; Be-

schwerdeführer: Verdacht auf […]) seien nicht von einer derartigen 

Schwere, dass eine Überstellung nach Griechenland einen Verstoss gegen 

Art. 3 EMRK darstellen würde. Der Gesundheitszustand der Beschwerde-

führenden lasse ebenso wenig darauf schliessen, dass es sich bei ihnen 

um äusserst vulnerable Personen handle. Mangels einer medizinischen 

Notlage sei nicht davon auszugehen, dass sich ihr Gesundheitszustand bei 

einer Rückkehr nach Griechenland drastisch verschlechtern würde. Ohne-

hin könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführenden in 

Griechenland als Schutzberechtigte über eine griechische Sozialversiche-

rungsnummer (AMKA) verfügen und sie eine adäquate medizinische Be-

handlung erhalten würden. Insgesamt sei es den Beschwerdeführenden 

nicht gelungen, die in Art. 83 Abs. 5 AIG verankerte Legalvermutung um-

zustossen. 

5.2 Dem hielten die Beschwerdeführenden in der Beschwerde entgegen, 

dass gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts der 

Wegweisungsvollzug von Familien mit Kindern nur dann als zumutbar zu 

erachten sei, wenn im Einzelfall günstige Voraussetzungen oder Umstände 

vorlägen. Sie hätten lediglich vier Monate in Griechenland verbracht, wür-

den die griechische Sprache nicht beherrschen, seien in Griechenland kei-

ner Erwerbstätigkeit nachgegangen und würden über kein soziales oder 

familiäres Netz dort verfügen. Ihre fehlende beziehungsweise geringe 

Schulbildung und ihr Analphabetismus würden zusätzliche Hürden darstel-

len. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin psychisch stark angeschlagen; 

aufgrund der allgemein hohen Arbeitslosenrate in Griechenland sei der Zu-

gang zum Arbeitsmarkt äusserst schwierig. Soweit ihnen vorgeworfen wor-

den sei, sie hätten ungenügende Bemühungen unternommen, um 

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Seite 8 

Unterstützung zu erhalten und sich zu integrieren, verkenne die Vorinstanz 

die tatsächlichen Lebensumstände in Griechenland. Ihr Aufenthalt sei von 

existenzieller Unsicherheit, fehlendem Zugang zu staatlicher Hilfe, man-

gelnder Unterkunft und gesundheitlicher Belastung geprägt gewesen. Die 

fehlende Integrationsleistung sei dem strukturellen Defizit des griechischen 

Aufnahmesystems geschuldet und kein individuelles Versäumnis ihrer-

seits. So sei davon auszugehen, dass ein Grossteil der anerkannten 

Schutzsuchenden keinen Zugang zu einer Unterkunft habe und Geflüch-

tete nach dem Verlassen des Camps obdachlos würden. Diese Erfahrung 

hätten sie ebenfalls gemacht, nachdem sie trotz mehrfacher Anfragen bei 

verschiedenen Stellen keine Unterkunft gefunden und acht Tage im Wald 

hätten schlafen müssen. Ausserdem sei HELIOS+ noch nicht aktiv und die 

vorhandenen Hilfsorganisationen böten keine wirksame Unterstützung. 

Ferner habe das Kind der Beschwerdeführenden trotz wiederholter Bemü-

hungen keine Möglichkeit erhalten, die Schule zu besuchen. In der 

Schweiz hätten sie Kontakt zu ihrem volljährigen, hier wohnhaften Sohn 

herstellen können.  

5.3 In der Vernehmlassung führte das SEM ergänzend aus, dass in Bezug 

auf den in der Schweiz lebenden Sohn der Beschwerdeführenden kein Ab-

hängigkeitsverhältnis oder ein schützenswertes Familienleben im Sinne 

von Art. 8 EMRK bestehe. Dass sich die Beschwerdeführenden auf die ein-

klagbaren Garantien der Qualifikationsrichtlinie berufen könnten, bilde ei-

nen wesentlichen Bestandteil der Integrationsgrundlage und könne als be-

günstigender Faktor erachtet werden. Mit Verweis auf die jüngere Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei nebst individuellen Um-

ständen wie Alter, Gesundheit oder Ausbildung auch zu berücksichtigen, 

inwieweit von den Personen mit Schutzstatus eigene, ihnen zumutbare An-

strengungen unternommen worden seien, um in Griechenland Hilfe in An-

spruch zu nehmen. Entscheidend sei demnach, ob die betroffenen Perso-

nen bei einer Rückkehr trotz ihnen zumutbarer Anstrengungen mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage geraten wür-

den, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten. Diese Legalvermu-

tung umzustossen, obliege den Beschwerdeführenden. Vorliegend sei den 

Beschwerdeführenden am 21. Februar 2025 in Griechenland Schutz ge-

währt und ihre Reisedokumente seien am 22. März 2025 ausgestellt wor-

den. Sie hätten am 16. April 2025 in der Schweiz um Asyl ersucht. In dieser 

kurzen Zeit hätten sie gar nicht alles ihnen Zumutbare unternehmen kön-

nen, um in Griechenland die ihnen zustehenden Leistungen in Anspruch 

zu nehmen. Ausserdem sei darauf hinzuweisen, dass zahlreiche Ausfüh-

rungen der Beschwerdeführenden – beispielsweise die Übernachtungen 

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Seite 9 

im Wald betreffend – vage oder wenig plausibel ausgefallen seien. Es sei 

sodann zutreffend, dass verschiedenen Bestätigungen und Dokumente 

notwendig seien, um Zugang zum EEE zu erhalten. Insbesondere könnten 

aber die MIC Hilfe anbieten. Ferner sei nicht für jede Arbeitstätigkeit Grie-

chischkenntnisse oder eine Ausbildung notwendig, so dass es den Be-

schwerdeführenden zuzumuten sei, sich in Griechenland beruflich zu etab-

lieren. HELIOS+ sei nach Kenntnissen der Vorinstanz aktiv; betreffend Un-

terbringung sei zudem auf das Angebot der Internationalen Organisation 

für Migration (IOM) zu verweisen. Schliesslich ergebe die Prüfung des Kin-

deswohls im vorliegenden Fall, dass gewichtige öffentliche Interessen der 

Schweiz die privaten Interessen der Beschwerdeführenden am Verbleib in 

der Schweiz überwögen. Ergänzend sei in Bezug auf Betreuungsmöglich-

keiten von Kindern auf das Angebot der gemeindegestützten Kindertages-

stätten (Paidikoi Stathmoi, Vrefinipiakoi Stathmoi) hinzuweisen.  

5.4 In der Replik monierten die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz habe 

sich in der Vernehmlassung nicht zu deren Bildungsstand und zum Anal-

phabetismus geäussert und habe nur pauschale Ausführungen zum Kin-

deswohl gemacht. Es fehle an einer einzelfallspezifischen Beurteilung. Da 

sie kaum über Schulbildung verfügen würden, Analphabeten seien und der 

Beschwerdeführer in fortgeschrittenem Alter sei, sei es realitätsfremd an-

zunehmen, dass sie sich auf dem griechischen Arbeitsmarkt gegen jün-

gere, gesündere und einheimische Arbeitssuchende durchsetzen könnten. 

Selbst wenn das HELIOS+-Programm bereits aktiv wäre, weise dieses ge-

mäss einem Bericht von «Refugee Support Aegean» und der «Stiftung Pro 

Asyl» vom 7. April 2025 bloss eine äusserst beschränkte Kapazität auf. 

Schliesslich würden sie mit ihrem in der Schweiz lebenden Sohn regen 

Kontakt pflegen, wobei Letzterer die Familie bei kleineren administrativen 

und technischen Aufgaben unterstütze und durchaus eine wichtige Be-

zugsperson sei.  

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

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Seite 10 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2  

6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

6.2.2 Bei Griechenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in wel-

chem die Beschwerdeführenden Schutz vor Rückschiebung im Sinne von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG findet (vgl. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Das Land ist 

sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie des FK-Zu-

satzprotokolls vom 31. Januar 1967 und kommt seinen diesbezüglichen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das 

Bundesverwaltungsgericht, dass die Lebensbedingungen in Griechenland 

für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen 

Lebens sehr schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich 

gestaltet. Gemäss koordinierter Praxis ist aber nicht von einer Situation 

auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene 

und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK 

drohen würde, weshalb das Bundesverwaltungsgericht – wie die Vor-

intanz zutreffend festhält – festgestellt hat, dass der Vollzug der Wegwei-

sung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus erhal-

ten haben, grundsätzlich zulässig ist (vgl. das Referenzurteil des BVGer 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.2 und 11.4, zuletzt 

bestätigt im Koordinationsurteil D-2590/2025 vom 11. September 2025 

E. 8.1 [zur Publikation vorgesehen]). 

E-4497/2025 

Seite 11 

6.2.3 Da auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG nicht eingetreten werden konnte, ist nicht von 

einer asylrechtlich erheblichen Gefährdung auszugehen und sind den Ak-

ten keine Hinweise auf eine Verletzung des in Art. 5 AsylG verankerten 

Prinzips des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement zu entnehmen.  

6.2.4 Die Beschwerdeführenden wurden in Griechenland als Flüchtlinge 

anerkannt. Sie können sich dort somit – wie die Vorinstanz in ihrer Verfü-

gung zu Recht aufgezeigt hat (s. angefochtene Verfügung S. 5 f.) – auf die 

Garantien der Qualifikationsrichtlinie berufen (insbesondere die Regeln be-

treffend den Zugang zu Beschäftigung [Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu So-

zialhilfeleistungen [Art. 29], zu medizinischer Versorgung [Art. 30] und zu 

Wohnraum [Art. 32]), auf die sich Griechenland als EU-Mitgliedstaat behaf-

ten lassen muss. Die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme der 

Beschwerdeführenden sind – ohne diese zu verkennen – nicht derart gra-

vierend, dass im Falle einer Rückkehr nach Griechenland mit dem Risiko 

einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung des Ge-

sundheitszustandes gerechnet werden müsste. Zudem ist davon auszuge-

hen, dass die medizinische Versorgung in Griechenland gewährleistet ist. 

Die Beschwerdeführenden haben weder geltend gemacht noch mit Be-

weismitteln untermauert, dass sie in besonderem Ausmass auf medizini-

sche Behandlung angewiesen sind. Auch unter Berücksichtigung der teils 

schwierigen Lebensbedingungen in Griechenland ist nicht von einem «real 

risk» auszugehen, wonach die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr 

nach Griechenland einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt 

sein werden. Es obliegt ihnen, bei den zuständigen Behörden ihre Rechte 

geltend zu machen, nötigenfalls mithilfe einer der in Griechenland zahlreich 

vorhandenen Hilfsorganisationen. 

6.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

6.3  

6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

E-4497/2025 

Seite 12 

6.3.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG i.V.m. Anhang 2 zu Art. 18 der Verord-

nung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung 

sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen (VVWAL; 

SR 142.281) besteht die Vermutung, dass eine Wegweisung nach Grie-

chenland in der Regel zumutbar ist. Es obliegt der betroffenen Person, 

diese Vermutung umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltspunkte da-

für vorzubringen, dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht ver-

letzten, ihr nicht den notwendigen Schutz gewährten oder sie menschen-

unwürdigen Lebensumständen aussetzten respektive dass sie im Fall ei-

ner Rückkehr nach Griechenland dort aufgrund von individuellen Umstän-

den sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle 

Notlage geraten würde (vgl. Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4, zuletzt bestätigt im Koordina-

tionsurteil D-2590/2025 vom 11. September 2025 E. 8.2 f. [zur Publikation 

vorgesehen]). Die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung gilt bezüglich Griechenlands grundsätzlich auch für vul-

nerable Personen, wie zum Beispiel Personen, die an gesundheitlichen 

Problemen leiden, welche nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustu-

fen sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1).  

Sind Familien mit Kindern betroffen, welche ebenfalls als vulnerable Per-

sonen bezeichnet werden können, erachtet das Bundesverwaltungsgericht 

den Vollzug der Wegweisung als zumutbar, falls günstige Voraussetzungen 

oder Umstände vorliegen. In jedem Fall sind im Rahmen der Abwägung 

sämtliche konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, wie Al-

ter, Gesundheitszustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Be-

rufserfahrung der Betroffenen, aber auch ob und inwieweit sie eigene, 

ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen beziehungsweise bereits 

versucht haben, in Griechenland Hilfen in Anspruch zu nehmen. Allein die 

Tatsache, dass sich die bisherige Integration der betroffenen Personen in 

Griechenland als schwierig erwiesen hat, lässt den Vollzug der Wegwei-

sung noch nicht als unzumutbar erscheinen. Entscheidend ist, ob die be-

troffenen Personen bei einer Rückkehr trotz ihnen zumutbarer Anstrengun-

gen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage ge-

raten würden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten 

(vgl. a.a.O. E. 11.5.2 zuletzt bestätigt im Koordinationsurteil D-2590/2025 

vom 11. September 2025 E. 9.8 [zur Publikation vorgesehen]). 

Nicht länger aufrecht erhält das Bundesverwaltungsgericht die Legalver-

mutung der Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung bei Personen, 

welche aufgrund ihrer besonders hohen Verletzlichkeit im Falle einer 

E-4497/2025 

Seite 13 

Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, dauerhaft in eine schwere 

Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die 

ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern (vgl. a.a.O. E. 11.5.3).  

6.3.3  

6.3.3.1 Aufgrund der Aktenlage ist insgesamt und in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz nicht davon auszugehen, dass es sich bei den Beschwer-

deführenden um äusserst vulnerable Personen im Sinne der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts handelt. Vielmehr gehören die Be-

schwerdeführenden als Familie mit einem Kleinkind in die Kategorie der 

vulnerablen Personen, bei denen die Legalvermutung der Zumutbarkeit 

des Vollzugs bei Vorliegen von günstigen Umständen greift. Es kann dabei 

vorab auf die sehr ausführlichen und überzeugenden vorinstanzlichen Er-

wägungen verwiesen werden (vgl. auch E. 5.1 und 5.3 oben). Die 

Vorinstanz zeigte in der angefochtenen Verfügung und in der Vernehmlas-

sung vom 10. Juli 2025 insbesondere nachvollziehbar auf, weshalb unter 

Berücksichtigung der konkreten der Wegweisungsvollzug für die Familie 

zumutbar ist. Zudem liess sie ebenfalls im Sinne der bundesverwaltungs-

gerichtlichen Rechtsprechung miteinfliessen, ob und inwieweit die Be-

schwerdeführenden eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternom-

men beziehungsweise bereits versucht hatten, in Griechenland Hilfe in An-

spruch zu nehmen oder die griechische Sprache zu erlernen. Die Be-

schwerdeführenden müssen sich dabei vorhalten lassen, dass sie Grie-

chenland weniger als zwei Monate nach der Schutzgewährung bereits wie-

der verlassen haben und in die Schweiz gereist sind. Es ist nicht davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführenden bei einer erneuten Rückkehr 

nach Griechenland trotz den von der Vorinstanz detailliert aufgezeigten 

und von ihnen zu erwartenden zumutbaren Anstrengungen (beispielsweise 

mit Blick auf Arbeit, Spracherlernung, allfällig notwendige finanzielle, sozi-

ale oder medizinische Leistungen) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

in eine existenzielle Notlage geraten werden, die sie nicht aus eigener Kraft 

abwenden können.  

Mit ihren Ausführungen in der Beschwerde gelingt es ihnen nicht, die gel-

tende Legalvermutung umzustossen. Inwieweit sie in Griechenland erfolg-

los eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen beziehungs-

weise bereits versucht haben, in Griechenland Hilfen in Anspruch zu neh-

men, wird in der Rechtsmitteleingabe weder substanziiert aufgezeigt noch 

belegt. Zwar dürften sie bei einer Rückkehr nach Griechenland mit gewis-

sen Herausforderungen im Alltag konfrontiert sein; diese erscheinen bei 

zumutbarer Eigeninitiative jedoch nicht unüberwindbar. Es ist erneut darauf 

E-4497/2025 

Seite 14 

hinzuweisen, dass sie sich als anerkannte Flüchtlinge in Griechenland auf 

die Qualifikationsrichtlinie berufen können. Auch ist festzuhalten, dass die 

Nichtregierungsorganisationen in Griechenland von verschiedenen Akteu-

ren (wie etwa der Europäischen Union) gerade finanziert werden, um staat-

liche Angebote zu ergänzen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 9). Es ist den Beschwerdeführenden 

zuzumuten, sich bei Bedarf an die griechischen Behörden oder an karita-

tive Organisationen zu wenden (Für einen Überblick über die derzeit be-

stehenden Angebote siehe Koordinationsurteil D-2590/2025 vom 11. Sep-

tember 2025 E. 9 [zur Publikation vorgesehen]). Falls ihnen entsprechende 

Leistungen (Zugang zu medizinischer Versorgung etc.) verwehrt werden, 

haben sie die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufor-

dern, zumal es sich bei Griechenland um einen Rechtsstaat mit einem 

funktionierenden Justizsystem handelt.  

6.3.3.2 Sodann ist gemäss konstanter Praxis aus medizinischen Gründen 

nur dann auf eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schlies-

sen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur 

Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährden-

den Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person 

führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende me-

dizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men-

schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls noch nicht vor, wenn im Zielstaat keine dem schweizerischen Standard 

entsprechende medizinische Behandlung verfügbar ist (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3 oder etwa Urteil des BVGer E-1899/2023 vom 13. April 2023 

E. 7.3.4). 

Die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführenden (E. 5.1) sind 

nicht von einer derartigen Schwere, dass sie der Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs entgegenstehen. Die von der Rechtsprechung für die 

Unzumutbarkeit des Vollzugs geforderte hohe Schwelle ist auch unter Be-

rücksichtigung der auf Beschwerdeebene eingereichten Arztberichte vom 

5. August 2025, 6. August 2025 und 13. August 2025 betreffend den psy-

chischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht erreicht. Das 

gilt auch unter Berücksichtigung der im Behandlungsplan des E._______ 

vom 6. August 2025 und in der Austrittsmeldung des E._______ vom 13. 

August 2025 diagnostizierten «chronisch kompensierten Hepatitis B», zu 

welcher sich in besagten Berichten keine dringlichen bzw. hochspezifi-

schen, in Griechenland allenfalls schwer verfügbaren Therapieempfehlun-

gen entnehmen lassen. Die Behandlung der allenfalls noch bestehenden 

E-4497/2025 

Seite 15 

gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführenden ist aufgrund des 

dort erhaltenen Schutzstatus ebenso in Griechenland möglich (vgl. Koordi-

nationsurteil D-2590/2025 vom 11. September 2025 E. 9.7.1 [zur Publika-

tion vorgesehen]). Allfällige suizidale Gedanken der Beschwerdeführerin 

stellen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für sich allein kein 

Vollzugshindernis dar (vgl. etwa Urteil des BGer 2C_221/2020 vom 19. Juni 

2020 E. 2). Ihrem Gesundheitszustand ist im Rahmen der Vollzugsmodali-

täten respektive der Transportfähigkeit Rechnung zu tragen und es sind 

nötigenfalls im Zeitpunkt des Vollzugs geeignete Massnahmen zu ergreifen 

(vgl. Art. 71b Abs. 1 Bst. c AIG). 

6.3.3.3 Schliesslich vermögen auch die übergeordneten Kindesinteressen 

den Wegweisungsvollzug nicht konkret in Frage zu stellen, zumal das min-

derjährige Kind gemeinsam mit seinen Eltern nach Griechenland reisen 

kann. Entgegen der anderslautenden Behauptung der Beschwerdeführen-

den hat das Kind, wie seine Eltern, ein Recht auf Zugang zu allgemeiner 

Bildung (vgl. Koordinationsurteil D-2590/2025 vom 11. September 2025 

E. 9.6.1 [zur Publikation vorgesehen]). Aus dem Umstand, dass der voll-

jährige Sohn der Beschwerdeführenden in der Schweiz lebt, lässt sich aus 

Art. 8 Abs. 1 EMRK nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

6.3.4 Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass zur Einholung indivi-

dueller Zusicherungen seitens der griechischen Behörden (vgl. statt vieler 

Urteil des BVGer D-5728/2024 vom 18. September 2024 E. 9.4 m.w.H.). 

Das entsprechende Begehren ist demnach ebenfalls abzuweisen.  

6.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

6.4 Nachdem die griechischen Behörden dem Rückübernahmeersuchen 

zugestimmt haben und die Beschwerdeführenden dort über einen gültigen 

Aufenthaltstitel verfügen, ist der Vollzug der Wegweisung ebenfalls möglich 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), zumal es den Beschwerdeführenden obliegt, bei der 

Beschaffung allenfalls notwendiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 

Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). 

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

E-4497/2025 

Seite 16 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverfügung 

vom 27. Juni 2025 wurde aber ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen und 

auf einen Kostenvorschuss verzichtet. Auf die Erhebung der Verfahrens-

kosten ist daher zu verzichten.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-4497/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Tina Zumbühl 

 

 

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