# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1849702b-2fc0-5779-b4f1-8aadc48455b8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 13.07.2023 WBE.2022.413
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2022-413_2023-07-13.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WBE.2022.413 / sp / we 
ZEMIS [***]; (E.2022.003)  

Art. 64 

 

Urteil vom 13. Juli 2023 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz 

Verwaltungsrichter Clavadetscher 

Verwaltungsrichterin Kiefer 

Gerichtsschreiberin Peter    

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, von Kosovo  

unentgeltlich vertreten durch lic. iur. Beat Rohrer, Rechtsanwalt, 

Obergrundstrasse 65a, 6003 Luzern    

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration 

vom 27. September 2022 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Beschwerdeführer wurde am […] 1993 in der Schweiz geboren (Akten 

des Amtes für Migration und Integration [MI-act.] 1). Zunächst lebte er mit 

seiner Mutter im Kosovo und reiste am 1. August 1997 in die Schweiz ein 

(MI-act. 2, act. 20). Der Beschwerdeführer war im Besitz einer 

Aufenthaltsbewilligung, welche letztmals bis am 31. Januar 2021 verlängert 

wurde (MI-act. 349). 

 

In den Jahren 2011 bis 2014 wurde der Beschwerdeführer mehrmals straf-

fällig und wie folgt verurteilt: 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 11. Juni 2014 

wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehr-

fachen Hausfriedensbruchs, Fahrens in fahrunfähigem Zustand und 

mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln; Verurteilung zu einer 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 50.00 und einer Busse von 

Fr. 1'000.00 (MI-act. 266 ff.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 17. Juni 2014 wegen 

Fahrens in fahrunfähigem Zustand und Missachtung des Verbots, unter 

Alkoholeinfluss zu fahren; Verurteilung zu einer Busse von Fr. 500.00 

(MI-act. 264 f.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 29. Juli 2014 

wegen Nichttragens des Sicherheitsgurtes durch den Fahrzeugführer; 

Verurteilung zu einer Busse von Fr. 60.00 (MI-act. 272 f.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 10. November 

2014 wegen Fahrens ohne Fahrzeugausweis und Überschreitens des 

zulässigen Gesamtgewichtes; Verurteilung zu einer Busse von 

Fr. 500.00 (MI-act. 283 f.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 19. Februar 

2015 wegen Überschreitens des zulässigen Gesamtgewichtes; Verur-

teilung zu einer Busse von Fr. 250.00 (MI-act. 285 f.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 24. März 2015 

wegen Angriffs und mehrfacher einfacher Körperverletzung; Verurtei-

lung zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je Fr. 100.00 (MI-

act. 290 ff.). 

 

Daraufhin wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. Oktober 

2015 vom Amt für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) unter 

Androhung des Widerrufs seiner Aufenthaltsbewilligung und der Wegwei-

sung aus der Schweiz verwarnt und darauf aufmerksam gemacht, sich ins-

künftig in jeder Hinsicht wohl zu verhalten (MI-act. 301 ff.). 

 

Am […] Juli 2018 heiratete der Beschwerdeführer eine 1995 geborene 

Schweizerin (MI-act. 336). Die Eheleute haben einen gemeinsamen Sohn 

 - 3 - 

 

 

 

(geb. […] 2020), welcher ebenfalls über die Schweizer Staatsbürgerschaft 

verfügt (MI-act. 434). 

 

In den Jahren 2017 bis 2020 erwirkte der Beschwerdeführer folgende wei-

tere Straferkenntnisse: 

 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 12. April 2017 

wegen Nichtanbringens spezieller Rückspiegel bei Mitführung 

sichthemmender Anhänger am Motorwagen; Verurteilung zu einer 

Busse von Fr. 250.00 (MI-act. 325 f.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 

5. September 2019 wegen Überschreitens des zulässigen 

Gesamtgewichtes; Verurteilung zu einer Busse von Fr. 500.00 (MI-

act. 341 f.); 

- Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1. November 2019 

wegen schwerer Körperverletzung; Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe 

von 4.5 Jahren (MI-act. 355 ff.). Bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 

6B_264/2020 vom 4. Februar 2021 (MI-act. 396 ff.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 6. April 2020 

wegen Nichttragens des Sicherheitsgurtes durch den Fahrzeugführer; 

Verurteilung zu einer Busse von Fr. 60.00 (MI-act. 389 f.). 

 

Aufgrund der Straffälligkeit des Beschwerdeführers gewährte ihm das 

MIKA am 18. März 2021 das rechtliche Gehör betreffend Nichtverlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (MI-

act. 417 f.). Mit Eingaben vom 7. April und 21. Mai 2021 liess der Be-

schwerdeführer hierzu durch seine Rechtsvertretung Stellung nehmen (MI-

act. 428 ff., 452 ff.). Nachdem das MIKA festgestellt hatte, dass eine 

andere rechtliche Grundlage zur Anwendung kommt, da der Beschwerde-

führer mit einer Schweizerin verheiratet ist, wurde dem Beschwerdeführer 

am 17. Juni 2021 erneut das rechtliche Gehör gewährt (MI-act. 458 ff.). Am 

2. Dezember 2021 verfügte das MIKA die Nichtverlängerung der abge-

laufenen Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und wies diesen 

auf den Termin der Haftentlassung bzw. unter Ansetzung einer 90-tägigen 

Ausreisefrist, falls die Verfügung bis dahin nicht rechtskräftig sein sollte, 

aus der Schweiz weg (MI-act. 475 ff.).  

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA liess der Beschwerdeführer mit Eingabe 

seines Rechtsvertreters vom 24. Dezember 2021 beim Rechtsdienst des 

MIKA (Vorinstanz) Einsprache erheben (MI-act. 488 ff). 

 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Zofingen vom 28. Februar 2022 wurde der 

Beschwerdeführer wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung 

der Fahrunfähigkeit mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 

Fr. 10.00 bestraft (MI-act. 546 ff.). 

 - 4 - 

 

 

 

 

Am 27. September 2022 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheent-

scheid (act. 1 ff.): 

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen. 
 
2. 
Es werden keine Gebühren erhoben. 
 
3. 
Über die Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters 
wird mit separater Verfügung entschieden. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

C. 

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 21. Oktober 2022 liess der Be-

schwerdeführer beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau (Verwal-

tungsgericht) Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen 

(act. 16 ff.): 

 

1. 
Der Einspracheentscheid des Rechtsdienstes des Amtes für Migration und 
Integration vom 27. September 2022 (ZEMIS: 2001454) sei aufzuheben. 
 
2. 
Die am 31. Januar 2021 abgelaufene Aufenthaltsbewilligung des Be-
schwerdeführers sei zu verlängern und von einer Wegweisung des Be-
schwerdeführers aus der Schweiz sei abzusehen. Stattdessen sei der Be-
schwerdeführer zu verwarnen. 
 
3. 
Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und zum Erlass eines 
neuen Entscheids an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 
4. 
Dem Beschwerdeführer sei im Beschwerdeverfahren vor dem Verwal-
tungsgericht des Kantons Aargau die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen und der unterzeichnete Rechtsanwalt sei ihm als unentgeltlicher 
Rechtsvertreter zu bestellen. 
 
5. 
Unter kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

Mit Verfügung vom 2. November 2022 wurde das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege bewilligt und der Anwalt des Beschwer-

deführers als unentgeltlicher Rechtsvertreter eingesetzt (act. 37 f.). Die 

 - 5 - 

 

 

 

Vorinstanz reichte am 22. November 2022 aufforderungsgemäss die Akten 

ein und beantragte, auch unter Verweis auf ihre Erwägungen im angefoch-

tenen Einspracheentscheid, die Abweisung der Beschwerde (act. 39). Mit 

Eingabe vom 2. Dezember 2022 liess der Beschwerdeführer weitere Un-

terlagen einreichen (act. 42 ff.). 

 

Der beim Verwaltungsgericht am 20. Januar 2023 eingegangene Vollzugs-

auftrag der zuständigen Zürcher Strafvollzugsbehörde wurde dem Be-

schwerdeführer mit Verfügung vom 23. Januar 2023 zur Kenntnisnahme 

zugestellt (act. 47 ff., 51 f.). 

 

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 3. März 2023 weitere Unter-

lagen einreichen (act. 53 ff.). 

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Der Beschwerdeführer beantragt neben der Aufhebung des Einspracheent-

scheids der Vorinstanz vom 27. September 2022 die Verlängerung der Auf-

enthaltsbewilligung (Antrag 2). Da das Verwaltungsgericht keine Aufent-

haltsbewilligung erteilen oder verlängern kann, ist dieser Antrag so zu ver-

stehen, dass das MIKA im Falle einer Gutheissung der Beschwerde anzu-

weisen sei, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlän-

gern bzw. ihm eine solche zu erteilen.  

 

Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Vorinstanz vom 27. September 2022. Die Zuständigkeit des Verwal-

tungsgerichts ist somit gegeben. Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist, unter Beachtung der vorstehenden Präzisierung, einzutre-

ten. 

 - 6 - 

 

 

 

 

2. 

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be-

stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Ermessens-

überprüfung steht dem Gericht jedoch grundsätzlich nicht zu (§ 9 Abs. 2 

EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). Schranke der Ermessensausübung 

bildet das Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, in: 

MARTINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis 

Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Auslän-

der [AuG], Bern 2010, N. 7 zu Art. 96 mit Hinweisen). In diesem Zusam-

menhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die gemäss Art. 96 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer vom 

16. Dezember 2005 (Ausländergesetz, AuG; SR 142.20) bzw. neu Art. 96 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20) relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, persönliche 

Verhältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese rechtsfehlerfrei 

gewichtet wurden (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, a.a.O., N. 9 zu Art. 96). 

Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entscheiden, ob 

die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes öffentliches Interesse 

gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im engeren Sinn). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid zunächst fest, mit der Ver-

urteilung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten liege 

ein Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b 

AIG vor, was der Beschwerdeführer denn auch nicht bestreite. Dem Urteil 

des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1. November 2019 liege eine 

vom 19. auf den 20. August 2016 begangene Tat zugrunde, weshalb die 

am 1. Oktober 2016 in Kraft getretenen Ausführungsbestimmungen zur 

Landesverweisung nicht hätten angewendet werden können. Dasselbe 

gelte für mit Strafbefehl erledigte Strafverfahren. Was das Urteil des Be-

zirksgerichts Zofingen vom 28. Februar 2022 anbelange, wonach der Be-

schwerdeführer eine Straftat im Sinne von Art. 66abis i.V.m. Art. 10 Abs. 3 

des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; 

SR 311.0) begangen habe und somit eine nichtobligatorische Landesver-

weisung hätte geprüft werden können, sei dieses ohne schriftliche Begrün-

dung ergangen und habe sich nicht zur Landesverweisung geäussert. Vor 

diesem Hintergrund und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

 - 7 - 

 

 

 

dürfe in solchen Fallkonstellationen die Nichtverlängerung der Aufenthalts-

bewilligung unter Berücksichtigung der vor dem 1. Oktober 2016 be-

gangenen Delikte geprüft werden. In der Folge dürfe dem Beschwerdefüh-

rer der Widerrufsgrund betreffend Straffälligkeit entgegengehalten werden. 

Mit seinem strafrechtlichen Verhalten habe der Beschwerdeführer eine be-

sondere Gefährlichkeit sowie ausgeprägte Geringschätzung und Gleichgül-

tigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung manifestiert. Er 

scheine völlig unbelehrbar zu sein. Die wiederholte und über Jahre fortge-

setzte Begehung diverser Straftaten zeuge von einer mit Blick auf den aus-

länderrechtlichen Sicherheitsaspekt nicht hinzunehmenden Rückfallgefahr. 

Insgesamt sei von einem äusserst grossen öffentlichen Interesse an der 

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung des Be-

schwerdeführers aus der Schweiz auszugehen. Betreffend das private In-

teresse an einem weiteren Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz 

führt die Vorinstanz aus, dieser sei in der Schweiz geboren, halte sich seit 

insgesamt über 25 Jahren in der Schweiz auf und gelte in sprachlicher Hin-

sicht als integriert. Hingegen seien in sozialer, beruflicher und wirtschaft-

licher Hinsicht Vorbehalte anzubringen und ihm könne diesbezüglich keine 

gelungene Integration attestiert werden. Durch die im Fall einer Wegwei-

sung drohenden persönlichen und familiären Nachteile werde das private 

Interesse erhöht, sodass insgesamt von einem grossen bis sehr grossen 

privaten Interesse auszugehen sei. Im Ergebnis überwiege das äusserst 

grosse öffentliche Interesse an aufenthaltsbeendenden Massnahmen 

gegen den Beschwerdeführer, womit sich diese als verhältnismässig erwie-

sen. 

 

1.2. 

Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, die Nichtverlänge-

rung seiner Aufenthaltsbewilligung und seine Wegweisung aus der 

Schweiz seien unverhältnismässig. Die Vorinstanz habe im Rahmen der 

Interessenabwägung verschiedene für den Beschwerdeführer sprechende 

Elemente zu wenig gewichtet, sodass die Abwägung insgesamt unzutref-

fend ausgefallen sei. So habe der Beschwerdeführer mit seinen Ausfüh-

rungen zur Tathandlung, wonach er dem Privatkläger "nur" einen Schlag 

versetzt und ihn dabei nicht am Kopf getroffen habe, keine Relativierung 

seines strafrechtlichen Verschuldens begründen wollen. Er bereue sein da-

maliges Verhalten zutiefst. Vielmehr gehe es ihm darum, beim im auslän-

derrechtlichen Verfahren zu beurteilenden Kriterium der "Art und Schwere 

des Delikts und des Verschuldens" darauf hinzuweisen, dass es im Rah-

men des Strafverfahrens auch stichhaltige Argumente gegeben habe, 

welche gegen einen Schlag auf den Kopf gesprochen hätten. Weiter treffe 

es nicht zu, dass der Beschwerdeführer keinerlei Einsicht und keine Ver-

haltensänderung zeige, auch sei er nicht völlig unbelehrbar. So hätten 

weder die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm noch das Bezirksgericht 

Zofingen im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 26. März 2021 (Vereite-

 - 8 - 

 

 

 

lung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit) eine Landes-

verweisung in Erwägung gezogen. Der Beschwerdeführer habe seit dem 

20. August 2016 keine schweren Straftaten mehr begangen. Weiter 

spreche für eine positive Verhaltensänderung, dass der Beschwerdeführer 

eine Familie gegründet habe, dass er bis zur pandemiebedingten Arbeits-

losigkeit einer geregelten Arbeit nachgegangen sei, dass er sich in der Frei-

zeit dem Familienleben widme und dass er aktuell eine Berufslehre absol-

viere. 

 

2. 

2.1. 

Aufenthaltsbewilligungen sind befristet und erlöschen mit Ablauf ihrer Gül-

tigkeitsdauer (Art. 33 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 lit. c AIG). Spricht jedoch 

nichts gegen eine Bewilligungsverlängerung, wird diese praxisgemäss ver-

fügt. Das AIG enthält keine Bestimmungen, welche die Kriterien für die 

Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung festlegen. Art. 33 Abs. 3 

AIG normiert lediglich, dass eine Aufenthaltsbewilligung verlängert werden 

kann, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Wie 

mit Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2021.298 vom 28. März 2022, 

Erw. II/2.1 festgehalten, setzt die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbe-

willigung einen Nichtverlängerungsgrund voraus. Dieser kann entweder in 

einem Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 AIG bestehen oder sich aus 

einer ständigen, rechtsgleich gehandhabten Praxis des MIKA ergeben.  

 

2.2. 

Wird die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung damit begründet, 

dass der Aufenthaltszweck dahingefallen sei, besteht der Nichtverlänge-

rungsgrund darin, dass die betroffene Person eine mit der Bewilligungs-

erteilung verbundene Bedingung nicht mehr erfüllt, womit der Widerrufs- 

bzw. Nichtverlängerungsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt ist (Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2022.67 vom 1. Juni 2022, 

Erw. II/2.2, eingehend WBE.2021.298 vom 28. März 2022, Erw. II/2.2). 

 

Geht es hingegen um eine Aufenthaltsbewilligung, deren Zweck im mass-

geblichen Zeitpunkt fortbesteht, kommt eine Nichtverlängerung nur dann in 

Betracht, wenn ein anderer Nichtverlängerungsgrund vorliegt. Das heisst, 

es bedarf eines Widerrufsgrundes nach Art. 62 Abs. 1 lit. a–c oder e–g AIG 

oder eines Nichtverlängerungsgrundes gemäss ständiger, rechtsgleich ge-

handhabter Praxis des MIKA (Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2021.298 vom 28. März 2022, Erw. II/2.2). 

 

2.3. 

Mit dem Vorliegen eines Nichtverlängerungsgrundes erweist sich die Nicht-

verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zwar als begründet. Wie jede be-

hördliche Massnahme müssen aber auch die Nichtverlängerung einer Auf-

 - 9 - 

 

 

 

enthaltsbewilligung und die gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. c AIG damit verbun-

dene Wegweisung verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; 

SR 101] und Art. 96 Abs. 1 AIG; vgl. BGE 135 II 377, Erw. 4.3) und ver-

langen folglich nach einer Interessenabwägung unter den Gesichtspunkten 

von Art. 96 Abs. 1 AIG. 

 

Da sich die Prüfung der Verhältnismässigkeit der Nichtverlängerung und 

Wegweisung erübrigt, wenn der betroffenen Person gestützt auf eine 

andere Norm eine Bewilligung zu erteilen ist, ist die Verhältnismässigkeits-

prüfung der Nichtverlängerung und Wegweisung zunächst zurückzustellen 

und es ist vorab zu klären, ob der betroffenen Person ohnehin eine Bewil-

ligung zusteht (zum Ganzen Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2021.298 vom 28. März 2022, Erw. II/2.3 f.). 

 

3. 

3.1. 

Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Schweize-

rinnen und Schweizern haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung 

einer Aufenthaltsbewilligung, sofern sie mit diesen zusammenwohnen 

(Art. 42 Abs. 1 AIG). Die Ansprüche nach Art. 42 AIG erlöschen unter an-

derem, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheits-

strafe verurteilt oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne 

von Art. 59–61 oder 64 StGB angeordnet wurde (Art. 51 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Art. 63 Abs. 1 lit. a und Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG). Von einer längerfristigen 

Freiheitsstrafe im erwähnten Sinne ist praxisgemäss immer dann auszu-

gehen, wenn die betroffene Person zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 

einem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 377, Erw. 4.2; Entscheid des Ver-

waltungsgerichts WBE.2011.1073 vom 27. März 2013, Erw. II/2.2), wobei 

unerheblich ist, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu voll-

ziehen ist (BGE 139 I 31, Erw. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_515/2009 

vom 27. Januar 2010, Erw. 2.1). Der Widerrufsgrund ist jedoch nur dann 

erfüllt, wenn eine Strafe für sich alleine das Kriterium der Längerfristigkeit 

erfüllt, d.h. die Dauer von einem Jahr überschreitet (BGE 137 II 297, 

Erw. 2.3.6). 

 

3.2. 

Der Beschwerdeführer ist seit 2018 mit einer Schweizer Bürgerin verheira-

tet. Vor Strafantritt lebten die Eheleute zusammen und beabsichtigen das 

Zusammenleben wiederaufzunehmen, sobald der Beschwerdeführer aus 

dem Strafvollzug entlassen wird (MI-act. 453 ff.). Die Voraussetzungen von 

Art. 42 Abs. 1 AIG sind damit grundsätzlich gegeben. 

 

3.3. 

Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1. November 2019 

wurde der Beschwerdeführer wegen schwerer Körperverletzung mit einer 

 - 10 - 

 

 

 

Freiheitsstrafe von 4.5 Jahren bestraft (MI-act. 355 ff.). Der Verurteilung 

liegt eine vor dem 1. Oktober 2016 begangene Tathandlung zugrunde, 

weshalb das Dualismusverbot gemäss Art. 62 Abs. 2 AIG nicht greift. Mit 

der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe ist der Widerrufs-

grund von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt und der 

Erlöschensgrund von Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG gegeben. 

 

4. 

4.1. 

Das Vorliegen von Erlöschensgründen nach Art. 51 AIG führt nicht auto-

matisch zum Erlöschen der gesetzlichen Ansprüche auf Bewilligung des 

Familiennachzugs (MARTINA CARONI, in: CARONI/GÄCHTER/THURNHERR, 

a.a.O. Art. 51 N 3; MARC SPESCHA, in: MARC SPESCHA/ANDREAS 

ZÜND/PETER BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kom-

mentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, Art. 51 AIG N 13). Dies hat 

auf jeden Fall für die Erlöschensgründe nach Art. 51 Abs. 1 lit. b sowie 

Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG zu gelten, was sich unter anderem aus dem Verweis 

auf die Widerrufsgründe von Art. 62 f. AIG ergibt, bei deren Vorliegen die 

zuständige Behörde Bewilligungen widerrufen kann (vgl. ANDREAS 

ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und 

Fernhaltung, in: PETER UEBERSAX/BEAT RUDIN/THOMAS HUGI YAR/THOMAS 

GEISER [Hrsg.], Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, Ausländer-

recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.48 und 8.55). Mit anderen Worten ist eine 

Bewilligung nach den Art. 42, 43, 48 und 50 AIG trotz Vorliegens von 

Erlöschensgründen gemäss Art. 51 AIG nicht zwingend zu widerrufen bzw. 

zu verweigern (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_793/2008 vom 

27. März 2009). 

 

4.2. 

Der Widerruf bzw. die Verweigerung einer Bewilligung rechtfertigt sich nur, 

wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die 

entsprechende Massnahme als verhältnismässig erscheinen lässt 

(BGE 135 II 377, Erw. 4.3). Konkret muss bei Gegenüberstellung aller öf-

fentlichen und privaten Interessen ein überwiegendes öffentliches Inter-

esse an der Entfernung aus der Schweiz resultieren. 

 

Ob sämtliche relevanten Kriterien berücksichtigt und richtig angewandt 

worden sind bzw. ob sich der Widerruf oder die Verweigerung einer Bewil-

ligung als verhältnismässig erweist, ist als Rechtsfrage durch das Verwal-

tungsgericht frei zu prüfen. 

 

 - 11 - 

 

 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Beim Vorliegen von Widerrufsgründen infolge Straffälligkeit bestimmt sich 

das Mass des öffentlichen Interesses vorab anhand der Schwere des Ver-

schuldens des oder der Betroffenen. Ausgangspunkt und Massstab dafür 

sind die vom Strafrichter verhängten Strafen. Das heisst, je höher eine 

Strafe ausfällt, umso höher ist aus migrationsrechtlicher Sicht das Ver-

schulden der betroffenen Person – und damit einhergehend das öffentliche 

Interesse an der Beendigung ihrer Anwesenheit – zu qualifizieren. Bei Fest-

setzung des Strafmasses werden strafmildernde Umstände überdies stets 

mitberücksichtigt, weshalb auf die Beurteilung des Strafrichters grundsätz-

lich abzustellen ist (BGE 129 II 215, Erw. 3.1, sowie Urteil des Bundesge-

richts 2C_797/2011 vom 12. Juni 2012, Erw. 2.2). Wird ein Strafurteil in Be-

zug auf die Strafzumessung rechtskräftig, bleibt damit nach ständiger 

Rechtsprechung des Bundesgerichts in der Regel kein Raum, im migra-

tionsrechtlichen Verfahren die diesbezügliche Beurteilung des Strafrichters 

zu relativieren (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_925/2020 vom 11. März 

2021, Erw. 4.4; 2C_421/2020 vom 7. Oktober 2020, Erw. 6.4.1 und 

2C_1067/2019 vom 18. Februar 2020, Erw. 2.3.2, je mit Hinweisen). 

 

Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt-, Sexual- und schweren 

Betäubungsmitteldelikten, sowie bei wiederholter Delinquenz bzw. erneuter 

Delinquenz nach Untersuchungshaft, nach verbüsster Freiheitsstrafe oder 

nach migrationsamtlicher Verwarnung erhöht sich aus migrationsrecht-

licher Sicht das öffentliche Interesse am Widerruf bzw. an der Verweige-

rung der Bewilligung entsprechend. 

 

5.1.2. 

Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons 

Zürich vom 1. November 2019 wegen schwerer Körperverletzung zur einer 

Freiheitsstrafe von 4.5 Jahren verurteilt (MI-act. 355 ff.). Das vom Be-

schwerdeführer erwirkte Strafmass liegt weiter über der Grenze, welche für 

das Vorliegen eines Widerrufsgrunds gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Art. 62 Abs.1 lit. b AIG massgeblich ist (siehe vorne Erw. II/3.1). Die Dauer 

der Freiheitsstrafe allein lässt daher aus migrationsrechtlicher Sicht bereits 

auf ein schweres Verschulden des Beschwerdeführers schliessen. Zudem 

handelt es sich um eine schwerwiegende Tat: es liegt ein Gewaltdelikt 

gegen die körperliche Integrität vor. Der Gesetzgeber erachtet solche 

Delikte als besonders verwerflich; so stellt schwere Körperverletzung eine 

in Art. 121 Abs. 3 und 4 BV angelegte und in Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB 

gesetzlich verankerte Anlasstat dar, welche seit dem 1. Oktober 2016 eine 

obligatorische Landesverweisung zur Folge haben kann. 

 

Zum Tathergang geht aus dem Urteil des Obergerichts hervor, der Be-

schwerdeführer habe sich in der Nacht vom […] auf den […] August 2016 

 - 12 - 

 

 

 

zusammen mit einem Kollegen in […] zum "Party machen" aufgehalten und 

dabei hätten sie Alkohol getrunken. Gegen neun Uhr morgens sei es zu 

einer Auseinandersetzung mit dem Privatkläger gekommen, in dessen 

Verlauf der Beschwerdeführer schliesslich einmal zugeschlagen habe. 

Dabei sei der Privatkläger unkontrolliert zu Boden gefallen und mit seinem 

Hinterkopf mit voller Wucht auf den Boden geprallt, wo er bewusstlos liegen 

geblieben sei. Beim Aufprall auf den Strassenbelag habe der Privatkläger 

einen Schädelbruch am hohen Hinterkopf mit Ausstrahlung ins linke 

Felsenbein und in die Schädelbasis sowie Unterblutungen der harten und 

der weichen Hirnhaut erlitten. Der Privatkläger habe sich in akuter Lebens-

gefahr befunden und sei aufgrund der erlittenen Hirnverletzungen vollum-

fänglich pflegebedürftig sowie in seiner Kognition schwer eingeschränkt. 

Eine verbale Kommunikation sei ihm nicht mehr möglich. Er sei auf einen 

Rollstuhl angewiesen, könne diesen indessen nicht selber bedienen, sei 

inkontinent und müsse mit Psychopharmaka behandelt werden. Die 

Therapien dienten einzig dem Erhalt der bestehenden minimalen Funk-

tionen. Aussicht auf eine Verbesserung des physischen, psychischen und 

kognitiven Zustands bestehe nicht. Der Privatkläger werde zeitlebens 

schwerstbehindert sein (MI-act. 362 f.). Der vom Beschwerdeführer ausge-

führte Schlag, habe dazu gedient, den Gegner K.-o. zu schlagen. Ein 

solcher K.-o.-Schlag trage die Gefahr eines unkontrollierten Sturzes und 

damit eines Kopfaufpralls am Boden typischerweise in sich, was allgemein 

bekannt sei. Damit stehe ausser Frage, dass der Beschwerdeführer mit 

Eventualvorsatz gehandelt habe (MI-act. 378). Was die Tatschwere in 

objektiver Hinsicht anbelangte, habe der Beschwerdeführer dem 

Privatkläger lebensgefährliche Verletzungen und schwerste bleibende 

Schäden zugefügt. Die verursachten Verletzungen würden zu den 

schwersten denkbaren Beeinträchtigungen im Sinne von Art. 122 StGB 

gehören. Die Tat sei zwar nicht geplant gewesen und der Beschwerdefüh-

rer habe auch nur einmal zugeschlagen. Allerdings handle es sich beim 

Faustschlag um einen Akt roher Gewalt. Vor diesem Hintergrund sei das 

Tatverschulden in objektiver Hinsicht mittelschwer mit an der Grenze zu 

schwer zu gewichten (MI-act. 380 f.). In subjektiver Hinsicht sei relativie-

rend zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer lediglich eventualvor-

sätzlich gehandelt habe und sich die Tat aus einer verbalen Konfrontation 

ergeben habe, welche der Privatkläger durch sein hartnäckiges Beharren 

verlängert habe. Die Eskalation der Ereignisse habe jedoch der Beschwer-

deführer allein zu verantworten. Der Grund für die exzessive Gewalt gegen 

den Privatkläger sei wohl vor allem in der Demütigung durch den zuvor er-

folgten eigenen Sturz des Beschwerdeführers zu erblicken. Dies relativiere 

das subjektive Verschulden des Beschwerdeführers zumindest insofern, 

als ihm nicht eigentliche Kaltblütigkeit unterstellt werden könne, sondern 

davon auszugehen sei, dass er aus einer Emotion heraus gehandelt habe. 

Das subjektive Verschulden relativiere die objektive Tatschwere folglich 

nur, aber immerhin, leicht. Insgesamt sei von einem mittelschweren Ver-

schulden auszugehen (MI-act. 381 f.). 

 - 13 - 

 

 

 

 

Die Hintergründe und Umstände, die dazu geführt haben, dass sich der 

Beschwerdeführer einer derart schwerwiegenden Straftat schuldig ge-

macht hat, wurden vom Obergericht als Verschuldenselemente bei der 

Strafzumessung bereits berücksichtigt. Was der Beschwerdeführer 

dagegen vorbringt, vermag an der Ausgangslage nichts zu ändern. Ob der 

von ihm verübte Schlag nun tatsächlich gegen die Brust oder den Kopf ge-

richtet war, wurde im Urteil des Obergerichts bereits diskutiert. Dabei war 

relevant, dass der Schlag schliesslich dazu gedient habe, den Gegner  

K.-o. zu schlagen bzw. schlagen zu können. Entgegen der Ansicht des Be-

schwerdeführers besteht daher kein Anlass, die Beurteilung des Oberge-

richts im vorliegenden migrationsrechtlichen Verfahren zu relativieren. 

 

Zusammenfassend ist insbesondere aufgrund der Art des vom Beschwer-

deführer begangenen Delikts und der dafür ausgesprochenen Freiheits-

strafe von einem äusserst grossen öffentlichen Interesse an der Entfernung 

des Beschwerdeführers aus der Schweiz auszugehen. 

 

5.1.3. 

Der Beschwerdeführer war bereits sechs Mal per Strafbefehl verurteilt und 

dabei mit Geldstrafen von zusammengezählt 220 Tagessätzen und Bussen 

im Gesamtumfang von Fr. 2'310.00 bestraft worden, als er im August 2016 

die am 1. November 2019 durch das Obergericht des Kantons Zürich ab-

geurteilte und das vorliegende migrationsrechtliche Verfahren auslösende 

Straftat beging (siehe vorne lit. A). Hinzukommt, dass sich der Beschwer-

deführer bereits zuvor eines Gewaltdelikts schuldig gemacht hatte und 

wegen Angriffs und mehrfacher einfacher Körperverletzung verurteilt 

worden war (MI-act. 290 ff). Zudem hatte ihn das MIKA bereits im Jahr 

2015 – im Nachgang zu den erwähnten sechs Straferkenntnissen – migra-

tionsrechtlich verwarnt und darauf aufmerksam gemacht, sich künftig in 

jeder Hinsicht wohl zu verhalten (siehe vorne lit. A). Bis heute sind sodann 

vier weitere Straferkenntnisse mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen und 

Bussen im Umfang von insgesamt Fr. 810.00 hinzugekommen (siehe vorne 

lit. A und lit. B). Weder die mehreren Straferkenntnisse, mit einschlägiger 

Delinquenz, noch die migrationsrechtliche Verwarnung haben den Be-

schwerdeführer davon abgehalten, die schwerwiegende Tat im August 

2016 zu begehen. Auch danach hielt sich der Beschwerdeführer nicht an 

die Rechtsordnung und wurde erneut straffällig. Dies zeugt von einer Un-

belehrbarkeit, Gleichgültigkeit und Geringschätzung gegenüber der 

hiesigen Rechtsordnung im Allgemeinen und vor allem einer Gering-

schätzung gegenüber der Unversehrtheit anderer im Besonderen. Ent-

sprechend erhöht sich unter diesem Gesichtspunkt das öffentliche Inte-

resse an der Beendigung des hiesigen Aufenthalts des Beschwerdeführers 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_641/2013 vom 17. Dezember 2013, 

Erw. 3.4.1). 

 

 - 14 - 

 

 

 

5.1.4. 

5.1.4.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, seit August 2016 keine schwerwie-

gende Tat mehr begangen zu haben und seither eine positive Verhaltens-

änderung an den Tag gelegt zu haben. Er habe eine Familie gegründet und 

absolviere aktuell eine Berufslehre. Von seinem früheren kriminellen Be-

ziehungsnetz habe er sich noch vor Strafantritt, spätestens mit Geburt 

seines Sohnes, gelöst und habe seine Freizeit mit seiner Familie verbracht. 

Er setze sich mit dem von ihm verübten Delikt und seinem Verhalten inten-

siv auseinander. Er wolle ein Vorbild für seinen Sohn sein. Entsprechend 

habe er im Strafvollzug ab Januar 2022 das "Do it plus" Lernprogramm, 

welches von psychologischen Betreuungspersonen in Einzelsitzungen 

durchgeführt werde, besucht und mittlerweile abgeschlossen. 

 

5.1.4.2. 

Bei der Bemessung des öffentlichen Interesses an der Beendigung des 

Aufenthalts einer ausländischen Person wegen deren Straffälligkeit ist zu 

berücksichtigen, ob konkrete Gründe vorliegen, die auf ein reduziertes 

Rückfallrisiko schliessen lassen. So kann nach den gesamten Umständen 

die Gefahr, dass der oder die Betroffene in absehbarer Zukunft erneut 

gegen die Rechtsordnung verstösst, im Zeitpunkt der ausländerrechtlichen 

Beurteilung ausnahmsweise derart reduziert sein, dass deswegen das 

öffentliche Interesse an seiner oder ihrer Entfernung aus der Schweiz ent-

scheidwesentlich tiefer zu veranschlagen ist als aufgrund des erwirkten 

Strafmasses und unter Berücksichtigung allfälliger interessenserhöhender 

Faktoren festgestellt (vgl. ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, Beendi-

gung der Anwesenheit, Entfernung, Fernhaltung, in: PETER 

UEBERSAX/BEAT RUDIN/ THOMAS HUGI YAR/THOMAS GEISER [Hrsg.], Hand-

bücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 

2009, Rz. 8.31). Allerdings geht das Verwaltungsgericht in konstanter 

Rechtsprechung davon aus, dass bei Staatsangehörigen von Drittstaaten 

grundsätzlich auch generalpräventive Überlegungen bei der Bemessung 

des öffentlichen Interesses an der Beendigung der Anwesenheit mitberück-

sichtigt werden können (Entscheide des Verwaltungsgerichts 

WBE.2018.386 vom 5. Dezember 2019, Erw. II/3.2.4.2, WBE.2016.429 

vom 31. Mai 2017, Erw. II/3.2.3, und WBE.2011.1020 vom 27. März 2013, 

Erw. II/3.2.2; Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht des Kantons 

Aargau 1-BE.2009.00031 vom 16. November 2010, Erw. II/3.2.2, bestätigt 

mit Urteil des Bundesgerichts 2C_13/2011 vom 22. März 2011, Erw. 2.2; 

vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_45/2017 vom 10. August 2017, 

Erw. 2.6). Entsprechend kommt im Rahmen einer Interessenabwägung 

nach rein nationalem Ausländerrecht der Rückfallgefahr bzw. der Wahr-

scheinlichkeit künftigen Wohlverhaltens nicht dieselbe zentrale Bedeutung 

zu wie im Anwendungsbereich des FZA (Urteil des Bundesgerichts 

2C_516/2014 vom 24. März 2015, Erw. 4.3.2). Nach dem Gesagten ist bei 

Drittstaatsangehörigen grundsätzlich erst dann ausnahmsweise von einer 

 - 15 - 

 

 

 

entscheidwesentlichen Tieferveranschlagung des öffentlichen Interesses 

auszugehen, wenn das individuelle Rückfallrisiko nur noch sehr klein er-

scheint. Insbesondere bei schwerwiegenden Straftaten ist in ausländer-

rechtlicher Hinsicht zum Schutz der Öffentlichkeit kein Restrisiko weiterer 

Beeinträchtigungen wesentlicher Rechtsgüter hinzunehmen und es steht 

den Migrationsbehörden frei, diesbezüglich einen strengeren Massstab an-

zulegen als der Strafrichter (Entscheide des Verwaltungsgerichts 

WBE.2018.386 vom 5. Dezember 2019, Erw. II/3.2.4.2 und 

WBE.2012.1015 vom 14. Juni 2013, Erw. II/5.2.2; BGE 139 I 16, 

Erw. 2.2.1, und 125 II 521, Erw. 4a/bb). 

 

Der Beschwerdeführer hat mit der schweren Körperverletzung eine schwer-

wiegende Straftat begangen (siehe vorne Erw. II/5.1.2). Damit ist das 

öffentliche Interesse an der Beendigung seiner Anwesenheit in der Schweiz 

– zumindest nach den innerstaatlichen Regeln – grundsätzlich erst und nur 

dann entscheidwesentlich tiefer zu veranschlagen, wenn Umstände vorlie-

gen, aufgrund derer ohne signifikantes Restrisiko – d.h. mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit – ausgeschlossen werden kann, dass er in 

absehbarer Zukunft erneut delinquiert. Im Folgenden ist zu prüfen, ob 

solche Umstände gegeben sind. 

 

5.1.4.3. 

Handelt es sich bei der betroffenen ausländischen Person um einen Erst-

täter, stellt also die für das migrationsrechtliche Verfahren anlassgebende 

Verurteilung das erste gegen die Person ergangene Straferkenntnis dar, ist 

dieser Umstand bei der Beurteilung der Rückfallgefahr aus migrationsrecht-

licher Perspektive zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_940/2014 vom 30. Mai 2015, Erw. 5.3; vgl. auch BGE 139 I 145, 

Erw. 3.8). 

 

Wie aus den vorstehenden Erwägungen erhellt (Erw. II/5.1.3), ist der Be-

schwerdeführer mit der Begehung der schweren Körperverletzung nicht 

zum ersten Mal straffällig geworden. Bereits zuvor hat er sich eines Ge-

waltdelikts (Angriff und mehrfache einfache Körperverletzung) schuldig ge-

macht. Vor diesem Hintergrund kann ausländerrechtlich von Ersttäterschaft 

im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Rede sein, wes-

halb eine Reduktion der Rückfallgefahr unter diesem Gesichtspunkt von 

vornherein ausser Betracht fällt. 

 

5.1.4.4. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe sich seit der schweren Körper-

verletzung im August 2016 keiner schwerwiegenden Tat mehr schuldig ge-

macht und macht sinngemäss ein Wohlverhalten geltend. Hierzu ist zu-

nächst festzuhalten, dass aus migrationsrechtlicher Sicht dem Wohlverhal-

ten während eines hängigen Strafverfahrens, einer laufenden Probezeit 

oder eines hängigen migrationsrechtlichen Verfahrens grundsätzlich nur 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=940%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-145%3Ade&number_of_ranks=0#page145

 - 16 - 

 

 

 

untergeordnete Bedeutung beizumessen ist (Urteile des Bundesgerichts 

2C_904/2013 vom 20. Juni 2014, Erw. 4.2; 2C_191/2014 vom 27. Februar 

2014, Erw. 3.3.2 und 2A.605/2005 vom 28. Februar 2006, Erw. 2.5.2). 

Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann eine betroffene Person sodann aus 

ihrem Wohlverhalten in Untersuchungshaft bzw. im Straf- oder Mass-

nahmen Vollzug. Eine gute Führung in Untersuchungshaft bzw. im Straf- 

oder Massnahmen-Vollzug wird allgemein erwartet und lässt angesichts 

der dort herrschenden engmaschigen Betreuung keine verlässlichen Rück-

schlüsse auf das künftige Verhalten in Freiheit zu (Urteile des Bundesge-

richts 2C_360/2013 vom 21. Oktober 2013, Erw. 2.3 und 2C_733/2012 

vom 24. Januar 2013, Erw. 3.2.4). Nach dem Gesagten ist in Bezug auf die 

Beurteilung des Wohlverhaltens seit der migrationsrechtlich massgeben-

den Tat im Rahmen der Interessenabwägung in erster Linie auf die Dauer 

der in Freiheit verbrachten Zeit abzustellen, in welcher die betroffene Per-

son nicht unter dem Druck drohender straf- oder migrationsrechtlicher 

Sanktionen stand. 

 

Der Beschwerdeführer hat nach der Begehung der schweren Körper-

verletzung im August 2016 weitere drei Straferkenntnisse gegen sich er-

wirkt (siehe vorne lit. A und lit. B). Dabei handelt es sich nicht nur um 

Bagatelldelikte, so wurde der Beschwerdeführer wegen Vereitelung von 

Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit mit einer Geldstrafe von 

90 Tagessätzen verurteilt (siehe vorne lit. B). Von einem Wohlverhalten seit 

der Begehung der schweren Körperverletzung kann daher keine Rede sein. 

Hinzukommt, dass sich der Beschwerdeführer bei der Begehung der 

schweren Körperverletzung noch in der Probezeit befand, welche mit Straf-

befehl vom 24. März 2015 wegen Angriffs und mehrfacher einfacher Kör-

perverletzung für vier Jahre angeordnet wurde (MI-act. 291). Im Nachgang 

zu dieser strafrechtlichen Verurteilung wurde der Beschwerdeführer migra-

tionsrechtlich verwarnt (siehe vorne lit. A). Diese mit Strafbefehl vom 

24. März 2015 angeordnete Probezeit wurde indessen mit der Verurteilung 

vom 1. November 2019 wegen schwerer Körperverletzung durch das Ober-

gericht des Kantons Zürich um zwei Jahre verlängert (MI-act. 386). Seit 

dem 26. Juli 2021 befindet sich der Beschwerdeführer sodann im Strafvoll-

zug (MI-act. 521). Zusammenfassend stand der Beschwerdeführer bereits 

bei Begehung der schweren Körperverletzung unter dem Druck der gegen 

ihn ausgesprochenen vierjährigen Probezeit und der migrationsrechtlichen 

Verwarnung. Unter diesen Umständen ist nicht von einem Wohlverhalten 

des Beschwerdeführers auszugehen, welches auf eine (bestenfalls leichte) 

Reduktion der von ihm ausgehenden Rückfallgefahr schliessen lässt. 

 

5.1.4.5. 

Insgesamt liegen damit keine Umstände vor, aufgrund derer ohne signifi-

kantes Restrisiko ausgeschlossen werden könnte, dass der Beschwerde-

führer in absehbarer Zukunft erneut delinquiert (siehe vorne 

Erw. II/5.1.4.2). Der Beschwerdeführer hat sich auch unter straf- und 

 - 17 - 

 

 

 

migrationsrechtlichem Druck nicht wohlverhalten. Zudem kam es auch 

nach der Heirat im Jahr 2018 und nach der Geburt seines Sohnes im Jahr 

2020 zu weiterer Straffälligkeit seitens des Beschwerdeführers. Die Grün-

dung seiner Familie hat somit ebenfalls nicht zu einer nachhaltig positiven 

Verhaltensänderung des Beschwerdeführers geführt. Vor diesem Hinter-

grund vermag auch der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer im Straf-

vollzug positiv und im Rahmen der von ihm begonnen Ausbildung wohl vor-

bildlich verhält, keine "biografische Kehrtwende" im Sinne der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_634/2018 vom 5. Februar 2019, Erw. 6.3.2), welche eine signifikante 

Reduktion der von ihm ausgehenden Rückfallgefahr untermauern würde. 

Damit ist das öffentliche Interesse unter dem Gesichtspunkt der Rückfall-

gefahr nicht in entscheidrelevanter Weise tiefer zu veranschlagen. 

 

5.1.5. 

Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass bereits aufgrund der gegen den 

Beschwerdeführer ausgefällten längerfristigen Freiheitsstrafe und der Art 

der von ihm begangenen Straftat ein äusserst grosses öffentliches Inte-

resse an der Beendigung seines hiesigen Aufenthalts besteht. Dieses wird 

aufgrund seiner wiederholten Delinquenz und seiner Straffälligkeit trotz 

migrationsrechtlicher Verwarnung weiter erhöht. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Dem festgestellten äusserst grossen öffentlichen Interesse an der Nicht-

verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung des Be-

schwerdeführers aus der Schweiz ist sein privates Interesse am weiteren 

Verbleib gegenüberzustellen. 

 

Das private Interesse einer Person am weiteren Verbleib in der Schweiz 

bestimmt sich aufgrund ihrer Aufenthaltsdauer in der Schweiz und der 

dabei erfolgten Integration, ihrer familiären Verhältnisse, ihrer gesundheit-

lichen Situation und ihrer (Re-)Integrationschancen im Heimatland. 

 

5.2.2. 

5.2.2.1. 

Bei der Bemessung des privaten Interesses kommt der Aufenthaltsdauer 

in der Schweiz eine erhebliche Bedeutung zu. Je länger eine Person in 

einem bestimmten Land lebt, desto enger werden in der Regel die Bezie-

hungen sein, die sie dort geknüpft hat, und umso grösser ist grundsätzlich 

ihr Interesse an einem Verbleib in diesem Land. Dabei ist die anrechenbare 

Aufenthaltsdauer praxisgemäss abstrakt – unter Abzug der in Unfreiheit 

bzw. ohne Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz verbrachten Zeitspanne 

– zu berechnen (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts WBE.2017.531 

vom 22. Mai 2018, Erw. II/4.3.2, und WBE.2016.546 vom 27. Juni 2018, 

Erw. II/4.3). 

 - 18 - 

 

 

 

 

Massgebend ist aber nicht die Aufenthaltsdauer für sich alleine. Vielmehr 

lässt sich das aus der Aufenthaltsdauer resultierende private Interesse erst 

unter Berücksichtigung der während der Aufenthaltsdauer erfolgten In-

tegration – namentlich in sprachlicher, kultureller, sozialer, beruflicher und 

wirtschaftlicher Hinsicht – bestimmen. Damit gilt der Grundsatz "je länger 

die Aufenthaltsdauer, umso grösser das private Interesse an einem Ver-

bleib in der Schweiz" nur, wenn die Integration einen der Aufenthaltsdauer 

entsprechenden Grad erreicht. Wird der aufgrund der Aufenthaltsdauer zu 

erwartende Integrationsgrad übertroffen, ist das private Interesse an einem 

Verbleib in der Schweiz entsprechend höher zu veranschlagen. Erreicht die 

Integration demgegenüber den mit Blick auf die Aufenthaltsdauer zu erwar-

tenden Grad nicht, stellt die Entfernungsmassnahme für die betroffene Per-

son einen weniger gravierenden Eingriff dar und ist das private Interesse 

an einem Verbleib in der Schweiz entsprechend tiefer zu veranschlagen. 

Demnach lässt sich das aus der anrechenbaren Aufenthaltsdauer resultie-

rende private Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz erst im Rah-

men einer Gesamtbetrachtung feststellen. Anzumerken bleibt, dass bei 

sehr langer Aufenthaltsdauer ein entsprechend hoher Integrationsgrad, 

mithin eine sehr erfolgreiche Integration, erwartet wird, weshalb das private 

Interesse in diesen Fällen in der Regel nicht höher zu veranschlagen ist. 

 

5.2.2.2. 

Der Beschwerdeführer wurde am […] 1993 in der Schweiz geboren, lebte 

danach mit seiner Mutter im Kosovo und reiste im Alter von vier Jahren 

wieder in die Schweiz ein (siehe vorne lit. A). Damit lebt er heute seit über 

25 Jahren ordnungsgemäss in der Schweiz. Entsprechend diesem fast 

durchgehenden Aufenthalt praktisch seit Geburt ist grundsätzlich auf ein 

äusserst grosses privates Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz 

zu schliessen.  

 

Zu prüfen ist im Folgenden, wie sich der Beschwerdeführer mit Blick auf die 

Aufenthaltsdauer integriert hat und ob aufgrund des Integrationsgrads ein 

abweichendes privates Interesse resultiert. 

 

5.2.2.3. 

Hinsichtlich der sprachlichen Integration bestehen keine Zweifel, dass der 

Beschwerdeführer die deutsche Sprache beherrscht (vgl. z.B. act. 60). 

Damit ist bei ihm in sprachlicher Hinsicht mit Blick auf seine sehr lange 

Aufenthaltsdauer von einer mindestens normalen Integration auszugehen.  

 

5.2.2.4. 

Unter dem Aspekt der kulturellen und sozialen Integration ist namentlich zu 

berücksichtigen, in welchem Alter die betroffene Person in die Schweiz ein-

gereist ist, welche sozialen Beziehungen sie ausserhalb ihrer Familie in der 

 - 19 - 

 

 

 

Schweiz pflegt und ob aufgrund ihres gesamten Verhaltens auf eine ver-

tiefte Verwurzelung in der Schweiz zu schliessen ist. 

 

Der Beschwerdeführer wurde in der Schweiz geboren, lebte zunächst mit 

seiner Mutter im Kosovo und reiste im Alter von vier Jahren zurück in die 

Schweiz. Hier verbrachte er somit den Grossteil seiner Kindheit und seine 

gesamte Jugend- und Adoleszenzzeit. Es liegt auf der Hand, dass ihm die 

hiesigen kulturellen Gepflogenheiten vertraut sind. Konkrete Hinweise auf 

eine besondere kulturelle Einbindung des Beschwerdeführers in der 

Schweiz lassen sich indes weder den Akten noch dem Vorbringen in der 

Beschwerde entnehmen. Was die soziale Integration betrifft, ist zunächst 

festzuhalten, dass nicht bereits deshalb davon auszugehen ist, der Be-

schwerdeführer verfüge über kein tragfähiges soziales Beziehungsnetz in 

der Schweiz, weil er wiederholt straffällig wurde (Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2021.197 vom 1. Dezember 2021, Erw. II/3.3.1.1). Ge-

mäss den Angaben in der Beschwerde, wohnen seine Freunde und weitere 

Bekannte alle in der Schweiz (act. 20). Insbesondere mit Blick auf die in der 

Schweiz durchlaufene Sozialisation ist beim Beschwerdeführer nach dem 

Gesagten in kultureller und sozialer Hinsicht von einer normalen Integration 

auszugehen. 

 

5.2.2.5. 

Weiter ist zu prüfen, ob sich die betroffene Person in beruflicher Hinsicht 

entsprechend ihrer Aufenthaltsdauer in der Schweiz integriert hat und beim 

Verlassen der Schweiz ein stabiles Arbeitsumfeld aufgeben müsste. 

 

Der Beschwerdeführer schloss in der Schweiz die obligatorische Schulzeit 

ab und begann danach eine Lehre als Strassenbauer, schloss diese indes-

sen nicht ab. Er arbeitete als Lagerist, als Dachdecker und nach bestan-

dener Autoprüfung nahm er eine Arbeit im Transportunternehmen seines 

Vaters auf (MI-act. 382). Ab 1. Januar 2020 war der Beschwerdeführer 

sodann auf Stellensuche und befindet sich seit 26. Juli 2021 im Strafvollzug 

(MI-act. 392, 521). Im August 2022, während des Strafvollzugs, nahm der 

Beschwerdeführer eine Ausbildung zum Küchenangestellten EBA in An-

griff. Diese Möglichkeit wurde ihm eröffnet, nachdem der Beschwerdefüh-

rer gute Leistungen und eine hohe eigene Motivation bei der Arbeit in der 

Gemeinschaftsverpflegungsküche gezeigt habe. Er arbeite sehr gewissen-

haft und zuverlässig. Dem Arbeitszeugnis ist weiter zu entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer voraussichtlich am 30. Juni 2024, nach Abschluss 

der Lehre, aus der Justizvollzugsanstalt austreten kann (act. 43). Der Be-

schwerdeführer reichte sodann einen unterzeichneten Lehrvertrag Koch 

EFZ per 1. August 2024 zu den Akten (act. 55 f.). Gemäss dem Schreiben 

des künftigen Lehrbetriebs vom 1. Februar 2023 sei eine unbefristete Fest-

anstellung des Beschwerdeführers, unabhängig vom Zeitpunkt seiner Frei-

lassung, gesichert (act. 57). Die Berufsschullehrerin der Allgemeinbildung 

führte sodann aus, der Beschwerdeführer sei eine echte Bereicherung für 

 - 20 - 

 

 

 

die Klasse, da er sich äusserst gut integriert habe und die jungen Lernen-

den darauf aufmerksam mache, worauf es im Leben wirklich ankomme. 

Seine Leistungen seien mit einem Durchschnitt von über 5.5 in allen 

Fächern hervorragend. Er setze alles daran, mit einem hervorragenden 

Qualifikationsverfahren abschliessen zu können. Mit seinem Potential 

stehe einer anschliessenden verkürzten EFZ-Lehre nichts im Wege 

(act. 58). Damit zeigt der Beschwerdeführer Engagement im Hinblick auf 

seine künftige berufliche Laufbahn auch in Freiheit und präsentiert zumin-

dest in beruflicher Hinsicht eine Verhaltensänderung, dies allerdings im 

Rahmen des Strafvollzugs. Insgesamt und vor dem Hintergrund, dass der 

Beschwerdeführer bislang mehrheitlich arbeitstätig war, sich aktuell um 

eine auch künftig gelungene berufliche Integration bemüht und im Falle 

einer Wegweisung die ihm in Aussicht gestellte Lehre nicht antreten 

könnte, ist ihm in beruflicher Hinsicht gemessen an der sehr langen Aufent-

haltsdauer gerade noch eine normale Integration zu attestieren. 

 

5.2.2.6. 

Unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Integration ist einerseits von Bedeu-

tung, ob die betroffene Person wirtschaftlich unabhängig ist, d.h. ihren Le-

bensunterhalt primär mit eigenen Mitteln, insbesondere ohne Inanspruch-

nahme der öffentlichen Fürsorge, finanzieren kann, und andererseits, wie 

sich ihre Schuldensituation präsentiert. 

 

Gemäss dem Betreibungsregisterauszug des Regionalen Betreibungsamts 

Q. vom 2. März 2021 war zu diesem Zeitpunkt eine Pfändung in der Höhe 

von Fr. 227.55 registriert (MI-act. 410 f.). Sodann musste der 

Beschwerdeführer nie mit Sozialhilfe unterstützt werden. Mit Blick auf seine 

sehr lange Aufenthaltsdauer ist in wirtschaftlicher Hinsicht von einer nor-

malen Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz auszugehen. 

 

5.2.2.7. 

Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer in sprachlicher, kultureller, 

sozialer, beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht normal in die schweize-

rischen Verhältnisse integriert. Dies untermauert sein aufgrund der sehr 

langen Aufenthaltsdauer und der hier durchlaufenen Sozialisation äusserst 

grosses privates Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz. 

 

5.2.3. 

5.2.3.1. 

Weiter ist zu prüfen, ob hinsichtlich der Kernfamilie der betroffenen Person 

von einem erhöhten privaten Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz 

auszugehen ist. Dabei sind namentlich eine eheliche, partnerschaftliche 

oder gefestigte Konkubinatsbeziehung sowie das Vorhandensein von min-

derjährigen Kindern bzw. erwachsenen Verwandten in auf- oder absteigen-

der Linie mit Abhängigkeitsverhältnis relevant. Von Bedeutung sind die 

Auswirkungen und die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden 

 - 21 - 

 

 

 

Nachteile bei einer Ausreise aus der Schweiz (BGE 135 II 377, Erw. 4.3; 

Urteil des Bundesgerichts 2C_410/2018 vom 7. September 2018, 

Erw. 4.2). 

 

5.2.3.2. 

Der Beschwerdeführer ist seit [...] Juli 2018 mit einer Schweizerin verheira-

tet. Das Ehepaar hat einen gemeinsamen Sohn (geb. 2020), welcher eben-

falls Schweizer Bürger ist (siehe vorne lit. A).  

 

5.2.3.3. 

Aufgrund der Aktenlage ergibt sich, dass die eheliche Beziehung auch wäh-

rend des Strafvollzugs nach wie vor gelebt wird, intakt ist und sehr eng 

erscheint. So führt die Ehefrau in ihrem Schreiben aus, ihr Leben mit dem 

Beschwerdeführer verbringen zu wollen, auch trotz der aktuell schweren 

Zeit. Während der Beschwerdeführer in Untersuchungshaft war, während 

des Gerichtsprozesses und auch in Zukunft werde sie in guten sowie 

schlechten Zeiten zu ihm stehen. Das würde er auch für sie machen (MI-

act. 454 f.). Das private Interesse der Ehegatten nach Entlassung des Be-

schwerdeführers aus dem Strafvollzug wieder in ehelicher Gemeinschaft 

zusammenleben zu können, ist offensichtlich. Der Ehefrau, als Schweizer 

Staatsangehörige, ist es grundsätzlich nicht zumutbar, zwecks Aufrechter-

haltung des ehelichen Zusammenlebens mit dem Beschwerdeführer in 

dessen Heimat zu übersiedeln. Zumal sie nicht einmal Albanisch versteht 

und spricht (MI-act. 454). Eine Wegweisung des Beschwerdeführers führte 

dazu, dass die Eheleute physisch getrennt würden und ihre Beziehung 

bloss noch via moderne Kommunikationsmittel und besuchsweise pflegen 

könnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer am 

21. Oktober 2015 (MI-act. 301 ff.) – und damit noch vor der Heirat am 

[...] Juli 2018 – bereits aufgrund seiner Straffälligkeit migrationsamtlich ver-

warnt worden war. Die Eheschliessung erfolgte nur kurz vor Erlass des 

erstinstanzlichen Urteils vom 25. Oktober 2018 wegen schwerer Körperver-

letzung, welche der Beschwerdeführer bereits im August 2016 begangen 

hatte (MI-act. 355 ff.). Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau mussten 

daher im Zeitpunkt der Eheschliessung damit rechnen, dass der Beschwer-

deführer möglicherweise nicht in der Schweiz verbleiben und damit ein zu-

künftiges eheliches Zusammenleben in der Schweiz allenfalls unmöglich 

sein würde. Damit vermag die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner 

Ehefrau sein privates Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz nur 

leicht zu erhöhen. 

 

5.2.3.4. 

Bevor der Beschwerdeführer den Strafvollzug antrat, lebte er mit seiner 

Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn in einem gemeinsamen Haushalt. 

Geplant ist, das gemeinsame Familienleben wiederaufzunehmen, nach-

dem der Beschwerdeführer aus dem Strafvollzug entlassen wird (MI-

act. 453 ff.). Es ist daher davon auszugehen, dass im heutigen Zeitpunkt 

 - 22 - 

 

 

 

zwischen dem Beschwerdeführer und seinem minderjährigen Sohn eine 

grundrechtlich geschützte Familienbeziehung besteht. Während des Straf-

vollzugs hat der Beschwerdeführer seine Familie regelmässig besucht 

(zweimal fünf Stunden pro Monat, alle sechs Wochen zusätzlich für 52 bzw. 

bald für 58 Stunden). Der Beschwerdeführer will eigenen Angaben zufolge 

einen möglichst engen persönlichen Kontakt zu seinem Sohn und zu seiner 

Ehefrau aufrechterhalten (act. 27). Der Sohn ist ebenfalls Schweizer 

Staatsangehöriger, wie seine Mutter. Ihm ist es daher grundsätzlich nicht 

zumutbar, zwecks Aufrechterhaltung des Familienlebens mit dem Be-

schwerdeführer in den Kosovo zu übersiedeln. Eine Wegweisung des Be-

schwerdeführers führte demzufolge dazu, dass der minderjährige Sohn von 

seinem Vater physisch getrennt würde und die Beziehung bloss noch be-

suchsweise gepflegt werden könnte. Da der Sohn knapp drei Jahre alt ist, 

erweist sich eine Kontaktpflege via moderner Kommunikationsmittel nur be-

grenzt möglich. Wie bereits ausgeführt, mussten der Beschwerdeführer 

und seine Ehefrau allerdings bereits im Zeitpunkt der Eheschliessung damit 

rechnen, dass ein zukünftiges eheliches Zusammenleben in der Schweiz 

allenfalls nicht möglich sein würde. Der am […] 2020 geborene Sohn wurde 

somit zu einem Zeitpunkt gezeugt, als sowohl der Beschwerdeführer als 

auch seine Ehefrau damit rechnen mussten, dass der Beschwerdeführer 

möglicherwiese nicht würde in der Schweiz bleiben können. Die Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer mit einer Schweizerin verheiratet ist und mit ihr 

einen gemeinsamen Sohn hat, vermag nach dem Gesagten das private 

Interesse des Beschwerdeführers ebenfalls nur leicht zu erhöhen. 

 

5.2.3.5. 

Nach dem Gesagten resultiert aufgrund der Beziehungen des Beschwer-

deführers zu seiner Schweizer Ehefrau und zu seinem Schweizer minder-

jährigen Sohn bestenfalls eine leichte, vorliegend indessen nicht entscheid-

relevante Erhöhung des privaten Interesses an einem weiteren Verbleib 

des Beschwerdeführers in der Schweiz. 

 

5.2.4. 

Was die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers anbelangt, er-

geben sich weder aus den Akten noch aus dem Vorbringen in der Be-

schwerde Anhaltspunkte, wonach ihm unter diesem Aspekt ein erhöhtes 

privates Interesse am Verbleib in der Schweiz zuzubilligen wäre. 

 

5.2.5. 

5.2.5.1. 

Schliesslich ist bei der Bemessung des privaten Interesses zu prüfen, wel-

che Beziehungen die betroffene Person zum Heimatland unterhalten hat 

oder noch unterhält und ob sie bei einer Ausreise aus der Schweiz im Hei-

matland auf unüberwindbare Integrationsprobleme stossen würde. Zu be-

achten sind zudem auch jene Aspekte, die eine Rückkehr ins Heimatland 

 - 23 - 

 

 

 

aufgrund der dort bestehenden Situation als unzumutbar erscheinen lassen 

(vgl. Art. 83 Abs. 7 AIG; BGE 135 II 110, Erw. 4.2). 

 

5.2.5.2. 

Der Beschwerdeführer wurde vor rund 30 Jahren in der Schweiz geboren 

und verbrachte nach den ersten vier Lebensjahren im Kosovo sein gesam-

tes bisheriges Leben in der Schweiz (siehe vorne Erw. II/5.2.2.2). Vor 

diesem Hintergrund würde eine erstmalige Übersiedlung in den Kosovo 

einen nicht zu unterschätzenden Einschnitt im Leben des Beschwerdefüh-

rers darstellen, weshalb es ihm in kultureller Hinsicht schwerfallen dürfte, 

sich in die heimatliche Gesellschaft einzugliedern. Entgegen den 

vorinstanzlichen Erwägungen kann daher nicht ohne Weiteres und bloss 

aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bis vor Antritt des 

Strafvollzuges mit seinen Eltern zusammenwohnte, darauf geschlossen 

werden, er sei mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten im Kosovo 

bestens vertraut. Für eine solche Annahme fehlen weitere konkrete An-

haltspunkte. Hingegen dürften ihm die Gepflogenheiten lediglich, aber im-

merhin, im Grundsatz vertraut sein. Bei einer Übersiedlung in den Kosovo 

dürfte der Beschwerdeführer somit zwar auf grössere, allerdings nicht un-

überwindbare, Integrationshindernisse stossen. Die Eingliederungs-

chancen des Beschwerdeführers sind somit als intakt zu bezeichnen. Unter 

diesem Aspekt ist von einem leicht erhöhten privaten Interesse an einem 

Verbleib in der Schweiz auszugehen. 

 

5.2.5.3. 

Die Kenntnisse der heimatlichen Sprache sind mit Blick auf die Integra-

tionschancen der betroffenen Person in ihrem Heimatland im Rahmen der 

Interessenabwägung nur insofern von Relevanz, als die betroffene Person 

der heimatlichen Sprache nicht (mehr) mächtig ist und es ihr auch nicht 

zumutbar ist, diese zu erlernen. 

 

Die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er mündlich und schriftlich 

nur Deutsch beherrsche (act. 20), erscheinen angesichts dessen, dass an-

lässlich einer polizeilichen Einvernahme vom 16. März 2014 die Kantons-

polizei neben Deutsch auch Albanisch als seine Muttersprache erfasste 

(MI-act. 187), wenig glaubhaft. Vor diesem Hintergrund ist nicht davon aus-

zugehen, dass eine Integration im Kosovo aufgrund fehlender Sprach-

kenntnisse nicht möglich wäre. Es ist somit auch in sprachlicher Hinsicht 

von intakten bis gar guten Integrationschancen in seinem Heimatland aus-

zugehen.  

 

5.2.5.4. 

Bezüglich der sozialen Eingliederungschancen im Heimatland ist aufgrund 

der bereits in Erw. II/5.2.5.2 dargelegten Umstände davon auszugehen, 

dass ihm die Gepflogenheiten seines Herkunftslandes zumindest im 

Grundsatz vertraut sein dürften und seine Eingliederungschancen in die 

 - 24 - 

 

 

 

heimatliche Gesellschaft als intakt erscheinen. Der Beschwerdeführer 

macht geltend, dass er im Kosovo über kein tragfähiges familiäres und so-

ziales Netz verfüge. Seine Eltern, seine Geschwister, seine Familie, seine 

Freunde und Bekannten seien alle in der Schweiz (act. 20). Seine Ehefrau 

führt in ihrem Schreiben ebenfalls aus, dass die Familie und Freunde alle 

in der Schweiz lebten, der Beschwerdeführer im Kosovo auch kein Haus 

habe und überhaupt unklar sei, wo er, im Falle einer Wegweisung, denn 

unterkommen könnte. Im Übrigen spreche und verstehe sie kein Albanisch 

(MI-act. 454). Da aus den Akten nichts Gegenteiliges hervorgeht, ist mit 

dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass er sich sein Beziehungs-

netz bei einer Übersiedlung in den Kosovo wohl komplett neu aufbauen 

müsste. Dies erscheint angesichts seines noch eher jungen Alters, der Be-

schwerdeführer ist heute rund 30 Jahre alt, und seiner heimatlichen 

Sprachkenntnisse indessen nicht unmöglich. Inwiefern ihm beim Aufbau 

eines solchen Beziehungsnetzes aufgrund seiner religiösen Zugehörigkeit 

Schwierigkeiten begegnen werden, weil es sich bei den katholischen 

Christen um eine Minderheit handle, begründet der Beschwerdeführer nicht 

substantiiert. Ein unüberwindbares Integrationshindernis ist nicht zu 

erblicken. Nach dem Gesagten sind dem Beschwerdeführer in sozialer Hin-

sicht (knapp) intakte Eingliederungschancen im Heimatland zu attestieren. 

 

5.2.5.5. 

Hinsichtlich der beruflichen und wirtschaftlichen Integrationschancen des 

Beschwerdeführers im Kosovo kann grundsätzlich davon ausgegangen 

werden, dass er seine in der Schweiz erworbene berufliche Erfahrung auch 

auf dem heimatlichen Arbeitsmarkt verwerten könnte. Es besteht ausweis-

lich der Akten kein Grund zur Annahme, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht möglich wäre, im Kosovo beruflich Fuss zu fassen und seinen Le-

bensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Er macht in seiner Be-

schwerde diesbezüglich auch nichts geltend. Selbst unter Berücksichtigung 

der im Vergleich zur Schweiz schlechteren Wirtschaftslage sowie allfälliger 

Startschwierigkeiten sind damit seine beruflich-wirtschaftlichen Integra-

tionschancen ebenfalls als intakt einzuschätzen. 

 

5.2.5.6. 

Was die Zumutbarkeit einer Rückkehr ins Heimatland anbelangt, besteht 

vorliegend kein Anlass zur Befürchtung, dass der Beschwerdeführer bei 

einer Ausreise in den Kosovo aufgrund der allgemeinen Lage einer konkre-

ten Gefährdung ausgesetzt wäre. Solches wird denn auch in der Be-

schwerde nicht geltend gemacht. Zudem gilt Kosovo gemäss Anhang 2 der 

Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1; 

SR 142.311, Stand 1. Januar 2023) als verfolgungssicherer Herkunftsstaat 

und es sind ohnehin keine Anzeichen dafür vorhanden, dass dem Be-

schwerdeführer eine staatliche Verfolgung drohen würde. 

 

 - 25 - 

 

 

 

5.2.5.7. 

Gesamthaft betrachtet, dürfte die Eingliederung im Kosovo den seit über 

25 Jahren in der Schweiz lebenden und hier sozialisierten Beschwerdefüh-

rer vor allem in sozialer Hinsicht vor Schwierigkeiten stellen, wobei unüber-

windbare Integrationshindernisse zu verneinen sind. Insgesamt ist ihm be-

züglich der Integrationschancen im Heimatland somit ein bestenfalls leicht 

erhöhtes privates Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz zuzubilli-

gen. 

 

5.2.6. 

Zusammenfassend besteht aufgrund der sehr langen Aufenthaltsdauer, 

der hier durchlaufene Sozialisation und der dabei erfolgten normalen In-

tegration in der Schweiz sowie seiner familiären Situation und gewisser In-

tegrationsschwierigkeiten im Heimatland ein äusserst grosses privates In-

teresse an einem Verbleib in der Schweiz. 

 

5.3. 

Dem äusserst grossen privaten Interesse an einem Verbleib in der Schweiz 

steht bereits aufgrund der gegen den Beschwerdeführer ausgefällten 

längerfristigen Freiheitsstrafe und der Art der von ihm begangenen Straftat 

ein äusserst grosses öffentliches Interesse an der Entfernung des Be-

schwerdeführers aus der Schweiz entgegen. Dieses erhöht sich zusätzlich 

aufgrund seiner wiederholten Delinquenz und seiner Straffälligkeit trotz 

migrationsrechtlicher Verwarnung, weshalb insgesamt von einem überwie-

genden öffentlichen Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbe-

willigung des Beschwerdeführers und seiner Wegweisung aus der Schweiz 

auszugehen ist. 

 

6. 

Zu prüfen ist weiter, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

des Beschwerdeführers und seine Wegweisung vor Art. 8 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 

1950 (EMRK; SR 0.101) standhalten. 

 

Art. 8 Ziff. 1 EMRK und der – soweit hier von Interesse – inhaltlich im We-

sentlichen übereinstimmende Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten das Recht 

auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Diese Garantien können 

namentlich dann verletzt sein, wenn eine ausländische Person die Schweiz 

verlassen muss, nachdem sie sich lange hier aufgehalten und ent-

sprechend integriert hat, bzw. wenn einer ausländischen Person, deren Fa-

milienangehörige in der Schweiz leben, die (weitere) Anwesenheit unter-

sagt und dadurch das gemeinsame Familienleben vereitelt wird.  

 

Aufgrund des über 25-jährigen migrationsrechtlich anrechenbaren Aufent-

halts des Beschwerdeführers in der Schweiz (siehe vorne Erw. II/5.2.2.2) 

ist – unabhängig von individuell-konkreten Integrationsaspekten – davon 

 - 26 - 

 

 

 

auszugehen, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und 

die Wegweisung aus der Schweiz einen Eingriff in sein Privatleben im 

Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK darstellen. Der Eingriff ist vorliegend jedoch 

durch ein überwiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt (Art. 8 Ziff. 2 

EMRK; siehe vorne Erw. II/5.3).  

 

Wie sodann aus den obigen Erwägungen hervorgeht, ist der Ehefrau und 

dem minderjährigen Sohn des Beschwerdeführers nicht zumutbar, mit 

diesem in den Kosovo zu übersiedeln (siehe vorne Erw. II/5.2.3.3 f.). Im 

Hinblick auf die Beziehungen zu ihnen tangieren demnach die Nichtver-

längerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwer-

deführers aus der Schweiz das geschützte Familienleben im Sinne von 

Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Allerdings ist auch dieser Eingriff durch ein überwie-

gendes öffentliches Interesse gerechtfertigt (Art. 8 Ziff. 2 EMRK; siehe 

vorne Erw. II/5.3). 

 

Ein Verstoss gegen Art. 8 EMRK liegt damit weder hinsichtlich des ge-

schützten Privatlebens noch hinsichtlich des geschützten Familienlebens 

des Beschwerdeführers vor. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die 

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des 

Beschwerdeführers dem nationalen Recht entsprechen und auch vor Art. 8 

EMRK standhalten. 

 

7. 

In einem letzten Schritt ist zu prüfen, ob dem Vollzug der Wegweisung Hin-

dernisse entgegenstehen. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar, 

nicht möglich oder nicht zulässig, so verfügt das Staatssekretariat für Mig-

ration (SEM) die vorläufige Aufnahme (Art. 83 Abs. 1 AIG). 

 

Da der Beschwerdeführer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt 

wurde (siehe vorne Erw. II/3.3), kommt eine Gewährung der vorläufigen 

Aufnahme wegen Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungs-

vollzugs von vornherein nicht in Betracht (Art. 83 Abs. 7 lit. a AIG). Dem-

nach ist nicht weiter zu prüfen, ob Gründe bestehen, die den Vollzug der 

Wegweisung als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG oder unmög-

lich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AIG erscheinen lassen. Sodann ergeben 

sich weder aus den Vorbringen in der Beschwerde noch aus den Akten 

Hinweise, die zur Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von 

Art. 83 Abs. 3 AIG führen könnten. Der Vollzug der Wegweisung erweist 

sich somit als zulässig. 

 

Nach dem Gesagten stehen dem Vollzug der Wegweisung keine Hinder-

nisse im Sinne von Art. 83 AIG entgegen. 

 

 - 27 - 

 

 

 

8. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Nichtverlängerung der Auf-

enthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers nach 

nationalem Recht nicht zu beanstanden sind und vor Art. 8 EMRK stand-

halten. Für die vom Beschwerdeführer beantragte Verwarnung bleibt damit 

kein Raum (Art. 96 Abs. 2 AIG). Nachdem auch dem Vollzug der Wegwei-

sung keine Hindernisse entgegenstehen, ist der Entscheid der Vorinstanz 

nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

9. 

Im Übrigen bringt der Beschwerdeführer vor, es sei ein Bericht der Justiz-

vollzugsanstalt Wauwilermoos als Beweis beizuziehen. Die Vorinstanz 

habe auf einen Beizug eines solchen Berichts verzichtet, womit eine Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs vorliege (act. 24). Diesbezüglich ist 

zunächst festzuhalten, dass es dem Verwaltungsgericht sowie auch der 

Vorinstanz freisteht, im Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung auf 

die Abnahme eines Beweises zu verzichten, wenn dies zur Abklärung des 

Sachverhalts nicht notwendig erscheint (BGE 136 I 229, Erw. 5.3; 

BGE 134 I 140, Erw. 5.3; Aargauische Gerichts- und Verwaltungsent-

scheide [AGVE] 2008, S. 312, Erw. 3.1, und 2004, S. 154, Erw. 1a, je mit 

Hinweisen). Vorliegend ergibt sich die Interessenlage des Beschwerdefüh-

rers vollumfänglich aus den Akten und es bestehen keine Unklarheiten hin-

sichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts, welche den Beizug eines Be-

richts der Justizvollzugsanstalt erforderlich erscheinen lassen würden. 

Dass sich die Sachlage aufgrund der offerierten Beweise anders präsen-

tieren würde, als sie aus den Akten hervorgeht und den vorliegenden Er-

wägungen zu Grunde liegt, und demzufolge zu einem anderen Entscheid 

führen würde, ist somit nicht ersichtlich, dies gilt umso mehr, als das Wohl-

verhalten des Beschwerdeführers im Strafvollzug unbestritten ist. 

 

III. 

1. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach Massgabe 

des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 

VRPG). Im vorliegenden Fall unterliegt der Beschwerdeführer vollumfäng-

lich. 

 

2. 

2.1. 

Mit Verfügung vom 2. November 2022 wurde dem Beschwerdeführer für 

das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege be-

willigt und sein Anwalt als unentgeltlicher Rechtsvertreter eingesetzt 

(act. 37 f.). 

 

 - 28 - 

 

 

 

2.2. 

Unterliegt – wie hier – die unentgeltlich prozessierende Partei, gehen die 

Gerichtskosten zulasten des Kantons und ist die unentgeltliche Rechtsver-

treterin bzw. der unentgeltliche Rechtsvertreter durch den Kanton ange-

messen zu entschädigen (§ 2 EGAR i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG und Art. 122 

Abs. 1 lit. a und b der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 

19. Dezember 2008 [ZPO]). Die unentgeltlich prozessierende Partei ist zur 

Nachzahlung an den Kanton verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist 

(§ 2 EGAR i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG und Art. 123 Abs. 1 ZPO). Die 

Verfahrenskosten und die der unentgeltlichen Rechtsvertreterin bzw. dem 

unentgeltlichen Rechtsvertreter durch die Obergerichtskasse für das 

Beschwerdeverfahren auszurichtende Entschädigung sind der 

unentgeltlich prozessierenden Partei vorzumerken. 

 

2.3. 

Gemäss § 12 Abs. 1 des Dekrets über die Entschädigung der Anwälte vom 

10. November 1987 (Anwaltstarif, AnwT; SAR 291.150) setzt jede urtei-

lende kantonale Instanz, bei Kollegialbehörden deren Präsidentin oder Prä-

sident, die der unentgeltlichen Rechtsvertretung aus der Gerichts- oder 

Staatskasse nach Rechtskraft auszurichtende Entschädigung aufgrund ei-

ner Rechnung der Anwältin oder des Anwalts fest. 

 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist deshalb aufzufordern, dem 

Verwaltungsgericht eine detaillierte Rechnung für das vorliegende Be-

schwerdeverfahren einzureichen. 

 

2.4. 

Die dem unentgeltlichen Rechtsvertreter für das Beschwerdeverfahren 

auszurichtende Entschädigung ist durch den vorsitzenden Verwaltungs-

richter mit separater Verfügung festzusetzen. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 1'200.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 398.00, gesamthaft Fr. 1'598.00, gehen zu Lasten des Kantons. 

Der unentgeltlich prozessierende Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung 

an den Kanton verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (§ 34 Abs. 3 

VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO). 

 

 - 29 - 

 

 

 

3. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, nach Rechtskraft dem unentgelt-

lichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die durch den vorsitzenden 

Verwaltungsrichter noch festzusetzenden Parteikosten für das Verfahren 

vor Verwaltungsgericht zu ersetzen. Der unentgeltlich prozessierende Be-

schwerdeführer ist zur Nachzahlung an den Kanton verpflichtet, sobald er 

dazu in der Lage ist (§ 34 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO).  

 

4. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wird aufgefordert, dem Ver-

waltungsgericht eine detaillierte Rechnung für das vorliegende Beschwer-

deverfahren einzureichen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (unentgeltlicher Vertreter) 

die Vorinstanz (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweize-

rischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

 - 30 - 

 

 

 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 13. Juli 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin: 

 

      i.V. 

 

Busslinger Peter