# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45bfa61b-cf1c-5055-bb04-30ba7ae5c106
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2025 E-5571/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5571-2025_2025-08-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5571/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Kaspar Gerber, 

mit Zustimmung von Richter Mathias Lanz;   

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kenia,  

c/o (…),   

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 20. Juni 2025 / N (…). 

 

 

 

E-5571/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 1. März 2025 in der Schweiz um Asyl 

nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ zu-

gewiesen. Sie wurde am 25. März 2025 eingehend zu ihren Asylgründen 

angehört und ihr Asylgesuch am 2. April 2025 dem erweiterten Verfahren 

zugewiesen. 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, kenianische Staatsangehörige zu sein und aus 

C._______, South County, zu stammen. Nach Beendigung der High School 

im Jahre 2021 sei sie zu ihren Schwestern nach D._______ gezogen. Sie 

habe im Januar 2023 C. kennengelernt und sei am (…) März 2024 zu C. 

nach Hause gegangen und habe mit ihr Sex gehabt, als deren Eltern nach 

Hause gekommen seien. C.’s Vater sei sehr enttäuscht gewesen, habe sie 

angeschrien, geschlagen und zu ihrer Schwester gebracht, die versucht 

habe, sie zu verteidigen. C.’s Vater habe damit gedroht, die Polizei zu ru-

fen. Zwei Tage später hätten sich junge Personen gewaltsam Zugang zum 

Haus ihrer Schwester verschafft und verlangt, dass sich Letztere stellen 

soll und man sie wegen ihrer Homosexualität bestrafen werde. Sie sei da-

raufhin geflüchtet und habe während eines Monats in E._______ bei ihrem 

Bruder gelebt. Während dieser Zeit habe sie anonyme Drohnachrichten 

und -anrufe erhalten und ihr sei mit einer Bestrafung gedroht worden. Ende 

April 2024 habe ihr Bruder einen anonymen Anruf erhalten und ihm sei mit-

geteilt worden, man wisse, dass er eine Lesbe verstecke. Ihr Bruder habe 

Angst bekommen und sie aufgefordert, zu ihrer Cousine nach F._______ 

zu gehen. Zwei Tage nach ihrer Ankunft in F._______ habe sie einen Anruf 

erhalten mit der Mitteilung, man wisse wo sie sei und würde sie abholen 

beziehungsweise sie solle sich der Polizei stellen. Anfangs Juni 2024 sei 

eine Polizeibeamtin zu ihr gekommen und habe sie auf den Polizeiposten 

F._______ mitgenommen. Sie (die Beschwerdeführerin) habe auf dem Po-

lizeiposten alles geleugnet. Ihre Cousine beziehungsweise deren Ehe-

mann habe die Polizisten bestochen und sie (die Beschwerdeführerin) sei 

am gleichen Tag freigelassen worden. Die Polizei habe keine Beweise ge-

funden, weil sie zuvor alles auf ihrem Telefon gelöscht habe. Sie habe ein 

Schengen-Visum beantragt und sei am 15. Juli 2024 mit einem Touristen-

Visum über G._______ nach H._______ gereist, wo sie sich während 

sechs Monaten aufgehalten habe. 

E-5571/2025 

Seite 3 

Zur Untermauerung ihrer Identität und ihrer Vorbringen reichte die Be-

schwerdeführerin Fotos, die sie bei der Polizei sowie mit C. zeigen, zu den 

Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 20. Juni 2025 – eröffnet am 25. Juni 2025 – stellte die 

Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug derselben an. 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 25. Juli 2025 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung, die Anerkennung der Flüchtlingsei-

genschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei festzustellen, dass 

der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar oder unmöglich sei 

und die vorläufige Aufnahme sei anzuordnen. Subeventualiter sei die Sa-

che an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte 

sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Einsetzung eines amtli-

chen Rechtsbeistandes. 

Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin drei Referenzschrei-

ben, einen Austrittsbericht des Ärztezentrums I._______ vom 10. Juli 2025 

sowie eine Fürsorgebestätigung vom 17. Juli 2025 zu den Akten. 

D.  

Am 30. Juli 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

E-5571/2025 

Seite 4 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten 

hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und 

E-5571/2025 

Seite 5 

aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates 

oder – sofern sich der Heimatstaat als schutzunfähig oder schutzunwillig 

erweist – durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungs-

weise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Begründete 

Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn kon-

kreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im 

Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zeit verwirklicht oder werde sich – aus heutiger Sicht – mit ebensol-

cher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl. BVGE 

2010/57 E. 2.5). 

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung des Asylentscheids im Wesentlichen 

aus, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen an 

die Asylrelevanz nach Art. 3 AsylG nicht standhalten würden. So fehle es 

insbesondere an einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung aufgrund 

ihrer Homosexualität zum Zeitpunkt ihrer Ausreise, da die Polizei sie nach 

der Verhaftung Anfang Juni 2024 am selben Tag wieder freigelassen habe 

und ebenso wenig eine Verfolgung durch Drittpersonen bestehe. Sofern 

die Beschwerdeführerin befürchte, aufgrund ihrer Homosexualität in Kenia 

Nachteilen ausgesetzt zu sein, sei dies zwar nachvollziehbar. Gleichge-

schlechtlicher Sex zwischen Männern sei in Kenia gesetzlich illegal und 

werde mit einer Freiheitsstrafe geahndet; ein spezifisches Gesetz, welches 

gleichgeschlechtlichen Sex zwischen Frauen verbiete, existiere hingegen 

nicht. Zwar könne es zu Verhaftungen kommen; der kenianische Staat 

setze aber die diskriminierenden Gesetze nicht aktiv durch und Strafverfol-

gungen seien sehr selten. Gemäss einem Länderbericht Grossbritanniens 

sei es zwischen 2009 und 2023 zu 18 gezielten Verfolgungen von LGBTI 

(Lesbian, Gay, Bisexual,Transgender and Inter)-Personen gekommen. Es 

gebe aber keine Hinweise darauf, dass es auch zu Strafverfolgungen oder 

Verurteilungen gekommen sei. Die Personen, die inhaftiert worden seien, 

seien sodann nach kurzer Zeit wieder freigelassen worden. Nebst der ge-

ringen Gefahr, von Seiten des kenianischen Staates aufgrund ihrer sexu-

ellen Orientierung verfolgt zu werden, sei vorliegend nicht vom Bestehen 

eines unerträglichen psychischen Drucks auszugehen. Gemäss Ausfüh-

rungen der Beschwerdeführerin wisse ihre Familie von ihrer Homosexuali-

tät, wobei sie auf Anraten ihrer Mutter und mithilfe finanzieller Unterstüt-

zung ihrer Familie im Jahre 2023 nach J._______ gereist sei. Einzig ihr 

Vater sei enttäuscht von ihr und habe ihr mitgeteilt, sie solle nicht mehr zu 

ihm nach Hause kommen. Nachdem sie in den letzten Jahren bei ihren 

Schwestern in D._______ gelebt habe, sei mithin auch von einer 

E-5571/2025 

Seite 6 

alternativen Aufenthaltsmöglichkeit in ihrem Heimatstaat auszugehen. Auf-

grund der offensichtlich fehlenden flüchtlingsrechtlichen Relevanz sei auf 

die eingehende Prüfung allfälliger Unglaubhaftigkeitselemente zu verzich-

ten, ihre Aussagen seien aber teilweise vage, unsubstantiiert und detailarm 

geblieben. 

5.2 Dem entgegnete die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde im We-

sentlichen, dass das kenianische Strafgesetzbuch zwar gleichgeschlecht-

liche Handlungen zwischen Frauen nicht ausdrücklich verbiete, das beste-

hende Gesetz, welches «widernatürlicher Geschlechtsverkehr» kriminali-

siere, aber auch zuungunsten lesbischer und bisexueller Frauen ausgelegt 

werden könne. Zudem wende die Polizei häufig allgemeine Gesetze zur 

Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung an, um LGTBQI+-Personen zu 

behelligen und zu verhaften oder um Diskriminierung am Arbeitsplatz, in 

Ausbildungsstätten oder im Wohnungswesen zu rechtfertigen. Des Weite-

ren sei der kenianische Staat in Bezug auf lesbische Frauen weder schutz-

fähig noch schutzwillig – ein Umstand, der im Übrigen vom SEM nicht ge-

prüft worden sei. Vielmehr gebe es einen Gesetzesentwurf, wonach ein-

vernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen mit einer Frei-

heitsstrafe von mindestens zehn Jahren zu bestrafen seien und für 

«schwere Homosexualität» gar die Todesstrafe einzuführen sei. Ausser-

dem habe die Polizei gemäss Berichten von Nicht-Regierungsorganisatio-

nen im Jahr 2023 LGBTQI+-Personen in Gewahrsam häufig belästigt, ein-

geschüchtert oder körperlich misshandelt sowie Belästigungen von 

LGBTQI+-Personen während Protesten im März 2023 nicht verhindert. Po-

litiker und religiöse Führer würden sodann öffentlich zu Gewalt und Beläs-

tigung von LGBTQI+-Personen aufrufen. Es sei auch in jüngster Zeit zu 

Diskriminierungsfällen und gar zu einem Tötungsfall gekommen, ohne 

dass jemand zur Rechenschaft gezogen worden sei. Weiter sei es in Kenia 

zu einer Zunahme sogenannter Konversionstherapien sowie korrigierender 

Vergewaltigungspraktiken gekommen und ein starker Anstieg der Polizei-

gewalt sei zu verzeichnen. Der erlittene Zwischenfall mit dem Vater von C. 

sowie ihr Aufenthalt auf dem Polizeiposten habe sie traumatisiert; entspre-

chend habe sie an der Anhörung nicht alles vollständig erklären können. 

Nach dem Vorfall sei sie von einem gewalttätigen Mob bedroht worden und 

habe zahlreiche Drohanrufe und Drohnachrichten erhalten. Nur weil sie 

sich danach versteckt gehalten habe, habe sie keine Probleme mit den 

heimatlichen Behörden mehr gehabt. In drei der Beschwerde beigelegten 

Schreiben ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihres Bruders werde sodann 

darum gebeten, ihr Schutz zu gewähren, da ihr Leben in Kenia in Gefahr 

sei. Sie bitte um Rückweisung, weil das SEM die wahre Bedrohung, die in 

E-5571/2025 

Seite 7 

Kenia gegen sie bestehe, noch nicht entsprechend habe berücksichtigen 

können. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten vermögen. Zur Vermei-

dung von Wiederholungen kann vorab auf die ausführlichen und zutreffen-

den Ausführungen des SEM (s. angefochtene Verfügung S. 5 ff. und E. 5.1 

vorne) verwiesen werden. Die Ausführungen in der Beschwerde, in welcher 

im Wesentlichen die im erstinstanzlichen Verfahren vorgebrachten Asyl-

gründe in meist appellatorischer Weise wiederholt und auf ein sich hieraus 

ergebendes relevantes Verfolgungsrisiko hingewiesen wird, sind nicht ge-

eignet, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen. 

6.2 Vorerst ist festzuhalten, dass für die beantragte – aber nicht weiter be-

gründete – Rückweisung der Sache an die Vorinstanz keine Veranlassung 

besteht, da – wie im Folgenden zu zeigen ist – der Sachverhalt rechts-

genüglich erstellt ist, das SEM alle wesentlichen Angaben der Beschwer-

deführerin berücksichtigt sowie einer Gesamtwürdigung unterzogen hat 

und den Akten keine Verfahrensfehler zu entnehmen sind. Das entspre-

chende Subeventualbegehren ist abzuweisen. 

6.3 Das SEM hat zutreffend festgehalten, dass die Beschwerdeführerin 

keine begründete Furcht vor einer aktuellen asylrelevanten Verfolgung hat. 

Es liegen auch auf Beschwerdeebene keinerlei stichhaltigen Anhaltspunkte 

dafür vor, dass sie gegenwärtig Verfolgungsmassnahmen von staatlicher 

oder privater Seite ausgesetzt wäre. So sind homosexuelle Handlungen in 

Kenia zum Urteilszeitpunkt nur bei Männern strafbar. Ungeachtet allfälliger 

Reformbestrebungen, homosexuelle Handlungen zwischen Frauen eben-

falls unter Strafe zu stellen und auch unter Berücksichtigung des Umstan-

des, dass in der Praxis andere Gesetze als Grundlage herangezogen wer-

den können, um eine Diskriminierung homosexueller Frauen zu rechtferti-

gen, sind Rechtsvorschriften, nach denen homosexuelle Handlungen unter 

Strafe gestellt sind, ohnehin nicht als Massnahmen zu betrachten, die für 

Betroffene einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommen. An-

ders würde es sich verhalten, wenn tatsächlich eine Strafverfolgung wegen 

homosexueller Handlungen erfolgen würde. Es ist aber von einer geringen 

Wahrscheinlichkeit auszugehen, dass Homosexualität in Kenia im Falle de-

ren Entdeckung zu Sanktionen von staatlicher Seite führt. Des Weiteren ist 

zwar nicht auszuschliessen, dass Betroffene im Alltag Diskriminierung 

E-5571/2025 

Seite 8 

durch die kenianische Bevölkerung und Behörden ausgesetzt sind; ein sys-

tematisches Vorgehen gegen Homosexuelle ist jedoch nicht feststellbar.  

6.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, vom Vater ihrer ehema-

ligen Partnerin C. angegangen worden zu sein, macht sie eine Verfol-

gungshandlung durch nichtstaatliche Akteure geltend. Hierzu ist auf das 

Subsidiaritätsprinzip zu verweisen, laut welchem die Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft nur in Betracht kommt, wenn die betroffene Person 

in ihrem Heimatland keinen adäquaten Schutz vor Verfolgung finden kann. 

Grundsätzlich ist von der Schutzfähigkeit und dem Schutzwillen des keni-

anischen Staates auszugehen, auch gegenüber Angehörigen der LGBTQ-

Gemeinschaft. Vorliegend muss sich die Beschwerdeführerin zum einen 

vorhalten lassen, dass sie sich hinsichtlich der geltend gemachten Behelli-

gungen gar nicht erst an die heimatlichen Behörden gewandt hat. Zum an-

deren hat sie eigenen Angaben zufolge weder von ihrer ehemaligen Part-

nerin C. noch von deren Vater seit dem Vorfall im März 2024 je wieder 

etwas gehört (SEM-Akten […]-17/16 [nachfolgend: act. A17/16] F100).  

6.5 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen sodann auch den 

Anforderungen an die Intensität nach Art. 3 AsylG nicht zu genügen. So 

haben sich die von ihr vorgebrachten Drohungen lediglich anonym und 

während eines kurzen Zeitraums ereignet und haben zudem zu keinen wei-

teren Nachteilen für sie oder ihre Familie geführt (act. A17/16 F76 ff.). Sie 

wurde nie inhaftiert oder über längere Zeit festgehalten, sondern nach der 

Mitnahme auf die Polizeistation im Juni 2024 am selben Tag wieder auf 

freien Fuss gesetzt, da keine Beweise gegen sie gefunden werden konnten 

und ihre Schwester die Beamten hat bestechen können. Sie hielt sich bis 

zu ihrer Ausreise im Sommer 2024 in F._______ und D._______ auf und 

war keinen weiteren behördlichen Behelligungen oder Massnahmen aus-

gesetzt (act. A16/17 F96). Bezeichnenderweise konnte sie in D._______ 

problemlos ein Visum beantragen, ihren Pass beim Passbüro eigenständig 

abholen und schliesslich ihren Heimatstaat auf legalem Weg mit ihrem ei-

genen Reisepass und einem gültigen Visum verlassen (act. A16/17 F50 ff., 

F96). 

6.6 Des Weiteren vermag auch der soziale und psychische Druck, wel-

chem homosexuelle Frauen in Kenia unter Umständen ausgesetzt sind, 

grundsätzlich nicht die von Art. 3 Abs. 2 AsylG geforderte Intensität zu er-

reichen; mithin ist ein unerträglicher psychischer Druck, welchem die Be-

schwerdeführerin nur durch Verlassen ihres Heimatstaates hätte entkom-

men können, vorliegend zu verneinen. Ebenso wenig ist ersichtlich, 

E-5571/2025 

Seite 9 

inwiefern sie in absehbarer Zukunft und mit erheblicher Wahrscheinlichkeit 

in eine Situation eines unerträglichen psychischen Drucks geraten könnte. 

6.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine konkreten Hinweise 

dafür vorliegen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung oder einer entsprechenden 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle ihrer Rückkehr nach Kenia 

ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu gewärtigen hätte. 

Somit erübrigt sich – mit der Vorinstanz – die eingehende Prüfung allfälli-

ger Unglaubhaftigkeitselemente. An dieser Einschätzung vermögen weder 

die auf Beschwerdeebene genannten Verweise auf diverse Berichte zur 

Situation von LGBTQI+-Personen in Kenia von Nicht-Regierungsorganisa-

tionen, welche aber in keinem direkten Zusammenhang zur Beschwerde-

führerin stehen, noch die drei Schreiben ihrer Familienangehörigen, denen 

als reine Gefälligkeitsschreiben kein Beweiswert zukommt, etwas zu än-

dern. Demnach hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft ver-

neint und das Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

E-5571/2025 

Seite 10 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

8.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der 

Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-

terausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 

(«real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam-

mer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführun-

gen gelingt ihr das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

E-5571/2025 

Seite 11 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen.  

8.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Die allgemeine Lage in Kenia ist aktuell weder von Bürgerkrieg noch 

von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegwei-

sung dorthin grundsätzlich zumutbar erscheint. Es bestehen auch sonst 

keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, die Beschwerdeführe-

rin sei bei einer Rückkehr nach Kenia einer konkreten Gefährdung im Sinne 

von Art. 83 Abs. 4 AIG ausgesetzt. Insbesondere ist nicht davon auszuge-

hen, dass sie bei ihrer Rückkehr in den Heimatstaat in wirtschaftlicher Hin-

sicht in eine existenzbedrohende Situation gelangen wird. Sie hat die 

Schule abgeschlossen (vgl. act. A17/16 F26 ff.) und verfügt in Kenia mit 

ihren Eltern, ihren zehn Geschwistern und verschiedenen Onkeln und Tan-

ten über ein breites familiäres Netzwerk, welches sie bereits in der Vergan-

genheit finanziell und anderweitig – im Wissen um ihre Homosexuali-

tät – unterstützte (vgl. act. A17/16 F32 f., F40 ff.). Die Voraussetzungen für 

eine Wiedereingliederung in Kenia sind sowohl in sozialer als auch in wirt-

schaftlicher Hinsicht als gut zu bezeichnen. 

8.3.3 Auch die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden stehen 

einem Wegweisungsvollzug nicht entgegen. Auf Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs aus medizinischen Gründen ist nach Lehre und konstan-

ter Praxis nur dann zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Be-

handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-

heitszustands der betroffenen Person führen würde (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3; 2009/2 E. 9.3.2; je m.w.H.). Die Beschwerdeführerin bringt in der 

Beschwerde vor, dass sich ihr psychischer Gesundheitszustand seit dem 

ablehnenden Asylentscheid verschlechtert habe und sie unter Angstzu-

ständen, Übelkeit und Schlaflosigkeit leide. Nach Erhalt des negativen 

E-5571/2025 

Seite 12 

Asylentscheids sei sie zusammengebrochen und habe sich in der Psychi-

atrie K._______ stationär behandeln lassen müssen. Diesbezüglich ist 

festzustellen, dass die Verschlechterung des psychischen Zustands der 

Beschwerdeführerin direkt im Zusammenhang mit dem negativen Asylent-

scheid steht, zumal sie im erstinstanzlichen Verfahren keinerlei gesund-

heitliche Beschwerden geltend machte. Es wird ausserdem von der grund-

sätzlichen Behandelbarkeit psychischer Erkrankungen in Kenia ausgegan-

gen, sollte sie eine Behandlung erneut beziehungsweise weiterhin in An-

spruch nehmen wollen. Der Vollständigkeit halber ist auch auf die Möglich-

keit einer medizinischen Rückkehrhilfe (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG; Art. 75 

der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]) hinzu-

weisen. 

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag, es sei auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos gewor-

den.  

10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

ist – ungeachtet der geltend gemachten Bedürftigkeit der Beschwerdefüh-

rerin – abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Er-

wägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 

E-5571/2025 

Seite 13 

VwVG). Folglich ist auch das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Ver-

beiständigung abzuweisen.  

10.3 Demzufolge sind bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5571/2025 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung einer amtlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Natassia Gili 

 

 

Versand: