# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ea7c28d-f415-5612-bc1d-4989a3170bf1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.02.2024 E-1216/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1216-2024_2024-02-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1216/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti;   

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), 

4. D._______, geboren am (…), 

5. E._______, geboren am (…), 

Pakistan,   

alle vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung  

(Nichteintreten auf Wiedererwägungsgesuch);  

Verfügung des SEM vom 20. Februar 2024 / N (…). 

 

 

E-1216/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.  

Die Beschwerdeführenden 1–4 suchten am 15. März 2017 in der Schweiz 

um Asyl nach.  

B.  

B.a Mit separaten Verfügungen vom 8. August 2017 trat die Vorinstanz auf 

die Asylgesuche des Beschwerdeführers 1 respektive der Beschwerdefüh-

renden 2–4 gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a respektive Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG (SR 142.31) nicht ein und verfügte die Wegweisung nach Un-

garn. 

B.b Die von der Beschwerdeführenden gegen diese Verfügungen erhobe-

nen Beschwerden hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteilen  

E-4552/2017 und E-4578/2017 vom 10. Januar 2018 gut; es hob die ange-

fochtenen Verfügungen auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung 

an die Vorinstanz zurück. 

B.c Mit separaten Verfügungen vom 22. März 2018 trat die Vorinstanz ge-

stützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a respektive Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein und verfügte die 

Wegweisung nach Ungarn. 

B.d Das Bundesverwaltungsgericht hiess die von den Beschwerdeführen-

den gegen die vorinstanzlichen Verfügungen erhobenen Beschwerden mit 

Urteilen E-1880/2018 respektive E-1881/2018 vom 22. Mai 2018 erneut 

gut, hob die angefochtenen Verfügungen auf und wies die Sache abermals 

zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück. 

C.  

Am 11. Juni 2018 beendete das SEM das Dublin-Verfahren und nahm das 

nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren auf. 

D.  

Mit Verfügung vom 16. Januar 2020 stellte die Vorinstanz fest, die Be-

schwerdeführenden 1–4 erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

ihre Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ord-

nete den Vollzug der Wegweisung an. 

E-1216/2024 

Seite 3 

E.  

Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wurde vom Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil E-617/2020 vom 31. August 2023 abgewie-

sen. 

F.  

Am (…) kam das dritte Kind der Beschwerdeführenden in der Schweiz zur 

Welt (Beschwerdeführer 5). 

II. 

G.  

G.a Mit als "Gesuch um Wiedererwägung" bezeichneter Eingabe an das 

SEM vom 15. September 2023 beantragten die Beschwerdeführenden die 

Verfügung vom 16. Januar 2020 sei im Wegweisungspunkt aufzuheben, es 

sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und es sei 

ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

G.b Zur Begründung rügten die Beschwerdeführenden, das SEM habe 

sich in seiner Verfügung im ordentlichen Verfahren nicht mit der Frage  

befasst, ob der Wegweisungsvollzug unter dem Aspekt des Kindeswohls  

zumutbar sei. Auch das Bundesverwaltungsgericht habe sich im Be-

schwerdeurteil E-617/2020 vom 31. August 2023 mit diesem Thema nicht 

ernsthaft auseinandergesetzt. Das Gericht sei davon ausgegangen, sie 

würden sich seit sechs Jahren in der Schweiz aufhalten; tatsächlich seien 

sie im Urteilszeitpunkt aber schon rund sechseinhalb Jahre hier gewesen. 

Auch die Angabe des Alters der Beschwerdeführerin 3 ([…] Jahre) sei un-

genau gewesen, sei diese doch rund eine Woche nach Ergehen des Be-

schwerdeurteils (…) Jahre alt geworden. Es sei davon auszugehen, dass 

die Kinder vergleichsweise viel mehr Deutsch sprechen würden als ihre 

Muttersprache. Überdies sei ihre Muttersprache Hazaragi keine Amtsspra-

che in Pakistan und daher für den schulischen Anschluss in ihrem Heimat-

staat nutzlos. Die Beschwerdeführerinnen 3 und 4 seien in sozialer Hin-

sicht bestens in der Schweiz integriert und gut verwurzelt. Ihre Integration 

in der Heimat wäre in hohem Mass in Frage gestellt. Es bestehe die Gefahr, 

dass ein Vollzug der Wegweisung zu einer starken Belastung in der kindli-

chen Entwicklung der Beschwerdeführerinnen 3 und 4 führen würde, die 

mit dem Schutzanliegen des Kindeswohls nicht zu vereinbaren wäre. 

E-1216/2024 

Seite 4 

G.c In der Beilage wurden Unterstützungsschreiben von Mitschülern und 

Mitschülerinnen, ein Schreiben der Klassenlehrerinnen, Schulzeugnisse 

und eine Schulbestätigung, alle betreffend die Beschwerdeführerin 3, so-

wie eine Schulbestätigung und ein Schreiben der Klassenlehrerin der Be-

schwerdeführerin 4 eingereicht. 

H.  

Mit Eingaben vom 19. September 2023 und 25. September 2023 wurden 

weitere Beweismittel eingereicht (Bericht einer Logopädin und der Klas-

senlehrerin betreffend die Beschwerdeführerin 4, Unterstützungsschrei-

ben, Geburtsbericht betreffend den Beschwerdeführer 5).  

I.  

Das SEM trat mit Verfügung vom 20. Februar 2024 – eröffnet am 21. Feb-

ruar 2024 – auf das Wiedererwägungsgesuch gestützt auf Art. 111b Abs. 2 

AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht ein und erklärte seine 

Verfügung vom 16. Januar 2020 für rechtskräftig und vollstreckbar, wobei 

es feststellte, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende 

Wirkung zu. 

J.  

Mit Eingabe vom 26. Februar 2024 erhoben die Beschwerdeführenden ge-

gen den vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde. Sie beantragten, die Verfügung des SEM vom 

20. Februar 2024 sei aufzuheben und es sei auf ihr Wiedererwägungs- 

gesuch vom 15. September 2023 einzutreten; eventualiter sei festzustel-

len, dass seit Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 

31. August 2023 eine wiedererwägungsrechtlich massgebliche Änderung 

der Sachlage eingetreten sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde be-

antragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren und 

die zuständige Migrationsbehörde sei anzuweisen, während der Behand-

lung des vorliegenden Gesuchs den Vollzug auszusetzen. Ferner sei ihnen 

die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei auf das Einver-

langen eines Kostenvorschusses zu verzichten.    

K.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

27. Februar 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

Am gleichen Tag setzte der Instruktionsrichter den Vollzug der Wegwei-

sung mit einer superprovisorischen Massnahme per sofort einstweilen aus. 

  

E-1216/2024 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Die Vorinstanz ist auf das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdefüh-

renden gestützt auf Art. 111b Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 

VwVG nicht eingetreten, womit die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob das SEM zu Recht 

auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2014/39 

E. 7.1). Falls die Beschwerdeinstanz den Nichteintretensentscheid als un-

rechtmässig erachtet, enthält sie sich daher einer selbständigen materiel-

len Prüfung; vielmehr hebt sie die angefochtene Verfügung auf und weist 

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Seite 6 

die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE 

2007/8 E. 2.1 m.w.H.). Auf den Eventualantrag, es sei festzustellen, dass 

seit Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. August 

2023 eine wiedererwägungsrechtlich massgebliche Änderung der Sach-

lage eingetreten sei, ist demnach nicht einzutreten.  

5.  

Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt 

(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 

30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und 

begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

5.1 Kommt eine gesuchstellende Person dabei ihrer Begründungspflicht 

nicht nach, so hat die entscheidende Behörde die Möglichkeit, gestützt auf 

Art. 111b Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG auf das Wie-

dererwägungsgesuch nicht einzutreten (vgl. BVGE 2014/39 E. 7). Ein Wie-

dererwägungsgesuch ist gehörig begründet, wenn ihm genügend substan-

ziierte Wiedererwägungsgründe zu entnehmen sind (vgl. Entscheidungen 

und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2003 Nr. 7 E. 4a; BVGE 2014/39 E. 5 ff., zumal gemäss BVGE 

2014/39 E. 5.5 zwischen Art. 111b und Art. 111c AsylG ein enger Zusam-

menhang besteht). Unter anderem liegt dann keine gehörige Begründung 

vor, wenn in einem Wiedererwägungsgesuch ausschliesslich Gründe an-

geführt werden, welche schon im Rahmen eines ordentlichen Beschwer-

deverfahrens hätten eingebracht werden können (vgl. Art. 66 Abs. 3 

VwVG). 

5.2 Eine Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig und darf namentlich 

nicht dazu dienen, blosse Urteilskritik zu üben, die Rechtskraft von Verwal-

tungs- und Gerichtsentscheiden immer wieder infrage zu stellen oder die 

Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (vgl. BGE 

136 II 177 E. 2.1). Auf ein Wiedererwägungsgesuch ist nicht einzutreten, 

wenn lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits 

bekannten Tatsachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt 

werden, die bereits in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die 

frühere Verfügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. etwa Urteil 

BVGer D-3173/2021 vom 6. Dezember 2021 E. 4.3 m.H.a. EMARK 2000 

Nr. 24 E. 5b). 

  

E-1216/2024 

Seite 7 

6.  

6.1 Das SEM begründete sein Nichteintreten auf das Wiedererwägungs-

gesuch im Wesentlichen damit, das Bundesverwaltungsgericht habe sich 

in seinem Urteil E-617/2020 vom 31. August 2023 im Rahmen der Prüfung 

der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit dem Aspekt des Kindes-

wohls auseinandergesetzt. Die mit dem Wiedererwägungsgesuch einge-

reichten Schreiben seien, mit Ausnahme der Schulzeugnisse, nur wenige 

Tage nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts entstanden; es 

handle sich um Gefälligkeitsschreiben mit nur geringem Beweiswert, die 

nicht geeignet seien, an den Feststellungen im Beschwerdeurteil etwas zu 

ändern. Seit diesem Urteil seien nur sechs Monate vergangen, weshalb die 

heutige Situation mit derjenigen im Urteilszeitpunkt noch vergleichbar sei. 

Auch die Geburt des jüngsten Kindes am (…) vermöge die Ausführungen 

des Bundesverwaltungsgerichts nicht in Frage zu stellen. 

6.2 In der Beschwerdeeingabe wurde zunächst gerügt, das SEM habe sei-

nen Nichteintretensentscheid erst nach über fünf Monaten gefällt und damit 

seine Behandlungsfrist von fünf Tagen massiv überschritten. Hingegen sei 

nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführenden ihre Mitwirkungs-

pflicht nicht erfüllt hätten. Es sei befremdlich, dass das SEM sich nicht mit 

den Aspekten der Integration und des Kindeswohls auseinandersetzen 

wolle, ihnen gleichzeitig aber den Ratschlag erteile, ein Härtefallgesuch im 

Sinne von Art. 14 Abs. 2 AsylG bei den kantonalen Behörden zu stellen, bei 

welchem auch die Integration zu prüfen wäre. Im Weiteren sei davon aus-

zugehen, dass die Integration insbesondere der älteren Tochter (Be-

schwerdeführerin 3) seit Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 

vom 31. August 2023 weiter fortgeschritten sei. Es sei realitätsfremd, an-

zunehmen, dass keine eigenständige Sozialisation in der schweizerischen 

Lebenswirklichkeit stattgefunden habe. Demnach habe sich der Sachver-

halt seit dem Abschluss des ordentlichen Verfahrens stark verändert und 

lasse den Wegweisungsvollzug nunmehr als unzumutbar erscheinen.  

7.  

7.1 Nach Überprüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht 

zum Schluss, dass das SEM zu Recht und mit zutreffender Begründung 

auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten ist.  

7.2 Zunächst können die Beschwerdeführenden aus dem Umstand, dass 

die Vorinstanz die in Art. 111b Abs. 2 AsylG vorgesehene fünfttägige Be-

handlungsfrist überschritten hat, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es han-

delt sich hierbei um eine Ordnungsfrist, deren Nichteinhaltung nicht auto-

matisch eine vertiefte Behandlung oder die Gutheissung eines Rekurses 

E-1216/2024 

Seite 8 

respektive Gesuchs nach sich zieht (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, 

Rz. 257; Urteil des BVGer E-4822/2019 vom 5. November 2019 E. 6.6). 

7.3 Sowohl im Wiedererwägungsgesuch vom 15. September 2023 als 

auch in der Beschwerdeeingabe vom 26. Februar 2024 wird im Wesentli-

chen Kritik geübt an den Erwägungen betreffend den Aspekt des Kindes-

wohls in den Entscheiden des SEM sowie des Bundesverwaltungsgerichts 

im ordentlichen Verfahren, wobei insbesondere eine ungenügende Berück-

sichtigung der fortgeschrittenen Integration der beiden älteren Kinder (Be-

schwerdeführerinnen 3 und 4) in der Schweiz gerügt wird. Hierbei handelt 

es sich indessen um Umstände, die bereits im Zeitpunkt des ordentlichen 

Verfahrens bestanden, und daher einer erneuten Überprüfung und Würdi-

gung im Rahmen eines Wiedererwägungsverfahrens nicht zugänglich sind 

(vgl. auch die Ausführungen in vorstehender E. 5.2). Die Beschwerde- 

führenden haben nicht in stichhaltiger Weise dargetan, dass in Bezug auf 

die Integration der Kinder seit dem Ergehen des Beschwerdeurteils vom 

31. August 2023 eine wiedererwägungsrechtlich relevante Änderung des 

Sachverhalts eingetreten wäre. Angesichts der Kürze des Zeitablaufs seit 

dem Urteil vom 31. August 2023 kann nicht alleine aus diesem auf eine 

veränderte Ausgangslage geschlossen werden. Die zum Beleg der Integra-

tion der Beschwerdeführerinnen 3 und 4 eingereichten Schulunterlagen 

und Unterstützungsschreiben betreffen im Wesentlichen die bereits im 

Zeitpunkt des ordentlichen Verfahrens bestehende Situation, und es kön-

nen diesen ebenfalls keine neuen Sachverhaltselemente entnommen wer-

den. Dass sich aus der Geburt des dritten Kindes der Beschwerdeführen-

den eine wesentliche Änderung der Sachlage im Wegweisungspunkt erge-

ben würde, wurde weder geltend gemacht, noch ergeben sich hierfür aus 

den Akten Anhaltspunkte (vgl. hierzu auch angefochtene Verfügung S. 5).  

7.4 Insgesamt ist festzustellen, dass die Voraussetzungen zum Eintreten 

auf das Wiedererwägungsgesuch mangels gehöriger Begründung vorlie-

gend nicht erfüllt waren, weshalb das SEM zu Recht gestützt auf Art. 111b 

Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG auf dieses nicht ein-

getreten ist. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da-

rauf einzutreten ist. 

E-1216/2024 

Seite 9 

9.  

Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-

halb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung, ebenso 

wie das Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht als gegen-

standslos erweisen. Der superprovisorisch angeordnete Vollzugsstopp fällt 

mit dem heutigen Entscheid dahin. 

10.  

Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das  

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung – ungeachtet der Frage der pro-

zessualen Bedürftigkeit – abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf ins-

gesamt Fr. 2000.‒ festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1216/2024 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2000.‒ werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

Versand: