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**Case Identifier:** d69bd17a-a194-5206-84cc-d2420a6fa798
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.04.2014 200 2013 899
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-899_2014-04-04.pdf

## Full Text

200 13 899 UV
SCJ/PRN/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. April 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Stirnimann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 19. September 2013 (Rückweisung an Vorin-
stanz)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2014, UV/13/899, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
erlitt am 2. September 2000 bei einer Auffahrkollision ein HWS-
Distorsionstrauma (vgl. Beschwerdebeilage [act. I] 4 ff.). Im Zeitpunkt des 
Unfalles war sie bei der Zürich Versicherungsgesellschaft AG (Zürich) obli-
gatorisch gegen Unfall versichert. Diese übernahm die gesetzlichen Versi-
cherungsleistungen (vgl. Akten der Zürich [act. III] 1).

B.

Seit dem 14. Mai 2002 arbeitete die Versicherte als … für die C.________ 
und war dadurch neu bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 
(SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Un-
fällen versichert. Am 24. August 2002 suchte sie aufgrund einer zuneh-
menden Verwirrtheit und Angst das Notfallzentrum des Spitals F.________ 
auf. Die Ärzte diagnostizierten ein akutes psychotisches Zustandsbild und 
entliessen die Versicherte mit Abgabe antipsychotischer Medikamente und 
einem Termin für eine Akutsprechstunde (Akten der SUVA [act. IIA] 12 ff.). 
Später an diesem Tag sprang die Versicherte aus einer Höhe von ca. 
15 Meter aus dem Fenster ihrer Wohnung, wobei sie ein Polytrauma 
(mit/bei Schädel-Hirn-Trauma mit Commotio cerebri, Frakturen im Bereich 
der lateralen rechten Orbitawand/-boden, diskretem Hirnödem, Lungenkon-
tusion mit Pneumothoraxabszess beidseits, Nierenarterienabriss rechts, 
Leber-, Milz- sowie grossflächigen Muskelkontusionen) erlitt. Die Versicher-
te wurde in das Spital F.________ gebracht, wo sie nach einer Notoperati-
on an der rechten Niere zunächst auf der Intensivstation (act. IIA 130) und 
im Anschluss bis am 3. Oktober 2002 auf der Psychiatrischen Poliklinik 
hospitalisiert war (act. IIA 11 sowie Akten der SUVA [act. IIB] 239). In der 
Folge unterzog sich die Versicherte weiteren stationären und auch ambu-
lanten Behandlungen (act. IIA 69, 84, 102 f., 105). Die SUVA anerkannte 
ihre Leistungspflicht, übernahm die Kosten für die Heilbehandlung und ent-
richtete Taggelder.

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Nach Einholung diverser medizinischer Abklärungen veranlasste die SUVA 
eine interdisziplinäre Beurteilung durch die Abteilung Versicherungsmedizin 
vom 6. April 2011 (act. IIB 245 ff.). Mit Verfügung vom 28. Juli 2011 stellte 
die SUVA ihre Taggeldleistungen per 31. August 2011 ein (act. IIB 258). 
Die hiergegen erhobene Einsprache (act. IIB 263) wies sie mit Entscheid 
vom 18. Mai 2012 ab (act. IIB 268). 

C.

Mit Entscheid vom 21. Februar 2013 bestätigte das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, den Einspra-
cheentscheid vom 18. März 2012. Die hiergegen erhobene Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil 
vom 19. September 2013 teilweise gut, hob den Entscheid auf und wies die 
Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung zurück. Das Bundesge-
richt führte dabei aus, die einleitende Feststellung der Vorinstanz, die allfäl-
ligen Folgen aus dem Unfall vom 2. September 2000 gehörten nicht zum 
Anfechtungsobjekt, sei unzutreffend. Vielmehr hätte die Vorinstanz die 
Leistungspflicht der SUVA unter Berücksichtigung beider Unfälle prüfen 
müssen. Dies sei jedoch nur unter Bezugnahme auf die Akten des ersten 
Unfalls möglich. Die Vorinstanz habe die Leistungspflicht der SUVA unter 
Beachtung des Art. 100 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung 
vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) zu prüfen. Dabei werde sie 
auch die Akten der Zürich beizuziehen und die Einwände der Versicherten 
gemäss Beschwerde vom 18. Juni 2012 gegen die versicherungsinterne 
medizinische Begutachtung sowie gegen die Beurteilung der Gesamtinte-
gritätseinbusse zu prüfen haben. Soweit weitergehend wies sie die Be-
schwerde ab.

In der Folge holte der Instruktionsrichter die vollständigen Akten der Zürich 
betreffend den Unfall vom 2. September 2000 ein und gab den Parteien 
Gelegenheit, sich unter Berücksichtigung der erwähnten Unfallakten zur 
Anwendung von Art. 100 Abs. 2 UVV sowie den diesbezüglichen Aus-
führungen des Bundesgerichts zu äussern.

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Dieser Aufforderung kamen die Beschwerdeführerin und die SUVA mit Ein-
gaben vom 11. November bzw. 18. Dezember 2013 nach.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist nach wie vor der Einspracheentscheid der SUVA 
vom 18. Mai 2012 (act. IIB 268). Streitig und zu prüfen ist, ob die Einstel-
lung des Anspruchs auf Heilbehandlung sowie auf Taggeldleistungen auf-
grund der Unfälle vom 2. September 2000 und vom 24. August 2002 per 
31. August 2011 (vgl. Art. 100 Abs. 2 UVV sowie Urteil des Bundesgerichts 
vom 19. September 2013, 8C_236/2013) und die Verneinung des An-
spruchs auf eine Invalidenrente zu Recht erfolgte.

Nicht zu prüfen ist hingegen der Anspruch auf eine Integritätsentschädi-
gung als Folge des Ereignisses vom 24. August 2002. Die Beschwerde-

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gegnerin hat eine Verfügung über die Gesamtintegritätsentschädigung 
nach Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung 
in opthalmologischem Gebiet ausdrücklich vorbehalten (vgl. act. IIB 258, 
S. 2), worauf sie zu behaften ist. Daran ändert nichts, dass die Beschwer-
degegnerin eine Integritätsentschädigung für den Verlust der rechten Niere 
aufgrund einer - von der Beschwerdeführerin im Übrigen nicht bestrittenen - 
Integritätseinbusse von 20% vorschussweise bereits ausbezahlt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 
in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 

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alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 
genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun-
gen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein-
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, 
ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio 
sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337; SVR 
2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürlichen Kausalzu-
sammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitli-
che Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 
V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b).

2.4 Verunfallt der Versicherte während der Heilungsdauer eines oder 
mehrerer Unfälle, aber nach der Wiederaufnahme einer versicherten Tätig-
keit, erneut und löst der neue Unfall Anspruch auf Taggeld aus, so erbringt 
der für den neuen Unfall leistungspflichtige Versicherer auch die Leistun-
gen für die früheren Unfälle (Art. 100 Abs. 2 1. Satz UVV).

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3.

3.1 Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass die Beschwerde-
führerin am 2. September 2000 bei einer Auffahrkollision eine HWS-
Distorsion erlitt (vgl. act. I 4) und die damalige Unfallversicherung (Zürich) 
die gesetzlichen Versicherungsleistungen übernahm (act. IIB 267). Ferner 
ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 24. August 2002 in suizi-
daler Absicht aus einer Höhe von ca. 15 Meter aus dem Fenster ihrer 
Wohnung stürzte und danach Beschwerden aufgetreten sind. Die Be-
schwerdegegnerin hat die Haftung aufgrund der festgestellten Urteilsun-
fähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Suizidversuches aner-
kannt (act. IIA 46, 50) und entsprechende Versicherungsleistungen er-
bracht. 

Umstritten ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin über die von der Be-
schwerdegegnerin verfügte Leistungseinstellung per 31. August 2011 hin-
aus weiterhin Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung hat. Dabei hielt das Bundesgericht im Urteil vom 19. September 2013 
- mit welchem der kantonale Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 
21. Februar 2013 (UV/2012/596) aufgehoben worden ist - fest, dass die 
Leistungspflicht der SUVA gemäss Art. 100 Abs. 2 UVV unter Berücksichti-
gung beider Unfälle - vom 2. September 2000 und 24. August 2002 - zu 
prüfen sei. Das Schreiben der Zürich vom 25. Oktober 2011, wonach die 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des zweiten Unfalles voll arbeitsfähig 
gewesen sei, erscheine unzutreffend. Das Verwaltungsgericht habe ver-
kannt, dass die SUVA - entgegen ihren späteren Ausführungen in der Be-
schwerdeantwort unter Verweis auf das Schreiben der Zürich vom 25. Ok-
tober 2011 - ihrem Einspracheentscheid stillschweigend die Anwendung 
von Art. 100 Abs. 2 UVV zugrunde gelegt hatte, indem die SUVA-interne 
polydisziplinäre Begutachtung die Folgen beider Unfälle diskutiert habe. 
Sodann führte das Bundesgericht aus, dass zur entsprechenden Prüfung 
- nach dem Beizug der Akten der Zürich - die Einwände der Beschwerde-
führerin gemäss Beschwerde vom 18. Juni 2012 gegen die versicherungs-
interne medizinische Begutachtung vom 6. April 2011 sowie gegen die Be-
urteilung der Gesamtintegritätseinbusse zu prüfen seien. 

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3.2 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.2.1 Der SUVA-Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für Oto-Rhino-
Laryngologie und Arbeitsmedizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 
22. Februar 2006 als Folge des am 2. September 2000 erlittenen HWS-
Traumas eine cochleo-vestibuläre Funktionsstörung mit einer Einschrän-
kung des Gleichgewichtsfunktionssystems und vor allem einem schweren 
bis sehr schweren Tinnitus (act. IIA 158, S. 4 f.). Betreffend die Auswirkun-
gen des Tinnitus auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. med. D.________ aus, 
dass die Leistungsfähigkeit in der Regel schlussendlich durch die gesamt-
hafte psychische Situation bestimmt werde. Der Tinnitus isoliert betrachtet 
ergäbe nur insofern eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, als dass 
Tätigkeiten, welche in gehörgefährdendem Lärm stattfänden oder auch 
hohe akustische Qualifikationen verlangen würden, nicht mehr zumutbar 
seien. Auch Tätigkeiten, welche ein zuverlässiges und perfektes Funktio-
nieren der Ohren erfordern - wie z.B. Pilot oder auch Flight Attendant -, 
seien ebenfalls nicht mehr möglich (act. IIA 158, S. 6).

3.2.2 Im Auftrag der SUVA erfolgten am 8. und 9. Februar 2011 eine 
psychiatrische, eine neurologische und eine chirurgische bzw. eine inter-
disziplinäre Untersuchung durch die Ärzte der Versicherungsmedizin.

Aufgrund einer interdisziplinären Konsenskonferenz vom 28. März 2011 
kamen die Ärzte der Versicherungsmedizin der SUVA im Bericht vom 
6. April 2011 zum Schluss, dass auf neurologischem und psychiatrischem 
Fachgebiet keine Beschwerden bzw. Unfallfolgen organisch nachweisbar 
seien. Auf chirurgischem Fachgebiet seien als Unfallfolgen der funktionelle 
Verlust der rechten Niere und eine Narbe in der rechten Flanke objektivier-
bar. Darüber hinaus bestünden keine organisch nachweisbaren Unfallfol-
gen. Aus psychiatrischer Sicht sei bei der Beschwerdeführerin mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit die Diagnose einer schizoaffektiven Störung 
(ICD-10: F25) mit einer Residualsymptomatik zu stellen. Psychische Auffäl-
ligkeiten hätten bereits vor dem Unfall vom 2. September 2000 bestanden 
(gemäss der Hausärztin habe seit dem Jahre 1998 eine bipolare Depressi-
on mit Panikattacken bestanden). Eine natürliche Kausalität der schizoaf-
fektiven Störung zum Unfallereignis vom 2. September 2000 sei möglich, 

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aber nicht überwiegend wahrscheinlich (act. IIB 248, S. 2). Auf neurologi-
schem Fachgebiet habe der Unfall vom 24. August 2002 keine Unfallfolgen 
hinterlassen. Ferner seien keine medizinischen Behandlungen und thera-
peutischen Möglichkeiten mit einer Aussicht auf eine namhafte Besserung 
des Zustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit ersichtlich. Auf chirurgischem und 
neurologischem Fachgebiet ergäben sich keine unfallbedingten Einschrän-
kungen für die Ausübung von Tätigkeiten. Aus psychiatrischer Sicht könne 
eine Arbeitstätigkeit von 25% täglich ausgeübt werden ohne zusätzliche 
Einschränkungen in leistungsmässiger Hinsicht (act. IIB 248, S. 3).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2014, UV/13/899, Seite 10

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 18. Mai 2012 (act. IIB 268) massgeblich auf die chirurgi-
schen, psychiatrischen und neurologischen Berichte vom 4., 5. und 6. April 
2011 bzw. den interdisziplinären Bericht vom 6. April 2011 der Ärzte der 
SUVA Versicherungsmedizin (act. IIB 245 ff.) abgestützt. 

Zunächst ist zu bemerken, dass die medizinische Abklärung der Be-
schwerden durch die Beschwerdegegnerin insofern unvollständig ist, als 
sie den neurootologischen Bericht von Dr. med. D.________ vom 22. Fe-
bruar 2006 nicht in ihre Gesamtbeurteilung miteinbezogen hat (vgl. act. IIB 
248, S. 4). Dr. med. D.________ diagnostizierte im erwähnten Bericht eine 
cochleo-vestibuläre Funktionsstörung, welche praktisch ausschliesslich 
Folge des Unfalles im Jahr 2000 sein müsse (act. IIA 158, S. 5). Diesbe-
züglich hat die Beschwerdeführerin nicht hinreichend abgeklärt, ob die ent-
sprechende Funktionsstörung im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 
31. August 2011 immer noch vorgelegen hat und inwiefern dadurch die 
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt wird bzw. wurde. Soweit Dr. med. 
D.________ einen unmittelbar nach dem Unfall vom 2. September 2000 
aufgetretenen schweren bis sehr schweren Tinnitus erwähnt, ist festzuhal-
ten, dass dieser als rein subjektives Symptom nicht objektiviert werden 
konnte. Er führte allerdings an, dass ein solcher durchaus plausibel sei 
(act. IIA 158, S. 6; vgl. auch act. III 3, S. M-3). Da eine diesbezügliche Haf-
tung der Beschwerdegegnerin nur gestützt auf eine besondere Adäquanz-
prüfung bejaht werden kann (BGE 138 V 248), ist eine entsprechende Prü-
fung nachzuholen.

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Im Weiteren ist festzustellen, dass der psychiatrische Bericht von Dr. med. 
E.________ vom 5. April 2011 - mit Blick auf den ersten Unfall im Septem-
ber 2000 - nicht hinreichend zu überzeugen vermag (vgl. E. 3.3 hiervor). 
Die SUVA-Psychiaterin führte darin aus, dass das Unfallereignis vom 
2. September 2000 und die damit verbundenen Auswirkungen für die Be-
schwerdeführerin eine einschneidende und erhebliche Belastung darstell-
ten, weshalb es in der Folge zur psychischen Kompensation und zum Auf-
treten einer schizoaffektiven Störung gekommen sei (act. IIB 246, S. 20). 
Weiter legte sie dar, dass gestützt auf die Akten bereits vor dem Jahre 
2000, d.h. ab 1998, Hinweise für das Vorliegen einer psychischen Erkran-
kung bestanden hätten (act. IIB 246, S. 18). Die Psychiaterin erachtete die 
natürliche Kausalität der psychischen Störung zum Unfallereignis vom 
2. September 2000 daher bloss als möglich, aber nicht überwiegend wahr-
scheinlich (act. IIB 246, S. 22). In diesem Zusammenhang ist jedoch - wie 
die Beschwerdeführerin zu Recht ausführt (vgl. Beschwerde, S. 11) - dar-
auf hinzuweisen, dass keine echtzeitlichen ärztlichen Berichte über eine 
vorbestehende psychische Erkrankung und deren Behandlung aktenkundig 
sind. Eine solche wurde lediglich in späteren Berichten anamnestisch er-
wähnt (vgl. act. III 3). So gibt die Beschwerdeführerin denn auch selber an, 
sich nicht an psychische Schwierigkeiten vor dem Unfallereignis vom 
2. September 2000 erinnern zu können (act. IIB 246, S. 18). Somit ist das 
Vorliegen einer vorbestehenden Erkrankung beweismässig nicht genügend 
gesichert, so dass Zweifel an der Kausalitätsbeurteilung durch Dr. med. 
E.________ bestehen. In diesem Zusammenhang ist denn auch insbeson-
dere darauf hinzuweisen, dass die Psychiaterin der Beschwerdeführerin 
lediglich eine Arbeitsfähigkeit von ca. 25% im Aufgabenbereich attestierte 
(act. IIB 246, S. 21). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 
135 V 465 E. 4.4 S. 470).

3.5 Insgesamt ist der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt 
bzw. bestehen Zweifel an der versicherungsinternen Beurteilung von Dr. 
med. E.________. Die Akten sind deshalb zur Durchführung einer polydis-

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ziplinären Untersuchung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ent-
gegen dem Antrag der Beschwerdeführerin ist von einem Gerichtsgutach-
ten abzusehen, da es hinsichtlich der neurootologischen Beeinträchtigung 
um die notwendige Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage 
geht (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264).

Nach Vorliegen des Gutachtens wird die Beschwerdegegnerin darüber zu 
befinden haben, welche der heute bestehenden gesundheitlichen Beein-
trächtigungen natürlich und adäquat kausal auf die beiden Unfallereignisse 
vom 2. September 2000 und 24. August 2002 zurückzuführen sind. Ansch-
liessend wird über die ab September 2011 geschuldeten Leistungen zu 
verfügen sein. Dabei stehen einzig Dauerleistungen (Invalidenrente, Inte-
gritätsentschädigung) zur Diskussion, da sich der Fallabschluss (vgl. BGE 
137 V 199 E. 2.1 S. 201) nicht beanstanden lässt.

3.6 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen und der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Mai 2012 aufzuheben. Die 
Akten sind zu medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Anschluss hat die Beschwerde-
gegnerin eine neue Verfügung zu erlassen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Nach der Aufhebung des Entscheides dieses Gerichts vom 21. Fe-
bruar 2013 durch das Bundesgericht sind die Parteikosten für das Verfah-
ren UV/2012/596 neu zu verlegen und diejenigen für das vorliegende Ver-
fahren festzusetzen.

Die Kostennote von Fürsprecherin B.________ vom 27. Dezember 2012 
mitsamt Ergänzung vom 27. Januar 2014 ist nicht zu beanstanden. Ent-
sprechend wird die Parteientschädigung auf Fr. 5‘050.-- (20.20 Stunden x 
Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 256.30 und die Mehrwertsteuer von 
Fr. 424.50 (8% von Fr. 5‘306.30), somit auf total Fr. 5‘730.80, festgesetzt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2014, UV/13/899, Seite 13

Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege und Beiordnung von Fürsprecherin B.________ gegen-
standslos geworden und vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der SUVA vom 18. Mai 2012 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der 
Erwägungen weitere Abklärungen vornehme und danach neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 5‘730.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Fürsprecherin B.________ als amtliche Anwältin 
wird als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt einge-

reichten Akten im Verfahren UV/2012/596)
- SUVA (samt eingereichten Akten im Verfahren UV/2012/596)
- Bundesamt für Gesundheit 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. April 2014, UV/13/899, Seite 14

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.