# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3291104e-e590-5be0-bb5c-b5bb4723c25c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-03
**Language:** de
**Title:** Rückweisung zu weiteren Abklärungen, da aufgrund der vorhandenen Akten kein Sachurteil möglich ist.
**Docket/Reference:** IV.2014.00689
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00689.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00689
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil
vom
3. Oktober 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Trachsel
Trachsel Advokatur
Mühlibachstrasse 21, Postfach 505, 8805 Richterswil
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1962,
arbeitete zu 100 % als
Landwirtin und Hausfrau,
und
meldete sich am 5. Oktober 2012 unter Hinweis auf Rücken
beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und er
werbliche Situation ab
und veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Ar
beitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 23. August 2013 berichtet wurde (Urk. 7/10).
Nach
durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (Urk. 7/12-
24
)
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 26. Mai 2014 einen Rentenanspruch (Urk. 7/25
= Urk. 2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 26. Juni 2014
Beschwerde (Urk. 1)
gegen die Verfü
gung vom
26. Mai 2014
(Urk. 2) und beantragte,
hinsichtlich der Berechnung der Invalidenrente sei eine neue Abklärung vorzunehmen und alsdann der In
validitätsgrad aktuell festzusetzen. Zu diesem Zweck sei der Fall an die Vo
rinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1). In diesem Zusammenhang sei sie zur persönlichen Vorsprache bei der SVA einzuladen (S. 2 Ziff. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
15. August 2014
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies
wurde
der Beschwerdeführerin am
16. September 2014
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 26. Mai 2014 (Urk. 2) gestützt auf
ihre
Abklärungen davon aus, dass
die
Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin Landwirtschaft zu einem Pensum von 45 % nachging
e
und die restlichen 55 % in den Aufga
benbereich entfielen.
Im Haushalt sei sie gemäss Abklärungen zu 27 % und im Bereich der Landwirtschaft zu 41 % eingeschränkt. Aus diesen beiden Bereichen ergebe sich
ein Invaliditätsgrad von 33 % (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), seit der Erstellung des Abklärungsberichts sei leider eine massive Verschlechte
rung ihres Gesundheitszustandes eingetreten.
S
o seien
ihr die im Landwirt
schaftsbereich zugeordneten Arbeiten allesamt nicht mehr möglich und zumut
bar
(S. 3 oben)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Ausmass die
Beschwerdefüh
r
erin
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist beziehungsweise ob ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.
3.1
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 20. August 2012 (Urk. 7/2/7-9) und nannte folgende Diagnosen:
-
therapierefraktäres lumboradikuläres Schmerzsyndrom L4/5/S1 rechts bei Diskushernie L4/5 rechts mediolateral
-
Status nach Gastric banding wegen Adipositas II
-
Trimalleolarfraktur rechts 1983
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin habe erstmals 1998 und 2009 eine Epi
sode von rechtseitigen lumbovertebralen Schmerzen bei einer Diskushernie ge
habt und beide Male se
i
es unt
er konservativer Therapie zu ei
n
e
r Ausheilung ohne Residuen gekommen.
Jetzt bestehe ein erneuter Schmerz lumbal und rechtsseitig ausstrahlend in den Oberschenkel ventral und dorsal in den Unter
schenkel mit Beginn Mitte Mai. Im Liegen und damit nachts sei die Beschwer
deführerin beschwerdefrei und habe nur eine leichte Parese des Zehen I rechts bei dorsal
er
Extension
, was sie aber selbst nicht bemerke. Sie arbeite auf dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb
und sei seit Mai auf Hilfe für praktisch alle Ar
beiten angewiesen. Den Haushalt könne sie auch nur noch in beschränktem Masse führen. Sie sei zurzeit 50 % arbeitsunfähig
(S. 1
).
3.
2
Prof.
Dr.
med. Z.___
, Neurochirurgie FMH, Klinik
O.___
, berichtete am
9.
Oktober 2012 (Urk. 7/7/7-
9)
und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
Lumboischiofemoralgie rechts mit lei
chtgradiger L5-Parese rechts mit
/
bei
-
schwerer LWS-Degeneration
-
diskoarthrogener Foraminalstenose L5/S1 rechts, Rezessusstenose L5/S1 links
-
diskoarhtogener leichter Rezessusstenose L4/5 rechtsbetont
-
L3/4 und cranial davon Degeneration ohne Neurokompression
-
keine eindrückliche Stenosierung des Spinalkanals, periradikuläre In
filtration L4 rechts und Fazetteninfiltration L4/5 Juni 2012 ohne Ef
fekt
-
Adipositas permagna, Status nach Gastric b
a
nding
Er führte aus, bei der Beschwerdeführerin bestünden seit 13 Jahren rezidivie
rende Lumbagobeschwerden mit teilweise invali
d
isierenden
Gesässschmerzen linksseitig bei bekannter schwerer LWS-Degenerati
on (S. 1). Zurzeit bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit Mai 2012 als Landwirtin (S. 3).
3.3
Prof.
Z.___
berichtete erneut am 16. Januar 2013 (Urk. 7/7/10-11) und führte aus,
bei der Beschwerdeführerin sei am 5. Oktober 2012 eine periradikuläre Steroidinfiltration L5/S1 rechts mit sehr gutem Effekt auf die radikuläre Schmerzausstrahlung in das rechte Bein mit wieder Normalisierung der L5 Pa
-
rese rechts durchgeführt worden
.
Nachfolgend seien die Schmerzen regel
mässig auf die Triggerpunkte infiltriert worden, begleitend mit einer manuellen physiotherapeutischen Behandlung und einem muskulären Aufbautraining. Darunter berichte die Beschwerdeführerin über einen stark wechselhaften Ver
lauf mit teilweise verstärkter Schmerzauslösung durch körperliche Arbeiten im eigenen Bauernhof
(S. 1)
.
3.
4
Dr.
Y.___
(vorstehen
d
E.3.1)
berichtete erneut am 2
2.
März 2013 (Urk. 7/7/1-5) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
lumboradikuläres Schmerzsyndrom mit leichter Parese L5 rechts
-
multisegmentale schwere Lendenwirbelsäulen (LWS)-Degenerationen
Er führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 15. Mai 2012 bis auf weiteres sowohl als Hausfrau und Landwirtin als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig (S. 1
Ziff.
2, S. 4
Ziff.
5.2).
3.5
Prof.
Z.___
berichtete am
5.
April 2013 (Urk. 7/8), nannte die bekannten Diag
nosen und führte aus,
die Beschwerdeführerin berichte aktuell über einen er
träglichen Dauerschmerz lumbal bandförmig. Subjektiv störender sei ein Schmerz im Gesäss und Oberschenkel vorne rechts, welcher auch in Ruhe vor
handen sei und unter Belastung aber zunehme, dann
bestünden
auch Schmer
zen im Unterschenkel hinten mit Ausdehnung bis zur Grosszehe rechts. Die in
validisierenden Gesässschmerzen linksseitig seien nur intermittierend vorhan
den. Die Gehstrecke sei nicht eingeschränkt. Im Liegen bestehe
eine
weitge
hen
de
Beschwerdefreiheit
(S. 2 oben)
.
Trotz den wiederkehrenden stärkeren Schmerzexazerbationen scheine die Beschwerdeführerin noch nicht so schmerz
geplagt, dass sie
für die chirurgische Massnahme
einer mikrochirurgischen De
kompression L4/5 und L5/S1 mit Sp
ondylodeseversorgung bereit sei, da sie mit ihrem jetzigen Zustand im Alltag einigermassen kompensiert sei bei jedoch an
haltender Teilarbeitsfähigkeit.
Es bestehe weiterhin seit Mai 2012 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
(S. 2 unten).
Aufgrund der schweren LWS Degeneration mit mehr segmentalen foraminalen- und rezessa
len Stenosen bestehe eine Belastungseinschränkung für mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeite
n. Auf dem betriebseigenen Bauernhof sei die Beschwerdeführerin in der Durchführung der mittelschweren bis schweren kör
perlichen Arbeiten eingeschränkt. Auch leichtere Tätigkeiten wie Traktorfahren seien infolge der Vibrationen und Bodenunregelmässigkeiten teilweise nicht möglich infolge starker Schmerzauslösung mit Irritation der lumbalen Segment
pathologie lumbal.
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin noch zu
mutbar. Sie könne die anfallenden leichten körperlichen Tätigkeiten vollum
fänglich durchführen, hingegen könne sie die mittelschweren und schweren Tä
tigkeiten nur noch eingeschränkt und in vermin
dert
er Leistung
durchführen, so dass sich bei voller Präsenz eine Leistung von zirka 50
%
ergebe
. Aufgrund der aktuellen Befunde könne nicht mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit
gerech
net werden
(S. 3).
3.6
Med. pract.
A.___
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
6.
Mai 2013 Stellung (Urk. 7/11/3) und führte aus, aus medizinisch-theoretischer Sicht ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für schwere und mittelschwere Tätigkeiten ab Mai 201
2.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei Degenerationen der LWS eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, für Tragen und Transportie
ren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf und Schulterhöhe, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Leichte angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem He
ben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, seien der Beschwerdeführerin medizinisch the
oretisch ab Januar 2013 zu 100
%
zumutbar. Eine Besserung in der Zukunft sei aufgrund des degenerativen Charakters des Gesundheitsschadens nicht wahr
scheinlich.
3.
7
Die zuständigen Abklärerinnen führten am 2
1.
August 2013 bei der Beschwer
-
de
führerin zu Hause eine Haushaltabklärung an Ort und Stelle durch, qualifizierten sie als zu 45
%
in der Landwirtschaft und zu 55
%
im Haushalt tätig und ermittelte
n
eine Einschränkung von
40.80
%
in der Landwirtschaft und von 26.90
%
im Haushalt
(
Urk.
7/10 S. 9).
3.
8
Prof.
Z.___
berichtete am 2
7.
Mai 2014 (
Urk.
3) und
nannte folgende Diagno
sen:
-
schwere LWS Degeneration
-
Rezessussten
o
se L5/S1 linksbetont, Foraminalstenose dyn. L5 (leicht)
-
dynamische Rezessusstenose L4/5 rechtsbetont, Foramina offen
-
keine Stenosen L3/4 und kranial davon
-
Status nach L5 Parese rechts leichtgradig
-
Ischialgie L5 rechts radiologisch geklärt
-
femoralgiformer Schmerzanteil rechts radiologisch nicht geklärt
-
deutliche myofasciale Komponente
-
anhaltende zunehmende Arbeitsunfähigkeit als Bäuerin
Er führte aus, im Dezember  2013 beziehungsweise Januar 2014 sei es zu einer allgemeinen Beschwerdeexazerbation einerseits mit einer Lumbalgie und ande
rerseits mit einer invalidisierenden Gluteo-femoro-ischialgie rechts und rudi
mentärer Glutealgie
links gekommen. Der neurologische Befund sei abgesehen von einer schmerzbedingten Pseudoparese gluteal und des Grosszehen- und Fusshebers rechts regelrecht. Bildgebend zeige sich weiterhin die rezessofora
minäre Stenose L5/S1 rechts sowie rezessal links als auch eine Rezessusstenose L4/5 rechtsbetont. Dadurch könne die Glutealgie als auch die ischialgiforme Schmerzausstrahlung gut erklärt werden. Hingegen finde sich kein strukturelles Korrelat
für die femoralgiformen Schmerzen rechts, welche aufgrund des klini
schen Befundes eher einer spondylogener, myofascialer
Schmerzkomponente zuzuschreiben sei. Die Beschwerdeführerin sei weitgehend adäquat, es bestün
den aber auch deutliche psychosoziale Belastungsmomente mit finanziellen Sorgen des eigenen bäuerlichen Betriebes und eigentlich notwendiger Mitarbeit der Beschwerdeführerin.
Aufgrund der Befunde bestehe in der mittelschweren und schweren körperlichen Tätigkeit als Bäuerin keine Arbeitsfähigkeit mehr. Möglich seien der Beschwerdef
ü
hrerin noch leichte körperliche, wechselbelas
tende Tätigkeiten (Kontrollgänge).
4.
4.1
Aus den angeführten ärztlichen Beurteilungen lässt sich der aktuelle Ge
-
sundheits
zustand der Beschwerdeführerin und insbesondere deren Arbeitsfä
higkeit nur ungenügend beurteilen.
So wird im aktuellen Bericht von Prof.
Z.___
von Mai 2014 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit Dezember 2013 beschrieben (vgl. vorstehend E. 3.8). Da die Beschwerdeführerin bereits gegenüber den Ab
klärerinnen angab, während den Wintermonaten müsse sie mit vermehrtem Schmerzanfall rechnen (vgl.
Urk.
7/10 S. 1), war zwar eine Beschwerdeexazer
bation im Winter zu erwarten
. Prof.
Z.___
attestierte der Beschwerdeführerin jedoch auch im Mai 2014 eine anhaltende
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
für mittelschwere bis schwere körperliche Tätigkeiten als Bäuerin
seit diesen Schmerzexazerbationen
, wobei ihr lediglich noch leichte körperliche, wechsel
belastende Tätigkeiten wie Kontrollgänge zumutbar seien
(vgl. vorstehend
E. 3.8)
.
Auch
im Bericht vom April 2013 machte Prof.
Z.___
bereits
Einschrän
kung
en in der Durchführung der
mittelschwere
n
bis schwere
n körperlichen
Tä
tigkeiten auf dem
betriebseigenen
Bauernhof
geltend
, jedoch
lediglich im
Aus
mass
von 50
%
(vgl. vorstehend E. 3.5).
Aufgrund dieses neu eingereichten Be
richtes von Prof.
Z.___
vom Mai 2014
kann
von einer anhaltenden Ver
schlechterung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
seit der Abklärung im August 2013 (vgl. vorstehend E. 3.7)
ausgegangen werden. Inwiefern die Schmerzen der Beschwerdeführerin als unüberwindbar zu gelten haben, lässt sich aufgrund des Berichts von Prof.
Z.___
nicht einschätzen.
So werden
von ihm
auch
syndromale
Schmerzen ohne strukturelles Korrelat beschrieben
, deren Anteil
sich
an der
attestierten Arbeitsunfähigkeit
jedoch
aufgrund der Akten
nicht herausfiltern lässt.
Die genannte, nicht schlüssige
medizinische
Aktenlage erlaubt nach dem Gesagten keine verlässliche Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl in einer leidensangepassten Tätigkeit als auch in der angestammten Tätigkeit als Bäuerin
.
Erforderlich ist somit eine medizi
nische Gesamtbetrachtung, welche die aktuellen Einschränkungen sowohl im Haushalt als auch im Beruf berücksichtigt.
4.2
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachver
halt als unzuläng
lich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach entspre
chender Abklärung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in in Beruf und Haushalt
eine
neue Beurteilung
vornehme und über den Leistungsanspruch neu verfüge.
4
.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange
fochtene Verfügung vom
26
.
Mai
201
4
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Geri
chtskosten in der Höhe von Fr. 7
00.-- der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Bei
diesem Verfahrensausgang hat die
vertretene
Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer) und beim mass
geblichen Stun
denansatz von Fr.
200.-- (zuzügli
ch Mehrwertsteuer) auf Fr.
1
‘
6
00
.-- (inkl. Bar
auslagen und MWSt) festzulegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 26. Mai 2014 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 7
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der
Beschwerdeführer
in
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1
‘
6
00
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen
.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg
Trachsel
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchüpbach