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**Case Identifier:** 25033028-b3a6-5559-8acb-46932cb02cb4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.02.2021 100 2020 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-10_2021-02-16.pdf

## Full Text

100.2020.10/11U
BUC/FLN/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Februar 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Bürki 
Gerichtsschreiberin Flückiger

A.________ und B.________
Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2017 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
10. Dezember 2019; 100 19 162, 200 19 143)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
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Sachverhalt:

A.

Die Steuerverwaltung des Kantons Bern veranlagte A.________ und 
B.________ am 20. August 2018 für das Steuerjahr 2017 abweichend von 
deren Selbstdeklaration auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 190'344.-- 
bei den Kantons- und Gemeindesteuern und auf Fr. 196'384.-- bei der 
direkten Bundessteuer. Das steuerbare Vermögen wurde auf Fr. 988'668.-- 
festgesetzt. Die Abweichung beruht im Wesentlichen darauf, dass die 
Steuerverwaltung A.________ und B.________ für deren Tochter 
C.________ (geb. … 1997) und für deren Sohn D.________ (geb. … 1999) 
bei den Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer 
einerseits den geltend gemachten Kinderabzug verweigerte, und ihnen 
andererseits die damit verbundenen kantonalrechtlichen Abzüge sowie die 
Besteuerung zum Elterntarif bei der direkten Bundessteuer verwehrte. Die 
gegen diese Veranlagungsverfügungen gerichteten Einsprachen wies sie mit 
Einspracheentscheiden vom 9. April 2019 ab.

B.

Am 26. April 2019 gelangten A.________ und B.________ mit Rekurs und 
Beschwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). 
Diese wies die Rechtsmittel mit Entscheiden vom 10. Dezember 2019 ab.

C.

Gegen die Entscheide der StRK haben A.________ und B.________ am 
9. Januar 2020 in einer einzigen Rechtsschrift sowohl bezüglich der 
Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundessteuer 2017 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, es seien die 
Entscheide der StRK vom 10. Dezember 2019 aufzuheben, der Kinderabzug 
sowie die damit verbundenen kantonalrechtlichen Abzüge zu gewähren und 

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die Besteuerung in Bezug auf die direkte Bundessteuer zum Elterntarif 
vorzunehmen. 

Am 10. Januar 2020 hat der Abteilungspräsident die Verfahren betreffend 
die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer verei-
nigt.

Sowohl die StRK als auch die Steuerverwaltung beantragen mit Beschwer-
devernehmlassung vom 23. Januar 2020 bzw. mit Beschwerdeantwort vom 
25. Februar 2020 die Abweisung der Beschwerden. Die Eidgenössische 
Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.

Mit Eingabe vom 23. März 2020 halten A.________ und B.________ an 
ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 des Bundesgesetzes vom 
14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie 
Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der 
direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdeführenden ha-
ben am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, 
sind durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und haben ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 140 Abs. 1 DBG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 151 StG i.V.m. Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG; Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 140 DBG). Auf die Beschwerden ist einzutreten.

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1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwal-
tungsgericht zwei Urteile fällen, da es sich um verschiedene Steuern handelt, 
die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten Verfahren 
veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und derselben 
Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 135 II 260 
E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil vorliegend die einschlägigen Bestimmun-
gen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, 
rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich 
kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.3 Da der Streitwert Fr. 20'000.-- nicht erreicht, fällt die Behandlung der 
Beschwerden grundsätzlich in die einzelrichterliche Zuständigkeit (vgl. 
Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Die 
rechtlichen Verhältnisse rechtfertigen indes die Überweisung an die Kammer 
(vgl. Art. 57 Abs. 6 i.V.m. Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2. 

Streitig ist, ob die Beschwerdeführenden im Steuerjahr 2017 für ihre gemein-
samen volljährigen Kinder C.________ und D.________ Anspruch haben 
auf den Kinderabzug und auf damit verbundene kantonalrechtliche Abzüge 
sowie auf die Besteuerung zum Elterntarif bei der direkten Bundessteuer. 

2.1 Kanton und Bund erheben von den natürlichen Personen insbeson-
dere eine Einkommenssteuer (Art. 1 Abs. 1 Bst. a StG; Art. 1 Bst. a DBG). 
Zu diesem Zweck wird das Reineinkommen der Steuerpflichtigen ermittelt, 
indem von deren gesamten steuerbaren Einkünften (Art. 19-29 StG; Art. 16-
24 DBG) die mit der Einkommenserzielung zusammenhängenden Aufwen-
dungen (Gewinnungskosten) und die allgemeinen Abzüge (Art. 31-39 StG; 
Art. 26-33a DBG) abgezogen werden (Art. 30 Abs. 1 StG; Art. 25 DBG). Vom 
so bestimmten Reineinkommen sind anschliessend allfällige Sozialabzüge 

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(Art. 40 StG; Art. 35 DBG) vorzunehmen, um das steuerbare Einkommen zu 
bestimmen. Die Sozialabzüge werden zur Berücksichtigung des sozialen 
Status der steuerpflichtigen Person und dessen Einflusses auf die individu-
elle wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vorgenommen. Im Vordergrund stehen 
die familiären Verhältnisse der Steuerpflichtigen und die damit verbundenen 
zivilrechtlichen Lasten (vgl. BGE 131 I 377 E. 4.2; VGE 2016/14/15 vom 
13.1.2017 E. 4.1, 2015/239/240/254/255 vom 21.3.2016 E. 3.1, je auch zum 
Folgenden). Die Regelung der Sozialabzüge ist nicht bundesrechtlich har-
monisiert worden, weshalb diese von den Kantonen frei bestimmt werden 
können (vgl. Art. 9 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 
über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 
[StHG; SR 642.14]). Zu den Sozialabzügen gehört insbesondere der allge-
meine Kinderabzug gemäss Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 
Bst. a DBG. Da dabei die massgebenden kantonal- und bundesrechtlichen 
Bestimmungen gleich lauten, rechtfertigt sich trotz der fehlenden bundes-
rechtlichen Harmonisierung eine einheitliche Auslegung (BVR 2011 S. 249, 
in StE 2011 B 11.2 Nr. 9 und NStP 2010 S. 101 E. 3.1; VGE 2009/176/177 
vom 2.3.2010 E. 2.2.2 [bestätigt durch BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, 
in StR 2011 S. 676 und NStP 2011 S. 75]; vgl. auch BGE 115 II 181 E. 2a; 
BGer 2C_235/2009 vom 30.10.2009, in StE 2010 A 23.21 Nr. 1 E. 4.4). So-
weit sodann ausserkantonale Normen mit Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG über-
einstimmen, spricht nichts dagegen, auch die sie betreffende Steuerrechts-
praxis zu berücksichtigen.

2.2 Gemäss Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG 
können für jedes minderjährige oder in der beruflichen oder schulischen Aus-
bildung stehende Kind, für dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person 
sorgt, Fr. 8'000.-- bzw. Fr. 6'500.-- abgezogen werden. 

2.2.1 Die Formulierung dieser Bestimmungen lehnt sich stark an den Wort-
laut von Art. 277 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) an: 
Danach dauert die Unterhaltspflicht der Eltern bis zur Volljährigkeit des Kin-
des (Abs. 1); hat das Kind dann noch keine angemessene Ausbildung, so 
haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet 
werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende 
Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Abs. 2). Mit dem 

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Kinderabzug soll die zivilrechtliche Unterhaltspflicht der Eltern gegenüber 
ihren Kindern steuerlich berücksichtigt werden. Es ist deshalb eine Wertkon-
gruenz zwischen den beiden Rechtsgebieten und eine Beurteilung in Über-
einstimmung mit der Praxis zur zivilrechtlichen Unterhaltspflicht anzustreben 
(vgl. VGE 2009/176/177 vom 2.3.2010 E. 2.2.2 [bestätigt durch BGer 
2C_357/2010 vom 14.6.2011, in StR 2011 S. 676 und NStP 2011 S. 75]; 
Bosshard/Bosshard/Lüdin, Sozialabzüge und Steuertarife im schweizeri-
schen Steuerrecht, 2000, S. 133, 154 ff.; Leuch/Schlup Guignard, in Leuch/ 
Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-Kommentar zum Berner Steuergesetz, 
Band 1, 2. Aufl. 2014, Art. 40 N. 17, 20 ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 35 N. 41 ff.; Peter Locher, 
Kommentar zum DBG, I. Teil, 2. Aufl. 2019, Art. 35 N. 29 f., je auch zum Fol-
genden; vgl. etwa auch OGer AR vom 11.3.2015, in GVP 27/2015 Nr. 3644 
S. 50 E. 2.1.8 und 2.3.3 f. [bestätigt durch BGer 2C_492/2015 vom 
19.4.2016], vom 22.10.2014, in GVP 26/2014 Nr. 3621 S. 44 E. 2.2.1; zur 
ständigen Praxis des Verwaltungsgerichts in Bezug auf die am Zivilrecht 
orientierte Auslegung des Ausbildungsbegriffs vgl. ausserdem 
VGE 2010/299/300 vom 25.8.2011 E. 2.2, 23307/23308 vom 23.3.2009 
E. 2.3, 23043/23044 vom 20.3.2008, in NStP 2008 S. 6 E. 2.2 f.). Nach 
Art. 276 Abs. 3 ZGB sind die Eltern in dem Mass von der Unterhaltspflicht 
befreit, als dem Kind zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Ar-
beitserwerb oder anderen Mitteln selber zu bestreiten. Bedarf das Kind an-
gesichts seiner eigenen finanziellen Möglichkeiten keiner Unterstützung 
durch die Eltern, so trifft diese auch keine Unterhaltspflicht mehr. Damit ent-
fällt der zivilrechtliche Anlass für die Gewährung des Kinderabzugs, erfolgen 
doch allfällige Leistungen gegenüber dem Kind nicht in Erfüllung einer 
Rechtspflicht. Nach dem Gesagten hängt die Geltendmachung des Kin-
derabzugs davon ab, ob die Eltern gestützt auf Art. 277 Abs. 2 i.V.m. Art. 276 
Abs. 3 ZGB eine zivilrechtliche Unterhaltspflicht trifft und das Kind in diesem 
Sinn auf die Unterstützung der Eltern angewiesen ist (BGer 2C_516/2013 
und 2C_517/2013 vom 4.2.2014, in StR 2014 S. 302 E. 2.1 ff., 2A.323/2003 
vom 30.1.2004 E. 4.2, 2A.536/2001 vom 29.5.2002, in StR 2002 S. 632 
E. 3.2.1; VGE 2010/299/300 vom 25.8.2011 E. 2.4, 2009/176/177 vom 
2.3.2010 E. 2.2.1 f. [bestätigt durch BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, in 
StR 2011 S. 676 und NStP 2011 S. 75], je mit Hinweisen; Baumgartner/ 
Eichenberger, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

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Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Art. 35 DBG N. 14 ff.; vgl. zum Bundesrecht auch 
Kreisschreiben [KS] Nr. 30 der Eidgenössischen Steuerverwaltung [ESTV] 
vom 21.12.2010 Ziff. 10.3). 

2.2.2 Gemäss Lehre und Rechtsprechung setzt die Anspruchsberechti-
gung zum Kinderabzug für volljährige Kinder weiter voraus, dass sich diese 
in beruflicher Ausbildung befinden und deshalb noch unterstützungsbedürftig 
sind und dass die steuerpflichtige Person für deren Unterhalt aufkommt. Die 
steuerpflichtige Person braucht dabei nicht im selben Haushalt wie das Kind 
zu leben. Ebenso wenig ist erforderlich, dass sie überwiegend oder sogar 
vollständig für die Kinderunterhaltskosten aufkommt. Es reicht vielmehr aus, 
wenn sie mindestens Kosten in der Höhe des Kinderabzugs trägt 
(BGE 129 V 226 E. 4.1, 94 I 231 E. 1; BGer 2C_516/2013 und 2C_517/2013 
vom 4.2.2014, in StR 2014 S. 302 E. 2.1; VGE 2009/420 vom 13.8.2010 
E. 2.3, 2009/176/177 vom 2.3.2010 E. 2.4 [bestätigt durch BGer 
2C_357/2010 vom 14.6.2011, in StR 2011 S. 676 und NStP 2011 S. 75], je 
mit Hinweisen; vgl. Richner/ Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 35 N. 26 ff., 
40, 44; Peter Locher, a.a.O., Art. 35 N. 29).

2.3 Die Beschwerdeführenden machen neben dem Kinderabzug weitere 
damit zusammenhängende Abzüge geltend: Hinsichtlich der Einkommens-
steuer besteht bei den Kantons- und Gemeindesteuern der Anspruch auf 
einen Abzug von höchstens Fr. 6'200.-- pro Kind in auswärtiger Ausbildung 
oder für nachgewiesene zusätzliche Ausbildungskosten, wobei die tatsächli-
chen Mehrkosten zu berücksichtigen sind (Art. 40 Abs. 3 Bst. b StG; nach-
folgend: Ausbildungsabzug). Ferner können steuerpflichtige Personen so-
wohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundes-
steuer für jedes Kind zusätzliche Fr. 700.-- zum Abzug bringen für Beiträge 
an Krankenkassen, Unfall- und Invalidenversicherung, für die private Alters- 
und Hinterbliebenenvorsorge, Lebensversicherung und dergleichen, sowie 
für Zinsen auf Sparkapitalien (Art. 38 Abs. 1 Bst. g Ziff. 4 StG; Art. 33 
Abs. 1bis Bst. b DBG; nachfolgend: zusätzlicher Versicherungsabzug). Hier-
bei handelt es sich allerdings um einen vom StHG vorgeschriebenen allge-
meinen Abzug und nicht um einen Sozialabzug (vgl. Art. 9 Abs. 2 Bst. g 
StHG). Sodann haben Ehepaare in rechtlich und tatsächlich ungetrennter 
Ehe, die mit unterstützungsbedürftigen Personen im gleichen Haushalt zu-

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sammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsache bestreiten, bei der direk-
ten Bundessteuer Anspruch auf die Besteuerung zum sog. Elterntarif: Der 
gemäss Art. 36 Abs. 2 DBG (sog. Verheiratetentarif) ermittelte Steuerbetrag 
ermässigt sich um Fr. 251.-- für jedes Kind (Art. 36 Abs. 2bis DBG). Für den 
Bereich der auf kantonaler Ebene zwingend zu erhebenden Vermögens-
steuer (vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. a StHG) können die steuerpflichtigen Personen 
für jedes Kind, für das der Abzug nach Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG beansprucht 
werden kann, Fr. 18'000.-- vom Reinvermögen abziehen (Art. 64 Abs. 1 
Bst. b StG; nachfolgend: Vermögensabzug). – Alle genannten Abzüge set-
zen voraus, dass der Kinderabzug zulässig ist (vgl. Leuch/Schlup Guignard, 
a.a.O., Art. 40 N. 28). Es ist somit vorab zu klären, ob die Voraussetzungen 
für dessen Gewährung erfüllt sind (E. 3 hiernach).

3.

3.1 Den Akten ist Folgendes zu entnehmen: Die Beschwerdeführenden 
haben drei gemeinsame Kinder: C.________, D.________ und E.________, 
wobei C.________ und D.________ am Ende des Steuerjahrs 2017 bereits 
volljährig waren. C.________ schloss Mitte 2016 das Gymnasium ab und 
absolvierte ab dem 11. September 2017 an der … in … einen 
Vorbereitungskurs im Hinblick auf ein künftiges Studium (Vorakten StV 
[act. 4B] pag. 82, 84). D.________ besuchte zu dieser Zeit noch das 
Gymnasium in … (Vorakten StV [act. 4B] pag. 83). Im massgebenden Jahr 
erzielten die beiden ein Nettoeinkommen von Fr. 6'508.-- (C.________) bzw. 
Fr. 178.-- (D.________); unter Berücksichtigung der zulässigen Abzüge 
betrug das steuerbare Einkommen je Null Franken (vgl. Vorakten StRK 
[act. 4A] pag. 4 f., auch zum Folgenden). Sie verfügten per 31. Dezember 
2017 über ein Reinvermögen in der Höhe von Fr. 64'693.-- (C.________) 
bzw. Fr. 58'656.-- (D.________). Das bewegliche Vermögen von 
C.________ belief sich dabei auf Fr. 35'043.--; jenes von D.________ auf 
Fr. 28'998.--. Im Übrigen besteht das Vermögen der beiden aus ihren 
jeweiligen Anteilen an einer 3,5-Zimmer-Wohnung in … (Stockwerkeinheit 
Nr. X________, Parzelle Nr. 1________, Plan Nr. …, Wohnung Nr. …; 
Grundbuchauszug vom 9.6.2016 [nachfolgend: Grundbuchauszug], 
Vorakten StV [act. 4B] pag. 67 f., auch zum Folgenden), welche die 

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Grosseltern den drei Kindern der Beschwerdeführenden mit Vereinbarung 
vom 31. März 2016 zu Gesamteigentum übertragen haben (Be-
schwerdebeilage [BB] 8). Nach den glaubwürdigen und von der Vorinstanz 
und der Steuerverwaltung nicht in Frage gestellten Angaben der Beschwer-
deführenden räumten die Kinder ihren Grosseltern ein bis zu deren Lebens-
ende geltendes Wohn- bzw. Mitbenützungsrecht ein (Beschwerden 
Ziff. II./C./b ff.; vgl. auch das Bestätigungsschreiben des Grossvaters vom 
27.12.2019, BB 5), wobei der Grossvater zwischenzeitlich verstorben ist (vgl. 
Eingabe der Beschwerdeführenden vom 23.3.2020). Grundbuchlich ist die 
Wohnung nicht belastet (vgl. Grundbuchauszug S. 2). 

3.2 Die StRK ist in Übereinstimmung mit der Steuerverwaltung zum 
Schluss gelangt, dass die Unterstützungsbedürftigkeit im Jahr 2017 sowohl 
für C.________ als auch für D.________ zu verneinen sei und kein Anspruch 
auf den Kinderabzug sowie die damit verbundenen Abzüge bestehe. Sie hat 
zusammenfassend erwogen, nach der gesetzmässigen Praxis der Steuer-
verwaltung liege die zur Beurteilung der Unterstützungsbedürftigkeit im Jahr 
2017 massgebende Einkommensgrenze bei Fr. 24'000.-- und die Ver-
mögensgrenze bei Fr. 50'000.-- (angefochtene Entscheide E. 4.3; vgl. zu 
den Grenzwerten auch hinten E. 3.3.1). Im vorliegenden Fall liege das 
Vermögen der beiden volljährigen Kinder je über dem Grenzwert, wobei 
ihnen zuzumuten sei, auch das unbewegliche Vermögen zu verwerten bzw. 
die Gesamthandgemeinschaft aufzulösen (angefochtene Entscheide 
E. 4.5, 6). – Die Beschwerdeführenden bringen dagegen im Wesentlichen 
vor, dass sie zivilrechtlich nach wie vor verpflichtet seien, ihre volljährigen 
Kinder zu unterstützen. Dieser Unterstützungspflicht sei steuerrechtlich 
durch die Gewährung der Kinderabzüge und der damit verbundenen Abzüge 
Rechnung zu tragen (Beschwerden Ziff. II./B). Daran ändere das Vermögen 
der Kinder nichts, sei die Wohnung doch durch ein mündlich vereinbartes 
Wohn- bzw. Mitbenützungsrecht belastet (Beschwerden Ziff. II./C./c und d) 
und die Verwertung ohnehin nicht zumutbar (Beschwerden Ziff. II./C./e). 

3.3 Es ist unbestritten, dass sowohl C.________ als auch D.________ 
sich am 31. Dezember 2017 in Ausbildung befanden und die Beschwerde-
führenden für beide Kinder im Jahr 2017 insgesamt Unterstützungs-
leistungen (mindestens) in der Höhe des jeweiligen Kinderabzugs erbracht 

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haben (vgl. angefochtene Entscheide E. 4). Streitig und im Folgenden zu 
prüfen ist indes, ob der Anspruch auf den Kinderabzug zufolge fehlender 
Unterstützungsbedürftigkeit zu verneinen ist. 

3.3.1 Bei der Konkretisierung der Voraussetzung der elterlichen Unter-
haltspflicht bzw. der Unterstützungsbedürftigkeit des Kindes (vgl. vorne 
E. 2.2.1) steht den Veranlagungsbehörden ein grosser Ermessensspielraum 
zu, zumal in Bezug auf die finanziellen Verhältnisse des Kindes keine ge-
setzlichen Grenzbeträge bestehen, ab deren Erreichen der Kinderabzug 
nicht mehr zu gewähren ist (vgl. VGE 2009/176/177 vom 2.3.2010 E. 2.3.1 
[bestätigt durch BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, in StR 2011 S. 676 und 
NStP 2011 S. 75]). Dabei ist eine gewisse Schematisierung und Pauschali-
sierung aus Gründen der Praktikabilität und Veranlagungsökonomie uner-
lässlich und zulässig (zu ihrer besonderen Bedeutung bei der Anwendung 
der Bestimmungen über die Sozialabzüge bzw. anorganischen Abzüge vgl. 
BGE 141 II 338 E. 4.5 [Pra 2016 Nr. 45 S. 425, StE 2015 A 21.16 Nr. 18 und 
StR 2015 S. 797], 133 II 305 E. 5.1 [Pra 2008 Nr. 39 S. 265, StE 2008 
B 26.22. Nr. 4 und ASA 76/2008 S. 757], 128 I 240 E. 2.3, 126 I 76 E. 2a; 
BGer 2C_22/2016 und 2C_23/2016 vom 21.4.2016 E. 3.2.4, 2C_516/2013 
E. 2.3, 2C_835/2009 vom 7.5.2010, in StE 2010 B 29.3 Nr. 37 E. 3.2; 
VGE 2016/193/194 vom 25.7.2017 E. 4.1; Peter Locher, a.a.O., Art. 35 N. 2; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 35 N. 9, je mit weiteren Hinwei-
sen). Entsprechend gelten nach langjähriger und konstanter Praxis der Steu-
erverwaltung, die insoweit auf die kantonale Praxis zum Unterstützungsab-
zug nach Art. 40 Abs. 5 StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. b DBG zurückgreift, 
volljährige (sich in Ausbildung befindende) Kinder in der Regel als unterstüt-
zungsbedürftig, soweit ihr Einkommen und Vermögen gewisse Grenzbe-
träge nicht überschreiten. Gemäss den für das hier interessierende Jahr 
2017 einschlägigen Vollzugshilfen liegen diese Grenzwerte bei Fr. 24'000.-- 
(Einkommen, d.h. Nettolohn, Ersatzeinkommen, Stipendien usw., jedoch 
ohne Kinderalimente) bzw. Fr. 50'000.-- (Vermögen; vgl. Wegleitung 2017 
zum Ausfüllen der Steuererklärung für natürliche Personen [nachfolgend: 
Wegleitung 2017] S. 21, einsehbar unter <http://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken 
«Dokumente, Publikationen, Merkblätter, Wegleitungen, Formulare/ Weglei-
tungen/Steuerjahr 2017/Natürliche Personen»; vgl. auch Merkblatt Nr. 12 zur 
Besteuerung von Familien [nachfolgend: MB 12] S. 1, einsehbar unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
Seite 11

<https://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken «Dokumente, Publikationen, Merkblät-
ter, Wegleitungen, Formulare/Merkblätter/Einkommens- und Vermögens-
steuern/Steuerjahr 2017»; vgl. KS Nr. 30 Ziff. 10.3). 

3.3.2 Die vorgenannten Grenzbeträge sind in Verwaltungsverordnungen 
enthalten. Deren Hauptfunktion besteht darin, im Sinn einer behördlichen 
Weisung über die Auslegung und Anwendung der Bestimmungen zum Kin-
derabzug eine schematische und praktikable sowie – damit einhergehend – 
eine einheitliche und sachgerechte Praxis sicherzustellen. Obwohl den 
Grenzbeträgen damit nicht die Verbindlichkeit von Rechtssätzen zukommt, 
sind sie zu berücksichtigen, soweit ihre Anwendung nicht gegen gesetzliche 
Regelungen verstösst und eine einzelfallgerechte Auslegung der anwendba-
ren gesetzlichen Bestimmungen zulässt bzw. die rechtlichen Vorgaben über-
zeugend und in praktikabler Weise konkretisiert (vgl. BVR 2019 S. 293 
[VGE 2016/59 vom 24.4.2018] nicht publ. E. 3.1, 2018 S. 139 E. 2.3, 2017 
S. 7 E. 4.1; BGE 146 V 233 E. 4.2.1, 145 V 84 E. 6.1.1, 142 II 182 E. 2.3.2 f., 
138 II 536 E. 5.4.3). Umgekehrt ist den Einkommens- und Vermögens-
grenzbeträgen die Anwendung zu versagen, wenn das Ergebnis im Einzelfall 
mit Sinn und Zweck der Gesetzesbestimmung nicht mehr in Einklang zu brin-
gen ist oder die im Sinn des Rechtsgleichheitsgebots erforderlichen Differen-
zierungen allzu sehr vernachlässigt werden (vgl. Peter Locher, Praktikabilität 
im Steuerrecht [unter besonderer Berücksichtigung des materiellen Rechts 
der direkten Steuern], in Behnisch/Marantelli [Hrsg.], Beiträge zur Methodik 
und zum System des schweizerischen Steuerrechts, Bern 2014, S. 229 ff., 
233 f.; Beatrice Weber-Dürler, Verwaltungsökonomie und Praktikabilität im 
Rechtsstaat, in ZBl 87/1986 S. 193 ff., 214; in diesem Sinn auch VGer ZH 
SB.2020.00024 vom 26.8.2020 E. 2.4.2; KG BL 810 18 183 vom 9.1.2019 
E. 6.3; zu Verwaltungsverordnungen im Steuerrecht vgl. Michael Beusch, in 
Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 
3. Aufl. 2017, Art. 102 DBG N. 9 ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 
Art. 199 N. 17 ff.; Peter Locher, Kommentar zum DBG, III. Teil, 2015, 
Art. 102 N. 26 ff.; zu Verwaltungsverordnungen allgemein statt vieler Häfelin/ 
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N. 87; Ruth 
Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 66 N. 41). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
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3.3.3 Die vorne in E. 3.3.1 erläuterte Praxis der Steuerverwaltung wurde 
sowohl von der StRK als auch vom Verwaltungsgericht als grundsätzlich 
sachgerecht und zweckmässig beurteilt. Insbesondere ist nach der (bundes-
gerichtlich bestätigten) Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts nicht zu 
beanstanden, dass neben den Einkommens- auch die Vermögensverhält-
nisse des volljährigen Kindes massgebend sind, soweit die Verwertung des 
Vermögens zur Finanzierung des Lebensunterhalts zumutbar erscheint (vgl. 
Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., Art. 40 N. 20; Richner/Frei/Kaufmann/ Meu-
ter, a.a.O., Art. 35 N. 41, 68; vgl. auch Baumgartner/Eichenberger, a.a.O., 
Art. 35 DBG N. 25b zum Unterstützungsabzug nach Art. 35 Abs. 1 Bst. b 
DBG). Offengelassen hat das Verwaltungsgericht allerdings die Frage, ob – 
wie beim Einkommen – auch bezüglich des Vermögens auf die betragsmäs-
sige Obergrenze gemäss der Praxis zum Unterstützungsabzug abzustellen 
ist und demnach ein Kind ab einem Vermögen von Fr. 50'000.-- nicht mehr 
als unterstützungsbedürftig gilt (vgl. VGE 2009/176/177 vom 2.3.2010 
E. 2.3.2 und 3 [bestätigt durch BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, in 
StR 2011 S. 676 und NStP 2011 S. 75], mit Verweisen, bejahend für ein 
Bankguthaben in der Höhe von Fr. 0,7 Mio. aus Versicherungsleistung, je-
doch verneinend für wohnrechtbelastetes Miteigentum). Darüber braucht 
auch vorliegend nicht entschieden zu werden.

3.3.4 Wie vorne in E. 3.3.2 dargelegt, ist die Anwendung der Grenzbeträge 
durch Sinn und Zweck von Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 
Bst. a DBG beschränkt. Mit dem Kinderabzug soll die zivilrechtliche Unter-
haltspflicht steuerlich Berücksichtigung finden und insoweit eine Wertkon-
gruenz zwischen Zivil- und Steuerrecht erreicht werden; der Kinderabzug ist 
jenen steuerpflichtigen Personen vorbehalten, die Unterhalt in Erfüllung 
einer gesetzlichen Verpflichtung leisten (vgl. vorne E. 2.2.1). Zivilrechtlich 
setzt die Unterhaltspflicht insbesondere Zumutbarkeit der Unterhaltszahlun-
gen auf Seiten der Eltern sowie Unzumutbarkeit der Eigenfinanzierung bzw. 
Unterstützungsbedürftigkeit auf Seiten des Kindes voraus. Sie ist damit an-
hand einer Gesamtwürdigung aller Umstände zu beurteilen, bei der nicht nur 
die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes, sondern auch jene der Eltern 
zu berücksichtigen und einander gegenüberzustellen sind (BGE 135 III 66 
E. 4, 129 III 375 E. 3, 111 II 410 E. 2, 107 II 406 E. 2c; BGer 5A_129/2019 
vom 10.5.2019 E. 2.1 und 9.3, 5A_481/2016 vom 2.9.2016 E. 2.1; vgl. Foun-

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toulakis/Breitschmid, in Basler Kommentar, 6. Aufl. 2018, Art. 276 ZGB 
N. 31 ff., Art. 277 ZGB N. 15; Bruno Roelli, in Handkommentar zum Schwei-
zer Privatrecht, Personen- und Familienrecht, Partnerschaftsgesetz, 3. Aufl. 
2016, Art. 276 ZGB N. 6, auch zum Folgenden). Die elterliche Unterhalts-
pflicht wird insbesondere verneint, wenn auf Seiten des Kindes Einkünfte aus 
Arbeitserwerb oder andere Mittel mit Unterhaltscharakter vorhanden sind 
(Fountoulakis/Breitschmid, a.a.O., Art. 276 ZGB N. 31). Hingegen wird das 
Kindesvermögen mit Blick auf die strengen Vorschriften zu dessen Verwer-
tung (vgl. Art. 321 ff. ZGB) zivilrechtlich grundsätzlich nur herangezogen, so-
fern es sich um freies Vermögen handelt. Selbst wenn solche Mittel vorhan-
den sind, muss das Kind diese zudem nicht vollständig für seinen Unterhalt 
einsetzen (Fountoulakis/Breitschmid, a.a.O., Art. 276 ZGB N. 33). Einkom-
men und Vermögen sind gemäss Art. 285 Abs. 1 ZGB für die Bemessung 
des Unterhaltsbeitrags lediglich «zu berücksichtigen» und dies nur im Um-
fang, in dem es dem Kind zugemutet werden kann (Art. 276 Abs. 3 ZGB; 
BGer 5A_129/2019 vom 10.5.2019 E. 9.3). 

3.3.5 Nach dem Gesagten handelt es sich bei der Unterstützungsbedürf-
tigkeit des Kindes entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht um eine von 
der elterlichen Unterhaltspflicht losgelöste Voraussetzung des Kinderab-
zugs, die es speziell im Steuerrecht kumulativ zu erfüllen gilt (vgl. angefoch-
tene Entscheide E. 4.5). Sie bildet vielmehr einen Teilaspekt der zivilrechtli-
chen Unterhaltspflicht, indem Unterhaltszahlungen nur soweit geschuldet 
sind, als dem volljährigen Kind nicht zugemutet werden kann, seinen Unter-
halt selbst zu bestreiten. Die Zumutbarkeit bestimmt sich dabei einerseits 
aus dem Vergleich der Leistungsfähigkeit von Eltern und Kind und anderer-
seits nach der Höhe der elterlichen Leistungen sowie dem Bedarf des Kin-
des; der Umfang der Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähig-
keit des Kindes hängt von den Verhältnissen im Einzelfall ab (vgl. BGer 
5A_129/2019 vom 10.5.2019 E. 9.3 betreffend Volljährigenunterhalt; vgl. zur 
Zumutbarkeit auch E. 3.3.4 hiervor). Allerdings ist es weder Aufgabe der 
Steuerverwaltung noch der Steuerjustizbehörden, im Massenverfahren der 
Steuerveranlagung bei der Prüfung des Kinderabzugs die elterliche Unter-
haltspflicht (vorfrageweise) im Detail zu prüfen. Im Sinn der gerade bei So-
zialabzügen unerlässlichen Schematisierung erscheint es vielmehr sachge-
recht, in erster Linie auf eine pauschal beurteilte Unterstützungsbedürftigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
Seite 14

des Kindes abzustellen (vgl. vorne E. 3.3.1, 3.3.3). Indessen dürfen die wirt-
schaftlichen Verhältnisse des Kindes dann nicht allein und ohne weiteres 
massgebend bleiben, wenn weitere aktenkundige Umstände wie namentlich 
die aus den Veranlagungsunterlagen hervorgehenden Steuerfaktoren der El-
tern darauf hindeuten, dass eine zivilrechtliche Unterhaltspflicht besteht. So 
kann es sich etwa verhalten, wenn das Kind kein Erwerbseinkommen erzielt 
und sein Vermögen den Grenzbetrag von Fr. 50'000.-- nur knapp überschrei-
tet, hingegen die Eltern über ein überdurchschnittliches Einkommen verfü-
gen (vgl. auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 35 N. 41 mit Hin-
weis auf StRK ZH ST.2010.184/DB.2010.135 vom 7.9.2010, in StE 2011 
B 29.3 Nr. 38 E. 2b/bb und BGE 111 II 410). Bei solchen Verhältnissen ist 
ohne weiteres vom Bestehen einer Unterhaltspflicht der Eltern auch gegen-
über einem volljährigen Kind auszugehen. Je nach wirtschaftlicher Gesamt-
situation der Familie könnte das Kind zwar verpflichtet werden, einen gewis-
sen Beitrag zu leisten. Eine Befreiung der Eltern von ihrer gesetzlichen Un-
terhaltspflicht allein wegen eines Vermögens in der Höhe von knapp über 
Fr. 50'000.-- scheint diesfalls jedoch ausgeschlossen. Unter diesen Umstän-
den würde eine auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes bzw. eine 
starre Vermögensgrenze beschränkte Betrachtung, wie sie die vorerwähnten 
Vollzugshilfen vorsehen, eine offensichtliche Diskrepanz zwischen mut-
masslicher zivilrechtlicher Unterhaltspflicht einerseits und steuerrechtlicher 
Beurteilung des Kinderabzugs andererseits schaffen, die sich auch mit den 
an sich gewichtigen Praktikabilitätsinteressen und der Veranlagungsökono-
mie nicht rechtfertigen lässt (vgl. vorne E. 3.3.2). Stattdessen sind in diesem 
Fall anhand leicht feststellbarer Steuerfaktoren die wirtschaftlichen Verhält-
nisse der Eltern jenen des Kindes gegenüberzustellen. Ergibt sich daraus, 
dass die Unterhaltszahlungen durch die Eltern in Erfüllung einer gesetzlichen 
Verpflichtung erbracht wurden, ist diesem Umstand durch Gewährung des 
Kinderabzugs Rechnung zu tragen, selbst wenn das Kindesvermögen über 
dem Grenzbetrag liegen sollte (vgl. auch etwa OGer AR vom 11.3.2015, in 
GVP 27/2015 Nr. 3644 S. 50 E. 2.1.8 und 2.3.3 f. [bestätigt durch BGer 
2C_492/2015 vom 19.4.2016], vom 22.10.2014, in GVP 26/2014 Nr. 3621 S. 
44 E. 2.2.1).

3.4 Im vorliegenden Fall haben die beiden volljährigen Kinder der Be-
schwerdeführenden im massgeblichen Steuerjahr zwar kein bzw. kaum Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
Seite 15

kommen erzielt. Sie verfügten jedoch über ein steuerbares Vermögen in der 
Höhe von insgesamt Fr. 64'693.-- (C.________) bzw. Fr. 58'656.-- 
(D.________; vgl. vorne E. 3.1, auch zum Folgenden), soweit auf das 
gesamte satzbestimmende Reinvermögen und nicht bloss auf das im Kanton 
Bern steuerbare Vermögen abzustellen ist (was die Beschwerdeführenden 
jedoch nicht mehr geltend machen; vgl. Beschwerden Ziff. I./3.; 
angefochtene Entscheide E. 5). Das in Frage stehende Vermögen ist je rund 
zur Hälfte in einer im Gesamteigentum aller drei Kinder stehenden 3,5-
Zimmer-Wohnung gebunden sowie mit einem obligatorischen Wohn- bzw. 
Mitbenützungsrecht der Grossmutter belastet und insoweit nicht liquid. Da 
somit die Verfügungsfreiheit über die Wohnung erheblich eingeschränkt ist, 
erscheint zweifelhaft, ob eine Vermögensverwertung überhaupt zumutbar 
wäre, auch wenn es sich um eine Ferienwohnung handelt. In jedem Fall wird 
die Vermögensgrenze von Fr. 50'000.-- nur knapp überschritten und würde 
überdies schon nach einer geringfügigen Anzehrung des Kindesvermögens 
unterschritten. Damit stehen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kinder in 
keinem Verhältnis zum überdurchschnittlichen Einkommen und Vermögen 
ihrer Eltern: Diese erzielten im Jahr 2017 Einkünfte von über Fr. 250'000.-- 
und verfügten über ein steuerbares Vermögen von nahezu einer Million 
Franken, wobei allein das Wertschriftenvermögen rund Fr. 500'000.-- betrug 
(vgl. Veranlagungsverfügungen vom 20.8.2018, Vorakten StV [act. 4B] 
pag. 94 ff.). Mithin ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden – 
wie sie selber betonen (vgl. Beschwerden Ziff. II./B., III.) – ohne 
Vermögensanzehrung in der Lage waren, im Jahr 2017 für den Unterhalt 
ihrer Kinder aufzukommen. In Anbetracht dieser wirtschaftlichen 
Verhältnisse kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass den 
Beschwerdeführenden die finanzielle Unterstützung beider volljähriger 
Kinder zumutbar war, wie denn auch die Steuerverwaltung bereits in ihren 
Einspracheentscheiden zutreffend festgehalten hat (Vorakten StV [act. 4B] 
pag. 108 ff., mit Verweis auf das Schreiben der Steuerverwaltung vom 
15.1.2019 [nachfolgend: Begründung Einspracheentscheide] E. 3.2, 
Vorakten StV [act. 4B] pag. 104 ff.; ebenso angefochtene Entscheide E. 4). 
Gesamthaft betrachtet deutet die Gegenüberstellung der finanziellen 
Verhältnisse der Beschwerdeführenden und ihrer Kinder klar darauf hin, 
dass eine zivilrechtliche Unterhaltspflicht zu bejahen ist. Würde die elterliche 
Unterstützungspflicht bei diesen Gegebenheiten mit der Vorinstanz und der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
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Steuerverwaltung allein gestützt auf den Vermögensgrenzwert verneint, so 
führte dies zu einem Ergebnis, das mit dem richtig verstandenen Sinn von 
Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG nicht mehr in Ein-
klang zu bringen ist. Damit sind die Voraussetzungen zur Gewährung des 
Kinderabzugs im vorliegenden Fall zu bejahen, auch wenn das in zumutba-
rer Weise verwertbare Vermögen der beiden Kinder möglicherweise über 
dem Grenzbetrag von Fr. 50'000.-- liegt. An diesem Ergebnis vermag entge-
gen der Auffassung der StRK auch der Hinweis auf die vom Bundesamts für 
Statistik (BfS) ermittelten Gesamtausgaben von Studierenden, die im elterli-
chen Haushalt leben, nichts zu ändern (angefochtene Entscheide E. 4.4). Zu 
keiner anderen Schlussfolgerung führt sodann das Vorbringen der Steuer-
verwaltung, wonach sich die Unterstützungsbedürftigkeit beim Unterstüt-
zungsabzug – und zufolge einheitlicher Beurteilung auch jene beim Kin-
derabzug – gemäss bundesgerichtlicher Vorgabe nach dem Bundesgesetz 
vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) richte und Kinder in der 
seit dem 1. Januar 2021 massgeblichen Fassung des ELG ab einem Vermö-
gen von Fr. 50'000.-- keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen hätten (vgl. 
Art. 9a Abs. 1 Bst. c ELG; Beschwerdeantwort S. 2). Die genannten Bestim-
mungen sind im vorliegenden Fall schon deshalb nicht einschlägig, weil sie 
im fraglichen Steuerjahr noch nicht in Kraft waren. 

3.5 Zusammenfassend führt eine Gesamtbeurteilung der leicht feststell-
baren Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführenden 
und ihrer beiden volljährigen (sich in Ausbildung befindenden) Kinder zum 
Schluss, dass die Unterhaltszahlungen im Jahr 2017 in Erfüllung der elterli-
chen Unterhaltspflicht erfolgt sind. Wenn unter diesen Umständen in Anwen-
dung des in den Vollzugshilfen vorgesehenen Vermögensgrenzbetrags von 
Fr. 50'000.-- der Kinderabzug verweigert wird, ist dies mit Sinn und Zweck 
von Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG nicht zu verein-
baren. Vielmehr sind sämtliche Voraussetzungen der einschlägigen Bestim-
mungen erfüllt und den Beschwerdeführenden ist der Kinderabzug für 
C.________ und D.________ zu gewähren. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
Seite 17

4.

Da der Anspruch auf den Kinderabzug gemäss den Erläuterungen in E. 3 
hiervor zu bejahen ist, sind vorbehältlich zusätzlicher Voraussetzungen auch 
die damit zusammenhängenden Abzüge und die Besteuerung zum Elternta-
rif zu gewähren (vgl. vorne E. 2.3; Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., Art. 40 
N. 28, 30, 40, Art. 38 N. 92; Peter Locher, a.a.O., Art. 33 N. 81, Art. 36 
N. 12 ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 36 N. 44; Baum-
gartner/Eichenberger, a.a.O., Art. 36 DBG N. 36a, Kästli/Bärtschi, in 
Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-Kommentar zum Berner Steuerge-
setz, Band 1, 2. Aufl. 2014, Art. 64 N. 5). 

4.1 Der geltend gemachte Ausbildungsabzug gemäss Art. 40 Abs. 3 
Bst. b StG betrug im Jahr 2017 pro Kind in auswärtiger Ausbildung maximal 
Fr. 6'200.-- (vgl. vorne E. 2.3). Er setzt – wie der Kinderabzug – zunächst 
voraus, dass sich das betreffende Kind in Ausbildung befindet (Leuch/Schlup 
Guignard, a.a.O., Art. 40 N. 30 ff.). Weiter hat die steuerpflichtige Person die 
tatsächlich getragenen zusätzlichen Ausbildungskosten nachzuweisen. Als 
solche gelten nach ständiger Rechtsprechung nur Mehrkosten, die im Zu-
sammenhang mit der ordentlichen schulischen Grundausbildung aufgewen-
det werden, wie Schulgeld, Kosten für Veranstaltungen, die durch den Schul-
betrieb verursacht werden (Exkursionen, Schulreisen usw.), Aufwendungen 
für Lehrbücher, Literatur und Nachhilfeunterricht im Bereich dieser Grund-
ausbildung sowie Aufwendungen für Musik- und Sportunterricht, sofern sie 
zu entsprechenden Berufen oder Ausbildungen (Turnlehrer, Skilehrer, Ma-
tura mit Musik statt Zeichnen) führen. Erfasst werden also nur Ausbildungs-
kosten im engeren Sinn. Nicht anzuerkennen sind hingegen etwa Kosten für 
die freiwillige Sprach-, Sport- und Musikausbildung (BVR 1996 S. 289 E. 2; 
VGE 2013/359/360 vom 13.10.2014 E. 2.3, 22697/22698 vom 11.7.2007, 
E. 5.4, vgl. auch Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., Art. 40 N. 33 ff.). – Die Be-
schwerdeführenden haben in der Steuererklärung 2017 zusätzliche Ausbil-
dungskosten in der Höhe von Fr. 6'145.-- (C.________) bzw. Fr. 5'662.-- 
(D.________) geltend gemacht (vgl. Vorakten StV [act. 4B] pag. 54 ff., 62). 
Diese Kosten wurden von den Vorinstanzen nicht in Frage gestellt; die 
Steuerverwaltung hält in ihren Erläuterungen zur Begründung ihrer 
Einspracheentscheide vielmehr fest, dass sie nicht daran zweifle, «dass die 

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Seite 18

Einsprecher die vorgebrachten Lebenshaltungs- und Ausbildungskosten 
tatsächlich übernommen» hätten (vgl. Begründung Einspracheentscheide 
E. 3.2). Der Ausbildungsabzug wurde einzig mit Verweis auf die 
Nichtgewährung des Kinderabzugs verweigert (vgl. Begründung 
Einspracheentscheide E. 3; angefochtene Entscheide E. 7). Entsprechend 
sieht auch das Verwaltungsgericht keinen Anlass, an der Höhe der geltend 
gemachten zusätzlichen Ausbildungskosten zu zweifeln, zumal den Akten 
keine gegenteiligen Hinweise zu entnehmen sind. Nicht umstritten ist 
sodann, dass sich beide Kinder noch in der Erstausbildung befanden (vgl. 
vorne E. 3.3). Somit sind sämtliche Voraussetzungen erfüllt, um den geltend 
gemachten Ausbildungsabzug in der Höhe von gesamthaft Fr. 11'807.-- zu 
gewähren.

4.2 Weiter kann für jedes Kind, für das der Kinderabzug zulässig ist, so-
wohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundes-
steuer der zusätzliche Vermögensabzug von Fr. 700.-- vorgenommen wer-
den (Art. 38 Abs. 1 Bst. g Ziff. 4 StG bzw. Art. 33 Abs. 1bis Bst. b DBG; vgl. 
vorne E. 2.3, auch zum Folgenden). Hierbei handelt es sich zwar um einen 
dem StHG unterstellten allgemeinen Abzug, dieser ist jedoch akzessorisch 
zum Kinderabzug (vgl. Art. 38 Abs. 1 Bst. g Ziff. 4 StG; Art. 33 Abs. 1bis Bst. b 
DBG). Dabei darf die Bindung des zusätzlichen Versicherungsabzugs an 
den Kinderabzug nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht aufgeho-
ben werden (vgl. BGer 2A.406/2001 vom 23.1.2002 E. 2b; VGE 2009/420 
vom 13.8.2010 E. 5; vgl. auch KS Nr. 30 Ziff. 7). Den Beschwerdeführenden 
steht somit der zusätzliche Versicherungsabzug von Fr. 700.-- sowohl bei 
den Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundessteuer zu. 

4.3 Die sodann verlangte Besteuerung zum Elterntarif bei der direkten 
Bundessteuer gemäss Art. 36 Abs. 2bis DBG setzt sich zusammen aus dem 
Verheiratetentarif (Basis) gemäss Art. 36 Abs. 2 DBG und einem Abzug vom 
damit bestimmten Steuerbetrag in der Höhe von Fr. 251.-- für jedes Kind 
(bzw. jede unterstützungsbedürftige Person), mit dem die steuerpflichtige 
Person im gleichen Haushalt zusammenlebt und dessen Unterhalt sie zur 
Hauptsache bestreitet (vgl. Baumgartner/Eichenberger, a.a.O., Art. 36 DBG 
N. 36a f., 36e ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 36 N. 37, 39; 
KS Nr. 30 Ziff. 13.4.1, auch zum Folgenden). In Bezug auf das Zusammen-

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leben wird bei volljährigen Kindern auf den steuerrechtlichen Wohnsitz des 
Kindes abgestellt; ein auswärtiger Wochenaufenthalt steht dem gemeinsa-
men Haushalt nicht entgegen (VGE 23059/23060 vom 11.4.2008, in NStP 
2008 S. 63 E. 2.2.1; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 36 
N. 51; Baumgartner/Eichenberger, a.a.O., Art. 36 DBG N. 36b). Hinsichtlich 
des Unterhalts ist sodann erforderlich, dass die steuerpflichtige Person einen 
finanziellen Beitrag an die Lebenshaltungskosten leistet, der jedoch nicht 
zwingend mehr als 50 % der gesamten Unterhaltskosten ausmachen muss 
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 36 N. 54, 56). Die Ermässigung 
wird auch gewährt, wenn die steuerpflichtigen Personen mit volljährigen Kin-
dern in Ausbildung zusammenleben, sofern diese tatsächlich auf den Unter-
haltsbeitrag der Eltern angewiesen bzw. unterstützungsbedürftig sind (vgl. 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 36 N. 43 f., 63 ff.; KS Nr. 30 
Ziff. 13.4.3). – Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerde-
führenden eine intakte Ehe führen und 2017 mit C.________ sowie 
D.________, deren Unterhalt sie finanzierten, im gemeinsamen Haushalt 
lebten (vgl. angefochtene Entscheide Bst. A und vorne E. 3.3). Die 
Anwendung des Elterntarifs wurde bislang einzig unter Hinweis auf die 
fehlende Unterstützungsbedürftigkeit von C.________ und D.________ 
verweigert (vgl. angefochtene Entscheide E. 7). Da sich diese 
Voraussetzung der Besteuerung zum Elterntarif in Analogie zum Kin-
derabzug beurteilt (KS Nr. 30 Ziff. 13.4.3; vgl. auch Baumgartner/Eichen-
berger, a.a.O., Art. 36 DBG N. 36a; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 
Art. 36 N. 44) und vorliegend der Kinderabzug sowohl für C.________ als 
auch für D.________ zu gewähren ist (vgl. vorne E. 3), haben die 
Beschwerdeführenden bei der direkten Bundessteuer Anspruch auf 
Besteuerung zum Elterntarif bzw. eine zusätzliche Ermässigung von je 
Fr. 251.-- für C.________ und D.________.

4.4 Schliesslich können bei der Vermögenssteuer für jedes Kind, für das 
Anspruch auf Kinderabzug besteht, Fr. 18'000.-- vom Reinvermögen abge-
zogen werden (Art. 64 Abs. 1 Bst. b StG; vgl. Kästli/Bärtschi, a.a.O., Art. 64 
N. 5). Nach dem Gesagten ist den Beschwerdeführenden auch der Vermö-
gensabzug zu gewähren. 

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5.

5.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass den Beschwerdeführenden 
der Kinderabzug und die damit zusammenhängenden weiteren Abzüge 
(Ausbildungsabzug, zusätzliche Versicherungsabzug, Vermögensabzug) 
sowie die Besteuerung zum Elterntarif zu gewähren sind. Die Beschwerden 
erweisen sich damit als begründet und sind gutzuheissen. Die angefochte-
nen Entscheide sind aufzuheben und die Sache ist zur neuen Veranlagung 
der Beschwerdeführenden im Sinn der Erwägungen an die Steuerverwaltung 
zurückzuweisen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht keine Kosten zu erheben (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 
Abs. 1 und 2 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikos-
ten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 
Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren [VwVG; SR 172.021]). Die Beschwerdeführenden haben jedoch die Aus-
richtung einer Parteientschädigung beantragt. Nach Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 104 Abs. 2 VRPG kann die Verwaltungsjustizbehörde Privaten, die ihren 
Prozess selber geführt haben, eine angemessene Parteientschädigung zu-
erkennen. Eine solche Billigkeitsentschädigung ist auf aufwändige Verfahren 
beschränkt, in denen die beteiligte Privatperson durch erheblichen persönli-
chen Arbeitsaufwand wesentlich zur Entscheidfindung beigetragen hat (vgl. 
BVR 2013 S. 423 E. 4.2, 2012 S. 1 E. 6, BGer 2C_172/2016 und 
2C_173/2016 vom 16.8.2016 E. 4.2, 2C_846/2013 vom 28.4.2014 E. 3.3; 
VGE 2019/42/43 vom 24.4.2019 E. 6.1 [bestätigt durch BGer 2C_509/2019 
vom 3.10.2019 E. 6.3]; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 104 N. 29, 31). Diese Vo-
raussetzungen sind hier nicht erfüllt.

5.3 Entsprechend dem vollständigen Obsiegen der Beschwerdeführen-
den sind auch für die Verfahren vor der StRK keine Kosten zu erheben 
(Art. 200 Abs. 1 sowie Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 2 VRPG; Art. 145 
Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Anspruch auf Parteikostenersatz bzw. 
auf eine Parteientschädigung besteht im Verfahren vor der StRK für notwen-
dige und verhältnismässig hohe Kosten (vgl. Art. 200 Abs. 4 StG; Art. 145 
Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 VwVG). Da den Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
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schwerdeführenden keine Kosten für eine Rechtsvertretung angefallen sind 
und weder ersichtlich noch dargetan ist, inwiefern ihnen dennoch verhältnis-
mässig hohe Kosten entstanden sein könnten, ist auch für das vorinstanzli-
che Verfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

6.

Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) in der Regel als Zwischenentscheide, die nur unter den (zu-
sätzlichen) Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der Haupt-
sache offenstehenden Rechtsmittel selbständig angefochten werden kön-
nen. Hier dient die Rückweisung an die Steuerverwaltung bloss der (rechne-
rischen) Umsetzung der Anordnungen des Verwaltungsgerichts, weshalb es 
sich vorliegend letztlich um einen Endentscheid im Sinn von Art. 90 BGG 
handeln dürfte (vgl. BGE 145 III 42 E. 2.1, 144 V 280 E. 1.2, 140 V 321 
E. 3.2, je mit Hinweisen). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2017 wird 
gutgeheissen. Der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons 
Bern vom 10. Dezember 2019 wird aufgehoben und die Sache zur Neu-
veranlagung der Beschwerdeführenden im Sinn der Erwägungen an die 
Steuerverwaltung des Kantons Bern zurückgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2017 wird gutge-
heissen. Der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
vom 10. Dezember 2019 wird aufgehoben und die Sache zur Neuveran-
lagung der Beschwerdeführenden im Sinn der Erwägungen an die Steu-
erverwaltung des Kantons Bern zurückgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.02.21, Nrn. 100.2020.10/11U, 
Seite 22

3. Für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und vor der Steuerrekurs-
kommission des Kantons Bern werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. Es werden weder für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht noch für 
die Verfahren vor der Steuerrekurskommission des Kantons Bern Partei-
kosten bzw. eine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Steuerverwaltung des Kantons Bern
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- Eidgenössische Steuerverwaltung

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.