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**Case Identifier:** b1381282-3c51-5569-b180-1381b5e6cf09
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 25.03.2015 810 2014 218 (810 14 218)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2014-218_2015-03-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 25. März 2015 (810 14 218) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther,  
Gerichtsschreiber Martin Michel 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Eliane Dörr, Advokatin 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Beschwerdegegner 
 
 

  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Wegweisung und Abweisung 

des Gesuchs um Familiennachzug (RRB Nr. 1044 vom 8. Juli 2014) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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A. Der – inzwischen in der Schweiz niedergelassene – kosovarische Staatsangehörige 
A.____, geboren am 13. Juni 1985, reiste am 19. Januar 1995 gemeinsam mit seiner Mutter 
sowie seinen Geschwistern im Rahmen des Familiennachzugs zu seinem Vater in die Schweiz 
ein. 
 
B.  Aufgrund einer leichten Intelligenzminderung (ICD-10: F70), einer Sprachbehinderung 
(starke Stotterproblematik; ICD-10: F98.5) sowie einer Entwicklungsstörung erhält A.____ seit 
Juli 2003 eine volle IV-Rente. Mit Beschluss vom 23. Juni 2005 errichtete die Vormundschafts-
behörde B.____ – auf Begehren von A.____ – eine Beistandschaft zur Wahrung seiner persön-
lichen und finanziellen Interessen. 
 
C. Seit seiner Einreise in die Schweiz ist A.____ mehrfach jugendstrafrechtlich und straf-
rechtlich in Erscheinung getreten. Die letzten Delikte beging A.____ im Jahr 2008 (vgl. Anklage-
schrift der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 21. Januar 2009, worin ihm gewerbs- und ban-
denmässiger Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfacher Hausfriedensbruch sowie 
mehrfacher versuchter Hausfriedensbruch vorgeworfen wurde). 
 
D. Am 6. August 2009 heiratete A.____ die am 18. Februar 1990 geborene Landsfrau 
C.____. 
 
E. Am 8. Oktober 2009 verwarnte das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) A.____ 
aufgrund seiner Verurteilungen sowie aufgrund von Betreibungen und offenen Verlustscheinen 
in gesamthafter Höhe von rund Fr. 19'000.--. Ferner machte das AfM den Beschwerdeführer 
darauf aufmerksam, dass der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung (unter anderem dann) 
geprüft würde, sollte das Strafgericht Basel-Stadt die in der Anklageschrift vom 21. Januar 2009 
genannten Delikte bestätigen. 
 
F. Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte A.____ am 15. Dezember 2009 erstinstanzlich 
wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen 
Hausfriedensbruchs sowie mehrfachen versuchten Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe 
von zwölf Monaten. 
 
G. Am 11. April 2012 stellte A.____ ein Gesuch um Familiennachzug seiner Ehefrau 
sowie des gemeinsamen Sohns D.____, geboren am 22. Oktober 2010. Das AfM sistierte das 
Familiennachzugsbegehren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Strafurteils. 
 
H. Mit Urteil vom 26. Oktober 2012 bestätigte das Appellationsgericht Basel-Stadt das 
erstinstanzliche Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 15. Dezember 2009 im Schuldpunkt 

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und verurteilte A.____ zu zwölf Monaten, davon sechs Monate bedingt, unter Auferlegung einer 
Probezeit von drei Jahren. 
 
I. Mit Schreiben vom 12. August 2013 teilte das AfM A.____ mit, angesichts der Vielzahl 
an Delikten sowie der letzten Verurteilung zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe gehe man von einer 
schwerwiegenden Gefährdung respektive von einem schwerwiegenden Verstoss gegen die öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung aus. Deshalb erwäge man den Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz. Unter diesen Umständen würde auch das 
Gesuch um Familiennachzug abgewiesen. 
 
J. Am 23. September 2013 zog A.____ sein Gesuch um Familiennachzug seiner Ehefrau 
sowie des Sohns zurück. 
 
K. Am 23. Januar 2014 widerrief das AfM die Niederlassungsbewilligung von A.____. 
Zugleich wies das AfM das Gesuch um Familiennachzug ab und wies A.____ aus der Schweiz 
weg. 
 
L. Dagegen erhob A.____ beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regie-
rungsrat) Beschwerde. Dieser wies mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1044 vom 8. Juli 
2014 die Beschwerde ab und entschied, dass A.____ die Schweiz spätestens 30 Tage nach 
Rechtskraft des Beschlusses zu verlassen habe. Die Verfahrenskosten in der Höhe von 
Fr. 400.00 auferlegte der Regierungsrat dem Beschwerdeführer. 
 
M. Mit Eingabe vom 21. Juli 2014 führt A.____, vertreten durch Eliane Dörr, Advokatin in 
Liestal, dagegen Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs-
recht (Kantonsgericht), mit den Rechtsbegehren, es sei in Gutheissung der vorliegenden 
Beschwerde der Entscheid des Regierungsrats vom 8. Juli 2014 vollumfänglich aufzuheben. 
Demzufolge sei ihm die Niederlassungsbewilligung zu belassen und von einer Wegweisung ab-
zusehen, eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen 
an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge, wobei dem Beschwerdeführer sowohl 
für das vorinstanzliche Verfahren (wie bereits vor dem Regierungsrat beantragt) als auch für 
das Verfahren vor Kantonsgericht die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu 
bewilligen sei. 
 
N. Am 18. September 2014 wies das Kantonsgericht das Gesuch um Bewilligung der 
unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung ab. 
 
O. Mit Vernehmlassung vom 24. November 2014 beantragt der Regierungsrat die Be-
schwerde unter Kostenfolge abzuweisen. Gutzuheissen sei die Beschwerde in Bezug auf den 
Antrag, dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem 
Regierungsrat zu gewähren, weil die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung und Verbeiständung erfüllt gewesen wären. Der Antrag sei übersehen worden. 
 
P. Am 2. Dezember 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. 

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Q. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurden der Beschwerdeführer und sein 
Beistand E.____ befragt. Der Beschwerdeführer anerkannte, dass er das Familiennachzugs-
gesuch zurückgezogen hatte und dass insoweit auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden 
könne. Im Übrigen hielten die Parteien an den schriftlich gestellten Anträgen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
 
1.1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs-
rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein Aus-
schlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, 
ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Angelegenheit gegeben. Mit der 
verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsver-
letzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens 
sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden. Die 
Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht 
vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
1.2. Soweit der Beschwerdeführer die Gutheissung des Familiennachzugsgesuchs für 
seine Ehefrau und den gemeinsamen Sohn beantragt, kann – wie der Beschwerdeführer an-
lässlich der Parteiverhandlung anerkannt hat – auf die Beschwerde nicht eingetreten werden, 
da der Beschwerdeführer am 23. September 2013 sein Gesuch um Familiennachzug zurück-
gezogen hat und somit einzig noch der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung Streit- und 
Verfahrensgegenstand ist. 
 
2.1. Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid zusammengefasst aus, der 
Beschwerdeführer sei seit seiner Einreise in die Schweiz in konstanter Regelmässigkeit straf-
rechtlich in Erscheinung getreten und auch entsprechend verurteilt worden. Das negative Ver-
halten des Beschwerdeführers ziehe sich wie ein roter Faden seit seiner Jugendzeit bis 2008 
durch dessen Leben und zuletzt habe der Beschwerdeführer in einem Zeitraum von nur fünfein-
halb Wochen 22 Einbruchdiebstähle (bzw. Versuche) in Gebäude und Fahrzeuge zusammen 
mit zwei Kollegen begangen. Unter diesen Umständen sei von einem schwerwiegenden Ver-
stoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung auszugehen. Der Beschwerdeführer habe 
gezeigt, dass er nicht bereit sei, die hier geltende Ordnung zu respektieren, woran auch die Tat-
sache nichts ändere, dass sich der Beschwerdeführer seit seiner Verwarnung im Jahr 2009 
nichts mehr habe zu Schulden kommen lassen. Der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG) vom 
16. Dezember 2005 sei damit erfüllt. Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers mache 
eine Verwarnung nicht nur dann Sinn, wenn (noch) eine Steuerungsmöglichkeit des Betroffenen 
bestehe, sondern auch um den Betroffenen darauf hinzuweisen, dass die Überprüfung der Nie-
derlassungsbewilligung vom Ausgang des hängigen Verfahrens abhängig sei. In diesem Fall 

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bestehe ein weiterer Zweck der Verwarnung darin, den Betroffenen für die Dauer des Verfah-
rens von weiteren Strafen abzuhalten. Selbst wenn der Betroffene, so wie vorliegend 
geschehen, nach ergangener Verwarnung nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, 
habe dies nicht zur Folge, dass eine Massnahme in Form einer Wegweisung per se unverhält-
nismässig sei. In beruflicher Hinsicht sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer über keinen 
Berufsabschluss verfüge und eine volle IV-Rente erhalte. Erst seit dem 1. März 2012 arbeite er 
im F.____ (80%-Pensum) und erhalte dafür einen Monatslohn von Fr. 390.--. Die Wegweisung 
aus der Schweiz würde den Beschwerdeführer insofern empfindlich treffen, als er dadurch 
seine IV-Rente verlieren würde. Es bestünden nach wie vor intakte Kontakte zu seinem Heimat-
land, wo ein Bruder, weitere Verwandte und insbesondere die Ehefrau und ihr gemeinsamer 
Sohn lebten. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung seien auch 
unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit nicht zu beanstanden. 
 
2.2. Der Beschwerdeführer anerkennt, dass er in der länger zurückliegenden Vergangen-
heit mehrmals strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, wobei es sich bei den verübten Straf-
taten zu einem grossen Teil um geringfügige Verstösse gegen des Strassenverkehrsgesetz 
(SVG) vom 19. Dezember 1958 gehandelt habe. Im Jahr 2007 sei er wegen Drohung, Beschim-
pfung und Tätlichkeit zu 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Aufgrund von im 
März und April 2008 begangener Taten sei sodann im Jahr 2008 das Strafverfahren eröffnet 
worden, was das AfM veranlasst habe, am 8. Oktober 2009 eine Verwarnung zu erlassen. Er 
habe in der Zwischenzeit per 30. April 2014 seine Strafe in der Form des Electronic Monitoring 
angetreten. Dem Bericht des Amtes für Justizvollzug lasse sich entnehmen, dass er sich im 
Vollzug ordentlich verhalte und alle Vorgaben vorbildlich einhalte. Er befinde sich weiterhin in 
regelmässiger psychiatrischer Behandlung und sei nun seit über sechs Jahren nicht mehr straf-
rechtlich in Erscheinung getreten. Er habe sich aufgrund der Verwarnung dazu entschlossen, 
sein Verhalten künftig zu ändern. Zudem habe er bereits nach den Taten im März/April 2008 
und vor der Verwarnung sein Verhalten geändert und sei deliktfrei geblieben. Damit habe er 
gezeigt, dass er nicht nur willens, sondern auch fähig sei, die hier geltende Rechtsordnung zu 
respektieren. Es sei nicht sachgerecht, wenn die Vorinstanz in ihrer Verwarnung die angedrohte 
Massnahme vom Ausgang eines hängigen Verfahrens abhängig mache. Auf dieses Verfahren 
könne er keinen Einfluss mehr nehmen. Er bemühe sich auch aktiv, trotz seiner finanziellen 
engen Situation seine noch vorhandenen Schulden kontinuierlich zu tilgen; die Abzahlungen 
erfolgten in kleinen Beträgen von Fr. 250.-- pro Monat. Dies könne sein Beistand ohne weiteres 
bestätigen. Die 80%-ige Stelle bei der Institution F.____ bereite ihm grosse Freude. Die gesam-
te Familie (Eltern, drei Brüder und die Schwester), zu denen er ein enges Verhältnis pflege, 
würden auch in B.____ wohnen. Vorliegend sei kein Widerrufsgrund gegeben und der Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung seien unverhältnismässig. 
 
2.3.1. Ist eine ausländerrechtliche Massnahme begründet, aber den Umständen nicht ange-
messen, so kann die betroffene Ausländerin oder der betroffene Ausländer unter Androhung 
der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AuG). Mit der Verwarnung, welche in Form 
einer beschwerdefähigen, d.h. schriftlichen und begründeten, Verfügung zu ergehen hat, kann 
der Vollzug der gesetzlich vorgesehenen Massnahmen für den Fall eines weiteren Fehlverhal-
tens angedroht werden (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Auslän-

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der vom 8. März 2002, 02.024, Bundesblatt [BBl] 2002 S. 3823). Die Androhung oder Verwar-
nung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AuG ist die Folge von rechtlich relevanten Verfehlungen des 
Ausländers und soll diesen künftig zu Wohlverhalten anhalten bzw. ihn auf die möglichen recht-
lichen Folgen erneuter Verfehlungen aufmerksam machen (ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT 
HILL, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 
2. Auflage, Basel 2009, Rz. 8.36). Sie ermöglicht den Behörden, das Fehlverhalten festzustellen 
bzw. ein erwünschtes Verhalten im Wiederholungs- oder Unterlassungsfall durchzusetzen. Ziel 
der Verwarnung ist es, den betroffenen Ausländer zu einer Änderung seines Verhaltens zu ver-
anlassen. Sie muss klar darlegen, was vom Ausländer erwartet wird (vgl. Urteil des Bundesge-
richts [2A.692/2006] vom 1. Februar 2007 E. 3.1. zum früher in Art. 16 Abs. 3 Satz 3 der Vollzie-
hungsverordnung zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
[aANAV] vom 1. März 1949 für die Ausweisung verankerten Grundsatz der Androhung). Die 
Verwarnung bedingt, dass die betroffene Person die Möglichkeit hat, durch eine Verhaltensän-
derung die (erst) angedrohte Massnahme noch abzuwenden. Gelingt die Verhaltensänderung 
nicht, so kommt es grundsätzlich zu den für den Fall der Missachtung der verfügten Bedingun-
gen angedrohten Folgen, ansonsten die fragliche Massnahme ihres Sinnes entleert würde. 
Dennoch genügt nicht jedes noch so geringe Delikt, welches nach einer Verwarnung begangen 
wurde, für einen späteren Bewilligungswiderruf. Der Widerrufsgrund ist aber erfüllt, wenn den 
Anordnungen in der Verwarnung nicht Folge geleistet wurde, auch wenn dieses Verhalten für 
sich allein keinen Widerrufsgrund darstellen würde. Im Rahmen der erneuten Verhältnismässig-
keitsprüfung ist alsdann eine Gesamtwürdigung vorzunehmen, wobei sowohl dasjenige Verhal-
ten, das der Verwarnung zugrunde lag, wie auch das daran anschliessende zu beurteilen sind 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts [2C_844/2013] vom 6. März 2014 E. 4.2. mit Hinweisen). 
 
2.3.2. Die Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AuG ist nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung eine eigenständige ausländerrechtliche Massnahme, welche das Verfahren mit einer 
weniger einschneidenden Folge als dem Widerruf oder der Nichtverlängerung der Bewilligung 
abschliesst. Sie bildet einen Endentscheid. Die Massnahme greift in die Rechtsstellung der be-
troffenen Person ein; sie schwächt deren Anwesenheitsrecht, da sie bei späteren ausländer-
rechtlichen Entscheiden mitberücksichtigt werden kann (Interessenabwägung im Rahmen von 
Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK] 
vom 4. November 1950 bzw. von Art. 62 und 63 AuG; erfolgreiche Integration bei Art. 50 Abs. 1 
lit. a AuG usw.; vgl. ausführlich zur Anfechtbarkeit derartiger Belehrungen, Mahnungen bzw. 
Androhungen: BERNHARD WALDMANN in: Marcel Alexander Niggli/Peter Uebersax/Hans 
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesgerichtsgesetz, 2. Auflage, Basel 2011, Art. 82 
N 10, mit Hinweisen). Das entsprechende kantonal letztinstanzliche Gerichtsurteil kann deshalb 
beim Bundesgericht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten angefochten 
werden, soweit dieses Rechtsmittel auch gegen die angedrohte Massnahme selber offen steht 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts [2C_114/2012] vom 26. März 2013 E. 1.1., mit Hinweisen). 
Demgemäss ist die Verwarnung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AuG mit einer Rechtsmittelbeleh-
rung zu versehen. 
 
3.1. Auch wenn die – nach Inkrafttreten des AuG erlassene – per Einschreiben versandte 
Verfügung des AfM vom 8. Oktober 2009 fälschlicherweise keine Rechtsmittelbelehrung enthielt 

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(zur Anfechtbarkeit der Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AuG: siehe zuvor E. 2.3.2.), handelte 
es sich dabei – wie von den Vorinstanzen im Übrigen auch nicht bestritten wird – um eine Ver-
warnung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AuG. Mit der Verwarnung setzte das AfM den Beschwer-
deführer unter anderem in Kenntnis, dass es den Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
prüfen werde, sofern das Gericht am 10. Dezember 2009 die in der Anklageschrift vom 
21. Januar 2009 aufgelisteten Delikte bestätigen sollte, oder sofern er erneut straffällig werden 
sollte respektive Taten bekannt würden, von denen das AfM bis zum jetzigen Zeitpunkt keine 
Kenntnis gehabt habe oder die nicht genügend erstellt seien. Indem das AfM am 8. Okto-
ber 2009 anstelle eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung lediglich eine Verwarnung im 
Sinne von Art. 96 Abs. 2 AuG verfügt hatte, zeigte es auf, dass es eine derartige ausländer-
rechtliche Massnahme zwar für begründet hielt, diese aber aus Gründen der Verhältnismäs-
sigkeit nicht als angemessen erachtete. 
  
3.2. Wurde – wie hier am 8. Oktober 2009 – bereits eine ausländerrechtliche Verwarnung 
(Art. 96 Abs. 2 AuG) ausgesprochen, ist entscheidend, ob die ausländische Person danach ihr 
Verhalten geändert hat. Dies ist beim Beschwerdeführer offensichtlich der Fall. Die Tatsache, 
dass das erstinstanzliche Strafurteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 15. Dezember 2009 und 
die Bestätigung desselben durch das Appellationsgericht Basel-Stadt am 26. Oktober 2012 erst 
nach dem Erlass der Verwarnung ergangen sind, können nicht als Missachtung der Verwar-
nung betrachtet werden, da der Beschwerdeführer die der Verurteilung zugrunde liegenden 
Taten bereits zuvor (im März/April 2008) begangen hatte. Seit dem April 2008 und damit auch 
seit dem Erlass der Verwarnung ist der Beschwerdeführer strafrechtlich nicht mehr in Erschei-
nung getreten, dies nachdem er zuvor – wie der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid 
ausführte – in konstanter Regelmässigkeit in Erscheinung getreten war. Daraus erhellt, dass die 
Verwarnung beim Beschwerdeführer in Bezug auf die Begehung von Straftaten die gewünschte 
Verhaltensänderung bewirken konnte und der Beschwerdeführer die ihm eingeräumte letzte 
Chance genutzt hat, um sein Verhalten zu ändern. Ergänzend bleibt anzumerken, dass das AfM 
unzulässigerweise in der Verwarnung den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung auch 
davon abhängig gemacht hat, dass das Strafgericht die in der Anklageschrift vom 21. Januar 
2009 genannten Delikte bestätigen wird. Dies widerspricht – wie dargelegt – dem Zweck der 
Verwarnung, dass die betroffene Person die Möglichkeit haben soll, durch eine Verhaltensände-
rung die angedrohte Massnahme noch abzuwenden zu können. 
 
3.3. Auch das weitere Verhalten des Beschwerdeführers seit der Verwarnung spricht im 
Übrigen nicht zu seinen Ungunsten, sodass nicht ersichtlich ist, weshalb ein Widerruf der Nie-
derlassungsbewilligung nun verhältnismässig geworden sein könnte. Der Beschwerdeführer 
konnte sich zwischenzeitlich in der Schweiz zunehmend gut integrieren, er ist reumütig und hat 
aus seinen Fehlern gelernt, was sein langjähriger Beistand sowohl mit Schreiben vom 20. März 
2014 als auch anlässlich der heutigen Befragung bestätigen konnte. Der Beschwerdeführer 
arbeitet seit dem 1. März 2012 mit einem Pensum von 80% im geschützten Rahmen in der 
Institution F.____, die sich für die Integration von Menschen mit einer geistigen Beeinträch-
tigung einsetzt. Dort hat er sich einwandfrei integriert und er respektiert die Regeln. Auch sein 
Verhalten gegenüber den Vorgesetzten ist immer korrekt (Arbeitszeugnis vom 8. August 2014). 
Auf eigenen Antrieb hin hat der Beschwerdeführer zudem in Zusammenarbeit mit dem ihn in 

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finanzieller Hinsicht betreuenden Beistand einen Abzahlungsplan für die bestehenden Schulden 
erstellt, welcher vorsieht, dass der Beschwerdeführer monatlich Fr. 250.-- für die Tilgung seiner 
Schulden verwendet. Seit Juli/August 2013 leistet der Beschwerdeführer erwiesenermassen die 
monatlichen Rückzahlungen in der Höhe von Fr. 250.--. 
 
4. Zusammenfassend sind somit keine Gründe ersichtlich, welche den Widerruf der Nie-
derlassungsbewilligung rechtfertigen könnten, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist, soweit 
darauf eingetreten werden kann, und der Entscheid betreffend Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung aufgehoben wird. 
 
5.1. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der 
Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den 
Vorinstanzen werden keine Verfahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 und 4 VPO). Dement-
sprechend sind im vorliegenden Verfahren keine Verfahrenskosten zu erheben.  
 
5.2. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Verfahrensausgang entsprechend ist der Rechtsver-
treterin des Beschwerdeführers eine Parteientschädigung zuzusprechen. Ausgehend von der 
Honorarnote vom 12. Januar 2015 erscheint ein Aufwand (inkl. Hauptverhandlung) von 4 Stun-
den à Fr. 250.-- sowie 22,5 Stunden à Fr. 200.-- als angemessen. Dem Beschwerdeführer ist 
demzufolge eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'205.90 (inkl. Auslagen und 8 % 
MWSt) zulasten des Regierungsrats zuzusprechen. Bezüglich der Neuverlegung der Kosten 
des vorinstanzlichen Verfahrens ist die Angelegenheit an den Regierungsrat zurückzuweisen. 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Soweit darauf eingetreten werden kann, wird in Gutheissung der 

Beschwerde der Entscheid des Regierungsrats Nr. 1044 vom 8. Juli 
2014 betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung aufgehoben. 

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat zurückgewiesen. 
   
 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und der geleistete Kosten-

vorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- wird dem Beschwerdeführer 
zurückerstattet. 

   
 4. Der Regierungsrat hat dem Beschwerdeführer eine reduzierte Partei-

entschädigung in der Höhe von Fr. 6‘205.90 (inkl. Auslagen und 
8% MWSt) zu bezahlen. 

   
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber