# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9aee8d92-3f70-5c9d-a1a1-32aef2892617
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 16.09.2020 FS.2020.18-EZE2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FS-2020-18-EZE2_2020-09-16.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FS.2020.18-EZE2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 02.07.2021

Entscheiddatum: 16.09.2020

Entscheid Kantonsgericht, 16.09.2020
Art. 179 ZGB, Art. 286 Abs. 2 ZGB: Bei knappen Verhältnissen 
(Mankosituation der unterhaltsberechtigten Kinder) rechtfertigt auch eine 
Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Pflichtigen um 5% die Abänderung 
des Kindesunterhalts (Kantonsgericht, Einzelrichter im Familienrecht, 16. 
September 2020, FS.2020.18-EZE2)

Aus den Erwägungen:

 

4. ….

 

Gemäss Gloor/Wullschleger ist die Leistungsfähigkeit der Parteien und nicht allein das 

Einkommen im Zeitpunkt der Scheidung sowie in jenem der Beurteilung des 

Abänderungsbegehrens zu vergleichen (vgl. Gloor/Wullschleger, Arbeitskreis 5: 

Abänderung von Unterhaltsrenten, in: Schwenzer/Büchler (Hrsg.), Dritte Schweizer 

Familierecht§Tage, 23./24. Februar 2006 in Basel, Bern 2006, S. 159 ff., S. 161). 

Während beim Ehemann im Jahr 2014 bei einem Einkommen von Fr. 5'970.00 und 

einem Bedarf von Fr. 3'570.00 der Betrag von Fr. 2'400.00 übrig blieb, ist es im Jahr 

2018 ein Betrag von Fr. 2'696.00, als Differenz zwischen einem Einkommen von Fr. 

6'687.00 und einem Bedarf von Fr. 3'991.00. Bei der Beurteilung, ob dieser Betrag 

"erheblich" ist und entsprechend zur Abänderung berechtigt, ist zu sehen, dass die 

Ehefrau und die Kinder in einer Mankosituation leben. Die Ehefrau erklärt dazu, dass 

sie auf die finanzielle Unterstützung ihrer Mutter angewiesen sei und eventuell 

Sozialhilfe beantragen müsse. Klar ist, dass in derartigen Situationen eine kleine 

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Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse eher einen Abänderungsgrund darstellt 

als in guten Verhältnissen. Summermatter geht von der Faustregel aus, dass bei 

besonders günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen (an denen das Kind aufgrund der 

abstrakten Bemessungsmethode weitgehend bedarfsunabhängig partizipiert) die 

Veränderung 20% oder mehr betragen muss, um eine Anpassung zu rechtfertigen, 

während bei knappen Verhältnissen bereits Veränderungen von 5% des Einkommens 

des Pflichtigen als erheblich anzusehen sind (vgl. Summermatter, Zur Abänderung von 

Kinderalimenten, FamPra.ch 2012, S. 38 ff., S. 54 f.). Angesichts der Mankosituation 

der Ehefrau und der Kinder erscheint deshalb eine um ca. Fr. 240.00 erhöhte 

Leistungsfähigkeit des Ehemanns als ausreichend, um den Entscheid aus dem Jahr 

2014 abzuändern und den aktuellen Verhältnissen anzupassen. Ist eine Abänderung 

gerechtfertigt, sind alle massgebenden Berechnungsparameter zu aktualisieren (vgl. 

BGE 137 III 604 E. 4.1.1).

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	Entscheid Kantonsgericht, 16.09.2020
	Art. 179 ZGB, Art. 286 Abs. 2 ZGB: Bei knappen Verhältnissen (Mankosituation der unterhaltsberechtigten Kinder) rechtfertigt auch eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Pflichtigen um 5% die Abänderung des Kindesunterhalts (Kantonsgericht, Einzelrichter im Familienrecht, 16. September 2020, FS.2020.18-EZE2)

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