# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4a01c9a-b078-52a0-83aa-710cc0e40ac6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-05
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 05.12.2016 SK 2016 130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-130_2016-12-05.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 16 130

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 5. Dezember 2016

Besetzung Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.),
Obergerichtssuppleantin Krieger, Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Hiltbrunner

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

C.________ 
vertreten durch Fürsprecher D.________

Strafklägerin

E.________
vertreten durch Fürsprecherin F.________

Straf- und Zivilklägerin

und

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern,
Sozialamt, Rathausgasse 1, 3011 Bern

Zivilklägerin

2

Gegenstand Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Nötigung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 12. November 2015 
(PEN 2014 286)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht) hat am 12. November 2015 
folgendes Urteil gefällt (pag. 963 ff.):
I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen Drohung, angeblich mehrfach begangen in der Zeit von August 2008 bis Januar 2009 in der Tür-
kei z.N. von C.________;

2. wegen Tätlichkeiten, angeblich mehrfach begangen wie folgt:

2.1. in der Zeit von November 2009 bis März 2010 in Koppigen z.N. von C.________;

2.2. am 22.02.2011 in Lyssach z.N. von C.________;

3. wegen Tätlichkeiten, evtl. einfacher Körperverletzung, angeblich mehrfach begangen wie folgt:

3.1. in der Zeit von Juni 2014 und ca. Oktober 2014 in Thun, Lerchenfeld oder anderswo z.N. von 
G.________;

3.2. ca. im September 2014 in Steffisburg, Thun oder anderswo z.N. von G.________;

4. wegen Pornografie, angeblich begangen am 10.12.2011 in Herzogenbuchsee z.N. von E.________;

5. wegen Widerhandlungen gegen das BetmG, angeblich mehrfach begangen in der Zeit von 25.08.2010 
bis 03.03.2011 durch wiederholten Kauf, Besitz und Konsum von unbekannten Mengen Marihuana;

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Nötigung, evtl. versucht, evtl. Drohung, angeblich mehrfach begangen wie folgt: 

1. ca. im Oktober 2014 in Olten bzw. zwischen Olten und Thun z.N. von G.________; 

2. ca. im Oktober 2014 in Thun z.N. von G.________;

3. am 29.12.2014 und in den Tagen/Wochen zuvor in Thun, Steffisburg, Lützelflüh und anderswo z.N. von 
G.________;

4. in der Zeit von ca. Juni 2014 bis Dezember 2014 in Thun, Steffisburg, Lützelflüh und anderswo z.N. von 
G.________;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden Verfahrenskosten von CHF 500.00 an den Kanton 
Bern.

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine anteilsmässige Ent-
schädigung von CHF 1‘000.00 ausgerichtet. 

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen wie folgt:

1.1. im März/April 2011 in Lyssach z.N. von E.________;

1.2. in der Zeit von August/September 2011 bis Oktober 2011 in Herzogenbuchsee wiederholt z.N. von 
E.________;

4

2. der sexuellen Nötigung, begangen im März/April 2011 in Lyssach z.N. von E.________;

3. der Nötigung, mehrfach, teilweise versucht begangen wie folgt:

3.1. am 22.02.2011 in Lyssach z.N. von C.________;

3.2. am 27.02.2011 in Lyssach z.N. von C.________;

3.3. am 01.03.2011 in Lyssach z.N. von C.________;

3.4. in der Zeit von ca. Juni/Juli 2011 bis Dezember 2011 in Herzogenbuchsee wiederholt z.N. von 
E.________;

3.5. am 10.12.2011 in Herzogenbuchsee z.N. von E.________ (Versuch);

3.6. in der Zeit von Juni 2014 bis Dezember 2014 in Thun, Steffisburg und Lützelflüh wiederholt z.N. 
von G.________ (Versuch);

4. der Drohung, begangen in der Zeit von November 2009 bis März 2010 in Koppigen z.N. von 
C.________;

5. der einfachen Körperverletzung, begangen am 29.12.2014 in Lützelflüh z.N. von G.________;

6. der Tätlichkeiten, mehrfach begangen wie folgt:

6.1. ca. im Oktober 2014 in Olten, Thun bzw. auf der Strecke Olten-Thun z.N. von G.________;

6.2. am 29.12.2014 zwischen Hasle und Lützelflüh bzw. in Lützelflüh z.N. von G.________;

7. des Diebstahls, mehrfach begangen wie folgt:

7.1. im Sommer 2010 in Hasle bei Burgdorf z.N. von H.________ (DB: mind. CHF 350.00);

7.2. in der Nacht vom 08./09.04.2010 in Koppigen zusammen mit I.________ und J.________ z.N. von 
K.________ (DB: CHF 3‘305.00);

8. des Hausfriedensbruchs, begangen in der Nacht vom 08./09.04.2010 in Koppigen zusammen mit 
I.________ und J.________ z.N. von K.________;

9. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen wie folgt:

9.1. im Sommer 2010 in Burgdorf, Lyssach und andernorts durch Besitz einer Pistole (Modell EP 452, 
Kaliber 22, ‘long rifle‘, SN: 005697) sowie eines Magazins mit 5 Patronen ohne Berechtigung;

9.2. im Sommer 2010 in Koppigen und andernorts durch Besitz und Übertragung eines Gewehrs 
„Pump Action“ sowie zugehöriger Munition ohne Berechtigung,

und in Anwendung der 

Art. 19 Abs. 2, 22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1 und 2, 56, 63, 106, 123 Ziff. 2, 126 Abs. 2 lit. c, 139 Ziff. 1, 180 
Abs. 2 lit. b, 181, 186, 189 Abs. 1, 190 Abs. 1 StGB; 

Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5, 8 Abs. 1, 12, 15 Abs. 1, 17 Abs. 1, 33 Abs. 1 lit. a WG;

Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten.

Die Polizeihaft von total 2 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

Es wird eine ambulante therapeutische Behandlung angeordnet. 

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 1‘000.00, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der regionalen Staats-
anwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 15.06.2015. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 10 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 29‘300.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtlichen Vertretungen) von CHF 66‘674.65, ins-
gesamt bestimmt auf CHF 95‘974.65 (ohne Kosten für die amtlichen Vertretungen auf CHF 43‘678.25).

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

5

CHF 18'800.00
Gebühren des Gerichts CHF 10'500.00
Total CHF 29'300.00

Gebühren der Untersuchung

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

IV.

1. Das Widerrufsverfahren gegen A.________ wird eingestellt.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ auferlegt.

V.

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche 
Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 108.00 200.00 CHF 21'600.00

CHF 115.60
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 21'715.60 CHF 1'737.25

CHF 300.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 23'752.85

volles Honorar CHF 27'000.00
CHF 115.60

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 27'115.60 CHF 2'169.25
CHF 300.00

Total CHF 29'584.85

nachforderbarer Betrag CHF 5'832.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
mit CHF 23‘752.85. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 5‘832.00 zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 
StPO).

Auslagen der Untersuchung CHF 733.95
Entschädigung für Zeugen CHF 20.00
Kosten für das Gutachten CHF 11'124.30
Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 23'752.85
Kosten der uR von Frau Struchen (vgl. Tabelle) CHF 13'484.90
Kosten der uR von Frau Döner (vgl. Tabelle) CHF 15'058.65
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 2'500.00
Total CHF 66'674.65

6

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Fürsprecher D.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 59.50 200.00 CHF 11'900.00

CHF 586.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 12'486.00 CHF 998.90

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 13'484.90

volles Honorar CHF 14'875.00
CHF 586.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 15'461.00 CHF 1'236.90
CHF 0.00

Total CHF 16'697.90

nachforderbarer Betrag CHF 3'213.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ mit CHF 13‘484.90. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche 
Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen 
befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, C.________ zuhanden von Fürsprecher D.________ als Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen Honorar 
CHF 3‘213.00 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Fürsprecher D.________ hat in diesem Umfang ge-
genüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

3. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
E.________ durch Fürsprecherin F.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 63.00 200.00 CHF 12'600.00

CHF 1'343.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 13'943.20 CHF 1'115.45

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 15'058.65

volles Honorar CHF 15'750.00
CHF 1'343.20

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 17'093.20 CHF 1'367.45
CHF 0.00

Total CHF 18'460.65

nachforderbarer Betrag CHF 3'402.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin F.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
E.________ mit CHF 15‘058.65. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche 
Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen 
befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, E.________ zuhanden von Fürsprecherin F.________ als Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen Honorar 
CHF 3‘402.00 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Fürsprecherin F.________ hat in diesem Umfang ge-
genüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

7

VI.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und Art. 49 OR sowie Art. 126 StPO ohne Ausscheidung von Kos-
ten auf den Zivilpunkt weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 699.40 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit 18.08.2011 an die Straf- und 
Zivilklägerin E.________.

2. Zur Bezahlung von CHF 20‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit 18.08.2011 an die Straf- und 
Zivilklägerin E.________.

3. Zur Bezahlung von CHF 1‘500.00 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit 20.04.2015 an die Zivilkläge-
rin Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern.

VII.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- 1 Pistole, Modell EP 452, Kaliber 22, ‘long rifle‘, SN: 005697;

- 1 Magazin mit fünf Patronen;

- 1 Messer (Fire Fighter);

- Ca. 5.7 Gramm Marihuana.

2. Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN-Nr. .________ und PCN-Nr. .________) 
ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist nach 
Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verord-
nung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

Am 18. November 2015 berichtigte das Regionalgericht Emmental-Oberaargau das Urteil 
vom 12. November 2015 wie folgt (pag. 975 ff.):
[…]
III.
[…]
verurteilt:
1. […]
2. […]
3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 

CHF 29'300.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtlichen Vertretungen) von CHF 67'754.65, insge-
samt bestimmt auf CHF 97'054.65 (ohne Kosten für die amtlichen Vertretungen auf CHF 43'678.25).
Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

CHF 18'800.00
Gebühren des Gerichts CHF 10'500.00
Total CHF 29'300.00

Gebühren der Untersuchung

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

8

IV.
[…]

V.

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche 
Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 108.00 200.00 CHF 21'600.00

CHF 1'115.60
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 22'715.60 CHF 1'817.25

CHF 300.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 24'832.85

volles Honorar CHF 27'000.00
CHF 1'115.60

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 28'115.60 CHF 2'249.25
CHF 300.00

Total CHF 30'664.85

nachforderbarer Betrag CHF 5'832.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 24‘832.85. 
A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 5‘832.00 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).
[…]

2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und 
im Auftrag von A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) am 18. November 2016 
form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 986). Nach Zustellung der schriftlichen 
Urteilsbegründung mit Verfügung vom 8. April 2016 (pag. 1123 f.) reichte Rechts-
anwalt B.________ am 28. April 2016 frist- und formgerecht die Berufungser-
klärung ein (pag. 1138 ff.). Er beschränkte die Berufung auf die Schuldsprüche be-
züglich Vergewaltigung, mehrfach begangen, und sexuelle Nötigung (Ziffer III.1. 
und III.2. des Urteils) sowie bezüglich Nötigung, mehrfach, teilweise versucht be-
gangen (Ziffer III.3. des Urteils). Weiter focht er das Urteil in Bezug auf die Bemes-
sung der Strafe, die Zivilklagen und die Kostenfolgen an. Die Generalstaatsanwalt-
schaft teilte mit Schreiben vom 9. Mai 2016 mit, sie erkläre weder Anschlussberu-
fung noch werde Nichteintreten auf die Berufung beantragt (pag. 1148 f.). Mit Ein-

Auslagen der Untersuchung CHF 733.95
Entschädigung für Zeugen CHF 20.00
Kosten für das Gutachten CHF 11'124.30
Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 24'832.85
Kosten der uR von Frau Struchen (vgl. Tabelle) CHF 13'484.90
Kosten der uR von Frau Döner (vgl. Tabelle) CHF 15'058.65
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 2'500.00
Total CHF 67'754.65

9

gabe vom 26. Mai 2016 verzichtete Fürsprecher D.________ im Namen der Straf-
klägerin C.________ ebenfalls auf Anschlussberufung. Fürsprecherin F.________, 
Vertreterin der Straf- und Zivilklägerin E.________, teilte mit Eingabe vom 30. Mai 
2016 mit, sie erkläre keine Anschlussberufung und aus Sicht der Privatklägerschaft 
würden keine Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung vorliegen (pag. 1156). 
Die Zivilklägerin Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) liess 
sich innert Frist nicht vernehmen. Am 1. Dezember 2016 fand die Berufungsver-
handlung statt (pag. 1283 ff.).

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete namens und im Auftrag des Be-
schuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung vom 1. Dezember 2016 folgende 
Anträge (pag. 1294):
1. In Abänderung von Ziffer III.1 des Urteilsdispositivs sei der Berufungsführer freizusprechen vom 

Vorwurf der Vergewaltigung, mehrfach begangen, z.N. von E.________. 
2. In Abänderung von Ziffer III.2 des Urteilsdispositivs sei der Berufungsführer freizusprechen vom 

Vorwurf der sexuellen Nötigung z.N. von E.________. 
3. In Abänderung von Ziffer III.3.1, III.3.2 und III.3.3 des Urteilsdispositivs sei der Berufungsführer 

nicht wegen Nötigung sondern wegen Drohung z.N. von C.________ schuldig zu sprechen. 
4. In Abänderung von Ziffer III.3.4 und III.3.5 des Urteilsdispositivs sei der Berufungsführer freizu-

sprechen vom Vorwurf der Nötigung, teilweise versucht begangen, z.N. von E.________. 
5. In Abänderung von Ziffer III.3.6 des Urteilsdispositivs sei der Berufungsführer freizusprechen 

vom Vorwurf der versuchten Nötigung z.N. von G.________. 
6. Das Strafmass sei zu reduzieren und der Berufungsführer sei insgesamt zu einer Geldstrafe von 

334 Tagessätzen zu verurteilen, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 2 
Tagen. 
Es sei zudem eine ambulante therapeutische Behandlung anzuordnen und der Vollzug der Frei-
heitsstrafe sei zugunsten der Massnahme aufzuschieben. 

7. In Abänderung von Ziffer VI des Urteilsdispositivs seien die Zivilklagen abzuweisen. 
8. Für die beantragten Freisprüche sei eine angemessene Entschädigung festzusetzen. 
9. Die noch nachzureichende Kostennote für die amtliche Verteidigung sei gerichtlich zu genehmi-

gen.

Die Generalstaatsanwaltschaft, vertreten durch L.________, stellte an der Beru-
fungsverhandlung folgende Anträge (pag. 1296 f.):
I.
Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 12. November 

2015 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 
1. der Einstellung des Strafverfahrens mitsamt Kosten- und Entschädigungspunkt gemäss Urteils-

dispositiv Ziff. I.;
2. der Freisprüche mitsamt Kosten- und Entschädigungspunkt gemäss Urteilsdispositiv Ziff. Il.; 
3. der Schuldsprüche gemäss Urteilsdispositiv Ziff. Ill. 4. - 9.;
4. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'000.00 als Zusatzstrafe zum Strafbefehl 

der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 15. Juni 2015 (Ersatzfreiheits-
strafe 10 Tage); 

5. der Einstellung des Widerrufsverfahrens mitsamt Kostenpunkt gemäss Urteilsdispositiv Ziff. IV.;

10

6. der Einziehung gemäss Urteilsdispositiv Ziff. VII. 1.
II.
A.________ sei schuldig zu erklären: 
1. der Vergewaltigung, begangen z.N. von E.________ 

1.1. im März/April 2011 in Lyssach; 
1.2. mehrfach in der Zeit von August/September 2011 bis Oktober 2011 in Herzogen-

buchsee;
2. der sexuellen Nötigung, begangen im März/April 2011 in Lyssach z.N. von E.________; 
3. der Nötigung, begangen 

3.1. am 22. Februar 2011 in Lyssach z.N. von C.________;
3.2. am 27. Februar 2011 in Lyssach z.N. von C.________;
3.3. am 1. März 2011 in Lyssach z.N. von C.________;
3.4. mehrfach in der Zeit von ca. Juni/Juli 2011 bis Dezember 2011 in Herzogenbuchsee 

z.N. von E.________; 
3.5. am 10. Dezember 2011 in Herzogenbuchsee z.N. von E.________ (Versuch); 
3.6. mehrfach in der Zeit von Juni 2014 bis Dezember 2014 in Thun, Steffisburg und 

Lützelflüh z.N. von G.________ (Versuch); 

und er sei deswegen sowie gestützt auf die rechtkräftigen Schuldsprüche 
zu verurteilen: 
1. zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten, abzüglich 2 Tage Polizeihaft und unter Anordnung ei-

ner ambulanten psychotherapeutischen Behandlung. 
2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten erster Instanz und zu den gesamten Verfahrenskos-

ten oberer Instanz (inkl. eine Gebühr von CHF 600.00 gemäss Art. 21 VKD).

Die von Fürsprecherin F.________ namens und im Auftrag der Straf- und Zivilklä-
gerin gestellten Anträge lauten wie folgt (pag. 1298 f.):
1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 12. No-

vember 2015 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als das Verfahren gegen A.________ wegen 
Pornografie, angeblich begangen am 10.12.2011 z.N. von E.________, ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt wurde.

2. A.________ sei schuldig zu erklären 
2.1 der Vergewaltigung, mehrfach begangen 
2.1.1 im März/April 2011 in Lyssach z.N. von E.________ (Ziff. I.B.4.1 AKS I bzw. Ziff. 

III.1.1 des angefochtenen Urteils); 
2.1.2 von August/September 2011 bis Oktober 2011 in Herzogenbuchsee wiederholt zN 

von E.________ (Ziff. I.B.4.2 AKS I bzw. Ziff. I1I.1.2 des angefochtenen Urteils); 
2.2 der sexuellen Nötigung, begangen im März/April 2011 in Lyssach z.N. von E.________ (Ziff. 

I.B.4.1 AKS I bzw. Ziff. I11.2 des angefochtenen Urteils); 
2.3 der Nötigung, mehrfach, und teilweise versucht begangen 
2.3.1 von ca. Juni /Juli 2011 bis Dezember 2011 in Herzogenbuchsee wiederholt z.N .von 

E.________ (Ziff. I.B.5 AKS I bzw. Ziff. III.3.4 des angefochtenen Urteils); 
2.3.2 am 10.12.2011 in Herzogenbuchsee zN von E.________ (Versuch; Ziff. I.B.6 AKS I 

bzw. Ziff. II1.3.5 des angefochtenen Urteils).
3. A.________ sei streng zu bestrafen. 
4. A.________ sei zu verurteilen

11

4.1 zur Bezahlung von CHF 699.40 Schadenersatz, zuzüglich 5% Zins seit 18.08.2011 an 
E.________; 

4.2 zur Bezahlung von CHF 20'000.00 Genugtuung, zuzüglich 5% Zins seit 18.08.2011 an 
E.________; 

4.3 zu den erst- und den oberinstanzlichen Verfahrenskosten; 
4.4 zu den erst- und den oberinstanzlichen Parteikosten von E.________ gemäss Kostennoten. 

5. Das amtliche Honorar der amtlichen Anwältin von E.________ sei gestützt auf die eingereichten 
Honorarnoten gerichtlich zu bestimmen, unter Vorbehalt der gesetzlichen Rück- und Nachzah-
lungspflichten des Beschuldigten.

Fürsprecher D.________ beantragte namens und im Auftrag der Strafklägerin Fol-
gendes (pag. 1300):
1. Die Berufung sei – soweit die erstinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Ziffern III. 3.1. bis 3.3. 

des Urteils wegen Nötigung zum Nachteil der Privatklägerin C.________ betreffend – kostenfäl-
lig abzuweisen.

2. Der Berufungsführer sei zur Tragung der oberinstanzlichen Interventionskosten der Privatkläge-
rin gemäss beiliegender Kostennote zu verurteilen.

3. Weiter sei zu verfügen:
Das Honorar der amtlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin sei gemäss Kostennote zu be-
stimmen und das amtliche Honorar zufolge voraussehbarer Uneinbringlichkeit der Prozessent-
schädigung gemäss Art. 138 Abs. 2 StPO durch den Staat zu entrichten.

Die GEF verzichtete mit Eingabe vom 30. Juni 2016 auf das Stellen von Anträgen 
im Berufungsverfahren (pag. 1207).

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat seine Berufung beschränkt, womit die nicht angefochtenen 
Punkte des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind. Dies betrifft fol-
gende Punkte des erstinstanzlichen Dispositivs (pag. 963 ff.):

- Ziffer I.: Einstellungen
- Ziffer II.: Freisprüche
- Ziffer III.4.-9.: Schuldsprüche wegen Drohung, mehrfacher Tätlichkeiten, 

mehrfachen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und mehrfacher Widerhand-
lungen gegen das Waffengesetz

- Ziffer III.: Verurteilung zu einer Übertretungsbusse und Anordnung einer 
ambulanten therapeutischen Behandlung

- Ziffer IV.: Einstellung des Widerrufsverfahrens
- Ziffer VII.: Verfügung betreffend Einziehung von Gegenständen zur Vernich-

tung.

Von der Kammer zu überprüfen sind damit noch die Schuldsprüche wegen mehrfa-
cher Vergewaltigung, sexueller Nötigung und mehrfacher, teilweise versuchter 
Nötigung (Ziffer III.1.-3. des Urteilsdispositivs) sowie die Strafzumessung, der Zivil-
punkt und die Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Der Rechtsmittelinstanz kommt im Berufungsverfahren volle Kognition zu (Art. 398 
Abs. 3 StPO). Sie hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochtenen 
Punkte umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 der Strafprozessordnung [StPO; 

12

SR 312.0]). Da die Berufung nur zu Gunsten des Beschuldigten ergriffen wurde, ist 
die Kammer an das Verschlechterungsverbot nach Art. 391 Abs. 2 StPO gebun-
den.

5. Beweisanträge und oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 28. April 2016 beantragte Rechtsanwalt B.________ 
eine Zeugeneinvernahme von M.________ und die Einholung eines Berichts über 
den Verlauf der Therapie des Beschuldigten bei N.________ (pag. 1140). Die übri-
gen Parteien beantragten allesamt die Abweisung des Antrags auf Einvernahme 
von M.________ und hatten keine Einwände gegen die Einholung des Therapie-
verlaufsbericht (pag. 1149; pag. 1153; pag. 1156). Mit Verfügung vom 3. Juni 2016 
wies die Verfahrensleitung den Beweisantrag auf nochmalige Einvernahme von 
M.________ ab und hiess den Antrag auf Einholung eines Therapieverlaufsberichts 
gut. Von Amtes wegen verfügte sie die Einholung eines aktuellen Strafregisteraus-
zuges und eines Leumundsberichts des Beschuldigten (pag. 1159).

Am 23. November 2016 verfügte die Verfahrensleitung als Beweisergänzung die 
Durchführung einer Einvernahme mit der Straf- und Zivilklägerin E.________, wo-
bei der Beschuldigte die Möglichkeit erhalten sollte, zu deren Aussagen Stellung zu 
nehmen (pag. 1232). Mit Eingabe vom 28. November 2016 stellte Rechtsanwalt 
B.________ den Beweisantrag, die eingereichte SMS-Zusammenstellung mit 
Nachrichten der Straf-und Zivilklägerin E.________ an den Beschuldigten sei zu 
den Akten zu erkennen (pag. 1241). Mit Beschluss anlässlich der Berufungsver-
handlung vom 1. Dezember 2016 wurde der Beweisantrag von Rechtsanwalt 
B.________ gutgeheissen und die SMS-Ausdrucke zu den Akten erkannt (pag. 
1286). Ebenso wurden die weiteren von Rechtsanwalt B.________ ins Recht ge-
legten Unterlagen (Laborberichte und Einsatzvertrag des Beschuldigten) zu den 
Akten erkannt (pag. 1286).

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung

6. Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat ihr Urteil sehr ausführlich und stichhaltig begründet. Soweit die 
Kammer den Argumenten der Vorinstanz folgt, kann daher an zahlreichen Stellen 
auf deren Urteilsbegründung verwiesen werden. Die nachfolgenden Ausführungen 
sind teils als Ergänzung und teils als Wiederholung der vorinstanzlichen Erwägun-
gen zu verstehen.

Auf die bereits rechtskräftigen Schuldsprüche geht die Kammer an dieser Stelle 
nicht mehr ein. Es wird diesbezüglich vollumfänglich auf die Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen. Soweit sich mit Blick auf die Strafzumessung Ergänzungen 
und/oder Präzisierungen aufdrängen, erfolgen diese unmittelbar an den entspre-
chenden Stellen der die Strafzumessung betreffenden Erwägungen der Kammer.

Die nachfolgenden Erwägungen sind wie folgt aufgebaut: Nach einer kurzen Über-
sicht über die Beweismittel folgen generelle Ausführungen zur Person und dem all-
gemeinen Aussagenverhalten des Beschuldigten. Hiernach wird eine Gliederung 

13

nach den Vorwürfen der drei weiblichen Opfer des Beschuldigten vorgenommen. 
Bezüglich der einzelnen Opfer ist vorab auf deren Person und Aussagen einzuge-
hen. Es ist sodann die Beweiswürdigung zu den einzelnen Vorwürfen vorzuneh-
men, auf welche jeweils unmittelbar die dazugehörige rechtliche Würdigung folgt. 

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
wird ebenfalls auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 1015 
ff. = S. 20 ff. der Urteilsbegründung).

7. Beweismittel

Die zu beurteilenden Vorwürfe gegen den Beschuldigten beruhen in erster Linie auf 
den Aussagen der drei weiblichen Opfer ([Ex-]Partnerinnen des Beschuldigten): 
E.________, C.________ und G.________. Die Aussagen des Beschuldigten wi-
dersprechen den Aussagen der Frauen weitgehend. Eine, wie bereits von der Vor-
instanz vorgenommene, eingehende Analyse der Persönlichkeit und der Aussagen 
der Parteien drängt sich folglich auf. Neben den Aussagen der Parteien liegen 
Aussagen von Zeugen und Auskunftspersonen sowie einige objektive Beweismittel, 
wie das Gutachten oder Arztberichte, vor, die gewisse Aussagen der beteiligten 
Personen stützen und als Indizien dienen.

Vor oberer Instanz kamen noch wenige Beweismittel dazu, welche neu in die Be-
weiswürdigung miteinzubeziehen sind. So wurden insbesondere Ausdrucke von 
SMS, welche von E.________ verfasst und vom Beschuldigten ins Recht gelegt 
wurden, zu den Akten erkannt (vgl. oben Ziffer I.5.). Auf die SMS wird in den nach-
folgenden Erwägungen noch einzugehen sein. Bereits vorab hält die Kammer al-
lerdings fest, dass der Beweiswert dieser SMS nur gering sein kann. Gemäss Aus-
sage des Beschuldigten soll ihm E.________ im Zeitraum von November 2011 bis 
April 2012 über 200 SMS geschrieben haben (pag. 1293). Hiervon wurde aber nur 
eine kleine willkürliche Auswahl eingereicht. Ausserdem blieben die dazugehörigen 
SMS des Beschuldigten der Kammer vorenthalten. Auf die Erhebung des gesam-
ten SMS-Verkehrs zwischen E.________ und dem Beschuldigten hat die Kammer 
jedoch in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet, da davon ausgegangen werden 
musste, dass dies an der Würdigung der bereits abgenommenen Beweise nichts 
mehr ändern würde. Vor oberer Instanz wurde sodann nochmals eine Einvernahme 
mit E.________ durchgeführt (pag. 1288 ff.), wodurch sich die Kammer einen un-
mittelbaren persönlichen Eindruck von ihr verschaffen konnte.

8. Allgemeines zu Person und Aussagen des Beschuldigten

Es ist vorab auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen 
(pag. 1037-1041 = S. 42-46 der Urteilsbegründung), denen sich die Kammer voll-
umfänglich anschliesst.

Im forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. med. O.________ vom 24. Sep-
tember 2014 wurde dem Beschuldigten für den Tatzeitraum folgende Diagnose ge-
stellt (pag. 867): Narzisstisch-selbstbezogene, emotional instabile und unreife Per-
sönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1), die möglicherweise bereits die Schwelle 
zu einer lebensgeschichtlich überdauernden kombinierten Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F61.0) überschritten habe. Hierdurch seien zwar weniger die Sozialanpas-

14

sung und die allgemeine soziale und berufliche Leistungsfähigkeit des Beschuldig-
ten, jedoch seine Fähigkeit zur reifen Beziehungsgestaltung und zur adäquaten 
Konfliktlösung im partnerschaftlich-intimen Kontext erheblich beeinträchtigt. Dem 
Therapiebericht von N.________ vom 4. November 2016 (pag. 1215 ff.) ist unter 
anderem zu entnehmen, dass der behandelnde Psychiater beim Beschuldigten 
leicht eingeschränkte kognitive Fähigkeiten, eine dissoziale Grundhaltung und 
reichlich kognitive Verzerrungen festgestellt hat (pag. 1216).

Die ärztlichen Feststellungen passen zu den Angaben der drei (Ex)-Partnerinnen 
des Beschuldigten und zu seinem Aussageverhalten im vorliegenden Strafverfah-
ren. Die vielfach übereinstimmenden Aussagen der drei Frauen, soweit diesen ge-
folgt werden kann, zeichnen ein klares Bild der Verhaltensmuster des Beschuldig-
ten im Umgang mit Frauen, die mit ihm eine Beziehung oder ein Verhältnis haben. 
Er ist krankhaft eifersüchtig, kontrolliert die Frauen, isoliert sie von ihrem sozialen 
Umfeld, schüchtert sie ein, erteilt ihnen Handlungsanweisungen, deren Nichtbefol-
gen bestraft wird, und übt so Macht aus. Verschiedentliche von den Opfern ge-
schilderte Gewaltvorfälle standen im Zusammenhang mit der Eifersucht des Be-
schuldigten. C.________ warf er am 22. Februar 2011 vor, während der Trennung 
ein Verhältnis mit einem anderen Mann gehabt zu haben (pag. 161). E.________ 
schilderte einen Vorfall im März/April 2011, wo es um das Geburtsdatum ihres Ex-
Freundes gegangen sein soll (pag. 123 Z. 301 f.). Sehr anschaulich schilderte so-
dann auch G.________ die Eifersucht des Beschuldigten (Akten Zusatzanklage 
[ZA] pag. 52 Z. 36 ff.). Am Tag der Strafanzeige von G.________ hatte sie dem 
Beschuldigten mitgeteilt, dass sie geschieden ist. Er schrieb C.________ und auch 
E.________ vor, was sie anziehen dürfen (E.________: pag. 121 Z. 192 f., pag. 
122 f. Z. 268 ff.; pag. 149 Z: 516, pag. 635 Z. 23. ff. und Z. 36 ff.; betreffend 
C.________ Aussagen ihrer Mutter pag. 217 Z. 111 ff. und des Beschuldigten pag. 
644 Z. 39 ff.). Sie sollten keinem anderen Mann gefallen. Alle drei Frauen distan-
zierten sich in der Zeit, als sie mit dem Beschuldigten zusammen waren, stark von 
ihrem Umfeld (E.________: Aussage P.________ pag. 183 Z. 17 ff., G.________: 
Aussage Mutter ZA pag. 104 Z. 23 ff.). C.________ nahm er mit in die Türkei, um 
sie für sich alleine zu haben. Ihre Eltern wussten damals gemäss Aussage des Va-
ters von Frau C.________ nicht, wo sich ihre Tochter befindet und suchten nach ihr 
(pag. 223 Z. 121 ff.). Den Akten sind zahlreiche weitere Beispiele zu entnehmen, 
die dieses Beziehungsverhalten des Beschuldigten bestätigen.

Es gelang dem Beschuldigten mit seinem Verhalten jeweils, ein Abhängigkeitsver-
hältnis der Frauen zu kreieren. Er wusste, wie er sie für sich gewinnen und dazu 
bringen konnte, in seinem Sinne zu handeln. So erstaunt es auch nicht, dass alle 
drei Frauen trotz der von ihnen gegen den Beschuldigten erhobenen schwerwie-
genden Vorwürfen ein von aussen nicht leicht verständliches und nachvollziehba-
res, hoch ambivalentes Verhalten an den Tag legten. Von C.________ ist eine ge-
zeichnete Liebeserklärung aktenkundig, die sie noch im Februar 2011 erstellte, als 
sie und der Beschuldigte kein Paar mehr waren (pag. 236). Sie sagte aus, so ein 
bisschen habe sie halt doch noch etwas vom Beschuldigten gewollt (pag. 173 Z. 
280 f.). Sie sei damals hin und her gerissen gewesen (pag. 168 Z. 76 f.). Nachdem 
E.________ im Dezember 2011 Anzeige gegen den Beschuldigten erstattet hatte, 
hatte sie wieder Kontakt zu ihm und es kam auch zu Geschlechtsverkehr (pag. 139 

15

Z. 157 ff.). In ihrer Einvernahme vom 27. Januar 2011 zog sie die Vorwürfe gegen 
den Beschuldigten vorerst weitgehend zurück (pag. 127 ff.). Auch G.________ 
passte ihre Aussagen in ihrer zweiten Einvernahme vom 7. Januar 2015 zu Guns-
ten des Beschuldigten an (ZA pag. 59 ff.). Mit ihr ist der Beschuldigte heute noch in 
einer Beziehung. Sie erschien mit ihm zur Berufungsverhandlung (pag. 1284). Die 
von den drei Frauen an den Tag gelegte Ambivalenz ist nicht untypisch für Opfer 
von häuslicher Gewalt (vgl. zum Opfertypus «ambivalente Bindung»: Eidgenössi-
sches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann [EBG], Häusliche Gewalt – 
Informationsblatt Nr. 3, Gewaltspirale, Täter/-innen und Opfertypologien: Konse-
quenzen für Beratung und Intervention, 2012, S. 6, <htt-
ps://www.ebg.admin.ch/ebg/de/home/dokumentation/publikationen/publikationen-
zu-gewalt/informationsblaetter-haeusliche-gewalt.html> [besucht am 19. Januar 
2017]).

Das unsägliche Aussageverhalten des Beschuldigten wird bereits von der Vorin-
stanz ausführlich gewürdigt (pag. 1039 ff. = S. 44 ff. der Urteilsbegründung). Aus-
sageanalytische Lügensymbole sind zahlreich. Er gab meist nur Fehlverhalten zu, 
soweit ihm dieses eindeutig nachgewiesen werden konnte. Eingeständnisse waren 
vielfach taktisch geprägt: So gab er hin und wieder eine Ohrfeige (Tätlichkeit) zu, 
bestritt aber den Rest. Es sind an dieser Stelle lediglich ein paar wenige von vielen 
Aussagebeispielen zu erwähnen. Nachdem der Beschuldigte zunächst behauptet 
hatte, es sei E.________s Idee gewesen, die Sex-Videos von sich selbst ins Inter-
net zustellen (pag. 267 Z. 28), und er in der nächsten Einvernahme nicht mehr wis-
sen wollte, wie die Videos ins Internet gelangt sind und gar vermutete, E.________ 
hätte die Videos selbst online gestellt (pag. 297 Z. 385 ff.), gab er schliesslich in 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu, die Videos ohne Wissen von 
E.________ ins Internet gestellt zu haben (pag. 649 Z. 24). Er habe das gemacht, 
weil E.________ ihm gedroht habe, dass er seine Tochter nicht mehr sehen werde 
und aus der Lehre geworfen würde (pag. 649 Z. 24 ff.). Auf Frage, warum er von 
diesen Drohungen vorher nichts gesagt habe, antwortete er, dass er Angst gehabt 
habe (pag. 649 Z. 41 ff.). Eine plausible Erklärung, weshalb er Angst hatte, blieb 
jedoch aus. In seiner Einvernahme vom 2. Dezember 2013 gab der Beschuldigte 
zu, E.________ am Bahnhof Burgdorf mit einem Schlagring nachgerannt zu sein 
(pag. 301 Z. 539). Auf Frage, weshalb er dies getan habe, meinte er, er habe nichts 
mehr mit E.________ zu tun haben wollen; er habe damals mehrere Frauen und 
ein schönes Leben gehabt (pag. 301 Z. 541 ff.). Im Gegensatz dazu sagte er später 
noch in derselben Einvernahme, es hätte überhaupt keine Gewaltvorfälle mit 
E.________ geben (pag. 302 Z. 572), und als Grund für eine mögliche Falschbe-
lastung durch E.________ gab er an, er sei einer, der wenig Interesse an Frauen 
gezeigt habe (pag. 304 Z. 651). Ein weiteres Beispiel kann in Bezug zur Anzeige 
von G.________ erwähnt werden. So sagte er in der Einvernahme vom 29. De-
zember 2014, er habe kein Video gemacht, als G.________ im Bach war (pag. 84 
Z. 106 ff.). In der Folge konnte jedoch das Video auf seinem Mobiltelefon sicherge-
stellt werden (ZA pag. 14). So sagte er dann in seiner Einvernahme vom 24. April 
2015, er habe gefilmt (ZA pag. 88 Z. 33). Auch die Geschichte, weshalb 
G.________ im Bach gelandet sein soll, passte er an. Nachdem sie zuerst ausge-
rutscht und hineingefallen sein soll (ZA pag. 84 Z. 72 ff.), behauptete er später, sie 

16

sei als Liebesbeweis zu ihm durch den Bach gelaufen (ZA pag. 88 Z. 30 ff.). Wie 
die Vorinstanz erachtet auch die Kammer die Aussagen des Beschuldigten als we-
nig glaubhaft.

9. Vorwürfe betreffend E.________

9.1 Allgemeines zu Person und Aussagen von E.________

Es ist vorab vollumfänglich auf die ausführlichen und substantiierten Ausführungen 
der Vorinstanz zur Person und zu den Aussagen von E.________ (pag. 1023 ff. = 
S. 28 ff. der Urteilsbegründung) sowie zur Beziehung von E.________ zum Be-
schuldigten (pag. 1049 f. = S. 54 f. der Urteilsbegründung) zu verweisen. In Ergän-
zung dazu geht die Kammer nochmals auf das von der Verteidigung hervorgeho-
bene widersprüchliche Aussageverhalten von E.________ ein und berücksichtigt 
zusätzlich die neuen, vor oberer Instanz erhobenen Beweismittel.

Die Verteidigung brachte in der Berufungsverhandlung vor, E.________ würde den 
Beschuldigten falsch belasten, weil sie unter Druck ihrer religiösen Familie gestan-
den habe, wütend über die Sexvideos von ihr im Internet und enttäuscht über die 
missglückte Schwangerschaft gewesen sei (pag. 1295). Die Vorinstanz habe die 
Aussagen von E.________ vom 27. Januar 2012 zu Unrecht nicht gewürdigt, da 
sie sie für falsch hielt (pag. 1294).

E.________ erschien am 13. Dezember 2011 in Begleitung von M.________ auf 
der Polizeiwache und wollte den Beschuldigten wegen sexueller Nötigung anzeigen 
(pag. 38). In der Folge machte sie am 16. Dezember 2011 bei der Polizei Aussa-
gen, die den Beschuldigten stark belasteten (pag. 117 ff.). Rund einen Monat 
später, am 13. Januar 2012, meldete sich E.________ telefonisch bei der Polizei 
und ersuchte um Rückzug der Anzeige gegen den Beschuldigten, worauf sie am 
27. Januar 2012 nochmals einvernommen wurde (pag. 41). Anlässlich dieser Ein-
vernahme gab E.________ an, mit Ausnahme der Sache mit den Videos habe sie 
bei ihrer vorherigen Einvernahme gelogen (pag. 129 Z. 72). Im Nachgang an diese 
Einvernahme, als der Vertreter des Beschuldigten nicht mehr anwesend war, sagte 
E.________ gemäss Polizeirapport gegenüber den Polizeibeamten, dass sie so-
eben gelogen habe und die anfänglich erhobenen Anschuldigungen richtig seien 
(pag. 42). In sämtlichen weiteren Einvernahmen, am 6. August 2013 (pag. 135 ff.), 
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 634 ff.) und auch anläss-
lich der Berufungsverhandlung (pag. 1288 ff.) blieb E.________ schliesslich bei ih-
ren ersten Aussagen. Es ist doch äusserst unwahrscheinlich, dass E.________ 
über all die Jahre hinweg in der Lage gewesen wäre, falsche Anschuldigungen ge-
gen den Beschuldigten in dieser Qualität aufrecht zu erhalten. Wie es zu den Aus-
sagen vom 27. Januar 2012 kam, vermochte E.________ nachvollziehbar und 
glaubhaft zu erklären. Sie sagte, nach ihrer Anzeige, habe der Beschuldigte sie an-
gerufen. Sie hätten wieder Kontakt gehabt und er habe sich bei ihr entschuldigt. Er 
habe sie manipulieren können und sie sei wieder zu ihm gegangen. Sie hätten 
dann auch Geschlechtsverkehr gehabt. Er habe ihr gesagt, dass es Konsequenzen 
für sie haben würde, wenn sie weiterhin so «blöd» tue. Als Ausländerin mit einem 
C-Ausweis habe sie hier keine Chance im Verfahren. Sie solle die Anzeige zurück-
ziehen und sie könnten das anders regeln. Er habe ihr auch gesagt, was sie sagen 

17

soll (pag. 139 f. Z. 157 ff.). Ebenso plausibel vermochte sie zu erklären, weshalb 
sie am 27. Januar 2012 erst nach der Einvernahme sagte, dass sie gelogen habe. 
Sie habe gewusst, dass der Vertreter des Beschuldigten, der an der Einvernahme 
anwesend war, diesem danach alles berichten würde und dass der Beschuldigte 
auf sie warten würde (pag. 140 Z. 191 ff.). Damit lag sie denn auch nicht falsch. So 
habe der Beschuldigte sie, sobald sie aus der Einvernahme war, angerufen und ge-
fragt, weshalb sie so geweint und sich so auffällig verhalten habe (pag. 140 Z. 194 
f.). Im Übrigen hat der Beschuldigte auch bei den anderen beiden Opfern zumin-
dest versucht, auf deren Aussagen Einfluss zu nehmen, was der Glaubhaftigkeit 
der Schilderung von E.________ weiter zuträglich ist. Am 6. September 2011, am 
Tag, als C.________ bei der Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen den Beschul-
digten einvernommen wurde, tauchte dieser am Bahnhof Bern auf, wo C.________ 
auf ihren Anwalt wartete, um zur Einvernahme zu fahren (pag. 174 f. Z. 319 ff.). 
Der Beschuldigte hatte sie zuvor bereits angerufen und von ihr verlangt, bei der 
Staatsanwaltschaft zu sagen, es stimme alles nicht (pag. 174 Z. 316). G.________ 
zog wie E.________ in einer zweiten Einvernahme, welche auf ihre Initiative hin 
durchgeführt wurde, die gegen den Beschuldigten zuvor erhobenen Vorwürfe 
mehrheitlich zurück (ZA pag. 59 ff.). Dies tat sie, nachdem sie den Beschuldigten 
wieder getroffen und sich mit ihm versöhnt hatte (vgl. ZA pag. 62 Z. 121 ff.). Der bei 
der Einvernahme von E.________ vom 27. Januar 2012 anwesende sehr erfahre-
ne Polizist Q.________ wurde in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung als Zeuge 
befragt (pag. 624 f.). Er gab an, bei ihm sei während der Einvernahme vom 27. Ja-
nuar 2012 der Eindruck entstanden, dass dies nicht jene Frau E.________ sei, die 
er bei der ersten Einvernahme kennengelernt hatte (pag. 624 Z. 17 f.). Ihre Antwor-
ten auf die Fragen seien im Gegensatz zu den vorherigen Aussagen überlegt und 
nicht flüssig gekommen (pag. 624 Z. 22 f.). Seine Einschätzung sei, dass die Vor-
würfe von E.________ stattgefunden hätten (pag. 625 Z. 23 f.). Die Kammer pflich-
tet sodann der Feststellung der Vorinstanz bei, dass die Aussagen von E.________ 
vom 27. Januar 2012 im Unterschied zu ihren übrigen Aussagen detailkarg, ober-
flächlich und zielgerichtet erscheinen (pag. 1025 = S. 30 der Urteilsbegründung). 
Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht auf die Aussagen 
von E.________ vom 27. Januar 2012 abgestellte, sondern die Beweiswürdigung 
anhand ihrer übrigen Aussagen vorgenommen hat.

Abgesehen von der Einvernahme vom 27. Januar 2012 waren die Aussagen von 
E.________ über all die Jahre hinweg gleichbleibend und glaubhaft. Entgegen der 
Ansicht des Beschuldigten sind keine Gründe für falsche Anschuldigungen gegen 
ihn ersichtlich. Als E.________ sich am 13. Dezember 2011 erstmals bei der Poli-
zei meldete, ging es ihr in erster Linie um die Sexvideos, mit welchen sie der Be-
schuldigte genötigt habe. Sie wollte nicht, dass ihr Vater von den Videoaufnahmen 
erfährt (pag. 120 Z. 146). Daraus ergibt sich aber keine herabgesetzte Glaubhaftig-
keit der Aussagen zu den übrigen Vorfällen. Im Rahmen ihrer ersten Einvernahme 
vom 16. Dezember 2011 schilderte E.________ auf die ihr gestellten Fragen hin, 
was sie mit dem Beschuldigten alles erlebt hat. Die Schilderungen sind nicht chro-
nologisch oder systematisch aufgebaut, sondern wirken spontan und authentisch. 
Es werden zahlreiche Details genannt, die sich wohl kaum jemand einfach so aus-
denken könnte. E.________ hat denn auch nie ausgesagt, der Beschuldigte habe 

18

sie vergewaltigt, sondern schilderte einfach das Vorgefallene. Sie sagte sogar: 
«Durch die Angst habe ich mich sogar zum Sex zwingen lassen. Er hat mich nicht 
vergewaltigt. Er hat jedoch Gewalt angewendet, um mit mir Sex zu haben» (pag. 
124 Z. 349 f.). Oder: «Ich kann nicht sagen, ob es sich dabei um eine Vergewalti-
gung handelt» (pag. 124 Z. 360 f.). Hätte E.________ falsche Anschuldigungen 
gegen den Beschuldigten erhoben, um sich für die Videos oder die erlittene Fehl-
geburt zu rächen, hätte sie wohl selbst von Vergewaltigung gesprochen. Ausser-
dem hätte sie auch keine den Beschuldigten entlastende Momente genannt. So 
antwortete sie auf die Frage, ob der Beschuldigte sie einmal eingesperrt habe, 
dass er nur damit gedroht, sie aber nie eingesperrt habe (pag. 125 Z. 379 f.). Die 
Eltern von E.________ wussten im Zeitpunkt ihrer Strafanzeige von ihrer Schwan-
gerschaft und somit auch von den vorehelichen sexuellen Aktivitäten ihrer Tochter 
(pag. 120 Z. 145 f. und pag. 138 Z. 97 ff.). Der Verdacht des Beschuldigten, dass 
sich E.________ mit der Behauptung, der Sex mit dem Beschuldigten sei nicht 
freiwillig gewesen, vor der Wut ihrer Familie schützen wollte, lässt sich nicht erhär-
ten. Im Übrigen behauptete sie im Strafverfahren gar nicht, dass jeglicher Sex mit 
dem Beschuldigten unfreiwillig gewesen wäre, sondern erwähnt auch einvernehm-
lichen Sex (vgl. pag. 118 Z. 54).

Weiter vermögen auch die von der Verteidigung im Berufungsverfahren zu den Ak-
ten gereichten SMS von E.________ die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht zu 
erschüttern. Der geringe Beweiswert der SMS wurde bereits erwähnt (vgl. oben Zif-
fer II.7.). E.________ räumte auf Vorhalt der SMS-Ausdrucke umgehend ein, diese 
Nachrichten geschrieben zu haben (pag. 1289 Z. 1 f.). Angesprochen darauf, dass 
die SMS eine Ambivalenz aufzeigen würden, sagte sie, sie habe immer freundlich 
sein müssen zum Beschuldigten. Sie habe gewusst, wenn sie so tue, als ob sie ihn 
liebe und ihm schöne Sachen schreibe, würde nichts passieren (pag. 1288 Z. 20 
ff.). Bereits früher, als keine spezifischen SMS im Raum standen, hatte sie ausge-
sagt, sie hätte immer wieder SMS mit schönen Sachen schreiben müssen (pag. 
120 Z. 139, pag. 124 Z. 346). Ob tatsächlich sämtliche der aktenkundigen «netten» 
SMS nur auf Anweisung des Beschuldigten oder als Abwehr gegen diesen ge-
schrieben wurden, lässt sich für die Kammer nicht verifizieren. Allerdings passen 
die SMS unabhängig davon, wie sie genau zustande kamen, in die von Abhängig-
keit geprägte Beziehungsstruktur. E.________ sagte in der Berufungsverhandlung 
aus, sie habe keine Hoffnung gehabt, vom Beschuldigten los zu kommen (pag. 
1288 Z. 25 f.). Wie bereits ausgeführt, ging sie auch nach der Anzeige wieder zum 
Beschuldigten zurück, hatte Kontakt mit ihm und gar Geschlechtsverkehr. Sie ging 
zur Polizei und zog ihre Anzeige gegen den Beschuldigten zurück. Ohne danach 
gefragt worden zu sein, führte E.________ in der oberinstanzlichen Einvernahme 
mehrmals an, dass die Zeit, nachdem sie die Anzeige zurückgezogen hatte, emoti-
onal sehr schwierig gewesen sei, dass sie von den Emotionen hin und her gerissen 
gewesen sei (pag. 1290 Z. 15 und pag. 1291 Z. 1 f.). In diese Zeit fallen auch die 
SMS-Nachrichten von Beilage 3 und 4 zur Eingabe vom 28. November 2016 (pag. 
1262 ff.), welche dieses Hin- und Hergerissen-Sein von E.________ wiederspie-
geln.

Wie bereits vor der Vorinstanz zeigte E.________ auch in der Berufungsverhand-
lung authentisch wirkende Emotionen. Rund fünf Jahre nach der Beziehung mit 

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dem Beschuldigten scheint sie nach wie vor stark traumatisiert zu sein (vgl. pag. 
1290 Z. 19 ff.). Auf die Aussagen von E.________, mit Ausnahme derjenigen vom 
27. Januar 2012, kann abgestellt werden.

9.2 Sexuelle Handlungen vom Herbst 2011 (AKS I Ziff. I.B.4.2)

9.2.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe in der Zeit von August/September 
2011 bis Oktober 2011 mehrfache Vergewaltigung und sexuelle Nötigung zum 
Nachteil von E.________ begangen, indem er (pag. 545):
(…) die Privatklägerin mit physischer Gewalt (Ohrfeigen, packen, schlagen, würgen), seinem Gebaren 
bzw. der Angst der Privatklägerin vor dessen Dominanz und Strenge, seiner Androhung aus der Pri-
vatklägerin mittels Veröffentlichen der Video- bzw. Bildaufnahmen diverser sexueller Handlungen der 
Privatklägerin mit dem Beschuldigten einen „Pornostar“ zu machen oder die Aufnahmen dem Vater 
der Privatklägerin zu zeigen und sich durch diese Faktoren entwickelten konstanten Druck und der 
damit einhergehenden ausweglos erscheinenden Situation gegen ihren (teilweise explizit geäusser-
ten) Willen mehrmals zum Geschlechtsverkehr sowie zur Duldung und Vornahme von beschlafsähnli-
chen und anderen sexuellen Handlungen (z.B. Anal- und Oralverkehr, Penetration der Vagina mittels 
Finger, Verwenden bestimmter Ausdrücke/lautes Stöhnen etc.) zwang, wobei ihm bewusst war, dass 
die Privatklägerin nur unter dem geschilderten Zwang, resp. unter Eindruck der geschilderten aus-
wegslosen Situation beim Geschlechtsverkehr, resp. den sonstigen, von ihr geforderten Handlungen 
mitmachte, und er dennoch handelte;

Die Vorinstanz hat die Aussagen von E.________ und dem Beschuldigten zu die-
sem Vorwurf korrekt und vollständig wiedergegeben, worauf zu verweisen ist (pag. 
1051-1053 = S. 56-58 der Urteilsbegründung). Auch der vorgenommenen Beweis-
würdigung schliesst sich die Kammer grundsätzlich an (pag. 1054 f. = S. 59 f. der 
Urteilsbegründung). Vor Obergericht sagte E.________ aus, sie sei beim Beschul-
digten geblieben, weil sie eine etwas schwache Person sei und der Beschuldigte 
ihr gedroht habe, er würde die Videoaufnahmen von ihr ihrem Vater schicken und 
ins Internet stellen, er würde Drogen bei ihrer Familie im Garten verstecken oder es 
würde ihrer Schwester etwas passieren (pag. 1288 Z. 8 ff.). Sie bestätigte, dass es 
im Herbst 2011 regelmässig zu Geschlechtsverkehr gekommen sei, den sie nicht 
gewollt habe. Der Beschuldigte habe gewusst, dass sie nicht wollte. Sie habe ge-
weint und gesagt, dass sie keine Lust habe (pag. 1288 Z. 13 ff.). Sie habe gewusst, 
dass der Beschuldigte nicht nur drohe, sondern Drohungen auch wahr mache (pag. 
1291 Z. 10 f.). Ihre Hoffnung, vom Beschuldigten los zu kommen, sei weg gewesen 
(pag. 1288 Z. 25 f.). Diese mit früheren Aussagen übereinstimmenden und glaub-
haften Äusserungen zeigen insbesondere nochmals das bestehende Machtgefüge 
auf, in welchem sich E.________ gegenüber dem Beschuldigten nicht mehr zu hel-
fen wusste. Der Beschuldigte wusste bzw. musste wissen, dass E.________ nicht 
freiwillig mit ihm Geschlechtsverkehr hatte. Hätte sie diesen nicht abgelehnt, so 
hätte für ihn schliesslich keinerlei Grund bestanden, Drohungen auszusprechen für 
den Fall, dass sie sich nicht fügen würde. Zudem berichtete E.________ glaubhaft 
davon, dass sie beim Streicheln und Küssen nicht mitgemacht habe (pag. 146 Z. 
399 f.), dass sie nicht mehr feucht geworden sei, was der Beschuldigte gemerkt 
habe (pag. 146 Z. 423 f.), oder dass sie ihm ein paar Mal gesagt habe, dass sie 

20

Schmerzen hatte (pag. 639 Z. 33). Wie bereits die Vorinstanz festhielt, lässt sich 
über die Anzahl der einzelnen strafbaren Handlungen keine genauere Angabe ma-
chen. E.________ hat ausgesagt, der Beschuldigte habe dreimal pro Tag Ge-
schlechtsverkehr gewollt. Das sei ihr zu viel gewesen (pag. 145 Z. 374 f.). Daraus 
lässt sich jedoch nicht ableiten, dass es tatsächlich jeden Tag bis zu drei Mal zu 
unfreiwilligem Geschlechtsverkehr gekommen ist. Nach vorgenommener Beweis-
würdigung hält es die Kammer jedoch als erstellt, dass es zumindest pro Woche 
mehrfach zu erzwungenem Geschlechtsverkehr gekommen ist. Des Weiteren geht 
die Kammer aufgrund der Aussagen von E.________ und in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz davon aus, dass sämtliche in der Anklage geschilderten sexuellen 
Handlungen im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr vorgefallen sind (vgl. pag. 
1057 f. = S. 62 f. der Urteilsbegründung). Der Sachverhalt gemäss Ziffer I.B.4.2 der 
Anklageschrift vom 13. Oktober 2014 ist erstellt.

9.2.2 Rechtliche Würdigung

Es sei an dieser Stelle nochmals der Tatbestand der Vergewaltigung kurz erläutert. 
Ansonsten kann vollumfänglich auf die zutreffenden rechtlichen Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1055 ff. = S. 60 ff. der Urteilsbegründung).

Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, na-
mentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt 
oder zum Widerstand unfähig macht, wird mit Freiheitstrafe von einem bis zu zehn 
Jahren bestraft (Art. 190 Abs. 1 StGB). Die von Art. 190 genannten Nötigungsmittel 
entsprechen denjenigen der sexuellen Nötigung nach Art. 189 StGB (PHILIPP MAI-
ER, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Auflage 2013, N. 6 zu Art. 190 StGB). 
«Unter-psychischen-Druck-setzen» liegt vor, wenn vom Täter für das Opfer eine 
Zwangssituation geschaffen wird, in der dem Opfer keine zumutbaren Selbst-
schutzmöglichkeiten mehr zur Verfügung stehen, eine konkrete Gefahr für sein se-
xuelles Selbstbestimmungsrecht besteht und das Tatmittel der Gewalt nicht gege-
ben ist (MAIER, a.a.O., N. 9 zu Art. 190 StGB). In BGE 131 IV 107 setzte sich das 
Bundesgericht mit dem Nötigungsmittel des unter psychischen Druck Setzens mit-
tels struktureller Gewalt auseinander (E. 2.4 mit Hinweisen):
Die blosse Ausnützung ist keine Nötigung, und eine tatsächlich bestehende strukturelle Gewalt ist als 
solche noch keine zurechenbare Nötigungshandlung. Es muss für die Erfüllung des Tatbestands 
durch den Täter eine „tatsituative Zwangssituation“ nachgewiesen sein. Das bedeutet nicht, dass der 
Täter diese jedes Mal wieder auf die gleiche Weise neu entstehen lassen muss. Es genügt, wenn das 
Opfer zunächst in dem ihm möglichen Rahmen Widerstand leistet und der Täter in der Folge den 
Zwang aktualisiert, so dass jede weitere Ausbeutung nur aufgrund der strukturellen und aktualisierten 
Gewalterfahrung erfolgt.

Der Beschuldigte schuf ein Abhängigkeitsverhältnis von E.________ zu ihm. Er hat 
sie u.a. mit physischer Gewalt (ohrfeigen, packen, schlagen und würgen) und Dro-
hungen von Gewaltanwendungen oder Veröffentlichung von Video- und Bildauf-
nahmen von sexuellen Handlungen und Übermittlung derselben an ihren Vater un-
ter Druck gesetzt. E.________ hatte derart grosse Angst vor möglichen Handlun-
gen des Beschuldigten, dass sie sich in einer ausweglos erscheinenden Situation 
befand, in der sie sich den vom Beschuldigten gewollten sexuellen Handlungen 

21

und dem Geschlechtsverkehr entgegen ihrem Willen fügte. Der Beschuldigte hat 
E.________ also wiederholt zum Geschlechtsverkehr genötigt. Dass E.________ 
mit den sexuellen Handlungen und dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden 
war, hat der Beschuldigte in mehreren Fällen entweder aufgrund konkreter Äusse-
rungen von E.________ oder den Begleitumständen (z.B. Weinen, Probleme beim 
Eindringen wegen nicht feuchter Scheide oder auch bei von ihm vorher geäusserter 
Drohung) realisiert. Er handelte vorsätzlich. Der Tatbestand der Vergewaltigung ist 
erfüllt.

Der Tatbestand der Vergewaltigung geht demjenigen der sexuellen Nötigung als 
lex specialis vor, soweit der sexuellen Nötigung keine selbstständige Bedeutung 
zukommt bzw. die sexuelle Nötigung nur eine Begleiterscheinung darstellt (MAIER, 
a.a.O., N. 24 zu Art. 190 StGB). Da aufgrund des Beweisergebnisses davon aus-
zugehen ist, dass sämtliche anderen sexuellen Handlungen im vorliegenden Fall 
jeweils im Zusammenhang mit dem Geschlechtsverkehr stattfanden, wird eine 
Handlungseinheit angenommen. Die sexuellen Nötigungen werden somit bereits im 
Tatbestand der Vergewaltigung mitbestraft. Der Beschuldigte ist der mehrfach be-
gangenen Vergewaltigung schuldig zu erklären. Da gemäss Anklageschrift in Be-
zug auf Ziffer I.B.4.2 Vergewaltigung und sexuelle Nötigung angeklagt wurden 
(pag. 545), hat für den Tatbestand der sexuellen Nötigung ein formeller Freispruch 
zu erfolgen.

9.3 Sexuelle Handlungen von März/April 2011 (AKS I Ziff. I.B.4.1)

9.3.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Ebenfalls Vergewaltigung und sexuelle Nötigung zum Nachteil von E.________ 
wird dem Beschuldigten im März/April 2011 vorgeworfen (pag. 545):
(…) indem der Beschuldigte die Privatklägerin, nachdem er keine Erektion hatte, mit physischer Ge-
walt (2 Ohrfeigen, welche bei der Privatklägerin Pfeifgeräusche im Ohr auslösten), seinem Gebaren 
bzw. der Angst der Privatklägerin vor dessen Dominanz und Strenge, dem sich durch diese Faktoren 
entwickelten Druck und der damit einhergehenden ausweglos erscheinenden Situation dazu brachte, 
gegen ihren Willen seinen Penis in den Mund zu nehmen und „alles Mögliche zu machen, damit sein 
Penis wieder steif wird“, und er sie anschliessend unter dem Eindruck dieser Nötigungsmittel auch 
dazu brachte, den Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen zu dulden, wobei ihm bewusst war, dass 
die Privatklägerin nur unter dem geschilderten Zwang, resp. unter dem Eindruck der geschilderten 
ausweglosen Situation beim Geschlechtsverkehr, resp. den sonstigen von ihr geforderten Handlungen 
mitmachte, und er dennoch handelte;

Die Kammer folgt auch hier den Erwägungen der Vorinstanz (pag. 1058 f. = S. 63 f. 
der Urteilsbegründung). In Anbetracht der glaubhaften Aussagen von E.________ 
ist der angeklagte Sachverhalt erstellt.

9.3.2 Rechtliche Würdigung

Wiederum sind Vergewaltigung und sexuelle Nötigung zu prüfen. Es ist zunächst 
auf die rechtlichen Ausführungen unter Ziffer II.9.2.2 zu verweisen. Die objektiven 
Tatbestandsmerkmale (Nötigung zu sexuellen Handlungen bzw. Geschlechtsver-
kehr) und die subjektiven Tatbestandsmerkmale (Vorsatz) sind erfüllt. Die Vorin-
stanz erachtet das Geschehen vorliegend als zweiphasig. Die sexuellen Handlun-

22

gen gemäss Art. 189 StGB stellten nicht nur eine Begleiterscheinung oder Vortat 
der Vergewaltigung (Geschlechtsverkehr) dar, sondern hätten eine eigenständige 
Bedeutung (pag. 1059 = S. 64 der Urteilsbegründung). Die Kammer ist hier anderer 
Ansicht. So beabsichtigte der Beschuldigte doch, Geschlechtsverkehr mit 
E.________ zu haben und verlangte deshalb von ihr, zuerst alles zu tun, damit sein 
Penis steif wird. Die Absichten des Beschuldigten waren auf den Geschlechtsver-
kehr gerichtet. Es handelt sich daher wiederum um eine Handlungseinheit, bei der 
die anderen sexuellen Handlungen als Vortat der Vergewaltigung erscheinen. Der 
Beschuldigte ist daher wiederum der Vergewaltigung schuldig zu erklären. Von der 
mitangeklagten sexuellen Nötigung ist er hingegen freizusprechen.

9.4 Nötigungen von Juni/Juli bis Dezember 2011 (AKS I Ziff. I.B.5)

9.4.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Dem Beschuldigten wird mehrfache Nötigung zum Nachteil von E.________ vor-
geworfen (pag. 545):
Indem der Beschuldigte die Privatklägerin physisch (mittels ohrfeigen, packen, schlagen, würgen) und 
anderweitig anwies „normal zu ihm zu sein und es schön mit ihm zu haben“ sowie ihm „SMS mit 
schönen Sachen zu schreiben“ bzw. die Beziehung zu ihm nicht zu beenden und bei ihm zu bleiben 
und ihr andernfalls androhte, Video- bzw. Bildaufnahmen diverser sexueller Handlungen der Privat-
klägerin mit dem Beschuldigten dem Vater der Privatklägerin zu zeigen oder diese zu veröffentlichen 
sowie Drogen im Garten der Familie der Privatklägerin zu verstecken;

Vorab ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (pag. 
1060 f. = S. 65 f. der Urteilsbegründung). Die Verteidigung brachte vor, die Aussa-
ge des Beschuldigten, Drogen im Garten der Familie von E.________ zu verste-
cken, sei nicht im Zusammenhang mit einer Nötigung gemacht worden. Die Aussa-
gen von E.________ seien widersprüchlich. Gemäss ihren Angaben sei die Dro-
hung mit den Videos und Bildern einzig im Zusammenhang mit Sex ausgesprochen 
worden (pag. 153 Z. 683 f.). Auf Pagina 118 hingegen habe sie gesagt, sie sei we-
gen der Videos immer wieder zum Beschuldigen zurückgekehrt (Z. 44 ff.). Die Aus-
sagen würden ihrem Verhalten widersprechen. Dem SMS-Verkehr sei zu entneh-
men, dass E.________ mehr vom Beschuldigten gewollt habe und enttäuscht ge-
wesen sei, dass dieser ihre Liebe nicht erwiderte. Von Nötigungshandlungen be-
stehe keine Spur und der Sachverhalt gemäss Anklageschrift sei nicht erwiesen 
(vgl. pag. 1295).

Es ist zwar zutreffend, dass E.________ in ihrer Einvernahme vom 6. August 2013 
aussagte, die Videos und Bilder seien nur im Zusammenhang mit Sex Thema ge-
wesen (pag. 153 Z. 683 f.). Allerdings sagte sie mehrmals aus, dass der Beschul-
digte mit den Videoaufnahmen drohte, wenn sie ihn verlassen wollte, und dass der 
Beschuldigte es so schaffte, dass sie jeweils zu ihm zurückgekehrt ist (pag. 118 Z. 
39 ff.; pag. 122 Z. 247 ff.; pag. 635 Z. 6 ff.). Die Kammer geht davon aus, dass die 
Drohungen mit den Videos und Bildern vom Beschuldigten nicht einzig im Zusam-
menhang mit Sex verwendet wurden, sondern auch um das sonstige Verhalten von 
E.________ zu kontrollieren und sie gefügig zu machen. E.________ hat auch 
ausgesagt, dass etwa die Videos ins Internet zu stellen, ihrem Vater die Bilder zu 
zeigen oder Drogen im Garten zu verstecken, Sachen waren, mit denen der Be-

23

schuldigte immer wieder gedroht hatte (pag. 637 Z. 34 f.). Trotz einer gewissen 
Ambivalenz im Verhalten von E.________, die bereits erwähnt wurde (vgl. oben 
Ziff. II.8. und Ziff. II.9.2), erachtet es die Kammer als glaubhaft, dass sie sich ab 
Juni/Juli 2011 vom Beschuldigten trennen wollte (vgl. Aussagen auf pag. 122 Z. 
251 und 262; pag. 635 Z. 6 f.). Anlässlich der Einvernahme im Berufungsverfahren 
sagte E.________, als es im Juli 2011 schlimmer geworden sei, sei ihr klar gewe-
sen, dass es nicht mehr gehe. Die Hoffnung, vom Beschuldigten los zu kommen, 
sei aber weg gewesen (pag. 1288 Z. 25 f.). Diese Aussage zeigt das Abhängig-
keitsverhältnis von E.________ zum Beschuldigten auf. Dass der Beschuldigte ei-
ne allfällige Trennung seitens E.________ nicht akzeptiert hätte, zeigt sich bei-
spielhaft am Vorfall am Bahnhof Burgdorf vom Juni/Juli 2011, für den es einen 
Zeugen (T.________, vgl. pag. 195 ff.) gibt. Da E.________ sich vom Beschuldig-
ten trennen wollte, rannte er ihr mit einem Schlagring nach, worauf sie flüchten 
konnte (pag. 123 Z. 315 ff.; pag. 150 Z. 558 ff.). Etwas später verlangte er von ihr, 
sie solle ihm in die Augen schauen und sagen, dass sie ihn nicht mehr liebe. Als 
sie zu ihm ging und dies sagte, habe er sie zu Boden gedrückt und ihr einen Faust-
schlag auf den Hinterkopf versetzt (pag. 123 f. Z. 318 ff.; pag. 150 f. Z. 580 ff.). So 
bestehen hinreichend Indizien, dass E.________ vor allem auch wegen den Ge-
waltanwendungen und Androhungen des Beschuldigten in der Beziehung mit ihm 
verblieb.

Wie bereits oben ausgeführt (Ziff. II.8) war der Beschuldigte bei allen seinen Part-
nerinnen bestrebt, deren Verhalten vollständig zu kontrollieren. Die Aussagen von 
E.________ passen ins Gesamtbild und erscheinen durchaus glaubhaft. Der Be-
schuldigte sprach nicht einfach nur Drohungen aus, sondern verknüpfte diese je-
weils mit konkreten Handlungsanweisungen. E.________ hatte Angst vor der Ver-
wirklichung der angedrohten Nachteile, da sie wusste, dass der Beschuldigte seine 
Drohungen auch tatsächlich wahrmachen würde, wenn sie nicht nach seinem Wil-
len handelte (z.B. pag. 152 Z. 627; pag. 1291 Z. 10 f.). Dass diese Angst berechtig-
te war, zeigt sich insbesondere daran, dass der Beschuldigte tatsächlich Sex-
Videos ins Internet stellte oder Bilder mit sexuellem Inhalt am Domizil der Familie 
von E.________ aufhängte. Sie fügte sich deshalb seinen Wünschen, blieb bei 
ihm, war freundlich zu ihm, schrieb schöne SMS und so weiter. Die Kammer hegt 
keinerlei Zweifel am angeklagten Sachverhalt und erachtet diesen als erstellt.

9.4.2 Rechtliche Würdigung

Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch an-
dere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen 
oder zu dulden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 
(Art. 181 StGB).

Gewaltanwendung besteht in der Einwirkung auf den Körper des Menschen mit 
physikalisch oder chemisch fassbaren Mitteln. Die Intensität der Gewalt muss ge-
eignet sein, den Willen des Opfers zu brechen, ohne dass das Opfer widerstands-
unfähig gemacht werden muss. Bei der Androhung ernstlicher Nachteile wird psy-
chisch auf das Opfer Einfluss genommen, indem diesem ein Übel in Aussicht ge-
stellt wird, auf dessen Eintritt der Täter Einfluss hat oder mindestens zu haben vor-
gibt. Massgebend für die Ernstlichkeit des angedrohten Nachteils ist, ob sich dieser 

24

objektiv dazu eignet, auch eine verständige Person in der Lage des Betroffenen ge-
fügig zu machen (TRECHSEL/FINGERHUTH, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N. 2 
ff. zu Art. 181 StGB; DONATSCH, in: Donatsch [Hrsg.], Kommentar StGB, 19. Aufla-
ge, Zürich 2013, N. 2 ff. zu Art. 181 StGB). Vollendet ist eine Nötigung erst, wenn 
sich das Opfer (wenigstens teilweise) nach dem Willen des Täters verhält (TRECH-
SEL/FINGERHUTH, a.a.O., N. 9 zu Art. 181 StGB).

Die weite Umschreibung des Nötigungstatbestands von Art. 181 StGB hat zur Fol-
ge, dass nicht jedes tatbestandsmässige Verhalten bei Fehlen von Rechtferti-
gungsgründen auch rechtswidrig ist. Vielmehr bedarf die Rechtswidrigkeit bei Art. 
181 StGB einer zusätzlichen, besonderen Begründung. Eine Nötigung ist unrecht-
mässig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel zum 
angestrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung 
zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmiss-
bräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1 mit Hinweisen auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung).

Der Beschuldigte wirkte sowohl mit Gewalt als auch mit Androhung ernstlicher 
Nachteile auf die freie Willensbildung und Willensbetätigung von E.________ ein. 
Dass die androhten Nachteile ernstlich sind, sodass sie sich objektiv dazu eigne-
ten, auch eine verständige Person gefügig zu machen, ist offensichtlich. So möchte 
niemand, dass Videos oder Bilder, die einen selbst bei sexuellen Handlungen zei-
gen, dem eigenen Vater gezeigt oder im Internet veröffentlicht werden. Bei 
E.________, die streng religiös erzogen wurde, wiegen diese Nachteile noch 
schwerer. Ein Verstecken von Drogen im Garten der Familie hätte sodann zu straf-
rechtlichen Konsequenzen führen können. Ebenso offensichtlich ist, dass sich der 
Beschuldigte damit unerlaubter Mittel bediente. E.________ fürchtete sich vor den 
angedrohten Handlungen des Beschuldigten und fügte sich dessen Willen, indem 
sie sich so verhielt, wie er es verlangte. Der Beschuldigte handelte sodann vorsätz-
lich, womit der Tatbestand der Nötigung erfüllt ist. Er ist der mehrfachen Nötigung 
schuldig zu erklären.

9.5 Versuchte Nötigung vom 10. Dezember 2011 (AKS I Ziff. I.B.6)

9.5.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Weiter ist eine versuchte Nötigung des Beschuldigten zum Nachteil von 
E.________ angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, er habe angekündigt, dass schlimme 
Sachen passieren würden, wenn E.________ ihn am kommenden Wochenende 
nicht besuche, wobei diese der Aufforderung nicht Folge leistete und der Beschul-
digte daraufhin Fotoaufnahmen, welche E.________ beim Oralsex (vermutlich mit 
dem Beschuldigten selber) zeigten, an den Eingangstüren des Domizils der Familie 
von E.________ (Zweifamilienhaus) aufhängte (pag. 546).

Die Verteidigung machte geltend, weder E.________ noch der Beschuldigte wür-
den den Sachverhalt gemäss Anklageschrift bestätigen, weshalb dieser nicht er-
stellt sei (pag. 1295 f.). Der Tatzeitpunkt vom 10. Dezember 2012 werde einfach 
angenommen.

25

Die Kammer folgt den Ausführungen der Vorinstanz zu Sachverhalt und Beweis-
würdigung, worauf zu verweisen ist (pag. 1062 = S. 67 der Urteilsbegründung). 
E.________ hatte am 16. Dezember 2011 Folgendes ausgesagt (pag. 120 Z. 129 -
132):
Letzte Woche am Samstag hat er mich erpresst, dass wenn ich an diesem Samstag oder am folgen-
den Sonntag nicht zu ihm gehen würde, schlimme Sachen passieren würden. Er erpresste mich am 
Telefon.

Weiter sagte sie, am Samstagabend sei sie bei ihrer Grossmutter gewesen. Als sie 
um ca. 23:30 Uhr nach Hause gekommen seien, sei ein Bild vorne bei der Haupt-
eingangstüre angebracht gewesen und das zweite beim Hinterausgang bei der Ga-
rage (pag. 120 Z. 157-159). In der späteren Einvernahme vom 6. August 2013 sag-
te E.________, sie denke, der Beschuldigte habe die Bilder aufgehängt, um sie zu 
bestrafen, weil sie ihn verlassen habe, und er habe erreichen wollen, dass ihr Vater 
wegen der Bilder auf sie los gehe (pag. 144 Z. 324-330). Diese zweite Aussage 
steht nicht im Widerspruch zur ersten, tatnäheren Aussage. Der Beschuldigte 
hängte die Bilder aus Rache auf, weil E.________ seinen Anweisungen nicht fol-
gen wollte: Sie wollte an diesem Wochenende nicht zu ihm gehen, da sie nicht 
mehr mit ihm zusammen sein wollte. Mit der vorgängigen Drohung, es würden 
schlimme Sachen passieren, hat er zwar nicht explizit das Aufhängen dieser Bilder 
als Folge für das Nichtbefolgen seiner Anweisung genannt. Da er aber vorgängig 
vielfach gedroht hatte, u.a. auch damit, dem Vater von E.________ diese Bilder zu 
zeigen (vgl. auch Anklagevorwurf oben unter Ziff. II.9.4), war ihr bewusst, was der 
Beschuldigte mit «schlimmen Sachen» meinen könnte. Sie befürchtete sodann 
auch ernsthaft, dass der Beschuldigte seine Drohung umsetzen würde (vgl. pag. 
637 Z. 33 ff.). Der letzte Samstag vor dem 16. Dezember 2011 war der 10. Dezem-
ber 2011, weshalb zweifelsfrei von diesem Tatzeitpunkt ausgegangen werden 
kann.

9.5.2 Rechtliche Würdigung

Art. 22 Abs. 1 StGB stellt auch den Versuch zu einem Verbrechen oder Vergehen 
unter Strafe. Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung begonnen hat, die 
strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollendung der Tat gehörende 
Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht die Strafe 
mildern. Für die rechtlichen Grundlagen wird ansonsten auf die obigen Ausführun-
gen unter Ziffer II.9.4.2 verwiesen.

Mit der Ankündigung, es würden «schlimme Sachen» passieren, wenn sie am Wo-
chenende nicht zu ihm komme, hat der Beschuldigte E.________ ernstliche Nach-
teile angedroht. Denn diese wusste bereits, was damit in etwa gemeint sein könnte 
und rechnete damit, dass der Beschuldigte die Drohung wahrmacht. Dennoch hat 
sie sich in diesem Fall nicht gemäss dem Willen des Beschuldigten verhalten. Die 
Nötigung wurde daher nicht vollendet. Es fehlt am Nötigungserfolg, weshalb ledig-
lich eine versuchte Nötigung vorliegt. Der Beschuldigte ist hierfür schuldig zu er-
klären.

26

10. Vorwürfe betreffend C.________

10.1 Allgemeines zu Person und Aussagen von C.________

Bezüglich der Person und den Aussagen von C.________ kann vollumfänglich auf 
die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1018 ff. = S. 23 ff. der Ur-
teilsbegründung). Nach Vornahme einer sorgfältigen und umfassenden Aussagen-
analyse gelang die Vorinstanz zum Schluss, dass voll und ganz auf die Angaben 
von C.________ abgestellt werden kann. Dem folgt die Kammer. Sachverhalt und 
Beweiswürdigung waren betreffend die Vorwürfe von C.________ im Berufungs-
verfahren kaum noch umstritten. Die Verteidigung verlangt bei den drei angefoch-
tenen Schuldsprüchen nur mehr eine andere rechtliche Würdigung.

10.2 Nötigung/Drohung vom 22. Februar 2011 (AKS I Ziff. I.A.1.1)

10.2.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 22. Januar 2011 (recte: Februar 
2011) C.________ anlässlich einer verbalen Auseinandersetzung erklärt, dass sie 
eher tot sei, als dass die Polizei in die Wohnung komme. C.________ habe diese 
Drohung für tatsächlich möglich gehalten, wodurch sie in Angst und Schrecken 
versetzt worden sei, weshalb sie die Polizei nicht gerufen und den Beschuldigten 
zu beruhigen versucht habe (pag. 543).

Es ist auf die Ausführungen zu Sachverhalt und Beweiswürdigung der Vorinstanz 
zu verweisen (pag. 1042 = S. 47 der Urteilsbegründung). Die Verteidigung brachte 
im Berufungsverfahren vor, C.________ hätte gar nie vorgehabt, die Polizei zu ru-
fen. Demgegenüber hat C.________ ausgesagt, dass der Beschuldigte sie am Ver-
lassen der Wohnung gehindert und dann die Drohung ausgesprochen habe (pag. 
161). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. bis 23. April 2015 
sagte sie, so wie der Beschuldigte «drauf» gewesen sei, habe sie es für möglich 
gehalten, dass er sie hätte töten können. Sie habe gewusst, dass sich in der Woh-
nung eine Pistole befand. Sie habe nicht gewusst, ob sie die Polizei anrufen sollte. 
Sie bestätigte dann, dass sie die Polizei aufgrund der Androhung des Beschuldig-
ten nicht gerufen habe (pag. 628 Z. 1-8). Die Kammer geht davon aus, dass das 
Thema «Polizei» von C.________ angesprochen worden war, da der Beschuldigte 
ansonsten keinen Anlass gehabt hätte, eine solche Drohung auszustossen. Sie hat 
sich folglich überlegt, dies zu tun, liess sich aber durch die Drohung des Beschul-
digten davon abhalten und blieb in der Wohnung. Der Sachverhalt gemäss Ankla-
geschrift ist erstellt.

10.2.2 Rechtliche Würdigung

Angeklagt wurde Nötigung, evtl. versucht, und evtl. Drohung. Für die rechtlichen 
Grundlagen der Nötigung gemäss Art. 181 StGB ist auf Ziffer II.9.4.2. zu verweisen. 

Der Beschuldigte hat C.________ den Tod und damit offensichtlich ernstliche 
Nachteile androht, falls sie die Polizei rufen sollte. C.________ nahm diese Dro-
hung ernst und liess sich dadurch davon abhalten, die Polizei zu rufen. Der objekti-
ve Tatbestand der Nötigung ist damit vollständig erfüllt. Der Beschuldigte handelte 
vorsätzlich, womit auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. Der Beschuldigten ist 

27

der Nötigung schuldig zu sprechen. Da die Drohung nur eventualiter angeklagt 
wurde und im Übrigen vom Tatbestand der Nötigung konsumiert wird, erübrigt sich 
deren Prüfung.

10.3 Nötigung/Drohung vom 27. Februar 2011 (AKS I Ziff. I.A.1.2)

10.3.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Gemäss Anklage erklärte der Beschuldigte am 27. Februar 2011 C.________ am 
Telefon, dass es vielleicht besser sei, wenn sie verschwinde, weil er ansonsten 
vielleicht wirklich noch ausraste bzw. dass man sehen werde, wer der Schlauere 
sei, wenn sie drei Kugeln im Kopf habe. C.________ habe für tatsächlich möglich 
gehalten, weshalb sie die Wohnung verlassen habe, und wodurch sie in Angst und 
Schrecken versetzt worden sei (pag. 544).

Obwohl der Beschuldigte diesen Sachverhalt bestreitet, erachtet ihn die Kammer 
aufgrund der Aussagen von C.________, wie bereits die Vorinstanz, als erwiesen 
(vgl. Erwägungen der Vorinstanz auf pag. 1044 f. = S. 49 f. der Urteilsbegründung). 
C.________ hat das Telefonat mit dem Beschuldigten detailliert und glaubhaft ge-
schildert (pag. 160). Nach dem Telefonat verliess sie aus Angst fluchtartig die 
Wohnung und fuhr mit dem Taxi zu ihrer Schwester und ging später dann ins Frau-
enhaus (pag. 160). Dass C.________ tatsächlich Angst bekam, ist aufgrund der 
gewalttätigen Vorgeschichte, die sie mit dem Beschuldigten erlebt hat, nachvoll-
ziehbar und aufgrund ihres anschliessenden Verhaltens auch belegt. Der angeklag-
te Sachverhalt ist erstellt.

10.3.2 Rechtliche Würdigung

Mit der Androhung des «Ausrastens», womit Gewaltanwendung gemeint war, bzw. 
des Erschiessens hat der Beschuldigte C.________ ernstliche Nachteile ange-
droht. Diese Drohung bewog C.________ aus Angst, dem Wunsch des Beschuldig-
ten, dass sie die Wohnung verlässt, sofort zu entsprechen. Der Beschuldigte han-
delte vorsätzlich. Es liegt eindeutig eine vollendete Nötigung vor. Der Schuldspruch 
der Vorinstanz ist zu bestätigen.

10.4 Nötigung/Drohung vom 1. März 2011 (AKS I Ziff. I.A.1.3)

10.4.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Der Beschuldigte soll sodann am 1. März 2011 C.________ am Telefon erklärt ha-
ben, dass wirklich etwas passiere, wenn er seine Tochter nicht mehr sehen könne. 
Auf die Frage von C.________, ob er sie erschiessen wolle, soll er geantwortet ha-
ben, dass er ihr den Kopf abschneide und in den Briefkasten ihres Vaters legen 
werde. C.________ soll dies für tatsächlich möglich gehalten haben und dadurch in 
Angst und Schrecken versetzt worden sein (pag. 544).

Nicht umstritten ist, dass der Beschuldigte die Drohung so ausgesprochen hat. Er 
hat dies selbst bestätigt (insbesondere pag. 648 Z. 1 ff.). Er sei wütend gewesen 
und es belaste ihn sehr, wenn er seine Tochter nicht sehen könne (pag. 227 Z. 91 
f.). Umstritten ist hingegen, ob die Drohung dazu führte, dass C.________ gegen 
ihren Willen wieder zuliess, dass der Beschuldigte seine Tochter sehen konnte. An-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hat C.________ ausgesagt, dass 

28

es zum Teil sicher auch deswegen gewesen sei (pag. 628 Z. 33 ff.). Dass 
C.________ ausschliesslich oder vorwiegend wegen der Drohung des Beschuldig-
ten Kontakt zwischen dem Beschuldigten und der gemeinsamen Tochter zuliess, 
erachtet die Kammer bei dieser Beweislage nicht als eindeutig erstellt. Im Zweifel 
ist von der für den Beschuldigten günstigeren Sachverhaltsvariante auszugehen 
(Art. 10 Abs. 3 StPO). Im Übrigen ist die Tatsache, dass C.________ wegen der 
Drohung den Kontakt des Beschuldigten zur gemeinsamen Tochter zuliess, gar 
nicht Teil des angeklagten Sachverhalts. Ansonsten wird der angeklagte Sachver-
halt jedoch als erstellt erachtet.

10.4.2 Rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten in diesem Punkt der vollendeten Nötigung 
schuldig erklärt. Die Kammer geht im Unterschied zur Vorinstanz davon aus, dass 
kein Nötigungserfolg berücksichtigt werden kann. Somit ist vorab nur eine versuch-
te Nötigung zu prüfen. Der Beschuldigte hat C.________ ernstliche Nachteile in 
Form von Gewalt («wirklich etwas passieren», «Kopf abschneiden») angedroht. Er 
sagte, er würde dies tun, wenn er seine Tochter nicht mehr sehen könne. Er wollte 
mit dieser Äusserung also erreichen, dass der seine Tochter wieder sehen kann 
bzw. dass C.________ dies ermöglicht. Er beabsichtigte, mit der Drohung ein be-
stimmtes Verhalten von C.________ herbeizuführen. Er verfügte somit über eine 
klare Nötigungsabsicht und er handelte vorsätzlich. Es hat somit ein Schuldspruch 
wegen versuchter Nötigung zu erfolgen.

11. Vorwurf betreffend G.________

11.1 Allgemeines zu Person und Aussagen von G.________

Der Beschuldigte und G.________ sind heute noch ein Paar. Sie wohnen zusam-
men (vgl. Aussage Beschuldigter, pag. 1293 Z. 11 f.). G.________ begleitete den 
Beschuldigten auch zur Berufungsverhandlung (pag. 1284). Es ist bei ihr ein Aus-
sageverhalten zu beobachten, welches stark an dasjenige von E.________ erin-
nert. Nachdem sie am 29. Dezember 2014 bei der Polizei detaillierte Aussagen zu-
lasten des Beschuldigten gemacht hatte, meldete sie sich am 5. Januar 2015 tele-
fonisch bei der Polizei und sagte, sie habe bei ihren vorherigen Aussagen übertrie-
ben (ZA pag. 59). Zu diesem Zeitpunkt hatte sie wieder Kontakt mit dem Beschul-
digten und war wieder in die gemeinsame Wohnung zurückgekehrt (ZA pag. 62 Z. 
121 ff.). In der Einvernahme vom 7. Januar 2015 relativierte sie dann ihre Aussa-
gen (ZA pag. 59 ff.). Im Unterschied zu E.________ kam G.________ aber auch in 
der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 27. August 2015 nicht mehr auf 
ihre ursprünglichen Aussagen zurück, sondern machte geltend, sie habe damals 
aus Wut und Rache so ausgesagt (ZA pag. 75 Z. 276, pag. 75 Z. 305 f. und 76 Z. 
337 ff.). Bezüglich Person und Aussagen von G.________ sowie zur Beziehung 
zum Beschuldigten kann im Übrigen vollumfänglich auf die betreffenden Erwägun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1032-1037 und pag. 1063 f.). Die 
Kammer schliesst sich der Argumentation und der Schlussfolgerung der Vorin-
stanz, wonach die Aussagen von G.________ vom 29. Dezember 2014 als glaub-
haft bzw. wesentlich glaubhafter zu erachten sind als ihre Aussagen vom 7. Januar 
und 27. August 2015, vollumfänglich an. Neben den vorhandenen Realitätskriterien 

29

in den Erstaussagen (u.a. Springen im chronologischen Ablauf, Detailtreue, keine 
übermässige Belastung) stehen die Aussagen auch im Einklang mit den erhobenen 
objektiven Beweismitteln (Videoaufzeichnung; Fotos von Verletzungen auf ZA pag. 
36 ff. und Untersuchungsbericht des IRM Kreisarztes auf ZA pag. 49).

11.2 Verwertbarkeit der Aussagen

Zu prüfen ist vorliegend nur noch ein Anklagepunkt zum Nachteil von G.________ 
(AKS II Ziff. I.1.1 und Schuldspruch wegen versuchter Nötigung gemäss Urteilsdis-
positiv Ziff. III.3.3.6). Gemäss Anklageschrift soll der Beschuldigte in der Zeit von 
ca. Juni 2014 bis Dezember 2014 G.________ gedroht haben, er werde ihr Leben 
kaputt machen, wenn sie zur Polizei gehe. G.________ soll diese Drohungen ernst 
genommen haben und in Angst und Schrecken versetzt worden sein. Wegen die-
sen wiederholten Drohungen habe sie Übergriffe nicht gemeldet. Denn sie habe es 
für möglich gehalten und gefürchtet, dass der Beschuldigte das Angedrohte wahr 
machen könnte (ZA pag. 148 a f.). Dieser Vorwurf basiert einzig auf den Aussagen 
von G.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 29. Dezember 2014 
(ZA pag. 54 Z. 128 ff.). In den weiteren Einvernahmen wurde sie zu diesem Vor-
wurf nicht befragt. 

Die beschuldigte Person hat gemäss Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK Anspruch auf Be-
fragung der Belastungszeugen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
genügt es grundsätzlich, wenn der Angeschuldigte im Verlaufe des Strafverfahrens 
wenigstens einmal Gelegenheit erhält, den ihn belastenden Personen Ergänzungs-
fragen zu stellen, sei es vor Gericht oder aber im Laufe der Untersuchung (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 4.2.1). Beweise, die 
in Verletzung der Teilnahmerechte erhoben worden sind, dürfen grundsätzlich nicht 
zulasten der Partei verwendet werden, die nicht anwesend war (vgl. Art. 147 Abs. 4 
StPO). Auf das Konfrontationsrecht kann verzichtet werden. Der Beschuldigte kann 
den Behörden grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontati-
on nicht vorgeladen zu haben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht 
entsprechende Anträge zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 6B_529/2014 vom 
10. Dezember 2014 E. 5.2 mit Hinweisen).

Vorliegend hat der Beschuldigte bzw. seine Verteidigung nicht beantragt, dass 
G.________ vor Gericht zum Vorwurf der Nötigung nochmals einvernommen wird. 
Er hat auf sein Konfrontationsrecht gar ausdrücklich verzichtet (pag. 908 und pag. 
916 Z. 28 f.). Die Aussagen von G.________ anlässlich ihrer polizeilichen Einver-
nahme vom 29. Dezember 2014 sind somit verwertbar.

11.3 Sachverhalt und Beweiswürdigung

Betreffend Sachverhalt und Beweiswürdigung zur angeklagten Nötigung, evtl. Ver-
such, evtl. Drohung, kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (pag. 1064 f. = S. 69 f. der Urteilsbegründung). Die Aussagen von 
G.________, wonach ihr der Beschuldigte immer wieder gesagt habe, er werde ihr 
Leben kaputt machen, wenn sie zur Polizei gehe, sind glaubhaft. Nachdem der Be-
schuldigte zunächst ausgesagt hatte, er habe G.________ nicht gedroht (ZA pag. 
85 Z. 130 ff. und pag. 93 f. Z. 232 ff.), räumte er in der Einvernahme vor der Vorin-
stanz nach mehrmaliger Nachfrage ein, das mit dem «Leben kaputt machen» habe 

30

er schon gesagt, nicht aber das mit der «Polizei» (pag. 914 Z. 11 f.). Die Kammer 
stellt aus denselben Gründen wie bereits die Vorinstanz auf die Aussagen von 
G.________ ab. Auf die Frage, ob sie am 29. Dezember 2014 selbst die Polizei 
angerufen hätte, antwortete G.________, sie denke, sie hätte nicht angerufen. We-
gen der Geschichte mit seinen Kindern habe sie ihn nicht noch weiter «hineinrei-
ten» wollen (ZA pag. 57 Z. 283 ff.). Ebenso meinte der Beschuldigte, G.________ 
habe ihn nicht anzeigen wollen wegen der Kinder (ZA pag. 85 Z. 153 ff. und pag. 
914 Z. 22 ff.). Daher muss zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen 
werden, dass der Grund, weshalb G.________ nicht zur Polizei ging, nicht in der 
Drohung des Beschuldigten lag. Denn hierfür liegen keine hinreichenden Beweise 
vor.

11.4 Rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der versuchten Nötigung schuldig. Für 
die rechtlichen Grundlagen zur Nötigung und zum Nötigungsversuch wird auf Ziff. 
II.9.4.2 und 9.5.2 verwiesen. 

Indem der Beschuldigte G.________ wiederholt drohte, er werde ihr Leben kaputt 
machen, hat er ihr ernstliche Nachteile in Aussicht gestellt. Es kam in der Bezie-
hung von G.________ und dem Beschuldigten im Tatzeitraum zu verschiedenen 
Gewaltvorfällen. Der Beschuldigte hat G.________ mehrfach geschlagen oder hat 
ihr beispielsweise am Bahnhof aufgelauert und sie danach im Zug tätlich angegrif-
fen (vgl. pag. 54 f. Z. 141 ff.). Dass sie die Drohungen ernst nahm, ist somit nahe-
liegend. Der Beschuldigte bediente sich somit rechtswidriger Mittel, um 
G.________ davon abzuhalten, zur Polizei zu gehen. Er handelte vorsätzlich. Al-
lerdings verhielt sich G.________ gemäss Beweisergebnis nicht aufgrund der aus-
gesprochenen Drohung gemäss dem Willen des Beschuldigten, sondern um des-
sen Besuchsrecht für seine Kinder nicht zu gefährden. Es fehlt am Kausalzusam-
menhang zwischen Nötigungshandlung und Nötigungserfolg. Die Nötigung wurde 
daher nicht vollendet. Da alle übrigen Tatbestandsmerkmale jedoch erfüllt sind, ist 
der Beschuldigte der versuchten Nötigung schuldig zu erklären.

III. Strafzumessung

12. Überprüfung durch die Kammer

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung.

Die Kammer ist sodann in ihrer Strafzumessung an das Verschlechterungsverbot 
gebunden (vgl. oben Ziff. I.4.) und darf folglich das von der Vorinstanz ausgespro-
chene Strafmass von 42 Monaten Freiheitsstrafe nicht überschreiten.

13. Grundsätze der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die Grundsätze zur Strafzumessung vollständig und korrekt 
wiedergegeben. Es wird darauf verwiesen (pag. 1088 f. = S. 93 f. der Urteilsbe-

31

gründung). Die Kammer folgt in ihren Erwägungen zur Strafzumessung weitgehend 
dem Aufbau des erstinstanzlichen Urteils.

14. Retrospektive Konkurrenz

Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen 
einer andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Wei-
se, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlun-
gen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Die Vorinstanz hat 
die Grundlagen zur retrospektiven Konkurrenz korrekt dargelegt (pag. 1089 f. = S. 
95 der Urteilsbegründung). Die Bildung einer Zusatzstrafe ist nur bei gleichartigen 
Strafen möglich.

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Emmental-
Oberaargau vom 15. Juni 2015 wegen grober und einfacher Verkehrsregelverlet-
zung, unzulässigem Ausführen von Lernfahrten und Übertretung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz (Konsum) zu einer bedingten Geldstrafe von 36 Tagessätzen zu 
CHF 50.00 mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von CHF 
570.00 verurteilt (pag. 1222 f.). Bezüglich dieser Verurteilung liegt grundsätzlich re-
trospektive Konkurrenz vor.

Es kann bereits vorweggenommen werden, dass die Kammer wie die Vorinstanz 
für alle Verbrechen und Vergehen eine Freiheitsstrafe ausspricht, weshalb keine 
Zusatzstrafe zur Geldstrafe vom 15. Juni 2015 auszusprechen ist (zur Strafart sie-
he unten Ziff. III.17.2).

15. Strafrahmen / schwerste Straftat

Von den durch den Beschuldigten begangenen Delikten verfügt die Vergewaltigung 
gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB über die höchste Strafdrohung. Vorgesehen ist ein 
Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Sie ist damit das 
schwerste Delikt. Vorliegend erfolgt ein mehrfacher Schuldspruch wegen Vergewal-
tigung. Für den Sachverhalt gemäss AKS I Ziff. I.B.4.1 erfolgt ein Schuldspruch für 
einfache Vergewaltigung, während der Schuldspruch gemäss AKS I Ziff. I.B.4.2 ei-
ne wiederholte Vergewaltigung in einem gewissen Zeitraum betrifft. Letzterer 
Schuldspruch stellt somit, wie die Vorinstanz korrekt festhielt, die schwerste Straftat 
bzw. Tatgruppe dar. Für diese ist die Einsatzstrafe festzulegen, welche sodann mit 
den Strafen für die übrigen Taten zu asperieren ist (Art. 49 Abs. 1 StGB).

Mit Tatmehrheit und Versuch liegen sowohl Strafschärfungs- als auch Strafmilde-
rungsgründe vor (Art. 22 Abs. 1 und 49 Abs. 1 StGB). Es sind dennoch keine aus-
sergewöhnlichen Umstände ersichtlich, die ein Verlassen des ordentlichen Straf-
rahmens gebieten würden. Somit bleibt es für die mit Freiheitsstrafe sanktionierten 
Delikte bei einem Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

32

16. Einsatzstrafe für die Vergewaltigungen z.N. von E.________ (AKS I Ziff. 
I.B.4.2)

16.1 Tatkomponenten

16.1.1 Objektive Tatschwere

a) Schwere der Verletzung des betroffenen Rechtsguts

Art. 190 StGB bezweckt den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung. Das Indivi-
duum soll sich sexuell frei und unabhängig entfalten können und Beziehungen 
selbständig eigenverantwortlich und ohne Zwang gestalten (PHILIPP MAIER, in: Bas-
ler Kommentar Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N. 1 zu Art. 190 StGB). Die 
sexuelle Integrität der im Tatzeitpunkt erst 19 bzw. 20 Jahre alten E.________ 
wurde in erheblichem Ausmass verletzt. E.________ hatte vorher noch keine se-
xuellen Erfahrungen gemacht. Sie besuchte im Jahr 2012 eine Psychotherapie. Im 
Therapiebericht der Psychologin U.________ vom 9. September 2013 wird 
E.________ eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert (pag. 314). 
Die Folgen der Gewalt des Beschuldigten werden eindrücklich beschrieben (pag. 
314): «schnell wechselnde Gefühlslagen (Verzweiflung, Suizidgedanken, Wut), 
Konzentrationsstörungen, Gereiztheit, Tränenausbrüche, sich unkontrolliert auf-
drängende Bilder der erlebten Gewalt und Albträume». Hinzu gekommenen seien 
Schlafstörungen, Appetitstörungen und ein starker Gewichtsverlust (39 kg bei 
1m59). Im Laufe der ambulanten Therapie sei es immer wieder zu schweren Krisen 
mit Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit gekommen (pag. 314). Der weit überwie-
gende Teil dieser Leiden von E.________ dürfte auf die Vergewaltigungshandlun-
gen selbst sowie generell auf das mit dem Beschuldigten durchlebte Klima der Ge-
walt zurückzuführen sein.

Die Vorinstanz schildert den Eindruck, anlässlich der Hauptverhandlung vom 
21. April 2015 mit E.________ eine gebrochene Frau vor sich gehabt zu haben 
(pag. 1092 = S. 97 der Urteilsbegründung). Denselben Eindruck hat E.________ 
auch in der Berufungsverhandlung vom 1. Dezember 2016, d.h. fünf Jahre nach 
den Taten, hinterlassen. Sie sagte, sie sei noch nicht darüber hinweg und habe das 
Ganze noch nicht verarbeitet (pag. 1290 Z. 20 f.). Im Moment sei sie nicht mehr in 
einer Therapie. Aber sie merke, dass sie es alleine nicht schaffe. Sie habe Angst, 
dass sie in der Therapie wieder darüber sprechen müsse (pag. 1290 Z. 28 f.). Die 
Verletzung des betroffenen Rechtsguts wiegt damit schwer.

b) Art und Weise der Herbeiführung des Erfolgs

Der Tatzeitraum erstreckt sich von August/September 2011 bis Oktober 2011. In 
dieser Zeit zwang der Beschuldigte E.________ wiederholt zum Geschlechtsver-
kehr. Mit «wiederholt» ist gemeint, dass es mindestens zwei Mal oder häufiger vor-
kam. Vorliegend geht die Kammer von mehrmaligem Geschlechtsverkehr gegen 
den Willen von E.________ pro Woche aus. Eine genaue zahlenmässige Eingren-
zung ist nicht möglich resp. wäre unseriös. E.________ war mit dem Beschuldigten 
in einer Beziehung. Der Beschuldigte setzte E.________ mit physischer (ohrfeigen 
und würgen) und psychischer Gewalt (Drohungen) unter Druck. Er hat die 
Schwächen von E.________ schamlos zu seinen Gunsten ausgenutzt. So instru-
mentalisierte er insbesondere den ihm als Sohn einer türkischen Mutter selbst bes-

33

tens bekannten kulturellen Hintergrund von E.________ für sich, indem er ihr an-
drohte, Bilder und Videos, welche sie bei sexuellen Handlungen zeigten, zu veröf-
fentlichen oder den Eltern zu zeigen. Er wusste, dass es für E.________ schwierig 
sein würde, in ihrem Umfeld Hilfe zu suchen. Äusserungen von E.________, dass 
sie gerade keinen Sex wolle oder dass sie Schmerzen habe, sowie auch der Um-
stand, dass das Eindringen in die trockene Scheide schwierig war, wurden vom 
Beschuldigten ignoriert. Er nahm sich ohne jegliche Rücksicht das, was er wollte. 
Immerhin scheint der Beschuldigte beim eigentlichen Geschlechtsverkehr keine 
oder kaum physische Gewalt angewendet zu haben.

Die Kammer geht für eine einfache Vergewaltigung ohne erschwerende Umstände 
von 15 bis 20 Monaten Freiheitsstrafe aus. Vorliegend wiegt die objektive 
Tatschwere aufgrund der schweren Verletzung des Rechtsguts, der wiederholten 
Begehung und auch der sonstigen Art und Weise der Tatbegehung schwerer. In-
nerhalb des Strafrahmens von einem bis zehn Jahre Freiheitsstrafe ist das Ver-
schulden als noch leicht bis mittelschwer zu bezeichnen. Die Kammer erachtet eine 
Freiheitsstrafe von 36 Monaten als angemessen.

16.1.2 Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich. Er wollte seine sexuellen Bedürfnisse be-
friedigen und seine Macht demonstrieren. Es handelt sich um Tatmotive rein egois-
tischer Natur. Diese Elemente sind jedoch, wie die Vorinstanz korrekt erwähnt, tat-
bestandsimmanent. Die subjektive Tatkomponente wirkt sich daher neutral aus auf 
die Einsatzstrafe.

16.2 Verminderung der Schuldfähigkeit

War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzuse-
hen (Einsichtsfähigkeit) oder gemäss dieser Einsicht zu handeln (Steuerungsfähig-
keit), so mildert das Gericht die Strafe (Art. 19 Abs. 2 StGB). Die Kammer folgt den 
Ausführungen der Vorinstanz (pag. 1094 f. = S. 99 f. der Urteilsbegründung). Es ist 
auf das schlüssige forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. O.________ 
vom 24. September 2015 (pag. 813 ff.) abzustellen. Der Gutachter diagnostizierte 
beim Beschuldigten im Tatzeitraum narzisstisch-selbstbezogene, emotional instabi-
le und unreife Persönlichkeitsakzentuierungen (ICD-10 Z73.1), die möglicherweise 
bereits die Schwelle zu einer lebensgeschichtlich überdauernden kombinierten 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) überschritten hätten. Die Fähigkeiten des 
Beschuldigten zur reifen Beziehungsgestaltung und zur adäquaten Konfliktlösung 
im partnerschaftlich-intimen Kontext seien dadurch erheblich beeinträchtigt (pag. 
867). Er kommt zum Schluss, bei ungestörter Realitätsanpassung und intaktem Ur-
teilsvermögen sei die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten durchgehend erhalten 
gewesen. Das Zusammenwirken aller Faktoren dürfte jedoch mit hoher Wahr-
scheinlichkeit zu störungsbedingten Einschränkungen der Steuerungsfähigkeit des 
Beschuldigten geführt haben (pag. 868).

Die Kammer nimmt eine leicht verminderte Schuldfähigkeit des Beschuldigten an, 
welche im Bereich der Beziehungsdelikte stärker ausgeprägt ist als in Bezug auf 
andere Delikte. Im Unterschied zur Vorinstanz verzichtet sie darauf, den Umfang 
der Verminderung der Strafe anhand von Prozentzahlen festzuhalten. Die Vermin-

34

derung wird in die Bewertung des Verschuldens miteinbezogen. Danach wird die 
angemessene Strafe festgelegt.

16.3 Bildung der Einsatzstrafe

Aufgrund der verminderten Schuldfähigkeit des Beschuldigten liegt das Tatver-
schulden innerhalb des Strafrahmens im noch leichten Bereich. Die Kammer legt 
die Einsatzstrafe auf 30 Monate fest.

17. Asperation für die weiteren Straftaten

17.1 Voraussetzungen für eine Asperation

Die Bildung eine Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen 
Strafen möglich (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Im Übrigen wird vollumfänglich auf die 
korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 1096 = S. 
101 der Urteilsbegründung).

17.2 Strafarten

Für die Vergewaltigungen kommt von Gesetzes wegen nur das Aussprechen einer 
Freiheitsstrafe in Frage, während für die übrigen Delikte alternativ das Ausspre-
chen einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe möglich ist. Die weiteren Delikte, 
die der Beschuldigte im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt beging, stehen je-
doch in einem engen Kontext zu den Sexualdelikten. Die Delikte entspringen alle 
demselben Verhaltensmuster des Beschuldigten, bei dem er seine Partnerinnen zu 
dominieren versucht. Aufgrund dieses Konnexes rechtfertigt sich die Verurteilung 
zu einer separaten Geldstrafe nicht. Zudem käme für diese Delikte ohnehin nur ei-
ne unbedingte Geldstrafe in Frage, da dem Beschuldigten im forensisch-psychia-
trischen Gutachten eine hohe Rückfallgefahr und damit eine schlechte Legalpro-
gnose attestiert wird (pag. 869). Das gilt im Übrigen auch für die weiteren Straftaten 
wie der mehrfache Diebstahl, der Hausfriedensbruch und die Waffengesetzwider-
handlungen. 

Die finanzielle Situation des Beschuldigten hat sich seit dem erstinstanzlichen Urteil 
zwar verbessert. Er war damals auf der Suche nach einer Festanstellung (vgl. pag. 
1105 = S. 110 der Urteilsbegründung). Seit Juni 2016 hat der Beschuldigte eine 
unbefristete Anstellung (Verleihvertrag, pag. 1307 f.) und somit ein regelmässige-
res Einkommen. Der Schluss der Vorinstanz, dass eine unbedingt ausgesprochene 
Geldstrafe sich aufgrund der Arbeits- und Einkommenssituation des Beschuldigten 
nicht als vollstreckbar erweise, kann folglich so nicht mehr aufrechterhalten wer-
den. Die Vollstreckbarkeit einer Geldstrafe wäre jedoch aufgrund der im Raum ste-
henden zwingend unbedingten Freiheitsstrafe von über 36 Monaten höchst fraglich, 
da während der Dauer des Strafvollzuges das Einkommen entfällt. Und eine Voll-
zugsentlassung mit einer erheblichen unbedingten Geldstrafe widerspricht dem 
Resozialisierungsgedanken. Die Frage der Vollstreckbarkeit kann letztlich jedoch 
offenbleiben. Die Kammer fällt nämlich wie bereits die Vorinstanz für sämtliche 
Verbrechen und Vergehen eine Gesamtfreiheitsstrafe aus. Denn, wie nachfolgend 
aufzuzeigen sein wird, erachtet die Kammer für die beiden Vergewaltigungssach-
verhalte und die konnexen Delikte im Rahmen der häuslichen Gewalt ohnehin eine 

35

Freiheitsstrafe als angemessen, welche die von der Vorinstanz ausgefällte Ge-
samtfreiheitsstrafe von 42 Monaten übersteigt. Aufgrund des geltenden Ver-
schlechterungsverbots kann jedoch keine höhere Strafe und mithin auch keine zu-
sätzliche Geldstrafe mehr ausgesprochen werden. 

17.3 Vergewaltigung z.N. von E.________ (AKS I Ziff. I.B.4.1)

Die Vergewaltigung gemäss Ziff. I.B.4.1 der Anklageschrift ist mit denjenigen 
gemäss Ziff. I.B.4.2 vergleichbar. Für die Schwere der Verletzung des Rechtsguts 
und Art und Weise der Herbeiführung des Erfolgs kann auf die obigen Ausführun-
gen verwiesen werden (Ziff. III.16.1). Zur Art und Weise der Herbeiführung des Er-
folgs ist zu präzisieren, dass es sich vorliegend nur um einen einzelnen Vergewal-
tigungsvorfall handelt. Der Beschuldigte wendete auch hier physische Gewalt (Ohr-
feigen, die bei E.________ Pfeifgeräusche im Ohr auslösten) und psychischen 
Druck an, um E.________ zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Vor dem eigentli-
chen Geschlechtsverkehr zwang er sie zudem zur Vornahme von sexuellen Hand-
lungen, damit sein Penis steif werde. E.________ musste somit nicht nur ungewoll-
ten