# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b3dd4da-e2cb-58ff-8746-c02a80b4cc7b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 17.10.2023 VBE.2023.167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-167_2023-10-17.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2023.167 / pm / fi  
Art. 127 

 

 

Urteil vom 17. Oktober 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiber Meier 

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____,  

vertreten durch lic. iur. Christian Möcklin, Advokat, Steinentorstrasse 13, 

Postfach, 4010 Basel  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion 

Bern, Bundesgasse 35, 3001 Bern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 24. Februar 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1972 geborene Beschwerdeführerin ist als Beauty Advisor angestellt 

und deswegen bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen Unfallfol-

gen versichert. Am 1. Juni 2022 meldete sie der Beschwerdegegnerin, sie 

sei am 21. Mai 2022 auf der Strasse ausgerutscht und habe sich dabei am 

rechten Fuss- und Handgelenk sowie am linken Knie verletzt. Die Be-

schwerdegegnerin erbrachte in der Folge vorübergehende Leistungen 

(Heilbehandlung/Taggeld). Mit Verfügung vom 14. September 2022 stellte 

sie ihre Leistungen per 31. August 2022 ein. Die dagegen erhobene Ein-

sprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 24. Februar 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 29. März 2023 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Es sei der Einspracheentscheid des Unfallversicherers vom 24. Feb-
ruar 2023 im Dossier Nr. aaa aufzuheben und es seien der Versicherten 
die gesetzlichen Leistungen aus dem Unfallversicherungsgesetz 
auszurichten. 

 
 2. Es seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen. 
 
 3. Unter o/e-Kostenfolge." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 30. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Am 7. Juli 2023 reichte die Beschwerdegegnerin die Verfügung der SVA 

des Kantons Aarau, IV-Stelle, vom 4. Juli 2023, mit welcher diese auf das 

Rentenbegehren der Beschwerdeführerin nicht eingetreten war, ein. 

 

2.4. 

Mit Replik vom 14. Juli 2023 bzw. Duplik vom 24. Juli 2023 hielten die Par-

teien an ihren Anträgen fest. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die per 31. August 2022 verfügte 

Leistungseinstellung im Wesentlichen – unter Hinweis auf die Beurteilung 

ihres beratenden Arztes – damit, dass die Mittelfussfraktur spätestens am 

8. Juli 2022 wieder abgeheilt gewesen sei und die noch über diesen Zeit-

punkt hinaus geklagten Beschwerden nicht auf den Unfall vom 21. Mai 

2022 zurückzuführen seien (Vernehmlassungsbeilage [VB] 112 S. 16 ff.; 

vgl. auch Vernehmlassung S. 5 ff. und Duplik). Die Beschwerdeführerin 

stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, auf die Ein-

schätzung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin könne aus ver-

schiedenen Gründen nicht abgestellt werden. Tatsächlich sei sie, wie sich 

aus den Schreiben ihres behandelnden Arztes Dr. med. B._____, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

ergebe, aufgrund der unfallbedingten rechtsseitigen Fussbeschwerden 

noch über Ende August 2022 hinaus in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 

gewesen. Folglich habe sie auch über diesen Zeitpunkt hinaus Anspruch 

auf Leistungen der Beschwerdegegnerin (Beschwerde S. 5 ff.; Replik 

S. 1 f.). 

 

1.2. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin die im Zu-

sammenhang mit dem Ereignis vom 21. Mai 2022 erbrachten Leistungen 

mit Einspracheentscheid vom 24. Februar 2023 (VB 109) zu Recht per 

31. August 2022 eingestellt hat. 

 

2. 

2.1. 

Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungs-

leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). 

 

2.2. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

 - 4 - 

 

 

 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch 

BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ur-

sachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis-

tungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfal-

len jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge-

sundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üb-

lichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen 

sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Aus-

wirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs-

aufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast  

– anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kau-

salzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim 

Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2 mit Hin-

weisen). 

 

3. 

3.1. 

Den medizinischen Unterlagen ist betreffend den Unfall vom 21. Mai 2022 

im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: 

 

3.2. 

Die zwei Tage nach dem Unfall notfallmässig konsultierten Ärzte der 

C._____ AG diagnostizierten am 23. Mai 2023 eine Avulsionsfraktur der 

Basis Os metatarsale V bei Supinationstrauma am 21. Mai 2022 (VB 8 

S. 1). 

 

3.3. 

Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. D._____, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

sowie für Chirurgie, diagnostizierte in seiner Stellungnahme vom 21. Au-

gust 2022 eine Distorsion des rechten Fusses mit Fraktur der Basis des 

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5. Mittelfussknochens. Als Vorzustände bestünden diverse Gelenkopera-

tionen sowie eine Fibromyalgie. Der status quo sine sei spätestens 

12 Wochen nach dem Unfall erreicht worden. Bereits im CT des rechten 

Fusses vom 8. Juli 2022 sei die Fraktur knöchern durchbaut gewesen. Eine 

auf den Unfall zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit könne "für 2 Wochen 

zu 100%, weitere 2 Wochen zu 70%, weitere 2 Wochen zu 50% begründet 

werden" (VB 37 S. 1). 

 

3.4. 

Dr. med. B._____ führte in seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin 

vom 31. August 2022, in welchem er diese um weitere Übernahme der Kos-

ten der Behandlung des rechten Fusses der Beschwerdeführerin ersuchte, 

zusammengefasst aus, die Situation sei nicht nur abhängig von der im CT 

vorhandenen Konsolidierung des Knochens, sondern auch der Heilung der 

Weichteile. Im Falle der Beschwerdeführerin zeige sich immer noch eine 

posttraumatische Schmerzproblematik des Fusses im Bereich der Fraktur 

und der Veränderungen. Es werde versucht, diese Problematik über eine 

Einlage und Schuhversorgung so zu verbessern, dass die Beschwerdefüh-

rerin wieder zu 100 % arbeitsfähig sei. Die zusätzlich aufgetretene Symp-

tomatik am Kniegelenk sei unabhängig vom Unfall (VB 48). 

 

3.5. 

Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. E._____, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

führte in seiner Stellungnahme vom 3. September 2022 zusammengefasst 

aus, die Beschwerdeführerin habe nach einem Supinationstrauma des 

rechten Fusses vom 21. Mai 2022 eine Basisfraktur des Os metatarsale 

V rechts erlitten, die dann im Vacoped konservativ behandelt worden sei. 

Ein CT des rechten Fusses vom 8. Juli 2022 habe eine ca. 2 mm Stufenbil-

dung am mediodorsalen Rand der proximalen Gelenkfläche der Basis MT 

V dokumentiert. Der Frakturspalt sei weitgehend im Sinne einer vollständi-

gen knöchernen Durchbauung verschwunden. Am 31. August 2022 sei 

eine aktivierte retropatelläre Arthrose des rechten Kniegelenks nach oben-

genannter Fraktur erwähnt worden. Im Bericht vom 8. Juli 2022 fänden ne-

ben der Fussproblematik diverse Gelenkoperationen und eine Fibromyal-

gie Erwähnung. Laut klinischem Befund habe sich der Fuss rechts abge-

schwollen und neurologisch unauffällig dargestellt. Drei Monate nach der 

Basisfraktur beklage die Beschwerdeführerin noch immer Schmerzen. Ein-

lagen könne sie angeblich nicht tragen. Die Carbon-Einlagen habe sie in 

einen Konfektionsschuh gelegt und wieder vermehrt Schmerzen verspürt. 

Hinsichtlich der MT-V Fraktur rechts ergäben die medizinischen Unterlagen 

nichts Besonderes. Ein weitgehend unauffälliger Verlauf einer konservati-

ven Frakturbehandlung sei nachvollziehbar. Ausser den subjektiven Be-

schwerden sowie den Hinweisen auf unfallfremde Erkrankungen (Fibro-

myalgie, pes planus valgus) sei bereits Anfangs/Mitte Juli von einer weit-

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gehenden Abheilung der Fraktur auszugehen. In Bezug auf die ange-

sprochene Heilung der Weichteile finde sich ebenfalls nichts Auffälliges. 

Aus beratungsärztlicher Sicht könne 12 Wochen nach dem Ereignis unter 

Berücksichtigung des gesamten medizinischen Sachverhaltes nicht mehr 

von einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Die Ab-

stufung der Arbeitsfähigkeit gemäss Beurteilung des beratenden Arztes 

vom 21. August 2022 sei nicht zu beanstanden (VB 101 S. 7). 

 

3.6. 

Am 19. Oktober 2022 führte Dr. med. B._____ aus, es könne davon ausge-

gangen werden, dass das Kniegelenk keinen direkten Zusammenhang mit 

der Fussverletzung habe. Die (bei voroperiertem Zustand) aktuell exazer-

bierten Beschwerden, welche zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit führen 

würden, seien krankheits- und nicht unfallbedingt. Die Fussproblematik 

zeige zwar einen guten knöchernen Verlauf, sei aber aufgrund der reinen 

Verletzung mit der sehr starken Belastung im Aussenbereich beim norma-

len Stehen und Gehen aufgrund des stehbelasteten Berufes der Patientin, 

sicher auch noch ein "Mitgrund", aber nicht mehr der alleinige Grund für die 

Arbeitsunfähigkeit. Die Weichteilsituation und die Mehrbelastung durch die 

Fussstellung und Fussbelastung seien ebenfalls Gründe dafür, dass die 

Heilung nicht normal und deshalb verlängert verlaufe. In einem stehenden 

Beruf bestünde immer noch lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Momen-

tan sei aber das Kniegelenk mit der arthrotischen Entwicklung Hauptgrund 

für die 100%ige Arbeitsunfähigkeit (VB 112). 

 

3.7. 

In seiner Aktenbeurteilung vom 28. Januar 2023 hielt Dr. med. E._____ im 

Wesentlichen an seiner bisherigen Einschätzung fest. Er legte dar, dass, 

die in der Stellungnahme (von Dr. med. B._____) vom 19. Oktober 2022 

angesprochene Weichteilsituation und die Mehrbelastung des Fusses in 

Bezug auf die Folgen einer knöchern zeitgerecht und problemlos 

abgeheilten Os metatarsale-Fraktur V weder inhaltlich noch fachlich 

nachvollzogen werden könnten. Es liege nach Kenntnis der medizinischen 

Berichte keine Weichteilläsion vor und auch eine vermehrte Belastung 

aufgrund der Unfallfolgen sei nicht plausibel erkennbar. Als Ursache für die 

subjektiv beklagten Beschwerden kämen aus fachorthopädischer Sicht am 

ehesten der im CT erwähnte Fersensporn sowie die Knick-Senk-Füsse und 

die relevante Kniegelenksproblematik in Frage. Eine auf das Unfallereignis 

zurückzuführende, über den 8. Juli 2022 hinausgehende Arbeitsunfähigkeit 

könne nicht gerechtfertigt werden (VB 106 S. 7). 

 

3.8. 

Dr. med. B._____ nahm am 16. März 2023 Stellung zu dieser Beurteilung 

von Dr. med. E._____. Zusammengefasst führte er aus, Dr. med. E._____ 

beschreibe in seiner Stellungnahme eine problemlos abgeheilte 

Metatarsale V-Fraktur "zum 19.10.2022". Ohne den Fuss beurteilt und 

 - 7 - 

 

 

 

untersucht zu haben, könne man ärztlicherseits eine solche Aussage nicht 

treffen. Dies würde einer Ferndiagnose entsprechen. Des Weiteren sei 

Dr. med. E._____ nicht von einer Weichteilverletzung ausgegangen. 

Vorliegend handle es sich nicht um eine offene Fraktur, weshalb kein 

Weichteilschaden des Fusses beschrieben worden sei. Durch eine Fraktur 

erfolge immer eine Weichteilverletzung (Knochenhaut, Einblutung in 

umgebende Gewebe). Eine Mehrbelastung auch dieser Strukturen könne 

dann zu entsprechenden Beschwerden führen. Dr. med. E._____ sei 

gestützt auf das Ergebnis des CT-Untersuchs von einer Fersensporn-

problematik ausgegangen. Ein Fersensporn sei indes nie Grund für 

Schmerzen; solche würden bei dort häufig vorhandener Entzündung der 

Plantarfaszie verursacht. Eine solche könne jedoch nur in einem MRT oder 

in einer persönlichen Untersuchung, nicht jedoch in einem CT ohne 

Kontrastmittel nachgewiesen werden (VB 112 S. 34 f.). 

 

3.9. 

Dr. med. E._____ nahm am 18. Mai 2023 schliesslich abermals Stellung, 

wobei er erneut auf den komplikationslosen und zeitgerechten Heilverlauf 

der Metatarsale V-Fraktur hinwies. Das Argument der verzögerten 

Weichteilheilung werde in den klinischen Befunden des Orthopäden nicht 

ansatzweise belegt. Die knöcherne Heilung und die Heilung des Weichteil-

schadens würden ohne Zweifel gleichzeitig beginnen. Es sei sicher davon 

auszugehen, dass zum Zeitpunkt der knöchernen Heilung am 8. Juli 2022 

der Weichteilschaden ebenfalls vollständig "abgeschlossen" gewesen sei. 

Bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch den Orthopäden 

(Dr. med. B._____) erscheine die schwerwiegende Kniegelenks-

problematik rechts eine wesentliche Rolle zu spielen. Da diese jedoch 

unfallfremd sei, könne sie nicht "zur allfälligen Verlängerung der unfall-

bedingten AUF" herangezogen werden. Aus beratungsärztlicher Sicht 

ergäbe sich "zwischen den subjektiven Beschwerden und dem blanden 

klinischen und radiologischen eine deutliche Diskrepanz". Basisfrakturen 

des Metatarsale V würden mit fester Sohle oder Gips frühfunktionell 

behandelt und würden meist relativ rasch ausheilen. Völlig untypisch seien 

die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden im Rückfuss und 

im Unterschenkel, welche eher auf die bekannte Kniegelenksproblematik 

rechts als Schmerzursache hindeuten würden (VB 122 S. 8).  

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 - 8 - 

 

 

 

 

4.2. 

Beratende Ärzte sind, was den Beweiswert ihrer ärztlichen Beurteilungen 

angeht, den versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (Urteile des Bun-

desgerichts 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E. 2.3; 8C_281/2018 vom 

25. Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis). Auch wenn die Rechtsprechung den 

Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen stets Be-

weiswert zuerkannt hat, kommt ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweis-

kraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 

vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zu (BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstel-

lungsverhältnis der versicherungsinternen Fachperson zum Versiche-

rungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen-

heit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 ff.). Soll ein Versiche-

rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-

keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän-

zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 

V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Eine reine Aktenbeurteilung ist nicht an sich schon unzuverlässig. Entschei-

dend ist, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Unter-

suchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 

und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sachverständige 

muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenlo-

ses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 8C_889/2008 vom 9. 

April 2009 E. 3.3.1 und U 224/06 1. November 2007 E. 3.5; je mit Hinwei-

sen). 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdeführerin bringt zusammengefasst vor, die versicherungs-

medizinischen Stellungnahmen von Dr. med. E._____ seien nicht 

schlüssig und stünden zudem im Widerspruch zu den Einschätzungen 

ihres behandelnden Arztes Dr. med. B._____. Des Weiteren habe Dr. med. 

E._____ sie nie persönlich untersucht. Auf dessen Beurteilungen könne 

daher nicht abgestellt werden (Beschwerde S. 5 ff.). 

 

5.2. 

Die Versicherungsmediziner Dres. med. E._____ und D._____ stützten 

sich bei ihren Beurteilungen auf umfangreiche und auf persönlichen Unter-

suchungen basierende Vorakten (vgl. VB 122 S. 1 ff.; 106 S. 1 ff.), weshalb 

sich eine reine Aktenbeurteilung als Entscheidungsgrundlage als zulässig 

 - 9 - 

 

 

 

erweist (vgl. E. 4.3). Angesichts des Umstandes, dass der Frakturspalt ge-

mäss CT-Bericht vom 8. Juli 2022 zum Zeitpunkt der fraglichen Unter-

suchung bereits grösstenteils nicht mehr erkennbar und der entsprechende 

Befund gemäss dem Radiologen "mit knöcherner Durchbauung vereinbar" 

war (VB 100 S. 9), ist ohne Weiteres nachvollziehbar, dass 

Dr. med. E._____ und Dr. med. D._____ vom Erreichen des status quo 

sine vel ante 12 Wochen nach dem Unfallereignis ausgingen. Überein-

stimmend mit dem behandelnden Arzt der Beschwerdeführerin 

Dr. med. B._____ wiesen die Versicherungsmediziner denn auch auf den 

komplikationslosen Heilverlauf der Fraktur des 5. Mittelfussknochens 

rechts hin. Was die von Dr. med. B._____ als Grund für die nach der 

Abheilung der Fraktur weiterhin geklagten rechtsseitigen Fuss-

beschwerden angegebene unfallbedingte Weichteilverletzung anbelangt, 

führte Dr. med. E._____ nachvollziehbar aus, es habe diesbezüglich nichts 

Auffälliges in den medizinischen Akten erkannt werden können (VB 101 

S. 7). Den Berichten von Dr. med. B._____ sind denn auch keine konkreten 

Befunde zu entnehmen, die auf eine nach Konsolidation der Fraktur noch 

bestehende (unfallbedingte) Weichteilverletzung hindeuteten. 

Dr. med. E._____ wies in seiner Stellungnahme vom 18. Mai 2023 insofern 

zu Recht darauf hin, dass eine verzögerte Weichteilheilung von Dr. med. 

B._____ in den klinischen Befunden nicht belegt worden sei (VB 122). 

Ohne Weiteres überzeugend ist vor diesem Hintergrund auch die 

Beurteilung von Dr. med. E._____, wonach sowohl die knöcherne Heilung 

als auch die Heilung eines Weichteilschadens gleichzeitig beginnen wür-

den, weshalb davon auszugehen sei, dass im Zeitpunkt der am 8. Juli 2022 

bildgebend festgestellten knöchernen Heilung (vgl. VB 100 S. 9) auch die 

Heilung der Weichteile vollständig abgeschlossen gewesen sei (VB 122 

S. 8). Weder der Beschwerde und der Replik noch den Unterlagen von 

Dr. med. B._____ und den restlichen medizinischen Akten sind Anhalts-

punkte zu entnehmen, welche gegen diese Einschätzungen sprechen wür-

den. Zwischen den Parteien ist schliesslich – nach Lage der Akten zu Recht 

(vgl. VB 112 S. 9; VB 122 S. 8) – unumstritten, dass die Befunde am rech-

ten Kniegelenk der Beschwerdeführerin bzw. die entsprechenden Be-

schwerden nicht auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. Gestützt auf 

die versicherungsmedizinischen Beurteilungen ist daher mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der status quo sine 

12 Wochen nach dem Unfallereignis vom 21. Mai 2022, spätestens jedoch 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 31. August 2022, erreicht war. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin die im Zusammen-

hang mit dem Unfall vom 21. Mai 2022 ausgerichteten Leistungen mit Ein-

spracheentscheid vom 24. Februar 2023 zu Recht per 31. August 2022 ein-

gestellt. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. 

 

 - 10 - 

 

 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 

 

 

 

 

 - 11 - 

 

 

 

 

 

  

Aarau, 17. Oktober 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Meier