# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a8f7e15-85ee-5c58-8e41-83fe11400788
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 14.01.2022 510 2021 70 (510 21 70)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-2021-70_2022-01-14.pdf

## Full Text

Seite 1 

Urteil vom 14. Januar 2022 (510 21 70) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Erbschaftssteuer  

 

Besetzung Steuergerichtspräsident A. Zähndler, Steuerrichter M. Angehrn (Ref.),  

R. Richner, P. Salathe, S. Schmid, Gerichtsschreiberin i.V. I. Zeller 

 
 
 
 

Parteien Erbengemeinschaft A.____, vertreten durch Schärer Rechtsanwälte, 
Hintere Bahnhofstrasse 6, 5001 Aarau, 
 
 Rekurrentin 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Erbschaftssteuer 
 
 

http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
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Sachverhalt: 

 

A. 

Der Erblasser A.____ hat die B.____AG zu Lebzeiten mit verschiedenen Planungsarbeiten be-

auftragt. Nach dem Tod von A.____ am 7. Dezember 2015 hat die B.____AG am 

14. Januar 2016 eine Zwischenabrechnung für die pendenten Projekte per 7. Dezember 2015 

erstellt und der C.____AG einen Betrag von Fr. 1'033'679.46 in Rechnung gestellt. Im Schrei-

ben vom 20. Januar 2016 teilte die damalige Willensvollstreckerin D.____ der B.____AG mit, 

dass sie die Forderungen im Grundsatz in das Inventar aufnehme, damit deren Höhe aber nicht 

automatisch als genehmigt gelte. Gemäss Aktennotiz vom 24. März 2017 hat die B.____AG 

anlässlich einer gemeinsamen Besprechung mit der Erbengemeinschaft in Aussicht gestellt, die 

geltend gemachte Forderung um Fr. 56'330.-- zu reduzieren. Mit Schreiben vom 5. Mai 2017 

schlug die ehemalige Willensvollstreckerin der B.____AG vor, die geltend gemachten Forde-

rungen mit einer Saldo-Zahlung von Fr. 600'000.-- (inkl. MWST) zu erledigen. Nach Angaben 

der Rekurrentin hat die B.____AG ihr Vergleichsangebot akzeptiert und sich mit einer Saldo-

Zahlung von Fr. 612'299.15 (inkl. Fr. 12'299.15 Abschreibungsgebühr für ein Baugesuch) ein-

verstanden erklärt. 

 

In den Veranlagungsverfügungen vom 29. Juni 2021 setzte die Steuerverwaltung das steuerba-

re Vermögen des Erblassers auf Fr. 15'573'169.-- und die totale Erbschaftssteuer auf 

Fr. 4'565'459.55 fest. Teil der Veranlagungsverfügungen ist eine Bilanz, welche unter den Pas-

siven einerseits die Position «Forderungen aus Baugesuch E.____» in der Höhe von 

Fr. 12'299.-- und andererseits laufende Auslagen gemäss Inventar, welches wiederum Forde-

rungen aus Bauprojekten in F.____ und G.____ der C.____AG in der Höhe von Fr. 600'000.-- 

enthält. 

 

 

B. 

Am 26. Juli 2019 legte der Vertreter im Namen der Erbengemeinschaft Einsprache gegen die 

Veranlagungsverfügungen ein und stellte den Antrag, das steuerbare Vermögen sei von 

Fr. 15'573'169.-- um Fr. 433'679.-- auf Fr. 15'139’490.-- zu reduzieren und die der Einsprecherin 

in Rechnung gestellte Erbschaftssteuer entsprechend zu ermässigen. Zur Begründung führte er 

unter anderem aus, die B.____AG habe per Todestag von A.____ (7. Dezember 2015) ihre 

Forderungen gegenüber der Erbengemeinschaft mit Fr. 1'033'679.46 quantifiziert. Die Erben-

gemeinschaft habe fest damit rechnen müssen, dass die B.____AG an dieser Forderung fest-

halte und den Betrag gegebenenfalls auch gerichtlich einklage. Am 7. Dezember 2015 sei noch 

in keiner Weise absehbar gewesen, dass diese Forderung fast eineinhalb Jahre später ver-

gleichsweise auf Fr. 600'000.-- reduziert werden könnte. Auch müsse die Schuld der Erbenge-

meinschaft gegenüber der B.____AG nicht durch eine Schätzung bewertet werden, weil die 

B.____AG die geltend gemachte Forderung mit Schreiben vom 14. Juli 2016 bis auf den letzten 

Rappen beziffert habe. Somit habe sich die Forderung per Todestag klarerweise auf 

Fr. 1'033'679.46 belaufen und sei entsprechend als Schuld zum Abzug zuzulassen. 

Für die Einsprecherin sei der Umstand, dass die B.____AG ihre Zwischenabrechnung vom 

14. Januar 2016 an die C.____AG statt an die Erbengemeinschaft adressiert habe, unerheblich, 

 
 
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weil letztlich so oder anders alle Aufwendungen der B.____AG von der Einsprecherin getragen 

werden müssten. 

 

Im Entscheid vom 21. September 2021 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. Von den 

Fr. 1'033'679.46 Architekturkosten der B.____AG vom 14. Januar 2016 seien gemäss Einspra-

che nur Fr. 600'000.-- sowie Fr. 12'299.-- effektiv bezahlt worden, da hierüber per 15. Mai 2018 

ein Vergleich abgeschlossen worden sei. Die Fr. 600'000.-- und Fr. 12'299.-- seien in der Erb-

schaftssteuer-Verfügung vom 29. Juni 2021 bereits vollumfänglich abgezogen worden. Nach 

ständiger Praxis der Steuerverwaltung Basel-Landschaft könnten nur effektiv bezahlte Erb-

schaftsschulden berücksichtigt werden. Somit könne der Restbetrag des Gesamtbetrages von 

Fr. 1'033'679.46, auf den die Gegenpartei vergleichsweise verzichtet habe, nicht berücksichtigt 

werden. 

 

 

C. 

Mit Schreiben vom 15. Oktober 2021 erhebt der Vertreter der Erbengemeinschaft Rekurs und 

beantragt, das steuerbare Vermögen sei von Fr. 15'573'169.-- um Fr. 433'679.-- auf 

Fr. 15'139’490.-- zu reduzieren und die den Rekurrenten in Rechnung gestellte Erbschaftssteu-

er sei entsprechend zu ermässigen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 

Staates. 

Zur Begründung kann im Wesentlichen auf die Einsprache verwiesen werden. Zusätzlich zu 

den Ausführungen in der Einsprache bringt die Rekurrentin vor, die im Einspracheentscheid 

angeführte Praxis der Steuerverwaltung, wonach nur effektiv bezahlte Erbschaftsschulden be-

rücksichtigt werden sollen, widerspreche den Grundsätzen, nach welchen das Erbschaftsver-

mögen zum Verkehrswert im Todeszeitpunkt zu bewerten und Wertveränderungen, die nach 

dem Tod des Erblassers eintreten, für die Erbschaftssteuer unbeachtlich seien. Es sei einzig 

auf den Verkehrswert des Erbschaftsvermögens im Todeszeitpunkt des Erblassers abzustellen. 

Folglich sei die nach dem Tod des Erblassers eingetretene Wertveränderung der Schuld von 

Fr. 1'033’67946 auf Fr. 612'299.15 (Abschluss Vergleich vom 5. Mai 2017) für die Erbschafts-

steuer unbeachtlich.  

 

Mit Vernehmlassung vom 30. November 2021 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung 

des Rekurses. Die per Todestag 7. Dezember 2015 in Rechnung gestellte Forderung der 

B.____AG gegenüber dem Erblasser sei innert zweier Jahre erheblich von bisher rund 

Fr. 1 Mio. auf neu rund Fr. 600'000.-- reduziert worden (Vergleich per 5. Mai 2017). Daher müs-

se davon ausgegangen werden, dass diese Forderung als Schuld des Erblassers von Anfang 

an nicht Bestand haben konnte, d.h. bestritten wurde. Dies zeige auch das Schreiben vom 

20. Januar 2016 der Willensvollstreckerin und Miterbin/Vermächtnisnehmerin D.____ klar auf. 

Es rechtfertige sich deshalb, in sinngemässer Anlehnung an § 7 der Verordnung vom 

16. Juni 1981 zum Gesetz über die Erbschafts- und Schenkungssteuer (ESchStV; SGS 334.11) 

auf die innert den zwei Jahren tatsächlich vereinbarte und bezahlte Schuld abzustellen, um den 

reellen Verkehrswert dieses Passivums im Zeitpunkt des Erbgangs zu bestimmen. 

Ferner zeige auch das Steuergesetz bei der Bestimmung des steuerbaren Vermögens in 

§ 46 Abs. 3 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- und Gemeindesteuern (Steu-

ergesetz, StG; SGS 331), dass unsichere Forderungen und Rechte (Aktiven) vorsichtig zu be-

 
 
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werten sind. Verlustwahrscheinlichkeiten seien deshalb praxisgemäss mit einem Einschlag zu 

berücksichtigen. Derselbe Grundsatz müsse auch für die Bewertung von unsicheren Schulden 

(Passiven) gelten. Da es sich vorliegend von Anfang an um eine unsichere bzw. bestrittene 

Forderung gegenüber dem Erblasser gehandelt habe, müsse dieser Passivposten im Nachlass 

vorsichtig geschätzt werden. Die vorsichtige Einschätzung des Rechnungsbetrags der 

B.____AG vom 14. Januar 2016 rechtfertige sich auch dadurch, dass diese Rechnung explizit 

als «Zwischenabrechnung» bezeichnet worden und dabei bloss eine «Zweckmässigkeit» er-

wähnt worden sei. Am Schluss der Rechnung sei noch der Hinweis angebracht worden, dass 

man gerne die Begleichung dieser Beträge «noch besprechen» wollte. Im Übrigen enthalte die-

se Zwischenabrechnung keinerlei MWST-Abrechnung. Es seien also bloss provisorische und zu 

diskutierende Rechnungsbeträge gewesen, welche per Todestag kalkuliert worden seien. Diese 

Schlussfolgerung habe nichts mit einer Verletzung des Stichtagsprinzips zu tun, da eine reelle 

Schätzung des Verkehrswerts des Nachlasses bzw. des Nettovermögens per Todestag be-

zweckt werde. 

 

Anlässlich der heutigen Verhandlung halten die Parteien an ihren Begehren fest. 

 

 

Erwägungen: 

 

1.  

Das Steuergericht ist gemäss § 19 Abs. 2 des Gesetzes vom 7. Januar 1980 über die Erb-

schafts- und Schenkungssteuer (ESchStG; SGS 334) i.V.m. § 124 Abs. 1 des Gesetzes vom 

7. Februar 1974 über die Staats- und Gemeindesteuern zur Beurteilung des vorliegenden Re-

kurses zuständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag 

wie im vorliegenden Fall Fr. 10'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, von der Fünferkammer des 

Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderun-

gen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten. 

 

 

2. 

Streitig und zu prüfen ist, ob der steuerbare Nachlass aufgrund der Bewertung der Zwischenab-

rechnung der B.____AG um Fr. 433'679.-- zu reduzieren und die der Rekurrentin in Rechnung 

gestellte Erbschaftssteuer entsprechend zu korrigieren ist. 

 

2.1. Erbschaftssteuern sind einmalige Steuern, deren Erhebung auf einen bestimmten Zeitpunkt 

hin erfolgt. Gemäss § 15 ESchStG werden im Kanton Basel-Landschaft steuerbare Zuwendun-

gen grundsätzlich zum Verkehrswert im Zeitpunkt des Vermögensübergangs bewertet. Das 

steuerbare Vermögen geht bei einem Todesfall eo ipso durch den Tod des Erblassers von Ge-

setzes wegen auf die Erben über (Universalsukzession). Gemäss Art. 537 Abs. 1 des Schwei-

zerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) eröffnet der Todesfall den 

Erbgang. Die Bewertung des steuerbaren Vermögens erfolgt auf diesen Stichtag hin (vgl. 

OEHRLI/ATTINGER in: Zweifel/Beusch/Hunziker [Hrsg.], Kommentar zum Erbschafts- und Schen-

kungssteuerrecht, Basel 2020, § 20 N 1 f.; vgl. RAMSEIER, Die basellandschaftliche Erbschafts- 

und Schenkungssteuer, G.____ 1989, S. 122 f.). Grundsätzlich sind Wertveränderungen, die 

 
 
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nach der Eröffnung des Erbgangs eintreten, für die Erbschaftssteuer irrelevant 

(OEHRLI/ATTINGER, a.a.O., § 20 N 3.). Bei Forderungen auf feste Summen rechtfertigt es sich, 

primär den Nominalwert als Verkehrswert zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_565/2007 vom 15. Januar 2008, E. 4.2; OEHRLI/ATTINGER, a.a.O., § 21 N 1).  

Eine Forderung, die weder verpfändet noch abgetreten werden kann, ist jedoch nicht verkehrs-

gängig. Solche Forderungen zum Nennwert zu bewerten, würde zu einer Relativierung oder gar 

zu einer Nichtanwendung des Verkehrswertprinzips führen. Dem Einzelfall würde keine Rech-

nung getragen. Einige Kantone schreiben die Berücksichtigung der Verlustwahrscheinlichkeit 

sogar ausdrücklich im Gesetz vor (OEHRLI/ATTINGER, a.a.O. § 20 N 1 ff., m.w.H.). Indes er-

scheint es unabhängig einer solchen expliziten gesetzlichen Regelung aufgrund des Leistungs-

fähigkeitsprinzips als selbstverständlich, dass eine Forderung wirtschaftlich korrekt und gege-

benenfalls mit einem Einschlag bewertet werden muss (OEHRLI/ATTINGER, a.a.O., § 20 N 4). 

Das Bundesgericht hielt im bereits erwähnten Entscheid vom 15. Januar 2008 fest, dass als 

Verkehrswert von Forderungen der Nominalwert gilt, wenn die Verlustwahrscheinlichkeit nicht 

eine niedrigere Bewertung rechtfertigt (Urteil des Bundesgerichts 2C_565/2007 vom 15. Januar 

2008, E. 4.2). Der Verkehrswert ist somit von der mutmasslichen Einbringlichkeit der Forderung 

abhängig (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 26. August 2015, 

SR.2015.00017, E. 2.1). 

Entsprechend schreibt das Baselbieter Steuergesetz zur Verkehrswertbewertung von Wertpa-

pieren, Forderungen und anderen Rechten für die Vermögenssteuer in § 46 Abs. 3 StG denn 

auch vor, dass bei der Bewertung bestrittener oder unsicherer Rechte und Forderungen der 

Wahrscheinlichkeit von Verlusten Rechnung zu tragen ist. Die Erbschaftssteuer ist im Gegen-

satz zur Vermögenssteuer zwar nicht periodisch wiederkehrend. Trotzdem ist kein Grund er-

sichtlich, weshalb diese sachgerechte Regelung bei der Vermögenssteuer für die Erbschafts-

steuer nicht gelten soll: Beide Steuern sind stichtagsbezogen und haben einen zu bewertenden 

Vermögenskomplex als Bemessungsgrundlage.  

 

2.2. Gemäss § 13 ESchStG wird die Steuer auf dem vom Steuerpflichtigen erworbenen reinen 

Vermögen erhoben. Es können nur effektive, das heisst am Stichtag tatsächlich bestehende 

Schulden abgezogen werden, für die die steuerpflichtige Person als Hauptschuldnerin rechtlich 

haftbar ist (DZAMBO-LOCHER/TEUSCHER, in: Zweifel/Beusch (Hrsg.), Kommentar zum Schweize-

rischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone 

und Gemeinden, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 13 N 17). Zum einen verringern bestehende Verbind-

lichkeiten, die das übertragene Vermögen direkt schmälern oder belasten, den für die Steuer-

bemessung relevanten Betrag (Erbschaftsschulden). Zum anderen verursacht der Erbgang ver-

schiedene Kosten, welche die Bemessungsgrundlage der Erbschaftssteuer verringern (Erb-

gangsschulden; vgl. OEHRLI/ATTINGER, a.a.O., § 24 N 2 f.). Erbschaftsschulden sind abziehbar, 

wenn diese bereits zu Lebzeiten des Erblassers bestanden haben. Zumindest ihren Ursprung 

müssen die Schulden in Ereignissen haben, die vor dem Tod des Erblassers eingetreten sind 

und das Vermögen des Erblassers schon vor seinem Tod belastet haben. Schulden, die erst 

nach dem Tod des Erblassers eingetreten sind, können mit Ausnahme der Erbgangsschulden 

nicht abgezogen werden (OEHRLI/ATTINGER, a.a.O. § 24 N 8 f.; vgl. zum Ganzen RAMSEIER, 

a.a.O., S. 153 f., m.w.H.). Voraussetzung einer abziehbaren (Erbschafts-)Schuld ist somit eine 

am massgebenden Stichtag bestehende, feste, durchsetzbare Schuld, mit deren Erfüllung die 

 
 
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steuerpflichtige Person ernsthaft rechnen muss, wobei Fälligkeit nicht erforderlich ist (DZAMBO-

LOCHER/TEUSCHER, a.a.O., Art. 13 N 17, vgl. OEHRLI/ATTINGER, a.a.O. § 24 N 8 f). 

Schulden sind grundsätzlich gleich zu bewerten wie korrelierende Forderungen, womit vorste-

hende Ausführungen der Bewertung einer Forderung auf der Aktivseite der Erbschaft auch für 

Forderungen auf der Passivseite respektive Schulden der Erbschaft Geltung finden. Das bedeu-

tet, dass für die Bewertung zum Verkehrswert der Schuld auf den Nennwert bzw. den Nominal-

wert abzustellen ist, wobei es analog zur Forderungsbewertung berücksichtigt werden muss, 

wenn eine Verpflichtung ungewiss, in der Höhe nicht genau bestimmbar, bestritten oder auf-

schiebend oder auflösend bedingt ist (DZAMBO-LOCHER/TEUSCHER, a.a.O., Art. 14 N 9). Somit 

sind Zweifel am Bestand (Verität) genauso zu berücksichtigen wie Zweifel an der Zahlungsfä-

higkeit des Schuldners (Bonität). 

 

 

3.  

3.1. Vorliegend ist unbestritten, dass es sich bei der Zwischenabrechnung der B.____AG vom 

14. Januar 2016 um eine Erbschaftsschuld handelt, da mit der Rechnung ein Anspruch für Leis-

tungen zugunsten des Erblassers beziehungsweise seiner Gesellschaft bis zum Todestag ab-

gegolten werden soll. Strittig hingegen ist, wie hoch der Verkehrswert jener Forderung zum To-

deszeitpunkt war. Bei üblichen Forderungen auf feste Summen ist primär der Nominalwert als 

Verkehrswert zu berücksichtigen. Der Nominalwert der Zwischenabrechnung der B.____AG 

vom 14. Januar 2016 beträgt Fr. 1'033'679.46. 

 

3.2. Bei dem in casu zu bewertenden Anspruch der B.____AG handelt es sich um Entschädi-

gungen für laufende Bauprojekte, aus Auftrag und/oder Werkvertrag. Dabei können Leistung 

und Gegenleistung viel mehr Anlass zur Diskussion geben, als dies zum Beispiel bei einem 

Konsumgut, bei dem die Zahlung noch aussteht, der Fall ist. Im Bauwesen ist die Preisermitt-

lung generell komplex. Dies ergibt sich auch aus den konkreten Unterlagen, welche sich bei 

den Verfahrensakten befinden: 

So spricht das Dokument vom 14. Januar 2016 von einer Zwischenabrechnung hinsichtlich Ar-

chitekturhonorar sowie Nebenkosten betreffend die Bauprojekte «EHF H.____strasse F.____; 

REFH I.____strasse, QP E.____, Überbauung E.____» per 7. Dezember 2015. Der grösste Teil 

der Forderung betrifft die Überbauung E.____ mit Fr. 919'454.03, der zweitgrösste Teil die 

Quartierplanung E.____ mit Fr. 66'706.92, die Position Einfamilienhäuser J.____gasse F.____ 

beträgt Fr. 32'614.94 und die Position Reiheneinfamilienhaus I.____strasse Fr. 14'903.57. Die 

Zwischenabrechnung enthält keine MWST-Abrechnung. K.____ von der B.____AG ersucht mit 

der genannten Zwischenabrechnung ebenfalls um Besprechung bezgl. Begleichung der aufge-

führten Beträge. Aus den folgenden Ausführungen und dem Gesamtzusammenhang ergibt sich, 

dass es dabei auch um den Rechnungsbetrag und nicht nur, wie von der Rekurrentin anlässlich 

der heutigen Verhandlung geschildert, um die Modalität der Begleichung des Betrags geht. Die 

ehemalige Willensvollstreckerin D.____ bestätigt mit Schreiben vom 20. Januar 2017 den Ein-

gang der Unterlagen und die Aufnahme der Forderung im Grundsatz ins Inventar, bemerkt al-

lerdings, dass damit deren Höhe nicht automatisch als genehmigt gelte, da aufgrund der Doku-

mente keine abschliessende Prüfung möglich sei. Die Erbengemeinschaft werde sich Ende Ja-

nuar 2016 treffen und die Forderungen thematisieren.  

 
 
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In den Unterlagen findet sich sodann eine Aktennotiz der Besprechung einer Delegation der 

Erbengemeinschaft mit K.____ von der B.____AG vom 24. März 2017 betreffend die Honorar-

forderungen. Die Aktennotiz und der Verlauf der Erbensitzung vom 24. März 2017 erwecken 

den Eindruck, dass die Forderung der B.____AG an dieser Erbensitzung das erste Mal bespro-

chen wurde. Betreffend das Bauprojekt F.____ wurde in der Aktennotiz festgehalten, dass es 

sich um die Planung von zwei Einfamilienhäuser gehandelt habe, welche jedoch nicht bewilli-

gungsfähig gewesen seien. Das Bauprojekt I.____strasse sei ebenfalls nicht umgesetzt worden. 

Das Quartierplanverfahren E.____ sei nach Aufwand abgerechnet worden und das Bauprojekt 

nach dem Quartierplan E.____ nach SIA 102 (Basis Anlagekosten), wobei dies jedoch nicht 

explizit so vereinbart worden sei. Die Erbengemeinschaft drückt in der Aktennotiz ihren Unmut 

unter anderem darüber aus, dass die Abrechnung nach SIA zu höheren Kosten führe als nach 

Aufwand. Aus der Aktennotiz geht hervor, dass die B.____AG an dieser Besprechung vorge-

schlagen hat, die gesamte Forderung um Fr. 56'330.13 zu reduzieren. Des Weiteren findet sich 

in der Aktennotiz der Hinweis, dass die Delegation der Erbengemeinschaft den angebotenen 

Abschlag als zu gering bewertet und die Vorstellung der Erben deutlich unter dem Betrag der 

Zwischenabrechnung, bei rund Fr. 700'000.-- bis Fr. 800'000.-- liegt.  

Mit Schreiben vom 5. Mai 2017 hat die damalige Willensvollstreckerin D.____ der B.____AG 

mitgeteilt, sie sei der Auffassung, dass eine Abrechnung nach SIA-Normen ohne explizite vor-

gängige Vereinbarung für ein Projekt der vorliegenden Art völlig unangemessen sei, insbeson-

dere wenn keine Realisierung erfolgt sei. Ihr sei geraten worden, Einblick in sämtliche Belege 

seit der Aufnahme der Arbeiten zu nehmen. Des Weiteren sei ihr von unabhängigen Generalun-

ternehmern versichert worden, dass die honorarbestimmenden Baukosten zulasten des Land-

preises viel zu hoch angesetzt worden seien. Der beim jetzigen Verkauf auf dem Markt tatsäch-

lich erzielte Quadratmeterpreis würde diesen Verdacht bestätigen. Aus diesem Schreiben vom 

5. Mai 2017 geht deutlich hervor, dass insbesondere beim Projekt Überbauung E.____ die ver-

tragliche Situation unklar ist und auch dieses Bauprojekt gestoppt wurde. In der Hoffnung auf 

eine rasche Einigung hat die Erbengemeinschaft den Vorschlag einer Saldo-Zahlung von 

Fr. 600'000.-- (inkl. MWST) gemacht. Das weitere Schreiben von D.____ vom 15. Mai 2018 

zeigt, dass dieses Vergleichsangebot von der B.____AG, ergänzt durch die hälftige Gebühr für 

die Abschreibung des Baugesuchs E.____ (insgesamt Fr. 612'299.25), angenommen wurde.  

Der Vertreter der Rekurrentin stellt sich auf den Standpunkt, dass die Reduktion der Forderung 

aufgrund der überzeugenden Verhandlungsweise der Erbengemeinschaft erreicht werden konn-

te. Dies überzeugt jedoch nicht: Wohl hatte sich die B.____AG im März 2017 noch lediglich zu 

einer Reduktion von Fr. 56'330.13 bereit erklärt. Allerdings hatte die Erbengemeinschaft hin-

sichtlich dieses Vergleichsangebots sofort zum Ausdruck gebracht, dass eine Reduktion min-

destens auf Fr. 700'000.-- und Fr. 800'000.-- erfolgen müsse. Die ehemalige Willensvollstrecke-

rin D.____ hat im Mai 2017, nur zwei Monate nach der Besprechung, ein Vergleichsangebot 

von Fr. 600'000.-- gemacht, welches gemäss den Unterlagen von der B.____AG ohne Weiteres 

(einzig ergänzt durch die hälftige Abschreibungsgebühr; somit insgesamt Fr. 612'299.25) ange-

nommen wurde. Die B.____AG hat somit an der ursprünglichen Forderung nicht festgehalten 

und ohne grosse Umschweife in das Vergleichsangebot von D.____ eingewilligt. Substantiierter 

Widerstand der B.____AG gegen die Reduktion der Forderung auf Fr. 612'299.15 ist aus den 

eingereichten Unterlagen jedenfalls nicht ersichtlich. 

Die unklare vertragliche Situation betreffend das Bauprojekt Überbauung E.____, welches rund 

89 % der Forderung vom 14. Januar 2016 ausmacht (Fr. 919'454.03 von Fr. 1'033'679.46), die 

 
 
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Tatsache, dass der Abrechnung dieses Bauprojektes gemäss den eigenen Ausführungen der 

Rekurrentin markant übersetzte honorarbestimmende Baukosten zugrunde gelegt worden seien 

und darüber hinaus sämtliche Bauprojekte, die in der Zwischenabrechnung vom 14. Januar 

2016 enthalten sind, schlussendlich jedoch nicht realisiert wurden, bekräftigen den Eindruck, 

dass der Betrag von Fr. 1'033'679.46 von Anfang an fragwürdig war. Daran ändert auch nichts, 

dass der Rechnungsbetrag in Franken und Rappen genau ausgewiesen war und damit den 

Eindruck von Genauigkeit erweckte. Die ehemalige Willensvollstreckerin D.____ hat in ihren 

Schreiben von 20. Januar 2016 und vom 5. Mai 2017 selbst ausgeführt und eingeräumt, dass 

sich die Höhe der Forderung ohne Belege nicht überprüfen lässt. 

 

3.3. Obige Ausführungen zeigen auf, dass es sich bei der Architekturhonorarforderung über 

Fr. 1'033'679.46 keinesfalls um eine unbestrittene, feste Forderung handelt. Vielmehr bestan-

den von Anfang an erhebliche Zweifel an der Stabilität sowie Legitimität, Abtretbarkeit und Ver-

pfändbarkeit der Forderung. Die Betitelung des Dokuments vom 14. Januar 2016 als Zwischen-

abrechnung, die Bitte um Besprechung der Begleichung der Forderung, die Würdigung des wei-

teren Vorgehens nach der Zwischenabrechnung und der vorgenommene Einschlag von rund 40 

Prozent (von Fr. 1'033'679.46 auf Fr. 612'299.25) auf die ursprüngliche Forderung lassen da-

rauf schliessen, dass es sich bei der Zwischenabrechnung um einen blossen ersten Entwurf 

handelte, welcher (einzig) bezweckte, die Diskussion anzustossen. 

Mangels Marktfähigkeit der Architekturforderung in der Zwischenabrechnung kann diese nicht 

als Grundlage für eine Verkehrswertberechnung dienen. Es ist davon auszugehen, dass ein 

Inkassobüro die Forderung, so wie sie sich auf der Zwischenabrechnung vom 14. Januar 2016 

präsentiert hat, aufgrund der obigen Ausführungen nicht übernommen hätte. Am 7. Dezember 

2015, dem massgebenden Stichtag, bestand somit keine feste, durchsetzbare Schuld in der 

Höhe von Fr. 1'033'679.46, mit deren Erfüllung die Erbengemeinschaft ernsthaft rechnen muss-

te. 

 

3.4. Hätte die Steuerverwaltung die Erbschaftsschuld mit Fr. 1'033'679.46 und damit zum (be-

haupteten) Nominalwert bewertet, hätte dies vielmehr zu einer Verletzung des Verkehrswert-

prinzips geführt. Aufgrund des Leistungsfähigkeitsprinzips war es in casu erforderlich, die For-

derung wirtschaftlich korrekt und mit einem Einschlag zu bewerten. Der Einschlag auf den No-

minalwert ergibt sich nicht aufgrund der Bonität der Erbengemeinschaft, sondern aufgrund der 

Verität der Forderung. Die Überprüfung des Nominalwerts der Forderung auf den Verkehrswert 

hin und generell des Bestands einer Erbschaftsschuld ist stets erforderlich, da andernfalls jede 

Forderung in beliebiger Höhe als Passivum berücksichtigt und bei der Erbschaftssteuer in Ab-

zug gebracht werden könnte. 

In casu wurde die Forderung von der B.____AG als Diskussionsgrundlage in den Raum ge-

stellt. Der Betrag war von Anfang an provisorisch. Die Reduktion der Forderung auf 

Fr. 612'299.-- ist somit korrekt. Es handelt sich nicht um die Berücksichtigung einer Wertverän-

derung, die nach dem Tod des Erblassers eingetreten ist. Vielmehr ist davon auszugehen, dass 

der Forderung schon am 7. Dezember 2015 kein Verkehrswert von Fr. 1'033'679.46 zugemes-

sen werden konnte, womit dem Stichtagsprinzip Rechnung getragen ist.  

Bei einer Gesamtbetrachtung der Situation erscheint das Verhalten der Rekurrentin zudem wi-

dersprüchlich. Im Hinblick auf die Begleichung der Zwischenabrechnung vom 14. Januar 2016 

 
 
Seite 9   

wurde diese von Anfang an in Frage gestellt; sobald es allerdings um die Erbschaftssteuer geht, 

stellt sich die Rekurrentin auf den Standpunkt, dass die Forderung absolut liquide war. 

 

 

4.  

Nach dem Obenstehenden erweist sich der Rekurs insgesamt als unbegründet und ist abzu-

weisen. 

 

Ausgangsgemäss hat die Rekurrentin gestützt auf § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Ge-

setzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Ver-

waltungsprozessordnung, VPO; SGS 271) Verfahrenskosten von Fr. 3’500.-- zu bezahlen und 

es ist ihr gestützt auf § 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO keine Parteientschädigung auszurich-

ten. 

 
 
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Demgemäss erkennt das Steuergericht: 

 

1.  

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2.  

Die Rekurrentin hat die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3'500.-- zu bezahlen, welche mit 

dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden.  

 

3.  

Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen. 

 

4.  

Mitteilung an den Vertreter, für sich und zhd. der Rekurrentin (2) sowie an die Steuerverwaltung 

des Kantons Basel-Landschaft (3).