# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 900a423b-a959-50e8-af76-4c9ddc60d4b0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.02.2015 100 2014 365
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-365_2015-02-19.pdf

## Full Text

100.2014.365U
HER/KUN/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Februar 2015

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Kummler

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer 

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie 

Einwohnergemeinde Biel
Abteilung öffentliche Sicherheit und Bevölkerung, Dienststelle Ausländer, 
Neuengasse 28, Postfach, 2501 Biel/Bienne

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung infolge 
Aufhebung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 28. November 2014; BD 150/14)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2015, Nr. 100.2014.365U, Seite 2

Sachverhalt und Erwägungen: 

1.

1.1 Der am … 1970 geborene A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer), 
Staatsbürger von Bosnien und Herzegowina, heiratete am 9. März 2013 im Heimatland 
die hier eingebürgerte B.________. Am 7. Mai 2013 reiste er in die Schweiz ein, 
worauf ihm gestützt auf die Ehe eine bis am 6. Mai 2014 gültige Aufenthaltsbewilligung 
erteilt wurde. Nachdem das Ehepaar den gemeinsamen Haushalt bereits am 
7. Februar 2014 wieder aufgehoben hatte, ist es seit 12. März 2014 gerichtlich 
getrennt; am 20. Mai 2014 hat die Ehefrau die Scheidung wegen Unzumutbarkeit der 
Fortführung der Ehe verlangt. 

1.2 Mit Verfügung vom 20. Juni 2014 verweigerte die Einwohnergemeinde (EG) 
Biel, Dienststelle Bevölkerung, Bereich Ausland, die Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und setzte ihm eine Ausreisefrist an. 
Die dagegen erhobene Beschwerde wies die Polizei- und Militärdirektion des Kantons 
Bern (POM) mit Entscheid vom 28.  November 2014 ab unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist bis zum 9. Januar 2015. 

1.3 Gegen den Entscheid der POM hat der Beschwerdeführer am 23. Dezember 
2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem Antrag, der angefochtene 
Entscheid sei aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung sei um fünf Jahre, 
eventuell angemessen, zu verlängern. Er beantragt zudem die Sistierung des 
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens bis zum rechtskräftigen Urteil im 
Scheidungsverfahren und ersucht um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung 
seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt. Die POM beantragt mit Vernehmlassung 
vom 7. Januar 2015 die Abweisung der Beschwerde, des Sistierungsgesuchs sowie 
des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege. Die EG Biel hat am 26. Januar 2015 auf 
ihre Verfügung verwiesen und auf eine weitere Stellungnahme verzichtet. 

1.4 Am 9. Januar 2015 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, dass 
die Interessenvertretung an einen anderen Rechtsanwalt übergegangen sei. Dieser 
reichte am 29. Januar 2015 eine entsprechende Vollmacht ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2015, Nr. 100.2014.365U, Seite 3

2.

2.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 
Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). 

2.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). 

3.

Im Streit liegen die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung 
des Beschwerdeführers aus der Schweiz. 

3.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) hat der ausländische Ehegatte einer 
Schweizerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, 
wenn er mit dieser zusammenwohnt. Das Erfordernis des Zusammenwohnens besteht 
nicht, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die 
Familiengemeinschaft weiterbesteht (Art. 49 AuG; vgl. auch Art. 76 der Verordnung 
vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 
142.201]). – Der Beschwerdeführer lebt unbestrittenermassen seit dem 7. Februar 
2014 von seiner Ehefrau getrennt (vgl. vorne E. 1.1; Akten EG Biel pag. 51 ff. und 
56 f.), ohne dass für das Getrenntleben wichtige Gründe im Sinn von Art. 49 AuG 
i.V.m. Art. 76 VZAE geltend gemacht oder ersichtlich sind; ausserdem ist seit Mai 2014 
ein Ehescheidungsverfahren hängig (vgl. Beilagen des Beschwerdeführers zur 
Eingabe vom 25.8.2014 [Akten POM]; vorne E. 1.1 und 1.3). Wie die POM zutreffend 
erkannt hat (E. 3c), hat der Beschwerdeführer bei dieser Sachlage keinen Anspruch 
(mehr) darauf, dass seine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf die Ehe verlängert wird. 

3.2 Zu keinem anderen Ergebnis führt, dass der Beschwerdeführer nach seinem 
Bekunden an der Ehe festhalten will (vgl. Beschwerde S. 6). Für eine relevante 
Ehegemeinschaft ist nach ständiger Rechtsprechung erforderlich, dass die Ehe 

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tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewillen vorhanden ist (vgl. jüngst etwa 
BGer 2C_638/2014 vom 10.11.2014, E. 2.1, 2C_547/2014 vom 5.1.2014, E. 2.1). 
Jedenfalls der Ehewille der Ehefrau ist unbestrittenermassen erloschen. Sie erklärt seit 
Ende 2013 konsequent, sich vom Beschwerdeführer trennen und scheiden lassen zu 
wollen (vgl. etwa Akten EG Biel pag. 28 und 56; Bericht der die Ehefrau behandelnden 
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP vom 5.5.2014 und Schreiben des 
Frauenhauses … vom 4.6.2014, je bei Beilagen zur Eingabe vom 25.8.2014 [Akten 
POM]). Am 20. Mai 2014 hat sie schliesslich vor Ablauf der zweijährigen Frist seit der 
Trennung eine Ehescheidungsklage eingereicht, weil ihr die Fortsetzung der Ehe aus 
schwerwiegenden, ihr selber nicht zurechenbaren Gründen nicht zumutbar sei (vgl. 
Ehescheidungsklage in Beilagen zur Eingabe vom 25.8.2014 [Akten POM]; Art. 114 f. 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]). Vor diesem Hintergrund ist 
das Vorbringen unbehelflich, die Eheleute hätten Kurzmitteilungen ausgetauscht und 
die Ehefrau habe (während der Ehe) Kontakt mit den Töchtern des Beschwerdeführers 
gehabt (vgl. Beschwerde S. 4 f.; Beschwerdebeilagen [BB] 3 und 4); ausserdem ist 
nicht von Belang, dass das Scheitern der Ehe nach seiner Darstellung ausschliesslich 
auf das «überraschende und unerklärliche» Verhalten der Ehefrau zurückzuführen ist 
(vgl. Beschwerde S. 6). Es erübrigt sich, das Verfahren bis zum Vorliegen des 
rechtskräftigen Scheidungsurteils zu sistieren, auch wenn nach dem Vorbringen des 
Beschwerdeführers im Scheidungsverfahren erst «die genauen Ursachen der 
Trennung» ermittelt werden (Beschwerde S. 3; vorne E. 1.3). Würde der (vorzeitigen) 
Scheidung nicht stattgegeben, bliebe es dabei, dass die Ehe nicht mehr gelebt wird 
und die Ehefrau die Ehe nicht weiterführen will. Der Ausgang des vorliegenden 
Verfahrens hängt daher nicht vom Ausgang des Scheidungsverfahrens ab (vgl. Art. 38 
VRPG). Der Sistierungsantrag ist daher abzuweisen. Dass die Ehe von Beginn an eine 
Scheinehe gewesen sein könnte, steht vorliegend nicht (mehr) zur Diskussion (vgl. 
Beschwerde S. 4); es können damit Weiterungen zu dieser Frage unterbleiben.

3.3 Der Beschwerdeführer beruft sich zu Recht nicht auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG. 
Die für diesen Anspruch erforderliche Dauer einer in der Schweiz gelebten ehelichen 
Gemeinschaft von drei Jahren ist offensichtlich nicht erfüllt, nachdem das Paar nicht 
einmal ein Jahr zusammengelebt hat (vgl. vorne E. 1.1; Akten EG Biel pag. 45 und 54). 
Strittig ist dagegen, ob die Voraussetzungen eines nachehelichen Härtefalls im Sinn 
von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG erfüllt sind. 

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3.4 Der sog. nacheheliche Härtefall setzt voraus, dass wichtige persönliche Gründe 
nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG den weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich 
machen. Diese Bestimmung bezweckt die Vermeidung schwerwiegender Härtefälle bei 
der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft. Wichtige persönliche Gründe können 
gemäss Art. 50 Abs. 2 AuG namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der 
Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freien Willen 
geschlossen hat oder (alternativ oder kombiniert) die soziale Wiedereingliederung im 
Herkunftsland stark gefährdet erscheint (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 E. 5.3 
[Pra 99/2010 Nr. 49]; BVR 2010 S. 481 E. 5.1.1). Ein wichtiger persönlicher Grund 
kann sich aber auch aus anderen Umständen ergeben (vgl. hierzu auch Art. 31 Abs. 1 
VZAE). Als Richtlinie bleibt indes zu beachten, dass der Gesetzgeber für einen 
nachehelichen Härtefall eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- 
und Familienleben der ausländischen Person voraussetzt. Diese Folgen müssen mit 
der Lebenssituation nach Dahinfallen der aus der Ehegemeinschaft abgeleiteten 
Anwesenheitsberechtigung verbunden sein (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.1, 393 E. 3.1, 
137 II 345 E. 3.2.2 f.; BVR 2010 S. 481 E. 5.1.3; Thomas Hugi Yar, Von Trennungen, 
Härtefällen und Delikten – Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und 
Familiengemeinschaft, in Alberto Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch für 
Migrationsrecht 2012/2013, 2013, S. 31 ff., 77 ff.).

3.5 Der Beschwerdeführer bringt vor Verwaltungsgericht, wie bereits im 
vorinstanzlichen Verfahren, nichts vor, was auf einen nachehelichen Härtefall 
hindeuten könnte. Dass die Ehe gegen seinen Willen gescheitert sei (vgl. Beschwerde 
S. 7), vermag für sich allein, wie die POM zutreffend erwogen hat (E. 5), keinen 
Härtefall zu begründen. Ebenso wenig setzt der Umstand einen wichtigen persönlichen 
Grund im erwähnten Sinn, dass der Beschwerdeführer vom Heimatland aus nicht mehr 
in der Lage sei, der Ehefrau den monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 450.-- zu 
bezahlen, weshalb die strittige Massnahme auch für sie «schwerwiegende Folgen» 
hätte (vgl. Beschwerde S. 7; s. auch hinten E. 4). Sein Unterhaltsbeitrag soll 
angesichts der Sozialhilfeabhängigkeit der Ehefrau ohnehin direkt dem Sozialdienst 
entrichtet werden (vgl. Sozialhilfebudget vom 24.4.2014 und Schreiben der EG … vom 
14.5.2014, je bei Beilagen zur Eingabe vom 25.8.2014 [Akten POM]; vgl. auch Akten 
EG Biel pag. 56 und 5 [Rückseite]); zudem würde die Ehefrau wenn nötig zusätzlich 
staatlich unterstützt. Ob der Beschwerdeführer vom Heimatland aus auch seine dort le-
benden 21- und 19-jährigen Töchter nicht mehr unterstützen könnte (vgl. Beschwerde 
S. 4 und 7 [Rückseite]; Akten EG Biel pag. 7), ist ebenfalls ohne Belang; insoweit 

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besteht auch keinerlei Zusammenhang zur (gescheiterten) Ehe. Andere Gründe, 
welche für das Vorliegen eines nachehelichen Härtefalls sprechen könnten, namentlich 
im Zusammenhang mit der Wiedereingliederung im Herkunftsland, sind nicht ersichtlich 
(vgl. auch hinten E. 4). Wie die POM zutreffend festgehalten hat, steht schliesslich 
auch nicht zur Diskussion, dass der Beschwerdeführer Opfer ehelicher Gewalt 
geworden wäre. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz einen Anspruch des 
Beschwerdeführers auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung zu Recht verneint.

4.

4.1 Fehlt es an einem Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz, entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die 
Bewilligungsverlängerung (Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AuG). – Die Vorinstanz 
hat die ermessensweise Bewilligungsverlängerung verweigert und zur Begründung 
festgehalten, dass der 45-jährige Beschwerdeführer zwar seit November 2013 einer 
Erwerbstätigkeit im Stundenlohn bzw. seit April 2014 zusätzlich als Aushilfe in einer 
Autogarage nachgehe und mit seinem Erwerbseinkommen von Fr. 3'900.-- pro Monat 
finanziell auf eigenen Füssen stehen könne sowie keine Sozialhilfe bezogen habe. 
Namentlich angesichts der nur kurzen Aufenthaltsdauer, des späten Einreisealters von 
43 Jahren sowie der hier nach nur kurzen Zeit gescheiterten, kinderlos gebliebenen 
Ehe bestünden aber keine Gründe, welche die ermessensweise Bewilligung erfordern 
würden. Demgegenüber sei ohne weiteres von intakten Integrations- und 
Rückkehrmöglichkeiten im Heimatland auszugehen, wo der Beschwerdeführer geboren 
worden sei und den grössten Teil seines Lebens verbracht habe, selbst wenn die 
dortige wirtschaftliche Situation wohl schwieriger sei als in der Schweiz. Der 
Beschwerdeführer habe ausserdem in der Heimat zwei Töchter, mit denen er von der 
Schweiz aus nach wie vor Kontakt pflege; eine dritte Tochter lebe in Holland (E. 6). 

4.2 Der Beschwerdeführer stellt diese Ausführungen nicht substanziiert in Frage. Er 
hält einzig fest, dass er keine Sozialhilfe bezogen habe, und weist auf die 
«katastrophale» wirtschaftliche Situation im Heimatland hin (Beschwerde S. 8). Diese 
Umstände vermögen aber praxisgemäss, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, keine 
ermessensweise Bewilligungserteilung zu rechtfertigen (vgl. BVR 2013 S. 73 E. 3.4): 
Von Ausländerinnen und Ausländern darf zum einen grundsätzlich ohne weiteres 
erwartet werden, dass sie in der Schweiz finanziell auf eigenen Füssen stehen und 

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nicht der öffentlichen Hand zur Last fallen. Zum anderen trifft zwar zu, dass die Le-
bensumstände und die wirtschaftliche Situation in Bosnien und Herzegowina 
schwieriger sind als in der Schweiz. Darin liegen freilich keine spezifischen 
persönlichen Umstände, welche eine Ausreise als unzumutbar erscheinen liessen, 
zumal hiervon nicht allein der Beschwerdeführer, sondern vielmehr die gesamte dort 
lebende Bevölkerung betroffen ist (vgl. BGer 2C_374/2013 vom 8.1.2014, E. 2.6; VGE 
2013/2014 vom 29.4.2014, E. 5.4.1 [bestätigt durch BGer 2C_540/2014 vom 
10.6.2014]). Im Übrigen ist der Beschwerdeführer gelernter Automechaniker und hatte 
im Heimatland vor seiner Ausreise in die Schweiz offenbar eine eigene Garage (vgl. 
Akten EG Biel pag. 7, 13, 18 [je Rückseite]); dieser Hintergrund kann ihm helfen, dort 
trotz schlechter Wirtschaftslage erwerbsmässig wieder Fuss zu fassen (vgl. 
Beschwerde S. 7; Beschwerdebeilage [BB] 6). Andere Gründe, welche die Rückkehr 
nach nur knapp zwei Jahren Abwesenheit als unzumutbar erscheinen lassen könnten, 
sind nicht erkennbar.

4.3 Die Vorinstanz hat alle massgebenden Umstände und Interessen 
berücksichtigt, diese zutreffend gewichtet und bei ihrer Würdigung gegen keine 
Rechtsprinzipien verstossen (vgl. hierzu BVR 2013 S. 73 E. 3.3, 2010 S. 481 E. 6.2). 
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sie die Aufenthaltsbewilligung des 
Beschwerdeführers auch nicht ermessensweise verlängert hat.

5.

Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz durch die Nichtverlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung kein Recht verletzt. Der angefochtene Entscheid hält der 
Rechtskontrolle stand. Der entscheiderhebliche Sachverhalt ergibt sich, wie gesehen, 
hinreichend aus den Akten; ausserdem hängt die rechtliche Beurteilung nicht 
entscheidend vom persönlichen Eindruck ab (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 6). Der Antrag des 
Beschwerdeführers auf Durchführung eines Parteiverhörs sowie Einvernahme der 
Ehefrau als Zeugin wird daher abgewiesen.

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet (vgl. auch hinten E. 6.2) 
und ist abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Fälle in Zweierbesetzung 
(Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 

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Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Da die von der 
Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss eine neue 
festzulegen.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer 
kostenpflichtig und hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 108 Abs. 1 und 3 
VRPG). Er hat indessen für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche 
Rechtspflege ersucht.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Verfahrenskosten, wenn sie ihre Prozessbedürftigkeit nachweist und das Verfahren 
nicht von vornherein aussichtslos ist (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, 
ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, 
ihn zu gewinnen, das heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich 
ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als 
aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber 
Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 
sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich 
bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen 
würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht 
führen würde, nicht deshalb austragen, weil er sie nichts kostet (BVR 2008 S. 97 
E. 5.2; BGE 139 III 475 E. 2.2). 

6.2 Die Vorinstanz hat die massgebliche Praxis zutreffend wiedergegeben und 
eingehend begründet, weshalb angesichts der nur noch formell bestehenden Ehe, der 
damit in Zusammenhang stehenden Umstände (kurze Ehedauer, Kinderlosigkeit) 
sowie der intakten Rückkehr- und Integrationsmöglichkeiten des Beschwerdeführers im 
Heimatland der weitere Aufenthalt in der Schweiz ausser Betracht fällt. Die Vorbringen 
des Beschwerdeführers erschöpfen sich demgegenüber im Wesentlichen in seinem 
angeblich fortbestehenden Ehewillen sowie der schwierigen wirtschaftlichen Situation 
im Heimatland, welches er erst vor knapp zwei Jahren verlassen hat. Das Verfahren 

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vor dem Verwaltungsgericht war damit zum vornherein aussichtslos und das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege ist abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen 
wäre. 

6.3 Da über das Gesuch erst im Rahmen des Sachentscheids befunden wird und 
der Beschwerdeführer keine Gelegenheit hatte, die Beschwerde nach Abweisung des 
Gesuchs zurückzuziehen und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss 
in der Höhe der üblichen Abschreibungsgebühr zu erheben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Der Antrag auf Sistierung des Verfahrens wird abgewiesen. 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine neue 
Ausreisefrist gesetzt auf den 7. April 2015. 

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

4. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

5. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

6. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- der Einwohnergemeinde Biel 
- dem Staatssekretariat für Migration 
- Fürsprecher …

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2015, Nr. 100.2014.365U, Seite 10

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt werden.