# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfc03e2d-362a-5be5-8808-8dcd18ee55df
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-18
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 18.12.2023 BB.2023.80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2023-80_2023-12-18.pdf

## Full Text

Beschluss vom 18. Dezember 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Patrick Robert-Nicoud,     

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Michel Wehrli,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 

Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO);  

Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO); Rechtsverweige-

rung / Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2023.80 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Gestützt auf die Meldung der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) vom 

5. September 2013 (Verfahrensakten BA SV.13.1198 [nachfolgend «Verfah-

rensakten»], pag. 05.101-0001 ff.) eröffnete die Bundesanwaltschaft (nach-

folgend «BA») am 24. September 2013 gegen B. eine Strafuntersuchung mit 

dem Verfahrenszeichen SV.13.1198 wegen des Verdachts der einfachen 

Geldwäscherei. In der Folge dehnte die BA das Verfahren in sachlicher und 

persönlicher Hinsicht am 16. April 2014, 6. Oktober 2014, 12. Dezember 

2014 und 1. November 2016 aus. Namentlich dehnte sie das Verfahren ge-

gen B. auf Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung evtl. zur un-

getreuen Amtsführung, Urkundenfälschung, Bestechung fremder Amtsträger 

bzw. Gehilfenschaft dazu sowie auf A. wegen des Verdachts der Bestechung 

fremder Amtsträger evtl. Gehilfenschaft zur ungetreuen Amtsführung, des 

Betrugs evtl. der ungetreuen Geschäftsbesorgung bzw. Gehilfenschaft dazu 

und der qualifizierten Geldwäscherei aus (Verfahrensakten, pag. 01.100-

0001 ff.).  

 

 

B. Gestützt auf den Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl der BA vom 

30. September 2014 durchsuchte die Bundeskriminalpolizei gleichentags die 

Räumlichkeiten von C., Treuhänder und Steuerberater von B. bzw. der ihm 

zurechenbaren D. AG, und stellte diverse Unterlagen sicher (Verfahrensak-

ten, pag. 08.102-0001 ff.). 

 

 

C. Mit Verfügung vom 30. September 2014 beschlagnahmte die BA die auf die 

D. AG lautenden Konten Nrn. 5 und 6 bei der Bank E., an welchen B. als 

wirtschaftlich Berechtigter eingetragen war (Verfahrensakten, pag. 07.103-

0059 ff.). Ebenso beschlagnahmte die BA die auf B. lautenden Konten 

Nrn. 7, 8 und 9 bei der Bank F.; Verfahrensakten, pag. 07.102-0068 ff.). 

 

 

D. Am 16. Dezember 2014 beschlagnahmte die BA sämtliche Vermögenswerte, 

die sich auf dem Konto Nr. 10 sowie im Safe Nr. 11 (gekoppelt an Konto 

Nr. 12) bei der Bank G., beide lautend auf A., befanden. Als Begründung gab 

die BA an, die zu beschlagnahmenden Vermögenswerte stünden im Zusam-

menhang mit mutmasslichen verbrecherischen Handlungen, die B. als Ge-

schäftsführer der D. AG mit A. begangen habe. Es bestehe der Verdacht, 

dass B. bei der Ausschleusung von Vermögenswerten aus dem Geschäfts-

vermögen von Unternehmen mit Sitz im Ausland mitgewirkt habe, indem er 

den Unternehmen gestützt auf simulierte Verträge fiktive Leistungen in 

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Rechnung stellt und die erhaltenen Gelder in der Folge nach Abzug einer 

kleinen Provision grösstenteils an A. in bar ausgehändigt habe (Verfahrens-

akten, pag. 07.101-0172 ff.). 

 

 

E. Mit Schreiben vom 15. März 2015 teilte die BA der Bank H. mit, dass die 

Ermittlungen im Verfahren SV.13.1198 Hinweise ergeben hätten, dass sie 

durch die den Beschuldigten vorgeworfenen strafbaren Handlungen im Zu-

sammenhang mit zwei von der Bank H. massgeblich finanzierten Projekten 

im Staat I. möglicherweise geschädigt worden sei und sich als Privatklägerin 

am Strafverfahren beteiligen könne (Verfahrensakten, pag. 15.002-0001 ff.). 

Nach vorgängiger Korrespondenz mit der BA konstituierte sich die Bank H. 

am 2. November 2017 als Privatklägerin im Verfahren SV.13.1198 (Verfah-

rensakten, pag. 15.002-0011 ff.). Mit Verfügung vom 13. April 2018 liess die 

BA die Bank H. als Privatklägerin zu (Verfahrensakten, pag. 15.002-0035 ff.).  

 

 

F. Im Strafverfahren SV.13.1198 stellte die BA ab Februar 2015 diverse 

Rechtshilfeersuchen, darunter an Malta, Bosnien, Slowenien, Frankreich, 

Deutschland (s. dazu unten Bst. H) und die Vereinigten Arabischen Emirate 

(Verfahrensakten, pag. 18.101-0001 ff.).  

 

 

G. Anlässlich eines Telefongesprächs vom 19. April 2019 mit der BA beanstan-

dete der amtliche Verteidiger von A. die Verfahrensdauer und gab an, dass 

nicht sämtliche von der BA gestellten Rechtshilfeverfahren abgewartet wer-

den sollen. Die BA erwiderte, dass sie die Unterlagen der Bank H. analysiere 

und die Unterlagen von Slowenien demnächst eintreffen sollten. Weiter 

merkte die BA an, dass sie bei den französischen Behörden betreffend ihr 

Rechtshilfeersuchen nochmals nachfragen werde (Verfahrensakten, 

pag. 16.003-0128). Daraufhin rügte der amtliche Verteidiger von A. mit 

Schreiben vom 29. April 2019 erneut die Verfahrensdauer und führte u.a. 

aus, dass die letzte Einvernahme von A. vor mehr als drei Jahren stattgefun-

den habe und ersuchte um Einstellung des Verfahrens, evtl. um Anklageer-

hebung (Verfahrensakten, pag. 16.003-0129 ff.). Mit Antwortschreiben vom 

24. April 2019 gab die BA an, dass sie daran sei, die aus den verschiedenen 

Ersuchen erhaltenen Unterlagen auszuwerten und die restlichen Unterlagen 

auswerten werde, sobald ihr diese vorliegen. Anschliessend werde sie die 

Parteien über weitere Verfahrensschritte informieren (Verfahrensakten, 

pag. 16.003-0131).  

 

 

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H. Mit Ersuchen vom 16. November 2016 und 5. Februar 2020 gelangte die BA 

an die Staatsanwaltschaft München (nachfolgend «StA München») und er-

suchte u.a. um Durchsuchung von Wohnräumlichkeiten von L. sowie um 

dessen darauffolgende Befragung als Auskunftsperson gestützt auf einen 

noch zu erstellenden Fragenkatalog (Verfahrensakten, pag. 18.105-

0001 ff.). Am 17. April 2020 übermittelte die BA der StA München einen 

schriftlichen Fragenkatalog (Verfahrensakten, pag. 18.105-0197 ff.). Mit 

Schreiben vom 23. Dezember 2020 erkundigte sich die BA bei der StA Mün-

chen nach dem Stand der Einvernahme von L. (Verfahrensakten, pag. 

18.105-0404 f.).  

 

 

I. Am 5. Juli 2021 verfasste die BA zum «Sachverhaltskomplex Staat I.» und 

mit Hinweis auf Art. 317 StPO einen «schriftlichen abschliessenden Vorhalt». 

Am 10. August 2021 stellte sie diesen, inkl. dessen Übersetzung, den Par-

teien zu. Des Weiteren informierte die BA, dass sie sich am 23. Dezember 

2020 bei der StA München nach dem Stand der Bearbeitung des Rechtshil-

feersuchens erkundigt habe. Da eine Antwort noch ausstehend sei, beab-

sichtigte die BA im Lichte des Beschleunigungsgebotes auf den Vollzug des 

Rechtshilfeersuchens zu verzichten. Die BA ersuchte die Parteien, deren 

schriftlichen Stellungnahmen zum «abschliessenden» Vorhalt und allfällige 

Einwände zum geschilderten Vorgehen bis zum 1. September 2021 mitzu-

teilen. Ferner forderte sie die Privatklägerin auf, die von dieser mit Schreiben 

vom 2. November 2017 geltend gemachten Zivilansprüche zu beziffern und 

belegen (Verfahrensakten, pag. 13.002-0750 ff; 13.002-786 f.; 15.002-147; 

16.003-0157 ff.). 

 

Im abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 wurde zusammenfassend aus-

geführt, A. habe als Exportmanager der J. S.A. mit Hauptsitz in Frankreich 

L. als ausländischen funktionellen Amtsträger des Staates I. im Zeitraum 

2009 bis 2014 in Zusammenhang mit dessen amtlichen Tätigkeit für in sei-

nem Ermessen stehende Handlungen bei der Ausschreibung öffentlicher Inf-

rastrukturprojekte nicht gebührende Vorteile versprochen und mindestens 

teilweise auch gewährt. B. habe A. mithilfe seiner Gesellschaft D. AG von 

der Schweiz aus Hilfe geleistet. Ferner habe B. mehrfache Urkundenfäl-

schung, teilweise in Mittäterschaft mit A., begangen, indem er zwischen 2010 

und 2014 der J. S.A., in Zusammenwirken mit deren Mitarbeitenden bzw. 

Organen, als Geschäftsführer der D. AG mehrfach inhaltlich unrichtige Rech-

nungen gestellt habe, wodurch die Buchhaltung der J. S.A. verfälscht worden 

sei. Zudem habe B. in gleichwertigem und koordiniertem Zusammenwirken 

mit A. zwischen 2011 und 2013 insgesamt für die Bargeldübergaben von 

EUR 1'696'887.25 an A. zum Zweck der Verwendung als Buchhaltungs-

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belege für die D. AG mehrfach unrichtige Quittungen erstellt (Verfahrensak-

ten, pag. 13.002-0750 ff.). 

 

 

J. Mit Schreiben vom 1. September 2021 zog die Bank H. die von ihr am 2. No-

vember 2017 erklärten Zivilansprüche zurück (Verfahrensakten, pag. 

15.002-150A). 

 

 

K. Am 3. September 2021 ging bei der BA im Rechtshilfeverfahren RH.20.0058 

ein Schreiben von L. ein, womit er eine ausführliche Stellungnahme und ver-

schiedene Beilagen einreichte (Verfahrensakten, pag. 15.007-0001 ff.). 

 

 

L. Mit Schreiben vom 14. September 2021 setzte die BA die Parteien darüber 

in Kenntnis, dass sie auf den Vollzug des seit Februar 2020 bei der StA Mün-

chen pendenten Rechtshilfeersuchens betreffend die Befragung von L. ver-

zichte und die ihr von L. am 29. August 2021 im Rechtshilfeverfahren 

RH.20.0058 unaufgefordert eingereichte Stellungnahme zu den Akten des 

Strafverfahrens beiziehe. Die Eingabe von L. legte die BA ihrem Schreiben 

bei (Verfahrensakten, pag. 15.002-0157). 

 

 

M. A. liess sich zum abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 mit Eingabe vom 

11. Oktober 2021 vernehmen. Er erklärte seine Unschuld und führte u.a. aus, 

aus der Eingabe von L. vom 29. August 2021 gehe hervor, dass das gegen 

diesen (L.) in Deutschland geführte Strafverfahren eingestellt worden sei. 

Damit sei auch das gegen ihn von der BA geführte Verfahren einzustellen 

und sein gesperrtes Vermögen freizugeben (Verfahrens-akten, pag. 13.002-

0818 ff.).  

 

 

N. Am 8. Dezember 2021 fand zwischen der BA und den Rechtsvertretern der 

Beschuldigten in den Räumlichkeiten der BA eine Besprechung betreffend 

den abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 (Sachverhaltskomplex 

Staat I.) statt. Die Anwesenden kamen überein, dass die Rechtsvertreter den 

Inhalt der Besprechung ihren Mandanten zur Kenntnis bringen werden und 

stellten der BA eine entsprechende Rückmeldung vor Weihnachten in Aus-

sicht. In der Aktennotiz vom 13. Januar 2022 hielt die BA fest, dass sich die 

Beschuldigten mit dem abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 nicht ein-

verstanden erklärten (Verfahrensakten, pag. 13.002-0837 f.). 

 

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O. Mit E-Mail vom 22. April 2022 fragte die StA München bei der BA nach, ob 

an die rechtshilfeweise durchzuführende Einvernahme (gemeint von L.) fest-

gehalten werde (Verfahrensakten, pag. 18.105-0410). Die BA bestätigte dies 

(Verfahrensakten, pag. 18.105-0409).  

 

Auf eine entsprechende Nachfrage betreffend den Verfahrensstand teilte die 

BA dem amtlichen Verteidiger von A. am 3. Mai 2022 telefonisch mit, dass 

noch ein Schreiben an die Bank H. geplant sei und anschliessend voraus-

sichtlich die Einvernahme von L. erfolgen werde (Verfahrensakten, pag. 

16.003-0200). 

 

 

P. Mit Schreiben vom 16. Juni 2022 gelangte die BA an das Eidgenössische 

Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und ersuchte um Wei-

terleitung ihres Ersuchens um freiwillige Übermittlung von darin bezeichne-

ten Unterlagen an die in Washington (USA) ansässige Bank H. (Verfahrens-

akten, pag. 15.002-0170 ff.).  

 

 

Q. Der Verteidiger von B. ersuchte die BA am 29. Juni 2022, das beschlag-

nahmte Konto Nr. 9 bei der Bank F. mit einem Saldobetrag per 31. Dezember 

2021 von EUR 361'684.87 freizugeben bzw. die Beschlagnahme, soweit sie 

ihn bzw. die D. AG betreffe, freizugeben und das Konto mit diesem Betrag 

bei A. zu beschlagnahmen, da dieses Vermögen weder B. noch der D. AG, 

sondern A. zustehe (Verfahrensakten, pag. 16.003-0203). A. liess mit Ein-

gabe vom 13. Juli 2022 der BA mitteilen, dass er gegen die Übertragung des 

Guthabens des besagten Kontos auf eine auf ihn lautende Kontoverbindung 

nichts einzuwenden habe. Er gehe davon aus, dass dieses Geld ihm als 

Lohnzahlung zustehe, die ihm von seiner früheren Arbeitgeberin J. S.A. über 

die D. AG bzw. B. hätte zukommen sollen (Verfahrensakten, pag. 16.003-

0206). 

 

 

R. Mit Eingabe vom 20. Juli 2022 erkundigte sich A. bei der BA, ob die bei der 

Bank H. eingeforderten Unterlagen eingegangen seien und ersuchte um Ein-

sicht in diese (Verfahrensakten, pag. 16.003-0209 f.). Am 28. Juli 2022 ver-

neinte die BA den Eingang der von ihr erbetenen Bankunterlagen (Verfah-

rensakten, pag. 16.003-0214 ff.). Die Bank H. reichte der BA die gewünsch-

ten Dokumente am 9. September 2022 (eingegangen bei der BA am 

21. September 2022) ein (Verfahrensakten, pag. 15.002-0185 ff.).  

 

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S. Am 29. August 2022 (und am 24. November 2022) stellte die BA der 

StA München im Zusammenhang mit der rechtshilfeweise durchzuführenden 

Einvernahme von L. die Einreichung eines überarbeiteten Fragenkatalogs in 

Aussicht (Verfahrensakten, pag. 18.105-0411 und 0414). 

 

 

T. Am 25. Oktober 2022 erkundigte sich A. nach dem Stand des Editionsver-

fahrens betreffend die Bank H. Zudem bemängelte er erneut die Dauer der 

Strafuntersuchung und ersuchte um deren Beendigung bis spätestens Ende 

des Jahres (Verfahrensakten, pag. 16.003-0219 f.). Die BA teilte dem amtli-

chen Verteidiger von A. am 31. Oktober 2022 telefonisch mit, dass dieser in 

den kommenden Wochen ein Schreiben betreffend das weitere Vorgehen 

(Einvernahme L., Unterlagen Bank H. usw.) erhalten werde (Verfahrensak-

ten, pag. 16.003-0222). 

 

 

U. Am 8. Dezember 2022 übermittelte die BA der StA München den angekün-

digten Fragenkatalog (s. BSt. S) in elektronsicher Form (Verfahrensakten, 

pag. 18.105.0418 f.)  

 

 

V. Mit Schreiben vom 10. Februar 2023 liess A. unaufgefordert Stellung neh-

men und bemängelte die Untersuchungsführung der BA. Zugleich ersuchte 

er die BA um Einstellung der Strafuntersuchung sowie um vollumfängliche 

Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte, eventualiter im Umfang 

des beschlagnahmten Vermögens abzüglich EUR 979'945.62 (Verfahrens-

akten, pag. 16.003-0226 ff.).  

 

 

W. Die BA erkundigte sich bei der StA München nach dem Stand der Einver-

nahme von L. am 26. Januar, 13. Februar und 2. März 2023. Daraufhin stellte 

ihr die StA München mit E-Mail vom 15. März 2023 das Schreiben des 

Rechtsvertreters von L. vom 10. März 2023 zu, in welchem festgehalten 

wurde, dass L. an einer Einvernahme vollumfänglich von seinem Aussage-

verweigerungsrecht Gebrauch machen werde (Verfahrensakten, pag. 

18.105-0463). Auf Nachfrage der StA München erklärte die BA am 16. März 

2023, dass sie unter diesen Umständen davon ausgehe, dass die Einver-

nahme nicht rechtshilfeweise durchgeführt werde (Verfahrensakten, 

pag. 18.105-0458 ff.). 

 

 

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X. Mit Verfügung vom 20. März 2023 wies die BA den von A. im Schreiben vom 

10. Februar 2023 gestellten Antrag auf Einstellung der Strafuntersuchung ab 

und hielt die Beschlagnahme der sich auf dem Konto Nr. 10 sowie ursprüng-

lich im Safe Nr. 11 bei der Bank G. befindlichen Vermögenswerte in Höhe 

von total Fr. 2'792'288.-- aufrecht (act. 1.2). 

 

 

Y. Dagegen liess A. am 31. März 2023 bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen (act. 1): 

 

      «1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. März 2023 sei vollumfäng-

lich aufzuheben, und es sei die Freigabe des vom Beschwerdeführer be-

schlagnahmten Vermögens anzuordnen,  

 

eventualiter sei das über EUR 979'945.65 beschlagnahmte Vermögen, zu-

züglich eines Betrages von nicht mehr als 10% zur Deckung allfälliger Ver-

fahrenskosten, Geldstrafe und Busse, freizugeben,  

 

subeventualiter sei das über EUR 2'361'928.80 liegende Vermögen, zuzüg-

lich eines Betrages von nicht mehr als 10% zur Deckung allfälliger Verfah-

renskosten, Geldstrafe und Busse, freizugeben,  

 

subsubeventualiter sei die Verfügung aufzuheben und zur Neubestimmung 

des freizugebenden Betrages an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

 

2. Es sei festzustellen, dass das von der Beschwerdegegnerin geführte Ver-

fahren SV.13.1198 insgesamt und namentlich in den Zeiträumen vom 

8. April 2016 bis zum 17. November 2019 sowie seit dem 17. Januar 2022 

eine formelle Rechtsverweigerung und widerrechtliche Rechtsverzögerung 

darstellt.  

 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MWSt, zulasten der 

Beschwerdegegnerin.» 

 

 

Z. Mit Verfügung vom 18. April 2023 gewährte die BA A. in die ihr am 21. Sep-

tember 2022 von der Bank H. zugestellten Unterlagen umfassend Einsicht 

(act. 4.1). 

 

 

Z.a. Innert erstreckter Frist liess sich die BA mit Eingabe vom 28. April 2023 zur 

Beschwerde vernehmen. Sie beantragt die kostenfällige Abweisung der 

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Beschwerde (act. 6). Mit Schreiben vom 2. und 26. Juni 2023 hielten A. und 

die BA an den in der Beschwerde resp. Beschwerdeantwort gestellten Be-

gehren fest (act. 12, 15).  

 

 

Z.b. Mit Eingabe vom 28. August 2023 reichte die BA dem Gericht das Schreiben 

der StA München vom 18. August 2023 zu den Akten, worin bestätigt wird, 

dass die Ermittlungen gegen L. im Verfahren 402 Js 105000/17 wiederauf-

genommen wurden (act. 17, 17.1). 

 

 

Z.c. Am 23. November 2023 setzte die BA das Gericht telefonisch darüber in 

Kenntnis, dass sie vorhabe, den Schlussvorhalt den Parteien in den nächs-

ten 2-3 Wochen zuzustellen und das Gericht mit einer entsprechenden Kopie 

bedienen werde (act. 18).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft 

kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO und 

Art. 37 Abs. 1 StBOG). Zur Beschwerde berechtigt ist jede Partei oder jeder 

andere Verfahrensbeteiligte, welche oder welcher ein rechtlich geschütztes 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides 

haben (Art. 382 Abs. 1 StPO; BGE 146 IV 76 E. 2.2.2; siehe auch die 

Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozess-

rechts, BBl 2006 1308). Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich 

eröffnete Entscheide ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzu-

reichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Beschwerden wegen Rechtsverweigerung 

oder Rechtsverzögerung sind dagegen an keine Frist gebunden (Art. 396 

Abs. 2 StPO). Eine Rechtsverzögerungsbeschwerde setzt jedoch grundsätz-

lich voraus, dass wegen der Verfahrensdauer bei der Vorinstanz zumindest 

einmal interveniert wurde (Urteil des Bundesgerichts 1B_81/2018 vom 

20. März 2018 E. 2 m.w.H.). Mit der Beschwerde gerügt werden können ge-

mäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich 

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Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung 

des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c).  

 

1.2 Gegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet zum einen die Verfügung 

vom 20. März 2023, mit welcher die Beschwerdegegnerin dem Antrag des 

Beschwerdeführers betreffend Freigabe der beschlagnahmten Vermögens-

werte nicht stattgegeben hat (act. 1.2). Als Adressat der angefochtenen Ver-

fügung und Inhaber des von der Beschlagnahme betroffenen Vermögens ist 

der Beschwerdeführer beschwerdelegitimiert. Zum anderen macht der Be-

schwerdeführer Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung geltend. Dass er in 

diesem Zusammenhang mehrfach bei der Beschwerdegegnerin interveniert 

hat, ist aktenkundig und unbestritten. Als beschuldigte Person ist er von einer 

allfälligen Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung betroffen und daher auch 

diesbezüglich beschwerdebefugt. Auf die frist- und formgerecht erhobene 

Beschwerde ist somit einzutreten.  

 

 

2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die Beschwer-

deinstanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich auf 

die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, und es genügt, 

wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie 

sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 

16. Juli 2004 E. 5.2 m.w.H.). 

 

 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer wendet gegen die Weigerung der Beschwerdegeg-

nerin, die beschlagnahmten Vermögenswerte freizugeben, ein, der anfängli-

che Tatverdacht gegen ihn hätte sich in den zehn Jahren Strafuntersuchung 

weder erhärtet noch sei er durch weitere Untersuchungsergebnisse verdich-

tet worden. Die Behauptungen der Beschwerdegegnerin seien unbelegte 

Mutmassungen. Mangels des hinreichenden Tatverdachts sei die Beschlag-

nahme nicht gerechtfertigt. Zudem belaufe sich das sichergestellte Vermö-

gen auf mehr als Fr. 4,33 Mio., da auch die beschlagnahmten Vermögens-

werte auf den auf D. AG lautenden Konten hauptsächlich ihm gehören wür-

den (act. 1, S. 8 ff.; act. 12, S. 3 ff.). 

 

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3.2  

3.2.1 Gemäss Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO können Gegenstände und Vermögens-

werte einer beschuldigten Person oder einer Drittperson beschlagnahmt 

werden, wenn die Gegenstände und Vermögenswerte voraussichtlich einzu-

ziehen sind (sog. Einziehungsbeschlagnahme). Als weitere strafprozessuale 

Beschlagnahmearten sieht die StPO die Beweismittelbeschlagnahme 

(Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO), die Deckungsbeschlagnahme (Art. 263 Abs. 1 

lit. b i.V.m. Art. 268 StPO) sowie die Beschlagnahme im Hinblick auf eine 

Rückgabe an die geschädigte Person vor (Art. 263 Abs. 1 lit. c StPO; sog. 

Restitutionsbeschlagnahme; vgl. JOSITSCH/SCHMID, Schweizerische Straf-

prozessordnung, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, Rz 1 ff. zu Art. 263 StPO).  

 

3.2.2 Die Einziehungsbeschlagnahme ist eine provisorische konservatorische pro-

zessuale Zwangsmassnahme zur vorläufigen Sicherstellung der allenfalls 

einzuziehenden Vermögenswerte (BGE 141 IV 360 E. 3.2 S. 364; 140 IV 57 

E. 4.1.1 S. 61). Von einer Beschlagnahme ist nur dann abzusehen, wenn ein 

Drittrecht im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB eindeutig gegeben ist und damit 

eine Einziehung offensichtlich ausser Betracht fällt. In allen übrigen Fällen 

gebietet das öffentliche Interesse die Aufrechterhaltung der Beschlagnahme 

(vgl. zum Ganzen TPF 2005 109 E. 5.2 S. 111; Beschluss des Bundesstraf-

gerichts BB.2017.12 vom 3. Juli 2017 E. 3.2.1). Die Einziehungsbeschlag-

nahme hat im öffentlichen Interesse zu liegen und den Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit zu wahren (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO; Urteil des 

Bundesgerichts 1B_352/2019 vom 30. Oktober 2019 E. 3.1; TPF 2005 84 

E. 3.2.2). Sie ist solange gerechtfertigt, als eine spätere Einziehung wahr-

scheinlich erscheint (Urteil des Bundesgerichts 1B_76/2020 vom 6. Juli 2020 

E. 4.1; TPF 2010 22 E. 2.1 S. 25; Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BB.2017.12 vom 3. Juli 2017 E. 3.2.2).  

 

3.2.3 Für die Einziehungsbeschlagnahme wird ein hinreichender, objektiv begrün-

deter konkreter Tatverdacht gegenüber dem Inhaber des Gegenstandes 

bzw. Vermögenswertes oder einem Dritten vorausgesetzt, wonach die be-

troffenen Vermögenswerte durch eine Straftat erlangt worden sind, oder 

dazu bestimmt waren, eine Straftat zu veranlassen oder zu belohnen (Art. 70 

Abs. 1 StGB; Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO; BGE 124 IV 313 E. 4; Urteil des 

Bundesgerichts 1B_277/2015 vom 12. Januar 2016 E. 4.2; TPF 2005 84 

E. 3.1.2). An den hinreichenden Tatverdacht werden am Anfang der Unter-

suchung noch weniger hohe Anforderungen gestellt (BGE 124 IV 313 E. 4 

S. 316; 122 IV 91 E. 4 S. 96; Urteile des Bundesgerichts 1S.16/2005 vom 

7. Juni 2005 E. 5.2 und 8G.73/2002 vom 3. September 2002 E. 3 und 4). 

Nebst dem hinreichenden Tatverdacht i.S.v. Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO (vgl. 

auch Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO, der im Rahmen der Eröffnung einer 

http://links.weblaw.ch/TPF_2005_109

- 12 - 

 

 

Strafuntersuchung durch die Staatsanwaltschaft ebenfalls von hinreichen-

dem Tatverdacht spricht) kennt die Strafprozessordnung den Verdacht im 

Sinne eines Anfangsverdachts (vgl. Art. 299 Abs. 2 StPO) sowie den drin-

genden Tatverdacht im Zusammenhang mit schwerwiegenderen Grund-

rechtseingriffen (vgl. Art. 269 Abs. 1 lit. a StPO; ACKERMANN, Tatverdacht 

und Cicero – in dubio contra suspicionem maleficii, in: Niggli/Pozo/Queloz 

[Hrsg.], Festschrift für Franz Riklin, 2007, S. 331; ZIMMERLIN, Zürcher Kom-

mentar, 3. Aufl. 2020, Art. 197 StPO N. 10 f. m.w.H.).  

 

Sind die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhan-

den, so erkennt das Gericht auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher 

Höhe (Art. 71 Abs. 1 StGB). Zur Sicherung einer solchen Ersatzforderung 

können die Vermögenswerte des Betroffenen ebenfalls mit Beschlag belegt 

werden (Art. 71 Abs. 3 StGB; sog. Ersatzforderungsbeschlagnahme; vgl.  

JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., Rz 1 ff. zu Art. 263 StPO). Daher kann zur Durch-

setzung einer allfälligen Ersatzforderung des Staates gestützt auf Art. 71 

Abs. 3 StGB eine Kontosperre verfügt werden. Diesfalls brauchen die Ver-

mögenswerte keinen Zusammenhang zur untersuchten Straftat aufzuwei-

sen. Damit unterscheidet sich der strafprozessuale Arrest gemäss Art. 71 

Abs. 3 StGB von der Einziehungsbeschlagnahme nach Art. 263 Abs. 1 lit. d 

StPO und der Beschlagnahme, die im Hinblick auf eine Rückgabe an den 

Geschädigten erfolgt, bei welchen eine Konnexität zwischen der Tat und den 

mit Beschlag belegten Vermögenswerten bestehen muss (BGE 140 IV 57 

E. 4.1.2 S. 62 f.; 129 II 453 E. 4.1 S. 46).  

 

3.2.4 Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das für die Beurteilung von 

Zwangsmassnahmen im Vorverfahren zuständige Gericht bei der Überprü-

fung des hinreichenden Tatverdachtes keine erschöpfende Abwägung sämt-

licher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Be-

streitet die beschuldigte (oder eine von Zwangsmassnahmen betroffene an-

dere) Person den Tatverdacht, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bis-

herigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für 

eine Straftat und eine Beteiligung der beschuldigten Person an dieser Tat 

vorliegen, die Strafbehörden somit das Bestehen eines hinreichenden Tat-

verdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (vgl. BGE 143 IV 330 

E. 2.1 m.w.H.; 141 IV 87 E. 1.3.1 S. 90; 137 IV 122 E. 3.2 S. 126; 124 IV 313 

E. 4 S. 316; 116 Ia 143 E. 3c S. 146; s.a. Urteil des Bundesgerichts 

1B_243/2016 vom 6. Oktober 2016 E. 3.6). Auch über die gerichtliche Ver-

wertbarkeit von Beweismitteln ist in der Regel noch nicht im Untersuchungs-

verfahren abschliessend zu entscheiden (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1004/2019 vom 11. März 2020 E. 3.1.3 m.w.H.). In Abgrenzung zum 

dringenden setzt dabei der hinreichende Tatverdacht nicht voraus, dass 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22hinreichende+Tatverdacht%22+%22erhebliche+Wahrscheinlichkeit%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-122%3Ade&number_of_ranks=0#page122
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22hinreichende+Tatverdacht%22+%22erhebliche+Wahrscheinlichkeit%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-IV-313%3Ade&number_of_ranks=0#page313
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22hinreichende+Tatverdacht%22+%22erhebliche+Wahrscheinlichkeit%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IA-143%3Ade&number_of_ranks=0#page143

- 13 - 

 

 

Beweise oder Indizien bereits für eine erhebliche oder hohe Wahrscheinlich-

keit einer Verurteilung sprechen (Urteil des Bundesgerichts 1B_636/2011 

vom 9. Januar 2012 E. 2.2.3; vgl. zum Ganzen ausführlich den Entscheid 

des Bundesstrafgerichts BE.2006.7 vom 20. Februar 2007 E. 3.1; s.a. Be-

schlüsse des Bundesstrafgerichts BE.2017.1 vom 26. April 2017 E. 3.1; 

BB.2014.163 vom 9. Juni 2015 E. 3.1; je m.w.H). Allerdings muss sich der 

hinreichende Tatverdacht im Verlaufe der Ermittlungen weiter verdichten. 

Die Verdachtslage unterliegt mit anderen Worten einer umso strengeren Prü-

fung, je weiter das Verfahren fortgeschritten ist (TPF 2010 22 E. 2.1; Be-

schluss des Bundesstrafgerichts BB.2011.25 vom 30. Mai 2011 E. 3.2). 

 

3.3  

3.3.1 Dem abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 lässt sich zum Sachverhalts-

komplex Staat I. folgender Sachverhalt entnehmen (Verfahrensakten, 

pag. 13.002-0750 ff.): 

 

Ab ca. 2004 sei der Staat I. am Projekt 1 beteiligt gewesen, welches die Mo-

dernisierung der Hochspannungsgleichstromübertragungsleitung (nachfol-

gend «HGÜ-Leitung» oder «HGÜ-Linie») und des Stromnetzes in Südafrika 

zum Ziel gehabt habe. Zugleich habe der Staat I. das Projekt 2 betrieben. 

Dieses Projekt habe die Erneuerung des nationalen Kernkraftwerkes in Z. 

(Staat I.) sowie der Verbesserung der Strominfrastruktur und -versorgung im 

Staat I. bezweckt. Die Projekte 1 und 2 seien überwiegend durch Kredite der 

Bank H.-Gruppe finanziert worden. Mit der Durchführung und Bauherrschaft 

beider Projekte habe das Energieministerium des Staates I. das staatliche 

Stromversorgungsunternehmen K. bzw. dessen Projekt 3 beauftragt. Weiter 

seien daran folgende öffentliche Einrichtungen beteiligt gewesen: Das unter 

Aufsicht des Finanzministeriums des Staates I. stehende Bureau M. als Be-

schaffungsbehörde sowie das u.a. aus Vertretern der K. und des Energie- 

und Finanzministeriums zusammengesetzte Projekt 4 zur Koordinierung und 

Projektaufsicht. Im Rahmen der Beschaffungsprozesse seien die beiden 

Projekte in «Lose» bzw. «Marchés» eingeteilt gewesen, welche das Bu-

reau M. Engineering Procurement & Construction-Verträge (nachfolgend 

«EPC-Verträge») an verschiedene internationale Generalunternehmen ver-

geben habe.  

 

Die K. bzw. Projekt 3 habe die in V. (Deutschland) ansässige N. GmbH & 

Co. KG mit Vertrag vom 13. Dezember 2004 im Projekt 1 als unabhängige 

technische Beraterin bei der technischen Umsetzung verschiedener Projekt-

Lose eingesetzt. Insbesondere sei die N. GmbH & Co. KG für die Erarbeitung 

verschiedener Studien und technischer Spezifikationen für den Ausbau und 

die Ertüchtigung des Stromnetzes, die Erstellung der Ausschreibungs-

http://links.weblaw.ch/1B_636/2011
http://links.weblaw.ch/BSTGER-BB.2014.163

- 14 - 

 

 

unterlagen für verschiedene Lose an EPC-Verträgen und die Unterstützung 

der K. im Vergabeprozess bis zum Vertragsabschluss mit den Generalunter-

nehmern zuständig gewesen. Im Projekt 2 habe das Bureau M. im Namen 

der K. mit N. GmbH & Co. KG am 25. März 2008 einen Vertrag über Ingeni-

eurleistungen geschlossen. N. GmbH & Co. KG sei mit der Erstellung tech-

nischer Studien betreffend die Probleme der bestehenden Infrastrukturen 

und deren Lösung sowie mit der Vorbereitung der Ausschreibungsunterla-

gen und der Unterstützung im Ausschreibungsprozess beauftragt worden. 

L. sei als Mitarbeiter der N. GmbH & Co. KG bei den Projekten 1 und 2 für 

die Lose bzw. Marchés 3, 4 und 5 (betreffend Neubau von Hochspannungs-

leitungen und Sanierung von bestehenden Linien) zuständig gewesen. Zu 

den dabei anfallenden Anlagekomponenten hätten u.a. lsolatoren zur Befes-

tigung der elektrischen Leiter an den Freileitungsmasten gehört. Im Rahmen 

der Aufgaben von N. GmbH & Co. KG seien in der Planungsphase die tech-

nischen Spezifikationen der durch die Generalunternehmer zu verwenden-

den lsolatoren zwecks Aufnahme in die Ausschreibungsunterlagen unter der 

Projektleitung von L. erarbeitet worden. Die am Ausschreibungsverfahren 

teilnehmenden Generalunternehmer hätten zwischen jenen Herstellern wäh-

len können, deren lsolatoren den technischen Spezifikationen gemäss Aus-

schreibungsunterlagen entsprachen. Die gewählte Sublieferantin bzw. eine 

Auswahl der infrage kommenden Sublieferantinnen habe in den Offerten der 

Generalunternehmer mit Produktdetails angegeben werden müssen. Wei-

tere Absprachen betreffend die technische Detailausführung und namentlich 

betreffend die konkret zu verwendenden lsolatoren sei in der Angebotsphase 

in sog. «Klärungsgesprächen» zwischen K., N. GmbH & Co. KG und den 

bietenden Generalunternehmern, sowie auch noch nach Zuschlagserteilung 

im Rahmen der Vertragsverhandlungen erfolgt. Im Rahmen der Ausschrei-

bung des Projektes Marché 4 sei die N. GmbH & Co. KG bzw. im Ergebnis 

L. mit Nachträgen zum Vertrag vom 13. Dezember 2004 u.a. damit betraut 

worden, ein Unternehmen zwecks detaillierter Bestandsaufnahme der HGÜ-

Linie (Z.-Y./Staat I.) zu rekrutieren, die technischen Spezifikationen der lso-

latoren in den Ausschreibungsunterlagen entsprechend anzupassen und La-

boranalysen von defekten lsolatoren erstellen zu lassen.  

 

Die zur O.-Gruppe gehörende J. S.A. entwickle und produziere schwerge-

wichtig lsolatoren für Hochspannungsfreileitungen aus gehärtetem Glas. Die 

J. S.A. produziere in Europa, Brasilien und China, wobei sie mit den europä-

ischen und brasilianischen Produkten höhere Preise erzielen könne. Der Be-

schwerdeführer sei bei der J. S.A. seit 1993 Exportmanager gewesen und 

habe formell den Export in den Mittleren Osten, in den Balkan und nach Eu-

ropa betreut. Zusätzlich sei er aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und 

seiner guten Kontakte auch in anderen Märkten eingesetzt worden. In 2008 

- 15 - 

 

 

sei L. im Rahmen seiner Aufgaben für die N. GmbH & Co. KG bzw. K. an 

den Beschwerdeführer herangetreten, um bei diesem fachlichen Rat für das 

technische Design der Ausschreibungen einzuholen. Insbesondere habe L. 

den Beschwerdeführer mit E-Mail vom 2. September 2009 darüber infor-

miert, dass die N. GmbH & Co. KG in Zusammenhang mit der Erneuerung 

der HGÜ-Linie Z.-Y./Staat I. des Projekt-Loses Marché 4 mit einer Bestands-

aufnahme und der Bestimmung eines neuen Typs von Porzellanisolatoren 

betraut worden sei, und habe den Beschwerdeführer um Übermittlung fach-

licher Studien ersucht. Die J. S.A. habe grosses Interesse daran gehabt, sich 

die lsolatoren-Lieferverträge für die Projekt-Lose Marché 3-5 zu sichern, da 

es sich bei der Sanierung der HGÜ-Linie zwischen Z. und Y./Staat I. zu die-

sem Zeitpunkt um eines der weltweit grössten Projekte in diesem Bereich 

gehandelt habe und die J. S.A. starker Konkurrenz aus China, Russland und 

den USA ausgesetzt gewesen sei.  

 

Im September 2009 hätten mehrere Personen der J. S.A., namentlich 

P. (Executive Vice President), Q. (Area Manager […]) und R. ([…] Manager) 

L. für die Bevorzugung der J. S.A. gegenüber anderen lsolatoren-Herstellern 

im Beschaffungsprozess der Projekte Marché 3-5 finanzielle Vorteile in Aus-

sicht gestellt. Diese Absprache habe sich bis spätestens Anfang 2010 kon-

kretisiert, namentlich als P. am 12. Februar 2010 eine E-Mail an eine private, 

auf den Namen der Ehefrau von L. lautende E-Mail-Adresse gesendet und 

darin formell eine Kommission von 10% des Auftragsvolumens bestätigt 

habe. Die Kommission sei an die Bedingung geknüpft gewesen, dass 

(1) L. die technischen Spezifikationen der Isolatoren-Komponenten der Pro-

jekt-Lose Marché 3-5 im Rahmen seines Ermessens derart festlege, dass im 

Wesentlichen nur noch die J. S.A. als Lieferantin infrage komme, und dass 

(2) die Bestellung von J. S.A.-Glasisolatoren aus der italienischen oder bra-

silianischen und nicht der günstigeren chinesischen Produktion tatsächlich 

zu einem gewissen Mindestpreis zustande komme. Als Fälligkeitstermin für 

die Kommission sei der Zahlungseingang zugunsten der J. S.A. vereinbart 

worden. Im Falle des Zustandekommens eines tieferen als des vorgesehe-

nen Mindestpreises habe die Höhe der geschuldeten Kommission gestützt 

auf gegenseitige Vereinbarung neu festgelegt werden müssen. Bei dieser 

Absprache bzw. deren Vollzug habe der Beschwerdeführer auf Seiten der 

J. S.A. eine zentrale Rolle gespielt. Namentlich habe er der J. S.A. nicht nur 

aIs Kontaktperson von L. bei der Aushandlung der konkreten Kommissions-

höhe, sondern auch bei der Ausarbeitung der im Ermessen von L. stehenden 

technischen Spezifikationen gedient, mit dem Ziel, diese in den Ausschrei-

bungsunterlagen wie auch anlässlich nachfolgender technischer Klärungen 

mit den bietenden Generalunternehmer so zu definieren, dass die Produkte 

von J. S.A. gegenüber denen anderer lsolatoren-Hersteller begünstigt 

- 16 - 

 

 

würden. Entsprechend sei der Beschwerdeführer durch P. mit einer Carbon 

Copy der E-Mail vom 12. Februar 2010 bedient worden. Ferner habe der 

Beschwerdeführer in Zusammenarbeit mit B. ermöglicht, die zur Erfüllung 

der Zahlungsversprechen gegenüber L. erforderlichen Vermögenswerte 

über die D. AG aus dem Gesellschaftsvermögen der J. S.A. auszuschleusen. 

Als Gegenleistung habe der Beschwerdeführer eine finanzielle Entschädi-

gung in Abhängigkeit von den mit seiner Hilfe erwirkten lsolatorenaufträgen 

erhalten, welche ebenfalls über die D. AG abgewickelt worden sei.  

 

In der Folge habe L. in den Jahren 2009 bis 2010 durch in seinem Ermessen 

stehende Handlungen zugunsten der J. S.A. auf die Vergabe der Lieferver-

träge für Isolatorenkomponenten der Projekt-Lose Marché 3-5 mehrfach Ein-

fluss genommen: 

 

1) Im Projekt-Los Marché 4 habe sich L. auf Veranlassung des Beschwer-

deführers spätestens am 5. Januar 2010 bereit erklärt, die Ausschrei-

bung statt der ursprünglich vorgesehen Porzellanisolatoren im Interesse 

der J. S.A. auf Glasisolatoren zu beschränken. Des Weiteren habe L. 

am/um den 12. Januar 2010 dem Beschwerdeführer die Struktur der 

Ausschreibung mit dem Hinweis mitgeteilt, dass die technische Spezifi-

kation anzupassen sei und habe sich gegenüber dem Beschwerdeführer 

bereit erklärt, diese technische Spezifikation gegen Zahlung einer Kom-

mission von 20% auf die Produkte der J. S.A. abzustimmen. Nachdem L. 

in der Folge mit E-Mail vom 12. Februar 2010 eine Kommission von 10% 

bestätigt worden sei, habe L. die technische lsolatoren-Spezifikation der 

Ausschreibung des Projekt-Loses Marché 4 verfasst, indem er einen ihm 

durch die J. S.A. am 25. Januar 2010 übermittelten Text nahezu wort-

wörtlich übernommen habe. Seinen Entwurf habe er am 21./22. Februar 

2010 durch die J. S.A., namentlich R. und den Beschwerdeführer prüfen 

bzw. gutheissen lassen. Des Weiteren habe zwischen L., dem Beschwer-

deführer und R. am 19. März 2010 in U. (Deutschland) ein Treffen statt-

gefunden. Anlässlich dieses Treffens habe sich L. auf Veranlassung des 

Beschwerdeführers bereit erklärt, in den Ausschreibungsunterlagen für 

das Projekt-Los Marché 4 einen Bedarf an 700'000 neuen Isolatoren aus 

gehärtetem Glas festzulegen, was einer Ersetzung aller bestehenden 

Porzellanisolatoren der HGÜ-Linie Z.-Y./Staat I. entsprochen habe, 

obschon ursprünglich nur 200'000 Isolatoren hätten ersetzt werden soll-

ten. Zugleich sei L. gezwungen gewesen, seinen bereits vorgefassten 

Entschluss betreffend die Spezifikation und Anzahl der erforderlichen 

neuen Isolatoren für das Projekt-Los Marché 4 gegenüber der K. und der 

Bank H.-Gruppe zu rechtfertigen. Diesbezüglich habe der Beschwerde-

führer angeregt, eine Untersuchung der defekten Isolatoren in den 

- 17 - 

 

 

Laboren der O.-Gruppe durchführen zu lassen, wofür sich L. in der Folge 

mit Nachtrag 6 zum Vertrag vom 3. Dezember 2004 von der K. habe er-

mächtigen lassen. Die Ergebnisse der zwischen 21. und 30. April 2010 

durchgeführten Analysen, die offiziell dazu gedient hätten, die Anzahl der 

zu ersetzenden Isolatoren zu bestimmen, seien im Mai bzw. Juni 2010 

und mithin erst nach den Zusicherungen von L. gegenüber dem Be-

schwerdeführer und R. vom März 2010 vorgelegen. Darin seien Porzel-

lanisolatoren als ungenügend beurteilt worden. Dies habe L. erlaubt, die 

Ausschreibung im Sinne der Vereinbarung mit der J. S.A. zu gestalten, 

d.h. in den publizierten Ausschreibungsunterlagen eine vollständige Er-

setzung der bestehenden Porzellanisolatoren mit Glasisolatoren der von 

der J. S.A. definierten technischen Spezifikation vorzusehen. Schliess-

lich habe sich die J. S.A. im Projekt-Los Marché 4 plangemäss als Sub-

lieferantin durchgesetzt und habe der indischen Generalunternehmerin 

S. Isolatoren liefern können. 

 

2) Nachdem die im Jahr 2007 veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen 

zum Projekt-Los Marché 3 noch die Verwendung von Glas oder Keramik-

Isolatoren zugelassen hätten, habe L. auf Veranlassung des Beschwer-

deführers anlässlich der im Jahr 2008 stattfindenden technischen Klä-

rungsgespräche zwischen der K. und den bietenden Generalunterneh-

men bewirkt, dass auch in diesem Projektteil nur noch Glasisolatoren ak-

zeptiert worden seien. Die K. habe das Projekt-Los Marché 3 mit Vertrag 

vom 29. September 2008 an das spanisch-kanadische Konsortium T. SA 

vergeben, welchem entsprechend den Ergebnissen der technischen Klä-

rungen die Verwendung von Glasisolatoren vertraglich vorgeschrieben 

worden sei. In der Folge habe die T. SA beabsichtigt, lsolatoren von der 

J. S.A. einzusetzen, diese jedoch aus Kostengründen bei deren billigeren 

chinesischen Produktionsstätten zu beziehen. L. sei als technischer Be-

rater für die Genehmigung der Materialwahl von der T. SA zuständig ge-

wesen und habe die Verwendung von lsolatoren aus der chinesischen 

Produktionsstätte der J. S.A. am 14. Dezember 2009 abgelehnt und ent-

sprechend seiner Vereinbarung mit der J. S.A. auf europäischen J. S.A.-

lsolatoren bestanden. An diesem Entscheid, zu dessen Begründung er 

am 27. Oktober 2009 vorab beim Beschwerdeführer fachliche Argumente 

eingeholt habe, habe L. im Januar 2010 auch gegen den Widerstand sei-

tens T. SA festgehalten und habe dadurch dazu beigetragen, dass die 

T. SA für das Projekt-Los Marché 3 im Jahr 2010 Glasisolatoren aus der 

europäischen Produktion bei der J. S.A. bestellt habe.  

 

3) Das Projekt-Los Marché 5 sei am 19. März 2010 öffentlich ausgeschrie-

ben worden. Die Ausschreibung sei durch einen anderen Mitarbeiter der 

- 18 - 

 

 

N. GmbH & Co. KG vorbereitet worden, von welchem L. das Projekt im 

November 2009 übernommen habe. Die Ausschreibungsunterlagen hät-

ten Spezifikationen für lsolatoren aus (gehärtetem) Glas und Komposit 

enthalten. Zudem seien betreffend die Glasisolatoren eine Referenz über 

15 Jahre Erfahrung des Herstellers für ein System 400 KV und eine 

ISO 9000 Zertifizierung vorausgesetzt worden. Die Angebote der fünf zur 

Auswertung zugelassenen Generalunternehmer hätten auf dieser 

Grundlage sowohl Glas- als auch Komposit-lsolatoren verschiedener 

Hersteller enthalten. Das Management der J. S.A. habe die publizierten 

technischen Spezifikationen für gehärtetes Glas als nicht hinreichend 

restriktiv erachtet, um die J. S.A. im Beschaffungsprozess zu begünsti-

gen. Daher habe sich L. gestützt auf die Vereinbarung mit der J. S.A. 

bereit erklärt, in seiner Funktion als Projektleiter des Projekt-Loses 

Marché 5 mittels eines Addendums zur technischen Spezifikation sicher-

zustellen, dass einzig die J. S.A. und eine weitere Herstellerin (AA.) die 

Produktanforderungen erfüllen würden. Zu diesem Zweck habe der Be-

schwerdeführer eine technische Spezifikation mit besonderen Qualitäts-

angaben bzw. Referenzanforderungen betreffend Glasisolatoren für eine 

400 KV-AC-Stromübertragungsleitung erarbeitet, welche die J. S.A. L. 

am 22. März 2010 habe zukommen lassen. Daraufhin habe L. als tech-

nischer Berater der K. veranlasst, dass der für das Projekt-Los Marché 5 

vorgesehene Isolatorentyp Anfang Mai 2010 entsprechend angepasst 

und anlässlich der technischen Klärungsgespräche mit den bietenden 

Generalunternehmer wortwörtlich mittels der ihm durch die J. S.A. über-

mittelten technischen Spezifikation vom 22. März 2010 definiert worden 

sei. Am 22. November 2010 sei die S. von der K. mit der Ausführung des 

Projekt-Los Marché 5 betraut worden, wofür die S. Glasisolatoren bei der 

J. S.A. sowie für gewisse Streckenabschnitte Komposit-lsolatoren einer 

Drittlieferantin bezogen habe. In Anwendung der zwischen der J. S.A. 

und L. getroffenen Vereinbarung habe die L. für das Projekt-Los 

Marché 5 geschuldete Kommission letztlich 6 % des Auftragsvolumens 

betragen, was der Beschwerdeführer Q. auf Nachfrage am 8. März 2012 

per E-Mail mitgeteilt habe.  

 

In Bezug auf das Gewähren von nicht gebührenden Vorteilen an L. wurde im 

abschliessenden Vorhalt ausgeführt, dass B. als alleiniger Geschäftsführer 

und Verwaltungsrat der D. AG deren Geschäftsmodell im Jahr 2008 geändert 

habe. Aufgrund seiner Erfahrungen in der internationalen Elektrobranche 

habe B. gewusst, dass Generalunternehmer (wie z.B. die S.) sowie Herstel-

lerunternehmen bzw. Sublieferanten (wie z.B. die J. S.A.) in Zusammenhang 

mit der Vergabe staatlicher Aufträge bzw. Subaufträge häufig Barzahlungen 

an Lobbygruppen in den Auftragsländern zu leisten hätten. B. habe sich 

- 19 - 

 

 

daher entschieden, interessierten Generalunternehmen sowie Herstellerun-

ternehmen die schweizerischen Konten der D. AG zur Verfügung zu stellen, 

um für Lobbygruppen bestimmte Überweisungen entgegenzunehmen und 

diese in der Folge in bar an bezeichnete Empfänger weiterzuleiten. Im Ge-

genzug hätte die D. AG je nach Arbeitsaufwand eine prozentuale Entschädi-

gung vom Auftragsvolumen erhalten sollen. Mit dieser Geschäftsidee sei B. 

an den ihm aus früheren Projekten bekannten Beschwerdeführer herange-

treten, mit welchem er auch freundschaftlich verbunden gewesen sei. 

Zwecks Erfüllung der gegenüber L. gemachten Kommissionsversprechen für 

Auftragsvergaben an die J. S.A. habe der Beschwerdeführer auf das Ange-

bot von B. zurückgegriffen und habe J. S.A.-intern vorgeschlagen, die Zah-

lungen an L. über die D. AG abzuwickeln. B. habe die D. AG gegen eine 

Provision als Vehikel zur Abwicklung der für L. bestimmten Zahlungen zur 

Verfügung gestellt, wobei der Beschwerdeführer als seine einzige Kontakt-

person fungiert habe. B. sei sich dabei bewusst gewesen, dass es der J. S.A. 

bei dieser Zusammenarbeit darum gegangen sei, staatliche Projekte des 

Staates I. als Sublieferantin mit Isolatoren beliefern zu können, und dass die 

durch ihn verfügbar gemachten Gelder im Staat I. zu diesem Zweck für Lob-

bying, Spesen und Geschenke verwendet werden sollten. Zur Verschleie-

rung des tatsächlichen Zwecks der Transaktionen habe der Beschwerdefüh-

rer veranlasst, dass zwischen J. S.A. und D. AG für jedes der drei Projekt-

Lose Marché 3, 4 und 5 vier inhaltlich unzutreffende Consulting Agreements 

abgeschlossen worden seien. Diese Verträge, welche B. auf Anweisung des 

Beschwerdeführers von der Schweiz aus unterzeichnet habe, hätten alle-

samt vorgebliche Dienstleistungen der D. AG betreffend das jeweilige Pro-

jekt zum Gegenstand gehabt, welche die D. AG nie erbracht habe bzw. von 

vornherein nie hätte erbringen sollen. B. und der Beschwerdeführer hätten 

vereinbart, dass Ersterer der J. S.A. im Rahmen der vorgeblichen Vertrags-

verhältnisse von der Schweiz aus jeweils auf Abruf und nach inhaltlichen 

Vorgaben der J. S.A. Rechnung für Leistungen stellen würde, welche die D. 

AG nie erbracht hätte. Zugleich habe sich B. bereit erklärt, die von der J. S.A. 

an die D. AG überwiesenen Beträge nach Abzug von Bankspesen 

(i.d.R. 1 %) sowie eines für ihn bestimmten Provisionsanteils von i.d.R. 4,5 % 

wiederum auf Abruf des Beschwerdeführers entweder in der Schweiz an den 

Beschwerdeführer in bar auszuhändigen oder auf seine privaten Konten im 

Ausland zu überweisen. Der Beschwerdeführer sei seitens der J. S.A. für die 

Weiterleitung der Gelder an L. zuständig gewesen. Gestützt auf diese Ver-

einbarung seien zwischen 2011 und 2014 insgesamt EUR 979'945.62 aus 

dem Vermögen der J. S.A. auf die auf D. AG lautenden Konten bei der 

Bank G. resp. Bank E. mit den IBAN-Nrn. 13 und 14 geflossen, wobei diese 

Gelder nach dem Willen der J. S.A. grossmehrheitlich zur Weiterleitung an 

L. bestimmt und diesem namentlich für die oben beschriebenen 

- 20 - 

 

 

Einflussnahmen zugunsten der J. S.A. im Beschaffungsprozess der Projekt-

Lose Marché 3-5 versprochen gewesen seien. Von diesen Geldern habe B. 

mindestens EUR 234'832.-- in bar oder per Überweisung an den Beschwer-

deführer weitergeleitet. Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass der 

Beschwerdeführer den grössten Teil der EUR 234'832.-- anschliessend ab-

sprachegemäss an L. weitergegeben habe, um die von der J. S.A. abgege-

benen Kommissionsversprechen zu erfüllen. Einen kleineren Teil dürfte der 

Beschwerdeführer für sich selbst behalten haben. Des Verwendungszwecks 

dieser Gelder sei sich B. im Zeitpunkt der Überweisung bzw. Aushändigung 

an den Beschwerdeführer bewusst gewesen. Zumindest sei er sich in groben 

Zügen darüber im Klaren gewesen, dass der Beschwerdeführer mit den ihm 

via die D. AG verfügbar gemachten Geldern zum grössten Teil Provisionen, 

Kommissionen bzw. «Geschenke» an «Lobbygruppen» im Staat I. finanzie-

ren würde, um der J. S.A. in Zusammenhang mit der Vergabe staatlicher 

Aufträge Isolatorenlieferungen zu sichern. Hierzu habe B. durch seine 

Dienstleistungen gegenüber der J. S.A. einen Beitrag von enormem prakti-

schem Nutzen geleistet. Namentlich habe er die inhaltlich unrichtigen Con-

sulting Agreements unterzeichnet, inhaltlich unrichtige Rechnungen im Na-

men der D. AG ausgestellt, die Gelder der J. S.A. auf den Konten der D. AG 

entgegengenommen und diese an den Beschwerdeführer weitergeleitet.  

 

Schliesslich habe B. im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit dem Beschwer-

deführer bzw. der J. S.A. betreffend die Projekt-Lose Marché 3-5 (teilweise 

in Mittäterschaft mit dem Beschwerdeführer) mehrfache Urkundenfälschung 

begangen, indem er zwischen Oktober 2010 und Mai 2014 zuhanden der 

J. S.A. zahlreiche fiktive bzw. inhaltlich unrichtige Rechnungen der D. AG 

erstellt habe. Diese Rechnungen seien unter Hinweis auf die Consulting Ag-

reements zwischen D. AG und J. S.A. für angebliche Consulting und/oder 

Marketing Dienstleistungen betreffend die Projekt-Lose Marché 3-5 ausge-

stellt worden, welche durch die D. AG nie erbracht worden seien. Bei der 

Ausstellung dieser inhaltlich unrichtigen Rechnungen habe B. mit der buch-

führungspflichtigen J. S.A. bzw. mit deren Organen und Angestellten zusam-

mengewirkt, indem er die Rechnungen auf deren Aufforderung hin erstellt 

und sich dabei die Rechnungsbetreffe sowie -beträge vorgeben lassen habe. 

Vor postalischem Versand der Rechnungen habe B. diese der J. S.A. per  

E-Mail zur Genehmigung zugestellt. In der Buchhaltung der J. S.A. hätten 

die inhaltlich unrichtigen Rechnungen der D. AG im Zeitraum von Januar 

2011 bis Mai 2014 als Belege für Auszahlungen zugunsten der D. AG in Ge-

samthöhe von EUR 979'945.62 gedient. Dabei sei in der Buchhaltung der 

J. S.A. der falsche Eindruck erweckt worden, es handle sich bei diesen Zah-

lungen um legalen geschäftsmässig begründeten Beratungsaufwand. Für 

die Buchhaltung der D. AG habe B. die Belege im Hinblick auf jene von der 

- 21 - 

 

 

J. S.A. überwiesenen Gelder benötigt, welche er entsprechend der getroffe-

nen Vereinbarung zwischen Januar 2011 und Juni 2013 jeweils auf Abruf 

des Beschwerdeführers ab den Konten der D. AG in bar bezogen und in der 

Schweiz im Grossraum Zürich in bar dem Beschwerdeführer übergeben 

habe. Der Beschwerdeführer habe nicht mit seinem wahren Namen in Er-

scheinung zu treten wollen. Ebenso habe B. bevorzugt, dass als Empfänger 

der Zahlungen in der Buchhaltung der D. AG nicht ein Mitarbeiter der J. S.A. 

auftauche. Auf den Quittungen mittels derer sich B. den Erhalt der Bargelder 

durch den Beschwerdeführer habe bestätigen lassen, seien in gegenseiti-

gem Einvernehmen anstelle des wahren Namens des Beschwerdeführers 

die Aliasnamen BB. und CC. verwendet worden. Die Quittungen seien im 

Vorfeld der Transaktionen durch B. vorbereitet worden, der auch den jewei-

ligen Aliasnamen für den Beschwerdeführer ausgewählt und diesen als vor-

geblichen Bargeld-Empfänger auf der Quittung erfasst habe. Grösstenteils 

habe der Beschwerdeführer die Quittungen anlässlich der Bargeldüberga-

ben handschriftlich unter dem jeweiligen Aliasnamen unterzeichnet. Teil-

weise habe B. die Quittungen auch erst nachträglich erstellt und sie aus Be-

quemlichkeit bzw. zum Zeitgewinn anstelle des Beschwerdeführers selbst 

mit dem fraglichen Aliasnamen unterzeichnet. Auch das Datum habe B. teil-

weise erst später auf den Quittungen eingetragen, sodass es nicht immer mit 

dem Datum der Bargeldübergabe übereingestimmt habe. Auf diese Weise 

seien B. und der Beschwerdeführer auch im Hinblick auf weitere Bargeld-

übergaben vorgegangen, die keinen eindeutigen Zusammenhang mit Liefer-

verträgen der J. S.A. für die Projekt-Lose Marché 3-5 hätten. Zwischen Au-

gust 2011 und September 2013 seien mindestens 19 Quittungen betreffend 

Bargeldauszahlungen in Gesamthöhe von EUR 1'696'887.25 unrichtig bzw. 

mit falschem Namen ausgestellt worden.  

 

3.3.2 Die Beschwerdegegnerin wies den Antrag des Beschwerdeführers auf Frei-

gabe der beschlagnahmten Vermögenswerte in der angefochtenen Verfü-

gung (act. 1.2) unter Verweis auf die Ausführungen im abschliessenden Vor-

halt vom 5. Juli 2021 ab und führte unter Verweis auf die ihr durch die 

Bank H. eingereichten Unterlagen zusätzlich aus, es bestehe der Verdacht, 

dass es betreffend den Sachverhaltskomplex Staat I. zwei Bestechungs-

schemen gegeben habe, im Rahmen welcher mutmasslich für fremde Amts-

träger bestimmte Bestechungszahlungen und damit der Einziehung unterlie-

genden Vermögenswerte über die D. AG an den Beschwerdeführer zwecks 

Weitergabe an fremde Amtsträger transferiert worden seien. Nebst dem 

Schema zugunsten der J. S.A. sei das zweite zugunsten der Generalunter-

nehmerin S. erfolgt. S. sei in der relevanten Zeitspanne mutmasslich vom 

Beschwerdeführer und DD., dem CEO der EE., bei der Ausschreibung be-

treffend Marché 4 unterstützt bzw. beraten worden. Der Beschwerdeführer 

- 22 - 

 

 

habe in Zusammenwirken mit der S. L. im Zeitraum von 2010 bis 2013 für in 

seinem Ermessen stehende bzw. pflichtwidrige Handlungen zugunsten der 

S. bei der Ausschreibung derselben öffentlichen Infrastrukturprojekte im 

Staat I. mutmasslich nicht gebührende Vorteile versprochen und mindestens 

teilweise auch gewährt. Der Beschwerdeführer werde verdächtigt, mit DD. 

und dessen Gesellschaft EE. zusammengearbeitet zu haben und dabei wie-

derum durch B. und die D. AG unterstützt worden zu sein. Es bestehe der 

Verdacht, dass L. zugunsten der S. Einfluss genommen und ermöglicht 

habe, dass sie als Generalunternehmerin die Aufträge für Marché 4 und 5 

erhalten habe. Dies indem er insbesondere vertrauliche Informationen aus 

dem Vergabeprozess an den Beschwerdeführer weitergegeben und ihn so-

wie DD. in die Bewertung von Angeboten der Konkurrenz eingebunden habe. 

L. soll im Gegenzug für seine Einflussnahme zugunsten der S. Bestechungs-

zahlungen erhalten haben, indem Gelder von S. mithilfe von «Agency com-

missions» zugunsten der EE. transferiert worden seien. Die Weiterleitung 

und Verschleierung dieser Gelder seien mutmasslich mindestens teilweise 

via die D. AG und gestützt auf inhaltlich falsche «Memoranda of Under-

standing» zwischen EE. und D. AG erfolgt. B. habe die Gelder daraufhin 

(teilweise in bar) an den Beschwerdeführer zwecks Weiterleitung an L. über-

geben. Nach Erkenntnissen der Beschwerdegegnerin habe die D. AG kei-

nerlei Leistung gegenüber der EE. erbracht und die EE. ihrerseits habe je-

denfalls keine im Vergleich zu den Gegenleistungen nennenswerten Dienst-

leistungen gegenüber S. erbracht. Analog zur J. S.A. seien die beiden Ge-

sellschaften als Vehikel benutzt worden, um die mutmasslich ungebührlichen 

Kommissionen aus der S. auszuschleusen. Insgesamt seien mindestens 

Fr. 2'587'191.59 von der EE. an die D. AG überwiesen worden, wovon ein 

Teil an den Beschwerdeführer weitergeleitet worden sei.  

 

3.3.3 In der Beschwerdeantwort vom 28. April 2023 führte die Beschwerdegegne-

rin in Bezug auf das Bestechungsschema zugunsten der S. ergänzend aus, 

L. habe auf den Vergabeprozess Einfluss genommen und dafür gesorgt, 

dass die S. als Generalunternehmerin die Aufträge für Marché 4 und 5 er-

halten habe. L. habe Einfluss nehmen können, da er mit der technischen und 

kommerziellen Evaluierung betraut gewesen sei und er bzw. die N. bei den 

Vertragsverhandlungen die K. unterstützt habe. Insbesondere habe L. dem 

Beschwerdeführer und DD. vertrauliche Informationen aus dem Vergabepro-

zess zur Verfügung gestellt, die dazu genutzt werden konnten, der S. in eine 

vorteilhafte Bieter-/Vertragsposition zu bringen. Zudem habe L. die Einschät-

zungen zur Qualität der Angebote mit dem Beschwerdeführer abgespro-

chen, um so die Konformität des Angebotes der S. sicherzustellen. Es be-

stehe der Verdacht, dass der Beschwerdeführer auf L. eingewirkt haben 

könnte, damit er gegen Erhalt von Kommissionen zugunsten der S. Einfluss 

- 23 - 

 

 

nehme. Aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer zusammen 

mit DD. das Bindeglied zwischen L. und der S. gewesen sei, er stark in die 

Ausschleusung der Gelder aus dem Vermögen der S. involviert gewesen sei 

und bereits im Bestechungsschema zugunsten der J. S.A. mit L. die Kom-

missionshöhe verhandelt habe, geht die Beschwerdegegnerin davon aus, 

dass der Beschwerdeführer auch in diesem Fall mit L. die Kommissionen 

verhandelt habe. L. habe als Gegenleistung Kommissionen erhalten. Die 

Höhe der Kommission von 3% sei im Anhang der E-Mail vom 12. Januar 

2012 detailliert dargestellt worden. Die Gelder seien mindestens teilweise 

mittels inhaltlich falscher «Memoranda of Understanding» zwischen EE. und 

D. AG an Letztere weitergeleitet worden. B. habe diesbezüglich ausgesagt, 

dass er die von der EE. erhaltenen Gelder, abzüglich eines Kommissionsan-

teils, dem Beschwerdeführer weitergegeben habe. Zwischen dem 12. Au-

gust 2011 und dem 16. Dezember 2013 habe die EE. in Zusammenhang mit 

Marché 4 und 5 mindestens 25 Transaktionen im Umfang von 

Fr. 2'587'191.59 auf das Konto der D. AG getätigt. Für das Projekt Marché 5 

habe die S. Fr. 1'190'104.05 via EE. auf die Konten der D. AG überwiesen. 

Anschliessend habe B. einen Teil dieser Gelder an den Beschwerdeführer 

bar übergeben (act. 6, S. 9 ff.). 

 

3.4  

3.4.1 In Bezug auf die geschilderten Vorwürfe verweist die BA auf aktenkundige 

Unterlagen. Der schriftliche abschliessende Vorhalt vom 5. Juli 2021 führt 

ausreichend auf, welche Ermittlungsergebnisse und Beweismittel darlegen 

sollen, wie L. in den Projekten Marché 3-5 die in seinem Ermessen stehende 

Handlungen mutmasslich zugunsten der J. S.A. ausgeübt haben soll. Im 

Nachgang an den abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 reichte die 

Bank H. der Beschwerdegegnerin weitere Unterlagen ein (Verfahrensakten, 

pag. 15.002-0186 ff.). Laut Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 

lassen sich die mutmasslich ungebührlichen «Kommissionen» gestützt auf 

diese neuen Unterlagen der Bank H. anhand der Bauphasen nachvollziehen 

bzw. berechnen. Die Grundlage dafür stelle der Auftragswert in Verbindung 

mit dem vereinbarten Verkaufspreis des Isolatorentyps dar, wobei die Kom-

missionszahlungen mit den entsprechenden Teillieferungen der Isolatoren 

korrelieren würden (act. 1.2, S. 4). Im Zusammenhang mit dem Verdacht der 

Kommissionsabsprachen verweist die Beschwerdegegnerin in der Be-

schwerdeantwort zudem auf diverse E-Mails (act. 6, S. 8; s. z.B. E-Mail vom 

4. Januar 2011 Verfahrensakten pag. B18.105.009-0164: «1/ Commission   

Commitments already in place are:   X./Staat I. 220 kV, T. and Z. W./Staat I. 400 

kV, initially in composite (Staat […]) have been secured in Glass, and ONLY EURO-

PEAN Quality can compete.    Thus a 6% commission is provisioned on each pro-

ject to cover the spadework.    On the HVDC, there is a specific written agreement 

- 24 - 

 

 

with commission rated according to final price level (copy in the file).   2/ Z. – 

W./Staat I. price revision:    it is rather an opportunity to be back to the original price 

quoted, with a very reduced discount (MAX 2-3%) instead of the GG. 6% given in 

the MOM (for the 4 projects package). This will give some room to accommodate 

Pradeep commission»). Abgesehen von einer Ausnahme waren diese E-Mails 

entweder an den Beschwerdeführer gerichtet oder er wurde zumindest mit 

einer Carbon Copy bedient. Die E-Mails begründen den Verdacht, dass der 

Beschwerdeführer mit L. (allenfalls durch Verwendung der E-Mail-Adresse 

der Ehefrau, s. Verfahrensakten, pag. B15.002.01-0030) in Kontakt stand 

und an einer Diskussion über die Provisionen beteiligt war. In der Beschwer-

deantwort bezeichnete die Beschwerdegegnerin auch mehrere E-Mails (act. 

6, S. 9 f.) die darauf hindeuten, dass L. im Vergabeprozess auch zugunsten 

der S. Einfluss genommen haben könnte (s. z.B. E-Mail an den Beschwer-

deführer mit Preisangaben vom 28. Oktober 2010 Verfahrensakten pag. 

B18.105.009-0419: «lot 5-2 _ GG. 41,9 mio.$ __ T.&HH. 39,3 mio$ __ II./Staat 

[…] 10,7 mio$ + 1345 mio. MM. __ JJ. 19,9 mio$ __ KK./Staat […]  11,9 mio$ __ 

lot 4 __ KK. 47,6 mio$ __ GG. 142,8 mio$ __ JJ. 28,3 mio€+ 38,3 mio$ __ S. 

136 mio$ __ T.&LL./Staat […] 137,7 mio$»).  

 

3.4.2 Überdies legte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung un-

ter Verweis auf den abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 sowie im vor-

liegenden Verfahren ausreichend und in nachvollziehbarer Weise dar, wo-

rauf sie den Verdacht gründet, dass B. gegen eine entsprechende Provision 

die D. AG mutmasslich als Vehikel zur Abwicklung und Verschleierung der 

für L. bestimmten Zahlungen zur Verfügung gestellt habe und welche Ver-

einbarungen hierzu unterzeichnet worden sein sollen. Dies gilt ebenso für 

die Geldflüsse, die darauf hindeuten, dass der Beschwerdeführer mithilfe 

von B. resp. der D. AG L. die mutmasslich von der J. S.A. und der S. ver-

sprochenen Kommissionen habe zukommen lassen. Die Beschwerdegegne-

rin präzisierte in der Beschwerdeantwort den Fluss der effektiv geflossenen 

Kommissionen von der J. S.A. bzw. EE. auf die Konten der D. AG und ver-

wies dabei auf aktenkundige Beweismittel. In diesem Zusammenhang sind 

insbesondere die von B. zwischen 2010 und 2014 der J. S.A. erstellten und 

als inhaltlich unrichtig vermuteten Rechnungen sowie die scheinbar mit Ali-

asnamen unterzeichneten Quittungen für die Bargeldübergaben zu erwäh-

nen, die anlässlich der erfolgten Hausdurchsuchungen sichergestellt wurden 

(Verfahrensakten, pag. B08.102.014-0001 ff.; B08.101.008-0001 ff.). Die Be-

schwerdegegnerin kommt anhand der erfolgten Detailanalyse der Zahlungen 

zum Schluss, dass diese in direktem Zusammenhang zum Baufortschritt 

standen und führt anhand der einzelnen Phasen aus, welche Kommissionen 

geschuldet oder welche Zahlungen an die D. AG resp. an den Beschwerde-

führer erfolgt sein sollen (act. 6, S. 7 ff.). So legte sie mit Verweis auf das 

- 25 - 

 

 

«1st Agency Commission payment» nachvollziehbar dar, wie die Zahlungen 

am 15. August 2012 erfolgt sein sollen, nachdem 19 Bauleistungen am 

3. Mai 2012 durch die K. an die S. beglichen worden waren und führt an, 

dass für diesen Bauabschnitt Kommissionszahlungen von umgerechnet 

EUR 157'100.-- geschuldet gewesen seien. Dies entspreche exakt der 

Summe der beiden Zahlungen der EE. an die D. AG von EUR 92'000.-- und 

EUR 65'100.-- vom 15. und 24. August 2012. Am 16. und 29. November 

2012 habe B. vom Konto der D. AG insgesamt EUR 200'000.-- abgehoben 

und habe am 20. November und 19. Dezember 2012 dem Beschwerdeführer 

mit Verweis auf Marché in bar EUR 156'000.-- übergeben. Den Empfang die-

ser Bargelder habe der Beschwerdeführer mit BB. quittiert (act. 6, S. 12).  

 

Angesichts dieser Aufführung der Ermittlungsergebnisse ist der hinreichende 

Tatverdacht zu bejahen.  

 

3.5  

3.5.1 Der Beschwerdeführer gibt an, dass in Bezug auf den Schlussvorhalt vom 

10. August 2021 keine Beweismittel vorliegen, die eine Geldhingabe des Be-

schwerdeführers an eine Drittpartei, namentlich an L., belegen würden 

(act. 1, S. 11) bzw. dass sich der anfängliche Tatverdacht nicht erhärtet 

habe. Wie oben ausgeführt (E. 3.2.4), liegt die abschliessende Beweiswür-

digung in der Kompetenz des erkennenden Sachgerichts. Die Beschwerde-

kammer hat für die Beurteilung von Zwangsmassnahmen lediglich zu beur-

teilen, ob ein hinreichender Tatverdacht vorliegt oder nicht. Den Ausführun-

gen in E. 3.4 geht hervor, dass dieser besteht. Die vom Beschwerdeführer 

erhobene Rüge ist daher unberechtigt. Auch der Rüge zur Aktenführung 

(act. 12, S. 2), kann nicht gefolgt werden. Die von der Beschwerdegegnerin 

in den Fussnoten angegebenen Belegstellen lassen sich sowohl den dem 

Gericht als auch dem Beschwerdeführer zur Verfügung gestellten Verfahren-

sakten ohne Weiteres entnehmen. Nebst den Verfahrensakten sind zudem 

Unterlagen vorhanden, welche anlässlich der in der Schweiz und rechtshil-

feweise in Deutschland durchgeführten Hausdurchsuchungen sichergestellt 

wurden. Diese befinden sich auf der Dokumente-Analyseplattform «NUIX». 

Dass die Beschwerdegegnerin dem Gericht nicht sämtliche auf dieser Platt-

form befindlichen Unterlagen einreichte, ist entgegen der Ansicht des Be-

schwerdeführers nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin zog aus 

diesen Unterlagen die für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde re-

levanten Unterlagen in die vorliegend eingereichten Verfahrensakten bei 

(act. 6, S. 2) und diese reichen dem Gericht aus, weshalb sich der Beizug 

weiterer Unterlagen aus der Analyseplattform «NUIX» als nicht notwendig 

erweist. In die Verfahrensakten, die dem Gericht eingereicht wurden und 

Grundlage für den vorliegenden Beschluss bilden, hatte der Beschwerde-

- 26 - 

 

 

führer bereits Einsicht nehmen resp. hätte dies auch im Rahmen des Be-

schwerdeverfahrens tun können.  

 

3.5.2 Ebenso unbegründet ist der vom Beschwerdeführer erhobene Vorwurf, die 

Beschwerdegegnerin habe sich treuwidrig verhalten, indem die angefoch-

tene Verfügung nebst dem Bestechungsschema zugunsten J. S.A. nunmehr 

auch eines zugunsten S. enthalte (act. 1, S. 18 ff.; act. 12, S. 2 ff.). Die Be-

schwerdegegnerin wies den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2. Sep-

tember 2021 daraufhin, dass sie dem Grundsatz nach und bezogen auf den 

damaligen Zeitpunkt beabsichtigte, das Strafverfahren mit Beurteilung des 

[im abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021] vorgelegten Sachverhalts voll-

ständig zum Abschluss zu bringen, wobei sie die Berücksichtigung noch of-

fenen Stellungnahmen vorbehielt und mitteilte, dass sie gestützt auf deren 

Ergebnisse den Parteien zu gegebener Zeit mit Ankündigung i.S.v. Art. 318 

StPO mitteilen werde, wie die untersuchten Vorwürfe bzw. Teilsachverhalte 

jeweils abgeschlossen werden sollen (Verfahrensakten, pag. 13.002-

0796 f.). Dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die spätere Vernehm-

lassung des Beschwerdeführers (worin er auf die Stellungnahme von L. ver-

wies und Ausführungen zur Notwendigkeit dessen Einvernahme tätigte, Ver-

fahrensakten, pag. 13.002-0811 f.) und in Anwendung des Untersuchungs-

grundsatzes weitere Untersuchungsmassnahmen ergriffen hat, namentlich 

die Bank H. um Einreichung weiterer Unterlagen und die StA München um 

Befragung von L. ersuchte, ist nicht zu bemängeln.  Nachdem die Beschwer-

degegnerin zum Schluss gekommen ist, dass sich im Rahmen ihrer weiteren 

Ermittlungen das Bestechungsschema zugunsten der S. konkretisiert habe 

(act. 6, S. 7), hat sie sich in der Verfügung vom 20. März 2023 auch darauf 

stützen dürfen. Selbst nach einer Mitteilung gemäss Art. 318 Abs. 1 StPO, 

mit welcher die Staatsanwaltschaft den Parteien den bevorstehenden Ab-

schluss der vollständig durchgeführten Untersuchung mitteilt, kann die 

Staatsanwaltschaft von der gemachten Ankündigung Abstand nehmen und 

die Untersuchung erweitern, weiterführen oder anders abschliessen (vgl. JO-

SITSCH/SCHMID, a.a.O., Rz 5 zu Art. 318 StPO). Der Entscheid der Staatsan-

waltschaft, von der gemachten Ankündigung Abstand zu nehmen, stellt kei-

nen Verstoss gegen Treu und Glauben dar (Beschluss des Bundesstrafge-

richts BB.2014.124-125 vom 6. Februar 2015 E. 2.2 m.w.H.). Dies hat erst 

recht in Bezug auf den im vorliegenden Fall ergangenen schriftlichen ab-

schliessenden Vorhalt, welcher mit Hinweis auf Art. 317 StPO erfolgte, zu 

gelten. Dieser dient u.a. der Feststellung/Beurteilung, ob die Untersuchung 

vollständig ist und die notwendigen Beweismittel in anklagegenügender 

Weise vorliegen (vgl. WIPRÄCHTIGER/HANS/STEINER, Basler Kommentar, 

3. Aufl. 2023, Art. 317 StPO N. 1). 

 

- 27 - 

 

 

3.5.3 Die Angabe des Beschwerdeführers, wonach das sichergestellte Vermögen 

nur für ihn bestimmt gewesen sei und Entgelt für seine wissenschaftlichen 

Beratungsleitungen darstelle, wird der Sachrichter zu beurteilen haben. 

Diesbezüglich ist auf E. 3.2.4 zu verweisen. Wie bereits dargelegt, besteht 

angesichts der bisherigen Ermittlungsergebnisse der Verdacht, dass Firmen 

als Vehikel für Weiterleitung von mutmasslichen Bestechungsgeldern und 

Verschleierung des Endempfängers gedient und dass der Beschwerdeführer 

bei diesem Vorhaben (z.B. durch Unterzeichnung mit einem Aliasnamen) 

mitgewirkt haben könnte.  Demzufolge kann nicht ohne Weiteres ausge-

schlossen werden, dass ihm die beschlagnahmten Vermögenswerte zur Be-

wirkung oder Belohnung einer Straftat zugekommen sein könnten. Demnach 

würden die beschlagnahmten Vermögenswerte der Einziehung unterliegen. 

Lediglich vollständigkeitshalber sei angemerkt, dass die StA München mit 

Schreiben vom 28. August 2023 bestätigte, das gegen L. geführte Strafver-

fahren wieder aufgenommen zu haben (act. 27).  

 

3.5.4 Aus dem Gesagten folgt, dass ein hinreichender Tatverdacht in Bezug auf 

Bestechung von fremden Amtsträgern i.S.v. Art. 322septies StGB und Urkun-

denfälschung nach Art. 251 Abs. 1 StGB zu bejahen ist. Bei diesem Ergebnis 

kann dahingestellt bleiben, ob ein hinreichender Tatverdacht in Bezug auf 

weitere Tatbestände vorliegt.  

 

3.6  

3.6.1 Als nächstes ist die Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen, wonach sich 

die Beschlagnahme als unverhältnismässig erweist. Er bringt vor, die ihm 

gehörenden beschlagnahmten Vermögenswerte würden sich auf mehr als 

Fr. 4,33 Mio. belaufen. Nebst den auf seinen Konten beschlagnahmten 

Fr. 2'792'288.-- seien weitere ihm gehörenden Vermögenswerte beschlag-

nahmt worden. Namentlich die rund Fr. 1,5 Mio., die auf den auf die D. AG 

oder B. lautenden Konten beschlagnahmt worden seien. Dieses Vermögen 

gehöre wirtschaftlich ihm und nicht der D. AG, was von B. anerkannt worden 

sei. B. bzw. der D. AG würden von diesem zusätzlich sichergestellten Ver-

mögen maximal Fr. 50'000.-- bis Fr. 60'000.-- gehören. Angesichts der bis-

herigen Verfahrensdauer sei die Aufrechterhaltung der Beschlagnahme un-

verhältnismässig und sei vollumfänglich aufzuheben. Eventualiter sei ein Teil 

des beschlagnahmten Vermögens freizugeben. Da die Bank H. keine Ent-

schädigung geltend mache, gebe es keine Entschädigungsleistungen zu de-

ren Gunsten. Für die Verfahrenskosten und allfällige Busse oder Geldstrafe 

würden schätzungsweise 10 % ausreichen, weshalb das Vermögen im über-

steigenden Umfang freizugeben sei (act. 1, S. 10 ff.; act. 12, S. 4 ff.). 

 

- 28 - 

 

 

Die Beschwerdegegnerin bestreitet die Behauptung des Beschwerdeführers, 

wonach die auf den auf die D. AG lautenden Konten befindlichen Vermö-

genswerte dem Beschwerdeführer zuzuordnen seien und wendet ein, der 

Beschwerdeführer habe weder eine plausible Erklärung noch Beweismittel 

vorgelegt, die nachweisen würden, dass diese Vermögenswerte ihm über die 

D. AG bzw. B. hätten zukommen sollen. Ausserdem würden auch die bei B. 

gesperrten Vermögenswerte mutmasslich Korruptionsgelder darstellen, wel-

che für den fremden Amtsträger L. gedacht gewesen seien und aufgrund der 

Ausgestaltung des Bestechungsschemas nicht in vollem Umfang hätten aus-

bezahlt werden können (act. 6, S. 3 und 6 f.).  

 

3.6.2 Laut den Angaben in der angefochtenen Verfügung wiesen die beschlag-

nahmten Vermögenswerte des Beschwerdeführers auf dem Konto Nr. 10 so-

wie im Safe Nr. 11 (gekoppelt an Konto-Nr. 12) per 31. Dezember 2022 einen 

Wert von Fr. 2'792'288.-- auf (act. 1.2, S. 1). Darüber hinaus beschlag-

nahmte die Beschwerdegegnerin nebst anderem die bei der Bank E. und 

Bank F. auf die D. AG bzw. B. lautenden (Depot-)Konten Nrn. 5 und 6, 15, 

welche Vermögenswerte im Umfang von insgesamt rund EUR 1,3 Mio. auf-

wiesen. Des Weiteren wurde das Konto Nr. 16 bei der Bank FF. beschlag-

nahmt. Mit Verweis auf Verfahrensakten pag. 08.103-0018 f. stellt die BA 

fest, dass die sich darauf befindlichen Vermögenswerte in Höhe von rund 

EUR 188'000.-- aus dem Safe Nr. 17 bei der Bank F., gehörend zur Ge-

schäftsbeziehung Nr. 15, sowie aus der bei B. bzw. der D. AG durchgeführ-

ten Hausdurchsuchung herrühren sollen (act. 6, S. 6). Gemäss den Bankun-

terlagen lauten diese Konten auf B. oder die D. AG, wobei B. an diesen Kon-

ten als wirtschaftlich Berechtigter eingetragen ist (Verfahrensakten, 

pag. B07.102.002.01.E-0004; B07.103.001.01.E-0002 ff.). Wie die Be-

schwerdegegnerin zutreffend ausführt, hat der Beschwerdeführer für seine 

Behauptung, dass diese Vermögenswerte ihm gehören würden, keine plau-

sible Erklärung und legt auch im vorliegenden Verfahren keine Beweismittel 

vor. Selbst der Verteidiger von B. hielt in seinem Schreiben betreffend An-

frage der Saldoübertragung vom 29. Juni 2022 fest (vgl. Sachverhalt 

BSt. Q), dass es sich seiner Kenntnis entziehe, ob das Geld dem Beschwer-

deführer zustehe (Verfahrensakten, pag. 16.003-0203). Der Beschwerde-

führer hat bisher keinen Gegenbeweis erbracht, dass auch die übrigen von 

der Beschlagnahme betroffenen Vermögenswerte in Höhe von rund 

Fr. 1,6 Mio. ihm zuzurechnen wären. Damit beträgt das beschlagnahmte 

Vermögen des Beschwerdeführers Fr. 2'792'288.--. Dieser Betrag ist den 

nachfolgenden Erwägungen zugrunde zu legen.  

 

3.6.3 Die via die D. AG an den Beschwerdeführer transferierten mutmasslichen 

Bestechungsgelder sollen sich auf mindestens Fr. 2'147'208.46 belaufen. 

- 29 - 

 

 

Wie den obigen Ausführungen zum hinreichenden Tatverdacht hervorgeht 

supra E. 3.5.4), könnten die auf dem Konto des Beschwerdeführers be-

schlagnahmten Vermögenswerte dazu bestimmt gewesen sein, L. zu einer 

Korruptionshandlung zugunsten der J. S.A. und S. zu bewegen oder ihn da-

für zu belohnen. Dieser Betrag unterliegt somit einer möglichen Einziehung 

bzw. einer entsprechenden Ersatzforderung. Im Rahmen des Schriftenwech-

sels führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, dass der Deliktsbetrag 

noch nicht abschliessend beziffert sei. Im Falle einer gerichtlichen Verurtei-

lung wären nebst den Zinserträgen von Fr. 169'335.04, die Verfahrenskosten 

(Gebühren und Auslagen) sowie die Sicherstellungen für allfällige Geldstra-

fen und Bussen i.S.v. Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO zu berücksichtigen (act. 6, 

S. 16). Gemäss dem eingereichten Kostenverzeichnis beliefen sich die Ver-

fahrenskosten per 18. April 2013 auf insgesamt Fr. 270'838.35. Angesichts 

des Umstandes, dass die Beschlagnahme der Vermögenswerte des Be-

schwerdeführers u.a. auch zwecks Sicherstellung allfälliger Verfahrenskos-

ten, Geldstrafen, Bussen und Entschädigungen i.S.v. Art. 263 Abs. 1 lit. b 

StPO angeordnet wurde (Verfahrensakten, pag. 07.101-0172 ff.), erweist 

sich der Entscheid der Beschwerdegegnerin, die Beschlagnahme im vollen 

Umfang von insgesamt Fr. 2'792'288.-- aufrechtzuerhalten, in betragsmässi-

ger Hinsicht als verhältnismässig.  

 

3.6.4 Nachdem der hinreichende Tatverdacht zu bejahen ist und eine Einziehung 

der mutmasslich inkriminierter Vermögenswerte im Falle einer Verurteilung 

wahrscheinlich ist, erweist sich die Beschlagnahme auch in zeitlicher Hin-

sicht als verhältnismässig. Dies gilt umso mehr, als sich die Strafuntersu-

chung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet und die Beschwerdegeg-

nerin demnächst Anklage zu erheben beabsichtigt (act. 6, S. 18). Ihren An-

gaben zufolge werde sie den Schlussvorhalt den Parteien voraussichtlich im 

Dezember 2023 unterbreiten (act. 18). 

 

3.6.5 Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschlagnahme vor dem Verhältnismäs-

sigkeitsgrundsatz standhält. Bei diesem Ergebnis sind auch die vom Be-

schwerdeführer gestellten Eventualanträge abzuweisen. 

 

3.7 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung hinsichtlich der Weige-

rung, die beschlagnahmten Vermögenswerte des Beschwerdeführers freizu-

geben, nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuwei-

sen.  

 

 

- 30 - 

 

 

4.  

4.1 In einem zweiten Punkt ersucht der Beschwerdeführer um Feststellung, dass 

das von der Beschwerdegegnerin geführte Strafverfahren insgesamt und 

insbesondere in den Zeiträumen vom 8. April 2016 bis zum 17. November 

2019 sowie seit dem 17. Januar 2022 eine formelle Rechtsverweigerung und 

widerrechtliche Rechtsverzögerung darstelle und gegen Art. 6 Ziff. 1 EMRK, 

Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 5 StPO verstosse. Er habe einen Anspruch darauf, 

dass das gegen ihn geführte Verfahren eingestellt oder es mit einem Straf-

befehl oder einer Anklageerhebung ende (act. 1, S. 17 ff.; act. 12, S. 12 f.).  

 

4.2  

4.2.1 Das in Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 5 Abs. 1 StPO festgeschriebene Beschleu-

nigungsgebot verpflichtet die Behörden die Strafverfahren unverzüglich an 

die Hand zu nehmen und es mit der gebotenen Beförderung voranzutreiben 

und ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss zu bringen (vgl. auch 

Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II). Ausgangspunkt bildet 

der Zeitpunkt, in welchem die beschuldigte Person über das Strafverfahren 

in Kenntnis gesetzt worden ist; diese soll nicht länger als notwendig den Be-

lastungen eines Strafverfahrens ausgesetzt sein (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1; 

133 IV 158 E. 8; 117 IV 124 E. 3; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 

6B_545/2015 vom 10. Februar 2016 E. 4.1; 6B_1097/2014 vom 16. Septem-

ber 2015 E. 4; Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2011.52 vom 

12. September 2011 E. 4.2; BV.2018.7 vom 8. November 2018 E. 3.2; s.a. 

SUMMERS, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 5 StPO N. 2).  

 

4.2.2 Das Beschleunigungsgebot gilt in sämtlichen Verfahrensstadien und ver-

pflichtet die Strafverfolgungsbehörden, Strafverfahren voranzutreiben, um 

die beschuldigte Person nicht unnötig über die gegen sie erhobenen Vor-

würfe im Ungewissen zu lassen. Die Beurteilung der angemessenen Verfah-

rensdauer entzieht sich starren Regeln und hängt von den konkreten Um-

ständen des Einzelfalls ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind (BGE 

143 IV 49 E. 1.8.2 m.H.; Urteil des Bundesgerichts 6B_712/2018 vom 18. 

Dezember 2019 E. 2.1). Zu gewichten ist insbesondere die Schwere des 

Tatvorwurfs, der Umfang und die Schwierigkeit des Falles, ob die Behörden 

und Gerichte oder der Angeschuldigte durch ihr Verhalten zur Verfahrens-

verzögerung beigetragen haben, sowie die Bedeutung der Angelegenheit für 

den Betroffenen (BGE 143 IV 373 E. 1.3; 135 I 265 E. 4.4; 133 IV 158 E. 

8;130 IV 54 E. 3.3.3; 124 I 139 E. 2c mit Hinweisen.; statt vieler vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1303/2018 vom 9. September 2019 E. 1.2; SUM-

MERS, a.a.O., Art. 5 StPO N. 7 ff.).  

 

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- 31 - 

 

 

4.2.3 Es ist grundsätzlich zwischen zwei Verletzungsarten des Beschleunigungs-

gebots zu unterscheiden: Scheint einerseits die Gesamtdauer völlig unver-

hältnismässig zu sein, kann eine Verletzung festgestellt werden, ohne dass 

andere Faktoren ausführlich berücksichtigt werden müssen. Andererseits ist 

zu prüfen, ob einzelne Perioden von nicht zu rechtfertigender Untätigkeit 

i.S.v. «krassen Zeitlücken» vorliegen (SUMMERS, a.a.O., N. 8 zu Art. 5 StPO). 

So lange keine einzige der Zeitspannen, in denen das Verfahren nicht vo-

rangetrieben wird, stossend wirkt, greift die Gesamtbetrachtung (BGE 130 

IV 54 E. 3.3.3; 124 I 139 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_348/2013 vom 

12. Juli 2013 E. 2.1). Üblicherweise fällt eine übermässige Verfahrensdauer 

in Betracht, wenn das Verfahren während längerer Zeit grundlos ruht oder 

wenn die Behörde den Abschluss einer Verfahrenshandlung übermässig 

lange hinauszögert (Urteil des Bundesgerichts 6B_962/2020, 6F_27/2020 

vom 9. Februar 2021 E. 3.2). 

 

Den Strafverfolgungsbehörden und den Gerichten wird von der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung zugestanden, dass sie sich nicht nur mit einem 

einzigen Fall befassen müssen. Soweit das Verfahren aus Gründen der Ar-

beitslast und wegen faktischen oder prozessualen Schwierigkeiten zu unum-

gänglichen Verfahrensunterbrüchen führt, ist dies für sich allein nicht zu be-

anstanden, solange der Stillstand nicht als stossend erscheint. Wirkt keiner 

dieser Verfahrensunterbrüche stossend, ist eine Gesamtbetrachtung vorzu-

nehmen. Dabei können Zeiten mit intensiver behördlicher oder gerichtlicher 

Tätigkeit andere Zeitspannen kompensieren, in denen aufgrund der Ge-

schäftslast keine Verfahrenshandlungen erfolgten. Das Beschleunigungsge-

bot ist nur verletzt, wenn eine von der Strafbehörde zu verantwortende 

krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Als solche gilt etwa nach der europäischen 

Rechtsprechung eine Untätigkeit von 13 oder 14 Monaten im Stadium der 

Untersuchung, eine Frist von vier Jahren für den Entscheid über eine Be-

schwerde gegen eine Anklageerhebung oder eine Frist von 10 oder 

11,5 Monaten für die Weiterleitung eines Falles an die Beschwer-

deinstanz. Hingegen genügt es nicht, dass die eine oder andere Hand-

lung mit einer etwas grösseren Beschleunigung hätte vorgenommen wer-

den können (BGE 133 IV 158 E. 8; 130 IV 54 E. 3.3.3; 124 I 139 E. 2c; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_834/2020 vom 3. Februar 2022 E. 1.3; 

6B_1303/2018 vom 9. September 2019 E. 1.3; 6B_1036/2013 vom 1. Mai 

2014 E. 3.3.2).  

 

4.3 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet primär die Weigerung der 

Beschwerdegegnerin, die im Dezember 2014 angeordneten Beschlagnah-

mungen aufzuheben. Der blosse Umstand, dass die Beschlagnahmungen 

schon seit Jahren andauern, begründet für sich allein keine 

- 32 - 

 

 

Rechtsverzögerung (Urteil des Bundesgerichts 1B_588/2011 vom 23. Feb-

ruar 2012 E. 8.1). Nachfolgend ist zu prüfen, ob in den vom Beschwerdefüh-

rer gerügten Zeiträumen oder in der bisherigen Gesamtdauer der Strafunter-

suchung eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes zu erkennen ist.  

 

4.4  

4.4.1 Zur Klärung des Sachverhalts stellte die Beschwerdegegnerin zwischen 

Februar 2015 und Februar 2020 zahlreiche Rechtshilfeersuchen und erkun-

digte sich wiederholt bei den ausländischen Behörden nach dem Stand des 

Vollzugs der Ersuchen (supra Sachverhalt BSt. H und W). Namentlich folg-

ten folgende Rechtshilfehandlungen: Nachdem die Beschwerdegegnerin 

seitens der französischen Behörden am 20. September 2016 die Vollzugs-

akten ihres Ersuchens vom 12. März 2015 erhalten hatte, stellte sie am 

13. Februar 2018 ein ergänzendes Ersuchen im Zusammenhang mit der J. 

S.A. und erkundigte sich im August 2018 nach dessen Stand (Verfahrensak-

ten, pag. 18.102-0001 ff.). Am 11. Januar 2016 gingen bei der Beschwerde-

gegnerin die Vollzugsakten ihres an die bosnischen Behörden gestellten 

Rechtshilfeersuchens betreffend die Unterlagen zu den auf den Beschwer-

deführer lautenden Bankkonten. Am 19. April 2016 teilte die Beschwerde-

gegnerin den bosnischen Behörden mit, dass sie an der ersuchten Haus-

durchsuchung festhalte, auf die Einvernahme des Beschwerdeführers je-

doch verzichte. Gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin daraufhin ge-

stellten Anfragen, teilten die bosnischen Behörden ihr am 19. November 

2019 mit, dass die gegen die Hausdurchsuchung und vorübergehende Be-

schlagnahme erhobene Beschwerde gutgeheissen worden sei, weshalb um 

Rücksendung der bereits übermittelten Unterlagen ersucht wurde (Verfah-

rensakten, pag. 18.103-0001 ff.). Am 16. November 2016 gelangte die Be-

schwerdegegner an die StA München mit Antrag um rechtshilfeweise Ein-

vernahme von L. und Durchsuchung seiner Wohnräumlichkeiten. Zwischen 

Mai 2017 und Februar 2018 stand die Beschwerdegegnerin in Bezug auf den 

Vollzug ihres Ersuchens mit den deutschen Behörden in regelmässigem 

Kontakt. Im November 2018 übermittelte die StA München der Beschwerde-

gegnerin die Beweismittel aus der bei L. erfolgten Hausdurchsuchung. Aus-

serdem wies die Beschwerdegegnerin die StA München mit Schreiben vom 

5. Februar 2020 auf die im Ersuchen vom 16. November 2016 erbetene Ein-

vernahme von L. hin und ersuchte, ihn als Auskunftsperson zu befragen, da 

ihrer Ansicht nach, ihm in den mutmasslichen Bestechungsschemen eine 

zentrale Rolle zukam und er verdächtigt wurde, Bestechungsgelder vom Be-

schwerdeführer erhalten und/oder diese an die K. weitergeleitet zu haben. 

Den entsprechenden Fragenkatalog stellte die Beschwerdegegnerin der 

StA München am 17. April 2020 zu (Verfahrensakten, pag. 18.105-0001 ff.).  

 

- 33 - 

 

 

4.4.2 Nebst den oben erwähnten Rechtshilfehandlungen fanden im vom Be-

schwerdeführer gerügten Zeitrahmen diverse Einvernahmen statt. Der Be-

schwerdeführer wurde zwischen dem 4. Februar und 8. April 2016 insgesamt 

sechs Mal als Beschuldigter einvernommen (Verfahrensakten, pag. 13.002-

0001 ff.). Gestützt auf die Vorladung vom 12. September 2016 fand am 

19. Oktober 2016 die 10. Befragung von B. im Beisein des Rechtsvertreters 

des Beschwerdeführers statt, anlässlich welcher B. u.a. mit den Ermittlungs-

ergebnissen zu den Sachverhaltskomplexen Staat […], Staat […], Staat I. 

und Stadt […] sowie mit den Aussagen des Beschwerdeführers konfrontiert 

wurde (Verfahrensakten, pag. 13.001-0794 ff.). In den Jahren 2018 und 2019 

fanden weitere Einvernahmen statt. Die am 14. Juni und 13. August 2018 

auf den 21./22. August 2018 resp. 30./31. Oktober 2018 angesetzten Einver-

nahmen der Beschuldigten wurden auf den 27. und 29. November 2019 ver-

schoben (Verfahrensakten, pag. 13.001-0868 ff.). Am 27. November 2019 

wurde B. im Beisein des Beschwerdeführers befragt (Verfahrensakten, pag. 

13.001-0886 ff.). Was die Befragungen des Beschwerdeführers anbetrifft, so 

wurde die am 14. Juni und 13. August 2018 auf den 19. Oktober 2018 ange-

setzte und anschliessend auf den 30./31. Oktober 2018 verschobene Einver-

nahme schliesslich abgesagt (Verfahrensakten, pag. 13.002-0270 ff.). An-

stelle der Einvernahme fand zwischen der Beschwerdegegnerin, dem Be-

schwerdeführer und dessen Verteidiger am 31. Oktober 2018 eine Bespre-

chung betreffend das weitere Vorgehen statt (Verfahrensakten, pag. 16.003-

0077). Die auf den 29. November 2019 terminierte Befragung des Beschwer-

deführers als beschuldigte Person konnte aufgrund seines Gesundheitszu-

standes nicht vollständig durchgeführt werden (Verfahrensakten, pag. 

16.003-0275; -0293 ff.). Die daraufhin am 4. Dezember 2019 auf den 

27. Februar 2020 angesetzte Einvernahme wurde aufgrund des Gesund-

heitszustandes des Beschwerdeführers auf den 15. April 2020 verschoben, 

musste jedoch wegen des Ausbruchs der Covid-19-Pandemie abgesagt wer-

den (Verfahrensakten, pag. 16.003-0365 ff.). Die am 29. November 2019 

nicht vollständig durchgeführte Einvernahme des Beschwerdeführers wurde 

schliesslich mit Zustellung des schriftlichen Fragenkatalogs am 19. Novem-

ber 2020 schriftlich durchgeführt. Der Beschwerdeführer beantwortete die 

ihm schriftlich gestellten Fragen mit Schreiben vom 14. Dezember 2020 (Ver-

fahrensakten, pag. 16.003-0655). 

 

4.4.3 Die Eingabe des Beschwerdeführers vom 14. Dezember 2020 stellte die Be-

schwerdegegnerin den anderen Parteien am 23. Dezember 2020 zu und gab 

ihnen Gelegenheit, dem Beschwerdeführer bis zum 4. Januar 2021 Ergän-

zungsfragen zu stellen. Daraufhin stellte die Beschwerdegegnerin den Par-

teien am 10. August 2021 den abschliessenden Vorhalt vom 5. Juli 2021 zu 

und gewährte ihnen eine (auf Anfrage verlängerte) Frist zur Einreichung von 

- 34 - 

 

 

Stellungnahmen (Verfahrensakten, pag. 13.102-0293 ff.). Am 3. September 

2021 ging bei der BA im Rechtshilfeverfahren RH.20.0058 ein Schreiben von 

L. ein, womit er eine ausführliche Stellungnahme und verschiedene Beilagen 

einreichte (Verfahrensakten, pag. 15.007-0001 ff.). Am 8. Dezember 2021 

fand zwischen der Beschwerdegegnerin und den Rechtsvertretern der Be-

schuldigten eine Besprechung statt. Nach erfolgten Rücksprachen mit den 

Beschuldigten und Rückmeldungen an die Beschwerdegegnerin, hielt sie am 

13. Januar 2022 fest, dass die Beschuldigten sich mit dem abschliessenden 

Vorhalt vom 5. Juli 2021 nicht einverstanden erklärten (Verfahrensakten, 

pag. 13.002-0837 f.). Gestützt auf die Vernehmlassungen ersuchte die Be-

schwerdegegnerin die Bank H. am 16. Juni 2022 um Einreichung weiterer 

Unterlagen, die bei ihr am 21. September 2022 eingingen (Verfahrensakten, 

pag. 15.002-0170 ff.). Ausserdem erkundige sich die Beschwerdegegnerin 

am 26. Januar, 13. Februar und 2. März 2023 bei der StA München nach 

dem Stand der im Ersuchen vom 5. Februar 2020 erbetenen Durchführung 

der Einvernahme von L. Am 15. März 2023 stand für die Beschwerdegegne-

rin fest, dass die Einvernahme nicht stattfinden wird (Verfahrensakten, 

pag. 18.105-0458 ff.).  

 

4.5  

4.5.1 Gegenstand der Untersuchung SV.13.1198 bilden Bestechungs-, Urkunden- 

und Vermögensdelikte sowie Geldwäschereihandlungen, die mutmasslich 

zwischen 2009 und 2014 stattgefunden haben. Auch wenn an der Untersu-

chung nur wenige Parteien (zwei Beschuldigte und die Bank H. als Privatklä-

gerin) beteiligt sind, ist der zu untersuchende Sachverhalt insbesondere auf-

grund des Auslandbezugs (u.a. zu Staat I, Staat […], Staat […], Staat […], 

Staat […] und Staat […]) und zahlreicher weiterer Beteiligten (J. S.A., N., L., 

S. etc.) als komplex zu werten. Nachdem zunächst verschiedene Sachver-

haltsschauplätze (Staat […], Staat […], Staat I. und Stadt […]) Gegenstand 

der Untersuchung waren, fokusierte sich die Beschwerdegegnerin ab 2019 

auf den Sachverhaltsbereich Staat I. (act. 6, S. 17). Bei komplexen Verfah-

ren mit internationalem Bezug wie dem vorliegenden können Ermittlungs-

phasen ergebnislos bleiben, besonders wenn Rechtshilfeersuchen gestellt 

wurden, die – wie der vorliegende Fall zeigt – regelmässig zu Verfahrensver-

zögerung führen (s.a. Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2022.131 vom 

9. Mai 2023 E. 2.3 m.H.). Dem oben Dargelegte geht hervor, dass entgegen 

der Behauptung des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin zwischen 

dem 8. April 2016 und dem 17. November 2019 nicht untätig war. In dieser 

Zeit stellte die Beschwerdegegnerin diverse Rechtshilfeersuchen, wertete 

deren Ergebnisse aus resp. erkundigte sich nach dem Verfahrensstand bei 

den ausländischen Behörden und organisierte resp. führte zahlreiche Ein-

vernahmen durch (supra E. 4.4.1-4.4.3). Aus dem Aktenverzeichnis geht 

- 35 - 

 

 

zudem hervor, dass die Beschwerdegegnerin in dieser Zeit u.a. in Kontakt 

mit N. und J. S.A. stand und die Anfragen seitens des Verteidigers des Mit-

beschuldigten B. behandelte (Aktenverzeichnis S. 51-54 und 62 ff.; s.a. Ver-

fahrensakten, pag. 15.005-0001 ff.; 15.006-0001 ff.).  

 

4.5.2 Eine Rechtsverzögerung bzw. -verweigerung ist auch im Zeitraum ab dem 

17. Januar 2022 zu verneinen. Am 3. September 2021 ging bei der BA eine 

mit verschiedenen Beilagen versehene Stellungnahme von L. ein und der 

Beschwerdeführer liess sich zum abschliessenden Vorhalt mit Eingabe vom 

11. Oktober 2021 vernehmen. U.a. beantragte er im Falle des Festhaltens 

von Anschuldigungen die Abnahme weiterer Beweise. Wie bereits oben aus-

geführt, ist nicht zu bemängeln, dass die Beschwerdegegnerin u.a. gestützt 

auf die Stellungnahme des Beschwerdeführers am 11. Oktober 2021 die 

Bank H. um Einreichung weiterer Unterlagen und die StA München um Be-

fragung von L. ersuchte (supra E. 3.5.2). Diese Untersuchungshandlungen 

haben naturgemäss zu einer weiteren Verzögerung des Strafverfahrens ge-

führt.  

 

4.5.3 Somit ist nicht ersichtlich, dass es im Strafverfahren über einen längeren 

Zeitraum zu einem Stillstand in den Untersuchungshandlungen gekommen 

wäre. Insbesondere sind in den vom Beschwerdeführer genannten Zeiträu-

men keine krassen Zeitlücken zu erkennen, in welchen die Beschwerde-

gegnerin ungerechtfertigt untätig gewesen wäre. Eine Verletzung des Be-

schleunigungsgebotes ist in diesem Zusammenhang zu verneinen.  

 

4.6  

4.6.1 Die Beschwerdegegnerin dehnte das Vorverfahren am 14. Dezember 2014 

gegen den Beschwerdeführer aus (Verfahrensakten pag. 01.100-0004). Am 

24. November 2014 beschlagnahmte sie die Vermögenswerte des Be-

schwerdeführers und hob das gleichentags angeordnete Mitteilungsverbot 

gegenüber den beteiligten Bankinstituten am 16. Dezember 2014 auf. Es ist 

anzunehmen, dass die Banken ihre Kunden über die Kontosperre zeitnah in 

Kenntnis gesetzt haben (Verfahrensakten, pag. 07.101-0172 ff.). Wann der 

Beschwerdeführer von der Bank tatsächlich über die Beschlagnahme orien-

tiert wurde, lässt sich anhand der vorliegenden Akten nicht abschliessend 

feststellen. Gemäss Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 19. Juni 2015 

bestätigte sie dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf entspre-

chende Nachfrage hin, dass gegen seinen Mandanten ein Strafverfahren 

hängig sei, in welchem seine Vermögenswerte beschlagnahmt worden seien 

(Verfahrensakten, pag. 16.003-0001). Somit hatte der Beschwerdeführer 

spätestens dann davon Kenntnis. Für die Beurteilung der (Un-)Angemessen-

heit der Gesamtdauer des Strafverfahrens ist jedoch auf die erstgenannte 

- 36 - 

 

 

Möglichkeit und daher darauf abzustellen, dass der Beschwerdeführer ca. 

Ende Dezember 2014 wusste, dass gegen ihn ein Strafverfahren lief. Die 

gegen den Beschwerdeführer geführte Untersuchung dauert somit seit 

knapp 9 Jahren, wobei er ebenfalls seit rund 9 Jahren davon Kenntnis haben 

dürfte. Der Schlussvorhalt i.S.v. Art. 317 StPO hat die Beschwerdegegnerin 

im Dezember 2023 in Aussicht gestellt (act. 18). Gegen den Beschwerdefüh-

rer wird wegen Bestechungsdelikte in Bezug auf ausländische Amtsträger, 

Vermögens- und Urkundendelikte sowie Geldwäschereihandlungen, began-

gen in der Zeitspanne von 2009 bis 2014, ermittelt. Zunächst untersuchte die 

Beschwerdegegnerin mehrere Themenkomplexe, namentlich Staat […]/[…], 

Staat […]/Staat […] und Staat I. (s. bspw. Verfahrensakten, pag. 13.001-

0797 ff.) und beschränkte den zu untersuchenden Sachverhalt in 2019 auf 

den Sachverhaltskomplex Staat I. (act. 6, S. 17). Dieser ist mit zwei mut-

masslichen Bestechungsschemen zugunsten zwei im Ausland ansässigen 

Begünstigten äusserst komplex. Insbesondere sind am Sachverhalt zahlrei-

che natürliche und juristische Personen beteiligt und dieser erforderte u.a. 

komplizierten Finanzanalysen. Die Beschuldigten anerkennen die Vorwürfe 

nicht. Aufgrund des Auslandbezugs und der im Ausland wohnhaften bzw. 

domizilierten Beteiligten war die Beschwerdegegnerin zur Feststellung des 

Sachverhalts in einem massgeblichen Ausmass auf die gestellten Rechtshil-

feersuchen angewiesen. Krankheits- und Pandemiebedingt (Covid-19) konn-

ten mehrmals keine Einvernahmen durchgeführt werden, was ebenfalls zur 

Verzögerung des Verfahrens beigetragen hat. Eine gewisse Verfahrensver-

zögerung ergab sich sicherlich auch dadurch, dass der für die Untersuchung 

zuständige Staatsanwalt mehrfach wechselte und der neue Verfahrensleiter 

sich zunächst in den Fall einarbeiten musste. Trotz der langen Verfahrens-

dauer ist eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes angesichts der kon-

kreten Umstände des vorliegenden Falles zu verneinen. Ob die seit der mut-

masslichen Tat verstrichene Zeit eine Strafmilderung gemäss Art. 48e StGB 

begründet, wird das Sachgericht zu entscheiden haben.  

 

4.6.2 Auch wenn eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes vorliegend zu ver-

neinen ist, hat die Beschwerdegegnerin die Weiterführung bzw. der Ab-

schluss der gegen den Beschwerdeführer geführten Untersuchung in Beach-

tung des Beschleunigungsgebotes möglichst zügig voranzutreiben.  

 

 

5. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

vollumfänglich abzuweisen.  

 

 

- 37 - 

 

 

6. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sind nach Massgabe 

des Obsiegens und Unterliegens der Parteien festzulegen (Art. 428 Abs. 1 

Satz 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 4'000.-- festzusetzen (vgl. 

Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstraf-

gerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädi-

gungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]) und dem unter-

liegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 19. Dezember 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Michel Wehrli 

- Bundesanwaltschaft, Matthias Portmann 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde gefüh