# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa83d74f-a7ba-5167-aef9-549cb8a655c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-04-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.04.2014 E-1365/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1365-2014_2014-04-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1365/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  A p r i l  2 0 1 4   

Besetzung 

 
Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   

Gerichtsschreiberin Simona Risi. 

   Parteien 
 

A._______,  

Sudan,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 25. Februar 2014 / N (…). 

 

 

E-1365/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer, ein Angehöri-

ger der Ethnie der Fulani mit letztem Wohnsitz in B._______ (Bundes-

staat an-Nil al azraq), seinen Heimatstaat am 2. September 2013. Er reis-

te mit einem von der Schweizerischen Botschaft in Khartum ausgestellten 

Schengen-Visum über Ägypten, die Schweiz und Schweden nach Nor-

wegen, wo er ein Asylgesuch stellte. Im Rahmen eines Dublin-Verfahrens 

wurde er am 7. Januar 2014 in die Schweiz überstellt, wo er gleichentags 

im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel um Asyl nachsuchte. 

Anlässlich der Befragung zur Person vom 16. Januar 2014 und der ein-

gehenden Anhörung zu den Asylgründen vom 27. Januar 2014 brachte 

der Beschwerdeführer insbesondere vor, er habe 1993 das Studium der 

arabischen Sprache abgeschlossen. Da er keinen Kontakt zum Regime 

gehabt beziehungsweise dieses nicht unterstützt habe, habe er keine Ar-

beitsstelle im öffentlichen Dienst erhalten. Daher habe er von 1998 bis 

2006 privat in Saudi-Arabien gearbeitet. Nach seiner Rückkehr habe er in 

Khartum eine Wohnung gemietet und selbständig gearbeitet. Im Mai 2008 

sei Khalil Ibrahim (Führer der Rebellengruppe "Bewegung für Gerechtig-

keit und Gleichheit") mit seinen Truppen von Darfur aus in die Hauptstadt 

gelangt, wo sie Gefechte ausgetragen hätten. In jener Zeit sei es für ihn 

(Beschwerdeführer) und seine Familie schwierig gewesen, in Khartum zu 

leben. Es habe zahlreiche willkürliche Verhaftungen und Leibesvisitatio-

nen gegeben. Auch er sei Ende Mai 2008 verhaftet und während 15 Ta-

gen festgehalten, geschlagen und gefoltert worden. Da er den Fulani an-

gehöre und diese Ethnie aus Darfur stamme, sei er verdächtigt worden, 

etwas mit den Rebellen zu tun zu haben. Es sei ihm zu Unrecht vorge-

worfen worden, mit der Gruppe von Khalil Ibrahim zusammengearbeitet 

zu haben. Er habe jedoch beweisen können, dass er niemals Kontakte zu 

den Rebellen gepflegt habe. Bei seiner Freilassung sei er vor einer er-

neuten Verhaftung gewarnt worden, falls in Zukunft irgendetwas gesche-

hen würde. Um weiteren Schwierigkeiten zu entgehen habe er Khartum 

verlassen und an seinen Geburtsort B._______ zurückgekehrt, wo er in 

der Folge als (…) tätig gewesen sei. Im Jahre 2010 habe es auch im Sü-

den des Sudans Probleme gegeben und es sei zu Auseinandersetzungen 

zwischen dem Gouverneurrat des Südens und der Zentralregierung ge-

kommen. Wiederum seien viele Menschen verhaftet worden. Er selbst sei 

Mitte September 2010 bei seiner Arbeit verhaftet und wieder geschlagen 

und malträtiert worden. Es sei ihm vorgeworfen worden, ein Gegner des 

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Regimes zu sein sowie (…) gegen die Regierung aufzuhetzen. Auch ha-

be man ihn zwingen wollen, eine Zugehörigkeit zur Gruppe des Gouver-

neurs der Provinz, Malik Agar, zu gestehen. Er habe die Vorwürfe bestrit-

ten. Nach etwa drei Wochen sei er freigelassen worden. Er habe jedoch 

eine Auflage erhalten, wonach er seinen Wohnort nicht ohne behördliche 

Genehmigung verlassen dürfe und alle zwei Wochen zur Unterschrift vor-

beikommen müsse. Bei jeder Vorsprache dort sei er gedemütigt und we-

gen seiner Ethnie beleidigt worden. Schliesslich habe er sich im Jahre 

2013 von seiner Arbeit beurlauben lassen und die Ausreise vorbereitet. 

Ende Juli 2013 habe er seine letzte Unterschrift geleistet. 

Im August 2013 seien die Behörden zu ihm nach Hause gekommen und 

hätten sich bei seiner Frau nach seinem Aufenthaltsort erkundigt. Sie hät-

ten sich vergewissern wollen, dass er sich nicht einer bewaffneten Grup-

pe angeschlossen habe. Nach seiner Ausreise seien noch einmal zwei 

Personen zu seiner Frau nach Hause gegangen, hätten die Wohnung ge-

stürmt und ihn überall gesucht. Sie habe ihnen mitgeteilt, er befinde sich 

im Ausland. 

B.  

Mit Verfügung vom 25. Februar 2014 – eröffnet am 28. Februar 2014 –

lehnte das BFM das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung des Be-

schwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

C.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. März 2014 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingsei-

genschaft und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme, subeventualiter die Rückweisung der Sache an das BFM 

zur Vornahme weiterer Abklärungen und neuem Entscheid.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. März 2014 wies das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung zufolge Aus-

sichtslosigkeit der Beschwerde gestützt auf Art. 65 Abs. 1 VwVG ab und 

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forderte den Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses 

auf. 

E.  

Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

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hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 

AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das BFM führte zur Begründung des ablehnenden Entscheids im 

Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich der 

Folgen der Haft im Oktober 2010 seien nicht hinreichend begründet. Ob-

gleich ihm die Gelegenheit gegeben worden sei, seine Vorbringen zu 

substanziieren, habe er nicht angeben können, welches besondere Inte-

resse die Behörden an seiner Person gehabt hätten, um ihn während 

mehr als zweieinhalb Jahren alle zwei Wochen zur Unterschrift zu zwin-

gen. Eine solche Massnahme sei für die Behörden wenig ertragreich, 

zumal gemäss den Angaben des Beschwerdeführers bei beiden Fest-

nahmen kein konkreter Verdacht gegen ihn bestanden habe. Des Weite-

ren seien die Darstellungen, wie er die Auflagen erfüllt habe, vage und 

stereotyp ausgefallen. Er habe lediglich mehrmals wiederholt, als "Falati" 

beschimpft und falsch angeschuldigt worden zu sein. In dieser Form 

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könnten Vorbringen von jeder beliebigen Person geltend gemacht wer-

den. Den Aussagen des Beschwerdeführers fehle es an Realkennzei-

chen; seine Ausführungen seien weder anschaulich, nachvollziehbar 

noch von persönlichen Wahrnehmungen und Betroffenheit geprägt. Somit 

sei unglaubhaft, dass er über mehrere Jahre behördlichen Massnahmen 

ausgesetzt gewesen sei, aufgrund derer er schliesslich dazu gezwungen 

gewesen wäre, seinen Heimatstaat zu verlassen. In diesem Zusammen-

hang sei zu schliessen, dass die behördlichen Suchen im August 2013 

und nach seiner Ausreise aus asylfremden Gründen erfolgt seien.  

Die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers seien asylrechtlich nicht 

relevant. Der Begriff der Flüchtlingseigenschaft setze einen in zeitlicher 

und sachlicher Hinsicht genügend engen Kausalzusammenhang zwi-

schen Verfolgung und Flucht voraus. Zwischen den Vorbringen aus der 

Zeit vor 2010 (vgl. insb. die geltend gemachten Inhaftierungen in den Jah-

ren 2008 und 2010) und den Gründen, die ihn im September 2013 zur 

Ausreise veranlasst hätten, bestehe kein derartiger Zusammenhang. Die 

Vorbringen betreffend das beschränkte Stellenangebot im öffentlichen 

Dienst, den zu geringen Lohn in der Stellung als (…) und den Migrati-

onsdruck als Gastarbeiter seien sodann auf die schlechten sozialen und 

wirtschaftlichen Gegebenheiten im Sudan zurückzuführen und als allge-

meine Nachteile nicht asylrelevant. 

5.2 Dagegen bringt der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene insbe-

sondere vor, er habe anlässlich der vorinstanzlichen Anhörung vom 

27. Januar 2014 nicht die Möglichkeit erhalten, sich detailliert zu seinen 

Asylgründen zu äussern. Er sei nur während drei Stunden befragt und es 

seien ihm lediglich allgemeine Fragen gestellt worden. Dabei sei keine 

Zeit für Details und weitere Realkennzeichen geblieben. Er sei beispiels-

weise nicht gefragt worden, wie die Zelle ausgesehen habe, in der er 

festgehalten worden sei, oder wo sich das Büro befunden habe, bei dem 

er seine Unterschrift habe leisten müssen. Er habe keine widersprüchli-

chen Aussagen gemacht, sondern die Wahrheit zu Protokoll gegeben. 

Wenn das Gericht zum Schluss komme, seine beiden Befragungen lies-

sen es nicht zu, sich ein Bild über die genauen Umstände und die Glaub-

haftigkeit seiner Asylgründe zu machen, sei eine weitere Befragung an-

zuordnen, damit er seine Asylgründe detailliert darlegen könne.  

Er befürchte, im Falle einer Rückkehr in den Sudan als Staatsfeind ange-

sehen, gefoltert und dafür hart bestraft zu werden, dass er der Pflicht zur 

Leistung der Unterschrift alle zwei Wochen nicht mehr nachgekommen 

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sei und das Land illegal verlassen habe. Die Stellung des Asylgesuchs im 

Ausland werde die Behörden in ihrem Verdacht bestätigen. 

5.3 Nach Prüfung der Akten bestätigt das Bundesverwaltungsgericht den 

Entscheid der Vorinstanz betreffend Flüchtlingseigenschaft und Asyl. 

Zunächst ist festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der 

Anhörung vom 27. Januar 2014 eingehend zu seinen Asylgründen äus-

sern konnte. Zu Beginn der Befragung wurde ihm Gelegenheit gegeben, 

seine Asylgründe in freier Rede darzulegen (vgl. die vorinstanzliche Akte 

A9/13 F19 S. 4 f.). Nach Abschluss seiner Schilderung und einer Pause 

wurde er gefragt, ob er seine Darstellung ergänzen wolle, woraufhin er 

bemerkte, er glaube, er habe alles gesagt und stelle sich nun den Fragen 

des Sachbearbeiters (vgl. A9/13 F21 S. 6). In der Folge wurden ihm zahl-

reiche konkrete Fragen zu seinen Asylvorbringen gestellt. Abschliessend 

wurde der Beschwerdeführer noch zweimal gefragt, ob er alles für sein 

Asylgesuch Wesentliche habe sagen können, was er bejahte (vgl. A9/13 

F77 f. S. 11). Damit erweist sich der Sachverhalt als richtig und vollstän-

dig erstellt.  

Gestützt darauf hat das BFM zutreffend festgestellt, der Beschwerdefüh-

rer habe nicht erklären können, welches besondere Interesse die Behör-

den an seiner Person gehabt haben sollten, um ihn nach der Entlassung 

aus der kurzen Haft im Oktober 2010 mehr als zweieinhalb Jahre lang zur 

Abgabe seiner Unterschrift zu zwingen, obgleich bereits anlässlich der 

Festnahme kein konkreter Verdacht gegen ihn bestanden habe. Selbst 

wenn seine diesbezüglichen Vorbringen zu seinen Gunsten geglaubt 

werden, so erweisen sich die verhängte Massnahme und die in diesem 

Zusammenhang erlittenen Nachteile bei der Unterschriftsleistung (Belei-

digungen) mangels Intensität als nicht asylrelevant. Der Beschwerdefüh-

rer brachte denn auch vor, die schlimmste Erfahrung bei der Leistung der 

Unterschrift sei der Vorwurf gewesen, ein "Fulani" und damit ein Eindring-

ling aus Westafrika zu sein (vgl. A9/13 F52 S. 9). Sodann wurde gegen 

ihn kein Strafverfahren eingeleitet (vgl. A9/13 F67 S. 10) und er gab an, 

abgesehen von den geltend gemachten Vorfällen keine Probleme mit den 

sudanesischen Behörden gehabt zu haben (vgl. A9/13 F68 S. 10). Unter 

diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer einzig aufgrund der Verweigerung der Unterschrift ab Juli 2013 bei ei-

ner Wiedereinreise im Sudan erhebliche Nachteile im Sinne des AsylG zu 

gewärtigen hätte und als Staatsfeind angesehen würde. Daran vermögen 

auch die behördlichen Erkundigungen nach dem Beschwerdeführer, de-

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ren Motiv unklar ist, nichts zu ändern. Inwiefern der Weggang ins Ausland 

und das Einreichen eines Asylgesuchs in der Schweiz für sich allein eine 

Verfolgung im Sinne des AsylG nach sich ziehen könnte, ist überdies 

nicht ersichtlich.  

Betreffend die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers kann auf die 

Erwägung II/2 der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, die voll-

umfänglich zu bestätigen ist. Hinsichtlich des fehlenden Kausalzusam-

menhangs zwischen den Inhaftierungen in den Jahren 2008 und 2010 ist 

einzig ergänzend zu bemerken, dass der Beschwerdeführer explizit an-

gab, die Verhaftung im Jahre 2008 habe nach der Freilassung keinerlei 

Konsequenzen gehabt und der bei der Verhaftung im Jahre 2010 geäus-

serte Verdacht einer Zugehörigkeit zu den Rebellen habe sich nicht erhär-

tet (vgl. A9/13 F33 und F35 ff. S. 7).  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht das Bestehen der Flücht-

lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie 

bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei-

sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

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7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 

Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 

(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 

erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 

Beschwerdeführers in den Sudan ist demnach unter dem Aspekt von 

Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus dessen Aus-

sagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Sudan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nach-

weisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Indes ist mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer werde nach der 

Rückkehr in den Sudan allein aufgrund seiner Ethnie und der Asylge-

suchstellung in der Schweiz in menschenrechtswidriger Weise festgehal-

ten und bestraft. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Sudan 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

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weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-

stimmungen zulässig. 

7.3  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Hinsichtlich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs kann auf die Er-

wägung III/2 der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, der sich 

das Bundesverwaltungsgericht vollumfänglich anschliesst. Der Be-

schwerdeführer macht keine individuellen Vollzugshindernisse geltend, ist 

gemäss eigenen Aussagen gesund (vgl. A9/13 F71 S. 11), verfügt über 

eine universitäre Ausbildung und Berufserfahrung und hat im Sudan ein 

verwandtschaftliches Beziehungsnetz. Der Vollzug der Wegweisung er-

weist sich damit als zumutbar.  

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

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Seite 11 

richt [VGKE, SR 173.320.2]). Zu deren Bezahlung wird der am 15. April 

2014 einbezahlte Kostenvorschuss verwendet. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Zu deren Bezahlung wird der am 15. April 2014 einbezahlte Kos-

tenvorschuss verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Simona Risi 

 

 

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