# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71643a65-65f2-5c9e-a60f-e193230a1ff0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-04-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 11.04.2003 PZ 2003 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2003-42_2003-04-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 11. April 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 03 42

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vizepräsident Schlenker, Aktuar Blöchlinger.

——————

Im Rekurs 

des D. P., Gesuchsgegner und Rekurrent,

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos vom 17. März 
2003, mitgeteilt am 18. März 2003, in Sachen der E. P., Gesuchstellerin und 
Rekursgegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel, Postfach 
160, Belmontstrasse 1, 7006 Chur, gegen den Gesuchsgegner und Rekurrent, 

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

2

A. Am 31. Januar 2003, eingegangen am 3. Februar 2003, liess E. P. beim 
Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos ein Gesuch um Erlass von 
Eheschutzmassnahmen einreichen. Darin wurden folgende Rechtsbegehren 
gestellt:

1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien ab Januar 
2003 getrennt leben.

2. Die Kinder U. P., geboren A., und J. P., geboren
B., seien unter die Obhut der Mutter zu stellen.

3. Dem Vater sei das Recht einzuräumen, U. P. und J. P. an je-
dem zweiten Wochenende des Monats von Samstag 09.00 Uhr 
bis Sonntag 19.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen. Weiter-
gehende Besuche sowie Ferien mit den Kindern erfolgen in ge-
genseitiger Absprache auch mit den Kindern.

4. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt von S. P., U. P. 
und J. P. mit Wirkung ab 1. Februar 2003 monatlich im Voraus 
je Fr. 900.-- zuzüglich gesetzliche und vertragliche Kinder- und 
Ausbildungszulagen zu bezahlen.

5. Im übrigen sei die Vereinbarung der Parteien vom 26./30. 
Januar 2003 gerichtlich zu genehmigen.

6. Unter Kostenfolge gemäss Ziffer 9 der Vereinbarung vom 
26./30. Januar 2003.

2. D. P. beantragte in seiner am 17. Februar 2003 eingegangenen 
Stellungnahme die Abweisung des Gesuchs. 

3. Am 12. März 2003 fand vor dem Bezirksgerichtspräsidenten Prätti-
gau/Davos die Anhörung statt, an welcher die Gesuchstellerin und ihre Rechts-
anwältin sowie der Gesuchsgegner persönlich teilnahmen. 

B. Mit Verfügung vom 17. März 2003, mitgeteilt am 18. März 2003, er-
kannte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos: 

1. Es wird festgestellt, dass E. P. und D. P. berechtigt sind, 
getrennt zu leben.

2. Die gemeinsamen, noch nicht mündigen Kinder U. P., geb. A., 
und J. P., geb. B., werden unter die alleinige Obhut von E. P. 
gestellt.

3. D. P. wird für berechtigt erklärt, U. P. und J. P. jeweilen am 
zweiten Wochenende eines jeden Monats von Samstag, 09.00 
Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen.

3

Diese Regelung gilt als Minimallösung für den Fall, dass sich 
die Parteien nicht über ein flexibleres und allenfalls auch 
grosszügigeres Besuchsrecht zu einigen vermögen.

Weitergehende Besuche sowie das Recht von D. P., mit seinen 
Kindern Ferien zu verbringen, erfolgen unter Berücksichtigung 
der Wünsche der Kinder in gegenseitiger Absprache.

4. D. P. wird verpflichtet, an den Unterhalt der gemeinsamen 
Kinder S. P., geb. C., U. P., geb. A., und J. P., geb. B., einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 900.00 zuzüglich 
gesetzliche und/oder vertragliche Kinder- und 
Ausbildungszulagen, zahlbar pränumerando, zu leisten, und 
zwar rückwirkend ab 1. Februar 2003.

5. D. P. wird verpflichtet, an den Unterhalt von E. P. einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'725.00, zahlbar 
pränumerando, zu leisten, und zwar ebenfalls rückwirkend ab 
1. Februar 2003.

6. Allfällige von D. P. bereits geleistete Unterhaltsbeiträge können 
selbstverständlich verrechnet werden.

7. Die in vorstehenden Ziffern 4 und 5 festgelegten Unterhaltsbei-
träge basieren auf dem Landesindex der Schweizerischen 
Konsumentenpreise (Stand Dezember 2002) und sind jährlich 
per 1. Januar an den Indexstand vom November des Vorjahres 
anzupassen, sofern auch das Einkommen von D. P. eine 
entsprechende Veränderung erfahren hat.

8. Die eheliche Wohnung an der Strasse X. in Y. wird mit so-
fortiger Wirkung zur alleinigen Benützung an E. P. sowie die 
drei gemeinsamen Kinder S. P., U. P. und J. P. zugeteilt.

9. Im übrigen wird die von den Parteien unterzeichnete Tren-
nungsvereinbarung vom 26./30. Januar 2003 vorbehaltlos 
genehmigt.

10. Die Kosten dieser Verfügung, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 500.00, Schreibgebühren von Fr. 130.00, ins-
gesamt somit Fr. 630.--, werden von den Parteien je zur Hälfte 
getragen. 

11. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

12. (Rechtsmittelbelehrung) 

13. (Mitteilung). 

C. 1. Gegen diese Verfügung erhob D. P. am 5. April 2003 Rekurs beim 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden. 

2. Es wurden keine Stellungnahmen eingeholt. 

4

3. Auf die Begründung des Rekurses und die Ausführungen im ange-
fochtenen Entscheid wird - soweit erforderlich - in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen. 

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung:

1. Massnahmen und Verfügungen des Bezirksgerichtspräsidenten zum 
Schutze der ehelichen Gemeinschaft können gemäss Art. 8 Ziff. 11 in Verbin-
dung mit Art. 12 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilge-
setzbuch (EGzZGB, BR 210.100) innert zwanzig Tagen durch Rekurs beim 
Kantonsgerichtspräsidenten angefochten werden. Der Rekurs ist zu begründen. 
Es ist mithin im Einzelnen darzulegen, welche Punkte des Entscheids an-
gefochten und welche Abänderungen beantragt werden (Art. 12 Abs. 1 und 3 
EGzZGB in Verbindung mit Art. 233 Abs. 2 der Zivilprozessordnung des Kantons 
Graubünden, ZPO, BR 320.000). Auf offensichtlich unbegründete bezie-
hungsweise keinerlei Begründung enthaltende Beschwerden tretet das Kan-
tonsgerichtspräsidium nicht ein oder weist sie ohne weiteres Verfahren ab ( Art. 
12 Abs. 3 EGzZGB in Verbindung mit Art. 234 Abs. 1 ZPO). 

D. P. führt aus, er sei mit dem ganzen Entscheid des Bezirksge-
richtspräsidenten Prättigau/Davos nicht einverstanden und sei ausserdem mit 
der Einhaltung der Fristen unzufrieden. Solche Ausführungen reichen für eine 
rechtsgenügliche Begründung eines Rekurses, der sich offenbar gegen den 
ganzen Entscheid richten soll, nicht aus. Die Rechtsmittelinstanz ist nicht ge-
halten, dem Rechtssuchenden die Arbeit abzunehmen, indem sie nach mögli-
chen und allenfalls nicht einmal gewollten Begründungen forscht oder die Be-
schwerdebegründung in verschiedenen Aktenstücken selbst zusammensucht 
(vgl. PKG 1998 Nr. 29). Auch wenn gegenüber Laien eine gewisse Grosszügig-
keit geübt wird, so entbindet dies denselben nicht von der Pflicht, sein Anliegen 
zu begründen. Auf den Rekurs ist demnach nur insoweit einzutreten, als der 
Rekurrent im Anschluss an seine pauschal gehaltene Erklärung, er sei mit dem 
ganzen Entscheid nicht einverstanden, konkrete Punkte anficht und begründet. 

2. D. P. macht geltend, ein Schreiben seiner Gattin und ein Kontoauszug 
würden beweisen, dass bereits am 30. Januar 2003 Fr. 4'985.- indirekt vom 
gemeinsamen Konto abgezogen worden seien. Damit seien die Zahlungen für 
Januar, Februar und März 2003 erfolgt. Offenbar will der Rekurrent damit geltend 
machen, er sei - nachdem gemäss vorinstanzlichem Entscheid die Unter-

5

haltsbeiträge ab Februar 2003 geschuldet sind - mit der angefochtenen 
Verfügung zu Zahlungen verpflichtet worden, die er bereits erbracht hat. Der 
Einwand erweist sich als unbegründet. Der Bezirksgerichtspräsident 
Prättigau/Davos hat in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich im Dispositiv 
unter Ziff. 6 festgehalten, dass allfällige von D. P. bereits geleistete 
Unterhaltszahlungen selbstverständlich verrechnet werden könnten. Soweit D. P. 
die Unterhaltszahlung gemäss Verfügung vom 17. März 2003 tatsächlich bereits 
erbracht hat, sind diese demnach auch nicht mehr geschuldet. Der Rekurs ist 
insoweit abzuweisen.

3. Der Rekurrent führt aus, am 31. Januar 2003 sei erst der Antrag auf Er-
lass von Eheschutzmassnahmen beim Bezirksgerichtspräsidenten vorgelegen. 
Sein Entscheid sei bis heute noch nicht rechtskräftig. Damit scheint der Rekurrent 
beanstanden zu wollen, dass der Bezirksgerichtspräsident ihn mit Verfügung 
vom 17. März 2003 rückwirkend zu Unterhaltszahlungen verpflichtet hat. Auch 
diesbezüglich erweist sich der Rekurs als unbegründet. Gemäss Art. 173 Abs. 3 
ZGB können Unterhaltszahlungen für die Zukunft und für das Jahr vor 
Einreichung des Begehrens - mithin des Gesuchs um Erlass von Ehe-
schutzmassnahmen - gefordert werden. Entgegen der Auffassung des Rekur-
renten kann der Richter demnach auch rückwirkende Zahlungen anordnen. 
Ebensowenig ist für die Unterhaltspflicht das Vorliegen eines rechtskräftigen 
Entscheids erforderlich. Nachdem ein entsprechender Antrag - wie der Rekurrent 
selbst ausführt - vorgelegen hat und die Voraussetzungen für die Zusprechung 
von Unterhaltszahlungen ab Februar 2003 offensichtlich erfüllt waren, ist der 
vorinstanzliche Entscheid auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Es ist 
deshalb auch nicht weiter von Belang, dass der Rekurrent, wie der ange-
fochtenen Verfügung zu entnehmen ist, sich mit dieser rückwirkenden Zahlung 
sogar einverstanden erklärt hat. 

4. Im Weiteren führt der Rekurrent aus, er habe Gelegenheit gehabt, bis 
zum 26. Februar 2003 eine Stellungnahme einzureichen. Die Verhandlung habe 
erst am 12. März 2003 stattgefunden. Dennoch habe er schon bis dahin Zahlun-
gen erbringen und der gemeinsamen Wohnung fernbleiben müssen. Soweit der 
Rekurrent damit wiederum die rückwirkend verfügten Zahlungen beanstandet, 
kann auf die Erwägungen unter Ziffer 3 verwiesen werden. In Bezug auf die Zu-
teilung der ehelichen Wohnung ist demgegenüber auf Ziffer 8 des Dispositivs der 
angefochtenen Verfügung zu verweisen. Demgemäss wurde die eheliche Woh-
nung an der Strasse X. in Y. mit sofortiger Wirkung - mithin ab Zeitpunkt des 

6

Erlasses der vorinstanzlichen Verfügung - E. P. sowie den gemeinsamen Kindern 
zur Alleinbenützung zugeteilt. Daraus folgt, dass die eheliche Wohnung nicht 
rückwirkend zur Alleinbenützung zugewiesen wurde und sich die Rüge des 
Rekurrenten schon grundsätzlich als falsch erweist. Im Übrigen ist auch nicht 
ersichtlich, welches Rechtsschutzinteresse der Rekurrent in diesem 
Zusammenhang noch hat, nachdem die Parteien zum Getrenntleben berechtigt 
erklärt wurden und die Rückkehr in die eheliche Wohnung zumindest zum 
jetzigen Zeitpunkt ausser Betracht fällt. 

5. Der Rekurs ist demnach, soweit darauf eingetreten werden kann, 
vollumfänglich abzuweisen. Für das Rekursverfahren werden keine Kosten 
erhoben. Eine ausseramtliche Entschädigung entfällt, da der Rekursgegnerin 
kein Aufwand entstanden ist. 

7

Demnach erkennt das Kantonsgerichtspräsidium:

1. Der Rekurs wird, soweit darauf eingetreten werden kann, abgewiesen. 

2. Für das Rekursverfahren werden keine Kosten erhoben und keine ausser-
amtlichen Entschädigungen zugesprochen. 

3. Mitteilung an:

——————

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden:
Der Vizepräsident:                                       Der Aktuar: