# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a130734e-ed75-5040-b660-501f232f08d0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.12.2010 C-7925/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7925-2009_2010-12-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7925/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, 
Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7925/2009

Sachverhalt:

A.
Die  1977  geborene  thailändische  Staatsangehörige  B._______  (im 
Folgenden: Gesuchstellerin) beantragte am 26. Oktober 2009 bei der 
Schweizerischen Botschaft in Bangkok ein Schengen-Visum für einen 
einmonatigen  Besuchsaufenthalt  bei  A._______  (im  Folgenden: 
Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) in C._______ (ZG). 

In  einem  an  die  Schweizerische  Vertretung  in  Bangkok  gerichteten 
Einladungsschreiben hielt  der Gastgeber dazu fest,  er  habe die Ge-
suchstellerin im Frühjahr 2008 in der Schweiz kennen gelernt, sei mit 
ihr  befreundet  und wolle  ihr  ermöglichen,  die  Festtage zum Jahres-
wechsel in der Schweiz zu erleben und Bekannte zu treffen.

Die  Schweizer  Vertretung  weigerte  sich,  das  Visum  in  eigener 
Kompetenz zu erteilen und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum 
Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Zum Antrag begrüsst,  holte das Amt für  Migration des Kantons Zug 
beim Gastgeber ergänzende Auskünfte ein und leitete sie an die Vor-
instanz weiter. Letztere lehnte es in einer Verfügung vom 24. Novem-
ber  2009  ab,  das  beantragte  Besuchsvisum  zu  erteilen.  Dies  im 
Wesentlichen mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte 
Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  nach  einem  Besuchsaufenthalt 
könne  nicht  als  gesichert  betrachtet  werden.  Die  Gesuchstellerin 
stamme  aus  einer  Region,  aus  welcher  als  Folge  der  dort  ins-
besondere in  wirtschaftlicher  Hinsicht  herrschenden  Verhältnisse ein 
anhaltend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Sie  habe 
keine beruflichen Verpflichtungen, die trotz der erwähnten Verhältnisse 
besondere  Gewähr  für  eine  Wiederausreise  bieten  könnten.  Zudem 
trage  sie  familiäre  Verantwortung,  die  sich  kaum  mit  einer  ein-
monatigen Abwesenheit  vereinbaren  lasse. An der  Risikobeurteilung 
vermöge der Umstand nichts zu ändern, dass die Gesuchstellerin von 
Dezember 2007 bis Ende Juli 2008 als Cabarettänzerin in der Schweiz 
gearbeitet habe.

C.
Mit  Beschwerde  vom  18.  Dezember  2009  beantragt  der  Gastgeber 
beim Bundesverwaltungsgericht implizit, die vorinstanzliche Verfügung 

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sei  aufzuheben,  und das Schengen-Visum für  einen Besuchsaufent-
halt sei zu erteilen. Zur Begründung rügt er im Wesentlichen, die Vor-
instanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Wiederausreise der Ge-
suchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt nicht gesichert wäre. Sie 
beabsichtige  wirklich  nur,  die  Weihnachtsfeiertage  bei  ihm  in  der 
Schweiz zu verbringen und hier ihre langjährige Freundin zu treffen. 
Letztere  sei  mit  einem sehr  guten  Freund  von  ihm verheiratet.  Das 
Ehepaar lebe zwar aus beruflichen Gründen in Saudi Arabien, komme 
aber während der Weihnachtszeit in die Schweiz. Die Vorinstanz habe 
auch unberücksichtigt gelassen, dass er für die Rückkehr der Gesuch-
stellerin  und  für  allfällige,  mit  dem  Aufenthalt  verbundene  Kosten 
garantiert  habe. Er  geniesse  einen  einwandfreien  Leumund,  verfüge 
über genügende finanzielle Mittel und habe die notwendige Menschen-
kenntnis  und  das  Verantwortungsbewusstsein,  um  die  Rückreise  zu 
gewährleisten.  Unzutreffend  sei  auch  der  Einwand  der  Vorinstanz, 
wonach bei der Gesuchstellerin bestehende familiäre Verpflichtungen 
eine  einmonatige  Auslandabwesenheit  gar  nicht  zuliessen.  Ihr  14-
jähriger Sohn würde während ihrer Abwesenheit durch ihre im selben 
Haus  lebenden  Eltern  bzw.  eine  in  derselben  Stadt  wohnende 
Schwester betreut. Es sei ihr ja auch möglich gewesen, im Zeitraum 
von  Dezember  2007  bis  August  2008  in  der  Schweiz  zu  arbeiten.  
Diesen Aufenthalt habe sie im Übrigen korrekt beendet. 

D.
Die  Vorinstanz  schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  19.  Februar 
2010 auf Abweisung der Beschwerde. 

E.
In einer Replik vom 21. März 2010 hält der Beschwerdeführer seiner-
seits an seinem Rechtsbegehren und an dessen Begründung fest. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines 

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Schengenvisums  zu  Besuchszwecken  verweigert  wird.  In  dieser 
Materie  entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Verpflich-
tungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
Die  inländischen  Bestimmungen  über  das  Visumverfahren  und  über 
die Ein- und Ausreise finden Anwendung, sofern die Schengen-Assozi-
ierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. 

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Art. 2 Abs. 4 und 5 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

5.
5.1 Angehörige von Drittstaaten benötigen zur Einreise in die Schweiz 
bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens drei Mo-
naten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  berechtigen, 
und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a 
AuG sowie Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über 
die  Einreise  und  die  Visumerteilung  [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 
Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung  [EG]  Nr. 562/2006  des  Euro-
päischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über  einen 
Gemeinschaftskodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Per-
sonen [nachfolgend: Schengener  Grenzkodex,  SGK,  ABl. L  105 vom 
13.04.2006, S. 1–32] und Art. 2 der Verordnung [EU] Nr. 265/2010 des 
Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom  25.  März  2010  zur 
Änderung  des  Übereinkommens  zur  Durchführung  des  Überein-
kommens  von  Schengen  und  der  Verordnung  [EG]  Nr. 562/2006  in 
Bezug  auf  den  Verkehr  von  Personen  mit  einem  Visum  für  einen 
längerfristigen Aufenthalt [ABl. L 85 vom 31.03.2010, S. 1–4]). 

5.2 Im  Weiteren  müssen  Drittstaatsangehörige  den  Zweck  und  die 
Umstände ihres  beabsichtigten Aufenthalts  belegen und hierfür  über 
ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. b  AuG, 
Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK und Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung 
[EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
13. Juli  2009  über  einen  Visakodex der  Gemeinschaft  [nachfolgend: 
Visakodex, ABl. L 243 vom 15.09.2009, S. 1–58]). Namentlich haben 
sie  zu  belegen,  dass  sie  den  Schengenraum vor  Ablauf  der  Gültig-
keitsdauer des beantragten Visums wieder verlassen, bzw. Gewähr für 
ihre fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und 
Art. 21 Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG). Weiterhin dürfen 
Drittstaatsangehörige  nicht  im Schengener  Informationssystem (SIS) 
zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für 
die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesund-
heit  oder  die  internationalen  Beziehungen  eines  Mitgliedstaats  dar-
stellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK).

6.
Werden die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den Schen-
genraum einheitlichen Visums nicht erfüllt, so kann in Ausnahmefällen 

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ein  Visum mit  räumlich  beschränkter  Gültigkeit  erteilt  werden. Unter 
anderem  kann  der  betreffende  Mitgliedstaat  von  dieser  Möglichkeit 
Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Grün-
den  des  nationalen  Interesses  oder  aufgrund  internationaler  Ver-
pflichtungen für erforderlich hält (vgl. zum Ganzen Art. 25 Abs. 1 Bst. a 
Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK).

7.
Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 
2001 listet  diejenigen  Staaten  auf,  deren  Staatsangehörige  beim 
Überschreiten  der  Aussengrenzen  der  Schengen-Mitgliedstaaten  im 
Besitze eines Visums sein müssen (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7, 
zum  vollständigen  Quellennachweis  vgl.  Fussnote  zu  Art.  4  Abs.  1 
VEV). Da  Thailand  zu  diesen  Staaten  zählt,  unterliegt  die  Gesuch-
stellerin der Visumpflicht.

8.
8.1 In  seiner  Replik  rügt  der  Beschwerdeführer,  der  Grund  für  die 
Verweigerung des Besuchsvisums sei im Verlaufe des Verfahrens ge-
ändert  worden. Während  sich  die  Schweizerische  Auslandvertretung 
noch auf den Standpunkt gestellt habe, der Zweck des Aufenthalts sei 
nicht klar, vertrete die Vorinstanz nunmehr die Auffassung, es bestehe 
Gefahr  für  eine  nicht  fristgerechte  Wiederausreise.  Die  Rüge  ist 
allerdings  aktenwidrig.  In  ihrer  an  die  Adresse  der  Vorinstanz  ge-
richteten  Formular-Stellungnahme  vom  28. Oktober  2009  hat  die 
Schweizerische  Vertretung  in  Bangkok  die  Rubriken  beider  Hinde-
rungsgründe angekreuzt. Dessen unbesehen ist zu bedenken, dass in 
aller  Regel  eine  gewisse  Wechselwirkung  zwischen  den  genannten 
Hinderungsgründen bestehen dürfte. 

8.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine  gesicherten  Feststellungen,  sondern  lediglich  Prognosen 
treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

8.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  Gewähr  für  eine fristgerechte 
Wiederausreise  können  sich  aus  der  allgemeinen  Situation  im  Her-
kunftsland  der  Besucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreise-
gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in sol-

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chen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

8.4 In  Thailand  sind  unzweifelhaft  breite  Bevölkerungsschichten  mit 
kargen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen konfrontiert. 
Vom Druck zur wirtschaftlichen Existenzsicherung sind häufig Frauen 
besonders  betroffen,  die  mit  ihrem  Einkommen  für  die  Überlebens-
chancen  ihrer  eigenen  Haushalte  und  ganzer  Gemeinden  sorgen 
müssen  und  deren  Arbeitsplätze  in  Zeiten  angespannter  wirtschaft-
licher  Verhältnisse  –  je  nach  Sektor  –  besonders  gefährdet  sind. 
Entsprechend  hat  die  wirtschaftlich  motivierte  Emigration  von 
Thailänderinnen nach 1997 zugenommen (Quelle: Schlussbericht vom 
13. Mai 2002 der Kommission des Deutschen Bundestags zum Thema 
Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten, 
Ziff. 6.2.2.2 S. 317 f., online abrufbar als Bundesdrucksache 14/9200 
unter www.bundestag.de > Dokumente & Recherche > Drucksachen). 

8.5 Im Falle der Schweiz wird die Tendenz zur Imigration erfahrungs-
gemäss  dort  noch  begünstigt,  wo  durch  die  Anwesenheit  von  Ver-
wandten  oder  Freunden  bereits  ein  minimales  soziales  Beziehungs-
netz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung werden 
dabei  nicht  selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen,  in-
dem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine ganz 
andere  rechtliche  oder  faktische  Basis  zu  stellen  und  sich  so  der 
Pflicht  zur  Wiederausreise  zu  entziehen.  Solche  Umstände  und  Er-
fahrungen sind beim Entscheid über die Erteilung eines Visums zu be-
rücksichtigen.

8.6 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwähnten all -
gemeinen  Umstände  und  Erfahrungen,  sondern  auch  sämtliche  Ge-
sichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu  berücksichtigen.  Obliegt 
einer gesuchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine be-
sondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung, 
kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose 
Wiederausreise  begünstigen.  Umgekehrt  muss  bei  Personen,  die  in 
ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für 
ein ausländerrechtlich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewil ligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 

9.
9.1 Bei der  Gesuchstellerin  handelt  es sich  um eine 33-jährige,  ge-
mäss ihren eigenen Angaben ledige Frau und Mutter eines 14-jährigen 

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Sohnes. Als Heimatadresse gab sie die im Süden Thailands gelegene 
Provinz  Songkhla  an,  wo  sie  gemäss  den  Feststellungen  des  Be-
schwerdeführers  zusammen  mit  ihrem  Sohn  und  ihren  Eltern  ein 
eigenes Haus bewohnt. Aus dem Kindsverhältnis kann sicherlich auf 
eine gewisse familiäre Verantwortlichkeit  geschlossen werden. Diese 
hat  die  Gesuchstellerin  allerdings  schon  in  der  Vergangenheit  nicht 
daran  gehindert,  sich  während  längerer  Zeit  alleine  ins  Ausland  zu 
begeben und das Kind in der Obhut von Verwandten zurückzulassen. 
Es kann als  notorisch betrachtet  werden,  dass  die Existenz eigener 
Kinder gerade dort nicht an einer Emigration hindert, wo diese vorab 
durch wirtschaftliche Gründe bedingt ist. Denn ein solcher Entschluss 
ist  in aller  Regel mit  der Hoffnung verbunden, nahe Angehörige aus 
dem Ausland besser unterstützen und später allenfalls nachziehen zu 
können.

9.2 Gemäss  ihren  eigenen  Angaben  im  Antragsformular  und  den 
Feststellungen  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Bangkok  geht  die 
Gesuchstellerin  keiner  Erwerbstätigkeit  nach.  Wie  sie  ihren  Lebens-
unterhalt  bestreitet  und in  welchen wirtschaftlichen Verhältnissen sie 
sich  befindet,  ist  nicht  bekannt. Nach Einschätzung der  Botschaft  in 
der bereits erwähnten Formular-Stellungnahme verfügt sie nicht über 
genügende  eigene  finanzielle  Mittel.  Der  Beschwerdeführer  selbst 
scheint über die konkreten Verhältnisse auch keine genaueren Kennt-
nisse zu haben, beschränkt er sich doch in seiner Replik auf die vage 
Feststellung,  wonach  er  während  eines  zehntägigen  Besuchs  im 
Februar  2010  nicht  den  Eindruck  gehabt  hätte,  dass  die  Familie 
materiell  schlecht  gestellt  wäre.  Dass  nicht  von  besonders 
vorteilhaften  Verhältnissen  ausgegangen  werden  kann,  ergibt  sich 
schon  aus  der  Lebensgestaltung  der  Gesuchstellerin  in  den  letzten 
Jahren.  So  soll  sie  (gemäss  der  mehrfach  erwähnten  Formular-
Stellungnahme der Schweizerischen Vertretung in Bangkok) in einem 
nicht  genannten  Zeitraum  als  Baby-Sitterin  in  Malaysia  gearbeitet 
haben. Zwischen Dezember 2007 und Juli 2008 war sie als Cabaret-
Tänzerin  in  der  Schweiz  erwerbstätig.  Gerade  eine  Tätigkeit  der 
letzteren Art dürfte von den betroffenen Frauen in aller Regel nur aus 
einer  drückenden  wirtschaftlichen  Not  heraus  überhaupt  gewählt 
werden.

Alles in allem sind demnach auch in beruflicher bzw. wirtschaftlicher 
Hinsicht bei der Gesuchstellerin keine Bindungen oder gar Verpflich-

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tungen  gegenüber  dem  angestammten  Umfeld  ersichtlich,  die  das 
Risiko einer Emigration als gering erscheinen liessen. 

9.3 Aus  dem  Umstand  schliesslich,  dass  die  Gesuchstellerin  die 
Schweiz mit Ablauf ihrer Bewilligung als Cabaret-Tänzerin im Sommer 
2008 anstandslos verlassen hat und in ihre Heimat zurückgekehrt ist, 
kann der  Beschwerdeführer  nichts  Entscheidendes für  sich  ableiten. 
Denn es ist nach dem bisher Gesagten nicht ohne weiteres von einer 
identischen oder auch nur vergleichbaren Situation auszugehen.

9.4 Vor dem aufgezeigten persönlichen und allgemeinen Hintergrund 
durfte die Vorinstanz annehmen, dass keine hinreichende Gewähr für 
eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  der  Gesuch-
stellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung 
vermag  der  Hinweis  des  Beschwerdeführers  auf  die  von  ihm  ein-
gegangene Verpflichtungserklärung  nichts  zu  ändern. Diese  umfasst 
ausschliesslich das Risiko ungedeckter Kosten im Zusammenhang mit 
dem beabsichtigten Besuchsaufenthalt. Demgegenüber kann der Be-
schwerdeführer in seiner Rolle als Gastgeber für ein bestimmtes Tun 
oder  Unterlassen  seines Gastes  nicht  rechtswirksam einstehen (vgl. 
zum Ganzen BVGE 2009/27 E. 9). 

10.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. [...])
- das Amt für Migration des Kantons Zug

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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