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**Case Identifier:** 4c5b9398-ad32-5433-9e0e-1367d73cac20
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.04.2021 200 2021 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-38_2021-04-26.pdf

## Full Text

200 21 38 IV
JAP/BRO/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. April 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________ und B.________
Beschwerdeführende

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2021, IV/21/38, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Februar 2009 unter Hinweis auf eine bipolare Störung bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage 
[AB] 1). Die IVB tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, insbe-
sondere veranlasste sie eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (AB 24), und 
verneinte mit Verfügung vom 18. Juni 2010 (AB 29) einen Anspruch auf 
Leistungen der IV. Auf Beschwerde (AB 32 S. 3 f.) hin hob die IVB die an-
gefochtene Verfügung lite pendente wiedererwägungsweise auf und stellte 
in Aussicht, weitere Abklärungen durchzuführen (AB 40), worauf das betref-
fende Beschwerdeverfahren mit Prozessurteil des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 17. Januar 2011, IV/2010/838 (AB 42), vom Geschäfts-
verzeichnis abgeschrieben wurde. Nachdem die IVB eine Stellungnahme 
des Gutachters eingeholt hatte (AB 45), lehnte sie den Anspruch auf Leis-
tungen der IV mit Verfügung vom 22. Juli 2011 (AB 50) erneut ab. Die Ver-
fügung blieb unangefochten. 

Im Juli 2019 ersuchte die Versicherte abermals um Leistungen der IV 
(AB 51). Nach dem Einholen eines ärztlichen Berichts des Regionalen Ärzt-
lichen Dienstes (RAD; AB 65) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 28. No-
vember 2019 (AB 66) das Nichteintreten auf das erneute Leistungsbegeh-
ren in Aussicht. Auf dagegen erhobenen Einwand (AB 67, 69) hin nahm die 
IVB weitere erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, insbesondere 
führte sie mit der Versicherten ein Eingliederungs-Assessment durch 
(AB 86), holte Berichte des Hausarztes (AB 87) bzw. der früher behandeln-
den Psychiaterin (AB 91) ein und legte den Fall wiederum dem RAD zur 
Beurteilung vor (AB 93). Gestützt darauf sah die IVB mit neuem Vorbe-
scheid vom 10. September 2020 (AB 94) die Ablehnung des Leistungsge-
suchs vor. Nach Prüfung des abermals erhobenen Einwands (AB 98) ver-
fügte die IVB am 27. November 2020 (AB 100) entsprechend dem Vorbe-
scheid (AB 94).

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B.

Hiergegen erhoben die Versicherte und ihr Ehemann mit Eingabe vom 
10. Januar 2021 Beschwerde. Sie beantragen sinngemäss, in Aufhebung 
der Verfügung vom 27. November 2020 (AB 100) sei der Versicherten eine 
halbe Invalidenrente auszurichten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2021 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführenden sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch den (formell an die Beschwerdefüh-
rerin adressierten) angefochtenen Entscheid berührt und haben beide ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt sind (Art. 59 ATSG; vgl. zur Drittbeschwerde: UELI KIESER, 
Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 59 N. 19 ff.; vgl. auch prozesslei-
tende Verfügung vom 13. Januar 2021). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

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rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. November 2020 
(AB 100). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

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gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). 

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 

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der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV 
Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

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3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum 
zwischen der Verfügung vom 22. Juli 2011 (AB 50) und der hier angefoch-
tenen Verfügung vom 27. November 2020 (AB 100) eine Veränderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu beein-
flussen (vgl. E. 2.4.3 f. hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 22. Juli 2011 (AB 50) stützte sich in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von 
Dr. med. C.________ vom 5. Februar 2010 (AB 24) sowie dessen im 
Nachgang zur lite pendente wiedererwogenen Verfügung vom 18. Juni 
2010 (AB 29; vgl. auch VGE IV/2010/838 [AB 42]) eingeholten Ergänzung 
vom 22. März 2011 (AB 45). In diagnostischer Hinsicht lag damals eine 
gegenwärtig remittierte bipolare affektive Störung (ICD-10 F31.7) ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (AB 24 S. 5 Ziff. 4.2). 

3.3 Seit der Verfügung vom 22. Juli 2011 (AB 50) präsentiert sich die 
medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Im Bericht vom 15. Oktober 2019 (AB 62) führte Dr. med. 
D.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, aus, die mentale Gesundheit der Patientin habe sich seit 
der Verfügung vom Juli 2011 (vgl. AB 50) deutlich verschlechtert. Seit 2014 
arbeite sie in einer ... nominell zu 50 %. Wenn es ihr gut gehe, schaffe sie 
etwa 20 Stunden in der Woche, meistens jedoch weniger. Spätestens nach 
einer Stunde müsse sie eine je nach Belastung längere oder kürzere Pause 
machen, ansonsten es zu inneren Verspannungen, Ermüdung sowie 
reduzierter Konzentrationsfähigkeit komme. Zudem träten bei der Arbeit 
vermehrt Fehler auf. Ihre Stimmung verschlechtere sich, die Leistung 
nehme ab und die Patientin müsse ihre Arbeit abbrechen und nach Hause 
gehen. Sie erreiche ihre Sollarbeitszeit nicht. Ihre Stelle habe sie bis anhin 
nur daher nicht verloren, weil sie mit der Chefin befreundet sei und diese 
sehr sozial eingestellt sei. Die Arbeitsfähigkeit betrage, wenn die 

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Beschwerdeführerin vermehrt Pausen machen könne, höchstens 30 %. 
Ausserdem komme es in jedem Jahr zu mehreren Dekompensationen. In 
dieser Zeit müsse sie zu Hause bleiben (AB 62 S. 1). Die 
Haushaltsarbeiten seien praktisch vollständig durch den Ehemann erledigt 
worden. Infolge der Krankheit sei die Beziehung unter Druck geraten und 
die Patientin sei derzeit von ihrem Mann getrennt. Sie verbringe die 
allermeiste Freizeit in ihrer Wohnung und erhole sich von der Arbeit. Die 
manisch-depressive Störung verlaufe bei ihr progredient. Die Ausfälle bei 
der Arbeit häuften sich und würden länger. Ebenso würden die manischen 
und depressiven Dekompensationen häufiger, länger und schwerer (AB 62 
S. 2). 

3.3.2 Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, behandelte die Beschwerdeführerin zwischen August 2007 
(AB 13 S. 3 lit. E Ziff. 1) und Juli 2020 (AB 91 S. 1 f. Ziff. 5 und 8). Sie 
diagnostizierte im Bericht vom 25. Februar 2020 (AB 91) eine bipolare 
Störung mit vorwiegend manischen Episoden (ICD-10 F31.2) und führte 
aus, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei seit Juli 2011 
(vgl. AB 78 S. 2) stationär (AB 91 S. 1 Ziff. 1 f.). Unter Medikation und bei 
angepasster Belastung sei ihr Zustand aktuell stabil und symptomfrei. Bei 
einer Arbeitstätigkeit über 50 % träten häufig Dekompensationen mit 
Entwicklung von manischen Episoden auf, welche meistens zur 
vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führten und ambulant aufgefangen 
werden könnten (AB 91 S. 1 Ziff. 3 f.). 

3.3.3 Der Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, vermerkte in einem undatierten Verlaufsbericht, welcher der Be-
schwerdegegnerin am 24. März 2020 per E-Mail zuging (AB 87), der Ge-
sundheitszustand der Beschwerdeführerin sei seit Juli 2011 stationär und 
seit der letzten Diagnosestellung habe sich keine Änderung ergeben (AB 
87 S. 2 Ziff. 1 f.). Aktuell bestehe keine gesundheitlich begründete Arbeits-
unfähigkeit. Die Stimmung der Patientin sei meistens ausgeglichen, doch 
kämen immer wieder Phasen vor, in denen ihre Leistungsfähigkeit reduziert 
sei (AB 87 S. 4 Ziff. 11 f.). 

3.3.4 Im RAD-Bericht vom 4. September 2020 (AB 93 S. 3) legte Dr. med. 
G.________, Fachärztin für Anästhesiologie sowie Psychiatrie und 

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Psychotherapie, dar, mit den eingereichten Akten sei keine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Die 
medizinischen Akten sprächen von einem unveränderten Zustand. Zudem 
sei im Assessment der Eingliederung (vgl. AB 86) zu lesen, die 
Beschwerdeführerin mache sich grosse Sorgen um die finanzielle Zukunft. 
So sei sie geschieden (recte wohl: vorübergehend getrennt [vgl. AB 62 S. 
2, 86 S. 3; sowie gemäss Zentraler Personenverwaltung {ZPV}]) und der 
Betrieb habe Kurzarbeit angemeldet. Dies seien nicht medizinische 
Faktoren. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin laut der Psychiaterin 
Dr. med. E.________ (vgl. AB 91) nicht mehr in Behandlung und stabil (AB 
93 S. 3). 

3.3.5 Im Bericht vom 5. Januar 2021 (Akten der Beschwerdeführenden, 
Beschwerdebeilage [BB] 7) führte Dr. med. E.________ aus, die 
Beschwerdeführerin habe sich von Februar 2011 bis Juli 2020 wegen einer 
bipolaren Störung mit vorwiegend manischen Episoden (ICD-10 F31.2) in 
ihrer Behandlung befunden. In den ersten Jahren der Behandlung sei sie 
etwa monatlich, danach etwa vier bis fünf Mal pro Jahr in die ambulante 
Sprechstunde gekommen. Die Patientin entwickle ungefähr einmal pro Jahr 
eine manische Dekompensation, die meistens mit der Erhöhung des 
Arbeitspensums einherging. In diesen Zeiten sei sie wöchentlich in die 
Sprechstunde gekommen. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten 
gezeigt, dass die Erhöhung des Arbeitspensums über 50 % nach einer 
kurzen Zeit zu manischen Episoden mit Krankschreibung und gelegentlich 
auch zum Verlust der Arbeitsstelle führe (BB 7 S. 1). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2021, IV/21/38, Seite 10

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 
Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 
231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch 
eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. 
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer 
entscheidungserheblichen Differenz in den den medizinischen Unterlagen 
zu entnehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks 
Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, 
ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) 
des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, 
nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im 
Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung 
beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen 
Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche 
Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive 
Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten 
bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen 
Verhältnisse sich verändert haben (SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 
4.2.1).

3.4.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 

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Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.4.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch 
in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste 
(SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.5 Die angefochtene Verfügung vom 27. November 2020 (AB 100) 
basiert in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf der RAD-
Aktenbeurteilung vom 4. September 2020 (AB 93 S. 3). Die fachärztliche 
Beurteilung erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen 
Beweisanforderungen (vgl. E. 3.4.1 ff. hiervor) und erbringt vollen Beweis. 
So ist die Einschätzung der RAD-Ärztin für die hier relevante Frage der 
erheblichen Sachverhaltsveränderung umfassend und ist mit Blick auf die 
medizinische Aktenlage nachvollziehbar und überzeugend. Da es – wie 
nachfolgend zu zeigen ist – einzig um die Beurteilung eines an sich 
feststehenden medizinischen Sachverhalts ging und sich Dr. med. 
G.________ aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein gesamthaft 
lückenloses Bild verschaffen konnte, wird der Beweiswert ihrer Beurteilung 
auch dadurch nicht geschmälert, dass sie die Beschwerdeführerin nicht 
klinisch explorierte (vgl. E. 3.4.3 hiervor; RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 
1988 U 56 S. 371 E. 5b).

Aufgrund der insoweit widerspruchsfreien Akten ist ausgewiesen, dass 
diagnostisch noch immer die bipolare affektive Störung im Zentrum steht 
(AB 62 S. 1, 87 S. 2, 91 S. 1; BB 7). Die RAD-Beurteilung, wonach keine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, korreliert 
sodann mit den in diesem Punkt übereinstimmenden medizinischen 
Beurteilungen der behandelnden Dres. med. F.________ und E.________, 
welche beide von einem stationären Gesundheitszustand seit Juli 2011 
ausgingen (AB 87 S. 2 Ziff. 1, 91 S. 1 Ziff. 1). Kohärent hierzu postulierte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2021, IV/21/38, Seite 12

letztere denn auch – wie weiterhin in ihren jüngeren Berichten (AB 91 S. 2 
Ziff. 7; BB 7) – bereits lange vor dem hier relevanten Referenzzeitpunkt 
(22. Juli 2011; vgl. E. 3.1 hiervor) eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (AB 13 S. 
5). Im Übrigen nahmen die ambulanten Sprechstunden seit dem 
Referenzzeitpunkt ab (BB 7 S. 1) und seither erfolgte stationäre Aufenthalte 
sind weder erstellt noch werden solche geltend gemacht. 

Einzig Dr. med. D.________ beschrieb eine seit 2011 eingetretene 
Gesundheitsverschlechterung (AB 62, 67 S. 1 f., 98 S. 1 f.). Dies vermag 
allerdings keine auch nur geringen Zweifel an der Beweiskraft der 
versicherungsinternen ärztlichen Beurteilung zu begründen. Der 
advokatorisch auftretende Psychiater erklärte die angebliche 
Verschlechterung hauptsächlich mit subjektiven Angaben der 
Beschwerdeführerin, ohne dies mit objektiven psychopathologischen 
Befunden nachvollziehbar zu untermauern. Ausserdem stehen die geltend 
gemachten Einschränkungen bei der aktuellen Tätigkeit in Widerspruch zu 
den durch die Arbeitgeberin gemachten Angaben, wonach der Lohn der 
Beschwerdeführerin ihrer Arbeitsleistung entspreche (AB 81 S. 3 Ziff. 2.10) 
und sie selten krank sei (IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 2).

Auch die Abklärungen bei der Arbeitgeberin (AB 81; IV-Protokoll [in den 
Gerichtsakten] S. 2) offenbarten keine Aspekte, die auf eine objektive 
Gesundheitsveränderung im zeitlichen Verlauf hätten schliessen lassen. So 
präsentiert sich das Leistungsvermögen bei der gegenwärtigen 
Arbeitgeberin nicht grundlegend anders als in der früheren Tätigkeit bei 
H.________ (vgl. AB 23, 24 S. 1 Ziff. 1 und S. 5 Ziff. 5). Letztlich wird auch 
in der Beschwerde nicht dargetan, inwiefern sich der Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin verschlechtert haben soll und die 
Beschwerdeführenden begnügen sich mit dem Hinweis, eine 
Arbeitstätigkeit von über 50 % sei – wie bereits vor dem Referenzzeitpunkt 
(vgl. AB 32 S. 4) – nicht möglich. 

3.6 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass im massgebenden 
Vergleichszeitpunkt (vgl. E. 3.1 hiervor) keine wesentliche Änderung 
eingetreten ist, die geeignet wäre, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen. 
Folglich liegt in revisions- bzw. neuanmeldungsrechtlicher Hinsicht eine im 
Wesentlichen unveränderte medizinische Situation vor. Demnach ist die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2021, IV/21/38, Seite 13

angefochtene Verfügung vom 27. November 2020 (AB 100) nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens den Beschwerdeführenden zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden den Beschwerdeführen-
den zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________ und B.________
- IV-Stelle Bern

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- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.