# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61b9772e-fa4e-53f4-8817-c36df5be586f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-22
**Language:** de
**Title:** Lärmschutz. Emissionen von Gastwirtschaftsbetrieben. Aussenrestaurant (Stadt Zürich).
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0061/2015
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_I_0061_2015_765.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 0061/2015 vom 22. Mai 2015 in BEZ 2016 Nr. 20 

(Bestätigt mit VB.2015.00394 vom 7. April 2016.) 

Nachbarn erhoben Rekurs gegen die Bewilligung eines Aussenrestaurants 
mit  40  Sitzplätzen  in  einem  Innenhof  im  Langstrassenquartier  in  Zürich. 
Beantragt  wurde  die  Aufhebung  der  Baubewilligung,  zumindest  aber  eine 
Reduktion der Betriebszeiten.  

Aus den Erwägungen: 

1. Die Parzelle Kat.-Nr. 1 ist zur N.-Gasse hin mit dem Gebäude N.-Gasse 
18  überstellt  und  bildet  Teil  der  Blockrandüberbauung  N.-Gasse  /  R.-Strasse  / 
Z.-Strasse  /  S.-Strasse.  Der  südöstliche,  für  die  Aussengastwirtschaft  vorge-
sehene Teil der Parzelle bildet den grössten Teil des Innenhofes des Gevierts. 
Das  Baugrundstück  liegt  in  der  Quartiererhaltungszone  QI5d  mit  einem 
Mindestwohnanteil  von  80  Prozent.  In  lärmrechtlicher  Hinsicht  ist  es  der 
Lärmempfindlichkeitsstufe III zugeteilt. (…) 

2.  Die  Vorinstanz  bewilligte  den  Betrieb  der  Aussengastwirtschaft  im 
Hofbereich  täglich  bis  22.00  Uhr  und  untersagte  lärmige  Aufräum-  und 
Reinigungsarbeiten nach 19.00 Uhr. (…) 

6. Der Betrieb eines Restaurants stellt eine ortsfeste Anlage im Sinne von 
Art.  7  Abs.  7  USG  dar,  welcher  somit  den  bundesrechtlichen  Bestimmungen 
über  den  Umweltschutz  unterliegt.  Danach  haben  Anlagen  Grenzwerte 
einzuhalten  und  den  Vorsorgegrundsatz  zu  beachten  (Art.  11  Abs.  1  und  2 
USG).  Fehlen  in  der  LSV  –  wie  bei  Aussengastwirtschaften  –  direkt  anwend-
bare  Belastungsgrenzwerte,  haben  die  Vollzugsbehörden  im  Einzelfall  zu 
beurteilen, ob eine unzumutbare Störung vorliegt (Art. 40 Abs. 3 LSV). Bei der 
Neuerstellung  einer  Aussengastwirtschaft  muss  der  Betrieb  ein  Immissions-
niveau  einhalten,  bei  welchem  höchstens  geringfügige  Störungen  auftreten. 
Das  Bundesgericht  führte  kürzlich  in  einem  ein  öffentliches  Gartenrestaurant 
betreffenden  Leitentscheid  aus,  dass 
für  die  Einzelfallbeurteilung  unter 
Umständen  fachlich  genügend  abgestützte  private  Richtlinien  wie  der  Cercle 
bruit  herangezogen  werden  können  (BGE  137  II  30,  E.  3,  mit  weiteren 
Hinweisen [«Fall Beckenried»]). 

7.  In  Nachachtung  dieser  Rechtsprechung  hat  die  Vorinstanz  von  der 
privaten  Rekursgegnerin  mit  Recht  die  Einreichung  eines  Lärmgutachtens 
verlangt.  Entgegen  rekurrentischen  Ausführungen  ist  dieses  nachvollziehbar, 
auch  wenn  hilfsweise  –  was  an  sich  auch  die  Rekurrierenden  für  zulässig 
erachten  –  offenkundig  mindestens  ein  Berechnungsparameter  aus  dem 
(ÖNORM  S  5012:2012 
österreichischen  Praxisleitfaden  Gastgewerbe 
[nachfolgend:  «Ö  NORM»]) herangezogen  worden  ist  und  das  Gutachten  dies 
bei  den  verwendeten  Grundlagen  nicht  ausweist.  Es  handelt  sich  um  den 
Ausgangswert  des  energieäquivalenten  Schallleistungspegels  pro  Gast, 
welcher  mit  63  dB  (A)  eingesetzt  worden  ist  («Unterhaltung  in  normaler 
Lautstärke,  häufige  Serviergeräusche»).  Den  von  den  Rekurrierenden 
bevorzugten Ausgangswert von 71 dB (A) sieht die Ö NORM hingegen vor für 

 
 
 
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eine  «angeregte  Unterhaltung  mit  Lachen,  Gästegruppen;  z.B.  Biergarten, 
Heuriger,  Buschenschank»  (vgl.  Ö-NORM  Ziff.  4.2.2,  Tabelle  2).  Da  die 
vorliegend  in  Frage  stehende  Aussengastwirtschaft  der  Erweiterung  eines 
normalen Restaurants im mittleren Preissegment dient, greift das Gutachten mit 
Recht  nicht  auf  den  für  biergartenähnliche  Verhältnisse  vorgesehenen  Aus-
gangswert  zurück.  Den  Rückgriff  auf  den  in  der  Ö  NORM  definierten 
energieäquivalenten  Schallleistungspegel  von  grundsätzlich  63  dB  (A)  –  und 
damit auch den Einbezug dieses Ausgangswertes in ein Cercle bruit-Gutachten 
– nahm, was bemerkungsweise festzuhalten ist, übrigens auch das Bundesamt 
für Umwelt (BAFU) im Fall Beckenried vor (BGE 137 II 30, E. 3.5). 

Anlässlich  des  Augenscheins  wurde  nunmehr  definitiv  geklärt,  dass  die 
Aussengastwirtschaft  im  Innenhof 40  (und  nicht  52) Plätze  aufweisen  wird.  Zu 
bemerken 
ist,  dass  es  sich  angesichts  der  doch  sehr  begrenzten 
Platzverhältnisse  bei  40  Plätzen  offenkundig  um  die  maximal  mögliche 
Bestuhlung  handeln  dürfte.  Weiter  ist  festzuhalten,  dass  den  engen  baulichen 
Verhältnissen  mit  einem  Zuschlagswert  von  9  dB  (A)  –  was  immerhin  einer 
verachtfachten  Quellenleistung  entspricht  –  Rechnung  getragen  worden  ist 
Innenhof).  Schliesslich  erfolgten  drei 
(Richtfaktor  Q4;  Lärmemission 
(erhöhende)  Pegelkorrekturen  für  die  Faktoren  Wohnzone  (+  5dB  [A]), 
Stimmgehalt (+ 6 dB [A]) sowie Sonderfall Vergnügungsviertel (+ 5 dB [A]). 

in 

Insgesamt 

ist  die  von  der  privaten  Rekursgegnerin  eingereichte 
Lärmprognose  nachvollziehbar,  auch  wenn  sie  nicht  höchste  Ansprüche  an 
schlichte  Lesbarkeit  und  Verständlichkeit  erfüllen  mag.  Die  Einholung  eines 
neuen Lärmgutachtens  ist  – auch  nach  Massgabe  nachfolgender Erwägungen 
– nicht angezeigt. 

im  Bauentscheid 

Wie alle Parteien zutreffend festhalten, führt die erwähnte Berechnung zu 
festgehaltenen 
allen  Tages-  und  Nachtzeiten  zu  den 
Überschreitungen  der  in  Tabelle  2  des  Cercle  bruit  definierten  Richtwerte  für 
Luftschall.  Bei  einer  strikten,  vorliegend  von  den  Rekurrierenden  vertretenen 
Anwendung des Cercle bruit bedeutete dies, dass die Aussengastwirtschaft im 
Innenhof  selbst  tagsüber  nicht  bewilligungsfähig  wäre.  Die  Vorinstanz  hält  mit 
Recht  fest,  dies  gälte  sogar  für  die  –  vorliegend  indes  nicht  Streitgegenstand 
bildende – Erweiterung des Restaurants um ein strassenseitiges Boulevardcafé 
mit  gerade  einmal  6  Sitzplätzen.  Das  Gutachten  ermittelt  für  dieses  eine 
Lärmbelastung von 57 dB (A). Tabelle 2 des Cercle bruit forderte indes schon 
von  07.00  bis  19.00  Uhr  die  Einhaltung  von  maximal  50  dB  (A).  Mit  anderen 
Worten  führte  eine  strikte  Anwendung  der  ziemlich  strengen  Richtwerte  des 
Cercle bruit dazu, dass in einem Quartier wie dem vorliegenden selbst tagsüber 
die  strassenseitige  Bedienung  von  ein  bis  zwei  Tischen  mit  je  vier  Sitzplätzen 
aus lärmschutrechtlichen Gründen unzulässig wäre. 

8.1  Die  Problematik  des  Stellenwertes  eines  auf  den  Grundsätzen  des 
Cercle  bruit  beruhenden  Lärmgutachtens  bei  der  Bewilligung  von 
Aussengastwirtschaften  in  städtischen  Gebieten  ist  dem  Baurekursgericht  aus 
mehreren Rekursverfahren – wovon naturgemäss einige aus der Stadt Zürich – 
bekannt.  Ausgangspunkt  ist  letztlich  der  Umstand,  dass  trotz  eines  seit 
mittlerweile  über 25  Jahren bestehenden  gesetzgeberischen  Auftrages  an den 

 
 
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Bundesrat  (Art.  13  Abs.  1  USG)  in  der  LSV  bis  heute  keine  verbindlichen 
Belastungsgrenzwerte  für  den  Betrieb  von  Aussengastwirtschaften  festgesetzt 
worden  sind.  Diese  gesetzgeberische  Ausgangslage 
führt  zu  Rechts-
unsicherheiten  und  gilt  allgemein  als  unbefriedigend  (vgl.  zuletzt  etwa  Arnold 
Marti, Besprechung des Urteils 1C_534/2011 vom 29. Mai 2012, www.bger.ch, 
in ZBl 114/2013, S. 286 mit weiteren Hinweisen). Bereits vor dem Fall Becken-
ried  hielt  die  Rechtsprechung  fest,  dass  fachlich  genügend  abgestützte 
ausländische bzw. private Richtlinien «eine Entscheidungshilfe bieten [können], 
sofern die Kriterien, auf welchen diese Unterlagen beruhen, mit denjenigen des 
schweizerischen  Lärmschutzrechts  vereinbar  sind»  (so  etwa  BGr,  9.  August 
2007,  1A.180/2006,  E.  5.4  und  5.8).  Die  Rechtsprechung  forderte  überdies 
auch seit jeher, dass stets eine Einzelfallbeurteilung vorzunehmen sei, in deren 
Rahmen  der  Charakter  des  Lärms,  Zeitpunkt  und  Häufigkeit  seines  Auftretens 
sowie  Lärmempfindlichkeit  und  Lärmvorbelastung  zu  berücksichtigen  seien 
(BGE 130 II 32, E.2.2; BGE 123 II 74, E. 5a; BGr, 15. Mai 2001, 1A.282/2000, 
E. 4a = URP 2001 S. 923; BGr 1A.213/2000 vom 21. März 2001, E. 2a = URP 
2001 S. 500, E. 2a; BGr, 20. November 1998, 1A.111/1998, E. 3a = URP 1999 
S.  264).  Den  Richtwerten  des  Cercle  bruit  kommt  denn  auch  keinesfalls 
dieselbe  Bedeutung  wie  den  Belastungsgrenzwerten  in  einer  der  ausdrücklich 
geregelten Kategorien im Anhang der LSV – beispielsweise für Strassenlärm – 
zu, was überdies in rechtstaatlicher Hinsicht höchst problematisch wäre, käme 
das  doch  faktisch  der  zufolge  Untätigkeit  des  Bundesrates  ersatzweisen 
Rechtsetzung  durch  einen  privaten  Verein  gleich.  Auch  die  Rekurrierenden 
anerkennen  in  der  Replik,  dass  die  Angabe  von  verbindlich  einzuhaltenden 
Grenzwerten dem Charakter einer Vollzugshilfe widerspräche; zudem bleibe mit 
der  Angabe  von  Richtwerten  ein  gewisser  Spielraum  bestehen,  dies  unter 
anderem für die Frage der Lärmempfindlichkeit und Lärmvorbelastung. Es lässt 
sich  aus  dem  Fall  Beckenried  denn  auch  nicht  etwa  die  Rechtsfolge  ableiten, 
dass  eine  festgestellte  Überschreitung  der  Richtwerte  des  Cercle  bruit 
zwingend  zu  einer  Bauverweigerung  zu  führen  hätte.  Aus  dem  Urteil  (es  ging 
um  die  Frage,  ob  zu  Recht  oder  zu  Unrecht  auf  die  Einholung  einer 
Lärmprognose  verzichtet  worden  war)  geht  nur,  aber  immerhin  hervor,  dass 
eine  Lärmprognose  nach  Massgabe  des  Cercle  bruit  als  Entscheidungshilfe 
dienen  kann,  letztlich  aber  –  wiederum  –  alle  relevanten  Umstände  zu  be-
rücksichtigen sind. 

8.2  Dem  Baurekursgericht  sind  die  differenzierten  Bemühungen  der 
Vorinstanz  bekannt,  den  Betrieb  von  Aussengastwirtschaften  tagsüber  und  in 
den  frühen  Abendstunden  (bis  22.00  Uhr)  einerseits  sowie  in  den  späten 
Abendstunden  und  während  der  Nacht  andererseits  nach  Massgabe  der 
Lärmempfindlichkeit  und  Lärmvorbelastung  am  konkreten  Ort,  zuweilen  nach 
Massgabe der Unterscheidung Wochentag/Wochenende, stets aber auch unter 
Berücksichtigung des Quartiercharakters respektive der Zonierung zu bewilligen 
(oder  zu  verweigern).  So  war  etwa  trotz  ihrer  unbestrittenermassen  zentralen, 
innerstädtischen  Lage 
in  der  Kernzone  Kaserne  der  Betrieb  einer 
Aussengastwirtschaft auf einer Dachterrasse grundsätzlich (nur) bis 22.00 Uhr, 
am  Wochenende  bis  Mitternacht,  bewilligungsfähig  (BRGE  I  Nr.  0070/2014  = 
BEZ  2014  Nr.  42;  www.baurekursgericht-zh.ch).  Im  gleichen  Sinne  war 
betreffend  eine  in  der  Kernzone  Selnau  gelegene  Aussengastwirtschaft  zu 
befinden  (BRKE  I  Nr.  0094/2005  vom  8.  April  2005),  ebenso  betreffend  eine 

 
 
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solche in Zürich-Wiedikon (BRKE I Nr. 0069/2007 vom 28. März 2007, bestätigt 
mit  VGr,  7.  November  2007,  VB.2007.00201).  Eine  Aussengastwirtschaft  in 
einer  fünfgeschossigen  Zentrumszone  in  Zürich  5-Industriequartier  war  nach 
Ansicht  des  Baurekursgerichts  gar  täglich  bis  23.00  Uhr  bewilligungsfähig 
(BRKE I Nr. 249/2007 vom 28. September 2007 [Vorinstanz: unter der Woche 
nur bis 22.00 Uhr]). Andererseits war etwa eine Aussengastwirtschaft in einem 
ruhigen,  der  Lärmempfindlichkeitsstufe  ES  II  zugeordneten  und  gehobenen 
Wohngebiet in Zürich-Witikon täglich bereits um 19.00 Uhr zu schliessen (BGr, 
5. März 2003, 1A.139/2002, in Bestätigung von VB.2001.00187 = BEZ 2002 Nr. 
27). 

in  Zürich-Unterstrass 

Wiederholt  war  auch  schon  der  Betrieb  von  Aussengastwirtschaften  in 
Hinter-  und  Innenhöfen  zu  beurteilen.  So  ging  es  etwa  in  BRKE  I  Nrn.  0064-
0066/2000 vom 17. März 2000 um eine Aussengastwirtschaft mit 45 Plätzen in 
einem  von  der  Strassenseite  abgewandten,  wenn  auch  nicht  geschlossenen 
Hinterhof  einer  Liegenschaft 
(Zentrumszone  Z5, 
Lärmempfindlichkeitsstufe ES III). Diese Aussengastwirtschaft war von Sonntag 
bis Donnerstag bis 22.00 Uhr sowie am Freitag und am Samstag bis 23.00 Uhr 
bewilligungsfähig.  Das  Baurekursgericht  hielt  insbesondere  fest,  bei  der 
Beurteilung  des  Bedürfnisses  nach  einer  ungestörten  Nachtruhe  dürfe  die 
Zonierung  nicht  ausser  Acht  gelassen  werden.  Wer  in  einer  Zentrumszone, 
welche  in  ausgeprägtem  Masse  der  Ansiedlung  von  Gewerbe  und  Dienst-
leistungsbetrieben  diene,  eine  Wohnung  besitze  oder  miete,  nehme  – 
namentlich  an  Wochenenden  –  erhöhte  Lärmimmissionen  in  Kauf.  In  BRKE  I 
Nr. 0313/2007 vom 14. Dezember 2007 ging es um eine Aussengastwirtschaft 
mit  20  Sitzplätzen  in  einem  geschlossenen  Hinterhof  unweit  vom  heute  zu 
beurteilenden  Standort  (Quartiererhaltungszone  QI5a,  Mindestwohnanteil  80 
Prozent,  Lärmempfindlichkeitsstufe  ES  III).  Diese  Aussengastwirtschaft  wurde 
als  bis  22.00  Uhr  bewilligungsfähig  angesehen  (auch  am  Wochenende  nicht 
länger,  dies  mit  Rücksicht  auf  die  Lage  im  Hinterhof).  In  diesem  Entscheid 
wurde insbesondere festgehalten, dass sich das Baugrundstück mitten in einem 
Vergnügungsquartier  unweit  der  Langstrasse  befinde.  Bis  spät  in  die  Nacht 
hinein  herrsche  dort  ein  entsprechend  reges  Kommen  und  Gehen.  In  einer 
solchen  Umgebung  dürften  nicht  dieselben  Anforderungen  an  die  Nachtruhe 
gestellt werden wie in einem ruhigen Wohnquartier oder gar auf dem Land. Wer 
hier  wohne,  wisse  um  die  von  den  zahlreichen  Vergnügungsstätten  mit 
Öffnungszeiten  teilweise  bis in die frühen  Morgenstunden  ausgehenden Lärm-
immissionen.  Die  Bewohner  solch  spezieller  städtischer  Verhältnisse  nähmen 
auch in der Nacht einen gewissen Geräuschpegel in Kauf, was das Gebiet als 
relativ  lärmtolerant  erscheinen  lasse  (E.  4).  Diese  explizite  Bezugnahme  auf 
eigentliche  Vergnügungsviertel  und  die  entsprechende  Lärmvorbelastung 
respektive die von den dortigen Bewohnern zu erwartende Lärmtoleranz nahm 
das  Baurekursgericht  auch  im  bereits  erwähnten  Entscheid  BRGE  I  Nr. 
0070/2014 vom 6. Juni 2014 wieder auf, indem es explizit festhielt, dass in der 
Stadt  Zürich  Teile  des  Niederdorfs  und  der  Langstrasse  «Hotspots»  des 
Nachtlebens  darstellten,  also  stark  frequentierte  Vergnügungsviertel  mit  auch 
unter  der  Woche  spätabends  oder  gar  nachts  pulsierendem  Nachtleben  im 
öffentlichen  Raum,  was  es  bei der Beurteilung  von  Aussengastwirtschaften  zu 
berücksichtigen gebe (E. 6.3). 

 
 
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9.1 Die aufgezeigte und vom Baurekursgericht (weitestgehend) bestätigte, 
differenzierende Vorgehensweise der Vorinstanz scheint  – auch nachdem sich 
der  regelmässige  Beizug  von  Lärmgutachten  bei  der  Beurteilung  von 
Aussengastwirtschaften  eingebürgert  hat  –  weiterhin  vernünftig;  das  Ergebnis 
der  in  hohem  Masse  einzelfallspezifischen  Rechtsanwendung  ist  auch  im 
vorliegenden Fall nicht zu beanstanden. 

infolge  der  mehreren  Barrieren 

Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  die  hier  streitbetroffene  Aussengast-
wirtschaft  wie  erwähnt  in  einem  –  wenn  nicht  gar:  dem  –  weitherum  und  seit 
Jahrzehnten bekanntesten Vergnügungsviertel der Stadt Zürich geplant ist. Die 
S.-  und  die  R.-Strasse  münden  in  rund  150  m  Entfernung  in  die  Langstrasse. 
in  den  umliegenden 
Zwar  besteht 
Quartierstrassen in der Tat kein massgeblicher Strassenlärm, und nur insoweit 
kann  den  Rekurrierenden  gefolgt  werden,  dass  es  sich  um  einen  ruhigen  Teil 
des  Quartiers  handle  −  nämlich  einen  verkehrsberuhigten.  Indes  beschränkt 
sich das massgebliche Vergnügungsviertel als solches längst nicht mehr auf die 
Langstrasse alleine, wie der Lokaltermin eindrücklich gezeigt hat (dieser wurde 
an  einem  warmen  Sommerabend  sowie  unter  bestmöglichem  Ausschluss  von 
[nachträgliche  Verschiebung  des 
extraordinären  Ereignissen  durchgeführt 
ursprünglich  auf  den  Abend  von  Viertelfinalspielen  der  Fussballweltmeister-
schaft  2014  vorgesehenen  Termins]).  Vielmehr  sind  auch  die  unmittelbar 
umliegenden und anstossenden Strassen geprägt von einer Vielzahl von Bar-, 
Restaurant- und sonstigen Unterhaltungsangeboten mit sämtlichen zugehörigen 
Folgeerscheinungen  (Passantenströme,  Publikumsverkehr,  Rufen,  Schreien, 
Lachen usw.). 

Quartiere wie das Langstrassenquartier gehören zu einer lebendigen Stadt 
und haben unzweifelhaft ihre Daseinsberechtigung. Wer an eine derart lebhafte 
innerstädtische Lage zieht, hat ein entsprechend hohes Mass an Lärmtoleranz 
mitzubringen,  und  dies  insbesondere  auch  abends.  Ein  striktes  Abstellen  auf 
ein  Lärmgutachten  nach  Massgabe  des  Cercle  bruit  oder  der  Ö  NORM  führte 
hier  zu  unhaltbaren  Ergebnissen  und  würde  weder  der  geltenden  Zonierung 
noch  einer  vernünftigen  «lärmpolitischen»  Entwicklung  des  gesamten Stadtge-
bietes  gerecht  (Konzentrierung  der  Vergnügungsviertel  mit  ihren  sämtlichen 
Begleiterscheinungen  auf  die  erwähnten  Standorte;  ausserhalb  dieser 
Standorte  Verfolgung  einer  deutlich  restriktiveren  Bewilligungspraxis).  Es  zieht 
kaum  in  das  Langstrassenquartier,  wer  an  einem  warmen  Sommerabend  um 
20.00 Uhr in völliger Ruhe auf dem Balkon sitzend ein Buch zu lesen wünscht, 
und  dies  auch  nicht  in  einem  grundsätzlich  strassenabgewandten  Innenhof. 
Zwar ist nicht in Abrede zu stellen, dass auch in einem Vergnügungsviertel wie 
dem  vorliegenden  dem  Innenhof  für  die  Anwohner  ein  gewisser  erhöhter 
Erholungswert  zukommt.  Dem  trägt  die  Vorinstanz  vorliegend  aber  gerade 
dadurch  Rechnung,  dass  der  Betrieb  der  Aussengastwirtschaft  an  jedem 
Wochentag  –  und  damit  insbesondere  auch  an  den  umsatzstärksten  Abenden 
(Donnerstag,  Freitag  sowie  Samstag)  –  strikt  um  22.00  Uhr  einzustellen  ist. 
Hernach  geniesst  das  Ruhebedürfnis  der  Anwohner  Vorrang.  Der  Innenhof  – 
auf welchen die Schlafräume der umliegenden Wohnungen ausgerichtet sind  – 
bewahrt  damit  selbst  in  einem  Quartier  wie  dem  hiesigen  ab  22.00  Uhr  seine 
Funktion  als  Rückzugsmöglichkeit  für  die  lärmempfindlichere  Einschlaf-  und 
Nachtphase. 

 
 
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Zu erwähnen bleibt, dass anlässlich des Lokaltermins klar wurde, dass der 
Innenhof in den frühen Abendstunden vor 22.00 Uhr bereits heute keineswegs 
dem  von  den  Rekurrierenden  umschriebenen  Ruheidyll  entspricht.  Er  ist  denn 
auch  nicht  etwa  vollständig  abgeschottet,  so  dass  gleich  von  zwei  Seiten 
Publikumslärm  hereindringt.  Hinzu  kommen,  wie  dies  die  private  Rekurs-
gegnerin  mit  Recht  geltend  macht,  unüberhörbare  Immissionen  von  den  be-
stehenden  Gastrobetrieben  in  der  Blockrandüberbauung  selbst.  Überdies  wird 
wohl auch auf den Balkonen der (mehreren) Balkontürme im Innenhof selbst an 
warmen  Sommerabenden  keineswegs  geräuscharm  oder  gar  lautlos  gewohnt. 
Zu  alledem  kommt  hinzu,  dass  der  Betrieb  der  Aussengastwirtschaft  aus 
klimatischen  Gründen  praktisch  auf  das  Sommerhalbjahr  beschränkt  ist  und 
auch  in  diesem  witterungsbedingt  nicht  immer  geöffnet  werden  kann,  sondern 
nur an warmen Abenden (wie jenem des Lokaltermins), an denen ohnehin sehr 
viele Leute im Freien verweilen. 

9.2  Zusammengefasst  erweist  sich  die  Bewilligung  des  Betriebs  der 

Aussengastwirtschaft im Hof bis 22.00 Uhr als korrekt. 

Nach  Massgabe  der  vorstehenden  Ausführungen  besteht  auch  kein 
Anlass, die entsprechende Dispositivziffer um ein Verbot zu ergänzen, dass im 
Restaurant  bei  gegen  den  Innenhof  geöffneten  Fenstern  (überhaupt)  keine 
Musik  abgespielt  werden  darf.  Die  Vorinstanz  hat  −  richtigerweise  −  statuiert, 
dass  im  Freien  keine  Lautsprecher-  und  Verstärkeranlagen  betrieben  werden 
dürfen,  was  im  Sinne  des  Vorsorgeprinzips  ausreichend  erscheint.  Im  Falle 
berechtigter Lärmklagen blieben – wie die Vorinstanz mit Recht weiter ausführt 
–  weitere  Massnahmen  vorbehalten,  für deren  Anordnung  grundsätzlich  eben-
falls die Vorinstanz zuständig wäre (vgl. BRGE I Nr. 0002/2015 vom 16. Januar 
2015; www.baurekursgericht-zh.ch).