# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3db844c3-c1b1-508b-aabd-c3e28d313093
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion 04.03.2025 2024.GSI.2466
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_003_2024-GSI-2466_2025-03-04.pdf

## Full Text

Kanton Bern  
Canton de Berne  

  

   

Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion 

Rathausplatz  1  
Postfach  
3000  Bern  8 
+41 31 633 79 41  (Telefon)  
+41 31 633 79 56 (Fax)  
info.ra.gsi@be.ch  
www.be.ch/gsi  

Referenz: 2024.GS1.2466 / tsa 

Beschwerdeentscheid vom  4.  März  2025 

in der  Beschwerdesache 

Beschwerdeführer 

vertreten durch Rechtsanwalt  B.  

gegen 

Gesundheitsamt  (GA),  Rathausplatz  1,  Postfach,  3000  Bern  8  

Vorinstanz 

betreffend Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung als Arzt 

(Verfügung  der  Vorinstanz vom  2.  Oktober  2024) 

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I. 	Sachverhalt  

1. A. 	(fortan: Beschwerdeführer) verfügt seit dem  14.  Januar  2010  über eine Berufsaus- 

übungsbewilligung als Arzt im Kanton Bern.i  

2. Mit Aufsichtsanzeige vom  31.  Oktober  2016  teilte ein Facharzt für Psychiatrie und Psy-

chotherapie dem Gesundheitsamt  (GA,  nachfolgend: Vorinstanz) mit, während seiner Ferienab-

wesenheit habe  seine  Patientin  den  Beschwerdeführer zwei  Mal  konsultiert. Während dieser Kon-

sultationen habe  der  Beschwerdeführer mit  der  Begründung, dass alle Erkrankungen  von  defekten 

Zehennägel entstünden,  die  Zehen  der  Patientin untersucht,  die  Psychopharmakatherapie auf-

grund einer revidierten  Diagnose  umgestellt sowie ausführliche Berichte  an den  Hausarzt  der  Pa-

tientin und ihn verschickt.2  Am 7.  November  2016  reichte  der  Hausarzt  der  besagten Patientin 

eine Aufsichtsanzeige ein, da  die  Behandlungsmethoden  des  Beschwerdeführers inadäquat und 

potenziell gefährlich seien.  Die  Briefe  des  Beschwerdeführers seien wirr und würden  abstruse  

Theorien beinhalten. Zudem handle ein Psychiater,  der  nach zwei Konsultationen drei aufwendige 

Briefe schicke und einmal telefoniere, unüblich. Zudem würde auch  die  Menge  an  Medikamenten, 

welche  der  Beschwerdeführer  in  kurzer Zeit abgebe, eher Angst machen.3  

3. Am 6.  März  2020  reichte ein Chefarzt  am  C. 	, eine weitere Aufsichtsanzeige ein, da 

das Zuweisungszeugnis  des  Beschwerdeführers formal und inhaltlich so auffällig sei, dass er  an 

der  Urteilsfähigkeit  des  Beschwerdeführers zweifle und schädigende Auswirkungen für  den  Pati-

enten und möglicherweise andere  von  ihm betreute Patienten für möglich halte. Das Schreiben 

sei überlang und  die  Inhalte repetitiv, wirr, ausschweifend, breche  in den  Gedankengängen wie-

derholt ab und suggeriere Zusammenhänge, wo keine nachvollziehbar seien. Weiter würden fan-

tasievolle medizinische Entitäten genannt und Kausalitäten postuliert, wo keine vorlägen. Bezüg-

lich  des  Kindes liege eine komplette Fehleinschätzung  des  allgemeinen Gesundheitszustandes,  

der  Interpretation  des  Verhaltens und  der  Gefährdung bezüglich einer Tuberkulose vor.4  

4. In  seiner Stellungnahme vom  21. Mai 2020  führte  der  Beschwerdeführer aus, da bei  der  

Mutter eine vorbestehende TBC mit vorgängiger Ansteckung  des  Sohnes — wie vom Beschwer-

deführer auf Grund  der  TBC-typischen zerebralen Pathologie  der  Mutter erwogen — für möglich 

gehalten werde, könne eine offene Lungen-TBC beim Kind nicht komplett ausgeschlossen wer-

den. Zudem sei eine zusätzliche rasche Beratung einzig wegen  der  unmittelbar möglichen Aus-

schaffung geboten gewesen. Weiter führt  der  Beschwerdeführer aus, dass  die  Überlänge kaum  

die  sieben prägnanten Absätze  der  eigentlichen Zuweisung betreffe, sondern  die  kleingedruckt 

Berufsausübungsbewilligung vom  14.  Januar  2010  (Vorakten, Register  1)  
Aufsichtsanzeige vom  31.  Oktober  2016  (Vorakten, Register  6)  
Aufsichtsanzeige vom  7.  November  2016  (Vorakten, Register  6) 

4  Aufsichtsanzeige vom  6.  März  2020  (Vorakten, Register  9) 

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angefügten, zuvor für das Migrationsannt verfassten, Textabschnitte. Diese belegten  den  Zeitdruck  

und  die relative  Dramatik  der  Umstände.  Von  Seiten  des  Beschwerdeführers liege einzig eine 

vollständige Erfüllung  der  Sorgfaltspflicht auf dem Gebiet  der global  grosse  Probleme verursa-

chenden Tuberkulose vor. Betreffend  die  formalen Vorwürfe hielt  der  Beschwerdeführer fest, dass 

das Schreiben aus  den  besagten Gründen eine gewisse länge habe,  aber  klar  in  sieben Absätze 

gegliedert sei  und  argumentativ stringent dem Anliegen folge  und  somit  alles  andere als wirr sei. 

Zudem würde ein Konsil gerade  der  argumentativen Wertung  von,  sozusagen fachfremden Phan-

tasien entspringenden, Zusammenhängen dienen. Weiter würden  die  vom Beschwerdeführer aus 

Studien zitierten «Entitäten»  es  nicht verdienen, als «phantasievoll» abgewertet zu werden. Si-

cherlich erfordere  es  anfangs auch hypothetische Fantasie, diese insgesamt schon recht eindrück-

lichen Komponenten  in  einen vollends sinnvollen  und  damit prüfbaren Zusammenhang zu bringen. 

Dieser Prozess sei komplex  und  langsam.  Aber  erst nach Massgabe eines dadurch zu verhüten-

den und/oder dadurch erst auftretenden Schadens könnten solche Zusammenhänge, eben Dank 

dann einzusetzender Urteilsfähigkeit, schliesslich auch vertretbar therapeutisch umgesetzt wer-

den. Betreffend  den  Vorwurf  von  Kausalitäten, wo keine vorlägen, führt  der  Beschwerdeführer 

aus, dass  in der  Zuweisung darauf geachtet werde, dem Anschein eines schon etablierten bzw. 

handlungsanleitenden ursächlichen  und  nicht nur korrelativen Wissens konsequent entgegenzu-

wirken.  Er  habe aufgrund einer komplexen Sachlage eine Konsiliums-Anfrage zum weiteren Vor-

gehen gestellt. Dass  die  Zuweisung dem aufgrund einer Hustensynnptonnatik schliesslich direkt 

zugezogenen Infektiologen  der  Kinderklinik aufgrund  der  Weitergabe  des  Zeitdrucks aufgestossen 

sei, erscheine nachvollziehbar, jedoch nicht  die  Anzeige sowie deren Tonfall.  Der  Beschwerde-

führer  halte  sich  in  psychischer  und  auch sonst  in  jeder Hinsicht zur Berufsausübung fähig.  Er  

habe  in den  letzten Monaten neben  der  Betreuung  der  Patientinnen  und  Patienten weiterhin rege  

in  verschiedenen Sprachen  und  zu einer grossen Bandbreite  von  Themen  (Physiologie,  Psycho-

therapie, Resilienz,  Philosophie)  innovativ publiziert beziehungsweise als  Reviewer  unter ande-

rem für  Frontiers in Psychiatry  oder  in  Psychiater-Foren vor allem im Ausland gewirkt.5  

5. 	Mit  E-Mail vom  14. Mai 2020  meldete eine Apothekerin  der  Vorinstanz, dass  der  Be- 

schwerdeführer  am 13. Mai 2020  ein Rezept für  65  Tabletten  pro Tag  Zolpidem  10 mg  ausgestellt 

habe. Aufgrund  der  offensichtlich falschen Dosierung habe  die  Apothekerin  mit  dem Beschwerde-

führer Kontakt aufgenommen.  Er  habe  die  falsche Dosierung damit begründet, dass er  die  Dosie-

rung  von 6  Tabletten  am Tag  auf  5  habe korrigieren wollen. Auf Nachfrage habe er  mit  fachchine-

sischen Begriffen  die  hohe Zolpidem-Dosierung  mit  einer Darmerkrankung oder ähnlichem (Zell-

veränderung im Magen) begründet.6  Auf Nachfrage  des  Kantonsapothekers vom Kanton Bern 

führte  der  Beschwerdeführer  in den  E-Mails vom  14.  und  15. Mai 2020 an den  Kantonsapotheker 

vom Kanton  Solothurn  aus, dass er  den  wegen einer schweren Schmerzkrise auf  6  Tabletten  

5  Stellungnahme vom  21. Mai 2020  (Vorakten, Register  9) 
6  E-Mail vom  14. Mai 2020  (Vorakten, Register  10) 

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erhöhten Konsum wieder habe reduzieren wollen und dabei  die 6  auf dem digitalen Vorrezept 

hängengeblieben sei.7  

6. 	Mit Schreiben vom  1.  September  2020  reichte eine Spitex eine Aufsichtsanzeige betref- 

fend  den  Beschwerdeführer ein, da sie durch  die Art der  Berufsausübung und Zusammenarbeit  

die  Sicherheit und das Wohlbefinden ihrer Kunden gefährdet sehe.  Der  Beschwerdeführer habe 

einem Kunden zwei Wochen nach seinem Austritt aus  der  Klinik ein Dreimonatsrezept für eine 

Betäubungsmittel (BTM),  von  welchem  der  Kunde bekanntlich abhängig gewesen sei, ohne Rück-

sprache oder  Information der  Involvierten, verordnet.  Da der  Kunde einen Arztwechsel beabsich-

tigt habe, sei  der  Beschwerdeführer nicht  an  das Austrittgespräch eingeladen worden. Erwar-

tungsgemäss habe  der  Kunde innert drei Tagen eine potenziell toxische Menge  des  Medikamen-

tes bezogen und eingenommen und habe  von der  Spitex auf  den  Notfall gebracht werden müssen. 

Aus diversen E-Mails, Telefonaten und persönlichen Gesprächen sei deutlich hervorgegangen, 

dass  der  Beschwerdeführer betreffend Kliniken und andere niedergelassene Psychiater starke 

Überzeugungen habe.  Er  habe wiederholt  von  internen Machenschaften und Motiven für  die  Be-

handlung erkrankter Menschen  in den  Kliniken berichtet, welche paranoid und auffällig wirken 

würden. So sei  die Mafia  involviert und  es  gehe ausschliesslich darum, sich zu profilieren und 

ausser ihm habe niemand ein wirkliches Interesse  an der  Genesung  des  Patienten. Beispielsweise 

sei das Areal  der  Klinik nur drogenfrei, weil  diverse  Drogenbosse  in der  Umgebung wohnen wür-

den, welche ihren «Vorgarten» sauber halten wollten.  Per  E-Mail habe  der  Beschwerdeführer be-

richtet, dass  der  Kunde bald Millionär sein werde (durch ein Erbe) und dieser dann vernichtend 

gegen ihn vorgehen könne und werde.  Dies  habe dann dazu geführt, dass sowohl  der  Kunde als 

auch  der  Spitexmitarbeiter vom Beschwerdeführer unter Druck gesetzt worden seien, Stellung-

nahmen zu verfassen, welche ihn entlasten würden.  Die  Behandlung  des  Kunden hätten privatlo-

gisch und teils sehr willkürlich gewirkt.  Der  Beschwerdeführer habe sich wiederholt zu  den  BTM-

Verordnungen überreden lassen, welche  von  anderen Psychiatern und Kliniken als zu risikoreich 

für diesen Kunden eingeschätzt worden seien.  Er  habe beispielsweise  die  doppelte maximale Do-

sis eines BTM während dessen stationärem Aufenthalt  in  einer Klinik vorordnet, ohne  dies  zu 

kommunizieren. Zugleich scheine  der  Beschwerdeführer eine einzigartige, anderweitig bisher 

nicht gekannte Logik für  die  medikamentöse Therapie und Diagnostik zu verfolgen.  Die  Zusam-

menarbeit habe sich anfangs sehr schwierig gestaltet und Bemühungen um Klärung durch  die  

Spitex hätten sich als sehr schwierig herausgestellt.  Der  Beschwerdeführer habe primär mit An-

schuldigungen und Kritik reagiert. Unter aktiver Förderung  des  Informationsflusses sei  es  zu einer 

Entspannung  der  Zusammenarbeit gekommen. Jedoch habe  der  Beschwerdeführer weiterhin  den  

E-Mails vom  14.  und  15. Mai 2020  (Vorakten, Register  10) 

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Spitexnnitarbeiter denunziert.  Die  Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer funktioniere nur, 

wenn ihm vermittelt werde, dass er  die  zentrale und sehr relevante Stelle im System sei.9  

7. 	Mit Schreiben vom  11.  Dezember  2020  nahm  der  Beschwerdeführer zu  den  Vorwürfen  

der  Aufsichtsanzeige vom  1.  September  2020  Stellung.  Er  führte darin zusammengefasst aus, 

dass er bezweifle, dass  die  Textbausteine  von den  Unterzeichnenden stammen würden, da  die  

Anschuldigungen  die  Handschrift einer psychiatrischen-ärztlichen Fachperson hätten und  die  An-

zeigenden als Nicht-Ärzte wohl nicht ganz unabhängig zu solchen Einschätzungen gekommen 

wären. Zudem seien diese  von  einem anderen Psychiater gegen ihn  in  Umlauf gebracht worden.9  

Betreffend  die  vorgebrachte Verordnung hat  der  Beschwerdeführer unter anderem ausgeführt, 

dass  der Patient  bei gleichzeitiger Einnahme ausreichend Stimmungsfestiger Fortschritte gemacht 

habe.  Die  Klinik habe diese Therapieempfehlung unter deutlicher Schwächung  der  Stimmungs-

festigung fortgeführt.  Der  geschilderte Exzess-Rückfall erkläre sich, neben  der  Verzweiflung  des  

Patienten ohne BTM-Rezept dazustehen, nur aus einer masslosen Wut auf  den  Beschwerdeführer 

als gleichzeitigen Gutachter und ehemalige, langjährige Person  des  Vertrauens. Weiter seien  die  

Stimulanzien-Exzesse  des  Patienten nicht einer Abhängigkeit geschuldet, sondern seien gezielt 

erfolgt, um psychischen  Stress  auszuweichen und eine Betreuung als Psychotiker auszulösen. 

Auch habe  der Patient in der  Vergangenheit eine planmässige bewusste Überdosierung  von  Sti-

mulanzien zur Überwindung  von  depressiven Einbrüchen herbeigeführt, welche er, wie vom Be-

schwerdeführer molekular-biologisch dargelegt, zum guten Funktionieren benötigt habe. Zudem 

wäre  der Patient  als früherer  Dealer  im Stande gewesen, sich jederzeit Stimulanzien zu besorgen. 

Nach dem Austritt habe sich  der Patient  plötzlich wieder bei ihm vorgestellt und er habe nicht 

damit rechnen können, dass er  die  bisherige, zuverlässige Apotheke verlassen habe und ihm  die  

neue Apotheke drei Schachteln aufs  Mal  verkaufen würde.19  

Weiter hat  der  Beschwerdeführer  die  Vorkommnisse immer wieder mit  der  «Prozessstrategie»  des  

Patienten, respektive  seines  Umfelds erklärt. Aus  der  Stellungnahme geht hervor, dass gegen  den  

Patienten wohl ein Strafverfahren  am  Obergericht  des  Kantons Bern  am  Laufen war,  in  welchem  

der  Beschwerdeführer, neben seiner  Rolle  als behandelnder Arzt, als Gutachter tätig war." Wäh-

rend sich das «Netzwerk» nach  der  Strafverhandlung für eine Fortführung  der  ambulanten Mass-

nahme ausgesprochen habe, habe  der  Beschwerdeführer  in  seinem Gutachten eher  die  Pläne  

des  Obergerichts gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer brachte vor, dass  es  sich rückblickend 

womöglich gar nicht um eine spontane Entgleisung  des  Patienten gehandelt habe, sondern um 

einen manipulativen Akt, um  die  Glaubwürdigkeit  des  Gutachters herabzusetzen.  Der  Anzeiger  

8  Aufsichtsanzeige vom  1.  September  2020  (Vorakten, Register  11) 
9  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 1  und  4  (Vorakten, Register  11) 
1°  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 9  ff. (Vorakten, Register  11) 
11  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 3  und  5f.  (Vorakten, Register  11) 

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habe einen  Deal  zwischen  der  Klinik und dem Netzwerk eingefädelt, wonach  die  Klinik eine drei-

monatige stationäre Massnahme für ausreichend halten würde und  die  restlichen neun Monate  

ambulant  geleistet werden könnten. Damit widerspreche  der  Austrittsbericht  der  Klinik explizit  der  

Voreinschätzung  des  Obergerichts.  Der  Beschwerdeführer habe aus Sorge um das Wohlergehen  

des  Patienten  die  Klinik mit allen relevanten Informationen, so auch dem Hinweis auf einen floriden 

Prostatainfekt, versorgt.  Der  Austrittsbericht sei aber abenteuerlich gewesen. Durch  die  unprofes-

sionelle Klinik-Entlassung sei  der  Beschwerdeführer, als einspringender Lückenbüsser, automa-

tisch verdächtigt worden, überhöhte Sedative-Rezepte ausgestellt zu haben. Dabei habe  die  Klinik 

sich über jede geltende Richtlinie hinweggesetzt und eine völlig unvorbereitete Entlassung vorge-

nommen, während sich das «Netzwerk» als  die  beste, nach  der  Strafverhandlung, fortzuführende 

Lösung habe inszenieren lassen.12  

Weiter führt  der  Beschwerdeführer aus, dass er das Reizwort «nnafiös» verwendet habe, um  seine  

biographische und im Sinne einer staatstragenden Wachsamkeit erhöhte Sensibilität dafür, dass 

juristisch relevante Abläufe  transparent  und geordnet gestaltet würden, darzulegen und  die  para-

medizinischen Vorgänge lediglich zur Klärung mitgeteilt habe. So hätten ähnliche Patienten aus 

dem  Milieu  dem Beschwerdeführer  von  luxuriösen Partys im Umkreis  der  Klinik erzählt und er 

habe nicht gewollt, dass sich ähnliche Sitten auf einen hochlabilen und zu Gewalt neigenden Pa-

tienten aus dem  Milieu  abfärbten. Betreffend  die  Klinik habe er kundgetan, dass er diese wegen 

ihrer Gepflegtheit und dem offensichtlich einzigartig drogenfreien «Vorgarten» derzeit besonders 

schätzen würde.  13  Schliesslich hält  der  Beschwerdeführer fest,  die  Anzeige scheine  von  «welt-

fremden Machtfantasien» geprägt zu sein,  die  im merkwürdigen Einklang mit  der  Spitex  die  richt-

liniengestützte Behandlungsfreiheit unbescholtener freiberuflicher Psychiater einzuschränken ver-

suche.14  

8. 	Mit E-Mail vom  19.  Januar  2021  meldete ein Apotheker gegenüber  der  Vorinstanz  seine  

Bedenken bezüglich  der  Pharmakotherapie einer Patientin  des  Beschwerdeführers.  Die  Psycho-

pharmaka seien aus seiner Sicht  in  zu schnellen Wechseln und unüblichen bis heiklen Dosierun-

gen verschrieben oder  abrupt  gestoppt worden. Auch  die  Dokumentation  des  Beschwerdeführers 

sei fragwürdig. Sie hätten mehrfach einen «Fresszettel» mit Dosierungsänderungen  von  Medika-

menten, welche noch gar nicht verordnet oder bereits  in  dieser Dosierung im Dosette gewesen 

seien, erhalten.  Der  psychische Zustand  der  Patientin habe sich massiv verschlechtert und ihre 

soziale Abhängigkeit habe zugenommen.  Der  Beschwerdeführer sei  in  dieser Zeit schwierig zu 

kontaktieren gewesen und Rückfragen seien wirr und unkonkret beantwortet worden. Zudem habe  

der  Beschwerdeführer komplexe Diagnosen  (Parkinson,  Diabetes)  in  Eigenregie behandelt und  

12  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 12  ff. (Vorakten, Register  11)  
Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 3  ff. (Vorakten, Register  11) 

14  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 18  (Vorakten, Register  11) 

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auch unpassende Pharmakotherapien verordnet sowie Interaktionen zu wenig Aufmerksamkeit 

geschenkt. Sein Handeln sei fachlich nicht nachvollziehbar gewesen.15  

9. Am 16.  August  2021  fand ein Gespräch zwischen dem Beschwerdeführer und  der  Vo-

rinstanz statt. Das Gespräch wurde nicht protokolliert.16  

10. Mit Schreiben vom  24.  August  2021  reichte eine Ärztin vom  D. 	 eine Aufsichtsanzeige 

betreffend  den  Beschwerdeführer ein. Sie habe vom Beschwerdeführer einen 20-seitigen Bericht  

via  eine Bluewin  E-Mail-Adresse erhalten. Dabei handle  es  sich um keine sichere Verbindung und  

es  sollten keine sensiblen Daten wie Patientenbericht darüber geschickt werden. Weiter würden  

die  sehr umfangreichen Abklärungen auch solche beinhalten,  die  ihres Wissens allenfalls For-

schungscharakter hätten und für  die es  bisher keine etablierten Abklärungen und Behandlungen 

gebe.  Der  Einsatz diverser Antibiotika gehöre wohl eher nicht zum üblichen Behandlungsspektrum 

eines Psychiaters. Zudem habe  es  keine nachvollziehbaren Indikationen hierfür gegeben.17  

11. In  seiner Stellungnahme vom  5.  November  2021  bestreitet  der  Beschwerdeführer, dass 

dem Schreiben vom  24.  August  2021 die  Qualität einer aufsichtsrechtlichen Anzeige zukomme. 

Als praktizierender Arzt sei er befähigt  die  Abgabe  von  Medikamenten sorgfältig abzuschätzen.  

Die  umfangreichen Abklärungen bezüglich  des  Patienten würden sich im Zuweisungsbericht nie-

derschlagen, was  der  Transparenz und  Information  diene.  Es  sei nicht erkennbar, was daran ge-

sundheitspolizeilich zu beanstanden sei. Schliesslich diene  der  Versand  des  Berichts  an die  Haus-

ärztin dem fachärztlichen Dialog und  die  Anzeigerin hätte ohne weiteres das direkte Fachgespräch 

suchen können. Dass sie sich ohne Kontaktaufnahme direkt  an die  Behörde wende, wirke befrem-

dend und hinterlasse  den  Eindruck, dass  die  Ärztin zur Meldung motiviert worden sei.18  

12. Mit  Aufsichtsanzeige vom  16.  März  2023  meldete eine Kinder-  und  Jugendärztin, dass  

der  Beschwerdeführer aufgrund einer geäusserten Suizidalität als Notfallpsychiater zu ihrer Pati-

entin,  welche  sie seit fünf Jahren kenne, nach Hause gegangen sei.  Die  Patientin habe ein Asper-

gersyndrom  und  bereits mehrere psychiatrische Kriseninterventionen  und  Hospitalisationen  in der  

Vorgeschichte.  Der  Beschwerdeführer habe eine bipolare Störung diagnostiziert  und  vorgeschla-

gen alle Medikamente abzusetzen  und  eine neue Medikation rezeptiert. Ausserdem habe er eine 

Helicobacter  pylori  Infektion diagnostiziert  und  eine Eradikationstherapie verordnet (diese entspre-

che nicht  den  offiziellen  Guidelines). Am  nächsten  Tag  habe  der  Beschwerdeführer versucht,  die  

Anzeigerin  über  Telefonate, wirre E-Mails  und  schliesslich unter Androhung  von  rechtlichen Schrit-

ten  von  seiner  Diagnose  und  der  Medikation zu überzeugen, ohne  die  Vorgeschichte  in  Erfahrung 

zu bringen.  Der  Beschwerdeführer habe eine Gefährdungsmeldung gemacht  und  eine fürsorgliche  

15  E-Mail vom  19.  Januar  2021  (Vorakten, Register  12) 
18  Schreiben vom  7.  Juli  2021  und Handakten zur Besprechung vom  16.  August  2021  (Vorakten, Register  11) 
17  Aufsichtsanzeige vom  24.  August  2021  (Vorakten, Register  13) 
18  Stellungnahme vom  5.  November  2021  (Vorakten, Register  13) 

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Unterbringung für  die  Patientin gefordert.  Die  Anzeigerin führte weiter aus, dass  man  im Notfall-

dienst nicht eine langjährige  Diagnose  über  den  Haufen werfen und eine komplett neue 

Psychopharma-Therapie verordnen könne. Was anschliessend geschehen sei, bestätige, dass  

der  Beschwerdeführer  fast  zwanghaft auf seiner  Diagnose  beharre und nicht zuhöre.  Seine  Web-

site  bestätige das Bild einer etwas wirren Persönlichkeit mit eigenen Theorien.19  

13. 	Am 6.  September  2023  reichte eine freiberufliche ambulante psychiatrische Pflegefach- 

frau eine weitere Aufsichtsanzeige ein. Sie meldete, dass  am 15.  August  2023  ein Erstgespräch 

mit  der  Klientin und dem Beschwerdeführer  in  seiner  Praxis  stattgefunden habe.  Die  Begegnung 

mit dem Beschwerdeführer sei zutiefst verwirrend und beängstigend gewesen. Noch nie habe sie 

eine so wirre und unprofessionelle Fachperson erlebt und sie sei schockiert, dass  der  Beschwer-

deführer im Besitz einer Berufsausübungsbewilligung sei.  Die Praxis des  Beschwerdeführers be-

finde sich  in  einem Kellerraum und sei extrem chaotisch und dunkel.  Der  Beschwerdeführer habe 

das Gespräch, ohne  die  Klientin vorzustellen, direkt mit wirren Ausführungen zum Thema Leukä-

mie begonnen.  Der  Beschwerdeführer schien erklären zu wollen, dass Leukämie zu Entzündungs-

prozessen im Gehirn führe und durch diese wohl psychiatrische Symptome entstehen würden. Sie 

habe ihm nicht folgen können und auch nicht verstanden, was  dies  mit  der  Klientin,  die  nicht  an  

Leukämie erkrankt sei, zu tun habe. Weiter habe  der  Beschwerdeführer erwähnt, dass  es die  

«sieben wichtigsten/grössten Fragen  in der  Psychiatrie gebe», wovon er sechs gelöst habe.  Er  
habe auch  die  Wichtigkeit  von  Medikamenten und Biomedizin erwähnt und dass er «natürlich auch 

mit seiner Elektrizität arbeite» und dabei auf eine alte Holzkiste mit Deckel  am  Boden gezeigt. 

Weiter habe  der  Beschwerdeführer verschiedene Werke und Instrumente,  die von  ihm verfasst 

worden seien, und Gremien,  von  denen er Vorstand sei, erwähnt.  Die  Anzeigerin habe aber keine 

vom Beschwerdeführer verfassten Werke finden können. Zur Klientin habe  der  Beschwerdeführer 

gemeint, «sie sei eine ganz liebe.., sie hat schwerste, schwerste Symptome, aber keine psychi-

atrische  Diagnose.  So etwas gibt  es  eigentlich  in  ganz Europa nicht.».  Die  Anzeigerin habe  der  

Klientin ihre Arbeitsweise und ihr Angebot erklärt.  Der  Beschwerdeführer habe sich im Beisein  der  

Klientin sehr abwertend und auch sehr wirr darüber geäussert und betont, dass «er  der  Experte 

sei und  es am  besten wisse», dass «nur  die  allerkomplexesten Patienten bei ihm  in  Behandlung 

seien» und habe erneut  die  Wichtigkeit  von  Entzündungsprozessen und Viren im Gehirn betont. 

Während dem ganzen Gespräch habe  die  Anzeigerin das Gefühl gehabt, dass  es  nicht möglich 

sei mit dem Beschwerdeführer richtig  in  Kontakt zu sein.  Er  habe  die  Worte  der  Anzeigerin nicht 

wirklich verstehen und sich nicht nachvollziehbar und verständlich äussern können. Ausserdem 

sei kein normaler Blickkontakt möglich gewesen und  seine  Mimik sei besorgniserregen wirr gewe- 

19  Aufsichtsanzeige vom  16.  März  2023  (Vorakten, Register  17) 

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sen.  Der  Beschwerdeführer scheine  der  Meinung zu sein, dass alle anderen Therapeut:innen/Psy-

chiateri:innen falsche Therapien anbieten, zu wenige Medikamente verordnen und falsche Diag-

nosen stellen würden.2°  

14. 	Mit Schreiben vom 26.0ktober  2023  wurde  die  Vorinstanz vom Ärztlichen Bezirksverein 

Bern  Regio  (ABV) über  den  Ausschluss  des  Beschwerdeführers vom psychiatrischen Notfalldienst 

informiert.21  

15. 	Mit Schreiben vom  16.  April  2024  eröffnete  die  Vorinstanz ein aufsichtsrechtliches 

Verfahren betreffend Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung als Arzt.22  

16. 	Mit Stellungnahme vom  4.  Juni  2024  beantragte  der  Beschwerdeführer,  es  sei  von  einem 

Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung abzusehen und das Verfahren sei einzustellen.23  

17. 	Mit Verfügung vom  2.  Oktober  2024  hat  die  Vorinstanz Folgendes verfügt:  

1. Herrn  A. 	 wird  die  vom KAZA  am 14.  Januar  2010  erteilte Berufsausübungsbewilligung entzogen.  

Die  ärztliche Tätigkeit  in  eigener fachlicher Verantwortung und das Führen einer ärztlichen  Praxis  sind 

ihm nach Ablauf  der  Frist  in  Dispositiv Ziffer  2  unter Androhung  der  Ungehorsamsstrafe nach Artikel  

292  StGB nicht mehr gestattet.  

2. Die  Patientinnen und Patienten sind über  die  Beendigung  der  ärztlichen Tätigkeit zu informieren. Bei 

Patientinnen und Patienten,  die  bereits  in  Behandlung stehen, ist  die  Behandlung innert zwei Wochen 

nach Eröffnung dieser Verfügung abzuschliessen oder diese sind innert  der  genannten Frist zur geeig-

neten Weiterbehandlung zu überweisen.  Es  dürfen keine neuen Behandlungen mehr aufgenommen 

werden.  

3. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung wird  die  aufschiebende Wirkung entzogen.  

4. Die  Kosten dieses Verfahrens, bestimmt auf  1000  Franken, werden Herrn  A. 	auferlegt. Sie werden 

separat  in  Rechnung gestellt.  

18. 	Der  Beschwerdeführer hat mit Eingabe vom  21.  Oktober  2024,  eingegangen  am 22.  Ok- 

tober  2024,  Beschwerde bei  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  des  Kantons Bern 

(GSI) gegen Ziffer  3  dieser Verfügung erhoben und Folgendes beantragt:  

1. Die  Zwischenverfügung gemäss Ziffer  3 der  Verfügung  des  Gesundheitsamts vom  2.  Oktober  2024,  

wonach einer allfälligen Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung entzogen werde, sei aufzuheben. 

Aufsichtsanzeige vom  6.  September  2023  (Vorakten, Register  18) 
21  Schreiben vom  26.  Oktober  2023  und  Ausschluss vom psychiatrischen Notfalldienst vom  26.  Oktober  2023  (Vorak-
ten, Register  21) 
22  Schreiben vom  16.  April  2024  (Vorakten, Register  22) 
23  Stellungnahme vom  4.  Juni  2024  (Vorakten, Register  22) 

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2. 	Einer allfälligen Beschwerde gegen  die  Verfügung  des  Gesundheitsamts vom  2.  Oktober  2024  sei  die  

aufschiebende Wirkung superprovisorisch zu erteilen bzw. sei  die  aufschiebende Wirkung im Beschwer-

deverfahren gegen  die  Verfügung  des  Gesundheitsamts vom  2.  Oktober  2024  superprovisorisch wie-

derherzustellen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge- 

19. 	Mit  Zwischenverfügung vom  24.  Oktober  2024  wies  die  Rechtsabteilung  des  Generalsek- 
retariats,  welche  die  Beschwerdeverfahren für  die  GSI leitet,24  den  superprovisorischen Antrag 

auf Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung  ab und  forderte  die  Vorinstanz auf,  die  Vorak-
ten  und  eine Stellungnahme betreffend  die  Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung einzu-

reichen.  

20. 	Der  Beschwerdeführer hat mit Eingabe vom  4.  November  2024,  eingegangen  am 6.  No- 
vember  2024,  Beschwerde bei  der  GSI gegen  die  Verfügung vom  2.  Oktober  2024  erhoben und 

Folgendes beantragt:  

1. Die  Verfügung  des  Beschwerdegegners vom  2.  Oktober  2024  sei aufzuheben.  

2. Dem Beschwerdeführer sei  die  mit Verfügung vom  2.  Oktober  2024  entzogene Berufsausübungsbewil-

ligung  per  sofort wieder zu erteilen und  die  ärztliche Tätigkeit  in  eigener fachlicher Verantwortung sowie 

das Führen einer ärztlichen  Praxis per  sofort wieder zu gestatten. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge —  

21. 	Die  Vorinstanz hat  am 5.  November  2024 die  Vorakten sowie eine Stellungnahme zum 
Antrag  des  Beschwerdeführers auf Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung eingereicht 

und dessen Abweisung beantragt.  

22. 	Mit Zwischenverfügung vom  7.  November  2024  wies  die  Rechtsabteilung  den  Antrag auf 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung ab und führte  den  Schriftenwechsel durch.  

23. 	Die  Vorinstanz beantragt  in  ihrer Beschwerdevernehmlassung vom  4.  Dezember  2024, 
die  Beschwerde vom  4.  November  2024  sei abzuweisen.  

24. 	Der  Beschwerdeführer hat  am 9.  Dezember  2024  beim Verwaltungsgericht  des  Kantons 
Bern Beschwerde gegen  die  Zwischenverfügung vom  7.  November  2024  erhoben.  

24  Art. 7  Abs.  1  Bst.  m  der  Verordnung vom  30.  Juni  2021  über  die Organisation  und  die  Aufgaben  der  Gesundheits-, 
Sozial- und Integrationsdirektion (Organisationsverordnung GSI, OrV GSI; BSG  152.221.121)  i.V.m.  Art. 14a der  Direk-
tionsverordnung über  die  Delegation  von  Befugnissen  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion vom  17.  Ja-
nuar  2001  (DelDV GSI; BSG  152.221.121.2)  und  Art. 6  Abs.  1  Bst.  e  des  Organisationsreglements  des  Generalsekre-
tariats  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (OrgR  GS  GSI)  

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25. 	Mit Urteil vom  23.  Januar  2025  hat das Verwaltungsgericht  die  Beschwerde gegen  die  

Zwischenverfügung vom  7.  November  2024  betreffend Antrag auf Wiederherstellung  der  aufschie-

benden Wirkung gutgeheissen und  die  aufschiebende Wirkung  der  Beschwerde vom  4.  Novem-

ber  2024  wiederhergestellt.25  

Auf  die  Rechtsschriften und Akten wird, soweit für  den  Entscheid wesentlich,  in den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen  

1. Sachurteilsvoraussetzungen  

1.1 	Angefochten ist  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  2.  Oktober  2024.  Diese Verfügung ist ge-

nnäss  Art. 46  GesG26  i.V.m.  Art. 62  Abs.  1  Bst.  a  VRPG27  bei  der  GSI als  der in der  Sache zuständigen 

Direktion anfechtbar. Somit ist  die  GSI zur Beurteilung  der  Beschwerde vom  4.  November  2024  zu-

ständig.  

1.2 	Der  Beschwerdeführer ist als Adressat  der  Verfügung ohne Weiteres zur Beschwerdefüh-

rung befugt  (Art. 65  VRPG).  

1.3 	Der  unterzeichnende Anwalt ist gehörig bevollmächtigt.28  

1.4 	Auf  die  gemäss  Art. 67  VRPG form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutre-

ten.  

1.5 	Die  GSI prüft, ob  die  Vorinstanz  von  einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung  des  

Sachverhalts ausgegangen ist, ob sie Recht verletzt hat (einschliesslich allfälliger Rechtsfehler bei  der  

Ausübung  des  Ermessens) und ob  die  angefochtene Verfügung unangemessen ist  (Art. 66  VRPG).  

Der GS!  steht somit volle Kognition zu.  

2. Streitgegenstand 

Anfechtungsobjekt ist vorliegend  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  2.  Oktober  2024.  Mit Verfügung 

vom  2.  Oktober  2024  hat  die  Vorinstanz dem Beschwerdeführer  die am 14.  Januar  2010  erteilte Be-

rufsausübungsbewilligung entzogen. Streitgegenstand und damit zu prüfen ist, ob  die  Vorinstanz dem 

Beschwerdeführer  die  Berufsausübungsbewilligung zu Recht entzogen hat.  

28  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2024.384  vom  23.  Januar  2025 
28  Gesundheitsgesetz vom  2.  Dezember  1984  (GesG; BSG  811.01) 
27  Gesetz vom  23. Mai 1989  über  die  Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG  155.21) 
28  Beschwerdebeilage  1 

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3. 	Rechtliche Grundlagen  

3.1 	Für  die  Ausübung eines universitären Medizinalberufes  in  eigener fachlicher Verantwortung 

bedarf  es  einer Bewilligung  des  Kantons, auf dessen Gebiet  der  Medizinalberuf ausgeübt wird  (Art. 34  

Abs.  1  MedBG29).  Die  Bewilligung zur Berufsausübung  in  eigener fachlicher Verantwortung wird erteilt, 

wenn  die  Gesuchstellerin oder  der  Gesuchsteller: ein entsprechendes eidgenössisches Diplom besitzt 

(Bst.  a);  vertrauenswürdig ist sowie physisch und psychisch Gewähr für eine einwandfreie Berufsaus-

übung bietet (Bst.  b);  über  die  notwendigen Kenntnisse einer Amtssprache  des  Kantons, für welchen  

die  Bewilligung beantragt wird, verfügt (Bst.  c; Art. 36  Abs.  1  Bst.  a  bis  c  MedBG). Buchstabe  b  um-

schreibt abschliessend  die  persönlichen Voraussetzungen für  die  Bewilligungserteilung. Demgemäss 

hat eine Person einerseits gut beleumundet bzw. allgemein vertrauenswürdig zu sein und andererseits 

muss sie physisch und psychisch  in  einer Verfassung sein,  die  Gewähr für eine einwandfreie Tätigkeit 

bietet.39  

3.2 	Personen,  die  einen universitären Medizinalberuf  in  eigener fachlicher Verantwortung ausü- 

ben, halten sich zudem  an die in Art. 40  MedBG normierten Berufspflichten, deren Verletzung durch 

Disziplinarmassnahmen gemäss  Art. 43  MedBG sanktioniert werden kann. Gemäss  Art. 40  

Bst.  a  MedBG üben sie ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft aus; sie halten sich  an die  Grenzen  

der  Kompetenzen,  die  sie im Rahmen  der  Aus-, Weiter- und Fortbildung erworben haben.  

3.3 	Die  Bewilligungspflicht nach  Art. 34  MedBG und  die  Berufspflichten nach  Art. 40  MedBG 

richten sich  an  Personen, welche einen universitären Medizinalberuf selbstständig ausüben. Beide 

Rechtsinstitute haben  den  Schutz  der  öffentlichen Gesundheit zum Ziel.  Der  Inhalt  der  Berufspflichten 

überschneidet sich teilweise mit  den  Voraussetzungen für  die  Bewilligungserteilung, indem ihnen das 

Element  der  Vertrauenswürdigkeit implizit zugrunde gelegt ist: Durch  die  mehrfache und gravierende 

Verletzung  von  Berufspflichten kann  die  Vertrauenswürdigkeit im  Sinn von Art. 36  Abs.  1  Bst.  b  MedBG 

zerstört werden.  Der  Verlust  der  Vertrauenswürdigkeit kann also, muss aber nicht aus  der  Verletzung  

von  Berufspflichten resultieren.31  

3.4 	Welches Verhalten für  die  Vertrauenswürdigkeit  relevant  ist, muss mit Blick auf  den  massge- 

blichen Kontext, hier also  die  öffentliche Gesundheit, ermittelt werden. Dieser Kontext besteht im Kern 

aus gesundheitspolizeilichen Anliegen, geht aber etwas weiter. Denn  der  Schutzzweck  des  Erforder-

nisses  der  Vertrauenswürdigkeit besteht nicht nur im (unmittelbaren) Wohl  der  einzelnen Patientinnen 

und Patienten, sondern auch darin, deren kollektives Vertrauen zu rechtfertigen und zu erhalten.  Die 

in der  Botschaft zum MedBG verwendete Formulierung «allgemein vertrauenswürdig» weist darauf  

29  Bundesgesetz vom  23.  Juni  2006  über  die  universitären Medizinalberufe (Medizinalberufegesetz, MedBG;  SR 
811.11) 
30  Botschaft vom  3.  Dezember  2004  zum Bundesgesetz über  die  universitären Medizinalberufe,  S. 226 
31  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_853/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  5.3 

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hin, dass das für  die  Vertrauenswürdigkeit relevante Verhalten nicht auf  die  berufliche Tätigkeit  in  kon-

kreten Fällen (beispielsweise auf  die  Heilbehandlung als solche) beschränkt ist. Umgekehrt kann nicht 

jedes (tadelnswerte) Verhalten für  die  Beurteilung  der  Vertrauenswürdigkeit herangezogen werden, 

sondern nur jenes, das einen Bezug zur selbstständigen Tätigkeit im medizinischen Sektor aufweist.  

Die  Ausübung dieser Tätigkeit setzt voraus, dass  der  Bewilligungsinhaber bzw. Gesuchsteller  in der  

Lage ist, einen Praxisbetrieb zu führen und dafür  die  Verantwortung zu tragen.32  Nach  der  Rechtspre-

chung sind  an die  Vertrauenswürdigkeit im Sinne  von Art. 36  Abs.  1  Bst.  b  MedBG hohe Anforderun-

gen zu stellen. Praxisgemäss muss  die  Vertrauenswürdigkeit sowohl im Verhältnis  des  Bewilligungs-

inhabers zu  den  Patientinnen und Patienten als auch zu  den  Behörden, vorwiegend  der  Gesundheits-

behörden, erfüllt sein.33  Für das Fehlen  der  Vertrauenswürdigkeit reicht  es  bereits aus, wenn sie ge-

genüber  den  Gesundheitsbehörden nicht mehr gegeben ist. Eine Prüfung  der  Vertrauenswürdigkeit 

gegenüber  den  Patientinnen und Patienten wäre unter diesen Umständen gar nicht mehr notwendig.34  

3.5 	Die  Bewilligung wird entzogen, wenn ihre Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind oder nach-

träglich Tatsachen festgestellt werden, auf Grund derer sie hätte verweigert werden müssen  

(Art. 38  MedBG).  Sind die  Voraussetzungen für  die  Bewilligungserteilung ganz oder teilweise nicht 

mehr erfüllt oder werden nachträglich Tatsachen festgestellt, auf Grund derer  die  Bewilligung hätte 

verweigert werden müssen, so ist  die  Bewilligung zu entziehen. Dabei finden selbstverständlich  die  

allgemeinen Grundsätze  des  Verwaltungsrechts, insbesondere  die  Beachtung  des  Verhältnismässig-

keitsprinzips und  die  Gewährung  des  rechtlichen Gehörs, Anwendung.35  

4. 	Argumente  der  Verfahrensbeteiligten  

4.1 	Verfügung vom  2.  Oktober  2024 

4.1.1 	Die  Vorinstanz hält  in  ihrer Verfügung vom  2.  Oktober  2024  betreffend  die  beiden Aufsichts-

anzeigen vom  31.  Oktober  2016  und  7.  November  2016  fest, dass bis heute kein Anlass für  die  Un-

tersuchung und  die  Behandlung  der  Füsse  der  Patientin bestehen würden. Ein Zusammenhang zwi-

schen Fusspilz und psychischen Erkrankungen sei wissenschaftlich nicht belegt. Das Vorgehen  des  

Beschwerdeführers sei  in  grober Missachtung grundlegender Erkenntnisse  der  medizinischen Wis-

senschaft erfolgt und er habe damit gegen das Verbot umstrittener diagnostischer oder therapeuti-

scher Praktiken nach  Art. 8 der  Standesordnung  der  FMH36  und damit auch gegen  die  Pflicht zur 

sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung verstossen.  Der  Versuch  des  Beschwerdeführers  in  

seiner Stellungnahme vom  4.  Juni  2023  einen Zusammenhang zwischen Morbus  Parkinson  und Fuss-

pilz herzustellen, obwohl ein solcher aus wissenschaftlicher Sicht nicht existiere, verdeutliche, dass er  

32  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_853/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  5.4 
33  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_879/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  4.5 
34  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_1011/2014  vom  18.  Juni  2015  E.  5.2  

Botschaft vom  3.  Dezember  2004  zum Bundesgesetz über  die  universitären Medizinalberufe,  S. 228  
Foederatio Medicorum Helveticorum (FMH), Berufsverband  der  Schweizer Ärztinnen und Ärzte  

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weiterhin  an  umstrittenen diagnostischen oder therapeutischen Praktiken festhalte. Als Psychiater,  der  

eine Ferienvertretung übernehme, wäre  der  Beschwerdeführer verpflichtet gewesen, sich vor  der  Kon-

sultation gründlich  in die  Patientenakten einzulesen, um  die  bisherigen Diagnosen, Behandlungen und  

den  Medikationsplan zu verstehen und konsistente und sichere Entscheidungen treffen zu können. 

Stattdessen habe sich  der  Beschwerdeführer veranlasst gesehen, ohne medizinische Notwendigkeit 

eine neue  Diagnose  zu stellen und  die  Medikation umzustellen. Auch  die  Aussage, dass  die Diagnose  

Schizophrenie falsch sei, da  die  Patientin zu  intelligent  dafür sei und das Problem vielmehr bei ihren 

Zehen liege, sei nachweislich wissenschaftlich falsch und würden  von der  offensichtlichen Ignoranz  
des  Beschwerdeführers gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen zeugen. Ein Arzt mit einer sol-

chen Haltung biete keinerlei Gewähr dafür, dass er  seine  Pflicht, qualitativ hochwertige und zu verläs-

sige Leistungen für  die  Patientinnen und Patienten zu erbringen, erfüllen könne, womit  es  ihm  an der  

Vertrauenswürdigkeit fehle.37  

4.1.2 	Zur Aufsichtsanzeige vom  6.  März  2020 von  einem renommierten Kinderarzt und Experte für 
Infektiologie, hält  die  Vorinstanz fest, dass  es  keinen Grund gebe  an der  Richtigkeit  der  Aussagen, 

dass seitens  des  Beschwerdeführers eine vollständige Fehleinschätzung  des  allgemeinen Gesund-

heitszustandes,  der  Verhaltensinterpretation sowie  der  Gefährdung  in  Bezug auf Tuberkulose vor-

liege, zu zweifeln. Das Zuweisungsschreiben  des  Beschwerdeführers weise bereits für einen Laien 

erkennbare Auffälligkeiten auf.  Der  Beschwerdeführer sei weder Facharzt für Allgemeine Innere Me-

dizin noch Hausarzt, woran auch  seine  angeblichen Erfahrungen nichts ändern würden. Das Zuwei-

sungsschreiben verdeutliche vielmehr, dass  der  Beschwerdeführer  seine  Fähigkeiten als Arzt nicht 

richtig einschätzen könne und damit ein Risiko für  die  Gesundheit  der  Patientinnen und Patienten 

darstelle. Damit verstosse er gegen  die  Berufspflicht, sich  an die  Grenzen  der  Kompetenzen zu halten,  

die  er im Rahmen ihrer Aus-, Weiter- und Fortbildung erworben habe. Auch dieses Verhalten zeige, 

dass  es  ihm  an der  notwenigen Vertrauenswürdigkeit  mangle.  Zu erwähnen seien auch  die  mehrsei-

tigen Ausführungen  des  Beschwerdeführers über  die  schwierigen Lebensumstände  der  Mutter und  

die Wahl von  Jair Bolsonaro. Ein Zusammenhang mit  der  Zuweisung  des  Sohnes sei nicht erkenn-
bar.38  

4.1.3 	Zum Rezept vom  13. Mai 2020  hält  die  Vorinstanz fest, dass  der  Beschwerdeführer nicht nur 
auf dem Rezept  die  falsche Dosierung notiert habe, sondern auch  die  tägliche Dosierung  von  Zolpidem 

im Vergleich zum vorbehandelnden Arzt mehr als verdoppelt habe  (von 10 mg  auf  50 mg).  Diese gra-

vierende Erhöhung  der  Medikation im  Off-Label-Bereich werfe ernsthafte Fragen zur Sorgfalt und  Si- 

‚  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5 a) 
38  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5 b) 

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cherheit bei  der  Behandlung  des  Patienten auf und  der  Beschwerdeführer habe keine Angaben ma-

chen können,  die  diese Behandlung aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht nachvollziehbar erklä-

ren würden.39  

4.t4 	Zur Aufsichtsanzeige einer Spitex vom  1.  September  2020  hält  die  Vorinstanz fest, dass sich  

der  Vorwurf,  der  Beschwerdeführer habe  die  involvierten Stellen nicht über ein Dreinnonaterezept in-

formiert, mit ähnlichen Vorwürfen decke, wonach  der  Beschwerdeführer  die  Zusammenarbeit mit Ge-

sundheitsfachpersonen als nicht notwendig erachte.  Die  20-seitige Stellungnahme  des  Beschwerde-

führers sei kaum verständlich und er konzentriere sich überwiegend auf allgemeine Ausführungen 

ohne  die  konkreten Vorwürfe ausreichend zu klären.49  Weiter erachte  die  Vorinstanz auch  die  Vor-

würfe vom  19.  Januar  2021  als zutreffend, diese würden zu  den  übrigen Meldungen passen.41  Bei  der  

Aufsichtsanzeige vom  24.  August  2021  zeige sich, dass sich  der  Beschwerdeführer umstrittener diag-

nostischen oder therapeutischen Praktiken bediene, indem er dem Patienten ohne medizinische Indi-

kation  diverse  Antibiotika verschrieben habe.42  Auch  die  Schilderungen  der  Pflegefachfrau vom  6  Sep-

tember  2023  seien als glaubhaft einzustufen und würden das Bild eines Psychiaters zeichnen,  der  

offensichtlich nicht mehr  in der  Lage sei, eine ärztliche Behandlung nach dem anerkannten  Stand der  

medizinischen Wissenschaft zu gewährleisten  .43  Auch  die  Aufsichtsanzeige vom  12.  September  2023  

(recte:  16.  März  2023)  zeige, dass  der  Beschwerdeführer  seine  Pflicht zur sorgfältigen und gewissen-

haften Berufsausübung  in  einem Ausmass verletzt habe, dass ihm  die  Vertrauenswürdigkeit abge-

sprochen werden müsse.44  

4.1.5 	Zusammenfassend würden  die  allesamt als glaubhaft einzustufenden Aufsichtsanzeigen und 

Meldungen,  die  unabhängig voneinander eingereicht worden seien, zeigen, dass  der  Beschwerdefüh-

rer seit Jahren auffällig sei und seinen Berufspflichten nicht nachkomme.  Er  stelle Diagnosen und 

verordne Medikamente,  die  nicht dem  Stand der  anerkannten  Praxis der  medizinischen Wissenschaf-

ten entsprechen würden und verstosse damit gegen das Verbot umstrittener diagnostischer und the-

rapeutischer Praktiken nach  Art. 8 der  Standesordnung  der  FMH. Ohne  die  Patienten und deren Vor-

geschichte ausreichend zu kennen, ändere er ohne medizinische Indikation deren langjährige Be-

handlung und verzichte regelmässig auf eine Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie weite-

ren Gesundheitsfachpersonen. Kritischen Fragen zu seiner Arbeit entgegne er mit falschen Behaup-

tungen und mit dem Verweis auf angeblichen Studien, denen keine wissenschaftliche Evidenz nach-

komme. Darüber hinaus werde bestritten, dass  der  Beschwerdeführer tatsächlich  in  einer Forschung 

tätig gewesen sei,  die  diesem Begriff gerecht werde. Vor diesem Hintergrund sei offensichtlich, dass  

39  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5 c) 
4°  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5  d)  
41  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5  e)  
42  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5 f) 
43  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.59) 
44  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5  h)  

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ihm  die  notwendige Vertrauenswürdigkeit als Arzt fehle und  der  Entzug  der  Berufsausübungsbewilli-

gung zum Schutz  der  Patientinnen und Patienten sowie zur Sicherstellung einer qualitativ hochwerti-

gen Gesundheitsversorgung erforderlich sei.45  

4.1.6 	Betreffend  die  Verhältnismässigkeit  des  Entzugs  der  Berufsausübungsbewilligung hält  die  

Vorinstanz fest, dass keine Ermessensspielraum bestehe und das MedBG im Fall  des  Fehlens einer 

Bewilligungsvoraussetzung, anders als im Bereich  der  Disziplinarmassnahmen, kein milderes Mittel 

als  den  Bewilligungsentzug vorsehe:46  

4.2 	Beschwerde vom  4.  November  2024 

4.2.1 	Der  Beschwerdeführer rügt  in  seiner Beschwerde vom  4.  November  2024,  dass nur sein Ver- 
halten und  seine  Behandlungsmethoden im Allgemeinen kritisiert würden und  es  keine konkrete fach-

liche Kritik  an  einer bestimmten Handlung gebe. Aufgrund seiner mehrjährigen Erfahrung als prakti-

zierender Arzt und  in der  Forschung bedürfe  es  triftige Gründe für  den  Vorwurf  der  Sorgfaltspflichtver-

letzung.  Die  Vorinstanz begründe  den  Entzug einzig mit einer Ansammlung verschiedener, aus Auf-

sichtsanzeigen stammenden Behauptungen, ohne diese jedoch medizinisch fundiert auf deren Plau-

sibilität und Korrektheit überprüft zu haben.  Die  Aufsichtsanzeigen seien zudem weder primär noch 

spontan, sondern würden  den  Reaktionen  von  Anzeigenden auf legitime Problematisierungen  von  

ärztlichen Einschätzungen und Vorgehensweisen durch  den  Beschwerdeführer,  die  sich aus dessen 

ärztlicher Tätigkeit ergeben hätten, entstammen. Zudem seien bis anhin keine Beanstandungen sei-

tens Patientinnen und Patienten oder Patientenorganisationen erhoben worden.47  

4.2.2 	Zu  den  beiden Aufsichtsanzeigen vom  31.  Oktober  2016  und  7.  November  2016  hält  der  Be- 
schwerdeführer fest, dass ihn  die  Patientin um  die  langfristige Übernahme  der  Therapie gebeten habe 

und diesbezüglich ihm gegenüber auch  die  Entbindung  von der  ärztlichen Schweigepflicht unterzeich-

net habe. Im Rahmen  der  Behandlung habe er sodann Indizien einer schizoaffektiven Störung festge-

stellt, wobei eine dahingehende Untersuchung  in den  Akten nicht verzeichnet gewesen sei. Weiter 

habe schon lange  der  Verdacht einer Erkrankung  an  Morbus  Parkinson  bestanden.  Da  Fusspilz eine 

mögliche Begleiterkrankung  von  Morbus  Parkinson  sei, habe  der  Beschwerdeführer erstmalig eine 

Fussnagel-Mikrobiologie veranlasst. Mit Blick auf  den  vor etlichen Jahren aufgetretenen Verdacht auf 

Morbus  Parkinson  sowie  die  ihm bekannten medizinischen Begleitprobleme, sei dargelegt, dass sich  
der  Beschwerdeführer ausführlich mit  der  Patientenakte auseinandergesetzt und deren psychiatrische 

bzw. medizinische Vorgeschichte  in seine  Abklärungen nniteinbezogen habe.  In  seiner Eigenschaft als 
Praktischer Arzt stütze er sich auf  den  globalen medizinischen Konsens, wonach chronische Entzün-

dungen bei psychiatrischen Krisenzuständen intensiv zu behandeln seien. Anlässlich  der  Behandlung  

45  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 1.5  h)  
46  Verfügung vom  2.  Oktober  2024,  Ziffer  B 2 
47  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  111. 1. 

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hätten sich ausreichend Hinweise auf eine meist durch  Candida  verursachte Nagelentzündung gefun-

den, wobei  Candida  nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen wohl Morbus  Parkinson  sowie 

einige andere psychische Erkrankungen fördern würde. Um  den  Verdacht  des  Candida-Befalls zu klä-

ren, habe  der  Beschwerdeführer entsprechend  den  medizinischen Richtlinien  die  Zehennägel  der  Pa-

tientin untersucht. Dabei handle  es  sich um publizierte sowie replizierte medizinische Erkenntnisse. 

Dass «alle psychischen Erkrankungen auf defekte Zehennägel zurückzuführen seien» habe er nie 

behauptet. Bezüglich  der  Umstellung und  der  hohen Dosierung  der  Medikation sei festzuhalten, dass  

die  Patientin ihre Unverträglichkeit  des  Medikaments Olanzapin geschildert habe. Aufgrund  der  ver-

muteten akuten komplexen bipolaren Erkrankung und  der  daraus resultierenden hohen Therapiere-

sistenz habe  der  Beschwerdeführer nach anerkannten  Standards initial minimal  eine Umstellung auf  

Lithium  und Valproat begonnen, bei  der es  naturgemäss zu einer temporären routinemässigen Über-

schneidung  der  verschiedenen Medikamente gekommen sei.  Die  neue Diagnosestellung sei nach 

sorgfältiger und ausführlicher Begutachtung  der  Patientin erfolgt, wobei er zur Einschätzung gelangt 

sei, dass  die  Patientin über Jahre hinweg ungenügend behandelt worden sei. Für  die  Bedenken hin-

sichtlich  der  besagten Medikation würde keine fachliche Grundlage bestehen und  die  Patientin sei zu 

keinem Zeitpunkt potenziell gefährdet gewesen.48  

4.2.3 	Zur Aufsichtsanzeige vom  6.  März  2020  bringt  der  Beschwerdeführer vor, dass er, im Unter- 

schied zum Anzeiger, welcher keinen psychiatrischen Facharzttitel besitze, bereits seit mehreren Jah-

ren als Praktischer Arzt sowie  in der  psychiatrischen Behandlung  von  Patienten tätig sei. Entgegen  

den  internationalen Leitlinien für Kleinkinder tuberkulosekranker Mütter habe  die  Vorstellung  in der  

Kinder-Infektiologie weder zu einem Hauttest noch zu einer  BCG-Impfung geführt.  Der  Anzeiger habe  

die  vom Beschwerdeführer vorgebrachten Studien als «fantasievoll» abgetan, womit er seiner eigenen 

wissenschaftlichen Publikation aus dem Jahr  2007  widersprochen habe,  in  welcher er selber entspre-

chende Befunde bei Tuberkulose,  die  sich auch auf meningeale Reizungen bezogen hätten, zitiert 

habe. Weiter verkenne  die  Vorinstanz, dass  der  Beschwerdeführer sehr wohl über eine Berufsaus-

übungsbewilligung und Zulassung als Praktischer Arzt verfüge und somit  seine  Patientinnen und Pa-

tienten auch als Hausarzt betreue. Überdies sei  der  Beschwerdeführer auch aufgrund seiner zahlrei-

chen und langjährigen Aus- und Weiterbildungen, insbesondere im Bereich  der  Chirurgie, Pädiatrie, 

Rheumatologie, Gynäkologie und  der  Inneren Medizin, dazu befähigt. Weiter habe sich  der  Beschwer-

deführer nie als Facharzt  in  einer Disziplin bezeichnet,  in der  er über keinen Facharzttitel verfüge, 

sondern lediglich festgehalten, über einen  Background in  Chirurgie, Pädiatrie und Rheumatologie zu 

verfügen. Ferner sei sein Bericht  an die  Migrationsbehörde nicht als Bestandteil  des von  ihm verfass-

ten Zuweisungsschreibens zu werten, da dieser nur als Beilage im Sinne einer transparenten Kom-

munikation verwendet worden sei. Einen Zusammenhang zwischen  den  Ausführungen im genannten  

48  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 4.  ff.  

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Bericht und  der  Zuweisung habe er nie behauptet. Schliesslich sei festzuhalten, dass  der  Allgemein-

zustand  des  Patienten nie durch  den  Beschwerdeführer beurteilt worden sei.  Der  Vorwurf  der  Fehlein-

schätzung  des  allgemeinen Gesundheitszustands,  der  Verhaltensinterpretation sowie  der  Gefährdung 

betreffend  die  Tuberkulose verfehle damit sein Ziel. Zudem habe  die  Vorinstanz nicht darlegen kön-

nen, inwiefern das Vorgehen  des  Beschwerdeführers schädigende Auswirkungen für  die  Patienten 

gehabt habe."  

4.2.4 	Zur Verschreibung  von 5 x  10mg respektive  6 x  10mg Zolpidem vom  13. Mai 2020  sei erneut 

festzuhalten, dass  der  Beschwerdeführer nicht eine Dosierung  von 65  Tabletten ausgestellt habe.  Er  

habe auf dem besagten Rezept lediglich  6  Tabletten verordnet und daneben  in  Klammern  5  Tabletten 

angefügt für  den  Fall, dass  der Patient  eine tiefere Dosierung wünschen sollte.  In  keiner Weise sei aus 

dem Rezept eine Dosierung  von 65  Tabletten herauszulesen gewesen. Damit sei das Rezept nicht 

fehlerhaft. Überdies habe  der Patient  im Zeitpunkt  der  Therapieaufnahme  die  ihm verordnete Dosis  

von 2 x  10mg Zolpidem bereits überschritten und  die  Vorinstanz habe  die  zeitgemässe Begründung 

für  die  mitochondrial sinnvolle und schmerzlindernde  Off-Label-Verwendung bei Vorliegen einer fami-

liären Vaskulitis ohne Begründung als wissenschaftlich nicht nachvollziehbar bezeichnet. Eine kon-

krete Gefährdung  des  infragestehenden Patienten und  die  Missachtung  von  Sorgfaltspflichten könne 

nicht belegt werden.5°  

4.2.5 	Weiter bestreitet  der  Beschwerdeführer  die  Begehung eines Medikationsfehlers sowie  die  

Verursachung einer Intoxikation gemäss  der  Aufsichtsanzeige vom  1.  September  2020. Die  Behand-

lung  des  Patienten sei durch eine geordnete Abgabe  von  Medikamenten, Stimmungsfestigung, Psy-

chotherapie und Selbstfindung gekennzeichnet gewesen. Während eines gegenüber dem Beschwer-

deführer nicht offengelegten kürzeren stationären Aufenthalts habe  der Patient  im Ausgang einige 

seiner Tagesrationen  an  Focaline XR  in  einer Apotheke bezogen.  Die  Verordnungen  des  Beschwer-

deführers hätten jeweils  den  Standardverordnungen  an  Stimulanzien und Stimmungsfestigern ent-

sprochen.  Der Patient  habe  die  Medikamente über Jahre hinweg bei sich zu Hause gehortet und diese 

dann  in  Überdosis zusammen mit noch weiteren Substanzen eingenommen, sodass  es  zu einer Into-

xikation gekommen sei.  Die  Vorinstanz könne nicht stichhaltig belegen, inwiefern das Verhalten  des  

Beschwerdeführers kausal für  die  Intoxikation gewesen sein soll. Weiter sei nicht ersichtlich, auf wel-

che Belege sich  die  Vorinstanz stütze, wenn sie davon ausgehe, dass  der  Beschwerdeführer  die  Zu-

sammenarbeit mit Gesundheitsfachpersonen generell als nicht notwendig erachte.51  

4.2.6 	Zum Vorwurf  von  einem Apotheker vom  19.  Januar  2021  entgegnet  der  Beschwerdeführer, 

dass  die  langjährige medizinische Behandlung  der  Patientin jeweils problemlos verlaufen sei und  es  

Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 13.  ff. 
Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 22.  ff.  

51  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 26.  ff.  

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eine gute Zusammenarbeit gegeben habe.  Der  Beschwerdeführer habe  den  Apotheker jeweils  trans-

parent  informiert  und  ihn insbesondere auch  über  die  mutmasslich vorliegende vaskuläre  Parkinson-

Krankheit informiert. Weiter habe  der  verordnete Betablocker  die  Behandlung  der  gefässbedingten 

schwerwiegenden Bewegungsstörung bei einem drohendem  Stroke  bezweckt  und  nicht  den Tremor.  

Darüber hinaus würde  die  Medikation eines Patienten nicht  in die  Kompetenzen eines Apothekers 

fallen, sondern  in die des  behandelnden Arztes.52  

4.2.7 	Zur Aufsichtsanzeige vom  24.  August  2021  führt  der  Beschwerdeführer aus, dass  die  um- 

fangreichen Abklärungen  der  Transparenz und  Information  dienen würden und  die  Ausführlichkeit  des  

Zuweisungsschreibens  die  stets beachtete Sorgfalt bei  der  Behandlung  seines  Patienten verdeutli-

chen. Ausserdem sei  die  Behandlung  des  Patienten anhand wissenschaftlicher Gesichtspunkte und 

innerhalb seiner fachlichen Kompetenzen, als Inhaber einer Zulassung als Praktischer Arzt und als 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erfolgt.  Die  vorliegend verschriebenen Medikamente 

seien allesamt  optimal  verhältnismässig und zumindest teilweise gegen  die  beim Patienten beste-

hende Depression gut wirksam gewesen. Zudem werde  der  Einsatz  von  Antibiotika im psychiatrischen 

Fachgebiet auch  in der  medizinischen Literatur abgehandelt. Ferner sei nicht erkennbar, was  an  einem 

ausführlichen Zuweisungsschreiben, das lediglich  die  vertiefte Abklärung und Untersuchung  des  Pa-

tienten widergespiegelt habe, aus gesundheitspolizeilicher Perspektive zu beanstanden sei.  Der  Ver-

sand  des  Berichtes  an die  Hausärztin diene denn auch dem fachärztlichen Dialog. Dass sich  die  An-

zeigerin ohne das direkte Fachgespräch mit dem Beschwerdeführer zu suchen, direkt  an die  Behörde 

gewendet habe, befremde und hinterlasse  den  Eindruck, dass sie zur Meldung motiviert worden sei.53  

4.2.8 	Den  Vorwürfen  in der  Aufsichtsanzeige vom  6.  September  2023  entgegnet  der  Beschwerde- 

führer, dass er während  des  Gesprächs mit seiner Patientin Augenkontakt gehalten habe, um beurtei-

len zu können, ob diese ihm inhaltlich folgen könne. Bei seiner Aussage, wonach «Entzündungspro-

zesse und Viren im Gehirn» durchaus geeignet seien,  den  Wahn  der  besagten Patientin zu erklären, 

handle  es  sich um einen  in der  qualifizierten Fachwelt mittlerweile anerkannt Ansatz, um  der  Patientin 

eine wahnmindernde Distanzierung zu erleichtern. Betreffend  die  Behandlung habe  der  Beschwerde-

führer auf  die  vielversprechende, nicht  invasive  tDCS-Therapie (transkranielle Gleichstromsimulation) 

verwiesen. Dabei werde mittels eines schwachen Gleichstroms über zwei Elektroden das Gehirn er-

regt oder gehemmt, wodurch  die  Aktivität  der  Nervenzellen beeinflusst und  der  Verlauf psychischer 

Erkrankungen möglicherweise langfristig verbessert werden könne.  Die  Studien diesbezüglich seien 

vielversprechend. Inwiefern besagte Behandlungsmöglichkeit unheimlich oder gar falsch sein solle, 

werde  von der  Vorinstanz nicht schlüssig dargelegt. Diese setzte sich mit  den  angewandten Methoden 

auf medizinischer Ebene gar nicht erst auseinander, sondern gehe pauschal davon aus, dass  die  vom  

52  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 31.  ff. 
Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 37.  ff.  

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Beschwerdeführer praktizierten Behandlungsmethoden nicht dem anerkannten  Stand der  medizini-

schen Wissenschaft entsprächen. Inwiefern  die  subjektive Einschätzung  der  Anzeigerin, welche weder 

Psychologie noch Medizin studiert habe, unmittelbar darauf schliessen lasse, dass er offensichtlich 

nicht mehr  in der  Lage sei, eine ärztliche Behandlung nach anerkanntem  Stand der  medizinischen 

Wissenschaft zu gewährleisten, sei schleierhaft.  Die  Beurteilung  der  korrekten medizinischen Behand-

lung sei  den  behandelnden Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.54  

4.2.9 	Zur Aufsichtsanzeige vom  16.  März  2023  führte  der  Beschwerdeführer aus, dass er  in  seiner 
Kompetenz als Notfallpsychiater wegen  der  akuten Suizidalität  der  Patientin  von  deren Eltern kontak-

tied worden sei. Als Ursache  der  Suizidalität sei das  Asperger-Syndrom festgehalten gewesen. Andere 

mögliche Ursachen, Diagnosen oder Aktennotizen,  welche  die  akute Suizidalität erklären könnten, 

seien im Patientendossier nicht vorhanden gewesen.  Da  Suizidalität  aber  in  aller Regel  auf Depressi-
onen gründe  und  nicht auf das  Asperger-Syndrom zurückzuführen sei  und  die  Patientin auch  über  

anhaltende, ausgeprägte Magenprobleme geklagt habe, habe er  den  Verdacht eines depressiven 

Mischzustands  mit  infektionsbedingter  Anorexie  festgestellt  und  die  Patientin entsprechend therapiert  
und  die  Medikation angepasst.  Es  werde nicht fundiert dargelegt, inwiefern  dies  nicht  den  anerkannten 

Grundsätzen  der  medizinischen Wissenschaft entspreche,  und  könne vom Beschwerdeführer fachlich 

nicht nachvollzogen werden. Zudem sei anzumerken, dass  die  Anzeigerin bisher lediglich  über  eine 
beschränkte Erfahrung  in der  Kinderpsychiatrie verfüge  und  ihre Aussagen daher auch entsprechend 

zu werten seien.55  

4.2.10 	Zusammengefasst könne  die  Vorinstanz nicht belegen, inwiefern  die  angewandten Behand- 

lungsmethoden, Diagnosestellungen und Medikationen aus wissenschaftlicher Perspektive konkret 

falsch seien und nicht dem gegenwärtigen und anerkannten  Stand der  medizinischen Wissenschaft 
entsprechen würden.  Die  Vorinstanz stütze sich einzig auf subjektive Einschätzungen medizinischer 

Fachpersonen, deren Plausibilität und Adäquatheit  an  keiner Stelle medizinisch vertieft überprüft wor-

den seien. So seien auch  die  Stellungnahmen  des  Beschwerdeführers,  in  denen er darlege, dass  
seine  Behandlungsmethoden wissenschaftlich anerkannten  Standards  entsprechen würden, nicht 
ausreichend gewürdigt worden und  die  Vorinstanz habe sich nicht gebührend mit  den  medizinischen 
Argumenten  des  Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem habe  die  Vorinstanz eine tatsächli-
che Gefährdung  der  Patientinnen und Patienten nie belegen können. Schliesslich müsse  es  einem 
Arzt möglich sein, im Rahmen einer Untersuchung  seine  Meinung zu äussern und allenfalls, basierend 

auf  den  Untersuchungsergebnissen, eine neue  Diagnose  zu stellen und  die  Medikation anzupassen. 

Fachliche Meinungsverschiedenheiten müssen möglich bleiben, um ein gesundes Gesundheitswesen 

zu garantieren. Zudem verfüge  der  Beschwerdeführer bei vielen  an  komplexen medizinisch-neuropsy-

chiatrischen Störungen Erkrankten, marginalisierten Suchtkranken sowie Erkrankten ausländischer  

54  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  Ill. 41  ff. 
Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  Ill. 51  ff.  

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Abstammung über einen ausgezeichneten Leumund.  Die  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdefüh-

rers ergebe sich aus dessen weitgehend einwandfreier ärztlicher Tätigkeit und seiner Fähigkeit und 

Bereitschaft zur fachlich fundierten Diskussion.  Die  fachlich motivierten Mitteilungen  des  Beschwerde-

führers  an  andere Fachpersonen seien wesentliche Bestandteile  der  medizinischen und paramedizi-

nischen Arbeitsstruktur und -kultur. Dass ein Arzt,  der die  besagte Struktur und Kultur inhaltlich und 

formal korrekt umsetze,  die  Vertrauenswürdigkeit verliere, weil er angeblich  von der  Richtigkeit seiner 

Diagnosen und Verordnungen zu überzeugen versuche, stehe im Widerspruch hierzu. Nicht zuletzt 

sei auf  den  zeitlichen Verlauf  der  Geschehnisse zu verweisen.  Die  erste Aufsichtsanzeige sei bereits  

am 31.  Oktober  2016  bei  der  Vorinstanz eingegangen, aber erst knapp acht Jahre später drohe nun  

die  Vorinstanz mit dem Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung.  Es  sei nicht ersichtlich, inwiefern sich  

die Situation  verändert habe und nun  die  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers auf einmal 

nicht mehr gegeben sein solle. Das lange Zuwarten bis zum Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung 

und  die  fehlenden unmittelbaren Reaktionen  der  Vorinstanz würden deutlich aufzeigen, dass  die  er-

hobenen Vorwürfe nicht schwer wiegen würden und keiner zeitnahen Prosequierung bedürfen.56  

4.2.11 	Auf eine Wiedergabe  der  Stellungname  des  Beschwerdeführers vom  29.  Oktober  2024  (Be- 

schwerdebeilage  3)  wird vorliegend verzichtet, da diese grösstenteils Eingang  in die  Beschwerde vom  

4.  November  2024  gefunden hat und darüber hinaus keine wesentlichen neuen Argumente beinhaltet.  

4.3 	Beschwerdevernehmlassung vom  4.  Dezember  2024 

4.3.1 	Die  Vorinstanz führt  in  ihrer Beschwerdevernehmlassung vom  4.  Dezember  2024  ergänzen 

aus, dass  die  mehr als acht Aufsichtsanzeigen zwischen  2016  und  2024  zeigen würden, dass  der  

Beschwerdeführer gegen grundlegende Regeln  der  ärztlichen Kunst verstossen habe. Aufgrund sei-

ner ausgeprägten Uneinsichtigkeit,  die  sich auch  in  seiner Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024  (Be-

schwerdebeilage  3)  nochmals deutlich zeige, gelte  es  als erwiesen, dass er solche Verstösse auch 

künftig begehen werde. Damit stelle er eine konkrete und potenzielle Gefahr für  die  Gesundheit  der  

Patientinnen und Patienten dar.  

4.3.2 	Betreffend  die  Behandlung  der  Zehennägel ergänzte  die  Vorinstanz, dass diese offenbar 

erfolgt sei, weil  der  Beschwerdeführer  es  vorziehe, unübliche Behandlungsmethoden anzuwenden. 

Diese würden sich dadurch auszeichnen, dass sie keine wissenschaftliche Evidenz aufweisen,  von  

anerkannten medizinischen Leitlinien und  Standard  abweichen, mit hohen Risiken und geringer Wirk-

samkeit verbunden seien und  von der  Mehrheit  der  Fachleute abgelehnt würden.  Es  sei  die  Aufgabe  

von  Ärztinnen und Ärzten, sich  an den  anerkannten  Standards der  medizinischen Wissenschaft zu 

orientieren, um das Wohl  der  Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.  

56  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 56  ff.  

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5. 	Würdigung  

5.1 	Vertrauenswürdigkeit nach  Art. 36  Abs.  1  Bst.  b  MedBG  

5.1.1 	Die  Vorinstanz begründet  den  Bewilligungsentzug mit  der  fehlenden Vertrauenswürdigkeit  

des  Beschwerdeführers. Im Folgenden ist unter Würdigung  der  gesamten Umstände zu prüfen, ob  der  

Beschwerdeführer vertrauenswürdig im Sinne  von Art. 36  Abs.  1  Bst.  b  MedBG ist.  

5.1.2 	Vorweg ist festzuhalten, dass  der  Beschwerdeführer insbesondere  in der  jüngsten Stellung-

nahme vom  29.  Oktober  2024  (Beschwerdebeilage  3)  mehrmals vorbringt, dass er Praktischer Arzt 

sei und auch als solcher zugelassen sei.  Er  gibt beispielsweise  an,  gewisse Untersuchungen und Ab-

klärungen  in  seiner Eigenschaft als Praktischer Arzt getätigt zu haben und führt sowohl  in der  Kopfzeile 

wie auch  in der  Unterschrift  der  Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024 den  Titel «Praktischer Arzt».57  

Gemäss  Art. 33a  Abs.  1  Bst.  a  MedBG muss, wer einen universitären Medizinalberuf ausübt, im Re-

gister nach  Art. 51  MedBG eingetragen sein. Für  die  Ausübung eines universitären Medizinalberufes  

in  eigener fachlicher Verantwortung bedarf  es  einer Bewilligung  des  Kantons, auf dessen Gebiet  der  

Medizinalberuf ausgeübt wird  (Art. 34  MedBG).  In den  Vorakten ist weder ein Dokument betreffend  

den  Fachtitel Praktischer Arzt noch eine Berufsausübungsbewilligung als solcher vorhanden, sondern 

einzig  die Approbation  als Arzt,  die  Anerkennungsbestätigung  des  Arztdiploms,  der  Facharzttitel für 

Psychiatrie und Psychotherapie sowie  die  Berufsausübungsbewilligung als Arzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie.58  Auch legt Beschwerdeführer kein dahingehendes Beweismittel ins Recht. Zudem 

ist auch im Medizinalberuferegister (MedReg) weder eine Eintragung  des  Fachtitels Praktischer Arzt 

noch eine Berufsausübungsbewilligung als solcher zu finden.59  Folglich ist davon auszugehen, dass  

der  Beschwerdeführer keinen Fachtitel als Praktischer Arzt führt und keine Berufsausübungsbewilli-

gung als solcher besitzt und damit nicht als Praktischer Arzt tätig sein darf. Selbst wenn  der  Beschwer-

deführer einen Fachtitel als Praktischer Arzt besitzen sollte, welcher entweder nicht mit MedReg ein-

getragen ist oder  in der  Schweiz nicht anerkannt ist, darf er ohne eine solche Eintragung und entspre-

chende Berufsausübungsbewilligung nicht  in  eigener fachlicher Verantwortung als Praktischer Arzt 

tätig sein. Dass  der  Beschwerdeführer dennoch darauf beharrt, als Praktischer Arzt zugelassen zu 

sein und auch Patienten und Patientinnen als Hausarzt betreut, stellt bereits für sich alleine  die  Ver-

trauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers  in  Frage.  

5.1.3 	In den  beiden Aufsichtsanzeigen vom  31.  Oktober  2016  und  7.  November  2016  wird dem 

Beschwerdeführer vorgeworfen, er habe nach nur zwei Konsultationen im Rahmen einer Ferienver-

tretung  die Diagnose der  Patientin revidiert und  die  Psychopharmakatherapie komplett umgestellt. Zu- 

57  Stellungname vom  29.  Oktober  2024, S. 8, 9, 10  und  25  (Beschwerdebeilage  3) 
58  Vorakten, Register  1  

https://www.healthreg-public.admin.ch/medreg/search,  zuletzt aufgerufen  am 29.  Januar  2025 

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dem habe er während  der  Konsultationen  die  Zehen  der  Patientin untersucht und behandelt, da ge-

mäss seiner Aussage alle psychischen Erkrankungen  von  defekten Zehennägeln entstünden.66  Der  

Beschwerdeführer führte dazu aus, dass  es  sich nicht um eine Ferienüberbrückung gehandelt habe, 

sondern um eine langfristige Übernahme  der  Therapie.61  Aus dem Schreiben  des  Beschwerdeführers  

an den  bisherigen Therapeuten  der  Patientin vom  12.  Oktober  201662  geht hervor, dass  der  Beschwer-

deführer  die  Patientin auf ihre Bitte hin zur weiteren Therapie zurücküberweist. Wäre  die  Patientin 

tatsächlich mit ihrem bisherigen Therapeuten unzufrieden gewesen, erscheint  es  unwahrscheinlich, 

dass sie nach nur zwei Konsultation beim Beschwerdeführer zu ihrem bisherigen Therapeuten zurück-

kehren wollte.  Es  ist demnach davon auszugehen, dass  es  sich entgegen  der  Aussage  des  Beschwer-

deführers nur um eine Ferienüberbrückung gehandelt hat. Dass  der  Beschwerdeführer nach nur zwei 

Konsultationen, ohne mit dem bisher behandelnden Psychiater oder dem Hausarzt Kontakt aufge-

nommen zu haben, eine neue  Diagnose  gestellt und auch direkt  die  Psychopharmakatherapie kom-

plett umgestellt hat, erweckt grosse Zweifel  an der  Diagnosestellung und Behandlungsmethodik  des  

Beschwerdeführers. Selbstredend steht  es  dem Beschwerdeführer frei, betreffend  Diagnose  und The-

rapie eine andere Meinung als  die  bisher behandelnden Ärzte zu vertreten. Allerdings verlangt eine 

sorgfältige und gewissenhafte Berufsausübung, dass  der  Beschwerdeführer zuerst das Fachgespräch 

sucht und  seine  Vermutungen und Empfehlungen mit  den  behandelnden Fachpersonen bespricht. 

Das vorliegend gewählte Vorgehen  des  Beschwerdeführers weckt starke Zweifel  an  seiner Vertrau-

enswürdigkeit. Schliesslich erscheint auch  die  Untersuchung  der  Zehennägel im Zusammenhang mit 

Morbus  Parkinson  fraglich. Zwar behauptet  der  Beschwerdeführer, dass  es  sich dabei um publizierte 

und replizierte medizinische Erkenntnisse handelt,63  legt aber keine solchen ins Recht. 

Weiter waren  den  Aufsichtsanzeigen mehrere Schreiben  des  Beschwerdeführers  an die  beiden an-

zeigenden Ärzte beigelegt. Besonders auffällig ist ein undatiertes Schreiben, das aus verschiedenen 

Schriftarten, Schriftgrössen, Schriftfarben sowie vorwiegend aus zusammenhangslos aneinanderge- 

reihten Worten besteht. Das Schreiben beginnt mit «Sehr geehrter Herr Kollege  A. 	, Hiermit würde 

ich Ihnen gerne Frau [...] zuweisen» und ist mit  «Dr.  med.  E. 	» unterzeichnet. Mit diesen Formulie- 

rungen erweckt dieses Schreiben  den  Eindruck, dass  es  sich um ein Zuweisungsschreiben vom Haus-

arzt  an den  Beschwerdeführer handelt.64  Gemäss  der  Anzeige  des  Hausarztes, ist  dies  jedoch nicht  

der  Fa11.66  Oberhalb  der  Adresse ist sodann folgende Anweisung vermerkt: «Bitte überschreiben /mar-

kieren Sie das eine oder andere relevante Feld für mich.  Die  Angaben werden nur als Hinweise ge-

wertet (falls nicht anders  von  Ihnen vermerkt). Anforderung  von  /ggf. Rücksendung  an: 1...1».  Daraus 

ist zu schliessen, dass  der  Beschwerdeführer dieses Dokument  an den  behandelnden Arzt gesendet  

60  Vorakten, Register  6 
61  Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024, S. 7  (Beschwerdebeilage  3) 
62  Schreiben vom  12.  Oktober  2016  (Vorakten, Register  6) 
63  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 8 
64  Zuweisung vom  .2016  (Vorakten, Register  6) 
65  Aufsichtsanzeige vom  7.  November  2016  (Vorakten, Register  6) 

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hat, damit dieser  es  ausfüllt. Allerdings wurde das Dokument, soweit ersichtlich, bereits vom Be-

schwerdeführer ausgefüllt. Dass ein Psychiater eine Vorlage eines Zuweisungsschreibens  an den  

Hausarzt sendet, ist unüblich und wirft Fragen auf. Darüber hinaus ist das Schreiben chaotisch und 

unverständlich. So steht beispielsweise geschrieben: «Bipolare Störung mit pubertalem Beginn remit-

tierte Polytoxikomanie, Mischzustand immer depressiv, WILLENSHINDERUNG,  Insomnie.  Suizidali-

tät Seit Pubertät satanisches Gspännli mit Bessesenheitsintensität, welches häufig anhaltend redet 

(vermutliche auditive Halluzination  vs.  Innere Stimme -  DD).  Auch zu  intelligent  für Schizophrenie. 

Besser unter  1 0 mg  OLZ, aber  plus 14 kg KG.  Zervikogener Tinnitus (intermitt), häufige sinnvolle Sätze  

der  inneren Stimme Satan??hörbar» und «Beidseitige lymphogene Neuritis L3/L4 bei  unguis  incar-

natus &  vermut!.  Bakterieller Besiedlung  der  Zehennägel.». Aufgrund  des  Erscheinungsbilds und  des  

wirren Inhalts ist offensichtlich, dass  es  sich dabei nicht um ein professionelles ärztliches Schreiben 

handelt und lässt stark  an der  fachlichen Eignung  des  Verfassers zweifeln. 

Im Schreiben  an den  behandelnden Psychiater vom  12.  Oktober  2016  führt  der  Beschwerdeführer 

zudem aus, «gegen  die Diagnose  einer Schizophrenie bei Frau  1.4  sprechen m.E. vor allem  die  sehr 

guten neurokognitiven Leistungen».66  Dass  der  Beschwerdeführer  die Diagnose  Schizophrenie  der  

Patientin nach nur zwei Konsultationen und darüber hinaus aufgrund  von  zu hoher Intelligenz anzwei-

felt, ist besorgniserregend. Weiter sei bei  der  Patientin «vorgängig eine präpubertäre affektive Störung 

aufgetreten. Ihre Teufelsbezogenheit hatte sich vermutlich aus einem  in  diesem  Alter  häufigen inneren 

Gspännli entwickelt und wurde zu einem Bestandteil ihrer häufigen angstvollen agitiert-depressiven 

Mischzustände. Dieser ist kulturell im Christentum verankert und kann nicht als eigentlich bizarr ge-

wertet werden».67  Auch  in  seiner Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024  führt  der  Beschwerdeführer 

dazu aus, «sie war sich zudem selber bezüglich ihrer Halluzinationen und Ihren religiösen und sexu-

ellen Wahnideen nie sichergewesen, ob sie nicht eher  an  einer medizinischen Krankheit leide, und  es  

wurden solche auch wiederholt stationär erwogen». Angesichts dieser Sachlage habe er bei  der  Pati-

entin erstmalig eine Fussnagel-Mikrobiologie veranlasst.68  Das Vorbringen  des  satanisches Gspännli 

sowie  die  Identifikation  der  inneren Stimme als  Satan,  jedoch insbesondere auch  die  Fussnagel-Mik-

robiologie als Ursache  der  Wahnvorstellungen verstärken  die  Zweifel  an den  fachlichen Kompetenzen  

des  Beschwerdeführers. Nach dem Geschriebenen ist dem Beschwerdeführer  die  Vertrauenswürdig-

keit abzusprechen.  

5.1.4 	In der  Aufsichtsanzeige vom  6.  März  2020  wird dem Beschwerdeführer erneut vorgeworfen, 

ein formal und inhaltlich auffälliges Zuweisungsschreiben verfasst zu haben. Das besagte Zuwei-

sungsschreiben vom  31.  Januar  2020  umfasst neun Seiten. Nebst  den  medizinischen Ausführungen 

enthält das Zuweisungsschreiben weitschweifige Ausfrührungen zur Anamnese, Herkunft und  der  po- 

66 	vom  12.  Oktober  2016  (Vorakten, Register  6) 
67  Schreiben vom  12.  Oktober  2016  (Vorakten, Register  6) 
68  Stellungname vom  29.  Oktober  2024, S. 8  (Beschwerdebeilage  3) 

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litischen  Situation  im Herkunftsland  der  Patientin. So macht  der  Beschwerdeführer insbesondere Aus-

führungen zur  Wahl von  Bolsonaro und  den  Ursachen für seinen Wahlerfolg («Mit  der Wahl  Bolsona-

ros haben sich  die  Zustände auch  in San Salvador  noch weiter sehr verschlimmert. Zentral für seinen 

Wahlerfolg ist  die  mediale Vermarktung  von  militärischen Überfällen auf Quartiere mit Drogenban-

den.») und  den  Grosseltern  der  Patientin («Frau [...] Grossvater väterlicherseits ist ein  Amazonas-

Indianer, und sie selber ist äusserlich eine  Indigena,  obgleich ihre Mutter andere ihr  fast  unbekannte 

Eltern hatte. Mit  der  Grossmutter,  die  blind ist, telefoniert sie selten und kurz.»). Weiter finden sich eine 

wirre Auswahl Fotos und Zeitungsüberschriften, beispielsweise  von  Polizisten, einem Helikopter und 

Gefangenen im Zuweisungsschreiben. Diese Ausführungen überschreiten eindeutig  den  üblichen Um-

fang eines ärztlichen Zuweisungsschreiben und können auch nicht damit begründet werden, dass  es  

sich dabei um einen Bericht  an die  Migrationsbehörde handelte; ist das Schreiben nicht  in  Zuwei-

sungsbericht und Beilage unterteilt und eindeutig  an  ärztliche Kollegen adressiert.69  Zudem rechtfertigt 

auch eine transparente Kommunikation unter ärztlichen Kollegen nicht das Mitsenden einer zusam-

menhangslosen Beilage. Weiter beginnt  der  Beschwerdeführer das Zuweisungsschreiben mit  «in  mei-

ner Eigenschaft als Psychiater und koordinierender Hausarzt für  die  Grenzgebiete, mit einem  Back-

ground in  Chirurgie, Pädiatrie und Rheumatologie».7° Abgesehen davon, dass  der  Beschwerdeführer, 

wie bereits ausgeführt, mangels Fachtitel als Praktischer Arzt gar nicht als Hausarzt tätig sein darf, ist 

unklar, was  der  Beschwerdeführer mit «koordinierende Hausarzt für  die  Grenzgebiete» überhaupt 

meint. Beim  «Background»  ist davon auszugehen, dass  es  sich wohl um während  der  Assistenzzeit 

gesammelte Arbeitserfahrung oder ähnliches handelt.  Es  ist absolut unpassend, während  der  Assis-

tenzzeit gesammelte Erfahrungen  in  anderen Fachgebieten  in  einem Zuweisungsschreiben aufzuzäh-

len, respektive auf diese zu verweisen, zumal diese keine Relevanz aufweisen und etliche Jahre zu-

rückliegen. Auch  die  vorliegende Aufsichtsanzeige bestätigt, dass dem Beschwerdeführer  die  Vertrau-

enswürdigkeit fehlt.  

5.1.5 	Mit E-Mail vom  14. Mai 2020  wird dem Beschwerdeführer vorgeworfen,  am 13. Mai 2020  ein 

Rezept für  65  Tabletten  pro Tag  Zolpidem  10 mg  ausgestellt zu haben.  Der  Beschwerdeführer führt 

dazu  in  seiner E-Mail vom  14. Mai 2020  gegenüber  der  Vorinstanz aus, dass er  den  wegen einer 

schweren Schmerzkrise auf  6  Tabletten erhöhten Konsum wieder auf  5  Tabletten habe reduzieren 

wollen. Dazu habe er  die 6  auf  5  korrigiert und dabei eine  «65»  produziert.71  Auch  in der  E-Mail vom  

15. Mai 2020  erklärte  der  Beschwerdeführer, dass  es  sich um ein Versehen gehandelt habe.  Er  habe 

im letzten  Moment die 6  Tabletten auf  5  reduziert, wobei  die 6  auf dem digitalen Vorrezept hängen 

geblieben sei.72  In der  jüngsten Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024  erklärt  der  Beschwerdeführer 

nun plötzlich, dass auf dem Rezept  6  Tabletten mit  5  Tabletten  in  Klammern verordnet gewesen seien, 

falls  der Patient  damit zufrieden sei. Das Rezept sei nicht fehlerhaft und  es  sei  in  keiner Weise  «65» 

69  Beschwerde vom  4.  November  2024,  Ziffer  III. 13.  ff.  
79  Schreiben vom  12.  Oktober  2016, S. 2  (Vorakten, Register  6) 
71  E-Mail vom  14. Mai 2020  (Vorakten, Register  10) 
72  E-Mail vom  15. Mai 2020  (Vorakten, Register  10) 

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daraus zu lesen." Beim fraglichen Rezept handelt  es  sich um ein  am Computer  geschriebenes Re-

zept. Unterhalb  des  Patientennamens ist  die  Verordnung «Zolpidem  10 mg 65  Tb//Tag» zu lesen.  Es  

ist eindeutig keine Klammer erkennbar und ganz klar eine  65  zu lesen.74  Damit widerspricht sich  der  

Beschwerdeführer selbst und  es  ist davon auszugehen, dass  es  sich bei  den  sich widersprechenden 

Erklärungsversuchen um Schutzbehauptungen handelt und  der  Beschwerdeführer nicht  die  Wahrheit 

sagt. Diese Tatsache reicht aus, um ihm  die  Vertrauenswürdigkeit abzusprechen.  

5.1.6 	In der  Aufsichtsanzeige vom  1.  September  2020  wirft  die  Spitex dem Beschwerdeführer ins- 

besondere fehlende  Information  über ein Dreimonaterezept, schwierige Zusammenarbeit sowie auf-

fällige Überzeugungen vor.75  

Der  Beschwerdeführer reichte dazu  am 11.  Dezember  2020  eine 19-seitige Stellungnahme ein. Vorab 

ist festzuhalten, dass  der  Beschwerdeführer darin  die  beschriebenen Geschehnisse nicht im eigentli-

chen Sinne bestreitet, sondern versucht, diese  in  Zusammenhänge zu bringen und zu rechtfertigen. 

So beginnt  der  Beschwerdeführer direkt damit, dass  in der  Aufsichtsanzeige bereits bekannte Text-

bausteine verwendet worden seien, welche nicht  von den  Unterzeichnenden stammen würden, son-

dern  von  einem anderen Psychiater  in  Umlauf gebracht worden seien.76  Für diese Behauptungen lie-

gen weder konkrete Hinweise vor noch reichte  der  Beschwerdeführer entsprechende Beweismittel 

dafür ein.  Es  folgen Ausführungen über  seine  «biographische, aber auch im Sinne einer staatstragen-

den Wachsamkeit erhöhte Sensibilität, dass juristisch relevante Abläufe einer gewissen Tragweise 

auch  transparent  und geordnet gestaltet werden und sein aus  den  Bubenta gen  in F. 	herrührende 

erhöhte Sensibilität für Verletzungen rechtlicher Abläufe im Zusammenhang mit Geldflüssen ab einer 

gewissen Grösse (5-stellig  in  diesem Fa/I)».77  Weiter macht  der  Beschwerdeführer Ausführungen, 

dass Patienten aus dem  Milieu von  luxuriösen Partys  in  G. 	erzählt hätten und dass er  die  Klinik 

wegen ihrer Gepflegtheit und dem offensichtlich einzigartig drogenfreien Vorgarten besonders 

schätze.78  Die  vom Beschwerdeführer hergestellten Zusammenhänge sind wirr und nicht nachvoll-

ziehbar. Sie erwecken  den  Anschein, dass  der  Beschwerdeführer jeglichen  den  Bezug zur Realität 

verloren hat. 

Schliesslich versucht  der  Beschwerdeführer alles auf eine Prozessstrategie zurückzuführen, wobei 

das Netzwerk, wozu auch  die  Spitex gehöre, gegen ihn arbeite.  Der  Beschwerdeführer habe eine 

Doppelfunktion als behandelnder Psychiater und Gutachter zu Handen  des  Obergerichts inne.  Er  hegt  

den  Verdacht, dass  es  sich bei  der  Überdosis gar nicht um eine spontane Entgleisung gehandelt habe,  

'3  Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024  (Beschwerdebeilage  3) 
74  Rezept vom  13. Mai 2020  (Vorakten, Register  10)  

Aufsichtsanzeige vom  1.  September  2020  (Vorakten, Register  11) 
76  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 1  und  4  (Vorakten, Register  11) 
77  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S.3 f.  (Vorakten, Register  11) 
78  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 5  (Vorakten, Register  11) 

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sondern um eine inszenierte Demontage seiner Glaubwürdigkeit als Gutachter.78  Weiter schreibt  der  

Beschwerdeführer, dass  die  Anzeige  von  «weltfremden Machtfantasien bezüglich  von  zumeist ja auch 

gar nicht angestrebten Befugnissen  der  Klinik-Psychiatrie - im merkwürdigen Gleichklang mit  der  Spi-

tex  -  die  Richtliniengestützte Behandlungsfreiheit unbescholtener freischaffender Psychiater einzu-

schränken», tropfe.8° Auch für diese wirren Theorien liegen keinerlei Beweise vor. Insgesamt erweckt  

die  Stellungnahme  des  Beschwerdeführers  den  Eindruck, dass  der  Beschwerdeführer Zusammen-

hänge sieht, wo  es  keine gibt. Mit seinen Ausführungen gelingt  es  dem Beschwerdeführer nicht,  die  

Vorwürfe aus  der  Aufsichtsanzeige vom  1.  September  2020  zu entkräften. Im Gegenteil,  die  Stellung-

nahme bestätigt insbesondere  den  Eindruck  von  auffälligen Überzeugungen  der  Spitex. Ob  der  Be-

schwerdeführer tatsächlich ein Dreimonatsrezept ausgestellt hat, ohne  die  involvierten Stellen zu in-

formieren und wie  es  dazu gekommen ist, kann schliesslich offenbleiben.  Die  Stellungnahme genügt, 

um  die  erheblichen Zweifel  an der  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers weiter zu stärken.  

5.1.7 	Mit E-Mail vom  19.  Januar  2021  meldete ein Apotheker schnelle Wechsel bei vom Beschwer- 

deführer verschriebenen Psychopharmaka sowie unübliche bis heikle Dosierungen bei einer Patientin. 

Zudem habe  der  Beschwerdeführer komplexe Diagnosen  in  Eigenregie behandelt.81  Auch hier be-

streitet  der  Beschwerdeführer  die  Vorwürfe nicht, sondern versucht diese zu rechtfertigen, primär mit 

dem Verweis, dass  die  Medikation eines Patienten nicht  in die  Kompetenzen eines Apothekers falle, 

sondern  in die des  behandelnden Arztes. Dabei verkennt  der  Beschwerdeführer, dass Apotheker und 

Apothekerinnen Experten für Arzneimittel sind (vgl.  Art. 9  MedBG) und dass  es  ihre Aufgabe ist, Re-

zepte zu überprüfen und unübliche Dosierungen zu hinterfragen sowie auf Wechselwirkungen auf-

merksam zu machen.  Die  gegen  den  Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe decken sich mit Vorwür-

fen aus früheren Anzeigen.  Die  vom Beschwerdeführer im Grundsatz nicht bestrittene Meldung ist 

damit als glaubhaft zu beurteilen. Damit liegt ein weiterer Hinweis auf eine fehlende Vertrauenswür-

digkeit beim Beschwerdeführer vor.  

5.1.8 	In der  Aufsichtsanzeige vom  24.  August  2021  wird dem Beschwerdeführer vorgeworfen, 

dass gewisse seiner Abklärungen allenfalls Forschungscharakter hätten und  der  Einsatz diverser An-

tibiotika nicht zum üblichen Behandlungsspektrum eines Psychiaters gehören würden. Erneut recht-

fertigt  der  Beschwerdeführer  die  Medikamentenabgabe damit «praktizierender Arzt», gemeint ist wohl 

Praktischer Arzt, zu sein. Wie bereits ausgeführt, ist  der  Beschwerdeführer nicht als praktischer Arzt 

zugelassen. Jegliche Behandlungen,  die in die Expertise  eines Praktischen Arztes fallen, sind damit 

ausserhalb  des  zulässigen Behandlungsspektrums. Beim angesprochenen Bericht handelt  es  sich um 

ein 20-Seitigen Zuweisungsbericht. Auf Seite  6  beschreibt  der  Beschwerdeführer eine Theorie,  die  

gemäss seiner eigenen Angabe durch  die  Forschung noch nicht geklärt ist. Auf Seite  7  beschreibt  der  

Beschwerdeführer eine weitere Theorie,  die der  Beschwerdeführer, gemäss seiner Quellenangabe,  

79  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 12  (Vorakten, Register  11) 
80  Stellungnahme vom  11.  Dezember  2020, S. 18  (Vorakten, Register  11) 
81  E-Mail vom  19.  Januar  2021  (Vorakten, Register  12) 

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offensichtlich selbst aufgestellt hat.82  Dies  bestätigt  die  Auffassung  der  Anzeigerin, wonach gewisse 

Abklärungen im Zuweisungsschreiben wohl eher Forschungscharakter haben. Weiter ist auch nicht 

ersichtlich, weshalb und  von  wem  die  Anzeigerin — wie vom Beschwerdeführer behauptet — zur Erhe-

bung einer Aufsichtsanzeige motiviert worden sein sollte.  Die  Angaben  in der  Anzeige sind damit als 

glaubwürdig einzustufen und zeigt erneut, dass dem Beschwerdeführer jegliche Vertrauenswürdigkeit 

fehlt.  

5.1.9 	Die  Aufsichtsanzeige vom  16.  März  2023  betrifft einen Einsatz  des  Beschwerdeführers als 

Notfallpsychiater. Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen,  in  seiner  Rolle  als Notfallpsychiater eine 

langjährige  Diagnose  revidiert zu haben  und  eine komplett neue Psychopharmaka-Therapie verordnet 

zu haben. Zudem habe er eine Helicobacter  pylori  Infektion diagnostiziert  und  eine nicht  den  offiziellen  

Guidelines  entsprechende Eradikationstherapie verordnet.83  Die  Vorwürfe  in  dieser Aufsichtsanzeige 

decken sich  mit  früheren Aufsichtsanzeigen.  Der  Beschwerdeführer ist bereits mehrmals damit aufge-

fallen, Infektionen zu diagnostizieren  und  zu behandeln, obwohl  dies  nicht  in  das Fachgebiet eines 

Psychiaters gehören. Dass  der  Beschwerdeführer  in der  Funktion als Notfallpsychiater nach nur einer 

Konsultation eine langjährige  Diagnose  einer Patientin komplett revidierte  und  direkt eine neue Medi-

kation verordnete, ohne jegliche Rücksprache  mit  den  behandelnden Fachpersonen zu nehmen, ist 

höchst unprofessionell. Dass  der  Beschwerdeführer davon überzeugt ist,  die  Patientin nach nur einem 

Besuch besser behandeln zu können als ihre behandelnden Fachpersonen, ist hochgradig anmas-

send  und  zeugt  von  fehlender Reflexionsfähigkeit sowie auch fehlender Vertrauenswürdigkeit  des  Be-

schwerdeführers.  

5.1.10 	In der  Aufsichtsanzeige vom  6.  September  2023  schildert eine psychiatrische Pflegefach- 
frau, dass  die  Begegnung mit dem Beschwerdeführer zutiefst verwirrend und beängstigend gewesen 

sei. Sie erwähnte insbesondere,  die  wirren Ausführungen  des  Beschwerdeführers zum Thema Leu-

kämie und Entzündungsprozessen,  die  psychiatrische Symptome auslösen würden und dass er sechs  

der  sieben grössten Fragen  in der  Psychiatrie gelöst habe.84  Der  Beschwerdeführer versuchte  in  sei-

ner jüngsten Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024 die  geschilderten Eindrücke zu erklären. So führte 

er beispielsweise aus, dass gemäss  der  globalen qualifizierten Fachwelt Entzündungsprozesse und 

Viren im Gehirn durchaus geeignet seien,  den  Wahn  der  Klientin zu erklären. Für ihre Halluzinationen 

könnte bedeutsam sein, dass  man  erst  2018  bei Leukämiepatienten zahlreiche Gefässe zwischen 

Schädel und Hirnhaut nachgewiesen habe, entlang welcher Entzündungszellen auf  die  Hirnhaut ge-

langen würden und dort vermutlich auch Halluzinationen auslösen könnten.85  Ein Nachweis für diese 

Theorie wird vom Beschwerdeführer indes nicht ins Recht gelegt. Zudem führt  der  Beschwerdeführer 

aus, dass er  seine  wissenschaftlichen Leistungen bewusst immer nur im kleinen Rahmen propagiert  

82  Zuweisungsschreiben vom  2.  März  2021  (Vorakten, Register  13) 
83  Aufsichtsanzeige vom  16.  März  2023  (Vorakten, Register  17) 
84  Aufsichtsanzeige vom  6.  September  2023  (Vorakten, Register  18) 
85  Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024, S. 28  (Beschwerdebeilage  3) 

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habe,  da  er kein  Freund  ungenügend geprüfter Theorien sei  und  mehreren Aufforderungen führender 

Fachzeitschriften daher auch noch nicht nachgekommen sei.  Er  habe  seine  Überlegungen  aber  immer 

auch Patientinnen  und  anderen Fachkräften zur Diskussion gestellt.86  Dass  der  Beschwerdeführer, 

obwohl er angeblich aktiv  und  erfolgreich  in der  Forschung tätig ist, auf eine Publikation  in  führenden 

Fachzeitschriften verzichtet, erweckt bereits erhebliche Zweifel  an  dessen Forschungstätigkeit. Weiter 

steht  die  Begründung  des  Beschwerdeführers, dass er kein  Freund  ungenügend geprüfter Theorien 

sei, diametral im Widerspruch zu  den  Ausführungen  in  seiner Beschwerde vom  21.  Oktober  2024,  

wonach er sich ungebräuchlichen Behandlungsansätzen bediene.87  Auch  die in den  Aufsichtsanzei-

gen geschilderten Vorfälle zeugen davon, dass  der  Beschwerdeführer ungenügend geprüfte Theorien 

direkt  in der  Behandlung anwendet. Ebenfalls auffällig ist, dass  es  sich bei  der  Forschung  des  Be-

schwerdeführers gemäss seinen Angaben jeweils um «völlig neue produktive Betrachtungen zu zent-

ralen Themen» handle.88  Aber  auch dazu legt  der  Beschwerdeführer keine Nachweise ins  Recht,  wo-

nach  es  sich dabei um mittlerweile  von der  Wissenschaft allgemein anerkennte Forschung handelt. 

Selbst wenn  der  Beschwerdeführer  in der  Forschung tätig  sein  sollte — was vorliegend bestritten wird 

—, ist eine Behandlung nur nach dem anerkannten  Stand der  medizinischen Wissenschaft zulässig. 

Allfällige Behandlungsansätze  mit  Forschungscharakter sind indes nicht zulässig, respektive höchs-

tens innerhalb einer nach  den  entsprechenden Vorschriften durchgeführten wissenschaftlichen Studie.  

Der  Beschwerdeführer flüchtet sich  in  seiner Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024 in  Gegenanschul-

digungen. So hält er fest,  die  Anzeigerin «spekuliert  in  ihrerEingabe offensichtlich auf (bei ihr aufgrund  

der  heftigen  anti-biologischen Aufwühlung zu vermutenden) politische  Ressentiments  gegen Akade-

miker,  die  bspw. ihre  22  Jahre «Erfahrung» nicht würdigen könnten».89  Weiter unterstellt  der  Be-

schwerdeführerin  der  Anzeigerin eine «extrem schwache Resilienz  mit  kognitiven Stärungen».9° Ins-

gesamt passt  der  Inhalt  der  Anzeige vom  6.  September  2023  und  die  beschriebene Arbeitsweise zu  

den  früheren Anzeigen  und  bestätigt das Bild eines wirren Psychiaters,  der  Behandlungsmethoden 

anwendet,  welche  nicht dem anerkannten  Stand der  Wissenschaften entsprechen  und  dem jegliche 

Vertrauenswürdigkeit fehlt.  

5.1.11 	Zusammengefasst ist festzuhalten, dass  die  verschiedenen Meldungen ein übereinstimmen- 

des Bild  des  Beschwerdeführers und seiner Behandlungsmethoden ergeben, welches durch  die  Ein-

wände  des  Beschwerdeführers nicht erschüttert wird, sondern dieses insgesamt bestätigt. Vorgewor-

fen wird dem Beschwerdeführer insbesondere eine schwierige Zusammenarbeit mit weiteren Fach-

personen, eine überstürzte und unangemessene Abänderung  von  langjährigen Diagnosen und Medi-

kationen, ein Tätigsein ausserhalb seiner fachlichen Kompetenzen sowie  die  Anmassung, als einziger  

86  Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024, S. 29 
87  Beschwerde vom  21.  Oktober  2024, S. 6 
88  Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024, S. 29 
89  Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024, S. 30 
99  vgl. Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024, S  

(Beschwerdebeilage  3)  

(Beschwerdebeilage  3)  
(Beschwerdebeilage  3)  
.  31  (Beschwerdebeilage  3) 

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die  richtigen Diagnosen zu stellen und korrekt zu behandeln. Darüber hinaus entsprechen  seine  Be-

handlungsansätze mehrmals nicht dem anerkannten  Stand der  Wissenschaft. Schliesslich beharrt  der  

Beschwerdeführer darauf, dass er im Besitz einer Zulassung als Praktischer Arzt ist, was erwiesener-

massen falsch ist. Auch wenn sich  die  zur Anzeige gebrachten Vorfälle während einer langen Zeit-

spanne zwischen  2016  und  2023  ereignet haben, zeigt  die  jüngste vom Beschwerdeführer verfasste 

Stellungnahme vom  29.  Oktober  2024,  dass  der  Beschwerdeführer sein Verhalten nicht geändert hat 

und nach wie vor  an  diesen Ansätzen festhält. Damit kann  der  Beschwerdeführer aus dem langen 

Zuwarten  der  Vorinstanz nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dem Beschwerdeführer ist nach dem 

Geschriebenen  die  Vertrauenswürdigkeit im Sinne  von Art. 36  Abs.  1  Bst.  b  MedBG abzusprechen.  

5.2 	Verhältnismässigkeit  

5.2.1 	Der  Beschwerdeführer bringt vor,  der  Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung sei vor dem 

Hintergrund  des  langen Zeitraums,  in  dem  der  Verlust  der  Vertrauenswürdigkeit gemäss  der  Vo-

rinstanz bereits erkennbar gewesen sei, sie jedoch untätig geblieben ist, unverhältnismässig.  

5.2.2 	Das Verhältnisnnässigkeitsprinzip nach  Art. 5  Abs.  3  BV91  gebietet, dass eine Grund- 

rechtseinschränkung zur Erreichung  des  angestrebten Ziels geeignet, erforderlich und für  die  be-

troffene Person zumutbar sein muss.  Der  Zweck, welcher  Art. 36  und  Art. 38  MedBG zugrunde liegt, 

besteht hauptsächlich im Schutz  der  Patientinnen und Patienten, mittelbar aber auch im Schutz  des  

Gesundheitssystems, weil  die  Qualität  der  Leistungserbringer (zusammen mit anderen Faktoren)  die  

Effizienz  des  Systems sicherstellt.92  

5.2.3 	Der  Bewilligungsentzug ist vorliegend ohne Weiteres geeignet, um  die  angestrebten Ziele,  
der  Schutz  der  Patientinnen und Patienten sowie  des  Gesundheitssystems zu erreichen. Dem steht 

auch nicht das Interesse  der  ehemaligen Patientinnen und Patienten  an  einer weiteren Behandlung 

entgegen. Einerseits haben sie  die  Möglichkeit zu einer anderen Ärztin bzw. einem anderen Arzt zu 

wechseln, andererseits soll durch  den  Bewilligungsentzug gerade eine Gefährdung  der  Patientinnen 

und Patientinnen verhindert werden. Was  die  Erforderlichkeit  der  Massnahme betrifft, hat  der  Gesetz-

geber diese Frage vorab entschieden:  Anders  als im Bereich  der  Disziplinarmassnahmen,  in  dem ein 

Verbot  der  selbstständigen Berufsausübung befristet oder definitiv und diesfalls beschränkt auf ein 

Tätigkeitsgebiet ausgesprochen werden kann (vgl.  Art. 43  MedBG), sieht das Gesetz im Fall  des  Feh-

lens  von  Bewilligungsvoraussetzungen zum Schutz  der  öffentlichen Gesundheit kein milderes Mittel 

als  den  (definitiven) Bewilligungsentzug vor. Das Element  der  Vertrauenswürdigkeit ist distinkt: Ent-

weder sie ist gegeben oder sie fehlt beziehungsweise ist abhandengekommen.93  Vorliegend ist  die  

Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers, wie dargelegt, zu verneinen, weshalb  der  gesetzlich  

91  Bundesverfassung vom  18.  April  1999 der  Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV;  SR 101) 
92  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_879/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  7.2  

Urteil  des  Bundesgerichts  2C_879/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  7.2 

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