# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b4f1cab-1c87-5fc6-a41d-ee7e6c5ae82d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 28.08.2023 110 2023 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2023-46_2023-08-28.pdf

## Full Text

1/12

Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2023/46

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 28. August 2023

in der Beschwerdesache zwischen

C.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Frau Rechtsanwältin D.________

und

E.________
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt F.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Amt für Wasser und Abfall (AWA), Rechtsdienst, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

Einwohnergemeinde Köniz, Gemeindeverwaltung, Landorfstrasse 1, 3098 Köniz

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 22. Februar 2023 
(eBau Nr. G.________; Neubau Gewerbekomplex)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 23. März 2020 bei der Gemeinde Köniz ein Baugesuch 
ein für den Neubau eines Gewerbekomplexes mit Lager, Verkauf, Ausstellungsflächen, Werkstatt, 
Büros, Bistro und Restaurant sowie einen Antrag auf eine Betriebsbewilligung A nach Gastgewer-
begesetz auf Parzelle Köniz Grundbuchblatt Nr. I.________. Die Parzelle liegt in der Arbeitszone 
2 (A2) und im Gewässerschutzbereich Au. Zusammen mit dem Baugesuch reichte die Beschwer-
degegnerin ein Ausnahmegesuch für Bauten im Grundwasser ein. Gegen das Bauvorhaben erhob 
unter anderen die Beschwerdeführerin Einsprache. Mit Gesamtbauentscheid vom 22. Februar 
2023 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland die Baubewilligung.

BVD 110/2023/46 

2/12

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 24. März 2023 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragt die Aufhebung des Gesamtbauent-
scheids vom 22. Februar 2023, die Erteilung des Bauabschlags und eventualiter die Rückweisung 
der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. Sie macht insbesondere geltend, dass einzig ein 
marginales konkretes Nutzungsausmass des gesamten Gewerbekomplexes bekannt sei. Die Be-
schwerdegegnerin habe im vorliegenden Verfahren zur aktuellen konkreten Nutzung des geplan-
ten Gewerbekomplexes Stellung zu nehmen und entsprechende Belege einzureichen. Weiter sei 
die von der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung betreffend die Ausnahmebewilligung 
nach Art. 19 Abs. 2 GSchG ungenügend. Es handle sich um eine absolute Ausnahme. Da die 
konkrete Nutzung der Baute weitgehend unbekannt sei, sei der Sachverhalt zur Vornahme einer 
Interessenabwägung nicht erstellt. Die Voraussetzungen für die Beanspruchung einer Ausnahme-
bewilligung nach Gewässerschutzgesetzgebung lägen nicht vor.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, holte bei der Vorinstanz 
die Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mit-
telland und das AWA nahmen mit Stellungnahmen vom 17. April 2023 resp. 19. April 2023 zur 
Beschwerde Stellung ohne einen Antrag zu stellen. Die Einwohnergemeinde Köniz beantragt mit 
Vernehmlassung vom 24. April 2023 die Abweisung der Beschwerde. Auch die Beschwerdegeg-
nerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 27. April 2023 die Abweisung der Beschwerde.

4. Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. Die 
Vorinstanz liess sich nicht vernehmen. Die Gemeinde Köniz verzichtete mit Eingabe vom 
11. Juli 2023 auf Schlussbemerkungen. Auch die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben 
vom 28. Juli 2023, Schlussbemerkungen einzubringen. Mit Eingabe vom 11. August 2023 
bestätigte die Beschwerdeführerin die Rechtsbegehren gemäss Beschwerde vom 24. März 2023. 
Sie nimmt Stellung zu den Stellungnahmen des Regierungsstatthalteramtes, des AWA sowie der 
Gemeinde Köniz.

5. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintreten

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er 
– unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel angefochten 
werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im vorliegenden Fall das 
Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einspre-
cherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 
Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Einsprache abgewiesen wurde, ist durch den vor-

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

BVD 110/2023/46 

3/12

instanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Vorgeschichte

Die Beschwerdegegnerin beabsichtigt auf Grundstück Köniz Grundbuchblatt Nr. I.________ den 
Neubau eines Gewerbekomplexes mit mehreren Geschossen sowie einer Tiefgarage. Der Gewer-
bekomplex soll Lager-, Verkaufs- und Ausstellungsflächen sowie Flächen für eine Werkstatt, 
Büros, ein Bistro und ein Restaurant bereitstellen. Ausser des A.________, für welches gewisse 
Flächen vorgesehen sind, sind die konkreten Mieter noch nicht bekannt. Für den jeweiligen Mie-
terausbau sollen zu gegebener Zeit separate Baubewilligungsverfahren eingeleitet werden.

Die Bauparzelle liegt im Gewässerschutzbereich Au. Das 2. Untergeschoss, Teile des 1. Unterge-
schosses sowie weitere Bauteile liegen unter dem mittleren Grundwasserspiegel. Mit Gesamtbau-
entscheid vom 22. Februar 2023 erteilte die Vorinstanz die Baubewilligung und die Gewässer-
schutzbewilligung und erklärte den Amtsbericht des AWA vom 27. April 2022, gemäss dem die für 
das Bauen im Grundwasser erforderliche Ausnahme erteilt werden könne, zum Bestandteil des 
Gesamtentscheides. Umstritten ist, ob die Erstellung einer Baute unter dem mittleren Grundwas-
serspiegel zu Recht bewilligt wurde.

3. Bauten im Grundwasser

a) Die Kantone teilen ihr Gebiet nach der Gefährdung der ober- und unterirdischen Gewässer 
in Gewässerschutzbereiche ein. In den besonders gefährdeten Bereichen bedürfen die Erstellung 
und die Änderung von Bauten und Anlagen sowie u.a. das Freilegen des Grundwassers oder 
Grundwasserabsenkungen einer kantonalen Gewässerschutzbewilligung (Art. 19 GSchG und 
Art. 26 KSchG). Der Gewässerschutzbereich Au wird zum Schutz nutzbarer unterirdischer Gewäs-
ser erlassen und gehört zu den besonders gefährdeten Bereichen (Art. 29 Abs. 1 Bst. a GSchV). 
In Anhang 4 Ziffer 211 Abs. 1 und 2 GSchV wird die Erstellung von Anlagen in den Gewässer-
schutzbereichen Au und Ao wie folgt geregelt:

«1 In den Gewässerschutzbereichen Au und Ao dürfen keine Anlagen erstellt werden, die eine besondere 
Gefahr für ein Gewässer darstellen; nicht zulässig ist insbesondere das Erstellen von Lagerbehältern mit 
mehr als 250 000 l Nutzvolumen und mit Flüssigkeiten, die in kleinen Mengen Wasser verunreinigen können. 
Die Behörde kann aus wichtigen Gründen Ausnahmen gestatten.

2 Im Gewässerschutzbereich Au dürfen keine Anlagen erstellt werden, die unter dem mittleren Grundwas-
serspiegel liegen. Die Behörde kann Ausnahmen bewilligen, soweit die Durchflusskapazität des Grundwas-
sers gegenüber dem unbeeinflussten Zustand um höchstens 10 Prozent vermindert wird.»

Im Kanton Bern ist das AWA die zuständige Behörde (Art. 27 KGV). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung tragen die Gesuchstellenden die Beweislast für die 
Erfüllung der Anforderungen zum Schutz der Gewässer. Sie müssen die dafür notwendigen Un-
terlagen, gegebenenfalls auch hydrogeologische Abklärungen, einreichen. Sofern mit Auflagen 
und Bedingungen ein ausreichender Schutz der Gewässer gewährleistet ist, wird eine Bewilligung 
für Anlagen und Tätigkeiten in den besonders gefährdeten Gebieten im Sinne von Art. 19 Abs. 2 
GSchG grundsätzlich erteilt.4 Die «Kann-Bestimmung» in Anhang 4 Ziffer 211 Abs. 2 GSchV ver-

4 Vgl. BGer 1C_460/2020 vom 30. März 2021, E. 4.2.1

BVD 110/2023/46 

4/12

mittelt keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Bewilligung zur baulichen Unterschreitung 
des mittleren Grundwasserspiegels, welche eine Verminderung der Durchflusskapazität mit sich 
bringt. Vielmehr hat die Behörde das ihr zukommende Ermessen pflichtgemäss auszuüben. Sie 
hat dabei den systematischen Zusammenhang sowie Sinn und Zweck der anzuwendenden Be-
stimmung zu beachten.5 Da der Verordnungsgeber die Erteilung von Bewilligungen zur Vermin-
derung der Durchflusskapazität unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels ausdrücklich als 
Ausnahme bezeichnet hat und nach Massgabe des Zwecks, besonders gefährdete Gewässer zu 
schützen, ist eine zurückhaltende Anwendung der Norm naheliegend. Jedoch müssen für eine 
Beeinträchtigung der Durchflusskapazität im Gegensatz zu Anhang 4 Ziffer 211 Abs. 1 GSchV 
keine wichtigen Gründe vorliegen. Dafür ist eine Interessenabwägung erforderlich, bei welcher die 
privaten und öffentlichen Interessen an einer Verminderung der Durchflusskapazität die entge-
genstehenden (Gewässerschutz-)Interessen überwiegen. Aus gewässerschutzrechtlicher Sicht ist 
vor allem zu berücksichtigen, wie gross die Verminderung der Durchflusskapazität innerhalb der 
zulässigen Bandbreite von 10 Prozent tatsächlich ausfällt und ob ein unterirdisches Gewässer 
selbst oder lediglich ein zu seinem Schutz notwendiges Randgebiet betroffen ist. Demgegenüber 
muss berücksichtigt werden, inwieweit die Verweigerung einer Bewilligung der Bauherrschaft eine 
sinnvolle, den übrigen (insbesondere raumplanerischen und umweltrechtlichen) Vorgaben ent-
sprechende Nutzung ihres Grundeigentums erschweren würde.6

b) Im Baubewilligungsverfahren vor der Vorinstanz reichte die Beschwerdegegnerin den Be-
richt zu den Baugrunduntersuchungen der B.________ AG vom 6. Juli 2021 ein, im Rahmen wel-
cher drei Sondierungbohrungen und drei Kurzpumpversuche durchgeführt wurden. Die 
B.________ AG empfiehlt im Bericht als Ersatzmassnahme einen Sickerteppich mit einer Mäch-
tigkeit von 0.20 m. Mit diesem werde die Beeinträchtigung der Durchflusskapazität auf weniger als 
10 % reduziert. Weiter empfiehlt sie als zusätzliche Massnahme die Verwendung von Rundkies 
für die Gebäudehinterfüllung, um einen Aufstau im Zustrom zu verhindern. Dadurch könne das 
Wasser das Gebäude mit geringstmöglichem Widerstand umfliessen, was auf der gegenüberlie-
genden Seite den gegenteiligen Effekt (Absinken des Grundwasserspiegels im Abstrom) mög-
lichst vermeiden solle. Die Berechnung wurde auf Grundlage des Falls 6 gemäss Merkblatt «Bau-
ten im Grundwasser und Grundwasserabsenkungen» des AWA erstellt. 

Mit Eingabe vom 24. Februar 2022 reichte die Beschwerdegegnerin bei der Vorinstanz ein Aus-
hubkonzept und einen Bericht zur Beeinflussung der Grundwasserdurchflusskapazität (10%-Re-
gel) der B.________ AG vom 22. Februar 2022 zu den Akten. Gemäss Aushubkonzept vom 
19. Januar 2022 soll die Auftriebssicherung mit 294 Zugpfählen realisiert werden. In der neuen 
Berechnung der B.________ AG wurde der Nachweis der 10%-Regel gemäss Fall 5 nach Merk-
blatt «Bauten im Grundwasser und Grundwasserabsenkungen» vorgenommen (Nachweis für eine 
Ausnahmebewilligung bei Bauten mit Tiefenfundation). Auch in dieser Berechnung kommt die 
B.________ AG zum Schluss, dass die Beeinträchtigung der Durchflusskapazität mit Ersatzmass-
nahmen auf weniger als 10 % reduziert wird. Als Ersatzmassnahmen werden ein Sickerteppich 
mit einer Mächtigkeit von 0.30 m und Verwendung von Rundkies für die Gebäudehinterfüllung bis 
mindestens auf Höhe des maximalen Grundwasserspiegels vorgesehen.

5 Vgl. BGer 1C_460/2020 vom 30. März 2021, E. 4.2.2
6 Vgl. BGer 1C_460/2020 vom 30. März 2021, E. 4.2.3

BVD 110/2023/46 

5/12

c) Mit Amtsbericht vom 27. April 2022 führt das AWA Folgendes aus:

«1.5 Im vorliegenden Fall liegen das 2. Untergeschoss, der unterste Bereich des 1. Untergeschosses, die 
Anker sowie die Mikropfähle unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels. Die Spundwände dienen 
nur als temporärer Baugrubenabschluss.

1.6 Der Bericht «Beeinflussung der Grundwasserdurchflusskapazität (10%-Regel)» vom 22.02.2022 der 
Firma B.________ AG, Bern, zeigt auf, dass mit den geplanten Massnahmen zur Erhaltung der natür-
lichen Strömungsverhältnisse (Kompensationsmassnahmen: 0.3 m mächtiger Sickerteppich unter-
halb Bodenplatte, Rundkies als Hinterfüllmaterial Gebäude) die natürliche Durchflusskapazität des 
Grundwassers um weniger als 10 Prozent vermindert wird. Gestützt auf die eingereichten Projektun-
terlagen kann die erforderliche Ausnahmebewilligung unter Berücksichtigung der nachfolgenden Auf-
lagen erteilt werden.

1.7 Die Dimensionierung und Detailprojektierung der temporären Grundwasserabsenkung wurden vom 
AWA nicht überprüft.»

Bezüglich Grundwasserschutz beantragte das AWA die Aufnahme diverser Auflagen in den Bau-
entscheid, unter anderen, dass das Merkblatt «Bauten im Grundwasser und Grundwasserabsen-
kungen» des AWA vom April 2013 und die im Kapitel 5 des Berichtes «Beeinflussung der Grund-
wasserdurchflusskapazität (10%-Regel)» vom 22. Februar 2022 der B.________ AG vorgesehe-
nen Massnahmen zur Erhaltung der natürlichen Strömungsverhältnisse des Grundwassers (Kom-
pensationsmassnahmen: 0.3 m mächtiger Sickerteppich unterhalb Bodenplatte, Rundkies als Hin-
terfüllmaterial Gebäude) als integrierender Bestandteil des Amtsberichts gelten.

d) Die Vorinstanz führt in ihrem Gesamtbauentscheid vom 22. Februar 2023 aus, die «Kann-
Bestimmung» in Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV bedeute, dass die Behörden die Voraussetzun-
gen eingehend prüfe, eine Interessenabwägung vornehme und, wenn die Voraussetzungen für 
eine Bewilligung der Ermächtigung erfüllt sind, gestützt auf die Verwaltungsgrundsätze eine sol-
che zu erteilen habe. Es handle sich vorliegend ausdrücklich nicht um eine Ausnahmebewilligung 
nach Art. 26 BauG, welche lediglich im Einzelfall und bei Vorliegen von besonderen Verhältnissen 
erteilt werden dürfe. Die Vorinstanz argumentiert, der Gewerbekomplex beinhalte unter anderem 
ein Autoverkaufsgeschäft, welches aus objektiven Gründen viel Platz für das Lagern und Ausstel-
len von Autos benötige. Es mache ästhetisch Sinn, Autoabstellplätze grundsätzlich unterirdisch 
zu platzieren. Die entgegenstehenden Interessen der Einsprechenden lägen in der Befürchtung 
von eintretenden Schäden. Öffentliche Interessen seien keine tangiert. Aufgrund der eingehenden 
Prüfung der Unterlagen, der Fachgutachten sowie der Beurteilung des AWA sowie der gemachten 
Auflagen an die Bauherrschaft sei die Vorinstanz überzeugt, dass die Befürchtungen der Einspre-
chenden nicht eintreten würden. Die Interessen der Bauherrschaft würden höher gewichtet.

e) Die Beschwerdeführerin bestreitet grundsätzlich nicht, dass die 10%-Regel eingehalten ist. 
Sie macht jedoch geltend, die Bauherrschaft habe keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer 
Ausnahmebewilligung nach Art. 19 Abs. 2 GSchG. Es sei keine genügende Interessenabwägung 
vorgenommen worden. Der Sachverhalt sei auch nicht genügend erstellt. Die Nutzung des vorge-
sehenen Gewerbekomplexes sei ausser auf den ebenfalls nicht belegten Einzug der A.________ 
unbekannt. Die Voraussetzungen zur Erteilung der Ausnahmebewilligung würden nicht vorliegen. 
In ihren Schlussbemerkungen vom 11. August 2023 bringt die Beschwerdeführerin vor, infolge 
nach wie vor ungenügender Kenntnis der konkret geplanten Nutzung des Bauvorhabens könne 
keine Interessenabwägung vorgenommen werden. Damit sei nicht erstellt, dass die Vorausset-
zungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung gegeben seien.

f) In ihrer Stellungnahme vom 17. April 2023 äussert sich die Vorinstanz dahingehend, dass 
die Bauparzelle in der letzten Ortsplanungsrevision von einer ZPP zu einer Arbeitszone 2 umge-
zont worden sei, die Gemeinde strebe offenbar ein entsprechendes Wachstum an. Im Sinne der 

BVD 110/2023/46 

6/12

haushälterischen Bodennutzung sei nachvollziehbar, dass beim Bau des Gewerbekomplexes 
Platz für mehrere Firmen geplant werde. Für die Interessen des Gewässerschutzes sei irrelevant, 
welche Firmen konkret künftig den Gewerbekomplex beziehen würden. Wenn die besonderen 
Verhältnisse gemäss Gewässerschutzverordnung vorliegen würden, sei das grundsätzliche Ver-
bot nicht durchzusetzen. Die Beschwerdeführerin bringe keine weiteren Gewässerschutzinteres-
sen vor, welche dem Vorhaben ausdrücklich gegenüberstehen würden. Gewichtig seien hingegen 
die öffentlichen Interessen an einer haushälterischen Bodennutzung der Parzelle in der Arbeits-
zone A2.

g) Im vorliegenden Beschwerdeverfahren reichte das AWA die Stellungnahme vom 
19. April 2023 ein. Das AWA führt Folgendes aus:

«Gemäss dem «Bericht zur Beeinflussung der Grundwasserdurchflusskapazität (10%-Regel)» der 
B.________ AG vom 22. Februar 2022 wird die Durchflusskapazität des Grundwassers aufgrund der Ein-
bauten (Untergeschoss + Pfähle) unter Berücksichtigung von Ersatzmassnahmen (Sickerteppich aus Rund-
kies mit einer Mächtigkeit von 0.3 m) um weniger als 10 % reduziert. Als zusätzliche Ersatzmassnahme wird 
im genannten Bericht zudem für die Gebäudehinterfüllung ein Rundkies mit mindestens auf Höhe des ma-
ximalen Grundwasserspiegels angeordnet. Eine interne überschlägige Berechnung des Amtes für Wasser 
und Abfall (AWA) im Rahmen des Baubewilligungsprozesses hat ergeben, dass durch diese beiden Ersatz-
massnahmen (Sickerteppich, gut durchlässige Hinterfüllung) eine vollständige Kompensation der Durch-
flusskapazität stattfindet. Daher hat das AWA in Anwendung von Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV die Aus-
nahmebewilligung für das Vorhaben im Gewässerschutzbereich Au in seinem Amtsbericht AWA Nr. 263289 
vom 27. April 2022 erteilt.»

Weiter bringt das AWA in seiner Stellungnahme vom 19. April 2023 vor, es läge kein Tatbestand 
vor, welcher der Erteilung der Ausnahmebewilligung entgegenstehen würde. Folgende Punkte hat 
das AWA dabei in Erwägung gezogen:

«1. Im weiten Umkreis zum Bauvorhaben sind keine Grundwasserschutzzonen/Trinkwasserfassungen vor-
handen. Im dicht überbauten Gebiet lassen sich auch künftig keine neuen Trinkwasserfassungen rea-
lisieren.

2. Infolge des von Süd nach Nord abfallenden bestehenden Terrainverlaufes binden im Süden knapp zwei 
Geschosse (1. und 2. Untergeschoss) unter Terrain ein, wohingegen im Norden nur ein Geschoss 
(2. Untergeschoss) unter Terrain liegt. Eine Verweigerung des 2. Untergeschosses würde damit im 
nördlichen Baubereich faktisch zu einem Verbot eines Untergeschosses führen. In vergleichbaren hy-
drogeologischen Situationen sind in den letzten Jahren Baugesuche mit einem Untergeschoss in Ge-
meinden mit geringem Flurabstand von Seiten AWA bewilligt worden, was im Sinne der Siedlungsent-
wicklung nach innen ist.

3. Die projektierten Pfähle tauchen unter den mittleren Grundwasserspiegel ein. Sie sind infolge des ter-
rainnahen maximalen Grundwasserspiegels als Zugpfähle gegen Auftrieb konzipiert. Als Alternative 
zur Auftriebssicherung des Bauwerkes steht die Erhöhung des Eigengewichtes des Bauwerkes zur 
Verfügung, also beispielsweise über eine verstärkte («dickere») Bodenplatte. Eine solche verstärkte 
Bodenplatte würde aber auch einen verstärkten Eingriff in den Grundwasserleiter bedingen, da die 
Aushub- bzw. Fundationskote infolge der verstärkten Bodenplatte tiefergelegt werden müsste. Die 
Pfähle sind somit bautechnisch erforderlich und ein Ersatz der Pfähle über eine verstärkte Bodenplatte 
wäre infolge der tieferen Fundationskote aus Sicht Gewässerschutz keine Optimierung.

4. Hinsichtlich Ersatzmassnahmen würde rein rechnerisch der unter der Bodenplatte vorgesehene Sicker-
teppich bereits ausreichen, um die Durchflusskapazität durch die Neubaute um weniger als 10 % zu 
reduzieren. Als zusätzliche Ersatzmassnahme wird im Bericht der B.________ AG vom 22. Fe-
bruar 2022 zudem für die Gebäudehinterfüllung ein Rundkies bis mindestens auf Höhe des maximalen 
Grundwasserspiegels angeordnet. Durch diese zusätzliche Ersatzmassnahme findet eine Optimierung 
des Bauvorhabens hinsichtlich Gewässerschutz statt: Basierend auf unseren Berechnungen und den 

BVD 110/2023/46 

7/12

Angaben aus den Baugesuchsunterlagen, erfolgt eine vollständige Kompensation der Durchflusskapa-
zität des Grundwassers dank der beiden Ersatzmassnahmen (Sickerteppich, gut durchlässige Hinter-
füllung).

5. Das AWA hat in seinem Amtsbericht AWA Nr. 263289 vom 27. April 2022 die Einhaltung der gewäs-
serschutzrechtlichen Bestimmungen hinsichtlich Durchflusskapazität durch Überwachung und geeig-
nete Vorkehrungen während der Bauausführung verlangt, namentlich:
o Sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit Bauten im Grundwasser und Grundwasserabsenkun-

gen müssen von einer hydrogeologisch kompetenten Fachperson begleitet, überwacht und doku-
mentiert werden.

o Im Zusammenhang mit einer temporären Grundwasserabsenkung sind die Grundwasserstände 
innerhalb und ausserhalb der Baugrube in Grundwassermessstellen vor, während und nach Ab-
schluss der Bauarbeiten zu überwachen, d.h. in geeigneten zeitlichen Abständen einzumessen 
und in m.ü.M. zu protokollieren. Die Grundwassermessstellen ausserhalb der Baugrube sind über 
das gesamte Bauareal zu verteilen.

o Allfällige konzessionierte und/oder private Wasserfassungen, die sich im Einflussbereich der ge-
planten Grundwasserabsenkung befinden, sind in die hydrogeologischen Überwachungsarbeiten 
einzubeziehen.

o Nach Abschluss der Wasserhaltungsmassnahmen müssen sämtliche Spundwände rückgezogen 
werden.

o Die Funktionalität der Grundwasser-Umströmungsmassnahmen (Kompensationsmassnahmen) 
ist mit adäquaten Mitteln langfristig sicherzustellen (z.B. mittels Geotextilien).

o Spätestens 3 Monate nach Abschluss der temporären Grundwasserabsenkung / Spezialtiefbaua-
rbeiten ist der Gemeinde sowie dem AWA (Fachbereich Grundwasser und Altlasten) ein Schluss-
bericht einzureichen. Dieser muss enthalten:
- Aufzeichnung der abgepumpten Grundwassermenge,
- Resultate der Grundwasserspiegelmessungen,
- Resultate der protokollierten pH-Wert-Messungen, Vollzugsmeldung über den korrekten 

Rückbau sämtlicher Bauwerke und Fassungsanlagen, die für die temporäre Grundwasserab-
senkung erstellt wurden,

- Dokumentation (Pläne und Beschrieb) der eingebauten Massnahmen zur Erhaltung der 
natürlichen Strömungsverhältnisse (Kompensationsmassnahmen), Dokumentation betref-
fend Überwachung der Ankerarbeiten (Protokollierung der Injektionsmengen pro Anker).»

h) Das vorliegend zu beurteilende Bauvorhaben liegt im Gewässerschutzbereich Au. Der Ge-
wässerschutzbereich Au wird durch die Gewässerschutzgesetzgebung geschützt, indem die 
flächendeckende Sorgfaltspflicht zur Vermeidung nachteiliger Einwirkungen auf die Gewässer, 
das Verunreinigungsverbot und die Bestimmungen zur quantitativen Erhaltung der Grundwasser-
vorkommen. Wie das AWA zutreffend ausführt, ist in der Umgebung keine Grundwasserschutz-
zone vorhanden.

Wie das AWA in seiner Stellungnahme vom 19. April 2023 ausführt, hat es eigene Berechnungen 
angestellt. Bei Ausführung der Bauarbeiten mit den beiden Ersatzmassnahmen Sickerteppich aus 
Rundkies unter der Bodenplatte sowie mit der Hinterfüllung mit Rundkies findet eine vollständige 
Kompensation der Einschränkung der Durchflusskapazität durch das Bauwerk statt. Bereits mit 
Ausführung nur mit einem Sickerteppich werde die Durchflusskapazität um weniger als 10 % re-
duziert. Mit der zusätzlichen Ersatzmassnahme der Hinterfüllung beträgt die Verminderung der 
Durchflusskapazität somit 0 %. Weiter hat das AWA die Beschwerdegegnerin dazu verpflichtet, 
die Auflagen gemäss Amtsbericht vom 27. April 2022 resp. Stellungnahme vom 19. April 2023 zu 
erfüllen. Diese Auflagen beinhalten die Verpflichtung zur Begleitung der Arbeiten durch eine hy-
drogeologische Fachperson und weitere regelmässige Überwachungs- und Rapportierungspflich-
ten.

BVD 110/2023/46 

8/12

Faktisch wird es somit aufgrund der Baute zu keiner Verringerung der Durchflusskapazität kom-
men. Damit werden die Interessen des Grundwassers nicht beeinträchtigt, was ein gewichtiges 
Argument in der Interessenabwägung darstellt. Es sprechen aber auch weitere gewichtige Argu-
mente der Bauherrschaft für die Erteilung der Ausnahmebewilligung.

Die Bauparzelle liegt in der Bauzone und ist der Bauklasse IVc zugeordnet. Der Zweck eines 
Grundstücks in der Bauzone ist dessen Bebauung. Die Grundeigentümerin hat grundsätzlich auch 
den Anspruch, ihre Parzelle im nach den Baupolizeivorschriften zulässigen Masse zu bebauen. 
Die Bauparzelle liegt etwa in der Mitte eines als Arbeitszone 2 eingestuften Gebietes und ist um-
geben von bebauten Parzellen. Das Freihalten dieser Parzelle wäre raumplanerisch nicht sinnvoll. 
Würde der Beschwerdegegnerin das Bebauen ihrer Parzelle in der Bauzone verweigert, würde 
dies eine Einschränkung der Eigentumsgarantie darstellen (Art. 26 BV7 und Art. 24 KV8).

In der Arbeitszone A2 sind gemäss Art. 33 GBR alle Arbeitsaktivitäten, Verkaufsläden und Gast-
gewerbebetriebe zulässig. Das GBR kennt keine Einschränkung der Untergeschosse. Unterge-
schosse werden gemäss Art. 60 Abs. 2 GBR durch die unterirdische Geschossflächenziffer 
(GFZu) erfasst, die frei ist, wenn das GBR nichts anderes erwähnt. Für die Arbeitszone A2 kennt 
das GBR keine GFZu. Folglich ist es der Beschwerdegegnerin erlaubt, mehrere Untergeschosse 
vorzusehen. Aus den Längsschnitten A-A und C-C ist ersichtlich, dass das gewachsene Terrain 
von Südost in Richtung Nordwest entlang der Längsausrichtung des geplanten Gebäudes um rund 
4.50 m abfällt. Ein Verbot, unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels zu bauen, würde faktisch 
dem Verbot zur Erstellung eines oder mehreren Untergeschossen entsprechen. Einerseits würde 
dies zu einer gewichtigen Einschränkung der Nutzungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin 
führen, unabhängig davon, wofür die Untergeschossflächen genutzt werden. Andererseits ist es 
auch raumplanerisch sinnvoll, im Sinne einer effizienten Raumnutzung vorliegend Unterge-
schosse zu realisieren, anstatt anderenorts zusätzliche Bodenfläche zu bebauen. Zudem bringt 
das AWA in seiner Stellungnahme vom 19. April 2023 vor, in vergleichbaren hydrogeologischen 
Situationen seien in den letzten Jahren Baugesuche mit einem Untergeschoss in Gemeinden mit 
geringem Flurabstand von Seiten AWA bewilligt worden. Die vorgesehenen Pfähle seien zudem 
auch weniger invasiv als eine andere Auftriebssicherung wie eine dickere Bodenplatte. Für die 
BVD besteht kein Anlass, von dieser fachlichen Einschätzung abzuweichen.

Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrem Baugesuch die Erstellung eines Gewerbekomplexes, 
welcher im Erdgeschoss und Zwischengeschoss einen Showroom beinhaltet. Im 1. Unterge-
schoss beantragt die Beschwerdegegnerin zudem die Erstellung von Parkflächen als Lager. Nach 
Angaben der Beschwerdegegnerin soll das A.________ einen Teil der Fläche mieten. Die Be-
schwerdegegnerin ist nicht verpflichtet, die schlussendliche Nutzung bereits im Zeitpunkt des Bau-
gesuches zu belegen. Bei zukünftigen Mieterausbauten oder Nutzungsänderungen sind jeweils 
zusätzliche Bewilligungen einzuholen. Für die Interessenabwägung ist auch nicht entscheidend, 
wofür die Flächen im Untergeschoss – und auch die übrigen Flächen – genutzt werden. Die Be-
schwerdeführerin ist berechtigt, aufgrund finanzieller Interessen auf der Bauparzelle ein Gebäude 
im Rahmen des baurechtlich Zugelassenen zu erstellen. Die Interessenabwägung kann vorlie-
gend auch ohne Kenntnis der dereinstigen Nutzung vorgenommen werden.

Die BVD sieht keinen Anlass, von der überzeugenden fachlichen Einschätzung des AWA abzu-
weichen. Da die Durchflusskapazität nach Realisierung der Ersatzmassnahmen gar nicht einge-
schränkt ist und auch sonst keine Nachteile in Bezug auf den Gewässerschutz vorhersehbar sind, 
überwiegen die Interessen der Beschwerdegegnerin am Erhalt der Ausnahmebewilligung.

7 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) 
8 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1)

BVD 110/2023/46 

9/12

4. Nachteilige Auswirkungen auf Nachbarparzelle

a) Die Beschwerdeführerin befürchtet die Überflutung ihrer eigenen Parzelle und damit die Be-
schädigung von Gebäude und Anlage. Zudem bestehe die Befürchtung, dass durch das Bauvor-
haben aufgestautes Grundwasser die Rückgabe des durch die Beschwerdeführerin zu Heizzwe-
cken genutzten Grundwassers auf Parzelle Köniz Grundbuchblatt Nr. J.________ stark stören 
oder gar verunmöglichen könnte.

b) In seiner Stellungnahme vom 19. April 2023 macht das AWA Ausführungen zur befürchteten 
Störung oder Verhinderung der Rückgabe des durch die Beschwerdeführerin genutzten Grund-
wassers. Das Fachbüro B.________ AG habe im Jahre 2015 die Abklärungen zur Grundwas-
serrückgabe der Beschwerdeführerin getätigt und sei nun auch beim vorliegenden Bauprojekt für 
die hydrogeologischen Belange zuständig. Die B.________ AG sei somit bestens mit der Situation 
betraut und habe in ihrem Bericht zur Baugrunduntersuchung bezüglich des vorliegenden Bau-
projekts vom 6. Juli 2021 auch darauf hingewiesen. Das Fachbüro sei für die Ausarbeitung in hy-
drogeologischer Hinsicht verantwortlich, so dass keine negativen Auswirkungen auf Nachbarpar-
zellen zu befürchten seien. Entsprechend würden die beiden im Endzustand vorgesehenen Er-
satzmassnahmen vorgeschrieben, welche eine vollständige Kompensation der Durchflusskapa-
zität des Grundwassers zur Folge hätten. Die stärkste Abriegelung des Grundwassers finde im 
Bauzustand infolge der temporären Spundwände statt. Um auch in dieser Phase nachteilige Aus-
wirkungen zu vermeiden, werde ausserhalb der Baugrube entlang der Spundwand ein Sickergra-
ben aus gut durchlässigem Rundkies empfohlen. So könne ein Rückstau im Zustrom resp. eine 
Grundwasserabsenkung im Abstrom vermieden werden. Das AWA haltet die Realisierung der Be-
fürchtung der Beschwerdeführerin daher als sehr unwahrscheinlich. 

Bezüglich der Befürchtung der Flutung der Parzelle der Beschwerdeführerin weist das AWA in 
seiner Stellungnahme vom 19. April 2023 auf die vollständige Kompensation der Durchflusskapa-
zität des Grundwassers durch die Realisierung der Ersatzmassnahmen hin. Diese Massnahmen 
würden dazu dienen, negative Auswirkungen in hydrogeologischer Hinsicht auf die Nachbarschaft 
infolge des Neubaus zu verhindern.

c) Bauten und Anlagen sind so zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten, dass weder Per-
sonen noch Sachen gefährdet werden (Art. 21 BauG). Die Bauherren sind verpflichtet, bei der 
Erstellung von Bauten und Anlagen die anerkannten Regeln der Baukunde einzuhalten und die 
einschlägigen Normen und Empfehlungen der Fachverbände zu beachten (vgl. Art. 57 BauV). 
Darunter sind jene Massnahmen zu verstehen, die nach wissenschaftlicher Erkenntnis und den 
Erfahrungen der Praxis geeignet sind, einen gefahrlosen Bauvorgang zu gewährleisten und dem 
Bauwerk jene Festigkeit und Sicherheit zu verleihen, die aufgrund der Zweckbestimmung erfor-
derlich sind. Aufgrund der vielfältigen sicherheitstechnischen Fragen kann das Befolgen dieser 
Regeln im Allgemeinen nicht schon im Voraus im Baubewilligungsverfahren geprüft werden. Es 
wäre unverhältnismässig, wenn alle diesbezüglichen Detailfragen von der Bauherrschaft bereits 
im Baubewilligungsverfahren geklärt und gelöst werden müssten, zumal das Projektierungsver-
fahren im Zeitpunkt der Baueingabe zumeist noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Die Behörde 
kann aber weitere Unterlagen und Angaben über die Konstruktion, den Bauvorgang und die Si-
cherheitsvorkehren verlangen (Art. 15 Abs. 1 BewD).

Das AWA prüft im Rahmen der Erteilung der Gewässerschutzbewilligung für eine Grundwasser-
absenkung im Grundsatz ausschliesslich Aspekte des Grundwasserschutzes. Dazu gehört die im 
Vorfeld zu klärende Frage, ob Einbauten ins Grundwasser am betreffenden Ort zulässig sind. 
Weiter beurteilt das AWA allfällige Umströmungshilfen sowie verschiedene Aspekte zum Schutz 
des Grundwassers bei Grundwasserabsenkungen wie beispielsweise die Art der Absenkung, die 
Art der Ableitung oder Rückversickerung, der Umgang mit verschmutztem Baustellenabwasser 

BVD 110/2023/46 

10/12

etc. Das AWA prüft jedoch nicht die Bausicherheit resp. die Auswirkung auf andere Bauten im 
Zusammenhang mit Bauten im Grundwasser und Grundwasserabsenkungen. Dies liegt in der Ver-
antwortung der Bauherrschaft.

d) In den Auflagen des Amtsberichts Wasser und Abfall vom 27. April 2022 nimmt das AWA 
das Merkblatt «Bauten im Grundwasser und Grundwasserabsenkungen» als integrierender Be-
standteil des Amtsberichts auf. Die darin enthaltenen Auflagen, welche für den Gewässerschutz-
bereich Au gelten, müssen bei der Realisierung von Bauten und Anlagen in diesem Bereich ein-
gehalten werden. So muss die Planung und Ausführung sämtlicher Arbeiten im Zusammenhang 
mit Bauten im Grundwasser und Grundwasserabsenkungen von einer hydrogeologisch kompe-
tenten Fachperson begleitet und überwacht werden. Weiter dürfen durch die im Grundwasser ver-
bleibenden Bauteile weder ein Aufstau noch wesentliche Veränderungen der natürlichen Strö-
mungsverhältnisse entstehen, was wenn nötig mit geeigneten Massnahmen sicherzustellen ist. 

Mit diesen Auflagen wird sichergestellt, dass bei deren Berücksichtigung davon ausgegangen wer-
den kann, dass nicht mit Schäden zu rechnen ist. Das AWA hat sich ausführlich zur vorgesehenen 
Vorgehensweise während der Bauphase und auch zur Situation nach Fertigstellung der Baute 
geäussert und stimmt den Vorgaben der B.________ AG zu. Sollte es bei der Ausführung trotz-
dem zu Schäden auf Nachbargrundstücken kommen, handelt es sich dabei um zivilrechtliche Fra-
gen, welche auf dem zivilrechtlichen Rechtsweg durchgesetzt werden müssen. Die Rüge der Be-
schwerdeführerin erweist sich als unbegründet.

5. Zusammenfassung, Kosten

a) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Bauvorhaben der Beschwerdegeg-
nerin zu Recht bewilligt hat und auch die Ausnahmebewilligung für das Bauvorhaben im Gewäs-
serschutzbereich Au zu Recht erteilt wurde. Die Beschwerde wird abgewiesen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr 
von CHF 2200.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV9).

c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht de-
ren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder Wettschla-
gung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt erscheint 
(Art. 108 Abs. 3 VRPG).

Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin macht Parteikosten im Umfang von CHF 7210.50 
(Honorar CHF 6500.00, Auslagen CHF 195.00, Mehrwertsteuer CHF 515.50) geltend. Die Partei-
kosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 
Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV10 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Be-
schwerdeverfahren CHF 400.00 bis CHF 11 800.00 pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs be-
misst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Be-
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG11). Im vorlie-
genden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als unterdurchschnittlich zu werten, da nur ein Schrif-
tenwechsel stattfand und kein Beweisverfahren durchgeführt wurde. Die Bedeutung der Streitsa-

9 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
10 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811)
11 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)

BVD 110/2023/46 

11/12

che ist zwar als überdurchschnittlich, die Schwierigkeit des Prozesses aber als eher unterdurch-
schnittlich einzustufen. Daher erscheint ein Honorar von CHF 5000.00 als angemessen. Die Aus-
lagen in der Höhe von CHF 195.00 sind nicht zu beanstanden. Weiter ist die Beschwerdegegnerin 
mehrwertsteuerpflichtig12 und kann somit die von ihrem Rechtsvertreter auf sie überwälzte Mehr-
wertsteuer in ihrer eigenen Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. Ihr fällt daher be-
treffend Mehrwertsteuer kein Aufwand an und eine Abgeltung der Mehrwertsteuer käme einer mit 
Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG unvereinbaren Überentschädigung gleich. Die in der 
Kostennote des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin aufgeführte Mehrwertsteuer ist daher 
bei der Bestimmung des Parteikostenersatzes nicht zu berücksichtigen.13 Angemessen sind daher 
Parteikosten in der Höhe von CHF 5195.00 (Honorar CHF 5000.00, Auslagen CHF 195.00). Die 
Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin die Parteikosten von CHF 5195.00 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes 
Bern-Mittelland vom 22. Februar 2023 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 2200.00 werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auf-
erlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft er-
wachsen ist.

3. Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin die Parteikosten im Betrag von 
CHF 5195.00 zu ersetzen.

12 Siehe Unternehmens-Identifikationsnummer-Register, einsehbar unter: <https://www.uid.admin.ch>
13 BVR 2015 S. 541 E. 8.2, 2014 S. 484 E. 6

BVD 110/2023/46 

12/12

IV. Eröffnung

- Frau Rechtsanwältin D.________, eingeschrieben
- Herrn Rechtsanwalt F.________, eingeschrieben
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, per E-Mail
- Amt für Wasser und Abfall (AWA), Rechtsdienst, im Haus
- Einwohnergemeinde Köniz, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine allfällige Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in fünf Exemplaren einzureichen ist, muss einen 
Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift 
enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.