# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b57e4a10-ee75-5cab-8431-4e790ff9c52b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 11.02.2014 SK1 2013 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2013-42_2014-02-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 11. Februar 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 13 42 [nicht mündlich eröffnet]          7. April 2014

(Mit Urteil 6B_517/2014 vom 23. Oktober 2014 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
Richter Brunner und Michael Dürst
Aktuar Hitz

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. Jürg Krumm, Möhrlistrasse 97, 8050 Zürich, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 15. August 2013, im Dispositiv mit-
geteilt am 19. August 2013, schriftlich begründet und mitgeteilt am 8. November 
2013, in Sachen

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte, 

des Y.1_____,  Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter,

des Y.2_____,  Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter,

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des Y.3_____,  Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechts-
anwalt lic. iur. Luzi Bardill, Bardill Advokatur & Notariat, Poststrasse 43, 7002 
Chur,

der Y.4_____,  Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen-Müller, Däppen Rechtsanwälte, Bahnhofs-
trasse 8, 7000 Chur,

des Y.5_____,  Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter,

der Y.6_____,  Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Martin Boric, Kuoni Rechtsanwälte AG, Löwenstrasse 66, 
Postfach 4016, 8021 Zürich,

des Y.7_____,  Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter, 

des Y.8_____,  Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter,

und der Y.9_____,  Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

gegen den Angeklagten und Berufungskläger, 

betreffend mehrfacher Raub etc.

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt:

A. X._____ wurde am _____1968 in O.1_____ / L.1_____ geboren und wuchs 
dort zusammen mit seinem Bruder bei den Eltern auf. In O.1_____ besuchte er 
acht Jahre die Grund- und vier Jahre die Mittelschule und absolvierte an der Uni-
versität ein Studium als Sportlehrer, welches er im Jahre 1996 abschloss. Danach 
arbeitete er als Sportlehrer an verschiedenen Schulen in O.1_____. Bei Beginn 
des L.1_____krieges im Jahre 1999 musste X._____ flüchten; er hielt sich danach 
in O.2_____ / L.1_____ auf. Ende 1999 kam er als Flüchtling nach O.3_____ / 
L.2_____, wo er unter anderem als Bauarbeiter bis 2004 arbeitete. 

Im Jahre 2004 heiratete er A._____. Die gemeinsamen Töchter kamen in den Jah-
ren 2004 und 2008 auf die Welt. Bis zu seiner Verhaftung am 9. Februar 2012 
wohnte X._____ mit seiner Familie in einer Mietwohnung in O.3_____ und ging 
Gelegenheitsjobs in O.3_____, O.4_____ und O.5_____ nach, wofür er ca. EUR 
200.00 bis 300.00 pro Monat verdiente. X._____ hat kein Vermögen und Schulden 
in unbestimmter Höhe. 

X._____ weist drei Vorstrafen in L.2_____ auf. Am 18. Februar 1994 wurde er zu 
einer bedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten wegen Widerhandlungen gegen 
das L.2_____ Filmgesetz verurteilt. Am 18. November 2005 wurde er zu einer 
Freiheitsstrafe von fünf Monaten wegen Personenflucht verurteilt. Am 10. April 
2006 wurde er zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen Betäubungsmit-
telhandel und -herstellung verurteilt. Diese Freiheitsstrafe verbüsste er vom 
15. Dezember 2006 bis 12. Mai 2011 in der Strafanstalt in O.3_____. 

Anlässlich seiner Einvernahme vor der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden am 11. Februar 2014 führte X._____ im Zusammenhang mit der Be-
fragung zur Person aus, dass der Hintergrund dieser Vorstrafen ein politischer sei. 
Die Verurteilung wegen Rauschgiftherstellung und -distribution entspreche nicht 
der Wahrheit, auch wenn es so in seinem Vorstrafenregister stehen würde. Dies 
würde sich überprüfen lassen. Er sei aber mehrere Jahre in O.3_____ im Gefäng-
nis gewesen. 

B. Am 30. April 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden Anklage ge-
gen X._____. Der Anklageschrift vom 30. April 2013 liegt folgender Sachverhalt zu 
Grunde (vgl. act. E.1/17):

"- Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB,

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- mehrfacher Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB,

- versuchter Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB,

- mehrfache räuberische Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 156 Ziff. 3 StGB, Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und 
Art. 140 Ziff. 4 StGB,

- mehrfache Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,

- mehrfacher Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB.

Vor dem 12. Oktober 2011 fanden sich B._____ und X._____ mit dem Wil-
len zusammen, inskünftig gemeinsam und arbeitsteilig in der Schweiz meh-
rere Raubtaten zu begehen, um sich auf diese Weise einen ihnen nicht ge-
bührenden Vermögensvorteil zu verschaffen. Die Beschuldigten hatten ab-
gemacht und waren sich einig, dass X._____ die Opfer überwältigt und 
B._____ die Aneignung der Vermögensgegenstände sowie die Geldbezüge 
mit den gestohlenen Bankkarten übernimmt. In der Regel suchte B._____ 
die Tatorte aus. Zur Begehung der Taten führten die Beschuldigten Klebe-
band, Kabelbinder und Plastikschnüre sowie ein Messer mit sich. Die Be-
schuldigten haben ihre Opfer gefesselt, teilweise geknebelt und geschlagen 
und auf diese Art und Weise zum Widerstand unfähig gemacht oder von 
ihnen die Pincodes von Bankkarten mit der Drohung erpresst, sie bei fal-
scher Angabe des Codes zu verletzen oder zu töten. Auf diese Weise be-
gingen die Beschuldigten im Zeitraum 12. Oktober 2011 bis 9. Februar 
2012 gemeinsam 8 Raubdelikte in den Kantonen Graubünden (4 Fälle), St. 
Gallen (1 Fall), Thurgau (2 Fälle) und Zürich (1 Fall). Dabei leistete jeder 
der beiden Beschuldigten den ihm gemäss vorgängiger Absprache zuge-
teilten Tatbeitrag. Der erbeutete Gesamtdeliktsbetrag beläuft sich auf CHF 
31'158.94, der Sachschaden auf CHF 750.00. In den Fällen, in denen die 
Beschuldigten Sachschaden verursachten oder ohne Recht in fremde 
Räumlichkeiten eindrangen, stellten die Geschädigten Strafanträge wegen 
Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. 

B._____ ist geständig, an den 8 Raubdelikten beteiligt gewesen zu sein, 
während X._____ nur hinsichtlich des Raubdelikts vom 9. Februar 2012 in 
O.6_____ geständig ist. 

Im Einzelnen verübten die Beschuldigten folgende Delikte:

1. Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB sowie Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB.

Nach gemeinsamer Entschlussfassung und in Absprache mit B._____, 
die Mitarbeiterin im Tankstellenshop in O.8_____ zu überwältigen und 
dort einen Diebstahl zu begehen, betrat am 19. Oktober 2011, um 
21.34 Uhr, X._____ ohne Recht den P._____ Tankstellenshop an der 
_____strasse in O.8_____, zog sich eine Sturmmaske über das Ge-
sicht und überwältigte die Verkäuferin Y.9_____, geb. am _____1962, 
im Eingangsbereich. Er tat dies, indem er sie mit Handschuhen beklei-
det am Arm packte und von sich abdrehte, ihr dann von hinten den 
Mund zuhielt und sie durch den Laden in den Aufenthaltsraum drängte. 
Dort fesselte X._____ Y.9_____ mit dem mitgebrachten Paketklebe-
band die Hände gekreuzt auf den Rücken, indem er ihr das Klebeband 
fest um die Handgelenke wickelte. Danach drückte er sie zu Boden 

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und fesselte ihre Füsse mit dem Klebeband zusammen, wodurch er 
Y.9_____ zum Widerstand unfähig machte. Sechs Sekunden nach 
X._____ betrat der ebenfalls maskierte B._____ den Tankstellenshop 
und ging zielstrebig zum Kassabereich. B._____ entwendete aus der 
Kasse sowie aus dem offenstehenden Kleintresor unterhalb der Regis-
trierkasse Bargeld in Höhe von insgesamt CHF 1'795.30 und verliess 
damit das Geschäft. Kurz nach B._____ verliess auch X._____ den 
Tankstellenshop und liess Y.9_____ gefesselt im Aufenthaltsraum 
zurück. Die beiden Beschuldigten hatten den Tankstellenshop einzig 
deshalb betreten, um den Diebstahl zu begehen. Y.9_____ konnte die 
Fesseln nicht selber lösen. Nach ein paar Minuten betrat eine Kundin 
den Tankstellenshop und befreite Y.9_____ von der Fesselung. 
X._____ fügte Y.9_____ eine Schürfung über der Lippe zu. B._____ 
wusste, dass X._____ die Verkäuferin mit Gewalt zum Widerstand un-
fähig macht und sie fesselt. 

2. Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB sowie Hausfriedensbruch 
gemäss Art. 186 StGB.

Am Freitag, 28. Oktober 2011, ca. 20.00 Uhr, klingelten die beiden 
maskierten Beschuldigten an der Haustüre des abgelegenen Einfamili-
enhauses von Y.1_____, geb. am _____1952, an der _____strasse in 
O.13_____. Als Y.1_____ die Tür öffnete, drängten sie ihn mit Körper-
gewalt ins Haus zurück und betraten ohne Recht dessen Haus. Dann 
drückten sie ihn zu Boden und fesselten ihm mittels Klebeband die 
Beine an den Fussgelenken fest zusammen. Anschliessend fesselten 
die Beschuldigten Y.1_____ die Hände mit Klebeband hinten auf den 
Rücken, indem sie ihm das Klebeband mehrmals fest um die Handge-
lenke wickelten. Zudem stülpten sie ihm ein Stofftuch (Kissenbezug) 
über den Kopf. Dadurch machten die Beschuldigten Y.1_____ zum 
Widerstand unfähig. Danach wurde Y.1_____ nach Kreditkarten ge-
fragt und einer der Beschuldigten schlug ihm mit der Faust zwei Mal 
auf den Kopf. Während X._____ die ganze Zeit beim gefesselten 
Y.1_____ blieb und auf ihm kniete, durchsuchte B._____ das Haus 
nach Wertgegenständen. Im Obergeschoss des Hauses stahl B._____ 
aus dem Schlafzimmerschrank und dem Nachttisch von Y.1_____ 
Bargeld in Höhe von ca. CHF 10'213.65 (darunter auch US-Dollar, Ca-
nada Dollar, Euro, Real und Travellercheck), zwei Goldmünzen im 
Wert von ca. CHF 120.00, eine Goldkette im Wert von ca. CHF 100.00, 
2 Eheringe mit Gravur im Wert von CHF 970.00, eine Armbanduhr 
Marke Omega im Wert von ca. CHF 200.00 sowie eine Taschenuhr der 
Marke TMC im Wert von ca. CHF 200.00 (Gesamtdeliktsbetrag CHF 
11'803.65). Bevor die Beschuldigten das Haus verliessen, fesselten sie 
den bereits zum Widerstand unfähig gemachten Y.1_____ zusätzlich 
mittels Klebeband an einen Stuhl und platzierten ihn am Ende des 
Hausganges, von wo aus er die Haustüre nicht sehen konnte. Ausser-
dem wurde ihm der Kissenbezug vom Kopf genommen, auf den Mund 
gelegt und mehrmals mit Klebeband umwickelt, so dass eine Atmung 
durch den Mund für Y.1_____ nicht mehr möglich war. Anschliessend 
verliessen die Beschuldigten das Haus und liessen Y.1_____ gekne-
belt und an den Stuhl gefesselt zurück. Die Haustüre sperrten die Be-
schuldigten mit dem Schlüssel von Y.1_____ von aussen ab und ver-
liessen den Tatort. Als Y.1_____ hörte, dass die Haustüre abgeschlos-
sen wurde, bekam er Panik. Durch die Knebelung und Fesselung hatte 

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er Mühe mit der Atmung, sodass eine stark erhöhte, konkrete Ersti-
ckungsgefahr bestand. Dadurch brachten die Beschuldigten ihr Opfer 
in unmittelbare Lebensgefahr, was sie wussten oder zumindest in Kauf 
nahmen. Im Verlaufe der Nacht konnte sich Y.1_____ von der Knebe-
lung befreien. Er versuchte zudem während der ganzen Nacht, die 
Fesseln an Händen und Füssen zu lösen, was ihm jedoch nicht ge-
lang. Als Y.1_____ gefesselt auf dem Stuhl sass und um Hilfe rief, ging 
ihm durch den Kopf, dass bis Montag niemand kommen würde und er 
bis dann tot sein werde. Bis am Morgen gelang es Y.1_____, sich mit 
dem Stuhl langsam in Richtung Hauseingang zu verschieben, wo er 
am 29. Oktober 2011, ca. 09.45 Uhr, also über 12 Stunden nach der 
Fesselung, von der zufällig vorbeikommenden Postbotin S._____ be-
freit wurde. Um Y.1_____ befreien zu können, musste S._____ das 
Fenster der Eingangstüre einschlagen. Durch den Überfall erlitt 
Y.1_____ eine Quetschung der linken Schulter, ein Druckgeschwür im 
Steissbeinbereich, eine leichte akute Belastungsreaktion sowie 
Schwellungen beider Hände und Füsse. Durch ihre Vorgehensweise 
fügten die Beschuldigten dem Opfer unnötige und besonders schwere 
Leiden in physischer und psychischer Hinsicht zu, was sie wussten 
oder in Kauf nahmen. 

3. Räuberische Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 156 Ziff. 3 StGB, Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 
4 StGB.

Am 8. November 2011, ca. 18.00 Uhr, packte X._____ Y.2_____, geb. 
am _____1944, auf dem Rastplatz Ost in O.9_____ im Wald hinter 
dem Rastplatz von hinten und schlug ihn zu Boden. Anschliessend 
fesselten X._____ und B._____ Y.2_____ mittels Kabelbinden die 
Hände auf den Rücken und banden ihm mit seinem Ledergurt die Bei-
ne zusammen. Die Kabelbinder wurden von den Beschuldigten so fest 
angezogen, dass Y.2_____ starke Schmerzen verspürte. Anschlies-
send durchsuchten sie seine Kleider nach Wertgegenständen und ris-
sen ihm dabei das Hemd auf. Aus der Hosentasche entwendeten sie 
seinen Autoschlüssel. Als Y.2_____ bäuchlings auf dem Boden lag, 
drückte ihm einer der Beschuldigten immer wieder den Kopf gegen den 
Boden, damit er nichts sehen konnte. B._____ durchsuchte dann das 
Fahrzeug von Y.2_____, welches auf dem Parkplatz des Rastplatzes 
stand, und entwendete daraus die Bank- und Kreditkarten von 
Y.2_____ sowie dessen Pass. X._____ kniete auf dem Rumpf des ge-
fesselten Y.2_____. Dadurch und weil Y.2_____ die Hände auf den 
Rücken gebunden waren, bestand eine stark erhöhte, konkrete Ersti-
ckungsgefahr, was die Beschuldigten zumindest in Kauf nahmen. In 
dieser Lage wurde Y.2_____ gezwungen, die Pincodes seiner Bank-
karten anzugeben. Als Y.2_____ sich weigerte, hielt X._____ ihm die 
Klinge eines Messers an die rechte Halsseite und brachte ihn in unmit-
telbare Lebensgefahr. Gleichzeitig drohte B._____ ihm, dass er tot sei, 
wenn er die Pincodes nicht angebe. Die Beschuldigten wussten, dass 
eine unbedachte Bewegung des Opfers ausreichte, um Y.2_____ mit 
dem Messer an der Halsschlagader zu verletzen. Sie nahmen somit 
zumindest in Kauf, dass sie Y.2_____ mit dem Messer, welches sie 
ihm direkt an den Hals hielten, lebensgefährlich verletzen konnten. 
Nachdem Y.2_____ beide Pincodes angegeben hatte, entfernte sich 
B._____, um mit den Karten Geld abzuheben. Während B._____ die 
Geldbezüge tätigte, blieb X._____ bei Y.2_____. X._____ zog den ge-

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fesselten Y.2_____, der bäuchlings mit aufgerissenem Hemd auf dem 
Boden lag, ca. 5 bis 6 Meter weiter weg in Richtung Lichtschatten des 
Trafohauses, damit er nicht entdeckt werden konnte. Nach einer Weile 
kehrte B._____ auf den Rastplatz zurück. X._____ entfernte sich dann 
von Y.2_____. Durch ihre Vorgehensweise fügten X._____ und 
B._____ Y.2_____ neben Schürfungen und Schwellungen an Händen 
und Füssen zwei Rippenbrüche, eine Nierenverletzung sowie ein Hä-
matom und eine Schwellung des Jochbogens zu. Mit diesen Verlet-
zungen lag Y.2_____ ca. eineinhalb Stunden mit den Händen auf den 
Rücken gefesselt und leicht bekleidet in Bauchlage im Wald. Er fror 
und hatte Todesangst. Durch ihre Vorgehensweise fügten die Be-
schuldigten dem Opfer unnötige und besonders schwere Leiden in 
physischer und psychischer Hinsicht zu, was sie wussten oder in Kauf 
nahmen. Nach einer Weile gelang es Y.2_____, die Fussfesselung zu 
lösen. Durch Hilferufe wurde ein Passant auf ihn aufmerksam und be-
nachrichtigte die Polizei. 

Mit den entwendeten Bank- und Kreditkarten tätigte B._____ in Ab-
sprache mit X._____ am 8. November 2011 folgende Geldbezüge:

- 18.26 Uhr Bezug von CHF 1'000.00 mit der _____ Karte Nr. _____ 
beim Bankomat der Bank._____ in O.19_____, _____strasse.

- 18.28 Uhr Bezug von CHF 629.90 mit der _____ Karte Nr. _____ 
beim Bankomat der Bank._____ in O.19_____, _____strasse.

- 18.29 Uhr Bezug von CHF 1'000.00 mit der _____ Karte Nr. _____ 
beim Bankomat der Bank._____ in O.19_____, _____strasse.

- 18.31 Uhr Bezug von CHF 67.49 mit der _____ Karte Nr. _____ 
beim Bankomat der Bank._____ in O.19_____, _____strasse. 

- 19.32 Uhr Bezug EUR 200.00 (CHF 255.90) mit der Masterkarte Nr. 
_____ bei der Bank._____, _____strasse.

- 19.32 Uhr Bezug EUR 300.00 (CHF 383.85) mit der Masterkarte Nr. 
_____ bei der Bank._____, _____strasse.

- 19.32 Uhr Bezug EUR 300.00 (CHF 383.85) mit der Masterkarte Nr. 
_____ bei der Bank._____, _____strasse.

Zudem tätigte B._____ 5 Bezugsversuche im Betrag von CHF 1'000.00 
und EUR 1'500.00.

Auf diese Weise erwirtschafteten die Beschuldigten einen ihnen nicht 
gebührenden Vermögensvorteil in Höhe von CHF 2'697.39 und EUR 
800.00 (CHF 1'023.60). 

4. Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB, räuberische Erpressung 
gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 156 Ziff. 3 StGB, 
Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB sowie Sachbe-
schädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB. 

Als Y.3_____, geb. am _____1941, am 24. November 2011, ca. 20.00 
Uhr, auf dem Rastplatz Q._____, Autobahn _____, in O.7_____, nach 
dem Verlassen der Toilettenanlage auf dem Parkplatz herumlief, gab 
X._____ ihm ein Zeichen, dass er mit ihm mitkommen solle. Y.3_____ 
folgte X._____ in den Wald. In der Nähe des Wildschutzzaunes wurde 

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Y.3_____ von X._____ überwältigt, indem er ihn am Kragen packte 
und ihm zwei Mal mit der Faust auf den Kopf schlug. Dann näherte 
sich B._____ Y.3_____ von hinten. Als Y.3_____ um Hilfe schrie, wur-
de ihm von einem der Beschuldigten die Klinge eines Messers an die 
linke Halsseite gehalten, was zu einer unmittelbaren Lebensgefahr für 
Y.3_____ führte, weil eine unbedachte Bewegung des Opfers ausge-
reicht hätte, um dieses mit dem Messer an der Halsschlagader zu ver-
letzen. Die Beschuldigten wussten dies und nahmen zumindest in 
Kauf, dass sie Y.3_____ mit dem Messer, welches sie ihm direkt an 
den Hals hielten, lebensgefährlich verletzen konnten. Anschliessend 
wurde Y.3_____ von den Beschuldigten auf den Boden gedrückt und 
X._____ kniete auf seinem Rücken. Mittels einer Plastikschnur fessel-
ten die Beschuldigten Y.3_____ die Hände auf den Rücken und die 
Beine oberhalb der Fussknöchel zusammen. Anschliessend wurde er 
geknebelt, indem ihm einer der Beschuldigten ein übel riechendes 
Stück Stoff in den Mund steckte und mit Plastikschnur festband. Derart 
widerstandsunfähig gemacht, stahlen die Beschuldigten Y.3_____ das 
Portemonnaie aus der Gesässtasche, in dem sich CHF 700.00 befan-
den. Als Y.3_____ gefesselt am Boden lag und um Hilfe schrie, wurde 
ihm erneut von einem der Beschuldigten auf gleiche Weise wie kurz 
zuvor ein Messer an den Hals gehalten. Unter der Androhung, ihn zu 
töten, wurde Y.3_____ von den Beschuldigten gezwungen, anzuge-
ben, wo sich seine Bankkarte befindet. Als er angab, dass die Bank-
karte in seinem Fahrzeug sei, wurde ihm der Autoschlüssel entwendet 
und B._____ durchsuchte das Fahrzeug nach Wertgegenständen und 
der Bankkarte. Währenddessen hielt X._____ Y.3_____ am Boden 
fest, indem er auf ihm kniete. Dadurch und weil Y.3_____ die Hände 
auf den Rücken gebunden waren und er geknebelt war, bestand eine 
stark erhöhte, konkrete Erstickungsgefahr, was die Beschuldigten zu-
mindest in Kauf nahmen. Kurze Zeit später kam B._____ zum Opfer 
zurück und verlangte den Pincode der entwendeten Bankkarte. 
Y.3_____ musste den Pincode drei Mal wiederholen. Die Beschuldig-
ten drohten ihm, dass sie ihn umbringen würden, wenn er den falschen 
Code angebe. Danach entfernte sich zuerst B._____ vom Tatort. 
X._____ zog Handschuhe an und begann, mit den Handschuhen über 
den Körper von Y.3_____ zu streichen, der dadurch in noch grössere 
Panik geriet, weil er nicht wusste, was mit ihm geschah. Schliesslich 
entfernte sich auch X._____, und Y.3_____ wurde gefesselt und gek-
nebelt auf dem Boden liegend im Wald zurückgelassen. Es war kalt 
und Y.3_____ dachte, dass er sterben müsse, weil ihn niemand finden 
würde. Durch das Alleinlassen des verletzten, gefesselten und mit ei-
nem stinkigen Gegenstand geknebelten Opfers in einer kalten Winter-
nacht im Wald setzten die Beschuldigten Y.3_____ einer erhöhten Er-
stickungsgefahr und somit einer unmittelbaren Lebensgefahr aus, was 
beide Beschuldigte wussten oder aufgrund der Umstände zumindest in 
Kauf nahmen. Y.3_____ gelang es kurze Zeit danach, die Knebelung 
und Fesselung zu lösen und sich zu befreien. Die Beschuldigten fügten 
Y.3_____ eine Unterblutung der Augenbindehaut, eine Rissquetsch-
wunde an der Stirn, Fesselspuren an Händen und Füssen, eine Quet-
schung der rechten Schulter und mehrere Hautabschürfungen über 
den Schläfen- und Stirnbeinen zu. Während des Überfalls hatte 
Y.3_____ Panik und Angst und fühlte sich den Beschuldigten voll-
kommen ausgeliefert. Durch ihre Vorgehensweise fügten die Beschul-
digten dem Opfer unnötige und besonders schwere Leiden in physi-

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scher und psychischer Hinsicht zu, was sie wussten oder in Kauf nah-
men. 

Direkt nach dem Überfall bezog B._____ in O.17_____ bei der 
Bank._____, _____strasse, mit der entwendeten Maestro Karte Nr. 
_____ von Y.3_____ CHF 1'000.00. Aus dem Portemonnaie von 
Y.3_____ entwendeten die Beschuldigten Bargeld in Höhe von CHF 
700.00, seine Identitätskarte (CHF 70.00), seine R._____ Tankkarte 
(CHF 30.00), seinen Führerausweis (CHF 70.00) sowie seine Maestro 
Karte der Bank._____ (CHF 50.00) und sein Mobiltelefon Sony Erics-
son (CHF 39.00). Die Beschuldigten erwirtschafteten einen ihnen nicht 
gebührenden Vermögensvorteil von insgesamt CHF 1'959.00. Zudem 
beschädigten sie bei der Überwältigung des Opfers unter Anrichtung 
eines Sachschadens in Höhe von CHF 400.00 die Sehbrille und das 
Mobiltelefon von Y.3_____. 

5. Versuchter Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB.

Am 11. Dezember 2011 fuhr Y.5_____, geb. am _____1951, mit dem 
Geschäftsfahrzeug Opel Combo, Kontrollschild _____, auf der Auto-
bahn _____ von O.20_____ herkommend in Richtung O.6_____. Um 
ca. 22.00 Uhr hielt er auf dem Rastplatz I._____ in O.14_____ an, um 
die Toilette aufzusuchen. Beim Verlassen der Toilette schlug X._____ 
Y.5_____ derart fest zu Boden, so dass Y.5_____ das Bewusstsein 
verlor. Als Y.5_____ wieder zu sich kam, befand er sich im ca. 100 Me-
ter entfernten Unterholz des Rastplatzes. Die Beschuldigten stülpten 
ihm eine Kappe über das Gesicht und zogen diese bis unter das Kinn, 
so dass Y.5_____ nur schwer atmen konnte. Zudem fesselten sie ihn 
an Händen und Füssen mittels Klebeband und machten ihn dadurch 
zum Widerstand unfähig in der Absicht, ihn zu bestehlen. Danach for-
derte X._____ Y.5_____ in gebrochenem Englisch auf, sein Porte-
monnaie und die Bankkarten herauszugeben, und durchsuchte ihn 
nach Wertgegenständen. B._____ suchte das Fahrzeug von Y.5_____ 
nach Wertgegenständen ab. Als Y.5_____ um Hilfe schrie, erhielt er 
von X._____ zwei bis drei Schläge gegen die Rippen. Weil Y.5_____ 
keine Wertgegenstände bei sich  oder im Auto hatte, entfernten sich 
die Beschuldigten. Der Fahrzeugschlüssel wurde Y.5_____ wieder in 
die Jackentasche zurückgelegt und die Kappe von seinem Gesicht ent-
fernt. Y.5_____ wurde gefesselt im Wald des Rastplatzes zurückgelas-
sen. Die Beschuldigten hatten die Fesselung so fest angebracht, dass 
Y.5_____ sie nicht selber lösen konnte. Y.5_____ hatte Angst und Pa-
nik und fror wegen der Kälte. Nach einer gewissen Zeit gelang es ihm, 
aufzustehen und mit kleinen Schritten auf den Parkplatz zu laufen. Dort 
wurde er nach einer Weile von einem Passanten gefunden und von 
den Fesseln befreit. Die Beschuldigten fügten Y.5_____ durch den 
Überfall eine beidseitige Rippenkontusion, eine beidseitige Flanken-
kontusion, Prellungen über der Nase und im Mittelgesicht links, Fes-
selspuren an Händen und Beinen sowie eine Kontusion des rechten 
Grundhandgelenkes zu. 

6. Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB, räuberische Erpressung 
gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 156 Ziff. 3 StGB, 
Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB sowie Hausfrie-
densbruch gemäss Art. 186 StGB. 

Seite  10 — 81

Am 14. Dezember 2011, um 08.40 Uhr, wurde Y.6_____, geb. am 
_____1938, beim Verlassen ihres Einfamilienhauses an der 
_____strasse in O.10_____ von X._____ und B._____ an der Haustü-
re überrascht und von X._____ mit Körpergewalt ins Haus zurückge-
drängt. Dann betraten X._____ und B._____ ohne Recht das Haus von 
Y.6_____. X._____ drängte Y.6_____ in die Küche auf einen Stuhl, 
stülpte ihr eine schwarze Wollmütze über den Kopf und zog ihr diese 
bis unter die Augen, so dass Y.6_____ nichts mehr sehen konnte. An-
schliessend fesselte er mittels mitgebrachten Klebebands ihre Arme 
auf den Rücken und die Beine und den Oberkörper an den Stuhl und 
machte sie dadurch zum Widerstand unfähig. Gleichzeitig fragte 
X._____ nach Geld und Kreditkarten. Er zwang Y.6_____ sodann an-
zugeben, wo sich die Kreditkarten befanden und die entsprechenden 
Pincodes bekanntzugeben. Danach nahm X._____ eine Stoffserviette 
vom Esstisch und knebelte Y.6_____, obwohl sie bereits durch die 
Fesselung widerstandsunfähig war. Für die Knebelung legte X._____ 
ihr die Serviette auf den Mund und befestigte sie mit Klebeband. Dazu 
band er das Klebeband mehrmals rings um den Kopf von Y.6_____. 
Bevor er die Knebelung machte, gab er Y.6_____ auf ihren Wunsch 
hin ein Glas Wasser. Obwohl sie ihn anflehte, sie nicht zu knebeln, 
führte X._____ die Knebelung aus. Während X._____ das Opfer fes-
selte und knebelte, durchsuchte B._____ das Haus nach Wertge-
genständen und Kreditkarten. Bevor die Beschuldigten das Haus durch 
den Haupteingang verliessen, nahm X._____ dem Opfer die Wollmüt-
ze weg und warf ihr ein rotes Tuch über den Kopf. Zudem drohte 
X._____ Y.6_____, dass sie zurückkommen würden, wenn die Pinco-
des nicht stimmten. Y.6_____ wurde am Stuhl gefesselt und geknebelt, 
mit einem Tuch über dem Kopf in der Küche zurückgelassen. Nach ca. 
einer Viertelstunde gelang es ihr, mit dem Stuhl bis zur Tür zu rut-
schen, diese zu öffnen und um Hilfe zu rufen. B._____ wusste, dass 
X._____ das Opfer mit Gewalt zum Widerstand unfähig macht, indem 
er sie fesselt und knebelt. Durch ihre Vorgehensweise fügten die Be-
schuldigten dem Opfer unnötige und besonders schwere Leiden in 
physischer und psychischer Hinsicht zu, was sie wussten oder in Kauf 
nahmen. 

Die Beschuldigten entwendeten aus dem Haus von Y.6_____ Bargeld 
in Höhe von CHF 1'720.00, 4 Bank- und Kreditkarten (CHF 200.00), 3 
Goldmünzen (CHF 900.00) und ein Mobiltelefon (CHF 100.00). Mit den 
entwendeten Kreditkarten machte B._____ gleichentags zwischen 
09.05 Uhr und 09.44 Uhr folgende Bezüge:

- Um 09.05 Uhr wurden mit der _____ Maestro Karte Nr. _____ beim 
Bankomat der Bank._____ in O.10_____, _____strasse, CHF 
1'000.00 bezogen. 

- Um 09.18 Uhr wurden mit der CS Maestro Karte Nr. _____beim 
_____ Bankomat in O.21_____, _____strasse, CHF 1'000.00 bezo-
gen. 

- Um 09.19 Uhr wurden mit der CS Maestro Karte Nr. _____beim 
_____ Bankomat in O.21_____, _____strasse, CHF 1'000.00 bezo-
gen. 

Seite  11 — 81

- Um 09.20 Uhr wurden mit der CS Maestro Karte Nr. _____beim 
_____ Bankomat in O.21_____, _____strasse, CHF 3'000.00 bezo-
gen.

- Um 09.25 Uhr wurden mit der _____ Maestro Karte Nr. _____ beim 
Bankomat der Bank._____ in O.21_____, _____strasse, CHF 
1'000.00 bezogen.

- Um 09.31 Uhr wurden mit der _____ Maestro Karte Nr. _____ beim 
Bankomat der Bank._____ in O.22_____, _____strasse, CHF 
500.00 bezogen. 

- Um 09.34 Uhr wurden mit der PostFinanceCard Nr. _____ beim 
Bankomat der Bank._____ in O.22_____, _____strasse, CHF 
350.00 bezogen. 

Zudem tätigte B._____ 7 Bezugsversuche im Betrag von CHF 1'750.00 
und EUR 1'700.00. 

Auf diese Weise erwirtschafteten die Beschuldigten einen ihnen nicht 
gebührenden Vermögensvorteil von insgesamt CHF 10'770.00.

7. Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB.

Am Abend des 24. Dezember 2011 lenkte Y.8_____, geb. am 
_____1959, seinen Personenwagen VW Polo, Kontrollschild _____, 
von O.23_____ herkommend auf der A1 Richtung O.24_____. Ca. um 
19.00 Uhr fuhr er in O.11_____ auf den Rastplatz "K._____". Als 
Y.8_____ auf dem Rastplatz herumlief, packte X._____ ihn auf einmal 
von hinten, hielt ihm mit einer Hand den Mund zu und zog ihn mit gros-
ser Körperkraft zurück. Danach drohte X._____, dass etwas passieren 
werde, falls Y.8_____ schreie. Zudem forderte X._____ unter Todes-
drohung das Mobiltelefon und Kreditkarten von Y.8_____. Dann kam 
B._____ hinzu und forderte ihn auf, die Autoschlüssel herauszugeben. 
Anschliessend wickelte X._____ Y.8_____ durchsichtiges Klebeband 
mehrmals um den Mund, so dass er nicht mehr sprechen konnte. 
Y.8_____ musste die Arme nahe am Körper halten und X._____ fes-
selte ihn, indem er ihm mehrmals Klebeband fest um die Brust wickel-
te, so dass Y.8_____ die Arme nicht mehr bewegen konnte. Dadurch 
machte X._____ Y.8_____ zum Widerstand unfähig. Danach fasste 
X._____ die Hände von Y.8_____, drückte sie und hob sie fest an. In 
dieser Position wurde Y.8_____ von X._____ vom Parkplatz weg ins 
ca. 50 Meter entfernte Unterholz des Rastplatzes geführt, wo er von 
X._____ auf den Boden in die Hocke gedrückt wurde und ihm die Hän-
de mit Klebeband auf den Rücken zusammengebunden wurden. 
X._____ fesselte Y.8_____ weiter, indem er ihm das Klebeband 
mehrmals fest um die Beine band. Während X._____ das Opfer in den 
Wald führte und fesselte, durchsuchte B._____ das Fahrzeug von 
Y.8_____ nach Wertgegenständen. Als beim Fahrzeug von Y.8_____ 
der Alarm ausbrach, lief B._____ in das Gebüsch zurück und steckte 
Y.8_____ den Autoschlüssel wieder in die Jackentasche. Weil B._____ 
im Fahrzeug von Y.8_____ keine Wertgegenstände finden konnte, 
durchsuchte X._____ Y.8_____ nach Wertgegenständen und entwen-
dete dem aufgrund der Fesselung und Knebelung zum Widerstand un-
fähig gemachten Y.8_____ seine Armbanduhr der Marke Fossil (Wert 
CHF 180.00). Er bedrohte ihn erneut und sagte, dass er fünf Minuten 

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warten müsse, sonst passiere etwas. Y.8_____ hatte grosse Angst und 
war in Panik, weil er dachte, dass die Täter ihn umbringen würden. An-
schliessend liessen die Beschuldigten Y.8_____ gefesselt und gekne-
belt im Gebüsch zurück und entfernten sich vom Rastplatz "K._____". 
Y.8_____ gelang es, die Fussfesseln zu lösen und sich zum Parkplatz 
zu bewegen, wo er von einer Passantin gefunden wurde und ansch-
liessend durch die herbeigerufenen Polizisten von den übrigen Fesseln 
und der Knebelung befreit wurde. Durch ihre Vorgehensweise fügten 
die Beschuldigten dem Opfer unnötige und besonders schwere Leiden 
in physischer und psychischer Hinsicht zu, was sie wussten oder in 
Kauf nahmen. 

8. Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB, räuberische Erpressung 
gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 156 Ziff. 3 StGB 
und Art. 140 Ziff. 4 StGB, Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB sowie Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB.

Am 9. Februar 2012, ca. 12.00 Uhr, räumte die Verkäuferin Y.4_____, 
geb. am _____1971, vor dem Geschäft N._____ Forst und Garten an 
der _____strasse in O.6_____ die Auslagen in das Verkaufslokal. Die 
beiden Beschuldigten vereinbarten, dass X._____ zuerst die Verkäufe-
rin überwältigen und B._____, der draussen ca. 10 Meter neben dem 
Geschäft wartete, eine Minute nach X._____ das Geschäft betreten 
würde, um das Geld aus der Kasse zu entwenden. Als Y.4_____ mit 
dem Palettenroller die Palette mit den Schneeschaufeln ins Verkaufs-
lokal fuhr, packte X._____ sie dort von hinten, hielt ihr den Mund zu 
und drückte ihr den Kopf nach unten, so dass Y.4_____ einen lauten 
Knacks im Genick verspürte. Dann zog er ihr eine Kappe über das Ge-
sicht bis zum Kinn und drängte sie durch das Verkaufslokal in den Ab-
stellraum im hinteren Bereich des Geschäfts. Dort musste Y.4_____ 
auf dem Boden knien. Durch die Kappe konnte Y.4_____ nichts sehen 
und sie hatte Mühe mit der Atmung. X._____ fesselte ihr die Arme mit-
tels Klebeband auf den Rücken. Dann riss er sie im Zimmer herum, so 
dass sie sich den Kopf an der Wand anschlug. Danach fixierte er sie 
mit seinen Knien auf ihren Oberschenkeln und fesselte mit durchsichti-
gem Klebeband die Beine auf Höhe der Fussgelenke fest zusammen. 
Anschliessend fesselte er auch ihre Oberschenkel zusammen. Da-
durch machte X._____ Y.4_____ zum Widerstand unfähig. Y.4_____ 
hatte Panik. Als sie gefesselt und mit der Kappe über dem Gesicht am 
Boden sass und den Kopf nach unten hielt, schlug X._____ ihr immer 
wieder auf den Kopf, weil sie wimmerte und weinte. Unter Todesdro-
hung wurde sie von X._____ nach Bargeld und Kreditkarten gefragt. 
X._____ stahl daraufhin Bargeld in Höhe von CHF 140.00 und zwei 
Kreditkarten (Wert je CHF 50.00) aus der Handtasche von Y.4_____. 
Danach zwang er sie, die Pincodes anzugeben. Er drohte ihr, zurück-
zukommen und sie umzubringen, wenn sie ihm die falschen Pincodes 
angeben würde oder kein Geld auf dem Konto sei. Y.4_____ gab ihm 
die Pincodes der Bank._____karte und der Tiroler Hypobankkarte an, 
musste diese jedoch mehrmals wiederholen, weil X._____ sie nicht 
verstand. X._____ fragte Y.4_____ nach weiteren Kreditkarten, insbe-
sondere auch nach Geschäftskreditkarten. Als Y.4_____ erklärte, dass 
sie nicht die Geschäftsführerin, sondern nur die Verkäuferin sei, nahm 
X._____ ihren Schal, steckte ihr diesen in den Mund, nahm die Enden 
nach hinten, überkreuzte diese und zog den Schal vorne beim Hals an. 

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Dadurch bestand für Y.4_____ eine stark erhöhte, konkrete Ersti-
ckungsgefahr, was X._____ wusste oder in Kauf nahm. Y.4_____ hatte 
nämlich das Gefühl, sich übergeben zu müssen und versuchte zu hus-
ten. Dann wurde ihr schwarz vor den Augen und sie sackte zusam-
men. X._____ merkte, dass Y.4_____ zusammensackte, öffnete des-
halb den Schal ein wenig und band ihn vorne am Mund zusammen. 
Zudem drückte er ihr mehrmals den Kopf nach unten und forderte sie 
auf, den Kopf unten zu halten. Bevor er den Abstellraum verliess und 
die Schiebetür schloss, zog er ihr die Kappe aus und warf eine schwe-
re Winter-Lederjacke über sie. Y.4_____ wurde gefesselt, geknebelt 
und mit einer schweren Winter-Lederjacke über dem Kopf auf dem Bo-
den sitzend im Abstellraum zurückgelassen. Durch die Knebelung und 
die Lederjacke über dem Kopf hatte sie Mühe mit der Atmung. Zudem 
befand sie sich in einem Panikzustand und hatte Todesangst, weil 
X._____ ihr drohte, dass er zurückkomme und sie umbringe. Durch 
sein Verhalten setzte X._____ Y.4_____ einer erhöhten Erstickungsge-
fahr aus und brachte sie in unmittelbare Lebensgefahr, was von 
X._____ und B._____, der wusste, dass sein Mittäter das Opfer fes-
seln und knebeln würde, zumindest in Kauf genommen wurde. 

Wie vereinbart, betrat B._____ ca. eine Minute nach X._____ das Ge-
schäft und brach unter Anrichtung eines Sachschadens in Höhe von 
CHF 350.00 mit einem Sägeschwert einer Motorsäge die Kasse auf 
und entwendete daraus Bargeld in Höhe von insgesamt CHF 490.00. 
Danach verliess zuerst B._____ das Geschäft und kurz darauf 
X._____, der die Ladentür abschloss. Als Y.4_____ hörte, dass die 
Geschäftstür mit dem Schlüssel geschlossen wurde, bekam sie Panik. 
Zudem hatte sie Atemnot und ihr war sehr heiss unter der Jacke. 
Y.4_____ gelang es in der Folge, die Knebelung zu lösen, mit den 
Füssen die Schiebetür des Aufenthaltsraumes zu öffnen und bis zur 
Ladentür zu kriechen. Da die Ladentür geschlossen war, musste 
Y.4_____ die Schaufensterscheibe mit den Füssen einschlagen. Da-
durch wurden Passanten auf sie aufmerksam und konnten sie von den 
Fesseln befreien. Durch ihre Vorgehensweise fügten die Beschuldigten 
dem Opfer unnötige und besonders schwere Leiden in physischer und 
psychischer Hinsicht zu, was sie wussten oder in Kauf nahmen. 

Mit den von X._____ aus dem Portemonnaie von Y.4_____ entwende-
ten Tiroler Hypobankkarte versuchte B._____ gleichentags um 12.14 
Uhr beim Aussenbankomaten der Bank._____ an der _____strasse in 
O.6_____ einen Geldbezug von CHF 1'000.00 zu tätigen. Weil der Ma-
ximalbetrag der Karte CHF 500.00 betrug, gab B._____ diesen Betrag 
ein. Da dieser Betrag nicht ausbezahlt werden konnte, wurde die Aus-
zahlung von CHF 200.00 vorgeschlagen und B._____ erhielt diesen 
Betrag. Um 12.16 Uhr führte B._____ die Karte erneut ein. Weil er drei 
Mal den falschen Pincode eingab, wurde die Transaktion um 12.17 Uhr 
abgebrochen. Während B._____ die Geldbezüge bzw. Bezugsversu-
che tätigte, wartete X._____ auf dem dortigen Parkplatz im Fahrzeug 
auf B._____. Insgesamt erwirtschafteten die Beschuldigten einen ihnen 
nicht gebührenden Vermögensvorteil von CHF 930.00 (CHF 140.00 
Bargeld aus dem Portemonnaie Koch, CHF 490.00 Bargeld aus Regis-
trierkasse, 2 Maestro-Karten à CHF 50.00, CHF 200.00 Bezug Ban-
komat)."

Seite  14 — 81

C. Gegen die beiden Beschuldigten wurden gemäss Anklageschrift vom 
30. April 2013 folgende Zwangsmassnahmen im Sinne von Art. 326 Abs. 1 lit. b 
StPO angeordnet (vgl. act. E.1/17):

"X._____:

- Vorläufige Festnahme und Untersuchungs- sowie Sicherheitshaft (seit 
9. Februar 2012), Dossier 5

- Beschlagnahme gemäss nachstehender Ziff. 2

B._____:

- Vorläufige Festnahme und Untersuchungshaft sowie vorzeitiger Straf-
vollzug (seit 9. Februar 2012), Dossier 3

- Beschlagnahme gemäss nachstehender Ziff. 2"

Gestützt auf Art. 326 Abs. 1 lit. c StPO wurden folgende Gegenstände und Ver-
mögenswerte beschlagnahmt:

"Beide Beschuldigte:

div. Quittungen, div. Notizzettel, div. Visitenkarten, 1 Fahrzeugschlüssel 
VW, 1 Mütze, 1 Paar Handschuhe, 1 Paar Schuhe, 1 Küchenmesser, 1 Me-
tallrohr, 1 Geissfuss, 1 Sonnenbrille, div. Jacken, 1 Filzstift, 1 Gilet (Dossier 
22, act. 12)

X._____:

4 Mobiltelefone, 4 Rollen Paketklebeband, 2 Paar Skihandschuhe (Dossier 
6, act. 1 S. 15)"

D. Die Geschädigten machten im Rahmen der Strafuntersuchung folgende 
Zivilklagen geltend, welche teilweise betragsmässig beziffert, angepasst oder 
zurückgezogen wurden (vgl. act. E.1/17 und angefochtenes Urteil, S. 18 f.). Aus-
ser in einem Fall richteten sich die Forderungen jeweils gegen beide Beschuldigte.

- Y.1_____: Schadenersatz im Sinne eines Teilanspruchs Fr. 7'747.80 nebst 
Zins von 5% seit 29. Oktober 2011, unter ausdrücklichem Vorbehalt des 
Nachklagerechts; Genugtuung von mindestens Fr. 12'000.00 nebst Zins 
von 5% seit 29. Oktober 2011; ausseramtliche Entschädigung: Fr. 2'012.50.

- Y.2_____: Betrag vor der Vorinstanz mit Fr. 864.00 beziffert.

- Y.3_____: Schadenersatz und Genugtuung Fr. 1'000.00. Vor der Vorinstanz 
wurde erklärt, dass die Fr. 1'000.00 eine Genugtuungsforderung darstellen 
würden, nachdem die Versicherung den Selbstbehalt von Fr. 200.00 be-
zahlt habe. 

Seite  15 — 81

- Y.5_____: Betrag nicht beziffert; gemäss Aktennotiz der Staatsanwaltschaft 
Graubünden teilte Y.5_____ telefonisch mit, dass er auf die Geltendma-
chung einer Schadenersatz- und Genugtuungsforderung verzichte. 

- Y.6_____: Betrag nicht beziffert; in einem Schreiben vom 18. Februar 2013 
an die Staatsanwaltschaft Graubünden erklärte sie sinngemäss den Ver-
zicht auf die Geltendmachung einer Forderung.

- Y.4_____: unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt Schadenersatz 
Fr. 1'065.00 gegenüber beiden Beschuldigten; diese Forderung wurde 
gemäss Schreiben vom 5. August 2013 auf Fr. 651.00 reduziert; weiter 
wurde – und dies allein gegenüber X._____ – eine Genugtuung von Fr. 
4'000.00 gefordert; ausseramtliche Entschädigung: Fr. 5'659.90.

- Y.7_____: Betrag vor der Vorinstanz nicht beziffert. 

E. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Landquart fand am 14. Au-
gust 2013 statt. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:

Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden (vgl. act. E.1/9):

"1. Die Beschuldigten seien schuldig zu sprechen

- des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 
Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB,

- des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 
StGB,

- des versuchten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Ver-
bindung mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB,

- der mehrfachen räuberischen Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 156 Ziff. 3 StGB, Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 
StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB,

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

2. Dafür sei X._____ mit einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren, unter An-
rechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft, zu be-
strafen. 

3. Dafür sei B._____ mit einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren, unter An-
rechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft, zu be-
strafen. 

4. X._____ sei gestützt auf Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO in Sicherheitshaft 
zu behalten. 

Seite  16 — 81

5. a) Die Beschlagnahme der bei X._____ sichergestellten 4 Mobiltelefo-
ne, das Klebeband und die Handschuhe, sei nach rechtskräftigem Ab-
schluss des Verfahrens aufzuheben.

b) Die übrigen in der Anklageschrift aufgeführten beschlagnahmten 
Gegenstände seien gestützt auf Art. 68 StGB einzuziehen.

6. Kostenfolge sei die gesetzliche."

. Anträge Privatkläger: 

(siehe vorstehende Lit. D.)

Anträge beschuldigte Personen:

X._____ (sinngemässe Wiedergabe der Anträge; vgl. act. E.1/11):

"1. Es sei X._____ für den Raub vom 9. Februar 2012 allerhöchstens mit 
einer Freiheitsstrafe von einem Jahr zu bestrafen, dies unter Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges.

2. Die Zivilforderung von Y.4_____ wird grundsätzlich anerkannt; die 
Höhe der Genugtuungssumme ist vom Gericht festzulegen.

3. Kostenauferlegung, wenn überhaupt, höchstens 1/10 zu Lasten von 
X._____ und Zugrundelegung eines Stundenansatzes von CHF 250.00 
für die amtliche Verteidigung."

B._____ (vgl. act. E.1/10):

"1. Der Angeschuldigte sei für die von ihm eingestandene Beteiligung an 
den 8 Raubüberfällen angemessen mit nicht mehr als 5 Jahren Frei-
heitsstrafe zu bestrafen.

2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beschuldigte die gegen 
ihn gerichteten und bis heute bezifferten Schadenersatz- und Genug-
tuungsforderungen anerkennt.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

F. Gegen das am 15. August 2013 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete 
und am 19. August 2013 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Land-
quart meldeten sowohl B._____ als auch X._____ mit Eingaben vom 16. und 
21./22. August 2013 Berufung an (vgl. act. E.1/1 und 2), woraufhin das Bezirksge-
richt Landquart den Parteien am 8. November 2013 das schriftlich begründete Ur-
teil mitteilte (vgl. act. E.1/6). Darin erkannte es wie folgt:

"1. X._____ ist schuldig

- des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 
Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB,

- des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 
StGB,

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- des versuchten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Ver-
bindung mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB, 

- der mehrfachen räuberischen Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 156 Ziff. 3 StGB, Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 
StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB,

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

2. Dafür wird X._____ unter Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft (554 Tage, bis und mit 15. August 2013) 
mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 13 Jahren bestraft.

3. B._____ ist schuldig

- des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 
Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB,

- des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 140 Ziff. 4 
StGB,

- des versuchten Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Ver-
bindung mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB, 

- der mehrfachen räuberischen Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 156 Ziff. 3 StGB, Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 
StGB und Art. 140 Ziff. 4 StGB,

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

4. Dafür wird B._____ unter Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungshaft (270 Tage) mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 11 
Jahren bestraft.

5. Angesichts der Verurteilung zu einer längeren unbedingten Freiheits-
strafe in Verbindung mit einer offensichtlich bestehenden Fluchtgefahr 
wird X._____ bis zum definitiven Antritt der zu verbüssenden Strafe, 
längstens aber für die Dauer von sechs Monaten, in Sicherheitshaft 
behalten (vgl. Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO). Vorbehalten bleibt eine Ver-
längerung der Sicherheitshaft durch die zuständige Instanz. Da sich 
B._____ bereits im vorzeitigen Strafvollzug befindet, kann bei ihm auf 
die Anordnung von Sicherheitshaft verzichtet werden.

6. a) Die Beschlagnahme der bei X._____ sichergestellten 4 Mobiltelefo-
ne, der 4 Rollen Paketklebeband und der 2 Paar Skihandschuhe wird 
nach rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens aufgehoben. 

b) Die beschlagnahmten div. Quittungen, div. Notizzettel, div. Visiten-
karten, 1 Fahrzeugschlüssel VW, 1 Paar Handschuhe, 1 Paar Schuhe, 
1 Küchenmesser, 1 Metallrohr, 1 Geissfuss, 1 Gabelschlüssel, 1 Son-
nenbrille, div. Jacken, 1 Filzstift und 1 Gilet werden gerichtlich einge-
zogen. 

7. Die adhäsionsweise geltend gemachten Zivilforderungen werden wie 
folgt gutgeheissen:

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a) X._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftung gerichtlich 
verpflichtet, Y.1_____ Schadenersatz im Umfang von CHF 1'477.80 
nebst Zins von 5% seit 29. Oktober 2011 und eine Genugtuungssum-
me von CHF 8'000.-- nebst Zins von 5% seit 29. Oktober 2011 zu be-
zahlen. Das beantragte Nachklagerecht im Sinne von Art. 46 Abs. 2 
OR bleibt ausdrücklich vorbehalten. 

Weiter werden sie unter solidarischer Haftung gerichtlich verpflichtet, 
Y.1_____ eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von CHF 
2'012.50 zu bezahlen. 

Da B._____ die gesamte Forderung von Y.1_____ anerkannt hat, wird 
er weiter verpflichtet, dem Geschädigten Schadenersatz in Höhe von 
CHF 6'270.-- (Differenz zur geltend gemachten Schadenersatzsumme 
von CHF 7'747.80) nebst Zins von 5% seit 29. Oktober 2011 sowie ei-
ne Genugtuungssumme von CHF 4'000.--(Differenz zur geltend ge-
machten Genugtuungssumme von CHF 12'000.--) nebst Zins von 5% 
seit 29. Oktober 2011 zu bezahlen. 

b) X._____ und B._____ (dieser hat die Forderung anerkannt) werden 
unter solidarischer Haftung gerichtlich verpflichtet, Y.2_____ Schaden-
ersatz in Höhe von CHF 864.-- zu bezahlen. 

c) X._____ und B._____ (dieser hat die Forderung anerkannt) werden 
unter solidarischer Haftung gerichtlich verpflichtet, Y.3_____ eine Ge-
nugtuungssumme von CHF 1'000.-- zu bezahlen. 

d) X._____ und B._____ (beide haben diese Forderung anerkannt) 
werden unter solidarischer Haftung gerichtlich verpflichtet, Y.4_____ 
Schadenersatz in Höhe von CHF 651.-- zu bezahlen. Das von B._____ 
nicht anerkannte Nachklagerecht bleibt ausdrücklich vorbehalten. 

X._____, welcher die Bezahlung einer vom Gericht festzulegenden 
Genugtuungssumme anerkannt hat, wird gerichtlich verpflichtet, 
Y.4_____ eine Genugtuungssumme von CHF 4'000.-- zu leisten. 

Beide Verurteilten werden zudem gerichtlich verpflichtet, Y.4_____ un-
ter solidarischer Haftung eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe 
von CHF 5'659.90 auszurichten. 

e) Im Übrigen werden die adhäsionsweise geltend gemachten Zivilfor-
derungen, soweit sie die vorstehend zugesprochenen oder anerkann-
ten Beträge übersteigen, inklusive den weiteren geltend gemachten Zi-
vilforderungen (Y.5_____, Y.6_____ und Y.7_____) gestützt auf Art. 
126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen, soweit sie nicht zurück-
gezogen wurden. Sollte X._____ auf dem Zivilweg zur Bezahlung wei-
tergehender als der vorstehend zu seinen Lasten zugesprochenen Be-
träge verpflichtet werden, besteht eine solidarische Haftung mit 
B._____ bis zu jenem Betrag, welchen B._____ vor Schranken aner-
kannt hat bzw. bis zu dessen Bezahlung er vorstehend verpflichtet 
wurde. 

8. a) Die Verfahrenskosten bezüglich X._____, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 10'325.00
- den Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 53'063.55

- den Kosten gemäss Art. 47 StPO (Rechtshilfe) CHF      330.00

Seite  19 — 81

- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Landquart (1/2 Anteil) CHF   7'500.00

total somit CHF CHF 71'218.55

werden vollumfänglich X._____ auferlegt.

b) Die Verfahrenskosten bezüglich B._____, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 10'425.00

- den Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 23'847.35

- den Kosten gemäss Art. 47 StPO (Rechtshilfe) CHF      330.00

- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Landquart (1/2 Anteil) CHF   7'500.00

total somit CHF CHF 42'102.35

werden vollumfänglich B._____ auferlegt. 

9. a) RA lic. iur. et oec. Pius Fryberg wird als amtlicher Verteidiger von 
X._____ zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 16'923.60 (inkl. 
Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der 
Gerichtskasse bezahlt. Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

b) RA lic. iur. Guido Ranzi wird als amtlicher Verteidiger von B._____ 
zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 41'320.80 (inkl. Baraus-
lagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Ge-
richtskasse bezahlt. Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

c) Da beide Verurteilten zur Tragung der Verfahrenskosten verpflichtet 
wurden, sind sie – sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben – verpflichtet, dem Kanton die Entschädigung für ihren amtlichen 
Verteidiger zurückzuzahlen (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO) und ihrem Ver-
teidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO). Der An-
spruch des Kantons verjährt in 10 Jahren nach Rechtskraft des Ent-
scheids (Art. 135 Abs. 5 StPO).

d) (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid).

10. (Rechtsmittelbelehrung).

11. (Mitteilung)."

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass sich keine ernsthaften 
Zweifel an der Mittäterschaft von X._____ an den von ihm bestrittenen sieben 
Raubdelikten ergeben würden. Bezüglich des von ihm zugestandenen Überfalls in 
O.6_____ sei dargelegt worden, dass sich dieser so abgespielt habe, wie er in der 
Anklageschrift gestützt auf die Aussagen des Opfers geschildert worden sei und 
nicht entsprechend den verharmlosenden Aussagen von X._____. Nachdem 
B._____ bezüglich sämtlicher angeklagter Delikte geständig sei und dargelegt 
worden sei, dass auch er sich an der Überwältigung beziehungsweise Fesselung 
und Knebelung der Opfer beteiligt habe oder in einzelnen Fällen zumindest davon 
gewusst und diese Behandlung der Opfer in Kauf genommen habe, sei der vorlie-
genden Beurteilung der beiden Beschuldigten vollumfänglich der in der Anklage-
schrift gestützt auf das Beweisergebnis dargelegte Sachverhalt zugrunde zu le-

Seite  20 — 81

gen. In allen acht Fällen sei die Qualifikation der Bandenmässigkeit gegeben. In 
sechs Fällen liege zudem der qualifizierte Tatbestand von Art. 140 Ziff. 4 StGB 
vor, weil die Opfer in Lebensgefahr gebracht und/oder grausam behandelt worden 
seien. In den Fällen, in welchen den Opfern die Kreditkarten entwendet und sie 
zur Herausgabe der Pincodes erpresst worden seien, liege räuberische Erpres-
sung gemäss Art. 156 Ziff. 3 StGB vor. In den Fällen, in denen neben der Erpres-
sung der Pincodes noch weitere Vermögenswerte entwendet worden seien, liege 
sowohl Raub als auch räuberische Erpressung vor. Die räuberische Erpressung 
konsumiere den Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage. Dass weiter die 
Tatbestände der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs erfüllt seien, 
bedürfe keiner weiteren Ausführungen und ergebe sich direkt aus den entspre-
chenden Sachverhalten. Das Verschulden von X._____ und B._____ wiege aus-
serordentlich schwer. Die Opfer würden auch nach den Überfällen teilweise bis 
heute massiv an den Folgen der traumatischen Erlebnisse leiden. 

G. Mit Schreiben vom 8. November 2013 überwies das Bezirksgerichtspräsidi-
um Landquart die Anmeldungen der Berufung sowie sämtliche Gerichtsakten in-
klusive Aktenverzeichnis und die Akten der Staatsanwaltschaft Graubünden dem 
Kantonsgericht von Graubünden (vgl. act. D.1). 

H. Mit Entscheid des erstinstanzlichen Strafgerichts des Bezirksgerichts Land-
quart vom 5. November 2013, mitgeteilt am 8. November 2013, wurde Rechtsan-
walt lic. iur. et oec. Pius Fryberg als amtlicher Verteidiger entlassen. X._____ wer-
de privat durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Krumm verteidigt. Der Antrag auf vorzei-
tigen Strafantritt und Erhöhung der Telefonzeit wurde abgelehnt (vgl. act. E.1/24). 

I. Mit Berufungserklärung vom 2. Dezember 2013 teilte der Rechtsvertreter 
von X._____ dem Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden mit, dass das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 15. August 
2013 vollumfänglich angefochten werde (vgl. act. A.3). Bereits zuvor – am 25. No-
vember 2013 – hatte X._____ persönlich seine Berufung begründet; die Begrün-
dung wurde zu Handen des Gerichts und der Staatsanwaltschaft Graubünden 
übersetzt (vgl. act. D.20 und 21). 

J. Das Bezirksgerichtspräsidium Landquart verzichtete mit Schreiben vom 
5. Dezember 2013 auf die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 
3 StPO (vgl. act. A.4). 

Seite  21 — 81

K. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 5. De-
zember 2013 ebenfalls auf die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 
Abs. 3 StPO (vgl. act. A.5). 

L. Mit Beschluss der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
vom 18. Dezember 2013, mitgeteilt am 27. Dezember 2013, wurde die Beschwer-
de von X._____ vom 21. November 2013 gegen den Entscheid des erstinstanzli-
chen Strafgerichts des Bezirksgerichts Landquart vom 5. November 2013 betref-
fend die Ablehnung des vorzeitigen Strafantritts gutgeheissen, die Ziffern 2 und 3 
des Dispositivs des angefochtenen Entscheids aufgehoben und X._____ der vor-
zeitige Strafantritt bewilligt. Der Antrag um Erhöhung der Telefonzeit wurde als im 
Sinne der Erwägungen gegenstandslos geworden abgeschrieben (vgl. act. D.7). 

M. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 30. Dezember 2013 wurden X._____ und sein Verteidiger 
gestützt auf Art. 405 Abs. 1 und 2 StPO in Verbindung mit Art. 336 Abs. 1 und 2 
StPO sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 405 Abs. 3 lit. a 
StPO in Verbindung mit Art. 337 Abs. 4 StPO zur mündlichen Berufungsverhand-
lung auf den 11. und 12. Februar 2014 vor Kantonsgericht (I. Strafkammer) vorge-
laden (vgl. act. D.8). Die Adhäsionskläger Y.2_____, Y.3_____, Y.4_____, 
Y.5_____, Y.8_____, Y.9_____, Y.6_____, Y.1_____ und Y.7_____ wurden von 
einer Teilnahme dispensiert (Art. 405 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 338 Abs. 
1 StPO; act. D.16, D.19, D. 22 und 23).

N. Mit Verfügung vom 6. Januar 2014, mitgeteilt am 7. Januar 2014, verfügte 
der Vorsitzende der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden, dass 
das Amt für Justizvollzug Graubünden während des vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden hängigen Berufungsverfahrens für die Vollzugsregelung und die Kon-
trollen im Sinne der Erwägungen zu sorgen habe. Die ein- und ausgehende Post 
sei gemäss Art. 98 der Justizvollzugsverordnung zu kontrollieren, die Telefonge-
spräche seien zu überwachen (Art. 99 der Justizvollzugsverordnung) und die Be-
suche im Sinne von Art. 100 der Justizvollzugsverordnung zu regeln und zu über-
wachen (vgl. act. D.12). 

O. Mit Eingabe vom 16. Januar 2014 stellte die Rechtsvertreterin von 
Y.4_____ gestützt auf Art. 338 Abs. 3 StPO für das Berufungsverfahren folgende 
Anträge (vgl. act. A.8):

"1. Es sei auf die Berufung betreffend Dispositiv Ziff. 7.d nicht einzutreten, 
eventualiter abzuweisen.

Seite  22 — 81

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge in beiden Verfahren zu Lasten 
des Berufungsklägers."

Die übrigen Adhäsionskläger (Y.2_____, Y.3_____, Y.5_____, Y.8_____, 
Y.9_____, Y.6_____, Y.1_____ und Y.7_____) stellten keine Anträge für das Be-
rufungsverfahren (vgl. act. D.10, 11, 13, 14, 15, 18, 22 und 23). 

P. Am 11. Februar 2014 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt. Anwesend waren 
X._____ mit seinem privaten Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Krumm, der 
stellvertretende erste Staatsanwalt lic. iur. Claudio Riedi, die Übersetzerin 
T._____, Beamte der Kantonspolizei Graubünden, die Presse und einige Zu-
schauer. Einleitend gab der Vorsitzende die Zusammensetzung des Gerichts be-
kannt. Einwände gegen die Zusammensetzung und die Zuständigkeit des Gerichts 
wurden nicht erhoben. Im Anschluss an die persönliche Befragung des Beru-
fungsklägers durch den Vorsitzenden hinsichtlich seiner persönlichen Verhältnisse 
und in Bezug auf die Umstände der ihm zur Last gelegten Taten verzichteten die 
Parteien auf das Verlesen von Aktenstücken sowie auf weitere Beweisanträge, 
worauf das Beweisverfahren geschlossen wurde. In der Folge nahmen der Vertei-
diger und der Staatsanwalt in ihren Plädoyers zu der Berufung Stellung. Der Ver-
teidiger stellte folgende Anträge (vgl. act. D.25):

"I. Formelle Anträge

1. Es sei ein kassatorisches Urteil zu sprechen i.S.v. Art. 409 Abs. 1 
StPO, das Urteil des BG Landquart vom 15. August 2013 sei aufzuhe-
ben und die Sache sei zur Durchführung einer neuen Hauptverhand-
lung und zur Fällung eines neuen Urteils unter Bindung an die Rechts-
auffassung dieser Instanz und der Erteilung von Weisungen i.S.v. Art. 
409 Abs. 3 StPO an die erste Instanz zurückzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

II.  Materielle Anträge

1. X._____ sei wegen Raub i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie räu-
berischer Erpressung gem. Art. 156 Ziff. 3 (O.6_____) zu bestrafen. Es 
sei eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren auszusprechen. Der Beschuldigte 
sei von sämtlichen anderen Anklagepunkten freizusprechen. Es sei 
festzustellen, dass die Strafe bereits verbüsst ist.

2. Eventualiter sei X._____ wegen mehrfachem Raub i.S.v. Art. 140 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB (O.6_____, O.7_____, O.8_____) sowie wegen mehrfa-
cher räuberischer Erpressung i.S.v. Art. 156 Ziff. 3 (O.6_____, 
O.7_____, O.8_____) StGB zu bestrafen. Es sei eine Freiheitsstrafe 
von 4 ½ Jahren auszusprechen. Von sämtlichen weiteren Anklage-
punkten sei der Beschuldigte freizusprechen.

3. Subeventualiter sei X._____ anklagemässig zu verurteilen, mit Aus-
nahme des Falls O.9_____ sowie der Qualifikationen in sämtlichen üb-

Seite  23 — 81

rigen Fällen nach Art. 140 Ziff. 4 StGB. Es sei eine Freiheitsstrafe von 
6 Jahren auszusprechen. 

4. Mit Ausnahme der Zivilforderungen (Schadenersatz und Genugtuung) 
von Frau Y.4_____, welche anerkannt werden, seien die Zivilforderun-
gen auf den Zivilweg zu verweisen.

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen ausgangsgemäss."

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgetragen, dass B._____ X._____ nie 
belastet habe. Es seien mutmasslich belastende Aussagen von B._____ gegen 
X._____ verwendet worden. Die entlastenden Aussagen seien durchwegs als 
nicht glaubhaft eingestuft worden. Dies könne so nicht angehen. Aufgrund der 
Würdigung sämtlicher Aussagen müsse der Schluss nahe liegen, dass es sich um 
zwei Täter gehandelt habe, nämlich um B._____ und sein Mittäter. Die Beweislage 
sei sehr dünn. X._____ sei von B._____ missbraucht und hinters Licht geführt 
worden. Er sei als Strohperson oder als Alibi-Täter eingesetzt worden. Der oder 
die wirklichen Täter, welche in den sieben anderen Fällen mit B._____ zusam-
mengearbeitet hätten, würden noch immer frei herumlaufen. Den Ausführungen 
des Bezirksgerichts Landquart könne im Zusammenhang mit der Qualifikation von 
Art. 140 Ziff. 4 StGB nicht gefolgt werden, da die rechtsmedizinischen Gutachten 
eine klare Sprache sprechen würden. Den Tätern sei es nicht um die Zufügung 
von Leiden gegangen, welche zur Verwirklichung des Tatplans gänzlich unnötig 
gewesen seien, sondern es sei darum gegangen, ihren Tatplan so sicher wie mög-
lich in die Tat umzusetzen. Das Verschulden sei sicherlich nicht mehr als leicht zu 
qualifizieren, es könne jedoch nicht von einer kaum zu überbietenden Brutalität 
gesprochen werden. 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte, die Berufung unter Kostenfolge 
abzuweisen (vgl. act. D.26). Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer unter an-
derem aus, dass die Berufungsverhandlung keinerlei entlastende Erkenntnisse zu 
Tage gefördert habe. Es hätten sich weitere Widersprüche in den Angaben des 
Beschuldigten ergeben. X._____ habe zum wiederholten Male eine neue Version 
vorgebracht. Auch bezüglich seinen Vorbringen hinsichtlich des Mobiltelefons ha-
be sich X._____ immer mehr in Widersprüche verstrickt. Es sei unter anderem 
erstellt, dass X._____ bei der Festnahme am 9. Februar 2012 kurz nach dem 
Raub in O.6_____ sein Mobiltelefon auf sich getragen habe. Der Beschuldigte ha-
be im Rahmen der Befragungen mehrfach erwiesenermassen bewusst die Un-
wahrheit gesagt. Hinzu kämen die Aussagen von B._____, die ebenfalls für die 
Schuld von X._____ sprechen würden. B._____ habe konstante Aussagen bezüg-
lich seines Mittäters gemacht. Er habe zwar in den Einvernahmen den Namen 
dieses Mittäters nicht genannt. Er habe die Frage, ob X._____ der Mittäter gewe-

Seite  24 — 81

sen sei, jedoch auch nie verneint. Auch im direkten Konfront mit X._____ sei 
B._____ dabei geblieben, dass bei allen Delikten immer derselbe Mittäter die Op-
fer überwältigt habe. Der Straftatbestand von Art. 140 Ziff. 4 StGB gelange in 
sechs Fällen zur Anwendung. In vier Fällen seien die Opfer in Lebensgefahr ge-
bracht und grausam behandelt worden. In den zwei weiteren Fällen, nämlich beim 
Raub in O.10_____ und jenem in O.11_____, liege eine grausame Behandlung 
vor. 

Der Verteidiger führte im Rahmen der zweiten Parteivorträge aus, es stimme nicht, 
dass B._____ immer gesagt habe, es sei immer derselbe Mittäter gewesen. Er 
habe von mehreren Tätern gesprochen. Des Weiteren habe X._____ immer ge-
sagt, dass sowohl das Mobiltelefon als auch die Nummer ihm gehören würden. 
Der Mercedes Vito sei nicht bei allen acht Raubüberfällen dabei gewesen. Doch 
selbst wenn dem so gewesen wäre, sei es nicht erstellt, dass X._____ an den 
Raubüberfällen beteiligt gewesen sei. Es sei auch nicht klar, weshalb B._____ 
Repressalien von X._____ befürchten müsse. Auch wenn die nachträgliche Or-
tung der Mobiltelefone ergeben habe, dass die Telefone jeweils in der Nähe der 
Tatorte gewesen seien, bedeute dies nicht, dass die Delikte nicht auch von einer 
Drittperson hätten begangen werden können. 

Nachdem X._____ das letzte Wort erteilt worden war, wurde die mündliche Beru-
fungsverhandlung geschlossen. Die Parteien verzichteten auf eine mündliche Ur-
teilseröffnung. Das Urteilsdispositiv wurde dem Rechtsvertreter von X._____ am 
14. Februar 2014 schriftlich mitgeteilt (vgl. act. F.1). X._____ wurde gleichentags 
eine serbo-kroatische Übersetzung des Urteilsdispositivs in die Justizvollzugsan-
stalt C._____ zugestellt (vgl. act. D.28). 

Q. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 12. Februar 2014, mitgeteilt am 13. Februar 2014, wurde 
die Verfügung vom 6. Januar 2014 aufgehoben (vgl. act. D.27). Das Amt für Jus-
tizvollzug Graubünden habe während des vor dem Kantonsgericht von Graubün-
den hängigen Berufungsverfahrens für die Vollzugsregelung im Sinne der Erwä-
gungen zu sorgen (Art. 16 JVV). Nachdem die Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden am 11. Februar 2014 stattgefunden habe, seien 
über das in Art. 98 ff. der Justizvollzugsverordnung (JVV) vorgesehene Vollzugs-
regime hinausgehende Einschränkungen nicht mehr erforderlich. Der Postverkehr, 
die Telefongespräche sowie die Besuche seien entsprechend der in den Art. 98 ff. 
JVV vorgesehenen Regelungen zu handhaben, zu kontrollieren und zu überwa-
chen. Vollzugserleichterungen dürften – solange das Verfahren vor dem Kantons-

Seite  25 — 81

gericht von Graubünden hängig sei – weiterhin nur mit Zustimmung des Vorsit-
zenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden angeordnet 
werden (Art. 17 JVV). 

R. Mit Eingabe vom 25. Februar 2014 (mit Schreiben des privaten Verteidigers 
vom 28. Februar 2014 dem Kantonsgericht von Graubünden weitergeleitet [vgl. 
act. D.32]) beantragt X._____ die Übersetzung des Berufungsurteils in die serbo-
kroatische Sprache und eine Versetzung von der Justizvollzugsanstalt C._____ 
zurück in die Justizvollzugsanstalt D._____ nach O.6_____. In seinem Antworts-
chreiben vom 10. März 2014 (vgl. act. D.33) teilte der Vorsitzende der I. Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden dem privaten Rechtsvertreter von 
X._____ mit, dass er gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keinen 
Anspruch auf eine schriftliche Übersetzung des ganzen Urteils habe. Die Zustän-
digkeit für die Festlegung des Vollzugsortes liege beim Amt für Justizvollzug 
Graubünden, worauf er keinen Einfluss habe (Art. 5 lit. a JVV). 

S. Auf das Ergebnis der persönlichen Befragung des Berufungsklägers durch 
den Vorsitzenden der I. Strafkammer, auf die weitere Begründung der Anträge 
anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung sowie auf die Ausführungen im 
angefochtenen Urteil und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen:

1. a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Die Berufung 
bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über Straf- und Zivilfragen materiell 
befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in erster Linie auf Urteile, die auf 
Verurteilung oder Freispruch lauten und den Fall vor der ersten Instanz damit ab-
schliessen (vgl. Luzius Eugster, in: Marcel Alexander Niggli/Marianne Heer/Hans 
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, Basel 2011, N. 2 zu Art. 398 StPO [zit. Basler Kommentar zur StPO]). 
Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht in-
nert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll 
anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausferti-
gung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht als 
Berufungsinstanz übermittelt (vgl. Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 22 des Einführungs-

Seite  26 — 81

gesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). 
Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem 
Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des erstin-
stanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. c). 

b) Gegen das am 15. August 2013 mündlich eröffnete und im Dispositiv am 
19. August 2013 mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Landquart meldete der Be-
rufungskläger am 21./22. August 2013 Berufung an (vgl. act. A.1). Nach Mitteilung 
des begründeten Urteils am 8. November 2013 reichte der Berufungskläger als-
dann fristgerecht am 25. November beziehungsweise am 2. Dezember 2013 seine 
Berufungserklärung ein (vgl. act. A.3 und D.20 und 21). Da auch alle anderen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Berufung einzutreten. 

2. a) Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht von Graubünden das erstin-
stanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 
398 Abs. 2 StPO). Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit wel-
chem erstinstanzliche Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hin-
sicht mit freier Kognition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweize-
rische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N. 
1 zu Art. 398 StPO [zit. Praxiskommentar]; Markus Hug, in: Andreas Do-
natsch/Thomas Hansjakob/Viktor Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, N. 14 zu Art. 398 StPO [zit. Do-
natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO]). Das Berufungsgericht überprüft 
das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (vgl. Art. 404 Abs. 1 
StPO). Die nicht angefochtenen Punkte sind rechtskräftig geworden und stehen 
damit nicht länger zur Diskussion (vgl. Luzius Eugster, in: Basler Kommentar zur 
StPO, a.a.O., N. 3 zu Art 404 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung 
ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. Art. 408 
StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungs-
verfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das ange-
fochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptver-
handlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurück (vgl. Art. 409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann indessen das Beru-
fungsgericht – wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein 
Urteil fällen. 

Seite  27 — 81

b) Der Berufungskläger beantragt die Aufhebung des angefochtenen vor-
instanzlichen Urteils und die Rückweisung der Sache zur Durchführung einer neu-
en Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche 
Gericht gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO. Der Berufungskläger sei anlässlich der 
Hauptverhandlung im vorinstanzlichen Verfahren ungehörig verteidigt worden, was 
ein wesentlicher Mangel im Sinne von Art. 409 Abs. 1 StPO darstelle. Das Plä-
doyer der Verteidigung vor erster Instanz habe sich zu wenig detailliert mit den 
Akten auseinandergesetzt und insbesondere die entlastenden Umstände eher un-
substantiiert hervorgebracht. Des Weiteren seien auch keine Eventualanträge ge-
stellt worden. In einem derart gelagerten Fall habe der Verteidiger aber unbedingt 
Eventualanträge zu stellen und zu begründen. Dieser Auffassung kann nicht ge-
folgt werden. Eine nicht gehörige Verteidigung kann zwar einen wesentlichen 
Mangel des erstinstanzlichen Verfahrens im Sinne von Art. 409 Abs. 1 StPO dar-
stellen (vgl. Luzius Eugster, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 1 zu Art. 
409). Art. 409 StPO greift jedoch nur, wenn die geltend gemachte nicht gehörige 
Verteidigung derart gravierend ist, dass zur Wahrung der Parteirechte eine Rück-
weisung an die Vorinstanz unumgänglich ist (vgl. Niklaus Schmid, Praxiskommen-
tar, a.a.O., N. 3 zu Art. 409). Bei der Hauptverhandlung hat sich die Verteidigung 
mit den wesentlichen Punkten der Anklage eingehend auseinanderzusetzen (vgl. 
Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., 
Zürich 2013, N. 762, S. 304). 

Der amtliche Verteidiger setzte sich in seinem Plädoyer vor der Vorinstanz (vgl. 
act. E.1/11) auf insgesamt 11 Seiten mit den X._____ vorgeworfenen Anklage-
punkten auseinander. Die Durchsicht des Plädoyers lässt erkennen, dass sich der 
amtliche Verteidiger mit den staatsanwaltlichen Akten auseinandergesetzt hat. Der 
Berufungskläger bringt nicht detailliert vor, inwiefern sich der amtliche Verteidiger 
zu wenig mit den Akten und den entlastenden Umständen auseinandergesetzt 
haben soll. Auch der Umstand, dass der amtliche Verteidiger anlässlich der 
Hauptverhandlung vor der Vorinstanz keine Eventualanträge gestellt hat, lässt 
keine Verletzung von Art. 409 Abs. 1 StPO erkennen. Lic. iur. et oec. Pius Fryberg 
führte in seinem Plädoyer sogar explizit aus, dass er darauf verzichte, Eventual-
begehren zu stellen. Er müsste dafür irgendwelche hypothetische Annahmen tref-
fen, wie sich die einzelnen Überfälle genau abgespielt hätten. Solche hypotheti-
sche Annahmen könne und wolle er nicht treffen. In diesem Vorgehen lässt sich 
nun keine nicht gehörige Verteidigung erkennen, denn es obliegt schlussendlich 
dem amtlichen Verteidiger, die seiner Meinung nach erfolgversprechendste Ver-
teidigungsstrategie zu wählen. 

Seite  28 — 81

Es ist somit insgesamt keine Verletzung von Art. 409 Abs. 1 StPO erkennbar, wo-
mit der Antrag des Berufungsklägers, es sei das vorinstanzliche Urteil aufzuheben 
und die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung 
eines neuen Urteils an die Vorinstanz zurückzuweisen, abzuweisen ist. 

3. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.1 S. 236; BGE 124 I 49 E. 3a; BGE 124 I 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus 
folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es 
nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan-
dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie 
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung 
muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Ent-
scheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere 
Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überle-
gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die 
sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.1; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit 
Hinweisen). Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 
StPO für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachver-
halts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen. 

4. a) Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus 
der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldig-
ten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden ver-
pflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 6 zu Art. 10). An die-
sen Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine 
blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach 
der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) und Art. 10 Abs. 3 StPO 
fliessenden Beweiswürdigungsregel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter 
jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhal-

Seite  29 — 81

tes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächli-
chen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 
IV 86 E. 2.a). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht mass-
gebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt 
werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende 
Zweifel handeln, dass heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage 
aufdrängen (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2.c). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bin-
dung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit 
Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung 
der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des An-
geklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die ver-
nünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 
1987 Nr. 12; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung auf der Grundla-
ge des Strafprozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. Aufl., Zürich 
2004, N. 294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur An-
wendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher 
sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der 
Anklage oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst 
wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung 
zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz "in dubio pro reo" der für den An-
geklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden. In diesem Fall hat ein 
Freispruch zu erfolgen. 

b) Anzumerken bleibt, dass der „Aussage der ersten Stunde“ der Parteien und 
allfälliger Zeugen vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt, erfolgt sie 
doch zeitnah zum Geschehen und ist sie weniger mit Erinnerungslücken und allfäl-
ligen Absprachen behaftet als eine Aussage, welche Wochen oder Monate später 
erfolgt (vgl. dazu auch PKG 1991 Nr. 39 sowie im Bereich des Sozialversiche-
rungsrechts: BGE 121 V 47, wonach die spontanen "Aussagen der ersten Stunde“ 
in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als die späteren Darstellungen).

c) Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung (vgl. Niklaus Schmid, Praxiskommen-
tar, a.a.O., N. 5 zu Art. 10). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der 
Ermittlung der materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der 
Parteien aus (vgl. ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, 
Auskunftspersonen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Be-
weiseignung. Auch wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt 
seine Aussage gleichwohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richter-

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lich auf ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist 
nicht die Form, sondern der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der 
Bekundung, sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall, entschei-
dend (vgl. Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Straf-
prozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N. 5), wobei nicht in erster Linie die 
Glaubwürdigkeit des Aussagenden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner 
konkreten Aussage im Vordergrund steht. Mehrere Indizien, die, einzeln betrach-
tet, immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die 
Tat hinweisen, können zusammen vollen Beweis und volle Überzeugung bringen 
und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem Fall sind sie nicht ein-
zeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
17. Juni 2002, 1P.87/2002, E. 3.4). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen 
sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des 
Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu 
werten (vgl. im Detail: Arntzen/Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussa-
ge, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993).

d) Lehre und Rechtsprechung anerkennen, dass die Strafverfolgungsbehör-
den nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen haben. Vielmehr kann auf 
die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet werden, wenn die für die Beurtei-
lung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Be-
weismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Er-
gebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermö-
gen (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 129 I 151 E. 5; BGE 125 I 127 E. 6c/aa; 
Thomas Hofer, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 67 ff. zu Art. 10). In der 
Berufungserklärung vom 2. Dezember 2013 (vgl. act. A.3) wurden keine neuen 
Beweisanträge gestellt (vgl. auch Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO). Auch anlässlich der 
Berufungsverhandlung vor der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubün-
den vom 11. Februar 2014 wurden keine weiteren Beweisanträge gestellt (vgl. Art. 
405 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 345 StPO). Insgesamt sind somit keine neuen 
Beweise zu erheben. 

e) Gemäss Art. 182 StPO ziehen Staatsanwaltschaft und Gerichte eine oder 
mehrere sachverständige Personen bei, wenn sie nicht über die besonderen 
Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, die zur Feststellung oder Beurteilung eines 
Sachverhalts erforderlich sind. Ein Gutachten dient als Beweismittel der Ermittlung 
des Sachverhalts. Grundsätzlich hat ein Gutachten ein fehlendes fachliches Wis-
sen der Gerichte bei der Abklärung des Sachverhalts zu ersetzen (vgl. Marianne 
Heer, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 2 und 7 zu Art. 182). Der gericht-

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liche Experte teilt dem Richter aufgrund seiner Sachkunde entweder Erfahrungs- 
oder Wissenssätze seiner Disziplin mit, erforscht für das Gericht erhebliche Tatsa-
chen oder zieht sachliche Schlussfolgerungen aus bereits bestehenden Tatsa-
chen. Er ist Entscheidungsgehilfe des Richters, dessen Wissen er durch besonde-
re Kenntnisse aus seinem Sachgebiet ergänzt. Die Beantwortung der sich stellen-
den Rechtsfragen ist in jedem Fall Sache des Richters (vgl. Urteil des Bundesge-
richts vom 13. November 2013, 6B_568/2013, E. 5.2; BGE 118 Ia 144 E. 1c). Gut-
achten sind grundsätzlich frei zu würdigen, jedoch darf das Gericht in Fachfragen 
nicht ohne triftige Gründe von ihnen abweichen (vgl. BGE 128 I 81 E. 2; 136 II 539 
E. 3.2; 139 II 185 E. 9.2). Erscheint dem Gericht die Schlüssigkeit eines Gutach-
tens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat es nötigenfalls ergänzende Beweise 
zur Klärung dieser Zweifel zu erheben. Das Abstellen auf eine nicht schlüssige 
Expertise beziehungsweise der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Bewei-
serhebungen kann gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV) 
verstossen (vgl. BGE 138 III 193 E. 4.3.1; 136 II 539 E. 3.2; 133 II 384 E. 4.2.3; 
130 I 337 E. 5.4.2; zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 
2014, 6B_409/2012, E. 3.).

Die Staatsanwaltschaft Graubünden ernannte am 18. Oktober 2012 den Rechts-
mediziner am Institut für Pathologie und Rechtsmedizin des Kantonsspitals 
Graubünden, Dr. med. E._____, als sachverständige Person zur Abklärung, ob die 
Opfer der Raubüberfälle in O.13_____ (Y.1_____), O.9_____ (Y.2_____), 
O.7_____ (Y.3_____) und in O.6_____ (Y.4_____) in Lebensgefahr gebracht wor-
den seien. Im Vordergrund stehe dabei die Beantwortung des beigelegten Fra-
genkataloges (vgl. act. E.2/7.9 und 7.10). Der amtliche Verteidiger von X._____ 
liess sich innert der angesetzten Frist bis zum 26. Oktober 2012 (vgl. act. E.2/7.9) 
weder zur sachverständigen Person noch zu den Fragen vernehmen. In der Folge 
erging am 30. Oktober 2012 der Gutachterauftrag an das Institut für Pathologie 
und Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden (vgl. act. E.2/7.16). Die 
rechtsmedizinischen Aktengutachten des Instituts für Pathologie und Rechtsmedi-
zin ergingen am 31. Dezember 2012 (vgl. act. E.2/7.18), am 8. Januar 2013 (vgl. 
act. E.2/7.19), am 11. Januar 2013 (vgl. act. E.2/7.20), am 14. Januar 2013 (vgl. 
act. E.2/7.21) und am 15. Januar 2013 (vgl. act. E.2/7.22). Des Weiteren erging 
am 5. Februar 2013 ein Auftrag zur Erstellung eines Ergänzungsgutachtens im 
Zusammenhang mit dem Raub vom 28. Oktober 2011 zum Nachteil von Y.1_____ 
(vgl. act. E.2/7.34). Das diesbezügliche rechtsmedizinische Aktengutachten erging 
am 11. Februar 2013 (vgl. act. E.2/7.35). Die Gutachten des Instituts für Patholo-
gie und Rechtsmedizin wurden dem amtlichen Verteidiger von X._____ am 23. 

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=aba24324-0fd9-46d9-b182-dfd7b1cbf9e2&SP=3|bqwr5b#cons_1c
https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=5a4ee095-834b-4da2-a8b6-38e95e053c2d&SP=10|bqwr5b#cons_2
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F101%2F9&SP=10|bqwr5b
https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=0246e73d-4f67-4718-8037-dbcacb0fe813&SP=10|bqwr5b#cons_4_3_1

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Januar und 18. Februar 2013 von der Staatsanwaltschaft Graubünden zugestellt 
(vgl. act. E.2/7.24 und 7.39). Dieser liess sich zu keinem der Gutachten verneh-
men. 

Am 19. November 2012 erteilte die Staatsanwaltschaft Graubünden dem unfall-
technischen Dienst/Spezialvermessung der Stadtpolizei Zürich den Auftrag, im 
Zusammenhang mit dem Raubüberfall auf Y.9_____ in O.8_____ vom 19. Okto-
ber 2011 ein 3D-Scanning durchzuführen (vgl. act. E.2/7.41). Das Vermessungs-
protokoll des unfalltechnischen Dienstes der Stadtpolizei Zürich erging am 19. De-
zember 2012 (vgl. act. E.2/7.43). Am 21. Dezember 2012 ernannte die Staatsan-
waltschaft Graubünden F._____, dipl. phys. ETHZ, als sachverständige Person 
(vgl. act. E.2/7.44). Der entsprechende Gutachterauftrag an das Forensische Insti-
tut Zürich erging ebenfalls am 21. Dezember 2012 (vgl. act. E.2/7.45). Das Gut-
achten über die 3D-Vermessung (Tätergrössenbestimmung) des Forensischen 
Instituts Zürich erging am 1. Februar 2013 (vgl. act. E.2/7.48). Auch dieses Gut-
achten wurde dem amtlichen Verteidiger von X._____ mit Schreiben der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 5. Februar 2013 mit der Möglichkeit zur Einrei-
chung einer Stellungnahme bis zum 15. Februar 2013 zugestellt (vgl. act. 
E.2/7.50). Der amtliche Verteidiger von X._____ verzichtete in seinem Schreiben 
vom 27. Februar 2013 auf Ausführungen zum Gutachten (vgl. act. E.2/7.51). 

Sowohl die rechtsmedizinischen Aktengutachten des Instituts für Pathologie und 
Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden als auch das Gutachten über die 
3D-Vermessung des Forensischen Instituts Zürich sind zweifelsfrei als Beweismit-
tel im Sinne von Art. 182 ff. StPO zu qualifizieren. Auf die Verwertbarkeit der Gut-
achten wird in den nachfolgenden Erwägungen bei den einzelnen Raubüberfällen 
einzugehen sein. 

5. X._____ bestreitet mit Ausnahme des Überfalles auf Y.4_____ in O.6_____ 
vom 9. Februar 2012 eine Teilnahme an den übrigen sieben angeklagten Raubü-
berfällen. Es ist somit dem Aufbau der Berufungsbegründung beziehungsweise 
des Plädoyers vom 11. Februar 2014 (vgl. act. D.25) folgend zu prüfen, ob die von 
X._____ im Berufungsverfahren vorgebrachten Einwände etwas an seiner vor-
instanzlichen Verurteilung für die sieben von ihm bestrittenen Raubüberfälle zu 
ändern vermögen. 

Der Berufungskläger bringt einleitend vor, dass bei keinem der Raubüberfälle ein 
DNA-Hit von ihm hätte gefunden werden können. Es stelle sich die Frage, wes-
halb DNA-Profile von B._____ hätten gefunden werden können, jedoch nicht von 

Seite  33 — 81

ihm. Das Fehlen von DNA-Spuren weise unzweideutig darauf hin, dass er mindes-
tens bei den Raubüberfällen auf Y.1_____, Y.3_____ und Y.6_____ eher nicht 
beteiligt gewesen sei. Er habe in seiner Einvernahme vom 28. September 2012 
bestätigt, dass B._____ mit anderen Tätern zusammengearbeitet habe. Er habe 
ausgeführt, diese Täter zu kennen und habe auch einen Namen genannt: 
G._____. Zudem habe er ausgeführt, dass er den Namen der Person, die neben 
G._____ an den Überfällen beteiligt gewesen sei, nicht nenne, da er Repressalien 
zu Lasten seiner Familie in seiner Heimat befürchte. Diese Sachverhaltsdarstel-
lung decke sich mit derjenigen von B._____. Zudem habe B._____ anlässlich der 
richterlichen Befragung vor der Vorinstanz ausgeführt, dass er nur bei der Tat in 
O.6_____ dabei gewesen sei. Diese Gegebenheiten würden nicht unerhebliche 
Zweifel an seiner Täterschaft zulassen. 

a) Im Zusammenhang mit dem Raubüberfall in O.8_____ vom 19. Oktober 
2011 um 21:34 Uhr führt der Berufungskläger aus, dass Y.9_____ ihn gemäss 
ihrer Einvernahme vom 5. März 2012 nicht als Täter identifiziert, sondern eine an-
dere Person namens H._____ als ähnlich erkannt habe. Am 19. Oktober 2011 ha-
be Y.9_____ zu Protokoll gegeben, dass der Täter sie in gebrochenem Deutsch 
aufgefordert habe, sie solle sich umdrehen und nach hinten laufen. Bei der Ein-
vernahme vom 24. Januar 2012 habe sie ihre Aussage konkretisiert und gesagt, 
der Täter habe "umchera, hindere goh" gesagt. Der Berufungskläger spreche aber 
nur Englisch, so wie er es beim Überfall auf Y.4_____ getan habe. Zum Gutachten 
und dem 3D-Scanning sei festzuhalten, dass es für ihn nicht erklärbar sei, wes-
halb er beim 3D-Scan Kleidung getragen habe, wenn man doch eine so genau wie 
mögliche Nachbildung eines Körpers erstellen wolle, weshalb doch mindestens die 
Gelenke erkennbar sein müssten. Die Verwertbarkeit des Scans und damit auch 
des Gutachtens sei daher nicht mehr zulässig, da sich so seine Gliedmassen nicht 
naturgetreu nachbilden lassen würden. 

aa) Y.9_____ sagte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 19. Oktober 
2011 aus (vgl. act. E.2/15.10), dass, als sie das Papier vom Boden neben dem 
Eingang des Shops habe aufheben wollen, ein Mann in den Shop gekommen sei 
und sich eine Sturmmaske gerade noch über das Gesicht habe ziehen können. Er 
habe zu ihr in gebrochenem Deutsch gesagt, dass sie sich umdrehen und nach 
hinten laufen solle. Das Gesicht habe sie nicht erkennen können. Sie habe nur 
anhand der Haut feststellen können, dass der Mann eine etwas ältere Person ge-
wesen sein dürfte. Bei ihrer polizeilichen Einvernahme vom 24. Januar 2012 (vgl. 
act. E.2/15.15) sagte Y.9_____ aus, dass der Täter sehr wenig geredet habe. Er 
habe nur "umchera, hindere goh" gesagt. Für sie sei dies gebrochenes Deutsch 

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gewesen; anhand der Betonung wohl ein ausländischer Akzent, der in Richtung 
Balkan gehen könne. Es sei auch möglich, dass der Täter seine Sprache verstellt 
habe, um nicht erkannt zu werden. Diese Ausführungen bestätigte Y.9_____ an-
lässlich ihrer Zeugeneinvernahme vor der Staatsanwaltschaft Graubünden am 6. 
August 2012 (vgl. act. E.2/12.14). Schliesslich erkannte Y.9_____ anlässlich der 
Fotokonfrontation vom 5. März 2012 (vgl. act. E.2/15.16) H._____ als dem Täter 
ähnliche Person. 

Aus dem Einwand des Berufungsklägers, er spreche nur Englisch und kein 
Deutsch, kann nicht darauf geschlossen werden, dass er nicht am Raubüberfall in 
O.8_____ am 19. Oktober 2011 beteiligt gewesen ist. Auf die blosse Aussage 
"umchera, hindere goh" ist kein grosses Gewicht zu legen, zumal diese drei Worte 
in gebrochenem Deutsch von X._____ ohne Weiteres auch im Vorfeld hätten er-
fasst beziehungsweise aufgenommen werden können, hielt er sich doch in der 
Schweiz auf und spricht B._____, welcher sich längere Zeit in O.25_____ aufhielt, 
relativ gut Deutsch. Auch der Umstand, dass Y.9_____ anlässlich des Fotokon-
fronts (vgl. act. E.2/15.16) nicht den Berufungskläger, sondern H._____ als mögli-
chen Täter erkannt hat, vermag X._____ nicht zu entlasten. Y.9_____ führte bei 
der Identifikation klar aus, dass sie sich nicht sicher sei. Zudem führte sie bereits 
in ihrer ersten Einvernahme vom 19. Oktober 2011 (vgl. act. E.2/15.10) aus, dass 
sie das Gesicht des Täters nicht beschreiben könne. Es erscheint daher nur lo-
gisch, dass Y.9_____ X._____ nicht als Täter erkennen konnte, zumal sich dieser 
kurz nach dem Betreten des Shops eine Sturmmaske über das Gesicht gezogen 
hat. 

ab) Der Berufungskläger bestreitet die Verwertbarkeit des Vermessungsproto-
kolls des unfalltechnischen Dienstes der Stadtpolizei Zürich und das darauf ge-
stützte Gutachten des Forensischen Instituts Zürich (vgl. act. E.2/7.43 und 7.48). 
Wie bereits erwähnt, stellt das Gutachten über die 3D-Vermessung vom 1. Febru-
ar 2013 (vgl. act. E.2/7.48) ein Beweismittel im Sinne von Art. 182 ff. StPO dar und 
darf das Gericht in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe davon abweichen. Die-
ses Gutachten beruht auf dem soeben erwähnten Vermessungsprotokoll der 
Stadtpolizei Zürich. Gemäss diesem Vermessungsprotokoll der Spezialvermes-
sung des unfalltechnischen Dienstes der Stadtpolizei Zürich vom 19. Dezember 
2012 (vgl. act. E.2/7.43) wurden von X._____ Scanaufnahmen von hinten und von 
vorne, mit und ohne Schuhe erstellt. Bei der Vermessung würden Gelenke, Ellbo-
gen und Kniescheiben etc. ertastet und mit schwarz / weissen Punkten markiert 
werden. Diese Punkte würden dazu dienen, die genaue Position und Dimension 
der entsprechenden Gliedmassen zu erkennen und zu vermessen. Mit dem soge-

Seite  35 — 81

nannten Biped entstehe eine skelettartige Figur, welche anhand der Markierungs-
punkte der Gelenke einer vermessenen Person skaliert werden könne. Die vor-
gängig konstruierte Biped des Tatverdächtigen werde dann in die Gesamtszene 
integriert und angepasst. Jetzt könne über diese Bipede festgestellt werden, ob 
die Grösse des Tatverdächtigen mit der Grösse der auf dem jeweiligen Hinter-
grundbild abgelichteten Person übereinstimme. In den ausgewählten Frames sei 
die Biped des Tatverdächtigen X._____ eingepasst worden und habe mit der Sil-
houette des Täters in Übereinstimmung gebracht werden können. Die Extre-
mitäten (über die entsprechenden Positionen der Gelenke beurteilt) würden mess-
technisch übereinstimmen. X._____ könne daher messtechnisch nicht vom Täter 
unterschieden werden (vgl. act. E.2/7.43, S. 5 f.). Dem Gutachten über die 3D-
Vermessung des Forensischen Instituts Zürich vom 1. Februar 2013 (vgl. act. 
E.2/7.48) ist zu entnehmen, dass mit X._____ am 23. November 2012 in der Jus-
tizvollzugsanstalt D._____ ein 3D-Scanning vorgenommen worden sei. X._____ 
sei von vorne und von hinten, mit und ohne Schuhe gescannt worden. Dabei seien 
die Gelenke zwischen den Gliedmassen von X._____ mit schwarz-weissen Kle-
bemarken markiert worden. Zudem sei darauf geachtet worden, dass die Arme 
und Beine von X._____ während des Scannens leicht angewinkelt gewesen seien, 
damit die Gelenke respektive die Länge der Gliedmassen über die Distanzen zwi-
schen den Drehzentren eindeutig hätten vermessen werden können (vgl. act. 
E.2/7.48, S. 5). Anschliessend seien die 3D-Daten ausgewertet worden und es sei 
ein X._____ entsprechendes Ganzkörpermodell (Biped) mit exakt korrespondie-
renden Proportionen erstellt worden. Auf verschiedene Distanzen, aus verschie-
denen Blickwinkeln (Perspektiven) und bei unterschiedlichen Körperhaltungen kor-
respondiere der beschuldigte X._____ und die gefilmte Person in Bezug auf die 
Körperproportionen und in Bezug auf die Körpergrösse ohne erkennbare Abwei-
chung. Im Vermessungsprotokoll seien die Konstruktion des massstäblichen Bi-
peds und die Position der einzelnen Gelenke sowie deren Orientierung zueinander 
zu sehen. Bei der Beurteilung der Bilder der Videokamera und den positionierten 
Bipeds könne somit ein komplexes 3D-Modell des Beschuldigten bezüglich der 
Gesamtgrösse, der Breite der Schultern und der Lage der Ellbogen-, der Hüft- und 
der Knie- und Fussgelenke verglichen werden. Der Vergleich der Einzelbilder mit 
dem massstäblichen Biped aus dem gescannten 3D-Modell von X._____ und dem 
gescannten 3D-Modell des Oberkörpers (Schultern und Halsansatz) von X._____ 
hätten keinerlei Hinweise dafür ergeben, dass nicht er auf den Videobildern abge-
bildet sein könnte (vgl. act. E.2/7.48, S. 5 ff.). 

Seite  36 — 81

Die von X._____ im Berufungsverfahren vorgebrachten Einwände gegen das 
Vermessungsprotokoll vom 19. Dezember 2012 (vgl. act. E.2/7.43) und das Gut-
achten über die 3D-Vermessung vom 1. Februar 2013 (vgl. act. E.2/7.48) vermö-
gen nicht zu überzeugen. Es ist nicht nachvollziehbar, inwiefern das in Trainerho-
sen und T-Shirt durchgeführte 3D-Scanning für die Tätergrössenbestimmung nicht 
verwertbar sein soll. Der Ziffer 3.4 des Vermessungsprotokolls vom 19. Dezember 
2012 (vgl. act. E.2/7.43, S. 5) ist klar zu entnehmen, dass bei der Vermessung die 
Gelenke wie Ellbogen und Kniescheiben etc., ertastet und mit schwarz-weissen 
Punkten markiert wurden (vgl. dazu auch act. E.2/7.43, Beilagen 5 und 6, S. 14 f.). 
Es ist an keiner Stelle des Gutachtens zu entnehmen, dass dieses Vorgehen bei 
der Vermessung nicht korrekt gewesen wäre. Aufgrund dieser Ausführungen steht 
fest, dass die Gelenke (und damit auch die Kniegelenke) von X._____ vor der 3D-
Vermessung von der Spezialvermessung des unfalltechnischen Dienstes der 
Stadtpolizei Zürich ertastet und genau markiert wurden. Der Berufungskläger geht 
deshalb fehl in der Annahme, es sei durch die Trainerhosen bloss vermutet wor-
den, wo sich die Kniegelenke befinden würden. Sein daraus gezogener Schluss, 
das Gutachten sei nicht verwertbar, kann somit nicht gehört werden. Indem der 
Gutachter zum Schluss kommt, es hätten sich keinerlei Hinweise dafür ergeben, 
dass nicht X._____ auf den Videobildern abgebildet sein könnte, ergibt dies ein 
sehr gewichtiges Indiz für eine Teilnahme des Berufungsklägers am Raubüberfall 
auf Y.9_____ in O.8_____. 

b) In Bezug auf den Raubüberfall auf Y.1_____ in O.13_____ vom 28. Okto-
ber 2011 führt der Berufungskläger lediglich aus, dass er weder erkannt noch von 
irgendeinem Mittäter belastet worden sei, noch DNA-Spuren von ihm am Tatort 
hätten gefunden werden können. Es trifft zwar zu, dass der Berufungskläger von 
Y.1_____ nicht erkannt wurde (vgl. act. E.2/16.17, S. 5 und E.2/12.13, S. 5) und 
keine DNA-Spuren von X._____ am Tatort gefunden worden sind. Das Nichtvor-
handensein von DNA-Spuren lässt nun nicht den Schluss zu, X._____ sei nicht 
am Tatort in O.13_____ gewesen (im Zusammenhang mit dem Hinterlassen von 
DNA-Spuren vgl. weiter unten Erwägung 5. n)). Ebenfalls unbehelflich ist sein 
Einwand, er sei von keinem Mittäter belastet worden. B._____ ist geständig, bei 
allen acht Delikten beteiligt gewesen zu sein (vgl. angefochtenes Urteil, S. 23). Im 
Rahmen der richterlichen Befragung vom 15. August 2013 führte B._____ aus, 
dass es keinen dritten Täter gegeben habe. Er sage jetzt, dass es nur eine Person 
gewesen sei, die weiter beteiligt gewesen sei und immer die Fesselungen vorge-
nommen habe (vgl. act. E.1/8, S. 7). Diese Aussage wurde zwar im Zusammen-
hang mit dem Fall O.14_____ gemacht, indessen geht aus der Antwort von 

Seite  37 — 81

B._____, wonach "immer" derselbe Täter die Fesselungen vorgenommen habe, 
im Zusammenhang mit der Fragestellung klar hervor, dass er damit sämtliche Fäl-
le ansprach. Auch wenn B._____ in den Einvernahmen den Namen des Mittäters 
nie nannte, so wurde die Frage, ob X._____ der Mittäter sei, von ihm auch nie 
verneint. Auch anlässlich der Konfronteinvernahme mit X._____ vom 19. Juni 
2012 (vgl. act. E.2/11.31, S. 5) führte B._____ aus, dass bei allen acht Raubdelik-
ten immer derselbe Mittäter die Opfer überwältigt habe (so auch act. E.2/11.38, 
Frage 12). Auf die Frage hin, ob es sich bei dem Mittäter, welcher die Opfer über-
wältigt habe, um X._____ handle, verweigerte B._____ die Aussage. Immerhin 
gab er aber an, der Mittäter von O.6_____, welcher zugegebenerweise X._____ 
war (vgl. act. E.2/11.39, Frage 27) sei bei allen acht Überfällen beteiligt gewesen 
(act. E.2/11.36, Frage 9). Auch wenn B._____ den Mittäter bezüglich der acht 
Überfälle nie namentlich erwähnte, ist, wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, auf-
grund der