# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bd3892d-48b3-50df-b5b2-73c83aa0a529
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.05.2024 C-3859/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3859-2021_2024-05-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-3859/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Selin Elmiger-Necipoglu (Vorsitz), 

Richterin Caroline Bissegger, Richterin Caroline Gehring,    

Gerichtsschreiberin Helena Falk. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch Sibin Heuser, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

SUVA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 UVG, Arbeitssicherheit/Unfallverhütung,  

Einspracheentscheid der SUVA vom 8. Juli 2021. 

 

 

 

C-3859/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin oder Beschwerdeführerin) 

mit Sitz in B._______ bezweckt den Betrieb eines Baugeschäftes für Hoch­ 

und Tiefbau sowie Unterlagsböden (vgl. www.zefix.ch > Firmenname > su­

chen > kantonaler Auszug; zuletzt besucht am 10. Mai 2024). Als Betrieb 

des Baugewerbes ist sie für die obligatorische Unfallversicherung der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva oder Vor­

instanz) angeschlossen.  

B.  

B.a Mit Schreiben vom 27. Juli 2020 sprach die Suva gegenüber der Ar­

beitgeberin eine Ermahnung der Stufe 1 aus, mit der Begründung, sie habe 

festgestellt, dass die Arbeitgeberin nicht alle zur Verhütung von Unfällen 

und Berufskrankheiten erforderlichen Massnahmen umgesetzt habe (Ak­

ten gemäss Aktenverzeichnis der Vorinstanz vom 22. März 2023 [nachfol­

gend: Suva­act.] 91). Die Suva ordnete eine Sofort­Massnahme an, näm­

lich die Einstellung der Arbeiten in einem Graben mit einer Tiefe von mehr 

als 3,5 m, und weitere Massnahmen, deren Umsetzung bis zum 7. August 

2020 zu erfolgen habe. Sodann gab sie der Arbeitgeberin Gelegenheit, sich 

innert 20 Tagen dazu zu äussern sowie begründete Einwände zu erheben. 

Die Arbeitgeberin erklärte sich in der Folge sinngemäss mit den Massnah­

men einverstanden (Suva­act. 92). 

B.b Am 18. Februar 2021 ereignete sich auf der Baustelle C._______ in 

D._______ beim Neubau eines Mehrfamilienhauses ein Unfall. Gemäss 

Unfallrapport vom 21. Februar 2021 stürzte ein Baukran auf das sich im 

Bau befindliche sowie auf das benachbarte Gebäude (BVGer­act. 1, Bei­

lage 11). Als Ursache des Unfalls wurde die Demontage einer Druckstrebe 

ausgemacht, welche die Standsicherheit des Baukrans massiv vermindert 

hatte. Die Arbeitgeberin war auf der Baustelle als Baumeisterin tätig. Sie 

hatte den betreffenden Baukran von der Firma E._______ AG gemietet. 

B.c Mit präventiver Verfügung vom 19. Februar 2021 stellte die SUVA fest, 

es seien nach dem Schadenereignis (Kransturz) noch nicht alle notwendi­

gen Massnahmen zum Schutz der Arbeitnehmenden getroffen worden 

(Suva­act. 103). Als Sofort­Massnahmen verfügte sie die Einstellung der 

Arbeiten bis zur Umsetzung der Absturzsicherungsmassnahmen und wei­

terer Sicherungsmassnahmen (Schutz vor herunterfallendem Material und 

bis zum Vorhandensein von Absperrungen) sowie die Auswechslung der 

beschädigten Gerüstbestandteile. Die Suva hielt fest, die Verfügung ziele 

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einzig darauf ab, vor der Aufnahme der Abbrucharbeiten eine sichere Ar­

beitsumgebung zu schaffen. Sie habe keine Auswirkung auf das ausseror­

dentliche Durchführungsverfahren. 

B.d Am 1. April 2021 sprach die Suva gegenüber der Arbeitgeberin eine 

Ermahnung der Stufe 2 aus (Suva­act. 108). Sie gab an, sie habe am 

18. Februar 2021 auf der Baustelle D._______ eine Schadenabklärung auf 

Grund des Kransturzes durchgeführt. Dabei habe sie festgestellt, dass 

nicht alle zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten erforderlichen 

Massnahmen umgesetzt seien. So sei eine Druckstütze des vor Ort betrie­

benen Krans ohne schriftliche Genehmigung des Kraninverkehrbringers 

durch die Arbeitgeberin entfernt worden. Dadurch sei der Kran in nicht be­

triebssicherem Zustand betrieben worden. Mit Schreiben vom 27. Juli 2020 

seien bereits früher Mängel im Betrieb gerügt worden. Sie, die Vorinstanz, 

weise darauf hin, dass Betriebe jederzeit einen höheren Prämientarif er­

halten könnten, wenn sie Vorschriften über die Verhütung von Unfällen und 

Berufskrankheiten nicht umsetzten (Art. 92 Abs. 3 des Bundesgesetzes 

vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [SR 832.20, UVG]). Die 

folgenden Massnahmen seien bis zum 16. April 2021 umzusetzen: 

- Die eingesetzten Krane müssen in betriebssicherem Zustand sein. Dies betrifft 

sowohl den Kran selber wie auch die Installation auf der Baustelle. Informati-

onen dazu sind in der Checkliste «Krane auf Baustellen» unter 

www.suva.ch/67116.d und im Merkblatt «Turmdrehkrane. Installation, Mon-

tage, Demontage» www.suva.ch/66061.d zu finden. 

- Der Standort des Krans muss vor Beginn der Montage geplant und in die 

Baustelleninstallation integriert werden. 

- Wer sich einen Kran von einem Drittunternehmen zur Verfügung stellen lässt, 

ist dafür verantwortlich, dass die Bestimmungen der Kranverordnung einge-

halten werden, sofern die betreffenden Unternehmungen nicht schriftlich et-

was Abweichendes vereinbaren. 

- Wesentliche Änderungen am Kran sind mit dem Hersteller abzusprechen. Die 

neu auftretenden Risiken sind so zu reduzieren, dass die Sicherheit und die 

Gesundheit der Arbeitnehmer gewährleistet sind. 

Die Suva entzog einer allfälligen Einsprache gegen diese Verfügung die 

aufschiebende Wirkung. Der Verfügung beigelegt war unter anderem eine 

Information betreffend Folgen für den Arbeitgeber bei Missachtung der Vor­

schriften über die Arbeitssicherheit bzw. das sogenannte ‘Durchführungs­

verfahren’. 

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Seite 4 

B.e Im Frühjahr bzw. Frühsommer 2021 leitete die Staatsanwaltschaft 

F._______ gegen G._______ (Kranspezialist der Firma E._______ AG), 

H._______ (Bauführer der Arbeitgeberin), I._______ (Polier der Arbeitge­

berin) und J._______ (Kranführer der Arbeitgeberin; vgl. dazu BVGer­act. 

1, Beilage 11) ein Strafverfahren wegen Gefährdung durch Verletzung der 

Regeln der Baukunde im Sinne von Art. 229 des Schweizerischen Strafge­

setzbuches (SR 311.0, StGB) und Beseitigung oder Nichtanbringung von 

Sicherheitsvorrichtungen im Sinne von Art. 230 StGB ein (vgl. Akten der 

Staatsanwaltschaft F._______ [nachfolgend StA­act.]). Insbesondere warf 

sie H._______ vor, er habe in seiner Funktion als Bauführer seine Mitar­

beiter (den Polier und den Kranführer) angewiesen, an einem Kran auf der 

Baustelle an der C._______ in D._______ eine Druckstücke zu entfernen, 

was diese am 11. Februar 2021 umgesetzt hätten. In der Folge sei der Kran 

am 18. Februar 2021 umgestürzt und habe die Liegenschaft (…), einen 

Schopf an der (…), die Gartenhäuser (…) sowie den Garten der (…) be­

schädigt sowie die sich auf den Grundstücken befindlichen Personen ge­

fährdet. 

B.f Mit Einsprache vom 28. April 2021 beantragte die Arbeitgeberin was 

folgt (Suva­act. 110): 

- Die Verfügung vom 1. April 2021 (Auftrag 0028421604 betreffend die Einspre-

cherin) sei aufzuheben und es seien insbesondere die Ermahnung Stufe 2 

sowie die Feststellung 1 gemäss dieser Verfügung aufzuheben. 

- Eventuell sei das vorliegende Einspracheverfahren bis zum rechtskräftigen 

Abschluss des den Kranunfall vom 18. Februar 2021 in D._______ betreffen-

den Strafverfahrens zu sistieren. 

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Einsprachegegnerin. 

Die Arbeitgeberin machte insbesondere geltend, dass der Kraninverkehr­

bringer, die E._______ AG, bzw. ihr Mitarbeiter G._______, dem zuständi­

gen Bauführer der Arbeitgeberin, H._______, am 21. Januar 2021 telefo­

nisch versichert habe, dass das entsprechende Bauteil des Krans entfernt 

werden dürfe. 

B.g Die Vorinstanz wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 

8. Juli 2021 ab (Suva­act. 114). Sie begründete dies namentlich damit, der 

Kraninverkehrbringer bzw. der zuständige Mitarbeiter G._______ habe le­

diglich die Erlaubnis zum Entfernen einer Klammer, nicht aber zum Entfer­

nen einer Druckstrebe, gegeben. Die Arbeitgeberin habe mit ihrem Verhal­

ten ihre Pflichten gemäss Art. 82 UVG verletzt, indem sie offenkundig nicht 

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alle Massnahmen zur Unfallverhütung getroffen habe, die vorliegend nach 

der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den 

gegebenen Verhältnissen angepasst waren. Die Arbeitgeberin habe insbe­

sondere Art. 32a der Verordnung vom 19. Dezember 1983 über die Unfall­

verhütung (SR 823.30, VUV) nicht nachgelebt: Einerseits machten die 

technische Dokumentation des Kreuzrahmenelements KRE 138 und nicht 

zuletzt der Montageplan des fraglichen Krans klare Aussagen über Zweck 

und Verwendung der vier Druckstützen. Anderseits sei der Kran als Arbeits­

mittel vorliegend nicht so aufgestellt und in die Arbeitsumgebung integriert 

worden, dass die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer gewährleis­

tet gewesen seien, wobei von einer korrekten Montage nicht (mehr) die 

Rede habe sein können. Indem vorliegend der Kran mit lediglich drei 

Druckstützen, und damit ganz offensichtlich nicht mehr in sicherem Zu­

stand gehalten und betrieben worden sei, habe die Arbeitgeberin darüber 

hinaus Art. 4 der Verordnung vom 27. September 1999 über die sichere 

Verwendung von Kranen (SR 832.312.15, Kranverordnung) verletzt. Durch 

diese Verletzungen sei eine unmittelbare, schwere Gefährdung von Leib 

und Leben der auf der fraglichen Baustelle anwesenden Mitarbeiter ge­

schaffen worden. 

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021 erhob die Arbeitge­

berin am 30. August 2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

(BVGer­act. 1). Sie beantragte, der Einspracheentscheid der Vorinstanz 

vom 8. Juli 2021 sei aufzuheben. Eventuell sei die Angelegenheit zur Neu­

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, mit der Weisung, das Ver­

fahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des aktuell durch die Staatsan­

waltschaft F._______ geführten Strafverfahrens zu sistieren; unter Kosten­ 

und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. 

C.b Der mit Zwischenverfügung vom 2. September 2021 eingeforderte 

Kostenvorschuss von Fr. 4'000.­ ging rechtzeitig beim Bundesverwaltungs­

gericht ein (BVGer­act. 2, 3). 

C.c Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 18. Oktober 2021, 

die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten­ und Entschädigungsfolgen 

zulasten der Beschwerdeführerin (BVGer­act. 6). 

C.d Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 19. November 2021 an 

ihren Anträgen fest (BVGer­act. 8), desgleichen die Vorinstanz mit Duplik 

vom 10. Januar 2022 (BVGer­act. 10). 

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C.e Mit unaufgefordert eingereichten Stellungnahmen vom 7. Juni 2022 

und 5. Juli 2022 orientierte die Beschwerdeführerin über den Verlauf bzw. 

den Abschluss der Strafverfahren (BVGer­act. 12, 14).  

C.f Mit Zwischenverfügung vom 12. Januar 2024 ersuchte das Bundesver­

waltungsgericht die Staatsanwaltschaft F._______ um Edition der Verfah­

rensakten der Strafverfahren betreffend Gefährdung der Verletzung der 

Regeln der Baukunde etc. im Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. Feb­

ruar 2021 (BVGer­act. 21). Die entsprechenden Unterlagen gingen am 

29. Januar 2024 beim Bundesverwaltungsgericht ein (BVGer­act. 22). Da­

raus war insbesondere ersichtlich, dass die Staatsanwaltschaft die Straf­

verfahren gegen G._______, I._______, J._______ und H._______, nach 

Vorliegen einer Desinteresseerklärung seitens der Geschädigten und voller 

Übernahme des Schadens durch die Versicherung der Arbeitgeberin, am 

28. Juni 2022 eingestellt hatte (vgl. StA­act. 26 ­ 29). 

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Beweismit­

tel wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einge­

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. e des Verwaltungsgerichts­

gesetzes vom 17. Juni 2005 [SR 173.32, VGG], Art. 109 Bst. c UVG). Bei 

der vorliegend strittigen Ermahnung gemäss Art. 62 VUV handelt es sich 

um eine Anordnung zur Unfallverhütung, die gemäss Art. 109 Bst. c UVG 

im Beschwerdefall vom Bundesverwaltungsgericht zu überprüfen ist (vgl. 

dazu Urteile des BVGer C­2450/2021 vom 20. Oktober 2022 und C­

229/2020 vom 7. Oktober 2022, je E. 1.1).  

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah­

ren (SR 172.021, VwVG), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts an­

deres bestimmt (Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 Bst. dbis 

VwVG die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Okto­

ber 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 

830.1, ATSG). Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG sind die Bestimmungen des 

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ATSG auf die Unfallversicherung anwendbar, soweit nicht im UVG aus­

drücklich eine Abweichung vom ATSG vorgesehen ist. Einzelne Bereiche 

sind in Art. 1 Abs. 2 UVG von der Anwendung ausgenommen, die Unfall­

verhütung (Art. 81 ff. UVG) gehört indes nicht dazu, weshalb auf diese das 

ATSG anwendbar ist (UELI KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2020, Art. 2 

N 74). 

1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch den an­

gefochtenen Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte­

resse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Eine von der Suva gemäss Art. 62 VUV ausgesprochene Ermah­

nung stellt in der Regel eine notwendige Voraussetzung für eine allfällige 

spätere Sanktionierung in Form einer Prämienerhöhung nach Art. 92 

Abs. 3 UVG i.V.m. Art. 66 Abs. 1 VUV dar und verschlechtert die aktuelle 

Rechtsstellung eines betroffenen Betriebs. Die behördliche Ermahnung ist 

somit rechtsprechungsgemäss einer Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG 

gleichzustellen und folglich grundsätzlich anfechtbar (vgl. BVGE 2010/37 

E. 2.4.3 m.H.; Urteile des BVGer C­4972/2018 vom 18. Dezember 2023 

E. 1.3; C­2450/2021 E. 1.3.2; C­5426/2015 vom 1. Juni 2017 E. 1.5.2.3; 

vgl. auch ROGER ANDRES, Arbeitssicherheit: Die Sanktionierung fehlbarer 

Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in: HAVE 2017, S. 345, 357). Aufgrund des 

Sanktionscharakters der Ermahnung ist der betroffene Betrieb – wie vorlie­

gend die Beschwerdeführerin – durch diese berührt und hat ein schutzwür­

diges Interesse an deren Aufhebung bzw. an der Aufhebung des die Er­

mahnung ersetzenden Einspracheentscheids (vgl. BGE 131 V 407 

E. 2.1.2.1). Die Beschwerdeführerin, welche am vorinstanzlichen Verfah­

ren teilgenommen hat, ist als Adressatin des Einspracheentscheids vom 

8. Juli 2021 somit vorliegend zur Erhebung der Beschwerde legitimiert. 

1.4 Auf die im Übrigen frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

daher – nachdem der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde – einzu­

treten (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 ATSG, Art. 50 Abs. 1 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 

VwVG, Art. 63 Abs. 4 VwVG).  

2.  

Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 

8. Juli 2021. Darin wies die Vorinstanz die Einsprache der Beschwerdefüh­

rerin vom 28. April 2021 ab und hielt an der Verfügung vom 1. April 2021, 

mit welcher sie eine Ermahnung der Stufe 2 ausgesprochen und diverse 

Massnahmen getroffen hatte, fest. 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/e8f476aa-62e2-45dc-a44b-66e913e16042/citeddoc/54be8296-a70c-4049-a5a5-ea0196b6b9ca/source/document-link

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Seite 8 

3.  

3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen materiellen Rechts-

sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung hatten (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1; 130 V 445 

E. 1.2.1 f. m.H.; 127 V 466 E. 1; 126 V 134 E. 4b). Der angefochtene Ein­

spracheentscheid datiert vom 8. Juli 2021. Massgebend für die Beurteilung 

der Streitsache sind somit grundsätzlich diejenigen Normen, die zu diesem 

Zeitpunkt in Kraft standen.  

Dabei ist festzuhalten, dass am 1. Januar 2022 die neue Verordnung über 

die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Ar­

beitnehmer bei Bauarbeiten (SR 832.311.141, Bauarbeitenverordnung, 

BauAV) in Kraft getreten ist und die Bauarbeitenverordnung vom 29. Juni 

2005 aufgehoben wurde (Art. 122 Abs. 1 BauAV). Vorliegend stehen indes 

die Rechtsfolgen der aufgrund des Arbeitsunfalls vom 18. Februar 2021 auf 

der Baustelle in D._______ festgestellten Beanstandungen zur Beurtei­

lung. Die Arbeitgeberin hatte sich damals noch an die Bestimmungen der 

aBauAV zu halten. Mithin steht die Verletzung der aBauAV zur Diskussion, 

weshalb der nachfolgenden Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 in 

Kraft gewesene Version der Bauarbeitenverordnung (aBauAV) zugrunde 

zu legen ist (vgl. dazu Urteil C­4972/2018 E. 2.2; TSCHANNEN/MÜL­

LER/KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2022, Rz. 541). 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz be­

herrscht (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2). Danach hat das Gericht von Amtes 

wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im 

Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversi­

cherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten 

Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die 

Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie 

von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdi­

gen (BGE 138 V 218 E. 6). Ferner gilt der Grundsatz der freien 

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Beweiswürdigung. Danach ist für den Beweiswert grundsätzlich weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch dessen Kennzeichnung 

massgebend (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c; KIESER, a.a.O., 

Art. 43 N 61). Das Sozialversicherungsgericht hat somit alle Beweismittel, 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach 

zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei­

lung der streitigen Frage gestatten (BGE 122 V 157 E. 1c; 125 V 351 E. 3a). 

3.3 Der Suva steht beim Erlass von Verfügungen betreffend Unfallverhü­

tung ein grosser Ermessensspielraum zu (vgl. Urteile C­2450/2021 E. 3.4; 

C­229/2020 E. 3.4). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat 

auch die Rechtsmittelbehörde, der volle Kognition zusteht, in Ermessens­

fragen einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren. Sie 

hat eine unangemessene Entscheidung zwar zu korrigieren, kann aber der 

Vorinstanz die Wahl zwischen mehreren angemessenen Lösungen über­

lassen (BGE 133 II 35 E. 3 m.H.). Daher hat das Bundesverwaltungsgericht 

nur den Entscheid der unteren Instanzen zu überprüfen und sich nicht an 

deren Stelle zu setzen (BGE 126 V 75 E. 6). Insbesondere dann, wenn die 

Ermessensausübung, die Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe oder 

die Sachverhaltswürdigung hochstehende, spezialisierte technische, wis­

senschaftliche oder wirtschaftliche Kenntnisse erfordert, ist eine Zurück­

haltung des Gerichts bei der Überprüfung vorinstanzlicher Bewertungen 

angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3, 133 II 35 E. 3). Das Bundesver­

waltungsgericht darf seine Prüfungsdichte mithin zurücknehmen, wenn die 

Rechtsanwendung technische Probleme, Fachfragen oder sicherheitsrele­

vante Einschätzungen betrifft, zu deren Beantwortung und Gewichtung die 

verfügende Behörde aufgrund ihres Spezialwissens besser geeignet ist, 

oder wenn sich Auslegungsfragen stellen, welche die Verwaltungsbehörde 

aufgrund ihrer örtlichen, sachlichen oder persönlichen Nähe sachgerechter 

zu beurteilen vermag als die Beschwerdeinstanz (vgl. auch MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs­

gericht, 3. Auflage 2022, Rz. 2.154 m.H.).  

4.  

Der dem Unfall zugrunde liegende Sachverhalt lässt sich wie folgt zusam­

menfassen (vgl. dazu u.a. Unfallrapport vom 21. Februar 2021 in BVGer­

act. 1 [Beilage 11]; Gutachten des Forensischen Instituts K._______ vom 

19. September 2021 in Akten der Staatsanwaltschaft F._______ [nachfol­

gend StA­act.] 14 [Beilage 1]; Polizeirapport in StA­act. 1 und 2): 

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Am 20. November 2020 montierte die Firma E._______ AG auf der Bau­

stelle der Beschwerdeführerin an der C._______ in D._______ einen Bau­

kran des Typs (…). Im Verlaufe der Bautätigkeit stellte sich heraus, dass 

eine Druckstütze am Kranballast die Arbeiten behinderte, indem sie bei der 

Erstellung der Betondecke des Erdgeschosses im Weg war. In der Folge 

nahm der verantwortliche Polier (I._______) mit dem Bauführer 

(H._______) Kontakt auf und schilderte das Problem. Der Bauführer erkun­

digte sich anschliessend bei G._______, Kranfachmann / Kranspezialist 

der Firma E._______ AG, ob die besagte Druckstütze entfernt werden 

könne (Telefonat vom 21. Januar 2021). Nach Tätigung von weiteren Ab­

klärungen bestätigte G._______ mit E­Mail vom 22. Januar 2021, es könne 

eine Klammer bei den Fundamentplatten gelöst und weggenommen wer­

den, wobei die Klammer auf dem Zentralballast zu deponieren sei (BVGer­

act. 1, Beilage 8). Nach den Akten zu schliessen kam es anlässlich dieser 

Absprache zu einem folgenschweren Missverständnis: Während der Bau­

führer nach seinen Angaben angenommen hatte, der Kranspezialist habe 

ihm die Bewilligung erteilt, eine Druckstütze zu entfernen, war der Kran­

spezialist gemäss seinen Aussagen (und seiner E­Mail) davon ausgegan­

gen, er habe lediglich die Einwilligung zur Entfernung einer Klammer erteilt 

(zu den entsprechenden Aussagen vgl. insbesondere BVGer­act. 8 [Bei­

lage 12]; die Klammern dienten zur Befestigung des Kreuzrahmenele­

ments an den vier Fundamentplatten [BVGer­act. 1, Beilage 2, S. 5]; die 

Druckstreben haben demgegenüber eine stabilisierende Wirkung und be­

zwecken die Ableitung der Kräfte [StA­act. 14, Beilage 1, S. 4]; vgl. auch 

Fotografie der Druckstreben und Klammern in BVGer­act. 1 [Beilage 2]). In 

der Folge gab der Bauführer den Baustellenmitarbeitern den Auftrag, die 

Druckstütze zu beseitigen. Am 11. Februar 2021 entfernten I._______ und 

J._______ die Druckstütze an der südöstlichen Ecke des Kranballastes. 

Während der weiteren Arbeiten wurde am 18. Februar 2021 ein (ca. 3 t) 

schwerer Betonkübel mit dem Kran angehoben und an das südöstliche 

Ende der zu betonierenden Decke gefahren. Dabei stürzte der Kran in süd­

östliche Richtung. Die Kranspitze schlug im Hausdach der Liegenschaft 

(…) ein. Der Kranausleger stürzte auf einen Schopf der (…), ein Garten­

haus der (…), ein Gartenhaus der (…) und in den Garten der (…) (StA­act. 

1, S. 5). 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz in formeller Hinsicht vor, 

sie habe den Sachverhalt und die Beweismittel unvollständig erhoben 

(Art. 12 VwVG). Zudem rügt sie eine mangelhafte Begründung des Ein­

spracheentscheids (BVGer­act. 1, S. 7 ff., 9 ff.). 

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Seite 11 

5.2  

5.2.1 Betreffend Verletzung der Sachverhaltsfeststellung beanstandet die 

Beschwerdeführerin insbesondere, die Vorinstanz habe sich im angefoch­

tenen Einspracheentscheid zur Beantwortung der hochgradig umstrittenen 

Frage nach dem genauen Inhalt des Telefongesprächs vom 21. Januar 

2021 einzig auf das Bestätigungsmail von G._______ vom 22. Januar 2021 

sowie auf die mutmasslich bei der E._______ AG und/oder bei G._______ 

persönlich eingeholten zusätzlichen Auskünfte abgestützt (BVGer­act. 1, 

S. 7). Hingegen habe die Vorinstanz es unterlassen, die Strafakten beizu­

ziehen und weitere Auskünfte bei H._______ einzuholen. Sodann brachte 

sie ergänzend vor, die Vorinstanz habe zusätzliche Sachverhaltserhebun­

gen erst nach Einreichung der Einsprache angestellt. So sei sie, die Be­

schwerdeführerin, nicht auf das allfällige Vorhandensein der technischen 

Krandokumentation hingewiesen worden (BVGer­act. 1, S. 9). Diese sei 

der Beschwerdeführerin von der E._______ AG weder im Rahmen des Ab­

schlusses des Mietvertrages für den Kran noch zu einem späteren Zeit­

punkt zur Verfügung gestellt worden. Vielmehr habe sie, die Beschwerde­

führerin, die Dokumentation erst von der Suva (zusammenmit dem ange­

fochtenen Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021) erhalten (BVGer­act. 1, 

S. 4). 

5.2.2 Die Vorinstanz weist die Vorwürfe zurück (BVGer­act. 6, S. 6). Sie 

macht sinngemäss geltend, sie habe den Kranumsturz auf der Baustelle 

vor Ort selber untersucht. Sodann ergebe sich aus der technischen Doku­

mentation klar, dass Kran an seiner Basis mit vier Druckstreben zu ver­

spannen sei (S. 7). Ebenso fest stehe der Unfallhergang: Der Ausleger 

habe sich im Zeitpunkt des Sturzes über der Ecke des Kreuzrahmens mit 

der fehlenden Druckstrebe befunden. Dieser Unfallhergang leuchte bereits 

aufgrund elementarer Physik/Statik ein. Sodann habe G._______ persön­

lich bestätigt, er habe lediglich die Entfernung einer Klammer gestattet; 

dies ergebe sich auch aus der E­Mail vom 22. Januar 2021. Vor diesem 

Hintergrund habe sie, die Suva, die Strafakten nicht beiziehen müssen 

(S. 8), sondern davon ausgehen dürfen, dass die fehlende Druckstrebe 

den Unfall verursacht habe und dass die Entfernung nicht gestattet worden 

sei. Der Sachverhalt sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Für 

die Ermahnung der Beschwerdeführerin vom 1. April 2021 sei die abstrakte 

Gefährdung durch den Betrieb des Krans mit der fehlenden Druckstrebe 

Grund und Anlass genug gewesen, zumal der sichere Betrieb des Krans 

auf der fraglichen Baustelle gemäss Art. 82 UVG, Art. 32a VUV und Art. 4 

der Kranverordnung stets in der Verantwortung der Beschwerdeführerin 

gelegen habe. Eine zusätzliche Befragung von H._______ und/oder der 

C-3859/2021 

Seite 12 

Beizug der Anfang Juli 2021 bereits vorhandenen Strafuntersuchungsak­

ten der Staatsanwalt F._______ sei beim vorliegend anwendbaren Beweis­

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht notwendig gewesen und 

hätte keine zusätzlichen Erkenntnisse zur Tatsache gebracht, dass auf der 

fraglichen Baustelle der Beschwerdeführerin in D._______ der Baukran mit 

nur drei statt vier Druckstreben, d.h. in einem nicht betriebssicheren, den 

Vorgaben der technischen Dokumentation nicht entsprechenden Zustand, 

betrieben worden sei. Dass die Beschwerdeführerin die technische Doku­

mentation des Kreuzrahmenelements KRE 138 erst von der Beschwerde­

gegnerin als Beilage zum Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021 erhalten 

habe, sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren nicht von entscheiden­

der Bedeutung (BVGer­act. 6, S. 3). Konkret gehe es vielmehr darum, dass 

die Beschwerdeführerin am umgestürzten Kran eine der vier Druckstreben 

demontiert habe, ohne dass die E._______ AG ihr dies gestattet habe, und 

damit den Kran in nicht betriebssicherem, den Vorgaben der technischen 

Dokumentation nicht entsprechendem Zustand betrieben habe. Dieser 

Umstand allein sei für die angefochtene Ermahnung Stufe 2 vom 1. April 

2021 ausschlaggebend und ausreichend gewesen. Dass die Beschwerde­

führerin die technische Krandokumentation erst mit dem Einspracheent­

scheid der Suva vom 8. Juli 2021 erhalten haben soll, könne ohnehin nur 

mit Nichtwissen bestritten werden (S. 9). Immerhin beinhalte diese Doku­

mentation auf der 13. Seite auch den Fundamentplan für die bauseitig vor­

zubereitende Kranfundation. Entsprechend sei anzunehmen, dass die Be­

schwerdeführerin – nota bene die Bauunternehmerin auf Platz – diese Do­

kumentation schon zu einem früheren Zeitpunkt erhalten haben müsste. 

5.2.3 Vorliegend gilt die Untersuchungsmaxime. Folglich trägt grundsätz­

lich die Suva die Beweisführungslast (vgl. Urteil des BGer 2C_537/2022 

vom 25. Januar 2024 E. 5.4.1). Sie hat für die richtige und vollständige Ab­

klärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Allerdings wird 

der Untersuchungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflicht der Parteien re­

lativiert (vgl. Art. 13 VwVG; BGE 143 II 425 E. 5.1). Vorliegend hat die Suva 

die Baustelle nach dem Unfall vor Ort besichtigt, wobei u.a. auch der Bau­

führer anwesend war (vgl. Suva­act. 108; BVGer­act. 1, Beilage 11). Auf­

grund dieser Abklärungen standen der Unfallhergang und die Unfallursa­

che mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest. Aus den Akten ergab sich 

ohne weiteres, dass die fehlende Druckstrebe zum Kransturz geführt hatte 

und dass diese durch Mitarbeitende der Beschwerdeführerin entfernt 

wurde (vgl. Unfallrapport in BVGer­act. 1 [Beilage 11]; bestätigt durch die 

Aussage von H._______ in der Konfrontationseinvernahme, wonach die 

Ursache für den Kransturz, nämlich die Entfernung der Druckstrebe, klar 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_537%2F2022&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-425%3Ade&number_of_ranks=0#page425

C-3859/2021 

Seite 13 

und einleuchtend sei [BVGer­act. 8 {Beilage 12, S. 17}]). Ohnehin ent­

spricht es den allgemeinen Regeln der Physik bzw. Statik, dass eine Druck­

stütze nicht ohne weiteres entfernt werden darf. Sodann lag keine schriftli­

che Einwilligung zur Entfernung der Druckstrebe seitens des Kraninver­

kehrbringers vor, sondern nur eine solche zur Beseitigung einer Klammer, 

und auch dies nur per E­Mail. Weitere Abklärungen bei H._______ erwie­

sen sich demnach nicht als notwendig, zumal er bei der Besichtigung der 

Suva nach dem Unfall anwesend war. Auch mussten, mit Blick auf die klare 

Sachlage, die Strafakten nicht beigezogen werden, wobei im Strafverfah­

ren ohnehin andere Verfahrensmaximen gelten (z.B. Unschuldsvermutung, 

in dubio pro reo) als im Verwaltungsverfahren und die Begründung eines 

Strafurteils für die Verwaltungsbehörden grundsätzlich keine Bindungswir­

kung entfaltet (Urteil C­4972/2018 E. 5.2 m.w.H.). Von weiteren Abklärun­

gen waren damit keine verwertbaren Erkenntnisse zu erwarten. Wenn die 

Vorinstanz antizipierend davon ausging, weitere Abklärungen könnten im 

vorliegenden Fall zu keinem entscheidwesentlichen Ergebnis mehr führen, 

so war dies mithin weder gesetzwidrig noch widersprach es dem Anspruch 

auf ein faires Verfahren beziehungsweise dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung BGE 146 V 240 E. 8.2; 144 

146 II 427 E. 3.1.3 im Allgemeinen; vgl. ferner Urteile des BVGer C­

446/2018 E. 10.6; C­2422/2014 vom 9. Januar 2017 E. 9.6.2). Insoweit er­

weist es sich auch von vornherein als irrelevant, dass die Vorinstanz die 

technische Krandokumentation (vgl. BVGer­act. 1, Beilage 2 mit Anhang) 

erst im Einspracheverfahren heranzog, zumal ohnehin fraglich erscheint, 

ob die Beschwerdeführerin diese nicht bereits von sich aus hätte beiziehen 

müssen, als sie den Kran betrieb. Eine Verletzung der Untersuchungs­

pflicht liegt nicht vor (vgl. Urteil C­446/2018 E. 10.8). Ergänzend bleibt an­

zumerken, dass die Strafakten im Rahmen des Beschwerdeverfahrens, in 

dem sich die Parteien umfassend und frei äussern konnten, eingeholt wur­

den, so dass eine allfällige Verletzung der Untersuchungspflicht ohnehin 

als geheilt gälte (vgl. dazu Urteil des BVGer C­4904/2011 vom 19. Februar 

2013 E. 5.1). 

5.2.4 Hinsichtlich des Vorwurfs der Verletzung der Begründungspflicht 

bringt die Beschwerdeführerin insbesondere vor, sie sei bis zur Einreichung 

ihrer Einsprache vom 28. April 2021 von der Vorinstanz nicht auf das allfäl­

lige Vorhandensein der technischen Krandokumentation hingewiesen wor­

den, und die Verfügung vom 1. April 2021 habe ebensowenig Bezug darauf 

genommen (BVGer­act. 1 [S. 9 f.], 8 [S. 6 f.]). Sodann habe die Vorinstanz 

telefonische Abklärungen bei G._______ getätigt, die nicht offengelegt 

worden seien und alleine aufgrund des Wortlauts der E­Mail vom 

C-3859/2021 

Seite 14 

22. Januar 2021 angenommen, dass dieser nur die Entfernung einer Klam­

mer bewilligt habe. Der Einspracheentscheid sei unzureichend begründet 

und habe nicht sachgerecht angefochten werden können. 

Die Vorinstanz entgegnet namentlich, es sei Ausfluss aus dem Untersu­

chungsgrundsatz dass sie die technische Krandokumentation im Ein­

spracheverfahren eingeholt habe (BVGer­act. 6, S. 9 f.). Die Erkenntnisse 

aus den Erhebungen bei der Firma E._______ AG habe sie in Ziff. 6 des 

Einspracheentscheids offengelegt. Dieser sei genügend begründet. Die 

Beschwerdeführerin habe den Einspracheentscheid durchaus sachgerecht 

beanstanden können. 

Nach Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör räumt der betroffenen Person unter 

anderem einen Begründungsanspruch ein (vgl. dazu und zum folgenden 

Urteil des BGer 2C_537/2022 vom 25. Januar 2024 E. 5.2). Dabei ist aller­

dings nicht erforderlich, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunk­

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück­

lich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli­

chen Punkte beschränken. Die Begründung muss derart abgefasst sein, 

dass die betroffene Person ihn in voller Kenntnis der Tragweite der Ange­

legenheit sachgerecht an die höhere Instanz weiterziehen kann (Art. 35 

Abs. 1 VwVG; vgl. BGE 148 III 30 E. 3.1; 129 I 232 E. 3.2). In diesem Sinne 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 

sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. 

BGE 142 I 135 E. 2.1; 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1; Urteile des BGer 

8C_23/2022 und 8C_51/2022 vom 21. September 2022 E. 6.1.1; 

2C_851/2021 vom 28. Juli 2022 E. 3.2). Ein Verstoss gegen die Begrün­

dungspflicht stellt in der Regel keine besonders schwerwiegende Verlet­

zung des rechtlichen Gehörs dar, insbesondere, wenn die Überlegungen 

der Behörde zumindest im Kern nachvollzogen werden können (Urteil des 

BGer 1C_39/2017 vom 13. November 2017 E. 2.1). Eine mangelhafte Be­

gründung kann daher im Rahmen des Beschwerdeverfahrens geheilt wer­

den, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Be­

schwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechts­

lage frei überprüfen kann bzw. wenn die Vorinstanz dort ihre Entscheid­

gründe darlegt und die Rechtsmittelinstanz der betroffenen Partei im Rah­

men eines zweiten Schriftenwechsels die Möglichkeit einräumt, sich dazu 

zu äussern (BGE 145 I 167 E. 4.4; 127 V 431 E. 3d/aa); 126 V 130 E. 2b; 

Urteil des BGer 1C_39/2017 vom 13. November 2017 E. 2.1; Urteil C­

4904/2011 E. 5.1). Selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des 

C-3859/2021 

Seite 15 

rechtlichen Gehörs wäre aber von einer Rückweisung der Sache an die 

Verwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem for­

malistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 

würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffe­

nen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu verein­

baren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 132 V 387 E. 5.1; Urteil des BVGer 

A­2884/2018 vom 23. Juli 2019 E. 6.1.3). 

Bezüglich der Begründungspflicht ist vorliegend festzustellen, dass die vor­

instanzliche Verfügung vom 1. April 2021 (Suva­act. 108) nur rudimentär 

begründet wurde. Dem Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021 (BVGer­act. 

1, Beilage 1) ist demgegenüber klar zu entnehmen, gestützt auf welchen 

Sachverhalt die Vorinstanz von einer Verletzung von Art. 82 Abs. 1 UVG, 

Art. 32a VUV, Art. 4 und 7 Kranverordnung sowie von Art. 3 aBauAV aus­

ging. Diese hat die Überlegungen, auf welche sie ihren Entscheid stützt, 

zureichend dargelegt. So umfasst die Begründung den relevanten Sach­

verhalt, die wichtigsten einschlägigen Rechtsnormen und die materiellen 

Erwägungen, welche den Entscheid der Vorinstanz für die Beschwerdefüh­

rerin nachvollziehbar machen. Der angefochtene Einspracheentscheid ent­

hält deshalb hinsichtlich des vorliegend relevanten Streitgegenstandes alle 

Elemente, die für eine sachgerechte Anfechtung erforderlich sind. Die tech­

nische Krandokumentation war dem Einspracheentscheid beigelegt, was 

der Beschwerdeführerin ermöglichte, sie in die Begründung ihres Stand­

punktes einzubeziehen. Die Beschwerdeführerin konnte denn auch sach­

gerecht und mit ausreichender Begründung Beschwerde an das Bundes­

verwaltungsgericht erheben. Ohnehin könnte, selbst wenn die Vorinstanz 

ihre Begründungspflicht als wesentlichen Bestandteil des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör verletzt hätte, dieser Mangel im vorliegenden Verfahren 

als geheilt gelten, zumal das Bundesverwaltungsgericht über volle Kogni­

tion verfügt. 

6.  

6.1 In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit 

dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021 zu Recht die 

Einsprache der Beschwerdeführerin vom 28. April 2021 abgewiesen und 

die Ermahnung Stufe 2 bestätigt hat. 

Nachfolgend sind die vorliegend massgebenden gesetzlichen Grundlagen 

und die dazu von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzule­

gen: 

C-3859/2021 

Seite 16 

6.2 Gemäss Art. 82 Abs. 1 UVG ist der Arbeitgeber verpflichtet, zur Ver­

hütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten alle Massnahmen zu 

treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik 

anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind. Verfügt 

ein Arbeitgeber nicht über die entsprechende Erfahrung, hat er sie sich zu 

besorgen (ADRIAN VON KAENEL, in: Hürzeler/Kieser [Hrsg.], Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG, Bundesgesetz über 

die Unfallversicherung, 2018, Art. 82 N 3). Gestützt auf Art. 83 Abs. 1 UVG 

hat der Bundesrat Ausführungsbestimmungen erlassen, in welchen die An­

forderungen an die Arbeitssicherheit für bestimmte Tätigkeiten konkretisiert 

werden. Dazu gehören namentlich die VUV, die BauAV und die Kranver­

ordnung. 

6.3 Gemäss Art. 6 Abs. 1 VUV sorgt der Arbeitgeber dafür, dass alle in sei­

nem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der dort tätigen 

Arbeitnehmer eines anderen Betriebes, ausreichend und angemessen in­

formiert und angeleitet werden über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden 

Gefahren sowie über die Massnahmen der Arbeitssicherheit. Diese Infor­

mation und Anleitung haben im Zeitpunkt des Stellenantritts und bei jeder 

wesentlichen Änderung der Arbeitsbedingungen zu erfolgen und sind nöti­

genfalls zu wiederholen. Nach Art. 6 Abs. 3 VUV sorgt der Arbeitgeber da­

für, dass die Arbeitnehmer die Massnahmen der Arbeitssicherheit einhal­

ten. 

6.4 Art. 9 Abs. 1 VUV sieht vor, dass die Arbeitgeber die zur Wahrung der 

Arbeitssicherheit erforderlichen Absprachen zu treffen und die notwendi­

gen Massnahmen anzuordnen haben, wenn an einem Arbeitsplatz meh­

rere Betriebe tätig sind. Sie haben sich gegenseitig und ihre jeweiligen Ar­

beitnehmer über die Gefahren und die Massnahmen zu deren Behebung 

zu informieren. Der Arbeitgeber muss gemäss Art. 9 Abs. 2 VUV einen Drit­

ten auf die Anforderungen der Arbeitssicherheit in seinem Betrieb aus­

drücklich aufmerksam machen, wenn er ihm den Auftrag erteilt, für seinen 

Betrieb Arbeitsmittel sowie Gebäude und andere Konstruktionen zu pla­

nen, herzustellen, zu ändern oder in Stand zu halten (Bst. a), Arbeitsmittel 

oder gesundheitsgefährdende Stoffe zu liefern (Bst. b) oder Arbeitsverfah­

ren zu planen oder zu gestalten (Bst. c). 

6.5 Laut Art. 24 VUV dürfen in den Betrieben nach dieser Verordnung nur 

Arbeitsmittel eingesetzt werden, die bei ihrer bestimmungsgemässen Ver­

wendung und bei Beachtung der gebotenen Sorgfalt die Sicherheit und die 

Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gefährden (Abs. 1). Die Anforderung 

C-3859/2021 

Seite 17 

nach Absatz 1 gilt insbesondere als erfüllt, wenn der Arbeitgeber Arbeits­

mittel einsetzt, welche die Bestimmungen der entsprechenden Erlasse für 

das Inverkehrbringen einhalten (Abs. 2). 

6.6 Nach Art. 32a VUV müssen Arbeitsmittel bestimmungsgemäss verwen­

det werden. Insbesondere dürfen sie nur für Arbeiten und an Orten einge­

setzt werden, wofür sie geeignet sind. Vorgaben des Herstellers über die 

Verwendung des Arbeitsmittels sind zu berücksichtigen (Abs. 1). Arbeits­

mittel müssen so aufgestellt und in die Arbeitsumgebung integriert werden, 

dass die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer gewährleistet 

sind. Dabei sind die Anforderungen an den Gesundheitsschutz nach 

ArGV 3, namentlich bezüglich Ergonomie, zu erfüllen (Abs. 2). Arbeitsmit­

tel, die an verschiedenen Orten zum Einsatz gelangen, sind nach jeder 

Montage darauf hin zu überprüfen, ob sie korrekt montiert sind, einwandfrei 

funktionieren und bestimmungsgemäss verwendet werden können. Die 

Überprüfung ist zu dokumentieren (Abs. 3). Werden Arbeitsmittel wesent­

lich geändert oder für andere als vom Hersteller vorgesehene Zwecke oder 

in nicht bestimmungsgemässer Art verwendet, so müssen die neu auftre­

tenden Risiken so reduziert werden, dass die Sicherheit und die Gesund­

heit der Arbeitnehmer gewährleistet sind (Abs. 4). 

6.7 Art. 3 Abs. 1 aBauAV sieht vor, dass Bauarbeiten so geplant werden 

müssen, dass das Risiko von Berufsunfällen, Berufskrankheiten oder Ge­

sundheitsbeeinträchtigungen möglichst klein ist und die notwendigen Si­

cherheitsmassnahmen, namentlich bei der Verwendung von Arbeitsmitteln, 

eingehalten werden können. 

6.8 Gemäss Art. 60 aBauAV müssen die Sicherheits­ und Gesundheitsrisi­

ken abgeklärt werden, bevor mit den Arbeiten begonnen werden darf 

(Abs. 1). Die erforderlichen Massnahmen müssen getroffen werden, um 

insbesondere zu verhindern, dass Bauteile unbeabsichtigt einstürzen 

(Abs. 2 Bst. b) oder Arbeitnehmende durch herumfliegendes, herunter­ und 

einstürzendes Material getroffen werden (Abs. 2 Bst. d). 

6.9 Nach Art. 4 Abs. 1 Kranverordnung dürfen Krane nur in sicherem Zu­

stand betrieben werden. Sie sind so zu transportieren, aufzustellen, in­

standzuhalten und zu demontieren, dass Personen nicht gefährdet wer­

den. Die Angaben des Herstellers sind zu beachten (Abs. 1). Die Montage 

und Demontage von Kranen sowie Instandhaltungsarbeiten an Kranen dür­

fen nur von Personen ausgeführt werden, die dafür ausgebildet sind 

(Abs. 2). Gemäss Art. 7 Kranverordnung ist derjenige, der sich den Kran 

C-3859/2021 

Seite 18 

von einem Drittunternehmen zur Verfügung stellen lässt, dafür verantwort­

lich, dass die Bestimmungen dieser Verordnung eingehalten werden, so­

fern die betreffenden Unternehmen nicht schriftlich etwas Abweichendes 

vereinbaren. 

6.10 Art. 60 ­ 63 VUV regeln die Kontrolle durch die Durchführungsorgane. 

Die Kontrolltätigkeit umfasst die Beratung (Art. 60 VUV), die Betriebsbesu­

che und Befragungen (Art. 61 VUV) sowie die Ermahnung (Art. 62 VUV) 

des Arbeitgebers. Ausserdem müssen die Durchführungsorgane auf An­

zeige (Art. 63 VUV) hin tätig werden. Gemäss Art. 62 Abs. 1 VUV macht 

das zuständige Durchführungsorgan den Arbeitgeber darauf aufmerksam 

und setzt ihm eine angemessene Frist zur Einhaltung der Vorschrift, wenn 

sich aufgrund eines Betriebsbesuches herausstellt, dass Vorschriften über 

die Arbeitssicherheit verletzt worden sind. Diese Ermahnung ist dem Ar­

beitgeber schriftlich zu bestätigen. Sie markiert den Beginn des Durchfüh­

rungsverfahrens (ROGER ANDRES, Die Normen der Arbeitssicherheit, Diss. 

2016, N 753, 791). Wird der Ermahnung keine Folge geleistet, so ordnet 

das zuständige Durchführungsorgan, nach Anhörung des Arbeitgebers und 

der unmittelbar betroffenen Arbeitnehmer, die erforderlichen  

Massnahmen durch Verfügung an und setzt dem Arbeitgeber eine ange­

messene Frist zum Vollzug (Art. 64 Abs. 1 VUV). In dringenden Fällen ist 

die Verfügung ohne vorgängige Ermahnung zu erlassen (vgl. Art. 62 Abs. 2 

VUV). Leistet der Arbeitgeber einer vollstreckbaren Verfügung keine Folge 

oder handelt er auf andere Weise Vorschriften über die Arbeitssicherheit 

zuwider, kann sein Betrieb nach Art. 66 Abs. 1 VUV i.V.m. Art. 92 Abs. 3 

UVG jederzeit und auch rückwirkend in eine höhere Stufe des Prämienta­

rifs versetzt werden (Prämienerhöhung). 

6.11  

6.11.1 Der Vollzug der Bestimmungen über die Verhütung von Berufsun­

fällen und Berufskrankheiten obliegt gemäss Art. 85 Abs. 1 UVG den 

Durchführungsorganen des Arbeitsgesetzes vom 13.März 1964 (SR 

822.11, ArG) und der Suva (vgl. dazu und zum Folgenden Urteil C­

229/2020 E. 3.6). Die gestützt auf Art. 85 Abs. 2 UVG eingesetzte eidge­

nössische Koordinationskommission für die Arbeitssicherheit (EKAS) 

stimmt die einzelnen Durchführungsbereiche aufeinander ab, soweit der 

Bundesrat hierüber keine Bestimmungen erlassen hat; sie sorgt für eine 

einheitliche Anwendung der Vorschriften über die Verhütung von Berufsun­

fällen und Berufskrankheiten in den Betrieben (Art. 85 Abs. 3 Satz 1 UVG). 

Die Beschlüsse der EKAS sind für die Versicherer und die Durchführungs­

organe des ArG verbindlich (Art. 85 Abs. 4 UVG). Die EKAS kann 

C-3859/2021 

Seite 19 

insbesondere Ausführungsbestimmungen zum Verfahren erlassen (Art. 53 

Bst. a VUV), was sie mit Richtlinien und einem Leitfaden (nachfolgend: E­

KAS­Leitfaden, 6. Aufl. 2020) gemacht hat. Die EKAS­Richtlinien stellen 

nicht unmittelbar verbindliches Recht dar, sondern sind konkretisierende 

Bestimmungen, welche den Arbeitgeber nicht verpflichten (vgl. EKAS­Leit­

faden Ziff. 2.3.3). Sie sollen den Durchführungsorganen, die den Vollzug 

der gesetzlichen Vorschriften betreffend Arbeitssicherheit zu überwachen 

und notfalls durchzusetzen haben, Anleitungen geben, mit dem Zweck, ein 

einheitliches und rechtsgleiches Vorgehen in der Praxis zu fördern (EKAS­

Leitfaden Ziff. 1; vgl. auch Art. 52a Abs. 1 VUV, Urteil des BGer 

8C_770/2020 vom 21. September 2021 E. 5.1). 

6.11.2 Gemäss EKAS­Leitfaden wird bei der Durchsetzung der Unfallver­

hütungsvorschriften in den Betrieben zwischen einem ordentlichen (EKAS­

Leitfaden Ziff. 4) und einem ausserordentlichen Durchführungsverfahren 

(EKAS­Leitfaden Ziff. 5) unterschieden (Urteil BGer 8C_770/2020 E. 5.3). 

Ziel des ordentlichen Durchführungsverfahrens ist die (unmittelbare) 

Durchsetzung der Unfallverhütungsvorschriften in den einzelnen Betrieben 

(vgl. EKAS­Leitfaden Ziff. 4.2). Das ausserordentliche Verfahren soll (sub­

sidiär) dann angewendet werden, wenn sicherheitswidrige Zustände auf­

grund der Art der auszuführenden Arbeit oder der Arbeitsweise nur vo­

rübergehend und während verhältnismässig kurzer Zeit bestehen, weshalb 

das ordentliche Verfahren nicht zielführend wäre (vgl. EKAS­Leitfaden Ziff. 

5.2.1; BVGE 2010/37 E. 2.4.2.1). Die beiden Verfahren sind nicht strikte 

getrennt. Die im ordentlichen Verfahren festgestellten Sicherheitsverstösse 

sind auch im ausserordentlichen Verfahren im Hinblick auf eine allfällige 

Prämienerhöhung (vgl. Art. 113 Abs. 2 UVV) "anzurechnen" (BVGE 

2010/37 E. 2.4.2.3 mit Hinweis). Bei Feststellung eines sicherheitswidrigen 

Zustandes spricht das Kontrollorgan im Normalfall dreimal eine Ermah­

nung aus (vgl. EKAS­Leitfaden Ziff. 5.3; BVGE 2010/37 E. 2.4.2.2). Erst 

mit der dritten Ermahnung wird dem Betrieb angedroht, dass bei einem 

weiteren Verstoss gegen Arbeitssicherheitsvorschriften eine Prämienerhö­

hung (von mindestens 20%; vgl. Art. 113 Abs. 2 UVV) verfügt werde (vgl. 

EKAS­Leitfaden Ziff. 5.3.4; BVGE 2010/37 E. 2.4.2.2 i.f.). 

6.11.3 Hinzuweisen ist sodann auf die Broschüre der SUVA für Bauführer, 

Poliere und Kranmonteure zur Installation, Montage und Demontage von 

Turmdrehkranen (BVGer­act. 10, Beilage, abrufbar unter https:// 

www.suva.ch/66061.d, letztmals am 28. März 2024 konsultiert).  

C-3859/2021 

Seite 20 

7.  

7.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den rechtser­

heblichen Sachverhalt richtig festgestellt hat. 

Die Beschwerdeführerin bringt beschwerdeweise namentlich vor, das 

Strafverfahren gegen die Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin sei ein­

gestellt bzw. kein strafrechtlich relevantes Verschulden festgestellt worden 

(BVGer­act. 12, 14). Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass 

H._______ bei seinem Telefonat G._______ bezüglich der Entfernung ei­

ner der vier Druckstreben angefragt habe, wobei er mangels Kenntnis des 

Fachbegriffs nicht von einer Druckstrebe gesprochen habe (BVGer­act. 8, 

S. 4). Es sei naheliegend, dass es diesbezüglich zu einem verhängnisvol­

len Missverständnis gekommen sei, welches von G._______ als Fach­

mann hätte verhindert werden müssen (S. 5). 

Dem hält die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung insbesondere entgegen, 

dass weder der Kranführer noch der Polier die zur Demontage notwendige 

Ausbildung aufgewiesen hätten (BVGer­act. 10, S. 3). Dem Bauführer, dem 

Kranführer sowie der Geschäftsführung der Beschwerdeführerin hätte die 

Bestimmung in Art. 4 Abs. 1 und 2 Kranverordnung (Betrieb des Krans in 

sicherem Zustand; Demontage nur durch ausgebildete Personen) bekannt 

sein müssen, dem Bauführer wegen seiner Verantwortung für die Baustelle 

in D._______ und der Beschwerdeführerin selber wegen ihrer letztlichen 

Gesamtverantwortung für die dortige Arbeitssicherheit gemäss Art. 82 

UVG. Es werde daran erinnert, dass jede der vier Druckstreben an der Ba­

sis des Krans, d.h. am Kreuzrahmen, in einem Sektor von 90 Grad den 

entsprechenden Eckdruck des Krans zu tragen habe, so dass der Kran 

über seinen gesamten Schwenkbereich hinweg abgestützt sei. Führe man 

sich die Umstände des Kransturzes vom 18. Februar 2021, d.h. die Auf­

bauhöhe des Krans von 23.5 m, das Gewicht des gefüllten Betonsilos von 

3 t, die im Moment des Sturzes gemessene Ausladung der Laufkatze von 

21 m sowie die Lage des Kranauslegers direkt über der fehlenden Druck­

strebe vor Augen, so müsse bereits auf Grund elementarer Physik und Sta­

tik einleuchten, dass ein sicherer Betrieb des Krans mit nur drei statt vier 

Druckstreben gar nicht möglich sei. Wenn der Bauführer die Bewilligung 

zur Entfernung einer Druckstrebe des Krans verstanden haben will, so 

habe ihm der Kranfachmann per E­Mail lediglich die Entfernung einer 

«Klammer» bei den Fundamentplatten gestattet. Diese schon rein verbal 

völlig anderslautende Aussage hätte zwingend eine Rückfrage der Be­

schwerdeführerin auslösen müssen (S. 5). 

C-3859/2021 

Seite 21 

7.2 Wie bereits in E. 5.2.3 hiervor dargelegt, entfaltet die Begründung eines 

Strafurteils für die Verwaltungsbehörden grundsätzlich keine Bindungswir­

kung (C­4972/2018 E. 5.2). Dennoch gebietet der Grundsatz der Einheit 

der Rechtsordnung, widersprüchliche Entscheide im Rahmen des Mögli­

chen zu vermeiden, weshalb eine Verwaltungsbehörde nicht ohne Not von 

den tatsächlichen Feststellungen der mit demselben Sachverhalt befass­

ten Strafbehörde abweichen soll. Falls keine klaren Anhaltspunkte für die 

Unrichtigkeit der Tatsachenfeststellungen bestehen, darf die Verwaltungs­

behörde nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung deshalb von 

den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie 

Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafge­

richt unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt oder wenn 

das Strafgericht bei der Rechtsanwendung nicht sämtliche Rechtsfragen 

abgeklärt hat (vgl. BGE 139 II 95 E. 3.2; 137 I 363 E. 2.3.2; 136 II 447 

E. 3.1; Urteil des BGer 2C_606/2020 vom 5. März 2021 E. 3.3.1). 

Vorliegend wurden die Strafverfahren gegen die Mitarbeitenden der Arbeit­

geberin zwar eingestellt, aber nicht mit der Begründung, diesen sei kein 

strafrechtlich relevantes Verschulden vorzuwerfen, sondern mit Blick auf 

die Desinteresseerklärung der Geschädigten und die vollständige Tragung 

des Schadens (zumindest im Aussenverhältnis) durch die Versicherung der 

Arbeitgeberin (StA­act. 18 [Beilage 1], 21 [Beilage 10], 26 ­ 29). Für das 

vorliegende Verfahren kann daraus mithin nichts abgeleitet werden. 

Aus dem Unfallrapport, den die Suva anlässlich der Untersuchung des Un­

fallhergangs vor Ort erstellt hatte (vgl. dazu Art. 61 Abs. 4 VUV; EKAS­

Leitfaden Ziff. 4.4.1), der Befragung der Beteiligten (BVGer­act. 1 [Beila­

gen 6, 7]) und der E­Mail vom 22. Januar 2021 (BVGer­act. 1 [Beilage 8]) 

ergibt sich der Unfallhergang klarerweise (vgl. dazu E. 4 hiervor), wobei 

dieser vom Gutachten der Forensik K._______ (StA­act. 14, Beilage 1), 

dem Polizeirapport (StA­act. 1) und den weiteren Einvernahmen (StA­act. 

3 ­ 7) bestätigt wird. Insbesondere gestand selbst H._______ anlässlich 

der Konfrontationseinvernahme zu, dass die Ursache für den Kransturz, 

nämlich die Entfernung der Druckstrebe, klar und einleuchtend sei (BVGer­

act. 8 [Beilage 12, S. 17]). Ebenso steht fest, dass er den Auftrag zur Be­

seitigung derselben gab, dass diesbezüglich keine schriftliche Einwilligung 

des Kraninverkehrbringers vorlag (vgl. dazu Art. 7 Kranverordnung) und 

dass die Entfernung der Druckstrebe durch weitere Mitarbeitende der Be­

schwerdeführerin vorgenommen wurde. Damit ist der Unfallverlauf bezie­

hungsweise der rechtserhebliche Sachverhalt mit überwiegender Wahr­

scheinlichkeit erstellt: Gestützt auf den Unfallrapport und die vorliegenden 

C-3859/2021 

Seite 22 

Zeugenaussagen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu­

gehen, dass sich der Kransturz infolge Entfernen der Druckstrebe ereig­

nete, wobei es der Mitarbeiter der Beschwerdeführerin u.a. unterlassen 

hatte, die Voraussetzungen für die Beseitigung sorgfältig abzuklären, ent­

sprechende Nachfragen zu tätigen und dafür ausgebildete Mitarbeitende 

damit zu beauftragen. Der Unfallhergang wird insbesondere durch den Po­

lizeirapport und das Gutachten der Forensik bestätigt (StA­act. 1, 14 [Bei­

lage 1]; vgl. insbesondere S. 9 des Polizeirapports). Demnach steht als 

Ursache des Unfalls eindeutig fest, dass die Tragfähigkeit des Krans durch 

die Demontage der Druckstütze massiv beeinträchtigt war. Weitere Abklä­

rungen erübrigen sich, da daraus kein entscheidwesentlicher Erkenntnis­

gewinn zu erwarten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 146 V 240 

E. 8.2; 136 I 229 E. 5.3). 

8.  

8.1 Zu prüfen ist in sodann, ob die Vorinstanz zu Recht eine Ermahnung 

ausgesprochen hat. 

8.2 Mit Blick auf Art. 7 Kranverordnung war vorliegend die Arbeitgeberin 

dafür verantwortlich, dass die Bestimmungen der Kranverordnung einge­

halten werden (vgl. auch Art. 82 Abs. 1 UVG, wonach der Arbeitgeber ver­

pflichtet ist, zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten alle 

Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem 

Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen ange­

messen sind). Es liegen keine Hinweise vor, dass eine davon abweichende 

Regelung schriftlich vereinbart wurde. Jedenfalls ergibt sich ohne weiteres, 

dass die per E­Mail erfolgte Zusage des Kranspezialisten, es dürfe am 

Baukran eine Klammer entfernt werden, weder einer schriftliche Abma­

chung entspricht noch einer Bewilligung, ein anderes Bauteil des Bau­

krans, nämlich eine Druckstrebe, zu entfernen (sofern eine solche Verein­

barung überhaupt zulässig wäre). 

Auch gemäss Art. 3 Abs. 2 VUV ist es der Arbeitgeber, der dafür sorgen 

muss, dass die Schutzmassnahmen und Schutzeinrichtungen in ihrer Wirk­

samkeit nicht beeinträchtigt werden. Er hat dies in angemessenen Zeitab­

ständen zu überprüfen. Nach Art. 6 Abs. 3 VUV sorgt der Arbeitgeber so­

dann auch dafür, dass die Arbeitnehmer die Massnahmen der Arbeitssi­

cherheit einhalten. Mithin trifft die Arbeitgeberin die Verantwortung für die 

Einhaltung der Sicherheitsvorschriften – selbst die Übertragung von Aufga­

ben an einen Arbeitnehmer entbindet die Arbeitgeberin nicht von ihren Ver­

pflichtungen zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit (Art. 7 Abs. 2 VUV).  

C-3859/2021 

Seite 23 

8.3 Vorliegend ergibt sich aus dem Unfallhergang, dass die Arbeitgeberin 

mit der Entfernung der Druckstrebe Art. 4 Abs. 1 der Kranverordnung, wo­

nach Baukrane nur in sicherem Zustand betrieben werden dürfen, verletzt 

hat. Indem sie, in Missachtung der allgemein bekannten Regeln der Physik 

und Statik und entgegen der Montageanleitung des Baukrans (vgl. BVGer­

act. 1, Beilage 2 [technische Dokumentation]), eine der vier Druckstreben 

entfernen liess, hat sie elementarste Sorgfaltspflichten verletzt. Sie hat da­

mit ein hohes Gefährdungspotential gesetzt, welches sich durch den Kran­

sturz sodann verwirklich hat. Mit Blick auf die betroffenen, wichtigen 

Rechtsgüter, nämlich Leib und Leben der Mitarbeitenden, der Anwohner 

und Passanten, hätte der Bauführer, selbst wenn er davon hätte ausgehen 

dürfen, dass die Entfernung einer Druckstrebe kein Risikopotential bein­

haltete und vom Kranspezialisten genehmigt wurde, auf eine klare schrift­

liche Bewilligung des Kranunternehmens bestehen und bei der E­Mail vom 

22. Januar 2021, die deutlich von einer ‘Klammer’ und nicht von einer 

‘Druckstrebe’ sprach, nachfragen müssen (dabei erhellt nicht, inwiefern die 

Tatsache, dass G._______ im besagten E­Mail ‘Klammen’ statt ‘Klammer’ 

schrieb, vorliegend relevant sein sollte [vgl. zur entsprechenden Behaup­

tung BVGer­act. 8, S. 6]). In der Technischen Dokumentation KRE 138 be­

ziehungsweise Montageanleitung werden Druckstreben denn auch als sol­

che bezeichnet, und nicht allenfalls als Klammer o.ä. (vgl. BVGer­act. 1 

[Beilage 2; technische Dokumentation, Ziff. 4.9 und Skizze rechts; vgl. auch 

Photographie mit montiertem Kreuzrahmenelement und Einzeichnung der 

Druckstrebe und Klammer]). Der Bauführer hätte die Sachlage umso sorg­

fältiger abklären müssen, als die getätigte Manipulation am Kran wohl un­

üblich sein dürfte (vgl. Aussage des Kranführers in BVGer­act. 8 [Beilage 

12, S. 5]). Als Indiz für seine Verantwortung bzw. diejenige der Beschwer­

deführerin könnte sodann gelten, dass deren Versicherung, zumindest im 

Aussenverhältnis, für sämtliche Schäden aufkommt (vgl. dazu E. 7.2 hier­

vor). Dabei entbindet die Tatsache, dass der Bauführer als Arbeitnehmer 

die Entfernung der Druckstrebe in Auftrag gab, die Arbeitgeberin nicht von 

ihrer Verantwortung zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit (vgl. Art. 7 

Abs. 2 VUV).     

Gemäss Art. 4 Abs. 2 Kranverordnung dürfen die Montage und Demontage 

von Kranen sowie die Instandhaltungsarbeiten an Kranen nur von Perso­

nen ausgeführt werden, die dafür ausgebildet sind. Die Broschüre «Turm­

drehkrane ­ Installation, Montage, Demontage» hält in Kapitel 6.1 ebenfalls 

fest, dass alle Personen, die Montage­ oder Demontagearbeiten, Repara­

turen oder lnstandhaltungsarbeiten ausführen, dafür ausgebildet sein müs­

sen (vgl. BVGer­act. 10, Beilage). Der Bauführer hat den Polier und den 

C-3859/2021 

Seite 24 

Kranführer mit der Demontage der Druckstrebe betraut. Beide verfügen, 

was nicht bestritten wird, nicht über die entsprechende Ausbildung. Mithin 

liegt vorliegend auch eine Verletzung von Art. 4 Abs. 2 Kranverordnung vor. 

Ferner wurden, wie der Kransturz eindrücklich aufzeigt, weitere Vorschrif­

ten betreffend Arbeitssicherheit offensichtlich verletzt, insbesondere Art. 82 

UVG, Art. 32a VUV und Art. 3 aBauAV. 

9.  

Folglich ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Mitar­

beiter der Beschwerdeführerin die geltenden gesetzlichen Bestimmungen 

zur Unfallverhütung sowie die Vorschriften der Arbeitssicherheit verletzten, 

wobei dieses Verhalten der Beschwerdeführerin zuzurechnen ist.  

10.  

Mit Ermahnung Stufe 2 sprach die Vorinstanz die in E. B.d hiervor genann­

ten Massnahmen aus, um in Zukunft ähnlich gelagerte Unfälle zu vermei­

den. Die Folgen des vorliegenden Kransturzes waren derart gravierend, 

dass sie inskünftig tunlichst zu vermeiden sind, zumal durch den Unfall po­

tentiell auch besonders wichtige Rechtsgüter wie Leib und Leben gefährdet 

wurden. Hierfür sind die von der Vorinstanz ausgesprochenen Massnah­

men geeignet, verhältnismässig und zumutbar. Selbst wenn bis zum Unfall 

keine Anzeichen dafür bestanden haben sollten, dass sich Mitarbeitende 

der Beschwerdeführerin entgegen klarer Instruktionen verhielten und Si­

cherheitsvorrichtungen umgingen, bestand nach dem Ereignis hinrei­

chende Gewissheit über das Vorliegen sicherheitswidriger Zustände. 

11.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend ein Verstoss gegen 

Art. 82 Abs. 1 UVG, Art. 4 Kranverordnung, Art. 6 Abs. 3, Art. 9 Abs. 1 und 

Art. 32a VUV sowie Art. 3 aBauAV aufgrund der vorliegenden, vollständi­

gen Akten erstellt ist. Die Vorinstanz hat mithin zu Recht eine Ermahnung 

Stufe 2 ausgesprochen, nachdem die Ermahnung Stufe 1 vom 27. Juli 

2020 (Suva­act. 91) unangefochten bzw. unbestritten geblieben war. Der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021, welcher die Ermah­

nung Stufe 2 bzw. die Verfügung vom 21. April 2021 bestätigte, erweist sich 

mithin als korrekt, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuwei­

sen ist. 

Bei diesem Ergebnis braucht der Eventualantrag der Beschwerdeführerin 

nicht näher geprüft zu werden. 

C-3859/2021 

Seite 25 

12.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient­

schädigung. 

12.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind die Verfahrenskosten der unterlie­

genden Partei aufzuerlegen, vorliegend mithin der Beschwerdeführerin. 

Die Verfahrenskosten bemessen sich nach Umfang und Schwierigkeit der 

Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (vgl. 

Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2, 

VGKE]). Sie sind vorliegend auf Fr. 4'000.­ festzulegen und dem einbezahl­

ten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu entnehmen. 

12.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Vorinstanz 

hat als mit einer öffentlichen Aufgabe betraute Organisation jedoch keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 133 V 450 E. 13; 126 V 143 

E. 4a). Die unterliegende Beschwerdeführerin hat ebenfalls keinen solchen 

Anspruch (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

  

C-3859/2021 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.­ werden der Beschwerdeführerin auf­

erlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und das Bun­

desamt für Gesundheit. 

(Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Selin Elmiger-Necipoglu Helena Falk 

 

 

  

C-3859/2021 

Seite 27 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind (vgl. dazu BGer 

8C_770/2020). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am 

letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Han-

den der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen 

oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Par-

tei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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