# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ab2ae3d-39d7-5e07-9882-8fe72e7d9bf4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.12.2017 UV 2016/25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2016-25_2017-12-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2016/25

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 21.12.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 21.12.2017
Art. 4 ATSG: aussergewöhnliches Schreckereignis in Bezug auf einen 
Sachverhalt mit Beteiligung an einem Raufhandel im Sinne von Art. 133 StGB 
verneint.Art. 6 Abs. 1 UVG: Beurteilung der Adäquanz psychischer 
Fehlentwicklungen nach einem Unfall mit somatischem Geschehen 
(sogenannte "Psychopraxis" gemäss BGE 115 V 133) (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Dezember 2017, UV 
2016/25). 

Entscheid vom 21. Dezember 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und a.o. Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle 

Frei; Gerichtsschreiber Peter Wohnlich          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2016/25         

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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gegen

Generali Allgemeine Versicherungen AG, Avenue Perdtemps 23, 1260 Nyon 1,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit 4. Februar 2013 bei der B.___ GmbH als 

kaufmännischer Angestellter tätig und in dieser Eigenschaft bei der Generali Allgemeine 

Versicherungen AG (nachfolgend: Generali) gegen die Folgen von Unfällen versichert 

(act. G 3.1 f.), als er am 4. Dezember 2014 im Verlauf einer verbalen und körperlichen 

Auseinandersetzung mit verschiedenen Personen verletzt wurde (act. G 3.5/3, G 3.5/6, 

G 3.13 f.). Der Versicherte begab sich gleichentags ins Spital C.___, wo der 

untersuchende Arzt einen Status nach Trauma durch Gewalteinwirkung mit/bei 

multiplen Rissquetschwunden (nachfolgend: RQW), Abrasionen und Prellmarken, 

Schwindel und Kopfschmerzen diagnostizierte. Röntgenologisch hatte sich keine 

ossäre Beteiligung nachweisen lassen. Am 5. Dezember 2014 wurde der Versicherte 

aus dem Spital entlassen und der Behandlungsabschluss bestätigt (act. G 3.3, G 3.10).

A.b  Ab 15. Dezember 2014 befand sich der Versicherte bei Dr. med. D.___, Facharzt 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung, der ihm vom 5. bis 31. 

Dezember 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. G 3.4). Die Generali 

erbrachte entsprechende Taggeldleistungen (act. G 3.17). Am 7. Dezember 2015 

reichte Dr. D.___ einen ärztlichen Zwischenbericht UVG ein, worin er die Diagnosen 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), Somatisierungsstörung (IDC-10: 

F45.0) und rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33) stellte und dem 

Versicherten vom 5. Dezember 2014 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bestätigte. Dr. D.___ hielt fest, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit ein langfristiger 

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Nachteil zu erwarten sei. In Zukunft sei nur eine eingeschränkte Belastung bezüglich 

Arbeit wahrscheinlich. Der Versicherte befände sich bei ihm in einer psychiatrisch-

psychotherapeutischen Gesprächstherapie, deren Dauer unbestimmt sei (act. G 3.19).

A.c  Mit Verfügung vom 14. Januar 2016 eröffnete die Generali dem Versicherten, dass 

sie ihre Leistungen mangels adäquatem Kausalzusammenhang zwischen den 

psychischen Beschwerden und dem Ereignis vom 4. Dezember 2014 per 31. Dezember 

2014 einstelle. Jede Gesundheitsbeeinträchtigung, die nicht als Folge eines Unfalls 

resultiere, gelte als Krankheit (act. G 3.30).

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 27. Januar 2016 

Einsprache (act. G 3.31), zu welcher er am 23. Februar 2016 einen Bericht von Dr. 

D.___ vom 19. Februar 2016 nachreichte (act. G 3.33).

B.b  Mit Einspracheentscheid vom 31. März 2016 wies die Generali die Einsprache ab 

(act. G 3.36).

C.  

C.a Mit Eingabe vom 13. April 2016 reichte der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) gegen den Einspracheentscheid vom 31. März 2016 bei der 

Generali (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) eine Beschwerde ein, welche diese mit 

Schreiben vom 15. April 2016 zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen überwies (act. G 3.38 f.). Der Beschwerdeführer beantragte 

sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die 

Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen für seine psychische 

Gesundheitsstörung (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c Mit Replik vom 15. Juni 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinem 

Beschwerdeantrag fest, indem er geltend machte, er sei durch das Ereignis vom 4. 

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Dezember 2014 schwerwiegend psychisch geschädigt. Es gehe nicht um den Unfall, 

sondern um eine Krankheit. Es sei nicht belegt, dass die Beschwerdegegnerin bei 

Krankheit eines versicherten Angestellten keine Taggelder bezahlen müsse (act. G 5). 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 7).

C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2014 zur Debatte steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht 

beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf 

den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.2  Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder 

teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr ein Taggeld zu (Art. 16 Abs. 1 UVG).

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2.3  Angesichts der in Erwägung 2.2 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet die 

Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen 

der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach 

nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE 

HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). 

Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Es hat im Rahmen der ihm 

obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden. Die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 

(BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b; THOMAS 

LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 

2014, § 70 N. 58). Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 

1984 Nr. 82, 174).

3.   

3.1  In der Verfügung vom 14. Januar 2016 (act. G 3.30) hat die Beschwerdegegnerin 

ihre Leistungspflicht unter dem Aspekt eines Schreckereignisses geprüft. Es ist 

zunächst zu klären, wie es sich damit verhält. Rechtsprechung und Lehre haben 

schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den 

menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre 

unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt 

die Annahme eines Unfalls voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches 

Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; 

die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren 

Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer 

überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch 

Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie 

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Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen. Bei Schreckereignissen kann nicht nur die 

Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen, sondern 

es ist auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen (BGE 129 V 177 E. 2.1; 

SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2).

3.2  Laut Einstellungsverfügung des Staatsanwalts des Untersuchungsamtes E.___ 

vom 7. Januar 2016 ist erstellt, dass der Beschwerdeführer mit seiner Teilnahme am 

Ereignis vom 4. Dezember 2014 einen Raufhandel im Sinne von Art. 133 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) begangen hat. Das 

Strafverfahren wegen Raufhandels wurde gestützt auf Art. 53 StGB in Verbindung mit 

Art. 319 Abs. 1 lit. e der Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) eingestellt, nachdem 

die am Raufhandel beteiligten Personen gemäss eigenem Bekunden die Schäden 

ausgeglichen und sich überdies gegenseitig entschuldigt und Desinteresse an der 

Fortführung des Strafverfahrens erklärt hatten, der Beschwerdeführer keine Vorstrafen 

hatte und im Falle einer Verurteilung mit einer bedingten Strafe hätte rechnen können 

(act. G 3.35). Wegen Raufhandels gemäss Art. 133 StGB macht sich u.a. strafbar, wer 

sich an einer wechselseitigen, tätlichen Auseinandersetzung zwischen mindestens drei 

Personen beteiligt, in deren Folge eine Person verletzt wird (vgl. dazu auch GÜNTER 

STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: Straftaten gegen 

Individualinteressen, 5. Aufl. Bern 1995, § 4 N. 18 ff.). Definitionsgemäss fällt bei 

diesem Straftatbestand die Annahme eines Schreckereignisses mit den qualifizierten 

Merkmalen eines Unfalls grundsätzlich ausser Betracht. Der Beschwerdeführer war am 

Handgemenge nicht minder beteiligt als die anderen Mitwirkenden, d.h. er trug 

teilweise selber zum Verlauf bei, und war offensichtlich nicht vollkommen hilflos. So 

wurde von der Polizei zum Tathergang festgehalten, der Beschwerdeführer und ein 

anderer Beteiligter hätten nach einem kurzen Gespräch damit angefangen, sich 

gegenseitig zu provozieren und mit Füssen und Händen tätlich gegeneinander 

vorzugehen. Dabei habe der Beschwerdeführer mit der Faust gegen das Gesicht des 

anderen Beteiligten geschlagen. Die Situation sei eskaliert und es sei zu einem wüsten 

Gerangel zwischen den Beteiligten gekommen, bei dem zwei Beteiligte auf den 

Beschwerdeführer eingeschlagen hätten. Zwei andere Beteiligte hätten versucht, die 

drei Streitenden wieder auseinander zu bringen (act. G 3.5/6 f.). Indem sich der 

Beschwerdeführer mithin selbst in die Situation eines Raufhandels gebracht hat, 

musste er mit einem Angriff der weiteren Beteiligten rechnen, so dass dieser für ihn 

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nicht überraschend kommen konnte. Anders wäre unter Umständen ein Sachverhalt zu 

beurteilen, bei dem der Beschwerdeführer im Verlaufe des Raufhandels Opfer eines 

Straftatbestandes mit dem Potenzial, einen ausserordentlichen psychischen Schock 

auszulösen (beispielsweise durch eine schwere Körperverletzung oder eine versuchte 

Tötung), geworden wäre. Ein solcher Sachverhalt ist allerdings im konkreten Fall nicht 

gegeben. Zwar kann einem Geschehen, wie es in den Polizeiakten beschrieben und 

körperlichen Auseinandersetzungen eigen ist, eine gewisse Eindrücklichkeit nicht 

abgesprochen werden. Nachvollziehbar ist auch, dass es vom Beschwerdeführer als 

bedrohlich wahrgenommen wurde, wenn er verbal mit dem Tod bedroht wurde (vgl. 

act. G 3.5/7). Konkrete Hinweise, dass eine Todesgefahr bestanden hätte, können 

jedoch weder den Polizeiakten noch der Einstellungsverfügung des Staatsanwalts 

entnommen werden. Ein "gezieltes Zusammenschlagen" des Beschwerdeführers, wie 

es Dr. D.___ in seinem Bericht vom 19. Februar 2016 beschreibt (act. G 3.33), lässt sich 

den Polizeiakten ebenfalls nicht entnehmen. Die Beteiligten schlugen sich mit den 

Fäusten; Waffen kamen keine zum Einsatz. Einer der Beteiligten behändigte zwar einen 

Baselballschläger, schlug damit jedoch gegen ein Garagentor und Plexiglasscheiben 

und nicht nach den am Handgemenge beteiligten Personen (act. G 3.5).

3.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Bezug auf den vorliegenden 

Sachverhalt nicht von einem Unfall im Sinne eines Schreckereignisses ausgegangen 

werden kann. Von einer Kausalitätsbeurteilung zwischen einem solchen und den 

psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers kann demnach abgesehen werden.

4.   

4.1  Unbestritten ist hingegen, dass der Beschwerdeführer am 4. Dezember 2014 

insofern einen Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG erlitten hat, als ihm im Rahmen des 

Raufhandels von den anderen Beteiligten körperliche Gesundheitsbeeinträchtigungen 

zugefügt worden sind.

4.2  Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 4. Dezember 

2014 und der psychischen Problematik des Beschwerdeführers wäre in Betracht zu 

ziehen. Den Akten sind jedenfalls Hinweise auf unfallnahe psychische Beschwerden zu 

entnehmen. So hat offenbar laut Kurzaustrittsbericht des Spitals C.___ vom 5. 

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Dezember 2014 während des Spitalaufenthalts eine psychologische Beratung 

stattgefunden und beim Spitalaustritt wurde das Vorgehen bei einer Zunahme 

psychiatrischer Symptome in den nachfolgenden Wochen besprochen (act. G 3.3). 

Zehn Tage nach dem Ereignis begab sich der Beschwerdeführer sodann in eine 

psychiatrisch-psychotherapeutische Gesprächstherapie bei Dr. D.___ (act. G 3.19). 

Dieser stellte in seinem Bericht vom 19. Februar 2016 fest, der Beschwerdeführer habe 

eine massive Retraumatisierung eines alten Traumas bzw. Autounfalls vom 27. 

September 2005 erlitten und stellte - wie bereits im ärztlichen Zwischenbericht UVG 

vom 7. Dezember 2015 (act. G 3.19) - die Diagnosen posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1), Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.0) und 

rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F 33), wobei erstere laut Dr. D.___ offenbar 

bereits (auch) infolge des Autounfalls bestanden hatte (act. G 3.33). Schliesslich hat Dr. 

D.___ dem Beschwerdeführer seit der am 4. Dezember 2014 erlittenen 

Retraumatisierung bzw. der dadurch erlittenen psychischen Beeinträchtigung eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 3.19). Im Bericht vom 19. Februar 2016 

zieht er die Schlussfolgerung, dass der ursächliche Zusammenhang medizinisch 

eindeutig gegeben sei und es keinen anderen Grund gebe, der die posttraumatische 

Symptomatik erklären könne. Der Beschwerdeführer habe bis zum Überfall erfolgreich 

und friedlich gearbeitet. Eine abschliessende Beurteilung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs erübrigt sich indessen im konkreten Fall, nachdem - wie die 

nachfolgenden Erwägungen zeigen - der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen 

ist.

4.3  Treten bei einer versicherten Person nach einem Unfall mit somatischem 

Geschehen psychische Beschwerden auf, erfolgt die Beurteilung der Adäquanz solcher 

psychischer Fehlentwicklungen nach den vom EVG hierfür entwickelten besonderen 

Regeln (sog. "Psychopraxis"). Danach setzt die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für die 

Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine massgebende 

Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere 

aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7). Für 

die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 138 E. 6 an das Unfallereignis 

anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - eine 

Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und 

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schwere Unfälle vorzunehmen ist. Bei leichten Unfällen kann der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der 

Regel ohne weiteres verneint (BGE 115 V 139 E. 6a), bei schweren Unfällen bejaht 

werden (BGE 115 V 139 E. 6b). Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage 

nicht auf Grund des Unfalls allein beantworten. Weitere, objektiv erfassbare Umstände, 

welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. 

indirekte Folgen davon erscheinen, sind in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als 

wichtigste Kriterien sind zu nennen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa: besonders dramatische 

Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder 

besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung; (körperliche) Dauerschmerzen; ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der (physisch) 

bedingten Arbeitsunfähigkeit. Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien im Rahmen von 

BGE 115 V 133 ff. sind also nur die organisch bedingten Beschwerden zu 

berücksichtigen, während die psychisch begründeten Anteile, deren hinreichender 

Zusammenhang mit dem Unfall Gegenstand der Prüfung bildet, ausgeklammert bleiben 

(Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007, U 37/06, E. 5.3; Urteil des EVG vom 

18. September 2006, U 242/06, E. 2.3; BGE 117 V 367 E. 6a). Psychisch bedingte 

Prädispositionen bzw. ein psychischer Vorzustand sind allerdings im Rahmen des 

Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung zu 

berücksichtigen (BGE 140 V 361 E. 5.5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009, 

8C_965/2008. E. 4.3).

4.4  Während die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 4. Dezember 2014 im 

angefochtenen Einspracheentscheid als einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich 

zu den leichten Ereignisses einstuft, bei welchem vier der massgeblichen 

Adäquanzkriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) für eine Bejahung der 

Adäquanz erfüllt sein müssten, geht sie in der Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2016 - 

entsprechend dem Regelfall (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2010, 

8C_681/2010, E. 6.2) - von einem mittelschweren Unfall im engeren Sinn aus. Hier 

müssen drei der massgeblichen Kriterien (oder eines ausgeprägt) erfüllt sein (RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., E. 5, und 29. Januar 2010, 8C_897, E. 4.5). Die Ausführungen 

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der Beschwerdegegnerin zu den einzelnen Adäquanzkriterien sind nicht zu 

beanstanden; ebenfalls nicht die Tatsache, dass sie das Vorliegen sämtlicher Kriterien 

verneinte, weshalb sich auch eine abschliessende Einordnung des Ereignisses vom 4. 

Dezember 2014 innerhalb der mittelschweren Unfälle erübrigt. Insbesondere 

hinsichtlich der Adäquanzkriterien mit einer zeitlichen Komponente (ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung, Dauerschmerzen, Grad und Dauer der 

physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) fällt eine Bejahung mit Blick auf den 

Behandlungsabschluss der somatischen Verletzungen nach nur einem Tag 

selbstredend ausser Betracht. In der Replik vom 15. Juni 2016 (act. G 5) wendet der 

Beschwerdeführer ein, er sei durch das Ereignis vom 4. Dezember 2014 

schwerwiegend psychisch geschädigt worden und wenn bei der Adäquanzprüfung die 

psychische Störung ausser Acht gelassen werde, sei dies gleichbedeutend mit der 

Abschaffung von psychischen Leiden. Das Bestehen einer psychischen Problematik 

soll nicht in Abrede gestellt werden. Konkret geht es aber darum, die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers zu überprüfen, die nur dann zu bejahen ist, wenn die psychische 

Problematik durch einen Unfall verursacht wurde bzw. zwischen beiden (auch) ein 

adäquater Kausalzusammenhangt besteht. Die Adäquanzprüfung erfolgt nach den von 

Doktrin und Praxis entwickelten Kriterien und kann angesichts des Gesagten 

selbstredend nicht nur die Feststellung einer psychischen Problematik zum Inhalt 

haben, dessen Unfallkausalität es gerade zu beurteilen gilt.

4.5  Die Adäquanzkriterien bedürfen schliesslich auch mit Blick auf den geltend 

gemachten psychischen Vorzustand infolge eines Autounfalls vom 27. September 2005 

keiner anderen Betrachtung. Der von Dr. D.___ im Bericht vom 19. Februar 2016 (act. G 

3.33) erwähnte Umstand, der Beschwerdeführer habe seit einem Autounfall vom 27. 

September 2005 unter psychischen Problemen gelitten bzw. sei beim Ereignis vom 4. 

Dezember 2014 bereits psychisch angeschlagen gewesen, womit ein vorbestandenes 

Unvermögen des Beschwerdeführers dargelegt werden soll, das Ereignis vom 4. 

Dezember 2014 psychisch zu verarbeiten, führt nicht zu einer anderen Beurteilung. 

Ebenso vermag seine Erklärung - durch das Ereignis vom 4. Dezember 2014 habe eine 

Retraumatisierung stattgefunden, durch welche man nicht auf das Niveau des früheren 

Traumas, sondern eine Stufe tiefer falle - nicht zu überzeugen. Dr. D.___ hat den 

Beschwerdeführer ab dem 15. Dezember 2014 behandelt; kennt ihn also erst seit 

Beginn seiner Behandlung. Bis dahin sind seit dem Autounfall vom 27. September 

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2005 mehr als neun Jahre vergangen. Inwieweit er über die zwischenzeitliche 

Anamnese informiert war, kann seinem Bericht nicht entnommen werden. Dass der 

Beschwerdeführer vor dem Ereignis vom 4. Dezember 2014 (noch) in psychiatrischer 

Behandlung gewesen wäre, ist weder aktenkundig noch wird solches geltend gemacht. 

Die Sachdarstellung von Dr. D.___ (frühere Traumatisierung/Retraumatisierung) 

erscheint auch deshalb nicht plausibel, weil die geltend gemachte Prädisposition den 

Beschwerdeführer zumindest nicht daran gehindert hat, sich an einem Raufhandel zu 

beteiligen. Dagegen spricht weiter, dass er offenbar bis zum Ereignis vom 4. Dezember 

2014 arbeitsfähig gewesen ist. Dr. D.___ erklärt zwar, der Beschwerdeführer habe 

aufgrund einer reduzierten Belastungsfähigkeit seine Arbeitstätigkeit anpassen müssen. 

Dieser hat jedoch die Tätigkeit bei der B.___ GmbH erst rund zehn Jahre nach dem 

Autounfall vom 27. September 2005 angetreten (act. G 3.2), womit ein im 

Zusammenhang mit dem Autounfall stehender Stellenwechsel - dessen Darstellung 

zudem auf einer subjektiven Einschätzung des Beschwerdeführers beruht - wenig 

glaubwürdig erscheint. Der Beschwerdeführer selbst sieht offenbar laut Beschwerde 

vom 13. April 2016 das Ereignis vom 4. Dezember 2014 als einziges Ereignis, welches 

seine psychische Symptomatik erklären würde, und nennt den viele Jahre zuvor 

erlittenen Autounfall mit keinem Wort.

4.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Adäquanz zwischen dem Ereignis 

vom 4. Dezember 2014 und der seither geltend gemachten psychischen Problematik 

gestützt auf die "Psychopraxis" zu verneinen ist. Das vorgenannte Ereignis war mithin 

nicht geeignet, über den 31. Dezember 2014 hinaus eine psychische Problematik 

adäquat kausal zu beeinflussen. Die Einstellung der Leistungen auf dieses Datum lässt 

sich daher nicht beanstanden.

5.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 31. März 2016 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

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1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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		2025-07-19T06:37:51+0200
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