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**Case Identifier:** ace65557-575f-5402-86a4-bd4a8480232c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.02.2023 200 2022 619
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-619_2023-02-10.pdf

## Full Text

200 22 619 IV
SCI/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Februar 2023

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. September 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich im September 1999 bei der IV-Stelle 
Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug in 
Form von Hilfsmitteln (Hörgeräteversorgung; Akten der IVB [act. II] 1; vgl. 
auch act. II 20) und im Mai 2000 (act. II 12) zum Rentenbezug an. Nach ge-
tätigten Abklärungen verneinte die IVB mit Verfügung vom 10. September 
2001 (act. II 36) bei einem in Anwendung der gemischten Methode (Erwerb 
80%, Haushalt 20%) ermittelten Invaliditätsgrad von 11% einen 
Rentenanspruch. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2001 (act. II 40) 
gewährte sie die Hörgeräteversorgung. Die Verfügungen blieben 
unangefochten. 

B.

Im September 2014 (act. II 46) meldete sich die Versicherte unter Verweis 
auf eine Diskushernienoperation L4/5 sowie seit etwa 20 Jahren 
bestehende Rückenbeschwerden erneut bei der IVB zum Leistungsbezug 
an. Nach getätigten Abklärungen trat die IVB mit Verfügung vom 24. 
November 2014 (act. II 66) und der Begründung, mit dem neuen 
Leistungsgesuch sei keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen 
Verhältnisse seit der letzten Verfügung vom 10. September 2001 glaubhaft 
dargelegt worden, auf das Leistungsgesuch nicht ein. Die Verfügung blieb 
unangefochten.

C.

Im Juli 2017 (act. II 75 f.) liess die Versicherte, vertreten durch 
C.________, unter Verweis auf seit 2012 bestehende Herzprobleme sowie 
eine seit Juni 2014 erhebliche Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes und des Bewegungsapparates aufgrund mehrerer 

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Rückenoperationen, anhaltender ganzkörperlicher Schmerzen, Schwindel 
und psychischer Probleme bei der IVB ein neues Leistungsgesuch 
einreichen. Auf Anraten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; vgl. 
Stellungnahme vom 18. August 2018 [act. II 115]) veranlasste die IVB bei 
Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine 
monodisziplinäre psychiatrische Begutachtung (vgl. Gutachten vom 28. 
Januar 2019 [act. IIA 132.1] sowie ergänzende Stellungnahme vom 4. 
November 2019 [act. IIA 156]). Nach weiteren Stellungnahmen des RAD 
(vgl. IIA 137, 147, 149, 166 f.) veranlasste sie auf dessen Empfehlung (vgl. 
Stellungnahme vom 27. Oktober 2020 [act. IIA 180]) bei der E.________ 
(MEDAS) eine interdisziplinäre Begutachtung. Das Gutachten inkl. 
interdisziplinärer Gesamtbeurteilung und Teilgutachten datiert vom 17. 
März 2022 (act. IIA 225.1-225.9). Nach Eingang weiterer medizinischer 
Berichte (act. IIA 228, 231, 232) holte die IVB bei der MEDAS eine 
ergänzende Stellungnahme vom 9. Mai 2022 (act. IIA 234) sowie beim 
RAD eine Aktenbeurteilung vom 8. Juni 2022 (act. IIA 236) ein. Mit 
Vorbescheid vom 27. Juni 2022 (act. IIA 237) und der Begründung, es 
bestehe keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und der 
Versicherten seien jegliche wechselbelastenden, körperlich leichten 
Tätigkeiten zumutbar, weshalb nicht von einem invalidisierenden 
Gesundheitszustand ausgegangen werden könne, stellte die IVB die 
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nach dagegen 
erhobenem Einwand der Beschwerdeführerin, neu vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________ (act. IIA 242), holte die IVB eine 
Stellungnahme des RAD vom 1. September 2022 (act. IIA 245) ein und 
verfügte am 14. September 2022 (act. IIA 246) dem Vorbescheid 
entsprechend.

D.

Mit Eingabe vom 17. Oktober 2022 erhob die Versicherte, weiterhin 
vertreten durch Rechtsanwältin B.________, dagegen Beschwerde mit 
folgenden Rechtsbegehren:

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1. Die Verfügung vom 14. September 2022 sei aufzuheben und der 
Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. Januar 2018 die gesetzlichen 
Rentenleistungen zuzusprechen. 

2. Eventualiter: Die Verfügung vom 14. September 2022 sei aufzuheben und die 
Streitsache zur Einholung eines medizinischen Gutachtens an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2022 schloss die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. September 2022 
(act. IIA 246), mit welcher der Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung verneint wurde. 

Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege 
ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung 
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebe-
gehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Anfechtungs- 
und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die Verwaltungsverfü-
gung insgesamt angefochten wird (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 165; SVR 
2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1). Streitgegenstand bildet das aufgrund der 
Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene Rechtsverhältnis. Anfech-
tungs- und Streitgegenstand beziehen sich auf ein (materielles) Rechtsver-
hältnis, sei es auf eines (z.B. Rentenanspruch), sei es auf mehrere Rechts-
verhältnisse (z.B. Eingliederungs- und Rentenanspruch). Bezieht sich also 
die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten 
Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten – verfügungsweise 
festgelegten – Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, aber nicht 
zum Streitgegenstand (BGE 125 V 413 E. 2a S. 415). Den Parteianträgen 
kommt entsprechend dem Verfügungsgrundsatz für die Festlegung des 
Streitgegenstandes vorrangige Bedeutung zu. So wie die versicherte Per-
son sich mit einer Verfügung durch Nichtanfechtung abfinden kann, so 
steht ihr auch die Befugnis zu, nur einzelne der verfügungsweise geregel-
ten Rechtsverhältnisse durch Beschwerde richterlich überprüfen zu lassen 
(BGE 118 V 311 E. 3b S. 314).

Die Beschwerdeführerin hat den Streitgegenstand beschwerdeweise auf 
die Rentenfrage beschränkt, so dass vorliegend einzig der Rentenanspruch 
zu prüfen ist. Dies ergibt sich aus dem Rechtsbegehren. Nichts Anderes ist 
der Begründung der Beschwerde zu entnehmen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Zwar datiert die angefochtene Verfügung 
(vom 14. September 2022 [act. IIA 246]) nach dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020. Der frühestmögliche Zeitpunkt der 
potentiellen Entstehung eines Rentenanspruchs liegt mit Blick auf die hier 
zu beurteilende Neuanmeldung vom Juli 2017 (act. II 75) vor dem 1. Januar 
2022 (vgl. E. 2.3 hiernach), während ein Revisionsgrund ab Januar 2022 
nicht erstellt ist (vgl. E. 3.4.5 hiernach), weshalb grundsätzlich die 
Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. 
Dezember 2021 gültigen Fassung zur Anwendung gelangen (vgl. auch 
Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität 
und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR] Rz. 9100 f.; zur Bedeutung 
von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 
4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

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Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung 
des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im 
Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Juli 2017 
(act. II 75) eingetreten. Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom 
Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu vergleichen 
ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenablehnenden Verfügung vom 
10. September 2001 (act. II 36) mit demjenigen, der sich bis zum Zeitpunkt 
der angefochtenen Verfügung vom 14. September 2022 (act. IIA 246) 
entwickelt hat. Nicht massgebend ist die Nichteintretensverfügung vom 
24. November 2014 (act. II 66), da damals keine materielle Überprüfung 
des Leistungsanspruchs erfolgte (vgl. BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77). Die 
Beschwerdeführerin unterzog sich seit September 2001 u.a. mehreren 
Herzklappen- und Wirbelsäulenoperationen (vgl. etwa act. IIA 167/19), 

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womit ein Revisionsgrund offensichtlich ausgewiesen ist, so dass eine freie 
Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen hat (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11).

3.2 Was den Gesundheitszustand betrifft, ist den Akten im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Rheumatologie vom RAD, führte in der zusammenfassenden 
Aktenbeurteilung vom 10. August 2018 (act. II 113) aus, aus rein 
somatischen Gründen sei das Arbeitspensum auf 70% zu reduzieren. 
Wegen der diffusen degenerativen Veränderungen sei zusätzlich mit einer 
Leistungsminderung von 20% zu rechnen (vermehrter Pausenbedarf). Eine 
leichte sitzende Tätigkeit sei zumutbar, nicht aber eine rein sitzende 
Tätigkeit. Nicht möglich seien Arbeiten auf Schulterhöhe, das körperferne 
Heben und Tragen, Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, wiederholte 
bückende, beugende, kniende und kauernde Arbeiten, Tätigkeiten im 
Treppenhaus, solche mit Sturzgefahr mit sägenden/schneidenden 
Gegenständen (orale Antikoagulation) sowie brüske und reflexartige 
Bewegungen bei Hypermobilität. Für die Hände sollten grob leichte und 
feinmotorische Arbeiten alterniert werden (S. 14 f.). Die Frage, ab wann 
das Zumutbarkeitsprofil Gültigkeit habe, könne nicht beantwortet werden. 
Die psychische Problematik sollte näher „angeschaut“ werden und werde 
RAD-intern organisiert (S. 15; vgl. auch Bericht des Dr. med. G.________, 
RAD, vom 18. August 2018; act. II 115). 

3.2.2 Dr. med. D.________ stellte im monodisziplinären psychiatrischen 
Gutachten vom 28. Januar 2019 (act. IIA 132.1) mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, 
gegenwärtig leichte Episode mit beginnender Remission unter Behandlung 
(ICD-10 F33.0; S. 34 Ziff. 6.1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
bestünden belastende Ereignisse aus der Kindheit, welche die 
Verminderung der Resilienzkräfte und Festhalten an dysfunktionalen 
Copingstrategien zur Folge hätten (ICD-10 Z61). Diese Diagnose schränke 
die Arbeitsfähigkeit per se nicht ein. Sie habe jedoch einen grossen 
Einfluss auf den Umgang mit der Krankheit und den Ressourcen und auf 
die Dauer des Heilungsprozesses (Ziff. 6.2). Die schleichende depressive 
Verstimmung habe die Versicherte während mehreren schwierigen 

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Lebensumständen und Schicksalsschlägen begleitet. Sie habe kaum oder 
wohl kaum eine Behandlung aufgesucht. Bis zu den letzten Jahren bestehe 
keine direkte medizinische Dokumentation. Die Aussagen der Versicherten 
bei verschiedenen Explorationen und versicherungsmedizinischen 
Beurteilungen stimmten bezüglich Daten, Dauer und Ausprägung der 
Symptomatik sowie unternommenen Massnahmen nicht ganz überein. 
Deswegen sei es nicht möglich, retrospektiv bis 2014-2016 eine 
aussagekräftige Beurteilung von Schwere, Dauer und Verlauf der 
depressiven Störung zu machen. Seit Herbst 2016-2017 befinde sich die 
Versicherte in einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen 
Behandlung. Im Sommer 2017 sei sie stationär in einer psychiatrischen 
Klinik untergebracht gewesen. Sie sei mit wesentlicher Besserung wieder 
ausgetreten. Seit September 2017 bis zum aktuellen Zeitpunkt sei die 
Ausprägung der depressiven Symptomatik leichten Grades. Die weiteren in 
den Aktenstücken erwähnten Diagnosen liessen sich weder begründen 
noch bestätigen: Eine somatoforme Schmerzstörung könne 
ausgeschlossen werden. Weiter würden sich bisher keine Anhaltspunkte 
für die Diagnose einer Panikstörung, einer dissoziativen oder einer 
psychotischen Störung ergeben. Eine bipolare Störung lasse sich 
ausschliessen. Ausserdem widerspreche die Lebensgestaltung und 
Lebensstellung der Versicherten der Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung. Auch für eine posttraumatische Belastungsstörung 
gebe es keine Hinweise oder Beweise in den Akten und den Erinnerungen 
der Versicherten (S. 39 f. Ziff. 7.2.1.2). Die Versicherte sei aktuell aus rein 
psychiatrischer Sicht zu 75% arbeitsfähig, d.h. sie dürfe bis zu einem vollen 
Arbeitstag beschäftigt werden. Die Einschränkungen bestünden wegen der 
fluktuierenden schmerzbedingten Befindlichkeit und wegen des 
darauffolgenden inkonsistenten Charakters der gebrachten Leistungen. Ein 
idealer Arbeitsplatz sei ohne Stress- und Zeitdruck, ohne Akkordarbeit, mit 
der Möglichkeit, zwischendurch eine kurze Pause nach eigenem Bedarf 
einzulegen und mit der Möglichkeit, die Aufgaben und Aufträge nach 
eigener Einschätzung zu erfüllen. Die Gesamtarbeitsunfähigkeit liege 
wegen mehreren körperlichen Erkrankungen mit einer grösseren 
Wahrscheinlichkeit höher (S. 42 Ziff. 7.2.3).

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3.2.3 Dr. med. F.________ führte in der RAD-Aktenbeurteilung vom 
11. Juli 2019 (act. IIA 147) aus, seit seiner Beurteilung vom August 2018 
würden in den Berichten neu eine degenerative HWS-Problematik sowie 
eine Polyarthritis postuliert. Eine objektive Verschlechterung der LWS-
Problematik werde nicht dokumentiert. Neu liege auch das psychiatrische 
Gutachten von Dr. med. D.________ mit einer attestierten 
Leistungsminderung von 25% vor (S. 7 f.). Das zumutbare Pensum betrage 
unverändert 70%. Eine Leistungsminderung von 20% sei aus somatischen 
Gründen definiert worden (vermehrter Pausenbedarf). Zu diesen 20% sollte 
die psychische Leistungsminderung von 25% addiert werden; die 
psychische Situation beeinflusse die Leistung auf den ganzen gearbeiteten 
Stunden und nicht punktuell bei einem vermehrten Pausenbedarf (jede 
Stunde 12 Minuten Pause; S. 8). Der Verlauf der psychisch bedingten 
Arbeitsunfähigkeit sei im Gutachten von Dr. med. D.________ nicht 
abgehandelt worden. Ebenfalls nicht, seit wann die Leistungsminderung 
von 25% gelte. Daher könne zurzeit der Verlauf der Arbeitsunfähigkeit aus 
gesamtmedizinischer Sicht wie auch der Zeitpunkt, seit wann das 
Zumutbarkeitsprofil für angepasste Tätigkeiten Gültigkeit habe, nicht 
beantwortet werden (S. 8 f.).

3.2.4 Am 4. November 2019 (act. IIA 156) führte die Gutachterin Dr. med. 
D.________ auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin aus, die 25%-ige 
Arbeitsunfähigkeit bestehe mindestens seit dem 3. Dezember 2019 (Tag 
der Exploration). Die Angaben seien aus rein psychiatrischer Sicht gemacht 
worden. Was die frühere Arbeitsfähigkeit betreffe, könne sie leider keine 
aussagekräftigen Angaben machen. In den ärztlichen Zeugnissen werde 
zwar eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Darauf könne jedoch nicht 
abgestellt werden. Die dort erwähnten schwerwiegenden Diagnosen hätten 
sich in der psychiatrischen Exploration nicht feststellen lassen. Es sei noch-
mals darauf hinzuweisen, dass nicht nur eine psychische Problematik 
vorliege. Die Gesamtarbeitsunfähigkeit könne höher als 25% sein. 

3.2.5 In seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2020 (act. IIA 166) äusserte 
sich Dr. med. G.________ (RAD) zum Gutachten von Dr. med. 
D.________. Deren Ausschluss einer chronischen Schmerzerkrankung mit 
somatischen und psychischen Faktoren überzeuge nicht. Im Rahmen der 

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Verhaltensbeobachtungen habe Dr. med. D.________ deutliche 
schmerzbedingte Haltungsänderungen und auch ein Schon- und 
Vermeidungsverhalten beschrieben. Aus dem Krankheitsverlauf gehe 
hervor, dass eine ausgeprägte diagnostische und therapeutische 
Fokussierung auf die bestehenden Schmerzen bestanden habe. 
Nachvollziehbar resultierten hieraus auch eine emotionale Belastung und 
eine gedankliche Einengung auf die bestehenden Schmerzen. Es sei daher 
das Vorliegen einer chronischen Schmerzerkrankung mit psychischen und 
somatischen Beschwerdefaktoren nachvollziehbar. Die eingeschränkte 
Auseinandersetzung im psychiatrischen Gutachten mit dem möglichen 
Vorliegen einer chronischen Schmerzerkrankung (und deren nicht 
nachvollziehbarer Ausschluss) führten zu Inkonsistenzen hinsichtlich der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich einer Konsensbeurteilung der 
somatischen und psychischen Faktoren der chronischen Schmerzen sei 
grundsätzlich auszuführen, dass die durch die Schmerzen angegebenen 
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit in den jeweiligen Gebieten nicht 
summarisch zu beurteilen seien. Entscheidend sei der funktionelle 
Beeinträchtigungsgrad, der aus den Schmerzen im Alltag der Versicherten 
resultiere. Unter Zugrundelegung der Feststellungen bezüglich der 
Arbeitsfähigkeit auf somatischem Fachgebiet im Rahmen der 
Stellungnahme des RAD und dem vorgelegten psychiatrischen Gutachten 
sei zu beurteilen, dass gesamthaft eine Beeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit von 25% vorliege. Die chronischen Schmerzen führten zu 
einer wesentlichen Beeinträchtigung des Pensums. 

Dr. med. H.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, RAD, fasste in seinem 
Bericht vom 13. Mai 2020 (act. IIA 167) die in den Akten enthaltenen 
Diagnosen zusammen und führte aus, nach insgesamt drei 
Herzklappenoperationen bestehe eine körperliche Minderbelastbarkeit und 
wegen der Notwendigkeit einer dauerhaften Antikoagulation ein vermehrtes 
Blutungsrisiko bei Verletzungen. Seit den Wirbelsäulenoperationen liege 
eine Minderbelastbarkeit und Minderbeweglichkeit im Bereich der 
Wirbelsäule vor. Nach wie vor bestünden Schmerzen, welche auch durch 
mehrwöchige stationäre Rehabilitationsmassnahmen sowie 
Schmerzbehandlungen zunächst nicht hätten gebessert werden können. 
Aktuell seien aber die lumbalen Beschwerden deutlich gebessert. Es 

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bestehe weiter eine Polyarthrose in Verbindung mit einem 
Hypermobilitätssyndrom in diversen Gelenken. Eine Osteoporose werde 
medikamentös behandelt und als präklinisch definiert. In der 
Gesamtbeurteilung sei bei somatisch begründbarer Minderung des 
Pensums auf 70% wegen der chronischen Schmerzen eine zusätzliche 
Leistungsminderung von 25% zu attestieren. Diese bestehe spätestens seit 
der Neuanmeldung im Juli 2017. Mit der im Rahmen der RAD-intern 
abgefragten (abweichenden) Einschätzung des Dr. med. G.________ vom 
12. Mai 2020 setzte er sich nicht näher auseinander (S. 19). 

Am 27. Oktober 2020 (act. IIA 180) führte Dr. med. H.________, RAD, aus, 
seit seiner letzten Stellungnahme vom Mai 2020 seien neue Berichte 
eingegangen, die eine interdisziplinäre Neubeurteilung erforderten, wozu 
eine MEDAS-Begutachtung notwendig sei.

3.2.6 In der interdisziplinären MEDAS-Gesamtbeurteilung vom 17. März 
2022 (act. IIA 225.1) wurde das Vorliegen von Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit verneint; ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
bestünden folgenden Diagnosen (S. 12 Ziff. 4.2):

- Vorhofflimmern unter Marcumar-Therapie 
- Mitralklappenvalvuloplastie 2012 

- Aortenklappenvalvuloplastie 2015 

- Status nach Gastrointestinalblutung im März 2000 

- Substituierte Hashimoto-Thyreoiditis, aktuell Euthyreose 

- Spondylodese LWK4-SWK1, mit gutem operativem Ergebnis 

- Adipositas Grad I 

- Osteoporose 

- Status nach mehrfacher Dekompressions-Operation der unteren 
Lendenwirbelsäule, zuletzt Revisionsspondylodese, Segmentaufrichtung, 
Stabilisierungs- und Fusionsoperation LWK4-SWK1 im Februar 2017 

- Bildmorphologische leichtgradige Diskusprotrusion der mittleren 
Zervikalsegmente ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Rezidivierende depressive Störung, remittiert (ICD-10 F33.4)

- Cannabinoide im Substanzscreening positiv (ICD-10 F12.1)

Die Versicherte habe vorrangig von polytopen, spinal betonten Schmerzen 
und einer psychischen Beeinträchtigung berichtet. Die anlässlich der 

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Explorationen bei der MEDAS erhobenen Befunde hätten keine 
gravierenden somatischen Auffälligkeiten und psychiatrisch eine Remission 
der depressiven Symptomatik gezeigt (S. 4 Ziff. 4.1). 

Somatischerseits ergebe sich aus den anlässlich der Begutachtung erhobe-
nen Befunden für körperlich leichte, wechselbelastende Arbeiten keine 
schlüssige Limitation. Insoweit aktenkundig eine auf 70% (oder mehr) redu-
zierte Arbeitsfähigkeit genannt werde, lasse sich dies für körperlich leichte 
Arbeiten aus den erhobenen Befunden nicht ableiten, also auch 
retrospektiv nicht bestätigen. Die Versicherte selbst sehe sich als 
arbeitsunfähig an und stelle dabei vorrangig auf ihr Schmerzerleben ab. 
Aus den erhobenen Befunden lasse sich dies jedoch nicht schlüssig 
ableiten oder stützen 
(S. 11 Ziff. 4.1). Gesundheitsstörungen, die eine Einschränkung in 
wechselbelastenden, körperlich leichten Tätigkeiten bedingten, seien 
anhand objektiver Befunde nicht zu erheben gewesen (S. 14 Ziff. 4.7 f.). 

Die durch den RAD einbezogene psychiatrische Bewertung (gemeint die 
das Gutachten von Dr. med. D.________ korrigierende Einschätzung des 
Dr. med. G.________) sei nicht schlüssig: psychogene psychiatrische 
Schmerzstörungen der Kategorie ICD-10 F45.4 seien bei Vorliegen einer 
affektiven Erkrankung (hier Nennung einer rezidivierenden depressiven 
Störung) nach den ICD-10-Empfehlungen nicht gesondert zu 
kodieren/diagnostizieren, gingen also in der depressiven Störung auf. 
Zudem würden damit auch bereits im Rahmen degenerativer somatischer 
Veränderungen einbezogene Schmerzangaben nochmals mitbewertet, 
sodass eine doppelte Berücksichtigung erfolgt sei. Die Einschätzungen des 
RAD liessen sich also nicht teilen (S. 10 Ziff. 4.1). Auffällig sei ein positiver 
Cannabis-Nachweis. Eine entsprechende Einnahme sei seitens der 
Versicherten nicht angegeben worden. Ein schädlicher Gebrauch sei somit 
denkbar. Die Plausibilitätsprüfung ergebe keine konsistente 
Schmerzbeeinträchtigung. Anamnese und Befunde würden für eine 
erhaltene Alltags-Selbstständigkeit, Selbstversorgungsfähigkeit, soziale 
Integration und Aktivität sprechen. Die Versicherte besorge ihren Haushalt, 
führe einen Personenwagen, sei mobil und familiär eingebunden und 
betreue ihre Enkel. Dies und die Hinweise auf Inkonsistenzen (u.a. im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 14

Labor kein nachweisbarer Spiegel von Novalgin) würden zumindest für eine 
Belastbarkeit in körperlich überwiegend leichten, wechselbelastenden 
Arbeiten wie zuletzt ausgeübt sprechen (S. 4 Ziff. 4.1).

3.2.7 Am 9. Mai 2022 (act. IIA 234) nahmen die Gutachter der 
Fachgebiete Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie der MEDAS 
Stellung zu den nach Fertigstellung des MEDAS-Gutachtens bei der 
Beschwerdegegnerin neu eingereichten medizinischen Berichten. Diese 
würden keine versicherungsmedizinischen Beurteilungen der 
Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung spezifischer Gesundheitsstörungen 
und der Indikatoren enthalten. Allenfalls könne durch den RAD geprüft 
werden, ob angesichts der neu genannten Diagnosen (u.a. Schlaganfall, 
Bauchwandhämatom) entsprechende zusätzliche Begutachtungen zu 
veranlassen seien. Neue psychiatrische Berichte mit fachpsychiatrischen 
Befunden nach AMDP kämen mit den neuen Berichten nicht zur Vorlage. 
Zumindest vorerst ergebe sich keine Änderung der gutachterlichen 
Bewertung.

3.2.8 Dr. med. G.________, RAD, nahm in der Beurteilung vom 
8. Juni 2022 (act. IIA 236) Stellung zum MEDAS-Gutachten und den 
nachträglich eingegangenen Unterlagen. In den Begutachtungen hätten 
sich Divergenzen bezüglich des demonstrierten Gangbildes, die von leicht 
hinkend bis unauffällig gereicht hätten, gezeigt. Im psychopathologischen 
Befund des psychiatrischen Gutachtens seien keine relevanten 
Beeinträchtigungen aufgeführt. Die Diagnosen seien nachvollziehbar in den 
Einzelgutachten und in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung dargestellt 
worden. Deutlich seien Inkonsistenzen sowohl zwischen den 
Verhaltensbeobachtungen im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung, 
insbesondere auch zwischen den Verhaltensbeobachtungen der 
rheumatologischen Begutachtung und den dort aufgeführten 
Alltagsaktivitäten geworden. Aus diesem Grund sei die Beurteilung einer 
beeinträchtigten Konsistenz nachvollziehbar. Aus 
versicherungsmedizinischer Sicht seien die Schlussfolgerungen aufgrund 
der beurteilten Diagnosen und den daraus resultierenden Fähigkeiten im 
Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung mit Beurteilung eines 
Fähigkeitsbildes nachvollziehbar, so dass die Beurteilung einer erhaltenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 15

Arbeitsfähigkeit sowohl im Rahmen der bisherigen als auch einer an-
gepassten Tätigkeit nachvollziehbar sei. Aus versicherungsmedizinischer 
Sicht entspreche daher das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vollumfänglich den versicherungsmedizinischen Anforderungen der 
Qualitätsleitlinien der entsprechenden Fachgebiete. 

Im Austrittsbericht des Spitals I.________ vom 14. Januar 2022 
(act. IIA 228/2) werde über das Vorliegen eines Bauchwandhämatoms 
nach aktiver Blutung vom 1. Januar 2022 berichtet, wobei dieses mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit im Rahmen der Einstellung auf ein 
Antikoagulanz aufgetreten sei. Zudem sei das Vorliegen einer komplizierten 
Pneumonie angegeben worden, die therapeutisch gut habe angegangen 
werden können, sodass hier keine anhaltenden Folgen auf die 
Arbeitsfähigkeit resultierten. Die weiter aufgeführten Diagnosen seien 
bereits im Rahmen der Begutachtung diskutiert worden. Die im Bericht 
gemachten Ausführungen könnten die versicherungsmedizinische 
Beurteilung des Gutachtens nicht erschüttern. 

Im Austrittsbericht des Neurozentrums des Spitals J.________ vom 3. 
Februar 2022 (act. IIA 231/2) sei ein Minor-Stroke mit strichförmigen 
Ischämien pontin dorsal links und rechts diagnostiziert worden. Es sei eine 
interdisziplinäre Akuttherapie erfolgt. Bei Austritt habe lediglich noch eine 
Hyposensibilität der linken Seite sowie eine vorbestehende 
Gangschwierigkeit persistiert. Es würden daher aufgrund des vorgelegten 
Austrittsberichts keine länger anhaltenden Beeinträchtigungen der 
Arbeitsfähigkeit aus den zur Aufnahme führenden Gründen aufgeführt. Im 
Austrittsbericht des Zentrums K.________ vom 1. März 2022 (act. IIA 
232/2) betreffend die stationäre Therapie vom 2. bis 21. Februar 2022 
werde lediglich der Verdacht auf einen pulmonalen Infekt mit Erstdiagnose 
im Dezember 2021 geäussert. Die weiter aufgeführten Diagnosen seien im 
Rahmen der Begutachtung diskutiert worden. Ziel der Rehabilitation sei 
eine Steigerung der Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Mobilität im 
Besonderen gewesen. Berichtet worden sei über eine motivierte Teilnahme 
der Versicherten an der Rehabilitation. Während der 
Rehabilitationsmassnahme habe die Versicherte von ihrer vorbestehenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 16

APAP-Therapie bei vorbekanntem Schlafapnoesyndrom gut profitiert. Die 
Entlassung sei in einem gebesserten Allgemeinzustand erfolgt. 

Aufgrund des dargestellten Verlaufs fänden sich nach der polydisziplinären 
Begutachtung aus dem Jahre 2022 keine anhaltenden, neuen 
internistischen oder neurologischen Gesundheitsschäden mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Es könne vollumfänglich auf die 
versicherungsmedizinische Beurteilung des polydisziplinären Gutachtens 
abgestellt werden. 

In der im Rahmen des Vorbescheidverfahrens abgegebenen 
Stellungnahme vom 1. September 2022 (act. IIA 245) führte Dr. med. 
G.________ schliesslich aus, die von der Rechtsvertretung der 
Versicherten benannten Widersprüche zwischen 
versicherungsmedizinischer Einschätzung des RAD im Vorfeld der 
Begutachtung und den Beurteilungen im MEDAS-Gutachten selbst seien 
darauf zurückzuführen, dass die vormalige Beurteilung des RAD auf der 
Aktenlage gegründet habe und dass mit der Durchführung der 
polydisziplinären Begutachtung eine aktuelle Beurteilung der Versicherten 
mit Untersuchung derselben erfolgt sei. Hieraus würden sich im 
Wesentlichen die Diskrepanzen erklären. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 17

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten 
Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität 
des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten 
eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls 
Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.4

3.4.1 Beschwerdeweise wird in Bezug auf das MEDAS-Gutachten eine 
unzulässige Zweitbegutachtung geltend gemacht. Eine solche liegt jedoch 
nicht vor. Bei der Beschwerdeführerin bestehen (wie von ihr selbst geltend 
gemacht und medizinisch wiederholt bestätigt [vgl. etwa act. II 75/6 ff., 
103/5, 107/29 f., act. IIA 132.1/26 f., 225.2/16, 225.3/4 f., 225.5/4, 225.5/4, 
225.5/16, 225.6/16]) somatische Gesundheitsschäden. Dementsprechend 
war die Anordnung eines monodisziplinären psychiatrischen Gutachtens 
mit der Idee, anschliessend seitens des RADs rein aktenmässig 
Interdisziplinarität herzustellen, von Anbeginn weg untauglich und falsch. 
Die diversen RAD-Beurteilungen auf reiner Aktenbasis erlaubten und 
erlauben angesichts der multifaktoriellen Gesundheitsschäden der 
Beschwerdeführerin keine abschliessende Beurteilung. Dazu kommt, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 18

das monodisziplinäre psychiatrische Gutachten der Dr. med. D.________ 
vom 28. Januar 2019 
(act. IIA 132.1) unsorgfältig redigiert ist, eine grosse Menge auch 
sinnentstellender sprachlicher Fehler aufweist (vgl. act. IIA 132.1/3 letzter 
Absatz, 132.1/26 Ziff. 3.1, 132.1/27 Ziff. 3.2.2, 132.1/30 Ziff. 3.2.4 etc.) und 
primär auf die subjektive Schilderung der Beschwerdeführerin abstellt, 
ohne dass jedoch eine nachvollziehbare und strukturierte Prüfung anhand 
der diagnostischen Leitlinien vorgenommen worden wäre. Insoweit ist der 
Beschwerdegegnerin nicht eine unzulässige Zweitbegutachtung, vielmehr 
eine nicht sachgerechte Vorgehensweise bei der Beurteilung des Ge-
sundheitszustandes, welche von Anbeginn eine polydisziplinäre 
Begutachtung einer MEDAS erfordert hat, vorzuwerfen. Dass die 
Beschwerdegegnerin diesen Mangel in ihrer Abklärung durch Anordnung 
einer MEDAS-Begutachtung nun korrigiert hat, war zwingend notwendig, 
weshalb sich die Kritik der Beschwerdeführerin als unberechtigt erweist. 
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin ab 
Einreichung des Neuanmeldungsgesuchs im Juli 2017 von C.________ 
vertreten bzw. zumindest rechtlich beraten wurde (vgl. etwa act. II 75/11, 
79/1, 112/3). Auch wenn in der Folge die Korrespondenz wunschgemäss 
(act. II 112/1) nur der Beschwerdeführerin zugestellt wurde, 
korrespondierte zumindest zweitweise dennoch der Notar mit der 
Beschwerdegegnerin (vgl. act. II 124, 128, 129, act. IIA 140, 146, 158, 
168). Die Beschwerdeführerin hat keine Einwände gegen die in Aussicht 
gestellte polydisziplinäre Begutachtung an sich erhoben. Der Notar hat am 
28. Januar 2021 vielmehr der Beschwerdegegnerin per E-Mail mitgeteilt, 
die Beschwerdeführerin erhebe keine Einwände gegen die „zugeteilten“ 
Gutachter (act. IIA 192; vgl. auch act. IIA 201und 206). Damit sind die 
entsprechenden Einwände grundsätzlich auch verspätet (BGE 143 V 66 E. 
4.3 S. 69; 138 V 271 E. 1.1 S. 274 f.). 

3.4.2 Das MEDAS-Gutachten vom 17. März 2022 mit interdisziplinärer 
Konsensbeurteilung und Teilgutachten in fünf Disziplinen (act. IIA 225.1-
225.8) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. 
E. 3.3 hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen 
spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten (AB 
225.1/17 ff.) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 19

getroffen worden. Die Beschwerdeführerin wurde in den betroffenen 
Disziplinen untersucht und beurteilt. Die Eigendarstellung einerseits und die 
objektiv verifizierbaren Befunde andererseits wurden einander 
gegenübergestellt 
(act. IIA 225.2/25, 225.3/19 ff., 225.4/24, 225.5/34 f., 225.6/23 f.). Auf 
Inkonsistenzen wie auch den Umstand, dass im Substanzscreening ein 
positiver Befund auf Cannabinoide festzustellen war, wurde hingewiesen 
(act. IIA 225.8/17; vgl. auch act. IIA 225.2/21). Die Gutachter haben ihre 
Befunde und Diagnosen im Rahmen einer interdisziplinären Beurteilung 
schliesslich einleuchtend diskutiert und darauf basierend das 
Leistungsprofil erstellt. Nicht zuletzt hat sich die psychiatrische MEDAS-
Gutachterin fundiert mit den Berichten der behandelnden Ärzte sowie dem 
monodisziplinären psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.________ 
auseinandergesetzt (vgl. hierzu im Detail E. 3.4.3 nachfolgend). Die 
Gutachter kamen in der nachvollziehbaren und überzeugenden 
interdisziplinären Diskussion zum Schluss, dass die zu diagnostizierenden 
Gesundheitsbeeinträchtigungen (vgl. act. IIA 225.1/12 f.) in einer 
wechselbelastenden, körperlich leichten Arbeit zu keiner Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit führen. Die Ausführungen der Gutachter in den 
Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen 
Belange umfassend, die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. 
Dem Gutachten kommt damit voller Beweiswert zu und es ist in der Folge 
darauf abzustellen.

3.4.3 Anlässlich der psychiatrischen MEDAS-Exploration erwähnte die 
Beschwerdeführerin spontan keine psychischen Beschwerden. Eine 
höhergradige psychische Beeinträchtigung kam nicht zum Vorschein und 
war gemäss der Gutachterin auch nicht in der vertieften Exploration 
herauszuarbeiten. Die MEDAS-Gutachterin konnte im erhobenen Befund 
keine erheblichen Auffälligkeiten objektivieren. Insbesondere Stimmung, 
Antrieb und affektive Schwingungsfähigkeit hätten nicht namhaft gestört 
imponiert. Eine affektive Erkrankung sei somit bei fehlenden 
Achsenkriterien nicht ICD-10-konform zu diagnostizieren. Auch für das 
Vorliegen einer anderweitigen psychiatrischen Erkrankung (Angst- oder 
Zwangserkrankung, Persönlichkeitsstörung, Suchterkrankung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 20

Traumafolgestörung oder anderweitige psychiatrische Erkrankung) fand die 
MEDAS-Gutachterin keinen Anhalt. Eine somatoforme Schmerzstörung 
wurde mit überzeugender Begründung aus diagnostischer Sicht 
ausgeschlossen. Die in der Vergangenheit beschriebenen rezidivierenden 
depressiven Episoden seien remittiert. Zusammenfassend kam die 
psychiatrische MEDAS-Gutachterin zum überzeugenden Schluss, dass 
eine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nicht zu diagnostizieren ist. Zum Gutachten von Dr. med. D.________ 
führte die MEDAS-Psychiaterin aus, mittlerweile lasse sich keine affektive 
Störung (unter medikamentöser Behandlung) mehr feststellen, so dass die 
Annahme einer fehlenden Besserung nicht (mehr) geteilt werden könne, 
unabhängig davon, dass auch Dr. med. D.________ selbst von einer 
leichtgradigen depressiven Episode „in Remission“ ausgegangen sei. Eine 
leichte depressive Störung erscheine zudem nicht geeignet, eine 
Arbeitsunfähigkeit zu begründen (act. IIA 225.6/23 ff). Dem ist zu folgen. 
Selbst Dr. med. D.________ hatte letztlich keine schwerwiegende (nicht 
behandelbare) psychische Störung attestiert. Sie diagnostizierte eine 
depressive Episode bzw. eine rezidivierende depressive Störung, zurzeit 
leichtgradiger Ausprägung in Phase der beginnenden Remission unter der 
Behandlung (act. IIA 132.1/39 Ziff. 7.2.1.2) und hielt fest, von einer 
Dosiserhöhung des Antidepressivums zwecks einer besseren 
Schmerzlinderung könne die Beschwerdeführerin weiter profitieren (act. IIA 
132.1/44 Ziff. 8.3).

3.4.4 Das MEDAS-Gutachten mit Untersuchungen im September und 
Oktober 2021 wurde im März 2022 fertiggestellt, ohne dass die 
Hospitalisation vom 27. Dezember 2021 bis zum 17. Januar 2022 im Spital 
I.________ (act. IIA 228) mit anschliessender Rehabilitation bis 21. Februar 
2022 im Zentrum K.________ (act. IIA 232), unterbrochen durch eine 
weitere Hospitalisation vom 31. Januar bis 2. Februar 2022 im Spital 
J.________ 
(act. IIA 231), noch Berücksichtigung fanden. Jedoch wurden die 
entsprechenden Berichte vom RAD gewürdigt. In der Beurteilung vom 8. 
Juni 2022 (act. IIA 236) legte Dr. med. G.________ nachvollziehbar dar, 
dass nach der polydisziplinären Begutachtung keine neuen internistischen 
oder neurologischen Gesundheitsschäden aufgetreten sind, die zu einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 21

dauerhaften, nicht behandelbaren Verschlechterung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit geführt haben. In Übereinstimmung mit den Berichten 
der behandelnden Ärzte und den von diesen festgehaltenen Befunden und 
dem Verlauf verwies er unter Berücksichtigung der neu angegebenen 
Diagnosen eines Bauchwandhämatoms sowie eines Minor-Stroke 
überzeugend auf die rasche Genesung und das Fehlen einer anhaltenden 
relevanten Beeinträchtigung bzw. Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit. Es 
kann deshalb auch unter Berücksichtigung der erst nach der Begutachtung 
eingereichten Berichte vollumfänglich auf die versicherungsmedizinische 
Beurteilung des polydisziplinären Gutachtens abgestellt werden. 

3.4.5 Aufgrund des Dargelegten ist damit erstellt, dass die 
Beschwerdeführerin in einer wechselbelastenden körperlich leichten 
Tätigkeit in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Die 
seit dem MEDAS-Gutachten vom 17. März 2022 bis zum Erlass der hier 
angefochtenen Verfügung vom 14. September 2022 (act. IIA 246) 
eingetretenen gesundheitlichen Probleme haben sodann nicht zu einer 
dauerhaften Beeinträchtigung geführt, weshalb sich daran nichts geändert 
hat.  

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer 
erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach 
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 22

hat so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf 
statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 S. 71 E. 4.2).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 
296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. 
Dabei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei 
üblicherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, 
abgestellt wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist 
gemäss Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) 
auszugehen (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297, 148 V 174 E. 6.2 S. 181). Es 
gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die 
selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu 
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 23

sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 
148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 
Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 
4.1 S. 20).

4.4 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Sechsmonatsfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Neuanmeldung vom Juli 
2017 (act. II 75) Januar 2018 (Art. 29 Abs. 3 IVG). Ob zu diesem Zeitpunkt 
und mit Blick auf das unter E. 3.4 hiervor Ausgeführte bis zum 
Verfügungserlass das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 
abgelaufen war, kann mit Blick auf das Resultat (vgl. E. 4.6 hiernach) offen 
bleiben. Der Einkommensvergleich ist auf das Jahr 2018 hin 
durchzuführen.

4.5 Die Beschwerdeführerin war seit der Einreise in die Schweiz 1987 
bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit im Jahr 2014 (act. II 75/6) bei diversen 
Arbeitgebern in diversen Funktionen und Berufen tätig (act. IIA 225.7) und 
erzielte dabei unregelmässig hohe Einkommen (act. II 88). Zum Zeitpunkt 
des frühest möglichen Rentenbeginns war die Beschwerdeführerin seit 
Jahren nicht mehr erwerbstätig, obwohl ihr dies wie vorstehend dargelegt 
aus gesundheitlicher Sicht stets möglich gewesen wäre, weshalb das 
Valideneinkommen aufgrund von Tabellenlöhnen zu bestimmen ist (vgl. E. 
4.2 hiervor). Die Beschwerdeführerin verfügt über keine Berufsausbildung 
(act. II 12/4). Hinweise, welche die Anwendung eines höheren 
Kompetenzniveaus als 1 rechtfertigen, finden sich in den Akten nicht und 
werden zu Recht nicht behauptet. Eine genaue Ermittlung des 
Valideneinkommens erübrigt sich jedoch. Da die Beschwerdeführerin, 
obwohl es ihr gesundheitlich stets möglich gewesen wäre, keiner 
Erwerbstätigkeit nachgeht, ist auch das Invalideneinkommen aufgrund von 
Tabellenlöhnen zu bestimmen (vgl. E. 4.3 hiervor). Hierfür ist ebenfalls das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 24

Kompetenzniveau 1 massgebend. Sind Validen- und Invalideneinkommen 
– wie vorliegend – ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, 
erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditäts-
grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälli-
gen Abzugs vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 27. Juni 2022, 
8C_104/2021 [zur Publikation vorgesehen], E. 6.2). Mit Blick auf die 
Reduktion der noch zumutbaren Tätigkeiten auf leichtere Arbeiten 
rechtfertigt sich ein Abzug von 10%, der gleichzeitig dem Invaliditätsgrad 
entspricht. Die anderen invaliditätsfremden Gesichtspunkte (Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltsdauer, Beschäftigungsgrad) sind 
vorliegend nicht relevant, da sie auch bei der Festsetzung des ebenfalls 
statistisch erhobenen Valideneinkommens zu berücksichtigen wären 
(Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Aus dem 
Umstand, dass die Beschwerdeführerin seit langen Jahren nicht mehr 
erwerbstätig war, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn eine 
Erwerbstätigkeit wäre ihr aus gesundheitlicher Sicht stets möglich und 
zumutbar gewesen und mit Blick auf die Schadenminderungspflicht die 
Aufnahme einer solchen auch gefordert gewesen. Negative Folgen daraus, 
dass sie unbesehen dessen auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet hat, hat 
nicht die Invalidenversicherung zu tragen.

4.6 Aufgrund des Dargelegten resultiert ein rentenausschliessender 
Invaliditätsgrad von 10%. Dabei ist angesichts der weitgehend fehlenden 
Einschränkungen unerheblich, ob die Beschwerdeführerin als voll 
Erwerbstätige oder in einem gemischten Status betrachtet wird. Die 
entsprechende Frage braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. So 
oder anders besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Verfügung 
vom 14. September 2022 (act. IIA 246) ist damit nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und 
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 
festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 25

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind 
entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur 
Bezahlung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe zu entnehmen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Feb. 2023, IV/22/619, Seite 26

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.