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**Case Identifier:** a881763c-22af-5a84-9ca3-7f9dd1627983
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 29.11.2018 S 2016 163
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2016-163_2018-11-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 163

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 29. November 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur Evalotta Samuelsson,

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war bei der B._____ AG als Elektroinstallateur angestellt und in 

diesem Zusammenhang bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 30. September 2009 

verunfallte er bei einem unkontrollierten Landeanflug mit seinem 

Gleitschirm und zog sich eine Rückenverletzung zu, worauf er mit der 

Rettungsambulanz ins Spital transportiert wurde. Dort wurde eine 

komplette LWK1-Rotationsberstungsfraktur ohne neurologische Ausfälle 

und eine Fraktur der 11. Rippe links dorsal diagnostiziert. 

2. A._____ wurde am 1. Oktober 2009 operiert (offene Reposition und 

dorsale Stabilisierung mit USS-Fixateur interne Th12 - L2, dorso-laterale 

Spondylodese Th12 - L2), und auch der aufgetretene Harnwegsinfekt 

wurde behandelt. A._____ war vom 30. September 2009 bis zum 14. 

Oktober 2009 im Spital hospitalisiert. Anfänglich zu 100 % arbeitsunfähig, 

steigerte er seine Arbeitsfähigkeit allmählich, bis er ab März 2010 die 

Arbeit wieder vollzeitlich aufnehmen konnte. Später folgten zwei weitere 

Operationen, nämlich die Entfernung des USS-Fixateur interne Th12 - L2 

am 6. Oktober 2010 und eine Bursektomie sowie eine 

Dornfortsatzschlichtung Th12 und L1 am 21. April 2011. Die SUVA 

erbrachte in dieser Zeit die gesetzlichen Versicherungsleistungen.

3. Da lumbale Beschwerden persistierten, wurde A._____ am 15. Januar 

2013 von Dr. med. C._____ untersucht. Dieser diagnostizierte eine 

thorakale Kyphose bei Status nach Osteosynthesematerialentfernung 

USS-Fraktursystem Th12 - L2 im Oktober 2010 und operativer 

Aufrichtespondylodese Th12 - L2 bei Rotationsberstungsfraktur L1 im 

Oktober 2009 und empfahl eine weitere Rückenoperation, zu deren 

Durchführung sich A._____ in der Folge entschloss. Am 28. Januar 2013 

meldete er der SUVA daher einen Rückfall per 15. Januar 2013 zum 

Unfall vom 30. September 2009. 

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4. Am 21. Juni 2013 wurde A._____ von Dr. med. C._____ im Kantonsspital 

Graubünden operiert (Thorakotomie links, ventraler Release Th12/L1, 

L1/2, Korporektomie L1, Wirbelkörperersatz mit Rekolift-Cage zur 

ventralen Aufrichtung L1, Thoraxdrainage links sowie dorsale 

Korrekturspondylodese Th11 - L2), wo er vom 20. Juni bis zum 4. Juli 

2013 hospitalisiert war. Auch dieses Mal verbesserte sich seine 

Arbeitsfähigkeit soweit, dass er ab dem 15. Oktober 2013 wieder voll 

arbeitsfähig war. 

5. Am 28. August 2014 liess sich A._____ vom Urologen Dr. med. D._____ 

untersuchen, weil er und seine Frau sich ein zweites Kind wünschten und 

er Probleme mit der Fortpflanzungsfähigkeit hatte. Dr. med. D._____ 

vermutete eine postoperativ bedingte retrograde Ejakulation, weshalb er 

A._____ an eine spezialisierte Klinik verwies, überwies. Im November 

2014 teilte A._____ die Problematik der SUVA mit. Der Kreisarzt Dr. med. 

E._____ hielt in seiner Beurteilung vom 13. November 2014 fest, dass 

ihm ein solcher Verlust als Komplikation nach Operationen wie der am 21. 

Juni 2013 durchgeführten nicht bekannt sei. Mit Schreiben vom 20. 

November 2014 nahm Dr. med. C._____ Stellung und hielt fest, dass eine 

retrograde Ejakulation nicht primär zum Risiko einer Operation in diesem 

Bereich zähle.

6. Am 29. Januar 2015 wurde in der Klinik für Urologie eine Hodenbiopsie 

beidseits mit dem Versuch der TESE (testikuläre Spermienextraktion) 

durchgeführt. Diese ergab eine erhaltene Spermiogenese (normale 

Spermienbildung).

7. Am 14. Dezember 2015 nahm Dr. F._____, Ärztin der Abteilung 

Versicherungsmedizin der SUVA (nachfolgend: SUVA 

Versicherungsmedizin), eine chirurgische Beurteilung vor. Sie erachtete 

das Vorliegen einer retrograden Ejakulation als nicht ausgewiesen. 

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Gleichzeitig hielt sie fest, dass eine solche, würde sie doch vorliegen, 

nicht überwiegend wahrscheinlich in Kausalzusammenhang mit der 

Operation vom 21. Juni 2013 stehen würde und damit keine Unfallfolge 

darstelle. Eine Integritätsentschädigung sei diesbezüglich nicht 

geschuldet. 

8. Gestützt darauf verneinte die SUVA mit Verfügung vom 16. Dezember 

2015 die Kausalität zwischen dem gemeldeten Verlust der 

Fortpflanzungsfähigkeit und dem Unfall vom 30. September 2009 bzw. 

der Operation vom 21. Juni 2013 und verneinte ihre Leistungspflicht 

(Versicherungsleistungen und Integritätsentschädigung). Diese 

Einschätzung bestätigte sie, auf Einsprache von A._____ vom 2. Februar 

2016 hin, mit Einspracheentscheid vom 11. November 2016.

9. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 14. 

Dezember 2016 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er beantragte die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids sowie die Rückweisung der Sache zur Einholung 

eines externen Gutachtens mit den Disziplinen Urologie, Neuro-Urologie 

und Neurochirurgie und danach zum Neuentscheid über die gesetzliche 

Leistungspflicht, eventualiter zur Zusprechung einer 

Integritätsentschädigung in der Höhe von 40 %. Gleichzeitig reichte er 

eine neurochirurgische Kurzbeurteilung von Dr. med. G._____ vom 12. 

Dezember 2016 ins Recht. 

10. Mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2017 beantragte die SUVA 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

die Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. 

November 2016. Gleichzeitig reichte sie eine chirurgische Beurteilung von 

Dr. med. F._____, SUVA Versicherungsmedizin, vom 27. Januar 2017 ins 

Recht.

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11. Mit Replik vom 15. März 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest. Gleichzeitig reichte er eine weitere neurochirurgische 

Kurzbeurteilung von Dr. med. G._____ vom 14. März 2017 ins Recht. 

12. Mit Duplik vom 29. März 2017 hielt auch die Beschwerdegegnerin an 

ihren Anträgen fest und reichte ebenfalls eine weitere chirurgische 

Beurteilung von Dr. med. F._____ vom 29. März 2017 ins Recht. 

13. Mit (freigestellter) Stellungnahme vom 15. Mai 2017 hielt der 

Beschwerdeführer am ursprünglichen Rechtsbegehren fest und 

beantragte die Einholung eines Spermiogramms bei der Klinik für 

Urologie durch das Gericht, eventualiter die Einvernahme von Dr. med. 

D._____ und Dr. med. H._____ (Klinik abt. Urologie) als Zeugen.

14. Mit Schreiben vom 19. Juni 2017 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen und deren Begründung fest und verzichtete auf eine weitere 

Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie auf die Erwägungen im 

angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit entscheidrelevant, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 11. November 2016. Ein solcher Entscheid 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

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Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die Beschwerde 

führende Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Der 

Beschwerdeführer wohnt im Kanton Graubünden, womit das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig ist. Dessen sachliche und 

funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 

2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts für die 

Beurteilung der vorliegenden Streitsache zu bejahen. Als formeller und 

materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer von diesem berührt und er weist ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen gerichtlichen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Seine 

Beschwerdelegitimation ist daher zu bejahen, und auf die im Übrigen frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. a 

ATSG) ist einzutreten. 

b) Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den  

Kausalzusammenhang zwischen dem gemeldeten Verlust der 

Fortpflanzungsfähigkeit des Beschwerdeführers und dem Unfall vom 30. 

September 2009 bzw. der Operation vom 21. Juni 2013 und damit auch 

ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat oder nicht und ob der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 11. November 2016 daher zu 

schützen ist oder nicht.

2. Seit dem 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und 

der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 

(Änderung vom 25. September 2015). Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 gilt 

bezüglich Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 

Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 ereignet haben, und 

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für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, das 

bisherige Recht. Vorliegend ereignete sich der fragliche Unfall im Jahr 

2009 und der Rückfall wurde für den 15. Januar 2013 gemeldet, sodass 

grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen 

Anwendung finden. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren 

anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der 

neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben. 

3. a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen des 

Unfallversicherers bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die Leistungspflicht eines 

Unfallversicherers setzt nach dem ATSG sowie der Spezialgesetzgebung 

im UVG zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem 

geklagten Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich 

2012, Art. 6, S. 53 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E.3). 

b) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen 

Zeit eingetreten gedacht werden kann (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 

Art. 6, S. 53 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E.3.1; KIESER, ATSG-

Kommentar, Zürich 2015, Art. 4 Rz. 68). Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

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dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 

hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 

177 E.3.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruches noch nicht (vgl. zum Ganzen: BGE 129 V 177 E.3.1; 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, S. 4).

c) Gemäss Art. 43 ATSG gilt der Untersuchungsgrundsatz. Demnach prüft 

der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen 

Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 

ein (Abs. 1). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die 

Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person 

diesen zu unterziehen (Abs. 2). Das heisst, Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht haben von sich aus für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen 

(RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, S. 3 f.). Entsprechend dem Recht 

der Parteien Beweisanträge zu stellen, sind die Behörden grundsätzlich 

verpflichtet, Beweise abzunehmen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, 

S. 4). Dies gilt allerdings nicht unbeschränkt; gemäss ständiger 

Rechtsprechung ist es zulässig, dass der Versicherungsträger und das 

Gericht im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung auf ein 

angebotenes Beweismittel verzichten, wenn sie den Sachverhalt für 

rechtsgenüglich erstellt erachten (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, 

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S. 4, KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 58; BGE 130 II 425 E.2.1, BGE 122 V 162 

E.1d;). 

Wer Leistungen beansprucht, muss die Umstände eines Unfalls glaubhaft 

machen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, S. 4). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst allerdings eine Beweislast im Sinne 

einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus (RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., Art. 1, S. 4). Die Parteien tragen somit in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, 

S. 4; KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 62). Diese Beweisregel greift jedoch erst 

Platz, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein 

wahrscheinlicher (die blosse Möglichkeit genügt nicht) Sachverhalt 

ermittelt werden kann und wenn die von Amtes wegen zu treffenden 

Ergänzungen der Akten richtig und vollständig durchgeführt worden sind 

oder wenn sich die Parteien unbegründeterweise weigern, zur 

Feststellung der Wahrheit beizutragen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 

Art. 1, S. 4 f. mit Hinweisen). 

d) Zur Beurteilung der Frage, ob zwischen einem Unfall und einer 

gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, 

sind Versicherungsträger und Gericht auf verlässliche medizinische 

Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind, ist in BGE 125 V 351 E.3 festgelegt. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen 

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des Experten begründet sind (zum Ganzen: BGE 134 V 231 E.5.1, 

BGE 125 V 351 E.3a; BGE 122 V 160 E.1c; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 

Art. 1, S. 7). Was die Berichte und Gutachten versicherungsinterner 

Fachpersonen betrifft, so kommt auch ihnen Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen (BGE 135 V 465 E.4.4; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, 

S. 7). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 

in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 

lassen, wobei allerdings im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, die 

den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, an die 

Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzulegen ist 

(BGE 125 V 351 E.3b/ee). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt 

der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei 

eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem 

Beweiswert (BGE 125 V 351 E.3b/dd).

e) Zwischen dem Unfallereignis und der Schädigung muss auch ein 

adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Ein Ereignis ist dann 

adäquate Ursache eines Erfolges, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf 

der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet 

ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt 

dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt 

erscheint (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6, S. 57, KIESER, a.a.O., 

Art. 4 Rz. 72; BGE 129 V 177 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung 

zu (BGE 129 V 177 E.3.3, BGE 125 V 456 E.5c, BGE 123 V 98 E.3b). Die 

Frage der Adäquanz eines natürlichen Kausalzusammenhangs stellt 

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grundsätzlich eine Rechtsfrage dar (KIESER, a.a.O., Art. 4, Rz. 73; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_522/2007 vom 1. September 2008 E.4.3.2; BGE 

117 V 369 E.4a); sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen, 

sondern vom Gericht zu beurteilen.

f) Vorliegend setzt eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin, 

wie oben ausgeführt, voraus, dass der geklagte Verlust der 

Fortpflanzungsfähigkeit als natürlich und adäquat kausale Folge des 

Gleitschirmunfalls vom 30. September 2009 bzw. der unfallbedingten 

Operation vom 21. Juni 2013 anzusehen wäre. Dies ist im Nachfolgenden 

zu prüfen, wobei festzuhalten ist, dass die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE138 V 248 

E.4, BGE 134 V 109 E.2). 

4. a) Die Beschwerdegegnerin verneinte im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 11. November 2016 gestützt auf die 

chirurgische Beurteilung von Dr. med. F._____ vom 14. Dezember 2015 

ihre Leistungspflicht. Dr. med. F._____, auf deren Stellungnahme 

abgestellt werden könne, habe eine retrograde Ejakulation verneint bzw. 

angegeben, dass diese, sollte eine solche vorliegen, nicht überwiegend 

wahrscheinlich in einem Kausalzusammenhang zwischen dem 

unfallbedingten operativen Eingriff vom 21. Juni 2013 und der diskutierten 

retrograden Ejakulation stehen würde. 

Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerde vom 14. 

Dezember 2016, in der Replik vom 15. März 2017 und in der 

Stellungnahme vom 15. Mai 2017 die kosten- und entschädigungsfällige 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. November 

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2016, die Rückweisung der Sache zur Einholung eines Gutachtens in den 

Bereichen Urologie, Neuro-Urologie, Neurochirurgie und zur 

Neuentscheidung durch die Beschwerdegegnerin, eventualiter die 

Zusprechung einer Integritätsentschädigung von 40 %. Er macht geltend, 

aufgrund der Feststellungen der von ihm konsultierten Urologen liege eine 

retrograde Ejakulation vor. Aus den Akten der Klinik für Urologie ergebe 

sich nichts Gegenteiliges. Die Beschwerdegegnerin könne nicht allein aus 

dem Umstand, dass weder das Spermiogramm noch die Resultate der 

Hodenbiopsie beigebracht werden konnten, darauf abstellen, dass der 

Nachweis der retrograden Ejakulation nicht gelungen sei. Wenn eine 

solche von der Beschwerdegegnerin bestritten werde, habe sie 

diesbezüglich eigene Abklärungen vorzunehmen. Es gelte auch zu 

prüfen, ob andere Ursachen zur Fortpflanzungsstörung geführt hätten. 

Dabei sei zu beachten, dass die behandelnden Urologen nicht die 

Diagnose im Fokus gehabt hätten, sondern den unerfüllten 

Kinderwunsch. Die Beschwerdegegnerin, die allein auf die interne 

versicherungsmedizinische Beurteilung abstelle, habe die 

Untersuchungsmaxime verletzt, weshalb die Sache zur Einholung 

ergänzender medizinischer Abklärungen zurückzuweisen sei. Was den 

Ursachenzusammenhang angehe, verweist der Beschwerdeführer auf die 

neurochirurgische Kurzbeurteilung des von ihm beigezogenen Dr. med. 

G._____ vom 12. Dezember 2016. Gemäss dessen Einschätzung habe 

Dr. med. F._____ lediglich die Möglichkeit einer Läsion im 

postganglionären Bereich geprüft, jedoch könne die erfolgte 

Rückenoperation eine Läsion im präganglionären Bereich nach sich 

gezogen und eine sekundäre Sterilität bewirkt haben. Damit zeige sich, 

dass die versicherungsmedizinischen Abklärungen von Dr. med. F._____ 

nicht vollständig und umfassend gewesen seien. Eine spezialärztliche 

neurologisch-urologische Abklärung sei unumgänglich. Mit der Replik vom 

15. März 2017 reicht der Beschwerdeführer eine weitere 

neurochirurgische Kurzbeurteilung von Dr. med. G._____ vom 14. März 

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2017 ins Recht, in dem dieser nochmals festhielt, eine neuro-urologische 

Abklärung zur Klärung der Frage, ob eine Läsion im präganglionären 

Bereich vorliege, sei unerlässlich. Im Rahmen der Stellungnahme vom 15. 

Mai 2017 stellt der Beschwerdeführer zudem den Antrag auf Einholung 

des Spermiogramms bei der Klinik für Urologie und Endokrinologie, durch 

das Gericht, und eventualiter die Einvernahme von Dr. med. D._____ 

sowie Dr. med. H._____, Urologische Klinik, als Zeugen.

Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 30. 

Januar 2017, in der Duplik vom 29. März 2017 und in der Stellungnahme 

vom 19. Juni 2017 die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung 

des angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. November 2016. Zu 

dem vom Beschwerdeführer eingereichten Bericht von Dr. med. G._____ 

vom 12. Dezember 2016 reicht sie eine chirurgische Beurteilung von 

Dr. med. F._____ vom 27. Januar 2017 ins Recht und verweist darauf, 

dass diese u.a. festhalte, das Vorliegen einer retrograden Ejakulation sei 

nicht nachgewiesen, was auch der Beschwerdeführer selbst als auch 

Dr. med. G._____ und Dr. med. C._____ bestätigten, weshalb weitere 

neuro-urologische Abklärungen zur vermuteten präganglionären Läsion 

nicht sinnvoll seien. Gemäss Dr. med. F._____ seien Abklärungen zur 

Sicherung der Diagnose mit Sicherheit im der Klinik für Urologie 

vorgenommen worden, zudem seien Abklärungen zu der von Dr. med. 

G._____ geforderten Diagnostik aufwendig und bisher nur an einer Klinik 

im experimentellen Setting durchgeführt worden. Auch deswegen 

machten derartige Abklärungen keinen Sinn. Auf diese chirurgische 

Beurteilung von Dr. med. F._____ könne, so die Beschwerdegegnerin, 

abgestellt werden, zumal sie alle Anforderungen hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts erfüllten. Die Ausführungen von Dr. med. 

G._____ würden daran keine Zweifel wecken. Der medizinische 

Sachverhalt sei richtig und vollständig abgeklärt, weshalb auf die 

Abnahme weiterer Beweismittel im Sinne einer antizipierten 

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Beweiswürdigung verzichtet werden könne. Im Rahmen der Duplik vom 

29. März 2017 reicht die Beschwerdegegnerin eine weitere chirurgische 

Beurteilung von Dr. med. F._____ vom 29. März 2017 ins Recht. In der 

Sache macht sie zusätzlich geltend, Dr. med. G._____ stelle auf die 

unzulässige Formel "post hoc ergo propter hoc" ab, weshalb seiner 

Beurteilung kein Beweiswert zukomme.

b) Vorliegend rügt der Beschwerdeführer auch, den von der 

Beschwerdegegnerin eingereichten chirurgischen Beurteilungen von 

Dr. med. F._____ vom 27. Januar 2017 und vom 29. März 2017 komme 

lediglich der Beweiswert eines Parteigutachtens zu, zumal das interne 

Verwaltungsverfahren mit Erlass des Einspracheentscheids beendet sei 

und die Berichte von Dr. med. F._____ daher nicht mehr als interne 

medizinische Berichte im Sinne von BGE 139 V 225 E.5.2 und BGE 135 

V 465 E.4.4 (Berichte versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen 

hätten nicht dieselbe Beweiskraft wie ein gerichtliches oder ein im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenes Gutachten) angesehen werden könnten. 

aa) Der Beschwerde gemäss Art. 56 ATSG als ordentlichem Rechtsmittel 

kommt Devolutiveffekt zu. Dieser Effekt wird allerdings durch Art. 53 

Abs. 3 ATSG eingeschränkt, wonach der Versicherungsträger eine 

Verfügung oder einen Einspracheentscheid, gegen den Beschwerde 

erhoben wurde, so lange wiedererwägen kann, bis er gegenüber der 

Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Nach formgültiger 

Beschwerdeerhebung verliert der Versicherungsträger somit die 

Herrschaft über den Streitgegenstand (Urteil des Bundesgerichts 

8C_81/2017 vom 2. März 2017 E.6.2. mit Hinweis auf BGE 136 V 2 E.2.5) 

und das Gericht als Beschwerdeinstanz hat den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Art. 61 lit. c ATSG). Der 

Verwaltung ist es somit grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung des 

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Rechtsmittels (vorliegend der Beschwerde vom 14. Dezember 2016) 

weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, soweit sie den 

Streitgegenstand betreffen und auf eine allfällige Änderung der 

angefochtenen Verfügung durch Erlass einer neuen abzielen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_81/201 vom 2. März 2017 E.6.2. mit Hinweis auf BGE 

136 V 2 E.2.5). Mit Blick auf das gebotene einfache und rasche Verfahren 

vor dem kantonalen Versicherungsgericht (Art. 61 lit. a ATSG) ist auch 

ausgeschlossen, dass die Verwaltung während des kantonalen 

Verfahrens umfangreiche und zeitraubende Zusatzabklärungen tätigt, 

jedoch darf sie in aller Regel punktuelle Abklärungen (wie das Einholen 

von Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen bei 

medizinischen Fachpersonen oder anderen Auskunftspersonen) 

vornehmen (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_81/2017 vom 2. 

März 2017 E.6.2. mit Hinweisen).

bb) Vorliegend reagierte die Beschwerdegegnerin mit den beiden 

chirurgischen Beurteilungen von Dr. med. F._____ vom 27. Januar 2017 

und vom 29. März 2017 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

Beilagen 1 und 2) auf die Einschätzungen von Dr. med. G._____ in 

seinen neurochirurgischen Kurzbeurteilungen vom 12. Dezember 2016 

und vom 14. März 2017 (Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 3 und 4), 

die der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vom 14. Dezember 

2016 und seiner Replik vom 14. März 2017 einreichte. Dabei nahm 

Dr. med. F._____ keine zusätzlichen Abklärungen vor, sondern nahm 

Stellung zur teilweise abweichenden Meinung von Dr. med. G._____. 

Damit wurden keine neuen Erkenntnisse in das Verfahren eingeführt, 

noch dieses in irgendeiner Weise unnötig verzögert oder der 

Verfügungsgegenstand geändert. Das Bundesgericht erachtete es im 

oben zitierten Urteil als zulässig, dass die SUVA zu dem von der dortigen 

Beschwerdeführerin mit der Replik neu eingereichten Arztbericht unter 

zulässigem und fachmedizinisch gebotenem Beizug ihrer Abteilung 

- 16 -

Versicherungsmedizin Stellung nahm (Urteil des Bundesgerichts 

8C_81/2017 vom 2. März 2017 E.6.3.). Auch vorliegend ging es nicht um 

die Beibringung von zuvor zu Unrecht unterlassenen Abklärungen, 

sondern um ergänzende Stellungnahmen seitens der 

Beschwerdegegnerin im Rahmen des Rechtsschriftenwechsels, zu denen 

sich der Beschwerdeführer im Übrigen seinerseits auch wiederum 

äussern konnte (vgl. Replik vom 15. März 2017 und Stellungnahme vom 

15. Mai 2018). Die nach Beschwerdeerhebung erfolgte Einlage der 

beiden chirurgischen Beurteilungen von Dr. med. F._____ vom 27. Januar 

2017 und vom 29. März 2017 ist somit nicht zu beanstanden. Sowohl 

diese chirurgischen Beurteilungen wie auch die eingelegten 

neurochirurgischen Kurzbeurteilungen von Dr. med. G._____ vom 12. 

Dezember 2016 und vom 14. März 2017 sind nachfolgend zu 

berücksichtigen und im Rahmen der Beweiswürdigung auf deren 

konkreten Beweiswert hin zu prüfen (vgl. dazu Erwägung 3d und 4d). 

c) Bevor das Gericht näher auf die Beurteilungen von Dr. med. F._____ und 

Dr. med. G._____ eingeht (vgl. Erwägung 4d), ist auf die zusätzlich zur 

Verfügung stehenden ärztlichen Berichte hinzuweisen: 

- Bericht Dr. med. D._____, Spezialarzt FMH Urologie, vom 3. 

September 2014 (Bg-act. 95): Zuweisung durch den Hausarzt, 

Dr. med. I._____, Allgemeine Medizin FMH, der von einer sekundären 

Sterilität bei Verdacht auf eine retrograde Ejakulation schrieb. Die 

klinische Untersuchung durch Dr. med. D._____ vom 28. August 2014 

ergab unauffällige Hoden beidseits, einen unauffälligen Ultraschall 

sowie den Nachweis einzelner Spermien im Urin nach 

Selbststimulation.

- Zuweisungsschreiben Dr. med. D._____ an Dr. med. K._____, Klinik 

für Reproduktions-Endokrinologie, vom 16. September 2014 (Bg-

- 17 -

act. 78): Wahrscheinliches Vorliegen einer postoperativ bedingten 

retrograden Ejakulation.

- Kurzbeurteilung Kreisarzt Dr. med. E._____, Facharzt für Chirurgie 

FMH, vom 13. November 2014 (Bg-act. 79): Eine retrograde Ejakula-

tion als Folge einer Operation, wie sie beim Beschwerdeführer 

durchgeführt wurde, sei ihm unbekannt.

- Bericht Dr. med. C._____ vom 20. November 2014 (Bg-act. 81): Dass 

eine retrograde Ejakulation auftreten könne, sei bekannt, jedoch 

primär bei Operationen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, 

v.a. im Segment L5/S1 (der Beschwerdeführer wurde im Bereich Th11 

- L2 operiert). Seine Recherchen in der medizinischen Literatur, seine 

persönliche Erfahrung nach vielen Operationen sowie die Nachfrage 

bei Kollegen würden darauf hinweisen, dass die retrograde Ejakulation 

bei Zustand nach thoraco-lumbalen ventralen Eingriffen nicht primär 

zum Risiko zähle. 

- Bericht Dr. med. L._____, Klinik für Urologie, vom 1. Dezember 2014 

(Bg-act. 101): Im seinem Bericht, der sich auf die Vorstellung des 

Patienten für eine Kryo-TESE und ICSI (= Entnahme von Spermien 

aus dem Hodengewebe zur Fertilitätsbehandlung/künstlichen 

Befruchtung) bezog, führte er die Diagnose einer sekundären Sterilität 

bei Diagnose 2 auf (bei Status nach Operationen im 2009 und 2013).

- Stellungnahme Dr. med. F._____, Fachärztin für Chirurgie FMH, 

SUVA Versicherungsmedizin, vom 4. Dezember 2014 (Bg-act. 85): 

Eine retrograde Ejakulation sei nicht ausgewiesen, stehe aber als 

mögliche Diagnose im Raum. Bevor die Kausalitätsbeurteilung und die 

Schätzung eines allfälligen Integritätsschadens erfolgten, empfehle sie 

- 18 -

das Einholen der urologischen Abklärungsbefunde (z.B. 

Spermiogramm), die eine retrograde Ejakulation belegen würden.

- Bericht Dr. med. M._____, Assistenzarzt, Klinik für Urologie, vom 2. 

April 2015 (Bg-act. 102): Der Patient sei in Behandlung gewesen 

wegen einer sekundären Sterilität, am ehesten wegen Diagnose 2 

(retrograde Ejakulation). Die am 29. Januar 2015 durchgeführte 

Hodenbiopsie (vgl. dazu Bg-act. 91) zeige eine erhaltene 

Spermiogenese mit unauffälliger Histologie (Ausschluss Malignität) 

sowie eine diskrete Verringerung der Spermatiden links. Die im 

Andrologie-Labor durchgeführte Analyse dokumentiere eine Spermien-

Vitalität von 71 %, womit eine ICSI möglich sein sollte. 

d) Gestützt auf diese medizinische Aktenlage und eigenem medizinischem 

Literaturstudium kam Dr. med. F._____ in ihrer chirurgischen Beurteilung 

vom 14. Dezember 2015 (Bg-act. 131) zu Handen der 

Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass das Vorliegen einer retrograden 

Ejakulation nicht ausgewiesen sei, und dass, falls eine solche doch 

vorliegen würde, diese nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang mit der Operation 

vom 21. Juni 2013 stehe, somit keine Unfallfolge darstelle. Sie 

begründete dies damit, dass die retrograde Ejakulation als Komplikation 

bei Eingriffen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule (Segemente 

LWK 4 - S1) bekannt sei. Dabei handle es sich um eine Schädigung der 

sympathischen Nervenfasern des Plexus hypogastricus, die den 

Schliessmuskel des Blasenhalses innervierten und retroperitoneal vor 

dem 5. Lendenwirbelkörper verlaufen würden. Aberrierende Verläufe 

dieser Nervenfasern seien bekannt, nicht hingegen, dass diese Fasern im 

Bereich der oberen Wirbelsäulensegemente (LWK 1 - 3) verlaufen 

könnten. Der Beschwerdeführer sei aber aufgrund einer Verletzung des 

ersten Lendenwirbels auf Höhe thorakolumbal operiert worden und die 

- 19 -

chirurgische Präparation sei bis Höhe LWK 2 erfolgt, weshalb ein 

Kausalzusammenhang zwischen dieser Operation und der diskutierten 

retrograden Ejakulation nicht überwiegend wahrscheinlich sei. 

In seiner chirurgischen Kurzbeurteilung vom 12. Dezember 2016 (Bf-

act. 3) führte Dr. med. G._____ aus, es fehle die medizinische Diagnostik, 

zumal die Spermienproduktion offensichtlich intakt sei, aber keine 

detaillierten Untersuchungsbefunde des "trockenen Orgasmus", also des 

Ejakulats ohne Spermien vorliegen würden. Ein "wirklich typischer 'trüber' 

Urin nach Geschlechtsverkehr" sei offenbar bis dahin medizinisch nicht 

hinreichend abgeklärt worden. Gehe man von der Arbeitshypothese aus, 

dass eine retrograde Ejakulation nach der fraglichen Operation 

eingetreten sei, so könne eine Läsion des zentralen Nervensystems im 

Konus cauda nahezu völlig ausgeschlossen werden, ebenso eine 

periphere Nervenläsion intraspinal. Was Dr. med. F._____ geprüft habe, 

sei eine Läsion sypmpathischer Fasern im Plexus hypogastricus. Dort 

würden die postganglionären sympathischen Fasern verlaufen, diese 

hätten ein spezifisches Risiko beim ventralen Zugang zur unteren 

Lendenwirbelsäule. Deren Verletzung sei beim Beschwerdeführer 

tatsächlich unwahrscheinlich, insofern könne er der Beurteilung von 

Dr. med. F._____ zustimmen. Entscheidend seien aber die 

präganglionären sympathischen Nervenfasern, die aus den Spiralnerven 

des thorakolumbalen Übergangsbereichs stammten, womit eindeutig das 

Operationsgebiet des Beschwerdeführers angesprochen sei. Beim ventro-

lateralen Zungangsweg zum thorakolumbalen Bereich könne es auf der 

linken Seite im präganglionären Gebiet zu einer Läsion gekommen sein, 

die eine sekundäre Sterilität bewirken könne. Dieser Umstand erfordere 

jedoch eine Diagnostik "und ohne Diagnostik könne eine Entscheidung 

(…) nicht gefällt werden", dafür bedürfe es einer neuro-urologischen 

Untersuchung. Das tatsächliche Vorliegen einer retrograden 

Ejakulationsstörung müsse adäquat und umfangreich medizinisch 

- 20 -

abgeklärt werden ("klassisch: 'trüber' Urin nach Geschlechtsverkehr") und 

die Frage, ob eine präganglionäre Sympathikusläsion durch die 

Aufrichtungsspondylodese erfolgt sei, erfordere zwingend eine neuro-

urologische Abklärung.

Zu den Ausführungen von Dr. med. G._____ vom 12. Dezember 2016 

nahm Dr. med. F._____ ihrerseits in der chirurgischen Beurteilung vom 

27. Januar 2017 (Bg-act. Beilage 1) Stellung. Sie führte aus, zwischen ihr 

und Dr. med. G._____ bestehe Einigkeit darüber, dass eine 

postganglionäre Läsion des sympathischen Nervengeflechts (derjenige 

Teil der Operation mit Zugang vom Rücken aus im Bereich der oberen 

Lendenwirbelsäule) unwahrscheinlich sei. Die Vermutung einer 

präganglionären Läsion des sympathischen Nervengeflechts durch die 

fragliche Rückenoperation setze eine abgeklärte, bestätigte und 

dokumentierte  Diagnose voraus. Da die Diagnose der retrograden 

Ejakulation nicht nachgewiesen sei, sei zum jetzigen Zeitpunkt eine 

aufwendige neuro-urologische Diagnostik nicht gerechtfertigt. Von dieser 

könne man sich im Übrigen auch nicht den Nachweis einer isolierten 

Schädigung mit Einzelfolge einer retrograden Ejakulation mit der 

notwendigen Sicherheit erwarten. Entsprechende Abklärungen würden 

sich zudem erst im experimentellen Stadium befinden. Im Übrigen 

müssten die behandelnden Ärzte der Klinik für Urologie die Abklärungen 

mit Sicherheit bereits vorgenommen haben bzw. die Beurteilung der 

Sterilität müsse ihnen bekannt sein, das Spermiogramm sei aber nicht 

ausgehändigt worden. Daher mache eine neuro-urologische 

Begutachtung aktuell keinen Sinn, gegebenenfalls müsste sie im Rahmen 

einer abschliessenden Beurteilung bei ausgewiesener Diagnose neu 

evaluiert werden. Alles in allem würde der Bericht von Dr. med. G._____ 

vom 12. Dezember 2016 nichts an ihrer ursprünglichen Beurteilung vom 

14. Dezember 2015 ändern.

- 21 -

Zu diesen Ausführungen äusserte sich Dr. med. G._____ in seiner neuro-

chirurgischen Kurzbeurteilung vom 14. März 2017 (Bf-act. 4). Er führte 

aus, es bestehe ein zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Eingriff vom 

21. Juni 2013 und der sekundären Sterilität, zumal am 8. April 2012 eine 

Tochter des Beschwerdeführers geboren sei, womit damals eine Sterilität 

nicht vorgelegen haben könne. Aus dem Arztbericht von Dr. med. 

D._____ werde nicht klar, ob der Beschwerdeführer überhaupt Ejakulat 

produziert habe oder ob es sich um einen trockenen Erguss handelte. 

Ohne Ejakulat könne auch kein Spermiogramm gefordert werden. 

Darüber hinaus erläuterte er nochmals, dass eine neuro-urologische 

Abklärung dazu diene, die Frage zu beantworten, ob eine präganglionäre 

Störung des sympathischen Nervensystems im Zusammenhang mit dem 

Wirbelsäuleneingriff vorliege und ob gegebenenfalls auch weitere 

Symptome seitens des sympathischen Nervensystems bestehen würden. 

Zu diesem Bericht nahm wiederum Dr. med. F._____ in ihrer 

chirurgischen Beurteilung vom 29. März 2017 Stellung (Bg-act. Beilage 

2). Sie führte aus, aus dem Bericht von Dr. med. G._____ würden sich 

keine neuen medizinischen Erkenntnisse ergeben. Die bisherigen 

Aussagen der behandelnden Ärzte zur Diagnose der retrograden 

Ejakulation seien nicht begründet, die Diagnose nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Ein Spermiogramm gehöre lege artis zu 

einer urologischen Abklärung, zusammen mit weiteren Abklärungen 

könne dieses einen Hinweis auf das Vorliegen einer retrograden 

Ejakulation ergeben. Ein Spermiogramm müsse im Laufe der 

Abklärungen erstellt worden sein, die behandelnden Ärzte hätten dieses 

transparent vorzulegen. Solange aber die Diagnose der retrograden 

Ejakulation nicht ausgewiesen sei, erübrige sich eine weiterführende 

neuro-urologische – sich ohnehin im experimentellen Stadium befindende 

– Diagnostik bezüglich einer präganglionären Läsion. Sie halte also nach 

wie vor an ihrer Beurteilung fest.

- 22 -

5. a) Das Gericht stellt fest, dass die Parteien teilweise widersprüchlich 

argumentieren, die Beschwerdegegnerin wohl im Hinblick darauf, eine 

Beweislosigkeit darzulegen, womit ihre Leistungspflicht zu verneinen 

wäre, der Beschwerdeführer im Hinblick darauf, eine unvollständige 

Sachverhaltsermittlung geltend zu machen, womit die Streitsache zur 

Vornahme weiterer Abklärungen und zur Neuentscheidung 

zurückzuweisen wäre. Die Beschwerdegegnerin behauptet – abstellend 

auf die chirurgische Beurteilung von Dr. med. F._____ –, eine retrograde 

Ejakulation sei nicht ausgewiesen, lehnt aber weitere medizinische 

Abklärungen dazu ab, weil sie davon ausgeht, dass derartige Abklärung 

mit Sicherheit im Rahmen der reproduktiven Massnahmen vorgenommen 

worden seien. Gleichzeitig lehnt sie auch weitere neuro-urologische 

Abklärungen zur Ursache der Fortpflanzungsstörung (allfällige 

präganglionäre Läsion) mit der Begründung ab, diese machten keinen 

Sinn, weil die retrograde Ejakulation nicht nachgewiesen sei. 

Der Beschwerdeführer erklärt demgegenüber, eine retrograde Ejakulation 

als Folge der fraglichen Operation vom 21. Juni 2013 sei nachgewiesen, 

auch wenn die Voraussetzungen für eine schlüssige Beurteilung fehlten. 

Wenn die Beschwerdegegnerin die erforderlichen Abklärungsresultate 

Klinik für Urologie nicht erhalten habe, bedeute dies lediglich, dass die 

Diagnose (noch) nicht erwiesen sei. Doch sei fraglich, ob die 

Abklärungsresultate tatsächlich ediert werden müssten, weil sich die 

Diagnose aus anderen Akten erschliessen würden. Trotz dieser 

Behauptung (Nachweis aus anderen Akten möglich) rügt der 

Beschwerdeführer eine Verletzung der Untersuchungspflicht. An anderer 

Stelle führt der Beschwerdeführer aus, das Beharren der 

Beschwerdegegnerin auf einem Spermiogramm sei unhaltbar, da keine 

objektiven Zweifel an der Diagnose der retrograden Ejakulation bestehen 

würden. Und obwohl ein Spermiogramm bei einem trockenen Orgasmus 

- 23 -

nach Ansicht des Beschwerdeführers untauglich für eine 

Diagnosestellung sei, stellt er Antrag auf Einholung eines solchen bei der 

Klinik für Urologie.

b) Vorliegend besteht kein Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer an 

einer Störung der Fortpflanzungsfähigkeit leidet. Bei diesem Begriff 

handelt es sich zweifelsohne um einen Oberbegriff, eine präzise 

Diagnose der Störung fehlt aber. 

aa) So schreibt Dr. med. F._____ in ihrer chirurgischen Beurteilung vom 27. 

Januar 2017 (Bf-act. 1), die urologische Klinik habe die Diagnose 

"sekundäre Sterilität" gestellt, eine retrograde Ejakulation nicht 

differenziert (S. 2). Selbst der Beschwerdeführer führt in seiner 

Beschwerde vom 14. Dezember 2016 (vgl. S. 5, Ziff. 5) aus, er gehe mit 

der Beschwerdegegnerin einig, wonach eine retrograde Ejakulation nicht 

mit letzter Sicherheit feststehe, und in der Stellungnahme vom 15. Mai 

2017 (S. 9) führt er aus, dass die Diagnose der retrograden Ejakulation 

nachgewiesen sei, wenn auch "ohne die Anforderungen an eine 

schlüssige Beurteilung zu erfüllen". Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, 

dass sich die Diagnose aus den Berichten der "konsultierten Urologen" 

ergebe und dass daran keine objektiven Zweifel bestünden. Dies 

erscheint dem Gericht nicht überzeugend, denn der Beschwerdeführer 

zeigt nicht auf, welcher Arzt/welche Ärztin die genaue Diagnose gestellt 

haben soll. Es ergibt sich denn auch nicht aus den Akten, dass eine 

medizinische Fachperson den Beschwerdeführer im Hinblick auf die 

Fortpflanzungsstörung näher untersucht und dazu eine eindeutige 

Diagnose gestellt hätte. Vielmehr ist dem Verlauf der medizinischen 

Behandlungen zu entnehmen, dass von Beginn weg (vgl. Hausarzt und 

Dr. med. D._____, Bg-act. 95) von einer Verdachtsdiagnose die Rede 

war. So erläuterte Dr. med. D._____, den der Beschwerdeführer im 

Übrigen wegen des unerfüllten Kinderwunsches aufgesucht hatte (Bg-

- 24 -

act. 95), in seinem Schreiben vom 16. September 2014, mit dem er den 

Beschwerdeführer für eine "(Kryo-)TESE(+ICS)" (= Entnahme von 

Spermien aus dem Hodengewebe zur Fertilitätsbehandlung/künstlichen 

Befruchtung, vgl. auch Dr. med. F._____, Bg-act. 131, S. 6) dem einer 

Klinik für Urologie zuwies, es liege "wahrscheinlich" eine postoperativ 

bedingte retrograde Ejakulation vor (Bg-act. 78). Diese Angaben wurden 

in der Folge auch von den Urologen der Klinik so übernommen (Bg-

act. 91, 101 und 102). Weder Dr. med. D._____ noch die Fachärzte 

gingen näher auf die Art der Sterilität bzw. Fortpflanzungsstörung ein. 

Dies erscheint denn auch natürlich, suchten doch der Beschwerdeführer 

und seine Ehefrau diese Fachärzte wegen ihres nicht erfüllten 

Kinderwunsches auf. Der Fokus dieser Fachärzte lag also auf der Frage, 

wie sie das Ehepaar beim Wunsch nach einem zweiten Kind unterstützen 

könnten (Zuweisung zur Kryo-TESE und ICSI, vgl. Bg-act. 101). Es war 

somit nicht deren Aufgabe, eine gesicherte Diagnose zu stellen und 

allenfalls die Ursachen der Problematik bzw. einen 

Kausalzusammenhang zwischen der Fortpflanzungsstörung und der 

Operation vom 21. Juni 2013 zu prüfen. Dementsprechend schrieb auch 

Dr. med. M._____ im Bericht vom 2. April 2015, auf den der 

Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 15. Mai 2017 verweist, 

der Patient sei wegen einer sekundären Sterilität in Behandlung gewesen, 

"am ehesten wegen Diagnose 2 (retrograde Sterilität)". Selbst Dr. med. 

G._____ hielt in seiner neurochirurgischen Kurzbeurteilung vom 12. 

Dezember 2016 (Bf-act. 3) fest, dass eine medizinische Diagnose fehle, 

und Dr. med. F._____ bestätigte in ihrer chirurgischen Beurteilung vom 

29. März 2017 (Bg-act. Beilage 2), dass die Diagnose der retrograden 

Ejakulation auf nicht begründeten Aussagen der behandelnden Ärzte 

beruhe und basierend auf den vorliegenden Unterlagen von medizinischer 

Seite nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sei (S. 1).

- 25 -

bb) Dr. med. G._____ schrieb in seiner neurochirurgischen Kurzbeurteilung 

vom 12. Dezember 2016 (Bf-act. 3), der typische bzw. klassische Hinweis 

auf eine retrograde Ejakulation sei der trübe Urin nach dem 

Geschlechtsverkehr, ein solcher sei bislang aber nicht adäquat 

medizinisch abgeklärt worden (S. 2 und 4). Dem Gericht erscheint dieser 

Hinweis entscheidend, zumal keine der übrigen medizinischen 

Fachpersonen sich konkret dazu äusserte, wie die Diagnose einer 

retrograden Ejakulation eindeutig zu stellen ist. Abstellend auf die 

detaillierte und gut verständliche Umschreibung von Dr. med. F._____ in 

der chirurgischen Beurteilung vom 14. Dezember 2015 (Bg-act. 131), was 

im Falle einer retrograden Ejakulation anatomisch passiert, dass nämlich 

die Samenflüssigkeit wegen einer Funktionsstörung des inneren 

Harnblasen-Schliessmuskels rückwärts in die Harnblase ausgestossen 

werde (S. 4), leuchtet der Hinweis von Dr. med. G._____ ein, der trübe 

Urin nach dem Geschlechtsverkehr sei das klassische Merkmal einer 

solchen Diagnose. Dies bestätigte Dr. med. F._____ in allgemeiner Form 

in der chirurgischen Beurteilung vom 14. Dezember 2015 (Bg-act. 131), in 

der sie erwähnte, bei der retrograden Ejakulation befänden sich die 

Spermien nicht im Ejakulat, vielmehr seien diese im Urin nachweisbar 

(S. 4). Zwar scheint Dr. med. D._____ der einzige Facharzt gewesen zu 

sein, der den Urin (nach Selbststimulation) tatsächlich untersuchte, doch 

fanden sich darin gemäss seinem Bericht vom 3. September 2014 (Bg-

act. 95) lediglich "einzelne Spermien". Dieser Untersuchungsbefund 

scheint dem Gericht nicht mit dem von Dr. med. G._____ beschriebenen 

"typisch trüben Urin nach Geschlechtsverkehr" übereinzustimmen, und 

auch aufgrund der Ausführungen von Dr. med. F._____ erschliesst sich 

nicht, dass bereits einzelne Spermien für eine gesicherte Diagnose 

genügen würden. Dr. med. F._____ schrieb in der chirurgischen 

Beurteilung vom 14. Dezember 2015, "einzelne" Spermien im 

postejakulatorischen Urin seien normal und aufgrund des Sperma-

- 26 -

Kryokonservierungsprotokolls nach TESE könne nicht beurteilt werden, 

ob eine retrograde Ejakulation vorliege (Bg-act. 131, S. 6).

cc) Ferner dürfte nach dem Verständnis des Gerichts auch der Umstand, 

dass die Hodenbiopsie beim Beschwerdeführer eine intakte 

Spermienproduktion ergab und eine Malignität des Hodengewebes 

ausgeschlossen werden konnte, eine urologische Erkrankung also nicht 

vorliegt (Bg-act. 102), noch keinen eindeutigen Nachweis einer 

retrograden Ejakulation darstellen. Inwiefern eine solche Beweisqualität 

einem Spermiogramm zugeschrieben werden kann, erschliesst sich dem 

Gericht aufgrund der medizinischen Hinweise in den Akten nicht (vgl. 

auch Erwägung 5c). Auch die diesbezüglichen Ausführungen der Parteien 

sind widersprüchlich. Der Beschwerdeführer erachtet ein solches (trotz 

entsprechendem Eventualantrag auf Einholung des Spermiogramms bei 

der Klinik für Urologie) als zur Diagnose untauglich, die 

Beschwerdegegnerin als notwendig. Letztere unterliess es jedoch, 

nachdem die Herausgabe seitens der Klinik für Urologie gescheitert war, 

selbst ein Spermiogramm erstellen zu lassen. Schliesslich führen auch 

der zeitliche Ablauf (Geburt der ersten Tochter am 8. April 2012 - 

Operation am 21. Juni 2013) und die Literaturrecherche bezüglich der 

Frage der Diagnose nicht weiter. Für das Gericht ergibt sich somit auch 

aufgrund der übrigen Umstände nicht, dass über die allgemeine 

Feststellung einer Fortpflanzungsstörung hinaus eine differenzierte  

Diagnose sicher gestellt worden wäre. Die Behauptung des 

Beschwerdeführers, eine retrograde Ejakulation sei aufgrund der 

Feststellungen sämtlicher konsultierter Urologen diagnostiziert, überzeugt 

daher nicht.

c) In diesem Zusammenhang ist der Antrag des Beschwerdeführers auf 

Edition des Spermiogramms aus Händen der Klinik für Urologie zu prüfen. 

Zwar ist ein Spermiogramm seiner Ansicht nach nicht das richtige Mittel 

- 27 -

für die Diagnose und es sei auch fraglich, wie dieses durchzuführen sei, 

wenn ein trockener Orgasmus vorliege, also gar keine Spermien 

austreten würden, der Beweisantrag erfolge jedoch aus 

"prozessökonomischen Gründen". Aktenkundig ist, dass die 

Beschwerdegegnerin erfolglos versuchte, ein solches erhältlich zu 

machen (vgl. Bg-act. 85, 86, 88, 90, 94, 97, 103, 106, 107, 111, 112, 117, 

118, 120). Dr. med. F._____ führte in ihrer chirurgischen Beurteilung vom 

29. März 2017 (Bg-act. Beilage 2) aus, ein Spermiogramm gehöre lege 

artis zu einer urologischen Abklärung bei einer Störung der 

Fortpflanzungsfähigkeit (S. 1). Sie erläuterte dazu, dass ein allfälliges 

Ejakulat ohne Spermien bzw. eine reduzierte Menge an Flüssigkeit ein 

Hinweis auf das Vorliegen einer retrograden Ejakulation sein könne. 

Diese Feststellung mag im Allgemeinen in Bezug auf 

Fortpflanzungsstörungen zutreffen, wie sich dies aber im Fall einer 

allfälligen retrograden Ejakulation verhält, ist unklar. Dr. med. G._____ 

erklärte diesbezüglich, dass bei fehlender Produktion von Ejakulat kein 

Spermiogramm verlangt werden könne (Bf-act. 4, S. 2) und auch Dr. med. 

F._____ relativierte ihre Aussage (ein Spermiogramm gehöre zu einer 

urologischen Abklärung), indem sie anfügte, dass ein solcher 

Einzelbefund (Ejakulat ohne Spermien bzw. eine reduzierte Menge an 

Flüssigkeit) bei einer Störung der Fortpflanzungsfähigkeit nicht 

aussagekräftig sei. Nach all dem Gesagten erscheint dem Gericht unklar, 

ob der Beschwerdeführer überhaupt austretendes Ejakulat produzieren 

bzw. ob ein Spermiogramm auch bei einem trockenen Orgasmus (mit 

Ejakulat, ohne Spermien) erstellt werden kann. Zu dieser Unklarheit 

kommt hinzu, dass tatsächlich nie ein Spermiogramm herausgegeben 

wurde. Die Beschwerdegegnerin verlangte ein solches von Dr. med. 

D._____, erhielt jedoch am 16. Februar 2015 zur (telefonischen) 

Auskunft, dass ein solches gar nicht erstellt worden sei (Bg-act. 94). 

Dagegen vermerkte Dr. med. M._____ (Abteilung Urologie) auf dem Brief 

der Beschwerdegegnerin vom 21. April 2015 handschriftlich, dass sie 

- 28 -

"Spermiogramme leider nicht drucken oder per Email versenden" 

könnten, "bitte an Fertilitätsabteilung weiterleiten" (Bg-act. 112), und mit 

Mail vom 21. April 2015 schrieb die Klinik für Urologie, an Dr. med. 

M._____ "Spermiogramm darf ich leider nicht drucken, da muss sie sich 

selbst bei der Endokrinologie melden" (Bg-act. 105). Die Klinik für 

Reproduktions-Endokrinologie, schrieb der Beschwerdegegnerin am 29. 

Juli 2015, ihnen liege kein Spermiogramm vor (Bg-act. 119). Aus diesen 

Notizen geht nicht eindeutig hervor, ob nun Spermiogramme generell 

nicht verschickt werden können oder nur ein allfälliges Spermiogramm 

des Beschwerdeführers. Der Umstand, dass die Klinik für Urologie trotz 

all der Anfragen kein Spermiogramm vorzulegen vermochte und dass es 

auch dem Beschwerdeführer auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin 

(vgl. Bg-act. 120) nicht gelang, dieses zu beschaffen, er vielmehr lediglich 

die Unterlagen des Spitals (Bg-act. 122-126) und das Sperma-

Kriokonservierungsprotokoll der Klinik für Urologie (Bg-act. 121) 

einreichte, lässt eher darauf schliessen, dass ein solches gar nicht 

gemacht wurde. 

Angesichts all dieser Unsicherheiten erachtet es das Gericht als nicht 

angezeigt, selbst der Klinik für Urologie oder Klinik für Reproduktions-

Endokrinologie, ein allfällig vorhandenes Spermiogramm zur Edition 

einzufordern, wie dies der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme 

vom 15. Mai 2017 beantragt. Der entsprechende Beweisantrag wird 

abgelehnt. Vielmehr erscheint es angebracht, dass die 

Beschwerdegegnerin im Rahmen der von ihr zusätzlich zu tätigenden 

Abklärungen (vgl. Erwägung 5e) entweder ein allfällig vorhandenes 

Spermiogramm besorgt oder andernfalls ein solches selbst veranlasst, 

sofern sie dies aus medizinischen Gründen zur Diagnosestellung als 

notwendig erachtet. Aus denselben Gründen wird auch der Antrag des 

Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 15. Mai 2015, Dr. med. 

- 29 -

D._____ sowie Dr. med. H._____ von der Klinik für Urologie, als Zeugen 

zu befragen, abgelehnt.

d) An all diesen Feststellungen ändert die in der Beschwerde vom 14. 

Dezember 2016 und in der Replik vom 15. März 2017 erhobene Rüge des 

Beschwerdeführers nichts, dass Dr. med. F._____ Chirurgin FHM und 

damit weder Urologin noch Wirbelsäulenchirurgin oder -spezialistin ist. 

Wie bereits oben erwähnt (vgl. Erwägung 3d) sind im Rahmen der 

Beweiswürdigung grundsätzlich auch die internen 

versicherungsmedizinischen Berichte zu beachten. Dasselbe gilt für die 

neurochirurgischen Kurzbeurteilungen von Dr. med. G._____, der im 

Übrigen auch nicht Urologe ist, sondern Facharzt für Neurochirurgie (vgl. 

Bf-act. 3 und 4). Bei seinen Kurzbeurteilungen handelt es sich zwar um 

Parteigutachten, doch bedeutet dies nicht, dass diese im Rahmen der 

Beweiswürdigung nicht berücksichtigt werden könnten (vgl. Erwägung 3d, 

BGE 125 V 351 E.3b/dd).

e) Die massgeblichen medizinischen Berichte erweisen sich nach all dem 

Gesagten als nicht schlüssig und in ihrer Gesamtheit zudem als teilweise 

widersprüchlich, weshalb das Gericht zum Schluss gelangt, dass der 

medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Diagnose der retrograden 

Ejakulation nicht ausreichend abgeklärt ist. Dies führt dazu, dass die 

Beschwerdegegnerin grundsätzlich weitere diesbezügliche Abklärungen 

vorzunehmen hat. Dies gilt allerdings nur, sofern nicht von vornherein 

feststeht, dass ein Kausalzusammenhang zwischen der 

Fortpflanzungsstörung und der unfallbedingten Operation vom 21. Juni 

2013 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

ausgeschlossen werden kann, was nachfolgend zu prüfen ist. 

6. a) Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 11. November 2016 davon aus, dass eine retrograde Ejakulation 

- 30 -

selbst bei entsprechend gesicherter Diagnose nicht überwiegend 

wahrscheinlich in einem Kausalzusammenhang mit dem unfallbedingten 

operativen Eingriff vom 21. Juni 2013 stehe. 

Der Beschwerdeführer stellt in seiner Beschwerde vom 14. Dezember 

2016, in der Replik vom 15. März 2017 und in der Stellungnahme vom 15. 

Mai 2017 auf die neurochirurgische Kurzbeurteilung von Dr. med. 

G._____ vom 13. Dezember 2016 ab, wonach eine präganglionäre Läsion 

im Rahmen des Eingriffs vom 21. Juni 2013 als mögliche Ursache der 

Fortpflanzungsstörung in Frage käme. Zudem habe der 

Beschwerdeführer vor dem Eingriff auf natürliche Weise eine Tochter 

zeugen können, weshalb dieser zeitliche Zusammenhang ein starkes 

Indiz für einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der Operation 

vom 21. Juni 2013 und der Fortpflanzungsstörung sei. Darauf abstellend, 

erachtete der Beschwerdeführer weitere neurologisch-urologische 

Abklärungen seitens der Beschwerdegegnerin als notwendig. 

Die Beschwerdegegnerin gibt in ihrer Vernehmlassung vom 30. Januar 

2017, in der Duplik vom 29. März 2017 und in der Stellungnahme vom 19. 

Juni 2017 an, Dr. med. F._____ habe nachvollziehbar dargelegt, dass 

eine neuro-urologische Abklärung nur Sinn mache, wenn die Diagnose 

einer retrograden Ejakulation gesichert sei. Da aber entsprechende 

Abklärungen mit Sicherheit im Rahmen der reproduktiven Massnahmen 

vorgenommen worden seien, machten weitere Abklärungen keinen Sinn, 

und schliesslich habe Dr. med. F._____ dargelegt, dass die von Dr. med. 

G._____ geforderte Diagnostik aufwendig sei und dass kaum eine 

isolierte Schädigung mit der Einzelfolge der retrograden Ejakulation 

nachweisbar sein werde. Hinzu komme, dass diese neuro-urologischen 

Abklärungen bisher nur an einer Klinik und erst im experimentellen 

Setting durchgeführt würden. Die Ausführungen von Dr. med. G._____ 

würden keine Zweifel an der Beurteilung von Dr. med. F._____ 

- 31 -

hervorrufen. Der medizinische Sachverhalt sei richtig und vollständig 

abgeklärt, weshalb auf die Abnahme weiterer Beweismittel im Sinne einer 

antizipierten Beweiswürdigung verzichtet werden könne. Im Übrigen stelle 

Dr. med. G._____ auf die Formel "post hoc ergo propter hoc" ab, was 

nicht zulässig sei. 

b) Dr. med. F._____ setzte sich in ihrer chirurgischen Beurteilung vom 14. 

Dezember 2015 (Bg-act. 131) eingehend mit den möglichen Ursachen 

einer retrograden Ejakulation auseinander. Demnach zählten zu den 

häufigsten Ursachen Operationen an der Prostata (insbesondere wenn 

durch die Harnröhre vorgenommen), auch Neuropathien, Alkoholkonsum, 

Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder eben Operationen im 

Beckenraum, insbesondere an der Lendenwirbelsäule, die bei Verletzung 

der entsprechenden sympathischen Fasern (Plexus hypogastricus) zu 

einer Funktionsstörung des Harnblasen-Schliessmuskels führen könnten. 

Dazu zitierte Dr. med. F._____ auch entsprechende medizinische 

Literatur (vgl. S. 4 und 5). Sie wendete dann aber ein, dass der 

Beschwerdeführer auf einer Höhe (1. Lendenwirbel) operiert wurde, auf 

der keine aberrierenden sympathischen Nervenfasern verlaufen, die den 

Blasenhals innervierten, weshalb ein Kausalzusammenhang zwischen 

dem operativen Eingriff vom 21. Juni 2013 und der retrograden 

Ejakulation, sollte eine solche vorliegen, nicht überwiegend 

wahrscheinlich sei. Auch die perioperative Einlage des Blasenkatheters, 

die histologischen Untersuchungen (Hodenbiopsie) und das TESE-

Verfahren liessen keine anderen medizinischen Erkenntnisse (…) zu. Ein 

Spermiogramm liege trotz mehrmaligem Nachfragen nicht vor.

Dr. med. G._____ hielt in seiner neuro-chirurgischen Kurzbeurteilung vom 

12. Dezember 2016 (Bf-act. 3) fest, wenn man in Form einer 

Arbeitshypothese von einer retrograden Ejakulation (aufgetreten 

unmittelbar nach der Operation) ausgehe, so könne eine Verletzung des 

- 32 -

zentralen Nervensystems im Bereich des Konus cauda und eine 

periphere Nervenläsion intraspinal nahezu ausgeschlossen werden. Der 

Analyse von Dr. med. F._____ könne grundsätzlich zugestimmt werden, 

nämlich dass bei einer anterioren Präparation zur Wirbelsäule eine Läsion 

sympathischer Nervenfasern denkbar und möglich sei. Beim 

Beschwerdeführer seien jedoch die präganglionären sympathischen 

Nervenfasern entscheidend und nicht die postganglionären, deren 

Schädigung in der Tat, wie auch von Dr. med. F._____ festgehalten, 

unwahrscheinlich sei. Der präganglionäre Input zum Plexus hypogastricus 

stamme aus den Spinalnerven Th11 - L2, also dem Bereich, in dem der 

Beschwerdeführer operiert worden sei, weshalb eine präganglionäre 

Läsion möglich und somit im Rahmen einer neuro-urologischen Abklärung 

zu untersuchen wäre.

Einig sind sich Dr. med. F._____ und Dr. med. G._____ also darin, dass 

eine postganglionäre Läsion des sympathischen Nervengeflechts im 

Zusammenhang mit der Operation vom 21. Juni 2013 unwahrscheinlich 

ist (Bf-act. 3, S. 4, Bg-act. Beilage 1, S. 2). Ferner teilt Dr. med. F._____ 

die Feststellung von Dr. med. G._____, dass eine allfällige Läsion des 

vegetativen Nervensystems durch die Aufrichtungsspondylodese vom 21. 

Juni 2013 im präganglionären Bereich vorgefallen sein müsse (vgl. 

chirurgische Beurteilung vom 27. Januar 2017, Bg-act. Beilage 1, S. 2). 

Dr. med. F._____ hielt den Ausführungen von Dr. med. G._____ 

allerdings entgegen, die von ihm als notwendig erachteten neuro-

urologische Abklärungen hinsichtlich einer allfälligen präganglionären 

Läsion des sympathischen Nervengeflechts setze eine gesicherte 

Diagnose voraus, die eben nicht gegeben sei, weshalb aufwendige neuro-

urologische Abklärungen zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn machten. 

Dieser Schlussfolgerung kann sich das Gericht nicht anschliessen. Wenn 

eine mögliche Schädigung von sympathischen Nervenfasern im Rahmen 

der Operation vom 21. Juni 2013 denkbar ist, dann hat die 

- 33 -

Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht (vgl. dazu 

Erwägung 3c) entsprechende Abklärungen dazu zu tätigen. Wenn diese, 

wie Dr. med. F._____ ausführt, eine gesicherte Diagnose, hier nämlich 

eine retrograde Ejakulation, voraussetzen, so hat die 

Beschwerdegegnerin dafür zu sorgen, dass die notwendige Diagnose 

auch gestellt wird bzw. werden kann. Die Ablehnung neuro-chirurgischer 

Abklärungen seitens der Beschwerdegegnerin mit dem Argument, es 

fehle eine gesicherte Diagnose, und eine Diagnose sei nicht erforderlich, 

weil der natürliche Kausalzusammenhang ohnehin nicht gegeben sei 

(obwohl auch Dr. med. F._____ eine präganglionäre Läsion 

sympathischer Nervenfasern im Operationsbereich des 

Beschwerdeführers nicht ausschliesst), stellt einen Zirkelschluss, mithin 

eine nicht logische Schlussfolgerung dar, der nicht gefolgt werden kann. 

Das heisst, vorerst ist eine differenzierte Diagnose bezüglich der 

Fortpflanzungsstörung des Beschwerdeführers vorzunehmen, danach 

sind Abklärungen zu den möglichen Ursachen, mithin auch zu einer 

möglichen Schädigung der sympathischen Nervenfasern im Rahmen der 

Operation vom 21. Juni 2013 vorzunehmen.

Dr. med. F._____ begründete in ihrer chirurgischen Beurteilung vom 27. 

Januar 2017 (Bg-act. Beilage 1) die Ablehnung von neuro-chirurgischen 

Abklärungen zu den Ursachen einer allfälligen retrograden Ejakulation 

auch damit, dass dabei einerseits nicht mit dem Nachweis einer isolierten 

Schädigung mit Einzelfolge einer retrograden Ejakulation gerechnet 

werden könne, und dass andererseits derartige Abklärungen bisher nur 

an einer Klinik durchgeführt worden seien, die sich im Übrigen aktuell 

noch in einem experimentellen Setting befänden (Bg-act. Beilage 1, S. 2, 

vgl. auch Bg-act. Beilage 2, S. 2). Zudem seien diese Abklärungen im 

Rahmen der Abklärungen zum Kinderwunsch des Beschwerdeführers 

und dessen Ehefrau sicher schon vorgenommen worden und die 

Resultate müssten den behandelnden Ärzten damit bekannt sein (Bg-

- 34 -

act. Beilage 1, S. 2 unten). Auch diese Ausführungen vermögen die 

Notwendigkeit der erwähnten medizinischen Untersuchungen nicht zu 

entkräften, zumal praktische Schwierigkeiten (z.B. aufwendige, mühsame 

und zeitraubende Abklärungen) bei den korrekt und vollständig 

auszuführenden Abklärungen keinen Grund darstellen, von solchen 

abzusehen und eine Beweislosigkeit anzunehmen (KIESER, a.a.O., Art. 43 

Rz 73). 

c) Zusammenfassend stellt das Gericht fest, dass vorliegend von keiner 

Seite eine präzise Diagnose gestellt wurde und dass eine solche bei der 

Prüfung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin erforderlich ist. Die 

Beschwerdegegnerin wird also im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht, in 

einem ersten Schritt, dafür zu sorgen haben, dass eine gesicherte 

Diagnose gestellt wird. Sollten in diesem Zusammenhang tatsächlich 

Abklärungsergebnisse schon vorhanden sein, die bis zum vorliegenden 

Verfahren nicht herausgegeben wurden, insbesondere solche der Klinik 

für Urologie, so können diese eingeholt werden, sofern sie der Ermittlung 

des medizinischen Sachverhalts dienlich sind. In jedem Fall wird die 

Beschwerdegegnerin selbst zu entscheiden haben, welche Methode zu 

einer gesicherten Diagnose führen wird. 

Nach Klärung, welcher Art die Fortpflanzungsstörung ist, mithin nach 

allfälliger Erhärtung des Verdachts auf eine retrograde Ejakulation, wird 

es darum gehen, die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang 

zu beurteilen. Dafür wird die Beschwerdegegnerin, in einem zweiten 

Schritt, die notwendigen neuro-urologischen Abklärungen bei einer bisher 

nicht involvierten versicherungsexternen Fach-/Gutachterstelle 

vorzunehmen haben. Ziel wird dabei sein, die Frage zu beantworten, ob 

eine präganglionäre Läsion des sympathischen Nervensystems oder eine 

anderweitige Schädigung im Zusammenhang mit dem unfallbedingten 

Wirbelsäuleneingriff (Aufrichtungsspondylodese) vom 21. Juni 2013 

- 35 -

erfolgt sein könnte und ob gegebenenfalls auch weitere Symptome 

seitens des sympathischen Nervensystems bestehen. Im Anschluss an 

diese Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin die Sache neu zu 

entscheiden haben.

In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 11. November 2016 aufzuheben und die Sache 

zu weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

7. a) Gerichtskosten werden nach Art. 61 lit. a ATSG nicht erhoben. 

b) Gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG steht dem obsiegenden Beschwerdeführer 

eine aussergerichtliche Entschädigung zu. Die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers reichte mit Schreiben vom 22. Juni 2017 ihre 

Honorarnote über total Fr. 5'283.90 ins Recht (19 Std à Fr. 250.--, 3 % 

Kleinspesenpauschale und 8% MWST). Das Gericht erachtet den geltend 

gemachten Aufwand von 19 Stunden angesichts des Umfangs (dreifacher 

Rechtsschriftenwechsel) und der Schwierigkeit der Streitsache gerade 

noch als angemessen. Hingegen kann nicht von einem Stundenansatz 

von Fr. 250.-- ausgegangen werden, da die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers keine Honorarvereinbarung eingereicht hat (vgl. dazu 

Art. 2 Abs. 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [HV; BR 310.250]). Vielmehr ist 

der Stundenansatz gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts bei 

unterlassener Einreichung einer Honorarvereinbarung auf den Mittelwert 

des in Art. 3 Abs. 1 HV festgelegten Tarifrahmens von Fr. 210.-- bis 

Fr. 270.-- pro Stunde, nämlich auf Fr. 240.-- pro Stunde herabzusetzen 

(vgl. z.B. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 15 

107 vom 17. August 2017 E.9b). Dies ergibt ein Honorar von Fr. 5'072.55 

(19 Std. à Fr. 240.-- = Fr. 4'560.--, 3 % davon = Fr. 136.80, 8 % MWST 

- 36 -

auf Fr. 4'696.80 = Fr. 375.75). Damit hat die Beschwerdegegnerin den 

Beschwerdeführer mit Fr. 5'072.55 aussergerichtlich zu entschädigen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 11. November 2016 aufgehoben und die Sache 

zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuem 

Entscheid an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) 

zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat A._____ mit 

Fr. 5'072.55 (inkl. MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]