# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a357e8f-39a6-5706-aa63-abaf09c4e22f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.03.2010 IV 2008/168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-168_2010-03-15.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/168

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 15.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2010
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Auf im unfallversicherungsrechtlichen 
Verfahren erhobene medizinische Akten kann auch im vorliegenden 
Verfahren abgestellt werden. Das Bestehen weiterer unfallfremder 
gesundheitlicher Beeinträchtigungen und das Vorliegen einer 
gesundheitlichen Verschlechterung sind nicht ausgewiesen. Rückwirkende 
Zusprache einer befristeten ganzen Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. März 2010, IV 
2008/168).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 15. März 2010

in Sachen

C.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Knus, Molkereistrasse 1, Postfach, 

8645 Jona,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.  

A.a C.___ erlitt am 20. Juni 2002 einen Verkehrsunfall (act. G 8.2) und zog sich dabei 

ein Thoraxtrauma mit Rippenserienfraktur 2 - 6 rechts, mit beidseitiger 

Lungenkontusion, mit Milzlazeration am Oberpol und mit Patellalängsfraktur rechts, 

kompletter Parese des Nervus peronaeus communis rechts, Ulnarschaftfraktur links, 

zu. Vom 20. Juni bis 11. Juli 2002 war er in der Klinik für Unfallchirurgie des 

Universitätsspitals Zürich hospitalisiert (act. G 8.1.55.34 f.). Anschliessend befand er 

sich bis zum 25. Juli 2002 zur Rehabilitation in der Zürcher Höhenklinik Davos (act. 

G 8.1.55.31 ff.). Vom 26. Februar bis 9. April 2003 nahm er an einem stationären 

Ergonomie-Trainingsprogramm der Rehaklinik Bellikon teil. Die behandelnden Ärzte der 

Rehaklinik Bellikon erachteten den Versicherten für seine bisherige Tätigkeit als 

Maschinist in einer Spinnerei für die Dauer vom 10. April bis 11. Mai 2003 für 50% 

arbeitsfähig. Danach bestünde voraussichtlich keine Arbeitsunfähigkeit mehr (act. 

G 8.1.55.11 ff.).

A.b Der Versicherte meldete sich am 29. Juni 2003 zum Bezug von IV-

Rentenleistungen an (act. G 8.1.67). Im Auftrag der Suva wurde er am 6./7. Juli 2005 

von der AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG medizinisch 

begutachtet. Im Gutachten vom 13. Juli 2005 diagnostizierten die Experten chronische 

beidseitige Thoraxschmerzen, leichte belastungsabhängige Knieschmerzen rechts und 

einen Status nach Ulnarschaftfraktur links. Die Experten stellten keine funktionellen 

Limiten fest, die erklären würden, wieso der Versicherte seine angestammte Tätigkeit in 

einer Spinnerei nicht ausüben könne. Im Minimum sei ihm eine leichte Arbeit ganztags 

zumutbar (act. G 8.2). Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, erhob im 

psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 3. Mai 2006 die Verdachtsdiagnose eines 

klinisch relevanten depressiven Syndroms. Der Schweregrad dieser Störung sei am 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ehesten auf leicht bis mittelschwer zu beziffern. Es habe sich aber kein überzeugender 

Hinweis darauf ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten über die bereits 

definierten körperlichen Einschränkungen hinaus als reduziert zu erachten sei. In Bezug 

auf die Verdachtsdiagnose des depressiven Syndroms bedeute dies, dass eine solche 

Störung an einem Arbeitsplatz möglicherweise als Erschwernis, wahrscheinlich aber 

nicht als effektives Hindernis wirksam wäre (act. G 8.2).

A.c Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ermittelte die Suva einen 

Invaliditätsgrad von 16% und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 

27. September 2006 ab 1. November 2004 eine entsprechende Invalidenrente und 

aufgrund einer Integritätseinbusse von 5% eine Integritätsentschädigung zu. Die 

dagegen erhobene Einsprache hiess sie mit Entscheid vom 8. Juni 2007 teilweise gut 

und sprach dem Versicherten eine 17%ige Invalidenrente zu. Sie hielt darin u.a. fest, 

dass die psychischen Beschwerden keinen Einfluss auf eine zumutbare Tätigkeit hätten 

(act. G 8.2). Der Versicherte akzeptierte diesen Entscheid (act. G 8.1.20).

A.d Der RAD-Arzt Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

kam in seiner Stellungnahme vom 27. August 2007 zum Schluss, dass auf die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Suva auch im invalidenversicherungsrechtlichen 

Verfahren abgestellt werden könne (act. G 8.1.17).

A.e Im Vorbescheid vom 4. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, einen IV-Rentenanspruch zu verneinen. Unter Berücksichtigung eines 

zusätzlichen 10%igen Abzuges vom Invalideneinkommen ermittelte sie einen 

Invaliditätsgrad von 17% (act. G 8.1.13).

B.  

B.a Im dagegen erhobenen Einwand bringt der Versicherte sinngemäss vor, dass die 

psychischen Beschwerden bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Suva mangels 

Unfallkausalität nicht berücksichtigt worden seien. Somit müsse von der IV her 

betrachtet ein höherer Invaliditätsgrad vorliegen (act. G 8.1.11).

B.b Am 5. März 2008 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid und lehnte 

einen Rentenanspruch ab. Zur Begründung gab sie an, dass keine psychisch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorlägen und die IV-Stelle den 

Entscheid der Suva übernehmen müsse (act. G 8.1.8).

C.  

C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 9. April 2008. Der Beschwerdeführer 

beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung 

vom 5. März 2008 und die Vornahme eines polydisziplinären Gutachtens zur 

Beurteilung seiner Arbeitsunfähigkeit. Er bringt vor, dass er heute an gravierenden 

körperlichen und psychischen Beschwerden leide, die sich nach dem Unfall ergeben 

hätten, die also nicht unbedingt unfallkausal und damit von der Suva nicht 

berücksichtigt worden seien.

Insbesondere habe sich sein Gesundheitszustand seit dem Unfall krankheitsbedingt 

verschlechtert. Hierüber hätte die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen treffen 

müssen (act. G 1). Am 23. April 2008 reicht der Beschwerdeführer einen am 13. März 

2008 abgeschlossenen Arbeitsvertrag zwischen ihm und dem Werk- und 

Technologiezentrum Linthgebiet (WTL) ein (act. G 3.2). Daraus ergebe sich, dass er 

aufgrund seines Gesundheitszustandes lediglich einen 50%igen Einsatz zu leisten 

vermöge (act. G 3).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2008 

die Beschwerdeabweisung. Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers keine 

neuen medizinischen Unterlagen eingereicht und der Hausarzt auf Nachfrage vom 

5. März 2008 angegeben habe, dass der Beschwerdeführer ihn in letzter Zeit nicht 

besucht habe, sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der AEH-

Begutachtung vom 6./7. Juni 2005 und der psychiatrischen Untersuchung vom 

7. November 2005 nicht belegt. Gemäss Auffassung von Dr. A.___ führe die 

Berücksichtigung der psychischen Beschwerden zu keiner zusätzlichen Einschränkung. 

Es sei daher mit der Suva davon auszugehen, dass sowohl aus somatischer wie auch 

psychiatrischer Sicht die bisherige oder eine andere (im Minimum) leichte Tätigkeit dem 

Beschwerdeführer ganztags ohne grössere Einschränkung zumutbar sei (act. G 8).

C.c In der Replik vom 29. August 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen 

Ausführungen fest (act. G 12).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 14).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass 

der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

5. März 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem 

Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen 

und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 

4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, 

I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine 

materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der 

Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 

2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 

1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.

2.   

2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die 

Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem 

Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung 

mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 352 

E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).

2.3 Die Invalidenversicherung ist bei der Invaliditätsbemessung nicht an die bereits von 

anderen Sozialversicherungszweigen vorgenommene Invaliditätsbemessung 

gebunden. Indessen dürfen deren rechtskräftig abgeschlossene 

Invaliditätsschätzungen nicht unbeachtet bleiben. Vielmehr müssen sie als Indizien für 

eine zuverlässige Beurteilung gewertet und als solche in den Entscheidungsprozess 

erst später verfügender Versicherungsträger miteinbezogen werden (vgl. BGE 133 

V 553 ff. E. 6.1 und 6.3 mit Hinweis auf BGE 126 V 288 ff.).

3.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Ablehnung eines Rentenanspruchs auf 

die von der Unfallversicherung erhobenen medizinischen Grundlagen (AEH-Gutachten 

vom 13. Juli 2005; psychiatrischer Bericht von Dr. A.___ vom 3. Mai 2006, act. G 8.2) 

gestützt. Der Beschwerdeführer hält dieses Vorgehen für unzutreffend, da diese 

ärztlichen Berichte bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht das gesamte 

Beschwerdebild, sondern lediglich die unfallbedingten gesundheitlichen 

Einschränkungen berücksichtigt hätten (act. G 1).

3.2 Vorab ist festzustellen, dass in den von der Suva erhobenen medizinischen Akten 

die psychischen Beschwerden sowie deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

beurteilt wurden. So hielt Dr. A.___ im Bericht vom 3. Mai 2006 fest, dass das 

psychische Beschwerdebild keine über die bereits definierten körperlichen 

Einschränkungen hinaus gehenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zur Folge 

habe (act. G 8.2). Die in Frage stehenden somatischen Beschwerden wurden 

umfassend von den Experten der AEH im Gutachten vom 13. Juli 2005 beurteilt (act. 

G 8.2). Es sind keine Gründe ersichtlich, die ernsthafte Zweifel an den vom 

Unfallversicherer eingeholten Arztberichten entstehen liessen, zumal diese gestützt auf 

eigene Untersuchungen sowie in Kenntnis der Vorakten ergangen sind und deren 

begründete Schlussfolgerungen nachvollzogen werden können. Der Beschwerdeführer 

hat denn auch keine substantiellen Vorbringen gegen die Berichte der AEH und von 

Dr. A.___ erhoben. Die Einschätzung der AEH-Gutachter steht darüber hinaus auch im 

Einklang mit der von den behandelnden Ärzten der Rehaklinik Bellikon 

vorgenommenen Leistungsfähigkeitsbeurteilung. Diese hielten eine mittelschwere 

Arbeit - wechselbelastend, ohne längerdauernde Tätigkeit über Brusthöhe, nicht 

vorgeneigt, nicht in der Hocke oder auf den Knien - für ganztägig zumutbar (act. 

G 8.1.55.12).

3.3 Der Beschwerdeführer erhebt gegen das medizinische Abklärungsergebnis im 

unfallversicherungsrechtlichen Verfahren einzig die pauschale Kritik, dass unfallfremde 

somatische und psychische Beschwerden bestünden, die anlässlich der bisherigen 

Abklärungen unberücksichtigt geblieben seien. Vorab ist festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer gemäss Aktenlage an keinen relevanten psychischen oder 

somatischen Vorzuständen gelitten hat. Er macht auch keine entsprechenden 

Beschwerden geltend. Soweit er sich auf nach dem Unfall aufgetretene körperliche und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychische Beschwerden beruft, die nicht Gegenstand der bisherigen medizinischen 

Beurteilungen gebildet haben sollen, so beschränken sich seine Vorbringen auf 

pauschale Behauptungen. Insbesondere zeigt er nicht auf, was für unfallfremde 

gesundheitliche Beschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehen bzw. 

inwiefern sich sein gesundheitlicher Zustand seit den medizinischen Untersuchungen 

von Dr. A.___ und der AEH rentenrelevant verschlechtert haben soll. Ergänzend ist in 

diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer weder im 

Einspracheverfahren gegen den Suva-Rentenentscheid (vgl. Einsprache vom 

27. Oktober 2006, act. G 8.2) noch im Einwand vom 21. Januar 2008 (act. G 8.1.11) 

eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ins Feld führte. Ferner scheint der 

Beschwerdeführer zu keiner Zeit in psychiatrischer Behandlung gestanden zu sein. Es 

wird von ihm auch nichts Entsprechendes geltend gemacht. Vor diesem Hintergrund 

überzeugt die Stellungnahme des RAD-Arztes vom 27. August 2007, worin dieser zum 

Schluss kam, dass die von der Suva ermittelte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im 

invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren übernommen werden könne (act. 

G 8.1.17).

3.4 Unter diesen Umständen erscheint das Bestehen weiterer - unfallfremder - 

invalidisierender Gesundheitsschäden und eine nach den von der Suva getroffenen 

medizinischen Abklärungsmassnahmen eingetretene gesundheitliche Verschlechterung 

als nicht überwiegend wahrscheinlich. Es kann daher entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der AEH und von Dr. A.___ 

abgestellt werden. Ein weiterer Abklärungsbedarf besteht nicht. Dagegen spricht auch 

nicht das zwischen dem Beschwerdeführer und dem WTL am 13. März 2008 

vereinbarte Arbeitsverhältnis mit einem 50%igen Einsatzpensum (act. G 3.2; vgl. auch 

die Arbeitsbestätigung vom 17. April 2008, act. G 3.3). Zum einen enthält der 

Arbeitsvertrag - wie auch die Arbeitsbestätigung vom 17. April 2008 - keine Äusserung 

einer medizinischen Fachperson zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, zum 

anderen geht daraus auch nicht hervor, dass dem Beschwerdeführer nicht ein 

ganztägiges Arbeitspensum zumutbar wäre. Vor diesem Hintergrund erweisen sich der 

eingereichte Arbeitsvertrag und die Arbeitsbestätigung des WTL vom 17. April 2008 für 

die Frage des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers als untauglich. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.   

Zu prüfen bleibt, wie sich die auf das Zumutbarkeitsprofil eingeschränkte 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Der von 

der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich, der unter 

Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzuges erfolgte (vgl. act. G 8.1.15), wird vom 

Beschwerdeführer nicht bestritten. Es sind auch keine Anhaltspunkte ersichtlich, 

welche Zweifel an dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen 

Einkommensvergleich entstehen liessen. Mit der Beschwerdegegnerin ist deshalb von 

einem nicht rentenbegründendem Invaliditätsgrad von 17% auszugehen.

5.   

5.1 Fraglich ist indessen, ob die vorstehend festgestellte 100%ige Arbeitsfähigkeit für 

leidensadaptierte Tätigkeiten auch für die Zeitspanne gilt, während welcher der 

Beschwerdeführer Taggeldleistungen der Suva bezog.

5.2 Am 1. Juni 2003 ist das Wartejahr im Sinn von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 

31. Dezember 2007 gültigen Fassung) abgelaufen. Der Beschwerdeführer bezog auch 

danach Unfalltaggelder für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Oktober 2004 (act. 

G 8.1.46.8 ff.; zur ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit vgl. act. G 8.1.34). Ab 

1. November 2004 wurden die Taggeldleistungen eingestellt (Schreiben der Suva vom 

11. Oktober 2004, act. G 8.2). Es ist deshalb zu prüfen, ob für die während der Dauer 

vom 1. Juni 2003 bis 31. Oktober 2004 ausgewiesene beeinträchtigte 

Leistungsfähigkeit ein Rentenanspruch besteht.

5.3 Die Einstellung der Taggeldleistungen stützte sich auf die kreisärztliche 

Abschlussuntersuchung vom 7. Oktober 2004. Darin wurde festgestellt, dass der 

Beschwerdeführer über eine volle Arbeitsfähigkeit verfüge für jede leichte und 

mittelschwere Arbeit, die wechselbelastend aber auch ausschliesslich stehend und 

ausschliesslich sitzend verrichtet werden könne, sofern repetitives Rumpfbeugen 

entfalle und eine obere Gewichtslimite für das Hantieren von Lasten von 20 kg 

eingehalten werde (act. G 8.2). Den Beginn für die Verwertbarkeit dieser 

Leistungsfähigkeit setzte die Suva aufgrund des kreisärztlichen Abschlussberichts auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

den 1. November 2004 fest (Schreiben vom 11. Oktober 2004, act. G 8.2). Im AEH-

Gutachten vom 13. Juli 2005 äusserten sich die Experten nicht zum Beginn der von 

ihnen festgestellten Resterwerbsfähigkeit. Sie enthielten sich einer retrospektiven 

Einschätzung (act. G 8.2). Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine verwertbare Arbeitsfähigkeit das 

Beschwerdeführers erst ab 1. November 2004 bestand. Aufgrund der vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit ab 20. Juni 2002 resultiert ein befristeter Anspruch auf eine ganze 

Rente. Der Anspruch auf ein 100%iges UV-Taggeld steht der Zusprache einer ganzen 

(befristeten) IV-Rente nicht entgegen. Soweit das Zusammenfallen beider Leistungen 

zu einer Überentschädigung des Beschwerdeführers führt, wird eine Abschöpfung 

derselben im Rahmen von Art. 69 ATSG vorzunehmen sein, wobei die IV-Rente von 

einer Kürzung ausgeschlossen ist.

6.   

6.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist und 

der Beschwerdeführer für die Dauer vom 1. Juni 2003 bis 31. Oktober 2004 einen 

Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung 

der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Hieran hat der Beschwerdeführer, der mit seinem Rentenbegehren 

nicht vollständig durchgedrungen ist, die Hälfte, d.h. Fr. 300.--, zu tragen. Den 

Restbetrag von Fr. 300.-- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und dem 

Beschwerdeführer ist in diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss 

zurückzuerstatten.

6.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von pauschal 

Fr. 3'500.-- angemessen. Entsprechend dem Ausmass des hälftigen Obsiegens 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertretung 

des Beschwerdeführers somit mit Fr. 1'750.-- zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

5. März 2008 aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird rückwirkend eine ganze 

Rente für die Zeit vom 1. Juni 2003 bis 31. Oktober 2004 zugesprochen. Die Sache 

wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin im Umfang 

von Fr. 300.-- und der Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 300.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 300.-- 

daran angerechnet und im Umfang von Fr. 300.-- zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 1'750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2010
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Auf im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren erhobene medizinische Akten kann auch im vorliegenden Verfahren abgestellt werden. Das Bestehen weiterer unfallfremder gesundheitlicher Beeinträchtigungen und das Vorliegen einer gesundheitlichen Verschlechterung sind nicht ausgewiesen. Rückwirkende Zusprache einer befristeten ganzen Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. März 2010, IV 2008/168).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:00:53+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen