# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13cdd640-934d-5f4e-86db-cf2db7b7c023
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2018 E-1819/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1819-2018_2018-05-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1819/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;   

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

Syrien,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 16. Februar 2018 / N (…). 

 

 

 

E-1819/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am 3. November 2015 in der Schweiz 

um Asyl nach. Am 16. November 2015 wurden sie summarisch zu ihrer 

Person, dem Reiseweg und den Asylgründen (BzP) befragt. Am 7. Dezem-

ber 2017 wurden sie vom SEM einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. 

Die Beschwerdeführenden machen im Wesentlichen geltend, sie seien sy-

rische Staatsangehörige – arabischer Ethnie – aus F._______ mit letztem 

Wohnsitz in G._______ (H._______). Im Juni 2014 hätten sie Syrien legal 

verlassen und sich rund ein Jahr im Libanon aufgehalten, bevor sie im No-

vember 2015 in die Schweiz eingereist seien.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) brachte in den Anhörungen 

vor, er habe bis im Jahre 1990 Militärdienst geleistet und sei danach bis 

zur Ausreise nicht mehr aufgeboten worden. Nach Beginn der Unruhen in 

Syrien habe er in seiner Heimatstadt I._______ einige Male an friedlichen 

Kundgebungen teilgenommen. Die Situation in I._______ habe sie aber 

zum Umzug nach H._______ bewogen. Seine Ehefrau sei im Jahr 2013 

inhaftiert gewesen und verletzt worden. Sie seien im Jahr 2014 aus dem 

Heimatstaat ausgereist, um der schwierigen wirtschaftlichen Situation zu 

entgehen, und um die Beschwerdeführerin und den gemeinsamen Sohn in 

Sicherheit zu bringen.  

B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) brachte vor, auch sie habe 

an friedlichen Demonstrationen teilgenommen. Im Juli 2013 sei sie verletzt 

worden, als sie in einem Minibus unterwegs gewesen sei und ein Hecken-

schütze auf den Bus geschossen habe. Sie sei daraufhin in ein Spital ge-

bracht und dort verhaftet worden. Während der anschliessenden 15-tägi-

gen Haft sei sie wiederholt nach zwei Personen und ihrem Bruder befragt, 

geschlagen und bedroht worden. Sie sei verdächtigt worden, mit diesen 

zwei Personen zusammengearbeitet zu haben beziehungsweise Waffen 

transportiert zu haben. Nach zwei Wochen sei sie freigelassen worden, 

wobei sie von einem ranghohen Sicherheitsbeamten aufgefordert worden 

sei, zukünftig mit den Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten und Infor-

mationen über die beiden gesuchten Personen zu liefern. Sie habe auf-

grund des Angriffs auf den Bus schwere Verletzungen erlitten, das Augen-

licht auf dem rechten Auge verloren und noch immer Splitter im Kopf. Nach 

ihrer Ausreise aus Syrien hätte sie einer Journalistin in einem im Internet 

abrufbaren Interview über die Inhaftierung berichtet. Die Journalistin habe 

sich einige Tage mit ihr in Haft befunden.  

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Seite 3 

Die Beschwerdeführenden haben ihre syrischen Identitätskarten im Origi-

nal sowie diverse Unterlagen über ihren Aufenthalt im Libanon zu den Ak-

ten gereicht. 

B.  

Mit Verfügung vom 21. Februar 2018 stellte die Vorinstanz fest, dass die 

Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihr 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Wegen 

Unzumutbarkeit wurde der Vollzug der Wegweisung aufgeschoben und die 

Beschwerdeführenden vorläufig in der Schweiz aufgenommen. 

Die Vorinstanz erachtete die von den Beschwerdeführenden vorgebrach-

ten Fluchtgründe im Wesentlichen als offensichtlich nicht asylrelevant. So 

seien den Akten keine konkreten Hinweise zu entnehmen, dass die syri-

schen Sicherheitskräfte die Beschwerdeführenden aufgrund ihrer Teilnah-

men an Demonstrationen als Regimegegner identifiziert haben könnten. 

Insbesondere sei dies von den Beschwerdeführenden auch nicht geltend 

gemacht worden. Dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Interviews 

nach ihrer Ausreise aus Syrien identifiziert werden könnte, sei ebenso un-

wahrscheinlich. Hinsichtlich der Inhaftierung und des gegen die Beschwer-

deführerin erhobenen Verdachts der Konspiration sei weder von einer ge-

zielt gegen sie gerichteten Verfolgungsmassnahme im Sinne von Art. 3 

AsylG (SR 142.31) auszugehen, noch liege die erforderliche Intensität ei-

ner asylrechtlich relevanten Verfolgung vor. Schliesslich seien keine An-

haltspunkte gegeben, welche auf weitere Probleme nach der Freilassung 

der Beschwerdeführerin schliessen würden, zumal sie nach ihrer Freilas-

sung weitere elf Monate zugewartet habe, bis sie ihr Heimatland verlassen 

hätte. Soweit der Beschwerdeführer in der Anhörung vorbringe, bei einer 

Rückkehr nach Syrien würde sein Jahrgang erneut für den Militärdienst re-

krutiert werden, sei im Übrigen festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

weder ein entsprechendes Aufgebot erhalten habe noch jemals in Kontakt 

mit den syrischen Militärbehörden gestanden habe. Er könne mithin nicht 

als Dienstverweigerer angesehen werden. Somit sei nicht mit erheblicher 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden 

aufgrund der Demonstrationsteilnahmen oder aus anderen Gründen durch 

die staatlichen Behörden identifiziert worden seien und als regimefeindli-

che Personen betrachtet würden. Dafür würden auch die Umstände spre-

chen, dass die Mehrheit der Familie der Beschwerdeführenden noch in 

F._______ lebe, die Beschwerdeführenden Syrien auf legalem Weg ver-

lassen hätten und sie als primären Fluchtgrund die allgemein schwierigen 

Lebensumstände in ihrem Heimatstaat und die gesundheitlichen Probleme 

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der Beschwerdeführerin genannt hätten. Es sei unbestritten, dass die Situ-

ation in Syrien aufgrund des Bürgerkrieges äusserst schwierig sei für eine 

Familie mit Kleinkindern. Die von den Beschwerdeführenden vorgebrach-

ten Asylgründe seien jedoch auf die zurzeit herrschende Lage der allge-

meinen Gewalt zurückzuführen und würden den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht standhalten. Der Bürger-

kriegssituation im Heimatstaat der Beschwerdeführenden wurde mit der 

Anordnung der vorläufigen Aufnahme Rechnung getragen. 

C.  

Die Verfügung der Vorinstanz fochten die Beschwerdeführenden mit Ein-

gabe vom 25. März 2018 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie bean-

tragten sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie 

die Gewährung von Asyl, unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft.  

Im Wesentlichen wurde in der Beschwerde ausgeführt, die Beschwerde-

führerin habe während der Anhörung nicht alle Asylgründe vorbringen kön-

nen. So habe sie nicht vorgebracht, dass sie während ihrer Inhaftierung 

Opfer sexueller Gewalt geworden sei. Es sei ihr während der bundesrecht-

lichen Anhörung nicht möglich gewesen, über das Erlittene zu sprechen; 

sie wünsche sich eine erneute Befragung. Ihre Familie wisse um die ge-

nauen Vorkommnisse in der Haft nichts. Sie leide sowohl physisch als auch 

psychisch sehr unter den Ereignissen in Syrien und habe Angstzustände, 

Fieberschübe und Depressionen.  

D.  

Am 29. März 2018 wurde den Beschwerdeführenden der Eingang der Be-

schwerde bestätigt. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. April 2018 wurde der Beschwerdeführerin 

Gelegenheit geboten, im Rahmen einer Beschwerdeergänzung die in der 

Beschwerde vorgebrachten frauenspezifischen Fluchtgründe näher zu er-

örtern und zu erklären, ob sie aufgrund ihrer persönlichen Vorbringen ihr 

Beschwerdeverfahren allenfalls getrennt vom Beschwerdeverfahren ihres 

Ehemannes und der in das Beschwerdeverfahren eingeschlossenen Kin-

der führen möchte.  

F.  

Mit Schreiben vom 20. April 2018 führten die Beschwerdeführenden die 

Beschwerdegründe näher aus und hielten fest, dass sie eine gemeinsame 

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Weiterführung des Verfahrens wünschen würden. Die Beschwerdeführerin 

machte sodann weitergehende Ausführungen zum auf Beschwerdeebene 

vorgebrachten Umstand, in der Haft Opfer sexueller Gewalt geworden zu 

sein.  

Mit dem Schreiben vom 20. April 2018 wurde zudem ein ärztlicher Bericht 

in Aussicht gestellt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

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4.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend handelt 

es sich um eine solche, wie nachfolgend aufgezeigt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

6.  

6.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere dann angezeigt, wenn weitere Tatsachen 

festgestellt werden müssen sowie ein umfassendes Beweisverfahren 

durchzuführen ist. 

6.2 Im Asylverfahren ist der Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen 

festzustellen (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Die Asylbehörden haben 

aufgrund dieser Untersuchungspflicht für die richtige und vollständige Ab-

klärung des Sachverhalts zu sorgen. Unvollständig ist die Sachverhalts-

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feststellung, wenn nicht alle für den Entscheid rechtserheblichen Sachum-

stände berücksichtigt wurden; unrichtig ist sie, wenn dem Entscheid ein 

falscher und aktenwidriger Sachverhalt zu Grunde gelegt wurde, wie dies 

der Fall ist, wenn die Rechtserheblichkeit einer Tatsache zu Unrecht ver-

neint und diese gar nicht erst zum Gegenstand eines Beweisverfahrens 

gemacht wurde.  

6.3 Die behördliche Untersuchungspflicht wird durch die den Asylsuchen-

den gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt, 

wobei diese insbesondere bei der Anhörung vollständig anzugeben haben, 

weshalb sie um Asyl nachsuchen. Die Asylsuchenden haben auch An-

spruch auf Mitwirkung, was sich unmittelbar aus dem Anspruch auf rechtli-

ches Gehör ergibt (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zur Erkenntnis gelangt, die von 

den Beschwerdeführenden geltend gemachten Verfolgungsvorbringen 

würden den Anforderungen an die Asylrelevanz nicht genügen. Insbeson-

dere wurde die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte zweiwöchige In-

haftierung als nicht asylrelevant erachtet, da diese – wie die Beschwerde-

führerin ausgeführt habe – auf einer unrechtmässigen Verdächtigung ba-

siert habe und keine gezielt gegen sie gerichtete Verfolgungsmassnahme 

dargestellt habe. Sodann sei der Inhaftierung die erforderliche Intensität 

abzusprechen, da den Akten nicht zu entnehmen sei, dass die Beschwer-

deführerin nach ihrer Freilassung weitere Probleme gehabt habe oder ihr 

solche konkret gedroht hätten. Auf die betreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz gemäss angefochtener Verfügung und Zusammenfassung un-

ter B. kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden. 

7.2 Nicht in die Beurteilung eingeflossen sind jedoch die erstmals auf Be-

schwerdestufe neu vorgebrachten Einwände, wonach die Beschwerdefüh-

rerin in der Haft Opfer sexueller Gewalt geworden ist. Allfällige in der Haft 

erlittene sexuelle Übergriffe können allenfalls zur Bejahung eines frauen-

spezifischen Nachteils im Sinne von Art. 3 Abs. 2 (zweiter Satz) AsylG füh-

ren. Einem solch schwerwiegenden Nachteil wie das Erleiden einer Verge-

waltigung kommt dann asylrechtliche Relevanz zu, wenn der erlittene 

Nachteil einer flüchtlingsrechtlich relevanten (Gesamt-)Motivation zuzu-

schreiben ist (EMARK 2006 Nr. 32 [Grundsatzentscheid], insbesondere 

E. 8.7.3).  

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Seite 8 

7.3 Verschiedene konkrete Hinweise sprechen vorliegend dafür, dass die 

Beschwerdeführerin während ihrer Haft Opfer sexueller Gewalt geworden 

sein könnte. Diese Hinweise haben sich erst auf Beschwerdeebene weiter 

konkretisiert. Die Beschwerdeführerin hat in den Anhörungen keine sexu-

ellen Übergriffe geltend gemacht. Im Rahmen der BzP hat sie zudem eine 

Befragung in einem reinen Frauenteam für nicht notwendig erklärt 

(act. A4/13 S. 8). Auch in der Anhörung machte sie im Zusammenhang mit 

ihrer Inhaftierung keine sexuellen Übergriffe geltend. Sie verwies aber auf 

ein Interview, welches sie einer syrischen Journalistin zu einem späteren 

Zeitpunkt nach ihrer Ausreise aus dem Heimatstaat gegeben hatte. Mit be-

sagter Journalistin hat sie nach eigenen Aussagen mehrere Tage in Haft 

verbracht. Ein Wortmitschnitt dieses über einen Internetkanal abhörbaren 

Interviews wurde ins Anhörungsprotokoll übersetzt aufgenommen. In die-

sem wird seitens der Journalistin an die Beschwerdeführerin die Frage ge-

richtet, wie ihre Familie, insbesondere ihr Ehemann, mit der Inhaftierung 

umgegangen sei. Die Möglichkeit einer Vergewaltigung wurde thematisiert. 

Die Beschwerdeführerin drückt im Interview entsprechend aus, dass es ihr 

schwer falle, über das Erlebte zu berichten. Ihr Ehemann habe sehr viel 

Verständnis für ihre Situation gezeigt (act. A15/20 F25). Der Beschwerde-

führer seinerseits brachte in seiner Anhörung vor, seine Ehefrau habe ihm 

die Details der Inhaftierung bisher nicht erzählt. Er werde dies von ihr auch 

nicht verlangen, um sie nicht zu verletzen. Eine Inhaftierung in Syrien be-

deute jedoch für eine Frau, dass ihr mit grosser Wahrscheinlichkeit alles 

passiere (vgl. act. A16/17 F45). Die Vorbringen auf Beschwerdeebene kön-

nen angesichts dieser Sachverhaltserkenntnisse nicht per se als nachge-

schoben qualifiziert werden, zumal bekannt ist, dass Opfer sexueller Ge-

walt erst im späteren Verlauf eines Verfahrens im Stande sind, über das 

Erlebte zu berichten. 

7.4 Die Beschwerdeführenden sind bisher nicht anwaltlich vertreten. Die 

von ihnen eingereichte Beschwerde und die Beschwerdeergänzung in 

deutscher Sprache genügen zwar den Anforderungen an eine Beschwer-

deschrift (Art. 52 VwVG). Gleichwohl lässt sich aufgrund der Ausführungen 

in dieser Laienbeschwerde – auch unter Berücksichtigung der Beschwer-

deergänzung – keine abschliessende Einschätzung aufgrund des bisher 

erstellten Sachverhalts vornehmen.  

8.  

Aufgrund dessen ist ein reformatorischer Entscheid durch das Bundesver-

waltungsgericht nicht angezeigt, da der Sachverhalt aktuell nicht als zur 

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Seite 9 

Genüge erstellt erachtet werden kann. Es erscheint sachgerecht, das Ver-

fahren an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die nötigen Abklä-

rungen – idealerweise im Rahmen einer nochmaligen Befragung der Be-

schwerdeführerin – vornimmt und diese im Rahmen eines neuen be-

schwerdefähigen Entscheids einer rechtlichen Würdigung unterzieht.  

9.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten insoweit gutzuheissen, als damit 

die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung beantragt wird. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 3 VwVG).  

10.2 Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten, da nicht davon aus-

zugehen ist, dass den Beschwerdeführenden, die im Beschwerdeverfah-

ren nicht vertreten waren, entschädigungspflichtige Kosten entstanden 

sind (Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird.  

2.  

Die Verfügung vom 21. Februar 2018 wird aufgehoben und die Akten wer-

den zur weiteren Abklärung des Asylvorbringens und zum neuen Entscheid 

an die Vorinstanz überwiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili 

 

 

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