# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50ea53f3-ce4a-552b-8626-de6222ccb3d2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 31.03.2015 BB.2014.126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2014-126_2015-03-31.pdf

## Full Text

Beschluss vom 31. März 2015  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova  

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

 

Parteien 

  

A. 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

OBERGERICHT DES KANTONS ZUG,  

 

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands 

der Privatklägerschaft (Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2014.126 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Sachverhalt: 

 

 Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug (nachfolgend "Strafgericht") 

vom 14. September 2012 wurden B., C., D. und E. vom Vorwurf der 

fahrlässigen Tötung (Art. 117 StGB) freigesprochen und der fahrlässigen 

Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde (Art. 229 Abs. 2 

StGB) schuldig erklärt. Die Zivilklagen der Privatklägerschaft wurden auf den 

Zivilweg verwiesen. Weiter wurde der Privatklägerschaft keine 

Prozessaufwandentschädigung zugesprochen (act. 1.1, S. 10 ff.).  

 

 

 Mit Berufungserklärung beim Obergericht des Kantons Zug (nachfolgend 

"OG ZG") vom 12. November 2012 stellten B., C., E. und D. u.a. den Antrag, 

sie seien auch vom Vorwurf der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung 

der Regeln der Baukunde freizusprechen (act. 1.1 S. 13 f.).  

 

 

 Am 13. November 2012 reichte Rechtsanwältin A. im Namen und im Auftrag 

der fünf Privatkläger des obgenannten Verfahrens (inkl. F.) ebenfalls eine 

Berufungserklärung beim OG ZG ein. Die Berufung beschränkte sich auf die 

Anfechtung der Entschädigungsfolgen, namentlich wurde die Zusprechung 

einer Prozessentschädigung beantragt (Verfahrensakten OG 6D 2/1).  

 

 

 Mit Gesuch beim OG ZG vom 14. Dezember 2012 ersuchte RA A. im Hinblick 

auf eine allfällige Anschlussberufung um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege für die Privatklägerin F. – inkl. ihrer Bestellung als 

Rechtsbeistand. Sie begründet ihr Gesuch u.a. wie folgt (act. 1.2): "Frau F. 

macht im vorliegenden Verfahren adhäsionsweise Zivilansprüche geltend, 

welche als Folge einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung 

zuzusprechen wären". Dieses Gesuch wurde mit Präsidialverfügung vom 

20. Dezember 2012 wie folgt genehmigt (act. 1.3):  

 

"1. Der Gesuchstellerin wird für die Rechtsdurchsetzung ihrer Forderungen 

mittels Privatklage im Zivilpunkt in den Berufungsverfahren S 2012 45-

49 die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 136 Abs. 2 lit. a, b 

und c StPO (Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen, 

Befreiung von den Verfahrenskosten, gerichtliche Bestellung von RA 

lic.iur. A., Zürich, als Rechtsbeiständin) mit Wirkung ab 17. Dezember 

2012 bewilligt."  

 

 Mit Anschlussberufung vom 17. Dezember 2012 beantragte die 

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug die Aufhebung der Schuld- und 

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Freisprüche gegen die Obgenannten (inkl. die damit verbundenen Punkte 

[Strafmass, Kostenverteilung und Entschädigung der Beschuldigten]) und 

deren Schuldigsprechung wegen fahrlässiger Tötung (Art. 117 StGB) und 

Verletzung der Regeln der Baukunde (Art. 229 Abs. 1 StGB), eventualiter 

der fahrlässigen Verletzung der Regeln der Baukunde (Art. 229 Abs. 2 StGB; 

Verfahrensakten OG 6D 3/4).  

 

 

 Am 21. Dezember 2012 erklärte auch F., vertreten durch RA A., 

Anschlussberufung. Sie hielt im Sinne von Art. 400 Abs. 1 i.V.m. Art. 399 

Abs. 3 und 4 StPO fest dass (Verfahrensakten OG 6D 3/6):  

 

"1. das Urteil nur in Teilen angefochten wird; 

 

 2. die folgende Abänderung des Urteils beantragt wird: Aufhebung der 

jeweiligen Dispositiv-Ziffern 1 und 2 und Schuldigsprechung der 

Beschuldigten der fahrlässigen Tötung und der vorsätzlichen Verletzung 

der Regeln der Baukunde;  

 

 3. keine Beweisanträge gestellt werden." 

 

 

 Die Berufungsverhandlung fand am 27. März 2014 statt. RA A. stellte dabei 

im Namen und im Auftrag von F. auch Anträge betreffend Zivilansprüche 

(act. 1.1 S. 16).  

 

 

 Mit Urteil vom 11. September 2014 hiess das OG ZG die Berufungen von B., 

C., E. und D. gut. Die Berufung der Privatklägerschaft sowie die 

Anschlussberufungen der Staatsanwaltschaft Zug und von F. wurden 

abgewiesen. Zudem hielt das OG ZG u.a. fest, dass das erstinstanzliche 

Urteil vom 14. September 2012 betreffend den Verweis der Zivilklagen der 

Privatkläger auf den Zivilweg rechtskräftig geworden sei. RA A. wurde für 

ihre Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsbeistand der Privatklägerin F. im 

Berufungsverfahren keine Entschädigung zugesprochen (act. 1.1 S. 47 ff.).  

 

 

 Dagegen gelangt RA A. mit Beschwerde vom 25. September 2014 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt im 

Wesentlichen eine Entschädigung für ihre Tätigkeit als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand von F. im obgenannten Berufungsverfahren von 

Fr. 33'597.95 (act. 1).  

 

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 Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2014 beantragt das OG ZG die 

Abweisung der Beschwerde (act. 5). Die Beschwerdeführerin replizierte am 

27. Oktober 2014 (act. 7).  

 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gegen den Entscheid, mit welchem das Berufungsgericht eines Kantons die 

Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes der Privatklägerschaft 

für deren Bemühungen im kantonalen Berufungsverfahren festsetzt, kann 

der Rechtsbeistand bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Beschwerde führen (vgl. Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_360/2014 vom 30. Oktober 2014 E. 1.7; 

MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, Basler Kommentar StPO, 2014, Art. 138 N. 1; 

SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., 

Zürich/St. Gallen 2013, Art. 138 N. 1; LIEBER, in: StPO Kommentar, 

DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER [Hrsg.], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, 

Art. 138 N. 6).  

 

1.2 Voraussetzung zur Beschwerdeerhebung ist dabei auf Seiten des 

Rechtsbeistandes ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 

oder Änderung des angefochtenen Entscheids (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die 

Beschwerde ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen 

(Art. 396 Abs. 1 StPO).  

 

Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, 

weshalb auf die im Übrigen frist- und formgerechte Beschwerde einzutreten 

ist.  

 

 

2.  

2.1 Die Verfahrensleitung gewährt der Privatklägerschaft für die Durchsetzung 

ihrer Zivilansprüche ganz oder teilweise die unentgeltliche Rechtspflege, 

wenn die Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und 

die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint (Art. 136 Abs. 1 StPO). Das Recht 

auf unentgeltliche Rechtspflege ist verfassungsrechtlich garantiert. Es soll 

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eine gewisse Waffengleichheit sowie eine sachgerechte Prozessführung 

gewährleisten (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., Art 136 N. 1). Die 

unentgeltliche Rechtspflege wird allein im Hinblick auf die Durchsetzung von 

Zivilansprüchen gewährt (Urteil des Bundesgerichts 1B_254/2013 vom 

27. September 2013 E. 2.1.1). Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst die 

Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen, die Befreiung von den 

Verfahrenskosten und die Bestellung eines Rechtsbeistands - wenn dies zur 

Wahrung der Rechte der Privatklägerschaft notwendig ist (Art. 136 Abs. 2 

StPO). Der unentgeltliche Rechtsbeistand wird mittels Verfügung bestellt. 

Diese begründet ein öffentlich-rechtliches Rechtsverhältnis zwischen dem 

Anwalt und dem Bund bzw. dem jeweiligen Kanton (vgl. zum Ganzen 

MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 

3 BV], Basel 2008, S. 192 ff. m.w.H.). Führt die Privatklägerschaft Zivil- und 

Strafklage, darf der im Hinblick auf die Zivilklage bestellte Rechtsbeistand 

auch im Strafpunkt aktiv werden (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur 

Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 S. 1181).  

 

2.2 Der unentgeltliche Rechtsbeistand wird nach dem Anwaltstarif des Kantons 

entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 135 Abs. 1 StPO). Gemäss § 15 der Verordnung über den Anwaltstarif 

des Kantons Zug vom 3. Dezember 1996 (GS 25, 459; AnwT) bemisst sich 

in Strafsachen, einschliesslich der Verbeiständung bezüglich zivilrechtlicher 

Ansprüche im Strafprozess, das Honorar nach dem angemessenen 

Zeitaufwand des Rechtsanwaltes oder der Rechtsanwältin (Abs. 2). Der 

Stundenansatz beträgt in der Regel Fr. 220.--. Er kann in besonderen Fällen 

bis auf Fr. 300.-- erhöht werden (Abs. 3). Die Entschädigung wird festgesetzt, 

nachdem der Rechtsanwalt bzw. die Rechtsanwältin eine spezifizierte 

Aufstellung über seine bzw. ihre Tätigkeit und die Barauslagen vorgelegt hat. 

Wird die spezifizierte Rechnung nicht rechtzeitig vor der Fällung des 

Entscheides eingereicht, kann das Gericht die Entschädigung nach 

Ermessen festsetzen (§ 15 Abs. 2 i.V.m. § 14 Abs. 3 AnwT).  

 

2.3 Mit Gesuch beim OG ZG vom 14. Dezember 2012 ersuchte die 

Beschwerdeführerin im Hinblick auf eine allfällige Anschlussberufung um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Privatklägerin F. – inkl. 

ihrer Bestellung als Rechtsbeistand. Sie begründete ihr Gesuch u.a. wie folgt 

(act. 1.2): "Frau F. macht im vorliegenden Verfahren adhäsionsweise 

Zivilansprüche geltend, welche als Folge einer Verurteilung wegen 

fahrlässiger Tötung zuzusprechen wären." Dieses Gesuch wurde mit 

Präsidialverfügung vom 20. Dezember 2012 wie folgt genehmigt (act. 1.3): 

"Der Gesuchstellerin wird für die Rechtsdurchsetzung ihrer Forderungen 

mittels Privatklage im Zivilpunkt in den Berufungsverfahren S 2012 45-49 die 

unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 136 Abs. 2 lit. a, b und c StPO 

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(Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen, Befreiung von den 

Verfahrenskosten, gerichtliche Bestellung von RA lic.iur. A., Zürich, als 

Rechtsbeiständin) mit Wirkung ab 17. Dezember 2012 bewilligt." Die 

Anschlussberufung erfolgte am 21. Dezember 2012. Die 

Beschwerdeführerin hielt im Sinne von Art. 400 Abs. 1 i.V.m. Art. 399 Abs. 3 

und 4 StPO fest, dass (Verfahrensakten OG 6D 3/6): "1. das Urteil nur in 

Teilen angefochten wird; 2. die folgende Abänderung des Urteils beantragt 

wird: Aufhebung der jeweiligen Dispositiv-Ziffern 1 und 2 und 

Schuldigsprechung der Beschuldigten der fahrlässigen Tötung und der 

vorsätzlichen Verletzung der Regeln der Baukunde; 3. keine Beweisanträge 

gestellt werden." Im Rahmen der Berufungsverhandlung vom 27. März 2014 

stellte die Beschwerdeführerin im Namen und im Auftrag von F. auch 

Anträge betreffend Zivilansprüche (act. 1.1 S. 16). Mit Urteil vom 

11. September 2014 hielt das OG ZG unter Ziff. 1.1 fest, dass das 

erstinstanzliche Urteil vom 14. September 2012 betreffend den Verweis der 

Zivilklagen der Privatkläger auf den Zivilweg rechtskräftig geworden sei (act. 

1.1 S. 47) – da der Zivilpunkt nicht angefochten worden sei (act. 1.1 S. 44). 

Es lägen dementsprechend gar keine Bemühungen der Rechtsvertreterin 

der Privatklägerin F. vor, die in kausalem Zusammenhang mit der 

Rechtsdurchsetzung ihrer Forderung mittels Privatklage im Zivilpunkt 

stünden, denn die Privatklägerin habe sich nicht im Zivilpunkt am 

Berufungsverfahren beteiligt. Für eine entsprechende Entschädigung 

bestünde somit kein Raum (act. 1.1 S. 44).  

 

2.4 Zwischen den Parteien ist umstritten, ob mittels Anschlussberufung von F. 

vom 21. Dezember 2012 der Verweis der Zivilklagen der Privatkläger auf den 

Zivilweg angefochten wurde (act. 1 Ziff. 3.6 ff.). Diesbezüglich gilt es 

Folgendes festzuhalten:  

 

2.5 Entscheide, in denen über Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird, 

ergehen in Form eines Urteils (Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO). Im Urteil ist auch 

über die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu entscheiden (Art. 81 Abs. 3 

lit. a und Abs. 4 lit. b StPO). Zu den Verfahrenskosten gehören u.a. die 

Auslagen für die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche 

Verbeiständung (Art. 422 Abs. 1 und 2 lit. a StPO). Art. 135 Abs. 2 StPO 

sieht vor, dass das urteilende Gericht die Entschädigung des amtlichen 

Verteidigers am Ende des Verfahrens festsetzt. Gleiches gilt für das Honorar 

des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerschaft (Art. 138 Abs. 1 

i.V.m. Art. 135 Abs. 2 StPO). Da die Auslagen für die amtliche 

Verbeiständung und die unentgeltliche Rechtspflege Bestandteil der 

Verfahrenskosten bilden, hat das Gericht darüber im Sachurteil zu befinden 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_611/2012 vom 19. April 2013 E. 5.1).  

 

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Gegen Strafurteile (Entscheide über den Ausgang des Strafprozesses; vgl. 

THOMMEN, Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Basel 2011, 

Art. 78 N. 6) des Berufungsgerichts kann beim Bundesgericht Beschwerde 

in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. BGG erhoben werden - ebenfalls nach Art. 

78 ff. BGG sind Entscheide über zivilrechtliche Adhäsionsansprüche 

anfechtbar (THOMMEN, a.a.O., N. 22). Der Entscheid, mit welchem das 

Berufungsgericht eines Kantons die Entschädigung des unentgeltlichen 

Rechtsbeistandes der Privatklägerschaft für deren Bemühungen im 

kantonalen Berufungsverfahren festsetzt, ist hingegen vom Rechtsbeistand 

mittels StPO-Beschwerde bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts anzufechten (siehe supra. E. 1.1) - die 

Beschwerdekammer entscheidet endgültig (vgl. Art. 79 BGG). Mithin ergibt 

sich eine Spaltung des Rechtsmittelwegs, obschon die in den beiden 

Verfahren aufgeworfenen Fragestellungen nicht immer isoliert voneinander 

beurteilt werden können, mithin durchaus eine Abhängigkeit bestehen kann 

(nicht anders bei der Beschwerde des amtlichen Verteidigers gemäss 

Art. 135 Abs. 3 StPO; vgl. Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2013.84-

85 vom 12. Juni 2014 und BB.2013.131 vom 21. Juli 2014 E. 2.4).  

 

2.6 Aus dem Gesagten geht hervor, dass die Feststellung des 

Beschwerdegegners, wonach der Verweis der Zivilklagen der Privatkläger 

auf den Zivilweg in Rechtskraft erwachsen sei, nur mittels Beschwerde in 

Strafsachen hätte angefochten werden können - gemäss den hier zur 

Verfügung stehenden Akten wurde jedoch keine Beschwerde erhoben. Der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts fehlt die Zuständigkeit, über 

diese Rechtsfrage zu entscheiden. Jedoch ist diese Frage - wie die 

nachstehenden Erwägungen zeigen werden - vorliegend auch nicht von 

ausschlaggebender Bedeutung.  

 

2.7 Mit Verfügung vom 20. Dezember 2012 gewährte der Beschwerdegegner F. 

im Hinblick auf die Rechtsdurchsetzung ihrer Forderungen mittels 

Privatklage im Zivilpunkt die unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegend 

zur Diskussion stehende Berufungsverfahren (inkl. Bestellung der 

Beschwerdeführerin als Rechtsbeistand; act. 1.3). Mit Anschlussberufung 

vom 21. Dezember 2012 focht die Beschwerdeführerin den Verweis der 

Zivilklagen der Privatkläger auf den Zivilweg zwar nicht explizit an. Sie ging 

offenbar davon aus, dass dieser durch die Anfechtung des Schuldpunktes 

mitangefochten worden sei. In der Folge wurde RA A. betreffend die 

Durchsetzung der Zivilansprüche von F. entsprechend tätig und stellte u.a. 

auch diesbezügliche Anträge in der Berufungsverhandlung (siehe supra lit. 

G). Am Ende des Berufungsverfahrens reichte sie ihre diesbezügliche 

Honorarnote ein (act. 1.4). Der Beschwerdegegner verweigerte der 

Beschwerdeführerin eine Entschädigung mit der Begründung, dass gar 

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keine Bemühungen der Beschwerdeführerin vorlägen, die in kausalem 

Zusammenhang mit der Rechtsdurchsetzung der Privatklage im Zivilpunkt 

stünden, denn die Privatklägerin habe sich nicht im Zivilpunkt am 

Berufungsverfahren beteiligt (act. 1.1 S. 44).  

 

Der Argumentation des Beschwerdegegners kann nicht gefolgt werden. Er 

verkennt, dass die mögliche Fehleinschätzung der unterlassenen Berufung 

gegen den erstinstanzlichen Verweis der Zivilklage in das Zivilverfahren nicht 

entscheidend dafür ist, ob eine Entschädigung grundsätzlich zu leisten ist. 

Denn es liegen nach gewährter unentgeltlicher Rechtspflege sehr wohl 

Bemühungen der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Zivilklage 

im Berufungsverfahren vor. Namentlich hat die Beschwerdeführerin u.a. 

auch Anträge in diesem Zusammenhang gestellt. Diese Bemühungen waren 

- nach Ansicht des Beschwerdegegners - durch den vermeintlichen Fehler 

der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Anschlussberufung 

(siehe supra E. 2.4) lediglich nicht geeignet, die Zivilansprüche der 

Privatklägerin im Berufungsverfahren tatsächlich durchzusetzen, da gemäss 

Beschwerdegegner der erstinstanzliche Verweis der Zivilklagen auf den 

Zivilweg rechtskräftig geworden sei. Wird der Zivilpunkt des erstinstanzlichen 

Urteils nicht mitangefochten, so bilden Zivilklagen nicht mehr Gegenstand 

des Berufungsverfahrens. Mithin wäre an sich auch der Grund für die 

unentgeltliche Rechtspflege der Privatklägerschaft dahin gefallen. In solch 

einem Fall hätte die Verfahrensleitung allerdings zu prüfen gehabt, ob das 

Mandat des Rechtsbeistandes hätte widerrufen werden müssen (vgl. Art. 

137 i.V.m. Art. 134 Abs. 1 StPO) oder der Rechtsbeistand hätte wegen 

unsorgfältiger Mandatsausübung ausgewechselt werden müssen (vgl. Art. 

137 i.V.m. Art. 134 Abs. 2 StPO). Selbst wenn das Mandat zu wiederrufen 

gewesen wäre, sind jedoch dem Rechtsbeistand seine aufgelaufenen 

Bemühungen in der Regel zu entschädigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_632/2012 vom 19. Dezember 2012 E. 2.3). Dies gilt umso mehr, wenn 

die Verfahrensleitung - wie in casu - keinen Widerruf vorgenommen hat. Aus 

diesen Gründen wird der Beschwerdegegner die Entschädigung der 

Beschwerdeführerin nochmals differenziert überprüfen müssen.  

 

2.8 Nach dem Gesagten ist die vorliegende Beschwerde im Grundsatz 

gutzuheissen. Ziff. 8 des Dispositivs des Urteils vom 11. September 2014 ist 

aufzuheben. Da das OG ZG als Sachgericht am besten in der Lage ist, die 

Angemessenheit der anwaltlichen Bemühungen zu beurteilen und ihm ein 

erheblicher Ermessensspielraum zusteht (vgl. Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BB.2014.1 vom 11. April 2014, E. 3.5 m.w.H.), ist die 

Sache an den Beschwerdegegner zur neuen Entscheidung zurückzuweisen.  

 

 

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3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtsgebühren zu 

erheben (Art. 423 Abs. 1 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO). Der von 

der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 2'000.-- (act. 3) ist dieser vollumfänglich zurückzuerstatten.  

 

 

4. Der Beschwerdegegner hat der Beschwerdeführerin für ihre Aufwendungen 

im vorliegenden Verfahren eine Parteientschädigung zu entrichten. Die 

Beschwerdeführerin macht einen Zeitaufwand von 15 Stunden (act. 1 S. 16 

und act. 7 S. 4) geltend, was angemessen erscheint. Jedoch ist dieser 

Zeitaufwand nicht wie von der Beschwerdeführerin beantragt zu Fr. 350.-- 

pro Stunde zu entschädigen, sondern praxisgemäss zu Fr. 230.-- pro 

Stunde. Damit ergibt sich eine Entschädigung für das Beschwerdeverfahren 

von Fr. 3'450.-- (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 

Abs. 1 BStKR).  

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziff. 8 des Dispositivs des Urteils vom 

11. September 2014 wird aufgehoben und an das Obergericht des Kantons 

Zug zur neuen Entscheidung zurückgewiesen.  

 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse hat 

der Beschwerdeführerin den von ihr geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 

von Fr. 2'000.-- vollumfänglich zurückzuerstatten. 

 

3. Das Obergericht des Kantons Zug hat Rechtsanwältin A. eine 

Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'450.-- zu entrichten.  

 

 

 

Bellinzona, 1. April 2015 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwältin A.  

- Obergericht des Kantons Zug 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.