# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a062082f-e70a-5027-b6ea-5743a2b3d0de
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.05.2025 F-2891/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2891-2025_2025-05-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2891/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig (Vorsitz), 

mit Zustimmung von Richter Sebastian Kempe, 

Gerichtsschreiberin Joana Maria Mösch. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren (…), Nigeria 

vertreten durch MLaw Cyril Treichler,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 14. April 2025 / N (…). 

 

 

 

F-2891/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reichte erstmals am 31. Januar 2012 in der 

Schweiz ein Asylgesuch ein. Am 10. April 2014 wurde sie zufolge der Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufgenommen. Aufgrund 

ihrer unkontrollierten Ausreise erlosch die vorläufige Aufnahme am 

30. Juni 2022. 

B.  

Am 17. Februar 2023 stellte die Beschwerdeführerin in der Schweiz erneut 

ein Asylgesuch. Die italienischen Behörden lehnten am 8. März 2023 ein 

Wiederaufnahmeersuchen der Schweiz mit Verweis auf die in der Schweiz 

lebenden vier minderjährigen Kinder der Beschwerdeführerin ab. Darauf-

hin erachtete die Vorinstanz das Dublin-Verfahren als beendet und leitete 

das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren ein. Am 7. Mai 2023 ver-

liess die Beschwerdeführerin die ihr zugewiesene Unterkunft, bevor das 

Asylverfahren abgeschlossen war.  

C.  

Am 20. Februar 2025 ersuchte sie um Wiederaufnahme des Asylverfah-

rens, woraufhin die Vorinstanz am 13. März 2025 das Verfahren wieder 

aufnahm. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank 

(Eurodac) ergab, dass die Beschwerdeführerin in der Zwischenzeit am 

10. Mai 2023 in Deutschland ein Asylgesuch gestellt hatte. 

D.  

Die Vorinstanz gewährte der Beschwerdeführerin am 31. März 2025 das 

rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der 

Möglichkeit der Überstellung nach Deutschland, dessen Zuständigkeit für 

die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. Die Be-

schwerdeführerin erklärte, sie wolle bei ihren vier in der Schweiz lebenden 

minderjährigen Kindern bleiben. 

E.  

Am 3. April 2025 hiessen die deutschen Behörden das Gesuch der Vor-

instanz vom 1. April 2025 um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin 

gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

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Seite 3 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) gut. 

F.  

Mit Verfügung vom 14. April 2025 (eröffnet am gleichen Tag) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete ihre 

Überstellung nach Deutschland an, forderte sie auf, die Schweiz am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen und beauftragte den Kanton 

(Nennung Kanton) mit dem Vollzug der Wegweisung. Darüber hinaus hielt 

sie fest, einer allfälligen Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung 

komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

G.  

Mit Eingabe vom 23. April 2025 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung; eventualiter sei diese aufzuheben und die Sache zur 

umfassenden Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Im Rahmen 

vorsorglicher Massnahmen seien die Vorinstanz sowie die Vollzugsbehör-

den anzuweisen, bis zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von 

Vollzugshandlungen abzusehen. Zudem sei der Beschwerdeführerin die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, insbesondere sei auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

H.  

Am 24. April 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an. 

I.  

Mit Eingabe vom 28. April 2025 reichte die Beschwerdeführerin zwei wei-

tere Beweismittel ein, nämlich je eine E-Mail vom 24. April 2025, verfasst 

durch die jeweiligen Beiständinnen zweier der vier in der Schweiz lebenden 

Kinder (vgl. Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 4).  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Nichteintretensent-

scheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) betreffend das 

Asylgesuch der Beschwerdeführerin und deren Wegweisung. 

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Seite 4 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Ge-

stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens 

(Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-

keitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).  

3.3 Gemäss Art. 9 Dublin-III-VO ist derjenige Mitgliedstaat für die Prüfung 

des Antrags auf internationalen Schutz zuständig, in dem ein Familienan-

gehöriger – ungeachtet der Frage, ob die Familie bereits im Herkunftsland 

bestanden hat – in seiner Eigenschaft als Begünstigter internationalen 

Schutzes aufenthaltsberechtigt ist, sofern die beteiligten Personen diesen 

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Wunsch schriftlich kundtun. Im Wiederaufnahmekontext kann sich ein An-

tragsteller, der gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO während der Prü-

fung seines Antrags in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt 

hat oder sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-

haltstitel aufhält, dann ausnahmsweise auf Art. 9 Dublin-III-VO berufen, 

wenn er Informationen vorgelegt hat, die eindeutig belegen, dass der ersu-

chende Staat gemäss diesem Kriterium für die Prüfung seines Antrags zu-

ständig ist (vgl. Urteil des BVGer D-6356/2023 vom 28. November 2023 

E. 5.2; Urteil des EuGH [Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H. und R., 

C-582/17 und C-583/17, EU:C:2019:280, Rn. 84 zweites Lemma). 

4.  

4.1 Aktenkundig und unstrittig hat die Beschwerdeführerin am 

10. Mai 2023 in Deutschland ein Asylgesuch gestellt, ohne dass die deut-

schen Behörden die Schweiz um ihre Wiederaufnahme ersucht hätten 

(siehe vorinstanzliche Akten [SEM-act.] 41/4). Hingegen haben sie das 

Wiederaufnahmegesuch der Schweiz am 3. April 2025 gutgeheissen. Da-

raus folgt, dass grundsätzlich Deutschland für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens zuständig ist (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO). 

4.2 Strittig ist jedoch, ob die Beschwerdeführerin in der Schweiz Familien-

beziehungen hat, welche zur Zuständigkeit der Schweiz führen könnten. 

Infrage kämen die ausnahmsweise Anwendung von Art. 9 Dublin-III-VO 

oder ein Selbsteintritt gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO. Betreffend den 

Selbsteintritt ist insbesondere massgeblich, ob die Beschwerdeführerin 

sich auf das Recht auf Achtung des Familienlebens im Sinn von 

Art. 8 EMRK berufen kann. Dieses erfasst neben Beziehungen innerhalb 

der Kernfamilie, d.h. der Eltern und minderjährigen Kinder, auch andere 

genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Familienbeziehungen. Hie-

rauf deuten insbesondere ein Zusammenleben im gemeinsamen Haushalt, 

eine finanzielle Verflochtenheit, speziell enge familiäre Bande, regelmäs-

sige Kontakte und eine Übernahme von Verantwortung füreinander 

(BGE 144 II 1 E. 6 ff., 139 I 330 E. 2.1). Praxisgemäss verschafft das 

Recht auf Achtung des Familienlebens keinen Anspruch auf Einreise und 

Aufenthalt (ibid.). Ist der Schutzbereich des Rechts auf Achtung des Fami-

lienlebens eröffnet, so ist im Rahmen einer Verhältnismässigkeitsprüfung 

(Art. 8 Ziff. 2 EMRK) zu prüfen, ob die privaten Interessen an der Fortfüh-

rung des Familienlebens und somit der Durchführung des Asyl- und Weg-

weisungsverfahrens in der Schweiz die öffentlichen Interessen an der Ein-

haltung der Zuständigkeitsordnung der Dublin-III-VO überwiegen. Dabei ist 

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das Kindeswohl als gewichtiger, nicht jedoch ausschliesslicher Faktor der 

Interessenabwägung zu berücksichtigen (vgl. Art. 3 des Übereinkommens 

über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 [KRK, SR 0.107]). 

Liegen überwiegende private Interessen vor, besteht allenfalls ein völker-

rechtliches Überstellungshindernis, welches die Schweiz zum Selbsteintritt 

auf das Asylgesuch verpflichten kann (Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO). An-

dernfalls ist das Familienleben bei der pflichtgemässen Ermessensaus-

übung hinsichtlich eines freiwilligen Selbsteintritts zu berücksichtigen 

(Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]; ggf. Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO; 

zum Ganzen: BVGE 2021 VI/1 E. 11 ff., zuletzt etwa Urteile des BVGer 

F-869/2024 vom 27. Januar 2025 E. 6 ff., E-5359/2024 vom 4. Septem-

ber 2024 E. 6.4 f.).  

5.  

5.1 Zur Begründung des Nichteintretensentscheids, insbesondere im Hin-

blick auf die Beziehungen der Beschwerdeführerin zu ihren in der Schweiz 

lebenden vier minderjährigen Kindern, führte die Vorinstanz aus, dass 

Art. 9 Dublin-III-VO im vorliegenden Wiederaufnahmeverfahren nicht zur 

Anwendung kommen könne. Betreffend einen allfälligen Selbsteintritt der 

Schweiz stellte sie sich auf den Standpunkt, dass die Beschwerdeführerin 

spätestens mit ihrem Weggang im Jahr 2022 den Kontakt zu ihren Kindern 

von sich aus unterbrochen habe. Seither bestehe zu keinem von ihnen eine 

Beziehung. Damit liege trotz der Anwesenheit der Kinder in der Schweiz 

kein familiäres Verhältnis vor, das in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK 

falle. 

5.2 Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, sie habe stets ein ernst-

haftes und nachweisbares Interesse an der Wiederherstellung der familiä-

ren Beziehung zu ihren in der Schweiz lebenden Kindern kundgetan. Die 

Vorinstanz habe es unterlassen, konkrete Abklärungen darüber zu treffen, 

ob auch seitens der Kinder ein entsprechendes Interesse bestehe. Zudem 

machte die Beschwerdeführerin geltend, den Akten – insbesondere den 

Stellungnahmen der Beistände – liessen sich Hinweise entnehmen, dass 

die Kinder ihrerseits ein Interesse an einer Wiederaufnahme des Kontakts 

kundgetan hätten. Die Vorinstanz hätte daher dem Kindeswohl entspre-

chend den Sachverhalt von Amtes wegen weiter abklären müssen. 

6.  

6.1 Den Akten zufolge hat die Beschwerdeführerin vier in der Schweiz le-

bende Kinder: B._______ (geb. […] 2007), C._______ (geb. […] 2009), 

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D._______ (geb. […] 2011) und E._______ (geb. […] 2015). Für alle vier 

Kinder besteht seit dem 5. Juni 2012 beziehungsweise für E._____ seit 

dem 12. November 2015 eine Beistandschaft. Soweit gemäss Aktenlage 

ersichtlich, wurde der Beschwerdeführerin lediglich für C._______ die el-

terliche Sorge entzogen (vgl. Entscheid der KESB […] vom 30. Ja-

nuar 2024, SEM-act. 30/35). Aus den Akten geht zudem hervor, dass die 

Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Beendigung des Dublin-Verfahrens 

am 8. März 2023 schwanger war (vgl. SEM-act. 16/01). Zusätzliche Infor-

mationen zum Verbleib weiterer Kinder finden sich in den Akten indes nicht. 

6.2 Bezüglich der von der Vorinstanz eingeholten Informationen zu den vier 

Kindern und ihrer Beziehung zur Mutter ergibt sich folgendes Bild: Laut 

Einschätzung der mandatierten Beiständinnen beziehungsweise Fachrich-

terin zeigen D._______ und B._______ Interesse an einem Kontakt mit ih-

rer Mutter, wobei B._______ am (…) 2025 volljährig geworden ist und da-

mit grundsätzlich nicht mehr zur Kernfamilie gemäss Art. 8 EMRK zählt 

(vgl. Schreiben der KESB [Nennung Ort] vom 26. Februar 2025, SEM-

act. 29/2 sowie E-Mail der Beiständin von D._______ vom 24. April 2025, 

BVGer-act. 4). C._______ habe wiederholt den Wunsch geäussert, die 

Mutter kennenzulernen. Allerdings seien der Beiständin keine Anhalts-

punkte bekannt, wie die Mutter zu erreichen wäre (vgl. Schreiben KESB 

[Nennung Ort] vom 3. März 2025 sowie E-Mail der Beiständin vom 28. Feb-

ruar 2025, SEM-act. 30/35). Auch E._______ habe in regelmässigen Ab-

ständen von sich aus den Wunsch geäussert, die Mutter wiedersehen zu 

wollen. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Wiederaufnahme 

des Kontakts im Interesse des Kindes liege. Aus Sicht des Kindeswohls sei 

es zudem wünschenswert und notwendig, dass sich die Mutter in der 

Schweiz aufhalten könne, da nur so ein regelmässiger Kontakt zu ihr auf-

gebaut werden könne (vgl. E-Mail der Fachrichterin des Familiengerichts 

[Nennung Ort] vom 26. März 2025 sowie E-Mail der Beiständin vom 24. Ap-

ril 2025, BVGer-act. 4). Bezüglich Kontaktversuche der Beschwerdeführe-

rin geht des Weiteren aus dem Dublin-Gespräch vom 31. März 2025 her-

vor, dass sie ihre Kinder habe besuchen und diese auch «zurückhaben» 

wollen. Hierfür sei sie einmal bei einem Psychiater gewesen, der bestätigt 

habe, dass man ihr die Kinder «zurückgeben» solle. Sie habe versucht, in 

(Nennung Gemeinde) die Telefonnummer des Ortes zu erhalten, wo ihre 

Kinder leben würden, diese sei ihr jedoch nicht mitgeteilt worden. Seit ihrer 

Rückkehr in die Schweiz Anfang 2025 sei sie dreimal in (Nennung Ge-

meinde) gewesen, wo man sie aufgefordert habe, einen Brief zu schreiben. 

Eine Person habe ihr diesen verfasst. Zudem sei sie auch bei der KESB in 

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(Nennung Ort) gewesen und habe ihren Anwalt in (Nennung Ort) kontak-

tiert.  

6.3 Damit liegen konkrete Anhaltspunkte vor, dass zumindest der Wille zur 

Wiederaufnahme beziehungsweise zur Fortsetzung der Beziehung zwi-

schen der Beschwerdeführerin und ihren Kindern wechselseitig bestanden 

hat und weiterhin bestehen könnte. Dennoch kam die Vorinstanz in der an-

gefochtenen Verfügung ohne weitere Prüfung der Voraussetzungen – na-

mentlich der schriftlichen Kundgabe des Wunsches betreffend die Prüfung 

des Antrags auf internationalen Schutz in der Schweiz – zum Schluss, dass 

Art. 9 Dublin-III-VO nicht zur Anwendung gelange. Betreffend einen allfälli-

gen Selbsteintritt nahm sie aufgrund der Fremdplatzierung und des Weg-

gangs aus der Schweiz an, es bestehe kein unter den Schutzbereich von 

Art. 8 EMRK fallendes Familienverhältnis. Dies erscheint aufgrund der aus-

geführten Anhaltspunkte jedoch gerade nicht rechtsgenügend erstellt. Es 

wäre entsprechend Aufgabe der Vorinstanz gewesen, die konkreten fami-

liären Verhältnisse der Beschwerdeführerin eingehender zu klären. Erst 

gestützt darauf wäre es ihr möglich gewesen insbesondere zu prüfen, ob 

die Beschwerdeführerin sich auf das Recht auf Achtung des Familienle-

bens gemäss Art. 8 EMRK berufen kann und, falls dies zutrifft, ob dieses 

Recht ihre Überstellung nach Deutschland hindert und gegebenenfalls die 

Zuständigkeit der Schweiz für das Asyl- und Wegweisungsverfahren be-

gründen kann. 

Zwar hat Vorinstanz zutreffend erkannt, dass Art. 9 Dublin-III-VO im vorlie-

genden Wiederaufnahmeverfahren nur ausnahmsweise anwendbar ist 

(vgl. E. 3.3). Auch hat sie sich mit der familiären Vorgeschichte der Be-

schwerdeführerin auseinandergesetzt (vgl. E. 6.2). Zu diesem Zweck zog 

sie Informationen der zuständigen Behörden bei, insbesondere betreffend 

die Errichtung der vier Beistandschaften sowie den Kontakt zwischen der 

Kindesmutter (Beschwerdeführerin) und ihren Kindern. Der über die Bei-

ständinnen übermittelte Wille der betroffenen, mittlerweile noch drei min-

derjährigen Kinder und die geltend gemachten Bemühungen der Be-

schwerdeführerin zur Kontaktaufnahme mit ihren Kindern wurden jedoch 

nur unzureichend berücksichtigt. In ihrer Verfügung begnügte sich die Vor-

instanz im Wesentlichen mit einem Verweis auf die komplexe kindes-

schutzrechtliche Vorgeschichte der Beschwerdeführerin, ohne die tatsäch-

lichen familiären Bindungen und insbesondere die – zumindest mittelbar – 

geäusserten Wünsche der Kinder zu prüfen und deren Relevanz für die 

Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK vertieft zu prüfen. Zudem unterliess sie es 

gänzlich, die nach Art. 8 EMRK gebotene Interessenabwägung 

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Seite 9 

vorzunehmen (vgl. E. 4.1). So hat die Vorinstanz lediglich ausgeführt, das 

Familienverhältnis falle nicht unter den Schutzbereich von Art. 8 EMRK, 

obwohl sie noch im Jahr 2023 offenbar zum gegenteiligen Ergebnis gelangt 

war und das Dublin-Verfahren zugunsten der Durchführung des nationalen 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens beendet hatte (siehe Sachverhalt unter 

B.). Diese Schlussfolgerung hat sie nicht weiter begründet, indem sie ein-

zig auf die Fremdplatzierungen und den nicht bestehenden Kontakt ver-

wies. Eine sorgfältige Prüfung der Kundgabe des Wunsches betreffend die 

Antragsprüfung in der Schweiz sowie der familiären Beziehungen im Licht 

von Art. 8 Abs. 2 EMRK unter Berücksichtigung des übergeordneten Kin-

desinteresses gemäss Art. 3 Abs. 1 KRK wäre jedoch erforderlich gewe-

sen, um eine Entscheidung betreffend die Anwendbarkeit von Art. 9 oder 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO treffen zu können. Aufgrund dieser Versäum-

nisse ist der zugrunde liegende Sachverhalt als ungenügend abgeklärt zu 

betrachten. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich in der Sache 

selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an 

die Vorinstanz zurück (Art. 61 VwVG). Eine Kassation und Rückweisung 

an die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Sachverhalts-

feststellungen getroffen werden müssen und der Vorinstanz als Erstinstanz 

ein gewisser Ermessensspielraum zukommt (vgl. BVGE 2020 VI/1 

E. 10.1.2; 2020 VII/6 E. 12.6; 2015/30 E. 8.1). Vorliegend lässt sich die 

Entscheidungsreife nicht mit geringem Aufwand herstellen. Auch verfügt 

die Vorinstanz hinsichtlich eines allfälligen freiwilligen Selbsteintritts der 

Schweiz über grosses Ermessen, das es zu respektieren gilt (vgl. 

BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1).  

7.2 Daher ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 

ist aufzuheben und die Sache ist zur vollständigen Sachverhaltsfeststel-

lung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

8.  

Mit diesem Urteil fällt der angeordnete Vollzugsstopp dahin und das Ge-

such um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird gegenstandslos. 

9.  

9.1 Entsprechend dem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist gegenstandslos geworden. 

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Seite 10 

9.2 Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten, da es sich vorliegend 

um eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinn von 

Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von 

Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen.  

2.  

Die Verfügung der Vorinstanz vom 14. April 2025 wird aufgehoben und die 

Sache wird zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und zur Neubeurtei-

lung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

 

 

Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Joana Maria Mösch 

 

 

 

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