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**Case Identifier:** bd489137-f996-58b2-a12d-201124ef0759
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.09.2021 200 2020 671
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-671_2021-09-21.pdf

## Full Text

200 20 671 IV
WIS/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 21. September 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2021, IV/20/671, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezieht eine Rente der Invalidenversicherung. Nach Einholung eines bidis-
ziplinären Gutachtens (Akten der Invalidenversicherung, [act. II] 47.2/4) 
bestätigte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung 
vom 3. April 2012, bei einem Invaliditätsgrad von 77 %, die bisherige ganze 
Rente (act. II 48). 

Anlässlich einer Revision von Amtes wegen im Jahr 2017 (act. II 55/2 ff.) 
holte die IVB IK-Auszüge (act. II 57, 81) sowie Berichte der behandelnden 
Ärzte (act. II 69/3 ff., 79, 89) ein, forderte den Beschwerdeführer wiederholt 
auf, Fragen zu seinen Arbeitgebern zu beantworten sowie Unterlagen ein-
zureichen und wies ihn auf die Säumnisfolgen hin (act. II 96, 99). Gegen 
die Verfügung vom 28. April 2020, mit welcher die IVB die Rentenzahlun-
gen infolge Verletzung der Mitwirkungspflicht per sofort einstellte (act. II 
105), erhob der Beschwerdeführer am 19. Mai 2020 beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern Beschwerde und reichte dazu Lohnabrechnungen 
und Lohnblätter ein (act. II 107/3 ff.). Nachdem er am 7. September 2020 
die Beschwerde zurückgezogen hatte, wurde das Beschwerdeverfahren mit 
Urteil vom 9. September 2020 vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben 
(Akten der Invalidenversicherung, [act. IIA] 140). Laut Mitteilung vom 3. Juli 
2020 zuhanden der Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB) wurde dem 
Beschwerdeführer ab 1. Juni 2020 wieder die ganze Rente ausgerichtet, da 
er mit der Beschwerde seine Mitwirkungsbereitschaft erklärt hatte (act. IIA 
114).

Mit Verfügung vom 6. Juli 2020 reduzierte die IVB die Rentenzahlungen 
wegen Verletzung der Meldepflicht per sofort von einer ganzen Rente auf 
eine Dreiviertelsrente (act. IIA 116). Mit Vorbescheid vom 7. Juli 2020 stell-
te die IVB in Aussicht, den bisherigen Anspruch auf eine ganze Rente 
rückwirkend per 1. Juni 2016 auf eine Dreiviertelsrente herabzusetzen 
(act. IIA 117). Hiergegen erhob der Versicherte am 7. September 2020 
Einwand (act. IIA 137).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2021, IV/20/671, Seite 3

B.

Am 7. September 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
wältin B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwer-
de gegen die Verfügung vom 6. Juli 2020 und beantragte deren Aufhebung.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2020 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.   

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich – da sie das Admi-
nistrativverfahren nicht abschliesst – um eine Zwischenverfügung. Gegen 
eine solche kann grundsätzlich direkt Beschwerde an das kantonale Versi-
cherungsgericht erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 56 Abs. 1 
ATSG; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 49 N. 33 u. 
Art. 56 N. 14). Zwischenverfügungen sind jedoch gemäss Rechtsprechung 
nur dann selbstständig anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzuma-
chenden Nachteil bewirken können (BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Nach 
ständiger Rechtsprechung liegt im Rahmen von Versicherungsleistungs-
streitigkeiten ein solcher Nachteil vor, wenn die plötzliche Einstellung der 
Rentenzahlungen die versicherte Person aus dem finanziellen Gleichge-
wicht bringt und zu kostspieligen oder sonst wie unzumutbaren Massnah-
men zwingen könnte (BGE 119 V 484 E. 2b S. 487). Vorliegend geht es um 
die sofortige Reduktion der bisher ausgerichteten ganzen Invalidenrente 
auf eine Dreiviertelsrente, womit der Beschwerdeführer per sofort einen 

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erheblichen Einkommensbestandteil verlor. Folglich ist der nicht wiedergut-
zumachende Nachteil zu bejahen. Die Verfügung ist somit selbstständig 
anfechtbar. Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 6. Juli 2020 
(act. IIA 116), mit welcher eine "Teilsistierung der Invalidenrente" erfolgte. 
Streitig und zu prüfen ist, ob die vorläufige Reduktion der Rentenzahlungen 
von einer ganzen Rente auf eine Dreiviertelsrente per Verfügungsdatum zu 
Recht erfolgte. 

Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die mit Vorbescheid 
vom 7. Juli 2020 (act. IIA 117) in Aussicht gestellte, rückwirkende Herab-
setzung des Rentenanspruchs von einer ganzen Rente auf eine Dreivier-
telsrente per 1. Januar 2016, gegen welche der Beschwerdeführer Einwand 
(act. IIA 137) erhoben und worüber die Beschwerdegegnerin noch nicht 
verfügt hat.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Lehre und Rechtsprechung sind im erstinstanzlichen Verwal-
tungsverfahren vorsorgliche Massnahmen auch ohne spezialgesetzliche 
Grundlage bzw. in analoger Anwendung von Art. 56 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; 

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SR 172.021) zulässig (HANSJÖRG SEILER, Praxiskommentar Verwaltungs-
verfahrensgesetz [VwVG], 2. Aufl. 2016, Art. 56 S. 1167 N. 18 f. u. S. 1173 
N. 44).

2.2 Nach bundesgerichtlicher Praxis lassen sich die für den Entzug 
der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde geltenden Grundsätze 
sinngemäss auf andere vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 56 
VwVG übertragen (BGE 117 V 185 E. 2b S. 191; vgl. auch SEILER, a.a.O., 
Art. 56 S. 1169 Rz. 26). Ob eine solche Massnahme zulässig ist, beurteilt 
sich aufgrund einer Interessenabwägung. Danach hat die über die 
Anordnung vorsorglicher Massnahmen nach Art. 56 VwVG befindende 
Behörde zu prüfen, ob die Gründe, die für die sofortige Vollstreckbarkeit 
der Verfügung sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige 
Lösung angeführt werden können. Dabei steht ihr ein gewisser 
Beurteilungsspielraum zu. Im Allgemeinen wird sie ihren Entscheid auf den 
Sachverhalt stützen, der sich aus den vorhandenen Akten ergibt, ohne 
zeitraubende weitere Erhebungen anzustellen. Bei der Abwägung der 
Gründe für und gegen die sofortige Vollstreckbarkeit können auch die 
Aussichten auf den Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache ins 
Gewicht fallen; sie müssen allerdings eindeutig sein (Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 20. November 2007, 8C_276/2007, E. 3.3 
sowie des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute 
Bundesgericht] vom 11. Dezember 2002, U 21/02, E. 8.1). Praxisgemäss 
kommt dem Umstand, wonach die versicherte Person bei sofortiger 
Einstellung der Rentenleistungen während der Dauer des 
Beschwerdeverfahrens allenfalls auf Sozialhilfe angewiesen ist gegenüber 
dem Interessen der IV-Stelle, Rückerstattungsforderungen wegen der da-
mit verbundenen administrativen Erschwernisse und der Gefahr der Unein-
bringlichkeit nach Möglichkeit zu vermeiden, nur dann ausschlaggebende 
Bedeutung zu, wenn mit grosser Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass 
die versicherte Person im Hauptverfahren obsiegen wird (BGE 105 V 266 
E. 3 S. 269; Entscheid des EVG vom 3. April 2003, I 57/03, E. 4.2). 

2.3 Indem vorsorgliche Massnahmen auf einer bloss summarischen 
Prüfung der Sach- und Rechtslage beruhen, kann von der Behörde nicht 
verlangt werden, dass sie sich mit der Sachlage eingehend und 

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abschliessend auseinandersetzt (vgl. SEILER, a.a.O., S. 1177 N. 70). So-
weit im Rahmen der Interessenabwägung die Erfolgsaussichten in der 
Hauptsache zu beurteilen sind (vgl. E. 2.2 hiervor), ist deshalb eine gewis-
se Zurückhaltung angebracht, wobei der Sachentscheid nicht in unzulässi-
ger Weise präjudiziert werden soll (vgl. Entscheide des BGer vom 20. No-
vember 2007, 8C_276/2007, E. 3.3 und des EVG vom 6. März 2000, K 
114/99, E. 2a; SEILER, a.a.O., S. 1143 N. 97). 

3.

3.1 In der Zwischenverfügung vom 6. Juli 2020 (act. IIA 116) begründe-
te die Beschwerdegegnerin die sofortige Reduktion der Rentenzahlungen 
mit einer erheblichen Einkommensverbesserung seit dem Jahr 2014, wel-
che der Beschwerdeführer nicht gemeldet habe und welche von ihr im 
Rahmen der im Dezember 2017 eingeleiteten Rentenrevision festgestellt 
worden sei. Sie führte weiter aus, die sofortige Sistierung der laufenden 
Leistungen sowie der Entzug der aufschiebenden Wirkung einer Be-
schwerde rechtfertige sich mit dem Risiko der Uneinbringlichkeit der zu 
Unrecht ausgerichteten Leistungen. 

3.2 Wenn nach der dargelegten Rechtsprechung das Interesse der 
Verwaltung an einer sofortigen Leistungseinstellung gegenüber jenem der 
versicherten Person am ununterbrochenen Leistungsbezug regelmässig 
höher zu gewichten ist, wenn es darum geht, Rückforderungen zu vermei-
den (vgl. E. 2.2 hiervor), muss dies umso mehr auf jene Fälle zutreffen, in 
denen bereits eine Rückforderung im Raum steht – wie dies hier der Fall 
ist, da mit Vorbescheid vom 7. Juli 2020 eine rückwirkende Reduktion der 
Rente ab Juni 2016 in Aussicht gestellt wurde (vgl. act. IIA 117) – und es 
ein weiteres Anwachsen des potentiellen Rückforderungssubstrats zu ver-
hindern gilt. An der grundsätzlichen Zulässigkeit einer (teilweisen) Sistie-
rung ändert nichts, dass der Beschwerdeführer mit der Reduktion von einer 
ganzen Rente auf eine Dreiviertelsrente einen Teil seines Einkommens 
verliert, denn auch eine allfällige Sozialhilfebedürftigkeit begründet für sich 
genommen nicht ohne weiteres ein überwiegendes Interesse des Be-
schwerdeführers an der Weiterausrichtung der ganzen Rente (vgl. E. 2.2 

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hiervor). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er habe seine Be-
reitschaft zur Mitwirkung nunmehr erklärt (Beschwerde S. 3, 6), kann er 
nichts zu seinen Gunsten ableiten, liegt doch der teilweisen Sistierung der 
Invalidenrente nicht eine (frühere) Verletzung der Mitwirkungspflicht, son-
dern eine Meldepflichtverletzung zugrunde (vgl. auch Beschwerdeantwort 
S. 3 Ziff. 9). Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, die sanktionsweise 
Rentenherabsetzung mit Verfügung vom 6. Juli 2020 (act. IIA 116) sei ohne 
Anhörungsverfahren erfolgt; eine einschneidende und den verfassungs-
rechtlichen Gehörsanspruch ausschaltende Massnahme könne nur bei 
einer qualifizierten Pflichtverletzung durchgeführt werden, wobei ein solcher 
Fall hier nicht vorliege (Beschwerde S. 8 f.). Vorliegend war jedoch kein 
Vorbescheidverfahren und auch kein vorgängiges Mahn- und Bedenkzeit-
verfahren im Sinne Art. 43 Abs. 3 ATSG durchzuführen. Zum einen ordnete 
die Beschwerdegegnerin keine definitive Rechtsfolge an, sondern traf bloss 
eine vorsorgliche Massnahme, zum anderen setzt die mit einer Melde-
pflichtverletzung begründete rückwirkende Leistungsänderung kein Mahn- 
und Bedenkzeitverfahren voraus (vgl. URS MÜLLER, Das Verwaltungsver-
fahren in der Invalidenversicherung, 2010, S. 229 N. 1201).

Konnte sich die Beschwerdegegnerin damit auf einen zulässigen Grund für 
die sofortige teilweise Sistierung der laufenden Invalidenrente berufen, so 
bleibt zu prüfen, ob auch die Prozessaussichten in der Hauptsache für die 
angeordnete vorsorgliche Massnahme sprechen.

3.3 Mit Vorbescheid vom 7. Juli 2020 (act. IIA 117) hat die Beschwer-
degegnerin eine rückwirkende Herabsetzung der ganzen Rente auf eine 
Dreiviertelsrente ab dem 1. Juni 2016 in Aussicht gestellt und dies mit einer 
wesentlichen Erhöhung des Jahreseinkommens seit 2014 sowie einer 
diesbezüglichen Meldepflichtverletzung seit spätestens 2016 begründet, 
(vgl. auch Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 5). Die bei Erlass der Verfügung 
vom 6.  Juli 2020 vorliegenden Entscheidgrundlagen, insbesondere der IK-
Auszug vom 22. August 2019 (act. II 89), lassen – bei summarischer Be-
trachtung – nicht den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer im Revisi-
onsverfahren mit grosser Wahrscheinlichkeit obsiegen wird. Es liegen auch 
keine Hinweise vor, dass er seit der letzten Verfügung vom 3. April 2012 
(act. II 48), mit welcher die bisherige ganze Rente bestätigt worden war, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2021, IV/20/671, Seite 8

der Beschwerdegegnerin die effektiv erzielten Einkommen gemeldet hätte. 
Im Vorbescheid vom 7. Juli 2020 ist die Beschwerdegegnerin davon aus-
gegangen, dass der Beschwerdeführer als Gesunder im Jahr 2017 
Fr. 70'711.-- erzielt hätte. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hat 
sie sich auf die effektiv erzielten Einkommen der Jahre 2014 bis 2016 ab-
gestützt, was einen Durchschnitt von Fr. 26'224.-- ergeben hat (vgl. auch 
act. II 89). Den im Revisionsverfahren von 2017 eingeholten IK-Auszügen 
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2014 bis 2016 
die folgenden effektiven Einkommen erzielte: Fr. 27'621.-- (2014), 
Fr. 28'060.-- (2015), Fr. 22'992.-- (2016) (act. II 57). Im Jahr 2017 lag das 
effektive Einkommen dann mit Fr. 12'948.-- etwas tiefer als in den vorheri-
gen Jahren, jedoch erhöhte es sich bereits im Jahr 2018 wieder auf 
Fr.  30'514.--. Unter Berücksichtigung dieser Erhöhung ergäbe ein – sum-
marisch vorgenommener – Einkommensvergleich für das Jahr 2018 bei 
einem Valideneinkommen von Fr. 71'338.-- (Fr. 70'711.-- / 101.5 x 102.4 
[Tabelle T1.1.15 Nominallohnindex, Männer, 2016-2020, 2017: 101.5; 
2018: 102.4] = Fr. 71'337.99) und einem Invalideneinkommen von 
Fr. 30'514.-- eine Einkommenseinbusse von Fr. 40'824.-- und damit einen 
Invaliditätsgrad von 57.2 %. Es bestehen somit Anhaltspunkte dafür, dass 
der Beschwerdeführer keinen Anspruch mehr auf eine ganze Rente hat.

Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, keine Angaben zum Erwerb einge-
reicht zu haben. Er begründet dies mit einem zunehmenden und heillosen 
Durcheinander in dieser Zeit. Es bestehe nunmehr eine Beistandschaft, so 
dass die Mitteilung von rentenrelevanten veränderten Verhältnissen an die 
involvierten Stellen gewährleistet sei (Beschwerde S. 5 f.). Jede wesentli-
che Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen ist 
von den Bezügerinnen und Bezügern, ihren Angehörigen oder Dritten, de-
nen die Leistung zukommt, dem Versicherungsträger oder dem jeweils zu-
ständigen Durchführungsorgan zu melden (Art. 31 Abs. 1 ATSG). Für den 
Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten 
erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits leichte Fahrläs-
sigkeit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a S. 218; Entscheid des BGer vom 28. 
Mai 2020, 8C_594/2019, E. 2.3.2). Mit Blick auf die tatsächlichen und recht-
lichen Gegebenheiten erscheint das Vorliegen einer Meldepflichtverletzung 
bei summarischer Betrachtung als nachvollziehbar. Entgegen der Meinung 

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des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 10) erfolgte die verfügte Renten-
sistierung nicht in unrechtmässiger Weise, weil die Beschwerdegegnerin 
bereits bei der Einleitung des Revisionsverfahrens bzw. Jahre vor Erlass 
der Verfügung vom 6. Juli 2020 von den nicht gemeldeten und rentenver-
ändernden Einkommen des Beschwerdeführers Kenntnis gehabt hatte. Der 
Beschwerdeführer bringt weiter vor, mit der Wiederzusprache der ganzen 
Rente am 3. Juli 2020 sei zum Ausdruck gebracht worden, dass das Revi-
sionsverfahren auf ordentliche Weise zu Ende geführt werden könne, weil 
er seiner Mitwirkung jetzt nachkomme. Mit Erlass der Verfügung vom 6. Juli 
2020, mit welcher nur drei Tage später die ganze auf eine Dreiviertelsrente 
reduziert worden sei, habe die Beschwerdegegnerin deshalb widersprüch-
lich gehandelt (Beschwerde S. 9). Diesem Einwand kann nicht gefolgt wer-
den, denn die Weiterausrichtung der ganzen Rente (act. IIA 114) erfolgte, 
nachdem der Beschwerdeführer seine Mitwirkung zum Ausdruck gebracht 
hatte; eine "angemessene Bedenkzeit" war ihm nicht einzuräumen. Denn 
die Prognose bezüglich der in Aussicht gestellten rückwirkenden Herabset-
zung der ganzen Rente und der Rückforderung fällt nicht zugunsten des 
Beschwerdeführers aus; vielmehr bestehen Anhaltspunkte dafür, dass der 
Beschwerdeführer ein Einkommen erzielte, welches die Reduktion des An-
spruchs von einer ganzen auf mindestens eine Dreiviertelsrente zur Folge 
haben könnte. Ob die Reduktion unbefristet zu erfolgen hätte oder wegen 
einer – wie vom Beschwerdeführer geltend gemachten – allfälligen Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes (vgl. Beschwerde S. 4, 7) befris-
tet, ist weder im vorliegenden Verfahren zu prüfen noch für den vorliegen-
den Entscheid ausschlaggebend. Entscheidend ist, dass eine Rückforde-
rung für die Jahre, in denen der Beschwerdeführer effektiv höhere – von 
ihm nicht gemeldete – Einkommen erzielte, im Bereich des Möglichen liegt. 

3.4 Nach dem Dargelegten steht fest, dass die Gefahr der Uneinbring-
lichkeit der Rückforderung einen zulässigen Grund für eine sofortige 
(Teil)Sistierung der Rente darstellt und bei der Prognose in der Hauptsache 
gegenüber dem Interesse des Beschwerdeführers, nicht in eine finanzielle 
Notlage zu geraten, überwiegt. Die sofortige (Teil-)Sistierung der Rente 
samt Entzug der aufschiebenden Wirkung erfolgte demnach zu Recht und 
die Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2021, IV/20/671, Seite 10

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu 
entnehmen. Dem Beschwerdeführer sind Fr. 300.-- nach Eintritt der 
Rechtskraft zurückzuerstatten.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.   

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- entnommen. Dem Beschwerdeführer werden Fr. 300.-- nach 
Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.   

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.