# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54ff897a-792d-51ff-862f-60dffa6889c2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-14
**Language:** de
**Title:** Rentenhöhe; Valideneinkommen zu Recht aufgrund Löhne der letzten 3 Jahre ermittelt; Bezeichnung konkreter Verweistätigkeit nicht erforderlich; Ermittlung Invalideneinkommen gesützt auf LSE Anforderungsniveau 3 und unter Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 15 % nicht zu beanstanden; Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2012.00168
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2012.00168.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2012.00168
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
14. März 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Reto B.
Känzig
Ämtlerstrasse
110, 8003 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1953 geborene
X.___
war seit dem 1. Juli 2006
als Kaufmann im höheren Kader
bei der
Y.___
angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch versichert (Urk. 7/1).
Mit Schadenmeldung UVG vom 14. April 2009 (Urk. 7/1) liess er der SUVA mitteilen, er sei beim Versuch, einen von der Leiter fallenden Mitarbeiter aufzufangen, rückwärts zu Boden gestürzt und haben sich dabei am Rücken verletzt.
Die SUVA erbrachte in der Folge Taggelder und kam für die Kosten der Heilbehandlung auf.
Mit Verfügung vom 3. Februar 2012 (Urk. 7/145) sprach sie dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 eine auf einem
Invalidi
tätsgrad
vom 40 % beruhende Rente sowie eine Entschädigung für eine
Integri
tätseinbusse
von 10 % zu. D
aran hielt sie auf seine Einsprache
(Urk. 7/148)
hin am
18. Juni 2012
fest
(Urk. 2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
liess
X.___
am 15. August 2012 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 18. Juni 2012 aufzuheben.
2a.
Es sei dem Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2011 eine Invalidenrente auf Basis einer Erwerbsu
nfähigkeit von
100 % zuzusprechen.
2b.
Eventualiter sei eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) des Beschwerdeführers anzuordnen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die
SUVA
schloss am
21. September
2012 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk.
6
)
, was dem Beschwerdeführer am 1. Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
Zusprache
einer Integritätsentschädigung von 10 %
ist vorliegend nicht mehr Streitgegenstand (Urk. 1 S. 2)
.
Zu
prüfen ist
die Höhe des Rentenan
spruchs.
1.2
Nach Art. 10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.3
Als invalid gilt, wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist (Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG). Für die Bestim
mung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG).
2.
2.1
Die SUVA begründete die
Zusprache
einer auf eine
m Invaliditätsgrad
von 40 % beruhenden Rente
-
unter Hinweis auf den Austrittsbericht der
Z.___
vom 23. Oktober 2009 (Urk. 7/
36
) und die Beurteilung ihres Kreisarztes
Dr. med.
A.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 12. Oktober 2010
(Urk. 7/
86
)
damit, dass der Beschwerdeführer
in einer leidensangepassten Tätig
keit zu 100 % arbeitsfähig und damit
-
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen in der Höhe von 15 % - in der Lage sei, ein rund 40 % unter dem
Validenlohn
liegendes Einkommen zu erzielen
(Urk.
2
S. 7 ff.
, Urk. 6 S. 4 ff.
)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
er sei nicht nur in der angestammten, sondern auch
jeder anderen Tätigkeit, die
ihm
aufgrund seiner Fähigkeiten und seiner beruflichen Laufbahn
zumutbar wäre,
zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 12 ff.). Gehe man dennoch von
einer
verwertbaren Restarbeitsfähigkeit aus,
so sei b
ei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf den statistischen Durchschnittslohn einer Tätigkeit gemäss Anforderungsniveau 4
der vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE)
abzustellen und davon ein
leidens
bedingter
Abzug von 25 % vorzunehmen (Urk. 1 S. 11 ff.
und S. 20 f.
).
Dieses
hypothetische Salär sei einem
Valideneinkommen
von mindestens Fr. 120‘000.
--
gegenüber zu stellen (Urk. 1 S. 4 ff.).
Eventualiter sei im Rahmen einer Evalu
ation der funktionellen Leistungsfähigkeit zu prüfen, inwieweit er in der ange
stammten und in einer konkreten Verweistätigkeit noch arbeitsfähig sei (Urk. 1 S. 19).
3.
3.1
Betreffend die Auswirkungen der aus dem Unfall vom 1. April 2009 verbleiben
den gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit geht aus den medizinischen Akten Folgendes hervor:
Nachdem sie den Beschwerdeführer vom 16. September bis 21. Oktober 2009 stationär behandelt hatten, stellten die Ärzte der
Z.___
im
Aus
trittsbericht
vom 23. Oktober 2009 nachstehende Diagnosen (Urk. 7/36 S. 1):
-
Unfall vom 1. April 2009: Sturz auf den Rücken
-
instabile Berstungs-Spaltfraktur BWK 12 und LWK 4
-
kurzstreckige
, dorsale, instrumentierte
Spondylodesen
Th11 bis L1 und L3 bis L5 am 3. April 2009
-
Dexa
-Messung vom
1
3. Oktober 2009: beginnende Verminderung der Knochendichte am Unterarm im Sinne einer
Osteopenie
,
n
ormale Messw
e
rte Hüfte links und Lendenwirbelsäule (LWS)
-
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Aktuell bestünden folgende Probleme:
-
Dauerhafte lumbale Rückenschmerzen
-
Rückenbeweglichkeit eingeschränkt
-
Subjektive Kraftminderung linker Arm beziehungsweise linke Hand und linkes Bein respektive linker Fuss,
regredient
-
Reduzierte Schlafqualität
Die Tätigkeit als selbständiger Geschäftsführer einer Reinigungsfirma sei dem Beschwerdeführer wegen des dabei erforderlichen
Tragens und
Hebens auch schwerer Lasten
vorerst
nicht mehr zumutbar. Diesbezüglich sei
ihm
daher ab 22. Oktober 2009 vorläufig eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Nach einer
sechs- bis achtwöchigen
intensiven Physio
therapie
und
einer
medi
zinischen Trainingstherapie
(MTT)
sei eine Standortbestimmung angezeigt (Urk. 7/36 S. 1
und S. 3
). Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne
Zwangs
haltungen
wie Bücken, Knien, Kauern und Hocken sei dem Beschwer
deführer indes ganztags zumutbar. Es
erscheine als sinnvoll
,
weitere medizini
sche
Massnahmen durchzuführen und während der
Behandlungsdauer
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 7/36 S. 2).
3.2
Die ambulant behandelnden Ärzte des
B.___
, Departement Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, diagnostizierten am 10. Dezember 2009 Berstungsspaltfrakturen BWK 12 und LWK 4
(Urk. 7/48 S. 3
). Da die
vom Beschwerdeführer angegebenen
Schmerzen möglicherweise auf eine
Segment
degeneration
L1/L2 und L2/L3 mit konsekutiver Facettengelenksarthrose L1/L2 und L2/L3 linksbetont zurückzuführen seien, werde Mitte Dezember 2009 eine CT-gesteuerte Punktion der Facettengelenke L1/L2 und L2/L3
beidseits
erfolgen.
Dem Beschwerdeführer sei bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden; die weitere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
erfolge durch den
Hausarzt (Urk. 7/48 S. 4).
3.3
Am 23. April 2010 stellten die Ärzte des
B.___
, Departement Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, nachstehende Diagnosen (Urk. 7/61 S. 2):
-
Anschlussinstabilität L1/2
-
Status nach Berstungsspaltfrakturen BWK 12 und LWK 4 nach
Leiter
sturz
am 1. April 2009
-
Status
nach
kurzstreckiger
dorsaler instrumentierter
Spondylodese
Th11-L1 und L3-L5 am 3. April 2009
-
Status nach CT-gesteuerter Infiltration der Nervenwurzel L1 und L2 im Dezember 2009
Aufgrund der aktuell deutlichen Beschwerdeverbesserung werde von einer
lang
streckigen
Fusion vo
n
Th11 auf L5 als endgültige Lösung zunächst abgesehen. Insofern sei weiterhin eine konservative Therapie mit Fortführung der physio
therapeutischen Massnahmen zur Stärkung der Rückenmuskulatur indiziert (Urk. 7/61 S. 3).
3.4
Dr. med.
C.___
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, gab am 20. September 2010 an, die vom Beschwerdeführer geklagten
thorakolumbalen
Rückenschmer
zen mit Ausstrahlung in die Flanke und in den linken Oberbauch (Urk. 7/83 S. 1) seien als
radikuläre
Reizsymptomatik L1 links zu interpretieren. Diese werde wahrscheinlich durch
die im MRI beschriebene Subluxationsstellung und Deformation des
costovertebralen
Gelenks Th12/L1 links verur
s
acht (Urk. 7/83 S. 2).
3.
5
Gestützt auf die Ergebnisse seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 11. Oktober 2010
hielt
Dr.
A.___
am 12. Oktober 2010 fest, der – nicht sehr bewegungsaktive - Beschwerdeführer nehme unregelmässig Schmerzmittel ein, anderweitige Behandlungen fänden keine mehr statt. Für den weiteren gesam
ten Verlauf würde sich eine rückenmuskelaufbauende und –stabili
sierende
Gymnastik als vorteilhaft erweisen. Die
noch vorgesehene linksseitige
c
osto
vertebrale
Infiltration Th12 werde die Belastungsfähigkeit nicht
mehr
wesentlich beeinflussen. Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule bestünden eine erhebliche Belastungsintoleranz
,
eine Bewegungseinschränkung lumbal und
thorakolumbal
sowie Schmerzen mit Ausstrahlung linksseitig L
1.
Es fänden sich eine reizlose Narbe und eine reduzierte Rückenmuskulatur.
Da die
Schmerzbe
handlungen
noch nicht abgeschlossen gewesen seien, sei dem Beschwerdeführer bis anhin – trotz der von den Ärzten der
Z.___
attestierten Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit – eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
worden. Die angestammte Tätigkeit als Allrounder im Baugewerbe sei ihm nicht mehr zumutbar. In einer leichten bis knapp mittelschweren Tätig
keit mit
vereinzelten Zusatzbe
lastungen von 5 bis 10 kg axial beziehungsweise -
mit Vorneigung
-
bis 5 kg bestehe indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/86 S. 5). Nicht mehr zumutbar seien ihm dabei vorgeneigte
Arbeitsposi
tionen
, Leiter- und Gerüstarbeit, längerdauernde Überkopfarbeiten, Schläge, Vibratio
nen, Pickeln, Schaufeln, Bohren sowie
Spitzen. Einfach
e
, wenig belastende Allrounder- oder Reinigungstätigkeit
en
und
organisatorische Aufga
ben in diesem Bereich, in dem der Beschwerdeführer lange Zeit gearbeitet habe, seien
ihm
noch möglich (Urk. 7/86 S. 6).
3.6
Nachdem sie den Beschwerdeführer vom 14.
b
is 18. April 2011 stationär behan
delt hatten, stellten die Ärzte des
D.___
, in ihrem Bericht vom letztgenannten Datum (Urk. 7/126) folgende Diagnosen:
-
Invalidisierende therapieresistente
Lumboischialgie
linksbetont bei Sta
tus nach Unfallereignis im April 2009
-
Status nach auswärtiger
Spondylodese
C12/L2 und L3/5
Im Rahmen eines operativen Eingriffs
(vgl. Operationsbericht vom 15. April 2011, Urk. 7/127)
seien eine
Hemilaminotomie
, eine
Foraminotomie
, eine Dekompression und eine
Neurolyse
L2/3 sowie L3/4 links
durchgeführt worden. Nach komplikationslosem Verlauf habe der Beschwerdeführer gut mobilisiert und mit reizloser Wunde entlassen werden können.
3.7
Am 6. Juli 2011 berichteten die Ärzte des
D.___
,
das Ergeb
nis der – wegen invalidisierender
Lumboischialgien
inguinal links und starker Schlafstörungen (weil der Beschwerdeführer nicht
habe
liegen
können
) durchgeführte
n
– Operation
vom 1
5.
April 2011
sei erfreulich.
Derzeit seien keine Ischialgien inguinal links mehr vorhanden, und die Nachtruhe habe sich deutlich verbessert. Im Vordergrund stünden aktuell indes tieflumbale Beschwerden beidseits mit Ausstrahlungen bis auf Kniehöhe
(Urk. 7/133 S. 1)
.
Ob diese auch noch unfallbedingt seien, sei offen. Zu erwähnen sei diesbezüg
lich immerhin,
dass die
Iliosakralgelenke
(
ISG
)
aufgrund des
durch die
lang
streckige
Spondylodese
der LWS
bedingten langen Hebelarms
beidseits
ungüns
tig überfordert seien. In drei Monaten sei eine Verlaufskontrolle vorgesehen. Eine Wiedereingliederung in die Tätigkeit auf dem Bau würde derzeit wohl ein zu optimistisches Vorgehen darstellen (Urk. 7/133 S. 2).
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht f
est und
ist
unbestritten (Urk. 2 S.
8)
, dass
dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Geschäftsführer im Bau- beziehungsweise Reinigungsgewerbe aufgrund der verbleibenden Unfallfolgen nicht mehr zumutbar ist (Urk. 7/36 S. 1, Urk. 7/86 S. 5).
In einer
leidensange
passten
Tätigkeit
attestierten die Ärzte der
Z.___
, die den Beschwerdeführer vom 16. September bis 21. Oktober 2009 stationär behandelt hatten, bereits ab Klinikaustritt wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/36 S. 2 und S. 3).
Dies ist
-
angesichts der erhobenen Befunde und der daraus resultierenden Beeinträchtigungen
(vgl. Urk. 7/36 S. 1 ff.)
ohne
Weiteres
nach
vollziehbar.
In seiner
aufgrund einerseits der Ergebnisse der eigenen Unter
suchung und andererseits der medizinischen Akten verfassten
Ein
schätzung gelangte in der Folge am 12. Oktober 2010 auch
der SUVA-Kreisarzt
Dr.
A.___
mit überzeugender Begründung zum Schluss, dass der Beschwerde
führer in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 7/86 S. 6). Angesichts der Tatsache, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers
nach
dem Austritt aus der
Z.___
im Oktober 2009 und (erneut)
nach
der Untersuchung durch Dr.
A.___
am 11. Oktober 2010 noch verbessert hat
(vgl. Urk. 7/61 S. 3, Urk. 7/130, Urk. 7/133 S. 1)
, ging die SUVA zu Recht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit aus (Urk. 2). Anzumerken ist, dass die Ärzte des
D.___
nach dem operativen Eingriff vom 15. April 2011 bei (weiterhin) günstigem Verlauf gar eine Wiedereingliederung in die angestammte Tätigkeit für möglich hielten (vgl. Bericht vom 6. Juli 2011, Urk. 7/133
S. 2
).
Kein einzi
ger Arzt attestierte eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit.
4.2
4.2.1
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ging die SUVA
– gestützt auf
einen
bis zum Unfall vom 1. April 2009 erzielten
J
ahresverdienst
von
Fr.
104‘000.-- (=
13
x Fr. 8‘000.--)
und unter Berücksichtigung
der
bis
2011
(Beginn Rentenan
spruch)
eingetretenen Nominallohnentwicklung von einem
Validen
ein
kommen
von Fr.
105‘880.30
aus
(Urk. 2 S. 10)
.
Angesichts
des für das Jahr
2007 gegen
über den Steuerbehörden deklarierten Jahreslohns von Fr. 104‘000.--
(Urk. 7/92 S. 26),
der für die Zeit von Juli 200
6
(Beginn der
Anstellung
bei der
Y.___
) bis Dezember 2007 im IK-Auszug verzeichneten Ein
kommen in entsprechender Höhe (Urk. 7/96 S. 3)
, des
gemäss IK-Auszug
(Urk. 7/96 S. 2) und Lohnblatt (Urk. 7/105 S. 5)
im Jahr 2008 erzielten Salärs von
(lediglich)
Fr. 96‘000.-- (= 12 x Fr. 8‘000.--)
sowie des
auf
dem Lohnblatt
2009
(Urk. 7/105 S. 3)
angegebenen Lohns von
ebenfalls Fr. 96‘000.--
ist die SUVA jedenfalls nicht von einem zu niedrigen Einkommen im Gesundheitsfall ausgegangen.
Zwar hat der Beschwerdeführer in früheren J
ahren
aktenkundig
höhere Löhne erzielt (vgl. Urk. 7/96
S. 3
).
Damals war er indes als
Selbständigerwerbender
und nicht im Anstellungsverhältnis tätig; insofern
geben die
früher generierten Saläre
keine Anhaltspunkte hinsichtlich einer
im Unfallzeitpunkt zu erwarten
de
n
positiven
Loh
n
entwicklung.
Dass sich sein bis dahin seit Beginn des Arbeitsverhältnisses mit der
Y.___
unveränderter beziehungs
weise in den
Jahr
en
2008
und 2009
gar niedriger ausgefallene Lohn
(
in den Jahren 2007 bis 2009 generierter
Durchschnittslohn
von Fr. 98‘666.65
inklusive Taggelder der SUVA)
auf mindestens Fr. 120‘000.-- (Urk. 1 S. 10)
erhöht hätte, wäre es nicht zum Unfall vom 1. April 2009 gekommen
(Urk. 1 S. 4 ff.)
, erscheint
demnach nicht
als überwiegend wahrscheinlich
(zum im
Sozialversi
cherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vgl. BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.)
.
4.2.2
Bei der
Berechnung des Invalideneinkommens
von Fr. 63‘309.50
(Urk. 2 S. 9)
ging die Beschwerdegegnerin zu Recht
vom statistischen Durchschnittslohn für
Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzende -
Tätigkeiten
des
Anforderungsni
veau
s
3
der LSE
und nicht für
einfache und repetitive
Tätigkeiten gemäss Anforderungsniveau 4
(
Urk. 1 S.
4
) aus
. So
weist
der
Beschwerdeführer
einen Lehrabschluss
als Automecha
niker
sowie
neun Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich
auf
.
Nach Aufgabe dieser
Tätigkeit arbeitete
er
in verschiedenen ande
ren Bereichen
(
Confiseur
, Erledigung von Revisionsarbeit
en bei den
E.___
, Metallarbeiter) und
g
ründete
dann
eine
zwischenzeitlich verkaufte -
Einzel
unternehmung
für Reinigungs- sowie Gartenarbeiten
, in der er
sechzehn Ange
stellte
führte
. Schliesslich gründete er
zur Erledigung von Renovationsarbeiten jeglicher Art
die
Y.___
,
bei der
er
mündliche Offerten abgab und
die
-
von ihm akquirierten -
Aufträge
zusammen mit
drei bis vier
Mitarbeiten
den
selbst
ausführte (vgl.
Urk.
3,
Urk. 7/
23
,
Urk. 7/36 S. 5
,
Urk. 7/
73 S. 2
, Urk. 7/
86 S. 3
). Dem Umstand, dass er nur noch (körperlich) leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeiten auszuüben in der Lage ist (Urk. 7/86 S. 5), ist nicht mit der Wahl eines niedrig
er
en Anforderungsniveaus
(Urk. 1 S. 18)
, sondern mit der Gewährung eines leidensbedingten Abzugs
vom hypothetisch noch erziel
baren Lohn
Rechnung zu tragen
.
Dass der Beschwerdeführer
(
wie jeder andere Versicherte auch
)
nicht in jeder leichten bis mittelschweren Arbeit über Berufs
erfahrung verfügt (Urk. 1 S. 18),
bedeutet nicht, dass die SUVA
die
ihm
im Ein
zelnen noch zumutbaren Verweistätigkeiten näher hätte aufzeigen müssen. An
die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten (und Verdienstaussichten)
sind nämlich
praxisgemäss
nicht
übermässige
Anforderungen zu stellen. Die bun
desgerichtliche Rechtsprechung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass
selbst
körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem allein
massgeben
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (
vgl.
etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_606/2012
vom 3. Dezember 2012
E. 3.5 mit Hinweisen
).
Weitere Abklärungen diesbezüglich sind folglich nicht indiziert (Urk. 1 S. 19).
Der
vom
– unter Berücksichtigung der zwischen 2010 und 2011 eingetretenen Nominallohnentwicklung und der im Jahr 2011 betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit ermittelten – Jahreslohn von Fr. 74‘481.80 gewährte
behinderungs
bedingte
Abzug von 15 % erscheint aufgrund der gesamten Umstände als eher
grosszügig
.
So steht dem – im Zeitpunkt des Rentenbeginns 58jährigen
, seit über vierzig Jahren in der Schweiz lebenden und über gute Deutschkenntnisse verfügenden
(Urk. 7/23 S. 1 f.)
- B
eschwerdeführer aufgrund des vom
SUVA-Kreisarzt Dr.
A.___
definierten Zumutbarkeitsprofils (Urk. 7/86 S. 5 f.) noch ein weites Gebiet offen, in dem er vollzeitlich ohne
Leistungseinbusse
tätig sein kann
(Urk. 1 S.
20 f.)
.
Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die SUVA
, die ursprünglich einen 10%igen Abzug
vornehmen
wollte,
mit der Fest
setzung des behinderungsbedingten Abschlags auf 15 % dem
vom
Beschwer
deführer
geäusserten
Wunsch entsprach,
im Hinblick auf einen Rentenanspruch auch gegenüber der Eidgenössischen Invalidenversicherung und der zuständi
gen Einrichtung der beruflichen Vorsorge
einen
mindestens 40%igen
Invalidi
tätsgrad
zu ermitteln
(
vgl.
Urk. 7/137
).
Eine Bindungswirkung ergibt sich indes
rechtsprechungsgemäss
nicht (BGE 131 V 362 und BGE 133 V 549).
4.3
Angesichts der aus den beiden Vergleichseinkommen resultierenden
behinde
rungsbedingte
n
Lohneinbusse
von rund
40 %
ist die
Zusprache
einer
auf einem Inval
i
ditätsgrad in dieser
Höhe basierenden Rente (Urk.
2)
nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Reto B.
Känzig
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer