# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e0eedfe-e0c3-5170-b735-848ddacf12b6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2011 D-978/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-978-2011_2011-09-02.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­978/2011

U r t e i l   v om   2 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Jean­Pierre Monnet;  
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka, 
c/o Schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 4. Februar 2010 / N (…).

D­978/2011

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer  –  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  tamilischer 
Ethnie  –  ersuchte  mit  Eingabe  vom  21.  Mai  2009  (Eingang  bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Colombo [nachstehend kurz: die Botschaft] 
am  26.  Mai  2009)  um  Asyl  in  der  Schweiz.  Mit  Schreiben  vom  3.  Juni 
2009  forderte die Botschaft den Beschwerdeführer auf, sein Gesuch mit 
detaillierten  Angaben  zu  den  geltend  gemachten  Asylgründen  zu 
ergänzen  sowie Beweismittel  und  Identitätspapiere  einzureichen. Dieser 
Aufforderung kam er mit Schreiben vom 27. Juni 2009 (Eingang bei der 
Botschaft  am  2.  Juli  2009)  nach.  Am  14.  Oktober  2009  führte  die 
Botschaft  mit  dem  Beschwerdeführer  eine  Befragung  durch.  Mit 
Schreiben  vom  30. Oktober  2009  (Eingang  bei  der  Botschaft  am  2. 
November  2009)  reichte  er  die  anlässlich  der  Befragung  in  Aussicht 
gestellten  Gerichtsdokumente  mitsamt  englischer  Übersetzung  zu  den 
Akten.

Für die übrigen im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel 
wird auf die Akten verwiesen.

B. 
Mit  den  oben  erwähnten  Eingaben  machte  der  Beschwerdeführer  zur 
Begründung  seines  Gesuches  im  Wesentlichen  geltend,  er  stamme 
ursprünglich aus B._______ (Jaffna District). Von 1990 bis 2006 habe er 
in C._______ gelebt. Als er im August 2006 nach D._______ habe gehen 
wollen, sei er in E._______ für zwei Wochen von der Polizei festgehalten 
und  danach  wieder  freigelassen  worden.  Anschliessend  habe  er 
zwischen  D._______  und  F._______  mit  Früchten  gehandelt.  Am  13. 
August  2008  sei  er  in  G._______  (Mannar  District)  von  der  Polizei 
festgenommen worden. Unter Drohungen und Schlägen habe er zugeben 
müssen, dass er den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) angehöre. 
Das  zuständige  Gericht  habe  seine  Überweisung  in  das  H._______ 
Rehabilitationscamp veranlasst. Vom 22. August 2008 bis 30. September 
2008  sei  er  im  Rehabilitationsprogramm  in  I._______  gewesen.  Sein 
älterer  Bruder  T.  K.  habe  für  seine  Freilassung  gebürgt,  und  der 
Beschwerdeführer sei zu ihm nach J._______ gegangen. Am 19. Januar 
2009 sei T. K. in J._______ festgenommen worden, nachdem dieser von 
Konkurrenten  fälschlich  denunziert  worden  sei.  T.  K.  sei  im  K._______ 
Gefängnis  inhaftiert  gewesen,  sitze  nun  beim  Criminal  Investigation 
Department (CID) in Haft und gegen ihn laufe ein Gerichtsverfahren. Weil 

D­978/2011

Seite 3

es sein älterer Bruder gewesen sei,  der  für  ihn gebürgt  habe,  habe der 
Beschwerdeführer  untertauchen müssen  und  sei  noch  im  selben Monat 
nach D._______  gegangen, wo  er  sich  versteckt  gehalten  habe.  Am  2. 
März 2009 habe man ihm einen Pass ausgestellt. Sein jüngerer Bruder T. 
S. sei in L._______ über ihn und T. K. ausgefragt worden.

C. 
Mit Verfügung vom 4. Februar 2010 verweigerte das BFM die Bewilligung 
der  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Ein  erster 
Zustellungsversuch  vom  29.  Februar  2010  war  erfolglos;  der  Entscheid 
wurde der Botschaft am 7. April 2010 retourniert. Mit Schreiben vom 23. 
Dezember 2010 (Eingang bei der Botschaft am 27. Dezember 2010) teilte 
der  Beschwerdeführer  der  Botschaft  seinen  aktuellen  Wohnsitz  in 
L._______  mit.  Mit  auf  den  27.  Dezember  2010  datierten  Schreiben 
übermittelte  die  Botschaft  dem  Beschwerdeführer  die  Verfügung  der 
Vorinstanz erneut.

Zur Begründung seines Entscheides führte das Bundesamt aus, gemäss 
schweizerischer  Asylpraxis  sei  für  die  Gewährung  der  Einreise  die 
Gefährdung  einer  asylsuchenden  Person  im  Zeitpunkt  der 
Einreisebewilligung  massgebend.  Vergangene  Verfolgung  –  vorliegend 
die rund zweiwöchige Haft des Beschwerdeführers im August 2006 – sei 
somit nur dann beachtlich, als sie noch andaure oder konkrete Hinweise 
auf eine zukünftige Verfolgung bestünden. Die Bewilligung der Einreise in 
die Schweiz diene nämlich nicht dem Ausgleich vergangenen Unrechts, 
sondern solle demjenigen gewährt werden, der aktuell des Schutzes des 
Zufluchtlandes bedürfe.

Befürchtungen,  künftig  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt 
zu  sein,  seien  nur  dann  asylrelevant,  wenn  begründeter  Anlass  zur 
Annahme  bestehe,  dass  sich  die  Verfolgung  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen  werde.  Der 
Beschwerdeführer  mache  geltend,  er  sei  am  13.  August  2008  in 
G._______  (Mannar  District)  festgenommen  und  anschliessend  in  ein 
Rehabilitationscamp  gesteckt  worden.  Am  30.  September  2008  sei  er 
freigelassen worden,  nachdem  sein  älterer  Bruder  T.  K.  für  ihn  gebürgt 
und  der  Beschwerdeführer  sich  schriftlich  dazu  verpflichtet  habe,  der 
LTTE  fern  zu  bleiben.  Auch  wenn  die  geschilderten  Umstände  seiner 
Einweisung und Entlassung aus dem Rehabilitationsprogramm nicht ganz 
dem  üblichen  Vorgehen  entsprächen,  könne  gesagt  werden,  dass  die 
srilankischen  Behörden  ihn  im  Endeffekt  freigelassen  hätten,  weil  ihm 

D­978/2011

Seite 4

keine  LTTE­Aktivitäten  hätten  nachgewiesen  werden  können.  Deshalb 
gebe  es  keinen  Grund  zur  Annahme,  dass  der  Beschwerdeführer  aus 
demselben  Anlass  wieder  behelligt  werden  sollte.  Seine  Furcht  vor 
zukünftigen  Verfolgungsmassnahmen  sei  somit  nicht  hinreichend 
begründet.

Vorbringen  seien  dann  unglaubhaft,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten 
der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns widersprächen. 
Am  2.  März  2009  sei  dem  Beschwerdeführer  in  D._______  ein  Pass 
ausgestellt worden. Dies widerspreche seiner Behauptung, er würde seit 
der Verhaftung seines Bruders T. K. (am 19. Januar 2009) von der Polizei 
und  der  Armee  gesucht,  zumal  eine  gesuchte  Person  kaum  die 
administrativen  Vorgänge  zur  Passausstellung  hätte  erledigen  können. 
Die  aktuell  geltend  gemachte  Gefährdungssituation  sei  deshalb  nicht 
glaubhaft.

An  dieser  Einschätzung  vermöchten  auch  die  vom  Beschwerdeführer 
eingereichten Dokumente nichts zu ändern, würden diese doch  lediglich 
seine Vorbringen stützen, deren Glaubhaftigkeit vorliegend nicht in Frage 
gestellt werde.

Zusammenfassend  sei  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht 
schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes (Art. 3 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31])  sei.  Daher  sei  das  Asylgesuch 
abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen.

D. 
Mit vom 11. Januar 2011 datierter, am 28. Januar 2011 bei der Botschaft 
beziehungsweise  am  10.  Februar  2011  beim Bundesverwaltungsgericht 
eingegangener  Eingabe  focht  der  Beschwerdeführer  die  Verfügung  des 
BFM  an.  In  seiner  Beschwerde  wiederholte  er  im  Wesentlichen  seine 
bereits  bei  der  Vorinstanz  gemachten  Vorbringen.  Aufgrund  des 
Umstandes der Gefährdung seines Lebens, habe er seinen Wohnort sehr 
oft wechseln müssen, weshalb der Entscheid des BFM auch nicht bereits 
beim ersten Versuch habe zugestellt werden können. Sein älterer Bruder 
T.  K.  sei  zwar mittlerweile  auf  Kaution  aus  der  Haft  entlassen  worden, 
könne  jedoch  jederzeit  wieder  verhaftet  werden.  Auch  er  selber  stehe 
unter dem Risiko einer erneuten Inhaftierung. Sein jüngerer Bruder T. S. 
fürchte  sich  auch  vor  einer  Verhaftung,  und  halte  sich  wie  er  selber 
versteckt. Wegen  ihm  sei  T.  S.  bereits  einmal  fünf  Tage  lang  inhaftiert 
und gefoltert worden. Zudem stehe seine Familie wegen ihm unter Druck 

D­978/2011

Seite 5

und  werde  belästigt  sowie  bedroht.  Sowohl  seine  Festnahme  als  auch 
diejenige von T. K. und die in diesem Zusammenhang stehenden Vorfälle 
seien in Zeitungen veröffentlicht und auch in TV­Nachrichten ausgestrahlt 
worden.  Aus  diesem  Grund  sei  ihr  Leben  in  ständiger  Gefahr.  Die 
diesbezüglichen  Dokumente  seien  zwar  in  seinem  Besitz  gewesen,  er 
habe sie aber nicht durch die Sicherheitskontrollen schleusen können. Er 
sei  ein  Opfer  wiederholter  Verhaftungen  und  Folter  und  der  akuten 
Gefahr ausgesetzt, entführt und getötet zu werden. Weil sein Leben seit 
2006 stets mit dem Risiko einer Entführung verbunden sei, habe er auch 
– obwohl bereits (…)­jährig – noch nicht heiraten können. Zurzeit halte er 
sich  in  einem  Versteck  in  L._______  auf,  jedoch  nicht  an  der 
angegebenen Adresse. Er könne nicht auf den Schutz der srilankischen 
Behörden  hoffen,  sondern  einzig  die  Schweiz  um  Hilfe  beten.  Die 
Situation in L._______ sei momentan äusserst gefährlich, es würden sich 
sehr viele Morde und Entführungen ereignen und auch er befinde sich in 
Gefahr,  ein  solches  Schicksal  erdulden  zu  müssen.  Er  bitte  deshalb 
darum,  dass  seine  Beschwerde  gutgeheissen  werde,  und  er  in  der 
Schweiz Schutz erhalte. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er 
ein  Bestätigungsschreiben  vom  10.  Januar  2011  eines  Anwalts  aus 
D._______ zu den Akten.

E. 
Am  18.  Januar  2011  (Eingang  bei  der  Botschaft  am  3.  Februar  2011 
beziehungsweise  beim  Bundesverwaltungsgericht  mitsamt 
Begleitschreiben  am  17.  Februar  2011)  bekräftigte  und  wiederholte  der 
Beschwerdeführer nochmals seine Asylvorbringen und verweist auf seine 
schwierigen Lebensbedingungen in Sri Lanka.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 

D­978/2011

Seite 6

grundsätzlich  (mit  einer  hier  nicht  zutreffenden  Ausnahme)  endgültig 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Dem  vorinstanzlichen  Aktendossier  ist  zu  entnehmen,  dass  die 
Botschaft nach einem erfolglosen ersten Zustellversuch vom 29. Februar 
2010  die  Verfügung  des  BFM  mit  vom  27.  Dezember  2010  datierten 
Schreiben  erneut  an  den  Beschwerdeführer  übermittelte  (siehe 
Sachverhalt  Bst.  C.  oben).  Es  sind  jedoch  weder  Angaben  dazu 
enthalten,  wann  die  vorinstanzliche  Verfügung  die  Botschaft  auf  dem 
Postweg  verliess,  noch  liegt  eine  Empfangsbestätigung  seitens  des 
Beschwerdeführers  vor.  Der  genaue  Zeitpunkt  der  Eröffnung  der 
angefochtenen  Verfügung  steht  somit  nicht  fest.  Indessen  trägt  die 
Beweislast  für  die  erfolgte Zustellung  und deren Zeitpunkt  die Behörde, 
welche  die  Zustellung  veranlasst  hat  (vgl.  FELIX  UHLMANN/ALEXANDRA 
SCHWANK,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.], 
Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art.  34,  N  10).  Das 
Begleitschreiben  der  Botschaft  bei  der  zweiten  Versendung  der 
Verfügung datiert – wie bereits erwähnt – auf den 27. Dezember 2010. Es 
ist  jedoch nicht klar, ob dieses Schreiben zusammen mit dem Entscheid 
des BFM auch an demselben Tag von der Botschaft bei der srilankischen 
Post  aufgegeben  wurde.  Die  Eingabe  des  Beschwerdeführers  vom  11. 
Januar 2011 ging bei  der Botschaft  am 28. Januar  2011 ein. Unter  den 
gegebenen  Umständen  eines  Asylverfahrens  im  Ausland  ist  somit  im 
vorliegenden  Fall  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerde  innert  der 
gesetzlichen Frist von 30 Tagen (Art. 108 Abs. 1 AsylG) erhoben worden 
ist,  da  nicht  davon  auszugehen  ist,  dass  die  Verfügung  des  BFM  dem 
Beschwerdeführer  vor  dem  29.  Dezember  2010  in  L._______  eröffnet 
wurde.

1.4. Die  Beschwerde  ist  somit  als  frist­  und  formgerecht  eingereicht  zu 
betrachten. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  und  Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

D­978/2011

Seite 7

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss  Art.  19 
Abs. 1  AsylG  ein  Asylgesuch  im  Ausland  bei  einer  schweizerischen 
Vertretung  gestellt  werden  kann,  welche  es  mit  einem  Bericht  an  das 
Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Die  schweizerische 
Vertretung  führt  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine 
Befragung  durch  (Art.  10 Abs.  1  der Asylverordnung  1  vom 11.  August 
1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Ist  dies  nicht 
möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung 
aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 
AsylV 1). Die  schweizerische Vertretung überweist  dem Bundesamt das 
Befragungsprotokoll  oder  das  schriftliche  Asylgesuch  sowie  weitere 
zweckdienliche  Unterlagen  und  einen  ergänzenden  Bericht,  der  ihre 
Beurteilung  des  Asylgesuchs  enthält  (Art.  10  Abs.  3  AsylV  1).  Im 
vorliegenden  Fall  wurden  diesen  gesetzlichen  Bestimmungen  durch  die 
Einholung detaillierter  Informationen durch die schweizerische Botschaft, 
die Befragung des Beschwerdeführers sowie den entsprechenden Bericht 
der schweizerischen Vertretung praxisgemäss Genüge getan (vgl. BVGE 
2007/30).

5. 
5.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 

D­978/2011

Seite 8

wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken 
(Art. 3 AsylG).

5.2.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft 
machen können oder  ihnen die Aufnahme  in einem Drittstaat zugemutet 
werden  kann. Glaubhaft  gemacht  ist  die  Verfolgung, wenn  die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 
Abs. 2 AsylG).

6. 
6.1. Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die 
Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhalts,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein 
anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art.  20 Abs. 3 AsylG kann das 
Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische 
Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die 
glaubhaft  machen,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und  Leben 
oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

6.2.  Bei  diesem  Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung  der  Einreisebewilligung,  wobei  den  Behörden  ein  weiter 
Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, 
die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  21  E.  2b, 
EMARK  1997  Nr.  15  E.  2.e­g).  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der 
Einreisebewilligung  ist  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen  Person 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c), mithin die Frage, ob eine Gefährdung im 

D­978/2011

Seite 9

Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am 
Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet 
werden kann.

7. 
7.1. Einleitend ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer in seiner 
Beschwerde  vom  11.  Januar  2011  und  dem  zusätzlich  eingereichten 
Schreiben vom 18. Januar 2011 nicht explizit mit den substanziierten und 
überzeugenden Erwägungen  der  Vorinstanz  auseinandersetzt.  Vielmehr 
wiederholt  er  in  verkürzter  Version  seine  bereits  im  Verfahren  vor  dem 
Bundesamt  gemachten  Sachverhaltsvorbringen  und  verweist  pauschal 
auf  seine  schwierigen  Lebensbedingungen  in  Sri  Lanka.  Er  und  seine 
beiden Brüder T. K. und T. S. seien Opfer wiederholter Verhaftungen und 
Folter.  Auch  seine  übrigen  Familienangehörigen  würden  immer  wieder 
belästigt und bedroht. Er müsse sich seit geraumer Zeit versteckt halten, 
da  er  sich  vor  einer  weiteren  Entführung  und  gar  einer  Ermordung 
fürchte. Er  könne sich nicht  auf  den Schutz der  srilankischen Behörden 
verlassen.  Zudem  sei  auch  die  aktuelle  Situation  in  L._______  sehr 
gefährlich.

7.2.  Insgesamt vermitteln die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Vorbringen  nicht  den  Eindruck  zielgerichtet  und  asylrelevant  verfolgter 
Personen  vor  Ort.  An  dieser  Einschätzung  vermögen  auch  die  beiden 
eher  kurzen  Festnahmen  im  August  2006  sowie  im  August/September 
2008  nichts  zu  ändern.  Bei  einem  ernsthaften  Verdacht  der  staatlichen 
Behörden, dass sich der Beschwerdeführer an  terroristischen Aktivitäten 
beteiligt hätte oder sonst eine Gefahr für die Sicherheit des srilankischen 
Staates  darstellen  würde,  wäre  er  nicht  nach  relativ  kurzer  Zeit 
beziehungsweise  durch  die Bürgschaft  seines Bruders  T.  K. wieder  frei 
gelassen  worden.  Gemäss  Erkenntnissen  der  schweizerischen 
Asylbehörden  geht  der  srilankische  Staat  nämlich  rigoros  gegen 
Terrorverdächtige  vor.  Zudem spricht  auch  die Erlangung  eines Passes 
am  2.  März  2009  in  D._______  gegen  die  aktuell  geltend  gemachte 
Gefährdungssituation,  welche  vor  diesem  Hintergrund  als  unglaubhaft 
bewertet  werden  muss.  Die  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  einer 
Verfolgung  in  seiner  Heimat  ist  somit  unbegründet.  An  dieser 
Einschätzung  vermögen  weder  die  im  vorinstanzlichen  Verfahren 
eingereichten  Beweismittel  noch  das  im  Beschwerdeverfahren 
eingereichte Schreiben eines Anwalts etwas zu ändern.

D­978/2011

Seite 10

7.3. Das Bundesverwaltungsgericht hat sodann im Grundsatzurteil BVGE 
2008/2  eine  Lageanalyse  betreffend  Sri  Lanka  vorgenommen  und 
gelangte  dabei  zum  Schluss,  dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage 
seit  Januar  2006  insgesamt,  insbesondere  aber  in  D._______, 
kontinuierlich  verschlechtert  habe.  Seit  Ergehen  dieses  Urteils  am 
14. Februar  2008  hatte  sich  der  bewaffnete  Konflikt  zwischen  der 
Regierung  und  den  LTTE  zunächst  weiter  zugespitzt.  Nach  der 
Rückeroberung  des  letzten  von  den  LTTE  kontrollierten  Gebietes  im 
Raum Mullaitivu indessen wurde am 18. Mai 2009 seitens der Regierung 
der endgültige Sieg über die LTTE verkündet und der Bürgerkrieg offiziell 
für  beendet  erklärt.  Nach  dieser  Niederlage  der  LTTE  haben  die 
srilankischen  Behörden  –  namentlich  im  Grossraum  Colombo  –  die 
Sicherheitsmassnahmen  zwar  nur  schrittweise  gelockert,  und  die 
verschiedenen  Kontrollmassnahmen  richteten  sich  vor  allem  gegen  die 
tamilische  Bevölkerung.  Es  kommt  ihnen  indes  aufgrund  mangelnder 
Intensität  in  der  Regel  kein  Verfolgungscharakter  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  zu.  Der  aktuelle  beziehungsweise  der  den  Asylbehörden  zuletzt 
bekannte Wohnsitz des Beschwerdeführers ist im nördlichen Teil von Sri 
Lanka  in M._______  (Jaffna District), wo er – eigenen Angaben zufolge 
war er ohnehin nie Mitglied der LTTE und gemäss Akten konnten ihm die 
srilankischen  Behörden  auch  keine  Tätigkeit  für  diese  Organisation 
nachweisen  –  nach  jüngsten  Erkenntnissen  des  Gerichts  nicht  mit 
gezielten  Repressionen  zu  rechnen  hat.  Er  vermag  mithin  nicht 
substanziiert darzutun, inwiefern das BFM zu Unrecht geschlossen habe, 
er sei nicht schutzbedürftig im Sinne des AsylG.

8. 
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht 
schutzbedürftig im Sinne von Art. 3 AsylG ist. Aufgrund der vorstehenden 
Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen und die  im 
vorinstanzlichen Verfahren sowie im Beschwerdeverfahren eingereichten 
Beweismittel  einzugehen,  da  sie  am  festgestellten  Ergebnis  nichts  zu 
ändern  vermögen. Das BFM  hat  demnach  zu Recht  die  Einreise  in  die 
Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt.

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

D­978/2011

Seite 11

10. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.­ an 
sich  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG);  aus 
verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf das Erheben von Verfahrenskosten zu verzichten.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Stadelmann

Versand: