# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71695c99-b000-5751-b714-dad5778f2ce9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 07.02.2024 VBE.2023.381
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-381_2024-02-07.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.381 / ms / fi       
Art. 14 

 

Urteil vom 7. Februar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Jacober  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch MLaw Marko Mrljes, Rechtsanwalt, Burgerstrasse 17, 

Postfach, 6000 Luzern 7    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
   

Beigeladene   B._____ 

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 19. Juli 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1970 geborene Beschwerdeführer meldete sich am 19. April 2017 we-

gen verschiedener Leiden (u.a. Herzinfarkt im Jahr 2015) bei der Be-

schwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche Integra-

tion/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Be-

schwerdegegnerin holte im Rahmen ihrer daraufhin getätigten Abklärungen 

medizinische Berichte ein und gab bei der Psychiatrischen Dienste 

C._____ ein Gutachten in Auftrag, welches am 26. August 2018 erstattet 

wurde. In der Folge wies sie das Rentenbegehren des Beschwerdeführers 

mit Verfügung vom 12. April 2019 ab. In teilweiser Gutheissung der dage-

gen erhobenen Beschwerde hob das Versicherungsgericht diese Verfü-

gung mit Urteil VBE.2019.390 vom 16. Januar 2020 auf und wies die Sache 

zu weiteren Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die Be-

schwerdegegnerin zurück. 

 

1.2. 

In der Folge veranlasste die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen; 

insbesondere liess sie den Beschwerdeführer bei der SMAB AG Bern 

(SMAB) polydisziplinär begutachten (SMAB-Gutachten vom 21. Oktober 

2020 sowie ergänzende gutachterliche Stellungnahme vom 7. April 2021). 

Daraufhin verneinte sie mit Verfügung vom 28. April 2021 einen Rentenan-

spruch des Beschwerdeführers. In teilweiser Gutheissung der dagegen er-

hobenen Beschwerde hob das Versicherungsgericht die Verfügung vom 

28. April 2021 mit Urteil VBE.2021.276 vom 28. September 2021 auf und 

wies die Sache zu weiteren Abklärungen und anschliessender Neuverfü-

gung an die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

1.3. 

In der Folge veranlasste die Beschwerdegegnerin eine psychiatrische Be-

gutachtung (Gutachten von Dr. med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 17. Januar 2023). Nach durchgeführtem Vorbe-

scheidverfahren sowie Rücksprachen mit dem Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) wies sie das Rentenbegehren mit Verfügung vom 19. Juli 

2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 19. Juli 2023 erhob der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 12. September 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte fol-

gende Rechtsbegehren: 

 

 - 3 - 

 

 

" 1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 19.7.2023 sei aufzuhe-
ben und es sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten inkl. einer Eva-
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit in Auftrag zu geben. 

 2. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu wei-
teren Abklärungen und zum Neuentscheid zurückzuweisen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 18. Oktober 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 20. Oktober 2023 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers im Verfahren beigela-

den. Diese verzichtete mit Eingabe vom 6. November 2023 auf eine Stel-

lungnahme. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Rentenbegeh-

rens – unter Hinweis auf das Gutachten von Dr. med. D._____ vom 17. Ja-

nuar 2023 und auf die Beurteilung ihres RAD – damit, dass der Beschwer-

deführer sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätig-

keit uneingeschränkt arbeitsfähig sei (Vernehmlassungsbeilage [VB] 216). 

Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den 

Standpunkt, da dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D._____ auf-

grund verschiedener Mängel kein Beweiswert zukomme und die Beschwer-

degegnerin seine somatischen Beschwerden nicht berücksichtigt habe, 

seien zur Beurteilung seines Leistungsanspruchs weitere Abklärungen er-

forderlich (Beschwerde S. 5 ff.). 

 

1.2. 

Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfü-

gung vom 19. Juli 2023 (VB 216) zu Recht einen Rentenanspruch des Be-

schwerdeführers verneint hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind 

 - 4 - 

 

 

daher nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Best-

immungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend. 

 

3. 

In der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwerdegegnerin ins-

besondere auf die somatische Beurteilung im SMAB-Gutachten vom 

21. Oktober 2020 (VB 153.1) bzw. auf die Stellungnahme ihres RAD-Arztes 

Dr. med. E._____, Facharzt für Chirurgie und Traumatologie, vom 17. Juli 

2023 (VB 214 S. 2 ff.) und das psychiatrische Gutachten von 

Dr. med. D._____ vom 17. Januar 2023 (VB 202.1). 

 

3.1. 

3.1.1. 

Das SMAB-Gutachten vom 21. Oktober 2020 vereint eine orthopädische, 

eine neurologische, eine psychiatrische und eine internistische Beurteilung 

(VB 153.1). Dem Gutachten sind zahlreiche Diagnosen ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit wurden zwar keine gestellt (VB 153.1 S. 6 ff.), die Gutach-

ter hielten indes fest, dass aufgrund des insulinpflichtigen Diabetes mellitus 

Typ 2 keine Tätigkeiten auf Gerüsten, Leitern oder an laufenden Maschinen 

ausgeübt werden sollten. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht seien 

dem Beschwerdeführer körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu-

mutbar, ohne häufige Gerüst- und Leitertätigkeiten sowie ohne Zwangshal-

tungen für die Wirbelsäule (VB 153.1 S. 9). In der angestammten Tätigkeit 

als "LKW-Fahrer" sowie in sämtlichen entsprechend angepassten Tätigkei-

ten bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Im Längsschnittverlauf sei 

diese Einschätzung seit dem 1. Juli 2017 "zugrunde zu legen". Zu diesem 

Zeitpunkt sei der linke Arm nach der Operation am 18. Oktober 2016 wieder 

voll einsatzfähig gewesen (VB 153.1 S. 10 f.). 

 

3.1.2. 

RAD-Arzt Dr. med. E._____ gelangte am 17. Juli 2023 zum Schluss, dass 

sich der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der 

SMAB-Begutachtung nicht wesentlich verändert habe (vgl. VB 214 S. 4). 

 

3.2. 

Im Nachgang zum Urteil VBE.2021.276 vom 28. September 2021 

(VB 178), mit welchem das Versicherungsgericht die Sache insbesondere 

aufgrund der unvollständigen retrospektiven Beurteilung des psychiatri-

schen SMAB-Gutachters zu weiteren diesbezüglichen Abklärungen an die 

 - 5 - 

 

 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hatte, veranlasste diese eine wei-

tere psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. D._____ (Gutachten vom 

17. Januar 2023; VB 202.1). Dieser stellte folgende Diagnosen (VB 202.1 

S. 32): 

 

"Anhaltende Schmerzstörung (F45.4) mit/bei 

• Missempfindungen v. a. im Bereich des Thorax 

• koronarer Zweiggefässerkrankung mit Status nach Nicht- ST- He-
bungsinfarkt (NSTEMI) und dreifach aortokoronarer Bypass- Opera-
tion (01/2015) 

• akzentuierten (zwanghaft, autistisch, narzisstisch, depressiv, ängst-
lich, phobisch, unsicher) Persönlichkeitszügen 

 

 Weitere Diagnosen u. a.30 

• Diabetes mellitus Typ 2 

• Adipositas permagna 

• Gastroösophageale Refluxkrankheit 

• Status nach zerebralem Apoplex (2001)". 

 

In der bisherigen Tätigkeit als Lastwagenfahrer sowie in jedweder ange-

passten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Auf diese Ein-

schätzung könne ab Datum der aktuellen Untersuchung am 22. November 

2022 abgestützt werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit könne da-

von bis heute unverändert seit der Krankschreibung im Dezember 2016 

gemäss Gutachten vom 24. August 2017 von Dr. med. F._____, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, ausgegangen werden (VB 202.1 

S. 46 f.). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

 

 - 6 - 

 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des Gutachtens von 

Dr. med. D._____ vom 17. Januar 2023 fachärztlich umfassend untersucht. 

Dabei beurteilte der Gutachter die medizinischen Zusammenhänge sowie 

die medizinische Situation in Kenntnis der Vorakten (VB 202.1 S. 2 ff.) und 

unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (VB 202.1 S. 13 ff.) 

einleuchtend und gelangte zu einer nachvollziehbar begründeten Schluss-

folgerung. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich Beweiswert im 

Sinne vorstehender Kriterien zu. 

 

5.1.2. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Tätigkeit als LKW-Chauffeur 

bzw. Chauffeur von Lieferwagen, die hohe Anforderungen an die Konzent-

ration stelle, sei ihm – entgegen der Beurteilung des Gutachters Dr. med. 

D._____ – schon aufgrund der sehr umfangreichen Medikation nicht mehr 

zumutbar. Dies gehe auch aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters 

vom 4. Mai 2023 hervor. Die hochdosierte Medikation habe zu einer Ein-

schränkung wegen einer Konzentrationsstörung und somit auch zu einer 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit geführt (Beschwerde S. 6 f.). 

 

5.1.3. 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es die unterschiedliche Natur von Be-

handlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 

andererseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zulässt, ein Administrativ- 

oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer 

Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslauten-

den Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich 

eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 

wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 

oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

8C_60/2020 vom 8. April 2020 E. 3.2 mit Hinweisen). So gilt es auch der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Ärzte nicht 

nur in der Funktion als Hausärzte (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 

E. 3a/cc), sondern auch als spezialärztlich behandelnde Medizinalperso-

nen sowie auch behandelnde Therapiekräfte im Hinblick auf ihre auftrags-

rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ih-

rer Patienten aussagen (Urteile des Bundesgerichts 8C_515/2020 vom 14. 

Oktober 2020 E. 4.2.3; 8C_295/2017 vom 27. September 2017 E. 6.4.2, je 

mit Hinweisen sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2019 vom 3. Juni 

2019 E. 6.3.3). 

 

 - 7 - 

 

 

5.1.4. 

Im Bericht vom 4. Mai 2023 diagnostizierten die behandelnden Ärzte der 

Psychiatrischen Dienste C._____ med. pract. G._____, Facharzt für Psy-

chiatrie und Psychotherapie, sowie Assistenzarzt med. pract. H._____ eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 

(ICD-10 F33.1). Sie führten aus, es liege zwar eine gewisse Besserung der 

depressiven Symptomatik vor, die Konzentrationsstörungen seien indes 

trotz der hochdosierten antidepressiven Behandlung mit Sertralin sowie Se-

quase immer noch stark vorhanden. Der Beschwerdeführer sei für die an-

gestammte Tätigkeit als LKW-Chauffeur noch zu 100 % arbeitsunfähig, da 

noch gravierende Konzentrationsstörungen und eine Tagesmüdigkeit vor-

liegen würden. Diese seien zum Teil auch durch die Medikation verursacht, 

wobei es bei der Medikation aufgrund der chronischen Krankheit keine Al-

ternative gebe. Die Medikation sei zum Aufrechterhalten einer gewissen 

psychischen Stabilität sowie zur Schmerzdistanzierung deutlich notwendig 

(VB 212 S. 5 f.). 

 

5.1.5. 

Dr. med. D._____ führte aus, die mit dem Schmerzsyndrom verbundenen 

emotionalen Beschwerden seien unregelmässig und stets leicht ausge-

prägt. So seien insbesondere die ICD-10-Kriterien einer depressiven Epi-

sode nicht (mehr) erfüllt. Diese würden allerdings auch in den Akten weder 

nachvollziehbar beschrieben noch kritisch differenziert diskutiert. Objektive 

psychopathologische Befunde würden "gar nicht bis spärlich" aufgeführt. 

Im Vordergrund würden die subjektiven Beschwerden des Beschwerdefüh-

rers stehen. Dieser habe zwar die Symptome einer depressiven Störung 

genannt, objektiv würden aber keine der massgebenden Symptome, die 

erforderlich seien, um eine (allfällig andauernde) depressive Episode zu-

mindest leichten Grades diagnostizieren zu können, in ausreichender 

Schwere bzw. in ausreichender Länge bestehen. Depressive Syndrome 

[recte wohl: Symptome] seien im Fall des Beschwerdeführers Ausdruck sei-

ner Überforderung aufgrund akzentuierter Persönlichkeitszüge und sozia-

ler Belastungen (VB 202.1 S. 35 f.). Dr. med. D._____ ordnete die "emoti-

onalen Beschwerden" bzw. die depressive Symptomatik folglich mit nach-

vollziehbarer Begründung diagnostisch anders als die behandelnden Ärzte 

der Psychiatrischen Dienste C._____ ein. Zudem berücksichtigte er die ver-

schiedenen psychosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren bei 

der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu Recht nicht (vgl. VB 202.1 S. 42), denn 

diese sind aus sozialversicherungsrechtlichem Standpunkt unbeachtlich 

(vgl. hierzu BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). 

 

Weiter stellte Dr. med. D._____ fest, abgesehen davon, dass Daten vom 

Beschwerdeführer ungenau genannt würden, bestünden keine Aufmerk-

samkeits- und Gedächtnisstörungen (VB 202.1 S. 20). Zu den Ergebnissen 

der Laboruntersuchungen vom 1. Dezember 2022 führte Dr. med. D._____ 

aus, die Werte für Sertralin und Pregabalin würden innerhalb bzw. oberhalb 

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des jeweiligen Referenzbereichs liegen, was für eine Einnahme der Medi-

kamente spreche. Die Werte für Quetiapin (Wirkstoff von Sequase; vgl. 

www.compendium.ch) und Zolpidem würden deutlich unterhalb des jewei-

ligen Referenzbereichs liegen, was für eine niedrige Dosierung und/oder 

unregelmässige Einnahme der Medikamente spreche (VB 202.1 S. 23). 

Zudem hielt Dr. med. D._____ fest, dass die Verkehrsfähigkeit des Be-

schwerdeführers nicht eingeschränkt sei (vgl. VB 202.1 S. 45). Demnach 

erkannte Dr. med. D._____ trotz der vom Beschwerdeführer eingenomme-

nen Medikation keine Einschränkungen der Konzentration, weshalb davon 

auszugehen ist, dass es sich bei den Einschätzungen der behandelnden 

Ärzte lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts han-

delt (Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 

E. 2.1 mit Hinweisen). Es ist daher gestützt auf die einleuchtende Einschät-

zung von Dr. med. D._____ davon auszugehen, dass dem Beschwerde-

führer auch die angestammte Tätigkeit als "Lastwagenfahrer" (vgl. Anga-

ben der damaligen Arbeitgeberin; VB 12.1 S. 3) grundsätzlich zumutbar ist. 

Gegenüber dem Gutachter berichtete der Beschwerdeführer im Übrigen 

auch, dass er einen Führerweis besitze, der ihm nie entzogen worden sei 

(VB 202.1 S. 18). Ausserdem gab er an, mit dem Auto zur Begutachtung 

angereist zu sein (VB 202.1 S. 19). Dass der Beschwerdeführer den Füh-

rerausweis der Kategorie C/E aufgrund seiner Erkrankung hätte abgeben 

müssen (vgl. Beschwerde S. 6), ergibt sich aus den Akten folglich nicht. Zu 

beachten ist, dass die Bestimmungen betreffend die medizinischen Min-

destanforderungen für das Führen von Fahrzeugen bei Führerausweisen 

der Kategorien B und C hinsichtlich der Einnahme von Medikamenten so-

wie des Vorliegens psychischer Störungen fast identisch sind (vgl. Anhang 

1 der Verkehrszulassungsverordnung). 

 

Folglich werden seitens der behandelnden Ärzte keine wichtigen Aspekte 

benannt, welche von Dr. med. D._____ unerkannt oder ungewürdigt ge-

blieben sind (vgl. hierzu statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_60/2020 

vom 8. April 2020 E. 3.2 mit Hinweisen). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Beschwerdegegnerin 

habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie ohne die notwendi-

gen und vom Gericht angeordneten Abklärungen der somatischen Erkran-

kungen zum Schluss gekommen sei, dass er vollständig arbeitsfähig sei. 

So habe RAD-Arzt Dr. med. I._____, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-

therapie, nur das Gutachten von Dr. med. D._____ bewertet, ohne die so-

matischen Beschwerden zu berücksichtigen, wobei er letzteres aufgrund 

der Tatsache, dass er Facharzt für Psychiatrie sei, auch gar nicht rechts-

genüglich hätte tun können (vgl. Beschwerde S. 5 ff.). 

 

 - 9 - 

 

 

5.2.2. 

Im Rückweisungsurteil VBE.2021.276 vom 28. September 2021 wies das 

Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass im Rah-

men der noch vorzunehmenden Abklärungen der medizinische Sachver-

halt auch hinsichtlich der somatischen Erkrankungen zu aktualisieren und 

gegebenenfalls im interdisziplinären Konsens neu zu beurteilen sei (vgl. 

VB 178 S. 6 E. 6.).  

 

Die Beschwerdegegnerin holte im Nachgang zu diesem Urteil aktuelle Be-

richte sämtlicher behandelnder Ärzte ein (vgl. VB 182; 184) und legte die 

Berichte betreffend die somatischen Erkrankungen – entgegen dem Vor-

bringen des Beschwerdeführers – nicht dem Psychiater Dr. med. I._____, 

sondern RAD-Arzt Dr. med. E._____, der Facharzt für Orthopädische Chi-

rurgie sowie Traumatologie des Bewegungsapparates ist, vor (vgl. dessen 

Stellungnahme vom 17. Juli 2023 [VB 214] und dessen im Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens erfolgte Aktennotiz vom 12. Oktober 2023 

[VB 220]). Dieser verfügt durchaus über die zur Beurteilung der vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Verschlechterung des somatischen 

Zustands (Degenerationen am Rücken und an den Kniegelenken sowie 

Schulterbeschwerden; vgl. Beschwerde S. 7 f.) erforderlichen fachlichen 

Qualifikationen. 

 

5.2.3. 

Zu der vom Beschwerdeführer insbesondere hinsichtlich der Rückenbe-

schwerden geltend gemachten Verschlechterung seit der SMAB-Begutach-

tung (vgl. Beschwerde S. 7 f.) hielt RAD-Arzt Dr. med. E._____ in Kenntnis 

der relevanten medizinischen Akten (Bericht von Dr. med. J._____ vom 

3. Juli 2023 [VB 219 S. 24 ff.]; Bericht von Hausärztin med. pract. K._____, 

Praktische Ärztin, vom 11. September 2023 [VB 219 S. 20 f.]) in der Akten-

notiz vom 12. Oktober 2023, auf welche die Beschwerdegegnerin in der 

Vernehmlassung explizit hinwies, fest, Dr. med. J._____ beschränke sich 

auf die vom Radiologen übermittelte rein deskriptive Beschreibung der 

MRT-Schnittbilder. Es würden jedoch keine von äusseren Faktoren befreite 

Untersuchungsbefunde ohne irrelevante interpretative Zwischenstufen be-

richtet (VB 220 S. 1). Zudem hatte RAD-Arzt Dr. med. E._____ am 17. Juli 

2023 auch den Bericht von Dr. med. J._____ vom 2. Juni 2023 (VB 215 

S. 2 ff.) gewürdigt und festgestellt, dass im Status vom 3. Mai 2023 – wie 

schon im Bericht des genannten Arztes vom 3. April 2017 mit identischen 

Diagnosen – keine objektivierbaren pathologischen Befunde erhoben hät-

ten werden können (VB 214 S. 3). Zum Bericht von med. pract. K._____ 

vom 11. September 2023 hielt RAD-Arzt Dr. med. E._____ sodann nach-

vollziehbar fest, dieser erlaube keinen Rückschluss auf eine dauerhaft 

quantitativ geminderte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Es würden 

darin keine Befunde mitgeteilt, obwohl solche für eine Stellungnahme zum 

Gesundheitszustand unabdingbare Voraussetzung seien (VB 220 S. 1). 

RAD-Arzt Dr. med. E._____ setzte sich folglich detailliert mit den seit der 

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SMAB-Begutachtung ergangenen medizinischen Berichten betreffend die 

somatischen Beschwerden auseinander und begründete einleuchtend, 

weshalb von keiner diesbezüglichen Verschlechterung seit der SMAB-Be-

gutachtung auszugehen sei. 

 

Hinsichtlich des Umstands, dass der Beschwerdeführer bezüglich der so-

matischen Beschwerden (Rücken-, Nacken- und Armbeschwerden) nach 

eigenen Angaben weiterhin in Behandlung steht und dass diesbezüglich 

weitere Kontrollen geplant sind sowie auch eine Anmeldung für neurologi-

sche und neurochirurgische Abklärungen erfolgt ist (vgl. Beschwerde 

S. 7 f.), ist festzuhalten, dass sich daraus keine anspruchsrelevante ge-

sundheitliche Verschlechterung seit der SMAB-Begutachtung ableiten 

lässt, zumal diese Beschwerden bereits im Zeitpunkt der Begutachtung be-

kannt waren. 

 

5.2.4. 

Da sich nach dem Dargelegten in somatischer Hinsicht keine wesentlichen 

Änderungen im Vergleich zum SMAB-Gutachten vom 21. Oktober 2020 

ergaben und Dr. med. D._____ auf psychiatrischem Fachgebiet keine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit feststellte, erübrigte sich eine (erneute) in-

terdisziplinäre Konsensbesprechung. Demnach ist die Beschwerdegegne-

rin mit den von ihr getroffenen Abklärungen auch den Anweisungen ge-

mäss Urteil VBE.2021.276 vom 28. September 2021 in genügender Weise 

nachgekommen. 

 

5.3. 

Zusammenfassend sind keine konkreten Indizien ersichtlich, die gegen die 

Zuverlässigkeit des somatischen Teils des SMAB-Gutachtens vom 21. Ok-

tober 2020 sowie des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. D._____ 

vom 17. Januar 2023 sprechen, sodass darauf abzustellen ist (Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, vgl. BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 

mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). Der medizinische Sachver-

halt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt, weshalb 

in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen (vgl. Rechtsbe-

gehren Ziff. 2) zu verzichten ist (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 

E. 5.3 S. 236 f.). Es ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer seit Juli 2017 in der bisherigen wie auch in einer angepassten kör-

perlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist (vgl. 

VB 153.1 S. 10 f.; 202.1 S. 46 f.).  

 

6. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

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und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Da ein allfälliger Rentenanspruch des Beschwer-

deführers frühestens am 1. Oktober 2017 hätte entstehen können (vgl. An-

meldung vom 19. April 2017 [VB 5] und Art. 29 Abs. 1 IVG) und seit Juli 

2017 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus-

zugehen ist (vgl. E. 5.3. hiervor), ist das Erfordernis von Art. 28 Abs. 2 lit. b 

IVG einer ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40%igen Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres nicht erfüllt. Die Be-

schwerdegegnerin hat das Rentenbegehren demnach mit Verfügung vom 

19. Juli 2023 im Ergebnis zu Recht abgewiesen. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

7.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt.  

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

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mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 7. Februar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth     Schweizer