# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa94c41a-450f-5ba3-888a-bd55413c5a26
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2007 B-2198/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2198-2006_2007-05-18.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2198/2006

{ T  0 / 2 }

Urteil vom 18. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Vera Marantelli (vorsitzende Richterin), Richter 
Claude Morvant, Richterin Maria Amgwerd;
Gerichtsschreiberin Beatrice Brügger

P._______,
Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Effingerstrasse 27, 
3003 Bern,

Vorinstanz

Prüfungskommission für Personalberater, VSAA - QSK-Sekretariat, 
Laupenstrasse 22, 3008 Bern,

Erstinstanz

betreffend

Berufsprüfung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. P._______ legte im Herbst 2004 die Berufsprüfung für Personalberater ab. 
Dabei wählte er für das Abschlussmodul unter vier möglichen Themen das 
Thema Nr.  2 "Vermittlung  von über  50-Jährigen  (50plus)",  das  wie  folgt 
umschrieben war:

"Ausgangslage: 
Ältere Stellensuchende, die über 45 Jahre alt  sind,  können in der Europäischen 
Union nur schwer vermittelt werden. Die EU hat deshalb gemeinsam mit dem Eu-
ropäischen Sozialfonds ein auf die Bedürfnisse der über 45-Jährigen zugeschnitte-
nes Projekt zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ins Leben gerufen. Wäh-
rend vielen Jahren waren in der Schweiz junge Menschen anteilsmässig weniger 
zahlreich auf dem Arbeitsmarkt vertreten als Personen über 40. Heute ist es für 
Stellensuchende über 40 schwieriger eine Stelle zu finden als für Jüngere. Eine 
Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten, ist gar die Hauptschwierig-
keit bei den über 50-Jährigen. Eine Stelle zu bekommen, erweist sich für die Be-
troffenen oft als Spiessrutenlauf. Die Situation der älteren Stellensuchenden könn-
te sich möglicherweise verbessern, wenn Wirtschaft und Stellennachfrage wieder 
anziehen. 

Die Gründe für die schwierige Arbeitsmarktsituation bei älteren Stellensuchenden 
sind vielschichtig. Sind die heutigen Arbeitsbedingungen oder deren Entwicklung 
schuld oder liegt es an den geforderten Fachkompetenzen? Oder stellt sich grund-
sätzlich die Frage, ob ältere Stellensuchende (50plus) noch in der Lage sind, sich 
anzupassen und Neues zu lernen? Ist die Jugendlichkeit als Ideal unserer Gesell-
schaft verantwortlich oder, präziser noch, die Qualitäten die man den jungen Men-
schen zuschreibt.  Manche Soziologen argumentieren,  dass  unsere  Gesellschaft 
dem "Jugendwahn" verfallen sei. Wie können die Personalberater(innen) ihre älte-
ren Kunden also zielgruppenspezifisch beraten, wie ihre Vermittlungsfähigkeit ver-
bessern? Wie eine Stelle für sie finden?

Aufgaben:
Erstellen Sie zunächst eine Liste mit Argumenten, die die Aussage, über 50-jähri-
ge Stellensuchende seien äusserst schwer vermittelbar, bestätigen, bzw. widerle-
gen. Stützen Sie sich dabei auf Ihre praktische Erfahrung als Personalberater(in), 
auf Statistiken oder andere Informationen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Zeigen 
Sie auf, wie die Beratung ihrer Ansicht nach idealerweise aussehen muss, damit 
sich die über 50-Jährigen besser auf dem Arbeitsmarkt integrieren lassen. Nennen 
Sie die arbeitsmarktlichen Massnahmen und die weiteren Massnahmen, die für die 
RAV-Personalberater(in) in dieser Hinsicht von Nutzen sein könnten. Zeigen Sie 
die Grenzen, bzw. die Vor- und Nachteile dieser Massnahmen auf, indem Sie ins-
besondere auch darauf hinweisen, was auf politischer Ebene getan werden müss-
te, um diese Massnahmen umzusetzen. Diese Analyse führen Sie in Ihrem Kanton 
und für die ganze Schweiz durch. Ein Vergleich mit den Massnahmen der EU- und 
der OECD-Staaten erlaubt es Ihnen, Ihre Argumentation und Ihre Vorschläge zu 
begründen, bzw. zu untermauern. Zur Erinnerung: Es geht nicht darum, eine Situa-
tionsanalyse vorzunehmen, sondern neue Vorschläge einzubringen.

Inhalt:
Anhand Ihrer Arbeit  wird sich zeigen, inwiefern die Beratung und Betreuung der 

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über 50-Jährigen in Ihrem RAV/Kanton oder in der Schweiz den Bedürfnissen der 
Betroffenen und der Arbeitgeber entspricht. Sollte sich herausstellen, dass die Ab-
läufe  nicht  auf  die  Bedürfnisse  zugeschnitten  sind,  wird  insbesondere  ein  Ver-
gleich mit den in der EU- und den OECD-Ländern getroffenen Massnahmen zei-
gen, was in gesetzlicher und institutioneller Hinsicht unternommen werden kann, 
um die Beratung und Betreuung zu optimieren.  Ihre Arbeit  gibt  ausserdem Auf-
schluss darüber wie die Arbeitsmarktfähigkeit der über 50-Jährigen erhalten und 
verbessert werden könnte.  Sie wird ebenfalls verdeutlichen, welche Änderungen 
es unter Umständen braucht, damit die berufliche Wiedereingliederung von über 
50-Jährigen künftig problemloser abläuft. Gegenstand ihrer Arbeit sind ausserdem 
verschiedene Mechanismen zur Prävention von Langzeitarbeitslosigkeit bei ausge-
steuerten über 50-Jährigen. Ihre Arbeit enthält sowohl ihre persönlich Analyse als 
auch Ihre neuen Vorschläge. Es geht also nicht einfach nur darum, einen Über-
blick über die heutige Politik und die bestehenden Massnahmen zu geben."

Mit Schreiben vom 2. November 2004 teilte die zuständige Prüfungskom-
mission  P._______  mit,  er  habe  die  Prüfung  nicht  bestanden.  Gemäss 
dem beigelegten Prüfungsergebnis hatte er bei der eidgenössische Berufs-
prüfung vom 26.-28. Oktober 2004 die schriftliche Prüfung mit der Note 4 
bestanden und die mündliche Prüfung mit  der Note 2,5 nicht bestanden. 
Es wurde auf Art. 15 des Reglements über die Erteilung des eidgenössi-
schen Fachausweises als Personalberaterin/Personalberater (Reglement) 
verwiesen,  wonach  das  Abschlussmodul  als  bestanden  gilt,  wenn  beide 
Teile mit "bestanden" beurteilt sind.

B. Am  30.  November  2004  erhob  P._______  gegen  diesen  Entscheid  Be-
schwerde  beim Bundesamt  für  Berufsbildung  und  Technologie  (Bundes-
amt) und beantragte, der mündliche Teil des Abschlussmoduls und demzu-
folge  die  Prüfung  seien  als  bestanden  zu  bewerten  und  es  sei  ihm der 
Fachausweis zu erteilen. Er berief sich in seiner Beschwerde auf eine will-
kürliche Bewertung und Verfahrensfehler. 

Zum  Prüfungsablauf  stellte  er  fest,  er  habe,  im  Gegensatz  zu  anderen 
Kandidaten, nicht im voraus in den Prüfungsraum gehen und sich vorberei-
ten können. Die Vorbereitungen habe er im Zeitrahmen der Prüfung erledi-
gen müssen. Kurz vor Prüfungsbeginn sei er durch die Prüfungsleiterin an-
gefragt worden, ob er anstelle von Examinator M. Examinator S. akzeptie-
re. Er sei nicht darauf hingewiesen worden, dass dieser nicht ein ordentli-
cher  Examinator  gemäss  der  Liste  2004,  sondern  zusätzlich  aufgeboten 
worden sei. Er könne nicht beurteilen, wie intensiv sich dieser mit seiner 
Abschlussarbeit  befasst  habe.  Aus  der  Fragestellung  habe  geschlossen 
werden können, der Examinator sei bezüglich der Sozialarbeit nicht beson-
ders kompetent. Im Weiteren habe, entgegen dem Prüfungsreglement, der 
Examinator  sich  mit  ihm  nicht  in  Schriftsprache  sondern  in  Schweizer-
deutsch unterhalten. Die Umstände am Prüfungstag - Examinatorenwech-
sel, keine Vorbereitungszeit, Sprache, berufsfremde Fragen mit erhöhtem 
Erklärungsbedarf  usw.  -  seien  nicht  reglementskonform  gewesen  und 
könnten ihm nicht angelastet werden. Er habe Akteneinsicht erhalten. Aus 

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den Prüfungsprotokollen und den persönlichen Notizen der Examinatoren 
gehe hervor, dass seine Art und sein Stil "nicht sehr gut angekommen" sei-
en. Der Themenbezug sei in Frage gestellt worden. Diese Kritik hätte aber 
bei der schriftlichen Arbeit  angebracht werden müssen.  Beim Medienein-
satz sei offenbar das Plakat nicht gewürdigt worden. Er sei, entgegen der 
Meinung der Examinatoren, in den Antworten nicht ausgewichen. Er habe, 
um die Fragen zu beantworten, auch die Funktionsweise der Sozialhilfe er-
klären müssen. Der Vermerk betreffend Foto und Datenschutz sei unver-
ständlich. Die mündliche Prüfung als "bestanden" zu werten, beantrage er, 
weil Examinator S. nicht auf der Prüfungsliste aufgeführt sei, die Prüfung 
nicht in Schriftsprache erfolgt sei, ihm keine Zeit zur Vorbereitung gewährt 
worden sei, dem Kriterium "Rhetorik" zuviel Bedeutung beigemessen wor-
den und der Sachinhalt  der Präsentation nicht  gewertet  worden sei,  das 
Prüfungsprotokoll  nicht den Vorgaben der Kommission für Qualitätssiche-
rung (QS-Kommission) entspreche, ausschliesslich die Taxonomie C (An-
wenden/komplexe  Probleme lösen,  Punktezahl  multipliziert  mit  Faktor  3) 
zur  Bewertung  herangezogen  worden  sei,  im Prüfungsprotokoll  die  Zeit-
überschreitung  nicht  angegeben  worden  sei,  der  Inhalt  der  Präsentation 
ungenügend in die Fachdiskussion habe einfliessen können und nicht ob-
jektiv (Fachbezug des Prüflings) bewertet worden sei, gleichzeitig zwei in-
einandergreifende Berufsfelder (Sozialarbeit und Personalberatung) hätten 
geprüft werden sollen, es aber dem Examinator an Fachwissen Soziale Ar-
beit gefehlt habe, kein Eintrag "Note mündl." vorhanden sei und die Nach-
vollziehbarkeit  so nicht  gewährleistet  sei,  ebenso die verwendete Formel 
"45:18=2,5" nicht im Prüfungsreglement oder der Wegleitung erwähnt sei 
und die kreative Leistung des Vorschlags "Mentoring" zumindest das Krite-
rium "eigene Lösungsansätze" vollumfänglich erfülle. 

Die QS-Kommission leitete mit Eingabe vom 1. Februar 2005 die Stellung-
nahmen der beiden Examinatoren vom 10. Januar 2005 weiter. Diese be-
antragten die Abweisung der Beschwerde. Bestätigt  wurde, dass der Be-
schwerdeführer  nicht  vorzeitig  den Prüfungsraum habe betreten können. 
Da er nur mit Folien und einem Plakat gearbeitet habe und im Prüfungs-
raum  ein  einsatzbereiter  Hellraumprojektor  und  ein  Flipchart  vorhanden 
gewesen seien, habe dafür kein Anlass bestanden. Examinator S. sei zu-
nächst mündlich angefragt worden und habe am 30. September 2004 eine 
schriftliche Einladung und die Prüfungsdossiers erhalten. Der Beschwerde-
führer sei gefragt worden, ob die Prüfung in Schriftsprache oder in Schwei-
zerdeutsch stattfinden solle, und er sei mit Schweizerdeutsch einverstan-
den gewesen. Es seien keine Vorgaben gemacht worden, wie die Fragen 
beantworten werden müssten. Es sei das Wissen eines Personalberaters, 
nicht dasjenige eines Sozialarbeiters abgefragt worden und das Thema sei 
die  Vermittlung  von  über  50-Jährigen  gewesen.  Es  treffe  zu,  dass 
P._______ wie ein Pfarrer gewirkt habe, was nicht weiter schlimm gewe-
sen  sei.  Erwartet  worden  seien  aber  keine  ausschweifenden,  sondern 
sachliche Antworten auf die gestellten Fragen. Der Themenbezug sei bei 
der schriftlichen Arbeit bewertet worden. Die mündliche Prüfung diene der 
Vertiefung des Themenbezugs.  P._______ habe diese Anforderung nicht 

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erfüllt, da er entgegen der Problemstellung keine eigenen Vorschläge ein-
gebracht  habe und eine Beschreibung der Situation  nicht  der Aufgaben-
stellung  entspreche.  P._______  habe die  Funktionsweise  der  Sozialhilfe 
nicht  erklären müssen.  Gefragt  worden sei nach konkreten Massnahmen 
und  Vorschlägen  für  die  Vermittlung  von  bei  Regionalen  Arbeitsvermitt-
lungszentren  (RAV)  angemeldeten  und  noch  anspruchsberechtigten  Ar-
beitslosen. Der eine Examinator kenne im Übrigen aufgrund seiner Tätig-
keit die Funktionsweise der Sozialhilfe sehr gut. Die Stichworte "Foto, Da-
tenschutz" hätten als Anhaltspunkt für mögliche Fragen gedient. Diese sei-
en jedoch nicht  gestellt  worden.  Zu den wichtigsten Anträgen sei festzu-
stellen,  dass  der  Sachinhalt  der  Präsentation  bewertet  und  als  ungenü-
gend empfunden worden sei. Das Ausweichen von P._______ bei konkre-
ten Fragen der Personalvermittlung,  aktiven arbeitsmarktlichen Massnah-
men  (AAM-Massnahmen)  und  RAV-Tätigkeit  sei  eklatant  gewesen  und 
habe immer wieder zum Thema Sozialarbeit geführt. Das Beschreiben des 
Mentoring entspreche der geforderten Lösung nicht. 

P._______ nahm dazu mit Eingabe vom 13. März 2005 Stellung. Er ver-
wies bezüglich der Sprache auf das Reglement und erklärte, es sei nicht 
einzusehen,  wieso  der  Kandidat  über  eine  Abweichung  vom  Reglement 
entscheiden solle. Es sei eindeutig das Wissen eines Personalberaters ab-
gefragt worden. Er sei ausgebildeter Sozialarbeiter und wolle Personalbe-
rater werden, nicht umgekehrt. Ein Dialog mit anderen Fachbereichen sei 
ohne  Zweifel  angezeigt.  Er  hätte  die  Fragen  inhaltlich  verstanden  und 
sachbezogen  beantwortet.  Die  Kritik  des  Themenbezugs  hätte  bei  der 
schriftlichen Arbeit angebracht werden müssen. Es sei seit seiner Anmel-
dung für die Ausbildung klar gewesen, dass er nicht in erster Linie für die 
Arbeitslosenversicherung tätig sei. Es müsse auch für nicht RAV-Mitarbei-
ter möglich sein, die Prüfung zu bestehen. Da er die schriftliche Prüfung 
bestanden habe, sei davon auszugehen, dass die Umsetzung der Aufgabe 
dem Prüfungsreglement entsprochen habe. Demzufolgen seien die Bemer-
kungen der Examinatoren Fehlbeurteilungen und dürften nicht zur Beurtei-
lung herangezogen werden.  

Das Bundesamt ersuchte am 22. Dezember 2005 die QS-Kommission um 
zusätzliche Angaben. Es wollte wissen, weshalb sich die Aufgabenstellung 
auf  beim RAV angemeldete  und  anspruchsberechtigte  Arbeitslose  bezo-
gen habe und weshalb das Vermitteln von Arbeitskräften und der Verleih 
von Personal zwingend mit RAV-Tätigkeiten in Verbindung gebracht wer-
den müsse. Weiter wurde gefragt, ob die Kritik am Themenbezug bei der 
schriftlichen  Arbeit  P._______  bekannt  gewesen  sei,  und,  falls  er  dies 
nicht gewusst habe, ob das erneute Bezugnehmen auf das verfehlte The-
ma in der mündlichen Prüfung in die Bewertung von 2 Punkten einbezogen 
worden  sei.  Das  Bundesamt  wollte  ferner  wissen,  ob  das  kritisierte  Ab-
schweifen und Ausweichen unter den Stichworten "Fragen zur Diplomar-
beit" und "persönlicher Eindruck" auf diesen verfehlten Themenbezug zu-
rückgehe.  Weiter wurde nach der überschrittenen Zeit und deren Bewer-
tung sowie  der Anwendung der Taxonomie C gefragt.

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Die QS-Kommission reichte mit Eingabe vom 19. Januar 2005 eine unda-
tierte Stellungnahme der Examinatoren ein. Diese führten aus, die Aufga-
benstellung habe sich beim gewählten Thema explizit auf RAV-Berater be-
zogen.  Unter  diesem Gesichtspunkt  sei  die Themenwahl  von P._______ 
nicht sehr glücklich gewesen. Die Bewertung der schriftlichen Prüfung sei 
nicht  Teil  der  mündlichen  Prüfung  und deshalb  werde nicht  darüber  ge-
sprochen. Der Kandidat habe die Möglichkeit durch konkrete Beantwortung 
der Fragen die Prüfung zu bestehen. In der Aufgabenstellung sei klar ver-
langt  worden,  nicht  eine  Situationsanalyse  vorzunehmen,  sondern  neue 
Vorschläge  einzubringen.  Die  Fragen  nach  diesen  Ansätzen  habe 
P._______  nicht  beantworten  können  und  sei  auf  die  Analyse  abge-
schweift.  Deshalb  habe  er  nur  zwei  Punkte  erhalten.  Das  Abschweifen 
habe mit der fehlenden Antwort nach konkreten Vorschlägen zu tun. Das 
Überschreiten der Zeit werde nach folgendem Raster beurteilt: Zeit einge-
halten: 6 Punkte; bis 2 Minuten überzogen: 5 Punkte; 2-5 Minuten überzo-
gen: 4 Punkte.
 
P._______ hielt  mit  e-Mail  vom 19. Februar 2006 an seiner Beschwerde 
fest und nahm Stellung zu der Eingabe der QS-Kommission. Er vertrat die 
Meinung, die Integrationsarbeit  müsse auf den aktuellen Berufsalltag Be-
zug nehmen. Er kritisierte die Erwähnung des RAV und des RAV-Beraters. 
Diese Begriffe  würden sich weder im Reglement noch in der Wegleitung 
finden.  Er wies darauf  hin,  dass die Integrationsarbeit  auf  den aktuellen 
Berufsalltag Bezug nehmen müsse. Die Frage der Kontrolle der Messung 
der Zeit müsste geklärt werden. Er verwies im Weiteren auf seine bisheri-
gen Argumente betreffend der reglements- und wegleitungswidrigen Argu-
mente der Examinatoren.

Mit Entscheid vom 20. April 2006 wies das Bundesamt die Beschwerde ab. 
Es wurde geprüft,  ob die vorgebrachten Verfahrensfehler im Prüfungsab-
lauf  das Prüfungsergebnis  ungünstig  beeinflusst  hätten.  Das Bundesamt 
kam  zum  Schluss,  das  Reglement  und  die  Wegleitung  seien  durch  die 
Themen und die Fragestellungen - die sich aus dem vom Beschwerdefüh-
rer gewählten Thema ergeben hätten - nicht verletzt worden. Selbst wenn 
gewisse Verfahrensmängel zu Recht gerügt worden seien bzw. die Bewer-
tung nicht nachvollziehbar sei, würde deren Korrektur in der Notengebung 
zu  keinem  genügenden  Resultat  für  das  Bestehen  der  Prüfung  führen. 
Dies betraf die Bewertungen des Medieneinsatzes (Berücksichtigung des 
Plakats),  die  Bewertung  der  Rhetorik  sowie  die  Zeitüberschreitung.  Das 
Bundesamt ging davon aus, dass der Medieneinsatz - bei dem nicht nach-
vollziehbar sei, ob das Plakat gewürdigt worden sei - und die Rhetorik - bei 
der  die  Ausführungen  der  Examinatoren  lediglich  auf  gewisse  Mängel 
schliessen  liessen  –  höchstens  je  mit  der  Teilnote  5  bewertet  werden 
könnten. Es ging von einem Verzicht auf einen Notenabzug wegen der Zei-
tüberschreitung und somit der Teilnote 6 aus, da diese durch die fehlende 
Möglichkeit  der Vorbereitung im Prüfungsraum bedingt sein könnte. Falls 
den anderen Kandidaten diese Möglichkeit gegeben worden wäre, würde 

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dies  eine  Ungleichbehandlung  darstellen.  Zur  Rüge  der  berufsfremden 
Fragen wie auch zu der Bewertung des Themenbezugs (Teilnote 2), der 
Fragen  zur  Präsentation  (Teilnote  2)  und  den  Fragen  zur  Diplomarbeit 
(Teilnote 2) verwies das Bundesamt auf die Aufgabenstellung in dem vom 
Beschwerdeführer  gewählten  Thema  und  die  Mängel  in  den  Antworten. 
P._______ sei auf die Aufgabenstellung, die arbeitsmarktliche und weitere 
Massnahmen, welche für RAV-Mitarbeiter  von Nutzen sein könnten,  ver-
langt habe, nicht eingegangen und den diesbezüglichen Fragen ausgewi-
chen. Das Bundesamt verneinte die Befangenheit des Examinators S. Zur 
Prüfungssprache wurde festgestellt, ein allfälliger Verfahrensfehler bezüg-
lich der Prüfungssprache hätte das Ergebnis nicht so beeinflussen können, 
dass davon ausgegangen werden müsste, P._______ hätte die Prüfung in 
Hochdeutsch bestanden. Das Kriterium "Rhetorik" sei aufgrund der in der 
Wegleitung in Ziffer IV Bst. b aufgeführten Kriterien anteilsmässig korrekt 
berücksichtigt worden. Das Bundesamt verwies auf die in der Wegleitung 
vorgesehene höchste Stufe (K6) der Taxonomie nach Bloom, welche die 
Bewertung der Taxonomie C (Anwenden/komplexe Probleme lösen) recht-
fertige und erklärte die Berechnung der mündlichen Note mit der Formel 
"45:18".

C. P._______ (Beschwerdeführer) erhob gegen diesen Entscheid am 19. Mai 
2006 Beschwerde bei der Rekurskommission EVD und beantragt die Auf-
hebung  des  vorinstanzlichen  Entscheids,  die  Bewertung  der  mündlichen 
Prüfung als "bestanden" und die Erteilung des Fachausweises. Er habe die 
schriftliche Arbeit  bestanden. Dies sei nicht genügend gewürdigt worden. 
Im mündlichen Teil sei es darum gegangen, die schriftliche Arbeit zu prä-
sentieren. Ob die Arbeit z.B. für RAV-Berater von Nutzen sei, spiele keine 
Rolle.  Die  in  der  schriftlichen  Arbeit  bei  einem  Fallbeispiel  indirekt  ge-
äusserte Kritik an der Arbeit eines RAV-Beraters dürfe nicht dazu führen, 
dass er den Fachausweis nicht erhalte. Er hätte von der Prüfungsleitung 
und den Examinatoren, die mit der RAV-Arbeit  beruflich und geschäftlich 
direkt verbunden seien, mehr Neutralität  und Offenheit  für interdisziplinä-
ren Dialog erwartet. Betreffend den Examinator sei er von der Prüfungslei-
terin anlässlich der Akteneinsicht informiert worden, Examinator S. sei ein 
"scharfer" Examinator. Sie habe ihm von beruflichen Schwierigkeiten die-
ses  Examinators  erzählt.  Sie  habe  erwähnt,  dass  es  bezüglich  seiner 
schriftlichen Arbeit Diskussionen gegeben habe. Somit gehe er davon aus, 
dass für ihn bereits im voraus das negative Resultat festgestanden habe. 
Er stelle die Neutralität der Prüfungsleiterin in Frage. Weiter wiederholt er 
die Rügen betreffend der mangelnden Vorbereitungszeit und der Prüfungs-
sprache. Er macht geltend, die Rhetorik dürfe nicht nach den Massstäben 
von Modul 1 bewertet werden, da er für dieses Modul eine Gleichwertig-
keitsanerkennung  habe.  Betreffend  die  Ausführungen  der  Vorinstanz  zu 
der Anwendung der Taxonomie C verweise er nochmals darauf,  dass er 
die schriftliche Prüfung bestanden habe. Der Ermessensspielraum sei zu 
seinen  Ungunsten  genutzt  worden.  Zur  willkürlichen Bewertung  der  Prü-
fung hält er fest, der Sachinhalt habe sich aus der schriftlichen Arbeit erge-

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ben und dürfe nicht mehr zur Bewertung der Prüfung herangezogen wer-
den. Er und die Examinatoren seien offenbar von unterschiedlichen Vor-
stellungen ausgegangen.  Aufgrund der schriftlichen Arbeit  habe er  keine 
andere Schlussfolgerungen präsentieren und diskutieren können. Sollte es 
sich  um ein  Missverständnis  handeln,  dürfe  ihm dies  nicht  angerechnet 
werden. Weiter habe es ihn sehr irritiert, dass ein zweiter Schriftenwechsel 
durchgeführt worden sei. Seines Wissens werde ein solcher nur in Spezial-
fällen angeordnet. 

Das Bundesamt beantragte mit Stellungnahme vom 30. Juni 2006 die Ab-
weisung der Beschwerde bei der Rekurskommission EVD. Es erklärt ins-
besondere,  der  zweite  Schriftenwechsel  könne einer  weiteren Abklärung 
des rechtserheblichen Sachverhalts dienen,  ohne dass es sich um einen 
Spezialfall handeln müsse. Die QS-Kommission unterbreitete mit Eingabe 
vom 15. August 2006 ein Schreiben der Examinatoren vom 4. Juli 2006, in 
dem deren bisherige Stellungnahmen bestätigt wurden. 

Im November  2006 teilte  der Präsident  der  Rekurskommission EVD den 
Partien mit, dass die Verfahrensakten zur Weiterbehandlung an das Bun-
desverwaltungsgericht  übergeben  würden,  sollte  das  Verfahren  nicht  bis 
31. Dezember 2006 abgeschlossen sein

Am 11.  Januar  2007 gab das Bundesverwaltungsgericht  die Übernahme 
des Verfahrens sowie die Besetzung des Spruchkörpers bekannt. 

Am 28. April 2007 reichte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungs-
gericht eine weitere Eingabe ein. Darin hält er fest, er habe nie für die Ar-
beitslosenversicherung/RAV  tätig  sein  wollen  und  würde  sich  allenfalls 
auch schriftlich verpflichten, nie eine entsprechende Stelle zu suchen. Fer-
ner macht er geltend,  zur Beurteilung seiner Leistungen sollten auch die 
von ihm abgelegten Modulprüfungen herangezogen werden. 

Auf die dargelegten und weitere Vorbringen wird, soweit sie rechtserheb-
lich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschwerde ein-
zutreten ist, hat die entscheidende Instanz von Amtes wegen und mit freier 
Kognition zu prüfen (vgl. BGE 130 II 65 E. 1).

Der Entscheid des Bundesamtes vom 20. April  2006, mit  welchem die Be-
schwerde gegen die Verweigerung der Erteilung des eidgenössischen Fach-
ausweises "Personalberater" abgewiesen wurde, stellt  eine Verfügung nach 
Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021). Diese Verfügung war bisher bei der 
Rekurskommission  EVD  angefochten,  welche  vor  dem  Inkrafttreten  des 

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Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 
2006 1069) zur Beurteilung der Streitsache sachlich und funktionell zustän-
dig war (vgl. Art. 61 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 des Berufsbildungsgesetzes, BBG, 
SR 412.10, aufgehoben gemäss Ziff. 35 des Anhangs zum VGG).

Das Bundesverwaltungsgericht, das gemäss Art. 31 VGG als Beschwerdein-
stanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, ist nach 
Art. 53 Abs. 2 VGG (i.V. mit Art. 33 Bst. d VGG) für die Behandlung der vor-
liegenden Streitsache zuständig, zumal keine Ausnahme nach Art. 32 VGG 
greift.

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teilgenom-
men und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat 
zudem ein als schutzwürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe-
bung  oder  Änderung,  weshalb  er  zur  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  48 
Abs. 1 VwVG). 

Der Kostenvorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

Der angefochtene Entscheid erging am 20. April 2006. Somit ist auf die in 
der form- und fristwahrenden Beschwerde vom 19. Mai 2006 (Poststempel 
20. Mai 2006; Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG) gestellten Rechtsbegehren ein-
zutreten.

Soweit der Beschwerdeführer indessen in seiner nicht restlos klar formulier-
ten Eingabe vom 28.  April  2007 sinngemäss von den in der Beschwerde 
vom 19. Mai 2006 abweichende Rechtsbegehren stellt, ist darauf mangels 
Wahrung der Beschwerdefrist  nicht  einzutreten.  Dies betrifft  insbesondere 
jene Rechtsbegehren, die sich aus der Feststellung des Beschwerdeführers 
ergeben  könnten,  gegenüber  dem  Ausbildungsanbieter  jederzeit  eine 
schriftliche Zusicherung abzugeben, sich nie aktiv um eine Stelle als Perso-
nalberater für die "Arbeitsversicherung/RAV" zu bemühen.

2. Gemäss den Art. 26 ff. des Bundesgesetzes vom 13. Dezember 2002 über 
die Berufsbildung (BBG, SR 412.10) ist die höhere Berufsbildung weitge-
hend Sache der zuständigen Organisationen der Arbeitswelt. Diese regeln 
die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Auswei-
se und Titel (vgl. Art. 28 Abs. 2 BBG). Sie berücksichtigen dabei die an-
schliessenden Bildungsgänge. Die Vorschriften unterliegen der Genehmi-
gung durch das Bundesamt (vgl. Art. 27 und 28 BBG). Bereits nach dem 
alten Bundesgesetz vom 19. April 1978 über die Berufsbildung (aBBG, AS 
1979 1687, 1985 660, 1987 600, 1991 857, 1992 288 2521, 1996 2588, 
1998 1822, 1999 2374, 2003 187), das per 1. Januar 2004 durch das vor-
angehend zitierte heute geltende BBG abgelöst wurde, konnten die Berufs-
verbände vom Bund anerkannte Berufsprüfungen und höhere Fachprüfun-
gen veranstalten  (Art. 51 Abs. 1 aBBG und Art. 44 Abs. 1 der damals gel-
tenden, am 1. Januar 2004 durch die Verordnung vom 19. November 2003 

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über  die  Berufsbildung  [BBV,  SR 412.101]  abgelösten,  alten  Verordnung 
vom 7. November 1979 über die Berufsbildung [aBBV, AS 1979 1712, 1985 
670, 1993 7, 1996 208, 1998 1822, 2001 979]). Sie hatten darüber ein Reg-
lement aufzustellen, das der Genehmigung des Eidgenössischen Volkswirt-
schaftsdepartements  (EVD)  bedurfte  (Art. 51  Abs. 2  aBBG  und  Art. 45 
aBBV). 

Gestützt auf die - damals geltenden - Delegationsbestimmungen des aBBG 
erliess der Verband Schweizer Arbeitsämter (VSAA) am 1. Dezember 1999 
ein Reglement über die Erteilung des eidgenössischen Fachausweises als 
Personalberaterin/Personalberater  (Reglement),  welches am 2. Mai  2000 
vom EVD genehmigt  wurde.  Die Qualitätssicherungs-Kommission Perso-
nalberaterIn eidg. Fachausweis (QS-Kommission) erliess gestützt auf das 
Reglement eine Wegleitung, die auf den 1. Oktober 1999 in Kraft trat (hier 
massgebend: Stand Juni 2000) 

Gemäss dem Reglement  haben die Kandidaten durch die Berufsprüfung 
für  Personalberater/Personalberaterin  zu  beweisen,  dass  sie  fähig  sind, 
Merkmale von regionalen, nationalen oder internationalen Arbeitsmärkten 
wahrzunehmen  und  zu  beurteilen,  Organisationen  in  Personalfragen  zu 
unterstützen  und  entsprechende  Entscheidungshilfen  zur  Verfügung  zu 
stellen, Qualifikationen von Personen, die Arbeit suchen, zu erfassen, dar-
zustellen und zu bewerten, Beurteilungsinstrumente in der Personalselek-
tion anzuwenden, Suche, Selektion, Vermittlung und Verleih von Personal 
aufgrund von Anforderungsprofilen durchzuführen, Projekte durchzuführen 
(z.B.  Suchkampagnen  oder  zweckbestimmte  Zusammenarbeit  mit  exter-
nen Organisationen), juristische Fragen auf angemessenem Niveau zu be-
arbeiten oder abzuklären, Beratungsgespräche aktiv zu gestalten und Be-
ratungsstrategien  zu  entwickeln,  seine/ihre  Personalberatung  kostenbe-
wusst zu gestalten (Art. 2 Abs. 2 Reglement). Die Bedingungen für die Er-
teilung des Fachausweises setzen voraus, dass der Abschluss verschiede-
ner Modulabschlüsse nachgewiesen wird,  welche in der dem Reglement 
zugehörigen Wegleitung aufgeführt  sind (Art. 13 Abs. 1 Reglement).  Das 
Abschlussmodul  besteht  aus einer modulübergreifenden schriftlichen Ab-
schlussarbeit  und  deren  Präsentation  und  Besprechung  (Art.  14  Regle-
ment).  Beim Abschlussmodul  werden die schriftliche und mündliche Prä-
sentation und Besprechung je mit bestanden bzw. nicht bestanden bewer-
tet. Das Abschlussmodul gilt als bestanden, wenn beide Teile mit bestan-
den beurteilt sind (Art. 15 Reglement). 

3. Nach Art. 49 VwVG (i. V. m. Art. 37 VGG) kann mit der Beschwerde ans 
Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 
Überschreitung oder  Missbrauch  des  Ermessens,  unrichtige  oder  unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie Unange-
messenheit der angefochtenen Verfügung gerügt werden.

Bei der Überprüfung von Examensleistungen auferlegte sich seinerzeit die 

11

Rekurskommission  EVD  entsprechend  der  Praxis  des  Bundesrates 
(VPB 62.62 E. 3; 56.16 E. 2.1), des Bundesgerichts (BGE 121 I 225 E. 4b; 
118 Ia 488 E. 4c; 106 Ia 1 E. 3c) sowie anderer verwaltungsunabhängiger 
Rekurskommissionen (VPB 66.62 E. 4) Zurückhaltung,  indem sie in Fra-
gen, die seitens der Verwaltungsjustizbehörden naturgemäss schwer über-
prüfbar sind, nicht ohne Not von der Beurteilung der erstinstanzlichen Prü-
fungsorgane und Examinatoren abwich. Begründet wurde dies mit dem Ar-
gument, der Rechtsmittelbehörde seien zumeist nicht alle massgebenden 
Faktoren der Bewertung bekannt, weshalb es ihr in der Regel nicht mög-
lich  sei,  sich ein zuverlässiges  Bild  über  die Gesamtheit  der  Leistungen 
des  Beschwerdeführers  in  der  Prüfung  und  der  Leistungen  der  übrigen 
Kandidaten zu machen. Überdies hätten Prüfungen häufig Spezialgebiete 
zum Gegenstand,  in  denen die  Rechtsmittelbehörde  über  keine  eigenen 
Fachkenntnisse  verfügt.  Eine  freie  Überprüfung  der  Examensbewertung 
würde  zudem die  Gefahr  von  Ungerechtigkeiten  und Ungleichheiten  ge-
genüber anderen Kandidaten in sich bergen. Daher habe sich die Auffas-
sung durchgesetzt,  dass die Bewertung von schulischen Leistungen von 
der Rechtsmittelbehörde nicht frei, sondern nur mit Zurückhaltung zu über-
prüfen sei (vgl. BGE 131 I 467 E. 3.1, BGE 121 I 225 E. 4b, BGE 118 Ia 
488 E. 4c, BGE 106 Ia 1 E. 3c). 

In einem Beschwerdeverfahren nehmen die Examinatoren, deren Notenbe-
wertung  beanstandet  wird,  im Rahmen der  Beschwerdeantwort  der  Prü-
fungskommission Stellung (vgl. Art. 57 Abs. 1 VwVG). In der Regel über-
prüfen sie bei dieser Gelegenheit ihre Bewertungen nochmals und geben 
bekannt, ob sie eine Korrektur als gerechtfertigt  erachten oder nicht. So-
lange konkrete Hinweise auf Befangenheit fehlen und die Beurteilung nicht 
als fehlerhaft oder völlig unangemessen erscheint, war nach der Praxis der 
Rekurskommission EVD auf die Meinung der Examinatoren abzustellen. Vor-
ausgesetzt wurde aber, dass die Stellungnahme insofern vollständig war, 
als  darin  substanziierte  Rügen  des  Beschwerdeführers  beantwortet  wur-
den, und dass die Auffassung der Examinatoren, insbesondere soweit sie 
von derjenigen des Beschwerdeführers abwich,  nachvollziehbar  und ein-
leuchtend war (REKO/EVD 95/4K-014 E. 7.2, publiziert in: VPB 61.32). 

Es sind keine Gründe ersichtlich, von dieser Praxis abzuweichen. Insofern hat 
sich auch das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung von Examens-
leistungen im oberwähnten Rahmen Zurückhaltung aufzuerlegen (vgl.  BVGE 
B-2202/2006 vom 25.1.2007 Erw. 3).

Eine solche Zurückhaltung rechtfertigt sich allerdings nur bei der Bewertung 
von Prüfungsleistungen. Ist dagegen die Auslegung und die Anwendung von 
Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Prüfungsablauf 
gerügt,  hat die angerufene Rechtsmittelbehörde die erhobenen Einwendun-
gen mit freier Kognition zu prüfen, andernfalls sie eine formelle Rechtsverwei-
gerung  begeht  (vgl.  BGE 106 Ia 1  E. 3c;  VPB 56.16  E. 2.2;  RENÉ A. 
RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergän-
zungsband, Basel 1990, Nr. 80 B I f).

12

4. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen beziehen sich zum einen 
auf  die als  ungenügend bewertete  mündliche Prüfung respektive  auf  die 
Würdigung der Beziehung zwischen dieser und seiner als genügend be-
werteten schriftlichen Arbeit, zum anderen macht er aber auch Verfahrens-
fehler geltend, die nur mittelbar mit der mündlichen Prüfung in Zusammen-
hang stehen. 

4.1 In  letztgenannter  Hinsicht  bringt  der  Beschwerdeführer  zunächst  vor,  er 
habe,  im Gegensatz  zu  anderen  Kandidaten,  nicht  vorzeitig  in  den Prü-
fungsraum hinein gehen und sich vorbereiten können; seine Vorbereitun-
gen habe er innerhalb der Prüfungszeit vornehmen müssen. Damit rügt der 
Beschwerdeführer  zumindest  sinngemäss  eine  Ungleichbehandlung  im 
Sinne von Art. 8 BV. 

Die Frage, ob der Beschwerdeführer, wie er ohne es zu belegen behaup-
tet,  effektiv anders behandelt  wurde,  als die übrigen Prüfungskandidaten 
kann  indessen  offen  gelassen  werden:  Die  nicht  bestrittene  Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer nicht vorzeitig in den Prüfungsraum gelassen 
wurde, könnte nämlich in Bezug auf dessen Prüfungsergebnis höchstens 
insofern relevant sein, als bei der Bewertung der mündlichen Prüfung we-
gen einer Zeitüberschreitung zwei Punkte abgezogen wurden. 

Wie das Bundesamt in seinem Entscheid vom 20. April 2006 zu Recht fest-
stellte, hätte der Beschwerdeführer aber die Prüfung selbst dann nicht be-
standen, wenn ihm diese Punkte nicht abgezogen worden wären (vgl. auch 
unten Ziff. 5.5).

4.2 In verfahrensrechtlicher Hinsicht bemängelt der Beschwerdeführer weiter, 
die Prüfung sei statt in der Schriftsprache in Schweizerdeutsch abgehalten 
worden. 

Gemäss Art. 8 des Reglements kann sich der Kandidat oder die Kandidatin 
in einer der drei Amtssprachen Deutsch, Französisch oder Italienisch prü-
fen lassen.  Die Wegleitung präzisiert  in Ziff.  IV Bst.  b, dass die Prüfung 
sich in Hochsprache abwickelt. 

Die Rüge des Beschwerdeführers erscheint angesichts dieser Bestimmun-
gen  auf  den  ersten  Blick  als  begründet.  Allerdings  hatte  sich  der  Be-
schwerdeführer,  wie  aus  den  Stellungnahmen  der  Examinatoren  hervor-
geht und von ihm auch nicht bestritten wird, auf eine entsprechende Frage 
hin, vor der Prüfung ausdrücklich  damit einverstanden erklärt, dass diese 
in Schweizerdeutsch abgehalten wurde. Weshalb bereits das Stellen einer 
solchen Frage, wie vom Beschwerdeführer vor der Vorinstanz geltend ge-
macht wurde, unzulässig sein sollte,  ist  nicht erkennbar,  zumal die Mög-
lichkeit, sich in Mundart zu äussern, sehr oft als Erleichterung empfunden 
wird. Fest steht jedoch, dass der nun vom Beschwerdeführer beanstandete 
Mangel bei entsprechender negativer Reaktion auf die Frage der Examina-
toren, hätte vermieden werden können. Inwiefern dem Beschwerdeführer 
eine solche Reaktion nicht zumutbar gewesen wäre (siehe dazu etwa den 
Entscheid des Bundesgerichts vom 1. September 2003 [2P.26/2003,  ins-
bes. E. 3.5]), ist nicht ersichtlich. Den Verfahrensmangel erst nach dem Er-

13

gehen  des ungünstigen  Entscheids  im Rechtmittelverfahren  zu erheben, 
widerspricht somit hier dem Grundsatz von Treu und Glauben (BGE 121 I 
225 E. 3; 120 Ia 19 E. 2c aa; vgl. auch ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zü-
rich 1998, Rz. 258). 

Die  sich  auf  die  Prüfungssprache  beziehende,  erst  nachträglich  vorge-
brachte Rüge des Beschwerdeführers kann deshalb nicht gehört werden. 

4.3 Ebenfalls erst im vorinstanzlichen Verfahren äusserte der Beschwerdefüh-
rer auch die nun in der Beschwerde wiederholte Kritik an einem der Exami-
natoren. 

Nach Art. 8 Ziff. 4 des Reglements müssen Einsprachen gegen Examina-
toren mindestens 2 Wochen vor Prüfungsbeginn vorgebracht werden. Dem 
Beschwerdeführer wurde die Teilnahme des nun von ihm kritisierten Exa-
minators erst kurz vor der Prüfung mitgeteilt. Dieser war auch nicht im vor-
gängig  abgegebenen  Verzeichnis  erwähnt.  Der  Beschwerdeführer  hatte 
somit nicht die Möglichkeit,  allfällige, diesen Examinator betreffende Ein-
wände innerhalb der vorgesehenen Frist anzubringen. 

Rechtlich hätten diese Einwände allerdings nur zum Ausstand dieses Exa-
minators führen können. 

Die Ausstandsgründe bestimmen sich nach Artikel 10 Abs. 1 VwVG (vgl. 
unveröffentlichter  Beschwerdeentscheid  der  REKO/EVD vom 18.  Januar 
2001 i. S. O. [99/HB-030], E. 5).  Nach der im Zeitpunkt der Prüfung an-
wendbaren und daher hier  massgebenden alten Fassung dieses Artikels 
(AS 1969 737 resp. AS 2005 5699; zum anwendbaren Recht vgl. statt vie-
ler BGE 126 III 431 E. 2a und 2b sowie BGE 119 Ib 103 E. 5) haben Per-
sonen in den Ausstand zu treten, wenn sie in der Sache ein persönliches 
Interesse haben, mit einer Partei durch Ehe verbunden sind oder mit ihr 
eine faktische Lebensgemeinschaft führen, mit einer Partei in gerader Linie 
oder bis zum dritten Grade in der Seitenlinie verwandt oder verschwägert 
sind, Vertreter einer Partei sind oder für eine Partei in der gleichen Sache 
tätig waren oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könn-
ten.

Die Tatsache, dass der kritisierte Examinator nicht auf der  Examinatoren-
liste aufgeführt  war und der Beschwerdeführer erst kurz vor der Prüfung 
über dessen Einsatz informiert wurde, verunmöglichte es dem Beschwer-
deführer zwar, vor der Prüfung Einwände gegen den Examinator anzubrin-
gen, einen Ausstandsgrund im Sinne von Art. 10 VwVG vermag sie indes-
sen nicht zu begründen. Andere Gründe, die dafür sprechen würden, dass 
der Examinator als befangen zu betrachten wäre, werden vom Beschwer-
deführer  nicht  vorgebracht  und sind auch auf  Grund der Akten nicht  er-
sichtlich. 

Die nun gegen den Examinator geltend gemachten Einwände hätten daher 
selbst dann, wenn der Beschwerdeführer sie innerhalb der dafür vorgese-
henen Frist hätte vorbringen können, nicht gereicht, um ein Ausstandsbe-
gehren mit Erfolg zu begründen. Die bezüglich des einen Examinators vor-

14

gebrachten Rügen des Beschwerdeführers erweisen sich daher als unbe-
gründet.

Dies gilt  inbesondere  auch insoweit,  als  der  Beschwerdeführer  mit  Blick 
auf  dessen  Haltung  in  Fragen  der  Sozialarbeit  die  fachliche  Kompetenz 
des betreffenden Examinators in Frage stellt. Die Kompetenz eines Exami-
nators ist nicht unter dem Titel der Befangenheit zu prüfen. Auch die vom 
Beschwerdeführer  ins  Feld  geführte  Verbundenheit  des  Examinators  mit 
der Arbeit der RAV vermöchte daran nichts zu ändern. Es ist jedoch hier 
darauf hinzuweisen,  dass der Beschwerdeführer eine Prüfung als Perso-
nalberater ablegte. In dieser Prüfung hat der Kandidat unabhängig von ei-
ner allfälligen Vorbildung,  sein Wissen als  Personalberater  unter  Beweis 
zu stellen. Dass anlässlich der Prüfung auf Fragen die das RAV betreffen 
Bezug genommen wurde, ist daher nicht zu beanstanden, zumal sich die-
ser Bezug gerade auch aus der vom Beschwerdeführer selber gewählten 
Aufgabenstellung ergab. Mögliche persönliche Probleme des Examinators, 
wie sie der Beschwerdeführer vom Hörensagen erwähnt,  ebenso wie die 
Bezeichnung  als  "scharfen"  Examinator  durch  eine  Drittperson  lassen 
ebenfalls  keinen  Schluss  auf  dessen  Befangenheit  zu.  Selbst  wenn  die 
Prüfungsleiterin, deren "Neutralität" der Beschwerdeführer in Frage stellt, 
diesem gesagt haben sollte, seine Arbeit habe Anlass zur Diskussion ge-
geben, lässt das, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, nicht dar-
auf schliessen, das negative Resultat der mündlichen Prüfung habe bereits 
vor dieser Prüfung festgestanden, d.h. die Meinung der Examinatoren sei 
im  vornherein  festgestanden.  Aus  den  Prüfungsunterlagen  geht  hervor, 
dass  die  einzelnen  Bereiche  der  mündlichen  Prüfung  bewertet  worden 
sind, der Beschwerdeführer somit, auch unabhängig von der schriftlichen 
Arbeit die Möglichkeit hatte, eine genügende Note zu erzielen. Eine Befan-
genheit der Examinatoren ist demzufolge in dieser Hinsicht nicht erkenn-
bar.

Nicht weiter einzugehen ist auch auf die vom Beschwerdeführer aufgewor-
fene Frage der "Neutralität" der Prüfungsleiterin, zumal er diese nicht wei-
ter begründet und auch aus den Akten nichts ersichtlich ist, das die Prü-
fungsleitung als befangen erscheinen liesse.

4.4 Schliesslich  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  es  habe  ihn  irritiert, 
dass das Bundesamt den Examinatoren nach deren Bericht schriftlich Zu-
satzfragen gestellt habe. Inwiefern und welche rechtlich relevanten Rügen 
der Beschwerdeführer damit zum Ausdruck bringen möchte, wird indessen 
nicht klar. 

Wie aus den Akten hervorgeht, ging es im Schreiben vom 22. Dezember 
2005 einzig darum, im Rahmen der Instruktion des Verfahrens offen ge-
bliebene  Fragen  abzuklären.  Der  erwähnte  Schriftenwechsel  ist  daher 
nicht zu beanstanden.

5. Bezüglich der mündlichen Prüfung an sich bemängelt der Beschwerdefüh-
rer sowohl deren Inhalt  respektive die Fragestellung und die Gewichtung 

15

einzelner Kriterien als auch deren Bewertung.  Diesbezüglich  vermutet  er 
zum  einen,  die  insgesamt  ungenügende  Bewertung  seiner  mündlichen 
Leistungen gehe auf den Inhalt der schriftlichen Prüfung zurück, zum an-
deren moniert er, dass die von ihm bestandenen Modulprüfungen nicht in 
die  Beurteilung  miteinbezogen  wurden.  Zudem macht  er  geltend,  es sei 
nicht gewürdigt worden, dass er die schriftliche Prüfung bestanden habe.

5.1 Auf Grund der letztgenannten Rüge ist davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer annimmt, bei der mündlichen Prüfung gehe es lediglich da-
rum, die schriftliche Arbeit zu präsentieren. Den Berichten der Examinato-
ren ist  indessen zu entnehmen,  dass anlässlich der mündlichen Prüfung 
nicht nur eine Präsentation, sondern auch eine Vertiefung der schriftlichen 
Arbeit verlangt wurde.

Nach Art. 14 des Reglements besteht das Abschlussmodul aus einer mo-
dulübergreifenden  schriftlichen  Abschlussarbeit  und  deren  Präsentation. 
Die Wegleitung hält in Ziff. IV Bst. b zum Prüfungsablauf des mündlichen 
Teils des Abschlussmoduls fest, dass bei der Beurteilung des mündlichen 
Teils betreffend die Präsentation die Kriterien "Beschränkung auf das We-
sentliche, Überzeugungskraft,  Stringenz, Rhetorik und Präsentationstech-
nik"  sowie  betreffend  das  Gespräch  die  Kriterien  "konkrete,  spezifische 
Ausführung,  Hintergrundüberlegungen,  kritische  Würdigung  bestehender 
Ansätze,  eigene Lösungsansätze,  Diskussion derselben"  gelten.  Bei  den 
Lernzielen sieht die Wegleitung in Ziff. VII vor, dass die Kandidaten in der 
mündlichen Präsentation und Diskussion der Abschlussarbeit Zusammen-
hänge erkennen, diskutieren und aus theoretischen Betrachtungen Schlüs-
se für die eigene Praxis ziehen sowie die Ergebnisse der gesamten Be-
schäftigung mit dem betreffenden Thema auf anschauliche Art und Weise 
zur Geltung bringen können.

Aus der Wegleitung geht somit  klar hervor,  dass in der mündlichen Prü-
fung nicht nur die Präsentation der schriftlichen Arbeit, sondern auch eine 
vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema gefordert ist. Dem entspricht 
auch die Tatsache, dass für die Bewertung die höchste Stufe der Taxono-
mie nach Bloom (K 6) vorgesehen ist.  Danach beurteilt  der Kandidat/die 
Kandidatin "eine Lösung, ein Verfahren, eine Methode etc. hinsichtlich der 
Zweckmässigkeit. Folgende Schritte gehören zu einer kompletten Beurtei-
lung: Der Kandidat/die Kandidatin definiert die relevanten Beurteilungskri-
terien. Er verbindet diese Kriterien zu einem Beurteilungssystem. Dies be-
inhaltet  im  wesentlichen  gruppierte  und  gewichtete  Kriterien.  Der 
Kandidat/die Kandidatin bewertet eine Lösung, ein Verfahren, eine Metho-
de. Er benutzt dazu sein Beurteilungssystem. Der Kandidat verfasst eine 
Gesamtbewertung oder  entscheidet  sich für  eine Lösung,  ein Verfahren, 
eine Methode etc. Er begründet seinen Entscheid auf der Basis des Beur-
teilungssystems."

Unter diesen Umständen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Examina-
toren von den Kandidaten eine vertiefende Diskussion und nicht eine blos- 
se Präsentation der schriftlichen Arbeit verlangten. 

16

5.2 Der Inhalt,  respektive die Fragestellung bei  der mündlichen Prüfung war 
durch das gewählte Thema und die eingereichte schriftliche Arbeit  gege-
ben.  Dazu  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  einen  Fachaus-
weis  als  Personalberater  erwerben  wollte.  Die  Prüfungsaufgaben  waren 
deshalb, unabhängig von der bisherigen Tätigkeit der Kandidaten, auf die 
Tätigkeit eines Personalberaters bezogen. Auch wenn der Beschwerdefüh-
rer sich aufgrund seiner Tätigkeit mit gewissen Fragen aus dem Blickwin-
kel der Sozialarbeit beschäftigt hatte, musste er nicht seine Kenntnisse in 
diesem Bereich, sondern jene im neu erlernten Fachgebiet, der Personal-
beratung, unter Beweis stellen. 

Der Begriff der Personalberatung umfasst die privatwirtschaftliche und öf-
fentliche Arbeitsvermittlung sowie den Personalverleih (Art. 2 Abs. 1 Reg-
lement).  Der Beschwerdeführer hatte für sein Schlussmodul die Auswahl 
unter vier Themen: "1. Arbeitsmarktliche Anforderungen an Stellensuchen-
de", "2. Vermittlung von über 50-Jährigen (50plus)", "3. Berufliche Einglie-
derung von Ausländern/Ausländerinnen",  "4.  PersonalberaterIn – ein Be-
ruf, viele Kompetenzen". Er entschied sich für das Thema 2, bei dem ge-
mäss der Fragestellung, die oben unter Bst. A wiedergegeben wurde, ins-
besondere arbeitsmarktliche Massnahmen und die Tätigkeit  des RAV zu 
berücksichtigen waren.  Arbeitsmarktliche Massnahmen sind in  Art.  59 ff. 
des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslo-
senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG,  SR 837.0)  defi-
niert.  Sie  betreffen  die  öffentliche  Arbeitsvermittlung,  die  von  den  RAV 
durchgeführt wird. 

Der Bezug auf das RAV in der Fragestellung war somit durch das gewählte 
Thema bedingt. Auch wenn der Beschwerdeführer nicht auf einem RAV tä-
tig war, hätte er sich über die entsprechende Problematik informieren kön-
nen. Er hatte aber auch die Möglichkeit, für sein Abschlussmodul ein ande-
res Thema zu wählen,  für das das auf das RAV bezogene Wissen nicht 
notwendig war. Die zur Auswahl stehenden Themen liessen dies ohne wei-
teres zu. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist somit die Fra-
gestellung als solche nicht zu beanstanden.

5.3 Zur Beurteilung des Inhalts der mündlichen Prüfung führten die Examinato-
ren in ihrer Stellungnahme vom 10. Januar 2005 aus, die mündliche Prä-
sentation  diene  als  Instrument  um  den  Themenbezug  zu  vertiefen  und 
müsse beim Beschwerdeführer  als  absolut  nicht  erfüllt  gewertet  werden. 
Entgegen der Problemstellung habe dieser keine eigenen Vorschläge ein-
gebracht.  Eine  blosse  Beschreibung  der  Situation  entspreche  nicht  der 
Aufgabenstellung. Der Beschwerdeführer hätte die Funktionsweise der So-
zialhilfe nicht erklären müssen.  Es sei nach konkreten Massnahmen und 
Vorschlägen für Arbeitslose,  die auf dem RAV angemeldet und noch an-
spruchsberechtigt  sind,  gefragt  worden,  so wie es die Aufgabe  vorsehe. 
Der Beschwerdeführer sei jedoch konsequent ausgewichen und habe alles 
nur aus Sicht der Sozialhilfe erklärt. Das Ausweichen des Beschwerdefüh-
rers bei konkreten Fragen der Personalvermittlung, bei AAM-Massnahmen 
und RAV-Tätigkeit  sei  eklatant  gewesen  und habe diesen immer wieder 
zur Sozialarbeit zurückgeführt. Das Thema sei indessen nicht Sozialarbeit 

17

und Personalberatung,  sondern die Vermittlung von über 50-jährigen Ar-
beitslosen gewesen. Das Beschreiben des Mentoring sei keine eigene Lö-
sung wie gefordert und daher entsprechend bewertet worden.

Auf ein Ersuchen vom 22. Dezember 2005 verwiesen die Examinatoren zur 
Frage, weshalb sich die Aufgabenstellung nur auf beim RAV angemeldete 
anspruchsberechtigte Arbeitslose bezogen hätte, auf die Aufgabenstellung 
des gewählten Themas.  Sie  erklärten,  der  Beschwerdeführer  habe diese 
RAV-bezogene "Problemstellung überhaupt nicht beantwortet, und sei allen 
diesbezüglichen Fragen ausgewichen".  Zum Bezug zur Themenwahl  hiel-
ten die Examinatoren fest, die Bewertung der schriftlichen Prüfung sei nicht 
Teil  des  mündlichen  Prüfungsablaufs.  Vielmehr  habe  der  Kandidat  die 
Möglichkeit  durch die konkrete  Beantwortung der  Fragen die Prüfung zu 
bestehen. In der Aufgabenstellung sei klar verlangt, dass nicht eine Situati-
onsanalyse  vorzunehmen  sei,  sondern  vielmehr  neue  Vorschläge  einzu-
bringen seien. Die Frage nach genau diesen Ansätzen habe der Beschwer-
deführer indessen nicht beantwortet. Statt dessen sei er, da er keine kon-
kreten Vorschläge gehabt hätte, auf die Analyse abgeschweift und habe so 
versucht, sich durch langes Ausholen "über die Zeit zu retten" um weiteren 
konkreten Fragen zu entgehen. Die gestellten Fragen hätten auf der vom 
Beschwerdeführer abgegebenen Diplomarbeit basiert und die entsprechen-
den konkreten  Ansätze  generieren  sollen.  Auf  Seite  12 der  Diplomarbeit 
habe der Beschwerdeführer den Begriff der kollektiven Beschäftigungspro-
gramme verwendet,  auf  entsprechende Nachfrage hin  aber  nicht,  wie es 
die  Aufgabenstellung  vorgebe,  neue  Vorschläge  einbringen  können.  Die 
Examinatoren führten weiter aus, sie gingen davon aus, dass ein Kandidat 
seine Arbeit verstehe, deshalb kämen, wie aus der Fragestellung ersicht-
lich sei, vor allem Anwendungsfragen zum Tragen. Ihnen gehe es darum, 
zu ergründen, wie ein Kandidat die Erkenntnisse aus seiner Arbeit  in der 
Praxis umsetze und deren Anwendungen beurteile.

Aus den soeben geschilderten Ausführungen sowie auch aus den auf dem 
Prüfungsprotokoll notierten Stichworten ist ersichtlich, dass sich die Exami-
natoren bei der mündlichen Prüfung zwar auf die Diplomarbeit als Grundla-
ge stützten; mit Blick auf die gewählte Aufgabe (Thema Nr. 2) und deren 
Umschreibung  aber  auch  Fragen  stellten,  mit  denen  das  Thema  vertieft 
werden sollte. Dies war, wie vorangehend dargelegt, zulässig und ist daher 
nicht zu beanstanden. 

5.4 Nach dem Prüfungsprotokoll  beurteilten die Examinatoren die Leistungen 
des  Beschwerdeführers  nach  den  Kriterien  "Themenbezug",  "Rhetorik", 
"Medieneinsatz", "Zeitvorgabe", "Fragen zur Präsentation" und "Fragen zur 
Diplomarbeit  (inhaltlich/sachlich)“;  zum  letzten  im  Prüfungsprotokoll  er-
wähnten Kriterium "Fragen zur Konzeption der Diplomarbeit" wurde nichts 
vermerkt. 

Gemäss Ziff. IV Bst. b der Wegleitung gelten für die Beurteilung der Prä-
sentation und des Gesprächs die Kriterien "Beschränkung auf das Wesent-
liche",  "Überzeugungskraft",  "Stringenz",  „Rhetorik",  "Präsentationstech-
nik", "konkrete, spezifische Ausführung", "Hintergrundüberlegungen", "kriti-

18

sche  Würdigung  bestehender  Ansätze",  "eigene  Lösungsansätze"  und 
"Diskussion derselben". 

Werden die im Prüfungsprotokoll  erwähnten und bewerteten Kriterien be-
trachtet, zeigt sich, dass mit drei der Kriterien ("Rhetorik", "Medieneinsatz", 
"Zeitvorgabe")  auf  die  Art  der  Präsentation  und mit  drei  weiteren  ("The-
menbezug", "Fragen zur Präsentation" und "Fragen zur Diplomarbeit") auf 
deren  Inhalt  Bezug  genommen  wird.  Dass  und  inwiefern  dies  nicht  den 
Vorgaben in Ziffer IV der Wegleitung entsprechen sollte,  wurde vom Be-
schwerdeführer nicht dargelegt und ist auch für das Bundesverwaltungsge-
richt nicht ersichtlich. 

Die Wegleitung legt die Gewichtung der einzelnen Kriterien nicht fest. Die-
se steht somit im freien Ermessen der Prüfungskommission. 

Das freie Ermessen ist, wie jedes staatliche Handeln, nicht nach Belieben 
wahrzunehmen,  sondern  pflichtgemäss,  insbesondere  unter  Beachtung 
des Willkürverbots und des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit  auszu-
üben (siehe etwa BGE 122 I 267 E. 3b).

Nach dem Prüfungsprotokoll wurden die bewerteten Kriterien "Themenbe-
zug",  "Rhetorik",  "Medieneinsatz",  "Zeitvorgabe",  "Fragen  zur 
Präsentation" und "Fragen zur Diplomarbeit (inhaltlich/sachlich)" je mit ei-
nem Sechstel gewichtet. 

Dass die Prüfungskommission damit  das ihr  zustehende Ermessen nicht 
pflichtgemäss beziehungsweise rechtsungleich oder sogar willkürlich aus-
geübt hätte, ist für das Bundesverwaltungsgericht nicht erkennbar. 

Insgesamt sind somit  weder  die einzelnen Kriterien  an sich,  noch deren 
Gewichtung  zu  beanstanden.  Die  diesbezüglichen  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers erweisen sich daher als unbegründet.

Dies  gilt  insbesondere  auch  insoweit,  als  der  Beschwerdeführer  geltend 
macht,  das  Kriterium  "Rhetorik"  könne  nicht  "nach  den  Massstäben  ge-
mäss Modul 1 bewertet" werden, da ihm für dieses Modul eine Gleichwer-
tigkeitsanerkennung zugestanden worden sei. Nach der Wegleitung bein-
haltet das Modul 1 die Themen "Ausbildungsplanung/Lerntechnik/Lernme-
thodik".  Es ist  somit  von vornherein  nicht  mit  "Rhetorik"  gleichzusetzen. 
Zudem ist  darauf  hinzuweisen,  das das Abschlussmodul  gemäss Art.  14 
Reglement modulübergreifend ist;  es umfasst  folglich Inhalte verschiede-
ner Module, wird aber von diesen unabhängig bewertet. Schliesslich sieht 
die Wegleitung für die mündliche Prüfung, das hier zur Diskussion stehen-
de Modul  8,  einzig die Taxonomiestufe  K 6 der  Taxonomie nach Bloom 
vor. Dies entspricht, wie die Vorinstanz zu Recht feststellte, der höchsten 
Stufe der angewendeten Taxonomie C (vgl. dazu oben Ziff. 5.1). Das Krite-
rium "Rhetorik" hätte daher auch schon aus diesem Grund nicht nach einer 
anderen Taxonomiestufe geprüft werden können. 

5.5 In Bezug auf die Bewertung der einzelnen Kriterien macht der Beschwer-
deführer nicht ausdrücklich geltend, seine Leistungen seien unterbewertet 
worden.  Er  beschränkt  sich  mit  Ausnahme  der  bezüglich  den  Kriterien 

19

"Rhetorik"  und "Medieneinsatz"  geäusserten  Kritik  im Wesentlichen  viel-
mehr darauf - wie vorangehend dargelegt zu Unrecht - den Inhalt, bezie-
hungsweise die Fragestellung der mündlichen Prüfung zu kritisieren. Dass 
er die ihm gestellen Fragen stringent und richtig beantwortet hätte, legt er 
indessen nicht dar. 

Unter diesen Umständen besteht für das Bundesverwaltungsgericht zumin-
dest bezüglich der Kriterien "Themenbezug", "Frage zur Präsentation" und 
"Fragen zur Diplomarbeit  (inhaltlich/sachlich)"  keine Anlass dazu, von ei-
ner Unterbewertung auszugehen.

In Bezug auf das Kriterium "Rhetorik"  stellte die Vorinstanz fest, aus den 
Ausführungen  der  Examinatoren  könne  zwar  auf  gewisse  Mängel  ge-
schlossen werden, verzichtete aber in der Folge darauf zu prüfen, ob die 
Bewertung mit  der Teilnote 2 gerechtfertigt  sei.  Gleich ging sie auch be-
züglich der ebenfalls ungenügenden Teilnote für das Kriterium "Medienein-
satz" vor, mit dem Hinweis darauf, nicht nachvollziehen zu können, ob das 
vom Beschwerdeführer  verwendete  Plakat  bei  der  Bewertung  gewürdigt 
worden sei. Ihr Vorgehen begründete sie in beiden Fällen damit, dass die 
Leistungen des Beschwerdeführers angesichts der festgehaltenen Mängel 
höchstens mit der Teilnote 5 und selbst unter der Annahme einer Bewer-
tung  mit  dieser  Teilnote  insgesamt  nicht  als  genügend  hätten  bewertet 
werden können.

Aufgrund der nicht zu kritisierenden Bewertung der Kriterien "Themenbe-
zug",  "Frage  zur  Präsentation"  und  "Fragen  zur  Diplomarbeit 
(inhaltlich/sachlich)"  und der offensichtlich  nicht  fehlerlosen Leistung des 
Beschwerdeführers bezüglich der Kriterien "Rhetorik" und "Medieneinsatz", 
die eine bessere Bewertung als die Note 5 nicht rechtfertigen würde, steht 
in der Tat fest, dass der Beschwerdeführer für seine Leistungen anlässlich 
der mündlichen Prüfung insgesamt keine genügende Note erzielen kann; 
dies selbst dann, wenn ihm für das Kriterium Zeitvorgabe die Maximalnote 
6 zugestanden würde.

Das Vorgehen der Vorinstanz ist unter diesen Umständen nicht zu bean-
standen.

5.6 Soweit  der  Beschwerdeführer  schliesslich  bemängelt,  die  bestandenen 
Modulprüfungen seien nicht in die Beurteilung einbezogen worden, ist fest-
zuhalten, dass erfolgreich abgeschlossene Modulabschlüsse oder Gleich-
wertigkeitsbestätigungen zwar eine Voraussetzung für die Zulassung zum 
Abschlussmodul und die Erteilung des Fachausweises sind (Art. 7 Abs. 3 
und Art.  16 Reglement),  die Beurteilung des Abschlussmoduls aber aus-
schliesslich  aufgrund  der  schriftlichen  und  mündlichen  Präsentation  und 
Besprechung erfolgt. Das Abschlussmodul gilt als bestanden, wenn diese 
beiden Teile mit bestanden beurteilt werden (Art. 15 Reglement). 

Dass die vorgängig bestandenen Module, respektive deren Bewertung bei 
der Beurteilung der Leistungen des Beschwerdeführers anlässlich des Ab-
schlussmoduls nicht einbezogen wurden, ist daher ebenfalls nicht zu bean-
standen.

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6. Die Rügen des Beschwerdeführers erweisen sich somit,  soweit  sie über-
haupt zu hören sind, als unbegründet. Die Beschwerde ist daher abzuwei-
sen.

7. Bei  diesem Verfahrensausgang sind dem Beschwerdeführer  als  unterlie-
gender Partei die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 
Sie sind auf Fr. 900 - festzusetzen und mit dem am 29. Mai 2006 einbe-
zahlten  Kostenvorschuss  zu verrechnen.  Parteientschädigung  wird  keine 
gesprochen (Art. 64 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE).

8. Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 1 Abs. 2 
VGG i. V. m. Art.  83 Bst. t  des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das Bundesgericht, BGG, SR 173.110). Er ist demnach endgültig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 900.-- werden dem Beschwerdeführer aufer-
legt und mit dem am 29. Mai 2006 geleisteten Kostenvorschuss in der sel-
ben Höhe verrechnet.  

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (eingeschrieben, unter Rücksendung der Be-
schwedebeilagen)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 122 / cip; eingeschrieben, unter Rücksendung
der Vorakten)

- der Prüfungskommission (eingeschrieben, unter Rücksendung der 
Akten)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Vera Marantelli Beatrice Brügger

Versand am: 29. Mai 2007