# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 335d4f4a-1d88-5cd3-bdd5-b40d961fc910
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 16.09.2014 R 2014 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2014-34_2014-09-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 14 34

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Vizepräsident Priuli, Verwal-

tungsrichter Stecher und Audétat, Kantonsrichter Hubert, Aktuar 

Simmen

URTEIL
vom 16. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

B._____, 

C._____, 

alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg, 

Beschwerdeführer

gegen 

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Regierung des Kantons Graubünden, 

vertreten durch das Departement für Volkswirtschaft und Sozia-

les Graubünden, Reichsgasse 35, 7001 Chur,

Beschwerdegegnerin

und

Gemeinde X._____,

D._____, 

Gemeinde Y._____,

E._____, 

Beschwerdegegnerinnen

betreffend Ortsplanungsrevision / Rodungsbewilligung

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1. Die sich im Nationalpark befindliche Alm F._____ liegt auf 2'145 m ü.M. 

auf der rechten Seite der X._____ auf italienischem Staatsgebiet. Die Alm 

ist von italienischer Seite her durch zwei Fusswege mit einer Marschzeit 

von rund zwei Stunden (ca. 1'000 m Höhendifferenz) und einer Material-

seilbahn erschlossen. Auf Schweizer Seite ist sie über die bestehende 

Waldstrasse "G._____" und von deren Endpunkt aus über einen Fussweg 

erschlossen, welcher rund 250 Höhenmeter überwindet. Die Alm ist im 

Besitz der D._____. Grundeigentümerin auf der italienischen Seite ist die 

Gemeinde Y._____, auf der Schweizer Seite das E._____ in der Gemein-

de X._____ (Parzellen 806 und 807). Das Almgebiet weist eine Fläche 

von ca. 258 ha auf, wovon ca. 233 ha beweidet werden. Die Alm wird mit 

höchstens 60 GVE (2007 und 2008; Pferde, Schweine, Milchkühe) be-

stossen. Auf der Alm wird Käse und Butter hergestellt. 

Die Materialseilbahn ist gemäss den Angaben im Technischen Bericht der 

Gemeinde Y._____ vom 17. Januar 2009 alt und sanierungsbedürftig. Die 

Holzstützen sind aus Rundholz, der jährliche Unterhalt sehr aufwändig 

und kostenintensiv. Eine neue Seilbahn, welche auch Menschen transpor-

tieren könnte, würde einer Studie aus dem Jahr 2004 zufolge mehr als 

2.5 Mio. Euro kosten. 

2. Gemäss Planungs- und Mitwirkungsbericht der Gemeinde X._____ vom 

Februar 2013 beabsichtigt die D._____ seit längerem den Bau eines We-

ges zur alpwirtschaftlichen Erschliessung. Aus topografischen Gründen 

sei eine Erschliessung von der italienischen Seite her nicht möglich. Ein 

Variantenstudium der möglichen Linienführungen habe gezeigt, dass eine 

Verlängerung der bestehenden Waldstrasse auf dem Gebiet der Gemein-

de X._____ über die Landesgrenze bis zur Alp die sinnvollste Linien-

führung darstelle. Beim grenzüberschreitenden Projekt beschränkten sich 

die Ortsplanungsrevision und die Rodung auf den betroffenen Abschnitt 

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auf Schweizer Seite, von der bestehenden Bachüberquerung der Val 

H._____ bis zur Landesgrenze. 

3. Das Projekt "Strassenerschliessung F._____" wurde im Jahr 2004 erst-

mals öffentlich aufgelegt. Dagegen erhob unter anderem A._____ Ein-

sprache. Das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) und das Amt für Natur 

und Umwelt (ANU) beantragten die Ablehnung des Projekts. Im März 

2005 schrieb das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden 

(BVFD) der D._____, der Zweck der neuen Erschliessungsstrasse sei 

nicht forst-, sondern landwirtschaftlich, weswegen ein BAB-Verfahren und 

eine entsprechende Rodungsbewilligung nötig seien. 

4. Am 20. November 2009 erteilte die Gemeinde Y._____ die Baukonzessi-

on für ein überarbeitetes Projekt auf italienischem Gebiet. Mit dem Bau 

dürfe allerdings erst begonnen werden, wenn die Bewilligung für den Ab-

schnitt auf Schweizer Seite vorliege. 

5. Am 15. Dezember 2009 reichte die Gemeinde X._____ im Auftrag der 

D._____ das überarbeitete Projekt beim BVFD ein. Im Januar 2010 

schrieb deshalb das BVFD die Einsprache von A._____ aus dem Jahr 

2004 infolge Gegenstandslosigkeit ab. 

6. Aufgrund der Dringlichkeit des Verfahrens wurde gemäss Planungs- und 

Mitwirkungsbericht "Erschliessung F._____ Alm" vom Februar 2013 die 

Totalrevision "Genereller Erschliessungsplan (GEP) Alm F._____" der To-

talsanierung der Ortsplanung in der Gemeinde X._____ vorgezogen. 

Durch die Anpassung des GEP würden die rechtlichen Voraussetzungen 

geschaffen, um ein BAB-Verfahren zur Realisierung des Teilabschnittes 

der Erschliessungsstrasse auf Schweizer Gebiet durchführen zu können. 

Es handle sich dabei um einen ca. 450 m langen Abschnitt der geplanten 

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1.8 km langen Erschliessungsstrasse, der eine Verlängerung der beste-

henden Waldstrasse "G._____" bilde und bis zur Landesgrenze führe. 

7. Am 20. Februar 2013 beschloss die Gemeindeversammlung X._____ die 

Teilrevision Ortsplanung Alm F._____. 

8. Am 11. März 2013 reichte die D._____ das Rodungsgesuch für die Ver-

längerung der bestehenden Waldstrasse zur Erschliessung der Alm 

F._____ ein (450 m langer Abschnitt auf Schweizer Gebiet vom Ende der 

bestehenden Erschliessungsstrasse bis zur Landesgrenze, Dimensionie-

rung 2.5 m breite Fahrbahn + 0.5 m Bankett talseits + 0.5 m Entwässe-

rungskanal bergseits). Zur Begründung wurde was folgt vorgebracht:

Die Alm könne aus topografischen Gründen nur via Schweizer Boden 
erschlossen werden. Die bestehende Waldstrasse "G._____" führe be-
reits bis 40 Gehminuten vor die Alm. Um die Eingriffsstärke möglichst 
gering zu halten und bestehende Infrastrukturen zu nutzen sei eine Ver-
längerung der bestehenden Waldstrasse vorgesehen. Für die Linien-
führung der Erschliessungsstrasse Richtung Alm seien diverse Varian-
ten geprüft worden. Es sei schliesslich jene gewählt worden, welche 
aufgrund der topografischen Verhältnisse realisierbar sei und die 
Rutschgebiete nicht tangiere. Nach der Ergänzung des GEP der Ge-
meinde X._____ sei ein BAB-Verfahren durchzuführen. Der aktive Rut-
schungsprozess des Gebiets der Val H._____ werde durch das Vorha-
ben nicht oder nur unwesentlich beeinflusst. Auf übrige Naturereignisse 
seien keine Einflüsse zu erwarten. Die Erschliessungsstrasse werde 
nur von einem bestimmten Nutzerkreis (Almpersonal, Forstdienst, etc.) 
benutzt. Allfällige Emissionen würden somit auf ein Minimum be-
schränkt. Im Bereich der Erschliessung befinde sich kein Siedlungsge-
biet. Die Alm sei ein Sömmerungsgebiet von bis zu 60 Kühen und Rin-
dern. Das Gebiet umfasse eine Fläche von ca. 250 ha mit wertvoller 
Flora und Fauna. Die Alm solle weitergeführt und hochwertige Milch-
produkte hergestellt werden. Es seien dringend Sanierungsarbeiten am 
Almgebäude nötig. Im Bereich der geplanten Erschliessungsanlage be-
fänden sich die Rutschgebiete Val H._____, der Einflussbereich der 
Quellen Val H._____ sowie ein Birk- und Auerwildbiotop. Die Rutsch-
gebiete und der Einflussbereich der Quellen würden nicht tangiert. Das 
Auerwildbiotop werde durch die Erschliessung tangiert. Es würden tem-
porär 1'187 m2 sowie definitiv 2'505 m2 gerodet. 

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9. Gegen die Rodung erhoben A._____, B._____ sowie C._____ am 2. März 

2013 (recte: 2. April 2013) Einsprache und beantragten die Ablehnung 

des Rodungsgesuchs. Sie begründeten ihren Antrag im Wesentlichen mit 

den negativen Folgen auf den betroffenen Auerhuhn-Lebensraum und mit 

der fehlenden Standortgebundenheit bzw. der fehlenden Notwendigkeit 

einer Strassenerschliessung.

10. Am 11., mitgeteilt am 12. Februar 2014, genehmigte die Regierung des 

Kantons Graubünden den Generellen Erschliessungsplan 1:5000 Alm 

F._____ vom 20. Februar 2013 im Sinne der Erwägungen. Zudem ent-

sprach sie dem Rodungsgesuch unter Auflagen, Bedingungen und Fest-

stellungen. Die gemeinsame Einsprache der A._____, B._____ und 

C._____ wies sie ab. Zur Begründung brachte die Regierung was folgt 

vor:

• Die Ersatzleistung werde durch Verbesserungen des Birk- und Auer-
wildbiotops im angrenzenden Waldareal verwendet (Massnahmen wie 
Auslichtungen und Umziehen von Wurzelstöcken).

• Das AJF stimme dem Vorhaben unter strengen Auflagen zu. Danach 
dürfe die Strassenbenutzung nur zu land- und forstwirtschaftlichen 
Zwecken erfolgen, was von der Gemeinde zu kontrollieren sei. Die Ge-
meinde habe in Absprache mit der Wildhut ein Verkehrsreglement zu 
erlassen. Die Benutzung der Strasse sei restriktiv zu regeln. Die Stras-
se sei mit einer Barriere abzusperren, deren Standort ebenfalls mit der 
Wildhut abzusprechen sei. Die touristische Nutzung der Strasse sei un-
tersagt. Die Bauausführung habe sorgfältig zu erfolgen und sei eben-
falls mit der örtlichen Wildhut abzusprechen. An beiden Strassenrän-
dern seien in Absprache mit der Wildhut dichte Sträucher zu pflanzen, 
welche dem Auerwild als Sichtperma dienten.

• Die Notwendigkeit für die Erstellung des Wegstückes sei gegeben. Die 
für die Erteilung der Rodungsbewilligung erforderlichen Voraussetzun-
gen nach Art. 5 Abs. 2 WaG seien hier erfüllt, zumal die Gemeinde das 
Wegstück als projektierten Land- und Forstwirtschaftsweg in die Nut-
zungsplanung aufgenommen habe. Der Schutz des Auerwildlebens-

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raums könne durch die seitens des AJF beantragten strengen Auflagen 
gewährleistet werden. Durch die Bewirtschaftung des Almgebiets werde 
der Erhalt der intakten Flora und Fauna gesichert. Verbuschung und 
Verwaldung wertvollen Almgebiets könne damit verhindert werden, was 
im öffentlichen Interesse sei. Wichtig sei zudem, dass die strassenmäs-
sige Erschliessung der Alm nur von der Schweizer Seite aus erfolgen 
könne. Das Werk sei folglich standortgebunden. Die Beeinträchtigung 
des Auerwild-Lebensraums könne auf ein Minimum reduziert werden. 
Die Realisierung der Erschliessung der Alm F._____ entspreche in An-
betracht der notwendigen Sanierung der Almgebäude sowie in Anbe-
tracht der langfristigen Sicherung dieses Sömmerungsgebiets einem 
Bedürfnis, welches das Interesse an der Walderhaltung überwiege. Die 
Standortgebundenheit sei durch den auf Schweizer Seite bereits exis-
tierenden Walderschliessungsweg mit dem Anschlusspunkt sowie 
durch die Alm F._____ gegeben und durch die geprüften Varianten be-
kräftigt worden. Alle Wegführungsvarianten zwischen dem Ausgangs-
punkt auf dem bestehenden Weg und der Alm durchquerten den Le-
bensraum des Auerhuhns. Der Antrag des ANU, eine Linienführung 
ausserhalb des Auerwildlebensraums zu wählen, sei nicht umsetzbar. 
Die Querung des Lebensraums erfolge in einer gestreckten Linien-
führung ohne Wendeschlaufen, was eine durchschnittliche Steigung 
von gut 14 % zur Folge habe. Langfristig würden weder forstliche noch 
landwirtschaftliche Belange tangiert. Der Eingriff in den Auerhuhnle-
bensraum auf der schweizerischen Seite werde durch Auflagen auf ein 
Minimum begrenzt. Unter Beachtung der erforderlichen Massnahmen 
und unter Einbezug eines zweckmässigen Entwässerungssystems 
sprächen auch keine polizeilichen Gründe gegen die Rodung.

• Es liege eine gemeinsame Stellungnahme der A._____, B._____ und 
C._____ vom 16. April 2013 zur Ortsplanungsrevision vor. Die Frist zur 
Einreichung der Stellungnahme habe am 26. März 2013 zu laufen be-
gonnen. Am 15. April 2013 hätte die Stellungnahme abgeschickt wer-
den müssen. Die Stellungnahme sei aber erst am 16. April 2013 abge-
schickt worden, weshalb darauf nicht eingetreten werden könne.

• Es sei noch eine BAB-Bewilligung einzuholen.

11. Dagegen erhoben A._____, B._____ und C._____ (nachfolgend Be-

schwerdeführer) am 17. März 2014 Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden und beantragten die Aufhebung des ange-

fochtenen Entscheids und die Erteilung der aufschiebenden Wirkung, 

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welche mit prozessleitender Verfügung vom 15. April 2014 vom Instrukti-

onsrichter erteilt wurde. 

• Die Beschwerdeführer seien zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Dar-
an ändere nichts, dass die Stellungnahme zur Nutzungsplanung nach 
den Feststellungen der Regierung verspätet eingereicht worden sei, 
denn die Einsprache gegen das Rodungsgesuch sei jedenfalls rechtzei-
tig eingegangen.

• Aus dem Arten- und Biotopschutz gemäss Art. 18 Abs. 1 und 1bis NHG, 
aus dem Artenschutz nach Art. 7 JSG und aus der Verpflichtung der 
Kantone zum Schutz vor Störungen geschützter Arten gemäss Art. 7 
Abs. 4 JSG gehe hervor, das äusserst gewichtige Interessen des Na-
turschutzes dem Erschliessungsvorhaben entgegenstünden. Die Stras-
se führe zu einer erheblichen Beeinträchtigung der heutigen Lebensbe-
dingungen des Auerhuhns. Die verfügten Massnahmen würden aller 
Voraussicht nach weitgehend unwirksam bleiben.

• Diesen gewichtigen öffentlichen Interessen stünden vor allem die Inter-
essen einiger Privater an einem erleichterten Zugang zur Alm entge-
gen. Das Interesse am Bau der Erschliessungsstrasse vermöge das In-
teresse an der Walderhaltung nicht aufzuwiegen. Die Alp sei heute zu 
Fuss in ca. 30 Minuten zu erreichen. Zudem bestehe eine Materialseil-
bahn. Es werde nicht nachgewiesen, weswegen die Bestossung der 
Alm heute nicht mehr möglich sein solle. Gemäss AJF sei die vorgese-
hene Walderschliessung mit einer neuen Strasse für die Existenz der 
Alm nicht zwingend notwendig. Die Behauptungen der Regierung, das 
Fortbestehen der Alm und die dringlichen Sanierungen am Almgebäude 
seien nur mittels Erschliessungsstrasse möglich, seien nicht belegt und 
unzutreffend. Es gebe im Alpenraum viele Alpen, welche nicht mit einer 
Fahrstrasse erschlossen seien. Bequemlichkeitsgründe und wirtschaft-
liche Überlegungen vermöchten keine wichtigen, überwiegenden Grün-
de im Sinne von Art. 5 WaG darzustellen.

• Zudem hätte die Vorinstanz mögliche Alternativen zur geplanten Er-
schliessungsstrasse prüfen müssen. Die Sanierung der bestehenden 
Materialseilbahn sei nicht näher untersucht worden. Material für eine 
Gebäudesanierung könne mit einer Materialseilbahn und allenfalls eini-
gen Hubschrauberflügen transportiert werden. Vom heutigen Endpunkt 
der Strasse müsse nur ein ca. 30-minütiger Fussmarsch zur Alp 
zurückgelegt werden. Die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, zu prü-
fen, ob die Sanierung der bestehenden Materialseilbahn nicht die vor-
teilhaftere Variante darstelle. Damit könnten die schwerwiegenden Ein-
griffe, insbesondere in das Auerhuhnbiotop, vermieden werden. Dies 

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überwiege die relativ geringfügigen Nachteile für die Alpbewirtschaf-
tung. Die Alm sei zudem vergleichsweise klein. Das Vieh, welches auf 
der Alm gesömmert werde, komme mehrheitlich von aussen. Zudem 
gebe es in Y._____ drei weitere, besser erschlossene Kuhalmen. 
Selbst bei einer Aufgabe der Alm F._____ würden die Bedürfnisse an 
Almen gedeckt.

12. Die Regierung (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 

Vernehmlassung vom 7. Mai 2014 unter Verweis auf ihre Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde. 

• Helikoptertransporte für die Alpsanierung würden aufgrund der Höhen-
differenz vom Ende des bestehenden Waldwegs erfolgen. Die damit 
verbundenen Immissionen dürften möglicherweise zu einer Störung des 
Auerwildgebietes führen. Eine Erneuerung der Transportseilbahn führte 
wohl dazu, dass ein negativer Einfluss der Seile auf Vögel allgemein 
und das Auerwild im Speziellen entstünde. Weiter würde es wegen der 
erforderlichen Waldniederhaltung und der Masten negative Auswirkun-
gen auf das Landschaftsbild geben. Möglicherweise würde die Verbes-
serung des Viehtriebs notwendig.

13. Ebenfalls am 7. Mai 2014 beantragten die Gemeinde X._____, die 

D._____, die Gemeinde Y._____ und das E._____ (nachfolgend Be-

schwerdegegnerinnen) die Abweisung der Beschwerde. 

• Ohne Erschliessungsweg werde die Alm in absehbarer Zeit nicht mehr 
weiter bewirtschaftet, weil es schwierig bis unmöglich sei, einen Tierarzt 
in dringenden Fällen sofort auf die Alm zu bekommen. Die heutigen, auf 
grosse Milchproduktion gezüchteten Kühe seien nicht mehr so gelän-
degängig wie früher. Der steile Fussweg sei für sie nur mit sehr grosser 
Anstrengung zu meistern. Es sei sehr schwierig, gutes Almpersonal zu 
finden, da der Fussweg von knapp einer Stunde vielen zu lang erschei-
ne. Die Sanierung der Alm sei mit dem Zufahrtsweg sehr viel einfacher 
und günstiger zu bewerkstelligen als mit der Materialseilbahn und mit 
Helikoptern. Der Betrieb der bestehenden Materialseilbahn müsse auf-
grund der gesetzlichen Regelung in den nächsten Jahren eingestellt 
werden. Ohne Seilbahn und ohne Erschliessungsweg könne die Alm 
nicht mehr bewirtschaftet werden. Auch der Nationalpark sehe ohne Er-
schliessungsstrasse keinen Fortbestand der Alm und habe sich bei sei-
ner Interessensabwägung für den Bau der Erschliessungsstrasse ent-
schieden, um den Fortbestand der Alm sicherzustellen. Es sei zu erwar-

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ten, dass der Erschliessungsweg eine Störung der Auerwildpopulation 
bewirken werde. Hingegen werde im Vorprojekt Sonderwaldreservat 
I._____ (Auerwild) angeführt, eine Anpassung des Auerwildes an un-
vorhersehbare und regelmässige Störungen sei möglich. Deshalb sei 
der Eingriff in den Auerhuhnlebensraum mit der Umsetzung der vom 
AJF und vom Nationalpark geforderten Auflagen vertretbar.

• Die Möglichkeit, die Materialseilbahn zu erneuern, sei abgeklärt wor-
den. Bei einer Erschliessung der Alm mit einer Seilbahn müsse mit die-
ser auch der Transport von Tieren und Menschen möglich sein. Dafür 
seien die Bau-, Betriebs- und Wartungskosten zu hoch. Die Schneise 
des Seilbahntrassees durch den Wald sei sehr viel landschaftsstören-
der als der neue, kaum einsehbare Erschliessungsweg. Für den Er-
schliessungsweg sei eine Variantenuntersuchung mit sechs Varianten 
durchgeführt worden. Die gewählte Variante sei die kürzeste Verbin-
dung zwischen der Alm und dem bestehenden Forstweg und verursa-
che den geringsten Eingriff in die Landschaft. 

• In der Gemeinde X._____ würden schon seit Jahren Massnahmen für 
die Verbesserung der Lebensbedingungen des Auerwildes getroffen. 
Durch forstliche Massnahmen würden günstige Lebensräume geschaf-
fen. Das Vorprojekt Sonderwaldreservat I._____ (Auerwild) sei ausge-
arbeitet worden, wobei gemäss Vorprojekt das Auerwildreservat ein ca. 
1'000 ha umfassendes Gebiet umfassen solle. Die Bevölkerung der 
Gemeinde würde eine Verhinderung des Erschliessungsweges nicht 
nachvollziehen können. Es bestehe die Gefahr, dass das Projekt Son-
derwaldreservat I._____ (Auerwild) abgelehnt würde. Dies wäre im Sin-
ne der Verbesserung der Lebensräume für das Auerwild kontraproduk-
tiv.

14. Am 30. Mai 2014 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren Anträ-

gen fest und ergänzten ihre Ausführungen wie folgt:

• Für Helikoptertransporte müsste die Flugroute so gewählt werden, dass 
die Auerwildgebiete so wenig als möglich tangiert würden. 

• Die Seilbahn existiere bereits und es entstünden somit keine neuen ne-
gativen Auswirkungen. Zudem führte diese nicht durch ein Auerwildbio-
top. Auch eine reine Materialseilbahn würde genügen. Mensch und Tier 
könnten die bestehende Forststrasse und den bestehenden Fussweg 
benützen.

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• Ein Tierarzt könne vom Ende der bestehenden Forststrasse zu Fuss in 
30 Minuten auf der Alm sein. Die Alpgenossenschaft treibe zudem das 
Vieh über den alten und steilen Weg über ca. 1'000 m Höhendifferenz 
ins Tal. Die Alpgenossenschaft habe seit 2012 einen sehr guten Sen-
nen angestellt. Das Problem der Alp sei, dass sie zu klein und dadurch 
beschränkt wirtschaftlich sei. 

• Die Beschwerdeführer hätten den Beizug sämtlicher Akten des vorin-
stanzlichen Verfahrens beantragt, insbesondere auch den Beizug der 
Vernehmlassungen von AJF und ANU, welche bisher nicht eingereicht 
worden seien. 

15. Am 3. Juni 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf 

ihre bisherigen Erwägungen auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie im angefochtenen Beschluss wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 11. Februar 2014, mit welchem 

sie einerseits den Generellen Erschliessungsplan 1:5000 Alm F._____ 

vom 20. Februar 2013 im Sinne der Erwägungen genehmigte und ander-

seits dem Rodungsgesuch der D._____ unter Auflagen, Bedingungen und 

Feststellungen unter gleichzeitiger Abweisung der dagegen erhobenen 

Einsprache der A._____, B._____ und C._____ entsprach.

b) Unbestrittenermassen handelt es sich bei den Beschwerdeführern um 

Umweltschutzorganisationen, welchen gemäss Art. 1 der Verordnung 

über die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Na-

tur- und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen (VBO; 

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SR 814.076) die Beschwerdeberechtigung nach Art. 55 des Bundesge-

setzes über den Umweltschutz (USG; SR 814.01) sowie nach Art. 12 des 

Bundesgesetzes über den Natur und Heimatschutz (NHG; SR 451) zu-

kommt (vgl. Ziff. 3, 6 und 13 des Anhangs zur VBO). Unbestritten ist des 

Weiteren, dass die Beschwerdeführer − indem die geplante Strasse durch 

ein Auerhuhnbiotop führt und der Bau der Strasse mit Eingriffen in die Na-

tur und Landschaft verbunden ist − in ihren statutarisch verankerten 

Tätigkeitsgebieten betroffen sind (vgl. Art. 12 Abs. 2 NHG). Durch den 

angefochtenen Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 11. Februar 

2014 sind die Beschwerdeführer überdies beschwert und haben ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie grundsätz-

lich zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind (vgl. aber nachfolgend 

E.1c). 

c) Gemäss Art. 102 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG; BR 801.100) können Entscheide der Regierung über 

die Genehmigung von kommunalen Grundordnungen mit Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht angefochten werden. Dabei erfolgt der Verfah-

renseintritt der Umweltorganisationen im Nutzungsplanungsverfahren 

gemäss Art. 104 Abs. 2 KRG nicht durch förmliche Einsprache- respektive 

Beschwerdeerhebung, sondern durch Anmeldung zur Akteneinsicht beim 

Amt für Raumentwicklung (ARE) während der in Art. 48 Abs. 4 KRG ge-

regelten Beschwerdeauflage und Einreichung einer Stellungnahme innert 

einer von der Fachstelle gesetzten Frist. Geht eine Stellungnahme ein, 

wird der Entscheid auch den am Verfahren beteiligten Organisationen 

mitgeteilt. Erfolgt während des Auflageverfahrens keine Anmeldung oder 

wird im nachfolgenden Verfahren auf eine Stellungnahme verzichtet, gilt 

das Beschwerderecht der Umweltorganisationen als verwirkt. Gemäss 

unbestritten gebliebener Feststellung der Beschwerdegegnerin im ange-

fochtenen Beschluss vom 11. Februar 2014 (S. 12 f.) wurde die von den 

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heutigen Beschwerdeführern verfasste Stellungnahme vom 16. April 

2013, nachdem sie zuvor ihre Verfahrensbeteiligung auf dem entspre-

chenden Meldeblatt angemeldet hatten, um einen Tag verspätet beim 

ARE eingereicht. Folglich haben aber die Beschwerdeführer ihr Be-

schwerderecht − soweit den Generellen Erschliessungsplans 1:5000 Alm 

F._____ vom 20. Februar 2013 betreffend − verwirkt. Soweit mittels vor-

liegender Beschwerde die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses 

auch bezüglich der Genehmigung des Generellen Erschliessungsplans 

1:5000 Alm F._____ vom 20. Februar 2013 beantragt wird, ist insoweit 

auf die Beschwerde nicht einzutreten. Soweit aber mittels vorliegender 

Beschwerde die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses bezüglich 

der von der Beschwerdegegnerin unter Auflagen, Bedingungen und Fest-

stellungen entsprochenen Rodungsbewilligung beantragt wird, ist auf die 

Beschwerde einzutreten, da die Einsprache gegen das Rodungsgesuch 

unbestrittenermassen rechtzeitig erfolgte. 

2. a) Gemäss Art. 3 des Bundesgesetzes über den Wald (WaG; SR 921.0) soll 

die Waldfläche in der Schweiz nicht vermindert werden. Rodungen sind 

nach Art. 5 Abs. 1 WaG verboten. Eine Ausnahmebewilligung darf nach 

Art. 5 Abs. 2 WaG erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass 

für die Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Wal-

derhaltung überwiegen und wenn zudem die folgenden Voraussetzungen 

erfüllt sind: Das Werk, für das gerodet werden soll, muss auf den vorge-

sehenen Standort angewiesen sein (lit. a), es muss die Voraussetzungen 

der Raumplanung sachlich erfüllen (lit. b) und die Rodung darf zu keiner 

erheblichen Gefährdung der Umwelt führen (lit. c). Nicht als wichtige 

Gründe gelten finanzielle Interessen, wie die möglichst einträgliche Nut-

zung des Bodens oder die billige Beschaffung von Land für nichtforstliche 

Zwecke (Art. 5 Abs. 3 WaG). Zudem ist dem Natur- und Heimatschutz 

Rechnung zu tragen (Art. 5 Abs. 4 WaG). 

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b) Die Erteilung einer Rodungsbewilligung setzt eine umfassende Interes-

senabwägung voraus, bei der unter anderem auch geprüft werden muss, 

welche Alternativen und Varianten in Betracht fallen. Diese Anforderung 

ergibt sich bereits aus Art. 5 Abs. 2 lit. a WaG, aber auch aus Art. 2 

Abs. 1 lit. b der Raumplanungsverordnung (RPV; SR 700.1), aus Art. 3 

NHG sowie aus Art. 18 Abs. 1ter NHG i.V.m. Art. 14 Abs. 6 der Verord-

nung über den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1). Dabei ist ins-

besondere zu prüfen, ob andere, Landschaft bzw. Wald und Umwelt 

schonendere Standorte bzw. Streckenführungen vorhanden sind. Die 

Behörde ist allerdings nur verpflichtet, ernsthaft in Betracht fallende Vari-

anten näher zu prüfen. Varianten, welche gewichtige Nachteile oder keine 

wesentlichen Vorteile aufweisen, können bereits aufgrund einer summari-

schen Prüfung ausgeschieden werden (Urteil des Bundesgerichtes 

1C_648/2013 vom 4. Februar 2014 E.4.1). 

3. a) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, es lägen vorliegend keine ge-

wichtigen Gründe vor, welche das Interesse an der Erhaltung von Natur, 

Landschaft und Umwelt überwiegen würden. Die Beschwerdegegnerin 

gehe bei der Interessenabwägung zu Unrecht davon aus, dass der 

Schutz des durch den geplanten Strassenbau betroffenen Auerhuhn-

Lebensraums mit den verfügten Auflagen in hinreichender Weise gewähr-

leistet werden könne. Die Interessen der Walderhaltung und damit auch 

der Erhaltung des Auerhuhnbiotops sowie der Landschaft seien höher zu 

gewichten als die Interessen an einer bequemeren Erschliessung der 

kleinen Alm. Überdies seien ernsthaft in Betracht fallende Alternativen zur 

geplanten strassenmässigen Erschliessung ungenügend abgeklärt wor-

den. Vor allem hätte sich eine Klärung aufgedrängt, ob die Sanierung der 

bestehenden Materialseilbahn gegenüber der geplanten strassenmässi-

gen Erschliessung nicht die vorteilhaftere Variante darstelle. 

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b) Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, 

die Realisierung der Erschliessung der Alm entspreche in Anbetracht der 

notwendigen Sanierung der Alpgebäude sowie der langfristigen Siche-

rung des Sömmerungsgebietes einem Bedürfnis, welches das Interesse 

an der Walderhaltung überwiege. Die Standortgebundenheit sei durch 

den auf Schweizer Seite bereits existierenden Walderschliessungsweg 

mit dem Anschlusspunkt sowie durch die Alm gegeben und durch die ge-

prüften Varianten bekräftig worden. Bei sämtlichen sechs geprüften Weg-

führungsvarianten werde der Lebensraum des Auerhuhns durchquert. Ei-

ne Linienführung ausserhalb des Auerwildlebensraums sei nicht umsetz-

bar. Indes werde der Eingriff in den Auerhuhnlebensraum durch Auflagen 

auf ein Minimum begrenzt. Folglich seien die Voraussetzungen für die Er-

teilung der Rodungsbewilligung gemäss Art. 5 WaG erfüllt. 

c) Der Ansicht der Beschwerdegegnerin schliessen sich auch die Be-

schwerdegegnerinnen an, welche den Eingriff in den Auerhuhn-

Lebensraum mit der Umsetzung der vom AJF geforderten Auflagen eben-

falls als vertretbar erachten, zumal auch eine Anpassung des Auerwildes 

an unvorhersehbare und regelmässige Störungen möglich sei. Die Mög-

lichkeit, die Materialseilbahn zu erneuern sei abklärt und für zu teuer be-

funden worden. Überdies wäre die Schneise des Seilbahntrassees durch 

den Wald sehr viel landschaftsstörender als der neue, kaum einsehbare 

Erschliessungsweg. Die gewählte Variante sei die kürzeste Verbindung 

zwischen der Alm und dem bestehenden Forstweg unter Umgehung des 

bestehenden Rutschgebietes Val H._____ und des Latschenwaldes und 

verursache somit den geringsten Eingriff in die Landschaft.

- 16 -

4. a) Im vorliegenden Fall sind folgende Interessen respektive wichtige Gründe 

im Sinne von Art. 5 Abs. 2 WaG auszumachen, welche in die Interessen-

abwägung einfliessen:

• Schutz des Arven- und Lärchenwaldes sowie insbesondere des Auer-

wildbiotops auf der Schweizer Seite als öffentliches Interesse;

• Schutz der Alm vor Vergandung auf der italienischen Seite als öffentli-

ches Interesse;

• Weiterbetrieb der Alm der Grundeigentümerin Gemeinde Y._____ und 

der Alminteressenz respektive deren Mitglieder/Anteileigner als privates 

Interesse.

Am höchsten zu gewichten ist dabei − wie nachfolgend dargestellt− das 

öffentliche Interesse am Erhalt des Auerwildbiotops auf der Schweizer 

Seite. 

b) Das Auerhuhn gehört gemäss Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 und 5 des Bun-

desgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und 

Vögel (JSG; SR 922.0) zu den geschützten Tierarten. Gemäss der Roten 

Liste Brutvögel, Gefährdete Arten der Schweiz, des Bundesamtes für 

Umwelt (BAFU) aus dem Jahr 2010 (abrufbar unter: 

http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01566/index.html?lang

=de, besucht am 18. Dezember 2014) gilt das Auerhuhn als stark gefähr-

dete Art mit geringer Populationsgrösse. Auf der Liste der national prio-

ritären Arten des BAFU, Stand 2010 (abrufbar unter: 

http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01607/index.html?lang

=de, besucht am 18. Dezember 2014) figuriert das Auerhuhn unter der 

höchsten Prioritätsstufe 1 (sehr hohe Priorität) mit klarem Massnahmen-

bedarf. Das Auerhuhn benötigt grosse zusammenhängende Lebensräu-

- 17 -

me mit geringem Störungspotential (Urteil des Bundesgerichtes 

1A.173/2001 vom 26. April 2002 E.4.5). Gemäss Aktionsplan Auerhuhn 

Schweiz des BAFU aus dem Jahr 2008 (abrufbar unter: 

http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/00084/index.html?lang

=de, besucht am 18. Dezember 2014) ist der Bestand an Auerhühner in 

der Schweiz rückläufig. Hinsichtlich der Ursachen für diesen Rückgang 

wird im Aktionsplan Auerhuhn Schweiz was folgt ausgeführt (vgl. S. 13 f. 

und S. 49 f.):

"Die Ursachen für diesen Rückgang sind hauptsächlich Habitatveränderungen auf-
grund veränderter Bewirtschaftung des Waldes und natürlicher Walddynamik sowie 
vermehrte Störungen durch den Menschen. […] Die aktuell besiedelten Gebiete sind 
für das Überleben des Auerhuhns in der Schweiz von entscheidender Bedeutung, 
denn sie beherbergen entweder die letzten nennenswerten Populationen oder dienen 
als Trittsteine und können so die Populationen in den verbleibenden gut geeigneten 
Habitaten miteinander verbinden. […] Nach dem heutigen Stand des Wissens kann es 
keinen Zweifel daran geben, dass Störungen durch den Menschen eine Auerhuhn-
Population stark negativ beeinflussen und zu ihrem Verschwinden beitragen können. 
Gebiete, die mit Strassen erschlossen werden, werden vom Menschen häufiger auf-
gesucht als solche, die nur über Fusswege erreichbar sind. Erschliessungen mit mo-
torfahrzeuggängigen Strassen und Wegen sind deshalb für das Auerhuhn ein Problem 
und eine der Ursachen für den Rückgang der Bestände. Graf et al. (2007) haben für 
die Voralpen gezeigt, dass die Dichte an befahrbaren Forststrassen in Gebieten mit 
Auerhühnern nur etwa halb so gross ist (14.3 m/ha) als in Gebieten, wo das Auerhuhn 
seit den 1970er-Jahren verschwunden ist (26.7 m/ha)."

In der vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) im 

Jahr 2001 herausgegebenen Broschüre "Auerhuhn und Waldbewirtschaf-

tung" (abrufbar unter: http://www.bafu.admin.ch/publikationen /publikation/ 

00751/index.html?lang=de, besucht am 18. Dezember 2014) wird in Be-

zug auf Erschliessungen und Störungen was folgt ausgeführt (S. 13 ff.): 

"Zu jedem Strassenbau-Projekt sind stets alternative Erschliessungsmöglichkeiten 
gründlich zu prüfen. […] In Kerngebieten des Auerhuhns müssen weitere Erschlies-
sungen unterbleiben. […] In jedem Fall müssen Strassen ausserhalb der Sichtweite 
von bekannten Balzplätzen im Abstand von mindestens 200 m, je nach lokalen Ver-
hältnissen auch mehr, verlaufen. Rundwege und Zusammenschlüsse von Strassen 
und Wegen sind zu vermeiden, damit diese für andere Nutzungen (vor allem Erholung 

- 18 -

und Sport) nicht attraktiv werden. […] Das Auerhuhn reagiert sehr empfindlich auf 
Störungen aller Art. Die Hähne verlassen die Balzplätze schon bei geringfügigen 
Störungen und suchen sie für einige Zeit, bei regelmässiger Beeinträchtigung 
schliesslich gar nicht mehr auf. Küken können von der sie führenden Henne wegge-
sprengt werden und an Unterkühlung zugrunde gehen, da sie in den ersten Lebensta-
gen ihre Körpertemperatur noch nicht selbständig aufrechterhalten können. Störungen 
müssen daher von Auerhuhn-Lebensräumen ferngehalten werden. […] In den Kern-
gebieten (vor allem an Balzplätzen, in Gebieten für die Jungenaufzucht sowie in Win-
ter-Aufenthaltsgebieten) sollten auch Störungen durch Forstarbeiten unterbleiben, be-
sonders in der Balz- und Aufzuchtzeit (Anfang April bis Mitte Juli)."

Im Auerhuhn-Konzept Graubünden des AJF und des Amtes für Wald 

Graubünden (AfW) vom Juli 2010 (abrufbar unter: http://www.gr.ch/ 

DE/institutionen/verwaltung/bvfd/awn/dokumentenliste_afw/3_4_2_3_auer

huhn.pdf, besucht am 18. Dezember 2014) wird schliesslich was folgt 

ausgeführt (S. 10 ff. und S. 30):

"Im Rahmen der Inventarerhebungen 2001 wurden für die Population im Engadin mit 
Bergell und Münstertal 45-60 Hähne geschätzt (Mollet et al. 2003). Davon entfallen 
35-50 Hähne auf das Engadin und die übrigen 10-15 auf das Bergell und das Müns-
tertal. […] Die Auerhuhn-Population im Engadin mit den angrenzenden Südtälern hat 
eine wichtige grenzübergreifende Vernetzungsfunktion. […] In den letzten zehn Jah-
ren wurden vor allem im Münstertal, in Teilen des Oberengadins und im Bergell ver-
schiedene Auerhuhn-Lebensräume aufgegeben. […] Im Kanton Graubünden gibt es 
noch einige grossflächige Auerhuhn-Lebensräume, welche eine gute Habitatqualität 
aufweisen und gleichzeitig wenig produktiv sind, so dass sich die Waldstruktur auf-
grund der natürlichen Dynamik nur sehr langsam ändert. In diesen Wäldern werden 
sich die Bestände des Auerhuhns kurz- bis mittelfristig vermutlich auch ohne Mass-
nahmen zur Verbesserung des Lebensraums halten können, vorausgesetzt, sie wer-
den ausreichend vor Störung geschützt (Mollet et al. 2003). […] Störungen können zu 
Verhaltensänderungen, Energieverlust durch Flucht und zu physiologischem Stress 
führen, der negative Auswirkungen auf die Fitness haben kann. Störungen wirken sich 
je nach Jahres- und Tageszeit unterschiedlich aus. Besonders negative Auswirkungen 
sind während des Winters sowie während der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit zu erwar-
ten (Suchant et al. 2008)."

Hinsichtlich der konkreten Auswirkungen auf den Auerhuhnbestand durch 

die vorgesehene Erschliessungsstrasse hält der Umweltbericht der Atra-

gene vom 27. Oktober 2011 was folgt fest:

- 19 -

Die aktuell besiedelten Gebiete seien für das Überleben der Art in der Schweiz von 
entscheidender Bedeutung, denn sie beherbergten entweder die letzten nennenswer-
ten Populationen oder dienten als Trittsteine und könnten so die Populationen in den 
verbleibenden, gut geeigneten Habitaten miteinander verbinden. Aufgrund der relativ 
kleinen Gesamtpopulation (10-15 Hähne im Münstertal) und der räumlichen Verteilung 
der bewohnten Gebiete sei jedes der aktuellen Auerhuhnvorkommen von Bedeutung 
für die Vernetzung der Gebiete und damit die Gesamtpopulation des Münstertals. Die 
vom Auerhuhn aktuell besiedelten sieben bis neun Gebiete im Münstertal verteilten 
sich entlang der rechten Talseite innerhalb eines schmalen Höhenbereich zwischen 
ca. 1‘900 und 2‘100 m ü.M. und auf zwei Gebiete auf der linken Talseite oberhalb Mü-
stair und Santa Maria. Zwischen den besiedelten Gebieten bestünden zum Teil grös-
sere Verbreitungslücken. Aufgrund des relativ kleinen Gesamtbestandes und der rei-
henartigen Anordnung der Gebiete lasse sich ableiten, dass jedes aktuelle Vorkom-
men von Bedeutung sei, damit die Gesamtpopulation des Münstertals vernetzt bleibe. 
Mit dem Bau und Betrieb der Strasse würden unvermeidlich menschliche Störungen in 
diesem Gebiet zunehmen. Die Strasse würde das Auerhuhnbiotop ungefähr in seiner 
Mitte durchschneiden, was eine starke Trennwirkung zur Folge hätte. Der bestehende 
Lebensraum der Auerhühner im Bereich der Strasse sei relativ klein und damit emp-
findlich. Die nach dem Bau der Strasse verbleibenden unerschlossenen Ausweich-
räume für das Auerhuhn würden auf Schweizer Seite als ungenügend betrachtet. Die 
neue Erschliessung eines wertvollen und schützenswerten Auerhuhnbiotops verursa-
che einen Konflikt mit dem NHG und dem JSG. Diese Gesetze verlangten den Schutz 
der Tiere vor Störungen und die Erhaltung genügend grosser Lebensräume, um dem 
Aussterben der Tiere entgegenzuwirken. Technische Eingriffe in schützenswerte Le-
bensräume müssten standortgebunden sein und einem überwiegenden Bedürfnis ent-
sprechen. Begleitende Schutzvorkehrungen zur Vermeidung von Störungen könnten 
den Eingriff grundsätzlich verringern, müssten die Störungen aber so reduzieren kön-
nen, dass diese ungefähr mit dem Ausgangszustand vergleichbar seien. Es werde 
empfohlen, alternative Linienführungen zu prüfen, die das Auerhuhnbiotop umgingen 
oder zumindest nur am Rand tangierten und somit einer Neubeurteilung zugänglich 
seien. Eine Kompensation des Eingriffs in Form von waldbaulichen Massnahmen zur 
Verbesserung anderer Auerhuhnbiotope wäre denkbar, falls sich mit solchen Ersatz-
massnahmen bedeutende Verbesserungen für das Auerhuhn erzielen liessen, welche 
den Lebensraumverlust in qualitativer Hinsicht ersetzen könnten.

c) Vor dem Hintergrund der soeben zitierten Publikationen des Bundes und 

des Kantons sowie des Umweltberichts der Atragene vom 27. Oktober 

2011 erhellt bereits, dass vorliegend das Interesse am Bau der Erschlies-

sungsstrasse sowie das Interesse am Weiterbetrieb der Alm und zum 

Schutz vor Vergandung das öffentliche Interesse an der Walderhaltung 

und damit auch der Erhaltung des Auerwildbiotops sowie der Landschaft 

nicht aufzuwiegen vermag. Dies zumal die geplante Strasse zur Er-

- 20 -

schliessung der Alm F._____ auf Schweizer Seite das Auerhuhnbiotop 

gemäss den Feststellungen im erwähnten Umweltbericht zentral durch-

queren würde, und die verbleibenden kleinen störungsfreien Restgebiete 

für das Auerhuhn ungenügend gross wären. Wie gesehen ist aber jedes 

aktuelle Auerhuhnvorkommen im Münstertal von sehr grosser Bedeutung, 

um die Vernetzung der Population zu gewährleisten. Bereits heute ist das 

Auerhuhn zudem stark gefährdet und der ohnehin bereits geringe Be-

stand rückläufig. Die geplante Erschliessungsstrasse der Alm würde un-

weigerlich zu einer Zunahme von Störungen und damit zu einer erhebli-

chen Beeinträchtigung der heutigen Lebensbedingungen des Auerhuhns 

führen. Sowohl das BAFU bzw. das BUWAL als auch das AJF und das 

AfW fordern denn auch explizit den Verzicht auf den Bau weiterer Er-

schliessungen durch Auerhuhnbiotope. Unter diesen Voraussetzungen 

muss vorliegend eine Interessenabwägung zwingend zugunsten des be-

stehenden Auerwildbiotops erfolgen, zumal vorliegend auch keineswegs 

belegt ist, dass der Weiterbetrieb der Alm ohne Bau der geplanten Er-

schliessungsstrasse nicht mehr möglich sein soll. 

d) Die Beschwerdegegnerin führt im angefochtenen Beschluss hinsichtlich 

der Standortgebundenheit der vorgesehenen Erschliessungsstrasse aus, 

die Linienführung des geplanten Alpweges auf Schweizer Seite sei auf-

grund der einzuhaltenden Sicherheitsaspekte im Zusammenhang mit vor-

handenen Quellhorizonten und aktiven Sackungsflächen des Rutschge-

biets "Val H._____" sowie durch den auf Schweizer Seite bereits existie-

renden Walderschliessungsweg mit dem Anschlusspunkt sowie durch die 

Alm vorgegeben und durch die geprüften Varianten bekräftigt worden. Bei 

sämtlichen sechs geprüften Wegführungsvarianten zwischen dem Aus-

gangspunkt auf dem bestehenden Weg und der Alm werde der Lebens-

raum des Auerhuhns durchquert. Der Antrag des ANU, eine Linienführung 

ausserhalb des Auerwildlebensraums zu wählen, sei deshalb nicht um-

- 21 -

setzbar (S. 10 f.). Die durchgeführte Variantenuntersuchung mit sechs 

Varianten wird auch in der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerinnen 

vom 7. Mai 2014 erwähnt, wobei sich die gewählte Variante als die Beste 

erwiesen habe, da sie die kürzeste Verbindung zwischen der Alm und 

dem bestehenden Forstweg sei, den geringsten Eingriff in die Landschaft 

verursache und überdies dem Latschenwald (Legföhren) auf italienischem 

Gebiet fast vollständig ausweiche. 

Die Beschwerdegegnerin wie auch die Beschwerdegegnerinnen weisen 

zwar zu Recht darauf hin, dass in Bezug auf den Erschliessungsweg eine 

Variantenuntersuchung mit insgesamt sechs Wegführungsvarianten 

durchgeführt wurde (vgl. dazu den Plan 1.2 "Vergleich Varianten − Lage-

plan" des Einreichungsprojekts). Sämtliche dieser sechs Wegführungsva-

rianten durchqueren indes auf Schweizer Seite den Lebensraum der ge-

schützten und stark gefährdeten Auerhühner. Eine Wegführungsvariante 

ohne Tangierung des Auerhuhn-Lebensraums wurde, obwohl − wie gese-

hen − bereits im Umweltbericht der Atragene vom 27. Oktober 2011 die 

Prüfung einer alternativen Linienführung empfohlen wurde, welche das 

Auerhuhnbiotop umgeht oder zumindest nur randlich tangiert, nicht ge-

prüft. Wie die Beschwerdegegnerin ausführt sei eine Linienführung ohne 

Tangierung des Auerhuhnbiotops aufgrund der einzuhaltenden Sicher-

heitsaspekte im Zusammenhang mit vorhandenen Quellhorizonten und 

aktiven Sackungsflächen des Rutschgebiets "Val H._____" sowie des be-

reits existierenden Walderschliessungsweges mit dem Anschlusspunkt 

nicht möglich. Wenn aber bei einer Erschliessung der Alm mittels einer 

Erschliessungsstrasse eine Durchquerung des Auerhuhnbiotops − wie 

dies die Beschwerdegegnerin vorbringt − unausweichlich wäre, hätte sich 

eine Prüfung weiterer Erschliessungsvarianten der Alm − beispielsweise 

mittels Material- und Personenseilbahn − umso mehr aufgedrängt. Dies-

bezüglich liegen jedoch ausser Parteibehauptungen, wonach die Kosten 

- 22 -

dieser Variante nicht tragbar seien und die − wohlgemerkt bereits beste-

hende − Waldschneise viel landschaftsstörender sei als der neu zu erstel-

lende und kaum einsehbare Erschliessungsweg, keinerlei Unterlagen bei 

den Akten, welche auf eine eingehende und seriöse Prüfung dieser Er-

schliessungsvariante hinweisen würden. Ebenso fehlt vorliegend eine Un-

tersuchung, ob die Alminteressenz ihre Bedürfnisse allenfalls nicht auch 

auf einer anderen, besser erschlossenen Alm befriedigen könnte. Wie ge-

sehen setzt die Erteilung einer Rodungsbewilligung eine umfassende In-

teressenabwägung voraus, bei der auch geprüft werden muss, welche Al-

ternativen und Varianten in Betracht fallen bzw. ob andere, Landschaft, 

Wald und Umwelt schonendere Varianten vorhanden sind. Diese Prüfung 

wurde vorliegend nur unzureichend vorgenommen. Damit fehlt es den 

geltend gemachten Interessen respektive wichtigen Gründen für den Er-

halt bzw. den Weiterbetrieb der Alm am Fundament, zumal vorliegend − 

wie gesehen − äusserst gewichtige Interessen des Naturschutzes, insbe-

sondere der Arten -und Biotopschutz nach Art. 18 Abs. 1 und 1bis NHG 

sowie nach Art. 7 JSG, dem Erschliessungsvorhaben entgegenstehen. 

e) Somit ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist, und 

die Rodungsbewilligung infolge des überwiegenden öffentlichen Interes-

ses an der Erhaltung des Auerwildbiotops aufzuheben. Dieses Projekt ist 

nicht genehmigungsfähig, auch nicht unter den Auflagen und Bedingun-

gen des AJF, wenn man sich vor Augen hält, dass gemäss Ansicht der 

fachkundigen Atragene begleitende Schutzvorkehrungen zur Vermeidung 

von Störungen den Eingriff zwar grundsätzlich verringern könnten, diese 

Schutzvorkehrungen aber die Störungen so reduzieren können müssten, 

dass die Störungen ungefähr mit dem Ausgangszustand vergleichbar sei-

en − was mangels dauernder Kontrolle und der Unmöglichkeit, die zweck-

widrige Nutzung der neuen Erschliessung mit Absperrmassnahmen effek-

tiv zu verhindern, nicht möglich ist. Auch das von den Beschwerdegegne-

- 23 -

rinnen angesprochene Vorprojekt Sonderwaldreservat I._____ (Auerwild) 

schafft direkt keinen Ersatz für das hier betroffene Auerwildhabitat, und 

zwar selbst dann nicht, wenn es realisiert würde, was aber nach Angaben 

der Beschwerdegegnerinnen noch nicht sicher ist, da dazu u.a. noch eine 

Abstimmung in der Gemeinde X._____ notwendig sei. Selbstverständlich 

steht es den Beschwerdegegnerinnen indes frei, ein anderes Projekt zur 

Erschliessung der Alm F._____ vorzulegen, welches das Auerwildhabitat 

höchstens am Rand oder idealerweise gar nicht tangiert.

f) Auf die von den Beschwerdeführern beantragte Edition sämtlicher Akten 

des vorinstanzlichen Verfahrens aus den Händen der Beschwerdegegne-

rin kann bei diesem Ausgang des Verfahrens verzichtet werden. 

5. a) Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die angefochtene Rodungs-

bewilligung ist aufzuheben. Auf die Beschwerde ist insoweit nicht einzu-

treten, als sie die Aufhebung des angefochtenen Beschluss auch bezüg-

lich der Genehmigung des Generellen Erschliessungsplans 1:5000 Alm 

vom 20. Februar 2013 betrifft. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gemäss 

Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) unter solidarischer Haftung zu vier Fünfteln zu Lasten der 

Beschwerdegegnerinnen (je ein Viertel) und zu einem Fünftel zulasten 

der Beschwerdeführer (je ein Drittel). Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG haben 

die Beschwerdegegnerinnen den mehrheitlich obsiegenden, anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführern eine entsprechend dem Verfahrensaus-

gang angemessen reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Diese 

wird entsprechend der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführer gel-

tend gemachten aussergerichtlichen Entschädigung auf vier Fünftel von 

Fr. 4'909.20 (exkl. MWST), ausmachend Fr. 4'241.55 (inkl. MWST), fest-

- 24 -

gesetzt. Diesen Betrag haben die Beschwerdegegnerinnen unter solidari-

scher Haftung noch an die Beschwerdeführer zu bezahlen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden 

kann. Die angefochtene Rodungsbewilligung wird aufgehoben. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 687.--

zusammen Fr. 2'687.--

gehen unter solidarischer Haftung zu vier Fünfteln zulasten der Gemeinde 

X._____, der D._____, der Gemeinde Y._____ und des E._____ (je ein 

Viertel) und zu einem Fünftel zulasten der A._____, des B._____ und der 

C._____ (je ein Drittel). Die entsprechenden Kostenanteile sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde X._____, die D._____, die Gemeinde Y._____ und das 

E._____ haben der A._____, dem B._____ und der C._____ unter solida-

rischer Haftung eine entsprechend dem Verfahrensausgang reduzierte 

aussergerichtliche Entschädigung in der Höhe von gesamthaft Fr. 4'241.55 

(inkl. MWST) zu bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]