# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a2266aa-c533-503a-b2bf-a6f351f6e089
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 21.09.2010 SK.2010.4
**Docket/Reference:** SK.2010.4
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2010-4_2010-09-21

## Full Text

Widerhandlung gegen Art. 41 Abs. 1 lit. a BEHG.;;Widerhandlung gegen Art. 41 Abs. 1 lit. a BEHG.;;Widerhandlung gegen Art. 41 Abs. 1 lit. a BEHG.;;Widerhandlung gegen Art. 41 Abs. 1 lit. a BEHG.

Entscheid vom 21. September 2010  
und vom 20. Oktober 2010 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Walter Wüthrich, Präsident, 
Daniel Kipfer Fasciati und Stephan Blättler,  
Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  
BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Rechts-
anwalt Jacques Droux, Chef Rechtsdienst, Postfach, 
3003 Bern,  

und 

EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT,  
vertreten durch Rechtsanwältin Pascale Boisset-de 
Techtermann, Leiterin Rechtsdienst des Generalsek-
retariats, Bundesgasse 3, 3003 Bern, 
 

 gegen 

 
 1. Ronny PECIK, geb. 04.03.1962 in Varaz-

din/Kroatien, von Österreich, Gonzagagas-
se 19/11, A-1010 Wien, erbeten verteidigt 
durch Rechtsanwalt Peter Bettoni,  
Hermann Götz-Strasse 21, Postfach 2290, 
8401 Winterthur,  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2010.4 
 

 

 

- 2 - 

 

2. Georg STUMPF, geb. 14.09.1972 in Wien, 
von Österreich, Handelskai 94-96,  
A-1200 Wien, erbeten verteidigt durch Rechts-
anwalt Peter Nobel, Dufourstrasse 29, Post-
fach 1372, 8032 Zürich,  

 

3. Victor Feliksovich VEKSELBERG, geb. 
14.04.1957 in Dorogobych/Ukraine, von Russ-
land, Räbmatt 39, 6317 Oberwil bei Zug, erbe-
ten verteidigt durch Rechtsanwalt Lorenz Erni, 
Ankerstrasse 61, Postfach 1343, 8026 Zürich,  

 

4. Karl Stephan STADELHOFER, geb. 
22.12.1953 in Winterthur, von Schaffhausen, 
Freudenbergstrasse 115, 8044 Zürich, erbeten 
verteidigt durch Rechtsanwalt Adrian Klemm, 
Ankerstrasse 24, Postfach, 8026 Zürich,  

 
 

Gegenstand 
 

Widerhandlung gegen Art. 41 Abs. 1 lit. a BEHG 

 

- 3 - 

Anträge: 

Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) beantragt die Bestätigung der angefoch-
tenen Entscheide.  

Alle vier Beschuldigten lassen ihre Freisprechung beantragen, die Kostentragung durch 
den Bund und eine angemessene Entschädigung, insbesondere für die Kosten der Ver-
teidigung.  

Prozessgeschichte: 

A. Am 26. Januar 2007 informierte die Offenlegungsstelle der SWX Swiss Ex-
change (OLS) die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) über eine mögliche 
Medepflichtverletzung gemäss Art. 20 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 24. März 
1995 über die Börsen und den Effektenhandel (Börsengesetz; BEHG; AS 1997 
68; in der bis 1. Dezember 2007 gültigen Fassung) in Effekten der OC Oerlikon 
(pag. 31–33). Am 2. Juli 2007 eröffnete das EFD gestützt auf die Strafanzeige 
der Übernahmekammer der EBK vom 20. Juni 2007 gegen Ronny Pecik, Georg 
Stumpf, Victor Feliksovich Vekselberg und Karl Stephan Stadelhofer eine verwal-
tungsstrafrechtliche Untersuchung wegen Verdachts auf Widerhandlung gegen 
Art. 41 Abs. 1 lit. a BEHG (pag. 5–27). Gegenstand der Strafanzeige bildeten 
zwei Wertschriftentransaktionen vom 14. Juli und 24. November 2006 betreffend 
den Verkauf von 1'450'000 beziehungsweise 500'000 Aktien der OC Oerlikon 
Corporation AG (OC Oerlikon) durch die Victory Industriebeteiligung AG (Victory) 
an die Renova Holding Ltd (Renova). 

B. Das EFD holte bei der Zürcher Kantonalbank (Verfügungen vom 24. Juli und 
21. August 2007), bei der Thurgauer Kantonalbank (Verfügungen vom 13. No-
vember und 20. Dezember 2007), bei der Credit Suisse (Verfügungen vom 
12. November 2007 und 26. März 2008) und bei der UBS AG (Verfügungen vom 
24. und 28. April 2008) schriftliche Auskünfte ein, verlangte die Herausgabe von 
Unterlagen und auferlegte den genannten Banken ein Informationsverbot, wel-
ches am 3. September 2008 aufgehoben wurde. Am 31. Oktober 2007 befragte 
es zwei Börsenhändler der Zürcher Kantonalbank als Zeugen.  

 Mit Verfügung vom 27. März 2008 holte das EFD schriftliche Auskünfte ein und 
verlangte Unterlagen bei der OC Oerlikon betreffend die Wahl von Vladimir Kuz-
netsov in den Verwaltungsrat anlässlich der Generalversammlung der OC Oerli-
kon vom 8. Mai 2007. Am 31. März 2008 stellte das EFD ein Auskunftsersuchen 
an die Renova, welche am 18. April 2008 mitteilte, dass deren Organe vom Aus-
sageverweigerungsrecht Gebrauch machen. Am 2. April 2008 erhob OC Oerlikon 
beim EFD Beschwerde gegen die Editionsverfügung vom 27. März 2008. Das 

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EFD erteilte am 7. April 2008 der Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Am 
16. April 2008 sandte die OC Oerlikon dem EFD bezüglich der nicht angefochte-
nen Punkte der Editionsverfügung (Ziff. 2a–f) die schriftliche Auskunft und die 
verlangten Unterlagen. Mit Beschwerdeentscheid vom 4. Juli 2008 hiess das 
EFD die Beschwerde der OC Oerlikon teilweise gut (pag. 1053–1061). 

 Die Renova und die Victory meldeten sich am 15. beziehungsweise 16. Mai 2008 
als Gruppe im Sinne der Meldepflicht nach Art. 20 BEHG. Die gesetzlich gebote-
ne Information wurde im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) vom 27. Mai 
2008 publiziert. Am 6. Juni 2008 übermittelte die EBK die Gruppenmeldungen 
der Renova und der Victory dem EFD. Am 3. September 2008 teilte das EFD 
Karl Stadelhofer und Viktor Vekselberg sowie am 2. Oktober 2008 Georg Stumpf 
mit, dass gegen sie eine verwaltungsstrafrechtliche Untersuchung wegen Ver-
dachts auf Widerhandlung gegen die börsenrechtlichen Meldepflichten eröffnet 
wurde.  

 Mit Schreiben vom 30. Mai 2008 teilte Ronny Pecik dem EFD mit, dass er von 
seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch mache. Am 17. September 2008 
berief sich Karl Stadelhofer und am 19. September 2008 Victor Vekselberg auf 
sein Aussageverweigerungsrecht. Im Februar und März 2009 teilte Georg Stumpf 
mit, dass er grundsätzlich zu Aussagen bereit, die Befragung aber aufgrund sei-
nes fehlenden Wohnsitzes in der Schweiz auf dem Rechtshilfeweg in Strafsa-
chen vorzunehmen sei.  

C. Mit Verfügungen vom 2. April 2009 stellte das EFD fest, dass es die Untersu-
chung gegen die Beschuldigten als vollständig erachte und der Tatbestand von 
Art. 41 Abs. 1 Bst. a BEHG als erfüllt angesehen werde. Gleichzeitig eröffnete es 
ihnen das Schlussprotokoll.  

D. Die Strafbescheide vom 18. Dezember 2009 lauten für Ronny Pecik, Georg 
Stumpf, Karl Stadelhofer, Victor Vekselberg in den jeweiligen Randziffern 1 bis 
63 übereinstimmend wie folgt:  

 

 

 

 

 

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ge Version des Entscheids finden Sie unter:  

http://www.bstger.ch/pdf/20101020_SK_2010_4_2.pdf 

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E. Die ergangenen Strafbescheide vom 18. Dezember 2009 lauten in der Fortset-

zung ab Randziffer 64 für die einzelnen Angeklagten individuell wie folgt: 

1. Für Ronny Pekic: 

 

 

 

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2. Für Georg Stumpf: 

 

 

 

 

 

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3. Für Victor Vekselberg 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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4. Für Karl Stadelhofer 

 

 

 

 

 

F. Auf Einsprache aller vier verurteilten Personen hin entschied das EFD mit Straf-
verfügungen vom 22. Februar 2010 gleich wie mit den angefochtenen Strafbe-
scheiden vom 18. Dezember 2009. Für die Begründung verwies es im Wesentli-
chen auf die Begründung der Strafbescheide. In sachverhaltlicher Hinsicht korri-
gierte es mit seiner Strafverfügung gegen Georg Stumpf den im Strafbescheid 
festgestellten Sachverhalt, ohne dass die Korrektur des Sachverhalts auf dessen 
rechtliche Würdigung gegenüber dem Strafbescheid eine Auswirkung hatte. Die 
weiteren Rügen aller verurteilten Personen, welche im Wesentlichen die Würdi-
gung des Sachverhalts als Gruppenbildung, aber auch die Höhe der Bussen be-
trafen, wies das EFD zurück. Es bestätigte die angefochtenen Entscheide im 
Schuld- und im Strafpunkt. Die Strafverfügungen lauten: 

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1. Für Ronny Pecik 

 

 

 

 

 

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2. Für Georg Stumpf: 

 

 

 

 

 

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3. Für Victor Vekselberg: 

 

 

 

 

 

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4. Für Karl Stadelhofer: 

 

 

 

 

 

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G. Mit Schreiben, die zwischen dem 2. und dem 5. März 2010 der Post übergeben 
worden sind, verlangten die Verurteilten die gerichtliche Beurteilung ihrer Sache.  

Am 16. März 2010 überwies das EFD die Strafsache zuhanden des Bundes-
strafgerichts an die Bundesanwaltschaft, welche die gesamten Akten am 
18. März 2010 an das Bundesstrafgericht weiterleitete.  

Mit Schreiben vom 24. beziehungsweise 25. März 2010 beantragten die Be-
schuldigten beim Präsidenten der Strafkammer die Einsetzung eines Dreierge-
richts.  

Bis zum Schluss des Beweisverfahrens während der Hauptverhandlung reichten 
die Parteien diverse Schriftstücke zuhanden der Verfahrensakten ein (vgl. detail-
lierte Liste im HV-Protokoll [pag. 4.910.29]). Es wurden keine Anträge auf Zeu-
geneinvernahmen gestellt. Das Gericht lud auf eigene Initiative fünf Zeugen vor 
(vgl. lit. H).  

H. Der Hauptverhandlung vorgezogen hörte das Gericht am 8. September 2010 
rechtshilfeweise in Bellinzona mittels öffentlicher Videokonferenz mit der Staats-
anwaltschaft Wien Hanno Bästlein und Günther Robol (beide ehemalige Verwal-
tungsräte der OC Oerlikon) an. 

An der Hauptverhandlung vom 15. und 16. September 2010 am Sitz des Bun-
desstrafgerichts in Bellinzona waren die Beschuldigten mit ihren Rechtsvertre-
tern anwesend, Victor Vekselberg nur bis zum Schluss des Beweisverfahrens, 
für die Zeit danach hat ihn das Gericht dispensiert; nicht anwesend waren das 
EFD und die Bundesanwaltschaft.  

Als Zeugen hörte das Gericht anlässlich der Hauptverhandlung Vladimir Kuznet-
sov (Investmentchef der Renova-Gruppe, Präsident Verwaltungsrat der OC Oer-
likon, ehemaliger Geschäftsführer der Everest Beteiligungs-GmbH), Thomas Bo-
rer (ehemaliger Verwaltungsrat Renova) und Thomas Limberger (ehemaliger 
CEO und Vizepräsident des Verwaltungsrates der OC Oerlikon). 

Die Beschuldigten verzichteten auf ein Schlusswort (Art. 167 Abs. 5 des Bun-
desgesetzes vom 15. Juni 1934 über die Bundesstrafrechtspflege [BStP; 
SR 312.0), ausser Georg Stumpf (pag. 4.910.25–27).  

Der Entscheid wurde den Parteien am 21. September 2010 im Dispositiv eröff-
net, mit Fristansetzung zur Stellungnahme betreffend die Entschädigungsfrage 

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(Art. 101 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht vom 
22. März 1974 [VStrR; SR 313.0]). Der zweite Teilentscheid über die Entschädi-
gungen erging am 20. Oktober 2010. 

 

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Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales  

1.1 Der im Verwaltungsstrafverfahren von einer Straf- oder Einziehungsverfügung 
Betroffene kann innert zehn Tagen seit deren Eröffnung die Beurteilung durch 
das Strafgericht verlangen (Art. 72 Abs. 1  VStrR). Für die gerichtliche Beurtei-
lung von Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen der Finanzmarktge-
setze ist die Strafkammer des Bundesstrafgerichts zuständig (Art. 50 Abs. 2 des 
Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 22. Juni 
2007 [FINMAG; SR 956.1] i.V.m. Art. 26 lit. b des Bundesgesetzes über das 
Bundesstrafgericht vom 4. Oktober 2002 [SGG; SR 173.71]). Die Beschuldigten 
haben um richterliche Beurteilung eines Sachverhalts nachgesucht, über wel-
chen das EFD vier Strafverfügungen wegen Widerhandlungen gegen Art. 20 
Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 1 des BEHG erlassen hat. Gegenstand dieser 
Strafverfügungen sind also Widerhandlungen gegen eine Strafbestimmung eines 
Finanzmarktgesetzes (Art. 1 lit. e FINMAG). Das Bundesstrafgericht ist daher 
sachlich zuständig. 

1.2 Für das Verwaltungsstrafverfahren vor Bundesstrafgericht gelten die Vorschriften 
des Bundesstrafrechtspflegegesetzes, sofern die Art. 73-81 VStrR nichts ande-
res bestimmen (Art. 82 VStrR).  

1.3 Die Zustellung der Verfügungen vom 22. Februar 2010 erfolgte am 24. bezie-
hungsweise am 25. Februar 2010 (pag. 1968; pag. 1980; pag. 1986; pag. 1992). 
Die Gesuche um gerichtliche Beurteilung wurden zwischen dem 2. und dem 5. 
März 2010 der Post übergeben (pag. 1995–2023). Die 10-tägige Frist nach 
Art. 72 VStrR ist somit von allen vier Beschuldigten gewahrt.  

1.4 Die vier Verfahren werden unter einer Aktennummer vereinigt und zusammen 
geführt.  

1.5 In Anwendung von Art. 27 Abs. 1 lit. a SGG in Verbindung mit Art. 333 StGB 
urteilt der Kammerpräsident in Anbetracht der in den Strafverfügungen ausge-
sprochenen Sanktionen (Bussen) als Einzelrichter. Nachdem die vier Beschul-
digten innert Frist Dreierbesetzung verlangt haben, setzte der Kammerpräsident 
das Dreiergericht ein (Art. 27 Abs. 3 SGG). 

- 16 - 

1.6 Die Überweisung der zu überprüfenden Strafverfügungen gilt als Anklage 
(Art. 73 Abs. 2 VStrR; Art. 50 Abs. 2 FINMAG), wobei der Beschuldigte, der 
Bundesanwalt und die beteiligte Verwaltung selbstständige Parteien im Verfah-
ren bilden (Art. 74 VStrR). Das Gericht entscheidet in der Sache und bezüglich 
der Kosten neu (HAURI, Verwaltungsstrafrecht, Bern 1998, S. 155 f.); hierbei 
kommt ihm freie Kognition zu.  

1.7 Anwesenheiten 

1.7.1 Im Verwaltungsstrafprozess sind die Vertreter der zuständigen Fachbehörde, 
deren Entscheidung überprüft wird, und jene der Bundesanwaltschaft nicht ver-
pflichtet, persönlich zu erscheinen (Art. 75 Abs. 4 i.V.m. Art. 81 VStrR). Vorlie-
gend haben sowohl die Vertreter des EFD (Schreiben EFD vom 1. Juni 2010 
[pag. 4.511.5) als auch die Bundesanwaltschaft (Mail der Bundesanwaltschaft, 
Jacques Droux, Chef Rechtsdienst, vom 23. April 2010 [pag. 4.510.1]) den Ver-
zicht auf die Teilnahme an der Hauptverhandlung erklärt.  

1.7.2 Alle vier Beschuldigten haben samt ihren Rechtsvertretern an der Hauptverhand-
lung teilgenommen, jedenfalls bis zum Schluss des Beweisverfahrens. Bei der 
vorgezogenen Zeugenbefragung vom 8. September 2010 waren der Beschuldig-
te Stadelhofer und sein Rechtsvertreter sowie die Rechtsvertreter der anderen 
drei Beschuldigten anwesend.  

1.8  

1.8.1 Die Überweisung der Strafverfügungen gilt als Anklage (vgl. E. 1.6), welche den 
Sachverhalt und die anwendbaren Strafbestimmungen zu enthalten oder auf die 
Strafverfügung zu verweisen hat. Im vorliegenden Fall hat das EFD auf die Straf-
verfügungen und in denselben wiederum auf die Strafbescheide verwiesen.  

Der eingeklagte Sachverhalt ist samt anwendbaren Strafbestimmungen mithin in 
den Strafverfügungen bzw. Strafbescheiden umschrieben. Die Verfügungen und 
Bescheide sind oben im Sachverhalt, lit. D, E und F, wiedergegeben.  

Die Anklageschrift hat eine doppelte Bedeutung. Sie dient einerseits der Be-
stimmung des Prozessgegenstandes (Umgrenzungsfunktion), vermittelt anderer-
seits dem Angeklagten die für die Durchführung des Verfahrens und die Vertei-
digung notwendigen Informationen (Informationsfunktion) und fixiert somit das 
Verfahrens- und Urteilsthema (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 50 N. 6 und 8). Das bedeutet gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass die Anklage, um dem Anklageprinzip 
gerecht zu werden, die dem Angeklagten zur Last gelegten Delikte in ihrem 

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Sachverhalt so präzise zu umschreiben hat, dass die Vorwürfe genügend kon-
kretisiert sind (BGE 126 I 19 E. 2a; 120 IV 348 E. 2b). Diese Grundsätze gelten 
auch für das gerichtliche Verfahren im Verwaltungsstrafverfahren gemäss Art. 73 
ff. VStrR (implizit: Urteil des Bundesgerichts 6B_398/2008 vom 9. Oktober 2008, 
E. 4.3). Soweit die Überweisung demnach auf die Strafverfügung der Verwaltung 
verweist, hat diese Verfügung – um dem Anklageprinzip zu genügen – die ankla-
gerelevanten Tatsachen zu enthalten. 

Kernstück einer Anklageschrift bildet die Darstellung der dem Angeklagten zur 
Last gelegten Tat. Die Anklageschrift hat den Sachverhalt zwar kurz, aber voll-
ständig, objektiv, sachlich, genau aktenmässig darzustellen. Aus der Anklage-
schrift muss daher erhellen, welches historische Ereignis, welcher Lebensvor-
gang, welche Handlung oder Unterlassung des Beschuldigten Gegenstand der 
Beurteilung bilden soll, und welches Delikt, welcher strafrechtliche Tatbestand, in 
dieser Handlung zu finden sei. Einerseits muss die Tat individualisiert, d.h. es 
müssen ihre tatsächlichen Umstände oder Tatbestandsmerkmale – Zeit, Ort, Art 
der Begehung und Form der Mitwirkung, angestrebter oder verwirklichter Erfolg 
(einschliesslich Kausalzusammenhang) – angegeben sein; andererseits sind die 
einzelnen rechtlichen Elemente hervorzuheben. Die Darstellung des tatsächli-
chen Vorgangs ist auszurichten auf den gesetzlichen Tatbestand, der nach Auf-
fassung der Anklage als erfüllt zu betrachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche 
einzelnen Vorgänge und Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbe-
standes entsprechen (BGE 120 IV 348 E. 3c).  

Da gemäss der spezialgesetzlichen Regelung von Art. 73 Abs. 2 VStrR und 
Art. 50 Abs. 2 FINMAG die Überweisung, welche als Anklage gilt, auf die Straf-
verfügung verweisen darf, entfällt im Verwaltungsstrafverfahren das in Art. 126 
Abs. 2 BStP statuierte Begründungsverbot, denn Verfügungen sind zu begrün-
den (Art. 35 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). 

1.8.2 Die Beschuldigten haben diverse Einwendungen gegen das Anklageprozedere 
und den Inhalt der als Anklageschriften geltenden Verfügungen und Bescheide 
erhoben. Einerseits wird geltend gemacht, die doppelte Verweisung auf die Straf-
verfügung und von dieser auf die Strafbescheide sei vom Gesetz nicht vorgese-
hen und deshalb unzulässig (a.); sodann wird in der Hauptsache vorgebracht, 
die Anklage verletze den Anklagegrundsatz in mehrfacher und schwer wiegender 
Weise, weshalb die Beschuldigten bereits aus diesem Grund freizusprechen sei-
en (b). Insbesondere fehle es an einer klaren Feststellung beziehungsweise Be-
hauptung eines Anklagesachverhalts; es bleibe unklar, was den Beschuldigten 
vorgeworfen werde; wer wann, was in strafrechtlich vorwerfbarer Weise getan 
beziehungsweise unterlassen habe, gehe aus der Anklage nicht mit der für die 

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Verteidigung notwendigen Klarheit hervor. Sodann bleibe unklar, ob und weshalb 
die einzelnen Beschuldigten je für sich überhaupt verpflichtet gewesen wären, 
eine Gruppenmeldung zu veranlassen. Schliesslich sage die Anklage nicht, wor-
in die für die Annahme einer Gruppe massgebliche gemeinsame innere Finalität 
bestanden habe.  

1.8.3 a) Es darf mit einem Einspracheentscheid (i.c. Strafverfügung) auf den angefoch-
tenen Entscheid (i.c. Strafbescheid) verwiesen werden. Sodann ist es zulässig, 
bei der Überweisung an das Gericht auf die Strafverfügung zu verweisen 
(vgl. E. 1.8.1). Insoweit ist das Vorgehen des EFD rechtlich nicht zu beanstan-
den. Trotz seiner rechtlichen Zulässigkeit liegt die Schwäche des von der Ver-
waltung gewählten Vorgehens jedoch darin, dass für die Überweisung an das 
Gericht überhaupt auf den oder die angefochtenen Entscheid(e) verwiesen wird: 
Eine Strafverfügung ist ein begründeter Entscheid, der einer anderen Logik folgt 
als eine lege artis redigierte Anklageschrift. Zudem werden vorliegend einzelne 
Sachverhaltselemente, Beweisführung in der Sache, rechtliche Erwägungen, 
Subsumptionen und Begründung nicht auseinander gehalten und gehen durch-
einander. Die Verwaltungsbehörde wäre gehalten, entweder einen Überwei-
sungsbeschluss zu verfassen, der den Anforderungen an eine Anklagschrift ge-
nügt, oder bei der Redaktion einer Verfügung, mit deren Weiterzug an das Ge-
richt – wie vorliegend – gerechnet werden muss, darauf zu achten, dass ein be-
stimmter geschlossener Teil der Verfügung als Anklageschrift taugt. Die für die 
Überweisung gesetzlich vorgeschriebenen Elemente (Art. 73 Abs. 2 VStrR) sind 
zwar grundsätzlich vorhanden, allerdings in einer unübersichtlichen, unsystema-
tischen und den üblichen Anforderungen für eine Anklageschrift an ein Strafge-
richt ziemlich entfernten Art und Weise (siehe Urteil des Bundesgerichts 
6B_1067/2009 vom 31. Mai 2010, E. 2; ab 1. Januar 2011: Art. 325 Abs. 1 lit. f 
der Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312.0; AS 2010 
1881]). So hat beispielsweise das EFD den frühest möglichen Zeitpunkt für die 
Gruppenbildung erwähnt, zu dem aus seiner Sicht die Gruppe gebildet gewesen 
sei, statt den Zeitraum beziehungsweise den spätesten Zeitpunkt (was für Fra-
gen der Tatbestandserfüllung eher und für Fragen der Verfahrensdauer, Verjäh-
rung etc. unbedingt massgebend wäre zu wissen). Einen Zeitpunkt der angeklag-
ten Tätigkeit hat das EFD allein im Dispositiv umschrieben, nicht aber in den als 
Anklage geltenden Entscheiden.  

 b) Ob die als Anklage zu prüfenden Verfügungen und Bescheide dem Anklag-
grundsatz genügen, ist zweifelhaft. In zeitlicher Hinsicht sind sie unbestimmt: Der 
Anklage lässt sich ausser einem Zeitraum (Juni 2006 bis Mai 2008) nicht ent-
nehmen, wann die behauptete Gruppe gebildet worden wäre und wann die 
Gruppenmeldung hätte publiziert werden müssen – im Juni, im Juli oder im No-
vember 2006 oder gar erst im Frühjahr 2007? Im jeweiligen Dispositiv, das nicht 

- 19 - 

Teil der Anklage bildet, wird zwar der Zeitpunkt der strafbaren Unterlassung be-
stimmt: der 20. Juli 2006; ein erheblicher Teil der Umstände, die das EFD als In-
dizien für seine Annahme einer Gruppe anführt, hat sich jedoch erst später ver-
wirklicht. So lässt das EFD im Unklaren darüber, wie die Gruppenbildung in zeitli-
cher Hinsicht vonstatten gegangen sein soll. Unklar bleibt auch, durch welche 
Personen welche Absprache getroffen worden sein soll und wer gestützt auf wel-
che persönliche Rechtspflicht die angeblich unterlassene Gruppenmeldung hätte 
veranlassen müssen. Undeutlich bleibt in der Konsequenz auch, worin der ge-
meinsame Zweck konkret bestanden haben soll, der mit gemeinsamen Mitteln 
verfolgt worden sein soll.  

Der Zweck der Gruppe scheint gemäss Anklage der Umstand zu sein, dass Vic-
tory und Renova ein abgestimmtes Verhalten anstrebten im Hinblick auf den Er-
werb oder die Veräusserung von Beteiligungspapieren oder die Ausübung von 
Stimmrechten, also eine generelle Bündelung der „(finanziellen) Aktionärsinte-
ressen“ (Strafbescheide Rz. 56). Diese soll sich im Speziellen z.B. in der Wahl 
des Verwaltungsrates Kuznetsov geäussert haben (Strafbescheide Rz. 59). Ge-
meinsam verfolgte materielle Ziele, die über den angeblichen Willen zur Verhal-
tensabsprache hinausgehen, sind jedoch nicht genannt.  

Klar ist immerhin, dass die Anklage den Beschuldigten vorwirft, eine Absprache 
überhaupt getroffen zu haben, und woraus diese Annahme abgeleitet wird („Indi-
zien“).  

Insoweit ist festzustellen, dass die Anklage den Anforderungen des Akkusati-
onsprinzips, wenn überhaupt, nur sehr knapp zu genügen vermag. Die Frage 
nach der genügenden Anklage kann jedoch offen gelassen werden, weil, wie 
sich unten zeigen wird, die Anklage bereits am Nachweis des generellen Sach-
verhalts scheitert, wonach sich die Beschuldigten überhaupt abgesprochen ha-
ben sollen (vgl. E. 5). Die These der Anklage, dass es im vorliegend zu prüfen-
den Sachzusammenhang zu einem tatbestandsmässigen und meldepflichtigen 
Zusammenschluss von Aktionären zu einer Gruppe gekommen sei, bleibt ohne 
Beweis und sie ist als solche unplausibel. Die geltend gemachten Umstände sind 
grösstenteils als geschäftsübliche Vorgänge erklärbar, ohne dass dafür auf das 
Vorliegen einer Absprache zwischen Renova und Victory rekurriert werden 
müsste.  

1.9 Das EFD stützt den Vorwurf, die Beschuldigten hätten ab Juli 2006 eine börsen-
rechtlich relevante Gruppe gebildet, diese aber nicht gemeldet, auf eine Reihe 
von Indizien. Das Gericht ist an die entsprechenden Feststellungen nicht gebun-
den und es kann weitere, sich aus den Akten oder der Verhandlung ergebende 
Tatsachenelemente seiner Entscheidung zu Grunde legen. Insbesondere ist 

- 20 - 

nicht erforderlich, dass Umstände, die als Indizien auf eine Gruppe hinweisen, in 
der Anklageschrift explizit genannt sind. Es genügt, dass entsprechende Fest-
stellungen verfahrenskonform, insbesondere mit der Gelegenheit zur Stellung-
nahme durch die Beschuldigten, erhoben worden sind, damit sie verwertet wer-
den können. Der Anklagesachverhalt würde dadurch nicht in prozessual unzu-
lässiger Weise erweitert.  

1.10 Das Gericht verwertet Protokolle von Zeugeneinvernahmen aus dem Vorverfah-
ren nicht zu Lasten der Beschuldigten, soweit diese und ihre Verteidiger keine 
Gelegenheit hatten, den entsprechenden Einvernahmen beizuwohnen (Art. 41 
Abs. 3 VStrR); dies gilt umso mehr, als einzelne Verteidiger die Untersuchungs-
behörden auf die fehlende Konfrontation mit diversen Zeugen bereits vor dem 
gerichtlichen Verfahren hingewiesen hatten (vgl. pag. 1741). 

 

2. Sachverhalt 

2.1 Der mit der Überweisung durch Hinweis auf die Strafverfügungen beziehungs-
weise indirekt von diesen auf die Strafbescheide geschilderte äussere Sachver-
halt stellt den im gerichtlichen Verfahren zu prüfenden Anklagesachverhalt dar 
(Art. 73 Abs. 2 VStrR). Die relevanten Schilderungen sind oben unter Prozess-
geschichte lit. D, E und F wiedergegeben, wobei der Sachverhalt im Grundsatz 
im jeweiligen Strafbescheid, oben lit. D, in den Randziffern 16–37 geschildert ist. 
Auf allfällige Korrekturen oder Ergänzungen dieses Sachverhalts im Rahmen der 
Strafverfügungen wird, soweit erforderlich, nachstehend eingegangen. Dies gilt 
insbesondere betreffend das Wissen von Georg Stumpf um die Wertschriften-
transaktionen vom 14. Juli und 24. November 2006).  

2.2 Der äussere Sachverhalt (Rz. 16–37 der Strafbescheide) ist von allen vier Be-
schuldigten zugestanden, vom Beschuldigten Stumpf unter Vorbehalt abwei-
chender Feststellungen in der ihn betreffenden Strafverfügung (pag. 4.910.21–
22). Er wird durch die Akten gestützt, weshalb das Gericht darauf abstellen kann. 
Umstritten ist allein, ob die Victory Industriebeteiligungen AG und eine Gesell-
schaft der Renova-Gruppe, die Renova Holding Ltd, schon vor Mai 2008 mit dem 
geschilderten objektiven Verhalten eine Gruppe im Sinne von Art. 20 BEHG ge-
bildet haben und deshalb, gegebenenfalls, wenn nicht einzeln, so doch als 
Gruppe die gesetzlichen Meldepflichten verletzt haben.  

 

- 21 - 

 

3. Rechtliches; objektiver Tatbestand 

3.1 Die gesetzlichen Bestimmungen (vgl. Strafbescheide Rz. 38–44) 

Nach Art. 41 BEHG wird mit Busse bestraft, „wer vorsätzlich seine qualifizierte 
Beteiligung an einer kotierten Gesellschaft nicht meldet (Art. 20 und 51)“. Art. 20 
Abs. 1 BEHG bestimmt die Grenzwerte, deren jeweilige Über- oder Unterschrei-
tung die Meldepflicht auslöst. Zur Meldung verpflichtet ist nach Abs. 1, „wer di-
rekt, indirekt oder in gemeinsamer Absprache mit Dritten“ ein Aktiengeschäft tä-
tigt, das der Meldepflicht unterliegt. Abs. 3 bestimmt, dass „eine vertraglich oder 
auf andere Weise organisierte Gruppe“ im Sinne von Abs. 1 als Gruppe melde-
pflichtig ist, wenn ihre Gesamtbeteiligung einen die Meldepflicht begründenden 
Grenzwert erreicht. 

3.1.1 Art. 15 Abs. 1 der Verordnung der Eidgenössischen Bankenkommission vom 
25. Juni 1997 (Börsenverordnung, BEHV-EBK, AS 1997 2045, in der bis 1. De-
zember 2007 gültigen Fassung) setzt die Tatbestandsvariante „in gemeinsamer 
Absprache“ nach Art. 20 Abs. 1 BEHG und Handeln als „vertraglich oder auf eine 
andere Weise organisierte Gruppe“ gemäss Art. 20 Abs. 3 BEHG in eins und be-
stimmt das tatbestandsmässige Handeln wie folgt: „In gemeinsamer Absprache 
oder als organisierte Gruppe handelt, wer seine Verhaltensweise im Hinblick auf 
den Erwerb oder die Veräusserung von Beteiligungspapieren oder die Ausübung 
von Stimmrechten mit Dritten durch Vertrag oder andere organisatorische Vor-
kehr abstimmt.“ Abs. 2 lit. a–c desselben Artikels nennt drei exemplarische Kons-
tellationen für die Abstimmung der Verhaltensweise gemäss Abs. 1.  

Art. 20 Abs. 5 BEHG delegiert die Kompetenz, den Umfang der Meldepflicht zu 
umschreiben, an die Aufsichtsbehörde, vor Dezember 2007 an die EBK, danach 
an die FINMA. Die EBK bewegt sich mit dem Erlass der Börsenverordnung im 
Rahmen ihrer Kompetenz. Die Blanko-Delegation könnte unter rechtsstaatlichen 
Gesichtspunkten problematisch sein, wenn gestützt auf eine Umschreibung des 
strafbegründenden Verhaltens in der Verordnung, welche die Umschreibung im 
formellen Gesetz erheblich erweitern würde, eine sehr hohe Busse ausgespro-
chen würde. Das ist vorliegend jedoch nicht der Fall, geht Art. 15 BEHV-EBK 
doch nicht über Art. 20 Abs. 1 und 3 BEHG hinaus, sondern konkretisiert und 
exemplifiziert diese Bestimmung lediglich. Nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung ist Art. 15 BEHV-EBK umgekehrt aber auch nicht geeignet, die Melde-
pflicht gegenüber dem Gesetz einzuschränken; die Bestimmung habe nur exem-
plarischen Charakter und zähle mögliche Formen einer tatbestandsmässigen 

- 22 - 

Gruppenbildung in nicht abschliessender Weise auf (Urteil des Bundesgerichts 
2A.174/2001 vom 4. Dezember 2001, E. 2.d).  

Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass sowohl die alternativen For-
mulierungen des Börsengesetzes als auch ergänzend diejenigen der Börsenver-
ordnung für die Subsumption des Sachverhalts zu berücksichtigen sind.  

3.2 Nach Verwaltungspraxis und bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die Vor-
aussetzungen für die Annahme einer Gruppe im Sinne der Meldepflicht nach 
Art. 20 Abs. 1 und 3 BEHG und Art. 15 BEHV-EBK niedrig (vgl. BGE 130 II 530 
E. 6.5.5, mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 2A.174/2001 vom 4. De-
zember 2001, E. 2d: „définition … large“). Art. 20 BEHG sei „möglichst weit zu 
verstehen“; im Unterschied zur Gruppe, die ein Angebot zu unterbreiten habe, ist 
für die melderechtlich relevante Gruppe eine Beherrschungsabsicht der Gruppe 
gegenüber der Gesellschaft, an welcher die Gruppe beteiligt ist, nicht erforderlich 
(vgl. Art. 27 BEHV-EBK; BGE 130 II 530 E. 6).  

3.3 In der Lehre herrscht Einigkeit darüber, dass blosses Parallelverhalten von zwei 
oder mehreren Personen für die Annahme einer melderechtlich relevanten 
Gruppe nicht genügt. Die rechtlich relevante gemeinsame Absprache setzt nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine gewisse minimale Intensität im Han-
deln sowie minimale innere Finalität und äussere Organisiertheit voraus (BGE 
130 II 530 E. 6.4, insb. 6.4.2); sie kann auch auf konkludentem Verhalten beru-
hen (a.a.o., E. 6.4.4). Ein bestimmter Organisationsgrad sowie abgesprochenes 
Verhalten beziehungsweise die Absprache oder das stillschweigende Einver-
ständnis über das künftige Verhalten mit konvergenter Finalität ist also mindes-
tens erforderlich. Oder mit anderen Worten: Eine melderechtlich relevante Grup-
pe liegt vor, wenn mehrere Personen im Hinblick auf eine Publikumsgesellschaft 
gemeinsam Ziele verfolgen und dabei von einem Minimum objektiver Organisati-
on profitieren und sich über ihr Verhalten mit gemeinsamer Finalität absprechen  
oder konkludent verständigen.  

Im Folgenden sind drei von der Verteidigung aufgeworfene Rechtsfragen vorab 
zu klären: Ob die Gruppenbildung durch vollkommen zweiseitigen Aktienkaufver-
trag überhaupt möglich sei, ob die so genannte Stimmrechtsgruppe unter den 
Straftatbestand falle und ob eine Absprache nur tatbestandsmässig sein könne, 
wenn diejenigen, die sie schliessen, zu Gunsten der Gruppe verbindlich auf ihre 
eigene Willensausübung verzichten. 

3.4 Die Verteidigung bringt vor, die Gruppenmeldepflicht werde ausgelöst durch ab-
gesprochene parallele Beteiligungserwerbs- beziehungsweise -veräusserungs-
transaktionen, wenn zwei oder mehrere Interessenten abgesprochen in dersel-

- 23 - 

ben Richtung Transaktionen tätigten. Nur diese entsprächen dem Sinn des ge-
setzlichen Transparenzgebotes. Insoweit könne durch einen vollkommen zwei-
seitigen Kaufvertrag über ein Aktienpaket eine börsenrechtlich relevante Gruppe, 
welche aus der Verkäuferin und der Käuferin eines Aktienpakets bestehe, über-
haupt nicht geschaffen werden. Richtig ist, dass der Gesetzgeber nicht primär 
die Konstellation eines synallagmatischen Aktienverkaufsvertrags im Blick hatte. 
Die vorliegende Konstellation zu Beginn der behaupteten Gruppenbildung – ein 
Kaufvertrag über Anteile innerhalb der geschaffenen Gruppe – ist insofern jeden-
falls untypisch, als dadurch der Einfluss auf das Unternehmen gegenüber dem 
status quo ante nicht gesteigert, sondern geteilt wurde. In der Regel dürfte eine 
Gruppe nicht dadurch konstituiert werden, dass ein Aktionär einen Teil seiner 
Beteiligung an einen anderen verkauft. Zu berücksichtigen ist in concreto aus-
serdem, dass Victory auch nach dem Verkauf der Aktienpakete vom Juli und No-
vember 2006 die OC Oerlikon wenn nicht rechtlich, so doch faktisch beherrschen 
konnte, ohne dafür auf die Unterstützung der Renova angewiesen zu sein. Inso-
fern bestand gar keine Motivation, für eine gemeinsame Absprache. Primär sollte 
mit der Gesetzesbestimmung diejenige Gruppe erfasst werden, deren Mitglieder 
parallel Beteiligungspapiere erwerben oder veräussern, insoweit denselben 
Zweck verfolgen und gemeinsam bestimmte relevante gesetzliche Grenzwerte 
über- oder unterschreiten. An Letzterem fehlt es bei einem vollkommen zweisei-
tigen Kaufs-Verkaufs-Geschäft über den Erwerb oder die Veräusserung von Be-
teiligungspapieren: Die Mitglieder dieser „Gruppe“ verfügen nach der Abwicklung 
des Geschäfts zusammen über dieselbe summierte Beteiligung am Zielunter-
nehmen wie vor der Transaktion. Richtig ist sodann auch, dass ein entsprechen-
des Geschäft als solches keine Gruppe im Sinne des Börsengesetzes schafft. 
Nicht zutreffend ist jedoch, dass durch ein solches Geschäft eine Gruppenmel-
depflicht überhaupt nicht ausgelöst werden könnte. Wollte die Verteidigung ihr 
Argument so verstanden wissen, wäre es zurückzuweisen. Entscheidend sind 
die Nebenabreden eines Verkaufsgeschäfts. Vorbehalten bleiben besondere 
Umstände, weitere Klauseln im Kaufvertrag oder auch weitere Vereinbarungen, 
welche eine Gruppenmeldung nahe legen könnten (vgl. Offenlegungsstelle der 
SIX Swiss Exchange AG, Jahresbericht 2009, S. 66). Trennt sich beispielsweise 
ein Mehrheitsaktionär von einem Teil seiner Anteile und verfügt in der Folge nur 
noch über eine Minderheit, verabredet sich aber gleichzeitig mit dem Käufer da-
hingehend, inskünftig das Unternehmen gemeinsam beherrschen zu wollen, hät-
ten sich die Vertragspartner offensichtlich als Gruppe zu melden. Individuelle 
Meldungen wären für diesen Fall geradezu irreführend, erweckten sie doch den 
Eindruck, dass es einen beherrschenden Aktionär nicht mehr gebe, obwohl die-
ser lediglich durch eine – nicht als solche erkennbare – Gruppe ersetzt worden 
ist. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine aus den Partnern eines zwei-
seitigen Verkaufsvertrags sich zusammensetzende Gruppe meldepflichtig sein 
kann, wenn die Nebenabreden gemeinsame Zwecksetzungen hinsichtlich des 

- 24 - 

Zielunternehmens betreffen und insofern eine Gruppe konstituieren und wenn 
die Beteiligung der Gruppe einen gesetzlichen meldepflichtigen Grenzwert über-
schreitet. Diese Interpretation, die durch den Wortlaut des Gesetzes jedenfalls 
nicht ausgeschlossen ist, ergibt sich aus dessen teleologischer Auslegung.  

3.5 Weiter hält die Verteidigung dafür, dass die so genannte Stimmrechtsgruppe 
(Art. 15 Abs. 1 und 2 BEHV-EBK) zwar unter die Meldepflicht falle, die Verlet-
zung dieser Meldepflicht im Unterschied zu derjenigen der Erwerbs- oder Ver-
äusserungsgruppe aber nicht strafbar sei. Zur Begründung wird angeführt, dass 
das Gesetz im formellen Sinne, in casu Art. 20 BEHG, nur die Erwerbs- und Ver-
äusserungsgruppe erwähne, während die Stimmrechtsgruppe nur in der Verord-
nung genannt werde. Der Verordnungsgeber gehe damit über das formelle Ge-
setz hinaus, weshalb die Verletzung der Meldepflicht durch die Stimmrechts-
gruppe strafrechtlich nicht geahndet werden dürfe; das strafbare Verhalten be-
dürfe einer Umschreibung im formellen Gesetz, eine Verordnung genüge nicht.  

Das Gericht kommt zum gegenteiligen Schluss: Die Meldepflicht wird nach 
Art. 20 BEHG ausgelöst durch eine Transaktion (vgl. E. 3.1); das ist der Anknüp-
fungspunkt. Die Meldepflicht kann auch eine Gruppe treffen, sofern die Transak-
tion in gemeinsamer Absprache erfolgt und sofern die Gruppe vertraglich oder 
auf andere Weise organisiert ist (Abs. 3). Das Gesetz bestimmt in Art. 20 Abs. 5 
BEHG, dass die Aufsichtsbehörde unter anderem Bestimmungen über den Um-
fang der Meldepflicht erlässt. Darauf stützt sich Art. 15 BEHV-EBK. Die Delegati-
on der Umschreibung des strafbaren Verhaltens – vorliegend per negativum die 
Umschreibung des meldepflichtigen Verhaltens, das für den Fall unterlassener 
Meldung strafbar wäre – vom formellen Gesetzgeber an den Verordnungsgeber, 
ist im schweizerischen Neben- und Verwaltungsstrafrecht üblich und, soweit es, 
wie vorliegend, um Übertretungen geht, rechtsstaatlich auch unbedenklich. In 
casu unterliegt also der Strafdrohung bei unterlassener Gruppenmeldung, wer 
koordiniert mit anderen Beteiligungspapiere erwirbt in der Absicht und mit der 
Absprache, die damit erworbenen Stimmenrechte gemeinsam auszuüben. Darin 
liegt primär die ratio legis. Entscheidend, und darum geht es unter dem Titel der 
Markttransparenz, sind Absprachen zwischen Aktionären, welche die Einfluss-
nahme auf das Unternehmen mittels verbindlicher Koordination der Stimm-
rechtsausübung zum Gegenstand haben. Der Verordnungsgeber geht insoweit 
weder formell fehlerhaft noch inhaltlich über die Bestimmung von Art. 20 BEHG 
hinaus; er konkretisiert lediglich den Umfang der Meldepflicht im Rahmen der 
gesetzlichen Delegation, indem er die Meldepflicht explizit auch für Rechtsver-
hältnisse statuiert, „welche die Ausübung der Stimmrechte zum Gegenstand ha-
ben“.  

- 25 - 

3.6 Schliesslich bringt die Verteidigung unter Hinweis auf das private Rechtsgutach-
ten von Prof. Dr. iur. Peter Böckli/Advokat Jan Bangert vom 31. Mai 2010 
(pag. 4.524.10–56) vor, eine Absprache könne nur tatbestandsmässig sein, 
wenn diejenigen, die sie schliessen, zu Gunsten der Gruppe verbindlich auf ihre 
eigene Willensausübung verzichten. Wie sich zeigen wird, kann die Frage vorlie-
gend offen gelassen werden. Das begründende Argument ist nicht zwingend: Die 
Gruppenmeldepflicht dient der Transparenz der Märkte. Potentielle Investoren 
haben ein Interesse daran, auch bloss faktische Zusammenschlüsse unter Akti-
onären zu kennen, sofern diese nicht bloss punktuell Absprachen betreffen. Ob 
ein Gruppenmitglied jederzeit ausscheren kann oder der Gruppe in irgendeiner 
Weise verbindlich verpflichtet ist, bleibt sekundär.  

4. Beweisführung; Beweislage, generelle Angaben der Beschuldigten  

4.1 Die beweisbildende Erkenntnis kann entweder schon in einem Schritt oder erst in 
einer Kombination mehrerer Schritte gewonnen werden. Für den in diesem Sinne 
mittelbaren Beweis verwenden Lehre und Rechtsprechung allgemein den Begriff 
«Indizienbeweis». In der Praxis ist er die Regel und der unmittelbare Beweis die 
Ausnahme. Der mittelbare Beweis bezieht sich auf tatbestandsfremde Tatsa-
chen, die erst durch ihr Zusammenwirken mit anderen Tatsachen den Schluss 
auf das Vorliegen des Tatbestandsmerkmals (der Haupttatsache) selbst rechtfer-
tigen sollen (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. Aufl., 
München 2007, N. 577 ff., 580). 

Beim Indizienbeweis ist zunächst festzustellen, ob dem einzelnen Indiz eine Be-
deutung als Belastungs- oder Entlastungsindiz zukomme, ob die zu beweisende 
Haupttatsache dadurch wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher geworden sei 
(BENDER/NACK/TREUER, a.a.O. N. 609 und N. 592 ff.). Sodann ist die Gesamtheit 
der Indizien zueinander in Bezug zu setzen. Eine Mehrzahl von Belastungsindi-
zien kann den notwendigen Beweis erbringen, auch wenn ein einzelnes Indiz al-
lein noch nicht für den Beweis ausreicht (BENDER/NACK/TREUER, a.a.O. N. 620; 
siehe auch Urteil des Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002, E. 3.4). 

Der Richter ist beim Indizienbeweis an den Grundsatz in dubio pro reo als Be-
weiswürdigungsregel gebunden, was heisst, dass er sich nicht von einem für den 
Beschuldigten nachteiligen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objek-
tiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob 
sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a) oder 
wenn der Richter bei objektiver Betrachtung hätte zweifeln müssen, tatsächlich 
aber nicht zweifelte. In casu müsste er – positiv ausgedrückt – aufgrund der 
Kombination aller Einzelerkenntnisse (Indizien) sicher sein, dass die Beschuldig-

- 26 - 

ten ab Juni beziehungsweise Juli 2006 aufgrund einer zielbezogenen Absprache 
parallel oder sonst wie auf einander bezogen gehandelt haben, beziehungsweise 
– negativ ausgedrückt – trotz der Kombination aller Einzelerkenntnisse aus-
schliessen können, dass sie es nicht bloss zufällig und nicht abgesprochen taten. 
Nur in diesem Fall können die Beschuldigten wegen Gruppenbildung ohne Mel-
dung derselben verurteilt werden. 

4.2 Die Anklagebehörde führt einen Indizienbeweis. Unbestritten ist, dass sich die 
Renova und die Victory am 15. bzw. 16. Mai 2008 als Gruppe im Sinne der Mel-
depflicht nach Art. 20 BEHG gemeldet und die gesetzlich gebotene Information 
im SHAB vom 27. Mai 2008 publiziert haben. Das EFD wirft den Beschuldigten 
jedoch vor, bereits rund zwei Jahre früher, nämlich ab Juni oder Juli 2006, ge-
meinsam und als Gruppe gehandelt zu haben, als sie im Juli und November 
2006 gemeinsam Transaktionen mit Aktien der OC Oerlikon abgewickelt haben 
(Verkauf von Aktienpaketen an der OC Oerlikon durch Victory an Renova). Die 
Beschuldigten negieren diesen Vorwurf des gemeinsamen und gruppenmässi-
gen Handelns im Sinne der Börsengesetzgebung mit ihren Eingaben; zur Sache 
äusserten sie sich im Untersuchungsverfahren nicht. Im Rahmen der Hauptver-
handlung nahmen die Beschuldigten zum Vorwurf des EFD Stellung 
(pag. 4.910.57–85). Eine Absprache über gemeinsames Vorgehen im Hinblick 
auf die OC Oerlikon dementieren sie. Der Vorwurf des Finanzdepartements sei 
haltlos.  

Das EFD stützt seinen Vorwurf auf eine Reihe von Indizien: (1.) das „Investoren-
treffen“ von Juni 2006; (2.) den Preisnachlass für Renova seitens der Victory ge-
genüber dem Börsenkurs auf den Ankaufspreis der Aktien für die Renova an-
lässlich der Transaktionen vom Juli und November 2006; (3.) die ab Dezember 
2006 gleichlaufenden Aktionärsinteressen von Victory und Renova gegenüber 
OC Oerlikon; (4.) die parallele Erhöhung der Stimmrechte ab Ende 2006 bis ins 
Jahr 2008; (5.) die gemeinsame Schaffung eines Investitionsvehikels (Everest 
Beteiligungs-GmbH [Everest]) zwecks gemeinsamer Investitionen in die Sulzer 
AG und das darin sich manifestierende Vertrauensverhältnis; (6.) die Ernennung 
von Vladimir Kuznetsov, Investmentchef der Renova und CEO der gemeinsam 
betriebenen Everest, zum Verwaltungsrat der OC Oerlikon; (7.) das Interview mit 
dem Beschuldigten Stumpf auf Swissinfo, in welchem dieser von einer Ge-
schäftspartnerschaft zwischen Victory und Renova ab 2006 gesprochen haben 
soll. 

Aus den Strafbescheiden und den Strafverfügungen geht hervor, dass für das 
EFD die Indizien nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit für abgesprochenes 
Verhalten sprechen.  

- 27 - 

Unbestritten ist schliesslich, dass sich die Beschuldigten als Gruppe im Sinne 
des Börsengesetzes hätten melden müssen, wenn sie als solche gehandelt hät-
ten. 

4.3 Die gesetzlichen Anforderungen (vgl. E. 3.1 bis E. 3.3) gehen dahin, dass das 
meldepflichtige gemeinsame Handeln einen gewissen Mindestgrad an Intensität 
aufweisen, auf einer minimalen inneren Finalität beruhen und in sich eine mini-
male äussere Organisiertheit manifestieren muss, damit es als gemeinsames 
von zufälligem Parallelverhalten oder sonst wie zufällig sich ergänzendem Han-
deln unterschieden werden kann. Die minimale innere Finalität beziehungsweise 
geteilte, gemeinsame Zwecksetzung ist, wo als solche nicht deklariert, beweis-
mässig zu erschliessen; die äussere Organisiertheit, die sich als solche objektiv 
niederzuschlagen hat, ist zu demonstrieren.  

5. Würdigung der Indizien  

Die vom EFD den Strafverfügungen zu Grunde gelegten Indizien, die insgesamt 
die Annahme gruppenmässigen, abgestimmten Verhaltens belegen sollen, be-
ziehen sich teilweise auf Sachverhalte, die eine Absprache als plausibel erschei-
nen lassen, teilweise auf die mutmasslichen Interessen und Zwecksetzungen der 
Gruppe, teilweise sodann auch auf das verlangte Mindestmass an Handlungsin-
tensität und schliesslich auf die Organisation der behaupteten Gruppe. Diese In-
dizien sind nachfolgend im Einzelnen zu analysieren; danach sind unter Erwä-
gung 5.7 und 5.9 die nötigen Schlussfolgerungen für den Beweis zu ziehen, ob 
die Beschuldigten tatsächlich abgestimmt und im Rahmen einer Gruppe – hinrei-
chend intensiv, auf der Basis gemeinsamer innerer Finalität und mittels objekti-
ver Organisation – gehandelt haben.  

5.1 „Investorentreffen“ 

5.1.1 Der Anklagevorwurf geht dahin, dass sich der Beschuldigte Pecik als Vertreter 
der Victory und indirekter Teilhaber der OC Oerlikon sowie der Beschuldigte 
Vekselberg und Thomas Borer seitens Renova am 7. Juni 2006 mit Thomas 
Limberger, CEO der OC Oerlikon, getroffen hätten (Strafbescheide Rz. 20), was 
als Ausgangspunkt des Handelns in gemeinsamer Absprache gedeutet wird, und 
zwar vor dem Hintergrund der darauf folgenden Aktientransaktionen im Juli und 
November 2006 (Strafbescheide Rz. 56).  

5.1.2 Die Verteidigung bringt vor, ein solches Treffen sei für die Anbahnung entspre-
chender Geschäfte üblich und weise als solches überhaupt nicht auf eine Ab-
sprache über künftiges Verhalten der Aktionärinnen beziehungsweise einer Akti-

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onärsgruppe hin. Es liege auf der Hand, dass sich ein Investor, der sich überle-
ge, einen erheblichen Anteil einer Publikumsgesellschaft zu erwerben und dafür 
mehrere hundert Millionen Franken zu investieren bereit ist, mit den Vertretern 
des Zielunternehmens treffen wolle, um sich über dessen strategische Ausrich-
tung, dessen finanzielle Lage und weitere interessierende Umstände zu informie-
ren. Es sei beim Treffen lediglich um ein Kennenlernen der Beteiligten gegan-
gen, um eine Präsentation der OC Oerlikon und um das Inaussichtstellen von 
Seiten der Victory, ein Aktienpaket in der Grössenordnung von ca. 10% verkau-
fen zu wollen (pag. 4.910.44, S. 37–38; pag. 4.910.45, S. 17).  

5.1.3 Das fragliche Treffen wäre dann ein direkter Beweis für die Absprache über künf-
tiges Verhalten zwischen den Beteiligten, wenn bekannt wäre, dass anlässlich 
dieses Treffens tatsächlich eine solche Absprache getroffen worden wäre – was 
das EFD auch nicht zu behaupten wollen scheint. Nach allseits übereinstimmen-
den Aussagen der Beschuldigten Vekselberg, Stadelhofer und Pecik sowie der 
Zeugen Borer und Kuznetsov wurde die Initiative zu diesem Treffen von Thomas 
Borer ergriffen (pag. 4.910.59–60; pag. 4.910.88, 98). Es sei unter anderem des-
sen Aufgabe gewesen, die Renova beziehungsweise den Beschuldigten Veksel-
berg mit möglichen Geschäftspartnern und Firmen bekannt zu machen, in wel-
che hätte investiert werden können. Es habe zur Tätigkeit von Thomas Borer bei 
Renova gehört, dem Beschuldigten Vekselberg ein Netzwerk zur Verfügung zu 
stellen und die Öffentlichkeitsarbeit wahrzunehmen (pag. 4.910.98–99). Thomas 
Borer seinerseits habe Thomas Limberger, den CEO der OC Oerlikon, bereits 
früher in anderen Zusammenhängen in Deutschland kennen gelernt und bei vor-
gängigen Gesprächen über die Möglichkeit einer Investition in OC Oerlikon ge-
sprochen (pag. 4.910.98). Der Beschuldigte Vekselberg habe die Vertreter der 
OC Oerlikon und der Victory nicht gekannt. Das etwa einstündige Treffen vom 
7. Juni 2006 habe den Zweck gehabt, den Vertretern der Renova die Firma OC 
Oerlikon, d.h. deren finanzielle Situation sowie die Schwerpunkte ihrer wirtschaft-
lichen Tätigkeit vorzustellen. Auch seien einige Informationen zur Victory vermit-
telt worden (pag. 4.910.88, 98). Ein konkretes Investitionsgeschäft sei dabei aber 
nicht ins Auge gefasst oder gar bereits vereinbart worden (pag. 4.910.60, 89). Es 
sei lediglich klar geworden, dass die Victory bereit sein könnte, ein Aktienpaket 
im Umfang einiger Prozente des Kapitals abzustossen. Laut dem Beschuldigten 
Stadelhofer habe Ronny Pecik am Treffen in Aussicht gestellt, 5-10% der OC 
Oerlikon-Aktien zu verkaufen (pag. 4.910.64). Es habe sich um ein für solche 
mögliche Investitionsgeschäfte übliches Treffen gehandelt; solche Treffen halte 
die Renova regelmässig zahlreiche ab (pag. 4.910.98). Es sei eine reine Firmen-
präsentation der OC Oerlikon gewesen (pag. 4.910.59–60). Auf Frage erklärten 
der Beschuldigte Vekselberg sowie die Zeugen Borer und Kuznetsov, dass die 
Renova im Anschluss an das Treffen auf Grund der erhaltenen sowie weiterer öf-
fentlich zugänglicher Informationen intern eine Bewertung der OC Oerlikon vor-

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genommen habe. Man sei zum Schluss gekommen, dass eine Investition in OC 
Oerlikon interessant sein könnte und das Geschäft weiter verfolgt werden sollte. 
Vladimir Kuznetsov sei danach im Auftrag von Victor Vekselberg nach Wien ge-
reist und habe sich dort mit dem Beschuldigten Pecik getroffen und dabei die 
Geschäftsbedingungen vereinbart: Übernahme von 1,45 Mio. Aktien der OC Oer-
likon zu je Fr. 290.– von der Victory (pag. 4.910.63 [zur Preisgestaltung und wei-
teren Vertragsbedingungen vgl. unten E. 5.2]).  

5.1.4 Die Angaben der Beschuldigten und vor allem auch der Zeugen Kuznetsov und 
Borer sind in sich schlüssig und glaubhaft. Gestützt darauf und auf die Art und 
die Anlage des Treffens vom 7. Juni 2006 sowie der weiteren Vorbereitung der 
Transaktion vom 14. Juli 2006 über 1,45 Mio. Aktien der OC Oerlikon lässt das 
Beweisergebnis nur folgenden Schluss zu: Anlässlich des so genannten Investo-
rentreffens wurde zwischen Victory und Renova keine Absprache über ihr künfti-
ges Verhalten als Aktionärinnen der OC Oerlikon getroffen und es wurde auch 
keine solche Absprache angebahnt.  

Bei dieser Sachlage kann das Investorentreffen auch nicht – wie vom EFD of-
fenbar gemeint – als Indiz für die Annahme einer Gruppe fungieren. Das könnte 
es nur, wenn es in Verbindung mit anderen Gründen rückwirkend als Beginn des 
abgesprochenen Verhaltens erscheinen müsste. Das ist nach dem Gesagten 
und dem noch Darzustellenden jedoch auszuschliessen.  

5.2 Verkauf von Aktienpaketen der OC Oerlikon durch Victory an Renova  

5.2.1 Ein zentrales Indiz für das EFD sind die beiden ausserbörslichen Aktientransak-
tionen von 14. Juli und vom 24. November 2006, mit welchen rund 10% bezie-
hungsweise 3% der Namenaktien der OC Oerlikon von Victory an Renova über-
tragen worden sind, und zwar zu einem Preis von rund 15% beziehungsweise 
3% unter dem jeweiligen Tageskurs an der Börse. Insbesondere der gegenüber 
dem Börsenkurs gewährte erhebliche Preisnachlass, der sich nicht im Sinne ei-
nes so genannten Blockabschlags rechtfertigen lasse, begründe die Annahme, 
dass interne Absprachen über das künftige Verhalten getroffen worden sein 
müssen, weil Victory, ohne dafür etwas – eine Zusage über künftiges gemein-
sames Handeln – erhalten zu haben, in einen derart erheblichen Preisabschlag 
nicht eingewilligt hätte.  

5.2.2 Die Verteidigung bringt dagegen in der Hauptsache zweierlei Argumente vor, ein 
strukturelles, das sich auf die Rechtsfrage der Gruppenbildung durch synallag-
matischen Vertrag bezieht (a), und ein pragmatisch-finanzwirtschaftliches, wel-
ches die Preisbildung betrifft (b): 

- 30 - 

a) Soweit in Frage gestellt wird, ob ein Aktien-Kaufvertrag zwischen Verkäufer 
und Käufer eine Gruppe im Sinne des Börsengesetzes überhaupt schaffen könn-
te, ist auf die Erwägungen oben (E. 3.4) zu verweisen. Danach ist festzustellen, 
dass ein vollkommen zweiseitiger Kaufvertrag über Aktien eine Gruppenbildung 
begründen kann, wenn dabei tatbestandsmässige Nebenabreden getroffen wer-
den. Solche werden von der Verteidigung verneint; die Anklage schliesst auf Ne-
benabreden zu der Transaktion aus dem erheblichen Preisabschlag, den Victory 
Renova gewährt habe.  

b) Dazu nimmt die Verteidigung wie folgt Stellung: Die Preisabschläge gegen-
über dem jeweils aktuellen Tageskurs an der Börse liessen sich bei beiden 
Transaktionen ohne Weiteres erklären, ohne dass auf eine Zusage für gemein-
sames Vorgehen seitens der Renova zu Gunsten der Victory Bezug genommen 
werden müsse. Das jeweilige Geschäft sei ausserbörslich und en bloc erfolgt; 
wäre es über die Börse abgewickelt worden, wäre der Preis bei derartigen Han-
delsvolumina zweifellos gefallen. Der Börsenkurs sei insofern für Victory eine 
Richtgrösse gewesen, habe jedoch nicht den Preis bezeichnet, den Victory hätte 
erzielen können, wenn sie die Aktien am Markt verkauft hätte. Im übrigen habe 
das EFD die Volatilität des Aktienkurses in der fraglichen Periode in willkürlicher 
Weise bei der Klärung der Frage, welche Faktoren rund um die Preisfestsetzung 
entscheidend gewesen wären, nicht berücksichtigt.  

5.2.3 Die Befragung der Beschuldigten und der Zeugen anlässlich der Hauptverhand-
lung ergab Folgendes: Nachdem Renova eine Investition in OC Oerlikon als 
grundsätzlich interessant bewertet hatte, reiste Vladimir Kuznetsov im Auftrag 
des Beschuldigten Vekselberg nach Wien, um mit dem Beschuldigten Pecik ei-
nen Kaufvertrag über ein Aktienpaket abzuschliessen. Ausgangspunkt für den 
Preis sei in etwa der damalige Aktienkurs gewesen, wobei Renova weniger als 
Fr. 290.–, nämlich Fr. 270.–, habe bezahlen wollen, Victory hingegen eine höhe-
re Preisvorstellung zwischen Fr. 300.– bis Fr. 315.– gehabt habe 
(pag. 4.910.63). Der Aktienkurs sei unwesentlich höher als Fr. 315.– gewesen 
(pag. 4.910.63). Man habe sich schliesslich verbindlich auf ein Paket von 1,45 
Mio. Aktien zu Fr. 290.– geeinigt (pag. 4.910.63). Dieser Vorschlag sei vom In-
vestitionsausschuss der Renova in Moskau einige Tage später genehmigt und 
die Transaktion in der Folge zu den ausgehandelten und genehmigten Bedin-
gungen vollzogen worden. Vladimir Kuznetsov erklärte als Zeuge vor Gericht, 
dass im Zusammenhang mit dem Preis nicht von einem Nachlass oder Rabatt 
gesprochen werden könne (pag. 4.910.90); davon sei nie die Rede gewesen. Die 
Differenz zum Börsenkurs vom 14. Juli 2006, dem Tag der Abwicklung der 
Transaktion, erkläre sich allein durch den Zeitablauf vom Vertragsschluss bis 
zum Vollzug der Transaktion, aus der einschlägigen Kursentwicklung und der 
sehr hohen Volatilität des Kurses (pag. 4.910.89). Es habe gar nie etwas ande-

- 31 - 

res zur Diskussion gestanden, als den Vertrag zu den in Wien ausgehandelten 
Bedingungen zu vollziehen. Andernfalls hätte bei Vertragschluss eine Klausel 
vereinbart werden müssen, die den effektiven Preis vom aktuellen Börsenkurs 
abhängig gemacht hätte, was nicht der Fall gewesen und auch nicht üblich sei, 
zumal dem Investitionsausschuss der Renova ein fixiertes Geschäft zur Geneh-
migung zu unterbreiten gewesen sei. Insoweit sei die Frage nach einer Gegen-
leistung der Renova für den behaupteten Preisnachlass seitens der Victory in 
Form einer Absprache über das künftige Verhalten gegenüber OC Oerlikon ge-
genstandslos, da es einen Rabatt eben gar nicht gegeben habe.  

5.2.4 a) Die Aussagen des geschäftserfahrenen und kompetenten Zeugen Kuznetsov 
sind glaubhaft, schlüssig und plausibel. Dass sich die Anbahnung eines Ge-
schäfts dieser Grössenordnung, die folgenden Vertragsverhandlungen und 
schliesslich der Vollzug der Transaktion über einen gewissen Zeitraum erstre-
cken, liegt auf der Hand. Dass im Rahmen dieses Geschäftsablaufs die Bedin-
gungen zu einem bestimmten Zeitpunkt zu fixieren sind, ohne dass mögliche 
Veränderungen der Märkte bei der Abwicklung noch berücksichtigt werden sol-
len, ist geschäftsüblich. Die hohe Volatilität der OC Oerlikon-Aktie im Sommer 
2006 ergibt sich aus den Unterlagen, welche die Verteidigung für die Hauptver-
handlung eingereicht hat (pag. 4.522.28; pag. 4.524.68–69). Die Erklärungen 
zum vereinbarten Preis von Fr. 290.– pro Aktie sind damit als zutreffend und er-
schöpfend zu beurteilen. Es handelte sich um die Vereinbarung und Abwicklung 
einer geschäftsüblichen ausserbörslichen Transaktion über ein grösseres Akti-
enpaket einer Publikumsgesellschaft. Es ist deshalb davon auszugehen, dass 
anlässlich der Transaktion vom 14. Juli 2006 die Victory der Renova keinen 
Preisnachlass gewährte, der nur damit erklärt werden könnte, dass die Victory 
dafür im Rahmen einer geheimen Absprache eine Gegenleistung erhalten hätte, 
etwa dergestalt, dass Renova in Aussicht gestellt hätte, ihr Verhalten gegenüber 
OC Oerlikon mit Victory zu koordinieren. Diese Deutung der Vorgänge wird 
durch weitere Umstände gestützt:  

b) Das von der Verteidigung eingereichte Parteigutachten von Prof. Dr. Heinz 
Zimmermann vom 9. Juli 2010 (pag. 4.522.20–26) kommt zu Ergebnis, dass, oh-
ne Berücksichtigung der konkreten Geschäftsumstände, in casu ein Preisnach-
lass – wenn es sich überhaupt um einen solchen gehandelt hätte – allein aus fi-
nanzmarkttheoretischen Gründen im Umfang von bis zu 11–12,5% gegenüber 
dem Tagesschlusskurs der Aktie gerechtfertigt werden könnte. Die Ausführun-
gen des Parteigutachters sind nachvollziehbar und in sich schlüssig. 

c) Der Beschuldigte Pecik gab vor Gericht an, Victory habe aus Liquiditätsgrün-
den einen Anteil an OC Oerlikon verkaufen müssen und wollen (pag. 4.910.62, 
66). Sie habe sich für die Investition stark verschulden müssen und habe des-

- 32 - 

halb einen Teil der Papiere verkaufen wollen, um Schulden zu tilgen. Sie tat dies 
mit einem erheblichen Gewinn, auch wenn sie weniger für die Anteile erhalten 
hat, als sie an der Börse am Tag der Abwicklung theoretisch hätte erzielen kön-
nen – hinzu kommt, dass der Preis an der Börse nach aller Wahrscheinlichkeit 
gefallen wäre, wenn ein derart grosses Paket auf den Markt geworfen worden 
wäre. Ausserdem verfügte Victory vor und nach dem Verkauf des Aktienpakets 
über die Stimmenmehrheit an OC Oerlikon, weshalb sie auf eine Absprache mit 
Renova gar nicht angewiesen war und damit gar kein Motiv hatte, mit Renova 
eine geheime Absprache zu treffen (Börsenmeldung der Victory vom 24. Juli 
2006 über 51,08% der Stimmrechte [pag. 1377]). Gleichentags erschien im 
Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) die Meldung, dass die Renova an 
der OC Oerlikon im Umfang von 10.25% der Namenaktien beteiligt ist 
(pag. 1349). Damit ist das Geschäft auch aus der individuellen Interessenper-
spektive von Victory mit den für sie ausgehandelten Bedingungen ohne weiteres 
plausibel erklärbar, ohne dass dafür auf eine Absprache mit Renova rekurriert 
werden müsste. Dasselbe gilt, wie für einen vollkommen zweiseitigen Vertrag zu 
erwarten, für die Interessen der Renova: Sie konnte zu angemessenen bis vor-
teilhaften Bedingungen mit einem einzigen Geschäft einen erheblichen Anteil an 
OC Oerlikon erwerben, einer Firma, die in einem Technologiefeld tätig ist, an 
dem die Renova selbst ein genuines eigenes geschäftliches Interesse hatte.  

5.2.5 Was für die Transaktion von 14. Juli 2006 gilt, trifft a fortiori für die zweite Trans-
aktion vom 24. November 2006 zu, zumal es sich hier nur um einen Anteil von 
3,54% mit einem behaupteten „Rabatt“ von 3,29% handelte.  

5.2.6 Das EFD führt als mögliches Indiz für eine Absprache in seinen Entscheiden 
nicht an, dass sich Victory für das im Juli 2006 abgetretene Aktienpaket ein Vor-
kaufsrecht vertraglich einräumen liess (pag. 309) für den Fall, dass Renova sich 
davon wieder trennen würde. Dieser Umstand könnte als Indiz für eine Abspra-
che gewertet werden: Victory teilte seine Macht über OC Oerlikon durch Abgabe 
einer erheblichen Minderheitsbeteiligung und spräche sich mit Renova als Grup-
pe darüber ab; für den Fall, dass Renova sich zurückzöge, stellte das Vorkaufs-
recht sicher, dass Victory seinen Einfluss nicht mit jemandem teilen müsste, den 
sie als Mitinvestor nicht selbst ausgewählt hat, der nun über eine erhebliche 
Minderheitsbeteiligung verfügte und sich nicht in die mit Renova getroffene Ab-
sprache einbinden liesse. Der Umstand des ausbedungenen Vorkaufsrechts 
kann jedoch auch anders gedeutet werden: Victory wäre bereit, geschäftsmässig 
vielleicht sogar gezwungen, einen erheblichen Anteil an einen bestimmten Dritt-
investor beziehungsweise die Renova abzutreten, wollte aber für den Fall, dass 
dieser sich davon wieder trennen wollte, sicherstellen, dass nicht ein Investor an 
dessen Stelle tritt, der Victory, aus welchen Gründen auch immer, nicht genehm 
wäre. Dem steht entgegen, dass Victory den verkauften Anteil aus finanziellen 

- 33 - 

Gründen veräusserte; das Rückkaufsrecht hätte dann den Sinn, für den Fall 
neuer finanzieller Kapazitäten, den eigenen Anteil an der OC Oerlikon wieder zu 
erhöhen. Das von Renova eingeräumte Rückkaufsrecht könnte zwar als schwa-
ches Indiz für den Bestand einer Absprache gedeutet werden, was jedoch vor-
aussetzen würde, dass eine solche Absprache plausibel wäre. Wie oben gezeigt, 
fehlt es jedoch daran. Für sich selbst betrachtet vermag das eingeräumte Rück-
kaufsrecht die Annahme einer Absprache nicht zu begründen. Zudem ist davon 
auszugehen, dass bei der zweiten Transaktion vom 24. November 2006 kein sol-
ches Rückkaufsrecht vereinbart wurde (pag. 4.910.68). Dies spricht dagegen, 
dass das Rückkaufsrecht der ersten Transaktion Folge einer gruppenbildenden 
gemeinsamen Absprache war.  

5.2.7 Zusammenfassend steht somit fest, dass die vom EFD als Indizien angeführten 
beiden Transaktionen gegenüber üblichen ausserbörslichen Beteiligungstransak-
tionen keinerlei Auffälligkeiten zeigen, die den Schluss auf eine Absprache zwi-
schen den Vertragspartnern im Hinblick auf OC Oerlikon überhaupt nahe legen 
würden. Vielmehr scheint es sich um geschäftsübliche Vorgänge zu handeln, 
und die These der Anklage erscheint vor dem dargelegten Hintergrund als un-
plausibel, zumal über die stets gleichlaufenden generellen Aktionärsinteressen 
hinaus bis zu diesem Zeitpunkt keine gemeinsamen Interessen ersichtlich sind, 
über die sich die Vertragspartner hätten absprechen müssen.  

Es bleibt anzufügen, dass das EFD die Bildung der Gruppe nicht auf die Trans-
aktionen zurückführt, sondern diese beziehungsweise deren konkrete Ausgestal-
tung als Indiz dafür deutet, dass eine Gruppe bereits vorher bestanden habe be-
ziehungsweise verabredet gewesen sei. Dafür nimmt es Bezug auf das Investo-
rentreffen vom 7. Juni 2006, welches als direkter Beweis nicht taugt und welches 
als indirektes Indiz nur Beweiswert hätte, wenn die tatbestandsmässige Abspra-
che zwischen den Beschuldigten in anderer Weise bewiesen wäre. Jedes der 
beiden Indizien setzt für seine eigene Gültigkeit und Relevanz die Gültigkeit des 
anderen voraus; die Beweisführung ist insoweit zirkulär.  

5.3 Weiter führt das EFD an, dass Victory und Renova ab November 2006 durch 
gleichlaufende Aktionärsinteressen verbunden gewesen seien und in der Folge 
beide durch weitere Zukäufe ihre Anteile an OC Oerlikon parallel erhöht hätten. 
Dieser Umstand als solcher vermag die Annahme einer Absprache nicht zu be-
gründen. Die Parallelität der Aktionärsinteressen liegt in der Natur der Sache und 
kann als solche keinen Hinweis auf eine Absprache zwischen zwei Aktionären 
vermitteln. Gleiche Interessen haben die Anteilseigner einer Gesellschaft inso-
fern generell, als sie eben Aktionäre sind, das heisst ein Interesse am Werterhalt 
beziehungsweise an der Wertsteigerung ihrer Anteile und an der Begrenzung 
von Verlustrisiken haben. Sollen in diesem Sinne gleichlaufende Aktionärsinte-

- 34 - 

ressen eine Gruppenbildung indizieren, muss diese bereits bestehen. Aus gene-
rell gleichlaufenden Aktionärsinteressen, wie jeder Aktionär sie eben hat, erge-
ben sich keine Absprachen über Aktionärsverhalten gegenüber der Gesellschaft, 
die gegen andere Anteilseigner durchgesetzt werden sollen. Generelle Aktio-
närsinteressen haben keinen Beweiswert für eine Absprache über das Verhalten.  

Damit ist auch die parallele Erhöhung der Stimmrechte an OC Oerlikon bis ins 
Jahr 2008 für die Begründung der Anklagebehauptung, es habe eine Gruppe 
vorgelegen, nicht relevant. Es kann daraus nur geschlossen werden, dass es für 
beide Seiten der vorgeblichen Gruppe offenbar interessant war, weiter und zu-
sätzlich in OC Oerlikon zu investieren.  

Das Indiz leidet ausserdem an einem latenten Widerspruch zu dem, was es be-
weisen soll: Hätte Ende 2006 tatsächlich ein Gruppe im Sinne des Gesetzes be-
standen, wäre festzustellen, dass diese die OC Oerlikon vollständig beherrscht 
hätte. Zur Durchsetzung der – nicht offen gelegten – gemeinsamen Interessen 
wäre eine Erhöhung der Stimmrechte an der OC Oerlikon gerade nicht notwen-
dig gewesen. Vielmehr wäre in diesem Zusammenhang die Hypothese zu prü-
fen, ob die beiden Seiten nicht unabhängig voneinander gehandelt haben, um für 
sich selbst den Einfluss auf OC Oerlikon nach Möglichkeit zu maximieren, was 
vor dem Hintergrund der Vorgänge, die der im Mai 2008 erfolgten Gruppenmel-
dung vorausgingen, eher bestätigt als in Frage gestellt wird ( vgl. E. 5.8.4). 

Die beiden im Folgenden zu behandelnden Indizien betreffen in der Beweisfüh-
rung des EFD primär nicht die mutmasslichen Gründe und damit die Zweckset-
zung der vorgeblichen Gruppe, sondern deren äussere Organisation, deren Ma-
terialisierung gleichsam: zum einen die Gründung einer gemeinsamen Gesell-
schaft, der Everest Beteiligungs-GmbH (einer Gesellschaft nach österreichi-
schem Recht mit Sitz in Wien [Everest]) zwecks gemeinsamer Investitionen in 
die Firma Sulzer AG (Sulzer), zum anderen die zwischen Renova und Victory 
abgesprochene Wahl von Vladimir Kuznetsov in den Verwaltungsrat der OC Oer-
likon, wobei hier auch eine inhaltliche Absprache behauptet wird.  

5.4 Everest Beteiligungs-GmbH 

5.4.1 Das EFD stellt fest, dass Renova und Victory Ende 2006 eine Firma gegründet 
hätten, die Everest, zum Zweck gemeinsamer Investitionen in Sulzer. Das De-
partement erblickt darin ein Indiz für die Zusammenarbeit der Beschuldigten, 
insbesondere einen Aspekt einer gemeinsamen objektiven Organisiertheit der 
Beschuldigten für gemeinsam abgesprochenes Vorgehen. Es komme darin „eine 
starke soziale Bindung in Form einer Geschäftspartnerschaft und ein gegenseiti-
ges Vertrauen“ zum Ausdruck (Strafverfügung gegen Victor Vekselberg, 

- 35 - 

Ziff. II/III.3, pag. 1991; vgl. auch Strafbescheid gegen denselben, Rz. 57, 
pag. 1656–7). 

5.4.2 Die Beschuldigten gaben zu diesem Komplex nur zurückhaltend Auskunft oder 
verweigerten die Aussage, mit Hinweis auf ein in dieser Sache noch laufendes 
Verfahren (pag. 4.910.69–71). Soweit sie Angaben machten, brachten sie im 
Wesentlichen vor, Everest und Sulzer hätten mit der OC Oerlikon nichts zu tun 
(pag. 4.910.69–70). Der Beschuldigte Pecik wies darauf hin, dass die Everest 
nicht gemeinsam mit der Renova gegründet worden sei (pag. 4.910.75). Die  
Everest sei von der RPR Privatstiftung als Vorratsgesellschaft gegründet worden 
(pag. 4.910.75). Georg Stumpf sagte aus, dass er mit der Gründung dieser Ge-
sellschaft nichts zu tun gehabt habe. Bei der Gründung sei sicher nicht auf eine 
gemeinsame Tätigkeit abgezielt worden (pag. 4.910.76). Seiner Meinung nach 
sei die Everest kein gemeinsames Investitionsvehikel gewesen, da sie von der 
RPR Privatstiftung gegründet worden sei (pag. 4.910.77). Der Beschuldigte Vek-
selberg sagte ebenfalls aus, dass die Renova bei der Gründung der Everest 
nicht beteiligt gewesen sei. Er verneinte, dass sich die Everest zu einem ge-
meinsamen Investitionsvehikel der Renova und Victory oder dahinter stehender 
Personen entwickelt habe (pag. 4.910.76). 

Die Verteidigung korrigiert die Behauptung einer gemeinsamen Gründung der 
Everest ebenfalls. Sie sei von Victory als Vorratsgesellschaft gegründet worden. 
Sie sei erst ab Frühjahr 2007 gemeinsam betrieben worden. In Übrigen bringt die 
Verteidigung vor, dass die – als solche insoweit unbestrittene – Verbindung der 
Beschuldigten beziehungsweise von Victory und Renova in dieser Firma und de-
ren Zusammenwirken in Bezug auf Sulzer nichts mit der OC Oerlikon zu tun ha-
be und insofern für die Frage der diesbezüglichen Gruppenbildung irrelevant sei. 
Ausserdem würden „soziale Bindungen, Geschäftspartnerschaften und Vertrau-
ensbeziehungen“ (u.a. auch mit Hinweis auf das Gutachten von Prof. Dr. iur. Pe-
ter Böckli/Advokat Jan Bangert vom 31. Mai 2010, S. 39 f., pag. 4.524.48–49) 
nicht ausreichen für die Annahme, die Geschäftspartner hätten deshalb ihre Ent-
scheidungsfreiheit im Hinblick auf ihre Beteiligungsrechte für ein gemeinsames 
übergeordnetes Interesse aufgegeben (a.a.O., S. 40, pag. 4.524.49). 

5.4.3 Soweit der behauptete diesbezügliche Sachverhalt beanstandet wird, ist auf 
Grund des Beweisergebnisses davon auszugehen, dass die Gründung der Eve-
rest nicht gemeinsam erfolgte, die Firma aber spätestens ab Frühjahr 2007 ge-
meinsam zwecks Investition in Sulzer unter der Leitung von Vladimir Kuznetsov 
betrieben wurde. Das Argument der Beschuldigten und der Verteidigung, wo-
nach die über Everest getätigten Investitionen in Sulzer nichts mit OC Oerlikon 
zu tun hätten, greift in dieser Form zu kurz. Immerhin handelte es sich um In-
dustriebetriebe, deren Geschäftsfelder sich wenn nicht teilweise überschnitten, 

- 36 - 

so doch berührt haben könnten. Auch für einen Aussenstehenden scheint denk-
bar, dass eine Zusammenarbeit dieser beiden Firmen, in welcher Form auch 
immer, oder gar deren Fusion geschäftsmässig interessant sein könnte. Insoweit 
könnte das Engagement von Victory und Renova bei Everest durchaus einen 
Zusammenhang mit OC Oerlikon haben. Das Finanzdepartement macht dazu 
jedoch keinerlei Angaben, zumal es den Sulzer-Komplex lediglich als Hinweis 
auf das Vertrauensverhältnis zwischen Victory und Renova und auf die organisa-
torische Verbindung der wesentlichen Aktionäre der OC Oerlikon anführt. Inhalt-
liche Angaben zu den dort möglichen Absprachen sind der Anklage nicht zu ent-
nehmen und die bisherigen Ergebnisse des Verfahrens betreffend Everest und 
Sulzer haben keinen Eingang in die vorliegenden Verfahrensakten gefunden.  

Aus den Aussagen des Zeugen Kuznetsov ergibt sich das Folgende: Als Invest-
mentchef der Renova habe er sich selbstverständlich stets Überlegungen zu al-
len Beteiligungen machen müssen, über welche die Renova verfügte, also auch 
über solche zu OC Oerlikon und Sulzer (pag. 4.910.93). Es habe jedoch seines 
Wissens nie konkrete Pläne für die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden 
Firmen oder für deren Zusammenschluss gegeben (pag. 4.910.93). Die Syner-
gien zwischen den Unternehmen seien sehr beschränkt gewesen. Ausschliessen 
könne er auf jeden Fall, dass die Investition in Sulzer in der Absicht getätigt wor-
den sei, diese Firma an OC Oerlikon heranzuführen. Die Everest, Renova und 
der Verwaltungsrat von Sulzer hätten ein Stillhalteabkommen geschlossen, wo-
nach ein Zusammengehen von OC Oerlikon und Sulzer im Verwaltungsrat nicht 
habe traktandiert werden dürfen (pag. 4.910.93). Schliesslich hätte man sich ei-
ne Fusion nicht leisten können und aus heutiger Sicht wisse man, dass es auch 
nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen sei.  

Die angeführten Umstände bilden keinen Beweis dafür, dass im Rahmen der 
Everest zwischen Victory und Renova Absprachen mit Bezug auf die OC Oerli-
kon getroffen wurden, die gruppenbildend gewesen wären.  

Als Beleg für die organisatorische oder institutionelle Basis der behaupteten 
Gruppe wäre der gemeinsame Betrieb der Everest nur dann von Belang, wenn 
eine solche bestünde. 

5.5 Vladimir Kuznetsovs Wahl in den Verwaltungsrat der OC Oerlikon  

5.5.1 Als weiteres Indiz für die Anklagethese und als Beweis für die Organisation der 
Gruppe wertet das EFD den Umstand, dass sich die Beschuldigten vor der or-
dentlichen Generalversammlung der OC Oerlikon vom 8. Mai 2007 darauf einig-
ten, Vladimir Kuznetsov vom Verwaltungsrat der OC Oerlikon als Vertreter der 
Renova für die Wahl in diesen Verwaltungsrat vorschlagen und durch die Gene-

- 37 - 

ralversammlung wählen zu lassen. Das Departement geht davon aus, dass das 
neue Verwaltungsratsmitglied zusammen mit dem Beschuldigten Stumpf, damals 
Verwaltungsratspräsident, im Verwaltungsrat als Verbindungsglied zwischen Re-
nova und Victory fungiert habe. 

5.5.2 Die Verteidigung führt dagegen an, dass es keine verbindliche Absprache über 
dieses Wahlgeschäft gegeben habe, dass es sich dabei nur um ein punktuelles 
Parallelverhalten bzw. punktuell abgesprochenes Verhalten gehandelt hätte, 
dass sodann der gemeinsame Einsitz im Verwaltungsrat keine Gruppenorganisa-
tion schaffe und dass schliesslich die Wahl eines Vertreters eines grossen Min-
derheitsaktionärs in den Verwaltungsrat ein üblicher Vorgang sei, der eine Grup-
penbildung nicht indiziere.  

Laut dem Beschuldigten Vekselberg habe die Renova der OC Oerlikon den Vor-
schlag gemacht, Vladimir Kuznetsov in den Verwaltungsrat zu wählen, da sie 
mehr als 10% der Aktien gehabt habe (pag. 4.910.73). Karl Stadelhofer sagte 
aus, dass im November 2006 die Saurer AG von der OC Oerlikon übernommen 
worden sei (pag. 4.910.84). Die Renova sei über diese Transaktion nicht infor-
miert worden. Die OC Oerlikon habe durch diese Transaktion eine schwere Ver-
schuldung auf sich genommen (pag. 4.910.84). Als die Renova den Jahresab-
schluss 2006 von OC Oerlikon hinterfragt habe und es Gerüchte gegeben habe, 
dass die OC Oerlikon nochmals eine Übernahme plane, sei man zum Schluss 
gekommen, dass eine solche nicht machbar sei (pag. 4.910.85). Die Renova ha-
be deshalb bei der OC Oerlikon mitsprechen wollen, weshalb ein Verwaltungs-
ratsitz verlangt worden sei (pag. 4.910.84–85). Der Verwaltungsrat der OC Oerli-
kon habe Kuznetsov an der Generalversammlung vorgeschlagen 
(pag. 4.910.74). Der Beschuldigte Stumpf präzisierte, dass der Verwaltungsrat 
den Vorschlag auf seine Initiative hin gemacht habe. Er sei vor der Verwaltungs-
ratssitzung von Kuznetsov angerufen worden. Dieser habe gesagt, die Renova 
hätte eine Beteiligungsposition von über 10%. Sie hätten deshalb gerne bei der 
OC Oerlikon einen Verwaltungsratssitz. Er habe Kuznetsov für einen ausgespro-
chen fähigen und intelligenten Mann gehalten. Es sei ihm nicht unredlich vorge-
kommen, dass jemand, der 10% der Aktien hält beziehungsweise ein grösserer 
Aktionär sei, jemanden in den Verwaltungsrat habe senden wollen 
(pag. 4.910.75). Er habe ihn deshalb an der Verwaltungsratssitzung vom März 
2007 vorgeschlagen (pag. 4.910.74). 

5.5.3 a) Der Zeuge Kuznetsov erklärte vor Gericht, dass die Renova Ende 2006 Akti-
enanteile von etwa 13,5% an der OC Oerlikon gehabt habe. Er habe sich Ende 
2006 wegen des immer schlechter werdenden Rufs der OC Oerlikon am Markt 
zunehmend Sorgen um die Investition der Renova in diese Firma zu machen be-
gonnen (pag. 4.9110.93). Er habe deshalb nach Absprache mit Victor Veksel-

- 38 - 

berg den Verwaltungsratspräsidenten der OC Oerlikon, Georg Stumpf, kontak-
tiert und darum gebeten, ihn dem Verwaltungsrat zur Nomination für den Verwal-
tungsrat zuhanden der ordentlichen Generalversammlung vom 8. Mai 2007 vor-
zuschlagen, was in der Folge geschehen sei (pag. 4.910.93–94). Auf Grund der 
weiteren Aussagen vor Gericht, vor allem aber der Auskunft der Renova an die 
EBK vom 7. Mai 2007 (pag. 103), geht das Gericht davon aus, dass diesbezüg-
lich eine Absprache zwischen Victory und Renova stattgefunden hat, was im Üb-
rigen auch nicht bestritten wird. 

a) Zunächst ist festzuhalten, dass es in der schweizerischen Unternehmenswelt 
üblich ist, einem grossen Minderheitsaktionär auf dessen Wunsch einen Sitz im 
Verwaltungsrat zuzugestehen. Wollte man eine Absprache zwischen zwei Aktio-
nären über die Wahl eines einzelnen Verwaltungsratsmitglieds als tatbestands-
mässig qualifizieren, hätte das zur Folge, dass solche geschäftsüblichen und je-
weils punktuellen Vorgänge stets eine Gruppenmeldepflicht auslösen würden. 
Das würde dem Sinn des Gesetzes offensichtlich nicht entsprechen, zumal die 
Gruppenmeldung nach erfolgter Wahl umgehend zu widerrufen wäre. Soweit er-
sichtlich, will das EFD den Vorwurf in dieser Form – Gruppenbildung bezogen 
auf die Absprache über ein isoliertes Wahlgeschäft – auch gar nicht erheben.  

b) Tatbestandsmässig wäre eine solche Wahlabsprache, wenn sie mit einer Ab-
sprache verbunden wäre, wonach das neue Verwaltungsratsmitglied sein Stimm-
recht in Koordination mit den Aktionären beziehungsweise den Verwaltungs-
ratsmitgliedern des Absprachepartners ausüben werde. Dafür gibt es jedoch kei-
nen Hinweis. Weder hat Vladimir Kuznetsov selbst eine solche Absprache getrof-
fen noch hat er laut den Aussagen des Beschuldigten Vekselberg für die Aus-
übung seines Mandats Weisungen erhalten (pag. 4.910.73–74). Sodann haben 
die rechtshilfeweise als Zeugen befragten ehemaligen Verwaltungsratsmitglieder 
Günther Robol und Hanno Bästlein auf Frage erklärt, sie hätten nie den Eindruck 
oder einen Hinweis darauf gehabt, dass Verwaltungsratsgeschäfte vor den or-
dentlichen Sitzungen von einzelnen anderen Mitgliedern vorbesprochen oder 
vorentschieden worden seien. Es habe ein offenes Diskussionsklima geherrscht, 
und man habe alle anstehenden Geschäfte frei von Weisungen oder erkennba-
ren Vorabsprachen geführt (pag. 4.910.9; pag. 4.910.13–14). Der Beschuldigte 
Stumpf sagte ebenfalls aus, dass es keine Vorgespräche hinsichtlich der Ent-
scheidungen in der OC Oerlikon gegeben habe (pag. 4.910.81). Auf Frage er-
klärten mehrere Zeugen, dass die – für die Argumentation des EFD als Verbin-
dung der Gruppenmitglieder wichtige – Beziehung zwischen den Verwaltungs-
ratsmitgliedern Vladimir Kuznetsov und Georg Stumpf sehr viel stärker von Mei-
nungsverschiedenheiten denn von Einverständnis geprägt gewesen sei 
(pag. 4.910.15). Ein Umstand, der bestätigt wird durch die Eskalation des Kon-
flikts vor der Generalversammlung vom 13. Mai 2008, als sich die Renova von 

- 39 - 

der Victory vertraglich zusichern liess, Georg Stumpf nicht mehr in den Verwal-
tungsrat zu wählen, und zwar auch dann nicht, wenn er vom Verwaltungsrat da-
für vorgeschlagen werde, und ihn auch in Zukunft nicht mehr für dieses Amt vor-
zuschlagen (vgl. das Agreement vom 9. Mai 2008, Pkt. 6 [pag. 4.910.30–41).  

c) Wird eine das Wahlgeschäft ergänzende Absprache wie vorliegend verneint, 
ist die Frage nach deren organisatorischer Basis gegenstandslos.  

5.6 Interview des Beschuldigten Stumpf auf Swissinfo 

a) Als letztes Indiz für die Anklagebehauptung weist das EFD schliesslich auf ein 
Interview hin, das Georg Stumpf mit Swissinfo (pag. 1287–1289) geführt hatte. 
Dabei gab er auf Frage an, es bestehe seit anfangs 2006 eine Geschäftspartner-
schaft mit Renova. Man werde auch künftig im Bereich von Investitionen und Fu-
sionen zusammenarbeiten. Herr Vekselberg habe sich die Strategie erklären las-
sen und er habe Teil dieser Strategie werden wollen.  

b) Die Verteidigung bringt dagegen vor, dass dieses Interview nicht verwertbar 
sei, dass Geschäftspartnerschaften und Vertrauensbeziehungen als organisato-
risches Element des Gruppentatbestandes nicht ausreichen würden, und dass 
sich daraus allein nicht die notwendige Verpflichtung ergebe, die je eigenen Inte-
ressen den Gruppeninteressen hintan zu stellen. Im Übrigen sei das Interview 
nicht autorisiert worden, es sei von Englisch auf Deutsch übersetzt und es sei 
unpräzis in der Wiedergabe des tatsächlich Gesagten.  

Der Beschuldigte Stumpf wies darauf hin, dass der Vorwurf des EFD per se wi-
derlegt werden könne, da er Victor Vekselberg erst ungefähr am 20. Dezember 
2006 kennengelernt habe (pag. 4.910.77–78). Er habe in seiner Funktion als 
Verwaltungsratsvorsitzender der OC Oerlikon und im Rahmen einer OC Oerli-
kon-Veranstaltung gehandelt (pag. 4.910.78). Mit dem Aktionär Vekselberg seien 
Möglichkeiten für den russischen Markt ins Auge gefasst worden (pag. 4.910.78).  

c) Zunächst ist festzustellen, dass die Informationen im Interview, warum auch 
immer, unpräzise, recht unspezifisch und bei näherem Hinsehen auch etwas un-
klar sind. Die Angabe, wonach die Partnerschaft seit Anfang 2006 bestehe, ist 
nachgewiesenermassen falsch, zumal es erst im Juni 2006 zu einem ersten Kon-
takt zwischen OC Oerlikon und Renova im Rahmen des Investorentreffens kam 
(vgl. E. 5.1). Sodann ist unklar, wen der Beschuldigte Stumpf gemeint haben 
könnte, wenn er von „wir“ und „uns“ spricht. Jedenfalls ist nicht offensichtlich, 
dass damit Victory beziehungsweise die RPR Privatstiftung (Stifter: Ronny Pecik) 
und die Millenium Privatstiftung (Stifter: Georf Stumpf und sein Vater) mitgemeint 
sind, welche zu je 50% am Aktienkapital der Victory beteiligt waren. Für die Klä-

- 40 - 

rung muss auf die Umstände Bezug genommen werden. Das Interview wurde 
am Rande eines öffentlichen Auftritts von Georg Stumpf als Verwaltungsratsprä-
sident für OC Oerlikon geführt. Es drängt sich deshalb der Schluss auf, dass der 
Verwaltungsratspräsident für OC Oerlikon sprach, sich die Geschäftspartner-
schaft, wenn von einer solchen die Rede war, auf das Engagement von Victor 
Vekselberg bei OC Oerlikon bezog, nicht aber auf eine Zusammenarbeit mit Vic-
tory. Ein klarer Hinweis auf Absprachen über das Verhalten mit Anteilen an der 
OC Oerlikon ergibt sich aus diesem Interview jedenfalls nicht.  

5.7 Zusammenfassend steht fest, dass die Behauptung der Anklage, Victory und 
Renova hätten bereits vor Mai 2008 eine im Sinne der börsenrechtlichen Offen-
legungspflicht tatbestandsmässige Gruppe gebildet – falls überhaupt in einer 
dem Anklagegrundsatz genügenden Weise vorgebracht –, nach der Analyse der 
von der Anklage vorgebrachten Indizien nicht bestätigt werden kann. Mangels 
Angabe eine gemeinsamen Zwecks, der mit der behaupteten Absprache hätte 
verfolgt werden sollen, ist die Annahme einer Gruppe per se unplausibel. Die 
meisten der als Indizien angeführten Tatsachen sind ohne Weiteres als ge-
schäftsübliche Vorgänge ohne Rekurs auf die behauptete Gruppenabsprache zu 
erklären.  

5.8 Diese Schlussfolgerungen werden durch eine Reihe weiterer Umstände bestä-
tigt, welche das EFD nicht erhoben hat oder ausser Acht liess.  

5.8.1 Der Zeuge Kuznetsov hat auf Frage vor Gericht erklärt, dass er von einer Ab-
sprache zwischen Victory und Renova – ausser derjenigen im Zusammenhang 
mit seiner Wahl vom 8. Mai 2007 und derjenigen vom 13. Mai 2008 – nichts wis-
se. Er sei von Victor Vekselberg autorisiert worden, Gespräche und Verhandlun-
gen zwischen der Renova und Victory zu führen (pag. 4.910.94). Er sei von 2006 
bis 2008 die Hauptkontaktperson von Victor Vekselberg gewesen 
(pag. 4.910.94). Auf Anschlussfrage, ob er auch eine Absprache hinter seinem 
Rücken ausschliessen könne, erklärte er sodann, dass er auch dies positiv und 
vorbehaltlos ausschliessen könne (pag. 4.910.94). Zur Begründung verwies er 
auf sein Verhältnis zu Victor Vekselberg, der ihn stets über alle seinen Ge-
schäftsbereich betreffenden Fragen informiere und zu dem er ein freundschaftli-
ches und vorbehaltlos vertrauensvolles Verhältnis habe, sowie auf seine Stellung 
als Investmentchef der Renova (pag. 4.910.94). Letzteres wiegt besonders 
schwer: Es ist in keiner Weise plausibel, dass derjenigen Person, welche die 
Verhandlungen über Investitionsgeschäfte für Renova führt, verhandlungsrele-
vante Informationen vorenthalten worden sein könnten.  

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Der Zeuge Borer schloss ebenfalls aus, dass Absprachen stattgefunden hätten, 
da er als Zuständiger für die Öffentlichkeitsarbeit der Renova über solche ins Bild 
gesetzt worden wäre (pag. 4.910.99, 102). 

5.8.2 Auf je separate Aufforderung der EBK vom 15. März 2007 an Victory (pag. 61–
63) und Renova (pag. 65–67), bestimmte Fragen zu beantworten beziehungs-
weise Informationen zu liefern, welche mit dem Gruppentatbestand im Zusam-
menhang stehen könnten, antworteten Victory (pag. 69–81) und Renova 
(pag. 83–87) mit je gesonderten Schreiben. Die Würdigung dieser Antworten er-
gibt das Folgende: Renova erteilte die verlangten Auskünfte ohne Weiteres und 
aus heutiger Sicht zutreffend. Dagegen verfasste ein dafür mandatierter Ge-
schäftsanwalt für Victory eine erste Antwort, die als zumindest ausweichend zu 
qualifizieren ist: die gestellten Fragen wurden kaum beantwortet, längere Ausfüh-
rungen betrafen Punkte, die gar nicht Thema waren. Auf Nachfrage der EBK 
vom 25. April 2007 (pag. 89–93) erklärte derselbe Anwalt zunächst am 10. Mai 
2007, weshalb die Fragen zu weit gingen und eigentlich gar nicht beantwortet 
werden müssten (pag. 153–265). Darauf signalisierte er, dennoch offen Auskunft 
geben zu wollen, um in der Folge allein die Transaktion vom 13. Juli 2006 als 
Geschäftskontakt mit Renova zu erwähnen, die Transaktion vom November 
2006 und die Absprache über die Wahl von Vladimir Kuznetsov jedoch zu ver-
schweigen. Derartige Auskünfte waren nicht eben geeignet, den Verdacht der 
EBK zu zerstreuen. Es ist davon auszugehen, dass Victory und Renova ihre Ant-
worten an die EBK koordiniert hätten – was offensichtlich nicht der Fall ist –, 
wenn sie, wie das EFD behauptet, durch eine Absprache verbunden gewesen 
wären und diesen Umstand vorsätzlich geheim gehalten hätten.  

5.8.3 Sodann ist zu erwähnen, dass Renova gemäss Aussagen der Zeugen Borer und 
Kuznetsov von der Übernahme der Firma Saurer durch OC Oerlikon erst post 
festum erfahren habe (pag. 4.910.92, 99). Thomas Borer sagte aus, dass er dies 
aus den Medien erfahren habe. Es sei für alle eine Überraschung gewesen 
(pag. 4.910.99). Sofern bei Renova die Intention bestanden hätte, dass OC Oeli-
kon mit Sulzer fusioniere, wäre er sicherlich informiert worden (pag. 4.910.100). 
Laut Kuznetsov sei der Preis, welcher OC Oerlikon an Saurer bezahlt habe, zu 
hoch gewesen (pag. 4.910.91). Auch diese Umstände sprechen gegen die An-
klagethese. Die OC Oerlikon musste sich für dieses Geschäft erheblich ver-
schulden und geriet, wie heute allgemein bekannt, unter anderem deswegen in 
erhebliche Schwierigkeiten. Hätte eine Gruppe hinsichtlich OC Oerlikon tatsäch-
lich bestanden, wäre schwer vorstellbar, dass eine Übernahme von diesem Ge-
wicht unter deren Mitgliedern nicht abgesprochen worden wäre. 

5.8.4 Schliesslich wären auch die Vorgänge im Umfeld der Gruppenmeldungen der 
Renova vom 15. Mai 2008 beziehungsweise der Victory vom 16. Mai 2008 zu 

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würdigen gewesen. Dazu ist festzustellen, dass diesen Gruppenmeldungen mas-
sive Auseinandersetzungen zwischen Victory und Renova vorausgingen, deren 
gerichtliche Lösung seitens der Renova bereits angebahnt war (pag. 4.524.86–
98). Dabei ging es unter anderem darum, eine angemessene Vertretung der Re-
nova im Verwaltungsrat der OC Oerlikon zu erreichen, was der amtierende Ver-
waltungsrat anscheinend zu verhindern suchte (pag. 4.524.100–110). Renova 
hatte sich zuvor – ohne Wissen und Zutun der Victory – durch Kauf eines Akti-
enpakets mit 10,61% der Stimmrechte von der Deutschen Bank die Mehrheit an 
OC Oerlikon verschafft (vgl. pag. 4.910.84). Victory hat sich gegen die Über-
nahme der Kontrolle durch Renova offensichtlich gewehrt, was die These der 
Anklage, es sei eine Gruppe gebildet worden, um gemeinsam die Kontrolle aus-
zuüben und sie schliesslich Renova zu übergeben, geradezu widerlegt. Laut den 
Aussagen der Beschuldigten sei es zu einem regelrechten Zerwürfnis zwischen 
der Renova und Victory gekommen: Karl Stadelhofer sprach davon, dass die 
Victory und Renova in Streit geraten seien (pag. 4.910.79). Laut Pecik sei es zu 
extrem unterschiedlichen Auffassungen wegen der Unternehmensausrichtung 
gekommen (pag. 4.910.80). Der Beschuldigte Vekselberg sagte aus, dass es 
ständig zu Konflikten zwischen der Renova und der Victory wegen der strategi-
schen Ausrichtung gekommen sei (pag. 4.910.81). Renova sei ein langfristiger 
und Victory ein kurzfristiger Investor (pag. 4.910.81). Beigelegt wurde dieser 
Streit durch den Vertrag vom 9. Mai 2008 (pag. 4.910.30–40), mit dem verbind-
lich über die künftige Zusammensetzung des Verwaltungsrats und die definitive 
Abwahl von Georg Stumpf entschieden worden ist.  

5.9 Aus all dem folgt, dass die Beschuldigten mangels Erfüllung des objektiven Tat-
bestands vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Börsengesetz freizuspre-
chen sind.  

6. Schlussbemerkungen 

Das Verfahren veranlasst das Gericht zu abschliessenden Bemerkungen:  

6.1 Das EFD begründet mit den angeführten Indizien nicht das Bestehen einer tat-
bestandsmässigen Gruppe, sondern lediglich deren Anschein. Richtig ist, dass 
die Anforderungen an die innere Finalität der Gruppe gemäss Lehre und Recht-
sprechung tief sind: Es genüge ein Minimum an innerer Finalität und äusserer 
Organisiertheit. Die minimalen Erfordernisse beziehen sich auf den Sachverhalt, 
nicht auf deren Nachweis. Das bedeutet, dass die Anklage deshalb nicht davon 
dispensiert ist, den gemeinsamen Zweck zu eruieren und diesen zu behaupten.  

- 43 - 

6.2 Jedes Handeln ist final, d.h. als Handeln nur von seiner Ziel- oder Zwecksetzung 
her beziehungsweise intentional sinnvoll zu beschreiben. Mit der inneren Finalität 
meint das Bundesgericht offensichtlich nicht die formale Finalität als solche, die 
jedem Handeln erst Sinn verleiht, sondern die innere Finalität des Gruppenhan-
delns oder mit anderen Worten: die gemeinsame oder konvergente Finalität des 
Handelns mehrerer Personen, welche sich im Hinblick auf die gemeinsame Er-
reichung von Zielen und Zwecken zusammenschliessen (vgl. BGE 130 II 530 
E. 6.4.2 in fine, wo das Bundesgericht eine Erwägung der Übernahmekommissi-
on referiert: „Entscheidend sei, dass die Aktionäre zwecks Erreichens eines ge-
meinsamen [Hervorhebung BStGer] Ziels…“ zusammenwirken). Diese gemein-
same Finalität stellt die eine notwendige, nämlich die innere Voraussetzung dafür 
dar, dass von einer Mehrheit handelnder Personen überhaupt gesagt werden 
kann, sie sei eine Gruppe beziehungsweise handle als eine solche. Das grup-
penmässige oder abgesprochene Verhalten der Einzelnen bringt dabei im Hin-
blick auf die Zielerreichung der Beteiligten einen Mehrwert gegenüber dem nicht 
von einer gemeinsamen Finalität getragenen Handeln der Einzelnen. 

6.3 Was die Interessenlage und die damit zusammenhängende Zwecksetzung des 
behaupteten Zusammengehens anbelangt, ist den Strafverfügungen und Straf-
bescheiden (Rz. 54 ff.) nur wenig zu entnehmen: Aufgrund der Umstände müsse 
„von einer gemeinsamen (inneren) Finalität ausgegangen werden“ (Rz. 57). Wor-
in diese inhaltlich bestanden haben soll, legt das EFD jedoch nicht dar. In gene-
reller Hinsicht erwähnt es, die Beschuldigten hätten ab Dezember 2006 gleich-
laufende finanzielle Aktionärsinteressen gehabt; in concreto nennt das EFD den 
Umstand, dass Victory mit Renova als wesentlich kapitalstärkerem Partner dar-
auf habe vertrauen können, dass ihr Renova „auch künftig erworbene Aktienpo-
sitionen in OC Oerlikon ganz oder teilweise“ abnehmen würde (Rz. 57). Schliess-
lich geht die zusammenfassende Feststellung des Departements dahin, Victory 
und Renova hätten ein finales, auf den Erwerb einer Kontrollmehrheit gerichte-
tes, letztlich gemeinsames Verhalten gezeigt.  

Gleichlaufende finanzielle Aktionärsinteressen haben grundsätzlich alle Aktionä-
re; inwiefern sich daraus eine spezifische, für die behauptete Gruppenbildung re-
levante Zwecksetzung ergeben soll, bleibt unklar. Soweit das EFD auf die Inte-
ressen der Victory Bezug nimmt (die darauf habe vertrauen können, dass Reno-
va Anteile übernehmen würde), wird eine gemeinsame Zwecksetzung der vor-
geblichen Gruppe gerade nicht genannt. Schliesslich spricht das EFD davon, die 
Beschuldigten hätten ihr gemeinsames Bestreben darauf angelegt, eine Kon-
trollmehrheit an OC Oerlikon zu erwerben. Dabei verkennt es, dass Victory zum 
Zeitpunkt der angeblichen Gruppenbildung selbst über die Kontrollmehrheit be-
reits verfügte, auf ein Zusammenwirken mit Renova also gerade nicht angewie-
sen war.  

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7. Kosten und Entschädigungen 

7.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten auf die Bundeskasse 
zu nehmen (Art. 172 BStP). 

7.2 Der freigesprochene Beschuldigte ist auf Antrag zu entschädigen (Art. 176 i.V.m. 
Art. 122 BStP).  

7.2.1 Das Gericht hat mit seinem freisprechenden Entscheid vom 21. September 2010 
nicht über die Entschädigungsbegehren der Beschuldigten entschieden, sondern 
dem EFD Frist zur Stellungnahme gemäss Art. 101 Abs. 2 VStrR bis zum 7. Ok-
tober 2010 gesetzt. Es kann an dieser Stelle offen bleiben, ob es dem Sinn des 
Verweisungszusammenhangs von Bundesstrafprozessordnung und Verwal-
tungsstrafrecht entspricht, der beteiligten Verwaltung trotz vorbehaltlosen Ver-
zichts auf Verfahrensteilnahme das rechtliche Gehör bei der Entschädigungsfra-
ge einräumen zu müssen. Art. 82 VStrR bezeichnet nämlich nur Art. 73–81 
VStrR, nicht aber Art. 101 Abs. 2 VStrR, als lex specialis zur im übrigen anwend-
baren Strafprozessordnung (in concreto BStP). Um das Verfahren nicht mit einer 
Grundsatzfrage in einem Nebenpunkt zu belasten, die für sich selbst wegen ei-
nes möglichen Verfahrensfehlers zu einer Beschwerde ans Bundesgericht führen 
könnte, wurde in casu das rechtliche Gehör gewährt. In einem anderen Fall wür-
de die Strafkammer die beteiligte Verwaltung jedoch vorgängig darüber informie-
ren, dass ein vorbehaltloser Verzicht auf die Verfahrensteilnahme auch als Ver-
zicht auf des rechtliche Gehör nach Art. 101 Abs. 2 VStrR gewertet würde.  

7.2.2 Das Finanzdepartement hat sich fristgerecht vernehmen lassen. Es bezeichnet 
die von den Verteidigern für das gesamte Verfahren geltend gemachten Stun-
denaufwände als plausibel und hat im Übrigen in Kenntnis der Entschädigungs-
ansätze gemäss Art. 3 des Reglements über die Entschädigungen in Verfahren 
vor dem Bundesstrafgericht vom 26. September 2006 (SR 173.711.131) die Ent-
schädigungen in das gerichtliche Ermessen gestellt.  

Damit konnte die Strafkammer mit Entscheid vom 20. Oktober 2010 über die 
Entschädigungsbegehren selbst wie folgt entscheiden: je Fr. 50'000.– für die Be-
schuldigten Pecik, Stumpf und Vekselberg, Fr. 37'500.– für den Beschuldigten 
Stadelhofer. Damit ist im nachfolgenden Urteilsdispositiv der Prozessentscheid 
unter Ziffer 3 im Entscheid vom 21. September 2010 durch den materiellen Ent-
scheid zu ersetzen. Zur Begründung der Entschädigungen was folgt:  

- 45 - 

7.2.3 Die Beschuldigten Pecik, Stumpf und Vekselberg beantragen eine Entschädi-
gung von je 200 Stunden, der Beschuldigte Stadelhofer eine solche im Umfang 
von 150 Stunden in gerichtlich nach Ermessen festzusetzendem Ansatz. Alle 
bringen vor, ihre Verteidigung habe deutlich mehr als die geltend gemachten 
Stunden aufgewendet. Das erscheint plausibel. Auslagen machen sie alle nicht 
geltend. Der Stundenansatz wird vom Gericht mit Fr. 250.– festgelegt, wobei für 
die Bemessung desselben die Tatsache speziell berücksichtigt wurde, dass die 
Materie in dieser Art erstmalig vor ein Gericht getragen wurde. Insbesondere die 
seitens der Parteivertreter eingeholten Drittmeinungen (Parteigutachten) werden 
nicht separat entschädigt. Vorliegend haben nur die Rechtsanwälte Erni und 
Klemm als Leistungserbringer eine MWST abzuliefern, weil ihre Mandanten als 
Leistungsempfänger Wohnsitz in der Schweiz haben (vgl. Art. 8 MWST; SR 
641.20). Entsprechend ist die Entschädigung der Beschuldigten Vekselberg und 
Stadelhofer um 7,6% zu erhöhen.  

.

- 46 - 

Die Strafkammer erkennt: 

1. Ronny Pecik, Georg Stumpf, Victor Feliksovich Vekselberg und Karl Stephan Stadel-
hofer werden vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Börsengesetz freigespro-
chen. 

2. Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten der Eidgenossenschaft. 

3. Die Freigesprochenen werden von der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Eidge-
nössisches Finanzdepartement) wie folgt entschädigt: 

 - Ronny Pecik Fr. 50'000.–  

 - Georg Stumpf Fr. 50'000.–  

 - Victor Feliksovich Vekselberg Fr. 53'800.–  

 - Karl Stephan Stadelhofer Fr. 40’350.–  

4. Dieser Entscheid wird den Parteien vorab im Dispositiv eröffnet. Eine vollständige 
schriftliche Ausfertigung wird den Parteien später zugestellt. 

 

Mitteilung 

Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird dem Eidgenössischen Finanzdeparte-
ment, der Bundesanwaltschaft sowie den Verteidigern zugestellt.  

 

Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 

Der Präsident Der Gerichtsschreiber 

 

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Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 
- Eidgenössisches Finanzdepartement als Vollzugsbehörde (vollständig) 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen verfahrensabschliessende Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts kann beim Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, innert 30 Tagen nach der Zustellung der vollständigen Urteilsausfertigung Be-
schwerde eingelegt werden (Art. 78, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 und Art. 100 Abs. 1 BGG). 

Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und Völkerrecht gerügt werden (Art. 95 BGG). 
Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf 
einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den 
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).