# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a816ffcc-b2f2-5a79-bb9c-849d4299da63
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2021 SB190207
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190207_2021-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB190207-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Stiefel und Oberrichte-

rin lic. iur. Bertschi sowie Gerichtsschreiber MLaw Andres 

 
Urteil und Beschluss vom 15. September 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, vertreten durch Stv. Leitende 
Staatsanwältin lic. iur. Steinhauser,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
Privatkläger und Berufungskläger 

2. ... 

Privatkläger 

 

1, 2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,  

 

 

-   2   - 

betreffend mehrfache Freiheitsberaubung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 22. Oktober 
2018 (DG180012) 
  

-   3   - 

Inhaltsverzeichnis 

I. Prozessgeschichte und Berufungsgegenstand ........................................... 11 
1. Prozessgeschichte .................................................................................. 11 
2. Gegenstand der Berufung ....................................................................... 13 

II. Sachverhaltsfeststellung .............................................................................. 14 
1. Anklagevorwurf und Vorgehen ................................................................ 14 
2. Qualität der Aussagen der Geschädigten ............................................... 15 

2.1. Ausgangslage und Vorgehen ............................................................. 15 
2.2. A._____ .......................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. 
2.3. C._____ .......................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. 
2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.) ....................... 23 
2.5. Zwischenfazit ...................................................................................... 28 

3. Zum noch strittigen Vorgang im Gebetsraum (Sachverhaltsteil B) ......... 28 
3.1. Nötigung A._____s mit Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3) ........... 28 
3.2. Anwesenheit des Beschuldigten B._____ sowie der übrigen 

Beschuldigten betreffend Sachverhaltsabschnitte 3 ........................... 31 
4. Nötigung betreffend Geständnisse und Tonaufnahmen etc. 

(Sachverhaltsabschnitte 20 und 21)........................................................ 32 
III. Rechtliche Würdigung ................................................................................. 34 

1. Nötigung mit Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3) ............................... 34 
2. Übersicht Schuld- und Freisprüche ......................................................... 37 

IV. Strafzumessung ........................................................................................... 37 
1. Vorinstanzliche Sanktion und Anträge .................................................... 37 
2. Anwendbares Recht ................................................................................ 38 
3. Grundsätze der Strafzumessung ............................................................ 38 
4. Methodik und Wahl der Sanktionsart ...................................................... 39 

4.1. Deliktsübergreifende Faktoren ............................................................ 39 
4.2. Wahl der Sanktionsart ........................................................................ 42 

5. Strafrahmen und schwerste Straftat........................................................ 44 
6. Konkrete Beurteilung .............................................................................. 45 

6.1. Freiheitsberaubung zum Nachteil des Privatklägers A._____ 
(Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2) ..................................................... 45 

6.2. Drohungen zum Nachteil A._____s (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5) 47 
6.3. Nötigung betreffend Wegnahme Mobiltelefon und Sperrcode zum 

Nachteil A._____s (Sachverhaltsabschnitte A, 1 und 6) ..................... 48 
6.4. Gehilfenschaft zur Nötigung betreffend Zehnernote zum Nachteil 

A._____s (Sachverhaltsabschnitt 3) ................................................... 51 
6.5. Freiheitsberaubung zum Nachteil C._____s (Sachverhaltsabschnitt 19)

 52 
6.6. Nötigung betreffend Mobiltelefon und Sperrcode zum Nachteil 

C._____s (Sachverhaltsabschnitte 14 und 15) ................................... 54 
6.7. Fazit Tatkomponente .......................................................................... 54 
6.8. Täterkomponente ............................................................................... 55 
6.9. Mediale Vorverurteilung und Verfahrensdauer ................................... 56 
6.10. Ergebnis Gesamtfreiheitsstrafe .......................................................... 57 

7. Strafzumessung Geldstrafe .................................................................... 57 
7.1. Gewaltdarstellungen ........................................................................... 57 

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7.2. Beschimpfung zum Nachteil A._____s (Sachverhaltsabschnitte 8 und 
9) ........................................................................................................ 58 

7.3. Täterkomponente, Verfahrensdauer und Tagessatz .......................... 60 
7.4. Tätlichkeiten zum Nachteil A._____s (Sachverhaltsabschnitt 7) ........ 61 

8. Vollzug .................................................................................................... 62 
9. Fazit ........................................................................................................ 62 

V. Zivilforderung ................................................................................................ 63 
1. Ausgangslage ......................................................................................... 63 
2. Zulässigkeit der im Berufungsverfahren offerierten Beweismittel ........... 64 
3. Schadenersatzforderung ......................................................................... 68 
4. Genugtuung ............................................................................................ 73 

4.1. Parteistandpunkt und rechtliche Voraussetzungen ............................. 73 
4.2. Konkrete Beurteilung .......................................................................... 73 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................... 76 
1. Erstinstanzliches Verfahren .................................................................... 76 

1.1. Verfahrenskosten ............................................................................... 76 
1.2. Entschädigung des amtlichen Verteidigers ......................................... 77 
1.3. Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

Privatklägerschaft ............................................................................... 77 
2. Berufungsverfahren ................................................................................ 78 

2.1. Verfahrenskosten ............................................................................... 78 
2.2. Amtliche Verteidigung ......................................................................... 79 
2.3. Unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers ............................ 79 

 

  

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Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 29. Januar 

2018 (Urk. 106, mit handschriftlicher Nummerierung, vgl. dazu unten E. II.1.1. ff.) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz 
(Urk. 181) 

Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der Beschimpfung (eventuali-

ter Tätlichkeiten) gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 der Anklageschrift ein-

gestellt.  

2. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der mehrfachen Sachentzie-

hung gemäss den Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der Anklageschrift 

eingestellt. 

[Mitteilungssatz und Rechtsmittel] 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig  

− der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift),  

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, teilweise in Ver-

bindung mit Art. 25 StGB (Sachverhaltsabschnitte A, 1 und 6, 14, 15, 

20 und 21 sowie 3 [Gehilfenschaft] der Anklageschrift),  

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnit-

te 4 und 5 der Anklageschrift),  

− der Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis StGB,  

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− der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Sachverhalts-

abschnitte 8 und 9 der Anklageschrift) und 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsab-

schnitt 7 der Anklageschrift).  

2. Der Beschuldigte B._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen von 

den Vorwürfen 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhalts-

abschnitte 20 und 21 der Anklageschrift), 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitt 16 der Anklageschrift) und  

− der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Sachverhalts-

abschnitt 17 der Anklageschrift). 

3. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 15 Mo-

naten, wovon 182 Tage (vom 21. Februar 2017 bis 21. August 2017) durch 

Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 500.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sowie der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 6. Juni 

2017 beschlagnahmte und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts 

Winterthur gelagerte Mobiltelefon iPhone mit Ladekabel, Code 1, Rufnum-

mer 2 (Asservat Nr.: A010'136'648) wird eingezogen und der Kantonspolizei 

Zürich zur gutscheinenden Verwendung oder Vernichtung überlassen. 

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7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 6. Juni 2017 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich (TEU-

Ass-Tri) gelagerten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf erstes Ver-

langen nach Rechtskraft herausgegeben: 

− Laptop, Acer, kein Code (Asservat Nr.: A010'136'660), 

− Laptop, Compac Presario CQ58, kein Code (Asservat Nr.: 

A010'136'740), 

− Pos. USB Funkempfänger für Maus (Asservat Nr.: A010'136'831), 

− 3 Stk. Ladegeräte, (Asservat Nr.: A010'136'886), 

− eine Mappe mit persönlichen Dokumenten (Asservat Nr.: 

A010'137'469), 

− iPad, Display Glas zerschlagen, Code unbekannt (Asservat Nr.: 

A010'137'583). 

Verlangt der Beschuldigte die betreffenden Gegenstände innert drei Mona-

ten nach Rechtskraft nicht heraus, werden sie vernichtet. 

8. Die Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 (A._____) werden abge-

wiesen. 

9. Der Beschuldigte B._____ wird unter solidarischer Haftung mit den Mitbe-

schuldigten D._____, E._____, F._____, G._____, H._____, I._____ sowie 

dem Jugendlichen J._____ verpflichtet, dem Privatkläger 1 (A._____) 

Fr. 2'000.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtu-

ungsbegehren abgewiesen. 

10. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.  

11. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

-   8   - 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   Gebühr für das Vorverfahren  
Fr. 735.00   Telefonkontrolle 
Fr. 36.60   Entschädigung Zeuge 
Fr. 75.00   Entschädigung Dolmetscher 

Fr. 27'443.00   Kosten amtliche Verteidigung   (inkl. Barauslagen und MWSt.) 

 2'941.30   1/10 Kosten unentgeltl. Verbeiständung Privatkläger   (inkl. Barauslagen und MWSt.) 

Fr. 45'230.90   Total 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

Wird auf die Begründung dieses Entscheids verzichtet, so ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel.  

12. Die Kosten - mit Ausnahme derjenigen für die unentgeltliche Verbeiständung 

der Privatklägerschaft - werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt 

und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die dem Beschuldigten 

auferlegten Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO bleibt vorbehalten. 

13. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft wer-

den auf die Gerichtskasse genommen.  

[Mitteilungssatz und Rechtsmittel] 

Berufungsanträge 

Der Staatsanwaltschaft: 
(Urk. 184, S.  5 f.; Urk. 218 S. 4) 

" 1.  Es seien die Schuldsprüche gemäss Urteil des Bezirksgericht Winterthur 
vom 22. Oktober 2018 zu bestätigen. 

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2.  Der Beschuldigte sei zusätzlich zum erstinstanzlichen Schuldspruch schul-
dig zu sprechen: 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsab-
schnitt 3 der Anklageschrift) 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 Abs. 1 StGB (Sach-
verhaltsabschnitte 20 und 21 der Anklageschrift) 

3.  Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten, einer Geld-
strafe von 120 Tagessätzen zu je CHF 30.- und einer Busse von CHF 500.- 
zu bestrafen. 

4.  Die Strafe sei ihm Rahmen von 12 Monaten zu vollziehen und im Rahmen 
von 20 Monaten bedingt unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren 
aufzuschieben. 

5.  Es sei der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben und die Probezeit auf 2 
Jahre anzusetzen 

6.  Es sei einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter Nichtbezah-
lung der Busse festzusetzen. 

7.  Es seien dem Beschuldigte die gesamten Kosten des Vorverfahrens sowie 
der erstinstanzlichen Verhandlung aufzuerlegen." 

Des Privatklägers: 
(Urk. 185, 216/1 und 216/2) 

"1.  Der Privatkläger ficht das Urteil in Teilen an. Die Berufung beschränkt sich 
auf den Zivilanspruch (Disp. Ziff. 9) und die Genugtuung (Disp. Ziff. 10). 

2.  Der Privatkläger verlangt 

a)  in Aufhebung von Dispositiv Ziff. 9 des Urteils die Zusprechung eines 
Schadenersatzes in der Höhe von CHF 79'090, unter solidarischer Haf-
tung mit den Mitbeschuldigten, evtl. Verweis des Schadenersatzbegeh-
rens auf den Zivilweg, 

b)  in Aufhebung von Ziff. 10 des Urteils die Zusprechung einer Genugtu-
ung von CHF 20'000, unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschul-
digten. 

3.  Es werden folgende Beweisanträge gestellt: 

a)  Einvernahme von Frau med. pract. K._____, Trauma-
Psychotherapeutin als Sachverständige evtl. Zeugin zu ihren Ausfüh-
rungen im Zeugnis vom 10. September 2018 (bei den Akten). 

b)  [zurückgezogen] 

-   10   - 

c)  Einvernahme von Herrn L._____ als Zeuge (zur Frage des Honorars). 

d)  [zurückgezogen] 

e)  Einvernahme von Herrn Dr. M._____, Studienleiter N._____, … [Ad-
resse] als Zeuge zur Behauptung, dass der Privatkläger nach Ab-
schluss des Studiums problemlos eine Stelle im Bereich Stadtverkehr 
und Raumplanung finden wird und dabei ein Bruttosalär von CHF 
100'000 erzielen kann." 

Ferner:  Urkundenbeweise, eingereicht an der Berufungsverhandlung, 
Urk. 217/1-5. 

 

Des Beschuldigten: 
(Urk. 215 S. 1) 

Abweisung der Berufungen der Staatsanwaltschaft und des Privatklägers. Unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

  

-   11   - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Berufungsgegenstand 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorliegende Strafverfahren gegen den Beschuldigten B._____ steht im 

Zusammenhang mit einem Vorfall, der sich am tt. November 2016 in der 

O._____-er P._____ Moschee ereignet hat. Gestützt auf ihre Untersuchung die-

ses Vorfalls erhob die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 29. Januar 

2018 gegen den Beschuldigten sowie gegen die neun Mitbeschuldigten Q._____ 

(SB190206), F._____ (SB190208), I._____ (SB190209), E._____ (SB190210), 

G._____ (SB190211), J._____ (Jugendstrafverfahren, SB190212), R._____ 

(SB190213), D._____ (SB190214) und H._____ (SB190215) Anklage beim Be-

zirksgericht Winterthur (Urk. 106). Aufgrund des engen sachlichen Zusammen-

hangs zwischen diesen Verfahren führte das Bezirksgericht Winterthur für sämtli-

che zehn Beschuldigten eine gemeinsame Hauptverhandlung durch. Mit vorge-

nanntem Urteil und Beschluss vom 22. Oktober 2018 entschied die Vorinstanz 

über die in der Anklage gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe.   

1.2. Gegen dieses den Parteien am 23. Oktober 2018 mündlich eröffnete Urteil 

meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft (Berufungsanmeldung vom 23. Oktober 

2018, Urk. 166) als auch der Privatkläger A._____ (Berufungsanmeldung vom 

31. Oktober 2018, Urk. 168) fristgerecht Berufung an. Der Beschuldigte hat keine 

Berufung angemeldet.  

1.3. Das begründete Urteil des Bezirksgerichts Winterthur (Urk. 178 bzw. 

Urk. 181) wurde von den Parteien am 3. April 2019 (Staatsanwaltschaft) bzw. am 

10. April 2019 (Privatkläger) entgegengenommen (Urk. 179). Am 24. April 2019 

ging zunächst die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft ein (Urk. 184, Post-

aufgabe 23. April 2019). Mit Eingabe vom 30. April 2019, hierorts eingegangen 

am 2. Mai 2019 reichte der Privatkläger A._____ seine Berufungserklärung ein 

(Urk. 185). Beide Berufungserklärungen erfolgten damit fristgerecht.     

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1.4. Die Parteien erhoben weder Anschlussberufungen noch wurden Anträge 

auf Nichteintreten gestellt (Urk. 186 i.V.m. Urk. 187/1-3 und Urk. 188). Insbeson-

dere ging seitens des Beschuldigten keine Anschlussberufungserklärung ein. Mit 

Eingabe vom 3. Juni 2019 erklärte die Verteidigung ausdrücklich, dass keine An-

schlussberufung erhoben werde. In dieser Eingabe beantragte der Beschuldigte 

ferner auch die Durchführung des schriftlichen Berufungsverfahrens (Urk. 188). 

Das Gesuch wurde mit Präsidialverfügung vom 19. Juni 2019 abgewiesen 

(Urk. 190).  

1.5. Mit Eingabe vom 25. Juni 2019 reichte der amtliche Verteidiger einen 

handgeschriebenen Brief des Beschuldigten zu den Akten, in welchem der Be-

schuldigte sinngemäss erklärte, er sei mit dem Urteil der Vorinstanz nicht einver-

standen und werde sich an der Berufungsverhandlung selber verteidigen 

(Urk. 192 f.). Am 22. Juli 2019 erklärte der amtliche Verteidiger mit entsprechen-

der Eingabe, dass er vorschnell auf eine Anschlussberufung verzichtet habe, 

weshalb der Beschuldigte nicht mehr wirksam verteidigt und er entsprechend aus 

dem amtlichen Mandat zu entlassen sei (Urk. 194). Der obergerichtlichen Auffor-

derung mit Präsidialverfügung vom 8. August 2019 (Urk. 196), seinen Antrag auf 

Entlassung aus dem Mandat des amtlichen Verteidigers näher zu begründen, 

kam der Verteidiger mit Eingabe vom 13. August 2019 nach (Urk. 198 - 200/1-3). 

Gestützt auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse setzte das Obergericht dem 

amtlichen Verteidiger mit Präsidialverfügung vom 15. August 2019  Frist an, zur 

Weiterführung des Mandats der amtlichen Verteidigung Stellung zu nehmen, wo-

bei im Falle des Verzichts auf Stellungnahme die Fortführung des amtlichen Man-

dats angenommen werde (Urk. 201). Diesbezüglich liess sich der amtliche Vertei-

diger nicht mehr vernehmen, womit er stillschweigend die Weiterführung des amt-

lichen Mandats erklärte. Nach dem Gesagten wurde seitens des Beschuldigten 

keine bzw. jedenfalls keine fristgerechte Anschlussberufung erhoben. Ein allfälli-

ges Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Anschlussberufung wurde eben-

falls nicht gestellt. Damit wurde seitens des Beschuldigten kein Rechtsmittel er-

hoben.  

-   13   - 

1.6. Vom 6. - 8. September 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, an wel-

cher die Verfahren gegen sämtliche zehn Beschuldigten (SB190206 - SB190215) 

gemeinsam verhandelt wurden. Am 6. Oktober 2021 fand die mündliche Ur-

teilseröffnung statt (Prot. II S. 8 ff.). 

2. Gegenstand der Berufung 

2.1. Das vorinstanzliche Urteil vom 22. Oktober 2018 wurde teilweise angefoch-

ten. Die vorinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Dispositivziffer 1 wurden einzig 

hinsichtlich des Schuldspruchs wegen Gehilfenschaft zur Nötigung gemäss Sach-

verhaltsabschnitt 3 angefochten (Dispositivziffer 1, 2. Lemma). Gegen die übrigen 

Schuldsprüche wurde demgegenüber keine Berufung erhoben. Ebenfalls unange-

fochten blieben die Freisprüche betreffend einfacher Körperverletzung gemäss 

Sachverhaltsabschnitt 16 und betreffend Beschimpfung gemäss Sachverhaltsab-

schnitt 17 (Dispositivziffer 2, 2. und 3. Lemma), der vorinstanzliche Entscheid be-

treffend Einziehung und Beschlagnahme (Dispositivziffern 6 und 7), die Abwei-

sung des Genugtuungsbegehrens des Beschuldigten (Dispositivziffer 10), die 

Kostenfestsetzung betreffend das erstinstanzliche Verfahren (inkl. Entschädigung 

der amtlichen Verteidigung; Dispositivziffer 11) sowie der gleichentags mit dem 

Urteil ergangene Beschluss hinsichtlich Dispositivziffern 1 und 2 (Verfahrensein-

stellungen betreffend Beschimpfung gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 und betref-

fend mehrfacher Sachentziehung gemäss Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der 

Anklageschrift). 

2.2. Insoweit ist der Entscheid des Bezirksgerichts Winterthur folglich in 

Rechtskraft erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist. Von den ange-

klagten Sachverhaltsabschnitten sind demnach nur noch der Vorwurf der Nöti-

gung gemäss Sachverhaltsabschnitt 3 sowie der Vorwurf der mehrfachen Nöti-

gung gemäss Sachverhaltsabschnitten 20 und 21 punkto Sachverhalt und rechtli-

cher Würdigung zu überprüfen.  

-   14   - 

II. Sachverhaltsfeststellung 

1. Anklagevorwurf und Vorgehen 

1.1. Hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalts kann 

grundsätzlich auf die beigeheftete Anklageschrift vom 29. Januar 2018 verwiesen 

werden. In Anbetracht der starken Zerstückelung des Anklagesachverhalts in 

zahlreiche Unterabschnitte, hinsichtlich welcher die Beschuldigten gemäss Vor-

wurf der Staatsanwaltschaft in unterschiedlichen Konstellationen tätig geworden 

sein sollen, hat die Vorinstanz die einzelnen Anklagesachverhalte zur besseren 

Übersichtlichkeit in 22 nummerierte "Sachverhaltsabschnitte" unterteilt (A, 1 - 21) 

und diese Nummerierung in der Anklageschrift entsprechend gekennzeichnet (vgl. 

beigeheftete nummerierte Version der Anklageschrift). Diese für sämtlich 10 Be-

schuldigten einheitlich vorgenommene Nummerierung erscheint sinnvoll und wird 

zwecks besserer Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit der hier gemachten 

Ausführungen gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil beibehalten (jeweils mit 

"Sachverhaltsabschnitt XY" bezeichnet).  

1.2. Für einen Überblick über die von der Anklageschrift erfassten Geschehnis-

se kann vorweg auf die chronologische Aufarbeitung des gesamten Anklagesach-

verhalts durch die Vorinstanz in ihrem Urteil E. III.1.2. verwiesen werden.  

1.3. Zwecks einer übersichtlichen und chronologischen Aufarbeitung des Vor-

falls wird der Anklagesachverhalt im Rahmen der nachfolgenden Sachverhaltser-

stellung ferner grob in drei Teile (Sachverhaltsteile A, B und C) gegliedert:  

− Im Sachverhaltsteil A, der sich zu Beginn des Vorfalls und örtlich im 
Eingangsbereich der Moschee abspielte, waren gemäss Anklage zu-
nächst nur die Beschuldigten D._____, B._____, E._____ und der Ju-

gendliche und schliesslich dann auch die Beschuldigten F._____, 

H._____, G._____ und Q._____ beteiligt (umfasst die Sachverhaltsab-

schnitte A, 1, 2, 4, 6 und 8).  

− Der diesem chronologisch nachgelagerte Sachverhaltsteil B umfasst 

das darauffolgende Geschehen im Gebetsraum, an welchem sich 

-   15   - 

gemäss Anklagevorwurf sämtliche acht vorgenannten Beschuldigten 

(D._____, B._____, E._____, der Jugendliche, F._____, H._____, 

G._____ und Q._____) beteiligt haben. Sachverhaltsteil B umfasst ei-

nerseits die Sachverhaltsabschnitte 3, 5, 7, 9, 10, 11 und 12 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Privatklägers A._____, und andererseits die Sach-

verhaltsabschnitte 13 - 18 sowie Sachverhaltsabschnitt 19 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Geschädigten C._____. 

− Sachverhaltsteil C umfasst die letzte Phase des Vorfalls, welche sich 

im Büro des Vorstands abgespielt hat. Er umfasst die Sachverhalts-
abschnitte 12 (2. Hälfte) und 20 zum Nachteil des Privatklägers 

A._____ sowie die Sachverhaltsabschnitte 19 (2. Hälfte) und 21 zum 

Nachteil des Geschädigten C._____. An diesen Taten sollen gemäss 

Anklageschrift zusätzlich auch die Beschuldigten I._____ und R._____, 

mithin sämtliche zehn Beschuldigten, beteiligt gewesen sein.        

2. Qualität der Aussagen der Geschädigten 

2.1. Ausgangslage und Vorgehen 

2.1.1. Darüber, was genau sich am tt. November 2016 im Innern der P._____ Mo-

schee abgespielt hat, gehen die Aussagen der beiden Geschädigten und jene der 

10 Beschuldigten in den entscheidenden Punkten diametral auseinander. Neben 

insgesamt rund 40 Einvernahmen der Beschuldigten zu den Vorfällen in der 

P._____ Moschee liegen insbesondere je zwei Einvernahmen der beiden Ge-

schädigten vor. Andere direkte Beweismittel als die Aussagen der Beschuldigten 

und Geschädigten liegen – mit Ausnahme zweier Tonaufnahmen von Geständ-

nissen der Geschädigten – mit Blick auf das Kerngeschehen nicht vor. Angesichts 

dessen, dass die Beschuldigten – mit wenigen Ausnahmen hinsichtlich einzelner 

Punkten – geschlossen abstreiten, dass es an diesem Abend des tt. November 

2016 zu gewaltsamen Übergriffen gegen die Geschädigten gekommen sei, basie-

ren die Anklageschriften denn auch weitestgehend auf den Aussagen der beiden 

Geschädigten. Der Frage nach der Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen und Vor-

würfe gegen die 10 Beschuldigten kommt entsprechend grosses Gewicht zu. 

-   16   - 

2.1.2. Sowohl der Privatkläger A._____ als auch der Geschädigte C._____ gaben 

jeweils zu Beginn ihrer Einvernahmen in freier Schilderung wieder, was sich aus 

ihrer Sicht am Tatabend ereignet hatte. In der nachfolgenden Sachverhaltsfest-

stellung wird auf die verschiedenen Vorwürfe gegen die Beschuldigten einzeln 

einzugehen sein, unter Einbezug der dafür jeweils relevanten Aussagen der Ge-

schädigten und der gemäss Anlageschrift beteiligten Beschuldigten. Nachdem die 

Aufspaltung der Ereignisse in 21 Sachverhaltsabschnitte der Anklageschrift 

zwangläufig eine isolierte Betrachtung einzelner Aussagen zum jeweiligen Sach-

verhaltsabschnitt erfordert, drängt es sich auf, zunächst einige Ausführungen über 

die Qualität der Aussage der Geschädigten als Ganzes, insbesondere unter Ein-

bezug ihrer freien gesamtheitlichen Schilderung der Tathergänge, vorzunehmen. 

Schliesslich erlauben solche längeren frei geschilderten Berichte über ein Ereignis 

aus aussagepsychologischer Sicht verlässlichere Analysen der Qualität der Aus-

sagen, als dies bei kürzeren Antworten der Fall ist (LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, Wie 

können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und An-

wälten helfen?, AJP 11/2011, S. 1426). Demgegenüber liegen seitens der Be-

schuldigten kaum längere, frei geschilderte Berichte über das am Tatabend Vor-

gefallene vor. Sie gaben sich – wie noch zu zeigen sein wird – in den zahlreichen 

durchgeführten Einvernahmen mit wenigen Ausnahmen grösstenteils wortkarg, 

machten von ihren Aussageverweigerungsrechten Gebrauch bzw. beschränken 

sich weitestgehend auf die pauschale Bestreitung der ihnen gemachten Vorwürfe 

und Vorhalte. Eine gesamtheitliche Analyse ihrer Aussagen bietet sich somit vor-

liegend nicht an. Auf ihre Aussagen wird jedoch in den Ausführungen zu den Ein-

zelvorwürfen noch näher einzugehen sein.  

2.1.3. Im Rahmen der Aussageanalyse wird geprüft, ob die aussagende Person 

unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und 

ihrer Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund ma-

chen könnte. Als Analysemittel dienen vorab die so genannten Realkennzeichen. 

Dabei handelt es sich um wissenschaftlich definierte Qualitätsmerkmale für die 

Bewertung der Glaubhaftigkeit von Aussagen. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto 

glaubhafter erscheint die Aussage (vgl. etwa BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 

128 I 81 E. 2; Urteile des Bundesgerichts 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2 

-   17   - 

und 6B_793/2010 vom 14. April 2011 E. 1.3.1.). Zu diesen Realkennzeichen ge-

hören beispielsweise die logische Konsistenz, der quantitative Detailreichtum, 

raum-zeitliche Verknüpfungen, Interaktionsschilderungen, die Wiedergabe von 

Gesprächen oder die Schilderung von ausgefallenen Einzelheiten und Neben-

sächlichkeiten, von eigenen psychischen Vorgängen sowie psychischer Vorgänge 

des Täters, wie auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen (vgl. zu den Re-

alkennzeichen im Einzelnen etwa DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaus-

sagen, plädoyer 2/97, S. 33 ff.; FERRARI, Erkenntnisse aus der Aussagepsycholo-

gie, plädoyer 4/09, S. 35 f.; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER,  a.a.O., S. 1425). 

2.2. A._____ 

2.2.1. Der Privatkläger A._____ schildert die Geschehnisse in der P._____ Mo-

schee sowohl in der polizeilichen Einvernahme vom 21. Dezember 2016 als auch 

in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. April 2017 jeweils zunächst 

in einer längeren freien Erzählung (Urk. 20/1 S. 3 f.; Urk. 20/2 S. 6 ff.) und 

schliesslich im Rahmen der entsprechenden Detailbefragung. Seine Aussagen 

zum Kerngeschehen blieben – wie sich auch in der nachfolgenden Sachverhalts-

erstellung zeigen wird – über beide Einvernahmen hinweg äusserst konstant und 

ohne grössere Widersprüche. Die Aussagen weisen – insbesondere was das 

Kerngeschehen betrifft – einen hohen Detailgrad auf. Die Tathergänge werden 

von A._____ oft sehr bildhaft geschildert, wie zum Beispiel seine Darstellung der 

Situation im Gebetsraum kurz vor dem Eintreffen des Imams I._____ (Urk. 20/2 

S. 7: "Man muss ich vorstellen, dass ich an der Wand sass und um mich herum 

wie ein Halbkreis war. Ich konnte mich nicht bewegen und alle waren über mir, 

dann kam eine Ohrfeige oder ich wurde bespuckt und gleichzeitig bedroht. Als der 

Imam kam und sah wie alle rumschreien, hat er versucht, rauszufinden, was los 

sei und warum es so laut sei und was passiert sei. […] Er fragte, was denn los 

sei. Dann hat er meine Hand genommen, während sie mich schlugen und be-

spuckten etc. und hat mich in das Büro reingenommen und die Tür glaublich ab-

gesperrt. Das weiss ich nicht. Währenddessen waren die anderen draussen am 

Schreien."; weitere Beispiele vgl. nachfolgende Erwägungen zu den einzelnen 

Sachverhaltsabschnitten). Ferner ist er im Stande, relativ genau den Wortlaut ge-

-   18   - 

wisser Aussagen der Beschuldigten wiederzugeben, die ihn offenbar besonders 

beeindruckt haben müssen (vgl. etwa Urk. 20/2 S. 7 "Du verkaufst Deine Religion 

für Geld, […]"; "Wir reissen dir den Kopf ab"; "Du solltest nicht hier in der Mo-

schee sterben, dein Blut ist zu dreckig... […]."; "Wir haben ihn, wir haben ihn."). 

Seine Aussagen zum Kerngeschehen sind teilweise auch mit nebensächlichen 

Einzelheiten versehen, wie etwa die Aussage, wonach der Imam ihm ein Glas 

Wasser gebracht hätte, worauf aber der Tunesier (der Jugendliche) gekommen 

sei, ihm das Glas wegnahm und gesagt habe, er hätte das nicht verdient 

(Urk. 20/1 S. 4; vgl. beispielsweise auch Urk. 20/2 S. 7 betreffend den beiläufigen 

Hinweis auf seinen Laptop: "Ich hatte meine kleine Laptoptasche dabei und sie 

haben meinen Laptop genommen und eingeschaltet, da war kein Passwort 

drauf."). Weiter sind in seinen Aussagen zahlreiche Elemente örtlich-zeitlicher 

Verknüpfung vorhanden: Der Privatkläger vermag den sich über mehrere Statio-

nen erstreckende Sachverhalt in örtlicher Hinsicht detailliert zu schildern und hin-

sichtlich der verschiedenen einzelnen Tathandlungen jeweils anzugeben, in wel-

chem Raum bzw. wo genau in diesem Raum der Moschee sich diese abgespielt 

haben sollen (z.B. Urk. 20/2 S. 6: "Wir gingen nach hinten zum Büro, also beim 

Eingang, da gibt es auch ein Sofa."; "Sie haben mich dann, […] geschleppt. In 

Richtung Gebetsraum und an die Wand."; Urk. 20/1 S. 3: "Sie zwangen mich ne-

ben die Bibliothek der Moschee zu sitzen."; vgl. sodann Urk. 20/2 S. 8 f.), und die 

einzelnen Stationen des Geschehens schliesslich in einen Situationsplan einzu-

tragen (vgl. Plan im Anhang zur staatsanwaltschaftlichen Einvernahme Urk. 20/2). 

Relativierend ist diesbezüglich allerdings anzufügen, dass der Privatkläger angab, 

die P._____ Moschee bereits seit Anfang oder Mitte 2015 besucht zu haben, wo-

mit er mit den örtlichen Verhältnissen bereits vertraut gewesen sein dürfte und es 

ihm somit wohl grundsätzlich möglich gewesen wäre, solche örtlichen Begeben-

heiten in eine Lügengeschichte einzubinden. Diesfalls wäre aber aufgrund der 

Vielzahl und Komplexität der verschiedenen Handlungsabläufe zu erwarten ge-

wesen, dass sich der Privatkläger vermehrt in Widersprüche verstricken würde. 

Wie die Vorinstanz jedoch bereits zu Recht festhielt, korrelieren seine Aussagen 

mit dem Blickwinkel von seinem jeweiligen Standort aus. So gibt er etwa an, er 

habe nur gehört, dass die Türen hätten verriegelt werden sollen. Ob dies bei der 

-   19   - 

Eingangstür tatsächlich der Fall gewesen war, habe er jedoch von seinem dama-

ligen Standort im Gebetsraum nicht beobachten können (Urk. 20/2 S. 14; vgl. da-

zu auch Grundrissplan im Anhang der Einvernahme Urk. 20/2). 

2.2.2. In seinen Aussagen finden sich ferner Schilderungen eigener psychischer 

Vorgänge, wie etwa, als er nach dem Bericht darüber, wie er durch G._____ ge-

zwungen worden sei, eine Zehnernote in den Mund zu nehmen, anfügte, dass er 

"da seinen Freund C._____ ein bisschen vermisst" habe. Er habe erst im Nach-

hinein erfahren, dass dieser auf der Toilette gewesen sei und die Polizei verstän-

digt habe (Urk. 20/1 S. 3). Oder dann seine Aussagen zur Anfangsphase, unmit-

telbar vor seiner Entdeckung: Er habe das Gefühl gehabt, dass B._____ ihn so 

komisch beobachtet habe. Normalerweise seien die Beschuldigten freundlich zu 

ihm, aber er habe da das Gefühl gehabt, dass etwas falsch gewesen sei 

(Urk. 20/2 S. 6). Auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen findet man in 

seinen Aussagen wieder. Darunter versteht man in der Aussagepsychologie die 

Schilderung von Handlungen, die dem Kerngeschehen ähnlich sind, die aber an-

derweitig, etwa zu anderer Zeit oder mit anderen Personen stattgefunden haben. 

A._____ beschreibt etwa, dass er sich, als die Schläge nicht aufgehört hatten, 

schliesslich komplett aufgegeben habe und dann plötzlich ganz ruhig geworden 

sei. Er denke sich, dass dies auch bei einer Hinrichtung so wäre. Man werde ganz 

ruhig und ergebe sich einfach seinem Schicksal (Urk. 20/1 S. 3). Schliesslich wird 

an verschiedenen Stellen seiner Aussage sichtbar, dass A._____ auf naheliegen-

de Mehrbelastungen verzichtete. So zeigte sich A._____ vor allem in der zweiten 

Einvernahme sehr vorsichtig darin, hinsichtlich der verschiedenen Taten einzelne 

Beschuldigte zu belasten. Wie sich in der nachfolgenden Detailprüfung der ein-

zelnen Sachverhaltsabschnitte noch zeigen wird, nennt er jeweils nur jene Be-

schuldigten, hinsichtlich welcher er sich sicher war, dass sie an der entsprechen-

den Tat mitgewirkt hatten, obwohl seiner Erinnerung nach insgesamt noch weitere 

Beschuldigte beteiligt gewesen sein mussten (vgl. nachfolgende Erwägungen; 

beispielhaft an dieser Stelle: Urk. 20/2 S. 12: "Die Spucke kam von überall. Sicher 

bin ich mir aber bei der Nr. 16 und bei der Nr. 4.").  

-   20   - 

2.2.3. Nach dem Gesagten kann vorweg festgehalten werden, dass die Aussagen 

des Privatklägers A._____ zahlreiche Realkennzeichen aufweisen. Seine insge-

samt in sich stimmigen, detailreichen und plastischen Schilderungen zeugen von 

einer hohen Aussagequalität. Wie bereits erwähnt blieben seine Aussagen in der 

ersten, tatnächsten Einvernahme gegenüber der rund 5 Monate später durchge-

führten zweiten Einvernahme durchwegs konstant. Insbesondere ist in seinem 

Aussageverhalten über diese Zeit hinweg betrachtet keine Aggravation der Vor-

würfe gegen die Beschuldigten zu erkennen. Im Gegenteil zeigte sich der Privat-

kläger – wie soeben erwähnt – im Rahmen der zweiten Einvernahme zunehmend 

zurückhaltend, wenn es darum ging, die verschiedenen Beschuldigten der Mitwir-

kung an einzelnen Handlungen zu bezichtigen, was er weitgehend damit begrün-

dete, dass er sich nicht mehr an alles im Detail erinnern könne. Beispielhaft kann 

etwa auf die Frage nach der Bezeichnung jenes Beschuldigten, welcher im Zu-

sammenhang mit den ausgesprochenen Todesdrohungen nach einem Messer 

verlangt habe, verwiesen werden: Während er in der ersten Einvernahme noch 

angab, er sei sich "fast sicher", dass diese Aussage vom Jugendlichen gemacht 

worden sei, äusserte er sich in der zweiten Einvernahme auf entsprechende 

Nachfrage nach dem Täter jedoch zurückhaltender, indem er angab, er habe zwar 

eine Idee, welcher Beschuldigte das gesagt haben dürfte, er behalte das aber lie-

ber für sich, weil er sich da nicht ganz sicher sei (Urk. 20/1 S. 5; Urk. 20/2 S. 23). 

2.2.4. Seine Schilderungen zum Kerngeschehen halten sodann auch einem 

Strukturvergleich mit Aussagen zum Nebengeschehen stand, was weiter für die 

Erlebnisbasiertheit seiner Schilderungen spricht. Im Rahmen des Strukturver-

gleichs wird die Qualität der Aussage zum Kerngeschehen der Qualität der Schil-

derungen zu nicht tatbezogenen Inhalten gegenübergestellt (LUDEWIG/TAVOR/ 

BAUMER, a.a.O., S. 1428 ff.). Vorliegend weisen etwa die hinsichtlich der Tatvor-

würfe nebensächlichen, einleitenden Aussagen A._____s zum Geschehen vor 

dem Moscheebesuch (vgl. Urk. 20/2 S. 6 oben) einen vergleichbaren Detailgrad 

auf, wie seine späteren Aussagen zum Kerngeschehen.  

-   21   - 

2.3. C._____ 

2.3.1. Auch der Geschädigte C._____ schildert die Geschehnisse des Tatabends 

in zwei Einvernahmen zunächst jeweils in einer längeren freien Erzählung, wobei 

insbesondere seine erstmalige Schilderung wenige Tage nach dem Vorfallfall be-

sonders ausführlich ausfiel (Urk. 20/5 S. 2-4; Urk. 20/6 S. 7 f.). Auch seine Aus-

sagen zum Kerngeschehen blieben über beide Einvernahmen hinweg im Wesent-

lichen konstant und ohne grössere inneren Widersprüche. Ebenfalls weisen auch 

sie verschiedene Realkennzeichen auf. So verfügen auch seine Aussagen über 

einen erheblichen Detailgrad in der Gestalt von plastischen Schilderungen der 

Geschehnisse sowie teilweise Wiedergaben von Gesprächsteilen. Er beschreibt 

beispielsweise äusserst bildhaft, wie einer der Beschuldigten, und zwar der gröss-

te und stärkste von ihnen, sich vor A._____, der in dieser Situation am Boden ge-

sessen habe, hingestellt und ihn geschlagen habe. Es sei nicht nur eine Ohrfeige, 

sondern eine Ohrfeigenserie mit beiden Händen auf beide Gesichtshälften von 

A._____ gewesen (Urk. 20/5 S. 3). Ähnlich gestaltet sich seine Beschreibung des 

Faustschlags, den er erlitten habe. Der Schlag habe ihn am Hinterkopf getroffen. 

Er habe darauf ein "weisses Licht" gesehen und sei fast bewusstlos geworden. 

Etwas später beschrieb er, wie einer der Beschuldigten in einer Hand eine Geld-

note hielt, während er mit der anderen Hand den Mund von A._____ so aufge-

drückt habe, dass dieser den Mund habe öffnen müssen, wobei er zu A._____ 

gesagt habe, er habe ihre Religion verraten bzw. verkauft, weshalb er nun auch 

das Geld schlucken solle (Urk. 20/5 S. 3). Seine Aussagen enthalten schliesslich 

sowohl Schilderungen von Interaktionen von A._____ und von sich selber mit den 

Tätern als auch Wiedergaben von Gefühlen bzw. von psychischen Vorgängen – 

seien dies eigene oder solche bei den Tätern (z.B. Urk. 20/5 S. 3: "[..] haben die 

Leute, die das Telefon von A._____ kontrollierten, offenbar auf Grund der Fotos, 

die sie im Handy gesehen haben, sich gegen mich gewendet und mich gefragt, ob 

ich ihn kenne. Ich sagte, nein, weil ich von diesen Leuten Angst hatte und weil ich 

gesehen habe, was sie mit A._____ gemacht haben. Da begannen sie auch mich 

zu schlagen, weil sie offenbar aufgrund der Fotos dachten, dass wir Freunde sind 

und ich so wie er bin."; a.a.O.: "Wieso sie das dermassen aufbrachte, war für 

mich bizarr."). Auch finden sich in seinen Aussagen Schilderungen ausgefallener 

-   22   - 

Einzelheiten bzw. nebensächlicher Details, etwa als er beschreibt, wie er im Büro 

des Vorstands habe erdulden müssen, dass sie fotografiert wurden. Die vielen 

Fotos seien so absurd gewesen, wie etwa der Moment, als er sogar für ein Foto 

gelächelt und in einem anderen zwei Finger zum Victory-Zeichen gehoben habe, 

dies "aus einem merkwürdigen Gefühl heraus, in dieser zynischen Situation" 

(Urk. 20/5 S. 4). Auch in seinen Aussagen sind sodann die bereits erwähnten 

Elemente ort-zeitlicher Verknüpfung vorhanden, war doch auch er in der Lage, die 

sich über verschiedenen Stationen in der Moschee abspielenden Handlungsver-

läufe den örtlichen Gegebenheiten relativ genau zuzuordnen und in den ihm vor-

gelegten Situationsplan der Moschee einzuzeichnen (vgl. dazu Anhang Urk. 20/6; 

beispielhaft Urk. 20/6 S. 22: "Als man mir verwehrte, die Moschee zu verlassen, 

lief ich zurück und sprach weiter mit der Nr. 10, der Nr. 6 und der Nr. 11 und lief 

zurück in den Gebetsraum. Danach hatten sie mir das Handy abgenommen und 

im Büro befanden sich die Nr. 13 und A._____ und ein weiterer, der nicht hier ab-

gebildet ist. Danach hat die Nr. 13 das Büro für einige Schritte verlassen, sich 

maximal 2m vom Büro entfernt. Er hielt mich am Arm und sagte mir, er müsse mit 

mir sprechen und lief dann zu diesem Bereich, den ich mit Nr. 4 blau bezeichnete. 

Als ich mit diesem dann sprach, bekam ich plötzlich diesen Schlag gegen den 

Kopf versetzt."). Letzteres ist in Anbetracht der Tatsache, dass C._____ im Ge-

gensatz zu A._____ mit den örtlichen Begebenheiten der Moschee nicht beson-

ders gut vertraut gewesen sein dürfte (vgl. dazu auch nachfolgend E. II.2.4.4.), 

bemerkenswert und spricht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.  

2.3.2. Ferner verzichtet auch der Geschädigte C._____ an verschiedenen Stellen 

auf Mehrbelastungen, obwohl sich solche zur Anreicherung einer Lügengeschich-

te verschiedentlich angeboten hätten (vgl. z.B. Urk. 20/5 S. 3 "Die Gruppe hat 

mich von allen Seiten geschlagen. Es war aber nicht so schlimm wie bei A._____. 

Ich konnte es verkraften."; Urk. 20/6 S. 20: "Kam es in jener Situation Ihnen ge-

genüber auch zu Tätlichkeiten, bevor Sie den Code herausgaben? [Antwort Ge-

schädigter:] Nur verbal, nicht physisch."; Urk. 20/6 S. 23: "Erhielten Sie weitere 

Schläge von irgendjemandem irgendwohin? [Antwort Geschädigter:] Nein."). Al-

lerdings fällt in seinen Aussagen auch auf, dass er sich in seinem Ausdruck häufi-

ger Superlativen oder "verstärkenden" Adjektiven bedient (z.B. Urk. 20/6 S. 3: "Ich 

-   23   - 

habe grosse, starke Männer auf einmal gesehen."; "Jedenfalls hat der grösste 

und stärkste der Männer A._____ […] eine so heftige Ohrfeige gegeben, wie ich 

das noch nie erlebt habe."; "Zu dieser Zeit hat eine Person A._____ so stark an-

gefangen ins Gesicht zu spucken."; Urk. 20/5 S. 3 "Ohrfeigenserie"), was auf ei-

nen Hang zu Übertreibungen hindeuten könnte. Entsprechend sind solche Aus-

sagen des Geschädigten, insbesondere was die Intensität der beschriebenen 

Handlungen betrifft, mit besonderer Vorsicht zu würdigen. Gleiches gilt hinsicht-

lich seiner Aussagen zum (hier nicht mehr angefochtenen) Geschehen im Ein-

gangsbereich (Sachverhaltsteil A), bestehen diesbezüglich aufgrund der räumli-

chen Verhältnisse in der Moschee und dem damaligen Standort des Geschädig-

ten doch gewisse Zweifel, ob bzw. wie genau er dieses Geschehen von seiner 

Position aus hatte beobachten können. Dies ändert aber nichts daran, dass seine 

Aussagen, insbesondere die in freier Erzählung gemachten Schilderungen des 

Tatgeschehens, insgesamt dennoch zahlreiche Realkennzeichen aufweisen, die 

dafür sprechen, dass sie auf tatsächlich Erlebtem basieren. Ferner ist auch bei 

C._____ keine wesentliche Diskrepanz zwischen Schilderungen zum Kernge-

schehen und solchen zu nebensächlichen Ereignissen erkennbar (vgl. etwa einlei-

tende Erzählung zur Ankunft in der Moschee, Urk. 20/6 S. 7 Frage 21), womit 

auch seine Aussagen einem Strukturvergleich grundsätzlich standhalten.  

2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.) 

2.4.1. Die Vorinstanz verweist hinsichtlich der Frage nach der Verlässlichkeit der 

Aussagen der Geschädigten zunächst darauf, dass A._____ 2014 wegen ver-

suchten Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung verurteil worden sei 

(Urk. 160/5/6), was sie unter dem Titel der Glaubwürdigkeit des Privatklägers 

würdigt (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.1.). Der Glaubwürdigkeit einer Person 

kommt indes nur untergeordnete Bedeutung zu, da sie keine Rückschlüsse auf 

die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen erlaubt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.4 m.H.). Dies gilt hier umso mehr, 

nachdem es sich bei der besagten Vorstrafe nicht um "einschlägige" Vorstrafen 

im Sinne einer Verurteilung wegen falscher Anschuldigung oder Irreführung der 

Rechtspflege, sondern vielmehr um Vermögens- bzw. Urkundendelikte handelt. 

-   24   - 

Entsprechend ist dieser im Rahmen der vorliegenden Aussagewürdigung kein be-

sonderes Gewicht zuzumessen. Für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit einer 

Aussage drängt es sich vielmehr auf, nach möglichen Fehlerquellen zu forschen. 

Diese können etwa darin bestehen, dass die aussagende Person über ein Motiv 

zur Falschaussage verfügt oder Umstände vorhanden sind, welche die Aussage 

beeinflusst haben könnten. Was mögliche Falschbelastungsmotive seitens der 

Geschädigten betrifft, weist die Vorinstanz zu Recht auf eine "mögliche Zusam-

menarbeit" A._____s mit dem Journalisten L._____ hin (vgl. vorinstanzliches Ur-

teil E. III.8.4.1.). Letzterer war mit seiner Berichterstattung über radikal-islamische 

Tendenzen in der P._____ Moschee daran beteiligt, dass die Moschee bzw. ihre 

Besucher in den Fokus kritischer Medienberichte geriet. Die Strafuntersuchung 

und die ihn diesem Rahmen geltend gemachten Zivilforderungen des Privatklä-

gers brachten dabei hervor, dass der Privatkläger A._____ hinsichtlich der Fra-

gen, was der wahre Grund für seine Anwesenheit in der P._____ Moschee an je-

nem Abend gewesen ist, sowie über die Zusammenarbeit mit L._____ und ferner 

hinsichtlich der Frage, ob er dafür von diesem je Geld erhalten habe, die er in den 

Einvernahmen allesamt verneint bzw. abgestritten hatte, gelogen hatte. Aufgrund 

der aktenkundigen Aufnahmen von Auszügen aus WhatsApp-Konversationen 

zwischen dem Privatkläger A._____ und L._____ sowie anhand der auf seinem 

Mobiltelefon gespeicherten Aufnahmen aus dem Innern der Moschee, welche er 

teilweise auch umgehend an L._____ schickte (Urk. 159/15/1-13, 24-28; weitere 

Aufnahmen auf CD-Rom betr. Mobiltelefon von R._____, Urk. 42/2), erscheint 

klar, dass A._____ den Journalisten mit Informationen und Bildmaterial aus der 

P._____ Moschee sowie zu den dort verkehrenden Personen versorgte und dass 

dies mitunter ein Grund für seinen Besuch in gerade dieser Moschee gewesen 

sein dürfte. Eine Zusammenarbeit mit L._____ wird sodann von diesem im Rah-

men der vom Privatkläger 1 selber eingereichten schriftlichen ("eidesstattlichen") 

Erklärungen grundsätzlich bestätigt (Urk. 150/1-2), genauso wie deren Entgelt-

lichkeit. Die Tatsache, dass der Privatkläger A._____ offenbar bewusst darauf aus 

war, trotz klar signalisiertem Fotografierverbot die Moschee-Besucher heimlich 

bzw. gegen ihren Willen abzulichten, zeugt nicht gerade von einem respektvollen 

Umgang mit den Beschuldigten bzw. spricht dafür, dass A._____ den Beschuldig-

-   25   - 

ten mit einer kritischen Haltung gegenüberstand. So gab er auf entsprechende 

Nachfrage in der polizeilichen Einvernahme auch an, dass seiner Meinung nach 

einige der in der P._____ Moschee verkehrenden Personen ziemlich radikal is-

lamistisch gesinnt seien (Urk. 20/1 S. 8). Dies vermöchte zwar allenfalls seine Zu-

sammenarbeit mit dem in diesem Bereich spezialisierten Investigativjournalisten 

L._____ zu erklären. Ein eigentliches Falschbelastungsmotiv hinsichtlich der vor-

liegend zur Beurteilung stehenden Vorwürfe gegen die Beschuldigten begründet 

dieser Umstand für sich aber noch nicht. Relativierend ist anzufügen, dass 

A._____s Abstreiten dieser Umstände im Rahmen der Einvernahmen bei der Po-

lizei und der Staatsanwaltschaft wohl vielmehr aus Angst vor Vergeltung, denn 

zum Zwecke der bewussten Irreführung der Untersuchungsbehörden, erfolgte. 

Insgesamt schmälern diese von ihm geäusserten Unwahrheiten seine Glaubwür-

digkeit zwar etwas, aber jedenfalls nicht entscheidend. 

2.4.2. Der zweite Geschädigte, C._____, gab zwar ebenfalls an, L._____ zu ken-

nen, bestritt aber, für diesen zu arbeiten oder von ihm Geld erhalten zu haben 

(Urk. 20/6 S. 37). Es bestehen denn auch keine Hinweise auf eine derartige Zu-

sammenarbeit. Insbesondere konnten von den Beschuldigten auf dem Mobiltele-

fon von C._____ – soweit ersichtlich – auch keine Aufnahmen im Zusammenhang 

mit der P._____ Moschee oder Hinweise auf Kontakte mit L._____ gefunden wer-

den. Schliesslich ist auch anhand des entsprechenden Bildes, das A._____ am 

Tatabend vom betenden Geschädigten C._____ gemacht hatte (Urk. 160/15/8), 

ersichtlich, dass C._____ – im Gegensatz zu A._____ – auch tatsächlich zum Be-

ten in die Moschee gekommen war.  

2.4.3. Andere Motive für eine Falschbelastung wie persönliche Feindschaften zwi-

schen den beiden Geschädigten und den Beschuldigten sind ferner keine ersicht-

lich. Gleiches gilt hinsichtlich der Frage nach allfälligen monetären Motiven: Ob 

bzw. inwieweit A._____ oder gar auch C._____ letztlich von L._____ Geld oder 

anderweitige finanzielle Unterstützung für die aus der Moschee übermittelten In-

formationen erhalten haben, lässt sich anhand der Akten nicht erstellen, kann vor-

liegend jedoch auch offen bleiben. Denn selbst wenn A._____ gewisse finanzielle 

Anreize gehabt hätte, Fotos und Informationen über die P._____ Moschee an den 

-   26   - 

Journalisten L._____ weiterzugeben, wäre dennoch nicht ersichtlich, inwiefern 

dies oder anderweitige monetären Motive ihn zu Falschaussagen in der vorlie-

genden Strafuntersuchung bzw. zu derart gravierenden, erfundenen Vorwürfen 

hätten verleiten sollen. Ohnehin vermöchte dies nicht zu erklären, weshalb 

C._____, der wie gesagt keine ersichtlichen Verbindungen zu L._____ unterhält, 

im Wesentlichen die gleichen Aussagen machte wie A._____.  

2.4.4. Wenngleich bei den Geschädigten also vordergründig kaum Falschbelas-

tungsmotive vorliegen, ist nachfolgend dennoch auf die Möglichkeit einer gegen-

seitigen Absprache bzw. Abstimmung ihrer Aussagen durch die beiden Geschä-

digten, welche nach eigenen Angaben gut befreundet seien (Urk. 20/1 S. 8; 

Urk. 20/5 S. 5), einzugehen. Es trifft zu, dass diese Möglichkeit vorliegend faktisch 

bestanden hat, vergingen doch zum einen seit dem Vorfall am tt. November 2016 

bereits mehrere Tage bis zur ersten Einvernahme des Geschädigten C._____ am 

28. November 2016 (Urk. 20/5), und schliesslich noch einmal rund drei Wochen 

bis zur ersten Einvernahme des Privatklägers A._____ (Urk. 20/1). Die Vorinstanz 

hat diesbezüglich allerdings bereits überzeugend begründet, weshalb kaum von 

einer Absprache ausgegangen werden kann: Wie soeben erwähnt wurde C._____ 

von den beiden Geschädigten als Erster einvernommen. Dieser hatte vor dem 

Vorfall die P._____ Moschee erst ein- oder zweimal besucht (Urk. 20/6 S. 8). Er 

war somit weder mit den räumlichen Gegebenheiten in der Moschee besonders 

vertraut noch kannte er – im Gegensatz zu A._____ – die am Tatabend anwesen-

den Beschuldigten. Unter diesen Vorzeichen wäre eine detaillierte Absprache im 

Vorfeld zu dieser Einvernahme kaum möglich gewesen, hätte dies doch eine ge-

naue Bezeichnung bzw. ein klares auseinanderhalten der 10 ihm unbekannten 

Beschuldigten vorausgesetzt, die er in der Einvernahme dann anhand der Foto-

wahlkonfrontation wiedererkennen und gemäss vorgängiger Absprache gezielt 

hätte belasten müssen. Und selbst ohne diesen erschwerenden Umstand wäre es 

mit Blick auf beide Geschädigten bereits ausgesprochen schwierig gewesen, zu 

zweit einen derart komplexen, sich über mehrere Stationen erstreckenden Sach-

verhalt mit insgesamt 12 involvierten, gestaffelt und in unterschiedlichen Konstel-

lationen auftretenden Personen zu erfinden bzw. gezielt zu verändern, diesen 

Personen einzelne Handlungen zugeordnet, und dies dann in je zwei mehrstündi-

-   27   - 

gen Einvernahmen, die sodann jeweils rund 5 Monate auseinanderlagen, ohne 

grössere interne und externe Widersprüche wiederzugeben, so dass sie auch 

noch den jeweiligen Blickwinkeln der von ihnen angegebenen unterschiedlichen 

Standorte in der Moschee entsprechen. Dies würde eine enorme intellektuelle 

Leistung erfordern, zu der die meisten Personen gar nicht in der Lage sein dürf-

ten. Die Tatsache, dass – wie sich in der Detailanalyse zu den einzelnen Vorwür-

fen noch zeigen wird – die Aussagen der beiden Geschädigten darüber, welche 

Beschuldigten an welcher der verschiedenen Handlungen jeweils beteiligt gewe-

sen seien, nicht überall übereinstimmen, spricht dabei einerseits bereits gegen ei-

ne solche Absprache. Andererseits ist mit Blick auf diese Inkongruenzen zu be-

rücksichtigen, dass sich den Geschädigten eine aus unterschiedlichen Blickwin-

keln erlebte, unübersichtliche Situation mit teilweise mehr als 10 beteiligten bzw. 

in unmittelbarer Nähe des Geschehens anwesenden Beschuldigten geboten hat-

te. Dass sie bei dieser Ausgangslage – wie sie selber angaben – im Nachhinein 

nicht mehr für jede Einzelhandlung in der Lage waren, sämtliche jeweils beteilig-

ten Beschuldigten zu bezeichnen, erscheint nachvollziehbar. Entsprechend ma-

chen solche vereinzelten Abweichungen in der Identifikation der jeweiligen Täter-

schaft die Aussagen der Geschädigten keineswegs per se unglaubhaft. Im Übri-

gen sprich auch gegen eine solche Absprache, dass die Beschuldigten selber 

gewisse Eingeständnisse machen, die – wie noch zu zeigen sein wird – sehr ge-

nau mit den Aussagen der Geschädigten übereinstimmen, und dies, obwohl diese 

Eingeständnisse nur vereinzelt bzw. punktuell verteilt auf den sich über fast zwei 

Stunden erstreckenden Sachverhalt erfolgen.   

2.4.5. Weitere Fehlerquellen hinsichtlich der Aussagen der Geschädigten sind so-

dann nicht zu erkennen. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte darauf, 

dass Alkoholkonsum am Tatabend die Aussagekompetenz bzw. das Erinne-

rungsvermögen der beiden Geschädigten in relevanter Weise beeinträchtigt hätte. 

Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

-   28   - 

2.5. Zwischenfazit 

 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die belastenden Aussagen der 

beiden Geschädigten zum Kerngeschehen, auf welchen die Anklage weitestge-

hend basiert, verschiedene Realkennzeichen sowie eine hohe Konstanz aufwei-

sen. Falschbelastungsmotive sind beim Privatkläger A._____ zwar nicht ganz 

auszuschliessen, erscheinen nach dem Gesagten jedoch als eher unwahrschein-

lich, während solche beim Geschädigten C._____ gar nicht ersichtlich sind. Die 

insofern hohe Qualität ihrer Aussagen lässt es somit grundsätzlich zu, mit ange-

messener Vorsicht auf ihre Aussagen abzustellen. Um ein abschliessendes Bild 

über die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu den einzelnen Vorwürfen zu erlangen, 

ist es jedoch unerlässlich, diese nachfolgend mit Blick auf die einzelnen Sachver-

haltsabschnitte detailliert zu überprüfen, ihre Aussagen einander und insbesonde-

re auch den Aussagen der Beschuldigten gegenüberzustellen (sog. externe Vali-

dierung) und schliesslich im Sinne einer Gesamtwürdigung zu bewerten. 

3. Zum noch strittigen Vorgang im Gebetsraum (Sachverhaltsteil B) 

3.1. Nötigung A._____s mit Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3) 

3.1.1. Gemäss Anklage soll G._____ dem Privatkläger A._____ im Gebetsraum 

eine Zehnernote in den Mund gesteckt und von ihm verlangt haben, dass er diese 

runterschlucke. 

Der Beschuldigte G._____ bestreitet diesen Vorwurf. Er habe mitbekommen, dass 

A._____ Fotos gemacht und an L._____ geschickt habe. Dann sei der, der für die 

Moschee zuständig sei, gekommen. Er [G._____] habe zu A._____ gesagt, wie 

man sich so für Geld verkaufen könne. Der Zuständige der Moschee habe den 

Privatkläger dann ins Büro geholt und sei ca. eine halbe bis ganze Stunde später 

wieder aus dem Büro gekommen, um die Polizei anzurufen. Nach ca. 4-5 Minuten 

sei bereits die Polizei eingetroffen (vgl. die zutreffende Zusammenfassung seiner 

Aussagen im vorinstanzlichen Urteil E. III.11.5.1.). Auch die übrigen Beschuldig-

ten, die gemäss Anklage in jenem Zeitpunkt dem Geschehen anwesend unmittel-

bar beigewohnt haben sollen, bestreiten diesen Vorfall. D._____, H._____, 

-   29   - 

B._____, F._____ und der Jugendliche sagten aus, sie hätten das nicht mitbe-

kommen resp. nicht gesehen (Urk. 15/1 S. 5; Urk. 15/2 S. 5 f.; Urk. 16/1 S. 7; 

Urk. 9/2 S. 8; Urk. 19 S. 12; Urk. 17/5 S. 7). E._____ und Q._____ äusserten sich 

nicht dazu (Urk. 19 S. 12).  

3.1.2. A._____ schildert den Vorfall so, dass der Beschuldigte inmitten der Schlä-

ge und Bespuckereien zu ihm gekommen sei, aus seinem Portemonnaie eine 

Zehnernote genommen und ihm in den Mund gesteckt habe. Er habe ihm gesagt, 

"Du hast deine Religion für Geld verkauft, hier schluck es runter." Er habe keine 

andere Wahl gehabt und die Note heruntergeschluckt (Urk. 20/1 S. 3). Im Rah-

men der zweiten Einvernahme schilderte er diesen Vorfall in freier Erzählung 

identisch (Urk. 20/2 S. 7). Der Geschädigte C._____ hat den Vorfall ebenfalls be-

obachtet. In der tatnächsten Einvernahme schilderte er in freier Erzählung, einer – 

den er nachfolgend im Rahmen der Fotowahlkonfrontation eindeutig als G._____ 

identifizierte – habe in der einen Hand das Geld gehalten und mit der anderen 

A._____ den Mund aufgedrückt, so dass dieser gezwungen gewesen sei, den 

Mund zu öffnen. In der Folge habe er ihm das Geld mit dem Finger mit Gewalt in 

den Mund gedrückt und dabei gesagt, er solle das Geld schlucken, er hätte seine 

Religion verraten bzw. verkauft (Urk. 20/5 S. 3, 6).  

3.1.3. Dass beide Geschädigten den Vorfall praktisch identisch schildern, spricht 

stark dafür, dass sich dieser tatsächlich wie in der Anklage beschrieben zugetra-

gen hat. Den Standort, an dem sich der Vorfall abgespielt habe, zeichneten so-

dann auch beide Geschädigten unabhängig voneinander praktisch identisch auf 

den ihnen vorgelegten Situationsplänen der Moschee ein (vgl. Anhänge in den 

Urk. 20/2 und 20/6 i.V.m. Urk. 20/2 S. 11 ff. bzw. Urk. 20/6 S. 32). Auch über die 

Identität des Täters – des Beschuldigten G._____ – lassen beide keine Zweifel 

aufkommen. Aus den Aussagen A._____s lässt sich zudem entnehmen, dass 

A._____ diesen Vorfall als besonders erniedrigend empfunden hat. Entsprechend 

beschreibt er das Vorgehen G._____s so, dass dies eigentlich Folter gewesen sei 

(Urk. 20/1 S. 5). Dies mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass er sich in 

der anschliessenden Detailbefragung zu diesem Vorfall nicht mehr äussern wollte 

und nach kurzer Rücksprache mit seinem Rechtsvertreter schliesslich angab, er 

-   30   - 

wolle nicht darüber sprechen, dies sei "privat" (Urk. 20/2 S. 13). Solche Darlegun-

gen eigener gefühlsbezogenen Vorgänge sprechen für die Glaubhaftigkeit einer 

Aussage. Im Übrigen spricht gerade auch die Ausgefallenheit bzw. Absurdität die-

ses Vorfalls dafür, dass sich dieser so abgespielt hat. Wer mit einer Lügenge-

schichte jemanden zu Unrecht zu belasten versucht, würde aus der Angst heraus, 

unglaubhaft zu wirken, wohl kaum auf die Idee kommen, eine derart ausgefallene 

Geschichte zu erfinden. Mit Blick auf die Aussagen C._____s bemerkenswert ist 

sodann der Detailreichtum in seiner Schilderung. So habe G._____ das Geld her-

ausgenommen, A._____ von unten an den Kiefer gefasst und gegen die Wangen 

gedrückt, so dass dieser den Mund habe öffnen müssen, worauf er ihm das Geld 

reingesteckt habe (Urk. 20/6 S. 32). Seine bildhafte Darstellung dieses Vorgangs 

ist ein starkes Indiz dafür, dass sich der Vorfall tatsächlich so ereignet hat, wie er 

ihn beschreibt.  Ferner sind auch die Schilderungen konkreter Gesprächsteile, 

welche aussagepsychogisch ebenfalls ein Realkennzeichen darstellten, in den 

Aussagen der Geschädigten vorhanden. Beide geben übereinstimmend an, dass 

der Beschuldigte G._____ seine Aktion mit den Worten, A._____ habe seine Reli-

gion verkauft, weshalb er nun das Geld schlucken solle, kommentierte (Urk. 20/1 

S. 3; Urk. 20/6 S. 32). Selbst der Beschuldigte G._____ gibt an, den Beschuldig-

ten danach gefragt zu haben, weshalb er seine Religion verkaufe (Urk. 13/1 S. 4). 

Nach dem Gesagten ist somit auf die glaubhaften Aussagen der Geschädigten 

abzustellen, was allerdings auch zu folgender Einschränkung führt: Für das Be-

weisergebnis nicht unerheblich ist die Tatsache, dass C._____ nicht bestätigte, 

dass A._____ die Banknote letztlich auch schluckte, sondern vielmehr angab, 

dass A._____ diese wieder aus dem Mund genommen habe (Urk. 20/6 S. 32). 

Nachdem A._____, wie zuvor dargelegt, im Rahmen der späteren Einvernahmen 

das Herunterschlucken der Note ebenfalls nicht mehr bestätigen wollte (Urk. 20/2 

S. 24), kann der Verbleib der Banknote nachträglich nicht mehr mit genügender 

Sicherheit erstellt werden. Aufgrund der verbleibenden Zweifel ist somit – anders 

als noch die Vorinstanz annahm – nicht erstellt, dass A._____ die Banknote her-

unterschlucken musste. 

3.1.4. Im Ergebnis sind die im Sachverhaltsabschnitt 3 der Anklage umschriebe-

nen Handlungen, begangen durch den Beschuldigten G._____, somit insoweit er-

-   31   - 

stellt, als A._____ gewaltsam gezwungen wurde, die Zehnernote in den Mund zu 

nehmen. Auf die Erstellung des subjektiven Sachverhalts wird im Rahmen der 

rechtlichen Würdigung eingegangen. 

3.2. Anwesenheit des Beschuldigten B._____ sowie der übrigen Beschuldigten 

betreffend Sachverhaltsabschnitte 3  

3.2.1. Für sämtliche Sachverhaltsabschnitte, die sich ab dem Verschleppen 

A._____s in den Gebetsraum in diesem abgespielt haben sollen (Sachverhaltsab-

schnitte 3, 5, 7, 8 und 9), macht die Anklage den Beschuldigten B._____, 

F._____, E._____, D._____, H._____, G._____, Q._____ und dem Jugendlichen 

zum Vorwurf, dem Geschehen unmittelbar beigewohnt zu haben, soweit sie je-

weils nicht ohnehin selber gehandelt hatten.  

3.2.2. Hinsichtlich Sachverhaltsabschnitt 3 hat der Beschuldigte B._____ den vo-

rinstanzlichen Schuldspruch wegen Gehilfenschaft zur Nötigung akzeptiert. Ne-

ben den bereits bei den Vorfällen im Eingangsbereich anwesenden Beschuldigten 

B._____, D._____ und dem Jugendlichen hat im Zuge des Verschleppens von 

A._____ in den Gebetsraum neu auch H._____ aktiv ins Geschehen eingegriffen. 

Dafür, dass sich einer oder mehrere dieser vier Beschuldigten in der Folge wäh-

rend der Begehung der erstellten Taten im Gebetsraum zurückgezogen hätten, 

gibt es keine Anzeichen. Zum einen haben sie – wie soeben erstellt wurde – teil-

weise an diesen Tathandlungen selber aktiv mitgewirkt. Zum andern bestätigte 

auch A._____, dass sie in dieser Phase im Gebetsraum zum Kreis jener Beschul-

digten gehörten, die unmittelbar um ihn herumgestanden seien (Urk. 20/2 S. 12). 

Ihre Anwesenheit um den Privatkläger A._____ herum ist damit jedenfalls als er-

stellt. Ob – und falls ja, inwiefern – diese Anwesenheit von strafrechtlicher Rele-

vanz war, wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu erörtern sein. 

-   32   - 

4. Nötigung betreffend Geständnisse und Tonaufnahmen etc. (Sachverhalts-
abschnitte 20 und 21) 

4.1. Ausgangslage 

4.1.1.  Hinsichtlich der relevanten Aussagen der Beteiligten und Zeugen zu die-

sem Sachverhaltsteil sowie mit Blick auf den Inhalt der Tonaufnahme der Ge-

ständnisse der Geschädigten kann vorweg auf die zutreffende Darstellung der Vo-

rinstanz verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.8.2., 8.3., 12.2.2 - 

12.2.11.). 

4.1.2. Hinsichtlich der Freiheitsberaubung gemäss Sachverhaltsabschnitte 12 und 

19, welche sich teilweise im Büro der Moschee abgespielt hatte, hat der Beschul-

digte den vorinstanzlichen Schuldspruch anerkannt. Aufgrund der staatsanwalt-

schaftlichen Berufung strittig ist somit in dieser Phase des Vorfalls nur noch, ob 

die beiden Geschädigten durch I._____ und R._____ gezwungen worden waren, 

die Tonaufnahme mit ihren Geständnissen aufzunehmen bzw. – mit Blick auf den 

Beschuldigten B._____ – welche Rolle er und die übrigen sich ausserhalb des Bü-

ros befindlichen Mitbeschuldigten diesbezüglich gespielt hatten. 

4.1.3. Was die Tonaufnahme ihrer "Geständnisse" angeht, wirft die Staatsanwalt-

schaft den Beschuldigten in Sachverhaltsabschnitt 20 (zum Nachteil A._____s) 

und 21 (zum Nachteil C._____s) vor, dass diese gegen den Willen der Geschä-

digten auf Initiative von R._____ hin erfolgt seien. Letzterer habe die Situation, 

wonach die Geschädigten zuvor geschlagen, bespuckt und bedroht worden seien, 

dafür benutzt, die beiden zu zwingen, Geständnisse abzulegen und die Aufnahme 

dieser Geständnisse auf Tonträger zu dulden, um so Beweismittel für den Verrat 

des Geschädigten zu erlangen. Diese Absicht hätten auch die sich weiterhin aus-

serhalb des Büros aufhaltenden Beschuldigten F._____, B._____, Q._____, 

E._____, D._____, J._____, S._____, G._____ und H._____ geteilt, welche an-

wesend geblieben seien und die Drucksituation auf den Geschädigten durch ihr 

Schreien und Hochklettern an der Büroaussenwand kundgetan und die Angele-

genheit unter sich und ohne Beizug der Polizei hätten regeln wollten, weshalb sie 

auch ohne Gewissheit bezüglich des Inhalts der Geständnisse zumindest konklu-

dent einverstanden gewesen seien und diese selber auch so gewollt hätten. 

-   33   - 

4.2. Konkrete Beurteilung 

4.2.1. Wie die Vorinstanz richtig darlegt, ist unbestritten, dass die beiden Geschä-

digten nacheinander – zunächst A._____ und dann mit einem gewissen zeitlichen 

Abstand auch C._____ – von I._____ ins Büro der Moschee geführt wurden und 

dort bis zum Eintreffen der Polizei verblieben. Von allen Seiten bestätigt wird so-

dann, dass der Beschuldigte I._____ sowie der etwas später eingetroffene Mo-

scheevorstand – der Beschuldigte R._____ – sich mit den Geschädigten im Büro 

befanden. Von den übrigen Beschuldigten, die sich nicht im Büro befanden – mit-

unter B._____ – anerkennen alle, dass sie sich währenddessen weiterhin in den 

Räumlichkeiten der Moschee aufhielten, bis die Polizei eintraf und sie kontrollierte 

(vgl. zum Ganzen vorinstanzliches Urteil E. III.12.3.1.). 

4.2.2. Unbestritten ist ferner, dass im Büro, in welchem zu diesem Zeitpunkt die 

Beschuldigten I._____ und R._____ sowie die beiden Geschädigten anwesend 

waren, mit einem Mobiltelefon zwei Tonaufnahmen erstellt wurden. Auf diesen 

geben die beiden Geschädigten – A._____ auf Deutsch, C._____ auf Arabisch – 

an, dass sie in der Moschee beim Fotografieren erwischt worden seien, wobei sie 

vom Journalisten L._____ geschickt und bezahlt worden seien und dafür auch un-

ter dem Schutz des Polizisten T._____ stünden (Urk. 7/1-3; Urk. 21/6/1). Beide 

Geschädigten sagen übereinstimmend aus, die Aufnahme sei vom Moscheever-

antwortlichen R._____ verlangt worden. Laut A._____ sei I._____ sogar dagegen 

gewesen und hätte R._____ gesagt, dass er das sein lassen solle. R._____ habe 

aber auf die Aufnahme bestanden. Er habe zu verstehen gegeben, dass er diese 

Aufnahme als Beweismittel für eine allfällige Anzeige bei der Polizei wolle 

(Urk. 20/2 S. 16 f.). I._____ stellte sich diesbezüglich jedoch auf den Standpunkt, 

der Vorschlag für die Tonaufnahme sei von A._____ selber gekommen und 

C._____ sei damit einverstanden gewesen (Urk. 18 S. 15 f.).  

4.2.3. Hinsichtlich einer allfälligen strafrechtlich relevanten Beteiligung der übrigen 

Beschuldigten, die sich während dieser Zeit weiterhin im Gebetsraum vor dem 

Büro aufhielten, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass diese weder 

wussten noch mitbekamen, dass I._____ und R._____ im Büro Fotos der Ge-

schädigten anfertigten und deren Geständnisse zum Zwecke der Beweissiche-

-   34   - 

rung auf Tonträger aufnahmen. Selbst der Jugendliche, der eingestand, einmal an 

der Bürowand hochgesprungen und ins Büro geschaut zu haben, konnte mit die-

ser Aktion höchstens einen kurzen Blick auf das Geschehen werfen. Viel mehr als 

die bereits bekannte Anwesenheit der Personen im Büro sowie der Tatsache, 

dass diese miteinander sprachen, hatte er dadurch nicht mitbekommen. Auch 

dass ihre hör- und sichtbare Präsenz ausserhalb des Büros wesentlich dazu bei-

tragen würde, dass sich die Geschädigten den Forderungen von R._____, ein 

Geständnis abzulegen und ein Beweisfoto aufzunehmen, aus Angst vor den Be-

schuldigten vor dem Büro widerstandslos fügten, war diesen nicht bewusst. Auf 

das Geschehen im Büro hatten sie keinerlei Einfluss. Zudem deutet die Tatsache, 

dass sich einige Beschuldigte nicht damit einverstanden zeigten, als R._____ 

ihnen kurz vor Ende des Vorfalls mitteilte, dass er nun die Polizei verständigen 

werde, darauf hin, dass die Beschuldigten an dieser für die Polizei bestimmten 

Beweismittelbeschaffung selbst dann nicht hätten mitwirken wollen, wenn sie von 

diesem Plan gewusst hätten. Entsprechend – diese rechtliche Würdigung kann an 

dieser Stelle vorweggenommen werden – fehlte es den sieben Beschuldigten 

ausserhalb des Büros von Vornherein bereits am erforderlichen (Eventual-

)Vorsatz hinsichtlich der Förderung der allfälligen Haupttat sowie deren Inkauf-

nahme, genauso wie an der Tatmacht. B._____ ist demnach hinsichtlich der 

Sachverhaltsabschnitte 20 und 21 vom Vorwurf der Nötigung freizuspre-
chen.  

III. Rechtliche Würdigung 

1. Nötigung mit Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3) 

1.1. G._____ hat dem Privatkläger erwiesenermassen durch Anwendung phy-

sischer Gewalt (Aufdrücken des Mundes mit der Hand bzw. dem Finger) sowie 

unter Ausnutzung der bereits bestehenden Einschüchterung A._____s, die durch 

die Übermacht der um ihn versammelten Beschuldigten und die bis dahin bereits 

erlebten zahlreichen verbalen und physischen Übergriffe hervorgerufen wurde, 

gegen seinen Willen dazu gebracht, die Geldnote in den Mund zu nehmen. Er tat 

dies einzig, um A._____ zu demütigen. Die Unrechtmässigkeit der angewendeten 

-   35   - 

Mittel wie auch der Zweck sind offensichtlich, genauso wie der Umstand, dass 

G._____ um diese Unrechtmässigkeit gewusst haben musste. Das erzwungene 

Hineinstecken der Note in den Mund zum Zweck der Demütigung war sodann 

sein direktes Handlungsziel. Entsprechend erfüllt das Vorgehen des Beschuldig-

ten G._____ den Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB sowohl in ob-

jektiver als auch in subjektiver Hinsicht, ohne dass irgendwelche Rechtfertigungs- 

oder Schuldausschlussgründe ersichtlich wären. Der vorinstanzliche Schuld-

spruch hinsichtlich G._____ ist  entsprechend – wenn auch mit der Einschrän-

kung, dass das Schlucken der Note nicht erstellt ist – zu bestätigen.  

1.2. Hinsichtlich der übrigen anwesenden Beschuldigten D._____, E._____, 

H._____, dem Jugendlichen sowie F._____ und B._____ gelangte die Vorinstanz 
zu einem Schuldspruch wegen Gehilfenschaft. Der Beschuldigte B._____ hat den 

vorinstanzlichen Schuldspruch, wie bereits erwähnt selber akzeptiert. Dieser wur-

de jedoch von der Staatsanwaltschaft angefochten, welche mit ihrer Berufung die 

Qualifikation der Tatbeiträge dieser Beschuldigten als Gehilfenschaft beanstandet 

und einen Schuldspruch wegen mittäterschaftlicher Begehung verlangt. 

1.3. Wie soeben ausgeführt, trug bei A._____ mitunter die Übermacht der Be-

schuldigten dazu bei, dass er die Note in den Mund nahm. Bereits daraus ergibt 

sich, dass die Anwesenheit der übrigen Beschuldigten einen Beitrag zu G._____s 

Tat leisteten. Es gibt aber keine genügenden Anzeichen darauf, dass G._____ 

auch dann, wenn die übrigen Beschuldigten in diesem Moment nicht um A._____ 

herum gestanden wären, nicht zumindest versucht hätte, den Privatkläger ent-

sprechend zu demütigen, womit zu Gunsten der übrigen Beschuldigten davon 

auszugehen ist, dass G._____s Tat nicht mit der Anwesenheit der übrigen Be-

schuldigten stand oder fiel. Insbesondere insoweit, als G._____ eigenhändig Ge-

walt gegen den Privatkläger anwandte (gewaltsames Aufdrücken des Mundes 

und Hineinstecken der Note), war diese Gewalteinwirkung – und nicht die Anwe-

senheit der übrigen Beschuldigten – das entscheidende Nötigungsmittel, dass 

A._____ dazu zwang, die Note überhaupt erst in den Mund zu nehmen. Soweit 

schliesslich die bereits im Vorfeld zu dieser Tat erfolgten Übergriffe bzw. die 

dadurch hervorgerufene Einschüchterung A._____s dazu beigetragen hatten, 

-   36   - 

dass er die Nötigungshandlungen ohne grosse Gegenwehr über sich ergehen 

liess, ist der Vor-instanz darin zuzustimmen, dass diese vorhergehenden Taten 

der übrigen Beschuldigten nicht mit dem Ziel erfolgt waren, das Feld für die Nöti-

gung G._____s zu ebnen, erfolgte letztere doch als spontane Handlung. Ihre vor-

herigen Tathandlungen können somit nicht als zweckgerichtete Tatbeiträge zu 

dieser Nötigung qualifiziert werden. Mittäterschaft scheidet – entgegen der 

Staatsanwaltschaft – somit aus.  

1.4. Dass das Verhalten der übrigen Beschuldigten nicht wenigstens einen Bei-

trag zur Förderung der Tat G._____s im Sinne der Gehilfenschaft darstellte, ist 

damit allerdings noch nicht gesagt. Auch in diesem Fall mussten die Beschuldig-

ten, die sich im Kreis um A._____ befanden, das Vorgehen G._____s mitbekom-

men haben. Indem dieser dem Beschuldigten den Verkauf seiner Religion vorwarf 

und schliesslich eine Zehnernote hervorholte, die der Privatkläger in den Mund 

nehmen bzw. schlucken sollte, zeichnete sich sein spontanes Vorhaben immerhin 

bereits etwas im Voraus ab. Den übrigen Beschuldigten wäre es also auch hier 

möglich und zumutbar gewesen, einzugreifen oder sich zumindest zu entfernen, 

wenn sie den sich abzeichnenden, unmittelbar bevorstehenden Übergriff missbil-

ligt hätten. Indem sie stattdessen in der Gruppe um A._____ herum blieben, sig-

nalisierten sie auch hier stillschweigend ihre Zustimmung zu G._____s Vorgehen. 

Ihre weiterhin aufrechterhaltene Präsenz war gleichzeitig ein Signal an den Pri-

vatkläger, dass für ihn die Bedrohungslage, die sich durch die bereits begange-

nen Übergriffe verschiedener Beschuldigter aus dieser Gruppe manifestiert hatte, 

noch nicht gebannt war. Es ist davon auszugehen, dass dies zumindest einen 

Beitrag dazu leistete, dass A._____s Einschüchterung aufrechterhalten wurde. 

Dies wiederum unterstützte G._____ bei der Begehung seiner Nötigung dahinge-

hend, dass sich die Gegenwehr A._____s in Grenzen hielt bzw. er kooperierte. 

Denn schliesslich handelt es sich bei der Kiefermuskulatur um eine sehr starke 

Muskelpartie, welche mit händischer Gewalt nicht ohne Weiteres zu überwinden 

ist. Im Ergebnis steigerte die Präsenz der übrigen Beschuldigten in diesem Sinne 

zumindest die Erfolgschancen von G._____s Nötigung. In subjektiver Hinsicht 

mussten die Beschuldigten, die der Tat, wie bereits erwogen, stillschweigendend 

zustimmten, zumindest damit gerechnet haben, dass ihre Präsenz für G._____s 

-   37   - 

Tat förderlich sein würde. Entsprechend sind die Voraussetzungen der Gehilfen-

schaft erfüllt und das vorinstanzliche Urteil insofern zu bestätigen.  

1.5. Im Ergebnis sind die Beschuldigten D._____, E._____, H._____ sowie 
B._____ und F._____ hinsichtlich Sachverhaltsabschnitt 3 entsprechend der 
Gehilfenschaft zu Nötigung gemäss Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 25 
StGB schuldig zu sprechen. Hinsichtlich Q._____ ist dagegen weder dessen 
Anwesenheit im Gebetsraum noch eine anderweitige Beteiligung an der Tat er-

stellt. Er ist von diesem Vorwurf freizusprechen.   

2. Übersicht Schuld- und Freisprüche  

2.1.  Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte B._____ – zusätzlich zu den 

nicht angefochtenen Schuldsprüchen – der Gehilfenschaft zu Nötigung im Sinne 

von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB (Sachverhaltsabschnitt 3 der 

Anklageschrift) schuldig zu sprechen. 

2.2. Freizusprechen ist der Beschuldigte – abgesehen von den unangefochten 

gebliebenen erstinstanzlichen Freisprüchen – sodann von den Vorwürfen der 

mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 Ziff. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 

20 und 21 der Anklageschrift).  

IV. Strafzumessung 

1. Vorinstanzliche Sanktion und Anträge 

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten vorliegend mit einer Gesamt-

freiheitsstrafe von 15 Monaten, wobei sie den Vollzug der Freiheitsstrafe bei einer 

Probezeit von 2 Jahren aufschob. Zusätzlich erkannte sie auf eine Geldstrafe in 

der Höhe von 120 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 30.– sowie auf eine Busse von 

Fr. 500.–.  

1.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt, den Beschuldigten – unter Einbezug des 

von ihr verlangten zusätzlichen Schuldspruchs – mit einer Freiheitsstrafe von 32 

Monaten, teilweise vollziehbar zu 12 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 

-   38   - 

120 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen 

(Urk. 184, S. 5 f.).  

1.3. Der Beschuldigte hat weder eine eigenständige Berufung noch eine An-

schlussberufung erhoben.  

2. Anwendbares Recht 

2.1. Der Beschuldigte hat die zu beurteilenden Straftaten vor Inkrafttreten der 

seit 1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des allgemeinen Teils des 

Strafgesetzbuches (Änderung des Sanktionenrechts; AS 2016 1249) begangen. 

Das geltende (neue) Recht ist daher auf diese nur anzuwenden, sofern es für den 

Beschuldigten im konkreten Fall zu einem günstigeren Ergebnis führt (Art. 2 

Abs. 2 StGB).  

2.2. Nachdem die mit der Revision vorgenommenen Änderungen primär den 

Anwendungsbereich der Geldstrafe betreffen bzw. einschränken (Wegfall des 

teilbedingten Vollzugs, Verkürzung der maximalen Anzahl Tagessätze auf 180, 

Festlegung einer Tagessatzuntergrenze) bzw. die Wiedereinführung der kurzen 

Freiheitsstrafen (bis sechs Monate) mit sich bringen, würde dessen Anwendung 

für den Beschuldigten nicht zu einer milderen Bestrafung führen. Es ist entspre-

chend das alte Recht anzuwenden.  

3. Grundsätze der Strafzumessung 

Mit Blick auf die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB kann 

grundsätzlich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanz-

liches Urteil E. V.3.). Im Übrigen hat das Bundesgericht diese Grundsätze und die 

an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 

55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Entsprechendes gilt 

für die Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in 

Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 217 E. 2.2 f.; 132 IV 102 E. 8 f.; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4; je mit Hin-

weisen). 

-   39   - 

4. Methodik und Wahl der Sanktionsart 

4.1. Deliktsübergreifende Faktoren 

4.1.1. Bei Vorliegen einer Mehrheit von Delikten hat das Gericht im Rahmen der 

Strafzumessung methodisch das Verschulden jeder einzelnen Tat gesondert zu 

bewerten und entsprechend hinsichtlich der einzelnen Delikte festzulegen, welche 

Sanktionsart für diese jeweils angemessen erscheint. Im vorliegenden Fall, in 

welchem die einzelnen, für sich eher leichten Delikte allesamt in einem sehr en-

gen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang begangen wurden, ist es zur Aus-

fällung einer Sanktion, die dem Gesamtverschulden des Täters angemessen ist, 

allerdings notwendig, diese Delikte bis zu einem gewissen Grad auch in diesem 

Gesamtzusammenhang zu betrachten. So ist in casu relevant, dass die zahlrei-

chen begangenen Taten eine gewisse Wechselwirkung zeitigten, die sich in einer 

Gesamtbetrachtung verschuldenserschwerend auswirkte. Es waren nicht die erlit-

tenen Nachteile jedes Delikts für sich (etwa die Wegnahme des Mobiltelefons, 

einzelne Ohrfeigen, das Bespuckt werden, der Zwang, während rund eineinhalb 

Stunden in der Moschee bleiben zu müssen), sondern vielmehr die Gesamtheit 

sämtlicher Taten, welche aus Sicht der beiden Geschädigten die Schwere dieser 

Taten ausmachte. Wenngleich die durch die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

vorgegebene Methodik wie gesagt zwar grundsätzlich eine Einzelbetrachtung des 

Verschuldensgehalts jedes Delikts vorschreibt, darf dieser Umstand im Sinne ei-

ner gewissen deliktsübergreifenden Gesamtbetrachtung vorliegend nicht unbe-

rücksichtigt bleiben. So bewirkte die zunehmende Dauer des Festhaltens in 

Wechselwirkung mit jedem weiteren Übergriff für die Geschädigten eine stetige 

Steigerung des Gefühls des Ausgeliefertseins und der Ausweglosigkeit und damit 

die Befürchtung, dass dieser Abend für sie verehrend ausgehen würde. Es ist da-

von auszugehen, dass das, was mit einer relativ geringfügigen Nötigung (Weg-

nahme des Mobiltelefons und Herausverlangen des Sperrcodes) begann, sich mit 

der schrittweise zunehmenden Zahl der sich beteiligenden Beschuldigten auf-

grund der entstandenen Gruppendynamik mit jedem weiteren Übergriff zu einer 

zunehmend unkontrollierbaren und unberechenbaren Situation steigerte. Mit an-

deren Worten waren es nicht einfach einzelne Handlungen der Beschuldigen, 

-   40   - 

sondern vielmehr diese zunehmende Eskalation der Situation, die die beiden Ge-

schädigten glaubhaft zur Überzeugung brachte, dass sie die Moschee an diesem 

Abend nicht mehr lebendig verlassen würden. So wurde etwa die Wirkung bzw. 

Nachwirkungen der vom Beschuldigten und seinen Mittätern ausgesprochenen 

zahlreichen Todesdrohungen dadurch verstärkt, dass die Beschuldigten durch ihr 

rabiates Vorgehen ihre Entschlossenheit demonstrierten, den Privatkläger 

A._____ für sein Spionieren zusammen mit seinem vermeintlichen Verbündeten 

C._____ zur Rechenschaft zu ziehen.  

4.1.2. Eine gewisse Gesamtbetrachtung drängt sich ferner auch mit Blick auf die 

Tatfolgen auf. So lassen sich die durch die Erlebnisse an diesem Abend des tt. 

November 2016 bei den Geschädigten hervorgerufenen, vorwiegend psychischen 

Beeinträchtigungen auch nicht einem oder gewissen einzelnen Delikten zuordnen. 

Sie sind vielmehr das Resultat der soeben beschriebenen Gesamtsituation. Zwar 

hat die Vorinstanz zu Recht Zweifel daran geäussert, dass die von der Psychiate-

rin med. pract. K._____ beim Privatkläger A._____ diagnostizierte Posttraumati-

sche Belastungsstörung nach ICD10: F 43.1 mit sechsmonatiger Studier- und Ar-

beitsunfähigkeit durch die beiden bei den Akten liegenden knappen Schreiben an 

den Geschädigtenvertreter (Urk. 33/1 und Urk. 152/6) als rechtsgenüglich nach-

gewiesen zu betrachten sind. Dies insbesondere deshalb, weil sich aus dem 

Schreiben vom 28. November 2016 Hinweise darauf ergeben, dass der Privatklä-

ger bereits vor dem Vorfall des tt. November 2016 bei besagter Psychiaterin in 

Behandlung war. Weiter enthält das Schreiben auch keine Hinweise auf die Art 

und Weise, wie diese Diagnose zu Stande kam, spricht die Psychiaterin doch nur 

von einer (einzigen) "notfallmässigen" Konsultation durch den Privatkläger, im 

Rahmen derer sie offenbar zu besagter Diagnose gekommen ist. Überdies lässt 

das als "Arbeitsunfähigkeitszeugnis" ausgestaltete Schreiben auch die Objektivität 

vermissen, die für ein Dokument mit dieser Tragweite angemessen wäre (insbe-

sondere Ausdrücke wie die "berüchtigte" Moschee in O._____ oder die Aussage, 

wonach sich die beiden Geschädigten "zu recht" davor fürchten würden, dass die 

Beschuldigten ihre Drohungen wahrmachen könnten; Urk. 33/1; Urk. 150/6). Fer-

ner bestehen diesbezüglich – wie die Ausführungen zum Zivilpunkt noch zeigen 

werden (unten E. V.3.2. f.) – weitere Unklarheiten bezüglich der Kausalität. Dass 

-   41   - 

der Vorfall beim Privatkläger keine Nachwirkungen gezeigt hätte, steht damit je-

doch noch nicht fest. Vielmehr ist mit der Vor-instanz davon auszugehen, dass 

dieser beim Privatkläger A._____ durchaus zumindest gewisse negative Auswir-

kungen auf seine Psyche zeitigte bzw. seelisches Leid erlitten hatte (vgl. dazu 

ebenfalls hinten, E. V.4.2.1). 

4.1.3. Auch beim Geschädigten C._____ sind ähnliche Tatfolgen feststellbar. 

Während die physischen Nachfolgend des Tatabends in Form von Schmerzen am 

Hinterkopf, Schwindel und Übelkeit bzw. das diesbezüglich diagnostizierte leichte 

Schädelhirntrauma (vgl. Urk. 34/1) klar dem Faustschlag des Beschuldigten 

F._____ geschuldet sind, ist eine derartige Zuordnung auf bestimmte Delikte hin-

sichtlich der psychischen Folgen aus den genannten Gründen gerade nicht mög-

lich. Wenngleich auch hier der wiederum von Psychiaterin med. pract. K._____ 

gestellten Diagnose eines "posttraumatischen Schockzustands" (Urk. 34/2) auf-

grund der geringen Angaben über das Zustandekommen dieser Diagnose mit ei-

ner gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, äusserten sich auch bei ihm glaub-

hafte Anzeichen auf gewisse psychische Beeinträchtigungen dessen, was er am 

Tatabend erlebt hatte. So berichtete er glaubhaft über Angstzustände und Schlaf-

probleme (Urk. 20/5 S. 4 f.; Urk. 20/6 S. 25 f.). 

4.1.4. Dieser Notwendigkeit, die Wechselwirkung der verschiedenen Delikte und 

die aus diesem Zusammenspiel entstandenen gesteigerten negativen Auswirkun-

gen auf die Geschädigten im Sinne einer Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen, 

ist zum einen in der nachfolgenden Strafzumessung dadurch Rechnung zu tra-

gen, dass hinsichtlich der einzelnen Delikte gegenüber der Einsatzstrafe für das 

schwerste Delikt ein erhöhter Asperationsfaktor anzuwenden ist. Entsprechend 

kann die in casu offensichtlich vorliegende grosse örtliche, zeitliche und sachliche 

Nähe der verschiedenen Taten nicht – wie sonst häufig angezeigt – zu einer re-

duzierten Asperation führen, sondern umgekehrt. Durch die Berücksichtigung die-

ses Effekts im Rahmen der Asperation zu den von ihm begangenen einzelnen 

Delikten ist mithin auch sichergestellt, dass dieser beim Beschuldigten nur inso-

weit berücksichtigt wird, wie er aufgrund seiner Beteiligung am Vorfall auch tat-

sächlich zu dieser Gesamtsituation beigetragen hat. Zum andern hat diese not-

-   42   - 

wendigerweise zu erfolgende Gesamtbetrachtung – wie sogleich zu zeigen sein 

wird – beim Beschuldigten auch einen gewissen Einfluss auf die Wahl der Sankti-

onsart.    

4.2. Wahl der Sanktionsart 

4.2.1. Die Vorinstanz hat vorliegend zunächst für sämtliche Einzeltaten jeweils die 

Einsatzstrafen festgesetzt und diese schliesslich nach den Grundsätzen des As-

perationsprinzips und unter Berücksichtigung der Täterkomponente zu einer Ge-

samtstrafe von 15 Monaten asperiert. Mit Blick auf die Wahl der Sanktionsart führt 

sie schliesslich aus, dass bei diesem Strafmass nur eine Freiheitsstrafe in Frage 

komme, da dieses die für die Geldstrafe gesetzlich zulässige Höchstgrenze von 

360 Strafeinheiten übersteigt (vorinstanzliches Urteil E. VI.6.1.). Dieses Vorgehen 

entspricht methodisch nicht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Ge-

samtstrafenbildung. Es ist unzulässig, bei der Beurteilung mehrerer Delikte, die al-

ternativ Geld- oder Freiheitsstrafe vorsehen, zuerst mittels Bildung einer Einheits-

strafe die Strafhöhe zu ermitteln und dann einzig anhand des Ergebnisses die 

Strafart festzulegen (BGE 144 IV 217 E. 4.1). Eine Geldstrafe darf mithin nicht in 

eine Freiheitsstrafe umgewandelt werden, weil die Höhe der ersteren zusammen 

mit einer weiteren für eine gleichzeitig zu beurteilende Tat auszusprechenden hy-

pothetischen Geldstrafe das in Art. 34 Abs. 1 StGB festgesetzte Höchstmass 

überschreitet (BGE 144 IV 313 Regeste). Vielmehr hat das Gericht die Wahl der 

Sanktionsart zu begründen, gemessen an den Kriterien der Zweckmässigkeit der 

Sanktion, den Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihrer 

präventiven Effizienz. Soweit die für die einzelnen Delikte auszusprechenden 

Strafen gleichartig sind, ist basiert auf den verschuldensangemessenen Einzel-

strafen eine Gesamtstrafe zu bilden. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu 

verhängen. 

4.2.2. Wie soeben dargelegt, ergibt erst eine Gesamtbetrachtung sämtlicher durch 

den Beschuldigten mitverursachten Übergriffe auf die beiden Geschädigten ein 

adäquates Bild über den Unrechtsgehalt des Vorgehens der Beschuldigten an 

diesem tt. November 2016 in der P._____ Moschee. Neben der Vielzahl der innert 

kürzester Zeit begangenen Delikte war es vor allem das Zusammenspiel dieser 

-   43   - 

Taten unter Mitbeteiligung von teilweise bis zu sechs weiteren Mitbeschuldigten 

gleichzeitig, welche den Vorfall als besonders gravierend erscheinen lassen. Ins-

gesamt hat der Beschuldigte B._____ durch sein Tun an diesem Abend massge-

blich zu dieser Gesamtsituation beigetragen. Er war von Beginn weg beteiligt und 

war insbesondere dabei, als der Privatkläger A._____ im Eingangsbereich durch 

D._____ angegangen und geschlagen wurde. Weiter spielte er sowohl beim "Ver-

schieben" A._____s wie auch bei den sich dort zugetragenen weiteren Übergrif-

fen in Form von weiteren Tätlichkeiten, Bespucken und Drohungen eine tragende 

Rolle in der versammelten Gruppe und war stets an vorderster Front präsent. 

Gleichsam war er in der darauffolgenden Phase, als sich der Fokus der Beschul-

digten auf den Geschädigten C._____ zu richten begann, wiederum im Kreis um 

den Geschädigten präsent und verhinderte so zusammen mit seinen Mittätern, 

dass dieser die Moschee verlassen konnte. Entsprechend blieb er auch nach dem 

Eintreffen des Imams und des Vorstands bis zum Eintreffen der Polizei vor dem 

Büro des Vorstands präsent, in welchem sich die beiden Geschädigten fortan 

aufhielten. Nichtsdestotrotz präsentiert sich der Beschuldigte vorliegend weitest-

gehend uneinsichtig und zeigt keine echten Anzeichen der Reue. Seit Eröffnung 

der Strafuntersuchung stellt er sich trotz verschiedener gegenteiliger Beweismittel 

und teilweiser Eingeständnisse seiner Mitbeschuldigten durchgehend auf den 

Standpunkt, dass sich am Tatabend – abgesehen von den auf Beschuldigtenseite 

immer wieder hervorgehobenen Verfehlungen des Privatklägers (Alkoholkonsum 

und Fotografieren in der Moschee) – nichts nennenswertes ereignet hätte. Im-

merhin gestand er ein, den Privatkläger A._____ einmal bespuckt zu haben. Dar-

über hinaus streitet er jedoch sämtliche weiteren Übergriffe ab. Der Verzicht auf 

die Ergreifung eines Rechtsmittels hinsichtlich der vorinstanzlichen Schuldsprü-

che ändert daran nichts, bezeichnet der Beschuldigte die Strafuntersuchung doch 

auch an der Berufungsverhandlung als unfair und unnötig und die beiden Privat-

kläger als Lügner (Prot. II S. 20 ff.). Es ist die Aufgabe des Gerichts, dem Be-

schuldigten das Unrecht seiner Taten und die Ernsthaftigkeit der erstellten Vor-

würfe klarzumachen, indem ihm mit einer angemessenen Sanktion vor Augen ge-

führt wird, dass die von ihm und seinen Mitbeschuldigten geübte Selbstjustiz unter 

keinen Umständen toleriert wird. In diesem Lichte erscheint mit Blick auf die prä-

-   44   - 

ventive Effizienz der Sanktion nur eine Freiheitsstrafe als angemessene Sanktion, 

und zwar – angesichts der zuvor beschriebenen gravierenden Wechselwirkung 

zwischen diesen Delikten – sowohl für die beiden Freiheitsentziehungen und die 

Drohungen als auch für die mehrfachen Nötigungshandlungen zum Nachteil bei-

der Geschädigten.  

4.2.3. Im Ergebnis ist also für die Freiheitsentziehung, die mehrfache Drohung 

und die mehrfache Nötigung eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Aufgrund der 

Gleichartigkeit der Strafen ist gestützt auf Art. 49 Abs. 1 StGB eine Gesamtstrafe 

zu bilden.  

4.2.4. Für die Tätlichkeiten ist demgegenüber – wie in Art. 126 Abs. 1 StGB als 

einzige mögliche Sanktionsart vorgesehen – auf eine Busse zu erkennen.  

4.2.5. Zusätzlich ist für die Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB zwingend 

eine Geldstrafe auszusprechen. Gleiches gilt – wie die Vorinstanz zutreffend er-

wogen hat (vorinstanzliches Urteil E. IV.6.3.) – hinsichtlich des bereits rechtskräf-

tigen Schuldspruchs betreffend Gewaltdarstellungen (vgl. Anklageschrift Urk. 106 

S. 28 f.). Diese stehen in keinem Zusammenhang mit den gravierenden Ereignis-

sen des tt. Novembers 2016 in der P._____ Moschee. In Anbetracht dessen so-

wie aufgrund der Tatsache, dass sich das Verschulden diesbezüglich noch in ei-

nem leichten Bereich bewegt, erscheint eine Geldstrafe als angemessene Sankti-

on. Infolge der Gleichartigkeit der Strafen hinsichtlich dieser beiden Delikte ist 

auch hier in Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ei-

ne Gesamt(geld)strafe zu bilden.        

5. Strafrahmen und schwerste Straftat 

5.1. Wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat, stellt vorliegend die (mehrfach 

erfüllte) Freiheitsberaubung die schwerste Straftat dar (Urk. 181 E. VI.2.2.). 

Nachdem die Freiheitsberaubung zum Nachteil des Privatklägers A._____ ge-

genüber der Freiheitsberaubung zum Nachteil des Geschädigten C._____ hin-

sichtlich deren Dauer etwas schwerer wiegt, ist dieses Delikt als Ausgangspunkt 

der Strafzumessung betreffend die Freiheitsstrafen heranzuziehen. Der ordentli-

-   45   - 

che Strafrahmen bewegt sich somit im Bereich von 1 Tagessatz Geldstrafe bis zu 

5 Jahren Freiheitsstrafe.   

5.2. Hinsichtlich der Gewaltdarstellung sowie den Beschimpfungen, für die eine 

Geldstrafe auszusprechen ist, stellt der Tatbestand der Gewaltdarstellung gemäss 

Art. 135 Abs. 1bis StGB (Besitz) mit einem Strafrahmen von 1 Tagessatz Geldstra-

fe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe das schwerere Delikt dar.  

6. Konkrete Beurteilung 

6.1. Freiheitsberaubung zum Nachteil des Privatklägers A._____ (Sachver-

haltsabschnitte 12 inkl. 2) 

6.1.1. Für die objektive Tatschwere ist zunächst die Dauer der Freiheitsberaubung 

massgeblich, soweit diese dem Beschuldigten aufgrund des Zeitpunkts seines 

Beitritts zugerechnet werden kann. A._____ wurde während über 1 ½ Stunden 

gegen seinen Willen in der Moschee festgehalten. Mit Blick auf das Tatvorgehen 

ist relevant, dass die Beschränkung der Bewegungsfreiheit vorwiegend dadurch 

erzwungen wurde, dass er durch die zahlenmässige Übermacht der um ihn herum 

versammelten Beschuldigten in Kombination mit seiner Einschüchterung, die 

durch die tätlichen Übergriffe sowie Drohungen hervorgerufen wurde, faktisch da-

ran gehindert wurde, die Moschee zu verlassen. Die physischen und verbalen 

Übergriffe auf den Privatkläger dienten allerdings nicht primär der Freiheitsberau-

bung und sind – um eine Doppelbestrafung zu vermeiden – somit nur im Rahmen 

der Strafzumessung zu diesen Delikten zu berücksichtigen. Sodann handelte es 

sich bei der Festnahme A._____s eher um eine spontane Aktion. Denn wenn-

gleich davon auszugehen ist, dass die Beschuldigten in Anbetracht der vorgängi-

gen Ereignisse und der medialen Aufmerksamkeit rund um die P._____ Moschee 

im Vorfeld des Tatabends bereits alarmiert und wohl auch aufmerksamer waren, 

gibt es keine Hinweise darauf, dass das Vorgehen gegen den angeblichen Spion 

im Vornherein geplant oder abgesprochen gewesen wäre. Insgesamt erscheinen 

sodann die Dauer der Freiheitsberaubung als auch das Tatvorgehen der Be-

schuldigten im Hinblick auf all jene Taten, die unter dem Tatbestand denkbar wä-

ren, zwar noch als relativ geringfügig. Mit Blick auf die Rollenverteilung der in Mit-

-   46   - 

täterschaft handelnden Beschuldigten allerdings verschuldenserschwerend zu be-

rücksichtigen, dass der Beschuldigte B._____ bei der Freiheitsberaubung eine 

gewichtige Rolle einnahm, war er doch als einer der ersten an dieser beteiligt, als 

der Privatkläger im Eingangsbereich festgesetzt und darauf zusammen mit drei 

anderen Beschuldigten in den Gebetsraum "verfrachtet" wurde. Sodann war 

B._____ auch in der darauffolgenden Phase im Gebetsraum im Kreis um den Pri-

vatkläger an vorderster Front präsent.    

6.1.2. In subjektiver Hinsicht ist anzumerken, dass der Beschuldigte mit direktem 

Vorsatz handelte, was aber nicht verschuldenserhöhend zur berücksichtigen ist. 

Mit Blick auf die Beweggründe der Tat ist beachtlich, dass das Festhalten des Pri-

vatklägers nicht dazu diente, diesen bis zum Eintreffen der Polizei dingfest zu 

machen, sondern vielmehr vom Gedanken geleitet war, A._____ zurückzubehal-

ten, um die Angelegenheit unter Beizug des Imams unter sich zu regeln und den 

"Spion" in diesem Sinne angemessen zur Rechenschaft ziehen zu können. Wie 

die Vorinstanz zutreffend festhielt, spielte somit Rache eine gewisse Rolle. 

Gleichzeitig zeigt die Tatsache, wonach der Beschuldigte zur Klärung dieser An-

gelegenheit ohne Weiteres einfach die Polizei hätte rufen können, dass ihm und 

seinen Mitbeschuldigten ein grosses Mass an Entscheidungsfreiheit zukam, die 

Rechtsgutsverletzung zu vermeiden oder zumindest – bis zum Eintreffen der Poli-

zei – möglichst gering zu halten. Diese verschuldenserhöhenden Umstände wer-

den allerdings etwas dadurch relativiert, dass sich im Verhalten des Beschuldig-

ten auch die verspürte Wut über das Fotografieren von Gläubigen in der Moschee 

widerspiegelte, welche angesichts der negativen Berichterstattungen mit Fotos 

von Moscheebesuchern im Vorfeld des Vorfalls sowie den von den Beschuldigten 

befürchteten negativen Auswirkungen etwa auf ihre Berufslaufbahn (Befürchtun-

gen eines Stellenverlusts für sich oder für befreundete Mitbeschuldigte) bis zu ei-

nem gewissen Grad nachvollziehbar ist. Insgesamt wiegen sich die verschul-

denserhöhenden und verschuldensmindernden subjektiven Tatkomponenten so-

mit auf. 

6.1.3. Nach dem Gesagten ist das Tatverschulden der Freiheitsberaubung im 

Hinblick auf den weiten Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe mit der 

-   47   - 

Vorinstanz dennoch als noch leicht einzustufen, weshalb eine Einsatzstrafe von 

7 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen erscheint.  

6.2. Drohungen zum Nachteil A._____s (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5)  

6.2.1. Dem Privatkläger A._____ wurde vorliegend durch mehrere Beschuldigte – 

mitunter den Beschuldigten B._____ – gedroht, man werde ihn umbringen. Dass 

es sich bei diesen Drohungen, die das höchste Rechtsgut Leben in seinem Kern 

betreffen, objektiv um schwere Drohungen handelt, versteht sich von selbst. Wie 

die Vorinstanz zutreffend ausführte, ist mit Blick auf das Tatvorgehen relevant, 

dass die Drohungen von insgesamt fünf Beschuldigten geäussert wurden, wäh-

rend der Privatkläger von einer Gruppe von sieben Beschuldigten umstellt war. 

Dies war geeignet, die Wirkung der Drohungen zu verstärken. Auch hier sind zur 

Bewertung der Tatschwere die eingangs dargelegten Gesamtumstände relevant. 

Die dort beschriebene Gruppendynamik und die damit verbundene Gefahr, dass 

die Situation komplett eskalieren könnte, erhöhte das Einschüchterungspotential 

der Drohungen massiv, sodass der Privatkläger wie erwähnt ernsthaft befürchte-

te, da