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**Case Identifier:** 8669be9a-d379-597b-a25e-aeed9a28e86d
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung O4V-22-16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_O4V-22-16_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A. 

 

vertreten durch: RA AA. 

 

 

Beschwerdegegner 1 B. 

 

vertreten durch: RA BB. 

 

 

Beschwerdegegner 2 C. 

 

vertreten durch Dr. CC. 

 

 

Vorinstanz  Departement Bau und Volkswirtschaft, Kasernenstrasse 17a, 

9102 Herisau 

 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden 
4. Abteilung 

 

Urteil vom 2. November 2023 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M. Gasser Aebischer  

Oberrichter E. Graf, P. Louis 

Obergerichtsschreiber D. Hofmann 

 

 

Verfahren Nr. O4V 22 16 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

 

Seite 2 

Verfügende Behörde  Baubewilligungskommission D. 

 

 

Gegenstand Baubewilligung und Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands  

Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Departements Bau 

und Volkswirtschaft vom 23. Mai 2022 

 

 

  

 

Seite 3 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

1. Der Rekursentscheid des Departements Bau und Volkswirtschaft des Kantons Appenzell 

Ausserrhoden vom 23. Mai 2022 betreffend den Gesamtentscheid der Baubewilligungs-

kommission D. vom 3. Juli 2018 (nachfolgend kurz BBK) und die Teilverfügung des 

Amtes für Raum und Wald AR, Abteilung Raumentwicklung (nachfolgend kurz ARE-AR), 

vom 10. April 2018 sei aufzuheben. 

 Dementsprechend  

a) seien Ziff. 1, 2 und 3 des Entscheids der BBK D. vom 3. Juli 2018 aufzuheben, unter 

Einschluss der Ziff. 3, 4 und 5 der Teilverfügung des ARE-AR vom 10. April 2018; 

und  

b) sei das ARE-AR anzuweisen, die nachgesuchte raumplanungsrechtliche Teilbewil-

ligung zu erteilen; und 

c) sei die BBK D. anzuweisen, die nachgesuchte Baubewilligung zu erteilen. 

2. Eventualantrag: 

Der Rekursentscheid des Departements Bau und Volkswirtschaft des Kantons Appenzell 

Ausserrhoden vom 23. Mai 2022 betreffend den Gesamtentscheid der BBK D. vom 

3. Juli 2018 betreffend das Baugesuch Nr. 17-107 sei aufzuheben mit Einschluss der 

Teilverfügung des ARE-AR, vom 10. April 2018; 

Die Angelegenheit sei im Sinn der nachfolgenden Ausführungen an die Vorinstanz, sub-

eventualiter an die Bewilligungsbehörden zur nochmaligen Prüfung zurückzuweisen. 

 3. Verfahrensrechtlicher (Eventual) Antrag: 

  Das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren: 

- bis zur Rechtskraft der Teilrevision 2021 des Zonenplans der Gemeinde F.; 

- bis zur Rechtskraft über das Gesuch von A. nach Art. 67 BauG, eingereicht am 7. Juli 

2020; 

- bis zur Rechtskraft und Umsetzung der Sanierung/Erweiterung der Wasserversor-

gung der Gemeinde F. im Gebiet "G.".  

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Beschwerdeverfahren und für das  

Rekursverfahren. 

 
b) des Beschwerdegegners 1: 

 1. Es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 

kann; 

 2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers. 

 

  

 

Seite 4 

c) des Beschwerdegegners 2: 

 (keine Anträge) 

 

d) der Vorinstanz: 

 1. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.  

 2. Unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. 

 

e) der verfügenden Behörde: 

 (keine Anträge) 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. A. ist Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0001, E., Gemeinde F., mit dem Wohnhaus 

Assekuranz Nr. 0002. Die Parzelle liegt gemäss geltendem kommunalem Zonenplan in der 

Wohnzone W1. Die Baubewilligungskommission (BBK) D. erteilte dem Rechtsvorgänger von 

A. die Bewilligung für den Bau des Wohnhauses mit Entscheid vom 26. Januar 2012 

(act. 17.1/1). Gleichzeitig wies sie eine gegen das Bauvorhaben gerichtete Einsprache von 

B., Grundeigentümer der westlich angrenzenden Parzelle Nr. 0003, ab. Bestandteil des 

betreffenden Baugesuchs waren ein Leitungsplan und ein Entwässerungsplan vom 

2. November 2011 (act. 17.1/48 und 49), gemäss welchen vorgesehen war, den Anschluss 

des Wohnhauses an das Trinkwassernetz durch eine Wasserleitung über die Parzellen Nrn. 

0004, 0005 und 0006 zu realisieren. Die Baubewilligung erwuchs in der Folge in Rechtskraft.  

 

B. Entgegen der rechtskräftigen Baubewilligung vom 26. Januar 2012 erstellte A. beim Bau des 

Wohnhauses im Jahr 2017 eine Frischwasserleitung in südöstlicher Richtung über die 

Parzellen Nrn. 0007 und 0008, welche in der Landwirtschaftszone liegen. Mit Baugesuch 

vom 21. Dezember 2017 (act. 13.II/24-26) beantragte er bei der BBK D. nachträglich deren 

Bewilligung. Mit Entscheid vom 10. April 2018 (act. 13.II.4) verweigerte das Amt für Raum 

und Wald, Abteilung Raumentwicklung (nachfolgend: ARE), mangels Standortgebundenheit 

die Bewilligung für das Baugesuch. Gleichzeitig trat es nicht auf die dagegen gerichteten 

Einsprachen von B. und C. (Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0009) ein. Im Weiteren wies 

es die BBK D. an, über die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu entscheiden. 

Die BBK D. (nachfolgend: verfügende Behörde) verweigerte ebenfalls mit Entscheid vom 

3. Juli 2018 (act. 13.II.1) die nachträgliche Baubewilligung für die Frischwasserleitung. 

Zudem verfügte sie, die Frischwasserleitung innert 90 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids 

zu entfernen.  

 

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Auszug aus dem Geoportal GIS AR, November 2023, Kartenüberlagerung Zonenplan Nutzung und 

Wasserwerkplan Gemeinde. Der rote Pfeil markiert die unbewilligte Frischwasserleitung.  

 

 [Abbildung] 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

C. Dagegen liess A. mit Eingabe vom 24. Juli 2018 (act. 12.I.1), vertreten durch RA AA., beim 

Departement Bau und Volkswirtschaft Rekurs erheben u.a. mit den Anträgen, die Entscheide 

mehrheitlich aufzuheben und die ARE und die verfügende Behörde anzuweisen, die 

nachgesuchte Baubewilligung zu erteilen. In der Folge wurde das Rekursverfahren sistiert. 

Mit Urteil 1C_475/2019 vom 29. Januar 2020 hiess das Bundesgericht eine Beschwerde von 

B. gut. Es wies das Departement Bau und Volkswirtschaft an, B. am Rekursverfahren zu 

beteiligen. Mit Entscheid vom 23. Mai 2022 (act. 2.2) wies das Departement Bau und 

Volkswirtschaft den Rekurs ab.  

 

D. Gegen diesen Rekursentscheid liess A. (im Folgenden: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 

27. Juni 2022 (act. 1) mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren Beschwerde beim 

Obergericht erheben.   

 

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E. Mit Eingabe vom 15. August 2022 (act. 11) reichte C. (im Folgenden: Beschwerdegegner 2) 

eine Stellungnahme ein, wobei er angab, sich aus dem Verfahren zu verabschieden. Mit 

Schreiben vom 19. August 2022 (act. 12) und 12. September 2023 (act. 14) liessen sich das 

Departement Bau und Volkswirtschaft (im Folgenden: Vorinstanz) und B. (im Folgenden: 

Beschwerdegegner 1), vertreten durch RA BB., mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren zur 

Beschwerde vernehmen.  

 

F. Am 23. Dezember 2022 (act. 20) reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein, der 

Beschwerdegegner 1 am 16. Februar 2023 eine Duplik (act. 24). Mit Schreiben vom 6. März 

2023 (act. 27) liess sich der Beschwerdeführer ein weiteres Mal vernehmen. Darauf folgten 

weitere Eingaben des Beschwerdegegners 2 vom 14. April 2023 (act. 30) und des Beschwer-

degegners 1 vom 17. April 2023 (act. 31). Am 30. April 2023 (act. 34) machte der Beschwer-

deführer ein weiteres Mal von seinem Replikrecht Gebrauch. 

 

G. Mit Verfügung vom 17. April 2023 (act. 29) stellte die Verfahrensleitung den Beteiligten den 

von Amtes zugezogenen Erlass der Planungszone im Gebiet E. vom 9. Februar 2023 zur 

Kenntnisnahme zu, wozu sich der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. April 2023 

(act. 33) vernehmen liess.  

 

H. Mit Schreiben vom 11. Mai 2023 (act. 35) stellte der Beschwerdegegner 2, vertreten durch 

seinen Sohn CC., gegen Obergerichtsschreiber Daniel Hofmann ein Ausstandsbegehren, 

worauf das Beschwerdeverfahren mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Mai 2023 

(act. 48) sistiert wurde. Darauf folgten weitere Eingaben durch den Beschwerdeführer vom 

30. Mai 2023 und 2. Juli 2023 (act. 40, 41 und 45) und den Beschwerdegegner 2 (act. 42). 

 

I. Nach der rechtskräftigen Abweisung des Ausstandsgesuchs (act. 47) nahm die Verfahrens-

leitung das Beschwerdeverfahren mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. Oktober 2023 

(act. 46) wieder auf. 

 

J. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

  

 

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Erwägungen 

 

1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt, 

dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRPG, bGS 143.1) generell zur Behandlung von Beschwerden gegen verwaltungsinterne 

letztinstanzliche Verfügungen zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht 

eingereicht. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Rekursentscheids 

formell beschwert. Als Eigentümer der Parzelle Nr. 0001 mit dem Wohnhaus Assek. Nr. 0002, 

welches durch die strittige Frischwasserleitung erschlossen wird, ist er durch die Verweige-

rung der Baubewilligung und die angeordnete Entfernung der Frischwasserleitung in schutz-

würdigen eigenen tatsächlichen und rechtlichen Interessen besonders berührt und daher zur 

Beschwerde legitimiert (Art. 59 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten.  

 

2. Der Beschwerdegegner 2 teilte mit Schreiben vom 15. August 2022 mit, auf eine Beteiligung 

am Beschwerdeverfahren zu verzichten bzw. sich aus dem Verfahren "zu verabschieden". 

Als Adressat des Rekursentscheids, welcher im Rekursverfahren mit eigenen Anträgen teil-

genommen hat und welchem als Obsiegender im angefochtenen Entscheid ein Auslagener-

satz zugesprochen wurde, bleibt er jedoch weiterhin Partei (ISABELLE HÄNER, Die Beteiligten 

im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, 2000, Rz. 368; FLORIAN BRUNNER, 

Verfahren mit mehreren Parteien im öffentlichen Recht, 2021, Rz. 292 ff.; ALAIN GRIFFEL, in: 

Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 

3. Aufl. 2014, N. 16 zu § 26b VRG). Dies umso mehr, als dass er sich im Widerspruch zum 

Schreiben vom 15. August 2022 nachträglich mit Eingaben und Anträgen vom 11. Mai 2023 

und 13. Juni 2023 weiterhin aktiv am Beschwerdeverfahren beteiligt hat. Eine unterliegende 

Gegenpartei gilt im Weiteren in der Regel selbst dann als kostenpflichtig, wenn sie im betref-

fenden Verfahren keine Anträge (mehr) stellt. Für die Kostenpflicht genügt der Umstand, dass 

der Ausgang des Verfahrens die Rechtstellung der betreffenden Partei beeinträchtigen kann 

(WIEDERKEHR/ PLÜSS, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, 2020, Rz. 3640 und 3721; 

BGE 143 II 425 E. 7; 128 II 90 E. 2b).  

 

3. Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur Rechts-

verletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -unter-

schreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle Überprüfungsbefugnis, 

soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn sein Entscheid an eine Bundesinstanz mit 

unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden kann. Ein Weiterzug an eine 

 

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Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die Ermessenskontrolle umfasst, ist vorlie-

gend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch nicht anderweitig gesetzlich vorgese-

hen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts vorliegend auf die Rechts- und Sachverhalts-

kontrolle beschränkt. Rechtsfragen unterstehen dem Grundsatz der Rechtsanwendung von 

Amtes wegen (iura novit curia), welcher bedeutet, dass das Gericht an die Rechtsauffassun-

gen der Verfahrensbeteiligten nicht gebunden ist; auch nicht an die von ihnen nach Mass-

gabe des kantonalen Verfahrensrechts form- und fristgerecht vorgetragenen Rechtsbehaup-

tungen (BGE 133 V 196 E. 1.4). Daher kann das Obergericht eine Beschwerde aus anderen 

als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid mit einer 

Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution; vgl. 

dazu WIEDERKEHR/PLÜSS, a.a.O., Rz. 1305). 

 

4. Gemäss Art. 24 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG, SR 700) können aus-

serhalb der Bauzone Bewilligungen erteilt werden, wenn a) der Zweck der Bauten und Anla-

gen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert; und b) keine überwiegenden Interes-

sen entgegenstehen. Auf eine solche Ausnahmebewilligung besteht Anspruch, wenn deren 

Voraussetzungen erfüllt sind (RUDOLF MUGGLI, in: Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommen-

tar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, Vorbemerkungen zu den Art. 24 bis 24e und 

37a, Rz. 33). Eine Anlage ist im Sinne von Art. 24 lit. a RPG standortgebunden, wenn sie 

aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen auf einen Standort ausserhalb der 

Bauzone angewiesen ist oder wenn die Anlage aus bestimmten Gründen in einer Bauzone 

ausgeschlossen ist. Ein Standort in der Bauzone muss jedoch nicht absolut ausgeschlossen 

sein. Es genügt die relative Standortgebundenheit, die gegeben ist, wenn gewichtige Gründe 

einen Standort in der Nichtbauzone gegenüber anderen Standorten innerhalb der Bauzone 

erheblich vorteilhafter erscheinen lassen. Die Bejahung der relativen Standortgebundenheit 

setzt eine umfassende Interessenabwägung voraus, die sich mit derjenigen nach Art. 24 lit. b 

RPG überschneidet (BGE 141 II 245 E. 7.6.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_9/2019 vom 

4. Oktober 2019 E. 4.1). Die Standortgebundenheit einer Erschliessungsanlage ausserhalb 

der Bauzone erweist sich nicht bereits deshalb als ausgeschlossen, weil sie der Erschlies-

sung eines Wohnhauses in der Bauzone dient. Die Standortgebundenheit von der Bauzone 

dienenden Erschliessungsanlagen im Nichtbaugebiet setzt jedoch besondere Umstände  

voraus, die eine solche Ausnahme rechtfertigen. Sie fällt grundsätzlich nur dann in Betracht, 

wenn es keine andere Möglichkeit gibt, mithin die Erschliessung ansonsten ausgeschlossen 

wäre. Entscheidend ist, dass eine Alternativerschliessung über die Bauzone möglich  

erscheint (Urteil des Bundesgerichts 1C_9/2019 vom 4. Oktober 2019 E. 4.3).  

 

 

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4.1 Die Vorinstanz verweist im angefochtenen Entscheid auf den Bau- und Einspracheentscheid 

der ARE, welche ausgeführt habe, dass es dem Beschwerdeführer möglich sei, die Frisch-

wasserleitung über einen Anschluss an das sich in 40 m Entfernung und in der Bauzone 

befindende Hauptleitungsende der Wasserversorgung auf der Parzelle Nr. 0010 zu realisie-

ren. Die Belastung des Leitungsnetzes habe die BBK D. zu beurteilen, da die Gemeinde eine 

Erschliessungspflicht treffe. Aufgrund von anderen privaten Leitungen, die sich teilweise 

ausserhalb der Bauzone befänden, könne nicht darauf geschlossen werden, dass auch die 

vorliegend strittige Frischwasserzuleitung bewilligungsfähig sei. Die zwischenzeitlich 

überbaute Parzelle Nr. 0005 verhindere keine Linienführung über diese Parzelle. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung müssten Erschliessungsanlagen zur Erschliessung 

oder Versorgung des Siedlungsgebiets grundsätzlich innerhalb der Bauzone errichtet 

werden. Aus dem Plan "Leitungskataster Gemeinde", sei ersichtlich, dass südwestlich der 

Parz. Nr. 0001 in ca. 40 m Entfernung der Anschluss an die Hauptleitung der Wasserversor-

gung F. möglich wäre. Nördlich der Parz. Nr. 0001 bestehe zudem in ca. 11 Metern 

Entfernung eine private Anschlussleitung für Frischwasser, welche grundsätzlich ebenfalls 

für einen Anschluss der Parz. Nr. 0001 in Betracht käme. Einzig deshalb eine Linienführung 

in der Landwirtschaftszone zu wählen, weil eine Linienführung in der Bauzone bei den 

betroffenen Grundeigentümern auf Widerstand stosse, sei ein rein subjektiver Grund, 

welcher in der Person des Beschwerdeführers liege und keine Standortgebundenheit zu 

bejahen vermöge. 

 

4.2 Der Beschwerdeführer rügt u.a. eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts. Bei der 

Beurteilung der Standortgebundenheit habe die Vorinstanz sämtliche Gesichtspunkte, die im 

konkreten Fall für deren Bejahung sprechen würden, weder erwähnt noch in die Gesamtbe-

urteilung miteinfliessen lassen. Nicht berücksichtigt worden sei u.a. die Beurteilung/Fest-

legung des Leitungsanschlusspunktes durch die verantwortlichen Fachpersonen der 

Wasserversorgung F., die heutige Belastung des öffentlichen Trinkwassernetzes im Gebiet 

"G." im Vergleich mit "H.", der technische Zustand des Leitungsnetzes im Gebiet "G.", die 

zwischenzeitlich erfolgte Überbauung der Parzelle Nr. 0005, das hängige Auszonungsver-

fahren im Gebiet "G.", das hängige Gesuch des Beschwerdeführers nach Art. 67 des 

Gesetzes über die Raumplanung und das Baurecht (BauG, bGS 721.1), sowie die pendenten 

Arbeiten für den Ausbau des öffentlichen Trinkwassernetzes im Gebiet G. Im Rekursver-

fahren habe der Beschwerdeführer verschiedene Beweisanträge gestellt (Augenschein, 

Befragung des Wasserwarts von F., Beizug der Akten der Wasserversorgung sowie den 

Beizug der Akten BG 11-88 und Parzelle Nr. 0005). Diese Beweisanträge seien notwendig, 

um den rechtserheblichen Sachverhalt feststellen zu können. Durch die Nichtabnahme der 

vorgenannten Beweisanträge sei das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt 

worden. Die Frischwasserleitung sei aus technischen Gründen standortgebunden.  

 

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4.3 Der Beschwerdegegner 1 wendet dagegen u.a. ein, dass die eigenmächtig und ohne Bau-

bewilligung mitten durch bestes Landwirtschaftsland verlegte Leitung niemals bewilligt 

werden könne. Daran würden weder das laufende Zonenplanverfahren noch das offenbar 

zwischenzeitlich vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch nach Art. 67 BauG noch ein 

allfälliges Projekt Sanierung/Erweiterung der Wasserversorgungsanlagen der Gemeinde F. 

etwas ändern. Soweit der Beschwerdeführer vorbringe, der Leitungsstrang zur G. sei zu 

schwach, dass er dort anschliessen könne, wäre es Sache der Gemeinde, für eine 

genügende Trinkwassererschliessung der Bauzone zu sorgen. Der Beschwerdeführer habe 

vor Beginn der Bauarbeiten gewusst, dass sein Grundstück ungenügend erschlossen sei und 

dass gemäss der erteilten Baubewilligung gar nicht gebaut werden könne. Ebenso habe ihm 

klar sein müssen, dass er für den Leitungsbau ein Baugesuch und ein Korrekturgesuch zur 

bestehenden Baubewilligung stellen müsse. 

 

4.4 Am 9. Februar 2023 erliess der Gemeinderat F. eine Planungszone (act. 29). Im Gebiet E. 

sind davon u.a. die an die Parzelle Nr. 0001 anstossende Parzelle Nr. 0004 sowie der grösste 

Teil der Parzelle Nr. 0003 betroffen, welche an der Westseite der Parzelle Nr. 0001 an diese 

angrenzt. Von der Planungszone überlagert wird insbesondere auch die Parzelle Nr. 0010, 

auf welcher die Hauptwasserversorgungsleitung endet. Die ARE und die Vorinstanz sind 

davon ausgegangen, dass es dem Beschwerdeführer möglich sei, eine Frischwasserleitung 

über einen Anschluss an das betreffende Hauptleitungsende der Wasserversorgung auf der 

Parzelle Nr. 0010 zu realisieren. Dies erscheint nach dem Erlass der Planungszone fraglich, 

bezeichnet doch diese alle Grundstücke, bei welchen im Rahmen der Ortsplanrevision eine 

Zuweisung zum Nichtbaugebiet geprüft wird. Gemäss dem Beschluss des Gemeinderats 

vom 9. Februar 2023 können in der Planungszone keine Baubewilligungen für Bauten, 

Anlagen oder Nutzungen gemäss der bisherigen Zonenordnung mehr erteilt werden (Art. 54 

Abs. 1 BauG). Dies bedeutet nichts anderes, als dass auf den Parzellen Nrn. 0004, 0010 

sowie auf dem grössten Teil der Parzelle Nr. 0003 während der Dauer der Planungszone, 

des Zonenplanverfahrens und allenfalls auch nach erfolgter Zonenplanrevision Baubewilli-

gungen nur noch nach den Bestimmungen der Bundesgesetzgebung über Bauvorhaben 

ausserhalb der Bauzone zulässig sind (Art. 16a und 24 ff. RPG). Die Parzelle Nr. 0001 grenzt 

zwar im Norden an die in der Bauzone liegende Parzelle Nr. 0011, welche nicht von der 

Planungszone überlagert wird. Dabei ist jedoch darauf hinzuweisen, dass auch die Zufahrt 

auf der Parzelle Nr. 0011 mangels Ausscheidung als Verkehrsfläche im geltenden Zonenplan 

derzeit (noch) als Nichtbaugebiet gilt. Im Westen stösst die Parzelle Nr. 0001 im Weiteren an 

den nicht von der Planungszone überlagerten Teil der Parzelle Nr. 0003 mit dem Wohnhaus 

Assek. Nr. 0012 des Beschwerdegegners 1 an. Ein Frischwasseranschluss des 

 

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Beschwerdeführers über diese Parzelle dürfte jedoch kaum im Interesse des Beschwerde-

gegners 1 liegen, da dieser offenbar einen Widerruf der Baubewilligung vom 26. Januar 2012 

anstrebt (vgl. dazu das Wiederaufnahmebegehren vom 26. Februar 2018, act. 25.4).  

 

Auf den Parzellen Nrn. 0003 und 0011 verlaufen zudem keine öffentlichen Hauptleitungen 

der Wasserversorgung, sondern ausschliesslich private Anschlussleitungen (vgl. dazu den 

Wasserwerkplan im Geoportal, Abbildung oben auf Seite 5. Die Hauptleitungen sind mit 

dunkelblauer, die Nebenleitungen mit hellblauer Farbe eingezeichnet). Dabei ist 

hervorzuheben, dass Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu stehen hat. 

Wasserleitungen müssen zudem in der Regel einen Mindestwasserdruck aufweisen, um als 

Löschwasser zu dienen (PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 

7. Aufl. 2020, S. 303; WALDMANN/HÄNNI, Raumplanungsgesetz, 2006, N. 24 zu Art. 19 RPG; 

MARKUS NEFF, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des 

Kantons St. Gallen, 2020, N. 25 zu Art. 67 BauG; FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher 

Planungs- und Baurecht, 6. Aufl. 2019, S. 751). Somit erscheint es fragwürdig, ob ein 

Frischwasseranschluss des Wohnhauses Assek. Nr. 0002 des Beschwerdeführers innerhalb 

der verbleibenden Bauzone möglich ist bzw. ob ein Anschluss an die privaten Leitungen den 

Anforderungen an eine hinreichende Erschliessung durch Frischwasser genügen würde. Der  

Beschwerdeführer bestritt schon im Rekursverfahren, dass der technische Zustand des 

Leitungsnetzes im Gebiet "G." diesen Anforderungen entspricht. Die Vorinstanz hat diese 

Rüge jedoch nicht geprüft, sondern diesbezüglich auf die Erschliessungspflicht der 

Gemeinde verwiesen. Die verfügende Behörde hielt in der Rekursvernehmlassung vom  

24. August 2018 (act. 12.I.7) fest, dass Anschlussmöglichkeiten für Trinkwasser über die seit 

Jahren bestehenden öffentlichen Hauptleitungen vorgegeben seien. Im Weiteren liegt ein 

Schreiben des Gemeinderats von F. vom 1. September 2020 an den Beschwerdeführer in 

den Akten (act. 12.I.23/3), worin er angab, dass beschlossen worden sei, die Hauptwasser-

leitung im Gebiet G. im Sinne einer Erschliessungspflicht zu sanieren. Zudem stellte auch 

der Beschwerdegegner 2 bereits in der Vernehmlassung im Rekursverfahren den Zustand 

der privaten Leitungsnetze in Frage (act. 12.I.33, S. 7).  

 

4.5 Demzufolge erscheint es ungewiss, ob gegenwärtig tatsächlich eine Alternativerschliessung 

über die Bauzone möglich wäre oder ob vorliegend besondere Umstände vorliegen, welche 

eine nachträgliche Ausnahmebewilligung der strittigen Frischwasserleitung im Sinne von 

Art. 24 RPG rechtfertigen würden. Aufgrund der Aktenlage ist eine abschliessende 

Beurteilung der Standortgebundenheit nicht möglich, zumal sich die Gemeinde F., in deren 

Zuständigkeitsbereich die Erschliessung und die Wasserversorgung liegen, im Beschwerde-

verfahren nicht vernehmen liess. Infolgedessen sind zusätzliche Sachverhaltsabklärungen 

 

Seite 12 

erforderlich. Es ist nicht Aufgabe des Obergerichts, erstinstanzlich diese Sachverhaltsermitt-

lungen vorzunehmen, welche unter Umständen ein Fachgutachten erfordern, wobei die  

zuständigen kommunalen und kantonalen Verwaltungsbehörden in Erschliessungsfragen 

über einen Ermessenspielraum verfügen. Damit erscheint eine Rückweisung angezeigt, was 

sich auch aufgrund der fehlerhaften Interessenabwägung bei der Beurteilung der 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands rechtfertigt, wie nachfolgend zu zeigen sein 

wird.  

 

5. Können erstellte Bauten nicht nachträglich bewilligt werden, verfügt die zuständige Baube-

willigungsbehörde die Entfernung oder Abänderung sowie die Wiederherstellung des recht-

mässigen Zustands und setzt dafür eine angemessene Frist an. Sie beachtet dabei die 

Grundsätze der Verhältnismässigkeit und des Gutglaubensschutzes (Art. 108 Abs. 2 und 3 

BauG). Wenn Behörden die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands anordnen, 

haben sie die allgemeinen verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Prinzipien zu beachten. 

Zu ihnen gehören namentlich die in Art. 5 Abs. 2 BV genannten Grundsätze der Verhältnis-

mässigkeit und des Schutzes des guten Glaubens. Das Verhältnismässigkeitsprinzip besagt, 

dass die Grundrechtseinschränkung zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und  

erforderlich sein muss und dem Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtsein-

schränkung zumutbar sein muss. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands hat zu 

unterbleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder die Wiederher-

stellung nicht im öffentlichen Interesse liegt. Das Gleiche gilt, wenn der Bauherr in gutem 

Glauben angenommen hat, die von ihm ausgeübte Nutzung stehe mit der Baubewilligung im 

Einklang, und ihre Fortsetzung nicht schwerwiegenden öffentlichen Interessen widerspricht 

(BGE 132 II 21 E. 6 S. 35). 

 

5.1 Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass der rechtmässige 

Zustand nur erreicht werden könne, indem die Frischwasserleitung zurückgebaut werde. Das 

private Interesse sei insbesondere in den Kosten zu sehen, welche der Beschwerdeführer 

bei einem Rückbau der Frischwasserzuleitung zu tragen hätte. Das öffentliche Interesse 

hingegen liege in der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, dem Grundsatz der Trennung 

von Bau- und Nichtbaugebiet. Die Kosten von ca. Fr. 12'000.-- für den Rückbau hielten sich 

in einem vertretbaren Mass. Mit dem Rückbau der Frischwasserleitung werde die Nutzung 

des auf der Parz. Nr. 0001 bestehenden Wohnhauses nicht verunmöglicht, da eine andere 

Linienführung möglich wäre. Das angebliche Einvernehmen und die Mitwirkung der für die 

Trinkwasserversorgung zuständigen Behörde könne an der Beurteilung der Verhältnismäs-

sigkeit der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nichts ändern.  

https://www.swisslex.ch/doc/aol/bebe0603-811d-4679-883c-9254934633c8/4930fef0-f31a-4a5f-abe6-d8da09fd437a/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/04640606-b488-4ca0-adc0-5df6a4f8b06e/citeddoc/754986b7-637f-42ff-9e8d-9fa022f1fb9c/source/document-link

 

Seite 13 

5.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, die Abbruchverfügung verstosse gegen Treu 

und Glauben und den Vertrauensschutz, beruhe auf einer unvollständigen und damit rechts-

fehlerhaften Interessenabwägung und verstosse gegen den Grundsatz der Verhältnismäs-

sigkeit. 

 

5.3 Der Beschwerdegegner 1 macht geltend, der Rückbau der Wasserleitung sei mit keinen 

wesentlichen Kosten verbunden. Es wäre auch nicht unverhältnismässig, wenn sich der  

Beschwerdeführer einen Wassertank anschaffen, gewisse haustechnische Anlagen 

ergänzen und sich Wasser liefern lassen müsste. Durch sein unrechtmässiges Vorgehen 

habe sich der Beschwerdeführer erhebliche Vorteile verschafft. Es sei ihm zuzumuten, dass 

er sich nun von der Trinkwasserversorgung wieder abhängen und sich allenfalls von einem 

Tankwagen beliefern lassen müsse. 

 

5.4 Die Frage nach der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 

ist eine Rechtsfrage, zu deren Überprüfung das Obergericht nach Art. 56 Abs. 1 VRPG befugt 

ist. Allerdings ist mit der Gewichtung der infrage stehenden öffentlichen und privaten Interes-

sen die Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe verbunden. Der Behörde, die solche 

Begriffe anzuwenden hat, ist ein gewisser Beurteilungsspielraum einzuräumen (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_458/2013 vom 21. November 2013 E. 2.2). Voraussetzung ist jedoch 

stets, dass die zuständige Behörde die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat 

(FRITZSCHE/ BÖSCH/WIPF/KUNZ, a.a.O., S. 620).  

 

5.5 Der Vorinstanz ist insofern zuzustimmen, dass an der Durchsetzung der Bauvorschriften und 

der Verwirklichung des Grundsatzes der Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet ein 

qualifiziertes öffentliches Interesse besteht (BGE 136 II 359 E. 9). Sie scheint dabei jedoch 

ausser Acht gelassen zu haben, dass die hinreichende Erschliessung der Bauzone und 

insbesondere eines bewohnten und rechtskräftig bewilligten Wohnhauses ebenfalls im 

öffentlichen Interesse liegt (Urteil des Bundesgericht 1P.518/2000 vom 28. November 2000  

E. 1.b/aa), was sich zudem aus der der Gemeinde obliegenden Erschliessungspflicht ergibt 

(Art. 57 BauG). Dazu kommt, dass es sich bei der Frischwasserversorgung auch um ein 

baupolizeiliches bzw. gesundheitspolizeiliches Erfordernis handelt, für welches sich ein 

gewichtiges öffentliches Interesse ebenfalls nicht in Abrede stellen lässt (HÄNNI, a.a.O., 

S. 342; VERENA SOMMERHALDER FORESTIER, in: Baumann/van den Bergh/Gossweiler/ 

Schwaller/Sommerhalder Forestier, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, 2013, 

N. 57 zu § 52 BauG). So bestimmt Art. 116 Abs. 2 BauG, dass zum Wohnen oder Arbeiten 

bestimmte Bauten und Anlagen dauernd den gesundheitlichen Anforderungen genügen 

müssen. Nach Art. 36 Abs. 2 des Baureglements der Gemeinde F. (BauR) sind dem 

 

Seite 14 

dauernden Aufenthalt von Personen dienende Räume oder Bauten bezüglich Materialien, 

Konstruktion und Ausstattung so auszugestalten, dass eine einwandfreie Hygiene gewähr-

leistet ist und die Gesundheit nicht gefährdet wird. Insbesondere ist auf eine genügende 

Belüftung, Belichtung und Ausstattung mit sanitären Einrichtungen zu achten. Ob sanitäre 

Einrichtungen (und eine Wohnküche) ohne Frischwasserversorgung noch den heutigen 

Wohnbedürfnissen entsprechen, erscheint mehr als fraglich, zumal der Wasserzufluss - wie 

in E. 4.4 erwähnt - einen Mindestdruck aufweisen muss, um als Löschwasser zu dienen. 

Dazu ist zu berücksichtigen, dass die bestehenden sanitären Anlagen gestützt auf eine 

rechtskräftige Baubewilligung errichtet wurden, womit deren bewilligte zeitgemässe Nutzung 

formell rechtmässig ist (Urteil des Bundesgerichts 1C_57/2021 vom 3. Februar 2022 E. 3.2). 

Im Weiteren ist hervorzuheben, dass die Frischwasserversorgung im Kanton Appenzell 

Ausserrhoden Verfassungsrang hat und dem Kanton und den Gemeinden eine strenge 

Wasserversorgungspflicht obliegt (Art. 33 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Appenzell 

Ausserrhoden, KV, bGS 111.1). So besteht aufgrund von Art. 14 des Wasserversor-

gungsreglements der Gemeinde F. bei Neubauten und Erweiterungen ein eigentlicher 

Anschlusszwang an die Wasserversorgung. Die verfügende Behörde hat nichtsdestotrotz im 

Bau- und Einspracheentscheid vom 3. Juli 2018 eine vorbehaltlose Entfernung der 

bestehenden Frischwasserleitung innert 90 Tagen seit Rechtskraft des Entscheides verfügt, 

was von der Vorinstanz geschützt wurde. Insofern scheinen die Vorinstanzen in Kauf zu 

nehmen, dass der Beschwerdeführer bis zur rechtskräftigen Bewilligung und Erstellung einer 

neuen Wasserleitung angesichts allfälliger öffentlich-rechtlicher und zivilrechtlicher Hin-

dernisse unter Umständen während Jahren im von ihm bewohnten Wohnhaus auf einen 

Frischwasseranschluss verzichten muss, was den bestimmungsgemässen Gebrauch des 

bewilligten Einfamilienhauses in Frage stellt. Damit muss die Schlussfolgerung gezogen 

werden, dass die dem vorbehaltlosen Abbruch der unterirdischen Frischwasserleitung 

entgegenstehenden gewichtigen öffentlichen und privaten Interessen von den Vorinstanzen 

nicht gebührend abgeklärt und gewichtet wurden. Im Übrigen scheint es nicht von Vornherein 

als abwegig, dass auch Gründe des Vertrauensschutzes gegen einen vorbehaltlosen 

Abbruch der Frischwasserleitung sprechen, machte der Beschwerdeführer doch bereits im 

Rekursverfahren geltend, dass der Trinkwasseranschluss an das öffentliche Leitungsnetz im 

Einvernehmen mit und unter Mitwirkung der für die Trinkwasserversorgung zuständigen 

Behörden erstellt worden sei (vgl. dazu auch die Eingabe des Beschwerdegegners 2 vom 

11. Mai 2023). Ein Einbezug der damals beteiligten Behörden und/oder eine Stellungnahme 

der Wasserversorgungskommission könnte diesbezüglich zur Klärung beitragen.  

 

6. In Anbetracht dieser Umstände kommt das Obergericht zum Schluss, dass der Sachverhalt 

unvollständig abgeklärt ist und nicht sämtliche nach Art. 108 Abs. 3 BauG relevanten Interes-

sen festgestellt und anschliessend gegeneinander abgewogen wurden. Das Obergericht 

 

Seite 15 

enthält sich bei dieser Sach- und Rechtslage, auch zur Wahrung des Instanzenzugs, einer 

selbständigen Prüfung der Standortgebundenheit der strittigen Frischwasserleitung und der 

Rechtmässigkeit des Wiederherstellungsbefehls. Der angefochtene Entscheid ist daher auf-

zuheben und zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Da diese nicht zuletzt von der Würdigung 

der konkreten, insbesondere örtlichen Gegebenheiten abhängt, die Baubewilligungsbehör-

den bei Erschliessungsfragen über einen erheblichen Ermessenspielraum verfügen und 

diese nach Auffassung des Bundesgerichts (Urteil 1C_475/2019 vom 29. Januar 2020) zu 

Unrecht nicht auf die Einsprachen der Beschwerdegegner eingetreten sind, ist die Sache 

statt an die Vorinstanz direkt an die Baubewilligungsbehörden zurückzuweisen. Dabei steht 

es den Beschwerdegegnern frei, sich mittels Rückzugs der Einsprache aus dem 

Baubewilligungsverfahren zu "verabschieden".  

 

7. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Beschwerde wie folgt gutzuheissen ist: Der 

angefochtene Rekursentscheid sowie die Bau- und Einspracheentscheide der verfügenden 

Behörde vom 3. Juli 2018 und der ARE vom 10. April 2018 sind aufzuheben und die Sache 

ist in Berücksichtigung der obigen Erwägungen zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und 

Neubeurteilung des nachträglichen Baugesuch und der dagegen gerichteten Einsprachen an 

die erstinstanzlichen Baubewilligungsbehörden zurückzuweisen (Art. 59 VRPG i.V.m. Art. 41 

Abs. 2 VRPG).  

 

8. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor 

Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf 

dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Die Rückweisung der Sache an die 

erstinstanzlichen Bewilligungsbehörden zu erneuter Abklärung (mit noch offenem Ausgang) 

gilt für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung 

praxisgemäss als volles Obsiegen des Beschwerdeführers. Die Gerichtskasse ist daher 

anzuweisen, ihm den Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- zurückzuerstatten. Weil der 

Beschwerdegegner 1 mit seinen Begehren nicht durchdringt, ist ihm die Entscheidgebühr 

aufzuerlegen. Dies gilt aufgrund seiner Stellung als Gegenpartei und Obsiegender des 

vorinstanzlichen Verfahrens auch für den Beschwerdegegner 2 (vgl. oben E. 2). In Anwen-

dung von Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (GGV, bGS 233.2) 

erscheint eine Entscheidgebühr von insgesamt Fr. 2'500.-- als angemessen. Diese ist dem 

Beschwerdegegner 1 und dem Beschwerdegegner 2 je zur Hälfte (Fr. 1'250.--) aufzuerlegen.  

  

 

Seite 16 

9. 

9.1 Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine Ent-

schädigung für die notwendigen Kosten und Auslagen. Die Entschädigung setzt sich zusam-

men aus einem Honorar und den Barauslagen; die Mehrwertsteuer wird als Zuschlag in 

Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung über den Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). In Verfah-

ren vor dem Obergericht in Verwaltungssachen wird das Honorar pauschal festgelegt (Art. 

13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt Fr. 1'000.-- bis Fr. 10'000.-- (Art. 16 Abs. 1 AT). Innerhalb des 

für eine Pauschale gesetzten Rahmens richtet sich das Honorar nach den besonderen Um-

ständen des Falles. In Betracht fallen namentlich Art und Umfang der Bemühungen, die 

Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten (Art. 17 

AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der Honorare unterteilt werden in  

 a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von 

Fr. 1'000.-- bis zu Fr. 4'000.-- zu sprechen ist;  

 b)  mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder Sachverhaltsfra-

gen betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, in denen ein  

Honorar in der Grössenordnung von Fr. 4'000.-- bis Fr. 7'000.-- angemessen  

erscheint; und  

 c)  schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in denen 

überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und umfangreiche 

Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7'000.-- bis Fr. 10'000.--, bzw. 

in aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15'000.-- rechtfertigt. 

 

9.2 RA AA., welcher den Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren vertrat, hat 

keine Kostennote eingereicht. Vorliegend ist von einem mittleren Fall auszugehen, bei 

welchem durchschnittlich schwierige Rechtsfragen zu beantworten waren. Dabei gilt es 

jedoch zu berücksichtigen, dass RA AA. den Beschwerdeführer bereits im Rekursverfahren 

vertreten hat. Dem Aufwand und den Anforderungen angemessen erscheint daher ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 4'000.--. Hinzu kommen die Barauslagen von pauschal 4% und 

die Mehrwertsteuer von 7.7%, was insgesamt zu einer Entschädigung von Fr. 4'480.30  

zugunsten des Beschwerdeführers führt. Diese ist ausgangsgemäss je zur Hälfte  

(Fr. 2'240.15) den Beschwerdegegnern 1 und 2 aufzuerlegen. 

 

10. Aufgrund der Aufhebung der vorinstanzlichen Entscheide obsiegt der Beschwerdeführer 

nachträglich im Rekursverfahren. Die Sache ist infolgedessen in Bezug auf die Neuverlegung 

der Kosten und Entschädigungen des Rekursverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

 

Seite 17 

11. Das vorliegende Urteil schliesst das Verfahren nicht ab, sondern weist die Streitsache an die 

erstinstanzlich zuständigen Baubewilligungsbehörden zurück. Es ist daher den Zwischenent-

scheiden zuzuordnen, weshalb sich seine Anfechtung nach Art. 93 des Bundesgerichtsge-

setzes (BGG, SR 173.110) richtet.  

 

 

 

Seite 18 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Rekursentscheid des Departements Bau und 

Volkswirtschaft vom 23. Mai 2022 sowie die Bau- und Einspracheentscheide der Baubewilli-
gungskommission D. vom 3. Juli 2018 und des Amts für Raum und Wald, Abteilung 
Raumentwicklung, vom 10. April 2018 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen 
zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Baubewilligungs-
behörden zurückgewiesen. 

 
 
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'500.-- festgesetzt. Diese wird B. und C. je zur Hälfte 

(Fr. 1'250.--) auferlegt. 
 
 
3. Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer den Kostenvorschuss von 

Fr. 2'500.-- zurückzuerstatten. 
 
 
4. B. wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 2'240.15 

(Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) für das Beschwerdeverfahren zu bezahlen. 
 
 
5. C. wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 2'240.15 

(Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) für das Beschwerdeverfahren zu bezahlen. 
 
 
6. In Bezug auf die Neuverlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des Rekursverfah-

rens wird die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen. 
 
 
7. Rechtsmittel: 
 Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden 
Nachteil bewirken könnte oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit und Kosten für ein weit-
läufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 82 ff. und 93 BGG). Andernfalls ist die subsi-
diäre Verfassungsbeschwerde gegeben (Art. 113 ff. BGG). In beiden Fällen ist die  
Beschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren 
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefoch-
tene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - 
beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung 
(Art. 103 BGG). 

 
  

 

Seite 19 

8. Mitteilung an: 
 - RA AA., mit Gerichtsurkunde 
 - RA BB., mit Gerichtsurkunde 
 - Dr. CC., mit Gerichtsurkunde 
 - Departement Bau und Volkswirtschaft, mit Gerichtsurkunde 
 - Amt für Raum und Wald, Abteilung Raumentwicklung, mit Gerichtsurkunde 
 - Baubewilligungskommission D., mit Gerichtsurkunde 
 

nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an: 

- Gerichtskasse (im Dispositiv), mit interner Post 

 
 
 

Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident:  

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
 
 
versandt am: 6. November 2023