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**Case Identifier:** b4b880e1-3a21-5d8a-b785-80c36d4b93db
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.02.2015 100 2014 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-95_2015-02-24.pdf

## Full Text

100.2014.95U
KEP/KOM/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Februar 2015

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum und Keller
Gerichtsschreiber Kocher 

A.________ AG
handelnd durch die statutarischen Organe
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Einwohnergemeinde Bern
Bauinspektorat, Bundesgasse 38, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baubewilligung für Plakatwerbeträger (Entscheid der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion des Kantons Bern vom 26. Februar 2014; RA Nr. 110/2013/315)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.02.2015, Nr. 100.2014.95U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 13. Dezember 2012 ersuchte die A.________ AG beim Bauinspektorat der 
Einwohnergemeinde (EG) Bern um Erteilung einer Baubewilligung für die Neumontage 
einer beleuchteten Plakatstelle im Format F200L auf der Nordwestfassade des 
Gebäudes B.________strasse 1, welches auf dem Grundstück Bern … Gbbl. Nr. 1___ 
in der Kernzone liegt. Am 22. Februar 2013 passte die A.________ AG ihr 
Bauvorhaben hinsichtlich der genauen Position der Plakatstelle an. Mit Verfügung vom 
29. Mai 2013 verweigerte die EG Bern die Baubewilligung und auferlegte der 
A.________ AG eine Verfahrensgebühr von Fr. 2'053.20.

B.

Dagegen erhob die A.________ AG am 1. Juli 2013 Beschwerde bei der Bau-, 
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Diese holte nebst weiteren 
Unterlagen einen Fachbericht der Kommission zur Pflege der Orts- und 
Landschaftsbilder (OLK) ein und führte einen Augenschein durch. Mit Entscheid vom 
26. Februar 2014 wies sie die Beschwerde ab.

C.

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 31. März 2014 beantragt die A.________ AG, 
der Entscheid der BVE sei aufzuheben und es sei ihr für einen wandmontierten 
beleuchteten Plakatwerbeträger F200L, eventuell einen nicht beleuchteten 
Werbeträger F200 an der Nordwestfassade des Gebäudes B.________strasse 1 in 
Bern die Bewilligung zu erteilen. Mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2014 beantragt 
die EG Bern, die Beschwerde sei abzuweisen. Die BVE schliesst in ihrer Vernehmlas-
sung vom 14. April 2014 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. 

Auf Aufforderung des Instruktionsrichters hin hat die EG Bern mit Eingabe vom 9. Juni 
2014 zu verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit ihrer Bewilligungspraxis 
Stellung genommen und weitere Unterlagen eingereicht. Die A.________ AG und die 

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BVE haben sich am 30. Juli 2014 bzw. 3. Juli 2014 dazu geäussert. Am 25. August 
2014 hat die EG Bern weitere Unterlagen eingereicht. Sie hält wie die A.________ AG 
und die BVE (Eingaben vom 17.9.2014 bzw. 14.8.2014) an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 
Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 
i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Auf die form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Strittig ist, ob das Bauvorhaben die massgebenden Ästhetikvorschriften verletzt. 

2.1 Das kantonale Recht regelt in Art. 9 Abs. 1 BauG den allgemeinen Ortsbild- und 
Landschaftsschutz. Danach dürfen Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und 
Bemalungen Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Gemeinden 
können nähere Vorschriften erlassen (Art. 9 Abs. 3 BauG; vgl. Zaugg/Ludwig, 
Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 4. Aufl. 2013, Art. 9/10 N. 30 mit 
Hinweisen). Mit dem Reglement vom 16. Mai 2004 über die Reklame in der Stadt Bern 
(Reklamereglement, RR; SSSB 722.51) hat die Gemeinde für Reklamen auch in 
diesem Bereich zusätzliche Regelungen getroffen (Botschaft des Stadtrats zur 

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Gemeindeabstimmung vom 16. Mai 2004, abrufbar unter: <http://www.bern.ch>, 
Rubriken «Leben in Bern/Stadt und Politik/Abstimmungen/Abstimmungsresultat/Archiv 
Abstimmungen», S. 55 ff. [nachfolgend: Botschaft RR], 58). Das RR bezweckt unter 
anderem eine qualitativ gute Integration von Reklamen ins Quartier-, Strassen-, und 
Landschaftsbild (Art. 1 Abs. 2 Satz 1 RR).

2.2 Art. 3 RR enthält eine allgemeine Ästhetikvorschrift. Diese lautet wie folgt:

Art. 3 Ortsbildschutz
1 Reklamen dürfen Orts- und Strassenbilder sowie Landschaften nicht beeinträchtigen.
2 Reklamen müssen in ihrer Grösse, Ausführung und Häufigkeit in einem 

ausgewogenen Verhältnis zu ihrer Umgebung stehen. Sie dürfen weder den 
besonderen Charakter einer Liegenschaft verändern, noch zu einem dominierenden 
Akzent der Umgebung werden. Dabei ist die Gesamtwirkung aller Reklamen in der 
Umgebung zu berücksichtigen.

3 […]

Absatz 1 dieser Bestimmung wiederholt im Wesentlichen Art. 9 Abs. 1 BauG. Eine 
Beeinträchtigung ist gegeben, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur 
bestehenden Überbauung schafft, der erheblich stört (BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit 
Hinweisen). Absatz 2 enthält zusätzliche Kriterien für die Beurteilung des 
Ortsbildschutzes. Daneben findet sich in den beiden ersten Kapiteln des RR noch eine 
Vielzahl von Vorschriften, die auch den Ortsbild- und Landschaftsschutz konkretisieren. 
Kapitel 1 (Art. 1-21 RR) beinhaltet allgemeine Bestimmungen und Kapitel 2 (Art. 22-28 
RR) enthält besondere Zonenvorschriften, d.h. Regeln für die einzelnen Nut-
zungszonen. Das RR gestattet bestimmte Formate und technische Ausführungen von 
Reklamen (vgl. Art. 6 und 14 RR). Die Zulässigkeit anderer Formate und Ausführungen 
ist von Fall zu Fall zu prüfen (Art. 6 Abs. 3 und Art. 14 Abs. 3 RR). Je nach 
Reklamestandort sind unterschiedliche Formate und Ausführungen erlaubt. Das RR 
sieht zudem eine nach Nutzungszonen abgestufte Einschränkung von Reklamen vor. 
In Wohnzonen sind Fremdreklamen nur entlang bestimmter Strassen zulässig (Art. 25 
RR), in gemischten Wohnzonen sind diese Vorschriften gelockert (Art. 26 RR). Noch 
grosszügiger ist die Regelung in Industrie-, Gewerbe-, Geschäfts- und 
Dienstleistungszonen (Arbeitszonen) sowie in Kernzonen (Art. 28 RR); hier sind 
Reklamen grundsätzlich gestattet. Im Bereich von Grünflächen, Schutzzonen, 
Freiflächen, Landwirtschaftszonen und Gewässern gelten wiederum restriktive 
Bestimmungen (Art. 27 RR; vgl. zum Ganzen Botschaft RR, S. 59 f.).

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2.3 Beim streitbetroffenen Vorhaben handelt es sich um eine beleuchtete 
Plakatstelle im Format F200 bzw. um einen sog. Leuchtkasten (vgl. Art. 2 Abs. 4 RR). 
Der Standort an der B.________strasse 1 befindet sich in der Kernzone, wo eine 
solche Plakatstelle grundsätzlich zulässig ist (Art. 6 Abs. 2 i.V.m. Art. 14 Abs. 1 und 
Art. 28 Abs. 2 RR). Sie soll an der Fassade auf der Höhe des Erdgeschosses 
angebracht werden, was erlaubt ist, soweit dadurch das Erscheinungsbild eines 
Gebäudes nicht erheblich beeinträchtigt wird (Art. 28 Abs. 3 RR). Die für die Kernzone 
geltenden Vorschriften sind damit weniger streng als die allgemeine Bestimmung von 
Art. 12 Abs. 1 RR, die Fremdreklamen an Gebäudefassaden nur unterhalb der Fenster 
des 1. Obergeschosses erlaubt, soweit dadurch das Erscheinungsbild eines Gebäudes 
nicht beeinträchtigt wird.

3.

3.1 Gemeinden sind im Bereich ihrer Bau- und Zonenordnung im Rahmen der 
gesetzlichen Regelungen und der übergeordneten Planung autonom (Art. 65 Abs. 1 
BauG; vgl. auch Art. 50 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; SR 101], Art. 109 der 
Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]). Insbesondere wo eine Gemeinde zum 
Erlass von Rechtsnormen berechtigt ist, kommt ihr grundsätzlich auch bei deren 
Anwendung ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Es ist deshalb vorab Sache der 
Gemeinde zu bestimmen, wie sie eine eigene Vorschrift verstanden haben will. Wird 
die Anwendung einer von ihr erlassenen Bestimmung Gegenstand eines Beschwer-
deverfahrens, haben die Rechtsmittelinstanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde 
vertretene Auslegung rechtlich haltbar ist. Sie auferlegen sich mit andern Worten eine 
gewisse Zurückhaltung gegenüber der Auffassung der Gemeinde, indem sie sich der 
Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung der umstrittenen Bestimmung ebenfalls 
möglich und rechtlich vertretbar wäre (BVR 2012 S. 20 E. 3.2, 2010 S. 113 E. 3.4). 
Dies gilt umso mehr, wenn die kommunalen Vorschriften unbestimmte Rechtsbegriffe 
enthalten – wie hier die Art. 3 Abs. 2 und Art. 28 Abs. 3 RR («ausgewogenes 
Verhältnis», «besonderer Charakter», «dominierender Akzent», «Erscheinungsbild 
eines Gebäudes»; VGE 21011 vom 18.6.2001, E. 5d) –, deren Sinngehalt zu ermitteln 
ist (vgl. VGE 21969 vom 15.3.2005, E. 3.3).

3.2 Das Verwaltungsgericht auferlegt sich bei der Überprüfung zudem 
Zurückhaltung, weil es für eine sachgerechte Konkretisierung der Begriffe eines 

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besonderen Fachwissens der zuständigen Fachstellen (hier: namentlich der OLK; 
Art. 22 Abs. 1 des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren 
[Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1]) bedarf, welchem ein erheblicher 
Stellenwert zukommt. Es prüft insbesondere, ob die Fachmeinung gefestigt und gut 
abgestützt ist, und ob sie – nach entsprechenden Erläuterungen – auch Laiinnen und 
Laien zu überzeugen vermag (BVR 2009 S. 328 E. 5.7, 1998 S. 440 E. 3d; VGE 
2011/303 vom 1.6.2012, E. 4.6 [bestätigt durch BGer 1C_338/2012 vom 23.5.2013]; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 9, 9a und 10 Bst. b). Die Fachmeinung der OLK ist 
für die Behörden zwar nicht verbindlich, und es gilt diesbezüglich der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung. Als gutachtensmässige Ausführungen einer Amtsstelle kommt 
den Berichten der OLK indes erhöhte Beweiskraft zu, weshalb die entscheidende 
Behörde nur aus triftigen Gründen von ihnen abweichen und ihre eigene Meinung 
anstelle derjenigen der Fachbehörde setzen soll (vgl. allgemein BVR 2009 S. 481 
E. 2.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 19 
N. 8 und 16).

3.3 Die BVE holte im vorinstanzlichen Verfahren die Meinung der OLK-Gruppe 
Bern-Mittelland ein über die architektonischen Qualitäten der Umgebung des 
Vorhabens und der Liegenschaft B.________strasse 1 (vgl. E. 3.3.1 hiernach) sowie 
zur Wirkung der Plakatstelle auf die Liegenschaft und deren Umgebung (vgl. E. 3.3.2 
hiernach).

3.3.1 In ihrem Fachbericht vom 24. September 2013 hielt die OLK zunächst fest, 
dass sich die Liegenschaft an einer Haupterschliessungsachse eines vorstädtischen 
Verdichtungsgebiets befindet. Dieses Gebiet sei einerseits geprägt durch kleinvolumige 
Wohnhäuser aus der Zeit um 1900, andererseits durch mehrere Siedlungen und 
Mehrfamilienhäuser, die nach 1950 entstanden seien. Zu diesem heterogenen Ge-
samtbild trügen ein Hochhaus sowie Wohn- und Geschäftshäuser jüngeren Datums 
bei. Der Gebäudekomplex, zu welchem das Haus B.________strasse 1 gehöre, sei um 
1955 entstanden. Die unweit davon liegende Strassenkreuzung C.________-
/D.________strasse bilde ein kleines Subzentrum mit diversen Läden und 
Dienstleistungsbetrieben. Die F.________-Apotheke im Erdgeschoss der Liegenschaft 
B.________strasse 1 sei ein Teil dieses Subzentrums und orientiere sich klar zur 
C.________strasse, wie auch die meisten übrigen Ladengeschäfte. Die 
architektonische Qualität der Bebauung an der C.________strasse beschrieb sie 
sodann als gesamthaft eher unterdurchschnittlich. Einzelne Gebäude in der Umgebung 

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seien im Bauinventar verzeichnet, hätten aber in ihrer Wirkung keinen Einfluss auf die 
Liegenschaft B.________strasse 1. Die Bebauung beidseits der genannten 
Strassenkreuzung zeichne sich vor allem aus südöstlicher Sicht durch eine gewisse 
urbane Torsituation aus, wogegen die gleichzeitig oder später entstandenen Sied-
lungen und Mehrfamilienhäuser eher durch Abstandsgrün wirkten (Fachbericht OLK 
vom 24.9.2013, Akten BVE [act. 3D], pag. 33 ff. [nachfolgend: Fachbericht], 34). Diese 
Ausführungen hat der OLK-Vertreter am Augenschein vom 7. November 2013 
bestätigt. Ergänzend hat er darauf hingewiesen, dass im Bereich dieses Subzentrums 
die Zugänglichkeit der Geschäfte von der Strasse über das Trottoir auffalle. Dies im 
Gegensatz zu den Wohnbauten, welche mit Abstandsgrün von der Strasse getrennt 
seien (vgl. Protokoll Augenschein vom 7.11.2013, Akten BVE [act. 3D], pag. 48 ff. 
[nachfolgend: Protokoll], 50 sowie 54 f., Voten OLK-Vertreter). Die Liegenschaft 
B.________strasse 1 bezeichnete die OLK als anständig entworfen, aber ohne 
herausragenden architektonischen Eigenwert. Die Ladenzone, welche auf die 
gleichzeitig und vom gleichen Architekten entworfene Nachbarliegenschaft 
C.________strasse 110 übergreife, sei mehrfach verändert worden (Fachbericht, 
pag. 34). Das Gebäude B.________strasse 1 verfüge über keine besondere 
architektonische Qualität, auch nicht auf der Seite der B.________strasse. Es 
orientiere sich in erster Linie zur C.________strasse hin. Symmetrien bestünden auch 
auf der Seitenfassade nur bei den oberen Geschossen. Hingegen sei es beim 
Sockelgeschoss und auch beim Eingangsbereich weniger symmetrisch. Auch die 
Dachaufbauten seien nicht symmetrisch angeordnet. Insgesamt weise das Haus nicht 
eine besonders gute Architektur auf (Protokoll, pag. 50, Voten OLK-Vertreter).

3.3.2 Die OLK ging in ihrem Bericht davon aus, dass die geplante Plakatstelle auf die 
Liegenschaft B.________strasse 1 keine negative Wirkung entfalten werde. Weder 
eine Beeinträchtigung des Erscheinungsbilds der Liegenschaft sei damit verbunden 
noch eine Veränderung des Charakters des Gebäudes. Das Zusammenspiel mit der 
bestehenden Apotheken-Beschriftung erachtete die OLK als durchaus machbar 
(Fachbericht, pag. 34). Am Augenschein begründete der OLK-Vertreter diese 
Einschätzung mit dem sich bereits an der Fassade befindlichen Anschlagbrett und dem 
Schild «Apotheke». Hinzu kämen weitere störende Elemente wie die Trafostation oder 
das Klimagerät. Mit einem zusätzlichen Plakat würde die Fassade nicht anders 
wahrgenommen und das Gesamtbild der Nordwestfassade würde damit nicht 
verändert (Protokoll, pag. 52, Votum OLK-Vertreter). Zur Wirkung des Werbeträgers 
auf die Umgebung hielt die OLK im Fachbericht fest, dass die geplante Plakatstelle in 

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einem ausgewogenen Verhältnis zu ihrer Umgebung stehe, zumal die gesamte 
Sockelzone des Gebäudekomplexes zwischen D.________- und B.________strasse 
durch Geschäftsanschriften, klein- und grossformatige Plakatierungen, Schaufenster, 
Warenausstände und Entsorgungscontainer geprägt sei. In diesem gesamthaft unruhig 
wirkenden Umfeld würde die neue Plakatstelle zumindest nicht zu einem 
dominierenden Akzent (Fachbericht, pag. 34). Als dominierendes Element in dieser 
Umgebung bezeichnete der OLK-Vertreter am Augenschein die C.________strasse 
mit dem Tram- und Motorfahrzeugverkehr. Zudem sehe man nordwestlich des 
Gebäudes B.________strasse 1 eine Parkplatzwüste ohne Nutzen oder besondere 
Qualitäten für das Quartier (Protokoll, pag. 55, Votum OLK-Vertreter).

3.4 Die BVE ist der Beurteilung der OLK nicht gefolgt und hat die Wirkungen der 
geplanten Plakatstelle auf den Charakter der Liegenschaft und deren Erscheinungsbild 
anders eingeschätzt als die kantonale Fachstelle. Sie kam zum Ergebnis, dass das 
Vorhaben den Charakter der Liegenschaft verändern und die Fassade beeinträchtigen 
würde. Die Wirkung der Plakatstelle auf die Umgebung hat die BVE nicht geprüft 
(angefochtener Entscheid, E. 3h). Mit den Begründungen der OLK hat sich die BVE 
nicht vertieft auseinandergesetzt; vielmehr hat sie die Auffassung der Gemeinde als 
nachvollziehbar bezeichnet (vgl. angefochtener Entscheid, E. 3g; vgl. E. 3.5 ff. 
hiernach). – Ob die BVE im Licht der Beurteilung durch die OLK die Auffassung der 
Gemeinde zu Recht als haltbar beurteilt hat, ist im Folgenden zu prüfen.

3.5 Die BVE hat die Ansicht der Gemeinde geschützt, wonach auf der 
Nordwestseite des Gebäudes der Wohncharakter dominiere, welcher durch die 
geplante Plakatstelle nachteilig verändert würde (angefochtener Entscheid, E. 3g; 
Protokoll, pag. 50 f., Votum Bauinspektor; vgl. auch Beschwerdeantwort, act. 4, S. 4). 
Nach Auffassung der Gemeinde gehört die Nordwestfassade der Liegenschaft 
B.________strasse 1 faktisch zum Wohnquartier, was entsprechend den ästhetischen 
Bestimmungen im Reklamereglement berücksichtigt werden müsse (Protokoll, 
pag. 50 f., Votum Bauinspektor; vgl. auch Beschwerdeantwort, act. 4, S. 3).

3.5.1 Das RR kennt eine an die verschiedenen Nutzungszonen angepasste Regelung 
(vgl. vorne E. 2.2, auch zum Folgenden). In den Wohnzonen werden Fremdreklamen 
entlang den Strassen gemäss Art. 7 Abs. 1 RR (Durchgangsstrassen) in den Formaten 
F4, F200 und F12 bewilligt (Art. 25 Abs. 2 RR), wogegen entlang von Quartierstrassen 
keine Fremdreklamen bewilligt werden (Abs. 1). In den gemischten Wohnzonen sind 
Plakatstellen erlaubt, bei guter Gestaltung können sie direkt auf den Fassaden 

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angebracht werden (Art. 26 RR). In den Kernzonen sind alle Formate ausser 
Grossformate sowie alle technischen Ausführungen zulässig (Art. 28 Abs. 2 RR). 
Einzelne Reglementsbestimmungen verlangen zwar eine Rücksichtnahme auf das 
Erscheinungsbild oder den besonderen Charakter des Gebäudes – wobei nicht 
zwischen den einzelnen Fassaden eines Gebäudes unterschieden wird (vgl. Art. 3 
Abs. 2 und Art. 28 Abs. 3 RR) –, jedoch kann das Kriterium des Wohnhauscharakters 
nicht genügen, um Reklamen zu verbieten. Dadurch würde der Grundsatz, dass 
Reklamen in bestimmten Nutzungszonen – insbesondere in der Kernzone – zulässig 
sind, ins Gegenteil verkehrt (vgl. Ausführungen in der Botschaft RR zu den Zonen nach 
Art. 28 RR, S. 60, wo allerdings ausdrücklich nur von Arbeitszonen die Rede ist). So 
sieht denn die Bauordnung der EG Bern vom 24. September 2006 (BO; SSSB 721.1) 
für die Kernzone hohe Wohnanteile von mindestens 90 % vor (Art. 21 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 19 Abs. 2 BO). Zwar werden die Bruttogeschossflächen von Ladengeschäften, 
Gast- und Unterhaltungsstätten sowie Freizeiteinrichtungen bei der Berechnung der 
Nichtwohnnutzung nicht angerechnet (Art. 21 Abs. 3 BO), was zu einem Wohnanteil 
von 0 % führen kann, es ist aber auch denkbar, dass bestimmte Gebiete der Kernzone 
einen hohen Wohnanteil aufweisen. Soweit die Gemeinde geltend machen will, 
Wohnhausfassaden seien (unabhängig von der konkreten Nutzungszone) generell von 
Reklamen freizuhalten (vgl. Protokoll, pag. 53, Votum Bauinspektor), kann ihr deshalb 
nicht gefolgt werden. Das Gleiche muss gelten, wenn die Gemeinde die (faktische) 
Zugehörigkeit einer Liegenschaft zu einem Wohnquartier als Kriterium heranziehen 
will: Die Liegenschaft B.________strasse 1 befindet sich in der Kernzone und grenzt 
an ein der Wohnzone zugeteiltes Gebiet (vgl. Nutzungszonenplan der EG Bern [NZP; 
SSSB 721.41]). Das RR sieht für die Übergangsbereiche zwischen verschiedenen 
Nutzungszonen keine spezielle Regelung vor. Wenn in einem solchen Gebiet ein 
Reklameverbot bestehen würde, stünde dieses nach dem Gesagten im Widerspruch 
zu den Bestimmungen des RR.

3.5.2 Im Übrigen liegt keine ästhetisch heikle Situation vor: Die Liegenschaft 
B.________strasse 1 liegt an der Ecke C.________-/B.________strasse und ist Teil 
des von der OLK als Subzentrum beschriebenen Gebiets zwischen der D.________- 
und der B.________strasse. Sie ordnet sich auch gestalterisch in dieses Subzentrum 
ein. Die OLK hat auch aufgezeigt, wie sich typische Wohngebäude in der Nähe des 
Quartierzentrums durch Abstandsgrün (Grünstreifen zwischen Strasse und 
Hauseingang) kennzeichnen, was für die Liegenschaft B.________strasse 1 gerade 
nicht zutrifft. Das erste angrenzende Grundstück erstreckt sich zwischen der 

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B.________- und der D.________strasse, wobei sich das Wohnhaus auf der Seite 
D.________strasse befindet und das Grundstück auch von dort her erschlossen wird. 
Dies führt zu einer optischen Trennung der Liegenschaft B.________strasse 1 von den 
benachbarten Wohnbauten (vgl. Fotodossier Augenschein, Akten BVE [act. 3D], 
pag. 58 ff. [nachfolgend: Fotodossier], Fotos Nrn. 5 und 6). Das Grundstück auf der 
gegenüberliegenden Seite der B.________strasse ist ebenfalls der Kernzone zugeteilt. 
Darauf befinden sich ein Parkplatz, eine Tiefgarageneinfahrt und ein Hochhaus mit 
einer angebauten eingeschossigen Geschäftszeile (vgl. Fotodossier, Foto Nr. 7). Im 
weiteren Verlauf der B.________strasse folgt auf dieser Strassenseite die 
grossflächige Schul- und Sportanlage G.________ (vgl. zum Ganzen NZP). Die 
geplante Plakatstelle ist von den in der Wohnzone gelegenen Gebäuden her nicht 
einsehbar. Vielmehr ist sie zur C.________strasse ausgerichtet. Von dort ist die 
Plakatstelle aufgrund ihrer Positionierung an der Gebäudeecke gut einsehbar. Entlang 
der C.________strasse, die als Durchgangsstrasse gilt, sind Reklamen grundsätzlich 
zulässig (vgl. Art. 7 Abs. 1 RR; Planbeilage vom 17. Januar 2003 zum RR).

3.5.3 Nach dem Ausgeführten kann – jedenfalls in der vorliegenden Konstellation – 
bei der Frage, ob ein Vorhaben den besonderen Charakter einer Liegenschaft 
verändert oder das Erscheinungsbild eines Gebäudes beeinträchtigt, nicht einzig 
darauf abgestellt werden, ob einer Fassade des Gebäudes Wohnhauscharakter 
zukommt. Ohnehin weist die Nordwestfassade der Liegenschaft B.________strasse 1 
nicht auf ein typisches Wohnhaus hin und wird die Liegenschaft im Gesamtbild nicht 
als solche mit reiner Wohnnutzung wahrgenommen: Die Ansicht wird vielmehr geprägt 
durch die Apotheke mit ihrem Schaufenster in der Nordostfassade des Gebäudes. Das 
Gebäude orientiert sich damit mit dem Geschäftsbereich zur C.________strasse hin, 
wie bereits die OLK ausgeführt hat. Gleich um die Hausecke, auf der Nordwestfassade 
des Erdgeschosses, weist ein Schild mit der Aufschrift «Apotheke» als Eigenreklame 
auf das Geschäft hin. Diese ist auf der gleichen Höhe wie der Schriftzug auf der 
Schaufensterseite angebracht und gleich gestaltet. Sie stellt damit die Fortführung des 
Schaufensterschriftzugs dar. In diesem Bereich der Nordwestfassade – der bis etwa 
zur Mitte des Gebäudes reicht, wo sich der Hauseingang zur Liegenschaft 
B.________strasse 1 befindet, und der zum Geschäftsteil gehört – sind nebst der 
Apotheken-Beschriftung zwei vergitterte Öffnungen, ein Anschlagbrett, eine 
Trafostation und eine Klimaanlage vorhanden (vgl. Fotodossier, Fotos Nrn. 1-6; zudem 
Baubewilligungsakten [act. 3A], pag. 20). Dieser Bereich hebt sich damit gestalterisch 
deutlich vom Rest der Fassade ab.

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3.5.4 Die OLK hat ausgeführt, dass das Gesamtbild der Nordwestfassade (und des 
Gebäudes) durch die geplante Plakatstelle nicht verändert werde (vgl. E. 3.3.2 hiervor). 
Zunächst fällt auf, dass die Liegenschaft im gesamten Erdgeschoss mit senkrecht 
angebrachten Fassadenplatten verkleidet ist, die sich auch farblich von den verputzten 
Obergeschossen unterscheiden. Wenn die OLK im Weiteren zwar nicht den 
Obergeschossen, jedoch dem Erdgeschoss die Symmetrie abspricht, ist dies nicht zu 
beanstanden. So besteht denn ein deutlicher Unterschied zwischen dem Fassadenbe-
reich links des Eingangs und demjenigen rechts davon (vgl. E. 3.5.3 hiervor). Der 
deutliche gestalterische Unterschied zwischen dem Fassadenbereich, auf welchem die 
streitbetroffene Plakatstelle angebracht werden soll, und dem Rest der 
Nordwestfassade führt dazu, dass das Gebäude von der B.________strasse her nicht 
als einheitlich und insgesamt nicht symmetrisch wahrgenommen wird. Weshalb diese 
deutlich hervortretenden Unterschiede für die Beurteilung der Symmetrie nicht ins 
Gewicht fallen sollen, wird von der BVE nicht begründet und ist auch nicht ersichtlich. 
Ebenso wenig überzeugt die Einschätzung der BVE, wonach die Fassade anspre-
chend gestaltet sei (angefochtener Entscheid, E. 3g). Die OLK ist der gegenteiligen 
Meinung und hält fest, das Haus weise (auch) mit Blick auf die Nordwestfassade keine 
besonders gute Architektur auf. Aufgrund des zuvor Ausgeführten trifft diese 
Einschätzung zu. Selbst wenn dereinst die Trafostation, das Anschlagbrett und 
allenfalls die Eigenreklame entfernt werden sollten (vgl. Protokoll, pag. 52 und 53, 
Voten Bauinspektor) – wofür im jetzigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte bestehen –, 
änderte dies nichts Grundsätzliches am Erscheinungsbild der Nordwestfassade, 
blieben doch das Klimagerät, die vergitterten Öffnungen, die fehlenden Fenster und die 
Fassadenplatten als prägende Gestaltungselemente bestehen.

3.6 Weiter hat die Gemeinde in der nach ihrem Dafürhalten fehlenden 
Rücksichtnahme auf die vorbestehende Situation, welche sich in der unausgewogenen 
Anordnung von Werbung auf kleinster Fläche äussern soll, eine (erhebliche) 
Beeinträchtigung des Erscheinungsbilds der Liegenschaft erkannt (Verfügung vom 
29.5.2013, Baubewilligungsakten [act. 3A], pag. 27; Beschwerdeantwort, act. 4, S. 4; 
vgl. auch Beschwerdeantwort im vorinstanzlichen Verfahren, Akten BVE [act. 3D], 
pag. 22). – Gemäss angepasstem Projekt soll die Plakatstelle etwa zentral unter der 
bestehenden Eigenreklame befestigt werden (vgl. vorne Bst. A; Baubewilligungsakten 
[act. 3A], pag. 20). Die OLK hat sich auch zum Zusammenspiel der beiden Reklamen 
geäussert. Dieses erachtet sie als stimmig und die geplante Anordnung für machbar 
(vgl. E. 3.3.2 hiervor). Diese Ansicht überzeugt: Mit der zentralen Anordnung unter der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.02.2015, Nr. 100.2014.95U, Seite 12

Apotheken-Beschriftung wird eine Symmetrie unter den Reklamen hergestellt und die 
geringen Abstände lassen die Reklamen als kompakt, jedenfalls nicht störend oder 
unausgewogen, erscheinen.

3.7 Die Beurteilung der OLK, wonach von der geplanten Plakatstelle keine 
negativen Auswirkungen auf die Liegenschaft B.________strasse 1 zu erwarten seien, 
erweist sich damit als nachvollziehbar und überzeugend. Die geplante Plakatstelle 
vermag das Erscheinungsbild des Gebäudes sowie dessen Charakter, welcher 
insgesamt wesentlich vom zur C.________strasse hin ausgerichteten Geschäft 
geprägt wird, nicht nachteilig zu verändern.

3.8 Betreffend die Auswirkungen der geplanten Plakatstelle auf die Umgebung hat 
die OLK deren Heterogenität hervorgehoben. Tatsächlich erweist sich die unmittelbare 
Umgebung des Gebäudes B.________strasse 1 mit dem gegenüberliegenden 
Parkplatz, den Geschäften, der Tramhaltestelle usw. als unruhig. Die Liegenschaft 
B.________strasse 1 ist in diese Umgebung eingebettet und bildet Teil dieses 
Subzentrums. Eine zusätzliche Plakatstelle in diesem Bereich fällt weder auf noch 
vermag sie zu einem dominierenden Aspekt zu werden. Diesbezüglich kann auch auf 
die vorangehende Erwägung verwiesen werden (vgl. E. 3.5.2 f. hiervor). 

3.9 Zusammenfassend erweisen sich die Ausführungen der OLK zu den Qualitäten 
der Umgebung des Vorhabens und der Liegenschaft sowie zur Wirkung der geplanten 
Plakatstelle auf das Gebäude und dessen Umgebung als nachvollziehbar. Sie 
vermögen vor allem mit Blick auf das Fotodossier des vorinstanzlichen Augenscheins 
zu überzeugen. Die geplante Plakatstelle steht damit in einem ausgewogenen 
Verhältnis zu ihrer Umgebung, verändert weder den Charakter der Liegenschaft noch 
deren Erscheinungsbild nachteilig und wird auch nicht zu einem dominierenden Akzent 
der Umgebung (vgl. Fachbericht, pag. 34). Soweit sich die BVE überhaupt mit den 
Ausführungen der OLK auseinandergesetzt hat, kann ihrer Begründung nicht gefolgt 
werden. Es besteht nach dem Gesagten kein Grund, von der überzeugenden 
Fachmeinung der OLK abzuweichen. Die Auffassung der Gemeinde, welcher ebenfalls 
ein besonderer Stellenwert beizumessen ist (vgl. vorne E. 3.1), erscheint unter den 
dargelegten Umständen nicht als haltbar. Eine Beeinträchtigung des Orts- und Stras-
senbilds liegt nicht vor (Art. 3 RR). Ebenso wenig wird das Erscheinungsbild des 
Gebäudes erheblich beeinträchtigt (Art. 28 Abs. 3 RR). Damit erübrigen sich weitere 
Ausführungen zur Bewilligungspraxis der Gemeinde unter den Aspekten des 
Rechtsgleichheitsgebots (Art. 8 Abs. 1 BV und Art. 10 Abs. 1 KV).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.02.2015, Nr. 100.2014.95U, Seite 13

4.

4.1 Die Beschwerde erweist sich insoweit als begründet, als die BVE die 
Verweigerung der nachgesuchten Bewilligung aus Gründen der Ästhetik bestätigt hat. 
Der angefochtene Entscheid hält der Rechtskontrolle damit nicht stand.

4.2 Die BVE wie auch bereits die Gemeinde haben sich – aufgrund ihrer 
Beurteilung nachvollziehbar – nur mit der Frage der Ästhetik der geplanten Plakatstelle 
auseinandergesetzt. Darüber, ob das Vorhaben allenfalls in Widerspruch zu andern im 
Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Vorschriften steht, haben die Vorinstanzen 
nicht befunden. Es ist nicht Sache des Verwaltungsgerichts als letzte kantonale 
Instanz, diese Frage erstmals zu prüfen. Die Gemeinde wird deshalb abzuklären 
haben, ob das Vorhaben auch die weiteren massgeblichen Vorschriften einhält und ob 
die Bewilligung, sofern sie erteilt werden kann, mit einer Auflage zur zeitlichen Be-
schränkung der beleuchteten Plakatstelle ergänzt werden muss (vgl. Art. 20 RR). Es 
bleibt anzumerken, dass in den sich in den Akten befindlichen Plänen noch der 
ursprünglich geplante Standort der Plakatstelle eingezeichnet ist, welcher hier nicht 
beurteilt worden ist. Die Beschwerdeführerin wird gehalten sein, den angepassten 
Standort der Plakatstelle gemäss ihrer Eingabe vom 22. Februar 2013 in den 
Bauplänen nachzutragen (vgl. Baubewilligungsakten [act. 3A], pag. 20).

4.3 Der angefochtene Entscheid ist damit aufzuheben und die Streitsache an die 
Gemeinde zurückzuweisen, damit diese das Baubewilligungsverfahren fortsetzt. 
Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen. 

5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt die Beschwerdeführerin mit ihrem 
Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihr sei die 
nachgesuchte Bewilligung zu erteilen, zwar nicht vollständig durch, erscheint jedoch 
grösstenteils als obsiegende Partei. Die Beschwerdeführerin hat deshalb für das 
Verfahren vor Verwaltungsgericht einen Viertel der Verfahrenskosten zu tragen, der 
Rest wird nicht erhoben (Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 VRPG). Die Gemeinde hat der 
Beschwerdeführerin drei Viertel der Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.02.2015, Nr. 100.2014.95U, Seite 14

Art. 104 Abs. 1 VRPG). Sie hat ihrerseits keinen Anspruch auf Parteikostenersatz 
(Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG). Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens sind 
ebenfalls neu zu verlegen. Vor der BVE war zusätzlich die hier nicht mehr 
Streitgegenstand bildende Gebühr für das Baubewilligungsverfahren umstritten. Da 
diese aber zusammen mit dem angefochtenen Entscheid aufgehoben wird und die 
Beschwerdeführerin insoweit nicht als unterliegend gilt, erfolgt die Kostenverlegung für 
das vorinstanzliche Verfahren entsprechend dem Ausgang des Verfahrens vor dem 
Verwaltungsgericht.

5.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt in seiner Kostennote vom 
29. Dezember 2014 neben Honorar und Auslagen Mehrwertsteuerkosten in der Höhe 
von Fr. 504.-- auf (8 % des Gesamtbetrags von Honorar und Auslagen). Die 
Beschwerdeführerin ist gemäss Unternehmens-Identifikationsnummer-Register (UID-
Register; einsehbar unter: <https://www.uid.admin.ch>) mehrwertsteuerpflichtig und 
kann somit die von ihrem Rechtsvertreter auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer 
eigenen Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. In solchen Fällen ist der 
Partei tatsächlich kein Aufwand angefallen und eine Abgeltung der Mehrwertsteuer 
käme einer mit Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG unvereinbaren 
Überentschädigung gleich. Nach neuer Praxis des Verwaltungsgerichts ist deshalb die 
in der Kostennote aufgeführte Mehrwertsteuer auf dem Honorar bei der Bestimmung 
des Parteikostenersatzes nicht zu berücksichtigen (BVR 2014 S. 484 E. 6.2).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Bau-, Verkehrs- 
und Energiedirektion des Kantons Bern vom 26. Februar 2014 aufgehoben und die 
Sache zur Fortsetzung des Bewilligungsverfahrens an die Einwohnergemeinde Bern 
zurückgewiesen wird. Soweit weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. a) Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden zu einem Viertel, ausmachend 
Fr. 750.--, der Beschwerdeführerin auferlegt. Die verbleibenden Kosten werden 
nicht erhoben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.02.2015, Nr. 100.2014.95U, Seite 15

b) Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, festgesetzt auf Fr. 6'300.-- (inkl. 
Auslagen), zu drei Vierteln, ausmachend Fr. 4'725.--, zu ersetzen.

3. a) Die Kosten des Verfahrens vor der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des 
Kantons Bern von Fr. 1'750.-- werden zu einem Viertel, ausmachend 
Fr. 437.50, der Beschwerdeführerin auferlegt. Die verbleibenden Kosten 
werden nicht erhoben.

b) Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten für 
das Verfahren vor der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, 
festgesetzt auf Fr. 5'040.-- (inkl. Auslagen), zu drei Vierteln, ausmachend 
Fr. 3'780.--, zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Beschwerdegegnerin
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern

und mitzuteilen:
- dem Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern z.H. der kantonalen 

Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder, Gruppe Bern-Mittelland

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.