# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db08017b-127a-54e5-9b61-011c3ba00665
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 23.03.2021 SK1 2017 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2017-40_2021-03-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 23. März 2021

(Mit Urteil 6B_884/2021 vom 10. Januar 2022 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

(Mit Urteil 6F_5/2023 vom 12. April 2023 hat das Bundesgericht das Revisionsge-
such gegen das Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2022 abgewiesen, so-
weit darauf einzutreten war.)

Referenz SK1 17 40

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Thöny, Aktuarin

Parteien A._____, 
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guy Reich
Reich Bortoluzzi Cahenzli Rechtsanwälte, Höschgasse 30, Post-
fach, 8034 Zürich 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

Gegenstand grobe Verletzung von Verkehrsregeln

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Albula vom 22.08.2017, mitgeteilt am 
13.09.2017 (Proz. Nr. 515-2014-9)

Mitteilung 29. Juni 2021

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Sachverhalt

A. Mit Urteil des Regionalgerichts Albula vom 22. August 2017 wurde A._____ 
der groben Verletzung von Verkehrsregeln durch Überschreiten der signalisierten 
Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 30 km/h für schuldig befunden. Gegen das 
am 25. August 2017 schriftlich eröffnete Urteil des Regionalgerichts Albula melde-
te A._____ am 30. August 2017 (Poststempel) Berufung an. Daraufhin teilte das 
Regionalgericht Albula den Parteien am 13. September 2017 das begründete Ur-
teil mit. Darin erkannte es wie folgt: 

1. A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln 
gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung 
mit Art. 90 Abs. 2 SVG.

2. Dafür wird A._____ bestraft mit:

a. einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 130.00, bedingt 
aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren und

b. einer Busse von CHF 350.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung 
derselben ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von drei Tagen. 

3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 9'040.00 (Untersuchungskosten 
Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'040.00, Gerichtskosten CHF 
8'000.00) gehen zu Lasten von A._____. 

4. A._____ schuldet dem Regionalgericht Albula folglich:

Busse CHF   350.00
Verfahrenskosten CHF 9'040.00
Total CHF 9'390.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 
30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Ein-
zahlungsschein zu bezahlen. 

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung). 

B. Am 2. Oktober 2017 reichte A._____ (nachstehend: Berufungskläger) beim 
Kantonsgericht von Graubünden die Berufungserklärung ein. Darin stellte er den 
Antrag, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Des Weiteren seien die ge-
samten Kosten beider Verfahren, sowohl des Regionalgerichts Albula als auch 
des zweitinstanzlichen Verfahrens, auf die Staatskasse zu nehmen beziehungs-
weise sei ihm für beide Gerichtsverfahren eine angemessene Entschädigung 
nebst 8% Mehrwertsteuer zuzusprechen. Sodann stellte er wie schon vor der Vor-
instanz den Antrag auf Einholung eines neutralen Gutachtens, welches sich zur 
tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit äussere. 

C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 12. Ok-
tober 2017 auf die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 

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StPO. Was den Antrag auf Einholung eines Gutachtens anbelangte, beantragte 
sie dessen Abweisung. 

D. Am 14. März 2018 fand eine erste mündliche Berufungsverhandlung statt. 
Mit gleichentags erlassenem Beschluss sistierte das Kantonsgericht von 
Graubünden das Verfahren zwecks Einholung eines Gutachtens zu der vom Be-
schuldigten im Zeitpunkt der Geschwindigkeitsmessung vom 17. Juli 2013 gefah-
renen effektiven Geschwindigkeit sowie zur Aussagekraft des bereits vorliegenden 
Messergebnisses. Mit Verfügung vom 20. November 2018 setzte der damalige 
Vorsitzende der I. Strafkammer auf Vorschlag der Staatsanwaltschaft hin Dipl. Ing. 
FH D._____ als Gutachter ein. Dessen Gutachten wurde dem Kantonsgericht am 
8. März 2019 zugestellt. 

E. Mit Datum vom 17. April 2019 liess der Berufungskläger eine umfassende 
Stellungnahme zum Gutachten vom 8. März 2019 einreichen. Die Staatsanwalt-
schaft Graubünden verzichtete auf die Einreichung einer Stellungnahme sowohl 
zum Gutachten wie auch zu den Ausführungen des Berufungsklägers hierzu. 

F. Am 23. März 2021 fand eine weitere mündliche Berufungsverhandlung vor 
dem Kantonsgericht von Graubünden statt, an welcher sowohl der Berufungsklä-
ger wie auch die Staatsanwaltschaft Graubünden teilnahmen. Beide Parteien hiel-
ten an ihren bisherigen Anträgen fest. Auf die mündliche Eröffnung des Urteils 
wurde im Einverständnis der Parteien verzichtet. Stattdessen wurde das Urteil den 
Parteien gleichentags schriftlich im Dispositiv mitgeteilt. 

Erwägungen

1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzli-
chen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich 
zu Protokoll anzumelden. Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Beru-
fung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 
begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben 
hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c). Die genannten Eintretensvoraussetzungen geben zu 
keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung ist demzufolge einzutreten. 

2. Dem Berufungskläger wird seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, am 
17. Juli 2013, um 14.19 Uhr, den Personenwagen Subaru Legacy 2.2 4WD, Kon-

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trollschild E._____, auf der F._____strasse bei C._____, Gemeindegebiet 
B._____, in Fahrtrichtung G.________, gelenkt zu haben. Dabei habe er die all-
gemeine Höchstgeschwindigkeit ausserhalb von Ortschaften von 80 km/h miss-
achtet und sei mit stark überhöhter Geschwindigkeit, nämlich nach Abzug der To-
leranz von 4 km/h mit 110 km/h und damit 30 km/h schneller als erlaubt, gefahren. 
Dies habe er getan, weil er aus Unaufmerksamkeit die Geschwindigkeit nicht im 
Auge behalten habe, wobei die geltende Höchstgeschwindigkeit gekannt habe 
oder aufgrund der angezeigten Signalisation hätte kennen müssen. Die Vorinstanz 
ist dieser Sachverhaltsdarstellung vollumfänglich gefolgt. Dies mit der Begrün-
dung, dass die massgebende Geschwindigkeit 110 km/h betragen und der Beru-
fungskläger im Rahmen der am Tag des Vorfalls erfolgten Einvernahme durch die 
Kantonspolizei Graubünden den Tatbestand der Geschwindigkeitsüberschreitung 
von 30 km/h vorbehaltlos anerkannt und eingestanden habe. Damit habe er ein 
bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern gezeigt, womit auch 
der subjektive Tatbestand erfüllt sei. Der Berufungskläger bestreitet mit seiner Be-
rufung den vorschriftskonformen Messvorgang sowie die Messgenauigkeit und 
damit den Umfang der Geschwindigkeitsüberschreitung von 30 km/h. Es ist nach-
folgend zu prüfen, ob die Regeln für Geschwindigkeitsmessungen eingehalten 
wurden und ob auf den gemessenen Wert abgestellt werden kann.

3. Zunächst ist festzustellen, dass der Berufungskläger in der polizeilichen 
Einvernahme am 17. Juli 2013 vor Ort wenige Minuten nach der Messung (nach 
Hinweis auf seine Rechte, die Aussage und die Mitwirkung zu verweigern und ei-
nen Verteidiger zu bestellen) den Vorhalt, eine grobe Verkehrsregelverletzung im 
Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG begangen zu haben, indem er die zulässige Höchst-
geschwindigkeit von 80 km/h (abzüglich 4 km/h Toleranz) um 30 km/h überschrit-
ten hatte, ohne jeglichen Vorbehalt anerkannte (vgl. StA act. 9). Des Weiteren 
bestätigte er in derselben Befragung zudem, die geltende Höchstgeschwindigkeit 
gekannt zu haben. Dies ist als vollumfängliches Geständnis – und zwar sowohl 
hinsichtlich der Tatbegehung wie auch bezüglich des exakten Wertes der Ge-
schwindigkeitsüberschreitung – zu qualifizieren. Die Tatsache, dass der Beru-
fungskläger in der Folge die Richtigkeit der Messung zunächst selber, dann auch 
durch seinen mittlerweile mandatierten Verteidiger anfechten liess sowie in der 
Befragung anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung den Anklagevorhalt 
bestritt, vermag dieses Geständnis nicht zu relativieren; im Übrigen sind keinerlei 
Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass es rechtswidrig erlangt worden sein könnte. 
Mit Schreiben vom 19. Juli 2013 an die Staatsanwaltschaft (vgl. StA act. 14) 
bestätigte der Berufungskläger die Überschreitung der zulässigen Höchstge-
schwindigkeit erneut und äusserte Bedauern über seine Unaufmerksamkeit. Am 

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Tage des Vorfalls sei er sich seiner kurzzeitigen Geschwindigkeitsüberschreitung 
bei den gegebenen Verhältnissen (trockene Fahrbahn/praktisch kein Ver-
kehr/keine Fussgänger) auf der kilometerlangen geraden Fahrstrecke zwischen 
C._____ und H.________ nicht bewusst gewesen. Jedoch bemerkte er in genann-
tem Schreiben auch, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung an der Grenze von 
einfacher zu grober Verkehrsregelverletzung liege. Aufgrund der Messwerte, aber 
auch der Messtechnik könne seine Überschreitung möglicherweise auch gerade 
noch unterhalb des Grenzwertes von 30 km/h liegen. Er bitte um Prüfung der An-
rechnung des darunterliegenden Wertes von 29 km/h. Ausserdem ersuche er um 
Zustellung einer Kopie des von ihm unterzeichneten Verzeigungsprotokolls, da er 
nicht mehr wisse, was er in der Hektik der Verzeigung unterschrieben habe. Der 
Berufungskläger bekannte sich somit ein zweites Mal geständig, dass er am 
Messpunkt tatsächlich massiv zu schnell fuhr, wenn auch aus dem zweiten Ge-
ständnis der exakte Wert der Geschwindigkeitsüberschreitung – im Gegensatz 
zum ersten Geständnis – nicht mehr abgeleitet werden kann. Sein sinngemässer 
Einwand, er habe das Einvernahmeprotokoll lediglich "in der Hektik der Verzei-
gung" unterschrieben, ohne sich des Inhalts bewusst gewesen zu sein, ist nicht 
glaubhaft. Im Protokoll, welches er unterzeichnet hatte, waren bei der Frage nach 
der Anerkennung des vorgeworfenen Tatbestandes unter Angabe der gemesse-
nen Geschwindigkeit und der ihm zur Last gelegten Geschwindigkeitsüberschrei-
tung zwei Antwortmöglichkeiten (Ja/Nein mit freien Zeilen für die Angabe einer 
Begründung) vorgedruckt, wobei im konkreten Fall das Feld "Ja" angekreuzt war. 
Dass er unter diesen Umständen unwissentlich den Sachverhalt anerkannte, er-
scheint ausgeschlossen und ist vielmehr als Schutzbehauptung zu werten. Es 
kann daher vorliegend ohne weiteres auf das Geständnis abgestellt werden. Wie 
die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden, ist jedoch auch aufgrund der übri-
gen Beweismittel erstellt, dass der Berufungskläger die erlaubte Höchstgeschwin-
digkeit um 30 km/h überschritten und damit eine grobe Verkehrsregelverletzung 
begangen hat.

4. Das für die Kontrolle verwendete Lasergeschwindigkeitsmessgerät Kl1 
Riegl FG21-P mit der METAS Nr. 408592 zeigte eine Geschwindigkeit des vom 
Berufungskläger gelenkten Personenwagens von 114 km/h an (vgl. StA act. 3 und 
4). Von Seiten des Berufungsklägers wird die Korrektheit dieser Messung in ver-
schiedener Hinsicht in Zweifel gezogen.

4.1. Der Berufungskläger rügt zunächst, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb 
die Staatsanwaltschaft keine Zeugenbefragungen durchgeführt habe. Solches wä-
re essenziell für die Verwertung des Polizeirapports gewesen. Dass die notwendi-

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gen und für die Verwertung von Geschwindigkeitsmassnahmen vorausgesetzten 
Tests wirklich entsprechend der Bedienungsanleitung des Geräts durchgeführt 
worden seien, sei bis zum heutigen Zeitpunkt lediglich eine Behauptung. Das 
Formular mit den Kreuzen bei den Tests sei nur schon deshalb kein Beweis, da 
nicht die Beamtin, welche auch die Messung durchgeführt habe, unterschrieben 
habe. Man wisse zudem nichts zur Kommunikation zwischen der Messbeamtin 
und dem Messverantwortlichen. 

4.1.1. Nach jeder Inbetriebnahme des Systems (z.B. nach Filmwechsel, Aus-
tausch des Speichermediums, Austausch des Messsystems, Änderung der Mess-
parameter usw.) ist gemäss den Weisungen des ASTRA über polizeiliche Ge-
schwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr vom 22. 
Mai 2008 ein Messprotokoll zu erstellen. Dabei müssen verschiedene Daten über-
prüft und nachvollziehbar dokumentiert werden. So ist insbesondere zu bestäti-
gen, dass ein Funktionstest erfolgreich durchgeführt wurde (vgl. Ziff. 11.1 der Wei-
sungen). Weiter ist die Messwerterfassung anhand der Bilddokumentation zu 
überwachen und ein Logbuch über die Kontrollmassnahmen zu führen (vgl. Ziff. 
11.2 der Weisungen). Gemäss Praxis des Bundesgerichts haben die Weisungen 
des ASTRA jedoch keinen Gesetzescharakter und stellen kein Bundesrecht im 
Sinne von Art. 95 lit. a BGG dar. Sie lassen die freie Beweiswürdigung durch die 
Gerichte unberührt (Ziff. 21 der Weisungen; BGer 6B_24/2019 v. 03.10.2019 
E. 3.4.). Eine allfällige Verletzung der Weisungen führt daher nicht zwingend zu 
einer Unverwertbarkeit des Messergebnisses und zu einem Freispruch des Betrof-
fenen (vgl. BGer 6B_937/2013 v. 23.09.2014 E. 1.4.). 

4.1.2. Im konkreten Fall bestätigte der messverantwortliche Polizist der Kantons-
polizei Graubünden auf dem Messprotokoll (vgl. StA act. 5) mit vier Kreuzen und 
durch seine Unterschrift, dass die erforderlichen Gerätetests durchgeführt worden 
seien. Damit besteht die Vermutung, dass er diese vor der ersten Messung vorzu-
nehmende Prüfung bedienungsanleitungskonform, pflichtbewusst und mit positi-
vem Ergebnis vorgenommen hat. Entgegen der Auffassung des Berufungsklägers 
bedarf es für diese Annahme nicht zusätzlich einer eingehenden schriftlichen oder 
mündlichen Darstellung des Messverantwortlichen, wie er im konkreten Fall vor-
gegangen ist, d.h. einer detaillierten Beschreibung der einzelnen vorgenommenen 
Testschritte wie etwa der Art und Distanz des Test-Ziels (vgl. BGer 6B_937/2013 
v. 23.09.2014 E. 1.4.). Ins Wanken gebracht oder gar umgestossen werden kann 
die Vermutung eines ordnungsgemäss vorgenommenen Funktionstests nur mit 
konkretisierten Einwendungen, die sich als stichhaltig erweisen könnten. Hierzu 
reicht der Verweis auf ein Urteil eines deutschen Amtsgerichts, welches im dorti-

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gen Fall die durchgeführten Tests als nicht vorschriftskonform qualifizierte, nicht 
aus. Die Bedienungsanleitung (vgl. StA act. 20 S. 8) zählt Beispiele von geeigne-
ten Zielen in rund 150 m Entfernung ("z.B. Mast, Verkehrszeichen oder Gebäude-
kanten") oder grösserer Distanz auf. Dass solche im unmittelbaren Umfeld der 
Messstelle nicht vorhanden gewesen sein sollen, wird nicht geltend gemacht und 
ist aufgrund der Videoaufzeichnung auch auszuschliessen. So waren beispiels-
weise bereits die zahlreichen weiss-schwarzen Strassenbegrenzungspfosten, die 
in kurzen Abständen angebracht waren, als Testobjekt für den Funktionstest ge-
eignet, so dass ein solcher ohne Weiteres korrekt durchgeführt werden konnte. 
Somit besteht kein Raum für die Annahme, es sei kein den Vorschriften entspre-
chendes Testziel für den Funktionstest verwendet worden und dieser sei daher 
nicht oder nicht fehlerfrei erfolgt. Dementsprechend waren auch keine Zeugenein-
vernahmen erforderlich, um diesbezüglich nähere Angaben zu erhalten. Vorlie-
gend sind auch keine weiteren Verfahrensvorschriften verletzt worden, die für die 
Wahrung der zu schützenden Interessen der betreffenden Person eine derart er-
hebliche Bedeutung haben, dass sie ihr Ziel nur erreichen können, wenn bei 
Nichtbeachtung die Verfahrenshandlung ungültig ist (vgl. BGE 139 IV 128 E. 1.6 
S. 134 mit Hinweis). Dies gilt namentlich für die gerügte ungenaue Bezeichnung 
der Messstelle sowie die falsche Bezeichnung des Fahrzeugs. Überdies bestehen 
auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der zuständige Messverantwortliche das 
Messprotokoll bewusst falsch ausgefüllt haben könnte. Allein der Umstand, dass 
das Feld "Datum der letzten Eichung" auf dem Formular nicht korrekt vorgedruckt 
ist, vermag an der Richtigkeit des Messprotokolls ebenfalls nichts zu ändern, zu-
mal ein gültiges Eichzertifikat vorliegt (vgl. StA act. 4). 

4.2. Der Berufungskläger beanstandet des Weiteren, dass bei der massgebli-
chen dritten Messung nicht das Kennzeichen, welches am besten reflektiere, er-
fasst worden sei, sondern die Motorhaube. Dies sei auch der Grund für das Auftre-
ten des verlängerten Messintervalls. Die Motorhaube sei schräg und flach und 
damit kein definierter Reflexionspunkt.

4.2.1 Was die konkrete Messung der Geschwindigkeit des Berufungsklägers be-
ziehungsweise von dessen Personenwagen betrifft, so ergibt sich aus der Video-
aufzeichnung (vgl. StA act. 8), dass diese lege artis erfolgte. Die Bedienerin der 
Laserpistole hat das Fahrzeug des Berufungsklägers, welches fast gerade auf das 
Messgerät zufährt, genau im Visier. In einer ersten Phase der Messung erscheint 
in der Fusszeile unter dem Titel "Status" zweimal der Begriff "invalid". Dies bedeu-
tet, dass die Messung nicht anforderungsgemäss durchgeführt worden war. Bei 
der dritten Messung wechselt die (vorher weisse, auf "--- km/h" stehende) Ge-

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schwindigkeitsanzeige in der Kopfzeile der Videoaufzeichnung um 14:19:59 Uhr 
jedoch auf grün, zeigt "+ 114 km/h" an und es erscheint in der Fusszeile unter dem 
Titel "Status" der Begriff "valid" (vgl. auch StA act. 3), was gemäss Bedienungsan-
leitung bedeutet, dass eine gültige Messung vorgenommen wurde (vgl. StA act. 20 
S. 8). Die Messung erfolgte zudem offensichtlich und unbestrittenermassen am 
Fahrzeug des Berufungsklägers und eine Fehlmessung durch Erfassung eines 
anderen Gegenstands kann ausgeschlossen werden. Weiter sind während der 
Messphase keine unerlaubten Schwenkbewegungen der Radarpistole sichtbar. 
Dass eine Messung nur dann gültig sein sollte, wenn das Kennzeichen des Fahr-
zeugs erfasst wurde, ergibt sich weder aus den Weisungen des ASTRA über poli-
zeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr 
vom 22. Mai 2008 (vgl. hierzu insbesondere Ziff. 7.1, in welcher festgehalten wird, 
dass Messungen mit Laserpistolen selbst durch Fensterscheiben eines Fahrzeu-
ges gestattet sind) noch aus der Bedienungsanleitung des Messgeräts (vgl. StA 
act. 20; hier wird unter Punkt 4.4 lediglich empfohlen, das Kontrollschild anzuvisie-
ren). Auch aus dem Umstand, dass vorgängig zwei Messungen als "invalid" quali-
fiziert wurden, lässt sich nicht darauf schliessen, dass deshalb auch die dritte 
Messung ungültig wäre. Schliesslich gilt es zu berücksichtigen, dass beide an der 
Messung beteiligten Polizisten gemäss Bescheinigung vom 4. Mai 2007 (vgl. StA 
act. 6) respektive vom 25. Oktober 2011 (vgl. StA act. 7) über die nötigen Fach-
kenntnisse zur Bedienung des Gerätes verfügten. 

4.2.2. Unter anderem zur Frage, ob die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit 
aufgrund der Videoaufnahmen zuverlässig ermittelt werden kann, wurde zudem 
ein gerichtliches Gutachten eingeholt (act. J.19). Der Gutachter führte darin aus, 
dass das verwendete Geschwindigkeitsmessgerät die Zulassungsprüfungen beim 
METAS bestanden habe, womit die Anzeige "valid" als sicher bezeichnet werden 
könne (act. J.19 Antwort auf Frage 2.7), Ausserdem stellte er fest, dass keine Um-
stände erkennbar seien, welche das Messergebnis in Frage stellen könnten 
(act. J.19 Antwort auf Frage 2.9). Im Zusammenhang mit diesem Gutachten gilt es 
zu beachten, dass das Gericht dessen Schlüssigkeit frei prüft (Art. 10 Abs. 2 
StPO) und nicht an den Befund oder die Stellungnahme des Sachverständigen 
gebunden ist. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismit-
tel und der Parteivorbringen ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gut-
achterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch wenn das gerichtlich eingeholte Gut-
achten grundsätzlich der freien Beweiswürdigung unterliegt, darf das Gericht in 
Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von ihm abrücken und muss es Abweichun-
gen begründen. Dabei ist zunächst darauf hinzuweisen, dass der Einwand des 
Berufungsklägers, der Gutachter sei nicht neutral gewesen, unbegründet ist. Der 

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Gutachter war an der Durchführung des Eich- bzw. Zertifizierungsverfahren des 
vorliegend benutzten Geschwindigkeitsmessgeräts nicht beteiligt, sondern wertete 
im konkreten Fall lediglich die ihm zur Verfügung gestellten Videoaufnahmen aus 
und prüfte allfällige Messfehler. Es liegen keine gewichtigen, zuverlässig begrün-
deten Tatsachen oder Indizien vor, welche die Unvoreingenommenheit des Gut-
achters in Frage zu stellen vermöchten. Allein seine Aussage, dass die Qualität 
der Geschwindigkeitsmessungen in der Schweiz hoch sei, vermag noch keine 
Vorbefasstheit zu begründen. Auch sind keine Gründe ersichtlich, weshalb der 
eingangs dargelegten und vom Gutachter bestätigten Feststellung betreffend die 
Gültigkeit der strittigen Geschwindigkeitsmessung nicht gefolgt werden dürfte. So 
vermag der Einwand des Berufungsklägers, der Gutachter sei von einem falschen 
Fahrzeugtyp ausgegangen, die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen in 
diesem Punkt nicht zu erschüttern. Allein der Umstand, dass der Berufungskläger 
mit den Schlussfolgerungen des Experten nicht übereinstimmt, vermag nicht zu 
belegen, dass die Expertise fehlerhaft ist. 

4.2.3. Der Berufungskläger bringt schliesslich vor, die Messung sei nicht verwert-
bar, weil diese in der Nähe von Starkstromleitungen vorgenommen worden sei. In 
deren Umfeld gebe es Störfelder. Geräte würden zwar geschirmt, aber es gebe 
keinerlei Informationen, ob sich dies auf das gesamte Gerät oder nur auf einzelne 
Komponenten beziehe. Wenn nicht geprüft werde, ob die Eichung auch in einem 
elektromagnetischen Störfeld gelte, dürfe die Messung nicht verwendet werden. 
Im konkreten Fall gibt es jedoch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Messung 
aufgrund elektromagnetischer Strahlung beeinträchtigt worden sein könnte. Wie 
vorstehend ausgeführt, wurde die strittige Messung vom Gerät als gültig qualifi-
ziert. Dies beweist, dass in jenem Moment die notwendigen Voraussetzungen er-
füllt waren. Allfällige Störeinflüsse durch Hochspannungsleitungen können daher 
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, da an-
dernfalls entsprechende Fehlmessungen verzeichnet worden wären. Gegenteili-
ges ergibt sich im Übrigen auch nicht aus der Bedienungsanleitung (vgl. StA act. 
20 S. 8).

4.3. Schliesslich rügt der Berufungskläger, die Frage nach dem Rundungsalgo-
rithmus des Messgeräts sei nach wie vor ungeklärt. Es sei nicht erstellt, dass die 
angezeigte Geschwindigkeit von 114 km/h tatsächlich auf die nächste gerade Zahl 
abgerundet worden sei. Falls der angezeigte Wert tatsächlich auf die natürliche 
Zahl 114 aufgerundet worden wäre, müsste nach Abzug der Toleranz von einer 
Geschwindigkeit von 109 km/h ausgegangen werden, was zu einem Freispruch 
führen müsste, weil die Ahndung einer Übertretung längst verjährt sei. 

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4.3.1. Laut Eichzertifikat Nr. 258-17683 vom 15. Februar 2013 (StA act. 4) wurde 
tags zuvor das Lasergeschwindigkeitsmessgerät Kl1 Riegl FG21-P, S.-Nr. 
2100798, Bilddokumentationssystem, DVR Laser G2 durch das Eidgenössische 
Institut für Metrologie METAS gemäss den Vorschriften der Geschwindigkeits-
messmittel-Verordnung (SR 941.261) geeicht und es wurde ausdrücklich bestätigt, 
dass das Messmittel die gesetzlichen Anforderungen erfülle und unter Berücksich-
tigung der Verordnung des ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung vom 
22. Mai 2008 eingesetzt werden dürfe. Die Eichung sei bis zum 28. Februar 2014 
gültig, solange das Messmittel den rechtlichen Anforderungen entspreche und 
keine Sicherungsmechanismen verletzt oder messrelevante Teile repariert worden 
seien. Dieses Zertifikat bezieht sich auf das Gerät mit der METAS-Nummer 
408592, und exakt diese Zahl findet sich sowohl im Messprotokoll betreffend den 
Berufungskläger (vgl. StA act. 5) neben der Ortsbezeichnung "Davos" als auch in 
der Fusszeile der Messaufnahme direkt unter dem Wort "Metas" (vgl. StA act. 3). 
Es ist somit ausgewiesen, dass sich das Eichzertifikat auf das verwendete Mess-
gerät bezieht. Dass sämtliche Bestimmungen zu den Geschwindigkeitsmess-
geräten eingehalten wurden, ist damit hinreichend bestätigt. Sofern, wie in diesem 
Fall, keine Hinweise vorhanden sind, dass sich relevante Umstände (Änderung 
der gesetzlichen Anforderungen, Verletzung von Sicherungsmechanismen oder 
Reparatur von messrelevanten Teilen) geändert hätten, darf von einwandfreier 
Funktion des Radargeräts und Korrektheit der Messung ausgegangen werden 
(vgl. dazu auch BGer 6B_988/2018 v. 02.11.2018 E. 1.3.1.). Dies umso mehr, als 
die Kantonspolizei Graubünden am 17. Dezember 2013 (StA act. 28) bestätigte, 
dass nach der Eichung vom 14. Februar 2013 am fraglichen Gerät keine Repara-
turen durchgeführt worden seien. 

4.3.2. Mit der Eichung und damit der Zertifizierung der Gesetzeskonformität wird 
auch bestätigt, dass das Gerät die Abrundung der gemessenen Geschwindigkei-
ten auf die nächste ganze Zahl in Einklang mit Art. 8 Abs. 1 der Verordnung des 
ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung (SR 741.013.1; VSKV-ASTRA) 
vornimmt. Es besteht somit kein Anlass, diesen Umstand in Zweifel zu ziehen. Im 
Übrigen verkennt der Berufungskläger, dass für die Frage, ob eine Verkehrsregel-
verletzung vorliegt, grundsätzlich die tatsächliche Geschwindigkeitsüberschreitung 
massgebend ist. Der Tatsache, dass Geschwindigkeitsmessungen durch techni-
sche Geräte möglicherweise minimal von den tatsächlichen Werten abweichen 
könnten, wird – zusätzlich zu den detaillierten Vorgaben für die Messgeräte und 
deren Installation – durch die Vorschrift von Sicherheitsmargen bei solchen Mes-
sungen Rechnung getragen. Gemäss Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung 
darf das Messmittel eine maximale Fehlergrenze von 3% bei Geschwindigkeiten 

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über 100 km/h aufweisen, um in Verkehr gesetzt zu werden (Anhang zu Art. 4). Im 
konkreten Fall führte das Eidgenössische Institut für Metrologie METAS mit 
Schreiben vom 21. Januar 2014 (StA act. 31) aus, dass während der Eichung vom 
14. Februar 2013 maximale Abweichungen von Einzelwerten lediglich bis +0.4% 
festgestellt worden seien. Dies entspricht bei gemessenen 114 km/h gerade ein-
mal 0.456 km/h, welche mit dem Sicherheitsabzug von 4 km/h bei weitem abge-
deckt sind. Für allfällige marginale Ungenauigkeiten – darunter fällt auch die vom 
Berufungskläger aufgeworfene Rundungsfrage – wurde damit bereits ein ausrei-
chender Sicherheitsabzug gewährt und dem Berufungskläger anstelle der gemes-
senen 114 km/h lediglich eine Geschwindigkeit von 110 km/h zur Last gelegt. Eine 
allenfalls minime Abweichung – wie sie vom Berufungskläger mit dem Bereich von 
1 km/h vorgebracht wird – wurde damit bereits berücksichtigt. Es kann folglich da-
von ausgegangen werden, dass die Messung korrekt war und der Berufungskläger 
mindestens 30 km/h zu schnell gefahren ist. Auch das Eidgenössische Instittut für 
Metrologie METAS gelangte daher zum Ergebnis (vgl. StA act. 31), dass die vom 
Berufungskläger mindestens gefahrene Geschwindigkeit im konkreten Fall 113.5 
km/h betragen würde. Die 110 km/h sind somit eine Annahme zu Gunsten des 
Berufungsklägers. Dass er eine tiefere Geschwindigkeit gefahren ist, kann damit 
zweifelsfrei ausgeschlossen werden. 

4.4. Zusammenfassend liegen alle notwendigen Dokumente für die Geschwin-
digkeitskontrolle am Fahrzeug des Berufungsklägers bei den Akten. Gemäss Gut-
achten wurde die Geschwindigkeitsmessung vom 17. Juli 2013 messtechnisch 
korrekt und unter Einhaltung der ASTRA-Weisungen vorgenommen. Anhaltspunk-
te für eine Fehlbedienung des Messgeräts oder ein Fehlverhalten des Messmittels 
liegen keine vor. Dementsprechend ist nach Würdigung der Beweise erstellt, dass 
der Berufungskläger mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h fuhr und die erlaubte 
Höchstgeschwindigkeit um 30 km/h überschritt.

5. Im Zusammenhang mit dem erstinstanzlichen Verfahren macht der Beru-
fungskläger sinngemäss eine Urkundenfälschung geltend. Im Protokoll, welches 
ihm zur Unterschrift vorgelegt worden sei, sei festgehalten worden, dass während 
der Einvernahme Ton- und Bildaufnahmen gemacht worden seien. Wie der Vorsit-
zende des Regionalgerichts dann aber zugegeben habe, sei dies nicht der Fall 
gewesen. Es mache einen Unterschied, ob seine Aussagen lediglich protokolliert 
oder auf Tonband aufgezeichnet würden. Gemäss Art. 78 Abs. 1 StPO werden die 
Aussagen der Parteien, Zeuginnen, Zeugen, Auskunftspersonen und Sachver-
ständigen laufend protokolliert. Gemäss Art. 78 Abs. 3 StPO sind lediglich ent-
scheidende Fragen und Antworten wörtlich zu protokollieren. Nach Abschluss der 

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Einvernahme wird der einvernommenen Person das Protokoll vorgelesen oder ihr 
zum Lesen vorgelegt. Sie hat das Protokoll nach Kenntnisnahme zu unterzeichnen 
und jede Seite zu visieren (Art. 78 Abs. 4 StPO). Wird die Einvernahme im Haupt-
verfahren mit technischen Hilfsmitteln aufgezeichnet, so kann das Gericht darauf 
verzichten, der einvernommenen Person das Protokoll vorzulesen oder zum Le-
sen vorzulegen und von dieser unterzeichnen zu lassen. Die Aufzeichnungen 
werden zu den Akten genommen (Art. 78 Abs. 5bis StPO). Entgegen der Auffas-
sung des Berufungsklägers besteht somit kein Anspruch auf eine Aufzeichnung 
der Einvernahme mit technischen Hilfsmitteln. Indem die Vorinstanz ihm das Pro-
tokoll zur Durchsicht und Unterzeichnung vorgelegt hat, ist sie den Anforderungen 
der StPO an die Protokollierung rechtsgenüglich nachgekommen. Dass im Proto-
koll fälschlicherweise festgehalten wurde, die Aussagen seien zusätzlich in Ton 
oder Bild festgehalten worden, vermag daran nichts zu ändern. 

6. Die Vorinstanz sprach den Berufungskläger der vorsätzlichen groben Ver-
letzung der Verkehrsregeln im Sinne der genannten Bestimmungen schuldig (an-
gefochtenes Urteil E. 4., 4.a und 4.b). Sie hat zutreffende Erwägungen sowohl 
zum hier interessierenden Art. 90 Abs. 2 SVG gemacht und die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung zur groben Verkehrsregelverletzung im Zusammenhang mit der 
Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 30 km/h kor-
rekt dargelegt. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz erweist sich als in allen 
Teilen zutreffend und bedarf keiner Ergänzungen, zumal sie anlässlich der Beru-
fungsverhandlung wie schon vor Vorinstanz nicht in Frage gestellt wurde. Es kann 
im Sinne von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich darauf verwiesen werden. Der 
Berufungskläger ist daher der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG für schuldig zu sprechen.

7. Die Vorinstanz bestrafte den Berufungskläger mit einer bedingten Geldstra-
fe von 15 Tagessätzen zu CHF 130.00 sowie mit einer Busse von CHF 350.00. 
Sie hat dabei die theoretischen Strafzumessungsregeln korrekt dargetan und den 
Strafrahmen richtig abgesteckt. Auf diese Erwägungen kann vorab zur Vermei-
dung von unnötigen Wiederholungen verwiesen werden (angefochtenes Urteil 
E. 5., 5.a und 5b; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

7.1. Im vorliegenden Berufungsverfahren gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass 
das Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 
EMRK) verletzt worden ist. Diesem Umstand ist bei der Strafzumessung ange-
messen Rechnung zu tragen. Es rechtfertigt sich daher, aufgrund der überlangen 
Verfahrensdauer die Anzahl an Tagessätzen von 15 auf 10 zu reduzieren. Auch 

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bei der Verbindungsbusse (vgl. angefochtenes Urteil E. 7) rechtfertigt sich unter 
diesem Aspekt eine Reduktion von rund 20%, weshalb die von der Vorinstanz mit 
zutreffender Begründung ausgesprochene Verbindungsbusse von CHF 350.00 auf 
CHF 300.00 reduziert wird. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezah-
lung der Busse wird auf zwei Tage festgelegt.

7.2. Was die Höhe der Tagessätze betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass der Be-
rufungskläger anlässlich der Berufungsverhandlung vom 23. März 2021 angab, ein 
jährliches Einkommen von CHF 72'000.00 netto – und damit mehr also vor der 
Vorinstanz deklariert – zu erzielen. Über sein Vermögen gab er keine Auskünfte. 
In diesem Zusammenhang gilt es zu berücksichtigen, dass bei Tatsachen, die 
dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten, das Verschlechterungs-
verbot nicht gilt (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Solche Tatsachen können bei-
spielsweise die wirtschaftlichen Verhältnisse zur Bemessung der Höhe des Ta-
gessatzes nach Art. 34 Abs. 2 Satz 3 StGB betreffen. Das Berufungsgericht darf 
nach der Rechtsprechung bei einer Verbesserung der finanziellen Verhältnisse 
nach dem erstinstanzlichen Urteil einen höheren Tagessatz festlegen, auch wenn 
ausschliesslich die beschuldigte Person Berufung erhoben hat (vgl. BGE 146 IV 
172 E. 3.3.3). Nach Abzug eines Pauschalabzugs von 20% für Prämien 
KVG/UVG, Berufslauslagen und laufende Steuern verbleibt damit ein massgebli-
ches Jahreseinkommen von CHF 57'600.00. Daraus ergibt sich ein Tagessatz von 
abgerundet CHF 150.00.

7.3. Was die Ausführungen zur Aufschiebung der Geldstrafe betrifft, kann voll-
umfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz (vgl. angefochtenes Urteil E. 6.a 
und 6.b) verwiesen werden. Der Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstra-
fe steht nichts entgegen, wobei die Probezeit von zwei Jahren zu bestätigen ist. 

8. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich eine Anpassung des vor-
instanzlichen Kostenspruchs. Dementsprechend gehen die Untersuchungskosten 
von CHF 1'040.00 und die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens von CHF 
8'000.00 zu Lasten von A._____. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 
6'950.00, bestehend aus Gerichtskosten, welche in Anwendung von Art. 7 der 
Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf 
CHF 3'000.00 festgelegt werden, und Gutachterkosten von CHF 3'950.00, gehen 
ebenfalls zulasten des unterliegenden Berufungsklägers (vgl. Art. 428 Abs. 1 
StPO). Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.

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Demnach wird erkannt:

1. A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 
32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 
2 SVG.

2. A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 
150.00 sowie einer Busse von CHF 300.00.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jah-
re festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

4. Bezahlt A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.

5. Die Untersuchungskosten von CHF 1'040.00 sowie die Kosten des vor-
instanzlichen Verfahrens von CHF 8'000.00 gehen zulasten von A._____.

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 6'950.00, bestehend aus 
Gerichtskosten von CHF 3'000.00 und Gutachterkosten von CHF 3'950.00, 
gehen zulasten von A._____.

7. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.

8. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

9. Mitteilung an: