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**Case Identifier:** ee936332-7a63-54eb-ace2-c36f6bece274
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.06.2019 200 2018 326
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-326_2019-06-17.pdf

## Full Text

200 18 326 IV
KNB/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Juni 2019

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. März 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1973 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im September 2008 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an, wobei sie auf einen Arbeitsun-
fall mit Rückenschädigung bzw. „halbseitige Schmerzen“ hinwies 
(Antwortbeilage [AB] 2). Die IVB tätigte erwerbliche und medizinische Ab-
klärungen (AB 8 ff.), u.a. liess sie die Versicherte in der MEDAS 
C.________ untersuchen (Gutachten vom 9. Juli 2009 [AB 28/2]) und holte 
einen Abklärungsbericht Haushalt vom 28. August 2009 (AB 30/2) ein. Am 
2. September 2009 forderte die IVB die Versicherte zur Schadenminderung 
in Form einer stationären psychiatrischen Behandlung auf (AB 31). Nach 
einer Hospitalisation im D.________ im Oktober/November 2009 (vgl. AB 
36/4) ordnete die IVB am 23. Juli 2010 eine rheumatologisch-
psychiatrische Untersuchung an (AB 38). Nachdem der Regionale Ärztliche 
Dienst (RAD) zum entsprechenden Verlaufsgutachten vom 19. Januar 
2011 (AB 44-46) Stellung genommen hatte (AB 53 f.), forderte die IVB die 
Versicherte am 2. März 2012 erneut auf, ihrer Mitwirkungs- und Schaden-
minderungspflicht nachzukommen bzw. die Therapie zu intensivieren (AB 
56). In der Folge gingen diverse Arztberichte und Unterlagen von Thera-
peuten ein (AB 58 ff.). Nach Durchführung einer Standortbestimmung (vgl. 
AB 62-66) und weiteren Abklärungen (AB 72 ff.) veranlasste die IVB am 15. 
August 2016 eine erneute Verlaufsbegutachtung (AB 95; vgl. Gutachten 
der MEDAS E.________ vom 7. April 2017 [AB 122.1]).

Aufgrund einer anonymen Meldung über Inkonsistenzen (AB 117) liess die 
IVB die Versicherte im Zeitraum zwischen April und Dezember 2016 obser-
vieren (Bericht über die Beweissicherung vor Ort [BvO] vom 14. Februar 
2017 [AB 116]). In der Folge legte die IVB die Observationsergebnisse der 
MEDAS E.________ zur Stellungnahme vor (AB 124), worauf die Gutach-
ter ihre Einschätzung vom 7. April 2017 (AB 122.1) am 24. Mai 2017 wider-
riefen (AB 127).

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Nach Durchführung eines persönlichen Gesprächs mit der Versicherten 
(AB 129) stellte ihr die IVB mit Vorbescheid vom 11. September 2017 (AB 
130) in Aussicht, vom 1. September 2007 bis zum 30. November 2008 eine 
Viertelsrente und vom 1. Dezember 2008 bis zum 31. März 2016 eine gan-
ze Rente auszurichten. Aufgrund der verspäteten Anmeldung werde die 
(ganze) Rente, worauf von April bis August 2007 Anspruch bestände, nicht 
ausgerichtet. Ab April 2016 bestehe kein Rentenanspruch mehr. Dabei ging 
die IVB von einem Status von 84% Erwerb und 16% Haushalt aus. Dage-
gen liess die Versicherte Einwand erheben (AB 137, 139). Am 12. März 
2018 verfügte die IVB wie angekündigt (AB 142).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, am 26. April 2018 Beschwerde mit folgenden Anträgen: 

1. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 12. März 

2018 betreffend Invalidenrente sei aufzuheben. 

2. Es sei der Beschwerdeführerin ab 1. April 2007 eine ganze Rente, ab 

1. September 2007 eine halbe Rente und ab 1. November 2008 eine unbe-

fristete ganze Invalidenrente auszurichten. 

3. Sämtliche auf der Observation der Beschwerdeführerin beruhenden Akten-

stücke seien aus den Akten zu entfernen. 

4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

In der Begründung wird im Wesentlichen die Zulässigkeit der Observation 
bestritten und eine Verbesserung des Gesundheitszustands in Abrede ge-
stellt. Zudem wird die Invaliditätsbemessung beanstandet.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2018 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, der Zeitpunkt der Erhöhung auf eine ganze Rente sei vom 1. De-
zember 2008 auf den 1. November 2008 zu korrigieren; im Übrigen sei die 
Beschwerde abzuweisen. 

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Am 7. August 2018 ging eine als „Replik“ bezeichnete Stellungnahme der 
Beschwerdeführerin ein. Diese ging am 25. Januar 2019 an die Beschwer-
degegnerin.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. März 2018 (AB 
142). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch seit dem 1. April 2007 
und die Frage, ob über den 31. März 2016 hinaus ein solcher besteht (vgl. 
zum Anfechtungs- und Streitgegenstand bei rückwirkend zugesprochenen 
abgestuften und/oder befristeten Invalidenrenten: BGE 125 V 413).

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Vorab rügt die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs. Die Beschwerdegegnerin habe sich in der ange-
fochtenen Verfügung mit keinem Wort zum Einwand geäussert, dass eine 
Arbeitsfähigkeit durch die BvO nicht nachgewiesen worden sei (Beschwer-
de, S. 8 f.; vgl. AB 139/8).

2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Die Begrün-
dungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Moti-
ven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebe-
nenfalls sachgerecht anzufechten. Es müssen wenigstens kurz die 
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten las-
sen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, 
dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und je-
dem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich 
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 
136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 
E. 5).

2.2 In der Verfügung wurde unter anderem dargelegt, dass im Rahmen 
der BvO keine Einschränkungen (mehr) festgestellt worden seien und von 
einer Aggravation ausgegangen werde (AB 142/8). Abgesehen davon, 
dass eine ausdrückliche Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Einwand 
nicht erforderlich ist (E. 2.1 hiervor), ist die Begründungsdichte in der
(ausführlichen) Verfügung ohne Weiteres ausreichend. Die Beschwerde-
führerin vermochte sie denn auch zweifellos sachgerecht anzufechten.
Sodann bestand – entgegen der Annahme in der „Replik“ (S. 5) – für die 

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Beschwerdegegnerin nach Erhalt der Observationsergebnisse keine Veran-
lassung, der Beschwerdeführerin Gelegenheit einzuräumen, „sich bei den 
Gutachtern zu erklären“, zumal sie anlässlich des Gesprächs vom 6. Juli 
2017 mit Sequenzen der Filmaufnahmen konfrontiert wurde und sich dazu 
äussern konnte (AB 129). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist nicht ver-
letzt worden.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

3.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen 
analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

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Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 141 V 9 
E. 2.3 S. 10). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähig-
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussen-
de Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit 
oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die an-
spruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne we-
sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). 

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.

Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit lässt 
sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

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4.1 Im Gutachten der MEDAS C.________ vom 9. Juli 2009 (AB 28/2) 
wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 21 f.):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Rezidivierende depressive Störung

- gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome

• Chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts

- bei medianer Discusprotrusion L5/S1

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Adipositas

Aus somatischer Sicht seien das Heben und Tragen von schweren Lasten 
und repetitive Arbeiten in Zwangshaltungen nicht mehr möglich. Leichte bis 
mittelschwere Tätigkeiten in Wechselhaltung seien vollschichtig zumutbar. 
Da das depressive Syndrom aktuell derart schwer ausgeprägt sei, sei die 
Explorandin aus psychiatrischer Sicht in der freien Wirtschaft derzeit nicht 
einsetzbar. Die 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab Juni 2007 sei zu bestätigen; 
ca. seit August 2008 bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr (S. 23).

4.2 Im interdisziplinären Gutachten vom 19. Januar 2011 (AB 45.1) 
nannten die Dres. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Me-
dizin und für Rheumatologie, und G.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, folgende Diagnosen (S. 4):

• Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)

• Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit/bei

- chronifiziertem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom mit Ausweitung in 

unabhängige Körperregionen (ICD-10 M54.4)

- medianer Diskusprotrusion L5/S1

• wahrscheinlichen Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2)

In somatischer Hinsicht wurde dargelegt, mehrere klinische Befunde seien 
bei unterschiedlicher Testung diskordant. Eine offensichtliche Aggravation 
könne zwar nicht beobachtet werden, die Hinweise für eine Selbstlimitie-
rung seien aber unübersehbar. Die Lumbalschmerzen seien nur zu einem 
kleinen Teil durch die bekannten (geringen) degenerativen Veränderungen 

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zu erklären. Während die Schmerzen im rechten Bein zumindest partiell als 
mögliche lumbospondylogene Ausstrahlungen angesehen werden könnten, 
liessen sich die Beschwerden im rechten Arm nicht eindeutig erklären. Es 
fänden sich keine somatischen Befunde, die auf eine leistungslimitierende 
Beeinträchtigung hinweisen würden (S. 2). 

Aus psychiatrischer Sicht finde sich ein schwer regressiver und invalidisie-
render Krankheitsverlauf nach initialem „Bagatelltrauma“ im April 2006, 
ohne nachweisbare organische Läsionen. Der Verlauf sei zunächst geprägt 
gewesen von der Entwicklung einer chronischen Schmerzstörung, spätes-
tens ab 2007 aber von einer (zunehmend im Vordergrund stehenden)
depressiven Symptomatik. Die Explorandin befinde sich in einem psycho-
pathologisch schwer alterierten Zustand, zeige eine schwer depressive 
Symptomatik und sei in diesem Zustand nicht nur vollkommen arbeitsun-
fähig, sondern an der Grenze zur Pflegebedürftigkeit, die von den Angehö-
rigen gewährleistet werde (S. 3). 

4.3 Im Gutachten der MEDAS E.________ vom 7. April 2017 (AB 
122.1) wurden folgende (Haupt-)Diagnosen gestellt (S. 50):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2)

2. Generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

3. Chronifiziertes generalisiertes Ganzkörperschmerzsyndrom ohne erklärbares 

anatomisches Korrelat bei massiver Dekonditionierung

4. Gonalgie links bei Status nach Kniedistorsion am 13.05.2016 

5. Chronisches lumbovertebrales, teilweise lumbospondylogenes Schmerzsyn-

drom beidseits, linksbetont

6. Arterielle Hypertonie, ungenügend eingestellt, mit rezidivierenden hypertensiven 

Entgleisungen

7. Adipositas Grad I nach WHO (BMI von 31.2 kg/m2) 

8. Hypercholesterinämie 

9. Nikotinabusus (kumulativ 50 pack years) 

10. Chronische Dyspepsie 

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Die Explorandin beklage starke Schmerzen am ganzen Körper, vor allem 
im Bereiche der Wirbelsäule, der Beine und des Beckens, gelegentlich 
auch der Arme. Am meisten würden sie die Kopf-, Rücken- und Bein-
schmerzen plagen. Sie verspüre diese Schmerzen auch in der Nacht, kön-
ne deshalb schlecht schlafen und es gäbe nichts, was die Schmerzen 
lindere. Sie könne höchstens 10 bis 15 Minuten spazieren gehen, dann 
schmerze es im Rücken und sie habe keine Kraft mehr. Auch sitzen gehe 
gerade so für 5 bis 6 Minuten, dann müsse sie sich anders positionieren. 
Sie könne auch nur ca. eine halbe Stunde liegen und müsse sich danach 
hin und her drehen, um eine bequeme Position zu finden. Bei starken Rü-
ckenschmerzen verliere sie sogar Urin, ohne dass sie es merke. Zudem 
habe sie Schmerzen in den Knien. Sie leide auch unter hohem Blutdruck. 
Wenn dieser sehr hoch sei, habe sie an der Schädeldecke Kopfschmerzen. 
Zudem beständen chronische dyspeptische Beschwerden und eine Obsti-
pation. Die Explorandin habe Angst allein zu sein und sei die ganze Zeit 
nur am Weinen, weil sie nichts mehr machen könne, auch nicht im Haus-
halt. Inzwischen habe sie keine Freude mehr am Leben, sei schnell müde 
und erschöpft und habe für die Zukunft keine Hoffnung mehr (S. 55).

Die allgemein-internistische Untersuchung ergebe das Bild einer 43-
jährigen, adipösen und dekonditionierten Explorandin. Trotz kardiovaskulä-
rer Risikofaktoren (Adipositas, Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie, 
Nikotinabusus) könne aus rein internistischer Sicht derzeit keine Diagnose 
mit Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 56).

Bei der rheumatologischen Untersuchung hätten sich vor allem ein sehr
demonstratives Schmerzverhalten, eine Selbstlimitierung und eine ausge-
prägte Dekonditionierung gezeigt. Eine organische Ursache für die diffusen 
und ubiquitären Schmerzen am Bewegungsapparat könne nicht objektiviert 
werden. Die Kreuzschmerzen seien zwar teilweise erklärbar, aber die In-
tensitäten, wie von der Explorandin angegeben, seien mit der Klinik und der 
Bildgebung bei Weitem nicht nachvollziehbar. Die gelegentlichen Knie-
schmerzen rechts und der Hyperextensionsschmerz seien mit einer
diskreten Meniskusläsion vereinbar; klinisch fehlten aber pathologische 
Meniskuszeichen (Bakerzyste oder Erguss). Die Schmerzen im Schulterbe-
reich, in der Wirbelsäule und im Kreuz würden jeglichem anatomischen 

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Korrelat entbehren. Sehr diskrepant sei die Tatsache, dass die Explorandin 
während des Ent- und Ankleidens und beim Positionswechsel von Rücken- 
auf Bauchlage und umgekehrt ihre Schulter vollumfänglich brauche (S. 56), 
belaste und nicht schone. Auch die nicht dermatombezogene Hyposensibi-
lität am rechten Ober- und Unterschenkel sei als funktionell zu beurteilen. 
Aus rein rheumatologischer Sicht sei der Explorandin in ihrer angestamm-
ten Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (S. 57).

Im Rahmen der psychiatrischen Exploration imponiere die Versicherte 
deutlich depressiv, so dass ein Dialog kaum zu führen sei. Die Begutach-
tung gestalte sich sehr schwierig, immer wieder komme es zu einem Ver-
stummen, die Fragen müssten teils mehrmals wiederholt werden, die 
Explorandin antworte verzögert, langsam und mit leiser, kaum hörbarer 
Stimme. Aktiv könne sie am Gespräch nicht teilnehmen. Sie wirke zuneh-
mend erschöpft und leidend, weshalb das Gespräch nach 40 Minuten ab-
gebrochen werden müsse. Im Vordergrund stehe eine ausgeprägte 
depressive Symptomatik, die emotionale Schwingungsfähigkeit sei deutlich 
eingeschränkt. Im Affekt wirke die Explorandin deprimiert, innerlich ange-
spannt, nervös, die Vitalgefühle seien deutlich herabgesetzt. Gestik und 
Mimik seien deutlich reduziert. Der formale Gedankengang sei verlang-
samt, teilweise komme es zu Blockaden. Es liessen sich auch kognitive 
Defizite eruieren und die Explorandin sei sowohl zur Situation als auch zeit-
lich nicht ausreichend orientiert. Die Depression sei klinisch als schwer 
einzustufen. Es seien auch Ängste vorhanden, die Explorandin berichte, sie 
könne nicht alleine sein, brauche immer jemanden um sich herum, sie kön-
ne auch nicht alleine nach draussen gehen. Obwohl die Versicherte sehr 
leidend wirke – was glaubhaft erscheine –, sei in gewissen Situationen eine 
gewisse Selbstlimitierung nicht von der Hand zu weisen. Hinweise für eine 
bewusstseinsnahe Aggravation fänden sich aber vordergründig nicht. Ob 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorliege, sei unklar, da die 
depressive Symptomatik alles andere überlagere (S. 57). Aus versiche-
rungspsychiatrischer Sicht bestehe eine 100%-ige Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit (S. 58). Retrospektiv könne überwiegend wahrscheinlich 
davon ausgegangen werden, dass die Explorandin seit ihrer Erstanmel-
dung (2008) durchgehend zu 100% arbeitsunfähig sei (S. 59). 

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4.4 Im BvO-Bericht vom 14. Februar 2017 (AB 116) wurde dargelegt, 
die Beschwerdeführerin habe in den Aktivitäten des Alltags keinerlei Ein-
schränkungen gezeigt. Während sie in unmittelbarer Nähe ihres Wohndo-
mizils jeweils einen kränklichen und hilfsbedürftigen Zustand gezeigt (z.B. 
sich bei ihren Begleitern mit dem Arm eingehakt) habe und mit unsicherem 
Schritt gegangen sei, habe sie abseits von zuhause ein anderes Bild ge-
zeigt. Dort habe sie ohne fremde Hilfe gehen können und einen sicheren 
Gang gehabt. Als sie sich unbeobachtet gefühlt habe, habe sie sich mit 
ihren Bekannten locker unterhalten können und ein normales Verhalten an 
den Tag gelegt (Ziff. 3.1). Die Beschwerdeführerin habe während der 
Überwachung keinerlei Berührungsängste gegenüber Dritten gezeigt. Sie 
habe sich über Stunden hinweg mit ihnen unterhalten und zusammensitzen 
können. Sie habe an Gesprächen teilgenommen, gestikuliert, gelacht und 
ihre Gesprächspartner umarmt. Sie habe keinerlei Rückzugstendenzen 
oder andere Auffälligkeiten gezeigt (Ziff. 3.2).

4.5 Am 24. Mai 2017 (AB 127) nahmen die Gutachter der MEDAS 
E.________ Stellung zu den Ergebnissen der BvO. Es beständen deutliche 
Diskrepanzen. In den Aufzeichnungen seien weder Beeinträchtigungen der 
Beweglichkeit noch Hinweise erkennbar, die auf eine deutlich ausgeprägte 
depressive Symptomatik schliessen lassen würden. Vielmehr sei eine Ver-
sicherte ersichtlich, die sich spontan unterhalte, dabei auch lachen könne. 
Gestik und Mimik seien nicht eingeschränkt. Auf den Videoaufnahmen wir-
ke die Versicherte psychisch völlig unauffällig und nicht schmerzgeplagt. 
Während sie anlässlich der Begutachtung ein beschwerlich wirkendes 
Gangbild gezeigt habe, „laufe“ sie zuhause flüssig. Es zeige sich ein ganz 
anderes Zustandsbild. Anlässlich der Untersuchung habe sie schwer de-
pressiv gewirkt, ein Dialog sei kaum möglich gewesen, sie habe Fragen 
teilweise nicht beantwortet, sei regelrecht verstummt, habe lange ge-
braucht, um zu antworten. Sie habe bei der Untersuchung sehr leidend und 
schmerzgeplagt gewirkt, so dass das Gespräch nach 40 Minuten habe ab-
gebrochen werden müssen. Bei dieser Diskrepanz handle es sich um eine 
„ausgeprägte Aggravation“, so dass an den im Gutachten gestellten Dia-
gnosen nicht festgehalten werden könne. Es bestehe keine Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und folglich auch keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit.

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5.

5.1 In beweisrechtlicher Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob die im Rah-
men der BvO erlangten Beweismittel (Bericht vom 14. Februar 2017 [AB 
116] und Videoaufzeichnungen [zwei DVDs]) im vorliegenden Verfahren 
verwertet werden dürfen.

5.1.1 Sowohl in der Unfall- wie auch in der Invalidenversicherung fehlte 
es bis zur Änderung des ATSG vom 16. März 2018 (Art. 43a und 43b 
ATSG [Volksabstimmung vom 25. November 2018]) – deren Zeitpunkt der 
Inkraftsetzung noch offen ist – an einer genügenden gesetzlichen Grundla-
ge, welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert re-
gelt (BGE 143 I 377 E. 4 S. 384). Eine unter geltendem Recht 
durchgeführte Observation verletzt damit Art. 8 der Europäischen Men-
schenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfas-
sung (BV; SR 101) und ist grundsätzlich rechtswidrig. Ob die Ergebnisse 
von Observationen trotz festgestellter Rechtswidrigkeit in einem konkreten 
Verfahren beweismässig verwertbar sind, beurteilt sich allein nach dem 
schweizerischen Recht. Dazu ist eine Abwägung zwischen den privaten 
Interessen des Betroffenen und dem öffentlichen Interesse an der Verhin-
derung des Versicherungsmissbrauchs durchzuführen (BGE 143 I 377 E. 
5.1.1 S. 385 f.). Von einem absoluten Verwertungsverbot ist im Sozialversi-
cherungsrecht insoweit auszugehen, als es um Beweismaterial geht, das 
im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde. Wur-
de die versicherte Person demgegenüber nur im öffentlichen Raum, ohne 
äussere Beeinflussung und ohne dass ihr eine Falle gestellt wurde, über-
wacht, war sie zudem weder einer systematischen noch ständigen Über-
wachung ausgesetzt und wurde die Observation aufgrund ausgewiesener 
Zweifel eingeleitet, überwiegt grundsätzlich das erhebliche öffentliche In-
teresse an der Verhinderung eines Versicherungsmissbrauchs, womit der 
Observationsbericht inkl. Foto- und Videoaufnahmen in die Beweiswürdi-
gung miteinbezogen werden dürfen (BGE 143 I 377 E. 5.1.2 f. S. 386; Ent-
scheide des Bundesgerichts [BGer] vom 9. November 2017, 9C_328/2017, 
E. 5, und vom 15. Februar 2018, 8C_2/2018, E. 4.3).

5.1.2 Bereits im Jahr 2011 haben die Gutachterinnen Dres. med. 
G.________ und F.________ diskordante Befunde und eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 14

Selbstlimitierung festgestellt (AB 45.1/2), was in der Folge vom 
rheumatologischen (AB 122.1/56) und vom psychiatrischen Gutachter der 
MEDAS E.________ (AB 122.1/57) bestätigt wurde. Zudem erhielt die Be-
schwerdegegnerin am 8. Oktober 2015 einen anonymen Hinweis, wonach 
es der Beschwerdeführerin gar nicht so schlecht gehe, wie sie geltend ma-
che (AB 117). Damit bestanden Anhaltspunkte für Zweifel an den geklagten 
Beschwerden, weshalb die objektive Gebotenheit der Observation (BGE 
137 I 327 E. 5.4.2.1 S. 332) zu bejahen ist. Hinsichtlich des beanstandeten 
Überwachungszeitraums (Beschwerde, S. 6 f.) ist festzuhalten, dass sich 
die BvO insgesamt zwar über 8 Monate (April bis Dezember 2016) 
erstreckte, jedoch auf 17 Tage begrenzt war, wobei allein an 10 Tagen 
Videoaufnahmen erfolgten (AB 116/2). Die Beschwerdeführerin war damit 
weder einer systematischen noch ständigen Überwachung (E. 5.1.1 
hiervor) ausgesetzt (vgl. auch BGer 8C_2/2018, in dem das Bundesgericht 
eine Observation während insgesamt 13 Monaten als zulässig qualifiziert 
hat). Ferner erfolgten die Beobachtungen einzig im öffentlichen Raum. Auf 
den Videoaufzeichnungen ist hauptsächlich zu sehen, wie die Beschwerde-
führerin mit Drittpersonen – teilweise angeregt und fröhlich – Gespräche 
führt, mit Familienangehörigen und Bekannten Ausflüge ins Freibad und in 
den Wald (Picknick) macht, einkaufen geht, usw. Ferner gibt es keine An-
haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin Beeinflussungsversuchen 
ausgesetzt gewesen oder ihr gar eine Falle gestellt worden wäre. Schliess-
lich kann der Beschwerdeführerin auch nicht gefolgt werden, wenn sie gel-
tend macht, es seien auch Aufnahmen von anderen Personen (inkl. 
Kindern) in Badekleidung gemacht worden, womit der Eingriff in die Pri-
vatsphäre weitaus schlimmer sei, als „normale“ Observationsaufnahmen 
(Beschwerde, S. 7). Denn zum einen ist es einer Überwachung im öffentli-
chen Raum inhärent, dass allenfalls auch unbeteiligte Dritte zu sehen sind, 
so dass allein dieser Umstand auch nicht zu einer Unverwertbarkeit der 
Ergebnisse der Überwachung führen kann. Zum anderen unterstehen 
sämtliche zuständigen Fallverantwortlichen der Geheimhaltungspflicht (Art. 
33 ATSG). Damit kann nicht von einer schweren Verletzung der Persön-
lichkeit ausgegangen werden. Demgegenüber wiegt das Interesse der All-
gemeinheit resp. der Beschwerdegegnerin, unrechtmässige 
Leistungsbezüge abzuwenden, schwerer als das Interesse der Beschwer-
deführerin (und allfälliger Drittpersonen) an einer unbehelligten Privatsphä-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 15

re. Folglich dürfen die ohne ausreichende gesetzliche Grundlage erlangten 
Erkenntnisse aus der Überwachung in die Beweiswürdigung miteinbezogen 
werden. Für eine beantragte Entfernung der Observationsergebnisse aus 
den Akten besteht kein Anlass.

5.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353).

5.3 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob 
ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität 
zu bewirken vermag, anhand eines strukturierten normativen Prüfungsras-
ters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für 
sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429). Eine 
invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung 
liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der ersten 
Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 
131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Gesund-
heitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation 
oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 S. 287). 
Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 16

te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (E. 3.6 S. 294). Dabei sind systematisierte 
Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die
Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ 
einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur 
(E. 5 S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgra-
des ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch 
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand 
der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (E. 6 S. 308).

Nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se 
ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des 
Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rü-
gen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen 
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwen-
dung dieser in BGE 137 V 210 E. 6 S. 266 entwickelten Grundsätze auf die 
nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem 
einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder 
gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit 
weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte 
der massgeblichen Indikatoren erlauben (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).

5.4 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass nach Ablauf des 
Wartejahres (dazu vgl. E. 6.2 hiernach) ab April 2007 eine volle Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit vorlag. In der Folge bzw. ab Austritt aus dem Spital 
H.________ per Juni 2007 ging sie von einem verbesserten Gesundheits-
zustand resp. von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit aus. Zufolge einer 
Verschlechterung anerkannte sie ab August 2008 wiederum eine vollstän-
dige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit. Spätestens ab dem Zeitpunkt der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 17

BvO (April 2016) lägen keine Einschränkungen mehr vor (AB 142/7 f.). Wie 
nachfolgend aufgezeigt wird, ist dies im Grundsatz (vgl. aber E. 5.4.3 hier-
nach) nicht zu beanstanden.

5.4.1 Im Zeitraum vom Unfall (10. April 2006 [AB 5/1, 18/4]) bis zum Aus-
tritt aus dem Spital H.________ im Juni 2007 (AB 13/23) wurden der Be-
schwerdeführerin jeweils 100%-ige Arbeitsunfähigkeiten attestiert (vgl. AB 
13/9 ff., 18/38). Hinweise, dass eine Verweistätigkeit zumutbar gewesen 
wäre, bestehen nicht. Folglich hat eine – im entsprechenden Zeitraum noch 
somatisch begründete – volle Erwerbsunfähigkeit als erstellt zu gelten.

5.4.2 Ab Mitte Juni 2007 bzw. nach dem Klinikaufenthalt im Spital 
H.________ (AB 13/23) attestierten die Experten der MEDAS C.________ 
im Gutachten vom 9. Juli 2009 (AB 28/2), das die Beweisanforderungen 
erfüllt und eine Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er-
laubt, eine – psychiatrisch begründete – 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 23; 
vgl. auch AB 18/35). Zu klären bleibt die Relevanz bzw. die (rechtliche) 
Massgeblichkeit der gutachterlich attestierten Einschränkung in der Arbeits-
fähigkeit (vgl. E. 5.3 hiervor).

Für diese Zeitperiode sind keine Anhaltspunkte für Ausschlussgründe im 
Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung (E. 5.3 hiervor) nachgewie-
sen. In Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung ist – was die Aus-
prägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.1 S. 298) anbelangt – festzuhalten, dass die Gutachter der MEDAS 
C.________ eine schwere Episode der rezidivierenden depressiven 
Störung diagnostizierten (AB 28/22). Es wurden u.a. ein deutlich verminder-
ter Antrieb und Insuffizienz- resp. Schuldgefühle erwähnt, zudem bestan-
den Suizidgedanken. Die im Psychostatus befundeten pathologischen 
Aspekte waren schwer ausgeprägt (AB 28/21). Bezüglich des 
„Behandlungs- und Eingliederungserfolgs“ (E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist anzu-
merken, dass die Beschwerdeführerin nebst der medikamentösen sowohl 
ambulante wie auch stationäre Therapien in Anspruch genommen hatte 
und die Behandlung als adäquat eingestuft wurde (AB 28/22, 28/25), was 
als Indiz für eine rechtserhebliche invalidisierende Gesundheitseinschrän-
kung zu werten ist. Hinsichtlich der „Komorbiditäten“ (E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) 
ist schliesslich das diagnostizierte chronische lumbospondylogene Syn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 18

drom (AB 28/23) zu erwähnen. In Bezug auf den Komplex Persönlichkeit 
(E. 4.3.2 S. 302) lassen sich den medizinischen Unterlagen für die hier zu 
beurteilende Zeitperiode keine Angaben entnehmen. Der Komplex sozialer 
Kontext (E. 4.3.3 S. 303) zeigt, dass die Beschwerdeführerin damals über 
geringe mobilisierbare Ressourcen verfügte. Im damaligen Gutachten der 
MEDAS C.________ wurde diesbezüglich die familiäre Unterstützung ge-
nannt (AB 28/26). Den Akten ist jedoch auch zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin damals sehr zurückgezogen gelebt und Angst vor 
sozialen Kontakten gehabt habe (AB 17/3). Des Weiteren ist in der Katego-
rie „Konsistenz“ in Bezug auf die Einschränkung des Aktivitätsniveaus in 
vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1 S. 303 f.) für die damalige Zeit 
keine Ungleichmässigkeit nachgewiesen. Der Indikator „behandlungs- und 
eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck“ ist als erfüllt zu 
betrachten, nachdem die Beschwerdeführerin – wie erwähnt – angemesse-
ne therapeutische Optionen in Anspruch nahm. Damit besteht kein Anlass, 
von der Einschätzung der damaligen Gutachter der MEDAS C.________ 
abzuweichen. Folglich ist ab Juni 2007 von einer 50%-igen Arbeits- und 
Erwerbsunfähigkeit auszugehen, welche gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (E. 
3.3 hiervor) ab dem 1. September 2007 zu berücksichtigen ist.

5.4.3 Ab August 2008 ist gestützt auf die beweiskräftige Expertise der 
MEDAS C.________ (AB 28/2) eine - einen Revisionsgrund darstellende - 
Verschlechterung der psychischen Verfassung und eine erneute 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit erstellt (S. 23). Diese Einschätzung findet ihren Rückhalt 
im psychiatrisch-rheumatologischen Gutachten der Dres. med. F.________ 
und G.________ vom 19. Januar 2011 (AB 45.1/3) und hält der Validierung 
mittels der sog. Indikatorenprüfung stand (vgl. E. 5.4.2 hiervor). Entgegen 
der angefochtenen Verfügung (AB 142/8) ist diese Verschlechterung 
gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV (E. 3.3 hiervor) bereits per 1. November 2008 
– und nicht erst per 1. Dezember 2008 (vgl. AB 142/8) – zu berücksichti-
gen, was die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (Ziff. A. 1. 
bzw. Ziff. C. 27.) zu Recht anerkennt.

5.4.4 Spätestens ab Beginn der BvO (April 2016) ist keine gesundheitli-
che Einschränkung mit Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit mehr erstellt, 
so dass auf diesen Zeitpunkt hin ein weiterer Revisionsgrund vorliegt. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 19

Einschätzung der Gutachter der MEDAS E.________ vom 24. Mai 2017 
(AB 127) ist – insbesondere unter Berücksichtigung der im Rahmen der 
BvO erlangten und im vorliegenden Prozess verwertbaren (vgl. E. 5.1.2 
hiervor) Beweismittel – nachvollziehbar und überzeugt:

Anlässlich der Untersuchung in der MEDAS E.________ (Dezember 2016) 
zeigte sich die Beschwerdeführerin schwerst depressiv (AB 112), sehr lei-
dend und schmerzgeplagt (AB 122.1/46), machte erhebliche Einschrän-
kungen im Alltag und in den sozialen Kontakten geltend („sei die ganze Zeit 
am Weinen, weil sie nichts mehr machen könne“ [AB 122.1/35]; „sozial 
komplett zurückgezogen“ [AB 122.1/66]), zeigte ein beschwerliches Gang-
bild („läuft langsam und mit leicht nach vorn gebeugtem Oberkörper“ [AB 
122.1/37], „an den Wänden gehalten und geschwankt sowie gestöhnt“ [AB 
122.1/41]) und ein Dialog war praktisch unmöglich („grenzwertig begutach-
tungsfähig“ [AB 122.1/47]). Dagegen waren während der Observation (April 
bis Dezember 2016) keinerlei Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit, 
keine Einschränkungen im sozialen Kontext oder Hinweise für eine depres-
sive Symptomatik festzustellen (AB 127/1). Vielmehr zeigte sich die Be-
schwerdeführerin in grösseren Menschenansammlungen und mit 
Verwandten und/oder Bekannten (z.B. im Freibad) mit uneingeschränkter 
Mimik, Gestik und Körperhaltungen (schleppt Brennholz zur Feuerstelle, 
„bückt sich, geht diverse Male in die Knie und trägt mehrere Äste“ [AB 
116/4]), teilweise fröhlich, insgesamt völlig unauffällig, mit flüssigem Gang-
bild und nicht schmerzgeplagt (AB 116/2, 127). Von einem Sterbewillen 
(AB 112) bzw. Lebensüberdruss (AB 28/21) kann nicht gesprochen wer-
den. Damit liegt eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten 
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten vor. Das demonstrative 
Schmerzverhalten (AB 122.1/56) ist angesichts der Observationsergebnis-
se unglaubwürdig und die psychosozialen Verhältnisse erscheinen weitge-
hend intakt. Es liegt eine „ausgeprägte Aggravation“ (AB 127/2) – wenn 
nicht gar eine Simulation im Sinne eines „Schauspiels“ – vor. Da die Vali-
dierung nach BGE 141 V 281 auf der ersten Ebene einen Ausschlussgrund 
(E. 5.3 hiervor) ergibt, besteht von vornherein keine versicherte Gesund-
heitsschädigung mehr (BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 287); in somatischer 
Hinsicht bestehen keine Einschränkungen mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit (AB 122.1/56 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 20

6.

6.1 Im Abklärungsbericht Haushalt vom 28. August 2009 (AB 30/2) 
wurde – namentlich aufgrund des vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (2006 
[Unfall]) ausgeübten Pensums von insgesamt 84% (AB 30/3) – eine hypo-
thetische Erwerbstätigkeit von 84% und eine Haushaltstätigkeit von 16% 
angenommen. Anhaltspunkte, dass dieser Status nicht korrekt sein könnte, 
sind weder ersichtlich noch werden solche von der Beschwerdeführerin 
geltend gemacht. Folglich ist die Invaliditätsbemessung mittels der sog. 
gemischten Methode vorzunehmen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Entgegen der in 
der Beschwerde (S. 10) vertretenen Auffassung findet dabei die neue Re-
gelung von Art. 27bis Abs. 2-4 IVV (in Kraft seit dem 1. Januar 2018) man-
gels Vorwirkung keine Anwendung (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 372 des 
Bundesamts für Sozialversicherungen [BSV] vom 9. Januar 2018; abrufbar 
unter: www.bsv.admin.ch; vgl. auch Entscheid des BGer vom 8. August 
2018, 8C_145/2018, E. 6.2).

6.2 Die Anmeldung der Beschwerdeführerin erfolgte im September 
2008 (AB 2) und damit verspätet. Denn das Wartejahr gemäss aArt. 29 
Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung 
[Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in der seit dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung]) 
begann mit dem Unfall am 10. April 2006 (AB 18/4) zu laufen (vgl. E. 5.4.1 
hiervor) und war am 10. April 2007 erfüllt. Gemäss aArt. 48 Abs. 2 IVG (in 
der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung), wonach die 
Leistungen lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate 
ausgerichtet werden, wenn die Anmeldung mehr als zwölf Monate nach 
Entstehen des Anspruchs erfolgt, können die Rentenbetreffnisse hier erst 
ab dem 1. September 2007 ausgerichtet werden (vgl. auch AB 140 sowie 
IV-Rundschreiben Nr. 253 des BSV). Gründe, weshalb die Rente bereits ab 
dem 1. April 2007 ausgerichtet werden soll (vgl. Beschwerde, Ziff. I. 2.) 
nennt die Beschwerdeführerin nicht. Unter diesen Umständen braucht der 
von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invaliditätsgrad (84%) für die Zeit 
von April bis August 2007 nicht überprüft zu werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 21

6.2.1 Der Einkommensvergleich für die Zeitperiode vom 1. September 
2007 (E. 5.4.2 hiervor) bis zum 31. Oktober 2008 (E. 5.4.3 hiervor) ist nicht 
zu beanstanden. In Anwendung von Art. 16 ATSG resultiert für den Erwerb 
eine ungewichtete Einbusse von 39% (Valideneinkommen: Fr. 35‘176.-- 
[LSE 2006, TA1, Anforderungsniveau 4 {statt 1}, Wirtschaftszweig 93 {per-
sönliche Dienstleistungen}, Fr. 3‘309.-- x 12 Monate, umgerechnet auf 41.9 
Wochenarbeitsstunden und angepasst auf den Lohnindex des Jahres 
2007, Pensum von 84%], Invalideneinkommen: Fr. 21‘440.-- [LSE 2006, 
TA1, Anforderungsniveau 4, Total, Fr. 4‘019.-- x 12 Monate, umgerechnet 
auf 41.7 Wochenarbeitsstunden und angepasst auf den Lohnindex des 
Jahres 2007, Pensum von 84%, Einschränkung von 50%]). Dies entspricht 
einem gewichteten Invaliditätsgrad von 32.8%.

Unter Berücksichtigung einer (grosszügigen [vgl. AB 30/7]) Einschränkung 
im Haushaltsbereich von ebenfalls 50% (AB 142/7) resultiert im 16%-igen 
Haushaltanteil ein gewichteter Invaliditätsgrad von 8%.

Insgesamt beläuft sich der Invaliditätsgrad auf 41%, womit für diese Zeitpe-
riode ein Anspruch auf eine Viertelsrente besteht.

6.2.2 Aufgrund der vollständigen Erwerbsunfähigkeit in der Zeitperiode 
vom 1. November 2008 bis zum 31. März 2016 besteht im Erwerbsbereich 
von vornherein ein 100%-iger Invaliditätsgrad. Dass die Einschränkung im 
Haushalt für diesen Zeitraum „nicht speziell abgeklärt“ wurde (AB 142/8), 
ist nicht zu beanstanden. Denn selbst eine 100%-ige Einschränkung im 
Haushaltsbereich würde nichts am Rentenanspruch ändern, besteht bei 
einem gewichteten Invaliditätsgrad von 84% im Erwerbsbereich doch
ohnehin eine ganze Rente.

6.2.3 Ab dem 1. April 2016 besteht keine versicherte Gesundheitsschädi-
gung mehr (vgl. E. 5.4.4 hiervor) und es ist von einer uneingeschränkten 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Folglich erübrigt sich eine 
Invaliditätsbemessung und die Rente ist auf diesen Zeitpunkt hin (Art. 88bis 
Abs. 2 lit. b IVV) revisionsweise aufzuheben.

6.3 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
12. März 2018 (AB 142) insoweit abzuändern, als die (zu Recht auf den 
31. März 2016 befristete [vgl. Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV]) ganze Rente

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 22

bereits ab dem 1. November 2008 – statt ab dem 1. Dezember 2008 – zu-
zusprechen ist. Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens im Betrag von Fr. 700.-- der Be-
schwerdeführerin und im Betrag von Fr. 100.-- der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der Anteil der Beschwerdeführerin wird dem ge-
leisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- entnommen. Der Restbetrag von 
Fr. 100.-- wird ihr zurückerstattet.

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Entsprechend dem sehr geringfügigen Obsiegen ist der Beschwerdeführe-
rin eine von der Beschwerdegegnerin zu ersetzende reduzierte Parteien-
tschädigung von pauschal bzw. ermessensweise festgesetzten Fr. 200.-- 
(inkl. Auslagen und MWSt.) zuzusprechen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 12. März 2018 insoweit abgeändert, als der Be-
schwerdeführerin vom 1. November 2008 bis 31. März 2016 eine gan-
ze Invalidenrente zugesprochen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde 
abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juni 2019, IV/18/326, Seite 23

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 800.-- festgelegt. Davon werden 
der Beschwerdeführerin Fr. 700.-- und der Beschwerdegegnerin 
Fr. 100.-- zur Bezahlung auferlegt. Der Anteil der Beschwerdeführerin 
wird dem Kostenvorschuss von Fr. 800.-- entnommen. Die übrigen 
Fr. 100.-- werden der Beschwerdeführerin zurück erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine reduzierte 
Parteientschädigung von pauschal Fr. 200.-- (inkl. Auslagen und 
MWSt.) zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- I.________

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.