# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5408c251-7007-5a7e-9401-d7b07c2f8739
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2011 D-7175/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7175-2010_2011-11-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­7175/2010

U r t e i l   v om   2 1 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;   
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

Parteien 1. A._______, geboren am (…),
und deren Tochter 
2. B._______, geboren am (…),
Äthiopien / Eritrea, 
(…),  
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 10. September 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführerinnen  suchten  am  22. November  2008  in  der 
Schweiz um Asyl nach.

A.a Im Rahmen der Erstbefragung im Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
(EVZ)  C._______  vom  27. November  2008  und  der  Anhörung  nach 
Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) 
durch  das  BFM  vom  8. Mai  2009  sowie  einer  ergänzenden  Anhörung 
durch das BFM vom 20. Januar 2010 brachte die Beschwerdeführerin 1 
im  Wesentlichen  vor,  sie  stamme  aus  Eritrea,  habe  jedoch  seit  ihrem 
fünften  Lebensjahr  in  Äthiopien  gelebt.  Als  sie  fünfzehn  oder  sechzehn 
Jahre  alt  gewesen  sei,  habe  sie  in  D._______  einen  äthiopischen 
Staatsangehörigen  geheiratet;  sie  seien  Eltern  von  (…)  Kindern. 
Nachdem  sich  Eritrea  von  Äthiopien  abgespalten  habe,  habe  sie  die 
eritreische  Staatsangehörigkeit  beantragt.  Die  am  (…)  ausgestellte 
eritreische  Identitätskarte  habe  30.– Nafka  gekostet.  Ihre  Kinder  seien 
wie ihr Ehemann äthiopische Staatsangehörige. Sie habe die äthiopische 
Staatsangehörigkeit  jedoch  nicht  beantragt.  Im  Jahr  1998  seien  alle  in 
Äthiopien lebenden Eritreer aufgefordert worden, das Land zu verlassen, 
und  auch  sie  sei  ausgeschafft  worden.  An  den  genauen  Ablauf  der 
Deportation  könne  sie  sich  indes  nicht  mehr  erinnern,  dazu  sei  das 
Ereignis zu schmerzhaft gewesen. Da es zwischen Eritrea und Äthiopien 
keine  telefonische Verbindung gebe, habe sie keine Möglichkeit gehabt, 
den  Kontakt  mit  ihren  Kindern  in  Äthiopien  aufrechtzuerhalten.  Sie  sei 
deshalb  sehr  deprimiert  gewesen.  In  dieser  schwierigen  Situation  habe 
ihr die Pfingstgemeinde Trost gespendet. Sie sei dieser Gemeinschaft  in 
E._______  beigetreten  und  auch  entsprechend  getauft  worden.  Ihre 
Glaubensschwestern  und  ­brüder  hätten  ihr  Unterkunft  gewährt  und  sie 
auch  finanziell  unterstützt.  Den  Glauben  hätten  sie  nur  heimlich 
praktizieren  können,  da  es  immer  wieder  Verhaftungen  und  Kontrollen 
von  Angehörigen  dieser  Kirche  durch  Sicherheitsleute  der  Regierung 
gegeben habe. Als sie erfahren habe, dass auch sie bedroht sein könnte, 
da  sie  und  ihre  Glaubensschwestern  und  ­brüder  von  Unbekannten 
verraten  worden  seien,  habe  sie  Eritrea  etwa  im Mai  2006  in  Richtung 
F._______ verlassen, von wo aus sie nach G._______ weitergereist sei. 
Von  G._______  aus  habe  sie  mit  ihrer  Familie  in  Äthiopien  telefonisch 
Kontakt  aufgenommen.  Im  Oktober  2008  sei  ihre  jüngste  Tochter  (die 
Beschwerdeführerin 2)  zu  ihr  nach  G._______  gekommen.  Zusammen 
seien sie via H._______  in die Schweiz gereist.  Ihre Familie  lebe  immer 

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noch  in  D._______,  wobei  ihre  Tochter  I._______  zurzeit  in  J._______ 
behandelt  werde,  da  sie  erkrankt  sei.  Auch  sie  (die 
Beschwerdeführerin 1) habe gesundheitliche Beschwerden.

A.b  Die  Beschwerdeführerin 2  machte  ihrerseits  anlässlich  der 
Erstbefragung  im  EVZ  C._______  vom  27. November  2008  und  der 
Anhörung  durch  das  BFM  vom  8. Mai  2009  sowie  der  ergänzenden 
Anhörung  vom  20. Januar  2010  im  Wesentlichen  geltend,  sie  sei 
äthiopische Staatsangehörige, da sich die Staatsangehörigkeit von ihrem 
Vater,  der  Äthiopier  sei,  ableite.  Sie  habe  mit  ihrem  Vater  und  den 
Geschwistern  in D._______ gelebt und dort keine Probleme gehabt. Sie 
habe  ihr Heimatland  im Oktober 2008 einzig deshalb verlassen, weil sie 
ihre Mutter (die Beschwerdeführerin 1) vermisst habe. Ein Onkel habe sie 
zur  Beschwerdeführerin 1  nach  K._______  gebracht.  Nachdem  ihr  die 
Beschwerdeführerin 1  von  der  Pfingstgemeinde  erzählt  habe,  sei  sie 
dieser  Glaubensgemeinschaft  ebenfalls  beigetreten.  Sie  sei  aber  noch 
nicht  getauft  worden.  Ihre  Schwester  I._______  sei  krank  und  werde 
zurzeit  in  L._______  behandelt;  die  Beschwerdeführerin 1  habe 
L._______ mit J._______ verwechselt.

A.c Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten 
des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten 
verwiesen (vgl. Vorakten A4, A5, A10, A11, A14 und A15). 

B. 
B.a Mit Verfügung vom 10. September 2010 – eröffnet am 14. September 
2010  –  stellte  das  BFM  fest,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten. Es  lehnte die Asylgesuche ab und 
ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug an. Gleichzeitig verfügte es die Einziehung der als 
Fälschung  erkannten  eritreischen  Identitätskarte  der 
Beschwerdeführerin 1. 

B.b  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die 
Vorbringen  der Beschwerdeführerin 1  hielten  den Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  stand.  Sie  habe  sich  zu 
wesentlichen Punkten nur unsubstanziiert geäussert. So habe sie weder 
zu ihrer Deportation nach Eritrea und ihrem dortigen Leben noch zu den 
Gründen  für  die  Flucht  aus  Eritrea  konkrete  Angaben machen  können. 
Ihre  diesbezüglichen  Angaben  liessen  jegliche  subjektiv  geprägte 
Wahrnehmung vermissen. Zwar sei es durchaus möglich, dass Personen, 

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die  über  zurückliegende  Ereignisse  berichten  sollen,  sich  nicht  an  alle 
Details  erinnern  können.  Jedoch  könnten  solche  Personen 
erfahrungsgemäss  durchaus  erlebnisgeprägt  und  chronologisch 
zusammenhängend  berichten.  Unsicherheiten  über  den  genauen 
Ereignisablauf  oder  andere  Details,  die  in  ihrer  Erinnerung  verblasst 
seien,  würden  dabei  stets  durch  detaillierte  und  authentische 
Ausführungen aufgewogen. Umgekehrt  entspreche es einem bekannten 
Aussageverhalten,  generelle  Erinnerungslücken  vorzuschieben,  wenn 
über nicht selbst Erlebtes berichtet werde. Ein solches Aussageverhalten 
sei  wenig  glaubhaft.  Die  Beschwerdeführerin 1  habe  sich  zudem 
realitätsfremd geäussert, indem sie angegeben habe, sie sei in nur einem 
Tag  von  E._______  in  das  970 km  entfernte  M._______  gefahren. 
Realitätsfremd  sei  auch  die  Angabe,  sie  habe  für  die  eritreische 
Identitätskarte  im Jahr 1992 30.– Nafka bezahlt. Diese Währung sei erst 
1997  eingeführt  worden.  Zudem  weise  die  Identitätskarte  wesentliche 
Fälschungsmerkmale  auf:  Papier  und  Format  entsprächen  nicht  echten 
Identitätskarten,  das  Foto  sei  falsch  aufgeklebt  und  die  üblichen 
Sicherheitsmerkmale  würden  fehlen.  Die  als  gefälscht  erkannte 
Identitätskarte  sei  in  Anwendung  von Art. 10 Abs. 4  AsylG  einzuziehen. 
Es  widerspreche  erfahrungsgemäss  dem  Verhalten  einer  tatsächlich 
verfolgten  Person,  ein  gefälschtes  Dokument  einzureichen.  Der 
Beschwerdeführerin 1  könnten  daher  weder  die  geltend  gemachte 
eritreische Staatsangehörigkeit noch die daraus abgeleiteten Probleme in 
Äthiopien  und  Eritrea  geglaubt  werden.  Es  erübrige  sich,  auf  weitere 
Ungereimtheiten  einzugehen,  zumal  keine  Hinweise  auf  eine  gezielt 
gegen  sie  gerichtete  Verfolgung  vorlägen.  Die  Beschwerdeführerin 2 
habe  keine  eigenen  Fluchtgründe  geltend  gemacht.  Die 
Beschwerdeführerinnen  erfüllten  damit  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht, 
weshalb die Asylgesuche abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen 
sei. Es sei davon auszugehen, dass auch die Beschwerdeführerin 1 mit 
hoher Wahrscheinlichkeit Staatsangehörige von Äthiopien sei. Zwar seien 
auch  andere  Heimat­  oder  Herkunftsländer  denkbar,  jedoch  sei  es  bei 
fehlenden  entsprechenden  Hinweisen  nicht  Sache  der  Asylbehörden, 
nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypothetischen 
Herkunftsländern  zu  forschen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerinnen  nach  Äthiopien  sei  zulässig,  zumutbar  und 
möglich.  Sie  verfügten  in  D._______  über  ein  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz  und  es  sei  ihnen  zuzumuten,  sich  dort  mit  Hilfe  ihrer 
Angehörigen  wieder  einzugliedern.  Die  gesundheitlichen  Probleme  der 
Beschwerdeführerin 1  –  (Aufzählung  Beschwerden)  –  seien  auch  in 
Äthiopien  behandelbar.  Ihrer  Familie  dürfte  es  möglich  sein,  allfällige 

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diesbezügliche Kosten zu decken, zumal sie auch  in der Lage gewesen 
sei, eine kranke Tochter in L._______ behandeln zu lassen.

C. 
C.a  Mit  Eingabe  vom  4. Oktober  2010  erhoben  die 
Beschwerdeführerinnen  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde, 
worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Gewährung 
des Asyls, eventualiter um Gewährung der vorläufigen Aufnahme ersucht 
wurde.  In  formeller  Hinsicht  wurde  zudem  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht,  wobei  diesbezüglich  mit 
Eingabe vom 8. Oktober 2010 zwei Fürsorgeabhängigkeitsbestätigungen 
vom 4. Oktober 2010 nachgereicht wurden. 

C.b Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin 1  im Wesentlichen 
vor,  ihr  sei  im  Jahr  1998  die  Ausübung  des  (Berufs)  in  Äthiopien 
untersagt  worden,  da  alle  Eritreer  das  Land  hätten  verlassen  müssen. 
Nach  ihrer  Ausweisung  habe  sie  keine  Möglichkeit  gehabt,  mit  den 
Kindern  in  Kontakt  zu  bleiben,  worunter  sie  sehr  gelitten  habe.  In 
E._______ habe ihr die Pfingstgemeinde Unterkunft und spirituellen Halt 
gegeben.  Die  Kirchenmitglieder  hätten  sich  jeweils  im  Geheimen 
versammelt.  Im  März  oder  April  2006  sei  sie  von  den 
Sicherheitsbehörden  gewarnt  worden,  dass  sie  wegen  ihrer  religiösen 
Aktivitäten  ins Gefängnis  kommen  könnte.  Aus  diesem Grund  habe  sie 
Eritrea verlassen. Im Jahr 2008 sei die Beschwerdeführerin 2 zu ihr nach 
G._______ gekommen und gemeinsam seien sie in die Schweiz gereist. 
Ihre Familie habe  in Äthiopien auch Probleme gehabt. Die Kinder  seien 
wegen  ihrer  eritreischen Mutter  benachteiligt worden.  Zudem hätten  die 
Behörden  das  neu  gebaute  Haus  zerstört.  Ein  Sohn  habe  deswegen 
psychische  Probleme.  Vor  einem  Monat  sei  eine  weitere  Tochter – 
I._______ – in die Schweiz gekommen; sie habe (Krankheit) und befinde 
sich im Spital. 

Das BFM habe den Sachverhalt nicht vollständig und  richtig erfasst. So 
treffe  die  Ausführung  in  der  angefochtenen  Verfügung,  sie  habe  in 
E._______  bei  Geschwistern  gewohnt,  nicht  zu;  sie  habe  dort  bei 
Glaubensschwestern  und  ­brüdern  gelebt.  Unerwähnt  geblieben  seien 

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nicht  nur  ihre  gesundheitlichen  Probleme,  sondern  auch  die  Tatsache, 
dass  sie  bei  der  Deportation  nach  Eritrea  die  Kinder  in  Äthiopien  habe 
zurücklassen müssen  und  fortan  keine Kontaktmöglichkeit mehr  gehabt 
habe,  und  dass  sich  die  Pfingstgemeindemitglieder  heimlich  getroffen 
hätten.  Die  Sache  sei  deshalb  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM 
zurückzuweisen.  Eventualiter  seien  die  übersehenen  Punkte  durch  das 
Bundesverwaltungsgericht  zu  berücksichtigen.  Zwar  treffe  es  zu,  dass 
ihre Angaben  teils nicht detailliert seien, aber dafür  lägen entschuldbare 
Gründe  vor.  Sie  leide  seit  der  Trennung  von  den  Kindern  an  einer 
Depression und verdränge alle Ereignisse, die mit der Ausschaffung aus 
Äthiopien zusammenhängen würden. Sie habe aber genügend Hinweise 
gegeben,  um  festzustellen,  dass  sie  tatsächlich  in  E._______  gelebt 
habe. Die Reise von E._______ nach M._______ habe effektiv viel länger 
gedauert  als  von  ihr  angegeben.  Sie  beabsichtige,  Beweise  zum 
Gesagten – Bestätigungen der (…) in Äthiopien und der Pfingstgemeinde, 
Arztzeugnisse – nachzureichen. Die Beschwerdeführerin 2 habe bei den 
Anhörungen aus Angst nicht von den Problemen der Familie in Äthiopien 
gesprochen. Das Haus in D._______ sei einzig deshalb zerstört worden, 
weil  sie  (die  Beschwerdeführerin 1)  Eritreerin  sei.  Es  mute  zynisch  an, 
wenn  gesagt  werde,  sie  könne  nach  Äthiopien,  von  wo  sie  vertrieben 
worden  sei,  zurückkehren.  Nach  Eritrea  könne  sie  aufgrund  der 
geschilderten Probleme indes auch nicht zurück. Eine Trennung von der 
Beschwerdeführerin 2  würde  gegen  Art. 8  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verstossen.

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  12. Oktober  2010  stellte  der 
Instruktionsrichter  fest,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  den  Ausgang 
des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  können.  Den  Entscheid  über 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege verwies er 
auf  einen  späteren  Zeitpunkt  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Schliesslich  räumte  er  den  Beschwerdeführerinnen 
eine  Frist  von  dreissig  Tagen  zur  Einreichung  allfälliger  weiterer 
Beweismittel  ein,  verbunden  mit  dem  Hinweis,  dass  das 
Beschwerdeverfahren  bei  ungenutztem  Fristablauf  aufgrund  der 
Aktenlage weitergeführt werde. 

E. 
Mit Eingabe  vom 15. Oktober  2010  reichten  die Beschwerdeführerinnen 
hinsichtlich  der  Erkrankung  von  I._______  ein  ärztliches  Zeugnis  des 

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(Spitals)  vom  (…)  ein  (Diagnose:  […]).  Zudem  reichten  sie  drei 
äthiopische  Arztberichte  ein,  die  den  schlechten  psychischen  Zustand 
des Sohnes N._______ belegen würden. 

F. 
Am  8. November  2010  ging  ein  Bericht  des  (Spitals)  vom  (…)  ein, 
wonach  I._______ aufgrund der nicht  heilbaren Erkrankung zunehmend 
auf  Pflege  angewiesen  sei;  sie  werde  täglich  von  der 
Beschwerdeführerin 1 besucht, die die Pflege teilweise übernehme. 

G. 
Mit  Eingabe  vom  20. November  2010  (Datum  Poststempel;  Schreiben 
datiert  vom  19. November  2010)  reichten  die  Beschwerdeführerinnen 
eine  weitere  Beschwerdeergänzung  ein.  Unter  Verweis  auf  zwei  die 
Beschwerdeführerin 1  betreffende  ärztliche Berichte  von  (Arzt)  vom  (…) 
(bereits  aktenkundig;  vgl.  A19)  und  vom  (…)  brachten  sie  im 
Wesentlichen  vor,  die  Beschwerdeführerin 1  leide  an  (Aufzählung 
Beschwerden).  Bei  der  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  werde  um Berücksichtigung  des  Krankheitsbildes 
ersucht. 

H. 
In seiner Vernehmlassung vom 22. Februar 2011 beantragte das BFM die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Diese  enthalte  keine  neuen  erheblichen 
Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunkts 
rechtfertigen könnten. Die Tochter, die Ende August 2010 in der Schweiz 
um  Asyl  nachgesucht  habe  (I._______),  leide  an  (Krankheit). 
Diesbezüglich  sei  festzustellen,  dass  (Krankheit)  auch  in  D._______ 
behandelbar  sei.  Zudem  sei  es  der  wohlhabenden  Familie  zuzumuten, 
die Tochter im Ausland behandeln zu lassen. Die Krankheit bilde deshalb 
kein  Hindernis  für  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführerinnen  nach 
Äthiopien. 

I. 
In ihrer Replik vom 8. März 2011 brachten die Beschwerdeführerinnen im 
Wesentlichen vor, das BFM nehme einzig zum gesundheitlichen Zustand 
von  I.________  Stellung,  äussere  sich  jedoch  nicht  zu  den  übrigen 
Beschwerdevorbringen,  weshalb  von  der  Richtigkeit  der  geltend 
gemachten Einwände auszugehen sei. Das BFM sehe in der Erkrankung 
von I._______ kein Wegweisungshindernis. Diesbezüglich müsse jedoch 
der  Ausgang  des  Asylverfahrens  von  I._______  abgewartet  werden. 

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Solange  keine  rechtskräftige  Wegweisung  von  I._______  vorliege,  sei 
angesichts  deren  Pflegebedürftigkeit  vom  Bestehen  eines 
Wegweisungshindernisses auszugehen. Der Beschwerdeführerin 1 sei es 
auch nicht zuzumuten, ihr krankes Kind zurückzulassen. 

J. 
Mit Eingabe vom 28. Oktober 2011 erklärte die Beschwerdeführerin 1 den 
Rückzug  der  Beschwerde,  da  sie  mit  dem  Leichnam  ihrer 
zwischenzeitlich  verstorbenen  Tochter  I._______  nach  Äthiopien 
zurückkehren wolle.

K. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  1. November  2011  forderte  der 
Instruktionsrichter  die  Beschwerdeführerin 2  auf,  bis  zum  11. November 
2011  mitzuteilen,  ob  die  Beschwerderückzugserklärung  der 
Beschwerdeführerin 1 vom 28. Oktober 2011 auch für sie gelte. 

L. 
Mit Eingabe vom 8. November 2011  teilte die Beschwerdeführerin 2 mit, 
dass sie an ihrer Beschwerde festhalte. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). 

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerinnen  haben  am  vorinstanzlichen  Verfahren 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

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und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist somit einzutreten. 

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3. 
3.1.  Die  Beschwerdeführerin 1  hat  am  28. Oktober  2011  den  Rückzug 
ihrer  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  10. September 
2010  erklärt.  Das  sie  betreffende  Beschwerdeverfahren  ist  daher  im 
einzelrichterlichen  Verfahren  als  gegenstandslos  geworden 
abzuschreiben (Art. 111 Bst. a AsylG). 

3.2.  Indes  bleibt  die  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin 2  zu  prüfen. 
Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt es sich, keine Trennung 
der  beiden  Verfahren  vorzunehmen,  sondern  in  einem  Entscheid 
abzuhandeln.  Das  die  Beschwerdeführerin 2  betreffende 
Beschwerdeverfahren  ist  dabei  im  summarischen  Verfahren  gemäss 
Art. 111  Bst. e  i.V.m.  Art. 111a  Abs. 2  AsylG  weiterzuführen.  Über 
offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  nämlich  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt 
es  sich  bei  der  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin 2  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 

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bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen 
(Art. 3 AsylG). 

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung  der  Vorbringen 
ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder 
nicht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen] 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 1  E. 5  S. 4 
ff.). 

5. 
Die Beschwerdeführerin 2 brachte keine Fluchtgründe im Sinne von Art. 3 
AsylG vor. Vielmehr bestätigte sie im Rahmen der Anhörungen, dass sie 
in Äthiopien keine Probleme gehabt habe, sondern ihr Heimatland einzig 
deshalb  verlassen  habe,  da  sie  ihre  Mutter  (die  Beschwerdeführerin 1) 
vermisst  habe.  Damit  erfüllt  die  Beschwerdeführerin 2  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht.  Das  BFM  hat  ihr 
Asylgesuch  daher  zu  Recht  abgelehnt.  Der  Einwand  der 
Beschwerdeführerin 1  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  4. Oktober  2010, 
die  Familie  habe  in  D._______  sehr  wohl  Probleme  gehabt 
(Benachteiligung  der  Kinder  und  Zerstörung  des  neuen  Hauses  wegen 
der  eritreischen  Staatsangehörigkeit  der  Beschwerdeführerin 1),  welche 
die Beschwerdeführerin 2 aus Angst  jedoch nicht erwähnt habe, vermag 
an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern.  Die  betreffenden  Vorbringen 
sind  grundsätzlich  als  nachgeschoben  und  damit  als  unglaubhaft  zu 
betrachten,  zumal  sich  die  Beschwerdeführerin 1  in  ihrer 
Beschwerderückzugserklärung  vom  28. Oktober  2010  nunmehr  als 
äthiopische  Staatsangehörige  bezeichnete  und  damit  der  Grundangabe 
für  die  angeblichen  Probleme  in  D._______  selbst  widersprach.  Im 
Übrigen  vermöchten  die  geltend  gemachten  Probleme  auch  die 
Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht 
zu erfüllen. 

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6. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 Abs. 1 
AsylG).  Die  Beschwerdeführerin 2  verfügt  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  daher  zu  Recht 
angeordnet (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510; EMARK 2001 Nr. 21). 

7. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]). 

7.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG). 

7.1.1. Keine  Person  darf  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 
Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, 
die  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  respektive 
Art. 1A FK erfüllen. 

Da  die  Beschwerdeführerin 2  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3 
AsylG  nicht  erfüllt,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur 
Anwendung  gelangen.  Der  Vollzug  der Wegweisung  nach  Äthiopien  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 

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(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu Art. 3  EMRK  darf  niemand  in  einen 
Staat  ausgeschafft  werden,  in  dem  ihm  Folter  oder  eine  andere  Art 
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. 

Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 2 noch aus den Akten 
ergeben  sich  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  die  Beschwerdeführerin 2  eine  konkrete 
Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass  ihr  im 
Falle  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen). 
Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  in  Äthiopien  lässt  den  Wegweisungsvollzug 
nicht als unzulässig erscheinen. 

7.1.3. Der  Vollzug  der Wegweisung  der  Beschwerdeführerin 2  ist  damit 
sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig. 

7.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für 
Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl. BVGE 
2009/51  E. 5.5  S. 748,  BVGE  2009/41  E. 7.1  S. 576  f.;  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März 
2002, BBl 2002 3818). 

7.2.1.  In Äthiopien herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt,  so dass 
der  Vollzug  der  Wegweisung  dorthin  grundsätzlich  als  zumutbar 
erscheint.

7.2.2. In den Akten finden sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 
dass  die  Beschwerdeführerin 2  aus  individuellen  Gründen 
wirtschaftlicher,  sozialer  oder gesundheitlicher Natur  bei  einer Rückkehr 
in  ihr Heimatland  in eine existenzbedrohende Situation geraten würden. 
Die  soweit  aktenkundig  gesunde  Beschwerdeführerin 2  hat  bis  zu  ihrer 

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Ausreise aus Äthiopien  immer  in D._______ gelebt  und dort  die Schule 
besucht. Sie ist somit mit den dortigen Verhältnissen bestens vertraut. Mit 
ihrem  Vater,  den  Geschwistern  und  der  mittlerweile  dorthin 
zurückgekehrten  Mutter  (der  Beschwerdeführerin 1)  verfügt  sie  in 
D._______ über ein enges  familiäres Beziehungsnetz. Sie kann zu  ihrer 
Familie zurückkehren, die  ihr bei der Wiedereingliederung unterstützend 
zur Seite  stehen  können wird,  so  dass  nicht  davon  auszugehen  ist,  sie 
würde  bei  einer  Rückkehr  in  eine  ihre  Existenz  vernichtende  Situation 
geraten,  die  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  der  zu  beachtenden 
Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG). 

7.2.3. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich daher  in genereller und 
individueller Hinsicht als zumutbar. 

7.3.  Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin 2,  bei  der 
Beschaffung allenfalls benötigter Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG;  vgl.  dazu  auch  BVGE  2008/34  E. 12  S. 513  f.),  weshalb  der 
Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83 
Abs. 2 AuG). 

7.4.  Der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisungsvollzug  ist  zu 
bestätigen  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  der 
Beschwerdeführerin 2 fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG). 

8. 
Aus  diesen Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  die Beschwerdeführerin 2 
betreffende Verfügung  des BFM  vom  10. September  2010 Bundesrecht 
nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig 
feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde  der 
Beschwerdeführerin 2 ist somit abzuweisen. 

9. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
den  Beschwerdeführerinnen  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG;  Art. 5 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).  Da  die  Beschwerde  jedoch  nicht  als  aussichtslos 
betrachtet  werden  konnte  und  die  Bedürftigkeit  der 
Beschwerdeführerinnen  belegt  ist,  ist  in  Gutheissung  des  in  der 
Beschwerdeeingabe  vom  4. Oktober  2010  gestellten  Gesuchs  um 

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Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1 
VwVG von der Kostenerhebung abzusehen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Das die Beschwerdeführerin 1 betreffende Beschwerdeverfahren wird als 
durch  Rückzug  der  sie  betreffenden  Beschwerde  vom  4. Oktober  2010 
gegenstandslos geworden abgeschrieben.

2. 
Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 wird abgewiesen. 

3. 
Das  Gesuch  der  Beschwerdeführerinnen  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG  wird 
gutgeheissen. 

4. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerinnen,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

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