# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcb1a1b1-f824-5041-ae83-1b4bb8bd3eec
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 30.04.2010 R 2009 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-96_2010-04-30.pdf

## Full Text

R 09 96
5. Kammer 

URTEIL
vom 30. April 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 6. Juli 2009 ging bei der Gemeinde … ein (nachträgliches) Baugesuch 

von … um Erstellung eines Materiallagers auf der dem Bauherrn gehörenden 

Parzelle 389 in der Äusseren Dorfzone ein. Das Baugesuch wurde am 9. oder 

10. Juli 2009 publiziert, wobei das Bauprojekt als „Unterstand für Material“ 

bezeichnet wurde. Dagegen erhob unter anderen … am 28. Juli 2009 

Einsprache und beantragte die Abweisung des Baugesuches. Mit Bau- und 

Einspracheentscheid vom 9. November 2009 (mitgeteilt am 13. November 

2009) bewilligte der Gemeindevorstand das Baugesuch im Sinne der 

Erwägungen unter Bedingungen und Auflagen und wies die Einsprachen ab, 

soweit darauf eingetreten wurde. Zudem wurde den fünf Einsprechern eine 

ausseramtliche Entschädigung von insgesamt Fr. 500.- auferlegt sowie die 

Einleitung eines Bussverfahrens gegen den Bauherrn vorbehalten. Der 

Gemeindevorstand erwog, es handle sich vorliegendenfalls um einen 

freistehenden Unterstand, in welchem Baumaterialien gelagert würden. 

Feuerpolizeiliche Vorschriften seien gemäss der Beurteilung durch den 

Feuerpolizeisachverständigen des Kantons Graubünden nicht verletzt. Mit 

dem Unterstand werde Ordnung geschaffen, indem die Baumaterialien nicht 

frei herumstünden, sondern geordnet in einem Unterstand gelagert würden, 

wie dies auch bei anderen Bauunternehmungen in der Gemeinde, welche sich 

ebenfalls in einer Wohnzone befänden, der Fall sei. Der Gesuchsteller habe 

den Unterstand und die Umgebung stets ordentlich zu halten, ansonsten die 

Baubehörde einschreiten müsse. Die auferlegten Entschädigungen hätten 

Art. 96 KRG als gesetzliche Grundlage.

2. Am 27. November 2009 erhob … sinngemäss Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht (als „Einsprache“ bezeichnet) mit dem Antrag um Widerruf 

des Baubewilligungsentscheides. Die Bautätigkeit sei am 11. oder 12. Mai 

2009 ohne Baubewilligung aufgenommen worden. Das Bauamt habe erst 

nach mehrmaligem Monieren seitens des Beschwerdeführers am 15. Mai 

2009 ein Bauverbot verfügt, welches jedoch ignoriert worden sei. Die 

Unterlagen des Baugesuches seien ungenügend und zum Teil zu spät 

abgeliefert worden. Das Baugesuch sei für ein Materiallager gestellt worden. 

In der öffentlichen Ausschreibung sei die Baute     aber als Materialunterstand 

bezeichnet worden. Es handle sich aber nicht um einen Unterstand, weil die 

Baute zu einem Drittel nicht offen und ein Boden fest eingebaut sei. Der 

Gemeindevorstand habe den Entscheid lange hinausgezögert. Die 

Bewilligung hätte jedenfalls nicht für eine permanente Baute erteilt werden 

dürfen. Der Feuerpolizeisachverständige sei möglicherweise vom Bauherrn 

beeinflusst gewesen. Es sei nicht bekannt, wieso der Sachverständige die 

Baute als feuersicher klassiert habe. Wegen der Nähe der Bäume sei die 

Baute auch blitzschlaggefährdet. Die auferlegte aussergerichtliche Abgeltung 

sei ungerechtfertigt, weil die Einsprache durch unbewilligtes Bauen und nicht 

durch Verschulden der Einsprecher veranlasst worden sei.

3. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2009 beantragte die Gemeinde 

die Abweisung der Beschwerde. Der Gemeindevorstand habe seine 

Geschäfte nicht schleppend geführt. Die Unterlagen seien genügend 

gewesen, um die Rechtmässigkeit der Baute zu beurteilen. Als unmittelbarer 

Nachbar habe der Beschwerdeführer volle Kenntnis von der baulichen 

Situation gehabt. Der Feuerpolizeisachverständige sei nicht beeinflusst 

gewesen. Es gebe keinen Anlass, von dessen fachmännischer Beurteilung 

abzuweichen. Die Bezeichnung des Bauvorhabens sei irrelevant. Die Baute 

sei zonenkonform im Sinne von Art. 78 BG. Für eine Befristung der 

Baubewilligung bestehe keine gesetzliche Grundlage. Auch könne die 

Baubewilligung nicht von einem entsprechenden Bedürfnis abhängig gemacht 

werden. Da die Baubewilligung erteilt habe werden können und sich sämtliche 

Einsprachen als unbegründet erwiesen hätten, habe es sich rechtfertigt, dem 

Gesuchsteller eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.

4. Am 29. Dezember 2009 beantragte der Beschwerdegegner die Abweisung 

der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei. Das Verwaltungsgericht sei 

für den Widerrufsantrag nicht zuständig. Im Übrigen wurde der Argumentation 

der Gemeinde gefolgt.

5. In seiner Replik vom 3. Februar 2010 beantragte der Beschwerdeführer die 

Aufhebung des angefochtenen Bau- und Einspracheentscheides und die 

Verweigerung der Baubewilligung. Zudem sei der rechtmässige Zustand 

wiederherzustellen. Das beschwerdeweise formulierte Rechtsbegehren 

bleibe unverändert und sei lediglich in juristische Fachsprache umformuliert 

worden. Bei der Behandlung des Gesuches sei die in Art. 46 Abs. 3 KRVO 

festgesetzte Frist von drei Monaten überschritten worden. Der angefochtene 

Bau- und Einspracheentscheid genüge den Anforderungen an einen 

begründeten Entscheid nicht. Die Gemeinde sei nicht auf das 

Baubewilligungsverfahren eingegangen. Aus den Baugesuchsunterlagen 

gehe nicht hervor, welche Masse – bspw. Höhe, Länge, Fläche – die fragliche 

Baute habe. Die Masse müssten jedoch überprüft werden können. Aus den 

Baugesuchsunterlagen sei auch nicht ersichtlich, ob die Zonenvorschriften 

eingehalten seien. In der Umgebung der Baute stünden lediglich 

Wohnhäuser. Es handle sich um eine äusserst schöne Gegend. Bei der 

streitigen Kleinbaute handle es sich um eine heruntergekommene Holzhütte. 

Die Wände bestünden aus ungepflegten Lattenverschlägen und auch das 

Dach, welches aus Dachpappe bestehe, mache einen liederlichen Eindruck. 

Die Baute ordne sich nicht ein. Ohne Vorlage einer schriftlichen Beurteilung 

sei davon auszugehen, dass sie die feuerpolizeilichen Vorschriften verletze. 

6. Die Gemeinde verwies am 15. Februar 2010 auf ihre Vernehmlassung und 

verzichtete im Übrigen auf eine Duplik. In seiner Duplik vom 8. März 2010 

brachte der Beschwerdegegner vor, die replicando geltend gemachte 

Ästhetikrüge erfolge verspätet. Es werde nicht geltend gemacht, weshalb der 

Beschwerdeführer mehr als jeder andere betroffen sei. Im Übrigen seien die 

entsprechenden Vorschriften nicht verletzt worden. Für die streitige Baute sei 

nicht die Feuerpolizei Graubünden direkt zuständig. Zuständig sei vielmehr 

die kommunale Baubehörde. Die Gemeinde habe Artur Robbi von der 

kantonalen Feuerpolizei beigezogen. An dessen Beurteilung, dass die 

feuerpolizeilichen Vorschriften eingehalten seien, sei nicht zu zweifeln.   

7. Am 18. März 2010 führte der Beschwerdeführer aus, der Sachverständige der 

Feuerpolizei habe die Baute als Lagerplatz eingestuft, was den Eindruck einer 

reinen Gefälligkeitsbeurteilung erwecke. Zudem sei die Zeit für ein 

Provisorium abgelaufen, weshalb die Baute zu entfernen sei. Am 15. April 

2010 teilte der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht mit, der 

Beschwerdegegner habe Malarbeiten am Unterstand ausgeführt und die 

Dachpappe entfernt.

8. Am 29. April 2010 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort 

und Stelle durch, an welchem der Beschwerdeführer mit seinem Anwalt und 

dessen Substitutin, der Chef des kommunalen Bauamtes, der 

Beschwerdegegner mit seinem Anwalt sowie Artur Robbi von der Feuerpolizei 

erschienen. Allen Anwesenden wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand 

der Örtlichkeiten auch noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu 

äussern.

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Formell verlangt der Beschwerdeführer in seiner als „Einsprache“ 

bezeichneten Eingabe vom 27. November 2009 den Widerruf des 

kommunalen Baubewilligungsentscheides. Es ist davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer als juristischer Laie hiermit sinngemäss Beschwerde 

erhebt und die Aufhebung des Bauentscheides vom 9. November 2009 

verlangt, wobei der Einspracheentscheid als mit angefochten zu gelten hat. 

Dem formalistischen Antrag des Beschwerdegegners auf Nichteintreten 

mangels Zuständigkeit ist nicht stattzugeben. Erst in seiner Replik vom 3. 

Februar 2010 verlangt der Beschwerdeführer jedoch die Wiederherstellung 

des rechtmässigen Zustandes. Nachdem dieses Rechtsbegehren weder im 

vorinstanzlichen Einspracheverfahren noch in der Beschwerde gestellt wurde, 

ist darauf nicht einzutreten (vgl. Art. 51 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]).  

2. In formeller Hinsicht gilt es zunächst die Rüge betreffend zu langer Dauer des 

Verfahrens zu klären. Art. 46 Abs. 3 Satz 2 der Raumplanungsverordnung für 

den Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110) statuiert für die Eröffnung des 

Bauentscheides eine Frist von drei Monaten seit Ablauf der öffentlichen 

Auflage. Dabei geht es um das Baubewilligungsverfahren, in dessen 

Mittelpunkt der Baugesuchsteller steht, weshalb die zitierte Erledigungsfrist 

gemäss KRVO in erster Linie den Interessen des Bauherrn und nicht etwa der 

Nachbarschaft dient (VGU R 08 77 + R 08 110 E. 2a). Ob sich die 

Interessenlage vorliegendenfalls im Hinblick auf die bereits erstellte Baute 

anders gestaltet, kann offen gelassen werden, denn aus Art. 5 Abs. 2 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) 

ergibt sich klar, dass es sich bei den Erledigungsfristen des KRG und der 

KRVO um reine Ordnungsvorschriften handelt, deren Verletzung keine 

negativen Rechtsfolgen nach sich zieht. Die Rüge einer zu langen 

Gesuchsbehandlungszeit erweist sich damit als haltlos.  

3. a) Der Beschwerdeführer verlangt die Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides, weil dieser ungenügend begründet sei und damit sein Anspruch 

auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. Der sowohl durch Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung (BV; SR 101) als auch durch Art. 16 VRG gewährleistete 

Anspruch auf rechtliches Gehör dient der Sachaufklärung und garantiert dem 

von einem Entscheid Betroffenen ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht im Verfahren, soweit dies Einfluss auf seine Rechtsstellung 

haben kann. Die Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes 

Individualrecht, hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechtes 

(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. Zürich 2006, 

Rz. 1674). Der Betroffene soll sich vor Erlass des Entscheides zur Sache 

äussern, erhebliche Beweise beibringen, Einsicht in die Akten nehmen und 

an der Erhebung von Beweisen mitwirken oder sich zumindest zum 

Beweisergebnis äussern können, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu 

beeinflussen (BGE 122 l 53 Erw. 4 a mit Hinweisen). Die Behörde hat die 

Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen 

tatsächlich zu hören, sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung zu berücksichtigen. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht 

der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. In diesem Sinne schreibt auch 

Art. 22 Abs. 1 VRG ausdrücklich vor, Entscheide zu begründen. Der Bürger 

soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die 

Begründung eines Entscheides muss deshalb so abgefasst sein, dass der 

Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur 

möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die 

Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 

wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 129 I 232 

E. 3.2; 126 I 97 E. 2b). Immerhin darf sich die Behörde auf die für den 

Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Es ist nicht nötig, dass 

sich die Behörde mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 

rechtlichen Einwand auseinandersetzt. Vielmehr kann sie sich auf die für den 

Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b). 

Ob die Begründung dann auch rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist nicht 

eine Frage des formellen Anspruches auf rechtliches Gehör, sondern der 

materiellen Beurteilung der Streitfrage. Verfügungen oder Entscheide, die 

unter Missachtung des rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind nach der 

Praxis des Verwaltungsgerichtes in der Regel aufzuheben und zur 

Durchführung eines ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die 

Verwaltungsbehörden zurückzuweisen (statt vieler: PVG 1996 Nr. 107; 1987 

Nr. 85). Wenn es sich jedoch aus verfahrensökonomischen Gründen 

geradezu aufdrängt, ist die Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung im 

Rechtsmittelverfahren zuzulassen (vgl. PVG 1996 Nr. 107).

b) Im Lichte der umschriebenen Lehre und Rechtsprechung betrachtet, erweist 

sich der Einwand des Beschwerdeführers als unbegründet. Mit der Abweisung 

der Einsprache hat die Gemeinde unmissverständlich zu erkennen gegeben, 

dass sie die vorgebrachten Einwände allesamt als nicht zutreffend betrachtet. 

Auch wenn eine vertiefende Begründung mit den Einwänden – insbesondere 

den verfahrensrechtlichen Rügen - des heutigen Beschwerdeführers 

durchaus möglich gewesen wäre, so ist das rechtliche Gehör im Ergebnis 

doch hinreichend gewahrt worden. Dem Beschwerdeführer ist jedenfalls aus 

diesem Vorgehen kein rechtlich relevanter Nachteil entstanden, war sie doch 

- wie seine Eingabe zeigt - offenkundig in der Lage, den für ihn missliebigen 

Bau- und Einspracheentscheid sachgerecht anzufechten. Zudem konnte er 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren im Rahmen eines doppelten 

Schriftenwechsels sowie eines Augenscheines umfassend zu allen sich 

stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen ausführlich Stellung nehmen. 

Hinzu kommt, dass der angefochtene Entscheid im Falle einer blossen 

Rückweisung von der Vorinstanz nicht anders begründet würde, als sie dies 

im Schriftenwechsel vor Verwaltungsgericht und am Augenschein getan hat, 

weshalb eine Aufhebung ohne materielle Beurteilung im vorliegenden 

Verfahren einem prozessualen Leerlauf gleichkäme.

4. a) Der Beschwerdeführer bringt in formeller Hinsicht weiter vor, die 

Baugesuchsunterlagen seien ungenügend. Weder aus den Angaben im 

Baugesuch noch aus der beigelegten Katasterkopie sei ersichtlich, welche 

Masse – bspw. Höhe, Länge, Fläche – die streitige Baute habe. Die 

Baubewilligungspflicht soll der Behörde die Möglichkeit verschaffen, das 

Bauprojekt vor seiner Ausführung auf die Übereinstimmung mit der 

raumplanerischen Nutzungsordnung und der übrigen einschlägigen 

Gesetzgebung zu überprüfen (BGE 119 Ib 226 E. 3a). Das 

Baugesuchsverfahren bezweckt eine vorgängige Beurteilung des 

Bauvorhabens durch die Behörde und durch die Nachbarn und soll sie in die 

Lage versetzen, allfällige Einwände geltend zu machen (Peter Hänni, 

Planungs-, Bau- und besonderes Umweltrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 332). 

Art. 141 Abs. 1 des Baugesetzes der Gemeinde … (BG) regelt die dem 

Baugesuch beizulegenden Unterlagen. Abs. 2 der Bestimmung sieht 

ausdrücklich vor, dass die Baubehörde bei allen Baugesuchen auf einzelne 

Planunterlagen verzichten oder weitere anfordern kann, sofern dies für die 

Beurteilung des Bauvorhabens notwendig ist. Somit liegt es im Ermessen der 

Baubehörde, auf einzelne Unterlagen zu verzichten, womit nach dem 

Grundsatz „in maiore minus“ auch gesagt ist, dass die Anforderungen an 

Detaillierungsgrad und Aussagekraft der eingereichten Pläne im Ermessen 

der beurteilenden Behörde liegen.    

b) Vorliegendenfalls reichte der Beschwerdeführer ein Baugesuch mit einer 

aktuellen Katasterkopie 1:500 und Fotos der bereits erstellten Baute ein. Nach 

dem Ausgeführten durfte der Gemeindevorstand sich ohne weiteres mit 

diesen Unterlagen begnügen, erlaubten sie doch in Kombination mit der 

bereits erstellten Baute ohne weiteres die Überprüfung der Übereinstimmung 

der Baute mit dem kantonalen und kommunalen Planungs- und Baurecht. 

Auch dem Beschwerdeführer als Nachbar des Baugrundstücks musste mit 

blossem Blick auf die umstrittene Baute klar sein, dass diese offensichtlich die 

gesetzlichen Bestimmungen über die Gebäudemasse einhält. Genauer 

Bezifferungen der Gebäudehöhe,- länge und –fläche sowie der 

Grenzabstände im Baugesuch bzw. den Baugesuchsunterlagen bedurfte es 

hierzu nicht. Im Übrigen legt der Beschwerdeführer gar nicht dar, dass er 

durch das als ungenügend bestimmt gerügte Baugesuch einen Nachteil 

erlitten hätte, zumal er ohne weiteres Einsprache erheben konnte, was er 

denn auch getan hat. Somit lag es im Ermessen des Gemeindevorstandes, 

gestützt auf das eingereichte Baugesuch und dessen Unterlagen den 

Bauentscheid zu fällen. Eine Ermessensüberschreitung, welche eine 

Rechtsverletzung darstellen würde und welche dann vorliegt, wenn die im 

Rechtssatz umschriebenen Voraussetzungen und Grenzen des Ermessens 

zwar beachtet worden sind, aber das Ermessen unter unmassgeblichen 

Gesichtspunkten – insbesondere willkürlich und rechtsungleich - betätigt wird 

(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 

2006), ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht.  

5. Materiell rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung der Zonenvorschriften. 

Die Gemeinde entgegnet, gemäss Art. 78 BG sei die Äussere Dorfzone für 

Wohnbauten und Arbeitsstätten eingeschlossen gastgewerbliche Betriebe 

bestimmt. Vorliegend handle es sich nicht einmal um eine Arbeitsstätte im 

eigentlichen Sinn, sondern bloss um einen Materialunterstand, welcher zu 

einer andernorts gelegenen Arbeitsstätte gehöre. Gemäss dem 

Zonenschema (Art. 86 BG) sei in der Äusseren Dorfzone der Störungsgrad 2 

massgeblich, welcher mässig störende Betriebe mit Auswirkungen, die im 

Rahmen herkömmlicher Handwerks- und Gewerbebetriebe blieben und sich 

auf die üblichen Arbeitszeiten während des Tages beschränkten, erlaube. Die 

von der streitigen Baute ausgehenden Auswirkungen könnten als sehr gering 

bezeichnet werden. Das gelegentliche Verladen von Materialien falle im 

Vergleich zu einem in der Äusseren Dorfzone grundsätzlich gestatteten 

herkömmlichen Handwerks- und Gewerbebetrieb überhaupt nicht ins 

Gewicht. Im Übrigen beschränkten sich die Auswirkungen auf die üblichen 

Arbeitszeiten während des Tages. Diesen Ausführungen der Gemeinde ist 

nichts hinzuzufügen. Ihnen kann voll gefolgt werden. Eine Verletzung von 

Zonenvorschriften liegt daher nicht vor.

6. a) Der Beschwerdeführer macht geltend, die Ästhetikvorschriften seien mit dem 

Bau nicht eingehalten worden. In der Umgebung der Baute stünden lediglich 

Wohnhäuser. Es handle sich um eine äusserst schöne Gegend. Bei der 

streitigen Kleinbaute handle es sich um eine heruntergekommene Holzhütte. 

Die Wände bestünden aus ungepflegten Lattenverschlägen und auch das 

Dach, welches aus Dachpappe bestehe, mache einen liederlichen Eindruck. 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners kann die Ästhetikrüge 

ohne weiteres auch noch im vorliegenden Verfahren und in der Replik 

vorgebracht werden (vgl. Art. 51 Abs. 3 VRG), weshalb insoweit auf die 

Beschwerde einzutreten ist.  

b) Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, fällt 

das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden. In Bezug auf all jene Fragen, die im 

kantonalen Gesetz keine abschliessende Regelung gefunden haben und bei 

denen den Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, 

stellen die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen autonomes 

Gemeinderecht dar (BGE 128 I 3 E. 2b S. 8). Die Gemeindeautonomie bezieht 

sich dabei nicht nur auf die Rechtsetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbständigen Gemeinderecht angehört oder wenn eine unmittelbar 

anwendbare Bestimmung des KRG den kommunalen Vorschriften vorgeht 

(VGU R 09 46, R 09 77). Art. 73 Abs. 1 KRG verlangt, Bauten und Anlagen 

so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Landschaft 

eine gute Gesamtwirkung entsteht. Da es sich bei Art. 73 Abs. 1 KRG um eine 

unmittelbar anwendbare Bestimmung im Sinne von Art. 107 Abs. 1 KRG 

handelt und die allgemeine Ästhetikbestimmung von Art. 26 Abs. 1 BG, 

wonach Bauten, Anlagen und Aussenräume architektonisch gut zu gestalten 

sind und auf ihre Umgebung Bezug zu nehmen haben, keine strengeren 

Anforderungen als Art. 73 KRG stellt, kommt der kommunalen Bestimmung 

von Art. 26 Abs. 1 BG keine eigenständige Bedeutung zu. Anwendung findet 

jedoch Art. 27 Abs. 1 BG, wonach bei der Dachgestaltung auf die ortüblichen 

Formen, Farben und Materialien Bezug zu nehmen ist. Das 

Verwaltungsgericht hat sich bei der Anwendung und Auslegung dieser 

Normen Zurückhaltung aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die 

Auslegung schwierig ist oder in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu 

würdigen sind. Den Gemeinden steht in solchen Fällen ein geschützter 

Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das 

Verwaltungsgericht nur eingreifen kann, sofern die Gemeinde diesen Bereich 

missbraucht oder überschritten hat. Die Kognition des Verwaltungsgerichtes 

beschränkt sich damit praktisch auf eine Willkürprüfung, d.h. das 

Verwaltungsgericht kann nur dann eingreifen, wenn sich der gestützt auf 

autonomes Gemeinderecht erlassene Entscheid als sachlich unvertretbar 

erweist oder gegen allgemeine Rechtsgrundsätze verstösst (VGU R 09 46, R 

09 77). Gerade wo die Natur der Streitfrage Schwierigkeiten bereiten kann, 

etwa ob sich ein Bauteil in die bauliche Umgebung einfüge, das Ortsbild nicht 

beeinträchtige und im besonderen Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen 

sind, übt das Verwaltungsgericht denn auch Zurückhaltung. Die Gemeinden 

sind in der Regel besser in der Lage, die Bau- und Ortsbildgeschichte, ihre 

Absichten in der Ortsbildpflege und das kommunale Stil- und 

Geschmacksempfinden zu berücksichtigen. Dass jedoch nicht der 

Geschmack der Baubehörde dafür massgebend sein kann, was 

architektonisch gut gestaltet ist oder sich an die landschaftliche und bauliche 

Umgebung anpasst, liegt auf der Hand. Vielmehr lässt sich dies 

vernünftigerweise nur nach allgemeingültigen architektonischen und 

objektivierbaren Kriterien beurteilen (PVG 1994 Nr. 19). 

c) Wie das Verwaltungsgericht am vor Ort durchgeführten Augenschein 

feststellen konnte, ist die Umgebung der streitigen Baute überwiegend mit 

Wohnhäusern überbaut, in denen sich wohl auch Ferienwohnungen befinden. 

Viele dieser umliegenden Wohnhäuser sind zum grossen Teil mit Holz 

eingeschalt, dessen dunkelbraune Farbe neben dem stellenweise weissen 

Mauerverputz die Gegend ganz allgemein prägt. Unmittelbar hinter der 

umstrittenen Baute steht bereits seit langer Zeit eine weitere Kleinbaute, 

welche sich erst nach genauerer Betrachtung durch ihre ältere 

Holzverschalung von der umstrittenen grösseren Baute unterscheidet. 

Ebenfalls ganz in der Nähe befindet sich – auf unüberbautem Boden bloss 

einige Meter entfernt – sodann eine weitere Kleinbaute, von deren 

dunkelbraunen Holzeinfassung sich die Farbe der streitigen Baute ebenfalls 

nur unwesentlich unterscheidet. Beim Augenschein war ersichtlich, dass der 

Bauherr ein flaches Holzdach erstellt hatte, welches sich gut unter den Ästen 

der aus der Baute hinausragenden Bäume zu verstecken vermag. Das 

Gericht bemerkte, dass die hölzerne Überdachung zur Tiefgarageneinfahrt in 

das sich ganz in der Nähe befindende Hotel … eine ähnliche Struktur, Form 

und Farbe aufweist. Angesichts dessen, dass die Baute wesentlich von den 

Bäumen, um welche sie gebaut wurde, verdeckt wird, kann gesagt werden, 

dass eine ausreichend gute Gesamtwirkung entsteht und auch bei der 

Dachgestaltung auf die ortsüblichen Formen, Farben und Materialen Bezug 

genommen wurde. Die Gemeinde handelte somit im Rahmen ihres 

Ermessens, als sie die umstrittene Baute bewilligte. 

7. Der Beschwerdeführer befürchtet eine Verletzung feuerpolizeilicher 

Vorschriften. Der Feuerpolizeisachverständige sei möglicherweise vom 

Bauherrn beeinflusst gewesen. Es sei nicht bekannt, wieso der 

Sachverständige die Baute als feuersicher klassiert habe. Wegen der Nähe 

der Bäume sei die Baute auch blitzschlaggefährdet. Es werde beantragt, ein 

feuerpolizeiliches Gutachten einzuholen. Die Gemeinde hat Artur Robbi von 

der Feuerpolizei beigezogen, welcher die feuerpolizeilichen Vorschriften als 

eingehalten erachtete. Auf Nachfrage des Beschwerdeführers bestätigte Artur 

Robbi diese Ansicht per E-Mail und auch am Augenschein wich er nicht von 

seiner Beurteilung ab. Vorliegend besteht denn auch kein Grund, auf dessen 

Beurteilung nicht abzustellen. Die Rüge einer Gefälligkeitsbeurteilung konnte 

auch anlässlich des Augenscheins nicht konkretisiert werden, liegen doch 

keinerlei Anhaltspunkte vor, die Artur Robbi als befangen oder unseriös 

erscheinen lassen. Die Rüge einer Gefälligkeitsbeurteilung kann somit nicht 

gehört werden und ein feuerpolizeiliches Gutachten ist nicht einzuholen.  

8. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann die erteilte 

Baubewilligung weder befristet werden, noch von einem entsprechenden 

Bedürfnis abhängig gemacht werden. Hierzu würde eine gesetzliche 

Grundlage gänzlich fehlen.

9. Der Beschwerdeführer macht geltend, die auferlegte aussergerichtliche 

Abgeltung sei ungerechtfertigt, weil die Einsprache durch unbewilligtes Bauen 

und nicht durch Verschulden der Einsprecher veranlasst worden sei. Art. 96 

Abs. 2 KRG bestimmt, dass, wenn eine Einsprache abgewiesen oder darauf 

nicht eingetreten wird, der Einsprechende zur Leistung einer ausseramtlichen 

Entschädigung an den Gesuchstellenden verpflichtet werden kann. Gestützt 

auf diese Bestimmung wurde den fünf Einsprechern – darunter dem heutigen 

Beschwerdeführer - eine ausseramtliche Entschädigung von insgesamt Fr. 

500.- auferlegt. Die Baute wurde unbestritten ohne Einholung einer 

Baubewilligung errichtet, weshalb ein nachträgliches 

Baubewilligungsverfahren durchgeführt wurde, in welchem die erhobenen 

Einsprachen (zu Recht) abgewiesen wurden. Inwiefern durch die 

anteilmässige Auferlegung einer ausseramtlichen Entschädigung von Fr. 

100.- an den Beschwerdeführer Recht verletzt worden sein soll, ist 

unerfindlich. Die diesbezügliche Rüge kann daher nicht gehört werden.    

10. Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. Die 

Gerichtskosten gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 VRG zulasten des Beschwerdeführers, welcher zudem den 

anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner nach Art. 78 Abs. 1 VRG 

angemessen zu entschädigen hat. Der mit den eingereichten Kostennoten 

vom 5. Januar und vom 29. April 2010 geltend gemachte Betrag von Fr. 

2'885.85 (inkl. MWST) erscheint als angemessen. Bund, Kanton und 

Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten 

Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine 

Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 371.--

zusammen Fr. 1'871.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

oder

3. … entschädigt … ausseramtlich mit Fr. 2'885.85 (inkl. MWST).