# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be780399-4f2c-564b-9210-41521012b25e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-26
**Language:** de
**Title:** Dienstlicher Knieschaden ist nicht ursächlich für nachdienstliche erneute Kniedistorsion und daraus resultierende vorübergehende Verschlimmerung; Leistungskoordination (Taggelder, Sachleistungen); betreffend Taggeldanspruch weitere Abklärungen erforderlich, im Übrigen ist Leistungeinstellung rechtens.
**Docket/Reference:** MV.2016.00002
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/MV.2016.00002.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
MV.2016.00002
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
26. September 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
Dufourstrasse
140, 8008 Zürich
gegen
Suva, Abteilung Militärversicherung
Laupenstrasse
11, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X.___
absolvierte vom 5. Februar bis
2. Juni
1979 die Offiziersschule der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen. Am 1. Mai
1979 zog er sich bei einem Sturz eine rechtsseitige Kniedistorsion zu
(vgl. Urk. 16/1
S
. 1)
. Im Zusammenhang mit dieser Verletzung richtet die
Mili
tär
versicherung
seither fast ununterbrochen Leistungen aus
. Wegen einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustands erbrachte sie ab 1. Februar 2014 – zu
sätzlich zur (seit August 2012 auf einem Invaliditätsgrad von 60 % beruhenden) Rente –
erneut auch
Taggelder
(
vgl.
hiezu
Urk. 16/9
, Urk. 16/37)
.
Am 12. Mai 2015
verdrehte sich
der Versicherte beim Einsteigen in sein eng zu
ge
parktes Auto das rechte Bein
und
zog sich dabei
erneut ein
e Kniedistorsion
zu
, welche zu einer massiven Zunahme der Schmerzen im rechten Knie
und ei
ner damit verbundenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit
führte (vgl. insbesondere
Be
richt Aussendienst der Militärversicherung vom 11. Juni 2015
[
Urk.
9/1 S. 1]
,
Austrittsbericht Notfallzentrum Klinik
Y.___
vom 13. Mai
2015 [Urk.
16/43
],
Arbeitsunfähigkeitszeugnis Klinik
Y.___
vom 13. Mai 2015 [Urk.
16/50
])
. Die Militärversicherung holte daraufhin am
26. Mai
2015
und am 3. September 2015
Beurte
ilung
en
ihres Kreisar
z
t
es Dr.
med.
Z.___
, Fach
arzt FMH für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates,
ein
(Urk.
16/38
, Urk.
16/64
) und teilte dem Versicherten
in der Folge
– in Bestätigung ihres
Vorbescheids vom
14. Juli 2015 (Urk.
16/58
)
– mit Verfügung vom 7. Septem
be
r 2015 (Urk.
16/65
) die Ablehnung einerseits ihrer Haftung und Leistungspflicht für das fragliche Ereignis und andererseits der Ausrichtung weiterer
Taggeld
leistungen
ab 1. September 2015 mit. Die gegen diesen Ent
scheid vom Ver
sicherten erhobene Einsprache
(Urk. 16
/
66)
wies sie
, nachdem ihr
Kreisarzt Dr.
Z.___
am
17
. November
2015 erneut eine Beurteilung abge
geben hatte (Urk.
16/71
),
am 11. März 2016 ab (Urk. 2)
.
1.2
Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, bei welcher
X.___
als Angestellter der
A.___
AG im Rahmen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert ist, hatte es zwi
schenzeitlich – wie zuvor mit Schreiben vom 4. Juni 2015 schon die SWICA Krankenversicherung AG
(Urk. 16/45)
– mit Verfügung vom 2. Februar 2016
(Urk. 16/82)
abgelehnt, Leistungen für das ihr vom Versicherten als Unfall ge
meldete Ereignis vom 12. Mai 2015 zu er
bringen, da es sich dabei – mangels ei
nes ungewöhnlichen äusseren Faktors – um keinen Unfall im Rechtssinne handle und die erlittene Knieverletzung auch nicht als unfallähnliche
Körper
schädigung
zu qualifizieren sei. Auf Einsprache
sowohl
der Militärversicherung
(Urk. 16/84)
als auch des Versicherten
(Urk. 16/86 S. 3 f.)
hin hielt sie am 30. März
2016 an der Leistungsverweigerung fest (Urk.
16/88
). Betreffend die gegen diesen Entscheid vom Versicherten und von der
Militärversicherung
am hiesigen Gericht
im (vereinigten) Prozess Nr. UV.
2016.00097 erhobenen Be
schwerden ergeht ebenfalls mit heutigem Datum das Urteil.
2.
2.1
Gegen den Einspracheentscheid der Militärversicherung vom 11. März 2016 (Urk.
2) erhob der Versicherte am 22. April 2016
mit folgenden Anträgen
Beschwerde
(Urk. 1 S. 2)
:
„1.
Der Einspracheentscheid der Suva, Abteilung Militärversicherung, Bern, vom 11. März 2016 und die Verfügung der Suva
B.__
_
, Militär
versicherung,
vom 7. September 2015 seien aufzuheben.
2.
Dem Beschwerdeführer seien die Taggeldleistungen der
Militärversiche
rung
ab 1. September 2015 weiterhin auszurichten.
3.
Eventualiter sei über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zunächst noch ein aktueller und ausführlicher Bericht der
C.___
Klinik einzuholen.
4.
Subeventualiter
sei über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers zunächst noch ein unabhängiges Gutachten erstellen zu lassen.
5.
Dem Beschwerdeführer sei eine Parteientschädigung zuzusprechen.“
Die Militärversicherung schloss am 22. Juni 2016 auf Abweisung der Be
schwerde
, soweit darauf einzutreten sei (vgl. B
eschwerdeantwort, Urk. 8); dies
wurde dem Beschwerdeführer am 27. Juni 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
2.2
Zwischenzeitlich hatte –
im Prozess Nr. MV.2016.00003 – am 25. April 2016
auch
die
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
als
Unfallversicherer
des Be
schwerdeführers Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der
Militärversi
cherung
vom 11. März 2016 (Urk. 2) erhoben.
Auf diese Beschwerde
trat das hiesige Gericht wegen fehlender Beschwerdelegitimation mit Beschluss vom 27. Mai 2016 nicht ein.
2.3
Auf telefonische Anfrage vom 30. August 2016 hin (Urk. 12) liess
der Be
schw
er
deführer dem Gericht noch gleichentags per E-Mail die Police seiner –
nach
eigenen Angaben
einzigen – Krankentaggeldversicherung zukommen (Urk. 13 f
.). Die Militärversicherung reichte am 29. August 2016 – auf telefoni
sche Auf
for
derung vom nämlichen Datum hin (Urk. 11)
–
die
(an sich bereits mit Ver
fü
gung vom 3. Mai 2016 [Urk. 5] eingeforderten) vollständigen Akten betreffend den vorliegenden Fall ein (Urk. 15 f.).
2.
4
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Nach Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung (MVG) er-streckt sich die Haftung der Militärversicherung auf jede
Gesundheitsschädi-gung
, die während des Dienstes in Erscheinung tritt und gemeldet oder sonst wie
fest¬ge¬stellt
wird. Die Militärversicherung haftet nicht, wenn sie den Beweis
er¬bringt
, dass die Gesundheitsschädigung sicher vordienstlich ist oder si
cher nicht während des Dienstes verursacht werden konnte (
Art.
5
Abs.
2 lit. a MVG), und wenn sie zusätzlich den Beweis erbringt, dass die
Gesundheitsschä-digung
sicher während des Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem Ablauf beschleunigt worden ist (
Art.
5
Abs.
2 lit. b MVG). Wird d
er nach Absatz 2 Buchstabe a ge
forderte Beweis erbracht, dagegen nicht derjenige nach Absatz 2 Buchstabe b, so haftet die Militärversicherung für
die Verschlimmerung der
Gesund
heitsschä
digung
(
Art.
5
Abs.
3 MVG).
1.1.2
Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes durch einen Arzt, Zahnarzt oder
Chiropraktor
festgestellt und bei der Militärversicheru
ng an
gemeldet, so haftet die Militärversicherung nur, wenn die
Gesundheitsschä-digung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des Dienstes verursacht worden ist. Die Militärversicherung haftet auch insoweit, als eine vordienstliche
Gesundheitsschädigung wahrscheinlich durch Einwirkungen während des Diens
tes verschlimmert worden ist oder wenn
es sich mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle
einer versicherten
Gesundheits
schädi
gung
handelt (
Art.
6 MVG).
1.2
1.2.1
Gemäss Art. 64
Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
versicherungsrechts
(ATSG)
wird die Heilbehandlung,
soweit die Leistun
gen gesetzlich vorgeschrieben sind, ausschliesslich von einer einzigen Sozial
ver
siche
rung übernommen.
Sind die Voraussetzungen des jeweiligen
Einzelge
setzes
erfüllt, so geht die Heilbehandlung
gemäss Abs. 2
im gesetzlichen Um
fang und in nachstehender Reihenfolge zu Lasten:
der Militärversicherung (lit. a), der Unfall
versicherung (lit. b), der Invalidenversicherung (lit. c), der Kranken
ver
siche
rung
(lit. d). Laut Abs. 3 übernimmt der l
eistungspflichtige
So
zialver
siche
rungsträger
auch dann allein und uneingeschränkt die Heilungskosten bei statio
närer Behandlung, wenn der Gesundheitsschaden nur zum Teil auf einen von ihm zu deckenden Versicherungsfall zurückzuführen ist.
Andere Sachleistungen, namentlich Hilfsmittel oder Eingliederungsmassnah
men, gehen laut Art. 65 ATSG nach den Bestimmungen des jeweiligen
Einzel
gesetzes
und in nachstehender Reihenfolge zu Lasten: der Militärversicherung oder der Unfallversicherung (lit. a), der Invalidenversicherung oder der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(lit. b), der Krankenversicherung (lit. c).
1.2.2
Nach Art.
3 Abs.
1
MVG
geht
bei einer Gesundheitsschädigung, die mehrere Sozialversicherungen betrifft,
die stationäre, teilstationäre und ambulante Heil
behandlung zu Lasten der Militärversicherung, wenn diese nach Massgabe d
es MVG
wegen Erkrankung oder Unfalls während ei
nes versicherten Dienstes
un
mittelbar leistungspflichtig ist
(Art. 71 Abs. 1 MVG)
.
Die gleiche Regel gilt für Hilfsmittel und Eingliederungsmassnahmen sowie für den Anspruch auf Taggel
der bei Arbeitsunfähigkeit
(Abs. 2)
.
1.2.3
Soweit Taggelder nach
MVG
mit solchen nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung
(KVG)
zusammentreffen, gehen die Taggelder der Militär
versicherung vor
(Art. 75 MVG)
.
1.2.
4
Hat ein Versicherter Anspruch auf Leistungen der Militärversicherung und der Unfallversicherung, so werden Renten, Integritäts- und
Hilflosenentschädigun
gen
sowie
–
in Abweichung von Art
.
65
lit. a
ATSG
–
die Bestattungskosten von jedem Versicherer nach seinem Anteil am Gesamtschaden erbracht. Für alle übrigen Leistungen kommt ausschliesslich jener Versicherer auf, der nach der anwendbaren Gesetzgebung unmittelbar leistungspflichtig ist
(Art. 76 MVG)
.
1.2.
5
Im Rahmen der Koordination von Leistungen der Militär- und der Unfall
ver
siche
rung ist gemäss Art. 31 der Verordnung über die
Militärversi
cherung
(MVV)
derjenige Versicherer unmittelbar leistungspflichtig nach Artikel 76 Abs. 1 MVG,
der für die aktuelle Verschlimmerung der
Gesundheitsschädi
gung
Leistungen zu erbringen hat
(Abs. 1)
.
Solange der Versicherer für die aktuelle Verschlimmerung der
Gesundheits
schädigung
leistungspflichtig ist, erbringt er auch die Leistungen für Spätfolgen und Rückfälle aus einem früheren Unfall. Nachher werden die Leistungen von jenem Versicherer erbracht, der für den früheren Unfall leistungspflichtig war
(Abs. 2)
.
Verunfallt ein aus einem früheren Unfall Rentenberechtigter erneut und
führt der neue Unfall zu einer Änderung des Invaliditätsgrades, so muss der für den ersten Unfall leistungspflichtige Versicherer die frühere Rente weiterhin erbrin
gen. Der zweite Versicherer muss eine Rente entrichten, die der Differenz zwi
schen der Gesamtinvalidität und der vor dem zweiten Unfall bestehenden Inva
lidität entspricht. Richtet die Militärversicherung nach
Art. 4 Abs. 3 MVG
die volle Rente für die Schädigung des zweiten paarigen Organes aus, so überweist ihr der Unfallversicherer, der für die zweite Schädigung eine Rente zu erbringen hätte, den Barwert dieser Rente ohne Teuerungszulage, bemessen nach den für ihn geltenden gesetzlichen Bestimmungen
(Abs. 3)
.
Steht ein Unfall im Zusammenhang mit einer vorbestandenen
Gesundheits
schä
digung
, so ist der Versicherer, unter dessen Versicherungsschutz sich der neue Unfall ereignete, nur für die Folgen dieses Unfalles leistungspflichtig
(Abs. 4)
.
Besteht ein Rentenanspruch sowohl gegen die Unfallversicherung wie auch gegen die Militärversicherung, so meldet der Unfallversicherer seine Rente oder Komplementärrente der Militärversicherung. Beide Versicherer berechnen ihre Rente nach den für sie geltenden gesetzlichen Bestimmungen
(Abs. 5)
.
2.
2.1
Die Mil
itärversicherung begründete ihren Einspracheentscheid damit, dass sie für das erneute Distorsionstrauma vom 12. Mai 2015, das in keinem kausalen Zusammenhang zur 1979 während des Militärdienst erlittenen Schädigung
des rechten Knies stehe
,
nicht unmittelbar leistungspflichtig sei
(Urk. 2 S. 4
f., Urk. 8 S. 3 ff.
)
. Solange die durch die fragliche Kniedistorsion ausgelöste Ver
schlimmerung andaure, treffe den
hiefür
zuständigen Versicherer die aus
schliessliche Leistungspflicht für sämtliche
(auch Spätfolgen und Rückfälle bezüg
lich früherer Unfälle
betreffenden
) Kurzleistungen, namentlich
Heilbe
hand
lungs
- und Taggeldleistungen (Urk. 2 S. 3
, Urk. 8 S. 3 und S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgeg
enüber – unter Hinweis insbesondere auf den Bericht von Dr. med.
D.___
, Fachärztin FMH für Rheumatologie, vom 29. März 2016 (Urk. 3/3) – auf den Standpunkt, die durch den Vorfall vom 12. Mai 2015 bewirkte massive Beschwerdezunahme stelle einen kausalen Fol
geschaden der militärversicherte
n
schweren Knieschädigung rechts dar, wäre es ohne diese doch gar nicht
zum fraglichen Ereignis beziehungsweise
dessen Aus
-
wirkungen gekommen
(Urk. 1 S. 4 ff.).
Angesichts der Tatsache, dass die
Leis
tungspflicht
für den durch das Distorsionstrauma vom 12. Mai 2015
erlitte
nen Gesundheitsschaden
ausschliesslich
,
vollumfänglich und damit auch un
mittel
bar
die Militärversicherung
treffe, gebe es keinen Anlass zur
Leistungsko
ordi
nation
mit anderen Sozialversicherern (S. 6 f.). Da er gemäss den Berichten der behandelnden Rheumatologin Dr.
D.___
auch über den 1. September
2015 hin
aus
in erheblichem
Ausmass arbeitsunfähig sei, sei die Einstellung der Tag
gelder auf diesen Zeitpunkt hin zu Unrecht erfolgt (Urk. 1 S. 7
ff.).
3.
3.1
3.1.1
In medizinischer Hinsicht steht fest, dass der Beschwerdeführer sich am 12
. Mai 2015, als er sich beim Einsteigen ins
Auto
durch die nur wenig geöffnete Tür
das Bein
verdrehte, am rechten
, vorgeschädigten
Knie eine Distorsion zuzog
(vgl
.
Austrittsbericht Notfallzentrum Klinik
Y.___
vom 13. Mai
2015, Urk.
16/50
)
.
Aus den aktenkundigen Arztberichten geht sodann übereinstim
mend hervor, dass der fragliche Vorfall zu einer deutlichen Verschlimmerung der
vorbe
s
tehenden
Kniebeschwerden führte
, wobei diese Verschlechterung – anders als andere gemäss dem Beschwerdeführer bei Fehltritten oder Rotationen des Knies
im Alltag immer wieder auftretende
Schmerzexazerbationen
(vgl. etwa Urk.
16/41
S. 3)
– während
längerer Zeit anhielt
(vgl.
insbesondere
Urk. 16/55 und
Urk.
3/3
).
3.
1.
2
Nach Lage der Akten steht die am 12. Mai 2015 erlittene Kniedistorsion
bezie
hungsweise die daraus resultierende Zunahme der Kniebeschwerden
– entgegen den einschlägigen Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk.
1 S. 4
) – in kei
nem ursächlichen Zusammenhang zum Vorzustand am rechten Knie.
So ist auf
grund der diesbezüglich übereinstimmenden Schilderungen des Beschwerde
führers davon auszugehen, dass dieser sich am 12. Mai 2015
(auf dem linken Bein stehend, mit dem rechten Bein voraus und dem Oberkörper hinterher) auf der Fahrerseite durch einen schmalen Spalt – mit der rechten Körperseite schräg seitlich gegen vorne gedreht– durch die Autotür zwängt
e
, das ganze Gewicht dann auf das (nun im Auto befindliche) rechte Bein verlagert
e
, sich daraufhin – nur noch auf dem rechten (in
verdrehter Stellung zum restlichen Körper positi
onierten) Fuss stehend und das ganze Gewicht auf das rechte Bein stützend
– auf den Sitz fallen liess
, um sitzend auch das linke Bein no
ch in das Auto zie
hen zu können (vgl. vom heutigen Tag datierendes Urteil des hiesigen Gerichts im
[
vereinigten
]
Prozess Nr. UV.2016.00097 in Sachen des Beschwerdeführers und der Militärversicherung gegen die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG E. 3.2)
. Angesichts diese Hergangs und der dabei auf das rechte Knie einwirken
den Kräfte ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
(zum
im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen)
da
von auszugehen, dass
nicht die Vorschädigung ursächlich für die Verletzung war, sondern der Bewegungsablauf. Dieser war mithin geeignet, auch bei einem gesunden Knie eine Distorsion hervorzurufen.
Anzumerken ist in diese
m Zu
sammenhang, dass die dienstliche Knieschädigung ihren
Ursprung auch in einer – 1979 am bis dahin gesunden Knie erlittenen – Distorsion hatte (vgl.
etwa Urk. 8/20
im Prozess Nr.
MV.
2014.00003 in Sachen der Parteie
n).
3.1.3
Da der Beschwerdeführer am 12. Mai 2015 in keinem Versicherungsverhältnis mit der Militärversicherung stand (vgl. Art. 1a in Verbindung mit Art. 3 MVG) und es sich bei
der fraglichen (erneuten) Knieschädigung
nach dem Gesagten
weder um einen Rückfall
noch um Spätfolgen der K
nieläsion im Jahr 1979 han
delt
, trifft die
Militärversicherung
keine unmitt
elbare Leistungspflicht für
die
beim Einsteigen ins
eng zugeparkte
Auto erlittene
Kniedistorsion.
3.2
3.2.1
Zu prüfen bleibt,
ob und gegebenenfalls inwieweit
die Militärversicherung
, die
im Zeitpunkt des Ereignisses vom
12. Mai 2015 – nebst der 60%-Rente
–
auch
(
wieder
)
Taggelder ausrichtet
e,
aufgrund koordinationsrechtliche
r
Bestimmun
gen
leistungspflichtig ist für die erneute
Kniedistorsion
und
auch
während der Dauer der dadurch
ausgelösten Verschlimmerung
Taggelder
sowie
Heilbehand
lungsleistungen
erbringen muss.
3.2.2
Wie das hiesige Gericht im ebenfalls vo
m heutigen Tag
datierenden Urteil im (vereinigten) Prozess Nr. UV.2016.00097 in Sachen des Beschwerdeführers und der Militärversicherung gegen die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG ein
lässlich begründete, handelt es sich beim Ereignis vom 12. Mai 2015 weder um einen Unfall noch um eine unfallähnliche Körper
schädig
ung.
Für Leistungen der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG im Zusammenhang mit der erneuten Knieläsion besteht demnach keine Anspruchsgrundlage.
3.2.3
Hinsichtlich der Heilbehandlung und allfälliger anderer Sachleistungen im Zu
sammenhang mit der Kniedistorsion vom 12. Mai 2015
fällt
, da diese sich nicht
während des Dienstes ereignete, nach Art. 64 f. ATSG in Verbindung mit Art. 71 Abs. 1 MVG auch die Militärversicherung als Leistungserbringer auss
er Be
tracht. Daran ändert deren grundsätzliche Haftung für die vorbestehende
Knie
schädigung
nichts.
3.2.4
Was schliesslich den Taggeldanspruch betrifft, haben di
e
im Rahmen dieses Ver
fahrens durchgeführten
einschlägigen Abklärungen (Urk. 12-14)
ergeben, dass der
Beschwerdeführer – mangels einer entsprechenden Versicherung bezie
h
ung
s
weise
V
ersicherungsdeckung – im Zusammenhang mit der am 12. Mai 2015 erlittenen Knieläsion keinen Anspruch auf Krankentaggelder (jeglicher Art) hat.
Die koordinationsrechtliche Regelung nach Art. 75 MVG, gemäss wel
cher die Militärversicherung im Falle eines Taggeldanspruchs nach KVG sowohl
für
die aus der dienstlichen Schädigung resultierende als auch
die
– den
Ge
samt
arbeits
unfähigkeitsgrad
allenfalls
erhöhende –
krank
heitsb
edingte Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit Taggelder auszurichten hat, gelangt demnach nicht zur Anwen
dung. Folglich hat der Beschwerdeführer
zwar
grundsätzlich
auch über den 1. September
2015 Anspruch auf
(die beim Ereignis vom 12.
Mai
2015 aus ande
ren Gründen laufenden)
Taggelder
der
Militärversiche
rung
,
dies
allerdings nur sofern und soweit die aus
der rechtsseitigen
Knieschä
digung
resultierende Arbeitsunfähigkeit durch die militärversicherte Schädigung
bedingt ist. Eine zusätz
lich
e
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der
Kniedistorsion vom 12. Mai
2015
hat sie
mithin
nicht abzugelten.
Ob und gege
benenfalls in
wie
weit der Beschwerdeführer aufgrund ausschliesslich des dienst
lichen
Vor
scha
dens
am Knie noch über Ende August 2015 hinaus in einem
(be
reits mit der Rente entschädigten)
60 % übersteigenden Ausmass arbeitsunfähig war, lässt sich aufgrund der aktenkundigen medizinischen Berichte nicht schlüssig beur
teilen und wurde von der Militärversicherung
bis anhin
auch nicht geprüft.
3.3
D
ie Sache
ist
daher an die Militärversicherung zurückzuweisen, damit sie ab
kläre, ob und gegebenenfalls
in welchem Umfang
der Beschwerdeführer
noch über den 1. September 2015 hinaus – bedingt ausschliesslich durch die dienstli
che Schädigung des rechten Knies (mithin unter Ausserachtlassung der aus der Kniedistorsion vom 12. Mai 2015 resultierenden Verschlechterung) – über das bereits mit der
auf einem Arbeitsunfähigkeits- beziehungsweise Invaliditätsgrad von 60 % beruhenden
Rente abgegoltene A
usmass hinaus arbeitsunfähig war
,
und hernach über seinen Taggeldansp
ruch ab 1. September 2015
neu verfüge.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
Angesicht seines teilweisen Obsiegens in diesem Verfahren ist dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) eine reduzierte Prozessentschädigung zuzusprechen, wobei ein Betrag von Fr.
1‘100.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. März 2016 insoweit aufgehoben wird
, als dami
t die Taggeldleistungen ab
1. September 2015 bis zur Behebung der durch das
Distorsions
trauma
vom 12. Mai 2015 verursachten Verschlimmerung eingestellt werden
, und die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese einschlägige Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach über den Taggeldanspruch ab 1. September 2015 neu verfüge
.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
reduzierte
Prozessentschädigung von
Fr.
1‘100
.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
-
Suva, Abteilung Militärversicherung, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 12-14
-
Bundesamt für Gesundheit, Aufsicht Militärversicherung
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer