# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70030138-326e-5718-a378-291b16894f9c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2010 C-5154/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5154-2009_2010-10-11.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5154/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiber Rudolf Grun.

Z._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vermögenswertabnahme und Sonderabgabe (Ab-
rechnung über das Konto Nr. [...]).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5154/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der  Beschwerdeführer  –  nach eigenen Angaben 1986 geboren 
und  aus  der  Zentralafrikanischen  Republik  stammend  –  im  August 
2005 in die Schweiz einreiste, wo er erfolglos um Asyl ersuchte (vgl.  
Urteil  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  vom 2.  Dezember 
2005),

dass er der rechtskräftigen Wegweisung keine Folge leistete,

dass das BFM bereits mit  Verfügungen vom 22. Dezember 2005 die 
dem  Beschwerdeführer  am  9.  bzw.  29.  November  2005  ab-
genommenen  Beträge  von  Fr.  600.-  bzw. Fr.  1'433.-  zuhanden  des 
Sicherheitskontos Nr. [...] sicherstellte,

dass  diese  Verfügungen  unangefochten  blieben  und  in  Rechtskraft 
erwuchsen,

dass  der  Beschwerdeführer  am  27.  September  2006  in  R._______ 
(ZH)  Bargeld  im  Wert  von  Fr.  12'180.-  auf  sich  trug,  das  ihm  die 
Kantonspolizei Zürich anlässlich einer Personenkontrolle abnahm und 
dem BFM überwies,

dass das BFM mit Verfügung vom 25. Mai 2007 den dem Beschwerde-
führer abgenommenen Betrag von Fr. 12'180.- ebenfalls zuhanden des 
Kontos Nr. [...] sicherstellte,

das  diese  Verfügung  dem  Beschwerdeführer  an  die  den  Behörden 
damals bekannte Adresse X._______, Y-strasse [...], G._______, ver-
schickt wurde,

dass die eingeschriebene Briefsendung von der Post retourniert wurde 
(postalische  Bemerkung:  "Empfänger  konnte  unter  angegebener 
Adresse nicht ermittelt werden"),

dass das BFM mit Verfügung vom 20. Juli  2009 die aus der Sonder-
abgabepflicht  zurückzuerstattenden  Kosten  auf  Fr.  15'000.-  fest-
gesetzt, mit den vom Beschwerdeführer geleisteten Sicherheiten ver-
rechnet  (darunter  auch  die  obgenanntem  Beträge  von  Fr.  600.-, 
Fr. 1'433.- und Fr. 12'180.-) und das Konto Nr. [...] saldiert hat,

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dass diese Verfügung dem Beschwerdeführer am 23. Juli 2009 eröffnet 
worden ist,

dass der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 30. Juli und 10. August 
2009 einerseits  die Aufhebung der Verfügung vom 25. Mai  2007 be-
antragt  und  geltend  macht,  der  damals  eingezogene  Betrag  gehöre 
nicht ihm, andererseits um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bzw. 
einer vorläufigen Aufnahme ersucht, weil er in der Schweiz väterliche 
Pflichten habe,

dass er im Übrigen mit keinem Wort die in der Verfügung vom 20. Juli 
2009 festgelegte Sonderabgabe von Fr. 15'000.- beanstandet,

dass  er  dabei  trotz  expliziter  Aufforderung  (vgl.  Zwischenverfügung 
vom 1. September 2009) sich nicht zur Sonderabgabepflicht äussert, 
hingegen mit einer weiteren Eingabe vom 4. Dezember 2009 um Er-
teilung einer Aufenthaltsbewilligung ersucht,

dass die Vorinstanz in ihrer  Stellungnahme vom 18. Dezember 2009 
auf  Abweisung  der  Beschwerde  schliesst,  soweit  darauf  eingetreten 
werden könne,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Replik  vom  14.  Januar  2010 
daran festhält,  der eingezogene Betrag von Fr. 12'180.- gehöre nicht 
ihm,  sich  im  Übrigen  wiederum nicht  zu  der  in  der  Verfügung  vom 
20. Juli 2009 festgelegten Sonderabgabe äussert,

dass sich der Beschwerdeführer – seit er per 25. März 2010 bedingt 
aus  dem  Strafvollzug  entlassen  wurde  –  in  Ausschaffungs-  bzw. 
Durchsetzungshaft  befindet (vgl. die diesbezüglich zuletzt ergangene 
Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 30. August 2010 betr. Fort -
setzung der Durchsetzungshaft),

dass,  soweit  zumutbar,  Sozialhilfe-,  Ausreise-  und  Vollzugskosten 
sowie  die  Kosten  des  Rechtsmittelverfahrens  zurückzuerstatten  sind 
(Art.  85  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 
142.31]),

dass gemäss Art. 86 Abs. 1 AsylG Asylsuchende und Schutzbedürftige 
ohne Aufenthaltsbewilligung, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, die 
Kosten nach Art. 85 Abs. 1 zurückerstatten müssen (Sonderabgabe),

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dass  die  Sonderabgabepflicht  mit  der  erstmaligen  Aufnahme  einer 
Erwerbstätigkeit  oder  im  Zeitpunkt,  in  dem die  Verfügung  über  eine 
erste  Vermögenswertabnahme in  Rechtskraft  erwächst,  beginnt  (Art. 
10 Abs. 1 AsylV 2) und u.a. endet, wenn der Betrag von Fr. 15'000.- 
erreicht ist, spätestens aber nach zehn Jahren (Art. 10 Abs. 2 Bst. a 
AsylV 2),

dass  zur  Abrechnung  über  altrechtliche  Sicherheitskonti  auf  die 
Übergangsbestimmungen  zur  Aenderung  vom  16.   Dezember  2005 
des Asylgesetzes zu verweisen ist,

dass Asylsuchende und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung 
ihre  Vermögenswerte,  die  nicht  aus  ihrem  Erwerbseinkommen 
stammen, offenlegen müssen (Art. 87 Abs. 1 AsylG),

dass die zuständigen Behörden solche Vermögenswerte zum Zwecke 
der Rückerstattung der Kosten nach Art. 85 Abs. 1 AsylG sicherstellen, 
wenn  die  Asylsuchenden  oder  Schutzbedürftigen  ohne  Aufenthalts-
bewilligung nicht  nachweisen können, dass die Vermögenswerte aus 
Erwerbs-  oder  Erwerbsersatzeinkommen  oder  aus  öffentlichen 
Sozialhilfeleistungen stammen, oder die Herkunft der Vermögenswerte 
nicht nachweisen können (Art. 87 Abs. 2 Bst. a und b AsylG; aArt. 86 
Abs. 4 AsylG [AS 1999 2284]),

dass  die  abgenommenen  Vermögenswerte  auf  das  Sicherheitskonto 
bzw. Konto für die Sonderabgabe überwiesen und in vollem Umfang an 
die zu leistende Sonderabgabe angerechnet werden (vgl. Art. 17 der 
Asylverordnung 2  vom  11. August  1999  über  Finanzierungsfragen 
[AsylV 2, SR 142.312]; aArt. 14 Abs. 2 AsylV 2 [AS 1999 2324]),

dass in casu die Abnahme der Vermögenswerte unter dem alten Recht 
erfolgt ist,

dass  die  Kantonspolizei  Zürich  den  dem  Beschwerdeführer  am 
27. September  2006  abgenommen  Betrag  in  dessen  Hosentaschen 
gefunden hat (vgl. Einvernahmeprotokoll vom 27. September 2006),

dass  der  Beschwerdeführer  behauptet,  das  Geld  in  seinem Zimmer 
hinter  einem Schrank gefunden zu haben, jedoch den Nachweis der 
Herkunft dieses Geldes nicht erbringen kann,

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dass das BFM somit den Betrag von Fr. 12'180.- zu Recht zuhanden 
des Kontos Nr. 13464118 sichergestellt hat, weshalb die Frage, ob die 
Verfügung vom 25. Mai 2007 dem Beschwerdeführer rechtsgenüglich 
eröffnet  worden bzw. bereits  in  Rechtskraft  erwachsen ist,  offen ge-
lassen werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  die  in  der  Verfügung  vom 
20. Juli  2009  festgelegte  Sonderabgabe  von  Fr.  15'000.-  weder  ein 
Begehren stellt noch eine entsprechende Begründung vorbringt,

dass ferner die Frage des Anwesenheitsrechts des Beschwerdeführers 
nicht  Streitgegenstand  ist,  weil  Gegenstand  des  Beschwerde-
verfahrens  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was  Gegenstand  des  erst-
instanzlichen Verfahrens war  oder  nach richtiger  Gesetzesauslegung 
hätte sein sollen (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 404),

dass  der  Beschwerdeführer  nach  Abschluss  des  Asylverfahrens 
rechtskräftig aus der Schweiz weggewiesen worden ist (vgl. Urteil der 
Schweizerischen Asylrekurskommission vom 2. Dezember 2005),

dass  diesbezüglich  keine  Verfahren  mehr  hängig  sind,  weshalb  ihm 
kein ordentliches Rechtsmittel ans Bundesverwaltungsgericht zusteht,

dass ein  allfälliges  Gesuch um Aufenthalt  bei  der  dafür  zuständigen 
Migrationsbehörde einzureichen ist,

dass demnach die Beschwerde abzuweisen ist,  soweit  darauf  einzu-
treten ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]  und Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit  darauf  eingetreten werden 
kann.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 26. November 2009 geleisteten Kostenvor-
schuss gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. N [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Rudolf Grun

Versand: 

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