# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db5d95d8-1869-5c40-b37b-3bd883462441
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.08.2025 SB250117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB250117_2025-08-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB250117-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. B. Amacker und 

Ersatzoberrichtern lic. iur. C. Laufer sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw T. Künzle

Urteil vom 25. August 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigte und Berufungsklägerin

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland,
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Drohung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht, 
vom 15. November 2024 (GG240049)

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Antrag auf Anordnung einer Massnahme für eine schuldunfähige Person:

Der Antrag auf Anordnung einer Massnahme für eine schuldunfähige Person der 

Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 23. August 2024 (Urk. D1.21) ist diesem 

Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 81 S. 21 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte, A'._____, die folgenden Tatbestände im 

Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit objektiv erfüllt hat:

 Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;

 Drohung im Sinne von Art. 180 StGB.

2. Aufgrund der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 StGB ist der Beschuldigte nicht strafbar.

3. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) verbunden mit einer stationären Ein-

leitung im Sinne von Art. 63 Abs. 3 StGB angeordnet.

4. Es wird festgestellt, dass sich der Beschuldigte bis und mit heute 304 Tage in 

Untersuchungs- und Sicherheitshaft befunden hat.

5. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 

23. August 2024 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und dem 

Forensischen Institut Zürich (FOR) zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

 Säbel mit Scheide (Asservat Nr. A018'226'772);

 Messer mit braunem Griff und Scheide schwarz (Asservat Nr. A018'226'783);

 Besenstiel (Asservat-Nr. A018'226'794);

 Teppichmesser (Asservat-Nr. A018'226'807);

 Feile (Asservat-Nr. A018'226'818);

 Sackmesser (Asservat-Nr. A018'226'829).

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6. Die nachfolgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 

23. August 2024 beschlagnahmten Betäubungsmittel (Pilze im Glas [Asservat-

Nr. A018'226'830]) sowie das durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellte 

Klebebandasservat (Asservat-Nr. A018'226'169) werden eingezogen und dem 

Forensischen Institut Zürich (FOR) zur Vernichtung überlassen.

7. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz.

8. Die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 13'711.65   Auslagen (Gutachten);

Fr. 961.55   Auslagen;

Fr. 1'000.–   Auslagen Gericht III. StrKr;

Fr. 1'500.–   Auslagen Gericht III. StrKr.

9. Die weiteren Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.

10. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten mit insgesamt Fr. 23'502.15 (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

Es wird vorgemerkt, dass bereits eine Akontozahlung in der Höhe von Fr. 10'002.15 

(act. D 1/13/12) ausbezahlt wurde. Dementsprechend ist Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ mit zusätzlich Fr. 13'500.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen.

11. (Mitteilungen) 

12. (Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge:
(Prot. II S. 7 f.)

a) Der Verteidigung der Beschuldigten:

(Urk. 122)

1. Das Urteil der Vorinstanz vom 15. November 2024 sei betreffend die Ziff. 1, 2 

und 3 aufzuheben.

2. Die Beschuldigte sei der Drohung i.S.v. Art. 180 StGB sowie der Sachbeschä-

digung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

3. Sie sei dafür zu einer bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufgeschobe-

nen Freiheitsstrafe von 10 Monaten zu verurteilen.

4. Es sei der Beschuldigten gegenüber eine ambulante Massnahme i.S.v. Art. 63 

StGB anzuordnen. 

5. Die Kosten des Verfahrens seien ausgangsgemäss aufzuerlegen, wobei die 

Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen und be-

reits jetzt zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit definitiv abzuschreiben 

seien. 

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 93)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann auf die zutreffen-

den Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 81 S. 3).

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 15. November 2024 wurde gemäss 

dem eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositiv festgestellt, dass die Beschul-

digte die Tatbestände der Drohung und der Sachbeschädigung im Zustand der 

nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt hat und nicht strafbar ist. Das 

Urteilsdispositiv wurde den Parteien noch gleichentags eröffnet (Prot. I S. 13). 

Gegen das Urteil liess die Beschuldigte mit Eingabe vom 15. November 2024 

Berufung anmelden (Urk. 60). Mit Eingabe vom 18. Februar 2025 liess die Beschul-

digte fristgerecht die Berufungserklärung einreichen (Urk. 82).

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 12. März 2025 wurde der Staatsanwaltschaft die 

Berufungserklärung der Beschuldigten zugestellt und Frist angesetzt, um bezüglich 

der Berufung der Beschuldigten Anschlussberufung zu erklären, oder begründet 

ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 86). Mit Eingabe vom 

17. März 2025 erklärte die Staatsanwaltschaft ihren Verzicht auf Anschlussberu-

fung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 93). 

1.4. Mit Eingabe vom 17. März 2025 liess die Beschuldigte die Aufhebung der 

Sicherheitshaft beantragen (Urk. 88). Mit Präsidialverfügung vom 23. April 2025 

wurde die Beschuldigte unter Auflagen, namentlich sich in ambulante psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung mit regelmässigen 14-täglichen Therapiesitzun-

gen zu begeben, aus der Sicherheitshaft entlassen (Urk. 110). Dieser Auflage 

kommt die Beschuldigte nach, wie sich aus dem Therapiebericht vom 18. August 

2025 ergibt (Urk. 120). 

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1.5. Heute fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die Beschuldigte in 

Begleitung ihres Verteidigers erschienen ist (Prot. II S. 7). Vorfragen waren keine 

zu entscheiden (Prot. II S. 8). Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsver-

handlung (Prot. II S. 9 ff., Urk. 126).

II. Prozessuales

1. Berufungsumfang

Die Verteidigung beantragt die Aufhebung der Ziffern 1, 2 und 3 des vorinstanz-

lichen Urteils (Urk. 82 und Urk. 122). Da auch Ziffer 4, die Feststellung der Dauer 

der entstandenen Untersuchungshaft, eng mit den angefochtenen Punkten verbun-

den ist, gilt Ziffer 4 als mitangefochten. Demnach sind die Ziffern 5 - 10 des 

vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen, wovon mit Beschluss vorab 

Vormerk zu nehmen ist (vgl. dazu auch Prot. II S. 8).

2. Berufungsanträge / Verfahrensart 

2.1. Die Beschuldigte will der Sachbeschädigung und Drohung schuldig gespro-

chen und dafür bestraft werden. Darüber hinaus lässt sie die Anordnung einer am-

bulanten Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB beantragen (Urk. 82 und 

Urk. 122). 

2.2. Einleitend seien einige Besonderheiten der vorliegenden Verfahrensart in 

Erinnerung gerufen: Beim Verfahren bei einer schuldunfähigen beschuldigten 

Person handelt es sich um ein vom ordentlichen Strafverfahren klar abzugrenzen-

des selbstständiges, besonderes Verfahren, in dem mangels Vorwurfs eines 

schuldhaften Verhaltens kein Schuldspruch ergehen kann. Es gelangt in Fällen zur 

Anwendung, in denen bereits im Vorverfahren die Schuldunfähigkeit hinsichtlich 

aller zu beurteilenden Straftaten eindeutig festgestellt wird und aus diesem Grund 

keine Anklage ergehen kann. Damit ist ein Schuldspruch im Rahmen eines selbst-

ständigen Massnahmeverfahrens gemäss Art. 374 f. StPO ausgeschlossen (Urteil 

6B_360/2020 vom 08. Oktober 2020 E. 1.3.7 [auszugsweise publiziert in BGE 147 

IV 93]). Dies gilt auch im Berufungsstadium. 

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2.3. Gelangt das Gericht zum Schluss, dass die betroffene Person schuldfähig 

oder als für die im Zustand der Schuldunfähigkeit begangenen Straftaten verant-

wortlich (vgl. Art. 19 Abs. 4 und Art. 263 StGB) ist, weist es den Antrag der Staats-

anwaltschaft ab (Art. 375 Abs. 3 StPO). Mit der Rechtskraft dieses Entscheids wird 

das Vorverfahren gegen die beschuldigte Person weitergeführt (Art. 375 Abs. 3 

StPO). Die Staatsanwaltschaft erlässt eine neue Abschlussverfügung (Anklage, 

Strafbefehl oder Einstellung). Das Gleiche muss gelten, wenn es nach Auffassung 

des Gerichts an der Tatbestandsmässigkeit oder an der Rechtswidrigkeit fehlt, die 

Prozessvoraussetzungen nicht gegeben sind oder ein Prozesshindernis besteht. 

Überlegen liesse sich, ob es in dieser Konstellation nicht prozessökonomischer 

wäre, wenn das Gericht die beschuldigte Person freispricht oder das Verfahren ein-

stellt (Oberholzer Niklaus, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl., Bern 2020, 

S. 615).

2.4. In Lichte dieser Grundsätze gilt für das vorliegende Verfahren, dass ein 

Entscheid im Sinne der Anträge der Beschuldigten von vornherein nicht in Frage 

kommt. Sollte das Gericht zum Schluss kommen, dass zum Tatzeitpunkt keine 

Schuldunfähigkeit vorlag und stattdessen ein Schuldspruch zu ergehen hat, so ist 

ihm diese Art der Verfahrenserledigung verwehrt. Es ist gesetzlich ausgeschlossen, 

direkt auf die Erfüllung des Tatbestandes zu erkennen. Dies alleine schon, weil 

keine Anklage vorliegt, unabdingbare Voraussetzung jeder Verurteilung. Vielmehr 

darf das Gericht einzig den Antrag auf Anordnung einer Massnahme abweisen mit 

der Konsequenz, dass die Untersuchungsbehörde das Vorverfahren weiter führen 

muss. Diese wiederum hat dann das Vorverfahren in einer der bekannten Formen 

abzuschliessen, wobei auch der Erlass eines Strafbefehls denkbar ist (vgl. BSK 

StPO-Bommer, Art. 375 N 16 f.). 

Diese Überlegungen ändern aber nichts an der Tatsache, dass die vorinstanzliche 

Entscheidung im Sinne der Anträge angefochten ist und die Verteidigung sinnge-

mäss die Abweisung des Antrags beantragt.

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3. Beweisverfahren / Befragung Beschuldigte

3.1. Mit Blick auf das Beweisverfahren sei eine weitere prozessuale Besonderheit 

dieser Verfahrensart in Erinnerung gerufen: 

Gemäss Art. 341 Abs. 3 StPO befragt die Verfahrensleitung zu Beginn des Beweis-

verfahrens die beschuldigte Person eingehend zu ihrer Person, zur Anklage und zu 

den Ergebnissen des Vorverfahrens. Die eingehende Befragung dient dem Zweck, 

dem Gericht einen persönlichen Eindruck von der beschuldigten Person zu 

verschaffen und zu klären, wie sich diese zu den Anklagevorwürfen und den 

Ergebnissen des Vorverfahrens stellt, namentlich ob sie im Sinne der Anklage 

geständig ist oder nicht. Von der Stellungnahme zur Anklage hängt vor allem ab, 

ob und inwieweit Beweise zu wiederholen bzw. weitere Beweise abzunehmen sind. 

In welcher Intensität die Befragung zur Anklage und zu den Ergebnissen des 

Vorverfahrens erfolgen muss, hängt vom konkreten Fall ab, namentlich von der 

Schwere der Anklagevorwürfe und der Beweislage (BGE 143 IV 408 E. 6.2.2, mit 

Hinweisen; 6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 4.3.1). 

3.2. Diese Grundsätze gelten für das ordentlichen Strafverfahren, in der vorliegen-

den Verfahrensart jedoch nur ausnahmsweise. Befragungen von Personen mit 

psychischen Störungen sind auf das für die Wahrheitsfindung Notwendigste zu 

beschränken. Insbesondere mehrfache Befragungen sind zu vermeiden (BSK 

StPO-Bommer, Art. 374 N 33; Zürcher Kommentar StPO- Wohlers, Art. 155 N 3). 

Massgeblich ist dabei, ob die einzuvernehmende Person zum Einvernahmezeit-

punkt an einer psychischen Störung litt. Dies trifft vorliegend zu, wie das Gutachten 

festhält (Urk. 1/9/11). Dem aktuellen Therapiebericht lässt sich zudem entnehmen, 

dass die Diagnose des Transsexualismuses gestellt wurde und der Verdacht auf 

eine Persönlichkeitsstörung vorliege, was aufgrund der kurzen Behandlungsdauer 

noch nicht habe abgeklärt werden können. Die Diagnose der hebephrenen Schizo-

phronie gemäss Gutachten habe weder bestätigt noch ausgeschlossen werden 

können (Urk. 120). 

3.3. Obwohl im Vorverfahren, inklusive Verfahren vor Zwangsmassnahmegericht, 

nicht weniger als vier Einvernahmen stattfanden, wurde zusätzlich eine 12-seitige 

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Schlusseinvernahme durchgeführt, notabene für einen Sachverhalt, welcher auf 

einer halben A4 Seite Platz findet (Urk. 1/6/1-5, Urk. 21). Darüber hinaus wurde im 

erstinstanzlichen Verfahren abermals eine ausführliche Einvernahme abgehalten, 

deren Protokollinhalt sich über ganze 15 Seiten erstreckt (Urk. 52). Da es sich bei 

Art. 155 Abs. 1 StPO jedoch um eine blosse Ordnungsvorschrift handelt, ist die 

Thematik nicht weiter zu vertiefen, zumal die in Verletzung von Ordnungsvorschrif-

ten erlangten Beweismittel verwertbar bleiben (Art. 141 Abs. 3 StPO). Heute ist 

jedoch auf eine einlässliche Befragung zu verzichten.  

4. Abschliessend und zusammenfassend gilt es somit entgegen den Ausführun-

gen der Verteidigung (Urk. 122 S. 2 ff.) festzuhalten, dass sich in dieser Verfah-

rensart das Gericht einzig der Täterschaft und der Schuldunfähigkeit der beschul-

digten Person zu versichern und gegebenenfalls eine Massnahme auszusprechen 

hat (BSK StPO-Bommer, Art. 375 N 3).

5. Die Verteidigung stellte zudem im Rahmen des Parteivortrags und damit 

grundsätzlich verspätet den Beweisantrag auf eine Neu- bzw. Ergänzungsbegut-

achtung der Beschuldigten, sofern das Gericht an der Diagnose des Gutachtens 

festhalten wolle (Urk. 122 S. 8). Wie noch im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-

gen zu zeigen sein wird, besteht vorliegend kein Bedarf für eine neue bzw. ergän-

zende Begutachtung der Beschuldigten. Der Beweisantrag ist somit abzuweisen. 

III. Täterschaft

1. Täterschaft der beschuldigten schuldunfähigen Person

1.1. Mit Blick auf die Täterschaft muss sich das Gericht nach den allgemeinen 

Massstäben darüber Rechenschaft ablegen, ob es die beschuldigte Person (oder 

eine andere, nicht beschuldigte) ist, die als Täterin der angeklagten Tat vernünfti-

gerweise (allein) in Betracht kommt; realistische Zweifel an der Täterschaft stehen 

einer Erledigung der Verfahren nach Art. 375 Abs. 1 StPO im Wege. Ebenso 

müssen die tatsächlichen Tatumstände jenseits vernünftiger Zweifel feststehen. 

Schliesslich, und insoweit geht es um eine rechtliche Überzeugung, ist verlangt, 

dass die Tatumstände unter den objektiven und subjektiven Tatbestand einer Straf-

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norm fallen und nicht ausnahmsweise Rechtfertigungsgründe eingreifen, die das 

tatbeständliche Unrecht aufheben. Auch insofern besteht kein Anlass, diese 

Kontrolle auf Evidenz zu beschränken. Vielmehr gelten dafür die vom materiellen 

Strafrecht und dem ordentlichen Hauptverfahren vorgegebenen Regeln, kurz: Die 

Frage der Täterschaft, der Tatbestandsmässigkeit und der Rechtswidrigkeit der 

dem Gericht zur Beurteilung vorgelegten Tat unterliegen der freien gerichtlichen 

Überprüfung; denn die zweifelsfreie (richterliche) Feststellung, dass eine tatbe-

standsmässig-rechtswidrige Tat vorliegt, ist Voraussetzung jedes strafrechtlichen 

Verfahrens (BSK StPO-Bommer, Art. 375 N 4). 

1.2. Die Vorgehensweise der Vorinstanz erweist sich somit im Zusammenhang mit 

der Frage der Täterschaft des Beschuldigten als korrekt, indem sie die tatsäch-

lichen Tatumstände unter dem Titel "Sachverhalt" in der üblichen strafprozessualen 

Vorgehensweise ermittelt hat. Sie hat die Grundsätze der Sachverhaltsermittlung, 

welche denjenigen der Feststellung der tatsächlichen Tatumstände dieser Verfah-

rensart in jeder Hinsicht entspricht, ausführlich und in jeder Hinsicht zutreffend ge-

schildert, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann (Urk. 81 S. 3 ff.). 

2. Tatsächliche Tatumstände

Als ebenso in jeder Hinsicht zutreffend erweist sich die ausführliche und sorgfältige 

Würdigung der einzelnen Beweismittel und das Fazit, wonach der Sachverhalt bzw. 

die tatsächliche Täterschaft der Beschuldigten gemäss Antragschrift erstellt ist 

(Urk. 81 S. 5). Schliesslich hat auch die Beschuldigte selbst anlässlich der heutigen 

Einvernahme den äusseren Ablauf der Geschehnisse eingestanden (Urk. 121 

S. 12 ff.). 

3. Tatbestandsmässigkeit

3.1. Auch die Frage der Tatbestandsmässigkeit der Handlungen, welche die 

Vorinstanz unter dem Titel "Rechtliche Würdigung" diskutiert hat, erweist sich als 

in jeder Hinsicht zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 81 S. 6 ff.). Denn wie im ordentlichen Strafverfahren gilt es auch hier zu 

überprüfen, ob die tatsächlichen Tatumstände unter den objektiven und subjektiven 

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Tatbestand einer Strafnorm fallen und nicht ausnahmsweise Rechtfertigungs-

gründe greifen, die das tatbestandsmässige Recht aufheben (BSK StPO-Bommer, 

Art. 375 N 4). Mit Bezug auf den subjektiven Tatbestand gilt es zu betonen, dass 

Schuldunfähigkeit vorsätzliches Handeln nicht per se ausschliesst (BSK StGB-

Bommer/Dittmann, Art. 19 N 19). Darauf wird unter der Frage der Schuldunfähigkeit 

näher einzugehen sein. Das erstellte Verhalten der Beschuldigten erweist sich 

somit als im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB und Art. 180 StGB tatbestandsmässig. 

3.2. Rechtfertigungsgründe, welche nach den allgemeinen, vom materiellen Straf-

recht und dem ordentlichen Hauptverfahren vorgegebenen Regeln zu beurteilen 

sind, liegen, wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, nicht vor (Urk. 81 S. 6). 

3.3. Demzufolge wird festgestellt, dass die Beschuldigte die Tatbestände der 

mehrfachen Drohung und der Sachbeschädigung erfüllt hat (Art. 144 Abs. 1, 

Art. 180 StGB), was im Übrigen von der Verteidigung auch nicht in Abrede gestellt 

wird (Urk. 122). 

IV. Schuldunfähigkeit

1. Auch in dieser Hinsicht erweisen sich die Ausführungen der Vorinstanz unter 

dem Titel "Schuld" in jeder Hinsicht als zutreffend (Urk. 81 S. 7). Herausgestrichen 

und präzisiert werden soll an dieser Stelle, dass die Anordnung der beantragten 

Massnahme die (vollständige) Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB 

voraussetzt. Weiter sei darauf hingewiesen, dass Art. 375 Abs. 1 StPO eine nega-

tive Voraussetzung unerwähnt lässt: Nämlich, dass eine Anwendung von Artikel 19 

Abs. 4 oder Art. 263 StGB in dieser Verfahrensart nicht in Betracht kommt. Selbst 

wenn also dem Gericht das auf Schuldunfähigkeit lautende Gutachten überzeu-

gend erscheint, scheidet dessen Berücksichtigung aus, wenn sich eine strafrecht-

liche Verantwortlichkeit nach den Grundsätzen der actio libera in causa ergibt 

(Art. 19 Abs. 4 StGB ) oder wenn die beschuldigte Person aus dem Tatbestand der 

Verübung einer Tat in selbstverschuldeter Unzurechnungsfähigkeit (Art. 263 StGB) 

strafbar ist (BSK StGB-Bommer, Art. 375 N 6). 

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2.1. Nach ausführlicher und gründlicher Auseinandersetzung mit dem Gutachten 

gelangt die Vorinstanz zum Schluss, dass die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt 

vollständig schuldunfähig war (Urk. 81 S. 7 ff.).

2.2. Die Beschuldigte bestreitet dies (Urk. 52 S. 5 ff.; Urk. 121 S. 14). Das Gutach-

ten, auf welchem diese Diagnose fusse, sei mangelhaft, weshalb auch die gezoge-

nen Schlüsse falsch seien. So attestiere ihr dieses Wahnvorstellungen hinsichtlich 

ihrer musischen und informatischen Fähigkeiten, ohne dass diese vom Gutachter 

überprüft worden seien. Ohne sich jedoch von ihren tatsächlichen Fähigkeiten ver-

gewissert zu haben, sei es nicht möglich festzustellen, ob ihre eigene Einschätzung 

von einer Fremdeinschätzung abweiche. Ebenso wenig bestehe Wiederholungsge-

fahr hinsichtlich Gewaltdelikte. Sie sei noch nie aggressiv gewesen. Schliesslich 

sei auch die Qualifikation als Verwahrloste falsch. Im Gefängnis sei sie Hausarbei-

ter [gewesen] und erhalte nur positive Rückmeldungen. Eine schuldunfähige 

Person würde im Gefängnis nicht funktionieren, was bei ihr jedoch der Fall sei. 

Wäre sie damals schuldunfähig gewesen, so müsste sie dies heute noch sein. Sie 

(die Beschuldigte) sei der Meinung, dass sie damals komplett schuldfähig gewe-

sen. Es sei ein Selbstsabotage Akt gewesen ohne Wahngedanken. Die Diagnose 

der hebephrenen Schizophrenie könne man nicht einfach an- und abschalten. Der 

Gutachter habe einfach nicht verstanden, was sie ihm zu erklären versucht habe, 

weshalb es für ihn ein Wahn sei (Urk. 121 S. 9). 

2.3. Auch die Verteidigung zog das Gutachten in Zweifel. Entgegen den typischen 

Erscheinungsformen der Schizophrenie sei die Beschuldigte durchaus in der Lage, 

emotional zu interagieren, mit anderen Leuten fundierte Diskussionen zu führen 

und sich diesen gegenüber zu öffnen, so beispielsweise gegenüber dem Gutachter. 

Zudem könne die rückfallpräventive Wirkung auch ohne Medikation erreicht 

werden, beispielsweise durch eine ambulante Gesprächstherapie (Urk. 53 S. 9). 

Die Einsichts- bzw. Steuerungsfähigkeit sei im Tatzeitraum nicht so erheblich 

eingeschränkt bzw. aufgehoben gewesen, dass eine Schuldunfähigkeit bestanden 

habe. Die Beschuldigte leide zudem entgegen der gutachterlichen Einschätzung 

nicht unter einer hebephrenen Schizophrenie (Urk. 122 S. 8). Seit dem 17. Januar 

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2024 hätten sich weder impulsive Affektdurchbrüchen noch anderen Symptome 

einer hebephrenen Schizophrenie manifestiert (Urk. 122 S. 5). 

2.4. Die Vorinstanz hat sich mit diesen Einwendungen vertieft auseinandergesetzt 

und ist zum Schluss gekommen, dass keine Gründe vorliegen, welche es möglich 

bzw. nötig machen würden, um vom Gutachten abzuweichen (Urk. 81 S. 10 ff.). 

Diesen Überlegungen und Schlussfolgerungen kann vollumfänglich gefolgt werden 

und es kann auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden. Lediglich 

der Abrundung halber sei darauf hingewiesen, dass es vorliegend darum geht, ob 

die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war. Insofern zielen die Ausfüh-

rungen der Beschuldigten und der Verteidigung, wonach sie bei der psychiatrischen 

Exploration und im Strafvollzug kooperativ, einsichtig und in der Lage gewesen sei, 

vernunftgemäss zu handeln, an der Sache vorbei. Zum Tatzeitpunkt war sie es 

jedenfalls nicht, was sich einerseits aus dem Gutachten ergibt (Urk. 1/9/11) und 

durch die Schilderungen des Geschädigten B._____ zusätzlich gestützt wird, wel-

cher von einer zum Tatzeitpunkt aggressiven, wütenden, drohenden und 

unzugänglichen Beschuldigten spricht (Urk. 1/5/1 S. 5; Urk. 1/5/2 S. 5 ff.). Die Aus-

führungen der Beschuldigten, wonach es sich um einen Selbstsabotage Akt gehan-

delt habe, sind daher nicht überzeugend, zumal sich die Aggression gerade gegen 

den Geschädigten B._____ richtete und es der Beschuldigten nicht möglich war, 

dies zu steuern. Als ebenso unzutreffend erweist sich die Behauptung der Beschul-

digten, wonach sie in Haft stets kooperativ und anständig gewesen sei. Aus dem 

Führungsbericht des Untersuchungsgefängnisses Zürich ergibt sich vielmehr das 

Gegenteil, nämlich, dass sie nach Absetzen der Medikamente ein provokatives und 

bedrängendes Verhalten gegenüber anderen inhaftierten Personen an den Tag ge-

legt habe (Urk. 25). Selbiges tat sie auch gegenüber dem Gutachter im Rahmen 

der Explorationsgespräche, welches auf Grund des bedrohlichen Verhaltens der 

Beschuldigten hat abgebrochen werden müssen (Urk. 1/9/11 S. 21 f.). Immerhin 

konnte der Gutachter im Rahmen der Exploration, entgegen der Behauptung der 

Beschuldigten, wonach sich dieser nicht über ihre tatsächlichen Fähigkeiten in den 

Bereichen Musik und Informatik vergewissert habe, feststellen, dass sie nicht in der 

Lage war, ihre Ausführungen zu Informatik nachvollziehbar aufzuschlüsseln oder 

zu erklären. Dies gilt umso mehr für die weiteren von der Beschuldigten geltend 

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gemachten besonderen Fähigkeiten in den Bereichen der Philosophie und Psych-

iatrie. Die Beschuldigte gab hierzu an der Berufungsverhandlung lediglich an, sie 

habe einfach ihre Meinung geäussert, weil sie sich dafür interessiere, und der 

Gutachter habe alles ins Extreme gezogen. Es sei schwierig für den Gutachter, zu 

schreiben, dass keine Störung bestehe (Urk. 121 S. 10). 

Somit erweist sich die ausgeübte Kritik am Gutachten bereits in tatsächlicher Hin-

sicht als unbegründet, erst recht vermag sie die nachvollziehbaren und schlüssigen 

Feststellungen hinsichtlich der festgestellten Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt 

nicht in Zweifel zu ziehen. Damit ist mit dem Gutachten bei der Beschuldigten zum 

Tatzeitpunkt von einer vollständigen Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

StGB auszugehen, eine teilweise Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 

StGB bestand nicht. Zudem finden sich keine Hinweise, wonach die Unzurech-

nungsfähigkeit im Sinne von Art. 263 StGB selbst verschuldet oder im Sinne von 

Art. 19 Abs. 4 StGB vermeidbar und die in diesem Zustand begangenen Taten im 

Sinne von Art. 19 Abs. 4 StGB voraussehbar waren. 

Die Schuldunfähigkeit sieht das Gutachten als Folge der bei der Beschuldigten zum 

Tatzeitpunkt diagnostizierten chronifizierten hebephrenen Schizophrenie mit 

daraus resultierender aggressiver Gespanntheit, welche ihren Ursprung in der 

Adoleszenz hat und massive Einschränkungen in der psychosozialen Leistungs-

fähigkeit und Lebensführung zur Folge hat (Urk. 1/9/11 S. 52). 

Der Therapiebericht vom 18. August 2025 (Urk. 120) diagnostiziert eine weitere 

Krankheit in Form von Transsexualismus (ICD 10 F 64). Ein Zusammenhang zu 

den vorliegend zu beurteilenden Taten ist entgegen den Ausführungen der 

Beschuldigten und der Verteidigung (Urk. 121 und Urk. 122) nicht erkennbar und 

bleibt deshalb ohne Auswirkung auf den vorliegenden Entscheid. Weitere eigendia-

gnostische Feststellungen lassen sich dem Therapiebericht nicht entnehmen. 

Anzumerken bleibt, dass bezüglich der Schwere bzw. des Grads der psychischen 

Erkrankung seitens der Gerichts zumindest leichte Zweifel bestehen, zumal doch 

seit einiger Zeit eine positive Entwicklung zu erkennen ist. Im erwähnten Therapie-

bericht ist indessen ausdrücklich festgehalten, dass die Diagnose der hebephrenen 

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Schizophrenie weder bestätigt noch ausgeschlossen werden könne. Somit bleibt 

es zum jetzigen Zeitpunkt bei den obigen Feststellungen zum Gutachten.

3. Fazit

Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Beschuldigte den Tatbe-

stand der Drohung sowie denjenigen der Sachbeschädigung im Zustand der nicht 

selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt hat. 

V. Massnahme

1. Die Voraussetzungen zur Anordnung einer Massnahme im Verfahren bei 

einer schuldunfähigen beschuldigten Person sind dieselben wie im ordentlichen 

Strafverfahren (Zürcher Kommentar StPO-Schwarzenegger, Art. 375 N 4). 

2. Die Vorinstanz hat die Parteistandpunkte sowie die Voraussetzungen zur 

Anordnung einer Massnahme ausführlich und zutreffend dargestellt, weshalb 

vollumfänglich darauf verwiesen werden kann (Urk. 81 S. 12 ff.). 

3. Als ebenso zutreffend erweisen sich die ausführlichen Erwägungen mit Bezug 

auf die Würdigung der konkreten entscheidrelevanten Faktoren. Darauf kann 

vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 81 S. 14 ff.).  

4. Mit Bezug auf die ablehnende Haltung der Beschuldigten gegenüber der 

Massnahme gilt es Folgendes festzuhalten: Noch an der erstinstanzlichen Haupt-

verhandlung lehnte die Beschuldigte eine Massnahme ab (Urk. 52 S. 3 ff.). Weil 

das Gutachten falsch sei, sei auch eine stationäre Behandlung nicht nötig. Einer 

ambulanten Gesprächstherapie würde sie sich allerdings nicht widersetzen. Eine 

medikamentöse Therapie lehne sie ab, da diese übertrieben und nicht notwendig 

sei. Zudem gehe es ihr offensichtlich nicht schlecht und er sei keine direkte Gefahr 

für sich und andere. Eine Ausführungs- oder Rückfallgefahr habe nie bestanden, 

auch zum Tatzeitpunkt nicht (Urk. 52 S. 4). 

Auch die Verteidigung beantragte eine Bestrafung der Beschuldigten und lehnte 

deshalb auch die Anordnung einer stationären Massnahme ab. Dies im Wesent-

-   16   -

lichen mit der Begründung, dass die gutachterliche Diagnose falsch sei und eine 

stationäre Massnahme unverhältnismässig wäre, da die rückfallpräventive Wirkung 

auch ohne Medikation erreicht werden könnte (Urk. 53 S. S. 9). 

Die Vorinstanz hat sich auch mit diesen Vorbringen vertieft auseinandergesetzt und 

ist in nachvollziehbarer Weise und mit überzeugender Begründung zum Schluss 

gekommen, dass alle Voraussetzungen für die Anordnung einer ambulanten 

Massnahme mit stationärer Einleitung nach Art. 59 StGB erfüllt seien (Urk. 81 S. 12 

ff.). Auf diese Ausführungen kann - zumindest mit Bezug auf die ambulante Mass-

nahme - verweisen werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab die Beschul-

digte zudem an, die begonnene ambulante Therapie bei Frau Dr. med. C._____ 

sehr gerne weiterführen zu wollen (Urk. 121 S. 15). 

5. Die Beschuldigte ist seit dem 24. April 2025 auf freiem Fuss (Urk. 114). Aus 

dem Therapiebericht von Dr. med. C._____ ergibt sich, dass sie diese regelmässig 

besucht, sich an der Gesamtsituation nichts geändert hat und sie insbesondere 

nach wie vor eine medikamentöse Therapie verweigert. Dieses ambulante Thera-

pie entspricht im Wesentlichen einer ambulanten Massnahme, welche gemäss 

Therapiebericht unauffällig verläuft. Hingegen lässt sich dem Therapiebericht nichts 

entnehmen, was auf eine erfolgreiche Therapie schliessen lässt. Immerhin bleibt 

festzustellen, dass die gutachterlich empfohlene stationäre Einleitung zur Vorberei-

tung der ambulanten Massnahme dadurch obsolet ist. 

Damit sind alle Voraussetzungen für die Anordnung einer ambulanten Massnahme 

nach Art. 63 StGB erfüllt und sie ist entsprechend anzuordnen. 

6. Die Beschuldigte war vom 17. Januar 2024 bis zum 24. April 2025 und damit 

während insgesamt 463 Tagen in Haft (Urk. 1/11/1, Urk. 112). Diese erstandenen 

Hafttage sind praxisgemäss an die ambulante Massnahme anzurechnen (vgl. 

BGE 145 IV 359 E. 2.7). 

-   17   -

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Die Strafprozessordnung sieht im Grundsatz die sinngemässe Geltung der 

Bestimmungen zur Kostentragungspflicht für die selbständigen Massnahmever-

fahren vor. Davon ausgenommen ist allerdings das Verfahren bei einer schuldun-

fähigen beschuldigten Person nach Art. 374 f. StPO. Für dieses gilt, als lex specialis 

zu Art. 426 StPO, einzig Art. 419 StPO (BSK StPO-Domeisen, Art. 426 N 46). 

Demgemäss können einer schuldunfähigen beschuldigten Person die Kosten ein-

zig auferlegt werden, wenn dies nach den Umständen billig erscheint. 

2. Demnach darf eine Kostenauflage nur dann erfolgen, wenn es aufgrund der 

günstigen finanziellen Verhältnisse der schuldunfähigen Person als stossend 

erschiene, dass die Kosten beim Staat verbleiben sollen. Die Behörde hat den 

Entscheid in Befolgung der im Zivilrecht entwickelten Grundsätze der Billigkeits-

haftung zu fällen. Es genügt nicht, dass die schuldunfähige Person in der Lage 

wäre, für die Kosten aufzukommen. Vorausgesetzt wird nach einhelliger Lehre und 

Rechtsprechung, dass die betreffende Person in guten wirtschaftlichen Verhältnis-

sen lebt und die Kostenübernahme durch den Staat als stossend erschiene. Die 

Strafbehörde hat von Amtes wegen die finanziellen Verhältnisse abzuklären und 

eine Interessenabwägung vorzunehmen. Obwohl nicht explizit im Gesetz erwähnt, 

geht aus der Botschaft und der Gesetzessystematik hervor, dass Entschädigungen 

mitgemeint sind. Die Botschaft hält ausdrücklich fest, dass urteilsunfähige 

Personen dazu verpflichtet werden können, «die Verfahrenskosten und die 

Entschädigungen zu tragen». Ebenso ist aus der Gesetzessystematik darauf zu 

schliessen, dass Art. 419 StPO auch auf Entschädigungen anwendbar sein soll: 

Art. 419 gehört zum 1. Kapitel (Allgemeine Bestimmungen), während das 2. Kapitel 

die Verfahrenskosten und das 3. Kapitel die Entschädigung und Genugtuung 

regeln. Wo das Gesetz im 1. Kapitel von «Kostenpflicht» oder «Kosten» spricht, 

sind neben den Verfahrenskosten auch die Entschädigungen gemeint (Zürcher 

Kommentar StPO-Griesser, Art. 419 N 3 f.). 

3. Im Berufungsverfahren wird die Gebühr grundsätzlich nach den für die 

Vorinstanz geltenden Regeln bemessen. Dabei wird auch berücksichtigt, ob das 

Urteil vollumfänglich oder nur teilweise angefochten worden ist (§ 16 Abs. 1 Ger-

-   18   -

GebV). Obwohl § 14 Abs. 1 der GerGebV von Verfahren, in denen materiell über 

die Anklage entschieden wird, spricht ist diese Bestimmung sinngemäss auch für 

das Verfahren auf Anordnung einer Massnahme bei schuldunfähigen Personen 

anwendbar. Dies ergibt sich auch aus Umkehrschluss der abschliessenden 

Aufzählung der besonderen Verfahren (in welcher die vorliegende Verfahrensart 

nicht enthalten ist), auf welche die allgemeine Bestimmung keine Anwendung 

findet. Unter Berücksichtigung der relevanten Umstände, namentlich dass die 

Bearbeitung eines Verfahrens der vorliegenden Art mit einem ordentlichen 

Strafverfahren vergleichbar ist, erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.– 

angemessen. 

4. Die Beschuldigte lebt vom Sozialamt und hat monatlich rund Fr. 900.– als 

Grundbedarf zur Verfügung. Zudem hat sie rund Fr. 10'000.– Schulden (Urk. 121 

S. 2 f.). Es ist demnach von sehr bescheidenen finanziellen Verhältnissen auszu-

gehen. Die Kostenauflage an die Beschuldigte kommt damit nicht in Frage.

5. Die amtliche Verteidigung macht einen Entschädigungsanspruch von 

Fr. 11'787.70 geltend (Urk. 123). Das geltend gemachte Honorar ist zwar ausge-

wiesen, aber deutlich zu hoch, zumal kein Aufwandshonorar geschuldet ist. Die 

Höhe der Entschädigung beurteilt sich vielmehr nach der Verordnung über die 

Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (Anwaltsgebührenverordnung, 

LS 215.3, nachstehend: AnwGebV). Die Gebühr für die Führung eines 

Strafprozesses (einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und Teilnahme 

an der Hauptverhandlung) beträgt im Bereich der Zuständigkeit des Einzelgerichtes 

– auch grundsätzlich im Berufungsverfahren – in der Regel Fr. 600.– bis Fr. 8'000.–, 

wobei auch zu berücksichtigen ist, ob das vorinstanzliche Urteil ganz oder nur 

teilweise angefochten wurde (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Inner-

halb dieses Rahmens wird die Grundgebühr nach den besonderen Umständen, na-

mentlich nach Art und Umfang der Bemühungen und Schwierigkeiten des Falles, 

bemessen (vgl. § 2 AnwGebV).

Im vorliegenden Fall ist die Beschuldigte geständig. Ferner stellten sich keine 

schwierigen rechtlichen Fragen. Beim Antrag auf Schuldigsprechung handelt es 

sich von vornherein um einen aussichtslosen Antrag. In der Hauptsache ging es 

-   19   -

um die Thematik der Schuld(un)fähigkeit. Die Grundgebühr ist daher eher im 

unteren Rahmen auf Fr. 4'500.– anzusetzen. Hinzu kommt ein Zuschlag für das 

Haftverfahren, weshalb es angemessen erscheint, die Höhe der Entschädigung auf 

insgesamt pauschal Fr. 7'000.– festzusetzen. 

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht 

in Strafsachen, vom 15. November 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen 

ist: 

"Es wird erkannt:

1.-4. …

5. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 

23. August 2024 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und dem 

Forensischen Institut Zürich (FOR) zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

 Säbel mit Scheide (Asservat Nr. A018'226'772);

 Messer mit braunem Griff und Scheide schwarz (Asservat Nr. A018'226'783);

 Besenstiel (Asservat-Nr. A018'226'794);

 Teppichmesser (Asservat-Nr. A018'226'807);

 Feile (Asservat-Nr. A018'226'818);

 Sackmesser (Asservat-Nr. A018'226'829).

6. Die nachfolgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 

23. August 2024 beschlagnahmten Betäubungsmittel (Pilze im Glas [Asservat-

Nr. A018'226'830]) sowie das durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellte Klebe-

bandasservat (Asservat-Nr. A018'226'169) werden eingezogen und dem Forensi-

schen Institut Zürich (FOR) zur Vernichtung überlassen.

7. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz.

-   20   -

8. Die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 13'711.65   Auslagen (Gutachten);

Fr. 961.55   Auslagen;

Fr. 1'000.–   Auslagen Gericht III. StrKr;

Fr. 1'500.–   Auslagen Gericht III. StrKr.

9. Die weiteren Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.

10. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten mit insgesamt Fr. 23'502.15 (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

Es wird vorgemerkt, dass bereits eine Akontozahlung in der Höhe von Fr. 10'002.15 

(act. D 1/13/12) ausbezahlt wurde. Dementsprechend ist Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ mit zusätzlich Fr. 13'500.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen.

11. (Mitteilungen) 

12. (Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte A._____ die Tatbestände der 
Drohung im Sinne von Art. 180 StGB und der Sachbeschädigung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuld-

unfähigkeit erfüllt hat. 

2. Aufgrund der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit wird von einer 

Strafe abgesehen. Es wird eine ambulante therapeutische Massnahme im 

Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.

-   21   -

3. Es wird festgestellt, dass sich die Beschuldigte 463 Tage in Untersuchungs- 

und Sicherheitshaft befunden hat.

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genom-

men. 

6. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger der Beschuldigten mit insgesamt Fr. 7'000.– (inklusive Baraus-

lagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA, mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestim-
mung der Vernichtungs- und Löschungsdaten"

-   22   -

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 25. August 2025

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw T. Künzle