# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69f3b1fb-8e88-514d-ba00-d51efa2b2733
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 17.06.2019 110 2019 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2019-56_2019-06-17.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2019/56 Bern, 17. Juni 2019

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Baugesellschaft K.________, bestehend aus:

C.________
Beschwerdegegnerin 1

D.________
Beschwerdegegnerin 2

alle vertreten durch Herrn Fürsprecher E.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken, Gemeindeverwaltung, 
Postfach 97, 3800 Interlaken

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken vom 
15. Februar 2019 (Baugesuch Nr. 581/18.047; Wohnüberbauung Herreney)

RA Nr. 110/2019/56 2

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerinnen reichten am 25. Juni 2018 bei der Gemeinde Interlaken 

ein Baugesuch ein für die "Wohnüberbauung J.________" auf Parzellen Interlaken 

Grundbuchblatt Nrn. F.________, G.________ und H.________. Die Halbinsel "Herreney" 

liegt zwischen der Aare und dem Schifffahrtskanal. Die Bauparzellen befinden sich im 

Perimeter der Zone mit Planungspflicht ZPP "Herreney" (Art. 312 GBR), für welche die 

Gemeinde am 12. Januar 2015 eine Überbauungsordnung (ÜO) mit gleichzeitiger 

Änderung des Baureglements erlassen hat.1 Der Beschwerdeführer ist 

Stockwerkeigentümer einer Wohnung auf Parzelle Nr. I.________, welche nordöstlich an 

Parzelle Nr. G.________ grenzt. Er hatte gegen die Überbauungsordnung mit Änderung 

des Baureglements erfolglos Einsprache geführt.2 Auch im Baubewilligungsverfahren legte 

er Einsprache ein.

Mit Gesamtentscheid vom 15. Februar 2019 erteilte die Gemeinde Interlaken die 

Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 28. März 2019 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die Aufhebung 

des Gesamtentscheids vom 15. Februar 2019 und die Erteilung des Bauabschlags. 

Eventuell sei die Sache zur erneuten Beurteilung an die Gemeinde zurückzuweisen. Er 

macht insbesondere geltend, aufgrund der vorgesehenen Terrainerhöhung werde die 

zulässige Gebäudehöhe überschritten. Das Bauvorhaben befinde sich zudem im 

Gewässerraum, wofür keine Ausnahmebewilligung vorliege und die entsprechenden 

Voraussetzungen auch nicht gegeben seien. Auch sei nicht berücksichtigt worden, dass 

sich die Baugrundstücke in einem im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der 

Schweiz (ISOS) verzeichneten Gebiet befänden. Es sei ein Fachgutachten der für den 

Ortsbildschutz zuständigen Fachkommission einzuholen.

1 Überbauungsordnung Nr. 19 "Herreney" vom Januar 2015, vom AGR genehmigt am 30. September 2015
2 Vgl. Genehmigungsentscheid des AGR vom 30. September 2015

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3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, holte die Vorakten 

ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde hält mit Stellungnahme vom 

30. April 2019 sinngemäss am angefochtenen Entscheid fest. Die Beschwerdegegnerinnen 

beantragen mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2019 die Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf einzutreten sei.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG4. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG5 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 

Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG 

i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen Einsprache abgewiesen 

wurde, ist durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid formell und als Nachbar auch 

materiell beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Die bis 31. März 2017 

geltende Einschränkung, wonach die Einsprecherinnen und Einsprecher nur im Rahmen 

ihrer Einsprachegründe beschwerdelegitimiert waren, ist in der seit 1. April 2017 geltenden 

Fassung von Art. 40 Abs. 2 BauG nicht mehr vorgesehen. Es ist daher auch auf die mit der 

Beschwerde vom 28. März 2019 erstmals vorgebrachten Gründe einzutreten.

3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
4 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
5 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

RA Nr. 110/2019/56 4

c) Der angefochtene Entscheid wurde am 26. Februar 2019 versandt und vom 

Beschwerdeführer am 1. März 2019 am Postschalter abgeholt.6 Mit der 

Beschwerdeeinreichung am 28. März 2019 wurde die Beschwerdefrist gemäss Art. 40 Abs. 

1 BauG eingehalten. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Gebäudehöhe

a) Der Beschwerdeführer führt an, gemäss der massgebenden Überbauungsordnung 

betrage die zulässige Gebäudehöhe 10 m, wobei das massgebende Terrain bei 562,10 

m.ü.M. liege. Somit dürften die Gebäude eine Höhe von 572,10 m.ü.M. nicht überragen. 

Das Projekt sehe nun aber eine Anhebung des Terrains auf 563,00 m.ü.M. vor. Bei einer 

Gebäudehöhe von 10 m überschreite das Bauvorhaben die zulässige Gebäudehöhe um 

0,90 m.

b) Die der ÜO Nr. 19 "Herreney" unterstehende Fläche ist in verschiedene Sektoren 

aufgeteilt. Die mit dem streitigen Projekt geplanten Gebäude sollen im Sektor "Stadtvillen" 

gebaut werden. In diesem ist gemäss Art. 7 Abs. 5 der Überbauungsvorschriften (ÜV) eine 

Gebäudehöhe von maximal 10,00 m zulässig. Für die Messweise verweist Art. 7 Abs. 6 ÜV 

auf das Baureglement und legt zudem fest, dass als massgebendes Terrain eine 

Höhenkote von 562,10 m.ü.M. gilt. Letzteres entspricht Art. 312 Abs. 4 GBR7 in der 

gleichzeitig mit Erlass der ÜO Nr. 19 "Herreney" revidierten Fassung. Die Höhe von 562,10 

m.ü.M. gilt im Bereich der ÜO als Hochwasserschutzkote. Art. 19 Abs. 2 ÜV schreibt vor, 

dass die Erdgeschosse mindestens die Schutzkote von 562,10 m.ü.M. einhalten müssen.

Weil das massgebende Terrain in den Überbauungsvorschriften auf eine bestimmte 

Höhenkote fixiert wird, ist die zulässige Gebäudehöhe unabhängig von der vorgesehenen 

Terraingestaltung immer ab der massgebenden Höhenkote von 562,10 m.ü.M. zu messen. 

Die Gebäude dürfen demnach eine Höhe von 572,10 m.ü.M. nicht überragen. Die 

Erdgeschosse dürfen auf 562,10 m.ü.M. oder höher zu liegen kommen.

6 Gemäss Sendungsverfolgung der Post, vgl. Kopie Zustellcouvert, Beschwerdebeilage 2
7 Baureglement der Gemeinde Interlaken vom 9. Dezember 2008, genehmigt vom Amt für Gemeinden und 
Raumordnung (AGR) am 9. Juli 2009

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c) Gemäss dem Projektplan "Grundrisse, Schnitt, Fassaden" im Mst. 1:1008 soll bei den 

drei geplanten Gebäuden das Erdgeschoss auf 563,00 m.ü.M. zu liegen kommen und das 

neue Terrain auf 562,93 m.ü.M. Dass die Erdgeschosse um 0,90 m über der minimalen 

Höhenkote liegen sollen, ist nach den Überbauungsvorschriften zulässig. Das für die 

Messung der Gebäudehöhe massgebende Terrain bleibt davon unbeeinflusst; die 

Gebäude dürfen eine Höhenkote von 572,10 m.ü.M. nicht überragen. Dies ist auch nicht 

der Fall. Der Projektplan zeigt auf, dass die Gebäude ab oberkant Erdgeschoss eine Höhe 

von 8,85 m aufweisen, also bis auf eine Höhe von (563,00 + 8,85 =) 571,85 m.ü.M. 

reichen. Die zulässige Gebäudehöhe wird damit nicht überschritten.

Die Gemeinde hat im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt, dass sich die 

zulässige Gebäudehöhe vom massgebenden Terrain aus bemisst und demnach bei 

maximal 572,10 m.ü.M. liegt, und dass die projektierten Gebäude diese Höhe nicht 

überschreiten. Der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Gemeinde habe in diesem 

Zusammenhang den Sachverhalt falsch dargestellt, ist unbegründet.

d) Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach eine Planänderung mit 

Verzicht auf eine Terrainerhöhung nicht bewilligungsfähig wäre, ist nicht einzugehen. Eine 

entsprechende Projektänderung bildete weder Gegenstand des angefochtenen Entscheids 

noch wurde sie im Beschwerdeverfahren eingereicht. Sie bildet nicht Streitgegenstand des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

3. Hochwasserschutz

a) Der Beschwerdeführer zweifelt an, dass das Bauvorhaben bei einer Reduktion der 

Terrainhöhe den Anforderungen des Hochwasserschutzes genügen würde. Nach dem 

Gesagten ist dies nicht zu prüfen, da diese Frage vom Streitgegenstand des vorliegenden 

Verfahrens nicht umfasst wird.

b) Der Beschwerdeführer legt nicht dar, dass das mit dem angefochtenen Entscheid 

bewilligte Bauvorhaben Vorschriften über den Hochwasserschutz verletzt. Dies ist auch 

nicht ersichtlich. Die Bauparzellen liegen gemäss dem Zonenplan "Gefahrenhinweise" im 

8 Vom 25. Juni 2018, mit Bewilligungsstempel der Gemeinde Interlaken vom 15. Februar 2019

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gelben Gefahrengebiet, in dem von einer geringen Überflutungsgefahr auszugehen ist. 

Bauwillige haben daher nachzuweisen, dass die erforderlichen Massnahmen zur 

Gefahrenbehebung und Schadenminimierung getroffen werden (Art. 541 Abs. 1 GBR). Der 

Hochwasserschutz wurde bereits im Verfahren zum Erlass der ÜO Nr. 19 "Herreney" 

ausführlich abgeklärt, was insbesondere zur Festlegung der erwähnten Mindesthöhenkote 

für die Erdgeschosse der Gebäude führte. Diese wird mit dem Bauvorhaben eingehalten 

bzw. sogar um 0,90 m überschritten.

4. Grundwasserschutz

a) Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass das Bauvorhaben im 

Gewässerschutzbereich Au liegt. Der Gewässerschutzbereich Au umfasst die nutzbaren 

unterirdischen Gewässer sowie die zu ihrem Schutz notwendigen Randgebiete.9 Gemäss 

der Gewässerschutzkarte des Geoportals10 befinden sich grosse Teile des 

Gemeindegebiets von Interlaken und auch die Bauparzellen im Gewässerschutzbereich Au. 

Im Gewässerschutzbereich Au dürfen gemäss Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV keine 

Anlagen erstellt werden, die unter dem mittleren Grundwasserspiegel liegen.

b) Der Beschwerdeführer macht geltend, dass Gewässer- und 

Grundwasserschutzbestimmungen verletzt würden, wenn das Projekt so geändert würde, 

dass die Erdgeschosse der Gebäude auf einer niedrigeren Kote als den vorgesehenen 

563,00 m.ü.M. zu liegen kämen. Wie bereits erwähnt, liegt keine entsprechende 

Projektänderung vor und die Frage ist nicht zu prüfen. 

c) Dass mit dem von der Gemeinde bewilligten Projekt Vorschriften zum 

Grundwasserschutz verletzt würden, legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht 

ersichtlich. Gemäss der Grundwasserkarte des Geoportals liegt der Grundwasserpegel auf 

der Halbinsel Herreney bei 559-560 m.ü.M. Die Projektverfasserin erklärte im 

Baubewilligungsverfahren mit dem Formular "Bauten im Grundwasser und 

Grundwasserabsenkungen"11, gemäss einem Bericht der Hollinger AG vom 2. Oktober 

9 Anhang 4 Ziff. 111 Abs. 1 Gewässerschutzverordnung des Bundesrates vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 
814.201)
10 www.be.ch/geoportal
11 Vorakten, pag. 170

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2014 liege der mittlere Grundwasserspiegel unter den Bauparzellen bei 558,13 m.ü.M. Die 

tiefste Kote der Aushubsohle des Bauvorhabens befinde sich bei den Liftunterfahrten und 

reiche bis 558,65 m.ü.M. Es befinde sich also keine Liftunterfahrt unter dem mittleren 

Grundwasserspiegel. Dies ist auch auf dem Projektplan "Grundrisse, Schnitt, Fassaden"12 

so dargestellt. Das Amt für Wasser und Abfall (AWA) hielt in seinem Amtsbericht vom 12. 

September 201813 fest, die Projektunterlagen zeigten auf, dass die Bauten oberhalb des 

mittleren Grundwasserspiegels lägen. Eine allenfalls notwendige temporäre 

Grundwasserabsenkung während des Baus könne unter Auflagen bewilligt werden. Die 

Gemeinde erklärte diese Auflagen im angefochtenen Gesamtentscheid als verbindlich. Es 

gibt keine Hinweise auf eine Verletzung der Bestimmungen über den Grundwasserschutz.

5. Bauen im Gewässerraum

a) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Bauvorhaben liege im Gewässerraum. Es 

setze daher eine Ausnahmebewilligung nach Art. 36a Abs. 3 GSchG14 i.V.m. Art. 41c 

GSchV15 voraus. Die Voraussetzungen dafür seien nicht erfüllt.

b) Am 1. Januar 2011 ist Art. 36a GSchG in Kraft getreten. Dieser verpflichtet die 

Kantone zur Festlegung des Gewässerraums u.a. für Fliessgewässer, in dem die 

Erstellung von Anlagen nur unter den Voraussetzungen von Art. 41c GSchV zulässig ist. 

Im Kanton Bern sind für die Festlegung des Gewässerraums nach Art. 5b Abs. 1 WBG die 

Gemeinden zuständig. Die bundesrechtliche Frist für die Festlegung des Gewässerraums 

ist am 31. Dezember 2018 abgelaufen (Art. 36a Abs. 1 und 2 GSchG i.V.m. Art. 41a 

GSchV sowie Abs. 1 ÜB GSchV).

Nach Art. 524 GBR gelten entlang der Aare die Bauabstände gemäss dem Uferschutzplan. 

Die Uferschutzzone wurde mit dem Teilzonen- und Uferschutzplan "Tschingeley: 

Kanalweg" vom 19. Dezember 199316 ausgeschieden. Sie ist auch im Zonenplan 2 

12 Im Mst. 1:100, vom 25. Juni 2018, mit Bewilligungsstempel der Gemeinde Interlaken vom 15. Februar 2019
13 Vorakten, pag. 91 ff.
14 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 
814.20)
15 Gewässerschutzverordnung des Bundesrates vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201)
16 Vom AGR genehmigt am 15. Juni 1994, abrufbar unter
https://www.interlaken-gemeinde.ch/verwaltung/bauabteilung/bauverwaltung

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dargestellt. Eine Ausscheidung des Gewässerraums nach Art. 36a GSchG ist nicht erfolgt. 

Auch mit Erlass der ÜO Nr. 19 "Herreney" wurde keine Regelung zum Gewässerraum 

getroffen. Der Perimeter der ZPP "Herreney" ist so festgelegt, dass er sich mit der 

Uferschutzzone nicht überschneidet. Im Erläuterungsbericht zur ÜO "Herreney" wird unter 

der Marginalie "Gewässerraum" ausgeführt: "Entlang der Aare ist eine Uferschutzzone von 

ca. 25 m ausgewiesen. Diese liegt ausserhalb der ZPP in der Uferschutzplanung und ist 

nicht Gegenstand dieser Überbauungsordnung".17

c) Solange keine Festlegung des Gewässerraums erfolgt ist, gelten die 

einschränkenden Vorschriften für die Bewilligung von Anlagen nach Artikel 41c Abs. 1 und 

2 GSchV entlang von Gewässern auf einem beidseitigen Streifen, dessen Breite in Abs. 2 

ÜB GSchV festgelegt ist. Kantonale und kommunale Vorschriften, die dieser Regelung 

widersprechen, sind bundesrechtswidrig.18

Für die Bestimmung des übergangsrechtlichen Gewässerraums ist von der bestehenden 

Gerinnesohle auszugehen. Ab dieser wird beidseitig der Streifen berechnet. Bei 

Fliessgewässern mit einer bestehenden Gerinnesohle von mehr als 12 m Breite gilt ein 

beidseitiger Streifen von 20 m als übergangsrechtlicher Gewässerraum, für den die 

Vorschriften von Art. 41c GSchV gelten (Abs. 2 Bst. b ÜB GSchV).

Entlang der Halbinsel Herreney ist die Aare deutlich mehr als 12 m breit. Nordwestlich der 

Bauparzellen teilt sie sich auf in die "kleine Aare" und die "grosse Aare". Auch der nördlich 

der Parzelle Nr. G.________ beginnende Lauf der "grossen Aare" ist mehr als 12 m breit. 

Demnach gilt ein Streifen von 20 m ab der bestehenden Gerinnesohle als 

übergangsrechtlicher Gewässerraum.

Gemäss dem Situationsplan19 und dem Projektplan "EG / Umgebung"20 weisen die drei 

Gebäude des streitigen Bauvorhabens jeweils einen Abstand von mehr als 20 m zum 

Aareufer auf. Sie befinden sich demnach nicht im bundesrechtlich definierten 

Gewässerraum.

17 Erläuterungsbericht, S. 19
18 VGE 2016/234 vom 25. November 2016, E. 2.1 und 2.3
19 Im Mst. 1:1000, vom 25. Juni 2018, mit Bewilligungsstempel der Gemeinde Interlaken vom 15. Februar 2019
20 Im Mst. 1:200, vom 25. Juni 2018, mit Bewilligungsstempel der Gemeinde Interlaken vom 15. Februar 2019

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Das Bauvorhaben tangiert also den übergangsrechtlichen Gewässerraum nicht. Die 

einschränkenden Vorschriften von Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV müssen nicht beachtet 

werden. Die diesbezügliche Rüge des Beschwerdeführers erweist sich als unbegründet.

Entsprechend ist den Beschwerdegegnerinnen entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers auch nicht vorzuwerfen, dass die Baugesuchsunterlagen mangelhaft 

gewesen seien, weil ein Hinweis auf das Bauen im Gewässerraum gefehlt habe.

6. Ortsbild / ISOS

a) Der Beschwerdeführer weist darauf hin, dass sich die Bauparzellen in einem Gebiet 

befinden, das im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als 

Umgebungsrichtung "Aareraum, Flusslauf, Uferbereich und Aareinseln (…)" mit 

Erhaltungsziel a (Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland oder Freifläche) verzeichnet 

sei. Dem Bauvorhaben stünden überwiegende Interessen des Ortsbildschutzes entgegen. 

Jedenfalls sei eine Begutachtung durch die Eidgenössische Natur- und 

Heimatschutzkommission bzw. der für den Ortsbildschutz zuständigen Fachkommission 

einzuholen. 

b) Für den Natur- und Heimatschutz sind die Kantone zuständig (Art. 78 Abs. 1 BV21). 

Der Bund nimmt bei der Erfüllung seiner Aufgaben Rücksicht auf die Anliegen des Natur- 

und Heimatschutzes (Art. 78 Abs. 2 BV). Dafür erstellt der Bundesrat nach Anhören der 

Kantone Inventare von Objekten von nationaler Bedeutung, welche in besonderem Masse 

die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber die grösstmögliche Schonung verdienen 

(Art. 5 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 NHG22). Bei Erfüllung einer Bundesaufgabe darf ein 

Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare nur in Erwägung 

gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls 

nationaler Bedeutung entgegenstehen (Art. 6 Abs. 2 NHG).

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers geht es vorliegend nicht um die Erfüllung 

einer Bundesaufgabe. Nach dem Gesagten ist der Gewässerraum nicht betroffen, und die 

dafür einschlägigen Vorschriften von Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV müssen nicht geprüft 

21 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
22 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451)

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werden. Die Vorschriften über die Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 2 NHG sind nicht 

unmittelbar anwendbar. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission muss 

nicht konsultiert werden.23

c) Bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben wird der Schutz von 

Ortsbildern durch kantonales und kommunales Recht gewährleistet. Nach Art. 6 Abs. 4 

RPG24 und Art. 4a VISOS25 berücksichtigen die Kantone die Schutzanliegen des ISOS bei 

der Richtplanung, welche behördenverbindlich ist. Insoweit besteht auch für die Kantone 

und Gemeinden eine Pflicht zur Berücksichtigung von Bundesinventaren; die 

Schutzanliegen des ISOS finden auf diese Weise Eingang in die Nutzungsplanung. Zudem 

haben auch Kantone und Gemeinden bei im Einzelfall erforderlichen 

Interessenabwägungen die Anliegen des Heimatschutzes zu berücksichtigen. Das gilt 

insbesondere, wenn von der Grundnutzungsordnung abgewichen werden soll.26

Im gewöhnlichen Baubewilligungsverfahren in der Bauzone erfolgt demnach keine 

Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 2 NHG. Entsprechend war die Angabe im 

Baugesuch, dass die Umgebung im ISOS verzeichnet sei, verzichtbar. Die 

Schutzinteressen der Bundesinventare sind aber im Rahmen einer nach Art. 9 ff. BauG 

erforderlichen Interessenabwägung zu berücksichtigen.

Art. 10a ff. BauG enthalten besondere Schutzvorschriften für Baudenkmäler, die im 

kantonalen Bauinventar verzeichnet sind. Solche sind jedoch vom Bauvorhaben nicht 

betroffen. Es gilt daher die allgemeine Ortsbild- und Landschaftsschutzvorschrift von Art. 9 

Abs. 1 BauG. Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen gemäss 

dieser Bestimmung Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Diese 

Vorschrift stellt die „ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen 

Beeinträchtigungsverbots dar. Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben 

einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung schafft, der erheblich stört.

23 Urteil des Bundesgerichts 1C_583/2017 vom 11. Februar 2019, E. 3.3; BGE 135 II 209 E. 2.1
24 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
25 Verordnung des Bundesrats vom 9. September 1981 über das Bundesinventar der schützenswerten 
Ortsbilder der Schweiz (VISOS; SR 451.12)
26 BGE 135 II 209 E. 2.1

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d) Nach Ansicht des Beschwerdeführers hätte für die ästhetische Beurteilung im 

Hinblick auf den Ortsbildschutz eine fachliche Begutachtung eingeholt werden müssen. Er 

beantragt die Einholung eines entsprechenden Fachberichts im Beschwerdeverfahren. Der 

Beschwerdeführer beruft sich dabei auf eine Passage im Richtplan des Kantons Bern, 

wonach zuständige kantonale oder eidgenössische Fachstellen vorgängig beizuziehen 

sind, wenn durch geplante Projekte Schutzobjekte wie das ISOS beeinträchtigt werden. 

Der Richtplan schafft jedoch keine gesetzliche Grundlage für Verwaltungsakte.27 Der 

Beizug von Fachstellen richtet sich nach den einschlägigen Gesetzesgrundlagen.

e) Bei prägenden Bauvorhaben, gegen die ästhetische Bedenken oder Einwände 

bestehen, die nicht offensichtlich unbegründet sind und die das Ortsbild oder die 

Landschaft beeinträchtigen können, konsultiert die Baubewilligungsbehörde die 

Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK). Dies gilt insbesondere, 

wenn das Gebiet im ISOS verzeichnet ist.28 

Der Beschwerdeführer führt keine konkreten gestalterischen Kritikpunkte gegen das 

Bauvorhaben an. Er ist der Ansicht, dass landschaftsprägender Freiraum gegen den 

Siedlungsdruck geschützt werden müsse. Aus der Verzeichnung des Gebiets im ISOS 

lässt sich jedoch kein Anspruch auf eine Freihaltung der Bauparzellen ableiten. Diese 

befinden sich in der Bauzone. Es besteht eine rechtskräftige Überbauungsordnung. 

Bei der Beurteilung des Bauvorhabens besteht nur insoweit Raum für 

Interessenabwägungen, als diese mit dem Erlass der Überbauungsordnung nicht bereits 

verbindlich vorgenommen worden sind. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern 

das Bauvorhaben innerhalb des Spielraums der Überbauungsvorschriften gestalterische 

Bedenken aufwirft, die den Beizug der OLK notwendig machen. Dies ist auch nicht 

ersichtlich. Mit den Überbauungsvorschriften sind die prägenden Elemente bereits 

festgelegt worden. Das Bauvorhaben orientiert sich am Richtprojekt für den Erlass der 

Überbauungsordnung und hält die Überbauungsvorschriften ein. Unter diesen Umständen 

ist der Beizug einer gestalterischen Fachberatung im Baubewilligungsverfahren 

verzichtbar. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Einholung eines Fachgutachtens ist 

abzuweisen.

27 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band II, Bern 2017, Art. 57 
N. 1a
28 Art. 10 Abs. 2 BauG, Art. 22a Abs. 1 Bst. b BewD

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7. Ergebnis und Kosten

a) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist daher 

abzuweisen und der angefochtene Entscheid ist zu bestätigen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 2'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV29).

c) Der Beschwerdeführer hat zudem den Beschwerdegegnerinnen die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG).

Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerinnen macht Parteikosten im Umfang von 

F. 5'035.– geltend. Diese setzen sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 4'675.– und 

der Mehrwertsteuer im Betrag von Fr. 360.–. Die Höhe des Honorars gibt zu keinen 

Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdegegnerin 1 ist mehrwertsteuerpflichtig30 und kann 

somit die von ihrem Rechtsvertreter auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer eigenen 

Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. Ihr fällt daher betreffend 

Mehrwertsteuer kein Aufwand an und eine Abgeltung der Mehrwertsteuer käme einer mit 

Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG unvereinbaren Überentschädigung gleich. Die 

in der Kostennote des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerinnen aufgeführte 

Mehrwertsteuer ist daher bei der Bestimmung des Parteikostenersatzes um die Hälfte zu 

reduzieren.31 Daraus resultiert eine vom Beschwerdeführer zu bezahlende 

Parteientschädigung von Fr. 4'855.–.

29 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)
30 Siehe Unternehmens-Identifikationsnummer-Register, einsehbar unter: <https://www.uid.admin.ch>
31 Vgl. BVR 2014 S. 484 E. 6

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Gesamtentscheid der Gemeinde Interlaken 

vom 15. Februar 2019 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnerinnen die Parteikosten im Betrag 

von Fr. 4'855.– zu ersetzen (inkl. Mehrwertsteuer, soweit diese zu ersetzen ist).

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- Herrn Fürsprecher E.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat