# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 672fc7bd-189c-5799-ae6f-00521d186f42
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 13.07.2017 U 2017 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2017-43_2017-07-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 43

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 13. Juli 2017

in der Streitsache

A._____ und B._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Fremdenpolizei (Aufenthaltsbewilligung)

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1. A._____ reiste erstmalig im April 2010 als Arbeitnehmer in die Schweiz 

ein und erhielt eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur Erwerbs-

tätigkeit im Kanton Graubünden, befristet bis zum 26. November 2010. 

Diese Bewilligung wurde in der Folge entweder zur Stellensuche, als Ar-

beitnehmer oder aufgrund der Erwerbstätigkeit der Ehegattin B._____ 

verlängert. 

B._____ reiste im September 2010 in die Schweiz ein. Sie erhielt anstelle 

der nachgesuchten Aufenthaltsbewilligung B zur Aufnahme eines unter-

jährigen, befristeten Arbeitsvertrages als Service-Aushilfs-Angestellte und 

Haushaltshilfe eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA, befristet bis 

zum 31. Januar 2011. Diese Bewilligung wurde in der Folge abwechselnd 

zur Stellensuche oder als Arbeitnehmerin verlängert. 

2. Nachdem A._____ am 18. Januar 2016 und B._____ am 19. Mai 2016 

erneut um Verlängerung ihrer Kurzaufenthaltsbewilligungen ersucht hat-

ten, führte das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden (AMZ) eine 

Aufenthaltsprüfung durch. Nach diversen Abklärungen sowie einer per-

sönlichen Befragung der Gesuchsteller teilte das AMZ A._____ und 

B._____ mit Schreiben vom 11. Juli 2016 mit, dass aufgrund der Erwerbs-

tätigkeit von B._____ die laufende Aufenthaltsüberprüfung bis zum No-

vember 2016 sistiert worden sei. Gleichzeitig wurden die Kurzaufenthalts-

bewilligungen von A._____ und B._____ bis zum 31. Oktober 2016 ver-

längert und die Ehegatten darauf aufmerksam gemacht, dass im Novem-

ber 2016 eine erneute Aufenthaltsüberprüfung durchgeführt werde. 

3. Am 11. Oktober 2016 beantragten A._____ und B._____ die Verlänge-

rung ihrer Kurzaufenthaltsbewilligungen zwecks Stellensuche. Nach di-

versen Abklärungen bei der Einwohnerkontrolle und beim Sozialamt der 

Gemeinde X._____ sowie der Arbeitslosenkasse Graubünden gewährte 

das AMZ mit Schreiben vom 29. November 2016 A._____ und B._____ 

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das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Nichtverlängerung ihrer Kurzauf-

enthaltsbewilligungen. 

4. Mit Stellungnahme vom 12. Dezember 2016 führte B._____ aus, dass sie 

keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe, weil sie stets be-

fristete Arbeitsverträge erhalte und somit die Rahmenfrist von zwölf Mo-

naten nicht einhalten könne. Sie sei bemüht, schnellstmöglich eine Arbeit 

zu finden, erhalte aber nur Absagen oder gar keine Antworten auf ihre 

Bewerbungen. Sie habe indes im Frühjahr eine Stelle als Saisonkraft in 

Aussicht, weshalb ihr die Bewilligung erneut zu erteilen sei. 

A._____ verwies in seiner Stellungnahme vom 24. März 2016 (Eingangs-

stempel AMZ 16. Dezember 2016) auf seine gesundheitliche Situation 

sowie die Betreuung eines behinderten Pflegekindes, was ihm die Stel-

lensuche erschwere. Zudem mache sein Status mit der Kurzaufenthalts-

bewilligung die Suche nach einer Erwerbstätigkeit schwierig. Er könne 

nicht mehr tun als sich zu bewerben, weshalb ihm die Kurzaufenthaltsbe-

willigung erneut zu verlängern sei. 

5. Mit Verfügung vom 26. Januar 2017 verlängerte das AMZ die Kurzaufent-

haltsbewilligungen von A._____ und B._____ nicht mehr und ordnete de-

ren Wegweisung aus der Schweiz bis zum 28. Februar 2017 an. Begrün-

dend führte das AMZ im Wesentlichen aus, dass A._____ und B._____ 

ihre Arbeitnehmereigenschaft verloren hätten und öffentlich unterstützt 

werden müssten, weshalb sie keine Ansprüche aus dem Freizügigkeits-

abkommen mehr geltend machen könnten.

6. Dagegen erhoben A._____ und B._____ am 6. Februar 2017 Einsprache 

(recte: Verwaltungsbeschwerde) beim Departement für Justiz, Sicherheit 

und Gesundheit Graubünden (DJSG) und beantragten die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. 

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Begründend führten sie im Wesentlichen aus, dass sie bestrebt seien, ei-

ne Anstellung zu finden, um ihren Lebensunterhalt selber bestreiten und 

die Schulden bei der Sozialbehörde tilgen zu können. Es seien noch eini-

ge Bewerbungen offen. Die Frist von 28 Tagen sei zu kurz, um den Um-

zug in ihr Heimatland zu organisieren. Es sei ihnen deshalb mindestens 

bis Ende Jahr Zeit einzuräumen, um ihre Absichten belegen zu können.

7. Das AMZ beantragte am 27. Februar 2017 die Abweisung der Beschwer-

de und verwies bezüglich des Sachverhalts und der rechtlichen Erwägun-

gen auf die angefochtene Verfügung vom 26. Januar 2017 sowie die vor-

instanzlichen Akten.

8. Am 14. März 2017 führten A._____ und B._____ noch aus, dass nach wie 

vor einige Bewerbungen offen seien. Da sie jedoch nicht die einzigen Be-

werber für diese Stellen seien, sei es nicht einfach, einen positiven Be-

scheid zu erhalten. 

9. Mit Entscheid vom 6. April 2017 wies das DJSG die Beschwerde von 

A._____ und B._____ ab. Begründend führte das DJSG im Wesentlichen 

aus, dass sich A._____ und B._____ nicht mehr auf ihre Arbeitnehmerei-

genschaft berufen könnten und sie nicht über die notwendigen finanziel-

len Mittel zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts verfügten, womit das 

AMZ ihre Kurzaufenthaltsbewilligungen EU/EFTA zu Recht nicht mehr 

verlängert habe. Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung im Rahmen der erwerbslosen Wohnsitznahme seien nicht erfüllt. 

Die Wegweisung erweise sich als verhältnismässig, da die öffentlichen In-

teressen an einer Wegweisung die privaten Interessen von A._____ und 

B._____ an einem weiteren Verbleib in der Schweiz und das öffentliche 

Interesse an der Freizügigkeit klar überwögen.

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10. Dagegen erhoben A._____ und B._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 24. April sowie am 1. Mai 2017 Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden, welche aufgrund der Schreiben des In-

struktionsrichters vom 25. April bzw. 2. Mai 2017 am 9. Mai 2017 in nach-

gebesserter Form einging. Die Beschwerdeführer beantragten sinn-

gemäss die Aufhebung der angefochtenen Departementsverfügung und 

die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur Arbeitssuche, eventualiter 

eine Jahresaufenthaltsbewilligung. Sie lebten seit dem Jahr 2010 in der 

Schweiz. Die Behörden gewährten ihnen keine Bewilligungsverlängerung 

und verwiesen sie aus der Schweiz, obschon sie ungewollt in die Arbeits-

losigkeit gekommen und momentan auf Unterstützung angewiesen seien. 

Sie seien bemüht, eine Arbeitsstelle zu erhalten, was aber aufgrund der 

fehlenden Daueraufenthaltsbewilligung sowie der Tatsache, dass viele 

Stellen beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum nicht aktualisiert und 

deshalb bereits seit längerer Zeit vergeben seien, schwierig sei. 

11. Das DJSG (nachfolgend Beschwerdegegner) schloss in seiner Vernehm-

lassung vom 22. Mai 2017 unter Verweis auf die Begründung des ange-

fochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde. 

12. Am 31. Mai 2017 hielten die Beschwerdeführer replicando sinngemäss an 

ihren Anträgen fest, ohne neue Argumente vorzubringen. Der Beschwer-

degegner verzichtete am 6. Juni 2017 auf die Einreichung einer Duplik. 

13. Am 12. Juni 2017 reichte die Beschwerdeführerin B._____ dem Gericht 

einen von ihr und der C._____ AG bzw. der D._____ SA gleichentags un-

terzeichneten Arbeitsvertrag auf Abruf als Erntehelferin für die Dauer vom 

14. Juni bis 30. Oktober 2017 ein. Ebenfalls am 12. Juni 2017 stellte die 

Beschwerdeführerin mit Zustimmung der Einwohnergemeinde X._____ 

beim AMZ ein weiteres Gesuch um Verlängerung ihrer Kurzaufenthalts-

bewilligung EU/EFTA.

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14. Mit Schreiben vom 13. Juni 2017 forderte der Instruktionsrichter den Be-

schwerdegegner zur Stellungnahme auf, ob er angesichts des sich entwi-

ckelnden Sachverhalts an der angefochtenen Verfügung vom 6. April 

2017 festzuhalten gedenke.

15. Am 19. Juni 2017 bestätigte der Beschwerdegegner, an der angefochte-

nen Verfügung vom 6. April 2017 festhalten zu wollen, da es sich beim 

Arbeitsvertrag vom 12. Juni 2017 um eine befristete Anstellung auf Abruf 

handle. Der damit erzielbare Lohn reiche nicht aus, um eine gesicherte 

und den Lebensunterhalt gewährleistende Erwerbstätigkeit annehmen 

und damit die Arbeitnehmereigenschaft bejahen zu können. Die minimal 

zugesicherte Arbeitstätigkeit von 16 Stunden pro Monat sei derart unbe-

deutend, dass ein marginaler Nebenerwerb vorliege. Ein solcher reiche 

nicht aus, um die Arbeitnehmereigenschaft zu begründen. Es sei fraglich, 

ob das Verhalten der Beschwerdeführer nicht als rechtsmissbräuchlich zu 

qualifizieren sei. Das Gesuch um Erteilung der Kurzaufenthaltsbewilligung 

EU/EFTA werde vom AMZ für die Dauer des verwaltungsgerichtlichen 

Beschwerdeverfahrens nicht behandelt, weshalb sich auch daraus kein 

Grund ergebe, um auf die angefochtene Verfügung zurückzukommen.

16. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Juni 2017 erklärte der Instrukti-

onsrichter den vorliegenden Fall für dringlich. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

in der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017 sowie auf die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Er-

wägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Departe-

mente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht 

endgültig sind oder bei einer anderen Instanz angefochten werden kön-

nen. Die angefochtene Verfügung vom 6. April 2017, mit welcher der Be-

schwerdegegner die Beschwerde der heutigen Beschwerdeführer vom 

6. Februar 2017 abgewiesen und damit die Nichtverlängerung der Kurz-

aufenthaltsbewilligungen der Beschwerdeführer sowie deren Wegweisung 

aus der Schweiz bis zum 28. Februar 2017 bestätigt hat, ist weder end-

gültig noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten werden. Folg-

lich stellt sie ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Als formelle und mate-

rielle Adressaten der angefochtenen Verfügung sind die Beschwerdefüh-

rer direkt nachteilig von der nicht gewährten Verlängerung der Kurzauf-

enthaltsbewilligungen samt Ausreisebefehl betroffen, weshalb sie zu de-

ren Anfechtung berechtigt sind (Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit unter Berücksichtigung 

der Tatsache, dass es sich bei der fraglichen Beschwerdeschrift vom 

9. Mai 2017 um eine Laieneingabe handelt, an welche praxisgemäss kei-

ne allzu hohen Anforderungen gestellt werden (vgl. Urteile des Verwal-

tungsgerichtes des Kantons Graubünden [VGU] U 15 77 vom 6. April 

2016 E.2c, U 10 7 vom 15. Juni 2010 E.2a), einzutreten.

b) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob das Vorgehen des Beschwerde-

gegners rechtens und verhältnismässig ist oder ob den seit dem Jahr 

2010 in der Schweiz lebenden Beschwerdeführern abermals eine Kurz-

aufenthaltsbewilligung EU/EFTA hätte erteilt werden müssen. 

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2. a) Gemäss Art. 4 des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren 

Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 

0.142.112.681) wird das Recht auf Aufenthalt und Zugang zu einer Er-

werbstätigkeit vorbehaltlich des Artikels 10 nach Massgabe des An-

hangs I eingeräumt. Gemäss Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA erhält ein Ar-

beitnehmer, der Staatsangehöriger einer Vertragspartei ist und mit einem 

Arbeitgeber des Aufnahmestaats ein Arbeitsverhältnis mit einer Dauer 

von mindestens einem Jahr eingegangen ist, eine Aufenthaltserlaubnis 

mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens fünf Jahren, gerechnet ab dem 

Zeitpunkt der Erteilung der Erlaubnis (EU/EFTA-B-Bewilligung). Diese 

wird automatisch um mindestens fünf Jahre verlängert. Bei der ersten 

Verlängerung kann die Gültigkeitsdauer beschränkt werden, wenn der In-

haber seit mehr als zwölf aufeinander folgenden Monaten unfreiwillig ar-

beitslos ist; sie darf jedoch ein Jahr nicht unterschreiten. Ein Arbeitneh-

mer, der mit einem Arbeitgeber des Aufnahmestaats ein Arbeitsverhältnis 

mit einer Dauer von mehr als drei Monaten und weniger als einem Jahr 

eingegangen ist, erhält gemäss Art. 6 Abs. 2 Anhang I FZA eine Aufent-

haltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer, die der Dauer des Arbeitsver-

trags entspricht (EU/EFTA-L-Bewilligung). Ein Arbeitnehmer, der ein Ar-

beitsverhältnis mit einer Dauer von höchstens drei Monaten hat, benötigt 

keine Aufenthaltserlaubnis. 

b) Gemäss Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA darf einer arbeitnehmenden Person 

eine gültige Aufenthaltsbewilligung nicht allein deshalb entzogen werden, 

weil sie keine Beschäftigung mehr hat, entweder weil sie infolge von 

Krankheit oder Unfall vorübergehend arbeitsunfähig ist oder weil sie un-

freiwillig arbeitslos geworden ist, sofern letzteres vom zuständigen Ar-

beitsamt ordnungsgemäss bestätigt wird. Der Unterbruch der Erwerbs-

tätigkeit infolge von Krankheit oder Unfall, die von der zuständigen 

Behörde bestätigte Zeit unfreiwilliger Arbeitslosigkeit und der unfreiwillige 

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Erwerbsunterbruch von unselbständig Erwerbstätigen gelten als Beschäf-

tigungszeiten (vgl. Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und 

Art. 4 Abs. 2 der Verordnung [EWG] Nr. 1251/70 der Kommission vom 

29. Juni 1970 über das Recht der Arbeitnehmer, nach Beendigung einer 

Beschäftigung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates zu verbleiben [ABl. 

1970 L 142 vom 30. Juni 1970 S. 24 ff.]).

3. Hinsichtlich der Beschwerdeführerin gilt es in sachverhaltlicher Hinsicht 

zunächst festzuhalten, dass sie − nach ihrer ersten Tätigkeit in der 

Schweiz als Service-Aushilfs-Angestellte und Haushaltshilfe (vgl. Akten 

der Beschwerdeführer [Bf-act.] 16) − seit dem 6. Juni 2011 jeweils mit Ar-

beitsverträgen auf Abruf im Rahmen von Kurzaufenthaltsbewilligungen 

bei der C._____ AG als Erntehelferin erwerbstätig war (vgl. Akten des 

Amtes für Migration und Zivilrecht Graubünden [AMZ-act.] 39). Diese An-

stellungen waren stets befristet auf einige Monate. Letztmals war die Be-

schwerdeführerin vom 15. März bis 31. Oktober 2016 befristet bei der 

C._____ AG angestellt (vgl. Bf-act. 11). Gemäss Darstellung der Be-

schwerdeführerin anlässlich der Befragung vom 9. Juni 2016 durch das 

AMZ arbeitete sie in dieser Tätigkeit jeweils wetterabhängig im April und 

Mai 2016 rund 60 Stunden (mithin rund 15 Stunden pro Woche). Im März 

2016 waren es gemäss Angaben der Beschwerdeführerin rund 40 Stun-

den (vgl. das Befragungsprotokoll des AMZ vom 9. Juni 2016 [AMZ-

act. 30]). Zwischen den Anstellungen als Erntehelferin war die Beschwer-

deführerin jeweils arbeitslos und erhielt Kurzaufenthaltsbewilligungen zur 

Stellensuche. Erstellt ist des Weiteren, dass die Beschwerdeführerin ab 

dem 2. November 2015 mangels Erfüllung der Beitragszeit keinen An-

spruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld gelten machen konnte (vgl. 

AMZ-act. 16). Zwischen dem 1. November 2016 und dem Erlass der an-

gefochtenen Verfügung, mithin dem 6. April 2017, war die Beschwerde-

führerin arbeitslos und bezog mit ihrem Ehegatten seit dem 1. Mai 2016 

Fürsorgegelder des Sozialamtes der Gemeinde X._____ von monatlich 

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Fr. 2'899.-- (vgl. AMZ-act. 29). In ihrer Stellungnahme ans AMZ vom 

12. Dezember 2016 machte die heutige Beschwerdeführerin geltend, 

dass sie im Frühjahr 2017 eine Stelle als Saisonkraft in Aussicht habe 

(vgl. AMZ-act. 38). Auch in der Verwaltungsbeschwerde an den Be-

schwerdegegner vom 6. Februar 2017 sowie in der Verwaltungsgerichts-

beschwerde vom 9. Mai 2017 verwies die Beschwerdeführerin erneut auf 

noch offene Bewerbungen. Die dabei von ihr eingereichten Bewerbungs-

schreiben wurden indes − mit Ausnahme einer Bewerbung als Gärtnerin, 

bei der gemäss E-Mail vom 5. Februar noch kein Entscheid betreffend 

Stellenvergabe gefällt wurde − allesamt negativ beantwortet (vgl. Akten 

des Beschwerdegegners [Bg-act.] 1, Bf-act. 17).

4. a) aa) Vor dem Hintergrund des vorstehend Ausgeführten erscheint es in 

Bezug auf die Beschwerdeführerin zumindest als fraglich, ob sie im Zeit-

punkt des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017 ihren freizügig-

keitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige Person tatsächlich 

verloren hat, wie dies der Beschwerdegegner im angefochtenen Ent-

scheid festgestellt hat. Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge 

kann eine arbeitnehmende Person ihren freizügigkeitsrechtlichen Status 

verlieren, wenn sie (1) freiwillig arbeitslos geworden ist, (2) aufgrund ihres 

Verhaltens feststeht, dass keinerlei ernsthafte Aussichten (mehr) darauf 

bestehen, dass sie in absehbarer Zeit eine andere Arbeit finden wird oder 

(3) ihr Verhalten gesamthaft als rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden 

muss, da sie ihre Bewilligung (etwa) gestützt auf eine fiktive bzw. zeitlich 

kurze Erwerbstätigkeit einzig zum Zweck erworben hat, von günstigeren 

Sozialleistungen als im Heimat- oder einem anderen Vertragsstaat zu pro-

fitieren. Die zuständige Behörde kann in diesen Situationen Kurzaufent-

halts-, Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA und Grenzgängerbewilligungen 

EU/EFTA widerrufen oder nicht verlängern, wenn die Voraussetzungen 

für deren Erteilung nicht oder nicht mehr erfüllt sind (vgl. Art. 23 der Ver-

ordnung über die schrittweise Einführung des freien Personenverkehrs 

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zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 

Union und deren Mitgliedstaaten sowie unter den Mitgliedstaaten der Eu-

ropäischen Freihandelsassoziation [Verordnung über die Einführung des 

freien Personenverkehrs, VEP; SR 142.203]). Da es dabei nicht darum 

geht, bestehende Freizügigkeitsrechte zu beschränken, sondern die (de-

klaratorische) bewilligungsrechtliche an die (rechtsbegründende) an-

spruchsrechtliche anzupassen, kommt Art. 5 Anhang I FZA (Erfordernis 

des Schutzes der öffentlichen Ordnung) nicht zur Anwendung; besteht 

kein freizügigkeitsrechtlicher Anspruch, kann dieser auch nicht unter Be-

achtung der Vorgaben von Art. 5 Anhang I FZA beschränkt werden (vgl. 

BGE 141 II 1 E.2.2.1 mit weiteren Hinweisen).

bb) Vorliegend bestehen keinerlei Hinweise, wonach die Beschwerdefüh-

rerin freiwillig arbeitslos geworden ist. Gegenteiliges wird vom Beschwer-

degegner denn auch nicht behauptet. Vielmehr war sie während der letz-

ten rund sechs Jahre regelmässig für denselben Arbeitgeber befristet als 

Saisonangestellte erwerbstätig und die entsprechenden Arbeitsverhältnis-

se endeten jeweils auf den vereinbarten Zeitpunkt hin (vgl. die bei den Ak-

ten liegenden sieben Arbeitsverträge [AMZ-act. 39]). Vor diesem Hinter-

grund ist auch nicht ersichtlich, inwiefern in Bezug auf die Beschwerde-

führerin keine ernsthaften Aussichten hätten bestehen sollen, dass sie in 

absehbarer Zeit wieder eine Arbeit gefunden hätte. Viel eher hätten die 

regelmässigen Anstellungen bei demselben Arbeitgeber den Schluss zu-

gelassen, dass sie wohl auch in absehbarer Zeit wieder eine Anstellung 

entweder bei demselben oder auch einem anderen Arbeitgeber gefunden 

hätte, zumal die Beschwerdeführerin in der erwerbslosen Zeit − wie die 

bei den Akten liegenden Bewerbungsschreiben zeigen (vgl. Bg-act. 1, Bf-

act. 17) − auch wiederholt versucht hat, eine Festanstellung zu erhalten, 

was ihr bisher indes nicht gelungen ist. Da vorliegend zudem auch keiner-

lei Anhaltspunkte für ein rechtsmissbräuchliches Verhalten der Be-

schwerdeführerin vorliegen, erscheint es aus Sicht des streitberufenen 

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Gerichtes − wie einleitend bereits erwähnt − zumindest als fraglich, ob sie 

im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017 ihren frei-

zügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige Person 

tatsächlich verloren hat. 

cc) Der Beschwerdegegner spricht zwar korrekterweise an, dass es bei 

unfreiwillig arbeitslos gewordenen Personen nicht ganz klar sei, ab wann 

die Person ihren Status als Arbeitnehmerin im Sinne des FZA verliere und 

verweist via BGE 141 II 1 E.3.3.1 und 3.4 auf eine vorzunehmende ge-

samthafte Betrachtungsweise des Einzelfalls, eine Art Gesamtschau (vgl. 

E.3b des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017). Die vom Be-

schwerdegegner a.a.O. zitierten Entscheide, welche für einen Verlust der 

Arbeitnehmereigenschaft sprechen, sind für den vorliegenden Fall jedoch 

nicht einschlägig, weil die dort erfolgten kurzfristigen Arbeitseinsätze teils 

vom Arbeitsamt vermittelte Teilzeitstellen betrafen, für welche gar kein 

Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde und die betroffene Person unter 

Sanktionsandrohung − konkret der Kürzung von Arbeitslosenentschädi-

gung − verpflichtet wurde, diese Arbeit zu leisen (vgl. Urteil des Bundes-

gerichtes 2C_390/2013 vom 10. April 2014 mit Verweis auf das Urteil des 

Bundesgerichtes 2C_967/2010 vom 17. Juni 2011). Im Gegensatz dazu 

war die Beschwerdeführerin − wie gesehen − während der letzten rund 

sechs Jahre regelmässig für denselben Arbeitgeber als Saisonangestellte 

erwerbstätig und hat diese Anstellungen auch stets selber organisiert. Be-

reits vor diesem Hintergrund lassen sich die vom Beschwerdegegner er-

wähnten Fälle nicht mit dem vorliegenden vergleichen.

dd) Indes gilt es bezüglich der Frage, ab wann eine unfreiwillig arbeitslos 

gewordene Person ihren Status als Arbeitnehmerin im Sinne des FZA 

verliert, zu beachten, dass der Arbeitnehmerstatus zur Stellensuche über 

die Beendigung des Arbeitsvertrags hinaus dauert (vgl. BGE 141 II 1 

E.2.2.2 mit weiteren Hinweisen). Nach Beendigung eines Dienstverhält-

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nisses mit einer Dauer von weniger als einem Jahr haben die Staatsan-

gehörigen der Vertragsparteien das Recht, im Land zu verbleiben, um 

sich eine andere Beschäftigung zu suchen und sich während eines an-

gemessenen Zeitraums von bis zu sechs Monaten dort aufzuhalten, so-

fern dies erforderlich ist, um von den ihrer beruflichen Befähigung ent-

sprechenden Stellenangeboten Kenntnis zu nehmen und gegebenenfalls 

die erforderlichen Massnahmen für eine Einstellung zu treffen (Art. 2 

Abs. 1 Anhang I FZA). Auch der Europäische Gerichtshof und das Bun-

desgericht halten in ihrer Rechtsprechung fest, dass bei Ende eines kurz-

fristigen Arbeitsverhältnisses ein Aufenthaltsrecht von sechs Monaten zu 

gewähren ist, das − wie in Art. 18 Abs. 3 VEP vorgesehen − bis zu einem 

Jahr verlängert werden kann, wenn echte Bemühungen bei der Arbeits-

suche und begründete Aussicht auf eine Anstellung nachgewiesen wer-

den können (vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshof [EuGH] Rs. C-

292/89 vom 26. Februar 1991, Antonissen, Slg. 1991, I-745, Rz. 21; Urteil 

des Bundesgerichtes 2C_172/2008 vom 14. März 2008 E.5.2). Im ge-

meinsamen Rundschreiben des Bundesamts für Migration (BFM) und des 

Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom 4. März 2011 zum Mass-

nahmenpaket des Bundesrates vom 24. Februar 2010 zur Verbesserung 

des Vollzugs des FZA (abrufbar unter www.sem.admin.ch ˃ Publikationen 

& Service ˃ Weisungen und Kreisschreiben ˃ Freizügigkeitsabkommen ˃ 

Umsetzung des Massnahmenpakets des Bundesrates vom 24. Februar 

2010 [zuletzt besucht am 19. Juli 2017]) wird hinsichtlich des Verlusts der 

Arbeitnehmereigenschaft für den Fall von Arbeitssuchenden, die nach 

weniger als einem Jahr Beschäftigung unfreiwillig arbeitslos wurden oder 

einen auf weniger als ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag hatten, sodann 

festgehalten, dass die Arbeitnehmereigenschaft analog zum Gemein-

schaftsrecht erst nach sechs Monaten erlösche und der Entzug einer Auf-

enthaltsbewilligung geprüft werden könne (vgl. S. 2 des erwähnten Rund-

schreibens). Vorliegend war die Beschwerdeführerin − wie gesehen − bis 

am 31. Oktober 2016 bei der C._____ AG erwerbstätig und dementspre-

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chend im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung des AMZ vom 26. Januar 

2017 erst rund drei Monate bzw. im Zeitpunkt der angefochtenen Verfü-

gung vom 6. April 2017 erst rund 5 Monate ohne Erwerbstätigkeit. Die 

sechsmonatige Frist zur Suche einer neuen Erwerbstätigkeit im Sinne von 

Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA ist dementsprechend im Zeitpunkt des Verfü-

gungserlasses durch das AMZ (26. Januar 2017) bzw. den Beschwerde-

gegner (6. April 2017) noch nicht abgelaufen. Auch unter diesem Ge-

sichtspunkt erscheint es fraglich, ob die Arbeitnehmereigenschaft der Be-

schwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt tatsächlich bereits erloschen 

ist, wie dies der Beschwerdegegner in der angefochtenen Verfügung vom 

6. April 2017 festgestellt hat. Wie nachstehend dargestellt stellt sich mitt-

lerweile allerdings die Frage, ob die Beschwerdeführerin im Verfügungs-

zeitpunkt ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbs-

tätige Person im Sinne des FZA tatsächlich verloren hat, nicht mehr und 

kann daher offen bleiben. 

b) Während Hängigkeit des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahrens hat die Beschwerdeführerin bei der C._____ AG 

nämlich erneut einen bis Ende Oktober 2017 befristeten Arbeitsvertrag 

auf Abruf als Erntehelferin erhalten (vgl. den von der Beschwerdeführerin 

am 12. Juni 2017 eingereichten Arbeitsvertrag auf Abruf vom 12. Juni 

2017). Gemäss diesem Vertrag beginnt das Arbeitsverhältnis am 14. Juni 

2017 und ist befristet bis zum 30. Oktober 2017. Die Beschwerdeführerin 

verpflichtet sich dabei, sich pro Woche 40 Stunden auf Abruf bereit zu 

halten, wobei seitens der Arbeitgeberin eine minimale Arbeitszeit von 16 

Stunden pro Monat zugesichert wird. Der Stundenlohn beträgt brutto 

Fr. 16.-- ohne Anspruch auf Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie 

ohne 13. Monatslohn. Folglich ist die Beschwerdeführerin, zumindest seit 

dem 14. Juni 2017, nicht mehr zur Arbeitssuche, sondern zwecks Er-

werbstätigkeit in der Schweiz. Mithin steht nicht mehr ein Aufenthalt zur 

Stellensuche zur Diskussion, sondern vielmehr ein Aufenthalt als arbeit-

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nehmende Person. Wie gesehen erhält gemäss Art. 6 Abs. 2 Anhang I 

FZA ein Arbeitnehmer, der mit einem Arbeitgeber des Aufnahmestaats 

ein Arbeitsverhältnis mit einer Dauer von mehr als drei Monaten und we-

niger als einem Jahr eingegangen ist, eine Aufenthaltserlaubnis mit einer 

Gültigkeitsdauer, die der Dauer des Arbeitsvertrags entspricht. In dieser 

Situation gibt es weder zusätzliche Kriterien zu prüfen noch abzuwägen, 

ob die Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erteilen oder allenfalls zu 

verweigern ist. Erforderlich ist lediglich das Vorliegen eines Arbeitsver-

hältnisses mit einer Dauer von mehr als drei Monaten und weniger als ei-

nem Jahr. Ein solches ist hier − wie gesehen − gegeben, betrifft die ver-

einbarte Tätigkeit als Erntehelferin doch den Zeitraum vom 14. Juni bis 

30. Oktober 2017. Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin − sofern 

sie ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige 

Person im Sinne des FZA überhaupt jemals verloren hat − jedenfalls mit 

Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 die Arbeitnehme-

reigenschaft erneut erworben und damit Anspruch auf die Erteilung einer 

Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit einer Gültigkeitsdauer, die der 

Dauer des Arbeitsvertrags entspricht, mithin bis am 30. Oktober 2017. 

Daran vermag der Umstand, dass es sich bei der fraglichen Erwerbstätig-

keit um eine solche auf Abruf handelt und der Beschwerdeführerin ledig-

lich eine minimale Arbeitszeit von 16 Stunden pro Monat mit einem Stun-

delohn von brutto Fr. 16.-- zugesichert wird, nichts zu ändern. Denn die 

Tätigkeit als Erntehelferin vermag − wie nachstehend dargestellt − die 

vom Europäischen Gerichtshof aufgestellten erschöpfenden Kriterien zur 

Arbeitnehmereigenschaft, denen ein Beschäftigungsverhältnis gerecht 

werden muss, uneingeschränkt zu erfüllen. Danach muss eine Person in 

einem zeitlich bestimmten Rahmen an die Weisungen eines anderen ge-

bunden sein; die rechtliche Einstufung des Arbeitsverhältnisses ist dage-

gen nicht von Relevanz (vgl. Urteile des EuGH Rs. 3/87 vom 14. Dezem-

ber 1989, Agegate, Slg. 1989, 4459, Rz. 36 ff.; Rs. C-456/02 vom 7. Sep-

tember 2004, Trojani, Slg. 2004, I-7573, Rz. 15; Rs. C-94/07 vom 17. Juli 

- 16 -

2008, Raccanelli, Slg. 2008, I-5939, Rz. 33). Darüber hinaus muss die 

Tätigkeit einen wirtschaftlichen Charakter aufweisen, indem der Leistung 

eine Gegenleistung gegenübersteht, wobei der Europäische Gerichtshof 

auch Vergütungen unter dem tariflichen oder gesetzlichen Mindestlohn 

zugelassen (vgl. Urteil des EuGH Rs. 139/85 vom 3. Juni 1986, Kempf, 

Slg. 1986, 1741, Rz. 14) und auch den Bezug von ergänzenden Sozial-

leistungen nicht als problematisch angesehen hat (vgl. Urteil des EuGH 

Rs. 344/87 vom 31. Mai 1989, Bettray, Slg. 1989, 1621, Rz. 15). Schliess-

lich muss es sich um eine echte und tatsächliche Tätigkeit handeln. Dabei 

ist anhand der Umstände der Tätigkeit, insbesondere ihrer Dauer und 

Regelmässigkeit zu beurteilen, ob es sich nicht nur um eine völlig unwe-

sentliche Tätigkeit handelt (vgl. Urteil des EuGH Rs. C-357/89 vom 

26. Februar 1992, Raulin, Slg. 1992, I-1027, Rz. 12 ff.). Eine kurze Dauer 

von beispielsweise zweieinhalb Monaten schliesst dabei die Arbeitnehme-

reigenschaft nicht von vornherein aus (vgl. Urteil des EuGH Rs. C-413/01 

vom 6. November 2003, Ninni-Orasche, Slg. 2003, I-13187, Rz. 32). Der 

Europäische Gerichtshof bejahte auch die Arbeitnehmereigenschaft bei 

einer wöchentlichen Arbeitszeit von lediglich fünfeinhalb Stunden (vgl. Ur-

teil des EuGH Rs. C-14/09 vom 4. Februar 2010, Genc, Slg. 2010, I-931, 

Rz. 26). Eine rein der Wiedereingliederung des Betroffenen in das norma-

le Erwerbsleben dienende Beschäftigung, die an deren Besonderheiten 

angepasst ist, hat der Europäische Gerichtshof hingegen nicht als 

tatsächliche und echte wirtschaftliche Tätigkeit eingestuft (vgl. Urteil des 

EuGH Rs. 344/87 vom 31. Mai 1989, Bettray, Slg. 1989, 1621, Rz. 17). 

Massgeblich ist in derartigen Fällen hauptsächlich die Beurteilung, ob die 

erbrachte Leistung im Lichte ihrer Art und der Modalitäten ihrer Erbrin-

gung als auf dem Beschäftigungsmarkt üblich anzusehen ist (vgl. Urteil 

des EuGH Rs. C-456/02 vom 7. September 2004, Trojani, Slg. 2004, I-

7573, Rz. 24; vgl. zum Ganzen: PIRKER, Zum Verlust der Arbeitnehmerei-

genschaft im Freizügigkeitsabkommen, in: AJP/PJA 9/2014, S. 1217 ff., 

S. 1218). Vorliegend ist die Beschwerdeführerin während ihrer Erwerbs-

- 17 -

tätigkeit unzweifelhaft an die Weisungen ihrer Vorgesetzten gebunden. 

Des Weiteren weist die fragliche Tätigkeit als Erntehelferin auch einen 

wirtschaftlichen Charakter auf, steht der Arbeitsleistung der Beschwerde-

führerin doch eine Gegenleistung in Form eines Lohns gegenüber. Daran 

ändert der Umstand nichts, dass der bei der fraglichen Erwerbstätigkeit 

maximal erzielbare Lohn von brutto Fr. 2'560.-- pro Monat (4 x 40 Arbeits-

stunden x Fr. 16.--) nicht ausreicht, um den Umfang der monatlich vom 

Sozialamt der Gemeinde X._____ für die Beschwerdeführer ausbezahlten 

Fürsorgegelder in der Höhe von Fr. 2'899.-- (vgl. AMZ-act. 29) auszuglei-

chen und die Beschwerdeführerin dementsprechend neben dem Lohn al-

lenfalls noch ergänzende Sozialleistungen bezieht. Denn für die Frage, ob 

jemand als Arbeitnehmer anzusehen ist oder nicht, spielt es rechtspre-

chungsgemäss keine Rolle, woher die Mittel für die Entlohnung stammen 

(vgl. Urteil des EuGH Rs. 344/87 vom 31. Mai 1989, Bettray, Slg. 1989, 

1621, Rz. 15). Mithin schadet der Bezug von Sozialhilfe neben einem Be-

schäftigungsverhältnis dem Erwerb der Arbeitnehmereigenschaft nicht 

(vgl. PIRKER, a.a.O., S. 1223). Und schliesslich handelt es sich bei der 

Tätigkeit als Erntehelferin auch um eine echte und tatsächliche Tätigkeit 

und − entgegen der beschwerdegegnerischen Auffassung (vgl. dessen 

Stellungnahme im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren vom 

19. Juni 2017) − nicht bloss um eine Nebenbeschäftigung. Zwar sichert 

der Arbeitgeber der Beschwerdeführerin − wie gesehen − lediglich eine 

minimale Arbeitszeit von 16 Arbeitsstunden pro Monat und damit bloss 

vier Arbeitsstunden pro Woche zu. Allerdings handelt es sich hierbei um 

die minimal zugesicherte Arbeitszeit, während die maximale Arbeitszeit 

gemäss Arbeitsvertrag vom 12. Juni 2017 bei 160 Arbeitsstunden pro 

Monat bzw. 40 Arbeitsstunden pro Woche liegt. Das konkrete Ausmass 

der Arbeitstätigkeit ist derzeit nicht bekannt, doch dürfte die tatsächliche 

Arbeitszeit irgendwo zwischen diesen beiden Werten liegen. Da es sich 

bei der Tätigkeit als Erntehelferin zudem um eine auf dem Beschäfti-

gungsmarkt übliche Tätigkeit handelt, ist die von der Beschwerdeführerin 

- 18 -

erbrachte Leistung − auch wenn im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses 

zeitweise nur wenige Arbeitsstunden geleistet werden sollten − durchaus 

als tatsächliche und echte wirtschaftliche Tätigkeit im Sinne der Recht-

sprechung des Europäischen Gerichtshofs zu qualifizieren, zumal der Eu-

ropäische Gerichtshof die Arbeitnehmereigenschaft − wie gesehen − 

selbst bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von lediglich fünfeinhalb Ar-

beitsstunden bejaht hat. Folglich erfüllt die von der Beschwerdeführerin 

ausgeübte Tätigkeit als Erntehelferin auch die vom Europäischen Ge-

richtshof aufgestellten erschöpfenden Kriterien zur Arbeitnehmereigen-

schaft, weshalb der Beschwerdeführerin die Arbeitnehmereigenschaft − 

sofern sie ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig er-

werbstätige Person überhaupt jemals verloren hat − sicherlich ab dem 

Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit, mithin ab dem 

14. Juni 2017, zuzuerkennen ist. 

c) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerdeführerin − 

sofern sie ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig er-

werbstätige Person überhaupt jemals verloren hat − jedenfalls mit Wie-

deraufnahme der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 die Arbeitnehmerei-

genschaft erneut erworben und damit Anspruch hat auf die Erteilung einer 

Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit einer Gültigkeitsdauer, die der 

Dauer des Arbeitsvertrags entspricht, mithin bis am 30. Oktober 2017. Bei 

diesem Ergebnis bzw. infolge der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit 

per 14. Juni 2017 bei der C._____ AG stellt sich die Frage, ob die Be-

schwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt ihren freizügigkeitsrechtlichen 

Status als unselbständig erwerbstätige Person im Sinne des FZA tatsäch-

lich verloren hat, nicht mehr und kann daher an dieser Stelle offen blei-

ben. Denn mit Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 

hat die Beschwerdeführerin die Arbeitnehmereigenschaft fraglos neu er-

worben (sofern sie diese überhaupt jemals verloren hat) und damit ge-

stützt auf Art. 6 Abs. 2 Anhang I FZA Anspruch auf die erneute Erteilung 

- 19 -

einer Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit einer Gültigkeitsdauer, die 

der Dauer des Arbeitsvertrags entspricht, mithin bis am 30. Oktober 2017. 

Der beschwerdegegnerische Entscheid, die Kurzaufenthaltsbewilligung 

EU/EFTA der Beschwerdeführerin infolge des verlorenen freizügigkeits-

rechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige Person nicht zu ver-

längern, erweist sich somit als nicht rechtens, was in Bezug auf die Be-

schwerdeführerin zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung 

des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017 führt. 

5. Hinsichtlich des Beschwerdeführers A._____ lässt sich in sachverhaltli-

cher Hinsicht festhalten, dass er erstmals vom 26. April 2010 bis 26. No-

vember 2011 in der Schweiz als Erntearbeiter erwerbstätig war. Es folg-

ten verschiedene weitere befristete Hilfsarbeitstätigkeiten (unter anderem 

als Pflücker bei der C._____ AG vom 11. Juni 2012 bis Ende Saison [vgl. 

Bf-act. 4] sowie vom 17. Juni 2013 bis Ende Saison [vgl. Bf-act. 7], sowie 

als Lehm-/Kalkputzer bei der E._____ vom 26. August 2013 bis 27. Janu-

ar 2015 [vgl. Bf-act. 12 - 14]). Zwischen den befristeten Hilfsarbeitstätig-

keiten war der Beschwerdeführer jeweils arbeitslos und erhielt diverse 

Kurzaufenthaltsbewilligungen EU/EFTA zur Stellensuche. Seit dem 

28. Januar 2015 ist er arbeitslos. Sein Anspruch auf Arbeitslosenentschä-

digung wurde mit Verfügung der Arbeitslosenkasse Graubünden vom 

29. Februar 2016 (AMZ-act. 21) per 16. Februar 2016 beendet und er 

wurde ausgesteuert. Seit dem 1. Mai 2016 bezieht der Beschwerdeführer 

zusammen mit seiner Ehegattin Fürsorgegelder des Sozialamtes der 

Gemeinde X._____ in der Höhe von Fr. 2'899.-- pro Monat (vgl. AMZ-

act. 29). 

6. a) In Bezug auf den Beschwerdeführer ist der Beschwerdegegner im ange-

fochtenen Entscheid vom 6. April 2017 (ebenfalls) zum Schluss gelangt, 

dass er seinen freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwer-

bende Person verloren hat. Dies ist − wie die nachstehenden Ausführun-

- 20 -

gen zeigen − nicht zu beanstanden. Zunächst gilt es zu berücksichtigen, 

dass der Beschwerdeführer seit dem 28. Januar 2015 und damit seit 

zweieinhalb Jahren arbeitslos ist. Damit beträgt die Arbeitslosigkeit deut-

lich mehr als die in jedem Fall zu gewährenden sechs Monate, während 

denen nach dem unfreiwilligen Ende einer kurzfristigen Beschäftigung mit 

anschliessender Arbeitslosigkeit die Arbeitnehmereigenschaft aufrechter-

halten bleibt (vgl. Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA sowie vorstehend E.4a/dd) 

und sogar auch mehr als zwei Jahre, nach welcher die Arbeitnehmerei-

genschaft des Betroffenen selbst in der Situation einer vorangehenden 

längeren Beschäftigung spätestens wegfällt (vgl. Rundschreiben des BFM 

und des SECO vom 4. März 2011 zum Massnahmenpaket des Bundesra-

tes vom 24. Februar 2010 zur Verbesserung des Vollzugs des FZA, 

S. 2 f.; PIRKER, a.a.O., S. 1222). Bereits vor diesem Hintergrund erweist 

sich der angefochtene Entscheid des Beschwerdegegners, wonach der 

Beschwerdeführer seinen freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbstän-

dig erwerbende Person verloren hat, als rechtens. Überdies gilt es vorlie-

gend auch zu beachten, dass eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA 

zur Stellensuche gemäss Art. 18 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 VEP zwar bis zu ei-

nem Jahr verlängert werden kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass 

der Betroffene über die für den Unterhalt notwendigen Mittel verfügt 

(Art. 18 Abs. 2 VEP), Suchbemühungen nachweist und überdies begrün-

dete Aussicht auf eine Beschäftigung besteht (Art. 18 Abs. 3 VEP). Wie 

gesehen hat der Beschwerdeführer seit dem 16. Februar 2016 keinen 

Anspruch mehr auf Arbeitslosenentschädigung (vgl. AMZ-act. 21) und 

wurde ausgesteuert. Seit Mai 2016 wird er zudem vom Sozialamt der 

Gemeinde X._____ öffentlich unterstützt (vgl. AMZ-act. 29). Des Weiteren 

besteht in Bezug auf den Beschwerdeführer auch keine begründete Aus-

sicht, dass er demnächst eine Arbeitsstelle finden wird. Einerseits hat der 

Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 9. Juni 2016 durch das 

AMZ nämlich selber angegeben, dass seine Arbeitsbemühungen sehr un-

terschiedlich seien, "mal mehr, mal weniger" (vgl. das Befragungsprotokoll 

- 21 -

des AMZ vom 9. Juni 2016 [AMZ-act. 30]). Anderseits hat der Beschwer-

deführer zwar sowohl in der Verwaltungsbeschwerde an den Beschwer-

degegner vom 6. Februar 2017 als auch in der Verwaltungsgerichtsbe-

schwerde vom 9. Mai 2017 an das streitberufene Gericht gewisse Such-

bemühungen nachgewiesen (vgl. Bg-act. 1, Bf-act. 17); diese wurden 

aber grossmehrheitlich bereits abschlägig beantwortet. Zudem haben of-

fenbar auch die im Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung noch offenen 

Bewerbungsschreiben nicht zu einem erfolgreichen Vertragsabschluss 

geführt, hat der Beschwerdeführer doch im Verlauf des vorliegenden ver-

waltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens − im Gegensatz zu seiner 

Ehegattin − keinen Arbeitsvertrag eingereicht. Selbst wenn vorliegend 

somit eine weitere Verlängerung der Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA 

zwecks Stellensuche in zeitlicher Hinsicht in Frage käme, scheiterte die 

Bewilligungserteilung nach dem soeben Gesagten an den nicht vorhan-

denen notwendigen finanziellen Mitteln für den Unterhalt sowie an der 

fehlenden begründeten Aussicht auf eine Beschäftigung. Wenn der Be-

schwerdegegner somit aufgrund einer Gesamtschau der Situation unter 

Berücksichtigung sämtlicher Tatsachen in Übereinstimmung mit dem AMZ 

zum Schluss kommt, dass sich der Beschwerdeführer nicht mehr auf den 

freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbender Arbeit-

nehmer berufen kann, ist dies in keiner Weise zu beanstanden. Ihm wur-

de hinreichend Gelegenheit gegeben, sich im Sinne von Art. 2 Abs. 1 An-

hang I FZA in der Schweiz um weitere Stellen zu bewerben; seine 

Bemühungen blieben indessen ohne Erfolg. Zwar befindet sich der Be-

schwerdeführer seit mehr als sieben Jahre in der Schweiz, doch ist er seit 

rund zweieinhalb Jahren nicht mehr im Arbeitsprozess. Auch wenn er 

einwendet, sich entsprechend um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen, 

ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang doch, dass derzeit keine 

ernsthaften Aussichten (mehr) darauf bestehen, dass er in absehbarer 

Zeit auf dem hiesigen Arbeitsmarkt wieder eine Stelle finden könnte. Folg-

lich hat der Beschwerdegegner das Fortbestehen eines freizügigkeits-

- 22 -

rechtlichen Anwesenheitsanspruchs als erwerbstätige Person zu Recht 

verneint. Da der Beschwerdeführer − wie gesehen − über keine eigenen 

Mittel verfügt und vom Sozialamt der Gemeinde X._____ öffentlich unter-

stützt wird, kann er sich überdies auch nicht auf einen freizügigkeitsrecht-

lichen Anspruch ohne Erwerbstätigkeit berufen (vgl. Art. 24 Abs. 1 lit. a 

Anhang I FZA). 

b) Die Frage, welche sich allerdings bei der vorliegenden Konstellation stellt 

und welche sowohl das AMZ als auch der Beschwerdegegner aufgrund 

ihrer Entscheide (noch) nicht prüfen musste, ist die Auswirkung der Kurz-

aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der Beschwerdeführerin auch den Auf-

enthaltsstatus ihres Ehegatten, welcher − wie gesehen − bereits seit dem 

Jahr 2010 zusammen mit der Beschwerdeführerin in der Schweiz wohnt. 

Diese Frage wird vom AMZ − unter Berücksichtigung von Art. 3 Anhang I 

FZA − noch zu prüfen sein. 

7. a) Zusammenfasend erweist sich die Beschwerde vom 9. Mai 2017 nach 

dem vorstehend Gesagten als begründet, was zur Gutheissung derselben 

und zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017 führt. 

In Bezug auf die Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass sie − sofern 

sie ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige 

Person überhaupt jemals verloren hat − jedenfalls mit Wiederaufnahme 

der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 die Arbeitnehmereigenschaft er-

neut erworben und damit gestützt auf Art. 6 Abs. 2 Anhang I FZA An-

spruch hat auf die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA 

mit einer Gültigkeitsdauer, die der Dauer des Arbeitsvertrags entspricht, 

mithin bis am 30. Oktober 2017. Dementsprechend ist das dafür zustän-

dige AMZ anzuweisen, der Beschwerdeführerin die Kurzaufenthaltsbewil-

ligung EU/EFTA bis am 30. Oktober 2017 zu verlängern. Demgegenüber 

hat der Beschwerdeführer seinen freizügigkeitsrechtlichen Status als 

selbständig erwerbender Arbeitnehmer verloren. Mangels eigener Mittel 

- 23 -

kann er sich auch nicht auf einen freizügigkeitsrechtlichen Anspruch ohne 

Erwerbstätigkeit berufen. Noch zu prüfen ist in Bezug auf den freizügig-

keitsrechtlichen Anwesenheitsanspruch des Beschwerdeführers indes die 

Frage, wie sich die Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA seiner Ehegattin 

auf seinen Aufenthaltsstatus auswirkt. Dementsprechend ist die Angele-

genheit zur Prüfung dieser Frage im Sinne der Erwägungen an das dafür 

zuständige AMZ zurückzuweisen. 

b) Nachdem der Instruktionsrichter den Beschwerdegegner am 13. Juni 

2017 zur Stellungnahme aufgefordert hat, ob er angesichts des neuerli-

chen Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin bei der C._____ AG 

vom 14. Juni 2017 bis 30. Oktober 2017 an der angefochtenen Verfügung 

vom 6. April 2017 festzuhalten gedenke und der Beschwerdegegner dies 

mit Stellungnahme vom 19. Juni 2017 explizit bestätigt hat, rechtfertigt es 

sich, die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwer-

degegner aufzuerlegen. Den nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdefüh-

rern steht praxisgemäss keine Parteientschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung des 

Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden vom 

6. April 2017 aufgehoben. Die Angelegenheit wird zwecks Erteilung einer 

Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA an B._____ mit einer Gültigkeits-

dauer bis am 30. Oktober 2017 sowie zur Prüfung der Voraussetzungen 

für die Verlängerung der Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA an 

A._____ im Sinne der Erwägungen an das Amt für Migration und Zivil-

recht Graubünden zurückgewiesen. 

- 24 -

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 544.--

zusammen Fr. 1'544.--

gehen zulasten des Kantons Graubünden (Departement für Justiz, Sicher-

heit und Gesundheit) und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Ent-

scheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu be-

zahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]