# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4e8d5c3-cdf9-5ed4-aaeb-260b684519fa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-07-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 26.07.2006 SB 2006 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2006-11_2006-07-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. Juli 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 06 11 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Hubert 
Aktuarin Mosca

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In der strafrechtlichen Berufung

des Z., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. oec. HSG Reto Marugg, 
Maienfelderstrasse 2, 7310 Bad Ragaz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein vom 6. Dezember 2005, mit-
geteilt am 23. März 2006, in Sachen gegen den Berufungskläger, 

betreffend Widerhandlung gegen das Jagdgesetz etc.,

hat sich ergeben:

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A. Z. wurde am 21. Januar 1952 in A. geboren und wuchs im Kanton B. 
auf. Nach der Primar- und Realschule arbeitete er zuhause auf dem elterlichen Be-
trieb als Landwirt. Einen Beruf erlernte er nicht. Im Jahr 1970 zog Z. nach C.. Seither 
ist er dort bei der Transportfirma D. AG als Lastwagenchauffeur tätig. Sein monatli-
ches Nettoeinkommen beläuft sich auf Fr. 5'000.--. Sein steuerbares Vermögen be-
trug im Jahr 2003 Fr. 253'000.--.

Im Jahr 1973 heiratete Z. E.. Sie sind Eltern von drei Kindern.

Z. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister mit einer Eintragung erfasst. 
Am 24. Januar 2000 wurde er vom Kreispräsidenten Davos wegen fahrlässiger 
Störung des Eisenbahnverkehrs u.a. zu einer Busse von Fr. 600.--verurteilt. Im kan-
tonalen Register des Amtes für Jagd und Fischerei ist Z. nicht verzeichnet.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. August 
2005 wurde Z. angeklagt der fahrlässigen Störung des öffentlichen Verkehrs 
gemäss Art. 237 Ziff. 2 StGB sowie der vorsätzlichen Widerhandlung gegen Art. 15 
Abs. 1 und Abs. 2 KJG und Art. 17 lit. a KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG. 
Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 30. August 2005 folgender Sachver-
halt zugrunde:

„Am 10. September 2004 übte Z. mit seinem Sohn F. und G. bei U. im Gebiet 
H. eine Treibjagd aus. Diese Jagdgruppe geht im Gebiet H. schon seit Jahren auf 
die Jagd und gilt als erfahrene und eingespielte Gruppe. Es wurde abgesprochen, 
dass G. als Treiber durch den Wald unterhalb der dortigen Deponie bzw. im Bereich 
der Autostrasse pirscht, während F. unterhalb der Strasse zur Kiesgrube I. bzw. in 
der Nähe der Autostrasse auf einem Lastwagenanhänger und Z. auf dieser Felds-
trasse zur Deponie bzw. bei der dortigen Fahrverbotstafel Posten bezogen. Von dort 
konzentrierte sich der Angeklagte abwechslungsweise auf die Wiesen in Richtung 
der Querverbindung J. und über die Werkstrasse in Richtung Kiesgrube. Als er um 
08.30 Uhr in Richtung U. wahrnahm, wie Hirschwild über die vor ihm liegende Wiese 
in Richtung J. flüchtete, gab er innert 10 bis 15 Sekunden zwei Schüsse ab. Zum 
gleichen Zeitpunkt wollte L. von U. kommend mit dem Personenwagen GR K. in die 
M.-Strasse abbiegen, um zum Bahnhof U. an seinen Arbeitsort bei den Kraftwerken 
N. AG zu gelangen. Dabei nahm er einen starken Aufprall auf der rechten Fahr-
zeugseite wahr. In der Folge hielt er das Fahrzeug in der dortigen Einmündung am 
rechten Fahrbahnrand an und stellte auf dem Autodach im Bereich des Beifahrers 
eine kleine Beschädigung fest. Als er daraufhin sich umschaute, nahm er wahr, wie 

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ein Hirsch über die vor ihm liegenden Wiesen in Richtung der dortigen beiden Hoch-
spannungsleitungsmasten bzw. J. flüchtete und ein Jäger über die Feldstrasse in 
Richtung Deponie bzw. O. lief. In der Folge fuhr er zu dem Angeklagten und stellte 
ihn zur Rede. Z. bestritt in Richtung der erwähnten Querverbindung bzw. auf das 
von ihm rund 110 m entfernte Fahrzeug von L. einen Schuss abgegeben zu haben. 
Indessen bestätigte er, in Richtung J. bzw. des dortigen Waldrandes einen Schuss 
auf einen Hirsch abgegeben und diesen erlegt zu haben. Daraufhin fuhr L. an seine 
Arbeitsstelle.

Z. verneinte auch gegenüber den von L. inzwischen (09.13 Uhr) beigezoge-
nen Polizeibeamten, damals zwei Schüsse im Gebiet H. abgegeben zu haben, ob-
schon der Jäger P. um 08.30 Uhr im gegenüber und höher liegenden Qu.-wald zwei 
Schüsse, die unmittelbar hintereinander abgegeben wurden, gehört hatte. Dieselbe 
Zeugenaussage machten R. und dessen damaliger Arbeitnehmer S., die sich in 
dem vom Angeklagten rund 160 bis 170 m entfernten Firmengebäude der Autover-
wertung X. befanden.

Anlässlich der polizeilichen Spurenaufnahme wurde festgestellt, dass Z. den 
nach den Jagdbetriebsvorschriften 2004 jagdbaren Hirschstier unmittelbar vor dem 
dortigen Waldrand erlegte, wobei rund 100 m oberhalb des Anschlusses ein dem 
Angeklagten bekanntes Fussweglein durch den Mischwald führt. Weiter ergab die 
Untersuchung des toten Hirsches, dass dieser mit einem auf der Bündnerjagd 
herkömmlichen aus Kupfer und Blei bestehenden Teilmantelgeschoss im Hals bzw. 
Nacken tödlich getroffen wurde. Schliesslich ergab die Auswertung des am Auto-
dach GR K. sichergestellten Abriebs, dass diese Fremdanhaftung aus Blei besteht. 
Laut dem Bericht des forensischen naturwissenschaftlichen Dienstes der Kantons-
polizei St. Gallen vom 19. Mai 2005 sind der Abrieb und die bleierne Geschoss-
Spitze der damals vom Angeklagten verwendeten Jagdpatrone Blaser Teilmantel, 
Kaliber 10.3 X 60R, materiell nicht unterscheidbar.

Der Sachschaden an dem von den Kraftwerken N. AG L. zur Verfügung ge-
stellten Fahrzeug betrug rund Fr. 800.--.“

C. Mit Urteil vom 6. Dezember 2005, mitgeteilt am 23. März 2006, er-
kannte der Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein:

„1. Z. ist schuldig der fahrlässigen Störung des öffentlichen Verkehrs 
gemäss Art. 237 Ziff. 2 StGB sowie der vorsätzlichen Widerhand-
lung gegen Art. 15 Abs. 1 und Abs. 2 KJG und Art. 17 lit. a KJG in 
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

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2. Dafür wird er mit 14 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 
700.-- bestraft.

3. Z. wird der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit 
von zwei Jahren gewährt. Der Eintrag der Busse im Strafregister 
ist bei Wohlverhalten nach Ablauf einer Probezeit von zwei Jahren 
zu löschen.

4. Z. wird gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG die Jagdberechtigung 
für die Dauer von drei Jahren entzogen. Der Vollzug dieser Ne-
benstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren 
aufgeschoben.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Fr. 2'750.60
Gerichtsgebühr Fr. 3'810.00
total Fr. 6'560.60
gehen zulasten von Z..

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)“

D. Dagegen liess Z. am 3. April 2006 Berufung an den Kantonsgerichts-
ausschuss von Graubünden erklären. Er beantragt:

„1. Ziff. 1. – 5 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichtsaus-
schusses Hinterrhein seien aufzuheben;

2. Der Berufungskläger sei von sämtlichen ihm vorgeworfenen straf-
baren Handlungen freizusprechen;

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des 
Staates für alle Instanzen.“

In formeller Hinsicht beantragte Z. die Einholung einer ballistischen Expertise 
über das Verhalten eines Teilmantelprojektils bei einem direkten Aufprall und einem 
flachen Aufprallwinkel auf ein Autodach. Zusätzlich stellte er den Antrag auf Durch-
führung eines Augenscheins im Gebiet „H.“, Gemeinde U..

Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Stellungnahme vom 26. 
April 2006 die Abweisung der Berufung. Die Vorinstanz reichte am 27. April 2006 
eine Vernehmlassung ein. Sinngemäss beantragte sie ebenfalls die Abweisung der 
Berufung. Mit Vernehmlassung vom 5. Mai 2006 nahm Z. zu den Ausführungen der 
Staatsanwaltschaft Graubünden Stellung. Er hielt an seinem in der Berufung vom 
3. April 2006 gestellten Antrag auf Einholung einer ballistischen Expertise fest.

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E. Mit Schreiben vom 2. Juni 2006 wurde Z. darüber in Kenntnis gesetzt, 
dass das Kantonsgerichtspräsidium beabsichtige, durch die Kantonspolizei St. Gal-
len (Kriminalpolizei) zwei Ergänzungsfragen zum forensischen Untersuchungsbe-
richt vom 19. Mai 2005 schriftlich beantworten zu lassen. Z. wurde eine Frist bis 
zum 14. Juni 2006 gewährt, um sich zu dieser vorgesehenen Beweisergänzung zu 
äussern und allfällige Ergänzungsfragen zu formulieren. Am 8. Juni 2006 liess sich 
Z. zur Beweisergänzung vernehmen und stellte eine Ergänzungsfrage. Am 12. Juni 
2006 wurde Dr. Sc. Nat. T. ersucht, das Zusatzgutachten zu erstellen. Das Zusatz-
gutachten datiert vom 27. Juni 2006. Am 7. Juli 2006 liess sich Z. zu diesem Zu-
satzgutachten vernehmen. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass aufgrund der 
Ausführungen im Zusatzgutachten sich wesentliche offene Fragen stellen würden. 
In der Folge wurde Dr. Sc. Nat. T. mit Brief des Kantonsgerichtspräsidiums vom 12. 
Juli 2006 erneut ersucht, die von Rechtsanwalt Marugg aufgeworfenen Fragen zu 
beantworten. Der Nachtrag zum Zusatzgutachten vom 15. Juli 2006 wurde am 21. 
Juli 2006 dem Kantonsgerichtspräsidium zugestellt. Er wurde dem Rechtsvertreter 
von Z. und der Staatsanwaltschaft Graubünden noch am gleichen Tag zur Kenntnis 
gebracht.

F. Am 26. Juli 2006, 14.30 Uhr, fand in H., U., ein Augenschein statt. 
Nebst dem Kantonsgerichtsausschuss und der Aktuarin, waren Z. und sein privater 
Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. oec. HSG Reto Marugg, anwesend. Z. erhielt die Ge-
legenheit, den Sachverhalt an Ort und Stelle zu erläutern. Rechtsanwalt Marugg 
machte sodann Ausführungen zu den Standorten der Zeugen und nahm ausführlich 
zum Zusatzgutachten vom 15. Juli 2006 Stellung. Am Schluss des Augenscheins 
wurde der nahe Waldweg begangen. Anschliessend fand die Urteilsberatung statt.

Auf die weiteren Ausführungen zur Begründung der Anträge, auf die Erläute-
rungen anlässlich des Augenscheins, auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil 
sowie auf die eingeholten Gutachten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt gemäss Art. 141 Abs. 1 
StPO beim Kantonsgerichtsausschuss innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröff-

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nung des angefochtenen Entscheides Berufung einreichen. Diese ist zu begründen 
und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichts-
verfahrens gerügt werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag 
die im Übrigen form- wie fristgerecht eingereichte Berufung vom 3. April 2006 zu 
genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

2. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft das erstinstanzliche Urteil in 
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei (Art. 
146 Abs. 1 StPO). Er besitzt eine umfassende, uneingeschränkte Kognitionsbefug-
nis. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs vorliegt, oder der Mangel geheilt ist, entscheidet der Kantonsgerichts-
ausschuss in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario). Die Rückweisung 
an die Vorinstanz bildet die Ausnahme (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 376). 

3. Das Kantonsgerichtspräsidium kann eine mündliche Verhandlung von 
Amtes wegen oder auf Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befra-
gung der Angeklagten für die Beurteilung der Strafsache wesentlich ist (Art. 144 
Abs. 1 StPO). Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft der Kantonsge-
richtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von 
der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch dar-
auf, dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Ver-
fahrensöffentlichkeit gilt unter Vorbehalt von Art. 107 StPO dem Grundsatz nach 
nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die Ge-
samtheit eines Strafverfahrens inklusive des gesamten Rechtsmittelweges, somit 
auch auf das Berufungsverfahrens gemäss Art. 141 ff. StPO.

Der Betroffene kann auf die Durchführung einer mündlichen Berufungsver-
handlung von sich aus verzichten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, 
dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen der Betroffenen 
eindeutig ergibt. Der durch einen Anwalt vertretene Berufungskläger hat im vorlie-
genden Fall nicht die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung ver-
langt, woraus auf einen wirksamen Verzicht geschlossen werden kann. Es besteht 
aber auch kein Grund, dass das urteilende Gericht von sich aus (vgl. Art. 144 Abs. 
1 StPO) eine mündliche Berufungsverhandlung anordnet, nachdem ein Augen-
schein durchgeführt wurde, an welchen Z. und sein Rechtsvertreter dem Kantons-
gerichtsausschuss vor Ort die sich stellenden Fragen erörtern konnten. Kommt 

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hinzu, dass die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, bezüglich des strittigen Sach-
verhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen Verhandlung zu er-
warten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen ist und sich ferner im vorlie-
genden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter des Berufungsklägers stel-
len, welche sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aufgrund der Akten beantwor-
ten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfahren kein öffentliches Inter-
esse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 318, Art. 107 StPO und SJZ 96, 2000, S. 197 f. 
sowie ZR 99, 2000, Nr. 36). Die streitige Strafsache kann somit gestützt auf die 
vorliegenden Akten und den Augenschein sachgerecht entschieden werden.  

4. a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht 
nach Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO auch im Beru-
fungsverfahren nach freier Überzeugung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auf-
lage, Zürich 1997, N. 286). Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last geleg-
ten Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 306). An den 
Beweis der zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird 
mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täter-
schaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweis-
würdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der 
Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für 
ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische 
und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich 
sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr 
um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, 
die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (vgl. BGE 120 Ia 37). Aufgabe 
des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel 
zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu ent-
scheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein 
muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und 
Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen 
vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12). Es ist anhand sämtlicher sich aus den Akten 
ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene 
des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Über-
zeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss 
gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sach-
verhalt angenommen werden und es hat ein Freispruch zu erfolgen (vgl. Padrutt, 
a.a.O., S. 307; Schmid, a.a.O., N. 286; BGE 127 I 40 E. 2).

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b. Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grund-
satz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass 
alle Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen 
von Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige Beweismit-
tel mit derselben Beweiseignung. Wesentlich können auch so genannte Indizien 
sein (vgl. Schmid, a.a.O., N. 290). Ein Indiz weist immer nur mit einer gewissen 
Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hin, und lässt somit, einzeln be-
trachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel. Alle 
Indizien zusammen können aber vollen Beweis und volle Überzeugung bringen und 
jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, son-
dern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. den Entscheid des Bundesgerichts vom 
17. Juni 2002, 1P.87/2002, mit Hinweisen). Bei der Würdigung der Beweise ist we-
niger die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise 
der Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Im Vordergrund steht 
somit nicht so sehr die Glaubwürdigkeit einer aussagenden Person, sondern die 
Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage. Massgebend ist mit anderen Worten allein 
die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Pra 2002 Nr. 180, E. 3.4; 
Hauser/Schweri/Hart-mann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 
2005, § 59 N. 12 ff.).

5. a) Gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit Gefängnis bestraft, 
wer vorsätzlich den öffentlichen Verkehr, namentlich den Verkehr auf der Strasse, 
auf dem Wasser oder in der Luft, hindert, stört oder gefährdet und dadurch wissent-
lich Leib und Leben von Menschen in Gefahr bringt; bei Fahrlässigkeit ist die Strafe 
Gefängnis oder Busse (Art. 237 Ziff. 2 StGB). Art. 237 StGB schützt Leib und Leben 
von Personen, die sich im öffentlichen Verkehr befinden und nach herrschender 
Lehre auch den öffentlichen Verkehr als solchen (Matthias Schwaibold, Balser Kom-
mentar, Strafgesetzbuch II, Basel 2003, N 5 und N 9 zu Art. 237 StGB mit weiteren 
Hinweisen). Eine gesetzliche Definition des öffentlichen Verkehrs fehlt. Der Begriff 
ist allerdings weit zu verstehen als jede Ortsveränderung von Personen oder Waren, 
als die dem Einzelnen eingeräumte Möglichkeit, sich auf öffentlichen Verkehrswe-
gen mit den dort zulässigen Transportmitteln gemäss den einschlägigen Regeln 
fortzubewegen. Täter kann jeder sein, dessen Handeln auf das Rechtsgut einwirkt; 
es ist also gerade nicht vorausgesetzt, dass der Täter selbst zuvor am öffentlichen 
Verkehr teilgenommen hat oder Führer eines Fahrzeuges sei. Die Störung kann von 
ausserhalb der Verkehrsfläche und durch beliebige Mittel erfolgen, wie durch Lawi-
nenniedergang, Steinwürfe aus dem Fenster einer Anliegerliegenschaft, das Fällen 
von Bäumen oberhalb einer Verkehrsader oder das Errichten von Strassensperren. 

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Im Bereich des eigentlichen Strassenverkehrs greift Art. 90 SVG, sofern der Täter 
am Strassenverkehr teilgenommen hat, während Art. 237 StGB dann nur, aber im-
merhin, den Nichtverkehrsteilnehmer erfasst. Der Angriff muss sich gegen Leib und 
Leben richten; vorliegen muss eine konkrete Gefährdung mindestens eines Men-
schen, dessen Verletzung oder Tötung nicht nur objektiv möglich, sondern zumin-
dest wahrscheinlich sein muss (Matthias Schwaibold, a.a.O., N 5 ff. zu Art. 237 
StGB).

b) Die Vorinstanz hat es als erwiesen erachtet, dass der Berufungskläger 
am Morgen des 10. September 2004 um rund 08.30 Uhr nicht nur auf den von ihm 
erlegten Hirsch, sondern auch auf das von L. gelenkte Fahrzeug geschossen hat. 
Damit habe Z. Leib und Leben des am öffentlichen Verkehr teilnehmenden L. ge-
fährdet. Der Berufungskläger macht nun geltend, die Vorinstanz habe gleich mehr-
fach den Grundsatz der Unschuldsvermutung als Beweiswürdigungsregel verletzt. 
Die Würdigung der verschiedenen Zeugenaussagen führe zu erheblichen Zweifeln 
an der Schuld des Berufungsklägers. Dieser Argumentation kann – wie noch zu 
zeigen sein wird – nicht gefolgt werden.

L. sagte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 11. September 
2004 aus, er habe mit dem Geschäftswagen von U. kommend in die M.-Strasse 
abbiegen wollen. Plötzlich habe er einen massiven Aufprall auf sein Auto bemerkt. 
In der Folge sei er ein wenig weiter gefahren und habe sodann das Fahrzeug rechts 
bei der Einmündung abgestellt. Dabei habe er den Kratzer am Autodach festgestellt. 
Als er sich umgeschaut habe, habe er auf der Wiese gegenüber einen Hirsch bei 
den dortigen Masten aufwärts in Richtung J. springen sehen. Weiter habe sich ein 
Jäger auf der Strasse in Richtung O. bewegt. Daraus habe er den Schluss gezogen, 
dass dieser Jäger auf den Hirsch gezielt und dabei sein Auto getroffen habe. Einen 
Schuss habe er nicht wahrgenommen. Das Seitenfenster auf der Fahrerseite sei 
leicht offen gewesen und das Radio sei auf „normale“ Lautstärke eingestellt gewe-
sen. Als der Schuss das Auto gestreift habe, hätten sich im Bereich der Einmündung 
keine weiteren Fahrzeuge oder Personen befunden. Am 19. Januar 2005 wurde L. 
zudem untersuchungsrichterlich befragt. Erneut gab er zu Protokoll, lediglich einen 
massiven Aufprall wahrgenommen zu haben. Ausser diesem Knall auf das Fahr-
zeug habe er keine weiteren Schüsse wahrgenommen. Demgegenüber sagten die 
drei unabhängigen Zeugen P., R. und S. aus, am 10. September 2004, um etwa 
08.30 Uhr, zwei Schüsse gehört zu haben. P. befand sich zum fraglichen Zeitpunkt 
auf der Jagd im Qu.-wald. Um 08.45 Uhr habe er eine Gämse mit zwei Schüssen 
erlegt. Rund 10-15 Minuten vorher habe er zwei Schüsse in einem Abstand von ca. 

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10 Sekunden wahrgenommen. Der erste Schuss, das Nachladen und dann der 
zweite Schuss. Er könne nicht genau sagen, wo der Schuss abgegeben worden sei, 
ob auf der anderen Talseite oder im Talboden. Anlässlich der untersuchungsrich-
terlichen Einvernahme vom 19. Januar 2005 bestätigte P., zwei Schüsse gehört zu 
haben, wobei er nicht angeben könne, wo diese Schüsse gefallen seien. S. befand 
sich in der Werkstatt bei der Arbeit, als er die zwei Schüsse vernahm. Darauf habe 
er sich zur Kantonsstrasse begeben und habe beobachtet, wie ein Hirsch die Wiese 
hinauf gesprungen sei. Bei der Strasse, die zur Deponie führe, habe er einen Jäger 
entdeckt. Die zwei Schüsse seien aus der gleichen Richtung gekommen (vgl. poli-
zeiliche Einvernahme vom 16. September 2004). Am 27. Januar 2005 wurde S. als 
Zeuge einvernommen. Er bestätigte, zwei Schüsse kurz nacheinander gehört zu 
haben. Er könne  nicht sagen, wie viele Sekunden zwischen den beiden Schüssen 
verstrichen seien. Da er sich in der Werkstatt aufgehalten habe, wo der Widerhall 
der Schüsse gross gewesen sei, könne er die Schüsse auch nicht lokalisieren. R. 
führte ein Telefongespräch in seinem Büro in U. als er die zwei Schüsse um 08.30 
Uhr hörte. Direkt nach dem zweiten Schuss sei er aufgestanden und habe gegenü-
ber der Strasse, beim Feldweg Richtung O., einen Jäger erkennen können. Dieser 
sei im Bereich des dortigen Parkplatzes gestanden. Die beiden Schüsse seien in 
einem Abstand von rund 5-10 Sekunden gefallen, und zwar von der Örtlichkeit, wo 
er den Jäger beobachtet habe. Bei der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 26. Januar 2005 ergänze R., von seinem Bürofenster aus könne der fragliche 
Feldweg frei eingesehen werden. Er habe zwei Schüsse gehört, die „vielleicht sogar 
in 3 Sekunden hintereinander abgegeben wurden. Der Vorfall liegt aber bereits ei-
nige Zeit zurück, so dass ich mich nicht mehr ganz genau daran erinnern kann.“ 
Auch an den genauen Ort der Schussabgabe konnte er sich nicht mehr erinnern. 
Der Sohn des Berufungsklägers, F. und der Jagdkollege G., welche zusammen die 
Treibjagd im Gebiet H. ausgeübt haben, sagten bei beiden Einvernahmen aus, sie 
hätten lediglich einen dumpfen Knall wahrgenommen. G. gab bei der polizeilichen 
Einvernahme vom 11. September 2004 zu Protokoll: „Weil ich mich zu diesem Zeit-
punkt in der Nähe der Autostrasse befand, hörte ich nicht mehr. An der Örtlichkeit 
herrschte grosser Lärm, wenn Lastwagen vorbeifahren.“ Z. selbst bestreitet, zwei 
Schüsse abgegeben zu haben. Er habe sich die ganze Zeit bei der Verkehrstafel 
aufgehalten. Er habe keine weiteren Jäger gesehen. Als er den fraglichen Hirsch 
erblickt habe, habe sich dieser bereits oberhalb der Strasse in der Wiese befunden. 
Der Hirsch sei in Richtung Masten gesprungen. In welchem Bereich der Hirsch aus 
dem Wald oder auf der Wiese gekommen sei, könne er nicht sagen. Sicher sei er 
von unten aus der Richtung der Autostrasse gekommen. Er selbst sei über die 
Strasse an den rechten Fahrbahnrand gelaufen. Dort habe er gekniet und das Ge-

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wehr entsichert. Wenige Meter vor dem Waldrand habe er auf den Hirsch geschos-
sen. Zur selben Zeit sei kein weiterer Schuss in der Umgebung gefallen. Rund 15 
Minuten vorher habe er einen Schuss wahrgenommen. Er habe diesen Schuss im 
Gebiet Qu.-wald lokalisiert. 10-20 Minuten nach seinem Schuss habe er wiederum 
einen Schuss aus derselben Region vernommen. Diese Aussagen bestätigte er im 
Wesentlichen anlässlich der Einvernahme als Angeschuldigter am 19. Januar 2005.

Insbesondere aufgrund der weitgehend übereinstimmenden und überzeu-
genden Aussagen von P., S. und R. kommt der Kantonsgerichtsausschuss zum 
Schluss, dass der Berufungskläger zum fraglichen Zeitpunkt zwei Schüsse abgege-
ben hat. Mit dem ersten Schuss hat er das von L. gelenkte Fahrzeug am Dach be-
schädigt, mit dem zweiten Schuss hat er den Hirsch erlegt. Es gilt zu berücksichti-
gen, dass es sich bei P. um einen Jagdkollegen des Berufungsklägers handelt, wel-
cher letzteren mit seinen Ausführungen sicherlich nicht belasten wollte. Umso 
glaubhafter sind somit seine Aussagen einzustufen. Zwar konnte P. die zwei 
Schüsse nicht genau lokalisieren. Dies überrascht nicht, zumal sich P. im Qu.-wald 
befand und es bei solchen Distanzen ausserordentlich schwierig ist, den Ort der 
Schussabgabe genau zu ermitteln. Kommt hinzu, dass seine Äusserungen durch 
die Aussagen von S. und R. bestätigt werden. Auch diese beiden Zeugen erklärten, 
im fraglichen Zeitpunkt zwei Schüsse gehört zu haben. Anlässlich der polizeilichen 
Einvernahmen erklärten denn auch beide übereinstimmend, die beiden Schüsse 
seien aus der Richtung gekommen, wo der Jäger gestanden sei. Bei der Einver-
nahme als Zeuge konnten sich weder S. noch R. an den genauen Ort der Schuss-
abgabe erinnern. Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, gilt es zu berücksich-
tigen, dass die erste Einvernahme kurz nach dem Vorfall stattgefunden hat. Zudem 
gilt es zu bedenken, dass das Erinnerungsvermögen von Zeuginnen und Zeugen 
oft nachlässt und auch gewisse Beeinflussungen nicht auszuschliessen sind. Dem 
hält der Berufungskläger entgegen, die ersten Aussagen von S. und R. seien nicht 
im Zeugenstand gemacht worden. Erst als sie als Zeugen einvernommen und unter 
Strafandrohung zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet worden seien, hätte 
sie ihre Aussage in dem Sinne korrigiert, als sie nicht mehr sagen konnten, wo die 
Schüsse abgegeben worden sind und ob sie vom gleichen Ort her gekommen wa-
ren. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Wie bereits ausgeführt (vgl. 
Erw. 4.b), verbietet der Grundsatz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung 
der verschiedenen Beweismittel. Demnach sind die Aussagen von Zeugen, Aus-
kunftspersonen wie auch jene des Angeschuldigten voll gültige Beweismittel mit 
derselben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die Form, 
sondern vielmehr der Inhalt, das heisst deren innere Autorität massgebend (vgl. 

12

Schmid, a.a.O., N 290 ff. sowie N 613). Der Kantonsgerichtsausschuss schliesst 
sich vorliegend der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung an, wonach die un-
mittelbar nach dem Vorfall gemachten Aussagen glaubhafter einzustufen sind. Zum 
einen wegen der zeitlichen Nähe zum Geschehen, zum anderen wegen der präzi-
sen und in sich stimmenden Ausführungen. Im Zusammenhang mit der Würdigung 
der beiden Zeugenaussagen wendet der Berufungskläger ferner ein, es sei zu 
berücksichtigen, dass sich R. im Zeitpunkt der Schussabgabe in einem geschlosse-
nen Büroraum bei einem Telefongespräch und S.  in einer geschlossenen Werkstatt 
bei einer laufenden Maschine in einer Distanz von rund 160 – 170 m zum Schützen 
befunden hätten. Beide Zeugen seien somit in geschlossenen Räumen auf ihre Ar-
beiten konzentriert gewesen, und ihre akustische Aufmerksamkeit sei durch ein Te-
lefongespräch beziehungsweise Maschinenlärm beeinträchtigt gewesen. Hinzu 
komme, dass S. ausgesagt habe, dass in der Werkstatt der Widerhall der Schüsse 
gross gewesen sei. Demnach sei nicht auszuschliessen, dass die Zeugen in Wirk-
lichkeit nur einen Schuss und dessen Widerhall gehört hätten. Auch diese Argu-
mentation überzeugt nicht, haben doch beide Zeugen bei beiden Einvernahmen 
übereinstimmend erklärt, zwei Schüsse wahrgenommen zu haben. S. konnte sich 
anlässlich der Einvernahme als Zeuge lediglich nicht mehr daran erinnern, wie viele 
Sekunden zwischen den beiden Schüssen vergangen sind. Ausserdem erklärte er, 
aufgrund des Widerhalls in der Werkstatt könne er die Schüsse nicht lokalisieren. 
Er äusserte jedoch keine Zweifel an der Tatsache, zwei Schüsse, kurz nacheinan-
der, gehört zu haben. In diesem Zusammenhang bleibt bemerkenswert, dass P. den 
zeitlichen Abstand der Schüsse mit ca. 10 Sekunden und R. mit ca. 5–10 Sekunden 
(später mit vielleicht sogar 3 Sekunden bei nicht mehr genauer Erinnerung) anga-
ben. Aufgrund der Schallgeschwindigkeit dauert nun aber ein Widerhall (Echo) in 
einem relativ engen Tal niemals 5–10 Sekunden, sondern er folgt unmittelbar auf 
den Schuss selbst, weshalb auch unter diesem Aspekt von zwei abgegebenen 
Schüssen ausgegangen werden muss. Aufgrund des Umstandes, dass der Zeuge 
L. lediglich einen dumpfen Knall festgestellt hat, kann der Berufungskläger nichts zu 
seinen Gunsten ableiten. Die Vorinstanz zeigte sich erstaunt, dass L. keinen zwei-
ten Schuss gehört habe. Sie begründete dies jedoch mit der Annahme, dass der 
Berufungskläger mit dem ersten Schuss den Hirsch erlegt habe, als sich L. noch 
hinter der höheren Querverbindung befunden habe. Das Fahrzeug sei sodann mit 
dem zweiten Schuss getroffen worden. Wie der Berufungskläger selbst ausführt 
(Berufung S. 6), ist es unwahrscheinlich, dass er mit dem ersten Schuss den Hirsch 
am Hals beziehungsweise Nacken tödlich getroffen hat und dann noch einen zwei-
ten Schuss auf den aufrecht fliehenden Hirsch abgegeben und diesen gefehlt hat. 
Vielmehr ist aufgrund des Beweisergebnisses davon auszugehen, dass der Beru-

13

fungskläger mit dem ersten Schuss das von L. gelenkte Fahrzeug am Dach beschä-
digt hat und mit dem zweiten Schuss den Hirsch erlegt hat. In der Zeitspanne von 
5-10 Sekunden war sodann – was für die in diesem Bereich nicht unerfahrenen 
Richter keinem Zweifel unterliegt – ein Nachladen, wenn auch rasch, problemlos 
möglich. Die Tatsache, dass L. keinen zweiten Schuss vernommen hat, lässt sich 
darauf zurückführen, dass er, als er einen massiven Aufprall auf sein Auto bemerkt 
hat, nicht sofort ausgestiegen ist, um zu prüfen, was geschehen ist. Wie der Einver-
nahme vom 11. September 2004 entnommen werden kann, ist L. zunächst ein we-
nig weiter gefahren und erst dann hat er das Fahrzeug rechts bei der Einmündung 
abgestellt. Auch wenn das Seitenfester ein wenig offen war, ist es durchaus mög-
lich, dass er aufgrund des laufenden Motors und des eingeschalteten Radios den 
zweiten Schuss nicht bemerkt hat. Schliesslich führten auch F. und G. einvernehm-
lich aus, lediglich einen dumpfen Knall wahrgenommen zu haben. Bei der Würdi-
gung dieser Aussagen gilt es die Nähe der Zeugen zum Berufungskläger zu beach-
ten, handelt es sich doch bei F. um dessen Sohn und bei G. um den Jagdkollegen. 
G. gab am 11. September 2004 ausserdem zu Protokoll, er habe sich zum fraglichen 
Zeitpunkt in der Nähe der Autostrasse befunden. An dieser Örtlichkeit habe grosser 
Lärm geherrscht, wenn Lastwagen vorbeigefahren seien. Damit hat er gleich selbst 
eine Erklärung gegeben, wieso er den zweiten Schuss nicht gehört hat. F. befand 
sich zum fraglichen Zeitpunkt bei G., weshalb auch er den zweiten Schuss mögli-
cherweise wegen Lärms nicht hat wahrnehmen können. Z. selbst erklärte, in seinem 
Gebiet keine weiteren Jäger beobachtet zu haben und auch die Zeugen führten 
nicht aus, weitere Jäger bemerkt zu haben. Demnach muss der Berufungskläger 
zwei Schüsse abgegeben haben, wobei er mit dem ersten Schuss das Auto von L. 
leicht beschädigt hat.

c) Das Gutachten von Dr. Sc. Nat. T. vom 19. Mai 2005 beziehungsweise 
die Zusatzgutachten vom 27. Juni 2006 und vom 15. Juli 2006 schliessen denn auch 
nicht aus, dass der am Autodach von L. sichergestellte Bleiabrieb von einem Ge-
schoss stammt. Im Zusammenhang mit Gutachten gilt es allgemein festzuhalten, 
dass es im pflichtgemässen Ermessen liegt, Sachverständige beizuziehen, welche 
aufgrund ihrer besonderen beruflichen oder privaten Kenntnisse zur Beurteilung der 
jeweiligen Fachfragen geeignet erscheinen. Der Sachverständige ist Entschei-
dungshilfe des Richters, dessen Wissen er durch besondere Erfahrungs- und Wis-
senssätze aus seinem Gebiet ergänzt (BGE 118 Ia 145; Hauser, Kurzlehrbuch des 
schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich 1984, S. 178, Helfenstein, Der 
Sachverständigenbeweis im schweizerischen Strafprozess, Diss. Zürich 1978, S. 1 
ff., Padrutt, a.a.O., S. 231). Das Gericht ist nicht an den Befund oder die Meinungs-

14

äusserung des Gutachters gebunden. Es kann vielmehr, wenn es das Gutachten 
für unzureichend hält, davon abweichen oder ein überarbeitetes Gutachten vom 
gleichen Experten verlangen (BGE 118 Ia 146; SJZ 90 (1994) Nr. 15, S 273). In 
technischen Fragen hält sich das Bundesgericht im Rahmen seiner Kognition an die 
Auffassung des Experten, sofern diese nicht offensichtlich widersprüchlich erscheint 
oder auf irrtümlichen tatsächlichen Feststellungen beruht (BGE 110 Ib 52 E. 2; 101 
Ib 408). Grundsätzlich ist ein Abweichen von der Expertise nur aus triftigen Gründen 
zulässig (BGE 107 IV 8; 102 IV 225 E. 7b). Weicht das Gericht von den Folgerungen 
des Gutachters ab, hat es dies zu begründen (BGE 129 I 57 f. E. 4.; BGE GP. 
31/2005, 3.7.2005).

Vorliegend kam Dr. Sc. Nat. T. in seinem Gutachten vom 19. Mai 2005 zum 
Schluss, dass sowohl die Fremdanhaftungen an der Beschädigung des Autodachs 
als auch die Geschossspitze der Jagdpatrone Blaser aus Blei bestehen würden, 
weshalb nicht ausgeschlossen werden könne, dass dieser Bleiabrieb auf dem Au-
todach von einem Geschoss stamme. In seinem Zusatzgutachten vom 27. Juni 
2006 führt der Experte sodann aus, am beschädigten Dach seien keine Kup-
ferrückstände nachgewiesen worden. Eine physikalische Eigenschaft bei der Über-
tragung von Eigenmaterialien liege darin, dass sich normalerweise das Weichere 
der beiden Materialien auf das Härtere übertrage. Da offenbar das Metall des Auto-
daches nicht beschädigt worden sei, habe ein Kontakt zwischen dem Fahrzeuglack 
und dem Geschoss stattgefunden. Das weiche Blei habe sein Eigenmaterial auf den 
Lack übertragen. Eine Materialübertragung des härteren Kupfers, welches zudem 
nur das Geschossheck umfasse, sei nicht zwingend zu erwarten. Auf Grund des 
vorliegenden Spurenbildes sei von einem Streifschuss auszugehen. Ein Streif-
schuss liege vor, wenn der Ablenkwinkel kleiner als 5° sei. Unter der Annahme, 
dass das Autodach von einem Streifschuss getroffen worden sei, sei das Schadens-
bild mit den physikalischen Gesetzen vereinbar. Mit anderen Worten kommt der 
Gutachter zum Schluss, dass die Beschädigung am Dach durchaus von einem Ge-
schoss stammen könnte. Im Nachtrag zum forensischen Gutachten datiert vom 15. 
Juli 2006 erklärte der Gutachter, aufgrund des zur Verfügung gestellten Fotodossi-
ers sei es nicht möglich zu beurteilen, ob das Metall des Autodaches beschädigt 
worden sei. Auf entsprechende Frage erläuterte der Gutachter sodann, der  Kupfer-
mantel des Blaser-Geschosses umschliesse rund zwei Drittel des gesamten Pro-
jektils. Werde die Geschossspitze als jener Teil des Projektils bezeichnet, welcher 
sich durch Krümmung in Richtung Spitze neige, so umschliesse der Kupfermantel 
rund die Hälfte der Geschossspitze bezüglich der Länge. Auf die Frage, ob es mög-
lich sei, dass das Teilmantelgeschoss bei einem Ablenkwinkel von weniger als 5° 

15

das Autodach mit der Bleispitze berührt habe, führte Dr. Sc. Nat. T. folgendes aus: 
Ein Geschoss, welches durch den Lauf einer Waffe mit Zügen und Feldern getrie-
ben werde, führe nicht nur eine Vorwärtsbewegung durch, sondern auch eine Ro-
tation in der Längsachse. Die Geschossspitze führe nebst der Rotation auch eine 
kreisende Bewegung durch (vgl. rotierender Kreisel). Gemäss der dargelegten De-
finition einer Geschossspitze müsse die gestellte Frage bejaht werden. Schliesslich 
liess der Berufungskläger die Frage stellen, ob es zutreffe, dass das Teilmantelpro-
jektil der Marke „Blaser“ bei einem Direktschuss mit der auf einer Distanz von rund 
108 m vorhandenen Aufreffenergie und einem Ablenkwinkel von mindestens 15° 
beziehungsweise mehr als 5° einen Durchschuss oder zumindest eine tiefe Delle 
im Autodach hinterlassen müsse. Diese Frage konnte der Experte nicht beantwor-
ten, da offenbar umfangreiche Schiessversuche notwendig wären, um das mögliche 
Schadensbild eines Blasergeschosses an einem Fahrzeugdach zu ermitteln. Ergän-
zend wies der Gutachter auf einen von der Kantonspolizei St. Gallen durchgeführten 
Versuch hin, wo Abriebe an einem Personenwagen mit einem Blasergeschoss 
durchgeführt wurden. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich das Blei des Bla-
sergeschosses auf den Autolack niederschlage. Das Kupfer des Geschossmantels 
blieb unversehrt. Auch dieser Versuch beweist somit, dass das im vorliegenden Fall 
aufgetretene Schadensbild durch die Bleispitze eines Teilmantelgeschosses hat 
verursacht werden können.

Der Berufungskläger wendet gegen das Gutachten vom 19. Mai 2005 bezie-
hungsweise die Zusatzgutachten vom 27. Juni 2006 und vom 15. Juli 2006 ein, ent-
scheidende Tatfragen seien vom Gutachter nicht beantwortet worden, weshalb er-
hebliche Zweifel bestehen würden, ob er einen Direktschuss auf das Autodach ab-
gegeben habe oder nicht. So habe der Gutachter die Frage nicht beantworten kön-
nen, ob das Metall des Autodaches durch das Teilmantelprojektil beschädigt worden 
sei, weshalb auch nicht festgestellt werden könne, ob ein direkter Streifschuss auf 
das Autodach erfolgt sei oder nicht. Der Experte habe im Weiteren keine Angaben 
gemacht, wie gross der maximale Durchmesser der Kreiselbewegung des Geschos-
ses auf der Flugbahn sei, weshalb nicht mit Sicherheit gesagt werden könne, ob 
das Teilmantelgeschoss bei einem Ablenkwinkel von weniger als 5 ° das Autodach 
mit der Bleispitze berührt habe. Ausserdem sei das mögliche Schadensbild des Teil-
mantelprojektils am Fahrzeugdach nicht bekannt. Damit könne aber auch die Frage 
nicht beantwortet werden, ob ein direkter Aufprall mit der Bleispitze hat erfolgen 
können. Komme hinzu, dass bei der Untersuchung unterlassen worden sei, die ge-
naue Auftreffstelle und den Auftreffwinkel des vermuteten Teilmantelgeschosses 
auf das Autodach festzuhalten. Daraus folge, dass nicht gesagt werden könne, ob 

16

es sich tatsächlich um einen direkten Streifschuss handle. Der Berufungskläger 
übersieht bei seiner Argumentation, dass es vorliegend nicht darum geht, anhand 
der Gutachten direkt nachzuweisen, dass die Beschädigung am Autodach durch 
das Teilmantelprojektil des Berufungsklägers verursacht worden ist. Dass die Be-
schädigung am Autodach durch die Bleispitze eines Teilmantelgeschosses hat ver-
ursacht werden können, wird durch die besagten Gutachten nicht ausgeschlossen. 
Das Ergebnis, das bereits aufgrund der Würdigung der Zeugenaussagen fest stand, 
nämlich - dass der Berufungskläger zwei Schüsse abgegeben hat, wobei er mit dem 
ersten Schuss das Auto von L. leicht beschädigt hat - wird durch die Feststellungen 
in den fraglichen Gutachten beziehungsweise Zusatzgutachten demnach nicht in 
Frage gestellt. Somit steht fest, dass Z., indem er nicht nur auf den Hirsch, sondern 
auch auf das von L. gelenkte Fahrzeug geschossen hat, objektiv den Tatbestand 
von Art.  237 StGB erfüllt hat. L. hat am öffentlichen Verkehr teilgenommen und 
wurde durch den Schuss an Leib und Leben gefährdet. Der Vorinstanz ist somit in 
diesem Punkt zu folgen. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz in 
subjektiver Hinsicht von Fahrlässigkeit ausgegangen ist (Art. 237 Ziff. 2 StGB). 

6. Gemäss Art. 15 Abs. 1 KJG hat sich der Jäger bei der Ausübung der 
Jagd weidgerecht zu verhalten. Insbesondere hat er sich vor der Schussabgabe zu 
vergewissern, dass eine Gefährdung von Menschen und Dritteigentum ausge-
schlossen ist (Art. 15 Abs. 2 KJG). Die Jagd darf nicht ausgeübt werden, wo Men-
schen oder Dritteigentum gefährdet sind (Art. 17 lit. a KJG). Die Vorinstanz hat Z. 
vorgeworfen, er habe bei seinen Schussabgaben zu wenig den Hintergrund bezie-
hungsweise den Kugelfang beachtet. Dies gelte nicht nur für den Schuss in Rich-
tung des Dorfes U. beziehungsweise der Kantonsstrasse ins Domleschg, sondern 
auch beim Schuss auf den erlegten Hirsch Richtung J.. Der Augenschein habe ge-
zeigt, dass der im Hintergrund sich befindliche Wald keinen genügenden Kugelfang 
bilde, da dieser Wald nur mit Laubbäumen bestückt sei und nicht derart dicht sei, 
dass ein Durchdringen einer Gewehrkugel bis zum regelmässig begangenen Fuss-
weg durch den Wald auszuschliessen sei. Der Berufungskläger wendet dagegen 
ein, er habe keinen Schuss Richtung U. auf das Dach des Autos von L. abgegeben. 
Den tödlichen Schuss auf den Hirschstier habe er in Richtung J. abgegeben, wobei 
sich im Hintergrund ein Wald befinde. Durch diesen Wald verlaufe ein nicht offiziel-
ler, in der Landeskarte 1 : 25'000 nicht eingetragener und nicht mit Wegweisern 
markierter Fussweg. Die Distanz vom Waldrand bis zu diesem Weglein betrage in 
der Schussrichtung rund 150 m, und nicht, wie von der Vorinstanz unrichtigerweise 
festgestellt, rund 100 m. Das Gericht habe im Übrigen ausser Acht gelassen, das 
der fragliche Wald grösstenteils aus Erlen bestehe. Am 10. September habe dieser 

17

Wald eine wesentlich dichtere Vegetation aufgewiesen als am Tag des Augen-
scheins (6. Dezember). Anlässlich des Augenscheins des Kantonsgerichtsaus-
schusses liess der Berufungskläger sodann ausführen, bei der Jagd werde eine all-
gemeine Gefährdung bewusst in Kauf genommen. Wenn man der Argumentation 
der Vorinstanz folgen würde, dann könnte die Jagd im Talboden nicht mehr aus-
geübt werden. Vorliegend sei auch zu berücksichtigen, dass das Gelände steige 
und somit selber einen genügenden Kugelfang bilde. Dieser Argumentation kann 
nicht gefolgt werden. Wie den vorstehenden Erwägungen entnommen werden 
kann, steht für den Kantonsgerichtsausschuss fest, dass Z., nebst dem tödlichen 
Schuss auf den Hirsch, auch einen Schuss auf das Dach des Autos von L. abgege-
ben hat. Allein damit hat er zweifellos gegen Art. 15 Abs. 1 und Abs. 2 KJG und Art. 
17 lit. a KJG verstossen, da L. an Leib und Leben ernsthaft bedroht war. Kommt 
hinzu, dass auch beim zweiten Schuss Richtung J. weder der im Hintergrund sich 
befindliche Wald noch das Gelände selbst einen genügenden Kugelfang bildeten. 
Wie der Augenschein gezeigt hat, steigt das Gelände nur flach an. Im Idealfall ist 
der Kugelfang dergestalt, dass kein Abpraller möglich ist. Vorliegend bildet aber das 
sanft steigende Gelände keine genügende Sicherheit, zumal es ja nicht zwingend 
ist, dass der Jäger das Wild auch trifft. Auch der im Hintergrund sich befindliche 
Wald ist nur mit dünnen Laubbäumen bestückt. Ein Geschoss kann ohne weiteres 
durch diesen Wald dringen und zu einem unberechenbaren Querschläger werden. 
Daran ändert auch der Einwand des Berufungsklägers nichts, wonach am 10. Sep-
tember eine dichtere Vegetation geherrscht habe als am Tage des Augenscheins. 
Dichter Blattwuchs behindert wohl nicht das Durchdringen eines Geschosses. Es 
gilt auch zu berücksichtigen, dass durch den fraglichen Wald ein begangener Fuss-
weg führt. Unabhängig davon, ob die Distanz vom Waldrand bis zu diesem Fussweg 
100 m (Vorinstanz) oder 150 m (Behauptung Berufungskläger) beträgt, musste der 
Berufungskläger damit rechnen, dass der ihm bestens bekannte Weg von Personen 
benutzt wird und ein Geschoss jederzeit bis zu diesem Weg gelangen könnte und 
Menschen gefährden könnte. Die Kugel muss nur eine geringe Richtungsverschie-
bung erfahren, um ein grosses Gefahrenpotential zu schaffen. Man muss sich sogar 
ernsthaft die Frage stellen, ob der fragliche Ort grundsätzlich als Jagdgrund geeig-
net ist, zumal dieser Ort auf Schussdistanz auf drei Seiten von Strassen umgeben 
ist. Auf der vierten Seite befindet sich ein mit dünnen Laubbäumen bewachsener 
Wald, durch den ein Wanderweg führt. Grundsätzlich hat ein Schuss zu unterblei-
ben, wenn ein sicherer Kugelfang fehlt (vgl. Leitfaden für Bündner Jäger, Disentis 
1986, III Jagdkunde, S. 12). Demnach hätte Z. am fraglichen Ort keinen Schuss 
abgeben dürfen. Sicherlich wird die Jagd im Talboden bei Einhaltung dieser Vor-
sichtsmassnahmen eingeschränkt. Das Gesetz schreibt aber nicht vor, dass die 

18

Jagd im Talboden ermöglicht werden muss. Kommt hinzu, dass der Ort der Schus-
sabgabe von Hochspannungsleitungsmasten umgeben ist, wo die Gefahr von Quer-
schlägern zusätzlich erhöht wird. Nach dem Gesagten hat der Berufungskläger so-
mit in objektiver Hinsicht gegen Art. 15 Abs. 1 und Abs. 2 KJG sowie gegen Art. 17 
lit. a KJG verstossen. In subjektiver Hinsicht hat die Vorinstanz Z. wegen vorsätzli-
cher Widerhandlung verurteilt (vgl. Dispositiv Ziff. 1). In ihren Erwägungen führte sie 
jedoch in einem Satz aus, es sei von fahrlässiger Begehung auszugehen. In den 
Erwägungen zum Jagdpatententzug gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG ist der Be-
zirksgerichtsausschuss Hinterrhein dann wiederum von einer vorsätzlichen Jagd-
rechtsübertretung ausgegangen. Der Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang ein 
offensichtliches Versehen unterlaufen. Z. hat zumindest eventualvorsätzlich gegen 
Art. 15 Abs. 1 und Abs. 2 KJG sowie gegen Art. 17 lit. a KJG verstossen. Eventual-
vorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die 
Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Er-
folg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm 
auch unerwünscht sein (BGE 130 IV 58 E. 8.2). Die Abgrenzung zwischen Eventu-
alvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl 
der eventualvorsätzlich als auch der fahrlässig handelnde Täter wissen um die Mög-
lichkeit oder das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissens-
seite stimmen somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestandes übe-
rein. Unterschiede bestehen jedoch beim Willenselement. Der bewusst fahrlässig 
handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von 
ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintrete. Demgegenüber nimmt der 
eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs 
ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab (BGE 130 IV 58 E. 8.3). Zu den 
äusseren Umständen, aus denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter 
habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, zählt die Rechtsprechung 
unter anderem auch die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestands-
verwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser die Wahr-
scheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerere die Sorgfalts-
pflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die tatsächliche Schlussfolgerung, der 
Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 130 IV 58 E. 
8.4 mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat der Berufungskläger in Rich-
tung einer viel befahrenen beziehungsweise begangenen Strasse geschossen. Er 
wusste bzw. musste damit rechnen, dass er Leib und Leben eines oder mehrerer 
Menschen in Gefahr bringen könnte. Das Risiko war für ihn nicht kalkulierbar. Er 
konnte nicht davon ausgehen, dass gerade im Moment der Schussabgabe niemand 
auf der Kuppe erscheinen würde. Dennoch hat er geschossen und damit den tatbe-

19

standsmässigen Erfolg in Kauf genommen. Auch beim Schuss Richtung J. hat der 
Berufungskläger eventualvorsätzlich gehandelt. Er wusste, wie er anlässlich der 
Einvernahme vom 19. Januar 2005 selbst erklärt hat, dass durch den im Hintergrund 
sich befindlichen Wald ein begangener Fussweg führt. Wie bereits ausgeführt, 
musste der Berufungskläger damit rechnen, dass - unabhängig davon, ob die Di-
stanz vom Waldrand bis zu diesem Fussweg 100 m (Vorinstanz) oder 150 m (Be-
hauptung Berufungskläger) beträgt - der ihm bestens bekannte Weg von Personen 
benutzt wird und ein Geschoss jederzeit bis zu diesem Weg gelangen könnte und 
Menschen gefährden könnte. Trotzdem nahm er das hohe Risiko in Kauf und 
schoss.

7. Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an (vgl. Pra. 90 (2001) Nr. 
197 E. 3b).

a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des Ver-
schuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung 
sowie die Beweggründe des Schuldigen, während die Täterkomponente vor allem 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren – beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit – um-
fasst (BGE 117 IV 113 f.). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken straf-
mindernd oder straferhöhend, wobei die Überlegungen des Richters nachvollzieh-
bar sein müssen (BGE 121 IV 56 f.). Bei der Gewichtung der einzelnen, im Rahmen 
der Strafzumessung zu beachtenden Komponenten steht dem Sachrichter ein er-
heblicher Spielraum des Ermessens zu (BGE 121 IV 4). Wird eine Busse ausge-
sprochen, so bestimmt der Richter die Höhe der Busse je nach den Verhältnissen 
des Täters so, dass dieser durch die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Ver-
schulden angemessen ist (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 StGB). Für die Verhältnisse des 
Täters sind namentlich von Bedeutung sein Einkommen, und sein Vermögen, sein 
Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und 
seine Gesundheit (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). 

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b) Grundlage für die Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in 
Art. 237 Ziff. 2 StGB vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis oder Busse. Das 
Verschulden des Berufungsklägers kann vorliegend nicht bagatellisiert werden, zu-
mal er bei der Abgabe der zwei Schüsse Leib und Leben von Menschen ernsthaft 
gefährdet hat. Strafschärfend ist das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Hand-
lungen zu berücksichtigen. Straferhöhend wirkt sich die Vorstrafe aus dem Jahre 
2000 aus. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz nicht straferhöhend zu wer-
ten ist die fehlende Einsicht in das Unrecht der Tat (vgl. Stratenwerth, Schweizeri-
sches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, § 7 N 50 ff). Aller-
dings hindert dieser Umstand, besondere Milde walten zu lassen. Strafmilderungs-
gründe liegen keine vor. Leicht strafmindernd kann beachtet werden, dass der Be-
rufungskläger die Untersuchung zumindest nicht erschwert hat. Strafmindernd fällt 
auch der ungetrübte Leumund ins Gewicht. Unter Berücksichtigung aller Umstände 
erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe von 14 Tagen Gefängnis 
verbunden mit einer Busse  von Fr. 700.-- als dem Verschulden und den finanziellen 
Verhältnissen von Z. angemessen. Der Kantonsgerichtsausschuss hat unter kei-
nem Aspekt Veranlassung, die von der Vorinstanz vorgenommene Strafzumessung 
zu korrigieren.

8. Nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von nicht mehr als 18 Monaten aufgeschoben werden, wenn Vorleben und Charak-
ter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen 
oder Vergehen abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Auf-
schub einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen nicht zulässig, wenn der Verurteilte 
innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen 
Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als 
drei Monaten verbüsst hat. Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, sind bei Z. 
sowohl die objektiven als auch die subjektiven Voraussetzungen für die Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs erfüllt. Z. hat einen ungetrübten Leumund. Er musste 
sich bisher einzig wegen einer Übertretung vor dem Kreispräsidenten Davos ver-
antworten. Das kantonale Amt für Jagd und Fischerei hatte bislang keinen Anlass, 
Z. wegen Fehlverhaltens zu belangen. Somit kann für sein künftiges Verhalten eine 
günstige Prognose gestellt werden. Der Vollzug der Strafe wurde deshalb zu Recht 
unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben (vgl. Art. 49 Ziff. 4 
StGB).

9. a) Gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG ist vom Richter für die Dauer 
von einem bis zehn Jahren von der Jagdberechtigung auszuschliessen, wer wegen 

21

einer schweren vorsätzlichen Jagdübertretung bestraft wird. Das Gesetz definiert 
nicht, was unter einer schweren Jagdrechtsübertretung zu verstehen ist, sondern 
überlässt es der Rechtsprechung, diesbezügliche Kriterien aufzustellen. Der Kan-
tonsgerichtsausschuss hat in dem in PKG 1991 Nr. 37 publizierten Entscheid ver-
schiedene Fallgruppen unterschieden und als schwerwiegendste vorsätzliche Jagd-
kontraventionen jene im Jagdgesetz umschriebenen Straftatbestände bezeichnet, 
welche im weitesten Sinne im Zusammenhang mit einer tierquälerischen Handlung 
stehen. Zweifellos ist jedoch auch der vorliegende Straftatbestand als schwerwie-
gend im Sinne des Gesetzes zu qualifizieren, zumal der Berufungskläger in Rich-
tung einer viel befahrenen Strasse geschossen hat. L. wurde durch den Schuss, 
welcher sein Autodach streifte, an Leib und Leben gefährdet. Der von der Vorin-
stanz angeordnete Patententzug für die Dauer von drei Jahren ist darum nicht zu 
beanstanden. 

b) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich beim 
Entzug der Jagdberechtigung um eine Nebenstrafe (BGE 129 IV 296 ff.). Darum 
bleibt zu prüfen, ob der Entzug der Jagdberechtigung gestützt auf Art. 41 Abs. 1 
StGB, bedingt auszusprechen ist. Bei Z. ist dies klar gerechtfertigt. Wie bereits in 
Erw. 8.b ausgeführt, hat der Berufungskläger einen ungetrübten Leumund. Er 
musste sich bisher einzig wegen einer Übertretung vor dem Kreispräsidenten Davos 
verantworten. Im kantonalen Register des Amtes für Jagd und Fischerei ist Z. 
schliesslich bisher nicht verzeichnet. Die Probezeit wurde auf die gesetzliche Min-
destdauer von zwei Jahren festgesetzt.

10. Ist nach dem Gesagten die Berufung abzuweisen, so rechtfertigt sich 
keine Änderung des vorinstanzlichen Kostenspruchs. Die Kosten des Berufungs-
verfahrens von Fr. 2'600.-- (inkl. Kosten der zusätzlichen Begutachtung von Fr. 
100.--) gehen zu Lasten des Berufungsklägers (Art. 160 Abs. 1 StPO).

22

Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die erufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'600.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: