# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80e50936-dc00-5c87-adeb-56d9e14effef
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-04-21
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 21.04.2011 SK.2010.13
**Docket/Reference:** SK.2010.13
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2010-13_2011-04-21

## Full Text

Urkundenfälschung, teilweise evtl. Anstiftung dazu; Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung; qualifizierte Geldwäscherei sowie untauglicher Versuch dazu; Bestechung fremder Amtsträger, evtl. Gehilfenschaft dazu.;;Urkundenfälschung, teilweise evtl. Anstiftung dazu; Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung; qualifizierte Geldwäscherei sowie untauglicher Versuch dazu; Bestechung fremder Amtsträger, evtl. Gehilfenschaft dazu.;;Urkundenfälschung, teilweise evtl. Anstiftung dazu; Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung; qualifizierte Geldwäscherei sowie untauglicher Versuch dazu; Bestechung fremder Amtsträger, evtl. Gehilfenschaft dazu.;;Urkundenfälschung, teilweise evtl. Anstiftung dazu; Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung; qualifizierte Geldwäscherei sowie untauglicher Versuch dazu; Bestechung fremder Amtsträger, evtl. Gehilfenschaft dazu.

Urteil vom 21. April 2011 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Peter Popp, Vorsitz, 
Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni,  
Gerichtsschreiber Thomas Held.  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Lienhard 
Ochsner, Staatsanwalt des Bundes,  

 gegen 

  Oskar HOLENWEGER, erbeten verteidigt durch 
Rechtsanwalt Lorenz Erni,  

Gegenstand  Urkundenfälschung, teilweise evtl. Anstiftung dazu; 
Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung; 
qualifizierte Geldwäscherei sowie untauglicher Ver-
such dazu; Bestechung fremder Amtsträger, evtl. Ge-
hilfenschaft dazu. 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2010.13 
 

 

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Anträge der Bundesanwaltschaft: 

I. Das Verfahren sei im Anklagepunkt 1.1.1 (Urkundenfälschung, angeblich begangen 
am 18.05.1995), im Anklagepunkt 2.1 (Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbe-
sorgung, angeblich begangen am 18.05.1995 sowie in den Anklagepunkten 3.3.1. 
bis 3.3.7 (Geldwäschereihandlungen, angeblich begangen zwischen dem 
28.08.1995 und dem 16.04.1996 mittels diverser in der Anklage dargestellter Trans-
aktionen über die A1 Anstalt z. G. von B1) zufolge Eintritts der absoluten Verfol-
gungsverjährung einzustellen, ohne Ausscheidung von Kosten und ohne Entschädi-
gung. 

II. Der Beschuldigte sei schuldig zu erklären: 

1. Der Urkundenfälschung, begangen gemäss Anklage Ziff. 1.1. bzw. 1.1.2 bis 
1.1.18 (z. T. als Anstifter) sowie gemäss Anklage Ziff. 1.2 bzw. 1.2.1 bis 1.2.11 
(z. T. als Anstifter). 

2. Der Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung, begangen gemäss An-
klage Ziff. 2.2 bis 2.15, Deliktsbetrag USD 1'366'195.– und FRF 28'185'179.–, 
umgerechnet in CHF zu einem durchschnittlichen Monatskurs in der fraglichen 
Zeitspanne ausmachend insgesamt CHF 8'011'441.30. 

3. Der Geldwäscherei, qualifiziert im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB began-
gen gemäss: 
• Anklage Ziff. 3.1 bzw. 3.1.1 bis 3.1.38 (A2 S.A.) 

Deliktsbetrag USD 767'437.04, FRF 14'196'324.50 und EUR 409'164.41, 
umgerechnet in CHF zu einem durchschnittlichen Monatskurs in der fragli-
chen Zeitspanne von CHF 5'257'604.78; 

• Anklage Ziff. 3.2 bzw. 3.2.1 bis 3.2.13 (A3 Holding Ltd.) 
Deliktsbetrag FRF 9'918'780.–, umgerechnet zu einem durchschnittlichen 
Monatskurs in der fraglichen Zeitspanne ausmachend CHF 2'434'892.97; 

• Anklage Ziff. 3.3 bzw. 3.3.8 bis 3.3.18 (A1 Anstalt) 
Deliktsbetrag USD 12'122'200.–, umgerechnet zu einem durchschnittlichen 
Monatskurs in der fraglichen Zeitspanne ausmachend CHF 17'253'581.–; 

• Anklage Ziff. 3.4 bzw. 3.4.1 bis 3.4.57 (A4 Anstalt) 
Deliktsbetrag USD 20'206'113.90.–, FRF 4'525'610.–, EUR 414'242.–, 
BHD 517'550.–, umgerechnet zu einem durchschnittlichen Monatskurs in der 
fraglichen Zeitspanne ausmachend CHF 37'711'484.20; 

• Anklage Ziff. 3.5 bzw. 3.5.1 bis 3.5.13 (A5 Corp.) 
Deliktsbetrag USD 6'997'614.55 und EUR 419'326.77, umgerechnet zu ei-
nem durchschnittlichen Monatskurs in der fraglichen Zeitspanne ausmachend 
CHF 17'253'581.–; 

• Anklage Ziff. 3.6 bzw. 3.6.1 bis 3.6.4 (A4 Overseas) 
Deliktsbetrag USD 1'235'280.–, umgerechnet zu einem durchschnittlichen 
Monatskurs in der fraglichen Zeitspanne ausmachend CHF 1'859'608.15; 

• Anklage Ziff. 3.7 bzw. 3.7.1, 3.7.1.1 bis 3.7.1.4 und 3.7.2, 3.7.2.1 bis 3.7.2.8 
(vermeintliche Drogengelder) 

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Deliktsbetrag EUR 2'676'612.91, umgerechnet zu einem durchschnittlichen 
Monatskurs in der fraglichen Zeitspanne ausmachend CHF 4'158'755.14; 

das heisst von einem in CHF umgerechneten Deliktsbetrag von insgesamt 
CHF 79'801'389.74. 

4. Der Bestechung fremder Amtsträger bzw. der Gehilfenschaft dazu, gemeinsam 
begangen mit B2 gemäss Anklage Ziff. 4 bzw. 4.1 und 4.2. 

III. Der Beschuldigte sei gestützt auf vorstehende Schuldsprüche und in Anwendung der 
massgebenden Gesetzesbestimmungen zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon 6 Monate unbedingt, unter An-
rechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 49 Tagen und der Anord-
nung einer Probezeit von 3 Jahren; 

2. zu einer unbedingten Geldstrafe in gerichtlich zu bestimmender Höhe; 

3. zu den gesamten Verfahrenskosten; 

4. zu einer Ersatzforderung von CHF 947'511.–. 

IV. Es seien als Vermögenswerte auf folgenden beschlagnahmte Konten einzuziehen: 

1. der A5 Corp. bei der Bank A7, Zürich, das Depot (Kto. 0835-990509-92-9, letzter 
Saldo zum Zeitpunkt der Anklageeinreichung USD 218'000.–); 

2. der A2 S.A. bei der Bank A7 (letzte bekannte Saldi zum Zeitpunkt der Anklage-
einreichung) 

• 0835-709573-12 USD       745.02 
• 0835-709573-12-7 EUR       586.76 
• 0835-709573-1F-7 EUR 300'000.– 
• 0835-709573-1F-7 USD 299'000.– 

V. Weiter sei die Beschlagnahme des Kontos 80 0.241.440.06 bei der Bank A8, in Hö-
he der festgelegten Ersatzforderung bis zum Zeitpunkt entsprechender Sicherungs-
massnahmen nach SchKG aufrecht zu erhalten. 

Anträge der Verteidigung: 

1. Auf die Anklage sei nicht einzutreten, eventualiter sei Herr Holenweger vollum-
fänglich freizusprechen. 

2. Die Beschlagnahme des auf den Namen von Herrn Holenweger lautenden Kon-
tos/Depots bei der Bank A7 sowie der Konti/Depots bei der Bank A8, sei zuguns-
ten von Herrn Holenweger aufzuheben. Die übrigen Konti bei der Bank A7 seien 
zugunsten von Alstom freizugeben. 

3. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen, und es sei 
Herrn Holenweger eine angemessene Genugtuung sowie eine angemessene 
Zahlung als Schadenersatz zuzusprechen.  

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Sachverhalt: 

A. Auf Antrag der Bundeskriminalpolizei (nachfolgend „BKP“) eröffnete die Bundes-
anwaltschaft am 24. Juli 2003 ein gerichtspolizeiliches Verfahren gegen Oskar 
Holenweger und unbekannt wegen bandenmässig qualifizierter Geldwäscherei 
nach Art. 305bis Ziff. 2 lit. b StGB (cl. 1 pag. 1.0.0.5) und ordnete gleichentags die 
laufende Telefonüberwachung seines Mobiltelefons für den Zeitraum vom 24. Juli 
bis 15. Dezember 2003 an (cl. 8 pag. 9.1.0.5; …35). Dem Antrag der BKP ging ei-
ne aufwändige polizeiliche Aktion voraus, in der sie den ehemaligen kolumbiani-
schen Drogenhändler José Manuel Ramos (nachfolgend „Ramos“), der sich auf 
Bemühen des damaligen Bundesanwalts in der Schweiz aufhielt, einsetzte, „um 
den Finanzplatz (Schweiz) zu säubern“. Zur Begründung ihres Antrags führte die 
BKP aus, sie verfüge über Informationen, wonach sich Oskar Holenweger als Be-
sitzer und Geschäftsführer der Tempus Privatbank AG Zürich (nachstehend 
„Tempus Bank“) in Kreisen der internationalen organisierten Drogenkriminalität als 
Geldwäscher anbiete. Die Gelder würden über Zypern in kleineren Teilbeträgen 
auf Nummernkonten in der Schweiz überwiesen. Oskar Holenweger solle für ko-
lumbianische Drogenkartelle gearbeitet und Beziehungen zu Pablo Escobar ge-
habt haben. Die polizeilichen Ermittlungen hätten eine schwierige finanzielle Lage 
sowohl der Tempus Bank als auch von Oskar Holenweger ergeben (cl. 1 
pag. 1.0.0.2).  

B. Mit Verfügung vom 6. August 2003 bewilligte die Bundesanwaltschaft den Einsatz 
eines deutschen Polizeibeamten als verdeckten Ermittler in der Schweiz. Unter 
dem Decknamen Markus Diemer (nachstehend „VE-Diemer“) erhielt er den Auf-
trag zur „Infiltration der Zielperson/-en mit dem Ziel der Identifikation, soweit noch 
nicht identifiziert, und Überführung der Anbieter von Geldwäschereihandlungen, 
Feststellung von deren Zusammenwirken und des modus operandi“ (cl. 9 
pag. 9.6.0.1 ff.). „VE-Diemer“ wurde in der Folge nach jedem Treffen mit Oskar 
Holenweger über den Einsatz befragt und seine Aussagen wurden jeweils schrift-
lich festgehalten (vgl. zum Ablauf des VE-Einsatzes den Bericht der BKP vom 
18. Dezember 2006, cl. 3 pag. 5.9.0.11). Im Zeitraum vom 14. August bis 
24. November 2003 wurden die Treffen zwischen „VE-Diemer“ und Oskar Holen-
weger audioüberwacht (cl. 8 pag. 9.5.0.3). 

C. Die Bundesanwaltschaft informierte die Eidg. Bankenkommission (nachfolgend 
„EBK“) über die gegen Oskar Holenweger geführten Ermittlungen wegen ban-
denmässiger Geldwäscherei, dessen bevorstehende Verhaftung und die beab-
sichtigten Beweissicherungsmassnahmen in der Tempus Bank (cl. 18 
pag. 16.1.0.45). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2003 setzte die EBK ange-
sichts eines drohenden Führungsvakuums infolge der geplanten Festnahme von 
Oskar Holenweger in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Geschäftsleitung 

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und Mehrheitsaktionär, wegen des Verdachts auf Nichteinhaltung von Bewilli-
gungsvorschriften und wegen der angespannten finanziellen Lage die KPMG Fi-
des Peat als Beobachterin der Tempus Bank ein mit dem Auftrag, der EBK einen 
umfassenden Bericht über die Situation der Tempus Bank vorzulegen (cl. 115 
pag. 18.3.1.3). Die KPMG wurde mit erheblichen Befugnissen ausgestattet und 
führte im Rahmen des ihr erteilten Mandats zahlreiche Befragungen mit Mitarbei-
tern der Tempus Bank durch (Rubrik 18.2, Beilagenordner 1 und 2). 

D. Am 11. Dezember 2003 erliess die Bundesanwaltschaft Haftbefehl wegen ban-
denmässiger Geldwäscherei gegen Oskar Holenweger (cl. 3 pag. 6.1.0.1), der 
gleichentags in seinem Haus in Männedorf angehalten und in Untersuchungshaft 
gesetzt wurde (cl. 3 pag. 6.1.0.3). Anschliessend erfolgten Hausdurchsuchungen 
und Beschlagnahmungen in den Räumen der Tempus Bank (cl. 3 pag. 6.1.0.99), 
im Haus von Oskar Holenweger in Männedorf (cl. 3 pag. 6.1.0.88) sowie in sei-
nem Ferienhaus in Champfèr (cl. 3 pag. 6.1.0.114). Am 28. Januar 2004 wurde 
Oskar Holenweger aus der Untersuchungshaft entlassen (cl. 3 pag. 6.1.0.230). 

E. Auf Antrag der Bundesanwaltschaft eröffnete das Eidg. Untersuchungsrichteramt 
am 15. März 2004 die Voruntersuchung gegen Oskar Holenweger und unbekannt 
wegen des Verdachts qualifizierter (bandenmässig begangener) Geldwäscherei. 
Mit Verfügung vom 5. Februar 2007 wurde das Verfahren auf gewerbsmässige 
Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB), qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 
Ziff. 2 StGB), ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB), even-
tuell Gehilfenschaft dazu (Art. 25 StGB), Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) so-
wie Bestechung fremder Amtsträger (Art. 322septies StGB), eventuell des Versuchs 
dazu (Art. 22 StGB), ausgedehnt (cl. 1 pag. 1.0.0.114). 

F. Im Rahmen des Verfahrens wurden zahlreiche Gegenstände und Schriftsachen 
sichergestellt und zum Teil beschlagnahmt sowie Depots und Konten gesperrt. 
Den im Rahmen der Voruntersuchung an das Fürstentum Liechtenstein, an 
Deutschland (jeweils Aktenedition) und Frankreich (Aktenedition, Hausdurchsu-
chungen und Beschlagnahmen sowie Einvernahmen von Mitarbeitern verschiede-
ner zur Alstom-Gruppe gehörender Gesellschaften) gestellten Rechtshilfegesu-
chen wurde entsprochen. Am 9. Januar 2008 informierten die französischen Straf-
verfolgungsbehörden, dass am 7. November 2007 eine Untersuchung gegen un-
bekannt wegen „abus de biens sociaux“ im Zusammenhang mit der Finanzierung 
von 14 Projekten der Alstom-Gruppe eröffnet worden sei (cl. 23 pag. 18.6.0.658). 
Die anbegehrte Rechtshilfe bei den Strafverfolgungsbehörden in Singapur (cl. 21 
pag. 18.5.0.1) um Beschlagnahme von Guthaben, Depots und Safes sowie Editi-
on von Bankunterlagen wurde nicht gewährt. 

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G. Fürsprecher B3, zu Verfahrensbeginn Verteidiger von Oskar Holenweger, wurde 
mit Schreiben vom 1. Juni 2004 erstmals Akteneinsicht gewährt (cl. 19 
pag. 16.2.0.34). Sämtliche Dokumente betreffend den Einsatz des „VE-Diemer“ 
wurden vor jeder Einsichtnahme vollständig aus den Verfahrensakten entfernt. 
Anlässlich der Akteneinsicht am 20. April 2005 erlangte Fürsprecher B3 zufällig 
Kenntnis vom Einsatz des „VE-Diemer“, da ungewollt eines der nach jedem Ein-
satz angefertigten Befragungsprotokolle nicht aus den Verfahrensakten entfernt 
worden war (cl. 19 pag. 16.2.0.48). Fürsprecher B3 legte dies Untersuchungsrich-
ter B4 am 21. April 2005 offen und informierte Oskar Holenweger über diese Er-
kenntnis (cl. 19 pag. 16.2.0.49). Am 22. April 2005 wurde Fürsprecher B3 das Pro-
tokoll über die Befragung von „VE-Diemer“ vom 15. März 2005 (cl. 12 
pag. 12.17.0.2) zugestellt. Fürsprecher B3 beendete das Mandat am 6. Juni 2005; 
neuer Verteidiger wurde Rechtsanwalt Erni (cl. 19 pag.16.2.0.63). Dieser verlang-
te am 8. Juli 2005 vollständige Akteneinsicht, namentlich hinsichtlich angeblicher 
Erkenntnisse der BKP, wonach sich Oskar Holenweger in Kreisen der organisier-
ten Drogenkriminalität als Geldwäscher anbiete, des Bewilligungsverfahrens für 
die Telefonkontrolle, der Anordnung und Aufzeichnung des Einsatzes des ver-
deckten Ermittlers, insbesondere der Einsatzberichte und der Protokolle der Au-
dioüberwachung (vgl. cl. 19 pag. 16.2.0.66). Diese erteilte der Untersuchungsrich-
ter am 16. November 2005 (cl. 19 pag. 16.2.0.81). 

H. Oskar Holenweger wurde am 26. März 2007 vor dem Landeskriminalamt Stuttgart 
angehalten, und es wurden bei ihm unter anderem ein sog. H-Plan und Bilder ei-
niger Flip-Charts sichergestellt (cl. 113 pag. 18.2.1.64; …81–85). Am 14. August 
2007 informierte die Bundesanwaltschaft die Geschäftsprüfungskommission des 
Nationalrates über einen Teil dieser Unterlagen, insbesondere über den H-Plan 
und die Flip-Charts (vgl. zum Ganzen den Zwischenbericht der Subkommission 
EJPD/BK der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats vom 28. November 
2007, veröffentlicht unter www.parlament.ch). Am 5. September 2007 wurde die 
Öffentlichkeit von Mitgliedern der Geschäftsprüfungsdelegation über die Interpre-
tation der bei Oskar Holenweger beschlagnahmten Papiere durch die Geschäfts-
prüfungssubkommission informiert. 

I. Nachdem festgestellt worden war, dass der Einsatzbericht des „VE-Diemer“ vom 
18. September 2003 (cl. 9 pag. 9.7.0.32) nicht die Originalunterschrift des Verfas-
sers B5 (BKP-Beamter) trug, reichte das Bundesamt für Polizei am 19. Juli 2007 
bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige gegen die beiden Mitarbeiter der 
BKP B6 und B7 ein. Das von der Bundesanwaltschaft eröffnete gerichtspolizeili-
che Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung im Amt ergab, dass die Un-
terschrift auf dem Einsatzbericht vom 18. September 2003 gefälscht war; Anhalts-
punkte für die Fälschung weiterer Unterschriften auf Einsatzberichten ergaben 
sich nicht. Der von B5 (BKP-Beamter) verfasste Originalbericht konnte ediert wer-

http://www.parlament.ch)

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den, und es stellte sich heraus, dass die inhaltlichen Abweichungen der gefälsch-
ten Version gering waren. Das Verfahren wurde später an den Kanton Bern dele-
giert und dort mangels Beweisen der Täterschaft eingestellt. Teile dieses Strafver-
fahrens wurden zu den Akten erkannt (jetzt cl. 129 und 130 [Beilagenordner 1 und 
2 zu Rubrik 18.8]). 

J. Am 28. Januar 2008 konnte Rechtsanwalt Erni erneut Einsicht in die Untersu-
chungsakten nehmen. Dabei wurde ihm (höchstwahrscheinlich irrtümlich) auch ein 
Ordner „31“ mit Korrespondenz zwischen dem Untersuchungsrichter, der Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichtes und der BKP über den Komplex 
„Ramos“ sowie mit einzelnen Dokumenten mit den Aktennummern 31.1 ff. aus 
den polizeilichen Vorermittlungen betreffend die Vertrauensperson „Ramos“ vor-
gelegt (cl. 27 pag. 24.1.0.26–27). Dabei handelte es sich um einen Ordner, der 
getrennt von den Verfahrensakten aufbewahrt worden war. In den ordentlichen 
Verfahrensakten wurde „Ramos“ nicht erwähnt. 

K. Am 24. Juni 2008 faxte sich Untersuchungsrichter B4 selbst einen Brief mit dem 
sinngemässen Text "Hören Sie mit den Ermittlungen gegen H. auf. Denken Sie an 
Ihre Familie“. Das von der Bundesanwaltschaft eingeleitete Verfahren wurde der 
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich übertragen und der Untersuchungsrichter 
B4 im April 2009 wegen Irreführung der Rechtspflege zu einer bedingten Geldstra-
fe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 170.– und zu einer Busse von Fr. 1'700.– verur-
teilt. Der Entscheid ist rechtskräftig (cl. 27 pag. 24.1.0.36). 

L. Das Verfahren gegen Oskar Holenweger wurde per 1. Oktober 2008 dem 
Stv. Eidg. Untersuchungsrichter B8 zugeteilt (cl. 1 pag. 1.0.0.126 ff.). Im Mai 2009 
dehnte dieser es auf den Straftatbestand der mangelnden Sorgfalt bei Finanzge-
schäften (Art. 305ter StGB) aus (cl. 1 pag. 1.0.0.131). Im Juni 2009 stellte er fest, 
dass Teile der Verfahrensakten fehlten. Auf Nachfrage wurden ihm vom Untersu-
chungsrichteramt drei weitere Bundesordner zugestellt, nämlich einer mit den pa-
ginierten Rubriken 19 bis 24, ein "Ordner Untersuchung" mit Presseberichten so-
wie interner Korrespondenz zwischen dem ehemaligen Untersuchungsrichter B4 
und dem Bundesstrafgericht und der BKP (nachträglich als Beilagenordner 1 zu 
Rubrik 21.02 zu den Akten genommen) sowie ein Bundesordner mit der Aufschrift 
"nicht für die Gerichtsakten bestimmt", der unter anderem die Akten aus Ord-
ner „31“ enthielt (nachträglich als Beilagenordner 2 zu Rubrik 21.02 zu den Akten 
genommen). Der Untersuchungsrichter nahm den Bundesordner mit den Rubriken 
19 bis 24 zu den Akten und teilte dies dem Verteidiger mit (cl. 1 pag. 1.0.0.139). 
Die anderen beiden Bundesordner nahm er nicht zu den Verfahrensakten. Oskar 
Holenweger erhob am 30. Juni 2009 Beschwerde wegen Aktenmanipulation 
(cl. 26 pag. 21.2.0.1), woraufhin der Untersuchungsrichter mit seiner Vernehmlas-
sung die beiden Ordner versiegelt der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

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richts zustellte (cl. 1 pag. 1.0.0.150; cl. 26 pag. 21.2.0.62 ff.). Die I. Beschwerde-
kammer entschied am 17. November 2009, beide Ordner seien mit wenigen Aus-
nahmen zu den Akten zu nehmen (cl. 26 pag. 21.2.0.102). 

M. Am 20. Mai 2009 erfolgte an Oskar Holenweger die Mitteilung hinsichtlich sämtli-
cher technischer Überwachungsmassnahmen (Art. 10 Abs. 2 aBÜPF; cl. 1 
pag. 1.0.0.132). Gegen die durchgeführten Massnahmen wurden keine Be-
schwerden erhoben. Gleichzeitig setzte der Untersuchungsrichter den Parteien 
Frist zur Stellung von Beweisergänzungsanträgen. Am 22. Juni 2009 beantragte 
der Verteidiger unter anderem den Beizug sämtlicher Unterlagen im Zusammen-
hang mit „Ramos“ und dem Einsatz von „VE-Diemer“ (cl. 1 pag. 1.0.0.141). Dieser 
Antrag wurde vom Untersuchungsrichter mit Verfügung vom 24. Juni 2009 abge-
wiesen (cl. 1 pag. 1.0.0.145 ff.). Die dagegen gerichtete Beschwerde von Oskar 
Holenweger wurde am 17. November 2009 von der I. Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts teilweise gutgeheissen (TPF 2009 179). Verschiedene Akten 
wurden beigezogen und der Verteidigung wurde Einsicht in zwei Aktenordner ge-
währt (cl. 26 pag. 21.2.0.102). 

N. Am 31. August 2009 informierte der Untersuchungsrichter die Bundesanwalt-
schaft, es hätten sich Hinweise ergeben, „VE-Diemer“ habe von den ihm von der 
BKP übergebenen Geldern am 8. September 2003 EUR 1'200.– und am 
3. November 2003 EUR 3'250.– nicht an Oskar Holenweger übergeben, sondern 
vor dem Eintreffen in der Tempus Bank oder beim Zählen des Geldes an sich ge-
nommen. Der Untersuchungsrichter stellte der Bundesanwaltschaft anheim, ein 
neues Ermittlungsverfahren zu eröffnen (cl. 1 pag. 1.0.0.156 f.). Am 3. September 
2009 reichte Rechtsanwalt Erni in gleicher Sache bei der Bundesanwaltschaft ei-
ne Strafanzeige gegen „VE-Diemer“ wegen qualifizierter Veruntreuung, falscher 
Anschuldigung und falschen Zeugnisses ein und ersuchte um Einsetzung eines 
ausserordentlichen Staatsanwaltes (cl. 1 pag. 21.3.0.1). Das in der Folge gegen 
„VE-Diemer“ eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde durch den vom Eidg. Justiz- 
und Polizeidepartement (nachstehend „EJPD“) ernannten ausserordentlichen 
Staatsanwalt des Bundes mit Verfügung vom 14. Juli 2010 eingestellt. Die hierge-
gen von Oskar Holenweger erhobene Beschwerde wurde abgewiesen (Entscheid 
des Bundesstrafgerichts BB.2010.66 vom 3. Dezember 2010). 

O. Der Untersuchungsrichter schloss die Voruntersuchung mit Schlussbericht vom 
16. Dezember 2009 und stellte der Bundesanwaltschaft Antrag auf teilweise Ver-
fahreneinstellung und teilweise Anklageerhebung; die beschlagnahmten Vermö-
genswerte seien einzuziehen (cl. 27 pag. 24.0.0.2 f.). 

P. Am 6. Mai 2010 erhob die Bundesanwaltschaft beim Bundesstrafgericht Anklage 
gegen Oskar Holenweger wegen Urkundenfälschung (Art. 251 StGB), teilweise 

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eventuell der Anstiftung dazu (Art. 24 StGB), Gehilfenschaft zu ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i. V. m. Abs. 3 StGB und i. V. m. Art. 25 
StGB), qualifizierter Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i. V. m. Ziff. 2 StGB) sowie 
des untauglichen Versuchs dazu (Art. 22 StGB) und Bestechung fremder Amts-
träger (Art. 322septies StGB), eventuell Gehilfenschaft dazu (Art. 25 StGB). 

Q. Mit Verfügung vom 15. September 2010 erliess die Bundesanwaltschaft – ohne 
Ausscheidung von Verfahrenskosten oder Ausrichtung einer Entschädigung – ei-
ne Teileinstellung hinsichtlich einiger Sachverhalte, aufgrund derer Ermittlungen 
gegen Oskar Holenweger wegen mehrfach qualifizierter Veruntreuung (Art. 138 
Ziff. 2 StGB), mehrfach qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 
Ziff. 1 Abs. 3 StGB), mehrfacher Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) und man-
gelnder Sorgfalt bei Finanzgeschäften (Art. 305ter Abs. 1 StGB) geführt worden 
waren (cl. 139 pag. 139.140.1). 

R. Der von der Verteidigung am 18. Juni 2010 dem Bundesstrafgericht gestellte An-
trag auf Beizug fallbezogener Unterlagen bezüglich der Einsätze von „Ramos“ und 
des „VE-Diemer“ wurde von der Strafkammer gutgeheissen. Der Aufforderung des 
Vorsitzenden, die spezifischen Unterlagen dem Gericht zu übermitteln, leistete der 
Leitende Ermittlungsoffizier BKP keine Folge (cl. 139 pag. 139.442.2). Die zu-
nächst auf den 11. November 2010 anberaumte Hauptverhandlung wurde mit Ver-
fügung vom 3. November 2010 wegen fortbestehender Ungewissheit über die 
Verfügbarkeit wesentlicher Beweismittel (Beizug der „Ramos“-Akten, Einvernah-
me des „VE-Diemer“) verschoben (cl. 139 pag. 139.430.12).  

S. Die hiergegen geführten Beschwerden bei dem Chef BKP, dem Direktor des Bun-
desamtes für Polizei sowie der Vorsteherin des EJPD blieben erfolglos (cl. 139 
pag. 139.682.5–8, 139.685.1–3.). Die polizeilicherseits in Aussicht gestellte Mög-
lichkeit der Akteneinsicht durch das Gericht scheiterte an der später formulierten 
Bedingung der BKP, den Parteien dürften nicht nur die Akten, sondern auch die 
Erkenntnisse daraus nicht zugänglich gemacht werden. Deshalb verzichtete der 
Vorsitzende schliesslich mit verfahrensleitender Verfügung vom 2. Februar 2011 
auf den Beizug der fallbezogen „Ramos“-Akten (cl. 139 pag. 139.430.14 ff.; 
139.685.1–3). 

T. Die Bundesanwaltschaft verlangte mit Eingabe vom 17. Februar 2011 den Aus-
stand des vorsitzenden Richters (cl. 139 pag. 139.510.89). Mit Entscheid vom 
14. März 2011 (BB.2011.23) wies die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts das Ausstandsbegehren ab, soweit sie darauf eintrat (cl. 139 
pag. 139.683.14). Die Bundesanwaltschaft verzichtete auf Rechtsmittel gegen 
diesen Entscheid (cl. 139 pag. 139.510.183). 

- 10 - 

U. Am 11. März 2011 fand, gestützt auf Art. 332 Abs. 1 StPO, eine Telefonkonferenz 
zwischen dem Vorsitzenden und den Parteien zur Regelung organisatorischer 
Fragen hinsichtlich der bevorstehenden Hauptverhandlung statt. Den hierbei von 
der Bundesanwaltschaft gestellten Antrag auf thematische Zweiteilung des Ver-
fahrens lehnte die Strafkammer mit Beschluss vom 15. März 2011 ab (cl. 139 
pag. 139.449.1 ff.) 

V. Sämtliche dem Gericht von den Parteien eingereichten Dokumente wurden zu den 
Akten erkannt. Das Gericht holte von Amts wegen einen Auszug aus dem schwei-
zerischen Strafregister (cl. 139 pag. 139.231.1) und Steuerunterlagen (cl. 139 
pag. 139.271.2) von Oskar Holenweger ein und edierte bei der Eidg. Finanz-
marktaufsicht Akten betreffend die Rapporttätigkeit der KPMG bei der Tempus 
Bank (cl. 139 pag. 139.448.1). Die Bundesanwaltschaft beantragte für die Haupt-
verhandlung die Einvernahme einer Vielzahl von Zeugen. Die im Ausland ansäs-
sigen Zeugen B9 (Singapur), B10 und B11 (beide Liechtenstein) leisteten den 
Vorladungen des Gerichts keine Folge. Die im Wege der Rechtshilfe beabsichtigte 
Videoeinvernahme der Zeugen B10 und B11 in Liechtenstein scheiterte an deren 
Einverständnis, woraufhin die Bundesanwaltschaft auf deren Einvernahme ver-
zichtete (cl. 139 pag. 139.510.47 ff.). „VE-Diemer“ wurde im Rahmen einer vorge-
zogenen Beweiserhebung auf dem Wege der Rechtshilfe in Anwesenheit des Ge-
richts und der Parteien (mit Diskretionsmassnahmen) am 28. März 2011 in Stutt-
gart einvernommen, da die deutschen Behörden seine Vernehmung in der 
Schweiz nicht bewilligten (cl. 139 pag. 139.684.3; …11). Das Einvernahmeproto-
koll wurde zu den Akten genommen (cl. 139 pag. 139.940.1 ff.). Anlässlich der 
Hauptverhandlung wurden B12 (KPMG-Mitarbeiter), B13, B14 (beides BKP-
Beamte) und B15 (ehemaliger Staatsanwalt des Bundes) als Zeugen einvernom-
men. Den Antrag auf Einvernahme von B16 (früherer Stagiaire bei der Tempus 
Bank) zog die Bundesanwaltschaft an der Hauptverhandlung zurück (cl. 139 
pag. 139.920.8).  

W. Die Hauptverhandlung fand vom 11. bis 15. April 2011 in Anwesenheit der Partei-
en am Sitz des Gerichts in Bellinzona statt. Das Urteil wurde am 21. April 2011 
mündlich eröffnet und vom Vorsitzenden summarisch begründet (cl. 139 
pag. 139.950.1–3). 

- 11 - 

Das Gericht erwägt: 

1. Allgemeine formelle Fragen 

1.1 Das Bundesstrafgericht hat seine sachliche Zuständigkeit im Sinne von 
Art. 24 StPO nur in besonderen Fällen in Frage zu stellen (BGE 133 IV 235 
E. 7.1). Solche sind nicht ersichtlich und ebenso wenig von den Parteien geltend 
gemacht worden. 

1.2 Wegen des Anklageprinzips muss die Anklageschrift das dem Beschuldigten an-
gelastete Verhalten so präzise umschreiben, dass er sich dagegen verteidigen 
kann; ein ausserhalb der Anklage liegendes Verhalten darf der Richter einem 
Schuldspruch nicht zugrunde legen (BGE 133 IV 235 E. 6.3). Dies ist in seiner 
Verpflichtung auf Unparteilichkeit begründet (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel etc. 2005, § 50 N. 2 f.). Wel-
che Konsequenzen sich daraus im Einzelnen ergeben, ist im Zusammenhang mit 
der Strafbarkeit unter den jeweiligen Anklagepunkten zu prüfen. 

1.3 Die dem Beschuldigten zur Last gelegten Taten sollen im Zeitraum 1994 bis 
2003 verübt worden sein. Gemäss Art. 2 StGB ist auf die Anklage das zur Tatzeit 
geltende Recht anzuwenden, es sei denn, ein im Zeitpunkt des Urteils geltendes 
sei das mildere. 

Die Neufassung des Allgemeinen Teils des StGB trat am 1. Januar 2007 in Kraft. 
Mit dem Änderungsgesetz wurden jedoch die der Anklage zugrunde liegenden 
Tatbestände, wie auch die Regeln über die Verjährung nicht geändert. Die Frage 
des milderen Rechts stellt sich daher erst im Zusammenhang mit allfälligen 
Sanktionen und kann für die Prüfung der Prozessvoraussetzungen sowie der 
Schuldfrage ausser Acht gelassen werden. 

Was die Verjährung anbelangt, so folgt die Neufassung des Allgemeinen Teils 
der Partialrevision des StGB vom 5. Oktober 2001, in Kraft getreten am 
1. Oktober 2002. Mit ihr wurde das gesetzliche Zusammenspiel von relativer und 
absoluter Verjährungsfrist zugunsten einer einzigen Frist aufgegeben (Art. 70 
aStGB). Im Ergebnis kann dies zu einer milderen Lösung bei Vergehen führen: 
Verjährung nach sieben statt absoluter Verjährung nach siebeneinhalb Jahren 
(Art. 70 Abs. 1 lit. c aStGB). Auch hier gilt die Priorität der lex mitior (Art. 389 
Abs. 1 StGB). 

- 12 - 

2. Rechtmässigkeit der Eröffnung des Strafverfahrens  

Die Verteidigung macht geltend, die Voraussetzungen für die Eröffnung eines 
Ermittlungsverfahrens gegen den Beschuldigten hätten gefehlt; es liege daher 
ein Hindernis für das Strafverfahren insgesamt vor. 

2.1 Gemäss Art. 448 Abs. 2 StPO behalten Verfahrenshandlungen ihre Gültigkeit, 
welche vor dem Inkrafttreten der StPO, also vor dem 1. Januar 2011, vorge-
nommen wurden. Dies betrifft nach dem Willen des Gesetzgebers auch sol-
che Verfahrenshandlungen, welche unter altem Recht angeordnet und unter 
neuem Recht ihren Fortgang nehmen (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur 
Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2005 S. 1085 ff., 1351 [nachste-
hend „Botschaft StPO“]). Die Eröffnung des Ermittlungsverfahrens ist demzufolge 
nach Massgabe des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP) 
zu beurteilen, weil es noch unter dessen Herrschaft abgeschlossen wurde. 

Art. 101 Abs. 1 BStP bestimmte, dass der Bundesanwalt „bei hinreichendem 
Verdacht strafbarer Handlungen“ schriftlich die Eröffnung eines Ermittlungsver-
fahrens anordnet. Allerdings galt unter der Herrschaft des BStP ein strafrechtli-
ches Ermittlungsverfahren bereits dann als im materiellen Sinne eröffnet, wenn 
die Bundesanwaltschaft oder die BKP prozessuale Handlungen vornahmen; die 
formelle Eröffnungsverfügung hatte nur deklaratorische Bedeutung (SCHMID, 
Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 785; OBERHOLZER, Grundzüge des 
Strafprozessrechts, 2. Aufl., Bern 2005, N. 1336–1337). 

2.2 Dem Ermittlungsverfahren gingen länger dauernde, intensive Aktivitäten der BKP 
voraus. 

a) An deren Anfang standen Informationen eines unter dem falschen Namen 
„Ramos“ bekannten Südamerikaners, der nach Ende einer langen Freiheitsstra-
fe, die er in den USA wegen Drogendelikten verbüsst hatte, in die Schweiz geholt 
worden war, um die Strafverfolgungsbehörden des Bundes zu unterstützen. Wie 
es dazu gekommen ist, stellt der Bericht der Beschwerdekammer des Bundes-
strafgerichts vom 18. September 2006 dar (cl. 130 pag. 21.2.2.160 ff.; im Fol-
genden „Aufsichtszwischenbericht“). Danach erliessen die USA „Ramos“ einen 
grossen Teil seiner Strafe, verweigerten ihm jedoch eine Aufenthaltsbewilligung. 
Sein Anwalt wurde beim damaligen Bundesanwalt vorstellig, bot ihm wesentliche 
Informationen – namentlich für die Verfolgung von Geldwäscherei – an, verbun-
den mit der Bitte um Unterstützung. Die amerikanischen Behörden sicherten 
„Ramos“ zu, ihn nicht auszuschaffen, sondern in ein Land seiner Wahl auszurei-
sen zu lassen; bis zur Klärung dessen blieb er über den Entlassungszeitpunkt 
(Juli 2001) hinaus in Haft. Der Bundesanwalt schlug dem damaligen Chef BKP 

- 13 - 

vor, „Ramos“ zum Zwecke der Nachrichtenbeschaffung in die Schweiz zu holen 
und ihn dabei polizeilich zu überwachen. Nach weiteren Gesprächen zwischen 
dem Bundesanwalt und der BKP wurde ein entsprechendes Konzept ausgearbei-
tet und eine polizeiliche Arbeitsgruppe („task force guest“) unter Leitung eines 
vom Bundesanwalt vorgeschlagenen Polizeibeamten geschaffen. Diese explo-
rierte die Situation in den USA im Herbst 2002 und gewann im direkten Gespräch 
den Eindruck, „Ramos“ sei zwar verlässlich, verfüge jedoch über keine für die 
hiesige Verbrechensbekämpfung relevanten Direktinformationen. Sein Angebot, 
den eigenen Informationsstand „aufzufrischen“, liess den Bundesanwalt und den 
Chef BKP Ende Oktober 2002 beschliessen, „Ramos“ in die Schweiz zu bringen. 
Zwei Monate später reiste er ein. Die BKP erlaubte ihm, als ein ehemaliger „Dro-
genbaron“ Kontakt zu den hiesigen „südamerikanischen Kreisen sowie diese un-
terstützenden Finanzintermediären“ anzuknüpfen (cl. 130 pag. 21.2.2.164). Tat-
sächlich machte sich „Ramos“ in der Folge im Zürcher Milieu bekannt und berich-
tete der „task force guest“ über die dort gewonnen Informationen. Diese stellte 
das Geschilderte in Berichten dar, die sie an eine mit der strafrechtlichen Aus-
wertung betraute Gruppe – sogenannte „task force go“ – weiterleitete, für welche 
im vorliegenden Falle der Ermittler B14 (BKP-Beamter) die Verantwortung trug 
(cl. 139 pag. 139.930.64; …68). Aus seiner und der Befragung des BKP-
Beamten B13 anlässlich der Hauptverhandlung (cl. 139 pag. 193.930.70 ff.) geht 
hervor, dass die beiden Polizeigruppen organisatorisch getrennt waren; es fan-
den zwar unter Verantwortung des Letzteren Sitzungen mit dem Thema der Ko-
ordination statt, aber die mit der ermittlungsbezüglichen Auswertung befassten 
Personen hatten keinen direkten Zugang zu „Ramos“, weder bei der Entgegen-
nahme oder Prüfung seiner Angaben noch bei den Anweisungen für seine Tätig-
keit. Der zuständige VP-Führer habe nach den Einsätzen die wichtigsten von  
„Alex“ (alias „Ramos“) gelieferten Informationen in Berichten festgehalten. Auf-
grund dieser Berichte sei eine Zusammenfassung mehrerer Treffen zwischen 
„Ramos“ und dem Beschuldigten erstellt worden, die eine Synthese der zwischen 
diesen geführten Gespräche sowie eine globale Evaluation enthalten habe, wel-
che der Zeuge B13 (BKP-Beamter) an den Ermittler B14 (BKP-Beamter) weiter-
geleitet habe (cl. 139.930.76–79). Keiner von beiden hatte jemals persönlichen 
Kontakt mit „Ramos“, sondern hat sich ausschliesslich auf die ihm (von Dritten) 
gelieferten Informationen gestützt, ohne diese weiter zu hinterfragen. Die Bun-
desanwaltschaft war bereits in diesem frühen Stadium polizeilicher Aktivitäten in-
volviert: Staatsanwalt B15 begleitete die Ermittlungen der BKP, nach seiner Aus-
sage vor Gericht in der Stellung als Berater (cl. 139 pag. 139.930.49). Der Bun-
desanwalt selbst traf sich am 20. Mai 2003 mit „Ramos“ (cl. 125 pag. 18.8.1.157); 
Staatsanwalt B15 war dabei, konnte jedoch über den Inhalt dieses Treffens keine 
Angaben machen (cl. 139 pag. 139.930.50; …56). 

- 14 - 

b) In diesem operativen Rahmen berichtete „Ramos“ der polizeilichen Füh-
rungsgruppe im Frühjahr 2003, er habe erfahren, dass ein „Banker“ in Zürich  
über seine Beteiligung an Geldwäschereihandlungen aus dem Drogenhandel des 
Pablo-Escobar-Clans berichtet habe. Er erklärte weiter, der Bankier sei immer 
noch in diesem Bereich tätig, dessen Namen kenne er aber nicht. „Ramos“ bot 
an, mit Hilfe einer seiner Kontaktpersonen einen Besprechungstermin beim Ban-
kier zu erhalten. Gemäss Aufsichtszwischenbericht (cl. 130 pag. 21.2.2.166) 
wurde ihm dies polizeilicherseits gestattet, wobei „Ramos“ in der Folge rappor-
tiert habe, dass es sich beim Bankier um den Beschuldigten handle und dieser 
sich unaufgefordert bereit erklärt habe, die Anlage von Vermögenswerten illega-
len Ursprungs zu besorgen. Dies geht aus zwei (in Italienisch abgefassten) Pro-
tokollen hervor, welche die Verteidigung produzierte, und die erst auf diesem 
Wege in die Akten des Hauptverfahrens gelangten (cl. 26 pag. 21.2.0.56–59): 
Das eine betrifft ein Gespräch der Polizei mit „Ramos“ vom 25. April 2003. Dieser 
wurde angewiesen, sich gegenüber dem – offenbar namentlich noch nicht be-
kannten – Bankier nicht zu stark zu exponieren, um zu verhindern, dass er sich 
nach dem Gespräch an die Polizei wende. Würde sich die Person als eine tat-
sächlich wichtige erweisen, so solle „Ramos“ mit ihr direkt verhandeln, unter Um-
gehung von „Randy“, offenbar die oder eine Mittelsperson unter anderen. Das 
zweite Protokoll enthält den Bericht von „Ramos“’ über das Treffen mit dem Ban-
kier vom 29. April 2003. Dabei soll „Ramos“ der „task force guest“ folgendes be-
richtet haben: Er („Ramos“) habe sich gleichentags mit dem Beschuldigten, wel-
cher ihm von „Randy“ vorgestellt worden sei, in den Räumlichkeiten der Tempus 
Bank in Zürich getroffen und zwar im Beisein von „Randy“. Der Bankier habe sich 
informiert, ob das Geld aus dem Drogenhandel stamme, und gesagt, dass er die 
Geldwäsche in jedem Fall organisieren könne. Er („Ramos“) habe dem Beschul-
digten gesagt, dass es um Geld aus dem Drogenhandel gehe und dass monat-
lich etwa EUR 40 Mio. zu waschen seien. Der Beschuldigte habe keine so grosse 
Summe erwartet und „Ramos” informiert, dass er Kontakt mit Leuten auf den Ba-
hamas und mit dem „internationalen Direktor“ der Bank A7 aufnehmen werde. 
Eine zweite Möglichkeit habe darin bestanden, das Geld durch Zypern in die 
Schweiz kommen zu lassen, weil der Beschuldigte dort über gute Kontakte für 
die Wäsche von Geld aus der ehemaligen Sowjetunion verfüge. Der Bankier ha-
be ihm auch gesagt, dass er Pablo Escobar kennen gelernt und immer noch 
Kontakte in Cali/Kolumbien habe. Ihm sei es sonderbar vorgekommen, dass die 
Ehefrau von „Randy“ ihm „das letzte Mal“ gesagt habe, mit den Bankier nie über 
Drogen, Waffen und Prostitution zu sprechen, während an jenem Tag der Ban-
kier sogleich über Drogen gesprochen habe. Es sei ihm auch komisch vorge-
kommen, dass der Bankier „Randy“ und „K“ (gemeint Ehefrau von „Randy“) er-
laubt habe, beim Gespräch dabei zu sein. Der Beschuldigte bestätigte dieses 
Treffen vor Gericht, welches auf Initiative von „Randys“ Frau, einer früheren 
Bankmitarbeiterin, zustande gekommen sei und an welchem sie auch teilge-

- 15 - 

nommen habe; allerdings sei weder über Drogen noch Geldwäscherei gespro-
chen worden, sondern nur darüber, dass „Ramos“ – als Mexikaner namens Ale-
xander Sanchez auftretend – für eine mexikanische Finanzgruppe einen europäi-
schen Bankkontakt suche (cl. 139 pag. 139.930.8–11). 

c) Welche weiteren Aktivitäten „Ramos“ nach diesem Kontakt mit dem Beschul-
digten entfaltete und wie die weiteren polizeilichen Instruktionen an ihn lauteten, 
konnte das Gericht nur bruchstückhaft klären, weil ihm die entsprechenden poli-
zeilichen Unterlagen vorenthalten wurden (siehe Buchstabe R zum Sachverhalt). 
Immerhin haben nach Auskunft des polizeilichen Zeugen B13 (BKP-Beamter) 
verschiedene Besprechungen mit der BKP in der Art derjenigen vom 29. April 
2003 stattgefunden (cl. 139 pag. 139.930.079). Auch besprach sich der Bundes-
anwalt mindestens einmal persönlich mit „Ramos“ (siehe vorstehend, E. 2.2 b). 
Ausserdem hat sich der deutsche Polizeibeamte, welcher im Gefolge von „Ra-
mos“ als verdeckter Ermittler eingesetzt worden war („VE-Diemer“), zweimal mit 
diesem getroffen (cl. 139 pag. 139.940.38 ff.). 

2.3 Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 24. Juli 2003 formell das Ermittlungsver-
fahren (cl. 1 pag. 1.0.0.5) und zwar auf der Grundlage des Antrags der BKP vom 
19. Juli 2003 (cl. 1 pag. 1.0.0.1 ff.). Dieser formuliert den Tatverdacht mit Infor-
mationen, wonach sich der Beschuldigte als Geldwäscher anbiete und bereits für 
die kolumbianischen Drogenkartelle gearbeitet habe. Allerdings wird – selbst 
würde man den Vorwurf des Arbeitens als Geldwäscherei verstehen – nicht dar-
gelegt, worauf sich der Tatverdacht stützt; die Verwendung des Wortes „sollen“ 
deutet darauf hin, dass es sich dabei um eine Vermutung handelt, deren Basis 
der polizeiliche Antrag jedoch nicht näher darlegt. Mit der Formulierung, dass 
sich der Beschuldigte als Geldwäscher anbieten „solle“, blieb zum einen unklar, 
ob es sich nur um einen Verdacht pro futuro handelte, und zum anderen wurde 
nie umschrieben, wo und bei wem der Beschuldigte ein solches Angebot ge-
macht haben könnte. Im vorliegenden Fall war Staatsanwalt B15 in die Aktivität 
der polizeilichen Sondereinheit involviert, welche sich mit dem Einsatz von „Ra-
mos“ befasste; des Weiteren haben sich der Bundesanwalt und Staatsanwalt 
B15 mit „Ramos“ getroffen (zu alledem E. 2.2 a; vgl. cl. 125 pag. 18.8.1.157). 
Diese Beteiligung der Bundesanwaltschaft an polizeilichen Aktionen, welche auf 
die strafrechtliche Verantwortung des Beschuldigten ausgerichtet waren, ging 
der formellen Eröffnung voraus, welche zeitlich mit der Anordnung von Telefon-
überwachung zusammenfiel (cl. 8 pag. 9.1.0.5 ff.) und ihren Zweck im Genehmi-
gungsersuchen für diese Massnahme (cl. 8 pag. 9.1.0.10 ff.) hatte. Daraus ist zu 
schliessen, dass in der Phase, da sich die Bundesanwaltschaft materiell an den 
polizeilichen Ermittlungen beteiligte, die Verdachtslage noch dürftiger war und 
mithilfe des Einsatzes von „Ramos“ auf den im genannten Antrag der BKP dar-
gelegten Stand hin erst entwickelt wurde (dazu näher nachfolgend E. 4.1.1). Der 

- 16 - 

Verdacht, der Beschuldigte wasche für die Drogenmafia Geld, konnte in der Fol-
ge nie auch nur ansatzweise konkretisiert werden. 

2.4 Es kann offen bleiben, ob die Faktenlage bei materieller oder formeller Eröffnung 
des Ermittlungsverfahrens die Qualität eines hinreichenden Tatverdachtes hatte, 
das heisst einer minimalen Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine strafbare Hand-
lung begangen worden ist und allenfalls noch andauert (HÜRLIMANN, Die Eröff-
nung einer Strafuntersuchung im ordentlichen Verfahren gegen Erwachsene im 
Kanton Zürich, Diss. Zürich 2006, S. 104 ff.; ACKERMANN, Tatverdacht und Cice-
ro – in dubio contra suspicionem maleficii, in Niggli et al. [Hrsg.], Festschrift 
Franz Riklin, Zürich 2007, S. 319 ff., 325; HEIMGARTNER, Strafprozessuale Be-
schlagnahme, Zürich 2011, S. 118 ff.). Denn selbst bei Fehlen eines hinreichen-
den Tatverdachtes ist die Entscheidung der Bundesanwaltschaft über die Verfah-
renseröffnung mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht anfechtbar (HÜRLIMANN, 
a. a. O. S. 175); es stehen dem Beschuldigten höchstens Rechtsbehelfe der Auf-
sicht zur Verfügung (Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2009.84 vom 
31. März 2010, E. 4.1, für die Nichtanhandnahme eines Verfahrens gemäss 
Art. 100 Abs. 3 BStP). Nur dem Opfer (Art. 100 Abs. 5 BStP) steht die ordentli-
che Beschwerde offen (OBERHOLZER, a. a. O., N. 1642–1643; vgl. auch die Hin-
weise bei LANDSHUT, in Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar StPO, 
Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 300 N. 7 zum geltenden Recht). Ein Verfahrenshin-
dernis für das Hauptverfahren könnte daher nur angenommen werden, wenn die 
Einleitung des Vorverfahrens nichtig gewesen wäre.  

Verfahrenshandlungen im Strafprozess können nichtig sein und damit jeder 
Rechtswirksamkeit entbehren; dies ist aber nur anzunehmen, wenn sie an einem 
besonders schweren Mangel leiden, wenn dieser mindestens leicht erkennbar ist 
und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernstlich ge-
fährdet wird (BGE 118 Ia 336 E. 2a, bestätigt zuletzt in BGE 132 II 342 E. 2.1; für 
die Anwendung der Evidenztheorie auf Prozesshandlungen ACKERMANN, in Do-
natsch et al., Festschrift 125 Jahre Kassationsgericht des Kantons Zürich, Zürich 
2000, S. 315 ff., 332 f.). Im gegebenen Zusammenhang bedeutete die Einleitung 
eines Strafverfahren, ohne dass ein Tatverdacht überhaupt besteht, einen quali-
fizierten Mangel, nämlich eine unstatthafte „fishing expedition“ (SCHMID, Strafpro-
zessrecht, 4. Aufl., a. a. O., N. 686 Fn. 4; zum Amtshilfeverfahren: BGE 128 II 
407 E. 5.2.1; GLESS, Basler Kommentar, Art. 141 StPO N. 81). Dieser Mangel ist 
hingegen nicht leicht erkennbar, denn welcher Verdacht gegen den Beschuldig-
ten bestand und ob er die Schwelle des Hinreichenden erreicht habe, ist nur in 
Ansehung der bei der BKP gesammelten Informationen zu ermessen, welche 
dem Gericht nicht zur Verfügung stehen. Ein Beschuldigter ist in einer solchen 
Rechtslage nicht schutzlos, kann er doch im Hauptverfahren die Verwertbarkeit 

- 17 - 

der ohne genügenden Verdacht gesammelten Beweismittel geltend machen (da-
zu nachfolgend E. 4.2.3). 

3. Der Anklage zugrunde gelegte Beweise 

3.1 Der Anklage liegen einerseits klassische Beweismittel zugrunde, so Akten in 
grossem Umfang, welche aus Hausdurchsuchungen und Rechtshilfe stammen, 
sowie Aussagen von Zeugen und Auskunftspersonen. Andererseits beruht die 
Anklage auf dem Ergebnis der im Folgenden beschriebenen geheimen Ermitt-
lungsmassnahmen. 

a) Die BKP bediente sich in der Anfangsphase der Person „Ramos“ (E. 2.2). 
Deren Einsatz wird weder im Schlussbericht des Untersuchungsrichters erwähnt, 
noch in den Strafakten dokumentiert, mit Ausnahme der zwei bereits erwähnten 
(E. 2.2 b) Protokolle (cl. 26 pag. 21.2.0.56–59). 

b) Am 6. August 2003 setzte die Bundesanwaltschaft den deutschen Polizeibe-
amten „VE-Diemer“ als verdeckten Ermittler ein (cl. 9 pag. 9.6.0.1–2; vgl. auch 
Buchstabe B zum Sachverhalt). Seine Aufgabe wurde definiert als „Infiltration der 
Zielperson/-en mit dem Ziel der Identifikation, soweit noch nicht identifiziert, und 
Überführung der Anbieter von Geldwäschereihandlungen, Feststellen von deren 
Zusammenwirken und des ‘modus operandi’ im oben erwähnten Verfahren.“ Er 
wurde im Beisein einer schweizerischen und einer deutschen Führungsperson di-
rekt angewiesen, sich auf die Konkretisierung eines bei der Zielperson respektive 
den Zielpersonen vorhandenen Tatentschlusses zu beschränken; er dürfe nicht 
mehr oder anderes verlangen, als der/die potentielle/n Geldwäscher anbieten 
würde/n (cl. 9 pag. 9.6.0.3–5). Am Tage seiner Einsetzung als verdeckter Ermitt-
ler erhielt „VE-Diemer“ einen Telefonanruf des Beschuldigten (cl. 12 
pag. 12.17.0.42) und vereinbarte mit ihm einen Besprechungstermin für den fol-
genden Tag (cl. 9 pag. 9.7.0.1). Vor Gericht erklärte er als Zeuge, sein Einsatz 
habe wenige Tage vor dem Erstkontakt mit dem Beschuldigten begonnen; er ha-
be nur einmal Kontakt mit der Bundesanwaltschaft gehabt. Es sei ihm mitgeteilt 
worden, dass der Beschuldigte gegenüber der Vertrauensperson „Alex“ (Anm.: 
Aliasbezeichnung von „Ramos“; cl. 139 pag. 139.940.4) als „Interessent für gros-
se Bargeldmengen aus mutmasslichen Drogengeschäften aufgetreten“ sei; die 
Vertrauensperson habe sich gegenüber dem Beschuldigten als südamerikani-
scher Drogenhändler dargestellt und wohl zum Ausdruck gebracht, „über millio-
nenschwere Barmittel aus Drogengeschäften“ zu verfügen. Aus dieser ihm so 
präsentierten Geschichte habe das Angebot des Beschuldigten resultiert, Dro-
gengelder in seiner Bank zu platzieren. Auf die Frage, ob es zutreffe, dass der 
Beschuldigte bereits vor dem ersten Treffen mit ihm viele Informationen über die 
mit ihm abzuwickelnden Geschäfte gehabt habe, antwortete „VE-Diemer“, dieses 

- 18 - 

Wissen habe der Beschuldigte von der Vertrauensperson erhalten (cl. 139 
pag. 139.940.16–17). Dazu habe namentlich die Information gehört, er („VE-
Diemer“) sei Finanzverwalter eines südamerikanischen Drogenkartells, habe da-
bei EUR 25–50 Mio. pro Monat umzusetzen und suche deshalb immer nach 
Möglichkeiten, Geld zu waschen (cl. 139 pag. 139.940.4–5). Der Zeuge führte 
nach eigener Aussage zwei Gespräche mit „Alex“, bevor der erste Kontakt mit 
dem Beschuldigten zu Stande gekommen sei. Beim ersten ging es darum, ob 
„die Vorgaben der Vertrauensperson an die vom verdeckten Ermittler vorgege-
bene Legendenstruktur angepasst werden können“, und beim zweiten darum, 
welche „Informationen durch die Vertrauensperson an Herrn Holenweger weiter-
gegeben werden können“ (cl. 139 pag. 139.940.38).  

In der Folge traf sich „VE-Diemer“ mehrmals mit dem Beschuldigten und rappor-
tierte darüber den mit seiner Führung betrauten Beamten der BKP. Darüber fer-
tigte die BKP Einsatzberichte an (cl. 9 pag. 9.7.0.1–117). Bei zwei solcher Tref-
fen, nämlich am 8. September und am 3. November 2003, übergab „VE-Diemer“ 
dem Beschuldigten Bargeld zur Einzahlung auf ein für ihn eingerichtetes Konto 
bei der Tempus Bank (cl. 9 pag. 9.7.0.21 f., 9.7.0.2.69–74.). 

c) Die Bundesanwaltschaft ordnete gegen den Beschuldigten am 24. Juli 2003 
eine Telefonkontrolle an und beantragte gleichentags die Genehmigung bei der 
damals zuständigen Gerichtsinstanz, dem Präsidenten der Anklagekammer des 
Bundesgerichts (Art. 7 Abs. 1 lit. a aBÜPF; vgl. cl. 8 pag. 9.1.0.5–13). Diese wur-
de erteilt (cl. 8 pag. 9.1.0.14) und später bis zum 23. Januar 2004 verlängert 
(cl. 8 pag. 9.1.0.31), jedoch nach der Inhaftierung des Beschuldigten am 
15. Dezember 2003 aufgehoben (cl. 8 pag. 9.1.0.35).  

3.2 Unmittelbares Ergebnis der geheimen Ermittlungsmassnahmen stellt der Ankla-
gevorwurf gegen den Beschuldigten wegen versuchter Geldwäscherei an den 
ihm von „VE-Diemer“ übergebenen, angeblich aus illegalem Drogenhandel 
stammenden Bargeldern dar (Anklageziffer 3.7, cl. 139 pag. 139.100.51–56). Die 
Verteidigung bestreitet die Rechtmässigkeit der Erhebung sowie die Verwertbar-
keit dieser Beweise (dazu E. 4.1–4.2).  

Die übrigen Anklagepunkte betreffen den Vorwurf strafbarer Handlungen im Kon-
text der Alstom-Gruppe. Darunter ist ein Konglomerat von französischen Gesell-
schaften zu verstehen, welche in Strukturen von Konzern und Konsortium unter-
einander und mit weiteren Gesellschaften verbunden waren, und für welches ab 
1998 dieser Name verwendet wurde. Für diesen Teil der Anklage hat die Bun-
desanwaltschaft die erwähnten klassischen Beweismittel eingelegt. Die Verteidi-
gung erachtet sie als Folgebeweise unrechtmässiger geheimer Ermittlungsmass-
nahmen und aus diesem Grunde als unverwertbar (dazu E. 5.1–5.3). 

- 19 - 

3.3 Im Folgenden sind die Rechtmässigkeit und die Verwertbarkeit der Beweise so-
wie weitere prozessuale Fragen zu prüfen, und zwar je bezüglich dieser beiden 
Teile der Anklage. 

4. Prozessuale Fragen bezüglich des Anklagepunktes 3.7 

Unter diesem Anklagepunkt wirft die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten 
mehrfache versuchte Geldwäscherei vor, weil er zweimal von „VE-Diemer“ Bar-
geld angenommen habe in der Vorstellung, es handle sich um Erlös aus Drogen-
handel, und er dieses auf (Bank-)Konten im Ausland weiter transferiert habe. Der 
Beschuldigte gibt den äusseren Ablauf der Annahme und Weiterleitung von Bar-
mitteln zu – kleine quantitative Differenzen zwischen behaupteter Bargeldeinlage 
und schriftlicher Quittung ausgenommen –, bestreitet aber das ihm vorgeworfene 
Wissen: Er habe angenommen, es handle sich um „Schwarzgeld“, um unver-
steuerte Mittel (cl. 139 pag. 139.930.15–16).  

Die Bundesanwaltschaft stützt sich für ihre Anklage auf Beweise, welche einer 
Telefonkontrolle und dem Einsatz eines verdeckten Ermittlers entstammten, 
nämlich dessen Rapporten, der Aufzeichnung von Gesprächen zwischen ihm 
und dem Beschuldigten sowie seinen Befragungen als Zeuge. Die Verteidigung 
bestreitet die Verwertbarkeit dieser Beweismittel. 

Übergangsrechtlich ist aus Art. 448 Abs. 2 StPO abzuleiten, dass Beweismass-
nahmen, die vor Inkrafttreten der StPO in rechtsgültiger Weise durchgeführt und 
abgeschlossen wurden, in Hinsicht auf ein Urteil, welches nachher gefällt wird, 
ihre Gültigkeit behalten (SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung - Praxis-
kommentar, Zürich/St. Gallen 2009, Art. 448 StPO N. 3; FINGERHUTH, in Do-
natsch/Hansjakob/Lieber, a. a. O., Art. 448 StPO N. 4; USTER, Basler Kommen-
tar, Art. 448 StPO N. 3). 

4.1 Rechtmässigkeit der Telefonüberwachung 

Die Zulässigkeit der Telefonkontrolle und die Verwertbarkeit der daraus gewon-
nenen Beweise beurteilt sich nach Massgabe des damals geltenden Bundesge-
setzes betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs vom 
6. Oktober 2000 (BÜPF; SR 780.1). Nach dessen Art. 3 Abs. 1 lit. a durfte eine 
Überwachung nur angeordnet werden, wenn sich aus bestimmten Tatsachen der 
dringende Verdacht ergab, die Zielperson habe allein oder mit anderen eine so-
genannte Katalogstraftat begangen; zu diesen gehörte die qualifizierte Geldwä-
scherei i. S. v. Art. 305bis Ziff. 2 StGB (Art. 3 Abs. 3 lit. a aBÜPF). 

- 20 - 

Der vom Gesetz verlangte dringende Tatverdacht erheischt mehr als der hinrei-
chende Tatverdacht, der für die Eröffnung eines Strafverfahrens vorausgesetzt 
wird (dazu E. 2.4). So ist im Haftprüfungsverfahren nach der Praxis des Bundes-
gerichts „der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkrimi-
nierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestands-
merkmale erfüllen könnte“, vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts 1S.2/2007 
vom 24. Januar 2007, E. 3.1). Es müssen also Indizien nachgewiesen, nicht 
bloss behauptet werden, welche zwar die Strafbarkeit unter einem bestimmten 
Deliktstatbestand noch nicht als erstellt, aber doch auf signifikante Weise nahe 
liegend erscheinen lassen. 

4.1.1 Die Bundesanwaltschaft ordnete gegen den Beschuldigten am 24. Juli 2003 eine 
Telefonkontrolle an und beantragte gleichentags die Genehmigung bei der da-
mals zuständigen Gerichtsinstanz, dem Präsidenten der Anklagekammer des 
Bundesgerichts (Art. 7 Abs. 1 lit. a aBÜPF; vgl. cl. 8 pag. 9.1.0.5–13). 

a) Dem Gesuch lag der in E. 2.3 erwähnte polizeiliche Antrag bei. In diesem 
wurde der Verdacht auf der BKP vorliegende Informationen abgestützt, wonach 
sich der Beschuldigte in Kreisen der internationalen organisierten Drogenkrimina-
lität als Geldwäscher anbiete, und zwar mit der Möglichkeit der Verschiebung von 
Vermögenswerten über Zypern oder Russland und anschliessender Rückführung 
in die Schweiz. Er verfüge für diesen Zweck über gute Beziehungen zu einem 
Mitarbeiter der Bank A7 und über Verbindungen zu ausländischen Banken. Er 
habe bereits für kolumbianische Drogenkartelle gearbeitet, Kontakte zum kolum-
bianischen Drogenbaron Pablo Escobar gehabt und würde immer noch über per-
sönliche Beziehungen nach Cali/Kolumbien verfügen. Über die Grundlage dieses 
Berichts wurde sein Verfasser, B14 (BKP-Beamter), richterlich als Zeuge befragt. 
Er erklärte (cl. 139 pag. 139.930.64–67), sich bei diesem Antrag ausschliesslich 
auf die Informationen gestützt zu haben, welche von „Ramos“ (der Zeuge nennt 
ihn „VP 101“) stammten, und die von dessen polizeilichen Führungspersonen in 
sogenannten Abschöpfungsberichten niedergeschrieben worden seien. Er erin-
nerte sich an drei oder vier solcher Berichte, nicht jedoch an das ihm vorgelegte 
Protokoll des Gesprächs vom 29. April 2003 der BKP mit „Ramos“ (cl. 26 
pag. 21.2.0.58–59). Es fällt auf, dass dem polizeilichen Antrag auf formelle Eröff-
nung des Ermittlungsverfahrens jedoch gerade Informationen zugrunde gelegt 
wurden, welche aus diesem Gesprächsprotokoll hervorgehen (siehe dazu 
E. 2.2 b) und der Zeuge B14 (BKP-Beamter) denn auch bestätigte, dass der An-
trag diesbezüglich ausschliesslich auf die Informationen von „Ramos“ gestützt 
worden sei. An eigenen Informationen standen dem Zeugen Auskünfte der EBK 
zur Verfügung, welche die finanzielle Situation des Beschuldigten und der Tem-
pus Bank schon seit Längerem als angespannt erscheinen liessen. Dies wertete 
der Zeuge als Motiv für eine künftige Geldwäscherei und Beschreibung des „mo-

- 21 - 

dus operandi, der nicht zwingend in der Zukunft liegen muss“. Es ist wohl diese 
Einschätzung, welche ihn veranlasste, den Beschuldigten zu verdächtigen, die 
Geldwäscherei banden- und gewerbsmässig zu betreiben. 

b) Die Bundesanwaltschaft begründete ihr an den Präsidenten der Anklage-
kammer gerichtetes Gesuch (cl. 8 pag. 9.1.0.10 ff.) wie die BKP damit, dass sich 
der Beschuldigte „als Geldwäscher in der internationalen organisierten (Drogen-) 
Kriminalität anbietet“ und dass er bereit sei, die Gelder über Zypern und/oder 
Russland in die Schweiz zu transferieren. Allerdings ging die Bundesanwaltschaft 
über die Sachverhaltsdarstellung im polizeilichen Antrag mehrfach hinaus: indem 
sie den Beschuldigten verdächtigte, „Transaktionen krimineller Gelder auf Num-
mernkonti in der Schweiz“ zu besorgen, und weiter, dass er „zusammen mit an-
deren Banken und einem höheren Angestellten der Bank A7 diese Geldwäsche-
reihandlungen vornimmt“, indem sie den Verdacht auf „polizeiliche Ermittlungen 
im In- und Ausland“ abstützte, indem sie schliesslich den Tatverdacht ausdrück-
lich als „dringend“ bezeichnete und ihn nicht mehr wie die Polizei als Vermutung 
umschrieb. Bezüglich einer möglichen Tatmotivation wies sie darauf hin, dass 
der Beschuldigte „zur Zeit kein steuerbares Einkommen“ habe (cl. 8 
pag. 9.1.0.12).  

4.1.2 Im polizeilichen Antrag bleibt es bei der Behauptung einer Geldwäschereitätigkeit 
des Beschuldigten. Es werden insbesondere keine Indizsachverhalte angeführt 
und die Quelle der Informationen bleibt verborgen. Der einzige Verdacht auf eine 
Katalogstraftat, nämlich qualifizierte Geldwäscherei, präsentiert sich dem Wort-
laut nach eher auf Tatmöglichkeiten statt Tataktivitäten. Der staatsanwaltschaftli-
che Antrag an das Bundesgericht geht darüber hinaus, indem er sich auf Ermitt-
lungstätigkeiten in- und ausländischer Polizeistellen beruft. Ausserdem suggeriert 
der Hinweis, wonach die Zielperson zurzeit kein steuerbares Einkommen habe, 
ein konkreteres Tatmotiv als die finanzielle Situation der Bank. Für keines dieser 
Elemente gab es jedoch substantielle Hinweise. Staatsanwalt B15 bestätigte je-
denfalls als Zeuge vor Gericht, die Bundesanwaltschaft habe ausser den im poli-
zeilichen Antrag vermerkten Angaben keine weiteren Informationen zur Verfü-
gung gehabt (cl. 139 pag. 139.930.55). Auch finden sich in den Akten weder poli-
zeiliche Informationen aus dem Ausland noch Unterlagen zu den Steuerfaktoren 
im fraglichen Zeitraum. Der Antrag auf Genehmigung der Telefonüberwachung 
ist also mit teilweise unwahren, teilweise aufgebauschten Angaben begründet 
worden, wie die Zeugenbefragung bestätigte (cl. 139 pag. 139.930.51; …55). 
Materiell war der Vorwurf einer bereits etablierten Geldwäschereiaktivität in ei-
nem Ausmass, welche dem qualifizierten Tatbestand entspricht, in keiner Weise 
begründet. Letztlich gründete der Tatverdacht ausschliesslich auf den durch kei-
ne weiteren Abklärungen überprüften Denunziationen von „Ramos“. Dessen An-
gaben wurden offenbar auch nicht auf ihre Plausibilität überprüft, obwohl es un-

- 22 - 

wahrscheinlich erscheint, dass der Beschuldigte als damals unbescholtener Ban-
kier beim ersten Treffen mit einem ihm Unbekannten, vermittelt durch eine ehe-
malige Sekretärin und in deren Gegenwart, spontan das Waschen von Drogen-
geldern in Millionenhöhe angesprochen haben könnte. Der Vorwurf, Drogengel-
der gewaschen zu haben, ist übrigens bis heute durch Fakten nicht belegt. 

4.1.3 Gemäss Art. 7 Abs. 4 aBÜPF dürfen Erkenntnisse aus einer Überwachung, für 
welche keine Genehmigung eingeholt oder für die sie verweigert wurde, nicht 
weiter verwendet werden, und zwar weder für den Schuldbeweis noch als Grund-
lage für weitere Ermittlungen. Der Gesetzgeber hat nicht an ein Erschleichen der 
Bewilligung mit teilweise falschen Angaben gedacht. Wertmässig unterscheidet 
es sich jedoch nicht vom Verzicht auf ein Genehmigungsersuchen. Folglich muss 
die absolute Unverwertbarkeit auch für die Ergebnisse der Überwachung in ei-
nem solchen Fall gelten. Dies zu beurteilen steht, entgegen der Auffassung der 
Bundesanwaltschaft, auch dem Sachgericht zu (Botschaft vom 1. Juli 1998 zu 
den Bundesgesetzen betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldever-
kehrs und über die verdeckte Ermittlung, BBl 1998 S. 4241 ff., 4275 [nachste-
hend „Botschaft BÜPF und BVE“]). 

4.2 Rechtmässigkeit des Einsatzes von „Ramos“ und „VE-Diemer“ 

4.2.1 Wie die Aktivität von „Ramos“’ (siehe E. 2.2–2.3) zu qualifizieren sei, beantwor-
ten die Parteien unterschiedlich. Während er aus Sicht der Bundesanwaltschaft 
eine Vertrauensperson darstellt, deren Einsatz vor der Eröffnungsverfügung der 
Bundesanwaltschaft unproblematisch ist, wirft die Verteidigung die Frage auf, ob 
die Grenze zur verdeckten Ermittlung nicht überschritten worden sei. 

a) Der Gesetzgeber hat die verdeckte Ermittlung auf Bundesebene per 1. Ja-
nuar 2005 geregelt (Bundesgesetz vom 20. Juni 2003 über die verdeckte Ermitt-
lung [BVE; durch die StPO aufgehoben]). Vorher beruhte sie auf Richterrecht: In 
BGE 108 Ib 525 E. 8 setzte sich das Bundesgericht erstmals mit der Figur des 
verdeckten Ermittlers auseinander. Es erachtete die gesetzliche Rechtfertigung 
von Scheinkäufern im Drogenhandel als massgeblich auch für die Drogenbe-
kämpfung im Ausland; Art. 23 Abs. 2 BetmG, auf den es sich dabei bezog, 
spricht freilich ausdrücklich von Beamten – um einen solchen ging es in jenem 
Rechtshilfefall –, aber nicht von Privatpersonen. Auf diese gesetzliche Regel 
nahm es in BGE 112 Ia 18 wieder Bezug und beantwortete die Frage, ob es für 
den Einsatz eines verdeckt ermittelnden Polizisten einer besonderen gesetzli-
chen Grundlage bedürfe, negativ (zitierter BGE, E. 3); allerdings unterliege ein 
solcher Einsatz dem Erfordernis der Verhältnismässigkeit staatlichen Verhaltens, 
was in diesem Zusammenhang das Bestehen eines konkreten Verdachts, die 
Zielperson werde eine gewichtige Straftat begehen, voraussetze (zitierter BGE, 

- 23 - 

E. 4a). Der Gesetzgeber hielt gleichwohl eine gesetzliche Grundlage für uner-
lässlich und schuf diese im BVE. Dabei versteht er unter verdeckter Ermittlung 
„das Knüpfen von Kontakten zu verdächtigten Personen, die darauf abzielen, die 
Begehung einer strafbaren Handlung festzustellen und zu beweisen, wobei vor-
wiegend passiv die deliktische Aktivität untersucht wird“ (Botschaft BÜPF und 
BVE, S. 4283). Dieser Definition folgt auch das Bundesgericht (BGE 134 IV 266 
E. 3.6.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_837/2009 vom 8. März 2010, E. 3.2).  

b) „Ramos“’ Rolle beschränkte sich keineswegs auf das blosse Rapportieren 
oder Beobachten in eigener Verantwortung. Er agierte vielmehr auf Anweisungen 
der BKP. Diese kann zwar im Bereich der organisierten Kriminalität auch ausser-
halb eines Strafverfahrens tätig sein, allerdings nur, um interkantonale und inter-
nationale Ermittlungen zu koordinieren und von aussen stammende Informatio-
nen auszuwerten; der Kampf gegen das organisierte Verbrechen ist ihr allein in 
diesem Rahmen aufgegeben (Art. 2, 3 und 7 des Bundesgesetzes vom 
7. Oktober 1994 über kriminalpolizeiliche Zentralstellen des Bundes [ZentG; 
SR 360]). Im vorliegenden Fall fand ihre Zusammenarbeit mit „Ramos“ jedoch in 
einem Zeitraum statt, da sich die Bundesanwaltschaft aktiv in direkte Ermittlun-
gen eingeschaltet hatte (materieller Begriff der Eröffnung des Strafverfahrens; 
vgl. Hinweise in E. 2.1 a. E.). Der Einsatz von „Ramos“ stellt folglich einen Teil 
polizeilicher Ermittlungstätigkeit dar. 

Wenn das Bundesgericht unter der Herrschaft des BVE feststellt, bei verdeckter 
Ermittlung handle es sich begriffsnotwendig um die Tätigkeit von Polizeiangehö-
rigen, so nimmt es nicht bloss das gesetzliche Erfordernis auf (Art. 1 aBVE), 
sondern zieht die Konsequenz daraus, dass dem Staat mit dem Strafmonopol 
auch die Ermittlung als genuine Staatsaufgabe zufällt. Der Gesetzgeber hat die 
Möglichkeit, mit der verdeckten Ermittlung Personen ohne Polizeiausbildung zu 
betrauen, lediglich für den Fall vorgesehen, dass „besondere Kenntnisse erfor-
derlich sind, insbesondere wissenschaftliche Kenntnisse auf hohem Niveau“ 
(Botschaft BÜPF und BVE, S. 4288); eine solche Person muss jedoch durch ein 
auf Dauer angelegtes Rechtsverhältnis zum Staat eingebunden sein und unter-
liegt nach neuem Recht einer besonderen Prüfung durch die richterliche Behörde 
(Art. 280 Abs. 4 lit. c StPO). Es handelt sich folglich um Polizisten auf Zeit. Ko-
operationswillige Straftäter fallen nicht in diese Kategorie.  

c) Was die rechtlichen Voraussetzungen der von „Ramos“ ausgeübten Aktivität 
angeht, so verfolgte dieser vielleicht am Anfang den Zweck, sich in eine als kri-
minogen erachtete Szene einzuleben, reiste er doch ohne eigene Kenntnisse 
über die hiesige Drogen- respektive Geldwäschereiszene in die Schweiz ein. Be-
reits in dieser Phase war er ausschliesslich für die BKP tätig und handelte auf de-
ren Anweisung. Von „Randy“ auf einen Bankier der Tempus Bank aufmerksam 

- 24 - 

gemacht, bewilligten ihm die Beamten der „task force guest“ ein Zusammentref-
fen mit diesem oder wiesen „Ramos“ sogar dazu an. In jenem Augenblick be-
standen bei der Polizei keine Anhaltspunkte, wonach der Beschuldigte im Begrif-
fe stand, eine bedeutende Geldwäschereihandlung vorzunehmen oder diese be-
reits begangen zu haben; jedenfalls gehen solche Anhaltspunkte weder aus den 
Akten – Anzeigen oder Beobachtungen seitens von Drittpersonen, o. ä. – noch 
aus anderen im Verfahren liegenden Beweismitteln hervor. Wie sich aus den Er-
klärungen des Zeugen B14 (BKP-Beamter) ergibt, beruhte noch bei der formellen 
Verfahrenseröffnung im Juli 2003 die Annahme, der Beschuldigte sei bereit, Geld 
zu waschen, ausschliesslich auf den Erklärungen von „Ramos“ (cl. 139 
pag. 139.930.65–66), waren also gerade das Produkt und nicht die Grundlage 
seines Einsatzes. Solchermassen fehlte es an dem nach damaligem Richterrecht 
erforderlichen vorbestehenden Tatverdacht gegenüber dem Beschuldigten. 

d) Zum Inhalt seiner Tätigkeit ist zu bemerken, dass die Beamten der „task force 
guest“ „Ramos“ vier Tage vor dem Treffen mit dem Beschuldigten konkrete An-
weisungen gaben, wie er sich dabei zu verhalten habe (vgl. das bereits erwähnte 
Protokoll, cl. 26 pag. 21.2.0.56). So solle er sich nicht um kleine Fische („pesci 
piccoli“) kümmern und deshalb gegenüber dem Bankier (Beschuldigten) hart auf-
treten. Würde es sich bei diesem um eine wirklich wichtige Person handeln, so 
habe er „Randy“ zu überspringen und mit ihm direkt zu verhandeln. Einstweilen 
solle er sich gegenüber dem Bankier nicht zu offen zeigen, um auszuschliessen, 
dass dieser nach einem Treffen mit ihm („Ramos“) die Polizei informiere. Es wur-
de ihm erlaubt, dem Bankier zu sagen, dass das Geld aus Drogen(-geschäften) 
stamme. Auf diese Weise hat die BKP „Ramos“ unter falschen Personalien ge-
zielt auf den Beschuldigten angesetzt und seinen Einsatz gesteuert. Dieser ging 
über eine passive Informationsbeschaffung weit hinaus und erfüllt damit die We-
sensmerkmale von Ermittlungstätigkeit. Vor dem Inkrafttreten des BVE durfte die 
Tätigkeit eines verdeckten Ermittlers nach der Rechtsprechung des Bundesge-
richts einer Person ausserhalb des Polizeikorps nicht übertragen werden. Unter 
dem BVE (so jetzt auch unter der weitergeführten Regelung in Art. 286 ff. StPO) 
bedurfte es in jedem Falle einer besonderen Bewilligung. Das BVE und die Vor-
schriften der StPO können nicht so verstanden werden, dass der Gesetzes- und 
Bewilligungsvorbehalt für verdeckte Aktivitäten strafrechtlicher Ermittlung nur 
dann gelte, wenn sie von Polizeibeamten oder Polizisten auf Zeit ausgeübt wer-
den, aber nicht, wenn die Polizei sich hiezu Personen bedient, welche keine Ge-
währ für einen gesetzeskonformen Umgang mit Zielpersonen bieten oder emi-
nente persönliche Eigeninteressen – hier am Aufenthalt im Land sowie an Be-
zahlung, Kost und Logis und „Taschengeld“ durch den Staat (cl. 139 
pag. 139.930.74) – verfolgen.  

- 25 - 

Schon nach der früheren Rechtsprechung des Bundesgerichts durfte ein ver-
deckt operierender Polizeibeamter nicht als Initiant oder gar Anstifter eine Straftat 
der Zielperson auslösen, zu der es sonst gar nicht gekommen wäre (BGE 112 Ia 
18 E. 3b). Normativ wurde diese Schranke im Fairnessgebot gemäss Art. 6 Ziff. 1 
EMRK begründet (SCHMID, Strafprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1997, N. 241; 
BGE 124 IV 34 E. 3d/aa: Gebot der Redlichkeit). Der Europäische Gerichtshof für 
Menschenrechte hat sich in diesem Zusammenhang wie folgt geäussert: Eine 
Provokation seitens eines „agent infiltré“ sei „susceptible de priver ab initio et dé-
finitivement l’accusé d’un procès équitable“. Eine solche Tatprovokation liege 
immer dann vor, wenn sich der verdeckte Ermittler hinsichtlich der in Frage ste-
henden Straftat nicht rein passiv verhalte, sondern dergestalt auf die Zielperson 
einwirke, dass diese zu einer Straftat verleitet werde, die sie ansonsten nicht be-
gangen hätte („Il y a provocation policière lorsque les agents impliqués – mem-
bres des forces de l'ordre ou personnes intervenant à leur demande – ne se limi-
tent pas à examiner d'une manière purement passive l'activité délictueuse, mais 
exercent sur la personne qui en fait l'objet une influence de nature à l'inciter à 
commettre une infraction qu'autrement elle n'aurait pas commise, pour en rendre 
possible la constatation, c'est-à-dire en apporter la preuve et la poursuivre.“; zum 
Ganzen: Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte i. S. Rama-
nauskas gegen Litauen vom 5. Februar 2008, Nr. 74420/01, Ziff. 54–55). Unter 
solchermassen unzulässige Aktivität falle es, wenn der „undercover agent“ die  
Initiative zu einem Kontakt mit der Zielperson ergreife, eine früher abgelehnte Of-
ferte erneuere, beständig dränge („prompting“), den Preis überdurchschnittlich 
erhöhe oder an das Mitgefühl des Gegenübers appelliere (zusammenfassend Ur-
teil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte i. S. Bannikova gegen 
Russland vom 4. November 2010, Nr. 18757/06, Ziff. 47). Dafür, dass es nicht zu 
solchermassen verbotener Aktivität – welche die Kriterien einer Anstiftung nicht 
erreichen muss – gekommen sei, trägt nach dieser Rechtsprechung der Staat die 
Beweislast, sofern ein entsprechender Verdacht nicht völlig unwahrscheinlich ist 
(Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte i. S. Ramanauskas 
gegen Litauen vom 5. Februar 2008, Nr. 74420/01, Ziff. 70; Urteil des Europäi-
schen Gerichtshofes für Menschenrechte i. S. Bannikova gegen Russland vom 
4. November 2010, Nr. 18757/06, Ziff. 48). Im zu beurteilenden Fall stellen derar-
tige Indizien zwei in den Akten befindliche Protokolle dar, gemäss welchen die 
polizeilichen Führungsleute „Ramos“ Instruktionen für sein Gespräch mit dem 
Beschuldigten gaben. Sie belegen, dass die Initiative für das Zusammentreffen 
nicht vom Beschuldigten ausging, sondern von der Mittelsperson, welche von 
„Ramos“ hiefür benutzt worden war. Auch sollte „Ramos“ – so die polizeiliche 
Anweisung – gegenüber dem Bankier hart auftreten und, wenn es sich bei die-
sem um einen grossen Fisch handle, die Mittelsperson überspringen. Die Ankla-
ge hat den Beweis für ein rein passives Verhalten nicht erbracht. Ob ihr dies al-
lenfalls verunmöglicht war, weil sie selbst nicht über die Akten bezüglich des Ein-

- 26 - 

satzes von „Ramos“ in dieser Sache verfügte oder weil die in der „task force 
guest“ tätigen Polizisten als Zeugen nicht zur Verfügung standen, hat keine Be-
deutung.  

e) Nach dem Gesagten wurde „Ramos“ durch die BKP als verdeckter Ermittler 
eingesetzt, obwohl ihm die dafür unentbehrlichen persönlichen Eigenschaften 
fehlten, und er überschritt dabei die für eine solche Tätigkeit zwingend zu wah-
renden rechtlichen Schranken. Sein Einsatz im Zusammenhang mit diesem 
Strafverfahren war daher widerrechtlich. 

4.2.2 „VE-Diemer“ wurde formell als verdeckter Ermittler eingesetzt und agierte im 
Verständnis der Parteien auch als solcher. Diese Aufgabe konnte nach dem be-
reits Gesagten (E. 4.2.1 a) einem deutschen Polizeibeamten anvertraut werden 
(vgl. aus heutiger Sicht Art. 287 Abs. 3 StPO).  

Beim ersten Zusammentreffen am 12. August 2003 habe der Beschuldigte ge-
mäss der bereits erwähnten Einsatzberichte zuerst nicht über einzulegende Gel-
der, sondern von einem anderen Geschäft gesprochen. Es sei dabei anschei-
nend um echte argentinische Peso-Geldscheine gegangen, die gerüchteweise 
anlässlich des „Staatscrashs“ von Regierungsmitgliedern entwendet worden sei-
en. „VE-Diemer“ habe darauf eingewendet, es handle sich um eine nicht konver-
tierbare Währung, und er könne eine Durchführbarkeit von Geschäften damit erst 
nach einer Besichtigung der Scheine beurteilen. Erst danach habe man über die 
vom „VE-Diemer“ einzubringenden Gelder gesprochen. In diesem Zusammen-
hang habe der Beschuldigte von sich aus gesagt, er wisse um die Herkunft sei-
nes Gegenübers und dass dieser „Dope-Geld“ verwalte; dabei würde es um ei-
nen monatlichen Betrag von EUR 30–50 Mio. gehen (cl. 9 pag. 9.7.0.1–3). An-
lässlich eines weiteren Treffens im Hotel A9 am 14. August 2003 sei es zunächst 
wieder um das Peso-Geschäft und allgemeine Gegenstände und erst danach um 
das einzubringende Bargeld gegangen. „VE-Diemer“ habe klar gemacht, dass es 
sich, wie vom Beschuldigten zuletzt genannt, um „Dope-Geld“ handle. Es sei 
dann über die Modalitäten des Einbringens von Bargeld gesprochen worden, 
wobei gemäss dem Beschuldigten nur ein Zehntel der beim letzten Mal genann-
ten Summe von der Bank verarbeitet werden könne. Über die Strukturen, wie er 
die Gelder laufen zu lassen gedenke, sei der Beschuldigte im Allgemeinen 
geblieben. Immerhin sei man übereingekommen, am 28. August 2003 ein Konto 
samt Depot zu eröffnen, auf welches „VE-Diemer“ „EUR 1 Mio., ggf. in Tranchen“ 
einzahle (cl. 9 pag. 9.7.0.5–8). Am besagten Tag suchte „VE-Diemer“ die Tem-
pus Bank zur Kontoeröffnung auf. Dabei soll der Beschuldigte die Sprache erneut 
auf das Peso-Geschäft und ein Finanzierungsgeschäft im Immobilienbereich von 
Berlin zur Sprache gebracht haben. Das Letztere habe „VE-Diemer“ für einen 
Nonsens gehalten, für den er keinesfalls auch nur einen Euro zur Verfügung stel-

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len würde. In der Folge habe der Beschuldigte ihm den Erwerb eines Anteils von 
gegen 50 % an seiner Tempus Bank vorgeschlagen. „VE-Diemers“ Gegenfrage, 
ob er in einem solchen Fall grössere Mengen in bar einbezahlen könne, sei ab-
schlägig beantwortet worden (cl. 9 pag. 9.7.0.12–15). Am 8. September 2003 
habe „VE-Diemer“ dann EUR 193'000.– Bargeld in die Tempus Bank gebracht, 
welches von der Schweizer Nationalbank zur Verfügung gestellt worden war. 
Dort sei es unter Mitwirkung von Mitarbeitern der Bank gezählt und „VE-Diemer“ 
eine Quittung über EUR 191'800.– ausgestellt worden. Unter vier Augen sei über 
den Rückfluss der einbezahlten Mittel gesprochen worden. Der Beschuldigte ha-
be angekündigt, dafür einen schon mehrfach benutzten Weg zu gebrauchen: via 
eine bahamaische Scheinfirma, die über Konten bei der Bank A10 in Singapur 
verfüge, welche ein ihm seit Längerem bekannter Schweizer betreue. Im Einzel-
nen heisst es im Einsatzbericht: „Aktuell würden über diesen Weg große 
Schmiergeldzahlungen einer europäischen Anlagebaufirma an Politiker in Asien, 
er nannte konkret die Länder Indonesien und Philippinen, abgewickelt. Die Gel-
der würden jeweils im Vorfeld in bar über seine Tempus Bank in der Schweiz 
eingezahlt“ (cl. 9 pag. 9.7.0.20). Bei einem Treffen am 18. September 2003 habe 
der Beschuldigte Bedenken geäussert, die Gelder über die bahamaische Firma 
zu leiten, weil über deren Konto „derzeit Millionenbeträge einer (anderen) Firma 
laufen würden, die allesamt zu verschleiern seien, da diese Gelder als sogenann-
te ‚Kickbacks‘ im Umlauf seien. Stattdessen sei die in Panama domizilierte Firma 
A2 S.A. vorzuziehen.“ Der Beschuldigte „habe bei ähnlichen Problemen seiner 
Kunden derartiges Vielfach praktiziert, und es sei nie zu Schwierigkeiten ge-
kommen“ (cl. 9 pag. 9.7.0.27–28). 

Diese Entwicklung der Gespräche zeigt, dass der Einsatz von „VE-Diemer“ zeit-
lich und inhaltlich auf Grundlagen beruhte, welche „Ramos“ geschaffen hatte. 
Das gilt insbesondere für die Bereitschaft, Drogengelder in grosser Höhe zu wa-
schen, welche der Beschuldigte bekundet haben soll. Unter diesen Umständen 
ist zwar die Sichtweise „VE-Diemers“ erklärbar, wonach der Beschuldigte sich 
beim ersten Treffen mit ihm im Klaren darüber gewesen sei, wen er als Gegen-
über habe, dass dieser „nochmals“ nach den Volumina der zu waschenden Gel-
der gefragt habe – eine Aktivität, welche „VE-Diemer“ nicht „eingefordert“ habe 
(cl. 139 pag. 139.940.5). Tatsächlich bildete sein Einsatz nur einen Teil von ver-
deckter Ermittlung, welche die Polizei steuerte und die Bundesanwaltschaft mit-
einbezog. Das wird auch an den Legenden von „Ramos“ und „VE-Diemer“, so 
wie sie dem Beschuldigten präsentiert wurden, deutlich: nach „VE-Diemers“ Zeu-
genaussage trat „Alex“ (alias „Ramos“) als südamerikanischer Drogenhändler auf 
und brachte dabei wohl zum Ausdruck, über millionenschwere Barmittel aus Dro-
gengeschäften zu verfügen, während er selbst sich als Finanzverwalter eines 
südamerikanischen Drogenkartells in Deutschland und Nordeuropa ausgab 
(cl. 139 pag. 139.940.4; …16). Stellt man in Rechnung, dass „VE-Diemer“ von 

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„Ramos“ bei der Zielperson eingeführt wurde, so ergänzten sich die beiden Le-
genden in der Weise, dass „Ramos“ die deliktische Anlegergruppe repräsentierte 
und „VE-Diemer“ deren europäischen Vermögensverwalter; nach Aussage von 
„VE-Diemer“ waren seine und die Legende von „Ramos“ aufeinander abgestimmt 
worden (cl. 139 pag. 139.940.38). „VE-Diemer“ hat aus seiner Sicht das von der 
Vertrauensperson vorbereitete Geschäft übernommen; er allein sei dann für des-
sen Abwicklung zuständig gewesen (cl. 139 pag. 139.940.37). Die Folge dieses 
inneren Zusammenhangs ist, dass die Aktivität „VE-Diemers“ von der Rechtswid-
rigkeit der mit „Ramos“ begonnen verdeckten Ermittlung erfasst wird. Diese bil-
den im konkreten Fall ein integrales Instrument der Beweisbeschaffung; es kann 
nicht in verschiedene Beweismittel zum gleichen Beweisgegenstand aufgeteilt 
werden, welche von der Polizei trotz eines operativen Zusammenhangs durch – 
bildlich gesprochen – chinesische Mauern voneinander getrennt werden. Muss 
das Gericht annehmen, „Ramos“ habe den Beschuldigten zur Tat provoziert 
(vgl. E. 4.2.1 d), so traf „VE-Diemer“ objektiv nicht auf eine aus eigenem Ent-
schluss tatbereite Person, womit es an den materiellen Voraussetzungen einer 
verdeckten Ermittlung durch ihn fehlte. Oder auf die subjektive Seite gewendet: 
Verschwiegen „Ramos“ und/oder die Polizei gegenüber „VE-Diemer“, dass die 
Tatbereitschaft der Zielperson nicht vorbestand, sondern durch den aktiven Bei-
trag von „Ramos“ gefördert worden war, so handelte er als deren unwissendes 
Werkzeug. Allerdings erfüllt „VE-Diemers“ „Geschäftsabwicklung“ sogar dann die 
materiellrechtlichen Kriterien der Anstiftung, wenn er meinte, sein Gegenüber sei 
bereit, Drogengelder zu waschen; denn angestiftet werden kann auch der zur Tat 
Geneigte, solange er den Entschluss zur konkreten Tat noch nicht gefasst hat 
(BGE 128 IV 11 E. 2a; STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht – Allgemei-
ner Teil I, 4. Aufl., Bern 2011, § 13 N. 102). Die Einzelheiten der dem Beschuldig-
ten vorgeworfenen Geldwäschereihandlungen waren aber noch offen, als  
„VE-Diemer“ in Aktion trat; wenigstens der initiale Betrag von EUR 1 Mio. geht 
auf seinen Vorschlag zurück (cl. 12 pag. 12.17.0.9). Allerdings konnte an dem 
Bargeld, welches „VE-Diemer“ einbrachte, der Tatbestand der Geldwäscherei 
nicht erfüllt werden. Ob die Anstiftung zu versuchter Tat strafbar sei, wird in der 
Doktrin kontrovers beantwortet (dafür SEELMANN, Strafrecht – Allgemeiner Teil, 
4. Aufl., Basel 2009, S. 148 f.; STRÄULI, Commentaire Romand, Vor Art. 24 CP 
N. 134–135; dagegen STRATENWERTH, a. a. O., § 13 N. 102; TRECHSEL/JEAN-
RICHARD, Schweizerisches Strafgesetzbuch – Praxiskommentar, Art. 24 StGB 
N. 7). Dies kann hier offen bleiben, wo nicht die Strafbarkeit „VE-Diemers“ in 
Frage steht, sondern die Folgen seiner Tätigkeit für den Beschuldigten. 

Als Ergebnis steht fest, dass „VE-Diemers“ Einsatz als verdeckter Ermittler nicht 
mangels persönlicher, sondern mangels sachlicher Voraussetzungen – nämlich 
einer vorbestehenden Tatbereitschaft des Beschuldigten – widerrechtlich war. 

- 29 - 

4.2.3 Eine die rechtlichen Grenzen überschreitende verdeckte Ermittlung kann zwei 
verschiedenartige Konsequenzen nach sich ziehen. Einerseits steht in Frage, ob 
die Informationen, die aus einer solchen Ermittlung hervorgehen, als Beweis ge-
gen den Beschuldigten verwertet werden können. Sollte die Handlung mit ande-
ren Beweismitteln nachgewiesen sein, so steht andererseits in Frage, wie sich 
eine aktive Beeinflussung der Zielperson auf die rechtlichen Folgen auszuwirken 
hat. In BGE 124 IV 34 hat sich das Bundesgericht – für die Zeit vor Inkrafttreten 
des BVE – mit den Folgen einer unzulässigen verdeckten Ermittlung befasst, oh-
ne dass sich aus dem Entscheid ergäbe, ob der Ermittler auch das wesentliche 
Beweismittel dargestellt hätte; gemäss Literatur soll auch eine Telefonkontrolle 
verwertet worden sein (HANSJAKOB, Verdeckte Ermittlung – das St. Galler Modell, 
in Cassani et al. [Hrsg.], Mehr Sicherheit – weniger Freiheit? Chur/Zürich 2003, 
S. 379 ff., 389). Bezüglich der Folgen legte das Bundesgericht dar: Hat sich ein 
polizeilicher „agent“ an der Straftat als „provocateur“ beteiligt, so kann das Sach-
gericht freisprechen oder das Verfahren einstellen, wenn dessen Verhalten das-
jenige der Zielperson in den Hintergrund drängt; sonst ist diese Beteiligung nur 
bei der Strafzumessung zu berücksichtigen (BGE 124 IV 34 E. 3d/bb, 3e), aller-
dings in weitreichender Weise (BGE 116 IV 294 E. 2b/aa). 

Im konkreten Fall steht fest, dass „VE-Diemer“ tätig wurde und die von „Ramos“ 
eingeleiteten Aktivitäten fortsetzte, indem er – nach dem dem Urteil zugrunde zu 
legenden Sachverhalt – einem damals unbescholtenen Bankier, nicht einer Per-
son mit kriminellem Hintergrund, vermeintlich aus dem Drogenhandel stammen-
des Geld zum Waschen anbot. Dabei hatte „Ramos“ die Initiative übernommen. 
Bei „Ramos“ handelt es sich um eine Person mit kriminellem Hintergrund und 
pointierten Eigeninteressen an einem Aufenthalt in der Schweiz; sein Einsatz ist 
von einer speziell hiefür geschaffenen Polizeiequipe geplant und im Detail ge-
steuert worden. Bereits in dieser Phase und beim anschliessenden Einsatz von 
„VE-Diemer“ beschränkten sich die Interaktionen mit dem Beschuldigten nicht auf 
einige wenige Gespräche, sondern wurden über längere Zeit über zahlreiche per-
sönliche Kontakte ausgedehnt. Zudem befand sich die Zielperson, wie die Polizei 
wusste, in einer angespannten finanziellen Lage – sowohl in persönlicher als 
auch in geschäftlicher Hinsicht – und war deshalb für eine Versuchung empfäng-
lich. Durch das dem Beschuldigten konkret angetragene Verhalten sind, weil ef-
fektiv keine Drogengelder eingesetzt wurden, öffentliche Interessen nicht verletzt 
worden; selbst bei vollendeter Geldwäscherei ist eine Verletzung materieller 
Rechtsgüter nicht evident (PIETH, Basler Kommentar, a. a. O., Vor Art. 305bis 
StGB N. 42). Im Ganzen gesehen hatte der staatlich zu verantwortende Einfluss 
ein so grosses Übergewicht, dass die kriminelle Entscheidung des Beschuldigten 
weitgehend in den Hintergrund rückt. Das lässt vorliegend eine Einstellung als 
adäquate Rechtsfolge erscheinen. 

- 30 - 

4.3 Eventualiter ist die Frage der Verjährung zu beantworten. Diese tritt für das 
Grunddelikt der Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB) mit Ablauf von 7 bezie-
hungsweise 7 ½ Jahren ein (Art. 70 Abs. 1 lit. c aStGB/Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB). 
Mit Blick auf die in der Anklageschrift bezeichneten Handlungen ist dies spätes-
tens am 4. Dezember 2010 der Fall gewesen. 

4.3.1 Damit ist zu prüfen, ob die in Anklagepunkt 3.7 beschriebene Tat ein qualifizier-
tes Delikt darstellt, insbesondere ob der Qualifikationsgrund der Gewerbsmäs-
sigkeit erfüllt ist (Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB). Dafür ist vorausgesetzt, dass der 
Täter, indem er während eines bestimmten Zeitraumes häufig handelt, sein Be-
streben anzeigt, mit einer gewissen Regelmässigkeit einen bedeutenden Beitrag 
für seinen persönlichen Lebensunterhalt zu erzielen (BGE 123 IV 113 E. 2c; 129 
IV 253 E. 2.1). Die Bundesanwaltschaft legt in ihrem Plädoyer dar, der Beschul-
digte habe von den zwei Einzahlungen, welche „VE-Diemer“ leistete, 
EUR 1'200.– respektive EUR 3'250.– für sich behalten. Das entspricht der jewei-
ligen Differenz zwischen den Beträgen, welche „VE-Diemer“ dem Beschuldigten 
in der Tempus Bank in bar ausgehändigt haben will und den Aufzeichnungen der 
Bank. Die Differenz der Summe von EUR 4'450.– bildete Gegenstand einer An-
zeige des Beschuldigten gegen „VE-Diemer“; dieses Verfahren kam zum Ergeb-
nis, es lasse sich nicht nachweisen, ob diese Summe durch den Ermittler, durch 
den Beschuldigten, durch eine Bankmitarbeiterin oder andere angeeignet worden 
sei oder ob ein Zählfehler vorliege (cl. 139 pag. 139.521.249 ff.). Ein finanzieller 
Gewinn des Beschuldigten ist somit nicht erwiesen. Aber auch der in Rede ste-
hende Betrag ist nicht geeignet, einen wesentlichen Teil für den Lebensunterhalt 
einer Person mit der beruflichen Stellung eines Bankdirektors abzugeben. Im Üb-
rigen fehlt es an der für die Annahme der Gewerbsmässigkeit regelmässigen Tä-
tigkeit über einen längeren Zeitraum. Daran würde sich schliesslich auch nichts 
ändern, wenn das Gericht in den Anklagepunkten 3.1–3.6 zu einem Schuld-
spruch wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei käme; denn in diesen wird dem 
Beschuldigten vorgeworfen, im Interesse der Alstom-Gruppe Gelder, welche Al-
stom-Kaderleute in strafbarer Weise aus dem Geschäftsvermögen ausgeschleust 
beziehungsweise zu Bestechungszwecken bestimmt hätten, gewaschen zu ha-
ben. Mit diesen Handlungen steht die im Anklagepunkt 3.7 thematisierte Geldwä-
scherei an (vermeintlichen) Geldern aus internationalem Drogenhandel in keinem 
Zusammenhang, weder in zeitlicher Hinsicht (anders einzig Anklagepunkt 3.6.4) 
noch im Tatbild, und sie muss daher als selbständige Handlung betrachtet wer-
den (BGE 116 IV 121 E. 2, 3; ACKERMANN, Basler Kommentar, Art. 49 StGB 
N. 14). Andere Qualifikationsgründe sind nicht ersichtlich. 

4.3.2 Gemäss Art. 329 Abs. 4 StPO ist nach Ablauf der Verjährungsfrist das Verfahren 
richterlich einzustellen.  

- 31 - 

5. Prozessuale Fragen bezüglich der übrigen Anklagepunkte 

Diese Anklagepunkte betreffen ungetreue Geschäftsbesorgung zum Nachteil der 
Alstom-Gruppe, Geldwäscherei an und Bestechung mit Mitteln dieser Gruppe 
sowie Urkundenfälschung im Zusammenhang mit dem Vermögensdelikt. Für die-
sen Teil der Anklage ist vorab die Frage der Beweisverwertung zu prüfen. 

5.1 Wie bereits ausgeführt, erläuterte der Beschuldigte „VE-Diemer“ seine Ideen, wie 
das von diesem einzuliefernde Bargeld über mehrere Stationen geleitet und die-
sem wieder zur Verfügung gestellt werden könne; dabei sprach er von seinen 
praktischen Erfahrungen bei Transaktionen von Schmiergeldern einer europäi-
schen Anlagebaufirma (E. 4.2.2). Durch die Berichterstattung von „VE-Diemer“ 
über diese Darlegungen des Beschuldigten (cl. 9 pag. 9.7.0.17–20) gewannen 
Polizei und Bundesanwaltschaft erste Hinweise, wonach der Beschuldigte Geld-
wäscherei in einem ausserhalb von Drogenhandel stehenden Zusammenhang 
konkret betrieben habe oder noch weiter betreibe. Sie gingen jedoch diesen An-
zeichen nicht weiter nach. Auch der Untersuchungsrichter bezeichnete noch im 
Februar 2006 als Gegenstand des Strafverfahrens, ausser den im Kontext des 
„VE-Diemer“ stehenden Handlungen, nur die Geldwäscherei zugunsten anderer 
Subjekte des organisierten Drogenhandels (cl. 1 pag. 1.0.0.28). Erst am 
5. Februar 2007 dehnte er das Verfahren auf den Sachzusammenhang Alstom 
aus (cl. 1 pag. 1.0.0.114–116). 

5.2 Beweise für den Altstom-Komplex erhielten die Strafverfolgungsbehörden erst 
mit der Aussage der Bankmitarbeiterin B17 und den von ihr aus eigenen Stücken 
beigebrachten Dokumenten.  

Im Einzelnen zeigen die Verfahrensakten, dass die EBK am 10. Dezember 2003 
mittels superprovisorischer Verfügung (cl. 139 pag. 139.688.2–9) die KPMG als 
Beobachterin der Tempus Bank einsetzte und sie unter anderem beauftragte, 
Transaktionen abzuklären, die in Zusammenhang mit den Ermittlungen der Bun-
desanwaltschaft gegen den Beschuldigten stehen. Direkten Anlass bildete die In-
formation der Bundesanwaltschaft von der bevorstehenden Verhaftung des Be-
schuldigten (cl. 139 pag. 139.688.1). Diese wurde tatsächlich am 11. Dezember 
2003 vollzogen (cl. 3 pag. 6.1.0.1 ff.). Ausserdem wurden Durchsuchungen bei 
ihm zu Hause, in den Räumen der Tempus Bank und in seinem Ferienhaus im 
Engadin angeordnet (cl. 3 pag. 6.1.0.88–120). Im Rahmen ihres Auftrages be-
traute die KPMG B12 und B18 mit der Einvernahme von Mitarbeitern der Tempus 
Bank. Dabei wurde B17 am 15. und 16. Dezember 2003 sowie am 24. Januar 
2004 befragt (cl. 71 pag. 7.15.1.118–121; …126–131). Sie war Mitarbeiterin der 
Tempus Bank, damals beurlaubt, und erledigte neben Arbeiten für die Bank, be-
sonders für den Beschuldigten als deren Direktor, auch persönliche Angelegen-

- 32 - 

heiten für ihn (cl. 11 pag. 12.9.0.12–13). Bei der ersten Einvernahme stellte ihr 
die KPMG Fragen zur Zusammenarbeit innerhalb der Geschäftsleitung der Tem-
pus Bank, zum Beschuldigten, zu einem Kundenvermittler, zu einem Anbieter 
von Offshorestrukturen im Finanzbereich, zu dessen Tätigkeit für einen Bank-
kunden und allgemein zu „verdächtigen Geschäften“. Unter dem letzten Aspekt 
berichtete B17 davon, dass der Beschuldigte einer osteuropäischen Dame ein 
Konto habe eröffnen lassen und andere Dienstleistungen erbracht habe, welche 
mehr auf persönlichen Beziehungen beruht hätten, und dass er häufig in 
Deutschland und in Litauen unterwegs sei. Die Frage, ob der Beschuldigte über 
eine andere Bank Geld gewaschen habe, beantwortete sie negativ, berichtete je-
doch, die Tempus Bank habe finanzielle Probleme gehabt, und die EBK habe mit 
dem Entzug der Lizenz gedroht. Der Beschuldigte habe Bank retten wollen und 
ab Frühjahr (2003) dauernd unter extremem Druck gestanden. Zur zweiten Be-
fragung kam es auf Initiative von B17. Sie erklärte: „Mir ist zwischenzeitlich doch 
noch etwas in den Sinn gekommen, welches ich Ihnen mitteilen möchte. Eventu-
ell wurde die Polizei bereits von Herrn Holenweger darüber orientiert, aber inner-
halb der TPB (Tempus Bank) bin ich sicher die einzige, die von dieser Geschich-
te weiss.“ In der Folge berichtete sie von Zahlungen über ein Konto der A4 bei 
der Bank A7 – zuerst in Zürich, dann in Singapur –, welche der Beschuldigte auf 
handschriftliche Instruktionen eines gewissen B19 veranlasst habe. Es sei ihm 
wichtig gewesen, dass niemand davon erfahre. Sie erwähnte ausserdem Konten 
im karibischen Raum mit der Bezeichnung „A2“, „A1“ und „A11“; an einen vierten 
Namen vermochte sie sich nicht zu erinnern. Ausserdem beantwortete sie Fra-
gen zum Konto „BTL“, einem Kunden, den der Beschuldigte übernommen habe. 
Anlässlich der dritten Befragung gab B17 weitere Auskünfte zu den „Franzosen-
Transaktionen“ und glaubte, B19 habe bei einer Firma „Dalstom“ gearbeitet. Der 
Beschuldigte habe sie gebeten, die Unterlagen „B19“ bei sich zu Hause aufzu-
bewahren; er habe Angst gehabt, dass ihm etwas zustossen könnte. B17 wollte 
sich dieser Unterlagen entledigen und kündigte an, davon am Nachmittag der 
Bundespolizei zu berichten. Die KPMG behändigte diese Dokumentation im Um-
fang von neun Ordnern und einer Mappe an ihrer Privatadresse (cl. 6 
pag. 7.15.0.7). Tatsächlich wurde B17 am gleichen Tag durch die BKP vernom-
men (cl. 11 pag. 12.9.0.11 ff.) und erklärte, sie habe „heute der KPMG aus eige-
nem Antrieb Akten betreffend die Gesellschaften A2 S.A., A5 Corp., A13, A4, A3 
Holding Ltd., A1 Anstalt und den Beschuldigten privat übergeben“. Über Vorgän-
ge mit diesen Gesellschaften berichtete sie wie zuvor der KPMG.  

5.3 Die Akten belegen, dass ein Anfangsverdacht auf strafbare Handlungen im Kon-
text der Alstom-Gruppe ausschliesslich auf den Berichten „VE-Diemers“ gründe-
te – ohne dass damals das Unternehmen bereits identifiziert gewesen wäre –, 
dass die Bundesanwaltschaft diese Hinweise an die EBK weiterleitete und diese 
eine aufsichtsrechtliche Abklärung anordnete, dass die von der EBK bestellte 

- 33 - 

Beobachterin (KPMG) unter anderen eine Mitarbeiterin des Beschuldigten be-
fragte, welche – wie sie in der Voruntersuchung erklärte (cl. 11 pag. 12.9.0.36–
38) – sich erst nach der Inhaftierung des Beschuldigten der aus Diskretionsgrün-
den bei ihr verwahrten Unterlagen erinnerte, und zwar auf Hinweis ihres Gatten. 
Auf diesen Akten gründeten weitere Beweiserhebungen. Diese nahm allerdings 
nicht die Bundesanwaltschaft vor, sondern der Untersuchungsrichter, an den das 
Verfahren schon anfangs März 2004 übergegangen war (cl. 1 pag. 1.0.0.6).  

Nachdem die verdeckte Ermittlung im konkreten Fall rechtlich unzulässig war 
(E. 4.2), stellt sich die Frage, ob die auf der Basis ihrer Resultate erhobenen Be-
weise verwertbar sind. 

5.3.1 Nach Art. 7 Abs. 4 aBÜPF durften die Erkenntnisse einer ohne Bewilligung 
durchgeführten Telefonkontrolle weder für die Ermittlung noch zu Beweiszwe-
cken verwendet werden. Der Gesetzgeber statuierte in dieser Weise gleichzeitig 
ein absolutes Verwertungsverbot für direkte Beweise wie für solche, welche die 
Frucht weiterer, auf jener Basis durchgeführter Ermittlungen bildeten. Im BVE 
fehlte eine entsprechende Regel; dieses Gesetz ordnete nur die Folgen einer 
Überschreitung der Grenzen, welche der Tätigkeit eines verdeckten Ermittlers 
gesteckt sind (Art. 10 Abs. 4 aBVE). Das neue Recht führt diese Regelungen fort: 
Verwendungsverbot im Bereich der Überwachung (Art. 277 StPO), Rechtsfolgen-
relevanz bei verdeckter Ermittlung (Art. 293 Abs. 4 StPO). In der kantonalen 
Rechtsprechung wurde die Regel des BVE für die verdeckte Ermittlung als ab-
schliessend erachtet mit der Konsequenz, dass sich für illegale verdeckte Ermitt-
lungen die Frage der Beweisverwertung nicht stelle (Entscheid des Kassations-
gerichts ZH AC060016 vom 27. Dezember 2006, E. 3.4b). Diese Auffassung 
deckt sich nicht mit den Materialien zu diesem Gesetz: Der Vorentwurf statuierte 
die Unverwertbarkeit der Beweismittel bei übermässiger Einwirkung des verdeck-
ten Ermittlers auf die Zielperson; im Gesetzesentwurf wurde diese Frage aus-
drücklich offen gelassen in der Meinung, sie sei durch das massgebende Pro-
zessrecht zu lösen (Botschaft BÜPF und BVE, S. 4298). Es sind deshalb die 
Konsequenzen einer legal installierten, aber rechtswidrig operierenden verdeck-
ten Ermittlung zu trennen von denjenigen einer illegal installierten (so etwa 
RIKLIN, Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 293 
StPO N. 4). Dies ist vor allem dann wesentlich, wenn der Ermittler aufgrund der 
ihm zugeleiteten Basisinformation glaubte, eine zur konkreten Tat bereite Ziel-
person vor sich zu haben, während tatsächlich erst das Auftreten des verdeckten 
Ermittlers Tatbereitschaft und Handlungsentschluss erweckt. Es ist kein sachli-
cher Grund ersichtlich, einen Verdächtigen generell schlechter zu stellen – ihm 
nur bei der Sanktion entgegenzukommen, statt ihn freizusprechen –, wenn die 
Polizei verdeckt ermittelt, als wenn sie etwa bei einer Durchsuchung deren recht-

- 34 - 

liche Grenzen überschreitet. Dies gilt umso mehr für eine verdeckte Ermittlung, 
welche vor Inkrafttreten des BVE ausgeführt worden ist (BGE 124 IV 34). 

5.3.2 Was die Zeit vor dem Inkrafttreten des BVE angeht, so verneint die Literatur 
praktisch einstimmig die Verwertbarkeit von Beweismitteln, welche im Wege 
rechtlich unzulässiger verdeckter Ermittlungen – die Unzulässigkeit konnte sich 
seinerzeit nicht auf die Bestellung sondern nur die Operationen des Ermittlers 
beziehen – beschafft werden (PIQUEREZ, Traité de procédure pénale suisse, 
2. Aufl., Genf/Zürich/Basel 2006, § 121 N. 989; HAUSER/SCHWERI, Schweizeri-
sches Strafprozessrecht, 5. Aufl., Basel 2002, § 75 N. 25; BAUMGARTNER, Zum  
V-Mann-Einsatz unter besonderer Berücksichtigung des Scheinkaufs im Betäu-
bungsmittelverfahren und des Zürcher Strafprozesses, Diss. Zürich 1990, 
S. 344 f.; BÉNÉDICT, Le sort des preuves illégales dans le procès pénal, Diss. 
Lausanne 1994, S. 177; GNÄGI, Der V-Mann-Einsatz nach dem Urteil Lüdi des 
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, recht 1994, S. 104 ff., 106; nur 
für ein eingeschränktes Verwertungsverbot: CORBOZ, L’agent infiltré, ZStrR 
111/1993 S. 307 ff., 321). Das Bundesgericht hat sich, soweit ersichtlich, in die-
sem Kontext zur Frage der Beweisverwertung nicht geäussert. Allerdings gilt die 
Frage der Verwertbarkeit im Zusammenhang mit dem Alstom-Komplex nicht den 
Rapporten, welche auf der Basis von „VE-Diemers“ Berichten erstellt worden 
sind, sind diese doch für eine Anklage viel zu wenig konkret und wurde die An-
klage effektiv auch nicht auf diese Informationen abgestützt. Die Frage der Ver-
wertbarkeit bezieht sich vielmehr auf Sekundärbeweise, namentlich auf die von 
der beurlaubten Bankmitarbeiterin B17 edierten Dokumente sowie auf die durch 
den Untersuchungsrichter veranlassten Befragungen und beschafften Akten.  

In Art. 18 Abs. 5 aBVE regelte der Gesetzgeber die Fernwirkung unverwertbarer 
Beweise ausdrücklich für verdeckte Ermittlungen ohne richterliche Genehmigung. 
Das Bundesgericht hat sich aber auch schon mit der Situation auseinanderge-
setzt, dass der Gesetzgeber explizit nur die Verwertbarkeit des Primärbeweises 
regelte (so in Art. 9 Abs. 3 aBÜPF), nicht aber diejenige des Sekundärbeweises 
(BGE 133 IV 329). Es entschied sich für ein gemässigtes Verwertungsverbot, 
sich darin Schmid (SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., a. a. O., N. 610) an-
schliessend (BGE 133 IV 329 E. 4.5). Demnach ist auf Unverwertbarkeit zu 
schliessen, wenn der Sekundärbeweis ohne den ungültigen Primärbeweis nicht 
hätte erhoben werden können. Hat sich das Gesetz über die Verwertbarkeit ei-
nes illegal erhobenen Primärbeweises nicht ausgesprochen, so soll auch diese 
Problematik nach der Konzeption Schmids (und weiterer Autoren) gelöst werden. 
Demnach ist zwischen den öffentlichen Interessen an der Strafverfolgung und 
den privaten Interessen des Beschuldigten an Freispruch respektive Einstellung 
abzuwägen (BGE 131 I 272 E. 4.3 mit Hinweisen). 

- 35 - 

Die für die Anklage im Alstom-Komplex verwendeten Beweise sind mithin dann 
verwertbar, wenn sie in faktischer Abhängigkeit von der verdeckten Ermittlung 
erhoben worden sind und die Verwendung auf einem höherrangigen Verfol-
gungsinteresse beruht. 

5.3.3 Die Kausalität ist in casu offensichtlich: Die angeklagte Aktivität für die Alstom-
Gruppe übte der Beschuldigte nicht als Bankdirektor aus sondern nebenher. Er 
hat sie auch in zeitlicher Hinsicht begonnen, bevor er Direktor der Tempus Bank 
wurde. Nach seiner Darstellung (cl. 139 pag. 139.930.23 [im Anschluss an die 
Befragung des Zeugen B12, Mitarbeiter der KPMG]) hat er damit schon vor sei-
ner Banktätigkeit begonnen. Weil diese Geschäfte nichts mit denen der Bank zu 
tun hatten und gegenüber dieser geheim gehalten werden sollten (cl. 11 
pag. 12.9.0.13), bewahrte B17 die diesbezüglichen Akten auf Wunsch des Be-
schuldigten bei sich zu Hause auf. Ohne dass die Bundesanwaltschaft im Sep-
tember 2003 von „VE-Diemer“ Hinweise auf Finanzdienstleistungen erhalten hät-
te, welche der Beschuldigte in anderem Zusammenhang tätigte und die auf einen 
Geldwäschereizusammenhang deuteten, wäre es nicht zu ihrer Anzeige an die 
EBK gekommen; diese führten zu einem Ermittlungsauftrag der EBK an die 
KPMG, in dessen Rahmen B17 durch KPMG-Mitarbeiter befragt wurde. Von ihr 
erhielt die KPMG die umfangreichen Unterlagen, die sie bei sich zu Hause ver-
wahrt hatte, und die zugehörigen mündlichen Informationen. Erst nachdem die 
KPMG ihren Bericht abgeliefert hatte, nahm der Untersuchungsrichter Ermittlun-
gen in Richtung des Komplexes Alstom auf. 

Die Verhaftung des Beschuldigten ist den Bankmitarbeitern vom Verwaltungs-
ratspräsidenten am 12. Dezember 2003 mitgeteilt worden (cl. 116 
pag. 18.3.2.167) und muss B17, auch wenn sie wegen Urlaubs nicht im Bank-
haus zugegen war, schon bekannt gewesen sein, als sie 3 Tage später ein ers-
tes Mal einvernommen wurde. Erst bei der am nächsten Tag folgenden Befra-
gung, um die sie selbst nachgesucht hatte, sprach sie sich über die Tätigkeit des 
Beschuldigten für die „Franzosen“ aus und übergab den KPMG-Mitarbeitern die 
bei sich verwahrten Akten. Ohne diese Einvernahme hätte B17, selbst wenn der 
Beschuldigte nur wegen der Handlungen gemäss Anklagepunkt 3.7 in Haft ge-
kommen wäre, den Strafverfolgungsbehörden keine Angaben gemacht und keine 
Unterlagen übergeben; denn dieselben bezogen sich nicht auf den Komplex  
„VE-Diemer“. Sie äusserte sich ja gegenüber der Polizei auch erst, nachdem sie 
bei den KPMG-Mitarbeitern alle Kenntnisse über die Sache der „Franzosen“ of-
fen gelegt hatte. 

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5.3.4 Damit ist eine Interessenabwägung vorzunehmen. 

a) Was das Interesse an einer Bestrafung des Beschuldigten angeht, so ist in 
erster Linie das Gewicht der angeklagten Taten zu erwägen. Diese fallen unter 
Tatbestände, welche mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden. Al-
lerdings kommt es nicht auf die abstrakte Strafdrohung an, sondern auf das Ge-
wicht der dem Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen. In diesem Lichte er-
scheinen Geldwäscherei im Umfang von rund Fr. 80 Mio. und die Gehilfenschaft 
an einem Teil diesbezüglicher Vortaten als gravierende Vorwürfe, an welche sich 
zwei Beteiligungen an Aus