# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 291f944e-96f2-5941-a9e1-12b37ea9a9cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2025 F-3128/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3128-2024_2025-03-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 03.12.2025 (2C_206/2025) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3128/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner, 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner, 

Gerichtsschreiberin Aisha Luisoni. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Kenad Melunovic Marini, Rechtsanwalt, 

imkp, 

Beschwerdeführer, 

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Vorinstanz. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot; Verfügung des SEM vom 19. April 2024. 

 

 

 

F-3128/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, geb. (…), ist Bürger von Italien und in der Schweiz 

geboren und aufgewachsen. Er verfügte bis zum 31. August 2023 über 

eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz. Im Jahre 2008 heiratete er 

eine italienische Staatsbürgerin, mit welcher er drei Kinder hat (geb. […], 

[…] und […]). Die Ehegatten befinden sich aktuell gemäss eigenen Anga-

ben in Trennung. 

B.  

Mit Verfügung des Migrationsamts des Kantons B._______ (nachfolgend: 

Migrationsamt) vom 15. April 2014 wurde der Beschwerdeführer infolge 

Straffälligkeit und Verschuldung unter Androhung des Widerrufs seiner Nie-

derlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz ausländerrecht-

lich verwarnt. 

C.  

Wegen diverser Delikte wurde er am 19. Mai 2015 verhaftet und in Unter-

suchungshaft genommen. Am 26. Februar 2016 trat er den vorzeitigen 

Strafvollzug an. Während der Haft wurde er mit Strafbefehl vom 15. Sep-

tember 2017 und vom 12. Februar 2018 jeweils wegen Übertretung des 

Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe 

(Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) zu einer Busse verurteilt. 

Mit Urteil des Obergerichts des Kantons B._______ vom 4. April 2022 

wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen qualifizierten 

Raubs, versuchten qualifizierten Raubs, gewerbs- und bandenmässigen 

Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedens-

bruchs, qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG, mehrfachen Füh-

rens eines Motorfahrzeugs unter Betäubungsmitteleinfluss und mehrfa-

chen Führens eines Motorfahrzeugs ohne den erforderlichen Führeraus-

weis verurteilt. 

D.  

Aufgrund der genannten Verurteilungen sowie aufgrund seiner Verschul-

dung widerrief das Migrationsamt mit Verfügung vom 31. August 2023 

seine Niederlassungsbewilligung und wies ihn auf den Termin der Entlas-

sung aus dem Strafvollzug aus der Schweiz weg. 

E.  

In der Folge gewährte ihm das Migrationsamt das rechtliche Gehör unter 

anderem zum Erlass eines Einreiseverbots. Konkret wurde ihm dazu durch 

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Seite 3 

das Strafvollzugspersonal ein vom Migrationsamt vorgefertigtes Formular 

ausgehändigt. Der Beschwerdeführer verzichtete auf diesem Formular am 

19. April 2024 unterschriftlich auf eine Stellungnahme. 

F.  

Ebenfalls noch am 19. April 2024 ordnete die Vorinstanz gegen den Be-

schwerdeführer ein Einreiseverbot an, gültig für zwölf Jahre ab Ausreise-

datum. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wir-

kung. 

G.  

Der Beschwerdeführer wurde am 22. April 2024 bedingt aus dem Strafvoll-

zug entlassen, unter der Voraussetzung einer unmittelbar an den Strafvoll-

zug anschliessenden kontrollierten Ausreise aus der Schweiz. Das Ende 

der Probezeit wurde auf den 31. Juli 2027 festgelegt. 

H.  

Am 6. Mai 2024 wurde er nach Italien überstellt. Die Gültigkeit des Einrei-

severbots wurde von der Vorinstanz vom 6. Mai 2024 bis zum 5. Mai 2036 

festgelegt. 

I.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 16. Mai 2024 gelangte der Beschwerdeführer 

an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte die Beschränkung des 

Einreiseverbots auf fünf Jahre. 

J.  

In ihrer Vernehmlassung vom 4. Juli 2024 hielt die Vorinstanz an der ange-

fochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

K.  

Mit Replik vom 16. August 2024 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur 

Vernehmlassung der Vorinstanz, hielt an seinen Rechtsbegehren fest und 

reichte weitere Unterlagen zu den Akten. Die Replik wurde der Vorinstanz 

samt Beilagen zur Kenntnisnahme zugestellt. 

 

 

 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 des 

Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG, SR 142.20) zum Gegenstand 

haben, unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 

(Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Rechtsmittelfrist 

[Art. 50 Abs. 1 VwVG] und Form der Beschwerde [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) 

sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern wie vorliegend keine kantonale Behörde 

als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage 

zum Zeitpunkt seines Entscheids (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

Darüber ist vorab zu befinden (BGE 148 IV 22 E. 5.5.2). 

3.2  

3.2.1 Der Beschwerdeführer trägt vor, ihm sei von der Vorinstanz keine vor-

gängige Anhörung bzw. Äusserungsmöglichkeit gewährt worden, womit sie 

seinen Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV verletzt 

habe. Ihm sei nur Gelegenheit gegeben worden, sich zum drohenden Wi-

derruf der Niederlassungsbewilligung und der drohenden Wegweisung zu 

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äussern, nicht aber zu einem Einreiseverbot von zwölfjähriger Dauer. Er 

habe aufgrund seiner persönlichen und familiären Verhältnisse nicht mit so 

einer Dauer rechnen müssen und nicht die Gelegenheit gehabt, sich vor-

gängig dazu zu äussern und seine Argumente gegen diese völlig überra-

schende und willkürlich überrissene Dauer der Landesverweisung (ge-

meint: des Einreiseverbots) vorzubringen. Damit sei sein Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt worden. 

3.2.2 Zudem habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör verletzt, indem sie 

diverse Berichte, welche ihm eine positive Legalprognose attestieren wür-

den, gänzlich ausser Acht gelassen habe. Auch habe sie die konkrete Fest-

setzung der Dauer des Einreiseverbots nicht begründet. Damit macht er 

eine Verletzung der aus dem Gehörsanspruch fliessenden behördlichen 

Prüfungs- und Begründungspflicht geltend. 

3.2.3 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in Art. 29 ff. VwVG für das 

Bundesverwaltungsverfahren konkretisierte Anspruch auf rechtliches Ge-

hör umfasst unter anderem das Recht der Parteien, vor Erlass der Verfü-

gung angehört zu werden (Art. 30 Abs. 1 VwVG). Der Anspruch auf vor-

gängige Anhörung der Betroffenen besteht vornehmlich in Bezug auf die 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts beziehungsweise dient 

deren Einbezug in die Sachverhaltsfeststellung (vgl. WIEDERKEHR/MEYER 

/BÖHME, VwVG Kommentar, Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah-

ren und weitere Erlasse, OFK Kommentar, 2022, Art. 30 VwVG, N. 6). 

3.2.4 Weiter verlangt der Anspruch auf rechtliches Gehör von der Behörde, 

dass sie die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und 

in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt (Art. 32 Abs. 1 

VwVG). Die Begründung (Art. 35 Abs. 1 VwVG) muss so abgefasst sein, 

dass die betroffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht an-

fechten kann. Sie muss wenigstens kurz die Überlegungen darstellen, von 

denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid 

stützt. Die Anforderungen an die Begründung sind umso höher, je grösser 

der Entscheidungsspielraum der Behörde ist (BGE 142 II 324 E. 3.6). 

3.2.5 Hinsichtlich der geltend gemachten Verletzung des Anhörungsrechts 

des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass das Migrationsamt den Be-

schwerdeführer auf dem Formular, das ihm im Strafvollzug ausgehändigt 

wurde, unter Nennung der durch ihn verübten Delikte und der dadurch er-

wirkten zwölfjährigen Freiheitsstrafe darauf hinwies, dass er gemäss mig-

rationsamtlicher Feststellung eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 

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Ordnung darstelle, dass gestützt auf die festgestellten Tatsachen und seine 

Aussagen die zuständigen Behörden die Verhängung eines Einreisever-

bots in die Schweiz nach Art. 67 AIG gegen ihn prüfen könnten und dass 

er die Möglichkeit habe, sich bezüglich des eventuellen Einreiseverbots zu 

äussern. Der Beschwerdeführer verzichtete mit seiner Unterschrift explizit 

auf eine Stellungnahme. 

Nach dem Gesagten hatte er die Möglichkeit, sich zur Verhängung eines 

Einreiseverbots aufgrund seiner Delinquenz zu äussern, um Einfluss auf 

den von der Vorinstanz festgestellten diesbezüglichen Sachverhalt zu neh-

men – und hat darauf verzichtet. Dass er dies möglicherweise auch des-

halb tat, weil ihm nicht bewusst war, dass ein Einreiseverbot gemäss ge-

setzlicher Regelung für eine Dauer von bis zu 15 Jahren verfügt werden 

kann, ändert nichts daran, dass die erfolgte Gehörsgewährung grundsätz-

lich als rechtsgenügend zu qualifizieren ist. Wohl hätte das Migrationsamt 

auf dem dazu ausgehändigten Formular sinnvollerweise neben den Fern-

haltegründen nach Art. 67 Abs. 1 AIG auch den Rest jener Gesetzesbe-

stimmung – namentlich Abs. 3 zur Dauer der Fernhaltemassnahme – auf-

geführt. Dazu verpflichtet war es indes nicht. Vielmehr ist es am rechtsun-

terworfenen Beschwerdeführer, das für ihn relevante Gesetzesrecht zu 

kennen beziehungsweise sich im Bedarfsfall darüber kundig zu machen 

oder aufklären zu lassen. Anhaltspunkte, wonach ihm der Zugang zu ent-

sprechender Information und/oder anwaltlicher Beratung im Rahmen der 

Gehörsgewährung verwehrt worden wäre, sind nicht ersichtlich. Im Übri-

gen kann dem Beschwerdeführer angesichts der für seine Delinquenz ge-

gen ihn verhängten Freiheitsstrafe von zwölf Jahren auch nicht gefolgt wer-

den, wenn er auf Beschwerdeebene vorbringt, die (ebenfalls zwölfjährige) 

Dauer des verfügten Einreiseverbots habe ihn aufgrund fehlender Propor-

tionalität völlig überrascht. Eine Verletzung des Anhörungsrechts ist dem-

nach zu verneinen. Dies schliesslich gilt auch im Hinblick auf die Verschul-

dung des Beschwerdeführers, die in der angefochtenen Verfügung zwar 

einleitend in einem Satz erwähnt, im Weiteren aber nicht gewürdigt und 

mithin nicht zur Begründung des verfügten Einreiseverbots herangezogen 

wird. Damit erweist sich als hinnehmbar, dass die Schulden im Rahmen 

der Gehörsgewährung keine Erwähnung gefunden haben. 

3.2.6 Was die vorgebrachte Verletzung der Begründungspflicht betrifft, ist 

festzustellen, dass die Vorinstanz Bezug auf die strafrechtlichen Verstösse 

und die dadurch erwirkte Verurteilung zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe 

nimmt und ausführt, dass aufgrund der schwerwiegenden Taten, des un-

einsichtigen Verhaltens und der an den Tag gelegten sehr hohen 

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kriminellen Energie weiterhin von einer Rückfallgefahr und damit auch von 

einer gegenwärtigen und hinreichend schweren Gefährdung der Grundin-

teressen der Gesellschaft im Sinne von Art. 5 Anhang I des Abkommens 

über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit-

gliedstaaten (Freizügigkeitsabkommen, FZA, SR 0.142.112.681) auszuge-

hen sei. Der Beschwerdeführer stelle nur schon aufgrund der Schwere der 

begangenen Delikte eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung dar, weshalb die fünfjährige Regelhöchstdauer des 

Einreiseverbots gemäss Art. 67 Abs. 3 AIG überschritten werden dürfe und 

das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung zweifellos als erheblich ein-

zustufen sei. Auch wenn die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz 

knapp ausgefallen sind, ist im Zusammenhang mit der referenzierten De-

linquenz des Beschwerdeführers nachvollziehbar, aus welchen Gründen 

die Vorinstanz von einer qualifizierten Gefährdung der öffentlichen Sicher-

heit und Ordnung nach Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG ausgegangen ist. 

Eine sachgerechte Anfechtung des Einreiseverbots war damit ohne weite-

res möglich. Zudem kann der Vorinstanz auch nicht vorgehalten werden, 

diverse Berichte, welche dem Beschwerdeführer eine positive Legalprog-

nose attestieren würden, unberücksichtigt gelassen zu haben, zumal der 

Beschwerdeführer auf eine Stellungnahme im Rahmen des rechtlichen Ge-

hörs verzichtet hat und die entsprechenden Berichte erst auf Beschwerde-

ebene eingereicht wurden. Die Rüge betreffend Verletzung der Prüfungs- 

und Begründungspflicht erweist sich als unbegründet. 

3.3 Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass die Vorinstanz 

das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt hat. 

4.  

Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger Italiens und damit einer Ver-

tragspartei des FZA. Gemäss Art. 2 Abs. 2 AIG ist daher das ordentliche 

Ausländerrecht – bestehend aus dem AIG und seinen Ausführungsverord-

nungen – nur soweit anwendbar, als das FZA keine abweichenden Bestim-

mungen enthält oder das ordentliche Ausländerrecht günstigere Bestim-

mungen vorsieht. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 67 Abs. 1 Bst. c AIG verfügt das SEM unter Vorbehalt von 

Abs. 5 derselben Bestimmung Einreiseverbote gegenüber weggewiese-

nen ausländischen Personen, wenn diese gegen die öffentliche Sicherheit 

und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese 

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gefährden. Das Einreiseverbot wird grundsätzlich für eine Dauer von 

höchstens fünf Jahren verfügt. Es kann für eine längere Dauer verfügt wer-

den, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öf-

fentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AIG). 

5.2 Eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 AIG setzt eine qualifizierte Gefährdungs-

lage voraus. Sie darf nicht leichthin angenommen werden und kann sich 

beispielsweise aus der Hochwertigkeit der deliktisch bedrohten Rechtsgü-

ter (insbesondere Leib und Leben, körperliche und sexuelle Integrität, Ge-

sundheit), aus der Zugehörigkeit der Tat zur Schwerkriminalität mit grenz-

überschreitendem Charakter (z.B. Terrorismus, Menschen- und Drogen-

handel, organisierte Kriminalität), aus der mehrfachen Begehung (unter 

Berücksichtigung einer allfälligen Zunahme der Schwere der Delikte) oder 

aus dem Fehlen einer günstigen Prognose ergeben. Die zu befürchtenden 

Delikte müssen einzeln oder in ihrer Summe das Potenzial haben, eine 

aktuelle und schwerwiegende Gefahr zu begründen (BGE 139 II 121 

E. 6.3; BVGE 2014/20 E. 5.2). Bei schweren Straftaten muss zum Schutz 

der Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer 

Beeinträchtigungen der dadurch gefährdeten Rechtsgüter nicht in Kauf ge-

nommen werden (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 m.H.). 

5.3 Aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen kann ausnahms-

weise von der Verhängung eines Einreiseverbots abgesehen oder ein Ein-

reiseverbot aufgehoben oder suspendiert werden. Dabei sind namentlich 

die Gründe, die zum Einreiseverbot geführt haben, sowie der Schutz der 

öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die Wahrung der inneren oder 

äusseren Sicherheit der Schweiz gegenüber den privaten Interessen der 

betroffenen Person am Verzicht auf die Fernhaltemassnahme oder an de-

ren Aufhebung abzuwägen (vgl. Art. 67 Abs. 5 AIG). 

6.  

6.1 Im Anwendungsbereich des Freizügigkeitsabkommens stellt ein Einrei-

severbot nach Art. 67 AIG eine Massnahme dar, welche die Ausübung ver-

traglich zugesicherter Rechte auf Freizügigkeit – hier des Rechts auf Ein-

reise (Art. 3 FZA i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Anhang I FZA) – einschränkt. Solche 

Massnahmen sind gemäss Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA nur zulässig, wenn 

sie aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit ge-

rechtfertigt sind (Ordre-Public-Vorbehalt). Die Konkretisierung des Ordre-

Public-Vorbehalts erfolgt durch die drei Richtlinien 64/221/EWG 

(ABl. Nr. 56/850 vom 4. April 1964), 72/194/EWG (ABl. Nr. L 121/32 vom 

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26. Mai 1972) und 75/35/EWG (ABl. Nr. L 14/14 vom 20. Januar 1975) in 

ihrer jeweiligen Fassung zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Freizügig-

keitsabkommens (Art. 16 Abs. 1 FZA i.V.m. Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA) 

und die vor diesem Zeitpunkt ergangene, einschlägige Rechtsprechung 

des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaft (EuGH) (Art. 16 Abs. 2 

FZA). In diesem Sinne schränkt das Freizügigkeitsabkommen die auslän-

derrechtlichen Befugnisse nationaler Behörden bei der Handhabung aus-

länderrechtlicher Massnahmen wie des Einreiseverbots ein. 

6.2 Abweichungen vom Grundsatz des freien Personenverkehrs sind nach 

der Rechtsprechung eng auszulegen. Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA setzt aus-

ser der Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, wie sie jede Ge-

setzesverletzung darstellt, eine tatsächliche und hinreichend schwere Ge-

fährdung voraus, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt. Ob das 

der Fall ist, beurteilt sich gemäss Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 64/221/EWG 

ausschliesslich nach dem persönlichen Verhalten der betreffenden Person, 

wobei gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung eine strafrechtliche Ver-

urteilung für sich allein nicht genügt. Sie kann nur insoweit herangezogen 

werden, als die ihr zugrundeliegenden Umstände ein persönliches Verhal-

ten erkennen lassen, das eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen 

Ordnung und Sicherheit darstellt. Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA steht mit an-

deren Worten Massnahmen entgegen, die im Sinne eines Automatismus 

an vergangenes Fehlverhalten anknüpfen, und solchen, die aus Gründen 

der Generalprävention angeordnet werden. Insoweit kommt es im Unter-

schied zum Landesrecht auf das Rückfallrisiko an, wobei die in Kauf zu 

nehmende Rückfallgefahr desto geringer ist, je schwerer die möglichen 

Rechtsgüterverletzungen wiegen (vgl. BGE 139 II 121 E. 5.3 m.H.). 

6.3 Hingegen stellt Art. 5 Anhang I FZA keine strengeren Anforderungen an 

eine Fernhaltemassnahme als das nationale Recht, soweit es um das Er-

fordernis einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 AIG geht. Liegt eine solche vor, ist ein 

Einreiseverbot mit einer Dauer von mehr als fünf Jahren zulässig, unab-

hängig davon, ob der Betroffene sich auf das Freizügigkeitsabkommen be-

rufen kann oder nicht (BGE 139 II 121 E. 6.2; Urteil des BGer 2C_365/2018 

vom 1. April 2019 E. 5.1.1 m.H.). Wie sich aus den nachfolgenden Erwä-

gungen ergibt, ist vorliegend eine solche Gefahr zu bejahen. Entsprechend 

hat die Anwendbarkeit des FZA nicht zur Folge, dass an die angefochtene 

Fernhaltemassnahme ein entscheidwesentlich strengerer Prüfmassstab 

anzulegen wäre. 

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7.  

7.1 Zur Begründung des Einreiseverbots führt die Vorinstanz in der ange-

fochtenen Verfügung aus, das Verhalten des Beschwerdeführers habe 

mehrfach zu Klagen Anlass gegeben. Am 15. September 2017 sei er we-

gen Übertretung des BetmG und am 12. Februar 2018 wegen des gleichen 

Delikts verurteilt worden. Mit Urteil des Obergerichts des Kantons 

B._______ vom 4. April 2022 sei er wegen folgender Delikte zu einer Frei-

heitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden: qualifizierter Raub, versuch-

ter qualifizierter Raub, gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl, mehrfa-

che Sachbeschädigung, mehrfacher Hausfriedensbruch, qualifizierte Wi-

derhandlung gegen das BetmG, mehrfaches Führen eines Motorfahrzeugs 

unter Betäubungsmitteleinfluss und mehrfaches Führen eines Motorfahr-

zeugs ohne den erforderlichen Führerausweis. Mit diesen Verstössen habe 

er die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Das Vorgehen beim 

Raub zeuge von einiger krimineller Energie und auch den über eineinhalb 

Jahre betriebenen Kokainhandel habe er nur aufgrund der Verhaftung ge-

stoppt. Er habe 65 Fahrten unter Betäubungsmitteleinfluss und ohne erfor-

derlichen Führerausweis unternommen. Es bestehe ein spezialpräventiv 

begründetes gewichtiges Interesse an einer Fernhaltung, um künftige Stö-

rungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu verhindern. Aufgrund 

des bisherigen Verhaltens und der hohen kriminellen Energie sei von einer 

Rückfallgefahr auszugehen und damit auch von einer gegenwärtigen und 

hinreichend schweren, die Grundinteressen der Gesellschaft berührenden 

Gefährdung im Sinne von Art. 5 Anhang I FZA. Auch habe er eine Anlasstat 

für die Landesverweisung gemäss Art. 66a Abs. 1 des Strafgesetzbuches 

(StGB, SR 311.0) begangen und wäre gemäss Art. 121 BV aus der 

Schweiz zu verweisen gewesen. Der schwerwiegende Verstoss gegen die 

Rechtsordnung bringe ein erhebliches migrationsrechtliches Verschulden 

mit sich. Der Beschwerdeführer habe sich weder von Bussen noch von un-

bedingten Geldstrafen beeindrucken lassen und während laufender Probe-

zeit erneut delinquiert, womit er eine krasse Gleichgültigkeit gegenüber der 

hiesigen Rechtsordnung gezeigt habe. Es sei daher von einer sehr ungüns-

tigen Legalprognose auszugehen. Wegen der Schwere der Delikte dürfe 

die fünfjährige Höchstregeldauer überschritten werden und es bestehe ein 

erhebliches öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung. Während der 

Dauer des Einreiseverbots könne er sich gemäss Bundesgerichtsurteil 

1C_537/2021 vom 13. März 2023 bezüglich Einreise in die und Aufenthalt 

in der Schweiz nicht mehr auf das Freizügigkeitsrecht berufen. 

Auch unter Berücksichtigung seiner Kinder und seiner familiären Situation 

überwiege das öffentliche Interesse an einer längerfristigen 

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Fernhaltemassnahme und der öffentlichen Sicherheit seine privaten Inte-

ressen an einer ungehinderten Einreise in die Schweiz. Es sei seiner Ehe-

frau und seinen Kindern, welche ebenfalls EU-Bürger seien, möglich, ihn 

über die Grenze in Italien zu besuchen. Zudem könne er seine Kontakte 

durch moderne Kommunikationsmittel pflegen. Ihm stehe gemäss Art. 67 

Abs. 5 AIG die Möglichkeit offen, aus wichtigen Gründen mittels begründe-

tem Gesuch die zeitweilige Suspension des Einreiseverbots zu beantra-

gen. Die zusätzlichen Erschwernisse bei der Kontaktpflege habe er seinem 

eigenen Verhalten zuzurechnen. Dafür spreche angesichts seiner Verurtei-

lung zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe auch die «Zweijahresregel» des Bun-

desgerichts im Urteil 6B_694/2023 vom 6. Dezember 2023, wonach es bei 

einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr aus-

serordentlicher Umstände bedürfe, damit die privaten Interessen die öffent-

lichen an einer Ausweisung überwögen. Zwar sei der Beschwerdeführer in 

der Schweiz geboren und habe sich lange hier aufgehalten, dieser Aspekt 

veranlasse aber nicht dazu, von einer Fernhaltemassnahme abzusehen. 

Es sei ihm zuzumuten, sich im Heimatstaat eine Existenz aufzubauen. Er 

habe während längerer Zeit ausserhalb der Schweiz zu beweisen, dass er 

gewillt und fähig ist, sich in Zukunft an die geltende Rechtsordnung zu hal-

ten. 

7.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen in seiner Beschwerde ein, die 

Vorinstanz habe bei der Interessensabwägung die Kriterien des Europäi-

schen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) nicht oder nur ungenü-

gend angewendet, womit sie Art. 8 EMRK verletzt habe. Sie gehe haupt-

sächlich auf die Schwere der Straftaten und nur ungenügend auf die and-

ren Punkte – insbesondere Dauer des Aufenthalts in der Schweiz, die fa-

miliäre Situation sowie die seit der Straftat vergangene Zeit – ein. Der Be-

schwerdeführer sei in der Schweiz geboren und habe 38 Jahre hier gelebt. 

Ein zwölfjähriges Einreiseverbot würde nicht nur die Beziehung zu seinen 

Kindern und zur restlichen Familie, sondern auch viele Freundschaften er-

schüttern. Auch während seiner Haftzeit habe er zu seinen drei minderjäh-

rigen Kindern ein gutes Verhältnis gehabt. Die Kinder seien auf eine Vater-

figur angewiesen und ein zwölfjähriges Einreiseverbot sei schädlich für das 

Kindswohl. Er werde keine Möglichkeit erhalten, am Leben seiner Kinder 

so teilzuhaben, wie es dem Kindswohl entsprechen würde. Aufgrund des 

schulpflichtigen Alters der Kinder stelle es keine Option dar, dass seine Ex-

Ehefrau mit ihnen das Land verlasse. Sodann wolle er sich aktiv von seiner 

kriminellen Vergangenheit abgrenzen. Alle Berichte im Zusammenhang mit 

der bedingten Haftentlassung würden ihm eine gute beziehungsweise po-

sitive Legalprognose einräumen. Er erfülle das Kriterium der 

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Seite 12 

schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht, 

weshalb das Einreiseverbot für maximal fünf Jahre ausgesprochen werden 

könne. Diverse Berichte, welche ihm eine positive Legalprognose attestie-

ren würden, seien ausser Acht gelassen und es sei zu Unrecht von einer 

ungünstigen Legalprognose ausgegangen worden. Der fundierte Vollzugs-

bericht der Justizvollzugsanstalt (nachfolgend: JVA) C._______ vom 

27. Februar 2024 beziehe sich auf die gesamte Haftdauer und aus diesem 

ergebe sich, dass er keine Probleme gehabt habe, sich an Weisungen und 

Regeln zu halten, und sich in der Zusammenarbeit stets kooperativ gezeigt 

und sich an Termine und Vereinbarungen gehalten habe. Im Rahmen eines 

internen Trainingsprogramms habe er geübt, Risikosituationen zu erken-

nen und ein breites Verhaltensrepertoire zur Lösung von Problemen erar-

beitet. Er habe eingesehen, dass er in der Vergangenheit viele Fehler ge-

macht habe und bereue seine Taten. Zudem wolle er abstinent von jegli-

chen illegalen Substanzen leben. Er habe stets Besuch von Angehörigen 

und seinen Kindern erhalten. Er wolle seine Energie künftig auf seine Fa-

milie und die Arbeit konzentrieren und zu seinem früheren prokriminellen 

Umfeld habe er keinen Kontakt mehr. Er wolle seine Schulden tilgen durch 

die Aufnahme eines Darlehens bei seinem Bruder. Aus seinen Beziehungs- 

und Sachurlauben sowie aus Besuchsgängen sei er stets pünktlich zurück-

gekehrt und habe damit bereits kurzfristig bewiesen, dass er nicht mehr 

von krimineller Energie angetrieben sei und er kein Risiko für die Sicherheit 

und Ordnung darstelle. Entsprechend habe eine durchwegs positive Legal-

prognose erhalten. Auch habe er während seiner Haft an einer ambulanten 

Psychotherapie teilgenommen. Die begangenen Delikte seien aufgearbei-

tet worden mit dem Ziel, das Rückfallrisiko zu reduzieren. Er habe sich frei-

willig in Therapie begeben und sein Leben und seine Lebenseinstellung 

grundlegend geändert. Es bestehe gemäss Bericht nicht nur Einsicht, son-

dern auch Veränderungsmotivation. So sei ihm eine geringe Rückfallgefahr 

attestiert worden. Das verhängte Einreiseverbot sei nicht verhältnismässig 

und angemessen. Mit der beantragten Reduktion auf fünf Jahre bleibe ge-

nügend Zeit, um zu beweisen, dass er gewillt und fähig sei, sich in Zukunft 

an die geltende Rechtsordnung zu halten. 

7.3 In der Vernehmlassung vom 4. Juli 2024 führt die Vorinstanz aus, der 

Beschwerdeführer sei auch nach der ausländerrechtlichen Verwarnung 

weiter straffällig geworden. Gemäss Urteil des Obergerichts B._______ 

habe er nach dem Raubüberfall einen weiteren Raub begehen wollen und 

er habe eine geladene Waffe getragen und diese abgefeuert. Während des 

Vollzugverlaufs habe er mehrfach sanktioniert werden müssen und weise 

nach wie vor Bagatellisierungstendenzen betreffend seine Taten auf. Das 

F-3128/2024 

Seite 13 

Wohlverhalten während des Vollzugs lasse keine verlässlichen Rück-

schlüsse auf sein Verhalten in Freiheit zu und gemäss BGE 137 II 233 

E. 5.2.2 komme dem Wohlverhalten während des Vollzugs und der beding-

ten Entlassung im ausländerrechtlichen Administrativverfahren keine aus-

schlaggebende Bedeutung zu. Es sei für die Legalprognose im Ausländer-

recht ein strengerer Massstab anzuwenden. In Anbetracht der begangenen 

Delikte müsse selbst ein geringes Risiko gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nicht hingenommen werden. Seine Taten würden (nach 

Massgabe von Art. 121 BV) vom Verfassungsgeber als besonders verwerf-

lich betrachtet und zum Verlust eines jeden Aufenthaltsrechts und zu einem 

obligatorischen Einreiseverbot von 5-15 Jahren führen. 

7.4 Mit Replik vom 16. August 2024 bringt der Beschwerdeführer ergän-

zend zur Beschwerde vor, es sei nicht ausreichend für die Wahrung von 

Art. 8 EMRK, wenn er mit seinen Kindern über Skype kommuniziere, sie 

ab und zu in Italien zu Besuch kämen oder sein Einreiseverbot kurzzeitig 

suspendiert werde. Die Kinder seien derart in der Schweiz verwurzelt, dass 

es ihnen nicht zumutbar sei, längere Zeit bei ihm im Ausland zu verbringen. 

Im Rahmen von Art. 8 EMRK seien auch die Interessen der Kinder zu be-

achten. Im Strafvollzug habe er zu Beginn Schwierigkeiten gehabt, habe 

sich aber seither verändert und wolle sich aktiv von seiner kriminellen Ver-

gangenheit abgrenzen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die bei der 

Prüfung der vorzeitigen Entlassung erstellte Prognose nicht auch vorlie-

gend relevant sei. Er habe sich während seiner Hafturlaube korrekt verhal-

ten und sei pünktlich zurückgekehrt. Auch die (strafvollzugsrechtliche) 

Feststellung bezüglich Drogen- und Glücksspielabstinenz und dass keine 

Hinweise auf Frustrationsintoleranz, deliktsfördernde Ansichten und prokri-

minelles Verhalten bestünden, könne auf sein Leben in Freiheit übertragen 

werden. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Berichte, die ihm al-

lesamt eine positive Legalprognose attestierten, nicht berücksichtigt wer-

den sollten. Aufgrund dieser Prognose könne nicht davon ausgegangen 

werden, dass von ihm noch eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung ausgehe, was aber für eine Verhängung eines Ein-

reiseverbots von mehr als fünf Jahren zwingend sei. 

8.  

8.1 Gemäss Aktenlage wurde der Beschwerdeführer in der Schweiz insbe-

sondere wie folgt strafrechtlich verurteilt: 

- Urteil des Bezirksgerichts D._______, Jugendgericht, vom 10. Sep-

tember 2002: Zwölf Monate Einschliessung, bedingt vollziehbar, 

F-3128/2024 

Seite 14 

wegen qualifizierten Raubs, bandenmässigen Diebstahls, einfacher 

Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Wider-

handlung gegen das BetmG, das Waffengesetz und das Strassenver-

kehrsgesetz; 

- Strafbefehl vom 28. Januar 2013 der Staatsanwaltschaft E._______: 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen und Busse von Fr. 200.– wegen Über-

tretung des BetmG und Strassenverkehrsdelikten; 

- Strafbefehl vom 10. Juli 2013 der Staatsanwaltschaft Abteilung 2 

F._______: Geldstrafe von 150 Tagessätzen, davon 75 Tagessätze 

bedingt, bei einer Probezeit von vier Jahren und Busse von Fr. 600.– 

wegen falscher Anschuldigung, Verletzung der Verkehrsregeln und 

Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons G._______ vom 

15. September 2017: Busse von Fr. 100.– wegen Übertretung des 

BetmG; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons G._______ vom 

12. Februar 2018: Busse von Fr. 100.– wegen Übertretung des 

BetmG; 

- Urteil des Obergerichts des Kantons B._______ vom 4. April 2022: 

Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen qualifizierten Raubs (began-

gen am 6. März 2012), versuchten qualifizierten Raubs (begangen am 

28. März 2012), mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne er-

forderlichen Führerausweis und unter Betäubungsmitteleinfluss (Be-

gehungszeiten: 26. März 2015 bis 4. Mai 2015), gewerbs- und ban-

denmässigen Diebstahls (Begehungszeiten: 23. Dezember 2014 bis 

3. März 2015), qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG (Bege-

hungszeiten: November 2013 bis Mai 2015), mehrfacher Sachbeschä-

digung (Begehungszeiten: 6. März 2012, 28. März 2012, 23. Dezem-

ber 2014 bis 3. März 2015) und mehrfachen Hausfriedensbruchs (Be-

gehungszeiten: 23. Dezember 2014 bis 3. März 2015). 

8.2 Mit seinen Straftaten hat der Beschwerdeführer die öffentliche Sicher-

heit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 1 Bst. c AIG verletzt und einen 

Fernhaltegrund gesetzt, was von ihm auch nicht in Abrede gestellt wird. 

 

 

F-3128/2024 

Seite 15 

8.3  

8.3.1 Zu prüfen bleibt, ob die Gefahr, die der Beschwerdeführer für die öf-

fentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz darstellt, als schwerwie-

gend im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG einzustufen ist. 

8.3.2 Das Obergericht des Kantons B._______ hatte in seinem Urteil vom 

4. April 2022 festgehalten, dass der Beschwerdeführer beim Raubüberfall 

am 6. März 2012 auf eine Tankstelle eine Schreckschusspistole und einer 

der zwei Mittäter eine echte Pistole mit sich führte. Aus der geladenen ech-

ten Pistole wurde ein Schuss abgegeben, was dem Beschwerdeführer als 

Mittäter zugerechnet wurde. Beim qualifizierten versuchten Raub vom 

28. März 2012 auf ein Restaurant führte der Beschwerdeführer eine durch-

geladene Waffe mit sich und feuerte nach einem Handgemenge mit einem 

Angestellten einen Schuss ab, der dessen Kopf nur knapp verfehlte. Damit 

habe er eine konkrete Lebensgefahr für diesen und für die übrigen anwe-

senden Personen verwirklicht, was von einiger krimineller Energie zeuge. 

Sein Tatverschulden beurteilte das Gericht als mittelschwer bis schwer. Er 

habe sich von seinen bisherigen Verurteilungen völlig unbeeindruckt ge-

zeigt, was auf Uneinsichtigkeit schliessen lasse. Weiter hat der Beschwer-

deführer während zweieinhalb Monaten von Dezember 2014 bis März 

2015 gewerbs- und bandenmässig neun Einbruchsdiebstähle (wovon ei-

nen als Versuch) begangen. Die in diesem Zusammenhang begangenen 

Sachbeschädigungen führten zu einem Sachschaden von über 

Fr. 40'000.–. Er hat zudem während eineinhalb Jahren Kokainhandel be-

trieben und diesen nur aufgrund seiner Verhaftung gestoppt. Schliesslich 

hat er 65 Fahrten unter Betäubungsmitteleinfluss und ohne über den erfor-

derlichen Führerausweis zu verfügen unternommen, woraus das Oberge-

richt auf eine extreme Gleichgültigkeit gegenüber den herrschenden Ge-

setzen und der Sicherheit der weiteren Verkehrsteilnehmer schloss. 

8.3.3 Die Konkordatliche Fachkommission erachtete eine bedingte Entlas-

sung aus dem Strafvollzug am 20. Februar 2023 für verfrüht (BVGer-act. 5 

Beilage 4), wobei ungünstig ins Gewicht fiel, dass bisher keine Deliktsbe-

arbeitung stattgefunden habe und der Beschwerdeführer keine Therapie-

bereitschaft auf freiwilliger Basis besitze. Dem Vollzugsbericht vom 30. Mai 

2023 der JVA C._______ (BVGer-act. 5 Beilage 1) ist zu entnehmen, dass 

das Verhalten des Beschwerdeführers zu keinen Beanstandungen geführt 

habe, jedoch werde die bedingte Entlassung für verfrüht erachtet. Mit Ver-

fügung vom 12. Juni 2023 des Amts für Justizvollzug H._______ 

(BVGer-act. 5 Beilage 2) wurde dem Beschwerdeführer die bedingte Ent-

lassung aus dem Strafvollzug gestützt auf den genannten Vollzugsbericht 

F-3128/2024 

Seite 16 

vom 30. Mai 2023 und die Beurteilung der Konkordatlichen Fachkommis-

sion vom 20. Februar 2023 verweigert. 

8.3.4 Aus dem Vollzugsbericht der JVA C._______ vom 16. Oktober 2023 

(BVGer-act. 5 Beilage 3) geht hervor, dass der Beschwerdeführer Termine 

und Vereinbarungen sowie Weisungen und Regelungen einhalte und sich 

kollegial, hilfsbereit und korrekt gegenüber Miteingewiesenen verhalte. Seit 

dem 6. Juni 2023 werde er im Arbeitsprozess im Bereich Kleintierhaltung 

eingesetzt und die Zusammenarbeit gestalte sich angenehm. Seit dem 

4. August 2023 nehme er freiwillig an einer vollzugsbegleitenden Therapie 

teil und er habe von Juli bis September 2023 an einem intern durchgeführ-

ten Trainingsprogramm teilgenommen. An acht Besuchssonntagen habe 

er Besuch von seiner Familie erhalten und nutze oft das Angebot der Vide-

otelefonie. Seit der Urlaubsberechtigung am 27. Mai 2023 habe er vier Be-

ziehungs- und drei Sachurlaube und seit der Ausgangsberechtigung am 

28. Mai 2023 fünf Besuchsausgänge wahrgenommen. Von den Ausgängen 

und Urlauben sei er immer pünktlich und in korrektem Zustand zurückge-

kehrt. Es sei während der Vollzugsöffnungen zu keinen Auffälligkeiten ge-

kommen und eine nächste Vollzugsöffnung in Form eines Arbeitsexterna-

tes oder gegebenenfalls einer bedingten Entlassung könne befürwortet 

werden. Auch zeige er Bereitschaft, sich mit seinen Delikten und Risikofak-

toren auseinanderzusetzen und die Therapie nach Übertritt in die nächste 

Vollzugsstufe weiterzuführen. 

8.3.5 Gemäss der Beurteilung der Konkordatlichen Fachkommission vom 

3. April 2024 (BVGer-act. 5 Beilage 5 bzw. Beilage zu BVGer-act. 7) habe 

der Beschwerdeführer im Verlauf des Vollzugs mehrfach diszipliniert wer-

den müssen wegen Besitzes von Cannabis, eines Mobiltelefons und meh-

rerer USB-Sticks, teilweise mit pornographischem Material, sowie wegen 

Alkoholkonsums (letzte Disziplinierung am 6. November 2023 wegen Alko-

holkonsums). Es liege ein früher Delinquenzbeginn vor, der Beschwerde-

führer habe bereits im Alter von 14 bis 15 Jahren vier bewaffnete Raub-

überfälle begangen. Kriminelle Verhaltensmuster seien bei ihm eingeschlif-

fen und es seien dissoziale Persönlichkeitszüge sowie deliktsfördernde An-

sichten und Einstellungen erkennbar. Auch lägen Hinweise auf eine delikt-

relevante Spielleidenschaft vor. Bisherige Verurteilungen hätten ihn nicht 

davon abgehalten, erneut zu delinquieren, womit ein deutliches Locke-

rungs- und Bewährungsversagen zu konstatieren sei. Es sei fraglich, ob er 

eine differenzierte Einsicht in die Risikoeigenschaft der Dissozialität erlan-

gen könne. Günstig zu werten sei die Drogenabstinenz seit 2021 und dass 

mittlerweile eine Deliktsaufarbeitung stattfinde. Er zeige jedoch nach wie 

F-3128/2024 

Seite 17 

vor Bagatellisierungs- und Externalisierungstendenzen und rechtfertige 

sein deliktisches Verhalten. Eine intrinsisch motivierte Verantwortungs-

übernahme sei trotz finanzieller Wiedergutmachungsleistungen an die Op-

ferhilfe B._______ nicht erkennbar. Der Beschwerdeführer habe sich nach 

Zustellung der letzten Beurteilung für eine freiwillige ambulante Therapie 

angemeldet. Es sei davon auszugehen, dass seine Teilnahme daran seit 

dem 4. August 2023 eher extrinsisch motiviert sei und primär strategische 

Überlegungen im Hinblick auf die bedingte Entlassung ausschlaggebend 

seien. Er verfüge über intakte familiäre Beziehungen, jedoch hätten diese 

ihn in der Vergangenheit nicht davon abgehalten, wiederholt straffällig zu 

werden. Die tatzeitnahen Risikofaktoren lägen weiterhin vor, jedoch liessen 

sich diese durch die Fortsetzung des Vollzugs der Freiheitsstrafe nicht wei-

ter positiv beeinflussen. Es sei anzunehmen, dass die weitere Strafverbüs-

sung nicht zur Vermeidung etwaiger Straftaten tauge, weshalb empfohlen 

werde, den Beschwerdeführer unter der Voraussetzung einer unmittelbar 

an den Strafvollzug anschliessenden kontrollierten Ausreise aus der 

Schweiz bedingt zu entlassen. 

8.3.6 Im Vollzugsbericht vom 27. Februar 2024 der JVA C._______ 

(BVGer-act. 1 Beilage 4) wird ergänzend zum Bericht vom 16. Oktober 

2023 (vgl. E. 8.3.4) festgehalten, dass bislang 15 Therapiesitzungen im 

ambulanten Setting stattgefunden hätten. Der Beschwerdeführer spreche 

mit dem zuständigen Sozialarbeiter offen über die begangenen Delikte und 

habe den Vorgang des einen Überfalls, bei welchem er einen Warnschuss 

abgegeben habe, erläutert. Er habe einen Schuss zu seinem Schutz abge-

geben, da die Personen mit Messern auf ihn losgegangen seien. Seit dem 

letzten Vollzugsbericht hätten drei weitere Beziehungs- und fünf weitere 

Sachurlaube sowie fünf weitere Besuchsausgänge stattgefunden. Die 

nächste Vollzugsöffnung in Form einer bedingten Entlassung könne befür-

wortet werden, sofern er eine geregelte Tagesstruktur vorweisen könne 

und unter der Voraussetzung einer kontrollierten oder selbstständigen Aus-

reise aus der Schweiz. Er plane, sich nach dem Entscheid bezüglich Weg-

weisung in Deutschland niederzulassen und dort in einer eigens für ihn er-

richteten Zweigniederlassung des Personalvermittlungsbüros seines Bru-

ders tätig zu sein, womit er seine finanzielle Existenz voraussichtlich si-

chern könne. Im angrenzenden Ausland könnte er seine bestehenden Kon-

takte aufrechterhalten. 

8.3.7 Im Therapieverlaufsbericht vom 8. März 2024 (BVGer-act. 1 Bei-

lage 5) des behandelnden Psychotherapeuten wird von wöchentlichen 

Therapiesitzungen und bislang 24 Sitzungen im Einzelsetting berichtet. 

F-3128/2024 

Seite 18 

Das Therapieziel liege in der Reduktion der Rückfallwahrscheinlichkeit für 

einschlägige Delikte. Der Beschwerdeführer arbeite intrinsisch motiviert an 

den deliktorientierten Themen und bringe auch eigene Themen in die The-

rapie ein. Es bestehe Veränderungsmotivation und Einsicht, auch habe er 

den Konsum illegaler Substanzen seit dem Strafantritt sistiert. In der The-

rapie seien die in seiner Persönlichkeit verankerten Risikofaktoren heraus-

gearbeitet sowie die Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach einer 

Haftdauer von acht Jahren thematisiert worden. Er werde im Ferienhaus 

der Eltern in Italien im Homeoffice für die Firma des Bruders arbeiten. In 

einem zweiten Schritt wolle er sich in I._______, Deutschland, niederlas-

sen und dort im Büro des Bruders arbeiten. So könne er in der Nähe seiner 

Kinder und Familie sein. Die Rückfallgefahr wurde gegenüber einem Gut-

achten aus dem Jahr 2017 als im Vergleich geringer eingestuft. Darüber 

hinaus könne eine prognostische Einschätzung nur in einem überschauba-

ren und bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung eines definierten 

Empfangsraums getroffen werden. 

8.3.8 Mit seinen zahlreichen Verstössen gegen das Gesetz hat der Be-

schwerdeführer eine erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber dem gel-

tenden Recht demonstriert. Zudem hat er schwerwiegende Delikte began-

gen und insbesondere durch den Raub mit gefährlicher Waffe sowie den 

versuchten qualifizierten Raub – bei beiden Vorfällen wurden Schüsse ab-

gegeben – Leib und Leben Dritter in erheblicher Art und Weise beeinträch-

tigt beziehungsweise gefährdet. Zudem gehören Raub, Einbruchdiebstahl 

und qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG seit dem 1. Oktober 

2016 allesamt zu den gesetzlichen Anlasstaten, welche bei Begehung 

nach jenem Zeitpunkt jeweils zu einer obligatorischen Landesverweisung 

für eine Dauer von 5–15 führen würden (Art. 66a Abs. 1 Bstn. c, d und o 

StGB; vgl. auch Art. 121 Abs. 3 Bst. a und Abs. 5 BV). Auch wenn diese 

Regelung auf den Beschwerdeführer nicht anwendbar ist, muss im Rah-

men der Interessenabwägung berücksichtigt werden, dass der Verfas-

sungs- und Gesetzgeber die von ihm begangenen Delikte als besonders 

verwerflich erachtet. Dieser Wertung ist in den Schranken des übrigen Ver-

fassungs- und Völkerrechts Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des BGer 

2C_365/2018 vom 1. April 2019 E. 5.4.1 m.H.). 

Wenn der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene einwendet, er habe 

aus seinen Fehlern gelernt, ist vorab festzuhalten, dass aufgrund seiner 

äusserst umfangreichen und zu einem erheblichen Teil schwerwiegenden 

Delinquenz, mit der er als Jugendlicher begann und die bis zu seiner Ver-

haftung im Jahr 2015 andauerte, die Anforderungen an die 

F-3128/2024 

Seite 19 

rechtsgenügende Darlegung eines für die Beurteilung des Rückfallrisikos 

relevanten Gesinnungs- und Persönlichkeitswandels in seinem Fall beson-

ders hoch anzusetzen sind. Dass ihn sodann auch die zwölfjährige Frei-

heitsstrafe nicht davon abgehalten hat, während der Haft noch zwei weitere 

Übertretungen des BetmG (zuletzt 2018) zu begehen, spricht dagegen, 

ihm Einsicht in das Unrecht seines deliktischen Lebenswandels zu attes-

tieren, vermag aber angesichts des langen Zurückliegens und der relativen 

Geringfügigkeit der Übertretungsdelikte nicht den Ausschlag zu geben. Mit 

Verfügung vom 12. Juni 2023 wurde ihm die bedingte Entlassung verwei-

gert. Einen Monat später stellte er, erstmals nach acht Jahren Haft, einen 

Antrag auf vollzugsbegleitende freiwillige Psychotherapie. Diese zeitliche 

Abfolge legt – wie bereits durch die Konkordatliche Fachkommission fest-

gestellt (E. 8.3.5) – den Schluss nahe, dass der Beschwerdeführer die The-

rapie primär als Reaktion auf die Verweigerung der bedingten Entlassung 

und im Hinblick auf die nächste dahingehende Beurteilung aufgenommen 

hat, zeigte er doch in den vorangehenden acht Jahren Haft keinerlei The-

rapiebereitschaft. Obwohl der Beschwerdeführer sich während der Haft 

weitestgehend korrekt verhalten hat und die schwersten Delikte, die Raub-

überfälle, mittlerweile zwölf Jahre zurückliegen, wurde ihm – entgegen sei-

nen Vorbringen im vorliegenden Beschwerdeverfahren – in keinem der Be-

richte eine günstige Legalprognose gestellt. Vielmehr wurde die Rückfall-

gefahr vom behandelnden Psychologen lediglich im Vergleich zum 

Jahr 2017 als reduziert beurteilt, wobei eine weitere Prognose nur in einem 

überschaubaren und bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung eines 

definierten Empfangsraums getroffen werden könne. Selbst wenn er sich 

während der Zeit der Unfreiheit tadellos verhalten hätte, könnte er daraus 

nichts Entscheidendes zu seinen Gunsten ableiten. Denn aufgrund der un-

terschiedlichen Zielsetzung des Straf- und Ausländerrechts kommt im aus-

länderrechtlichen Administrativverfahren weder dem Wohlverhalten wäh-

rend des eng überwachten und betreuten Strafvollzugsalltags noch der Ge-

währung einer bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug eine ausschlag-

gebende Bedeutung zu (vgl. dazu BGE 137 II 233 E. 5.2.2 m.H.). 

Nach seiner bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug am 22. April 2024 

musste der Beschwerdeführer die Schweiz als Folge des Widerrufs seiner 

Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung unverzüglich verlassen. 

Die seit der Haftentlassung verstrichene Zeit ist viel zu kurz, als dass unter 

den gegebenen Umständen selbst bei einwandfreiem Verhalten des Be-

schwerdeführers davon ausgegangen werden könnte, die zuvor gegebene 

qualifizierte Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sei inzwi-

schen weggefallen. Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer nach 

F-3128/2024 

Seite 20 

ausländerrechtlichem Massstab weiterhin eine negative Legalprognose zu 

stellen. Es besteht ein aus ausländerrechtlicher Perspektive erhebliches 

Risiko, dass er auch in Zukunft weiter delinquiert und dabei wiederum ge-

wichtige Rechtsgüter beeinträchtigt. Aufgrund der Schwere und des Um-

fangs seiner Delinquenz ist das verbleibende Risiko zum Schutz der Öf-

fentlichkeit ausländerrechtlich nicht hinzunehmen (vgl. oben E. 5.2). 

8.3.9 Bei gesamthafter Betrachtung seines Verhaltens stellt der Beschwer-

deführer demnach weiterhin eine schwerwiegende Gefahr für die öffentli-

che Sicherheit und Ordnung der Schweiz im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zwei-

ter Satz AIG dar. Damit erweist sich der Erlass einer über die Höchstdauer 

hinausgehenden Entfernungsmassnahme als begründet und die Vo-

rinstanz war grundsätzlich nicht an die reguläre Dauer von fünf Jahren ge-

bunden. Gleichsam sind die Voraussetzungen für eine Beschränkung von 

Freizügigkeitsrechten gemäss Art. 5 Anhang I FZA erfüllt (vgl. E. 6.3). 

9.  

9.1 Der Bestand und die Dauer des Einreiseverbots sind in jedem Fall unter 

dem Blickwinkel der Verhältnismässigkeit staatlichen Handelns (Art. 5 

Abs. 2 BV) zu überprüfen. Abstufungen betreffend die Dauer ergeben sich 

aus der wertenden Abwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der 

Fernhaltung und den privaten Interessen, welche die betroffene Person an 

der Aufhebung oder zeitlichen Beschränkung der Massnahme hat 

(BVGE 2016/33 E. 9.2; 2014/20 E. 8.1). Ausgangspunkt der Überlegungen 

bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Be-

sonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Ver-

hältnisse der betroffenen ausländischen Person (vgl. Art. 96 Abs. 1 und 

Art. 67 Abs. 5 AIG; Urteil des BVGer F-1419/2020 vom 11. August 2020 

E. 3.4; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 

2020, Rz. 555 ff.). 

9.2 Wie dargelegt, stellt der Beschwerdeführer aufgrund der Schwere und 

Anzahl seiner Delikte sowie des ihm weiterhin zu attestierenden Rückfall-

risikos eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung dar. Es besteht somit ein grosses öffentliches Interesse an einer län-

ger dauernden Fernhaltemassnahme. Zur näheren Begründung wird auf 

die vorstehenden Erwägungen verwiesen. 

9.3  

9.3.1 Als private Interessen an der beantragten zeitlichen Reduktion des 

Einreiseverbots führt der Beschwerdeführer an, seine Kinder, 

F-3128/2024 

Seite 21 

Familienangehörigen und Freunde lebten in der Schweiz. Zudem sei er in 

der Schweiz geboren und habe sein ganzes bisheriges Leben, mithin über 

38 Jahre, hier gelebt. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass allfällige Ein-

schränkungen des Privat- und Familienlebens in erster Linie durch den Wi-

derruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung begründet sind. 

Dies gilt namentlich für den Umstand, dass er seinen zeitlebens gewohnten 

Aufenthalt in der Schweiz erstmals hat aufgeben müssen. Auch die Pflege 

regelmässiger persönlicher Kontakte zu seinen hier lebenden Familienan-

gehörigen und Freunden scheitert bereits am fehlenden Anwesenheits-

recht des Beschwerdeführers in der Schweiz (vgl. etwa Urteil des BVGer 

F-4247/2021 vom 2. August 2023 E. 7.2.2). 

Zu beurteilen bleibt, inwieweit die durch das Einreiseverbot bewirkte zu-

sätzliche Erschwernis ein privates Interesse an der zeitlichen Reduktion 

der Fernhaltemassnahme begründet. Dabei ist das übergeordnete Inte-

resse der passiv verfahrensbetroffenen Kinder zu berücksichtigen und sind 

diese angemessen ins Verfahren einzubeziehen (Art. 3 und 12 des Über-

einkommens über die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 [Kin-

derrechtskonvention, KRK, SR 0.107]).  

9.3.2 Der Beschwerdeführer ist – wie seine Ehefrau und seine Kinder – 

italienischer Staatsbürger und hält sich aktuell im Nachbarland Italien auf. 

Den Akten ist zudem zu entnehmen, dass er beabsichtigt, seinen Wohnsitz 

ins grenznahe I._______, Deutschland, zu verlegen, wo er für die Perso-

nalvermittlungsfirma seines Bruders arbeiten werde. Gemäss Aktenlage 

besteht zur Kindsmutter, mit welcher er sich aktuell gemäss eigenen Anga-

ben in Trennung befindet, ein gutes Verhältnis und die Kinder (geb. 2009, 

2010 und 2014) haben ihn während der Haft mehrmals besucht und mit 

ihm über Videoanruf telefoniert. Entsprechend ist davon auszugehen, dass 

zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern eine gute und – so-

weit unter den Umständen seiner achtjährigen Inhaftierung möglich – enge 

Beziehung besteht. Folglich ist den Kindern ein erhebliches Interesse zu 

attestieren, baldmöglichst wieder ungehinderten Besuchskontakt mit ihrem 

Vater zu haben. Ihr Interesse ist mithin gleichläufig mit demjenigen des Be-

schwerdeführers. Sodann geht, wie sich aus den nachfolgenden Feststel-

lungen ergibt, der relevante Sachverhalt rechtsgenügend aus den Akten 

hervor. Es erscheint daher zur rechtsgenügenden Feststellung des Kinds-

interesses nicht erforderlich, die Kinder schriftlich oder mündlich zu befra-

gen (vgl. BGE 147 I 149 E. 3.2; 144 II 1 E. 6.5; Urteil des BVGer 

F-773/2024 vom 13. Februar 2024 E. 4.2 m.w.H.). Solches wird denn auch 

nicht beantragt.  

F-3128/2024 

Seite 22 

9.3.3 Durch seinen Aufenthalt im grenznahen Ausland ist es den Kindern 

und Angehörigen sowie Freunden des Beschwerdeführers möglich, ihn 

dort zu besuchen. Den Kindern dürften trotz ihrer Schulpflicht Besuche 

beim Vater im Umfang eines üblichen Besuchsrechts möglich sein – ange-

sichts ihres Alters auch ohne erheblichen Aufwand seitens der sie betreu-

enden Kindsmutter. Ergänzend lässt sich der Kontakt via moderne Kom-

munikationsmittel pflegen. Ferner kann das SEM das Einreiseverbot auf 

Gesuch hin ausnahmsweise aus humanitären oder anderen wichtigen 

Gründen vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AIG), was praxisgemäss 

grundsätzlich auch zur Wahrnehmung von Familienbesuchen in Betracht 

kommt (vgl. Ziff. 8.10.1.4 der Weisungen und Erläuterungen Ausländerbe-

reich des SEM, online abrufbar unter: www.sem.admin.ch > Publikationen 

und Service > I. Ausländerbereich, Stand: 1. Januar 2025). Die vorüberge-

hende Einschränkung der Kontaktpflege zu seinen Kindern hat der Be-

schwerdeführer – auch in der verfügten langen Dauer – diesen gegenüber 

selbst zu verantworten und seinerseits in Kauf zu nehmen. Dies umso 

mehr, als ihn die Existenz der Kinder in der Vergangenheit nicht davon ab-

gehalten hat, schwerwiegend und vielfach wiederholt straffällig zu werden. 

Anzumerken bleibt, dass selbst bei einer massiven Reduktion des Einrei-

severbots auf eine Dauer von fünf Jahren, wie sie der Beschwerdeführer 

beantragt, zwei der drei Kinder bei deren Ablauf im Jahr 2029 volljährig 

wären und sich das dritte (geb. […]) mit 15 Jahren in einem Alter befände, 

in dem es den Kontakt zu seinem im grenznahen Ausland befindlichen Va-

ter zunehmend selbst steuern und seine dortigen Besuche eigenständig 

bestreiten kann. 

9.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auf-

grund seiner Kinder (sowie ferner seiner freundschaftlichen Beziehungen) 

zwar ein Interesse daran hat, baldmöglichst wieder ungehindert in die 

Schweiz einreisen zu können. Angesichts des Dargelegten ist dieses je-

doch als eher gering zu bezeichnen. Die Kinder selbst haben, trotz der ge-

nannten relativierenden Umstände, ein erhebliches Interesse, dass der 

Kontakt zu ihrem Vater baldmöglichst auch wieder einschränkungslos in 

der Schweiz stattfinden kann. Ins Gewicht fällt vorliegend jedenfalls das 

Interesse des jüngsten Kinds (geb. […]), welches sich bei Ablauf der bean-

tragten reduzierten Massnahmendauer noch im Kindsalter befinden würde.  

9.4 Bei gesamthafter Betrachtung vermögen indes die privaten Interessen 

– auch unter Berücksichtigung des dargelegten Kindsinteresses – das öf-

fentliche Interesse an einer länger dauernden Fernhaltemassnahme nicht 

aufzuwiegen. Die Dauer des Einreiseverbots von zwölf Jahren erweist sich 

http://www.sem.admin.ch/

F-3128/2024 

Seite 23 

auch unter Berücksichtigung der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts in 

ähnlichen Fällen (z.B. zehnjähriges Einreiseverbot gegen einen u.a. wegen 

bandenmässigen Raubs und Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von 

sechs Jahren verurteilten Beschwerdeführer [Urteil des BVGer 

F-2684/2016 vom 5. März 2018]; 15-jähriges Einreiseverbot gegen einen 

u.a. wegen gewerbsmässigen Wuchers und Förderung der rechtswidrigen 

Ein- und Ausreise zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilten Be-

schwerdeführer [Urteil des BVGer F-4408/2016 vom 26. September 2018]) 

als verhältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öf-

fentlichen Sicherheit und Ordnung. 

9.5 Mithin genügt die Massnahme angesichts des überwiegenden öffentli-

chen Interesses auch den Eingriffsvoraussetzungen von Art. 8 Ziff. 2 

EMRK, soweit sie den Schutzbereich des grundrechtlichen Anspruchs auf 

Achtung des Privat- und/oder Familienlebens tangiert. 

10.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'200.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kosten-

vorschuss gedeckt. Ausgangsgemäss ist keine Parteientschädigung zuzu-

sprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-3128/2024 

Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Aisha Luisoni 

 

  

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Seite 25 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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