# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6221db4-7425-573a-82f1-d47bed3b4f27
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2012 E-6888/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6888-2011_2012-01-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­6888/2011

U r t e i l   v om   1 1 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…) 
respektive (…), Irak,
vertreten durch Melanie Aebli, Freiplatzaktion Zürich, 
Rechtshilfe Asyl und Migration, (…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 13. Dezember 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 20. September 2000  in der Schweiz ein 
erstes Asylgesuch stellte, welches das BFF  (Bundesamt  für Flüchtlinge, 
ab 1.1.2005: BFM) mit mangels Anfechtung  in Rechtskraft  erwachsener 
Verfügung vom 4. November 2002 ablehnte und die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  seit  dem  30.  November  2003  als 
verschwunden galt,

dass  die  Kantonspolizei  (…)  den  Beschwerdeführer  am  (…)  anlässlich 
einer Kontrolle  in der Asylunterkunft B._______ wegen  illegaler Einreise 
verhaftete und an das Migrationsamt des Kantons C._______ überführte, 
welches  am  27.  Mai  2011  die  Entlassung  aus  der  Haft  und  die 
Überführung in das Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ 
verfügte,

dass der Beschwerdeführer gleichentags im EVZ ein zweites Asyl stellte 
und daselbst am 7. Juni 2011 zu seiner Person, zu den Gesuchsgründen 
und  zum  Reiseweg  summarisch  befragt  und  am  8. Dezember  2011 
einlässlich zu seinen Asylgründen angehört wurde,

dass  er  zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuchs  anführte,  er  sei 
ethnischer  (…)  aus  (…)  in  der  nordirakischen  Provinz  Erbil,  wo  er 
geboren und aufgewachsen sei,

dass  er  sich  nach  der  Ablehnung  seines  ersten  Asylgesuchs  ab 
November 2003 in europäischen Drittstaaten aufgehalten habe, bevor er 
im Jahre 2005 von (…) aus nach (...) zurückgekehrt sei,

dass er  in (...) zuerst einen von seiner Mutter  finanzierten (…) betrieben 
habe, danach einige Zeit arbeitslos gewesen und ab dem Jahre (…) bis 
(…)  Geschäftsführer  eines  (…),  das  einem  Verwandten  gehört  habe, 
gewesen sei,

dass er daneben noch andere Arbeiten ausgeführt habe,

dass er die Gesellschaft  im  Irak als heuchlerisch, verlogen und hässlich 
empfunden  und  Angst  vor  den  Menschen  gehabt  respektive  sich 
eingeengt gefühlt habe und belästigt worden sei,

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dass  er  seine  Arbeit  im  (...)  aufgegeben  habe,  weil  sich  dieser  in  der 
Nähe  einer  Moschee  befunden  habe,  wo  er  von  den  Leuten  schlecht 
behandelt und beschimpft worden sei,

dass er seine Tätigkeit als Geschäftsführer beendet habe, weil  ihm nicht 
erlaubt  worden  sei,  nach  draussen  oder  regelmässig  nach  Hause  zu 
gehen,

dass  er  auch  bei  anderen  Arbeitsstellen  keine  Freiheiten  gehabt  habe, 
weshalb er im (…) erneut aus dem Irak ausgereist sei,

dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  13.  Dezember  2011  –  eröffnet  am 
15. Dezember 2011 – gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) auf das zweite Asylgesuch nicht 
eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz anordnete,

dass  das  Bundesamt  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  unter  der 
Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  aufforderte,  die 
Schweiz  bis  am  12.  Januar  2012  zu  verlassen,  den Kanton C._______ 
mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte und die Aushändigung der 
editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  an  den 
Beschwerdeführer verfügte,

dass das BFM zur Begründung anführte, es könne dahingestellt bleiben, 
ob  das Vorbringen des Beschwerdeführers,  die Gesellschaft  im  Irak  sei 
heuchlerisch,  verlogen  und  hässlich,  zutreffe,  zumal  es  sich  dabei  um 
eine rein subjektive Einschätzung handle,

dass  zwar  die  Lebensbedingungen  für  die  Mehrzahl  der  Bürger  in  der 
Heimat des Beschwerdeführers härter seien als jene in Zentraleuropa,

dass  aber  Nachteile,  welche  auf  die  allgemeinen  politischen, 
wirtschaftlichen  oder  sozialen  Lebensbedingungen  in  einem  Staat 
zurückzuführen seien, keine asylrechtlich  relevante Verfolgung  im Sinne 
von  Art.  3  AsylG  darstellten,  weshalb  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht zu entsprechen vermöchten,

dass  das  am  20.  September  2000  eingeleitete  erste  Asylverfahren  seit 
dem 7. Dezember 2002 rechtskräftig abgeschlossen sei und sich aus den 

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Akten  keine Hinweise ergäben,  nach dem Abschluss dieses Verfahrens 
seien  Ereignisse  eingetreten,  die  für  die  Begründung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  für  die  Gewährung  vorübergehenden 
Schutzes relevant seien,

dass  die Wegweisung  die  Regelfolge  des  Nichteintretens  auf  ein  Asyl­
gesuch und der Vollzug der Wegweisung durchführbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  mit 
Rechtsmitteleingabe vom 22. Dezember 2011  in materieller Hinsicht die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der 
Sache an das BFM zur materiellen Prüfung des Asylgesuchs, eventualiter 
die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs beantragt,

dass er in prozessualer Hinsicht das Ansetzen einer angemessenen Frist 
für  das  Einreichen  eines  ärztlichen  Berichts  zu  seinem  (…) 
Gesundheitszustand,  die  Durchführung  einer  weiteren  Anhörung,  unter 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  den  Erlass  der 
Verfahrenskosten  und  im  Falle  des  Obsiegens  das  Ausrichten  einer 
angemessenen Parteientschädigung beantragt,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  27.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  der  Instruktionsrichter  am  5.  Januar  2012  den  Eingang  der 
Beschwerde  bestätigte,  dem  Beschwerdeführer  mitteilte,  er  dürfe  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  und  den  Entscheid 
über die Verfahrensanträge auf einen späteren Zeitpunkt verlegte,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 

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Art. 31 ­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen] 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1. 
S. 240 f.),

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dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  Asylgesuche  nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  der  Schweiz  bereits  ein 
Asylverfahren durchlaufen haben, ausser es gebe Hinweise, dass  in der 
Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten  sind,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant sind,

dass das BFM mit zutreffender Begründung zum Schluss gelangt ist, die 
Voraussetzungen  für  die  Anwendbarkeit  dieses 
Nichteintretenstatbestandes seien vorliegend erfüllt,

dass  entgegen  den  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der  Rechtsmittel­
eingabe  weder  dem  Protokoll  der  summarischen  Befragung  noch 
demjenigen  der  Anhörung  Anhaltspunkte  für  eine  fehlende  Urteils­ 
respektive  Handlungsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  entnommen 
werden können,

dass der Beschwerdeführer durchaus in der Lage war, die ihm gestellten 
Fragen  zu  beantworten  und  die  Gründe  darzutun,  die  ihn  zur  erneuten 
Ausreise aus dem Irak bewogen hatten,

dass  sich  nach  Durchsicht  der  Akten  keine  Hinweise  auf  eine 
unvollständige  respektive  unrichtige  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  ergeben,  weshalb  der  Antrag  auf  Durchführung  einer 
weiteren Anhörung abzuweisen ist,

dass den Akten auch keine Hinweise zu entnehmen sind, es seien in der 
Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant sind,

dass  sich  vor  diesem  Hintergrund  eine  Auseinandersetzung  mit  den 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  erübrigt,  da  diese  nicht 
geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen,

dass das BFM folglich  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zu 
Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

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dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 737), weshalb die verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoule­ment  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 

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und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Irak droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  die  allgemeine  Lage  in  der  nordirakischen  Provinz  Erbil  nicht  auf 
eine  konkrete  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  seiner 
Rückkehr dorthin schliessen lässt (vgl. BVGE 2008/5),

dass sich zudem aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, 
aufgrund  derer  allenfalls  geschlossen  werden  könnte,  der 
Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat 
aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher 
Natur in eine existenzbedrohende Situation (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass sich der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge bereits im Irak 
wegen  eines  (…)  Leidens  ärztlich  behandeln  liess  und  diesbezüglich 
aussagte,  er  sei dank der Behandlung geheilt worden und er habe sich 
nicht mehr krank gefühlt (vgl. Akten BFM B33/10 S. 6 Frage 32),

dass  angesichts  dieser  Sachlage  der  Antrag  auf  Ansetzen  einer 
angemessenen Frist für das Einreichen eines ärztlichen Berichts zum (…) 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers abzuweisen  ist, zumal eine 
allenfalls erforderliche zusätzliche medizinische Behandlung auch im Irak 
gewährleistet  ist und er überdies die Möglichkeit hat, bei den Schweizer 
Behörden einen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen,

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen Mann handelt, der 
über  Berufserfahrung  (…)  und  mit  (…)  über  ein  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz  verfügt,  was  ihm  eine  wirtschaftliche  Reintegration  im 
Irak erleichtern dürfte,

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dass es dem Beschwerdeführer darüber hinaus unbenommen bleibt, bei 
der  kantonalen  Rückkehrberatungsstelle  einen  Antrag  auf  finanzielle 
Rückkehrhilfe zu stellen,

dass  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Irak somit als zumutbar erweist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken  (Art. 8 Abs. 4 AsylG; 
vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­
weisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
der  Antrag  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
hinfällig wird,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  der  Antrag  auf  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der 
allenfalls bestehenden prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist und bei 
diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­ (Art. 1 – 3 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Be­
schwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…).

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand: