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**Case Identifier:** 584ef465-5baf-5be8-a0ff-9030ef95e525
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.09.2025 200 2024 503
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-503_2025-09-04.pdf

## Full Text

IV 200 2024 503 
WIS/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. September 2025

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. jur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Juli 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

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Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), zuletzt als ... bei der C.________ AG teilerwerbstätig gewesen, 
stürzte am 1. Februar 2022 beim ... aufs Gesäss (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 1; 17.35 S. 1; 27). Im 
Juni 2022 meldete sie sich unter Hinweis auf die Folgen dieses Unfalls 
bzw. auf Rücken- und Beinschmerzen bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 1). Die IVB zog Berichte 
behandelnder Ärzte bei, tätigte erwerbliche Abklärungen, führte ein As-
sessment durch (act. II 11), verneinte einen Anspruch auf Eingliederungs-
massnahmen (act. II 14), zog wiederholt die Akten des obligatorischen 
Unfallversicherers (D.________) bei (act. II 17.1 ff., 36.1 ff.; 38.1 ff.; 43.1 
ff.) und veranlasste nach Vorlage des Dossiers beim Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD [act. II 59]) bei der E.________ (nachfolgend MEDAS) eine 
polydisziplinäre Begutachtung (Expertise vom 14. Mai 2024 [act. II 74.1 
ff.]). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. II 76 ff.) verneinte 
die IVB mit Verfügung vom 3. Juli 2024 (act. II 81) bei einem Invaliditäts-
grad von 28 % einen Rentenanspruch. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 17. Juli 2024 Beschwerde erheben. Sie stellt 
die folgenden Rechtsbegehren: 

Die Verfügung vom 3. Juli 2024 sei aufzuheben und es sei der Beschwerde-
führerin eine Invalidenrente ausgehend von einem IV-Grad von 68 % zuzu-
sprechen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin -

Mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2024 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. Juli 2024 (act. II 
81). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 

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Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit 
zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 
anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Invali-
dität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 
Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3). 

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3.

3.1 Bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 
3. Juli 2024 (act. II 81) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 2. Juni 2022 (act. II 9 S. 3 f.) im Wesentli-
chen eine Lumbosakralgie und Schmerzen des linken Beines und OSG (= 
Oberes Sprunggelenk) nach Sturz im Februar 2022 sowie ein metaboli-
sches Syndrom. Posttraumatisch verspüre die Beschwerdeführerin diverse 
Schmerzen, insbesondere sakrogluteal links, Schmerzen des linken Knies 
sowie des Unterschenkels links ventral sowie von Seiten des linken Fusses 
(S. 3). Die Ursache der genannten Beschwerden sei unklar (S. 4).

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im 
Bericht vom 13. September 2022 (act. II 36.18 S. 2 f.) ein sensibles radi-
kuläres S1-Syndrom rechts mit/bei breitbasiger Diskusprotrusion L5/S1 mit 
Kontakt zum Recessus Wurzel S1 links und bilateralen moderaten Facet-
tengelenksarthrosen L4-S1 ohne Seitendominanz sowie Osteochondrosen 
Modic Typ I Th12/L1 und L1/2 (S. 2). In Zusammenschau aller Befunde 
gehe er von einem leichtgradigen sensiblen radikulären S1-Syndrom links 
aus. Die Hypästhesie in der linken unteren Extremität lasse an eine Sym-
ptomausweitung denken (S. 3).

3.1.3 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
berichtete am 2. Februar 2023 (act. II 40) über einen stationären Verlauf (S. 
2).

3.1.4 Vom 19. Juni bis 11. Juli 2023 erfolgte eine stationäre Abklärung 
und Behandlung im Spital I.________. Im Austrittsbericht vom 26. Juli 2023 
(act. II 47 S. 1-7) wurden im Wesentlichen eine chronische Schmerzstörung 
mit psychischen und somatischen Anteilen, ein Vitamin D-Mangel, ein me-
tabolisches Syndrom und eine depressive Episode diagnostiziert sowie 
weitere "Nebendiagnosen" gestellt (S. 1 f.). Klinisch habe eine 56-jährige 
Patientin in gutem Allgemein- und adipösem Ernährungszustand imponiert. 
Im Somatoneurostatus hätten sich keine relevanten Befunde finden lassen. 

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Psychopathologisch habe sich eine mittelgradig ausgeprägte depressive 
Symptomatik mit somatischem Syndrom gezeigt (S. 2). 

3.1.5 Im polydisziplinären, die Fachdisziplinen der Allgemeinen Inneren 
Medizin, Neurologie, Rheumatologie, Orthopädie sowie Psychiatrie umfas-
senden Gutachten der MEDAS vom 14. Mai 2024 (act. II 74.1 ff.) wurden 
interdisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (act. II 74.1 S. 9): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

• Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) 

• Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) 
• Mischkopfschmerzen (ICD-10 G44.9) mit/bei

o Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0) 
o Chronischer Spannungskopfschmerz (ICD-10 G44.2) 
o Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz (ICD-10 G 44.4) 

• Moderate degenerative Veränderungen HWS, BWS und LWS (ICD-10 M47.90) 
• Moderate mediale Gonarthrose links (ICD-10 M17.1)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

• Myofasziale Dysbalancen mit weichteilrheumatischer Schmerzkomponente (ICD-10 
M79) 

• Diskreter Fersensporn beidseits (ICD-10 M77.3) 
• Leichte Arthrose Daumen IP-Gelenk rechts, diskrete Arthrose Daumengrundgelenk 

beidseits (ICD 10 M18.0) 
• Diabetes mellitus Typ II, aktuell mit einem HbA1c Wert v. 6.3 % gut eingestellt 

(ICD-10 E11.90 ) 
• Mögliche Polyneuropathie bei Diabetes mellitus (ICD-10 G63.2) 
• Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10) 
• Adipositas Grad II (ICD-10 E66.01) 
• Substituierte Hypothyreose (ICD-10 E03.9) 
• Aktenanamnestisch Duloxetin-Unverträglichkeit (Nausea), Tramal-Unverträglichkeit 

(Schwindel) (ICD-10 Z88) 
• Ösophagealer Reflux (ICD-10 K21) 
• Insomnie, vermutlich vorwiegend psychophysiologisch (ICD-10 F51.0) und bei 

Nykturie (ICD-10 R35.2) 
• Urge-Inkontinenz Grad 1 (ICD-10 N39.3)

In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, orthopädisch 
und rheumatologisch fänden sich keine klinischen und radiologischen Be-
funde, welche die vorgebrachten Beschwerden an allen Gelenken und an 
der Wirbelsäule erklären könnten, vor allem warum nach dem Sturz auf das 
Gesäss ohne Fraktur dort persistierende Beschwerden beständen und im 

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Verlaufe der nächsten Monate eine Ausweitung der Beschwerden auf alle 
Körpergelenke ohne Beleg für eine rheumatologische Erkrankung oder 
höhergradige degenerative Veränderungen gefolgt sei. Diese Inkonsisten-
zen, mit einem stärkeren Beschwerdeausmass als rein somatisch zu er-
klären, seien bedingt durch psychische Gesundheitsstörungen. Die 
Kriterien für die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren nach ICD-10 seien erfüllt. Festzuhalten 
sei, dass psychosoziale Belastungsfaktoren zwar einen wesentlichen Ein-
fluss nähmen auf die Schmerzexazerbation und den Schmerzverlauf, je-
doch nicht deren Ursache seien. Ferner sei die Diagnose einer depressiven 
Episode nachvollziehbar, aktuell bei mittelgradiger Ausprägung. Durch die 
"Weiterführung der psychiatrischen Behandlung" sei eine Besserung beider 
psychischer Erkrankungen möglich. Ferner habe sich seit Juli 2022 auch 
ein chronischer Dauerkopfschmerz entwickelt, der multikausal sei. Zwar 
beständen grundsätzlich für diese Kopfschmerzsituation therapeutische 
Möglichkeiten. Da aber der Therapieerfolg bei der Beschwerdeführerin we-
gen psychischer Einflussfaktoren beim Schmerzerleben und bei Nichtver-
zichtbarkeit einer Schmerztherapie wegen der Schmerzen am 
Bewegungsapparat als eingeschränkt zu betrachten sei, sei die Prognose 
bezüglich Besserung eingeschränkt. Insofern könne man vorerst nur von 
teilweiser Besserung der Kopfschmerzen ausgehen. Daher werde ein 
zunächst persistierender negativer Einfluss der Kopfschmerzen auf die 
Arbeitsfähigkeit bestehen bleiben (S. 7).

Es beständen diverse Inkonsistenzen. Diese seien aber nicht Ausdruck 
einer willentlich beeinflussten demonstrativen oder einer gravierenden 
Grundhaltung oder gar einer Simulation. Sie seien erklärt durch das Beste-
hen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren, bei der das Schmerzerleben verstärkt und die Schmerztoleranz 
vermindert sei mit reduzierter Umgehensweise der somatisch bedingten 
Funktionsstörungen (S. 8). 

Die Gesamtarbeitsfähigkeit entspreche derjenigen auf psychiatrischem 
Gebiet. Dies gelte sowohl für die angestammte als auch für angepasste 
Tätigkeiten (S. 10). Aus polydisziplinärer Sicht liege sowohl in angestamm-

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ter als auch in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 40 % (Ar-
beitsunfähigkeit 60%) vor (S. 10 f.). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2). 

3.3 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 14. Mai 2024 
(act. II 74.1 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen 
und erbringt Beweis (vgl. E. 3.2 vorne). Das Gutachten ist in Bezug auf die 
befundmässige und diagnostische Einschätzung, welche im Wesentlichen 
mit jener der behandelnden Ärzte übereinstimmt, nachvollziehbar und es 
kann insoweit darauf abgestellt werden. Dies wird denn auch von den Par-
teien nicht bestritten. Gemäss interdisziplinärem Konsens liegen bei der 
Beschwerdeführerin auf psychiatrischem Gebiet eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie 
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und in neurologi-
scher bzw. orthopädischer Hinsicht Mischkopfschmerzen respektive mode-
rate degenerative Veränderungen an der HWS, BWS und LWS sowie eine 
moderate mediale Gonarthrose links vor. Dabei entspricht die Gesamtar-

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beitsfähigkeit von 40 % (Arbeitsunfähigkeit 60%) sowohl für die ange-
stammte Arbeit (als ...) als auch für angepasste Tätigkeiten derjenigen auf 
psychiatrischem Gebiet (act. II 74.1 S. 10 f.). Diese Einschätzung gilt ab 
Juli 2023 (S. 11). 

3.4 Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung 
vom 3. Juli 2024, die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der 
medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigungen seien in rechtli-
cher Hinsicht nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Bei der Invali-
ditätsbemessung zu berücksichtigen sei folglich die neurologisch attestierte 
Arbeitsunfähigkeit von 20 % (act. II 81 S. 3). Die Beschwerdeführerin stellt 
sich auf den gegenteiligen Standpunkt und macht geltend, die im MEDAS-
Gutachten bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 40 % (Arbeitsunfähigkeit von 
60 %) sei (auch rechtlich) erstellt und müsse bei der Ermittlung des Invali-
ditätsgrades übernommen werden (Beschwerde S. 5 Ziff. 1.2). Beim Vor-
gehen der Beschwerdegegnerin handle es sich um eine vom Gutachten 
losgelöste unzulässige Parallelprüfung (Beschwerde S. 5 Ziff. 1.3). 

3.5

3.5.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). Dabei ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-

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ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

3.5.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (vgl. BGE 127 V 294 E. 
5a S. 299). Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
eine versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der 
zweiten Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Kata-
log von Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – 
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – 
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 
294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte 
Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Ka-
tegorien "funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" ein-
teilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 
S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen 
(BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429). 

3.5.3 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen 
die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, 
welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ob die ver-
sicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grund-

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lage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307). Eine 
davon losgelöste Parallelüberprüfung "nach besserem juristischen Wissen 
und Gewissen" darf jedoch nicht stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der 
Beweiswürdigung zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizi-
nisch im Lichte der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig 
mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. 
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkun-
gen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts ab-
schliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 145 
V 361 E. 3.2.2 S. 364, 144 V 50 E. 4.3 S. 54). 

3.6 Gemäss MEDAS-Gutachten vom 14. Mai 2024 (act. II 74.1 ff.) 
bestehen bei der Beschwerdeführerin eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine mittel-
gradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), welche die Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten um 60 % einschränken. Damit 
liegen psychische, sich medizinisch-theoretisch auf das funktionelle Leis-
tungsvermögen auswirkende Störungen vor, womit eine Prüfung anhand 
der einschlägigen Indikatoren zu erfolgen hat, zumal gestützt auf das Gut-
achten kein Ausschlussgrund im Sinne einer Aggravation vorliegt (vgl. E 
3.5.1 f. vorne; zu den Inkonsistenzen vgl. jedoch E. 3.6.7 hinten). 

3.6.1 Bezüglich der Kategorie "funktioneller Schweregrad“ ist beim 
Komplex "Gesundheitsschädigung“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298) die 
Schwere des Krankheitsgeschehens anhand aller verfügbaren Elemente 
aus der diagnoserelevanten Ätiologie und Pathogenese zu plausibilisieren 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 299). 

In grundsätzlicher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass die im Gutachten 
dokumentierte psychopathologische Befundlage insgesamt wenig ausge-
prägt ist (act. II 74.4 S. 4 f.) bzw. die Gutachterin einzig hinsichtlich "Willen 
und Antrieb" sowie "Affektivität" gewisse Beeinträchtigungen feststellen 
konnte. Weiter stellte sie in Anwendung der Mini-ICF-APP für Aktivitäts- 
und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen zwecks Quanti-
fizierung von Fähigkeitseinschränkungen einzig in insgesamt vier Fähig-
keitsdimensionen eine leichte bzw. mittelgradige Beeinträchtigung fest, 
wohingegen sie bei neun Fähigkeitsdimensionen keine Beeinträchtigungen 

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festhielt (S. 8), was gegen einen erheblichen Ausprägungsgrad der festge-
stellten Befunde und namentlich auch gegen die bescheinigte hohe Ar-
beitsunfähigkeit spricht. Im Weiteren wurde im psychiatrischen Teilgutach-
ten und in der Folge auch im interdisziplinären Konsens festgehalten, dass 
psychosoziale Belastungsfaktoren einen "wesentlichen Einfluss" auf die 
von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden respektive auf die 
Schmerzexazerbation und den Schmerzverlauf haben (S. 7; 74.1 S. 7). 
Dass die psychosozialen Faktoren gemäss interdisziplinärem Konsens 
nicht die Ursache der Beschwerden sind, ändert nichts daran, dass eine 
fachärztlich festgestellte psychische Störung umso ausgeprägter vorhan-
den sein muss, je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren das 
Beschwerdebild mitprägen (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 
52 S. 188, 9C_537/2011 E. 3.2). Selbst wenn davon ausgegangen würde, 
dass es sich bei den gutachterlich festgestellten psychischen Beeinträchti-
gungen um ein verselbständigtes Krankheitsgeschehen handelt – was sich 
aus der Expertise entgegen der Beschwerde (S. 6 Ziff. 1.4) so jedoch nicht 
ergibt – ist damit rechtsprechungsgemäss nicht dargetan, dass sie im 
Rahmen des gesamten Beschwerdebildes genug ins Gewicht fallen, als 
dass ohne weiteres auf eine längerdauernde Erwerbsunfähigkeit geschlos-
sen werden dürfte (vgl. Urteil des BGer 8C_481/2024 vom 4. März 2025 E. 
5.2.1). Vielmehr verhält es sich so, dass der gutachterlich dokumentierte 
Ausprägungsgrad der psychischen Befunde nicht dergestalt ist, als sie – 
mit Blick auf die von der Gutachterin ebenso als wesentlich erachteten, im 
Ursachenspektrum der geklagten Beschwerden jedoch nicht näher quanti-
fizierten psychosozialen Faktoren – die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 
60 % zu erklären vermöchten. Mithin beeinflussen vorliegend psychosozia-
le Faktoren den Wirkungsgrad der Folgen der Gesundheitsschädigung 
(SVR 2021 IV Nr. 47 S. 151, 8C_407/2020 E. 4.1) in relevantem Umfang 
und es ist nicht hinreichend erstellt, dass die festgestellten psychischen 
Störungen, insoweit sie gemäss der Expertise durch soziale Umstände 
mitverursacht werden, bei Wegfall der Belastung in der gutachterlich postu-
lierten Intensität mit entsprechenden funktionellen Einschränkungen fort-
beständen, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist 
(Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 13 -

3.6.2 Der Indikator "Behandlungserfolg oder -resistenz", also Verlauf 
und Ausgang von Therapien, sind wichtige Schweregradindikatoren. Das 
definitive Scheitern einer indizierten, lege artis und mit optimaler Kooperati-
on der versicherten Person durchgeführten Therapie weist auf eine negati-
ve Prognose hin (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299). Vorliegend erachteten 
die Gutachter der MEDAS die Fortführung der "aktuellen psychiatrischen 
Behandlungsmassnahmen, inklusive der medikamentösen antidepressiven 
Therapie" als indiziert und hielten prognostisch weiter fest, dass von einer 
"ansteigenden Arbeitsfähigkeit" auszugehen sei (act. II 74.1 S. 11). Hierzu 
ist zunächst festzuhalten, dass es sich bei der aktuell therapierenden Ärztin 
J.________ (act. II 57) nicht um eine Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, sondern um eine Praktische Ärztin (vgl. Medizinalberuferegis-
ter [MedReg; www.medregom.admin.ch>]) handelt, womit nicht von einer 
lege artis durchgeführten Therapie auszugehen ist. Entgegen der Be-
schwerde (S. 11 Ziff. 1.11) dürfte dies den Gutachtern und namentlich der 
psychiatrischen Gutachterin jedoch nicht bewusst gewesen sein, wurde 
med. pract. J.________ doch durchgehend als behandelnde Psychiaterin 
bezeichnet bzw. die Behandlung als "psychiatrisch" (vgl. statt vieler: act. II 
74.1 S. 7; 74.4 S. 1). Weiter ist fraglich, ob seitens der Beschwerdeführerin 
in Bezug auf die Therapie eine optimale Kooperation besteht, hat sie die 
Termine bei med. pract. J.________ doch reduziert, nachdem eine psych-
iatrische Spitex installiert worden war (act. II 74.4 S. 2). Dies spricht gegen 
einen erheblichen Leidensdruck und in der Folge gegen den gutachterlich 
postulierten Schweregrad der psychischen Störung. Schliesslich bestehen 
die psychischen Erkrankungen – soweit für das medizinisch-theoretisch 
attestierte funktionelle Leistungsvermögen relevant – erst seit Juli 2023 und 
sind entsprechend mittels einer Therapie angehbar (act. II 74.1 S. 7), womit 
von einem definitiven Scheitern oder einer Chronifizierung keine Rede sein 
kann bzw. – indem die Gutachter eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in 
Aussicht stellten – von Seiten der psychischen Störungen hinsichtlich deren 
weiteren Entwicklung eine gute Prognose gestellt wurde. 

3.6.3 Rückschlüsse auf den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung 
ergeben sich auch aus der Eingliederung im Rechtssinne (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.2 S. 300). Vorliegend sind keine Eingliederungsmassnahmen er-
folgt (act. II 14), weshalb daraus keine Erkenntnisse in Bezug auf die recht-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 14 -

liche Ausgewiesenheit der medizinisch-theoretisch bescheinigten 60%igen 
Arbeitsunfähigkeit bzw. die der Beschwerdeführerin zur Verfügung stehen-
den Ressourcen gezogen werden können. Unter dem Blickwinkel der 
Selbsteingliederungspflicht bleibt jedoch anzufügen, dass die Beschwerde-
führerin sowohl gegenüber der Beschwerdegegnerin (act. II 11 S. 3) als 
auch anlässlich der Begutachtung wiederholt angab, zu keinerlei Erwerbs-
tätigkeit mehr in der Lage zu sein bzw. keine "Energie und keine Lust" zum 
Arbeiten mehr zu haben (act. II 74.2 S. 5; 74.3 S. 5; 74.4 S. 3). 

3.6.4

3.6.4.1 Unter dem Blickwinkel der "Komorbidität" ist eine Gesamtbetrach-
tung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der Schmerzstörung zu 
sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen erforderlich (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300). Gesundheitliche Störungen fallen unabhängig 
von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in 
Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung 
beizumessen ist (BGE 143 V 418). 

3.6.4.2 Im MEDAS-Gutachten erfolgte keine eingehende Auseinanderset-
zung mit der Frage, in welchem Verhältnis die gestellten Diagnosen zuein-
ander stehen bzw. ob und wenn ja inwieweit sie sich wechselseitig 
beeinflussen. Immerhin hielten die Gutachter in Beantwortung der Frage 
nach medizinischen Massnahmen zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit fest, 
dass im Hinblick auf eine Therapie der Mischkopfschmerzen aufgrund der 
"psychiatrische[n] Komorbidität" nur eine Teilbesserung möglich sei (act. II 
74.1 S. 11), woraus zu schliessen wäre, dass die Gutachter die psychi-
schen Störungen als komorbid zu den geltend gemachten Kopfschmerzen 
erachteten. Demgegenüber wurde im Bericht des Spitals I.________ vom 
26. Juli 2023 die depressive Störung als komorbid im Verhältnis zur 
Schmerzstörung gewertet (act. II 47 S. 3), während die begutachtende 
Psychiaterin der MEDAS der depressiven Störung im Rahmen der psychi-
schen Störungen mehr Bedeutung für die Begründung der Arbeitsunfähig-
keit beimass als der Schmerzstörung (act. II 74.4 S. 8). Ob dies auch mit 
Blick auf den interdisziplinären Konsens, wonach durch beide Störungen 
Funktionseinschränkungen entständen (act. II 74.1 S. 9), weiterhin gilt, 
kann mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen offen bleiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 15 -

3.6.4.3 Zwar wird die Frage der Komorbidität in den medizinischen Berich-
ten nach dem Dargelegten unterschiedlich und nicht abschliessend beant-
wortet. Dessen ungeachtet wurde im MEDAS-Gutachten interdisziplinär die 
psychische Störung als für die Gesamtarbeitsfähigkeit massgebend beur-
teilt (act. II 74.1 S. 10). Gleichzeitig erachteten die Gutachter die geltend 
gemachten Kopfschmerzen jedoch als derart schwerwiegend, dass sie als 
eigenständige, von der Schmerzerkrankung abgrenzbare Störung mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt und beurteilt wurden (act. II 74.1 S. 
9). Im Lichte dieser medizinischen Feststellungen rechtfertigt es sich, die 
geklagten Kopfschmerzen in Bezug auf deren funktionellen Auswirkungen 
unter dem Blickwinkel der Komorbidität zu prüfen.

Gemäss eigenen Angaben leidet die Beschwerdeführerin seit Juli 2022 
täglich bzw. dauerhaft an den im MEDAS-Gutachten als "multikausal" be-
zeichneten Mischkopfschmerzen (act. II 74.1 S. 7; 74.2 S. 2, 9), welche 
nicht mit einem organischen Substrat erklärbar sind, jedoch – trotz zahlrei-
cher Inkonsistenzen (act. 74.2 S. 8) – als "valide" eingeschätzt wurden (act. 
II 74.1 S. 8). Es fällt jedoch auf, dass im (zeitlich am nächsten zur Begut-
achtung stehenden) Bericht des Spitals I.________ vom 26. Juli 2023 
Kopfschmerzen allein unter den "Nebendiagnosen" (als Migräne) fungieren 
und die Beschwerdeführerin gegenüber den Behandlern keine Kopf-
schmerzen angab (act. II 47 S. 2). Auch Dr. med. H.________ führte einzig 
"Migräne" unter "Nebendiagnosen" auf (act. II 45 S. 6). Ebenso wenig gab 
die Beschwerdeführerin gegenüber dem Neurologen Dr. med. G.________ 
Kopfschmerzen an (act. II 36.18 S. 2). Wohl fanden demnach Kopfschmer-
zen mit der Bezeichnung ausschliesslich als "Migräne" in den medizini-
schen Berichten wiederholt – allerdings jeweils unter "Nebendiagnosen" – 
Erwähnung. Die aktenmässig dokumentierte allein geringe Relevanz, wel-
che seitens der Behandler den – gemäss Beschwerdeführerin immer vor-
handenen und damit potentiell mit im Vordergrund stehenden (act. II 74.2 
S. 2) – Kopfschmerzen im Verlauf beimassen, korrespondiert nicht mit der 
erheblichen Bedeutung, welche den als solche bezeichneten "Mischkopf-
schmerzen" im MEDAS-Gutachten in Bezug auf deren Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben wurde (act. II 74.1 S. 9), sehr wohl aber 
mit der Tatsache, dass der Medikamentenspiegel für sämtliche Schmerz-
mittel nicht im nachweisbaren Bereich lag (act. II 74.2 S. 8). Damit ist eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 16 -

wesentliche und dauerhafte ressourcenhemmende Wirkung der geltend 
gemachten Kopfschmerzen nicht hinreichend erstellt und es kann offen 
bleiben, ob – wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 
vom 3. Juli 2024 festhielt (act. II 81 S. 4) – die Kopfschmerzen einzig als 
diagnostisch unterschiedlich erfasste Variante der Schmerzstörung mit 
identischen Symptomen erscheinen und diesfalls – träfe dies zu – keine 
Komorbidität darzustellen vermöchten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 301). 

3.6.4.4 Im Weiteren ist der Beschwerdeführerin darin beizupflichten, dass 
die Gutachter auch den degenerativen Veränderungen an der HWS, BWS 
und LWS sowie der medialen Gonarthrose einen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit attestierten (Beschwerde S. 9 Ziff. 1.8; act. II 74.1 S. 9). Die dege-
nerativen Veränderungen wurden allerdings als moderat beschrieben, 
womit ihnen – wenn überhaupt – eine bloss geringe ressourcenhemmende 
Wirkung beizumessen ist. Sodann kann der Beschwerdeführerin insoweit 
nicht gefolgt werden, als sie die Schmerzstörung unter dem Blickwinkel der 
Komorbidität prüfen will (Beschwerde S. 9 Ziff. 1.8), da die psychische 
Störung nach Auffassung der MEDAS-Gutachter die Gesamtarbeitsfähig-
keit bestimmt und damit im Lichte der (hier allein massgeblichen) funktio-
nellen Beeinträchtigungen als Grunderkrankung zu werten ist. Soweit die 
depressive Störung mit den Behandlern (act. II 47 S. 3) als komorbid im 
Verhältnis zur Schmerzstörung zu qualifizieren wäre – was dem Gutachten 
so nicht zu entnehmen ist – gälte es zu berücksichtigen, dass die Depres-
sion behandelbar und folglich nicht als dauerhaft ressourcenhemmend zu 
qualifizieren ist (act. II 74.1 S. 11). Schliesslich lässt sich entgegen der Be-
schwerdeführerin (Beschwerde S. 10 Ziff. 1.8) in Bezug auf die gestellten 
und sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Nebendiagnosen (act. 
II 74.1 S. 9) gestützt auf das MEDAS-Gutachten (Beschwerde S. 10 Ziff. 
1.8; act. II 74.1 S. 9), aber auch im Lichte der übrigen medizinischen Be-
richte, keine wesentliche Komorbidität begründen.

3.6.4.5 Zusammenfassend ist unter dem Blickwinkel des Indikators "Ko-
morbiditäten" in rechtlicher Hinsicht höchstens eine nicht wesentlich ins 
Gewicht fallende ressourcenhemmende Beeinträchtigung des funktionellen 
Leistungsvermögens erstellt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 17 -

3.6.5 Der Komplex "Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
gibt zu keinen Weiterungen Anlass, da keine Hinweise für eine 
Persönlichkeitsstörung oder -akzentuierung bestehen (act. II 74.1 S. 10).

3.6.6 In Bezug auf den Komplex "Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3.3 S. 303) wurde im MEDAS-Gutachten festgehalten, dass die 
Unterstützung durch die Familie als Ressource zu werten sei (act. II 74.1 
S. 10). Von "geringen familiären Kontakten" – wie sie beschwerdeweise 
geltend gemacht werden (S. 10 Ziff. 1.9) – kann offensichtlich keine Rede 
sein, bewohnt die Beschwerdeführerin doch mit ihrem Ehemann, zwei ... 
und ihren ... samt Enkelkindern eine Fünfeinhalbzimmerwohnung (act. II 
74.2 S. 4). Dabei wird die innerfamiliäre Beziehung als gut beschrieben 
(act. II 74.3 S. 3). Dass die Beschwerdeführerin ausserhalb der Familie 
gemäss eigenen Angaben keine sozialen Kontakte hat, fällt unter diesen 
Umständen nicht ins Gewicht, zumal keine Anhaltspunkte dafür bestehen, 
dass dieser Umstand Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zeitigt. 
Damit hält das soziale Umfeld Ressourcen bereit. 

3.6.7

3.6.7.1 Unter dem Gesichtspunkt der Kategorie "Konsistenz" (BGE 141 V 
281 E. 4.4 S. 303) zielt der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung 
des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen auf die 
Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei 
Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen 
Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. 

Gemäss MEDAS-Gutachten verhält sich die Beschwerdeführerin in ihrem 
Alltag passiv. Aktiv sei sie "im Kreis der Familie" (act. II 74.2 S. 5). Ge-
genüber der psychiatrischen Gutachterin gab sie zur Freizeitgestaltung an, 
"Zeit mit ihrer Familie verbringen, Tee trinken". Unter Hobbys wurde fest-
gehalten "Keine, früher habe sie gearbeitet, sei ... gegangen und habe Zeit 
mit ihrer Familie verbracht. Früher habe sie auch ... gemacht, wobei sie 
bereits vor 20 Jahren damit aufgehört habe" (act. II 74.4 S. 3). Mithin übt 
die Beschwerdeführerin ihr Hobby "..." schon seit langer Zeit und damit vor 
Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung nicht mehr aus. Daneben verbringt 
sie weiterhin Zeit mit ihrer Familie und es bestehen keine Anhaltspunkte für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 18 -

eine seit der Diagnostizierung von psychischen Störungen im Juli 2023 
anderweitige Entwicklung. Dass die Beschwerdeführerin sodann selbst im 
Rahmen eines zuvor ausgeübten tiefgradigen Teilpensums nicht mehr er-
werbstätig war (Beschwerde S. 10 Ziff. 1.10), dürfte im Lichte der (auch 
medizinisch-theoretisch) bestehenden Teilarbeitsfähigkeit auch motivatio-
nalen Faktoren zuzuschreiben sein (vgl. E. 3.6.3 vorne). Im Übrigen ist der 
Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass in den Akten keine Anhaltspunk-
te dafür bestehen, wonach das ausserwerbliche Aktivitätenniveau vor dem 
Sturzereignis vom 1. Februar 2022 wesentlich höher oder anders geartet 
war als danach. Eine wesentliche Einwirkung der in den Akten dokumen-
tierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf das aussererwerbliche 
Aktivitätenniveau ist somit nicht erstellt und damit auch nicht hinweisend 
auf eine wesentliche funktionelle Einschränkung im erwerblichen Bereich. 

3.6.7.2 Sodann weist der Indikator der Inanspruchnahme von therapeuti-
schen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen 
wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, ergänzend zum Ge-
sichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz auf den 
tatsächlichen Leidensdruck hin (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304). 

Wie in E. 3.6.2 vorne gezeigt, ist die aktuelle Behandlung bei med. pract. 
J.________ nicht als lege artis zu bezeichnen, was der Beschwerdeführerin 
jedoch unter dem hier diskutieren Gesichtspunkt der Konsistenz nicht an-
gelastet werden kann. Allerdings hat die Beschwerdeführerin – wie gezeigt 
– die Behandlungsfrequenz reduziert, nachdem eine Psychiatriespitex in-
stalliert worden war, was klarerweise gegen einen erheblichen Leidens-
druck von Seiten der psychischen Beeinträchtigungen spricht. Hinzu 
kommt, dass gemäss MEDAS-Gutachten die Medikamentenspiegel aller 
bestimmten Analgetika (einschliesslich Tramadol) wie auch der Spiegel von 
Mirtazapin (Antidepressivum) im nicht nachweisbaren Bereich lagen. Ledig-
lich der Spiegel von Venlafaxin und dessen Metaboliten (wie auch die 
Summe beider Substanzen) hätten im therapeutisch wirksamen Bereich 
gelegen (act. II 74.2 S. 8). Nach der Rechtsprechung lässt ein fehlender 
Medikamentenspiegel hinsichtlich verordneter Arzneimittel auf eine man-
gelnde Compliance und damit einen fehlenden Leidensdruck schliessen 
(Urteil des BGer 8C_317/2024 vom 22. Januar 2025 E. 8.3), es sei denn, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 19 -

die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie 
oder die schlechte Compliance sind klarerweise auf eine (unabwendbare) 
Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304). Dies wird im MEDAS-Gutachten letztlich behauptet, wenn die zahl-
reichen, im Rahmen der Teilbegutachtungen festgestellten Inkonsistenzen 
wie etwa die vagen Beschwerdenangaben, der Umstand, dass die Be-
schwerdeführerin "zu mehr in der Lage wäre, als sie vorgibt" sowie den 
fehlenden Spiegelnachweis für die meisten Medikamente interdisziplinär 
mit der chronischen Schmerzstörung begründet werden (act. II 74.1 S. 8). 
Dies überzeugt indes nicht, bestehen doch keinerlei Anhaltspunkte für eine 
eingeschränkte Urteilsfähigkeit, anderweitige kognitive Beeinträchtigungen 
(act. II 74.4 S. 4 f.) oder persönlichkeitsbezogene Faktoren (vgl. E. 3.6.5 
vorne), die einer therapieadhärenten Medikamenteneinnahme entge-
genstünden. Das Bestehen einer organisch nicht hinreichend erklärbaren, 
mithin namentlich psychisch bedingten Schmerzstörung ändert nichts dar-
an, dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben an dauerhaften 
Schmerzen am ganzen Körper leidet bzw. deren Schmerzerleben verstärkt 
und die Schmerztoleranz gemäss Gutachten vermindert sind (act. II 74.1 
S. 8), womit auch zu erwarten wäre, dass sie die Analgetika zur Schmerz-
linderung einnimmt. Dass dies gemäss Medikamentenspiegel nicht erfolgt, 
spricht gegen einen das funktionelle Leistungsvermögen dauerhaft ein-
schränkenden Leidensdruck von Seiten der geklagten, körperlich empfun-
denen Beschwerden. Für eine krankheitsbedingte und unabwendbare 
Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht bzw. zur Compliance bestehen in den 
Akten denn auch keine Anhaltspunkte und dergleichen bildet auch nicht ein 
Kriterium der hier diagnostizierten Schmerzstörung (ICD-10 F45.41 [act. II 
74.1 S. 9]; vgl. <www.icd-code.de/icd/code/F45>). Soweit die Gutachter 
weiter festhielten, die Beschwerdeführerin habe die Medikamente gemäss 
eigenen Angaben am Vorabend eingenommen (act. II 74.1 S. 8), so stellt 
dies eine nicht belegte Behauptung dar, abgesehen davon, dass die Exper-
ten nicht darlegen, ob sich darob der fehlende Spiegelnachweis erkläre 
oder weshalb trotz der angeblichen vorabendlichen Medikamenteneinnah-
me der entsprechende Spiegel dennoch keinen Nachweis ergab. 

3.6.7.3 Schliesslich ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen 
der beruflichen (Selbst-)Eingliederung unter dem Blickwinkel der Konsis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 20 -

tenz in ähnlicher Weise zu berücksichtigen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304). Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend 
gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte 
Gesundheitsbeeinträchtigung. Wie in E. 3.6.3 vorne erwogen, erachtet sich 
die Beschwerdeführerin absolut ausserstande, einer Erwerbstätigkeit nach-
zugehen bzw. hat sie keine beruflichen Zukunftsvorstellungen (act. II 74.2 
S. 5), woraus zu schliessen ist, dass neben gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen auch massgebliche invaliditätsfremde Faktoren einer Erwerbstätig-
keit entgegenstehen. 

3.8

3.8.1 Nach der Rechtsprechung liegt keine vom medizinischen Gutach-
ten losgelöste Parallelprüfung vor, wenn der Versicherungsträger und im 
Beschwerdefall das Gericht anhand der medizinischen Indikatorenprüfung 
die massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrach-
tung eines stimmigen Gesamtbildes schlüssig abhandeln und nachweisen, 
wo die ärztlichen Darlegungen nicht mit den normativen Vorgaben überein-
stimmen (Urteil des BGer 8C_773/2023 vom 1. Mai 2024 E. 5.2; vgl. E. 
3.5.3 vorne). Wie in E. 3.6 vorne gezeigt, erfüllt die von den MEDAS-
Gutachtern getätigte Folgeabschätzung mit Blick auf BGE 141 V 281 die 
normativen Vorgaben (vgl. E. 3.5.2 vorne) nicht, weshalb darauf nicht ab-
gestellt werden darf. Wenngleich das Gutachten eine lückenlose Indikato-
renprüfung in rechtlicher Hinsicht erlaubt (vgl. E. 3.3 vorne), so wurde sie 
von den Gutachtern nicht nur unvollständig vorgenommen, sondern in we-
sentlichen Teilen auch in Abweichung von den normativen Vorgaben. 

Vor diesem Hintergrund ist mit Blick auf die nicht schwere Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde bei erheblichen psychosozialen Belastungs-
faktoren, das bestehende therapeutische Potential, die fehlenden persön-
lichkeitsbedingten Einschränkungen, die adäquate soziale Teilhabe sowie 
angesichts des nicht (gesundheitsbedingt) wesentlich eingeschränkten Ak-
tivitätenniveaus und erheblicher Inkonsistenzen der Beweis für eine Ar-
beitsunfähigkeit – trotz allfälliger geringer Wechselwirkungen zwischen den 
somatischen Leiden sowie den psychischen Beeinträchtigungen – nicht 
geleistet und nicht zu erbringen. Dies wirkt sich nach den Regeln über die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 21 -

(materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Beschwer-
deführerin aus (vgl. E. 3.5.2 vorne).

3.8.2 Entsprechend ist allein die im MEDAS-Gutachten in somatischer 
Hinsicht bescheinigte Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen, was zulässig 
ist (BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 86, 
8C_260/2017 E. 4.2.2). Während rheumatologisch (act. II 74.3 S. 7 f.) und 
internistisch (act. II 74.6 S. 5) keine Arbeitsunfähigkeit besteht, wurde in 
neurologischer und orthopädischer Hinsicht aufgrund der Mischkopf-
schmerzen (act. II 74.2 S. 10) bzw. wegen moderater degenerativer Verän-
derungen an der HWS, BWS und LWS sowie einer moderaten medialen 
Gonarthrose links (act. II 74.5 S. 6) jeweils eine Arbeitsunfähigkeit beschei-
nigt. Während der neurologische Gutachter die Arbeitsunfähigkeit sowohl in 
der angestammten als auch in einer den Leiden angepassten Tätigkeit mit 
20 % bezifferte (act. II 74.2 S. 11), attestierte der orthopädische Gutachter 
einzig in der angestammten, nicht jedoch in einer angepassten Tätigkeit 
eine Arbeitsunfähigkeit (act. II 74.5 S. 6 f.). Ob die in neurologischer Hin-
sicht und damit aufgrund der Mischkopfschmerzen bescheinigte Arbeitsun-
fähigkeit von 20 % hinreichend plausibiliert ist, erscheint zumindest fraglich 
(vgl. E. 3.6.4.3 vorne), kann mit Blick auf das Ergebnis jedoch offen blei-
ben. 

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit Blick auf die allein 
berücksichtigte gutachterlich bescheinigte, neurologisch bedingte 
Arbeitsunfähigkeit von 20 % eine Berechnung des Invaliditätsgrades 
vorgenommen. Nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG setzt ein Rentenanspruch 
jedoch eine während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) voraus, 
wobei Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG die durch den Gesundheitsschaden bedingte 
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf meint 
(vgl. MEYER/ REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 4. Aufl. 2022, S. 287 Rz. 25). Diese Voraussetzung wäre nur dann 
erfüllt, wenn zur neurologischen Arbeitsunfähigkeit von 20 % die orthopä-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 22 -

disch bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 20 % in der bisherigen Tätigkeit 
(act. II 74.5 S. 6) additiv berücksichtigt würde. Eine solche Annahme wäre 
zumindest möglich, da neurologisch und orthopädisch verschiedenartige 
bzw. voneinander unterscheidbare gesundheitliche Störungen mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt wurden. Indessen betrifft die Frage, ob 
sich die einzelnen aus mehreren Behinderungen resultierenden Einschrän-
kungsgrade summieren lassen und in welchem Masse, eine spezifisch me-
dizinische Problematik und Einschätzung (SVR 2020 IV Nr. 22 S. 75, 
9C_461/2019 E. 4.1). Insoweit – mithin zur Frage einer allfälligen Summie-
rung der neurologischen und orthopädischen Arbeitsunfähigkeitsgrade – 
enthält das Gutachten jedoch keine Feststellungen, womit die Vornahme 
einer Addition der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit (20 % + 20 % = 40 %) 
grundsätzlich nicht zulässig ist. 

Wie es sich damit verhält, kann jedoch letztlich ebenso offen bleiben. Denn 
selbst, wenn nachfolgend die Voraussetzung gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG als erfüllt betrachtet würde und in der Folge eine Berechnung des Inva-
liditätsgrades vorzunehmen wäre, könnte die Beschwerdeführerin daraus 
nichts zu ihren Gunsten ableiten.

4.2

4.2.1 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

4.2.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte in der angefochtenen 
Verfügung vom 3. Juli 2024 (act. II 81) einen Invaliditätsgrad von 28 % (S. 
3). Die Beschwerdeführerin beanstandet die Berechnung einzig unter dem 
Blickwinkel des leidensbedingten Abzugs gemäss Art. 26bis Abs. 3 der Ver-
ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 
831.201; Beschwerde S. 12). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

- 23 -

Die Beschwerdegegnerin legte bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 
sowohl hinsichtlich des Valideneinkommens als auch bezüglich des 
Invalideneinkommens Tabelle TA1_tirage_skill_level, Position Total, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 
(LSE) 2020 zugrunde (act. II 81 S. 3; vgl. 26 Abs. 4 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 
IVV). Hinsichtlich des Valideneinkommens erweist sich dies als zu Gunsten 
der Beschwerdeführerin. Denn würde entsprechend der Grundregel 
angenommen, sie wäre als Gesunde auch weiterhin als ... (act. II 27) 
erwerbstätig, so gelangten die Tabellenposition 77, 79-82 "Sonst. 
wirtschaftliche Dienstl. (ohne 78)" und in der Folge – entsprechend dem 
Kompetenzniveau 1 – ein tieferer Tabellenlohn zur Anwendung (vgl. NOGA 
2008, Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige, Erläuterungen zu Ziff. 
812, abrufbar unter <www.bfs.admin.ch>). Wie es sich damit verhält, kann 
ebenfalls offen bleiben, da sich am Ergebnis so der anders nichts ändert. 
Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin beim Invalideneinkommen (Art. 
26bis Abs. 2 Satz 1 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 IVV) zu Recht den Totalwert von 
Tabelle TA1_tirage_skill_level zugrunde gelegt, nachdem kein 
anrechenbares Erwerbseinkommen vorliegt. Sind Validen- und Invaliden-
einkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt 
sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem 
Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines leidensbedingten 
Abzugs gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV von 10%, vorliegend mithin 28 % (100 
% - [80 % x 0.9]), wobei der Abzug sowohl nach der bis 31. Dezember 
2023 (BGE 150 V 410) als auch unter dem Blickwinkel der ab 1. Januar 
2024 geltenden Rechtslage nicht zu beanstanden ist. Insbesondere besteht 
entgegen der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 12) bei einer Arbeitsun-
fähigkeit von weniger als 50 % kein Anlass für eine Anpassung ab 1. Janu-
ar 2024 nach Massgabe eines 20%igen Abzugs. 

Demnach besteht selbst unter Berücksichtigung der für die Beschwerdefüh-
rerin günstigsten Annahmen kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. 
E. 2.2 vorne). 

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

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Zusammenfassend besteht die angefochtene Verfügung vom 3. Juli 2024 
zu Recht und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei 
diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdeführerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese sind dem geleisteten Kostenvor-
schuss gleicher Höhe zu entnehmen.

6.2 Nach Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) 
hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 
Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. dazu auch BGE 128 V 
124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2025, IV 200 2024 503

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. jur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.