# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ff7c78d-00b4-500e-83cd-90b925421282
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.02.2012 E-183/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-183-2012_2012-02-02.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­183/2012

U r t e i l   v om   2 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli­Busi, Richter Walter Stöckli,
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

Parteien A._______, 
geboren am (…),
Sri Lanka, 
c/o Schweizerische Vertretung in Colombo,  
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung /
Wiederherstellung der Beschwerdefrist;
Verfügung des BFM vom 12. Oktober 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  –  eine  srilankische  Staatsangehörige  aus 
B._______ (Distrikt C._______, Nordprovinz) – mit an die Schweizerische 
Botschaft in Colombo gerichtetem Schreiben vom 18. Oktober 2008 unter 
Beilage  verschiedener  Beweismittel  um  Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz und um Gewährung von Asyl ersuchte,

dass  die  Auslandvertretung  der  Beschwerdeführerin  gemäss  Aktenlage 
mit  Schreiben  vom  5. November 2008  Gelegenheit  zur  eingehenden 
Stellungnahme  einräumte,  welche  diese  mit  Eingabe  vom  17. Novem­
ber 2008 unter Beilage einer Vielzahl von Beweismitteln wahrnahm,

dass  die  Schweizerische  Botschaft  die  Akten  –  sowie  auch  die 
ergänzenden Eingaben der Beschwerdeführerin vom 5. August 2009 und 
vom  1. Mai 2010  –  an  das  BFM  überwies,  welches  der 
Beschwerdeführerin  mit  Verfügung  vom  31. August 2010  –  wiederum 
durch  Vermittlung  der  Auslandvertretung  –  Gelegenheit  einräumte,  zu 
verschiedenen  Gesichtspunkten  ihres  Asylgesuchs  vertieft  Stellung  zu 
nehmen,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  27. September 2010  eine 
entsprechende  Stellungnahme  und  am  16. September 2011  eine 
ergänzende  Eingabe  an  die  Schweizerische  Botschaft  in  Colombo 
übermittelte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  12. Oktober 2011  der 
Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz  verweigerte  und  ihr 
Asylgesuch ablehnte,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  27. Dezember 2011  bei  der 
Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  ein  undatiertes 
englischsprachiges  Schreiben  zu  Handen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  einreichte,  worin  sie  sinngemäss  um 
Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM  vom  12. Okto­ber 2011,  um 
Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  und  um  Gewährung  von  Asyl 
ersuchte, 

und zieht in Erwägung,

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dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
Beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 ­ 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  für  die  Behandlung  von 
Gesuchen  um  Wiederherstellung  von  Fristen  gemäss  Art.  24  Abs.  1 
VwVG zuständig ist, bei denen es im Falle der Wiederherstellung über die 
nachgeholte Parteihandlung beziehungsweise Rechtsvorkehr zu befinden 
hat  (vgl. URSINA BEERLI­BONORAND,  Die  ausserordentlichen Rechtsmittel 
in  der  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes  und  der  Kantone,  Zürich 
1985, S. 233),

dass  die  undatierte  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  ihrem  Inhalt  nach 
als Beschwerde gegen die Verfügung des BFM vom 12. Oktober 2011 zu 
qualifizieren ist,

dass  eine  Beschwerde  innerhalb  von  30  Tagen  seit  Eröffnung  der 
angefochtenen Verfügung einzureichen ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG),

dass gemäss Art. 21 Abs. 1 VwVG schriftliche Eingaben spätestens am 
letzten Tag der Frist der Behörde einzureichen oder zu deren Handen der 
schweizerischen  Post  oder  einer  schweizerischen  diplomatischen  oder 
konsularischen Vertretung zu übergeben sind,

dass  im  Folgenden  zu  prüfen  sein  wird,  ob  die  Beschwerdefrist  von 
30 Tagen gewahrt wurde,

dass  die  Auslandvertretung  dem  Bundesverwaltungsgericht  auf 
entsprechende  Anfrage  via  EDA­Kurier  mit  Schreiben  vom 
17. Januar 2012  eine  Empfangsbestätigung  ("Advice  of  Delivery") 
übermittelte,  wonach  die  angefochtene  Verfügung  der 
Beschwerdeführerin am 2. November 2011 eröffnet worden sei,

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dass  die  dreissigtägige Beschwerdefrist  nach  dem Gesagten  am 3. No­
vember  zu  laufen  begonnen  (vgl.  Art.  20  Abs.  1  VwVG)  und  am 
3. Dezember 2011 geendet hat,

dass  die  undatierte  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  gemäss 
Eingangsstempel  der  Auslandvertretung  am  27. Dezember 2011,  mithin 
nach Ablauf der Beschwerdefrist bei der Botschaft eingegangen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  die  verspätete  Einreichung  ihrer 
Beschwerde  denn  auch  einräumt  und  in  diesem  Zusammenhang 
ausführt,  die  angefochtene  Verfügung  sei  in  einer  ihr  unverständlichen 
Sprache  verfasst  und  sie  habe  innert  Frist  keine Übersetzung  erhältlich 
machen können, 

dass sie aus den dargelegten Gründen sinngemäss darum ersucht,  ihre 
Beschwerde  sei  trotz  verspäteter  Einreichung  zu  berücksichtigen,  sie 
mithin  sinngemäss  um  Wiederherstellung  der  abgelaufenen 
Beschwerdefrist ersucht,

dass nach Art. 24 Abs. 1 VwVG die Frist wiederhergestellt wird, wenn der 
Gesuchsteller  oder  sein  Vertreter  unverschuldeterweise  abgehalten 
worden ist, binnen Frist zu handeln, sofern er unter Angabe des Grundes 
innert  30  Tagen  nach Wegfall  des Hindernisses  darum ersucht  und  die 
versäumte Rechtshandlung nachholt,

dass  zwar  davon  auszugehen  ist,  die  Beschwerdeführerin  habe  ihr 
Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist  innert  30 Tagen seit 
Wegfall  des  genannten  Hindernisse  (Erhalt  einer  Übersetzung) 
eingereicht und gleichzeitig die versäumte Rechtshandlung  (Einreichung 
der  Beschwerde)  innert  Frist  nachgeholt,  weshalb  auf  das 
Fristwiederherstellungsgesuch einzutreten ist,

dass  die Wiederherstellung  von  Fristen  dazu  dient,  die Rechtsnachteile 
zu  beseitigen,  die  ein  Verfahrensbeteiligter  wegen  unverschuldeter 
Fristversäumnis  erleidet  (vgl.  STEFAN  VOGEL  in:  Auer/Müller/Schindler 
[Hrsg.],  VwVG,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N 1 zu Art. 24 VwVG),

dass  ein  Fristversäumnis  dann  unverschuldet  ist,  wenn  dafür  objektive 
Gründe  vorliegen  und  der  säumigen  Partei  beziehungsweise  ihrem 
Vertreter  keine  Nachlässigkeit  vorgeworfen  werden  kann  wie  etwa  im 

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Falle  von  Naturkatastrophen,  bei  Militärdienst  oder  schwerwiegender 
Erkrankung,

dass  daneben  auch  subjektive  Gründe  eine  Fristwiederherstellung 
rechtfertigen  können,  welche  dann  vorliegen,  wenn  der  –  objektiv 
betrachtet – Handlungsfähige  lediglich deshalb untätig bleibt, weil er die 
Situation  zufolge  eines  Irrtums  oder  auf  Grund  mangelnder  Kenntnisse 
nicht richtig einzuschätzen vermag,

dass schliesslich auch eine Kumulation  verschiedener Umstände, die  je 
für  sich  betrachtet  das  Versäumnis  nicht  zu  entschuldigen  vermöchten, 
die  Voraussetzungen  von  Art.  24  VwVG  erfüllen  können  (vgl.  zum 
Ganzen VOGEL, a.a.O. N 10 ff. zu Art. 24 VwVG),

dass  den  Nachweis,  dass  die  Frist  wegen  eines  unverschuldeten 
Hindernisses  nicht  gewahrt  werden  konnte,  der  Gesuchsteller  zu 
erbringen  hat,  wobei  die  entsprechenden  Umstände  zu  beweisen  sind 
und  ein  blosses Glaubhaftmachen  nicht  genügt  (vgl.  BEERLI­BONORAND, 
a.a.O., 
S. 227 ff.),

dass erstinstanzliche Asylverfahren  in einer Amtssprache –  in der Regel 
Deutsch, Französisch oder Italienisch – zu führen sind (Art. 70 Abs. 1 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 BV, [SR 101] und Art. 33a Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführerin  mit  englischsprachigem 
Übermittlungsschreiben der Auslandvertretung vom 28. Oktober 2011 das 
Resultat  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  (Einreiseverweigerung  und 
Ablehnung  des  Asylgesuchs)  mitgeteilt  und  eine  Rechtsmittelbelehrung 
zugestellt  wurde,  weshalb  sie  zweifellos  bereits  zum  Zeitpunkt  der 
Eröffnung Kenntnis von der Frist zur Beschwerdeeinreichung hatte,

dass  es  damit  klarerweise  an  ihr  gewesen  wäre,  um  eine  rasche 
Übersetzung  der  anzufechtenden  Verfügung  besorgt  zu  sein  oder 
zumindest  fristgerecht  mit  einer  provisorischen  Rechtsmitteleingabe  an 
die Schweizerische Botschaft zu gelangen,

dass  das  Fristversäumnis  der  Beschwerdeführerin  nach  dem Gesagten 
nicht  als unverschuldet  bezeichnet werden kann, womit  es an einer der 
kumulativ  erforderlichen Voraussetzungen  für  die Wiederherstellung  der 
Beschwerdefrist fehlt,

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dass demzufolge das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist 
abzuweisen ist,

dass  bei  dieser  Sachlage  gleichzeitig  auf  die  verspätet  eingereichte 
Beschwerde gegen die Verfügung des BFM vom 12. Oktober 2011 nicht 
einzutreten ist (Art. 111 Bst. b AsylG),

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  (vgl.  Art. 1­3  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), indessen 
aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  auf  die  Erhebung  von 
Verfahrenskosten zu verzichten ist (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 
6 Bst. b VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Das  sinngemässe  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  Beschwerdefrist 
wird abgewiesen.

2. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

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