# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee0dc68e-7e27-5c5e-b1f2-850b050750e1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 11.01.2024 VBE.2023.239
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-239_2024-01-11.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.239 / ss / fi  
Art. 3 

 

 

Urteil vom 11. Januar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Siegenthaler  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

unentgeltlich vertreten durch MLaw Rebecca Wyniger, Rechtsanwältin, 

Hintere Bahnhofstrasse 10, 5001 Aarau 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   B._____  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 14. April 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1971 geborene Beschwerdeführer erlitt am 7. August 2020 einen Herz-

infarkt. Es erfolgte eine Herzkatheteruntersuchung über den rechten Arm-

zugang, in deren Folge es zu einer Blutung des Unterarms und der Ausbil-

dung eines Kompartmentsyndroms kam, welches am 8. August 2020 ope-

rativ behandelt wurde. Aufgrund fortbestehender Beschwerden im rechten 

Arm meldete sich der Beschwerdeführer am 18. Dezember 2020 bei der 

Beschwerdegegnerin zur Früherfassung und auf deren Anraten hin am 

21. Januar 2021 zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration, Rente) 

der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Beschwerdegeg-

nerin tätigte daraufhin verschiedene Abklärungen in beruflicher und medi-

zinischer Hinsicht, in deren Rahmen sie unter anderem die Akten des Kran-

kentaggeldversicherers beizog. Nach Rücksprache mit ihrem internen Re-

gionalen Ärztlichen Dienst (RAD) wies sie das Rentenbegehren – nach ent-

sprechendem Vorbescheid, gegen den der Beschwerdeführer Einwände 

erhob und erneuter Rücksprache mit dem RAD – mit Verfügung vom 

14. April 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 16. Mai 2023 frist-

gerecht Beschwerde und beantragte Folgendes: 

 

"1. Die Verfügung der IV-Stelle SVA Aargau vom 14. April 2023 sei aufzu-
heben. 

 
 2. Es sei der Beschwerdeführer eine Rente im Umfang von 61.5% einer 

vollen Rente zuzusprechen. 
 
 3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die IV-Stelle 

SVA Aargau zurückzuweisen. 
 
 4. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-

ren unter Bestellung der unterzeichnenden Rechtsvertreterin als unent-
geltliche Vertreterin.  

 
 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 21. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

  

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 29. Juni 2023 wurde dem Be-

schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und MLaw Re-

becca Wyniger, Rechtsanwältin, Aarau, zu seiner unentgeltlichen Vertrete-

rin ernannt. 

 

2.4. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 10. Juli 2023 wurde B._____ als 

aus den Akten erkennbare berufliche Vorsorgeeinrichtung des 

Beschwerdeführers im Verfahren beigeladen. Diese teilte mit Eingabe vom 

15. August 2023 ihren Verzicht auf eine Stellungnahme mit. 

 

2.5. 

Mit Eingaben vom 21. Juni, 11. Juli und 6. September 2023, einer Eingabe 

im November 2023 (fälschlicherweise ebenfalls datiert auf den 6. Septem-

ber 2023) sowie einer Eingabe vom 9. Januar 2024 reichte der Beschwer-

deführer weitere medizinische Unterlagen ein. 

 

 
    

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Rentenbegeh-

rens im Wesentlichen damit, dass dem Beschwerdeführer aus versiche-

rungsmedizinischer Sicht zwar die angestammte Tätigkeit als Hilfsmonteur 

nicht mehr in vollem Umfang, die Ausübung einer leidensangepassten Tä-

tigkeit ohne Einsatz der dominanten rechten Hand jedoch seit dem 1. Au-

gust 2021 (Ablauf Wartejahr) in einem Pensum von 100 % zumutbar sei. 

Aus der Gegenüberstellung der entsprechenden Vergleichseinkommen re-

sultiere ein Invaliditätsgrad von 0 %, was keinen Rentenanspruch begründe 

(Vernehmlassungsbeilage [VB] 85 S. 1 f.). Der Beschwerdeführer stellt 

sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, auf die Ein-

schätzung des RAD, auf welcher die angefochtene Verfügung beruhe, 

könne aufgrund verschiedener Mängel nicht abgestellt werden; tatsächlich 

sei er in einer angepassten Tätigkeit lediglich noch zu 50 % arbeitsfähig, 

wobei er diese Arbeitsfähigkeit mit der effektiv ausgeübten Tätigkeit bei sei-

ner bisherigen Arbeitgeberin voll ausschöpfe (Beschwerde, Ziff. 6 ff.). Zu-

dem sei der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommens-

vergleich fehlerhaft (Beschwerde, Ziff. 13 ff.). 

 

1.2. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfü-

gung vom 14. April 2023 (VB 85) zu Recht einen Rentenanspruch des Be-

schwerdeführers verneint hat. 

 

 - 4 - 

 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-

her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend. 

 

3. 

3.1. 

In der angefochtenen Verfügung vom 14. April 2023 (VB 85) stützte sich 

die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die 

Beurteilungen ihres RAD-Arztes Dr. med. C._____, Facharzt für Gynäkolo-

gie und Geburtshilfe sowie Praktischer Arzt, vom 28. Juni 2022 (VB 71 

S. 3 f.), 26. Juli 2022 (VB 72) und 28. Februar 2023 (VB 84 S. 2 f.). 

 

In seiner Aktenbeurteilung vom 28. Juni 2022 stellte Dr. med. C._____ fol-

gende Diagnosen (VB 71 S. 3): 

 

"- St. n. akutem Myokardinfarkt (NSTEMI) am 07.08.2020 bei koronarer 
1-Gefässerkrankung  

 - Symptomatische SLAP-Läsion, schmerzhaftes AC-Gelenk/subacro-
miales Impingement (St.n. Distorsion/axialem Zugtrauma Feb. 2021). 

 - St.n. akutem Kompartementsyndrom M. flexor digitorum superficialis 
re. (dominant) bei Blutung A. ulnaris re. am 08.08.2020 

 -  Radiale Epicondylopathie re." 

 

Er führte aus, dass es infolge einer Herzkatheteruntersuchung über den 

Armzugang aufgrund des vom Beschwerdeführer am 7. August 2020 erlit-

tenen Herzinfarkts zu einer Blutung des Unterarmes und der Ausbildung 

eines Kompartmentsyndroms – einem Anstieg des Gewebedrucks in sub-

faszialen Logen – gekommen sei. Der Hausarzt des Beschwerdeführers 

habe in seinem Bericht vom 18. Juni 2021 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 

bis "aktuell" attestiert und berichtet, der Beschwerdeführer habe noch 

Schmerzen am rechten Arm bei minimaler Belastung. Es bliebe noch eine 

neurologische Ursache abzuklären. In der neurologischen Abklärung des 

Spitals E._____ vom 15. Februar 2022 hätten sich eine leichtgradige 

sensomotorische Neuropathie des N. medianus im Karpaltunnel rechts und 

eine schwere axonale Schädigung des N. radialis ramus superficials rechts 

 - 5 - 

 

 

gefunden. Funktionelle Einschränkungen im Verlauf des Nervus radialis 

durch die stattgefundene Nervenschädigung seien damit plausibel und 

nachvollziehbar. Gemäss vertrauensärztlichem Bericht der Tag-

geldversicherung vom 31. Oktober 2021 sei die angestammte Tätigkeit 

dauerhaft zu 50 % und körperlich adaptierte Verweistätigkeiten (ohne Ein-

satz der dominanten Hand) ab 1. November 2021 zu 100 % als zumutbar 

beurteilt worden. Aus Sicht des RAD könne diese Einschätzung so über-

nommen werden. IV-fremde Elemente lägen nicht vor (VB 71 S. 3). Ent-

sprechend bestehe in der angestammten Tätigkeit seit dem 1. November 

2021 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, wobei die Einschränkung durch die 

dokumentierten Nervenschädigungen bedingt sei. In körperlich adaptierten 

Verweistätigkeiten (ohne Einsatz der dominanten rechten Hand) bestehe 

seit dem 1. November 2021 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (VB 71 S. 4). 

Mit Stellungnahme vom 26. Juli 2022 korrigierte Dr. med. C._____ diese 

Einschätzung dahingehend, dass davon auszugehen sei, dass die 

erwähnte Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer angepassten 

Tätigkeit bereits seit dem 1. August 2021 bestehe (VB 72). 

 

3.2. 

Aufgrund der Einwände des Beschwerdeführers gegen den Vorbescheid 

vom 4. August 2022 und der damit eingereichten medizinischen Unterlagen 

wurde RAD-Arzt Dr. med. C._____ erneut um Stellungnahme gebeten. 

Dieser führte am 28. Februar 2023 aus, gemäss eingereichtem Bericht des 

Spitals E._____, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, vom 26. August 

2022 bezüglich der Sprechstunde vom 24. August 2022 zeige sich 

weiterhin eine schmerzhafte radiale Epicondylopathie am rechten 

Ellenbogen, diskreter beginnend auch linksseitig. MR-tomographisch 

hätten sich entsprechend Veränderungen am lateralen Epicondylus ohne 

Hinweise für eine höhergradige strukturelle Läsion der 

Extensorensehnenansätze gezeigt, sodass auch primär weiterhin ein 

konservatives Vorgehen empfohlen, eine Handgelenksmanschette im 

Sinne einer Nachtlagerungsschiene ausgehändigt sowie ein nochmaliges 

Physiotherapierezept ausgestellt worden sei. Ebenso könnten lokal 

analgetische und antiphlogistische Massnahmen unternommen werden. 

Bezüglich der rechten Schulter seien die Beschwerden auf die bereits 

bekannten strukturellen Veränderungen zurückzuführen. Bei niedrigem 

Leidensdruck sei auch hier ein konservatives Vorgehen besprochen 

worden. Mit den neu eingereichten Unterlagen sei keine Änderung des 

(medizinischen) Sachverhalts plausibel gemacht worden. Weiterhin 

bestünden Einschränkungen des rechten Arms bzw. der rechten Schulter 

durch entzündliche und strukturelle Veränderungen. Die entzündlichen 

Veränderungen (Epicondylitis) seien behandelbar, durch die strukturellen 

Veränderungen (Nervenläsionen) bestehe gemäss dem vorliegenden Be-

richt vom 26. August 2022 nur ein geringer Leidensdruck. IV-fremde Ele-

mente lägen nicht vor. Folglich sei unverändert von einer seit 1. August 

2021 bestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und 

 - 6 - 

 

 

einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszuge-

hen (VB 84 S. 2 f.). 

 

4. 

4.1. 

Der Versicherungsträger und das Gericht haben die Beweise frei, das 

heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die strei-

tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 

V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Voll beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1 mit Hinweis). 

Entscheidend ist insbesondere, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer 

persönlicher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische 

Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterla-

gen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesge-

richts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. De-

zember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

 - 7 - 

 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, auf die Einschätzung von RAD-Arzt 

Dr. med. C._____ könne deshalb nicht abgestellt werden, weil sie auf der 

Beurteilung des Vertrauensarztes des Taggeldversicherers beruhe und die 

in den seither ergangenen Arztberichten dokumentierten neuen medizini-

schen Erkenntnisse darin nicht berücksichtigt worden seien (Beschwerde, 

Ziff. 7 ff.). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Dr. med. C._____ stützte sich bei seiner Beurteilung des medizinischen 

Sachverhalts massgeblich auf jene des Vertrauensarztes des Krankentag-

geldversicherers, welche "so übernommen werden" könne (vgl. E. 3.1. hier-

vor). Dabei bezog er sich auf die Beurteilung von Dr. med. D._____, Fach-

arzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie, vom 31. Oktober 

2021 (VB 62.1). Dieser stellte darin gestützt auf die Akten die Diagnose 

einer Brachialgie rechts bei St. n. akutem Kompartmentsyndrom Musculus 

flexor digitorum superficialis (VB 62.1 S. 2) und führte aus, dass nach der 

operativen Behandlung des Kompartmentsyndroms am 8. August 2020 un-

ter Ergotherapie stetige Fortschritte dokumentiert worden seien. Im Rah-

men einer fachärztlichen Untersuchung vom 27. Januar 2021 habe neben 

einer Keloidbildung (Narbe) noch eine Sensibilitätsstörung im Bereich des 

Unterarms dokumentiert werden können. Der Hausarzt des Beschwerde-

führers habe in seinem Bericht vom 18. Juni 2021 eine 50%ige Arbeitsun-

fähigkeit vom 12. November 2020 bis "aktuell" attestiert und berichtet, dass 

der Beschwerdeführer noch Schmerzen am rechten Arm bei minimaler Be-

lastung habe. Eine neurologische Ursache bliebe abzuklären. Im neurolo-

gischen Bericht vom 27. Mai 2021 sei ebenfalls über belastungsabhängige 

Schmerzen berichtet worden, allerdings auch über Beschwerden in Ruhe. 

Klinisch habe eine Sensibilitätsstörung an der Beugeseite des rechten Un-

terarms bestanden, welche am ehesten mit der Operationsnarbe in Zusam-

menhang zu bringen sei. Daneben habe der Beschwerdeführer über eine 

Sensibilitätsstörung, vor allem der Finger III und IV, geklagt. In einer sorg-

fältigen manuellen Einzelkraftprüfung hätten sich keine Paresen der intrin-

sischen Hand- oder der Unterarmmuskulatur feststellen lassen, wobei der 

Beschwerdeführer seine Schmerzhemmung habe überwinden müssen. 

Passend dazu habe eine völlig normale Muskeltrophik im Bereich von Hand 

und Unterarm rechts bestanden. Elektrophysiologisch habe sich der klini-

sche Eindruck bestätigt. Die Neurographien der Nn. medianus und ulnaris 

rechts seien unauffällig gewesen, ein nennenswerter Axonverlust der bei-

den Nerven habe ausgeschlossen werden können. Insgesamt hätten sich 

damit keine Anhaltspunkte für eine signifikante Nervenschädigung am Un-

terarm gefunden. Die leichte Hypästhesie im Bereich der rechten Hand sei 

vom Neurologen als Irritiationsproblematik des N. medianus rechts gedeu-

tet worden. Insgesamt reiche diese aber kaum aus, um die starken – und 

 - 8 - 

 

 

anamnestisch eher nicht typisch neuropathischen – Schmerzen des Be-

schwerdeführers aus neurologischer Sicht zu erklären. Ein am 20. April 

2021 durchgeführter Ultraschall habe normale Befunde gezeigt. Im aktu-

ellsten Bericht vom 4. Oktober 2021, der sich auf die Ergebnisse einer 

handchirurgischen Verlaufskontrolle vom 27. September 2021 beziehe, sei 

aufgrund der Angaben der Arbeitgeberin als unmöglich erachtet worden, 

dass der Beschwerdeführer die schwere körperliche Arbeit weiter ausübe. 

Es sei über eine Reduktion der maximalen Kraft berichtet worden. Zusam-

menfassend sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. August 2021 bis 

zum 31. Oktober 2021 attestiert worden. Dies könne nachvollzogen werden 

(VB 62.1 S. 3). Dr. med. D._____ ging von einer dauerhaften Arbeitsunfä-

higkeit von 50% in der angestammten Tätigkeit aus. In einer Verweistätig-

keit ohne Einsatz der dominanten (rechten) Hand bestehe ab sofort (bzw. 

1. November 2021) eine volle Arbeitsfähigkeit (VB 62.1 S. 4). 

 

5.2.2. 

Was die seit der Beurteilung durch Dr. med. D._____ ergangenen medizi-

nischen Akten, auf die sich der Beschwerdeführer beruft, anbelangt, wur-

den im Bericht des Spitals E._____, Gefässchirurgie, vom 4. Januar 2022 

betreffend die auf seinen Wunsch hin durchgeführte Sprechstunde vom 

3. Januar 2022 klinisch eine Hypästhesie am ulnarseitigen Unterarm 

rechts, eine limitierte Extension im Handgelenk und eine Druckdolenz am 

Ellbogengelenk festgestellt; der Faustschluss und die Fingerlangstreckung 

seien dem Beschwerdeführer möglich gewesen. Es habe sich eine 

regelrechte Durchblutungssituation der rechten Hand ohne objektivierbare 

Befunde für eine Perfusionsstörung gezeigt, welche die angegebenen 

Beschwerden (Kraftminderung im rechten Arm, schwer zu definierende 

Momente, in denen ihm Gegenstände aus der Hand fielen) erklären 

würden. Die handchirurgisch empfohlene Option der Narbenkorrektur 

würde die Beschwerden wohl nicht lindern. Es sei eine neurologische 

Beurteilung der Nervenfunktion an der rechten oberen Extremität 

durchzuführen. Gefässchirurgisch sei keine weitere Nachkontrolle geplant 

(VB 63 S. 2).  

 

Aus dem auf den 15. Februar 2022 datierten Bericht des Spitals E._____, 

Klinik für Neurologie, bezüglich der neuromuskulären Sprechstunde vom 

1. März 2022 geht hervor, dass keine klaren Atrophien des Unterarms oder 

der Hand rechts bestünden. Die Kraft sei gut ausgeprägt, lediglich die 

Daumenabduktion erscheine leichtgradig reduziert. Ansonsten liege eine 

fluktuierende, am ehesten schmerzbedingte Einschränkung der Motorik mit 

giveaway-sign in der Einzelkraftprüfung vor. Die Sensibilität sei teilweise 

erloschen oder reduziert, der Brachioradialis-Reflex rechts abgeschwächt. 

Phalen und Tinel über dem Karpaltunnel seien rechts schwach positiv, über 

dem Sulcus ulnaris rechts liege ein negatives Tinel-Zeichen vor. Der rest-

liche Neurostatus sei ohne wesentliche Auffälligkeiten. Neurographisch 

liessen sich die Nerven des rechten Armes grösstenteils intakt darstellen. 

 - 9 - 

 

 

Lediglich der rechte R. superficialis des N. radialis weise eine schwere 

axonale Schädigung auf. Der N. medianus zeige eine diskrete dmL-Ver-

längerung entsprechend einem leichtgradigen Karpaltunnelsyndrom 

(CTS), welches die diffusen Beschwerden und gelenkbezogenen Schmer-

zen in Ellenbogen und Schulter sowie im ganzen Arm jedoch nicht erkläre. 

Betreffend das weitere Vorgehen würden eine adäquate Analgesie und 

eine orthopädische Therapie empfohlen. Die Funktionseinschränkungen 

des rechten Armes, soweit diese über das Mass der initialen lokalen Schä-

digung hinausgingen, würden im Rahmen der fortbestehenden Schmerzen 

gesehen. Hinweise auf eine relevante motorische Neuropathie bestünden 

nicht. Bei fehlendem neuropathischen Schmerzaspekt sei weder die Not-

wendigkeit einer spezifischen Analgesie noch einer neurologischen Ver-

laufskontrolle gegeben (VB 74 S. 17). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Dr. med. D._____ stützte sich bei seiner Beurteilung vom 31. Oktober 2021 

hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestamm-

ten Tätigkeit in erster Linie auf die Beurteilung des behandelnden Hand-

chirurgen, welcher dem Beschwerdeführer angesichts der von diesem an-

gegebenen fehlenden Kraft im rechten Arm und der schweren körperlichen 

Arbeit eine "AUF 50 % vom 01.08.2021 bis 31.10.2021 mit 20% Leistung" 

attestierte (vgl. VB 55 S. 4). Dr. med. D._____ erachtete diese Ein-

schätzung insbesondere vor dem Hintergrund der grösstenteils unauffälli-

gen neurologischen Befunde sowie des unauffälligen Ultraschalls vom 

20. April 2021 als nachvollziehbar. Gleichzeitig erachtete er die Ausübung 

einer angepassten Tätigkeit ohne Einsatz der dominanten rechten Hand als 

uneingeschränkt zumutbar (vgl. E. 5.2.1. hiervor). Aus den 

Dr. med. D._____ im Zeitpunkt seiner Beurteilung vorliegenden Akten ist 

nichts ersichtlich, was dieser Einschätzung entgegenstehen würde. So 

bezogen sich sämtliche zu diesem Zeitpunkt vom Beschwerdeführer 

beklagten gesundheitlichen Beschwerden (insbesondere fehlende Kraft 

und Schmerzen) auf den rechten Arm bzw. den Bereich von der rechten 

Hand bis zur Schulter, (VB 32 S. 24 ff.,15 und 3; 31 S. 10 ff. und 3; 37 

S. 4; f.; 23; 43; 55 S. 4). Insbesondere kardiologisch hat sich die Situation 

nach dem am 7. August 2020 erlittenen Herzinfarkt gemäss der Aktenlage 

positiv entwickelt und blieb im weiteren Verlauf unauffällig (vgl. VB 36 

S. 12 ff.). 

 

5.3.2. 

Daran änderte sich auch nach der Beurteilung von Dr. med. D._____ 

nichts. Sowohl im Bericht des Spitals E._____, Gefässchirurgie, vom 

4. Januar 2022 betreffend die Sprechstunde vom 3. Januar 2022, wie auch 

dem auf den 15. Februar 2022 datierten Bericht bezüglich der 

neuromuskulären Sprechstunde vom 1. März 2022 ergaben sich einzig 

Befunde, welche den rechten Arm bzw. die rechte Hand betrafen. Dabei 

 - 10 - 

 

 

konnten aufgrund der Ergebnisse entsprechender Untersuchungen 

signifikante Gesundheitsschäden als Ursache der geklagten Beschwerden 

ausgeschlossen werden, wurden doch eine regelrechte 

Durchblutungssituation der rechten Hand festgestellt und Hinweise auf eine 

relevante motorische Neuropathie verneint. Das neu diagnostizierte 

rechtsseitige CTS, das sich in (ausschliesslich) nächtlich auftretenden 

Beschwerden und leichten Kribbelparästhesien manifestiere, wurde als 

lediglich leichtgradig eingestuft und im Falle einer Persistenz mit einer 

Handgelenkschiene als therapierbar gewertet (VB 74 S. 17; vgl. E. 5.2.2. 

hiervor). Insbesondere der letzte Bericht vom 15. Februar 2022 wurde von 

RAD-Arzt Dr. med. C._____ im Rahmen seiner Aktenbeurteilung vom 

28. Juni 2022 denn auch detailliert wiedergegeben (vgl. E. 3.1. hiervor). 

Dasselbe gilt für den Bericht des Spitals E._____, Klinik für Orthopädie und 

Traumatologie, vom 26. August 2022 bezüglich der Sprechstunde vom 

24. August 2022 (VB 74 S. 13 ff.), auf welchen Dr. med. C._____ im 

Rahmen seiner Beurteilung vom 28. Februar 2023 ausführlich 

eingegangen ist. Auch dieser Bericht behandelt jedoch einzig die 

Problematik in der rechten Hand, dem rechten Ellenbogen und der rechten 

Schulter des Beschwerdeführers (VB 74 S. 14 f.), weshalb der Schluss von 

Dr. med. C._____ dahingehend, dass weiterhin nur Einschränkungen des 

rechten Arms/Schulter bestünden (vgl. E. 3.2. hiervor) durchaus 

einleuchtet. Seine unter Verweis auf die Beurteilung von Dr. med. D._____ 

im Ergebnis unverändert getroffene Einschätzung dahingehend, dass in 

einer leidensangepassten Tätigkeit ohne Einsatz des rechten Armes eine 

volle Arbeitsfähigkeit bestehe, ist – insbesondere unter Berücksichtigung 

der Behandelbarkeit der entzündlichen Veränderungen (Epicondylitis) und 

dem lediglich geringen Leidensdruck betreffend die aus den strukturellen 

Veränderungen (Nervenläsionen; VB 84 S. 2; vgl. auch VB 74 S. 15) 

resultierenden Beeinträchtigungen – nachvollziehbar. 

 

Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde, 

Ziff. 7) hat Dr. med. C._____ bei seiner Beurteilung die Berichte des Spitals 

E._____ aus dem Jahr 2022 durchaus mitberücksichtigt und teilweise auch 

explizit erwähnt oder gar daraus zitiert (vgl. E. 3.1. f. hiervor). Auch hat er 

sich in seiner Stellungnahme vom 28. Februar 2023 in dem Sinne zu den 

Auswirkungen der festgestellten entzündlichen und strukturellen 

Veränderungen geäussert, dass diese an der bisherigen Beurteilung 

hinsichtlich einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ohne Einsatz der 

dominanten rechten Hand nichts zu ändern vermöchten (VB 84 S. 2 f.; vgl. 

Beschwerde, Ziff. 8).  

 

5.3.3. 

Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der behandelnden Ärzte (Be-

schwerdebeilage [BB] 3), auf die sich der Beschwerdeführer beruft (Be-

schwerde, Ziff. 10), ist festzuhalten, dass sich die darin für die Zeit seit dem 

 - 11 - 

 

 

10. Januar 2023 bestätigte Arbeitsunfähigkeit von 50 % offensichtlich auf 

die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers bzw. dessen aktuell (im 

50%-Pensum) ausgeübte Tätigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin (vgl. 

VB 91 S. 24) bezieht. Diesbezüglich ging auch Dr. med. C._____ von einer 

lediglich 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. VB 84 S. 3). Massgebend für 

die Beurteilung des Rentenanspruchs ist indes die Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer 

Einschränkungen des funktionellen Leistungsvermögens aufwiese, deret-

wegen er ausserstande wäre, einer keinen Einsatz der rechten Hand erfor-

dernden (vgl. VB 84 S. 3) Tätigkeit im Vollzeitpensum nachzugehen, gibt 

es in den medizinischen Akten keine und der – rechtsdominante – Be-

schwerdeführer legte selbst auch gar nicht dar, weshalb er in einer solchen 

Tätigkeit nur eingeschränkt arbeitsfähig sein soll.  

 

5.4. 

Den Akten sind keine weiteren medizinischen Einschätzungen zu entneh-

men, welche gegen die nachvollziehbare und schlüssige Beurteilung von 

Dr. med. C._____ sprechen würde. Dass weitere Abklärungen zu einem 

anderen Ergebnis führten (vgl. Beschwerde, Ziff. 11 f.), ist nicht 

anzunehmen, weshalb darauf in antizipierte Beweiswürdigung zu 

verzichten ist (BGE 148 V 356 S. 366). Zusammenfassend ist die 

Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf die medizinische Beurteilung 

von RAD-Arzt Dr. med. C._____ von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

einer Verweistätigkeit ausgegangen. 

 

Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad in der 

angefochtenen Verfügung vom 14. April 2023 (VB 85) korrekt bemessen 

hat 

 

6. 

6.1. 

Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

 

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (po-

tentiellen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 

Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl-

lige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Ver-

fügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222; 128 V 174). 

 

 - 12 - 

 

 

6.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmög-

lichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie 

bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; Urteil des Bun-

desgerichts 9C_190/2019 vom 14. Mai 2019 E. 4.2). 

 

Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung von einem 

Valideneinkommen von CHF 54'600.00 aus. Dabei stützte sie sich auf die 

Angaben der Arbeitgeberin für das Jahr 2021 (VB 85 S. 2; vgl. VB 19.1 

S. 5 f.). Das Valideneinkommen blieb – nach Lage der Akten zu Recht – 

unbestritten.  

 

6.3. 

6.3.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel-

cher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidi-

tät eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Ar-

beitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ver-

bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und er-

scheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen 

und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst 

als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens keine bzw. keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-

keit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellen-

löhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Sta-

tistik (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hin-

weis unter anderem auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). Dabei wird übli-

cherweise die Tabelle TA1, Zeile "Total", herangezogen (Urteil des Bun-

desgerichts Urteil 8C_458/2017 E. 6.2.3). 

 

6.3.2. 

Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung fest, dass 

die medizinisch-theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit bei Ablauf des War-

tejahres (August 2021) nicht voll ausgeschöpft worden sei, weshalb zur Er-

mittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der LSE abzu-

stellen sei (VB 85 S. 1). Sie stützte sich sodann auf die LSE 2018, Ta-

belle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, Männer, und errechnete unter Be-

rücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit und der No-

minallohnentwicklung von 2018 bis 2021 ein Invalideneinkommen von 

Fr. 68'347.00. Einen leidensbedingten Abzug befand sie dabei für nicht ge-

rechtfertigt (VB 85 S. 2). 

 

 - 13 - 

 

 

6.3.3. 

Das Abstellen auf die Tabellenlöhne der LSE ist angesichts der Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer mit der effektiv ausgeübten Tätigkeit im 50%-

Pensum seine Restarbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten Tätig-

keit nicht ausschöpft, nicht zu beanstanden. 

 

Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin bei der 

Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabelle TA1, Total (alle Wirt-

schaftszweige), abgestellt hat. So bestehen rechtsprechungsgemäss auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt selbst für Personen, die funktionell als 

Einarmige zu betrachten sind, genügend realistische Betätigungsmöglich-

keiten. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontroll-

tätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-)automa-

tischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen zwingenden Ein-

satz beider Hände voraussetzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2020 

vom 27. August 2020 E. 5.1 mit Hinweisen). Gerade diese Tätigkeiten zei-

gen, dass auch im Produktionssektor (Sektor 2) Betätigungsmöglichkeiten 

bestehen, die dem Beschwerdeführer zumutbar sind, weshalb sich entge-

gen dessen Vorbringen (Beschwerde, Ziff. 17 f.) ein Abstellen auf den 

Dienstleistungssektor (Sektor 3) bzw. Teile davon, nicht rechtfertigt. 

 

6.3.4. 

Inkorrekt war die Berechnung des Invalideneinkommens allerdings in der 

Hinsicht, dass die Beschwerdegegnerin die LSE 2018 herangezogen hat. 

Da stets auf die im Verfügungszeitpunkt bezogen auf den Zeitpunkt des 

Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten Daten abzustellen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 6.2.2) und im 

Zeitpunkt der Verfügung vom 14. April 2023 – anders noch als beim Vor-

bescheid vom 4. August 2022 (VB 73) – die LSE 2020 bereits publiziert war 

(veröffentlicht am 23. August 2022), wäre angesichts des frühestmöglichen 

Rentenanspruchs ab August 2021 auf die LSE 2020 abzustellen gewesen. 

 

6.3.5. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von lohnstatistischen An-

gaben ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 

hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des kon-

kreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein Abzug soll 

aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An-

haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder 

mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeits-

fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittli-

chem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Ab-

zuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invali-

 - 14 - 

 

 

deneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu be-

grenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 129 

V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]). 

 

Angesichts der Zumutbarkeit einer vollzeitigen Beschäftigung in einer lei-

densangepassten Tätigkeit (E. 3.1. f. hiervor) fällt ein Abzug aufgrund des 

Beschäftigungsgrads (vgl. Beschwerde, Ziff. 20) vorliegend ausser Be-

tracht. Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang sich ein Abzug wegen 

faktischer Einhändigkeit (Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2017 vom 

14. Mai 2018 E. 5.2 mit Hinweisen), des Aufenthaltsstatus (vgl. VB 11) 

und/oder aus anderen Gründen rechtfertigte, kann offen bleiben, da – wie 

sich im Folgenden ergibt – selbst bei Gewährung des maximal möglichen 

Abzugs von 25 % kein einen Rentenanspruch begründender (mindestens 

40%iger; vgl. Art. 28 IVG) Invaliditätsgrad resultierte. 

 

So betrüge das Invalideneinkommen bei einem Abzug von 25 % 

Fr. 48'991.58 (Fr. 5'261.00 [LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, To-

tal, Männer, Kompetenzniveau 1] x 12 / 40 x 41.7 [betriebsübliche Wochen-

arbeitszeit 2021, vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01] / 106.8 x 106 [Nominal-

lohnindex Männer, Tabelle T1.1.10] x 0.75 [leidensbedingter Abzug von 

25 %]). Aus dem Vergleich mit dem Valideneinkommen ergäbe sich eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 5'608.42 (Fr. 54'600.00 – 48'991.58) und entspre-

chend ein Invaliditätsgrad von 10 % (Fr. 5'608.42 / Fr. 54'600.00 x 100; 

zum Runden vgl. BGE 130 V 121). Die Abweisung des Rentenbegehrens 

mit Verfügung vom 14. April 2023 ist damit im Ergebnis nicht zu beanstan-

den. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

7.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00 und sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da diesem die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, sind die Kosten einstweilen lediglich vorzu-

merken. 

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin wird das an-

 - 15 - 

 

 

gemessene Honorar nach Eintritt der Rechtskraft des versicherungsge-

richtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu vergüten sein (Art. 122 

Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG). 

 

7.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der vor-

gemerkten Gerichtskosten sowie der der Rechtsvertreterin ausgerichteten 

Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden sie 

einstweilen vorgemerkt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

4. 

Das Honorar der unentgeltlichen Rechtsvertreterin wird richterlich auf 

Fr. 2'500.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, der 

unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, MLaw Rebecca 

Wyniger, Rechtsanwältin in Aarau, nach Eintritt der Rechtskraft das Hono-

rar von Fr. 2'500.00 auszurichten. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

 - 16 - 

 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 11. Januar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Siegenthaler