# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebae55fe-021f-5379-a63d-b384919c2018
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.05.2024 E-1761/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1761-2024_2024-05-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1761/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo,   

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Monika Böckle,  

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylrecht Ostschweiz,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 16. Februar 2024 / N (…). 

 

 

 

E-1761/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und 

islamischen Glaubens aus dem Dorf B._______ in der Provinz C._______) 

suchte am 8. November 2022 in der Schweiz um Asyl nach. Er wurde dem 

Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Ostschweiz zugewiesen.  

B.  

Er machte im Rahmen der Anhörung vom 24. August 2023 und der ergän-

zenden Anhörung vom 29. Januar 2024 zur Begründung seines Asylgesu-

ches im Wesentlichen geltend, dass die kurdischen Streitkräfte ihm und 

seiner Familie vertraut hätten, weswegen man ihn als eine Art Vorarbeiter 

im (militärischen) Tunnelbau in unmittelbarer Umgebung des Heimatdorfes 

angestellt habe. Die Tätigkeit habe er bis Februar 2022 ausgeübt. In der 

Folge sei er der persönliche Fahrer seines Vorgesetzten namens 

D._______ geworden. Der ursprünglich aus der Türkei stammende Mann 

sei für die Grabungsarbeiten im Autonomiegebiet beziehungsweise für die 

Hälfte der Grabungsarbeiten im Autonomiegebiet verantwortlich gewesen 

und sei deswegen von den türkischen wie auch den syrischen Behörden 

verfolgt worden. Am Abend vor seiner Ausreise habe ihn D._______ kon-

taktiert und gesagt, dass sie beide noch die Wärter kontrollieren müssten. 

Er sei in sein Auto gestiegen, zu D._______ gefahren und habe ihn mitge-

nommen. Weil er ein militärisches Fahrzeug gefahren habe und D._______ 

bekannt gewesen sei, habe er auf seinen Kontrollrunden jeweils nirgends 

anhalten und sich ausweisen beziehungsweise lediglich seine Identitäts-

karte vorweisen müssen. Beim dritten Dorf, welches er habe passieren wol-

len, sei er an einem Check-Point dennoch angehalten worden. Nach an-

fänglichem Zögern habe er auf D._______’s. Geheiss hin ebenfalls seine 

Identitätskarte dem diensthabenden Asayesch (Anmerkung: kurdischer 

Geheimdienst) zur Kontrolle ausgehändigt. Bevor er seine Identitätskarte 

zurückerhalten habe, habe D._______ ihn unter Gewaltandrohung dazu 

aufgefordert, loszufahren, was er schliesslich auch getan habe. Die Poli-

zisten hätten das Feuer auf sie eröffnet. Sie hätten entkommen können und 

seien nach zehn Fahrminuten stehen geblieben und D._______ sei von 

einem von der (türkischen) Grenze herkommenden Auto mitgenommen 

worden. Er, der Beschwerdeführer, habe seinen Vater angerufen und sich 

zum nächsten Dorf begeben. Auf den Rat seines Vaters hin sei er zu sei-

nem in der Nähe lebenden Cousin väterlicherseits gelangt und habe dort 

bis zum Morgen ausgeharrt. Weil er am nächsten Morgen seinen Vater 

nicht mehr habe erreichen können, habe er seinen Onkel väterlicherseits 

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Seite 3 

angerufen. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass sein Vater beziehungsweise 

sein Vater und seine Brüder von den Sicherheitsbehörden verhaftet worden 

seien. Um etwa 10 Uhr habe er von seinem Onkel väterlicherseits erfahren, 

dass D._______ offenbar in die Türkei geflohen sei und dabei Pläne und 

Informationen mitgenommen habe. Für ihn sei klar geworden, dass er nicht 

mehr nach Hause zurückkehren könne. Sodann habe sein Onkel die Aus-

reise organisiert und er habe Syrien noch am gleichen Tag verlassen. Sei-

nem Vater werde vorgeworfen, ihn bei der Ausreise unterstützt zu haben. 

Er habe eine Woche lang in Haft bleiben müssen und werde bis heute na-

hezu jeden Tag nach dem Aufenthalt seines Sohnes befragt. Eine Woche 

nach seiner Ausreise hätten die Behörden zudem auch seinen Bruder 

E._______ beziehungsweise seine Brüder mitgenommen, so dass er ge-

zwungen sei, seinen Bruder E._______ ebenfalls in die Schweiz zu holen.  

Von Syrien habe er sich nach F._______ begeben, wo er bis zum 1. No-

vember 2022 geblieben sei. Danach habe er sich zusammen mit anderen 

Asylsuchenden in einem Lastwangen in die Schweiz begeben, um dort um 

Asyl nachzusuchen.  

C.  

Zum Nachweis seiner Identität und zur Stützung seiner Vorbringen reichte 

der Beschwerdeführer eine Kopie seiner syrischen Identitätskarte, ein Foto 

von sich bei der Arbeit und drei Google-Luftaufnahmen, welche die Tunnels 

und sein Haus zeigen sollen, ein. 

D.  

Mit Entscheid vom 16. Februar 2024 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers und wies dessen Asylgesuch ab. 

Gleichzeitig wurde indes der Vollzug der Wegweisung zugunsten einer vor-

läufigen Aufnahme aufgeschoben. 

E.  

Gegen den Entscheid des SEM vom 16. Februar 2024 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 20. März 2024 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Es wurde die Aufhebung der 

Dispositivziffern 1-3 der angefochtenen Verfügung (Asyl und Wegweisung) 

beantragt. Die Vorinstanz sei anzuweisen, den Beschwerdeführer als 

Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei 

er als Flüchtling vorläufig in der Schweiz aufzunehmen; subeventualiter sei 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (inklusive 

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Seite 4 

Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses) und um Beiordnung 

eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person der unterzeichnen-

den Rechtsvertretung ersucht.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. April 2024 wurden die genannten Gesuche 

abgewiesen und unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall 

ein Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.– mit Zahlungsfrist bis zum 

25. April 2024 erhoben, der in der Folge fristgerecht einging.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG; Art. 48 Abs. 1 so-

wie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 5 

3.  

Die Beschwerde ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zu-

stimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu behan-

deln, weil sie sich im Ergebnis als offensichtlich unbegründet erweist (Art. 

111 Bst. e AsylG). Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde 

verzichtet (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung die Vorbringen des 

Beschwerdeführers, wegen Beihilfe zur Flucht seines direkten Vorgesetz-

ten im militärischen Tunnelbau behördliche Behelligungen zu befürchten, 

als nicht asylrelevant erachtet.   

5.2 Sie führte aus, dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Verfol-

gungssituation – bei Wahrunterstellung – auf keinem in Art. 3 AsylG aufge-

führten Motiv beruhe, sondern einzig und allein auf die legitime Ergreifung 

des Vorgesetzten und der diesbezüglichen Informationsgewinnung ab-

ziele. Es erscheine nachvollziehbar, dass seitens der kurdischen Lokalbe-

hörden ein Interesse daran bestehe, den Beschwerdeführer hierzu als Zeu-

gen und engen Vertrauten des Vorgesetzten einzuvernehmen. Es überra-

sche daher auch nicht, dass im Zuge der Untersuchungen die Familienmit-

glieder aufgesucht würden, wenn er als Zeuge nicht aufzufinden sei. Vor 

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Seite 6 

diesem rechtstaatlich legitimierten Hintergrund könne demnach nicht von 

einer asylrechtlich relevanten Verfolgung gesprochen werden. Im Weiteren 

gelte es anzumerken, dass der Beschwerdeführer die Flucht aus seiner 

Heimat ergriffen habe, ohne seinen angeblichen Verfolgern auch nur ein-

mal persönlich begegnet oder allfälligen Nachteilen ausgesetzt gewesen 

zu sein. Sämtliches Wissen hinsichtlich seiner angeblichen Verfolgungssi-

tuation im Zeitpunkt der Ausreise stamme vom blossen Hörensagen von 

seinem Vater und seinem Onkel. Praxisgemäss genügten Vorbringen wie 

diese, welche sich grossmehrheitlich auf Informationen Dritter abstützten, 

den Anforderungen an eine Verfolgung im asylrechtlichen Sinne nicht (vgl. 

Urteile des BVGer D-6056/2016 vom 19. Januar 2018 E. 5.2; E-801/2015 

vom 6. Oktober 2017 E. 3.7). 

5.3 Unabhängig davon, dass die Vorbringen den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsyIG offensichtlich nicht standhiel-

ten, bestünden auch erhebliche Zweifel an deren Glaubhaftigkeit. So seien 

die Schilderungen rund um die Ausreise aus Syrien nicht kohärent ausge-

fallen (z.B. in Bezug auf das Passieren von Checkpoints, dem Standort des 

Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Anrufs mit seinem Vater, die Perso-

nen, welche von den Asayesch mitgenommen worden seien, den Zeitpunkt 

der Mitnahme seines Bruders beziehungsweise seiner Brüder). Zusätzlich 

komme hinzu, dass sich die Schilderungen inhaltlich von jenen des jünge-

ren Bruders deutlich unterschieden. Letzterer habe bei seiner Anhörung zu 

den Asylgründen vom 24. Mai 2023 namentlich geltend gemacht, dass er, 

der Beschwerdeführer, zu Hause gewesen sei, als er von D._______’s. 

Flucht erzählt habe und es der Vater (und nicht der Onkel väterlicherseits) 

gewesen sei, welcher dem Beschwerdeführer bei der Organisation der 

etwa zwei Tage späteren Flucht aus Syrien geholfen habe. Der Bruder und 

der Vater des Beschwerdeführers seien denn auch nicht am Tag der Aus-

reise aus Syrien von den kurdischen Sicherheitskräften aufgesucht wor-

den, sondern erst zwei Tage nach der Ausreise des Beschwerdeführers. 

Dabei habe der Bruder des Beschwerdeführers keinerlei Bezug zu einer 

angeblichen Inhaftnahme weder von sich selbst noch dem Vater herge-

stellt. Die beiden Schilderungen wiesen somit klare und gewichtige Unter-

schiede auf. 

5.4 Somit seien die Vorbringen des Beschwerdeführers weder asylrelevant 

noch glaubhaft und dessen Asylgesuch sei wegen fehlender Flüchtlingsei-

genschaft abzulehnen. 

 

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Seite 7 

6.  

6.1 In der Beschwerde wurde im Wesentlichen geltend gemacht, entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz könne nicht von einem «rechtsstaatlich le-

gitimierten Hintergrund» gesprochen werden, da kein Rechtsstaat erkenn-

bar sei. Bei den kurdischen lokalen Kräften handle es sich lediglich um eine 

de-facto-Struktur und nicht um eine staatliche. Der Beschwerdeführer 

werde vermutlich nicht nur als Auskunftsperson gesucht, sondern werde 

wohl selbst der Fluchthilfe verdächtigt. Beim Vorfall handle es sich aus 

Sicht der kurdischen Kräfte nicht nur um die Flucht eines hochrangigen 

Mitglieds, sondern dieses habe auch die Baupläne der militärischen Tunnel 

mitgenommen. Der von SEM thematisierte Umstand, dass der Beschwer-

deführer seinen direkten Verfolger nie begegnet sei, erscheine im geschil-

derten Fluchtzusammenhang nicht relevant, sondern logisch. Erst mit dem 

Verrat seines Vorgesetzten und seiner anschliessenden Flucht sei der Be-

schwerdeführer in Ungnade gefallen. Hinsichtlich der Feststellung der Vo-

rinstanz, wonach die drohende Verfolgung ausschliesslich auf Hörensagen 

beruhe, sei darauf hinzuweisen, dass Hörensagen in der Rechtsprechung 

als Informationskanal nicht kategorisch ausgeschlossen werde. Ergänzend 

sei festzuhalten, dass für die Einschätzung, ob ein flüchtlingsrechtlich rele-

vantes Motiv und eine ebensolche Intensität vorliegen würden, die Art der 

Informationsquelle sachlogisch nicht von Bedeutung sei.  

6.2 Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit stütze sich die Vorinstanz auf 

angebliche Widersprüche zu den Angaben seines minderjährigen Bruders. 

In dessen Dossier sei ihm indes keine Akteneinsicht gewährt worden sei. 

Ein Gesuchsteller sei gemäss ständiger Praxis mit Aussagen Dritter vor-

gängig zu konfrontieren, die seinen eigenen Aussagen widersprechen wür-

den, um allfällige Erklärungen vorbringen und Missverständnisse beheben 

zu können. Vorliegend habe die Vorinstanz zur Entscheidfindung das Dos-

sier des minderjährigen Bruders des Beschwerdeführers beigezogen, ohne 

dass der Beschwerdeführer vorgängig mit dessen Aussagen (unter Ge-

währung der entsprechenden Akteneinsicht) konfrontiert worden wäre. 

Dies stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Sollte das Bundes-

verwaltungsgericht der Argumentation bezüglich der Asylgewährung nicht 

Folge geben, so wäre somit das Verfahren zur rechtsgenüglichen Gewäh-

rung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

7.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. April 2024 führte der zuständige Instrukti-

onsrichter aus, die fehlende Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen könne di-

rekt aufgrund der bestehenden Aktenlage und somit ohne Beizug der Akten 

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Seite 8 

des Bruders beurteilt werden. Er führte in diesem Zusammenhang zahlrei-

che, nachfolgend zu erörternde Unglaubhaftigkeitselemente auf. Gleichzei-

tig wurde festgehalten, dass sich das Gericht vorbehalte, die vorliegende 

Rechtssache primär im Licht der fehlenden Glaubhaftigkeit zu beurteilen 

und die Frage der Asylrelevanz im Resultat offen zu lassen. Dies verblieb 

in der Folge und bis dato ohne Rückmeldung des Beschwerdeführers.  

8.  

8.1 Im Ergebnis ist die vorinstanzliche Einschätzung der fehlenden Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu bestätigen. 

8.2 Als erstes ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 

aus mehreren Gründen einen offensichtlich konstruierten Eindruck erwe-

cken.  

8.2.1 Bereits die Ausgangssituation der fluchtauslösenden Ereignisse er-

scheint realitätsfremd, unbestimmt und widerspruchsbehaftet.  

So lässt sich eine zum militärischen Tunnelbau verliehene Vertrauensposi-

tion des Beschwerdeführers angesichts seiner offensichtlich fehlenden 

bauspezifischen Ausbildung, seiner blossen Tätigkeit in der Landwirtschaft 

und seines damals sogar noch minderjährigen Alters nicht plausibel erklä-

ren. Die Einsetzung einer solchen Person, deren augenscheinlich die er-

forderliche Eignung hierfür fehlt, erscheint kaum realitätsnah. Bezeichnen-

derweise war der Beschwerdeführer denn auch nicht in der Lage, arbeits-

spezifische Arbeitsvorgänge substanziell zu schildern, welche nicht ohne 

weiteres aus anderweitigen, allgemeinen Tätigkeiten einer Person im all-

gemeinen Bauwesen entstammen könnten. Vielmehr schilderte er diese 

wenig spezifisch und nicht erlebnisbasiert und vermochte so seiner be-

haupteten Rolle, Funktion und Erlebnissen keine erkennbare Substanz zu 

verleihen. Auch seine übrigen Darlegungen lassen sich mit der behaupte-

ten Funktion nicht in Einklang bringen. Obwohl solche Arbeiten an Tunnel-

bauten insbesondere für Personen mit wichtiger Position oder in dessen 

Umfeld gemeinhin einer hohen Geheimhaltungsstufe unterliegen, gelang 

es dem Beschwerdeführer nicht, entsprechende Geheimhaltungsmass-

nahmen darzulegen oder im Alltag zu schildern (vgl. A29 F25-27). Solcher-

massen fehlendes Wissen ist aber kaum mit den reellen Umständen einer 

Person in Einklang zu bringen, der effektiv eine solch vertrauensvolle Po-

sition zukommt. Auch erscheinen die geschilderten Rollen des Beschwer-

deführers beim Tunnelbau ambivalent, ja teils nicht miteinander vereinbar. 

So soll er trotz fehlendem erforderlichem Wissen verantwortlich für Material 

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und persönliche Haftung bei Fehlbauten gewesen sein. Gleichwohl hatte 

er beispielsweise keinerlei nähere Kenntnisse hinsichtlich Ausmasses der 

Tunnel. Ebenso realitätsfremd erscheint, dass es sich bei seinem Vorge-

setzten D._______ um einen türkischen Staatsangehörigen gehandelt ha-

ben soll, obwohl das Risiko eines Verrats bei einer solchen Konstellation 

als erheblich eingestuft werden müsste. Auch verbleibt die Beschreibung 

dieses angeblichen Vorgesetzten ausgesprochen vage, was in klarem Wi-

derspruch zu der Behauptung steht, er und seine Familie hätten diesen gut 

gekannt und ein ausserordentliches Vertrauensverhältnis zu ihm genossen 

(vgl. A15, F60, A29 F11, F13, F21, F22). Auch weist das angebliche Ver-

hältnis des Beschwerdeführers zu seinem Vorgesetzten beziehungsweise 

dessen Rolle augenscheinliche Unstimmigkeiten und Ambivalenzen auf, 

indem der Beschwerdeführer einerseits eine wichtige Funktion für sich in 

Anspruch nimmt, gleichzeitig er aber wiederholt auf sein reines Nichtwis-

sen als einfacher Chauffeur verweist, sobald er in der Anhörung auf kon-

krete Nachfragen keine substanziellen Antworten geben konnte.   

8.2.2 Ebenso realitätsfremd erscheint die Darstellung der fluchtauslösen-

den Ereignisse. So ist das geschilderte Durchbrechen eines Check-Points, 

obwohl die Personen im Auto angeblich allen bestens bekannt gewesen 

seien und es sich um einen Check-Point wie alle anderen gehandelt haben 

soll, angesichts offenkundig fehlender Notwendigkeit nicht nachvollziehbar. 

Bei Personen, die allen bestens bekannt sind und gewohntermassen ohne 

Probleme Check-Points passieren können, besteht kein Grund gewaltsam 

einen Check-Point zu durchbrechen. Weiter ist nicht nachvollziehbar, dass 

eine Person, wie vorliegend der Beschwerdeführer, ohne erkennbaren 

Grund weiterfahren und sich somit gänzlich unnötig der Gefahr einer 

Schussabgabe der Wachen und damit einer eigenen Lebensgefahr aus-

setzen würde, nur weil der Vorgesetzte ihn um Weiterfahrt ersucht (vgl. A29 

F77). Auch das weitere Vorgehen des Beschwerdeführers nach der Flucht 

kann nicht nachvollzogen werden, könnte dieser ohne weiteres aufklären, 

dass ihm die Weiterfahrt mit dem Auto vom Vorgesetzten befohlen wurde.  

8.2.3 Ohnehin ist das Aussageverhalten des Beschwerdeführers auffallend 

ausweichend ausgefallen. So gab er im Rahmen seiner Anhörung zwar 

stellenweise wortreiche Angaben zu Protokoll (vgl. A15 F60), jedoch lassen 

diese im Ergebnis wenig spezifische Substanz erkennen, erschöpfen sich 

zumeist in reinen Allgemeinplätzen (Berge, Hirten, Zement, Tunnels, Rou-

tinearbeiten) und können auch in der Folge auf konkrete Nachfragen nur 

unzulänglich konkretisiert werden. In Weiteren fällt auf, dass der Beschwer-

deführer zeitliche Umstände stellenweise überbetont akkurat zu benennen 

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Seite 10 

versucht, beispielsweise die Uhrzeit bei unbedeutender Routinearbeit wie-

dergibt (vgl. A15 F34), was nicht nur wenig lebensnah erscheint, sondern 

auch in Widerspruch zu den sonstig oft vagen Ausführungen steht.  

8.3 Aus den genannten Gründen sind die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers, wie bereits mit Zwischenverfügung vom 10. April 2024 festgehalten, 

als nicht glaubhaft einzustufen. Bei dieser Ausgangslage kann daher letzt-

lich offenbleiben, ob und inwiefern die Aussagen des Beschwerdeführers 

und diejenigen seines Bruders, wie in der angefochtenen Verfügung fest-

gehalten, voneinander abweichen. Mangels abschliessender Berücksichti-

gung dieses Aspekts bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit bedarf auch 

die weitere Frage, ob und inwiefern die Vorinstanz in diesem Zusammen-

hang den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt hat, nicht abschliessen-

der Beurteilung. Der Antrag um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

ist mangels Notwendigkeit abzuweisen.  

8.4 Aufgrund der offenkundigen Unglaubhaftigkeit der Vorbringen kann of-

fenbleiben, ob diese als nicht asylrelevant zu erachten sind.  

8.4.1 Der Vollständigkeitshalber kann in dieser Hinsicht jedoch auf die zu-

treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche in der 

Beschwerde nicht umgestossen werden. So beruht – bei Wahruntestellung 

der behaupteten Vorgänge – das Interesse der lokalen kurdischen Behör-

den am Beschwerdeführer zwecks Befragung über die konkreten Um-

stände der Flucht auf keinem in Art. 3 AsylG aufgeführten Motiv. Die Ent-

gegnung in der Beschwerde, wonach er nicht nur als Informant, sondern 

womöglich auch als möglicher Fluchthelfer gesucht werde, ändert nichts 

daran, ist ihm unbenommen, die Behörden über die konkreten Umstände 

aufzuklären, zumal er bis anhin bei den Behörden als unbescholten galt. In 

diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die restliche 

Familie aktuell nach wie vor in Syrien wohnhaft ist und abgesehen von ge-

legentlichen Befragungen keine erheblichen Behelligungen erlitten hat, 

was ebenfalls kaum auf ein asylrelevantes Verfolgungsrisiko des Be-

schwerdeführers schliessen lässt (vgl. A15 F 13 ff sowie F26 ff.). 

9.  

Damit ist nach Würdigung der gesamten Umstände als Ergebnis festzuhal-

ten, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen der Flüchtlingsei-

genschaft nicht erfüllt. Folgerichtig bleibt ihm die Gewährung von Asyl ver-

sagt. Die Ablehnung des entsprechenden Gesuchs durch die Vorinstanz ist 

zu bestätigen. 

E-1761/2024 

Seite 11 

10.  

10.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

10.2 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung 

aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht ein-

tritt. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht-

liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.3 Mit der angefochtenen Verfügung wurde der Beschwerdeführer vor-

läufig in der Schweiz aufgenommen. Da die Wegweisungsvollzugshinder-

nisse alternativer Natur sind (vgl. BVGE 2009/51), besteht kein schutzwür-

diges Interesse an der Überprüfung, aus welchen Gründen die Vorinstanz 

den Vollzug aufgeschoben hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). 

11.  

Insgesamt ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht 

verletzt, und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig 

feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. April 2024 wurde das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung abgewiesen und ein Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 750.– erhoben, der fristgerecht einging. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–3 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), welche durch den ge-

leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt sind. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1761/2024 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli  Daniel Merkli 

 

 

 

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