# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44c84029-69f4-545c-acdf-76561f65870f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.05.2025 F-2532/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2532-2025_2025-05-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2532/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Christa Preisig (Vorsitz), 

Richter Sebastian Kempe,  

Richter Gregor Chatton,    

Gerichtsschreiberin Joana Maria Mösch. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…), 

Somalia, 

vertreten durch Claudio Ludwig,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 2. April 2025 / N (…). 

 

 

 

F-2532/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 30. Dezember 2024 in der Schweiz 

um Asyl. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eu-

rodac) ergab, dass sie bereits am 25. November 2024 auf den Kanarischen 

Inseln, Spanien, daktyloskopisch erfasst worden war. 

B.  

Die Vorinstanz gewährte der Beschwerdeführerin am 5. Februar 2025 im 

Rahmen der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende 

(EB UMA) das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent-

scheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Spanien, dessen Zustän-

digkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. 

Anlässlich der EB UMA gab die Beschwerdeführerin an, am (…) 2008 ge-

boren zu sein. 

C.  

Eine forensische Altersabklärung des Instituts für Diagnostische und Inter-

ventionelle Radiologie des Universitätsspitals (…) vom 17. Februar 2025 

ergab, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Untersuchung mit 

an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit volljährig sei. 

D.  

Am 26. März 2025 hiessen die spanischen Behörden das Gesuch des SEM 

vom 6. März 2025 um Aufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf 

Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO) gut. 

E.  

Nachdem die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 5. März 2025 zur be-

absichtigten Änderung ihres Geburtsdatums im Zentralen Migrationsinfor-

mationssystem (ZEMIS) Stellung genommen hatte, änderte die Vorinstanz 

das Geburtsdatum am 6. März 2025 auf den 1. Januar 2005 und versah 

den Eintrag mit einem Bestreitungsvermerk.  

F.  

Mit Verfügung vom 2. April 2025 (eröffnet am 3. April 2025) trat die Vor-

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Seite 3 

instanz auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete ihre 

Überstellung nach Spanien an, forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen und beauftragte den Kanton (…) 

mit dem Vollzug der Wegweisung (Dispositivziffern 1–4). Gleichzeitig 

stellte sie fest, das Geburtsdatum der Beschwerdeführerin im ZEMIS laute 

auf den 1. Januar 2005 (Dispositivziffer 5). Darüber hinaus hielt sie fest, 

einer allfälligen Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung komme 

keine aufschiebende Wirkung zu (Dispositivziffer 7). 

G.  

Mit Beschwerde vom 9. April 2025 gelangte die Beschwerdeführerin an das 

Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung 

in den Dispositivziffern 1–4 und 7 aufzuheben und die Sache zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die Vorinstanz 

anzuweisen, auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin einzutreten. Der 

Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren; zudem sei der 

Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. 

H.  

Am 11. April 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Nichteintretensent-

scheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) betreffend das 

Asylgesuch der Beschwerdeführerin und deren Wegweisung. Nicht ange-

fochten ist gemäss den Beschwerdeanträgen und der Beschwerdebegrün-

dung hingegen die Dispositivziffer 5, d.h. die Änderung des Geburtsdatums 

im ZEMIS. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 4 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht verzichtet gestützt auf Art. 111a  

Abs. 1 AsylG auf die Durchführung eines Schriftenwechsels 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens 

(Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-

keitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Rechtsmitteleingabe geltend, 

die Vorinstanz habe in der angefochtenen Verfügung die individuellen Um-

stände ihres Einzelfalls – insbesondere ihre gesundheitlichen Einschrän-

kungen – nicht ausreichend berücksichtigt. So befinde sie sich derzeit in 

einer laufenden psychiatrischen Abklärung. Zudem leide sie als Betroffene 

von weiblicher Genitalverstümmelung (Englisch «female genital mutila-

tion» [FGM]) unter körperlichen Beschwerden und Einschränkungen. Ein 

medizinischer Eingriff im Zusammenhang mit den Folgen der Genitalver-

stümmelung sei für die kommenden Wochen geplant. Die körperlichen und 

«psychiatrischen» Symptome stünden gemäss ärztlicher Einschätzung in 

einem ursächlichen Zusammenhang, wobei aktuell noch unklar sei, wie 

sich ihr Gesundheitszustand nach dem chirurgischen Eingriff darstellen 

werde. Eine Unterbrechung oder Verlagerung der Behandlung nach Spa-

nien hätte gemäss der behandelnden Fachperson eine gravierende Desta-

bilisierung ihres psychischen Zustands zur Folge. Aus diesen Gründen sei 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit die medizinische 

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Seite 5 

Behandlung fortgesetzt werden könne – nicht zuletzt gestützt auf den An-

spruch aus Art. 14 des Übereinkommens gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(SR 0.105). 

Zudem habe kein rechtskonformes persönliches Gespräch im Sinn der 

Dublin-III-Verordnung (vgl. Art. 5 Dublin-III-VO) stattgefunden, da die Be-

schwerdeführerin die Frage anlässlich der EB UMA zum rechtlichen Gehör 

hinsichtlich eines Nichteintretens und einer möglichen Wegweisung nach 

Spanien offensichtlich nicht verstanden habe beziehungsweise sich der 

Konsequenzen nicht bewusst gewesen sei. 

Diese formellen Rügen (Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richti-

gen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts, Verletzung des recht-

lichen Gehörs) sind vorab zu beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet 

sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-

listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an 

der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Die 

unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen 

Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-

haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher beziehungsweise akten-

widriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt 

worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechts-

wesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (BVGE 2014/2 E. 5.1). 

4.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV und 

Art. 29 ff. VwVG umfasst alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen 

sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung 

bringen kann. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich 

im Rahmen der Rechtsanwendung vor Erlass eines belastenden Entschei-

des zur Sache zu äussern (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG; BGE 150 I 174 E. 4.1 

m.w.H.; Urteil des BVGer F-4223/2024 vom 23. September 2024 E. 2). 

4.4 Die Beschwerdeführerin gab im Rahmen der EB-UMA an, sie befinde 

sich in einem schlechten psychischen Zustand. Sie führe Selbstgespräche 

und leide unter Schlafstörungen. Zudem sei sie im Alter von fünf Jahren 

einer Genitalbeschneidung unterzogen worden, wobei sie weiterhin anhal-

tende Schmerzen verspüre. 

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Gemäss ärztlichem Kurzbericht des Stadtärztlichen Dienstes (…) vom 13. 

Februar 2025 wurden bei ihr eine weibliche Genitalverstümmelung vom 

Typ III sowie eine Dysmenorrhoe (uterine Menstruationsschmerzen) diag-

nostiziert. Der Bericht empfiehlt eine Überweisung in eine entsprechende 

Spezialsprechstunde, was gemäss den Akten noch am selben Tag erfolgt 

ist. Eine operative Behandlung wird als medizinisch indiziert und von der 

Beschwerdeführerin ausdrücklich gewünscht beurteilt. Dies wird ebenfalls 

durch den gynäkologischen Bericht des Ambulatoriums (…) vom 26. Feb-

ruar 2025 bestätigt. Am 25. März 2025 fand gemäss den Akten ein Aufklä-

rungsgespräch mit der leitenden Ärztin der Frauenklinik des Stadtspitals 

(…) statt, bei dem eine Dolmetscherin anwesend war. Dabei wurde eine 

Anmeldung für einen operativen Eingriff zur Defibulation in Vollnarkose im 

ambulanten Operationszentrum Europaallee – bevorzugt auf den 15. April 

2025 – vorgenommen. 

Neben den gynäkologischen Beschwerden bestehen laut den psychiatri-

schen Kurzberichten der Psychiatrischen Universitätsklinik (…) (Kinder- 

und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie) vom 12. und 19. Feb-

ruar 2025 Anzeichen für eine schwere posttraumatische Belastungsstö-

rung sowie eine mittelgradige bis schwere depressive Episode. Demnach 

habe die Beschwerdeführerin zwar von wiederkehrenden Suizidgedanken 

berichtet, jedoch ohne konkrete Pläne oder Absichten. Die Berichte beto-

nen, dass insbesondere die Ungewissheit über den Ausgang des Asylver-

fahrens sowie anhaltende körperliche Schmerzen als wesentliche aufrecht-

erhaltende Faktoren der psychischen Symptomatik zu betrachten sind. 

Eine traumaspezifische psychotherapeutische beziehungsweise psychiat-

rische Behandlung wird als dringend erforderlich erachtet. Der allgemeine 

psychiatrische Bericht der Universitätsklinik vom 14. März 2025 bestätigt 

diese Verdachtsdiagnosen. Aus fachpsychiatrischer Sicht wird auf die er-

hebliche psychische Vulnerabilität der Beschwerdeführerin hingewiesen. 

Im Falle einer Rückführung – insbesondere in einen «Drittstaat wie Spa-

nien» – bestehe ein hohes Risiko einer psychischen Dekompensation. Es 

wird ausdrücklich davor gewarnt, dass sich die bestehenden Suizidgedan-

ken unter diesen Umständen deutlich verstärken könnten, bis hin zu einem 

möglichen Verlust der Fähigkeit zur gänzlichen Distanzierung von suizida-

lem Verhalten. 

4.5 Nach dem Ausgeführten hat die Vorinstanz den rechtserheblichen 

Sachverhalt hinreichend und sachgerecht abgeklärt. So wurde die Be-

schwerdeführerin sowohl aufgrund ihrer gynäkologischen Beschwerden, 

insbesondere im Zusammenhang mit der Genitalverstümmelung, als auch 

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der psychiatrischen Gesundheit mehrfach fachärztlich untersucht. Die Vor-

instanz hat den Sachverhalt auf Basis der ausführlichen medizinischen Be-

richte in der Folge eingehend gewürdigt. Neben den psychiatrischen As-

pekten hat sie ausdrücklich ihr Augenmerk auf die FGM gelegt. Die formelle 

Rüge betreffend die Abklärung des Sachverhalts erweist sich demnach als 

unbegründet. 

4.6 Gleiches gilt für die in der Beschwerde erhobenen Rügen im Zusam-

menhang mit der Gewährung des rechtlichen Gehörs nach Art. 5 Dublin-

III-VO. Die Beschwerdeführerin war im gesamten Verfahren rechtlich ver-

treten und wurde während der EB UMA durch ihre Rechtsvertretung und 

Vertrauensperson begleitet. Anlässlich der EB UMA hat die Vorinstanz ihr 

ausdrücklich und im Beisein ihrer Rechtsvertretung erklärt, dass Spanien 

möglicherweise für ihr Asylgesuch zuständig sei, weshalb die Schweiz ihr 

Asylgesuch diesfalls nicht prüfen würde und sie nach Spanien zurückkeh-

ren müsse. Da die Beschwerdeführerin diese Frage nicht verstanden hat, 

hat die Vorinstanz erklärend und zusammenfassend nachgefragt, was 

«passieren [würde], wenn Sie zurück nach Spanien gehen würden». Der 

vertretenen Beschwerdeführerin wurde angezeigt, dass Spanien allenfalls 

für die Behandlung des Asylgesuchs zuständig sei und, was vorliegend 

entscheidend ist, dass sie in der Konsequenz allenfalls nach Spanien zu-

rückkehren müsste. Diesbezüglich hat sie mit ihrer Antwort angezeigt, dass 

sie sich dort nicht willkommen gefühlt habe und nicht gleich behandelt wor-

den sei wie in der Schweiz, weshalb sie gerne «hier bleiben» möchte (vgl. 

SEM-act. 16/10). Dieser Aussage ist eindeutig zu entnehmen, dass sie 

nicht nach Spanien überstellt werden möchte und einen Verbleib in der 

Schweiz – sprich: mit der Folge der Behandlung des Asylgesuchs durch 

die hiesigen Behörden – vorzieht. Sie hatte schliesslich im weiteren Ver-

fahrensverlauf nach der EB UMA auch mehrfach Gelegenheit, sich mit Un-

terstützung ihrer Rechtsvertretung aktiv ins Verfahren einzubringen. Dies 

hat sie etwa durch ihre Eingaben zum rechtlichen Gehör betreffend die Al-

tersanpassung vom 5. März 2025 (SEM-act. 31/1) oder zur traumaspezifi-

schen psychologisch-psychiatrischen Behandlung vom 6. März 2025 

(SEM-act. 34/1) denn auch getan. 

4.7 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet, womit 

zu prüfen bleibt, ob Spanien für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig ist. 

5.  

Die Zuständigkeit Spaniens für die Durchführung des Asylverfahrens der 

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Seite 8 

Beschwerdeführerin ist aufgrund des Eurodac-Treffers sowie der Zusage 

Spaniens grundsätzlich gegeben und wird von der Beschwerdeführerin 

nicht bestritten. Unbestritten ist ferner, dass das spanische Asylsystem 

rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund 

derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO überginge 

(siehe zuletzt etwa Urteil des BVGer F-1785/2025 vom 24. März 2025 

E. 2.1). 

6.  

6.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig wäre (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses so-

genannte Selbsteintrittsrecht hat das SEM obligatorisch auszuüben, wenn 

die Überstellung der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mit-

gliedstaat zu einer Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der 

Schweiz führen würde (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Zudem kann die Vor-

instanz ein Asylgesuch gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) «aus humanitären Gründen» auch 

dann behandeln, wenn dafür laut Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig 

wäre. Bei dieser Entscheidung darf das Bundesverwaltungsgericht sein ei-

genes Ermessen indes nicht an Stelle desjenigen des SEM setzen (BVGE 

2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in fine). 

6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie infolge der in Somalia 

erlittenen Zwangsbeschneidung unter schmerzhaften Menstruationsbe-

schwerden sowie Schmerzen beim Wasserlassen leide. Hinzu komme eine 

schwere psychische Belastung aufgrund traumatischer Erlebnisse sowohl 

in Somalia als auch auf dem Fluchtweg. Eine Überstellung nach Spanien 

sei mit einem erheblich erhöhten Suizidrisiko verbunden und würde somit 

zu einer konkreten Gefährdung ihres Lebens und ihrer Gesundheit führen. 

Diese Einschätzung werde durch den psychiatrischen Bericht der Psychi-

atrischen Universitätsklinik (…) vom 14. März 2025 bestätigt. Von zentraler 

Bedeutung sei dabei, dass die Suizidalität der Beschwerdeführerin nicht 

erst als Reaktion auf den negativen Entscheid der Vorinstanz aufgetreten 

sei. Bereits in den psychiatrischen Kurzberichten vom Februar 2025 werde 

auf eine vermutete schwere psychische Störung sowie bestehende Sui-

zidgedanken hingewiesen. Dies spreche für eine anhaltende und tiefgrei-

fende Beeinträchtigung des psychischen Gesundheitszustands, der sich 

nicht durch vollzugsbegleitende Massnahmen hinreichend abfedern lasse. 

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Seite 9 

Unter diesen Umständen würde die Durchführung der Wegweisung eine 

reale und konkrete Gefahr für Leib und Leben der Beschwerdeführerin dar-

stellen und eine Verletzung von Art. 3 EMRK nach sich ziehen. Ferner sei 

zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des etablierten 

Vertrauensverhältnisses auf eine Weiterbehandlung durch ihre bisherigen 

Ärztinnen angewiesen sei und der bereits geplante chirurgische Eingriff 

[Defibulation] und die diesbezügliche Nachversorgung in der Schweiz ab-

gewartet werden müsse. 

6.3 Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen sind – wie die Vorinstanz korrekt festgestellt hat – nicht 

derart gravierend, dass in Anwendung von Art. 3 EMRK von einer Überstel-

lung nach Spanien abgesehen werden müsste (vgl. dazu Urteile des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kam-

mer, Nr. 41738/10, §§ 180-193 m.w.H., bestätigt durch Savran gegen Dä-

nemark 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, Nr. 57467/15, §§ 121 ff.).  

6.4 Betreffend die im Raum stehende Suizidalität der Beschwerdeführerin 

ist darauf hinzuweisen, dass sie sich vor dem Ergebnis des Altersgutach-

tens glaubhaft davon distanziert hatte (vgl. E. 4.4 hiervor) und dass Suizi-

dalität gemäss Rechtsprechung grundsätzlich kein Vollzugshindernis dar-

stellt (vgl. Urteil BGer 2C_221/2020 vom 19. Juni 2020 E. 2 sowie statt vie-

ler Urteil des BVGer F-3542/2024 vom 10. Juni 2024 E. 5.3). Die Geltend-

machung eines Suizidrisikos verpflichtet die Behörden nicht, von einer Aus-

schaffung abzusehen (Entscheid des EGMR Al-Zawatia gegen Schweden 

vom 22. Juni 2010, 50068/08, § 57 f.). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass 

Spanien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt und es 

keinen Grund zur Annahme gibt, dass ihr die notwendige medizinische Be-

handlung ihrer gesundheitlichen Beschwerden nicht gewährt würde. 

6.5 Schliesslich ist festzuhalten, dass die mit dem Vollzug der angefochte-

nen Verfügung beauftragten schweizerischen Behörden den medizini-

schen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der 

Überstellung der Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen haben und die 

spanischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen 

medizinischen Umstände, insbesondere den psychischen Zustand der Be-

schwerdeführerin und die Bedürfnisse aufgrund der FGM, zu informieren 

haben (vgl. Art. 31 Dublin-III-VO; SEM-act. 49/1 [Überstellungsmodalitä-

ten]).  

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Seite 10 

6.6 Eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK ist nach dem Gesagten 

nicht auszumachen. Die Vorinstanz hat das Selbsteintrittsrecht von Art. 17 

Dublin-III-VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gesetzeskonform nicht ausge-

übt. Weder ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylgesuch 

einzutreten, noch sind humanitäre Gründe ersichtlich, welche einen Selbst-

eintritt nahelegen würden. 

6.7 Schliesslich ist daran zu erinnern, dass weder die Dublin-III-VO noch 

andere völkerrechtliche Bestimmungen ein Recht einräumen, den für die 

Durchführung des Asylverfahrens zuständigen Staat, geschweige denn 

den für eine medizinische Behandlung bestgeeignetsten Staat selber frei 

zu wählen (vgl. BVGE 2017 VI/7 E. 6.2; vgl. statt vieler Urteile des BVGer 

F-7042/2024 vom 18. November 2024 E. 4.7; F-5049/2024 vom 15. Au-

gust 2024 E. 3.2; F-83/2024 vom 14. Mai 2024 E. 9). 

7.  

Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtmässig (Art. 106 Abs. 1 

AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegenden Urteil fällt 

der am 11. April 2025 angeordnete Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch um 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ist mit heutigem 

Entscheid gegenstandslos geworden. 

8.  

Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Ihre Bedürftigkeit geht aus den 

Akten hervor. Sodann sind die Begehren als nicht aussichtslos im Sinn des 

Gesetzes zu bewerten. Damit sind beide der kumulativ zu erfüllenden Vo-

raussetzungen gegeben. Dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung ist stattzugeben. Es sind demnach keine Verfahrenskos-

ten zu erheben.  

9.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, dafür zu sorgen, dass die zuständigen 

spanischen Behörden vor der Überstellung über die spezifischen medizini-

schen Umstände der Beschwerdeführerin informiert werden. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Joana Maria Mösch 

 

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