# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2eb03350-233f-515c-808d-c1c12f8dcb2c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 30.06.2020 18-2976 / 18-2977 / 18-2979 / 18-3068
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_18-2976---18-2977---_2020-06-30.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/44

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 18-2976 / 18-2977 / 18-2979 / 18-3068

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 30.06.2020

BDE 2020 Nr. 55
Art. 19 und 22 Abs. 1 RPG; Art. 67 Abs. 1 Bst. a PBG. Eine an sich 
zonenkonforme Biogasanlage in der Landwirtschaftszone kann nur bewilligt 
werden, wenn sie über eine hinreichende Erschliessung verfügt. Ob dafür die 
nötigen technischen Anforderungen erfüllt sind, hängt von zahlreichen 
Faktoren ab, die je nach Ort unterschiedlich sein können. Dazu gehören 
nicht nur die Besonderheit des Geländes und der Verlauf der Zufahrt (wie 
Breite, Länge, Belag, Gefälle), sondern auch deren Frequentierung. Die 
zuständigen Behörden verfügen in diesem Sinn über einen grossen 
Ermessensspielraum. Mit Blick darauf ergeben sich die konkreten 
Anforderungen an die Zufahrt häufig aus technischen Normen, namentlich 
der Vereinigung Schweizerischer Strassen- und Verkehrsfachleute 
(sogenannte VSS-Normen), die grundsätzlich im Sinn einer 
Orientierungshilfe zu berücksichtigen sind. Konkret handelt es sich bei der 
Zufahrtstrasse um eine Verbindungs- und Erschliessungsstrasse in einem 
untergeordneten Netz ausserhalb des Siedlungsgebiets. Konkret ist die 
Strasse über eine lange Strecke zum Kreuzen zu schmal, unübersichtlich 
und wegen fehlender Ausweichstellen insbesondere mit Blick auf die 
konkrete Nutzung als häufig begangener Schul-, Wander- und Fahrradweg 
(auch in der Landwirtschaftszone) zu gefährlich für eine Belieferung einer 
Biogasanlage weit ausserhalb des Siedlungsgebiets.

BDE 2020 Nr. 55 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

18-2976/18-2977/18-2979/18-3068 

 

Entscheid Nr. 55/2020 vom 30. Juni 2020 

Rekurrenten 1  

(18-2976 bzw. Rekurs 1) 

und 

Rekursgegner 1 

(in Bezug auf die Rekurse 2, 

3 und 4) 

 

 A.___ 

vertreten durch lic.iur. Werner Rechsteiner, Rechtsanwalt, 

Unterer Graben 1, 9001 St.Gallen 

 

Rekurrenten 2 

(18-2977 bzw. Rekurs 2) 

und 

Rekursgegner 2 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

 C.___ 

vertreten durch Dr. Markus Neff, Rechtsanwalt, Marktplatz 4, 

9004 St.Gallen 

 

Rekurrenten 3 

(18-2979 bzw. Rekurs 3) 

und 

Rekursgegner 3 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 D.___, bestehend aus 

E.___, 

wie auch je einzeln, 

alle vertreten durch Dr. Markus Neff, Rechtsanwalt,  

Markplatz 4, 9004 St.Gallen 

 

Rekurrenten 4 

(18-3068 bzw. Rekurs 4) 

und 

Rekursgegner 4 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

 F.___ 

vertreten durch Dr. Kurt Steiner und Dr. Ursula Schmid, 

Rechtsanwälte, Sonnenstrasse 5, 9004 St.Gallen 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Beschluss vom 24. April 2018) 

 

 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 2/43 

 

Rekursgegner 5 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 G.___,  

vertreten durch Dr. Bettina Deillon, Rechtsanwältin,  

Teufener Strasse 11, 9001 St.Gallen 

Rekursgegner 6 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 7 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 8 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 9 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 10 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 11 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 12 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 13 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 14 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 15 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 16 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 17 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 18 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 19 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 20 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 21 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 H.___,  

 

 

I.___,  

 

 

J.___,  

 

 

K.___,  

 

 

L.___,  

 

 

M.___, 

 

 

N.___, 

 

 

O.___,  

 

 

P.___,  

 

 

Q.___,  

 

 

R.___,  

 

 

S.___,  

 

 

T.___,  

 

 

U.___,  

 

 

AA.___,  

 

 

BB.___  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 3/43 

 

 

Rekursgegner 22 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 23 

(in Bezug auf Rekurs 1)  

 

Rekursgegner 24 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 25 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 26 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegner 27 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 28 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 29 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

Rekursgegnerin 30 

(in Bezug auf Rekurs 1) 

 

 

CC.___,  

 

 

DD.___,  

 

 

EE.___,  

 

 

FF.___,  

 

 

GG.___, 

 

 

HH.___, 

 

 

II.___,  

 

 

JJ.___,  

 

 

KK.___, 

 

 

Betreff  Baubewilligung (Neubau landwirtschaftliche Biogasanlage) 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 4/43 

 

Sachverhalt 
 

A.  

a) A.___ ist Eigentümer des 37'150 m2 grossen Grundstücks 

Nr. 67, Grundbuch Z.___, Regionales Grundbuchamt Y.___. Dieses 

ist mit dem Wohnhaus, den freistehenden Scheunen und den beiden 

Geflügelmastställen überbaut. Im Norden und Osten grenzt das 

Grundstück an das Gebiet des Kantons Thurgau an. Nach dem kanto-

nalen Richtplan liegt es im Landschaftsschutzgebiet, nach der Schutz-

verordnung der Politischen Gemeinde Z.___ in der Landschafts-

schutzzone bzw. zum Teil im Ortsbildschutzgebiet OS A sowie nach 

dem geltenden Zonenplan der Politischen Gemeinde Z.___ in der 

Landwirtschaftszone und somit ausserhalb der Bauzonen. Das Grund-

stück ist bis auf den Hofbereich als Fruchtfolgefläche ausgeschieden 

(gelbe Fläche). Der Hof von A.___ ist Teil eines Weilers, der aus vier 

Wohnhäusern und neun landwirtschaftlich genutzten Gebäuden be-

steht. 

 

b) Das Grundstück Nr. 001 wird über die 3 m breite ZY.___strasse, 

eine Gemeindestrasse 3. Klasse, erschlossen. Diese führt in die 5 m 

breit ausparzellierte, aber wesentlich schmaler ausgebaute 

ZZ.___strasse, ebenfalls eine Gemeindestrasse 3. Klasse. Auf der 

ZZ.___strasse gilt auf St.Galler Gebiet eine Geschwindigkeitsbegren-

zung von 80 km/h, auf der Thurgauer Seite eine solche von 50 km/h. 

Zudem ist ein Verbot für Motorwagen und Motorräder mit dem Zusatz 

"Zubringerdienst sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr" signa-

lisiert. Entlang dieser Strasse führt ein offizieller Schul-, Wander- und 

Veloweg (lokale Wanderroute 1.041 St.Gallen-Arbon; kantonale Velo-

routen Bischofszell-Arbon 291 und Obstgarten-Route Nesslau-Arbon 

75). Auf der Thurgauer Seite führt die Strasse unter den Geleisen der 

Südostbahn SOB durch, wobei die Höhe der Fahrzeuge auf 3,1 m be-

grenzt ist. 

 

c) A.___ führen den Landwirtschaftsbetrieb im Weiler ZZ.___ in ei-

ner Betriebsgemeinschaft mit B.___. Die Betriebsgemeinschaft um-

fasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 40 ha und einen 

Nutztierbestand von rund 121 Grossvieheinheiten (BVE). Zum Stamm-

betrieb in ZZ.___ gehören rund 24 ha (18 ha Eigenland).  

 

B.  

a) In den Jahren 2012 bis 2015 reichten A.___ drei aufeinanderfol-

gende Gesuche für den Bau einer Biogasanlage ein, die östlich an-

grenzend an ihren Betrieb auf der Kantonsgrenze und damit sowohl 

im Kanton St.Gallen wie auch im Thurgau erstellt werden sollte. Dage-

gen gingen jeweils zahlreiche Einsprachen ein. Die Gesuche wurden 

in der Folge jeweils wieder zurückgezogen und überarbeitet. 

 

b) Mit dem vierten Baugesuch vom 16. April 2016 (Eingang bei der 

Baubehörde am 20. April 2016) beantragten A.___ bei den Baubehör-

den der beiden Standortgemeinden Z.___ und X.___ die Baubewilli-

gung für die Erstellung einer landwirtschaftlichen Biogasanlage sowie 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 5/43 

 

den Bau einer Zufahrtsstrasse auf den Grundstücken Nrn. 67 (Kanton 

St.Gallen) und 153 (Kanton Thurgau, ebenfalls im Eigentum der Ge-

suchsteller), wobei die Zufahrt ausschliesslich auf der Thurgauer Seite 

verlaufen soll. Das Bauvolumen beträgt rund Fr. 2,4 Mio. 

 

aa) Konkret handelt es sich um eine Nassvergärungsanlage, die ne-

ben landwirtschaftlichen Substarten wie Mist und Gülle auch Co-Sub-

strate aus der landwirtschaftlichen und lebensmittelverarbeitenden In-

dustrie verarbeiten soll. Dabei ist geplant, das anfallende Biogas mit-

tels Blockheizkraftwerken (BHKW) in elektrische Energie umzuwan-

deln und ins Stromnetz einzuspeisen. Die anfallende Wärme aus den 

BHKW soll einerseits für den Betrieb der Biogasanlage selbst verwen-

det und andererseits für die Beheizung des Pouletmastbetriebs und 

des Wohnhauses auf dem Standortbetrieb genutzt werden. Die anfal-

lenden Gärreste enthalten Nährstoffe, die in Form von Gülle in den 

natürlichen Kreislauf eingebracht werden sollen. Vom benachbarten, 

in östlicher Richtung 300 m entfernt liegenden Schweinemastbetrieb 

soll auf der Thurgauer Seite über eine jeweils temporär verlegte Lei-

tung (Güllenschläuche, Verlegung vier bis sechs Mal pro Jahr) 

Schweinegülle zugeführt werden. 

 

bb) Die geplante Biogasanlage besteht aus einem Fermenter 

(ᴓ 16 m) mit Annahmetank, einem Nachgärer (ᴓ 16 m), zwei Fahrsilos 

(12,75 m x 35,25 m) sowie einem Betriebsgebäude (14,75 m x 

23,5 m), in dem die Substrathalle mit Separatorbox, der Trocknungs-

raum und der Maschinenunterstand untergebracht werden sollen. Zum 

Abschliessen der Substrathalle und der Separatorbox ist ein Rolltor 

vorgesehen. Die Beschickung mit Co-Substraten in den Fermenter er-

folgt über den oberirdischen Dosierbunker in den unterirdischen An-

nahmetank. Neben dem Betriebsgebäude soll ein Standort für einen 

Biofilter freigehalten werden, der im Bedarfsfall erstellt werden könnte. 

Die BHKW sollen an den Schnitzelbunker beim Hühnerstall angebaut 

werden. Die Wände des Betriebsgebäudes sollen in Sichtbeton erstellt 

und mit brauner Holzverschalung verkleidet werden. Die Rundbehälter 

sind mit einer Verkleidung aus braunen Profilblechen und Eternit ge-

plant und die Gasspeichermembrane sollen grün abgedeckt werden. 

Das anfallende Aushubmaterial soll teils im Bereich der geplanten Bi-

ogasanlage für die Geländeanpassung verwertet werden.  

 

c) Die Biogasanlage ist auf die Verarbeitung von rund 5‘510 Jt. 

(Tonnen pro Jahr) ausgelegt: 1‘000 Jt. Rindergülle, 1‘400 Jt. Schwei-

negülle, 340 Jt. Kälbermist, 400 Jt. Hühnermist, 1‘000 Jt. Wasser, 

770 Jt. Co-Substrate aus der Landwirtschaft und 600 Jt. Co-Substrat 

betriebsfremder Herkunft. Von der Gesamtmenge stammen gemäss 

Baugesuch rund 52 Prozent aus dem Betrieb des Gesuchstellers, 37 

Prozent von benachbarten Landwirtschaftsbetrieben und elf Prozent 

sind betriebsfremder Herkunft. In der Biogasanlage sollen keine Kü-

chen- und Speiseabfälle verarbeitet werden. Da die Vergärungsanlage 

auf eine Behandlungskapazität von mehr als 5'000 t Frischsubstrat 

ausgelegt ist, unterliegt sie der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP; 

Art. 10a ff. des Bundesgesetzes über den Umweltschutz [SR 814.01; 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 6/43 

 

abgekürzt USG] in Verbindung mit Art. 1 und Nr. 21.2a des Anhangs 

der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung [SR 814.011; 

abgekürzt UVPV]). Der Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) der 

Schweizer AG, Schwarzenbach, vom 30. März 2016 ist Teil des Bau-

gesuchs. Er besteht aus Projektbeschrieb, Systemgrenzen und Rele-

vanzmatrix, einer Beurteilung des Vorhabens bezüglich vorgesehener 

Massnahmen zum Schutz der Umwelt und der Auswirkungen durch 

den Betrieb der Anlage. In der Gesamtbeurteilung kommt der Bericht 

zum Schluss, dass in sämtlichen Umweltberichten die Anforderungen 

der Umweltgesetzgebung eingehalten und sich weder auf Grund des 

Baus noch durch den Betrieb der Biogasanlage Konflikte abzeichnen 

würden. 

 

d) Innert zeitgleicher Auflagefrist vom 17. bis 30. Mai 2016 in Z.___ 

und X.___ gingen 58 öffentlich- und privatrechtliche Einsprachen ge-

gen das Bauvorhaben ein. Im Wesentlichen führten die Einsprecher 

aus, die Biogasanlage sei nicht zonenkonform. Die Anlage löse so-

dann einen unzulässigen Mehrverkehr aus und die Verkehrssicherheit 

könne nicht gewährleistet werden. Auch sonst verfüge das Vorhaben 

über keine genügende Erschliessung. Weiter seien die Vorschriften 

über den Geruch und Lärm verletzt, die temporäre Güllenleitung werde 

unzulässigerweise über eine Gewässerschutzzone geführt und durch 

die Anlage entstehe ein Kaltluftsee. 

 

e) Das dafür zuständige Amt für Umwelt des Kantons St.Gallen 

(AFU) beurteilte am 31. Januar 2018 die Einsprachen hinsichtlich Luft-

reinhaltung und Gewässerschutz. Die raumplanungsrechtliche Teil-

verfügung des Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation 

(AREG) datiert vom 12. Februar 2018, die Verfügung des Amtes für 

Umwelt und Energie des Kantons St.Gallen (AFUE, heute Amtes für 

Wasser und Energie, AWE) vom 15. Juni 2017. Mit Beschluss vom 

24. April 2018 erliess der Gemeinderat Z.___ den Gesamtentscheid, 

wobei er die öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Einsprachen 

nach Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210; abge-

kürzt ZGB) kostenpflichtig abwies, soweit er darauf eintrat, die restli-

chen privatrechtlichen Einsprachen auf den Zivilrechtsweg verwies, 

die Verfügungen des AFU, AWE und die Einspracheentscheide des 

AFU eröffnete und die Baubewilligung unter Bedingungen und Aufla-

gen erteilte. Die Auflagen lauteten insbesondere wie folgt: 

 
4.45 Anlieferung oder Abtransport von Biomasse 

Die Anlieferung oder der Abtransport von Biomasse 
darf nur während den folgenden Blockzeiten erfolgen: 
von Montag bis Freitag, morgens von 09.00 Uhr bis 
11.00 Uhr und nachmittags von 14.00 Uhr bis 15.30 
Uhr. Ausserhalb dieser Blockzeiten ist die Anlieferung 
oder der Abtransport von Biomasse für die Biogasan-
lage untersagt. 

4.46 Fahrten-Rapport 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 7/43 

 

Die Gesuchsteller sind verpflichtet, der Gemeinde 
Z.___ jeweils innert fünf Tagen nach Monatsende un-
aufgefordert einen Fahrten-Rapport einzureichen. Im 
Fahrten-Rapport sind die Anzahl Fahrten pro Monat 
auszuweisen, an denen Biomasse transportiert wird. 
Zudem ist im Fahrten-Rapport aufzuzeigen, welche 
Mengen ab welchen Betrieb innerhalb der Fahrdistanz 
von in der Regel 15 km stammen, und welche Mengen 
(von in der Regel nichtlandwirtschaftlichen Co-Subs-
traten) ab welchen Betrieben stammen, welche in der 
Regel eine Fahrdistanz von 50 km nicht überschreiten. 

Auf die Einsprache trat der Gemeinderat Z.___ insofern nicht ein, als 

die Einsprecher Gewässerverschmutzungen auf dem Hoheitsgebiet 

des Kantons Thurgau geltend machten. Die Baubewilligung begrün-

dete er damit, dass die Biogasanlage dem landwirtschaftlichen Betrieb 

untergeordnet sei und die Fahrdistanzen der landwirtschaftlichen Sub-

strate aus den anderen Landwirtschaftsbetrieben und der betriebs-

fremden Co-Substrate innerhalb der zulässigen Fahrdistanzen lägen. 

Damit sei die Anlage in der Landwirtschaftszone zonenkonform. Zur 

Sicherung der Zweckbestimmung der Anlage und zur Sicherung des 

Widerrufsvorbehalts seien öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschrän-

kungen anzuordnen. Die Einwände hinsichtlich der hinreichenden Er-

schliessung seien unbegründet. Die ZZ.___strasse sei verkehrssicher, 

zumal sie bereits teilweise abklassiert und beschränkt worden sei 

(Fahrverbot für Motorwagen und Motorräder mit der Ausnahme vom 

Zubringerdienst und land- und forstwirtschaftlichen Verkehr). Das ent-

sprechende Fahrverbot werde auch regelmässig von der Polizei kon-

trolliert. Der zusätzliche Verkehr von rund 5,2 Fahrten pro Woche sei 

gering. Da die ZZ.___strasse auch Schulweg sei, müsse die Baube-

willigung mit der Auflage verbunden werden, dass die rund sechs zu-

sätzlichen Fahrten pro Woche ausserhalb der üblichen Schulwegzei-

ten durchgeführt würden. Alsdann verursache die Anlage auch keinen 

wahrnehmbaren Lärm oder sonstige Immissionen. Dass die Biogas-

anlage übermässige Immissionen im Sinn von Art. 684 ZGB verursa-

chen soll, sei weder ersichtlich noch dargetan.  

 

C.  

a) Gegen diesen Beschluss erhoben A.___ (im Folgenden Rekur-

renten 1), vertreten durch lic.iur. Werner Rechsteiner, Rechtsanwalt, 

St.Gallen, mit Schreiben vom 9. Mai 2018 Rekurs beim Baudeparte-

ment des Kantons St.Gallen (im Folgenden Rekurs 1). Dabei werden 

folgende Anträge gestellt: 

 
1. Die Auflage gemäss Ziff. 4.45 der Baubewilligung vom 

24. April sei aufzuheben und wie folgt neu zu formie-
ren: 

Anlieferung oder Abtransport von Biomasse 
Für die Anlieferung oder den Abtransport von Bio-
masse von wöchentlich durchschnittlich 5,2 zusätzli-
chen Fahrten gelten folgende Sperrzeiten, während 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 8/43 

 

derer die Anlieferung oder der Abtransport von Bio-
masse für die Biogasanlage "Löpfe" untersagt ist: 
Montag bis Freitag jeweils von 7.00 Uhr bis 8.00 Uhr, 
von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr und von 16.15 bis 
17.15 Uhr. 

Während den offiziellen Schulferien gelten keine 
Sperrzeiten. 

2. Soweit die Auflage gemäss Ziff. 4.45 der Baubewilli-
gung vom 24. April 2018 auch in das Dispositiv der 
Baubewilligungs- und Einspracheentscheide der Ge-
meinde Z.___ vom 24. April 2018 aufgenommen 
wurde, gelten die entsprechenden Ziffern als mitange-
fochten. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Zur Begründung wird geltend gemacht, dass der Betrieb mit den ein-

geschränkten Anlieferungs- und Transportzeiten unmöglich sei, da je 

nach Witterung kurzfristig grössere Mengen an- bzw. abtransportiert 

werden können müssten. Insbesondere die Gärreste würden gröss-

tenteils als Düngergülle verwendet, die auf Grund der gewässer-

schutzrechtlichen Vorgaben nur zu eingeschränkten Zeiten und witte-

rungsabhängig ausgebracht werden könnten. Transporte während le-

diglich 3,5 Stunden pro Tag möge für einen Grossteil des Jahres aus-

reichend sein, nicht aber während Spitzenzeiten. Darüber hinaus sei 

die Auflage auch nicht verhältnismässig. 

 

b) In der Folge teilten zahlreiche Einsprecher mit, dass sie sich am 

Rechtsmittelverfahren nicht beteiligen würden und von der Liste der 

Verfahrensbeteiligten zu streichen seien. 

 

c) Mit Vernehmlassungen vom 28. Juni 2018 lassen C.__, beide 

W.___, (im Folgenden Rekursgegner 2) sowie E.___ (im Folgenden 

Rekursgegner 3), alle vertreten durch Dr. Markus Neff, Rechtsanwalt, 

St.Gallen, die kostenpflichtige Abweisung des Rekurses 1 beantragen. 

Die Forderung der Rekurrenten 1 nach ausgedehnteren Lieferzeiten 

bestätige ihre Befürchtungen, dass die im UVB ausgewiesenen Fahr-

ten nicht stimmen könnten. Wäre tatsächlich von nur durchschnittlich 

5,2 Fahrten pro Woche auszugehen, würden 3,5 Stunden pro Tag 

mehr als genügen. Im Bericht seien zudem insbesondere Leerfahrten 

nicht miteinberechnet und auch Teillieferungen sowie zusätzliche Ab-

transporte ausgeklammert worden. Die Rekurrenten 1 bezweckten mit 

ihrem Antrag, dass sie von vier Sperrstunden abgesehen zu jeder Ta-

ges- und Nachtzeit und auch an den Wochenenden anliefern dürften. 

Jedoch gingen bereits jetzt spätabends und an den Wochenenden er-

hebliche Lärmimmissionen vom Landwirtschaftsbetrieb der Rekurren-

ten 1 aus, was sich mit dem Betrieb der Biogasanlage noch akzentu-

ieren würde. Die ZZ.___strasse werde zudem nicht bloss von Schul-

kindern, sondern auch von Radfahrern und Wanderern begangen und 

sei damit gerade am Wochenende bei schwächeren Verkehrsteilneh-

mern sehr beliebt.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 9/43 

 

 

d) F.___, beide W.___, (im Folgenden Rekursgegner 4) vertreten 

durch die Rechtsanwälte Dr. Kurt Steiner und Dr. Ursula Schmid, 

beide St.Gallen, lassen mit Eingabe vom 2. Juli 2018 ebenfalls die kos-

tenpflichtige Abweisung des Rekurses 1 beantragen. Bei der Forde-

rung, dass statt der erlaubten Blockzeiten von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr 

und 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr lediglich Verbotszeiten von 7.00 Uhr bis 

8.00 Uhr, 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr und 16.15 Uhr bis 17.15 Uhr verfügt 

würden, werde übersehen, dass je nach Stundenplan nicht alle Schü-

ler nur zu diesen Verbotszeiten auf dem Schulweg seien. Für diese 

wäre es aber eine unverhältnismässige Einschränkung, wenn sie sich 

bezüglich eines möglichst sicheren Schulwegs nach den Wünschen 

eines einzelnen Landwirtschaftsbetriebs richten müssten. 

 

c) Der Gemeinderat V.___ gibt mit Eingabe vom 2. Juli 2018 zu 

bedenken, dass die ZZ.___strasse nicht durchgehend 5 m breit sei, 

wovon in der Baubewilligung ausgegangen werde. Zudem werde das 

Fahrverbot auf ihrem Gemeindegebiet wenig beachtet, was von der 

Kantonspolizei auch kaum kontrolliert werde. Das Bedürfnis für die be-

antragte Ausweitung des Anlieferungs- und Transportzeitfensters sei 

nicht ausgewiesen. Ohnehin sei es zweifelhaft, ob die Biogasanlage 

mit der vorgesehenen Leistung überhaupt wirtschaftlich sein könne. 

Wie ein allfälliger Leistungsausbau insbesondere bezüglich der Zu- 

und Weglieferung gehandhabt würde, sei ebenfalls unklar. 

 

d) G.___, (im Folgenden Rekursgegner 5), vertreten durch Dr. Bet-

tina Deillon, Rechtsanwältin, St.Gallen, beantragt mit Eingabe vom 

23. August 2018 die kostenpflichtige Abweisung des Rekurses 1 und 

die Bestätigung der angefochtenen Auflage in Ziffer 4.45 der Baube-

willigung vom 24. April 2018. Mit der Auflage, dass die Zulieferungen 

und Abtransporte von Biomasse nur werktags und nur innerhalb der 

beschränkten Blockzeiten erfolgen dürften, habe er sich mit der Bau-

bewilligung abfinden können. Würden die Zulieferzeiten stattdessen 

ausgedehnt, sei aus seiner Sicht die strassenmässige Erschliessung 

wiederum nicht mehr gegeben. Auch verhielten sich die Rekurrenten 

1 widersprüchlich, wenn sie sich im Einspracheverfahren noch mit ei-

ner zeitlich beschränkten Zulieferung einverstanden erklärt hätten, nun 

aber eine solche forderten, die dem Verkehrssicherheitsbedürfnis auf 

der ZZ.___strasse in keiner Weise mehr Rechnung trage. Die verfüg-

ten Zeitfenster seien absolut ausreichend, um die mit dem UVB bean-

tragten Fahrten durchführen zu können. Die verlangte Ausdehnung 

wecke vielmehr die begründete Befürchtung, dass die Rekurrenten 1 

die Zulieferung von Biomasse über das im UVB enthaltene Maximal-

mass von 2'640 t hinaus ausdehnen wollten. Auch könnten die verfüg-

ten Blockzeiten ohne Aufwand kontrolliert werden, während dies mit 

der im Rekurs vorgeschlagenen Lösung absolut unmöglich sei. 

 

D.  

a) C.___ (im Folgenden Rekurrenten 2) erhoben am 9. Mai 2018 

durch ihren Rechtsvertreter Rekurs gegen den Beschluss betreffend 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 10/43 

 

Baubewilligung und Einsprache vom 24. April 2018 (im Folgenden Re-

kurs 2). Mit Rekursergänzung vom 31. Mai 2018 beantragen sie: 

 
1. Es sei der angefochtene Baubewilligungs- und Ein-

spracheentscheid vom 24. April 2018 der Gemeinde 
Z.___ SG samt der mit diesem Entscheid eröffneten 
Verfügungen des Amtes für Umwelt vom 31. Januar 
2018, des Amts für Raumentwicklung und Geoinfor-
mation vom 12. Februar 2018 und des Amtes für Um-
welt und Energie vom 15. Juni 2017 vollumfänglich 
aufzuheben und die anbegehrte Baubewilligung nicht 
zu erteilen bzw. zu verweigern. 

2. […] 

3. […] 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten 
der Rekursgegner. 

Zur Begründung wird vorgebracht, mit dem vorliegenden vierten Bau-

gesuch werde wiederum praktisch um das Gleiche nachgesucht wie 

schon mit den vorausgegangenen drei Gesuchen. Neu werde lediglich 

auf die fix installierten Güllenleitungen verzichtet. Mithin sei unklar, wo 

die 400 m lange, temporär verlegte Leitung genau durchgehen soll. 

Bekannt seien einzig ihr Anfang und Ende. Sodann habe die  

Vorinstanz ihr rechtliches Gehör verletzt, weil sie die Akten der voran-

gegangenen Bewilligungsverfahren nicht beigezogen und keinen wei-

teren Augenschein durchgeführt habe. Die geplante Anlage sei zonen-

fremd, weil sie den Anforderungen gemäss Art. 16a Abs. 1bis des eid-

genössischen Raumplanungsgesetzes (SR 700; abgekürzt RPG) nicht 

entspreche. Namentlich sei unklar, woher genau die Co-Substrate 

stammten. Sodann sei nicht sichergestellt, dass mehr als die Hälfte 

des Substrats von Landwirtschaftsbetrieben bezogen werde, die inner-

halb eines Fahrradius von 15 km lägen. Die entsprechenden Voraus-

setzungen müssten aber bereits im Zeitpunkt der Bewilligung vorlie-

gen und könnten nicht nachträglich mittels Auflage herbeigeführt wer-

den. Die Anforderung, dass den Politischen Gemeinden Z.___ und 

X.___ Fahrtenrapporte zuzustellen seien, sei nicht justiziabel. Weder 

für das Überschreiten der zulässigen Fahrtendistanzen noch für das 

Fehlen der Rapporte seien Sanktionen vorgesehen. Auch die verfüg-

ten Auflagen die beschränkten Anlieferungszeiten betreffend seien 

nicht umsetz- und kontrollierbar. Für die Zonenkonformität wäre so-

dann erforderlich, dass der Betrieb längerfristig bestehen könnte. Dies 

werde vorliegend aber genauso bestritten wie die Annahme, dass die 

Biogasanlage dem bestehenden Betrieb untergeordnet sei. Ferner 

stünden dem Projekt überwiegende Interessen entgegen. So befinde 

sich das Bauvorhaben im Gewässerschutzbereich, tangiere Grund-

wasser, verursache erhebliche Immissionen und sei strassenmässig 

nicht hinreichend erschlossen. Ungeprüft geblieben sei insbesondere 

die bereits eigenmächtig errichtete unterirdische Güllenleitung, die von 

den Rekurrenten 1 nach wie vor benutzt werde. Es sei davon auszu-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 11/43 

 

gehen, dass diese Leitung auch für den Betrieb der Biogasanlage be-

nutzt werde. Die strassenmässige Erschliessung sei deshalb nicht ge-

geben, weil die im UVB angenommenen Fahrtenanzahl zu tief und die 

in der Baubewilligung angenommene Strassenbreite zu breit ange-

setzt seien. Leerfahrten seien gar nicht berücksichtigt worden und die 

Strasse sei nicht wie vom AREG angenommen 5 m, sondern lediglich 

3,1 m bis 4,2 m breit. 

 

b) E.___ (im Folgenden Rekurrenten 3) erhoben durch ihren 

Rechtsvertreter als D.___ wie auch jeder für sich je einzeln am 9. Mai 

2018 Rekurs beim Baudepartement (im Folgenden Rekurs 3). Mit Ein-

gabe vom 31. Mai 2018 führen bloss noch E.___ den Rekurs fort. Ihre 

Anträge und deren Begründung sind mit denjenigen der Rekurrenten 

2 identisch (vgl. Bst. D. a). 

 

c) F.___ (im Folgenden Rekurrenten 4) erhoben am 15. Mai 2018 

durch ihre Rechtsvertreter Rekurs gegen die Baubewilligung und den 

Einspracheentscheid den Neubau der landwirtschaftlichen Biogasan-

lage und deren Zufahrt betreffend (im Folgenden Rekurs 4). Mit Re-

kursergänzung vom 7. Juni 2018 beantragen sie: 

 
Der Baubewilligungs- und Einspracheentscheid vom 
24. April 2018 samt den damit eröffneten kantonalen 
Verfügungen (namentlich Raumplanungsrechtliche 
Teilverfügung AREG, 12.2.2018; Verfügung über Ge-
wässer- und Umweltschutzmassnahmen AFU, 
15.6.2017; Entscheid Amt für Umwelt AFU, 31.1.2018) 
sei vollumfänglich aufzuheben und es sei die Baube-
willigung aufzuheben bzw. nicht zu erteilen; unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Rekurs-
gegner. 

Zur Begründung wird vorgebracht, dass die geplante Anlage übermäs-

sige Geruchsimmissionen auslöse. Namentlich in Bezug auf ihre Lie-

genschaft sei die Immissionssituation unzureichend abgeklärt. Dazu 

komme, dass im UVB der bestehende Hühnermastbetrieb nicht mitbe-

rücksichtigt werde. Sodann sei die Vorinstanz auf die Rügen im Zu-

sammenhang mit der geplanten temporären Güllenleitung und der da-

mit verbundenen gewässerschutzrechtlichen Problematik zu Unrecht 

nicht eingetreten. Diese Leitung stelle ein Gefährdungspotential für 

Grundwasser und Gewässer dar und dürfe nicht bewilligt werden. Un-

klar sei zudem, wie bei einem konkreten, für Mensch und Umwelt ge-

fährlichen Störfall vorzugehen sei. Soweit die Erschliessung über 

Thurgauer Hoheitsgebiet führe, habe die Vorinstanz nichts abgeklärt. 

Die Zufahrts- und ZZ.___strassen seien aber zu schmal und letztere 

werde von Schülern, Wanderern stark begangen sowie von Radfah-

rern häufig befahren. Die im UVB angenommenen Fahrten seien 

falsch, da die Leerfahrten unberücksichtigt geblieben seien. Da die 

temporäre Güllenleitung nicht bewilligt werden dürfe, kämen zusätzli-

che Fahrten für den Güllentransport dazu. Schliesslich seien auch 

sonst die Voraussetzungen von Art. 34a der eidgenössischen Raum-

planungsverordnung (SR 700.1; abgekürzt RPV) nicht erfüllt und die 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 12/43 

 

Biogasanlage damit nicht zonenkonform. Die verfügten Auflagen zur 

Sicherung der Voraussetzungen seien unzureichend. 

 

d) Die Rekursgegner 1 nehmen am 12. Juli 2018 Stellung zu den 

Rekursen 2, 3 und 4, wobei sie deren kostenpflichtige Abweisung be-

antragen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne. Vorab 

machen sie geltend, dass die temporäre Güllenleitung nicht über die 

Grundstücke der Rekurrenten 2, 3, und 4 führe und diese von der Lei-

tung somit gar nicht tangiert seien. Temporär verlegte Güllenleitungen 

seien aber ohnehin nicht bewilligungspflichtig und im Übrigen sei klar, 

dass solche Leitungen auf dem möglichst direkten Verbindungsweg 

verlegt würden. Die verkehrsmässige Erschliessung sei gewährleistet 

und bei einem leicht höheren Verkehrsaufkommen sei die Zunahme 

immer noch als bescheiden und ohne wahrnehmbare Immissionen zu 

beurteilen. Mit der beantragten Beschränkung der Anlieferungs- und 

Abtransportzeiten werde der Verkehrssicherheit genügend Rechnung 

getragen. Die Lärmschutzgrenzwerte seien eingehalten und die Ge-

ruchsimmissionen lägen im zulässigen Bereich. Davon abgesehen, 

dass Liegenschaften in der Landwirtschaftszone eine höhere Ge-

ruchsbelastung zugemutet werden könne, werde mit der Bewilligung 

auch geregelt, wie vorzugehen sei, falls wider Erwarten doch über-

mässige Gärgerüche auftreten würden. Die verfügte Auswechslung ei-

nes Transformators und Installation einer zusätzlichen Verteilerkabine 

sei nicht baubewilligungspflichtig, weshalb sie auch nicht Gegenstand 

des Baugesuchs hätten sein müssen. 

 

E.  

Mit Eingabe vom 5. Juli 2018 verzichtet die Vorinstanz auf eine Ver-

nehmlassung zu den Rekursen. 

 

F.  

a) Der Verfahrensleiter fordert das AREG am 31. August 2018 zur 

Einreichung einer koordinierten Vernehmlassung auf. Dieses verzich-

tet mit Schreiben vom 21. Dezember 2018 darauf und reicht stattdes-

sen einzig die zu ihren Handen erstellten Mitberichte des kantonalen 

Tiefbauamtes (TBA) und die Vernehmlassung des AFU ein. 

 
b) Das TBA führt in seinem Mitbericht vom 26. Oktober 2018 aus, 
dass die Geometrie der Anbindung der geplanten Grundstückszufahrt 
an die ZZ.___strasse normgemäss und reglementskonform sei. Die 
Sichtweiten bei der geplanten Grundstückszufahrt seien auf Ausser-
ortsverhältnisse anzupassen. Für den Beobachtungspunkt gelte ein 
Abstand von 5 m. Unter der Annahme, dass von Westen her eine Ge-
schwindigkeit von 70 km/h gefahren werden könne, sei eine Sichtweite 
von 90 m einzuhalten. Von Osten her sei eine Sichtweite von 50 m 
einzuhalten (V = 50 km/h). Die Sichtbermen seien grundsätzlich ab 
einer Höhe von 60 cm sicherzustellen und auch auf den Nachbar-
grundstücken rechtlich zu sichern. Die ZZ.___strasse müsse auf der 
gesamten Länge eine Mindestbreite von 3,5 m aufweisen. Die Eng-
stellen (3,1 m bzw. 3,3 m) auf dem Gemeindegebiet V.___ müssten 
behoben werden. Der Grenzverlauf entlang der ZZ.___strasse ent-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 13/43 

 

spreche im Bereich der geplanten Zufahrt nicht den vor Ort festgestell-
ten Fahrbahnrändern (Differenz ungefähr 1 m). Der effektive Strassen-
verlauf sei in den Plänen darzustellen und die geplante Grundstücks-
zufahrt darauf auszurichten. Mit der geplanten Zufahrt verfüge das 
Grundstück Nr. 67 zukünftig über zwei Erschliessungen. Sogenannte 
Doppelerschliessungen seien aber zu vermeiden. Empfehlenswert sei, 
den Betriebs- und den lndividualverkehr zu trennen.  

 

c) Das AFU beantragt mit seiner Vernehmlassung vom 11. De-

zember 2018 die Abweisung der Rekurse 2, 3 und 4. Den Antrag be-

gründet es unter anderem damit, dass wegen der schlechten Durch-

lässigkeit der Deckschicht und deren Mächtigkeit mit einer Gefährdung 

des Grundwassers durch allfällig oberflächlich auslaufende Gülle 

kaum zu rechnen sei. Die Lärmemissionen der Transportfahrten seien 

deshalb gering, weil täglich rund 150 Lastwagenfahrten notwendig wä-

ren, damit die geltenden Planungswerte in der Lärmempfindlichkeits-

stufe III von 60 dB(A) erreicht würden. In Anbetracht der vorliegend 

äusserst geringen Anzahl Transportfahrten sei es somit unnötig, 

weitere Ausführungen zum Verkehrslärm anzustellen. Die rügenden 

Anwohner würden übersehen, dass sie in Bezug auf Geruchsimmis-

sionen für ihre ausserhalb der Bauzone liegenden Wohnliegenschaf-

ten nicht denselben Schutz in Anspruch nehmen könnten wie für 

Liegenschaften in den Bauzonen. Im Bereich der Lufthygiene (wie 

auch im Lärmschutz) werde hinsichtlich Schutzniveau auf die pla-

nungsrechtliche Zone abgestellt. Bei jeglicher Art von Gülle handle es 

sich um ein Produkt, das einen für die Landwirtschaft typischen Ge-

ruch verströme und in der Landwirtschaftszone somit grundsätzlich zu 

dulden sei. 

 

d) Das AFU des Kantons Thurgau beantragte bereits am 25. Juni 

2018 die Abweisung der Rekurse. In seiner Stellungnahme verweist 

es auf den grundsätzlichen Koordinationsbedarf mit dem Kanton 

St.Gallen, sowie darauf, dass für den Fall, dass das Bauvorhaben in 

das Grundwasser reichen und deshalb eine temporäre Grundwasser-

absenkung und eine entsprechende Bewilligung nötig würde. Im Zu-

sammenhang mit der temporären Güllenleitung erinnert es an die all-

gemeinen Sorgfaltspflichten. Für den eingedolten Teil des Haselbachs 

könne auf die Ausscheidung eines Gewässerraums verzichtet werden. 

Am 25. September 2018 nimmt das Thurgauer AFU nochmals Stel-

lung und führt aus, dass bei ordnungsgemässem Betrieb mit keinen 

übermässigen Geruchsimmissionen zu rechnen sei. Die Anlage unter-

liege einer periodischen Kontrolle und somit sei es mitnichten an den 

Anwohnern, die Einhaltung der Vorschriften zu kontrollieren. Diese 

könnten jedoch eine Geruchsbeschwerde einreichen, worauf Ge-

ruchsmessungen durchgeführt und allenfalls weitere Massnahmen an-

geordnet würden. Eine Öffnung des Haselbachs sei nicht geplant. 

Aber selbst für den Fall, dass dies dereinst der Fall sein sollte, spreche 

nichts gegen die geplante Zufahrt. 

 

G.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 14/43 

 

a) Das Baudepartement des Kantons St.Gallen und das Departe-

ment für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau führten am 25. März 

2019 in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten sowie der Vertreter der 

involvierten kantonalen Stellen gemeinsam einen Augenschein durch.  

 

aa) Gemäss Protokoll der Rechtsabteilung des Baudepartementes 

St.Gallen vom 1. April 2019 hielt der Vertreter des St.Galler Stras-

seninspektorats vor Ort fest, dass die heute bestehende etwa 3 m 

breite Hofzufahrt auf Grund der verwinkelt angeordneten Gebäude, 

unübersichtlichen Stellen und verschiedenen Abzweigungen zu 

schmal sei. Es sei daher richtig, dass die Erschliessung der neuen An-

lage über eine neue Zufahrt auf dem Gebiet des Kantons Thurgau ge-

führt werde. Die neue Grundstückszufahrt sei zwar ebenfalls nur 3 m 

breit, auf Grund der konkreten Verhältnisse sei dies aber akzeptabel. 

Bezüglich der ZZ.___strasse sei unter dem Verhältnismässigkeitsas-

pekt vom Strassentyp "Verbindungsweg" auszugehen. Als solcher 

diene sie der Erschliessung von Weilern und einzelnen Gebäuden 

ausserhalb geschlossener Ortschaften (Ausbaugeschwindigkeit: Aus-

legung nur nach Fahrgeometrie; Anzahl Fahrstreifen: 1; Ausbaugrös-

sen der Fahrstreifen: reduziert; Bankette: nicht befestigt; Abstellbuch-

ten: als Ausweichstellen; seitliche Hindernisfreiheit: in der Regel keine, 

Fahrbahnmarkierung: keine, Grundbegegnungsfall: Personenwagen/ 

Zweirad bei reduzierter Geschwindigkeit). Mithin müsse man hier in 

Kauf nehmen, dass ein Lastwagen mit einem Velofahrer bzw. mit ei-

nem Personenwagen nicht kreuzen könne bzw. dass dafür die Ge-

schwindigkeit massiv reduziert werden und allenfalls das Umland in 

Anspruch genommen werden müsse. Konkret sei die Erschliessung 

der Biogasanlage auf Grund der einseitigen Ausrichtung der geplanten 

Grundstücksausfahrt vorrangig nach Westen über das St.Galler Ho-

heitsgebiet ausgerichtet. Tatsächlich könnten wegen der Höhenbe-

schränkung bei der SOB-Unterführung auf der Thurgauer Seite auf gut 

3 m grössere Fahrzeuge nur von V.___ her zufahren. Auf dieser Seite 

sei die Strasse aber selbst für den Grundbegegnungsfall Personenwa-

gen/Zweirad bei reduzierter Geschwindigkeit zu schmal und nötige 

Ausweichstellen fehlten. 

 

bb) Der Rechtsdienst des Departementes für Bau und Umwelt des 

Kantons Thurgau protokollierte am 3. April 2019, dass der Vertreter 

des thurgauischen Tiefbauamtes seinem St.Galler Kollegen grund-

sätzlich zustimme. Auf der Thurgauer Seite seien die Strassenbreiten 

zwar nicht vermessen, auf Grund einer visuellen Prüfung im ThurGis 

beständen aber ebenfalls Anhaltspunkte, dass die ZZ.___strasse auch 

in Richtung W.___ teilweise zu schmal sei. Bei der Beurteilung des 

Baugesuchs sei man aber ohnehin davon ausgegangen, dass die 

neue Anlage von Westen her, also von V.___ aus, erschlossen werde, 

weil der Einlenker der geplanten Hofzufahrt in die ZZ.___strasse west-

seitig auf die St.Galler Seite hin ausgebildet und weil auf der Thur-

gauer Seite die Höhe bei der Bahnunterführung höhenmässig be-

schränkt sei. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 15/43 

 

b) Die Rekurrenten 4 monieren mit Eingabe vom 26. April 2019, 

dass das Votum ihrer Rechtsvertreterin im Zusammenhang mit der Er-

schliessung nicht vollständig wiedergegeben worden sei. Mit Bezug 

auf den Mitbericht des Tiefbauamtes vom 26. Oktober 2018 hätten sie 

vor Ort festgehalten, dass die Erschliessung ausschliesslich von und 

nach Westen auf der ZZ.___strasse erfolgen müsse, dass die ZZ.___-

strasse nach dem Mitbericht des TBA in tatsächlicher Hinsicht aber 

nicht hinreichend sei. Der Vertreter des Strasseninspektorats habe da-

rauf bestätigt, dass die ZZ.___strasse weder von Westen noch von 

Osten her eine hinreichende Erschliessung für das Bauvorhaben dar-

stelle. Somit dürfe das Vorhaben nicht nur wegen des Ungenügens 

der geplanten Hofzufahrt, sondern insbesondere wegen des Ungenü-

gens der ZZ.___strasse nicht bewilligt werden. 

 

c) Die Rekursgegner 1 nehmen mit Eingabe vom 8. Mai 2019 zum 

Augenscheinprotokoll vom 1. April 2019 Stellung und weisen darauf 

hin, dass die ZZ.___strasse auf 5 m ausparzelliert sei. Wenn diese 

Breite auch tatsächlich für den Verkehr freigehalten würde, wäre sogar 

das Kreuzen eines Personenwagens mit einem landwirtschaftlichen 

Fahrzeug möglich. Motorfahrzeuge dürften ohnehin nur 2,55 m breit 

sein und von den angenommenen 222 Fahrten pro Jahr seien unge-

fähr 188 Transporte mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die maximal 

30 bis 40 km/h fahren würden. Eine allfällige Gefährdung durch die 

verbleibenden 34 Transporte mit Lastkraftwagen sei somit gering. Oh-

nehin bestünden zahlreiche Ausweichstellen und damit genügend 

Kreuzungsmöglichkeiten. 

 

d) Die Rekurrenten 2 und 3 machen mit Eingabe vom 16. Mai 2019 

geltend, dass die am Augenschein geäusserte Annahme, dass in der 

geplanten Anlage keine Fleischsuppe oder Geschmackverstärker ver-

gärt würden, eine reine Mutmassung sei. Sodann müsse die vorhan-

dene unterirdische Güllenleitung ebenfalls berücksichtigt werden, zu-

mal die Rekurrenten 1 am Augenschein nicht ausgeschlossen habe, 

dass diese Leitung ebenfalls für die Biogasanlage mitbenutzt werde. 

Diese Nutzung verstosse aber gegen umweltschutzrechtliche Bestim-

mungen. Sodann habe sich vor Ort bestätigt, dass die ZZ.___strasse 

viel zu schmal sei und in absehbarer Zeit auch nicht ausgebaut werde. 

 

e) II.___ (im Folgenden Rekursgegnerin 28), nimmt mit Schreiben 

vom 4. Juni 2019 Stellung zum Augenscheinprotokoll. Sie macht gel-

tend, dass der UVB geschönt sei, was sich schon darin zeige, dass 

eine zeitlich beschränkte Zulieferung von 3,5 Stunden pro Tag nicht 

genügen sollte. Nebstdem die ZZ.___strasse von zahlreichen Fuss-

gängern, Wanderern und Zweiradfahrern benutzt werde, werde sie 

durchaus auch legal häufig befahren, zumal das Verbot nicht für die 

zahlreichen Anstösser gelte. Falsch sei auch, dass Fahrzeugbreiten 

von mehr als 2,55 m eine Ausnahmebewilligung erforderten. Nach 

Art. 27 der eidgenössischen Verordnung über die technischen Anfor-

derungen an Strassenfahrzeuge (SR 741.41) benötigten landwirt-

schaftliche Fahrzeuge bis zu einer Breite von 3,5 m keine Bewilligung. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 16/43 

 

Die ZZ.___strasse sei aber auch vor allem Schulweg für die Oberstu-

fenschüler aus Z.___. Nur gerade zwei Oberstufenschüler würden den 

öffentlichen Verkehr benutzen, alle anderen würden mit dem Zweirad 

über die ZZ.___strasse ins Oberstufenzentrum Grünau fahren. Dazu 

kämen zahlreiche andere Bewohner aus W.___ und Z.___, die man-

gels Läden, einer Bank oder einer Post in diesen Orten, sämtliche Be-

sorgungen in V.___ erledigten. Dorthin gelange man ohne Auto einzig 

über die ZZ.___strasse. Zwischen den weitauseinanderliegenden 

Weilern gebe es entgegen der Behauptung der Rekursgegner 1 keine 

einzige Ausweichstelle. Sollten die Zäune und Hecken entlang der 

Strasse entfernt werden, wie diese forderten, würde vermehrt über die 

unbefestigten Strassenränder hinausgefahren, womit diese noch mehr 

abbröckeln und beschädigt würden, so dass die Fahrbahn immer noch 

schmäler werde. 

 

f) Die Rekursgegner 1 weisen mit Schreiben vom 7. Juni 2019 auf 

die nachträgliche Vermessung des Departementes Bau und Umwelt 

des Kantons Thurgau hin, wonach die ZZ.___strasse auf dem Thur-

gauer Gebiet in einer Breite von mindestens 5 m ausparzelliert und auf 

3,63 m befahrbar sei. Weiter rügen sie, dass der Mitbericht des St.Gal-

ler Strasseninspektorats vom 26. Oktober 2018 von falschen Annah-

men und Grundlagen ausgehe. So werde die Strasse nicht vor allem, 

sondern ausschliesslich von Oberstufenschülern begangen und die 

Strasse sei auf der St.Galler Seite auch nicht bloss 3,1 m bis 3,3 m 

breit. Die asphaltierte Strassenfläche sei lediglich an den Rändern ein-

gewachsen, wie eigene Messungen ergeben hätten. Die entsprechen-

den Angaben wie auch sämtliche Ausweichstellen seien dokumentiert. 

Sodann hätten sie anhand von Fotos mit einem abgestellten Traktor 

und einem abgestellten Personenwagen aufgezeigt, dass diese durch-

aus kreuzen könnten. Zu nahe an der Strasse stehende Hecken und 

Bäume müssten gefällt und weggeboten werden. Weiter könnte die 

erlaubte Höchstgeschwindigkeit herabgesetzt werden. 

 

g) In der Folge überprüfte das Strasseninspektorat des Kantons 

St.Gallen die neuen Vorbringen der Rekursgegner 1 am 4. Juli 2019 

vor Ort, verfasste dazu eine umfassende Fotodokumentation, zeich-

nete die aufgenommenen Stellen in einem Plan ein und setzte sich 

Punkt für Punkt mit den einzelnen Behauptungen auseinander. Mit 

Schreiben vom 9. Juli 2019 kommt es dabei zum Schluss, dass die 

Eingabe vom 7. Juni 2019 der Rekursgegner 1 keinen Nachweis für 

eine ausreichende Strassenbreite zum Kreuzen von Motorfahrzeugen 

bzw. Lastwagen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen liefere. Es wür-

den im Gegenteil verschiedene weitere Defizite aufgezeigt. Die von 

den Rekursgegner 1 ermittelten Breiten würden in keiner Form wieder-

gegeben oder dokumentiert. Davon abgesehen, dass für die gestellte 

Begegnungssituation ein kleinerer Traktor genommen worden sei, als 

auf der ZZ.___strasse üblicherweise verkehrten, zeige die gestellte Si-

tuation mit den zwei stehenden Fahrzeugen aber auch klar auf, dass 

das Kreuzen im regulären Fahrbetrieb auch bei niedriger Geschwin-

digkeit eben gerade nicht möglich sei. Konkret könne ein Personen-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 17/43 

 

wagen mit einem anderen Personenwagen nicht kreuzen. Die Begeg-

nung von Personenwagen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bzw. 

Lastwagen sei definitiv nicht ohne Ausweichstellen möglich. Die er-

neute Begehung vor Ort habe aber auch gezeigt, dass die Strasse 

trotz Fahrverbot rege genutzt werde und dass massiv grössere land-

wirtschaftliche Fahrzeuge verkehrten. Die ZZ.___strasse weise meh-

rere Kurven, Kuppen und Wannen auf. An diesen Stellen sei ein Aus-

weichen gänzlich unmöglich, womit eine hinreichende Erschliessung 

für die vorliegende Neuanlage nicht gegeben sei. 

 

h) Das kantonale Tiefbauamt Thurgau hält am 31. Juli 2019 gegen-

über dem Rechtsdienst des Departementes Bau und Umwelt fest, 

dass die ZZ.___strasse auf der Thurgauer Seite auf der gesamten 

Länge breiter als 3,5 m ausgebaut sei und damit die Anforderungen 

an eine gehörige Erschliessung erfülle. 

 

i) Die Rekursgegner 1 nehmen am 20. September 2019 zum er-

neuten Bericht des St.Galler Strasseninspektorats Stellung und wei-

sen darauf hin, dass lediglich eine Stelle mit nur 3 m dokumentiert sei. 

Sie würden deshalb eine nochmalige exakte, beweisrelevante 

Vermessung verlangen. Massgebend sei ohnehin die durchwegs aus-

parzellierte Strassenbreite von 5 m und nicht die tatsächliche. Soweit 

nicht die ganze Strassenbreite befahren werden könne, sei es an den 

betroffenen Gemeinden, diese befahrbar zu machen. Gemäss Bau-

plan sei die ZZ.___strasse dereinst auf 4,25 m ausgebaut worden und 

verfüge über ein zusätzliches Bankett von 0,5 m. Es gehe nicht an, 

dass ein mangelnder Unterhalt dazu führe, dass die Erschliessung zu-

lasten eines Einwohners als ungenügend betrachtet werde. 

 

j) Die Rekurrenten 2 und 3 lassen sich am 23. September 2019 

zum nachmaligen Amtsbericht vernehmen und machen geltend, dass 

dieser deutlich aufzeige, dass die als Ausweichstellen bezeichneten 

Stellen weder als solche taugen noch als solche gedacht seien. Ein für 

das vorliegende Bauvorhaben notwendige Ausbauprojekt sei nicht ge-

plant und müsste kantonsübergreifend koordiniert werden, wozu ins-

besondere die Gemeinde V.___ aber keine Bereitschaft zeige. 

 

k) Gegenüber dem Departement für Bau und Umwelt halten die 

Rekurrenten 2 und 3 am 16. Oktober 2019 fest, dass die kurze Stel-

lungnahme des kantonalen Tiefbauamtes Thurgau vom 31. Juli 2019 

sowohl den Tatsachen, dem bisher Gesagten als auch den vorliegen-

den Amtsberichten widerspreche. Zudem habe es noch am Rekursau-

genschein verneint, dass eine hinreichende Erschliessung vorliege, 

und zwar auf der St.Galler wie auf der Thurgauer Seite. 

 

H.  

Die Rekurrenten 1 bzw. Rekursgegner 1 lassen am 7. Januar 2020 die 

Honorarnote ihres Rechtsvertreters für alle vier Verfahren einreichen. 

 

I.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 18/43 

 

a) Mit Schreiben vom 23. Januar 2020 verweist das kantonale Tief-

bauamt Thurgau auf den Situationsplan vom 8. April 2019 der Stras-

senparzelle Nr. 107, wonach die ganze ZZ.___strasse in diesem Be-

reich mindestens 3,5 m breit ausgebaut sei. Damit sei der Grundbe-

gegnungsfall Personenwagen/Fahrrad bzw. Lastkraftwagen/Fahrrad 

bei stark reduzierter Geschwindigkeit von ca. 20 km/h innerhalb der 

Fahrbahn möglich. Alle anderen Begegnungsfälle müssten auf dem 

Strassenbankett bzw. auf der Wiese stattfinden. Ausweichstellen 

seien nach telefonischer Rückfrage bei der Gemeinde X.___ keine 

vorhanden. Wegen der Grössenbeschränkung bei der SOB-

Unterführung könnten auf der Thurgauer Seite keine Fahrzeuge fah-

ren, die höher als 3,1 m seien. 

 

b) Die Rekurrenten 2 und 3 entgegnen am 13. Februar 2020, dass 

sich das Tiefbauamt des Kantons Thurgau offenbar wiederum nicht 

vertieft mit der Erschliessungsproblematik auseinandergesetzt habe. 

Insbesondere sei es mit keinem Wort auf die mit Schreiben vom 

16. Oktober 2019 aufgezeigten offensichtlichen Widersprüche und 

Fragen eingegangen. Davon abgesehen, dass die behauptete Stras-

senbreite überall 3,5 m betrage, werde bestritten, dass diese für den 

massgeblichen Begegnungsfall ausreiche. 

 

J.  

Die Rekurrenten 1 bzw. Rekursgegner 1 erklären am 29. April 2020 

auf entsprechende Nachfrage des Verfahrensleiters, dass sie auf die 

verlangte Akteneinsicht verzichten würden. 

 

K.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen.  

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Rekursverfahren Nrn. 18-2976, 18-2977, 18-2979 und 18-

3068 betreffen den gleichen Streitgegenstand, wobei sie die gleichen 

Tatbestands- und zum Teil die gleichen Rechtsfragen aufwerfen. Es 

rechtfertigt sich daher, die vier Rekurse in einem einzigen Entscheid 

zu behandeln und verfahrensrechtlich zu vereinigen (GVP 1972 

Nr. 30). 

 

1.2 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; 

abgekürzt VRP). 

 

1.3 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt. Als Adressaten der Beschlüsse sind die Rekurrenten 

berechtigt, Rekurs zu erheben (Art. 45 Abs. 1 VRP). Rechtsanwalt 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 19/43 

 

Dr. Markus Neff hat am 9. Mai 2018 für die D.___ wie auch für die 

einzelnen Miterben Rekurs erhoben. Mit Rekursergänzung vom 

31. Mai 2018 hat er diesen ausdrücklich einzig noch für E.___ 

weitergeführt. Dies ist zulässig (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

1C_278/2011 vom 17. April 2011 Erw. 1.2 mit Hinweisen und 

9C_158/2019 vom 17. Mai 2019 Erw. 3.3.2). Mithin ist der Rekurs in 

Bezug auf die ausgeschiedenen Mitrekurrenten zufolge Rückzugs ab-

zuschreiben (Art. 57 Abs. 1 VRP). 

 

1.4 Somit liegen sämtliche Sachurteilvoraussetzungen vor, weshalb 

auf die Rekurse einzutreten ist. 

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; 

abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972 

(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a 

PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-

scheid erging am 24. April 2018. Mithin sind vorliegend grundsätzlich 

die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss Anhang 

zum Kreisschreiben "Übergangsrechtliche Bestimmungen im PBG" 

vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 

2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen gelan-

gen weiterhin das BauG und das entsprechende Baureglement zur 

Anwendung.  

 

3.  

Die Rekurrenten 2 rügen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil 

die Vorinstanz die Akten der vorangegangen Baugesuchsverfahren 

nicht beigezogen und nicht nochmals einen Augenschein durchgeführt 

habe, weil das Baugesuch nicht vollständig sei und sie sich deshalb 

nicht zu allen Teilen hätten einbringen können. 

 

3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sach-

aufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir-

kungsrecht der Parteien dar. Sein Umfang richtet sich primär nach 

kantonalem Recht und subsidiär nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesver-

fassung (SR 101; abgekürzt BV). Zu den wesentlichen Inhalten gehö-

ren die Orientierung und die Möglichkeit zur Äusserung vor Erlass ei-

ner Verfügung, das Recht auf Akteneinsicht, das Recht auf Teilnahme 

am Beweisverfahren und der Anspruch auf Prüfung und auf begrün-

deten Entscheid (WIEDERKEHR/PLÜSS, Praxis des öffentlichen Verfah-

rensrechts, Bern 2020, N 269 ff.). 
 

3.2 Nach Art. 24 Abs. 1 VRP soll ein Entscheid unter anderem die 

Tatsachen, die Vorschriften und die Gründe enthalten, auf die er sich 

stützt (Bst. a), sowie den Rechtsspruch der Behörde (Bst. b). Die Be-

stimmung konkretisiert zwar die Begründungspflicht als Ausfluss des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör (GVP 1998 Nr. 45 Erw. 2b, S. 118), 

enthält aber keine Regelung hinsichtlich der inhaltlichen Anforderun-

gen an die Begründung. Es ist daher auf Grund des bundesrechtlichen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 20/43 

 

Minimalanspruchs zu prüfen, ob eine Verletzung der Begründungs-

pflicht vorliegt.  
 

3.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt unter anderem, 

dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechts-

stellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft 

prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die 

grundsätzliche Pflicht der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Der 

Bürger soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag ent-

schieden hat. Die Begründung eines Entscheids muss so abgefasst 

sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten 

kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittel-

instanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen kön-

nen. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen ge-

nannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche 

sich ihr Entscheid stützt. Das bedeutet indessen nicht, dass sich diese 

ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht-

lichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 

die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

(BGE 134 I 83 Erw. 4.1 mit Hinweisen). Die Begründung muss jedoch 

auf jeden Fall angemessen und hinreichend, d.h. nachvollziehbar und 

verständlich, sein. Dabei sind die Anforderungen an die Begründung 

umso höher, je grösser der Entscheidungsspielraum der Behörde ist 

und je stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte eingreift (BGE 

112 IA 107 Erw. 2b mit Hinweisen).  
 

3.4 Die Vorinstanz und die kantonalen Stellen haben die betroffenen 

Örtlichkeiten und das Bauvorhaben in ihren Verfügungen und Be-

schlüssen beschrieben und dokumentiert. Somit war es unnötig, auch 

noch die Unterlagen der drei vorausgegangenen Baugesuche beizu-

ziehen. Sodann war die Vorinstanz auch nicht verpflichtet, erneut ei-

nen Augenschein durchzuführen. Die Behörde hat ein weites Ermes-

sen, ob über eine Tatsache Beweis erhoben werden soll, ab wann sie 

als bewiesen gilt oder ob zusätzliche Beweismittel notwendig sind. Un-

nötig und daher nicht erforderlich ist die Beweisführung in Bezug auf 

Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Behörde bereits bekannt 

oder bereits rechtsgenüglich erwiesen sind (B. MÄRKLI in: Rizvi/Schind-

ler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über die Verwal-

tungsrechtspflege, Zürich/St.Gallen 2020, Art. 12-13 N 20; K. PLÜSS 

in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, Zürich/Basel/Genf 2014, 3. Auf-

lage, N 18 zu § 7 VRG). Die Rekurrenten 2 und 3 machen denn auch 

nicht geltend, die Vorinstanz bezöge sich auf konkrete Feststellungen 

anlässlich eines Augenscheins während eines anderen Verfahrens, 

dessen Protokoll nicht beigezogen worden sei.  
 

3.5 Soweit die Rekurrenten 2 und 3 geltend machen, die illegale un-

terirdisch verlegte Güllenleitung müsse mitbeurteilt werden, da nicht 

ausgeschlossen werden könne, dass diese auch für die Biogasanlage 

verwendet werde, muss ihnen entgegengehalten werden, dass Ver-

fahrensgegenstand nur sein kann, was Gegenstand des Baugesuchs 

ist (VerwGE B 2016/82 vom 7. April 2017 Erw. 2; Baudepartement SG, 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 21/43 

 

Juristische Mitteilungen 2012/IV/6). Die erdverlegte Leitung ist nicht 

Teil des Baugesuchs und wird demzufolge auch im UVB nicht abge-

handelt, weshalb vorliegend nicht darüber zu befinden ist. Sofern es 

sich dabei um eine unbewilligte, aber bewilligungspflichtige Anlage 

handeln sollte, hätten die Rekurrenten 2, 3 und 4 die Möglichkeit, dies-

bezüglich bei der Baubehörde ein nachträgliches Baubewilligungsver-

fahren bzw. die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu 

verlangen. Die vier bis sechs Mal pro Jahr temporär oberirdisch ver-

legte Güllenleitung dagegen wird im UVB, der Teil des Baugesuchs 

ist, mehrfach beschrieben. Sie kommt im Kanton Thurgau zu liegen 

und das St.Galler AFU schliesst aus, dass im Kanton St.Gallen 

dadurch ein Gewässer betroffen sein könnte. Mit dem Baugesuch ist 

ihr Anfang und Ende klar bestimmt, und nachdem die Baubehörde des 

Kantons Thurgau mit der Auflage 4.4 der Baubewilligung vom 20. April 

2018 sichergestellt hat, dass diese nach jedem Umpumpvorgang wie-

der abgebaut wird, ist die Leitung auch nicht bezogen auf ein fixes 

Trassee, sondern einzig als solche bewilligungspflichtig. 

 

3.6 Nach dem Gesagten liegt keine Gehörsverletzung vor, insbe-

sondere haben sich die Vorinstanz und die zuständigen kantonalen 

Ämter mit allen Teilen des Bauvorhabens und sämtlichen Einsprache-

punkten auseinandergesetzt. Auch muss die Wilenstrasse nicht noch 

einmal vermessen werden, wie die Rekursgegner 1 verlangen. Na-

mentlich im umfassenden und detailreichen Fachbericht des St.Galler 

Strasseninspektorats vom 9. Juli 2019 sind alle massgebenden Weg-

strecken vermessen und sowohl fotographisch als auch planerisch 

festgehalten. 

 

4.  

Die Rekurrenten 2, 3 und 4 bestreiten, dass das Bauvorhaben zonen-

konform sei. 
 

4.1 Die Erteilung einer ordentlichen Baubewilligung setzt zunächst 

voraus, dass der geplante Bau dem Zweck der jeweiligen Nutzungs-

zone entspricht (Art. 22 Abs. 2 Bst. a RPG), d.h. das Bauvorhaben 

muss zonenkonform sein. Die Landwirtschaftszone dient der langfris-

tigen Sicherung der Ernährungsbasis des Landes, der Erhaltung der 

Landschaft und des Erholungsraums oder dem ökologischen Aus-

gleich; sie soll ihren verschiedenen Funktionen entsprechend von 

Überbauungen weitgehend freigehalten werden (Art. 16 Abs. 1 RPG). 

Zonenkonform sind Bauten und Anlagen, die zur landwirtschaftlichen 

Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind 

(Art. 16a Abs. 1 RPG). Seit dem 1. September 2007 können in der 

Landwirtschaftszone Bauten und Anlagen auf einem Landwirtschafts-

betrieb auch als zonenkonform bewilligt werden, die zur Gewinnung 

von Energie aus Biomasse oder für damit im Zusammenhang stehen-

de Kompostanlagen nötig sind, wenn die verarbeitete Biomasse einen 

engen Bezug zur Landwirtschaft sowie zum Standortbetrieb hat. Die 

Bewilligungen sind mit der Bedingung zu verbinden, dass die Bauten 

und Anlagen nur zum bewilligten Zweck verwendet werden dürfen. Der 

Bundesrat regelt die Einzelheiten (Art. 16a Abs. 1bis RPG). Dieser hat 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 22/43 

 

in Art. 34a RPV bestimmt, dass Bauten und Anlagen zulässig sind, die 

für die Gewinnung von Brenn- oder Treibstoffen nötig sind. Weiter als 

zonenkonform gelten Bauten und Anlagen für die wärmegekoppelte 

Produktion von Strom aus den gewonnenen Brenn- oder Treibstoffen, 

für Leitungen für den Transport der Energie zu geeigneten Abnehmern 

sowie für die Zuführung der Biomasse und den Abtransport der nach 

der Energiegewinnung anfallenden Stoffe sowie für die Aufbereitung 

der zugeführten Biomasse und der nach der Energiegewinnung anfal-

lenden Stoffe. Die verarbeiteten Substrate müssen zu mehr als der 

Hälfte ihrer Masse vom Standortbetrieb oder aus Landwirtschaftsbe-

trieben stammen, die innerhalb einer Fahrdistanz von in der Regel 

15 km liegen. Dieser Teil muss mindestens zehn Prozent des Energie-

inhalts der gesamten verarbeiteten Substrate ausmachen. Die Quellen 

der restlichen Substrate müssen innerhalb einer Fahrdistanz von in 

der Regel 50 km liegen. Ausnahmsweise können längere Fahrdistan-

zen bewilligt werden (Art. 34a Abs. 2 RPV). Sodann muss sich die 

ganze Anlage dem Landwirtschaftsbetrieb unterordnen und einen Bei-

trag dazu leisten, dass die erneuerbaren Energien effizient genutzt 

werden (Art. 34a Abs. 3 RPV). Die Bewilligung darf schliesslich nur er-

teilt werden, wenn die Baute oder Anlage für die in Frage stehende 

Bewirtschaftung nötig ist, diesen am vorgesehenen Standort keine 

überwiegenden Interessen entgegenstehen und der Betrieb voraus-

sichtlich längerfristig bestehen kann (Art. 34a Abs. 4 RPV i.V.m. 

Art. 34 Abs. 4 RPV). 

 

4.2 Rügen sind substantiiert vorzubringen bzw. haben eine Begrün-

dung zu enthalten (Art. 48 Abs. 1 VRP). Eine Begründung ist ausrei-

chend, wenn in der Begründung selbst Argumente vorgebracht wer-

den, nach denen der angefochtene Entscheid auf einer fehlerhaften 

Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung beruht. Darüberhin-

aus gilt das Rügeprinzip. Rekurrenten haben demnach im Rekurs 

selbst konkret darzutun, in welchen Punkten die Baubewilligung un-

haltbar sein soll. Dies fehlt insbesondere dann, wenn Angaben im Bau-

gesuch lediglich pauschal bestritten werden oder im Rekurs einzig auf 

die Eingaben im Einspracheverfahren verwiesen wird. Ohne konkrete 

Indizien ist vielmehr davon auszugehen, dass Angaben im Bauge-

suchsformular und in den Plänen stimmen. Dies gilt vorliegend na-

mentlich auch für den UVB, der – wie gesagt – Teil des Baugesuchs 

ist und von den Fachstellen AREG und AFU überprüft und für nach-

vollziehbar und plausibel beurteilt worden ist. Gemäss UVB vom 

30. März 2016 stammen in der vorliegenden Biogasanlage 89 Prozent 

der Biomasse vom eigenen Betrieb oder von Landwirtschaftsbetrieben 

aus einer Fahrdistanz von maximal 15 km. Die restlichen biogenen 

Stoffe werden von Betrieben zugeführt, die innerhalb einer Fahrdis-

tanz von durchschnittlich 50 km liegen. Die Akquisition wird über die 

Biomassebörse unter Berücksichtigung der maximalen Fahrdistanz 

von 50 km erfolgen. Im Vordergrund stehen Fruchtsirup der Bischofs-

zell Nahrungsmittel AG und der Traubentrester der Rutishauser Wein-

kellerei AG aus Scherzingen. Der Energieanteil der landwirtschaftli-

chen Substrate macht 59 Prozent der gesamten verarbeiteten Bio-

masse aus. Damit ist den Herkunftsvorschriften gemäss Art. 34a 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 23/43 

 

Abs. 2 RPV genüge getan, auch wenn noch nicht alle Lieferanten der 

Co-Substrate verbindlich feststehen. Sodann sind die Verfahrensbe-

teiligten gemäss Auflage Ziffer 4.46 der Baubewilligung vom 20. April 

2018 verpflichtet, Fahrtenrapporte einzureichen, die aufzeigen, welche 

Substratmengen von welchen Betrieben innerhalb einer Fahrdistanz 

von maximal 15 km bzw. 50 km stammen. Die Fahrtenrapporte sind 

der Vorinstanz jeweils innert fünf Tagen nach Monatsende unaufge-

fordert einzureichen. Inwiefern die Anforderung der Fahrtenrapporte 

nicht justiziabel sein soll, wird weder substantiiert noch ist dies sonst 

erkennbar. Damit ist entgegen der Auffassung der Rekurrenten 2, 3 

und 4 gewährleistet, dass die Einhaltung der Vorgaben von der Bau-

behörde gemäss Art. 34a Abs. 2 RPV auch überprüft und durchgesetzt 

wird. Bei Missachtung dieser Auflage stehen der Vorinstanz Verwal-

tungszwangsmassnahmen nach Art. 159 PBG zur Verfügung und zu-

dem kann fehlbares Verhalten auch strafrechtlich geahndet werden 

(Art. 162 Bst. b PBG). Überdies wurden mit der Baubewilligung ge-

mäss Auflage Ziffer 4.2 zur Sicherstellung der Zweckbestimmung der 

Biogasanlage und zur Sicherung des Widerrufsvorbehalts die im 

Grundbuch anzumerkenden öffentlichen Eigentumsbeschränkungen 

"Zweckänderungsverbot betreffend Biogasanlage nach RPV" und der 

"Abbruch der Biogasanlage" angeordnet.  

 

4.3 Mit Blick auf die bestehende Betriebsstruktur (40 ha landwirt-

schaftliche Nutzfläche, 76,6 GVE Pouletmast, 40 GVE Milchvieh, 

10 GVE Kälbermast) ist die Anlage korrekt dimensioniert, fallen ge-

mäss UVB auf dem Standortbetrieb doch jährlich 2'870 t hofeigene Bi-

omasse an, die einer Gesamtsubstratmenge von 5'510 Jt. gegenüber-

stehen. Die Anlage ist in den Landwirtschaftsbetrieb integriert und zu-

sätzlicher Personaleinsatz ist nach der ergänzenden Dokumentation 

zum Baugesuch nicht nötig. Damit entsteht bei einer Gesamtbetrach-

tung auch nicht der Eindruck, dass mit der Biogasanlage ein eigestän-

diger, nichtlandwirtschaftlicher Betriebsteil entstehe. Gemäss Finanz-

planung vermag der Betrieb mit einer jährlichen Gasproduktion von 

rund 495'000 m3 Überschüsse zu erwirtschaften, weshalb auch das 

Erfordernis eines voraussichtlich längerfristigen Bestehens des Be-

triebs erfüllt ist, was die Rekurrenten 2, 3 und 4 nicht substantiiert be-

streiten. Ein weiteres Indiz für die Rentabilität der Anlage ist, dass die 

Landwirtschaftliche Kreditgenossenschaft am 12. Mai 2017 für deren 

Bau einen Investitionskredit in Aussicht gestellt hat, was sie nicht ohne 

vorgängige Rentabilitätsprüfung macht. Aus den Unterlagen ergibt 

sich aber auch, dass die geplante Biogasanlage dem Landwirtschafts-

betrieb wirtschaftlich bzw. renditemässig untergeordnet bleibt (vgl. 

zum Ganzen VLP-ASPAN [heute EspaceSuisse], Raum & Umwelt, Juli 

Nr. 4/10, Energiegewinnung aus Biomasse, Ziff. 3). Die Interessenab-

wägung des AREG hat weiter aufgezeigt, dass sich die Neuanlage 

auch räumlich unterordnet: Die Bauten und Anlagen sind kompakt bei-

einander hinter dem Geflügelmaststall angeordnet. Ein Büro und das 

Holzschnitzellager werden innerhalb der bestehenden Gebäude unter-

gebracht. Fermenter, Nachgärer und die Fahrsilos sind teilweise erd-

berührt und erscheinen nur bis auf eine Höhe von rund 2,5 m über dem 

Boden. Weil die Fruchtfolgefläche bis unmittelbar an die bestehenden 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 24/43 

 

Hofgebäude reicht, muss diese überbaut werden, mit Blick auf die vor-

genommene Interessenabwägung ist dies im vorliegenden Umfang 

aber vertretbar (vgl. dazu Richtplan des Kantons St.Gallen vom 24. 

April 2001, Natur und Landschaft, V 11, S. 3). Auch sieht die kantonale 

Denkmalpflege keine Beeinträchtigung der vorliegenden Kulturland-

schaft, zumal die Biogasanlage (knapp) ausserhalb des Ortsbild-

schutzgebiets OS A zu liegen kommt. Die entsprechenden Empfeh-

lungen zur Materialisierung, Farbgebung und Detailgestaltung hat die 

Baubehörde in der Auflage Ziffer 4.3 aufgenommen. Insgesamt er-

weist sich die geplante Anlage daher als zonenkonform. Somit besteht 

auch kein Anspruch darauf, dass Alternativstandorte geprüft werden. 

 

5.  

Die Rekurrenten 2, 3 und 4 machen sodann geltend, die Biogasanlage 

verstosse gegen gewässerschutz- und umweltschutzrechtliche Best-

immungen. Weiter wird geltend gemacht, dass der UVB keine konkre-

ten Massnahmen bei Störfällen und Betriebsunterbrüchen vorsehe. 

 

5.1 Nach Art. 24 des Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen Ge-

wässerschutzgesetzgebung (sGS 752.2) vollzieht die zuständige 

Stelle des Kantons die Vorschriften über Betriebe mit Nutztierhaltung. 

Diese Vorschriften finden sich insbesondere im Art. 14 des eidgenös-

sischen Gewässerschutzgesetzes (SR 814.20; abgekürzt GSchG) so-

wie in den Art. 22 bis 25 und 28 der eidgenössischen Gewässerschutz-

verordnung (SR 814.201; abgekürzt GSchV). Gemäss Art. 15 Abs. 1 

GSchG haben die Inhaber von Lagereinrichtungen und technischen 

Aufbereitungsanlagen für Hofdünger und flüssigem Gärgut sowie von 

Raufuttersilos dafür zu sorgen, dass diese sachgemäss erstellt wer-

den. Wesentliche Voraussetzung für ein zuverlässiges Funktionieren 

der Anlagen ist ihre mängelfreie Erstellung. Materialwahl und Kon-

struktion müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. 

Mit Bezug auf die Bautechnik ist auf die anerkannten Regeln der Bau-

kunde abzustellen.  

 

5.1.1 Das nicht verschmutzte Abwasser der Asphaltplätze und Zufahr-

ten sowie das Dachwasser wird einer neuen Versickerungsanlage zu-

geführt oder über die belebte Bodenschicht versickert. Das ver-

schmutzte Abwasser aus dem überdachten Substratlager und das ver-

schmutzte Abwasser beim Betriebsgebäude wird dem erdverlegten 

Endlager zugeführt. Diese Anforderungen werden damit vorliegend 

gemäss Verfügung über Gewässer- und Umweltschutzmassnahmen 

des AFU vom 15. Juni 2017 erfüllt. 

 

5.1.2 Das Bauvorhaben liegt im Gewässerschutzbereich Au. Der Ge-

wässerschutzbereich Au umfasst die nutzbaren unterirdischen Gewäs-

ser und die zu ihrem Schutz notwendigen Randgebiete. Nutzbar 

heisst, dass das Grundwasser in einer erheblichen Menge gefördert 

werden könnte und dass die Anforderungen an Trinkwasserqualität – 

gegebenenfalls nach einem einfachen Aufbereitungsverfahren – erfüllt 

sind. Im Gewässerschutzbereich Au bedürfen sämtliche Anlagen, Bau-

ten und Tätigkeiten (Erdbewegungen, Grabungen), welche Gewässer 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 25/43 

 

gefährden können, einer kantonalen Bewilligung (Art. 32 GSchV, Weg-

leitung des BAFU, 2004). 

 

5.1.3 Der Grundwasserspiegel des nutzbaren Grundwasserleiters 

liegt im betroffenen Gebiet etwa 15 m unter der Terrainoberfläche (vgl. 

Hydrogeologisches Gutachten der Büchi und Müller AG vom 9. März 

1989, erstellt im Auftrag des Kantons Thurgau). Die hydrogeologi-

schen Untersuchungen (Bericht Rüegger + Flum AG, St.Gallen, vom 

14. April 2016) bestätigen, dass das Bauvorhaben innerhalb der 

schlecht durchlässigen Deckschicht (gemäss Baggerschlitz Schwem-

mablagerungen und Moräne) zu liegen kommt, die jedoch zu einem 

grossen Teil wassergesättigt sein kann (gemäss drei Wasserstand-

messungen Anfang April 2016 bis 0,9 m UKT). Die Fliessrichtung des 

Wassers in der Deckschicht ist nicht bekannt (nur eine Messstelle). Es 

muss angenommen werden, dass das Wasser in der Deckschicht dem 

Gefälle der Terrainoberfläche folgt oder entlang von Schichtgrenzen. 

Aus diesem Grund hat das AFU verfügt, dass die Umströmung des 

Baukörpers durch eine geeignete Materialwahl bei der Hinterfüllung 

der Baugrube sichergestellt wird und der Baukörper bis OK Terrain 

dicht ausgeführt wird. Gemäss bautechnischer Beurteilung durch das 

zuständige AFU entsprechen die gewässerschutzrelevanten Anlagen 

den Vorschriften, womit eine Gefährdung der Trinkwassernutzung 

ausgeschlossen werde. Dementsprechend erteilte es am 15. Juni 

2017 die entsprechende Bewilligung für Bauten und Anlagen in beson-

ders gefährdeten Bereichen (Ziff. 6). Demgegenüber fehlt die entspre-

chende gewässerschutzrechtliche Bewilligung in Bezug auf das Bau-

gebiet im Kanton Thurgau, weshalb das Departement für Bau und Um-

welt die dort parallel zu diesem Verfahren hängigen Rekurse unter an-

derem gutheisst. Auf eine Rückweisung an die Vorinstanzen zur Ein-

holung der fehlenden Bewilligung verzichtet es deshalb, weil die Bau-

bewilligung für das Bauprojekt wegen mangelhafter Erschliessung oh-

nehin aufgehoben werden muss, wie nachfolgend zu zeigen sein wird. 

 

5.1.4 Was die temporäre Gülleleitung auf dem Hoheitsgebiet des Kan-

tons Thurgau betrifft, ist festzuhalten, dass eine solche im Gewässer-

schutzbereich Au nicht per se verboten ist. Zudem darf davon ausge-

gangen werden, dass bei der Verlegung, beim Gebrauch und Abbau 

der Schläuche mit der gebotenen Sorgfalt (Art. 3 GSchG) vorgegan-

gen wird. Da die temporäre Gülleleitung somit keine Gefahr für das 

Grundwasser darstellt, ist sie nicht bewilligungspflichtig im Sinn von 

Art. 19 Abs. 2 GSchG, weshalb die Thurgauer Behörden zum Schluss 

gekommen sind, dass der oberirdischen Leitung, die nach Gebrauch 

wieder entfernt wird, keine gewässerschutzrechtlichen Hindernisse 

entgegenstehen. Dem ist beizupflichten. 

 

5.1.5 Ebenfalls von den Thurgauer Behörden zu beurteilen ist die 

neue Hofzufahrt auf ihrem Hoheitsgebiet, soweit diese gewässer-

schutzrechtlich relevant ist. Gemäss § 34 Abs. 2 des Gesetzes über 

den Wasserbau und den Schutz vor gravitativen Naturgefahren 

(RB 721.1; abgekürzt WBSNG) wird bei eingedolten Gewässern auf 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 26/43 

 

die Festlegung eines Gewässerraums verzichtet, soweit keine über-

wiegenden Interessen entgegenstehen. Das Thurgauer Amt für Um-

welt erkennt vorliegend keine überwiegenden Interessen für die Fest-

legung eines Gewässerraums für den von der geplanten Hofzufahrt 

betroffenen eingedolten Bachabschnitt. Demzufolge ist davon auszu-

gehen, dass für den Haselbach in diesem Abschnitt auch kein Gewäs-

serraum auszuscheiden ist, weshalb die gewässerraumrechtlichen 

Bestimmungen nicht zum Tragen kommen. Auch ist nicht erkennbar, 

inwiefern die Zufahrtsstrasse eine künftige Bachöffnung und Naturali-

sierung beeinträchtigen könnte, wie geltend gemacht wird, zumal die 

Eindolung lediglich an einer Stelle von der 3 m breiten Strasse gequert 

wird. Das Gleiche gilt für den bewilligten Eingriff ins Hochwasserprofil. 

Nachdem das Thurgauer AFU festgestellt hat, dass von der geplanten 

Strasse keine nachteiligen Auswirkungen auf die Bachdole zu erwar-

ten seien, wäre es vielmehr an den Rekurrenten gewesen, sich konk-

ret damit auseinanderzusetzen, warum die entsprechende Bewilligung 

in diesem Punkt falsch sein soll. Im Weiteren darf davon ausgegangen 

werden, dass die Strasse nach der Regel der Baukunde erstellt, d.h. 

die Querung der Eindolung so ausgeführt wird, dass die Bachleitung 

durch den Bau und die Benützung der Strasse nicht beschädigt wird. 

Weiter ergibt sich infolge der geplanten Querung der Eindolung keine 

Hochwasserproblematik. Demzufolge erkennt das Departement für 

Bau und Umwelt zu Recht keine wasserpolizeilichen Interessen, die 

gegen die Erteilung des Eingriffs ins Hochwasserprofil sprechen wür-

den. 

 

5.2 Nach Art. 3 und 7 der eidgenössischen Luftreinhalte-Verord-

nung (SR 814.318.142.1; abgekürzt LRV) müssen neue und beste-

hende stationäre Anlagen so ausgerüstet und betrieben werden, dass 

sie die im Anhang der LRV festgelegten vorsorglichen Emissionsbe-

grenzungen einhalten. Emissionen, für die diese Verordnung keine 

Emissionsbegrenzung festlegt oder eine bestimmte Begrenzung als 

nicht anwendbar erklärt, sind von der Behörde vorsorglich so weit zu 

begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaft-

lich tragbar ist. Technisch und betrieblich möglich sind Massnahmen 

zur Emissionsbegrenzung, die bei vergleichbaren Anlagen im In- oder 

Ausland erfolgreich erprobt sind oder bei Versuchen erfolgreich einge-

setzt wurden und nach den Regeln der Technik auf andere Anlagen 

übertragen werden können (Art. 4 LRV). 

 

5.2.1 Für Geruchsemissionen legt die LRV keine Emissionsbegren-

zungen fest. Aus diesem Grund hat das BUWAL (heute: Bundesamt 

für Umwelt BAFU) im Jahr 1989 einen Expertenbericht „Grundlagen 

zur Beurteilung von Geruchsproblemen“ herausgegeben. Darin sind 

Empfehlungen für vorsorgliche Emissionsbegrenzungen enthalten, 

insbesondere Angaben zu Mindestabständen. In Weiterentwicklung 

dieser Empfehlung stellt das BAFU den Vollzugsbehörden den Ent-

wurf einer Empfehlung zur Beurteilung von Gerüchen zur Verfügung 

(nachfolgend BAFU-Geruchsempfehlung 2015). Dieser Entwurf bildet 

die bisherigen Erkenntnisse hinsichtlich Geruchsbeurteilung ab. Die im 

Entwurf vorliegende BAFU-Geruchsempfehlung 2015 zeigt auf, wie 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 27/43 

 

mit standardisierten Verfahren methodisch erfasst werden kann, ob 

die von einer Anlage verursachten Geruchsimmissionen übermässig 

im Sinn der LRV sind. Sie ist für die Beurteilung von Geruchsemissio-

nen und Geruchsimmissionen bei neuen und bestehenden stationären 

Anlagen anwendbar und richtet sich in erster Linie an kantonale und 

kommunale Vollzugsbehörden. 

 

5.2.2 Bei der vorliegend zu beurteilenden Biogasanlage handelt es 

sich um eine Nassvergärungsanlage. Darin sollen landwirtschaftliche 

Substrate wie Mist von Legehennen, Mastpoulets und Kälbern, Rin-

der- und Schweinegülle sowie landwirtschaftliche Nebenprodukte wie 

Weideputz, Stroh und Zwischenfrucht vergärt werden. Zusätzlich sol-

len je nach Erhältlichkeit Co-Substrate wie Fruchtsirup, Traubentres-

ter, Permeat, Flotatschlamm, Getreideabgang und Glycerin zugeführt 

und vergärt werden. Im Allgemeinen werden Gärprozesse geruchlich 

als unangenehm empfunden. Dementsprechend ist bei der Beurtei-

lung von Biogasanlagen der Bereich Luftreinhaltung bei allen Behand-

lungsschritten bzw. Anlageteilen zu berücksichtigen. Vorliegend kön-

nen Geruchsemissionen insbesondere bei der Anlieferung auftreten, 

falls das Substrat nicht mehr ganz frisch ist, sondern bereits zu gären 

begonnen hat. Dementsprechend hat das AFU am 15. Juni 2017 ver-

fügt, dass die Anlieferung ohne Wartezeiten entweder direkt in den 

Annahmetank oder in die geschlossene Substratlagerhalle, deren Ab-

luft über Dach geführt wird, oder in den Fahrsilo zu erfolgen hat. Die 

Gülle wird durch Leitungen direkt zugeführt. Der Gärprozess (Vor-

grube, Fermenter und Nachgärer) muss deshalb vollständig geschlos-

sen und abgedichtet erfolgen.  

 

5.2.3 Für Biogasanlagen bestehen in der Schweiz weder rechtsver-

bindliche Emissionsgrenzwerte noch Abstandsvorschriften. In der 

oben erwähnten BAFU-Geruchsempfehlung 2015 sind Beurteilungs-

kriterien, Modellrechnungen und Messstrategien enthalten. Inhaltlich 

orientiert sich die Geruchsempfehlung an anderen europäischen 

Richtlinien. Insbesondere sind darin die einschlägigen VDI-Richtlinien 

und DIN-Normen berücksichtigt. Im Rahmen der Bewertung von Ge-

ruchsemissionen äussert sich die Geruchsempfehlung auch zu Min-

destabständen: Im Bereich von Geruchsstoffkonzentrationen bis zu 

300 GE/m3 werden keine übermässigen Geruchsimmissionen erwar-

tet, wenn die Geruchsstoffe entweder gefasst und über Kamin abge-

leitet werden oder die Distanz zu Wohngebieten mehr als 300 m be-

trägt oder das Belästigungspotenzial klein ist. Bei Geruchsstoffkon-

zentrationen zwischen 300 und 1'000 GE/m3 wird ein höherer Kamin 

oder eine Distanz zu Wohngebieten von mehr als 600 m empfohlen 

(vgl. BAFU-Geruchsempfehlung 2015, Anh. A4.6).  

 

5.2.4 Zur nächstgelegenen Bauzone auf dem Gebiet der Gemeinde 

X.___ (Wohn-Arbeitszone in W.___) wird ein Abstand von rund 380 m 

eingehalten. Die Grundstücke in der Wohnzone liegen mehr als 400 m 

von der geplanten Anlage entfernt. Aufgrund dieser Entfernung ist ge-

stützt auf die Geruchsempfehlung davon auszugehen, dass bei Ge-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 28/43 

 

ruchsstoffkonzentrationen bis zu 300 GE/m3 keine übermässigen Ge-

ruchsimmissionen auftreten werden. Der Weiler Wilen selbst liegt in 

der Landwirtschaftszone. Der Abstand des Wohnhauses der Rekur-

renten 2 und 3 zur geplanten Anlage beträgt rund 200 Meter. Die 

Durchsatzleistung der geplanten Anlage beträgt 15 t pro Tag. Es han-

delt sich mithin um eine vergleichsweise kleine Anlage, in der gemäss 

Baugesuch keine hinsichtlich Geruch hochproblematischen Co-Sub-

strate wie Gastroabfälle oder Metzgereiabfälle vergärt werden (dür-

fen). Sollte dies ändern, wäre ein entsprechendes Änderungsgesuch 

zu prüfen. Somit ist es vertretbar, dass bei der Beurteilung des prog-

nostizierten Geruchs derjenige des rechtskräftig bewilligten benach-

barten Hühnermaststalls ausser Acht gelassen wurde, zumal die ge-

ruchsrelevante Schweinegülle mittels temporärer Gülleleitungen vom 

östlichen Nachbarhof in W.___ zugeführt und via Güllegrube direkt in 

den Fermenter geleitet wird. Durch diese Art der Zuführung werden 

Geruchsemissionen bereits derart minimiert, dass keine weiteren Mas-

snahmen verfügt werden können. Die Abluft der Substratlagerhalle 

wird gefasst und über Dach geführt, wo die Abluft erfahrungsgemäss 

verwirbelt und verdünnt und schliesslich in höheren Luftschichten ab-

transportiert wird. 

 

5.2.5 Das Umweltschutzgesetz ist kein Verhinderungs-, sondern ein 

Massnahmengesetz. Seinem Konzept nach stellt es die Quellen der 

Umweltbelastung nicht als solche in Frage. Die Nachfrage soll nicht 

untersagt, sondern vielmehr befriedigt werden, wobei aber gleichzeitig 

die den Umweltschutzanforderungen entsprechenden Vorkehren ge-

troffen werden sollen (vgl. BGE 116 Ib 159 Erw. 6b). Dementspre-

chend hat das AFU am 15. Juni 2017 nebst betrieblichen Massnahmen 

eine maximale Geruchsstoffkonzentration von 300 GE/m3 sowie eine 

Ableitung über Dach angeordnet. Damit sind nach dem Gesagten im 

Wohngebiet von W.___ keine übermässigen Geruchsimmissionen zu 

erwarten. Im Weiler Wilen selbst sowie in den Wohnhäusern entlang 

der ZZ.___strasse gelten hinsichtlich Gerüchen weniger strenge An-

forderungen, da diese Wohnbauten selbst in der Landwirtschaftszone 

liegen. Praxisgemäss werden hier die Vorschriften zu den Mindestab-

ständen bei Tierhaltungsanlagen gemäss FAT-Richtlinie hinzugezo-

gen, zumal bei der vorliegend geplanten Biogasanlage die massgebli-

chen Substrate landwirtschaftlichen Ursprungs sind und Landwirt-

schaftszonen nicht als bewohnte Zonen gelten (Urteil des Bundesge-

richtes 1C_260/2016 vom 6. Juni 2017 Erw. 2.3). Gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung zur FAT-Richtlinie gelten in der Landwirt-

schaftszone um die Hälfte geringere Abstände als zu Wohnzonen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichtes 1A.58/2001 vom 11. November 2001 

Erw. 2.b sowie BGE 126 II 34 Erw. 4 mit Hinweisen). Innerhalb der 

Landwirtschaftszone wird somit klar eine höhere Belastung zugemu-

tet. Wer sich in der Landwirtschaftszone niederlässt, muss mithin mit 

solchen landwirtschaftstypischen Gerüchen rechnen. Indessen sind 

auch seitens Landwirtschaft die möglichen vorsorglichen Massnah-

men zur Minderung von Emissionen zu treffen. Dementsprechend 

wurden in der Verfügung des AFU vom 15. Juni 2017 nebst betriebli-

cher Vorschriften eine maximale Geruchsstoffkonzentration von 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 29/43 

 

300 GE/m3 sowie eine Fassung der Abluft der Substratlagerhalle und 

deren Ableitung über Dach vorgeschrieben.  

 

5.2.6 Trotz Nachachtung des Vorsorgeprinzips kann nicht ausge-

schlossen werden, dass im Bereich des Weilers ZZ.___ zeitweise Ge-

ruchsimmissionen auftreten können. Nach dem Gesagten sind diese 

aber in der Landwirtschaftszone zu dulden. Der in der Verfügung über 

Umweltschutzmassnahmen verfügte Wert von 300 GE/m3 ist einhalt-

bar, wenn das Rohgas höchstens 3'000 GE/m3 aufweist. Wird dieser 

Wert nicht eingehalten, muss je nach Mass der Überschreitung eine 

Reinigungsstufe wie z.B. ein Biofilter oder ein Biowäscher nachge-

schaltet oder das Abluftkamin erhöht werden. Zudem können die 

Emissionen durch den Verzicht auf bestimmte Substrate verringert 

werden. Erfahrungsgemäss würde sich eine allfällige Geruchsproble-

matik im Wesentlichen auf die Substratlagerhalle beschränken. Des-

halb ist in Ziffer 19 der Verfügung über Umweltschutzmassnahmen 

festgehalten, dass die Halle in einem solchen Fall mit geeigneten Mas-

snahmen abzudichten und die Abluft einer Reinigung zu unterziehen 

sei. 

 

5.2.7 Um den speziellen Gegebenheiten vor Ort (Gelände) Rechnung 

zu tragen, wurde zusätzlich der Kaltluftabfluss untersucht. Dieser kann 

vorwiegend in milden Monaten bei bestimmten Wetterlagen morgens 

und abends auftreten. Das Büro iMA, Richter & Röckle, kam gemäss 

Gutachten vom 5. April 2016 zum Schluss, dass der Kaltluftabfluss 

südlich des benachbarten Landwirtschaftsbetriebs im Osten vorbei 

und in Richtung Südwestrand von W.___ ströme, worauf die Kaltluft 

bei geringen Mächtigkeiten gegen Osten hinabfliesse. Mit zunehmen-

der Kaltlufthöhe werde W.___ überströmt und kaum mehr umströmt. 

Dies bedeutet, dass am südwestlichsten Rand von W.___ im Rahmen 

des Kaltluftabflusses vereinzelt Gerüche wahrgenommen werden 

könnten. Der Mittelwert liegt gemäss Gutachten indessen klar unter 

der Wahrnehmbarkeitsschwelle von 1 GE/m3. Die Wahrscheinlichkeit 

einer Geruchswahrnehmung in W.___ ist somit sehr gering. Zudem 

wurde im Gutachten die Bepflanzung mit Niederstammobstbäumen 

nicht berücksichtigt, die den Geruch noch weiter mindern. Weil aber 

die aufgrund des Betriebs einer Biogasanlage zu erwartenden Immis-

sionen sich nicht mit absoluter Sicherheit beurteilen lassen, wurde ver-

fügt, dass bei für die Behörden nachvollziehbaren Klagen aus der Be-

völkerung eine Begehung gemäss Anhang A3 der BAFU-Geruchs-

empfehlung 2015 durchzuführen wäre (vgl. Ziff. 30 der Verfügung über 

Umweltschutzmassnahmen). Insgesamt ergibt sich, dass die Emissio-

nen der geplanten Biogasanlage bei konsequenter Einhaltung der ver-

fügten technischen und betrieblichen Massnahmen derart beschränkt 

werden können, dass in der Umgebung nicht mit übermässigen Ge-

ruchsimmissionen zu rechnen ist. Daran ändert nichts, dass der be-

nachbarte Hühnermaststall ebenfalls geruchsrelevant und allenfalls 

seinerseits massnahmebedürftig ist. Allein aus dem Hinweis des AFU, 

dass für den Fall, dass wider Erwarten doch lästige Gerüche auftreten 

sollten, eine Begehung stattzufinden habe, können die Rekurrenten 2, 

3 und 4 nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 30/43 

 

 

5.3 Die Rekurrenten 2, 3 und 4 zweifeln den UVB insofern an, als 

dieser von lediglich vier bzw. fünf Anlieferungen/Abtransporten pro 

Woche ausgeht. Ihren Befürchtungen zufolge werde es wesentlich 

mehr Mehrverkehr und damit mehr Strassenlärm geben. 

 

5.3.1 Vorab ist daran zu erinnern, dass der Bauherr mit seinem Bau-

gesuch bestimmt, ob und in welchem Umfang ein baubewilligungs-

pflichtiger Sachverhalt bewilligt werden soll. Sollte er die Anlage so-

dann anders als bewilligt nutzen wollen, hätte er dafür ein neues Bau-

gesuch einzureichen. Käme er der entsprechenden Aufforderung nicht 

nach, für eine bauliche Änderung oder vorgenommene bewilligungs-

pflichtige Nutzungsänderung ein Baugesuch nachzureichen, wäre von 

Amtes wegen ein Nutzungsverbot zu prüfen sowie ein Wiederherstel-

lungsverfahren einzuleiten (VerwGE B 2012/143 vom 24. Januar 2013 

Erw. 4.1.1). Wie bereits ausgeführt, bildet der UVB Teil des Bauge-

suchs. Dieses wurde von den zuständigen Fachstellen AREG und 

AFU überprüft und für nachvollziehbar und plausibel beurteilt. Sollte 

die Kapazität erhöht oder sonst von der bewilligten Nutzung der An-

lage abgewichen werden, wäre dafür vorgängig ein weiteres Bauge-

such nötig. Mit der angefochtenen Bewilligung ist sodann auflage-

weise sichergestellt, dass die Anlage nicht zweckentfremdet genutzt 

und bei Aufgabe der zonenkonformen Nutzung wieder abgebrochen 

wird.  

 

5.3.2 Die Landwirtschaftszone weist die Lärmempfindlichkeitsstufe III 

auf (Art. 43 Abs. 1 Bst. c der eidgenössischen Lärmschutz-Verord-

nung [SR 814.41; abgekürzt LSV] in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 des 

Einführungsgesetzes zum eidgenössischen Umweltschutzgesetz 

[sGS 672.1]). Hier gelten für den Strassenverkehrslärm die massge-

blichen Planungsgrenzwerte von 60 dB(A) während des Tages und 

50 dB(A) während der Nacht (Ziff. 2 des Anhangs 3 zur LSV). Die An-

lieferung und der Abtransport von Biomasse ist mit der Baubewilligung 

auflageweise auf den Vor- und Nachmittag beschränkt. Da rund 

150 Lastwagenfahrten pro Tag notwendig wären, damit die geltenden 

Planungsgrenzwerte während des Tages erreicht würden, erübrigen 

sich weitere Ausführungen zum Verkehrslärm, zumal es sich vorlie-

gend um eine schmale Strasse mit allgemeinem Fahrverbot handelt. 

In den relevanten Grössenbereich kommt man hier somit nicht annä-

hernd, selbst wenn der UVB die Leerfahrten unberücksichtigt gelassen 

hat. 

 

5.4 Art. 10 Abs. 1 USG bestimmt, dass bei Anlagen, die bei ausser-

ordentlichen Ereignissen den Menschen oder seine Umwelt schwer 

schädigen können, die zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt 

notwendigen Massnahmen zu treffen sind. Insbesondere sind die ge-

eigneten Standorte zu wählen, die erforderlichen Sicherheitsabstände 

einzuhalten, technische Sicherheitsvorkehren zu treffen sowie die 

Überwachung des Betriebs und die Alarmorganisation zu gewährleis-

ten. Der Bundesrat hat den Katastrophenschutz nach Art. 10 USG in 

der eidgenössischen Störfallverordnung (SR 814.012; abgekürzt 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 31/43 

 

StFV) konkretisiert. Inhaber einer Anlage, die der Störfallverordnung 

unterstellt ist, sind gemäss Art. 3 StFV verpflichtet, die geeigneten 

Massnahmen zur Verhinderung von Störfällen vorzukehren.  

 

5.4.1 Unter die Störfallverordnung fallen nach Art. 1 Abs. 2 Bst. a StFV 

Betriebe, in denen die Mengenschwellen für Stoffe, Zubereitungen o-

der Sonderabfälle nach Anhang 1.1 überschritten werden. Die Men-

genschwellen für Stoffe und Zubereitungen werden auf Grund ihrer Ei-

genschaften gemäss den Kriterien zur Ermittlung der Mengenschwel-

len (Anh. 1.1 Ziff. 4 StFV) bestimmt, die auf den Vorgaben der EU-

CLP-Verordnung Nr. 1272/2008 basieren. Biogas enthält u.a. das 

brennbare Methan (CH4) und den toxischen Schwefelwasserstoff 

(H2S). Gemäss Richtlinie „Mengenschwellen gemäss Störfallverord-

nung“ (2. aktualisierte Ausgabe, Mai 2015) des BAFU liegt die Men-

genschwelle für CH4 bei 20‘000 kg und für H2S bei 200 kg. 

 

5.4.2 Laut UVB hat eine landwirtschaftliche Biogasanlage grundsätz-

lich kein genügend grosses Gefahrenpotential für eine schwere Schä-

digung der Bevölkerung oder der Umwelt. Konkret weist der Nachgä-

rertank, worin sich der Gasspeicher befindet, ein Nettovolumen von 

1'400 m3 auf. Damit steht bereits fest, dass die massgebliche Mengen-

schwelle für Methan und Schwefelwasserstoff bei Weitem nicht er-

reicht wird, zumal der Anteil an H2S im Biogas maximal 0.03 kg/m3 

beträgt. Die Anlage birgt somit kein Gefahrenpotential im Sinn von 

Art. 10 Abs. 1 USG in sich, weshalb der UVB die Störfallvorsorge nicht 

abhandeln bzw. diesbezüglich keine Massnahmen aufzeigen muss. 

 

6.  

Die Rekurrenten 2, 3 und 4 bestreiten sodann, dass die geplante Bio-

gasanlage über eine hinreichende strassenmässige Erschliessung 

verfüge. 

 

6.1 Nach Art. 22 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Bst. b RPG setzt 

die Erteilung einer Baubewilligung für das Errichten oder Ändern von 

Bauten und Anlagen voraus, dass das Land erschlossen ist. Nach 

Art. 19 Abs. 1 RPG muss die für die betreffende Nutzung hinreichende 

Zufahrt bestehen. Da das Bundesrecht nur allgemeine Grundsätze 

enthält, ergeben sich die Anforderungen an die Erschliessung im De-

tail aus dem kantonalen Recht (B. HEER, St.Gallisches Bau- und Pla-

nungsrecht, Bern 2003, N 508). Nach Art. 67 Abs. 1 Bst. a PBG ist 

Land erschlossen, wenn es unter anderem über hinreichende Zu- und 

Wegfahrten verfügt. Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu betrach-

ten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie bau- und ver-

kehrstechnisch der bestehenden und der geplanten Überbauung ge-

nügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren 

Weg bietet und von den öffentlichen Diensten (namentlich Feuerwehr, 

Sanität, Kehrichtabfuhr und Schneeräumung) ungehindert benützt 

werden kann und – wenn sie über fremdes Grundeigentum führt – 

rechtlich gesichert ist (vgl. HEER, a.a.O., N 513). Weitergehende Kon-

kretisierungen insbesondere hinsichtlich der Dimensionierung der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 32/43 

 

Strassen hat das st.gallische Recht nicht getroffen. Soweit dem kan-

tonalen Recht keine besonderen Regeln zu entnehmen sind, darf für 

die Auslegung und Anwendung von Art. 67 Abs. 1 Bst. a PBG auf den 

Gehalt von Art. 19 Abs. 1 RPG abgestellt werden (VerwGE B 2012/216 

vom 22. Mai 2013 Erw. 3.1 mit weiteren Hinweisen).  

 

6.2 Im Baugebiet gilt eine Zufahrt in der Regel dann als hinreichend, 

wenn sie auf die Baumöglichkeiten abgestimmt ist, die nach der Zo-

nenordnung in dem über diese Zufahrt zu erschliessenden Gebiet be-

stehen. Strassen, die der Erschliessung von Wohngebieten dienen, 

müssen ein gefahrloses Kreuzen von Fahrzeugen ermöglichen und 

genügend Raum für Fussgänger und Radfahrer freilassen. Nicht un-

bedingt erforderlich ist jedoch, dass Kreuzungsmanöver zwischen Mo-

torfahrzeugen auf der ganzen Strecke möglich sind. Unter Umständen 

genügen zweckmässig angeordnete Kreuzungsstellen (GVP 1988 

Nr. 97; HEER, a.a.O., N 508 ff.; Baudepartement SG, Juristische Mit-

teilungen 2010/II/2 und 2005/II/19). Bei der strassenmässigen Er-

schliessung ausserhalb der Bauzone ist ein Ausbau der Zufahrten 

dann zu vermeiden, wenn diese vorwiegend nichtlandwirtschaftlichen 

Bauten dienen und diese zu Fuss hinreichend erschlossen sind. Ein 

nach Art. 16a RPG nötiger Zugang kann aber mehr als nur hinreichend 

im Sinn von Art. 19 Abs. 1 RPG sein. Mit dieser Überlegung soll eine 

Modernisierung der Erschliessung in der Landwirtschaftszone (z.B. 

Asphaltierung) nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden (E. JEAN-

NERAT in: Aemissegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskom-

mentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, N 23 zu 

Art. 19 RPG). 

 

6.3 Ob eine Zufahrt die technischen Anforderungen im konkreten 

Fall erfüllt, hängt somit von zahlreichen Faktoren ab, die je nach Ort 

unterschiedlich sein können. Dazu gehören nicht nur die Besonderheit 

des Geländes und der Verlauf der Zufahrt (wie Breite, Länge, Belag, 

Gefälle), sondern auch deren Frequentierung. Die zuständigen Behör-

den verfügen in diesem Sinn über einen grossen Ermessensspiel-

raum. Mit Blick darauf ergeben sich die konkreten Anforderungen an 

die Zufahrt häufig aus technischen Normen, namentlich der Vereini-

gung Schweizerischer Strassen- und Verkehrsfachleute (sogenannte 

VSS-Normen). Soweit das Gesetz nicht ausdrücklich auf VSS-Normen 

verweist, sind diese nicht direkt anwendbar, sondern im Sinn einer Ori-

entierungshilfe zu berücksichtigen. Namentlich sind sie nicht schema-

tisch und starr, sondern verhältnismässig und unter Berücksichtigung 

der örtlichen Verhältnisse anzuwenden, wobei den zuständigen Be-

hörden auch insoweit ein erheblicher Spielraum zusteht (zum Ganzen: 

BGE 136 III 130 Erw. 3.3.2). Eine Zufahrt darf auch nicht bloss auf das 

letzte Wegstück geprüft werden, die Erschliessung muss vielmehr in 

ihrer Gesamtheit gegeben sein (JEANNERAT, a.a.O., N 26 ff. zu Art. 19 

RPG). 

 

6.4 Das kantonale Strasseninspektorat des Tiefbauamtes hat vorlie-

gend mehrmals dazu Stellung genommen, ob die Zufahrt zur geplan-

ten Anlage den technischen Anforderungen genüge oder nicht: 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 33/43 

 

 

6.4.1 In seinem ersten ausführlichen Mitbericht vom 26. Oktober 2018 

hielt es zunächst fest, dass der massgebliche Strassenabschnitt von 

V.___ her auf einer Länge von rund 1,3 km ein durchschnittliches Ge-

fälle von etwa zwei Prozent aufweise (maximal etwa fünf Prozent auf 

rund 120 m) und etwa 3,1 m bis 3,3 m (Gemeinde V.___) bzw. 4 m 

(Gemeinden Z.___ und X.___) breit sei. An diversen Stellen (Seiten-

strassen, Hofzufahrten, Bahnunterführung) werde die Fahrbahn lokal 

aufgeweitet. Bei der ZZ.___strasse handle es sich gemäss VSS-Norm 

SN 640 040b "Projektierung Grundlagen" um eine Verbindungs- und 

Erschliessungsstrasse in einem untergeordneten Netz ausserhalb des 

Siedlungsgebiets. Diese Strassen dienten auf Gemeindeebene der 

land- und forstwirtschaftlichen Erschliessung sowie der Verbindung 

von Weilern. Zu diesen Netzen gehörten Erschliessungsstrassen so-

wie Flur- und Waldwege. Diese engmaschigen Netze sollten auch die 

ortsverbindenden und regionalen Radrouten aufnehmen und der Nah-

erholung dienen. Die ZZ.___strasse erschliesse Weiler und einzelne 

Gebäude ausserhalb geschlossener Ortschaften. Damit sei sie ge-

mäss VSS-Norm SN 640 043 "Verbindungsstrassen" dem Typ Verbin-

dungsweg zuzuordnen. Verbindungswege hätten eine geschlossene 

Belagsdecke, seien zum Befahren mit Motorfahrzeugen vorgesehen 

und würden nur nach Fahrgeometrie trassiert. Typischerweise würden 

Strassen in untergeordneten Netzen ausserhalb des Siedlungsgebiets 

nur einen Fahrstreifen aufweisen. Als Grundbegegnungsfall werde das 

Kreuzen von Personenwagen mit Fahrrad bei reduzierter Geschwin-

digkeit vorausgesetzt. Entlang der ZZ.___strasse führe zudem der of-

fizielle Schulweg von Z.___ nach V.___, der durch einige Warntafeln 

signalisiert und vor allem von den Obenstufenschülern aus Z.___ be-

nutzt werde. Die Berücksichtigung des Grundbegegnungsfalls Perso-

nenwagen/Fahrrad mit reduzierter Geschwindigkeit decke sich mit der 

Überlagerung der Funktionen dieser Strasse (land- und forstwirtschaft-

licher Verkehr, Erschliessung des Weilers ZZ.___, Schulweg, Freizeit-

route für Fahrradfahrer und Wanderer).  

 

Gemäss VSS-Norm SN 640 201 "Geometrisches Normalprofil: Grund-

abmessungen und Lichtraumprofil der Verkehrsteilnehmer" könne bei 

einer Breite von 3,5 m ein sicheres Kreuzen von Personenwagen mit 

Fahrrädern mit 30 km/h gewährleistet werden. Allerdings müsse auch 

berücksichtigt werden, dass moderne Landwirtschaftsfahrzeuge 

(Traktor mit Mähwerk/Mähdrescher) allein schon Breiten von bis zu 

3,5 m aufwiesen. Kreuzungsmanöver seien daher einzig in Einmün-

dungsbereichen oder mit Ausweichen auf angrenzende Landwirt-

schaftsflächen möglich. Die Geometrie der Anbindung der geplanten 

Grundstückszufahrt an die ZZ.___strasse sei normgemäss und ent-

spreche dem Baureglement der Gemeinde. Demzufolge sollte die 

ZZ.___strasse auf der gesamten Länge eine Mindestbreite von 3,5 m 

aufweisen, was zur Folge habe, dass die Engstellen von 3,1 m bis 

3,3 m auf dem Gemeindegebiet V.___ auszubauen und genügend 

Ausweichstellen zu erstellen seien. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 55/2020), Seite 34/43 

 

6.4.2 Am Rekursaugenschein vom 25. März 2019 hielt das Stras-

seninspektorat ergänzend fest, dass die neue Grundstückszufahrt 

zwar ebenfalls nur 3 m breit sei. Zusammen mit dem aufgeweiteten 

Knotenbereich ab der ZZ.___strasse sei sie mit Blick auf die be-

schränkte Länge von knapp 100 m und der Tatsache, dass die ge-

samte Strecke übersichtlich sei und dass dadurch lediglich ein Grund-

stück erschlossen werde, aber in Ordnung, so dass der gesamte Hof-

verkehr nun über diese neue Grundstückszufahrt abgewickelt werden 

könne. Auf Grund der einseitigen Ausrichtung der geplanten Grund-

stücksausfahrt nach Westen sei diese ganz offensichtlich darauf aus-

gelegt, dass die Erschliessung in der Regel Richtung V.___ über das 

St.Galler Hoheitsgebiet führen werde. Tatsächlich könnten wegen der 

Höhenbeschränkung bei der SOB-Unterführung auf der Thurgauer 

Seite auf 3,1 m grössere Fahrzeuge auch nur von V.___ herzufahren. 

Hier sei die Strasse statt der erforderlichen 3,5 m aber teilweise nur 

3,1 m bis 3,3 m breit und damit selbst für den Grundbegegnungsfall 

Personenwagen/Zweirad bei reduzierter Geschwindigkeit (VSS-Norm: 

SN 640 201 "