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**Case Identifier:** cbbb551a-56c5-5629-a561-b3a828dd6360
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.08.2010 IV 2008/490
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-490_2010-08-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/490

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2020

Entscheiddatum: 18.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2010
Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung mittels 
Einkommensvergleich. Versichert gegen Invalidität ist nicht der letzte 
erzielte Lohn, sondern die erwerbliche Leistungsfähigkeit der versicherten 
Person. Deshalb kann nicht immer und ausnahmslos der letzte erzielte Lohn 
das Valideneinkommen bestimmen. Insbesondere ist bei einem 
unterdurchschnittlichen letzten Lohn zu prüfen, ob dieser Umstand auf eine 
tiefe erwerbliche Leistungsfähigkeit der versicherten Person oder aber auf 
eine andere Ursache zurückzuführen ist (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. August 2010, IV 
2008/490).

Entscheid Versicherungsgericht, 18.8.2010

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika 

Gehrer-Hug und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 18. August 2010

in Sachen

I.___

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.       

A.a   I.___ (Jg. 1980) war am 25. Januar 2005 als Mitfahrerin in einen Autounfall 

verwickelt. Die Unfallmeldung an die SUVA wurde am 18. Februar 2005 erstattet. 

Gemäss einem Untersuchungsbericht des Kreisarztes der SUVA vom 13. September 

2005 hatte die Versicherte hinten sitzend den Kopf rechtsseitig angeschlagen. Der 

Kreisarzt wies darauf hin, dass es sich dabei nicht um ein Schleudertrauma, sondern 

biomechanisch um einen Aufprall des Kopfes auf den Vordersitz mit 

Abknickmechanismus gehandelt habe. Da die Versicherte nach dem Unfall sofort 

wieder gearbeitet habe, könne nicht von einer Commotio cerebri gesprochen werden, 

so dass wahrscheinlich auch keine sogenannte mild traumatic brain injury vorliege. 

Neurologische Ausfälle hätten nicht objektiviert werden können. Es bestehe auch keine 

ossäre oder ligamentäre Läsion. Hingegen liege eine depressive Symptomatologie vor 

(Überforderungssituation und Dekompensation). Die psychiatrische Problematik sei 

praktisch ausschliesslich für die aktuellen Probleme verantwortlich. Nach der 

Überwindung der ausgeprägten Schonhaltung habe man bei der aktuellen klinischen 

Untersuchung eine praktisch normale HWS-Beweglichkeit festgestellt. Es habe keine 

Irritationszone und keine Befunde gegeben, die eine organische Ursache belegen 

würden. Aufgefallen seien die Diskrepanzen und Inkongruenzen zwischen den 

subjektiven Angaben und den objektiven Befunden. Im Untersuchungszimmer sei das 

Gangbild schwerst gestört gewesen, aber auf der Strasse habe es sich völlig 

normalisiert. Es sei noch eine neurologische Abklärung erforderlich. Bis zu dieser 

Untersuchung sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% auszugehen. Sollte die 

neurologische Untersuchung ein normales Ergebnis liefern, betrage die 

Arbeitsunfähigkeit höchstens 25%.

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A.b   Das Röntgeninstitut Dr. med. A.___ gab dem Kreisarzt am 13. September 2005 

folgende Befunde an: ausgeprägte s-förmige Skoliosefehlhaltung thorakolumbal mit vor 

allem in der LWS relativ ausgeprägter Rotationskomponente; im Übrigen aber normale 

Kontur, Struktur und Konfiguration der einzelnen Brustwirbel- und Lendenwirbelkörper. 

Lumbosakral habe sich ein leichtes Ventralgleiten von L5 gegenüber S1 gezeigt. Es 

habe aber nicht zwischen einer Pseudospondylolisthesis und einer Spondylolyse 

unterschieden werden können. Die Neurologin Dr. med. B.___ berichtete dem Kreisarzt 

der SUVA am 6. Dezember 2005, der aktuelle neurologische Befund sei regelrecht. 

Insbesondere fänden sich keine Hinweise auf eine zervikale Radikulopathie oder auf 

eine Myelopathie. Klinisch fänden sich auch keine Hinweise auf zerebrale Läsionen. Im 

Vordergrund stehe eine drei bis vier Monate nach dem Unfall aufgetretene depressive 

Entwicklung mit Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Überforderung. Zusätzlich 

bestehe ein Verdacht auf einen Arzneimittelabusus. Die Versicherte nehme das 

Vierfache der verordneten Tagesdosen an Remeron, Xanax, Dipiperon und Citalopram 

ein. Der Rheumatologe Dr. med. C.___ führte in einem Bericht vom 1. Juni 2006 

zuhanden des damaligen Hausarztes aus, die Versicherte leide an einem chronischen 

Panvertebralsyndrom mit zervikozephaler Komponente (bei St. n. Distorsionstrauma 

der HWS 25.01.05, multisegmentalen Dysfunktionen, muskulären Dysfunktionen mit 

Triggerpunkten, Fehlhaltung und Haltungsschwäche) und an einer Depression. Hinzu 

kämen anhaltende Nacken- und Kopfschmerzen, teilweise mit Ausstrahlungen in den 

rechten Arm. Die Versicherte gebe auch Schmerzen im Bereich der BWS und der LWS 

an. Es handle sich um Dauerschmerzen, die sich bei Belastung verstärkten. Bei der 

Rotation und der Extension des Kopfes träten Schwindelbeschwerden auf. Zudem 

gebe die Versicherte Konzentrationsstörungen an. Die Physiotherapie habe keinen 

Effekt gehabt. Die Medikamente (Dafalgan, Antidepressiva) würden kaum helfen. Bei 

der Untersuchung habe er ein zervikalbetontes Panvertebralsyndrom mit einer 

zervikozephalen Komponente bei multisegmentalen Dysfunktionen, muskulären 

Dysbalancen und Triggerpunkten, Haltungsschwäche und Fehlhaltung gefunden. Nach 

wie vor bestünden keine neurologischen Ausfälle. Aus rheumatologischer Sicht sei die 

Versicherte für eine leichte Arbeit zu 50-60% arbeitsfähig.

B.       

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Die Versicherte meldete sich am 2. Februar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie 

gab an, sie habe in Mazedonien acht Jahre die Grundschule besucht. Sie habe keinen 

Beruf erlernt. Die D.___ teilte der IV-Stelle am 6. März 2007 mit, sie habe die 

Versicherte vom 7. Juni 1995 bis 31. Juli 2005 als Montagemitarbeiterin beschäftigt. 

Der Beschäftigungsgrad habe 100% betragen. Der Stundenlohn würde sich aktuell auf 

Fr. 15.40 belaufen. Dr. med. E.___ (Hausarzt) berichtete der IV-Stelle im März 2007, die 

Versicherte leide an einem zervikozephalen Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in den 

rechten Arm nach anamnestisch HWS-Distorsionstrauma 25.01.05, an Hypermobilität, 

an muskulärer Dekonditionierung mit Haltungsinsuffizienz sowie an depressiver 

Verstimmung. Aktuell sei die Versicherte im zweiten Monat schwanger. Wegen ihres 

grazilen Habitus (Gewicht 48 kg) sei die Versicherte nur wenig belastbar. Ausserdem 

bestehe eine depressive Verstimmung. Die bisherige Tätigkeit sei noch im Ausmass 

von zwei bis vier Stunden zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz 

werde sich bessern, wenn sich die psychische Situation bessere und wenn durch ein 

regelmässiges Training ein Muskelaufbau erfolge. Dr. med. F.___ vom RAD empfahl am 

3. Juli 2007 eine MEDAS-Abklärung.

C.       

C.a   Die Sachverständigen der MEDAS Interlaken GmbH berichteten in ihrem 

Gutachten vom 13. Mai 2008, die Versicherte habe angegeben, sie habe starke 

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schulterschmerzen bds. und Geräusche im Ohr, 

die durch die Schmerzen im Kopf ausgelöst würden. Es sei ihr schwindelig und der 

ganze Körper sei schwach. Die Schmerzen bestünden während 24 Std. am Tag. Sie 

hätten immer dieselbe Stärke. Die Sachverständigen führten weiter aus, die Versicherte 

könne keinen Faktor nennen, der zu einer Schmerzzunahme führe. Eine Linderung der 

Schmerzen erreiche sie nur durch Medikamente und dadurch, dass sie sich hinlege. 

Sie liege deshalb die meiste Zeit im Bett. Der rheumatologische Sachverständige der 

MEDAS führte aus, bei der klinischen Untersuchung habe sich eine hauptsächlich 

muskulär bedingte Einschränkung der Beweglichkeit der HWS feststellen lassen. 

Radiologisch sei eine Streckfehlhaltung nachgewiesen. Höhergradige degenerative 

Veränderungen lägen nicht vor. Insgesamt sei von einem chronischen zervikozephalen 

und zervikobrachialen Schmerzsyndrom bei Fehlstellung und muskulärer Dysbalance 

mit Haltungsinsuffizienz auszugehen. Eine ausreichende Analgesie, eine konsequente 

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Physiotherapie und gegebenenfalls auch balneo-physikalische Massnahmen könnten 

die geklagten Schmerzen auf ein subjektiv akzeptables Niveau reduzieren. Durch ein 

Muskelaufbautraining seien die Fehlhaltung und die Insuffizienz der HWS-Muskulatur 

überwindbar. Es sei nachvollziehbar, dass das Unfallereignis von 2005 muskuläre 

Schmerzen verursacht habe. Eine strukturelle Veränderung der HWS, insbesondere 

eine andauernde funktionelle Einschränkung sei dabei aber nicht entstanden. Nach 

mehr als drei Jahren müsste diese Problematik behoben sein. Deshalb bestehe der 

dringende Verdacht auf eine somatoforme Störung. Aus rheumatologischer Sicht sei 

die Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Allerdings sollten Arbeiten in vorgeneigter 

Körperhaltung und Überkopfarbeiten zunächst vermieden werden. Aufgrund der 

Chronifizierung und der erheblichen Dekonditionierung sei bei der Wiederaufnahme 

einer Erwerbstätigkeit mit einer vorläufigen Leistungsminderung von 25% zu rechnen. 

Diese Leistungsminderung könne durch die genannten medizinischen Massnahmen 

ausgeglichen werden.

C.b   Der psychiatrische Sachverständige berichtete, es gebe keine Hinweise auf eine 

organische oder hirnorganische Störung mit psychischer Symptomatik, auf eine 

Abhängigkeitserkrankung, auf eine schizophrene Störung oder auf eine ähnliche 

Störung. Hingegen bestünden Indizien für eine affektive Störung. In der Vergangenheit 

sei immer wieder auf eine depressive Entwicklung oder ähnliches hingewiesen worden. 

Eine klare nosologische Zuordnung etwa im Sinne einer depressiven Episode oder 

einer fachärztlichen psychiatrischen Einschätzung fehle aber. Die psychischen 

Auffälligkeiten zeigten sich nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch im Alltag. Es 

bestehe die Kernsymptomatik einer depressiven Störung: Absenkung der Stimmung, 

Antriebslosigkeit, Interesselosigkeit und weitere Symptome. Nicht direkt nachweisbar 

seien eine völlige Freudlosigkeit, Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit, 

pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken, Appetenzverlust. Immer wieder 

dokumentiert worden sei die Überforderung durch den Haushalt und die Kinder. Auch 

somatische bzw. somatisierende Elemente tauchten immer wieder auf: Diskrepanz und 

Inkohärenz der subjektiven Angaben und der vorhandenen Befunde, Klagen über 

persistierende Schmerzen, unangenehme Erinnerungen an das Unfallereignis. Eine 

posttraumatische Belastungsstörung, insbesondere eine ansatzweise bestehende 

Flash-back-Problematik, sei nur in wenigen Symptomen bestätigt. In der 

Untersuchungssituation sei allerdings kein Anstieg der Spannung bei der 

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Thematisierung des Unfalls festzustellen gewesen. Zudem fehlten eine 

aussergewöhnliche Belastung durch das Unfallereignis oder ein katastrophenartiges 

Ausmass des Unfallereignisses. Deshalb könne die Diagnose einer posttraumatischen 

Belastungsstörung nicht gestellt werden. Auch das Bild einer somatoformen 

Schmerzstörung liege nicht in der charakteristischen Ausprägung vor. Der Schmerz 

werde nämlich nicht als andauernd schwer und quälend geschildert. Die Versicherte 

habe asthenisch, streckenweise affektarm und teilweise schmerzdistanziert gewirkt. Zu 

Beginn des Krankheitsverlaufs habe wohl eine Anpassungsstörung im Sinne einer 

reaktiven Depression bestanden. Daraus dürfte sich die aktuell bestehende leichte bis 

mittelgradige depressive Episode entwickelt haben. Des weiteren sei eine 

dysfunktionale Dekonditionierung, Selbstlimitierung und Symptomausweitung 

anzunehmen. Ein Medikamentenmissbrauch für Antidepressiva und Analgetika könne 

nicht ausgeschlossen werden. Die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien leicht 

bis mittelgradig, was einer Arbeitsunfähigkeit von maximal 30% entspreche. Die 

Restarbeitsfähigkeit von mindestens 70% sei aufgrund der Selbstlimitierung, der 

Symptomausweitung und der Dekonditionierung stufenweise umzusetzen.

C.c   Die Gesamtdiagnose der MEDAS lautete: leichte bis mittelgradige depressive 

Episode, chronisches zervikobrachiales und zervikozephales Schmerzsyndrom bei 

Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance und – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – 

psychische Faktoren und Verhaltenseinflüsse bei körperlichen Erkrankungen 

(Schmerzverarbeitungsstörung), Verdacht auf schädlichen Gebrauch nicht 

abhängigkeitserzeugender Substanzen sowie St. n. HWS-Distorsion. Die 

Sachverständigen der MEDAS führten dazu aus, die bisherige Erwerbstätigkeit 

(körperlich leicht in Wechselhaltung und mit der Möglichkeit von Haltungswechseln) sei 

prinzipiell weiter zumutbar, derzeit an maximal sechs Stunden pro Tag. Der 

Wiedereinstieg in die Arbeitstätigkeit sollte stufenweise erfolgen. Die anfängliche 

Leistungsminderung betrage etwa 25%. Diese Leistungsminderung könne durch die 

Eingewöhnung in die Arbeit, durch eine rationale Schmerztherapie und durch eine 

medizinische Trainingstherapie abgebaut werden. Aus aktueller Sicht bestehe seit März 

2006 eine eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit von sechs Stunden täglich, wobei noch 

die Leistungsminderung um ca. 25% zu berücksichtigen sei. Ideal wäre ein Beginn mit 

einem Pensum von 50% und dann eine Steigerung bis auf sechs Stunden täglich.

D.       

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Die IV-Stelle ging davon aus, dass die Versicherte ihre frühere Tätigkeit weiterhin zu 

70% ausführen könne. Sie verglich deshalb ein Valideneinkommen von Fr. 35'731.- mit 

einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 25'012.- und ermittelte so einen 

Invaliditätsgrad von 30%. Mit einem Vorbescheid vom 16. September 2008 teilte sie 

der Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen. Am 

24. Oktober 2008 erging die angekündigte Abweisungsverfügung.

E.        

Die Versicherte liess am 24. November 2008 Beschwerde gegen diese Verfügung 

erheben und beantragen, es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen; eventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung liess sie 

am 17. Februar 2009 ausführen, die IV-Stelle habe den Grundsatz der umfassenden 

Beweiswürdigung verletzt, indem sie sich auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss 

dem Gutachten der MEDAS abgestützt habe. Die Diskrepanz zwischen der 

Einschätzung durch Dr. med. C.___ und derjenigen des rheumatologischen 

Sachverständigen der MEDAS sei erheblich, werde aber im Gutachten völlig ausser 

Acht gelassen. Dieser Widerspruch lasse sich nicht durch eine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes erklären, denn es gebe keine entsprechende ärztliche Aussage. 

Vielmehr habe sich das Leiden chronifiziert. Die Abweichung werde im Gutachten nicht 

begründet. Auch der angegebene Beginn der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit lasse 

sich nicht erklären. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. E.___ (früherer 

Hausarzt) sei als medizinisch nicht begründet bezeichnet worden. Es gehe aber nicht 

an, der Aussage eines Hausarztes ohne Begründung von vornherein die 

Glaubwürdigkeit abzusprechen. Die abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen von 

Dr. med. C.___ und Dr. med. E.___ hätten gewürdigt werden müssen. Die Versicherte 

hätte auch nach der Geburt des zweiten Kindes wieder zu 100% gearbeitet, so dass 

sie zu Recht als nur erwerbstätig qualifiziert worden sei. Das Valideneinkommen von Fr. 

35'731.- werde nicht bestritten. Da es sich bei der letzten Tätigkeit um eine 

behinderungsadaptierte gehandelt habe, könne der entsprechende Lohn auch zur 

Ermittlung des Invalideneinkommens herangezogen werden. Allerdings müsse von 

einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% ausgegangen werden und es müsse ein 

Teilzeit- und Leidensabzug von insgesamt 25% gewährt werden. Somit ergebe sich ein 

zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 13'399.-. Das entspreche einem 

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Invaliditätsgrad von über 60%. Es bestehe ein Anspruch auf mindestens eine 

Dreiviertelsrente.

F.        

Die IV-Stelle beantragte am 27. April 2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte 

geltend, der Meinung eines neutralen Experten sei ein grösserer Stellenwert 

beizumessen als derjenigen eines behandelnden Arztes, zumal letzterer im Zweifelsfall 

eher zugunsten seines Patienten aussage. Der behandelnde Arzt sei nämlich kein 

unabhängiger Sachverständiger, sondern nur eine Auskunftsperson. Im Übrigen stütze 

sich ein behandelnder Arzt auf den hier nicht relevanten bio-psycho-sozialen 

Krankheitsbegriff. Bei der Versicherten liege kein objektivierbares somatisches Leiden 

vor. Die Dekonditionierung sei durch ein Aufbautraining reversibel. Dieses Training 

werde der Versicherten bereits seit drei Jahren empfohlen. Bei der Abklärung seien 

eine Selbstlimitierung und eine Symptomausweitung aufgefallen. Der Hausarzt habe IV-

fremde Faktoren in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen lassen. Ein 

Teilzeitabzug sei nicht zulässig, da teilzeitbeschäftigte Frauen nicht 

unterdurchschnittlich entlöhnt würden. Auch ein zusätzlicher Leidensabzug sei nicht 

zulässig.

G.       

Die Versicherte liess am 15. Mai 2009 einwenden, es sei nicht nachvollziehbar, dass die 

IV-Stelle auf das Gutachten abstelle, ohne die Widersprüche zu den Einschätzungen 

von Dr. med. E.___ und von Dr. med. C.___ zu würdigen. Es gehe nicht an, diese 

beiden Ärzte als befangen abzutun. Die IV-Stelle habe nicht ausgeführt, inwiefern IV-

fremde Faktoren berücksichtigt worden seien. Dr. med. C.___ habe die Versicherte 

unvoreingenommen untersucht und beurteilt. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle 

habe es sich bei der angestammten Tätigkeit nicht um eine leichte Arbeit mit 

Wechselbelastung gehandelt. Den Gutachtern sei weder ein aggravatorisches 

Verhalten noch eine Simulation aufgefallen. Die teilweise inkonsistenten Angaben 

anlässlich der Untersuchungen durch die Sachverständigen der MEDAS seien die 

Folge der Gesundheitsbeeinträchtigung gewesen.

H.       

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Die IV-Stelle verzichtete am 27. Mai 2009 auf eine Stellungnahme zur Replik.

Erwägungen:

1.        

Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt 

der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und des zumutbaren 

Invalideneinkommens setzt die vorgängige Definition der Validen- und der 

Invalidenkarriere voraus.

2.       

Entsprechend der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist bei der Ermittlung des Vali­

deneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns als gesunde Person tatsächlich verdient hätte. Dabei 

soll in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft werden, da es der 

empirischen Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne den 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssten mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. etwa BGE 129 V 222 ff. Erw. 4.3.1 

m.H.). Die Validenkarriere kann nur hypothetisch bestimmt werden, da die versicherte 

Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung ja nicht mehr "valid" ist. 

Hypothetische Verhaltensweisen können nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt werden, da sie nicht Realität sind. Es gibt nur plausiblere 

und weniger plausible Hypothesen. Die massgebende Validenkarriere ist nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung also diejenige, die der plausibelsten 

Verhaltensweise der versicherten Person im hypothetischen "Gesundheitsfall" 

entspricht. Die höchstrichterliche Rechtsprechung beruft sich auf die 

Erfahrungstatsache, dass versicherte Personen ohne den Eintritt einer 

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Gesundheitsbeeinträchtigung ihre bisherige Arbeitsstelle beibehalten hätten. Deshalb 

sei die Fortführung der bisherigen Tätigkeit die plausibelste Validenkarriere. Es mag 

zwar der Erfahrung des Bundesgerichts entsprechen, dass die meisten Personen ihre 

Arbeitsstelle beibehalten, wenn sie keine länger dauernde 

Gesundheitsbeeinträchtigung erleiden. Die daraus gezogene Schlussfolgerung, dass es 

sich bei der Beibehaltung der letzten Arbeitsstelle um die plausibelste Validenkarriere 

handle, ist nicht in allen Fällen richtig; es ist nur der häufigste Fall. Zur Begründung 

dieser Auffassung muss auf den Sinn und Zweck des Valideneinkommens verwiesen 

werden: Das Valideneinkommen definiert die "valide" erwerbliche Leistungsfähigkeit 

einer versicherten Person. Das Ausmass der invaliditätsbedingten Reduktion dieser 

"validen" erwerblichen Leistungsfähigkeit definiert den Invaliditätsgrad. Beim 

Valideneinkommen handelt es sich demnach um jenes Einkommen, das die versicherte 

Person bei einer vollumfänglichen Ausschöpfung ihrer "validen" erwerblichen 

Leistungsfähigkeit erzielen könnte. Der an der letzten Arbeitsstelle bei einer 

hypothetischen "validen" Weiterführung erzielbare Lohn kann in zweierlei Hinsicht das 

Ziel, das Valideneinkommen zu definieren, verfehlen: in qualitativer Hinsicht, indem 

weiterhin eine Arbeit ausgeübt würde, die weniger qualifiziert wäre, als es dem 

beruflichen und persönlichen Wissen und Können der versicherten Person entspräche 

(z.B. Tätigkeit als Maschinenbediener statt Tätigkeit im erlernten Beruf als 

Werkzeugmacher), oder in quantitativer Hinsicht, indem eine dem beruflichen und 

persönlichen Wissen und Können entsprechende, aber (z.B. wegen des regional 

besonders tiefen Lohnniveaus der betreffenden Branche) unterdurchschnittlich 

entlöhnte Arbeit weiter ausgeübt würde. Bei einer aus diesem Grund an der letzten 

Arbeitsstelle unterdurchschnittlichen Verwertung der erwerblichen Leistungsfähigkeit 

definiert sich die Validenkarriere nicht nach der hypothetisch beibehaltenen letzten 

Arbeitsstelle, denn der dort erzielbare Lohn gibt nicht die "valide" erwerbliche 

Leistungsfähigkeit wieder. Hier muss die plausibelste Validenkarriere unabhängig vom 

letzten Arbeitsplatz definiert werden. Sie ist dann abstrakt zu bestimmen: Es handelt 

sich um eine den persönlichen und beruflichen Fähigkeiten der versicherten Person 

entsprechenden, durchschnittlich entlöhnten beruflichen Betätigung, im vorliegenden 

Fall also um eine Hilfsarbeit, die entsprechend den durchschnittlichen Fähigkeiten der 

Beschwerdeführerin die Erzielung eines durchschnittlichen Lohns einer Hilfsarbeiterin 

zuliesse.

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3.        

Übt eine versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

weiterhin eine Erwerbstätigkeit aus, so definiert diese Erwerbstätigkeit nur dann die 

zumutbare Invalidenkarriere, wenn besondere Anforderungen erfüllt sind, nämlich wenn 

stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

erübrigen, wenn die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 

Weise ausschöpft und wenn der Lohn der Arbeitsleistung angemessen ist (vgl. etwa 

BGE 117 V 8 ff. Erw. 2c/aa). Diese Kriterien zeigen, dass das Bundesgericht es auch 

hier unterlassen hat, eine qualitative und quantitative Unterschreitung der erwerblichen 

Leistungsfähigkeit in all ihren Ausprägungen zu berücksichtigen: Weder einer 

unzureichenden Ausschöpfung des beruflichen und/oder persönlichen Wissens und 

Könnens in einer wenig qualifizierten Erwerbstätigkeit noch einer 

unterdurchschnittlichen Entlöhnung in einer qualitativ adäquaten Erwerbstätigkeit wird 

Rechnung getragen. In quantitativer Hinsicht wird nur die Anrechnung eines 

sogenannten Soziallohns, d.h. eines überhöhten Lohns ausgeschlossen, der zu tiefe 

Lohn wird gemäss den obgenannten Kriterien ohne weiteres als adäquat akzeptiert. Die 

mit dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht gelösten Fragen der Bemessung 

des zumutbaren Invalideneinkommens bei der Ausübung einer Erwerbstätigkeit trotz 

Gesundheitsbeeinträchtigung können im vorliegenden Fall offen bleiben, da die 

zumutbare Invalidenkarriere einer Hilfsarbeiterin in jenen Fällen, in denen nach dem 

Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt wird, 

durch eine weitgehend standardisierte berufliche Hilfsarbeiterkarriere zu bestimmen ist. 

Dies geschieht allerdings in der Praxis nur indirekt, indem zur Bemessung des 

zumutbaren Invalideneinkommens auf die statistischen Durchschnittslöhne 

(Zentralwert) in der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt wird. Bei genauer Betrachtung setzt aber auch 

diese Vorgehensweise eine vorgängige Bestimmung der zumutbaren Invalidenkarriere 

voraus, denn es ist zu klären, in welchem Anforderungsniveau und in welcher Branche 

eine versicherte Person tätig sein könnte und müsste. Ausserdem ist die Frage zu 

beantworten, ob es sich um eine berufliche Karriere handeln würde, die in jeder 

Hinsicht mit derjenigen übereinstimmte, die dem massgebenden Durchschnittslohn 

zugrunde läge, ob es sich also um eine vollzeitlich auszuübende Arbeit handeln würde, 

bei der die versicherte Person keinerlei indirekt aus einer Gesundheitsbeeinträchtigung 

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fliessenden Nachteile in Kauf nehmen müsste. Andernfalls muss die hypothetische 

zumutbare Invalidenkarriere einer Teilzeitbeschäftigung oder anderen Nachteilen 

angepasst werden, was dann in einem zweiten Schritt zu einem unter dem 

statistischen Durchschnittslohn liegenden zumutbaren Einkommen führen kann. Die 

Beschwerdeführerin ist nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung keiner 

Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Ihre zumutbare Invalidenkarriere ist deshalb 

diejenige einer durchschnittlichen Hilfsarbeiterin, wobei allerdings verschiedene 

Einschränkungen bestehen, die in der Umschreibung der konkreten 

behinderungsadaptierten Hilfsarbeit ihren Ausdruck finden.

4.        

4.1    Die Beschwerdeführerin hat ihren Arbeitsplatz kurze Zeit nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung verloren. Ob das auf die Folgen der 

Gesundheitsbeeinträchtigung oder auf eine ungenügende Arbeitsleistung als Folge 

fehlender Motivation zurückzuführen gewesen ist, kann offen bleiben, denn die zuletzt 

ausgeübte Hilfsarbeit war offensichtlich weit unterdurchschnittlich entlöhnt und 

deshalb ungeeignet, die "valide" erwerbliche Leistungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin zu definieren. Nichts deutet nämlich darauf hin, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund von Einschränkungen persönlicher Art (z.B. besonders 

tiefer IQ) nur sehr unqualifizierte Arbeiten hätte ausführen können oder dass sie bereits 

als Gesunde eine deutlich unterdurchschnittliche Arbeitsleistung erbracht hätte, so 

dass sie von ihrem Arbeitgeber tiefer als die anderen angestellten Hilfsarbeiterinnen 

entlöhnt worden wäre. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Arbeitgeber seine 

Hilfsarbeiterinnen generell unterdurchschnittlich entlöhnt hat. Das Valideneinkommen 

bemisst sich deshalb nicht nach dem letzterzielten Lohn, sondern nach dem 

durchschnittlichen Einkommen der Hilfsarbeiterinnen gemäss LSE. Die 

Beschwerdeführerin ist zwar lange Zeit in der Branche 30-32 gemäss der Tabelle TA1 

im Anhang zur LSE 2006 tätig gewesen, aber als Hilfsarbeiterin wäre sie in praktisch 

allen Branchen einsatzfähig gewesen. Das bedeutet, dass nicht der Durchschnittslohn 

(Zentralwert) der Branche 30-32, sondern der Durchschnittslohn aller Branchen das 

Valideneinkommen bestimmt. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die in der Tabelle 

TA1 angegebenen Löhne aus Gründen der statistischen Vereinfachung auf einer 

Wochenarbeitszeit von 40 Std. beruhen. Effektiv wurde 2006 aber im Durchschnitt aller 

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Branchen an 41,7 Std. pro Woche gearbeitet. Das Durchschnittseinkommen von Fr. 

4019.- ist deshalb entsprechend aufzurechnen. Damit beläuft sich das 

Valideneinkommen der Beschwerdeführerin auf Fr. 4189.80 bzw. Fr. 50'278.-.

4.1.1           Die Beschwerdeführerin ist zwar in der Wahl einer neuen Stelle als 

Hilfsarbeiterin behinderungsbedingt eingeschränkt, so dass ihr nicht mehr das gesamte 

Spektrum an Hilfsarbeiten offen steht. Das bedeutet aber nicht, dass die 

Beschwerdeführerin die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit nur noch in einer bestimmten 

Branche verwerten könnte. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass in praktisch allen 

Branchen Hilfsarbeiten in Wechselhaltung, mit Wechselbelastung, ohne Zwangshaltung 

für HWS und obere BWS geleistet werden. Das durchschnittliche Jahreseinkommen 

von Fr. 50'278.- ist deshalb auch das Ausgangseinkommen zur Ermittlung des 

zumutbaren Invalideneinkommens. Das nächste Kriterium bei der Bemessung des 

zumutbaren Invalideneinkommens ist die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. 

Diese ist im Gutachten der MEDAS mit sechs Stunden pro Arbeitstag angegeben 

worden, wobei die Einschränkung allein auf die Beeinträchtigung der psychischen 

Gesundheit zurückgeführt worden ist. Demgegenüber hat Dr. med. E.___ nur eine 

Arbeitsfähigkeit von zwei bis vier Stunden pro Arbeitstag angegeben und Dr. med. 

C.___ hat die Arbeitsfähigkeit mit 50 bis 60% beziffert. Die somatischen Diagnosen 

stimmen weitgehend mit denjenigen der MEDAS überein. Der Grund für die weit 

voneinander abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen kann also nur darin 

bestehen, dass die der Beschwerdeführerin zur Verfügung stehende Willensenergie zur 

Überwindung der hauptsächlich durch die subjektiv empfundenen Schmerzen 

bedingten Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung verschieden hoch eingeschätzt worden ist. 

Diese Willensenergie ist zusätzlich durch die Beeinträchtigung der psychischen 

Gesundheit herabgemindert, weshalb ihre Stärke nur durch eine interdisziplinäre 

Untersuchung hat ermittelt werden können. Bereits dies spricht gegen die 

Einschätzungen durch Dr. med. E.___ und Dr. med. C.___. Hinzu kommt der Umstand, 

dass diese beiden Ärzte ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht als unabhängige 

medizinische Sachverständige, sondern als behandelnde Ärzte abgegeben haben. 

Behandelnde Ärzte neigen dazu, ihren Patienten die Beschwerdeschilderungen – und 

damit indirekt die Selbsteinschätzung bezüglich Arbeitsfähigkeit – zu glauben und die 

Behandlung entsprechend auszurichten. Dieses Verhalten bildet geradezu eine 

Bedingung der Behandlung. Demgegenüber geht es abklärenden medizinischen 

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Sachverständigen ausschliesslich darum, den objektiven Zustand zu erheben und 

dabei insbesondere auch Abweichungen zwischen den Selbstangaben und der 

Selbsteinschätzung der Exploranden auf der einen Seite und dem objektiven 

Gesundheitszustand auf der anderen Seite zu erkennen. Die Erfahrung, dass 

behandelnde Ärzte die Arbeitsunfähigkeit ihrer Patienten sehr oft überschätzen, führt 

dazu, dass ihren Angaben in aller Regel eine geringere Überzeugungskraft als den 

Angaben der medizinischen Sachverständigen beigemessen werden muss. Der Bericht 

von Dr. med. E.___ enthält keine stichhaltige Begründung für die äusserst 

pessimistische Arbeitsfähigkeitsschätzung und der Bericht von Dr. med. C.___ zeigt 

auf, dass die Schilderungen der Beschwerdeführerin rein therapeutisch und deshalb 

unkritisch als zutreffend qualifiziert worden sind. Dr. med. C.___ hat nicht versucht, die 

Angaben der Beschwerdeführerin anhand des objektiv Zumutbaren zu verifizieren, um 

so eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben zu können. Er hat 

stattdessen die Angaben der Beschwerdeführerin direkt in eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung umgemünzt. Deshalb kann die von ihm abgegebene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung – und erst recht diejenige von Dr. med. E.___ – keine 

ausreichende Überzeugungskraft entwickeln. Es gehört entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin nicht zur Aufgabe eines begutachtenden medizinischen 

Sachverständigen, sich zur Überzeugungskraft der Angaben behandelnder Ärzte zu 

äussern. Deshalb ist ein Gutachten nicht erst dann vollständig, wenn es erklärt, warum 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht mit derjenigen eines behandelnden Arztes 

übereinstimmt. Im vorliegenden Fall ist somit gestützt auf das Gutachten der MEDAS 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin zu 75% 

arbeitsfähig ist. Dass diese Arbeitsfähigkeit nur mit einer Einarbeitung erreicht werden 

kann, ist nicht relevant, da die entsprechende Leistungseinbusse längst durch eine 

zumutbare frühere Arbeitsaufnahme überwunden sein könnte und da es sich nicht um 

einen langdauernden Zustand handeln kann.

4.1.2           Bei einem Arbeitsfähigkeits- bzw. Beschäftigungsgrad von 75% resultiert 

ein Einkommen von Fr. 37'709.-. Hilfsarbeiterinnen haben im Gegensatz zu 

Hilfsarbeitern keinen Teilzeitlohnnachteil in Kauf zu nehmen (vgl. LSE 2006 S. 16 

Tabelle T2*). Die Konkurrenznachteile der Beschwerdeführerin gegenüber gesunden 

Konkurrentinnen für einen adaptierten Arbeitsplatz sind minimal. Sie beschränken sich 

auf die fehlende Flexibilität in bezug auf die Tagesarbeitszeit (keine Fähigkeit, 

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Überstunden zu leisten) und in bezug auf den konkreten Arbeitsplatz (keine Fähigkeit, 

vorübergehend an einem nicht-adaptierten Arbeitsplatz tätig zu sein). Diese Nachteile 

sind mit einem zusätzlichen Abzug (in der Verwaltungspraxis missverständlich als 

"Leidensabzug" bezeichnet) von 5% abgegolten. Damit beläuft sich das zumutbare 

Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin auf Fr. 35'824.-. Die 

behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 14'454.- entspricht einem 

Invaliditätsgrad von 29%. Damit kann unbeachtet bleiben, dass es der 

Beschwerdeführerin in Erfüllung ihrer IV-spezifischen Schadenminderungspflicht 

möglich und zumutbar gewesen wäre, durch geeignete therapeutische Massnahme 

(Kräftigungsübungen, Abbau des Medikamentenmissbrauchs usw.) den 

Arbeitsfähigkeitsgrad zu erhöhen.

5.        

Da der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin von 29% den Mindestwert von 40% 

(Art. 28 Abs. 2 IVG) nicht erreicht, besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Damit 

erweist sich die verfügte Abweisung des Rentenbegehrens als korrekt, so dass die 

Beschwerde abzuweisen ist. Die vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Sie trägt die Kosten 

des Beschwerdeverfahrens. Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand 

(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Da es sich diesbezüglich um ein durchschnittliches 

Beschwerdeverfahren handelt, ist die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.- 

festzusetzen. Sie ist durch den von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe 

geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2010
	Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich. Versichert gegen Invalidität ist nicht der letzte erzielte Lohn, sondern die erwerbliche Leistungsfähigkeit der versicherten Person. Deshalb kann nicht immer und ausnahmslos der letzte erzielte Lohn das Valideneinkommen bestimmen. Insbesondere ist bei einem unterdurchschnittlichen letzten Lohn zu prüfen, ob dieser Umstand auf eine tiefe erwerbliche Leistungsfähigkeit der versicherten Person oder aber auf eine andere Ursache zurückzuführen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. August 2010, IV 2008/490).

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		2025-07-19T13:31:27+0200
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