# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7de48b2a-07a1-5f9e-b32f-6c5eb1ce0395
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2008 E-1811/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1811-2008_2008-07-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1811/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 0 8

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richter Bruno Huber, Richterin Therese Kojic, 
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A. _______, geboren _______, und ihre drei Kinder 
(Namen unbekannt), geboren _______, 
_______ und _______, Sri Lanka, 
_______ East Province, 
Sri Lanka,
vertreten durch Hans Peter Roth, Büro Timur, 
Rosentalweg 9, 6340 Baar,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 15. Januar 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1811/2008

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin hat mit Schreiben vom 28. Mai 2007 (Eingang 
bei der Botschaft am 5. Juni 2007) bei der Schweizerischen Botschaft 
in Colombo ein Asylgesuch eingereicht.

Zur Begründung dieses Asylgesuches verwies die Beschwerdeführerin 
insbesondere auf die Tötung ihres Ehemannes bei einem Bombenan-
griff am 23. April 2007 und führte dazu aus, sie und ihre drei Kinder 
würden seither von unbekannten, bewaffneten Männern behelligt, na-
mentlich  erhalte  sie  anonyme  Drohtelefonate.  Sie  habe  ihre  Kinder 
nicht mehr an den Aktivitäten in der Schule respektive der  Kinderkrip-
pe teilnehmen lassen und sich zudem nicht mehr in den früher von ih-
rem Ehemann geführten _______laden begeben können. Sie habe im 
Namen ihrer  Familie  bei der Polizeibehörde in  X._______ respektive 
beim Internationalen Roten Kreuz (IKRK) in Batticaloa entsprechende 
Anzeigen deponiert. Für den Fall, dass ihr persönlich etwas zustossen 
würde, ersucht die Beschwerdeführerin um Asyl für ihre Kinder in der 
Schweiz. 

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin eine An-
zeige datiert vom 24. Mai 2007, ein Schreiben der Polizeibehörden in 
X._______ an eine Versicherungsgesellschaft in Batticaloa datiert vom 
10. Mai 2007, eine Todesbescheinigung (betreffend Ehemann) vom 15. 
Mai 2007 sowie ein fremdsprachiges Dokument ein.  

B.
Mit Schreiben vom 9. Juli 2007 teilte die Schweizerische Vertretung in 
Colombo der Beschwerdeführerin mit, ihre Eingabe vom 28. Mai 2007 
werde als Asylgesuch entgegengenommen. Sollte sie an ihrem Asyl-
gesuch  festhalten,  habe  sie  ihre  Vorbringen und entsprechende Be-
weismittel  schriftlich festzuhalten und bis am 15. August 2007 in die 
englische Sprache übersetzt einzureichen. Dies sei die letzte und end-
gültige Eingabemöglichkeit ("...you are required to list all your grievan-
ces and in support attach all documents as proof of your case,  which 
will be your final and binding submission."). Im Weiteren habe sie Kopi-
en  ihrer  Identitätspapiere  (Geburtsurkunde,  Identitätskarte)  einzurei-
chen. Sollte sie sich bis zum 15. August 2007 nicht gemeldet haben, 
so werde ihr Asylgesuch als zurückgezogen betrachtet.

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C.  
Mit Eingabe vom 8. Juni 2007 führte die Beschwerdeführerin weitere 
Gründe an, weshalb ihr Leben in Batticaloa in Gefahr sei. Namentlich 
sei ihr Bruder am 2. Februar 1995 von den LTTE zwangsrekrutiert und 
bei  kriegerischen  Auseinandersetzungen  mit  den  Sicherheitskräften 
am 18. Dezember 1997 getötet worden. In der Folge sei ihre gesamte 
Familie der LTTE-Unterstützung bezichtigt und seitens der Sicherheits-
kräfte und paramilitärischer Gruppierungen mit dem Tod bedroht wor-
den. Ihr Ehemann habe 1990 beide Elternteile sowie drei Geschwister 
bei Artilleriekämpfen respektive Luftangriffen der sri-lankischen Armee 
verloren und als einziges Familienmitglied überlebt. Weil ihr Ehemann 
ein  _______-Fachgeschäft  geführt  und  namentlich  mit  _______ 
Handel betrieben habe, sei er von den LTTE und anderen bewaffneten 
Gruppen  behelligt  worden.  Insbesondere  im  Jahr  2003  sei  er  von 
diesen gezwungen worden, monatliche Geldzahlungen zu  leisten und 
_______ unentgeltlich zu liefern. Zudem sei er von der Karuna-Faktion 
aufgefordert  worden,  an seinen  Herkunftsort  Jaffna  zurückzukehren. 
Am 23. April 2007 sei ihr Ehemann in seiner _______ von bewaffneten 
Männern, mutmasslich Angehörigen der Karuna-Faktion, durch einen 
Handgranatenangriff  umgebracht worden. Nach dieser Tötung sei die 
Beschwerdeführerin  aufgefordert  worden,  anstelle  ihres  getöteten 
Ehemannes die  Geld-  und Materiallieferungen fortzusetzen. Weil  sie 
sich  dieser  Aufforderung  widersetzt  habe,  sei  ihr  Vater  am  19.  Mai 
2007  entführt  und  die  Beschwerdeführerin  zur  Leistung  eines 
Lösegeldes aufgefordert worden. Sie erhalte nach wie vor Drohanrufe, 
wobei ihre Tötung und die Entführung ihrer Kinder in Aussicht gestellt 
werde. Sie fürchte sich aus naheliegenden Gründen vor einer weiteren 
Anzeige  bei  den  Polizeibehörden  in  X._______,  sie  befinde  sich  in 
einer  aussichtslosen  Zwangslage  und  ersuche  die  Schweiz  um  die 
Gewährung ihrer  Einreise und um Schutz. Sie werde den Schweizer 
Behörden finanziell nicht zur Last fallen, zumal sie und ihre Kinder von 
mehreren Verwandten mütterlicherseits in der Schweiz, die über einen 
gefestigten Aufenthaltstitel verfügten, unterstützt würden.

Ihre Eingabe wurde ergänzt mit folgenden Beweismitteln:

- LTTE-Schreiben vom _______
- Anzeige bei der Polizei (X._______) vom 9. Juni 2007
- Visitenkarte der Sri Lanka Monitoring Mission (SLMM)
- Bestätigungsschreiben des _______ Officer von X._______ vom 13. 

Juni 2007

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- zwei Farbfotos.

D.
Mit Schreiben vom 20. Juli 2007 bestätigte die Schweizer Vertretung in 
Colombo den Erhalt der Eingabe vom 8. Juni 2007. Die Beschwerde-
führerin  wurde  erneut  darauf  hingewiesen,  dass  sie  alle  Vorbringen 
detailliert  und mit  entsprechenden Beweismitteln belegt,  in die engli-
sche  Sprache  übersetzt  einzureichen  habe. Sollte  sie  sich  nicht  bis 
zum 31. August 2007 bei der Botschaft melden, werde ihr Asylgesuch 
als zurückgezogen betrachtet. 

E.
Mit Eingabe vom 16. Juli  2007 führte die Beschwerdeführerin ergän-
zend aus, sie und ihre Familie würden nach wie vor von bewaffneten 
Unbekannten  bedroht.  Im  Weiteren  reichte  sie  folgende  Dokumente 
nach:

- Schreiben des _______ Officer von X._______ vom 18. Juli 2007 
- Schreiben der  B._______ von Trincomalee-Batticaloa vom 19. Juli 

2007 
- Gerichtsdokument  des  „Magistrate's  Court“  in  Batticaloa  vom 

_______ betreffend Tötung des Ehemannes
- englischsprachige  Übersetzung  des  Zeitungsartikels  „C.._______“ 

vom _______
- Schreiben  des  „D._______  Hospital“  in  X._______  vom _______ 

(„Postmortem Examination Report“)
- Kopie der sri-lankischen Identitätskarte der Beschwerdeführerin in-

klusive Übersetzung
- Heiratszertifikat vom _______
- vier Geburtszertifikate.

F.
Mit  Schreiben datiert  vom 20. Juni 2007 (irrtümliche Datierung,  mut-
massliches Erstellungsdatum nach dem 24. Juli 2007) wurde der Be-
schwerdeführerin seitens der Schweizerischen Vertretung in Colombo 
mitgeteilt,  ihre Vorbringen liessen die notwendige Klarheit vermissen. 
Sie  wurde  aufgefordert,  ergänzende  Angaben  zu  machen  über  die 
Umstände und Hintergründe ihrer Bedrohungslage. Als Säumnisfolge 
wurde ihr in Aussicht gestellt, ihr Verfahren werde nicht weiter geführt. 

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G.
Mit Eingabe vom 6. August 2007 reichte die Beschwerdeführerin  er-
gänzende Ausführungen und einen neuen Satz der bisher eingereich-
ten Beweismittel nach, ergänzt um einen Internetauszug vom _______ 
(E.  _______  vom  _______:  “..._______  killed  in  bomb  blast  in 
Y._______“).   

Im Wesentlichen brachte die Beschwerdeführerin vor, bewaffnete, un-
bekannte Männer hätten regelmässig unter dem Vorwand, eine Haus-
durchsuchung  durchzuführen,  ihre  Familie  aufgesucht.  Dabei  hätten 
diese zweimal versucht, die Beschwerdeführerin zu vergewaltigen; ent-
sprechende  Aufforderungen  zu  sexuellen  Handlungen  würden  heute 
noch in ähnlicher Weise erfolgen. Sie und ihre Familie seien von der 
Karuna-Faktion aufgefordert worden, Batticaloa zu verlassen und nach 
Jaffna,  dem Heimatort  ihres Ehemannes, umzuziehen,  wobei sie mit 
dem  Tod  bedroht  worden  seien.  Am  _______  sei  ihr  Laden  auf-
gebrochen und geplündert worden. Sie verdächtige die Karuna-Faktion 
sowie  die  sri-lankischen Sicherheitskräfte  der  Täterschaft,  zumal  sie 
von diesen aufgefordert worden sei,  keinerlei Anzeige zu erstatten. 

Wiederum verwies die Beschwerdeführerin auf ihre akute Bedrohungs-
lage und ersuchte um Schutzgewährung in der Schweiz.  

H.
Mit  Überweisungsschreiben  an  das  BFM  vom  25.  September  2007 
hielt  der zuständige Mitarbeiter  der Schweizer Botschaft  in  Colombo 
fest, die Beschwerdeführerin habe ihre Vorbringen („grievances“) nicht 
hinreichend klar dargelegt. „Er“  (sic) sei daraufhin aufgefordert  wor-
den, konkrete Fragen zu beantworten. Nach Eingang der diesbezügli-
chen Antwort  erfülle die Beschwerdeführerin – nach Dafürhalten des 
Botschaftsmitarbeiters  –  die  Anforderungen  an  die  Asylgewährung 
nicht,  weshalb der Botschaftsmitarbeiter  auf  eine Befragung der Be-
schwerdeführerin  verzichtet  habe  und  die  Akten  dem BFM zur  Ent-
scheidfindung überwiesen würden. 

I.
Mit Verfügung vom 15. Januar 2008 verweigerte das BFM die Einreise 
der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder und lehnte ihr Asylgesuch ab. 
Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

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J.
Am 5. Februar 2008 gingen zwei weitere Schreiben der Beschwerde-
führerin - datiert  vom 29. Dezember und 25. September 2007 - beim 
BFM ein,  welche die  Schweizerische Botschaft  am 29. Januar  2008 
weitergeleitet hatte.   

In diesen Schreiben führte die Beschwerdeführerin ergänzend aus, ihr 
Haus und ihr Arbeitsort seien zweimal von der Karuna-Faktion respek-
tive paramilitärischen Gruppierungen (namentlich F._______ der „Ta-
mileela  Makkal  Viduthailai  Puligal“  [TMVP])  geplündert  worden.  Sie 
habe ihre Existenzgrundlage verloren und werde mit dem Tod bedroht. 
Ihr sei ein Ultimatum zum Verlassen von Sri Lanka gestellt worden. Sie 
könne in der Schweiz ihre wirtschaftliche Selbständigkeit sicherstellen. 

K.
Mit Eingabe vom 17. März 2008 reichte die Beschwerdeführerin über 
einen Rechtsvertreter in der Schweiz eine Beschwerde beim Bundes-
verwaltungsgericht  ein  und beantragte  die  Aufhebung der  Verfügung 
der Vorinstanz und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei das Ver-
fahren an die Vorinstanz zu neuem Entscheid zurückzuweisen und der 
Beschwerdeführerin  für  das  weitere  Verfahren  die  Einreise  in  die 
Schweiz zu bewilligen. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei 
zu verzichten. Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in 
den  folgenden  Erwägungen  eingegangen.  Insbesondere  machte  die 
Beschwerdeführerin  geltend,  es  sei  ihr  umgehend  und  unabhängig 
vom endgültigen Entscheid die Einreise in die Schweiz zu gestatten, 
nachdem sie in hohem Mass gefährdet sei und der weitere Verbleib im 
Heimatland als unzumutbar betrachtet werden müsse. 

L.
Mit  Zwischenverfügung vom 26. März  2008 verzichtete  die  Instrukti-
onsrichterin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und überwies 
die Akten dem BFM zur Einholung einer Vernehmlassung. 

M.
Am 14. März 2008 überwies die Schweizerische Vertretung in Colom-
bo  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  weitere  Eingabe  der  Be-
schwerdeführerin, datiert vom 10. März 2008 (Eingang Bundesverwal-
tungsgericht: 26. März 2008), als mögliche Beschwerdeeingabe („pos-
sible appeal by the applicant“). In dieser Eingabe führte die Beschwer-
deführerin aus, sie habe bei verschiedenen Stellen, wie etwa der „Sri 

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Lanka Monitoring Mission“ (SLMM)  oder der Human Rights Commissi-
on eine Anzeige erstattet, die bisher keinen Erfolg gezeitigt habe. Ihr 
___-jähriger Vater sei am _______ wiederum entführt  und nur gegen 
ihre  Geldzahlung  freigelassen  worden.  Sie  habe  ihren  bisherigen 
Wohnort wechseln müssen, sei jedoch auch am neuen Aufenthaltsort 
mit  dem Tod bedroht worden. Zur Stützung dieser Vorbringen reichte 
die  Beschwerdeführerin  einen  entsprechenden  Polizeirapport 
betreffend Entführung ihres Vaters vom _______ ein.

N.
Mit Vernehmlassung vom 28. März 2008 beantragte das BFM die Ab-
weisung  der  Beschwerde  und  führte  dazu  ergänzend  aus,  die  Be-
schwerdeführerin  habe in ihrer Eingabe vom 10. März 2008 als Symp-
tom ihrer eigenen Bedrohung festgehalten, ihr Vater sei kurzfristig ent-
führt und gegen eine Lösegeldzahlung wieder freigekommen; zur Un-
termauerung ihrer Aussage habe sie in ihrem Schreiben eine Überset-
zung des Rapportes der Beschwerde ihres Vaters an den Polizeipos-
ten eingereicht. Diesem Rapport sei jedoch von einer Lösegeldzahlung 
nichts zu entnehmen.

O.
Mit Begleitschreiben vom 26. Mai 2008 (mutmasslich irrtümlich datiert; 
Eingang  Bundesverwaltungsgericht:  24.  Juni  2008)  überwies  die 
Schweizerische Vertretung in Colombo eine weitere, vom 5. Juni 2008 
datierte Eingabe der Beschwerdeführerin zu den Akten. 

Hierin führt die Beschwerdeführerin aus, die Behelligungen und Bedro-
hungen durch paramilitärische Gruppierungen, namentlich der TMVP, 
hätten seit den Provinzwahlen in der Ostprovinz zugenommen. Am 2. 
Juni  2008  seien  TMVP-F._______  in  ihr  Haus  eingedrungen  und 
hätten ihr Hab und Gut inklusive Fahrzeug beschlagnahmt, nachdem 
sie  ihr  Mobiliar  beschädigt  hätten.  Als  sie  bei  der  Polizeistation  in 
X._______  vorgesprochen  habe,  hätten  die  Polizeibeamten  die 
Entgegennahme ihrer Anzeige verweigert. Dieselben  Beamten hätten 
zudem  ausdrücklich  bestätigt,  den  Tötungsanschlag  auf  ihren 
Ehemann verübt zu haben, und ihr das gleiche Schicksal angedroht. 

P.
Am 26. Juni 2008 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
-  auf  Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  hin  -  per  Telefax 
seine Kostennote ein.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist 
nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-
scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Beurtei-
lung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). 

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.3 Die angefochtene Verfügung wurde durch die schweizerische Ver-
tretung in Colombo am 18. Februar 2008 an die Beschwerdeführerin 
weitergeleitet (vgl. A8). Am 22. Februar 2008 hat die Beschwerdefüh-
rerin die entsprechende Empfangsbestätigung unterzeichnet (vgl. Be-
schwerdeakte 3). Somit wurde mit Beschwerdeeingabe vom 17. März 
2008 die Frist gewahrt. Die Beschwerde ist demnach form- und fristge-
recht eingereicht; die Beschwerdeführerin ist  legitimiert  (Art. 6 AsylG 
i.V.m.  Art. 48, 50 und 52 VwVG, Art. 108 Abs. 1 AsylG). Auf die Be-
schwerde ist mithin einzutreten.

1.4 Die  Vernehmlassung  des  BFM  vom  28.  März  2008  ist  der  Be-
schwerdeführerin  bisher  nicht  zur  Kenntnis  gebracht  worden.  Ange-
sichts des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens kann auf eine vorgän-
gige Unterbreitung zur  Stellungnahme verzichtet  (vgl. Art. 30 Abs. 2 
Bst.  c  VwVG)  und  ihr  eine  Kopie  der  Vernehmlassung  mit  dem 

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vorliegenden  Entscheid  in  der  Sache  selbst  zur  Kenntnis  gebracht 
werden. 

2.
Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch bei einer schweize-
rischen  Vertretung  im  Ausland  gestellt  werden.  Die  schweizerische 
Vertretung befragt die asylsuchende Person mündlich zu ihrem Asyl-
gesuch, ausser wenn eine Befragung nicht möglich ist; in diesen Fäl-
len ist die asylsuchende Person aufzufordern, ihre Asylgründe schrift-
lich festzuhalten (Art. 10  der Asylverordnung 1 vom 11. August  1999 
über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Die schweizerische Ver-
tretung überweist das Gesuch mit einem Bericht dem Bundesamt, wel-
ches die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhaltes be-
willigt, wenn der asylsuchenden Person nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen (Art. 20 Abs. 1 und 2 AsylG).

3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht  in ihren zahlreichen,  jeweils frist-
gerechten  schriftlichen  Eingaben  an  die  Schweizerische  Vertretung 
geltend, sowohl ihr  Ehemann als auch ihre eigene Familie seien der 
LTTE-Unterstützung  verdächtigt  worden. Ihr  Ehemann  sei  bei  einem 
Bombenangriff  im  _______  getötet  worden.  Seither  würden  die  Be-
schwerdeführerin  und ihre Familie  von bewaffneten paramilitärischen 
Gruppierungen, namentlich Angehörigen der Karuna-Faktion respekti-
ve F._______  der  TMVP, an Leib  und Leben massiv  bedroht.  Diese 
hätten  mehrfach  Hausdurchsuchungen  vorgenommen  und  dabei 
versucht, sie zu vergewaltigen. Obwohl sie ihren Wohnort gewechselt 
habe,  hätten  die  Drohungen  nicht  aufgehört.  Ihr  Vater  sei  zweimal 
entführt und nur gegen Geldzahlungen  freigelassen worden. 

3.2 Die schweizerische Vertretung in  Colombo überwies die schriftli-
chen  Eingaben  mit  Schreiben  vom  29.  Januar  2008  respektive 
25. September 2007 an das BFM in die Schweiz weiter, versehen mit 
der  Bemerkung,  die  Beschwerdeführerin  habe  ihre  Vorbringen  nicht 
hinreichend  klar  dargelegt,  weshalb  der  zuständige  Botschaftsmitar-
beiter die Voraussetzungen an die Asylgewährung als nicht erfüllt be-
trachtet und deshalb auf eine Befragung verzichtet habe.

3.3 Die Vorinstanz erliess am 15. Januar 2008 ihre abweisende Verfü-
gung, welche sie damit begründete, dass sich aus den Akten verschie-

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dene Ungereimtheiten ergeben würden. So sei nicht nachvollziehbar, 
weshalb  die  Beschwerdeführerin  im  Schreiben  vom  6. August  2007 
dargelegt  habe,  dass  ihr  Schreiben vom 28. Mai  2007 offensichtlich 
nicht von ihr (selbst) geschrieben worden sei. Zudem sei nicht nach-
vollziehbar, dass sie einerseits vorgetragen  habe, sich vor einer An-
zeige  bei  der  Polizei  zu  fürchten,  andererseits  aber  eine  Kopie  des 
Schreibens des Polizeipostens vom _______ über den Hergang des 
Todes ihres Ehemannes an die Versicherung und Kopien von Klagen 
ihrerseits  auf  dem  Polizeiposten  vom  _______  sowie  vom _______ 
eingereicht  habe.  Im  Weiteren  würden  sich  aus   den  Akten  keine 
Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  dass  die  Beschwerdeführerin  seitens 
der heimatlichen Behörden ernsthafte Nachteile erlitten  habe oder ihr 
solche  drohen  würden.  Der  sri-lankische  Staat  sei  grundsätzlich 
willens, Personen, die bedroht oder verfolgt würden, den erforderlichen 
Schutz  zu  gewähren. Den Akten sei  nicht   zu  entnehmen,  dass  die 
Beschwerdeführerin  sich  vergeblich  um  Schutz  bemüht  habe,  res-
pektive adäquate Massnahmen nicht erfolgt wären. Im Einzelfall könne 
es durchaus vorkommen, dass die Schutzgewährung unterbleibe. Vom 
sri-lankischen Staat könne jedoch nicht verlangt werden, dass er jeder 
Person, die einen gewissen Gefährdungsgrad aufweise, einen umfas-
senden Personenschutz zukommen lasse. Einen derartigen Schutz er-
hielten nur einige wenige besonders gefährdete Personen, denen die 
Beschwerdeführerin jedoch aufgrund ihrer Aktivitäten nicht  zuzurech-
nen sei. Das BFM verfolge die Situation in Sri Lanka aufmerksam und 
berücksichtige  diese  bei  der  Einreisebewilligungspraxis  für  Asylsu-
chende. Das BFM bedauere die zunehmende Radikalisierung im Hei-
matland  der  Beschwerdeführerin  und  insbesondere  die  geltend  ge-
machten Vorfälle ausserordentlich. Die eskalierenden Kampfhandlun-
gen im Norden und Osten des Landes hätten zu einer erheblichen Ver-
schlechterung der Sicherheits- und Menschenrechtslage geführt, wor-
unter  insbesondere  die Zivilbevölkerung zu leiden habe. Es sei  des-
halb nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin sich grosse Sorgen 
um ihre Sicherheit mache. Trotzdem könne die Einreise nicht bewilligt 
werden. Der Spielraum zur Erteilung von Einreisevisa sei  sehr klein. 
Die  Anforderungen  an  eine  Einreisebewilligung  seien  deshalb  sehr 
hoch angesetzt. Aufgrund der vorliegenden Akten werde das konkrete 
Gefährdungsrisiko  der  Beschwerdeführerin  als  gering  eingeschätzt. 
Zwar sei  sie durch die erwähnten Vorfälle persönlich stark  betroffen. 
Gemäss  ständiger  Rechtsprechung  seien  jedoch  Personen,  welche 
sich allfällig drohenden Verfolgungsmassnahmen mittels Verlegung ih-
res Wohnsitzes in  einen andern  Landesteil  entziehen könnten,  nicht 

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auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Im Süden Sri Lankas herr-
sche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt,  auch  wenn  im  Grossraum 
Colombo  die  Regierung  verschärfte  Sicherheitsbestimmungen  erlas-
sen habe. Auch aus dem Umstand, dass der Bruder und der Ehemann 
der  Beschwerdeführerin  ums Leben  gekommen seien,  könne  vorlie-
gend keine Einreiserelevanz hergeleitet werden. Schliesslich vermöch-
ten auch die eingereichten Beweismittel am Ausgang des Verfahrens 
nichts  zu  ändern,  zumal  sie  lediglich  die  Kernvorbringen  der  Be-
schwerdeführerin  stützten,  deren  Glaubhaftigkeit  vorliegend  nicht  in 
Frage gestellt werde. 

Die sich in den BFM-Akten befindliche Verfügung vom 15. Januar 2008 
weist zwei unterschiedliche „Seite 4“ auf: in der einen Fassung ist die 
weitere  Passage enthalten,  wonach die  Beschwerdeführerin  von der 
landesinternen  Aufenthaltsalternative  Gebrauch  gemacht  habe  und 
sich in Z._______ aufhalte, wo sie „offenbar seit über einem Jahr von 
keinen Vorfällen betroffen“ worden sei; in  der  anderen Fassung fehlt 
dieser Hinweis beziehungsweise der entsprechende Satz.

3.4 Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Rechtsmitteleingabe sinnge-
mäss, dass die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig und unrichtig 
festgestellt  habe. Die  Behauptung  des  BFM,  aus  den  Akten  liessen 
sich  keine  konkreten  Anhaltpunkte  dafür  entnehmen,  dass  die  Be-
schwerdeführerin seitens der heimatlichen Behörden ernsthafte Nach-
teile erlitten habe oder ihr solche drohen würden, sei aktenwidrig. Aus 
ihren Aussagen gehe vielmehr  hervor,  dass  ihr  Ehemann aus politi-
schen Gründen ermordet worden sei. Es sei deshalb nachvollziehbar, 
dass die Beschwerdeführerin  zu einer von politischer Verfolgung be-
sonders bedrohten Zielgruppe gehöre. Sie und ihr Ehemann hätten – 
durch die Führung eines _______-Geschäftes – viele Jahre lang die 
LTTE unterstützt, was auch der Karuna-Faktion bekannt sei. Der Bru-
der  der  Beschwerdeführerin  sei  selbst  LTTE-Mitglied  gewesen.  Der 
Ehemann stamme aus Jaffna, was ihn in den Augen der Karuna-Leute 
als unzuverlässig erscheinen lasse. Die Mitglieder und Sympathisan-
ten der Karuna-Faktion seien ihrerseit im Visier der Hauptfraktion der 
LTTE, was zu einem gegenseitigen Vernichtungskrieg geführt habe. 

Es sei durch zahlreiche Berichte belegt, dass die Karuna-Faktion nur 
mit  der  Unterstützung  der  sri-lankischen  Armee  (SLA)  überleben 
könne.  Ein  Grossteil  der  Entführungen  und  Morde  im  Osten  des 

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Landes  würden  der  Karuna-Faktion  angelastet.  Die  sri-lankische 
Regierung  habe  keinerlei  Anstrengungen  unternommen,  um  den 
Einfluss der bewaffneten regierungsfreundlichen Milizen einzudämmen 
oder  sie  gar  zu  entwaffnen.  Das  Fehlen  der  Schutzwilligkeit  der 
staatlichen  Behörden  werde  dadurch  unter  Beweis  gestellt.  Die 
Regierung  habe  nachweislich  dem  Anführer  der  Milizen,  Oberst 
Karuna,  mit  falschem  Diplomatenpass  die  Ausreise  nach 
Grossbritannien  ermöglicht.  Auf  Grund  der  allgemeinen  Situation  in 
der Region Batticaloa und der bereits erlittenen schweren Übergriffe 
auf  die  Familie  der  Beschwerdeführerin  sei  von  einer  begründeten 
Furcht  vor  weiterer  Verfolgung  auszugehen. Im  Weiteren   habe  das 
BFM in seinem Entscheid gegen die Untersuchungspflicht verstossen. 
Angesichts der vorgelegten Fakten hätte die Vorinstanz umgehend die 
Einreise  gestatten  müssen,  um  die  Gefährdung  genau  abklären  zu 
lassen.  Stattdessen  habe  sich  das  BFM  mit  einer  oberflächlichen 
Beurteilung  begnügt.  Schliesslich  stehe  der  alleinstehenden 
Beschwerdeführerin  für  sich  und  ihre  drei  Kinder  keine  zumutbare 
innerstaatliche Flucht- oder Aufenthaltsalternative zur Verfügung. Der 
Schutz  vor  Verfolgung  durch  tamilische  Milizen  sei  auch  in  der 
Hauptstadt Colombo nicht gewährleistet, was verschiedene Anschläge 
und Entführungen in jüngster Zeit belegten. 

4.
4.1 Vorweg stellt  sich die verfahrensrechtliche Frage, ob die von der 
Schweizerischen  Vertretung  in  Colombo  eingeschlagene  Verfahrens-
weise den gesetzlichen Vorgaben entspricht. 

4.1.1 Die Asylbehörde hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Am-
tes wegen festzustellen (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Der Grund-
satz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 
Abs. 1 VwVG) verlangt weiter, dass die verfügende Behörde dabei die 
Vorbringen  der  betroffenen  Person  tatsächlich  hört,  sorgfältig  und 
ernsthaft  prüft  und  in  der  Entscheidfindung  berücksichtigt,  was  sich 
entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.3 S. 264). Die Begründungsdichte 
richtet sich dabei nach den Verfahrensumständen, dem Verfügungsge-
genstand  und  den  Interessen der  Betroffenen,  wobei  die  bundesge-
richtliche  Rechtsprechung  bei  schwerwiegenden  Eingriffen  in  die 
rechtlich geschützten Interessen der Betroffenen - was bei der Frage 
der Gewährung oder Verweigerung des Asyls regelmässig der Fall ist - 

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eine sorgfältige und ausführliche Begründung verlangt (EMARK 2006 
Nr. 24 E. 5.1 S. 256).

Die  Frage, ob bei Asylgesuchen im Ausland die Schweizer Botschaft 
über die Notwendigkeit der Durchführung einer Befragung entscheiden 
und unter welchen Umständen und auf wessen Anweisung hin allen-
falls  darauf  verzichten  darf,  braucht  vorliegend  nicht  ausführlich 
erörtert  zu  werden  (vgl.  zur  Sachverhaltsermittlung  und zur  Gewäh-
rung des rechtlichen Gehörs im Auslandsverfahren: BVGE 2007/30). 
Im vorliegenden Verfahren jedenfalls  hat  die Vorinstanz,  wie  sich im 
Folgenden zeigen wird, den Sachverhalt ungenügend erstellt.

Gemäss zitierter Rechtsprechung führt die schweizerische Vertretung 
gemäss  Art.  10  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 
Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  mit  der  asylsuchenden 
Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durch,  ausser  dies  sei  nicht 
möglich.  Die  Unmöglichkeit  der  Befragung  kann  sich  aus 
organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen  Gründen  bei  der 
Vertretung,  aus  faktischen  Hindernissen  im  betreffenden  Land  oder 
aus  beim Asylsuchenden liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben 
(BVGE  2007/30  E.  5.2-5.3).  Die  Anhörung  dient  der 
Sachverhaltsermittlung  und  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs. 
Ist  eine  Befragung nicht  möglich,  so  ist  die  gesuchstellende Person 
unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem  individualisierten 
Schreiben  mittels  konkreter  Fragen  aufzufordern,  ihre  Asylgründe 
schriftlich festzuhalten. Der Verzicht auf eine Befragung ist  vom BFM 
zu begründen (a.a.O., E. 5.4 resp. E. 5.6-5.7).

Das Vorgehen der Schweizerischen Botschaft in Colombo hat diesen 
Anforderungen nicht entsprochen. Anstatt eine Befragung anzuordnen 
und  durchzuführen,  wurde  der  Beschwerdeführerin  seitens  der  Bot-
schaft  wiederholt  Frist  angesetzt  mit  angedrohter  Säumnisfolge,  ihr 
Asylverfahren nicht weiterzuführen, ohne dass auf ihre bisher geltend 
gemachten, mit zahlreichen Beweismitteln belegten Vorbringen Bezug 
genommen wurde, beziehungsweise ihr zumindest konkrete, individu-
elle Fragen unterbreitet wurden.  Die Botschaft hat auf eine Befragung 
verzichtet,  da nach ihrer  Einschätzung die Voraussetzungen für  eine 
Asylgewährung nicht erfüllt seien (vgl. oben, Sachverhalt: Bst. H).

4.1.2 Die Vorinstanz geht in ihrer ablehnenden Verfügung offenbar da-
von aus,  dass das Asylgesuch der Beschwerdeführerin,  gestützt  auf 

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die bestehende Aktenlage, abschliessend beurteilt werden könne. Die-
ser  Einschätzung kann das Gericht  vorliegend nicht  folgen: Die Vor-
bringen  und  Beweismittel,  welche  die  Beschwerdeführerin  mit  ihren 
verschiedenen  Eingaben  an  die  Botschaft  geltend  machte  bzw. ein-
reichte,  sind  nicht  hinlänglich  erstellt  respektive  untersucht  worden. 
Die  Beschwerdeführerin  führte  aus,  ihr  Wohnhaus  sei  mehrmals 
durchsucht  worden;  die  betreffenden  bewaffneten  Männer  hätten 
mehrfach  versucht,  sie  zu  vergewaltigen. Zu  den  Umständen  dieser 
äusserst  massiven Übergriffe  ist  die  Beschwerdeführerin  nie  befragt 
worden.  Auch  ihre  Angaben  betreffend  ständige  Behelligungen  und 
Drohanrufe sind nie im Rahmen einer Befragung weiter abgeklärt wor-
den. 

Zahlreiche Fragen sind offen geblieben; wann, wie oft, wo, wie lange, 
unter welchen Bedingungen, aufgrund welcher konkreter Vorwürfe und 
zu welchen Übergriffen es gekommen sei,  wurde im vorinstanzlichen 
Verfahren nicht abgeklärt, obwohl die Beschwerdeführerin gemäss Ak-
tenlage angesichts der im Heimatstaat herrschenden Umstände alles 
in ihrer Macht Stehende unternommen hat, um ihre Vorbringen detail-
liert darzulegen. 

Die  von  der  Schweizerischen  Vertretung  gewählte  Vorgehensweise 
verletzt  den  gesetzlich  vorgesehenen  ordentlichen  Verfahrensablauf. 
Die wiederholten Aufforderungen seitens der Schweizerischen Vertre-
tung, die Beschwerdeführerin möge ihre - bisher angeblich unklaren - 
Vorbringen  konkreter  schildern,  befremden,  zumal  die  Durchführung 
einer  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  sich  offensichtlich  aufge-
drängt hätte und es nicht in der Zuständigkeit oder Kompetenz des be-
treffenden Botschaftsmitarbeiters liegt, sich zum Vorliegen der Asylbe-
rechtigung zu äussern und von seinem – subjektiven – Entscheid die 
Durchführung einer Anhörung abhängig zu machen.  
 
Befremdend ist ebenfalls, dass die weiteren Eingaben der Beschwer-
deführerin vom 25. September und 29. Dezember 2007 von der Bot-
schaft  erst  anfangs Februar  2008,  das  heisst  mit  einer  Verzögerung 
von einigen Wochen beziehungsweise Monaten dem BFM weitergelei-
tet worden sind (vgl. oben; Sachverhalt: Bst. J).

4.2 Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nicht von selbst die für 
die einlässliche Prüfung ihres Asylgesuches noch offenen Fragen von 
sich aus genau und detailliert beantwortete, kann ihr nicht angelastet 

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werden. Sie hat zu allen zentralen Asylvorbringen entsprechende Be-
weismittel eingereicht (Tötung ihres Ehemannes, Entführung ihres Va-
ters,  Schreiben  LTTE,  ihre  Anzeigen  bei  den  Polizeibehörden,  Ge-
richtsdokument des Magistrate's Court  in Batticaloa etc.). Die Mitwir-
kungspflicht gemäss Art. 8 AsylG findet ihre Grenzen in der Pflicht der 
Behörde zur  Sachverhaltsabklärung  gemäss Art.  12  AsylG. Als  eine 
des  Asylrechts  und  -verfahrens  unkundige  Person  war  es  der  Be-
schwerdeführerin nicht möglich zu wissen, was genau sie in welcher 
Form auszuführen hatte, was sich allein schon daran zeigt,  dass sie 
ihr Asylgesuch sinngemäss auch in der Form eines Gesuchs um Ertei-
lung eines humanitären Visums stellte (vgl. dazu insbesondere Einga-
be vom 8. Juni 2007: “Request for Visa“). Auch wurde sie nicht darauf 
aufmerksam gemacht,  was  zu  wissen  wichtig  wäre  und  welche  Be-
weismittel (nach Ansicht des BFM) noch erforderlich gewesen wären. 
Die mehrfach in pauschaler Form erfolgte Aufforderung der Botschaft 
an die Beschwerdeführerin, ihre Vorbringen detailliert  und vollständig 
aufzulisten ("you are required to list all your grievances and in support 
attach  all  documents  as  proof  of  your  case"),  konnte  diesbezüglich 
auch keine Klarheit schaffen. 

Auch die mit diesen Aufforderungen jeweils verbundene Androhung, im 
Unterlassungsfall  das  eingereichte  Asylgesuch  nicht  weiterzubehan-
deln, bleibt angesichts der - sowohl der Schweizerischen Vertretung in 
Colombo wie  auch dem BFM -  offensichtlich  bekannten schwierigen 
allgemeinen Situation in Sri Lanka, unverständlich und entspricht nicht 
der gesetzlich vorgesehenen, ordentlichen Vorgehensweise.

4.3 Die Würdigung der Vorbringen der Beschwerdeführerin in der ab-
weisenden Verfügung der  Vorinstanz  ist  ungenügend,  lässt  sie  doch 
das geforderte Mass an Begründungsdichte vermissen: Die Vorinstanz 
führt lediglich aus, aus den  Akten gingen keine konkrete Anhaltspunk-
te  hervor,  die  dafür  sprechen  würden,  dass  die  Beschwerdeführerin 
ernsthafte Nachteile  erlitten habe; zudem sei  der  sri-lankische Staat 
grundsätzlich schutzwillig. Damit verkennt das BFM aber, dass die Be-
schwerdeführerin sehr wohl massive Übergriffe geltend gemacht hat, 
den Akten jedoch weder die Anzahl noch die Dauer und Art der Behel-
ligungen und Übergriffe durch die SLA, die LTTE, die Karuna-Faktion 
und  die  TMVP-F._______  entnommen  werden  können  und  diese 
Vorbringen trotzdem nicht weiter abgeklärt wurden.  

Weshalb die Vorinstanz zur Schlussfolgerung gelangt,  den Akten lie-

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ssen sich keine Hinweise dafür entnehmen, dass die Beschwerdefüh-
rerin  ernsthafte Nachteile erlitten habe, respektive aus ihren Vorbrin-
gen lasse sich keine  einreiserelevante Bedeutung ableiten, wird nicht 
weiter begründet. Das BFM begnügt sich mit der pauschalen Feststel-
lung,  die Beschwerdeführerin  könne sich bei den heimischen Behör-
den um Schutz vor Verfolgung durch Unbekannte bemühen, was ange-
sichts der aktuellen Lage kaum nachvollziehbar bleibt (vgl. zur aktuel-
len Lage in Sri Lanka: BVGE 2008/2). 

Mit den eingereichten Beweisunterlagen setzt sich das BFM im Rah-
men seiner abweisenden Verfügung sodann überhaupt nicht auseinan-
der;  auch  diesbezüglich  ist  die  Begründung  ungenügend.  Das  BFM 
legt auch nicht dar, weshalb im vorliegenden Fall – im Sinne einer be-
wussten Abweichung vom ordentlichen Vorgehensweg – auf eine Be-
fragung  der  Beschwerdeführerin  verzichtet  worden  sei,  respektive 
habe verzichtet werden müssen (vgl. dazu: BVGE 2007/30 E. 5.4). 

Auch die übrigen Erwägungen genügen der Begründungspflicht  bzw. 
dem Untersuchungsgrundsatz in keiner Weise; so geht aus der BFM-
Verfügung nicht  klar  hervor,  ob sich das Bundesamt auf  den Stand-
punkt stellt,  die Beschwerdeführerin befinde sich aktuell in Batticaloa 
im Osten des Landes oder sie halte sich in Z._______ (Westprovinz, 
nördlich von Colombo) auf, was für die Beurteilung der Frage, ob die 
Beschwerdeführerin  eine  innerstaatliche  Aufenthaltsmöglichkeit  hat 
oder auf den Schutz der Schweiz angewiesen sein könnte, von mass-
geblicher Bedeutung sein kann.   

Befremden weckt auch eine weitere Erwägung der angefochtenen Ver-
fügung: eingangs der Begründung wird namentlich auf „verschiedene 
Unstimmigkeiten“  in  den  Akten  verwiesen  und  dabei  suggeriert,  die 
Beschwerdeführerin habe in ihrer Eingabe vom 6. August 2007 darge-
legt,  sie  habe  eine  frühere  Eingabe   offensichtlich  nicht  selber  ge-
schrieben. Diese Feststellung basiert indessen auf einer sprachlichen 
Fehlinterpretation:  Die  Beschwerdeführerin  hält  in  ihrem  Schreiben 
vom  6.  August  2007  fest  „The  former  refers  to  my  letter  dated 
08-06-2007,  which  was not  clearly  written by me...“.  Diese Aussage 
der  Beschwerdeführerin  kann  und  darf  nur  so  interpretiert  werden, 
dass sie davon ausgeht, sich in ihrer Eingabe vom 8. Juni 2007 nicht 
klar geäussert zu haben. Diese Interpretation drängt sich umso mehr 
auf,  als  die  Beschwerdeführerin  zuvor  von  der  Schweizerischen 
Vertretung  darauf  hingewiesen  worden  war,  sie  habe  ihre  geltend 

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gemachten Probleme nicht klar gemacht (vgl. Schreiben der Schweizer 
Botschaft vom 20. Juli 2007 sowie oben; Sachverhalt: Bst. F). Das BFM 
geht  fehl  in  der  Annahme,  die  Beschwerdeführerin  habe  hiermit 
aussagen wollen, ihre Eingabe vom 8. Juni 2007 stamme „klar“ nicht 
von  ihr.  Das  entsprechende  Unglaubhaftigkeitselement  des  BFM 
erweist  sich  daher  als  offensichtlich  falsch  und  muss  entsprechend 
berichtigt werden.  

4.4 Aufgrund des Ausgeführten ergibt  sich,  dass die Vorinstanz  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  nicht  genügend  erstellt  hat  und  ihrer 
Abklärungs- und Begründungspflicht  nicht  genügend nachgekommen 
ist. Zudem enthält  die  angefochtene Verfügung mehrfach Ungereimt-
heiten respektive enthält sie eine falsche Wiedergabe der Vorbringen 
der Beschwerdeführerin.  Es stellt  sich die Frage, ob die festgestellte 
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geheilt werden kann 
oder  zur  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung  führen  muss. Das 
Bundesverwaltungsgericht geht - wie dies schon ständige Praxis sei-
ner Vorgängerin in Asylfragen, der ARK, war -  davon aus, dass Ge-
hörsverletzungen  dank  der  umfassenden  Kognition  der 
Beschwerdeinstanz in bestimmten Schranken geheilt werden können; 
dies insbesondere unter den Voraussetzungen, dass die unterbliebene 
Handlung nachgeholt  wird und die  beschwerdeführende Person sich 
dazu hat äussern können. Eine sachgerechte Lösung im Sinne einer 
Heilung oder  Kassation  wird  sich  entscheidend an der  Schwere der 
Verletzung einer Verfahrensvorschrift,  aber auch daran zu orientieren 
haben, ob die Verletzung auf einem Versehen beruht oder das Resultat 
einer  gehäuften  unsorgfältigen  Verfahrensführung  ist  (EMARK  2004 
Nr. 38 E. 7.1. S. 265, EMARK 1998 Nr. 34 E. 10d S. 292 ff., je mit wei-
teren Hinweisen).

Abgesehen  davon,  dass  es  grundsätzlich  nicht  angehen  kann,  dass 
die Sachverhaltsermittlung, welche der Vorinstanz obliegt, erst im Be-
schwerdeverfahren  erfolgt,  sind  beim  heutigen  Aktenstand  weiterhin 
zahlreiche Fragen unbeantwortet. Nicht geklärt sind etwa die näheren 
Umstände  (genaue  Urheber,  zeitliche  Abfolge,  konkrete  Konsequen-
zen) der vorgebrachten, mehrfachen massiven Übergriffe auf die Be-
schwerdeführerin und ihre Familie. Nach wie vor nicht geklärt  ist  die 
weitere Frage, ob die Beschwerdeführerin allenfalls zum Kreis der Ri-
sikopersonen gehört, die nicht oder nur bedingt mit der Schutzwilligkeit 
der sri-lankischen Behörden rechnen darf respektive ob der Süden Sri 
Lankas, namentlich der Grossraum Colombo, als valable landesinterne 

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Aufenthaltsalternative zur Verfügung steht oder nicht.  

Aus diesen Gründen ist  offensichtlich,  dass  die  angefochtene Verfü-
gung kassiert werden muss und eine Heilung durch die Beschwerde-
instanz nicht in Frage kommen kann.

5.
Es stellt sich im Weiteren die Frage, ob der alleinstehenden Beschwer-
deführerin und ihren drei Kindern zur Abklärung ihrer Vorbringen und 
damit  zur  Durchführung  eines  Asylverfahrens  die  Einreise  in  die 
Schweiz zu bewilligen ist.

Obwohl der Sachverhalt in vielen Punkten noch offen ist, bestehen kla-
re Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland 
eine Gefährdung drohen könnte: Möglicherweise ist sie auf Grund des 
politischen Profils ihres Ehemannes oder ihrer eigenen Familienange-
hörigen  (Eltern,  Bruder)  im  Visier  paramilitärischer  Gruppierungen 
oder der Behörden. Dies erscheint umso wahrscheinlicher, als die Be-
schwerdeführerin bereits mehrmals  behelligt wurde und Übergriffe hat 
über sich ergehen lassen müssen. Sie hat ihre Vorbringen mit zahlrei-
chen Beweismitteln  belegt. Sowohl  die  Tötung ihres  Ehemannes als 
auch die Hintergründe dieser Angriffe hat die Beschwerdeführerin mit 
schlüssigen,  widerspruchsfreien,  mit  Realkennzeichen  versehenen 
schriftlichen Schilderungen dargelegt. Auf Grund der bisherigen Akten-
lage besteht  keinerlei  Veranlassung,  an der  Plausibilität  oder an der 
persönlichen Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin zu zweifeln. Für 
eine Gezieltheit der Verfolgung bestehen demnach zahlreiche Hinwei-
se. Die Argumentation der Vorinstanz in ihrer abweisenden Verfügung 
wie auch in ihrer Vernehmlassung, mit  welcher sie eine einreiserele-
vante Gefährdung der Beschwerdeführerin verneint,  stützt  sich - wie 
dargelegt - vornehmlich auf nicht weiter begründete Vermutungen res-
pektive  pauschale  Annahmen.  Dies  vermag  jedoch  angesichts  der 
Tragweite der Entscheidung nicht zu genügen. Zudem ist die Sicher-
heitslage in Sri Lanka derzeit sehr kritisch, wie die Vorinstanz in ihrer 
abweisenden  Verfügung  selbst  ausführte: Seit  Januar  2006  hat  sich 
die Sicherheitslage in Sri  Lanka kontinuierlich verschlechtert.  Beson-
ders betroffen vom deutlich zu verzeichnenden Anstieg von schweren 
Menschenrechtsverletzungen sind die bis heute mehrheitlich von Tami-
len  und Muslimen bewohnten Gebiete  im Norden  (Nordprovinz)  und 
Osten (Ostprovinz: Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara). Be-
sonders betroffen ist somit auch das Gebiet, in dem die Beschwerde-

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führerin und ihre Kinder sich aufhalten. 

Zu Beginn des Jahres 2007 intensivierte die Armee ihre Bemühungen, 
die Tamil Tigers aus dem Osten der Insel zu vertreiben, und sie konnte 
einige LTTE-Bastionen einnehmen. Obwohl in verschiedenen Gebieten 
auf dem Rückzug, gelang es den LTTE immer wieder, Terroranschläge 
zu verüben. Nebst der gestiegenen Zahl von verschwundenen Perso-
nen tritt  das seit  Ende der  80-er  Jahre im ganzen Land gefürchtete 
Phänomen der Entführung durch „White Vans“ wieder in Erscheinung: 
zu jeder Tageszeit tauchen ungekennzeichnete Minibusse auf, welchen 
bewaffnete  Personen  entsteigen  und  Zivilpersonen  entführen.  Nicht 
nur die LTTE, sondern auch die Karuna-Faktion haben diese Methode 
übernommen und diese dürfen offensichtlich auf die Hilfe der SLA zäh-
len, zumal Soldaten den Guerillakämpfern bei der Ortung und späte-
ren Entführung der potenziellen Opfer Unterstützung bieten. Viele Ent-
führungen  lassen  sich  auch  dem innertamilischen  Konflikt  zwischen 
den LTTE und der Karuna-Faktion zuordnen. Sowohl die Karuna-Fakti-
on als auch die LTTE sind dafür bekannt, Kinder und Jugendliche für 
ihre  Kampfhandlungen und Selbstmordanschläge zu rekrutieren. Die 
sri-lankische Regierung ihrerseits wird beschuldigt, dieser Zwangsrek-
rutierung durch die TMVP-Karuna-Faktion nicht entgegenzutreten und 
sie teilweise sogar zu unterstützen. Von diesen Zwangsrekrutierungen 
sind vor allem arme Familien betroffen, namentlich jene, bei denen be-
reits früher ein Kind von den LTTE eingezogen worden war. Die ent-
sprechenden  Militärlager  befinden  sich  in  Gebieten,  welche  unter 
Kontrolle der Regierungstruppen stehen, womit die zumindest passive 
Duldung respektive die Verwicklung der Staatsmacht  in diese Prakti-
ken belegt wird. In diesem Zusammenhang ist auch feststellbar, dass 
die  sri-lankischen  Sicherheitskräfte  nicht  willens  sind,  Beschwerden 
von betroffenen Familien entgegenzunehmen respektive diesen nicht 
nachgehen (vgl. zum Ganzen: das oben zitierte Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts BVGE 2008/2 E. 7.2).

6.
Wie aus diesen Erwägungen hervorgeht,  decken sich die bisherigen 
Angaben der Beschwerdeführerin, namentlich zum Vorgehen der SLA 
und der paramilitärischen Gruppierungen, zu den Umständen der Ent-
führung des Vaters, zur mangelnden Bereitschaft der Polizeibehörden, 
entsprechende  Strafanzeigen  entgegen-  und  Ermittlungen  vorzuneh-
men, grundsätzlich mit der derzeit in Sri Lanka herrschenden allgemei-
nen Lage. 

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Auf Grund der Akten kann schliesslich auch nicht davon ausgegangen 
werden,  die  Beschwerdeführerin  verfüge,  vorrangig  der  Schweiz,  zu 
irgendeinem  anderen  Staat  über  eine  besondere  Beziehung, 
respektive  sie  verfüge  tatsächlich  über  die  Möglichkeit,  in  einem 
anderen Land um Schutz nachzusuchen (vgl. zu den Voraussetzungen 
der  Einreisebewilligung  EMARK  2005  Nr.  19).  An  dieser  Stelle  ist 
zudem darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen 
ihrer Eingaben mehrfach auf die in der Schweiz lebenden, über eine 
Aufenthaltsberechtigung  verfügenden  Verwandten  mütterlicherseits 
verwiesen hat. 

Angesichts  der  nicht  auszuschliessenden  Gefährdung  ist  der 
verwitweten,  alleinstehenden  Beschwerdeführerin,  welche  zudem für 
drei kleine Kinder zu sorgen  hat, der weitere Verbleib in ihrer Heimat 
folglich  im  Sinne  von  Art.  20  Abs.  2  AsylG  unzumutbar.  Da  die 
Aktenlage zur Beurteilung des Asylgesuches nicht ausreichend ist, ist 
der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  weiteren 
Sachverhaltsabklärungen  und  zur  Durchführung  des  Asylverfahrens 
zu bewilligen.

7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfü-
gung des BFM vom 15. Januar 2008 aufzuheben. Der Beschwerdefüh-
rerin  ist  zur  Durchführung  des  Asylverfahrens  die  Einreise  in  die 
Schweiz umgehend zu bewilligen.

8.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführerin ist angesichts 
des  Obsiegens  im  Beschwerdeverfahren  in  Anwendung  von  Art.  64 
Abs. 1 VwVG eine Parteientschädigung für ihr erwachsenen notwendi-
ge Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7  des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Der  Rechtsvertreter  weist  in  seiner  Kostennote  einen  Betrag  von 
Fr. 835.--  aus,  welcher  sich  aus  einem  Aufwand  von  insgesamt 
5.5 Stunden  zu  einem  Stundenansatz  von  Fr.  150.--  sowie 
Barauslagen von Fr. 10.--  zusammensetzt.  Dieser Aufwand erscheint 
angemessen  (Art.  10  Abs.  2  und  Art.  14  VGKE).  Die 

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Parteientschädigung  wird  deshalb  auf  Fr. 835.--  (inkl.  Auslagen;  der 
Rechtsvertreter weist keine Mehrwertsteuer aus) festgesetzt.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 21

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 15. Januar 2008 wird aufgehoben.

3.
Das  BFM  wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  umgehend  die 
Einreise in die Schweiz zur Durchführung des Asylverfahrens zu bewil-
ligen und die dazu erforderlichen Massnahmen sofort einzuleiten. 

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5.
Die Vorinstanz wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung von Fr. 835.-- (inkl. Auslagen) auszurichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  (Einschreiben;  Beilage:  Vernehmlassung  des 
BFM vom 28. März 2008, in Kopie)

- die Vorinstanz (Ref.-Nr. N_______; Beilagen: Akten N_______ und 
Dossier des abgeschlossenen Beschwerdeverfahrens E-1811/2008, 
zur Fortsetzung des Verfahrens)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann

Versand: 

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