# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5f200b5-3715-50e4-980b-d6817f7e411f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 30.08.2017 110 2017 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-45_2017-08-30.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/45 Bern, 30. August 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Frau A.________
Beschwerdeführerin 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

Herrn C.________
Beschwerdeführer 3

alle vertreten durch Herrn Fürsprecher D.________

und

E.________
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt F.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken, Gemeindeverwaltung, Postfach 
97, 3800 Interlaken

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken vom 
28. März 2017 (Baugesuch Nr. 581/16.099; Umbau und Erweiterung Wohn- und 
Geschäftshaus)

RA Nr. 110/2017/45 2

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 15. Dezember 2016 bei der Gemeinde 

Interlaken ein Baugesuch ein für den Umbau und die Erweiterung des Wohncenters 

H.________ in Interlaken (Interlaken Grundbuchblatt Nr. G.________). Das Wohncenter 

H.________ ist ein Wohn- und Geschäftshaus, befindet sich in der Mischzone Kern (K) und 

wird momentan aufgrund einer in Rechtskraft erwachsenen Baubewilligung vom 

16. Februar 2016 umgebaut. Die Bauherrschaft reichte das vorliegend strittige Bauprojekt 

als Projektänderung zu diesem bereits bewilligten Vorhaben ein. Aufgrund der 

umfangreichen Änderungen führte die Vorinstanz kein Projektänderungs-, sondern ein 

neues Baubewilligungsverfahren durch. Das Vorhaben wurde im vorinstanzlichen 

Verfahren daraufhin wie folgt publiziert: "Umbau und Erweiterung Wohn- und 

Geschäftshaus. Einbau von Wohnungen (total 39) und Gewerberäume. Erweiterung 

Parkierung (Einstellhalle für 39 PKW). Aufstockung Gebäudeteil Nordost." Dagegen 

erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 28. März 2017 

erteilte die Gemeinde Interlaken die Baubewilligung.

2. Gegen diesen Entscheid reichten die Beschwerdeführenden am 1. Mai 2017 

Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie 

beantragen die Aufhebung des Gesamtentscheides vom 28. März 2017. Eventualiter 

verlangen sie die Sistierung des Verfahrens, bis ein rechtskräftiger Beschluss der 

betroffenen Stockwerkeigentümergemeinschaft zum Bauvorhaben vorliegt.

Zur Begründung bringen die Beschwerdeführenden zusammengefasst vor, das strittige 

Grundstück sei in Stockwerkeigentum aufgeteilt. Die Stockwerkeigentümerinnen und          

-eigentümer, und damit auch die Beschwerdeführenden, müssten die Baupläne 

unterzeichnen und dem Vorhaben die Zustimmung erteilen. Weil dies nicht erfolgt sei, fehle 

es der Beschwerdegegnerin an einem schutzwürdigen Interesse zur Behandlung ihres 

Baugesuchs. Das Bauvorhaben sei zudem mangelhaft profiliert worden. Schliesslich sei 

keine bzw. nicht ausreichend Spielplatzfläche vorgesehen und die Vorinstanz habe 

diesbezüglich zu Unrecht eine umfassende Ausnahmebewilligung erteilt. 

RA Nr. 110/2017/45 3

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Beschwerdegegnerin und die Vor-

instanz beantragen die Abweisung der Beschwerde.

4. Die Beschwerdeführenden verlangen mit Gesuch vom 17. August 2017 die Sistierung 

des Verfahrens. Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Eingabe vom 21. August 2017, 

das Sistierungsgesuch sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne.

5. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 

Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG 

i.V.m. Art. 40 Abs  BauG). Die Beschwerdeführenden sind als im vorinstanzlichen 

Verfahren beteiligte Einsprecherinnen und Einsprecher zur Beschwerde legitimiert. Die 30-

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

RA Nr. 110/2017/45 4

tägige Beschwerdefrist ist mit der am 1. Mai 2017 bei der Post aufgegebenen Beschwerde 

gewahrt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten. 

2. Unterschriftliche Zustimmung der Beschwerdeführenden

a) Das Grundstück Interlaken Grundbuchblatt Nr. G.________ ist in Stockwerkeigentum 

mit insgesamt zehn Stockwerkeinheiten aufgeteilt. Sowohl die Beschwerdeführenden als 

auch die Beschwerdegegnerin besitzen Stockwerkeigentumsanteile und sind Teil der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft. Es ist unbestritten, dass die 

Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer an einer Zusammenkunft am 

18. November 2016 über das Bauvorhaben informiert wurden und in der Folge einen 

Vertreter bevollmächtigten, die Baugesuchsakten in ihren Namen zu unterzeichnen. Diese 

Vollmacht wurde von sämtlichen Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümern, also auch 

von den Beschwerdeführenden, erteilt. Der ernannte Vertreter, I.________, ist selbst 

Mitglied der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Noch vor Unterzeichnung der 

Baugesuchsunterlagen widerriefen die Beschwerdeführenden die erteilte Vollmacht. Die 

übrigen Stockwerkeigentümerinnen und       -eigentümer nahmen keinen Widerruf vor. 

I.________ unterzeichnete in der Folge das Baugesuch und die Baupläne im Namen 

sämtlicher Grundeigentümerinnen und                  -eigentümer.

b) Die Beschwerdeführenden bringen vor, weder hätten sie die Bauakten unterzeichnet 

noch liege ein Beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft zum Bauvorhaben vor. 

Der Bauherrschaft fehle es damit an einem schutzwürdigen Interesse an der Durchführung 

des Baubewilligungsverfahrens. Der noch zu fassende Beschluss der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft werde überdies einstimmig erfolgen müssen, da mit 

dem Bauprojekt eine Änderung der Zweckbestimmung der Sache einhergehe.

Die Vorinstanz erachtete das rechtlich geschützte Interesse der Bauherrschaft als gegeben 

und trat auf das Baugesuch ein. Angesichts der Vollmacht liege die Zustimmung der 

erforderlichen Mehrheit aller Miteigentümer vor; Einstimmigkeit sei nicht notwendig. Auch 

die Beschwerdegegnerin vertritt die Ansicht, durch die Unterzeichnung der Vollmacht 

hätten die Stockwerkeigentümer zugleich auch dem Bauvorhaben zugestimmt. Diese 

Zustimmung sei, anders als die Vollmacht, unwiderruflich und damit einstimmig erfolgt. 

RA Nr. 110/2017/45 5

c) Die Grundeigentümer müssen im Baugesuch angegeben werden und das 

Baugesuch unterzeichnen (Art. 10 Abs. 2 und Art. 11 BewD4). Nach ständiger 

Rechtsprechung der BVE und des Verwaltungsgerichts handelt es sich beim 

Unterzeichnungserfordernis nach Art. 10 Abs. 2 BewD um eine Ordnungsvorschrift.5 Die 

Bestimmung dient dazu, dass sich die Baubewilligungsbehörden nicht mit Baugesuchen 

befassen müssen, die aus zivilrechtlichen Gründen nie verwirklicht werden können, weil 

ihnen der Grundeigentümer oder die Grundeigentümerin nicht zustimmt. Sie bezweckt 

nicht, umstrittene private Rechte, die dem Bauvorhaben entgegenstehen könnten, im 

Baubewilligungsverfahren statt im Zivilverfahren zu prüfen. Fehlt die Zustimmung des 

Grundeigentümers oder der Grundeigentümerin oder fällt sie während des Verfahrens weg, 

muss die Baubewilligungsbehörde mangels schutzwürdigen Interesses des Gesuchstellers 

nicht auf das Baugesuch eintreten. Sofern die Bauherrschaft ein eigenes schutzwürdiges 

Interesse vorweisen kann, ist die Zustimmung bzw. Unterschrift der 

Grundeigentümerschaft dagegen nicht erforderlich. Aus dem Zweck des 

Zustimmungserfordernisses nach Art. 10 Abs. 2 BewD, also der Verhinderung unnötiger 

Verfahren, ergibt sich, dass die Baubewilligungsbehörden das schutzwürdige Interesse an 

der Durchführung des Baubewilligungsverfahrens nur in eindeutigen Fällen zu verneinen 

haben. Ein solches eigenes schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung des Baugesuchs 

fehlt, wenn das Ergebnis des Verfahrens von vornherein ohne Belang ist, weil ein 

fremdrechtliches Hindernis das Bauvorhaben offensichtlich verhindert oder die 

Realisierung des Bauvorhabens mangels Zustimmung der Grundeigentümerschaft völlig 

ungewiss ist. Ist dagegen lediglich unklar, ob einem Bauvorhaben ein zivilrechtliches 

Hindernis entgegensteht, ginge es nach verwaltungsgerichtlicher Praxis nicht an, dem 

Gesuchsteller allein schon wegen der fehlenden Zustimmung nach Art. 10 Abs. 2 BewD 

das Rechtsschutzinteresse abzusprechen. Bei der Beurteilung, ob ein schutzwürdiges 

Interesse im Sinne dieser Praxis vorliegt, sind also ausnahmsweise zivilrechtliche 

Bestimmungen zu berücksichtigen.6 Hier ist namentlich unter Beizug des Nutzungs- und 

Verwaltungsreglements der Stockwerkeigentümergemeinschaft des Wohn- und 

Geschäftshauses Interlaken Gbbl. G.________7 (nachfolgend STWE-Reglement) und der 

4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
5 Vgl. statt vieler BVR 2005 S. 130, 132 E. 3.1
6 Siehe zum Ganzen BVR 2005 S. 130 E. 3.1; VGE 2012/262 vom 8.11.2013 E. 1.2.1; VGE 2014/176 vom 
10.2.2015 E. 3.1; Monika Hintz, Zivilrechtliche Vorfragen im Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 2/2014, 
S. 71 ff.; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 34 N. 10
7 Vorakten, pag. 19

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zivilrechtlichen Gesetzesgrundlagen zu prüfen, ob die zivilrechtliche Zulässigkeit des 

Vorhabens völlig ungewiss oder lediglich unklar ist.

Das Gesetz definiert das Stockwerkeigentum als eine Sonderform des Miteigentums 

(Art. 712a ZGB8). Gemäss Art. 712g Abs. 1 ZGB gelten für die Zuständigkeit zu 

Verwaltungshandlungen und baulichen Massnahmen die Bestimmungen über das 

Miteigentum (Art. 647 - 647e ZGB). Betreffend Beschlussquorum gelten damit folgende 

Regelungen: Nützliche bauliche Massnahmen nach Art. 647d ZGB, d.h. Erneuerungs- und 

Umbauarbeiten, die eine Wertsteigerung oder Verbesserung der Wirtschaftlichkeit oder 

Gebrauchsfähigkeit der Sache bezwecken, bedürfen der Zustimmung der Mehrheit aller 

Miteigentümerinnen und -eigentümern, die zugleich den grössten Teil der Sache vertritt. 

Gemäss Lehre fällt die Aufstockung eines Gebäudes unter den Begriff der nützlichen 

baulichen Massnahme.9 Wird die Zweckbestimmung der Sache verändert, bedarf es 

gemäss Art. 648 Abs. 2 ZGB dagegen der Übereinstimmung aller Miteigentümer, soweit 

diese nicht einstimmig eine andere Ordnung vereinbart haben.

d) Die Vollmacht berechtigte I.________ zur "Unterzeichnung der Baugesuchsakten für 

die Projektänderung gemäss den Projektplänen der E.________ für die Umnutzung und 

Erweiterung des Wohncenters H.________ [...]". Die Beschwerdeführenden widerriefen 

diese Vollmacht gegenüber dem Bevollmächtigten unbestrittenermassen noch vor der 

Unterzeichnung. Ein solcher Widerruf ist zivilrechtlich jederzeit zulässig (Art. 34 

Abs. 1 OR10). I.________ konnte das Baugesuch damit nicht mehr im Namen der 

Beschwerdeführenden unterzeichnen. Folglich liegt keine unterschriftliche Zustimmung der 

Beschwerdeführenden vor. Daraus kann jedoch nicht automatisch auf das fehlende 

Rechtsschutzinteresse der Bauherrschaft geschlossen werden. Wie dargelegt, ist 

angesichts der fehlenden Unterschriften vielmehr zu prüfen, ob die zivilrechtliche 

Zulässigkeit des Vorhabens völlig ungewiss oder lediglich unklar ist.

e) Das Baugrundstück ist in zehn Stockwerkeinheiten aufgeteilt. Die 

Beschwerdeführenden 2 und 3 sind gemeinsam Eigentümer einer Einheit mit einer 

Wertquote von 24/1000 und die Beschwerdeführerin 1 ist Alleineigentümerin einer Einheit 

8 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 201)
9 Berner Kommentar, Arthur Meier-Hayoz, Bern 1981, Art. 647d N 16 ff., m.w.H.; Christoph Brunner/Jürg 
Wichtermann, Basler Kommentar, ZGB II, Basel 2015, Art. 647d N 8
10 Bundesgesetz vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter 
Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220)

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mit einer Wertquote von ebenfalls 24/1000. Auf diese beiden Einheiten entfällt gemäss Art. 

25 Abs. 1 des STWE-Reglements11 je eine Stimme. Die Beschwerdeführenden verfügen 

damit zusammen über zwei Stimmen und vertreten eine Wertquote von insgesamt 

48/1000. Die übrigen Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer haben insgesamt 16 

Stimmen und vertreten eine Wertquote von 952/1000.12 Diese Stockwerkeigentümer, die 

nach wie vor mit dem Bauvorhaben einverstanden sind und in deren Namen das 

Baugesuch unterzeichnet wurde, erfüllen das qualifizierte Mehr, welches gemäss Art. 647d 

ZGB für Erneuerungs- und Umbauvorhaben sowie Aufstockungen erforderlich ist. Die 

Vorinstanz ging davon aus, dass dies ausreicht und das Baugesuch daher genügend 

unterzeichnet sei. Es ist allerdings unklar, ob für das vorliegend umstrittene Vorhaben ein 

qualifiziertes Mehr nach Art. 647d ZGB ausreicht oder ob eine Zweckänderung geplant ist, 

welche die Zustimmung sämtlicher Stockwerkeigentümer erfordert (Art. 648 Abs. 2 ZGB). 

Das Wohncenter H.________ wird auch nach dem geplanten Um- und Ausbau nach wie 

vor als Wohn- und Geschäftshaus genutzt werden; eine Zweckänderung des Gebäudes als 

solches im Sinne von Art. 648 ZGB ist daher nicht vorgesehen. Allerdings legt Art. 5 des 

STWE-Reglements fest, dass die Stockwerkeinheiten Nrn. G.________-1 bis G.________-

3 (Untergeschoss, Erdgeschoss, 1. und 2. Obergeschoss) geschäftlichen Zwecken dienen. 

Ein Teil dieser Einheiten soll in Wohnraum umgebaut werden. Eine solche Änderung 

bedarf gemäss Art. 26 Abs. 3 STWE-Reglement der Zustimmung aller 

Stockwerkeigentümer. Die Umnutzung war aber bereits im ersten Baugesuch, dem alle 

Stockwerkeigentümer zugestimmt haben und das rechtskräftig bewilligt wurde, 

vorgesehen. Ob es hierfür im vorliegenden Verfahren erneut der Zustimmung sämtlicher 

Stockwerkeigentümer bedarf, ist unklar, kann aber offen gelassen werden. In 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die 

Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer mit der Unterzeichnung der schriftlichen 

Vollmacht auch dem Bauvorhaben zugestimmt haben. Hierbei könnte es sich um einen 

einstimmig gefassten, schriftlichen Beschluss im Sinne von Art. 26 Abs. 6 STWE-

Reglement handeln.13 Die einmal erteilte Zustimmung zu einem solchen Beschluss kann, 

im Unterschied zu einer Vollmacht, nicht einfach widerrufen werden. Die Änderung des 

Beschlusses bedürfte eines neuen Beschlusses der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

oder eines gerichtlichen Vorgehens. Der durch die Beschwerdeführenden vorgenommene 

11 Vorakten, p. 19
12 Auszug Grundstückdaten-Informationssystem GRUDIS vom 2. August 2017; Art. 25 Abs. 2 des Reglements 
der Stockwerkeigentümergemeinschaft, Vorakten, p. 19
13 Vorakten, p. 19

https://www.grudis.apps.be.ch/grudis/capweb/faces/pages/home.xhtml?conversationContext=1

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Widerruf der Vollmacht dürfte daran daher nichts ändern, dass die einstimmige 

Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft zum Umbau- und 

Umnutzungsvorhaben der Beschwerdegegnerin vorliegt. Dies braucht allerdings nicht 

abschliessend beantwortet zu werden. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die 

zivilrechtliche Zulässigkeit nicht völlig ungewiss ist. Daran vermögen die Einwände der 

Beschwerdeführenden nichts zu verändern. Daraus folgt vielmehr, dass die 

fremdrechtlichen Verhältnisse lediglich unklar sind.

f) Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nach einer vorfrageweisen 

Prüfung zum Schluss kam, dem Vorhaben stünden keine zivilrechtlichen Hindernisse 

entgegen und auf das Baugesuch eintrat. Selbst wenn die Vorinstanz gestützt auf Art. 10 

Abs. 2 BewD jedoch zu Unrecht auf das Baugesuch eingetreten wäre, würde dies im 

Beschwerdeverfahren im Übrigen nicht zwingend zur Aufhebung des 

Baubewilligungsverfahrens führen. Zum einen greift der Schutzzweck von Art. 10 Abs. 2 

BewD – das Vermeiden von Verwaltungsaufwand im Bewilligungsverfahren – im 

oberinstanzlichen Verfahren nicht mehr in jedem Fall, weil die Vorinstanz den 

Verwaltungsaufwand in der Regel bereits tätigte und damit ein erheblicher Teil des 

Verwaltungsaufwands bereits entstanden ist. Zum andern dürfte es auch mit dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 29 BV14) unvereinbar sein, wenn die BVE im vorliegenden Fall 

alleine wegen der Verletzung einer Ordnungsvorschrift den angefochtenen Entscheid bzw. 

das ganze Baubewilligungsverfahren aufheben würde.15 

3. Profilierung

a) Die Beschwerdeführenden rügen, die Profilierung sei mangelhaft erfolgt. Die 

nördliche Aufstockung des vierten Obergeschosses mit neu zu erstellenden vier 

Wohnungen sei nicht profiliert worden. Die Vorinstanz habe zu Unrecht eine Erleichterung 

der Profilierungspflicht gemäss Art. 16 BewD gewährt.

b) Die Gesuchstellenden haben mit der Baueingabe die äusseren Umrisse des 

Bauvorhabens im Gelände abzustecken und durch Profile kenntlich zu machen (Art. 16 

Abs. 1 BewD). Die in Art. 16 BewD enthaltenen Vorschriften zur Profilierung bilden nicht 

14 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
15 Vgl. auch BDE vom 12. Juni 2015, RA-Nr. 110/2015/56 

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Selbstzweck, sondern sollen das Bauvorhaben veranschaulichen, interessierte Personen 

auf das Projekt aufmerksam machen und Einspracheberechtigte vor einem Rechtsverlust 

bewahren.16 Aus der Profilierung müssen die für das Erscheinungsbild wesentlichen 

Abmessungen im Gelände, nicht aber sämtliche Einzelheiten der geplanten Baute 

ersichtlich sein. Für letzteres ist allenfalls eine Einsichtnahme in die Akten nötig. Wer durch 

eine mangelhafte Profilierung keinen Nachteil erlitten hat, kann sich nicht nachträglich für 

sich selbst oder andere wehren.17 

c) Es kann offen gelassen werden, ob das Bauvorhaben genügend profiliert bzw. ob die 

Vorinstanz zu Recht eine Erleichterung der Profilierungspflicht gemäss Art. 16 BewD 

gewährte. Wie die jeweils fristgemässen Eingaben der Beschwerdeführenden zeigen, 

wurden sie über das Bauvorhaben rechtzeitig und ausreichend informiert. Sie waren in der 

Lage, die Auswirkungen des Bauvorhabens abzuschätzen und rechtzeitig und umfassend 

Einsprache zu erheben bzw. Beschwerde zu führen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die 

Beschwerdeführenden durch die gerügte Profilierung ein ungenügendes Bild vom 

Bauvorhaben erhalten haben sollen. Dies gilt umso mehr, als die 

Stockwerkeigentümerschaft inklusive die Beschwerdeführenden unbestrittenermassen an 

einer Zusammenkunft vom 18. November 2016 über das Vorhaben informiert wurden. Die 

Beschwerdeführenden führen selbst aus, die Baugesuchstellerin habe den Miteigentümern 

die Baupläne vorgestellt. Es war den Beschwerdeführenden ohne weiteres möglich, ihre 

Rechte sowohl im Einsprache- als auch im Beschwerdeverfahren vollumfänglich zu 

wahren, was sie auch getan haben. Der Einwand der fehlenden Profilierung ist daher 

unbegründet.

4. Spielplatzfläche und grössere Spielflächen

a) Die Vorinstanz hat auf Gesuch der Beschwerdegegnerin hin eine 

Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung der Kinderspielplatzfläche gewährt mit der 

Begründung, es würden schwierige Grundstücksverhältnisse vorliegen. Die Vorinstanz 

erwog, aufgrund der bestehenden Verkehrssituation und der Lage des Gebäudes im 

Kernbereich sei es nicht möglich, die gesetzlich vorgesehene Spielplatzfläche einzuhalten. 

16 VGE 2010/301 vom 19.10.2010 E. 6.2 
17 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 34 N. 20

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Einer Ausnahme stünden zudem weder überwiegende öffentliche noch wesentliche 

nachbarliche Interessen entgegen. 

Die Beschwerdeführenden räumen zwar ein, die Grundstücksverhältnisse seien 

möglicherweise in der Hinsicht schwierig, dass die vom Gesetz verlangte Mindestfläche 

nicht erreicht werden könne. Sie bringen aber vor, es bestehe ohne weiteres die 

Möglichkeit, einen Teil der Umgebung, welcher als Parkier- und Fahrfläche genutzt werde, 

in einen Aufenthaltsbereich mit Aussenspielplätzen für Kinder umzugestalten. Dies 

erscheine insbesondere im südlichen Bereich des Grundstücks möglich unter Aufhebung 

der dortigen Parkplätze Nrn. 18 bis 28.

b) Laut Art. 15 BauG hat der Bauherr beim Bau von Mehrfamilienhäusern u.a. im Freien 

Aufenthaltsbereiche für die Bewohner, insbesondere Kinderspielplätze, zu erstellen. In 

Wohnsiedlungen, die aufgrund eines einheitlichen Projekts oder einer 

Überbauungsordnung erstellt werden, ist zudem eine angemessene grössere Spielfläche 

vorzusehen. Die BauV enthält die Ausführungsvorschriften zu diesen Grundsätzen: 

Wohnsiedlungen sind Überbauungen mit Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhäusern, die 

zusammen mehr als 20 Familienwohnungen enthalten (Art. 43 Abs. 4 BauV). Als 

Familienwohnungen gelten Wohnungen mit wenigstens 3 Zimmern (Art. 43 Abs. 3 BauV). 

Art. 45 BauV verlangt als Mindestfläche für Kinderspielplätze wenigstens 15 % der 

Hauptnutz- und Konstruktionsfläche der Familienwohnungen (Abs. 1) und für 

Aufenthaltsbereiche zusätzlich 5 % der Hauptnutz- und Konstruktionsfläche aller 

Wohnungen, mindestens aber 20 m² (Abs. 2). Die Fläche von mindestens 2 m breiten 

Terrassen, Balkonen und dergleichen kann zur Hälfte an den erforderlichen 

Aufenthaltsbereich angerechnet werden (Abs. 4). An die Mindestfläche von 20 m2 pro 

Mehrfamilienhaus können Terrassen- und Balkonflächen nicht angerechnet werden.18 Die 

grössere Spielfläche schliesslich soll Jugendlichen und Erwachsenen für Ball- und 

Rasenspiele zur Verfügung stehen (Art. 46 Abs. 1 BauV). Sie soll möglichst eben sein und 

eine gut proportionierte, zusammenhängende Mindestfläche von 400 m2 bei 20 und mehr 

Familienwohnungen, von 500 m2 bei 30 und mehr Familienwohnungen und von 600 m2 bei 

40 und mehr Familienwohnungen aufweisen (Art. 46 Abs. 2 BauV).

18 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 15 N 3a

RA Nr. 110/2017/45 11

c) Das fertig umgebaute Wohn- und Geschäftscenter H.________ soll 39 Wohnungen 

umfassen. 36 dieser Wohnungen weisen 3.5 Zimmer oder mehr auf und sind demnach als 

Familienwohnungen zu qualifizieren. Von diesen 36 Familienwohnungen werden 32 neu 

gebaut. Beim umgebauten Wohn- und Geschäftshaus H.________ handelt es sich 

demnach um eine Wohnsiedlung.19 Neben Aufenthalts- und Spielplatzfläche ist deshalb, 

wie ausgeführt, zusätzlich eine Mindest-Spielfläche von 500 m2 vorzusehen. Diese 

Spielfläche ist vorliegend nicht geplant, die Baugesuchsakten enthalten keine 

diesbezüglichen Angaben. Anders verhält es sich mit der Aufenthalts- und Spielplatzfläche. 

Hierzu reichte die Beschwerdegegnerin Berechnungen ein.20 Gemäss diesen 

nachvollziehbaren Berechnungen erfordert das Bauvorhaben gesetzlich eine 

Aufenthaltsfläche von 296.00 m2 und eine Spielplatzfläche von 835.15 m2. Die 

Aufenthaltsfläche wird gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin vollständig abgedeckt 

mit der anrechenbaren Balkon- und Terrassenfläche von 746.50 m2. Die 

Beschwerdegegnerin liess dabei allerdings die pro Mehrfamilienhaus vorgeschriebene 

Aufenthaltsfläche von 20 m2, welche nicht mit Terrassen- und Balkonfläche abgedeckt 

werden kann, unberücksichtigt. Soweit ersichtlich, sind diese 20 m2 nicht eingeplant. Damit 

erfüllt das Bauprojekt die Anforderungen an die Aufenthaltsfläche nicht vollumfänglich. Für 

Spielplätze errechnete die Beschwerdegegnerin eine theoretisch vorgeschriebene Fläche 

von rund 835.15 m2. In diesen Berechnungen und dem Baugesuchsformular 1.0 gibt sie 

an, es würde eine Fläche von 223.41 m2 erstellt. Aus den Baugesuchsplänen ist allerdings 

nicht ersichtlich, wo diese Spielplatzfläche erstellt werden soll. Gemäss unwidersprochen 

gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz beziehen sich diese 223.41 m2 auf fünf kleinere 

Grünflächen an der nördlichen und östlichen Parzellengrenze. Den eingereichten Plänen 

kann nicht entnommen werden, dass diese zerstückelten Grünflächen tatsächlich mit 

Spielplätzen überbaut werden sollen. Dazu wären sie auch nicht geeignet, da sie zu klein 

sind und direkt an der Strasse liegen. Eine tatsächliche Spielplatzerrichtung an diesen 

Stellen wird von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht behauptet. Trotz ausgewiesener 

Spielplatzfläche sind auf dem Grundstück also keine Spielplätze vorgesehen.

Das Bauprojekt erfüllt zusammengefasst die gesetzlichen Bestimmungen zu den 

Aufenthaltsflächen, Spielplätzen und den grösseren Spielflächen nicht, wobei auf 

Spielplätze und die grössere Spielfläche sogar komplett verzichtet wird.

19 Vgl. zum Begriff der Wohnsiedlung auch BVR 1989 S. 344 E. 5.a
20 Vorakten, pag. 49

RA Nr. 110/2017/45 12

d) Die Baubewilligungsbehörde kann die Mindestfläche für Kinderspielplätze und 

Aufenthaltsbereiche nach Art. 45 Abs. 3 BauV herabsetzen. Dasselbe gilt gemäss Art. 46 

Abs. 2 BauV, welcher auf Art. 45 Abs. 3 BauV verweist, auch für die grössere Spielfläche. 

Dabei handelt es sich nicht um Ausnahmebestimmungen im Sinne von Art. 26 BauG (echte 

Ausnahme), sondern um sog. Ermächtigungsklauseln bzw. unechte Ausnahmen.21 Weil 

Art. 45 Abs. 3 BauV nur eine angemessene Reduktion, nicht aber einen kompletten 

Verzicht auf die vorgeschriebenen Flächen vorsieht, ist bei einem vollständigen Absehen 

von Spielplätzen und -flächen formell Art. 26 BauG zu prüfen. Die allgemeinen 

Voraussetzungen zur Erteilung von Ausnahmebewilligungen gelten grundsätzlich bei der 

echten und bei der unechten Ausnahme in gleicher Weise.22 Ausnahmen von einzelnen 

Bauvorschriften können damit bewilligt werden, wenn besondere Verhältnisse es 

rechtfertigen und wenn keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt werden. Für eine 

Reduktion von Spielplatzflächen bedeutet dies insbesondere, dass schwierige 

Grundstückverhältnisse vorliegen oder die ermittelte Fläche aufgrund besonderer 

Verhältnisse unverhältnismässig sein muss. Kumulativ dazu muss die zweckmässige 

Gestaltung der Aufenthaltsbereiche und Kinderspielplätze gewährleistet bleiben (Art. 45 

Abs. 3 BauV). Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben und der entsprechenden Praxis kommt 

eine Ausnahme von den vorgeschriebenen Mindestflächen nur selten in Frage. Erforderlich 

sind objektive Besonderheiten, die beispielsweise mit der Lage und Form der Parzelle oder 

der Beschaffenheit des Baugrundes zusammenhängen. Der blosse Wunsch nach 

optimaler, gewinnbringender Nutzung des Grundstücks genügt nicht. Denkbar sind 

allenfalls Um- und Ausbauten in Gebieten hoher Dichte oder Bauten in Quartieren, Orts- 

und Strassenbildern, deren Strukturen die Erstellung der gesetzlich vorgeschriebenen 

Aussenanlagen nicht zulassen.23 

e) Das Baugrundstück weist eine ebene, weitgehend rechteckige Form auf und ist 

westlich und südlich von der Strassenseite abgewandt. Die Beschaffenheit der Parzelle 

begründet damit keine Ausnahmesituation zum Unterschreiten der Spielplatzfläche. Die 

Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz begründen die Ausnahmesituation denn auch 

nicht primär mit der Beschaffenheit der Parzelle, sondern mit dem darauf herrschenden 

Platzmangel. 

21 Vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 15 N 3b
22 Vgl. Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, § 44 N 44
23 BDE vom 8. Februar 2011, RA-Nr. 110/2010/171, m.w.H.

RA Nr. 110/2017/45 13

Es trifft zu, dass ein Grossteil der Parzellenfläche bereits mit dem Wohn- und 

Geschäftscenter H.________ überbaut ist und daher auf dem Grundstück die grössere 

Spielfläche von 500 m2 und die Aufenthalts- und Kinderspielplatzfläche von 855.15 m2 

keinen Platz hätten. Die neben dem Gebäude frei gebliebenen Randstreifen weisen 

zusammengerechnet eine Fläche von ungefähr 2'050 m2 auf. Die Randstreifen auf der 

nördlichen und östlichen Seite grenzen direkt an die Strasse an und sind damit als Spiel- 

und Spielplatzfläche ungeeignet. Auf den westlichen und südlichen Streifen befinden sich 

28 Parkplätze. Die Streifen werden zudem benützt als Eingangsbereich zum Wohncenter 

H.________, als Zu- und Wegfahrtweg für Motorfahrzeuge sowie als Ein- und Ausfahrt zur 

Einstellhalle. Selbst für einen kleinen Spielplatz müsste die Verkehrsführung also neu 

geregelt und die Anzahl der oberirdischen Parkplätze reduziert werden. Bereits mit der 

Aufhebung nur weniger Parkplätze würde allerdings die gesetzliche Mindestanzahl der 

Abstellplätze für Motorfahrzeuge für das geplante Vorhaben unterschritten.24 Die 

herrschenden Verhältnisse erlauben es demnach nicht, rund 1'355 m2 der Randstreifen für 

Aufenthalts-, Spielplatz- und Spielfläche zu nutzen. Es ist denn auch unbestritten, dass auf 

der Parzelle enge Platzverhältnisse herrschen. Dies rechtfertigt aber keinen vollständigen 

Verzicht auf Spielplätze. Es wäre nämlich grundsätzlich möglich, zumindest einen Teil der 

erforderlichen Kinderspielplatzfläche zu realisieren, beispielsweise im westlichen Bereich 

der Liegenschaft. Zwar hätte dies zur Folge, dass das geplante Vorhaben in dieser Form 

nicht realisiert werden könnte bzw. der minimale Parkplatzbedarf dafür unterschritten 

würde. Die Zonenvorschriften erlauben aber eine vielseitige Parzellennutzung und damit 

ohne weiteres eine Anpassung des Projekts: Gemäss Art. 211 GBR25 sind in der 

Mischzone K, in welcher sich das Grundstück befindet, Wohnen, stilles bis mässig 

störendes Gewerbe, Gastgewerbe, Dienstleistungen und Verkauf zulässig. Die 

Bauherrschaft als Eigentümerin der massgeblichen Stockwerkeinheiten hat damit 

beispielsweise die Möglichkeit, mehr Büro- und Dienstleistungsfläche anstatt Ladenfläche 

vorzusehen und auf diese Weise den Parkplatzbedarf zu reduzieren. Anstelle von 

Familienwohnungen kann sie zudem kleinere Wohnungen mit weniger als 3.5 Zimmer 

erstellen. Eine Umnutzung von Geschäfts- in Wohnraum bzw. eine Aufstockung des 

bestehenden Gebäudes ist damit nicht zum Vornherein ausgeschlossen. Das konkrete 

Bauprojekt kommt aber einer bestmöglichen Parzellenauslastung gleich und hat deshalb 

sowohl einen stark erhöhten Parkplatzbedarf als auch einen stark erhöhten 

Spielflächenbedarf zur Folge. Es besteht jedoch kein Anspruch auf die Erteilung einer 

24 Vorakten, pag. 50, 53 ff.
25 Baureglement der Gemeinde Interlaken vom 9. Dezember 2008 (GBR)

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Ausnahme, um eine solche optimale Nutzung des Grundstücks zu erreichen. Entscheidet 

sich die Bauherrschaft sowohl für eine intensive geschäftliche Nutzung als auch für eine 

gleichzeitige Errichtung einer Wohnsiedlung mit 32 neuen Familienwohnungen, kann sie 

mit anderen Worten nicht geltend machen, für die Einhaltung der damit einhergehenden, 

gesetzlichen Bestimmungen fehle der notwendige Platz. Dies gilt umso mehr, als die 

Spielfläche und Spielplätze nicht nur verkleinert, sondern komplett entfallen sollen. Es 

liegen keine besonderen, objektiven Umstände vor, welche die vorinstanzlich gewährte 

Ausnahme für einen vollständigen Verzicht auf Spielflächen bzw. Spielplätze rechtfertigen. 

Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet. 

f) An diesem Ergebnis ändern auch die übrigen Vorbringen der Beschwerdegegnerin 

nichts. Insbesondere vermag die Beschwerdegegnerin aus dem vorgebrachten Art. 15 

Abs. 5 BauG nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Der am 1. April 2017 in Kraft getretene 

Art. 15 Abs. 5 BauG sieht vor, dass die Bauherrschaft von der Erstellung von 

Kinderspielplätzen und grösseren Spielflächen befreit werden kann, wenn in der Nähe des 

Baugrundstücks genügende und gut erreichbare Kinderspielplätze vorhanden sind. Die 

Beschwerdegegnerin macht geltend, dies sei vorliegend der Fall: Innerhalb einer 

Fusswegdistanz von 15 Minuten würden sich drei Kinderspielplätze und eine öffentlich 

zugängliche, grosse Grünfläche befinden. Obwohl Art. 15 Abs. 5 BauG zum Zeitpunkt der 

Baugesuchseinreichung nicht in Kraft gewesen sei, finde die Norm als künftiges, 

günstigeres Recht dennoch Anwendung.

Ob Art. 15 Abs. 5 BauG im Sinne einer begünstigenden, positiven Vorwirkung vorliegend 

anwendbar ist, kann offen bleiben, da die Voraussetzungen der Bestimmungen ohnehin 

nicht erfüllt sind: Art. 15 Abs. 5 BauG sieht eine Befreiung nur dann vor, wenn 

Kinderspielplätze und grössere Spielflächen in der Nähe des Baugrundstücks liegen und 

gut erreichbar sind. In den Materialien werden die Kriterien der Nähe zum Baugrundstück 

sowie der guten Erreichbarkeit zwar nicht näher umschrieben. Vorliegend sind allerdings 

sämtliche von der Beschwerdegegnerin genannten Spielplätze sowie die grössere 

Spielfläche erst nach Überquerung mehrerer Strassen erreichbar. Die Fusswegdistanz 

beträgt jeweils rund 1 km und für zwei der drei Spielplätze führt der Weg über die Aare. 

Damit können die vorgebrachten Spielplätze und -flächen weder als in der Nähe des 

Baugrundstücks noch als gut erreichbar gelten. Eine Befreiung gestützt auf Art. 15 

Abs. 5 BauG ist so oder anders abzulehnen.

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g) Die Bauherrschaft hat in einem ersten Projekt 16 neue Wohnungen geplant und 

hierfür eine Ausnahmebewilligung für das Unterschreiten der Spielfläche erhalten. Dieses 

erste Projekt zeigt zunächst, dass der Bauherrschaft eine andere Planung möglich ist. 

Diese in Rechtskraft erwachsene Baubewilligung inklusive der gewährten Ausnahmen ist 

allerdings nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Sie ist damit im Rahmen 

dieses Verfahrens nicht zu überprüfen, kann aber auch nicht als Anspruchsgrundlage für 

das nunmehr zu beurteilende Vorhaben mit 19 zusätzlichen Wohnungen herangezogen 

werden. Der Beweisantrag der Beschwerdegegnerin, die Baubewilligungsakten 

Nr. 581/15.106 beizuziehen, ist deshalb abzuweisen. 

5. Sistierung

a) Die Beschwerdeführenden verlangten in ihrer Beschwerde eventualiter die Sistierung 

des Verfahrens, bis ein rechtskräftiger Beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

zum umstrittenen Bauvorhaben vorliege. Mit Eingabe vom 17. August 2017 stellten die 

Beschwerdeführenden zudem ein separates Sistierungsgesuch. Zur Begründung dieses 

zusätzlichen Sistierungsgesuchs vom 17. August 2017 weisen sie darauf hin, die 

Bauherrschaft sei im Juni 2017 mit einem nochmals geänderten Bauvorhaben an die 

Stockwerkeigentümerschaft herangetreten. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft habe 

dieses Vorhaben entgegen den Stimmen der Beschwerdeführenden genehmigt. Zur Frage 

der Gültigkeit dieses Beschlusses der Stockwerkeigentümergemeinschaft finde am 

7. September 2017 eine Schlichtungsverhandlung statt. Das Verfahren vor der BVE sei 

deshalb zu sistieren, bis die Schlichtungsverhandlung durchgeführt worden sei.

Die Beschwerdegegnerin lehnt eine Sistierung ab mit der Begründung, Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens vor der BVE sei der Gesamtbauentscheid der Einwohnergemeinde 

Interlaken vom 28. März. 2017 und nicht das im Juni 2017 vorgestellte Bauvorhaben. Für 

dieses abgeänderte Bauvorhaben habe sie noch gar kein Baugesuch bzw. 

Projektänderungsgesuch eingereicht. Das neue Bauvorhaben bzw. die Frage der Gültigkeit 

des diesbezüglichen Stockwerkeigentümergemeinschaftsbeschlusses könnten somit 

keinen Einfluss haben auf die Beurteilung des vorliegenden Falles. 

b) Das Verfahren kann eingestellt werden, wenn dessen Ausgang vom Entscheid eines 

anderen Verfahrens abhängt oder wesentlich beeinflusst wird oder wenn im anderen 

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Verfahren über die gleiche Rechtsfrage zu befinden ist (Art. 38 VRPG26). Praxisgemäss 

kann ein Verfahren auch aus anderen Gründen sistiert werden, dies bedarf aber der 

Zustimmung der Beteiligten.27 Diese Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Der umstrittene 

Beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft bezieht sich auf ein Vorhaben, welches 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Entsprechend vermag der Ausgang der 

Schlichtungsverhandlung am Ergebnis des Beschwerdeentscheids der BVE nichts zu 

ändern. Die Beschwerdegegnerin sprach sich in ihrer Stellungnahme vom 21. Augst 2017 

zudem gegen eine Sistierung aus und erteilte ihre Zustimmung nicht. Das 

Sistierungsgesuch vom 17. August 2017 ist somit abzuweisen.

Angesichts des Ausgangs des Verfahrens und der Ausführungen in der Erwägung 2 

erübrigt sich zudem die Prüfung der von den Beschwerdeführenden in der Beschwerde 

vom 1. Mai 2017 eventualiter verlangten Sistierung des Beschwerdeverfahrens, bis ein 

rechtskräftiger Beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft zum vorliegend 

umstrittenen Bauvorhaben vorliegt.

6. Zusammenfassung und Kosten

a) Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen und die 

Gesamtbaubewilligung vom 28. März 2017 aufzuheben ist. Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat somit die Verfahrenskosten zu 

tragen (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Eine Kostenausscheidung aufgrund des abgelehnten 

Sistierungsantrags rechtfertigt sich angesichts des damit verbundenen, geringen Aufwands 

nicht. Die gesamten Verfahrenskosten werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung 

auferlegt. Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.– 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV28) 

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern 

nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung 

26 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
27 Vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, Art. 38 N 6
28 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als 

gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). 

Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden 

Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden hat keine 

Kostennote eingereicht. Damit sind die Parteikosten nach Ermessen festzusetzen. Nach 

Art. 11 Abs. 1 PKV29 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren 

Fr. 400.– bis Fr. 11'800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der 

Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung 

der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG30). Im 

vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als eher unterdurchschnittlich zu werten, da 

nur ein Schriftenwechsel und kein Beweisverfahren durchgeführt wurden. Bei gemäss 

Baugesuch überdurchschnittlichen Baukosten von rund Fr. 19'472'000.– und den 

umstrittenen Rechtsfragen sind die Bedeutung der Streitsache als überdurchschnittlich und 

die Schwierigkeit des Prozesses insgesamt als eher unterdurchschnittlich einzustufen. 

Daher erscheint ein Honorar von Fr. 4'900.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführenden somit Parteikosten 

in der Höhe von Fr. 4'900.– zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Das Sistierungsgesuch vom 17. August 2017 wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Bauentscheid der Gemeinde Interlaken vom 

28. März 2017 wird aufgehoben. Dem Baugesuch vom 13./15. Dezember 2016 wird 

der Bauabschlag erteilt.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden der Beschwerdegegnerin zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 

in Rechtskraft erwachsen ist.

29 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, 
PKV; BSG 168.811)
30 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)

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Die Kosten des erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahrens von Fr. 8'672.50 werden 

der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Für das Inkasso dieser Kosten ist 

die Gemeinde zuständig.

4. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführenden Parteikosten im Betrag von 

Fr. 4'900.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

IV. Eröffnung

- Herrn Fürsprecher D.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt F.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Interlaken, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin