# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6486f47d-1bcf-5238-a10b-e17c2e4c24e7
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-06-27
**Language:** de
**Title:** Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) Empfehlungen nach BGÖ 27.06.2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_EDOEB/CH_EDÖB_006_empfehlung-vom-27jun_2013-06-27.pdf

## Full Text

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter 
EDÖB  

 

 Feldeggweg 1, 3003 Bern 
Tel. 031 323 74 84, Fax 031 325 99 96 
www.edoeb.admin.ch 

 

 
Bern, 27. Juni 2013 

 
 
 

Empfehlung 
 
 

gemäss Art. 14 des 
Bundesgesetzes über das  

Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung 
 
 

zum Schlichtungsantrag von  
 
 

X 
(Antragsteller) 

 
 

gegen 
 
 

Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI 
 
 

 

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest: 

1. Der Antragsteller (Privatperson) hat am 3. April 2013, gestützt auf das Bundesgesetz über das 
Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ, SR 152.3), beim 
Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI um Einsicht in folgende Unterlagen 
ersucht: 
− „Dokumente inkl. Beilagen, welche der Bewilligungsinhaber zur Erfüllung Ihrer 

Nachforderung PSÜ-8.3-1f (interner Brand) einreichte“; 
− „Dokumente inkl. Beilagen, welche der Bewilligungsinhaber zur Erfüllung Ihrer 

Nachforderung PSÜ-8.3-1g (interne Überflutung) einreichte“. 

Zugleich machte der Antragsteller darauf aufmerksam, dass er bereits mit Zugangsgesuch vom 
12. August 2011 dieselben Dokumente beim ENSI heraus verlangt hätte. Der damalige 
Verweigerungsgrund in der Empfehlung des EDÖB vom 2. Oktober 2012 sowie der Verfügung 
des ENSI vom 5. November 2012 sei verfallen, da mit dem Urteil des Bundesgerichts vom 
28.3.2013 (Verfahren 2C_347/2010 und 2C_357/2012) die Begründung, wonach die verlangten 
Dokumente Teil von Verfahrensakten eines hängigen Verwaltungsrechtspflegeverfahrens und 
demnach gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. a Ziff. 5 BGÖ dem sachlichen Geltungsbereich des 
Öffentlichkeitsgesetzes entzogen seien, hinfällig geworden ist. 

Darüber hinaus ersuchte der Antragsteller das ENSI unter Bezugnahme auf die 
Unterstützungspflicht der Behörde gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über das 

 

 

 

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Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ, SR 152.31) um 
Zustellung eines „Aktenverzeichnisses über die obgenannten Haupt- und Beilage-Dokumente 
unter Nennung der Seitenzahl“ und im Falle einer Gebührenerhebung um eine „Offerte separat 
pro Akte“.    

2. Mit Schreiben vom 19. April 2013 teilte das ENSI dem Antragsteller mit, es biete ihm Einsicht in 
jene Auszüge aus den nachgesuchten Dokumenten an, die das Bundesverwaltungsgericht am 
31. Januar 2011 und am 1. Februar 2011 den Parteien im Rahmen des Verfahrens zur 
Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung für das Kernkraftwerk Mühleberg zugänglich 
gemacht hat. Für den Zugang zu diesen Teilabschnitten kündigte das ENSI dem Antragsteller 
einen voraussichtlichen Gebührenbetrag über CHF 600.- an. Die restlichen Dokumente seien 
gemäss Informationsschutzverordnung (ISchV, SR 510.411) als vertraulich klassifiziert, weshalb 
das ENSI den Zugang gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ verweigere.   

3. Mit Stellungnahme vom 29. April 2013 teilte der Antragsteller dem ENSI mit, dass er an den 
bereits durch das Bundesverwaltungsgericht offengelegten Akten-Abschnitten nicht interessiert 
sei. Er drückte sein Bedauern darüber aus, dass das ENSI seiner Bitte um Unterstützung nach 
Art. 3 Abs. 1 VBGÖ nicht nachgekommen sei, wobei er sein Zugangsgesuch vom 3. April 2013 
gleich selbst präzisierte, indem er zunächst gezielt Einsicht in folgende Akten-Abschnitte 
verlangte: 

− „RSC 09-25, Kernkraftwerk Mühleberg, Probabilistic Safety Assessment, Appendix L: Fire 
Zone Calculations, Revision 0, December 2009: L.6 GENERAL RESULTS, L.7 
CONCLUSIONS, L.8 REFERENCES”; 

− „RSC 04-24, Kernkraftwerk Mühleberg, Probabilistic Safety Assessment, Appendix P: 
Internal Flooding Analysis, Revision 1, August 2009: P.9 INTERNAL FLOODING 
RESULTS, P.10 SUMMARY AND CONCLUSIONS, P.11 REFERENCES”. 

Unter Verweis auf die Botschaft zum BGÖ (BBl 2003 2006) erklärte er sich mit der pauschalen 
Verweigerung des Zugangs nach Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ (Gefährdung der inneren oder 
äusseren Sicherheit der Schweiz) gestützt auf die Klassifizierung als vertraulich nicht 
einverstanden und bat das ENSI um die erforderliche Prüfung der genannten Teile der 
Dokumente.   

4. Mit Anwortschreiben vom 8. Mai 2013 teilte das ENSI dem Antragsteller erneut mit, dass die 
von ihm verlangten Kapitel gemäss Informationsschutzverordnung als vertraulich klassifiziert 
seien. Unabhängig von diesem Klassifizierungsvermerk habe man jedoch überprüft, ob der 
Zugang zu diesen Inhalten nach den Bestimmungen des Öffentlichkeitsgesetzes zu gewähren, 
zu beschränken, aufzuschieben oder zu verweigern sei. Da die Dokumente „sicherungsrele-
vante“ Informationen enthalten würden, sei man zum Schluss gelangt, dass der Zugang nicht 
gewährt werden könne. 

5. Am 16. Mai 2013 reichte der Antragsteller einen Schlichtungsantrag beim Eidgenössischen 
Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Beauftragter) ein. Darin wies er erneut darauf 
hin, dass die pauschale Verweigerung des Zugangs zu den verlangten Dokumenten durch das 
ENSI mit Verweis auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ unzulässig sei. Die verlangten Akten-Abschnitte 
enthielten – so der Antragsteller – „gemäss ihren Überschriften überwiegend Informationen 
summarischen, statistischen Charakters zu nicht willentlich herbeigeführten Störfällen“.  
Weiter könne die Tatsache, dass es sich hierbei um einen „wunden Punkt“ des AKW handle, 
nicht als Begründung für eine Verdunkelung der Fakten herangezogen werden. Es gehe nicht 
an, dass nur die „(relativen) Schoggiseiten“ eines AKW dem Öffentlichkeitsgesetz unterstünden. 
Schliesslich gab der Antragsteller zu bedenken, dass es angesichts der Tatsache, dass bereits 

 

 

 

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viele Informationen zu möglichen Angriffspunkten des AKW auf der Website des ENSI 
zugänglich seien, keinen Sinn mache, entsprechende Informationen nachträglich schützen zu 
wollen.  

6. Am 21. Mai 2013 bestätigte der Beauftragte den Eingang des Schlichtungsantrages und 
verlangte vom ENSI die Einreichung der vom Antragsteller verlangten amtlichen Dokumente 
sowie einer ausführlichen und detailliert begründeten Stellungnahme.  

7. In seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2013 erläuterte das ENSI ausführlich den Hintergrund des 
vorliegend zu beurteilenden Zugangsgesuchs. So habe der Antragsteller bereits am 12. August 
2011 ein Gesuch um Zugang zu denselben Dokumenten gestellt, welches vom ENSI abgelehnt 
worden sei. Die Verweigerung der Herausgabe durch das ENSI sei vom Beauftragten mit 
Empfehlung vom 2. Oktober 2012 gutgeheissen worden. Daraufhin habe der Antragsteller das 
ENSI um Erlass einer entsprechenden Verfügung ersucht, welche am 5. November 2012 
ergangen und in Rechtskraft erwachsen sei.  
Weiter erklärte das ENSI, dass das Verwaltungsrechtspflegeverfahren betreffend die 
Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung des Kernkraftwerks Mühleberg, welches im 
vorangegangenen Zugangsverfahren mit demselben Antragsteller und denselben Dokumenten 
zur Verweigerung des Zugangs geführt hatte, zum jetzigen Zeitpunkt abgeschlossen sei, wobei 
die schriftliche Urteilsbegründung noch ausstehe. Der Antragsteller sei vor diesem Hintergrund 
mit einem neuen Zugangsgesuch vom 3. April 2013 an das ENSI gelangt und habe Zugang zu 
den erwähnten Unterlagen (vgl. Ziffer 3) verlangt mit der Begründung, der bisherige 
Verweigerungsgrund des ENSI sei mit dem Urteil des Bundesgerichts dahingefallen.   

8. Das ENSI hielt schliesslich fest, dass es sich bei den vom Antragsteller mit präzisiertem 
Zugangsgesuch vom 29. April 2013 bezeichneten Dokumenten um Auszüge bzw. Teile jener 
noch umfangreicheren Verfahrensakten handle, welche er bereits mit Zugangsgesuch vom 12. 
August 2011 verlangt hatte. Diese Dokumente seien als vertraulich klassifiziert und Teil des 
Verwaltungsrechtspflegeverfahrens gewesen. Schliesslich wies das ENSI darauf hin, dass 
gemäss Botschaft zum BGÖ (BBl 2003 1989 Ziff. 2.1.3) auch amtliche Dokumente eines 
abgeschlossenen Verfahrens vom sachlichen Geltungsbereich des Öffentlichkeitsgesetzes 
ausgeschlossen seien. 

9. Auf die weiteren Ausführungen des Antragsstellers und des ENSI sowie auf die eingereichten 
Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.  

 

II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: 

A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 

10. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten 
einreichen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt 
oder verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine 
Stellungnahme abgibt.  

11. Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur aufgrund eines schriftlichen 
Schlichtungsantrags tätig.1 Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Person, 

                                                      
1 BBl 2003 2023. 

 

 

 

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die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen hat. Für 
den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss hervorgehen, 
dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag muss innert 
20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht werden. 

12. Der Antragsteller hat ein Zugangsgesuch nach Art. 10 BGÖ beim ENSI eingereicht und eine 
ablehnende Antwort erhalten. Als Teilnehmer an einem vorangegangenen Gesuchsverfahren ist 
er zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. Der Schlichtungsantrag wurde 
formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der 
Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht.  

13. Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder 
allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens im 
Detail obliegt alleine dem Beauftragten.2 

14. Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche 
Lösung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der 
Angelegenheit eine Empfehlung abzugeben.  

B. Materielle Erwägungen  

15. Der Beauftragte prüft nach Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der 
Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ, SR 152.31) die Rechtmässigkeit und die 
Angemessenheit der Beurteilung des Zugangsgesuches durch die Behörde. Er prüft damit im 
Schlichtungsverfahren einerseits beispielsweise, ob die für das Zugangsgesuch zuständige 
Behörde den Begriff des amtlichen Dokumentes (Art. 5 BGÖ) sowie die in Art. 7 f. BGÖ 
vorgesehenen Ausnahmeklauseln oder die Bestimmungen in Bezug auf den Schutz der 
Personendaten (Art. 9 BGÖ) rechtmässig angewendet hat. Andererseits prüft er in jenen 
Bereichen, in denen das Öffentlichkeitsgesetz der Behörde bei der Bearbeitung eines 
Zugangsgesuches einen gewissen Ermessensspielraum verleiht (z.B. Art der Einsichtnahme in 
amtliche Dokumente), ob die von der Behörde gewählte Lösung auf die Umstände des 
jeweiligen Falls abgestimmt und angemessen ist. Dabei kann der Beauftragte entsprechende 
Vorschläge im Rahmen des Schlichtungsverfahrens machen (Art. 12 Abs. 2 VBGÖ) oder 
gegebenenfalls eine Empfehlung erlassen (Art. 14 BGÖ).3 

16. Der Beauftragte hält fest, dass die vorliegend zu beurteilenden amtlichen Dokumente eine 
Teilmenge jener Dokumente bilden, welche der Antragsteller bereits mit Zugangsgesuch vom 
12. August 2011 beim ENSI heraus verlangt hat. Auch dieses vorangegangene Gesuch wurde 
vom ENSI abgelehnt und führte zu einem Schlichtungsverfahren vor dem Beauftragten, 
welches mit der Empfehlung des Beauftragten vom 2. Oktober 2012 und einer Verfügung des 
ENSI vom 5. November 2012 endete. Der damalige Verweigerungsgrund des ENSI, die 
verlangten amtlichen Dokumente seien Teil der Verfahrensakten eines noch laufenden 
Verwaltungsrechtspflegeverfahrens und damit dem sachlichen Geltungsbereich des 
Öffentlichkeitsgesetzes entzogen, ist mit dem Urteil des Bundesgerichts  vom 28. März 2013 
(2C_347/2012 und 2C_357/2012) dahingefallen. Somit ist vorliegend erneut zu prüfen, ob der 
Zugang zu den bezeichneten Dokumenten zu gewähren, zu beschränken oder zu verweigern 
ist. 
 

                                                      
2 BBl 2003 2024. 
3  CHRISTINE GUY-ECABERT, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 13, RZ 8. 

 

 

 

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17. Das ENSI verweigerte in seiner Stellungnahme vom 19. April 2013 dem Antragsteller den 
Zugang zu den bezeichneten Dokumenten gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ (Gefährdung 
der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz) unter Hinweis auf deren Klassifizierung als 
vertraulich gemäss Informationsschutzverordnung. Mit Stellungnahme vom 8. Mai 2013 teilte es 
dem Antragsteller auf dessen präzisiertes Zugangsgesuch hin mit, man habe auch unabhängig 
vom Klassifizierungsvermerk geprüft, ob der Zugang nach den Bestimmungen des 
Öffentlichkeitsgesetzes zu gewähren, zu beschränken, aufzuschieben oder zu verweigern sei. 
Da die Dokumente „sicherungsrelevante“ Informationen enthalten, sei man zum Schluss 
gelangt, dass aufgrund der Ausnahmebestimmung in Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ kein Zugang 
gewährt werden könne.  

18. In seinem Schlichtungsantrag vom 16. Mai 2013 rügte der Antragsteller unter anderem, „die 
pauschale Verweigerung der Akteneinsicht auf Grund der Sicherung (Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ) 
ist unzulässig“. Gemäss Art. 12 Abs. 4 BGÖ muss die Behörde im Falle einer Beschränkung 
oder Verweigerung des Zugangs eine schriftliche, summarisch begründete Stellungnahme 
abgeben. Nach ständiger Praxis des Beauftragten genügt dabei die blosse Zitierung bzw. die 
pauschale Anrufung einer allfälligen Ausnahmebestimmung nicht. Vielmehr muss die Behörde 
ihren Entscheid in einer Weise motivieren, die es der antragstellenden Person erlaubt, diesen 
zumindest in den Grundzügen nachzuvollziehen.4 

19. Das ENSI wies in seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2013 an den Beauftragten darauf hin, 
dass die Frage nach der Zugänglichkeit der erwähnten Dokumente mit Blick auf deren 
sicherheitsrelevanten Inhalt bereits vom Bundesverwaltungsgericht beantwortet wurde.  

20. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Verlaufe des Verwaltungsrechtspflegeverfahrens 
betreffend die Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung für das Kernkraftwerk 
Mühleberg über die Einsicht der Beschwerdeführer (vor Bundesgericht: Beschwerdegegner) in 
Verfahrensakten – von denen die vorliegend zu beurteilenden Dokumente eine Teilmenge 
bilden – zu entscheiden. Mit Zwischenverfügung vom 8. Dezember 2010  (Geschäfts-Nr. 
667/2010) hatte das Gericht das entsprechende Akteneinsichtsgesuch abgewiesen und den 
Beschwerdeführern – unter anderem dem Antragsteller als Kollektiveinsprecher im 
Verwaltungsverfahren – die Einsicht verweigert.   

21. Vorab weist der Beauftragte darauf hin, dass das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen des 
oben erwähnten Verwaltungsrechtspflegeverfahrens, insbesondere in der Zwischenverfügung 
vom 8. Dezember 2010, ein Akteneinsichtsgesuch nach dem Bundesgesetz über das 
Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021) beurteilt hat. Diese 
Verfahren ist abgeschlossen. Somit ist der Verweigerungsgrund des fehlenden sachlichen 
Geltungsbereiches des Öffentlichkeitsgesetzes für Dokumente aus Verfahrensakten  im 
Zusammenhang mit den vorliegend zu beurteilenden Dokumenten dahingefallen (Art. 3 BGÖ). 
Ein allfälliger Zugang zu diesen Dokumenten muss nunmehr nach den Bestimmungen des 
Öffentlichkeitsgesetzes beurteilt werden. Konkret gilt es zu prüfen, ob der Zugang gestützt auf 
die Ausnahmebestimmung in Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ (Gefährdung der inneren oder äusseren 
Sicherheit der Schweiz) verweigert werden kann.  

22. Ob eine Ausnahme gemäss Art. 7 Abs. 1 BGÖ vorliegt, ist nicht abhängig von einer eigentlichen 
Abwägung zwischen den Interessen der Verwaltung an der Geheimhaltung und dem Interesse 
des Gesuchstellers am Zugang. Der Gesetzgeber hat diese Interessenabwägung bereits 
insofern vorweggenommen, als dass er in Art. 7 Abs. 1 BGÖ abschliessend die Fälle der 
überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen aufgezählt hat, welche das öffentliche 

                                                      
4  Siehe Empfehlungen des EDÖB: BFM/Kriterienliste Safe Countries vom 30. Juli 2007, Ziffer II.B.1.; BSV/IV-Checkliste (I) 

vom 16. März 2010, Ziffer II.B.1. sowie BSV/IV-Checkliste (II) vom 16. März 2010, Ziffer II.B.1.  

 

 

 

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Interesse am Zugang überwiegen.5 Der im Öffentlichkeitsgesetz verankerte 
Schutzmechanismus von Geheimhaltungsinteressen nach Art. 7 Abs. 1 BGÖ beruht einzig auf 
dem Bestehen oder Nichtbestehen eines Schadensrisikos. Dabei müssen kumulativ folgende 
zwei Bedingungen vorliegen: Erstens muss das von der Behörde geltend gemachte Interesse 
durch die Offenlegung erheblich beeinträchtigt werden, und zweitens muss ein ernsthaftes 
Risiko bestehen, dass die Beeinträchtigung eintritt.6 Ist eine Beeinträchtigung lediglich denkbar 
oder im Bereich des Möglichen, darf der Zugang nicht verweigert werden.7 Damit die Ausnahme 
wirksam wird, muss der Schaden „nach dem üblichen Lauf der Dinge“ mit hoher 
Wahrscheinlichkeit eintreten.8 Im Zweifelsfall ist der Zugang zu gewähren.9  

23. Im Rahmen der Schadensrisikoprüfung hat der Beauftragte konkret zu prüfen, inwieweit der 
Inhalt der bezeichneten Dokumente tatsächlich eine ernsthafte und wahrscheinliche 
Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz zur Folge hätte (Art. 7 Abs. 1 
Bst. c BGÖ). Eine entsprechende Einschätzung der zu beurteilenden Dokumente kann nicht 
ohne fundierte (v.a.) technische und fachspezifische Kenntnisse vorgenommen werden. 
Insbesondere ist es dem Beauftragten nicht möglich, alleine aufgrund des Inhalts der 
Dokumente abschliessend zu beurteilen, ob bzw. in welchem Masse die darin enthaltenen 
Informationen tatsächlich sicherheitsrelevant sind und demnach nicht veröffentlicht werden 
dürfen. 

24. Auch das Bundesverwaltungsgericht sah sich im erwähnten Verwaltungsrechtspflegeverfahren  
um die Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung des Kernkraftwerks Mühleberg (vgl. 
Ziffer 7) mit der gleichen Schwierigkeit konfrontiert. Im Rahmen der Zwischenverfügung vom 8. 
Dezember 2010 (A-667/2010) befasste es sich mit der Frage, ob einem Akteneinsichtsgesuch 
der Beschwerdeführer (u.a. des Antragstellers als Kollektiveinsprecher) zu diesen und 
zahlreichen weiteren amtlichen Dokumenten allfällige Verweigerungsgründe nach Art. 27 VwVG 
entgegenstehen. Dabei prüfte es schwergewichtig den Ausnahmetatbestand in Art. 27 Abs. 1 
Bst. a VwVG, wonach die Behörde die Einsichtnahme in Akten verweigern darf, wenn 
wesentliche öffentliche Interessen des Bundes oder der Kantone, insbesondere die innere oder 
äussere Sicherheit der Eidgenossenschaft, die Geheimhaltung erfordern.  

25. Wie die Richter festhielten, umfasst der im Vordergrund stehende Begriff der inneren Sicherheit 
der Eidgenossenschaft in erster Linie die Gewährleistung von Ruhe und Ordnung durch Justiz 
und Polizei, namentlich im Rahmen der präventiven und repressiven Gefahrenabwehr und 
Terrorbekämpfung. Dazu gehöre der Schutz wichtiger Infrastrukturanlagen vor Sabotageakten 
oder Terroranschlägen. Bei Kernkraftwerken komme speziell hinzu, dass kriminelle 
Einwirkungen aufgrund der Gefahr einer grossräumigen radioaktiven Verstrahlung 
weitreichende Beeinträchtigungen für grosse Teile der Bevölkerung in den Gebieten rund um 
die Anlage und generell ein hohes Schadenspotential zur Folge hätte.10  

26. Weiter führten die Richter aus, dass das ENSI im Rahmen des Verwaltungsverfahrens in seiner 
Eingabe vom 31. August 2010 einleuchtende Kriterien zur Einstufung von Unterlagen oder 
Teilen davon als sicherungsrelevant definiert habe, weshalb die wesentlichen öffentlichen 
Interessen des Bundes an der Geheimhaltung der vertraulichen Sicherheitsunterlagen in 
genügender Weise aufgezeigt worden seien. Den Stellungnahmen des ENSI als gesetzliche 

                                                      
5  COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 7, RZ 3 und 5.   
6  COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, a.a.O., Art. 7, RZ 4.   
7  COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, a.a.O., Art. 7, RZ 4.   
8  STEPHAN C. BRUNNER, Interessenabwägung im Vordergrund, in: digma 4/2004 S. 163.   
9  COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, a.a.O., Art. 7, RZ 4; STEPHAN C. BRUNNER, a.a.O. S. 163   
10  Zwischenverfügung des BVGer A-667/2010 vom 8. Dezember 2010, E.4.  

 

 

 

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Aufsichtsbehörde – zumindest soweit die öffentlichen Geheimhaltungsinteressen betreffend – 
komme dabei sehr hohes Gewicht zu. Dies gelte vor allem bei der Beurteilung der Frage, 
welche Dokumente sicherheitsrelevant sind.11  

27. Ausserdem gaben sie zu bedenken, dass sich das Bundesverwaltungsgericht bei Fragen der 
Sicherheit bzw. in Belangen, die einen hohen technischen Wissensstand erfordern, selbst bei 
Endurteilen praxisgemäss zurückhalte. Es erachte es als ohne weiteres zulässig, bei der 
Prüfung naturwissenschaftlicher und technischer Fragen auf die Berichte und Stellungnahmen 
der vom Gesetzgeber eingesetzten sachkundigen Instanzen (vorliegend dem ENSI) 
abzustellen. 

28. Im Ergebnis hielt das Bundesverwaltungsgericht folgendes fest: 

„Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die öffentlichen Geheimhaltungsinteressen 
nach Art. 27 Abs. 1 Bst. a VwVG bei den Akten, die gemäss dem Aktenverzeichnis vom 30. 
August 2010 als „vertraulich“ klassifiziert sind, vom ENSI in genügender Dichte und 
überzeugend dargelegt worden sind und sie das gestützt auf Art. 26 Abs. 1 VwVG in Anspruch 
genommene Einsichtsinteresse der Beschwerdeführenden in allen Teilen überwiegen. Deren 
Akteneinsichtsgesuch ist somit in diesem Umfang abzuweisen, und die geforderte Einsicht zu 
verweigern.“12 

29. Der Beauftragte weist darauf hin, dass die Schadensrisikoprüfung im Rahmen von Art. 7 Abs. 1 
Bst. c BGÖ keine eigentliche Abwägung der Interessen der Verwaltung an der Geheimhaltung 
und des Interesses des Gesuchstellers auf Zugang erfordert. Diese Interessenabwägung hat 
der Gesetzgeber bereits vorweggenommen, indem er in Art. 7 Abs. 1 BGÖ abschliessend jene 
Fälle der überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen aufgezählt hat, welche das 
öffentliche Interesse am Zugang überwiegen.13 

30. Anlässlich der vorzunehmenden Schadensrisikoprüfung in Bezug auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ 
ist hingegen eine Beurteilung der Sicherheitsrelevanz der bezeichneten Dokumente 
vorzunehmen und zu prüfen, ob im Falle einer Zugangsgewährung ein ernsthaftes Risiko einer 
Beeinträchtigung der inneren Sicherheit der Schweiz zu befürchten wäre (vgl. Ziffer 22). Diese 
Beurteilung hat das Bundesverwaltungsgericht in der Zwischenverfügung vom 8. Dezember 
2010 für die fraglichen Dokumente jedoch bereits vorweggenommen (vgl. Ziffer 24 ff.), weshalb 
eine erneute und abweichenden Beurteilung der Sicherheitsrelevanz derselben Dokumente 
nach Ansicht des Beauftragten vorliegend ausser Betracht fällt.  

31. Zusammengefasst gelangt der Beauftragte damit zu folgendem Ergebnis:  
Der Verweigerungsgrund nach Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ (Gefährdung der inneren oder 
äusseren Sicherheit der Schweiz) bedingt eine Schadenrisikoprüfung im Einzelfall. Dabei steht 
die Frage, ob bzw. in welchem Umfang die verlangten Dokumente sicherheitsrelevante 
Informationen enthalten, im Zentrum des Interesses. Nach Ansicht des Beauftragten besteht für 
eine Beurteilung dieser Frage in diesem Schlichtungsverfahren kein Raum, da das 
Bundesverwaltungsgericht in seiner Zwischenverfügung vom 8. Dezember 2010 im Rahmen 
des Verwaltungsverfahrens um die Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung des 
Kernkraftwerks Mühleberg die Sicherheitsrelevanz der vorliegend zu beurteilenden Inhalte 
bereits klar bejaht und sich für seine Beurteilung gänzlich auf die Ausführungen des ENSI als 
gesetzliche und sachkundige Aufsichtsbehörde abgestützt hat. Der Beauftragte sieht keinen 
Anlass, von der Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts abzuweichen. Im Ergebnis 

                                                      
11  BVGer, a.a.O., E.4.3 und 4.5. 
12  BVGer, a.a.O., E. 4.11. 
13  COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, a.a.O., Art. 7 RZ 5.   

 

 

 

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erachtet er die Frage der Sicherheitsrelevanz der bezeichneten amtlichen Dokumente 
vorliegend als bereits abschliessend beantwortet. Folglich hat das ENSI dem Antragsteller den 
Zugang zu Recht mit Verweis auf die Ausnahmebestimmung in Art. 7 Abs.1 Bst. c BGÖ in 
Verbindung mit dem Klassifizierungsvermerk verweigert. 

III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und 
Öffentlichkeitsbeauftragte:  

32. Das ENSI hält an seiner Zugangsverweigerung gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Bst. c BGÖ in 
Verbindung mit dem Klassifizierungsvermerk der verlangten Dokumente fest.  

33. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung beim ENSI den 
Erlass einer Verfügung nach Art. 5 VwVG verlangen, wenn er mit der Empfehlung nicht 
einverstanden ist (Art. 15 Abs. 1 BGÖ). 

34. Gegen die Verfügung kann der Antragsteller beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
führen (Art. 16 BGÖ).  

35. Das ENSI stellt dem Beauftragten eine Kopie seiner Verfügung und allfällige Entscheide der 
Beschwerdeinstanzen zu (Art. 13a VBGÖ).  

36. In Analogie zu Art. 22a VwVG stehen gesetzliche Fristen, die nach Tagen bestimmt sind, vom 
15. Juli bis und mit 15. August still. 

37. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am 
Schlichtungsverfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 Abs. 
3 VBGÖ). 

38. Die Empfehlung wird eröffnet: 

- X 
 
- Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI 

Industriestrasse 19 
5200 Brugg 

 
 
 

 
 
Hanspeter Thür 
 
 
 
 

 
 

	I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
	II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung:
	A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ
	B. Materielle Erwägungen

	III. Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte: