# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb10aa72-d756-5ed6-a8fe-32237999b581
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.08.2008 IV 2007/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-15_2008-08-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 13.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2008
Art. 28 Abs. 1 IVG, Art. 28 Abs. 2bis IVG und Art. 28 Abs. 2ter IVG (Fassung 
bis 31.12.2007); Invaliditätsberechnung nach der gemischten Methode. Ist 
eine versicherte Person zu 50% arbeitsunfähig, indem sie bei ganztägiger 
Präsenz nur die halbe Leistung erbringen kann, ergibt sich bei einer 
Teilerwerbstätigkeit von 80% für den Erwerbsteil ein Teilinvaliditätsgrad von 
40% (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. 
August 2008, IV 2007/15).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 13. August 2008

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jakob Ackermann, Jonerhof, Postfach 2044, 

8645 Jona,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a  B.___, geboren 1953, hatte am 22. November 2002 bei einem Autounfall ein HWS-

Distorsionstrauma erlitten. Im September 2003 meldete sie sich zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte berufliche Massnahmen, 

Hilfsmittel und eine Rente (IV-act. 1). Der Arztbericht der Rehabilitationsklinik Valens 

vom 25. September 2003 hielt als Diagnose ein cervicospondylogenes Syndrom mit 

St.n. HWS-Distorsionstrauma und Hypermobilität C4/5 und C6/7 sowie eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit der Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Büroangestellte seit 22. November 2002 fest (IV act. 7). Auch Dr. med. A.___ bestätigte 

am 1. November 2003 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der Versicherten für die 

zuletzt ausgeübte Bürotätigkeit seit Unfalldatum. Es sei eine teilzeitige Arbeit 

anzustreben, bei der die Versicherte den eigenen Rhythmus bestimmen könnte mit 

wechselnden Tätigkeiten an einem ruhigen Arbeitplatz (IV-act. 15). Aufgrund einer 

internen Anfrage hielt Dr. med. C.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) fest, 

schon zur Klärung allfälliger unfallfremder Faktoren sei eine MEDAS-Begutachtung 

notwendig (IV-act. 23).

A.b Vom 13. bis 15. sowie am 20. und 27. Februar 2006 erfolgte eine interdisziplinäre 

Untersuchung (internistisch/rheumatologisch, psychiatrisch, neuropsychologisch und 

neurologisch) der Versicherten bei der MEDAS Ostschweiz. Im Gutachten vom 12. Mai 

2006 hält die MEDAS Ostschweiz als Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit fest: diffuses chronisches Schmerzsyndrom craniocephal und -brachial 

beidseits sowie panvertebral und pectoral mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden 

und dissoziativen Störungen in den Extremitäten und im Gesicht; Angst und 

Depression gemischt, ursprünglich Anpassungsstörung; anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung; Status nach Heckauffahrunfall; stark akzentuierte Persönlichkeit mit 

sensitiv-paranoischen, narzisstischen und histrionischen Zügen; multifaktoriell, 

hauptsächlich durch psychische sowie Schmerzfaktoren bedingte kognitive 

Leistungsschwankungen/ -beeinträchtigungen von leicht bis mittelschwerer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ausprägung. Für körperlich leichtere Tätigkeiten, wie sie 2001 als Datatypistin und 

"Mädchen für alles" ausgeübt worden seien, bestehe eine Einschränkung von 50% 

(ganztags, halbe Leistung). Für die Tätigkeit als Hausfrau in einem Haushalt mit drei 

erwachsenen Personen mit der Möglichkeit, sich bei einzelnen Tätigkeiten helfen zu 

lassen und beliebig Pausen einzuschalten, bestehe nur eine geringe Einschränkung von 

ca. 10% bis maximal 20% (IV-act. 60 S. 15f.). 

A.c  Auf Anfrage der IV-Stelle erklärte die Kantonale Arbeitslosenkasse, dass die 

Versicherte bei ihr in der Zeit vom 17. September 2001 bis 22. November 2002 

(Unfalldatum) für ein Arbeitspensum von 60% angemeldet und auf Stellensuche 

gewesen sei (IV-act. 64). Daraufhin führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der 

Versicherten durch. Im Bericht vom 30. August 2006 qualifizierte sie die Versicherte zu 

60% als Erwerbstätige und zu 40% als Hausfrau (IV-act. 83-3). Im Haushalt ermittelte 

sie eine Einschränkung von 29.45%, woraus sich ein Behinderungsgrad von 11.75% 

ergab (IV-act. 83-7). Mit Vorbescheid vom 22. September 2006 teilte die IV-Stelle der 

Versicherten mit, dass ihr Leistungsbegehren abgewiesen werde, da der 

Invaliditätsgrad 22% betrage (IV-act. 87). Mit Schreiben vom 23. Oktober 2006 liess die 

Versicherte geltend machen, sie sei mit dem vorgesehenen Entscheid nicht 

einverstanden, insbesondere würde sie heute als Gesunde zu 100% einer 

Erwerbstätigkeit nachgehen. Während ihrer Arbeitslosigkeit habe sie den 

Beschäftigungsgrad im Einsatzprogramm von ursprünglich 80% aufgrund einer 

ärztlichen Bescheinigung vorübergehend reduziert. Zu berücksichtigen sei zudem ein 

Leidensabzug von 20%, sodass ein Anspruch auf eine Zweidrittelsrente resultiere. Weil 

der Ehemann seit kurzem schwer erkrankt sei, habe ihre psychische Belastung enorm 

zugenommen. Dieser könne sie zudem im Haushalt nicht mehr entlasten (IV-act. 91).

A.d Mit Verfügung vom 21. November 2006 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der 

Versicherten ab (IV-act. 92).

B.  

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 6. Januar 2007 von 

Rechtsanwalt Jakob Ackermann, Jona, als Vertreter der Versicherten mit dem 

Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin ab 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

15. September 2003 eine ganze evt. eine halbe IV-Rente zu bezahlen, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung verweist der Vertreter der 

Beschwerdeführerin auf Arztzeugnisse des behandelnden Arztes Dr. med. D.___ vom 

11. und 15. Dezember 2006, wonach die Beschwerdeführerin seit dem Auffahrunfall 

vollständig arbeitsunfähig sei. Zudem bestreitet er die Höhe des zumutbaren 

Erwerbseinkommens mit Behinderung, da die Beschwerdeführerin auch bei einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstelle finden könne. Vor ihrer Arbeitslosigkeit 

habe die Beschwerdeführerin ein Jahr zu 100% gearbeitet und dabei ein Einkommen 

von Fr. 57'460.-- erzielt. Sie wäre als Gesunde nach wie vor bereit, zu 100% zu 

arbeiten. Selbst wenn somit von einem Invalideneinkommen von Fr. 23'720.-- 

auszugehen wäre, betrage ihr Invaliditätsgrad 59% (act. G 1).

B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. März 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe seit Jahren nicht mehr 

ein volles Pensum geleistet, auch nicht bei ihrer letzten Arbeitsstelle. Da ihr jüngstes 

Kind seit langem im Mündigkeitsalter sei, erscheine nicht nachvollziehbar, weshalb sie 

nicht weit vor dem Autounfall eine Vollzeitbeschäftigung aufgenommen haben sollte, 

sofern sie dies effektiv gewünscht hätte. Bei der Arbeitslosenversicherung habe sie 

jedenfalls nur eine 60%-Stelle gesucht. Nachdem der Ehemann im Juni 2006 schwer 

erkrankt und seither pflege- und überwachungsbedürtig sei, sei es der 

Beschwerdeführerin auch nicht mehr zumutbar, ein Vollpensum zu leisten. Das 

Ergebnis der Haushaltsabklärung stütze sich in weiten Teilen auf die Darstellung der 

Beschwerdeführerin ab. Die Einschränkung von 29.45% sei daher mit Vorbehalten zu 

würdigen. Die MEDAS Gutachter hätten sie als nicht nachvollziehbar eingestuft und 

eine Einschränkung von 10 bis maximal 20% für plausibel gehalten. Es rechtfertige sich 

damit die Annahme einer Einschränkung von 15% (act. G 4).

B.c Mit Replik vom 24. April 2007 macht der Vertreter der Beschwerdeführerin geltend, 

das MEDAS Gutachten sei widersprüchlich, da es einerseits eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung empfehle, andererseits aber eine psychische 

Störung von Krankheitswert verneine. Die Beschwerdeführerin habe sich schon vor 

dem Unfall um Vollzeitstellen bemüht. Sie habe das Arbeitslosengeld von 80% auf 60% 

reduzieren lassen, um das Sozialsystem nicht zusätzlich zu belasten. Für das 

Einsatzprogramm sei sie zunächst zu 80% gemeldet gewesen. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitszustand des Ehemannes habe sich stabilisiert, so dass ihr eine 80% 

Erwerbstätigkeit durchaus möglich sei. Die Einschränkung der Beschwerdeführerin im 

Haushalt sei mit mindestens 50% zu gewichten (act. G 6). Am 28. April 2007 reicht die 

Beschwerdeführerin ein Arztzeugnis von Dr. med. F.___ Chiropraktiker, vom 26. April 

2007 ein (act. G 8).

B.d Mit Duplik vom 9. Mai 2007 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest 

(act. G 10).

B.e Mit Eingabe vom 25. Juni 2007 reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen 

ein (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin nahm dazu mit Schreiben vom 16. Juli 2007 

Stellung (act. G 14).

Erwägungen:

1.   

1.1  Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung vom 21. November 2006 eingetretenen Sachverhalt 

abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegenddie bis zum 31. Dezember 2007 

geltenden materiellen Bestimmungen anwendbar.

1.2  Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geregelt. Diese Lücke füllt aArt. 28 Abs. 2  des IVG: Es ist darauf abzustellen, in 

welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die 

übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und 

künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; 

SR 831.201]). Die Bestimmung von aArt. 28 Abs. 2  IVG regelt die so genannte 

gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig 

und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind 

der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden 

Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist, 

anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den 

Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung 

ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).

1.3  Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, 

so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG). Um den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 

können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

2.   

Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Invaliditätsbemessung auf das Gutachten 

der MEDAS, wonach die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für körperlich leichte 

Tätigkeiten, wie sie 2001 von ihr als Datatypistin und "Mädchen für alles" ausgeübt 

bis

ter

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

worden seien, zu 50 % eingeschränkt sei. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den 

Standpunkt, sie sei vollumfänglich arbeitsunfähig, wie es Dr. D.___ bescheinige. 

2.1  Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass 

das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf 

allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist. 

Es wurden die Vorakten verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten 

Beschwerden berücksichtigt. Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge – insbesondere dem Zusammenspiel der psychischen 

und der somatischen Elemente – und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

ein. Vor diesem Hintergrund überzeugen auch die darin enthaltenen 

Schlussfolgerungen, namentlich die geschätzte Arbeitsfähigkeit für eine körperlich 

leichte Tätigkeit von 50%, welche ganztags bei halber Leistung verwertbar sei (vgl. IV-

act. 60-16). Das MEDAS-Gutachten erfüllt mithin alle praxisgemässen Kriterien für ein 

beweiskräftiges Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf 

abzustellen ist.

2.2  Die Behauptung des Vertreters der Beschwerdeführerin, wonach das Gutachten 

der MEDAS widersprüchlich sei, wenn es einerseits eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung empfehle, andererseits eine psychische Störung 

von Krankheitswert verneine, ist unzutreffend. Tatsächlich geht das MEDAS-Gutachten 

namentlich aus psychiatrischer Sicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 

50% aus (vgl. IV-act. 60-16).

2.3  Soweit die Beschwerdeführerin sich auf die Arztzeugnisse von Dr. D.___ vom 

11. und 15. Dezember 2006 beruft, in welchen ihr eine ununterbrochene vollständige 

Arbeitsunfähigkeit seit 22. November 2002 bescheinigt wird (act. G 1.3 und 1.4), gilt 

festzuhalten, dass sich Dr. D.___ in seiner Arbeitsunfähigkeitseinschätzung in keiner Art 

und Weise mit dem MEDAS-Gutachten auseinandersetzt. Das ärztliche Zeugnis vom 

15. Dezember 2006 enthält zudem in erster Linie subjektive Angaben der 

Beschwerdeführerin und keine Ergebnisse eigener ärztlicher Untersuchungen. 

Nachdem die Beschwerdeführerin erst seit 7. August 2006 bei Dr. D.___ in ärztlicher 

Behandlung ist, vermag seine rückwirkende Bescheinigung einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit seit 22. November 2002 nicht zu überzeugen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rechtsprechungsgemäss kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder 

Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 

zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen 

Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten abweichenden 

Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden 

Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der 

Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden 

Beurteilung zu führen (Urteil des Eidgenössichen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. März 2006, i.S. 

G., I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). Solche objektiv feststellbare Gesichtspunkte fehlen 

in den Arztzeugnissen von Dr. D.___.

2.4  Auch die weiteren von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztzeugnisse, die 

sich allesamt nicht mit dem umfassenden MEDAS-Gutachten auseinandersetzen und 

die teilweise die vorliegend nicht relevante Zeitspanne nach Erlass der angefochtenen 

Verfügung betreffen, vermögen die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens nicht in 

Zweifel zu ziehen. Auszugehen ist damit bei der Beschwerdeführerin von einer 

Arbeitsfähigkeit von 50% für eine körperlich leichte Tätigkeit ganztags bei halber 

Leistung. 

3.   

3.1  Streitig und zu prüfen ist im Weiteren die Frage, in welchem Umfang die 

Beschwerdeführerin als Gesunde erwerbstätig wäre.

3.2  Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen 

unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen 

sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber 

Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt 

sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 

E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b je mit Hinweisen). Nebst dem 

früheren Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten Person 

und ihre Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu 

berücksichtigen (vgl. Urteil des EVG vom 20. Juni 2003 i.S. A., I 635/02, E. 3.3). Die 

konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der 

allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b mit Hinweis). Zu 

beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher über 

eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder kürzerer Zeit) eingetreten 

ist. Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche Hypothese 

nur ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist andererseits meist bereits durch 

die Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 2. Februar 2006 i.S. L., IV 2005/53, E. 2c).

3.3  Die Beschwerdegegnerin war im Zeitpunkt des Unfalls am 22. November 2002 

arbeitslos. Bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse war sie ab 17. September 2001 

(Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug) für ein Stellenpensum von 60% 

angemeldet (IV-act. 17-1). In ihrem letzten Arbeitsverhältnis bei der G.___ welches 

vom 27. September 2000 bis 14. September 2001 gedauert hatte, war sie im 

Stundenlohn angestellt mit der Verpflichtung, bis zu 42,5 Stunden wöchentlich zu 

arbeiten. Gemäss Kantonaler Arbeitslosenkasse betrug der durchschnittliche 

Beschäftigungsgrad bei der letzten Arbeitsstelle 69.33% (vgl. IV-act. 17-2). Es 

bestehen jedoch keine Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer letzten 

Arbeitsstelle nicht bereit gewesen wäre, entsprechend der vertraglichen Verpflichtung 

ein Vollpensum zu leisten. Wie der Bestätigung des Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrums Rapperswil vom 27. September 2006 zu entnehmen ist, 

reduzierte die Beschwerdeführerin ihren Beschäftigungsgrad im Einsatzprogramm 

H.___ per 2. April 2002 von 80% auf 50%, dies unter anderem gestützt auf eine 

Bescheinigung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. E.___ (vgl. IV-act. 91-4). Daraus 

ergibt sich zum einen, dass die Beschwerdeführerin - obwohl sie nur für ein 

Stellenpensum von 60% Arbeitslosentaggelder bezog - offenbar (zunächst) bereit war, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Umfang von 80% in einem Einsatzprogramm tätig zu sein. Zum anderen zeigt sich, 

dass die Beschwerdeführerin schon vor dem Unfall gesundheitliche Probleme hatte, 

wie dies auch das MEDAS-Gutachten ausdrücklich festhält. So weist denn der 

Psychiater in seinem Untergutachten ausdrücklich darauf hin, dass es aus seiner Sicht 

immer wieder relevante psychische Auffälligkeiten vor dem Schleuderunfall gab. 

Hinweise seien die schulischen Probleme, die vielen Stellenwechsel wie auch der 

längere Unterbruch (der Erwerbstätigkeit), als die Kinder schon gross waren (vgl. IV-

act. 60-29). Das MEDAS-Gutachten hält denn auch bei den Hauptdiagnosen mit 

Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine "stark akzentuierte Persönlichkeit 

mit sensitiv-paranoischen, narzisstischen und histrionischen Zügen, DD: 

Persönlichkeitsstörung mit sensitiv-paranoischen, narzisstischen und histrionischen 

Zügen" fest (IV-act. 60-15). Für die Frage, in welchem Ausmass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde arbeiten würde, kann damit nicht allein 

ausschlaggebend sein, dass sie vor dem Unfall ein Arbeitslosentaggeld für ein 

Stellenpensum von 60% bezog, denn schon vor dem Unfall war die 

Beschwerdeführerin wegen gesundheitlicher Beschwerden in ärztlicher Behandlung 

und zeitweise krankgeschrieben (vgl. UV-act. 1-18). Auch der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin trotz Mündigkeit ihrer Kinder lange Zeit überhaupt nicht 

erwerbtätig war, lässt nicht den Schluss zu, dass sie als Gesunde nur teilweise 

erwerbstätig wäre, nachdem dieses Fernbleiben vom Arbeitsmarkt trotz Mündigkeit der 

Kinder gemäss MEDAS-Gutachten gerade Ausdruck der vorbestehenden 

Persönlichkeitsstörung ist. Die Beschwerdegegnerin macht in ihrer Verfügung 

zusätzlich geltend, nachdem der Ehemann der Beschwerdeführerin kürzlich zwei 

Insulte erlitten habe, wäre der Beschwerdeführerin eine Vollerwerbstätigkeit in 

gesundem Zustand gar nicht mehr möglich. Ob und in welchem Umfang der Ehemann 

der Beschwerdeführerin dauerhaft pflege- und überwachungsbedürftig ist, wurde 

allerdings seitens der Beschwerdegegnerin nicht dokumentiert und auch nicht näher 

abgeklärt. Gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführerin hat sich das Ausmass 

der Pflegeleistungen bereits erheblich reduziert, so dass ihr heute im Gesundheitsfall 

eine Erwerbstätigkeit von 80% möglich wäre. Insgesamt lassen das letzte 

Arbeitsverhältnis mit der Verpflichtung zu einem Vollpensum, die Bereitschaft der 

Beschwerdeführerin, ein Einsatzprogramm zu 80% zu besuchen und die 

ausgewiesenen schon vor dem Unfall bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

es als überwiegend wahrscheinlich erscheinen, dass die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfalle trotz der Erkrankung ihres Ehemannes heute im Umfange von 80% 

erwerbstätig wäre.

3.4  Wie dem MEDAS-Gutachten zu entnehmen ist, kann die Beschwerdeführerin ihre 

Arbeitsfähigkeit von 50% lediglich mit einer Ganztagestätigkeit umsetzen, d.h. sie kann 

aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen in der von ihr geleisteten Arbeitszeit 

lediglich die halbe Leistung erbringen (vgl. IV-act. 60-16 und 60-20). Damit beträgt die 

mögliche Arbeitsfähigkeit bei einem Beschäftigungsgrad von 80% lediglich 40%.

3.5  Sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen ermittelte die 

Beschwerdegegnerin anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 

Statistik und stellte dabei auf die Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und 

repetitive Tätigkeiten) ab. Bezüglich Valideneinkommen macht die Beschwerdeführerin 

geltend, sie habe an der letzten Arbeitsstelle ein jährliches Einkommen von Fr. 

57'460.-- erzielt. Gemäss IK-Auszug betrug das AHV-pflichtige Einkommen der 

Beschwerdeführerin bei der G.___ von September 2000 bis September 2001 allerdings 

nur Fr. 37'447.-- (vgl. act. 73-1). Im Zeitpunkt des Unfalls und damit des Eintritts der 

relevanten Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 60-11 und 60-18) war die 

Beschwerdeführerin bereits seit längerer Zeit arbeitslos. Eine Erhöhung des 

Valideneinkommens aufgrund der zuletzt ausgeübten Tätigkeit würde sich zudem 

prozentual in gleicher Weise auf die Höhe des Invalideneinkommens auswirken, da 

gemäss MEDAS-Gutachten der Beschwerdeführerin die früher ausgeübte Tätigkeit 

weiterhin zumutbar wäre, wenn auch mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Der 

Entscheid der Beschwerdegegnerin, sowohl beim Validen- als auch beim 

Invalideneinkommen auf die LSE abzustellen, erscheint daher sachgerecht. 

Massgebend ist dabei grundsätzlich der Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns im 

November 2003 (BGE 129 V 222). Für das Jahr 2003 liegen keine statistischen 

Erhebungen vor, sodass von den Erhebungen des Jahres 2002 auszugehen ist, unter 

Berücksichtigung einer Nominallohnentwicklung bei Frauen von durchschnittlich 1.7 % 

(Lohnentwicklung 2003, S. 15, sowie T 1.2.93 S. 39). Dies ergibt bei einer 

Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ein durchschnittliches monatliches Einkommen von 

Fr. 3'885.-- (Fr. 3'820.-- x 101.7%) Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen 

wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und einer Teilerwerbstätigkeit von 80% 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beträgt das Valideneinkommen im Jahr 2003 Fr. 38'881.-- (Fr. 3'885.-- x 12 : 40 x 41.7 

x 80%). Da die Beschwerdeführerin während ganztägiger Präsenz nur noch die halbe 

Leistung erbringen kann, entspricht das Invalideneinkommen der Hälfte des 

Valideneinkommens, d.h. einem Betrag von Fr. 19'441.--.

3.6  Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei beim Invalideneinkommen zusätzlich ein 

Leidensabzug von 20% zu berücksichtigen. In der Praxis werden die zur Bestimmung 

des Invalideneinkommens herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, 

die in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, 

wenn sie - unabhängig von der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich 

Beeinträchtigte im Rahmen leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll 

leistungsfähig sind oder wenn weitere persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht 

schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der Abzug vom 

statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale 

auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75).

3.7  Bei der Berechnung des Invalideneinkommens wurde bereits berücksichtigt, dass 

die Beschwerdeführerin auch in einer leichten Tätigkeit nicht mehr voll leistungsfähig 

ist, indem bei ganztägiger Präsenz von einer nur hälftigen Leistungsfähigkeit 

ausgegangen wird. Ein zusätzlicher Leidensabzug ist nicht ausgewiesen. Damit beträgt 

der Invaliditätsgrad im Bereich Erwerbstätigkeit 40% (Fr. 19'441.-- : Fr. 38'881.-- x 0.8).

4.   

Zu prüfen bleibt die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt. Dieser 

Bereich ist gemäss den obenstehenden Erwägungen mit 20% zu gewichten.

4.1  Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich eine Haushaltsabklärung 

vorgenommen, welche eine Einschränkung von 29,45 % ergab. Diese Einschränkung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

legte sie ihrer Verfügung zugrunde. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren macht sie 

nun allerdings mit Hinweis auf das MEDAS-Gutachten geltend, zu berücksichtigen sei 

lediglich eine Einschränkung von 15%. Demgegenüber erachtet sich die 

Beschwerdeführerin im Haushalt zu 50% als eingeschränkt.

4.2  Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, der Abklärungsbericht habe zu Unrecht 

das Vorhandensein eines Geschirrspülautomaten festgehalten, lässt sich daraus nichts 

zu ihren Gunsten ableiten, wurden doch im Abklärungsbericht die Angaben der 

Beschwerdeführerin zur benötigten Zeit für den Bereich Ernährung vollumfänglich 

übernommen (vgl. IV-act. 74-5 und 83-11). Dagegen wurde im Abklärungsbericht eine 

Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen festgehalten, welche aufgrund der 

schweren Erkrankung dem Ehemann ab Sommer 2006 nicht mehr zumutbar ist. Auch 

dem Sohn, der noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung aus dem gemeinsamen 

Haushalt ausgezogen ist, kann ab diesem Zeitpunkt eine solche 

Schadenminderungspflicht nicht mehr angerechnet werden. Selbst wenn jedoch die 

unter der Position Schadenminderung reduzierten Einschränkungen aufgerechnet 

würden (Ernährung: +4.632%; Wohnungspflege: +1.863%; Wäsche und Kleiderpflege: 

+1.629%; vgl. IV-act. 83-5f.), ergäbe sich daraus ab Sommer 2006 lediglich eine 

Einschränkung im Haushalt von 37,6%. Eine Einschränkung von insgesamt 50% im 

Haushalt ist folglich auch im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht 

ausgewiesen, umsomehr als die MEDAS-Gutachter die im Bereich Ernährung und 

Wohnungspflege geltend gemachten hohen Einschränkungen von 40 bzw. 50% weder 

aus somatischer noch aus psychiatrischer Hinsicht als nachvollziehbar erachteten (vgl. 

IV-act. 80). Die Frage, ob bezüglich Einschränkung im Haushalt auf den 

Abklärungsbericht oder auf das Gutachten der MEDAS abzustellen ist, kann jedoch 

offen bleiben: Eine Einschränkung im Haushalt von 29,45% entspricht bei einem 

Haushaltsanteil von 20% einem Invaliditätsgrad von 5.9% (0.2 x 29.45%) und eine 

Einschränkung von 15% einem Invaliditätsgrad von 3% (0.2 x 15%). Auch wenn ab 

Sommer 2006 von einer Einschränkung von 38% auszugehen wäre, betrüge der sich 

daraus ergebende Invaliditätsgrad lediglich 7.6% (0.2 x 38%). Damit beträgt der 

Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin bei einem Teilinvaliditätsgrad von 40% im 

Bereich Erwerb und einem Teilinvaliditätsgrad von 3% bis 7.6% im Bereich Haushalt 

insgesamt minimal 43% bzw. maximal 48%. Die Beschwerdeführerin hat somit in 

jedem Falle Anspruch auf eine Viertelsrente, nicht jedoch auf eine halbe Rente.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.3  Nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem 

Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen war. Gemäss 

MEDAS-Gutachten ist eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ab Unfalldatum 

am 22. November 2002 ausgewiesen. Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

beginnt somit am 1. November 2003. 

5.   

Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen 

und die Verfügung vom 21. November 2006 aufzuheben. Die Beschwerdeführerin hat 

ab 1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente.

6.   

6.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Nachdem die Beschwerdeführerin mit ihrem 

Rechtsbegehren nur teilweise durchgedrungen ist, sind die Kosten den Parteien je 

hälftig aufzuerlegen, der Beschwerdeführerin unter Anrechnung des von ihr bezahlten 

Kostenvorschusses von Fr. 600.--. Der Restbetrag des Kostenvorschusses von Fr. 

300.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 

6.2  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin für ihre Anwaltskosten 

Anspruch auf eine Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG). Gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO) beträgt das Honorar in 

der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im 

konkreten Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer als angemessen. Entsprechend dem teilweisen 

Obsiegen der Beschwerdeführerin ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dieser 

eine Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- (50% von Fr. 3'500.--) zu bezahlen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 

21. November 2006 teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführerin hat ab 

1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.  Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Parteien je zur Hälfte, die 

Beschwerdeführerin unter Anrechnung des von ihr geleisteten Kostenvorschusses von 

Fr. 600.--. Der Restbetrag von Fr. 300.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 1'750.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2008
	Art. 28 Abs. 1 IVG, Art. 28 Abs. 2bis IVG und Art. 28 Abs. 2ter IVG (Fassung bis 31.12.2007); Invaliditätsberechnung nach der gemischten Methode. Ist eine versicherte Person zu 50% arbeitsunfähig, indem sie bei ganztägiger Präsenz nur die halbe Leistung erbringen kann, ergibt sich bei einer Teilerwerbstätigkeit von 80% für den Erwerbsteil ein Teilinvaliditätsgrad von 40% (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2008, IV 2007/15).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:29:58+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen