# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f26e129-7458-5246-bc87-8aab4e6ec210
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.03.2024 LE220021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE220021_2024-03-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LE220021-O/U

damit vereinigt Geschäfts-Nr. LE220022-O

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, 

Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin Dr. S. Janssen 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss und Urteil vom 18. März 2024

in Sachen

A._____,
Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____,
Gesuchsgegner, Erstberufungsbeklagter und Zweitberufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Eheschutz

Berufungen gegen ein Urteil und eine Verfügung des Einzelgerichts im 
summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 3. Januar 2022 
(EE210011-D)

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Rechtsbegehren:

der Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 1 
S. 2 ff.; Urk. 6 Rz. 5; Urk. 9 Rz. 2):

1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Gesuchstellerin zum 
Getrenntleben berechtigt ist.

2. Die Kinder C._____, geb. tt.mm.2014, und D._____, geb. 
tt.mm.2016, seien für die weitere Dauer des Getrenntlebens unter 
die Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. 

3. Der Gesuchsgegner sei zu berechtigen und zu verpflichten, die 
Kinder C._____ und D._____ wie folgt zu betreuen:
 ausserhalb der Kindergarten-/Schulferien in Wochen mit ungera-

der Wochenzahl von Freitag, 12.00 Uhr, bis Montag, Kindergar-
ten-/Schulbeginn, wobei anzuordnen sei, dass für den Fall, dass 
das Wochenende auf Ostern fällt, die Betreuungsverantwortung 
bereits am Donnerstag vor Ostern, 12.00 Uhr, beginnt und bis 
Dienstag nach Ostern, Kindergarten-/Schulbeginn, dauert, und für 
den Fall, dass das Wochenende auf Pfingsten fällt, die Betreu-
ungsverantwortung sich bis Dienstag nach Pfingsten, Kindergar-
ten-/Schulbeginn, verlängert;

 jährlich vom 25. Dezember, 12.00 Uhr, bis 26. Dezember, 
12.00 Uhr; 

 jährlich während fünf Wochen der Kindergarten-/Schulferienwo-
chen, wobei anzuordnen sei, dass die Feriendaten unter den Par-
teien mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen sind und 
im Falle einer Nichteinigung das Entscheidungsrecht bezüglich 
der Aufteilung der Ferien in den Jahren mit gerader Jahreszahl 
der Gesuchstellerin und in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem 
Gesuchsgegner zukommt, jedoch jede Partei berechtigt ist, in den 
Sommerferien mindestens zwei Wochen am Stück mit den Kin-
dern Ferien zu verbringen und die Gesuchstellerin jedes Jahr die 
Kinder vom 24. Dezember, 12.00 Uhr, bis 25. Dezember, 12.00 
Uhr, betreut. 

Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien ein abweichendes 
oder weitergehendes Betreuungs- bzw. Ferienrecht unter altersgemäs-
ser Mitsprache der Kinder von Mal zu Mal unter Berücksichtigung der 
Bedürfnisse und des Wohls aller Beteiligten gegenseitig vereinbaren 
können. 

4. Materiell-rechtliche Auskunftsbegehren
4.1. Es sei der Gesuchsgegner gestützt auf Art. 170 ZGB und unter 

Androhung der Ungehorsamstrafe nach Art. 292 StGB zu ver-
pflichten, innert einer kurzen, vom Gericht anzuberaumenden 
Frist, folgende Auskünfte zu erteilen und Unterlagen zu edieren:

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a) Geschäftsabschluss (Bilanz und Erfolgsrechnung) der Einzelun-
ternehmung E._____ für das Jahr 2020 (so bald vorhanden);

b) sämtliche Kontoblätter der Einzelunternehmung E._____ für die 
Zeit ab 1. Januar 2016 bis heute bzw. bis Entscheiddatum;

c) lückenlose und detaillierte Auszüge zum auf den Gesuchsgegner 
lautenden Firmenkonto bei der Zürcher Kantonalbank, IBAN CH1, 
in welchen alle Zahlungsempfänger und Zahlungszwecke ersicht-
lich sind, für die Zeit ab 1. Januar 2016 bis heute bzw. bis Ent-
scheiddatum;

d) lückenlose und detaillierte Auszüge zu sämtlichen auf den Ge-
suchsgegner lautenden Konti, in welchen alle Zahlungsempfänger 
und Zahlungszwecke ersichtlich sind, jeweils für die Zeit ab 1. Ja-
nuar 2018 bis 31. Oktober 2020 und jeweils mit Vollständigkeits-
erklärung des entsprechenden Finanzinstituts, insbesondere 
(aber nicht nur) von folgenden Konti:
 Zürcher Kantonalbank, Kontokorrent Fremdwährung, IBAN 

CH2;
 Zürcher Kantonalbank, Privatkonto, IBAN CH3;
 Zürcher Kantonalbank, Privatkonto, IBAN CH4.

e) lückenlose Kreditkartenabrechnungen zu allen auf den Namen 
des Gesuchsgegners lautenden Kreditkartenkonti, jeweils für die 
Zeit ab 1. Januar 2018 bis 31. Oktober 2020 und jeweils mit Voll-
ständigkeitserklärung der entsprechenden Kreditkartenfirma, ins-
besondere (aber nicht nur) von der Cembra Money Bank AG, 
Konto-Nr. 5. 

4.2. Im Säumnisfall seien gestützt auf Art. 170 Abs. 2 ZGB die fol-
genden juristischen Personen gerichtlich zur Auskunftserteilung 
zu verpflichten:
 betreffend Antrag Ziff. 4.1. lit. c) und lit. d) die Zürcher Kantonal-

bank, Bahnhofstrasse 9, 8001 Zürich;
 betreffend Antrag Ziff. 4.1. lit. e) die Cembra Money Bank AG, 

Bändliweg 20, 8048 Zürich.
5. Es der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 

den Sohn C._____ monatliche, jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von wie folgt zu 
bezahlen, zahlbar rückwirkend ab 1. November 2020 und für die 
weitere Dauer des Getrenntlebens, unter dem Vorbehalt der ab-
schliessenden Bezifferung nach Auskunftserteilung bzw. Edition 
der vom Gesuchsgegner zu edierenden Urkunden:
 CHF 2'900.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen als Barunter-

halt; 
 CHF 2'130.00 als Betreuungsunterhalt.

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6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
den Sohn D._____ monatliche, jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von wie folgt zu 
bezahlen, zahlbar rückwirkend ab 1. November 2020 und für die 
weitere Dauer des Getrenntlebens, unter dem Vorbehalt der ab-
schliessenden Bezifferung nach Auskunftserteilung bzw. Edition 
der vom Gesuchsgegner zu edierenden Urkunden:
 CHF 2'760.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen als Barunter-

halt;
 CHF 2'130.00 als Betreuungsunterhalt.

7. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
sie persönlich monatliche, jeweils auf den Ersten eines jeden Mo-
nats im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen 
unter dem Vorbehalt der abschliessenden Bezifferung nach Aus-
kunftserteilung bzw. Edition der vom Gesuchsgegner zu edieren-
den Urkunden:
 CHF 4'170.00 rückwirkend ab 1. November 2020 bis 31. März 

2021;
 CHF 5'170.00 vom 1. April 2021 bis 31. März 2022;
 CHF 4'170.00 ab 1. April 2022. 
Für den Fall, dass für die Kinder tiefere Unterhaltsbeiträge, als in Ziff. 
5 und 6 des Eheschutzgesuchs vom 8. Februar 2021 beantragt, festge-
legt werden sollten, sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, entspre-
chend höhere Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin persönlich zu 
bezahlen, und zwar im Betrag der Differenz zwischen
 CHF 14'090.00 pro Monat vom 1. November 2020 bis 31. März 

2021,
 CHF 15'090.00 pro Monat vom 1. April 2021 bis 31. März 2022,
 CHF 14'090.00 pro Monat ab 1. April 2022,
einerseits und den für die Kinder zugesprochenen Unterhaltsbeiträgen 
(exkl. Familienzulagen) andererseits, zahlbar jeweils auf den Ersten ei-
nes jeden Monats im Voraus, unter dem Vorbehalt der abschliessen-
den Bezifferung nach Auskunftserteilung bzw. Edition der vom Ge-
suchsgegner zu edierenden Urkunden.

8. Es sei der Gesuchsgegner zusätzlich zu verpflichten, ausseror-
dentliche Kosten für die Kinder C._____ und D._____ (Kosten für 
kieferorthopädische Behandlungen, Kosten für schulische Förder-
massnahmen etc.) nach Vorlage der entsprechenden Rechnun-
gen zur Hälfte zu übernehmen, soweit nicht Dritte, insbesondere 
Versicherungen, hierfür aufkommen. 

9. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Gesuchsgegner an 
die für die Zeit ab 1. November 2020 rückwirkend festzusetzen-
den Unterhaltsbeiträge für die Kinder und die Gesuchstellerin bis 

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und mit heute (8. Februar 2021) den Betrag von insgesamt 
CHF 25'550.25 bezahlt hat.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-
steuer) zulasten des Gesuchsgegners.

des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers 
(Urk. 10 S. 2 f. und S. 11, Urk. 19 S. 1, Prot. I S. 4, S. 28 und S. 24; sinngemäss):

1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit 1. No-
vember 2020 getrennt leben.

2. Die Obhut über die Kinder C._____ (3.4.2014) und D._____ 
(30.5.2016) kommt beiden Elternteilen gleichermassen zu. Die 
Betreuungsanteile der Mutter umfassen 50%, jene des Vaters 
50%, wobei vorgesehen ist, die Betreuungsanteile wie folgt aufzu-
teilen:
Montag bis Mittwochmittag sowie jedes zweite Wochenende 
(Samstag/Sonntag) beim Vater, restliche Zeit bei der Mutter. Aus-
ser die Erwerbstätigkeit der Mutter würde eine andere Regelung 
nahelegen.

3. Falls der Elternteil, bei dem die Kinder leben, wegen Krankheit 
oder aus anderen wichtigen Gründen vorübergehend nicht in der 
Lage ist, die Betreuung der Kinder sicherzustellen, ist der andere 
Elternteil dafür besorgt.

4. Bezüglich Feiertage und Ferien geltend folgende Betreuungsre-
geln: Es kann auf die Betreuungsregelung von Ziff. 3 der Gesuch-
stellerin verwiesen werden.
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien ein abwei-
chendes oder weitergehendes Betreuungs- und Ferienrecht unter 
altersgemässer Mitsprache der Kinder von Mal zu Mal unter Be-
rücksichtigung der Bedürfnisse und des Wohls aller Beteiligten 
gegenseitig vereinbaren. 

5. Grundsätzlich haben die Eltern alles was die Kinder betrifft ge-
meinsam zu regeln. Angelegenheiten, die alltäglich oder dringlich 
sind oder wenn der andere Elternteil nicht mit vernünftigem Auf-
wand erreichbar ist, entscheidet derjenige Elternteil, der die Kin-
der gerade betreut. 

6. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
die beiden Kinder monatliche, jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge für die Zeit ab 1. November 
2020 von je CHF 750.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen als 
Barunterhalt zu bezahlen, wobei die Gesuchstellerin zu verpflich-
ten ist, daraus sämtliche unabhängig von der aktuellen Betreu-
ungssituation anfallende Kosten (wie Krankenkassenprämien 
etc.) zu bezahlen.

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7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
die beiden Kinder monatliche, jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge für die Zeit ab 1. November 
2020 von je CHF 500.00 für sich persönlich als Betreuungsunter-
halt zu bezahlen.

8. Die Eltern seien zu verpflichten, ausserordentliche Kosten für die 
Kinder C._____ und D._____ (Kosten für kieferorthopädische Be-
handlung, schulische Fördermassnahmen etc.) je zur Hälfte zu 
tragen bzw. zu übernehmen, soweit nicht Dritte, insbesondere 
Versicherungen, dafür aufkommen. 

9. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Gesuchsgeger an die 
für die Zeit ab 1. November 2020 festzusetzenden Unterhaltsbei-
träge für die Kinder und die Gesuchstellern den Betrag von insge-
samt CHF 41'122.61 plus Fr. 2'400.–, welche am 24. März 2021 
bezahlt wurden, bezahlt hat. 

10. Soweit die Gesuchstellerin mehr oder anderes verlangt, seien ihre 
Begehren abzuweisen.

11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7.7% MWSt) zu 
Lasten der Gesuchstellerin.

12. Es sei die Klägerin dazu aufzufordern, Detailauszüge von sämtli-
chen ihrer Konti für die Zeit ab der Heirat bis zum 10. Juni 2021 
zu edieren.

13. Es sei die Gütertrennung per 26. April 2021 anzuordnen. 

Urteil und Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Dielsdorf vom 
3. Januar 2022:

(Urk. 38 S. 76 ff. = Urk. 41 S. 76 ff. = Urk. 54/41 S. 76 ff.)

Es wird verfügt:

1. Das Auskunfts- und Editionsbegehren der Gesuchstellerin wird abgewiesen. 

2. Das Auskunfts- und Editionsbegehren des Gesuchsgegners wird abgewie-

sen. 

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Sodann wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt sind, 

und es wird davon Vormerk genommen, dass sie bereits seit dem 1. Novem-

ber 2020 getrennt leben.

2. Die gemeinsamen Kinder, C._____, geboren am tt.mm.2014, und D._____, 

geboren am tt.mm.2016 werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die 

alternierende Obhut der Parteien gestellt. Sie haben ihren Wohnsitz am je-

weiligen Wohnsitz der Gesuchstellerin. 

3. Die Parteien regeln die Betreuung der gemeinsamen Kinder C._____ und 

D._____ von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall soll Folgendes gelten:

Der Gesuchsgegner ist berechtigt und wird verpflichtet, C._____ und 

D._____ jeweils von Mittwoch, Schulschluss, bis Freitag, 18.00 Uhr, sowie 

jedes zweite Wochenende (ungerade Wochen) von Freitag, 18.00 Uhr, bis 

Montag, Schulbeginn, auf eigene Kosten zu betreuen.

Die Gesuchstellerin ist berechtigt und wird verpflichtet, C._____ und 

D._____ während der übrigen Zeit auf eigene Kosten zu betreuen.

Die Parteien sind zudem berechtigt und werden verpflichtet, C._____ und 

D._____ je während der Hälfte der Schulferien auf eigene Kosten zu sich 

oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Parteien werden verpflichtet, sich 

über die Betreuung während den Ferien jeweils mindestens zwei Monate im 

Voraus abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so kommt das Ent-

scheidungsrecht in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner und 

in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Gesuchstellerin zu.

Ausserdem ist die Gesuchstellerin berechtigt und wird verpflichtet, C._____ 

und D._____ in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (Karfreitag bis 

Ostermontag), am 24. Dezember und über Silvester sowie in Jahren mit un-

gerader Jahreszahl über Pfingsten (Pfingstsamstag bis Pfingstmontag) und 

am 25. Dezember auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu 

nehmen.

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Der Gesuchsgegner ist berechtigt und wird verpflichtet, C._____ und 

D._____ in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Ostern (Karfreitag bis Os-

termontag), am 24. Dezember und über Silvester sowie in Jahren mit gera-

der Jahreszahl über Pfingsten (Pfingstsamstag bis Pfingstmontag) und am 

25. Dezember auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu neh-

men.

4. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der 

Erziehung der gemeinsamen Kinder monatlich im Voraus, jeweils auf den 

Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge an die Gesuchstel-

lerin (zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familien- bzw. Aus-

bildungszulagen) wie folgt zu bezahlen:

Phase I (rückwirkend ab 1. November 2020 bis 31. Januar 2021)

Fr. 4'719.– (davon Fr. 3'461.– Betreuungsunterhalt, Fr. 807.– Barunterhalt 

abzüglich Kinderzulagen, Fr. 451.– Überschussanteil) für D._____;

Fr. 1'258.– (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt, Fr. 807.– Barunterhalt ab-

züglich Kinderzulagen, Fr. 451.– Überschussanteil) für C._____.

Phase II (rückwirkend ab 1. Februar 2021 bis 30. Juni 2022)

Fr. 4'412.– (davon Fr. 3'311.– Betreuungsunterhalt, Fr. 757.– Barunterhalt 

abzüglich Kinderzulagen, Fr. 344.– Überschussanteil) für D._____;

Fr. 1'101.– (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt, Fr. 757.– Barunterhalt ab-

züglich Kinderzulagen, Fr. 344.– Überschussanteil) für C._____.

Phase III (ab 1. Juli 2022)

Fr. 2'331.– (davon Fr. 1'119.– Betreuungsunterhalt, Fr. 787.– Barunterhalt 

abzüglich Kinderzulagen, Fr. 425.– Überschussanteil) für D._____;

Fr. 1'212.– (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt, Fr. 787.– Barunterhalt ab-

züglich Kinderzulagen, Fr. 425.– Überschussanteil) für C._____.

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5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönliche Unter-

haltsbeiträge wie folgt zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ers-

ten eines jeden Monats: 

Phase I (rückwirkend ab 1. November 2020 bis 31. Januar 2021): Fr. 1'801.–

Phase II (rückwirkend ab 1. Februar 2021 bis 30. Juni 2022: Fr. 1'370.–

Phase III (ab 1. Juli 2022): Fr. 1'698.–

6. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Gesuchsgegner an die für die 

Zeit ab 1. November 2020 rückwirkend festgelegten Unterhaltsbeiträge bis 

und mit August 2021 den Betrag von Fr. 64'155.– bezahlt hat. 

7. Es wird festgestellt, dass die Gesuchstellerin die Kosten der gemeinsamen 

Kinder C._____ und D._____ für Krankenkasse KVG und VVG und zusätzli-

che Gesundheitskosten für die Dauer der Phasen I bis III von der Gesuch-

stellerin übernommen werden.

8. Die folgenden finanziellen Grundlagen liegen den Unterhaltszahlungen ge-

mäss den vorstehenden Ziff. 4 bis 7 zugrunde:

a) Einkommen (pro Monat, netto): 

Phase I
- Gesuchstellerin (nicht erwerbstätig): Fr. 0.–

- Gesuchsgegner (100% selbständig erwerbstätig): Fr. 20'166.–

- C._____ (Familienzulagen): Fr. 200.–

- D._____ (Familienzulagen): Fr. 200.–

Phase II
- Gesuchstellerin (nicht erwerbstätig): Fr. 0.–
- Gesuchsgegner (100% selbständig erwerbstätig): Fr. 17'466.–

- C._____ (Familienzulagen): Fr. 200.–

- D._____ (Familienzulagen): Fr. 200.–

Phase III
- Gesuchstellerin (60%-Pensum): Fr. 2'656.–
- Gesuchsgegner (100% selbständig erwerbstätig): Fr. 17'466.–

- C._____ (Familienzulagen): Fr. 200.–

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- D._____ (Familienzulagen): Fr. 200.–

b) Bedarf (pro Monat):

Phase I
- Gesuchstellerin: Fr. 3'444.–

- Gesuchsgegner Fr. 5'030.–

- C._____ (davon Fr. 528.– beim Gesuchsgegner): Fr. 1'535.–

- D._____ (davon Fr. 528.– beim Gesuchsgegner): Fr. 1'535.–

Phase II
- Gesuchstellerin: Fr. 3'294.–

- Gesuchsgegner Fr. 4'730.–

- C._____ (davon Fr. 528.– beim Gesuchsgegner): Fr. 1'485.–

- D._____ (davon Fr. 528.– beim Gesuchsgegner): Fr. 1'485.–

Phase III
- Gesuchstellerin: Fr. 3'758.–

- Gesuchsgegner Fr. 5'230.–

- C._____ (davon Fr. 528.– beim Gesuchsgegner): Fr. 1'515.–

- D._____ (davon Fr. 528.– beim Gesuchsgegner): Fr. 1'515.–

9. Ausserordentliche Kinderkosten (mehr als Fr. 300.– pro Ausgabeposition; 

z.B. Zahnkorrekturen, Kosten für schulische Fördermassnahmen, Schullager 

etc.) übernehmen die Parteien je zur Hälfte, soweit nicht Dritte, insbeson-

dere Versicherungen, für diese Kosten aufkommen. Voraussetzung für die 

hälftige Kostentragung ist, dass sich die Parteien vorgängig über die ausser-

ordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine Einigung zustande, so 

trägt die veranlassende Partei die entsprechende Ausgabe einstweilen al-

lein. Die gerichtliche Geltendmachung der Kostenbeteiligung bleibt vorbehal-

ten.

10. Das Gesuch des Gesuchsgegners um Anordnung der Gütertrennung wird 

abgewiesen. 

11. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 9'000.– festgesetzt und den Parteien je zur 

Hälfte auferlegt. 

12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

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13. [Schriftliche Mitteilung] 

14. [Rechtsmittel]

15. [Rechtsmittel]

Berufungsanträge der Erstberufung:

der Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 40 
S. 2 ff.):

"1. Es sei Dispositiv Ziff. 4 des Urteils aufzuheben und der Beru-
fungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin an den Un-
terhalt und der Erziehung der gemeinsamen Kinder die nachfol-
genden monatlichen, im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeiträge zu-
züglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinder- bzw. Aus-
bildungszulagen zu bezahlen:
rückwirkend ab 1. November 2020 bis 31. Januar 2022:
CHF 6'538.00 (davon CHF 4'251.00 Betreuungsunterhalt, 
CHF 1'287.00 Barunterhalt nach Abzug der Kinderzulage, 
CHF 1'000.00 Überschussanteil) für D._____;
CHF 2'287.00 (davon CHF 1'287.00 Barunterhalt nach Abzug der 
Kinderzulage, CHF 1'000.00 Überschussanteil) für C._____.
ab 1. Februar 2022: 
CHF 3'165.00 (davon CHF 1'578.00 Betreuungsunterhalt, CHF 
1'087.00 Barunterhalt nach Abzug der Kinderzulage, CHF 500.00 
Überschussanteil) für D._____;
CHF 1'587.00 (davon CHF 1'087.00 Barunterhalt nach Abzug der 
Kinderzulage, CHF 500.00 Überschussanteil) für C._____.

2. Es sei Dispositiv Ziff. 5 des Urteils aufzuheben und der Beru-
fungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin persönliche 
Unterhaltsbeiträge von CHF 4'000.00 pro Monat zu bezahlen, 
zahlbar rückwirkend ab 1. November 2020 jeweils im Voraus auf 
den Ersten eines jeden Monats.
Für den Fall, dass für die Kinder tiefere Unterhaltsbeiträge, als in 
Ziff. 1 beantragt, festgelegt werden sollten, sei der Berufungsbe-
klagte zu verpflichten, entsprechend höhere Unterhaltsbeiträge 
für die Berufungsklägerin persönlich zu bezahlen, und zwar im 
Betrag der Differenz zwischen 
- CHF 12'825.00 in der Zeit ab dem 1. November 2020 bis 

31. Januar 2022,
- CHF 8'752.00 in der Zeit ab dem 1. Februar 2022, 

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einerseits und den für die Kinder zugesprochenen Unterhaltsbei-
trägen (exkl. Familienzulagen) andererseits, zahlbar jeweils auf 
den Ersten eines jeden Monats im Voraus. 

3. Es sei Dispositiv Ziff. 8 des Urteils aufzuheben und es seien die fi-
nanziellen Grundlagen, welche die Berufungsinstanz der Unter-
haltsberechnung zugrunde legt, festzuhalten, bzw. den Rügen der 
Berufungsklägerin folgend:
a) Einkommen (pro Monat, netto):

vom 1. November 2020 bis 31. Januar 2021:
- Berufungsklägerin CHF 0.00
- Berufungsbeklagter CHF 27'359.00
- C._____ CHF 200.00
- D._____ CHF 200.00
vom 1. Februar 2021 bis 31. Januar 2022:
- Berufungsklägerin CHF 0.00
- Berufungsbeklagter CHF 24'659.00
- C._____ CHF 200.00
- D._____ CHF 200.00
ab 1. Februar 2022:
- Berufungsklägerin CHF 2'972.00
- Berufungsbeklagter CHF 24'659.00
- C._____ CHF 200.00
- D._____ CHF 200.00

b) Familienrechtliches Existenzminimum (pro Monat):
vom 1. November 2020 bis 31. Januar 2021:
- Berufungsklägerin CHF 4'251.00
- Berufungsbeklagter CHF 5'064.00
- C._____ CHF 

1'487.00
- D._____ CHF 

1'487.00
vom 1. Februar 2021 bis 31. Januar 2022:
- Berufungsklägerin CHF 4'251.00
- Berufungsbeklagter CHF 4'064.00
- C._____ CHF 

1'487.00

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- D._____ CHF 
1'487.00

ab 1. Februar 2022:
- Berufungsklägerin CHF 4'550.00
- Berufungsbeklagter CHF 4'953.00
- C._____ (davon CHF 393.00 beim Berufungsbeklagten)

CHF 
1'680.00

- D._____ (davon CHF 393.00 beim Berufungsbeklagten)
CHF 

1'680.00
4. Für den Fall, dass die Berufungsinstanz der Auffassung sein 

sollte, dass die Unterhaltsbeiträge nach der einstufig-konkreten 
Methode zu berechnen seien, sei Dispositiv Ziff. 1 der Verfügung 
aufzuheben und der Berufungsbeklagte gestützt auf Art 170 ZGB 
und unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB 
zu verpflichten, innert einer kurzen, vom Gericht anzuberaumen-
den Frist, folgende Auskünfte zu erteilen und Unterlagen zu edie-
ren:
a) sämtliche Kontoblätter zum Konto "… Privat" der Buchhal-

tung der Einzelunternehmung E._____ für die Zeit vom 
1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 sowie vom 1. Januar 
2021 bis heute bzw. bis Entscheiddatum;

b) lückenlose und detaillierte Auszüge zum auf den Berufungs-
beklagten lautenden Firmenkonto bei der Zürcher Kantonal-
bank, IBAN CH1, in welchen alle Zahlungsempfänger und 
Zahlungszwecke ersichtlich sind, für die Zeit ab Januar 2016 
bis 31. Oktober 2020;

c) lückenlose Kreditkartenabrechnungen zu allen auf den Na-
men des Berufungsbeklagten lautenden Kreditkartenkonti, 
jeweils für die Zeit ab 1. Januar 2018 bis 31. Oktober 2020 
und jeweils mit Vollständigkeitserklärung der entsprechen-
den Kreditkartenfirma, insbesondere (aber nicht nur) von der 
Cembra Money Bank AG, Konto-Nr. 5.

Über den Antrag Ziff. 4 sei in Form eines Teilentscheids zu ent-
scheiden und es sei der Berufungsklägerin nach Vorliegen der 
edierten Urkunden die Gelegenheit einzuräumen, ihre Behauptun-
gen weiter zu substantiieren sowie ihre Anträge betreffend Unter-
haltsbeiträge abschliessend zu beziffern. 
Im Säumnisfall seien gestützt auf Art. 170 Abs. 2 ZGB die folgen-
den juristischen Personen gerichtlich zur Auskunftserteilung zu 
verpflichten:

- 14 -

- betreffend vorstehender Antrag Ziff. 4 lit. b) die Zürcher Kan-
tonalbank, Bahnhofstrasse 9, 8001 Zürich;

- betreffend vorstehender Antrag Ziff. 4 lit. c) die Cembra Mo-
ney Bank AG, Bändliweg 20, 8048 Zürich. 

5. Eventualiter in Bezug auf die vorstehenden Anträge Ziff. 1 bis 4 
seien Dispositiv Ziff. 1 der Verfügung sowie Dispositiv Ziff. 4, 5 
und 8 des Urteils aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-
steuer) zulasten des Berufungsbeklagten."

des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers 
(Urk. 49 S. 2):

"1. Die Berufung der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin sei ab-
zuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7.7% MWSt) zu 
Lasten der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin." 

Berufungsanträge der Zweitberufung:

des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers 
(Urk. 54/40 S. 2):

"1. Ziffern 4, 5 und 8 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts 
Dielsdorf, Einzelrichter, vom 3. Januar 2022 seien aufzuheben.

2. In Gutheissung der Berufung seien die angefochtenen Bestim-
mungen des Dispositivs durch folgende zu ersetzen: 
"4. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, an die Kosten des Unter-
halts und der Erziehung der gemeinsamen Kinder monatlich im 
Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Un-
terhaltsbeiträge an die Gesuchstellerin wie folgt zu bezahlen ab 
1. November 2020:
Für C._____ und D._____ je CHF 1'250.00 (Bar- und Betreuungs-
unterhalt)"
5. (Ersatzlos aufzuheben)

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7.7% MWSt) zu 
Lasten der Gesuchstellerin/Berufungsbeklagten."

der Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten 
(Urk. 54/47 S. 2):

"Es sei die Berufung des Berufungsklägers vollumfänglich abzuweisen;

- 15 -

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) 
zulasten des Berufungsklägers."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Die Parteien sind verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder, C._____, 

geboren am tt.mm.2014, und D._____, geboren am tt.mm.2016. Seit 1. November 

2020 leben die Parteien getrennt (Urk. 41 Dispositiv-Ziffer 1).

2.1. Mit Eingabe vom 8. Februar 2021 machte die Gesuchstellerin, Erstberufungs-

klägerin und Zweitberufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) das vorliegende Ehe-

schutzverfahren bei der Vorinstanz hängig (Urk. 1). Hinsichtlich der Prozessge-

schichte vor Vorinstanz kann auf den vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 38 S. 7 ff. = Urk. 41 S. 7 ff. = Urk. 54/41 S. 7 ff.). Dieser erging am 3. Januar 

2022 in begründeter Form (Urk. 41). 

2.2. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben beide Parteien fristgerecht (Art. 311 

Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO; Urk. 39/1-2, Urk. 40 und Urk. 54/40) Berufung 

und stellten die eingangs wiedergegebenen Anträge. Es wurden zwei Verfahren mit 

den Geschäfts-Nummern LE220021-O und LE220022-O angelegt. Mit Verfügun-

gen vom 7. und 13. April 2022 wurde den Parteien jeweils Frist angesetzt, um den 

Kostenvorschuss in Höhe von je Fr. 6'000.– zu leisten (Urk. 45 und Urk. 54/44). Die 

Kostenvorschüsse wurden innert Frist geleistet (angeheftete Rückscheine zu 

Urk. 45 und Urk. 54/44 sowie Urk. 46 und Urk. 54/45), worauf den Parteien mit Ver-

fügungen vom 16. Mai 2022 jeweils Frist angesetzt wurde, um die Berufungsant-

worten einzureichen (Urk. 47 und Urk. 54/46). Beide Berufungsantworten wurden 

rechtzeitig erstattet (angeheftete Rückscheine zu Urk. 47 und zu Urk. 54/46 sowie 

Urk. 49 und Urk. 54/47), worauf die Verfahren mit Beschlüssen vom 4. Juli 2022 

unter der Geschäfts-Nr. LE220021-O vereinigt wurden und das Berufungsverfahren 

mit der Geschäfts-Nr. LE220022-O als dadurch erledigt abgeschrieben wurde. 

Gleichzeitig wurden die Berufungsantwortschriften der jeweiligen Gegenpartei zur 

Kenntnisnahme zugestellt und wurde die Gesuchstellerin zudem aufgefordert, zum 

Editionsbegehren des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberu-

- 16 -

fungsklägers (fortan Gesuchsgegner) Stellung zu nehmen (Urk. 54/51 und Urk. 55 

f.). In der Zwischenzeit ersuchte der Gesuchsgegner um Fristerstreckung bzw. An-

setzung einer Frist zur Ausübung des Replikrechts (Urk. 57). Dem Begehren wurde 

mit Verfügung vom 15. Juli 2022 nachgekommen (Urk. 58). Mit Verfügung vom 

29. August 2022 wurden die Stellungnahmen (Urk. 60 und Urk. 63) der jeweiligen 

Gegenpartei zugestellt und wurde ihnen Frist angesetzt, um zu den neu eingereich-

ten Unterlagen und neu aufgestellten Behauptungen Stellung zu nehmen (Urk. 66). 

Nach deren Eingang wurde mit Beschluss vom 24. November 2022 über die Editi-

onsbegehren der Parteien entschieden. Der Gesuchstellerin wurde Frist angesetzt, 

um den Auszug ihres Firmenkontos bei der ZKB (Konto Nr. 6) seit 1. Januar 2021 

bis 24. November 2022 einzureichen, dem Gesuchsgegner für die Einreichung von 

Zahlungsbelegen, insbesondere Bankauszügen, betreffend die Mietzinszahlungen 

seiner Geschäftsliegenschaft ab Januar 2022 bis 24. November 2022. Im Übrigen 

wurden die Editionsbegehren als gegenstandslos geworden abgeschrieben bzw. 

abgewiesen (Urk. 75 S. 7). Nach Einreichung der einzureichenden Unterlagen 

samt erläuternden Begleitschreiben und weiteren Unterlagen wurden diese den 

Parteien zugestellt und wurde ihnen Frist zur Stellungnahme eingeräumt (Urk. 75 

ff.). Es folgten weitere Eingaben der Parteien (Urk. 84, Urk. 86, Urk. 91 f., Urk. 96 

und Urk. 99). Mit Verfügung vom 12. Dezember 2023 wurde dem Gesuchsgegner 

die Noveneingabe der Gesuchstellerin vom 4. Dezember 2023 zur freigestellten 

Stellungnahme mit dem Hinweis zugestellt, dass sich das Verfahren hernach als 

spruchreif erweisen werde (Urk. 102). Nach Eingang der freigestellten Stellung-

nahme (Urk. 104) wurde den Parteien mit Verfügung vom 19. Januar 2024 wie an-

gekündigt die Spruchreife und der Übergang des Verfahrens in die Urteilsberatung 

angezeigt (Urk. 107), worauf eine erneute Eingabe des Gesuchsgegners folgte 

(Urk. 108). Aus den letzten beiden Eingaben des Gesuchsgegners ergibt sich 

nichts Entscheidrelevantes, weshalb es sich im Sinne der beförderlichen Verfah-

rensführung rechtfertigt, diese der Gesuchstellerin mit vorliegendem Entscheid zu-

kommen zu lassen.

2.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-39). Das Verfahren er-

weist sich als spruchreif.

- 17 -

II. Prozessuales

1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315 

Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind die Dispositiv-Ziffer 2 der Verfügung und die 

Dispositiv-Ziffern 1 bis 3, 6 und 7 sowie 9 und 10 des Urteils vom 3. Januar 2022 

(Urk. 40 S. 2 ff. und Urk. 54/40 S. 2). Diese Ziffern sind somit in Rechtskraft er-

wachsen, was vorzumerken ist. Bezüglich Dispositiv-Ziffern 11 und 12 (Kosten- und 

Entschädigungsfolgen) erfolgt keine Vormerknahme der (Teil-)Rechtskraft 

(Art. 318 Abs. 3 ZPO).

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der 

schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzei-

gen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als 

fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 

I 93 E. 8.2). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforde-

rungen genügenden Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensichtlichen 

Mängeln – von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen (BGE 142 

III 413 E. 2.2.4).

3. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersuchungs- 

und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von 

Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Ver-

fahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die 

Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbe-

schränkt vorbringen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum Tragen (BGE 144 III 

349 E. 4.2.1; BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 2.2).

- 18 -

III. Materielles 

1. Berechnungsmethode

1.1. Die Vorinstanz stellte fest, dass sich die Parteien in ihrer Argumentation of-

fensichtlich auf unterschiedliche Methoden der Unterhaltsberechnung abgestützt 

hätten. Die Gesuchstellerin habe die Anwendung der zweistufigen Methode mit 

Überschussverteilung beantragt. Der Gesuchsgegner dahingegen habe – wenn 

auch nicht unmissverständlich – für die Anwendung der einstufigen Berechnungs-

methode plädiert. Zur Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen aller Art sei gemäss 

jüngster Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich schweizweit die zwei-

stufige Methode heranzuziehen. Mithin könne das Gericht nur dann von der An-

wendung der zweistufigen Methode absehen, wenn diese im Einzelfall sinnlos 

wäre. In casu sei nicht erkennbar, aus welchem Grund eine Abweichung von der 

Standardmethode angezeigt wäre. Mit Blick auf die Uneinigkeit der Parteien betref-

fend das finanzielle Niveau der ehelichen Lebensführung sowie auf die ohnehin 

schwierige Trennung von privatem und geschäftlichem Aufwand bei selbstständig 

Erwerbstätigen scheine ein Rückgriff auf die zweistufige Methode vielmehr gera-

dezu geboten, da diese die Unterhaltsberechnung im Vergleich zur einstufigen Me-

thode tendenziell erleichtere, was im vorliegenden summarischen Verfahren durch-

aus erwünscht sei. Überdies lasse das Bundesgericht die Anwendung der zweistu-

figen Methode auch bei sehr guten finanziellen Verhältnissen zu. Folglich sei die 

zweistufige Methode anzuwenden. Allfälligen Besonderheiten des vorliegenden 

Einzelfalls – z.B. eine erhebliche Sparquote – würden praxisgemäss bei der Über-

schussverteilung berücksichtigt (Urk. 41 S. 22 f.). 

1.2. Die Gesuchstellerin geht auch im Berufungsverfahren von der zweistufigen 

Methode mit Überschussverteilung aus. Sie stellt für den Fall, dass das hiesige 

Gericht wider Erwarten der Auffassung sein sollte, die Unterhaltsbeiträge nach der 

einstufigen Methode zu berechnen, diverse Editionsbegehren (Urk. 40 S. 4 und 

Rz. 39).

1.3. Der Gesuchsgegner moniert, bei den von der Vorinstanz angenommenen 

Einkommen müsse die einstufige Berechnung zur Anwendung kommen. Der Ge-

- 19 -

suchsgegner halte an seinen in seiner Berufung offerierten Beträgen fest, die er 

angesichts der tatsächlichen Situation und des von den Parteien gelebten Stan-

dards sowie der Eigenversorgungspflichten der Gesuchstellerin für angemessen 

halte (Urk. 49 S. 22).

1.4. In besonderen Situationen, namentlich bei aussergewöhnlich guten Verhält-

nissen, kann gemäss Bundesgericht von der zweistufigen Methode mit Über-

schussverteilung abgewichen oder auch ganz von einer konkreten Rechnung ab-

gesehen werden (BGE 147 III 265 E. 6.6). Die Parteien befinden sich in guten fi-

nanziellen Verhältnissen. Aussergewöhnlich gute Verhältnisse liegen aber nicht 

vor, weshalb sich die Anwendung der einstufigen Methode nicht aufdrängt. Die Me-

thodenwahl der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz stützte ihre 

Methodenwahl zudem nicht nur auf die finanziellen Verhältnisse der Parteien. Auf 

die weiteren Argumente ging der Gesuchsgegner nicht ein. Er kam somit auch sei-

ner Rügeobliegenheit (vgl. E. II.2) nicht nach. Da die zweistufige Methode mit Über-

schussverteilung angewendet wird, fällt das als Eventualbegehren entgegenzuneh-

mende Rechtsbegehren Ziff. 4 der Erstberufung (Urk. 40 S. 4) dahin.

2. Betreuungsumfang des Gesuchsgegners vom 1. November 2020 bis 31. Ja-
nuar 2022

2.1. Zum Betreuungsumfang des Gesuchsgegners erwog die Vorinstanz, es sei 

als erstellt zu betrachten, dass bislang hauptsächlich die Gesuchstellerin für die 

Betreuung der gemeinsamen Kinder verantwortlich gezeichnet habe (Urk. 41 

S. 14). Der Umstand, dass der Gesuchsgegner die Kinder vor der Trennung nicht 

im selben Umfang betreut habe wie die Gesuchstellerin, falle nicht schwer ins Ge-

wicht (Urk. 41 S. 15). Das Gericht erachte es als erstellt, dass die Gesuchstellerin 

bis vor der Trennung als Hauptbezugsperson der beiden Kinder fungiert habe, wo-

mit eine neuerdings alternierende Betreuung für die Kinder zweifellos eine Umstel-

lung bedeute (Urk. 41 S. 17). Zum Grundbetrag in Phase I (1. November 2020 bis 

31. Januar 2021) hielt die Vorinstanz sodann fest, es sei zu berücksichtigen, dass 

die Kinder unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen seien, wobei die 

Parteien die Kinder zu je 50 % betreuen würden (Urk. 41 S. 25). Bei den Fremdbe-

treuungskosten in Phase I wies die Vorinstanz erneut darauf hin, dass dem Ge-

- 20 -

suchsgegner mit diesem Urteil ein Betreuungsanteil von 50 % zugesprochen werde 

(Urk. 41 S. 33). Anlässlich der Parteibefragung vom 26. April 2021 habe der Ge-

suchsgegner erklärt, er sei in seinem Einzelunternehmen zu einem Pensum von 

100 % beschäftigt (Urk. 41 S. 46). Bei der Überschussverteilung in Phase I führte 

die Vorinstanz schliesslich aus, dass der Gesuchsgegner trotz seines Pensums von 

100 % – wenn auch auf eigenes Begehren hin – einen grossen Teil der Kinderbe-

treuung übernehme, weil das Gericht die alternierende Obhut mit hälftigen Betreu-

ungsanteilen anordne (Urk. 41 Rz. 60). 

2.2. Die Gesuchstellerin macht geltend, die Kinder hätten vom 1. November 2020 

bis 31. Januar 2022 unter ihrer alleinigen Obhut gestanden (Urk. 40 Rz. 7 und 

Urk. 54/47 Rz. 29). Der Gesuchsgegner habe im vorinstanzlichen Verfahren aner-

kannt, dass er die Kinder lediglich jedes zweite Wochenende und vereinzelt zusätz-

lich betreut habe. Die Kinder seien nur teilweise und nur in Wochen, in denen der 

Gesuchsgegner kein Betreuungswochenende gehabt habe, am Donnerstagabend 

inklusive Übernachtung beim Gesuchsgegner gewesen. Auch in seiner eigenen 

Berufung habe der Gesuchsgegner ausgeführt, dass die Parteien erst per Februar 

2022 die vom Gericht angeordnete Obhutsteilung vollzogen hätten. Dementspre-

chend habe er auch erst ab Februar 2022 eine tiefere Ansetzung seines Einkom-

mens verlangt (Urk. 40 Rz. 7 und Urk. 60 Rz. 6). Die Obhuts- und Betreuungsan-

teile seien vor Vorinstanz sehr strittig gewesen, weil die Betreuungsanteile seit der 

Trennung dem Gesuchsgegner zu wenig gewesen seien. Auch die Vorinstanz habe 

geschrieben, dass dem Gesuchsgegner "mit diesem Urteil ein Betreuungsanteil 

von 50 % zugesprochen wird". Erst seit Februar 2022 würden die Parteien eine 

alternierende Obhut mit hälftigen Betreuungsanteilen beider Eltern gemäss vorin-

stanzlichem Urteil leben, weil die Gesuchstellerin per 1. Februar 2022 eine Arbeits-

stelle angetreten, den Gesuchsgegner im Januar 2022 darüber informiert und in die 

alternierende Obhut eingewilligt habe (Urk. 40 Rz. 7). Bei den Aufzeichnungen des 

Gesuchsgegners (Urk. 65/5) handle es sich um reine Parteibehauptungen, die 

falsch seien und im Widerspruch zu seinen früheren Ausführungen und Aussagen 

anlässlich der Parteibefragung stehen würden (Urk. 67 Rz. 11). Urk. 11/8 sei ein 

einseitig entworfener Betreuungsvorschlag des Gesuchsgegners, den sie abge-

lehnt habe (Urk. 60 Rz. 6). 

- 21 -

2.3. In der Erstberufungsantwort bestreitet der Gesuchsgegner, dass er in 

Phase I nicht bereits in weitgehendem Umfang Betreuungsaufgaben wahrgenom-

men habe. Von wenigen Ausnahmen abgesehen habe er die Kinder stets von Don-

nerstag (nach Schulschluss) bis Freitagabend betreut, wobei alle 14 Tage die Be-

treuung auch die Wochenenden bis Montag (Schulbeginn) umfasst habe. Wie der 

vor Vorinstanz aufgelegte Betreuungsplan der Parteien (Urk. 11/8) zeige, seien 

sich die Parteien auch zu Beginn der Phase I einig gewesen, dass die Betreuung 

der Kinder durch den Gesuchsgegner im Umfang von 50 % erfolge (Urk. 49 S. 3 f. 

und Urk. 71 S. 3). Die von der Gesuchstellerin angesprochene Uneinigkeit habe 

sich erst nachträglich ergeben, als die Gesuchstellerin plötzlich darauf bestanden 

habe, dass sie nicht nur ad hoc entscheiden wolle, wann die Kinder zusätzlich zur 

Zeit von Donnerstag bis Freitag beim Gesuchsgegner seien, sondern die Kinder 

aus nicht nachvollziehbaren Gründen einen Mittagstisch am Mittwoch hätten besu-

chen sollen, anstatt beim Gesuchsgegner zu essen, der ohnehin für sich gekocht 

habe (Urk. 49 S. 3 f.). Erst im Laufe des Prozesses vor Vorinstanz habe sich die 

Gesuchstellerin nicht mehr an den Betreuungsplan halten wollen und gegen den 

ausdrücklichen Willen der Kinder deren Zeit beim Gesuchsgegner reduziert 

(Urk. 71 S. 3). Der Gesuchsgegner habe seit der Trennung der Parteien per 1. No-

vember 2020 in seiner Agenda jeweils festgehalten, wann die Kinder von ihm be-

treut worden seien (Urk. 63 S. 11).

2.4. Im Gesuch um Eheschutzmassnahmen vom 8. Februar 2021 schrieb die 

Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner habe die Kinder jeweils ausserhalb der Kin-

dergarten-/Schulferien in Wochen mit ungerader Wochenzahl von Freitag, 

12.00 Uhr, bis Montag, Kindergarten-/Schulbeginn, und in Wochen ohne Wochen-

endbesuchsrecht manchmal an einem weiteren Abend ab 18.30 Uhr inklusive 

Übernachtung sowie während fünf Wochen Ferien betreut (Urk. 1 S. 2 und Rz. 9). 

Anlässlich der Parteibefragung vom 26. April 2021 erklärte die Gesuchstellerin, die 

Kinder seien an jedem zweiten Wochenende und unter der Woche nur ab und zu 

zum Gesuchsgegner gegangen (Prot. I S. 19). Der Gesuchsgegner führte in der 

Stellungnahme vom 26. April 2021 aus, auf Wunsch der Gesuchstellerin habe er 

ihr einen schriftlichen Vorschlag (Urk. 11/8) unterbreitet, wie die Betreuung aufge-

teilt werden könne (Urk. 10 S. 8). Mit Bezug der eigenen Wohnung habe die Ge-

- 22 -

suchstellerin wegen finanzieller Motive dem Gesuchsgegner und den Kindern nur 

noch ein minimales Besuchsrecht zugestehen wollen (Urk. 10 S. 9). Der Gesuchs-

gegner sei willens und in der Lage, die beiden Kinder im Umfang von rund 50 % zu 

betreuen, wie dies die Parteien besprochen hätten (Urk. 10 S. 10). Zum Betreu-

ungsplan habe die Gesuchstellerin erklärt, dass sie damit nicht einverstanden sei, 

sondern nur mit einer Betreuung durch den Gesuchsgegner ab Freitagmittag jedes 

zweite Wochenende (Prot. I S. 12). Der Gesuchsgegner bestätigte anlässlich der 

Parteibefragung vom 26. April 2021, dass die Gesuchstellerin mit einer hälftigen 

Betreuung nicht einverstanden gewesen sei (Prot. I S. 22). Er habe die Kinder auch 

jetzt ab und zu bei sich und könne die Arbeitslast auch auf das Wochenende legen 

(Prot. I S. 23). Aus diesen Behauptungen und Parteibefragungen geht eindeutig 

hervor, dass sich die Parteien über die Betreuung der Kinder durch den Gesuchs-

gegner nicht einig waren. Der Betreuungsvorschlag (Urk. 11/8) blieb ein Vorschlag, 

der nicht umgesetzt wurde. Die nun eingereichte Tabelle des Gesuchsgegners 

(Urk. 65/5) steht im Widerspruch zu seiner Aussage, dass er die Kinder "ab und zu" 

bei sich gehabt habe. Zudem liess er ausführen, die Parteien hätten es geschafft, 

weiterhin gemeinsam mit den Kindern Zeit zu verbringen, z.B. am 6., 23. und 

31. Dezember 2020, 31. Januar 2021, 22. und 28. März 2021 sowie 3. und 6. April 

2021 (Urk. 10 S. 5). In der Tabelle des Gesuchsgegners wurden diese Tage über-

wiegend als seine angebliche Betreuungszeit eingezeichnet (Urk. 65/5). Die Ta-

belle erweist sich insgesamt als unglaubhaft. Der Gesuchsgegner verstrickt sich in 

Widersprüche beim Versuch, eine hälftige Betreuung darzulegen. Vielmehr ist da-

von auszugehen, dass seine Betreuungsanteile bis zum 31. Januar 2022 einem 

gerichtsüblichen Besuchsrecht entsprachen und die Kinder unter der alleinigen Ob-

hut der Gesuchstellerin standen (vgl. Andrea Büchler/Sandro Clausen, Das "ge-

richtsübliche" Besuchsrecht, in: FamPra.ch 2020, S. 535 ff., S. 540 ff.).

3. Umfang der Erwerbstätigkeit

3.1. Die Vorinstanz ging in allen drei Phasen von einem 100%-Pensum des Ge-

suchsgegners aus, ohne dies näher zu begründen (Urk. 41 S. 46, S. 64, S. 69 und 

S. 78 f.). Zum Pensum der Gesuchstellerin erwog die Vorinstanz, mit Blick auf die 

günstigen finanziellen Verhältnisse und da die Gesuchstellerin während Jahren 

- 23 -

hauptsächlich für die Kinderbetreuung verantwortlich gezeichnet habe, scheine es 

angemessen, der Gesuchstellerin eine Übergangsfrist zu gewähren, in der sie nicht 

zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verpflichtet sei und ihr folglich auch kein hy-

pothetisches Einkommen angerechnet werde. Wegen der günstigen finanziellen 

Verhältnisse sei diese Übergangsfrist lange zu bemessen, zumal die Gesuchstel-

lerin dem Gericht anlässlich der Parteibefragung vom 26. April 2021 glaubhaft mit-

geteilt habe, dass sie für ihre Zusatzausbildung im Marketingbereich ab April 2021 

ca. 24 bis 25 Stunden in der Woche aufwenden werde (Urk. 41 S. 41 f.). Nach Ab-

schluss der Zusatzausbildung Ende Juni 2022 sei angezeigt, dass die Gesuchstel-

lerin eine Erwerbstätigkeit aufnehme und ihr ein – gegebenenfalls hypothetisches – 

Einkommen angerechnet werde (Urk. 41 S. 43). Vorliegend rechtfertige sich eine 

leichte Abweichung vom Schulstufenmodell, da sich die Parteien die Kinderbetreu-

ung hälftig aufteilten und die Gesuchstellerin somit nicht als hauptbetreuender El-

ternteil zu qualifizieren sei. Folglich sei es angemessen, der Gesuchstellerin ein 

Pensum von 60 % nach Abschluss der zusätzlichen Ausbildung zuzumuten 

(Urk. 41 S. 44).

3.2. Der Gesuchsgegner rügt in der Zweitberufung, dass nicht nachvollziehbar 

sei, weshalb es der Gesuchstellerin zustehen solle, von August 2019 (Einschulung 

des jüngsten Kindes) bis Juni 2022 keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen, nachdem 

sie eine solche bereits im Februar 2019 aus eigenem Antrieb begonnen habe und 

damals nur die Corona-Massnahmen zu einem Unterbruch geführt hätten. Zwi-

schen den Parteien sei immer klar gewesen, dass die Gesuchstellerin wieder eine 

50%-Tätigkeit in ihrem Beruf aufnehme. Die Gesuchstellerin sei auch vor Vorin-

stanz in den Verhandlungen darauf aufmerksam gemacht worden, dass sie auf-

grund des Schulstufenmodells unverzüglich eine Eigenversorgung aufbauen 

müsse (Urk. 54/40 S. 21 f.). Im Hinblick auf die Verhandlung vor Vorinstanz habe 

sich die Gesuchstellerin plötzlich angeblich für einen (Fern-)Kurs eingeschrieben, 

der Basis für eine berufliche Neuorientierung im "Fernmarketing" sein solle. Völlig 

unverständlicherweise wolle die Vorinstanz ein derart missbräuchliches Verhalten 

noch unterstützen. Die Vorinstanz setze sich selber in Widerspruch, indem sie ei-

nerseits ein (zu tiefes) hypothetisches Einkommen der Gesuchstellerin in ihrem an-

gestammten Beruf berechne, sie aber gleichwohl von einer Erwerbstätigkeit ent-

- 24 -

binde, bis dieser angebliche Kurs abgeschlossen sei (Urk. 54/40 S. 23). Der Ge-

suchstellerin sei ab Januar 2022 ein hypothetisches Einkommen anzurechnen 

(Urk. 54/40 S. 24). Weiter hätten die Parteien die Obhutsteilung per Februar 2022 

bereits vollzogen. Der Gesuchsgegner betreue die beiden Kinder sogar in grösse-

rem Umfang, nämlich von Mittwoch, 12.00 Uhr, bis Freitag, 18.00 Uhr, sowie jedes 

zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Montagmorgen, Schulbeginn 

(Urk. 54/40 S. 20). Entsprechend sei das Einkommen des Gesuchsgegners ab Fe-

bruar 2022 ohnehin um mindestens 20 % tiefer anzusetzen, was die Vorinstanz 

nicht berücksichtigt habe. Es sei Willkür, dem Gesuchsgegner ein 100%-Pensum 

aufzuzwingen, der Gesuchstellerin mit gleichem oder sogar geringerem Betreu-

ungsanteil aber nur ein solches von 60 % (Urk. 54/40 S. 21). Der Gesuchsgegner 

argumentierte in der Erstberufungsantwort sodann, dass er bei einer Betreuung der 

Kinder im Umfang von über 50 % auch Anspruch darauf habe, das gleiche Jobpen-

sum wie die Gesuchstellerin zu erfüllen (Urk. 49 S. 14 und S. 16). Auch wenn der 

Gesuchsgegner flexibel in der Zeiteinteilung sei und am Wochenende Arbeiten ver-

richten könne, heisse dies nicht, dass er nebst der Kinderbetreuung nicht auch An-

spruch auf Freizeit habe, wie sie von der Gesuchstellerin beansprucht werde. Alles 

andere wäre eine unhaltbare Ungleichbehandlung der Parteien (Urk. 49 S. 15 und 

Urk. 63 S. 12). Die Gesuchstellerin versuche, die Aussagen des Gesuchsgegners 

zu verdrehen. Seine Aussagen hätten sich offenkundig auf die Situation während 

des Zusammenlebens der Parteien bezogen, denn er habe darauf hingewiesen, 

trotz eines 100%-Jobs dank der Nähe seines Betriebs zum Wohnort mit den Kin-

dern auch während des Tages zusammen gewesen zu sein, v.a. für alle Essens-

zeiten (Urk. 63 S. 11). Der Gesuchsgegner habe die Diskussion über die Koordina-

tion von Arbeit und Kinderbetreuung immer nur so aufgefasst, dass es um die Fle-

xibilität bei der Einteilung bzw. Zuteilung der Betreuungstage gehe. Dabei sei es 

darum gegangen, dass er seinen Beruf auch an Wochenenden ausüben könne. Er 

habe ganz bestimmt nicht erklärt, er wolle und könne 100 % arbeiten und die Kinder 

noch 50 % betreuen (Urk. 71 S. 12). 

3.3. Die Gesuchstellerin entgegnet, die Behauptungen des Gesuchsgegners, 

wonach zwischen den Parteien klar und es ihr Wunsch gewesen sei, wieder eine 

50%-Tätigkeit in ihrem gelernten Beruf aufzunehmen, seien falsch und bestritten. 

- 25 -

Die vom Gesuchsgegner erwähnte Arbeitsstelle der Gesuchstellerin im Februar 

2019 in der Zahnarztpraxis sei unbestrittenermassen für ein 10%-Pensum gewe-

sen. Für die Parteien sei klar gewesen, dass die Gesuchstellerin in den ersten paar 

Jahren nach der Einschulung der Kinder kein oder nur ein geringes Einkommen 

erziele, was aufgrund des sehr hohen Einkommens und des enormen Vermögens 

des Gesuchsgegners auch nicht nötig gewesen sei (Urk. 54/47 Rz. 31). Die Vor-

instanz habe es sinnvoll gefunden, dass die Gesuchstellerin sich weiterbilde. Des-

halb habe die Vorinstanz erst per Juli 2022 die Anrechnung eines hypothetischen 

Einkommens in Aussicht gestellt und eine Übergangsfrist bis zum Abschluss der 

Weiterbildung eingeräumt. Es sei unerfindlich, weshalb der Gesuchsgegner von ei-

ner laufenden angeblichen Übergangsfrist ab August 2019 ausgehe. Die Parteien 

hätten das Getrenntleben unbestrittenermassen am 1. November 2020 aufgenom-

men (Urk. 54/47 Rz. 33). Der Gesuchsgegner betreue die Kinder seit Februar 2022 

nicht in grösserem Umfang, sondern in gleichem Umfang wie die Gesuchstellerin 

(Urk. 54/47 Rz. 29, Urk. 60 Rz. 8 und Urk. 60 Rz. 36). Entgegen den Ausführungen 

des Gesuchsgegners sei sein Einkommen ab Februar 2022 nicht tiefer anzusetzen, 

sondern ihm weiterhin ein Einkommen basierend auf einem Pensum von 100 % 

anzurechnen (Urk. 54/47 Rz. 30). Was der Gesuchsgegner im Zusammenhang mit 

seinem Arbeitspensum vortrage, sei treuwidrig und falsch. Er habe im vorinstanzli-

chen Verfahren mit Blick auf die Übernahme eines Betreuungsanteils von 50 % 

ausdrücklich behauptet, dass er über totale berufliche Flexibilität verfüge, ohne 

dass seine Erwerbstätigkeit eingeschränkt werde, er mithin auch bei einer alternie-

renden Obhut mit gleich grossen Betreuungsanteilen beider Parteien problemlos 

ein Arbeitspensum von 100 % ausüben könne. Darauf sei er zu behaften (Urk. 60 

Rz. 37). Zudem verkenne der Gesuchsgegner, dass ihm die Vorinstanz – allerdings 

zu Unrecht – nicht ein Einkommen für ein 100%-Pensum angerechnet und ein an-

geblich überobligatorisches Einkommen bei der Überschussverteilung berücksich-

tigt habe (Urk. 54/47 Rz. 30).

3.4. Bei der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ist der betroffenen 

Partei eine hinreichende Übergangsfrist einzuräumen, um die rechtlichen Vorgaben 

in die Tat umsetzen zu können. Eine gleichzeitig mit der Trennung einhergehende 

Umgestaltung des Betreuungsmodells würde sich mit dem Kindeswohl schlecht 

- 26 -

vereinbaren lassen. Die Trennung bedeutet für das Kind eine einschneidende Zä-

sur, die zuerst verarbeitet sein will. In Abhängigkeit vom Grad der Wiederaufnahme 

oder Ausdehnung, vom finanziellen Spielraum der Eltern und von weiteren Umstän-

den des Einzelfalls sind Übergangsfristen zu gewähren, die nach Möglichkeit gross-

zügig bemessen werden (BGE 144 III 481 E. 4.6). In der Regel beträgt die Überg-

angsfrist drei bis sechs Monate. Sie beginnt frühestens mit der erstmaligen gericht-

lichen Eröffnung der Umstellungsfrist zu laufen. Nicht ausreichend ist die blosse 

Ankündigung anlässlich einer mündlichen Verhandlung, auch wenn bis zum Ent-

scheid noch mehrere Wochen oder Monate vergehen. Eine rückwirkende Anrech-

nung des hypothetischen Einkommens ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn 

der betroffenen Person ein unredliches Verhalten vorgeworfen werden kann oder 

wenn die geforderte Umstellung in ihren Lebensverhältnissen und das Erfordernis 

eines vermehrten beruflichen Einsatzes für sie vorhersehbar gewesen sind (OGer 

ZH LE220010 vom 17.06.2022, E. C.1.6.). Der erstinstanzliche Entscheid wurde 

der Gesuchstellerin am 23. März 2022 eröffnet (Urk. 39/1), weshalb die ihr einzu-

räumende Übergangsfrist erst an diesem Datum gestartet hätte. Indem sie bereits 

ab Februar 2022 ein Einkommen erzielt, welches das ihr gemäss Vorinstanz hypo-

thetisch anzurechnende Einkommen übersteigt, und angesichts der sehr guten fi-

nanziellen Verhältnisse der Parteien fällt die rückwirkende Anrechnung eines hypo-

thetischen Einkommens ausser Betracht. Das tatsächlich erzielte Einkommen ab 

Februar 2022 gilt es für die Unterhaltsberechnung hingegen zu berücksichtigen.

3.5. Der Betreuungsanteil bei Schulkindern kann ermittelt werden, indem jeder 

Tag in drei Perioden (Morgen, Schulbeginn bis Schulschluss, Abend) unterteilt und 

über 14 Tage berechnet wird, für wie viele der insgesamt 42 Perioden jeder Eltern-

teil verantwortlich ist (BGer 5A_117/2021 vom 9. März 2022, E. 4.4; BGer 

5A_743/2017 vom 22. Mai 2019, E. 2.2). Nach der unangefochtenen Betreuungs-

regelung im Streitfall ergibt sich nach dieser Methode ab Februar 2022 ein Betreu-

ungsanteil des Gesuchsgegners von 51.3 % und ein Betreuungsanteil der Gesuch-

stellerin von 48.7 %, wobei wegen der Wechsel am Mittwochmittag und mitten wäh-

rend des Freitagabends in der zweiten Woche von drei als neutral zu wertenden 

Betreuungsperioden auszugehen und mit 39 Betreuungsperioden zu rechnen ist:

- 27 -

Woche 1 Woche 2

Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So

Morgen M M M V V V V V M M V V M M

Schule M M M/V V V V V M M M/V V V M M

Abend M M V V V V V M M V V V/M M M

Die Betreuungsdifferenz von 2.6 % ist für sich selbst bereits verschwindend klein 

und vernachlässigbar. In casu kommt noch hinzu, dass sich die Parteien eine ab-

weichende Betreuungsregelung von Fall zu Fall vorbehalten haben. Bei dieser Dif-

ferenz handelt es sich somit um eine blosse Scheingenauigkeit, welche die Realität 

nicht zu widerspiegeln vermag. Es ist im Folgenden von einer hälftigen alternieren-

den Obhut der Parteien per Februar 2022 auszugehen. 

3.6.  Das Bundesgericht hat in BGE 144 III 481 das Schulstufenmodell etabliert. 

Gemäss diesem ist dem hauptbetreuenden Elternteil ab der obligatorischen Ein-

schulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50 %, ab dessen Eintritt in 

die Sekundarstufe I eine solche von 80 % und ab dessen Vollendung des 16. Le-

bensjahres ein Vollzeiterwerb zuzumuten (BGE 144 III 481 E. 4.7.6). Bei einer hälf-

tigen alternierenden Obhut ist den Eltern ab der obligatorischen Einschulung des 

jüngsten Kindes rein rechnerisch je eine Erwerbstätigkeit von 75 % zu zuzumuten. 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, handelt es sich beim Schulstufenmodell 

allerdings nur um eine Richtlinie, von der aufgrund pflichtgemässer richterlicher Er-

messensausübung im Einzelfall abgewichen werden darf (OGer ZH LZ220011 vom 

21.11.2022, E. III.4.7; BGE 144 III 481 E. 4.7.9). Bei der Regelbildung hielt das 

Bundesgericht im Zusammenhang mit den kindbezogenen Gründen fest, dass 

keine rein ökonomische Betrachtung im Vordergrund stehe, nach der die Betreu-

ungsform an dem auszurichten wäre, was insgesamt die grösste materielle Wohl-

fahrt verspreche. Vielmehr sei das Kindeswohl im konkreten Einzelfall massgebend 

(BGE 144 III 481 E. 4.7.1). Ungenügend ist indes eine pauschale Begründung, wo-

nach genügend Mittel vorhanden seien, um den Bedarf der Familie zu decken und 

die Anrechnung eines höheren Erwerbspensums nicht angezeigt sei. Dies würde 

auch dem Grundsatz der Ausschöpfung der Eigenversorgungskapazität widerspre-

chen (BGer 5A_42/2020 vom 30. März 2021, E. 5.5.). Bei einer Erwerbstätigkeit 

der Parteien von je 60 % kann zwar der Bedarf der Familie gedeckt und ein Über-

- 28 -

schuss generiert werden. Für den gebührenden Unterhalt würden diesfalls die Mit-

tel jedoch nicht ausreichen. Den Parteien ist deshalb trotz guter finanzieller Verhält-

nisse ab der alternierenden Obhut nicht ein 60%-Pensum zuzugestehen. Bei bei-

den ist von einem 75%-Pensum auszugehen.

4. Phasen der Unterhaltsberechnung

4.1. Zur Festlegung der Phasen ihrer Unterhaltsberechnung erwog die Vorin-

stanz, die Parteien würden seit dem 1. November 2020 getrennt leben. Per 1. Fe-

bruar 2021 habe sich das anrechenbare Einkommen des Gesuchsgegners geän-

dert, da er ab diesem Zeitpunkt wieder Mietzinse für die Geschäftsräume seines 

Einzelunternehmens zu bezahlen gehabt habe. Weiter erachte es das Gericht als 

angebracht, dass die Gesuchstellerin spätestens nach Abschluss ihrer Ausbildung 

per Ende Juni 2022 eine Erwerbstätigkeit im Teilzeitpensum aufnehme. Ab dem 

1. Juli 2022 sei ihr somit ein – gegebenenfalls hypothetisches – Teilzeiteinkommen 

anzurechnen, womit eine weitere Veränderung der Unterhaltsansprüche einher-

gehe. Nach dem Gesagten erscheine es angemessen, die Berechnung der Unter-

haltsbeiträge in folgende drei Phasen aufzuteilen:

 Phase I: 1. November 2020 bis 31. Januar 2021
 Phase II: 1. Februar 2021 bis. 30. Juni 2022
 Phase III: Ab 1. Juli 2022. 

4.2. Die Gesuchstellerin weist in ihrer Berufungsschrift darauf hin, dass sie per 

1. Februar 2022 eine Arbeitsstelle angetreten habe und auch seit diesem Zeitpunkt 

die alternierende Obhut mit hälftigen Betreuungsanteilen beider Parteien gemäss 

dem vorinstanzlichen Urteil gelebt werde. Es sei daher im Berufungsverfahren eine 

neue Phase ab 1. Februar 2022 festzulegen (Urk. 40 Rz. 5).

4.3. Der Gesuchsgegner äusserte sich nicht explizit zu den Phasen.

4.4. Wie zu zeigen sein wird, sind die monatlichen Mietzinse für die Geschäfts-

räumlichkeiten des Einzelunternehmens des Gesuchsgegners nicht erst ab 1. Fe-

bruar 2021, sondern bereits ab dem 1. November 2020 von seinem Einkommen 

aus selbstständiger Erwerbstätigkeit abzuziehen (vgl. E. III.5.3.1.6.). Die vorin-

stanzliche Phase II erweist sich damit als obsolet. Da die Parteien die Kinder seit 

- 29 -

Februar 2022 hälftig betreuen und die Gesuchstellerin seit dann ein Einkommen im 

Rahmen eines 50%-Pensums erzielt, ist ab diesem Zeitpunkt eine Phase II zu bil-

den. Nach einer angemessenen Übergangsfrist hat die Gesuchstellerin ihre Leis-

tungsfähigkeit auszuschöpfen, weshalb davon auszugehen ist, dass sie zusätzlich 

einer 25%-Tätigkeit als Prophylaxeassistentin nachgeht (vgl. E. III.6.2.4. und 

E. III.7.2.). Es ist von folgenden Phasen auszugehen:

 Phase I: 1. November 2020 bis 31. Januar 2022
 Phase II: 1. Februar 2022 bis 30. Juni 2024
 Phase III: Ab 1. Juli 2024.

5. Phase I (1. November 2020 bis 31. Januar 2022)

5.1. Ausgangslage

Beide Parteien anerkennen bzw. erheben keine Rügen gegen das durch die Vor-

instanz berücksichtigte Einkommen der Kinder von je Fr. 200.–, die Höhe der 

Wohnkosten im Haushalt der Gesuchstellerin, der Krankenkassenprämien (KVG 

und VVG), der zusätzlichen Gesundheitskosten, der Kommunikationskosten und 

der Kosten für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung (Urk. 40 und Ukr. 54/40 e 

contrario). Der Gesuchsgegner moniert zwar, dass die Vorinstanz nicht ersichtliche 

Berufskosten der Gesuchstellerin (Mobilitätskosten und auswärtige Verpflegung), 

berufliche Vorsorge und Hobby-Kosten aufgenommen habe (Urk. 54/40 S. 26 f.). 

Die Vorinstanz hat indes – wie die Gesuchstellerin zutreffend ausführt (Urk. 54/47 

Rz. 41 f.) – für sämtliche bemängelte Positionen keinen Betrag im Bedarf einge-

setzt, sondern diese Ausgaben erst für die Überschussverteilung herangezogen 

(Urk. 41 S. 24 f. und S. 61 f.), die unter E. III.5.6. thematisiert wird. Die diesbezüg-

lichen Rügen des Gesuchsgegners erweisen sich auf Bedarfsebene als unbegrün-

det. Die durch die Parteien nicht bemängelten vorinstanzlichen Erwägungen und 

festgesetzten Bedarfsbeträge erscheinen angemessen, weshalb auf diese verwie-

sen werden kann und auch für die hiesige Unterhaltsberechnung von folgenden 

Bedarfspositionen auszugehen ist (Urk. 41 S. 24 f.):

GSin C._____ D._____ GGer

Wohnkosten 1'153.– 576.– 576.– (strittig)

- 30 -

5.2. Einkommen der Gesuchstellerin

5.2.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Gesuchstellerin während der vor-

liegend relevanten Zeitperiode mit der Fotografie höchstens kostendeckende Ein-

nahmen erzielt habe, weshalb in diesem Zusammenhang keine Einkommensan-

rechnung erfolgen könne. Der Gesuchsgegner habe anlässlich der Fortsetzung der 

Hauptverhandlung vom 28. Juni 2021 sinngemäss vorbringen lassen, die Gesuch-

stellerin erziele bereits seit Sommer 2020 ein mehr oder weniger regelmässiges 

Einkommen als selbstständige Fotografin, das ihr entsprechend anzurechnen sei. 

Seitens der Gesuchstellerin sei dies bestritten worden, wobei entweder vorgebracht 

worden sei, man habe mit der Fotografie gar kein oder aber nur ein sehr geringfü-

giges Einkommen erzielt. Trotz dieser Widersprüchlichkeit sei festzustellen, dass 

ein Einkommen der Gesuchstellerin als selbstständige Fotografin nicht belegt sei. 

Ausserdem befinde sich der Gesuchsgegner selber in einem Widerspruch, da er 

anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. April 2021 habe behaupten lassen, die 

Tätigkeit der Gesuchstellerin als Fotografin werde noch während Jahren kein Net-

toeinkommen abwerfen (Urk. 41 S. 42).

5.2.2. Der Gesuchsgegner stellt sich auf den Standpunkt, die Gesuchstellerin prä-

sentiere sich auf LinkedIn ausdrücklich als "selbstständig", mithin um sich beruflich 

auf dem Markt anzubieten. Ebenso habe sie eine aufwändig gestaltete Webseite, 

mit der sie sich als professionelle Fotografin, inklusive professionellem Honorar, 

Krankenkasse (KVG) 258.– 79.– 79.– 243.–

Krankenkasse (VVG) 61.– 28.– 28.– 76.–
Zusätzliche Gesundheits-
kosten 62.– 4.– 4.– 0.–

Mobilitätskosten 0.– 0.– 0.– 0.–

Auswärtige Verpflegung 0.– 0.– 0.– 0.–
Telefon, Radio, TV (inkl. 
Serafe) 195.– 0.– 0.– 150.–

Hausrat- und Privathaft-
pflichtversicherung 47.– 0.– 0.– 23.–

Private Vorsorge 0.– 0.– 0.– 0.–

Hobbys 0.– 0.– 0.– 0.–

Weiterbildungskosten 0.– 0.– 0.– 0.–

- 31 -

anbiete (Urk. 63 S. 16). In den durch die Gesuchstellerin aufgelegten Kontoauszü-

gen würden sich keine Hinweise für eine "Weiterbildung" finden, die ihre Begrün-

dung in einer Erwerbstätigkeit als Fotografin haben könnten. Hinweise auf das treu-

widrige Verhalten der Gesuchstellerin würden sich daraus ergeben, dass Zahlun-

gen an dieses "Ausbildungsinstitut", welche die Vorinstanz zu Recht als nicht be-

achtliche "Weiterbildungskosten" qualifiziert habe, nunmehr aus dem Firmenkonto 

geleistet worden seien und ertragsmindernd gleichwohl wieder in eine Unterhalts-

rechnung einbezogen werden sollen (jeweils Fr. 590.– am 30. Juli 2021 und 25. Au-

gust 2021). Grössere Beträge, die ab diesem Konto überwiesen worden seien, hät-

ten die gesamte Miete für die Privatwohnung (jeweils Fr. 2'545.– bzw. Fr. 2'555.–) 

sowie Kreditkartenrechnungen (z.B. Fr. 1'085.– am 19. Juli 2021), Überweisungen 

an die Gesuchstellerin selbst auf ein anderes Konto (Fr. 1'500.– am 19. Juli 2021) 

oder Pneu-Käufe (Fr. 1'393.75 vom 29. Oktober 2021) betroffen (Urk. 86 Rz. 3). 

Mindestens die geltend gemachten "Weiterbildungskosten" seien der Gesuchstel-

lerin als nicht begründet aufzurechnen. Sie habe deshalb im Jahr 2021 aus ihrer 

selbstständigen Erwerbstätigkeit ein Nettoeinkommen von mindestens Fr. 755.– je 

Monat gehabt, das sie sich anrechnen lassen müsse, zumal der Gesuchsgegner 

über 50 % der Betreuung der Kinder übernommen habe (Urk. 86 Rz. 4). Vor Vor-

instanz habe die Gesuchstellerin geltend gemacht, den ersten bezahlten Fotoauf-

trag im April 2019 erhalten zu haben. Im Jahr 2020 habe sie die Jahresrechnung 

mit einer sinnlosen Lokalmiete belastet, wie die Einnahmen 2021 belegen würden. 

Diese Kosten von rund Fr. 10'000.– würden ihr entsprechend auch nicht mehr an-

fallen, weshalb jede Grundlage fehle, das seit 2021 erzielte Einkommen aus selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit mit einer "Durchschnittsrechnung" mindern zu wollen 

(Urk. 86 Rz. 5).

5.2.3. Die Gesuchstellerin wendet ein, die Fotografie sei ein Hobby, das sie schon 

lange vor der Trennung der Parteien ausgeübt habe (Urk. 67 Rz. 14). In den Aus-

zügen des Firmenkontos habe es zahlreiche Gutschriften des Gesuchsgegners, die 

keine Einnahmen der Gesuchstellerin aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, son-

dern (viel zu tiefe) Zahlungen des Gesuchsgegners an den Unterhalt der Gesuch-

stellerin und der Kinder darstellen würden. Aus dem Jahresabschluss 2021 gehe 

hervor, dass im Jahr 2020 ein Verlust von Fr. 5'793.76 und im Jahr 2021 ein Gewinn 

- 32 -

von Fr. 4'290.64 resultiert hätten. In der Steuererklärung 2021 sei auf Seite 2 der 

Hauptformulare versehentlich ein zu hohes Einkommen aus selbstständiger Er-

werbstätigkeit von Fr. 4'598.– deklariert worden, was die Gesuchstellerin dem Steu-

eramt F._____ am 5. Dezember 2022 mitgeteilt habe. Unterhaltsrechtlich sei der 

Durchschnitt beider Jahre massgebend. Die Gesuchstellerin habe somit unterhalts-

rechtlich kein Einkommen erzielt. Hinzu komme, dass die im Jahr 2021 als Aufwand 

verbuchten AHV/IV/EO-Beiträge von Fr. 158.40 vollumfänglich die Beitragsperiode 

2020 betreffen würden. Die Gesuchstellerin habe für das Jahr 2021 noch keine 

AHV/IV/EO-Beiträge bezahlt und werde somit mit Nachzahlungen für das Jahr 

2021 konfrontiert, was den Gewinn des Jahres 2021 unterhaltsrechtlich entspre-

chend reduziere (Urk. 76 S. 2). Der Gesuchsgegner scheine zu übersehen, dass 

bei einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nicht nur die Einnahmen, sondern auch 

die Ausgaben, inkl. Weiterbildungskosten, und somit die Jahresabschlüsse der Ge-

suchstellerin massgebend und die Bankkontoauszüge von vornherein irrelevant 

seien. Insbesondere treffe nicht zu, dass die Lokalmiete im Jahr 2020 sinnlos ge-

wesen sei und die Weiterbildungskosten nicht zu berücksichtigen seien, zumal die 

Ausbildung im Online-Marketing einen Bezug zur Fotografie aufweise. Die Gesuch-

stellerin habe im Jahr 2021 kein Einkommen als Fotografin von Fr. 755.– pro Monat 

erzielt (Urk. 91 S. 2).

5.2.4. Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung gilt als Einkommen aus selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit der Reingewinn, der entweder als Vermögensstandsge-

winn (Differenz zwischen dem Eigenkapital am Ende des laufenden und am Ende 

des vorangegangenen Geschäftsjahrs) oder als Gewinn in einer ordnungsgemäs-

sen Erfolgsrechnung ausgewiesen wird. Um ein einigermassen zuverlässiges Re-

sultat zu erreichen und um Einkommensschwankungen Rechnung zu tragen, sollte 

auf das Durchschnittsnettoeinkommen mehrerer – in der Regel der letzten drei – 

Jahre abgestellt werden. Auffällige, d.h. besonders gute oder besonders schlechte 

Abschlüsse, können unter Umständen ausser Betracht bleiben (OGer ZH 

LE190021 vom 01.11.2019, E. 3.2.4; BGE 143 III 617 E. 5.1.). Schliesslich ist zu 

berücksichtigen, dass nach dem Schritt in die Selbstständigkeit erfahrungsgemäss 

mit zwei bis drei Jahren zu rechnen ist, bis ein volles Erwerbseinkommen erzielt 

werden kann (BGE 143 III 617 E. 5.4.3). Insbesondere im summarischen Verfahren 

- 33 -

ist zur Ermittlung des Einkommens grundsätzlich auf die Bilanz bzw. die Erfolgs-

rechnung abzustellen (OGer ZH LE190021 vom 01.11.2019, E. 3.2.4.). 

5.2.5. Der vorliegende Fall zeichnet sich durch die Besonderheit aus, dass die 

selbstständige Erwerbstätigkeit nur für zwei Jahre (2020 und 2021) aufgenommen 

wurde (vgl. auch E. III.6.2.4.). Für das Jahr 2020 weist die Gesuchstellerin einen 

Verlust von Fr. 5'793.76 und für das Jahr 2021 einen Gewinn von Fr. 4'290.64 aus 

(Urk. 78/2 und Urk. 77/1). Das Einstiegsjahr in die Selbstständigkeit erweist sich 

meist als herausfordernd, weil mangels Erfahrungswert nur schwer einschätzbar 

ist, welche Einnahmen generiert werden können und welcher Geschäftsaufwand 

gedeckt werden kann. Aus dem Jahresabschluss 2021 geht hervor, dass die Ein-

nahmen in den Jahren 2020 und 2021 mit einer Differenz von rund Fr. 3'680.– re-

lativ nahe beieinander liegen. Es handelt sich bei beiden Jahren somit um keine 

Ausreisser, weshalb für das Einkommen der Gesuchstellerin der Durchschnitt bei-

der Jahre massgebend ist. Nach dem Verlust im Jahr 2020 reagierte die Gesuch-

stellerin und verringerte ihren Geschäftsaufwand im Folgejahr ungefähr in der Höhe 

des Verlusts (Urk. 78/2). Insbesondere verzichtete sie auf die durch den Gesuchs-

gegner kritisierte Lokalmiete, die in der Höhe von durchschnittlich Fr. 810.– pro 

Monat im Jahr 2020 nicht übermässig war und nicht zu beanstanden ist. Entgegen 

der Ansicht des Gesuchsgegners weist die Weiterbildung zur Dipl. Online-Marke-

tingmanager/-in NDS HF einen Bezug zur selbstständigen Berufstätigkeit als Foto-

grafin auf. So wird der Lehrgang als die Weiterbildung im Digitalen Marketing mit 

dem höchsten Praxisbezug "Ich setze um!" angepriesen. Zudem soll der Lehrgang 

viele neue Möglichkeiten des Internets für Marketing, Kommunikation und Verkauf 

bieten (Urk. 8/58). Einerseits bildet die Ausbildung eine solide Grundlage für das 

eigene Marketing und den eigenen Onlineauftritt. Andererseits spielt die Fotografie 

gerade in den sozialen Medien, im Online-Marketing, E-Commerce oder im Event-

management eine grosse Rolle. Der Gewinn von Fr. 4'290.64 im Jahresabschluss 

2021 lässt sich auch anhand der Kontoauszüge und Rechnungen der G._____ 

[Schule] plausibilisieren (Urk. 8/59, Urk. 8/66 und Urk. 78/1): Werden die durch den 

Gesuchsgegner geltend gemachten Privatbezüge und die Unterhaltszahlungen des 

Gesuchsgegners ausgeklammert, gehen aus dem Kontoauszug Einkünfte von rund 

Fr. 10'600.– und Ausgaben von rund Fr. 5'100.– hervor. Hinzu kommen die Kosten 

- 34 -

für das Zertifikat von Fr. 650.–. Insgesamt ergäbe dies gestützt auf die vorhande-

nen Belege einen Gewinn von Fr. 4'850.–. Für die Berechnung des Einkommens 

der Gesuchstellerin kann folglich ohne Weiteres auf den Jahresabschluss 2021 und 

den negativen Durchschnitt der beiden Geschäftsjahre 2020 und 2021 abgestellt 

werden. Die durch den Gesuchsgegner geforderte Edition weiterer Unterlagen 

(Urk. 86 S. 2) ist nicht erforderlich. Das Einkommen der Gesuchstellerin beträgt in 

der Phase I Fr. 0.–.

5.3. Einkommen des Gesuchsgegners

5.3.1. Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit

5.3.1.1. Zum Einkommen des Gesuchsgegners aus selbstständiger Erwerbstätig-

keit hielt die Vorinstanz fest, er beziehe sein Einkommen unbestrittenermassen 

hauptsächlich aus seiner Tätigkeit als Einzelunternehmer. Das Bundesgericht er-

achte den Reingewinn als massgebliche Grösse für die Bezifferung des Einkom-

mens von selbstständig Erwerbstätigen im Rahmen der Unterhaltsberechnung. 

Folglich bilde der durch das Einzelunternehmen erzielte Reingewinn Ausgangs-

punkt der Einkommensberechnung des Gesuchsgegners. Dabei gelte es zu beach-

ten, dass das Einkommen selbstständig Erwerbender gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung durchaus auch anhand der Privatbezüge ermittelt werden könne. 

Die Addition von Nettogewinn und Privatbezügen stufe es hingegen als unzulässig 

ein; mithin würden sich diese beiden Berechnungsansätze gegenseitig ausschlies-

sen. Mit den im Recht liegenden Steuererklärungen 2016 bis 2019 sowie dem Ge-

schäftsabschluss 2020 lasse sich das anrechenbare Einkommen des Gesuchsgeg-

ners ohne Weiteres ermitteln, womit auf genauere Nachforschungen zu Privatbe-

zügen – gerade in diesem summarischen Verfahren – verzichtet werden könne 

(Urk. 41 S. 55 f.). Noch vor der Ermittlung des durchschnittlichen Jahresreinge-

winns sei zu bestimmen, inwiefern die einzelnen Jahresergebnisse noch einer un-

terhaltsrechtlichen Korrektur nach oben bzw. nach unten bedürften. Dies betreffe 

unter anderem den vermeintlich über das Einzelunternehmen an die Gesuchstel-

lerin ausbezahlten Lohn, der gemäss Ausführungen der Gesuchstellerin nie markt-

gerecht gewesen und folglich den Jahresergebnissen anzurechnen sei. Aus den 

Akten würden verschiedene Hinweise hervorgehen, dass diese Behauptung den 

- 35 -

Tatsachen entspreche. So sei evident, dass die Gesuchstellerin auch im Jahr 2021 

noch als Geschäftsaufwand ausgewiesene Vergütungen über das Einzelunterneh-

men erhalten habe, obwohl sie gemäss Arbeitszeugnis des Gesuchsgegners spä-

testens ab Ende 2020 nicht mehr für sein Einzelunternehmen tätig gewesen sei. 

Somit würden berechtigte Zweifel bestehen, ob diese Zahlungen als geschäftsmäs-

sig begründeter Aufwand zu deklarieren seien. Würde dies indes verneint, würde 

es sich dabei um verdeckte Privatbezüge handeln, die im Eheschutzverfahren wie 

oben dargestellt nicht an den Reingewinn anzurechnen wären, sofern das Einkom-

men eines selbstständig Erwerbenden aufgrund von Letzterem bestimmt würde. 

Somit seien diese Zahlungen bei der Ermittlung des Einkommens des Gesuchs-

gegners unbeachtlich (Urk. 41 S. 56). 

Aus den Akten würden die Jahresreingewinne des Einzel-

unternehmens für die Jahre 2016 (Fr. 306'644.–), 2017 (Fr. 308'820.–), 2018 

(Fr. 279'961.–), 2019 (Fr. 161'989.–) und 2020 (Fr. 152'530.–) hervorgehen. So-

dann liege ein Zwischenabschluss für das erste Halbjahr 2021 im Recht, wonach 

der Gewinn in dieser Periode Fr. 703.69 betragen habe. Ob ein Zwischenabschluss 

grundsätzlich in die Berechnung des durchschnittlichen Reingewinns miteinbezo-

gen werden dürfe, müsse nicht beantwortet werden, da sich das Geschäftsjahr 

2021 bei einer Hochrechnung des ersthalbjährlichen Reingewinns auf das Gesamt-

jahr im Vergleich zu den Vorjahren als aussergewöhnlich schlecht ausweise und 

als klarer Ausreisser folglich ausser Acht bleiben müsse. Gleichzeitig biete der er-

wähnte Zwischenabschluss ein Indiz dafür, dass es sich bei den im Vergleich zu 

den Jahren 2016 bis 2018 tiefer ausfallenden Jahresreingewinnen 2019 und 2020 

gerade nicht um Ausreisser handle. Stattdessen ergebe sich das Bild, dass auf drei 

gute Geschäftsjahre zwei verhältnismässig schlechte Geschäftsjahre gefolgt seien 

und sich für 2021 ebenfalls ein schlechtes Jahresergebnis abzeichne. Die Gesuch-

stellerin habe geltend machen lassen, bei den Jahren 2019 und 2020 handle es 

sich um unbeachtliche Ausreisser, ohne dies jedoch ausreichend zu begründen. 

Vielmehr habe sie zuweilen widersprüchlich argumentiert, indem sie einerseits 

habe vorbringen lassen, das Jahr 2020 sei aufgrund der Coronavirus-Pandemie als 

Ausreisser zu qualifizieren, andererseits aber auch habe behaupten lassen, das 

Geschäftsmodell des Einzelunternehmens sei durch ebendiese Coronavirus-Pan-

- 36 -

demie gar nicht betroffen. Dieser allseits vorhandenen Unsicherheit betreffend die 

tatsächliche Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners sei folglich Rechnung zu tra-

gen, indem sowohl die aktenkundigen guten Jahresergebnisse als auch die akten-

kundigen schlechten Jahresergebnisse in die Berechnung des durchschnittlichen 

Jahresreingewinns miteinbezogen würden (Urk. 41 S. 55 f.).

Sodann sei zu berücksichtigen, dass der Gesuchsgegner aufgrund ausseror-

dentlicher Umstände in den hier relevanten Jahren 2016 bis 2020 von einer Miet-

zinssistierung seines Vaters für die Geschäftsräume profitiert habe, weshalb sich 

sein Reingewinn in dieser Zeit ausserordentlich um monatlich Fr. 2'700.– erhöht 

habe. Per Ende 2020 habe der Vater diese Mietzinssistierung wieder aufgehoben. 

Wie aus den Kontoblättern des ersten Halbjahres 2021 hervorgehe, habe der Ge-

suchsgegner den monatlichen Geschäftsmietzins von Fr. 2'700.– indes erst ab Fe-

bruar 2021 wieder bezahlt, womit dieser erst ab diesem Zeitpunkt und somit ab 

Phase II zu berücksichtigen sei (Urk. 41 S. 57). 

Gemäss obigen Ausführungen sei das Erwerbseinkommen des Gesuchsgegners 

in Phase I somit wie folgt zu bemessen (Urk. 41 S. 57): 

2016 2017 2018 2019 2020

Jahresreingewinn 306'644.– 308'820.– 279'961.– 161'989.– 152'530.–

Durchschnittlicher Jahresreingewinn (2016-2020) 241'989.–

Durchschnittliches monatliches Erwerbseinkommen des 
Gesuchstellers in Phase I:

20'166.–

In Phase II reduziere sich der Gewinn des Einzelunternehmens wegen des Endes 

der Mietzinssistierung monatlich um Fr. 2'700.–. Das dem Gesuchsgegner anzu-

rechnende Einkommen betrage folglich noch Fr. 17'466.– (Urk. 41 S. 64).

5.3.1.2. Die Gesuchstellerin führt aus, die Vorinstanz habe in unrichtiger Rechtsan-

wendung erwogen, verdeckte Privatbezüge seien nicht an den Reingewinn anzu-

rechnen (Urk. 40 Rz. 14 und Urk. 54/47 Rz. 49). Die Vorinstanz verkenne, dass 

lediglich offen deklarierte Privatbezüge über das Kontokorrentkonto nicht zum 

- 37 -

Reingewinn hinzugerechnet werden dürften, weil nur ausgewiesene Privatbezüge 

nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand verbucht würden und somit keinen 

Einfluss auf die Erfolgsrechnung hätten. Dies bedeute, dass die im Kontoblatt "… 

Privat" der Buchhaltung des Gesuchsgegners verbuchten Privatbezüge nicht zum 

Reingewinn hinzugerechnet werden dürften. Genau umgekehrt verhalte es sich bei 

verdeckten Privatbezügen. Würden solche Zahlungen als geschäftsmässig begrün-

deter Aufwand verbucht, reduziere sich im entsprechenden Umfang der Gewinn in 

der Erfolgsrechnung (Urk. 40 Rz. 15 und Urk. 54/47 Rz. 50). Das der Gesuchstel-

lerin über fünf Jahre im Durchschnitt ausbezahlte Einkommen betrage 

Fr. 31'420.–, was pro Monat Fr. 2'618.– entspreche. Diesem Betrag habe keine Ge-

genleistung zugrunde gelegen (Urk. 40 Rz. 16 und Urk. 54/47 Rz. 51) bzw. die Ge-

suchstellerin habe jährlich ein paar wenige Einsätze von maximal zwei Stunden für 

einfachste Hilfsarbeiten und letztmals im Jahr 2019 ganz kleine Arbeiten geleistet 

(Urk. 60 Rz. 14). Es handle sich um verdecktes Einkommen des Gesuchsgegners, 

weshalb der Betrag von Fr. 2'618.– pro Monat bei der Ermittlung der Leistungsfä-

higkeit des Gesuchsgegners hinzuzurechnen sei. Dies zeige sich eindrücklich 

daran, dass der Gesuchsgegner sogar noch im Jahr 2021 angebliche Lohnzahlun-

gen an die Gesuchstellerin in seiner Buchhaltung als Geschäftsaufwand ausgewie-

sen habe, obwohl sie auch gemäss Arbeitszeugnis des Gesuchsgegners bei ihm 

ab 31. Dezember 2020 nicht mehr tätig gewesen sei (Urk. 40 Rz. 16, Urk. 54/47 

Rz. 51 und Urk. 60 Rz. 14). Das vom Gesuchsgegner ausgestellte Arbeitszeugnis 

sei zudem unzutreffend (Urk. 60 Rz. 14). In Verletzung des rechtlichen Gehörs sei 

die Vorinstanz mit keinem Wort auf die substantiierten und belegten Ausführungen 

der Gesuchstellerin eingegangen, wonach erstens private Ausgaben als geschäft-

licher Aufwand in der Buchhaltung des Gesuchsgegners verbucht worden seien 

und zweitens weitere, nicht im Konto "… Privat" verbuchte Zahlungen an den Ge-

suchsgegner geflossen seien, wodurch seine Leistungsfähigkeit im entsprechen-

den Umfang erhöht werde. Dies betreffe Zahlungen von mindestens Fr. 6'500.– im 

Jahr 2016, mindestens Fr. 6'818.– im Jahr 2017, mindestens Fr. 27'990.– im Jahr 

2018 und mindestens Fr. 123.– im Jahr 2019, mithin insgesamt mindestens 

Fr. 41'431.– in den Jahren 2016 bis 2019, die dem Gesuchsgegner anzurechnen 

seien. Werde auf den Fünfjahresdurchschnitt der Vorinstanz von 2016 bis 2020 

- 38 -

abgestellt, resultiere ein zusätzliches Einkommen von Fr. 8'286.– pro Jahr bzw. 

Fr. 691.– pro Monat (Urk. 40 Rz. 17 mit Verweis auf Urk. 21 Rz. 5 ff. und Urk. 54/47 

Rz. 52). Die Aufstellungen des Gesuchsgegners zu den Privatbezügen und Ausga-

ben (Urk. 11/7 und Urk. 11/11) seien unbelegt, bestritten und in zeitlicher Hinsicht 

unvollständig. Die Bestätigung der Treuhänderin (Urk. 11/12) sei ein Gefälligkeits-

schreiben ohne Beweiswert. Als Angestellte sei sie nicht unabhängig und der Ge-

suchsgegner und sie seien gut befreundet (Urk. 60 Rz. 26). Zusammenfassend sei 

dem Gesuchsgegner ab 1. November 2020 ein Gesamteinkommen von mindes-

tens Fr. 27'359.– pro Monat anzurechnen, bestehend aus dem von der Vorinstanz 

berechneten durchschnittlichen Gewinn von Fr. 20'166.–, der Anrechnung des an-

geblichen Lohns der Gesuchstellerin von Fr. 2'618.–, den weiteren verdeckten Pri-

vatbezügen von Fr. 691.–, dem Vermögensertrag aus Wertschriften und Guthaben 

von Fr. 2'167.– und den Einkünften aus der Vermietung von Räumlichkeiten im Pri-

vatbesitz von Fr. 1'717.– (Urk. 40 Rz. 22 und Urk. 54/47 Rz. 57). Entgegen dem 

Gesuchsgegner hätten die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Fotografie 

der Gesuchstellerin nicht in der Buchhaltung des Gesuchsgegners verbucht wer-

den dürfen. Die Gesuchstellerin habe nie eine fotografische Dokumentation seiner 

Arbeit offeriert und es sei unbestrittenermassen nie ein solcher Auftrag ausgeführt 

worden. Der fotografische Fokus der Gesuchstellerin habe nicht auf …, sondern 

Menschen gelegen. Der Gesuchsgegner habe bisher auf Werbung verzichtet. In 

seiner Erfolgsrechnung seien denn auch keine Werbekosten enthalten (Urk. 60 

Rz. 28). Ab Februar 2021 sei von einem um Fr. 2'700.– reduzierten Einkommen 

des Gesuchsgegners auszugehen, sofern der vorinstanzlichen Auffassung gefolgt 

würde. Dies sei allerdings völlig unglaubhaft bzw. offensichtlich rein prozesstaktisch 

konstruiert und von der Berufungsinstanz zu prüfen. Es dürfe nicht unbesehen auf 

die Bestätigung seines Vaters und die Kontoblätter abgestellt werden, weil sein Va-

ter ein engstes Familienmitglied sei und es in den Kontoblättern unrichtige Buchun-

gen (z.B. angebliche Lohnzahlungen an die Gesuchstellerin) gebe (Urk. 40 Rz. 23 

und Urk. 54/47 Rz. 58). Ab Februar 2021 habe die Gesuchstellerin trotzdem auf ein 

Einkommen von Fr. 24'659.– pro Monat abgestellt, weil es bei der zugestandenen 

Begrenzung der Überschussanteile auf Fr. 4'000.– für die Gesuchstellerin und 

Fr. 1'000.– bei den Kindern pro Monat keine Rolle spiele (Urk. 40 Rz. 23). 

- 39 -

Den Rügen des Gesuchsgegners in dessen Berufungsschrift hielt die Gesuch-

stellerin entgegen, es entspreche der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass 

eine allfällige Sparquote erst im Rahmen der Überschussverteilung zu berücksich-

tigen sei (Urk. 54/47 Rz. 8). Die Einzahlungen in die Säule 3a der Gesuchstellerin 

seien der Sparquote zuzuweisen (Urk. 54/47 Rz. 18). Zwischen den Kontokorrent-

bezügen und den Mietzinszahlungen bestehe nicht der geringste Zusammenhang. 

Von den Kontokorrentbezügen sei der Betrag von Fr. 32'400.– für die Mietzinszah-

lungen nicht abzuziehen. Die Steuern würden zum Familienbedarf gehören und 

seien daher nicht in Abzug zu bringen (Urk. 54/47 Rz. 20, Rz. 23 und Rz. 26). Es 

sei unbelegt und bestritten, dass die Umsätze in den Jahren 2016 bis 2018 auf-

grund eines lukrativen Auftrags der H._____ AG ausserordentlich gewesen seien 

und dauerhaft von einem über Fr. 100'000.– geringerem Umsatz auszugehen sei 

(Urk. 54/47 Rz. 21 f.). Der Gesuchsgegner habe im Jahr 2018 ohne Berücksichti-

gung der Aufträge der H._____ AG trotzdem hohe Umsätze von Fr. 331'842.40 

(Gesamtumsatz von Fr. 459'291.90 abzüglich Umsätze der H._____ AG von 

Fr. 127'449.50) erzielt. Im Jahr 2019 habe der Umsatz mit Aufträgen der H._____ 

AG Fr. 54'473.50 betragen, was 17.66 % des Gesamtumsatzes von Fr. 308'488.41 

ausmache. Der Gesuchsgegner habe somit offensichtlich viele andere zahlungs-

kräftige Auftraggeber (Urk. 60 Rz. 18). Die gesuchsgegnerischen Berechnungen zu 

seinem Einkommen seien unbelegt und falsch. Er sei ein ausgewiesener Experte 

und verrechne weitaus mehr als branchenübliche Stundenansätze, wobei die Höhe 

der branchenüblichen Stundenansätze mit Nichtwissen bestritten werde (Urk. 60 

Rz. 43). Der Gesuchsgegner habe lediglich drei von ihm ausgewählte Rechnungen 

(Urk. 65/4) eingereicht, was mitnichten seinen üblichen Stundenansatz glaubhaft 

mache (Urk. 67 Rz. 10). Der Gesuchsgegner könne viel mehr als sieben Stunden 

pro Tag verrechnen. Wie in der Jahresrechnung 2021 ersichtlich sei (Personalauf-

wände und Treuhandhonorare), lagere er weiterhin administrative Tätigkeiten aus 

(Urk. 60 Rz. 43). Das vom Gesuchsgegner vorgerechnete Auftragsvolumen von 

Fr. 185'000.– sei offensichtlich aktenwidrig. Die Nettoerlöse von Kunden hätten sich 

gemäss Erfolgsrechnungen des Gesuchsgegners im Jahr 2016 auf Fr. 424'077.63, 

im Jahr 2017 auf Fr. 457'321.62, im Jahr 2018 auf Fr. 459'291.90 und im Jahr 2019 

– bei einem Pensum von deutlich unter 100 % – noch auf Fr. 308'488.41 belaufen. 

- 40 -

Mit einem Pensum von 100 % könne der Gesuchsgegner einen Umsatz von 

Fr. 400'000.– erzielen (Urk. 60 Rz. 44). Die Mitarbeiterin sei in den Jahren 2016 bis 

2021, mithin nicht nur wegen eines Grossauftrags, im Geschäft des Gesuchsgeg-

ners beschäftigt gewesen (Urk. 60 Rz. 41). Sie habe nicht aufgrund eines angebli-

chen Umsatzeinbruches, sondern auf eigenen Wunsch die … [Einzelunterneh-

mung] verlassen (Urk. 54/47 Rz. 21 und Urk. 60 Rz. 41). Der Geschäftsbereich für 

…-arbeiten sei mit Ausbruch des Coronavirus nicht eingebrochen. Die von Berufs-

kollegen und teilweise sehr guten Freunden des Gesuchsgegners eingeholten Stel-

lungnahmen seien reine Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert (Urk. 54/47 

Rz. 21). … seien gerade in Zeiten mit unsicheren Zukunftsaussichten sehr gefragt, 

weil … als attraktive Geldanlagen gelten würden und die Nachfrage für … anhal-

tend hoch sei (Urk. 54/47 Rz. 23). Aus den Buchungsprotokollen des ersten Halb-

jahrs 2021 gehe hervor, dass durchaus Zahlungen langjähriger Auftraggeber im …-

bereich (z.B. I._____ AG, J._____ AG, K._____ AG und L._____ von M._____ AG) 

eingegangen seien (Urk. 60 Rz. 18). Es falle auf, dass im Abschluss für das erste 

Halbjahr 2021 ein angeblicher Gewinn von lediglich Fr. 703.69 ausgewiesen sei, 

im Abschluss für das ganze Jahr 2021 jedoch ein angeblicher Gewinn von 

Fr. 50'303.49 resultiere, mithin fast der gesamte angebliche Gewinn im zweiten 

Halbjahr 2021 generiert worden sei. Hätte es aufgrund der Corona-Pandemie an-

gebliche Einbussen gegeben, so ziehe die Nachfrage offenbar wieder sehr stark an 

(Urk. 60 Rz. 19). Die Jahresrechnung 2021 sei irrelevant, weil das Jahr 2021 ent-

sprechend den unangefochtenen Erwägungen der Vorinstanz als aussergewöhn-

lich schlechtes Jahr ausser Acht bleiben müsse (Urk. 60 Rz. 15). Es sei auch be-

stritten, dass der Jahresabschluss 2021 das tatsächliche Einkommen des Ge-

suchsgegners ausweise, da der Gesuchsgegner geschäftsmässig nicht begründe-

ten Aufwand und private Ausgaben jeweils der Erfolgsrechnung belastet habe. Zu-

dem könne der Gesuchsgegner den Eingang und die Verbuchung von Umsätzen 

selbst steuern. Ein sehr grosser Anteil seiner Kunden bezahle mit Bargeld (Urk. 60 

Rz. 21). Sofern der Gesuchsgegner wider Erwarten ein geringeres Erwerbseinkom-

men als vor der Trennung erzielt habe, wäre dies darauf zurückzuführen, dass er 

absichtlich weniger gearbeitet habe, um im vorliegenden Verfahren ein tieferes Ein-

kommen auszuweisen. Er habe gemäss Erfolgsrechnung auf Werbemassnahmen 

- 41 -

und damit auf die Akquise von Kunden und die Generierung von Umsatz verzichtet 

(Urk. 60 Rz. 22). Dass die Liste der angeblich in Rechnung gestellten Arbeiten und 

Lieferungen per 2022 vollständig sei und der Bruttoumsatz lediglich rund 

Fr. 123'000.– betragen habe, stehe im Widerspruch zu den Zahlungseingängen auf 

dem Geschäftskonto in den Monaten Januar und November 2022 von insgesamt 

Fr. 115'276.45 (Urk. 82/5), da noch mindestens die im November und Dezember 

2022 in Rechnung gestellten Beträge von insgesamt Fr. 41'689.45 (Urk. 82/4) hin-

zukommen würden, was Gesamteinnahmen von Fr. 156'965.90 ergebe. Selbst 

wenn die Zahlungseingänge im Januar 2022 von insgesamt Fr. 6'893.40 als im Jahr 

2021 in Rechnung gestellt betrachtet würden, würde noch ein Umsatz von 

Fr. 150'072.50 resultieren. Zudem seien in beiden Dokumenten (Urk. 82/4 und 

Urk. 82/5) die nicht über das Geschäftskonto geflossenen Einnahmen, u.a. die 

zahlreichen Bargeldzahlungen der Kunden, nicht enthalten (Urk. 84 S. 2).

5.3.1.3. Der Gesuchsgegner rügt in der Zweitberufungsschrift, dass die Vorinstanz 

für die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge einzig den in der Jahresrechnung seines 

Geschäfts ausgewiesenen Gewinn als massgebend erachtet habe. Dieses Vorge-

hen sei rechtswidrig, weil dieser als Jahresgewinn dargestellte Betrag nie von den 

Parteien zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts verbraucht worden sei (Urk. 54/40 

S. 7). Erstellt sei, dass im Zuge eines Erbausgleichs von 2016 bis 2020 monatlich 

Fr. 2'700.– in den Geschäftsbetrieb geflossen seien, indem der Vater den Mietzins 

in dieser Höhe ausgesetzt habe. Da der Gesuchsgegner bei den vorliegenden Ver-

hältnissen nicht verpflichtet sei, sein Erbe für den Unterhalt zur Verfügung zu stel-

len, hätten die Fr. 32'400.– je Jahr von vornherein von einem in der Jahresrechnung 

ausgewiesenen Gewinn in Abzug gebracht werden müssen (Urk. 54/40 S. 14 und 

S. 19). Da der Gesuchsgegner die Miete seinem Vater nun wieder bezahle, werde 

das Geschäftsergebnis um Fr. 2'700.– zusätzlich belastet (Urk. 49 S. 15). Es sei 

zudem ausgewiesen, dass die Umsätze in den Jahren 2016 bis 2018 aufgrund ei-

nes einzigen lukrativen Auftrags (H._____ AG bzw. N._____) ausserordentlich ge-

wesen seien, was auch dazu geführt habe, dass der Gesuchsgegner eine Mitarbei-

terin habe einstellen können. 2019 sei dieser Auftrag aber praktisch ausgelaufen 

gewesen, ohne dass es Anschlussaufträge gegeben habe. Neue Aufträge zur Be-

schäftigung der Mitarbeiterin und zur Erzielung eines höheren Umsatzes habe der 

- 42 -

Gesuchsgegner nicht akquirieren können. Die Mitarbeiterin habe er entlassen müs-

sen. Entsprechende Bemühungen seien mit dem Ausbruch von Corona ohnehin 

erfolglos geworden, weil sein angestammtes Spezialgebiet (Inte-rieurrestaurierung 

von …-Fahrzeugen) extrem eingebrochen sei und sich bis heute nicht erholt habe. 

Dies sei vor Vorinstanz durch schriftliche Stellungnahmen von Berufskollegen be-

legt worden (Urk. 54/40 S. 16, Urk. 54/40 S. 19, Urk. 49 S. 13 und Urk. 104 S. 2). 

Der Gesuchsgegner habe mit den aufgelegten Geschäftsakten belegt, dass mit ei-

nem auf …-Fahrzeuge beschränkten Geschäft wegen des enormen Zeitaufwands 

über Fr. 100'000.– je Jahr weniger an Umsatz bzw. Bruttogewinn erzielt werden 

könne. Im Jahr 2019 hätten noch keine Eheprobleme der Parteien bestanden, wes-

halb jede Grundlage fehle anzunehmen, der Gesuchsgegner hätte versucht, seinen 

Geschäftserfolg zu "steuern". Es sei ohnehin unzulässig, ausserordentliche Um-

sätze aufgrund eines speziellen Auftrags in den Jahren 2016 bis 2018 in eine 

Durchschnittsrechnung einzubeziehen, weil offenkundig sei, dass seit 2019 solche 

Umsätze nicht mehr erzielt würden. Es werde dem Gesuchsgegner auf diese Weise 

ein unzulässiges hypothetisches Einkommen aufgerechnet. 2021 seien die Auf-

träge wegen den weltweit sehr unsicheren Zukunftsaussichten grösstenteils aus-

geblieben. Mittlerweile hätten sich die Aussichten durch Krieg, Ankündigung einer 

Rezession, Zerfall von Börsenwerten, explodierende Energiekosten und Material-

mangel weiter verschlechtert. Ausgangspunkt könne deshalb bestenfalls der aus-

gewiesene Umsatz bzw. Bruttogewinn per 2020 bzw. könnten keine höheren Brut-

toeinnahmen als Fr. 150'000.– sein, wobei dem Gesuchsgegner nach den darge-

legten Abzügen netto keine Fr. 80'000.– bzw. höchstens Fr. 77'000.– verbleiben 

würden (Urk. 54/40 S. 17 und S. 19, Urk. 49 S. 13 und Urk. 63 S. 10). Aus der Jah-

resrechnung 2021 sei die katastrophale Geschäftssituation ersichtlich, die sich aus 

dem Wegfall des lukrativen Grossauftrags und der Corona-Pandemie ergeben 

habe (Urk. 49 S. 8). Der Gesuchsgegner habe gerade noch einen Gewinn (inklu-

sive seinen Unternehmerlohn) von Fr. 50'000.– erzielen können und sein Vermö-

gen verwenden müssen, um die laufenden Ausgaben bestreiten zu können (Urk. 49 

S. 9). Die im Jahr 2022 ausgeführten Arbeiten habe der Gesuchsgegner in Rech-

nung gestellt und komme auf einen Bruttoumsatz (Einnahmen) von Fr. 123'000.–. 

Bereits im Jahr 2019, als noch keine Trennung im Raum gestanden habe, sei der 

- 43 -

Geschäftsumsatz und -gewinn im Vergleich zu den Vorjahren um gut 50 % zurück-

gegangen. Dem Gesuchsgegner könne deshalb keine Manipulation des Geschäfts-

ergebnisses unterstellt werden. Vielmehr habe sich das Auslaufen des lukrativen 

Militärauftrags ausgewirkt. Wegen des durch die Politik blockierten Exports von 

Rüstungsmaterial werde ein solcher Auftrag nicht mehr zu akquirieren sein (Urk. 63 

S. 8). Der Gesuchsgegner sei aufgrund seiner seit Jahren erbrachten Top-Qualität 

bestens bekannt in Kreisen der …-Besitzer, einschlägiger Händler und Fachbe-

triebe. Inserate in Fachzeitschriften oder gar in der lokalen Presse würden deshalb 

keine zusätzlichen Aufträge bringen (Urk. 71 S. 8). Er pflege aber regelmässigen 

persönlichen Kontakt mit einschlägigen …-betreibern und Händlern (Urk. 71 S. 9). 

Die Gesuchstellerin habe sehr wohl im Betrieb des Gesuchsgegners mitgearbeitet. 

Im Zuge der ehelichen Probleme habe die Gesuchstellerin immer weniger geleistet, 

woraus sich aber offenkundig nicht ableiten lasse, dass kein geschäftsmässig be-

gründeter Aufwand vorliege. Den bestehenden Arbeitsvertrag habe der Gesuchs-

gegner nicht sofort aufgelöst, weil er daran geglaubt habe, dass die Parteien ihre 

privaten Probleme gütlich lösen könnten (Urk. 49 S. 8). Wenn die Gesuchstellerin 

die aufgelegte Jahresrechnung 2019 sachgerecht studiert hätte, hätte sie aus dem 

ausgewiesenen Geschäftserfolg erkennen können, dass darin kein Lohn an sie er-

folgsmindernd verbucht worden sei (Urk. 71 S. 7). Der Gesuchsgegner habe eine 

Bestätigung der Treuhänderin vorgelegt, wonach die Privatbezüge von ihr akribisch 

erfasst und ausgewiesen würden. Er habe die Privatbezüge auch in Urk. 11/7 de-

tailliert dargestellt und mit den aufgelegten detaillierten Kontoauszügen untermau-

ert (Urk. 49 S. 10). Der Gesuchsgegner rügt zudem, dass bei den von der Vorin-

stanz herangezogenen Zahlen nicht von einem Reingewinn gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung die Rede sein könne, weil die für Steuern (im Umfang 

von mindestens 23 %) und Sozialversicherungsabgaben (im Umfang von rund 12 

bzw. 13 %) auf dem ausgewiesenen Gewinn anfallenden Mittelabgänge überhaupt 

nicht berücksichtigt worden seien. Hinzu würden Fr. 33'000.– bzw. im Jahr 2019 

Fr. 20'000.– für die Einzahlungen in die Säule 3a kommen, weil der Gesuchsgegner 

kein BVG habe (Urk. 49 S. 9 und S. 19, Urk. 54/40 S. 15 sowie Urk. 63 S. 5). 

5.3.1.4. Auf die zutreffenden allgemeinen vorinstanzlichen Ausführungen zur Be-

rechnung des Einkommens eines selbstständig Erwerbstätigen kann verwiesen 

- 44 -

werden. Die Vorinstanz legte nachvollziehbar dar, weshalb in casu auf den Durch-

schnitt der Geschäftsjahre 2016 bis 2020 abzustellen ist. Mittlerweile liegen die Er-

folgsrechnungen der Geschäftsjahre 2021 bis 2023 vor, mit denen – im Vergleich 

zu den vorangegangenen Geschäftsjahren – ausserordentlich tiefe Gewinne von 

Fr. 50'303.49 (2021), Fr. 19'043.– (2022) und Fr. 50'086.61 (2023) ausgewiesen 

werden (Urk. 82/6, Urk. 97/2 und Urk. 109). Der Gesuchsgegner gab anlässlich sei-

ner Parteibefragung vom 26. April 2021 an, dass die Aufträge der N._____ bzw. 

H._____ AG in die Jahre 2017 und 2018 gefallen seien (Prot. I S. 24; vgl. auch 

Urk. 54/47 S. 16 und S. 18). Bereits im Jahr 2016, mithin vor dem gemäss gesuchs-

gegnerischer Behauptung lukrativen Grossauftrag, erzielte der Gesuchsgegner ei-

nen im Vergleich zum Spitzenjahr 2017 rund Fr. 2'000.– tieferen und zum Jahr 2018 

sogar rund Fr. 27'000.– höheren Gewinn (Urk. 4/10 S. 3 der Beilage Erfolgsrech-

nung, Urk. 4/11 S. 3 der Beilage Erfolgsrechnung und Urk. 4/12 S. 3 der Beilage 

Erfolgsrechnung). Der Gesuchsgegner widerlegte somit seine Parteibehauptung, 

dass er ohne den Grossauftrag der N._____ bzw. H._____ AG an seine früheren 

Erwerbseinkommen nicht anknüpfen könne, selbst. Seit der Trennung verschlech-

terten sich die Geschäftsergebnisse markant. Als selbstständig Erwerbstätiger ver-

mag der Gesuchsgegner seinen Gewinn leicht zu beeinflussen. Ein derartiger Ein-

bruch ohne Zutun des Gesuchsgegners scheint selbst bei der durch ihn geltend 

gemachten prekären Wirtschaftslage unglaubhaft. Seit Februar 2022 zeichnet der 

Gesuchsgegner zudem zur Hälfte für die Betreuung der Kinder verantwortlich. Es 

ist davon auszugehen, dass er ab diesem Zeitpunkt kein 100%-Pensum mehr aus-

übte. Die Jahre 2021 bis 2023 fallen auch aus diesen Gründen für die Berechnung 

des Durchschnittseinkommens bei einem 100%-Pensum ausser Betracht. Es er-

scheint weiterhin angemessen, auf die Durchschnittseinkommen der Jahre 2016 

bis 2020 abzustellen. Die gesuchsgegnerischen Ausführungen zur Berechnung sei-

nes Einkommens mittels des branchenüblichen durchschnittlichen Stundenansat-

zes (Urk. 49 S. 17, Urk. 63 S. 9 und Urk. 71 S. 13) sind nicht massgebend. Entge-

gen der Vorinstanz ist – auch in Eheschutzverfahren – der anhand der Erfolgsrech-

nung ermittelte Unternehmensgewinn um verdeckte Privatbezüge zu erhöhen. Da-

bei handelt es sich um Vorgänge, die zwar materiell als Privatentnahme zu qualifi-

- 45 -

zieren wären, jedoch nicht als solche verbucht wurden (OGer ZH LE180029 vom 

06.09.2018, S. E. III.3.). 

5.3.1.5. Die Gesuchstellerin behauptete bereits vor Vorinstanz diverse verdeckte 

Privatbezüge des Gesuchsgegners detailliert unter Verweis auf die beidseits ein-

gereichten Kontoauszüge und die durch den Gesuchsgegner vorgelegten Urkun-

den zu seinen Privatbezügen (Urk. 18/69, Urk. 20/2-3 und Urk. 21 Rz. 5 f.). Der 

Gesuchsgegner begnügte sich damit, diese – abgesehen von der Fotoausrüstung 

und den Ersatz… für Kunden – pauschal zu bestreiten und auf seine Aufstellungen 

der Privatbezüge sowie die Bestätigung seiner Treuhänderin zu verweisen (Prot. I 

S. 8 und S. 31, Urk. 10 S. 12, Urk. 11/11a-d und Urk. 11/12). Die Aufstellungen für 

die Privatbezüge in Urk. 11/11a-d enthalten nicht sämtliche im Kontoauszug des 

Kontobereichs … bis … festgehaltenen Privatbezüge (Urk. 20/3), weshalb Erstere 

durch den Gesuchsgegner selbst widerlegt wurden und auf Letztere abzustellen ist. 

Die Privatbezüge für die Säule 3a der Gesuchstellerin wurden vor Vorinstanz noch 

zutreffend für die Jahre 2017 bis 2019 geltend gemacht (Urk. 21 Rz. 5). Es ist da-

von auszugehen, dass die Gesuchstellerin in der Erstberufungsschrift aus Verse-

hen jeweils um ein Jahr vorverrutscht ist (Urk. 40 Rz. 17). Die Gesuchstellerin über-

trug am 21. Dezember 2017 von ihrem Sparkonto Fr. 6'500.– auf ihr Säule 3a-

Konto (CH7; Urk. 18/71). Am 22. Dezember 2017 wurden vom Geschäftskonto des 

Gesuchsgegners Fr. 6'500.– auf das Privatkonto der Gesuchstellerin und von die-

ser sodann am 27. Dezember 2017 auf ihr Sparkonto überwiesen (Urk. 18/69). Auf-

grund der zeitlichen Nähe kann angenommen werden, dass es sich hierbei um ei-

nen Ausgleich der Einzahlung für die Säule 3a handelte (vgl. auch die Parteiaus-

sage der Gesuchstellerin in Prot. I S. 20 und den Steuerabzug in Urk. 4/11 S. 6). 

Im Kontoauszug