# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fe627f3-f89f-5bbe-bb2d-4cc16e7d603a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2012 E-7003/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7003-2011_2012-01-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­7003/2011
E­7005/2011

U r t e i l   v om   6 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;  
Gerichtsschreiber Tobias Meyer.

Parteien A._______, geboren am (…), 
Beschwerdeführerin, und ihre Söhne 
B._______, geboren am (…), 
Beschwerdeführer 1, und 
C._______, geboren am (…), 
Beschwerdeführer 2, alle Russland, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügungen des BFM vom 22. Dezember 2011 / N (…) 
(Beschwerdeführerin und Beschwerdeführer 2; E­7003/2011) 
und N (…) (Beschwerdeführer 1; E­7005/2011).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland 
am  18. August  2011  verliessen  und  am  21.  August  2011  über  ihnen 
unbekannte Transitländer  in die Schweiz gelangten, wo sie am gleichen 
Tag um Asyl nachsuchten,

dass die Beschwerdeführerin am 9. September 2011 zur Person befragt 
und am 17. November 2011 zu ihren Fluchtgründen angehört wurde,

dass der Beschwerdeführer 1 am 19. September 2011 zur Person befragt 
und am 23. November 2011 zu seinen Fluchtgründen angehört wurde,

dass der Beschwerdeführer 2 am 9. September 2011 zur Person befragt 
und am 23. November 2011 zu seinen Fluchtgründen angehört wurde,

dass  die Beschwerdeführenden  dabei  im Wesentlichen  vorbrachten,  sie 
hätten am 27. Juni 2011 einem jungen, ihnen unbekannten Mann für zwei 
Nächte bei sich zu Hause Obdach gewährt,

dass  sie  am darauf  folgenden Tag  nach  einer Schiesserei  im Hof  ihres 
Hauses  von  uniformierten  Militärs  in  ihrer  Wohnung  verhaftet  worden 
seien,  der  junge  Mann,  der  bei  der  Schiesserei  einen  Militär  schwer 
verletzt habe, aber wohl habe fliehen können,

dass sie in der Haft zur Identität des jungen Mannes befragt, geschlagen 
und beschuldigt worden seien, Aufständische zu sein, jedoch am gleichen 
Tag  (Beschwerdeführerin)  respektive  zwei  Tage  später 
(Beschwerdeführer  1  und  2,  nach  Bezahlung  von  300'000  Rubel)  frei 
gelassen worden seien,

dass  anschliessend  mehrmals  wöchentlich  Uniformierte  zu  ihnen  nach 
Hause  gekommen  seien  und  sie  über  dem  jungen  Mann  ausgefragt 
hätten,

dass  es  sich  bei  dem  jungen  Mann  wohl  um  einen  Boevik  (Kämpfer) 
gehandelt habe,

dass  schliesslich  am  10. August  2011  andere  Uniformierte  aufgetaucht 
seien und sie mit dem Tod bedroht hätten, wenn sie nicht bis Ende Monat 
über den jungen Mann Auskunft gäben,

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dass sie daraufhin ihre Ausreise organisiert und Russland am 18. August 
2011 verlassen hätten,

dass  das  BFM  mit  drei  separaten  Verfügungen  alle  datiert  vom 
22. Dezember  2011  –  der  Beschwerdeführerin  und  dem 
Beschwerdeführer 2 am 23. Dezember 2011 und dem Beschwerdeführer 
1  am  27. Dezember  2011  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2 
Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) auf  ihre 
Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und 
den Vollzug der Wegweisung anordnete,

dass  das  BFM  in  allen  drei  Verfügungen  zur  Begründung  im 
Wesentlichen anführte, die Beschwerdeführenden hätten innert der ihnen 
gesetzten Frist von 48 Stunden ohne entschuldbare Gründe keine Reise­ 
oder Identitätspapiere abgegeben,

dass die Vorbringen zu ihren Fluchtgründen ebenso wie ihre Angaben zur 
Reise in die Schweiz unglaubhaft seien,

dass  die  Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  damit  nicht 
erfüllten,  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien und sich der Vollzug der 
Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich erweise,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  29.  Dezember  2011 
(Poststempel)  in  einem  Schriftstück  gegen  alle  drei  Verfügungen  des 
BFM  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  dabei 
beantragten, die Verfügungen des BFM seien aufzuheben und die Sache 
sei zur materiellen Beurteilung an das BFM zurückzuweisen,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses beantragten,

dass sie zur Begründung ihrer Beschwerde im Wesentlichen vorbringen, 
sie  hätten  den  Asylbehörden  verschiedene  Dokumente  abgegeben,  die 
ihre  Identität  zweifelsfrei  bestätigten,  das  BFM  verkenne  die 
tschetschenische  Wirklichkeit  und  die  Beschwerdeführerin  sei 
offensichtlich gesundheitlich angeschlagen und am Ende ihrer Kräfte,

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dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  3. Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht, was vorliegend nicht der Fall 
ist  (Art. 105 AsylG  i. V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen haben,  durch  die  angefochtenen Verfügungen  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  aufgrund  des  engen  sachlichen  und  persönlichen 
Zusammenhanges sowie aus prozessökonomischen Gründen die beiden 
Verfahren E­7003/2011 und E­7005/2011 vereinigt werden und  in einem 
Urteil  über  die  alle  drei  Verfügungen  des  BFM  betreffende 
Beschwerdeeingabe vom 29. Dezember 2011 entschieden wird,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer 
zweiten  Richterin  entschieden wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich 
vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 
der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a 
Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, die das BFM in 
Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG getroffen 
hat, die Beurteilungskompetenz des Bundesverwaltungsgerichts nicht auf 
die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch 
nicht  eingetreten  ist,  sondern  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet, wobei über deren Bestehen beziehungsweise 
Nichtbestehen abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im 
Rahmen einer summarischen Prüfung möglich  ist  (vgl. BVGE 2007/8 E. 
2.1 und 5.6.5 mit Hinweisen),

dass das BFM die Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innert  48 
Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgeben,

dass  die  Beschwerdeführenden  bei  der  Befragung  zur  Person  einen 
Führerschein  der  Beschwerdeführerin,  einen  Führerschein  und  einen 
Studentenausweis  des  Beschwerdeführers  1  und  einen 
Studentenausweis des Beschwerdeführers 2 einreichten,

dass es sich dabei nicht um Reise­ oder  Identitätspapiere  im Sinne von 
Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  handelt  (vgl.  BVGE  2007/7)  und  die 
Beschwerdeführenden damit  innerhalb der  ihnen eingeräumten Frist von 
48  Stunden  keine  rechtsgenüglichen  Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgegeben haben,

dass die Regel von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG keine Anwendung findet, 
wenn Asylsuchende glaubhaft machen können, sie seien zur Einreichung 
rechtsgenüglicher  Reise­  oder  Identitätspapiere  aus  entschuldbaren 
Gründen  nicht  in  der  Lage,  oder  wenn  aufgrund  der  Anhörung  sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird 
oder  sich  aufgrund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  ergibt  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  –  c 
AsylG),

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dass  das  BFM  zu  Recht  davon  ausging,  die  Beschwerdeführenden 
führten keine entschuldbaren Gründe an, aufgrund deren sie nicht in der 
Lage gewesen wären, Reise­ oder Identitätspapiere abzugeben,

dass  die  Aussagen  der  Beschwerdeführenden,  sie  seien  nur  mit  ihren 
Inlandpässen  in  einem  Camion  versteckt  in  vier  Tagen  von 
Tschetschenien  in  die  Schweiz  gefahren,  ohne  kontrolliert  worden  zu 
sein,  und  hätten  dann  in  der  Schweiz  aufgrund  ihrer  Erschöpfung 
vergessen,  vom  Chauffeur  ihre  Inlandpässe  zurückzuverlangen, 
unsubstantiiert sowie unplausibel und damit unglaubhaft sind,

dass  die  Beschwerdeführerin  zudem  während  ihrer  Anhörung  plötzlich 
aussagte,  sie  habe  ihren  Inlandpass  in  ihrem  Haus  in  Tschetschenien 
gelassen,  diesen  dann  aber  innert  der  ihr  schriftlich  vom  BFM 
angesetzten Frist nicht einreichte,

dass das BFM damit zu Recht davon ausging, es sei unglaubhaft, dass 
die  Beschwerdeführenden  in  der  beschriebenen  Art  und  Weise  ohne 
Reisepapiere in die Schweiz gelangt seien und es bestünden damit keine 
entschuldbaren  Gründe  für  die  Nichteinreichung  rechtsgenüglicher 
Papiere,

dass  damit  zu  prüfen  bleibt,  ob  aufgrund  der  Akten  die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  werden  kann  oder  ob  sich  die 
Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
ergibt,

dass  das  BFM  zu  Recht  davon  ausging,  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden seien in ihrer Gesamtheit unglaubhaft, 

dass  es  insbesondere  unplausibel  ist,  dass  die  Beschwerdeführenden 
von dem Mann, den sie bei sich hätten übernachten  lassen, nur gerade 
den Vornamen  kennen wollen  und  angeben, weder  seinen Nachnamen 
zu  kennen,  noch  zu  wissen  woher  er  gekommen  oder  wieso  er  in  der 
Stadt sei,

dass  ihre  Ausführungen  zu  der  angeblichen  Schiesserei  im  Hof  ihres 
Hauses  vage  und  unsubstantiiert  sind  und  sie  insbesondere  nicht 
angeben  können,  wo  sich  der  junge  Mann  zu  dieser  Zeit  aufgehalten 
habe,  ob  er  an  der  Schiesserei  beteiligt  gewesen  sei  oder wie  er  habe 
entkommen können,

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dass  die  Darstellungen  der  Beschwerdeführenden  bezüglich  der 
Uniformierten, die sie angeblich regelmässig aufgesucht hätten, ebenfalls 
vage und schematisch ausfallen und insbesondere ihre Ausführungen zu 
den  Vorkommnissen  am  10. August  2011  unbestimmt  und  teilweise 
widersprüchlich sind,

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  deshalb  insgesamt  als 
nicht  glaubhaft  im Sinne  von Art.  7  AsylG  zu  bezeichnen  sind  und  das 
BFM  ihre Flüchtlingseigenschaft  zu Recht  als nicht  gegeben ansah und 
zusätzliche  Abklärungen  diesbezüglich  oder  bezüglich  allfälliger 
Wegweisungshindernisse als nicht notwendig erachtete,

dass das BFM mithin zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
nicht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  den 
Beschwerdeführenden im Heimatland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass,  obwohl  die  Sicherheitslage  angespannt  und  die  wirtschaftliche 
Situation schwierig  ist, auf dem Gebiet der Tschetschenischen Republik 
nicht  mehr  von  einer  Situation  wie  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  allgemeiner 
Gewalt ausgegangen werden muss (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.5),

dass die Beschwerdeführenden keiner der  in Tschetschenien besonders 
gefährdeten Gruppe angehören (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.3),

dass  die  Beschwerdeführerin  vor  ihrer  Ausreise  in  Tschetschenien  als 
ausgebildete  (…)  arbeitete,  die  beiden  Beschwerdeführer  ein  Studium 
absolvierten und die Familie über eine Eigentumswohnung verfügte,

dass die Beschwerdeführenden in Tschetschenien auch über ein intaktes 
soziales  Netz  verfügen  und  die  geltend  gemachte  gesundheitliche 
Angeschlagenheit der Beschwerdeführerin – die nach der Angst und der 
Flucht  am  Ende  ihrer  Kräfte  sei  –  nichts  an  der  Zumutbarkeit  einer 
Rückkehr in ihr Heimatland ändert,

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dass  es  somit  keinen  Grund  für  die  Annahme  gibt,  die 
Beschwerdeführenden  würden  nach  einer  Rückkehr  in  ihr  Heimatland 
einer  existenziellen  Not  und  somit  einer  konkreten  Gefährdung 
ausgesetzt,  und  sich  der  Wegweisungsvollzug  damit  als  zumutbar 
erweist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  den  Beschwerdeführenden  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtenen  Verfügungen  Bundesrecht  verletzen,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellen 
oder  unangemessen  sind  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  die  Beschwerdebegehren  sich  als  aussichtslos  erwiesen  haben, 
weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
(Art.  65  Abs.  1  VwVG)  abzuweisen  ist  und  bei  diesem  Ausgang  des 
Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 ff.  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2))  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG),

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos wird.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird betreffend die Beschwerdeführerin und die beiden 
Beschwerdeführer abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Tobias Meyer

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