# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e50053f6-7300-565d-b8d4-91d6419520bb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.12.2011 SB110646
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110646_2011-12-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110646-O/U/eh 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Vorsitzender, und lic. iur. R. Naef, 

Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie die juristische  

Sekretärin lic. iur. S. Schwarzwälder 

 

Urteil vom 15. Dezember 2011 

 

in Sachen 
 

A._____,  
Geschädigter und Appellant 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

sowie 
 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
Anklägerin 
 

gegen 
 

B._____,  
Angeklagter und Appellat sowie Anschlussappellant 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend  

einfache Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil der Einzelrichterin in Strafsachen des Bezirkes  
Meilen vom 15. Dezember 2010 (GG100030) 

-   2   - 

Anklage: 
(Urk. 18) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 29. September 

2010 ist diesem Entscheid angeheftet. 

 

 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 56) 

 

"Die Einzelrichterin erkennt: 

1. Der Angeklagte ist der angeklagten einfachen Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2. Auf die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung des Geschädigten wird 

nicht eingetreten. 

3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1200.–. 

4. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der Untersuchung, werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

5. Dem Angeklagten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 2'152.– (inkl. 

7,6 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. (Mitteilungen) 

7. (Rechtsmittel)" 

 

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Berufungsanträge: 

a) Des Geschädigtenvertreters: 

 (schriftlich, Urk. 66) 

 1. Der Angeklagte und Appellat sei zu verpflichten, dem Geschädigten  

einen Schadenersatz von Fr. 16'548.45 sowie eine Genugtuung von 

Fr. 2'000.-- zu bezahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zulasten des  

Appellaten. 

b) Des Verteidigers des Angeklagten: 

 (schriftlich, Urk. 67) 

 1. Es sei die Berufung des Geschädigten abzuweisen und der  

erstinstanzliche Entscheid vom 15. Dezember 2010 zu bestätigen. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des  

Geschädigten.  

 

Das Gericht erwägt: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 29. Septem-
ber 2010 (Urk. 18), aus welcher sich der zu beurteilende Sachverhalt ergibt, ist 

diesem Urteil beigeheftet. Sodann kann auf die Zusammenfassung im vorinstanz-

lichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 56 S. 5).  

1.2. Nach der am 15. Dezember 2010 durchgeführten Hauptverhandlung (Prot. I 
S. 7 ff.) fällte die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid, welcher 

schriftlich mitgeteilt wurde (Prot. I S. 15).  

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1.3. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2010 liess der Geschädigte A._____ fristge-
recht Berufung gegen den Freispruch der Vorinstanz anmelden (Urk. 43). Mit Ein-

gabe vom 23. Januar 2011 erklärte der Angeklagte Anschlussberufung (Urk. 47). 

Nach Zustellung des begründeten Entscheids (Urk. 48) am 20. Juni 2011 (Urk. 

49/2) liess der Geschädigte gleichentags und somit innert der angesetzten Frist 

seine Beanstandungen benennen (Urk. 50). Am 6. Juli 2011 teilte der Angeklagte 

Anschlussberufung mit und beantragte Abweisung der Berufung sowie Bestäti-

gung des erstinstanzlichen Urteils (Urk. 53). Beweisanträge wurden von keiner 

Seite gestellt. Die Staatsanwaltschaft liess sich nicht vernehmen.  

Am 6. Oktober 2011 überwies die Vorinstanz das Verfahren dem Obergericht zur 

Behandlung der Berufung (Urk. 57).  

Mit Eingabe vom 11. November 2011 beantragte die Verteidigung die Dispensati-

on des Angeklagten von der Berufungsverhandlung, da dieser seinen Wohnsitz in 

C._____ [Land] habe (Urk. 63). Diesem Gesuch wurde mit Schreiben vom 28. 

November 2011 entsprochen und der Angeklagte wurde vom Erscheinen an der 

Berufungsverhandlung vom 15. Dezember 2011 dispensiert (Urk. 65).  

Das vorliegende Urteil erging nach der heute durchgeführten Berufungsverhand-

lung, zu welcher der Verteidiger des Angeklagten, der Geschädigte A._____ so-

wie dessen Vertreter erschienen sind (Prot. II S. 3 ff.). 

2. Prozessuales 

2.1. Anwendbares Prozessrecht 

Nachdem die Vorinstanz ihren Entscheid unter dem bis zum 31. Dezember 2010 

gültigen kantonalen Strafprozessrecht gefällt hat, ist für das Berufungsverfahren 

ebenfalls das bisherige Verfahrensrecht (StPO/ZH und GVG/ZH) anwendbar 

(Art. 453 Abs. 1 StPO).  

2.2. Anschlussberufung des Angeklagten 

Der Verteidiger erklärte im vorliegenden Verfahren bereits am 23. Januar 2011 

(Datum Poststempel: 24. Januar 2011) Anschlussberufung (Urk. 47). Da der  

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Fristenlauf für die Anschlussberufung jedoch erst mit Nennung der Beanstandun-

gen durch den Berufungskläger ausgelöst wird (§ 416 Abs. 1 i.V.m. § 414 Abs. 4 

StPO/ZH) und dies erst mit Eingabe vom 20. Juni 2011 nach Zustellung des  

begründeten Urteils geschah (Urk. 50), erfolgte die Anschlussberufung verfrüht. 

Als selbständige Berufung kann die Eingabe des Verteidigers jedoch nicht qualifi-

ziert werden, da die zehntägige Frist für die Berufungsanmeldung zu diesem Zeit-

punkt bereits abgelaufen war (vgl. Urk. 42/3, § 414 Abs. 1 StPO/ZH und § 140 

Abs. 1 GVG/ZH). Wie die Erklärung des Verteidigers zu werten ist, kann letztlich 

aber offen bleiben, erklärte er doch mit Eingabe vom 6. Juli 2010 fristgerecht  

erneut die Anschlussberufung (Urk. 53).  

Als Begründung führte er an, dass die Berufung abzuweisen und das erstinstanz-

liche Urteil zu bestätigen sei (Urk. 53). An der Berufungsverhandlung wurde er da-

rauf hingewiesen, dass er seine Anschlussberufung nicht begründet habe und es 

wurde ihm Gelegenheit zur Begründung gegeben (§ 419 Abs. 3 StPO/ZH).  

Der Verteidiger hielt indes lediglich an seinen obigen Ausführungen fest (Prot. II 

S. 10). Der Antrag auf Abweisung der Berufung und Bestätigung des erstinstanz-

lichen Urteils ist nicht als Anschlussberufung, sondern als (einfacher) Antrag des 

Angeklagten und Appellaten im Berufungsverfahren zu qualifizieren; auch  

darauf wurde der Verteidiger an der Berufungsverhandlung hingewiesen (Prot. II 

S. 10). Es ist daher unklar, ob der Verteidiger mit seiner Eingabe tatsächlich  

beabsichtigte, Anschlussberufung zu erheben. Vielmehr ist davon auszugehen, 

dass er lediglich Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragen wollte.  

2.3. Beanstandungen und Berufungsumfang 

Der Geschädigte beanstandet den Freispruch des Angeklagten und die damit 

verbundene Sachverhaltsfeststellung sowie Beweiswürdigung durch die Vo-

rinstanz. Weiter beanstandet der Geschädigte das Nichteintreten auf seine  

Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen (Urk. 50 S. 2 und Urk. 66). Auf 

diese Beanstandungen wird unter den Titeln "Sachverhalt" sowie "Zivilansprüche" 

bzw. "Entschädigung" zurückzukommen sein (vgl. Ziffern 3. und 9. bzw. 10.2.).  

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Angefochten ist somit das gesamte vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme der  

Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 3), welche damit in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Sachverhalt 

3.1. Beweismittel 

Als Beweismittel stehen sich im Wesentlichen die Aussagen des Angeklagten und 

jene des Geschädigten gegenüber. Diese Aussagen sind auf ihre Glaubhaftigkeit 

hin zu untersuchen. Als weitere Beweismittel sind Zeugenaussagen vorhanden, 

welchen jedoch hinsichtlich des Tatgeschehens nur untergeordnete Bedeutung 

zukommt. Darauf wird nachfolgend noch einzugehen sein.  

 
3.2. Grundsätze der Beweiswürdigung  

Der bestrittene Sachverhalt ist aufgrund der Untersuchungsakten und der vor  

Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu 

erstellen. Gemäss der aus Art. 8 und Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in  

Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzli-

chen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 

Handlung Angeklagte unschuldig ist (Urteile des Bundesgerichts 1P.587/2003 

vom 29. Januar 2004, E. 7.2. und 1P.437/2004 vom 1. Dezember 2004, E. 4.2. f.; 

Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f. Nr. 180; BGE 127 I 40, 120 Ia 31 E. 2b). Als 

Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von 

der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt  

erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 

Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Überzeugung des Richters muss auf einem 

verstandesgemäss einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen 

Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 

Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, Rz 11 ff. zu § 54). Dabei beruht die nötige 

richterliche Überzeugung nicht auf äusseren, sondern alleine auf der inneren  

Autorität eines Beweismittels, bestehend in dessen zwingend-überzeugender 

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Kraft (Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, Rz 291; drs. Handbuch 

des schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St.Gallen 2009, Rz 229).  

Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des 

Angeklagten hätte zweifeln müssen (BGE 127 I 41, 124 IV 87 E. 2a). Wenn  

erhebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachver-

halt so abgespielt hat, wie er eingeklagt ist, so ist der Angeklagte nach dem 

Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen (statt vieler: Corboz, "in dubio pro 

reo", in ZBJV 1993 S. 419 f.). Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der 

Nachweis der Tat mit Indizien zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen  

Indizien, deren "Mosaik" (Arzt, In dubio contra, in Zeitschrift für Strafrecht 115,  

S. 197) zu würdigen ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 257 Ziff. 1.4; Pra 2002 

Nr. 180 S. 962 f. Ziff. 3.4.).  

Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des  

Angeklagten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür 

vorliegen, dass der Angeklagte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den 

ihm zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Dabei kann nicht verlangt 

werden, dass die Tatschuld gleichsam mathematisch sicher und unter allen  

Aspekten unwiderlegbar feststehe (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. A., 

Zürich 2004, Rz 288, S. 96). Es muss genügen, wenn vernünftige Zweifel an der 

Schuld des Angeklagten ausgeschlossen werden können. Aufgabe des Richters 

ist es, seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesamten  

Beweisergebnisses, zu prüfen, ob er von einem bestimmten Sachverhalt über-

zeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden ver-

mag (§ 284 StPO/ZH; ZR 72 Nr. 80; Guldener, Beweiswürdigung und Beweislast,  

S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 257 Ziff. 1.4.; BGE 124 IV 88, 120 Ia 31 E. 2c). Es liegt in 

der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute  

Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es genügen, 

dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (vgl.  

Kassationsgerichtsentscheid vom 26. Juni 2003 Nr. 2002/387S E. 2.2.1 samt 

Hinweisen). Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht mass-

gebend sein, weil solche immer möglich sind (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O.,  

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Rz 12 zu § 54, und Urteile des Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom 4. September 

2007 E. 3.4. und 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2.). Es genügt also, 

wenn vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können, hin-

gegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. Lässt 

sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen 

menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht,  

subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu sein.  

Dabei können auch indirekte, mittelbare Beweise, sogenannte Anzeichen oder  

Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien 

sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tat-

sache zulassen. Beim Indizienbeweis wird mithin vermutet, dass eine nicht be-

wiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese Schlussfolgerung aus bewiesenen 

Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung aufdrängt. Der Indizienbeweis ist 

dem direkten Beweis gleichwertig (Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 

Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel/Genf/München 2005, § 59 Rz. 14). Da ein 

Indiz immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder 

die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins  

offen, enthält daher auch den Zweifel (Hans Walder, Der Indizienbeweis im Straf-

prozess, ZStrR 108/1991, S. 309, derselbe, Die Beweisführung in Strafsachen, 

insbesondere der Indizienbeweis, Zürich 1974/75, S. 49). Es ist jedoch zulässig, 

aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrach-

tet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder 

Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechts-

genügenden Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (Hauser/ Schweri/ Hart-

mann, a.a.O., § 59 Rz. 15 und Urteil des Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom  

4. September 2007 E. 3.4.). 

Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei 

zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den 

Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend 

ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt,  

verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Wie die Vorinstanz 

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zu Recht erwog (Urk. 56 S. 7), darf bei der Würdigung von Aussagen nicht ein-

fach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden 

abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im 

Prozess relevanten Aussagen. Gemäss BGE 129 I 49 E. 5 hat sich bei der Abklä-

rung des Wahrheitsgehalts von Aussagen die Aussageanalyse weitgehend 

durchgesetzt. Nach dem empirischen Ausgangspunkt der Aussageanalyse erfor-

dern wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche geistige Leistungen. 

Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypothese, ob die aussagende Person  

unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen Leistungsfähigkeit und 

der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen 

könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass das im 

Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussage-

immanente Qualitätsmerkmale, so genannte Realkennzeichen) und Bewertung 

der Entstehungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt 

gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz 

der aussagenden Person analysiert werden. Bei der Glaubhaftigkeitsbegut-

achtung ist immer davon auszugehen, dass die Aussage auch nicht realitäts-

begründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese Unwahrhypothese (Nullhypo-

these) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, so 

wird sie verworfen. Es gilt dann die Alternativhypothese, dass die Aussage wahr 

sei. Erforderlich ist dafür besonders auch die Analyse der Entstehungs- und Ent-

wicklungsgeschichte der Aussage (vgl. dazu die im erwähnten BGE angegebene 

Literatur). 

Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, das heisst der 

verfolgende Staat hat dem Angeklagten alle objektiven und subjektiven Tat-

bestandselemente nachzuweisen (vgl. dazu Schmid, a.a.O., S. 198, N 599) und 

nicht der Angeklagte hat seine Unschuld zu beweisen (BGE 127 I 40 und Urteile 

des Bundesgerichtes 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2. und 1P.437/2004 

vom 1. Dezember 2004, E. 4.3.; 6S.154/2004 vom 30. November 2005 E. 4). 

 

 

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3.3. Konkrete Aussagenwürdigung 

3.3.1. Aussagen des Angeklagten 

Betreffend die Zusammenfassung und Würdigung der Aussagen des Angeklagten 

kann grundsätzlich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 56 S. 8 ff.; § 161 GVG/ZH). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die 

Aussagen des Angeklagten betreffend viele Vorkommnisse nicht widerspruchsfrei 

sind, auf die entsprechenden Erwägungen kann verwiesen werden (Urk. 56 S. 10 

f.; § 161 GVG/ZH).  

So deponierte der Angeklagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

29. August 2008 (Urk. ND 2/8 S. 1 f.), der Geschädigte habe mit seiner linken 

Hand ausgeholt und ihm auf die Stirn, linke Seite geschlagen. Dieser erste Schlag 

sei mit dem Karabiner erfolgt. In der gleichen Einvernahme sagte er dann jedoch 

aus, rechts oben an der Stirn eine blutende Wunde gehabt zu haben. Abgesehen 

davon, dass er sich in derselben Einvernahme betreffend Lage der Wunde wider-

spricht, ist zu erwähnen, dass auch gemäss Bericht des behandelnden Arztes,  

Dr. med. D._____ vom tt. August 2008, keine offene oder blutende Wunde an der 

Stirn des Angeklagten festgestellt werden konnte (Urk. ND 2/5). Gemäss diesem 

Bericht soll im Übrigen der Angeklagte berichtet haben, er sei an der rechten 

Schläfe getroffen worden. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 15. Oktober 2009 (ND 2/19 S. 2) deponierte dann der Angeklagte eine weite-

re Version, indem er behauptete, er sei oberhalb der rechten Augenbraue ge-

troffen worden. Kommt hinzu, dass gemäss Ausführungen des Geschädigten-

vertreters (Urk. 38 S. 14) der Geschädigte Rechtshänder sei, dieser demzufolge 

kaum mit seiner Linken zum Schlag ausholen würde.  

Der Angeklagte behauptete anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 15. Oktober 2009 (Urk. ND 2/19 S. 2), dass er durch den Schlag an den Kopf 

sein Bewusstsein verloren habe und zu Boden gefallen sei. Diese Aussage  

relativierte er dann anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 15. Dezember 

2009 (Urk. ND 2/24 S. 4), indem er deponierte, er habe nicht das Bewusstsein 

verloren, sondern das "Zeitgefühl", er habe nicht mehr gewusst, wo er sei.  

-   11   - 

Dennoch will er unmittelbar nach dem Fall zu Boden in der Lage gewesen sein, 

sich zu wehren und mit den Händen gegen den Geschädigten zu schlagen. Dass 

er durch das zu Boden Fallen seine Brille und Armbanduhr verlor, erwähnte er 

erst bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (Urk. ND 2/19 S. 2), was doch 

sehr erstaunt. Es wäre insbesondere zu erwarten gewesen, dass er den Verlust 

der Brille bereits bei der ersten Befragung erwähnt hätte, da auch davon auszu-

gehen ist, dass er bei der nachträglichen, vom Angeklagten geschilderten "Raufe-

rei" in seinem Sehvermögen eingeschränkt gewesen war.  

Auffallend ist weiter, dass der Angeklagte bis zur Zeugenaussage von E._____ 

(Mutter des Geschädigten; Urk. ND 2/23) bzw. bis zur Konfrontationseinvernahme 

konstant behauptete, der Geschädigte sei nie am Boden gelegen,  

sondern nur er, der Angeklagte (Urk. ND 2/19 und Urk. ND 2/24), im Sinne, dass 

der Geschädigte ihm konstant überlegen gewesen sei. Dieser sei denn auch als 

"Sieger" aus dem Kampf hervorgegangen (Urk. ND 2/24 S. 4).  

Widersprüchlich sind auch die Aussagen des Angeklagten betreffend den Zeit-

punkt des Erscheinens der Mutter des Geschädigten. Bei der Polizei deponierte 

er, die Mutter sei im Verlaufe der Auseinandersetzung hinzugestossen (Urk.  

ND 2/8 S. 2), als er vom Geschädigten geschlagen worden sei, währenddessen 

er bei der Staatsanwaltschaft deponierte, die Mutter sei bereits vor dem ersten 

Schlag anwesend gewesen (Urk. ND 2/19 S. 2), um dann in der Konfrontations-

einvernahme wiederum zu berichten, dass sie erschienen sei, nachdem er  

(nach dem Schlag) das erste Mal zu Boden gegangen sei (Urk. ND 2/24 S. 4).  

Der Angeklagte deponierte bei der Staatsanwältin, der Geschädigte habe seine 

Mutter zur Seite gestossen, worauf diese gegen eine Scheibe geprallt sei 

(Urk. ND 2/19 S. 3). Bei der Polizei führte er demgegenüber nur aus, dass der 

Geschädigte seine Mutter von sich weggestossen habe (Urk. ND 2/8 S. 2). Die 

Mutter, als Zeugin befragt, bestritt konstant von ihrem Sohn (dem Geschädigten) 

weggestossen worden zu sein (Urk. ND 2/23 S. 2), vielmehr habe ihr der  

Angeklagte einen Stoss versetzt. Diese Aussage deckt sich mit derjenigen des 

Geschädigten. Weiter berichtete der Angeklagte anlässlich der polizeilichen  

Einvernahme, der Geschädigte habe seiner Mutter, als er diese von sich stiess, 

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gesagt, sie solle ihn in Ruhe lassen (Urk. ND 2/8 S. 2). Bei der Staatsanwältin gab 

er dann jedoch zu Protokoll, der Geschädigte habe mit seiner Mutter, als er sie 

zurückgestossen habe, Italienisch gesprochen, er habe den Inhalt somit nicht ver-

standen (Urk. ND 2/19 S. 3). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme blieb der 

Angeklagte dabei, dass sich der Geschädigte mit seiner Mutter auf Italienisch  

unterhalten habe, diesmal will er jedoch der Sprache mächtig gewesen sein und 

verstanden haben, dass die Mutter ihren Sohn gebeten habe, den Angeklagten 

loszulassen (Urk. ND 2/24 S. 5). Der Geschädigte sagte diesbezüglich aus, dass 

diese Unterhaltung auf Deutsch stattgefunden habe (Prot. I S. 12). 

Ebenfalls erstmals bei der staatsanwaltschaftlichen Befragung erwähnte der  

Angeklagte, dass der Geschädigte, nachdem ihn dieser geschlagen und getreten 

habe, eine Fr. 50.-- Note aus dem Portemonnaie genommen, zerknüllt und ihm 

angeworfen habe (Urk. ND 2/19 S. 3). Auch dies erstaunt, da es bei der  

Auseinandersetzung ja um den Betrag von Fr. 50.-- gegangen sein soll. 

Mit der Vorinstanz müssen die Aussagen des Angeklagten klar als widersprüch-

lich qualifiziert werden. Beinahe jede einzelne Begebenheit am Abend des  

tt. August 2008 schilderte der Angeklagte unterschiedlich. Die Aussagen des  

Angeklagten sind geprägt von Widersprüchen und Aggravationen. Bis zur  

Befragung der Mutter des Geschädigten als Zeugin war der Angeklagte darauf  

bedacht, das Verhalten des Geschädigten als möglichst aggressiv darzustellen. 

Insbesondere auch, dass der Geschädigte ihn, welcher am Boden gelegen habe, 

stehend mit den Füssen getreten habe. Gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

des Angeklagten spricht auch, dass dieser dazu neigt, seine Aussagen "auszu-

schmücken", bspw. dass er erwähnt, die Mutter des Geschädigten sei gegen die 

Scheibe geprallt und dass der Geschädigte die Fr. 50.-- Note nicht nur hinge-

worfen, sondern auch noch zerknüllt haben soll. Das Aussageverhalten des  

Angeklagten überzeugt nicht. Die Aussagen weisen zu viele Widersprüche auf 

und sind deshalb als unglaubhaft zu qualifizieren.  

 

 

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3.3.2. Aussagen des Geschädigten 

Betreffend die Zusammenfassung und Würdigung der Aussagen des Geschädig-

ten kann grundsätzlich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 56 S. 11 ff.; § 161 GVG/ZH). Dennoch sind einige Ergänzungen anzu-

bringen. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 3. September 2008 depo-

nierte der Geschädigte auf Frage, ob er etwas zur Unterstützung seiner Abwehr 

eingesetzt habe, dass er erst gegen das Ende hin den Karabiner, welcher als 

Schlüsselanhänger diene, in der Hand gehalten habe, da er diesen seiner Mutter 

habe geben wollen. Er habe diesen in seiner geschlossenen rechten Hand  

gehalten, auch als er den Angeklagten mit der Faust geschlagen habe (Urk.  

ND 2/7 S. 1 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung deponierte er dann, während 

der Schlägerei keinen Schlüsselbund in der Hand gehalten zu haben. Die  

Erklärung, er habe den Schlüssel seiner Mutter geben wollen, damit sie zurück in 

die Wohnung könne, könnte zwar wie eine nachgeschobene Schutzbehauptung  

wirken, zumal die Mutter über einen eigenen Schlüssel verfügte, muss vorliegend 

jedoch vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass der Geschädigte in eine 

Schlägerei verwickelt war und Angst um seine Mutter hatte (Prot. I S. 11). Ein  

Widerspruch zu seiner Aussage anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom  

3. September 2008 besteht dennoch.  

Wenn die Vorinstanz jedoch einen (weiteren) Widerspruch darin sieht, dass der 

Geschädigte in der Untersuchung konstant zu Protokoll gegeben habe, den  

Angeklagten mit Fäusten geschlagen zu haben, hingegen anlässlich der Haupt-

verhandlung nur noch mittels Ohrfeigen, so ist dem beizufügen, dass der  

Geschädigte anlässlich der Hauptverhandlung die Faustschläge nicht in Abrede 

stellte, sondern lediglich deponierte, dass er "aus heutiger Sicht" denke, dass er 

den Angeklagten nur geohrfeigt habe (Prot. I S. 11). Der Geschädigte gab  

während der gesamten Untersuchung und des vorinstanzlichen Gerichtsverfah-

rens zu Protokoll, dass er sich bis zu dem Zeitpunkt, wo der Angeklagte  

seine (des Geschädigten) Mutter angegriffen habe, nur verteidigt habe. Seine 

emotionale Lage habe sich dann merklich verändert, weil er die Situation als eine 

Bedrohung für seine Mutter empfunden habe (Urk. ND 2/17 S. 3). Entgegen der 

-   14   - 

Vorinstanz beschreibt der Geschädigte sein Verhalten nicht überaus defensiv und 

schlichtend. Zwar will er nicht gleich zurückgeschlagen haben, auch nicht, als der 

Angeklagte sogenannte "Lowkicks" gegen seine Adduktoren ausgeteilt hatte, 

sondern ihn erst gewarnt und körperlich blockiert (Arm- und Beinschlüssel) haben, 

doch gibt er zu, nachdem der Angeklagte seine (des Geschädigten) Mutter weg-

gestossen habe, auch ausgeteilt zu haben.  

Dass sich der Geschädigte aus der Schlägerei mit dem Angeklagten einen  

Nasenbeinbruch zuzog, kann aufgrund des gleichentags erstellten Berichtes des 

…spitals F._____ als erstellt betrachtet werden (Urk. ND 2/4). Gemäss Aussagen 

des Geschädigten verfügt dieser über eine 30-jährige Kampfsporterfahrung (Prot. 

I S. 12). Früher habe er Karate gemacht, wo er den zweiten Schwarzgurt habe. 

Nun betreibe er die Kampfsportart MMA (Mixed Martial Arts) (Prot. II S. 7). Bei 

dieser Kampfsportart bedienen sich die Kämpfer sowohl der Schlag- und Tritt-

techniken des Boxens, Kickboxens sowie des Muay Thai als auch der Boden-

kampftechniken des Brazilian Jiu-Jitsu, Ringens und Judo. Es erscheint nicht 

plausibel, dass ein Kampfsportler, welcher auch in der Abwehr ausgebildet ist, 

während eines Kampfes, also in einer Situation, in welcher er sensitiv gegenüber 

den Kampfhandlungen seines Gegners eingestellt ist, einen derart kräftigen 

Schlag gegen die Nase nicht abzuwehren vermag. Vielmehr wahrscheinlich ist, 

dass dieser Schlag bzw. der "Schwedenkuss" den Geschädigten unvermittelt und 

überraschend getroffen haben muss. Der Geschädigte bestätigte an der Beru-

fungsverhandlung, dass er überrascht worden sei, da er nicht damit gerechnet 

habe, dass der Angeklagte derart "hinterrücks" agieren würde. Gerade weil er 

Kampfsportler sei, habe er versucht, den Geschädigten zu beruhigen und habe 

eine deeskalierende Position eingenommen (Prot. II S. 7 f.). Auch sein Vertreter 

machte geltend, dass der Geschädigte in dieser Situation nicht mit einem Angriff 

des Angeklagten habe rechnen müssen, weshalb der Geschädigte durch den 

"Schwedenkuss" so überrascht worden sei (Prot. II S. 8). Den erlittenen und nicht 

rechtzeitig abgewehrten Schlag gegen die Nierengegend lässt sich dadurch erklä-

ren, dass der Geschädigte sich in diesem Moment vom Boden erhob, in der An-

nahme, der Angeklagte lasse nun von ihm ab und diesem somit nicht genügend 

Aufmerksamkeit schenkte (Urk. ND 2/17 S. 3). Die Vorinstanz erwog, es sei nicht 

http://de.wikipedia.org/wiki/Muay_Thai
http://de.wikipedia.org/wiki/Brazilian_Jiu-Jitsu
http://de.wikipedia.org/wiki/Ringen
http://de.wikipedia.org/wiki/Judo

-   15   - 

nachvollziehbar, dass der Angeklagte dem Geschädigten "aus dem Nichts" einen 

"Schwedenkuss" versetzt haben sollte (Urk. 56 S. 14). Dabei blendet sie aber 

aus, dass beide Beteiligten einhellig zu Protokoll gaben, dass der Schlägerei ein 

heftiges Wortgefecht wegen der vom Angeklagten beim Geschädigten über "…" 

ersteigerten Harddisc voranging (statt vieler: Urk. ND 2/17 S. 2; Urk. ND 2/25 S. 

3). Es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Schlägereien oft die 

Folge von verbalen Streitereien sind.  

Die Aussagen des Geschädigten sind konzis und konstant und im Wesentlichen 

widerspruchsfrei und glaubhaft. 

3.3.3. Aussagen der Zeugen 

Bezüglich der Aussagen der Zeugen E._____ und G._____ kann auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 56 S. 15 ff.; § 161 

GVG/ZH). Die Aussagen der Zeugin E._____ stimmen im Wesentlichen mit den-

jenigen des Geschädigten überein, wobei darauf hinzuweisen ist, dass diese 

kaum ihren Sohn in einem schlechten Licht darstellen würde, weshalb nur zu-

rückhaltend auf deren Aussagen abgestellt werden kann. Der Vorinstanz ist je-

doch zuzustimmen, dass die beiden Zeugen für die Erstellung des Sachverhalts, 

zur Klärung wer wen wie und wer wen zuerst geschlagen hat, nichts Wesentliches 

beitragen können. Dass beide Beteiligten schliesslich auf dem Boden gelegen 

haben, wurde nach der Zeugenbefragung auch vom Angeklagten bestätigt. Den-

noch enthalten die Zeugenaussagen einige Hinweise, welche für die Version des 

Geschädigten sprechen: So beispielsweise die Aussage der Mutter des Geschä-

digten, dass der Angeklagte und nicht der Geschädigte sie weggestossen habe 

(Urk. ND 2/23 S. 2), was der Angeklagte konstant bestritt. Sodann sagte sie aus, 

dass der Geschädigte geblutet habe, was dafür spricht, dass der Geschädigte ei-

nen Schlag abbekommen hat. Auch der Zeuge G._____ bestätigte, dass der Ge-

schädigte Blut im Gesicht gehabt habe, er beim Angeklagten jedoch kein Blut ge-

sehen habe (Urk. ND 2/18 S. 3). Damit stimmen die Aussagen der Zeugen auch 

insofern mit der Darstellung des Geschädigten überein, als der "Schwedenkuss" 

der Auslöser der tätlichen Auseinandersetzung war bzw. zumindest zu Beginn 

derselben erfolgte, blutete der Geschädigte doch bereits, als die Zeugen die Aus-

-   16   - 

einandersetzung wahrnahmen. Sodann konnte der Zeuge G._____ beobachten, 

wie der Geschädigte den Angeklagten festgehalten und ihm gesagt habe, er solle 

ruhig bleiben. Auch dies entspricht den Aussagen des Geschädigten. 

3.4. Fazit 

Wenn auch sowohl die Aussagen des Angeklagten als auch - in ganz geringem 

Ausmass - diejenigen des Geschädigten gewisse Widersprüche aufweisen und es 

nach wie vor schwer nachvollziehbar ist, wie es wegen des Betrages von Fr. 50.-- 

zu einer solchen Auseinandersetzung zwischen zwei sich zuvor fremden  

Personen kommen konnte, überzeugen doch die Aussagen des Geschädigten 

und es ist zur Erstellung des Sachverhaltes auf diese abzustellen. Es ist daher  

erstellt, dass der Angeklagte dem Geschädigten nach einer kürzeren verbalen 

Auseinandersetzung unvermittelt einen "Schwedenkuss" verpasste, wobei sich 

der Geschädigte eine undislozierte (nicht gesplitterte) Nasenfraktur zuzog.  

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Der einfachen Körperverletzung macht sich schuldig, wer vorsätzlich einen 
Menschen in anderer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt (Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB). Die Verletzungen müssen dabei die Intensität einer Tätlichkeit 

(Art. 126 StGB) und damit geringfügige Eingriffe in die körperliche Integrität über-

schreiten, dürfen aber den Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB noch nicht erfüllen. Die körperliche Integrität ist dann im Sinne 

einer Körperverletzung beeinträchtigt, wenn innere oder äussere Verletzungen 

oder Schädigungen zugefügt werden, die mindestens eine gewisse Behandlung 

und Heilungszeit erfordern, also etwa Knochenbrüche, auch wenn sie unkompli-

ziert sind und verhältnismässig rasch und problemlos ausheilen (BSK Strafrecht 

II-Roth/Berkemeier, 2. Auflage, Basel, 2007, Art. 123 N 4).  

Vorliegend erlitt der Geschädigte durch den "Schwedenkuss" des Angeklagten  

eine Nasenbeinfraktur (ND 2/4). Damit liegt eine einfache Körperverletzung im 

Sinne der obigen Erwägungen vor und der Tatbestand ist in objektiver Hinsicht  

erfüllt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass hier kein leichter Fall im Sinne 

-   17   - 

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vorliegt, zumal ein solcher nur gegeben ist, wenn 

die Schädigung das Ausmass von Tätlichkeiten nur geringfügig überschreitet. Von 

Geringfügigkeit kann bei einer Fraktur des Nasenbeins jedoch nicht mehr ausge-

gangen werden. 

4.2. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz verlangt: Es kann dem Angeklagten nicht 
nachgewiesen werden, dass er dem Geschädigten wissentlich und willentlich die 

Nase brechen wollte. Durch den Stoss mit dem Kopf, den sogenannten  

Schwedenkuss, welchen der Angeklagte austeilte, nahm er jedoch zumindest in 

Kauf, dass er den Geschädigten in einer sensiblen Gesichtszone treffen und  

damit auch verletzen würde. Das Verhalten des Angeklagten ist als eventual-

vorsätzlich zu qualifizieren. 

4.3. Der Angeklagte ist damit der einfachen Körperverletzung im Sinne von 
Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Soweit der Geschädigten-

vertreter an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung geltend machte, dass der  

Angeklagte zudem der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB schuldig zu  

sprechen sei, zumal dieser Straftatbestand in Idealkonkurrenz zur einfachen  

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB stehe (Urk. 38 S. 20), ist ihm damit 

nicht Recht zu geben: Nach der Lehre werden die bei Anlass eines Gewaltdelikts  

begangenen Tätlichkeiten von diesem konsumiert (Trechsel/Fingerhuth, StGB PK, 

Art. 126 N 10; BSK Strafrecht II-Roth/Keshelava, a.a.O., Art. 126 N 14). 

5. Strafzumessung 

5.1. Allgemeines 

Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist der ordentliche Strafrahmen, welcher 

vorliegend Geldstrafe bis zu 360 Tagessätze oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre 

beträgt (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 1 StGB). Innerhalb dieses Straf-

rahmens ist die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu bemessen, wobei 

das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 

das Leben des Täters zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

-   18   - 

Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und  

Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 

und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 

vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Begriff des Verschuldens muss sich jeden-

falls auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat  

beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen Tat- und Täterkomponente (Hug, in:  

Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 18. Auf-

lage, Zürich, 2010, Art. 47 N 6 samt Zitaten).  

In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die schweizerische Praxis 

bei nicht besonders schwerem Verschulden in aller Regel die Strafen im unteren 

bis mittleren Bereich des vorgegeben Strafrahmens ansiedelt. Strafen im oberen 

Bereich, insbesondere Höchststrafen, sind bloss ausnahmsweise und bei  

sehr schwerem Verschulden des Täters auszusprechen (BSK Strafrecht  

I-Wiprächtiger, 2. Auflage, Basel, 2007, Art. 47 N 15). 

5.2. Tatkomponente 

5.2.1. Allgemeines 

Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die  

Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der 

Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen zu beachten. Sodann 

sind für das Verschulden auch das "Mass an Entscheidungsfreiheit" beim Täter 

sowie die sogenannte Intensität des deliktischen Willens bedeutsam (Hug, a.a.O., 

Art. 47 N 7 und 11 samt Zitaten).  

Ausgangspunkt ist die objektive Schwere des Delikts: Es gilt zu prüfen, wie stark 

das strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist.  

Darunter fallen etwa das Ausmass des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefähr-

dung/Risiko, Sachschaden etc.) sowie die Art und Weise des Vorgehens (BSK 

Strafrecht I-Wiprächtiger, a.a.O., Art. 47 N 69 ff.; Hug, a.a.O., Art. 47 N 8 samt  

Zitaten). 

-   19   - 

Bei der subjektiven Tatschwere stellt sich die Frage, wie dem Täter die objektive 

Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dabei ist auf die Intensität des ver-

brecherischen Willens abzustellen. Zu berücksichtigen sind auch die Beweg-

gründe des Täters und ob er mit direktem Vorsatz oder mit Eventualvorsatz  

handelte (Hug, a.a.O., Art. 47 N 9 ff.). 

5.2.2. Objektive und subjektive Tatschwere 

Vorliegend wiegt das Verschulden des Angeklagten in objektiver Hinsicht nicht 

mehr leicht. Er handelte aus dem Nichts heraus anlässlich eines verbalen  

Streites. Die zugefügte Verletzung ist nicht mehr gering und steht zum  

eigentlichen Streitgegenstand in keinem vernünftigen Verhältnis. Der Geschädigte 

machte an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und auch an der Berufungs-

verhandlung, rund drei Jahre nach dem Vorfall, immer noch Atembeschwerden 

geltend, welche aus diesem Nasenbeinbruch resultierten. Der Angeklagte verhielt 

sich aggressiv und zeigte sich gewaltbereit, trat er doch selbst nach dem  

Gerangel und nachdem der Geschädigte ihn am Boden festgehalten und ver-

meintlich beruhigt hatte, wieder nach diesem. Zu Gunsten des Angeklagten ist  

jedoch zu berücksichtigen, dass es sich um eine Impulsivtat handelte, welche 

nicht von langer Hand geplant war. 

In subjektiver Hinsicht ist zugunsten des Angeklagten miteinzubeziehen, dass er 

"bloss" eventualvorsätzlich handelte. Seine Motive waren dagegen nichtiger  

Natur, ging es beim Streit doch um den eher kleinen Betrag von Fr. 50.--. In  

subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden ebenfalls nicht mehr leicht.  

5.2.3. Einsatzstrafe 

Unter Berücksichtigung des insgesamt nicht mehr leichten Verschuldens des  

Angeklagten ist die Einsatzstrafe auf etwas mehr als 30 Tage respektive Tagess-

ätze festzulegen. 

 

 

-   20   - 

5.3. Täterkomponente 

5.3.1. Allgemeines 

Die Täterkomponente umfasst das Vorleben sowie die persönlichen Verhältnisse 

des Angeklagten. Zu berücksichtigen sind die Beweggründe und Ziele des Täters 

- soweit sie nicht bereits im Rahmen des subjektiven Tatverschuldens berück-

sichtigt wurden - und sodann wird das Verhalten des Täters nach der Tat und im 

Strafverfahren einbezogen (BSK Strafrecht I-Wiprächtiger, a.a.O., Art. 47 N 92).  

5.3.2. Persönliche Verhältnisse und Vorleben 

Bezüglich der persönlichen Verhältnisse des Angeklagten ist bekannt, dass dieser 

in C._____ geboren und aufgewachsen ist. Nach der Grundschule und dem  

Gymnasium absolvierte er ein Studium als Tiefbauingenieur und arbeitete dann 

als Assistent an der Universität. Nach dem militärischen Staatsstreich kam er im 

Jahr jjjj zusammen mit seiner Frau in die Schweiz. Sodann absolvierte er in 

H._____ ein Nachdiplomstudium in Architektur und arbeitete in der Folge als Ar-

chitekt und Forscher bei verschiedenen Firmen. Daneben machte er einen Dok-

tortitel in Architektur. Im März 2009 kehrte er freiwillig mit seiner Frau und seinen  

vier Kindern nach C._____ zurück, da sich die politische Situation dort verbessert  

habe. In C._____ arbeitet er nunmehr als Professor an der Universität  

(Urk ND 2/39/2 S. 2 f.). Während der Angeklagte in der Untersuchung noch gel-

tend machte, dass er € 600.-- im Monat verdiene und zudem im Jahr € 600.-- für 

seine Forschungsarbeiten erhalte, erklärte er im vorinstanzlichen Verfahren, dass 

sein Nettoerwerbseinkommen Fr. 570.-- im Monat betrage (Urk. 25). Im  

Berufungsverfahren liess der Angeklagte mitteilen, dass sich seine finanziellen 

Verhältnisse nicht geändert hätten (Urk. 63). Den persönlichen Verhältnissen des 

Angeklagten sind keine strafzumessungsrelevanten Faktoren zu entnehmen. 

Der Angeklagte ist in der Schweiz nicht vorbestraft und verfügt nach eigenen  

Angaben auch in C._____ nicht über Vorstrafen (Urk. 58 und Urk. ND 2/39/2 S. 

1). Dies wirkt sich allerdings nicht strafmindernd aus (BGE 136 IV 1). 

 

-   21   - 

5.3.3. Nachtatverhalten, Einsicht und Reue 

Dem Angeklagten ist zugute zu halten, dass er sich in der Untersuchung sehr 

 kooperativ verhalten hat, flog er doch für die staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahmen vom 15. Oktober 2009 (Urk. ND 2/9) und vom 18. Dezember 2009  

(ND 2/24, ND 2/25 und ND 2/39/2) extra von C._____ in die Schweiz.  

Der Angeklagte ist bezüglich des ihm vorgeworfenen Sachverhaltes nicht gestän-

dig, unter diesen Umständen können auch keine Einsicht und Reue erwartet  

werden.  

5.3.4. Zwischenfazit 

Insgesamt überwiegen die strafmindernden Faktoren minim.  

5.4. Fazit 

Dem insgesamt nicht mehr leichten Verschulden des Angeklagten und seinen 

persönlichen Verhältnissen erscheint - unter Berücksichtigung aller strafzu-

messungsrelevanten Faktoren - eine Strafe von 30 Tagen respektive Tages-

sätzen als angemessen. 

6. Sanktion 

6.1. Art der Sanktion 

Bei Strafen bis zu sechs Monaten sieht der Gesetzgeber die Geldstrafe als 

Hauptsanktion vor, kurze Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten können nur 

in Ausnahmefällen angeordnet werden (Art. 40 und 41 StGB). Es bestehen vor-

liegend aber keine Anhaltspunkte, von der Regelsanktion abzuweichen, weshalb 

eine Geldstrafe auszufällen ist. 

6.2. Tagessatzhöhe 

Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt bei der Geldstrafe ein Tagessatz höchstens 

Fr. 3'000.--. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönli-

chen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils,  

-   22   - 

namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Fami-

lien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. Ausgangs-

punkt für die Bemessung des Tagessatzes bildet das Nettoeinkommen, welches 

der Täter im Zeitpunkt des Urteils durchschnittlich erzielt. Sodann ist festzulegen, 

wie sich seine sonstigen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf die 

Tagessatzhöhe auswirken. Dabei ist aber zu beachten, dass der Tagessatz nicht 

so weit reduziert werden darf, dass er lediglich symbolischen Wert hat, weil die 

Geldstrafe gleichwertig neben die Freiheitsstrafe treten soll (Hug, a.a.O., Art. 34 

N 20 ff., BSK Strafrecht I-Dolge, a.a.O., Art. 34 N 46, 81 und 83 sowie BGE 

6B_610/2009 vom 13. Juli 2010, E. 1.3.). 

Die Staatsanwaltschaft beantragt einen Tagessatz in der Höhe von Fr. 30.-- 

(Urk. 18). 

Aus den von der Vorinstanz dargelegten finanziellen Verhältnissen des arbeits-

fähigen Angeklagten ergibt sich, dass dieser in C._____ aktuell ein monatliches 

Nettoeinkommen von Fr. 570.-- erzielt (Urk. 63 i.V.m. Urk. 25). Angesichts dieser 

knappen finanziellen Verhältnisse ist die Höhe des Tagessatzes unter Berück-

sichtigung aller massgebenden Berechnungsfaktoren auf Fr. 30.-- festzulegen. 

Der Angeklagte ist demnach mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- 

zu bestrafen.  

7. Vollzug 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder 

einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren 

in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 

Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 

Abs. 1 StGB). Neben der objektiven Voraussetzung, welche mit der Ausfällung  

einer Geldstrafe vorliegend erfüllt ist, wird in subjektiver Hinsicht das Fehlen einer 

ungünstigen Prognose vorausgesetzt. Mit anderen Worten: Die günstige  

Prognose wird vermutet, doch kann diese Vermutung widerlegt werden. Bei der 

Prognosestellung, das heisst bei der Einschätzung des Rückfallrisikos, ist ein  

-   23   - 

Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Zu beachten sind die Tatum-

stände, das Vorleben, der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige 

Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zu-

lassen (Hug, a.a.O., Art. 42 N 6 f.).  

Der Angeklagte ist nicht vorbestraft und bereits vor längerem wieder aus der 

Schweiz ausgereist. In C._____ hat er eine Arbeitsstelle und lebt dort in einer  

intakten familiären Situation. Es kann daher erwartet werden, dass das vorliegen-

de Strafverfahren ihn genügend beeindruckt, um nicht wieder straffällig zu  

werden. Eine unbedingte Strafe erscheint nicht notwendig, um den Angeklagten 

dazu zu bringen, sich wohl zu verhalten. Es ist dem Angeklagten daher der  

bedingte Vollzug zu gewähren und eine Probezeit von zwei Jahren anzusetzen 

(Art. 44 Abs. 1 StGB). 

8. Busse 

Die Staatsanwaltschaft beantragt sodann, dass eine Busse von Fr. 300.-- auszu-

fällen sei (Urk. 18). 

Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer Busse verbun-

den werden. Dabei ist zu beachten, dass die Strafenkombination nicht zu einer 

Straferhöhung führen darf. Der Anteil der Verbindungsstrafe an der gesamten 

Strafe darf sich maximal auf einen Fünftel belaufen (Hug, a.a.O., Art. 42 N 27). 

Eine Busse als Verbindungsstrafe ist ausserhalb der Schnittstellenproblematik 

zwischen unbedingter Busse für Übertretungen und bedingter Geldstrafe bei  

Vergehen dann angezeigt, wenn dem Täter zusätzlich zur bedingten Geldstrafe 

ein "Denkzettel" verpasst werden soll, das heisst um das Drohpotential der  

bedingten Geldstrafe zu erhöhen.  

Der Angeklagte ist Ersttäter. Die Tat liegt nun über drei Jahre zurück und in dieser 

Zeit hat sich der Angeklagte keine weiteren strafbaren Handlungen zuschulden 

kommen lassen. Auch hat er die Schweiz mittlerweile verlassen und ist in seine 

Heimat zurückgekehrt. Unter diesen Umständen bedarf es keiner Ausfällung einer 

Verbindungsbusse als spürbare Sanktion.  

-   24   - 

9. Zivilansprüche 

9.1. Schadenersatz 

An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung machte der Geschädigte Schadener-

satzansprüche im Umfang von Fr. 16'548.45 geltend (Urk. 38 S. 28). Diese Forde-

rung setzt sich vollumfänglich aus den Kosten der anwaltlichen Vertretung zu-

sammen, wie sich aus den eingereichten Rechnungen ergibt (Urk. 39/6-9). 

Gemäss § 192 Abs. 1 StPO/ZH können Geschädigte ihre Zivilansprüche gegen 

den Angeklagten beim für den Entscheid über die Anklage zuständigen Strafge-

richt geltend machen. Nicht adhäsionsweise geltend gemacht werden können  

jedoch öffentlich-rechtliche Ansprüche, worunter auch diejenigen Ansprüche  

fallen, welche der Geschädigte für seine Umtriebe im Strafverfahren verlangt. 

Diese sind allein unter dem Titel Prozessentschädigung im Strafverfahren geltend 

zu machen. Bei der Prozessentschädigung im Sinne von § 188 Abs. 1 StPO/ZH 

handelt es sich um Ersatz für Kosten und Umtriebe, die dem Geschädigten durch 

das Strafverfahren erwuchsen, und nicht um Schadenersatzansprüche, die im 

strafbaren Verhalten des Angeklagten ihren Rechtsgrund haben und im  

Adhäsionsverfahren des § 192 StPO/ZH geltend zu machen sind (Donatsch/ 

Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, § 192 N 23; 

ZR 55 (1956) Nr. 50). 

Auf die Zivilforderung des Geschädigten ist damit nachfolgend im Rahmen der 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zurückzukommen. 

9.2. Genugtuung 

Der Geschädigte verlangte vor Vorinstanz und auch im Berufungsverfahren eine 

Genugtuung im Betrag von Fr. 2'000.-- (Urk. 38 S. 29 und Urk. 66 S. 1).  

Bei der Bemessung und Festsetzung von Genugtuungsleistungen kommt dem 

Gericht ein erheblicher Ermessenspielraum zu; abzustellen ist dabei vor allem auf 

die Art und Schwere der Verletzung, die Intensität und Dauer der Beeinträchti-

-   25   - 

gung sowie auf die Schwere des Verschuldens (vgl. I. Schwenzer, Schweizeri-

sches Obligationenrecht, 4. Auflage, Bern 2006, Rz 17.12). 

Gemäss Bericht des Stadtspitals F._____ vom 5. August 2008 hat der Geschädig-

te eine undislozierte Nasenbeinfraktur erlitten. Die Nasenatmung sei erschwert 

gewesen, jedoch seien beim Geschädigten keine Bewusstlosigkeit, Kopfschmer-

zen, Übelkeit oder Erbrechen aufgetreten. Er habe eine leichte Schwellung über 

dem Nasenbein gehabt, die Haut sei intakt gewesen (Urk. ND 2/4). In der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 1. Oktober 2009 erwähnte der Geschädigte, 

dass er immer noch Probleme mit der Nase habe, sie sei sehr trocken, was die 

Atmung erschwere (Urk. ND 2/17 S. 4). An der Berufungsverhandlung wiederholte 

der Geschädigte, Mühe mit der Atmung zu haben, die Atmung durch die Nase fal-

le ihm schwer und er müsse vermehrt durch den Mund atmen. Arbeitsunfähig sei 

er jedoch nicht gewesen, da er sogleich nach dem Vorfall in die bereits geplanten 

Ferien gefahren sei (Prot. II S. 6).  

Der Angeklagte hat den Geschädigten, wie sich aus den vorstehenden  

Ausführungen ergibt, nicht mehr geringfügig und in gewissem Umfang auch 

nachhaltig verletzt. Das Verschulden des Angeklagten wiegt nicht mehr leicht. Der 

Geschädigte hat deshalb nach Art. 49 Abs. 1 OR Anspruch auf eine Genugtuung. 

Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung in ähnlich gelagerten Fällen (vgl.  

dazu z.B. Hütte/Ducksch, Die Genugtuung, 3. Auflage, Zürich 2005, Zeitraum 

2003-2005, Tabelle VIII/7 Nr. 5, Nr. 13 und Nr. 17) sowie den konkreten  

Gegebenheiten erscheint ein Genugtuungsbetrag von Fr. 1'000.-- der Art und 

Schwere der Verletzung des Geschädigten sowie dem Verschulden des  

Angeklagten angemessen. Der Angeklagte ist daher zu verpflichten, dem  

Geschädigten Fr. 1'000.-- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 5. August 2008 (vgl. 

BGE 129 IV 152 f. E. 4.) als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das  

Genugtuungsbegehren abzuweisen.  

 

 

-   26   - 

10. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

10.1. Kosten 

10.1.1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Untersuchung und des 

erstinstanzlichen Verfahrens vollumfänglich dem Angeklagten aufzuerlegen 

(§ 188 Abs. 1 Satz 1 StPO/ZH).  

10.1.2. Berufungsverfahren 

Im Berufungsverfahren richten sich die Kostenauflage und die Zusprechung einer 

Entschädigung in der Regel nach Obsiegen und Unterliegen der Verfahrens-

beteiligten (§ 396a StPO/ZH). Da der Angeklagte mit seinem Antrag auf  

Freispruch nicht durchdringt und damit vollumfänglich unterliegt, sind ihm die  

Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. 

Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.-- zu veranschlagen. 

10.2. Entschädigung 

Der Angeklagte ist ferner zu verpflichten, dem Geschädigten eine Prozess-

entschädigung für die ihm im Strafverfahren erwachsenen Umtriebe zu bezahlen 

(§ 188 Abs. 1 Satz 2 StPO/ZH). Wie bereits ausgeführt, machte der Geschädigte 

im vorinstanzlichen Verfahren einen Betrag von Fr. 16'548.45 für die Kosten  

seiner anwaltlichen Vertretung geltend, über welche nunmehr zu befinden ist. Für 

das Berufungsverfahren machte der Geschädigtenvertreter sodann einen Zeit-

aufwand von 10 Stunden geltend (Prot. II S. 9). 

Zu berücksichtigen ist zunächst, dass die vom Geschädigten eingereichten  

Rechnungen für die Kosten seiner anwaltlichen Vertretung (Urk. 39/6-9) die  

gesamten Anwaltskosten betreffen. Im Zusammenhang mit diesem Verfahren 

wurde aber gleichzeitig das Verfahren gegen den Geschädigten als Angeklagter 

geführt (SB110647, bzw. im vorinstanzlichen Verfahren Geschäft Nr. GG100029). 

In jenem Verfahren wurde der Angeklagte A._____ freigesprochen und mit 

-   27   - 

Fr. 2'152.-- (inkl. MwSt.) entschädigt.  Da auf die Berufung des Geschädigten 

B._____ im Verfahren SB110647 mit Beschluss vom 15. Dezember 2011 nicht 

eingetreten wird, wird die obgenannte Entschädigung nach Ablauf der Rechtsmit-

telfrist rechtskräftig.  

Praxisgemäss wird bei der Bemessung der Entschädigung eine gewisse Zurück-

haltung an den Tag gelegt, indem nur Umtriebe, soweit diese mit Blick auf die 

Durchsetzung des Standpunktes des Geschädigten bzw. des Opfers nötig waren 

und durch ein schutzwürdiges Interesse gedeckt sind, entschädigt werden  

(Donatsch/Schmid, a.a.O., § 188 N 2). Wie bereits die Vorinstanz ausgeführt hat, 

ist demnach zu beachten, dass ein Teil des Aufwandes für die Bemühungen von 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ in seiner Funktion als Verteidiger entstanden sind 

(Verfahren SB110647, Urk. 41 S. 23). Die Entschädigung ist nach dem  

Anwaltstarif, d.h. nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren zu bestimmen. 

Vorliegend anwendbar ist die Anwaltsgebührenverordnung vom 21. Juni 2006 

(vgl. § 25 der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010).  

Unter Berücksichtigung sämtlicher Erwägungen rechtfertigt es sich, dem Geschä-

digten für die Bemühungen seines Anwalts als Geschädigtenvertreter für das  

gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 10'000.-- (inkl. 7,6 bzw.  

8 % MwSt. und Barauslagen) zuzusprechen. Der Angeklagte ist zu verpflichten, 

diese zu bezahlen. 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil der Einzelrichterin in Strafsachen des 

Bezirkes Meilen vom 15. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen 

ist:  

"Die Einzelrichterin erkennt: 

1./2. (…) 

3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1200.–. 

-   28   - 

4./5. (…) 

6. (Mitteilungen) 

7. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv sowie in voll-

ständiger Ausfertigung gemäss nachfolgendem Urteil. 

 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Angeklagte B._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sin-

ne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

2. Der Angeklagte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 30.--.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Geschädigten A._____ eine  

Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'000.-- zuzüglich 5% Zins seit 5. August 

2008 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abge-

wiesen. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--.  

6. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren in beiden  

Instanzen werden dem Angeklagten auferlegt. 

 

 

-   29   - 

7. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Geschädigten für das gesamte  

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 10'000.-- zu bezahlen. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten) 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt) 
− dem Geschädigtenvertreter (im Doppel für sich und zuhanden  

des Geschädigten A._____) (übergeben) 

in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten)  
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  
− dem Geschädigtenvertreter (im Doppel für sich und zuhanden  

des Geschädigten A._____)  

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen,  
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

 

 

-   30   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

I. Strafkammer 

 Der Vorsitzende: Die juristische Sekretärin: 

 

 

 Oberrichter lic. iur. P. Marti lic. iur. S. Schwarzwälder 
 

	Urteil vom 15. Dezember 2011
	"Die Einzelrichterin erkennt:
	1. Der Angeklagte ist der angeklagten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Auf die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung des Geschädigten wird nicht eingetreten.
	3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1200.–.
	4. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der Untersuchung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Dem Angeklagten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 2'152.– (inkl. 7,6 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. (Mitteilungen)
	7. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	Das Gericht erwägt:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 29. September 2010 (Urk. 18), aus welcher sich der zu beurteilende Sachverhalt ergibt, ist diesem Urteil beigeheftet. Sodann kann auf die Zusammenfassung im vorinstanzlichen Entscheid v...
	1.2. Nach der am 15. Dezember 2010 durchgeführten Hauptverhandlung (Prot. I S. 7 ff.) fällte die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid, welcher schriftlich mitgeteilt wurde (Prot. I S. 15).
	1.3. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2010 liess der Geschädigte A._____ fristgerecht Berufung gegen den Freispruch der Vorinstanz anmelden (Urk. 43). Mit Eingabe vom 23. Januar 2011 erklärte der Angeklagte Anschlussberufung (Urk. 47). Nach Zustellung des...
	2. Prozessuales
	2.1. Anwendbares Prozessrecht
	2.2. Anschlussberufung des Angeklagten
	Als Begründung führte er an, dass die Berufung abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen sei (Urk. 53). An der Berufungsverhandlung wurde er darauf hingewiesen, dass er seine Anschlussberufung nicht begründet habe und es wurde ihm Geleg...
	2.3. Beanstandungen und Berufungsumfang
	3. Sachverhalt
	3.1. Beweismittel
	3.2. Grundsätze der Beweiswürdigung
	Der bestrittene Sachverhalt ist aufgrund der Untersuchungsakten und der vor  Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus Art. 8 und Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in  Art. 6 Ziff. 2 EMRK ver...
	Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen (BGE 127 I 41, 124 IV 87 E. 2a). Wenn  erhebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so abgespielt ha...
	Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des  Angeklagten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, das heisst Beweise dafür vorliegen, dass der Angeklagte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm zur Last gelegten ...
	Dabei können auch indirekte, mittelbare Beweise, sogenannte Anzeichen oder  Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim...
	Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es v...
	Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, das heisst der verfolgende Staat hat dem Angeklagten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (vgl. dazu Schmid, a.a.O., S. 198, N 599) und nicht der Angeklagte ha...
	3.3. Konkrete Aussagenwürdigung
	3.3.1. Aussagen des Angeklagten
	3.3.2. Aussagen des Geschädigten
	3.3.3. Aussagen der Zeugen
	Bezüglich der Aussagen der Zeugen E._____ und G._____ kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 56 S. 15 ff.; § 161 GVG/ZH). Die Aussagen der Zeugin E._____ stimmen im Wesentlichen mit denjenigen des Geschädigten übe...
	3.4. Fazit
	Wenn auch sowohl die Aussagen des Angeklagten als auch - in ganz geringem Ausmass - diejenigen des Geschädigten gewisse Widersprüche aufweisen und es nach wie vor schwer nachvollziehbar ist, wie es wegen des Betrages von Fr. 50.-- zu einer solchen Aus...
	4. Rechtliche Würdigung
	4.1. Der einfachen Körperverletzung macht sich schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Die Verletzungen müssen dabei die Intensität einer Tätlichkeit (Art. 126 StGB) ...
	4.2. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz verlangt: Es kann dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, dass er dem Geschädigten wissentlich und willentlich die Nase brechen wollte. Durch den Stoss mit dem Kopf, den sogenannten  Schwedenkuss, welchen d...
	4.3. Der Angeklagte ist damit der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Soweit der Geschädigten-vertreter an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung geltend machte, dass der  Angeklagte zudem der Tätl...
	5. Strafzumessung
	5.1. Allgemeines
	Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist der ordentliche Strafrahmen, welcher vorliegend Geldstrafe bis zu 360 Tagessätze oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre beträgt (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 1 StGB). Innerhalb dieses Strafrahmens ist ...
	In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die schweizerische Praxis bei nicht besonders schwerem Verschulden in aller Regel die Strafen im unteren bis mittleren Bereich des vorgegeben Strafrahmens ansiedelt. Strafen im oberen Bereich, insbeson...
	5.2. Tatkomponente
	5.2.1. Allgemeines
	Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die  Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen zu beachten. Sodann sind für das Verschul...
	Ausgangspunkt ist die objektive Schwere des Delikts: Es gilt zu prüfen, wie stark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist.  Darunter fallen etwa das Ausmass des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, Sachschade...
	Bei der subjektiven Tatschwere stellt sich die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dabei ist auf die Intensität des verbrecherischen Willens abzustellen. Zu berücksichtigen sind auch die Beweggründe des Täters ...
	5.2.2. Objektive und subjektive Tatschwere
	Vorliegend wiegt das Verschulden des Angeklagten in objektiver Hinsicht nicht mehr leicht. Er handelte aus dem Nichts heraus anlässlich eines verbalen  Streites. Die zugefügte Verletzung ist nicht mehr gering und steht zum  eigentlichen Streitgegensta...
	In subjektiver Hinsicht ist zugunsten des Angeklagten miteinzubeziehen, dass er "bloss" eventualvorsätzlich handelte. Seine Motive waren dagegen nichtiger  Natur, ging es beim Streit doch um den eher kleinen Betrag von Fr. 50.--. In  subjektiver Hinsi...
	5.2.3. Einsatzstrafe
	Unter Berücksichtigung des insgesamt nicht mehr leichten Verschuldens des  Angeklagten ist die Einsatzstrafe auf etwas mehr als 30 Tage respektive Tagessätze festzulegen.
	5.3. Täterkomponente
	5.3.1. Allgemeines
	Die Täterkomponente umfasst das Vorleben sowie die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten. Zu berücksichtigen sind die Beweggründe und Ziele des Täters - soweit sie nicht bereits im Rahmen des subjektiven Tatverschuldens berücksichtigt wurden - un...
	5.3.2. Persönliche Verhältnisse und Vorleben
	5.3.3. Nachtatverhalten, Einsicht und Reue
	5.3.4. Zwischenfazit
	5.4. Fazit
	6. Sanktion
	6.1. Art der Sanktion
	6.2. Tagessatzhöhe
	Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt bei der Geldstrafe ein Tagessatz höchstens Fr. 3'000.--. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils,  namentlich nach Ei...
	Die Staatsanwaltschaft beantragt einen Tagessatz in der Höhe von Fr. 30.-- (Urk. 18).
	Aus den von der Vorinstanz dargelegten finanziellen Verhältnissen des arbeitsfähigen Angeklagten ergibt sich, dass dieser in C._____ aktuell ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 570.-- erzielt (Urk. 63 i.V.m. Urk. 25). Angesichts dieser knappen fin...
	Der Angeklagte ist demnach mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- zu bestrafen.
	7. Vollzug
	Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der...
	Der Angeklagte ist nicht vorbestraft und bereits vor längerem wieder aus der Schweiz ausgereist. In C._____ hat er eine Arbeitsstelle und lebt dort in einer  intakten familiären Situation. Es kann daher erwartet werden, dass das vorliegende Strafverfa...
	8. Busse
	Die Staatsanwaltschaft beantragt sodann, dass eine Busse von Fr. 300.-- auszufällen sei (Urk. 18).
	Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer Busse verbunden werden. Dabei ist zu beachten, dass die Strafenkombination nicht zu einer Straferhöhung führen darf. Der Anteil der Verbindungsstrafe an der gesamten Strafe darf sich maxim...
	Der Angeklagte ist Ersttäter. Die Tat liegt nun über drei Jahre zurück und in dieser Zeit hat sich der Angeklagte keine weiteren strafbaren Handlungen zuschulden kommen lassen. Auch hat er die Schweiz mittlerweile verlassen und ist in seine Heimat zur...
	9. Zivilansprüche
	9.1. Schadenersatz
	9.2. Genugtuung
	10. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	10.1. Kosten
	10.1.1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren
	10.1.2. Berufungsverfahren
	Im Berufungsverfahren richten sich die Kostenauflage und die Zusprechung einer Entschädigung in der Regel nach Obsiegen und Unterliegen der Verfahrensbeteiligten (§ 396a StPO/ZH). Da der Angeklagte mit seinem Antrag auf  Freispruch nicht durchdringt ...
	Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.-- zu veranschlagen.
	10.2. Entschädigung

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil der Einzelrichterin in Strafsachen des Bezirkes Meilen vom 15. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Die Einzelrichterin erkennt:
	1./2. (…)
	3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1200.–.
	4./5. (…)
	6. (Mitteilungen)
	7. (Rechtsmittel)"

	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv sowie in vollständiger Ausfertigung gemäss nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Angeklagte B._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Der Angeklagte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.--.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Geschädigten A._____ eine  Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'000.-- zuzüglich 5% Zins seit 5. August 2008 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--.
	6. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren in beiden  Instanzen werden dem Angeklagten auferlegt.
	7. Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Geschädigten für das gesamte  Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 10'000.-- zu bezahlen.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten) (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)
	 dem Geschädigtenvertreter (im Doppel für sich und zuhanden  des Geschädigten A._____) (übergeben)
	 die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 dem Geschädigtenvertreter (im Doppel für sich und zuhanden  des Geschädigten A._____)
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	9. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.