# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c368c5c-d1af-50f5-8957-f6ec602498b2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 14.02.2024 VBE.2023.370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-370_2024-02-14.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.370 / sb / sc 
Art. 19 

 

 

Urteil vom 14. Februar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde- 

führer 

 A._____ 

vertreten durch MLaw Claudia Trösch, Rechtsanwältin,  

Dornacherstrasse 10, 4601 Olten  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern  

vertreten durch MLaw Nadine Berchtold-Suter, Rechtsanwältin,  

Schwanenplatz 4, 6004 Luzern  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 10. August 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1961 geborene Beschwerdeführer war bei der damaligen Z._____ 

Zweigniederlassung der unterdessen infolge Konkurses aus dem Handels-

register gelöschten B._____ GmbH mit damaligem Sitz in Y._____ als Hilfs-

monteur angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin 

obligatorisch gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten versichert. Am 9. September 2009 verletzte er sich bei 

einem Sturz an der rechten Schulter. Die Beschwerdegegnerin anerkannte 

ihre Leistungspflicht für dieses Ereignis und richtete die gesetzlichen Leis-

tungen (Heilbehandlung und Taggeld) aus. Nach weiteren sachverhaltli-

chen Abklärungen sprach sie dem Beschwerdeführer nach Fallabschluss 

mit Schreiben vom 14. Januar 2013 per 28. Februar 2013 mit – in der Folge 

unangefochten in Rechtskraft erwachsener – Verfügung vom 15. Januar 

2013 für die verbleibende unfallbedinge Beeinträchtigung an der rechten 

Schulter eine Entschädigung für eine Integritätseinbusse von 10 % zu und 

verneinte nach zusätzlichen medizinischen Abklärungen mit Verfügung 

vom 28. Oktober 2022 einen Invalidenrentenanspruch des Beschwerdefüh-

rers sowie einen Anspruch auf eine zusätzliche Integritätsentschädigung. 

Die vom Beschwerdeführer dagegen am 24. November 2022 erhobene 

Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 10. August 2023 ab.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 7. September 

2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 10.08.2023 sowie 
die diesem zugrundeliegende Verfügung vom 28.10.2022 seien vollum-
fänglich aufzuheben. 
 
2. 
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine 
UVG-Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindes-
tens 62 % auszurichten sowie Heilbehandlungen nach Art. 21 UVG zu ge-
währen. 
 
3. 
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer zu-
sätzlich zur bisherig entrichteten Integritätsentschädigung von 10 % eine 
weitere Integritätsentschädigung in noch – gestützt auf ein externes Gut-
achten – festzusetzender Höhe zu entrichten. 
 
4. 
Eventualiter zu Ziff. 2. sei eine externe orthopädische und neurologische 
Begutachtung zu initiieren. 
  

 - 3 - 

 

 

5. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 4. Oktober 2023 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 16. Oktober 2023 hielt der Beschwerdeführer im Wesent-

lichen an seinen Rechtsbegehren fest. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 10. August 2023 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 482) zu Recht einen Invalidenrentenanspruch des Beschwerdeführers 

verneint und einen Anspruch auf eine zusätzliche Integritätsentschädigung 

zur mit Verfügung vom 15. Januar 2013 gestützt auf eine Integritätsein-

busse von 10 % zugesprochenen Integritätsentschädigung verweigert hat.  

 

1.2. 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass – abgesehen von hier nicht massge-

benden Ausnahmen – nach Art. 52 Abs. 1 ATSG gegen Verfügungen in-

nerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben wer-

den kann. Das Einspracheverfahren wird durch Erlass eines Einsprache-

entscheids abgeschlossen. Dieser Einspracheentscheid tritt im sozialversi-

cherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren an die Stelle der einsprache-

weise angefochtenen Verfügung (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 

2020, N. 74 zu Art. 52 ATSG). Soweit der Beschwerdeführer verlangt, die 

Verfügung vom 28. Oktober 2022 sei aufzuheben, ist auf die Beschwerde 

daher nicht einzutreten.  

 

1.3. 

Soweit der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Heilbehandlung nach 

Festsetzung der Rente (vgl. Art. 21 UVG) geltend macht, ist auf die Be-

schwerde – mangels Anfechtungsobjekts – ebenfalls nicht einzutreten, 

denn derartige Leistungen sind nicht Gegenstand des angefochtenen Ein-

spracheentscheids vom 10. August 2023 (vgl. etwa Urteil des Bundesge-

richts 8C_590/2021 vom 1. Dezember 2021 E. 4.1 mit Hinweisen).  

 

 - 4 - 

 

 

2. 

2.1. 

Am 1. Januar 2017 sind die Änderungen vom 25. September 2015 des 

UVG beziehungsweise der UVV betreffend Unfallversicherung und Unfall-

verhütung in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen 

zur Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen 

für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der besagten Änderungen ereig-

net haben, nach bisherigem Recht gewährt. Demnach ist vorliegend für das 

Ereignis vom 9. September 2009 das bis 31. Dezember 2016 in Kraft ge-

wesene Unfallversicherungsrecht zur Anwendung zu bringen.  

 

2.2. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die ver-

sicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfall-

folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 

sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie infolge 

des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 Abs. 1 

UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Erleidet sie durch den Unfall eine 

dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsent-

schädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). 

 

2.3. 

Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der versicherten Person ist die 

Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-

sen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfü-

gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-

tet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen). Ferner hat 

der Arzt die Schätzung des Integritätsschadens vorzunehmen (PHILIPP 

PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische Unfallfolgen nach 

dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallversicherung: Grundla-

gen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, SZS 2009 S. 344). Die 

Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich ausschliesslich nach dem 

medizinischen Befund. Bei gleichem Befund ist der Integritätsschaden für 

alle Versicherten gleich. Er wird abstrakt und egalitär bemessen (RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-

rungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, 

S. 166 mit Hinweisen). 

 

 - 5 - 

 

 

2.4. 

2.4.1. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

2.4.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 und 125 V 351 E. 3b/bb 

S. 353). Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich 

der Sozialversicherung überragende Bedeutung zu (KIESER, a.a.O., N. 13 

zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105). 

 

2.4.3. 

Die Rechtsprechung hat den Berichten versicherungsinterner medizini-

scher Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt. Ihnen kommt praxisge-

mäss jedoch nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag ge-

gebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff. und 122 V 157 

E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsin-

ternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-

gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

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stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3. 

3.1. 

Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 9. September 

2009 auf einer Baustelle durch einen Zwischenboden hinabgestürzt war 

und sich dabei eine Schulterluxation mit mehrfragmentärer wenig dislozier-

ter Tuberculum-majus-Abrissfraktur rechts zugezogen hatte, welche am 

17. September 2009 operativ versorgt wurde (vgl. statt vieler die Unfallmel-

dung vom 10. September 2009 in VB 296, die ergänzenden Angaben des 

Beschwerdeführers vom 16. September 2009 in VB 3, den Polizeirapport 

vom 27. Oktober 2009 in VB 31, sowie in medizinischer Hinsicht den Aus-

trittsbericht von PD Dr. med. C._____, Facharzt für Chirurgie sowie für 

Handchirurgie, Dr. med. D._____, Facharzt für Chirurgie, und der Assis-

tenzärztin Dr. med. E._____, Kantonsspital X._____, vom 30. September 

2009 in VB 22).  

 

3.2. 

Am 9. Januar 2013 fand eine erste kreisärztliche Untersuchung durch 

Dr. med. F._____, Facharzt für Chirurgie, statt. Dieser hielt in seinem Un-

tersuchungsbericht gleichen Datums zusammengefasst fest, die aktuell im 

Bereich der rechten Schulter noch geklagten Beschwerden seien kausal 

auf das Ereignis vom 9. September 2009 zurückzuführen, wobei von einer 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-

sundheitszustands mehr erwartet werden könne. Es bestehe eine volle Ar-

beitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten, bei denen mit der rechten Hand kör-

pernah nur Lasten bis 2 kg repetitiv gehoben werden müssten, bei denen 

das körperferne Heben von Lasten ausgeschlossen sei und die keine Ar-

beiten an schlagenden, stossenden und vibrierenden Maschinen sowie 

kein Besteigen von Leitern und Gerüsten umfassen würden. In der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Elektromonteur bestehe keine Arbeitsfähigkeit 

mehr (VB 278, S. 8). Mit einer weiteren Stellungnahme ebenfalls vom 9. Ja-

nuar 2013 bemass Dr. med. F._____ den Integritätsschaden an der rech-

ten Schulter mit 10 % (VB 277). Einem weiteren Untersuchungsbericht von 

Dr. med. F._____ vom 26. Juli 2016 über eine neuerliche kreisärztliche Un-

tersuchung gleichen Datums ist bezüglich der Kausalität des Unfalls vom 

9. September 2009 für die rechtsseitigen Schulterbeschwerden und des 

Einflusses weiterer ärztlicher Behandlung auf den Gesundheitszustand im 

Wesentlichen das Gleiche zu entnehmen. Dr. med. F._____ ging zudem 

wiederum von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

aus. Wegen der von ihm festgestellten verbesserten Beweglichkeit der 

rechten Schulter hielt er neu leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit einem 

Gewichtslimit von 15 kg körpernah und 2 kg körperfern für den rechten 

Arm, unter Ausschluss von Arbeiten mit dem rechten Arm an stossenden, 

schlagenden und vibrierenden Maschinen, von Arbeiten mit Besteigen von 

 - 7 - 

 

 

Leitern und Gerüsten und von repetitiven Überkopfarbeiten unter Last für 

zumutbar. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Elektromonteur sowie für 

die ursprünglich erlernte Tätigkeit als Zimmermann bestehe keine Arbeits-

fähigkeit mehr (VB 350, S. 6). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Mit Verfügungen vom 8. März 2017 (VB 369, S. 2 ff.) und vom 17. August 

2017 (VB 379, S. 2 ff.) verneinte die IV-Stelle des Kantons Aargau, die dem 

Beschwerdeführer eine Umschulung zum Hilfskoch gewährt hatte, gestützt 

auf zwei invalidenversicherungsinterne Stellungnahmen von Prof. Dr. med. 

G._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates, vom 6. März 2013 und (nach eigener Untersuchung 

des Beschwerdeführers) vom 21. Juli 2014 sowie auf einen Abschlussbe-

richt Integration vom 28. April 2016 einen Anspruch des Beschwerdefüh-

rers auf eine Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) bezie-

hungsweise auf weitere berufliche Massnahmen in Form einer Weiterbil-

dung zum Koch. Beide Verfügungen wurden vom Versicherungsgericht mit 

Urteilen VBE.2017.339 vom 14. November 2017 (betreffend Invaliden-

rente) und VBE.2017.736 vom 12. Dezember 2017 (betreffend berufliche 

Massnahmen) aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und an-

schliessenden neuen Entscheidung an die IV-Stelle des Kantons Aargau 

zurückgewiesen. Aus dem Urteil des Versicherungsgerichts VBE.2017.339 

vom 14. November 2017 geht als Grund für die Rückweisung hervor, dass 

der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in zeitlicher Hinsicht nicht 

umfassend abgeklärt worden sei. Die Stellungnahmen von Prof. Dr. med. 

G._____ hätten sich zudem als teilweise nicht nachvollziehbar erwiesen. 

Die IV-Stelle des Kantons Aargau habe daher "eine versicherungsexterne 

fachärztliche retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer zumut-

baren Tätigkeit ab Oktober 2010 zu veranlassen" (vgl. E. 3.3. des nämli-

chen Urteils). Aus den gleichen Gründen wurde auch die Verfügung betref-

fend berufliche Massnahmen vom 17. August 2017 mit Urteil 

VBE.2017.736 vom 12. Dezember 2017 aufgehoben und die Sache an die 

IV-Stelle des Kantons Aargau zurückgewiesen (vgl. E. 3. des nämlichen 

Urteils). Diese holte in der Folge eine weitere Stellungnahme von 

Prof. Dr. med. G._____ ein und verneinte gestützt darauf einen Anspruch 

des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente der IV und auf weitere be-

rufliche Massnahmen mit Verfügungen vom 2. August 2018 abermals. Die 

dagegen erhobenen Beschwerden hiess das Versicherungsgericht mit Ur-

teil VBE.2018.686, VBE.2018.685 vom 3. Juni 2019 teilweise gut, hob die 

angefochtenen Verfügungen auf und wies die Sache erneut zur weiteren 

sachverhaltlichen Abklärung mittels eines verwaltungsexternen Gutach-

tens und anschliessenden Neuverfügung an die IV-Stelle des Kantons Aar-

gau zurück. 

 

 - 8 - 

 

 

3.3.2. 

In der Folge holte die IV-Stelle des Kantons Aargau bei der ABI Aerztliches 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, ein bidisziplinäres Gutachten 

(Gutachten vom 8. Juni 2020) ein. Dieses vereint eine orthopädische Beur-

teilung durch Dr. med. H._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie eine neurologische Beur-

teilung durch Dr. med. I._____, Facharzt für Neurologie. Es wurden fol-

gende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (vgl. VB 422, 

S. 8 f.): 

 

"1. 
Chronische Schulterbeschwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10 
T92.3/T92.1/Z98.8) 
[…] 
 
2. 
Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)" 

 

Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten demgegenüber fol-

gende Diagnosen (vgl. VB 422, S. 9): 

 

"1. 
Chronisches unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom (ICD-10 
R52.9) 
 
2. 
Alkoholtoxische Polyneuropathie (ICD-10 G62.1) 
[…] 
 
3. 
Anamnestisch Sulcus ulnaris-Syndrom beidseits, rechts mehr als links 
(ICD-10 G56.2)" 

 

Die Gutachter hielten aus gesamtmedizinischer Sicht betreffend die Ar-

beitsfähigkeit zusammenfassend fest, der Beschwerdeführer sei in der zu-

letzt ausgeübten Tätigkeit seit September 2009 durchgehend zu 100 % ar-

beitsunfähig. In einer angepassten leichten wechselbelastenden Tätigkeit 

ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Tätig-

keiten über Schulterniveau sowie ohne ausschliessliches Stehen und Ge-

hen bestehe demgegenüber eine volle Arbeitsfähigkeit. Diese Beurteilung 

sei "seit Januar 2011 anzunehmen" und seit Februar 2013 "sicher […] zu 

bestätigen" (VB 422, S. 10).  

 

3.4. 

Mit Stellungnahme vom 7. Oktober 2022 hielt Dr. med. J._____, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin, fest, das von 

den ABI-Gutachtern festgestellte lumbovertebrale Schmerzsyndrom sei 

nicht kausal auf den Unfall vom 9. September 2009 zurückzuführen. Seit 

 - 9 - 

 

 

der Beurteilung von Dr. med. F._____ vom 26. Juli 2016 habe sich, ausge-

hend von der gutachterlichen Beurteilung, keine unfallversicherungsrecht-

lich relevante Veränderung des Gesundheitszustands eingestellt. Es könne 

daher grundsätzlich weiterhin an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 

Dr. med. F._____ in dessen Untersuchungsbericht vom 26. Juli 2016 fest-

gehalten werden, welche "sogar etwas differenzierter" als jene der ABI-

Gutachter ausgefallen sei. Vor diesem Hintergrund erweise sich auch die 

Beurteilung des Integritätsschadens vom 9. Januar 2013 durch Dr. med. 

F._____ nach wie vor als zutreffend (VB 456).  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des ABI-Gutachtens von vom 

8. Juni 2020 umfassend fachärztlich untersucht. Dabei beurteilten die Gut-

achter die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Situa-

tion in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorakten (inkl. sämtlicher zu 

diesem Zeitpunkt vorliegenden medizinischen Akten der Beschwerdegeg-

nerin; vgl. VB 390) und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 

einleuchtend und gelangten zu einer nachvollziehbar begründeten 

Schlussfolgerung. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich Beweiswert 

im Sinne vorstehender Kriterien (vgl. vorne E. 2.4.1. f.) zu.  

 

4.1.2. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Gutachter seien "vorein-

genommen und befangen" gewesen (vgl. Beschwerde, S. 13), ist auf Fol-

gendes hinzuweisen: Nachdem der Beschwerdeführer gegen die von der 

IV-Stelle des Kantons Aargau in Aussicht gestellte Begutachtung durch die 

ABI respektiv die vorgesehenen Gutachter Dres. med. H._____ und 

I._____ Einwände erhoben hatte, hielt die IV-Stelle des Kantons Aargau 

mit Verfügung vom 3. Januar 2020 an der Begutachtung durch die ABI res-

pektiv die vorgesehenen Gutachter fest (VB 394, S. 2 ff.). Diese Verfügung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft, weshalb die Rügen des Beschwer-

deführers betreffend Befangenheit der Gutachter, soweit sie sich nicht auf 

Umstände beziehen, die sich erst aus der Begutachtung beziehungsweise 

dem Gutachten selbst ergeben, nicht mehr zu hören sind. Hinzuweisen ist 

sodann darauf, dass das Vorbringen von Ausstandsgründen gegen einen 

Experten (vgl. Beschwerde, S. 14) nichts Ungewöhnliches ist und recht-

sprechungsgemäss nicht zu dessen Voreingenommenheit führt (SVR 2018 

UV Nr. 35 S. 123, 8C_896/2017 E. 3 f.). Das ABI-Gutachten ist denn auch 

objektiv abgefasst sowie einleuchtend und überzeugend begründet. Es be-

stehen keinerlei Hinweise auf eine Befangenheit der Gutachter und solche 

werden vom Beschwerdeführer auch nicht konkret geltend gemacht. Daran 

vermag auch das vom Beschwerdeführer angeführte Schreiben des Bun-

desamts für Sozialversicherungen vom 18. Dezember 2020 (VB 469, 

S. 1 f.) nichts zu ändern, welches sich offenkundig nicht auf die Dres. med. 

 - 10 - 

 

 

H._____ und I._____ persönlich bezieht, sondern eine Abrechnungspraxis 

der Gutachterstelle zum Gegenstand hat.  

 

4.1.3. 

In materieller Hinsicht führt das Absehen der Gutachter von der Durchfüh-

rung einer MRI-Untersuchung für sich allein entgegen der Ansicht des Be-

schwerdeführers nicht bereits dazu, dass dem ABI-Gutachten kein Beweis-

wert zuzuerkennen ist. So unterliegt die Wahl der Untersuchungsmethoden 

grundsätzlich der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des Exper-

ten (vgl. statt vieler SVR 2022 IV Nr. 45 S. 143, 8C_663/2021 E. 4.1, 

SVR 2018 IV Nr. 18 S. 55, 8C_466/2017 E. 5, und Urteile des Bundesge-

richts 8C_136/2021 vom 7. April 2022 E. 6.1.2 sowie 8C_631/2021 vom 

7. Dezember 2021 E. 6.2.1). Bildgebend nachgewiesene (pathologische) 

Befunde sind zudem für sich allein zur (unfall-)versicherungsrechtlichen 

Beurteilung eines Gesundheitsschadens nicht ausreichend, weshalb in ers-

ter Linie auf die klinischen Befunde abzustellen ist (vgl. Urteile des Bundes-

gerichts 9C_512/2021 vom 10. Juli 2022 E. 6.2, 9C_78/2017 vom 26. Ja-

nuar 2018 E. 5.3 und 9C_793/2016 vom 3. März 2017 E. 4.1.2). Ferner la-

gen den Gutachtern – wie bereits dargelegt – sämtliche relevanten medizi-

nischen Akten und auch die Berichte betreffend (bis dahin durchgeführte) 

berufliche Massnahmen vor (vgl. VB 422, S. 14 ff.). Alle relevanten Um-

stände waren den Gutachter damit hinreichend bekannt und wurden von 

diesen zureichend berücksichtigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_145/2022 vom 5. August 2022 E. 5.2, 8C_616/2017 vom 14. Dezem-

ber 2017 E. 6.2.2 und 8C_209/2017 vom 14. Juli 2017 E. 4.2.2). Insbeson-

dere äusserten sich die Gutachter explizit zur erfolgten Umschulung zum 

Hilfskoch und hielten – angesichts der erhobenen Befunde und der daraus 

resultierenden funktionellen Einschränkungen durchaus einleuchtend – 

fest, dass diese Tätigkeit für den Beschwerdeführer wegen der Schulterbe-

lastung gerade nicht geeignet sei (VB 422, S. 10), was auch allfällige Dis-

krepanzen in der Einschätzung der Arbeits- beziehungsweise Leistungsfä-

higkeit durch die Eingliederungsfachpersonen und die ABI-Gutachter zu-

reichend erklärt. Dass im Rahmen späterer beruflicher Massnahmen (Auf-

bautraining) im Jahr 2021 die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit auf-

grund von Schmerzklagen des Beschwerdeführers nicht voll ausgeschöpft 

werden konnte (vgl. die entsprechenden Berichte in VB 424 und VB 426), 

findet seine Erklärung in den von den Gutachtern festgestellten Selbstlimi-

tierungen und Inkonsistenzen (vgl. VB 422, S. 9). Anzufügen bleibt, dass 

die (nach der Umschulung zum Hilfskoch erneut gewährten) beruflichen 

Massnahmen der Invalidenversicherung schliesslich kurz vor einem vorge-

sehenen Einsatz im ersten Arbeitsmarkt wegen einer vom Beschwerdefüh-

rer geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustands, die 

nicht die rechtsseitigen Schulterbeschwerden betraf und offenkundig nicht 

auf den Unfall vom 9. September 2009 zurückzuführen war, abgebrochen 

wurden (vgl. die Aktennotiz der IV-Stelle des Kantons Aargau vom 2. März 

2022 in VB 429).  

 - 11 - 

 

 

4.1.4. 

Zusammengefasst ergibt sich damit, dass auf die Beurteilung der ABI-Gut-

achter abgestellt werden kann. Insbesondere sind keine im Gutachten un-

erkannte oder ungewürdigte Aspekte ersichtlich (vgl. statt vieler SVR 2008 

IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.1.1, und Urteil des Bundesgerichts 

9C_425/2019 vom 10. September 2019 E. 3.4 mit Hinweisen). Dem Gut-

achten kommt damit uneingeschränkt Beweiswert zu. Von weiteren Be-

weiserhebungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb da-

rauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 144 

V 361 E. 6.5 S. 368 f. mit weiteren Hinweisen unter anderem auf BGE 136 

I 229 E. 5.3 S. 236 f.). Es ist demnach von der gutachterlichen Schlussfol-

gerung auszugehen, wonach der Beschwerdeführer in der zuletzt ausge-

übten Tätigkeit seit September 2009 durchgehend zu 100 % arbeitsunfähig 

und in einer angepassten Tätigkeit seit Januar 2011 voll arbeitsfähig ist.  

 

4.2. 

4.2.1. 

Die ABI-Gutachter berücksichtigten bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

in einer angepassten Tätigkeit mit dem lumbovertebralen Schmerzsyndrom 

auch gesundheitliche Einschränkungen, welche unbestrittenermassen 

nicht auf den Unfall vom 9. September 2009 zurückzuführen sind. Die Be-

schwerdegegnerin legte das Gutachten daher Versicherungsmediziner 

Dr. med. J._____ vor, welcher mit Stellungnahme vom 7. Oktober 2022 

festhielt, es könne in Kenntnis der gutachterlichen Einschätzung nach wie 

vor auf Dr. med. F._____ Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom 26. Juli 2016 

sowie dessen Einschätzung des Integritätsschadens vom 9. Januar 2013 

abgestellt werden (vgl. vorne E. 3.4.). Dies leuchtet mit Blick auf den Un-

tersuchungsbericht vom 26. Juli 2016 von Dr. med. F._____ denn auch 

ohne Weiteres ein, sind diesem doch bezüglich des unfallbedingten Ge-

sundheitszustands keine von der gutachterlichen Einschätzung massge-

bend abweichende Beurteilungen zu entnehmen. Insbesondere gaben der 

Kreisarzt und die Gutachter – die rechte Schulter betreffend – im Wesent-

lichen gleiche Profile zumutbarer Verweistätigkeiten an. Dass die Beurtei-

lung von Dr. med. F._____ mit der Unterscheidung von körpernahen und 

körperfernen Gewichtsbelastungen etwas differenzierter ausfiel, stellt keine 

entscheidwesentliche Diskrepanz zwischen der kreisärztlichen und der gut-

achterlichen Beurteilung dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_762/2016 

13. Februar 2017 E. 4.1.2). Da die im ABI-Gutachten vom 8. Juni 2020 at-

testierte volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit durchgehend 

seit Januar 2011 Gültigkeit hat, ist das Gutachten damit ohne Weiteres 

auch in zeitlicher Hinsicht vereinbar mit dem Untersuchungsbericht von 

Dr. med. F._____ vom 9. Januar 2013.  

 

4.2.2. 

Es verhält sich damit so, dass Dr. med. F._____ in seinen Untersuchungs-

berichten vom 9. Januar 2013 und vom 26. Juli 2016 sowie die ABI-

 - 12 - 

 

 

Gutachter im polydisziplinären Gutachten vom 8. Juni 2020 bezüglich des 

Gesundheitsschadens an der rechten Schulter des Beschwerdeführers zu 

im Wesentlichen übereinstimmenden Resultaten gelangt sind. Vor diesem 

Hintergrund bestehen auch keine auch nur geringen Zweifel an der Stel-

lungnahme von Dr. med. J._____ vom 7. Oktober 2022 sowie den Unter-

suchungsberichten von Dr. med. F._____ vom 9. Januar 2013 und vom 

26. Juli 2016, weshalb aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht auf diese 

abgestellt werden kann (vgl. vorne E. 2.4.3.).  

 

4.3. 

Nach dem Dargelegten ist damit nachfolgend davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 9. September 2009 in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit dauerhaft zu 100 % arbeitsunfähig ist. In einer ange-

passten Tätigkeit besteht unter Berücksichtigung ausschliesslich der unfall-

bedingten Beeinträchtigungen seit Januar 2011 durchgehend eine volle Ar-

beitsfähigkeit. Unfallversicherungsrechtlich anspruchserhebliche Verände-

rungen des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers seit der ABI-Be-

gutachtung ergeben sich aus den Akten nicht. So berichtete Dr. med. 

K._____, Praktische Ärztin und Fachärztin für Arbeitsmedizin, auf Anfrage 

der Beschwerdegegnerin (VB 440) am 9. August 2022 über einen stationä-

ren Gesundheitszustand (VB 447, S. 2 f.), und der Beschwerdeführer be-

findet sich nach eigenen Angaben aktuell bei keinem anderen Arzt in Be-

handlung (vgl. dessen Schreiben vom 1. Juli 2022 in VB 439, S. 1).  

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdegegnerin schloss den Fall unter Einstellung der vorüberge-

henden Leistungen (vgl. zum Fallabschluss statt vieler BGE 134 V 109 

E. 3 ff. S. 112 ff.) gestützt auf den Untersuchungsbericht von Dr. med. 

F._____ vom 9. Januar 2013 mit Schreiben vom 14. Januar 2013 per 

28. Februar 2013 ab (VB 280). Bei diesem Schreiben der Beschwerdegeg-

nerin handelt es sich nicht um eine formelle Verfügung im Sinne von Art. 49 

ATSG (vgl. zum Verfügungsbegriff bzw. zur formlosen Mitteilung einer Leis-

tungsverweigerung BGE 134 V 145 E. 3.2 S. 147 f.), obgleich eine Leis-

tungsverweigerung, wie sie aus fraglichem Schreiben hervorgeht, nach 

Art. 124 lit. b UVV stets in Verfügungsform zu eröffnen wäre (BGE 134 V 

145 E. 4 und E. 5.1 S. 149). Trotz Eröffnungsmangels sind derartige Ent-

scheide ohne Intervention der betroffenen Partei nach Ablauf eines Jahres 

nach deren Eröffnung als rechtsbeständig anzusehen (SUSANNE GENNER, 

in Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 37 zu Art. 49 ATSG mit 

Verweis auf BGE 134 V 145 E. 5.3.2 und E. 5.4 S. 152 f.). Der Beschwer-

deführer hat nach Lage der Akten bei der Beschwerdegegnerin nach deren 

Schreiben vom 14. Januar 2013 nicht interveniert. Es ist damit davon aus-

zugehen, dass der ursprüngliche Eröffnungsmangel damit geheilt wurde, 

 - 13 - 

 

 

weshalb der Fallabschluss per 28. Februar 2013 als rechtsbeständig anzu-

sehen ist.  

 

5.2. 

5.2.1. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 10. August 2023 (VB 482, S. 10 ff.; vgl. 

auch die Verfügung vom 28. Oktober 2022 in VB 461, S. 1 f., sowie die "Zu-

sammenfassung der Entscheidungsgrundlagen für die Rentenfestsetzung" 

[VB 458]) nahm die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Tabellenlöhne 

der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2020 des 

Bundesamtes für Statistik (BFS), Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, 

Männer, und unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen 

Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie der Nominallohnentwicklung von 2020 

bis 2022 ein Valideneinkommen von Fr. 66'661.00 an. Das Invalidenein-

kommen bemass sie auf gleicher Basis und errechnete so einen Invalidi-

tätsgrad von 0 %. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, 

die Beschwerdegegnerin habe sowohl das Validen- als auch das Invaliden-

einkommen unzutreffend festgesetzt und ihm zu Unrecht keinen leidensbe-

dingten Abzug vom Invalideneinkommen gewährt. 

 

5.2.2. 

Hinsichtlich der Feststellungen der Beschwerdegegnerin bezüglich der aus 

unfallversicherungsrechtlicher Sicht bestehenden erwerblichen Auswirkun-

gen des Gesundheitsschadens gilt es vorab Folgendes festzuhalten: Der 

Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG frühestens im Zeit-

punkt des Fallabschlusses (vgl. zum Ganzen statt vieler BGE 134 V 109 

E. 3 ff. S. 112 ff.). Entsprechend ist vorliegend der Februar 2013 als Be-

rechnungszeitpunkt massgebend, zumal es seit diesem Zeitpunkt zu keiner 

unfallversicherungsrechtlich anspruchserheblichen Veränderungen des 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers gekommen ist (vgl. vorne 

E. 4.3.) und auch sonst keine seitherigen massgebenden sachverhaltlichen 

Veränderungen dokumentiert sind. 

 

5.3. 

5.3.1. 

Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Per-

son erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, 

was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 und 

128 V 174; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts 8C_526/2021 vom 10. No-

vember 2021 E. 2.2). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen-

falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne 

 - 14 - 

 

 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Er-

fahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein 

(BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f., 134 

V 322 E. 4.1 S. 325 f. und Urteil des Bundesgerichts 8C_505/2021 vom 

30. Mai 2022 E. 3.2). 

 

Ist es nicht möglich, zur Bestimmung des Valideneinkommens vom zuletzt 

vor Invaliditätseintritt erzielten Lohn auszugehen, oder fehlen sonst kon-

krete Anhaltspunkte für dessen Bestimmung, ist auf Erfahrungs- und 

Durchschnittswerte zurückzugreifen (SVR 2009 IV Nr. 27 S. 75, 

9C_93/2008 E. 6.3.2). Auf die Tabellenlöhne, das heisst auf die LSE des 

BFS (vgl. hierzu BGE 124 V 321), darf jedoch stets nur unter Mitberück-

sichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten 

persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_239/2019 vom 5. September 2019 E. 2.2.1; 

MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversi-

cherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 

4. Aufl. 2022, N. 56 zu Art. 28a IVG). 

 

5.3.2. 

Nach seiner 1980 abgeschlossenen Ausbildung zum Zimmermann war der 

Beschwerdeführer nach Lage der Akten in der Zeit von 1982 bis 1987 und 

damit lediglich wenige Jahre in diesem Beruf tätig. Danach arbeitete er von 

1987 bis 1991 in der Montage-Abteilung einer Erntemaschinenfabrik, von 

1991 bis 2004 als Allrounder in einer Möbelfabrik und – nach einer Phase 

der Arbeitslosigkeit – von 2006 bis zum Unfall im September 2009 als Elekt-

rohelfer mit Montageaufgaben auf Baustellen (vgl. den Lebenslauf in 

VB 124 sowie den Arbeitsvertrag mit der damaligen B._____ GmbH in 

VB 125, S. 1 ff.). Es liegt damit eine langjährige bewusste und freiwillige 

Abkehr vom gelernten Beruf des Zimmermanns zugunsten ungelernter 

Hilfsarbeitertätigkeiten und zuletzt der Tätigkeit als Elektrohelfer vor, wes-

halb diese zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angestammte Tätigkeit zu quali-

fizieren ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_320/2020 vom 6. August 

2020 E. 3.2.2 und 8C_737/2018 vom 17. April 2019 E. 4.2).  

 

5.3.3. 

Der Beschwerdeführer verlor die Anstellung bei der damaligen B._____ 

GmbH infolge des Unfalls vom 9. September 2009, wovon auch die Par-

teien übereinstimmend auszugehen scheinen (vgl. VB 458, S. 3). Es ist da-

mit zur Bemessung des Valideneinkommens per 2013 an diese Tätigkeit 

anzuknüpfen (vgl. vorne E. 5.3.1.), zumal seine letzte Arbeitgeberin damals 

noch existierte. Zur konkreten Bemessung kann auf die Feststellungen der 

IV-Stelle des Kantons Aargau in deren Verfügung vom 19. Juli 2022 

(VB 442, S. 5 f.) zurückgegriffen werden, zumal diese vom Beschwerde-

führer im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren nicht in Frage ge-

stellt wurde, die erwähnte Verfügung von diesem nicht angefochten wurde 

 - 15 - 

 

 

und weil die von der IV-Stelle des Kantons Aargau verwendeten Einkom-

mensgrundlagen in masslicher Hinsicht mit den Einkommensangaben in 

der Unfallmeldung vom 10. September 2009 (VB 296) sowie den aktenkun-

digen Lohnabrechnungen der Monate Januar bis August 2009 (VB 5, 

S. 5 ff.) im Wesentlichen übereinstimmen. Es ist demnach – wie in der Ver-

fügung der IV-Stelle des Kantons Aargau vom 19. Juli 2022 – von einem 

Valideneinkommen von Fr. 56'488.00 per 2010 auszugehen, was unter Be-

rücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2010 bis 2013 von 102.3/100 

(vgl. Tabelle T1.1.10 des Schweizerischen Lohnindex des BFS mit Basis 

2010, Nominallohnindex, Männer, Abschnitt F ["Baugewerbe/Bau"], Jahr 

2013) einem Valideneinkommen von Fr. 57'787.20 per 2013 entspricht. An-

gesichts der im individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers verzeich-

neten Einkommen (vgl. VB 289, S. 2 f.) ist dessen wirtschaftliche Leis-

tungsfähigkeit damit adäquat abgebildet. 

 

5.4. 

5.4.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre-

chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel-

cher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidi-

tät eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Ar-

beitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ver-

bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und er-

scheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen 

und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst 

als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-

werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die 

LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296 f. 

mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475; vgl. auch 

Urteile des Bundesgerichts 8C_315/2020 vom 24. September 2020 E. 3.2 

und 8C_545/2020 vom 4. November 2020 E. 5.1). 

 

5.4.2. 

Der Beschwerdeführer hat nach Lage der Akten nach dem Unfall vom 

9. September 2009 keine Tätigkeit im Rahmen eines besonders stabilen 

Arbeitsverhältnisses mehr ausgeübt. Das Invalideneinkommen ist daher 

per 2013 anhand der Tabelle TA1 der LSE 2012, Kompetenzniveau 1, To-

tal, Männer, und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 
102.5/100 (vgl. die Tabelle T1.1.10 des Schweizerischen Lohnindex des BFS 

mit Basis 2010, Nominallohnindex, Männer, Total, Jahr 2013) sowie der 

betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. die LSE-

Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts-

abteilungen, Total, 2013) auf Fr. 66'806.55 festzusetzen (Fr. 5'210.00 x 12 

x 41.7/40 x 
102.5/100). Dass der Beschwerdeführer über die von der 

 - 16 - 

 

 

Rechtsprechung für die Anwendung der Tabellenlöhne des Kompetenzni-

veaus 2 vorausgesetzten besonderen Fertigkeiten und Kenntnisse wie 

etwa Führungserfahrung, zusätzliche formale Weiterbildungen oder andere 

besondere Qualifikationen (vgl. dazu statt vieler SVR 2023 IV Nr. 35 

S. 121, 8C_456/2022 E. 5.3.1, SVR 2022 UV Nr. 47 S. 188, 8C_156/2022 

E. 6 und E. 7, sowie SVR 2021 IV Nr. 22 S. 70, 8C_276/2021 E. 5.4.1) ver-

fügen würde, ergibt sich aus den Akten nicht.  

 

5.4.3. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei ihm beim Invalideneinkommen ein 

leidensbedingter Abzug von 25 % zu gewähren (vgl. Beschwerde, S. 21). 

Die von diesem zur Begründung eines leidensbedingten Abzugs angeführ-

ten gesundheitlichen Einschränkungen fanden jedoch bei der Bemessung 

der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit respektive im angege-

benen Profil der zumutbaren Verweistätigkeiten bereits hinreichend Be-

rücksichtigung, weshalb sie nicht zusätzlich in die Bemessung eines allfäl-

ligen leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten An-

rechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (vgl. statt vieler 

BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20 mit Hinweis). Aufgrund des relativ weit gefass-

ten Profils zumutbarer Verweistätigkeiten kann jedenfalls nicht angenom-

men werden, dass der Beschwerdeführer selbst im Rahmen körperlich 

leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in seiner Leistungsfähigkeit (zusätzlich) ein-

geschränkt wäre und folglich (auch) bei Tätigkeiten im tiefsten Kompetenz-

niveau 1 weitere finanzielle Nachteile gewärtigen müsste. Dies gilt umso 

mehr, als die Einschränkungen lediglich die rechte Schulter beziehungs-

weise den rechten Arm des Beschwerdeführers betreffen und die Funkti-

onsfähigkeit der linken oberen Extremität nicht beeinträchtigt ist. Der LSE-

Tabellenlohn umfasst denn auch im tiefsten Kompetenzniveau eine Viel-

zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten, weshalb selbst bei Ver-

weisung auf lediglich leichte Tätigkeiten nicht grundsätzlich Veranlassung 

für einen leidensbedingten Abzug besteht (vgl. statt vieler SVR 2021 IV 

Nr. 8 S. 23, 8C_393/2020 E. 4.2, SVR 2018 IV Nr. 45 S. 144, 9C_833/2017 

E. 5.1 und Urteil des Bundesgerichts 8C_250/2020 vom 8. November 2022 

E. 5.3.2). Zu berücksichtigen ist ferner, dass ein Alter von 51 Jahren im 

Februar 2013 sich statistisch gesehen gar lohnerhöhend auswirkt (vgl. die 

Tabelle T17 der LSE 2012; siehe ferner statt vieler BGE 146 V 16 E. 7.2.1 

S. 16 f. und SVR 2021 IV Nr. 7 S. 19, 8C_151/2020 E. 6.3.3). Den weiteren 

Akten sind keine anderen einen Abzug begründenden Umstände zu ent-

nehmen, weshalb die Beschwerdegegnerin insgesamt (vgl. zur gesamthaf-

ten Schätzung SVR 2021 IV Nr. 7 S. 19, 8C_151/2020 E. 6.3.2, SVR 2020 

IV Nr. 50 S. 171, 9C_663/2019 E. 4, und SVR 2017 IV Nr. 91 S. 284, 

8C_320/2017 E. 3.3.1) zu Recht keinen leidensbedingten Abzug gewährt 

hat. 

 

 - 17 - 

 

 

5.5. 

Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 57'787.20 und einem In-

valideneinkommen von Fr. 66'806.55 resultiert zum Zeitpunkt des Beginns 

eines allfälligen Rentenanspruchs im Februar 2013 ein Invaliditätsgrad von 

0 %. Dies vermag keinen Anspruch auf eine Invalidenrente zu begründen 

(vgl. vorne E. 2.2.). 

 

6. 

6.1. 

Hinsichtlich der Integritätsentschädigung ist zu beachten, dass die Be-

schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 15. Januar 

2013 gestützt auf die entsprechende Stellungnahme von Dr. med. F._____ 

vom 9. Januar 2013 (VB 277, S. 1) eine Entschädigung für eine Integritäts-

einbusse von 10 % zugesprochen hat (VB 281). Diese Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft. In ihrem Einspracheentscheid vom 10. Au-

gust 2023 (VB 482, S. 13 ff.; vgl. auch die Verfügung vom 28. Oktober 2022 

in VB 461. S. 2) lehnte es die Beschwerdegegnerin ab, ihm eine zusätzli-

che Integritätsentschädigung zu gewähren. Der Beschwerdeführer macht 

demgegenüber im Wesentlichen geltend, er habe Anspruch auf eine hö-

here Integritätsentschädigung, übersteige die Integritätseinbusse doch 

10 %. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV sind voraussehbare Verschlimmerungen des 

Integritätsschadens bei dessen Bemessung angemessen zu berücksichti-

gen. Revisionen der Integritätsentschädigung sind daher nur im Ausnah-

mefall möglich, wenn die Verschlimmerung insbesondere nicht vorausseh-

bar war. Eine voraussehbare Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt 

der Festsetzung der Integritätsentschädigung eine Verschlimmerung als 

wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt werden kann. Die 

blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des Integritätsschadens genügt 

hingegen nicht. Entwickelt sich der Gesundheitsschaden im Rahmen der 

ursprünglichen Prognose, ist die Revision einer einmal zugesprochenen In-

tegritätsentschädigung ausgeschlossen (vgl. zum Ganzen die nicht in 

BGE 136 V 113, aber in SVR 2010 UV Nr. 27 S. 109 publ. E. 3 des Urteils 

des Bundesgerichts 8C_408/2009 vom 25. Mai 2010; siehe ferner Urteile 

des Bundesgerichts 8C_746/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2 sowie 

8C_734/2019 vom 23. Dezember 2019 E. 4.1.2). 

 

6.3. 

Vorliegend stellte Dr. med. F._____ in seiner Stellungnahme vom 9. Januar 

2013 zum Ausmass des Integritätsschadens auf den in der entsprechenden 

Suva-Tabelle vorgesehenen Wert bei Funktionsstörungen an den oberen 

Extremitäten, Periarthrosis humeroscapularis, mässige Form, ab und ging 

nicht von einer voraussehbaren Verschlimmerung aus (VB 277, S. 1; vgl. 

auch vorne E. 3.2.). Gestützt auf das ABI-Gutachten vom 8. Juni 2020 (vgl. 

 - 18 - 

 

 

vorne E. 3.3.2.), die Stellungnahme von Dr. med. J._____ vom 7. Oktober 

2022 (vgl. vorne E. 3.4.) sowie den Untersuchungsbericht von Dr. med. 

F._____ vom 26. Juli 2017 (vgl. vorne E. 3.2.; zum Beweiswert dieser me-

dizinischen Beurteilungen siehe vorne E. 4.) ist der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers als seit dem Jahr 2011 im Wesentlichen unverän-

dert zu beurteilen. Eine Verschlimmerung des Integritätsschadens ist damit 

nicht erstellt. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch auf eine zusätz-

liche Integritätsentschädigung folglich zu Recht verneint. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist. 

 

7.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

 - 19 - 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 14. Februar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Berner