# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aeafcf83-9296-5367-85a1-8362aeb51cfb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.07.2014 100 2013 332
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-332_2014-07-24.pdf

## Full Text

100.2013.332U
DAM/SIL/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 24. Juli 2014

Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiber Sieber

A.________
Beschwerdeführer 

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Gesundheits- und Fürsorgedirektion, Rathausgasse 1, 3011 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Opferhilfe; Genugtuung; verspätete Geltendmachung (Verfügung der 
Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern vom 30. August 2013; 2013-
11751)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 24. Dezember 2005 versetzte B.________ aus Wut über einen vorangehenden 
Vorfall A.________ mehrere Fusstritte und Faustschläge. Hierdurch fügte er ihm 
Verletzungen am Körper und im Gesicht zu (Prellungen, Hautunterblutungen und 
Hautabschürfungen). Ausserdem wurde A.________ ein Zahnprovisorium 
ausgeschlagen und erlitt er eine potentiell lebensgefährliche Einblutung unter der 
harten Hirnhaut.

Gleichentags füllte A.________ bei der Stadtpolizei Bern das Formular 
«Opfermeldung» aus, lehnte indessen die Übermittlung der Angaben an eine 
Beratungsstelle ab. Zwischen dem 29. Dezember 2005 und dem 14. März 2006 fanden 
dennoch drei Gespräche zwischen A.________ und der Beratungsstelle Opferhilfe 
Bern statt. Mit Urteil vom 6. März 2013 erklärte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
B.________ unter anderem der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil 
von A.________ schuldig und verurteilte ihn im Zivilpunkt zur Zahlung einer 
Genugtuung von Fr. 3'000.-- an diesen. Mit Eingabe vom 27. März 2013 stellte 
A.________ der Beratungsstelle Opferhilfe Bern unter Bezugnahme auf die Meldung 
aus dem Jahr 2005 das Strafurteil zu und beantragte die Überweisung der 
zugesprochenen Genugtuung. 

Mit Verfügung vom 30. August 2013 wies die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des 
Kantons Bern (GEF), der die Eingabe vom 27. März 2013 zuständigkeitshalber 
weitergeleitet worden war, das Gesuch um Genugtuung ab. 

B.

Gegen diese Verfügung hat A.________ am 29. September 2013 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben und die Zusprechung einer Genugtuung von 
Fr. 3'000.-- beantragt (Eingang der Beschwerde am 30.9.2013 und der verbesserten 
Rechtsschrift am 17.10.2013). 

Am 6. November 2013 hat A.________ diesen Antrag bestätigt und weitere Unterlagen 
zu den Akten gereicht. Mit Beschwerdeantwort vom 19. November 2013 schliesst der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 3

Kanton Bern auf Abweisung der Beschwerde. In weiteren Eingaben vom 13. Dezember 
2013 und vom 8. Januar 2014 haben die Parteien an ihren Anträgen festgehalten. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 15 
des Einführungsgesetzes vom 2. September 2009 zum Bundesgesetz über die Hilfe an 
Opfer von Straftaten [EG OHG; BSG 326.1]). Der Beschwerdeführer hat am 
vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Beschwerde genügt gerade noch den 
herabgesetzten Anforderungen an Laieneingaben (vgl. BVR 2006 S. 470 E. 2.4). Auf 
die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen und Unangemessenheit hin (Art. 80 VRPG i.V.m. Art. 29 Abs. 3 
des Bundesgesetzes vom 23. März 2007 über die Hilfe an Opfer von Straftaten 
[Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5]).

1.3 Umstritten ist die Ausrichtung einer Genugtuung von Fr. 3'000.--. Beschwerden, 
deren Streitwert Fr. 20'000.-- nicht erreicht, behandeln die Mitglieder des 
Verwaltungsgerichts als Einzelrichterinnen oder Einzelrichter (vgl. Art. 57 Abs. 1 des 
Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 4

2.

2.1 Das Opferhilfegesetz vom 23. März 2007 ist am 1. Januar 2009 in Kraft 
getreten. Gemäss Art. 48 Bst. a OHG gilt das bisherige Recht für Ansprüche auf 
Entschädigung oder Genugtuung für Straftaten, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes 
verübt worden sind. – Der Beschwerdeführer leitet seinen Anspruch aus einem Vorfall 
ab, der sich am 24. Dezember 2005 ereignet hat (vgl. Bst. A hiervor). Die materielle 
Beurteilung dieses Anspruchs richtet sich daher nach dem bis am 31. Dezember 2008 
gültigen Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über die Hilfe an Opfer von Straftaten 
(altes Opferhilfegesetz, aOHG; AS 1992 S. 2465). 

2.2 Vor Verwaltungsgericht ist einzig strittig, ob der Beschwerdeführer den 
opferhilferechtlichen Anspruch auf Genugtuung rechtzeitig geltend gemacht hat. Die 
GEF hat dies verneint und den Anspruch als verwirkt betrachtet, weshalb sie das 
Gesuch um Genugtuung abgewiesen hat. 

3.

Der Beschwerdeführer macht vorab sinngemäss geltend, entgegen der Ansicht der 
Vorinstanz habe er ein Gesuch um Genugtuung nicht erst am 27. März 2013, sondern 
bereits im Dezember 2005 und damit rechtzeitig gestellt.

3.1 Das Opfer muss das Gesuch um Genugtuung innert zwei Jahren nach der 
Straftat bei der Behörde einreichen; andernfalls verwirkt es seinen Anspruch (Art. 16 
Abs. 3 aOHG). An die Formulierung des Gesuchs sind angesichts der gesetzlichen 
Regelung, wonach die Kantone ein einfaches und rasches Verfahren vorsehen (Art. 16 
Abs. 1 aOHG), keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Ausreichend ist, wenn 
innert der Zweijahresfrist ein unbeziffertes Begehren gestellt wird (vgl. BGE 129 II 49 
E. 4.1, 126 II 97 E. 2c; BVR 2007 S. 226 E. 4.2). Dem Gesuch muss zumindest 
entnommen werden können, dass (finanzielle) Opferhilfe beantragt bzw. Anspruch auf 
Genugtuung erhoben wird (vgl. BGer 1C_544/2009 vom 26.3.2010, E. 4.2; Peter 
Gomm, in Gomm/Zehntner [Hrsg.], Kommentar zum Opferhilfegesetz, 2. Aufl. 2005, 
Art. 16 aOHG N. 24). Neu hält Art. 24 OHG ausdrücklich fest, dass ein Gesuch stellen 
muss, wer Anspruch auf Genugtuung geltend macht. Es reicht daher nicht, sich bloss 
an eine Beratungsstelle zu wenden, ohne weitere Schritte vorzukehren (vgl. Botschaft 
des Bundesrats zur Totalrevision des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 5

Straftaten, in BBl 2005 S. 7165 ff., 7228; Peter Gomm, in Gomm/Zehntner [Hrsg.], 
Kommentar zum Opferhilfegesetz, 3. Aufl. 2009, Art. 24 OHG N. 1). Nicht anders stellte 
sich die Rechtslage nach altem Recht dar. 

3.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.  Schreiben vom 14.5.2013 
[act. 8A pag. 18]) kann in der am 24. Dezember 2005 unterzeichneten Opfermeldung 
(vgl. act. 8B pag. 1) kein Gesuch um Genugtuung gesehen werden. Das 
entsprechende Formular der Stadtpolizei Bern dient – wie im Übrigen auf dem 
Formular selbst ausdrücklich vermerkt ist – der Information der Opfer über die 
Beratungsstellen im Sinn von Art. 6 Abs. 1 aOHG und erwähnt eine (allfällige) 
Genugtuung nicht. Ausserdem hat der Beschwerdeführer die Weiterleitung seiner 
Daten an eine Beratungsstelle damals ausdrücklich abgelehnt. Damit fehlt es nicht nur 
an einem hinreichend klar formulierten Willen des Beschwerdeführers zur Gel-
tendmachung einer Genugtuung, sondern auch an einer entsprechenden Erklärung 
gegenüber den Opferhilfebehörden. In den Akten findet sich vor dem 27. März 2013 
kein hinreichend klares Gesuch des Beschwerdeführers um Genugtuung: Während 
des Erstgesprächs mit der Beratungsstelle am 29. Dezember 2005 und den 
nachfolgenden Gesprächen im Januar und März 2006 war eine Genugtuung kein 
Thema (vgl. act. 8A pag. 10 [auch zum Folgenden]; vgl. dazu auch hinten E. 4.2). Zwar 
hat der Beschwerdeführer bekannt gegeben, einen Strafantrag gestellt und sich als 
Privatkläger konstituiert zu haben. Bei der Beratungsstelle hat er sich aber allein über 
die Beiordnung eines Anwalts, die Kostenübernahme durch die Opferhilfe im Fall eines 
«Untertauchens» und über Unterstützung im Zusammenhang mit der Kündigung seiner 
Wohnung informiert. Auch in der Kontaktaufnahme mit der Beratungsstelle als solcher 
kann kein Gesuch um Genugtuung gesehen werden (vgl. E. 3.1 hiervor). 

3.3 Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss gekommen 
ist, der Beschwerdeführer habe erst am 27. März 2013 und damit nach Ablauf der 
zweijährigen Verwirkungsfrist am 24. Dezember 2007 ein Gesuch um Genugtuung 
gestellt (angefochtene Verfügung, S. 3 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 6

4.

Der Beschwerdeführer will von der Beratungsstelle weiter dahingehend orientiert 
worden sein, dass über die opferhilferechtliche Genugtuung erst nach Abschluss des 
Strafverfahrens entschieden werde. Sein Anspruch sei daher nicht verwirkt. 

4.1 Die Verwirkungsfrist nach Art. 16 Abs. 3 aOHG kann dem Opfer nur 
entgegengehalten werden, wenn ihm minimale Informationen über die Straftat und die 
Schadensfolgen vorliegen, die es ihm ermöglichen, ein ausreichend substantiiertes 
Opferhilfegesuch zu stellen. Es muss sich die Verwirkungsfrist nach Treu und Glauben 
insbesondere dann nicht entgegenhalten lassen, wenn es von den Behörden unter 
Verletzung ihrer gesetzlichen Informationspflichten (vgl. dazu Art. 3 Abs. 2 Bst. b 
aOHG) nicht über die ihm aufgrund des Opferhilfegesetzes zustehenden Ansprüche 
informiert wurde. Die Aufklärungspflicht der Behörden bildet im System der Opferhilfe 
damit das Korrelat zur relativ kurzen Verwirkungsfrist (vgl. BGE 137 II 242, nicht publ. 
E. 4.2, 129 II 409 E. 2 [Pra 93/2004 Nr. 78]). Sie umfasst auch ohne ausdrückliche 
gesetzliche Regelung namentlich die Information über die Möglichkeit der 
Geltendmachung von Genugtuungsansprüchen sowie über die damit 
zusammenhängenden verfahrensrechtlichen Besonderheiten wie die Verwirkungsfrist 
(vgl. BGE 126 II 348 E. 5a, 123 II 241 E. 3e [Pra 86/1997 Nr. 148]; BGer 1C_544/2009 
vom 26.3.2010, E. 4.2, 1A.115/2004 vom 7.7.2004, E. 3.1). Ob die Behörden ihrer 
Informations- und Beratungspflicht in genügender Weise nachgekommen sind, hängt 
unter anderem davon ab, mit welchen konkreten Anliegen und Begehren die betroffene 
Person an sie gelangte und über welche Informationen sie zu welchem Zeitpunkt 
verfügte (vgl. BGer 1C_140/2013 vom 23.7.2013, E. 5.4.4). Die behördliche Infor-
mationspflicht dient in erster Linie dazu, hilflose Opfer in die Lage zu versetzen, ihre 
Ansprüche geltend zu machen. Das Opfer soll aus einem unverschuldeten 
Informationsmangel keine Nachteile erleiden. Vorhandene eigene Kenntnisse hat sich 
das Opfer daher anrechnen zu lassen. Ebenso sind ihm die Kenntnisse einer 
bevollmächtigten Rechtsanwältin oder eines bevollmächtigten Rechtsanwalts 
anzurechnen, wobei insoweit die Grundsätze des Stellvertretungsrechts massgebend 
sind. Dasselbe gilt für eine Säumnis des Rechtsvertreters (vgl. BGE 123 II 241 E. 3f 
[Pra 86/1997 Nr. 148]; BGer 1C_544/2009 vom 26.3.2010, E. 4.2, 1A.114/2006 vom 
7.3.2007, E. 6.2; BVR 2008 S. 58 E. 3.1). Das Opfer kann sich ausserdem nur dann 
aus Gründen des Gutglaubensschutzes der Verwirkungsfrist von Art. 16 Abs. 3 aOHG 
entziehen, wenn es sich ohne zusätzliche Verzögerung an die Behörden wendet, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 7

nachdem es die fehlende Information erhalten hat (vgl. BGE 129 II 409 E. 3 
[Pra 93/2004 Nr. 78]; vgl. auch BGer 1C_140/2013 vom 23.6.2013, E. 5.4.1). 

4.2 Die Beratungsstelle Opferhilfe Bern hat über die Kontakte mit dem 
Beschwerdeführer – drei Gespräche zwischen dem 29. Dezember 2005 und dem 
14. März 2006 – eine Aktennotiz erstellt (vgl. act. 8A pag. 10; zu der aus dem 
Gehörsanspruch fliessenden Pflicht zur Aktenführung vgl. statt vieler BVR 2012 S. 252 
E. 3.3.5 mit Hinweisen). Diese Notiz ist detailliert abgefasst und äussert sich auch zu 
Anliegen des Beschwerdeführers, welche nicht in den Bereich der Opferhilfe fallen. Für 
das Verwaltungsgericht besteht unter diesen Umständen kein Zweifel, dass die 
Gesprächsnotiz die mit dem Beschwerdeführer geführten Gespräche zutreffend und 
vollständig wiedergibt. Eine Information des Beschwerdeführers über allfällige Ent-
schädigungs- und Genugtuungsansprüche im Opferhilfeverfahren und deren 
Verwirkung wird nicht erwähnt. Es ist daher mit der Vorinstanz davon auszugehen, 
dass eine solche nicht erfolgt ist (vgl. angefochtene Verfügung, S. 4). Unter diesen 
Umständen kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, soweit er geltend 
macht, die Beratungsstelle habe ihn (unzutreffend) dahingehend informiert, er könne 
die Genugtuung auch noch nach Abschluss des Strafverfahrens geltend machen (vgl. 
act. 6 S. 1). Allerdings stellt sich die von der Vorinstanz aufgeworfene Frage, ob die 
Information im vorliegenden Fall hat unterbleiben dürfen. Andernfalls kann dem 
Beschwerdeführer die Verwirkung – diese ist grundsätzlich eingetreten (vgl. E. 3.2 
hiervor) – nicht entgegengehalten werden.

4.3 Auch wenn die Informationspflicht der Beratungsstellen grundsätzlich die 
Information über die opferhilferechtliche Genugtuungsansprüche sowie deren 
Verwirkung umfasst, ist immer im Einzelfall zu entscheiden, ob die Behörde ihren 
Pflichten nachgekommen ist (vgl. E. 4.1 hiervor). Es ist daher nicht zu beanstanden, 
wenn die Vorinstanz ausführt, es könne von einer Beratungsstelle nicht erwartet 
werden, die Opfer bereits anlässlich der ersten Beratung über alle Aspekte der 
Opferhilfe umfassend zu informieren (vgl. angefochtene Verfügung, S. 4). Vielmehr ist 
bezüglich jedes Opfers zu prüfen, welche Informationen geboten sind. Eine Information 
über die Genugtuung und deren Verwirkung muss aber jedenfalls dann erfolgen, wenn 
Anzeichen vorhanden sind, welche darauf hindeuten, dass dem Opfer solche 
Ansprüche zustehen könnten. Dies gilt jedenfalls, wenn nicht ausgeschlossen werden 
kann, dass das Opfer die Ansprüche (auch) auf dem Weg der Opferhilfe verfolgen will. 
Solche Anzeichen lagen im Fall des Beschwerdeführers vor: Aus den Akten ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 8

ersichtlich, dass er der Beratungsstelle mitgeteilt hat, Opfer eines Gewaltdelikts 
geworden zu sein (vgl. act. 8A pag. 10 [auch zum Folgenden]). Weiter hat er bekannt 
gegeben, sich im Strafverfahren gegen den Täter als Privatkläger konstituiert zu 
haben. Damit musste der Beratungsstelle klar sein, dass gegebenenfalls 
Genugtuungsansprüche entstanden sein könnten und der Beschwerdeführer 
grundsätzlich gewillt war, den Täter ins Recht zu fassen. Es war folglich nicht 
ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer auch seine aus dem alten 
Opferhilfegesetz fliessenden Rechte hätte wahrnehmen wollen. Dass dies auch für die 
Beratungsstelle kein undenkbares Szenario war, ergibt sich sodann daraus, dass diese 
– wenn wohl auch nachträglich – die Verwirkungsfrist für den Genugtuungsanspruch 
berechnet und auf dem Fallblatt eingetragen hat (24.12.2007; vgl. act. 8A pag. 9). Auch 
hat sie sich vom Beschwerdeführer eine Vollmacht bezüglich weitere Abklärungen ge-
ben lassen (vgl. act. 8A pag. 11). Unter diesen Umständen hätte die Beratungsstelle 
den Beschwerdeführer sowohl auf die Möglichkeit einer opferhilferechtlichen 
Genugtuung als auch auf die Verwirkung eines allfälligen Anspruchs hinweisen 
müssen. Hieran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer nach dem 14. März 2006 
nicht mehr mit der Beratungsstelle in Kontakt getreten ist. Es ist durchaus möglich, 
dass er dies gerade deshalb unterlassen hat, weil er nicht hinreichend informiert 
worden ist. Die Verwirkungsfrist kann dem Beschwerdeführer entgegen der Ansicht der 
GEF damit nicht entgegengehalten werden, es sei denn, dieser hätte auf andere Weise 
von der Frist erfahren und es in der Folge unterlassen, sich ohne Verzögerung an die 
Behörden zu wenden (vgl. E. 4.1 hiervor). Wie es sich damit verhält, ist nachfolgend zu 
prüfen.

4.4 Der Beschwerdeführer war während des Strafverfahrens durch einen amtlich 
beigeordneten Rechtsanwalt vertreten (vgl. Urteil vom 6.3.2013 [act. 6A]). Derselbe 
Rechtsanwalt wandte sich am 27. März 2013 im Namen des Beschwerdeführers mit 
dem Antrag um Ausrichtung einer Genugtuung an die Beratungsstelle Opferhilfe Bern 
(act. 6A pag. 3) und hat vor der Vorinstanz für den Beschwerdeführer gehandelt. 
Fraglich ist damit, ob sich der Beschwerdeführer – dieser selbst ist juristischer Laie – 
das Wissen des Rechtsanwalts um die Verwirkungsfrist anrechnen lassen muss (vgl. 
dazu E. 4.1 hiervor). Insoweit gilt es zu unterscheiden zwischen der amtlichen 
Vertretung im Strafverfahren und einer allfälligen gewillkürten Vertretung im 
Opferhilfeverfahren. – Der Beschwerdeführer war im Strafverfahren gegen B.________ 
als Privatkläger beteiligt (vgl. Urteil vom 6.3.2013 [act. 6A]; vgl. auch Art. 47 Abs. 4 des 
Gesetzes vom 15. März 1995 über das Strafverfahren [StrV; BAG 95-65] i.V.m. Art. 8 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 9

Abs. 1 aOHG). Ein amtlicher Vertreter oder eine amtliche Vertreterin wird dem 
Privatkläger oder der Privatklägerin zur Wahrnehmung ihrer bzw. seiner Rechte im 
Strafverfahren, namentlich (auch) zur Geltendmachung von Zivilansprüchen bestellt 
(vgl. Art. 53 StrV und dazu Thomas Maurer, Das bernische Strafverfahren, 2. Aufl. 
2003, S. 141 f.; vgl. auch Art. 136 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
vom 5. Oktober 2007 [Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0]). Bei der amtlichen 
Vertretung steht das Ziel im Mittelpunkt, die strafrechtliche Verurteilung der Täterin 
oder des Täters sicherzustellen und die zivilrechtlichen Ansprüche durchzusetzen. Die 
Beratung über den opferhilferechtlichen Aspekt ist dagegen nicht Teil des Mandats. 
Eine Anrechnung des Wissens der amtlichen Vertreterin oder des amtlichen Vertreters 
des Strafverfahrens im opferhilferechtlichen Verfahren rechtfertigt sich daher 
grundsätzlich nicht (vgl. VGE 21704 vom 18.11.2003, E. 4.4; betreffend die 
Anrechnung des Wissens einer für den Zivilpunkt privat mandatierten Rechtsanwältin 
vgl. VGE 21335 vom 18.2.2002, E. 2e). Anders verhält es sich, wenn die 
Geltendmachung von durch die amtliche Entschädigung nicht gedeckten 
Anwaltskosten des Strafverfahrens im Rahmen der Opferhilfe in Frage steht. Das 
Mandat einer (amtlichen) Vertreterin oder eines (amtlichen) Vertreters umfasst die Aus-
schöpfung jeglicher Entschädigungsmöglichkeiten für die durch die Vertretung im 
Strafverfahren entstandenen Kosten (vgl. BVR 2008 S. 58 E. 3). Da vorliegend aber 
kein solcher Fall in Frage steht, sondern die Geltendmachung der opferhilferechtlichen 
Genugtuung, muss sich der Beschwerdeführer das Wissen seines amtlichen Vertreters 
im Strafverfahren nicht anrechnen lassen. 

4.5 Hinsichtlich der anwaltlichen Vertretung des Beschwerdeführers im 
opferhilferechtlichen Verfahren vor der GEF ist auf Folgendes zu verweisen: Den Akten 
lässt sich einzig entnehmen, dass der im Strafverfahren anwaltlich beigeordnete 
Vertreter des Beschwerdeführers ab März 2013 auch gegenüber der Beratungsstelle 
und der Vorinstanz für diesen gehandelt hat. Weitere Hinweise auf Gegenstand und 
Umfang des Vertretungsverhältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und dem 
Rechtsvertreter ergeben sich keine. Insbesondere hat der Rechtsvertreter soweit 
ersichtlich keine Vollmacht zu den Akten gegeben. Entgegen Art. 15 Abs. 1 VRPG hat 
die GEF auch nicht auf die Beibringung einer solchen bestanden (vgl. 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 15 N. 4). 
Es bleibt damit unklar, ob der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren 
rechtsgültig vertreten war und wann er den (allfälligen) Vertreter bevollmächtigt hat. 
Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschwerdeführer das Wissen eines 

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Rechtsvertreters anrechnen und sich damit die Verwirkung des geltend gemachten 
Anspruchs aus diesem Grund entgegenhalten lassen müsste (vgl. E. 4.1 hiervor), 
lassen sich den Akten unter diesen Umständen jedenfalls keine entnehmen.

4.6 Die Beschwerde ist somit dahin gutzuheissen, dass die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die GEF zurückzuweisen 
ist (vgl. Art. 84 Abs. 1 VRPG). Die Vorinstanz wird den geltend gemachten Anspruch in 
der Sache zu prüfen haben, sofern sich nicht doch noch ergeben sollte, dass der 
Beschwerdeführer bereits früher im Opferhilfeverfahren vertreten war und ihm die 
Verwirkung des Anspruchs deswegen entgegenzuhalten ist (vgl. E. 4.5 hiervor). Soweit 
weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen. – Einem allfälligen Genug-
tuungsanspruch des Beschwerdeführers würde im Übrigen nicht entgegenstehen, dass 
die Straftat bereits Ende 2005 und damit etwas über acht Jahre vor der 
Gesuchseinreichung im März 2013 verübt worden ist. Eine absolute zeitliche Grenze 
zur Geltendmachung opferhilferechtlicher Entschädigungs- und 
Genugtuungsansprüche kann vor dem Eintritt der absoluten Verjährung nach Art. 60 
Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) nicht 
angenommen werden, d.h. jedenfalls nicht vor dem Ablauf von zehn Jahren seit dem 
Tag der schädigenden Handlung (vgl. VGE 23211/23212 vom 14.5.2008, E. 3.4.3). 

5.

Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist kostenlos (vgl. Art. 30 Abs. 1 OHG). 
Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen (Art. 104 Abs. 1-3 VRPG). 

6.

Gegen das vorliegende Urteil steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht offen (Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). 
Soweit es sich um einen Zwischenentscheid im Sinn von Art. 93 BGG handelt (vgl. 
BGE 135 II 30 E. 1.3, 133 V 477 E. 4.1), ist die Beschwerde aber nur zulässig, wenn 
die zusätzlichen Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG erfüllt sind.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.07.2014, Nr. 100.2013.332U, Seite 11

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass die Verfügung der Gesundheits- 
und Fürsorgedirektion des Kantons Bern vom 30. August 2013 aufgehoben und die 
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. Soweit 
weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gesprochen.

3. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- dem Beschwerdegegner 
- dem Bundesamt für Justiz

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.