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**Case Identifier:** 2f008bc1-12e8-58f0-991e-2b13baaf4a8d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.05.2017 UV 2015/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-55_2017-05-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 10.05.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2017
Art. 16 ATSG: Berechnung des Invalideneinkommens aufgrund der LSE unter 
Vornahme eines Tabellenlohnabzugs von 10% unter Berücksichtigung 
behinderungsbedingter Aspekte sowie des Alters (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2017, UV 
2015/55).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_439/2017.

Entscheid vom 10. Mai 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/55           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Lindegger,

Wildeggstrasse 24, 9000 St. Gallen, 

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gegen     

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen / Invalidenrente (Einkommensvergleich)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der Politischen Gemeinde B.___ als 

Klärwärter tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 18. August 2013 beim 

Hinaufsteigen einer Treppe stolperte, sich mit dem rechten Arm am Geländer festhielt, 

um einen Sturz aufzufangen, letztlich aber doch auf die rechte Hüftseite fiel (Suva-act. 

1, 21). Am 19. September 2013 konsultierte der Versicherte wegen Schmerzen in der 

rechten Schulter seinen Hausarzt, Dr. med. C.___, FA Innere Medizin (Suva-act. 16). 

Durch ihn erfolgte die Zuweisung an das Röntgeninstitut D.___ für eine MRI-

Untersuchung der rechten Schulter. Diese zeigte am 29. November 2013 einen 

posterior kurzstreckigen Unterrandeinriss der Supraspinatussehne, eine ansatznahe 

Tendinopathie der Infraspinatussehne und eine AC-Gelenksarthrose (Suva-act. 87). 

Nachdem der Versicherte seine berufliche Tätigkeit nach dem Unfall zunächst weiterhin 

ausgeübt hatte (vgl. Suva-act. 4, 34), attestierte ihm Dr. C.___ ab dem 8. Januar 2014 

eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 11, 16, 26). Nach einer erfolglosen 

konservativen, d.h. physiotherapeutischen Behandlung (Suva-act. 3 f., 18) wurde beim 

Versicherten am 6. März 2014 durch Dr. med. E.___, Orthopädische Chirurgie FMH, im 

Spital F.___ eine Arthroskopie durchgeführt. Dr. E.___ erhob arthroskopisch die 

Diagnosen artikulärseitige Supraspinatussehnenpartialruptur, aktivierte AC-Arthrose, 

Tendinitis der langen Bizepssehne sowie subakromiales Impingement der rechten 

Schulter, worauf sie arthroskopisch eine Tenotomie der langen Bizepssehne, eine 

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Bursektomie, eine Akromioplastik, eine AC-Resektion sowie eine 

Supraspinatussehnennaht vornahm (Suva-act. 17). Nach dieser Operation wurde dem 

Versicherten weiterhin eine 100% Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine Physiotherapie 

verordnet (Suva-act. 27, 34, 53, 38). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht für den 

Unfall vom 18. August 2013 und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- 

und Taggeldleistungen; vgl. Suva-act. 22, 24 f.).

A.b  Am 27. Juni 2014 erklärte Suva-Kreisarzt Dr.  med. G.___, dass für den 

Versicherten aufgrund der Schulterverletzung eine Arbeitsaufnahme in der Tätigkeit als 

Klärwärter wahrscheinlich nicht mehr möglich sei. Er sei bei Überkopfarbeiten 

eingeschränkt (Suva-act. 42). Wegen leicht protrahierten Verlaufs und einer erneuten 

"Verletzung beim Baden im Meer mit nun verstärkten Beschwerden" führte Dr. E.___ 

beim Versicherten am 9. Juli 2014 eine AC-Infiltration und eine subacromiale Infiltration 

rechts durch (Suva-act. 49, 51 f.). Am 21. August 2014 wiederholte Dr. G.___, dass die 

Tätigkeit als Klärwärter und die Arbeit in der Entsorgungshalle nicht mehr ideal seien. 

Für leichte, angepasste Arbeiten auf Tisch- und Bauchhöhe sei hingegen eine 

Arbeitsfähigkeit gegeben, wobei Überkopfarbeiten vermieden werden sollten. Die 

Gewichtsbelastung sollte maximal bei 10 kg liegen. 9 Monate nach der Operation vom 

6. März 2014 könne geprüft werden, ob von weiteren Behandlungen eine namhafte 

Besserung zu erwarten sei (Suva-act. 59). Mit Schreiben vom 22. August 2014 

bestätigte die Suva dem Versicherten die aktuelle Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 62). Die 

regelmässig durch Dr. E.___ durchgeführten Verlaufskontrollen ergaben weiterhin eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit und die Schmerztherapie umfasste noch immer eine 

Physiotherapie und zusätzlich eine medizinische Trainingstherapie (vgl. Suva-act. 66, 

73, 79, 81 f., 85).

A.c  Am 24. Oktober 2014 empfahl Dr. G.___ eine kreisärztliche 

Abschlussuntersuchung (Suva-act. 77), welche am 13. November 2014 durch Dr. med. 

H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates FMH, durchgeführt wurde. Im Untersuchungsbericht vom 18. 

November 2014 stellte Dr. H.___ folgende Diagnose: Residualsymptomatik mit 

Bewegungs- und Belastungseinschränkung rechtes Schultergelenk bei Zustand nach 

Schulterarthroskopie rechts mit Tenotomie der langen Bicepssehne, Bursektomie, 

Acromioplastik, AC-Resektion und Naht einer artikulärseitigen 

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Supraspinatussehnenpartialruptur nach Treppensturz am 18. August 2013; MRT-

morphologisch am 19. November 2013 diagnostizierter posterior kurzstreckiger 

Unterrandeinriss der Supraspinatussehne und AC-Gelenksarthrose; am 9. Juli 2014 

AC-Infiltration und subacromiale Infiltration rechts. Dr. H.___ erklärte weiter, es seien 

keine weiteren Massnahmen zu empfehlen, die zu einer wesentlichen Besserung des 

Zustandes führen würden. Die Unfallfolgen seien dauernd und erheblich und 

begründeten eine Integritätsentschädigung. Für den bisherigen Beruf als Mitarbeiter 

der Entsorgungsstelle und verantwortlicher Leiter für die Kläranlage sei unter 

Berücksichtigung der vom Versicherten geschilderten Tätigkeiten mit häufig das rechte 

Schultergelenk belastenden Überkopfarbeiten sowie stossenden und ziehenden 

Tätigkeiten mit dem rechten Arm weiterhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

ausgewiesen. Entsprechend dem Zumutbarkeitsprofil für das rechte Schultergelenk - 

keine Überkopf- und Armvorhaltetätigkeiten, beidseitiges Anheben und Halten von 

Gewichten bis 20 kg bis zur Gürtelhöhe möglich, einseitiges Anheben und Halten von 

Gewichten bis 5 kg auf Gürtelhöhe möglich, keine beruflichen Tätigkeiten, die mit einer 

vermehrten Vibrationsbelastung für das rechte Schultergelenk verbunden seien - 

könnten leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten vollumfänglich durchgeführt 

werden (Suva-act. 87). Am 3. Dezember 2014 teilte die Arbeitgeberin des Versicherten 

der Suva mit, dass auf den 31. Dezember 2014 per 31. März 2015 die Kündigung des 

Arbeitsverhältnisses mit dem Versicherten erfolgen werde (Suva-act. 88). Am 14. 

Januar 2015 schätzte Dr. H.___ den Integritätsschaden des Versicherten auf 12.5 %. Er 

legte seiner Bemessung die Feinrastertabelle der Suva Nr. 1 (Integritätsschaden bei 

Funktionsstörung an den oberen Extremitäten) zu Grunde, wonach eine Beweglichkeit 

in der rechten Schulter bis zur Horizontalen mit 15% und bis 30° über Horizontale mit 

10% bewertet ist. Dem Beschwerdeführer sei das Seitwärtsführen im rechten 

Schultergelenk bis knapp zur Horizontalen und das Vorwärtsführen des rechten Arms 

bis 110° möglich (Suva-act. 91).

A.d  Mit Verfügung vom 30. März 2015 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Invalidenrente ab 1. April 2015 auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 35% sowie 

eine Integritätsentschädigung von Fr. 15'750.-- aufgrund einer Integritätseinbusse von 

12.5% zu. Dabei ging sie von der Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. 

Zumutbarkeitsbeurteilung und der Integritätsschadenschätzung von Dr. H.___ von 

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einem Valideneinkommen von Fr. 98'103.85 und einem Invalideneinkommen von Fr. 

63'353.-- unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 5% aus (Suva-act. 96).

B.   

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. Benno Lindegger, St. Gallen, für 

den Versicherten am 11. Mai 2015 erhobene Einsprache mit dem Antrag auf 

Zusprechung einer Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 50%, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Suva-act. 106), wies die Suva mit Entscheid 

vom 10. August 2015 ab. Im Einspracheentscheid ging die Suva von einem 

Valideneinkommen 2015 von Fr. 92'976.-- aus, womit aus dem Vergleich mit dem 

Invalideneinkommen 2015 von Fr. 63'354.-- eine Erwerbseinbusse von 32% resultierte. 

Sie hielt jedoch fest, dass im Rahmen des Ermessens, namentlich des 

Invalideneinkommens, auf eine Herabsetzung respektive Androhung einer Reformatio 

in peius verzichtet werde (Suva-act. 111).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Lindegger für den 

Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 11. September 2015 Beschwerde 

mit dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 

45% zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Als 

Entscheidungsgrundlage für die Rentenfestsetzung sei - wie in der Verfügung vom 30. 

März 2015 - ein Valideneinkommen 2014 von Fr. 98'103.85 heranzuziehen. Ausserdem 

sei ein Leidensabzug von 20% anzuerkennen (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2015 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 10. August 2015, wobei sie das Valideneinkommen mit Fr. 

98'200.70 bezifferte (act. G 4, vgl. auch Suva-act. 117 ff.).

C.c Mit Replik vom 7. Februar 2016 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

an seinem Beschwerdeantrag fest (act. G 12).

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C.d Mit Duplik vom 25. Februar 2016 erneuerte auch die Beschwerdegegnerin ihren 

Antrag auf Beschwerdeabweisung (act. G 14).

C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher 

die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

Streitig und materiell zu prüfen ist vorliegend die Höhe des Invaliditätsgrads bzw. des 

Rentenanspruchs des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin sprach dem 

Beschwerdeführer im angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. August 2015 eine 

Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 35% zu (Suva-act. 111). 

Dessen Rechtsvertreter verlangt die Aufhebung des Einspracheentscheids, wobei er 

das von der Beschwerdegegnerin auf der Grundlage der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (vgl. BGE 129 V 478 E. 

4.2.2) berechnete Invalideneinkommen, konkret die Höhe des von ihr getätigten 

Abzugs vom Tabellenlohn von 5%, rügt und eine Erhöhung desselben auf 20% fordert. 

Im Ergebnis resultiere so ein Invaliditätsgrad von 45% (act. G 1).

3.   

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3.1  Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid (Erwägung 

1) die rechtlichen Grundlagen des Anspruchs auf eine Invalidenrente und deren 

Bemessung zutreffend dar; darauf kann verwiesen werden.

3.2  Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die 

gesundheitsbedingt selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer 

Leistungsfähigkeit behindert ist, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend 

einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt ist und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen muss. Sodann wird mit dem 

Tabellenlohnabzug dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und 

berufliche Merkmale einer Person Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können 

(PHILIPP GEERTSEN, Der Tabellenlohnabzug, in: UELI KIESER/MIRIAM LENDFERS 

[Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht [JaSo] 2012, S. 140 f.). Als letztere 

kommen etwa Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad in Betracht (BGE 126 V 75 E. 5a mit 

Hinweisen; GEERTSEN, a.a.O., S. 143 ff.). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 

Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 

wobei der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 126 V 78 ff., 129 V 481, E. 

4.3.2). Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht bei der Überprüfung des Abzugs, 

der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung wenigstens kurz zu begründen ist, 

sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung 

setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine 

abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 

81, E. 6). Diese Voraussetzung ist hier, wie zu zeigen sein wird, erfüllt.

3.3  Die Beschwerdegegnerin legte den Tabellenlohnabzug auf 5% fest und sah diesen 

offensichtlich (nur) behinderungsbedingt begründet. So hielt sie in der Verfügung vom 

30. März 2015 (Suva-act. 96) und im Einspracheentscheid vom 10. August 2015 (Suva-

act. 111) fest, sie erachte "angesichts des Zumutbarkeitsprofils" von Dr. H.___ (vgl. 

Sachverhalt Bstb. A.c) bzw. "aufgrund der leidensbedingten Einschränkung" einen 

Abzug von 5% als gerechtfertigt. Weitere Aspekte, die eine Erhöhung des Abzugs 

rechtfertigen könnten, bestehen ihrer Ansicht nach keine. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers fordert demgegenüber, es sei zusätzlich den 

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einkommensbeeinflussenden Merkmalen Alter und lange Betriebszugehörigkeit bzw. 

Anzahl der Dienstjahre Rechnung zu tragen (vgl. act. G 1, G 12).

3.4 

3.4.1      In BGE 126 V 78 E. 5a/bb erachtete das EVG einen Tabellenlohnabzug als 

begründet, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. In seinen Urteilen 

vom 30. März 2009 (9C_72/2009, E. 3.4), 15. Dezember 2008 (8C_559/2008, E. 4), 21. 

August 2008 (9C_343/2008, E. 3.2) und 11. Juli 2008 (8C_765/2007, E. 4.3.2) sah das 

Bundesgericht hingegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit einen Abzug 

nicht als gerechtfertigt an, wenn der versicherten Person leichte bis mittelschwere 

Arbeiten zumutbar seien. Dies ergebe sich daraus, dass der Tabellenlohn im 

Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 

umfasse (Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2009, 9C_72/2009, E. 3.4).

3.4.2      Der Beschwerdeführer hatte in seiner angestammten Tätigkeit als Klärwärter 

neben den vielen Kontrollarbeiten auch schwere Arbeiten - häufig das rechte 

Schultergelenk belastende Überkopfarbeiten, stossende und ziehende Arbeiten mit 

dem rechten Arm - auszuüben. Die Gewichtsbelastung konnte offenbar durchaus 30 kg 

oder mehr betragen (vgl. Suva-act. 21, 87). Laut dem von Dr. H.___ formulierten 

Zumutbarkeitsprofil kann der Beschwerdeführer wegen seiner Unfallrestfolgen im 

Bereich der rechten Schulter - wenn auch keine schweren Arbeiten mehr - immer noch 

körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten mit limitierter Gewichtsbelastung ausüben. 

In einer geeigneten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ist er allerdings weiteren 

Einschränkungen unterworfen (keine Überkopf- und Armvorhaltetätigkeiten, keine 

Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung). Unter Berücksichtigung dieser 

Einschränkungen besteht beim Beschwerdeführer unbestrittenermassen eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 87).

3.4.3      Die Beschwerdegegnerin hat, wie bereits erwähnt, den Minimalabzug von 5% 

zugebilligt (vgl. dazu GEERTSEN, a.a.O., S. 142). Dieser behinderungsbedingt 

begründete Abzug erscheint vor allem aufgrund der über die quantitative 

Belastungsbeschränkung hinausgehenden qualitativen Einschränkungen angemessen. 

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Zusätzlich gilt es zu berücksichtigen, dass der Durchschnittslohn der Männer seit der 

LSE 2012 im Kompetenzniveau 1 im Verhältnis zur Nominallohnentwicklung spürbar 

höher ist als derjenige der Männer in der LSE 2010 im Anforderungsniveau 4. Dies ist 

offenbar mit einer erhöhten Gewichtung von Schwerarbeiterlöhnen über alle Sektoren 

zu begründen (vgl. in TA1 2012 die Legende zur Definition von Tätigkeiten des 

Kompetenzniveaus 1 "Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art"). 

Nachdem der Beschwerdeführer gerade keine schweren Tätigkeiten mehr ausüben 

kann, ist dem vorgenannten Umstand mit einem zusätzlichen Abzug Rechnung zu 

tragen (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 23. Februar 2016, UV 2014/47, E. 

6.2.3).

3.5  Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdegegnerin, soweit sie bei der Festlegung 

des Tabellenlohnabzugs dem Merkmal Alter keine Rechnung getragen hat. Der 

Beschwerdeführer stand im Zeitpunkt des Rentenbeginns am 1. April 2015 kurz vor 

seinem 62. Geburtstag.

3.5.1      Zunächst ist festzuhalten, dass ein Altersabzug insofern nicht als fraglich 

erscheint, als in Bezug auf den Beschwerdeführer insgesamt kein Anwendungsfall von 

Art. 28 Abs. 4 UVV vorliegt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2016, 

8C_754/2015, E. 4.3; siehe auch Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2016, 

8C_477/2016,

E. 4.2). So bestehen keine Gesichtspunkte, wonach eine physiologische 

Altersgebrechlichkeit vorliegt, geschweige denn, dass diese verglichen mit anderen 

Ursachen der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine wesentliche Bedeutung 

zukommen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2016, 8C_205/2016, E. 

3.4). Davon scheint im Übrigen auch die Beschwerdegegnerin auszugehen, die das 

Valideneinkommen ebenfalls nicht nach Art. 28 Abs. 4 UVV ermittelt hat (vgl. Suva-act. 

109, S. 2).

3.5.2      Über 50-jährige Personen, die infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung aus 

der Berufskarriere gerissen werden, sind bei der Verwertung einer Restarbeitsfähigkeit 

in anderen Tätigkeiten mit zahlreichen lohnwirksamen Nachteilen konfrontiert: hohe 

Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber, längere gesundheitsbedingte Absenzen, 

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schlechtere Anpassungs- und Angewöhnungsfähigkeit, kürzere Aktivitätsdauer, 

Entwertung des Erfahrungswissens und zu beachtende GAV-Bestimmungen (vorzeitige 

Pensionierung, längerer Ferienanspruch, längere Kündigungsfristen usw.). Ferner sind 

bei älteren Personen diverse Arbeitsanforderungen zu vermeiden, was das Spektrum 

adaptierter Tätigkeiten zusätzlich einschränkt. Hinzu kommt, dass behindertengerechte 

Arbeitsplätze von Invaliden in jungem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt 

werden. In Nachachtung dieser Nachteile und der damit einhergehenden Verminderung 

des zu erwartenden Entgelts wird in den bundesgerichtlichen Grundsatzentscheiden 

jeweils in Erinnerung gerufen, dass das Alter bei der Bemessung des Tabellenlohns zu 

berücksichtigen ist (BGE 126 V 75, bestätigt in BGE 129 V 472 E. 4.2.3 und BGE 134 V 

322 E. 5.2). Zwar wird in vereinzelten Urteilen ein Abzug unter Hinweis auf den 

"invaliditätsfremden" Charakter generell abgelehnt. In der Mehrheit der seit BGE 126 V 

75 ergangenen nicht amtlich publizierten Entscheide wird das fortgeschrittene Alter (ab 

50 Jahren) hingegen als abzugsrelevant anerkannt (vgl. GEERTSEN, a.a.O., S. 144 Fn. 

28 mit Hinweis auf höchstrichterliche Urteile). Eine andere Betrachtungsweise stünde 

auch zum Wesen des Tabellenlohnabzugs in Widerspruch, der die invaliditätsfremden 

Gegebenheiten bei der Anpassung der statistischen Löhne miteinbezieht (BGE 126 V 

75; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_17/2010 E. 3.3.2; vgl. zum 

Ganzen GEERTSEN, a.a.O., S. 143 ff.). Zusammenfassend ist mithin festzustellen, dass 

die Beschwerdegegnerin das Merkmal "Alter" zu Unrecht nicht berücksichtigt hat.

3.6  Dagegen entfällt vorliegend ein Abzug für den vom Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers geltend gemachten Sachverhalt der langen Betriebszugehörigkeit 

bzw. der Anzahl Dienstjahre des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer war seit 1. 

April 1997 für die gleiche Arbeitgeberin tätig. Tritt er nun eine neue Stelle an, verliert er 

den bisher allenfalls lohnrelevanten Vorteil der bisherigen Dienstjahre. In dieser Hinsicht 

ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich das Anfangseinkommen in einer neuen Firma 

in der Regel nicht isoliert nach der Anzahl der Dienstjahre, sondern u.a. auch auf Grund 

der mitgebrachten Berufserfahrung bestimmt. Die angestammte Tätigkeit als Klärwärter 

ist eine vielschichtige, verantwortungsvolle Tätigkeit, für welche die vom 

Beschwerdeführer absolvierte Ausbildung als Maschinenmechaniker - auch wenn sie 

länger zurücklag (vgl. Suva-act. 54) - eine gute Voraussetzung bot (vgl. dazu <https://

www.berufslexikon.at/pdf/pdf2921?berufstyp=4 abgerufen am 27. April 2017). Die 

Berufserfahrung des Beschwerdeführers in Kombination mit seinen Fähigkeiten als 

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gelernter Maschinenmechaniker ist insbesondere im Bereich der Hilfsarbeitertätigkeiten 

gegenüber der Ausgangslage anderer Hilfsarbeiter bei der Bestimmung des Lohns als 

vergleichsweise gute Qualifikation und damit als positiv zu werten. Insofern wären 

allfällige negative Auswirkungen der langen Betriebszugehörigkeit und eventuell damit 

verbundene Umstellungsschwierigkeiten vorliegend kompensiert.

3.7 

3.7.1      Wurde bei der Festsetzung des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder 

ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ist nicht von 

dem von der Vorinstanz bzw. der Unfallversicherung vorgenommenen Abzug 

auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen. Vielmehr hat das kantonale Gericht 

den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 20. 

Januar 2015, 8C_536/2014, E. 4.3 und 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E. 3.2; SVR 

2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009, E. 4.2.1).

3.7.2      In Anbetracht des von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht 

berücksichtigten fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers sowie der beim 

behinderungsbedingten Abzug einzubeziehenden Aspekten der qualitativen 

Einschränkungen und der erhöhten Gewichtung von Schwerarbeiterlöhnen in TA1 2012 

rechtfertigt sich insgesamt ein Tabellenlohnabzug von 10%. Das Invalideneinkommen 

beläuft sich demnach auf Fr. 60'018.30 (Fr. 66'687.70 x 0.9).

3.8  Aus der Gegenüberstellung des in der Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2015 

angenommenen und unbestrittenen Valideneinkommens von Fr. 98'200.70 (vgl. dazu 

Suva-act. 117 ff., act. G 1) und des Invalideneinkommens von Fr. 60'018.30 resultiert 

ein Invaliditätsgrad von gerundet 39% (vgl. BGE 130 V 122 f. E. 3.2) anstatt des im 

angefochtenen Einspracheentscheid bestimmten Invaliditätsgrads von 35%.

4.   

4.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 10. August 2015 teilweise gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 39% 

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zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 ATSG).

4.3  Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g 

ATSG). Trotz teilweise Obsiegens ist ihm die volle Parteientschädigung zuzusprechen 

(vgl. betreffend Überklagung Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, 

9C_466/2007, E. 5). Mit Blick auf den Aufwand der vorliegenden Streitsache, 

insbesondere die dabei eingeschränkte Streitfrage des Tabellenlohnabzugs, erscheint 

eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 10. 

August 2015 aufgehoben und dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente basierend auf 

einem Invaliditätsgrad von 39% ausgerichtet. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2017
	Art. 16 ATSG: Berechnung des Invalideneinkommens aufgrund der LSE unter Vornahme eines Tabellenlohnabzugs von 10% unter Berücksichtigung behinderungsbedingter Aspekte sowie des Alters (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2017, UV 2015/55).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_439/2017.

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