# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6b47c5e-04e8-5462-a9b6-3d94d31b764b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 11.01.2005 SF 2004 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-44_2005-01-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 11. Januar 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 44 (mündlich eröffnet)

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde 
vom Bundesgericht mit Urteil vom 14. Dezember 2005 (6S.254/2005) gutge-
heissen.)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Schäfer, Giger
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

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In der Strafsache

des A., Angeklagter, privat verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, 
Goldgasse 11, 7002 Chur, 

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Oktober 2004, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. A. wurde am 14. September 1957 in M./D geboren. Als er ungefähr 
ein Jahr alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach N./AG, wo sein Vater fortan als 
selbständiger Heizungsmonteur tätig war. A. hat zwei Geschwister, eine ältere und 
eine jüngere Schwester. In N./AG besuchte er fünf Jahre die Primar- und drei Jahre 
die Bezirksschule. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit trat er 1971 in das 
O. in P. ein, um das Wirtschaftsgymnasium zu absolvieren. Diese Ausbildung 
konnte er nicht abschliessen, weil seinen Eltern das Geld fehlte. Nach dem Abbruch 
des Gymnasiums absolvierte A. eine Kochlehre, die er im Jahre 1978 erfolgreich 
abschloss. Anschliessend arbeitete er einige Jahre als Koch und Eisenleger bei ver-
schiedenen Arbeitgebern. Unter anderem war er während eines halben Jahres in 
R. tätig. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz betätigte er sich wiederum als Eisen-
leger respektive als Tagelöhner. In den Jahren 1986 bis 1988 verbüsste er in Q. 
eine Haftstrafe. In der Folge hatte er in Q. wiederum diverse Arbeitsstellen inne. 
Ungefähr im Jahre 1990 ging A. nach S., wo er mehrere Jahre lebte und sich mit 
einer Einheimischen verheiratete. Die Ehe wurde in der Schweiz nicht anerkannt. 
Nachdem seine Frau verstarb, kehrte er anfangs 1999 in die Schweiz zurück und 
arbeitete zunächst einige Monate bei der T. in Q. als Koch. In der Folge kam er nach 
U., wo er im November 2000 einen Hanfladen eröffnete, welchen er nach eigenen 
Angaben in der Zwischenzeit aufgegeben hat. Von Februar 2003 bis April 2004 be-
trieb er zudem in V. ebenfalls einen Hanfladen. Im Frühjahr 2004 erwarb A. in W. 
ein Haus. Seither ist er dort wohnhaft. Eigenen Angaben zufolge hat er Darlehens-
schulden in Höhe von Fr. 7'000.--. Für das Haus in W. bezahlte er nach eigener 
Aussage Fr. 100'000.--, wobei er den Kaufpreis mit einer Hypothek über Fr. 76'000.-
- sowie einem Darlehen seiner Grossmutter finanzierte. A. ist ledig und hat keine 
Unterhaltsverpflichtungen.

A. weist vier Vorstrafen auf: Das Bezirksgericht Q. bestrafte ihn am 7. Okto-
ber 1982 wegen wiederholten und fortgesetzten Diebstahls etc. mit 42 Tagen Ge-
fängnis, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Im schweizerischen Strafre-
gister ist diese Strafe nicht mehr ersichtlich. Verzeichnet ist er indes mit folgenden 
drei Vorstrafen: Am 5. März 1987 verurteilte ihn das Bezirksgericht Q. wegen ge-
werbsmässiger Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer 2 ½-
jährigen Gefängnisstrafe. Diese Strafe hat A. vom 10. Dezember 1986 bis zum 9. 
August 1988 verbüsst. Das Kantonsgericht Graubünden verurteilte ihn am 10. Juni 
2003 wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 15 
Monaten Gefängnis, bedingt bei einer Probezeit von fünf Jahren. Ferner wurde A. 
mit Strafmandat des Kreispräsidenten V. vom 11. November 2003 wegen Vergehen 
gegen das Waffengesetz mit einer Busse von Fr. 400.-- bestraft. 

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A. befand sich vom 28. April 2004 bis zum 12. Mai 2004 in Untersuchungs-
haft.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Oktober 
2004 wurde A. wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG sowie wegen 
mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand ver-
setzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubün-
den vom 21. Oktober 2004 folgender Sachverhalt zu Grunde:

„1. Nach durchgeführter Strafuntersuchung wurde A. am 10. Juni 2003 vom 
Kantonsgericht Graubünden wegen qualifizierter Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Gefängnisstrafe verur-
teilt. In der Zeit vom 23. Mai 2002 bis 28. April 2004, also während die-
ses Strafverfahrens und auch nach erfolgter Verurteilung gab A. in U. 
und V. weiterhin Haschisch und Marihuana in Form von stark THC-rei-
chen und rauchfertigen Hanfblüten ab. Die umgesetzte Haschisch- und 
Marihuanamenge sowie der damit erzielte Erlös konnte wegen fehlen-
der Aufzeichnungen nicht genau bestimmt werden. A. hat aber mindes-
tens 22'800 gr Marihuana in Form von getrockneten Hanfblüten sowie 
4'000 gr Haschisch [an Drittpersonen] abgegeben und damit einen Um-
satz von über Fr. 270'000.-- und einen Gewinn von einigen tausend 
Franken erzielt. Sodann war er im Besitze von 150.7 gr Haschisch und 
376.3 gr Marihuana, das er ebenfalls verkaufen wollte. Bei all seinen 
Taten handelte A. in der Absicht, sich mit den Einnahmen aus dem Ver-
kauf der Betäubungsmittel den Lebensunterhalt zu finanzieren.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fälle:

 1.1 Trotz des erwähnten Strafverfahrens führte A. den Hanfladen an der X. 
in U. weiter und mietete ab 1. Februar 2003 in V. einen Verkaufsladen 
hinzu. In der Zeit vom 23. Mai 2002 bis Ende Juli 2003 verkaufte er dort 
auch als Betäubungsmittel geltende Produkte, nämlich Marihuana in 
Form von abgepackten stark THC-reichen und rauchfertigen Hanfblüten 
sowie Haschisch. Ab ca. August 2003 verkaufte er das Haschisch und 
die getrockneten Hanfblüten nicht mehr in den Hanfläden, sondern liess 
diese Betäubungsmittel mittels eines Auslieferungsdienstes direkt zu 
Kunden bringen, die die Betäubungsmittel zuvor in den Läden bestellt 
und bezahlt hatten. Die Abgabe des Haschischs und Marihuanas er-
folgte in der Regel in Portionen zu 8 bis 16 Gramm. Für 1 gr Marihuana 
aus Indoor-Produktion verlangte A. rund Fr. 10.--; Outdoorhanf kostete 
durchschnittlich Fr. 6.25 und das Haschisch Fr. 10.-- bis Fr. 12.-- pro 
Gramm. Das Haschisch wies einen THC-Gehalt von über 17 % auf. Die 
Hanfblüten waren immer etwa von gleicher Qualität und wiesen einen 
THC-Gehalt von 5 % bis 6 % auf. Auch mit den Hanfblüten verkaufte A. 
somit als Betäubungsmittel geltende Produkte, wobei er wusste, dass 
die Abnehmer die gekauften Produkte ausschliesslich zum Zwecke des 
Konsums des berauschenden Inhalts ankauften. Total verkaufte A. in 
der Zeit vom 23. Mai 2002 bis 28. April 2004 in seinen Hanfläden in U. 
und V. sowie über den Auslieferungsdienst mindestens 18'500 gr ge-
trocknete Hanfblüten und 3'500 gr Haschisch für total Fr. 250'000.-- an 
ihm nicht namentlich bekannte Abnehmer.

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 1.2 In der Zeit vom 15. November 2003 bis Ende April 2004 verkaufte A. in 
U. 4'300 gr Marihuana in Form von getrockneten Hanfblüten für Fr. 
20'000.-- sowie 500 gr Haschisch für Fr. 3'500.-- an B., der den Hanfla-
den an der X. in U. von A. gemietet und in der Folge selber betrieben 
hat. Auch hier wiesen die getrockneten Hanfblüten einen THC-Gehalt 
von weit über den zulässigen 0.3 % auf. A. wusste, dass B. die Hanf-
blüten und das Haschisch weiter verkauft und die Endabnehmer diese 
Produkte dann durch Rauchen konsumieren würden.

 1.3 Anlässlich von am 28. und 29. April 2004 erfolgten Hausdurchsuchun-
gen wurden bei A. in W. 150.7 gr Haschisch sowie 376.3 gr Marihuana 
sichergestellt. Sowohl das Haschisch mit einem THC-Gehalt von 17 % 
bis 25 % als auch die Hanfblüten, die einen THC-Gehalt von 5 % auf-
wiesen, waren für den Verkauf an Drittpersonen bestimmt, obschon A. 
wusste, dass die Abnehmer die gekauften Produkte ausschliesslich zum 
Zwecke des Konsums des berauschenden Inhalts ankauften. Die 
Betäubungsmittel wurden beschlagnahmt.

 2. Auch seit dem 24. Mai 2002 bis heute konsumierte A. in U., V. und W. 
regelmässig Marihuana und Haschisch, letztmals Ende September 
2004. Ausser den oben unter Ziff 1.3 aufgeführten Drogen hat die Polizei 
am 28. April 2004 bei A. in W. und V. noch weitere 1'061.1 gr getrock-
nete Hanfblüten, also Marihuana, sowie 33.6 gr Haschisch sicher ge-
stellt. Diese Betäubungsmittel, die A. selber konsumieren wollte, wurden 
beschlagnahmt.

 3. Neben den obenerwähnten Betäubungsmitteln (total 1'437.4 gr Marihu-
ana und 184.3 gr Haschisch) wurden anlässlich der am 28. April 2004 
erfolgten Hausdurchsuchungen eine Digitalwaage ‚Palmscale’, mit wel-
cher die Hanfsäcklein abportioniert wurden, sowie 80 Minigripsäcklein 
sicher gestellt und in der Folge beschlagnahmt.

 4. A. unterhält zur AA. eine Geschäftsbeziehung. Im Hinblick auf eine Er-
satzforderung und weil es sich [teils] um Drogenerlös handelt, wurden 
mit Verfügung vom 10. Mai 2004 bzw. 17.September 2004 auf seinem 
dortigen Konto Z. EUR 892.93 (oder umgerechnet ca. Fr. 1'388.--) be-
schlagnahmt.“

C. Am 11. Januar 2005 fand die Hauptverhandlung vor der Strafkammer 
des Kantonsgerichts Graubünden statt. Anwesend waren der Angeklagte A. sowie 
sein privater Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter. Die Anklage wurde 
von Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel mündlich vertreten. Gegen die Zuständigkeit 
und Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben. In der Be-
fragung bestätigte A. die von ihm in den polizeilichen und untersuchungsrichterli-
chen Einvernahmen gemachten Aussagen. Insbesondere bestätigte er die errech-
neten Verkaufsmengen an Indoor- und Outdoorhanf sowie an Haschisch und aner-
kannte einen Umsatz in der Höhe von Fr. 220'000.-- bis Fr. 230'000.--. Er machte 
jedoch geltend, dass er diesen Umsatz nicht allein erwirtschaftet habe, sondern zu-
sammen mit seinen Angestellten, so dass ihm nicht der ganze Umsatz anzurechnen 
sei. 

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Der Staatsanwalt stellte in seinem Plädoyer die Anträge, A. sei im Sinne der 
Anklage schuldig zu sprechen. Dafür sei er mit zwei Jahren Gefängnis, teilweise als 
Zusatz zu der mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 aus-
gefällten Strafe von 15 Monaten Gefängnis, zu bestrafen. Die erstandene Untersu-
chungshaft sei anzurechnen. Der mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 
10. Juni 2003 gewährte bedingte Strafvollzug für die Freiheitsstrafe von 15 Monaten 
Gefängnis sei zu widerrufen. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Betäu-
bungsmittelutensilien seien gerichtlich einzuziehen, die Betäubungsmittel seien zu 
vernichten. Der Betrag von EUR 892.93, welcher auf dem Konto des Angeklagten 
bei der AA. gesperrt und beschlagnahmt worden sei, sei im Sinne von Art. 59 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB richterlich einzuziehen. Das Gericht habe darüber zu befinden, ob 
der Angeklagte zu einer Ersatzleistung zu verpflichten sei und wenn ja, in welcher 
Höhe. Kostenfolge sei die gesetzliche. In der Begründung führte der Staatsanwalt 
an, der Sachverhalt sei nicht bestritten, der Umsatz und die Verkaufsmengen seien 
anerkannt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei ein schwerer Fall im 
Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG auch bei Cannabisprodukten möglich, sofern 
gewerbsmässig gehandelt werde. A. sei überführt und geständig, in der Zeit vom 
23. Mai 2002 bis zum 28. April 2004 mindestens 18.5 kg Marihuana und 3.5 kg 
Haschisch für mindestens Fr. 250'000.-- verkauft zu haben. Hinzu kämen 4.3 kg 
Marihuana und 500 g Haschisch, welche er an B. geliefert habe. Schliesslich sei der 
Angeklagte im Besitz von 150.7 g Haschisch und 376.3 g Marihuana gewesen, wel-
che für den Verkauf an Dritte bestimmt gewesen seien. Haschisch sei gemäss An-
hang a zum Betäubungsmittelgesetz per se ein Betäubungsmittel. Das vom Ange-
klagten verkaufte Marihuana habe einen THC-Gehalt von weit über 0.3 % aufge-
wiesen und müsse daher auch als Betäubungsmittel gelten. Der objektive Tatbe-
stand sei damit erfüllt. Subjektiv genüge Eventualvorsatz. Sowohl bezüglich des Ha-
schisch als auch bezüglich des Marihuanas sei dem Angeklagten gemäss dessen 
eigenen Aussagen bewusst gewesen, dass die Abnehmer diese Betäubungsmittel 
rauchen würden. Damit sei auch der subjektive Tatbestand erfüllt. Im weiteren habe 
der Angeklagte einen grossen Umsatz erzielt. Der Gewinn könne unter diesen Um-
ständen dahingestellt bleiben. Unbestrittenermassen habe der Angeklagte mit dem 
Erlös aus dem Verkauf der Betäubungsmittel den grössten Teil seiner Lebenshal-
tungskosten bestritten. Das Verhalten des Angeklagten erfülle somit objektiv und 
subjektiv den Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG. Bezüglich der Strafzumes-
sung sei zu beachten, dass der Angeklagte in nicht ganz zwei Jahren über 22 kg 
Marihuana und 4 kg Haschisch verkauft und damit einen Umsatz von mehr als Fr. 
270'000.-- erzielt habe. Weder die laufende Strafuntersuchung noch das Urteil des 
Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 hätten ihn davon abhalten können. 

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Er habe einfach den Verkauf anders organisiert, indem er die Betäubungsmittel 
nicht mehr im Laden verkauft, sondern den Abnehmern direkt nach Hause geliefert 
habe. Der Angeklagte habe damit eine seltene Einsichtslosigkeit gezeigt. Es sei 
eine strenge Strafe zu verhängen. Zu beachten sei, dass die Straftaten teilweise vor 
dem Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 erfolgt seien, wofür 
eine Zusatzstrafe zum genannten Urteil auszusprechen sei. Insgesamt betrachtet 
sei eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren dem Verschulden des Angeklagten ange-
messen. Bei diesem Strafmass falle der bedingte Strafvollzug bereits aus objektiven 
Gründen ausser Betracht. Es stelle sich im weiteren die Frage des Widerrufs des 
mit dem Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 gewährten be-
dingten Strafvollzuges für die Gefängnisstrafe von 15 Monaten. Die vorliegend zur 
Verurteilung gelangenden Straftaten seien teilweise vor dem Beginn der Probezeit 
erfolgt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei auszuscheiden, wie viel 
der ausgesprochenen Strafe auf die Taten falle, welche innerhalb der Probezeit be-
gangen worden seien. Dafür sei eine Zusatzstrafe auszusprechen. Es rechtfertige 
sich, für die Taten vor dem Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 
2003 eine Zusatzstrafe von 9 Monaten Gefängnis anzunehmen, für die Straftaten 
innerhalb der Probezeit eine solche von 15 Monaten Gefängnis. Damit aber sei kein 
leichter Fall im Sinne des Gesetzes mehr gegeben, weshalb der mit Urteil des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 gewährte bedingte Strafvollzug für die 
Gefängnisstrafe von 15 Monaten zwingend widerrufen werden müsse. Die sicher-
gestellten Drogen und Betäubungsmittelutensilien seien gemäss Art. 58 StGB ein-
zuziehen, die Drogen seien zu vernichten. Der auf dem BB. des Angeklagten ge-
sperrte Betrag von EUR 892.93 sei gemäss Art. 59 Ziff. 1 StGB einzuziehen. Der 
Bruttoerlös aus den Straftaten habe gemäss Untersuchungsergebnis über Fr. 
270'000.-- betragen, der Gewinn habe wegen fehlender Aufzeichnungen nicht er-
rechnet werden können, habe aber mit Sicherheit mehrere tausend Franken betra-
gen. Der Angeklagte habe erklärt, er sei nicht in der Lage, eine Ersatzforderung zu 
bezahlen. Dies könne ihm nicht widerlegt werden. Es sei dem Gericht überlassen, 
über eine allfällige Ersatzforderung zu entscheiden. 

Der Verteidiger von A., Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, hielt in seinem 
Plädoyer fest, sein Mandant sei bezüglich des eingeklagten Sachverhalts grössten-
teils geständig. Er habe 22.8 kg Marihuana und 4 kg Haschisch verkauft. Der Ge-
winn sei minim ausgefallen, wenige tausend Franken, wenn überhaupt. Bezüglich 
des Umsatzes würden die Angaben auseinander gehen. Es sei zu beachten, dass 
der Umsatz nicht allein von seinem Mandanten generiert worden sei, sondern dass 
Dritte mitgeholfen hätten, insbesondere B.. Ein schwerer Fall gemäss Art. 19 Ziff. 2 

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lit. c BetmG sei vorliegend nicht gegeben, weil der dazu notwendige Umsatz vom 
Angeklagten nicht erzielt worden sei. Sein Mandant sei daher schuldig des Verkaufs 
von Betäubungsmitteln, womit er Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3, 4 und 5 BetmG verletzt habe. 
Es liege jedoch kein schwerer Fall vor. Der Verstoss gegen Art. 19a BetmG sei von 
seinem Mandanten zugestanden worden. Vorliegend sei also kein schwerer Fall 
gegeben, ebenso wenig habe sein Mandant als Mitglied einer Bande oder gewerbs-
mässig gehandelt. Eine qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz falle daher ausser Betracht. Bezüglich der Strafzumessung sei festzuhalten, 
dass sein Mandant zwar während einem laufenden Strafverfahren delinquiert habe. 
Er habe dies aber erklären können: Sein Mandant habe die Pflichten aus den Miet- 
und Arbeitsverträgen, welche er teilweise für eine längere Dauer abgeschlossen 
gehabt habe, erfüllen und einen Konkurs vermeiden wollen. Da wie bereits darge-
legt kein schwerer Fall vorliege, sei für die Strafzumessung ein Strafrahmen von 0 
bis 12 Monaten Gefängnis anzunehmen. Der bedingte Strafvollzug könne gewährt 
werden, weil subjektiv eine günstige Prognose gestellt werden könne. Sein Mandant 
habe aus dem vorliegenden Verfahren gelernt. Er habe völlig auf den Verkauf von 
legalen Produkten umgestellt, habe die Hanfläden so schnell als möglich aufgege-
ben und den Verkauf von Hanf eingestellt. Er habe ein Haus gekauft und dazu eine 
Hypothek aufnehmen müssen. Heute übe er eine legale Tätigkeit aus. Seine Mutter, 
welcher es gesundheitlich nicht so gut gehe, werde zu ihm ziehen, damit er sich um 
sie kümmern könne. Sein Mandant habe definitiv vom Verkauf illegaler Drogen Ab-
stand genommen. Es sei ihm daher ein letztes Mal eine positive Prognose zu stel-
len. Bezüglich des Strafmasses sei unter diesen Umständen eine Strafe von vier 
Monaten Gefängnis angemessen. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hinzu-
weisen, dass das Kantonsgericht Graubünden im Jahre 2002 einen Hanfhändler, 
der 30 kg Hanf verkauft habe, mit einem Monat Gefängnis und Fr. 800.-- Busse 
bestraft habe (Urteil des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 6. Februar 
2002, SB 01 60/61). Weil sein Mandant nicht dieselben Vorstrafen vorweise wie in 
jenem Fall, sei vorliegend eine Gefängnisstrafe von vier Monaten angemessen. Die 
objektiven Voraussetzungen des bedingten Strafvollzuges seien erfüllt, auch könne 
eine günstige Prognose, vor allem im Hinblick auf die Spezialprävention, gestellt 
werden. Bezüglich des Widerrufs des mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden 
vom 10. Juni 2003 gewährten bedingten Strafvollzuges für eine Gefängnisstrafe von 
15 Monaten sei zu beachten, dass ein Teil der vorliegend zu beurteilenden Strafta-
ten vor jenem Urteil begangen worden seien. Für die Straftaten während der Pro-
bezeit sei somit eine fiktive Strafe auszusprechen. Es könne vorliegend die positive 
Aussicht auf Bewährung bejaht werden, weshalb auf den Widerruf zu verzichten sei. 
Mit der Einziehung der Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien sei sein 

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Mandant einverstanden, ausser bezüglich der Digitalwaage. Er beantrage, dass 
sein Mandant des Verkaufs von Betäubungsmitteln schuldig zu sprechen sei. Dafür 
sei er mit maximal vier Monaten Gefängnis zu bestrafen, wovon drei Monate als 
Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 aus-
zusprechen seien. Der bedingte Strafvollzug sei zu gewähren unter Ansetzung einer 
Probezeit von fünf Jahren. Auf den Widerruf des mit Urteil des Kantonsgerichts 
Graubünden vom 10. Juni 2003 gewährten bedingten Strafvollzuges für die Gefäng-
nisstrafe von 15 Monaten sei zu verzichten. Die beschlagnahmte Digitalwaage sei 
zurückzuerstatten. Kostenfolge sei die gesetzliche. 

In seiner Replik führte der Staatsanwalt aus, dass der Angeklagte in der Un-
tersuchung und auch vor Schranken des Kantonsgerichts Graubünden einen Um-
satz von über Fr. 200'000.-- anerkannt habe. Nun solle dieser plötzlich doch unter 
Fr. 100'000.-- gelegen haben. Aber auch wenn der Umsatz unter Fr. 100'000.-- be-
tragen hätte, sei doch am Widerruf des bedingten Strafvollzuges festzuhalten. Im 
Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 sei bezüglich des Ver-
kaufs von Hanfprodukten mit aller Deutlichkeit festgehalten worden, was erlaubt und 
was nicht erlaubt sei. Es sei soweit alles klar gemacht worden. Wenn nun der An-
geklagte geltend mache, er könne dies nicht einsehen und nicht verstehen, und er 
weiterhin mit Hanfprodukten gehandelt habe, so sei dies abenteuerlich. Eine güns-
tige Prognose könne nicht gestellt werden. Er halte an seinen Anträgen fest. 

Duplizierend hielt der Verteidiger fest, dass bezüglich der Umsatzzahlen 
nicht vergessen werden dürfe, dass mehrere Personen daran mitgearbeitet hätten. 
Wenn nun auch diesen in einem Strafverfahren die selben Umsatzzahlen angerech-
net würden, so werde der Umsatz vervielfacht. Es könne nicht der gesamte Umsatz 
seinem Mandanten zugerechnet werden. Unter Berücksichtigung, dass etwa zwei 
bis drei Mitbeteiligte in etwa gleichem Umfang an der Erwirtschaftung des Umsatzes 
mitgearbeitet hätten, ergebe sich für seinen Mandanten ein Umsatz unter Fr. 
100'000.--. Die Staatsanwaltschaft habe selbst festgehalten, dass der Gewinn nicht 
die notwendige Höhe erreicht haben dürfte. Es liege folglich kein schwerer Fall vor. 

A. verzichtete auf ein eigentliches Schlusswort. Er hielt jedoch fest, dass er 
über den Antrag des Staatsanwaltes verwundert sei.

Auf die weiteren Ausführungen in den mündlichen Vorträgen wird, soweit er-
forderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) aa) Art. 1 Abs. 1 BetmG definiert den Begriff Betäubungsmittel als 
abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain 
und Cannabis. Ausdrücklich wird damit Cannabis als abhängigkeitserzeugender 
Stoff unter Art. 1 Abs. 1 BetmG subsumiert. Weiter fällt Hanfkraut als Rohmaterial 
(Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG) sowie als Wirkstoff das Harz der Drüsenhaare (Art. 
1 Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG) unter die vom Betäubungsmittelgesetz erfassten Sub-
stanzen, ohne Rücksicht auf den Gehalt an psychoaktiven Substanzen (bei Hanf 
insbesondere Delta-Tetrahydrocannabinol). Es schliesst sodann weitere Stoffe ein, 
die "eine ähnliche Wirkung haben wie die Stoffe der Gruppen a oder b dieses Ab-
satzes" (Art. 1 Abs. 2 lit. c BetmG). Handel und Umgang mit Hanfkraut unterstehen 
der staatlichen Kontrolle (Art. 2 BetmG). Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG hält fest, dass 
"Hanfkraut zur Betäubungsmittelgewinnung und das Harz seiner Drüsenhaare (Ha-
schisch)" nicht angebaut, eingeführt, hergestellt oder in Verkehr gebracht werden 
dürfen. Im Verzeichnis der verbotenen Stoffe (Anhang a und d zur Verordnung des 
Schweizerischen Heilmittelinstituts über die Betäubungsmittel und psychotropen 
Stoffe [BetmV-Swissmedic] vom 12. Dezember 1996) sind das Hanfkraut (Canna-
bis) zur Betäubungsmittelgewinnung, Cannabisextrakte zur Betäubungsmittelge-
winnung, Cannabisharz etc. und Tetrahydrocannabinol (THC) ebenfalls als Betäu-
bungsmittel aufgeführt. Wann Hanfkraut als Rohmaterial respektive als gebrauchs-
fertiges Betäubungsmittel zu gelten hat, geht aus dem Betäubungsmittelgesetz 
zwar nicht hervor, lässt sich nach dem Bundesgericht aber aus der Gesetzgebung 
zu den Lebensmitteln und der Landwirtschaft herleiten (BGE 126 IV 199).

bb) Der Bundesrat hat in bestimmten Fällen Anbau und Verkauf von Hanf 
gestattet. So können Hanf und Hanfprodukte zugelassene Bestandteile von Le-
bensmitteln sein (Art. 1 und 2 in Verbindung mit Anhang 4, S. 122 f., der Verordnung 
über Fremd-Inhaltsstoffe in Lebensmitteln vom 26. Juni 1995, gestützt auf Art. 7, 
Art. 9 Abs. 2 und Art. 16 Abs. 3 der Lebensmittelverordnung vom 1. März 1995). Die 
Vorschriften zur Landwirtschaft erlauben den Anbau einiger namentlich aufgeführter 
Hanfsorten ("Industriehanf", Art. 4 und Anhang 4, S. 18, der Verordnung des Bun-
desamtes für Landwirtschaft über den Sortenkatalog für Getreide, Kartoffeln, Fut-
terpflanzen und Hanf vom 7. Dezember 1998; Delegation der Zuständigkeit an das 
Bundesamt für Landwirtschaft in Art. 4 Abs. 2 der Verordnung über die Produktion 
und das Inverkehrbringen von pflanzlichem Vermehrungsmaterial vom 7. Dezember 
1998, gestützt insbesondere auf Art. 162 des Bundesgesetzes über die Landwirt-
schaft vom 29. April 1998). In allen genannten Fällen haben die zuständigen Bun-

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desämter Grenzwerte für den Gehalt an THC festgesetzt, die nicht überschritten 
werden dürfen, damit die zugelassenen Produkte und Hanfsorten nicht als Betäu-
bungsmittel missbraucht werden. Bei Industriehanf liegt der Grenzwert bei einem 
THC-Gehalt von 0,3 %, bei Lebensmitteln je nach Produkt zwischen 0,2 und 50 mg 
THC/kg. Diese Grenzwerte dienen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes 
als Massstab dafür, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt als Betäubungs-
mittel gelten muss und nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht mehr in Verkehr gebracht 
werden darf (BGE 126 IV 200).

b) aa) Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich strafbar, wer unbefugt alka-
loidhaltige Pflanzen und Hanfkraut zur Gewinnung von Betäubungsmitteln anbaut 
(Abs. 1), wer Betäubungsmittel unbefugt herstellt, auszieht, umwandelt oder verar-
beitet (Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt oder 
durchführt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, ver-
schafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), ebenso wer sie unbefugt 
besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5), wer hierzu Anstalten trifft 
(Abs. 6), wer den unerlaubten Verkehr mit Betäubungsmitteln finanziert oder seine 
Finanzierung vermittelt (Abs. 7) und wer öffentlich zum Betäubungsmittelkonsum 
auffordert oder öffentlich Gelegenheit zum Erwerb oder Konsum von Betäubungs-
mitteln bekannt gibt (Abs. 8). Die Strafe ist bei vorsätzlicher Tatbegehung Gefängnis 
oder Busse, in schweren Fällen Zuchtshaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, 
allenfalls verbunden mit einer Busse bis zu Fr. 1'000'000.--. Soweit vorerwähnte 
Handlungen dem Eigenkonsum dienen, erfahren sie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
eine privilegierte Behandlung; als Strafe drohen in diesem Falle - wie für den unbe-
fugten Konsum von Betäubungsmitteln selbst - Haft oder Busse. In leichten Fällen 
kann das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden. Es kann 
eine Verwarnung ausgesprochen werden (Art. 19a Ziff. 2 BetmG).

bb) Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG einmal vor, 
wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine 
Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen kann. In BGE 117 IV 314 ff. legte das Bundesgericht fest, dass Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG in Fällen, in denen sich die Widerhandlung gemäss Art. 19 
Ziff. 1 BetmG auf Cannabissubstanzen bezieht, nicht anwendbar ist. Ausdrücklich 
hielt das Bundesgericht im selben Entscheid aber fest, dass eine qualifizierte Tat-
begehung weiterhin anzunehmen ist, wenn der Täter als Mitglied einer Bande ge-
handelt hat, die sich zur Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelverkehrs zu-
sammengefunden hat (Art. 19 Ziff. 2 lit. b BetmG), oder wenn er durch gewerbs-

11

mässiges Handeln einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt hat 
(Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG). Gewerbsmässig im Sinne von lit. c handelt, wer die 
deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufes ausübt (BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). 
Der Täter handelt berufsmässig, wenn aus den gesamten Umständen geschlossen 
werden muss, dass er sich darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen 
Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung 
seiner Lebensgestaltung darstellen. Als Indiz für die Gewerbsmässigkeit gelten bei-
spielsweise die Anzahl oder Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraums 
bereits verübten Taten oder auch die Entwicklung eines Systems beziehungsweise 
einer bestimmten Methode (BGE 116 IV 319 f.). Es ist dabei notwendig, dass der 
Täter die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, ein 
Erwerbseinkommen zu erlangen, und dass aufgrund seiner Taten geschlossen wer-
den muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden 
Taten bereit gewesen (Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, BT I, Bern 1993, 
S. 331; BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). Auf die zusätzlichen Voraussetzungen des 
grossen Umsatzes oder erheblichen Gewinns findet die in BGE 117 IV 63 entwi-
ckelte Rechtsprechung Anwendung, wonach der erzielte Bruttoumsatz beziehungs-
weise Nettoerlös massgebend ist (BGE 117 IV 64, bestätigt in BGE 122 IV 216), 
wobei ein Betrag in der Grössenordnung von Fr. 100'000.-- oder mehr als grosser 
Umsatz gilt (BGE 129 IV 188). Ein erheblicher Gewinn im Sinne des Gesetzes liegt 
gemäss Bundesgericht vor, sobald jemand durch gewerbsmässigen Handel mit 
Betäubungsmitteln Fr. 10'000.-- oder mehr Gewinn erzielt hat (BGE 129 IV 253; vgl. 
zum Ganzen sodann SJZ 94 [1998] Nr. 24, S. 541 f.).

2. Im November 2000 eröffnete A. an der X. in U. einen Hanfladen mit 
dem Namen CC.. Neben unbedenklichen Produkten verkaufte er in seinem Laden 
von anfangs Juli 2001 bis zur polizeilichen Kontrolle vom 23. Mai 2002 auch abge-
packte, rauchfertige Hanfblüten. Dafür wurde er vom Kantonsgericht Graubünden 
am 10. Juni 2003 wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz verurteilt. Trotz dieses Strafverfahrens und der Verurteilung führte A. den 
Hanfladen an der X. in U. weiter. Bis Ende Juli 2003 verkaufte er dort auch weiterhin 
rauchfertige Hanfblüten sowie Haschisch. Ab ca. August 2003 verkaufte er die Hanf-
blüten und das Haschisch nicht mehr in seinem Laden, sondern liess beides mittels 
eines Auslieferungsdienstes direkt zu den Käufern bringen, welche zuvor im Laden 
bestellt und bezahlt hatten. Sowohl die Hanfblüten als auch das Haschisch bezog 
er von fünf Personen, deren Namen er jedoch nicht preisgegeben hat, aus verschie-
denen Teilen des Kantons Graubünden (polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 2004, 
act. 12.5, S. 4 Mitte; polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 4 

12

Mitte). A. wog die Hanfblüten und das Haschisch nach dem Kauf jeweils selbst ab 
und füllte die Hanfprodukte anschliessend in Minigripsäcklein (untersuchungsrich-
terliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 Mitte). Gemäss eigenen 
Angaben hat A. in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis zum 15. November 2003 auf diese 
Weise durch seinen Laden an der X. in U. 14 bis 15 kg Marihuana und 3 kg Ha-
schisch an verschiedene Personen verkauft beziehungsweise durch seinen Ange-
stellten B. verkaufen lassen (polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, 
S. 3 Mitte). Am 15. November 2003 übernahm B. den CC. in U.. Auch er verkaufte 
in der Folge rauchfertige Hanfblüten sowie Haschisch. Beides bezog er von A., dem 
er die Ware bezahlte, um sie anschliessend auf eigene Rechnung weiter zu veräus-
sern. A. hat nach eigenen Aussagen in der Zeit vom 15. November 2003 bis zum 
28. April 2004 ungefähr 4.3 kg rauchfertige Hanfblüten und 500 g Haschisch an B. 
geliefert (polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 2 oben, sowie 
polizeiliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.7, S. 1). Ab dem 1. Februar 
2003 mietete A. zudem ein Verkaufslokal in V. hinzu. Auch dort verkaufte er unter 
anderem getrocknete Hanfblüten und Haschisch. Wie in U. führte er einen Auslie-
ferungsdienst ein, mit welchem die Hanfprodukte, welche die Kunden zuvor im La-
den bestellt und bezahlt hatten, direkt zu den Käufern gebracht wurden. In der Zeit 
vom 1. Februar 2003 bis zum 28. April 2004 verkaufte A. nach eigenen Angaben 
auf diese Weise ungefähr 4.5 bis 5 kg getrocknete Hanfblüten und 500 g Haschisch 
an unbestimmt viele Personen (polizeiliche Einvernahme vom 30. April 2004, act. 
12.4, S. 3 unten). Insgesamt verkaufte A. damit in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis 
zum 28. April 2004 in seinen beiden Läden in U. und V. nach eigenen Angaben 
mindestens 18.5 kg getrocknete Hanfblüten und 3.5 kg Haschisch an unbestimmt 
viele Personen. Im weiteren lieferte er B. zwischen dem 15. November 2003 und 
dem 28. April 2004 zumindest 4.3 kg rauchfertige Hanfblüten und 500 g Haschisch. 
A. hat somit im Ganzen mindestens 22.8 kg rauchfertige Hanfblüten und 4 kg Ha-
schisch an Drittpersonen abgegeben. Daneben wurden anlässlich einer am 28. April 
2004 erfolgten Hausdurchsuchung bei A. in W. 150.7 g Haschisch und 376.3 g ge-
trocknete Hanfblüten sichergestellt. Beides war für den Verkauf beziehungsweise 
die Abgabe an Drittpersonen vorgesehen (polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 
2004, act. 12.5, S. 4 oben). A. hat diesen Sachverhalt sowie die Verkaufsmengen 
sowohl in der Untersuchung (vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 12. 
Mai 2004, act. 12.8, S. 2 Mitte; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Ok-
tober 2004, act. 12.9, S. 2 f.) als auch anlässlich der mündlichen Verhandlung vor 
der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden am 11. Januar 2005 ausdrück-
lich als zutreffend anerkannt. Im Folgenden ist mithin von diesem Sachverhalt und 
den genannten Verkaufsmengen auszugehen. Von den anlässlich der Hausdurch-

13

suchungen vom 28. und 29. April 2004 sichergestellten Hanfblüten und dem bei 
gleicher Gelegenheit sichergestellten Haschisch wurden sechs Proben Haschisch 
und vier Proben getrocknete Hanfblüten an den kriminaltechnischen Dienst der Kan-
tonspolizei St. Gallen geschickt. Dabei wurden vier Haschisch- und zwei Marihua-
naproben A. zugerechnet, während zwei Haschisch- und zwei Marihuanaproben B. 
zugeschrieben wurden. Die Proben von B. stammten aus dem Bunker (je einmal 
Haschisch und Marihuana) und dem Laden (je einmal Haschisch und Marihuana) in 
U.. Da B. jedoch sowohl die Hanfblüten als auch das Haschisch von A. bezogen 
und A. die bestellten Hanfprodukte jeweils im Bunker deponiert hat (vgl. polizeiliche 
Einvernahme von A. vom 12. Mai 2004, act. 12.7, S. 1), sind auch die Proben aus 
dem Bunker in U. im vorliegenden Verfahren aussagekräftig. Die Proben aus dem 
Geschäft in U. sind gemäss Aktenlage - zumindest grösstenteils - C., dem Bruder 
von B., zuzurechnen (vgl. polizeiliche Einvernahme von C. vom 3. Mai 2004, act. 
11.8, S. 1 unten; polizeiliche Einvernahme von C. vom 4. Mai 2004, act. 11.9, S. 2 
oben). Da zum einen nicht bekannt ist, von wem C. diese Hanfprodukte bezogen 
hat, und zum andern Angaben darüber fehlen, von welchen der im Laden in U. ge-
fundenen Haschisch- und Marihuanamengen die Proben stammen, finden die Pro-
ben aus dem Laden in U. im vorliegenden Verfahren keine Beachtung. Die Analyse 
der vorliegend relevanten Proben ergab für das Haschisch THC-Gehalte zwischen 
8 % und 25 % und für die Hanfblüten solche von 5 % (kriminaltechnischer Untersu-
chungsbericht vom 4. Juni 2004, act. 7.14, S. 2). Damit handelte es sich beim Ha-
schisch um gute bis ausgezeichnete, bei den Hanfblüten um gute Qualität. Das Harz 
der Drüsenhaare des Hanfkrautes (Haschisch) ist gemäss Gesetz ohne Rücksicht 
auf den Anteil an THC ein Betäubungsmittel und fällt damit unter das Betäubungs-
mittelgesetz (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG, Art. 8 Abs. 1 lit. d 
BetmG sowie Anhang a und d zur Verordnung des Schweizerischen Heilmittelinsti-
tuts über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe [BetmV-Swissmedic] vom 
12. Dezember 1996). Hanfblüten sind, wie bereits einlässlich ausgeführt, gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ohne Weiteres den Betäubungsmitteln zuzu-
zählen und damit dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt, sobald der Anteil an THC 
0.3 % übersteigt. Gemäss kriminaltechnischer Analyse der Kantonspolizei St. Gal-
len wiesen die Proben der Hanfblüten einen THC-Gehalt von jeweils 5 % auf (act. 
7.14, S. 2). Ihr THC-Gehalt liegt somit um ein vielfaches über dem gesetzlich fest-
gelegten Grenzwert von 0.3 %. Es handelt sich folglich auch bei den untersuchten 
getrockneten Hanfblüten um Betäubungsmittel. Der hohe THC-Gehalt der unter-
suchten Hanfblüten sowie die Tatsache, dass A. gemäss seinen eigenen Angaben 
die Hanfblüten immer bei denselben Personen bezogen hat (polizeiliche Einver-
nahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 Mitte; polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 

14

2004, act. 12.6, S. 4 Mitte), sind ein erster Hinweis darauf, dass A. generell Hanf-
blüten verkauft hat, die einen hohen THC-Gehalt aufgewiesen haben. A. hat sich 
gemäss seinen eigenen Aussagen in der Untersuchung über die THC-Gehalte der 
von ihm verkauften Hanfblüten keine Gedanken gemacht (untersuchungsrichterli-
che Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 Mitte). Er hat sich auch nicht 
zur Qualität der Hanfprodukte geäussert, welche er veräussert hat. Anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme vom 5. Mai 2004 hat er jedoch ausgesagt, dass er das 
in seinem Haus in W. sichergestellte gepresste Marihuana selbst habe konsumieren 
wollen, weil die Qualität sehr schlecht gewesen sei; das weitere, in W. gefundene 
Marihuana habe er Kollegen gratis zur Verfügung stellen wollen, weil dessen Qua-
lität ebenfalls schlecht gewesen sei (act. 12.5, S. 5 oben). Dies spricht dafür, dass 
A. die Qualität der Ware überprüft und nur Hanfblüten von guter Qualität, das heisst 
mit einem entsprechend hohen THC-Gehalt, verkauft hat. Nachdem A. zum einen 
von den Hanfblüten, welche er verkaufte, selbst konsumiert hat (vgl. zum Beispiel 
seine Aussage bei der polizeilichen Einvernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 
unten: “Wie bereits erwähnt, konsumiere ich praktisch täglich einen Joint. Das Ma-
rihuana war ja zur genüge vorhanden“) und zum andern nach eigenen Angaben seit 
35 Jahren praktisch täglich Marihuana oder Haschisch konsumiert (polizeiliche Ein-
vernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 unten), war er im übrigen ohne Zweifel 
in der Lage, weniger gute oder gar schlechte Ware auszuscheiden. Die Aussagen 
von A. sind daher ein zweites, sehr gewichtiges Indiz, dass er Hanfblüten mit hohem 
THC-Gehalt verkauft hat. Schliesslich spricht auch die Tatsache, dass fast alle der 
befragten Käufer angaben, mehrfach - teilweise bis zu zwanzig Mal - im CC. in U. 
eingekauft zu haben (vgl. zum Beispiel polizeiliche Einvernahme von F., act. 10.1, 
S. 2 unten; polizeiliche Einvernahme von G., act. 10.2, S. 2 Mitte; polizeiliche Ein-
vernahme von H., act, 10.4, S. 2 oben; polizeiliche Einvernahme von I., act. 10.6, 
S. 4 Mitte; polizeiliche Einvernahme von J., act. 10.7, S. 2 Mitte; polizeiliche Einver-
nahme von K., act. 10.9, S. 2 Mitte: polizeiliche Einvernahme von L., act. 10.12, S. 
2 unten und S. 3 oben), für eine zumindest gute Qualität der angebotenen Hanf-
blüten. Neben dem anhaltend guten Absatz weist auch der gleichbleibende Ver-
kaufspreis - für Indoorhanf Fr. 10.-- pro Gramm, für Outdoorhanf Fr. 6.25 pro Gramm 
- auf eine gleichbleibende Qualität hin. Es ist unter diesen Umständen davon aus-
zugehen, dass die Hanfblüten, welche A. verkaufte, von zumindest guter Qualität 
waren. Ihr Gehalt an THC lag damit weit über dem gesetzlich festgesetzten Grenz-
wert von 0.3 %. Damit ist erstellt, dass A. in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis zum 28. 
April 2004 insgesamt mindestens 22.8 kg Hanfblüten, welche einen THC-Gehalt 
von weit über 0.3 % aufwiesen und damit gemäss Gesetz als Betäubungsmittel zu 
betrachten waren, sowie 4 kg Haschisch an unbekannt viele Personen verkauft hat. 

15

In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass A. zumindest eventualvorsätzlich 
handelte. Wie bereits ausgeführt, konsumiert A. nach eigenen Angaben seit mehr 
als 35 Jahren praktisch täglich Marihuana oder Haschisch (polizeiliche Einver-
nahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 unten), weshalb er ohne Zweifel in der Lage 
war zu erkennen, dass der THC-Gehalt der Hanfblüten, die er verkaufte und von 
denen er selbst konsumierte, über dem vom Gesetz vorgesehenen Grenzwert lag, 
es sich somit um Betäubungsmittel handelte. Ebenso war ihm zweifellos bekannt, 
dass Haschisch dem Betäubungsmittelgesetz untersteht und ohne behördliche Be-
willigung nicht verkauft werden darf (vgl. seine Aussage anlässlich der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 3: „Ich wusste, 
dass es [sein Handeln] strafbar ist“). A. hat in der Untersuchung im weiteren erklärt, 
er habe vermutet, dass die von ihm verkauften Hanfprodukte von den Käufern ge-
raucht würden (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 
12.8, S. 2 Mitte; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 
12.9, S. 3 unten). Diese Aussage hat er anlässlich der Hauptverhandlung vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichtes am 11. Januar 2005 auf entsprechende Frage 
des Vorsitzenden bestätigt. A. wusste mithin um die konkrete Möglichkeit der ge-
setzwidrigen Verwendung der Hanfprodukte und ging sogar davon aus, dass sich 
diese Möglichkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit verwirklichte. Er unternahm jedoch 
nichts, um eine illegale Verwendung seiner Hanfprodukte zu verhindern. A. hat da-
mit augenscheinlich zumindest in Kauf genommen, dass die Käufer die Hanfblüten 
beziehungsweise das Haschisch mittels Rauchen konsumierten. Wie sich den Ein-
vernahmen der Käufer entnehmen lässt, haben diese die Hanfprodukte auch 
tatsächlich geraucht (vgl. Dossier 10). Unter diesen Umständen muss nicht weiter 
geprüft werden, ob A. auch mit direktem Vorsatz handelte, obwohl sehr starke Indi-
zien dafür sprechen (vgl. unter anderem seine Aussage im Verfahren, welches zu 
seiner Verurteilung vom 10. Juni 2003 führte, wonach ihm klar gewesen sei, dass 
jemand, der Fr. 100.-- für ein Säcklein Hanfblüten ausgebe, diese anschliessend 
auch rauche [Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 
2003, SF 03 17, S. 12]. Es ist nicht anzunehmen und es sind auch keine Hinweise 
ersichtlich, dass sich die Situation für A. nun anders darstellte). Denn gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung genügt Eventualvorsatz zur Erfüllung des Tatbe-
standes, jedenfalls dann, wenn wie vorliegend Hanfprodukte vertrieben werden, de-
ren THC-Gehalt den gesetzlichen Grenzwert überschreitet (BGE 126 IV 198). Aus 
dem Gesagten erhellt, dass A. ohne Frage sowohl den objektiven als auch den sub-
jektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt hat. 

16

3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden macht geltend, A. habe berufs-
mässig gehandelt sowie einen grossen Umsatz erzielt, weshalb er den qualifizierten 
Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG erfüllt habe. A. bestreitet, dass der Um-
satz, welcher mit dem Verkauf von illegalen Hanfprodukten erzielt worden ist, zur 
Gänze ihm anzurechnen sei; es sei daher vorliegend unter den gegebenen Umstän-
den das Kriterium des grossen Umsatzes nicht erfüllt.

a) Gewerbsmässig im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 lit. c BetmG handelt, wer die 
deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufes ausübt. Der Täter handelt berufsmässig, 
wenn aus den gesamten Umständen geschlossen werden muss, dass er sich darauf 
eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen Einkünfte zu erzielen, die einen nam-
haften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen 
(vgl. BGE 129 IV 188). A. hat in U. und V. die Hanfblüten und das Haschisch 
zunächst in seinen Läden, dann über einen von ihm organisierten Auslieferungs-
dienst verkauft. Er hat folglich eine geschäftliche Struktur und ein besonderes Sys-
tem für den Vertrieb der Hanfprodukte aufgebaut und benutzt. Gemäss eigenen An-
gaben hat er durch den Verkauf der Hanfblüten und des Haschischs einen Erlös in 
Höhe von Fr. 60'000.-- bis Fr. 70'000.-- erzielt (untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 unten). In derselben Einvernahme und 
auch anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 1. Oktober 2004 
hat er geltend gemacht, dass von diesem Erlös noch die Miet- und Nebenkosten 
sowie die Löhne für seine Angestellten in U. und V. abzuziehen seien, so dass prak-
tisch nichts mehr übrig geblieben sei (act. 12.8, S. 2 unten; act. 12.9, S. 1 und 2). 
Damit bestreitet er unter anderem, dass er aus dem Verkaufserlös der Hanfprodukte 
einen namhaften Beitrag an seine Lebenshaltungskosten geleistet hat. Um seine 
Ausführungen zu untermauern, zählt er in der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme vom 1. Oktober 2004 die Kosten auf, welche seiner Meinung nach vom Ver-
kaufserlös abzuziehen sind (act. 12.9, S. 2). Folgt man der Auffassung von A. und 
zieht alle geltend gemachten (aber nur teilweise belegten!) Kosten ab, bleibt 
tatsächlich kein Erlös mehr übrig. In seiner Argumentation übersieht A. jedoch, dass 
er in der Zeit, in der er illegale Hanfprodukte verkauft hat, auch mit dem Verkauf von 
legalen Produkten einen Erlös erzielt hat (vgl. untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 4 oben). Dieser Erlös ist zum Gesamter-
lös hinzuzuzählen und anteilsmässig auf die Bezahlung der Miet- und Personalkos-
ten anzurechnen. Dies umso mehr, als die Ladenräumlichkeiten auch zum Verkauf 
der legalen Produkte gedient haben und das Personal auch mit dem Verkauf von 
legalen Produkten beschäftigt war (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 30. April 
2004, act. 12.4, S. 2: „Welche Funktion übte E. im CC. aus? Er war [als] Verkäufer 

17

tätig und verkaufte Papierchen, Zigaretten, Pfeiffen und möglicherweise auch 
Hanf.“). Die Miet- und Personalkosten sind folglich nicht einzig durch den Verkauf 
der Hanfblüten und des Haschischs angefallen und sind daher auch nicht gesamt-
haft vom Erlös aus dem Verkauf der Hanfprodukte abzuziehen. Vielmehr sind die 
Miet- und Personalkosten anteilmässig auf den Erlös aus dem Verkauf der Canna-
bisprodukte und jenem von legalen Produkten aufzuteilen. Aus den Akten lässt sich 
nun aber nicht mit Sicherheit feststellen, wie gross der Erlös aus den legalen Pro-
dukten gewesen ist. A. hat zwar anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 6. 
Mai 2004 auf entsprechende Frage ausgeführt, er habe mit seiner Firma DD. im 
Jahre 2003 einen Umsatz von knapp Fr. 60'000.-- und einen Reingewinn von knapp 
Fr. 20'000.-- erzielt (act. 12.6, S. 4 unten). Es ist jedoch nicht klar, was unter der 
Firma DD. abgerechnet wurde, insbesondere ist nicht ersichtlich, ob und in wieweit 
der Verkauf von Zigarettenpapier etc. in den Läden auch im genannten Umsatz er-
fasst ist oder ob einzig die Bestellungen übers Internet erfasst sind. Aus den Aus-
sagen von A. geht hingegen sehr deutlich hervor, dass er erst durch die Einnahmen 
aus dem Handel mit Betäubungsmitteln in der Lage war, überhaupt seine Ausgaben 
zu decken (polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 4: „Zu dieser 
Zeit [im Jahre 2003] hätte ich nur mit dieser Firma [DD.] nicht überleben können. 
Ich war folgedessen mehr oder weniger gezwungen, mit dem Drogenhandel fortzu-
fahren“; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 
2: „Als ich dann aber merkte, dass ich Mieten und Personalkosten und andere Aus-
lagen hatte, die ich sonst nicht bezahlen konnte, begann ich wieder mit der Abgabe 
von Hanfblüten und Haschisch“). Es ist durchaus möglich, dass A. für die Bezahlung 
der Miet- und Personalkosten im konkreten Fall vornehmlich Geld aus dem Verkauf 
von Marihuana und Haschisch benutzte, zum Beispiel weil dies gerade in bar zur 
Hand war. Dadurch aber wurden Mittel aus dem Verkauf von legalen Produkten frei, 
die er ansonsten dafür hätte heranziehen müssen. Mit diesen freien Mitteln konnte 
er sich erst seinen Lebensunterhalt finanzieren (vgl. seine bereits zitierte Aussage, 
wonach er allein mit den Einnahmen aus seiner Firma DD. nicht hätte überleben 
können). Durch den Handel mit illegalen Hanfprodukten hat A. folglich regelmässige 
Einkünfte erzielt, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensführung 
darstellen (vgl. auch BGE 123 IV 113 E 2, wo das Bundesgericht deliktische Ein-
nahmen in der Höhe von durchschnittlich Fr. 500.-- pro Monat als namhaften Beitrag 
an die Lebenshaltungskosten bezeichnet hat). Im übrigen hat A. sowohl in der Un-
tersuchung als auch vor Schranken des Kantonsgerichts bestätigt, dass er den Er-
lös aus dem Verkauf der Betäubungsmittel teilweise auch dazu verwendet hat, seine 
Lebenshaltungskosten zu bestreiten (vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme 
vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 unten: „Mit dem Erlös habe ich sodann teilweise 

18

meinen Lebensunterhalt bestritten.“). Im weiteren hat A. in unbekannt vielen Fällen 
getrocknete Hanfblüten und Haschisch verkauft und er war ohne Zweifel bereit, in 
unbestimmt vielen weiteren Fällen Marihuana und Haschisch zu verkaufen. Der Ver-
kauf der illegalen Hanfprodukte war folglich auf Dauer ausgelegt. A. handelte offen-
kundig berufs- und damit gewerbsmässig im Sinne des Gesetzes. Bezüglich des 
Umsatzes ist festzuhalten, dass A. diesen in der Untersuchung mit Fr. 220'000.-- 
bis Fr. 230'000.-- angegeben hat (polizeiliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 
12.7, S. 2 oben). Diese Zahlen hat er anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung 
vor der Strafkammer des Kantonsgerichts am 11. Januar 2005 auf entsprechende 
Frage des Vorsitzenden bestätigt. Sein Verteidiger hat in seinem Plädoyer jedoch 
geltend gemacht, A. habe diesen Umsatz nicht alleine erzielt, sondern mit Hilfe von 
zwei, drei weiteren Personen, weshalb nicht der gesamte Umsatz A. zugeschrieben 
werden könne. Es trifft zwar zu, dass A. sowohl in U. als auch in V. Angestellte hatte, 
die neben ihm in seinem Laden als Verkäufer gearbeitet und auch das Marihuana 
und das Haschisch den Käufern geliefert haben. A. war jedoch der Initiator des 
Betäubungsmittelverkaufs. Er hat die Ladenlokale gemietet und war in U. bis zum 
15. November 2003 und in V. bis zu seiner Verhaftung, abgesehen von den Mona-
ten Februar und März 2004, Geschäftsführer. Er hat die Kontakte zu den Betäu-
bungsmittelproduzenten hergestellt und gepflegt, hat mit ihnen verhandelt und 
selbständig entschieden, welche Betäubungsmittel wo und in welchen Mengen ein-
gekauft werden. Er hat die Betäubungsmittel selbst eingekauft, anschliessend ab-
portioniert und grösstenteils für die Auslieferung bereit gemacht. Er hat seine Ange-
stellten angelernt und instruiert, sie waren weisungsgebunden. Er hat den Preis der 
Ware selbständig festgelegt. Seine Angestellten mussten ihm das Geld aus dem 
Verkauf der Betäubungsmittel aushändigen, wobei sie jeweils 10 % als Bezahlung 
erhielten. A. hat offensichtlich ganz entscheidend zur Realisierung des Umsatzes 
beigetragen. Deshalb ist ihm auch der gesamte Umsatz von Fr. 220'000.-- bis Fr. 
230'000.-- anzurechnen (vgl. auch Urteil des Kassationshofes des Bundesgerichtes 
vom 12. November 2002, 6S.718/2001, E 6.3). In diesem Umsatz enthalten sind im 
übrigen auch die Beträge, welche B. nach dem 15. November 2003 an A. für die 
gelieferten Betäubungsmittel bezahlt hat, nicht jedoch der Umsatz, den B. nach der 
Übernahme des CC.s in U. mit dem Verkauf von Betäubungsmitteln auf eigene 
Rechnung erzielt hat. Der von A. in der Untersuchung genannte und ihm zuzurech-
nende Umsatz von zumindest Fr. 220'000.-- ist ohne Zweifel als gross zu bezeich-
nen. Damit ist vorliegend das Qualifikationsmerkmal des grossen Umsatzes ohne 
weiteres erfüllt. Nachdem bereits die Voraussetzung des gewerbsmässigen Han-
dels bejaht werden musste, ist vorliegend der qualifizierte Tatbestand gemäss Art. 

19

19 Ziff. 2 lit. c BetmG erfüllt. Unter diesen Umständen aber erübrigen sich an dieser 
Stelle Ausführungen zum Gewinn. 

Aus dem Gesagten erhellt, dass sich A. eines Verstosses gegen Art. 19 Ziff. 
2 lit. c BetmG schuldig gemacht hat.

b) A. hat in der Strafuntersuchung und auch vor Schranken des Gerichts zu-
gestanden, dass er praktisch täglich Marihuana oder Haschisch konsumierte (vgl. 
polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 unten). Mit diesem Eigen-
konsum und den damit zusammenhängenden Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 
1 BetmG hat A. die objektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
erfüllt. In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass A. wusste, dass sowohl 
der Eigenkonsum als auch die darauf hinführenden Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz verboten sind. Dies allein schon aufgrund seiner Verurtei-
lung durch das Kantonsgericht Graubünden vom 10. Juni 2003, mit welcher A. be-
reits wegen dem Konsum von Marihuana bestraft worden war. A. ist daher schuldig 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG. Auch dies hat sein 
Verteidiger vor Schranken des Gerichts vorbehaltlos anerkannt. 

4. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu bemessen, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). In BGE 
117 IV 112 ff. hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der 
Strafzumessung angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens auf 
den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der 
Tatkomponente sind insbesondere zu beachten das Ausmass des verschuldeten 
Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweg-
gründe, die Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt. Die Täterkomponente umfasst dem-
gegenüber das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat 
und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit 
(vgl. auch BGE 118 IV 14). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken straf-
mindernd oder -erhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Über-
legungen des Richters nachvollziehbar sein müssen. Im weiteren ist der Richter 
nicht an die Höhe des von der Anklage geforderten Strafmasses gebunden. Viel-
mehr hat er das Strafmass innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach sorgfältiger 
Würdigung des Falles und unter Berücksichtigung der Milderungs- und Schärfungs-
gründe zu bestimmen (vgl. Art. 126 Abs. 2 StPO). 

20

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen Freiheitsstrafen verwirkt 
hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste 
Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist 
dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 
StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt. Grundlage der Strafzumessung im vorliegenden Fall ist die 
in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG vorgesehene Strafe von 
Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr. Der Gesetzgeber hat damit zu 
erkennen gegeben, dass die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG als 
ernst zu nehmendes Delikt zu qualifizieren ist. Die objektive Schwere des Deliktes 
im konkreten Einzelfall zeigt sich aber insbesondere anhand des Ausmasses des 
Erfolges und der Art der Ausführung des Verbrechens. Dies erlaubt dem Richter 
eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Die Menge 
der umgesetzten Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlagge-
bender Bedeutung; sie bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt 
für den kriminellen Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 85 [1996] Nr. 28).

b) Die Strafzumessung gestaltet sich vorliegend insofern etwas komplexer, 
als Straftaten zu beurteilen sind, die A. teilweise vor seiner mit Urteil der Strafkam-
mer des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 erfolgten Verurteilung be-
gangen hat, und er auch danach noch straffällig geworden ist. Bei der Beurteilung 
einer Tat, welche vor der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe wegen einer anderen 
Tat begangen wurde, bestimmt der Richter die Strafe so, dass der Täter nicht 
schwerer bestraft wird, als wenn die mehreren strafbaren Handlungen gleichzeitig 
beurteilt worden wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Der Gesetzgeber hat jedoch die Frage 
offengelassen, wie die Strafe festgesetzt werden muss, wenn der Richter gleichzei-
tig eine vor und eine nach der Verurteilung begangene Tat zu beurteilen hat. Einer-
seits liegt eine retrospektive Konkurrenz im Sinne von Art. 68 Ziff. 2 StGB, anderer-
seits eine neue Tat vor, welche Gegenstand desselben Urteils bilden. Nach der 
Rechtsprechung muss in einem solchen Fall ein Gesamtstrafe ausgesprochen wer-
den (BGE 116 IV 14 ff. = Pra 79 [1990] Nr. 143; BGE 115 IV 25; BGE 116 IV 17 E 
2b). Art. 68 Ziff. 2 StGB ist jedoch Rechnung zu tragen, indem zuerst auf die Tat 
abzustellen ist, für welche das Gesetz die schwerste Strafe vorsieht; danach ist die 
Bestrafung abzuwägen, die für diese schwerste Tat im konkreten Fall angemessen 
ist. Schliesslich wird die Strafe gemäss der Strafzumessung für die andere Tat ent-
sprechend erhöht. Dabei ist zu präzisieren, dass das Element der Gesamtstrafe be-
züglich der Tat in retrospektiver Konkurrenz wie eine Zusatzstrafe bestimmt wird 

21

(BGE 115 IV 25; BGE 69 IV 59). Wiegt die alte Tat schwerer, wird theoretisch von 
einer Zusatzstrafe ausgegangen. An diese wird die Strafe für die spätere Tat ange-
fügt. Wenn die neue Tat schwerer wiegt, dient die dafür bemessene Strafe als 
Grundlage; sie wird unter Berücksichtigung der alten Tat erhöht (BGE 116 IV 14 ff. 
= Pra 79 [1990] Nr. 143; BGE 118 IV 121). Mit anderen Worten ist die Schwere der 
Strafe für die vor und nach dem Urteil begangenen Taten zu bestimmen, damit ent-
schieden werden kann, welche der beiden Strafen als Einsatzstrafe und welche als 
Zusatzstrafe zu gelten hat (BGE 118 IV 119; Wiprächtiger, Strafzumessung und be-
dingter Strafvollzug - eine Hersausforderung für die Strafbehörden, in: ZStrR 114 
[1996] S. 422 ff., S. 453 f.). Diese Methode erlaubt, Art. 68 Ziff. 1 StGB anzuwenden, 
ohne Art. 68 Ziff. 2 StGB zu vernachlässigen. Schliesslich ist zu beachten, dass in 
Fällen, wo Taten vor und nach einer früheren Verurteilung zu beurteilen sind, in der 
Regel die Höhe der jeweiligen Strafen in Zahlen anzugeben ist, damit sich überprü-
fen lässt, in welcher Weise das frühere Urteil berücksichtigt worden ist (vgl. BGE 
118 IV 121, vgl. auch BGE 129 IV 113).

c) Vorliegend fallen sowohl die Straftaten, die vor der Verurteilung vom 10. 
Juni 2003 begangen worden sind, als auch jene danach unter denselben Straftat-
bestand, nämlich Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG. Damit kann allein von der Strafdrohung 
her nicht entschieden werden, welche Straftaten die schwereren sind. Es ist daher 
abzuwägen, welche Straftatengruppe mit Bezug auf den konkreten Fall schwerer 
wiegt. Die Strafkammer des Kantonsgerichts kommt zum Schluss, dass das Ver-
schulden für die Strafen nach der Verurteilung vom 10. Juni 2003 schwerer wiegt. 
Unter diesen Umständen ist vorliegend zunächst eine Einsatzstrafe für die nach 
dem Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 
verübten Straftaten festzusetzen. Anschliessend ist diese Strafe im Rahmen der 
vorliegend auszusprechenden Gesamtstrafe angemessen für die vor der genannten 
Verurteilung begangenen Straftaten zu erhöhen, wobei zu beachten ist, dass die 
Strafe für die Taten vor dem Urteil vom 10. Juni 2003 in retrospektiver Konkurrenz 
zu bemessen ist. 

Das Verschulden von A. wiegt schwer. Er hat in einem Zeitraum von ungefähr 
23 Monaten mindestens 22.8 kg Marihuana und 4 kg Haschisch verkauft, mithin 
eine erhebliche Menge. Davon entfallen etwa 12.8 kg Marihuana und 2 kg Ha-
schisch auf den Zeitraum nach dem Urteil vom 10. Juni 2003. (In V. ist der Verkauf 
von Betäubungsmitteln - mindestens 4.5 kg Marihuana und 0.5 kg Haschisch - ab 
Juni 2003 nachgewiesen [polizeiliche Einvernahme vom 30. April 2004, act. 12.4, 
S. 2 Mitte], er fällt deshalb vollständig in die Zeit nach dem früheren Urteil vom 10. 

22

Juni 2003; der Verkauf von Betäubungsmitteln an B. - zumindest 4.3 kg Marihuana 
und 0.5 kg Haschisch - fand nach der Geschäftsübergabe vom 15. November 2003 
statt, so dass auch er gänzlich in die Zeit nach dem 10. Juni 2003 fällt. Der Verkauf 
von Betäubungsmitteln in U., welcher A. zuzurechnen ist, fällt in die Zeit vom 23. 
Mai 2002 bis zum 15. November 2003. Vom 23. Mai 2002 bis zum Urteil vom 10. 
Juni 2003 sind es 12 ½ Monate, vom 10. Juni 2003 bis zum 15. November 2003 
fünf Monate. Dies entspricht einem Verhältnis von fünf zu zwei. Teilt man die von A. 
anerkannten, in der fraglichen Zeit verkauften Betäubungsmittel, nämlich 14 kg Ma-
rihuana und 3 kg Haschisch, im selben Verhältnis, ergibt dies für die Zeit vom 10. 
Juni 2003 bis zum 15. November 2003 4 kg Marihuana und ungefähr 1 kg Ha-
schisch. Insgesamt hat A. daher nach seiner Verurteilung vom 10. Juni 2003 die 
erwähnten 12.8 kg Marihuana und 2 kg Haschisch verkauft). A. hat nach dem Urteil 
vom 10. Juni 2003 also noch mehr als 10 Monate lang und somit über eine lange 
Zeitspanne intensiv delinquiert und einen bedeutenden Umsatz erzielt. Damit offen-
barte er einen erheblichen kriminellen Willen. Erschwerend zu gewichten ist, dass 
A. die Betäubungsmittel aus rein finanziellen Erwägungen, also aus rein egoisti-
schen Motiven, verkauft hat. In diesem Zusammenhang hat A. in der Untersuchung 
geltend gemacht, er sei gewissermassen gezwungen gewesen, Betäubungsmittel 
zu verkaufen, da sein Gewinn aus dem Verkauf von legalen Produkten nicht ge-
reicht habe, um die Miet- und Personalkosten seiner beiden Läden und seine Le-
benshaltungskosten zu decken (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 
12.6, S. 4; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, 
S. 2). Dem ist entgegen zu halten, dass A. zum einen die beiden Läden auch hätte 
aufgeben können, wenn ihr Betrieb seine finanziellen Möglichkeiten überstieg, wie 
er das nun nach eigenen Angaben auch getan hat, und zum andern hätte er einer 
legalen Tätigkeit nachgehen können beziehungsweise legale Hilfe suchen und in 
Anspruch nehmen können, um die anfallenden Kosten zu decken. Damit ist auch 
dem Argument der Boden entzogen, dass er die langfristigen Mietverträge nicht 
habe auflösen können und die Mitarbeiter nicht habe auf die Strasse stellen wollen. 
Denn offensichtlich war es ihm nun doch möglich, sowohl die Mietverträge als auch 
die Arbeitsverhältnisse aufzulösen, hat A. anlässlich der Hauptverhandlung vor dem 
Kantonsgericht Graubünden am 11. Januar 2005 auf entsprechende Frage des Vor-
sitzenden doch erklärt, er habe nach Rücksprache mit dem Vermieter in V. früher 
aus dem Mietvertrag aussteigen können als vorgesehen und auch den Laden in U. 
könne er bald abgeben (vgl. auch untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. 
Oktober 2004, act. 12.9, S. 5 unten: „Der Laden in V. ist seit Juli 2004 geschlossen. 
Der Laden in U. [ist] noch bis März 2005 offen, weil der Mietvertrag erst dann aus-
läuft.“). Wenn A. die Läden behalten wollte, obwohl deren Betrieb seine finanziellen 

23

Möglichkeiten überstieg, und er dadurch in eine schwierige finanzielle Lage geriet, 
so hat er diese geltend gemachte Notlage selbst verschuldet, weshalb sie sein Ver-
halten in keiner Weise zu entschuldigen vermag. Ganz erheblich straferhöhend wer-
tet die Strafkammer des Kantonsgerichts, dass A. während laufender Probezeit, so-
gar unmittelbar nach der Verurteilung vom 10. Juni 2003 erneut in erheblichem 
Masse straffällig geworden ist. In diesem Zusammenhang ist mit allem Nachdruck 
darauf hinzuweisen, dass A. anlässlich der Hauptverhandlung vor der Strafkammer 
des Kantonsgerichts am 10. Juni 2003 mehrfach beteuert hat, er verkaufe jetzt keine 
illegalen Produkte mehr. Indem er unbekümmert dieser Äusserungen und der Ver-
urteilung vom 10. Juni 2003 in erheblichem Masse weiter delinquierte, hat er das 
Vertrauen, das ihm das Gericht am 10. Juni 2003 entgegengebracht hat, schwer 
getäuscht. Sein Verhalten kann nicht anders als unverfroren bezeichnet werden und 
fällt erschwerend ins Gewicht. Die einzige Änderung, die A. nach dem Urteil vom 
10. Juni 2003 vornahm, war die, dass er die Betäubungsmittel nicht mehr in seinen 
Läden direkt verkaufte, sondern einen Auslieferungsdienst organisierte. Dieses Ver-
halten beweist eine gravierende Missachtung der verbindlichen Regeln des Rechts 
sowie den überaus starken Willen von A., sich nicht an das Gesetz, welches ihm 
wohlbekannt war, zu halten. Ebenso massiv straferhöhend wirkt die Vorstrafe aus 
dem Jahre 2003, die auch das Gebiet des Betäubungsmittelgesetzes beschlägt. 
Schon damals war A. wegen dem Verkauf von 43 kg Marihuana sowie wegen dem 
Konsum von Marihuana verurteilt worden, also wegen gleichartiger Delikte, wie sie 
ihm vorliegend vorgeworfen werden. A. liess sich durch das Urteil vom 10. Juni 2003 
aber offensichtlich weder warnen noch belehren oder beeindrucken oder von wei-
terer Delinquenz abhalten, was wiederum seinen starken deliktischen Willen auf-
zeigt. Offensichtlich war A. nicht gewillt, aus der Verurteilung vom 10. Juni 2003 die 
notwendigen Lehren zu ziehen. Strafmindernd wertet die Strafkammer das Ge-
ständnis, obwohl A. zunächst alles bestritten hat, sowie der ansonsten rechte Leu-
mund. Lediglich leicht strafschärfend wirkt das Zusammentreffen mehrerer strafba-
rer Handlungen, nämlich der Verkauf von Betäubungsmitteln sowie der Eigenkon-
sum. Strafmilderungsgründe sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend 
gemacht. Die Strafkammer des Kantonsgerichts kommt zum Schluss, dass das Ver-
schulden von A. bezüglich der nach der Verurteilung vom 10. Juni 2003 begange-
nen Straftaten schwer wiegt. In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe er-
achtet sie dafür eine Strafe von 15 Monaten Gefängnis als angemessen. Diese Ein-
satzstrafe ist nun für die vor der Verurteilung vom 10. Juni 2003 begangenen Straf-
taten angemessen zu erhöhen, unter Berücksichtigung, dass für diese Straftaten 
eine Zusatzstrafe zum Urteil vom 10. Juni 2003 auszusprechen ist. A. hat in der Zeit 
vom 23. Mai 2002 bis zum Urteil vom 10. Juni 2003, also in etwas mehr als einem 

24

Jahr, zusätzlich zu den damals bereits bekannten 43 kg Marihuana weitere 10 kg 
getrocknete Hanfblüten und ungefähr 2 kg Haschisch verkauft. Die vor dem Urteil 
vom 10. Juni 2003 veräusserte Betäubungsmittelmenge erhöht sich damit um un-
gefähr einen Viertel, also ganz erheblich, und der Deliktszeitraum vor dem genann-
ten Urteil wird mehr als verdoppelt. A. hat mit diesem nun bekannt gewordenen 
Verhalten einen wesentlich stärkeren kriminellen Willen zum Ausdruck gebracht, als 
im Urteil vom 10. Juni 2003 angenommen. Er hat über einen langen Zeitraum hin-
weg intensiv delinquiert und dabei auch einen bedeutenden Umsatz erzielt, was auf 
einen grossen kriminellen Willen schliessen lässt. Auch für diese Straftaten ist im 
übrigen darauf hinzuweisen, dass A. aus rein finanziellen Gründen delinquiert hat 
und dass er seine beiden Läden hätte aufgeben oder eine legale Tätigkeit bezie-
hungsweise legale Hilfe hätte suchen können, wenn der Betrieb der beiden Läden 
seine finanziellen Möglichkeiten überstieg. Ganz erheblich straferhöhend wertet die 
Strafkammer den Umstand, dass A. offenbar während der gesamten Dauer der da-
maligen Strafuntersuchung und bis zum Urteilstag vom 10. Juni 2003 in beträchtli-
chem Masse und offensichtlich völlig unbeeindruckt und unvermindert weiterhin mit 
Betäubungsmitteln gehandelt hat. Dies obwohl er - wie bereits ausgeführt - anläss-
lich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubünden am 10. Juni 2003 
beteuert hat, dass er keine illegalen Produkte mehr verkaufe. Damit aber bewies A. 
eine grosse Einsichtslosigkeit und Unverfrorenheit. Die damalige Strafuntersuchung 
sowie der bevorstehende Gerichtstag haben ihn nicht von weiterer Delinquenz ab-
gehalten, obwohl beides ihm eine deutliche Warnung hätte sein sollen. A. hat sich 
damit unbelehrbar und uneinsichtig gezeigt. Er war augenscheinlich nicht in der 
Lage oder nicht gewillt, aus dem Strafverfahren die notwendigen Konsequenzen zu 
ziehen. Strafmindernd wertet die Strafkammer das Geständnis, obwohl A. zunächst 
alles bestritten hat, sowie der ansonsten rechte Leumund. Lediglich leicht straf-
schärfend wirkt das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen, nämlich der 
Verkauf von Betäubungsmitteln sowie der Eigenkonsum. Strafmilderungsgründe 
sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Aus dem Gesagten 
erhellt, dass das Verschulden von A. bezüglich der Straftaten, die er in der Zeit vom 
23. Mai 2002 bis zum 10. Juni 2003 verübte, schwer wiegt. Die Strafkammer des 
Kantonsgerichts kommt in Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe zum 
Schluss, dass sie am 10. Juni 2003, wenn ihr alle bis zu jenem Zeitpunkt von A. 
begangenen Straftaten bekannt gewesen wären, eine Gefängnisstrafe von 24 Mo-
naten ausgefällt hätte. Mit Urteil vom 10. Juni 2003 hat die Strafkammer des Kan-
tonsgerichts A. mit 15 Monaten Gefängnis bestraft. Vorliegend ist deshalb eine Zu-
satzstrafe in Höhe von 9 Monaten Gefängnis zum Urteil vom 10. Juni 2003 auszu-
sprechen. Die Einsatzstrafe von 15 Monaten, welche für die nach dem Urteil vom 

25

10. Juni 2003 begangenen Straftaten ausgesprochen wird, ist daher um 9 Monate 
zu erhöhen. Der Verteidiger hat im Zusammenhang mit der Strafzumessung ausge-
führt, der Kantonsgerichtsausschuss habe in seinem Urteil vom 6. Februar 2002 in 
Sachen M.L. (SB 01 60/61) einen Angeklagten, der in etwas weniger als zwei Jah-
ren ungefähr 30 kg Marihuana verkauft habe, mit einem Monat Gefängnis bedingt 
und einer Busse von Fr. 800.-- betraft. Da A. andere Vorstrafen aufweise als der 
Angeklagte in jenem Verfahren, seien vorliegend vier Monate Gefängnis bedingt 
dem Verschulden angemessen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Sachver-
halt, wie er sich im Fall SB 01 60/61 darstellte, und der vorliegende Sachverhalt 
nicht vergleichbar sind. Zunächst fällt ins Gewicht, dass M.L. nicht wegen qualifi-
zierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt werden 
musste. Sodann hat M.L. weder während laufendem Strafverfahren noch in der Pro-
bezeit delinquiert. Ausserdem wies M.L. lediglich eine im Zeitpunkt der Urteilsfällung 
beinahe 17 Jahre zurückliegende Vorstrafe auf; er delinquierte daher nicht unmittel-
bar nach einer Verurteilung, die auch den Verkauf von Betäubungsmitteln zum Ge-
genstand hatte. Und schliesslich hat M.L. einen wesentlich geringeren Umsatz er-
zielt und für den Verkauf der Betäubungsmittel auch nicht einen speziell dazu ein-
gerichteten Auslieferungsdienst benutzt. Nicht unerwähnt bleiben darf auch, dass 
der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden im Falle des M.L. die von der Vorin-
stanz ausgefällte Strafe - da nicht angefochten - nicht erhöhen durfte; er bezeich-
nete aber die Strafe als mild. In heutiger Nachbetrachtung müsste sie als zu mild 
betrachtet werden. Insgesamt gesehen unterscheiden sich der Fall, der im Urteil 
des Kantonsgerichtsausschusses vom 6. Februar 2002 zu behandeln war, und der 
vorliegende so stark, dass A. aus dem Urteil gegen M.L. nichts zu seinen Gunsten 
abzuleiten vermag. 

In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe und in Anbetracht aller 
Umstände sowie unter Berücksichtigung, dass ein Teil der vorliegend zur Verurtei-
lung gelangenden Taten vor dem Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts 
Graubünden vom 10. Juni 2003 begangen worden sind, wofür eine Zusatzstrafe zu 
jenem Urteil auszusprechen ist, erachtet das Kantonsgericht eine Gefängnisstrafe 
von 24 Monaten als dem Verschulden von A. angemessen. 

d) Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungs- beziehungsweise Polizeihaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter 
diese nicht durch sein Verhalten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. 
Nach der neueren Praxis des Bundesgericht darf von einer Anrechnung nur abge-
sehen werden, wenn der Beschuldigte durch ein gemäss rechtsstaatlichen 

26

Grundsätzen objektiv vorwerfbares Verhalten nach der Tat, welches ihm zum Ver-
schulden gereicht, die Polizei- oder Untersuchungshaft in der Absicht herbeigeführt 
oder verlängert hat, den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umgehen (BGE 124 IV 
2). Als solches Verhalten gilt weder die blosse Verweigerung von Aussagen noch 
das blosse Leugnen der Tat, denn der Beschuldigte ist nicht zur Offenbarung von 
Straftaten verpflichtet. Die Anrechnung hat indessen zu unterbleiben, wenn der Be-
schuldigte die Behörden durch unwahre Behauptungen und Einwendungen zu wei-
teren und unnötigen Erhebungen veranlasste oder wenn er seine Verteidigungs-
rechte zur Erreichung sachfremder Zwecke missbrauchte (BGE 117 IV 406; BGE 
105 IV 241). Ablehnungsgründe im Sinne der aufgeführten Rechtsprechung beste-
hen in Bezug auf A. nicht, so dass einer Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungshaft von 15 Tagen an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts entgegen 
steht. 

e) Bezüglich der Gewährung des bedingten Strafvollzuges ist festzuhalten, 
dass der Richter eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben 
kann, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde da-
durch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten, und wenn der Verur-
teilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat keine Zuchthaus- oder Gefängniss-
trafe von mehr als drei Monaten wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens 
oder Vergehens verbüsst hat (Art. 41 Ziff. 1 StGB). Vorliegend wird eine Freiheits-
strafe von 24 Monaten Gefängnis ausgesprochen, teilweise als Zusatz zum Urteil 
des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003. Es stellt sich die Frage, ob 
der Umstand, dass eine teilweise Zusatzstrafe auszusprechen war, Auswirkungen 
auf die Gewährung des bedingten Strafvollzuges hat und wenn ja welche.

aa) Art. 68 Ziff. 2 StGB schreibt vor, dass eine Tat, welche bei rechtzeitiger 
Abklärung zusammen mit anderen Delikten durch eine Gesamtstrafe nach Art. 68 
Ziff. 1 StGB hätte geahndet werden können, im Rahmen eines nachträglichen se-
paraten Verfahrens nicht schwerer zu bestrafen sei, als wenn die Mehrheit strafba-
rer Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wäre. Der Täter soll durch die Auftei-
lung der Strafverfolgung in mehrere Verfahren weder benachteiligt noch besser ge-
stellt werden. Dieser Grundsatz muss sinngemäss auch für die Frage gelten, ob die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges wegen der Höhe der Strafe gemäss Art. 
41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zulässig oder ausgeschlossen ist. Geht es nur um eine ei-
gentliche Zusatzstrafe gemäss Ziff. 2 von Art. 68 StGB, durch welche ein oder meh-
rere vor der ersten (rechtskräftigen) Verurteilung begangene Delikte geahndet wer-
den, so ist gemäss konstanter Praxis die aus Grundstrafe und Zusatzstrafe sich 

27

ergebende gesamte Strafdauer dafür massgebend, ob für die Zusatzstrafe objektiv 
der bedingte Strafvollzug noch in Betracht kommt. Davon unterscheidet sich der hier 
zu beurteilende Sachverhalt insofern, als die neue (zweite) Strafe nur teilweise Zu-
satzstrafe ist, nämlich soweit es um die Bestrafung der vor dem Zeitpunkt der ersten 
Verurteilung vom 10. Juni 2003 begangenen Delikte geht. Wird nun aber - wie vor-
liegend erfolgt - festgehalten, welcher Anteil der neuen Strafe als Zusatzstrafe zum 
früheren Urteil  zu betrachten ist, so entspricht es korrekter Anwendung von Art. 68 
und Art. 41 Ziff. 1 StGB, die objektive Möglichkeit des bedingten Strafvollzuges da-
von abhängig zu machen, ob diese in der neuen Gesamtstrafe enthaltene Zusatz-
strafe zusammen mit der zugehörigen Grundstrafe die Limite von 18 Monaten über-
steigt oder nicht. Es wäre stossend, wenn für eine Bestrafung, welche nach der 
dargelegten Praxis als selbständige Zusatzstrafe nicht bedingt ausgesprochen wer-
den könnte, der bedingte Strafvollzug zulässig wäre, sobald sie zum Bestandteil 
einer neuen Gesamtstrafe wird, weil der Täter nach der früheren Verurteilung erneut 
delinquiert hat. Der negative Umstand der Begehung weiterer Delikte nach der Ver-
urteilung kann nicht eine Besserstellung hinsichtlich der (objektiven) Zulässigkeit 
des bedingten Strafvollzuges zur Folge haben. Allerdings können sich besondere 
Probleme ergeben, wenn die nach der früheren Verurteilung begangenen Taten viel 
grösseres Gewicht haben als die für eine frühere Verfehlung in der Gesamtstrafe 
enthaltene Zusatzstrafe. Ob in einem solchen Fall wegen des geringen Zusammen-
hangs der neuen Gesamtstrafe mit einer den bedingten Strafvollzug objektiv aus-
schliessenden Grundstrafe die Gewährung des bedingten Strafvollzuges unzulässig 
sein soll oder nicht, kann hier offen bleiben. Die integrierte Zusatzstrafe stellt im 
vorliegenden Fall zwar den kleineren Teil der Gesamtstrafe dar; die nach dem Urteil 
vom 10. Juni 2003 begangenen Straftaten sind jedoch nicht dermassen überwie-
gend, dass zwischen der im vorliegenden Verfahren auszusprechenden Gesamts-
trafe und der Grundstrafe vom 10. Juni 2003 kaum noch ein Zusammenhang be-
steht. Die Höhe der ausgesprochenen Zusatzstrafe, nämlich 9 Monate Gefängnis, 
zeigt vielmehr sehr deutlich, dass ein klarer und starker Zusammenhang zwischen 
der vorliegend auszusprechenden Gesamtstrafe und der Grundstrafe aus dem 
Jahre 2003 besteht. Es scheint daher gerechtfertigt, die Frage der objektiven Zuläs-
sigkeit davon abhängig zu machen, ob diese Zusatzstrafe zusammen mit der zu-
gehörigen Grundstrafe die Grenze von 18 Monaten überschreitet (vgl. zum Ganzen 
BGE 109 IV 68 mit Hinweisen). Der Umstand, dass vorliegend eine Gesamtstrafe, 
teilweise als Zusatz zum Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003, 
auszusprechen war, hat mithin zur Folge, dass die Strafe, welche für alle Taten vor 
dem 10. Juni 2003 gesamthaft auszusprechen wäre, darüber entscheidet, ob vor-

28

liegend die objektive Voraussetzung erfüllt ist, dass der bedingte Strafvollzug nur 
bei einer Strafe von weniger als 18 Monaten gewährt werden kann.

bb) Wie bereits einlässlich ausgeführt, kommt die Strafkammer des Kantons-
gerichts vorliegend nach eingehender Würdigung sämtlicher Umstände zum 
Schluss, dass für die Straftaten, welche A. vor dem 10. Juni 2003 begangen hat, 
eine Gesamtstrafe von 24 Monaten Gefängnis auszufällen wäre. Bei diesem Straf-
mass aber ist die Gewährung des bedingten Strafvollzuges bereits aus objektiven 
Gründen ausgeschlossen (vgl. Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Unter diesen Umständen 
ist gemäss der dargestellten Rechtsprechung des Bundesgerichts für die ganze im 
vorliegenden Verfahren ausgefällte Gesamtstrafe von 24 Monaten Gefängnis zwin-
gend der unbedingte Strafvollzug anzuordnen. Lediglich der Vollständigkeit halber 
sei darauf hingewiesen, dass vorliegend auch die Höhe der ausgefällten Gesamts-
trafe an sich die Gewährung des bedingten Strafvollzuges bereits aus objektiven 
Gründen ausschliessen würde. 

Aus dem Gesagten erhellt, dass A. der bedingte Strafvollzug für die vorlie-
gend ausgesprochene Strafe von 24 Monaten nicht gewährt werden kann.

5. Da der Angeklagte während laufender Probezeit erneut straffällig ge-
worden ist, stellt sich die Frage des Widerrufs der durch das Kantonsgericht 
Graubünden am 10. Juni 2003 bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 15 
Monaten.

a) Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Verge-
hen, so lässt der Richter die Strafe vollziehen (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB). Wenn 
begründete Aussicht auf Bewährung besteht, kann der Richter in leichten Fällen 
stattdessen, je nach den Umständen, den Verurteilten verwarnen, zusätzliche 
Massnahmen nach Art. 41 Ziff. 2 StGB anordnen und die im Urteil bestimmte Pro-
bezeit um höchstens die Hälfte verlängern (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Bei der 
Frage, ob ein Delikt als „leichter Fall“ zu qualifizieren ist, kommt nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung dem Strafmass die massgebliche Bedeutung zu. 
Dem Bedürfnis einerseits, keine fixe Grenze für die Bestimmung des leichten Falles 
festzulegen, andererseits die Gesamtheit der Tatumstände zu konkretisieren, ist in 
dem Sinne Rechnung zu tragen, dass eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten 
in der Regel als leicht im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB bezeichnet wird. 
Diese Grenze von drei Monaten ist aber keine starre Regel, von der im Einzelfall 
nicht abgewichen werden kann. Ausnahmen sind möglich bei besonderen (objekti-

29

ven oder subjektiven) Umständen, die nicht bereits für den Schuldspruch oder die 
Bemessung der Strafe bestimmend waren. Für die Annahme eines leichten Falles 
trotz einer Strafe von mehr als drei Monaten kann beispielsweise sprechen, dass 
der nachträgliche Vollzug der aufgeschobenen Strafe für den Täter eine unverhält-
nismässige Härte bedeuten würde, dass sich der Rückfall erst gegen Ende der Pro-
bezeit ereignet hat oder dass seit der neuen Verfehlung verhältnismässig lange Zeit 
verstrichen ist, in der der Verurteilte sich wohlverhalten hat (BGE 117 IV 97 E 3c, S. 
102 f.). Die Annahme eines leichten Falles kommt jedoch nur in Betracht, wenn die 
Freiheitsstrafe in der Nähe von drei Monaten liegt (BGE 122 IV 156 E 3c). Das Bun-
desgericht hat bei einer fünf monatigen Gefängnisstrafe die Hypothese eines leich-
ten Falles noch in Betracht gezogen (Urteil 6S.340/1999 vom 11.10.1999, E 2, und 
6S.830/1997 vom 2.3.1998, E 1c, zitiert in Roland M. Schneider, Basler Kommentar, 
N 235 zu Art. 41 StGB), bei einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten das Vorlie-
gen eines leichten Falles jedoch verneint (BGE 122 IV 156 E 3c). Ist kein leichter 
Fall gegeben oder fehlt die begründete Aussicht auf Bewährung, so ist die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges zwingend zu widerrufen und die Strafe ist zu 
vollziehen (vgl. BGE 122 IV 156, Regeste). Umfasst die Strafe Taten, welche aus-
serhalb der Probezeit begangen worden sind, so muss für die Straftaten innerhalb 
der Probezeit eine fiktive Strafe bestimmt werden, da Delikte, welche ausserhalb 
der Probezeit begangen wurden, für den Widerruf irrelevant sind (vgl. BGE 117 IV 
97; Albrecht, Der Widerruf des bedingten Strafvollzuges wegen neuer Delikte, BJM 
1975, S. 65 mit Hinweisen; Schultz, SJK 1198, S. 10).

b) Mit Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 
2003 wurde A. zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt bei 
einer Probezeit von fünf Jahren. Die ausgesprochene Probezeit endigt mithin am 
10. Juni 2008. A. beging die vorliegend zur Verurteilung gelangenden Straftaten in 
der Zeit vom 23. Mai 2002 bis zum 28. April 2004. Nicht alle strafbaren Taten fallen 
folglich in die Probezeit. Es ist daher eine fiktive Strafe für die Taten innerhalb der 
Probezeit zu bestimmen. Diese richtet sich nach dem Verschulden. Wie bereits bei 
der Strafzumessung ausführlich erläutert, erachtet die Strafkammer des Kantonge-
richts vorliegend für die Straftaten, welche A. nach der Verurteilung vom 10. Juni 
2003 begangen hat, in Berücksichtigung der verkauften Betäubungsmittelmenge, 
des Deliktszeitraums, der Vorstrafe und des Umstands, dass A. gerade anschlies-
send an seine Verurteilung vom 10. Juni 2003 und während laufender Probezeit 
delinquiert hat, eine Strafe von 15 Monaten Gefängnis als dem Verschulden ange-
messen. Damit aber liegt die Strafe erheblich über der zulässigen Grenze für die 
Annahme eines leichten Falles, mithin nicht mehr in deren Nähe. Zudem ist das 

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Verschulden von A., wie bereits bei der Strafzumessung ausgeführt, nicht mehr als 
leicht zu bezeichnen. Es kann daher nicht mehr von einem leichten Fall im Sinne 
von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB gesprochen werden. Unter diesen Umständen aber 
erübrigt es sich, die Aussicht auf Bewährung zu prüfen, da gemäss Gesetz für ein 
Absehen vom Widerruf der Gewährung des bedingten Strafvollzuges eine positive 
Prognose betreffend dem künftigen Wohlverhalten und kumulativ ein leichter Fall 
gegeben sein müssen. Da im hier zu beurteilenden Fall bereits das Vorliegen eines 
leichten Falles verneint werden muss, ist ein Widerruf des bedingten Strafvollzuges 
zwingend. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges für die mit Urteil des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 ausgesprochene Strafe von 15 Mona-
ten Gefängnis ist daher zu widerrufen und die Strafe zu vollziehen.

6. Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Gegen-
stände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung 
gefährden. Dabei sind an das Erfordernis der Gefährdung von Sicherheit, Sittlichkeit 
und öffentlicher Ordnung nicht zu strenge Anforderungen zu stellen (BGE 124 IV 
121). Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung kann der Richter anordnen, dass 
die eingezogenen Gegenstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden.

a) Anlässlich den am 28. und 29. April 2004 erfolgten Hausdurchsuchungen 
in der Wohnung von A. sowie im Geschäft beziehungsweise im Bunker in V. wurden 
1437.4 g Marihuana und 184.3 g Haschisch sichergestellt (vgl. Rapport SD 4 vom 
15. Juni 2004, act. 7.1, S. 5 f., sowie Hausdurchsuchungsprotokoll vom 28. April 
2004, act. 7.2, und Hausdurchsuchungsprotokoll vom 29. April 2004, act. 7.3). Mit 
Verfügung des Untersuchungsrichters vom 5. August 2004 (act. 7.10) wurden diese 
Betäubungsmittel beschlagnahmt. Bereits der unbefugte Besitz sowie das Lagern 
von Betäubungsmitteln sind strafbar. Vorliegend ging es jedoch nicht nur um den 
Besitz und die Lagerung der Betäubungsmittel. A. hat vielmehr angegeben, dass 
das Haschisch, welches im Büro gefunden worden sei, insgesamt 150.7 g, für den 
Verkauf bestimmt gewesen sei. Das gepresste Marihuana (1019.5 g) sei für den 
Eigenkonsum und das weitere Gras (376.3 g) für die unentgeltliche Abgabe an Kol-
legen vorgesehen gewesen (polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, 
S. 5 oben). Es ist daher offensichtlich, dass die beschlagnahmten Betäubungsmittel 
zur Begehung einer strafbaren Handlung, nämlich dem Verkauf und der Abgabe 
von Betäubungsmitteln an Dritte sowie dem Konsum von Betäubungsmitteln, be-

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stimmt waren. Auch die damit verbundene Gefährdung der öffentlichen Ordnung 
liegt auf der Hand. Die Betäubungsmittel werden daher gestützt auf Art. 58 Abs. 1 
StGB gerichtlich eingezogen; sie sind gestützt auf Art. 58 Ziff. 2 StGB zu vernichten. 

b) Bei der Hausdurchsuchung am 28. April 2004 wurden in der Küche des 
Wohnhauses von A. in W. eine Digitalwaage „Palmscale“ sowie 80 Minigripsäcklein 
sichergestellt (Rapport SD 4 vom 15. Juni 2004, act. 7.1, S. 5 f., sowie Hausdurch-
suchungsprotokoll vom 28. April 2004, act. 7.2). Mit Verfügung des Untersuchungs-
richters vom 5. August 2004 (act. 7.10) wurden diese Gegenstände beschlagnahmt. 
A. hat in der Untersuchung ausgesagt, er habe die Betäubungsmittel selbständig 
für den Verkauf vorbereitet; er habe die Drogen mit einer Digitalwaage abgewogen 
(polizeiliche Einvernahme vom 30. April 2004, act. 12.4, S. 4; vgl. auch untersu-
chungsrichterliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2). E. erklärte, A. 
habe in seiner Anwesenheit in W. Portionen Haschisch-Klötze für den Ausliefe-
rungsdienst in V. und U. zugeschnitten. Dies sei etwa vor drei Wochen gewesen. 
Diese Arbeiten habe er in der Küche ausgeführt. Er habe die Portionen mit einer 
digitalen Waage abgewogen und danach in Mini-Grips verpackt. Die Digitalwaage 
sei silbern oder blau gewesen und A. habe sie in der Küche aufbewahrt, wo genau 
wisse er jedoch nicht (polizeiliche Einvernahme vom 29. April 2004, act. 11.3, S. 2). 
Die vorliegend beschlagnahmte Digitalwaage sowie die Minigripsäcklein wurden in 
W. in der Küche des Hauses von A. gefunden. Es ist davon auszugehen, dass es 
sich dabei um die Digitalwaage und solche Minigripsäcklein handelt, die E. gesehen 
hat. Aus den Aussagen geht daher klar hervor, dass A. mit der Digitalwaage die 
Drogen für den Verkauf abgewogen und sie anschliessend in Minigripsäcklein ver-
packt hat. Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich auch strafbar, wer Anstalten 
zum Verkauf von Betäubungsmitteln trifft. Sowohl die Digitalwaage als auch die Mi-
nigripsäcklein haben der Vorbereitung des Verkaufs von Betäubungsmitteln ge-
dient. Damit jedoch haben sie zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient. 
Auch das Erfordernis der Gefährdung von Sicherheit, Sittlichkeit und öffentlicher 
Ordnung ist erfüllt. Die Digitalwaage und die Minigripsäcklein werden daher gestützt 
auf Art. 58 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich eingezo-
gen. 

7. Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu 
bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern 
sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes aus-
gehändigt werden. Gemäss Ziff. 2 Abs. 1 der Bestimmung erkennt der Richter, wenn 

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die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden sind, auf 
eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe. Indessen kann der Richter von 
einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich un-
einbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern 
würde (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Lässt sich der Umfang der einzuziehenden Ver-
mögenswerte nicht oder nur mit unverhältnismässigem Aufwand ermitteln, so kann 
der Richter ihn schätzen (Art. 59 Ziff. 4 StGB).

Mit Verfügung vom 10. Mai 2004 liess der Untersuchungsrichter sämtliche 
Konti, welche A. bei der AA. hatte, sperren. Konkret handelte es sich dabei um die 
Konti mit den Nummern Y. und Z.. Mit Schreiben vom 15. September 2004 (act. 6.7) 
beantragte der Rechtsvertreter von A., vom Konto Nr. Y. einen Betrag, der dem 
Kontostand dieses Kontos am 28. April 2004 entspreche, auf das Konto Nr. Z. zu 
übertragen und anschliessend das Konto Nr. Y. freizugeben. Daraufhin verfügte der 
Untersuchungsrichter am 17. September 2004, dass von Konto Nr. Y. Fr. 1'390.-- 
auf das Konto Nr. Z. zu übertragen seien. Anschliessend könne die Sperre auf dem 
Konto Nr. Y. aufgehoben werden (act. 6.8). Mit Schreiben vom 23. September 2004 
teilte die AA. mit, dass sie den Betrag überwiesen und die Sperre von Konto Nr. Y. 
aufgehoben habe. Das Konto Nr. Z. wies per 5. Oktober 2004 einen Saldo von EUR 
892.93 auf (Aktennotiz des Untersuchungsrichters vom 5. Oktober 2004, act. 6.10). 
A. hat in der Untersuchung ausgesagt, dass er das Drogengeld nie über ein Konto 
geführt habe; was herein gekommen sei, habe er jeweils wieder investiert, er besitze 
kein Drogenkonto (polizeiliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12., S. 2). E. 
(polizeiliche Einvernahme vom 28. April 2004, act. 11.2, S. 2 Mitte), D. (polizeiliche 
Einvernahme vom 29. April 2004, act. 11.4, S. 4) und B. (polizeiliche Einvernahme 
vom 7. Mai 2004, act. 11.13, S. 4; vgl. auch polizeiliche Einvernahme von A. vom 
12. Mai 2004, act. 12.7, S. 2) haben ausgesagt, dass sie das Geld aus dem bezie-
hungsweise für den Drogenkauf A. jeweils in bar abgeben mussten. Dies scheint 
grundsätzlich die Aussage von A. zu bestätigten. Gegenüber dem Untersuchungs-
richter hat A. jedoch erklärt, es könne sein, dass ein Teil des Geldes, welches sich 
auf dem Konto Nr. Z. befinde, Erlös aus dem Drogenverkauf sei (untersuchungs-
richterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 4 unten). Aus den Ak-
ten lässt sich mithin nicht mit Sicherheit feststellen, ob sich auf dem gesperrten 
Konto Nr. Z. Geld befindet, welches aus dem Verkauf von Drogen stammt, und wenn 
ja, in welcher Höhe. Eine Einziehung gemäss Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB fällt vorlie-
gend mithin ausser Betracht. Es stellt sich daher die Frage nach einer Ersatzforde-
rung (Art. 59 Ziff. 2 StGB). Diesbezüglich ist vorweg festzustellen, ob A. durch den 
Verkauf der Drogen einen Vermögensvorteil erzielt hat oder nicht. In diesem Zu-

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sammenhang wird in der Lehre die Frage diskutiert, ob für die Berechnung des Ver-
mögensvorteils das Nettoprinzip (Abzug von allfälligen Aufwandpositionen) oder 
das Bruttoprinzip angewendet werden soll. In der neueren Literatur setzt sich eine 
differenzierende Betrachtungsweise durch, wonach bei generell verbotenen Hand-
lungsweisen tendenziell das Bruttoprinzip, bei an sich rechtmässigem, nur in seiner 
konkreten Ausrichtung rechtswidrigem Verhalten das Nettoprinzip gelten soll (Bau-
mann, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, N 32 zu Art. 59 StGB). 
Das Bundesgericht hat in seiner früheren Rechtsprechung zum Bruttoprinzip ten-
diert. In seinem wegleitenden Entscheid BGE 124 I 6 hat es jedoch betreffend den 
Verkauf von nicht IKS-registrierten Heilmitteln die von der Vorinstanz angeordnete 
Abschöpfung nach dem Bruttoprinzip als verfassungswidrig abgelehnt. Es stellte 
dabei auf den im Einziehungsrecht allgemein geltenden Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit ab, welcher die Einziehung des gesamten (Brutto)Umsatzes als stos-
send und damit mit Art. 4 und Art. 22ter aBV unvereinbar erscheinen lasse. Vorlie-
gend kann die Frage offen bleiben, ob der Vermögensvorteil nach dem Netto- oder 
dem Bruttoprinzip zu berechnen ist, da - wie die folgenden Überlegungen zeigen - 
in jedem Fall eine Ersatzforderung des Staates gegeben ist, die den Betrag auf dem 
Konto Nr. Z. übersteigt, und auf eine weitergehende Ersatzabgabe zu verzichten ist. 
A. hat anerkannt, dass er aus dem Verkauf von Marihuana und Haschisch einen 
Erlös in Höhe von mindestens Fr. 60'000.-- erzielt hat (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 1 unten: „Bei diesem Betrag han-
delt es sich um die Differenz zwischen dem Ankaufs- und Verkaufspreis der Can-
nabisprodukte.“). Wendet man nun das Bruttoprinzip zur Berechnung des Vermö-
gensvorteils an, das heisst, werden vom Erlös keine Aufwendungen abgezogen, so 
entsprechen die genannten Fr. 60'000.-- dem Vermögensvorteil. Dem Staat steht in 
diesem Fall eine Ersatzforderung in dieser Höhe zu. Wendet man aber das Netto-
prinzip an, so sind vom Erlös die Aufwendungen abzuziehen, die im Zusammen-
hang mit der Erzielung des Erlöses stehen. A. macht diesbezüglich Miet- und Per-
sonalkosten geltend und hat erklärt, der mit den Hanfprodukten erzielte Erlös habe 
gerade genügt, um den Laden über Wasser zu halten (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 unten), beziehungsweise der Ge-
winn aus seiner Tätigkeit sei minim gewesen (untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 2). Grundsätzlich sind die Miet- und Per-
sonalkosten als Aufwendungen abzugsfähig. Es darf dabei vorliegend jedoch nicht 
übersehen werden, dass in den Läden von A. neben den illegalen Betäubungsmit-
teln auch legale Produkte wie Zigarettenpapier, Drachenfiguren und Pfeifen verkauft 
wurden (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 
4: „Neben dem Verkauf des Haschischs und der Hanfblüten habe ich noch andere 

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Produkte in den Läden verkauft, so Drachenfiguren und Zigarettenpapiere.“), mit 
welchen A. auch einen Erlös erzielte. Der Miet- und Personalaufwand wurde daher 
nicht einzig durch den Verkauf der Drogen verursacht, weshalb es auch nicht statt-
haft ist, die gesamten Miet- und Personalkosten als Aufwand für die Erlangung des 
Erlöses aus dem Verkauf von Cannabisprodukten zu deklarieren und in der Folge 
vom Erlös abzuziehen. Vielmehr sind die Miet- und Personalkosten anteilsmässig 
auf den Erlös aus den legalen und aus den illegalen Produkten aufzuteilen. Aus den 
Akten lässt sich zwar nicht errechnen, wie hoch der Erlös aus den legalen Produkten 
war, da diesbezüglich keine oder nur rudimentärste Aufzeichnungen gefunden wer-
den konnten (vgl. Dossier 7). A. hat in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 1. Oktober 2004 jedoch den Umsatz aus den Betäubungsmitteln zum Umsatz 
aus den in den Läden verkauften legalen Produkten in Relation gestellt, indem er 
erklärte, umsatzmässig habe der Hanf schon den grösseren Anteil gebracht (act. 
12.9, S. 4 oben). Daraus kann zweifellos abgeleitet werden, dass A. mit dem Ver-
kauf legaler Produkte in den Läden zwar einen kleineren Umsatz erzielt hat als mit 
dem Drogenverkauf, dass aber der Verkauf von Drachenfiguren, Zigarettenpapier, 
Pfeifen und ähnlichem doch einen gewissen, nicht vernachlässigbaren Umsatz er-
brachte. Ohne Zweifel trifft dies auch auf den Erlös aus dem Verkauf der legalen 
Produkte zu. Dieser nicht vernachlässigbare Erlös ist anteilsmässig auf die Miet- 
und Personalkosten anzurechnen, weswegen sich diese Aufwendungen, die vom 
Erlös aus dem Verkauf der Betäubungsmittel abgezogen werden müssen, dement-
sprechend verringern und der Vermögensvorteil aus dem Betäubungsmittelverkauf 
sich entsprechend erhöht. Unter diesen Umständen ist offensichtlich davon auszu-
gehen, dass A. in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis zum 28. April 2004, also in 23 
Monaten, mit dem Verkauf der Betäubungsmittel einen Vermögensvorteil erzielt hat, 
der den Betrag, der sich auf dem gesperrten Konto Nr. Z. befindet, übersteigt. Dafür 
spricht auch, dass A. in der Lage war, eine Hypothek in Höhe von Fr. 76'000.-- auf-
zunehmen, um in W. ein Haus zu erwerben (vgl. untersuchungsrichterliche Einver-
nahme zur Person vom 1. Oktober 2004, act. 4.4). Die EUR 892.93, welche sich auf 
dem gesperrten BB. befinden, werden daher im Sinne einer Ersatzforderung zu 
Handen des Kantons Graubünden eingezogen. Wie gross der mit dem Verkauf der 
Betäubungsmittel erzielte Vermögensvorteil bei Anwendung des Nettoprinzips 
tatsächlich war, kann vorliegend offen gelassen werden, da auf die Erhebung einer 
weitergehenden Ersatzforderung aus folgenden Gründen zu verzichten ist. A. hat 
anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme zur Person vom 1. Oktober 
2004 angegeben, dass er durch den Verkauf von legalen Produkten ein Einkommen 
von ungefähr Fr. 1'500.-- im Monat erziele (act. 4.4). Vor Schranken des Kantons-
gerichts hat er angegeben, dass er mit seiner Firma DD. im Jahr 2004 einen Umsatz 

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von etwa Fr. 100'000.-- erzielt hat. Geht man davon aus, dass er im Jahre 2004 eine 
ähnliche Gewinnspanne hat realisieren können wie im Jahre 2003, nämlich rund 
einen Drittel (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 4 unten), 
so verbleibt ihm ein Einkommen von rund Fr. 2'700.-- im Monat. Es ist jedoch zu 
beachten, dass A. eine mehrjährige Gefängnisstrafe wird verbüssen müssen. Er 
wird daher für längere Zeit nicht in der Lage sein, ein Einkommen zu erzielen. Wie 
sich sein Einkommen nach der Entlassung entwickeln wird, ist im heutigen Zeitpunkt 
unklar. Die zukünftige Einkommenssituation von A. lässt die Erhebung einer weiter-
gehenden Ersatzabgabe nicht zu. Vermögen ist ebenfalls keines vorhanden, insbe-
sondere da sein Haus in W. mit einer Hypothek belastet ist und er daneben bei 
seiner Grossmutter ein Darlehen aufgenommen hat (untersuchungsrichterlichen 
Einvernahme zur Person vom 1. Oktober 2004, act. 4.4). Es rechtfertigt sich unter 
diesen Umständen, auf die Erhebung einer weitergehenden Ersatzabgabe zu ver-
zichten. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Resozialisierung des Ange-
klagten, der im übrigen die Kosten des Verfahrens zu tragen hat, durch die Ver-
pflichtung zu einer Ersatzabgabe gefährdet werden könnte. 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden und die Gerichtsgebühr zu Lasten des Verur-
teilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Strafvollzuges trägt der Kanton 
Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 1