# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 580f19d6-6707-53cd-98c6-a655c12c8690
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.05.2010 D-3037/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3037-2010_2010-05-05.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3037/2010
law/joc/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A.___________, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch Mustafa Ates, Advokat, 
Advokatur Ates & Sigirci, (...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 29. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3037/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer – ein aus B.____________ stammender 
türkischer  Staatsangehöriger  kurdischer  Ethnie  –  gemäss  eigenen 
Angaben am am 8. Januar 2010 illegal in die Schweiz gelangte, wo er 
am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um 
Asyl nachsuchte,

dass er dort  am 13. Januar 2010 summarisch zu seinen Asylgründen 
befragt wurde, wobei er im Wesentlichen darlegte, er habe sich im Jahre 
2007 in Italien aufgehalten und dort  um Asyl nachgesucht, sei jedoch 
nach  einem  Aufenthalt  von  37  Tagen  wieder  nach  B.____________ 
zurückgekehrt, 

dass er dort einen Tag nach dem Verbot der DTP (Demokratik Toplum 
Partisi;  Kurdisch:  Partîya  Cîvaka  Demokratîk,  Deutsch:  Partei  der 
demokratischen  Gesellschaft)  im  Dezember  2009  an  einer  Protest-
kundgebung teilgenommen habe,  wobei  einige  Teilnehmer  durch die 
Sicherheitskräfte festgenommen worden seien, 

dass er nach Hause haben fliehen können, wo er durch den Quartier-
vorsteher  erfahren  habe,  polizeilich  gesucht  zu  werden,  weshalb  er 
nach Istanbul geflüchtet sei, 

dass er Istanbul am 3. Januar 2010 verlassen habe und mittels Last-
fahrzeug via "Jugoslawien", Österreich und Deutschland am 8. Januar 
2010 in die Schweiz gelangt sei, 

dass  dem Beschwerdeführer  in  der  Befragung  vom 13.  Januar  2010 
durch das BFM das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung 
nach Italien  gewährt  wurde,  wobei  der  Beschwerdeführer  erklärte,  er 
wisse nicht, was in Italien passieren würde und die Formalitäten würden 
einen Monat dauern, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  des  BFM vom 15.  Januar 
2010 dem Kanton C.___________ zugewiesen wurde,

dass das BFM die zuständigen italienischen Behörden am 20. Januar 
2010  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  Dublin-II-VO  (Verordnung 
Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 

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Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat 
gestellten  Asylantrags  zuständig  ist)  um  Wiederaufnahme  des  Be-
schwerdeführers ersuchte, 

dass das BFM den italienischen Behörden am 10. Februar 2010 mit-
teilte, in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO sei Italien für 
die Prüfung des Asylantrages des Beschwerdeführers zuständig, 

dass der Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons D.________ 
vom 3. Februar 2010 das BFM im Rahmen eines Ehevorbereitungsver-
fahrens  um Einsichtnahme  in  Aktenstücke  des  Asyldossiers  des  Be-
schwerdeführers ersuchte, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  29.  März  2010  – eröffnet  am 
22. April 2010  – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers vom 8. Januar 2010 nicht eintrat, die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  verfügte,  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  die 
Schweiz bis spätestens nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 
den  Kanton  C._________  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung 
beauftragte,  feststellte,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine 
aufschiebende  Wirkung zu  und  dem  Beschwerdeführer  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, 

dass der Beschwerdeführer mit – am gleichen Tag per Telefax übermit-
telter – Eingabe seines Rechtsvertreters vom 29. April 2010 gegen die-
sen  Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und dabei beantragen liess, die angefochtene Verfügung sei betreffend 
der Dispositivziffern 2 bis 5 aufzuheben und es sei festzustellen, dass 
der Wegweisungsvollzug unzulässig und unzumutbar und die vorläu-
fige Aufnahme des Beschwerdeführers anzuordnen sei, 

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragen  liess,  die  auf-
schiebende  Wirkung  der  Beschwerde  sei  wieder  herzustellen;  even-
tualiter  sei  das Verfahren zu sistieren und der  Beschwerdeführer für 
das ausländerrechtliche Bewilligungsverfahren an den Kanton, in dem 
seine Verlobte Wohnsitz habe, zu verweisen, 

dass  er  zudem um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchen liess, 

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dass der Instruktionsrichter  des Bundesverwaltungsgerichts mit  Tele-
fax vom 29. April 2010 den Vollzug der Wegweisung des Beschwerde-
führers  im  Rahmen  einer  vorsorglichen  Massnahme  (Art. 56  VwVG) 
aussetzte,

und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]);  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzu-
treten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  einzig  zu  prüfen  ist,  ob 
das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  zu  Recht  nicht  eingetreten  ist und  infolge-
dessen die Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

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dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 
DAA  (Dublin-Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68)  i.V.m.  Art. 
29a  Abs.  1  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Ver-
fahrensfragen  (AsylV 1,  SR 142.311)  die  Prüfung  der  staatsvertrag-
lichen  Zuständigkeit  zur  Behandlung  eines  Asylgesuches  nach  den 
Kriterien der Dublin-II-VO zu erfolgen hat, 

dass Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG im Weiteren voraussetzt,  dass der 
staatsvertraglich zuständige Staat  einer Übernahme der  asylsuchen-
den Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1),

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO die Mitgliedstaaten jeden Asyl-
antrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im 
Hoheitsgebiets  eines  Mitgliedstaates  stellt,  wobei  der  Antrag  von 
einem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des 
Kapitels III Dublin-II-VO als zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates 
eingeleitet wird, sobald ein Asylantrag erstmals in einem Mitgliedstaat 
gestellt wurde (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO), wobei die Kriterien in der in 
Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge (vgl. Art. 5-14 Dublin-
II-VO) anzuwenden sind sowie von der Situation zum Zeitpunkt, in dem 
der Asylbewerber erstmals seinen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, 
auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO), 

dass sich den Akten entnehmen lässt, dass der Beschwerdeführer in 
Italien  am  31.  März  2007  daktyloskopisch  registriert  wurde  und  am 
gleichen Tag in Triest ein Asylgesuch stellte (vgl. act. A/1 S. 1 und 3 f., 
act. A/4 S. 2), 

dass das BFM die zuständigen italienischen Behörden am 20. Januar 
2010 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO um Wiederaufnahme 
des  Beschwerdeführers  ersuchte  (vgl.  act.  A/12  S.  2)  und  die  italie-
nischen Behörden die Frist zur Stellungnahme ungenutzt verstreichen 
liessen (vgl. act. A/14),  weshalb angesichts der Verfristung eine still-
schweigende Zusage zur Rückübernahme des Beschwerdeführers aus 
Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO vorliegt,

dass  die  Zuständigkeit  Italiens  in  der  Beschwerde  anerkannt  wird, 
womit  der  Beschwerdeführer  konkludent  zu  verstehen  gibt,  dass  er 
entgegen seiner Darstellung anlässlich der Befragung vom 13. Januar 

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2010 (vgl. act. A/1 S. 3) von Italien nicht in die Türkei zurückgekehrt ist 
und Art. 16 Abs. 3 Dublin-II-VO nicht zur Anwendung gelange, 

dass  indessen  unter  Berufung  auf  Art.  8  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) geltend gemacht wird, aufgrund des Ehevor-
bereitungsverfahrens mit einer Schweizer Verlobten sei der Vollzug der 
Wegweisung  des  Beschwerdeführers  als  unzulässig  im  Sinne  von 
Art. 83  Abs. 3  AuG sowie  im Übrigen  auch als  unzumutbar  gemäss 
Art. 83 Abs. 4 AuG zu erachten, 

dass der Beschwerdeführer damit jedoch verkennt, dass in Verfahren 
nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der Zulässigkeit und 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraus-
setzung und nicht erst Regelfolge des Nichteintretensentscheides ist, 
da es sich bei einem Dublin-Verfahren einzig um ein Überstellungsver-
fahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat 
handelt, 

dass indessen Art. 8 EMRK unter dem Aspekt von Art. 3 Abs. 2 Dublin-
II-VO berücksichtigt werden kann, 

dass  Voraussetzung  für  die  Inanspruchnahme  der  Garantie  von 
Art. 8 EMRK zunächst  das  Bestehen einer  Familie  ist,  wobei  es  ge-
mäss  der  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshof  für  Menschenrechte 
(EGMR) auf ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. 
hierzu etwa EGMR, K. und T. gegen Finnland [Grosse Kammer], Urteil 
vom 12. Juli 2001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150),

dass die Unehelichkeit einer Partnerschaft grundsätzlich kein Hinder-
nis für die Anwendbarkeit des konventionsrechtlichen Familienbegriffs 
darstellt, 

dass dabei als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Be-
ziehung das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haus-
halt, die finanzielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Bezie-
hung  sowie  das  Interesse  und  die  Bindung  der  Partner  aneinander 
sind  (vgl.  CHRISTOPH GRABENWARTER,  Europäische  Menschenrechtskon-
vention, 4. Aufl.,  München/Basel/Wien 2009, S. 204;  MARK E. VILLIGER, 
Handbuch  der  Europäischen  Menschenrechtskonvention,  2.  Aufl., 
Zürich 1999, S. 365; LUZIUS WILDHABER in: Internationaler Kommentar zur 

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Europäischen  Menschenrechtskonvention,  Hrsg.:   Wolfram  Karl, 
12. Lfg., Köln/Berlin/München 2009, Art. 8 EMRK, S. 137), 

dass vorliegend nicht von einer solchen Konstanz auszugehen ist, da 
die Beziehung zu seiner Schweizer Verlobten nach Angaben des Be-
schwerdeführers nach seiner Einreise im Januar 2010 und damit erst 
seit etwa vier Monaten besteht, aufgrund der Akten weder davon aus-
zugehen ist, die Partner seien finanziell verflochten noch ein – wie auf 
Rechtsmittelebene  pauschal  geltend  gemacht  – Zusammenleben  in 
einer  gemeinsamen Wohnung  respektive  das  Führen  eines  gemein-
samen Haushalt festgestellt  werden kann, zumal sich den Akten ent-
nehmen lässt, dass der Beschwerdeführer seit  seiner Einreise in die 
Schweiz  in  Asylbewerberzentren  untergebracht  war  und  offenbar 
immer noch ist, 

dass  zudem  am  geforderten  Interesse  respektive  der  Bindung  der 
Partner aneinander gewisse Zweifel aufkommen, da einerseits die Be-
ziehung  vom  Beschwerdeführer  bezeichnenderweise  erst  im  Nach-
gang zur Mitteilung des BFM an der Anhörung vom 13. Januar 2010, 
dass auf das Asylgesuch vermutlich nicht eingetreten werde, erfolgte 
sowie  andererseits  innert  kürzester  Zeit  nach  Eingehung  der  Be-
ziehung bereits ein Ehevorbereitungsverfahren eingeleitet wurde, 

dass schliesslich darauf hinzuweisen ist, dass ungeachtet der Frage da-
nach, ob vorliegend von einer tatsächlich gelebten Beziehung im Sinne 
von Art. 8  EMRK gesprochen werden kann,  die Wegweisung des Be-
schwerdeführers auch deshalb eine zulässige Einschränkung des Kon-
ventionsrechts darstellen dürfte,  weil  im Zeitpunkt  der Begründung der 
Beziehung respektive der beabsichtigten Ehegemeinschaft  für  den Be-
schwerdeführer vorhersehbar war, dass er aufgrund der mit der Dublin-II-
Verordnung eingegangenen Verpflichtungen vermutlich aus der Schweiz 
weggewiesen  werden  würde  (siehe  zu  diesem  Argument  EGMR, 
Abdulaziz  u.a. gegen Vereinigtes Königreich,  Urteil  vom 28. Mai  1985, 
Beschwerde Nr. 9214/80, § 68), 

dass sich der Hinweis auf das Urteil  vom 16. November 2004 der II. 
öffentlichrechtlichen  Abteilung  des  Bundesgerichts  (2A.649/2004) 
ebenfalls  als  unbehelflich  erweist,  da  – wie  besehen  – vorliegend 
weder das darin geforderte Kriterium einer langdauernden festen und 
tatsächlich gelebten Beziehung erfüllt  ist  noch von einer  unmittelbar 
bevorstehenden  Heirat  gesprochen  werden  könnte,  zumal  gemäss 
dem  eingereichten  Schreiben  des  Zivilstandkreises  E.__________ 

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vom 3. März 2010 im Rahmen des Ehevorbereitungsverfahrens noch 
nicht alle Unterlagen eingereicht wurden,

dass  mit  Bezug  auf  das  Recht  auf  Eheschliessung  festzuhalten  ist, 
dass  die  Heiratspläne  auch  ausserhalb  der  Schweiz  verwirklicht 
werden könnten und es dem Beschwerdeführer und dessen Partnerin 
denn auch zumutbar ist, die Ehe im Ausland, beispielsweise in Italien, 
einem  Land,  in  das  die  Partnerin  des  Beschwerdeführers  als 
Schweizer  Bürgerin  ohne  weiteres  jederzeit  einreisen  könnte,  zu 
schliessen,

dass die Wegweisung des Beschwerdeführers demnach auch keinen 
unzulässigen Eingriff in das Recht auf Eheschliessung gemäss Art. 12 
EMRK darstellt, 

dass auch sonst keine Gründe vorliegen, die einen Selbsteintritt  des 
BFM gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO nahegelegt hätten, da  Italien 
unter anderem Signatarstaat des  Abkommens vom 28. Juli 1951 über 
die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK und 
des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und 
andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder Strafe (FoK, SR 0.105)  ist  und keine konkreten Hinweise dafür 
bestehen,  Italien  würde sich  nicht  an die daraus resultierenden Ver-
pflichtungen halten, 

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21),  weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich, wie erwähnt, 
um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylge-
suches zuständigen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m.  Art. 83 

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Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete,

dass es dem Beschwerdeführer demzufolge nicht gelungen ist darzu-
tun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass mit  dem Urteil  in  der  Hauptsache das Gesuch um Gewährung 
der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos gewor-
den ist, 

dass sich aufgrund der vorstehenden Erwägungen die Beschwerde als 
aussichtslos erweist, weshalb – ungeachtet der nicht belegten Bedürf-
tigkeit des Beschwerdeführers  – das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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