# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29c08940-7d24-517a-b05b-c8bb1722a955
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-29
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 29.10.2015 VG.2015.00088 (VG.2015.288)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00088_2015-10-29.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 29. Oktober 2015

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00088

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______AG

    	
    Beschwerdeführerin 

    

  

  
	
   

  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Technische Betriebe Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin 

    

  

  
	
   

  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    C.______ 

    

  
  

  
	
   

   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    D.______AG

    	
    Beigeladene

    

  

  
	
   

   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Vergabe Smart Grid fähiges Smart Metering System

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1
  Die Technischen Betriebe Glarus (TBG) schrieben am 6. November 2014 im
  Amtsblatt des Kantons Glarus und auf der Internetplattform Simap die Vergabe
  eines Smart Grid fähigen Smart Metering Systems (SMS) im selektiven Verfahren
  aus. Gleichentags schrieben sie die Vergabe eines Querverbund Leitsystems
  Elektrizität, Wasser, Gas, Wärme und Kraftwerk aus.

  
	
   

  
	
  1.2
  Mit Verfügung vom 9. Februar 2015 teilten die TBG der A.______AG mit,
  dass das Präqualifikationsverfahren abgeschlossen sei und sie zur zweiten
  Stufe und damit zur Ausarbeitung eines Angebots zugelassen sei. 

  
	
   

  
	
  1.3
  Am 30. Juni 2015 erteilten die TBG der D.______AG den Zuschlag für das
  Smart Grid fähige SMS zum Preis von Fr. 1'384'592.50 (gemäss vorgesehener Bestellsumme).
  Der A.______AG teilte sie fünf Hauptgründe mit, welche zur Absage führten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1
  Die A.______AG erhob in der Folge am 10. Juli 2015 beim
  Verwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung der TBG vom 30. Juni 2015
  und beantragte deren Aufhebung. Der Zuschlag sei ihr zu erteilen; eventualiter
  sei die Sache zur Wiederholung des Ausschreibungsverfahrens an die TBG
  zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Der
  Beschwerdeführerin seien sämtliche Grundlagen der Beurteilung der Angebote
  der A.______AG und der D.______AG zur Einsicht zuzustellen; alles unter
  Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der TBG und/oder der D.______AG.

  
	
   

  
	
  2.2
  Die beigeladene D.______AG verzichtete am 20. Juli 2015 auf Teilnahme am
  Verfahren. Die TBG beantragten am 27. Juli 2015, dass der Beschwerde die aufschiebende
  Wirkung nicht gewährt werde. Im Hauptstandpunkt beantragten sie die Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  2.3
  Mit Präsidialverfügung vom 30. Juli 2015 gewährte das Verwaltungsgericht
  der A.______AG teilweise Einsicht in die Akten. In ihrer Replik vom 18.
  August 2015 hielt diese an ihren Anträgen ebenso fest wie die TBG in der
  Duplik vom 2. September 2015. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Gemäss Art. 35 f. des kantonalen
  Submissionsgesetzes vom 4. Mai 1997 (SubmG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. c des
  Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1989 (VRG) ist das
  Verwaltungsgericht zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da
  auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Gemäss Art. 37 Abs. 1 SubmG können mit der
  Beschwerde Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch
  des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
  rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Dem Verwaltungsgericht bleibt hingegen
  eine Angemessenheitskontrolle verwehrt (Art. 37 Abs. 2 SubmG). Greift
  das Gericht in den technischen Ermessensbereich der Vergabebehörde ein,
  verletzt es das Recht (BGE 141 II 14 E. 2.3)

  
	
   

  
	
  1.3 Da vorliegend der Entscheid in der Sache ergeht,
  muss über das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
  nicht mehr entschieden werden.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1

  
	
  2.1.1 Die Beschwerdegegnerin macht zunächst geltend,
  Gegenstand der Submission Smart Grid fähiges SMS bildeten das SMS, die
  Integrationsplattform und die Lastschaltung. Gegenstand der Submission
  Leitsystem für Elektrizität, Wasser, Gas, Wärme und Kraftwerk bilde das
  Netzleitsystem, mithin auch mit der Leitstelle für die Lastschaltung. Die
  beiden Ausschreibungsgegenstände seien eng miteinander verknüpft. Eine Lastschaltung
  ohne Anbindung an eine Leitstelle sei zwar grundsätzlich möglich. Die volle
  Funktionalität des Gesamtsystems bestehe aber gerade in der Verbindung der
  (mit dem SMS verbundenen) Lastschaltung mit dem Netzleitsystem über die Leitstelle.
  Auch könne eine Anbindung der Leitstelle an die Integrationsplattform
  durchaus sinnvoll sein. Eine optimale Funktionalität des Gesamtsystems
  erfordere hinsichtlich der Koordination des Leitsystems mit der Laststeuerung
  weit mehr als die blosse Bereitstellung entsprechender Schnittstellen. Die
  geforderte Schnittstelle IEC 60870-5-104 sei ein blosses Datenübertragungsprotokoll,
  welches lediglich die Möglichkeit eines Austauschs von Daten zwischen den
  beiden Systemteilen ermögliche. Demgegenüber definiere es nicht, ob tatsächlich
  eine Datenübertragung stattfinde und welche Daten ausgetauscht würden. Ein
  Zusammenwirken der beiden Systemteile werde keineswegs gewährleistet, vielmehr
  werde erst die theoretische Möglichkeit dafür geschaffen. Damit ein Zusammenwirken
  tatsächlich stattfinde, müsse das Leitsystem entweder über ein spezielles Lastmanagementmodul
  verfügen oder es müsse von der Leitstelle ein Zugriff auf die Lastschaltgeräte
  möglich sein. Die Entwicklung eines Lastmanagementmoduls daure aber etwa zwei
  Jahre. Beim angenommenen Angebot sei selbst eine einfachste Funktionalität im
  Zusammenwirken der beiden Systemteile nicht gewährleistet. So sei die Schnittstelle
  IEC 60870-5-104 nicht für die Anbindung an das SMS vorgesehen, sondern
  für die Verbindung zu den Fernwirkunterstellen. Die Beschwerdegegnerin
  argumentiere im Übrigen selber, dass ein Zusammenwirken der beiden Systeme
  gefordert worden sei. Dies ergebe sich auch aus der Ausschreibung SMS,
  weshalb die Beschwerdegegnerin nicht das Gegenteil behaupten könne.

  
	
   

  
	
  In diesem Lichte sei
  bereits die Aufteilung des Auftrags in zwei Ausschreibungsverfahren unsinnig,
  wobei diesbezüglich ein Ermessensspielraum der Vergabestelle bestehe. Die
  Zuschlagskriterien müssten aber bei einer Aufteilung eines Gesamtsystems in
  Auftragsteile so festgelegt und bei der Beurteilung gehandhabt werden, dass
  das für das Gesamtsystem wirtschaftlichste Angebot den Zuschlag erhalte. Die
  beiden Zuschlagsempfängerinnen hätten mit den jeweils angebotenen Systemen
  wohl durchaus ihre Erfahrungen gemacht. Die Verbindung der Systeme sei jedoch
  ein Prototyp, welcher erst im Rahmen dieses Gesamtprojekts entwickelt werde.
  Für die Beschwerdegegnerin werde deshalb ein erheblicher Aufwand für die
  Koordination der beiden Systeme und Anbieter entstehen. Da die
  Ausschreibungen nicht kompatibel seien – insbesondere sei zwar in der
  Ausschreibung SMS, nicht aber in der Ausschreibung Leitsystem eine Verbindung
  des Netzleitsystems mit dem SMS vorgesehen – werde der Aufwand der Anbieter
  für die Anpassung ihrer Systeme erheblich sein. Überdies trage die Beschwerdegegnerin
  das Risiko, dass das Gesamtsystem nicht funktioniere sowie dass Terminverzögerungen
  oder Mehrkosten entstünden. Solcher zusätzlicher Koordinationsaufwand
  entfalle vollumfänglich, wenn beide Projektteile von einem einzigen Anbieter
  stammten, der überdies bereits über Referenzen mit dem Gesamtsystem verfüge.
  Der eigene Koordinationsaufwand der Beschwerdegegnerin müsse jedenfalls in
  die Bewertung der Wirtschaftlichkeit einfliessen, da der Anbieter eines
  Gesamtsystems sonst benachteiligt werde. 

  
	
   

  
	
  2.1.2 Die Beschwerdegegnerin führt demgegenüber aus, sie
  habe die Systeme getrennt ausgeschrieben, um den Markt soweit wie möglich zu
  öffnen. Hätte sie die beiden Systeme in einer einzigen Ausschreibung
  zusammengefasst, wären nur zwei Anbieter in der Lage gewesen, die
  Anforderungen annähernd zu erfüllen. Die Beschwerdeführerin beschreibe ein
  Ausschreibungsverfahren, wie sie es gerne gehabt hätte. Sie, die Beschwerdegegnerin,
  habe aber nicht ein Gesamtsystem ausgeschrieben, sondern zwei Systeme, welche
  über die standardisierte Schnittstelle IEC 60870-5-104 verbunden würden.
  Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin liege der Fokus der Beschaffung
  nicht auf einem Smart Grid System. Beim Leitsystem sei vielmehr der Ersatz
  der Steuerung das primäre Ziel. Der sekundäre Fokus liege bei der
  Netzüberwachung und der Netzführung für die Strom-,  Wasser-, Gas- und
  Wärmeversorgung. Zudem solle mit dem neuen Leitsystem die zentrale
  Visualisierung aller eigenen Kraftwerke realisiert werden. Erst tertiär erfolge
  die Energieoptimierung. Wichtigste Aufgabe des SMS sei die Ablösung der
  Rundsteuerung und der Zählerersatz. Sekundär seien die elektronische
  Unterstützung und Effizienzsteigerung bei Geschäftsprozessen sowie die Integration
  des Smart Grid fähigen SMS in die Systemlandschaft mittels Integrationsplattform.
  Tertiär liege der Fokus beim Steuern von Schaltkontakten und Schaltgruppen ab
  einem übergeordneten System. Für das Zusammenwirken von Leitsystem und dem
  ausgeschriebenen SMS gebe es im heutigen Zeitpunkt bei der Beschwerdegegnerin
  noch nicht viele konkrete Anwendungsfälle. Die bekannten Anwendungsfälle
  seien im Rahmen der Submission beider Systeme erfasst worden, die künftigen
  würden sich erst noch zeigen. Die Formulierung der Zuschlagskriterien sei
  fokussiert auf die wirklich zwingenden und dringenden Bedürfnisse der
  Beschwerdegegnerin erfolgt. Für diese Punkte, welche im primären und
  sekundären Fokus stünden, sei kein Gesamtsystem erforderlich. Die Anforderungen
  würden auch ohne Verbindung der Systeme erfüllt. Um aber eine Verbindung zu
  gewährleisten und diese Möglichkeit offen zu halten, sei die
  Standardschnittstelle IEC 60870-5-104 ausgeschrieben worden. Die
  Funktionalität und das Zusammenwirken der Systeme beider Zuschlagsempfängerinnen
  würden im ausgeschriebenen und geforderten Umfang erfüllt. Schliesslich sei
  die Beschwerdeführerin nicht zu hören, soweit sie geltend mache, es hätte ein
  Gesamtsystem ausgeschrieben werden müssen, oder die Zuschlagskriterien
  kritisiere, da sie die Ausschreibung akzeptiert habe.

  
	
   

  
	
  2.2 

  
	
  2.2.1 Nach Art. 35 Abs. 1 und
  2 lit. b i.V.m. Art. 36 SubmG kann die Ausschreibung des
  Auftrags innert zehn Tagen mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten
  werden. Erachtet ein Anbieter ein oder mehrere Zuschlagskriterien als unzulässig
  und ist der geltend gemachte Mangel bereits aus den rechtzeitig erhältlich
  gemachten Ausschreibungsunterlagen ersichtlich, muss er die entsprechende Rüge
  mit der Beschwerde gegen die Ausschreibung vorbringen (VGer-Urteil
  VG.2014.00136 vom 30. April 2015 E. 3.3, mit Hinweisen). Angesichts des
  Zeitdrucks, der beschränkten Rechtskenntnisse der Anbietenden sowie der
  Furcht vor der Verringerung der Chancen im Vergabeverfahren sind hier
  allerdings keine strengen Anforderungen zu stellen (BGer-Urteil 2C_919/2014
  und 2C_920/2014 vom 21. August 2015 E. 6.7, zur Publikation vorgesehen).

  
	
   

  
	
  2.2.2 Vorliegend war es für die Beschwerdeführerin nicht
  einfach zu erkennen, wie der von ihr geltend gemachte Vorteil, dass sie ein
  Gesamtsystem offeriert habe, in der Bewertung berücksichtigt würde bzw.
  welche Nachteile die Ausschreibung in zwei Verfahren für sie zeitigen würde.
  Insofern sind ihre Rügen, dass die getrennte Ausschreibung unsinnig sei und
  dass durch die Zuschlagskriterien die Vorteile ihres Gesamtsystems nur
  unzureichend berücksichtigt würden, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
  zu prüfen.

  
	
   

  
	
  2.3 

  
	
  2.3.1 Ausschlaggebend für die Ausschreibung des Smart Grid
  fähigen SMS war, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit verschiedene
  Rundsteuerungen in vier getrennten Ortsnetzen betreibt. Die Technik der
  Rundsteuerungen ist veraltet und muss ersetzt werden. Die E-Zähler und
  Fremdgerätegateways sind Smart Meter, welche bei den Endkunden den
  Energieverbrauch messen. Die Daten werden den Datenkonzentratoren übermittelt
  und von dort an den AMI-Server weitergeleitet, wo sie verarbeitet werden.
  Durch die Integrationsplattform können auch die übrigen Softwareprogramme mit
  den erhobenen Daten arbeiten, was beispielsweise für die Rechnungsstelle
  wesentlich ist. Durch die Laststeuerung sollen die Aufgaben der vier
  Rundsteuerungsanlagen übernommen werden. Dazu werden bei den Endkunden
  Lastschaltgeräte installiert. Deren Ansprache erfolgt über die Datenkonzentratoren,
  welche bereits für die Smart Meter verwendet werden. Die Datenverarbeitung
  erfolgt durch das Laststeuermodul. Die Lastschaltung soll dabei das Netz der
  Beschwerdegegnerin Smart Grid fähig machen. Damit bestünde beispielsweise die
  Möglichkeit, auf Schwankungen im Stromnetz zu reagieren und die Benützergruppen
  entsprechend zu schalten. Hierzu ist aber die Verbindung zum Netzleitsystem
  erforderlich. Ausgeschrieben wurden die Laststeuerung (inkl.
  Laststeuermodul), die E-Zähler und Fremdgerätegateways, die AMI-Zentrale sowie
  die Integrationsplattform. Damit die Möglichkeit offen steht, mit dem
  Netzleitsystem zu kommunizieren, wurde beim Laststeuermodul die
  standardisierte Schnittstelle IEC 60870-5-104 gefordert.

  
	
   

  
	
  2.3.2 Durch die Vergabe Leitsystem für Elektrizität,
  Wasser, Gas, Wärme und Kraftwerk (vgl. dazu Verfahren VG.2015.00087) soll ein
  Netzleitsystem beschafft werden, welches die entsprechenden Netze und die
  Kraftwerke steuert und überwacht. Dabei erfolgt die Steuerung über die
  Leitstelle. Die dort eingegebenen Befehle werden durch die
  Fernwirkunterstellen erfasst und ausgeführt.

  
	
   

  
	
  2.4

  
	
  2.4.1 Es ist grundsätzlich Aufgabe der Vergabestelle, ihre
  Bedürfnisse zu evaluieren und den Gegenstand der Vergabe zu definieren. Bei
  der vorliegend strittigen Vergabe legte die Beschwerdegegnerin den Fokus
  offenbar primär auf die Ablösung der Rundsteuerung und der Zähler. Wie die
  Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, schrieb sie lediglich ein Smart Grid
  fähiges SMS, nicht ein Smart Grid System aus. So forderte sie denn auch
  insbesondere kein umfassendes Zusammenwirken des SMS mit dem Leitsystem.
  Unter dem Titel Schnittstellen zu übergeordneten Systemen (z.B.
  Netzleitsystem) wurde lediglich verlangt, dass über eine standardisierte
  Schnittstelle einzelne Schaltkontakte und Schaltgruppen adressiert und
  geschaltet werden können. Hierzu fragte sie in Frage 1 nach, ob das angebotene
  Laststeuermodul in der Lage sei, die Kommunikation mit dem Netzleitsystem
  über Ethernet TCP/IP mit dem Protokoll IEC 60870-5-104 abzuwickeln. Dass
  eine entsprechende Frage bei der Vergabe Leitsystem fehlt und dass die
  Schnittstelle IEC 60870-5-104 dort nur für die Kommunikation mit den
  Fernwirkunterstellen verlangt wird, trifft zwar zu. Hierzu führt die Beschwerdegegnerin
  aber nachvollziehbar aus, dass sich das Lastschaltmodul für Schalthandlungen
  und Rückmeldung des Schaltzustands gleich wie eine Fernwirkunterstelle
  verhalte, weshalb die Funktion auch im Leitsystem gegeben sei.

  
	
   

  
	
  2.4.2 Das Gericht kann sich in einem strittigen
  Submissionsverfahren mangels Fachkenntnissen nicht bis ins Detail mit
  komplexen technischen Fragen auseinandersetzen, zudem kommt der
  Vergabebehörde ein technischer Ermessensbereich zu
  (vgl. E. II/1.2). Es muss daher bei der Feststellung sein Bewenden
  haben, dass die vorliegende Ausschreibung nachvollziehbar und für das von der
  Beschwerdegegnerin geforderte Zusammenwirken von Leitsystem und SMS genügend
  ist. Namentlich ist dabei wesentlich, dass die Beschwerdegegnerin kein
  umfassendes Zusammenwirken von Leitsystem und SMS ausschrieb, sondern das
  Bereitstellen der Schnittstelle IEC 60870-5-104, welche Voraussetzung
  für ein allfälliges künftiges Zusammenwirken bildete, genügen liess, weshalb
  sich die Gefahr zusätzlicher Kosten und Risiken in engen Grenzen halten
  dürfte.

  
	
   

  
	
  Damit ist es aber auch
  nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Smart Grid fähige SMS
  und das Leitsystem in getrennten Verfahren vergab. Es wäre zwar sicherlich
  zulässig gewesen, dafür ein Gesamtprojekt auszuschreiben. Dies hätte aber
  gemäss unbestrittener Darstellung der Beschwerdegegnerin die Zahl möglicher
  Anbieter deutlich verringert. Insofern sprachen zumindest wettbewerbsrechtliche
  Gründe für eine getrennte Ausschreibung. Wurden aber zwei getrennte
  Ausschreibungen vorgenommen, sind die entsprechenden Angebote auch getrennt
  zu beurteilen.

  
	
   

  
	
  Bereits deshalb ist es
  nicht zu beanstanden, dass die höhere Funktionalität, welche bei einer Wahl
  des Systems der Beschwerdeführerin und einer gleichzeitigen Wahl des in der
  Vergabe Leitsystem unterlegenen Systems der E.______AG bestanden hätte, nur
  am Rande berücksichtigt wurde. Im Übrigen ist einzig der Bedarf der Beschwerdegegnerin
  massgebend. Wenn nun die Beschwerdeführerin im Bereiche des Zusammenwirkens
  der Systeme eine erhöhte Funktionalität anbietet, deren Nutzen im jetzigen
  Zeitpunkt für die Beschwerdeführerin aber nicht abschätzbar ist, darf dies
  ohnehin nicht in die Bewertung einfliessen. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Beschwerdeführerin stellt die Eignung der
  Zuschlagsempfängerin in Frage. Eine zentrale Anforderung an die Angebote sei
  die rechtzeitige Leistungserbringung. Die Schlussabnahme des SMS sei im Jahr
  2016 vorgesehen. Diese grundlegenden Anforderungen könne die
  Zuschlagsempfängerin nicht erfüllen. Das […] Modul verbinde nur die
  AMI-Zentrale mit der Rundsteuerung, biete aber keine direkte Schnittstelle
  zur Leitstelle. Das System setze deshalb zwingend ein klassisches
  Rundsteuerungssystem als Schnittstelle zur Leitstelle voraus. Da die vorliegend
  bestehende Rundsteuerung durch eine autonome Laststeuerung ersetzt werden soll,
  sei das System untauglich. Erst im Nachfolgesystem sei eine direkte Verbindung
  des Laststeuermoduls mit der Leitstelle erforderlich. Das […] Modul und die
  passenden Lastschalter seien aber erst ab Mitte 2017 verfügbar.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Zuschlagsempfängerin hat das […] Modul, nicht
  das […] Modul angeboten, weshalb es nicht von Bedeutung ist, dass Letzteres
  erst ab Mitte 2017 verfügbar ist. Sodann hat die Zuschlagsempfängerin
  bestätigt, dass das angebotene Laststeuermodul in der Lage sei, die
  Kommunikation mit dem Netzleitsystem über Ethernet TCP/IP mit dem Protokoll
  IEC 60870-5-104 abzuwickeln. Insofern bestehen keine Anhaltspunkte
  dafür, dass das von der Zuschlagsempfängerin angebotene System untauglich ist
  und nicht den Anforderungen der Vergabe entspricht.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt sodann die
  Transparenz der Ausschreibung. Hinsichtlich der Gewichtung der
  Zuschlagskriterien sei lediglich angegeben worden, dass diese gemäss
  Reihenfolge mit abnehmender Gewichtung gelten würden. Konkrete Angaben über
  die Gewichtung hätten gefehlt. Es sei anzunehmen, dass die Prozentsätze
  bereits vor der Ausschreibung festgelegt worden seien. Diesfalls hätten sie
  mit der Ausschreibung bekannt gegeben werden müssen. Im Übrigen wäre das
  Willkürverbot verletzt, wenn die Prozentsätze erst nach der  Offertöffnung
  festgelegt worden wären. Der Beschwerdegegnerin sei zudem ein Fehler
  unterlaufen. Die Gewichtungen der Unterkriterien bei der Wirtschaftlichkeit
  führten zu einer Summe von 35 %. Dies ergebe insgesamt 101 % und die
  Wirtschaftlichkeit erhalte das gleiche Gewicht wie das Kriterium der
  Zweckmässigkeit. Die in der Ausschreibung angegebene Reihenfolge "mit abnehmender
  Gewichtung" sei damit nicht mehr zutreffend. Es handle sich um eine unzulässige
  nachträgliche Änderung. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin unter dem
  Kriterium der Wirtschaftlichkeit nicht 31.06, sondern 32.18 Punkte erreicht.

  
	
   

  
	
  4.2 

  
	
  4.2.1 In der Ausschreibung wurde unter dem Titel
  "Angebotsprüfung und Zuschlagskriterien" ausgeführt, dass die
  Gewichtung der Zuschlagskriterien gemäss nachstehender Reihenfolge mit
  abnehmender Gewichtung erfolge. Aufgelistet wurden Zweckmässigkeit,
  Wirtschaftlichkeit, Technische Standards, Projektabwicklung, Kundendienst und
  Systempräsentation, wobei unter den einzelnen Hauptkriterien Unterkriterien
  angeführt wurden.

  
	
   

  
	
  4.2.2 Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat sich
  in einem Leitentscheid vom 18. Dezember 2002 einlässlich mit der Frage
  auseinandergesetzt, ob in den Ausschreibungsunterlagen nicht nur die Zuschlagskriterien,
  sondern auch deren Gewichtung bekannt zu geben seien. Unstrittig ist, dass
  die Zuschlagskriterien, um die notwendige Transparenz des Vergabeverfahrens
  zu gewährleisten (vgl. Art. 1 Abs. 3 lit. c der Interkantonalen
  Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001
  [IVöB]), bekannt zu geben sind. Es muss aus der Bekanntgabe zudem ersichtlich
  sein, welches Gewicht die Vergabebehörde den einzelnen Kriterien beimisst.
  Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich kam allerdings zum Schluss, dass es
  ausreiche, die relative Bedeutung, die sie den einzelnen Kriterien zuerkennen
  wolle, ersichtlich zu machen. Eine Bekanntgabe der Gewichtungen zu Beginn des
  Vergabeverfahrens wäre zwar mit Blick auf die Transparenz desselben
  wünschbar, doch liessen sich die Vor- und Nachteile verschiedener Lösungen
  nicht hinreichend überblicken. In dieser Situation obliege es nicht in erster
  Linie der Rechtsprechung, sondern der Gesetzgebung und dem Verordnungsgeber,
  die Voraussetzungen der Vergabe öffentlicher Aufträge näher zu umschreiben
  (VB.2001.00095 E. 3, www.vgr.zh.ch).

  
	
   

  
	
  Dieser Auffassung ist zu
  folgen. In Art. 11 Abs. 1 lit. k der vorliegend anwendbaren
  Submissionsverordnung vom 17. Dezember 1997 (SubmV) ist vorgeschrieben, dass
  in den Ausschreibungsunterlagen zumindest die Zuschlagskriterien in der
  Reihenfolge ihrer Bedeutung anzugeben seien. Hingegen wird die genaue Angabe
  der Gewichtung der Zuschlagskriterien nicht verlangt. Weder führt die
  Beschwerdeführerin zwingende Gründe an, dieser Regel die Anwendung zu
  versagen, noch sind solche anderweitig ersichtlich.

  
	
   

  
	
  Dies gilt jedoch einzig
  dann, wenn das Schema mit prozentualen Gewichtungen nicht schon bei der
  Ausschreibung festgelegt wurde. Ansonsten erfordert das Transparenzgebot
  nämlich, dass die prozentualen Gewichtungen in der Ausschreibung bekannt gegeben
  werden (BGer-Urteil 2P.299/2006 vom 24. August 2001 E. 2c).

  
	
   

  
	
  4.2.3 Vorliegend führt die Beschwerdegegnerin aus, dass
  sie die prozentualen Gewichtungen an einer Sitzung vom 10. März 2015 und somit
  nach der Ausschreibung festgelegt habe. Insofern ist ihr unter der geltenden
  Rechtslage kein Fehlverhalten vorzuwerfen, auch wenn eine frühzeitige
  Festlegung und Bekanntgabe der Gewichtungen zu begrüssen gewesen wären.

  
	
   

  
	
  4.3 Die Beschwerdegegnerin hat die einzelnen Kriterien
  gemäss Reihenfolge abnehmend gewichtet (Zweckmässigkeit 35 %,
  Wirtschaftlichkeit 34 %, Technische Standards 11 %, Projektabwicklung 9 %,
  Kundendienst 6 % und Systempräsentation 5 %). Die Beschwerdeführerin
  weist allerdings zu Recht darauf hin, dass die Unterkriterien im Bereich
  Wirtschaftlichkeit nicht 34 % ergeben würden und ihre dortige Gesamtpunktzahl
  falsch ermittelt worden sei. 

  
	
   

  
	
  Beim Kriterium
  Wirtschaftlichkeit wurden die letzten beiden mit 1 % gewichteten Unterkriterien
  (Flexibilität bei der Vertragsgestaltung und Zusage auf die Forderungen)
  nicht berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin erhielt hier 0.25 und 0.875 Punkte,
  die Zuschlagsempfängerin 0.75 und 0.25 Punkte. Damit erreicht die Beschwerdeführerin
  beim Unterkriterium Wirtschaftlichkeit 32.18 (statt: 31.06) Punkte, die
  Zuschlagsempfängerin 31.14 (statt: 30.14) Punkte. Mit der Berücksichtigung
  der beiden Unterkriterien kommt der Wirtschaftlichkeit ein Gewicht von 36 %
  zu anstelle der gewollten 34 %. Dies ist zu korrigieren, indem nur 34/36 der
  erzielten Punkte angerechnet werden. Die Beschwerdeführerin erreicht so einen
  Wert von 30.39 Punkten und die Zuschlagsempfängerin einen solchen von 29.41
  Punkten. Damit vergrössert sich die Differenz um 0.06 Punkte (0.98 statt 0.92
  Punkte) zu Gunsten der Beschwerdeführerin.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Die Beschwerdeführerin
  rügt weiter die Gewichtung und Bewertung einzelner Zuschlagskriterien. 

  
	
   

  
	
  5.1

  
	
  5.1.1 Ihr werde angelastet, dass sich ihre Schnittstelle
  von der Integrationsplattform zum Abrechnungssystem IS-E und zur AMI-Zentrale
  noch in Entwicklung befinde. Dies habe zu folgenden Abzügen geführt:
  "Den Bedürfnissen entsprechende Funktionalität der Integrationsplattform"
  3 Punkte; "Den Bedürfnissen entsprechende Bedienung und Konfiguration
  der Integrationsplattform" 0.75 Punkte; "Ausgewiesene
  Referenzanlagen mit angebotenem System" 1.5 Punkte sowie "Aufbau
  der Projektorganisation und Referenzen der Projektverantwortlichen" 0.25
  Punkte. Da die Kunden unterschiedliche Energiedatenmanagement- und Abrechnungssysteme
  einsetzten, sei es üblich, dass Schnittstellen erst nach den konkreten
  Anforderungen des Kunden entwickelt würden. Obwohl sich das
  Laststeuerungsmodul der Zuschlagsempfängerin noch für zwei Jahre in Entwicklung
  befinde, seien dieser bei den entsprechenden Kriterien nur insgesamt 0.75
  Punkte abgezogen worden. Daneben sei auch der Abzug für den papierlosen
  Einbau-Ausbau-Tausch-Prozess (EAT-Prozess) unzulässig, welcher damit
  begründet werde, dass eine Ablesung der Zählerstände mit optischer Schnittstelle
  nicht möglich sei. Eine Ablesung über eine optische Schnittstelle sei aber
  nicht ausdrücklich verlangt worden, weshalb der Abzug schon aus diesem Grund
  nicht rechtmässig erfolgt sei. Da die Ablesung der Zähler über die optische
  Schnittstelle nicht angefragt worden sei, sei sie auch nicht ausdrücklich
  bestätigt worden. Sämtliche angebotenen Zähler verfügten aber über eine
  optische Schnittstelle.

  
	
   

  
	
  5.1.2 Soweit die Beschwerdeführerin eine
  Ungleichbehandlung darin sieht, dass ihr erhebliche Punkteabzüge gemacht
  wurden, weil sich ihre Schnittstelle von der Integrationsplattform zum
  Abrechnungssystem IS-E und zur AMI-Zentrale noch in Entwicklung befinde,
  während die Zuschlagsempfängerin nur minime Abzüge zu gewärtigen habe, obwohl
  sich deren Laststeuermodul auch noch in Entwicklung befinde, ist ihr nicht zu
  folgen. Das von der Zuschlagsempfängerin angebotene […] Modul befindet sich
  nicht in Entwicklung, sondern ist bereits bei anderen Kunden im Einsatz.

  
	
   

  
	
  Dass die
  Beschwerdegegnerin sodann dem Umstand, dass sich bei der von der Beschwerdeführerin
  angebotenen Integrationsplattform die Schnittstellen zur AMI-Zentrale und zum
  Abrechnungssystem IS-E noch in Entwicklung befinden, erhebliches Gewicht
  zumass, ist nicht zu beanstanden. So liegt es im Rahmen ihres Ermessensspielraums,
  dass sie der Beschwerdeführerin beim Unterkriterium "Den Bedürfnissen
  entsprechende Funktionalität der Integrationsplattform" nur (ungewichtet)
  2.5 von 4 möglichen Punkten zusprach, während das bereits umgesetzte und
  vollständige System der Zuschlagsempfängerin mit der vollen Punktzahl bedacht
  wurde. Dies gilt unabhängig davon, ob der EAT-Prozess der Beschwerdeführerin
  über eine optische Schnittstelle verfügt oder nicht. Da die Bedienung der geforderten
  Prozesse noch nicht umgesetzt ist, erweist es sich nicht als rechtsverletzend,
  dass der Beschwerdeführerin unter dem Unterkriterium "Den Bedürfnissen
  entsprechende Bedienung und Konfiguration der Integrationsplattform" nur
  (ungewichtet) 3 von 4 Punkten erteilt wurden. Dasselbe gilt für das
  Unterkriterium "Ausgewiesene Referenzanlagen mit angebotenem
  System", wo der Beschwerdeführerin aufgrund der fehlenden Anwendung
  einer Integrationsplattform im Smart Metering Umfeld nur die Hälfte der
  möglichen Punkte zugesprochen wurde sowie für das Unterkriterium "Aufbau
  der Projektorganisation und Referenzen der Projektverantwortlichen", wo
  die fehlende Erfahrung in der Verwendung einer Integrationsplattform
  ebenfalls mit einem Abzug bestraft wurde.

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Die Beschwerdeführerin erachtet sodann den Abzug von
  0.25 Punkten unter dem Unterkriterium "Aufwand für die Installation der
  Endgeräte" als unzulässig, weil ein Wireless M-Bus in der Ausschreibung
  nicht verlangt worden sei.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Das Wireless M-Bus war gemäss den Beilagen der
  Ausschreibung ein Wunsch der Beschwerdegegnerin. Dass der Aufwand für die
  Installation der Zählergeräte einfacher ist, wenn das Wireless M-Bus bereits
  integriert ist, erscheint offensichtlich. Folglich durfte dies ohne Weiteres
  beim Unterkriterium "Aufwand für die Installation der Endgeräte"
  entsprechend berücksichtigt werden.

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Hinsichtlich des Unterkriteriums "Konzeption
  und Konfiguration für das ganze Smart Metering System" rügt die
  Beschwerdeführerin, dass ihr mit der Begründung ein Abzug gemacht worden sei,
  dass viele einzelne Rechner und Server notwendig und dass das Laststeuermodul
  und AMI getrennte Systeme seien. Dies stehe im Widerspruch zum unter dem
  gleichen Unterkriterium angegebenen Vorteil der guten Trennung der einzelnen
  Systeme.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Unabhängig davon, ob dieser Einwand zutrifft oder
  nicht, kommt ihm keine weitere Bedeutung zu. Bei der Zuschlagsempfängerin
  wurde das Kriterium mit gleichem Wortlaut und gleicher Punktzahl bewertet,
  weshalb bei einer Aufhebung des Punkteabzugs die Punktzahl der Zuschlagsempfängerin
  gleichermassen angehoben werden müsste.

  
	
   

  
	
  5.4 

  
	
  5.4.1 Weiter kritisiert die Beschwerdeführerin die Abzüge
  bei den Unterkriterien "Flexibilität bei der Gestaltung von Service-,
  Wartungs- und Lizenzverträgen", "Gewährleistung der Lieferung von
  Ersatzteilen über die Lebensdauer" und "Dienstleistungen vor
  Ort". Sie habe die Frage, ob sie die Wartungs- und Lieferpflicht über
  die gesamte minimale Nutzungsdauer der Komponenten von 15 Jahren erfüllen
  könne, vorbehaltlos bejaht. Sodann habe sie die Bedingungen des
  Wartungsvertragsentwurfs der Beschwerdegegnerin uneingeschränkt akzeptiert.
  Schliesslich habe sie bei der Frage, ob sich die angebotenen Preise auf den
  Muster Service- und Wartungsvertrag oder auf den Entwurf der
  Beschwerdeführerin gemäss Submissionsbeilagen beziehe, geantwortet, dass ihre
  Musterverträge der Präzisierung ihrer Leistungen dienten. 

  
	
   

  
	
  5.4.2 Die in den Submissionsunterlagen gestellte Frage
  "In der Beilage finden Sie den Entwurf für einen Servicevertrag. Können
  Sie diesen im Grundsatz akzeptieren? Ja/Nein" beantwortete die
  Beschwerdeführerin wie folgt: "Ja. Der Entwurf entspricht grundsätzlich
  unser[em] […]-Service und Wartungsvertrag, siehe Beilage 9-4 im Register
  9". Diese Antwort war in der Tat widersprüchlich, da daraus nicht mit
  hinreichender Deutlichkeit hervorging, welcher Vertrag denn nun aus Sicht der
  Beschwerdeführerin gelten sollte. Indessen beschränkte die Beschwerdegegnerin
  ihr Nachfragen darauf, ob sich die Preise auf den Muster Service- und
  Wartungsvertrag gemäss Angebotsbeilage oder gemäss der Entwürfe der
  Submissionsbeilagen beziehen würden. Die Beschwerdeführerin antwortete
  darauf, dass sich die angebotenen Preise auf den Muster Service- und
  Wartungsvertrag gemäss Submission beziehen würden. Ihre eigenen Musterverträge
  dienten nur der Präzisierung ihrer Leistungen. 

  
	
   

  
	
  Grundsätzlich vermochte
  die Beschwerdeführerin mit dem Hinweis, ihre eigenen Musterverträge dienten
  nur der Präzisierung ihrer Leistungen, nicht aufzulösen, was bei widersprechenden
  Vertragsbestimmungen gelten solle. Insofern ist der Abzug unter dem Kriterium
  "Flexibilität bei der Gestaltung von Service-, Wartungs- und
  Lizenzverträgen" vertretbar. Bei der Frage, ob sie den Entwurf des
  Servicevertrags akzeptieren könne, führte die Beschwerdeführerin aus, der
  Entwurf entspreche grundsätzlich ihrem Vertragsentwurf. Sie könne die
  Reaktionszeit, die Interventionszeit und die Interventionszeit vor Ort
  akzeptieren oder überbieten. Aus dem von der Beschwerdeführerin gemäss
  Vertragsentwurf offerierten Servicemodell ergibt sich aber, dass der
  Vor-Ort-System-Service nur werktags zwischen 08.00 und 17.00 Uhr
  gewährleistet ist. Der Vor-Ort-System-Service setzt zudem voraus, dass ein
  Ersatzteilpaket nach den Vorgaben der Beschwerdeführerin bereitgehalten wird.
  Daneben wird von einer Bereitstellungszeit der Leistungen von vier Stunden
  ausgegangen. Wenn nun die Beschwerdeführerin in ihrer Offerte auf ihren Vertragsentwurf
  verwies, ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon
  ausging, die offerierten Serviceleistungen zum offerierten Preis würden sich
  anhand dieses eigens für das vorliegende Vergabeverfahren erstellten Vertragsentwurfs
  bestimmen. Insofern hatte sie dies bei der Bewertung des Kriteriums
  "Dienstleistung vor Ort" zu berücksichtigen. Berücksichtigt man
  sodann, dass bei der Zuschlagsempfängerin als Negativpunkt nur vermerkt ist,
  dass sie die Störungsbehebungsfrist nicht garantiert, bei der
  Beschwerdeführerin neben diesem Punkt aber noch die oben beschriebenen
  Einschränkungen hinzukommen, ist es nicht zu beanstanden, dass das Angebot
  der Beschwerdeführerin (ungewichtet) mit 2 und dasjenige der
  Zuschlagsempfängerin mit 2.5 Punkten bewertet wurde. Sodann bestätigte die Beschwerdeführerin
  zwar, dass sie die Wartungs- und Lieferpflicht für Ersatzteile sowie die
  Geräte- und Softwareupdates erfüllen könne. Sie verwies aber erneut auf ihren
  Mustervertrag, welcher ein gegenseitiges Kündigungsrecht auf Ende eines
  Kalenderjahrs vorsieht. Es ist nicht zu beanstanden, dass die
  Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin die Folgen dieser Unklarheit tragen
  liess und ihr unter dem genannten Unterkriterium nur einen Viertel der möglichen
  Punktzahl erteilte.

  
	
   

  
	
  5.5

  
	
  5.5.1 Die Beschwerdeführerin vertritt zudem die
  Auffassung, dass das Unterkriterium "Synergien bei gleichzeitiger
  Realisierung des Leitsystem-Projektes" mit 1 % deutlich zu wenig
  gewichtet werde. Geradezu abwegig sei es, dass sie bei diesem Kriterium keine
  Punkte erhalten habe. In der Ausschreibung SMS seien zwar die Synergieeffekte
  einer gemeinsamen Ausführung nicht erfragt worden. Dennoch seien die
  Synergien der Beschwerdegegnerin offensichtlich bekannt gewesen. 

  
	
   

  
	
  5.5.2 Soweit die Beschwerdeführerin die Gewichtung des
  Unterkriteriums "Synergien bei gleichzeitiger Realisierung des
  Leitsystem-Projekts" bemängelt, ist sie darauf hinzuweisen, dass die
  Beschwerdegegnerin offenbar den Synergien keine wesentliche Bedeutung
  zusprach. Es lag in deren Ermessen, andere Punkte als wichtiger zu erachten,
  weshalb das Gericht keine Veranlassung sieht, in die Gewichtung des
  Unterkriteriums einzugreifen (vgl. E. II/2.4). Hingegen ist zu
  berücksichtigen, dass sich die Beschwerdegegnerin bewusst für die getrennte
  Ausschreibung der Systeme entschieden hat. Daran muss sie sich messen lassen.
  Mit anderen Worten hat die getrennte Ausschreibung der Systeme zur Folge,
  dass auch die Bewertung strikt getrennt zu erfolgen hat. Grundsätzlich ist es
  offensichtlich und unbestritten, dass die Beschwerdeführerin zusammen mit dem
  von der E.______AG offerierten Leitsystem ein Gesamtsystem angeboten hat.
  Wenn nun nach Synergien bei gleichzeitiger Realisierung des Leitsystems
  gefragt wird, ist dies unabhängig von der Vergabe des Leitsystems zu
  berücksichtigen. Insbesondere leuchtet es nämlich nicht ein und erscheint als
  willkürlich, dass der E.______AG bei der Vergabe des Leitsystems unter diesem
  Kriterium im Hinblick auf Synergien mit dem von der Beschwerdeführerin
  angebotenen System die volle Punktzahl zugesprochen wurde, obwohl die
  Beschwerdeführerin den Zuschlag nicht erhalten hat, der Beschwerdeführerin
  aber im vorliegenden Verfahren bei gleicher Ausgangslage keine Punkte erteilt
  wurden. Dies ist zu korrigieren. Der Beschwerdeführerin ist die volle
  Punktzahl zuzusprechen, womit ihr Gesamtergebnis um einen Punkt besser
  ausfällt.

  
	
   

  
	
  5.6

  
	
  5.6.1 Sodann bemängelt die Beschwerdeführerin, dass die
  Beschwerdegegnerin nur einen Teil der gewählten Optionen bei der
  Preisberechnung berücksichtigt habe. Die Bewertung könne nicht ausblenden,
  dass der ausgeschriebene Vertrag es vorsehe, möglicherweise einen erheblich
  anderen Inhalt oder Umfang zu haben, als dies grundsätzlich und unbedingt
  vereinbart werden soll. Es gehe daher nicht an, dass die Vergabestelle eine
  Reihe von Optionen ausschreibe, sich dann nach Eingang der Angebote auf einige
  Optionen entschliesse und nur noch diese Optionen in die Bewertung des
  Preises, aber auch der Zweckmässigkeit einfliessen lasse. Namentlich der
  Preis sei unter Berücksichtigung des Preises aller Optionen zu bewerten. 

  
	
   

  
	
  5.6.2 Die Beschwerdegegnerin hat ein klares Bild davon,
  was sie bestellen wird, und so den voraussichtlichen Bestellumfang definiert.
  So erscheint es beispielsweise nachvollziehbar, dass sie aufgrund erwarteter
  Preissenkungen bei den Zählern mit der Beschaffung zusätzlicher Zähler
  zuwarten will. Es würde nun dem Gebot der Wirtschaftlichkeit (Art. 1 Abs. 3
  lit. d IVöB) widersprechen, wenn bei der Bewertung auch solche Optionen
  mitberücksichtigt werden müssten, deren Wahl für die Vergabestelle nicht in
  Frage kommt. Dies würde unter Umständen zu einer Verfälschung der Bewertung
  des Preiskriteriums führen und könnte so unnötige Kosten für die öffentliche
  Hand zur Folge haben. Hingegen ist zu Recht unbestritten, dass die Optionen,
  welche die Beschwerdegegnerin bestellen will, in die Bewertung des Preises einzufliessen
  haben, da die diesbezüglichen Kosten ja auch tatsächlich anfallen werden.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend,
  dass die Leistungen, welche nicht effektiv inhouse erbracht würden –
  insbesondere die Erstellung der Schemata – in einer weiteren Submission
  ausgeschrieben werden müssten. Die ausgeschriebenen Leistungen des
  Leitsystems, des SMS, aber auch die noch nicht ausgeschriebenen Leistungen
  dieser beiden Aufträge bildeten eine Einheit, weshalb der Auftragswert all
  dieser Aufträge zusammenzurechnen sei. Daraus ergebe sich, dass die
  Ausschreibung im offenen oder selektiven Verfahren zu erfolgen habe.

  
	
   

  
	
  6.2 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die
  Frage, ob es rechtmässig war, den Zuschlag für das SMS nicht der Beschwerdeführerin
  zu erteilen. Soweit diese geltend macht, die "Leistungen des
  Auftraggebers" sowie die nicht erwähnte Erstellung der Schemata müssten
  ausgeschrieben werden, sofern die Leistungen nicht effektiv inhouse erbracht
  würden, trifft dies zu. Davon geht im Übrigen auch die Beschwerdegegnerin
  aus. Indessen hat dieser Hinweis keinen Einfluss auf den Ausgang des vorliegenden
  Verfahrens, in welchem einzig über die Rechtmässigkeit der Zuschlagsverfügung
  zu entscheiden ist.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ergibt sich,
  dass die Rügen der Beschwerdeführerin grösstenteils Punkte betreffen, bei
  deren Beurteilung der Beschwerdegegnerin ein weiter Ermessensspielraum
  zukommt. Mit Ausnahme des Kriteriums "Synergien bei gleichzeitiger
  Realisierung des Leitsystem-Projekts" (vgl. E. II/5.5), in welchem der
  Beschwerdeführerin die volle Punktzahl zu erteilen ist, hat sie ihr Ermessen
  nicht überschritten. Da dem Gericht keine Ermessenskontrolle zukommt,
  erfolgen keine weiteren Korrekturen bei der Bewertung der Kriterien. Einzig
  der Rechenfehler beim Kriterium Wirtschaftlichkeit (vgl. E. II/4.3) ist
  zusätzlich zu berücksichtigen.

  
	
   

  
	
  Beim Kriterium
  "Wirtschaftlichkeit" erhält die Beschwerdeführerin neu 30.39
  (statt: 31.06) Punkte, beim Kriterium "Projektabwicklung" aufgrund
  der Berücksichtigung der Synergien mit einem Punkt neu 7.25 (statt: 6.25)
  Punkte. Ihr Punktetotal beläuft sich neu auf gerundet 84.8 Punkte. Bei der
  Zuschlagsempfängerin ist das Kriterium "Wirtschaftlichkeit" neu mit
  29.41 (statt: 30.14) Punkten zu bewerten, was zu einem Total von gerundet
  86.1 Punkten führt. Damit erweist sich das Angebot der Zuschlagsempfängerin
  nach wie vor als das wirtschaftlich günstigste, was zur Abweisung der Beschwerde
  führt.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1.

  
	
  Die Gerichtskosten von
  pauschal Fr. 7'000.- sind der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen
  (Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG) und mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten
  Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausgangsgemäss steht ihr keine Parteientschädigung
  zu (Art. 138 Abs. 3 VRG e contrario). Eine solche ist aber auch der Beschwerdegegnerin
  nicht zuzusprechen. Sie ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt,
  welche zu 100 % im Eigentum der Gemeinde Glarus steht. Daher hat sie als
  Behörde im Sinne von Art. 138 Abs. 4 VRG zu gelten. Da die Beantwortung von
  Rechtsmitteln – namentlich im Bereiche von Gebührenstreitigkeiten und
  Vergabeverfahren – zu ihrem angestammten Aufgabenbereich gehört, sind keine
  besonderen Umstände ersichtlich, welche ein Abweichen vom in Art. 138 Abs. 4
  VRG statuierten Grundsatz, wonach Behörden in der Regel keine Parteientschädigungen
  zugesprochen werden, gebieten würden.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Der geschätzte
  Auftragswert übersteigt den im Staatsvertragsbereich massgeblichen
  Schwellenwert (Art. 1 lit. b der Verordnung des WBF vom
  2. Dezember 2013 über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen
  Beschaffungswesen für die Jahre 2014 und 2015). Gegen diesen Entscheid ist
  daher die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach
  Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG)
  zulässig, sofern sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt
  (Art. 83 lit. f BGG); andernfalls steht nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde
  nach Art. 113 ff. BGG offen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Der
    Beschwerdeführerin wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 7'000.- auferlegt,
    die mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet
    wird.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]