# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 897de441-2ba7-5cf3-9551-c3ca37c84a45
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 06.02.2018 S 2017 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-4_2018-02-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 4

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Audétat, Racioppi 

Aktuar Gross 

URTEIL

vom 6. Februar 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Procap Schweiz, Rechtsdienst,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (Invalidenrente)

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1. A._____ lebt und wohnt heute in X._____. Auf Gesuch hin wurden ihr 

erstmals im Juni 2005 Leistungen der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

(hiernach IV-Stelle) wegen schwerer Sprachstörungen (d.h. Beiträge an 

die Sonderschulung für Legasthenietherapie) gewährt, welche im März 

2006 verlängert wurden. Im Dezember 2006 gelangte die Mutter und ge-

setzliche Vertreterin von A._____ erneut an die IV-Stelle mit dem Begeh-

ren, ihrer Tochter von neuem Sonderschulbeiträge infolge Geburtsgebre-

chens (infantiler Autismus; Asperger-Syndrom) zuzusprechen. Das Mäd-

chen sei seit dem Besuch des Kindergartens 2001 verhaltensauffällig und 

trotz zahlreicher Abklärungen sei erst vor kurzem fachärztlich erkannt 

worden, dass es sich dabei seit frühester Kindheit um ein IV-relevantes 

Gebrechen bzw. Gesundheitsleiden gehandelt habe. Nach weiteren Ab-

klärungen über die Gesundheitsbeeinträchtigung teilte die IV-Stelle der 

Gesuchstellerin im Vorbescheid vom 4. Mai 2007 mit, dass sie beabsich-

tige, das Leistungsbegehren um Kostengutsprache für medizinische 

Massnahmen abzuweisen. Laut den vorhandenen Abklärungsakten sei 

der infantile Autismus erst im 11. Lebensjahr – und nicht wie vom Gesetz 

verlangt bis zum 5. Altersjahr – festgestellt worden, weshalb eine Leis-

tungspflicht der IV-Stelle entfallen sei. Mit Verfügung vom 5. September 

2007 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid vom Mai 2007, da sie wei-

terhin nicht von einem objektiven und eindeutigen Vorliegen der Sympto-

matik bei A._____ vor dem 5. Altersjahr ausgehe und deshalb kein An-

spruch auf medizinische Massnahmen infolge Geburtsgebrechens (infan-

tiler Autismus) bestehe. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 07 184 vom 1. 

Februar 2008 ab. Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

2. Im Dezember 2010 wurde A._____ erneut für Massnahmen betreffend 

berufliche Eingliederung bei der IV-Stelle angemeldet. Nachdem keine 

Berufswahlreife vorlag und schulische Defizite bestanden, bewilligte die 

IV-Stelle zunächst eine Schulverlängerung für ein 10. Ausbildungsjahr. 

Anschliessend wurde am 30. April 2012 Kostengutsprache für eine erst-

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malige berufliche Ausbildung im Bürozentrum für Körperbehinderte 

B._____ in Y._____ gewährt, die vom 13. August 2012 bis zum 12. Au-

gust 2015 unter Bezahlung von IV-Taggeldern erfolgte und mit dem Di-

plom zur Kauffrau EFZ Profil B erfolgreich abgeschlossen wurde. Im Ab-

schlussbericht vom 3. Juni 2015 hielt das B._____ auf Grund einer einge-

schränkten Belastbarkeit, Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation, 

im Sozial- und Arbeitsverhalten, einer eingeschränkten Flexibilität, ver-

langsamtem Arbeitstempo und reduziertem Umgang mit Anforderungen 

fest, dass A._____ im ersten Arbeitsmarkt höchstens in der Lage sei, ein 

Arbeitspensum von 80 % zu übernehmen, wobei sie eine Leistung von 

50 % erbringen könne, womit sich eine Rentenprüfung aufdränge. Die IV-

Stelle veranlasste ein psychiatrisches Gutachten bei med. pract. C._____, 

welches am 7. April 2016 abgeliefert wurde. Gestützt darauf und auf eine 

RAD-Stellungnahme verneinte sie nach Vorbescheid vom 25. April 2016 

und Einwand vom 3. August 2016 mit Verfügung vom 18. November 2016 
einen Anspruch auf eine Invalidenrente.

3. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 9. Januar 

2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit den Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zu-

sprechung einer Invalidenrente ab dem frühmöglichsten Termin, evtl. um 

Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle zu weiteren Abklärun-

gen. Ausserdem wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

beantragt. Die angefochtene Verfügung sei mangelhaft bzw. gar nicht be-

gründet, weshalb eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege. Inhalt-

lich habe die beigezogene Gutachterin med. pract. C._____ die Diagnose 

Asperger-Syndrom (Fachbegriff 'Autismus-Spektrum-Störung' [ASS]) 

bestätigt, ohne aber die Voraussetzungen für ein Adult Asperger Assess-

ment (AAA) genauer zu prüfen, sondern nur das Resultat bekannt zu ge-

ben. Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich komme ebenfalls zum 

Schluss, dass eine Autismus-Spektrum-Störung vorliege. Im Urteil des 

Verwaltungsgerichts  S 07 184 sei das entsprechende Geburtsgebrechen 

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nur aus zeitlichen Gründen nicht anerkannt worden, da es einige Jahre zu 

spät diagnostiziert worden sei. Bezüglich Leistungsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin sei der Abschlussbericht des Ausbildungszentrums 

B._____ als spezialisierte Institution massgebend. Beim Valideneinkom-

men seien die Voraussetzungen von Art. 26 IVV erfüllt und dieses auf-

grund des Alters der Beschwerdeführerin auf Fr. 57'750.-- für das Jahr 

2015 festzulegen. Als Invalideneinkommen sei laut Einschätzung des 

B._____s maximal ein Betrag von Fr. 20'800.-- (13 x Fr. 1'600.--) einzu-

setzen, womit ein IV-Grad von über 40 % resultiere. Allerdings sei anhand 

der getätigten Arbeitsversuche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-

von auszugehen, dass aktuell keine verwertbare Arbeitsfähigkeit im ers-

ten Arbeitsmarkt bestehe.

4. In der Vernehmlassung vom 7. Februar 2017 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Die 

angefochtene Verfügung sei begründungsmässig zwar knapp gehalten. 

Die Gründe der Ablehnung seien der Verfügung aber durchaus zu ent-

nehmen; namentlich weshalb den vorgebrachten Einwänden nicht Folge 

geleistet worden sei. Inhaltlich sei der medizinische Sachverhalt mittels 

einer psychiatrischen Begutachtung abgeklärt worden, ebenso befänden 

sich Arztberichte der behandelnden Ärzte bei den Akten, was als genü-

gend zu betrachten sei. Beim Valideneinkommen könne allenfalls von den 

Ansätzen nach Art. 26 Abs. 1 IVV für Frühinvalide von Fr. 66'000.-- (mit 

Vollendung des 21. Lebensjahres, 80 % des aktuellen Medianwertes von 

Fr. 82'500.--) ausgegangen werden. Für die Ermittlung des Invalidenein-

kommens sei auf die Ausführungen des RAD-Arztes Dr. med. D._____ 

abzustellen, der nachvollziehbar die Nähe der Diagnosen autistische 

Störung und Persönlichkeitsstörung aufgezeigt und gewürdigt habe. In 

der angefochtenen Verfügung habe sie bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 

% in adaptierter Tätigkeit als Kauffrau EFZ das mutmassliche Invaliden-

einkommen zu Recht auf Fr. 52'000.-- (13 x Fr. 4'000.--) festgesetzt. 

Gemäss LSE 2012 hätte sich das Invalideneinkommen für 2015 auf Fr. 

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52'863.45 belaufen. Selbst bei Annahme eines Valideneinkommens von 

Fr. 66'000.-- für Frühinvalide hätte der IV-Grad damit aber nur maximal 21 

% betragen, was noch immer keine Rentenberechtigung ergeben hätte. 

5. In der Replik vom 23. März 2017 wiederholte die Beschwerdeführerin ihre 

Einwände betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs und Einschrän-

kung ihrer Arbeitsfähigkeit infolge Autismus-Störung. Die Beschwerde-

gegnerin habe zudem – trotz der behaupteten fehlenden Arbeitsein-

schränkungen – am 14. Februar 2017 eine Kostengutsprache für ein Ar-

beitstraining beim IIZ (Interinstitutionelle Zusammenarbeit KIGA) Mit-

telbünden gewährt.

6. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 29. März 2017 auf die Einrei-

chung einer Duplik. 

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien sowie auf den 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nach-

folgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 18. November 2016 

stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zustän-

digkeit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als Adressatin der strittigen Verfügung ist die Beschwerde-

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führerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

b) Strittig und zu klären sind hier die unklar gebliebenen Fragen, welche dia-

gnostische Zuordnung für das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin 

die Richtige ist und welches Ausmass die festgestellten Einschränkungen 

auf die Leistungsfähigkeit bzw. die wirtschaftlich noch verwertbare (Rest-) 

Arbeitsfähigkeit haben, um gestützt darauf allenfalls den rentenrelevanten 

Invaliditätsgrad ermitteln und die Rentenfrage zuverlässig entscheiden zu 

können. Beschwerdethema bildet somit einerseits die Diagnose des Ge-

sundheitsleidens und andererseits die Arbeits-/Erwerbsfähigkeit der zum 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses (2016) 21-jährigen Beschwerdeführerin 

sowie das vorinstanzliche Vorgehen in dieser Angelegenheit. 

2. a) In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin zunächst die Verletzung 

des rechtlichen Gehörs. Sie bringt dazu vor, dass nach den Grundsätzen 

des rechtlichen Gehörs jeder Rechtsunterworfene Anspruch auf Begrün-

dung einer negativen/belastenden behördlichen Verfügung habe. Dabei 

seien einerseits die Gründe, weshalb so verfügt werde, nachvollziehbar 

und einleuchtend darzulegen, und es müssten andererseits vorgebrachte 

Gegenargumente, die nicht offensichtlich haltlos seien, einlässlich behan-

delt und gegebenenfalls widerlegt werden. Denkbare konkrete Begrün-

dungen für die Ablehnung einer beantragten IV-Rente seien, dass entwe-

der gar keine relevante gesundheitliche Störung/Einschränkung vorliege 

oder die vorhandene Störung/Einschränkung die Erwerbsfähigkeit um 

weniger als 40 % einschränke. In der angefochtenen Verfügung seien die 

Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit (ungenau als Einschränkungen 

der Arbeitsfähigkeit bezeichnet) mit der Begründung verneint worden, 

"unsere Abklärungen" hätten ergeben, dass keine solchen Einschränkun-

gen gegeben seien. Weiter heisse es, die Invalidenversicherung habe die 

eingereichten Unterlagen zur Kenntnis genommen und dem Regionalärzt-

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lichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vorgelegt. Nach dessen Einschät-

zung bestehe kein Zweifel am Vorliegen von Einschränkungen; in 

Berücksichtigung der geklagten Beschwerden und in Kenntnis bzw. Wür-

digung der Vorakten sei aber davon auszugehen, dass die Beschwerde-

führerin ihre erlernte Tätigkeit in vollem Ausmass ausüben könne. Der 

Verweis auf "unsere Abklärungen" ohne nähere Bezeichnung dieser Ab-

klärungen und deren Ergebnisse sei nicht einmal eine ungenügende, 

sondern überhaupt keine Begründung. Dasselbe gelte für die "Würdigung 

der Vorakten" ohne Nennung der als wesentlich erachteten Vorakten 

samt Wiedergabe ihres Inhalts. In ebenso ungenügender Weise heisse es 

schliesslich, "der Einwand" vom 3. Mai 2016 und 3. August 2016 sowie 

die eingereichten Unterlagen seien "zur Kenntnis genommen" worden. 

Der verfügenden Behörde obliege es darzulegen, welche konkreten Un-

terlagen sie berücksichtigt habe, welche Gegenargumente (gegen die ge-

troffene Verfügung) sich daraus sowie aus den vorgebrachten Einwen-

dungen ergeben und aus welchen Gründen sie diese Gegenargumente 

nicht für stichhaltig erachtet. Dass auch die Einschätzung des RAD in 

übermässig verkürzter Form wiedergegeben werde, sei seitens der Be-

schwerdeführerin weniger zu beanstanden, da sich auch so ergebe, dass 

dieser gesundheitliche Einschränkungen bejahe. Umso weniger haltbar 

sei es, dass die Beschwerdegegnerin trotz (angeblicher) Anerkennung 

gesundheitlicher Einschränkungen begründungslos und ohne Wertung 

dieser Einschränkungen annehme, die Beschwerdeführerin könne das 

gleiche Einkommen erzielen, wie wenn gar keine gesundheitliche Ein-

schränkungen bestünden. Zusammengefasst ergebe sich damit, dass die 

Beschwerdegegnerin unfähig oder unwillig sei, ihre Verfügung rational zu 

begründen (Anwendung des Teflon-Prinzips: Von dem, was Gesuchsteller 

sagen, bleibt bei uns nichts haften). Der angefochtenen Verfügung könne 

nicht nachvollziehbar entnommen werden, warum die Beschwerdegegne-

rin zu ihrem Entscheid gelangt sei. Erkennbar sei nur, dass sie keine Ren-

te zusprechen wolle. Eine derart eklatante Verletzung des Anspruchs auf 

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rechtliches Gehör müsse zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge führen (Beschwerde S. 6 f.).

b) Das rechtliche Gehör ist das zentrale Mitwirkungsrecht des/r Privaten im 

Verwaltungsverfahren. Es dient einerseits der Sachaufklärung und stellt 

andererseits zugleich ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der 

Parteien dar (vgl. BGE 140 I 99 E.3.4, 135 II 286 E.5.1). Der verfassungs-

rechtlich garantierte Gehörsanspruch laut Art. 29 Abs. 2 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) umfasst 

das Recht, in einem vor einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten 

Verfahren mit seinen Begehren gehört zu werden, Einblick in die Akten zu 

erhalten und zu den für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung 

nehmen zu können. Er beinhaltet auch das Recht auf Vertretung und auf 

Begründung behördlicher Verfügungen (siehe HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1002). 

Art. 29 Abs. BV verlangt somit, dass die Behörde die Vorbringen des vom 

Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft 

und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 124 I 49 E.3a). Daraus 

folgt die Verpflichtung der Behörde ihren Entscheid zu begründen. Dabei 

ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-

derlegt. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffe-

ne über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in vol-

ler Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Ent-

scheid stützt (vgl. BGE 134 I 83 E.4.1, 133 III 439 E.3.3, 130 II 530 E.4.3). 

Art. 42 ATSG nimmt diese Vorgaben auf, indem darin festgelegt ist, dass 

die Parteien im Sozialversicherungsverfahren Anspruch auf rechtliches 

Gehör haben (PVG 2010 Nr. 11 E.3b). Nach der Gerichtspraxis des Bun-

desgerichts kann eine – nicht besonders schwerwiegende Verletzung des 

rechtlichen Gehörs – ausnahmsweise als 'geheilt' gelten, sofern die Be-

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troffene die Möglichkeit erhält sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äus-

sern, welche die von der Gehörsverletzung betroffenen Aspekte mit der-

selben Kognition überprüfen kann wie die Vorinstanz, auch wenn dies 

zwangsläufig zum Verlust einer Instanz führt (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 1C_130/2012 vom 9. August 2012 E.2.3 und 1C_478/2008 vom 28. 

August 2009 E.3.2 mit Hinweis auf BGE 132 V 387 E.5.1). In Ausnahme-

fällen kann sogar bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen 

Gehörs von einer Rückweisung an die Vorinstanz abgesehen werden, 

wenn dies nur zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 

Verzögerungen führen würde, welche mit dem Interesse der betroffenen 

Parteien an einer zeitnahen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren 

wäre (BGE 137 I 195 E.2.3.2, 133 I 201 E.2.2; Urteile des Bundesgerichts 

1C_13/2012 vom 24. Mai 2012 E.2.1 und 1C_58 /2010 vom 22. Dezem-

ber 2010 E.2.1.3; RENÉ WIDERKEHR. in ZBl 111 (2010) S. 481 ff., "Die Be-

gründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV und die Heilung der Verletzung"; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_576/2008 vom 28. Oktober 2009 E.2.4.1; 

PVG 2011 Nr. 31 und 2008 Nr. 1 E.1b).   

c) Wie der strittigen Verfügung vom 18. November 2016 (beschwerdegegne-

rischen Akten [IV-act.] 183 bzw. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3) 

entnommen werden kann, wurde darin nur äusserst rudimentär (in bloss 

sieben Zeilen) zum Einwand vom 3. Mai 2016 bzw. 3. August 2016 der 

Beschwerdeführerin Stellung genommen und dadurch das rechtliche 

Gehör auf eine behördlich nachvollziehbare Begründung verletzt, da der 

Beschwerdeführerin keineswegs nachvollziehbar eröffnet wurde, weshalb 

und gestützt auf welche Grundlagen/Dokumente ihr Rentenbegehren ab-

gelehnt wurde. Dieses Versäumnis bei der Begründung der angefochte-

nen Verfügung kann im Grundsatz nicht erst vor dem streitberufenen Ge-

richt behoben und nachträglich 'geheilt' werden, was für sich alleine schon 

Grund genug wäre, um die angefochtene Verfügung zur vertieften Be-

gründung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Wie gesehen ist 

zwar richtig, dass die angefochtene Verfügung nur ungenügend begrün-

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det wurde, indessen war die Beschwerdeführerin - wie der Beschwerde 

vom 9. Januar 2017 selbst aufgrund ihres Inhalts und ihrer Tragweite zu 

entnehmen ist – durchaus in der Lage, die Verfügung substantiiert anzu-

fechten. Die Beschwerdeführerin konnte sich offenbar doch ein Bild darü-

ber machen, auf welche Arztberichte sowie Argumente sich die angefoch-

tene Verfügung stützte und es war ihr daher eine Auseinandersetzung mit 

der massgeblichen Problematik offenkundig möglich. Sodann konnte sich 

die Beschwerdeführerin im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels 

vor dem Verwaltungsgericht, das sowohl den Sachverhalt wie auch die 

Rechtslage frei überprüfen kann und damit volle Kognition hat, ausführlich 

äussern. Es ist damit zusammengefasst festzuhalten, dass die angefoch-

tene Verfügung zwar ungenügend begründet wurde, dieser Mangel vor-

liegend jedoch als nachträglich geheilt zu qualifizieren ist. Überdies würde 

eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Gewährung 

des rechtlichen Gehörs zu einem formalistischen Leerlauf sowie zu un-

nötiger Verfahrensverzögerung führen. Hinzu kommt, dass die Beschwer-

deführerin eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin nicht verlangt 

hat, sondern offensichtlich möglichst rasch eine materielle Entscheidung 

herbeiführen will. Diesem berechtigten Anliegen entspricht die zeitnahe 

Beurteilung der Streitsache in materieller Hinsicht am besten.

3. a) In materieller Hinsicht gilt es folglich die beantragte Rentenberechtigung 

anhand aller massgeblichen Unterlagen und Dokumente zu klären.

Die Beschwerdeführerin macht dazu geltend, die angefochtene Verfügung 

vom 18. November 2016 stütze sich nicht ausdrücklich auf das Gutachten 

C._____ vom 7. April 2016, auch wenn sich die Verweise 'auf Vorakten' 

und die Bejahung einer 100%igen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit offen-

kundig - und ausschliesslich – auf dieses beziehen würden. Dieses Vor-

gehen der Beschwerdegegnerin sei nicht nachvollziehbar. Soweit es um 

die Frage gehe, ob ein Asperger-Syndrom (mit dem heutigen Fachbegriff: 

Autismus-Spektrum-Störung) bestehe, erscheine das Gutachten selbst 

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einem interessierten Laien entweder auf geringen fachspezifischen 

Kenntnissen basierend und/oder stark vorurteilsgeprägt. So begnüge sich 

die Gutachterin, statt ein fachlich einwandfreies Adult Asperger Assess-

ment (AAA) vorzunehmen, mit einer eigenen Beurteilung "in Anlehnung 

an das AAA", was als ungenügend zu kritisieren sei. Die Autismus-

Spektrum-Abklärung durch die Psychiatrische Universitätsklinik (PUK) 

Zürich komme demgegenüber klar zum Schluss, dass eine Autismus-

Spektrum-Störung vorliege. Die Beschwerdegegnerin hätte also, wenn sie 

das Gutachten C._____ offen verwenden wollte, einleuchtend darlegen 

müssen, dass die Beurteilung durch die PUK Zürich unzutreffend sei, was 

sie sich zu Recht nicht zutraute. Damit verbiete es sich, auf die Beurtei-

lung der Gutachterin abzustellen, die Arbeitsfähigkeit sei zu 100 % gege-

ben, da diese klarerweise auf der falschen Prämisse beruhe, es bestehe 

keine Autismus-Spektrum-Störung. Das Gutachten C._____ vom 7. April 

2016 werde bestritten, da es einerseits in der Darlegung der medizini-

schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-

on nicht schlüssig sei und andererseits die vorhandenen Akten und ge-

klagten Beschwerden nicht in rechtsgenügender Weise würdige. Zur Be-

gründung werde auf die ausführliche Stellungnahme der behandelnden 

Fachärztin Dr. med. E._____ vom 23. Juli 2016 und die Autismus-

Spektrum-Abklärung der PUK Zürich vom 25. Oktober 2016 verwiesen, 

die beide als integrierende Bestandteile der vorliegenden Beschwerde zu 

betrachten seien (Beschwerde S. 7 f.). Zur Invaliditätsbemessung hält die 

Beschwerdeführerin fest, dass die abgeschlossene Berufsausbildung zur 

Kauffrau EFZ (Profil B) nicht mit dem Erwerb von "zureichenden berufli-

chen Kenntnissen" gleichzusetzen sei. Denn massgebend sei nicht der 

Berufsabschluss als solcher, sondern die mit der erworbenen Berufsaus-

bildung erzielbaren Erwerbseinkünfte. Wie bei Frühbehinderten üblich, sei 

zudem gar nicht klar, was die Beschwerdeführerin für eine Ausbildung 

absolviert hätte, wenn sie ohne Handicap zur Welt gekommen wäre. Aus 

all diesen Gründen seien die Voraussetzungen von Art. 26 Abs. 1 IVV er-

füllt. Das Valideneinkommen sei angesichts des Alters der Beschwerde-

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führerin daher auf Fr. 57'750.-- für das Jahr 2015 (bzw. auf Fr. 66'000.-- 

für 2016) zu beziffern. Das Invalideneinkommen sei entsprechend der 

Einschätzung im Schlussbericht der Werkstätte B._____ vom 3. Juni 2015 

auf max. Fr. 20'800.-- (13 x Fr. 1'600.--) festzusetzen, womit ein Invali-

ditätsgrad von über 40 % resultiere und die Beschwerdeführerin folglich 

rentenberechtigt sei (Beschwerde S. 11).

Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, dass für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit die RAD-Schlussbeurteilung von Dr. med. D._____ vom 

17. November 2016 massgebend sei. Seine Beurteilung stelle einen Ge-

samtwert der Arbeitsfähigkeit dar und beruhe auf dem psychiatrischen 

Gutachten von Frau med. pract. C._____ vom 7. April 2016, die in ihren 

Ergebnissen schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei argumen-

tiert habe. Der RAD-Arzt habe in seiner Beurteilung nachvollziehbar die 

Nähe der diagnostischen Zuordnungen zueinander aufgezeigt, was seiner 

Ansicht nach eher gegen eine autistische Störung und für eine Persön-

lichkeitsstörung spreche. Er halte fest, dass sowohl Menschen mit Autis-

mus wie auch Menschen mit schizoiden resp. ängstlichen Persönlich-

keitszügen regelhaft arbeitsfähig in adaptiertem Arbeitsumfeld seien und 

er das Gutachten C._____ für schlüssig halte (Vernehmlassung S. 10). 

Bei der Invaliditätsbemessung wird vorgebracht, dass die festgestellte Ar-

beitsfähigkeit von 100 % in adaptierter Tätigkeit wie der erlernten Tätigkeit 

als Kauffrau EFZ nicht zu beanstanden sei, womit auch das ermittelte In-

valideneinkommen von Fr. 52'000.-- (13 x Fr. 4000.--) korrekt sei. In An-

betracht der gutachterlich festgestellten vollen Arbeitsfähigkeit könne der 

Einschätzung des B._____ eines Invalideneinkommens von Fr. 20'800.-- 

nicht gefolgt werden. Beim Valideneinkommen könnte allenfalls (entgegen 

der angefochtenen Verfügung mit Fr. 52'000.--) nach Art. 26 Abs. 1 IVV 

auf ein Valideneinkommen von Fr. 66'000.-- (80 % von Fr. 82'500.--) ab-

gestellt werden, was einen IV-Grad von 21 % (anstatt 0 % laut Verfügung) 

ergäbe. Die angefochtene Verfügung sei deshalb zumindest im Ergebnis 

rechtens (Vernehmlassung S. 11).

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Aufgrund dieser gegensätzlichen Standpunkte der Parteien gilt es für das 

Gericht darzulegen und zu prüfen, wie es sich grundsätzlich mit dem An-

spruch auf eine Invalidenrente verhält (E.3b, hiernach), wie die Bestim-

mungen bei einer Frühinvalidität lauten (E.3c), welche Vorgaben bei der 

Beweiserhebung (E.3d) sowie bei die Beweiswürdigung (E.3e) für die Er-

mittlung der Arbeitsfähigkeit zu beachten sind und wie diese Leitvorgaben 

im konkreten Fall anzuwenden und umzusetzen sind. Insbesondere wird 

dabei zu prüfen sein, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das 

psychiatrische Gutachten von pract. med. C._____ vom 7. April 2016 ab-

gestellt hat (E.4a-g, hiernach). 

b) Ein Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes in-

valid ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursach-

te, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähig-

keit (Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), die die Folge von Geburtsge-

brechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Der renten-

begründende Invaliditätsgrad ist in diesem Fall aufgrund eines Einkom-

mensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-

tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 

und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inva-

lideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Validenein-

kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er-

folgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, wor-

auf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen 

lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleiches; BGE 

130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein rentenbegründender Invaliditäts-

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grad liegt vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten 

oder verbessern kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentli-

chen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf 

oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind diese 

Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Person nach Ablauf 

von sechs Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs, frühestens im 

Monat der Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 Abs. 1 IVG), bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali-

ditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

c) Gemäss Art. 16 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren 

und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in 

wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Er-

satz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der Versicher-

ten entspricht (Abs. 1). Der erstmaligen beruflichen Ausbildung gleichge-

stellt sind u.a. die Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf eine Tätigkeit 

in einer geschützten Werkstätte (Abs. 2 lit. a). Gemäss Art. 5 Abs. 1 der 

Verordnung zum Invalidenversicherungsgesetz (IVV; SR 831.201) gilt als 

erstmalige berufliche Ausbildung die berufliche Grundausbildung nach 

dem Berufsbildungsgesetz sowie, nach Abschluss der Volks- oder Son-

derschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die beruf-

liche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer ge-

schützten Werkstätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_837/2015 vom 23. 

November 2016 E.5.1-4). Schliesslich wird in Art. 26 Abs.1 IVV festgehal-

ten: Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichen-

den beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbseinkom-

men, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach Alter 

abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes 

- 15 -

gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik: 

Vor Vollendung des 21. Altersjahres 70 %; nach dem 21. bis zum 25. Al-

tersjahr 80 %; nach dem 25. bis zum 30. Altersjahr 90 % und danach 100 

%. Art. 26 Abs. 2 IVV bestimmt noch: Konnte die versicherte Person we-

gen der Invalidität eine begonnene berufliche Ausbildung nicht abschlies-

sen, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide er-

zielen könnte, dem durchschnittlichen Einkommen einer Erwerbstätigen 

im Beruf, für den die Ausbildung begonnen wurde (Urteil des Bundesge-

richts 9C_611/2014 vom 19. Februar 2015 E.5.2). Zur Erwerbsunfähigkeit 

hält Art. 7 Abs. 2 ATSG überdies fest, dass für deren Beurteilung aussch-

liesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich-

tigen seien. Eine Erwerbsunfähigkeit liege zudem nur vor, wenn sie aus 

objektiver Sicht nicht überwindbar sei (vgl. Resümee in BGE 141 V 281 

E.6).

d) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten einer Versicherten noch oder überhaupt eine Erwerbstätigkeit 

zugemutet werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall 

angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege-

benenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei können sich die 

IV-Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die Regio-

nalen Ärztlichen Dienste (Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die Berichte 

der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizinische 

Sachverständige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Die Aufgabe des Arztes 

besteht darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig − 

seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln 

fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjek-

tiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagno-

se zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür die 

Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der 

Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende 

- 16 -

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit Stel-

lung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, die er aus seiner Sicht so substan-

ziell wie möglich zu begründen hat. Die ärztlichen Auskünfte bilden so-

dann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Ar-

beitsleistungen der Versicherten im konkreten Fall noch zugemutet wer-

den können (BGE 140 V 193 E.3.2 mit weiteren Hinweisen).

e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Da-

nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas-

send und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be-

deutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-

sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 

das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab-

stellt (BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-

richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas-

send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-

schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-

ben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 

125 V 351 E.3a mit Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit 

Hinweisen). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

- 17 -

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-

würdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 

E.1a mit Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-

holten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund einge-

hender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-

gen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In 

Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der Er-

fahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.5, 

125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gutach-

ten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache al-

lein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versiche-

rungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf 

Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, wel-

che das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als be-

gründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, 

welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an 

die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab an-

zulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Beste-

hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-

klärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des Bun-

desgerichtes 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

- 18 -

4. a) Im konkreten Fall sind folgende fachärztlichen Gutachten und Kinderarzt-, 

Spezialarzt- und RAD-Berichte – im Wesentlichen kurz wiedergegeben - 

aktenkundig und für die Streitentscheidung über den Gesundheitszustand 

bzw. die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von Bedeutung:

Im Abklärungsbericht vom 12. Dezember 2003 der Kinder- und Jugend-
medizinerin Dr. med. F._____ wurde erkannt, dass die damals 6-jährige 
Versicherte als liebenswürdiges Mädchen erschienen sei. Sie sei moto-
risch (Grob- und Feinmotorik) zwar ungeschickt gewesen, aber ohne neu-
rologische Pathologie. Seit August 2003 (2. Primarklasse) habe sie eine 
neue Lehrerin, wobei sie leistungsmässig 'abhänge' (zu 80 % im Schulun-
terricht geistig nicht präsent). Sie könne dann schon wieder zurückgeholt 
werden, sei inzwischen aber im Rechnen und Lesen (langsam/stockend) 
schwach. In den Pausen hüpfe sie allein etwas seltsam herum, wolle nicht 
mit den andern Mitschülern spielen, wirke deshalb aber nicht traurig. Zu-
hause sei sie ganz gerne allein, reihe minutiös ihre Spielsachen oder an-
dere Dinge an speziellen Orten auf und bekomme einen Tobsuchtsanfall, 
wenn diese von den Eltern oder der jüngeren Schwester, die völlig un-
auffällig sei, zerstört werde. Die Mutter habe ihr auch gewisse hellseheri-
sche Fähigkeiten zugebilligt, wobei es nicht ganz einfach sei, zwischen 
spirituellen Erfahrungen und einer Krankheit zu trennen (IV-act. 79 S. 3 
f.).

Aus dem Untersuchungsbericht vom 27. November 2006 des Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienstes (KJPD) des Kantons Zürich (Oberarzt 
Dr. med. G._____) geht hervor, dass die Mutter der Versicherten eine 
komplikationslose Schwangerschaft/Geburt mit darauf unauffälliger Ent-
wicklung im Säuglingsalter erlebt habe. Für die Mutter sei die Tochter seit 
dem 3. Lebensalter leicht verhaltsauffällig gewesen. Mit 4 Jahren seien 
heftige Schreiattacken aufgetreten; im Kindergartenalter seien motorische 
Entwicklungsprobleme hinzugekommen (daher Ergotherapie). Aktuell 
bestünden aus Sicht der Eltern in der Primarschule die grössten Proble-
me, wobei sie leistungsmässig repetieren müsste. Sie sei dann wieder in 
der Mehrstufenklasse (Gemeinschaftsklasse 1-3), wobei die Eltern den 
Lehrer nicht als sehr kompetent erlebten. Das heute bereits 11-jährige 
Mädchen wirke innerlich angespannt und habe beim Sprechen oft eine 
stossende Atmung. Sie spreche deutsch (Muttersprache) mit französi-
schem Akzent (Vatersprache). Öfters schaue sie ins Leere, habe dann 
aber wieder sehr intensiven, fast etwas bohrenden Blickkontakt. Bezüg-
lich der durchgeführten Tests wurde festgehalten, dass sie beim Verhal-
ten und der sozialen Kommunikation (VSK) mit 23 Punkten deutlich über 
dem cut-off für eine autistische Störung liege. Nach dem Asperger-
Syndrom-Screening-Frage-bogen (hoher Wert, da 39 Punkte) sowie der 
Marburger Beurteilungsskala sei die Gesamtsumme in allen Einzelskalen 
deutlich über dem cut-off, was eben „sehr verdächtig auf ein Asperger-

- 19 -

Syndrom“ hindeute. Es wurde die Diagnose (ICD-10) bei „Asperger-
Syndrom F84.5“, aber keine Dia-gnosen für spezifische Entwicklungs-
störungen oder Körperkrankheiten gestellt. Die ermittelte Intelligenz – im 
SPD testpsychologisch erfasst – sei durchschnittlich gewesen (IV-act. 38 
S. 4 ff.). 

Im Arztbericht vom 2. Februar 2007 bestätigte der Kinder- und Jugend-
mediziner Dr. med. F._____ nochmals seine Einschätzung vom 12. De-
zember 2003. Weiter hielt er fest, eine einmalige psychiatrische Untersu-
chung durch Frau Dr. med. H._____, FMH in der Kinder- und Jugend-
psychiatrie von Z._____ im Kanton Waadt (die Familie sei bilingue), und 
eine genauere Abklärung durch Dr. med. G._____ vom Kinder- und Ju-
gendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich hätten jeweils die Dia-
gnose eines Asperger-Syndroms ergeben (IV-act. 28 S. 5).

Im Arztbericht vom 20. August 2007 hielt Dr. med. F._____ an der Dia-
gnose Asperger-Syndrom fest. Bei der Anamnese wurde vermerkt, dass 
die Beschwerdeführerin erstmals im November 2001 zur Behandlung er-
schienen sei und die Eltern damals berichteten, dass ihr Mädchen seit 
dem Alter von etwa 3 Jahren eine langsamere und andere Entwicklung 
habe, als z.B. die kleinere Schwester. Mit 6 Jahren habe sich erstmals 
gezeigt, dass die Beschwerdeführerin sowohl grob- als auch feinmoto-
risch ungeschickt sei, aber keine neurologische Pathologie aufweise. Im 
Winter 2003 hätten die Probleme begonnen, weshalb das Kind dem KJPD 
in Y._____ zugewiesen worden sei. Er selbst (Dr. med. F._____) hätte 
von Anfang an im Hinterkopf gehabt, dass es sich vorliegend um ein prä-
psychotisches oder psychotisches Verhalten handeln könnte. Die dortige 
Unterstützung habe den Eltern nicht die erwartete Hilfe und auch keine 
Diagnose erbracht. Im April 2006 seien die nun sehr verzweifelten Eltern 
wiedergekommen; inzwischen habe das Mädchen massive schulische 
Probleme gehabt und sei nun in ihrem ganzen Verhalten sehr viel auffälli-
ger als in den vergangenen Jahren gewesen. Sie sei dann von Dr. med. 
G._____ in Zürich – dem anerkannten Spezialisten für Autismus in der 
Schweiz – untersucht worden. Er (Dr. med. G._____) habe dann im No-
vember 2006 die Diagnose Asperger-Syndrom gestellt (IV-act. 52 S. 2 
und 3).

Im Antwortbericht vom 30. April 2007 hielt der RAD-Arzt I._____ auf An-
frage der IV-Stelle fest, dass die Diagnose des Asperger-Syndroms aus 
der Sicht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) zumindest wahr-
scheinlich sei, auch wenn sich Dr. med. G._____ des KJPD etwas verhal-
ten geäussert habe. Problem sei im konkreten Fall die Diagnosestellung 
im Alter von über 11 Jahren, da KSME 401.5 verlange, dass aus der 
Anamnese objektive und eindeutige Anhaltspunkte erkennbar seien, dass 
eine entsprechende Symptomatik schon vor dem 5. Lebensjahr manifest 
gewesen sei. Leichte Auffälligkeiten im 3. Lebensjahr, Schreiattacken im 
4. Lebensjahr und motorische Entwicklungsprobleme im Kindergarten 
seien aber keine eindeutigen Hinweise auf ein Asperger-Syndrom. Diese 

- 20 -

Symptome seien sicherlich nicht hochgradig (eindeutig) hinweisend auf 
ein Asperger-Syndrom. Selbst der, aufgrund der schulischen Probleme in 
der 2. Schulklasse eingeschaltete KJPD habe nicht die Diagnose Autis-
mus/Asperger gestellt. Es sei davon auszugehen, dass der KJPD die ob-
jektiven und eindeutigen Anhaltspunkte hätte erkennen müssen. Der RAD 
lehne deshalb die Übernahme von GG 401 ab (IV-act. 39 S. 1 f.).

Im Ergänzungsbericht vom 30. August 2007 hielt I._____ (RAD-
Ostschweiz) an seiner bereits zuvor geäusserten Gesamtbeurteilung fest, 
wonach aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht hinreichend nachge-
wiesen sei, dass schon vor dem 5. Lebensjahr der Versicherten eindeuti-
ge Symptome vorgelegen hätten, welche zur Diagnose infantiler Autismus 
(Asperger-Syndrom) geführt hätten. Ebenfalls wird darin noch festgehal-
ten, dass im Januar 2005 Abklärungen des Schulpsychologischen Diens-
tes Aufmerksamkeitsstörungen ergeben hätten (im Ergebnis: knappe au-
ditive Merkfähigkeit, Sprachverständnis nicht altersentsprechend, Konflik-
te zwischen Eltern und Lehrpersonen [Alter der versicherten Person da-
mals 9 Jahre 6 Monate]). Im November 2006 sei auch noch eine Diagno-
sestellung durch den Autismusspezialisten Dr. med. G._____ erfolgt (Alter 
der Versicherten damals 11 Jahre 4 Monate) (IV-act. 53 S. 1 ff.). 

Im Antwortbericht vom 11. Januar 2011 hielt derselbe RAD-Arzt I._____ 
noch fest, dass sich die Krankheit der Versicherten nicht geändert habe. 
Autismus/Asperger sei nicht heilbar. Alle Massnahmen seien aus diesem 
Grund rein symptomatisch (IV-act. 98 S. 1).

Laut RAD-Abschlussbericht vom 23. Februar 2011 (erstellt durch Dr. med. 
D._____, RAD-Ostschweiz) wurden in der Vergangenheit Sonderschul-
massnahmen bei Morbus Asperger bewilligt. Das Geburtsgebrechen (GG) 
401 sei abgelehnt worden, weil es nicht vor dem 5. Lebensjahr erkennbar 
gewesen sei. Der Morbus Asperger liege aber zweifelsohne vor und habe 
zu verschiedenen Behandlungen geführt (IV-act. 184 S. 9 unten). 

Im psychiatrischen Gutachten vom 7. April 2016 stellte med. pract. 
C._____, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnosen (oh-
ne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) akzentuierte Persönlichkeits-
züge mit schizoiden und ängstlichen Anteilen mit fliessendem Übergang 
zu einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 61.0) sowie 
anamnestisch Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (F 81). Bei 
der Explorandin sei in ihrem 12. Lebensjahr (11/2006) die Diagnose eines 
Asperger-Syndroms gestellt worden. In Anlehnung an das Adult Asperger 
Assessment (AAA) seien die Kriterien (fünf Bereiche) eines Asperger-
Syndroms im Erwachsenenalter geprüft worden. Von 22 Items (Merkma-
len) seien deren sieben bei der Explorandin vorgelegen, weshalb die Kri-
terien des AAA nicht erfüllt seien. Auch die weniger konkret formulierten 
Kriterien des Asperger-Syndroms nach der ICD-10 seien nicht erfüllt. Ins-

- 21 -

gesamt sei aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht festzuhalten, dass bei 
der Versicherten ein Asperger-Syndrom nicht (mehr?) vorliege. Die Ge-
samtarbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Kauffrau (mit Arbeits-
pensum 8.0-8.5 Std./pro Tag) wie in einer adaptierten Tätigkeit wurde von 
med. pract. C._____ auf 100 % geschätzt (IV-act. 160 S. 25, 30 f. und 34 
f.).

Im RAD-Verlaufsbericht vom 11. April 2016 resümierte Dr. med. D._____ 
die Erkenntnisse von med. pract. C._____ noch einmal (IV-act. 184 S. 
10). 

 
In ihrem Abklärungsbericht vom 23. Juli 2016 hielt Dr. med. E._____, 
FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, fest, dass 
sie ganz entschieden der Ansicht sei, dass bei ihrer Patientin ein Asper-
ger-Syndrom vorliege. Es fänden sich alle wesentlichen Symptome, 
sprachliche Auffälligkeiten, ungenügende averbale Kommunikation mit 
fehlendem Einfühlungsvermögen in andere und in sich selber. Daneben 
bestünden seit Jahren ständige Anzeichen von Überforderung: So Rück-
zug bei jeder Gelegenheit ins eigene Zimmer, motorische Ungeschicklich-
keit, Legasthenie, Rechenschwäche sowie Empfindlichkeit gegen Lärm. 
Die Beurteilung von med. pract. C._____ (100 % arbeitsfähig) wurde als 
völlig realitätsfremd bezeichnet. Ein internes Gespräch der RAD-Ärzte mit 
den Betreuern der geschützten Werkstätte B._____ würde wahrscheinlich 
bedeutend mehr zur Klärung des Falles beitragen (IV-act. 173 S. 21 und 
29 ff.).

Im Fachbericht 'Autismus-Spektrum-Abklärung' vom 25. Oktober 2016 der 
Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK), Oberarzt Dr. med. 
K._____ und Psychologin Dr. phil. L._____, wird festgehalten, dass sich 
anhand der klinischen Befunde, den fremdanamnestischen Angaben und 
den testpsychologischen Befunden (Autismus-Spektrum Screening) die 
Diagnose einer Autismus Spektrum Störung stellen lasse. Die frühere 
Einschätzung von Dr. med. G._____ von 2006 sei vollständig nachvoll-
ziehbar. Die soziale Kommunikation und Interaktion sei bei der Patientin 
deutlich erschwert, einerseits durch Schwierigkeiten, den emotionalen 
Zustand des Gegenübers einzuschätzen, andererseits durch Probleme in 
der nonverbalen Kommunikation. Sie lebe in sehr eingeschränktem Funk-
tionsradius und sei über weite Strecken auf Routinen angewiesen, wenn 
es um interpersonelle Anforderungen gehe. Zusätzlich zur Autismus Dia-
gnose gebe es deutliche Hinweise auf Einbussen des allgemeinen Leis-
tungsniveaus mit Verlangsamung des Arbeitstempos, Einbussen im Be-
reich der Exekutivfunktionen, Konzentrationsschwäche und Schwierigkei-
ten der sprachlichen Verarbeitung, die nicht autismusspezifisch seien, je-
doch durch die primäre Autismusproblematik verursacht würden. Arbeits-
medizinisch bestünden zeitlich überdauernd grosse Leistungseinbussen. 
Eine Erwerbsfähigkeit sei perspektivisch nur noch an einem den Bedürf-
nissen angepassten Arbeitsplatz und mit Einschränkungen möglich. Ideal 
wäre dabei ein Jobcoaching und eine dynamische Anpassung sowohl der 

- 22 -

quantitativen (z.B. 60 %), als auch der qualitativen (z.B. 50 %) Leistungs-
fähigkeit in einer realen Arbeitssituation (IV-act. 182 S. 4 zzgl. Testresul-
tate S. 5). 

Laut RAD-Beurteilung vom 17. November 2016 des Dr. med. D._____, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher die Patientin bereits 
mit Berichten vom 23. Februar 2011, 14. August 2015 und 11. April 2016 
arbeitsmedizinisch abgeklärt hatte, bestünden bei ihr zweifellos arbeitsre-
levante Einschränkungen. Diagnostisch seien sowohl Asperger-Syndrom 
als auch Persönlichkeitsstörungen Erkrankungen mit Beginn in jungem Al-
ter. Asperger träten in der Kindheit, Persönlichkeitsstörungen in der Kind-
heit und Jugend auf. Mitgeltende Begriffe beim Asperger-Syndrom seien 
'schizoide Störung des Kindesalters' resp. 'autistische Psychopathie', was 
die Nähe der Diagnose zu den Persönlichkeitsstörungen verdeutliche. Es 
würden also ähnliche Einschränkungen beschrieben, diagnostisch jedoch 
unterschiedlich zugeordnet, was für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit 
letztlich aber nicht relevant sei. Gerichtsnotorisch sei immerhin, dass bei 
der Patientin echtzeitliche Abklärungen oder sonstige Verdachtsmomente 
fehlten, welche für ein effektiv absonderliches Verhalten in den ersten fünf 
Lebensjahren gesprochen hätten (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts vom 
1. Februar 2008), was eher gegen eine autistische Störung bzw. eher für 
eine Persönlichkeitsstörung spreche. Sowohl Menschen mit Autismus als 
auch Menschen mit schizoiden resp. ängstlichen Persönlichkeitsstörun-
gen seien regelhaft arbeitsfähig in adaptiertem Arbeitsumfeld, wie etwa im 
IT-Bereich oder in der Radiologie. Die Gesamtbeurteilung der Gutachterin 
med. pract. C._____ vom 7. April 2016 sei einleuchtend ausgefallen, wo-
nach die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Kauffrau als auch 
in leidensadaptierter Tätigkeit 100 % betrage. Die gegenteiligen Beurtei-
lungen – insbesondere auch die letzte im PUK-Abklärungsbericht – ver-
möchten daran nichts zu ändern und weitere Abklärungen seien folglich 
nicht angezeigt (IV-act. 184 S. 13 f.). 

b) In Würdigung der soeben zitierten Gutachten, Facharzt-. Klinik- und RAD-

Berichte ist das streitberufene Versicherungsgericht vorliegend zur Über-

zeugung gelangt, dass aus medizinischer Sicht erhebliche Widersprüche 

sowohl bezüglich der korrekten Diagnosestellung als auch der daraus re-

sultierenden (Rest-)Arbeitsfähigkeit verblieben sind. Während die Kinder- 

und Jugendpsychiater Dr. med. G._____ (IV-act. 38) und Dr. med. 

E._____ (IV-act. 173) sowie im Besonderen auch die Autismus-Fachstelle 

der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (IV-act. 182) von einer Au-

tismus-Störung (als Sammelbegriff des Krankheitsbildes mit dem Subtyp 

"Asperger-Syndrom") ausgehen und deswegen von grossen Leistungs-

- 23 -

einbussen (Leistungsfähigkeit max. 50 % bis 60 %) die Rede ist, sind um-

gekehrt die psychiatrische Gutachterin med. pract. C._____ (IV-act. 160) 

und der RAD-Arzt Dr. med. D._____ (IV-act. 184) der Meinung, dass viel 

eher lediglich eine Persönlichkeitsstörung vorliege und die Beschwerde-

führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Kauffrau EFZ als auch in ei-

ner adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Dieser Widerspruch 

bezüglich der Diagnosen kann vom streitberufenen Gericht mangels fach-

licher Kompetenz nicht aufgelöst werden, sondern bedarf von Seiten der 

Beschwerdegegnerin – wie nachfolgend (E.4d-f) noch aufgezeigt wird - 

weiterer Abklärungen durch die externe Gutachterin med. pract. C._____, 

welche ihr Gutachten zu präzisieren und zu ergänzen hat. 

c) Für das Vorliegen eines Asperger-Syndroms spricht allerdings, dass Dr. 

med. G._____ im November 2006 aufgrund der durchgeführten Ab-

klärungstests (Asperger-Syndrom-Screening-Fragebogen und Bewertung 

gemäss Marburger Beurteilungsskala) festhielt, dass die erlangten Werte 

'sehr verdächtig auf ein Asperger-Syndrom' hindeuten würden. Er stellte 

deshalb die Diagnose (ICD-10) bei 'Asperger-Syndrom F84.5' und keine 

Diagnosen für spezifische Entwicklungsstörungen oder Körperkrankheiten 

(IV-act. 38 S. 8). Weiter hielt selbst der RAD-Arzt I._____ im April 2007 

fest, dass die Diagnose Asperger-Syndrom zumindest wahrscheinlich sei 

(IV-act. 39 S. 1 zuletzt). Sogar der erst später mit dem Fall befasste RAD-

Arzt Dr. med. D._____ hielt im Februar 2011 zunächst fest, der Morbus 

Asperger liege aber zweifelsohne (trotz verpasster Rügefrist) vor (IV-act. 

184 S. 9). In ihrem psychiatrischen Gutachten vom April 2016 stellte med. 

pract. C._____ erstmals die Diagnosen akzentuierte Persönlichkeitszüge 

mit schizoiden und ängstlichen Anteilen mit fliessendem Übergang zu ei-

ner kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 61.0) und anamnesti-

sche Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (IV-act. 160 S. 25). 

Insgesamt sei daher aus gutachterlicher-psychiatrischer Sicht festzuhal-

ten, dass bei der Explorandin ein Asperger-Syndrom nicht (mehr?) vorlie-

ge (IV-act. 160 S. 31). Diese Einschätzung widerspricht jedoch diametral 

- 24 -

den früheren Angaben des RAD-Arztes I._____, der ausdrücklich fest-

hielt, "Autismus/Asperger sei nicht heilbar" (IV-act. 98 S. 1). Im Ab-

klärungsbericht von Dr. med. E._____ vom Juli 2016 (IV-act. 173 S. 18) 

und im Bericht der Fachstelle der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich 

vom 25. Oktober 2017 werden zudem konkrete Verhaltensweisen der Be-

schwerdeführerin in alltäglichen Lebenssituationen dokumentiert und dar-

aus plausibel hergeleitet, weshalb die Diagnose Asperger-Syndrom zu-

treffend und demzufolge die frühere Einschätzung von Dr. med. G._____ 

von 2006 (IV-act. 38 S. 8) nachvollziehbar sei. So wurde im Bericht der 

Fachstelle der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich ausdrücklich fest-

gehalten, dass es zusätzlich zur Autismus Diagnose deutliche Hinweise 

auf Einbussen des allgemeinen Leistungsniveaus mit Verlangsamung des 

Arbeitstempos, Einbussen im Bereich der Exekutivfunktionen, Konzentra-

tionsschwäche und Schwierigkeiten der sprachlichen Verarbeitung gebe, 

die durch die primäre Autismusproblematik verursacht würden. Die quan-

titative Leistungsfähigkeit wurde von der psychiatrischen Universitätsklinik 

Zürich auf 60 %, die qualitative Leistungsfähigkeit auf 50 % geschätzt (IV-

act. 182 S. 4). Bereits im früheren Abklärungsbericht vom 23. Juli 2016 

äusserte Dr. med. E._____ die Ansicht, bei der Beschwerdeführerin liege 

ein Asperger-Syndrom vor, da sich alle wesentlichen Symptome für ein 

solche Diagnose fänden, ohne diese Einschätzung aber anhand konkreter 

Testresultate zu belegen. Die Beurteilung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 

wurde von ihr als völlig realitätsfremd bezeichnet und für weitere Auskünf-

te auf die Betreuer der geschützten Werkstatt B._____ verwiesen (IV-act. 

173 S. 21 und 29 ff.).

d) Daran vermögen die Angaben von med. pract. C._____ im Gutachten 

vom 7. April 2016 betreffend kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

100%iger Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als auch die diese An-

sicht bestätigende RAD-Beurteilung im 25. Oktober 2016 durch Dr. med. 

D._____ nichts zu ändern, weil die erstgenannte Gutachterin die Voraus-

setzungen für ein Adult Asperger-Syndrom (AAA) nicht genauer und 

- 25 -

nachvollziehbar darlegte, sondern lediglich das Resultat der Prüfung die-

ser Kriterien bekannt gab, ohne indessen das Ergebnis dieser Prüfung 

nachvollziehbar und überprüfbar zu belegen (IV-act. 160 S. 30). Dieses 

Versäumnis wird durch die Gutachterin med. pract. C._____ noch nach-

zuholen sein. Sodann liegen zwei neuere, nach dem Gutachten vom 7. 

April 2016 verfasste, anderslautende Beurteilungen vor, und zwar einer-

seits die Beurteilung von Dr. med. E._____ vom 23. Juli 2016 (IV-act. 

173) sowie andererseits die Autismus-Spektrum-Abklärung der Psychia-

trischen Universitätsklinik Zürich vom 25. Oktober 2016 (IV-act.182). Es 

ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegne-

rin diese dem Gutachten widersprechende Beurteilungen der Gutachterin 

med. pract. C._____ nicht zur Stellungnahme unterbreitet hat. Auch dies 

wird die Beschwerdegegnerin noch nachzuholen haben. 

Zur RAD-Beurteilung vom 25. Oktober 2016 gilt es festzuhalten, dass sich 

Dr. med. D._____ mit seinen eigenen Aussagen in der RAD-Abschluss-

beurteilung vom 23. Februar 2011 in Widerspruch setzte, weil er damals 

noch selber ohne Zweifel das Vorliegen der 'Morbus Asperger' bejahte 

(IV-act. 184 S. 9 unten). Offenkundig änderte er aber seine Meinung nach 

Kenntnisnahme des Gutachtens von med. pract. C._____ (IV-act. 184 S. 

10 und 13 f.). Um diesen späteren Meinungsumschwung einleuchtend 

und glaubwürdig zu erklären, wären aber weitere Erläuterungen der ex-

ternen Gutachterin med. pract. C._____ unerlässlich gewesen, weshalb 

der selbst vom RAD bestätigte Autismus nicht mehr vorliegen sollte, zu-

mal Autismus vom RAD-Arzt I._____ im Antwortbericht vom 11. Januar 

2011 zuvor noch als unheilbar bezeichnet wurde (IV-act. 98 S. 1). In Be-

zug auf das psychiatrische Gutachten vom 17. April 2016 von med. pract. 

C._____ ist insbesondere noch eine Ergänzung der Prüfung der Kriterien 

des Adult Asperger-Syndroms (AAA) einzuholen. Im Gutachten von med. 

pract. C._____ wurde nicht nach detaillierter und nachvollziehbarer Aus-

wertung entschieden, sondern bloss in  'Anlehnung' an die Kriterien eines 

AAA im Erwachsenalter, was, wie bereits erwähnt, als nicht ausreichend 

- 26 -

gewertet werden kann (IV-act. 160 S. 30). Die fünf Prüfungsbereiche (1. 

Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion; 2. Eingeschränkte, 

sich wiederholende und stereotype Verhaltens- und Interessenmuster; 3. 

Qualitative Beeinträchtigung der verbalen und nonverbalen Kommunikati-

on; 4. Beeinträchtigungen des Vorstellungsvermögens sowie 5. Notwen-

dige Bedingungen) sind dabei sorgfältig zu prüfen und im Einzelnen aus-

sagekräftig und nachvollziehbar zu bewerten, und nicht bloss das Resul-

tat "Kriterien des AAA bei der Explorandin nicht erfüllt" bekannt zu geben. 

Zudem haben sich ihre Ergänzungen im Sinne einer Stellungnahme auch 

noch auf den anderslautenden Bericht von Dr. med. E._____ sowie der 

Autismus-Fachstelle der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zu be-

ziehen und sich mit den dort enthaltenen Einschätzungen nachvollziehbar 

auseinanderzusetzen. Die ganze Sache ist demnach zur Vertiefung und 

zur Ergänzung der gutachterlichen Ausführungen durch die extern beige-

zogene Gutachterin med. pract. C._____ an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, da diese bei sich widersprechenden Berichten verpflich-

tet gewesen wäre, zur Klärung der Ungereimtheiten und Widersprüche 

noch einmal die externe Gutachterin zu kontaktieren und diese mit der 

Bereinigung der festgestellten Widersprüche zu beauftragen, um gestützt 

darauf zuverlässig verfügen zu können. 

e) Auch wäre es der Beschwerdegegnerin unbenommen, mittels Grundsatz-

abklärungen bei einer bisher nicht involvierten Fachstelle, erneute Ab-

klärungen über die noch offenen Fragen (Zuordnung Diagnose und Aus-

wirkungen auf Arbeitsfähigkeit) in Auftrag zu geben und bei Erhalt des 

entsprechenden Obergutachtens von neuem zu befinden. Klar ist bisher 

einzig, dass es zuvor (bis 2008) keine Zweifel an der Diagnose "Asperger-

Syndrom" gab (IV-act. 38 S. 8; IV-act. 39 S. 1; IV-act. 98 S. 1; IV-act. 160 

S. 30 f.; IV-act. 173 S. 21; IV-act. 182 S. 4 mit Testresultaten S. 5) und die 

Abweisung der Beschwerde gegen die erste Verfügung vom 5. Septem-

ber 2007 damals (2008) nur aus zeitlichen Gründen, d.h. infolge verspäte-

ter Geltendmachung des geklagten Leidens, und nicht nach materieller 

- 27 -

Prüfung des Anspruchs erfolgte. Mit anderen Worten waren die zeitlichen 

Voraussetzungen für einen Leistungsanspruch (GG 41) nicht erfüllt, da 

die Erkennbarkeit des entsprechenden Leidens nur bis zum 5. Lebensjahr 

zu IV-Leistungen berechtigt hätte (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden S 07 184 vom 1. Februar 2008 E.1e und f). Dazu 

kommt, dass im Abschlussbericht vom 3. Juni 2015 der Ausbildungsstätte 

B._____ für Körperbehinderte (IV-act. 141 S. 1) noch ausdrücklich und 

praxis-/realitätsnah festgehalten wurde, dass die Beschwerdeführerin we-

gen ihrer eingeschränkten Belastbarkeit, ihren Kommunikationsschwierig-

keiten im Sozial- und Arbeitsverhalten, wegen des verlangsamten Arbeits-

tempos und ihrer verminderten Flexibilität im ersten Arbeitsmarkt höchs-

tens noch in der Lage sei, ein Arbeitspensum von 80 % zu übernehmen, 

wobei sie (lediglich) noch eine Leistung von 50 % erbringen könne. Die-

sen Vorgaben sind bei Ergänzung des Gutachtens von med. pract. 

C._____ wie auch bei einem allfällig neu einzuholenden Gutachten zu 

beachten.

f) Aufgrund der aktenkundig bis zuletzt widersprüchlich gebliebenen Beur-

teilungen in den zitierten Facharztberichten und Gutachten drängt sich ei-

ne Ergänzung, Präzisierung und Vervollständigung des externen Gutach-

tens von med. pract. C._____ - veranlasst durch die Beschwerdegegnerin 

– aber bereits aus zeitlichen Gründen am ehesten auf. In diesem Sinne 

hat sich auch schon das Bundesgericht in BGE 137 V 210 E.4.4.1.4 

geäussert, indem es wegleitend festhielt: "Eine Rückweisung an die IV-

Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhe-

bung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem 

bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensga-

rantie) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine 

Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Aus-

führungen erforderlich ist" (vgl. ebenso Urteil 9C_646/2010 vom 23. Fe-

bruar 2011 E.4, SVR 201 IV Nr. 49 S. 151, 9C_85/2009 vom 15. März 

2010 E.3.5). 

- 28 -

g) Die Beschwerde erweist sich somit aufgrund der bisher widersprüchlichen 

Entscheidungsgrundlagen als materiell begründet und muss zur Beschaf-

fung und Umsetzung zuverlässiger Fakten noch einmal überarbeitet bzw. 

zur Beseitigung der festgestellten Mängel sowie zum Erlass einer neuen, 

begründeten Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen 

werden. Die angefochtene Verfügung ist folgerichtig aufzuheben.

h) Weitere Erörterungen zum Validen- und/oder Invalideneinkommen erübri-

gen sich damit, da dieses Zahlenmaterial zur Ermittlung des rentenrele-

vanten IV-Grads unmittelbar von den noch einzuholenden Erkenntnissen 

über die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin und das wirtschaftlich noch verwertbare Ausmass der Arbeitsfähigkeit 

abhängt bzw. die Ermittlung der Erwerbsfähigkeit (möglicher Verdienst mit 

und ohne Gesundheitsschaden) primär die Aufgabe der Beschwerdegeg-

nerin ist und nicht originäre Aufgabe der Rechtsmittelinstanz sein kann. In 

diesem Sinne ist die neue Verfügung folglich ebenfalls noch anzupassen. 

Immerhin kann festgehalten werden, dass sich die Parteien am Ende des 

Beschwerdeverfahrens wenigstens hinsichtlich der Höhe des Validenein-

kommens einig geworden sind, indem sie übereinstimmend zum Schluss 

kamen, dass das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin als Frühin-

valide nach Art. 26 Abs. 1 IVV Fr. 66'000.-- (mit Vollendung des 21. Le-

bensjahres, 80 % des aktuellen Medianwertes von Fr. 82'500.--) betragen 

würde, worauf die Parteien bei der Neuberechnung des IV-Grads behaftet 

werden dürfen, womit nur noch das Invalideneinkommen zu ermitteln ist.  

5. a) Die angefochtene Verfügung vom 18. November 2016 ist demnach nicht 

rechtens und aufzuheben, was zur Gutheissung der Beschwerde vom 9. 

Januar 2017 und zur Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwer-

degegnerin zu ergänzenden Abklärungen sowie zur Bestimmung der Ar-

beitsfähigkeit im Sinne der Erwägungen (s. E.4a-g) und gestützt darauf 

zur Ermittlung des Invalideneinkommens führt (s. E.4h), woraus dann erst 

- 29 -

der massgebende Invaliditätsgrad errechnet werden kann (s. E.3b-c). Die 

Beschwerdegegnerin hat infolgedessen zu gegebener Zeit unter Berück-

sichtigung der neu gewonnenen Faktenlage abermals zu verfügen.

b) Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung, Verweige-

rung oder Abänderung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Be-

schwerdeverfahrens rechtfertigt es sich, der unterliegenden Beschwerde-

gegnerin die Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden (vgl. dazu auch 

die Kostenregelung gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG).

c) Aussergerichtlich hat die Beschwerdegegnerin die obsiegende, anwaltlich 

durch den Rechtsdienst der Procap Schweiz vertretene Beschwerdefüh-

rerin gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG noch angemessen für die durch den 

Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu entschädigen (vgl. Art. 

78 Abs. 1 VRG). Es kann dabei unverändert auf die Honorarnote der An-

wältin der Beschwerdeführerin vom 5. April 2017 in der Höhe von insge-

samt Fr. 3'034.65 (gegliedert in: Arbeits-/Zeitaufwand 17.05 Std. zu redu-

ziertem Stundenansatz von Fr. 160.--/h [Fr. 2'728.--] plus Spesenpau-

schale 3 %  [Fr. 81.85] und 8 % Mehrwertsteuer [Fr. 224.80]) verwiesen 

und dieselbe unverändert übernommen werden (zur Reduktion des Stun-

denansatzes für Hilfsorganisationen – zu denen auch die Procap Schweiz 

zu zählen ist – vgl. PVG 2010 Nr. 31 und Nr. 32). In diesem Umfang hat 

die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin also noch eine separate 

Parteientschädigung zu bezahlen.

d) Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist damit hinfällig geworden, 

weil bei Gutheissung der Beschwerde die Gerichtskosten nicht zu Lasten 

der Beschwerdeführerin gehen und die Vertretungskosten durch die Zu-

- 30 -

sprechung der geltend gemachten Parteientschädigung abgegolten wird 

(vgl. dazu statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts Graubünden S 16 

40 vom 8. Februar 2017 E.3c in fine, U 12 75 vom 6. November 2012 

E.4a, U 10 129 vom 22. Februar 2011 E.4b in fine, S 07 206 vom 8. Ja-

nuar 2008 E.5, U 06 133 vom 16. Januar 2007 E.3b und U 05 31 vom 11. 

Oktober 2005 E.3 in fine).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufge-

hoben und die Sache an die IV-Stelle des Kantons Graubünden zur Vor-

nahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die IV-Stelle des Kantons Graubünden A._____ mit 

insgesamt Fr. 3'034.65 (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]