# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1209687f-b34d-595a-8f63-65af7d6b7ac3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 05.05.2022 110 2022 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2022-25_2022-05-05.pdf

## Full Text

1/7

Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2022/25

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 5. Mai 2022

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

und

Herrn D.________
Beschwerdegegner 1

Frau E.________
Beschwerdegegnerin 2

alle vertreten durch Herrn Fürsprecher F.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Spiez, Abteilung Bau, Sonnenfelsstrasse 4, 3700 
Spiez

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Spiez vom 15. Dezember 
2021 (Baugesuchs-Nr. 768/2019-0035; Dach) sowie die Verfügungen des Amts für Gemeinden 
und Raumordnung (AGR) vom 18. Dezember 2019 (G.-Nr. 2019.JGK.2572)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer ist Eigentümer der Parzelle Spiez Grundbuchblatt Nr. I.________. 
Darauf befinden sich ein Wohnhaus und eine Garage. Das Grundstück liegt in der 
Landwirtschaftszone. Aufgrund einer Voranfrage für die Verglasung des Vorplatzes besichtigte 
die Gemeinde die Liegenschaft am 18. Mai 2018 mit einer Vertretung des Amts für Gemeinden 
und Raumordnung (AGR). Mit Schreiben vom 11. Juli bzw. 7. August 2018 teilte sie dem 
Beschwerdeführer mit, das Verglasen des Vorplatzes sei nicht bewilligungsfähig, da das zulässige 
Erweiterungspotential ausserhalb der Bauzone bereits ausgeschöpft sei. Zudem seien Bauten und 
Anlagen entdeckt worden, die ohne Baubewilligung realisiert worden seien. Von der Möglichkeit 
zur Stellungnahme machte der Beschwerdeführer Gebrauch. Aufgrund einer baupolizeilichen 

BVD 110/2022/25 

2/7

Anzeige der Beschwerdegegnerschaft teilte die Gemeinde dem Beschwerdeführer mit Schreiben 
vom 13. November 2018 mit, sie sei auf weitere widerrechtlich erstellte Bauten und Anlagen 
aufmerksam gemacht worden. Sie gab ihm erneut Gelegenheit, sich zu äussern oder ein 
nachträgliches Baugesuch einzureichen. Von der Möglichkeit zur Stellungnahme machte der 
Beschwerdeführer Gebrauch. Zudem fand ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Gemeinde 
statt. Am 26. März 2019 reichte der Beschwerdeführer bei der Gemeinde Spiez ein nachträgliches 
Baugesuch ein für den Ersatz des Flachdachs auf dem bestehenden Anbau Nordwest durch ein 
Satteldach sowie für den Abbruch und Neubau der Garage. Dagegen erhob die 
Beschwerdegegnerschaft Einsprache. Da das AGR mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 die 
Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone lediglich für den Abbruch und 
Wiederaufbau der Garage erteilte, bewilligte die Gemeinde mit Bauentscheid vom 15. Dezember 
2021 einzig dieses Vorhaben. Für den Ersatz des Flachdachs auf dem Anbau Nordwest durch ein 
Satteldach erteilte sie gestützt auf die Verfügung des AGR den Bauabschlag und ordnete 
diesbezüglich die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes an. Gleichzeitig drohte sie die 
Ersatzvornahme und eine Busse bei Nichtbefolgung an.

2. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 9. Februar 2022 Beschwerde bei 
der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er beantragte sinngemäss die 
Aufhebung der Verfügung des AGR, soweit damit die Ausnahmebewilligung für das Bauen 
ausserhalb der Bauzone verweigert wird, sowie die Aufhebung des damit verbundenen 
Bauabschlags und der Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde betreffend das Satteldach auf 
dem Anbau. Er machte insbesondere geltend, die Wiederherstellung des ursprünglichen 
undichten Zustands mit circa 1000 Liter Wasser im Kiesbett mache keinen technischen Sinn, sei 
unverhältnismässig aufwändig und veraltet.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, führte den 
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das AGR beantragte in seiner Stellungnahem 
vom 21. Februar 2022 die Abweisung der Beschwerde und verwies auf seine Verfügung vom 18. 
Dezember 2019. Die Gemeinde Spiez verzichtete in ihrem Schreiben vom 1. März 2022 auf eine 
Stellungnahme und verwies auf ihren Bauentscheid. In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. März 
2022 beantragte die Beschwerdegegnerschaft die Abweisung der Beschwerde, soweit überhaupt 
darauf eingetreten kann. Sie machte insbesondere geltend, es gebe Hinweise, dass die 
Beschwerdefrist nicht eingehalten sei. Das Rechtsamt gab dem Beschwerdeführer Gelegenheit, 
sich zur Rechtzeitigkeit seiner Beschwerde zu äussern. Davon machte dieser mit Schreiben vom 
29. März 2022 Gebrauch. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid 
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Zuständigkeit, Legitimation und Form

a) Angefochten sind ein Bauentscheid mit Wiederherstellungsverfügung sowie die Verfügung 
des AGR gemäss Art. 25 Abs. 2 RPG2 und Art. 84 Abs. 1 BauG3. Diese können innert 30 Tagen 
seit Eröffnung bei der BVD angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 BauG in Verbindung mit Art. 84 
Abs. 4 BauG sowie Art. 49 BauG). Die BVD ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)
2 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

BVD 110/2022/25 

3/7

b) Zur Baubeschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). 
Zur Beschwerde gegen die Wiederherstellungsverfügung ist befugt, wer vor der Vorinstanz am 
Verfahren teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein 
schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG4). Der 
Beschwerdeführer, dessen nachträgliches Baugesuch teilweise abgewiesen wurde und der 
Adressat der Wiederherstellungsverfügung ist, ist durch den vorinstanzlichen Entscheid 
beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert.5

c) Nach Art. 32 Abs. 2 VRPG müssen Parteieingaben einen Antrag, die Angabe von Tatsachen 
und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; greifbare Beweismittel 
sind beizulegen. An Antrag und Begründung einer Laienbeschwerde werden praxisgemäss keine 
hohen Anforderungen gestellt. Es reicht aus, wenn aus dem Rechtsmittel ersichtlich ist, in welchen 
Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird. Die Begründung braucht 
zwar nicht zuzutreffen, muss aber insofern sachbezogen sein, als sie sich wenigstens in minimaler 
Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzt und sinngemäss darauf schliessen 
lässt, inwiefern dieser unrichtig sein soll.6 Der Beschwerdeführer hat seine als Beschwerde 
bezeichnete und unterschriebene Eingabe bei der zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht. 
Er stellt zwar keinen ausdrücklichen Antrag, aus seiner Eingabe lässt sich aber erkennen, dass er 
mit dem Bauabschlag für das Satteldach und der damit verbundenen Anordnung zur Wieder-
herstellung des rechtmässigen Zustands nicht einverstanden ist. Daraus ergibt sich, dass er 
insoweit sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügungen und die Erteilung der 
nachträglichen Ausnahme- und Baubewilligung für das Satteldach auf dem Anbau beantragt. Dem 
Antragserfordernis ist damit Genüge getan. Aus der Eingabe des Beschwerdeführers geht 
insgesamt hervor, dass die mit dem Bauabschlag verfügte Wiederherstellungsmassnahme 
technisch unsinnig, nicht verhältnismässig und veraltet seien. Damit wird genügend ersichtlich, 
weshalb die angefochtene Wiederherstellungsverfügung beanstandet wird. Die Beschwerde 
genügt damit den Formerfordernissen von Art. 32 Abs. 2 VRPG zumindest insoweit, als der 
Wiederherstellungsbefehl betroffen ist. Hingegen lässt sich der Beschwerde nicht entnehmen, 
weshalb die ablehnende Verfügung des AGR und der damit verbundene Bauabschlag für das 
Satteldach unrichtig sein sollen. In dieser Hinsicht fehlt es an einer rechtsgenüglichen 
Begründung, weshalb insoweit nicht auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 

2. Einhaltung der Beschwerdefrist

a) Umstritten ist, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Für die Beantwortung 
dieser Frage ist entscheidend, wann der angefochtene Entscheid dem Beschwerdeführer eröffnet 
wurde bzw. wann die Beschwerdefrist zu laufen begann. Die Bauabteilung der Gemeinde Spiez 
versandte den angefochtenen Bauentscheid vom 15. Dezember 2021 am gleichen Tag mit 
eingeschriebener Sendung an den Beschwerdeführer. Diese wurde dem Beschwerdeführer von 
der Post am 16. Dezember 2021 zur Abholung gemeldet. Da der Beschwerdeführer die Sendung 
in der Folge nicht abholte, wurde sie am 3. Januar 2022 mit dem Vermerk «nicht abgeholt» an die 
Gemeinde zurückgeschickt.7 Die Bauabteilung der Gemeinde stellte alsdann die Verfügung dem 
Beschwerdeführer am 10. Januar 2022 mit A-Post und mit einem Begleitschreiben, das auf den 
ersten, erfolglosen Zustellungsversuch hinwies, zu. Der Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, 
dass die Rechtsmittelfrist durch das Schreiben vom 10. Januar 2022 erst am 11. Januar 2022 

4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
5 Vgl. Michael Pflüger, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 9 
6 Statt vieler BVR 2006 S. 470 E. 2.4; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 13 
und 22
7 Vgl. dazu Sendungsnachverfolgung zur Sendung A.________sowie Zustellkuvert in den Vorakten

BVD 110/2022/25 

4/7

bzw. durch Erhalt/Öffnung der Post erst am 24. Januar 2022 zu laufen begonnen habe, weshalb 
die Beschwerde rechtzeitig eingereicht worden sei. Die Beschwerdegegnerschaft ist 
demgegenüber der Meinung, dass die Beschwerde verspätet eingereicht worden sei, weshalb 
nicht darauf einzutreten sei.

b) Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 40 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 BauG). Da es sich 
um eine gesetzliche Frist handelt, kann sie nicht verlängert werden (vgl. Art. 43 Abs. 1 VRPG). 
Die Beschwerdefrist beginnt am Tag nach der Zustellung des Entscheides bzw. der Verfügung zu 
laufen (Art. 41 Abs. 1 VRPG). Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom 
Bundesrecht oder vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden 
Werktag (Art. 41 Abs. 2 VRPG). Zur Wahrung der Frist muss die Beschwerde vor Fristablauf der 
Behörde, der schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 42 Abs. 1 und 2 VRPG). Verfügungen und 
Entscheide werden grundsätzlich durch die Post zugestellt. Eine Mitteilung, die nur gegen 
Unterschrift der Adressatin oder des Adressaten oder einer anderen berechtigten Person 
überbracht wird, gilt spätestens am siebten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellversuch als 
erfolgt (Art. 44 Abs. 3 VRPG).8 Diese Zustellfiktion gilt, wenn jemand mit der Zustellung eines 
Verwaltungsaktes rechnen muss. Das ist insbesondere der Fall in einem hängigen Verfahren, also 
während eines bestehenden Prozessrechtsverhältnisses. Dieses verpflichtet die Parteien, sich 
nach Treu und Glauben zu verhalten. Das heisst unter anderem, dass sie dafür zu sorgen haben, 
dass Verfügungen oder Entscheide grundsätzlich zugestellt werden können. Sie sind deshalb 
verpflichtet, ihre Post entgegenzunehmen oder, falls sie sich nicht an ihrem Wohnsitz aufhalten, 
dafür zu sorgen, dass sie Post dennoch erhalten. Das bedeutet insbesondere, dass sie sich die 
Post nachsenden lassen, einen Vertreter bestimmen oder eine Benachrichtigungsadresse 
mitteilen müssen.9 Die Zustellfiktion kann einer Partei nicht mehr entgegengehalten werden, wenn 
der letzte Kontakt mit der Behörde mehr als ein Jahr zurückliegt. Die Empfangspflicht bleibt jedoch 
bestehen. In diesem Fall kann von den Parteien zumindest verlangt werden, dass sie der Behörde 
Adressänderungen und länger dauernde Abwesenheiten melden. Hingegen kann ihnen eine 
Abwesenheit von wenigen Wochen nicht entgegengehalten werden.10 

c) Seit der Einreichung seines nachträglichen Baugesuchs am 26. März 2019 bestand 
zwischen dem Beschwerdeführer und der Gemeinde ein Prozessrechtsverhältnis. Den 
Beschwerdeführer traf somit eine Empfangspflicht, d. h. er musste dafür sorgen, dass ihm 
behördliche Akte zugestellt werden können. Mit Schreiben vom 28. September 2021 gab die 
Gemeinde dem Beschwerdeführer Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. Da der 
Beschwerdeführer die eingeschriebene Sendung nicht abholte, wurde sie an die Gemeinde 
zurückgesandt. Diese stellte dem Beschwerdeführer das Schreiben am 19. Oktober 2021 mit 
normaler Post erneut zu und gab ihm Gelegenheit, bis 10. November 2021 Schlussbemerkungen 
einzureichen. Von dieser Möglichkeit machte der Beschwerdeführer Gebrauch. Der letzte Kontakt 
mit der Behörde lag somit vorliegend bloss rund einen Monat und nicht mehr als ein Jahr zurück. 
Der Beschwerdeführer musste daher zum fraglichen Zeitpunkt mit der Zustellung von 
fristauslösenden Verfügungen rechnen. Er war nach Treu und Glauben verpflichtet, die Zustellung 
behördlicher Akte zu ermöglichen und entsprechende Sendungen entgegenzunehmen. Die 
Zustellfiktion nach Art. 44 Abs. 3 VRPG findet deshalb vorliegend grundsätzlich Anwendung. 

d) Der Beschwerdeführer beruft sich zwar nicht ausdrücklich auf den Vertrauensschutz, er 
macht aber geltend, das Schreiben der Gemeinde vom 10. Januar 2021 sei per A-Post und nicht 

8 Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 33 
9 Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 6; BGer 6B_324/2020 vom 7. September 2020, E. 1.2, mit weiteren Hinweisen
10 BGer 2P.120/2005 vom 23. März 2006 E. 4.2, publ. in BVR 2006 S. 378; BGer 6B_674/2019 vom 19. September 
2019, E. 1.4.3, mit weiteren Hinweisen

BVD 110/2022/25 

5/7

eingeschrieben erfolgt. Er sei vom 11. bis 21. Januar 2022 in Teneriffa gewesen. Er habe die 
Briefpost erst am 24. Januar 2022 aus dem Briefkasten entnommen, darunter auch den Brief der 
Gemeinde mit der Frist von 30 Tagen. Er habe seine Beschwerde daher fristgerecht eingereicht. 
Es stellt sich daher die Frage, ob der Beschwerdeführer annehmen durfte, die Rechtsmittelfrist 
habe erst mit dem Schreiben vom 10. Januar 2022 zu laufen begonnen. In diesem Fall wäre die 
Beschwerde vom 9. Februar 2022 innerhalb der dreissigtägigen Frist und damit rechtzeitig 
eingereicht worden. Die Behörde ist nur zu einer einmaligen Eröffnung ihres Verwaltungsakts auf 
dem Weg der postalischen Zustellung verpflichtet. Das gilt vor allem auch, wenn sie Kenntnis 
davon erhält, dass ein erster Zustellungsversuch gescheitert ist und gegebenenfalls die 
Zustellfiktion greift. Ob die Behörde in einem solchen Fall eine zweite Zustellung mit gewöhnlicher 
Post in die Wege leiten will, liegt in ihrem Ermessen. Wird ein Verwaltungsakt mehrmals eröffnet, 
so ist für den Fristenlauf grundsätzlich die erste rechtsgültige individuelle Zustellung massgebend. 
Im Einzelfall bleibt jedoch der Vertrauensschutz vorbehalten. Durfte die betroffene Person aus 
einer späteren Bekanntmachung in guten Treuen ableiten, erst diese löse den Fristenlauf aus, so 
ist sie in ihrem Vertrauen zu schützen.11 Eine solche vertrauensbegründende Auskunft kann etwa 
darin bestehen, dass der mit einer vorbehaltlosen Rechtsmittelbelehrung versehene 
Verwaltungsakt der oder dem Betroffenen noch vor Ablauf der Frist erneut zugestellt wird.12 Wer 
hingegen um die Fehlerhaftigkeit einer Vertrauensgrundlage weiss oder bei pflichtgemässer 
Sorgfalt um sie wissen müsste, verwirkt hingegen den Vertrauensschutz.13 Dem 
Beschwerdeführer hätte auffallen müssen, dass der Entscheid der Vorinstanz, der ihm als Beilage 
zum Schreiben vom 10. Januar 2022 zugestellt wurde, auf den 15. Dezember 2021 datiert war. 
Zudem wies die Vorinstanz den Beschwerdeführer im fraglichen Schreiben ausdrücklich darauf 
hin, dass sie ihm den Entscheid bereits mit Einschreiben vom 15. Dezember 2021 zugestellt habe, 
dass er diesen jedoch nicht abgeholt habe, weshalb sie ihm den Bauentscheid nochmals mit A-
Post zustelle. Es war somit klar, dass es sich dabei nicht um die Erst-, sondern um eine 
Zweitzustellung handelte. Unter diesen Umständen durfte der Beschwerdeführer nicht in guten 
Treuen davon ausgehen, dass die Beschwerdefrist erst durch das Schreiben vom 10. Januar 2022 
ausgelöst werde. Vielmehr wäre von ihm bei zumutbarer Sorgfalt zu erwarten gewesen, dass er 
bei der Vorinstanz oder bei einer Anwältin oder einem Anwalt Erkundigungen über den Lauf der 
Rechtsmittelfrist einholt.14 Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, eine 
Abholungseinladung erhalten zu haben, räumt er doch ein, dass die Angaben auf dem 
Sendeverlauf der Post korrekt sind. Wer die postalische Zustellung in Verletzung der 
Empfangspflicht selber vereitelt, kann sich nicht mit Erfolg auf den Grundsatz von Treu und 
Glauben berufen. Die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes sind damit nicht gegeben. 

e) Aus den vorangehenden Ausführungen ergibt sich für die vorliegende Streitigkeit 
Folgendes: Massgebend für den Beginn der Beschwerdefrist ist der erste erfolglose 
Zustellversuch des Entscheids vom 15. Dezember 2021. Dieser fand am 16. Dezember 2021 um 
12.03 Uhr statt (Abholungseinladung). Die siebentägige Frist bis zum Eintreten der Zustellfiktion 
endete deshalb 23. Dezember 2021. Da der Beschwerdeführer die Postsendung nicht abholte, 
galt der Entscheid auf diesen Zeitpunkt hin als zugestellt. Die 30-tägige Beschwerdefrist begann 
somit nach Ablauf der siebentägigen Abholfrist am 24. Dezember 2021 zu laufen. Weil der letzte 
Tag der Frist (22. Januar 2022) auf einen Samstag fiel, endete die Beschwerdefrist am Montag, 
24. Januar 2022 (vgl. Art 41 Abs. 2 VRPG). Die vom Beschwerdeführer am 9. Februar 2022 
eingereichte Beschwerde ist demnach zu spät eingereicht worden. Es kann deshalb nicht darauf 
eingetreten werden.

11 Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 16
12 BGE 115 Ia 12 E. 4; BVR 2003 S. 94 E. 3a; Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 57 mit weiteren Hinweisen
13 VGE 2019/277 vom 8. April 2021 E. 4.2
14 Vgl. dazu auch BGer 4A_53/2019 vom 14. Mai 2019, in Pra 108/2019 Nr. 109 E. 5.2 

BVD 110/2022/25 

6/7

3. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV15).

b) Der Beschwerdeführer hat zudem der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten zu 
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters der 
Beschwerdegegnerschaft gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer hat somit 
der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten von CHF 2'986.85 (inkl. Mehrwertsteuer und 
Auslagen) zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Auf die Beschwerde vom 9. Februar 2022 wird nicht eingetreten.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 800.– werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist. 

3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten im Betrag von 
CHF 2'986.85 (inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn C.________, eingeschrieben
- Herrn Fürsprecher F.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Spiez, Abteilung Bau, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

BVD 110/2022/25 

7/7

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in fünf Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.