# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42fa4aab-6528-5c65-9e02-58a7568823af
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.10.2010 A-527/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-527-2010_2010-10-19.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-527/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Beat Forster (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, 
Richter André Moser, 
Gerichtsschreiberin Michelle Eichenberger.

A._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Frei,
Beschwerdeführer,

gegen

Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen im 
Bereich Informations- und Objektsicherheit (IOS),
Papiermühlestrasse 20, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Personensicherheitsprüfung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-527/2010

Sachverhalt:

A.
A._______ ist als B._______ für das Eidgenössische Departement für 
Verteidigung,  Bevölkerungsschutz  und  Sport  (VBS)  tätig.  Er  ist  der 
C._______ zugeteilt und hat Zugang zu vertraulich und geheim klassi -
fizierten  Informationen  und  militärischen  Anlagen  der  Schutzzone  2 
und 3.

B.
Mit  Formular vom 7. Mai 2007 beantragte die Stelle Personelles der 
Armee,  Milizpersonal  Offiziere,  mit  Zustimmung  von  A._______  der 
Fachstelle für Personensicherheitsprüfung (Fachstelle), eine erweiterte 
Personensicherheitsprüfung durchzuführen.

C.
Das Bezirksgericht Zürich stellte am 18. Oktober 2007 der Fachstelle 
das  am  28.  April  2005  gegen  A._______  ergangene  rechtskräftige 
Strafurteil  inkl.  Verfügung  und  Anklageschrift  zu.  Hiernach  wurde 
A._______  des  unvollendeten,  untauglichen  Versuchs  der  sexuellen 
Handlungen mit Kindern sowie des fahrlässigen Vergehens gegen das 
Betäubungsmittelgesetz  vom 3. Oktober  1951 (BetmG,  SR 812.121) 
für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 5 Monaten Ge-
fängnis  verurteilt.  Die  Freiheitsstrafe  wurde  aufgeschoben  und  die 
Probezeit auf zwei Jahre angesetzt.

D.
Da  die  erweiterte  Sicherheitsprüfung  noch  nicht  abgeschlossen 
werden konnte, ermächtigte A._______ am 6. April 2009 und 26. Mai  
2009 die Fachstelle  mit  dem Formular "Fristverlängerung zur Daten-
erhebung",  innerhalb  der  nachfolgenden  sechs  Monate  sicherheits-
relevante  Daten  zu  erheben,  sowie  bei  den  zuständigen  Gerichten 
Kopien der begründeten Urteile einzuholen.

E.
Am 26. Mai  2009 wurde  A._______ durch  die  Fachstelle  persönlich 
befragt.

F.
Mit  Schreiben  vom  23.  November  2009  brachte  die  Fachstelle 
A._______ zur Kenntnis, sie beabsichtige aufgrund der durchgeführten 

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Personensicherheitsprüfung  eine  Risikoverfügung  mit  Auflagen  oder 
eine  negative  Risikoverfügung  zu  erlassen.  Sie  gab  A._______  die 
Gelegenheit,  bis  am  14.  Dezember  2009  zu  den  gemachten  Aus-
führungen schriftlich Stellung zu nehmen.

G.
Von  dieser  Gelegenheit  machte  A._______  mit  Schreiben  vom 
6. Dezember 2009 Gebrauch.

H.
Am  15.  Dezember  2007  [recte:  2009]  erliess  die  Fachstelle  eine 
negative Risikoverfügung.

I.
Gegen diese negative Risikoverfügung der Fachstelle (Vorinstanz) er-
hebt A._______ (Beschwerdeführer) am 28. Januar 2010 Beschwerde 
ans  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt  die  Aufhebung  der 
negativen und den Erlass einer positiven Risikoverfügung. Eventualiter 
sei die Sache zur Ergänzung der Sachverhaltsfeststellungen bzw. der 
Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

J.
Mit  Vernehmlassung vom 13. April  2010 schliesst  die Vorinstanz auf 
Abweisung der Beschwerde.

K.
Der Beschwerdeführer bestätigt mit seinen Schlussbemerkungen vom 
7. Juni 2010 seine gestellten Anträge.

L.
Auf weitere Vorbringen der  Parteien und die sich  bei  den Akten be-
findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  Art.  31  des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021),  sofern  sie  von  Behörden  erlassen  wurden,  die  gemäss 
Art. 33 VGG als  Vorinstanzen gelten,  und überdies  keine Ausnahme 
nach Art. 32 VGG vorliegt. Die Fachstelle ist eine Organisationseinheit 
des VBS. Sie gehört somit zu den Behörden nach Art. 33 Bst. d VGG 
und  ist  daher  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Die 
Personensicherheitsprüfung fällt nicht unter die Ausnahme von Art. 32 
Abs. 1 Bst. a  VGG betreffend das Gebiet  der  inneren und äusseren 
Sicherheit  (vgl.  THOMAS HÄBERLI,  in:  Marcel  Alexander  Niggli/Peter 
Uebersax/Hans Wiprächtiger [Hrsg],  Basler Kommentar zum Bundes-
gerichtsgesetz, Basel 2008, Art. 83 Rz. 24 sowie  HANSJÖRG SEILER,  in: 
Hansjörg  Seiler/Nicolas  von Werdt/Andreas Güngerich  [Hrsg.]  Hand-
kommentar  zum  Bundesgerichtsgesetz  [BGG],  Bern  2007,  Art.  83 
Rz. 17  mit  weiteren  Hinweisen).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist 
damit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.1 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt  (vgl. 
Art. 37 VGG).

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur 
Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung  hat.  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Adressat  der  an-
gefochtenen negativen Risikoverfügung zur Beschwerde legitimiert.

1.3 Auf  die  form-  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art.  50 
Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) gegen die Verfügung der Vorinstanz 
vom 15. Dezember 2009 ist daher einzutreten.

2.
Vorliegend hat  das Bundesverwaltungsgericht  zu prüfen,  ob ein hin-
reichender  Grund  ersichtlich  ist,  dass  die  Beurteilung  der  fach-
kundigen Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer in seiner Funktion 
ein  erhöhtes  Sicherheitsrisiko  im  Sinne  des  Bundesgesetzes  vom 

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21. März 1997 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit 
(BWIS,  SR  120)  darstellt,  anders  hätte  ausfallen  müssen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  hierbei  grundsätzlich  mit  un-
eingeschränkter  Kognition. Es  überprüft  die  angefochtene  Verfügung 
auf  Rechtsverletzungen  –  einschliesslich  unrichtiger  oder  unvoll-
ständiger  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und 
Rechtsfehler  bei  der  Ausübung  des  Ermessens  –  sowie  auf  Ange-
messenheit  hin  (Art. 49  VwVG).  Gerügt  werden  kann  also  auch  die 
Unangemessenheit  einer  angefochtenen  Verfügung  (Art. 49  Bst. c 
VwVG). Bei der Risikobeurteilung, mithin der Überprüfung der Integri -
tät  und  Vertrauenswürdigkeit,  der  Erpressbarkeit  sowie  des 
Reputationsverlusts und des Spektakelwerts, steht der Vorinstanz zum 
einen  ein  gewisser  Beurteilungsspielraum zu. Zum anderen  geht  es 
hierbei um die Beurteilung besonderer Umstände, für welche die Vor-
instanz  über  besondere  (Fach-)Kenntnisse  verfügt.  Das  Bundesver-
waltungsgericht  auferlegt  sich  deshalb  bei  der  diesbezüglichen  Be-
urteilung  eine  gewisse  Zurückhaltung. Soweit  die  Überlegungen  der 
Vorinstanz als sachgerecht erscheinen, ist deshalb nicht in deren Er-
messen  einzugreifen  (vgl.  zum  Ganzen:  Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-6121/2007 vom 3. April 2008 E. 5.2, A-3343/2007 
vom  5.  Dezember  2007  E.  3  und  A-3193/2006  vom 12. September 
2007 E. 2.2).

3.
Der  Beschwerdeführer  macht  vorab  eine  Verletzung  des  rechtlichen 
Gehörs  geltend,  indem  es  die  Vorinstanz  unterlassen  habe,  eine 
Prüfung  der  Verhältnismässigkeit  vorzunehmen. Denn  in  dieser  Hin-
sicht  sei  die Verfügung ungenügend begründet  und damit  auch sein 
rechtliches Gehör verletzt.

3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung vom 18. April  1999 (BV, SR 101) und verleiht 
den  von  einem  zu  treffenden  Entscheid  Betroffenen  verschiedene 
Mitwirkungsrechte. Das rechtliche Gehör umfasst  diverse Teilgehalte, 
so  das  Recht  auf  Informationen  über  den  Verfahrensausgang,  die 
Möglichkeit  sich  zu äussern,  bevor  entschieden wird,  und dabei  an-
gehört  zu werden, das Recht auf  Akteneinsicht  sowie auf  einen be-
gründeten Entscheid (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren 
und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998, 
Rz. 129;  JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER,  Grundrechte  in  der 
Schweiz, 4. Aufl., Bern 1999, S. 846 ff.). Der Anspruch auf rechtliches 

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Gehör  ist  formeller  Natur,  was  bedeutet,  dass  eine  Verletzung  des-
selben grundsätzlich zur Aufhebung des Entscheids führt, ungeachtet 
der  Erfolgsaussichten  der  Beschwerde  in  der  Sache  selbst.  In  der 
Praxis  ist  die  Heilung  einer  Gehörsverletzung  aber  dann  möglich, 
wenn  die  Beschwerdeinstanz  in  denjenigen  Fragen,  in  denen  das 
rechtliche  Gehör  verletzt  worden  ist,  dieselbe  Überprüfungsbefugnis 
hat  wie  die  Vorinstanz  und  entsprechend  das  Versäumte  nachholen 
kann (BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 127 V 437 
E. 3d.aa mit Hinweisen sowie Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-3123/2008  vom  27.  April  2010  E.  2.2.3  und  A-102/2010  vom 
20. April 2010 E. 3 ).

3.2 Art. 35 Abs. 1 VwVG schreibt in gesetzlicher Konkretisierung des 
Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  die  Begründungspflicht  bei  schrift-
lichen Verfügungen vor. Der Bürger soll wissen, warum eine Behörde 
entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines Ent-
scheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn ge-
gebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn 
er sich ein Bild über die Tragweite des Entscheids machen kann. In 
diesem  Sinne  müssen  wenigstens  kurz  die  Überlegungen  genannt 
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich 
ihr  Entscheid stützt. Das bedeutet  indessen nicht,  dass sich die Be-
hörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen  Einwand  auseinandersetzen  müsste.  Vielmehr  kann  sie 
sich  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  be-
schränken. Die  Behörde hat  demnach in der  Begründung ihres Ent -
scheids diejenigen Argumente aufzuführen, die tatsächlich ihrem Ent-
scheid zugrunde liegen (BGE 126 I 97 E. 2b und Urteil  des Bundes-
gerichts 1E.1/2006 vom 12. April 2006 E. 3 je mit Hinweisen; vgl. auch 
LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begründungspflicht, Bern 1998, S. 22 ff.). 

Diesen  Anforderungen  wird  der  Entscheid  der  Vorinstanz  gerecht. 
Diese hat sich in ihrer Verfügung – wenn auch nicht ausführlich – zur  
Verhältnismässigkeit geäussert. Der Beschwerdeführer war sich denn 
auch, wie sich an den Vorbringen in der Beschwerde zeigt,  über die 
Tragweite des angefochtenen Entscheids im Klaren und ohne weiteres 
imstande, diesen sachgerecht  anzufechten. Der Vorwurf  der mangel-
haften  Begründung  bzw.  der  Verweigerung  des  rechtlichen  Gehörs 
erweist sich damit als unbegründet. Zudem hat sich die Vorinstanz im 
Rahmen  ihrer  Vernehmlassung  ausführlich  mit  der  Frage  der  Ver-
hältnismässigkeit  auseinandergesetzt  und  der  Beschwerdeführer  er -

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hielt  in  der  Folge  die  Möglichkeit,  sich  hierzu  in  seinen  Schluss-
bemerkungen zu äussern. Der Beschwerdeführer konnte folglich seine 
Argumente  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vor-
bringen. Das Bundesverwaltungsgericht  hat  volle  Kognition  (vgl. E. 2 
hiervor)  und damit  die Möglichkeit,  die Argumente des Beschwerde-
führers im gleichen Umfang zu prüfen wie die Vorinstanz, weshalb eine 
allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs ohnehin als geheilt zu be-
trachten wäre.

4.
Ziel der Personensicherheitsprüfung ist es, bei Personen, welche eine 
nach Art. 19 Bst. a-e BWIS sensible Arbeit verrichten oder verrichten 
würden,  Sicherheitsrisiken  aufzudecken.  Nach  Art. 20  Abs. 1  BWIS 
werden  im  Rahmen  der  Personensicherheitsprüfung  sicherheits-
relevante  Daten  über  die  Lebensführung  der  betroffenen  Person er-
hoben, insbesondere über ihre engen persönlichen Beziehungen und 
familiären  Verhältnisse,  ihre  finanzielle  Lage,  ihre  Beziehungen  zum 
Ausland und Aktivitäten, welche die innere und äussere Sicherheit in 
rechtswidriger  Weise  gefährden  könnten.  Über  die  Ausübung  ver-
fassungsmässiger  Rechte  werden  keine  Daten  erhoben.  Das  BWIS 
dient der Sicherung der demokratischen und rechtsstaatlichen Grund-
lagen  der  Schweiz  sowie  dem Schutz  der  Freiheitsrechte  ihrer  Be-
völkerung  (Art. 1  BWIS).  Der  Bundesrat  hat  in  der  Botschaft  aus-
geführt, eine der heikelsten und intensivsten Bedrohungen der inneren 
Sicherheit  entstehe  dann,  wenn  an  besonders  wichtigen  Schlüssel-
positionen eingesetzte Personen Verrat übten, gegen den Staat selber 
arbeiteten  oder  seine  Institutionen  auf  rechtswidrige  Art  verändern 
wollten.  Es  sollten  nur  Personen  eingesetzt  werden,  die  nicht  er-
pressbar seien und Gewähr böten, das ihnen entgegengebrachte Ver-
trauen  nicht  zu  missbrauchen  (BBl  1994  II  1147).  Als  Sicherheits-
risiken  im  Sinne  des  BWIS  gelten  insbesondere  Terrorismus,  ver-
botener  Nachrichtendienst,  gewalttätiger  Extremismus,  kriminelle 
Handlungen,  Korruption,  finanzielle  Probleme,  Abhängigkeiten,  Er-
pressbarkeit  und exzessiver Lebenswandel  (vgl. Urteile  des Bundes-
verwaltungsgerichts  A-7894/2009  vom  16.  Juni  2010  E.  3  und 
A-3627/2009 vom 21. August 2009 E. 2 mit Hinweisen).

Die Fachstelle erlässt eine Verfügung über das Ergebnis der Sicher -
heitsprüfung. Sie kann eine positive Risikoverfügung, eine Risikover-
fügung  mit  Auflagen,  eine  negative  Risikoverfügung  oder  eine  Fest-
stellungsverfügung  erlassen  (Art. 21  Abs. 1  Bst. a-d  der  Verordnung 

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vom  19. Dezember 2001  über  die  Personensicherheitsprüfungen 
[PSPV, SR 120.4]).

5.
Es ist festzuhalten, dass nicht massgebend ist,  ob den Beschwerde-
führer am Vorliegen eines allfälligen Sicherheitsrisikos ein Verschulden 
trifft oder nicht. Weiter dürfen in die Beurteilung des Sicherheitsrisikos 
keine sozialen Überlegungen einfliessen. Nicht relevant ist ferner die 
Qualität  der  Arbeitsleistung  des Beschwerdeführers  (vgl. Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-7894/2009  vom  16.  Juni  2010  E.  4, 
A-802/2007  vom  3. Dezember 2007  E. 5  und  A-705/2007  vom 
6. August 2007 E. 5). Soziale Aspekte und die positive Arbeitsleistung 
des Beschwerdeführers können hingegen vom Arbeitgeber beim Ent-
scheid  über  die  Form  der  Weiterbeschäftigung  mitberücksichtigt 
werden,  zumal  dieser  nicht  an  die  Beurteilung  der  Fachstelle  ge-
bunden ist (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 BWIS).

Ferner ist zu beachten, dass nicht jede Verurteilung wegen kriminellen 
Handlungen eine Person zum Sicherheitsrisiko macht. Auszugehen ist 
von der Art des Delikts, den Umständen und den Beweggründen der 
Delinquenz. Nachzugehen ist den damaligen Umständen, d.h. es ist zu 
fragen,  ob diese Faktoren Rückschlüsse auf  Charakterzüge des Be-
schwerdeführers  zulassen,  die  einen  Risikofaktor  darstellen.  Weiter 
spielt eine Rolle, ob es sich um ein einmaliges Vergehen handelt oder 
ob der Betroffene wiederholt  delinquiert  hat  oder  ob gar davon aus-
gegangen werden  muss,  dass  Wiederholungsgefahr  besteht.  Zu  be-
rücksichtigen ist auch, wie lange das Delikt beziehungsweise die Ver-
urteilung zurückliegt. Auch die Höhe der Strafe ist für sich allein nicht  
entscheidend;  ist  das  Strafmass  aufgrund  einer  herabgesetzten  Zu-
rechnungsfähigkeit tief ausgefallen, kann gerade dieser Umstand An-
lass  zu  besonderer  Vorsicht  sein.  Bei  der  Beurteilung  des  sich  im 
Delikt  manifestierenden Sicherheitsrisikos muss aber auch der Frage 
nachgegangen  werden,  ob  seither  Umstände  hinzugetreten  sind, 
welche  die  Verurteilung  in  den  Hintergrund  treten  oder  anders  be-
urteilen  lassen,  d.h. ob sich  die  Risikobeurteilung zugunsten der  zu 
überprüfenden  Person  geändert  hat.  Vorab  sind  die  Umstände  des 
Einzelfalls  massgebend  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-7894/2009  vom  16.  Juni  2010  E.  4  und  A-802/2007  vom 
3. Dezember  2007  E. 6.5  sowie  Urteil  der  Rekurskommission  VBS 
470.10/04 vom 19. November 2004 E. 5.d).

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6.
Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer in seiner Funktion ein erhöhtes 
Sicherheitsrisiko im Sinne des BWIS darstellt (vgl. E. 4 und 5 hiervor).  
Hierbei ist die genaue Funktion bzw. Tätigkeit der betroffenen Person 
bzw.  deren  Sicherheitsempfindlichkeit  entscheidend.  Je  höher  die 
Sicherheitsempfindlichkeit ist, desto eher liegt ein Sicherheitsrisiko vor 
(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-7894/2009 vom 16. Juni 
2010 E. 6).

6.1 Der  Beschwerdeführer  führt  aus,  er  lebe  heute  in  einer 
registrierten  Partnerschaft,  worüber  sein  Arbeitgeber  informiert  sei. 
Damit  sei  seine  sexuelle  Orientierung  seit  längerem  nach  aussen 
bekannt und somit aus Sicherheitsgründen weder im Bereich der Er-
pressbarkeit  problematisch  noch  dürfe  daraus  auf  ein  Reputations-
risiko geschlossen werden. Im Zusammenhang mit dem Strafurteil sei  
festzuhalten, dass er in die Fänge einer verdeckten Ermittlung geraten 
sei – von der unklar sei, ob sie korrekt abgelaufen sei –, der von ihm 
benutzte Chatroom auf volljährige Teilnehmer ausgerichtet und keine 
vollendete  Tatbegehung  zu  beurteilen  gewesen  sei.  Hinsichtlich  der 
Widerhandlung gegen das BetmG sei  er  nicht  selber aktiv deliktisch 
tätig  geworden,  sondern  habe  "nur  die  gebotene  Kontrolle  seiner 
Wohnung" unterlassen. Des Weiteren habe er am 18. Dezember 2009 
den Chef D._______ über seine Verurteilung informiert. Dieser stimme 
mit der Beurteilung der Vorinstanz nicht überein, was er schriftlich be-
stätigt habe. Die strafrechtliche Beurteilung des Vorfalls aus dem Jahre 
2003  sei  längst  abgeschlossen  und  die  Probezeit  des  Urteils  ab-
gelaufen.  Abgesehen  von  der  Verurteilung  im  Jahre  2005  sei  er  in 
keinster Weise strafrechtlich aufgefallen. Zudem besuche er aufgrund 
der  heutigen Lebenssituation  keine Chatrooms mehr  wie 2003. Dies 
lasse das Rückfallrisiko in den Hintergrund treten. Eine psychologische 
Betreuung lehne er ab, weil in der jetzigen Lebenssituation eine solche 
Tat nicht mehr vorkommen könne. Die Verurteilung sei folglich weit in 
den Hintergrund gerückt und ein konkretes Erpressungsrisiko bestehe 
in  der  heutigen  Situation  nicht  mehr.  Ebenso  reduzierten  sich  das 
Reputationsrisiko und der Spektakelwert  ganz massgeblich. Der Ent-
scheid  sei  denn  auch  nicht  verhältnismässig.  Durch  die  negative 
Risikoverfügung erleide er praktisch ein Berufsverbot in der Schweiz. 
Eine Rückkehr in die zivile Luftfahrt sei angesichts seines Alters nicht  
denkbar.  Denn  das  Maximalalter  für  einen  Wiedereinstieg  bei  der 
Swiss liege bei 35 Jahren, er aber sei 40 Jahre alt. Darüber hinaus sei 
das konkrete Schutzbedürfnis des Staates durch die Vorinstanz nicht 

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begründet worden. Schliesslich beruhten die Altersangaben zu seinem 
ehemaligen Mitbewohner auf  einem Missverständnis. Dieser sei zum 
damaligen Zeitpunkt  bereits 23 Jahre alt  gewesen und von einer In-
kaufnahme einer sexuellen Handlung mit  Minderjährigen oder einem 
diesbezüglichen mangelnden Gefahrenbewusstsein könne damit nicht 
die Rede sein. 

6.2 Die  Vorinstanz  hält  dem  insbesondere  entgegen,  der  Be-
schwerdeführer  verkenne,  dass  nicht  per  se  seine  sexuelle 
Orientierung problematisch erscheine, sondern dass er in deren Aus-
übung  den  legalen  Bereich  verlassen  habe  und  strafrechtlich  in  Er-
scheinung getreten sei. Er sei  unter anderem wegen unvollendetem, 
untauglichem Versuch der sexuellen Handlungen mit Kindern verurteilt 
worden.  Im  Zusammenhang  mit  dieser  Neigung  weise  er  eine 
mangelnde Selbstkontrolle, ein mangelndes Gefahrenbewusstsein und 
eine  erhöhte  Aktivierbarkeit  auf,  womit  Mängel  hinsichtlich  seiner 
Integrität  vorhanden seien. Eben diese Eigenschaften seien aber für 
die Übernahme einer Vertrauensfunktion in der Schweizer Armee und 
den Zugang zu klassifizierten Informationen von Bedeutung. Der Be-
schwerdeführer  zeige  sich  wenig  einsichtig,  was  seine  Vertrauens-
würdigkeit und Integrität schmälere. Aus diesen Gründen werde beim 
Beschwerdeführer  bei  seiner  militärischen  Verwendung  ein  erhöhtes 
Sicherheitsrisiko generiert. Des Weiteren beseitige die Information des 
Arbeitsumfelds  nur  die  Gefahr,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  der 
Drohung  erpresst  werde,  Kollegen  bzw.  Vorgesetzte  über  die  Ver-
urteilung zu informieren. Der Beschwerdeführer habe Angst vor dem 
Bekanntwerden seiner Verurteilung und sein privates Umfeld sei  nur 
teilweise über diese informiert. Im Bereich der Erpressbarkeit sei folg-
lich  von  einem  grundsätzlichen  Sicherheitsrisiko  auszugehen. 
Schliesslich  geniesse  die  Schweizer  Armee  ein  sogenanntes 
Institutionenvertrauen in der Bevölkerung. Alleine die Verurteilung be-
treffend das BetmG sei so brisant, dass bei einem Bekanntwerden ein 
Schaden und damit ein Reputationsverlust zum Nachteil der Luftwaffe 
entstehe. Durch den Versuch der  sexuellen Handlungen mit  Kindern 
habe er genauso eine Schädigung der Schweizer Armee bewusst oder 
unbewusst  in  Kauf  genommen. Der  Zusammenhang einer  konkreten 
Bedrohung  des  Institutionenvertrauens  durch  wahrscheinliche  Ge-
fährdungen  wie  mangelnde  Integrität/Vertrauenswürdigkeit  und  Er-
pressung sei konkret gegeben, was gezielte Sabotageakte durch Dritte 
begünstigen könne. Der Spektakelwert  bei einer Weiterbeschäftigung 
des  Beschwerdeführers  in  der  sicherheitsempfindlichen  Funktion  als 

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B._______ in Verbindung mit dem Eintreten eines solchen Ereignisses 
beurteile  sie  folglich  als  hoch.  Zusammenfassend  biete  der  Be-
schwerdeführer  keine  Gewähr  für  einen  zuverlässigen  und  ver-
trauenswürdigen  Umgang  mit  klassifizierten  Informationen.  Darüber 
hinaus habe sie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachtet. Der 
Erlass einer negativen Risikoverfügung erfülle den Zweck, ein Sicher-
heitsrisiko  zu  vermeiden.  Da  keine  durch  sie  zu  definierenden  Auf-
lagen als milderes Mittel  erkennbar seien,  welche in kurzer Zeit  und 
nachhaltig  die  festgestellten  Auslösepotentiale  und  das  daraus 
resultierende  Risiko  reduzieren  würden,  sei  die  erfolgte  Verfügung 
auch erforderlich. Bei der Interessenabwägung sei zu berücksichtigen, 
dass  die  sicherheitsempfindliche  Funktion  des  Beschwerdeführers 
beim Eintreten eines Ereignisses Schadenspotentiale verschiedenster 
Art  beinhalte. In der Privatwirtschaft  existierten schliesslich für einen 
40-jährigen B._______ mit entsprechender Berufserfahrung adäquate 
Stellen,  die  keiner  Personensicherheitsprüfung  bedürften.  Das 
öffentliche Interesse an der inneren Sicherheit wiege folglich schwerer 
als der Eingriff in die privaten Interessen des Beschwerdeführers.

6.3 Der  Beschwerdeführer  anerkennt,  dass  er  eine  grundsätzlich 
sicherheitsempfindliche  Funktion  ausübt.  In  seinen  Schluss-
bemerkungen bringt  er  jedoch vor, in der Praxis  sei  ihm als  geheim 
klassifiziertes Material  nicht zugänglich. Massgebend ist  aber einzig, 
dass er als B._______ bei der F._______ eingeteilt ist, welche unein-
geschränkten  Zugang  zu  vertraulich  und  geheim  klassifizierten 
Informationen,  militärischen  Anlagen  der  Schutzzone  2  und  3  und 
geheimem Armeematerial  hat.  In  seiner  Beschwerde  räumt  er  denn 
auch ein,  seine Funktion  sei  grundsätzlich  sicherheitsempfindlich. In 
Anbetracht dessen hat die Vorinstanz die Funktion des Beschwerde-
führers  zu  Recht  als  besonders  sicherheitsempfindlich  eingestuft, 
welche  beim  Eintreten  eines  Ereignisses  Schadenspotentiale  ver-
schiedenster Art beinhaltet.

6.3.1 Im  Jahre  2003  hat  sich  der  Beschwerdeführer  des  unvoll -
endeten, untauglichen Versuchs der sexuellen Handlungen mit Kindern 
sowie  des  fahrlässigen  Vergehens  gegen  das  BetmG  schuldig  ge-
macht.  Hierfür  wurde  er  mit  Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich  vom 
28. April  2005 zu einer Freiheitsstrafe von 5 Monaten Gefängnis ver-
urteilt. Die Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 
zwei Jahre angesetzt.

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6.3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe ein-
zig  auf  seine  Aussagen  anlässlich  der  durchgeführten  Einvernahme 
abgestellt. Sie habe es unterlassen, Qualifikationen des Arbeitgebers 
beizuziehen,  welche  besser  geeignet  seien,  seine  Persönlichkeit  zu 
erfassen. In diesen werde er in einer Art und Weise qualifiziert, die mit  
den  Schlussfolgerungen  der  Vorinstanz  in  diametralem  Gegensatz 
stehe. 

Dass die Vorinstanz weder die lohnrelevanten Beurteilungen noch die 
erhaltene Auszeichnung und die militärischen Qualifikationen berück-
sichtigt  hat,  entspricht  geltender  Rechtsprechung  (vgl.  E.  5  hiervor 
sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-7894/2009  vom 
16. Juni  2010  E. 5.3).  Demnach  ist  die  Qualität  der  Arbeitsleistung, 
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, für die Beurteilung, 
ob er ein Sicherheitsrisiko darstellt,  grundsätzlich nicht  relevant (vgl. 
hierzu aber auch E. 6.3.4.3 hiernach).

6.3.3 Das  BWIS  sieht  vor,  dass  an  wichtigen  Schlüsselstellen  nur 
Personen  eingesetzt  werden  sollen,  die  nicht  erpressbar  sind.  Wie 
bereits  ausgeführt  (E. 4  hiervor),  gelten  unter  anderem  kriminelle 
Handlungen und Erpressbarkeit als Sicherheitsrisiken. 

Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, ist der Beschwerdeführer 
aufgrund seiner Verurteilung erpressbar. Das Risiko einer Erpressung 
ist kleiner, wenn das persönliche Umfeld und der Arbeitgeber über den 
"Makel", der für die Erpressung verwendet werden könnte, unterrichtet 
sind (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-705/2007 vom 6. August 
2007  E.  6.3).  Der  Beschwerdeführer  hat  unterdessen  den  Chef 
D._______  über  seine  Verurteilung  informiert.  Insofern  ist  die  Er-
pressbarkeit  gemindert  worden.  Dass  aber  seine  übrigen  Arbeits-
kollegen  nicht  und  das  private  Umfeld  nur  teilweise  über  die  be-
treffenden  Ereignisse  informiert  sind,  erhöht  wiederum  das  Er-
pressungsrisiko. Denn die  verschwiegenen Informationen erscheinen 
durchaus geeignet,  für  eine Erpressung verwendet  zu  werden. Dem 
Beschwerdeführer könnte damit gedroht werden, man werde Personen 
aus seinem privaten Umfeld,  seine übrigen Arbeitskollegen oder  die 
Presse informieren. In einem solchen Fall besteht eine reelle Gefahr, 
dass sich der Beschwerdeführer erpressen liesse, um zu verhindern, 
dass  seine  Verurteilung  publik  wird.  Weshalb  der  Beschwerdeführer 
auf eine vollständige Information seines Umfeldes verzichtet hat, ist für  
die Beurteilung der Erpressbarkeit irrelevant.

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6.3.4 Unter  dem Titel  "Integrität/Vertrauenswürdigkeit"  ist  zu  prüfen, 
ob darauf vertraut werden kann, dass der Beschwerdeführer bei der 
Ausübung seiner Tätigkeit loyal zu seiner Aufgabe steht (vgl. Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts A-802/2007 vom 3. Dezember 2007 E. 6), 
mithin ob er Gewähr bietet, dass er das ihm entgegengebrachte Ver-
trauen  nicht  missbraucht  (vgl.  E.  4  hiervor).  Wie  bereits  ausgeführt 
(E. 5 hiervor),  macht nicht  jede Verurteilung wegen einer kriminellen 
Handlung eine Person zum Sicherheitsrisiko.

6.3.4.1 Der  Umstand,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  der  Wider-
handlung  gegen  das  BetmG  schuldig  gemacht  hat,  ist  bei  der  Be-
urteilung  seiner  Vertrauenswürdigkeit  grundsätzlich  mitzuberück-
sichtigen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-705/2007  vom 
6. August  2007  E. 7.4  mit  Hinweis).  Dennoch  ist  dem Vorgehen  der 
Vorinstanz,  welche  auf  eine  Beurteilung  der  Integrität/Vertrauens-
würdigkeit unter diesem Gesichtspunkt verzichtet hat, zu folgen. Denn 
die  Widerhandlung  gegen  das  BetmG wurde  fahrlässig  begangen  – 
der  Beschwerdeführer  hat  die  gebotene  Kontrolle  seiner  Wohnung 
unterlassen  –,  liegt  mehrere  Jahre  zurück,  und  es  ist  aufgrund  der 
Umstände nicht von einer Wiederholungsgefahr auszugehen. 

6.3.4.2 Demgegenüber ist die Verurteilung wegen unvollendetem, un-
tauglichem Versuch der sexuellen Handlungen mit Kindern für die Be-
urteilung  der  Vertrauenswürdigkeit  bzw.  Integrität  des  Beschwerde-
führers  relevant,  da  sich  –  wie  aufgezeigt  wird  –  seine  hierbei  
zeigenden  Persönlichkeitsmerkmale  sicherheitsgefährdend  auswirken 
können. 

Bei dieser Beurteilung ist einerseits mitzuberücksichtigen, dass die Tat 
im  Jahre  2003  begangen  wurde,  der  Beschwerdeführer  in  der 
Zwischenzeit  nicht  mehr  straffällig  geworden ist,  er  seit  längerem in 
geordneten  Verhältnissen  lebt  und  seine  sexuelle  Orientierung  nach 
aussen bekannt ist. All diese Umstande sprechen für die Vertrauens-
würdigkeit bzw. Integrität des Beschwerdeführers. Andererseits zeigte 
sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren in Bezug auf die 
begangene Tat wenig einsichtig. Im Rahmen seiner Befragung hat er 
sich  dahingehend  geäussert,  dass  er  sich  eher  als  Opfer  denn  als 
Schuldiger fühle. Darüber hinaus hat sich die Vorinstanz in ihrer an-
gefochtenen  Verfügung  unter  Ziff.  3.3  vertieft  mit  der  Vertrauens-
würdigkeit  und Integrität des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. 
Sie  legt  hierbei  plausibel  und nachvollziehbar  dar,  der  Beschwerde-

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führer  weise  im  Zusammenhang  mit  seiner  sexuellen  Neigung  zu 
Minderjährigen eine mangelnde Selbstkontrolle,  ein mangelndes Ge-
fahrenbewusstsein und eine erhöhte Aktivierbarkeit auf. Die Befragung 
ergebe  ein  mangelndes  Gefahrenbewusstsein  sowie  zumindest  eine 
latente Gleichgültigkeit in Bezug auf sexuelle Handlungen mit Minder-
jährigen. Zudem ist  der  Vorinstanz  dahingehend  zuzustimmen,  dass 
die heutige, nach aussen kommunizierte und registrierte Partnerschaft 
die Verurteilung nicht dahingehend in den Hintergrund treten lässt, als 
eine  Wiederholung  ausgeschlossen  werden  kann.  Eine  solche  Tat, 
mithin  sexuelle  Übergriffe  auf  Minderjährige,  kann  auch  in  dieser 
Situation noch vorkommen. Denn zum einen erscheint es wenig wahr-
scheinlich,  dass  eine  entsprechende  Neigung  sich  nicht  mehr  be-
merkbar macht bzw. vollständig kontrolliert  werden kann, zumal  sich 
der  Beschwerdeführer  einer  diesbezüglichen  Therapie  verschliesst. 
Zum  anderen  kann  gerade  ein  allfälliges  Verlangen  nach  Minder-
jährigen  durch  den  jetzigen,  volljährigen  Partner  nicht  befriedigt 
werden. All  diese Faktoren schmälern  die  Vertrauenswürdigkeit  bzw. 
Integrität des Beschwerdeführers.

In diesem Zusammenhang ist  schliesslich unerheblich,  dass der Be-
schwerdeführer  in  eine verdeckte  Ermittlung geraten und keine voll-
endete  Tatbegehung  zu  beurteilen  gewesen  war  oder  die  Alters-
angaben  zu  seinem  ehemaligen  Mitbewohner  auf  einem  Missver-
ständnis beruhten. Denn massgebend ist einzig, ob das zum Strafurteil  
geführte  Verhalten  des  Beschwerdeführers  und  seine  Aussagen  an-
lässlich  der  durch  die  Vorinstanz  durchgeführten  Befragung  Rück-
schlüsse  auf  seine  Persönlichkeit  bzw.  seine  Integrität  und  Ver-
trauenswürdigkeit zulassen.

6.3.4.3 Dem Beschwerdeführer ist aber insofern Recht zu geben, dass 
die  persönlichen  Äusserungen  über  seine  Arbeitsleistung  und  seine 
Persönlichkeit  (Lohnrelevante  Beurteilungen  05/07  und  06/07,  Aus-
zeichnung  vom  14.  November  2006,  militärische  Qualifikation  und 
Schreiben  Kommandant  Luftwaffe  [Beschwerdebeilagen  2-5  sowie 
Vorakte  act.  22/4])  für  die  Beurteilung  seiner  Vertrauenswürdigkeit 
nicht gänzlich unbedeutend und gebührend mitzuberücksichtigen sind 
(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-705/2007 vom 6. August 
2007  E.  7.7).  Dennoch  geben  Arbeitsbeurteilungen  nur  Auskunft 
darüber,  ob  eine  Person  mit  Bezug  auf  die  Erfüllung  ihrer  arbeits -
vertraglichen  Pflichten  zuverlässig  und  vertrauenswürdig  ist.  Für  die 
hier  entscheidende Frage, ob der Beschwerdeführer über die für die 

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Verneinung  eines  Sicherheitsrisikos  im  Sinne  von  BWIS  und  PSPV 
notwendige  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  verfügt,  sind  die  ge-
nannten Schreiben somit nicht von vorrangiger Bedeutung.

6.3.4.4 Folglich ist der Schluss der Vorinstanz, dass Mängel hinsicht-
lich  der  Integrität  bzw. Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers 
vorhanden sind, welche bei seiner Funktion ein erhöhtes Sicherheits-
risiko  generieren,  jedenfalls  im Ergebnis  nicht  zu  beanstanden; dies 
insbesondere  auch  im  Hinblick  auf  das  der  Vorinstanz  hierbei  zu-
stehende Ermessen (vgl. E. 2 hiervor).

6.3.5 Die  Verurteilung  des  Beschwerdeführers  ist  auch  hinsichtlich 
des Spektakelwerts zu würdigen. Der im Eintretensfall zu beurteilende 
negative  Medien-  oder  Öffentlichkeitswert  ist  als  sogenannter 
Spektakelwert  bekannt.  Bei  der  Beurteilung  desselben  und  dessen 
Folgen geht es nicht primär darum, den Staat vor allfälligen Blamagen 
zu  schützen.  Es  geht  vielmehr  darum,  materiellen  wie  auch  im-
materiellen Schaden präventiv abzuwenden und so das störungsfreie 
Funktionieren der Schweizer Armee zu gewähren. Die Annahme eines 
Sicherheitsrisikos  ist  dann  gerechtfertigt,  wenn  ein  konkreter  Zu-
sammenhang zwischen dem vorgeworfenen Sicherheitsrisiko und der 
dadurch  entstandenen  Bedrohung  des  Institutionenvertrauens  ge-
geben ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-7894/2009 vom 
16.  Juni  2010  E.  6.4  sowie  Urteil  der  Rekurskommission  VBS 
470.01/06 vom 4. Dezember 200 E. 10.b).

6.3.5.1 Vorliegend ist der Vorinstanz dahingehend zuzustimmen, dass 
ein Misstrauensvotum der Bevölkerung bei der Luftwaffe beachtlichen 
materiellen Schaden erzeugen kann. Die Vorinstanz führt  hierzu aus, 
die  Schweizer  Armee  müsse  deshalb  darauf  bedacht  sein,  aus-
schliesslich Personen mit  einer einwandfreien Lebensführung, einem 
untadeligen Leumund und persönlichen  Umfeld  zu beschäftigen,  die 
nach  objektivem  Ermessen  den  Ruf  des  Unternehmens  nicht  ge-
fährden  könnten.  Dieser  Einschätzung  widerspricht  denn  auch  der 
Beschwerdeführer nicht. 

6.3.5.2 Zum einen ist im Zusammenhang mit dem Spektakelwert nicht 
die  sexuelle  Orientierung  des  Beschwerdeführers  massgebend, 
welche  aufgrund  der  gelebten  registrierten  Partnerschaft  öffentlich 
bekannt ist. Vielmehr geht es um seine sexuelle Neigung gegenüber 
Minderjährigen, die zu einer Verurteilung geführt hat. Würde der dieser 
Verurteilung  zugrunde  liegende  Sachverhalt  tatsächlich  publik  ge-

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macht,  würde  das  Institutionenvertrauen,  das  die  Schweizer  Armee 
geniesst,  arg strapaziert; dies unabhängig  davon, dass es zu keiner 
vollendeten Tatbegehung gekommen, diese strafrechtliche Beurteilung 
zwischenzeitlich  abgeschlossen  und  der  Beschwerdeführer  seither 
nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten ist. Zum anderen ist 
auch  das  Bekanntwerden  der Verurteilung  des  Beschwerdeführers 
wegen  Vergehens  gegen  das  BetmG  geeignet,  einen  schädlichen 
Spektakelwert entstehen zu lassen, sollte doch die Funktion des Be-
schwerdeführers  als  B._______  nicht  in  Verbindung  mit  Drogen  ge-
bracht werden. 

6.3.5.3 Die  Vorinstanz  hat  somit  den  Spektakelwert  im  Falle  einer 
Weiterverwendung  des  Beschwerdeführers  in  seiner  sicherheits-
empfindlichen Funktion als B._______ in Verbindung mit dem Eintreten 
eines Ereignisses zu Recht als hoch beurteilt.

6.3.6 Auch  die  Beurteilung  der  Verhältnismässigkeit  durch  die  Vor-
instanz (vgl. Ziff. 4 und 5 der angefochtenen Verfügung sowie Ziff. 8 
der Vernehmlassung vom 13. April  2010, siehe auch E. 3 ff. hiervor) 
kann nicht  beanstandet werden. Wie ausgeführt  (E. 6.3 hiervor),  hat 
der Beschwerdeführer Zugang zu besonders sicherheitsempfindlichem 
Material. Eine Indiskretion  seinerseits  könnte  somit  eine grosse  Be-
drohung für die innere oder äussere Sicherheit bewirken bzw. grossen 
Schaden  anrichten. Das Schutzinteresse  des  Staates  ist  folglich  als 
hoch zu qualifizieren. Der  Vorinstanz ist  zudem insbesondere beizu-
pflichten,  dass  keine  Auflage als  mildere  Massnahme ersichtlich  ist, 
die ebenso wie der  Erlass einer  negativen Risikoverfügung zum an-
gestrebten Ziel  führen würde, das Schadenspotenzial  möglichst klein 
zu  halten.  Der  Beschwerdeführer  macht  denn  auch  keine  solche 
geltend.  Des  Weiteren  ist  hinsichtlich  des  Alters  des  Beschwerde-
führers  und  der  damit  zusammenhängenden  Chancen  einer  Be-
schäftigung  in  der  Privatwirtschaft  darauf  hinzuweisen,  dass  in  die 
Beurteilung  des Sicherheitsrisikos  keine sozialen Überlegungen  ein-
fliessen dürfen (vgl. E. 5 hiervor).

6.4 Aufgrund  vorstehender  Erwägungen  ergibt  sich  somit,  dass  die 
Vorinstanz  zu  Recht  angenommen hat,  der  Beschwerdeführer  stelle 
unter Berücksichtigung der gesamten Umstände in seiner Funktion als 
B._______ ein Sicherheitsrisiko dar bzw. biete keine Gewähr für einen 
zuverlässigen  und  vertrauenswürdigen  Umgang  mit  klassifizierten 
Informationen. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

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Die  in  E. 6.3.2  hiervor  erwähnte  gute  Arbeitsleistung  des  Be-
schwerdeführers  sowie  seine  Chancen  auf  dem  Arbeitsmarkt  sind 
jedoch  beim  Entscheid  über  die  Weiterbeschäftigung  des  Be-
schwerdeführers zu berücksichtigen (vgl. E. 5 hiervor).

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  gilt  der  Beschwerdeführer  als 
unterliegende  Partei,  weshalb  er  in  Anwendung  von  Art.  63  Abs. 1 
VwVG die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese sind auf Fr. 1'500.--
festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2])  und mit  dem geleisteten Kostenvorschuss in 
derselben Höhe zu verrechnen.

8.
Angesichts  seines  Unterliegens  steht  dem  Beschwerdeführer  keine 
Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE).

Seite 17

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
derselben Höhe verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. Reg-246'780; Einschreiben)
- das Generalsekretariat VBS (Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Forster Michelle Eichenberger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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