# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b39d44f9-60c5-55ba-9ab0-dcdd4825e6be
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2014 E-5790/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5790-2014_2014-10-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5790/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Esther Karpathakis, 

mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;   

Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 30. September 2014 / N (…). 

 

 

E-5790/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer gelangte laut eigenen Angaben am (…) nach Ita-

lien und am (…) in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. 

Im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in Basel erfolgte am 16. Juli 

2014 die Befragung zur Person (BzP, Protokoll in den Akten BFM: A4/12), 

wobei dem Beschwerdeführer auch das rechtliche Gehör zur mutmassli-

chen Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asylverfahrens ge-

währt wurde. 

Zur Begründung seines Gesuchs gab der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen an, das Militär verweigert und sich deshalb in Eritrea für sieben Jah-

re versteckt gehalten zu haben, bevor er sein Heimatland im (…) verlas-

sen habe. Da Soldaten zu Hause nach ihm gesucht hätten, sei er über 

Sudan und Libyen mit dem Schiff nach Italien gelangt. Unterwegs seien 

sie von der italienischen Küstenwache aufgegriffen und nach Sizilien ge-

bracht worden. Dort sei er in ein Lager gewiesen worden, welches er am 

darauffolgenden Tag wieder verlassen habe. Fingerabdrücke seien ihm 

keine abgenommen worden, jedoch hätten die italienischen Behörden ein 

Foto von ihm gemacht und ihm ein Handgelenksband mit Nummer gege-

ben. In Sizilien habe er insgesamt (…) verbracht, bevor er über Rom und 

Mailand per Zug in die Schweiz eingereist sei. 

Zu einer allfälligen Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl-

verfahrens gab der Beschwerdeführer an, nicht dorthin zurückkehren zu 

wollen. Zur Frage nach seinem Gesundheitszustand gab er zu Protokoll, 

er sei gesund; sein (…) sei aufgrund eines unbehandelten Knochenbru-

ches "verformt". Für seine detaillierten Aussagen wird auf die Akten ver-

wiesen. 

B.  

Am 24. Juli 2014 ersuchten die schweizerischen Behörden Italien unter 

Bezugnahme auf die Aussagen und ein Passfoto des Beschwerdeführers 

um dessen Übernahme gemäss Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 

Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehöri-

gen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Dieses Er-

suchen blieb unbeantwortet. 

E-5790/2014 

Seite 3 

Am 2. Oktober 2014 teilten die schweizerischen Behörden den italieni-

schen mit, nachdem sie keine Antwort auf ihre Anfrage vom 24. Juli 2014 

erhalten hätten, erachteten sie Italien als zuständig für die Behandlung 

des Asylgesuches; gleichzeitig ersuchten sie um praktische Angaben zum 

Transfer.  

C.  

Mit Verfügung vom 30. September 2014 – eröffnet am 7. Oktober 2014 – 

trat das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ord-

nete seine Wegweisung aus der Schweiz nach Italien an und forderte ihn 

auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu 

verlassen. 

Das BFM begründete seinen Entscheid mit der Zuständigkeit Italiens, 

welches das Übernahmeersuchen der Schweiz gestützt auf Art. 22 Abs. 7 

Dublin-III-VO innerhalb der gesetzlichen Frist unbeantwortet gelassen 

habe. Der geäusserte Wunsch nach einem weiteren Verbleib in der 

Schweiz habe keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl- und 

Wegweisungsverfahren, da es grundsätzlich nicht Sache der betreffenden 

Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu 

bestimmen, sondern dessen Bestimmung alleine den beteiligten Dublin-

Staaten obliege. Im Übrigen sprächen keine Gründe gegen den Vollzug 

der Wegweisung nach Italien. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

7. Oktober 2014 und Ergänzung vom 8. Oktober 2014 (Poststempel: 8. 

Oktober 2014) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte sinngemäss, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und das 

BFM anzuweisen, sich für die Prüfung des vorliegenden Asylgesuchs als 

zuständig zu erklären. 

Zur Begründung führte er insbesondere aus, dass er in Italien weder poli-

zeilich erfasst worden sei, noch über eine Eurodac-Nummer verfüge. Der 

Antrag an die italienischen Behörden stütze sich ausschliesslich auf seine 

Aussagen; in Italien sei kein Asylgesuch pendent und deshalb sei die 

Schweiz als Erstasylland zuständig. Italien habe lediglich als Transitland 

für sein eigentliches Zielland gedient, wobei die Organisation naturge-

mäss einige Tage bzw. rund zwei Wochen in Anspruch genommen habe. 

Eine direkte Einreise in die Schweiz sei für ihn aus organisatorischen 

Gründen nicht möglich gewesen. Dass Italien auf die Anfrage der schwei-

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Seite 4 

zerischen Behörden nicht reagiert habe, stelle keinen Beweis für seine 

Zuständigkeit dar. Darüber hinaus sei hinlänglich bekannt, dass Italien mit 

dem Ansturm von Flüchtlingen überfordert sei. Eine Abschiebung nach 

Italien sei deshalb nicht zumutbar, weil dort die Aussicht auf ein Leben 

unter menschenwürdigen Umständen und auf ein faires Asylverfahren 

derzeit nicht gegeben sei. Als Beweismittel legte er Auszüge aus den vor-

instanzlichen Akten in Kopie bei.  

E.  

Mit Verfügung vom 10. Oktober 2014 setzte die zuständige Instruktions-

richterin des Bundesverwaltungsgerichts den Vollzug der Überstellung 

nach Italien gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus. Noch am selben 

Tag trafen auch die vorinstanzlichen Akten beim Gericht ein (Art. 109 

Abs. 1 AsylG).  

F.  

Am 10. Oktober 2014 (Datum des Poststempels) reichte der Beschwerde-

führer eine zweite Ausgabe seiner Schreiben vom 7. und 8. Oktober 2014 

zu den Akten und ergänzte sie mit einem undatierten Schreiben, worin 

der Beschwerdeführer angibt, dass er am (…) 2014 am (…) operiert wer-

de. Aufgrund der Beeinträchtigung am (…) würde es für ihn sehr schwer 

sein, in Italien Arbeit zu finden. Dem Schreiben legte er unter anderem 

eine Bestätigung vom 8. Oktober 2014 des Zentrum für Asylsuchende 

Selzach für eine Anmeldung zum Arztbesuch im Ambulatorium des Bür-

gerspitals am (…) 2014 sowie eine Erklärung zur Entbindung von der 

ärztlichen Schweigepflicht der behandelnden Ärzte vom 10. Oktober 2014 

bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31], Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 5 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vor-

liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). 

4.2 Die diesbezügliche staatsvertragliche Zuständigkeit zur Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens ergibt sich aus der Dublin-III-VO. 

Gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-III-VO wird jeder Antrag auf internati-

onalen Schutz von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den 

Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die 

einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im 

Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

Gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO wird der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den ei-

gentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

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Seite 6 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der 

Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000; 

nachfolgend EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Re-

geln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt 

werden kann. 

Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, ei-

nen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt 

hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzunehmen 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO). 

Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat be-

schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sogenanntes 

Selbsteintrittsrecht). 

5.  

5.1 Wird festgestellt, dass ein Antragsteller aus einem Drittstaat kom-

mend die Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaats illegal über-

schritten hat, so ist dieser Mitgliedstaat für die Prüfung des Antrags auf in-

ternationalen Schutz zuständig. Die Zuständigkeit endet zwölf Monate 

nach dem Tag des illegalen Grenzübertritts (Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

5.2 Wird ein Mitgliedstaat um eine Übernahme des Asylverfahrens er-

sucht, so nimmt dieser die erforderlichen Überprüfungen vor und ent-

scheidet über das Gesuch um Aufnahme eines Antragstellers innerhalb 

von zwei Monaten nach Erhalt des Gesuchs (Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-

VO). In diesem Verfahren werden Beweismittel und Indizien verwendet, 

wobei ein Mitgliedstaat seine Zuständigkeit unter anderem dann aner-

kennt, wenn kohärente, nachprüfbare und hinreichend detaillierte Indizien 

vorliegen (Art. 22 Abs. 2 i.V.m. Abs. 5 Dublin-III-VO).  

Wird innerhalb der genannten Frist keine Antwort erteilt, ist davon auszu-

gehen, dass dem Aufnahmegesuch stattgegeben wird, was die Verpflich-

tung nach sich zieht, die Person aufzunehmen und angemessene Vor-

kehrungen für ihre Ankunft zu treffen (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO). 

5.3 Gemäss eigenen Angaben gelangte der Beschwerdeführer vor seiner 

Einreise in die Schweiz von einem Drittstaat kommend auf dem Seeweg 

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Seite 7 

illegal nach Italien, wo er registriert und einem Lager zugewiesen wurde. 

Dort hielt er sich vor der Weiterreise in die Schweiz während mehrerer 

Tage auf (vom […], vgl. A4/12, S. 6). 

5.4 Am 24. Juli 2014 ersuchte das BFM die italienischen Behörden um 

Aufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-

VO. Bei den Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Reiseroute, ins-

besondere seiner illegalen Einreise nach Italien, der entsprechenden Zu-

weisung der italienischen Behörde in ein Lager, der Registrierung sowie 

des nachfolgenden Kurzaufenthaltes in Italien vor der Einreise in die 

Schweiz, handelt es sich um Indizien im Sinne von Art. 22 Abs. 3 Bst. b 

Dublin-III-VO. Es liegen keine Gründe vor, an diesen im Rahmen der BzP 

protokollierten Aussagen zu zweifeln und sie vermögen die Zuständigkeit 

Italiens hinreichend zu begründen. Entgegen der Auffassung des Be-

schwerdeführers sind förmliche Beweise, wie etwa ein Eurodac-Treffer, 

dazu gerade nicht zwingend erforderlich. Dass Italien das Aufnahmege-

such erhalten hat, ergibt sich aus einer Empfangsbestätigung des elek-

tronischen Posteingangs der zuständigen Dublin-Behörde Italiens, welche 

ebenfalls vom 24. Juli 2014 datiert (vgl. Akten BFM: A10/2). Nachdem die 

italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in Art. 22 

Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, ist davon 

auszugehen, dass sie ihm stattgegeben haben (vgl. Art. 22 Abs. 7 Dublin-

III-VO). Der entsprechende Einwand des Beschwerdeführers, nämlich 

aus der Nicht-Reaktion der italienischen Behörden könne nicht auf deren 

Zustimmung geschlossen werden, stösst damit ins Leere.  

5.5 Zusammenfassend hat das BFM Italien unter dem Aspekt der Rang-

folge der Kriterien zu Recht als zuständig für die Durchführung des Asyl-

verfahrens des Beschwerdeführers erachtet. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer bringt in der Rechtsmitteleingabe vor, dass er 

im Falle einer Rückführung nach Italien menschenunwürdige Zustände 

sowie kein faires Asylverfahren zu erwarten habe und macht damit sinn-

gemäss systemische Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO gel-

tend. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht 

davon ausgeht, es gebe keine Gründe für die Annahme, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien weise sol-

che systemischen Schwachstellen auf, die eine Gefahr einer unmenschli-

chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen würden. 

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Seite 8 

So ist Italien unter anderem Signatarstaat der EMRK, des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 

0.105), des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und des Zusatzprotokolls der FK vom 

31. Januar 1967 (SR 0.142.301). Es kann ausserdem in Fortführung der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht davon ausgegan-

gen werden, Italien würde in genereller Weise seinen völkerrechtlichen 

Verpflichtungen nicht nachkommen respektive in völkerrechtswidriger 

Weise gegen die Aufnahmerichtlinie verstossen. Diese Ansicht wurde 

durch den EGMR in der Entscheidung Mohammed Hussein und andere 

vs. Niederlande und Italien ([Beschwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 

2013, Unzulässigkeitsentscheidung wegen offensichtlicher Unbegründet-

heit gemäss Art. 35 Abs. 3 EMRK) bestätigt. Darin führte der Gerichtshof 

aus, dass kein systematischer Mangel an Unterstützung und Einrichtun-

gen für Asylsuchende (als besonders verletzliche Personengruppe) be-

stehe, wenn auch die allgemeine Situation und insbesondere die Lebens-

umstände von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen 

mit einem subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen 

würden (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3508/2013 

vom 27. Juni 2013).  

Diese Rechtsprechung hat, wie erwähnt, nach wie vor Gültigkeit (vgl. et-

wa die Urteile D-5699/2014 vom 8. Oktober 2014, D-1694/2014 vom 4. 

April 2014, E-1476/2014 vom 17. März 2014, E-1372/2014 vom 21. März 

2014, D-538/2014 vom 14. Februar 2014, E-6838/2013 vom 27. Dezem-

ber 2013 oder D-5957/2013 vom 3. Dezember 2013). Es ist somit davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer in Italien Zugang zu einem fai-

ren Asylverfahren haben wird und er damit nicht unmenschlicher Behand-

lung ausgesetzt oder durch die italienischen Behörden ohne Prüfung sei-

ner Asylgründe unter Missachtung des Non-Refoulement-Gebotes oder 

von Art. 3 EMRK in den Heimat- oder Herkunftsstaat zurückgeschafft 

wird. Der Beschwerdeführer bringt keine konkreten Anhaltspunkte vor, 

inwiefern diese Einschätzung in seinem Fall nicht zutreffen könnte. Mit 

Verweis auf die europäische Aufnahmerichtlinie (Richtlinie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 des Europäischen Parlaments und des Rates zur 

Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationa-

len Schutz beantragen) ist zudem auch von einer angemessenen Unter-

bringung des Beschwerdeführers auszugehen.  

E-5790/2014 

Seite 9 

Auch unter dem Aspekt von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO ist Italien 

demzufolge als zuständiger Staat zu betrachten. 

7.  

Schliesslich sind keine Gründe für einen Selbsteintritt der Schweiz er-

sichtlich. Zwar bringt der Beschwerdeführer inzwischen vor, er werde in 

Kürze operiert und aufgrund seiner Verletzung am (…) sei ein Aufenthalt 

in Italien nicht möglich, zumal er dort so keine Arbeit finden könne. Dieser 

Einwand ist jedoch unbeachtlich, zumal ohne weiteres davon auszugehen 

ist, dass die so vom Beschwerdeführer beschriebenen Beschwerden in 

Italien behandelbar sind und er Zugang zu einer allenfalls notwendigen 

Behandlung hat, sei dies im Rahmen einer Nachbehandlung nach der 

eventuell in der Schweiz bereits stattgefundenen Operation oder im Falle 

das eine solche in Italien noch erforderlich würde. Der Umstand, dass auf 

den (…) 2014 eine Operation des (…) vorgesehen war und diese Opera-

tion zwischenzeitlich stattgefunden haben dürfte, sowie allfällig damit ein-

hergehende notwendige medizinische Implikationen sind beim Vollzug 

der Wegweisung vom BFM angemessen zu berücksichtigen. Darüber 

hinaus sind die italienischen Behörden über die gesundheitlichen Beein-

trächtigungen des Beschwerdeführers gegebenenfalls zu orientieren.  

 

Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers sowie aus den Akten ist ins-

gesamt kein konkretes und ernsthaftes Risiko ersichtlich, welches seine 

Überstellung nach Italien als unzulässig erscheinen lassen würde. In die-

sem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutz-

suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber 

auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

 

8.  

Das BFM ist nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 

eingetreten. Weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen 

Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist, wurde auch die Wegwei-

sung nach Italien zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG, Art. 32 Bst. a der 

Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen, SR 142.311). 

9.  

Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des 

Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. 

BVGE 2010/45 E. 10), sind allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 

E-5790/2014 

Seite 10 

Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) – anders als das BFM dies tut – nicht 

mehr zu prüfen. 

10.  

Dem Beschwerdeführer ist es demnach nicht gelungen darzutun, inwie-

fern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt oder den rechtser-

heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt (Art. 106 Abs. 

1 AsylG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG und Art. 1-3 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, R 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5790/2014 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Karpathakis Sibylle Dischler