# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a726baa-8896-5384-aef6-cee3f869b9d2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.01.2023 ZK1 2021 127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-127_2023-01-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 09. Januar 2023

Referenz ZK1 21 127

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Cavegn und Richter
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans M. Weltert
Weltert & Partner AG, Bahnhofstrasse 10, Postfach 2754, 
5001 Aarau 

Gegenstand Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Plessur, Einzelrichter, vom 
11.08.2021, mitgeteilt am 18.08.2021 (Proz. Nr. 135-2021-456)

Mitteilung 16. Januar 2023

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Sachverhalt

A. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2020 reichte B._____, geboren am _____ 
2013 (nachfolgend: B._____), vertreten durch seine Mutter A._____, wiedervertre-
ten durch Rechtsanwalt Weltert, beim Regionalgericht Plessur eine Klage betref-
fend Anpassung Kindesunterhalt gegen seinen Vater C._____ (nachfolgend: Kinds-
vater) ein (Proz. Nr. 115-2020-58).

B. Am 18. März 2021 zeigte das Regionalgericht Plessur den Parteien die Über-
nahme des vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden 
hängigen Verfahrens betreffend Obhutsumteilung und Regelung des persönlichen 
Verkehrs und den bereits erfolgten Beizug der entsprechenden Akten an. A._____ 
wurde als weitere Beteiligte mit parteiähnlicher Stellung und möglicher Kostenpflicht 
gemäss Art. 107 ZPO in das gerichtliche Verfahren einbezogen. Ihr wie auch den 
Hauptparteien wurde Frist angesetzt, um sich zur beabsichtigten Einsetzung einer 
Kindesvertretung gemäss Art. 299 ZPO sowie zur Person der durch das Regional-
gericht vorgeschlagenen Kindesvertreterin zu äussern. Mit Eingabe vom 15. April 
2021 lehnte Rechtsanwalt Weltert, auch in Vertretung von A._____, die vorgeschla-
gene Person ab und stellte den Antrag, es sei stattdessen eine andere Rechtsan-
wältin als Kindesvertreterin einzusetzen. Die in der Folge ergangene, kurz darauf 
aber wieder aufgehobene Verfügung vom 24. Juni 2022, mit welcher das Regional-
gericht Plessur an der vorgeschlagenen Kindesvertreterin festhielt, bildet Gegen-
stand einer von A._____ erhobenen Beschwerde (ZK1 21 99), welche mit separa-
tem Entscheid erledigt wird. Bereits mit Entscheid vom 20. Mai 2021 (Proz. Nr. 135-
2021-265) abgewiesen hatte das Regionalgericht Plessur ein mit der Eingabe vom 
15. April 2021 gestelltes Gesuch von A._____ betreffend unentgeltliche Rechts-
pflege im Verfahren betreffend Obhutsumteilung. Über die dagegen erhobene Be-
schwerde von A._____ wird ebenfalls in einem separaten Verfahren (ZK1 21 74) 
entschieden.

C. Mit Eingabe vom 18. Juni 2021 reichte Rechtsanwalt Weltert ein Gesuch um 
vorsorgliche Massnahmen ein, mit welchem um Sistierung des Besuchsrechts des 
Kindsvaters während mindestens sechs Monaten bei gleichzeitiger Aufgleisung von 
Erinnerungskontakten ersucht wurde. Das Regionalgericht Plessur nahm die Ein-
gabe als Gesuch von B._____ entgegen, eröffnete für dessen Behandlung ein 
neues Verfahren (Proz. Nr. 135-2021-426) und setzte dem Kindsvater am 28. Juni 
2021 Frist zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme an.

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D. In der Eingabe vom 18. Juni 2021 betreffend vorsorgliche Massnahmen 
wurde auch ein Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt, 
und zwar mit folgendem Wortlaut:

5. Der Mandantin A._____, als Mutter von B._____ und damit als betrof-
fene Person, sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der 
unterzeichnende Anwalt sei als unentgeltlicher Rechtsbeistand einzu-
setzen.

Für die Behandlung dieses Antrages eröffnete das Regionalgericht Plessur ein wei-
teres Nebenverfahren (Proz. Nr. 135-2021-456), wobei als Gesuchsteller wiederum 
B._____ registriert wurde. Die zur Stellungnahme aufgeforderte Steuerverwaltung 
des Kantons Graubünden liess dem Regionalgericht Plessur mit Schreiben vom 30. 
Juni 2021 die aktuellsten Steuerdaten der Mutter A._____ zukommen, welche 
Rechtsanwalt Weltert am 1. Juli 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt wurden. Dieser 
replizierte mit unaufgeforderter Eingabe vom 7. Juli 2021, wobei er seinerseits von 
der Mittellosigkeit der Gesuchstellerin sprach. 

E. In der Folge gelangte das Regionalgericht Plessur im genannten Verfahren 
(Proz. Nr. 135-2021-456) mit Schreiben vom 30. Juli 2021 nochmals an Rechtsan-
walt Weltert. Darin wurde B._____ unter Androhung der Säumnisfolgen von Art. 132 
Abs. 1 ZPO eine Nachfrist zur Einreichung eines von der Rechtsschrift im Haupt-
verfahren (Proz. Nr. 135-2021-426) separaten Gesuchs um unentgeltliche Rechts-
pflege angesetzt. Dieser Aufforderung kam Rechtsanwalt Weltert durch Einreichung 
eines entsprechenden Gesuchs für B._____ am 3. August 2021 nach. 

F. Mit Entscheid vom 11. August 2021, mitgeteilt am 18. August 2021, wies der 
Einzelrichter für Zivilsachen am Regionalgericht Plessur das Gesuch von A._____ 
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch 
Rechtsanwalt Weltert für das Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen (Proz. 
Nr. 135-2021-426) ab.

G. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 
am 30. August 2021 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden mit den 
folgenden Anträgen: 

1. Der Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 11.08.2021 sei aufzu-
heben und der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege 
für das Verfahren 135-2021-426 zu gewähren.

2. Eventualiter: Das Verfahren sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

3. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Verfahren die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

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H. Am 8. September 2021 liess das Regionalgericht Plessur dem hiesigen Ge-
richt auf entsprechende Aufforderung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer hin die 
Verfahrensakten (Proz. Nr. 135-2021-456) zukommen und reichte eine Stellung-
nahme zur Beschwerde ein. Darin beantragte das Regionalgericht Plessur den Bei-
zug der Akten sowohl des Massnahmeverfahrens (Proz. Nr. 135-2021-426) als auch 
des Hauptverfahrens (Proz. Nr. 115-2020-58).

I. Die Beschwerdeführerin erklärte sich mit Eingabe vom 16. September 2021 
mit dem Beizug der Akten des Massnahme- und des Hauptverfahrens einverstan-
den und machte verschiedene Ausführungen zum Verfahren.

J. Am 8. November 2021 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht ein das 
Massnahmeverfahren betreffendes Schreiben des Regionalgerichts Plessur vom 
6. Oktober 2021 zukommen, in welchem Rechtsanwalt Weltert als Rechtsvertreter 
von B._____ und der Beschwerdeführerin bezeichnet wird. Mit Eingabe vom 
18. November 2021 reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht sodann den 
(unbegründeten) Entscheid der Vorinstanz vom 11. November 2021 betreffend 
Erlass vorsorglicher Massnahmen (Proz. Nr. 135-2021-426) zur Berücksichtigung 
ein, in welchem unter anderem eine befristete Sistierung des Besuchsrechts des 
Kindsvaters mit gleichzeitigen Erinnerungskontakten angeordnet wurde.

K. Die Sache erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten 
(Proz. Nr. 135-2021-456) sowie die Akten des Massnahmeverfahrens 
(Proz. Nr. 135-2021-426) und des Hauptverfahrens (Proz. Nr. 115-2020-58) sind 
beigezogen.

Erwägungen

1.1. Gegen den Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur betref-
fend Ablehnung der unentgeltlichen Rechtspflege kann Beschwerde bei der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden geführt werden (Art. 121 i.V.m. 
Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO [BR 320.100]; Art. 6 Abs. 1 
lit. a KGV [BR 173.100]). Auf die vorliegende form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde (Art. 321 Abs. 1-3 i.V.m. Art. 119 Abs. 3 u. Art. 142 Abs. 3 ZPO; act. A.1; 
act. B.3) ist einzutreten.

1.2. Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die offen-
sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden (Art. 320 ZPO).

2.1. Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid einleitend fest, dass die Beschwerde-
führerin ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsver-

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beiständung am 18. Juni 2021 als Teil der Rechtsschrift betreffend vorsorgliche 
Massnahmen rechtshängig gemacht habe, weshalb ihr eine Frist zur Verbesserung 
im Sinne der Einreichung eines separaten Gesuchs angesetzt worden sei. Am 
3. August 2021 sei daraufhin ein separates Gesuch gestellt worden, welches jedoch 
auf B._____ anstatt richtigerweise auf die Beschwerdeführerin gelautet habe 
(act. B.1, E. 1). Nach Wiedergabe der Anforderungen an ein Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege (act. B.1, E. 4.1) erwog die Vorinstanz sodann, die Beschwerde-
führerin habe sich in ihrem Gesuch einzig zu ihrer Bedürftigkeit geäussert und keine 
Ausführungen zu ihren Prozessaussichten gemacht. Da das Gesuch um vorsorgli-
che Massnahmen für B._____ gestellt worden sei, sei unklar, welche Anträge die 
Beschwerdeführerin selbst – als weitere Beteiligte mit parteiähnlicher Stellung und 
Parteirechten – in diesem Verfahren stelle. Mangels diesbezüglicher Ausführungen 
der Beschwerdeführerin könne eine Prüfung der Nichtaussichtslosigkeit nicht erfol-
gen. Zudem habe die Beschwerdeführerin auch nicht ausgeführt, inwiefern der Bei-
zug eines Rechtsvertreters für sie erforderlich sein solle. Es lägen keine Anhalts-
punkte dafür vor, dass die Anträge der Beschwerdeführerin vom Massnahmege-
such von B._____ abwichen. Bei gleichlautenden Anträgen hätte die Beschwerde-
führerin darlegen müssen, inwiefern sie als weitere Verfahrensbeteiligte anwaltli-
chen Beistand benötige, zumal B._____ seinerseits anwaltlich vertreten sei. Insge-
samt erweise sich das beschwerdeführerische Gesuch als offensichtlich unbegrün-
det (act. B.1, E. 4.2).

2.2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz im Wesentlichen eine offensicht-
lich unrichtige Sachverhaltsfeststellung vor (act. A.1, B.12 u. B.26). Die Vorinstanz 
verkenne, dass sie der Beschwerdeführerin, welche bereits mit ihrer Eingabe vom 
18. Juni 2021 ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zu ihren 
eigenen Gunsten gestellt habe, mit Schreiben vom 30. Juli 2021 eine Frist zur Gel-
tendmachung der unentgeltlichen Rechtspflege für B._____ – und nicht für die Be-
schwerdeführerin – angesetzt habe. Die Vorinstanz könne das Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege, welches daraufhin aufforderungsgemäss für B._____ ge-
stellt worden sei, nicht einfach als korrigiertes Gesuch für die Beschwerdeführerin 
entgegennehmen. Nötigenfalls hätte sie die Beschwerdeführerin zur Einreichung ei-
nes separaten Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege in ihrem eigenen Namen 
auffordern müssen, was jedoch nicht geschehen sei. Ein allfälliger Fehler der Vor-
instanz im Schreiben vom 30. Juli 2021 könne nicht auf dem Rücken der Beschwer-
deführerin ausgetragen werden (act. A.1, B.11 f. u. B.24). Ohnehin entspreche das 
beschwerdeführerische Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege jedoch den not-
wendigen Ansprüchen. Die Bedürftigkeit der Sozialhilfe empfangenden Beschwer-
deführerin sei klar dokumentiert worden (act. A.1, B.13 u. B.21 f.). Ausserdem sei 

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das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen vom 18. Juni 2021 nicht, wie von der 
Vorinstanz fälschlicherweise angenommen, im Namen von B._____, sondern ein-
deutig im Namen der Beschwerdeführerin gestellt worden, wozu diese als Verfah-
rensbeteiligte und gesetzliche Vertreterin von B._____ berechtigt gewesen sei. Das 
Massnahmegesuch sei im Unterschied zur Klage um Anpassung des Kinderunter-
haltes nicht mehr im Namen von B._____ gestellt worden, da diesem zwischenzeit-
lich eine Kindsvertreterin zugeteilt worden sei (act. A.1, B.16 ff.). Aufgrund ihrer Aus-
führungen in der Eingabe vom 18. Juni 2021 seien die Anträge der Beschwerdefüh-
rerin im Mass-nahmeverfahren klar; diese seien ausserdem nicht aussichtslos. Der 
Bedarf der Beschwerdeführerin nach anwaltschaftlicher Unterstützung in einem sol-
chen Verfahren bedürfe keiner weiteren Erläuterungen, da es einem Nichtjuristen 
gar nicht möglich sei, ein solches Verfahren einzuleiten (act. A.1, B.21 f. u. B.25). 
Die Vorinstanz könne auch nicht von der Beschwerdeführerin verlangen, die Be-
gründung für die Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege in einem separaten Ge-
such nochmals zu erörtern, da ein solches Gesuch auch mündlich zu Protokoll ge-
geben werden könne. Zudem sei sowohl für das Massnahmegesuch als auch für 
das darin integrierte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege der Gerichtspräsident 
zuständig, weshalb gemäss herrschender Lehre letzteres auch in die Rechtsschrift 
des Hauptverfahrens integriert werden könne (act. A.1, B.23).

3.1. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechts-
pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint. Sofern es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, um-
fasst die unentgeltliche Rechtspflege auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung 
(Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO verlangt von der gesuchstel-
lenden Person, dass sie ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend 
darlegt, soweit wie möglich belegt und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel 
äussert (BGer 4A_270/2017 v. 1.9.2017 E. 4.2 m.w.H.). Der gesuchstellenden Par-
tei kommt mithin die Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweisführungslast hin-
sichtlich der Anspruchsvoraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege zu
(Alfred Bühler, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zi-
vilprozessordnung, Band I, Bern 2012, N 37 zu Art. 119 ZPO). Die umfassende Mit-
wirkungsobliegenheit der gesuchstellenden Person schränkt den im Verfahren be-
treffend Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege grundsätzlich anwendbaren 
(beschränkten) Untersuchungsgrundsatz erheblich ein, wird jedoch ihrerseits durch 
die richterliche Fragepflicht (Art. 56 ZPO) abgeschwächt (BGer 4A_274/2016 
v. 19.10.2016 E. 2.3 m.w.H.; Daniel Wuffli/David Fuhrer, Handbuch unentgeltliche 
Rechtspflege im Zivilprozess, Zürich 2019, Rz. 788 ff. u. 845 f.; Bühler, a.a.O., N 37 
zu Art. 119 ZPO). 

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3.2. Um ihrer Mitwirkungsobliegenheit nachzukommen, hat die gesuchstellende 
Partei in ihrer Eingabe ihre Mittellosigkeit darzulegen, die Nichtaussichtslosigkeit 
des Verfahrens glaubhaft zu machen und, sofern erwünscht, die Notwendigkeit der 
anwaltlichen Verbeiständung darzutun. Die Nichtaussichtslosigkeit des Rechtsbe-
gehrens lässt sich in der Regel jedenfalls dann, wenn das Gesuch zusammen mit 
der Rechtsschrift im Hauptverfahren eingereicht wird, aus den Ausführungen zur 
Hauptsache ableiten und an die Substantiierung der Notwendigkeit der anwaltlichen 
Vertretung werden keine allzu grossen Anforderungen gestellt. Hingegen hat die 
gesuchstellende Person dem Gericht ihre finanzielle Situation so lückenlos und prä-
zise wie möglich zu beschreiben und zu dokumentieren, sodass das Gericht ohne 
aufwendige Nachforschungen einen Überblick über die finanzielle Gesamtsituation 
der gesuchstellenden Partei erhält (Lukas Huber, in: Brunner/Gasser/Schwan-
der [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, 
N 6 f. u. 21 zu Art. 119 ZPO; Wuffli/Fuhrer, a.a.O., Rz. 767 ff., 793 ff. u. 805 ff.).

3.3. Kommt eine anwaltlich vertretene Partei ihrer Mitwirkungsobliegenheit nicht 
genügend nach, kann das Gesuch mangels ausreichender Substantiierung oder 
mangels Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen werden. Die Pflicht, eine Nachfrist 
anzusetzen, damit ein unvollständiges oder unklares Gesuch verbessert werden 
kann, besteht diesfalls nicht (BGer 5A_340/2022 v. 31.8.2022 E. 3.3; 5A_606/2018 
v. 13.12.2018 E. 5.3; 4A_44/2018 v. 5.3.2018 E. 5.3, je m.w.H.). Bei anwaltlicher 
Vertretung besteht somit eine verschärfte Mitwirkungsobliegenheit (vgl. Wuffli/Fuh-
rer, a.a.O., Rz. 810 u. 815). Das Kantonsgericht von Graubünden hat seine frühere, 
teilweise grosszügigere Praxis in einem Grundsatzentscheid vom Herbst 2018 an 
die strengere bundesgerichtliche Rechtsprechung angepasst (PKG 2018 Nr. 11 
E. 3.2.4), worauf seither auf dem kantonalen Justizportal (www.justiz-gr.ch) unter 
der Rubrik "Unentgeltliche Rechtspflege" denn auch ausdrücklich hingewiesen wird.

4.1. Gemäss der seit dem genannten Grundsatzentscheid geltenden Praxis des 
hiesigen Gerichts ist stets ein separates Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
einzureichen. Dies rechtfertigt sich unter anderem deshalb, weil regelmässig die 
Parteien des Hauptverfahrens nicht mit denjenigen im Verfahren betreffend unent-
geltliche Rechtspflege identisch sind und die (zivilprozessuale) Gegenpartei keine 
Kenntnis über die finanziellen Verhältnisse der gesuchstellenden Partei erhalten 
muss. Sodann erfolgt die Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege 
im summarischen Verfahren und in anderer Zusammensetzung als der Hauptent-
scheid in der Sache und auch der Rechtsmittelweg ist ein anderer. Ein lediglich mit 
der Rechtsschrift in der Hauptsache gestelltes Gesuch gilt als mangelhaft im Sinne 
von Art. 132 Abs. 1 ZPO und wird unter Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung 

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zurückgewiesen. Unterbleibt die Einreichung eines separaten Gesuchs, gilt das Ge-
such als nicht erfolgt (PKG 2018 Nr. 11 E. 3.2.1).

4.2. Vorliegend ersuchte die Beschwerdeführerin mit einem in die Rechtsschrift 
betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 18. Juni 2021 integrierten Gesuch um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Es entspricht der soeben wiederge-
gebenen Praxis im Kanton Graubünden, dass der Vorderrichter mit Verfügung vom 
30. Juli 2021 eine Nachfrist zur Verbesserung ihres Gesuchs im Sinne der Einrei-
chung eines separaten Gesuchs angesetzt hat (act. B.8). Der Argumentation der 
Beschwerdeführerin, wonach die Vorinstanz vorliegend auf die Einreichung eines 
separaten Gesuchs hätte verzichten müssen (vgl. act. A.1, B.23), kann nicht gefolgt 
werden. Zwar ist richtig, dass ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege dem Ge-
richt auch mündlich zu Protokoll gegeben werden kann (Art. 119 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 252 Abs. 2 ZPO; Huber, a.a.O., N 5 zu Art. 119 ZPO). Jedoch ist aus den Akten 
nicht ersichtlich und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht erläutert, wann 
sie ein solches mündliches Gesuch gestellt haben soll. Auch der Hinweis auf die 
Zuständigkeit des Gerichtspräsidenten des Regionalgerichts Plessur sowohl zur 
Beurteilung des Massnahmegesuchs als auch des Gesuchs betreffend unentgeltli-
che Rechtspflege verfängt nicht. Die unter E. 4.1 zitierte kantonale Praxis findet 
nämlich unabhängig von den konkreten Umständen im Einzelfall auf sämtliche Ge-
suche um unentgeltliche Rechtspflege Anwendung. Ohnehin ist die meist unter-
schiedliche Zuständigkeit, auf welche die Beschwerdeführerin sich bezieht, nach 
dem Gesagten nur einer der Gründe dafür, dass von der kantonalen Rechtspre-
chung ein separates Gesuch verlangt wird. Ein anderer, auch vorliegend gegebener 
Grund ist beispielsweise die Tatsache, dass der Gegenpartei des Hauptverfahrens 
im Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege regelmässig keine Parteistel-
lung zukommt (BGE 139 III 334 E. 4.2); stattdessen schreibt Art. 12 Abs. 2 EGzZPO 
die Anhörung des Kantons respektive der kantonalen Steuerverwaltung vor. Da sich 
letztere praxisgemäss auf eine Stellungnahme zur Frage der Mittellosigkeit be-
schränkt, braucht ihr der Prozessstoff des Hauptverfahrens nicht bekanntgegeben 
zu werden. Entsprechend ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass der Vorder-
richter auf der Einreichung eines separaten Gesuchs bestanden hat.

5. Hingegen ist zu prüfen, ob die Vorinstanz in Zusammenhang mit der Nach-
fristansetzung sowie dem Erlass des angefochtenen Entscheides gegen den 
Grundsatz von Treu und Glauben verstossen hat.

5.1.1. Gemäss Art. 52 ZPO haben alle am Verfahren beteiligten Personen, also so-
wohl die Parteien als auch das Gericht, nach Treu und Glauben zu handeln. Dies 
bedeutet unter anderem, dass sämtliche Prozesshandlungen der Verfahrensbetei-

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ligten im Sinne des Vertrauensprinzips nach Treu und Glauben auszulegen sind, 
wobei jeweils der erkennbare tatsächliche Wille des Erklärenden und nicht etwa 
eine irrtümliche oder unglückliche Wortwahl oder Bezeichnung massgebend ist. 
Dies gilt auch für Erklärungen seitens des Gerichts, beispielsweise bei einer miss-
verständlichen richterlichen Verfügung (Tarkan Göksu, in: Brunner/Gasser/Schwan-
der [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, 
N 14 f. zu Art. 52 ZPO, m.w.H.). Bei der Auslegung von Erklärungen und Rechtsbe-
gehren der Parteien hat das Gericht neben dem jeweiligen Wortlaut stets auch die 
von den Parteien angeführte Begründung, die Umstände und das Verhalten der Par-
teien zu berücksichtigen. Bei Unklarheit, Widersprüchlichkeit oder offensichtlicher 
Unvollständigkeit von Erklärungen hat das Gericht von seinem Fragerecht Ge-
brauch zu machen und der Partei durch entsprechende Fragen Gelegenheit zur 
Klarstellung und Ergänzung zu geben (vgl. Christoph Hurni, in: Hausheer/Wal-
ter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, 
Bern 2012, N 18 f. zu Art. 52 ZPO; Ernst A. Kramer/Bruno Schmidlin, in: Meier-
Hayoz [Hrsg.], Berner Kommentar zu Art. 1-18 OR, Bern 1986, N 65 zu Art. 18 OR).

5.1.2. Sodann wird als Teilgehalt des Grundsatzes von Treu und Glauben auch das 
berechtigte Vertrauen in behördliches Verhalten geschützt. Eine Gerichtsbehörde 
muss sich bei einem geschaffenen Anschein behaften lassen, selbst wenn dieser 
falsch ist, was insbesondere in Fällen einer falschen Rechtsmittelbelehrung von Re-
levanz ist. Den Parteien darf aus mangelhaften Handlungen des Gerichts kein 
Nachteil erwachsen (vgl. Göksu, a.a.O., N 17 zu Art. 52 ZPO, m.w.H.).

5.1.3. Unter dem Gesichtspunkt des Rechtsmissbrauchs traditionellerweise verpönt 
ist schliesslich widersprüchliches Handeln im Prozess (venire contra factum pro-
prium). Das Gericht hat sich, ebenso wie die Parteien, im Prozessverlauf kohärent 
zu verhalten (Hurni, a.a.O., N 59 ff. zu Art. 52 ZPO).

5.2.1. Vorliegend ist vorab festzustellen, dass die Aufforderung zur Einreichung ei-
nes separaten Rechtspflegegesuches nicht bereits nach Eingang des Begehrens 
um Erlass vorsorglicher Massnahmen, sondern erst nach Anhörung der Steuerver-
waltung erfolgte. Der Beschwerdeführerin ist sodann darin zuzustimmen, dass zwi-
schen der vorinstanzlichen Verfügung vom 30. Juli 2021 (act. B.8; RG act. IV/2) 
sowie dem angefochtenen Entscheid (act. B.1) ein Widerspruch besteht. Gemäss 
dem klaren Wortlaut der genannten Verfügung – sowohl im Verfügungstext als auch 
in der den Verfahrensgegenstand umschreibenden Betreffzeile ist unmissverständ-
lich B._____ als Gesuchsteller aufgeführt – wurde B._____, und nicht etwa der Be-
schwerdeführerin, eine Nachfrist zur Gesuchsverbesserung angesetzt. Im ange-
fochtenen Entscheid stellt sich die Vorinstanz jedoch auf den Standpunkt, dass das 

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aufforderungsgemäss für B._____ eingereichte, verbesserte Gesuch fälschlicher-
weise auf B._____ laute und richtigerweise für die Beschwerdeführerin hätte gestellt 
werden müssen (act. B.1, E.1). Tatsächlich muss sich die Vorinstanz jedoch entge-
genhalten lassen, dass sie selber – obwohl in der Eingabe vom 18. Juni 2021 nach 
dem klaren Wortlaut des Antrages um unentgeltliche Rechtspflege für die Be-
schwerdeführerin ersucht worden ist – B._____ als Partei des Gesuchsverfahrens 
bezeichnet und das betreffende Verfahren erst nachträglich auf die Beschwerde-
führerin umgeschrieben hat (vgl. etwa RG act. IV/1, V/1 und V/4 sowie die Angaben 
auf dem Deckblatt des Dossiers). Dass B._____ zur Einreichung eines separaten 
Gesuches aufgefordert worden war, entsprach mithin der damaligen Aktenlage und 
nicht bloss einem Versehen der Vorinstanz. Damit stellt sich die Frage, ob der 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zwingend hätte erkennen müssen, dass 
sich die Nachfristansetzung auf sie statt auf B._____ bezog.

5.2.2. In diesem Zusammenhang ist zunächst zu berücksichtigen, dass in der Ver-
fügung vom 30. Juli 2021 einzig die angegebene Verfahrensnummer (Proz. Nr. 135-
2021-426) zum Ausdruck brachte, dass die Aufforderung zur Verbesserung den mit 
der Eingabe vom 18. Juni 2021 gestellten Antrag um unentgeltliche Rechtspflege 
für das Massnahmeverfahren betraf. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
scheint zum damaligen Zeitpunkt allerdings gar nicht bewusst gewesen zu sein, 
dass seine Anträge auf vorsorgliche Sistierung des Besuchsrechts unter einer 
neuen Verfahrensnummer behandelt wurden, hat er selber diese Anträge doch noch 
am 21. Juli 2021 unter Angabe der Verfahrensnummer des Hauptverfahrens 
(Proz. Nr. 115-2020-58) wiederholt (vgl. Proz. Nr. 135-2021-426, act. IV/2). Ebenso 
wenig scheint er realisiert zu haben, dass seine Eingabe vom 18. Juni 2021 vom 
Regionalgericht Plessur – trotz der damals im Raum stehenden Einsetzung einer 
Kindesvertretung, welche das Gericht wegen der vermutungsweise bestehenden 
Interessenkollision als nötig erachtete (Proz. Nr. 115-2020-58, act. IV/10) – als im 
Namen von B._____ gestelltes Gesuch behandelt wurde (vgl. dazu sogleich E. 5.3). 
Dementsprechend ersuchte er das Regionalgericht Plessur in dem aufforderungs-
gemäss eingereichten Rechtspflegegesuch für B._____ (RG act. I/2, S. 2) denn 
auch um eine Auflistung aller hängigen Verfahren (inklusive Verfahrensnummern) 
betreffend die Beschwerdeführerin und ihren Sohn B._____. Vor diesem Hinter-
grund erscheinen die (Vertretungs-)Verhältnisse vor der Vorinstanz nicht eindeutig 
respektive offensichtlich und war demnach für die Beschwerdeführerin respektive 
ihren Rechtsvertreter nicht ohne Weiteres erkennbar, dass die Vorinstanz, entge-
gen dem klaren Wortlaut ihrer Verfügung, der Beschwerdeführerin – und nicht 
B._____ – eine Nachfrist zur Gesuchsverbesserung hätte ansetzen wollen. Die Be-

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schwerdeführerin durfte demnach auf die klar formulierte Verfügung vertrauen und 
dieser Folge leisten.

5.2.3. Gemäss dem Grundsatz von Treu und Glauben dürfen der Beschwerdefüh-
rerin aus der mangelhaften vorinstanzlichen Verfügung keine Nachteile erwachsen. 
Die Vorinstanz nahm das (aufforderungsgemäss) im Namen von B._____ gestellte 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als Gesuch für die Beschwerdeführerin ent-
gegen (act. B.1, E. 1) und nahm eine materielle Prüfung der entsprechenden Vor-
aussetzungen vor (act. B.1, E. 4.2). Das Gesuch der Beschwerdeführerin wurde 
somit nicht bereits mit der Begründung abgewiesen, dass es im falschen Namen 
gestellt worden sei. Insoweit ist der Beschwerdeführerin kein Nachteil aufgrund der 
fehlerhaften Handlung der Vorinstanz entstanden. Ob die Beschwerdeführerin im 
Falle einer korrekten Fristansetzung an sie als Verfügungsadressatin auch ein in-
haltlich anderes separates Gesuch eingereicht hätte und ihr deshalb in dieser Hin-
sicht ein Nachteil widerfahren sein könnte, kann in Anbetracht der nachfolgenden 
Ausführungen offenbleiben.

5.3.1. Ebenfalls unter dem Aspekt von Treu und Glauben zu behandeln ist die durch 
die Vorinstanz vorgenommene Auslegung der Eingabe vom 18. Juni 2021 (act. B.6; 
Proz. Nr. 135-2020-426, act. I/1). Der Vorderrichter geht von der Annahme aus, das 
Gesuch um vorsorgliche Massnahmen sei für B._____, gesetzlich vertreten durch 
die Beschwerdeführerin, eingereicht worden (act. B.1, E. 4.2; vgl. auch act. D.8.1). 
Die Beschwerdeführerin bringt hingegen vor, das Gesuch als Verfahrensbeteiligte 
in ihrem eigenen Namen gestellt zu haben (act. A.1, B.16 ff.). Aus der Betreffzeile 
der Eingabe ergeben sich keine Hinweise auf deren Urheberschaft, da darin ledig-
lich auf das Hauptverfahren und dessen Parteien Bezug genommen wird. Auch die 
Anträge 1 bis 4 sowie 6 bis 8 des Gesuchs lassen keinen Rückschluss darauf zu, in 
wessen Namen sie gestellt wurden. Mit Antrag 5 wird die unentgeltliche Rechts-
pflege für die Beschwerdeführerin beantragt (vgl. für die Begründung act. B.6, 
S. 6 f.), was jedoch nicht bedeuten muss, dass auch die restlichen Anträge (allein) 
in ihrem Namen erfolgten. Auf jeden Fall aber ergäbe es keinen Sinn, ein Massnah-
mebegehren einzig im Namen von B._____ zu stellen, die unentgeltliche Rechts-
pflege für das entsprechende Verfahren jedoch nur für die Kindsmutter zu beantra-
gen. Ohnehin ist jedoch gemäss den obigen Ausführungen nicht nur auf einzelne 
Rechtsbegehren, sondern insbesondere auch auf die jeweilige Begründung abzu-
stellen. Im fraglichen Gesuch wird einleitend ausgeführt, dass die Beschwerdefüh-
rerin als obhutsinhabender Elternteil im Sinne einer weiteren Beteiligten ("betroffene 
Person") in das Verfahren einbezogen werde (act. B.6, S. 1). Sodann wird im Hin-
blick auf die Voraussetzungen für den Erlass einer vorsorglichen Massnahme 

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(Art. 261 ZPO) geltend gemacht, dass der Beschwerdeführerin als Kindsmutter von 
B._____ ein Verfügungsanspruch zukomme (act. B.6, S. 5 unten). Anhand dieser 
Textstellen ist erkennbar, dass das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen im Na-
men der Beschwerdeführerin und nicht, basierend auf der gesetzlichen Vertretungs-
macht der Kindsmutter, für B._____ gestellt wurde. Alternativ könnte höchstens ar-
gumentiert werden, dass das Massnahmegesuch im Namen sowohl der Beschwer-
deführerin als auch von B._____ gestellt wurde. Die vorinstanzliche Interpretation, 
wonach das Massnahmegesuch einzig für B._____ gestellt worden sei, erweist sich 
unter Berücksichtigung der gesamten Eingabe hingegen als nicht haltbar.

5.3.2. Die Vorinstanz hat somit durch ihre Auslegung des Massnahmegesuchs vom 
18. Juni 2021 gegen das Gebot von Treu und Glauben verstossen. Bestanden für 
das vorinstanzliche Gericht Zweifel betreffend die Urheberschaft des Gesuchs, so 
hätte es der Beschwerdeführerin oder B._____ im Rahmen des Fragerechts Gele-
genheit zur Klarstellung geben müssen. Die Tatsache, dass der Vorderrichter ver-
sehentlich bzw. basierend auf einer falschen Auslegung des Gesuchs davon aus-
ging, dass B._____ der Gesuchsteller sei, darf der Beschwerdeführerin wiederum 
nicht zum Nachteil gereichen.

5.3.3. Der falschen Annahme der Vorinstanz betreffend die gesuchstellende Per-
son im Massnahmeverfahren kommt insbesondere im Hinblick auf die Anspruchs-
voraussetzung der Nichtaussichtslosigkeit Bedeutung zu. Der Vorderrichter wies 
das beschwerdeführerische Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nämlich unter 
anderem mit der Begründung ab, die Beschwerdeführerin habe keine Ausführungen 
zu ihren Prozessaussichten gemacht. Da das Gesuch um vorsorgliche Massnah-
men für B._____ gestellt worden sei, erscheine unklar, welche Anträge die Be-
schwerdeführerin selbst – als weitere Beteiligte mit parteiähnlicher Stellung und Par-
teirechten – in diesem Verfahren stelle. Nach dem Gesagten wurde jedoch das 
Massnahmegesuch im Namen der Beschwerdeführerin eingereicht und sind die 
darin enthaltenen Anträge und Ausführungen mithin dieser zuzurechnen. Richtiger-
weise lagen somit, wie dies auch die Beschwerdeführerin ausführen liess, bereits 
Anträge der Beschwerdeführerin im Massnahmeverfahren vor, welche eine Beurtei-
lung ihrer Prozessaussichten erlaubten. Gemäss der geltenden Praxis (vgl. E. 3.2) 
durfte die Beschwerdeführerin somit in ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege auf weitere Ausführungen zur Sache verzichten, ohne sich damit dem Vor-
wurf einer Verletzung ihrer Mitwirkungsobliegenheit bzw. unzureichender Gesuchs-
begründung auszusetzen. Die Abweisung des beschwerdeführerischen Gesuchs 
durch die Vorinstanz aufgrund offensichtlicher Unbegründetheit erweist sich somit 
als unzulässig.

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5.3.4. Sodann erwog die Vorinstanz, die Beschwerdeführerin habe sich auch zur 
Erforderlichkeit einer Rechtsverbeiständung nicht geäussert. Bei Übereinstimmung 
ihrer Anträge mit dem Massnahmebegehren von B._____ hätte die Beschwerde-
führerin dem Vorderrichter zufolge darlegen müssen, inwiefern sie als weitere Ver-
fahrensbeteiligte anwaltlichen Beistand benötige, zumal B._____ seinerseits an-
waltlich vertreten sei. Dafür, dass die Anträge der Beschwerdeführerin von jenen 
von B._____ abwichen, lägen keine Anhaltspunkte vor. Das Gesagte gelte umso 
mehr, als die Gegenpartei im Massnahmeverfahren ebenfalls nicht anwaltlich ver-
treten sei. Bei richtiger Auslegung des Massnahmegesuchs vom 18. Juni 2021 er-
weisen sich auch diese Ausführungen des Vorderrichters als unzutreffend. Wie be-
reits dargelegt stellte die Beschwerdeführerin das Massnahmegesuch in ihrem ei-
genen Namen, womit sie im Massnahmeverfahren als Gesuchstellerin und nicht le-
diglich als weitere Verfahrensbeteiligte auftrat und deshalb ohne Weiteres eine un-
entgeltliche Rechtsverbeiständung beantragen konnte. Der angeblichen anwaltli-
chen Vertretung von B._____ kann, da dieser nicht als Gesuchsteller auftritt, von 
vornherein keine Bedeutung zukommen. Darauf, dass der gesuchsgegnerische 
Kindsvater seinerseits nicht anwaltlich vertreten ist, kommt es schliesslich ebenfalls 
nicht an, da eine anwaltliche Vertretung der Gegenpartei zwar für die Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zugunsten der gesuchstellenden Partei 
spricht, jedoch dafür nicht vorausgesetzt wird (vgl. Huber, a.a.O., N 9 zu Art. 118 
ZPO). Die Beschwerdeführerin hatte zur Begründung ihres ersten, in das Massnah-
mebegehren integrierten Gesuchs um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ausge-
führt, sie habe einen verfassungsrechtlich geschützten und unbedingten Anspruch 
auf anwaltliche Vertretung und Begleitung im Gerichtsverfahren. Mit dieser – wenn 
auch knappen – Begründung ist die Beschwerdeführerin ihrer diesbezüglichen Ob-
liegenheit nachgekommen, werden doch nach dem Gesagten an die Substantiie-
rung der Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung keine allzu grossen Anforde-
rungen gestellt (vgl. E. 3.2). Dabei schadet es nicht, dass die Beschwerdeführerin 
in ihrem aufforderungsgemäss für B._____ gestellten separaten Gesuch diese Be-
gründung nicht erneut wiedergab, da es in Hinblick auf die Notwendigkeit der an-
waltlichen Vertretung keinen Unterschied macht, ob die Beschwerdeführerin als Ge-
suchstellerin oder als gesetzliche Vertreterin des Gesuchstellers auftritt, und des-
halb die Ausführungen im ursprünglichen Gesuch vom 18. Juni 2021 weiterhin Gel-
tung hatten. Insgesamt erscheint somit die vorinstanzliche Abweisung des be-
schwerdeführerischen Gesuchs um unentgeltliche Rechtsverbeiständung auch un-
ter diesem Gesichtspunkt als unzulässig.

5.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz das Gesuch der Be-
schwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu 

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Unrecht, nämlich basierend auf einer unrichtigen Auslegung des Massnahmege-
suchs vom 18. Juni 2021, als offensichtlich unbegründet abgewiesen hat. Die vor-
liegende Beschwerde erweist sich damit als begründet und ist entsprechend gutzu-
heissen. Der Entscheid der Vorinstanz vom 11. August 2021 ist aufzuheben.

6. Bei Gutheissung der Beschwerde kann die Beschwerdeinstanz entweder ei-
nen kassatorischen oder aber, wenn die Sache spruchreif ist, einen reformatori-
schen Entscheid erlassen (Art. 327 Abs. 3 ZPO).

6.1. Die Beschwerdeführerin ersucht die Beschwerdeinstanz um reformatorische 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorinstanzliche Verfahren. 
Zwar bezieht sich ihr Antrag nicht explizit auch auf die Bewilligung einer unentgelt-
lichen Rechtsverbeiständung in der Person von Rechtsanwalt Weltert, aus ihren
– wiederum knappen – Ausführungen zur Erforderlichkeit einer anwaltlichen Vertre-
tung (act. A.1, B.29) geht jedoch hervor, dass auch die Einsetzung eines unentgelt-
lichen Rechtsvertreters verlangt wird. Dieses Verständnis drängt sich auch vor dem 
Hintergrund des vorinstanzlichen Verfahrens, in welchem die Beschwerdeführerin 
die unentgeltliche Rechtspflege samt unentgeltlicher Rechtsverbeiständung bean-
tragt hatte, auf.

6.2. Der Beschwerdeinstanz liegen das Gesuch der Beschwerdeführerin um un-
entgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung (RG act. I/1, 
S. 6 f. i.V.m. act. I/2) sowie der von der Beschwerdeführerin zum Nachweis ihrer 
Mittellosigkeit eingereichte Beleg (RG act. II/1/1) vor. Damit verfügt die Beschwer-
deinstanz über sämtliche Entscheidungsgrundlagen, um über die Begründetheit
oder Unbegründetheit des geltend gemachten Anspruchs zu befinden oder einen 
Nichteintretensentscheid zu erlassen. Da auch keine verfahrensrechtlichen Schritte 
mehr ausstehend sind, erweist sich die Sache vorliegend als spruchreif 
(vgl. BGE 144 III 394 E. 4.3.2.2). Es ist darauf hinzuweisen, dass die Tatsache, dass 
ein von der Rechtsschrift in der Sache separates Gesuch nur für B._____, nicht 
jedoch für die Beschwerdeführerin, gestellt wurde, einem reformatorischen Ent-
scheid nicht entgegensteht. Einerseits ist nämlich dieser Umstand auf eine mangel-
hafte Verfügung der Vorinstanz zurückzuführen, aus welcher der Beschwerdefüh-
rerin kein Nachteil erwachsen darf (vgl. E. 5.2.1 f.). Andererseits hat die Vorinstanz 
das separate, im Namen von B._____ gestellte Gesuch ohnehin als Gesuch der 
Beschwerdeführerin behandelt (vgl. E. 5.2.3).

6.3. Wie bereits erwähnt setzt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
voraus, dass die gesuchstellende Person ihre Mittellosigkeit darlegt sowie die 
Nichtaussichtslosigkeit ihrer Rechtsbegehren glaubhaft machen kann (vgl. E. 3.2). 

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Die Beschwerdeführerin machte in ihrem Gesuch Ausführungen zu ihrer Bedürftig-
keit, wobei sie insbesondere auf den als Beleg eingereichten Leistungsentscheid 
betreffend wirtschaftliche Sozialhilfe 2021 für den Zeitraum vom 1. März 2021 bis 
zum 28. Februar 2022 der Dienststelle Gesellschaft, Sozialleistungen, der Stadt 
Chur vom 19. März 2021 samt SKOS-Budget (RG act. II/1/1) verwies. Damit ist sie 
ihrer Mitwirkungsobliegenheit in Hinblick auf die Darstellung ihrer finanziellen Situa-
tion hinreichend nachgekommen. Nach dem Gesagten lassen sich auch die Pro-
zesschancen der Beschwerdeführerin und mithin die Frage der Nichtaussichtslosig-
keit ihrer Rechtsbegehren basierend auf dem ebenfalls vorliegenden Massnahme-
gesuch (RG act. I/1) beurteilen (vgl. E. 5.3.3). Das beschwerdeführerische Gesuch 
ist demnach materiell zu prüfen.

6.4.1. Mittellosigkeit im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO liegt vor, wenn die antragstel-
lende Person unter Berücksichtigung ihrer gesamten Einkünfte und Vermögens-
werte (abzüglich eines angemessenen Notgroschens) sowie sämtlicher finanzieller 
Verpflichtungen nicht über die erforderlichen Mittel zur Finanzierung der Prozess-
kosten verfügt, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eigenen not-
wendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich sind. Der Zeit-
horizont, innerhalb welchem die Tilgung der Prozesskosten grundsätzlich möglich 
sein sollte, beträgt je nach Umfang des Prozesses und dem damit verbundenen 
Aufwand ein bis zwei Jahre (BGE 144 III 531 E 4.1; 141 III 369 E 4.1; Thomas 
Sutter-Somm/Benedikt Seiler, in: Sutter-Somm/Seiler [Hrsg.], Handkommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2021, N 5 zu Art. 117 ZPO).

6.4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, als Sozialhilfeempfängerin gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung und herrschender Lehre ohne Weiteres als mittel-
los zu gelten (RG act. I/2; vgl. bereits act. I/1, S. 6. f.). Als Beleg reichte sie den 
unter E. 6.3 genannten Leistungsentscheid betreffend wirtschaftliche Sozialhilfe 
samt SKOS-Budget (RG act. II/1/1) ein. Daraus geht hervor, dass die Beschwerde-
führerin über kein Erwerbseinkommen verfügt und deswegen den monatlichen Aus-
gaben für sie selbst und B._____ in Höhe von CHF 2'891.90 lediglich die Unter-
haltsbeiträge und Familienzulagen für B._____ von insgesamt CHF 1'415.00 entge-
genstehen, womit das monatliche Budget für die Beschwerdeführerin und B._____ 
einen Fehlbetrag von CHF 1'476.90 aufweist. Da im Rahmen der Gewährung von 
Sozialhilfe auch allfälliges Vermögen der unterstützten Personen berücksichtigt 
wird, ist ausserdem davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über kein we-
sentliches Vermögen verfügt. Die Beschwerdeführerin ist demnach in Übereinstim-
mung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als bedürftig zu betrachten 

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(vgl. BGE 125 IV 161 E. 4b; BGer 5A_761/2014 v. 26.2.2015 E. 3.4.1 f.; 
1C_45/2007 v. 30.11.2007 E. 6.3).

6.5.1. Ein Begehren gilt dann als nicht aussichtslos im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO, 
wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder 
jene nur wenig geringer sind als diese. Ein aussichtsloses Begehren liegt hingegen 
vor, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren 
und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können, wobei die Aussichtslo-
sigkeit sich sowohl aus materiellen als auch aus formellen Gründen ergeben kann. 
Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünf-
tiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Die Beurteilung erfolgt 
ex ante aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussich-
ten (BGE 142 III 138 E. 5.1; BGer 5D_171/2020 v. 28.10.2020 E. 3.1).

6.5.2. Die Beschwerdeführerin beantragte im Massnahmeverfahren, für welches 
sie um unentgeltliche Rechtspflege ersuchte, eine vorsorgliche Sistierung des Be-
suchsrechts des Kindsvaters bei gleichzeitiger Aufgleisung von Erinnerungskontak-
ten (RG act. I/1, S. 7, Anträge 1 bis 4). Als Kindsmutter von B._____ ist sie 
grundsätzlich zur Stellung solcher Anträge – in eigenem Namen, nicht aber im Na-
men des Kindes (vgl. dazu PKG 2019 Nr. 6 E. 1.5 m.w.H., u.a. auf KGer GR ZB 06 
36 v. 27.3.2007 E. 3b) – berechtigt. Zur Begründung ihrer Begehren führte die Be-
schwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass die Durchführung der bisherigen Be-
suchskontakte in der bestehenden Hochkonfliktsituation zu einer Gefährdung bzw. 
sogar zu einer Beeinträchtigung des Kindeswohls geführt habe, weshalb in Hinblick 
auf das erwartungsgemäss noch länger dauernde Hauptverfahren dringender 
Handlungsbedarf bestehe (act. B.6, S. 2 u. 5 f.). Sie stützte sich dabei insbesondere 
auf ein im Hauptverfahren vorliegendes (bereits von der KESB Nordbünden einge-
holtes) Gutachten, in welchem unter anderem eine Sistierung des Besuchsrechts, 
allenfalls mit gleichzeitiger Implementierung von Erinnerungskontakten, empfohlen 
wird (RG act. I/1, S. 2 ff.). Vor diesem Hintergrund erscheinen die beschwerdefüh-
rerischen Begehren zumindest aufgrund einer summarischen, auf Glaubhaftma-
chung beschränkten Prüfung als potentiell rechtlich begründet und nicht geradezu 
ausgeschlossen. Sodann sind auf den ersten Blick auch keine formellen Gründe 
ersichtlich, die zu einem Nichteintreten oder einer Abweisung des Gesuchs führen 
würden. Folglich ist die Nichtaussichtslosigkeit des durch die Beschwerdeführerin 
angestrengten Verfahrens zu bejahen. Diese ex ante (auf den Zeitpunkt des ange-
fochtenen Entscheides) vorzunehmende Beurteilung der Prozessaussichten wird im 
Übrigen durch den im Massnahmeverfahren zwischenzeitlich ergangenen Endent-
scheid bestätigt.

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6.6.1. Gemäss Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO besteht ein Anspruch auf Bestellung eines 
unentgeltlichen Rechtsbeistands, soweit es zur Wahrung der Rechte der gesuch-
stellenden Partei notwendig ist. Dies ist dann der Fall, wenn ihre Interessen in rela-
tiv schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher oder rechtli-
cher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen die gesuchstellende Person auf sich 
alleine gestellt nicht gewachsen wäre und welche deshalb den Beizug eines Rechts-
vertreters erforderlich machen (vgl. BGE 130 I 180 E. 2.2; Viktor Rüegg/Michael 
Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zi-
vilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Basel 2017, N 10 zu Art. 118 ZPO, je m.w.H.). 
Gemäss Lehre und Praxis zu Art. 4 aBV und Art. 29 Abs. 3 BV sind familienrechtli-
che Prozesse grundsätzlich als relativ schwere Fälle zu qualifizieren, weshalb bei 
Hinzukommen von besonderen Schwierigkeiten die Einsetzung einer unentgeltli-
chen Rechtsverbeiständung regelmässig gerechtfertigt ist (vgl. Rüegg/Rüegg, 
a.a.O., N 11 zu Art. 118 ZPO). Dies gilt auch für Verfahren, welche vom Untersu-
chungsgrundsatz beherrscht werden (BGer 4A_238/2010 v. 12.7.2010 E. 2.3.3 
m.w.H.).

6.6.2. Das vorinstanzliche Massnahmeverfahren betrifft die Regelung des Be-
suchsrechts des Kindsvaters gegenüber B._____ und mithin eine familienrechtliche 
Angelegenheit, weshalb – jedenfalls bei den vorliegend gegebenen Verhältnissen – 
vom Vorliegen eines relativ schweren Falles auszugehen ist. Da es sich zudem um 
ein Mehrparteienverfahren handelt, dem vorinstanzlichen Hauptverfahren bereits 
ein KESB-Verfahren voranging und eine Auseinandersetzung mit dem im Hauptver-
fahren eingereichten Gutachten unabdingbar scheint (vgl. RG act. I/1, S. 2 f.), weist 
das Verfahren auch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht gewisse Schwierigkei-
ten auf, welchen die nicht rechtskundige Beschwerdeführerin kaum allein gewach-
sen sein dürfte. Damit ist die Notwendigkeit einer anwaltlichen Verbeiständung er-
stellt.

6.7. Antragsgemäss ist der Beschwerdeführerin somit für das vorinstanzliche 
Massnahmeverfahren (Proz. Nr. 135-2021-426) mit Wirkung ab Gesuchstellung die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und Rechtsanwalt Weltert als unentgeltli-
cher Rechtsbeistand im Sinne von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO zu ernennen.

6.8. Gemäss dem Entscheid der Vorinstanz betreffend Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen vom 11. November 2021 wurde der Beschwerdeführerin die Hälfte der Ge-
richtskosten auferlegt. Die Parteikosten wurden wettgeschlagen, für den Fall der 
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Beschwerdeführerin wurde je-
doch die Entschädigung von Rechtsanwalt Weltert mit CHF 3'359.60 beziffert 
(act. D.8.1, Dispositivziff. 7). Dieser Entscheid bildet zwar ebenfalls noch Gegen-

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stand einer von der Beschwerdeführerin angehobenen Berufung (ZK1 21 203). Was 
die Festsetzung der eventualiter auszurichtenden Entschädigung des unentgeltli-
chen Rechtsvertreters anbelangt, blieb der Entscheid indessen unangefochten, zu-
mal gegen eine als zu tief erachtete Entschädigung der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin in eigenem Namen hätte Beschwerde führen müssen (KGer GR 
ZK1 18 182 v. 4.8.2021 E. 1.2 m.w.H.). Dessen ungeachtet wird über die der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegenden bzw. auf sie entfallenden Kosten und folglich 
über die Höhe der zu Lasten des Kantons Graubünden zu liquidierenden Prozess-
kosten (Art. 122 ZPO i.V.m. Art. 12 Abs. 3 EGzZPO) erst mit dem noch ausstehen-
den Berufungsurteil zu entscheiden sein.

7. Infolge Gutheissung des Hauptantrags der Beschwerdeführerin wird ihr 
Eventualantrag (act. A.1, Beschwerdeantrag 2) gegenstandslos.

8.1. Die in Art. 119 Abs. 6 ZPO statuierte Kostenlosigkeit des Verfahrens gilt 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur für das Gesuchsverfahren, nicht 
aber für ein nachfolgendes Beschwerdeverfahren gegen einen die unentgeltliche 
Rechtspflege ablehnenden oder entziehenden Entscheid (BGE 137 III 470 E. 6.5; 
Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 11 zu Art. 119 ZPO). Für das vorliegende Verfahren sind 
daher Kosten zu erheben, wobei diese gestützt auf Art. 10 Abs. 1 VGZ (BR 320.210) 
auf CHF 1'500.00 festgesetzt werden.

8.2. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Par-
tei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten 
gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt. Der Grund-
satz von Art. 106 ZPO gilt auch im Rechtsmittelverfahren (Adrian Urwyler/
Myriam Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 5 zu Art. 106 ZPO). Vorliegend 
dringt die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde durch und obsiegt somit 
vollständig, weshalb die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Kantons 
Graubünden gehen.

8.3. Ausserdem hat der Kanton Graubünden die Beschwerdeführerin für die Kos-
ten ihrer Rechtsvertretung angemessen zu entschädigen (vgl. BGE 140 III 501 
E. 4.3; Wuffli/Fuhrer, a.a.O., Rz. 1012 f.). Eine Honorarnote ihres Rechtsvertreters 
liegt nicht vor, so dass die Parteientschädigung nach gerichtlichem Ermessen fest-
gesetzt wird (Art. 2 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Angesichts der sich stellenden Sach- 
und Rechtsfragen sowie unter Berücksichtigung des für die eingereichte Beschwer-
deschrift und die sonstigen Eingaben mutmasslich notwendigen Aufwands er-
scheint, ausgehend von einem mittleren Stundenansatz von CHF 240.00 (vgl. Art. 3 

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Abs. 1 HV), eine Entschädigung von CHF 1'500.00 inklusive 3% Spesen und 7.7% 
Mehrwertsteuer als angemessen.

8.4. Die Beschwerdeführerin ersuchte mit ihrer Beschwerde auch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren (act. A.1, Be-
schwerdeantrag 3). Dafür wäre praxisgemäss ebenfalls ein separates Gesuch ein-
zureichen gewesen (vgl. vorstehend E. 4). In Anbetracht des Verfahrensausgangs 
erübrigt sich jedoch dieser Antrag, weshalb er als gegenstandslos geworden abzu-
schreiben ist.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid des Re-
gionalgerichts Plessur vom 11. August 2021 wird aufgehoben.

2. A._____ wird für das Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen (Proz. 
Nr. 135-2021-426) vor dem Regionalgericht Plessur mit Wirkung ab Gesuch-
seinreichung die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art. 118 Abs. 1 ZPO erteilt.

3. Zum unentgeltlichen Rechtsvertreter von A._____ für das obgenannte Ver-
fahren wird Rechtsanwalt Dr. iur. Hans M. Weltert ernannt.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden.

5. Der Kanton Graubünden hat A._____ für das Beschwerdeverfahren eine Par-
teientschädigung von CHF 1'500.00 (inklusive Spesen und Mehrwertsteuer) 
zu leisten.

6. Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorlie-
gende Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrie-
ben.

7. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

8. Mitteilung an: