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**Case Identifier:** c52d0803-6983-5145-b7fb-0f797a3f02da
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 25.08.2015 LB150025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB150025_2015-08-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB150025-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende,  

Oberrichter Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech  

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Montani Schmidt 

Urteil vom 25. August 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Klägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 
B._____ AG,  

Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 
betreffend Forderung 
 
Berufung gegen einen Beschluss und ein Urteil des Bezirksgerichtes  
Zürich, 7. Abteilung, vom 16. März 2015 (CG080027-L) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 1 S. 1) 

"1a) Die B._____ [Versicherungsgesellschaft], sei zu verpflichten, der 
Klägerin mindestens CHF 5'000'000.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 
dem 3. Juni 1995 zu bezahlen. 
Der genaue Betrag wird nach Beigebung eines unentgeltlichen 
Anwalts nachgereicht. 

1.b) Die B._____ sei zu verpflichten, eine Vorschusszahlung von CHF 
200'000.00 sofort zu bezahlen (BEKB, Konto-Nr. ...) 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-
klagten." 

(Modizifiertes) Rechtsbegehren: 
(Urk. 55. S. 2; Urk. 86 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 2'804'456.00 
zuzüglich Zins zu 5 % seit 3. Juni 1995 zuzüglich Fr. 410.00 Be-
treibungskosten und Fr. 615.00 Weisungskosten zu bezahlen und 

2. es sei in diesem Umfang der Rechtsvorschlag in der Betreibung 
Nr. ..., Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Zürich 2 vom 21. 
Mai 2007, definitiv zu beseitigen, 

 alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

Beschluss und Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 
16. März 2015: 

(Urk. 362 S. 51 f) 

Es wird beschlossen: 

1. Von der Reduktion der Klage auf CHF 2'804'456.– wird Vormerk genommen und das Ver-

fahren als durch Rückzug insoweit erledigt abgeschrieben. 

2. (Schriftliche Mitteilung). 

3. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage). 

Es wird erkannt: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

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Fr. 25'000.– die Barauslagen betragen: 

Fr. 34'229.55 Gutachten 

3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Eine Nachzahlungspflicht gemäss § 92 ZPO/ZH bleibt vorbehalten.  

4. Die von der Beklagten geleisteten Barvorschüsse werden dieser nach Eintritt der Rechts-

kraft zurückerstattet. 

5. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung von Fr. 56'000.– zu 

bezahlen.  

6. (Schriftliche Mitteilung). 

7. (Rechtmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage). 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin (Urk. 361 S. 2 und S. 4 sinngemäss): 
 
1. Der Beschluss und das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 16. März 2015 seien aufzuhe-

ben und die Sache sei zur Abnahme des Wahrheitsbeweises an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Insbesondere sei die Feststellung 'Die Arbeitsunfähigkeit war 100% nicht 0%' über-
prüfen und bearbeiten zu lassen. 

 2. Der Berufungsklägerin sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren und es sei ihr eine unentgeltliche Rechtsvertretung zu bestellen. 

 3. Der Berufungsklägerin sei Frist zur Ergänzung und Korrektur der Berufungsbegründung an-
zusetzen.  

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten. 

Erwägungen: 

1. Am 3. Juni 1995 erlitt die Klägerin und Berufungsklägerin (fortan Kläge-

rin) als Lenkerin eines Personenwagens in der Stadt Zürich einen Verkehrsunfall, 

als sie vor einem Fussgängerstreifen anhielt und der hinter ihr fahrende Fahr-

zeuglenker auf ihren Wagen auffuhr. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Klägerin 

in einem Teilzeitpensum als Aushilfe bzw. Bibliotheksangestellte der C._____ Zü-

rich tätig und bereitete sich – gemäss vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 362 S. 3 

und S. 35) – auf die eidgenössischen Maturitätsprüfungen vor. Mit Verfügung vom 

10. Juni 2000 sprach die Invalidenversicherung des Kantons Zürich der Klägerin 

eine halbe Invalidenrente sowie nach Durchführung des Rechtsmittelverfahrens 

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am Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich am 12. August 2003 rückwir-

kend eine ganze Rente zu. Mit ihrer Klage verlangt die Klägerin nun von der Be-

klagten und Berufungsbeklagten (fortan Beklagte) als Haftpflichtversicherin des 

unfallverursachenden Fahrzeuglenkers resp. - halters Schadenersatz in der Höhe 

von Fr. 2'754'456.–, bestehend aus Erwerbsausfall, Haushaltsschaden, Renten-

schaden und Heilungskosten. Weiter verlangt die Klägerin eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 50'000.– (Urk. 55 S. 16).  

2.1 Am 7. Februar 2008 reichte die Klägerin unter Beilage der Weisung 

des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise 1 + 2, vom 4. Februar 2008 bei 

der Vorinstanz die entsprechende Klage ein (Urk. 1-6). Mit Verfügung vom 28. 

März 2008 wurde der Klägerin einstweilen die unentgeltliche Rechtspflege ge-

währt und es wurde ihr Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltliche Rechts-

vertreterin bestellt (Urk. 30). Mit Beschluss vom 3. März 2009 wurde das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung der unentgeltli-

chen Rechtsvertreterin für das gesamte Verfahren gutgeheissen (Urk. 46). In der 

Folge wurde das Haupt- und Beweisverfahren durchgeführt und insbesondere 

sowohl ein interdisziplinäres als auch ein psychiatrisches Gutachten sowie eine 

technische Unfallanalyse mit biomechanischer Beurteilung eingeholt; für die Ein-

zelheiten kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichem Urteil verwiesen werden 

(Urk. 362 S. 3 ff.). Am 26. März 2015 erging schliesslich eingangs aufgeführter 

Entscheid (Urk. 362).  

2.2 Mit Schreiben vom 1. Mai 2015 (überbracht am 4. Mai 2015) erhob die 

nunmehr anwaltlich nicht mehr vertretene Klägerin innert Frist Berufung mit vor-

genannten Anträgen (Urk. 361; Urk. 366).  

2.3 Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) 

in Kraft getreten. Gemäss deren Übergangsbestimmungen war das vor-

instanzliche Verfahren nach den bisherigen zürcherischen Zivilprozessgesetzen 

(ZPO/ZH und GVG/ZH) zu führen, während für die Zulässigkeit und das Verfahren 

von Rechtsmitteln, mithin auch für das vorliegende Berufungsverfahren, das neue 

Recht zur Anwendung kommt (Art. 404 f. ZPO). 

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2.4.1 Mit Präsidialverfügung vom 8. Mai 2015 wurde das Fristerstreckungs-

gesuch der Klägerin zur Nachbegründung bzw. Ergänzung der Berufung abge-

wiesen (Urk. 367). Weitere Eingaben der Klägerin folgten dennoch, nämlich am 

18. Juni 2015 sowie am 3. August 2015 mit jeweils weiteren Beilagen 

(Urk. 368-372).  

2.4.2 Da es sich bei der Frist von 30 Tagen zum Erheben der Berufung um 

eine gesetzliche Frist handelt, welche nicht erstreckt werden kann (Art. 311 Abs. 1 

ZPO in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 ZPO), sind die nach Ablauf der Rechtsmit-

telfrist (Datum: 4. Mai 2015; vgl. Urk. 358) eingereichten Unterlagen verspätet; sie 

sind nicht mehr zu berücksichtigen.  

3.1 Die Klägerin bringt berufungsweise vor, dass die Schreiben von Prof. 

Dr. med. D._____ vom 16. April 2015 und 23. April 2015 belegen würden, dass 

sie durch den unverschuldeten Unfall am 3. Juni 1995 zu 100% arbeitsunfähig 

gewesen sei. Es handle sich um einen fehlerhaften Eintrag, wenn aufgeführt wor-

den sei, dass keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. So seien die Akteneintragungen 

in der Folge einfach übernommen worden, ungeachtet ihrer Richtigkeit. Die Un-

fallakten vom 3. Juni 1995 habe sie erst einige Jahre später einsehen können. So 

entspreche auch der Eintrag "Verbesserung der Beschwerde" nicht den Tatsa-

chen; dies sei inniges Wunschdenken geblieben. So sei im Schreiben von Dr. 

E._____ vom 23. Mai 1997 Folgendes beschrieben worden: Nach fast zwei Jah-

ren nach dem unverschuldeten Verkehrsunfall leidet Frau A._____ unter einem 

sehr hohen Beschwerdeniveau und ist in sämtlichen Lebensbereichen stark ein-

geschränkt. Im Schreiben vom 20. Juni 1997 sei das Reha-Kostengutsprache-

Gesuch von der Beklagten mit dem Verweis abgelehnt worden, dass es sich bei 

den allenfalls bestehenden Beschwerden nicht mehr um solche handle, welche im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 3. Juni 1995 stünden. Des Weiteren führt die 

Klägerin zur ihrer Arbeitstätigkeit aus, dass sie vor dem Verkehrsunfall am 3. Juni 

1995 an der Sportschule ... die Trainer-Ausbildung besucht habe. Infolge von 

Konzentrationsstörungen, Sitzschwierigkeiten und intensiven Augenproblemen 

habe sie die theoretische Prüfung 1996 nach wenigen Minuten aufgeben müssen. 

Sodann habe sie in den USA medizinische Forschungs-Labortätigkeiten studiert, 

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um bei ihrem Ehemann an Studien in den medizinischen und naturwissenschaftli-

chen Bereichen die notwendigen Unterstützungen leisten zu können. Gleichzeitig 

sei sie mit dem Umzug in die USA als Hausfrau beschäftigt gewesen und habe 

sodann vor dem Unfall nach Vereinbarungen Privatunterricht erteilt. Weiter hält 

sie fest, dass die Vorbereitungen auf die Maturitätsprüfungen bereits Jahrzehnte 

und damit viel früher, als von der Vorinstanz angenommen, stattgefunden hätten 

(Urk. 361 S. 3). 

3.2 Die Frage, ob die Klägerin als Folge des Unfalls dauernd arbeitsunfä-

hig geworden sei, war Beweisthema; mit vorinstanzlichem Beschluss vom 28. Mai 

2010 wurde der Klägerin der diesbezügliche Hauptbeweis auferlegt (Urk. 100 

S. 2). Die Vorinstanz hielt zu diesem Thema fest, dass im Polizeirapport vom 

4. bzw. 12. Juni 1995 unter der Rubrik Verletzungen ein Schleudertrauma im Na-

ckenbereich erwähnt und unter Heilungsdauer eine solche von ca. 2 bis 4 Wo-

chen angegeben worden sei. Unter der Rubrik Arbeitsunfähigkeit stehe ausdrück-

lich "keine" (Urk. 12/7 S. 2 = Urk. 364/5). Dr. F._____ habe in ihrem Arztzeugnis 

UVG vom 26. Juli 1995 zuhanden der G._____ ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit 

(ausser zu den Kontrollen) verneint und habe einen weiteren Behandlungsbedarf 

von 2 Wochen angegeben (Urk. 32/4 = Urk. 364/6/5). Auch der vom Stadtspital 

Waid ausgestellte Unfallschein UVG habe der Klägerin in den ersten Monaten 

nach dem Unfall durchwegs volle Arbeitsfähigkeit resp. eine Arbeitsunfähigkeit 

von 0% attestiert (Urk. 44/1 = Urk. 364/6/1). Dazu passe, dass die Klägerin auch 

nach dem Unfall weiterhin während 7 Stunden pro Woche in der C._____-

Bibliothek gearbeitet habe (Urk. 5/7 S. 4), zum gleichen Beschäftigungsgrad also, 

den sie ihren eigenen Angaben gegenüber der IV-Stelle zufolge im Hinblick auf ih-

re Maturitätsprüfungen reduziert habe (Urk. 32/10 S. 6). Ein Versehen, wie die 

Klägerin behaupten lasse, könne bei dieser eindeutigen Sachlage ausgeschlos-

sen werden, zumal selbst in den ärztlichen Zwischenberichten von Dr. med 

H._____, Chirurgie Waidspital, an die Beklagte vom 22. Januar und 13. Mai 1996 

eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin (als Studentin bzw. als Studentin/Hausfrau) 

ausdrücklich verneint worden sei (Urk. 32/5-6 = Urk. 364/6/6 und Urk. 364/6/10). 

Auch das Sozialversicherungsgericht sei in seinem Entscheid vom 23. April 2001 

insoweit nicht von einem Versehen ausgegangen und habe aufgrund entspre-

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chender Vorbringen bezweifelt, dass die Klägerin wegen gesundheitlicher Be-

schwerden die Maturitätsprüfungen nicht absolviert habe (Urk. 32/14 S. 10 f.). Es 

falle auf, dass die Klägerin bei der schriftlichen Anmeldung zum Bezug von IV-

Leistungen im Oktober 1997 die Fragen nach einer krankheits- oder unfallbeding-

ten Arbeitsunfähigkeit nicht beantwortet bzw. die entsprechenden Antwortfelder 

leer gelassen habe (Fragen 6.6), gleichermassen die Fragen nach einer – sinn-

gemäss krankheits- bzw. unfallbedingten – vollen oder teilweisen Arbeitslosigkeit 

(Fragen 6.7; Urk. 32/10 S. 5). Dies, obwohl ihre Anstellung als Bibliotheks-

Aushilfe an der C._____ Zürich bereits per 31. Mai 1996 aufgelöst worden sei 

(Urk. 32/14 S. 2) und die Klägerin noch kurz zuvor gegenüber den behandelnden 

Ärzten in der Rehaklinik Rheinfelden erklärt hatte, die Kündigung sei wegen ihrer 

häufigen gesundheitlich bedingten Unterbrechungen erfolgt (Urk. 5/8 S. 2). 

Schliesslich sei auch in der Zusammenfassung des Universitätsspitals Zürich vom 

27. Dezember 1996 zur ambulanten Untersuchung der Klägerin zwischen dem 5. 

Mai und dem 21. November 1996 eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin verneint 

worden (Urk. 44/3 S. 4). Eine (teilweise) Arbeitsunfähigkeit, und zwar im Umfang 

von 50 % für Beruf und Haushalt, sei der Klägerin erstmals im Austrittsbericht der 

Rehaklinik Rheinfelden vom 16. September 1997 attestiert worden (Urk. 5/12; 

Urk. 32/11), mithin mehr als zwei Jahre nach dem Unfall vom 3. Juni 1995. Bei 

der Rehaklinik Rheinfelden handle es sich bekanntlich um diejenige Institution, bei 

welcher die Klägerin den Unfall deutlich dramatisierend geschildert und von zahl-

reichen, unmittelbar nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden berichtet habe, 

die in den zeitnah erstellten ärztlichen Unterlagen nicht dokumentiert seien. Eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit sei gutachterlich erstmals von Dr. I._____, Medizi-

nische Begutachtungsstelle Zürich, am 28. Januar 2002 festgestellt worden (Urk. 

5/7), und zwar ausschliesslich aus psychiatrischen Gründen. Bereits Dr. E._____ 

habe in seinem Bericht vom 22. Mai 1997 den Verdacht "emotionaler Faktoren" 

gehegt und aus versicherungsrechtlicher Sicht zur Klärung unfallfremder Faktoren 

das Konsilium eines Psychiaters empfohlen (Urk. 32/9 Blatt 4). Prof. Dr. J._____ 

habe in seinem Gutachten vom 24. November 1999 die Diskrepanz zwischen den 

geringen beziehungsweise nicht vorhandenen objektivierbaren Befunden und den 

massiven Klagen der Klägerin hervorgehoben (Urk. 5/11 S. 8). Und auch Dr. 

K._____ habe auf die seines Erachtens notwendige psychiatrische Beurteilung 

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aufmerksam gemacht (Urk. 5/8 S. 12). Gestützt auf das Gutachten von Dr. 

I._____ und Dr. L._____, welche vom dringenden Verdacht einer wahnhaften Stö-

rung aus dem schizophrenen Formenkreis ausgegangen seien, sei der Klägerin 

mit Verfügung der Sozialversicherungsanstalt Zürich vom 12. August 2013 rück-

wirkend ab 1. Oktober 1996 eine ganze IV-Rente zugesprochen worden (Urk. 

32/16). Dass die Klägerin in den ersten zwei Jahren nach dem Unfall von sämtli-

chen Ärzten stets zu 100% als arbeitsfähig eingeschätzt worden sei, spreche 

deutlich gegen eine Kausalität zwischen der Auffahrkollision vom 3. Juni 1995 und 

den gesundheitlichen Beschwerden, unter denen die Klägerin heute subjektiv lei-

de. Dies werde dadurch untermauert, dass der Unfall wie dargelegt weder ossäre 

Läsionen noch eine traumatische Hirnverletzung verursacht habe. In diesem Zu-

sammenhang sei auch auf die nachvollziehbaren und glaubhaften Aussagen des 

Zeugen M._____ hinzuweisen, der seit 1991 für die Beklagte tätig sei. Dieser ha-

be in seiner Zeugenbefragung erklärt, dass er ab 1987/1988 mit der Klägerin re-

gelmässig Tennis gespielt habe, was auch im Herbst 1995 circa fünfmal der Fall 

gewesen sei, ohne dass er damals von ihrem im Juni 1995 erlittenen Unfall ge-

wusst habe. Schliesslich hätten sie im Februar /März 1996 nochmals zusammen 

Tennis gespielt; danach sei der Kontakt abgebrochen. Beschwerden seien ihm an 

der Klägerin damals keine aufgefallen; er könne sich nicht erinnern, dass sie sol-

che erwähnt hätte (Urk. 185A S. 1 ff.). Der Umstand, dass die Klägerin noch im 

Herbst 1995 und Februar/März 1996 auf mittlerem Wettkampfniveau Tennis habe 

spielen können, ohne dass ihrem Tennispartner bzw. -gegner körperliche Be-

schwerden oder Einschränkungen aufgefallen wären, unterstreiche zum einen die 

damalige Richtigkeit der ärztlichen Einschätzung ihrer Arbeitsfähigkeit. Zum ande-

ren spreche auch dies gegen einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen 

den von ihr geklagten (somatischen) Beschwerden und dem Unfallereignis vom 3. 

Juni 2015. Nur am Rande sei erwähnt, dass die Klägerin noch am 1. Dezember 

1998 einen Vertrag als Privat-Tenniscoach im Umfang von 50% für das Jahr 1999 

unterschrieben habe (Urk. 32/14 S. 14 S. 12) (Urk. 362 S. 35 ff.).  

4.1 Mit der Berufung reicht die Klägerin weitere Unterlagen ein, wovon sich 

ein Teil bislang nicht in den Akten befindet (Schreiben der B._____ vom 8. Juni 

1995 [Urk. 364/6/2]; Schlussrechnung des Stadtspitals Waid vom 7. April 1996 

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über einen ausstehenden Betrag von Fr. 71.60 [Urk. 364/6/9]; Schreiben von Prof. 

Dr. med D._____ vom 16. April 2015 [Urk. 364/7/1]; Schreiben von Prof. Dr. med. 

D._____ vom 23. April 2015 [Urk. 364/7/2]; Schreiben von N._____, Leiter Stabs-

stelle Ausbildung ... vom 10. April 1996 [Urk. 364/8]; Schreiben von Prof. Dr. med. 

D._____ vom 21. Mai 2015 [Urk. 370/2a]; Schreiben von Dr. med. O._____, 

Chefarzt Traumatologie/Orthopädie, vom 27. Mai 2015 [Urk. 370/2b]; Schreiben 

der SVA Zürich vom 30. März 2009 [Urk. 370/3]; Kopie Bahnbillett vom 22. Mai 

2015 [Urk. 370/4] und ein Schreiben der Reha Rheinfelden vom 30. Juli 2015 

[Urk. 372/1]). Die übrigen Unterlagen befanden sich bereits bei den Akten. 

4.2.1 Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen (Noven) zulässig, wel-

che kumulativ ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und 

trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konn-

ten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO).  

4.2.2 Inwiefern die Klägerin die vor dem 16. März 2015 (Erlass des vor-

instanzlichen Urteils) datierten Unterlagen nicht bereits vor Vorinstanz einreichen 

konnte, legt sie mit keinem Wort dar. Damit aber sind diese Unterlagen als unech-

te Noven unzulässig und unbeachtlich.  

4.2.3 Die nach Erlass des vorinstanzlichen Urteils datierten Unterlagen 

(Urk. 364/7/1-2; Urk. 370/2a-b; Urk. 370/4; Urk. 372/1) betreffen das vorinstanzli-

che Beweisverfahren und sollen die Behauptung der Klägerin belegen, wonach 

die nach dem Unfall attestierte 100 %-Arbeitsfähigkeit lediglich auf einem Verse-

hen beruht habe, da Arbeitsfähigkeit mit Arbeitsunfähigkeit verwechselt worden 

sei. Damit handelt es sich diesbezüglich um neue Beweismittel. Inwiefern es der 

Klägerin aber nicht möglich gewesen sein sollte, diese Unterlagen innert Frist in 

den vorinstanzlichen Prozess, namentlich als Beweismittel im erstinstanzlichen 

Beweisverfahren anzurufen bzw. einzureichen, ist nicht ersichtlich, handelt es sich 

bei diesen Unterlagen doch massgeblich um Bestätigungen eines in der Vergan-

genheit liegenden Sachverhaltes, welche bereits vor Vorinstanz hätten eingeholt 

werden können. Solche Beweismittel wurden indes nicht angerufen (vgl. Urk. 109 

S. 7 f.); nachträglich können weder neue Beweismittel genannt noch solche ein-

gereicht werden, sofern nicht dargelegt wird, dass diese trotz zumutbarer Sorgfalt 

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nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b 

ZPO). Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass das Arztzeugnis UVG, 

Dr. F._____, vom 26. Juli 1995, welches keine Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte 

(Urk. 364/6/5=Urk. 32/4), von der Klägerin selber im erstinstanzlichen Verfahren 

als Beweismittel angerufen und eingereicht worden war (Urk. 109 S. 3). Dies gilt 

ebenso für den ärztlichen Zwischenbericht von Dr. H._____ vom 13. Mai 1996, 

welcher ebenso bei Arbeitsunfähigkeit "keine" festhält (Urk. 364/6/10 = Urk. 32/6; 

Urk. 109 S. 3). Entsprechend aber hätten die nun neu eingeholten Bestätigungen 

seitens Prof. Dr. med. D._____ vom 16. April 2015 und 23. April 2015 sowie von 

Dr. med. O._____ vom 27. Mai 2015, welche festhalten, dass es sich bei der Be-

scheinigung der 0 %-igen Arbeitsunfähigkeit um ein gängiges Versehen handle 

und bei der Diagnose der Klägerin wohl eine Verwechslung zwischen Arbeitsfä-

higkeit und -unfähigkeit passiert sein könnte, bereits im vorinstanzlichen Beweis-

verfahren als Beweismittel angerufen und eingereicht werden können (Urk. 

364/7/1-2; Urk. 370/2b). Damit sind auch diese nach dem 16. März 2015 datierten 

Unterlagen verspätet und im Berufungsverfahren unbeachtlich. 

4.3 Hinsichtlich der Frage der Arbeitsfähigkeit wiederholt die Klägerin ledig-

lich das bereits vor Vorinstanz Ausgeführte, wonach es sich bei der im Unfall-

schein jeweils mit 0 % umschriebenen Arbeitsunfähigkeit um ein Versehen ge-

handelt habe (vgl. Urk. 55 S. 13 f.), ohne sich indes mit den diesbezüglichen und 

vorangehend aufgeführten Erwägungen der Vorinstanz eingehend auseinander-

zusetzen. Ebenso pauschal hält die Klägerin fest, dass sie nach dem Unfall nicht 

mehr Tennis gespielt habe, ohne auf die Zeugenaussage einzugehen, welche ein 

Tennisspielen ihrerseits nach dem Unfall bis Februar/März 1996 bestätigt hat. 

Des Weiteren macht die Klägerin eine falsche Tatsachenfeststellung geltend, in-

dem sie die Feststellung, wonach sie im Zeitpunkt des Unfalls ihre Maturitätsprü-

fungen vorbereitet habe, als falsch rügt (Urk. 361 S. 3). Indes führt die Klägerin 

nicht aus, welche Folgen diese aus ihrer Sicht falsche Tatsachenfeststellung auf 

den Ausgang des vorliegenden Verfahrens hat. Zum Beschluss der Vorinstanz 

vom 16. März 2015 äussert sich die Klägerin nicht. Entsprechend aber vermag die 

Berufungsbegründung nicht den Anforderungen an eine solche zu genügen, wo-

nach die Behauptungen bestimmt und vollständig aufzustellen sind und sich der 

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Berufungskläger mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids auseinan-

derzusetzen hat; das Gericht muss den angefochtenen Entscheid nicht von sich 

aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu willkür-

lich festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt wor-

den (Reetz/Theiler in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, 

Art. 311 N. 36 f.). Entsprechend hat es damit sein Bewenden.  

4.4 Damit erweist sich die Berufung als unbegründet, weshalb auf das Ein-

holen einer Berufungsantwort der Gegenpartei verzichtet werden kann (Art. 312 

Abs. 1 ZPO). Die Berufung ist abzuweisen.  

5.1 Die Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV 

OG in Verbindung mit § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 1'000.– festzusetzen. 

Die Gerichtskosten sind ausgangsgemäss der Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 

Abs. 1 ZPO).  

5.2 Die Klägerin stellt für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen 

Rechtsvertreters. Dieses Gesuch ist nach dem soeben Ausgeführten infolge Aus-

sichtslosigkeit abzuweisen (s. Art. 117 lit. b ZPO). 

5.3 Der Beklagten ist mangels relevanter Umtriebe im Berufungsverfah-

ren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters für das Berufungsver-

fahren wird abgewiesen.  

2. Die Berufung wird abgewiesen, und das Urteil wie auch der Beschluss des 

Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 16. März 2015, werden bestätigt.  

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt. 

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4. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

auferlegt. 

5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage je eines 

Doppels von Urk. 361, 364/2, 364/5-9, 368-372/1-3 sowie an die Vorinstanz, 

je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der 
Streitwert beträgt Fr. 2'804/456.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 25. August 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Montani Schmidt 
 
 
versandt am: js 

	Urteil vom 25. August 2015
	Rechtsbegehren: (Urk. 1 S. 1)
	(Modizifiertes) Rechtsbegehren: (Urk. 55. S. 2; Urk. 86 S. 2)
	Beschluss und Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 16. März 2015: (Urk. 362 S. 51 f)
	Es wird beschlossen:
	1. Von der Reduktion der Klage auf CHF 2'804'456.– wird Vormerk genommen und das Verfahren als durch Rückzug insoweit erledigt abgeschrieben.
	2. (Schriftliche Mitteilung).
	3. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage).
	Es wird erkannt:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachzahlungspflicht gemäss § 92 ZPO/ZH bleibt vorbehalten.
	4. Die von der Beklagten geleisteten Barvorschüsse werden dieser nach Eintritt der Rechtskraft zurückerstattet.
	5. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung von Fr. 56'000.– zu bezahlen.
	6. (Schriftliche Mitteilung).
	7. (Rechtmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage).
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.
	2. Die Berufung wird abgewiesen, und das Urteil wie auch der Beschluss des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 16. März 2015, werden bestätigt.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt.
	4. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin auferlegt.
	5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage je eines Doppels von Urk. 361, 364/2, 364/5-9, 368-372/1-3 sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...