# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cef01616-0d2a-52ec-844c-3f7bc74c549b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2009 E-6239/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6239-2009_2009-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6239/2009/bao
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Bruno Huber, 
Richterin Emilia Antonioni, 
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

A._______, und dessen Ehefrau B._______, Türkei,
vertreten durch C._______,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 10. September 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6239/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden  eigenen  Angaben  zufolge  am  (...) 
zusammen  mit  (...)  aus  der  Türkei  ausreisten,  im  Direktflug  den 
Flughafen  Zürich  erreichten,  sich  anschliessend  beim  (...)  der 
Beschwerdeführerin in der Schweiz aufhielten und am 6. April 2009 in 
Basel um Asyl nachsuchten,

dass sie bei ihrer legalen Einreise türkische Pässe verwendeten, die 
authentische,  für  dreissig  Tage  gültige  Schengen-Visa  des  französi-
schen Konsulats in Istanbul enthielten,

dass die Befragungen am 8. April 2009 im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Basel durchgeführt wurden,

dass den Beschwerdeführenden in diesen Befragungen im Hinblick auf 
eine  allfällige  Zuständigkeit  Frankreichs  zur  Durchführung  des  Asyl- 
und Wegweisungsverfahrens respektive einen allfälligen Aufenthalt  in 
Frankreich das rechtliche Gehör gewährt wurde, 

dass sie nebst ihren Pässen (...) einreichten,

dass sie am 14. April 2009 dem Kanton (...) als Aufenthaltskanton für 
das weitere Verfahren zugewiesen wurden, 

dass mit Verfügung des BFM vom 30. Juni 2009 – eröffnet am 6. Juli 
2008  –  ein  Gesuch  der  Beschwerdeführenden  um  Kantonswechsel 
vom 15. Mai 2009 abgewiesen wurde,

dass das BFM die französischen Behörden am 19. respektive 27. Mai 
2009 um die Übernahme der Beschwerdeführenden ersuchte,

dass sich die französischen Behörden am 12. respektive 24. Juni 2009 
zur Übernahme der Beschwerdeführenden bereit erklärten,

dass das BFM mit Verfügung vom 10. September 2009 – per Telefax 
an den Rechtsvertreter am 30. September 2009 eröffnet – in Anwen-
dung von Art. 34  Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998 
(AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden 
nicht eintrat, die sofortige Wegweisung nach Frankreich anordnete und 
einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog,

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dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 1. Oktober 2009 ge-
gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-
heben und dabei beantragen liessen, ihnen sei in der Schweiz Asyl zu 
gewähren,  die Wegweisung nach Frankreich sei  aufzuheben und bis 
zum  definitiven  Urteil  zu  sistieren  respektive  der  Beschwerde  sei 
aufschiebende Wirkung zukommen zu lassen,

dass  mit  der  Beschwerde  Bestätigungen  der  Turkish  Airlines  (THY) 
vom 23. Januar 2009 betreffend gebuchte Direktflüge Istanbul-Zürich 
vom 24. Januar  2009,  Kopien zweier  Vollmachten vom 8. April  2009 
und der angefochtenen Verfügung eingereicht wurden,

dass  der  Instruktionsrichter  mit  Telefax  vom  2.  Oktober  2009  den 
Vollzug der Wegweisung im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme 
(Art.  56  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) aussetzen liess,

dass die Akten der Vorinstanz am 5. Oktober 2009 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31-34 des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden ist und 
die  Beschwerdeführenden  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenom-
men  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt 
sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde le-
gitimiert sind (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass somit – mit Ausnahme des Antrags, Asyl zu gewähren – auf die 
eingereichte Beschwerde einzutreten ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass das BFM die angefochtene Verfügung damit begründete, die Be-
schwerdeführenden hätten vom französischen Konsulat in Istanbul für 
mehrfache  Einreisen  im  Zeitraum  vom  (...)  gültige  Schengen-Visa 
beschafft und bei der Einreise verwendet,

dass die in der Schweiz lebenden Verwandten keine Rolle spielen wür-
den, und somit Frankreich aufgrund des "Abkommens vom 26. Oktober 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Euro-
päischen Gemeinschaft  über die Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitglied-
staat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" (Ziff. 2 Bst. a des An-
hangs  des  Bundesgesetzes  über  das  Informationssystems  für  den 
Ausländer-  und  den  Asylbereich  [BGIAA]  vom  20.  Juni  2003, 
SR 142.51;  Dublin-Assoziierungsabkommen  [DAA]:  SR  0.360.598.1) 
sowie  des  "Übereinkommens vom 17. Dezember  2004  zwischen der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 

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Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und 
Entwicklung des Schengen-Besitzstandes und über die Kriterien und 
Verfahren  zur  Bestimmung des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung 
eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags"  (Ziff.  1  Bst.  c  des  vorstehend  erwähnten  Anhangs  des 
BGIAA;  Schengen-Assoziierungsabkommen  [SAA]:  SR  0.360.598.1) 
für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass Frankreich am 12. respektive 24. Juni 2009 einer Übernahme der 
Beschwerdeführenden zugestimmt habe,

dass die Rückführung nach Frankreich – vorbehältlich einer allfälligen 
Unterbrechung oder  Verlängerung (Art. 19  Abs. 3 und 4 der  Verord-
nung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin-II-
Verordnung) – bis spätestens 11. Dezember 2009 erfolgen dürfe,

dass somit die Beschwerdeführenden nach Frankreich reisen könnten, 
wo sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG fin-
den  würden  und  keine  Hinweise  auf  eine  Verletzung  von Art.  3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) bestünden,

dass weder die in Frankreich herrschende Situation noch andere Grün-
de gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprächen, 
und  der  Vollzug  der  Wegweisung  aufgrund  der  Zustimmung  Frank-
reichs technisch möglich und praktisch durchführbar sei, 

dass deshalb das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das 
Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist,

dass die Beschwerdeführenden demgegenüber rügten, ihnen sei der 
Umstand eines  tatsächlichen  Schriftenwechsels  des  BFM mit  Frank-
reich spät und lediglich per Zufall bekannt geworden,

dass sie der angefochtenen Verfügung entnehmen müssten, dass sol-
che Kontakte mittlerweile stattgefunden hätten, und sie im Rahmen der 
Befragungen vom 8. April  2009 das rechtliche Gehör zu einem Weg-
weisungsvollzug nach Frankreich offenbar bereits erhalten hätten,

dass sie – so die Beschwerdeführenden weiter – trotz Kenntnis der an-
gefochtenen  Verfügung  über  die  effektive  Antwort  Frankreichs  bloss 
mutmassen könnten (Beschwerde S. 3), 

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dass die sinngemässen Rügen, wonach es die Vorinstanz an Transpa-
renz  im  Verfahren  habe  vermissen  lassen  und  dem  rechtlichen 
Gehörsanspruch  der  Beschwerdeführenden und  der  Begründungs-
pflicht  nicht  genügend nachgekommen sei,  vorab zu prüfen sind,  da 
sie  im  Falle  der  Berechtigung  geeignet  wären,  eine  Kassation  der 
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken,

dass aus den Protokollen unmissverständlich hervorgeht, dass im Hin-
blick auf eine allfällige Zuständigkeit Frankreichs das rechtliche Gehör 
gewährt wurde (Akten BFM A1 S. 7 f. und A2 S. 9),

dass die Beschwerdeführenden ihre Bedenken gegen die Zuständig-
keit Frankreichs respektive einen Aufenthalt in Frankreich in substanzi-
ierter Form haben darlegen können, weshalb sie sich allfällige Unter-
lassungen in ihren Antworten selber zuzuschreiben haben (Art. 7 Abs. 
3 und Art. 8 Abs. 1 AsylG), 

dass  in  der  angefochtenen  Verfügung  bekanntgegeben  wurde,  dass 
Frankreich  einer  Übernahme  der  Beschwerdeführenden  am 12.  res-
pektive 24. Juni 2009 zugestimmt hat, mithin auch diesbezüglich keine 
Unklarheit herrschen kann,

dass sich somit keine Anhaltspunkte finden lassen, wonach die Vorin-
stanz die  Transparenz  im  Verfahren  missachtet  und  den  rechtlichen 
Gehörsanspruch der Beschwerdeführenden dadurch verletzt hätte,

dass  die  Begründung  in  der  Verfügung  zwar  knapp,  aber  rechtsge-
nüglich ausfiel,

dass damit der Sachverhalt unter Würdigung der gesamten Aktenlage 
als  erstellt  zu  erachten  ist  und  das  Bundesverwaltungsgericht  keine 
Veranlassung zur  Rückweisung der  Sache an die Vorinstanz zur  or-
dentlichen Verfahrensführung und Neubeurteilung hat,

dass zudem die Beschwerdeführenden gegen die Auffassung des BFM 
einwendeten, sie seien nie in Frankreich gewesen und hätten nie be-
absichtigt, dort Asylgesuche zu stellen (Beschwerde S. 3), 

dass sie legal in die Schweiz eingereist seien, um hier Asylgesuche zu 
stellen, 

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dass sie hier Verwandte hätten (Beschwerde S. 3), die im Bedarfsfall 
für sie aufkommen könnten (A1 S. 8),

dass die Beschwerdeführenden im Verfahren glaubhaft machen konn-
ten,  dass  sie  zwei  Verwandte  (einen   [...]  mit 
Niederlassungsbewilligung C und eine [...] mit Schweizer Bürgerrecht) 
in  der  Schweiz  haben  und  eine  [...]  mit  Schweizer  Bürgerrecht  im 
Fürstentum Liechtenstein lebt (Beschwerde S. 3), 

dass jedoch die Bestimmungen von Art. 34 Abs. 3 Bstn. a bis c AsylG, 
wonach Abs. 2 Bstn. a, b, c und e dieses Artikels keine Anwendung fin-
den, wenn Personen, zu denen die asylsuchende Person enge Bezie-
hungen  hat,  oder  nahe  Angehörige  in  der  Schweiz  leben,  oder  die 
asylsuchende  Person  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art. 3 AsylG erfüllt, oder Hinweise darauf bestehen, dass im Drittstaat 
kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG be-
steht, bei einem auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützten Nichteintre-
tensentscheid nicht anwendbar ist (vgl. die Auflistung in Art. 34 Abs. 3 
AsylG e contrario),

dass  der  im  Fürstentum  Liechtenstein  wohnhaften  Verwandten  im 
vorliegenden Verfahren zum vornherein keine Bedeutung zukommt, da 
sich  die  Zuständigkeitsprüfung  auf  die  Gebietshoheit  der  Schweiz 
beziehungsweise Frankreichs beschränkt,

dass  der  Umstand  der  geltend  gemachten  Verwandtschaft  in  der 
Schweiz einer Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht entge-
gensteht, 

dass gemäss Art. 7 der Dublin-II-Verordnung – sofern die betroffenen 
Personen es wünschen – der Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylan-
trags zuständig ist, falls der Asylbewerber einen Familienangehörigen 
hat,  dem das Recht  auf  Aufenthalt  im Mitgliedstaat  in  seiner  Eigen-
schaft als Flüchtling gewährt wurde,

dass  Art.  2  Bst.  i  der  Dublin-II-Verordnung  als  "Familienangehörige" 
den Ehegatten des Asylbewerbers oder den nicht verheirateten Part-
ner  des  Asylbewerbers,  der  mit  diesem  eine  dauerhafte  Beziehung 
führt,  sofern gemäss den Rechtsvorschriften oder den Gepflogenhei-
ten des betreffenden Mitgliedstaats nichtverheiratete Paare nach des-
sen Ausländerrecht ähnlich behandelt werden wie verheiratete Paare, 
die minderjährigen Kinder von solchen Paaren oder des Antragstellers, 

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sofern  diese  ledig  und  unterhaltsberechtigt  sind,  gleichgültig,  ob  es 
sich nach dem einzelstaatlichen Recht um eheliche oder ausserehelich 
geborene oder adoptierte Kinder handelt, definiert,

dass  (...)  und  (...),  die  in  der  Schweiz  leben,  somit  keine 
"Familienangehörigen"  im  Sinne  der  Dublin-II-Verordnung  sind, 
weshalb  auch  unter  diesem  Aspekt  nichts  zu  Gunsten  der 
Beschwerdeführenden abgeleitet werden kann, 

dass somit der Umstand, dass der Aufenthaltstitel in der Schweiz auf-
grund des gültigen Schengen-Visums eines  französischen Konsulats 
im Ausland zustandekam, vorliegend für die Bestimmung der Zustän-
digkeit für die Prüfung des Asylgesuchs ausschlaggebend bleibt, wenn 
ein Staat vom Selbsteintrittsrecht (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung) 
keinen Gebrauch machen will, was vorliegend der Fall ist,

dass  somit  der  Mitgliedstaat,  der  den Aufenthaltstitel  erteilt  hat,  zu-
ständig ist, und aus den Vorakten keine Ausnahmen von dieser Regel 
erkennbar wären (Art. 9 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung),

dass die Reise der Beschwerdeführenden in die Schweiz, ihr Aufent-
halt in der Schweiz und ihre allenfalls schon früh vorhandene Absicht, 
in  der Schweiz um Asyl  nachzusuchen,  ohne Einfluss auf  der Frage 
des zuständigen Staates ist,

dass in der Beschwerde nicht bezweifelt wird, Frankreich biete einem 
Flüchtling Schutz, 

dass die französischen Behörden am 12. respektive 24. Juni 2009 ge-
stützt auf Art. 9 Abs. 2 der Dublin-II-Verordnung in Beantwortung einer 
Anfrage des BFM vom 19. respektive 27. Mai 2009 der Übernahme der 
Beschwerdeführenden zustimmten,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht einge-
treten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und auch kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Weg-

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weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und 
demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass Frankreich Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 
die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30),  der EMRK  und 
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 
Strafe (FoK, SR 0.105) ist,  und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, 
die französischen Behörden hielten sich nicht an die daraus resultie-
renden Verpflichtungen,

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen  völker-  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist, 
weil die Beschwerdeführenden nach Frankreich ausreisen können, wo 
sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finden,

dass keine individuellen Umstände auf eine konkrete Gefährdung der 
Beschwerdeführenden  im  Falle  einer  Weiterreise  nach  Frankreich 
schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach 
Frankreich  zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach 
Frankreich möglich ist, weil die dortigen Behörden ihrer Rückübernah-
me zugestimmt haben (Art. 83 Abs. 2 AuG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  allerdings  in  der  angefochtenen  Verfügung  die  Anordnung  des 
sofortigen Vollzugs nicht begründet wird und namentlich nicht ausge-
führt  wird,  auf  welche  Gesetzesbestimmung  das  BFM  diese  Anord-
nung in Derogation der allgemeinen Bestimmung gemäss Art. 45 Abs. 1 
AsylG – obligatorische Ansetzung einer Ausreisefrist – stützt, weshalb 
die diesbezügliche Ziffer 3 des Dispositivs aufzuheben und das BFM 
zur Ansetzung einer angemessenen Ausreisefrist anzuhalten ist,

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dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde 
und deren Beilagen einzugehen, da diese an der Würdigung des vor-
liegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermöchten,

dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr.  600.– 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das BFM wird in Aufhebung der Ziffer 3 des Dispositivs der angefoch-
tenen Verfügung angewiesen,  den Beschwerdeführenden eine ange-
messene Ausreisefrist anzusetzen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, 
das BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

Versand: 

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