# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9b17406-4baf-51c5-809d-13395ae4eada
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.08.2021 SB200094
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200094_2021-08-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200094-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. S. Volken, und 

Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw L. Zanetti  

 

Urteil vom 31. August 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. H.-J. Müller, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 27. November 2019 (DG190084) 
 
 
 
 
 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 26. März 

2019 (Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 80 S. 89 ff.) 

"Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

177 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich bzw. beim Forensischen Institut 

Zürich unter der Referenznummer K170223-50 und Geschäftsnummer 66508256 lagernden 

Asservate werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils vernichtet.  

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 6'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 3'000.00   Gebühr Untersuchung 

CHF 1'592.00   Auslagen (Gutachten) 

CHF 45'075.00   Telefonkontrolle  

CHF 135.00   Auslagen Untersuchung 

CHF 3'526.75   vormalige amtliche Verteidigung 

CHF 14'469.55   Akontozahlung amtliche Verteidigung  

CHF 26'730.20   amtliche Verteidigung (Zahlung aus Gerichtskasse) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

7. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-

halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

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8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtlicher 

Verteidiger mit CHF 41'199.75 (inkl. MwSt. und der bereits erhaltenen Akontozahlung in der 

Höhe von CHF 14'469.55) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel)"  

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 105 S. 2 f.): 

 Hauptanträge: 

1. Das Verfahren gegen meinen Mandanten sei einzustellen. 

2. Meinem Mandanten sei eine angemessene Entschädigung und Genugtuung 

zuzusprechen, wobei für deren Geltendmachung und Bezifferung gemäss 

Art. 429 Abs. 2 StPO eine angemessene Frist anzusetzen sei. Jedenfalls sei 

ihm für die zu Unrecht erstandene Haft eine angemessene Genugtuung von 

mind. CHF 200.00 pro Tag (zzgl. Verzugszins von 5 % ab mittlerem Verfall-

tag) zu entrichten. 

3. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens seien 

auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens 

(zzgl. MWSt) gemäss dem Ausgang des Berufungsverfahrens. 

Eventualanträge: 

1. Mein Mandant sei der mehrfachen Gehilfenschaft zu einer einfachen Wider-

handlung gegen das BetmG schuldig zu sprechen (Art. 19 Abs. 1 lit. c 

BetmG i.V.m. Art. 25 StGB). 

2. Mein Mandant sei mit einer angemessenen Freiheitsstrafe, max. aber mit 

18 Monaten, zu bestrafen. 

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3. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen, unter Anrechnung der bereits erstande-

nen Haft. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem Aus-

gang des Berufungsverfahrens. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 87): 

(schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 80 S. 4 ff.). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 27. November 2019 

wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen 

Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess er 

mit Schreiben vom 28. November 2019 Berufung anmelden (Urk. 76). Das 

begründete Urteil wurde dem Beschuldigten respektive seinem amtlichen Vertei-

diger in der Folge am 3. Februar 2020 zugestellt (Urk. 79/2), woraufhin letzterer 

mit Eingabe vom 24. Februar 2020 fristgerecht die Berufungserklärung beim 

hiesigen Gericht einreichte (Urk. 82). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 17. März 2020 wurde der Anklagebehörde Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 85). Daraufhin teilte die Anklagebehörde mit 

Eingabe vom 27. März 2020 mit, sie verzichte auf die Erhebung einer Anschluss-

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berufung und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 87). 

Am 18. August 2020 wurde auf den 16. November 2020 vorgeladen (Urk. 89). 

Nachdem die Verhandlung aufgrund einer Erkrankung des amtlichen Verteidigers 

verschoben werden musste (vgl. Urk. 91 und 93), wurde neu auf den 16. August 

2021 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 94).  

1.4. Am 16. August 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ erschienen sind (Prot. II S. 3 ff.). Im Rahmen der Urteilsberatung zeigte 

sich, dass betreffend die im Vorfeld zur Berufungsverhandlung eingeholten 

Dolmetschererklärungen eine Unstimmigkeit besteht, weshalb der Staatsanwalt-

schaft mit Beschluss vom 16. August 2021 Frist angesetzt wurde, hierzu Stellung 

zu nehmen bzw. die Unklarheit betreffend eine fehlende Dolmetschererklärung zu 

erläutern (Urk. 107). Die Staatsanwaltschaft reichte daraufhin eine Erklärung der 

Kantonspolizei Zürich ein, wonach fälschlicherweise ein nicht beteiligter Dolmet-

scher in die Liste der beteiligten Dolmetscher aufgenommen worden sei. Die 

eingereichten Dolmetschererklärungen seien aber hinsichtlich der tatsächlich 

beteiligten Dolmetscher vollständig (Urk. 109 und 110). Die Verteidigung nahm zu 

dieser Ergänzung mit Eingabe vom 24. August 2021 Stellung und anerkannte, 

dass es sich um ein Versehen gehandelt habe, weshalb auf Weiterungen zu ver-

zichten sei (Urk. 113). Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif. 

2. Umfang der Berufung 

Der amtliche Verteidiger beantragt im Hauptantrag Einstellung des Verfahrens. 

Mithin steht das angefochtene Urteil unter dem Vorbehalt des Verschlechterungs-

verbots umfassend zur Disposition. Im Eventualantrag beantragt die Verteidigung, 

der Beschuldigte sei der mehrfachen Gehilfenschaft zu einer einfachen Wider-

handlung gegen das BetmG schuldig zu sprechen und mit einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von maximal 18 Monaten zu bestrafen (Urk. 82 S. 3). Damit sind 

im Berufungsverfahren folgende Dispositiv-Ziffern nicht angefochten: Ziffer 4 

(Vernichtung Asservate), Ziffer 5 (Kostenfestsetzung) und Ziffer 8 (Entschädigung 

amtliche Verteidigung). Das erstinstanzliche Urteil ist in diesen Teilen in Rechts-

kraft erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist. 

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3.1  Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_46/2018 vom 14. Februar 2018 E. 4 mit 

Hinweisen). Das Berufungsgericht kann sich somit auf die für seinen Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. 

3.2 Schliesslich gilt es zu bemerken, dass die Verteidigung anlässlich der 

Berufungsverhandlung explizit erklärt hat, keine Vorfragen zu stellen (Prot. II 

S. 4), nur um später im Plädoyer dann doch wieder auf die vorinstanzlich als 

Vorfragen aufgebrachten Punkte zu verweisen (Urk. 105 S. 14) bzw. die dort 

vorgebrachten Argumente zu wiederholen (Urk. 105 S. 4 ff.). Die durch die Vertei-

digung so vorgebrachten Einwände stellen Zwischenfragen i.S.v. Art. 339 Abs. 4 

StPO dar. Sie sind wie Vorfragen zu behandeln 

4. Gesamtübersicht / Logbuch / Aktenverzeichnis 

4.1 Die Verteidigung macht im Rahmen der Zwischenfragen wie schon vor 

Vorinstanz als Vorfragen geltend, die Akten seien unvollständig, weil eine 

Gesamtübersicht zu den Überwachungsmassnahmen fehle. Die Staatsanwalt-

schaft habe zu belegen, wann der Beschuldigte durch wen, wo und mit welchen 

Ergebnissen überwacht worden sei. In den Akten befänden sich nur die von der 

Staatsanwaltschaft selektionierten Telefon- und Audioprotokolle bzw. Obser-

vationsberichten. Aus den Hauptakten ergebe sich nicht, welche weiteren Akten 

bzw. Tonträger produziert worden seien. Es fehle ein Verzeichnis im Sinne einer 

detaillierten, lückenlosen und chronologischen Gesamtübersicht, ein sog. 

Logbuch. Eine Übersicht würde auch den Beizug von weiteren Wahrnehmungs-

berichten ermöglichen, gemäss welchen keine Kokainabgaben des Beschuldigten 

an B._____ beobachtet werden konnten. Anhand einer Übersicht wäre auch er-

kennbar, ob am 19. Februar 2019 Observationen stattgefunden hätten, welche 

belegen würden, dass der Beschuldigte niemandem Fr. 15'000.– bezahlt habe. 

Sodann sei unverständlich, dass zum Vorgang 15 (Lieferung 2 kg. Kokain von 

Lausanne nach C._____) kein einziger Observationsbericht vorliege. Aufgrund 

der Verfahrenstrennung gegen Mitbeschuldigte sei es auch denkbar, dass die 

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Wohnung von D._____ überwacht worden sei. Durch eine solche Überwachung 

würden sich wichtige Erkenntnisse für das vorliegende Verfahren gewinnen 

lassen (Urk. 68 S. 3 ff.; Urk. 105 S. 5 ff.). 

Die Verteidigung macht weiter geltend, es liege ein "Aktenchaos ohne Verzeich-

nis" vor. Es seien der Verteidigung zwar über 40 DVDs und ein USB-Stick über-

lassen worden, dies genüge den höchstrichterlichen Anforderungen an die Akten-

führungspflicht nach Art. 100 Abs. 2 StPO aber nicht (Urk. 68 S. 7; Urk. 105 S. 8). 

Im Urteil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 hielt das Bundesgericht unmissver-

ständlich fest, die Strafverfolgungsbehörden seien nicht verpflichtet, bei der 

Überwachung des Fernmeldeverkehrs selbst irrelevante Gespräche zu den Akten 

zu nehmen bzw. diese in einer detaillierten, lückenlosen und chronologischen 

Übersicht aller stattgefundenen Überwachungsmassnahmen im Sinne eines sog. 

Logbuchs zu erfassen (a.a.O. E. 2.4). Dem Verteidiger ist diese Rechtsprechung 

bekannt, war er doch in jenem Verfahren der Vertreter des Beschwerdeführers.  

Der Verteidigung wurden die Datenträger der Aufzeichnungen der Fernmelde-

überwachung nach den Vorgaben von Art. 101 f. StPO zur Einsicht gegeben, um 

sich anhand der Gesprächsaufzeichnungen ein Bild über die von der Staatsan-

waltschaft vorgenommene Triage zu machen. Die staatsanwaltschaftliche Mitteilung 

von Überwachungsmassnahmen an den Beschuldigten (Urk. 10/18) war detailliert 

und gesetzeskonform. Die Mitteilungen verzeichneten im Einzelnen, welche Art 

Überwachungsmassnahme an welchem Ort bzw. an welchem Gerät und im 

welchem konkreten Zeitraum angewandt worden sei (Urk. 80 S. 7). Die Aufbe-

wahrungsorte der Aufnahmen aus den Telefon- und Audioüberwachungen sind 

bekannt und aktenkundig (vgl. Urk. 43 S. 3). Die Berichte und Protokolle aus den 

Überwachungen befinden sich bei den Akten. Die detaillierte Mitteilung von Über-

wachungsmassnahmen, die polizeilichen Berichte, die Protokolle und die verfüg-

baren Tonträger dokumentierten die Überwachung vollständig, übersichtlich und 

klar. Mit der Vorinstanz entspricht die Dokumentation qualitativ einem Gesamtver-

zeichnis im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Ein darüber hinaus 

gehender Anspruch auf die Erstellung eines Logbuchs oder einer Gesamtüber-

sicht besteht nicht. Daran ändert auch der von der Verteidigung zitierte Entscheid 

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des Bundesgerichts 6B_1368/2017 vom 14. Juni 2018 (vgl. Urk. 68 S. 5) nichts, 

ist dieser doch älter und die Rechtsprechung durch das bundesgerichtliche Urteil 

vom 14. Januar 2019 überholt, worauf die Vorinstanz zu Recht hinwies. 

Im Übrigen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 80 S. 8). Aus dem zitierten Entscheid des Bundesgerichts geht nicht 

hervor, dass die Anklagebehörde oder das Gericht verpflichtet wäre, ein separa-

tes Verzeichnis zu diesen Archivdatenträgern bzw. jeder einzelnen Datei auf dem 

Datenträger erstellen zu lassen. Zudem ist es im Kanton Zürich üblich, Daten-

träger als solche einzeln oder gesamthaft zu akturieren. Nicht üblich und auch 

nicht zweckmässig ist es, die einzelnen Dateien auf den Daten zu akturieren. Die 

einzelnen Datenträger sind mit den überwachten Anschlüssen und dem Auf-

zeichnungszeitraum beschriftet. Es ist nicht erkennbar, dass der Beschuldigte 

seine Verteidigungsrechte nicht effizient hätte wahrnehmen können. So konnte er 

sich ein Bild über die von den Strafbehörden vorgenommene Triage machen und 

macht bis heute nicht geltend, es seien zu Unrecht entlastende Gespräche nicht 

zu den Akten genommen worden. 

Eine Verletzung der Aktenführungspflicht nach Art. 100 Abs. 2 StPO und damit 

des rechtlichen Gehörs ist zu verneinen.  

5. Recht auf Verhaftung 

Wie bereits vor Vorinstanz machte die Verteidigung im Berufungsverfahren erneut 

geltend, die Behörden hätten unzulässig lange zugewartet, bis sie den Beschul-

digten verhaftet hätten, obschon sie über dessen angeblichen Drogenhandels-

aktivitäten im Bild gewesen seien. Insbesondere die Staatsanwaltschaft habe 

nicht nur genau gewusst, was abgelaufen sei, sondern auch, was passieren 

werde. Man müsse durch die Observation des Beschuldigten bei den angeklagten 

Vorfällen gar zugesehen haben. Durch das pflichtwidrige Untätigbleiben sei der 

Drogenhandel durch Unterlassen gefördert worden. Es gehe dabei um den 

Schutz der Gesundheit einer Vielzahl von Personen (Urk. 105 S. 15 ff.). 

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Gemäss Bundesgerichtspraxis besteht – entgegen der Ansicht der Verteidigung – 

kein "Recht auf Verhaftung" (BGE 140 IV 40, E. 4.4.2 mit Verweis auf BGer Urteil 

6P.117/2003 vom 3. März 2004, E. 5.3; vgl. auch Urteil des Obergerichts des 

Kantons Zürich SB120075 vom 11. Februar 2013, E. 4.1.2). Wären die Behörden 

bei der Observation von Drogenhandelsaktivitäten tatsächlich verpflichtet, 

praktisch umgehend einzugreifen, bliebe es wohl meist bei der Verhaftung von 

Kleindealern und Kurieren. Verteilnetze, Geldflüsse und Hintermänner blieben 

stets verborgen, was letztlich das Ende im Kampf gegen die Drogenkriminalität 

bedeuten und sich für die öffentliche Gesundheit weitaus gravierender auswirken 

würde. Der Täter, der sich immer wieder dazu entschliesst, eine Straftat zu bege-

hen, hat für die Folgen selbst einzustehen. Eine Pflicht des Staates, den Bürger 

quasi vor sich selbst zu schützen, gibt es nicht. Das Bundesgericht hielt dazu fest: 

"Damit käme der Staat gegenüber dem potentiellen Täter in eine – paternalisti-

sche – Rolle, die dem geltenden liberalen und auf dem Schuldprinzip beruhenden 

Strafrechtskonzept offensichtlich fremd ist. [In casu] wurde seitens der Behörden 

weder motivierend auf den Beschwerdeführer eingewirkt, noch wurde er in seiner 

freien Willensbildung in irgend einer Weise so beeinflusst, dass er behindert wor-

den wäre, seine Delinquenz aus eigenem Antrieb zu beenden und damit dem ihm 

bekannten Verbot zu entsprechen." Dies trifft auch auf den vorliegenden Fall zu, 

in dem weder ein verdeckter Ermittler mit dem Beschuldigten in Kontakt trat 

(vgl. BGE 134 IV 266) noch gar ein "agent provocateur" auf diesen einwirkte. Die 

Verantwortung kann vorliegend nicht auf die Behörden abgeschoben werden. Der 

Beschuldigte hat sich vielmehr völlig unabhängig von den Strafverfolgungsbe-

hörden dazu entschieden, seine strafbare Tätigkeit aufrecht zu erhalten. Zudem 

kann der Beschuldigte aus seinem Vorbringen, wonach die Behörden durch ihr 

Zuwarten andere Menschen in Gefahr gebracht hätten, ohnehin nichts zu seinen 

Gunsten ableiten, zumal es im vorliegenden Verfahren nicht darum geht, das 

Verhalten der Behörden zu qualifizieren, sondern vielmehr jenes des Beschuldig-

ten. Eine Auswirkung auf die Verwertbarkeit der erhobenen Beweismittel ist nicht 

zu erkennen. 

6. Die Verteidigung setzt sich im Übrigen mit den Ausführungen der 

Vorinstanz nicht konkret auseinander. Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit den 

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seitens der Verteidigung vor anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

als Vorfragen aufgeworfenen Punkte befasst. Diese vorinstanzlichen Erwägungen 

erweisen sich in allen Teilen als zutreffend, weshalb auf sie verwiesen werden 

kann (Urk. 80 S. 7 ff.). Durch den pauschalen Verweis auf die Vorbringen vor der 

Vorinstanz vermag im Übrigen auch die Verteidigung nicht aufzuzeigen, inwiefern 

die vorinstanzlichen Erwägungen unzutreffend sein sollten. Mit der Vorinstanz ist 

daher festzuhalten, dass die erhobenen Beweismittel verwertbar sind.  

II. Sachverhalt 

1.  Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe – teils 

allein, teils in Mittäterschaft – mehrfach Betäubungsmittel unbefugt veräussert, auf 

andere Weise einem andern verschafft oder in Verkehr gebracht sowie mehrfach 

Betäubungsmittel unbefugt besessen, erworben oder auf andere Weise erlangt. 

Er habe dabei gewusst oder annehmen müssen, dass er mit den angeklagten 

Tathandlungen mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in 

Gefahr bringen konnte (Urk. 20 S. 2). 

2.  Wie bereits im Rahmen der Untersuchung und vor Vorinstanz erklärt sich 

der Beschuldigte betreffend Anklage Ziffer 5 vollumfänglich und betreffend Ankla-

ge Ziffer 4 teilweise geständig. Die ihm in der Anklageschrift weiter vorgeworfenen 

Handlungen bestreitet der Beschuldigte vollumfänglich. Im Folgenden ist deshalb 

zu prüfen, ob dem Beschuldigten der ihm zur Last gelegte Sachverhalt rechtsge-

nügend nachgewiesen werden kann. 

3.  Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3/1 -

15) diejenigen der Mitbeteiligen E._____ (Urk. 4/1 - 6 und 3/6), D._____ (Urk. 5/1 

- 5 und Urk. 3/13), B._____ (Urk. 7/1 und Urk. 3/9) und F._____ (Urk. 8/1, 8/2 und 

8/5) vor. Im Weiteren stützt sich die Anklage auf die Erkenntnisse der verdeckten 

Überwachungsmassnahmen (Vorgangs- und Wahrnehmungsberichte) und bei 

Vorgang 110 auf einen Kurzbericht (samt Nachträgen) des Forensischen Instituts 

zur Analyse der Kokainspuren am sichergestellten Knittersäckchen (Urk. 1/3, 1/5, 

12/4) sowie auf ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin über die am Latex-

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handschuh im Knittersack gesicherten DNA-Spuren (Urk. 12/2). Die genannten 

Beweismittel sind verwertbar. 

4.  Zu den Regeln der Beweiswürdigung resp. der Sachverhaltserstellung äus-

serte sich bereits die Vorinstanz und wies dabei auf die Grundsätze der freien 

richterlichen Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) und der Unschuldsvermu-

tung sowie das daraus fliessende Prinzip "in dubio pro reo" hin. Korrekt erwähnte 

die Vorinstanz weiter, dass beim Abwägen von Aussagen zwischen der Glaub-

würdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden 

ist, wobei im Prozess vorab der materielle Gehalt einer Aussage, mithin die 

Glaubhaftigkeit massgebend ist. Auf die entsprechenden Erwägungen ist zu 

verweisen (vgl. Urk. 80 S. 28 - 30). 

5.  Die allgemeine Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich, nebst ihrer 

prozessualen Stellung, insbesondere auch aus ihrem wirtschaftlichen Interesse 

am Ausgang des Verfahrens sowie aus deren persönlichen Beziehungen und 

Bindungen zu den übrigen Prozessbeteiligten. Wie bereits zuvor ausgeführt, stützt 

sich die Anklagebehörde hauptsächlich auf die belastenden Aussagen der mit-

beteiligten Personen E._____, D._____, B._____ und F._____. Diese wurden in 

ihren jeweiligen separaten Verfahren in der prozessualen Stellung als beschuldig-

te Personen (Art. 113 und 157 ff. StPO) einvernommen. Zudem wurde der 

F._____ im vorliegenden Verfahren – nach rechtskräftigem Abschluss seines Ver-

fahrens – als Zeuge einvernommen und dabei auf die Straffolgen gemäss Art. 307 

StGB hingewiesen (Urk 8/5). In den Konfrontationseinvernahmen des Beschuldig-

ten mit E._____ (Urk. 3/6), D._____ (Urk. 3/13) und B._____ (Urk. 3/9) wurden 

diese drei Personen als Auskunftspersonen im Sinne von Art. 178 lit. b-g und 

Art. 181 StPO einvernommen, also ohne Aussagepflicht und nicht unter der Straf-

androhung von Art. 307 StGB. Wie bereits die Vorinstanz in zutreffender Weise 

festhielt, ist der Umstand, dass all diese Personen wie auch der Beschuldigte auf-

grund ihrer jeweiligen Beschuldigtenstellung ein legitimes Interesse daran haben, 

sich nicht selbst zu belasten, ein untaugliches Kriterium zur Unterscheidung von 

wahren und erfundenen Aussagen. Die Annahme, dass solche Personen weniger 

glaubwürdig oder ihre Aussagen weniger glaubhaft sind, wäre zudem ein Zirkel-

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schluss, indem von vornherein von der Schuld dieser beschuldigten Personen 

ausgegangen würde. Darüber hinaus wäre eine solche Annahme nicht vereinbar 

mit dem Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen (Art. 113 Abs. 1 StPO). Die 

prozessuale Stellung einer Aussageperson respektive deren "allgemeine Glaub-

würdigkeit" vermag nach dem Gesagten für die Sachverhaltserstellung grundsätz-

lich nichts beizutragen, weder im positiven noch im negativen Sinne (so explizit 

Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB180079 vom 18. Oktober 2018 

E. II/3.1; vgl. grundsätzlich BENDER/NACK/ TREUER, a.a.O., S. 52 f. N. 219-222). 

Für die Wahrheitsfindung weitaus bedeutender als die allgemeine Glaubwürdig-

keit der Aussagenden ist jedoch ohnehin die Glaubhaftigkeit der konkreten Aus-

sagen (vgl. BGE 133 I 33 Erw. 4.3). 

6.1 Unter Anklage Ziffer 1, Vorgang 110, wird dem Beschuldigten zusammen-

gefasst vorgeworfen, im Mai/Juni 2017 mit F._____ (sep. Verfahren) am Import 

von 500 Gramm Kokaingemisch von unbekannter Qualität in die Schweiz mitge-

wirkt und dieses an seinem Wohnort entgegengenommen zu haben. Sodann hät-

ten die beiden das Kokain an einen anderen Ort verbracht, von wo aus es in der 

Folge an verschiedene Abnehmer veräussert oder abgegeben worden sei (Urk. 

20, Anklage Ziffer 1). 

6.2 Der Beschuldigte stellte sich beim Abschluss der Untersuchung ebenso wie 

anlässlich der vorinstanzlichen Befragung auf den Standpunkt, er habe mit dieser 

Sache nichts zu tun (Urk. 3/15 S. 2 und Urk. S. 5). 

6.3 Die Erwägungen der Vorinstanz im Rahmen der Beweiswürdigung sind in 

allen Teilen ausführlich und vollends überzeugend, weshalb vorab uneinge-

schränkt darauf verwiesen werden kann (Urk. 80 S. S. 32 - 44, Art. 82 Abs. 4 

StPO). Die nachfolgenden Erwägungen verstehen sich daher lediglich als 

Zusammenfassung bzw. Hervorhebungen. 

6.4 Der Wahrnehmungsbericht der Polizei vom 2. August 2017 über die Obser-

vation vom 3. Juni 2017 bzw. den inkriminierten Vorgang ergibt Folgendes 

(Urk. 1/2 Beilage Urk. 4 S. 2 ff.): 

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Der Beschuldigte und F._____ (dort noch genannt "F'._____", vgl. zur Identifizie-

rung den Vorgangsbericht der Kantonspolizei Zürich, Urk. 1/2 S. 3, sowie die 

Aussagen von F._____, Urk. 8/1 S. 12 ff.; Urk. 8/2 S. 2 ff.; Urk. 8/5 S. 3 ff.) fuhren 

am Samstag, 3. Juni 2017 um 13.18 Uhr von einem Occasionsautohändler in 

G._____ [Ortschaft] mit dem PW des Beschuldigten VW Golf zum Wohnort des 

Beschuldigten an der H._____-Strasse 1 in I._____ [Ortschaft]. Kurz vor Ankunft 

am Wohnort muss F._____ aus dem Wagen ausgestiegen sein (was nicht direkt 

observiert werden konnte), denn der Beschuldigte parkierte sodann um 13.19 Uhr 

den PW alleine neben der Tiefgarageneinfahrt der H._____-Strasse 1. In der Fol-

ge hielt sich der Beschuldigte im Bereich der Tiefgarageneinfahrt auf. Es näherte 

sich unmittelbar danach ein VW Passat mit deutschem Kennzeichen, in welchen 

kurz zuvor F._____ zugestiegen war. Wohl der Beschuldigte öffnete das Tief-

garagentor und der VW Passat fuhr in die Tiefgarage. Sodann parkierte der 

Beschuldigte seinen VW Golf auf die gegenüberliegende Strassenseite der 

H._____-Strasse 1 und betrat die H._____-Strasse 1 via Hauseingang. Der VW 

Passat verliess in der Folge die Tiefgarage, im Fahrzeug nur der Lenker. Der Be-

schuldigte und F._____ verliessen wenige Minuten später um 13.52 Uhr gemein-

sam die Liegenschaft H._____-Strasse 1 via Hauseingang. Der Beschuldigte hielt 

dabei ein blaues Knittersäckchen in der Hand, F._____ einen weissen Plastik-

sack. Der Beschuldigte begab sich zu seinem parkierten VW Golf und lenkte die-

sen über die Strasse und hielt vor der Tiefgarageneinfahrt. Er verliess das Fahr-

zeug mit dem blauen Knittersäckchen, das er in den Abfallcontainer warf. Das 

Knittersäckchen wurde von der Polizei konfisziert. Der Beschuldigte und sodann 

F._____ mit dem weissen Plastiksack stiegen in das Fahrzeug und fuhren Rich-

tung G._____, wo sie schliesslich drei unbekannte Personen trafen, die mit einem 

PW mit … Kennzeichen unterwegs waren, und mit diesen drei Personen längere 

Zeit, sicherlich mehr als eine Stunde, in einem Imbiss in G._____ verbrachten. 

Diese polizeilichen Wahrnehmungen identifizieren den Beschuldigten und 

F._____ als Beteiligte und indizieren weiter die nicht observierte Kokainübergabe 

in der Tiefgarage als typischen Ablauf im organisierten Drogengeschäft. 

- 14 - 

F._____ zeigte sich bezüglich der Kokainlieferung und seiner Mitwirkung gestän-

dig. Er habe den Kurier in Empfang genommen und in die Tiefgarage geführt. 

Dort sei das Kokain «einer weiteren Person» übergeben worden. Diese Person 

habe das Kokain ausgepackt und in einem Plastiksack verstaut, der dann ihm 

(F._____) überlassen worden sei. Bei der weiteren Person habe es sich aber 

nicht um den Beschuldigten gehandelt (so anlässlich der Konfrontationseinver-

nahme zwischen F._____ und dem Beschuldigten, Urk. 8/5 S. 33ff.)  

Der Beschuldigte wiederum anerkannte die Ausführungen im Observationsbericht 

als zutreffend, beteuerte aber, mit der Kokainlieferung nichts zu tun zu haben. 

Aufgrund der oben geschilderten polizeilichen Beobachtungen und der Aussagen 

von F._____ hinsichtlich der – nicht direkt observierten – Vorgänge in der Tief-

garage ergibt sich zunächst schlüssig, dass eine Übergabe von Kokain stattge-

funden hat. F._____ stellt eine Beteiligung des Beschuldigten, der seinerseits sei-

ne von der Polizei geschilderte Anwesenheit in der Schlusseinvernahme ja ein-

räumt, in Abrede und belastet nicht diesen, sondern eine unbekannte Person. Das 

ist insofern nachvollziehbar, da F._____ den Beschuldigten offenbar vorsichtshal-

ber nicht belasten will. Dass sich der Beschuldigte vor Ort aufgehalten hat, ist in-

dessen durch seine eigenen Angaben und die Identifizierung durch die Polizei klar 

erstellt.  

Ab dem Knoten des sichergestellten blauen Knistersack, den der Beschuldigte in 

den Abfallcontainer geworfen hat, und einem darin neben Verpackungsmaterial 

befindlichen gebrauchten Latexhandschuh wurden DNA-Spuren erhoben, welche 

dem Beschuldigten zugeordnet werden konnten. Auf den Verpackungsschichten 

konnten mittels einer labortechnischen Untersuchung Kokainrückstände gesichert 

werden. 

Angesichts der erwähnten Beweismittel (Wahrnehmungsbericht, Aussagen 

F._____, DNA-Spuren, Kokainrückstände) sowie des Eingeständnisses des 

Beschuldigten, vor Ort gewesen zu sein, bestehen keinerlei Zweifel, dass sich die 

Vorgänge wie in der Anklageschrift umschrieben abgespielt haben. 

- 15 - 

Die Vorinstanz ist sodann von einem Reinheitsgehalt des Kokains von 50% 

ausgegangen, was eine Reinmenge von 250 Gramm Kokain ergibt. Dies ist zu-

gunsten des Beschuldigten zu übernehmen. 

7.1 Unter Anklage Ziffer 2, Vorgang 15, wird dem Beschuldigten zusammen-

gefasst vorgeworfen, dass im Dezember 2016 eine Kokainlieferung von 2 Kilo-

gramm eingetroffen und dann in C._____ [Ortschaft] gelagert worden sei. Vom 

Gesamtpreis von Fr. 80'000.– habe der Beschuldigte dem Lieferanten im Februar 

2017 Fr. 15'000.– bezahlt. Weiter habe der Beschuldigte im Dezember 2016 

B._____ (sep. Verfahren) zunächst 70 Gramm Kokaingemisch von relativ guter 

Qualität gegen Fr. 2'000.– und dann später 200 Gramm Kokaingemisch von 

schlechter Qualität übergeben (Urk. 20, Anklage Ziffer 2). 

 7.2 Der Beschuldigte macht diesbezüglich geltend, die 2 Kilogramm Kokain-

gemisch seien eine kurze Zeit quasi in seiner Obhut gewesen, seien aber für eine 

Person namens J._____/J'._____ bestimmt gewesen. Er habe nur 

J._____/J'._____ mit B._____ bekannt gemacht, mehr nicht, er habe keine Dro-

gen bestellt und kein Geld bezahlt an einen Lieferanten (Urk. 3/15 S. 6 f.). An der 

Hauptverhandlung machte der Beschuldigte keine ergänzenden Aussagen (Urk. 

70 S. 6). 

7.3.1 Als Beweismittel liegt das Protokoll einer Audioüberwachung aus dem 

Peugeot des Beschuldigten vom 19. Februar 2017 vor. Im Fahrzeug befanden 

sich nach Aussagen des Beschuldigten er selber, K._____ (=K'._____) und 

J._____/J'._____. Es gehe bei diesem Gespräch – so der Beschuldigte – um die 

2 Kilogramm Drogen (Urk. 3/8 S. 35). Das Gespräch hat folgenden Wortlaut 

(Urk. 3/8 dort Beilage Urk. 19, Hervorhebungen hinzugefügt; J:= 

J._____/J'._____; A.:=Beschuldigter; K:=K._____): 

 
K.: Der Sohn des Cousins ... der hat gefragt, wieviel Geld du momentan 
hast. 
A.: Hä? 
K.: 15, oder wieviel? 
A.: Ja soviel… (unverständlich) 

- 16 - 

K.: Jetzt... 
A.: Wieviel bleibt übrig, oh ... ? 
K.: Hör jetzt zu! 
A.: Hä? ... unverständlich ... 
[…] 
K.: Jetzt habe ich die Hand ins Feuer gehalten, bin gekommen und habe es 
dir mit meiner eigenen Hand gegeben. Ich gab es dir, es hat sich nicht erle-
digt, was passiert ist, ist passiert. Ich sehe, wie es jetzt ist. Jetzt rechnen 
wir mit dir ab. oh Freund, hörst du mich? 
K.: Hä? 
K.: Wieviel macht die Abrechnung? Unverständlich ... ergibt 80, ja? 
K.: 80 und noch die ... unverständlich ... (J.: redet rein) 
K.: Genau. Und wenn du jetzt 15 gibst, bleiben noch? 
A.: Noch 65. 
K.: Noch 65. Aber du musst mir auch noch etwas Geld geben, denn ich ha-
be auch keines, sonst ist es unfair. 
[…] 
A.: Cousin, ich habe kein Geld. Ich habe 15 ... 
[…] 
A.: Noch Fr. 65'000.- bleibe ich diesem Herrn schuldig. 
[…] 
A.: ... schulde ihm Fr. 65'000.-. 
[…] 
K.: Hast du das für 40 gekauft? 
A.: Ja. 
K.: Und jenes für 45! 
A.: Oh Cousin! Wie? 
K.: Die waren 45, der hat es dir für 40 gegeben. Jetzt wäre es gut, wenn du 
ihm eine geben würdest, eine Art ... was hast du gesagt, was du ihm geben 
wirst? 

Aus diesem Protokoll geht, wie die Vorinstanz zutreffend würdigt, klar hervor, 

dass der Beschuldigte in eigener Regie 2 Kilogramm Kokain für total Fr. 80'000.-- 

gekauft hat. Auch wenn die dokumentierten Aussagen der Beteiligten (der 

Beschuldigte, K._____/K'._____ und J._____/J'._____) teilweise bruchstückhaft 

aufgenommen und verklausuliert gesprochen sind, wird dies aus dem Gesprächs-

- 17 - 

verlauf deutlich. Ebenso ergibt sich daraus, dass der Beschuldigte Fr. 15'000.-- 

für das Kokain zu diesem Zeitpunkt bezahlte (Anzahlung).  

Es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die 2 Kilogramm Kokain nicht 

nur kurzzeitig aufbewahrt hat, wie er einräumt, sondern dass er die Drogen 

gekauft hat. Weiter ist belegt, dass der besagte K._____/K'._____ auch nach dem 

Treffen immer wieder an den Beschuldigten gelangte und von ihm Geld verlangte. 

Eine «geschäftliche» Beziehung zwischen den beiden ist offensichtlich. 

Auch hier ist die Reinmengenberechnung der Vorinstanz zu übernehmen. Es 

ergibt sich bei einem Cocain-Basen-Mittelwert von 73% eine solche von 

1460 Gramm. 

7.3.2 Der eingeklagte Verkauf von Kokain aus dieser Lieferung an B._____ 

zwischen dem 17. und dem 21. Dezember 2016 und dann am 22./23. Dezember 

2016 wird von B._____ eingestanden (einmal 20 Gramm, einmal 30 Gramm und 

einmal 200 Gramm). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt bestehen keinerlei 

Anhaltspunkte dafür, die Aussagen von B._____ in Zweifel zu ziehen. Dieser hat 

sich mit seinen detaillierten Aussagen selbst belastet und es ist nicht ersichtlich, 

dass er irgendeinen Anlass gehabt haben könnte, den Beschuldigten zu Unrecht 

zu belasten. Dessen Standpunkt, er sei zwar einmal bei der Kokainübergabe 

dabei gewesen, der Handel sei aber von J._____/J'._____ abgewickelt worden, 

ist eine reine Schutzbehauptung. Selbst der Sohn des Beschuldigten konnte sich 

nicht erinnern, dass der Beschuldigte im fraglichen Zeitraum mit einem 

J._____/J'._____ zusammen gewesen sein sollte. Die Zuschiebung der Verant-

wortung auf diese unauffindbare ominöse Drittperson durch den Beschuldigten 

überzeugt angesichts der Aussagen von B._____ und seines Sohnes L._____ 

nicht einmal ansatzweise.  

Erstellt ist somit der Handel mit einmal 20 Gramm und einmal 30 Gramm (statt 

wie eingeklagt 50 Gramm) sowie von einmal 200 Gramm Kokain. Der Reinheits-

grad ist bei den ersten beiden Lieferungen mit der Vorinstanz mit 73% zu veran-

schlagen, bei der zweiten Lieferung von Kokaingemisch von angeblich schlechter 

- 18 - 

Qualität zugunsten des Beschuldigten mit bloss 25%, was eine gehandelte Rein-

menge von 36.5 und 50 Gramm Kokain ergibt. 

8.1 Unter Anklage Ziffer 3, Vorgänge 18 und 35, wird dem Beschuldigten vor-

geworfen, Ende Januar anfangs Februar 2017 zusammen mit E._____ (sep. Ver-

fahren) 200 Gramm Kokaingemisch von unbekannter Qualität an D._____ (sep. 

Verfahren) geliefert zu haben für einen Preis von total Fr. 20'500.–, der dem Be-

schuldigten teils direkt, teils via E._____ übergeben worden sein soll. Ferner soll 

der Beschuldigte von D._____ – via E._____ – Fr. 3'000.– für eine frühere Koka-

inlieferung entgegengenommen haben (Urk. 20, Anklage Ziffer  3). 

8.2 Diese Vorwürfe wurden vom Beschuldigten in der Untersuchung im Wesent-

lichen bestritten. Auch bei der Vorinstanz machte er keine ergänzenden Aus-

sagen, und er verwies auf seine früheren Aussagen (Urk. 70 S. 6 f.). Die Vertei-

digung macht vor Vorinstanz geltend, der Beschuldigte habe lediglich Hilfstätigkei-

ten für E._____ als Transporteur oder Geldeintreiber ausgeführt (Urk. 73 S. 24 f.). 

8.3 Die Vorinstanz kam nach einer einlässlichen und sorgfältigen Würdigung der 

im Vorverfahren erhobenen Beweismittel zum Schluss, dass der Sachverhalt 

gemäss Anklage Ziffer 3, Vorgänge 18 und 35, erstellt sei. Um unnötige Wieder-

holungen zu vermeiden, kann diesbezüglich auf die in allen Teilen zutreffenden 

Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 80 S. 51 - 57, 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen sind lediglich zusammen-

fassender Natur. 

8.4.1 Gemäss Wahrnehmungsbericht der Polizei vom 24. November 2017 über 

die Observation vom 8. Januar 2017 fuhr der Beschuldigte zusammen mit 

E._____ nach M._____ [Ortschaft] zum Wohnort von D._____, hielt sein Fahr-

zeug einige Meter davor an und liess E._____ aussteigen, der sich zur Wohnung 

von D._____ begab. Der Beschuldigte parkte in der Nähe und wartete im Auto. 

E._____ musste vor der Haustüre von D._____ warten, bis dieser als Beifahrer 

eines Jeeps eintraf. Beide betraten das Haus, kehrten einige Minuten später zu-

rück und stiegen in den Jeep, der in der Folge wegfuhr und dann bei der Kanto-

nalbank in N._____ [Ortschaft] hielt, wo D._____ Richtung Bancomat ging. Dann 

- 19 - 

fuhr der Jeep mit beiden weiter zur ...-Tankstelle, wo E._____ abgesetzt wurde. 

Dann begab sich der Beschuldigte, der bis dahin in seinem Fahrzeug wartete, 

ebenfalls zur Tankstelle, wo er parkierte und mit E._____ in den Tankstellenshop 

ging. Ca. 12 Minuten später fuhren der Beschuldigte und E._____ zusammen 

Richtung Zürich (Urk. 1/6 S. 3-7). Gestützt auf diesen Wahrnehmungsbericht sind 

die äusseren Abläufe, wie sie in der Anklage umschrieben sind, erstellt. Diese 

Feststellungen anerkannte auch der Beschuldigte (Urk. 3/15 S. 4). Er machte je-

doch geltend, er habe D._____ nie 200 Gramm Kokain gebracht und von E._____ 

habe er nie Geld erhalten. Er stellte sich auf den Standpunkt, er habe E._____ 

nur begleitet bzw. gefahren (Urk. 3/4 S. 3). 

8.4.2 Die Vorinstanz hat die Aussagen von D._____ korrekt zusammengefasst 

(Urk. 80 S. 52). Darauf kann verwiesen werden. D._____ bestätigt klar, dass er 

vom Beschuldigten Kokain in verschiedenen Tranchen bezogen hat und den 

Kaufpreis ebenso in Teilbeträgen dem Beschuldigten bzw. E._____ übergeben 

hat. 

8.4.3 Die Aussagen von E._____ hat die Vorinstanz ebenfalls richtig aufgeführt, 

worauf zu verweisen ist (Urk. 80 S. 52 ff.). E._____ gab zunächst an, dass er am 

8. Januar 2017 Fr. 3‘000.– für eine frühere Lieferung von Kokain, welchen Betrag 

er von D._____ nach dem Stopp bei der Kantonalbank erhalten habe, sowie 

weitere Fr. 4‘500.-- dem Beschuldigten weitergegeben habe. Am 28. Januar 2017 

habe er bei D._____ Fr. 10‘000.-- abgeholt für die Lieferung vom 8. Januar 2017 

und dem Beschuldigten übergeben. E._____ bestätigt unmissverständlich, dass 

er als Vermittler bei den Drogengeschäften zwischen dem Beschuldigten und 

D._____ gewirkt hat. In der Schlusseinvernahme bestätigte er, 200 Gramm 

Kokain an D._____ geliefert zu haben, reduzierte indessen die erhaltenen und an 

den Beschuldigten weitergegebene Summe auf einmal Fr. 4‘000.-- und einmal Fr. 

7‘000.--. 

8.5 Gestützt auf die Aussagen von E._____ und D._____ ist in Überein-

stimmung mit der Vorinstanz erstellt, dass am 8. Januar 2017 dem D._____ von 

E._____ in Begleitung des Beschuldigten Drogen geliefert wurden und auch die 

übrigen angeklagten Vorgänge am 26. und 28. Januar sowie 3. Februar 2017 

- 20 - 

stattgefunden haben. Deren Aussagen werden durch die Erkenntnisse aus den 

überwachten Gesprächen gestützt (vgl. Beilagen Urk. 5 ff. zum Vorgangsbericht 

der Kantonspolizei Zürich vom 5. März 2018, Urk. 1/5). 

8.6 Der Versuch des Beschuldigten, E._____ als eigentlichen Drahtzieher dar-

zustellen, wurde von der Vorinstanz mit zutreffender Begründung verworfen. Sie 

hielt dafür, es sei nicht ersichtlich, dass die beiden einen Komplott gegen den 

Beschuldigten geschmiedet hätten. Aus den Aussagen von D._____, dass er im-

mer wieder "dem Alten" – womit der Beschuldigte gemeint ist – habe Geld geben 

müssen, gehe hervor, dass eben der Beschuldigte hier die verantwortliche Person 

sei und E._____ ihm vielmehr zugedient hätte. Wie bereits die Vorinstanz fest-

hielt, werden die Aussagen von D._____ und E._____ auch durch die Protokolle 

der überwachten Gespräche gestützt. Dass am 8. Januar 2017 wie angeklagt 

Fr. 7'500.– von D._____ via E._____ zum Beschuldigten geflossen sind, wird 

auch durch die abgehörten Gespräche belegt. So teilte E._____ unmittelbar nach 

der Übergabe bei D._____ dem Beschuldigten in dessen Auto mit, es seien 

Fr. 7'500.– (Urk. 3/4 Beilage Urk. 5a: "7'500.– sind es genau."). E._____ teilt so 

dem Beschuldigten mit, wieviel Geld er übernommen habe. Der Vorinstanz ist 

beizupflichten, dass es nicht plausibel ist, dass der Strippenzieher seinem Unter-

gebenen mitteilt, wieviel er – der Chef – gerade vereinnahmt hat. Das Gegenteil 

ist der Fall: Der Zudiener E._____ rapportierte seinem Chef. Nicht erstellen lässt 

sich jedoch, dass am 8. Januar 2017 200 g Kokain übergeben wurden. D._____ 

und E._____ sprechen beide von nur 50 Gramm. Weitere Beweismittel zur am 

8. Januar 2017 übergebenen Drogenmenge liegen nicht vor. Zu Recht ging die 

Vorinstanz zu Gunsten des Beschuldigten denn auch davon aus, dass am 

8. Januar 2017 50 g Kokain von durchschnittlicher Qualität übergeben worden 

war. 

8.7 Der eingeklagte Sachverhalt vom 26. Januar 2017 (telefonische Kokain-

bestellung D._____ an E._____ und Einforderung Geld durch E._____ für den 

Beschuldigten) ist gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen von E._____ 

und D._____ und die dazu korrespondierenden Telefonüberwachungen erstellt 

(Urk. 3/4, Beilage Urk. 10a, worin E._____ dem D._____ mitteilt, er müsse zuerst 

- 21 - 

„Money bringen, dem Wixer“, womit gemäss E._____ der Beschuldigte gemeint 

war). 

8.8 Basierend auf die belastenden Aussagen von E._____, welche durch die 

überwachten Gespräche gestützt werden, lässt sich auch der Anklagesachverhalt 

zum 28. Januar 2017 rechtsgenügend erstellen. Gemäss Telefonkontrolle teilte 

D._____ dem E._____ am 27. Januar mit, dass er Fr. 10'000 bereit habe und er 

auf weitere Fr. 6'000 noch warte ("Ich habe zehn Mill. Zehn Mill habe ich parat."; 

Urk. 3/4 Beilage Urk. 11b). Das spätere Treffen des Beschuldigten mit E._____ an 

der Tankstelle ist ebenfalls objektiv dokumentiert (Urk. 3/4 Beilage Urk. 13 und 

14). E._____ hat die von ihm abgeholten Fr. 10'000.– gemäss seinen Aussagen 

anschliessend dem Beschuldigten übergeben.  

Vor dem Hintergrund der aktenkundigen Telefongespräche sind die in der Ankla-

geschrift genannten, von E._____ vereinnahmten Beträge (Fr. 7'500.– am 

8. Januar 2017 und Fr. 10'000.– am 28. Januar 2017) erstellt. E._____ hat zwar 

im Rahmen seiner Schlusseinvernahme Beträge von "einmal Fr. 4'000.– und ein-

mal Fr. 7'000.–" zu Protokoll gegeben, im Übrigen aber die in der Anklage aufge-

führten Beträge genannt, was angesichts der abgehörten Gespräche glaubhaft ist. 

Das Inkasso bei D._____ durch den Beschuldigten am 3. Februar 2017 ist im Um-

fang von Fr. 2‘000.– vom Beschuldigten zugestanden. Die eingeklagte Höhe des 

Betrages von Fr. 6‘000.– ist nicht nachgewiesen. Es ist daher zu Gunsten des 

Beschuldigten von einem Betrag von Fr. 2'000.– auszugehen. 

8.9 Mit der Vorinstanz ist der Anklagesachverhalt mit den vorgenannten 

mengen- und betragsmässigen Präzisierungen erstellt. Bei der an D._____ nach-

gewiesenermassen übergebenen Menge von 50 Gramm Kokaingemisch von 

durchschnittlicher Qualität ist nach Massgabe der SGMR-Statistik von einer 

Reinmenge von 31.5 Gramm Kokain auszugehen. 

9.1 Weiter wird dem Beschuldigten in Anklage Ziffer 4, Vorgänge 41 und 48, 

vorgeworfen, im Februar 2017 einmal 200 Gramm und einmal 54 Gramm Kokain-

gemisch von unbekannter Qualität an D._____ geliefert zu haben. Für die Rest-

- 22 - 

schuld in der Höhe von total Fr. 11'000.– aus früheren Lieferungen soll D._____ 

dem Beschuldigten Fr. 2'000.– übergeben haben (Urk. 20, Anklage Ziffer 4). 

9.2 In Bezug auf Anklage Ziffer 4, Vorgänge 41 und 48, ist der Beschuldigte 

teilweise geständig. Er räumte ein, D._____ am 5. Februar 2017 zweimal 

50 Gramm und am 11. Februar 2017 54 Gramm Kokain überbracht und dabei 

auch Fr. 2'000.– von D._____ für E._____ übernommen zu haben (Urk. 3/5 S. 3, 

5 und 7; Urk. 3/7 S.  3 und 6; Urk. 3/15 S. 5). An der Hauptverhandlung machte 

der Beschuldigte keine ergänzenden Aussagen, und er verwies auf seine früheren 

Aussagen (Urk. 70 S. 7). 

9.3 Der Beschuldigte anerkannte sowohl in der Untersuchung als auch bei der 

Vorinstanz, am 5. Februar 2017 D._____ 100 Gramm Kokain übergeben zu 

haben. Eine Lieferung von 200 g Kokain bestritt er kategorisch. Auch D._____ 

führte aus, er habe nie 200 Gramm Kokain auf einmal übernommen (Urk. 5/4 

S. 3). Ebenso gab E._____ in früheren Einvernahmen zu Protokoll, er könne nicht 

mehr sagen, wieviel D._____ bestellt habe, aber sicher nicht 200 Gramm, 

sondern höchstens 100 Gramm Kokain (Urk. 4/3 S. 13). Die Überwachungs-

massnahmen konnten keinen Beweis liefern, dass am 5. Februar 2017 tatsächlich 

200 g Kokain geliefert worden waren. Gestützt auf das Geständnis des Beschul-

digten und die Aussagen von D._____ und E._____ ist der Sachverhalt von 

Anklageziffer 4 - mit Ausnahme der Menge - erstellt. Mit der Vorinstanz ist zu-

gunsten des Beschuldigten von einer Übergabe am 5. Februar 2017 von lediglich 

100 Gramm Kokain (Anklage 200 Gramm) und bei der Lieferung vom 11. Februar 

2017 von 54 Gramm auszugehen. Da die Staatsanwaltschaft weder eine Be-

rufung noch eine Anschlussberufung erhoben hatte, ist wegen des Verschlechte-

rungsverbots sowieso von der kleineren Menge auszugehen. 

9.4 Was die Rollenverteilung zwischen E._____ und dem Beschuldigten betrifft, 

kann auf die Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 80 S. 59). Mit zutreffender Begründung kam sie zum Schluss, dass der 

Beschuldigte und nicht E._____ bei diesem Vorgang das Sagen hatte. 

- 23 - 

10.1 Schliesslich wird dem Beschuldigten in Anklage Ziffer 5, Vorgang 99, vorge-

worfen, er habe im April 2017 – zusammen mit F._____ – zweimal 50 Gramm Ko-

kaingemisch von unbekannter Qualität an D._____ geliefert (Urk. 20, Anklage Zif-

fer 5). 

10.2 Betreffend Anklage Ziffer 5, Vorgang 99, zeigte sich der Beschuldigte in der 

Untersuchung vollumfänglich geständig (Urk. 3/3 S. 5 f., Urk. 3/15 S. 6). Bei 

diesem Geständnis blieb er auch bei der Vorinstanz bzw. verwies auf seine 

früheren Aussagen (Urk. 70 S. 7). 

10.3 Das Geständnis des Beschuldigten stimmt mit den übrigen Ermittlungser-

gebnissen der Untersuchungsbehörden, wie die Erkenntnisse aus den überwach-

ten Gesprächen zwischen D._____ und E._____ und den Aussagen von diesen 

beiden, überein. Der Anklagesachverhalt in Anklageziffer 5 ist rechtsgenügend 

erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des mehrfachen Verbrechens des 

Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Ver-

bindung mit Art. 19 Abs. 2 BetmG schuldig. Ihre diesbezüglich äusserst ausführ-

lichen Erwägungen sind in allen Teilen zutreffend und bedürfen keiner Ergänz-

ungen. Mit zutreffender Begründung verneinte sie auch die von der Verteidigung 

eventualiter geltend gemachte mehrfache Gehilfenschaft zu einer einfachen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Um unnötige Wiederholun-

gen zu vermeiden, kann auf die in allen Teilen zutreffenden Erwägungen im 

vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 80 S. 61 - 67, Art. 82 Abs. 4 

StPO). In Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils ist der Beschuldigte anklage-

gemäss des mehrfachen Verbrechens des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 BetmG 

schuldig zu sprechen. 

 

 

- 24 - 

IV. Sanktion 

1.  Die heute zu beurteilenden Straftaten sind allesamt vor dem 1. Januar 2018 

begangen worden. Nachdem sich die seitdem ergangene Revision des Sanktio-

nenrechts nicht zu Gunsten des Beschuldigten auszuwirken vermag, ist vor-

liegend von der Weitergeltung des alten Rechts auszugehen. 

2.  Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren 

bestraft (Urk. 80 S. 89). Die Staatsanwaltschaft verlangte im Hauptverfahren eine 

Sanktion von 4 ½ Jahren (Urk. 71 S. 1) und beantragt nun im Berufungsverfahren 

die Bestätigung der angefochtenen Strafe (Urk. 87). Im Berufungsverfahren wird 

von der Verteidigung eventualiter eine Bestrafung von maximal 18 Monaten Frei-

heitsstrafe beantragt (Urk. 82 S. 3 f.; Urk. 105 S. 3). 

3.  Die Vorinstanz hat die theoretischen Strafzumessungsregeln korrekt darge-

tan und den Strafrahmen richtig abgesteckt. Auf all diese zutreffenden Erwägun-

gen, die allesamt im Einklang mit der einschlägigen Lehre und Rechtsprechung 

stehen, kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen verwiesen 

werden (Urk. 80 S. 67 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Strafe ist vorliegend dement-

sprechend innerhalb eines Strafrahmens von 1 bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe zu 

bemessen (Art. 19 Abs. 2 BetmG, Art. 40 StGB). 

4.  Tatkomponente 

4.1 Mit der Vorinstanz ist der Erwerb von 2 Kilogramm Kokaingemisch als 

schwerste Tat zu sehen, weshalb hierfür zunächst eine Einsatzstrafe festzulegen 

ist, welche im Anschluss daran aufgrund der weiteren Vorgänge zu erhöhen sein 

wird.  

4.2 Zur objektiven Tatschwerde des Erwerbs von 2 Kilogramm Kokaingemisch 

hielt die Vorinstanz zusammengefasst fest, es handle sich um eine beträchtliche 

Menge Kokain (was zu einer der gefährlichsten Drogenarten gehöre), dessen 

Reinmenge von 1460 Gramm Kokain weit über der Schwelle von 18 Gramm zur 

Annahme eines qualifizierten Falls liege. Es handle sich aber auch nicht um 

besonders reines Kokain. Aufgrund der erstellten Tathandlungen sei sodann 

- 25 - 

davon auszugehen, dass der Beschuldigte die innerschweizerische Lieferung 

hauptverantwortlich organisiert habe und er gewissermassen als Importeur in 

Erscheinung getreten sei. Als in der Schweiz wohnhafte Person, die eine Liefe-

rungen von solchen Kokainmengen organisiert bzw. solche Kokainmengen 

erworben habe und dabei mitunter mit ausländischen Drogenhändlern in Kontakt 

stehe, sei der Beschuldigte im Betäubungsmittelhandel auf der mittleren Stufe 

anzusiedeln, zumal das Kokain vorliegend eine relativ gute, deutlich über der im 

Gassenhandel üblichen Qualität aufweise (Urk. 80 S. 74 f.). Diese Ausführungen 

der Vorinstanz sind in allen Teilen zutreffend, weshalb sie so zu übernehmen 

sind. Die objektive Tatschwere ist entsprechend angesichts der denkbaren 

Betäubungsmitteldelikte sowie des weiten Strafrahmens als leicht einzustufen. 

Zur subjektiven Tatschwere betreffend den Erwerb der 2 Kilogramm Kokainge-

misch wies die Vorinstanz darauf hin, dass gestützt auf die Aussagen des 

Beschuldigten und die Akten weder davon auszugehen sei, der Beschuldigte sei 

im Tatzeitpunkt selbst drogenabhängig gewesen, noch dass sich der Beschuldigte 

damals in finanziellen Nöten befunden habe (Urk. 80 S. 75). Auch diese Ausfüh-

rungen sind als zutreffend zu bezeichnen und können so übernommen werden. In 

Erinnerung zu rufen ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschuldigte direkt 

vorsätzlich handelte. Die objektive Tatschwere erfährt aufgrund der subjektiven 

Tatkomponente keine Änderung. 

Zu übernehmen ist entsprechend auch die von der Vorinstanz festgesetzte 

"Ersteinsatzstrafe" für den Erwerb der 2 Kilogramm Kokaingemisch in Höhe von 

24 Monaten Freiheitsstrafe. 

4.3 Zur objektiven Tatschwere betreffend das Verschaffen von 55 Gramm 

Kokaingemisch hielt die Vorinstanz – neben dem bereits Gesagten betreffend 

Gefährlichkeit von Kokain und der Hierachiestufe – zusammengefasst fest, dass 

der Beschuldigte diesbezüglich in eine aus dem Ausland stammende Drogenliefe-

rung involviert war, was verschuldensmässig schwerer ins Gewicht falle als eine 

blosse Inlandslieferung. Beim verschafften Kokaingemisch von 500 Gramm 

handle es sich um eine nicht geringe Menge, dessen Reinmenge von 250 Gramm 

Kokain überdies weit über der Schwelle von 18 Gramm zur Annahme eines quali-

- 26 - 

fizierten Falls liege. Es handle sich aber noch nicht um besonders reines Kokain. 

Die Rolle des Beschuldigten sei aufgrund der einzelnen Vorgänge schliesslich 

nicht als besonders zentral zu bezeichnen, zumal der Beschuldigte nur – aber 

immerhin – bei der Übergabe der Drogen vom Kurier an F._____ anteilig mitge-

wirkt habe. Geradezu vernachlässigbar sei die Rolle des Beschuldigten indessen 

nicht, da er immerhin die Verpackung des Kokains behändigt und entsorgt habe, 

weshalb seine Beteiligung über das blosse Bereitstellen seines Wohnorts hinaus-

gegangen sei (Urk. 80 S. 76). Da auch diese Ausführungen in allen Teilen zu-

treffend und zu übernehmen sind, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass das 

objektive Tatverschulden im Rahmen der denkbaren Betäubungsmitteldelikte 

diesbezüglich als sehr leicht erscheint.  

Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist einzig zu bemerken, dass der 

Beschuldigte vorsätzlich handelte. Im Übrigen vermag die subjektive Tatkom-

ponente die objektive Tatschwere weder als schwerer noch geringer erscheinen 

zu lassen. Mit der Vorinstanz ist die diesbezügliche hypothetische Einsatzstrafe 

auf 15 Monate festzusetzen (vgl. Urk. 80 S. 77). 

4.4 Zur objektiven Tatschwere der Verkäufe bzw. der Verschaffungen von 

Kokaingemischen hielt die Vorinstanz zusammengefasst – neben dem bereits 

Gesagten zur Gefährlichkeit von Kokain sowie der hierarchischen Stellung des 

Beschuldigten – Folgendes fest: Die Verkäufe an B._____ und D._____ beliefen 

sich insgesamt auf 554 Gramm Kokaingemisch, was eine beträchtliche Menge 

darstelle, wobei die Reinmenge von 278 Gramm weit über dem Schwellenwert 

von 18 Gramm liege. Besonders reines Kokaingemisch war es aber nicht. Die 

Verkäufe seien innerhalb einer eher kurzen Zeit erfolgt. Der Beschuldigte habe 

insgesamt Fr. 21'000.– von B._____ (Fr. 2'000.–) und D._____ (Fr. 19'000.–)  

– unmittelbar selbst oder mittelbar durch E._____ – vereinnahmt. Dies sei ange-

sichts der eher kurzen Periode eine nicht gerade vernachlässigbare, jedoch für 

den Drogenhandel keinesfalls erhebliche Summe. Der Umstand, dass der 

Beschuldigte teilweise E._____ als Mittelsmann für die Verkäufe an D._____ 

einsetzte, sei nicht verschuldensrelativierend zu würdigen. Vielmehr stütze dies 

die bereits erfolgte Einschätzung, wonach der Beschuldigte auf der mittleren 

- 27 - 

Hierarchiestufe im Betäubungsmittelhandel tätig sei. Die Vorinstanz führt in der 

Folge diverse Umstände an, angesichts welchen die erwähnte Hierarchiestufe 

bestätigt werde (Urk. 80 S. 77 f.). Diese Erwägungen der Vorinstanz erweisen 

sich in allen Teilen als zutreffend und sind zu übernehmen. Das objektive Tatver-

schulden ist diesbezüglich – wiederum im Rahmen aller denkbaren Betäubungs-

mitteldelikte – als leicht einzustufen. 

Hinsichtlich der subjektiven Tatkomponente ist mit der Vorinstanz festzuhalten, 

dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte. Umstände, welche die objektive 

Tatschwere aufgrund der subjektiven Tatkomponente als schwerer oder geringer 

erscheinen lassen würden, sind nicht ersichtlich. 

Mit der Vorinstanz ist die hypothetische Einsatzstrafe für die Verkaufs- bzw. Ver-

schaffungshandlungen an B._____ und D._____ auf 24 Monate festzusetzen. 

4.5 Die Vorinstanz erhöht die festgesetzte "Ersteinsatzstrafe" für den Erwerb 

von 2 Kilogramm Kokaingemisch von 24 Monaten aufgrund der Verkaufshandlun-

gen (Einsatzstrafe: 24 Monate) um 14 Monate und für das Verschaffen des 

Kokaingemisches an F._____ (Einsatzstrafe 15 Monate) um 10 Monate (Urk. 80 

S. 80). Dies ist unter Hinweis auf die ausführlichen und in allen Teilen zutreffen-

den Ausführungen zu bestätigen, womit in Anwendung des Asperationsprinzips 

eine Freiheitsstrafe von 48 Monate festzusetzen ist. 

5.1.  Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten korrekt 

zusammengefasst und wiedergegeben. Darauf ist zu verweisen (Urk. 80 S. 81 f.). 

Der Beschuldigte führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, im April 2021 

arbeitslos geworden zu sein, per September 2021 aber wieder eine neue Stelle 

gefunden zu haben. Zudem lebe er nun wieder mit seiner Ehefrau und nicht mit 

der Freundin, mit welcher er eine 24-jährige Tochter habe, zusammen (Urk. 104 

S. 2). Im Übrigen bestätigte er seine bereits in der Untersuchung und gegenüber 

der Vorinstanz zu Protokoll gegebenen Angaben. Die persönlichen Verhältnisse 

des Beschuldigten wirken sich strafzumessungsneutral aus. 

- 28 - 

5.2.  Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, weist der Beschuldigte zwei 

Vorstrafen auf. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Mai 

2012 wurde er wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 

aSVG zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 100.–, unter 

Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von Fr. 100.– 

verurteilt. Sodann wurde er mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 19. Februar 2014 wegen mehrfachen Verbrechens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b, 

c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a und b BetmG sowie 

wegen mehrfacher Gehilfenschaft zum Anstaltentreffen einer Widerhandlung 

gegen das BetmG im Sinne von Art. 25 StGB in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. 

g und Abs. 2 lit. a BetmG zu einer Freiheitsstrafe von 7 ½ Jahren, unter Anrech-

nung von 600 Tagen Untersuchungshaft verurteilt. Gleichzeitig wurde der mit 

Strafbefehl vom 16. Mai 2012 gewährten bedingten Vollzugs der Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu Fr. 100.– widerrufen. Mit der Vorinstanz wirkt sich die 

einschlägige Vorstrafe und das während dem gelockerten Vollzugsregime erneute 

Delinquieren – wiederum im Drogenhandel – eindeutig erheblich straferhöhend 

aus. 

5.3  Das Teilgeständnis ist mit der Vorinstanz minimal strafmindernd zu berück-

sichtigen. Echte Reue oder Einsicht ist nicht ersichtlich. 

5.4  Bei einer gesamthaften Betrachtung der Täterkomponente zeigt sich, dass 

diese – mit der Vorinstanz – eindeutig straferhöhend zu berücksichtigen ist. Wenn 

die Vorinstanz unter diesem Titel eine Straferhöhung von 12 Monaten als gerecht-

fertigt erachtet, ist ihr beizupflichten. 

5.5  Zusammenfassend erweist sich die vorinstanzliche Strafzumessung in allen 

Teilen als korrekt. Die im angefochtenen Urteil ausgefällte Freiheitsstrafe von 

5 Jahren ist im Berufungsverfahren zu bestätigen. 

5.6  Der Beschuldigte befand sich vom 13. März 2018 bis am 5. September 2018 

in Polizei- bzw. Untersuchungshaft. Entsprechend sind dem Beschuldigten 

177 Tage erstandene Untersuchungshaft an die Strafe anzurechnen (Art. 51 

StGB). Die Freiheitsstrafe ist bereits aus objektiven Gründen zu vollziehen. 

- 29 - 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.  Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanz-

lichen Gerichtsverfahrens in Bestätigung der vorinstanzlichen Kostenauflage 

(Ziff. 6 und 7) dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen, nachdem er 

schuldig zu sprechen ist (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2.  Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist angesichts des Aktenum-

fangs und der Komplexität des Verfahrens auf Fr. 4‘000.– anzusetzen (Art. 424 

Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 GebV OG). 

3.  Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem lediglich der 

Beschuldigte Berufung erhoben hat und er mit seinen Anträgen vollumfänglich 

unterliegt, sind deshalb die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 2 lit. b StPO). Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gestützt auf Art. 135 

Abs. 4 StPO). 

4.  Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, macht im Beru-

fungsverfahren eine Entschädigung in Höhe von Fr. 7'008.80 (inkl. MWST und 

Barauslagen) geltend (Urk. 106), was angesichts des Aktenumfangs angemessen 

erscheint. Es ist ihm entsprechend eine leicht gerundete Entschädigung von 

Fr. 7'000.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 27. November 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt:           

1.-3.  […] 

4.  Die beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich bzw. beim 

Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K170223-50 

- 30 - 

und Geschäftsnummer 66508256 lagernden Asservate werden nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils vernichtet. 

5.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 6'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 3'000.00   Gebühr Untersuchung 

CHF 1'592.00   Auslagen (Gutachten) 

CHF 45'075.00   Telefonkontrolle  

CHF 135.00   Auslagen Untersuchung 

CHF 3'526.75   vormalige amtliche Verteidigung 

CHF 14'469.55   Akontozahlung amtliche Verteidigung  

CHF 26'730.20   amtliche Verteidigung (Zahlung aus Gerichtskasse) 

  Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6.-7.  […] 

8.  Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen 

und Barauslagen als amtlicher Verteidiger mit CHF 41'199.75 (inkl. 

MwSt. und der bereits erhaltenen Akontozahlung in der Höhe von 

CHF 14'469.55) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

9.  [Mitteilungen] 

10.  [Rechtsmittel]" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen Verbrechens gegen 

das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 177 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

- 31 - 

4. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6 und 7) 

wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'000.–   amtliche Verteidigung 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt) 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 
− das Bundesamt für Polizei fedpol 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

- 32 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 31. August 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw L. Zanetti 
 

 

	Urteil vom 31. August 2021
	Anklage:
	"Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 177 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Die beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich bzw. beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K170223-50 und Geschäftsnummer 66508256 lagernden Asservate werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils vernichtet.
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtlicher Verteidiger mit CHF 41'199.75 (inkl. MwSt. und der bereits erhaltenen Akontozahlung in der Höhe von CHF 14'469.55) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	1. Das Verfahren gegen meinen Mandanten sei einzustellen.
	2. Meinem Mandanten sei eine angemessene Entschädigung und Genugtuung zuzusprechen, wobei für deren Geltendmachung und Bezifferung gemäss Art. 429 Abs. 2 StPO eine angemessene Frist anzusetzen sei. Jedenfalls sei ihm für die zu Unrecht erstandene Haft...
	3. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens (zzgl. MWSt) gemäss dem Ausgang des Berufungsverfahrens.
	Eventualanträge:
	1. Mein Mandant sei der mehrfachen Gehilfenschaft zu einer einfachen Widerhandlung gegen das BetmG schuldig zu sprechen (Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG i.V.m. Art. 25 StGB).
	2. Mein Mandant sei mit einer angemessenen Freiheitsstrafe, max. aber mit 18 Monaten, zu bestrafen.
	3. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen, unter Anrechnung der bereits erstandenen Haft.
	4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem Ausgang des Berufungsverfahrens.
	Erwägungen
	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 80 S. 4 ff.).
	1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 27. November 2019 wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess er mit Schreiben vom 28...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 17. März 2020 wurde der Anklagebehörde Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 85). Daraufhin teilte die Anklagebehörde mit Eingabe vom 27....
	1.4. Am 16. August 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X._____ erschienen sind (Prot. II S. 3 ff.). Im Rahmen der Urteilsberatung zeigte sich, dass be...

	2. Umfang der Berufung
	3.1  Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des ...

	4. Gesamtübersicht / Logbuch / Aktenverzeichnis
	1.  Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe – teils allein, teils in Mittäterschaft – mehrfach Betäubungsmittel unbefugt veräussert, auf andere Weise einem andern verschafft oder in Verkehr gebracht sowie mehrfach Betäubungsmittel ...
	2.  Wie bereits im Rahmen der Untersuchung und vor Vorinstanz erklärt sich der Beschuldigte betreffend Anklage Ziffer 5 vollumfänglich und betreffend Anklage Ziffer 4 teilweise geständig. Die ihm in der Anklageschrift weiter vorgeworfenen Handlungen b...
	3.  Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3/1 -15) diejenigen der Mitbeteiligen E._____ (Urk. 4/1 - 6 und 3/6), D._____ (Urk. 5/1 - 5 und Urk. 3/13), B._____ (Urk. 7/1 und Urk. 3/9) und F._____ (Urk. 8/1, 8/2 und 8/5) vor....
	4.  Zu den Regeln der Beweiswürdigung resp. der Sachverhaltserstellung äusserte sich bereits die Vorinstanz und wies dabei auf die Grundsätze der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) und der Unschuldsvermutung sowie das daraus fl...
	5.  Die allgemeine Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich, nebst ihrer prozessualen Stellung, insbesondere auch aus ihrem wirtschaftlichen Interesse am Ausgang des Verfahrens sowie aus deren persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Proz...
	6.1 Unter Anklage Ziffer 1, Vorgang 110, wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, im Mai/Juni 2017 mit F._____ (sep. Verfahren) am Import von 500 Gramm Kokaingemisch von unbekannter Qualität in die Schweiz mitgewirkt und dieses an seinem W...
	6.2 Der Beschuldigte stellte sich beim Abschluss der Untersuchung ebenso wie anlässlich der vorinstanzlichen Befragung auf den Standpunkt, er habe mit dieser Sache nichts zu tun (Urk. 3/15 S. 2 und Urk. S. 5).
	6.3 Die Erwägungen der Vorinstanz im Rahmen der Beweiswürdigung sind in allen Teilen ausführlich und vollends überzeugend, weshalb vorab uneingeschränkt darauf verwiesen werden kann (Urk. 80 S. S. 32 - 44, Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwäg...
	6.4 Der Wahrnehmungsbericht der Polizei vom 2. August 2017 über die Observation vom 3. Juni 2017 bzw. den inkriminierten Vorgang ergibt Folgendes (Urk. 1/2 Beilage Urk. 4 S. 2 ff.):
	Der Beschuldigte und F._____ (dort noch genannt "F'._____", vgl. zur Identifizierung den Vorgangsbericht der Kantonspolizei Zürich, Urk. 1/2 S. 3, sowie die Aussagen von F._____, Urk. 8/1 S. 12 ff.; Urk. 8/2 S. 2 ff.; Urk. 8/5 S. 3 ff.) fuhren am Sams...
	Diese polizeilichen Wahrnehmungen identifizieren den Beschuldigten und F._____ als Beteiligte und indizieren weiter die nicht observierte Kokainübergabe in der Tiefgarage als typischen Ablauf im organisierten Drogengeschäft.
	F._____ zeigte sich bezüglich der Kokainlieferung und seiner Mitwirkung geständig. Er habe den Kurier in Empfang genommen und in die Tiefgarage geführt. Dort sei das Kokain «einer weiteren Person» übergeben worden. Diese Person habe das Kokain ausgepa...
	Der Beschuldigte wiederum anerkannte die Ausführungen im Observationsbericht als zutreffend, beteuerte aber, mit der Kokainlieferung nichts zu tun zu haben.
	Aufgrund der oben geschilderten polizeilichen Beobachtungen und der Aussagen von F._____ hinsichtlich der – nicht direkt observierten – Vorgänge in der Tiefgarage ergibt sich zunächst schlüssig, dass eine Übergabe von Kokain stattgefunden hat. F.____...
	Ab dem Knoten des sichergestellten blauen Knistersack, den der Beschuldigte in den Abfallcontainer geworfen hat, und einem darin neben Verpackungsmaterial befindlichen gebrauchten Latexhandschuh wurden DNA-Spuren erhoben, welche dem Beschuldigten zuge...
	Angesichts der erwähnten Beweismittel (Wahrnehmungsbericht, Aussagen F._____, DNA-Spuren, Kokainrückstände) sowie des Eingeständnisses des Beschuldigten, vor Ort gewesen zu sein, bestehen keinerlei Zweifel, dass sich die Vorgänge wie in der Anklagesch...
	Die Vorinstanz ist sodann von einem Reinheitsgehalt des Kokains von 50% ausgegangen, was eine Reinmenge von 250 Gramm Kokain ergibt. Dies ist zugunsten des Beschuldigten zu übernehmen.
	7.1 Unter Anklage Ziffer 2, Vorgang 15, wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, dass im Dezember 2016 eine Kokainlieferung von 2 Kilogramm eingetroffen und dann in C._____ [Ortschaft] gelagert worden sei. Vom Gesamtpreis von Fr. 80'000.– ...
	7.2 Der Beschuldigte macht diesbezüglich geltend, die 2 Kilogramm Kokaingemisch seien eine kurze Zeit quasi in seiner Obhut gewesen, seien aber für eine Person namens J._____/J'._____ bestimmt gewesen. Er habe nur J._____/J'._____ mit B._____ bekann...
	7.3.1 Als Beweismittel liegt das Protokoll einer Audioüberwachung aus dem Peugeot des Beschuldigten vom 19. Februar 2017 vor. Im Fahrzeug befanden sich nach Aussagen des Beschuldigten er selber, K._____ (=K'._____) und J._____/J'._____. Es gehe bei di...
	Aus diesem Protokoll geht, wie die Vorinstanz zutreffend würdigt, klar hervor, dass der Beschuldigte in eigener Regie 2 Kilogramm Kokain für total Fr. 80'000.-- gekauft hat. Auch wenn die dokumentierten Aussagen der Beteiligten (der Beschuldigte, K.__...
	Es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die 2 Kilogramm Kokain nicht nur kurzzeitig aufbewahrt hat, wie er einräumt, sondern dass er die Drogen gekauft hat. Weiter ist belegt, dass der besagte K._____/K'._____ auch nach dem Treffen immer wieder...
	Auch hier ist die Reinmengenberechnung der Vorinstanz zu übernehmen. Es ergibt sich bei einem Cocain-Basen-Mittelwert von 73% eine solche von 1460 Gramm.
	7.3.2 Der eingeklagte Verkauf von Kokain aus dieser Lieferung an B._____ zwischen dem 17. und dem 21. Dezember 2016 und dann am 22./23. Dezember 2016 wird von B._____ eingestanden (einmal 20 Gramm, einmal 30 Gramm und einmal 200 Gramm). Wie die Vorins...
	Erstellt ist somit der Handel mit einmal 20 Gramm und einmal 30 Gramm (statt wie eingeklagt 50 Gramm) sowie von einmal 200 Gramm Kokain. Der Reinheitsgrad ist bei den ersten beiden Lieferungen mit der Vorinstanz mit 73% zu veranschlagen, bei der zweit...
	8.1 Unter Anklage Ziffer 3, Vorgänge 18 und 35, wird dem Beschuldigten vorgeworfen, Ende Januar anfangs Februar 2017 zusammen mit E._____ (sep. Verfahren) 200 Gramm Kokaingemisch von unbekannter Qualität an D._____ (sep. Verfahren) geliefert zu haben ...
	8.2 Diese Vorwürfe wurden vom Beschuldigten in der Untersuchung im Wesentlichen bestritten. Auch bei der Vorinstanz machte er keine ergänzenden Aussagen, und er verwies auf seine früheren Aussagen (Urk. 70 S. 6 f.). Die Verteidigung macht vor Vorins...
	8.3 Die Vorinstanz kam nach einer einlässlichen und sorgfältigen Würdigung der im Vorverfahren erhobenen Beweismittel zum Schluss, dass der Sachverhalt gemäss Anklage Ziffer 3, Vorgänge 18 und 35, erstellt sei. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden,...
	8.4.1 Gemäss Wahrnehmungsbericht der Polizei vom 24. November 2017 über die Observation vom 8. Januar 2017 fuhr der Beschuldigte zusammen mit E._____ nach M._____ [Ortschaft] zum Wohnort von D._____, hielt sein Fahrzeug einige Meter davor an und liess...
	8.4.2 Die Vorinstanz hat die Aussagen von D._____ korrekt zusammengefasst (Urk. 80 S. 52). Darauf kann verwiesen werden. D._____ bestätigt klar, dass er vom Beschuldigten Kokain in verschiedenen Tranchen bezogen hat und den Kaufpreis ebenso in Teilbet...
	8.4.3 Die Aussagen von E._____ hat die Vorinstanz ebenfalls richtig aufgeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 80 S. 52 ff.). E._____ gab zunächst an, dass er am 8. Januar 2017 Fr. 3‘000.– für eine frühere Lieferung von Kokain, welchen Betrag er von D....
	8.5 Gestützt auf die Aussagen von E._____ und D._____ ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz erstellt, dass am 8. Januar 2017 dem D._____ von E._____ in Begleitung des Beschuldigten Drogen geliefert wurden und auch die übrigen angeklagten Vorgänge...
	8.6 Der Versuch des Beschuldigten, E._____ als eigentlichen Drahtzieher darzustellen, wurde von der Vorinstanz mit zutreffender Begründung verworfen. Sie hielt dafür, es sei nicht ersichtlich, dass die beiden einen Komplott gegen den Beschuldigten ges...
	8.7 Der eingeklagte Sachverhalt vom 26. Januar 2017 (telefonische Kokainbestellung D._____ an E._____ und Einforderung Geld durch E._____ für den Beschuldigten) ist gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen von E._____ und D._____ und die dazu korr...
	8.8 Basierend auf die belastenden Aussagen von E._____, welche durch die überwachten Gespräche gestützt werden, lässt sich auch der Anklagesachverhalt zum 28. Januar 2017 rechtsgenügend erstellen. Gemäss Telefonkontrolle teilte D._____ dem E._____ am ...
	Vor dem Hintergrund der aktenkundigen Telefongespräche sind die in der Anklageschrift genannten, von E._____ vereinnahmten Beträge (Fr. 7'500.– am 8. Januar 2017 und Fr. 10'000.– am 28. Januar 2017) erstellt. E._____ hat zwar im Rahmen seiner Schlusse...
	Das Inkasso bei D._____ durch den Beschuldigten am 3. Februar 2017 ist im Umfang von Fr. 2‘000.– vom Beschuldigten zugestanden. Die eingeklagte Höhe des Betrages von Fr. 6‘000.– ist nicht nachgewiesen. Es ist daher zu Gunsten des Beschuldigten von ein...
	8.9 Mit der Vorinstanz ist der Anklagesachverhalt mit den vorgenannten mengen- und betragsmässigen Präzisierungen erstellt. Bei der an D._____ nachgewiesenermassen übergebenen Menge von 50 Gramm Kokaingemisch von durchschnittlicher Qualität ist nach M...
	9.1 Weiter wird dem Beschuldigten in Anklage Ziffer 4, Vorgänge 41 und 48, vorgeworfen, im Februar 2017 einmal 200 Gramm und einmal 54 Gramm Kokaingemisch von unbekannter Qualität an D._____ geliefert zu haben. Für die Restschuld in der Höhe von total...
	9.2 In Bezug auf Anklage Ziffer 4, Vorgänge 41 und 48, ist der Beschuldigte teilweise geständig. Er räumte ein, D._____ am 5. Februar 2017 zweimal 50 Gramm und am 11. Februar 2017 54 Gramm Kokain überbracht und dabei auch Fr. 2'000.– von D._____ für E...
	9.3 Der Beschuldigte anerkannte sowohl in der Untersuchung als auch bei der Vorinstanz, am 5. Februar 2017 D._____ 100 Gramm Kokain übergeben zu haben. Eine Lieferung von 200 g Kokain bestritt er kategorisch. Auch D._____ führte aus, er habe nie 200 G...
	9.4 Was die Rollenverteilung zwischen E._____ und dem Beschuldigten betrifft, kann auf die Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 80 S. 59). Mit zutreffender Begründung kam sie zum Schluss, dass der Beschuldigte und nicht E.__...
	10.1 Schliesslich wird dem Beschuldigten in Anklage Ziffer 5, Vorgang 99, vorgeworfen, er habe im April 2017 – zusammen mit F._____ – zweimal 50 Gramm Kokaingemisch von unbekannter Qualität an D._____ geliefert (Urk. 20, Anklage Ziffer 5).
	10.2 Betreffend Anklage Ziffer 5, Vorgang 99, zeigte sich der Beschuldigte in der Untersuchung vollumfänglich geständig (Urk. 3/3 S. 5 f., Urk. 3/15 S. 6). Bei diesem Geständnis blieb er auch bei der Vorinstanz bzw. verwies auf seine früheren Aussagen...
	10.3 Das Geständnis des Beschuldigten stimmt mit den übrigen Ermittlungsergebnissen der Untersuchungsbehörden, wie die Erkenntnisse aus den überwachten Gesprächen zwischen D._____ und E._____ und den Aussagen von diesen beiden, überein. Der Anklagesac...
	Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des mehrfachen Verbrechens des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 BetmG schuldig. Ihre diesbezüglich äusserst ausführlichen Erwägungen sind ...
	IV. Sanktion
	1.  Die heute zu beurteilenden Straftaten sind allesamt vor dem 1. Januar 2018 begangen worden. Nachdem sich die seitdem ergangene Revision des Sanktionenrechts nicht zu Gunsten des Beschuldigten auszuwirken vermag, ist vorliegend von der Weitergeltu...
	2.  Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren bestraft (Urk. 80 S. 89). Die Staatsanwaltschaft verlangte im Hauptverfahren eine Sanktion von 4 ½ Jahren (Urk. 71 S. 1) und beantragt nun im Berufungsverfahren die Bestäti...
	3.  Die Vorinstanz hat die theoretischen Strafzumessungsregeln korrekt dargetan und den Strafrahmen richtig abgesteckt. Auf all diese zutreffenden Erwägungen, die allesamt im Einklang mit der einschlägigen Lehre und Rechtsprechung stehen, kann zwecks ...
	4.  Tatkomponente
	4.1 Mit der Vorinstanz ist der Erwerb von 2 Kilogramm Kokaingemisch als schwerste Tat zu sehen, weshalb hierfür zunächst eine Einsatzstrafe festzulegen ist, welche im Anschluss daran aufgrund der weiteren Vorgänge zu erhöhen sein wird.
	4.2 Zur objektiven Tatschwerde des Erwerbs von 2 Kilogramm Kokaingemisch hielt die Vorinstanz zusammengefasst fest, es handle sich um eine beträchtliche Menge Kokain (was zu einer der gefährlichsten Drogenarten gehöre), dessen Reinmenge von 1460 Gramm...
	Zur subjektiven Tatschwere betreffend den Erwerb der 2 Kilogramm Kokaingemisch wies die Vorinstanz darauf hin, dass gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten und die Akten weder davon auszugehen sei, der Beschuldigte sei im Tatzeitpunkt selbst droge...
	Zu übernehmen ist entsprechend auch die von der Vorinstanz festgesetzte "Ersteinsatzstrafe" für den Erwerb der 2 Kilogramm Kokaingemisch in Höhe von 24 Monaten Freiheitsstrafe.
	4.3 Zur objektiven Tatschwere betreffend das Verschaffen von 55 Gramm Kokaingemisch hielt die Vorinstanz – neben dem bereits Gesagten betreffend Gefährlichkeit von Kokain und der Hierachiestufe – zusammengefasst fest, dass der Beschuldigte diesbezügli...
	Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist einzig zu bemerken, dass der Beschuldigte vorsätzlich handelte. Im Übrigen vermag die subjektive Tatkomponente die objektive Tatschwere weder als schwerer noch geringer erscheinen zu lassen. Mit der Vorinst...
	4.4 Zur objektiven Tatschwere der Verkäufe bzw. der Verschaffungen von Kokaingemischen hielt die Vorinstanz zusammengefasst – neben dem bereits Gesagten zur Gefährlichkeit von Kokain sowie der hierarchischen Stellung des Beschuldigten – Folgendes fest...
	Hinsichtlich der subjektiven Tatkomponente ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte. Umstände, welche die objektive Tatschwere aufgrund der subjektiven Tatkomponente als schwerer oder geringer erscheinen la...
	Mit der Vorinstanz ist die hypothetische Einsatzstrafe für die Verkaufs- bzw. Verschaffungshandlungen an B._____ und D._____ auf 24 Monate festzusetzen.
	4.5 Die Vorinstanz erhöht die festgesetzte "Ersteinsatzstrafe" für den Erwerb von 2 Kilogramm Kokaingemisch von 24 Monaten aufgrund der Verkaufshandlungen (Einsatzstrafe: 24 Monate) um 14 Monate und für das Verschaffen des Kokaingemisches an F._____ (...
	5.1.  Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten korrekt zusammengefasst und wiedergegeben. Darauf ist zu verweisen (Urk. 80 S. 81 f.). Der Beschuldigte führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, im April 2021 arbeitslos g...
	5.2.  Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, weist der Beschuldigte zwei Vorstrafen auf. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Mai 2012 wurde er wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 aSVG zu einer bedi...
	5.3  Das Teilgeständnis ist mit der Vorinstanz minimal strafmindernd zu berücksichtigen. Echte Reue oder Einsicht ist nicht ersichtlich.
	5.4  Bei einer gesamthaften Betrachtung der Täterkomponente zeigt sich, dass diese – mit der Vorinstanz – eindeutig straferhöhend zu berücksichtigen ist. Wenn die Vorinstanz unter diesem Titel eine Straferhöhung von 12 Monaten als gerechtfertigt erach...
	5.5  Zusammenfassend erweist sich die vorinstanzliche Strafzumessung in allen Teilen als korrekt. Die im angefochtenen Urteil ausgefällte Freiheitsstrafe von 5 Jahren ist im Berufungsverfahren zu bestätigen.
	5.6  Der Beschuldigte befand sich vom 13. März 2018 bis am 5. September 2018 in Polizei- bzw. Untersuchungshaft. Entsprechend sind dem Beschuldigten 177 Tage erstandene Untersuchungshaft an die Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB). Die Freiheitsstrafe is...
	V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1.  Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens in Bestätigung der vorinstanzlichen Kostenauflage (Ziff. 6 und 7) dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen, nachdem er schuldig zu sprechen ist (Art...
	3.  Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem lediglich der Beschuldigte Berufung erhoben hat und er mit seinen Anträgen vollumfänglich unterliegt, sind deshal...
	4.  Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, macht im Berufungsverfahren eine Entschädigung in Höhe von Fr. 7'008.80 (inkl. MWST und Barauslagen) geltend (Urk. 106), was angesichts des Aktenumfangs angemessen erscheint. Es ist ihm ent...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 27. November 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	5.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 177 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6 und 7) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Besch...
	7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (versandt)
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 das Bundesamt für Polizei fedpol
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.