# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64df4019-334a-5a87-9192-60fb708c4711
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.04.2024 S 2023 103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-103_2024-04-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 103

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin von Salis

Aktuarin ad hoc Donatsch

URTEIL

vom 5. April 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführer

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1965, war zuletzt als Allrounder in der Abteilung 

Logistik des B._____ tätig. Am 8. Mai 2023 meldete der Versicherte einen 

Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 80% ab 

dem 1. Juni 2023 an.

2. Vor Eintritt seiner aktuellen Arbeitslosigkeit arbeitete der Versicherte in 

mehreren befristeten Arbeitsverhältnissen für das B._____. Die letzte 

befristete Arbeitsstelle dauerte vom 1. Januar 2023 bis 31. Mai 2023. 

3. Mit Schreiben vom 12. Juni 2023 forderte das Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden (nachfolgend: KIGA) den Versicherten zur 

schriftlichen Stellungnahme auf, nachdem er vor Eintritt seiner 

Arbeitslosigkeit erst ab dem 1. Mai 2023 nur gerade zehn persönliche 

Arbeitsbemühungen vorweisen konnte. 

4. Der Versicherte hielt in seiner Stellungnahme vom 16. Juni 2023 im 

Wesentlichen fest, dass er seit Dezember 2020 in mehreren 

aufeinanderfolgenden befristeten Arbeitsverhältnissen in den Diensten 

des B._____ gearbeitet habe. Aufgrund dessen sei er auch dieses Mal 

davon ausgegangen, dass er einen weiteren Anschlussvertrag erhalten 

würde. Als er dann im April 2023 darüber in Kenntnis gesetzt worden sei, 

dass das Arbeitsverhältnis nicht weitergeführt würde, habe er die zehn 

erforderlichen Arbeitsbemühungen im Monat Mai 2023 umgehend 

geleistet.

5. Mit Verfügung vom 29. Juni 2023 stellte das KIGA den Versicherten 

aufgrund ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen für acht Tage in 

seiner Anspruchsberechtigung ein.

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6. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 22. Juli 2023 

Einsprache (Datum Posteingang 31. Juli 2023). Darin orientierte er das 

KIGA abermals über seine befristeten Arbeitsverträge mit dem B._____, 

welche seit Dezember 2020 stets erneuert worden seien. Der Versicherte 

erklärte, dass sein Arbeitgeber ihm trotz seiner mehrfach veranlassten 

Erkundigungen jeweils erst im letzten Monat des jeweiligen befristeten 

Vertrags mitgeteilt habe, ob ein weiteres befristetes (oder auch 

unbefristetes) Arbeitsverhältnis zustande käme oder nicht. Er sei jedoch 

auch dieses Mal zuversichtlich gewesen, dass er einen neuen 

Anschlussvertrag erhalte.

7. Mit Einspracheentscheid vom 9. August 2023 wies das KIGA die 

Einsprache ab. Begründend hielt das KIGA fest, dass sich der Versicherte 

unbestrittenermassen erst im letzten Monat der bis Ende Mai 2023 

befristeten Anstellung um Arbeit bemüht habe, um seine per 1. Juni 2023 

drohende Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Auf die Pflichten als 

Stellensuchender, insbesondere diejenige Pflicht, bei saisonalen oder 

sonst befristeten Anstellungen Arbeitsbemühungen für die letzten drei 

Monate vor Eintritt der erneuten Arbeitslosigkeit zu leisten, sei der 

Versicherte aufgrund früherer Arbeitslosigkeit bereits wiederholt 

hingewiesen worden und sie sei im Übrigen auch in der 

Wiedereingliederungsstrategie vom 9. November 2020 explizit 

festgehalten sowie durch den Versicherten anerkannt worden. Aus der 

Tatsache, dass der Versicherte vor seiner Arbeitslosigkeit in mehreren 

befristeten Arbeitsverhältnissen gestanden habe, könne er keine Rechte 

ableiten. Auch habe er nicht geltend gemacht, dass ihm eine Verlängerung 

zugesichert und diese Zusicherung später widerrufen worden sei.

8. Gegen diesen Einspacheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 11. September 2023 (Datum Poststempel) 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin 

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führte er aus, dass er die dreimonatige Pflicht zur Leistung von 

Arbeitsbemühungen zwar gekannt habe, er jedoch mit der erneuten 

Verlängerung des Arbeitsverhältnisses bzw. Umwandlung in einen 

unbefristeten Arbeitsvertrag ab Juni 2023 gerechnet habe. Auf die 

zahlreichen Anfragen von anderen Stationsleitungen an die 

Abteilungsleitung Logistik, dass man ihn endlich fest anstellen solle, hätten 

sie immer die gleiche Antwort erhalten, nämlich, dass die Abteilung 

Logistik nur gelernte Logistiker einstellen könne. Gemäss 

Beschwerdeführer sei dies nicht nachvollziehbar, denn das B._____ habe 

seinen befristeten Arbeitsvertrag ja trotz fehlendem Ausbildungsnachweis 

wiederholt verlängert. Aufgrund dessen sei – zumindest sinngemäss – von 

der Einstellung in der Anspruchsberechtigung abzusehen. 

9. Mit Datum vom 4. Oktober 2023 reichte das KIGA (nachfolgend: 

Beschwerdegegner) die Vernehmlassung ein. Darin wiederholte der 

Beschwerdegegner im Wesentlichen die Ausführungen des 

Einspracheentscheids und hob hervor, dass der Beschwerdeführer seine 

Pflichten bestens gekannt habe. Zusicherungen seitens des B._____, 

wonach nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Mai 2023 

erneut ein befristeter Anschlussvertrag in Aussicht gestanden hätte, seien 

weder vom Beschwerdeführer geltend gemacht noch bewiesen worden. 

Vielmehr habe das B._____ in den Arbeitsverträgen ausdrücklich 

festgehalten, dass die Anstellung einen direkten Zusammenhang mit der 

Ausnahmesituation aufgrund der Covid 19-Pandemie aufweise. Da die 

Covid 19-Pandemie bereits im Jahr 2021 weitestgehend abgeklungen 

gewesen sei und der Vertrag im Jahr 2023 nur mehr auf fünf Monate 

befristet wurde, habe der Beschwerdeführer also umso mehr mit einer 

bevorstehenden Arbeitslosigkeit per 1. Juni 2023 rechnen müssen. 

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtschriften, im angefochtenen 

Einspracheentscheid und den übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 

837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der 

Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen 

Versicherungsgericht erhoben werden. Gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG 

i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) 

ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen 

(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das 

Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 9. August 2023 wurde vom Amt 

für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) als kantonale 

Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche 

Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Änderung auf (Art. 59 ATSG). Seine Beschwerdelegitimation ist daher zu 

bejahen und auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist einzutreten.

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2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) 

vorgeschrieben ist. Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist 

vorliegend der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers von CHF 

3'640.-- (vgl. Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 1). Dieser Verdienst 

wird zum Taggeldsatz von 80 % entschädigt (Art. 22 Abs. 1 AVIG). Der 

Beschwerdeführer hat demzufolge Anspruch auf ein Taggeld von CHF 

134.20 (ermittelt aus: CHF 3'640.-- x 0.8 : 21.7 Tage [Art. 40a AVIV]). Bei 

einer vom Beschwerdegegner verfügten und vom Beschwerdeführer 

angefochtenen Einstellungsdauer von acht Tagen in der 

Anspruchsberechtigung ergibt dies einen Streitwert von total CHF 

1'073.60 (8 Tage x CHF 134.20 Taggeld), was unterhalb der Grenze von 

CHF 5'000.-- liegt, weshalb in casu die einzelrichterliche 

Spruchkompetenz gegeben ist.

3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdegegner den 

Beschwerdeführer zu Recht für acht Tage in der Anspruchsberechtigung 

auf Arbeitslosenversicherungstaggeld eingestellt hat, weil er 

ungenügende persönliche Arbeitsbemühungen im Monat März und April 

2023 vorwies. Es geht im Wesentlichen um die Rechtmässigkeit der 

Anspruchseinstellung an sich wie auch um die ausgesprochene 

Einstellungsdauer von acht Tagen.

3.1. Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Satz 1). Insbesondere 

ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines 

bisherigen Berufes (Satz 2). Er muss seine Bemühungen nachweisen 

können (Satz 3). Diese in Art. 17 Abs. 1 AVIG verankerte Pflicht stellt eine 

allgemeine Schadenminderungspflicht der versicherten Person dar, 

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welche das Sozialversicherungsrecht kennzeichnet (GERHARDS, 

Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bern 1987, Bd. 

I [Art. 1-58], N 12 zu Art. 17; BGE 133 V 89 E.6.1.1).

Gemäss Art. 26 Abs. 1 AVIV ist der Versicherte insbesondere dazu 

verpflichtet, sich gezielt um Arbeit zu bemühen, was in der Regel in Form 

einer ordentlichen Bewerbung zu erfolgen hat. Befindet sich die 

versicherte Person noch in einem laufenden jedoch (bereits gekündigten) 

Anstellungsverhältnis, ergibt sich diese Pflicht zur Leistung von 

Arbeitsbemühungen bereits unmittelbar aus der in Art. 17 Abs. 1 AVIG 

verankerten Schadenminderungspflicht und nicht erst aufgrund von Art. 26 

AVIV (vgl. BGE 139 V 524 E.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_522/2018 

vom 25. Juni 2019 E.4.3.2). Hieraus ergibt sich, dass die Pflicht zum 

Verfassen von Stellenbewerbungen in einem unbefristeten 

Arbeitsverhältnis also bereits während der laufenden Kündigungsfrist und 

somit vor Anspruchstellung von Versicherungsleistungen besteht. Handelt 

es sich demgegenüber um ein befristetes Arbeitsverhältnis, so hat die 

versicherte Person mindestens während den drei letzten Monaten vor 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses genügende Arbeitsbemühungen zu 

leisten (vgl. Praxis über die Arbeitslosenentschädigung [AVIG-Praxis 

ALE], herausgegeben vom Staatssekretariat für Wirtschaft [SECO], Stand 

1. Januar 2024, Rz. B314). 

Massgebend für die Festlegung des zu berücksichtigenden Zeitraums, für 

den die erbrachten Arbeitsbemühungen zu prüfen sind, ist der Zeitpunkt, 

ab dem der Versicherte Kenntnis davon hat, dass er objektiv von 

Arbeitslosigkeit bedroht ist. Liegt dieser Zeitpunkt mehr als drei Monate 

vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung, so beschränkt sich 

die Überprüfung der geleisteten Arbeitsbemühungen auf die drei letzten 

Monate vor der Anmeldung des Taggeldbezugs (vgl. AVIG-Praxis ALE, 

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Rz. B314; vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

[VGU] S 23 6 vom 4. Juli 2023 E.4.2).

3.2. Bei den persönlichen Arbeitsbemühungen kommt es nicht nur auf die 

Quantität der Bemühungen an, sondern auch auf deren Qualität. Bei der 

Beurteilung der Frage, ob die Arbeitsbemühungen qualitativ und 

quantitativ genügend sind, steht der zuständigen Amtsstelle ein gewisser 

Ermessensspielraum zu. Dabei sind die gesamten Umstände des 

Einzelfalls heranzuziehen. Die Art und die erforderliche Anzahl von 

Bemühungen hängen u.a. vom Arbeitsmarkt und von den persönlichen 

Verhältnissen der versicherten Person, wie Alter, Bildung, geographische 

Mobilität und sprachliche Hindernisse usw. ab (vgl. zum Ganzen Urteile 

des Bundesgerichts 8C_708/2019 vom 10. Januar 2020 E.3.2, 

8C_737/2017 vom 8. Januar 2018 E.2.2, 8C_583/2009 vom 22. Dezember 

2009 E.5.1; Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVGE] C 258/2006 

vom 6. Februar 2007 E.2.2; VGU S 00 56 vom 10. April 2000 E.1; KUPFER 

BUCHER, in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich 2019, S. 221 Ziff. 2.3; AVIG-

Praxis ALE, Rz. B315 f.). Obschon das Bundesgericht bislang auf eine 

generelle Bezifferung der erforderlichen Anzahl der zu erbringenden 

Arbeitsbemühungen verzichtet hat, hat sich die bundesgerichtliche Praxis 

insoweit konkretisiert, als dass zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat 

grundsätzlich als ausreichend angesehen werden (vgl. dazu BGE 141 V 

365 E.4.1 mit Hinweis auf BGE 139 V 524 E.2.1.4; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_376/2021 vom 19. Januar 2022 E.4.3.3; KUPFER 

BUCHER, a.a.O., S. 222 Ziff. 2.3). Im Einklang mit dieser 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung geht das Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden in konstanter Praxis davon aus, dass monatlich rund 

zehn Arbeitsbemühungen nachzuweisen sind (vgl. VGU S 23 6 vom 4. Juli 

2023 E.5, S 22 20 vom 4. Juli 2022 E.6). Erreicht der Versicherte die 

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erforderliche Anzahl an Stellenbewerbungen nicht bzw. bemüht sich nicht 

genügend um zumutbare Arbeit, so ist er in der Anspruchsberechtigung 

auf Grundlage von Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG für eine bestimmte Dauer 

einstellen (vgl. BGE 141 V 365 E.2.1, BGE 139 V 524 E.2.1).

3.3. Vorliegend bringt der Beschwerdeführer vor, dass er aufgrund der 

zahlreichen aufeinanderfolgenden befristeten Arbeitsverhältnisse in den 

Diensten des B._____ auch bei seinem letzten befristeten 

Arbeitsverhältnis vom 1. Januar bis 31. Mai 2023 von einer erneuten 

Weiterführung ausgegangen sei.

Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er sich zuversichtlich 

darauf verlassen habe, dass sein Arbeitsvertrag verlängert oder durch ein 

unbefristetes Arbeitsverhältnis ersetzt würde und er daher 

unbestrittenermassen keine Arbeitsbemühungen in den Monaten März 

und April 2023 tätigte, verfängt nicht. Dies, zumal ihm nach eigenen 

Angaben bewusst war, dass er sich drei Monate vor dem letzten 

Arbeitstag, das heisst in casu ab dem 1. März 2023 um eine neue 

Arbeitsstelle hätte bemühen müssen (Beschwerde S. 2). Auch gibt es – 

ausser den bisherigen Verlängerungen – keinen aktenmässig erstellten 

Anlass für seine Annahme der Verlängerung bzw. der Umwandlung des 

Arbeitsverhältnisses. Nach Aktenlage erfolgten weder entsprechende 

Zusicherungen oder gar vertrauensbegründende Anzeichnen durch den 

bisherigen Arbeitgeber, welche den Beschwerdeführer zu einer solchen 

Annahme eines fortbestehenden Arbeitsverhältnisses berechtigt hätten. 

Worauf seine Zuversicht gründete, ist aus den Akten somit nicht 

ersichtlich. Dies umso weniger, als seitens der Abteilungsleitung Logistik 

im B._____ angeblich mehrmals kommuniziert worden sei, dass die 

besagte Abteilung Logistik nur gelernte Logistiker festanstellen könne 

(Beschwerde S. 2). Im Übrigen wies das B._____ auch in den befristeten 

Anstellungsverträgen für den Zeitraum 1. Dezember 2020 bis 30. 

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September 2022 darauf hin, dass der Vertrag jeweils aufgrund der 

Ausnahmesituation im Zusammenhang mit der Covid 19-Pandemie 

ausgestellt wurde (vgl. Bg-act. 10); für den Zeitraum 1. Oktober 2022 bis 

31. Mai 2023 fehlt dieser Hinweis, aber es wurde jeweils explizit 

festgehalten, dass das Anstellungsverhältnis für die befristete Zeit 

eingegangen worden sei und ohne weitere Mitteilung auf das 

Vertragsende auslaufe (vgl. Bg-act. 10). Die fehlende fachliche 

Qualifikation sowie der explizite Hinweis im befristeten Arbeitsvertrag 

hätten den Beschwerdeführer also umso mehr animieren müssen, sich ab 

März 2023 um eine neue Stelle zu bemühen. Entgegen dieser sich bereits 

abzeichnenden definitiven Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 

31. Mai 2023 nahm der Beschwerdeführer seine Arbeitsbemühungen 

unbestrittenermassen erst ab 1. Mai 2023 vor (Bg-act. 8) und leistete 

einzig in diesem Monat die erforderlichen zehn Arbeitsbemühungen. Für 

die vorangegangenen Monate März und April 2023 veranlasste er 

demgegenüber keine einzige Stellenbewerbung, womit die 

Arbeitsbemühungen rechtsprechungsgemäss und gemäss AVIG-Praxis 

ALE ungenügend waren. Er kam damit seinen Pflichten gemäss Art. 17 

und Art. 30 AVIG (Schadensminderungspflicht), die er sowohl in seiner 

Beschwerdeschrift vom 11. September 2023 als auch in der 

Wiedereingliederungsstrategie vom 9. November 2020 

unmissverständlich anerkannte (Bg-act. 13), nicht nach.

4. Es ist somit festzuhalten, dass die Einstellung des Beschwerdeführers in 

der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenversicherungstaggeld zu 

Recht erfolgt ist, da er in den drei letzten Monaten vor Ablauf seines 

befristeten Arbeitsverhältnisses – im Monat März und April 2023 – 

offenkundig ungenügende persönliche Arbeitsbemühungen erbrachte. Die 

Voraussetzungen für eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG liegen somit vor.

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5. Zu prüfen bleibt, ob die Einstellungsdauer von acht Tagen angemessen 

ist.

5.1. Die Einstellungsdauer bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens, 

welches sich die versicherte Person vorwerfen lassen muss (Art. 30 Abs. 3 

Satz 3 AVIG). Eine Einstellung des Arbeitslosenversicherungstaggelds 

liegt bei leichtem Verschulden zwischen 1 und 15 Tagen, bei 

mittelschwerem Verschulden zwischen 16 und 30 Tagen und bei 

schwerem Verschulden zwischen 31 und 60 Tagen (Art. 45 Abs. 3 AVIV). 

Da es sich hierbei um eine typische Ermessensfrage handelt, bei welcher 

der Verwaltung ein grosser Ermessensspielraum zusteht, ist dem 

Verwaltungsgericht bei der Beurteilung der Einstellungsdauer 

Zurückhaltung geboten. Im Gegensatz zur Kognition des Bundesgerichts 

ist diejenige des kantonalen Gerichts in diesem Zusammenhang nicht auf 

Rechtsverletzung beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf die 

Beurteilung der Angemessenheit der Verwaltungsverfügung. Das 

zuständige Sozialversicherungsgericht darf jedoch nicht ohne triftigen 

Grund seine eigene Beurteilung an die Stelle derjenigen der Verwaltung 

setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, die seine 

abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen 

(BGE 137 V 71 E.5.2, 126 V 75 E.6; Urteile des Bundesgerichts 

8C_712/2020 vom 21. Juli 2021 E.4.4, 8C_332/2019 vom 18. September 

2019 E.3.3, 8C_302/2019 vom 22. August 2019 E.3.3.2; VGU S 22 71 vom 

29. August 2023 E.5.1). Dabei ist auch den Bestrebungen der Verwaltung 

Rechnung zu tragen, die darauf abzielen, durch interne Weisungen, 

Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. eine rechtsgleiche Behandlung der 

Versicherten zu gewährleisten (Urteil des Bundesgerichts 8C_342/2017 

vom 28. August 2017 E.4.2). Das Einstellraster gemäss AVIG-Praxis ALE 

sieht drei bis vier Einstelltage vor, wenn der Versicherte erstmals 

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ungenügende Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode geleistet 

hat (vgl. AVIG-Praxis ALE, Rz. D79 1.C.1).

5.2. Die ungenügenden Arbeitsbemühungen im März und April 2023 stellen 

vorliegend ein leichtes Verschulden dar (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Die seitens 

des Beschwerdegegners angeordnete Einstelldauer von acht Tagen liegt 

zwar im gesetzlichen Rahmen (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG i.V.m. Art. 45 

Abs. 3 AVIV), verletzt jedoch die Vorgaben gemäss Einstellraster, wonach 

bei erstmaligen ungenügenden Arbeitsbemühungen während der 

Kontrollperiode eine Einstelldauer von drei bis vier Tagen vorgesehen ist. 

Vorliegend leistete der Beschwerdeführer innerhalb der dreimonatigen 

Kontrollperiode von März bis Mai 2023 erst im Mai 2023 zehn 

Arbeitsbemühungen (Bg-act. 8), was ungenügend und zu sanktionieren 

ist. Die Anordnung von acht Einstelltagen verstösst jedoch gegen die 

Vorgaben des Einstellrasters in der AVIG-Praxis ALE. Angemessen ist 

somit eine Sanktionierung mit vier Einstelltagen in der 

Anspruchsberechtigung. 

6. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als teilweise begründet. 

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. August 2023 ist 

aufzuheben und die Anzahl Einstelltage auf vier Tage festzulegen.

7.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen 

kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht 

das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitigkeiten vor, so 

kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, 

Gerichtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht statuiert und 

weder Mutwilligkeit noch Leichtsinn vorliegt, sind keine Kosten 

aufzuerlegen.

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7.2. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Ein Anspruch auf 

Parteientschädigung besteht auch dann, wenn die Beschwerde führende 

Person – wie vorliegend – bloss teilweise obsiegt (vgl. KIESER, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 61 Rz. 225 mit weiteren 

Hinweisen). Da der Beschwerdeführer jedoch nicht anwaltlich vertreten ist, 

steht ihm praxisgemäss kein Parteikostenersatz zu.

III. Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

des Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden vom 9. August 

2023 aufgehoben und die Anzahl Einstelltage auf vier Tage festgelegt. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]