# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 811ef426-dbbe-505c-8bd3-2f2a1f16654d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.08.2019 IV 2017/64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-64_2019-08-20.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/64

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.10.2019

Entscheiddatum: 20.08.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2019
Art. 7, 8 und 43 ATSG; Art. 28 IVG: Gutachten ist sorgfältig erstellt worden, 
jedoch überzeugt die Begründung für die Arbeitsfähigkeit aus 
polydisziplinärer Sicht nicht. Beschwerdegegnerin hat Rückfrage bei den 
Gutachtern unterlassen. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. 
Rückweisung zur Nachfrage bei den Gutachtern (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2019, IV 
2017/64).

Entscheid vom 20. August 2019

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2017/64

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 15. Oktober 2013 wegen 

Bandscheibenbeschwerden bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-

Stelle) zum Bezug von Leistungen der IV (Invalidenversicherung) an (IV-act. 1). Der 

gelernte Z.___ (vgl. IV-act. 1 S. 4) war zuletzt als Hilfsmitarbeiter bei der B.___ 

angestellt gewesen. Diese hatte das Arbeitsverhältnis per __ August 2013 wegen zu 

langer krankheitsbedingter Abwesenheit gekündigt (IV-act. 11; vgl. ferner IV-act. 1 

S. 4).

A.b Am __. Januar 2014 unterzog sich der Versicherte in der Klinik für Neurochirurgie 

des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) einer Laminektomie L5 sowie einer 

instrumentierten Spondylodese mit TLIF rechts (IV-act. 25). Am __. Februar 2014 wurde 

er aus der stationären Hospitalisation im KSSG in eine stationäre Rehabilitation der 

Kliniken Valens entlassen (IV-act. 26 S. 6 ff.), wobei diese Rehabilitation aus 

versicherungstechnischen Gründen bereits am __. Februar 2014 beendet werden 

musste (IV-act. 55 S. 27 ff.). In den Nachkontrollen in der Neurochirurgie des KSSG 

berichtete der Versicherte über deutliche Kreuzschmerzen ausstrahlend in beide Beine 

(IV-act. 55 S. 19 f., S. 23 f. und S. 25 f.). Am 11. September 2014 führte eine 

Eingliederungsberaterin der IV-Stelle ein Assessmentgespräch mit dem Versicherten 

durch (IV-act. 41). Am 14. September 2014 teilte der Versicherte der IV-Stelle per E-

Mail mit, dass er die seitens der Eingliederungsverantwortlichen vorgeschlagene 

Beschäftigung ablehne, da er sich gesundheitlich nicht in der Lage fühle, einen Job zu 

übernehmen (IV-act. 39, vgl. ferner IV-act. 41). In einer Stellungnahme vom 6. Oktober 

2014 schätzte der regionale ärztliche Dienst (RAD) gestützt auf die ihm vorgelegten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

medizinischen Unterlagen die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit seit Mitte August 2014 auf 100 % (IV-act. 40 

S. 2). In einer Mitteilung vom 22. Oktober 2014 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch des 

Versicherten auf berufliche Massnahmen ab, da sich dieser nicht in der Lage fühle, an 

Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 45). Mit einem Vorbescheid vom 13. 

November 2014 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die Ablehnung seines 

Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0 % an. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass er seit dem 18. Mai 2013 in 

seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter eingeschränkt sei. Eine adaptierte 

Tätigkeit sei ihm jedoch zu 100 % zumutbar (IV-act. 47).

A.c  Am Abend des __ 2014 suchte der Versicherte wegen exazerbierter Rücken- und 

Beinschmerzen die zentrale Notfallaufnahme des KSSG auf, worauf er stationär 

hospitalisiert wurde. Am __. Dezember 2014 wurde er in regelrechtem 

Allgemeinzustand und unauffälligem neurologischen Status mit der Empfehlung einer 

interdisziplinären Rehabilitation und einer ambulanten psychosomatischen Anbindung 

den Kliniken Valens zur stationären Rehabilitation zugewiesen (IV-act. 55 S. 11 ff.).

A.d Am 7. Dezember 2014 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er die 

Ablehnung seines Rentengesuchs nicht akzeptiere, da zurzeit medizinische 

Massnahmen ausstehend seien. Vom __ bis __. Dezember 2014 sei er aufgrund seines 

Rückenleides im KSSG hospitalisiert gewesen. Anschliessend sei er in eine 

voraussichtlich vierwöchige Rehabilitation der Kliniken Valens gebracht worden (IV-

act. 50; vgl. ferner IV-act. 72 und 73). Aufgrund eines Suizidversuchs mit Tabletten 

während des Rehabilitationsaufenthalts in den Kliniken Valens wurde der Versicherte 

am __. Dezember 2014 notfallmässig ins Spital C.___ verlegt (IV-act. 78 S. 23 und S. 8). 

Nach einer intensiv-medizinischen Behandlung wurde er am __. Dezember 2014 zur 

stationären Weiterbehandlung der Klinik D.___ zugewiesen (IV-act. 78 S. 7 ff.). Am __. 

Dezember 2014 erfolgte wegen einer atraumatischen Schmerzexazerbation eine 

notfallmässige Zuweisung des Versicherten ans Spital C.___, wo er bis zum __. 

Dezember 2014 hospitalisiert wurde (IV-act. 78 S. 26 ff. und S. 35 ff.). Die Klinik D.___ 

entliess den Versicherten am __. Januar 2015, da dieser unter Haldol eine deutliche 

Schmerzlinderung erfahren hatte und eine schnellstmögliche Entlassung wünschte, 

während eine Verlegung auf eine offene Station aufgrund der fehlenden Motivation und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des verminderten Antriebs nicht möglich war (IV-act. 78 S. 9 f.). Am 10. Februar 2015 

kam der RAD zum Schluss, dass an der bisherigen Beurteilung einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zunächst nicht festgehalten werden könne 

und dass weitere Abklärungen notwendig seien. Schon jetzt deuteten die Angaben in 

den ärztlichen Berichten darauf hin, dass sich der Schwerpunkt der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung des Versicherten in die Richtung einer psychischen Komorbidität 

verlagert habe (IV-act. 64 S. 2 f.). Nach der Einholung weiterer medizinischer 

Unterlagen, insbesondere der Austrittsberichte der Kliniken (IV-act. 65 ff.), zeigte die IV-

Stelle dem Versicherten am 15. April 2015 die Notwendigkeit einer polydisziplinären 

Abklärung an (IV-act. 81).

A.e  Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte von der SMAB AG im Zeitraum vom 

22. Juli 2015 bis 18. August 2015 polydsiziplinär (orthopädisch-traumatologisch, 

internistisch, neurologisch und psychiatrisch) begutachtet. In ihrem polydisziplinären 

Konsens vom 28. September 2015 (vgl. IV-act. 95 S. 21) nannten die Gutachter als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts mehr als links bei mittelgradiger bis 

fortgeschrittener Funktionseinschränkung bei einem Status nach einer lumbalen 

Spondylodese L4/5 vom __. Januar 2014, eine leichte depressive Episode sowie 

psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten 

Krankheiten (IV-act. 95 S. 20). Weiter hielten die Gutachter im polydisziplinären 

Konsens fest, dass sich die rezidivierende depressive Störung und die 

Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne der Diagnose psychologische Faktoren und 

Verhaltensfaktoren für andernorts klassifzierbare Krankheiten gegenseitig verstärkten. 

Die Depressivität verstärke das Schmerzerleben, umgekehrt verstärke das 

Schmerzerleben die Depressivität. Darüber hinaus lägen akzentuierte, zwanghafte 

Persönlichkeitszüge vor, welche die Arbeitsfähigkeit an sich nicht beeinträchtigten, 

jedoch hinsichtlich der Überwindung des Schmerzerlebens ressourcenhemmend seien. 

Fähigkeitsstörungen bestünden in den Bereichen Durchhaltevermögen, Flexibilität, 

Umstellungsfähigkeit sowie emotionale Belastbarkeit. Daraus resultiere eine 

psychiatrisch bedingte Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 30 %. Aus 

orthopädischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

aufgehoben, da das Anforderungsprofil das Leistungsvermögen des Versicherten 

übersteige. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit betrage 80 % (IV-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

act. 95 S. 21 und S. 25). Die verminderte Leistungsfähigkeit von 20 % sei auf die 

lumbalen Rückenschmerzen sowie auf eine Reduktion des Arbeitstempos und damit 

einhergehend der Produktivität zurückzuführen (IV-act. 95 S. 25; vgl.  ferner IV-act. 95 

S. 35). Aus neurologischer und internistischer Sicht bestünden keine Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 95 S. 21 f.). Im polydisziplinären Konsens 

kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit aufgehoben sei (IV-act. 95 S. 22 und S. 24). In einer leidensadaptierten 

Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit psychiatrisch auf ca. sechs Stunden pro Tag 

gemindert. Gleichzeitig bestehe dabei aus orthopädischen Gründen eine verminderte 

Leistungsfähigkeit von 20 %, was integral zu einer Arbeitsfähigkeit von 55 % führe (IV-

act. 95 S. 22 f. und S. 25). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe die Arbeitsunfähigkeit in 

der bisherigen Tätigkeit ab dem Zeitpunkt der Operation, also ab Januar 2014. In einer 

leidensadaptierten Tätigkeit sei ab Juli 2014 von einer Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 

55 % auszugehen. In der Zeit der stationären Aufenthalte von Dezember 2014 bis 

Januar 2015 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab April 2015 sei 

wiederum eine 55%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen (IV-act. 95 S. 23).

A.f Am 10. Dezember 2015 führte der RAD aus, dass das Gutachten der SMAB AG den 

versicherungsmedizinischen Kriterien auch nach den in der neuen Rechtsprechung 

gesetzten medizinischen Massstäben genüge. Die Gutachter gingen von keinen groben 

oder auffälligen Inkonsistenzen aus. Vorhandene Widersprüche hätten die Gutachter 

implizit gewürdigt und hierzu auf Seite 19 des Gutachtens Stellung genommen (IV-

act. 96).

A.g Mit einem Vorbescheid vom 11. Februar 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Ablehnung seines Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 27 % in Aussicht. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sie nach dem Einwand des 

Versicherten vom 9. Dezember 2014 eine Begutachtung bei der SMAB AG in Auftrag 

gegeben habe. Die in den Teilgutachten enthaltenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

(Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20 % bzw. 30 %) seien aus rechtlicher Sicht 

nachvollziehbar. Nicht plausibel sei hingegen, dass aus gesamtgutachterlicher Sicht 

eine 45%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit resultieren solle. Eine 

über das Ausmass von 30 % hinausgehende Einschränkung sei angesichts der 

erhobenen Befunde ohne ausgeprägten Schweregrad nicht nachvollziehbar, zumal 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beim Zusammentreffen von somatischen mit psychischen Ursachen bei der 

Gesamtbeurteilung der Arbeitsunfähigkeit in aller Regel von der höheren 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Demnach sei gesamthaft höchstens eine 30%ige 

Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgewiesen. In dieser Konstellation 

könne vom Gutachten abgewichen werden, ohne dass es seinen Beweiswert verliere 

(IV-act. 103).

A.h Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 7. April 2016 einwenden, dass 

sich sein Gesundheitszustand seit dem Begutachtungszeitpunkt verschlechtert habe. 

Insbesondere seien Probleme mit dem rechten Arm hinzugekommen, weshalb er seit 

rund drei Monaten bei Dr. med. E.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, 

Manuelle Medizin, in Behandlung sei. Im Übrigen sei die im Gutachten der SMAB AG 

attestierte Restarbeitsfähigkeit von 55 % sehr wohl nachvollziehbar. Die im 

psychiatrischen und orthopädischen Fachgebiet festgehaltenen Einschränkungen seien 

nicht einfach addiert worden. Vielmehr gehe das psychiatrische Gutachten von einer 

quantitativen Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 30 % aus. Für die restlichen 70 % 

bestehe in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus orthopädischer Sicht eine qualitative 

Verminderung um 20 % (Einschränkung des Arbeitstempos und der Produktivität). Der 

RAD habe festgehalten, dass das Gutachten den versicherungsmedizinischen Kriterien 

und den in der neuen Rechtsprechung gesetzten medizinischen Massstäben genüge. 

Ein Abweichen vom Gutachten würde zumindest eine klärende Nachfrage bei den 

Gutachtern erfordern (IV-act. 109).

A.i Zu den von Dr. E.___ eingereichten Berichten vom 1. Juni und 5. September 2016 

(vgl. IV-act. 111 und 116) nahm der RAD am 23. September 2016 Stellung. Er kam zum 

Schluss, dass die Angaben von Dr. E.___ keine relevante Verschlechterung des im 

Begutachtungszeitpunkt erhobenen Gesundheitszustandes zu plausibilisieren 

vermöchten. Der RAD bleibe daher dabei, dass die Schlussfolgerungen im Gutachten 

weiterhin uneingeschränkt Gültigkeit hätten (IV-act. 118). Im Rahmen einer zweiten 

Anhörung (vgl. IV-act. 120 ff.) liess der Versicherte am 1. Dezember 2016 anführen, 

dass die ergänzenden Abklärungen keine relevante Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes gegenüber demjenigen zum Begutachtungszeitpunkt hätten 

belegen können. Zum Gutachten und zum Einkommensvergleich habe er bereits am 7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

April 2016 Stellung genommen. Warum die IV-Stelle ohne weitere Begründung am 

bisherigen Entscheid festhalte, sei nicht nachvollziehbar (IV-act. 123).

A.j Am 10. Januar 2017 verfügte die IV-Stelle mit einer im Wesentlichen gleichen 

Begründung wie im Vorbescheid die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem 

Invaliditätsgrad von 27 %. Zum Einwand des Versicherten führte die IV-Stelle aus, dass 

sie ergänzende Abklärungen vorgenommen, insbesondere einen Verlaufsbericht bei Dr. 

E.___ eingeholt habe. Nach der Einschätzung des RAD änderten die Angaben von Dr. 

E.___ nichts an der bisherigen medizinischen Einschätzung, eine relevante 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegenüber dem Begutachtungszeitpunkt 

könne nicht plausibel nachvollzogen werden. Folglich bleibe es bei der bisherigen 

Einschätzung, wonach aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht höchstens eine 

30%ige Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgewiesen sei. Selbst bei der 

Vornahme eines Tabellenlohnabzugs von 10 % resultiere kein rentenrelevanter IV-Grad 

(IV-act. 124). 

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung erhob der anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 8. Februar 2017 Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung der 

IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 10. Januar 2017 sei aufzuheben und 

ihm sei eine Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht stellte der Beschwerdeführer 

ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur 

Begründung führte er im Wesentlichen an, die im Gutachten der SMAB AG aus 

gesamtgutachterlicher Sicht auf 55 % geschätzte Restarbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit sei entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 

nachvollziehbar. Auch der RAD habe in seiner Stellungnahme vom 10. Dezember 2015 

festgehalten, dass das Gutachten den versicherungsmedizinischen Kriterien genüge. 

Ein Abweichen vom Gutachten würde zumindest eine klärende Nachfrage bei den 

Gutachtern voraussetzen. Überdies sei der von der Beschwerdegegnerin auf 10 % 

festgesetzte Tabellenlohnabzug von 10 % auf 15 % zu erhöhen (act. G 1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. April 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, mit 

dem polydisziplinären Gutachten der SMAB AG liege unbestrittenermassen ein lege 

artis abgefasstes, beweiskräftiges Gutachten vor, welches die von der Rechtsprechung 

an ein Gutachten gestellten Anforderungen erfülle. Der polydisziplinären 

Gesamtbeurteilung der Gutachter sei zu entnehmen, dass aufgrund einer 30%igen 

Leistungsminderung aus psychiatrischer Sicht und einer verminderten 

Leistungsfähigkeit aus orthopädischer Sicht von 20 % gesamthaft eine zumutbare 

Restarbeitsfähigkeit von 55 % bestehe. Gemäss der Rechtsprechung sei ein Arzt zwar 

für die Beschreibung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person und für das 

Stellen der Diagnosen zuständig, deren juristische Bewertung und insbesondere die 

Feststellung der rechtlich noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit sei jedoch nicht die 

Aufgabe eines Arztes, sondern des Rechtsanwenders. Aus rechtlicher Sicht könne von 

einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne 

dass diese ihren Beweiswert verliere. Psychische Störungen würden nach der 

Rechtsprechung grundsätzlich nur dann als invalidisierend gelten, wenn sie schwer und 

therapeutisch nicht mehr angehbar seien. Bei leichten bis mittelschweren Störungen 

aus dem depressiven Formenkreis, seien sie in ihrem Auftreten rezidivierend oder 

episodisch, werde aufgrund ihrer regelmässig guten Therapierbarkeit praxisgemäss 

angenommen, dass sie keine invalidenversicherungsrelevante Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bewirkten. Mangels ausgewiesener Therapieresistenz sei der 

gutachterlich diagnostizierten leichten depressiven Episode keine invalidisierende 

Wirkung beizumessen. Bei den beim Beschwerdeführer diagnostizierten 

psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten 

Krankheiten handle es sich um eine Verhaltensauffälligkeit, nicht jedoch um ein 

psychisches Leiden mit Krankheitswert. Folglich liege beim Beschwerdeführer kein 

invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vor, weshalb einzig die im 

Gutachten festgestellte somatisch-orthopädisch bedingte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit relevant sei. Aus der Gegenüberstellung von Validen- und 

Invalideneinkommen resultiere unter Berücksichtigung der 20%igen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht und einer Einkommensparallelisierung ein 

Invaliditätsgrad von rund 16 %, weshalb die angefochtene Verfügung nicht zu 

beanstanden sei. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht vorzunehmen (act. G 4).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.c  Am 5. April 2017 hiess die verfahrensleitende Richterin das Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht gut (act. G 5).

B.d In seiner Replik vom 8. Mai 2017 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass im 

SMAB-Gutachten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden 

seien. Entgegen der von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 

vertretenen Ansicht sei die im Gutachten festgehaltene Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bei der Gesamtbeurteilung der 

Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen (act. G 7).

B.e  Am 12. Mai 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung einer 

Duplik und hielt an dem in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich 

fest (act. G 9).

Erwägungen

1.  

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente.

2.  

2.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Im 

Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen einer Person noch zugemutet werden können (BGE 

115 V 134 E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

3.  

3.1 Beide Parteien sind sich grundsätzlich darin einig, dass dem SMAB-Gutachten vom 

30. September 2015 Beweiswert zukomme (vgl. act. G 4 S. 4 und act. G 1 S. 5 ff.). Die 

Beschwerdegegnerin stützt sich für die Abweisung des Rentenbegehrens denn auch in 

erster Linie auf dieses Gutachten (vgl. act. G 1.1). Aus vermeintlichen rechtlichen 

Überlegungen stellt sie jedoch nicht auf die gesamtgutachterliche Schätzung der 

Arbeitsfähigkeit ab (act. G 1.1 und 4).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2 Die von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort angeführte 

Rechtsprechung hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen Bedeutung von 

leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen (vgl. act. G 4 S. 5) ist vom 

Bundesgericht in BGE 143 V 409 aufgegeben worden. Das Bundesgericht hat in 

diesem Urteil darauf hingewiesen, dass die Frage, ob bei Erkrankungen aus dem 

depressiven Formenkreis eine invalidenversicherungsrechtliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit resultiere, ebenso wenig wie bei somatoformen Störungen allein mit 

Bezug auf das Kriterium der Behandelbarkeit beantwortet werden könne (vgl. BGE 143 

V 414 E. 4.4). Vielmehr sei auch bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen, 

wie bei jeder anderen geltend gemachten gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit, 

im Einzelfall danach zu fragen, ob und wie sich die Krankheit invaliditätsbedingt 

auswirke. Auch Leiden aus dem depressiven Formenkreis seien grundsätzlich einem 

strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. BGE 143 V 

416 E. 4.5.2). Auch kann der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden, wenn sie 

geltend macht, die Diagnose "psychische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei 

andernorts klassifizierten Krankheiten" falle nicht unter die Schmerzrechtsprechung 

und sei für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von vornherein irrelevant (vgl. act. G 4 

S. 5). Gemäss der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind nicht nur die 

somatoformen Schmerzstörungen, sondern grundsätzlich sämtliche psychischen 

Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren zu unterziehen (BGE 143 V 429 

E. 7.2). Sodann steht das strukturierte Beweisverfahren einer Aufteilung von Einbussen 

auf einzelne Leiden entgegen, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in 

Berücksichtigung der Wechselwirkungen basiert. Auch wenn eine einzelne Diagnose 

für sich allein betrachtet keine Invalidität bewirkt, kann sie zusammen mit anderen 

Befunden die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall gleichwohl erheblich beeinträchtigen. Eine 

Störung kann unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame 

Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihr im konkreten Fall ressourcenhemmende 

Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 430 E. 8.1). Nach dem Gesagten ist gesamthaft 

zu prüfen, ob die Gutachter unter Berücksichtigung der massgebenden 

Standardindikatoren zu einer überzeugenden Schätzung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers gelangt sind.

3.3 Die Gutachter haben den Beschwerdeführer eingehend untersucht und befragt, sie 

haben die geklagten Beschwerden berücksichtigt und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass 

objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung haben die Gutachter unter Bezugnahme auf die 

massgebenden Standardindikatoren begründet (vgl. IV-act. 95). Der psychiatrische 

Gutachter hat auch die Wechselwirkungen zwischen den psychiatrischen Diagnosen 

und ihre ressourcenhemmende Wirkung aufgezeigt (vgl. insbesondere IV-act. 95 

S. 62 f.; vgl. ferner IV-act. 95 S. 59 ff.). Das Gutachten erscheint sorgfältig erstellt und 

die in den Teilgutachten enthaltenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind für sich 

nachvollziehbar. Auch die Parteien sind sich darin einig, dass auf die in den 

Teilgutachten enthaltenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen grundsätzlich abgestellt 

werden kann (vgl. act. G 4 S. 4 und act. G 1 S. 5 ff.).

3.4 Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin allerdings darauf hingewiesen, dass in einer 

Vielzahl ähnlich gelagerter Fälle beim Zusammentreffen von somatischen und 

psychischen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus gesamtgutachterlicher Sicht auf 

die höchste Arbeitsfähigkeit abgestellt wird, ohne dass die unterschiedlichen 

Arbeitsunfähigkeitsgrade addiert werden (vgl. act. G 1.1 S. 1 f.). Folglich stellt sich die 

Frage, warum im vorliegenden SMAB-Gutachten eine Addition der in den einzelnen 

Fachrichtungen attestierten Arbeitsunfähigkeiten erfolgt ist. Die Gutachter erläutern 

zwar kurz, warum die in den Einzelgutachten attestierten Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit von 20 % und 30 % bei der polydisziplinären 

Arbeitsfähigkeitsschätzung kumulativ berücksichtigt worden sind. Sie gehen nämlich 

davon aus, dass die psychischen Leiden die Arbeitsfähigkeit zeitlich auf ca. sechs 

Stunden pro Tag beschränken, während die lumbalen Rückenschmerzen zu einer 

Reduktion des Arbeitstempos und damit einhergehend der Produktivität führen, 

weshalb zusätzlich zur zeitlichen Einschränkung auch eine um 20 % verminderte 

Leistungsfähigkeit bestehe (vgl. IV-act. 95 S. 25). Gleichwohl wird das Zusammenspiel 

zwischen den psychischen und den orthopädischen Einschränkungen im 

polydisziplinären Konsens nicht ausreichend dargelegt. Aus orthopädischer Sicht wird 

das reduzierte Arbeitstempo in erster Linie mit dem Schmerzempfinden des 

Beschwerdeführers begründet (vgl. IV-act. 95 S. 35). Der psychiatrische Gutachter 

begründet die reduzierte Arbeitsfähigkeit ebenfalls mit den Schmerzen, einem 

reduzierten Durchhaltevermögen und einer reduzierten emotionalen Belastbarkeit 

(vgl. IV-act. 95 S. 63). Aufgrund der sowohl für die psychiatrische als auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

orthopädische Arbeitsfähigkeitsschätzung relevanten Schmerzproblematik müsste der 

polydisziplinäre Konsens aufzeigen, inwiefern die Schmerzen eine doppelte 

Berücksichtigung im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsschätzung aus 

gesamtgutachterlicher Sicht rechtfertigen bzw. warum die aus orthopädischer Sicht 

beschriebene Verringerung im Arbeitstempo mit der damit einhergehenden 

Leistungsverminderung nicht bereits durch die aus psychischen Gründen notwendige 

Reduktion des Arbeitspensums abgegolten ist. Dabei ist wesentlich, inwiefern sich der 

Beschwerdeführer in der aus psychiatrischer Sicht notwendigen Freizeit gleichzeitig 

hinsichtlich der orthopädischen Leiden erholen kann, und ob sich durch eine 

Erholungsphase die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung auf das 

Arbeitstempo verringern können. Mit anderen Worten geht aus dem Gutachten nicht 

hervor, inwiefern sich die psychiatrisch attestierte reduzierte Belastbarkeit von der 

orthopädischen unterscheidet und inwiefern sich ein aus psychiatrischen Gründen 

reduziertes Arbeitspensum aus orthopädischer Sicht positiv auf das Arbeitstempo 

auswirkt. Der Beschwerdegegnerin ist somit zuzustimmen, dass die im 

polydisziplinären Konsens attestierte Arbeitsunfähigkeit von 45 % nicht nachvollziehbar 

ist. Dies führt allerdings nicht dazu, dass sie ihre eigene - aus medizinischer Sicht 

laienhafte - Arbeitsfähigkeitsschätzung an die Stelle derjenigen der Gutachter setzen 

kann (vgl. act. G 1.1 S. 1 f.). Vielmehr wäre sie, wie der Beschwerdeführer zu Recht 

vorbringt (vgl. act. G 1 S. 6), gehalten gewesen, bei den Gutachtern entsprechend 

nachzufragen. Indem die Beschwerdegegnerin ein medizinisches Gutachten in Auftrag 

gegeben hat, hat sie nämlich zum Ausdruck gebracht, dass sie auf den Sachverstand 

unabhängiger medizinischer Fachleute angewiesen ist. Da sie Zweifel an der im 

Gutachten enthaltenen Arbeitsfähigkeitsschätzung gehegt hat, wäre sie im Rahmen der 

sie treffenden Untersuchungspflicht gehalten gewesen, weitere Abklärungen 

vorzunehmen. Dies hat sie in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 

ATSG) unterlassen, weshalb die angefochtene Verfügung als rechtswidrig aufzuheben 

ist. Da es nicht die Sache des Versicherungsgerichtes sein kann, die ureigenste 

Aufgabe der Beschwerdegegnerin - die Sachverhaltsabklärung - zu übernehmen, ist 

die Sache zur weiteren Abklärung, insbesondere für eine Nachfrage bei den 

Gutachtern, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. Februar 2018, 8C_580/2017, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Je 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nach Rückmeldung der Gutachter drängen sich gegebenenfalls weitere Abklärungen 

auf.

4.  

4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur 

anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des 

Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu betrachten ist. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt 

das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend 

anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30  HonO) pauschal 

Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden, durchschnittlich aufwändigen 

Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen. 

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit Fr. 3'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

bis

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2019
	Art. 7, 8 und 43 ATSG; Art. 28 IVG: Gutachten ist sorgfältig erstellt worden, jedoch überzeugt die Begründung für die Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht nicht. Beschwerdegegnerin hat Rückfrage bei den Gutachtern unterlassen. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Rückweisung zur Nachfrage bei den Gutachtern (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2019, IV 2017/64).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T04:47:34+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen