# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50cfcfab-dee7-5d70-af52-d12937baf0a0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.01.2023 200 2022 581
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-581_2023-01-04.pdf

## Full Text

200 22 581 ALV
LOU/BRO/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 4. Januar 2023

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 8. September 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Jan. 2023, ALV/22/581, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1977 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 22. Juli 2022 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 
(RAV) zur Arbeitsvermittlung an (Akten des Amts für Arbeitslosenversiche-
rung des Kantons Bern [AVA bzw. Beschwerdegegner], Antwortbeilage 
[AB] 73 f.) und stellte am 5. August 2022 einen Antrag auf Arbeitslosenent-
schädigung ab 1. August 2022 (AB 101 ff.), nachdem sie mit Schreiben 
vom 28. April 2022 (AB 107) ihr Arbeitsverhältnis bei der B.________ AG 
gekündigt hatte. Nach vorgängiger Möglichkeit zur Stellungnahme (AB 70, 
92) stellte die Arbeitslosenkasse die Versicherte mit Verfügung vom 
23. August 2022 (AB 59 ff.) wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 
dem 1. August 2022 für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechti-
gung ein. Eine dagegen erhobene Einsprache (AB 42 ff.) wies das AVA mit 
Entscheid vom 8. September 2022 (AB 29 ff.) ab. 

B. 

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 25. September 2022 
Beschwerde. Sie beantragt, in Aufhebung des Einspracheentscheides vom 
8. September 2022 sei von der Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
abzusehen, eventualiter sei die auferlegte Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung zu reduzieren. 

In der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2022 beantragt der Beschwer-
degegner die Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Jan. 2023, ALV/22/581, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 8. Septem-
ber 2022 (AB 29 ff.). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner 
die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosig-
keit im Umfang von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. 

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von 31 Tagen und einem 
Taggeld von Fr. 238.70 (AB 53) unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die Beurteilung 
der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Der Tatbestand der selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit er-
fasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die eine Verletzung der 
Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten (ARV 2014 S. 147 E. 3.1). 
Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne 
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV).

2.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der ver-
sicherten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zu-
mutbar gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV 
Nr. 105 S. 323 E. 1). Dass die Art der Beschäftigung oder das Betriebskli-
ma den Wünschen der versicherten Person nicht entsprochen haben, 
genügt zur Annahme der Unzumutbarkeit nicht (ARV 1986 S. 95 E. 2). 
Auch ein gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeitern des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein keine Un-
zumutbarkeit (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 239; ARV 1986 S. 92 E. 2b; Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2). 
Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges 
ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) 
belegt sein, wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger beurteilt wird 
als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b 
bb S. 238; ARV 2009 S. 265 E. 2.2; BGer 8C_66/2017, E. 2 und E. 4.3).

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3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, dass die Beschwer-
deführerin mit Schreiben vom 28. April 2022 (AB 107) das seit 2017 beste-
hende Arbeitsverhältnis mit der B.________ AG (AB 109 f.) – ohne Zusi-
cherung einer neuen Stelle – kündigte. Es liegen gestützt auf die Akten 
keine Hinweise vor, dass sie gezwungen gewesen wäre, von sich aus zu 
kündigen; entsprechendes wird denn auch nicht geltend gemacht. Damit 
begründet die Kündigung grundsätzlich eine selbstverschuldete Arbeitslo-
sigkeit nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV (vgl. E. 2.1 hiervor). Zu prüfen bleibt 
die Frage der Zumutbarkeit des Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz 
(vgl. E. 2.2 hiervor).

3.2 Als Grund der Kündigung gab die Beschwerdeführerin in der An-
meldung zur Arbeitsvermittlung vom 22. Juli 2022 gesundheitliche Überbe-
lastung nach 21 Jahren als … (AB 73 unten) und im Antrag auf Arbeitslo-
senentschädigung vom 5. August 2022 gesundheitliche Gründe (Überbe-
lastung) und Neuorientierung an (AB 102 Ziff. 20). In ihrer Stellungnahme 
vom 5. August 2022 (AB 92) erläuterte sie im Wesentlichen, im Jahr 2010 
habe sie bereits beim vorherigen Arbeitgeber eine Erschöpfungsdepression 
(Burnout) erlitten. Seit einer gewissen Zeit bemerke sie wieder Anzeichen 
einer erneuten Erschöpfungsdepression. Dies habe sich mit Schlafstörun-
gen, Panikattacken, Gereiztheit und weiteren körperlichen Anzeichen ge-
zeigt. Sie habe realisiert, dass bei einer Weiterbeschäftigung als … sich ihr 
Gesundheitszustand bis hin zu einer erneuten vollständigen Erschöpfung 
verschlechtern könnte. Dies habe sie vermeiden wollen, weshalb sie die für 
sie belastende Arbeit und die für sie nicht mehr tragbare Stelle per Ende 
Juli 2022 gekündigt habe. Zudem fügte sie in ihrer Stellungnahme vom 
11. August 2022 (AB 70) an, die Kündigung sei eine kurzentschlossene 
Aktion gewesen, da sie einfach nicht mehr gekonnt habe. Es seien wieder 
neue Ereignisse in der Firma geschehen, die sie gesundheitlich sehr beein-
flusst hätten. Daher habe sie die Kündigung vorgängig nicht mit ihrer Ärztin 
besprechen können. Da diese die gesundheitlichen Probleme jedoch schon 
seit längerem kenne, hätte sie sicherlich zu diesem Schritt geraten, was 
auch aus dem Arztzeugnis (vgl. AB 71 f.) ersichtlich sei. Nach der Kündi-
gung habe sie einen Termin bei der Ärztin vereinbart, welcher am 3. Juni 

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2022 habe stattfinden können. In ihrer Einsprache vom 24. August 2022 
(AB 42 ff.) fügte sie in Bezug auf den Grund ihrer Kündigung ergänzend an, 
sie sei eine Perfektionistin und immer darauf bedacht, ihre Arbeit so auszu-
führen. Dadurch leiste sie stets mehr als nötig, um auch die entsprechende 
Anerkennung zu erhalten. Bereits viele Monate vor der Kündigung sei sie 
total ausgelaugt gewesen und habe nicht mehr schlafen können, mehrere 
Panikattacken erlitten und sich nur noch sehr mühselig zur Arbeit ge-
schleppt. Eine Krankschreibung sei für sie nicht in Frage gekommen, da sie 
ihren Stolz und das Gesicht gegenüber der Geschäftsleitung der Arbeitge-
berin habe wahren wollen. Also habe sie weitergemacht, bis sie nicht mehr 
gekonnt habe. Sie habe bereits vor der Kündigung versucht, eine neue 
Stelle zu finden, was ihr jedoch nicht gelungen sei. Heute sei ihr klar, wes-
halb dies nicht geklappt habe. Sie sei total ausgelaugt gewesen und habe 
dafür keine Energie mehr übriggehabt. Die Kündigung sei dringend nötig 
gewesen, um nicht einen totalen Zusammenbruch zu erleiden und für meh-
rere Monate krankgeschrieben zu werden, was sie in der Vergangenheit 
bereits erlebt habe. Sie habe die Kündigung um ihrer selbst willen einge-
reicht, was sie schlussendlich sicher gerettet habe respektive aus der im-
mer schlimmer werdenden Situation befreit habe. Dem eingereichten Arzt-
zeugnis könne ebenfalls entnommen werden, dass auch die Hausärztin der 
Ansicht gewesen sei, dass eine Weiterführung der Arbeit bei der 
B.________ AG eine Zumutung gewesen wäre. Sie sei keine ständige 
Arztgängerin, weshalb sie erst nach der Kündigung wieder bei ihr vorstellig 
geworden sei. Auch hier stehe ihr ihre Perfektion oft im Wege und sie gehe 
erst zum Arzt, wenn es eigentlich schon zu spät sei. In ihrer Beschwerde 
wiederholte die Beschwerdeführerin, ihr sei der Verbleib an der letzten Ar-
beitsstelle nicht mehr zumutbar gewesen, weshalb sie sich zur Kündigung 
entschieden habe. Der Verbleib an der letzten Arbeitsstelle wäre selbst 
nach einer längeren Krankschreibung keine Option gewesen. Ihr sei be-
wusst geworden, dass das Arbeiten als … längerfristig auch bei einem 
neuen Arbeitgeber nicht mehr tragbar gewesen wäre. Die sehr hohe Fluk-
tuation in diesem Bereich zeige die Komplexität auf. Ihr sei nun auch psy-
chologische und medikamentöse Hilfe verschrieben worden, da ihre Er-
schöpfung noch immer prägend vorhanden sei. Die psychologische Hilfe 
werde sie umgehend in Anspruch nehmen, sobald sie einen entsprechen-
den Platz bei einem Psychologen erhalte. Ihre Hausärztin kenne sie schon 

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länger und könne ihren Zustand gut einschätzen. Die Hausärztin hätte sie 
bei der Kündigung der letzten Arbeitsstelle bestimmt unterstützt. 

3.3 Nur triftige Gründe berechtigen zur Annahme, einer versicherten 
Person sei die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses – bis zum Finden einer 
neuen Stelle – nicht mehr zumutbar gewesen. Für die Annahme der Unzu-
mutbarkeit ist insbesondere nicht das subjektive Empfinden der betroffenen 
Person, sondern ein objektiver Massstab massgeben. Wie bereits in E. 2.2 
hiervor dargelegt, muss die Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen 
nach ständiger Rechtsprechung durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis 
(oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein, wobei die 
Zumutbarkeit beim Verbleiben strenger beurteilt wird als bei einer neuen 
Stelle. 

3.3.1 Im Arztzeugnis betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus 
gesundheitlichen Gründen vom 10. August 2022 (AB 71 f.) erläuterte die 
Hausärztin der Beschwerdeführerin, die Patientin habe über Schlafstörun-
gen, Erschöpfung sowie Niedergeschlagenheit berichtet. Am 3. Juni 2022 
habe die Patientin sie erstmals konsultiert (AB 71 Ziff. 2). Der Patientin sei 
es aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen, am bisherigen 
Arbeitsplatz zu verbleiben (AB 72 Ziff. 3). Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht 
attestiert worden (AB 72 Ziff. 4). Nach einer Erholungsphase könne die 
Patientin wieder alle Tätigkeiten ausüben (AB 72 Ziff. 5). 

Im Zeugnis vom 19. September 2022 (Beschwerdebeilage [BB] 8) bestätig-
te die Hausärztin sodann, dass es der Beschwerdeführerin gesundheitlich 
nicht gut gehe. Die gesundheitlichen Beschwerden seien zum grossen Teil 
auf ihre frühere Arbeitsstelle als … zurückzuführen. Die Beschwerden 
bestünden schon seit mehreren Jahren, hätten aber dieses Jahr deutlich an 
Intensität zugenommen.

3.3.2 Aus den hiervor dargelegten medizinischen Akten erhellt, dass für 
den hier relevanten Zeitpunkt der Kündigung Ende April 2022 (AB 107) kein 
echtzeitliches ärztliches Attest vorliegt und die Beschwerdeführerin denn 
auch nicht in ärztlicher Behandlung war. Gemäss eigener Aussage der Be-
schwerdeführerin zeichnete sich eine Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes bereits viele Monate vor der Kündigung ab (AB 43 oben). Bei 

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dieser Gegebenheit ist nicht nachvollziehbar, weshalb sich die Beschwer-
deführerin – die gemäss eigener Aussage bereits im Jahr 2010 eine Er-
schöpfungsdepression erlitten hatte (AB 92) – keine ärztliche Unterstützung 
holte. Dies ist ihr denn auch vorzuwerfen, woran nichts ändert, dass sie ihr 
Gesicht vor der männlichen Geschäftsführung nicht habe verlieren wollen 
(Beschwerde S. 1). Unter diesen Umständen erfolgte die Kündigung offen-
sichtlich nicht auf ärztliche Empfehlung hin, sondern weil die Beschwerde-
führerin sich subjektiv nicht mehr in der Lage fühlte, ihrer Arbeit länger 
nachzugehen bzw. mit der Arbeitsaufgabe verhindern wollte, dass sich ihr 
gesundheitlicher Zustand weiter verschlechtert. Dies wird auch dadurch 
bestätigt, dass die Beschwerdeführerin selber festhielt, die Kündigung sei 
eine kurzentschlossene Aktion gewesen, da sie – nach einem (nicht spezi-
fizierten) Vorfall – einfach nicht mehr gekonnt habe (AB 70).

Selbst unmittelbar nach der Kündigung holte sich die Beschwerdeführerin 
keine ärztliche Unterstützung. Erst rund ein Monat später fand eine ärztli-
che Konsultation bei der Hausärztin statt (AB 71 Ziff. 2). Auf Nachfrage des 
Beschwerdegegners hin führte die Hausärztin im Arztzeugnis vom 10. Au-
gust 2022 (AB 71 f.) aus, der Beschwerdeführerin sei es aus gesundheitli-
chen Gründen nicht zumutbar gewesen, am bisherigen Arbeitsplatz zu ver-
bleiben (AB 72 Ziff. 3). Die Hausärztin stellte dabei offenkundig auf die sub-
jektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab, wonach diese an 
Schlafstörungen, Erschöpfung sowie Niedergeschlagenheit leide (AB 71 
Ziff. 2), ohne dies mit objektiven Befunden nachvollziehbar zu untermauern. 
Im Übrigen steht die Angabe, wonach die bisherige Arbeit nicht mehr zu-
mutbar gewesen sei, in einem gewissen Spannungsverhältnis zu der Tat-
sache, dass aus ärztlicher Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde 
(AB 72 Ziff. 4) und die Beschwerdeführerin gemäss Angabe der ehemali-
gen Arbeitgeberin in den letzten 12 Monaten vor der Kündigung aus ge-
sundheitlichen Gründen nie arbeitsabwesend gewesen sei (AB 106 Ziff. 
18). Ausserdem bestätigte die Hausärztin selber, dass der Beschwerdefüh-
rerin nach einer Erholungsphase wieder sämtliche Tätigkeiten – und dem-
nach auch die bisherige Arbeit – zumutbar seien (AB 72 Ziff. 5). Sodann 
wird auch im zweiten Bericht der Hausärztin vom 19. September 2022 (BB 
8) nicht dargelegt, weshalb der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit 
nicht mehr zumutbar sei. Vielmehr wird einzig erläutert, dass es der Be-

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schwerdeführerin gesundheitlich nicht gut gehe, die gesundheitlichen Be-
schwerden zum grossen Teil auf ihre frühere Arbeitsstelle als … zurückzu-
führen seien und die Beschwerden bereits seit mehreren Jahren bestün-
den, wobei diese in diesem Jahr an Intensität zugenommen hätten. 

Insgesamt ergibt sich aus den ärztlichen Berichten eine gewisse gesund-
heitliche Beeinträchtigung in Zusammenhang mit der bisherigen Tätigkeit 
als …. Indessen wird weder das Ausmass der Beeinträchtigungen noch 
deren genaue Beginn oder deren Dauer festgehalten, sondern bleibt die 
Beurteilung unbestimmt und in Teilen widersprüchlich. Insofern sind sie 
nicht geeignet, die Unzumutbarkeit des Verbleibes an der Arbeitsstelle me-
dizinisch zu begründen. Andere Unterlagen, welche die Kündigung recht-
fertigen könnten, werden nicht vorgelegt und aus den Akten ergeben sich 
auch keine Hinweise auf solche. 

3.4 Zusammenfassend ist nicht belegt, dass es der Beschwerdeführerin 
nicht zumutbar gewesen wäre, bis zum Finden einer neuen Stelle in ihrer 
Anstellung bei der B.________ AG zu verbleiben. Die Verhältnisse am Ar-
beitsplatz mögen zwar subjektiv belastend gewesen sein; dies rechtfertigt 
jedoch unter Berücksichtigung der strengen bundesgerichtlichen Recht-
sprechung (vgl. E. 2.2 hiervor) keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses 
ohne das vorgängige Finden einer neuen Stelle. Die Kündigung ohne eine 
neue Stelle vertraglich zugesichert zu haben, gereicht der Beschwerdefüh-
rerin nach dem Dargelegten zum Verschulden, so dass die Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit 
gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV grundsätzlich zu Recht erfolgt ist.

4.

Zu prüfen bleibt, ob die Dauer der Einstellung dem Verschulden der Be-
schwerdeführerin angemessen ist. 

4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 
E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, 

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das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, 
d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 
141 V 365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage 
bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Ein schweres Ver-
schulden liegt insbesondere vor, wenn die versicherte Person ohne ent-
schuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer 
neuen aufgegeben hat (Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV). 

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 
ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2020 S. 95 E. 4.2).

4.2 Vorliegend wurde eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung im 
Umfang von 31 Tagen verfügt (AB 34), was der minimal möglichen Sankti-
on im Bereich des schweren Verschuldens entspricht (vgl. E. 4.1 hiervor). 
Wie in E. 4.1 hiervor dargelegt, ist die Aufgabe einer zumutbaren Arbeits-
stelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle grundsätzlich als schwe-
res Verschulden zu werten. Mit Blick auf die gesamten Umstände besteht 
vorliegend keine Veranlassung, in das Ermessen der Verwaltung einzugrei-
fen. 

5.

Nach dem Dargelegten hat der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin 
zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 31 Tage ab dem 
1. August 2022 in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Folglich ist die 
Beschwerde abzuweisen. 

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6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.