# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74414f06-7fef-5490-adba-2b7d46c64d1a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 20.03.2024 HE230146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HE230146_2024-03-20.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich
Einzelgericht  

Geschäfts-Nr.: HE230146-O U/mk

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Stephan Mazan, Vizepräsident, sowie der 

Gerichtsschreiber Dr. Pierre Heijmen

Urteil vom 20. März 2024

in Sachen

A._____ AG, 
Gesuchstellerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

B._____ GmbH, 
Gesuchsgegnerin

betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen

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Rechtsbegehren:
(act. 1 S. 2)

"1. Es sei die Gesuchsgegnerin unter Androhung der Zwangsvollstre-
ckung im Unterlassungsfall zu verpflichten, die von ihr gemieteten 
zwei Lagerräume (ca. 120 m2 und ca. 131 m2) im 2. Stock der 
Liegenschaft C._____ 1 (Gebäude …), D._____, unverzüglich ord-
nungsgemäss geräumt und gereinigt zu verlassen und der Ge-
suchstellerin zurückzugeben.

2. Es sei das zuständige Gemeindeammannamt Embrachertal anzu-
weisen, den zu erlassenden Befehl auf erstes Verlangen der Ge-
suchstellerin zu vollstrecken;

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gesuchs-
gegnerin."

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Prozessgeschichte

Mit eingangs genanntem Rechtsbegehren ersuchte die Gesuchstellerin am 1. De-

zember 2023 (Datum Poststempel) um Rechtsschutz in klaren Fällen (act. 1). Mit 

Verfügung vom 4. Dezember 2023 wurde der Gesuchstellerin Frist zur Leistung ei-

nes Vorschusses für die Gerichtskosten angesetzt und der Gesuchsgegnerin Ge-

legenheit zur Stellungnahme gegeben (act. 4). Diese mittels Gerichtsurkunde an 

die E._____-strasse 2, F._____, versandte Verfügung wurde von der Gesuchsgeg-

nerin nicht abgeholt (act. 5/2), weshalb die Kantonspolizei Uri am 14. Dezember 

2023 mit der Zustellung beauftragt wurde (act. 7). Der Kostenvorschuss ging frist-

gerecht ein (act. 6). Am 22. Februar 2024 teilte die Kantonspolizei Uri mit, dass die 

Verfügung vom 4. Dezember 2023 der Gesuchsgegnerin nicht zugestellt werden 

konnte (Prot. S. 4). Daher wurde die Verfügung im Schweizerischen Handelsamts-

blatt publiziert und gilt damit am Tag der Publikation im SHAB (tt.mm.2024) als 

zugestellt (act. 11; Art. 141 Abs. 2 ZPO). Die der Gesuchsgegnerin angesetzte Frist 

zur Stellungnahme lief infolgedessen am tt.mm.2024 ungenutzt ab. Bis heute liess 

sie sich nicht vernehmen. Das Verfahren ist spruchreif.

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2. Zuständigkeit

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Einzelgerichts des Handelsgerichts 

des Kantons Zürichs ist gegeben (Art. 33 ZPO sowie Art. 6 ZPO i.V.m. § 44 lit. b 

und § 45 lit. d GOG; BGE 142 III 515 E. 2.2).

3. Rechtsschutz in klaren Fällen

Gemäss Art. 257 Abs. 1 ZPO gewährt das Gericht Rechtsschutz im summarischen 

Verfahren, wenn der Sachverhalt unbestritten oder sofort beweisbar ist (lit. a) und 

die Rechtslage klar ist (lit. b).

4. Beurteilung

4.1. Sachverhalt

Am 25. März 2021 schloss die Gesuchstellerin mit der Gesuchsgegnerin einen 

Mietvertrag über zwei Lagerräume mit einer Fläche von ca. 120 m2 und ca. 131 m2 

im 2. Stock der Liegenschaft C._____ 1 (Gebäude …), D._____ (act. 1 Rz. 8; 

act. 3/3). Der monatliche Bruttomietzins betrug zu Beginn des Mietverhältnisses 

CHF 3'041.45 und wurde per 1. Januar 2023 auf CHF 3'145.25 erhöht (act. 1 Rz. 8; 

act. 3/3; act. 3/4). Nachdem die Gesuchsgegnerin die Mietzinsen ab dem Monat 

Mai 2023 nicht mehr bezahlte, mahnte die Gesuchstellerin die Gesuchsgegnerin 

mit Schreiben vom 29. August 2023 für die Monate Mai bis August 2023 und setzte 

ihr eine Frist von 30 Tagen ab Erhalt des Mahnschreibens an, um den Ausstand zu 

bezahlen (act. 1 Rz. 9; act. 3/6). Da das Einschreiben der Gesuchsgegnerin nicht 

zugestellt werden konnte, wurde es ihr am 30. August 2023 zur Abholung gemeldet 

(act. 1 Rz. 9; act. 3/7-8). Die Gesuchgegnerin holte das Schreiben innerhalb der 

siebentätigen Abholfrist nicht ab. Nachdem die Gesuchsgegnerin den ausstehen-

den Betrag innert Frist nicht bezahlt hatte, kündigte ihr die Gesuchstellerin mit amt-

lichen Formular vom 11. Oktober 2023 auf den 30. November 2023 (act. 1 Rz. 10; 

act. 3/9). Das am 12. Oktober 2023 zur Abholung gemeldet Einschreiben wurde 

von der Gesuchsgegnerin innerhalb der siebentätigen Abholfrist nicht abgeholt 

(act. 3/10-11).

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Der Sachverhalt ist unbestritten. Es ist deshalb zu prüfen, ob die Rechtslage klar 

ist (Art. 257 Abs. 1 ZPO).

4.2. Rechtslage

Die Rechtslage ist klar, wenn sich die Rechtsfolge bei der Anwendung des Geset-

zes unter Berücksichtigung der Lehre und Rechtsprechung ohne Weiteres ergibt 

und damit die Rechtsanwendung zu einem eindeutigen Ergebnis führt (BGE 138 III 

123 E. 2.1.2; BGE 141 III 23 E. 3.2). Bei Zahlungsrückstand der Mieterin kann ihr 

die Vermieterin schriftlich eine Zahlungsfrist setzen und ihr androhen, dass bei un-

benütztem Ablauf der Frist das Mietverhältnis gekündigt werde. Diese Frist beträgt 

bei Wohn- und Geschäftsräumen mindestens 30 Tage (Art. 257d Abs. 1 OR). Sie 

beginnt mit dem Zugang des Schreibens bei der Mieterin, bei Zustellung durch ein-

geschriebenen Brief mit dessen Behändigung am Postschalter bzw. nach Ablauf 

der siebentägigen Abholfrist (BGE 119 II 147 E. 2.; relative Empfangstheorie). Be-

zahlt die Mieterin nicht fristgerecht, so kann die Vermieterin das Mietverhältnis frist-

los, bei Geschäftsräumen mit einer Frist von mindestens 30 Tage, auf Ende eines 

Monats kündigen (Art. 257d Abs. 2 OR). Für die Zustellung der Kündigung kommt 

die uneingeschränkte Empfangstheorie zur Anwendung, wonach ein Einschreiben 

als zugestellt gilt, wenn es der Adressat mit der im Briefkasten vorgefundenen Ab-

holungseinladung erstmals bei der Poststelle abholen kann, mithin regelmässig am 

Tag nach dem Zugang der Abholungseinladung (BGE 137 III 208 E. 3.1.2). Nach 

beendetem Mietverhältnis muss die Sache gemäss Art. 267 Abs. 1 OR der Vermie-

terin zurückgegeben werden. Gleichzeitig hat, wer Eigentümer einer Sache ist, das 

Recht, sie gestützt auf Art. 641 Abs. 2 ZGB von jedem, der sie ihm vorenthält, her-

aus zu verlangen und jede ungerechtfertigte Einwirkung abzuwehren.

Aufgrund des Zahlungsrückstands der Gesuchsgegnerin hat die Gesuchstellerin ihr 

schriftlich eine Zahlungsfrist von 30 Tagen angesetzt, mit der Androhung der aus-

serordentlichen Kündigung des Mietverhältnisses. Das Schreiben wurde der Ge-

suchsgegnerin am 30. August 2023 zur Abholung gemeldet (act. 3/8), weshalb die 

Kündigungsandrohung als am 6. September 2023 als zugestellt gilt. Damit lief die 

Zahlungsfrist am 6. Oktober 2023 ab. Nach unbenutztem Ablauf der Zahlungsfrist 

hat die Gesuchstellerin das Mietverhältnis mit amtlichem Kündigungsformular vom 

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11. Oktober 2023 per 30. November 2023 aufgelöst (act. 3/9). Das Kündigungs-

schreiben konnte die Gesuchsgegnerin erstmals am 13. Oktober 2023 bei der Post-

stelle abholen (act. 3/11), weshalb es per diesem Datum als zugestellt gilt. Das 

Mietverhältnis wurde demnach form- und fristgerecht per 30. November 2023 be-

endet. Die Gesuchsgegnerin hat der Gesuchstellerin das Mietobjekt indessen bis 

anhin nicht ordnungsgemäss zurückgegeben, obwohl die Gesuchstellerin gemäss 

Art. 267 Abs. 1 OR und Art. 641 Abs. 2 ZGB einen Rückgabeanspruch hat.

Die Rechtslage ist klar. Die Gesuchsgegnerin hat das Mietobjekt unverzüglich ord-

nungsgemäss geräumt und gereinigt zu verlassen und der Gesuchstellerin zurück-

zugeben.

5. Vollstreckungsmassnahmen

Auf Antrag der obsiegenden Partei ordnet das Gericht Vollstreckungsmassnahmen 

an (Art. 236 Abs. 3 ZPO und Art. 337 Abs. 1 ZPO). Dabei können gemäss Art. 343 

Abs. 1 ZPO bei einem Entscheid auf eine Verpflichtung zu einem Tun direkte oder 

indirekte Vollstreckungsmassnahmen angeordnet werden. 

Zur Durchsetzung des zu erteilenden Ausweisungsbefehls ist die von der Gesuch-

stellerin beantragte Anweisung des Gemeindeammannamt Embrachertal, den Aus-

weisungsbefehl auf erstes Verlangen der Gesuchstellerin zu vollstrecken, anzuord-

nen.

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen

Ausgangsgemäss wird die Gesuchsgegnerin kosten- und entschädigungspflichtig 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO).

Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des 

Obergerichts vom 8. September 2010 (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und 

richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem Streitinteresse (§ 2 

Abs. 1 lit. a GebV OG). Ausgehend von einem Streitwert von CHF 18'871.50, was 

sechs Monatsmieten entspricht (BGE 144 III 346 ff. E. 1.2; vgl. act. 1 Rz. 7), beträgt 

die Grundgebühr rund CHF 3'000.–. Unter Berücksichtigung von § 4, § 8 Abs. 1 

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und § 10 Abs. 1 GebV OG sind die Gerichtskosten auf CHF 2'000.– festzusetzen. 

Die Kosten sind der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen und vorab aus dem von der 

Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss zu decken. Der Gesuchstellerin ist 

das Rückgriffsrecht auf die Gesuchsgegnerin einzuräumen (vgl. Art. 111 Abs. 2 

ZPO).

Die Höhe der Anwaltsgebühr bestimmt sich nach der Verordnung des Obergerichts 

über die Anwaltsgebühren (AnwGebV). Der Anspruch auf die Gebühr entsteht mit 

der Erarbeitung der Begründung (§ 11 Abs. 1 Satz 1 AnwGebV). Sie richtet sich in 

erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Beim vorliegenden 

Streitwert beträgt die nach § 4 Abs. 1 AnwGebV ermittelte Grundgebühr rund 

CHF 3'700.–. Unter Berücksichtigung von § 4 Abs. 2 sowie § 9 AnwGebV ist die 

Gesuchsgegnerin zu verpflichten, der Gesuchstellerin eine Parteientschädigung 

von CHF 2'500.– zu bezahlen.

Das Gericht erkennt:

1. Der Gesuchsgegnerin wird befohlen, die von ihr gemieteten zwei Lagerräume 

im 2. Stock (ca. 120 m2 und ca. 131 m2) der Liegenschaft E._____-strasse 1 

(Gebäude …), D._____, unverzüglich ordnungsgemäss geräumt und gerei-

nigt zu verlassen und der Gesuchstellerin zurückzugeben.

2. Das Gemeindeammannamt Embrachertal wird angewiesen, den Befehl ge-

mäss Dispositiv-Ziffer 1 nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. 

Nichtgewährung der aufschiebenden Wirkung auf erstes Verlangen der Ge-

suchstellerin zu vollstrecken. Die Kosten der Vollstreckung sind von der Ge-

suchstellerin vorzuschiessen. Sie sind ihr aber von der Gesuchsgegnerin zu 

ersetzen.

3. Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 2'000.– festgesetzt.

4. Die Kosten werden der Gesuchsgegnerin auferlegt. Sie werden vorab aus 

dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt, wobei der 

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Gesuchstellerin das Rückgriffsrecht auf die Gesuchsgegnerin eingeräumt 

wird.

5. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteient-

schädigung von CHF 2'500.– zu bezahlen.

6. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin im Doppel für sich und zuhanden 

des Gemeindeammannamt Embrachertal sowie an die Gesuchsgegnerin.

7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde 

richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (sub-

sidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert beträgt 

CHF 18'871.50.

Zürich, 20. März 2024

Handelsgericht des Kantons Zürich
Einzelgericht

Gerichtsschreiber:

Dr. Pierre Heijmen