# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1935b2f5-c07d-59be-be1d-ee7d6df90c18
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-24
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 24.06.2019 502 2019 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2019-134_2019-06-24.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2019 134

Urteil vom 24. Juni 2019 

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Gesuchsteller und Beschwerdeführer,

gegen

B.________, Beschwerdegegner,

STAATSANWALTSCHAFT, Vorinstanz

Gegenstand Akteneinsicht (Art. 69 StPO)

Beschwerde vom 22. April 2019 gegen den Entscheid der Staatsan-
waltschaft vom 10. April 2019

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Sachverhalt

A. Am 9. März 2019 ersuchte A.________ bei der Staatsanwaltschaft um Einsicht in die Nicht-
anhandnahmeverfügung betreffend eine Strafanzeige des C.________ gegen B.________, wovon 
er durch einen Artikel in der D.________ erfahren hatte.

Mit Schreiben vom 20. März 2019 teilte die Staatsanwaltschaft A.________ mit, dass die Einsicht 
verweigert werden müsse, da er in seinem Schreiben nicht dargelegt habe, inwiefern er an der 
Einsichtnahme ein schutzwürdiges Interesse habe.

Daraufhin machte A.________ am 25. März 2019 ein schutzwürdiges Interesse geltend.

B. Mit Entscheid vom 10. April 2019 wies die Staatsanwaltschaft das Gesuch um Akteneinsicht 
ab.

C. A.________ erhob am 22. April 2019 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er beantragt, 
dass ihm die Akteneinsicht zu gewähren sei.

Die Staatsanwaltschaft nahm am 6. Mai 2019 Stellung und beantragt die Abweisung der 
Beschwerde unter Auferlegung der Verfahrenskosten. 

A.________ nahm dazu mit Schreiben vom 15. Mai 2019 Stellung. Am 17. Mai 2019 liess er der 
Strafkammer noch eine Kopie des besagten Zeitungsartikels zukommen. 

Am 21. Mai 2019 übermittelte die Staatsanwaltschaft der Strafkammer die Akten betreffend die 
Nichtanhandnahmeverfügung i.S. B.________. 

B.________ äusserte sich am 11. Juni 2019 zur Frage der Akteneinsicht und schloss auf Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen

1.

Das Rechtsmittelverfahren wird in der Sprache des angefochtenen Entscheids – vorliegend 
Deutsch – durchgeführt (Art. 115 Abs. 4 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG, SGF 130.1]). 
Gründe für eine Abweichung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 JG werden nicht geltend gemacht und 
sind auch nicht ersichtlich. 

2.

2.1. Die Beschwerde ist zulässig gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von 
Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und Art. 85 
Abs. 1 JG). Sie ist schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 385 und 
Art. 396 Abs. 1 StPO), was vorliegend erfüllt ist.

2.2. Die Beschwerdefrist beträgt 10 Tage (Art. 396 Abs. 1 StPO). Fällt der letzte Tag der Frist 
auf einen Samstag, einen Sonntag oder einen vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht 
anerkannten Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 90 Abs. 2 StPO).

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Aus den Akten ist nicht ersichtlich, wann der Beschwerdeführer den angefochtenen Entscheid 
erhalten hat. Es ist daher darauf abzustellen, dass dies frühestens am 11. April 2019 war. Die 
Eingabe vom 22. April 2019 erfolgte somit fristgerecht. 

2.3. Der Beschwerdeführer hat als Gesuchsteller ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung des Entscheids (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die frist- und formgerechte 
Beschwerde ist mithin einzutreten.

2.4. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

2.5. Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO). 
Die Strafkammer verfügt dabei grundsätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1 StPO).  

3.

3.1. Die Staatsanwaltschaft hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass nicht ersichtlich sei, 
worin das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers bestehen solle. Seine Aktivitäten und 
Bemühungen im Zusammenhang mit der Hanfkultur seien zwar bekannt, dies allein begründe 
jedoch noch kein wissenschaftliches Interesse. Dieses müsse nicht nur objektiv bestehen, sondern 
auch bei ihm persönlich vorliegen. Da bekannt sei, dass unter den verschiedenen Fraktionen der 
Hanfbauern teilweise Streit bestehe und dass er selber auch Partei gegen bestimmte Konkur-
renten ergriffen habe, erscheine ein wissenschaftliches Interesse umso mehr zweifelhaft. In ihrer 
Stellungnahme präzisiert die Staatsanwaltschaft, dass damit ein Verfahren angesprochen worden 
sei, in welchem der Beschwerdeführer am 26. September 2011 eine als "Dénonciation" betitelte 
Eingabe an die Staatsanwaltschaft verfasst hatte, worin er geltend machte, der Beschwerdegegner 
sei wegen erneutem illegalem Hanfanbau strafrechtlich zu verfolgen. Aus diesem Verfahren 
ergebe sich, dass der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner gegensätzliche Ansichten 
zum Hanfanbau haben. Ein allfälliger Entscheid zu Gunsten einer Akteneinsicht dürfe im Übrigen 
nicht gefällt werden, bevor dem Beschwerdegegner das rechtliche Gehör gewährt worden sei.

Der Beschwerdeführer macht hingegen geltend, dass er als Jurist spezialisiert auf dem Gebiet des 
Betäubungsmittelrechts, des Landwirtschaftsrechts und der Kultivierung und Kommerzialisierung 
von Bauernhanf (sativa non-indica) sei. Das Gleiche gelte auch für indischen Hanf alias 
"Cannabis". Er sei Autor der einzigen wissenschaftlichen Publikation betreffend den juristischen 
Status von THC im schweizerischen Recht. Er interessiere sich daher als Jurist an in Verfügungen 
festgehaltenen Kriterien betreffend THC und erfasse diese statistisch. Weiter sei er Rechtsberater 
des Vereins E.________ , welcher seit 30 Jahren juristisches und botanisches Wissen betreffend 
Bauernhanf und indischen Hanf sammle und weiterverbreite. Er beliefere den E.________ mit 
Dokumenten, Daten und juristischen Entscheiden, welche der Information der Mitglieder und der 
Öffentlichkeit diene. Aus diesem Grund müsse er über die aktuellen Entwicklungen auf diesem 
Gebiet auf dem Laufenden sein. Ausserdem sei er Geschäftsinhaber und -führer der F.________ 
AG, welche seit zwei Jahrzehnten Bauernhanf kultiviere, aufwerte und vertreibe. Daher habe er ein 
wissenschaftliches Interesse daran, einen Strafentscheid betreffend eine andere Hanfkultur 
(Bauernhanf oder indischer Hanf) zu kennen. Dies umso mehr als sich diese ebenfalls im Kanton 
Freiburg befinde. Die Verfügung könnte Regeln, Prinzipien oder Voraussetzungen, wie bspw. den 
THC-Gehalt, enthalten, die nützlich sein können. Zusammenfassend habe er sowohl ein 
wissenschaftliches als auch ein persönliches Interesse an der Akteneinsicht. Das Gesetz sehe 
keine Einschränkung der Akteneinsicht vor, wenn zwischen den Parteien Differenzen bestehen. 
Mit Stellungnahme von 15. Mai 2019 führte er sodann weiter aus, dass nach BGE 124 IV 234 jeder 
interessierte Dritte Einsicht in einen Strafbefehl nehmen könne, ohne hierfür ein persönliches, 

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wissenschaftliches oder anderes Interesse geltend machen zu müssen. Die Richtlinie 1.12 des 
Generalstaatsanwalts vom 1. Januar 2012 betreffend Akteneinsicht sei diesbezüglich falsch. 
Ausserdem entscheide die Behörde selbständig über die Akteneinsicht, ohne dass die von der 
Verfügung betroffene Person vorher dazu Stellung nehmen könne. 

Der Beschwerdegegner führt demgegenüber aus, dass die Strafanzeige sein Geschäftsmodell 
beschreibe, wobei es sich um ein Geschäftsgeheimnis handle, welches trotz Anonymisierung klar 
ersichtlich sei. Weiter sei das angebliche wissenschaftliche Interesse des Beschwerdeführers 
lediglich vorgeschoben. Dieser habe immer eine eigene Auslegung der Betäubungsmittelgesetze 
vertreten und viele seiner früheren Partner dadurch in Schwierigkeiten gebracht. Seine einzige 
Motivation liege darin, einem früheren Partner juristische Schwierigkeiten zu bereiten. 

3.2.

3.2.1. In BGE 124 IV 234 beurteilte das Bundesgericht den Fall eines Strafanzeigers, dem die 
Einsicht in einen rechtskräftigen Strafbescheid verweigert worden war. Es erwog unter anderem, 
dass zwischen der förmlichen Eröffnung an die Parteien und der öffentlichen Verkündung des 
Straferkenntnisses zu unterscheiden ist: Der Anspruch auf öffentliche Urteilsverkündung bedeutet 
eine Absage an jede Form geheimer Kabinettsjustiz. Die Kontrolle durch die Öffentlichkeit soll nicht 
nur eine korrekte und gesetzmässige Behandlung der Verfahrensbeteiligten durch die Strafjustiz 
gewährleisten. Die allgemeine Öffentlichkeit soll darüber hinaus Kenntnis erhalten können, wie das 
Recht verwaltet und wie die Rechtspflege ausgeübt wird. Der Öffentlichkeitsgrundsatz sorgt damit 
auch für Transparenz in der Rechtspflege, die eine demokratische Kontrolle durch das Volk erst 
ermöglicht und als wesentliches Element des Rechts auf ein faires Verfahren zu den Grundlagen 
eines demokratischen Rechtsstaates gehört. Der entsprechende Informationsanspruch steht daher 
nicht nur den Parteien des Strafverfahrens zu, sondern grundsätzlich auch der interessierten 
Öffentlichkeit. Zwar verlangt das Bundesgericht, dass die Person, welche Einsicht in Straf-
verfügungen verlangt, ein berechtigtes Interesse darlegt. Für behördliche Einschränkungen des 
Einsichtsrechtes sind jedoch strenge Massstäbe anzulegen. Es genügt deshalb, wenn der 
Gesuchsteller ein ernsthaftes Interesse an der Kenntnisnahme glaubhaft macht. Ein solches 
Interesse ist insbesondere für den Anzeiger im Verwaltungsstrafverfahren zu bejahen (BGE 124 IV 
234 E. 3b ff. mit Hinweisen; 134 I 286 E. 5.1).

Im vorliegenden Fall geht es jedoch nicht um die Einsichtnahme in einen Strafbefehl, sondern in 
eine Nichtanhandnahmeverfügung. In der StPO befindet sich keine Bestimmung, welche sich zur 
Einsicht in eine solche Verfügung äussert (vgl. Wortlaut von Art. 69 Abs. 2 StPO). Gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung können in begründeten Fällen die Öffentlichkeit und interes-
sierte Private jedoch durchaus ein legitimes Interesse an der Klärung der Frage haben, weshalb es 
zu nichtgerichtlichen Verfahrenserledigungen ohne Straffolgen durch Sach- und Prozess-
entscheide kommt. Bei nicht verfahrensbeteiligten Dritten erscheint es allerdings geboten, ein 
schutzwürdiges Informationsinteresse zu verlangen. Ein solches Interesse ist ausserdem (im 
Lichte des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes) gegen allfällige besondere Geheimhaltungsinte-
ressen der Justizbehörden oder von mitbetroffenen Dritten abzuwägen. Einsichtsgesuche dürfen 
insbesondere das gute Funktionieren der Strafjustiz nicht gefährden und finden eine Schranke 
auch am Rechtsmissbrauchsverbot. Bei entgegenstehenden privaten oder öffentlichen Interessen 
ist allerdings zu prüfen, ob diesen durch Kürzung oder Anonymisierung ausreichend Rechnung 
getragen werden kann (BGE 134 I 286 E. 6.3 mit Hinweisen). 

Die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach kein Interesse für die Einsichtnahme in eine 
Nichtanhandnahmeverfügung nachgewiesen werden muss, gehen demnach fehl. Es besteht kein 

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pauschaler und unbeschränkter Anspruch von nicht verfahrensbeteiligten Dritten, in Strafer-
kenntnisse bzw. Einstellungs- und Nichtanhandnahmeverfügungen Einsicht zu nehmen (BGE 134 I 
286 E. 6.5). Vielmehr ist ein schutzwürdiges Informationsinteresse nachzuweisen, wobei ähnliche 
Grundsätze wie bei der Einsichtnahme in die Akten abgeschlossener Straffälle gelten (SCHMID/ 
JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2018, Art. 69 N. 6). Ein schutzwürdiges 
Interesse liegt demnach bspw. bei einem wissenschaftlichen Interesse vor, wenn die aus den 
Strafakten zu gewinnenden Informationen für eine wissenschaftliche Arbeit – sei diese natur-, 
geistes-, sozialwissenschaftlicher oder historischer Natur – von Bedeutung sind. Eines rechtlichen 
oder gar grundrechtlich geschützten Interesses bedarf es nicht (SCHMUTZ, in Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 101 N. 23). Dem schutzwürdigen 
Interesse dürfen sodann keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen an der 
beantragten Einsichtnahme entgegenstehen (BGE 134 I 286 E. 6.6).

3.2.2. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, dass der Beschwerdegegner vor dem 
Entscheid über die Akteneinsicht nicht anzuhören sei. Die Richtlinie 1.12 des Generalstaats-
anwaltes vom 1. Januar 2012 betreffend Akteneinsicht sieht folgendes Vorgehen vor: Dem Dritten, 
der ein schriftlich begründetes Gesuch um Einsicht in ein hängiges oder archiviertes Dossier stellt, 
wird ein mit Beschwerde an die Strafkammer des Kantonsgerichts anfechtbarer Entscheid 
zugestellt. Die Beurteilung erfolgt von Fall zu Fall im Lichte der Art. 101 und 102 StPO, welche bei 
archivierten Angelegenheiten analog gelten. Die Meinung der Parteien ist vor Ausfällen des 
Entscheids einzuholen. Der Generalstaatsanwalt kann anlässlich der Einsicht in grossem Umfang 
und zwecks nachgewiesener wissenschaftlicher Recherchen ausnahmsweise darauf verzichten, 
die Meinung der Parteien einzuholen, sofern die Anonymität der Parteien gewahrt wird. Die 
Einsicht in rechtskräftige Strafbefehle durch Dritte wird nur genehmigt, wenn die Voraussetzungen 
der Anwendung von Art. 69 Abs. 2 StPO erfüllt sind. Interessierte Personen im Sinne dieser 
Bestimmung sind insbesondere die in Art. 105 StPO genannten oder auch diejenigen, die ein 
wissenschaftliches Interesse im Sinne von Art. 101 Abs. 3 StPO geltend machen können. Im 
Übrigen wird auf Absatz 1 verwiesen. Gestützt auf Art. 10 und 11 DSchG einerseits und Art. 97 ff. 
StPO andererseits gelten die Regeln betreffend Einsicht in hängige Verfahren, mutatis mutandis, 
ebenfalls für abgeschlossene Verfahren.

Im Zentrum des rechtlichen Gehörs steht der Anspruch des Betroffenen, sich vor dem Erlass eines 
in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids oder Urteils zur Sache zu äussern und seinen 
Standpunkt zu allen relevanten Fragen wirksam zur Geltung zu bringen (WALDMANN, in Basler 
Kommentar, Bundesverfassung, 2015, Art. 29 N. 45). Die StPO äussert sich nicht explizit zur 
Frage, ob vor der Akteneinsicht das rechtliche Gehör der von der Verfügung betroffenen Personen 
zu gewähren ist (vgl. Art. 69 und Art. 101 f. StPO). Sie sieht allerdings vor, dass der Anspruch auf 
rechtliches Gehör in sämtlichen Verfahrensstadien gilt (vgl. insbesondere Art. 3 Abs. 2 Bst. c und 
Art. 107 StPO sowie Art. 29 Abs. 2 BV). Nach der StPO kann das rechtliche Gehör zwar 
eingeschränkt werden, wenn der begründete Verdacht besteht, dass eine Partei ihre Rechte 
missbraucht, oder wenn dies für die Sicherheit von Personen oder zur Wahrung öffentlicher oder 
privater Geheimhaltungsinteressen erforderlich ist (Art. 108 Abs. 1 StPO). Der Beschwerdeführer 
legt jedoch keine Gründe nahe, weshalb dies vorliegend erfüllt sein soll. Ebensowenig handelt es 
sich in casu um eine Einsicht in grossem Umfang unter Wahrung der Anonymität der Parteien, was 
gemäss der erwähnten Richtlinie eine Ausnahme vom rechtlichen Gehör erlauben soll. Vielmehr 
geht es um die Einsicht in eine spezifische Nichtanhandnahmeverfügung, wobei die Parteien 
bekannt sind. Eine solche Ausnahme von der Gewährung des rechtlichen Gehörs kann daher von 
vorneherein nicht zur Anwendung kommen. 

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Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, dem Beschwerdegegner vor dem Entscheid über die 
Akteneinsicht nicht das rechtliche Gehör zu gewähren. Wie erwähnt, ist bei Gesuchen um Einsicht 
in eine Nichtanhandnahmeverfügung von Dritten eine Interessenabwägung zwischen den Inte-
ressen des Gesuchstellers und den entgegenstehenden privaten und öffentlichen Interessen 
vorzunehmen. Dabei kann es nicht Aufgabe der Strafbehörden sein, allfällige entgegenstehende 
private Interessen der betroffenen Parteien auszumachen und durchzusetzen. Vielmehr obliegt es 
den betroffenen Parteien darzulegen, inwiefern ihre Interessen der Einsicht durch einen Dritten 
entgegenstehen. Dies können sie jedoch nur, wenn ihnen vor dem Entscheid das rechtliche Gehör 
gewährt wird (vgl. auch OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2012, N. 1265; 
Aufsichtsanzeigebeantwortung des Regierungsrates des Kantons Aargau vom 7. Mai 2014 
E. 8.3.2, in AGVE 2014 93). Dem steht auch nicht entgegen, dass schlussendlich die Behörde 
darüber entscheidet, ob die Einsicht gewährt wird oder nicht. Denn erst wenn sämtliche im Spiel 
stehenden Interessen bekannt sind, kann die Behörde eine Interessenabwägung vornehmen und 
für oder gegen die Einsicht in die Nichtanhandnahmeverfügung entscheiden. Die Richtlinie 1.12 
des Generalstaatsanwaltes vom 1. Januar 2012 betreffend Akteneinsicht ist somit weder bezüglich 
des geforderten Interesses noch bezüglich der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu bean-
standen.

3.3. Vorliegend ist der Beschwerdeführer als Jurist auf dem Gebiet des Betäubungsmittel- sowie 
Landwirtschaftsrechts tätig und kultiviert selber Hanf. Aus der Nichtanhandnahmeverfügung 
können sich Informationen geben, die für seine Tätigkeit als Jurist und Hanfbauer nützlich sind. Die 
Staatsanwaltschaft bestreitet weder die Aktivitäten des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit 
der Hanfkultur noch dass diese grundsätzlich ein wissenschaftliches Interesse zu begründen 
vermögen. Sie macht auch kein Geheimhaltungsinteresse der Justizbehörden geltend. Vielmehr 
bringt sie sinngemäss vor, dass der Beschwerdegegner ein Geheimhaltungsinteresse habe bzw. 
das Einsichtsgesuch des Beschwerdeführers rechtsmissbräuchlich sei, da es sich um Konkur-
renten handle, welche unterschiedliche Ansichten vertreten würden. Der Beschwerdegegner stellt 
sich auf den gleichen Standpunkt. 

Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer lediglich um Einsicht in die Nichtanhand-
nahmeverfügung vom 24. April 2018 ersuchte und nicht in die gesamten Akten oder die Straf-
anzeige, wie dies die Staatsanwaltschaft und der Beschwerdegegner anzunehmen scheinen. 
Weiter lässt sich alleine aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer eine andere Ansicht als 
der Beschwerdegegner vertritt, noch keinen Rechtsmissbrauch ableiten. Letzterer führt zwar aus, 
dass das wissenschaftliche Interesse nur vorgeschoben sei, um einem früheren Partner juristische 
Schwierigkeiten zu bereiten. Er zeigt jedoch nicht auf, welche Unannehmlichkeiten durch die 
Einsichtnahme konkret drohen sollen. Solche sind denn auch nicht ersichtlich. Eine Nichtanhand-
nahme wird insbesondere dann verfügt, wenn feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder 
die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO). Die 
betreffende Verfügung ist rechtskräftig. Es ist nicht erkennbar, was sich aufgrund der Einsicht-
nahme daran ändern und welche juristischen Schwierigkeiten dem Beschwerdegegner entstehen 
sollen.

Schliesslich wird geltend gemacht, dass die Nichtanhandnahmeverfügung Geschäftsgeheimnisse 
des Beschwerdegegners enthalte. Es ist gerichtsnotorisch, dass es sich beim Beschwerdeführer 
und Beschwerdegegner um Konkurrenten handelt. Die Einsichtnahme darf nicht dazu führen, dass 
der Beschwerdeführer Kenntnisse erhält, die zwischen Konkurrenten problematisch sind. Ein 
wissenschaftliches Interesse kann nur betreffend Informationen angenommen werden, an welchen 
dieses auch bei einem unabhängigen Dritten bestehen würde. Die Einsichtnahme ist daher im 

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Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips einzuschränken. So ist die Nichtanhandnahmeverfügung 
vor der Einsicht durch den Beschwerdeführer zu anonymisieren und die genaue Anzahl der 
bewilligten Pflanzen sowie die Passagen betreffend die Geschäftsbeziehungen und Verträge des 
Beschwerdegegners abzudecken bzw. zu streichen. Das Kantonsgericht wird die entsprechenden 
Anpassungen vornehmen und den Parteien nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils zustellen. 
Eine weitergehende Einschränkung der Einsicht rechtfertigt sich nicht, zumal der Inhalt der Nicht-
anhandnahmeverfügung aufgrund des Artikels in der D.________ in grossen Zügen bereits 
bekannt ist.

Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen. Dem Beschwerdeführer ist im Sinne der 
Erwägungen Einsicht in die Nichtanhandnahmeverfügung vom 24. April 2018 zu gewähren. 

4.

Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen. 
Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 400.- (Gerichtsgebühr: CHF 300.-; Auslagen: CHF 100.-) 
werden demnach dem Staat Freiburg auferlegt.

Weder der Beschwerdeführer noch der Beschwerdegegner sind anwaltlich vertreten. Es wird 
demnach keine Parteientschädigung gesprochen.

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

A.________ wird im Sinne der Erwägungen Einsicht in die Nichtanhandnahmeverfügung 
vom 24. April 2018 gewährt.

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf CHF 400.- (Gerichtsgebühr: CHF 300.-; 
Auslagen: CHF 100.-) festgesetzt und dem Staat Freiburg auferlegt.

III. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 24. Juni 2019/sig

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: