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**Case Identifier:** a19f3c14-0f35-5171-b2f5-c4b28ab1d270
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.10.2018 IV 2017/438
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-438_2018-10-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/438

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.09.2019

Entscheiddatum: 29.10.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 29.10.2018
Art. 16 ATSG; Art. 8 IVG; Art. 28 IVG: Abstellen auf einen im 
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren eingegangenen Bericht einer 
Rehaklinik auch für das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren. Aus 
dessen Formulierung und in Übereinstimmung mit den Akten ergibt sich, 
dass selbst nach einem Unfallereignis keine Beeinträchtigungen vorliegen, 
die die Arbeitsfähigkeit dauernd einschränken. Es besteht kein 
Anhaltspunkt, dass die unfallversicherungsrechtliche 
Arbeitsfähigkeitsschätzung die vorbestehenden Rückenprobleme nicht 
berücksichtigt hätte. Bei voller Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 
besteht kein Anspruch auf eine IV-Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Oktober 2018, IV 
2017/438).

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Miriam Lendfers und 

Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2017/438

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

IV-Leistungen

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 3. April 2014 erneut bei der Invalidenversicherung (IV) 

wegen eines seit 20 Jahren bestehenden Rückenleidens zum Leistungsbezug an (IV-

act. 59). Die Versicherte hatte bereits am 7. Mai 2008 ein erstes Leistungsgesuch 

gestellt (IV-act. 1), welches mit Verfügung vom 14. Mai 2010 abgewiesen worden war, 

da in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%-ige Leistungsfähigkeit bestanden hatte (IV-

act. 30). Auf eine weitere Wiederanmeldung vom 7. November 2011 (IV-act. 31) war die 

IV-Stelle mit Verfügung vom 24. Mai 2012 (IV-act. 58) nicht eingetreten. Der RAD hielt 

am 17. Juni und 19./22. August 2014 fest, sowohl somatisch wie auch psychiatrisch 

lasse sich seit Mai 2010 weiterhin keine IV-rechtlich erhebliche und anhaltende 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes objektivieren (IV-act. 77). Mit 

Vorbescheid vom 22. September 2014 (IV-act. 80) stellte die IV-Stelle der Versicherten 

in Aussicht, (auch) auf das Gesuch vom 3. (bzw. 7.) April 2014 nicht einzutreten (IV-act. 

80).

A.b  Am 1. Oktober 2016 übersah die Versicherte die unterste Stufe einer Treppe und 

stürzte, wobei sie eine Prellung am rechten Ellbogen erlitt (Schadenmeldung UVG vom 

6. Oktober 2016, Suva-act. 1-1). Eine MRT-Untersuchung vom 12. Oktober 2016 von 

LWS und ISG ergab einen stationären Befund zur Voruntersuchung vom 11. April 2014 

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mit relativer Spinalkanalstenose sowie linksbetonter neuroforaminaler Stenose L4/L5, 

zudem mediane Diskusprotrusion L5/S1 mit Tangierung der Wurzel S1 beidseits, ohne 

neuen Bandscheibenvorfall, ohne posttraumatisches Wirbelkörperödem und ohne 

Fraktur (Suva-act. 24). Ein MRT HWS vom 14. Oktober 2016 erbrachte den Nachweis 

einer paramedian rechtsseitigen Diskushernie C5/C6 mit leichter Myelonimpression, 

mässiger, rechtsbetonter Spondyl-/Unkarthrosen mit Punctum maximum C5 - C7, 

ohne Myelopathie (Suva-act. 23).

A.c  Dr.med. B.___, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte chronische 

zervikospondylogene und lumbospondylogene Schmerzen und hielt fest, es fänden 

sich aktuell keine sicheren neurologischen Defizite. Auffällig seien nicht radikulär 

angeordnete Sensibilitätsstörungen am rechten Arm und auch am rechten Fuss. Der 

klinisch-neurologische Untersuchungsbefund sei vergleichbar mit jenem der 

Voruntersuchungen. Es bestehe keine Indikation für ein operatives Vorgehen (Bericht 

vom 16. Oktober 2016, Suva-act. 75). In einem MRT des BWS vom 22. November 2016 

zeigten sich eine Chondrosis intervertebralis mit kleiner, medianer Diskushernie auf 

Höhe Th5/6 sowie Th7/8 ohne radikuläre Kompression sowie leichtgradige 

Spondylarthrosen (IV-act. 109-9).

A.d  Die Versicherte füllte am 28. November 2016 wiederum ein Anmeldeformular 

zuhanden der IV-Stelle aus mit Hinweis auf chronische Beschwerden und 

fortgeschrittene Abnützungserscheinungen des Bewegungsapparates und 

Konzentrationsstörungen, mit laufender Verschlechterung und weiterer 

Verschlimmerung seit dem Sturz am 1. Oktober 2016 (IV-act. 88).

A.e  Dr.med. C.___, Facharzt Neurochirurgie/Schmerztherapie, diagnostizierte am 9. 

Januar 2017 ein chronisches thorakales Schmerzsyndrom bei eher milden 

degenerativen Veränderungen mit einer kleinen Protrusion mit Osteochondrose Th6/7, 

breitbasiger mediolateral rechtsseitiger Protrusion Th8/9 ohne Kompression des 

Myelons oder der Nervenwurzel, sowie einen chronischen Nackenschmerz mit einer 

eher pseudoradikulären Ausstrahlung in den rechten Arm, DD Nervus ulnaris Syndrom 

bei Sturz auf den rechten Ellenbogen bei beidseitiger rechtsbetonter osteodiskaler 

Foraminalstenose C5/6 und weniger ausgeprägt C6/7 ohne eindeutige Kompression 

neuraler Strukturen. Er führte aus, die Versicherte leide seit längerem an chronischen 

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Schmerzen im Bereich der BWS. Seit dem Treppensturz am 1. Oktober 2016 

bestünden daneben auch zunehmende HWS-Probleme sowie auch ein eher nicht 

radikulärer Schmerz im rechten Arm, vom Ellenbogen ausgehend bis in alle Finger 

ausser den Daumen ausstrahlend. Die Versicherte zeige ein chronifiziertes thorakales, 

aber auch zervikales Schmerzsyndrom bei degenerativen HWS und BWS 

Veränderungen. Ursächlich sei neben den Veränderungen und dem Sturz sicher auch 

die vermehrte Belastung in ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft. Seit dem 1. Oktober 

2016 sei die Versicherte als Reinigungskraft zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 109-7).

A.f  Dr. med. D.___ berichtete am 17. Januar 2017, die Versicherte sei seit dem 

Treppensturz vollends dekompensiert. Sie sei nicht mehr belastbar, erschöpft sowie 

auch im Bewegungsumfang und in der (somatischen) Belastbarkeit eingeschränkt. 

Gegenwärtig erfolgten eine Psychotherapie und eine medizinische Trainingstherapie. 

Nur leichte, wechselnd belastende Tätigkeiten seien maximal vier Stunden täglich 

zumutbar, mit Pausen zur Entlastung (IV-act. 104; vgl. auch Schreiben an die IV-Stelle 

vom 2. November 2016, IV-act. 86). Am 25. Januar 2017 berichtete er der Suva, die 

neu aufgetretenen Schmerzen in der Mitte des Rückens bestünden seit dem Sturz und 

würden mit den neu diagnostizierten Diskushernien Th5/6 und Th7/8 korrelieren (Suva-

act. 80).

A.g  Im Assessmentgespräch vom 23. Februar 2017 schilderte die Versicherte, 

sämtliche Hausarbeiten müssten von der Tochter übernommen werden. Sie könne nur 

kurze Zeit nach draussen gehen und fühle sich daher eingesperrt. Der 

Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall am 24. Februar 2017 formlos ab, da 

aufgrund der aktuellen Situation und der erheblichen Einschränkungen 

Eingliederungsmassnahmen keinen Sinn machten. Die Versicherte könne nur kurze Zeit 

gehen, stehen oder sitzen, was Eingliederungsmassnahmen zum aktuellen Zeitpunkt 

verunmögliche (IV-act. 112).

A.h  Die Versicherte wurde vom 31. Mai bis 5. Juli 2017 stationär in der Rehaklinik 

Bellikon therapiert. Dort wurden (1.) eine Kontusion der Wirbelsäule bei 

vorbestehenden chronischen cervikospondylogenen und lumbospondylogenen 

Schmerzen, (2.) eine Kontusion des Handgelenks rechts (Aufprall gegen Stange bei 

Vollbremsung des Busses am 23. Juni 2017), (3.) eine rezidivierende depressive 

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Störung, gegenwärtig leichte Episode mit deutlicher Somatisierungstendenz (ICD-10: 

F33.0) und DD Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und 

Somatisierungstendenz ("larvierte Depression") diagnostiziert und der Verdacht auf 

leichtes sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom rechts erhoben. In somatischer 

Hinsicht wurde festgehalten, das Erarbeiten von Aktivitätszielen sei auch mit namhafter 

Unterstützung nicht möglich gewesen. Erarbeitete Coping-Strategien und 

Selbstübungen habe die Versicherte nicht ausgeführt. Es sei kaum Bereitschaft für eine 

Belastbarkeitssteigerung spürbar gewesen. Die Versicherte habe ein auffälliges 

Schmerz- und Leistungsverhalten gezeigt; bei den Belastbarkeitstests habe sie z. T. die 

Minimal Performance nicht erreicht. Es hätten sich Inkonsistenzen bzgl. der Handkraft 

beidseits gefunden. Insgesamt zeige sich eine erhebliche Symptomausweitung (Suva-

act. 129-5). Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die 

Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das 

Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den 

objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und 

bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Die 

Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medizinisch-theoretische 

Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und 

im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse 

sich medizinisch-theoretisch nicht begründen (Suva-act. 129-3). Rein unfallkausal sei 

die berufliche Tätigkeit als Reinigungsangestellte oder als Mitarbeiterin Hotellerie oder 

Pflege ganztags zumutbar. Unfallfremd (degenerative Veränderungen) erscheine die 

ganztags gehend-stehende Reinigungstätigkeit auf Dauer nicht optimal. Andere 

Tätigkeiten seien unfallkausal ohne Einschränkungen ganztags zumutbar. Unfallfremd 

(degenerative Veränderungen der Wirbelsäule) empfählen sich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne länger dauernde Zwangshaltungen für die 

Wirbelsäule (Suva-act. 129-4). Der Bericht zum psychosomatischen Konsilium hielt 

fest, die Versicherte habe über nächtliche Ängste, Antriebsreduktion, Schlafstörungen, 

Müdigkeit und Erschöpfbarkeit, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust sowie somatoform 

anmutende Beschwerden (Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, topographisch und 

qualitativ ausgeweitete Schmerzen) geklagt. Im Anschluss an die Scheidung vor acht 

Jahren sei es offensichtlich zu einer ersten depressiven Episode gekommen, die 

psychiatrisch behandlungsbedürftig gewesen sei, so dass diagnostisch derzeit nicht 

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nur eine Anpassungsstörung als Reaktion auf die aktuelle psychosoziale Belastung in 

Betracht komme, sondern auch eine rezidivierende depressive Störung mit derzeit eher 

leichtgradiger depressiver Episode, Ängsten und Somatisierungstendenz (im Sinne 

einer "larvierten Depression"). Die Versicherte würde gerne angepasst arbeiten und 

weise Ressourcen im kreativen Bereich auf. Sie könnte sich etwas ähnliches wie 

Aktivierungstherapie vorstellen, es fehlten ihr dazu aber Ausbildung und 

Sprachkenntnisse. Gegen Ende des stationären Aufenthalts sei die Versicherte bereit 

gewesen, eine weitere psychotherapeutische Begleitung ambulant aufzunehmen. Die 

festgestellte psychische Störung begründe aktuell keine arbeitsrelevante 

Leistungsminderung (zusätzlich zu den muskuloskelettal bedingten Einschränkungen 

[Suva-act. 129-12 f.]). In einem neurologischen Konsilium wurden eine zervikale 

Myelopathie und eine Polyneuropathie ausgeschlossen. Die elektroneurographischen 

Befunde waren mit einem leichten sensomotorischen Karpaltunnelsyndrom rechts 

vereinbar (Suva-act. 129-17).

A.i RAD-Ärztin Dr.med. E.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nahm am 28. 

August 2017 Stellung, der RAD könne sich der Beurteilung der Rehaklinik Bellikon 

anschliessen. Weitere medizinische Unterlagen müssten nicht eingeholt werden (IV-act. 

125).

A.j Die IV-Stelle wies das Gesuch der Versicherten um berufliche Massnahmen und 

Rente zunächst mit Mitteilung vom 29. August 2017 (IV-act. 128) ab, welche sie nach 

Aufforderung der Versicherten vom 12. September 2017, eine beschwerdefähige 

Verfügung zu erlassen (IV-act. 129), am 14. September 2017 durch einen Vorbescheid 

ersetzte (IV-act. 130). Am 30. Oktober 2017 erliess sie die abweisende Verfügung. 

Gemäss Abklärungen bestehe eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit für 

leidensadaptierte Tätigkeiten. Somit seien keine beruflichen Massnahmen angezeigt. 

Auf aktive Arbeitsvermittlung bestehe Anspruch, wenn gesundheitsbedingte 

Einschränkungen die Stellensuche beeinträchtigten. Da solche nicht vorlägen, sei für 

die Unterstützung bei der Stellensuche das RAV zuständig. Es bestehe kein Anspruch 

auf Rentenleistungen (IV-act. 138).

B. 

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B.a  Gegen die Verfügung vom 30. Oktober 2017 lässt A.___, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic.iur. K. Gemperli, am 29. November 2017 Beschwerde erheben. Sie 

beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

aufzuheben, und es seien ihr geeignete Eingliederungsmassnahmen, eventuell eine 

Rente zuzusprechen. Die angefochtene Verfügung basiere auf einer Stellungnahme des 

RAD vom 28. August 2017, welche ihrerseits lediglich auf einen kreisärztlichen Bericht 

vom 19. Juli 2017 und auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 6. Juli 2017 

verweise. Der kreisärztliche Bericht beziehe sich auf die Unfallkausalität der 

Beschwerden und sei für die vorliegenden Belange daher nicht verwertbar. Die 

Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon sei "aus unfallkausaler Sicht" erfolgt. 

Sie stamme von einem Assistenzarzt, dessen fachliche Qualifizierung nicht 

ausgewiesen sei. Für den Entscheid über den Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen oder Rente hätte es eines fachärztlichen, auf die finale 

Zwecksetzung der IV abgestimmten Zumutbarkeitsprofils bedurft. Der medizinische 

Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 29. Januar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon könne 

abgestellt werden, obwohl der ihn unterzeichnende Assistenzarzt über keinen FMH-

Titel verfüge, da er von einer Fachärztin für physikalische Medizin und einem Psychiater 

mitunterzeichnet worden sei. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

Leiden seien in der Rehabilitationsklinik Bellikon ausführlich und kompetent abgeklärt 

worden. Die Beschwerdeführerin bringe keine substanziierten Einwände gegen den 

Austrittsbericht vor. Es sei vollumfänglich auf diesen abzustellen. Demnach sei davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit voll 

arbeitsfähig sei. Für die Beschwerdeführerin geeignet seien etwa leichtere 

Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere 

Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, eine Beschäftigung am Empfang 

oder als Telefonistin sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste (z.B. Pizzakurier). Die 

Beschwerdeführerin könne nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen, demnach sei ein 

Leidensabzug von 10% vorzunehmen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 5%. Sie habe (somit) keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Ihr stehe 

eine grössere Anzahl von leidensangepassten Stellen offen. Da sie in einer adaptierten 

Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, habe sie von vornherein keinen Anspruch auf 

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Arbeitsvermittlung. Seien demzufolge die Schwierigkeiten bei der Stellensuche nicht 

auf gesundheitlich bedingte Einschränkungen zurückzuführen, falle die 

Arbeitsvermittlung nicht in die Zuständigkeit der IV, sondern allenfalls in diejenige der 

Arbeitslosenversicherung. Die Beschwerdeführerin habe somit keinen Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung oder andere Eingliederungsmassnahmen (act. G 4).

B.c  Mit Replik vom 16. Februar 2018 reicht die Beschwerdeführerin die Verfügung der 

Suva vom 25. Januar 2018 (act. G 6.1; Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. 

August 2017) sowie eine ärztliche Beurteilung der Suva vom 22. Januar 2018 (act. G 

6.2) ein. Sie betont, die der angefochtenen Verfügung zugrunde liegende Beurteilung 

berücksichtige bloss unfallkausale Beschwerden und lasse die aktenkundigen 

unfallfremden Gesundheitsschäden ausser Acht. Aus kreisärztlicher Sicht habe der 

Unfall vom 1. Oktober 2016 erhebliche Vorzustände nicht richtungsgebend 

verschlimmert und auch neu beschriebene Diskushernien nicht verursacht. Damit dürfe 

nicht alleine auf den Bericht der Rehaklinik Bellikon abgestellt werden, der sich 

ausschliesslich mit unfallkausalen Beschwerden befasse und diesen keine 

entscheidende Bedeutung zumesse (act. G 6).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).

B.e  Mit Eingabe vom 26. September 2018 reicht die Beschwerdeführerin nebst bereits 

in den Akten vorhandenen Berichten (vgl. Suva-act. 23 f., IV-act. 68-14, IV-act. 68-2 f. 

und IV-act. 68-4 ff.) eine Diagnoseliste von Dr. D.___ vom 9. Juli 2018 (act. G 9.1) sowie 

einen MRT-Bericht betreffend das linke Knie vom 13. Juni 2018 (act. G 9.2) zu den 

Akten (act. G 9).

Erwägungen

1. 

Die Wiederanmeldung vom 3. April 2014 (IV-act. 59) wurde mit Vorbescheid vom 22. 

September 2014 abgeschlossen (IV-act. 80). Eine entsprechende Verfügung erliess die 

Beschwerdegegnerin nicht (vgl. auch Darstellung der rechtlichen Grundlagen vom 23. 

Januar 2017, IV-act. 107-3), obwohl dies gemäss Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und Art. 

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74ter der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) erforderlich 

gewesen wäre. Es kann von der betroffenen Person erwartet werden, dass sie 

innerhalb eines Jahres seit der unzulässiger Weise im formlosen Verfahren erfolgten 

Mitteilung des Fallabschlusses an den Versicherer gelangt, wenn sich dieser seither 

nicht gemeldet hat (BGE 134 V 150 f., E. 5.2 f.; vgl. vom Bundesgericht aus anderem 

Grund aufgehobener Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Januar 2016, IV 

2013/595, E.1.4). Da ein Fallabschluss lediglich mittels Vorbescheids einem 

unzulässigen formlosen Abschluss des Verfahrens gleichkommt, die 

Beschwerdeführerin auch nach erfolgter Akteneinsicht durch das Sozialamt keinen 

Einwand erhob und sich auch sonst nicht meldete, vielmehr am 1. Juli 2015 eine 

rentenausschliessende Tätigkeit aufnahm (IV-act. 101-2) und schliesslich am 28. 

November 2016 eine Neuanmeldung vornahm (IV-act. 88), ist davon auszugehen, dass 

der Vorbescheid vom 22. September 2014 analog einer zu Unrecht im formlosen 

Verfahren ergangenen Mitteilung rechtskräftig geworden ist.

2. 

2.1  Vorliegend ist der Sachverhalt ab der Anmeldung vom 28. November 2016 zu 

prüfen. Verfahrensgegenstand bilden die Ansprüche auf berufliche Massnahmen und 

auf Rente. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht frühestens seit 1. Mai 2017 (Art. 29 

Ab. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). 

Umstritten ist im Wesentlichen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon 

ausgegangen ist, die im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren getroffene 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei auch für die Prüfung der 

invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche genügend.

2.2  Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG)

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2.3  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine 

Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze 

Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Soll ein Versicherungsfall 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung 

vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4).

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2.5  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2.6  Die unfallversicherungsrechtliche Invaliditätsbemessung ist für das invaliden-

versicherungsrechtliche Verfahren nicht bindend; die IV-Stellen haben die 

Invaliditätsbemessung selbständig vorzunehmen. Die Voraussetzungen für eine Rente 

in diesen Sozialversicherungszweigen sind trotz des grundsätzlich gleichen 

Invaliditätsbegriffes verschieden. Insbesondere berücksichtigt die Invaliditätsschätzung 

der Unfallversicherung lediglich die natürlich und adäquat kausalen gesundheitlichen 

und erwerblichen Unfallfolgen. Daraus folgt insbesondere, dass der rechtskräftige 

Abschluss des Unfallversicherungsverfahrens auch bei Beteiligung der IV-Stelle einen 

Streit um eine Rente der Invalidenversicherung nicht ein für alle Mal ausschliesst. 

Häufig bestehen denn auch nicht bloss unfallbedingte gesundheitliche 

Beeinträchtigungen (BGE 133 V 553, E. 6.1 f.).

3. 

3.1  Die Rehaklinik Bellikon äusserte zur Arbeitsfähigkeit, rein unfallkausal sei die 

berufliche Tätigkeit als Reinigungsangestellte oder als Mitarbeiterin Hotellerie oder 

Pflege ganztags zumutbar. Unfallfremd (degenerative Veränderungen) erscheine die 

ganztags gehend-stehende Reinigungstätigkeit auf Dauer nicht optimal. Andere 

Tätigkeiten seien unfallkausal ohne Einschränkungen ganztags zumutbar. Unfallfremd 

(degenerative Veränderungen der Wirbelsäule) empfählen sich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne länger dauernde Zwangshaltungen für die 

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Wirbelsäule. Psychiatrisch wurde unfallkausal und unfallfremd nicht unterschieden und 

festgestellt, dass keine Einschränkungen vorliegen (IV-act. 142-6 f.). Der RAD nahm am 

28. August 2017 Stellung, dieser Einschätzung könne ohne weitere medizinischen 

Abklärungen gefolgt werden (IV-act. 125). Die Beschwerdegegnerin schliesst daraus 

auf eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit auch für die Invalidenversicherung.

3.2  Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon machten zur Arbeitsunfähigkeit unter 

Berücksichtigung unfallfremder Beeinträchtigungen zwei ausdrückliche Aussagen, 

nämlich dass die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft nicht (vollständig) an die 

vorbestehenden Leiden adaptiert sei, und dass wechselbelastende Tätigkeiten ohne 

Zwangshaltungen der Wirbelsäule adaptiert seien. Dies impliziert eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten, denn es ist nicht davon auszugehen, dass 

zwar eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit genannt wurde, nicht aber eine 

ebenfalls vorhandene quantitative Einschränkung. Zudem wurden in der Diagnostik die 

vorbestehenden chronischen cervikospondylogenen und lumbospondylogenen 

Schmerzen erwähnt (IV-act. 142-5). Dies legt nahe, dass die Ärzte der Rehaklinik 

Bellikon auch aus gesamthaft betrachtender bzw. invalidenversicherungsrechtlich 

relevanter Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgingen. 

Da sie ihre Einschätzungen nicht ausdrücklich auf unfallbedingte Behinderungen 

einschränkten, können diese grundsätzlich auch für die Belange der 

Invalidenversicherung Geltung beanspruchen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. 

Oktober 2008, 8C_691/2008, E. 3.2).

3.3  In der somatischen Beurteilung führten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon aus, vor 

dem Unfall habe die Beschwerdeführerin bereits unter chronischen cerviko- und 

lumbo-spondylogenen Schmerzen gelitten, die aktuelle Bildgebung zeige einen 

unveränderten Befund der degenerativen Veränderungen in HWS und LWS. Die 

aufgrund von Schmerzangeben in der BWS durchgeführte Bildgebung habe ebenso 

degenerative Veränderungen ohne Hinweise auf posttraumatische Veränderungen 

gezeigt. Neurologisch habe sich kein Hinweis für eine neurogene Affektion der 

Wirbelsäule gefunden (IV-act. 129-5). Daraus geht hervor, dass durch den Unfall keine 

dauerhafte Veränderung der somatischen Befunde eingetreten war. So stellte die SUVA 

ihre Versicherungsleistungen per 31. Juli 2017 ein, weil aufgrund der Beurteilung des 

Kreisarztes die aktuell bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien (UV-

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act. 131-1 f.). Dies lässt sich anhand der aktenkundigen bildgebenden Befunde 

nachvollziehen. Ein MRT der LWS und des ISG vom 12. Oktober 2016 zeigte einen 

stationären Befund zur Voruntersuchung mit relativer Spinalkanalstenose sowie 

linksbetonter neuroforaminaler Stenose L4/L5, zudem eine mediane Diskusprotrusion 

L5/S1 mit Tangierung der Wurzel S1 beidseits (Suva-act. 24). Ein MRT der HWS vom 

14. Oktober 2016 wies eine paramedian rechtsseitige Diskushernie C5/C6 mit leichter 

Myelonimpression sowie mässige, rechtsbetonte Spondyl-/Unkarthrosen mit Punctum 

maximum C5 bis C7 nach (Suva-act. 23). Kreisarzt Dr.med. F.___, Facharzt für 

Neurochirurgie, hielt nach einer Untersuchung der Beschwerdeführerin in seiner 

Beurteilung vom 3. April 2017 fest, nach primärer Kontusion des Gesässes und der 

Lendenwirbelsäule habe sich im Verlauf ein exazerbiertes, panvertebrales 

Schmerzsyndrom entwickelt, dies bei vorbestehenden langjährigen, chronischen 

cervico- und lumbospondylogenen Schmerzen und radiologisch dokumentierten 

degenerativen Veränderungen cervico-thoraco-lumbal. Es sei (bei fehlenden 

strukturellen, unfallkausalen Veränderungen) von einer vorübergehenden 

Verschlimmerung der degenerativen Veränderungen auszugehen (Suva-act. 105-3). 

Auch Dr.med. G.___, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Beurteilung vom 22. Januar 

2018 aus, die erlittene Kontusion der Wirbelsäule und des Gesässes habe zu einer 

vorübergehenden, nicht richtungsgebenden Verschlimmerung von überwiegend 

wahrscheinlich degenerativen, durch Abnützung und Verschleiss verursachten 

krankhaften Veränderung der Wirbelsäule geführt (act. G 6.2). Ein MRT der BWS vom 

22. November 2016 zeigte eine Chondrosis intervertebralis mit kleiner, medianer 

Diskushernie auf Höhe TH 5/8 ohne radikuläre Kompression, sowie leichtgradige 

Spondylarthrosen (IV-act. 109-9). Hierzu hielt Dr. F.___ fest, eine Beteiligung der 

Brustwirbelsäule respektive der Halswirbelsäule (an den Unfallfolgen) habe 

überwiegend wahrscheinlich nicht stattgefunden (Suva-act. 105-3). Zusammenfassend 

ergibt sich aus der Aktenlage somit keine objektivierbare Zunahme der Beschwerden 

seit dem Unfallereignis vom 1. Oktober 2016. Vielmehr wurde in somatischer Hinsicht 

insgesamt eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet (Austrittsbericht Rehaklinik 

Bellikon vom 6. Juli 2017, IV-act. 142-8). Für den Zeitraum zwischen dem das erste 

Gesuch abschliessenden Vorbescheid vom 22. September 2014 (IV-act. 80) und dem 

Unfallereignis vom 1. Oktober 2016 bestehen keine medizinischen Akten, welche auf 

eine Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes schliessen lassen. 

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Vielmehr nahm die Beschwerdeführerin in diesem Zeitraum ihre Arbeitstätigkeiten auf 

(Tätigkeit 10%-Pensum als Hauswartin ab 5. August 2015; IV-act. 89-3 ff.; Tätigkeit 

70%-Pensum Reinigung ab 18. November 2015, IV-act. 89-1 f., 101). Die neu 

eingereichten Berichte von Dr. D.___ (Diagnoseliste vom 9. Juli 2018, act. G 9.1) und 

des MRT des linken Kniegelenks vom 13. Juni 2018 (act. G 9.2) lassen nicht auf eine 

zusätzliche dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung schliessen, die im 

massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits vorhanden war (vgl. 

BGE 131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). In somatischer Hinsicht stellte 

die Beschwerdegegnerin somit zu Recht auf den Austrittsbericht der Rehaklinik 

Bellikon ab.

3.4  Gemäss ausführlichem Bericht zum psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik 

Bellikon wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit 

somatoformer Mitbeteiligung am Schmerzgeschehen ("larvierte Depression"; ICD-10: 

F33.0), diagnostiziert und differenzialdiagnostisch eine Anpassungsstörung mit 

depressiver Reaktion und Somatisierungstendenz ("larvierte Depression") festgehalten. 

Der Störung wurde aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsminderung zugemessen, 

indes wurde der Beschwerdeführerin eine weiterführende Psychotherapie empfohlen 

(Bericht Dr.med. H.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Juli 2017, IV-

act. 142-15 f.). Die Diagnose wird aufgrund der Befunde nachvollziehbar als eher leicht 

und die Erkrankung schlüssig als auch reaktiv betrachtet (IV-act. 129-12 f.).

3.5  Der psychosomatische Konsiliarbericht der Rehaklinik Bellikon schildert die 

Beschwerdeführerin als unzufrieden und leicht dysphorisch verstimmt, hintergründig 

bedrückt und unterschwellig vorwurfsvoll wirkend, kränkbar (namentlich durch die 

Kündigung ihrer bisherigen Arbeitsstelle) und emotional sensibel. Die 

Beschwerdeführerin beschreibe eine permanente Müdigkeit und erhöhte 

Erschöpfbarkeit. Die Psychomotorik sei einigermassen lebhaft, der Antrieb sei 

reduziert. Sie habe sich vor ca. acht Jahren scheiden lassen und lebe mit ihrer jüngsten 

Tochter zusammen. Das Freizeitverhalten sei vorwiegend kreativ ausgerichtet (Malen, 

Handarbeit, Musik) und sie gehe gerne mit ihrem Hund spazieren. Die 

Beschwerdeführerin verfüge über keine Ausbildung und ihre Deutschkenntnisse seien 

limitiert (IV-act. 142- 7 f., 17 f.). Zur Therapie wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin 

habe Mühe gezeigt, einen besseren Umgang mit den Schmerzen zu erlernen. Sie habe 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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sich sehr stark auf die Schmerzen fokussiert und sich nicht in der Lage gesehen, 

einfache Übungen mit geringer Belastung durchzuführen (Austrittsbericht Rehaklinik 

Bellikon vom 6. Juli 2017, IV-act. 142-9). Der Beschwerdeführerin wurde keine 

somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Der funktionelle Schweregrad der 

diagnostizierten leichten Depression bzw. Anpassungsstörung ist eher gering. 

Schwerere somatische oder psychische Komorbiditäten liegen nicht vor. Die 

Beschwerdeführerin verfügt über Ressourcen (kreative Tätigkeiten, Wohnen mit der 

jüngsten Tochter), welche durch ihren Umgang mit den Beschwerden sowie das Fehlen 

einer Ausbildung und guter Sprachkenntnisse eingeschränkt sind. Insgesamt lassen 

der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon von 6. Juli 2017 (IV-act. 142-5 ff.) und der 

Bericht über das psychosomatische Konsilium vom 7. Juli 2017 (IV-act. 142-15 ff.) 

damit eine dem strukturierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 und 143 V 409 

genügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu. Aus den Akten ergeben sich keine 

Zweifel an der Beweistauglichkeit der Einschätzungen. Die auch in physisch 

adaptierten Tätigkeiten von der Rehaklinik I.___ attestierte Arbeitsfähigkeit von 40% 

(Austrittsbericht vom 24. Januar 2014, IV-act. 73) und die von Dr.med. J.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40% von März 

bis September 2013 betreffen einen Zeitraum, der vorliegend nicht relevant ist (E. 1), 

und basieren nicht auf andauernden, objektivierbaren Gesundheitsschäden. Sie 

vermögen die Einschätzung der Rehaklinik Bellikon nicht massgeblich in Frage zu 

stellen. Somit ist auch für das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen. Die 

Beschwerdegegnerin durfte somit auch aus psychiatrischer Hinsicht und damit 

gesamthaft auf den Bericht der Rehaklinik Bellikon abstellen und von einer 100%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgehen.

4. 

Die Beschwerdeführerin war bis zum Unfall als Reinigungskraft bei der Stiftung K.___ 

tätig. Das Pensum betrug 70% (5,88 von 8,4 Std. tägl. bzw. 29,4 von 42 Std. 

wöchentlich) und als Jahreslohn erhielt sie Fr. 3'040.-- x 13 = Fr. 39'520.-- (Angaben 

Arbeitgeberin vom 19. Dezember 2016, IV-act. 101-4,8). Nach Angaben der 

Beschwerdeführerin arbeitete sie wegen der langjährigen Rückenschmerzen im 

reduzierten Pensum (psychosomatisches Konsilium Rehaklinik Bellikon vom 7. Juli 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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2017, IV-act. 142-18). Daneben verrichtete sie Hauswartsarbeiten im Umfang von 10%, 

wofür sie mit 13 x Fr. 550.-- = Fr. 7'150.-- entlöhnt wurde (Arbeitsvertrag, IV-act. 89-3 

ff.). Insgesamt erzielte sie somit vor dem Unfall ein Jahreseinkommen von Fr. 46'670.-- 

bei einem Stellenumfang von insgesamt 80% und von hochgerechnet auf ein 

Vollzeitpensum Fr. 58'338.--. Dieses entspricht dem Valideneinkommen. Gemäss 

Lohnstrukturerhebung [LSE]/Lohnentwicklung 2016 betrug das durchschnittliche 

Einkommen, Kompetenzniveau 1, Frauen Fr. 54'517.-- (Bundesamt für Statistik [BFS], 

Informationsstelle AHV/IV, Invalidenversicherung, Ausgabe 2018, Bern 2018, Anhang 

2). Selbst unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von maximal 10-15% 

resultieren ein Invalideneinkommen von mindestens Fr. 46'339.-- (0,85 x Fr. 54'517.--) 

und ein keinen Rentenanspruch begründender Invaliditätsgrad von 20,6%.

5. 

5.1  Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) bedrohte Versicherte Anspruch 

auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a), und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Geeignet kann eine 

Eingliederungsmassnahme nur sein, wenn die betroffene Person - bezogen auf die 

jeweilige Massnahme - selber wenigstens teilweise objektiv eingliederungsfähig und 

subjektiv eingliederungsbereit ist (objektive und subjektive Eingliederungsfähigkeit [S. 

Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011, N 124, mit 

Verweisen auf die Rechtsprechung]). Die Massnahme als solche muss erforderlich und 

notwendig sein (Bucher, a.a.O., N 127).

5.2  Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben 

Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (Art. 

18 Abs. 1 lit. a IVG). Durch die mit der 5. IV-Revision erfolgte Änderung des die 

Arbeitsvermittlung betreffenden Art. 18 IVG wurde der anspruchsberechtigte 

Personenkreis von "eingliederungsfähigen invaliden Versicherten" auf "arbeitsunfähige 

(Art. 6 IVG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind" ausgeweitet (vgl. BBl 2005 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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4459, S. 4524). Nachdem der Gesetzgeber die Ausweitung des Anspruchs auf 

Arbeitsvermittlung bewusst anstrebte, ist diesem Umstand durch die Rechtsprechung 

Rechnung zu tragen (Entscheid des Versicherungsgerichts vom  7. September 2017, IV 

2016/396, E. 4.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 

9C_839/2010, E. 2.2.3, wonach die leistungsspezifische Invalidität nach Art. 18 IVG 

schon aufgrund einer relativ geringfügig erschwerten Suche nach einer Arbeitsstelle 

gegeben sei, solange diese Erschwernis auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen 

sei). Da für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung kein Mindestinvaliditätsgrad 

erforderlich ist und die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit nicht mehr 

arbeitsfähig ist, hat sie grundsätzlich Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Im 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon wurde zwar festgehalten, die 

Beschwerdeführerin würde gerne angepasst arbeiten und weise Ressourcen im 

kreativen Bereich auf. Indes wurde auch ausgeführt, dass kaum eine Bereitschaft für 

eine Belastbarkeitssteigerung spürbar gewesen sei und ein auffälliges Schmerz- und 

Leistungsverhalten bzw. eine erhebliche Symptomausweitung bestanden habe (IV-act. 

129-5). Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung fehlte es somit an einer für eine 

Arbeitsvermittlung erforderlichen subjektiven Eingliederungsbereitschaft, weshalb die 

Beschwerde auch diesbezüglich abzuweisen ist. Der Beschwerdeführerin ist es jedoch 

unbenommen, sich jederzeit hierfür bei der IV-Stelle neu anzumelden.

6. 

6.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen 

und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Die 

Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.10.2018
	Art. 16 ATSG; Art. 8 IVG; Art. 28 IVG: Abstellen auf einen im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren eingegangenen Bericht einer Rehaklinik auch für das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren. Aus dessen Formulierung und in Übereinstimmung mit den Akten ergibt sich, dass selbst nach einem Unfallereignis keine Beeinträchtigungen vorliegen, die die Arbeitsfähigkeit dauernd einschränken. Es besteht kein Anhaltspunkt, dass die unfallversicherungsrechtliche Arbeitsfähigkeitsschätzung die vorbestehenden Rückenprobleme nicht berücksichtigt hätte. Bei voller Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten besteht kein Anspruch auf eine IV-Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Oktober 2018, IV 2017/438).

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