# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 649ad5c7-3904-53a0-b73c-d5d783556a8d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.06.2024 200 2023 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-104_2024-06-25.pdf

## Full Text

200 23 104 IV
MAK/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Juni 2024

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Isliker
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Januar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), zuletzt bzw. ab Dezember 2017 bei der C.________ AG als Mit-
arbeiterin ... erwerbstätig, meldete sich im Oktober 2018 unter Hinweis auf 
generalisierte Ängste sowie einen Verdacht auf eine dissoziative Störung 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
[act. II] 1 S. 2; 6). Nach erwerblichen Abklärungen und dem Beizug von 
Berichten behandelnder Ärzte verneinte die IVB mit (unangefochten geblie-
bener) Verfügung vom 14. März 2019 (act. II 30) einen Anspruch auf Leis-
tungen der IV. In der Begründung hielt sie fest, aus medizinischer Sicht 
werde keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert und es liege somit keine 
Invalidität im Sinne des Gesetzes vor. 

Auf ein weiteres im April 2020 eingereichtes Leistungsbegehren (act. II 31) 
trat die IVB mangels glaubhaft gemachter Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen mit (ebenfalls unangefochtener) Verfügung vom 14. Juli 2020 
(act. II 35) nicht ein.

A.b.

Im August 2020 meldete sich die Versicherte, welcher das Arbeitsverhältnis 
bei der C.________ AG inzwischen gekündigt worden war (act. II 46 S. 10), 
unter Hinweis auf eine generalisierte Angststörung, eine dissoziative 
Störung (Konversionsstörung), nicht näher bezeichnet, sowie eine mittel-
gradige depressive Episode, erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (act. 
II 36). Die IVB tätigte erwerbliche Abklärungen, holte (teils zu Handen des 
Krankentaggeldversicherers verfasste) Berichte behandelnder Ärzte ein 
und liess die Versicherte durch die MEDAS D.________ (nachfolgend 
MEDAS) polydisziplinär begutachten (Expertise vom 24. Februar 2022 [act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 3

II 97.1 ff.]). Nachdem die IVB das Gutachten Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), zur Beurteilung vorgelegt (act. II 99) und von der MEDAS eine er-
gänzende Stellungnahme eingeholt hatte (act. II 101), stellte sie der Versi-
cherten mit Vorbescheid vom 16. Juni 2022 (act. II 102) die Verneinung 
eines Leistungsanspruchs in Aussicht. In der Begründung hielt die IVB fest, 
es liege kein Gesundheitsschaden mit invalidisierender Wirkung vor. Dage-
gen liess die Versicherte Einwand erheben und Berichte behandelnder Ärz-
te einreichen (act. II 103 S. 2 f.; 107; 117), woraufhin die IVB beim RAD 
Stellungnahmen einholte (act. II 110; 120). Mit Verfügung vom 12. Januar 
2023 (act. II 122) entschied die IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 10. Februar 2023 Beschwerde erheben. Sie stellt die fol-
genden Anträge: 

1. Die Verfügung vom 12. Januar 2023 sei aufzuheben. 

2. Der Beschwerdeführerin sei mindestens eine halbe IV-Rente zuzusprechen. 

3. Eventualiter sei das Dossier zur Bestimmung des IV-Grades und allenfalls für 
weitere Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. 

4. Der Beschwerdeführerin sei das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren, unter Beiordnung des unterzeichnenden Anwalts als Rechtsvertre-
ter. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Mit Eingabe vom 27. Februar 2023 reichte die Beschwerdeführerin Unter-
lagen betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. April 2023 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Entsprechend der prozessleitenden Verfügung der Instruktionsrichterin vom 
12. Juni 2024 reichte die Beschwerdeführerin eine E-Mail der F.________ 
AG vom 18. Januar 2023 ein (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 12), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 4

wonach für das vorliegende Verfahren keine Versicherungsdeckung beste-
he.  

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Januar 2023 (act. 
II 122). Gemäss dieser Verfügung besteht kein Anspruch auf Leistungen 
der IV. Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin beantragt mindestens 
eine halbe Rente. Streitig und zu prüfen ist demnach einzig der Anspruch 
auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 5

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Zwar datiert die vorliegend angefochtene Verfügung vom 12. Januar 2023 
(act. II 122), womit sie nach dem 1. Januar 2022 erging. Indessen erfolgte 
die Neuanmeldung im August 2020 (act. II 36), womit der früheste Zeit-
punkt eines allfälligen Rentenanspruchs noch vor dem 1. Januar 2022 liegt 
(Art. 29 Abs. 1 IVG). Zudem ist für die Zeit nach dem 1. Januar 2022 kein 
Revisionsgrund mit Neufestsetzung des Rentenanspruchs gegeben, womit 
das bis 31. Dezember 2021 geltende Recht (fortan aArt.) zur Anwendung 
gelangt (vgl. Rz. 9101 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozial-
versicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversiche-
rung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82).

2.2

2.2.1 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit 
zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 
anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Invali-
dität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 6

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Dabei ist dem 
klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu 
tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungsweise von der 
grundsätzlichen "Validität“ der versicherten Person auszugehen ist (BGE 
141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.2.2

2.2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so 
begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klas-
sifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 
E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285).

2.2.2.2 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, 
ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invali-
dität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normati-
ven Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296; 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 8. April 2024, 8C_492/2023, 
E. 4.2.2). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429). Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermö-
gen anhand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender über-
prüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte 
sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten ha-
ben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt 
haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ob 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 7

die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter 
Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307).

2.3

2.3.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 
bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Inva-
lidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 
87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, 
wenn angenommen werden kann, der Leistungsanspruch sei begründet, 
falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. 
SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist insbesondere 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar 
(BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 
S. 110 E. 3.1).

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 8

riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom August 2020 (act. II 
36) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu über-
prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeit-
punkte bilden einerseits die Verfügung vom 14. März 2019 (act. II 30), mit 
welcher die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Leistungen der IV 
verneint hatte – dies mit der Begründung, aus medizinischer Sicht werde 
keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert und es liege demnach keine Invali-
dität im Sinne des Gesetzes mehr vor  – und anderseits die nunmehr ange-
fochtene Verfügung vom 12. Januar 2023 (act. II 122; vgl. E. 2.3.3 vorne). 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 14. März 2019 präsentierte sich die 
medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.2.1 Dr. med. G.________, Facharzt für Radiologie und Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, beide Spital 
I.________, diagnostizierten im Bericht vom 8. März 2018 (act. II 13.2 S. 
19-21) eine Synkope unklarer Ätiologie (S. 19). Dem Ehemann nach sei es 
die dritte Episode in zehn Jahren gewesen. Die Untersuchung sei unauffäl-
lig gewesen. Laboranalytisch hätten sich eine Leukozytose und normale 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 9

Entzündungsparameter finden lassen. Das EKG (= Elektrokardiogramm) 
sei unauffällig gewesen, das Troponin negativ. Im CT (= Computertomo-
graphie) des Schädels habe sich kein akutes zerebrovaskuläres Ereignis 
gezeigt, es sei aber für eine Hirnvaskulitis verdächtig gewesen. Diese habe 
im MRI (= Magnetic Resonance Imaging) ausgeschlossen werden können 
(S. 20).

3.2.2 Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
und Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, beide 
Spital I.________, diagnostizierten im Bericht vom 27. März 2018 (act. II 25 
S. 15 f.) Anpassungsstörungen, Angst und depressive Reaktion gemischt 
(ICD-10 F43.22), eine leichte Sinusbradykardie am 26. März 2018, einen 
St.n. (= Status nach) Synkope unklarer Ätiologie sowie Status nach Lunge-
nembolie vor ca. zehn Jahren (S. 15). Die Selbstzuweisung sei bei St.n. 
Synkope vor über einem Monat und dem Gefühl, es könne sich jederzeit 
wieder so etwas ereignen, erfolgt. Anamnestisch und klinisch hätten die 
Beschwerden am Vorstellungstag im Rahmen der bekannten Angstproble-
matik verstanden werden können; das EKG und die Laborwerte hätten kei-
nen Anlass für eine neue Pathologie ergeben (S. 16).

3.2.3 Am 5. Juni 2018 erfolgte aufgrund einer rezidivierenden unklaren 
Bewusstlosigkeit, "a.e. psychogen", eine Zuweisung ins Spital L.________. 
Im entsprechenden (undatierten) Bericht (act. II 25 S. 10-12) wurde festge-
halten, in der klinischen Untersuchung sei lediglich eine generalisierte all-
gemeine Kraftschwäche der oberen und unteren Extremität sowie des 
Rumpfes ohne fokal neurologisches Defizit aufgefallen. Bei bekannter 
psychiatrischer Erkrankung und derzeitiger Stresssituation seien bei un-
auffälligem somatischem Status die Kollegen der Psychiatrie hinzugezogen 
worden. Diese hätten die Symptomatik im Rahmen der depressiven Episo-
de mit Angststörung, DD (= differentialdiagnostisch) dissoziativ, interpretiert 
(S. 11). 

3.2.4 Im Bericht vom 30. November 2018 (act. II 24 S. 1-6), mitunter-
zeichnet durch Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) sowie ein Verdacht auf 
dissoziative Störung (Konversionsstörung), nicht näher bezeichnet, festge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 10

halten (S. 3). Bisher habe kein somatischer Faktor festgestellt werden kön-
nen, der für die Synkopen ursächlich sein könnte. Liege kein solcher vor, 
könne angenommen werden, dass die Synkopen psychogener Natur seien 
und es sich hierbei um dissoziative Zustände im Sinne einer "Dissoziativen 
Störung (Konversionsstörung), nicht näher bezeichnet (F44.9)" handle. So 
könnte davon ausgegangen werden, dass diese vor dem Hintergrund der 
bestehenden generalisierten Angstproblematik aufträten (S. 4). 

3.2.5 Am 26. November 2018 erfolgte eine weitere notfallmässige Zu-
weisung in das Spital I.________. Im Bericht vom 5. Dezember 2018 (act. II 
25 S. 8 f.) wurden unklare rezidivierende Synkopen DD Narkolepsie, vaso-
vagale Synkope, psychogener nicht-epileptischer Anfall sowie eine leichte 
Hypokaliämie diagnostiziert (S. 8). Es habe sich eine normokarde, hyperto-
ne, afebrile Patientin in leicht reduziertem Allgemeinzustand präsentiert. Es 
hätten sich im klinischen Status inkl. Neurostatus keine Auffälligkeiten ge-
zeigt. Laboranalytisch seien eine leichte Leukozytose, eine normwertige 
Creatinkinase und ein leicht erhöhter Blutzucker aufgefallen. Bei schon 
erfolgter Abklärung sei eine epileptogene oder kardiogene Ursache der 
Synkope für unwahrscheinlich erachtet worden (S. 9).

3.2.6 Dr. med. N.________, Praktischer Arzt und Facharzt für Allgemei-
ne Innere Medizin, hielt im Bericht vom 28. Januar 2019 (act. II 25 
S. 1-7) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit "F43.22 An-
passungsstörungen, Angst und depressive Reaktion gemischt" fest (S. 3). 

3.3 Bis zum Erlass der die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) angefochtenen Verfügung vom 
12. Januar 2023 (act. II 122) präsentierte sich die medizinische Aktenlage 
im Wesentlichen wie folgt:

3.3.1 Am 19. März 2019 erfolgte eine erneute notfallmässige Selbstvor-
stellung im Spital I.________. Im Bericht vom 20. März 2019 (act. II 45.3 S. 
12-14), mitunterzeichnet von Dr. med. O.________, Praktische Ärztin sowie 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, wurden rezidivierende Bewusst-
seinsverluste unklarer Ätiologie, eine beginnende Otitis externa links sowie 
eine chronische Leukozytose diagnostiziert (S. 12). Die Ursache des Be-
wusstseinsverlustes sei weiterhin unklar geblieben (S. 13).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 11

3.3.2 Dr. med. P.________, Facharzt für Neurologie, Spital I.________, 
stellte im Bericht vom 4. November 2019 (act. II 45.3 S. 8-10) die folgenden 
Diagnosen (S. 8): 

• St. n. rezidivierenden Synkopen 
- DD funktionell im Rahmen Diagnose 2 
- insgesamt keine Hinweise auf eine allfällige Epilepsie 

• Psychosoziale Belastungssituation, rezidivierende depressive Episoden

Die geschilderten Episoden mit jeweils allgemeiner Schwäche sowie nach-
folgend berichtetem Bewusstseinsverlust passten weder zu typischen Syn-
kopen noch zu allfälligen epileptischen Anfällen. Am ehesten kämen 
entweder eine funktionelle Störung oder allenfalls auch situativ bedingte, 
vasovagale Synkopen in Frage, bei berichteter Gesichtsblässe und vor-
gängigem Kraftverlust (S. 9).

3.3.3 Lic. phil. Q.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, 
und MSc R.________, beide Spital I.________, hielten im zu Handen des 
Krankentaggeldversicherers verfassten Bericht vom 13. November 2019 
(act. II 45.3 S. 6 f.) fest, die Ängste hätten sich im Verlauf der Behandlung 
deutlich reduziert. Den dissoziativen Zuständen/Synkopen gegenüber habe 
die Beschwerdeführerin eine akzeptierende Haltung entwickeln können und 
diese gingen somit – neben der geringeren Auftretenshäufigkeit – mit weni-
ger Einschränkungen und Leidensdruck einher. Die Beschwerdeführerin 
unterziehe sich weiterhin medizinischen Abklärungen hinsichtlich der dis-
soziativen Zustände/Synkopen. Diesbezüglich gebe es keine klaren Befun-
de. Es erhärte dies den Verdacht, dass die Synkopen im Rahmen einer 
dissoziativen Störung aufträten (S. 7).

3.3.4 Dr. med. N.________ diagnostizierte im zu Handen des Kranken-
taggeldversicherers erstellten Bericht vom 15. November 2019 (act. II 45.3 
S. 4 f.) "Synkope und Kollaps" (ICD-10 R55 [S. 4]). Prinzipiell sei die Ar-
beitsfähigkeit wieder zu 100 % gegeben (S. 5). 

3.3.5 Am 5. April 2020 erfolgte eine weitere notfallmässige Selbstzuwei-
sung ins Spital I.________ wegen atemabhängigen Beschwerden. Im Be-
richt vom 7. April 2020 (act. II 52 S. 2 f.), mitunterzeichnet von Dr. med. 
S.________ (im Medizinalberuferegister [<www.medregom.admin.ch>] 
nicht aufgeführt), wurden unklare Thoraxschmerzen am ehesten musku-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 12

loskelettal, sowie Depressionen diagnostiziert (S. 2). Im klinischen Status 
habe sich die Patientin unauffällig präsentiert. Laboranalytisch hätten er-
höhte Leukozyten bei normwertigen D-Dimeren und Troponin imponiert. Im 
EKG habe sich ein normokarder Sinusrhythmus ohne Ischämiezeichen 
finden lassen. Im Urinstatus habe ein Harnwegsinfekt ausgeschlossen 
werden können. In der Zusammenschau der Befunde seien die Beschwer-
den im Rahmen muskuloskelettaler Genese und die erhöhten Leukozyten 
als stressbedingt interpretiert worden (S. 3).

3.3.6 Mit "Gesuch um Wiederaufnahme einer IV-Leistungsprüfung" beti-
teltem Bericht vom 21. Oktober 2020 (act. II 40), mitunterzeichnet von Dr. 
med. M.________, Spital I.________, wurde festgehalten, die Beschwerde-
führerin sei seit März 2018 im psychiatrischen Dienst des Spitals 
I.________ in Behandlung. Seit Krankheitsbeginn sei eine Verbesserung 
hinsichtlich der dissoziativen Störung (F44.9) zu beobachten, was sich an 
der verminderten Auftretenshäufigkeit der Dissoziationen und einem verrin-
gerten diesbezüglichen Leidensdruck zeige. Allerdings sei die depressive 
Symptomatik (F33.2) in den vergangenen Monaten deutlich exazerbiert – 
insbesondere seit dem Verlust der Arbeitsstelle und den damit verbunde-
nen Konflikten mit dem ehemaligen Arbeitgeber. Die generalisierte Angst-
störung (F41.1) sei leichtgradig regredient, aber immer noch deutlich und 
äusserst einschränkend zugegen. Ein Wiedereinstieg in den ersten Ar-
beitsmarkt sei gegenwärtig nicht realisierbar (S. 1).

3.3.7 PD Dr. med. T.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
sowie Hämatologie, Spital I.________, hielt im Bericht vom 6. Oktober 
2021 (act. II 82 S. 9 f.) fest, Anhaltspunkte für eine Erkrankung des Kno-
chenmarks oder der Lymphdrüsen lägen zurzeit keine vor. Für die wieder-
holten Synkopen und wiederholt festgestellten Hämatome seien bisher 
keine Erklärungen gefunden worden (S. 10).

3.3.8 Im polydisziplinären, auf einer internistischen, orthopädischen und 
psychiatrischen Beurteilung beruhenden MEDAS-Gutachten vom 24. Fe-
bruar 2022 (act. II 97.1 ff.) wurden interdisziplinär die folgenden Diagnosen 
gestellt (act. II 97.1 S. 4): 

Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 13

Keine

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

• Dissoziative Krampfanfälle (ICD-10 F44.0)
• Neigung zu Hals- und Lendenwirbelsäulenbeschwerden, ohne wesentli-

che funktionelle Beeinträchtigungen (ICD-10 M54.5)
• Beginnende Aufbrauchveränderung des rechten Kniegelenkes ohne Be-

einträchtigungen (ICD10 M17.1).

Es handle sich um typische dissoziative Anfälle. Diese fänden in der Regel 
und auch hier in einem "aufmerksamen Umfeld" (Familie, Arbeitsplatz, auf 
der Strasse) statt, hätten in der Regel, so auch hier, keine ernsthaften Ver-
letzungsfolgen (gehabt). Sie seien aus medizinischer Sicht grundsätzlich 
benigne und hätten keine bedeutenden funktionellen Auswirkungen, weder 
am bisherigen noch an einem zumutbaren Arbeitsplatz noch im Haushalt. 
Sie führten gelegentlich zu kurzen (zehnminütigen) Funktionsausfällen. Sie 
generierten hier ab 2018 zahlreiche Kurzabsenzen, die zum Stellenverlust 
geführt hätten. Sie seien in einem gewissen Grade belastend für das Um-
feld, das mittlerweile um deren Harmlosigkeit wisse (S. 4). Sowohl in der 
bisherigen wie in einer angepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 
100 %. Psychiatrischerseits werde ab September 2019 wegen einer mögli-
cherweise mittelgradigen depressiven Episode als Reaktion auf die Kündi-
gung mit sicherer Remission bis Ende des Jahres 2021 eine 
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Genauere Angaben dazu seien retrospektiv 
nicht möglich. Vernünftigerweise werde man die Beschwerdeführerin nicht 
an Arbeitsplätzen mit körperlich exponierten Arbeiten einsetzen (S. 5). Der 
Gesundheitszustand habe sich seit der Verfügung vom 14. März 2019 nicht 
verändert (abgesehen von der Möglichkeit einer reaktiven depressiven Epi-
sode Ende ab 2019 bis Ende 2021). Die Beschwerdeführerin habe in Be-
zug auf das im Vordergrund stehende Leiden (dissoziative Anfälle) gute 
Copingstrategien entwickelt. Dieses habe sich stabilisiert (S. 6).

In der ergänzenden Stellungnahme der MEDAS vom 11. Mai 2022 (act. II 
101 S. 2 ff.) wurde zur Nachfrage betreffend Verlauf der depressiven Sym-
ptomatik festgehalten, es sei "kein Beweis" möglich, dass die Beschwerde-
führerin ab Juli 2020 bereits wieder 100 % arbeitsfähig gewesen sei, da 
sich Indizien ergäben, dass die Arbeitsfähigkeit zumindest teilweise beein-
trächtigt gewesen sein könnte (S. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 14

3.3.9 Am 24. Juni 2022 erfolgte eine erneute notfallmässige Einweisung 
ins Spital I.________. Im Bericht vom 25. Juni 2022 (act. II 107 S. 5 f.), 
mitunterzeichnet von Dr. med. U.________ (im Medizinalberuferegister 
nicht aufgeführt), wurden eine Synkope mit Contusio capitis und Schulter-
kontusion links sowie rezidivierende Synkopen, DD dissoziaitv, diagnosti-
ziert (S. 5). CT-graphisch habe eine akute Traumafolge ausgeschlossen 
werden können (S. 6).

3.3.10 Im Bericht des Spitals L.________ vom 2. Dezember 2022 (act. II 
117 S. 2 ff.) wurden rezidivierende DD vasovagale Reflexsynkopen, mit 
formalen Risikomarker sowie eine psychosoziale Belastungssituation, la-
tente Depression, DD Angststörung, diagnostiziert (S. 2). Prinzipiell bleibe 
die Synkopenursache weiterhin unklar (S. 4). 

3.3.11 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 5. Ja-
nuar 2023 (act. II 120) nach interner Zuweisung an med. pract. 
V.________, Fachärztin für Arbeitsmedizin (act. II 121), fest, es ergäben 
sich seit der Begutachtung keine neuen Erkenntnisse (act. II 120 S. 4).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 15

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Spezia-
lärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt grundsätzlich 
(voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuver-
lässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470).

3.5 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2022 
(act. II 97.1 ff.) einschliesslich der Stellungnahme vom 11. Mai 2022 (act. II 
101 S. 2 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen 
(vgl. E. 3.4.2 vorne) und erbringt Beweis. Das Gutachten ist in Bezug auf 
die befundmässige und diagnostische Einschätzung – welche mit jener der 
behandelnden Ärzte im Wesentlichen übereinstimmt (vgl. E. 3.3 vorne) – 
überzeugend und orientiert sich bei der Frage der funktionellen Auswirkun-
gen an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281. In Überein-
stimmung mit der RAD-ärztlichen Einschätzung von Dr. med. E.________ 
und med. pract. V.________ (act. II 99; 120 f.; vgl. Art. 49 Abs. 1 IVV) kann 
auf die im Gutachten gezogenen Schlussfolgerungen abgestellt werden 
(vgl. jedoch E. 3.7.2 hinten). Danach liegt keine Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit vor. 

3.6 Die Beschwerdeführerin rügt, das MEDAS-Gutachten basiere auf 
offensichtlich falschen Diagnosen. Daher sei es zur Bestimmung des Zu-
mutbarkeitsprofils nicht brauchbar (Beschwerde S. 3 Ziff. IV). Die Synkopen 
würden bagatellisiert und im internistischen Gutachten gar nicht diagnosti-
ziert. Im psychiatrischen Teilgutachten würden sie nichtzutreffend als dis-
soziative Krampfanfälle diagnostiziert. Die psychiatrischen Diagnosen seien 
jedoch die Folge der Synkopen. Dem hätte der psychiatrische Gutachter 
klarer auf den Grund gehen müssen (Beschwerde S. 3 Ziff. IV/1). Die Syn-
kopen seien eine klassifizierte Diagnose (ICD-10 R55) und zudem hätten 
sie durchaus Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Beschwerde S. 4 Ziff. 
IV).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 16

3.7

3.7.1 Zunächst ist festzuhalten, dass keine medizinischen Berichte vor-
liegen, welche sich zu den Ergebnissen des MEDAS-Gutachtens äussern, 
geschweige denn diese kritisieren oder gar als unzutreffend bezeichnen. 
Mit Blick auf die im Recht liegenden Berichte der Behandler kann sodann – 
entgegen der Beschwerdeführerin – ebenso wenig gesagt werden, die 
Gutachter hätten falsche Diagnosen gestellt oder aber sie hätten sich zu 
wenig mit den Zusammenhängen zwischen den geltend gemachten Syn-
kopen und den gestellten Diagnosen befasst: Weder im Zuge des ersten 
Verwaltungsverfahrens bis zum Erlass der referenziellen Verfügung vom 
14. März 2019 (act. II 30) noch im aktuellen Verfahren konnte – trotz um-
fangreichen, zuletzt im November 2022 durchgeführten Untersuchungen – 
(act. II 117) eine somatische Ursache für die Synkopen gefunden werden. 
Mangels eines nachgewiesenen organischen Korrelats wurde deren Ätiolo-
gie daher seit jeher als am ehesten psychogen eingestuft (vgl. E. 3.2 f. vor-
ne). Dabei schrieben und schreiben die Behandler die Anfälle überwiegend 
dem dissoziativen Formenkreis zu (vgl. act. II 24 S. 4; 25 S. 11; 40 S. 1; 
45.3 S. 7), was entgegen der Beschwerde im Einklang mit den Einschät-
zungen im MEDAS-Gutachten steht (act. II 97.1 S. 4). 

Es kann auch keine Rede davon sein, die Experten hätten die Anfälle ba-
gatellisiert. Vielmehr haben sie sich anhand der Angaben in den Akten und 
der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung objektiv und sachlich 
mit den dokumentierten Anfällen auseinandergesetzt. Insbesondere erhellt 
in diesem Zusammenhang nicht, was die Beschwerdeführerin aus ihrem 
Hinweis, der internistische Teilgutachter bezeichne die Synkopen "wieder-
holt unzutreffend als dysfunktionale Verarbeitungsmechanismen", zur Un-
termauerung des Bagatellisierungsvorwurfs ableiten will, zumal diese 
Einschätzung aus einem anderen Arztbericht stammt (vgl. act. II 45.2 S. 3), 
welcher im internistischen Teilgutachten bloss unter den Aktenauszügen 
erwähnt (act. II 97.2 S. 7) wird. Für den Beweiswert des Gutachtens ist 
sodann auch nicht von Belang, ob die Anfälle – wie im psychiatrischen 
Teilgutachten und in der Folge im Rahmen der Gesamtbeurteilung – als 
"Dissoziative Krampfanfälle" (act. II 97.4 S. 16; 97.1 S. 4) oder aber – so im 
internistischen Teilgutachten – als "psychovegetative (vasovagale) Ohn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 17

machten" (act. II 97.2 S. 13) bezeichnet werden. Entscheidend ist vielmehr, 
dass die MEDAS-Experten die in den Berichten der Behandler als solche 
bezeichneten und von den Gutachtern auch nicht in Frage gestellten Syn-
kopen mangels einer nachweisbaren somatischen Ursache nachvollziehbar 
und überzeugend sowie namentlich – wie gezeigt – in Übereinstimmung mit 
der übrigen Aktenlage als psychogen eingestuft haben. Im Übrigen wurde 
die Symptomatik in den Akten (entgegen der Beschwerde; S. 4 Ziff. IV/1) 
durchaus auch mit Krämpfen umschrieben (vgl. act. II 25 S. 11). Dass so-
dann die seitens der Behandler gestellten weiteren psychiatrischen Dia-
gnosen wie die depressive Symptomatik (ICD-10 F33.2) und die 
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) auf der Diagnosenliste des 
MEDAS-Gutachtens keine Erwähnung fanden, ist schlüssig, war der psych-
iatrische Befund doch bland – namentlich auch seitens der Affektivität (act. 
II 97.4 S. 13 f.). Zudem gab die Beschwerdeführerin selber an, nicht mehr 
ängstlich zu sein (S. 16) und gelernt zu haben, mit den Anfällen umzuge-
hen (S. 17; act. II 45.3 S. 7). 

Soweit die Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter ferner eigene dia-
gnostische Überlegungen anstellt und aus dem Fehlen der Synkopen als 
eigenständige Diagnose in der MEDAS-Diagnosenliste auf den fehlenden 
Beweiswert der Expertise schliesst, so überzeugt auch dies nicht: Die Dia-
gnose "Synkope und Kollaps" gemäss ICD-10 R55 (Beschwerde S. 6 Ziff. 
IV/3) findet abgesehen von einer einmaligen Erwähnung seitens des Haus-
arztes (vgl. act. II 45.3 S. 4) in den Akten keine Stütze. Darüber hinaus um-
fasst das Kapitel XVIII der ICD-10 (R00-R99) subjektive und objektive 
Symptome, abnorme Ergebnisse von klinischen oder sonstigen Untersu-
chungen sowie ungenau bezeichnete Zustände, für die an anderer Stelle 
keine klassifizierbare Diagnose vorliegt (vgl. <www.icd-code.de>). Hier 
wurden die geltend gemachten Synkopen bzw. Anfälle diagnostisch einer 
dissoziativen Störung zugeordnet, womit es einer spezifischen Auflistung 
gemäss R-Codierung gar nicht bedurfte respektive die fehlende separate 
Erwähnung in der Diagnosenliste der Expertise auch insofern überzeugt.  
Im Übrigen ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass es in der 
Invalidenversicherung für die Bestimmung des Rentenanspruchs letztlich 
grundsätzlich unabhängig von der diagnostischen Einordnung eines Lei-
dens und unbesehen der Ätiologie ausschlaggebend ist, ob und in welchem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 18

Ausmass eine Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit vorliegt 
(Entscheid des BGer vom 14. November 2023, 8C_296/2023, E. 6.1). 

3.7.2 Was das beschwerdeweise kritisierte Zumutbarkeitsprofil anbe-
langt, so haben die Gutachter berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin 
nicht an gefährlichen Maschinen tätig sein sollte (act. II 97.1 S. 5; 97.4 
S. 21). Insoweit greift ihre Kritik ins Leere (Beschwerde S. 5 Ziff. IV/2). Weil 
die Synkopen bzw. Anfälle dem Dargelegten zufolge (vgl. E. 3.7.1 vorne) 
jedoch auf eine dissoziative Störung zurückgeführt wurden, wäre die Dia-
gnose "Dissoziative Krampfanfälle" richtigerweise unter den "Diagnosen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit" zu subsumieren gewesen. Dies 
schadet dem Beweiswert der Expertise jedoch nicht. Denn die Gutachter 
haben überzeugend keine darüberhinausgehenden Beeinträchtigungen 
festgestellt und quantitativ für alle zumutbaren Tätigkeiten eine 100%ige 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit bescheinigt (act. II 97.1 S. 5): So präsen-
tierte sich der körperliche Untersuchungsbefund "ausgesprochen blande" 
(act. II 97.3 S. 14), so dass somatisch-orthopädisch keine Arbeitsunfähig-
keit resultierte (S. 16). Auch auf internistischem Gebiet zeigten sich keine 
Befunde (act. II 97.2 S. 12) bzw. wurden die als solche bezeichneten Ohn-
machten nicht internistisch-somatisch begründet (S. 13 f.), so dass auch 
hier keine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen war. 

Was sodann die seit jeher (vgl. E. 3.2 vorne) und auch vorliegend im Zen-
trum stehende psychische Problematik anbelangt (vgl. E. 3.3 vorne), so 
präsentierte sich die Befundlage bei der Begutachtung völlig bland (act. II 
97.4 S. 13 f.). Wie im psychiatrischen Teilgutachten weiter festgehalten 
wurde und beschwerdeweise nicht bestritten wird, nimmt die Beschwerde-
führerin keine Psychopharmaka ein (S. 14) und hat die psychotherapeuti-
sche Behandlung beendet (S. 9), fährt (wenngleich mit Begleitung) Auto (S. 
11) und verfügt über ein gutes alltägliches Funktionsniveau (S. 15) sowie 
über soziale Kontakte (S. 12, 15). Es überzeugt somit, wenn im nämlichen 
Teilgutachten und in der Folge auch im Gesamtgutachten mit Blick auf die 
vom Sachverständigen (in Nachachtung der Rechtsprechung) berücksich-
tigten massgeblichen Indikatoren (BGE 141 V 281; vgl. E. 2.2.2.2 vorne) 
eine in qualitativer Hinsicht nahezu und in quantitativer Hinsicht gänzlich 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde. Dies gilt insbesonde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 19

re auch hinsichtlich der psychiatrisch für möglich gehaltenen depressiven 
Reaktion zwischen September 2019 und Dezember 2021 im Zusammen-
hang mit der Kündigung der letzten Arbeitsstelle. Auf die gerichtliche 
Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens kann daher verzichtet 
werden (BGE 145 V 215 E. 7 S. 228). 

3.8 Zusammenfassend bestehen keine konkreten Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens vom 24. Februar 2022 (act. II 97.1 
ff.) einschliesslich der Stellungnahme der Gutachter vom 11. Mai 2022 (act. 
II 101 S. 2 ff.). Der eventualiter beantragten Rückweisung an die Be-
schwerdegegnerin zwecks Neubeurteilung des medizinischen Sachverhalts 
bedarf es somit nicht.

3.9 Was die Frage nach einer revisionsbegründenden Veränderung 
angeht, hatte das MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2022 ausdrücklich 
auch zu beantworten, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeits-
fähigkeit verglichen mit der Situation zum Zeitpunkt der Verfügung vom 
14. März 2019 (vgl. E. 3.1 vorne) wesentlich verändert habe (act. II 87 S. 2; 
SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1). Im Gutachten wurde dies ver-
neint, allerdings mit der Einschränkung "der Möglichkeit einer reaktiven 
depressiven Episode Ende ab 2019 bis Ende 2021" (act. II 97.1 S. 6). Da-
mit stellt sich noch die Frage nach dem Verlauf des Gesundheitszustands. 

Nach der Aktenlage bestand bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom 
14. März 2019 hauptsächlich eine dissoziative Problematik mit als solchen 
bezeichneten, organisch nicht erklärbaren Synkopen. Dieses Beschwerde-
bild steht auch im vorliegenden Verfahren im Zentrum, wobei seit der letz-
ten Verfügung keine Veränderungen eingetreten sind. Ferner lag im 
Referenzzeitpunkt auch bereits eine depressive Problematik vor (act. II 25 
S. 3, 11). Die MEDAS-Gutachter gingen diesbezüglich jedoch explizit von 
einer bloss möglichen reaktiven, mithin nicht überwiegend wahrscheinli-
chen (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 UV Nr. 41 S. 163 E. 3.3) 
depressiven Episode zwischen Ende 2019 und Ende 2021 aus (act. II 97.1 
S. 6; 101 S. 3). Die seitens der Behandler wiederholt gestellte, wenngleich 
befundmässig kaum untermauerte Diagnose einer mittelgradigen (und bis-
weilen gar schweren) depressiven Episode (vgl. etwa act. II 40 S. 1; 45.3 
S. 6 f.) wurde demgegenüber als nicht annähernd nachvollziehbar respekti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 20

ve nur eine leichte depressive Symptomatik als nachvollziehbar beurteilt 
(act. II 97.4 S. 18). Somit ist nicht erstellt, dass die bereits vorbestandene 
depressive Problematik sich im Vergleichszeitraum in ihrer Beschaffenheit 
oder ihrem Ausmass dauerhaft verändert hätte. In Übereinstimmung mit 
der Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ (act. II 99 S. 6 f.) 
ergeben sich dafür auch in den übrigen Akten keine Anhaltspunkte. Selbst 
wenn jedoch – vorübergehend – eine leichte depressive Störung vorgele-
gen hätte, wäre eine solche nicht geeignet, den Rentenanspruch revisions-
relevant zu beeinflussen (vgl. BGE 148 V 49). 

Die gutachterliche Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin für 
Tätigkeiten an gewissen Maschinen nicht mehr eingesetzt werden sollte 
(act. II 97.1 S. 5), definiert zwar ein bestimmtes, leicht eingeschränktes 
Zumutbarkeitsprofil. Vor dem Hintergrund einer gesundheitlich nicht we-
sentlich veränderten Situation handelt es sich jedoch nur um eine andere 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts; mithin 
ist auch darin kein Revisionsgrund zu erblicken (BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 
164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

Liegt demnach kein Revisionsgrund vor, besteht bereits deshalb (auch wei-
terhin) kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. 

4.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 12. Januar 2023 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuwei-
sen. 

5.

Mit der Abweisung der Beschwerde ist die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend zu betrachten. Damit wird sie kostenpflichtig (Art. 108 VRPG), wes-
halb nachfolgend vorab das Gesuch um Erteilung des Rechts auf 
unentgeltliche Rechtspflege zu prüfen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 21

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der dokumentierten 
finanziellen Verhältnisse ausgewiesen (act. I). Im Weiteren ist die Be-
schwerde nicht als aussichtslos zu qualifizieren und die anwaltliche Verbei-
ständung ist geboten, weshalb die Voraussetzungen für die Erteilung des 
Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt sind. Das ent-
sprechende Gesuch der Beschwerdeführerin ist somit gutzuheissen und es 
ist ihr Fürsprecher B.________ beizuordnen.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG) und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufer-
legt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 5.1 
hiervor) wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht be-
freit (Art. 113 VRPG). 

5.3 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss] und Art. 108 Abs. 3 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Fürsprecher B.________ als 
amtlicher Anwalt (vgl. E. 5.1 vorne) bleibt dessen amtliches Honorar festzu-
legen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 22

5.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWST) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der 
Stundenansatz Fr. 200.--.

5.3.2 Mit Kostennote vom 4. Mai 2023 macht Fürsprecher B.________ 
einen Aufwand von 13.1 Stunden à Fr. 250.-- geltend, was nicht zu bean-
standen ist. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikostenersatz auf total 
Fr. 3'596.45 festzusetzen (Honorar: Fr. 3’275.-- [13.1 Stunden x Fr. 250.--]; 
Auslagen: Fr. 64.30; MWST: Fr. 257.15 [7.7 % auf Fr. 3'339.30]). Demnach 
ist Fürsprecher B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus 
der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2'620.-- (13.1 Stunden x 
Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 64.30 und die MWST von 7.7 % auf 
2'684.30, ausmachend Fr. 206.70, total somit eine Entschädigung von 
Fr. 2'891.--, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der 
Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Vor-
aussetzungen von Art. 123 ZPO.

5.4 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungs-
trägerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. dazu auch 
BGE 128 V 124 E. 5b S. 133; Entscheid des BGer vom 3. Juni 2009, 
8C_951/2008, E. 7).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 23

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'596.45 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Fürsprecher B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'891.-- 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2024, IV/23/104, Seite 24

6. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.