# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 868b5887-f61e-529b-9f65-1df58a31da70
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 05.04.2005 PZ 2005 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2005-20_2005-04-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 05. April 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 05 20

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Aktuar Blöchlinger

——————

Im Rekurs

des X., Gesuchsgegner, Gesuchsteller und Rekurrent, vertreten durch lic. iur. 
Fabienne Weber, c/o Anwaltsbüro Janett, Schulstrasse 1, 7302 Landquart,

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos vom 28. De-
zember 2004, mitgeteilt am 29. Dezember 2004, in Sachen gegen Y.,  
Gesuchstellerin, Gesuchsgegnerin und Rekursgegnerin, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 
Chur, 

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

2

A. X. wurde am E. in Deutschland geboren. Y. kam am F. in Polen zur 
Welt. Die beiden lernten sich im September 2003 über ein Partnervermitt-
lungsinstitut kennen. Am 20. Februar 2004 heiratete das Paar vor dem 
Zivilstandsamt A.. Aus erster Ehe ist Y. Mutter einer im Jahre 1989 geborenen 
Tochter, die nicht in der Schweiz lebt.

B.1. Am 13. September 2004 reichte Y. beim Bezirksgerichtspräsident 
Prättigau/Davos ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen ein. Darin 
führte ihr Rechtsvertreter aus, seine Mandantin lebe mit ihrem Ehemann in einer 
Einzimmerwohnung in Schiers, die für zwei Personen zu klein sei. Es sei zudem 
von Anfang an vereinbart worden, dass die Tochter von Y. aus erster Ehe nach 
der Heirat in die Schweiz komme. Solange die Parteien in einer 
Einzimmerwohnung leben würden, sei dies unmöglich. Der Gesuchsgegner sei 
deshalb richterlich zu ermahnen, für genügend Wohnraum zu sorgen. Sodann 
habe er für den Unterhalt seiner Frau aufzukommen, soweit diese nicht selbst 
für die Kosten aufkommen könne.

2. In seiner Stellungnahme vom 25. Oktober 2004 stellte X. Antrag 
auf Abweisung des Gesuchs seiner Ehefrau und ersuchte seinerseits den 
Eheschutzrichter um Erteilung der Berechtigung zur Aufhebung des ge-
meinsamen Haushalts. Zur Begründung machte X. geltend, er habe aufgrund 
der Eheschliessung durchaus beabsichtigt, eine grössere Wohnung zu suchen. 
Er habe die Möglichkeit gehabt, per 1. August 2004 in eine grössere Wohnung 
zu ziehen. Kurz zuvor sei die Gesuchstellerin jedoch aus der ehelichen Wohnung 
gezogen. Bereits während des gemeinsamen Zusammenlebens habe er nie 
gewusst, ob seine Ehefrau am Abend nach Hause komme. Sie habe sich 
zuweilen bei ihrer Mutter im Kanton C. aufgehalten und er habe manchmal auch 
gar nicht gewusst, wo sie über Nacht geblieben sei. Er fühle sich betrogen und 
ausgenutzt. Der Gesuchstellerin fehle offensichtlich der Ehewille. Das 
tatsächliche bzw. zumutbare Einkommen der Ehegatten reiche aus, um die 
jeweiligen Ansprüche zu decken, weshalb von der Zusprechung von 
Unterhaltsbeiträgen abzusehen sei. 

3. Am 1. Dezember 2004 wurden die Parteien vom Bezirksge-
richtspräsidenten anlässlich einer mündlichen Verhandlung befragt. 

3

C. Mit Verfügung vom 28. Dezember 2004, mitgeteilt am 29. Dezem-
ber 2004, erkannte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos als Ehe-
schutzrichter:

1. Es wird festgestellt, dass X. berechtigt ist, von Y. getrennt zu leben.

2. X. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. rückwirkend ab dem 1. 
Oktober 2004 und bis auf weiteres einen monatlichen Beitrag von 
pauschal Fr. 250.00, zahlbar pränumerando, zu leisten.

3. Im übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen.

4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens im Betrag von Fr. 300.00 
gehen je zur Hälfte zulasten des X. und der Y..

5. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung).

Zur Begründung führte der Bezirksgerichtspräsident aus, die Gesuch-
stellerin habe anlässlich der mündlichen Verhandlung ihre Bereitschaft zur 
Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft erklärt. Der Gesuchsgegner habe 
jedoch klar festgehalten, dass er sich durch das Verhalten der Gesuchstellerin 
betrogen vorkomme und für ihn daher eine Wiederaufnahme der ehelichen 
Gemeinschaft mit der Gesuchstellerin nicht in Betracht falle. Y. wohne und 
arbeite nun bereits seit einiger Zeit in B.. Die Parteien lebten somit bereits seit 
mehreren Monaten auch faktisch getrennt, weshalb die Berechtigung zur 
Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes zu erteilen sei. Der Rechtsvertreter 
der Gesuchstellerin habe anlässlich der mündlichen Verhandlung die 
Zusprechung eines monatlichen Unterhaltsbeitrags von Fr. 250.-- beantragt. 
Gehe man von den ausgewiesenen Nettoeinkommen der Parteien von monatlich 
Fr. 4'115.00 (Ehemann) bzw. Fr. 2'800.00 (Ehefrau) aus, so erscheine es 
gerechtfertigt, ihr diesen Betrag rückwirkend ab dem 1. Oktober 2004 
zuzusprechen. Dem Gesuchsgegner würden damit immer noch ausreichend 
Mittel zur Verfügung stehen, um nebst dem ordentlichen Lebensunterhalt auch 
noch die von ihm geltend gemachte Darlehensrückzahlung zu tätigen.

D.1. Gegen diesen Entscheid liess X. am 24. Januar 2005 beim 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden Rekurs erheben, wobei folgende An-
träge gestellt wurden:

1. Die Ziff. 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung des Bezirks-
gerichtspräsidenten Prättigau/Davos vom 28./29. Dezember 2004 
sei aufzuheben.

4

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6 % MwSt.) für 
beide Instanzen zulasten der Rekursgegnerin.

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Bezirksge-
richtspräsident Prättigau/Davos habe bei seinem Entscheid lediglich auf die 
beiden Nettoeinkommen abgestellt. Auf eine Gegenüberstellung der beiden 
Existenzminima und auf die Teilung eines allfälligen Überschusses habe er 
verzichtet. Wie die diesbezüglichen Berechnungen zeigten, sei die Rekursgeg-
nerin für die Bestreitung ihres Lebensunterhaltes nicht auf Unterhaltsbeiträge 
des Rekurrenten angewiesen. Entsprechend habe die Rekursgegnerin auch 
keinen Anspruch auf Unterhaltsleistungen. Gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung seien bei der Unterhaltsfestlegung sodann die für den nachehelichen 
Unterhalt geltenden Kriterien miteinzubeziehen, sofern nicht mehr ernsthaft mit 
einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes gerechnet werden könne. 
Die Rekursgegnerin habe das Vertrauen des Rekurrenten nachhaltig zerstört. 
Die Trennung sei im Hinblick auf eine Scheidung erfolgt. Es sei ohnehin fraglich, 
ob die Ehe angesichts der Umstände überhaupt je wirksam zustande gekommen 
sei oder nicht vielmehr von einer Scheinehe ausgegangen werden müsse. In 
Anbetracht der kurzen Ehedauer und der Eigenversorgungskapazität der 
Rekursgegnerin rechtfertige sich keine Zusprechung eines Unterhaltsbeitrags. 

2. Die Rekursgegnerin liess in ihrer Stellungnahme von 18. Februar 
2005 die kostenfällige Abweisung des Rekurses beantragen. Zur Begründung 
machte ihr Rechtsvertreter geltend, seine Mandantin habe den Unterhaltsbeitrag 
von Fr. 250.-- erst geltend gemacht, nachdem ihr Ehemann anlässlich der 
mündlichen Verhandlung eindeutig zu verstehen gegeben habe, dass für ihn 
eine Wiederaufnahme der Beziehung nicht in Betracht komme. Der von ihr ge-
forderte Betrag entspreche in etwa jenem Betrag, zu welchem ihr geschiedener 
erster Ehemann im Scheidungsurteil verpflichtet worden sei und den sie nun 
aufgrund ihrer Ehe mit dem Rekurrenten nicht mehr erhalte. Sie sei nach wie vor 
bereit, die eheliche Gemeinschaft weiterzuführen, sofern sich der Ehemann 
bereit erkläre, eine genügend grosse Wohnung zu mieten, welche auch Platz für 
ihre Tochter D. biete. Zudem müsse ihr Ehemann sein wohl eher platonisches 
Verhältnis zu einer anderen Frau aufgeben. Ihr Wechsel nach B. sei lediglich 
aufgrund einer Zwangslage erfolgt. Die vom Rekurrenten zitierte 
bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Bemessung der Unterhaltspflicht würde 
auf den vorliegenden Fall nicht zutreffen, da seine Mandantin nach wie vor an 
der Ehe festhalte. Ihr Ehemann verdiene monatlich Fr. 4'115.--, während sie 
selbst nur auf ein Nettoeinkommen von knapp Fr. 2'800.-- komme. Es brauche 

5

keiner grossen Berechnungen, um festzustellen, dass bei diesen Einkom-
mensverhältnissen ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 250.-- an der un-
tersten Grenze liege, zumal sie monatlich noch Fr. 600.-- an den Unterhalt ihrer 
Tochter nach Polen bezahle.

3. Der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos verzichtete mit 
Schreiben vom 26. Januar 2005 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid und den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen. 

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung:

1. Bei der Festsetzung von Geldbeträgen nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 
ZGB geht der Richter grundsätzlich von den bisherigen, ausdrücklichen oder 
stillschweigenden Vereinbarungen der Ehegatten über Aufgabenteilung und 
Geldleistungen aus, die der ehelichen Gemeinschaft eine bestimmte Struktur 
gegeben haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB). Solche Strukturen sollen im Rahmen von 
Eheschutzmassnahmen nicht gänzlich verändert werden. Anders zu ent-
scheiden liefe auf eine Vorwegnahme der Scheidung hinaus (I. Schwander, 
Basler Kommentar I, 2002, N. 2 zu Art. 176 ZGB). Ist aber eine Wiederherstel-
lung des gemeinsamen Haushaltes nicht mehr zu erwarten, gewinnt das Ziel der 
wirtschaftlichen Selbständigkeit zunehmend an Bedeutung (vgl. Haus-
heer/Brunner, Handbuch des Unterhaltsrechts, 1997, Rz. 4.98). Die Trennung 
erweist sich in solchen Fällen regelmässig nicht als eine der Stabilisierung oder 
Rettung der Ehe dienende Massnahme, sondern als Folge davon, dass die 
Scheidung nur verlangt werden kann, wenn die Ehegatten bei Eintritt der 
Rechtshängigkeit der Klage mindestens zwei Jahre getrennt gelebt haben (Art. 
114 ZGB). Ist mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes nicht 
mehr ernsthaft zu rechnen, erscheint es deshalb sachgerecht, bei der Beurtei-
lung des Unterhalts und insbesondere der Frage der Wiederaufnahme oder 
Ausdehnung der Erwerbstätigkeit die für den nachehelichen Unterhalt geltenden 
Kriterien (Art. 125 ZGB) mit einzubeziehen (BGE 128 III 65). In den Vordergrund 
tritt damit der Grundsatz der Eigenverantwortung. Je kürzer der Zeitraum des 
Zusammenlebens war und je weniger die Lebensverhältnisse durch die Ehe 
geprägt wurden, desto mehr darf dabei der Übergang zur wirtschaftlichen 
Selbständigkeit verlangt werden. 

6

2. Wie aus dem angefochtenen Entscheid geschlossen werden muss, 
hat der Eheschutzrichter im erstinstanzlichen Verfahren den Unterhaltsanspruch 
und die Unterhaltshöhe aus einem Lohnvergleich abgeleitet. 

a) Gemäss Ausführungen in den Rechtsschriften haben die Parteien 
- nachdem sie sich über ein Partnervermittlungsinstitut kennen gelernt hatten - 
nach kurzer Zeit geheiratet. Nur wenige Monate nach der Heirat traten bereits 
massive Probleme ein und die Rekursgegnerin verliess den gemeinsamen 
Haushalt. Der Rekurrent erklärt, er sei keinesfalls mehr bereit, das eheliche 
Leben wieder aufzunehmen. Von einem eigentlichen ehelichen Zusammenle-
ben, das wieder aufgenommen werden könnte, kann aber angesichts der kur-
zen Zeit, welche die Parteien in einem gemeinsamen Haushalt verbrachten, 
nicht einmal die Rede sein. Ob der Rekurrent wirklich Grund hat, sich betrogen 
zu fühlen oder er nicht vielmehr mit der überstürzten Heirat und seinem an-
schliessenden Verhalten gleichsam zum Scheitern der Ehe beigetragen hat, 
kann dabei offen bleiben, da das Verschulden für die Frage der Unterhaltspflicht 
irrelevant ist. Ein gemeinsamer ehelicher Lebensstandard als Grundlage der 
Bemessung des ehelichen Unterhalts bestand nicht. Insofern ist aber auch eine 
ehebedingte Änderung in der Lebensführung auszuschliessen. Nachdem die 
Beziehung gescheitert ist, bestimmt die Rekursgegnerin ihren Aufenthaltsort 
wieder frei. Wo sich die Rekursgegnerin vor ihrer Ehe aufhielt, lässt sich den 
Akten nicht entnehmen. Möglich erscheint, dass sie in Polen gelebt hat und sich 
wenigstens insofern eine ehebedingte Veränderung ergeben hat. Wie es sich 
damit verhält, kann jedoch ebenfalls offen gelassen werden. Denn letztlich wird 
seitens der Rekursgegnerin nicht behauptet, sie könne ihr voreheliches Leben 
bzw. ihren vorehelichen Lebensstandard nicht weiterführen. Die 
Lebensverhältnisse wurden demnach durch die Ehe in keiner Weise geprägt. 
Entsprechend erscheint es unter Einbezug der für den nachehelichen Unterhalt 
geltenden Kriterien aber auch nicht gerechtfertigt, eine Unterhaltspflicht rein 
aufgrund der verschieden hohen Einkommen zu bejahen und durch eine Ver-
teilung des Überschusses einen Ausgleich in der Lebenshaltung zu schaffen. An 
dieser Feststellung vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die 
Rekursgegnerin sich grundsätzlich vorstellen kann, die Ehe fortzuführen. 
Nachdem der Rekurrent dazu nicht bereit ist, bleibt die Wiederaufnahme der 
ehelichen Beziehung ausgeschlossen. Insofern kann in den Ausführungen der 
Rekursgegnerin nur die Bestätigung dafür gesehen werden, dass die vorlie-
genden Eheschutzmassnahmen sich als Folge der gesetzlich vorgeschriebenen 
zweijährigen Trennungszeit verstehen. Leitet sich - wie es vorliegend der Fall ist 

7

- die Unterhaltspflicht einzig und allein aus der ehelichen Beistandspflicht an sich 
ab, kann eine Unterhaltspflicht letztlich nur dann bejaht werden, wenn und soweit 
ein Ehegatte dringend auf solche Zahlungen angewiesen ist, mithin dann, wenn 
er nach der Trennung nicht selbst für sein wirtschaftliches Fortkommen zu 
sorgen vermag. 

b) Eine solche unterhaltsbegründende Situation liegt bei der Rekurs-
gegnerin offenkundig nicht vor. Gemäss den eingereichten Belegen verdient sie 
als Serviceangestellte monatlich Fr. 3'100 brutto. Tatsächlich ausbezahlt werden 
ihr Fr. 1'900.-- (vgl. AV 9.1). Zu betonen gilt allerdings, dass mit dem Lohnabzug 
ein wesentlicher Teil der Lebenshaltungskosten der Rekursgegnerin bereits 
beglichen ist. So deckt der Abzug von total Fr. 1'247.10 nebst den Kosten der 
Sozialversicherungen auch die Kosten der Krankenkasse, der Unterkunft, 
Verpflegung sowie die Steuerlast ab. Mit den verbleibenden Fr. 1'900.-- vermag 
die Rekursgegnerin demnach ohne weiteres für die restlichen Lebenshaltungs-
kosten aufzukommen. Sie ist mit anderen Worten wirtschaftlich selbständig und 
hat entsprechend auch keinen Anspruch auf Unterhaltszahlungen. Daran ändert 
auch nichts, dass die Rekursgegnerin im Rekursverfahren erstmals behauptet, 
sie bezahle monatlich Fr. 600.-- an den Unterhalt ihrer Tochter in Polen. 
Einerseits sind solche Zahlungen, nachdem keine Belege eingereicht wurden 
und überdies gemäss Scheidungsurteil (vgl. AV 9.3) nur eine finanzielle 
Unterhaltspflicht des Kindsvaters besteht, nicht glaubhaft dargetan. Andererseits 
vermag die Rekursgegnerin mit den nach Begleichung der elementaren 
Lebenshaltungskosten verbleibenden Fr. 1'900.-- auch für solche allfälligen 
Kosten noch aus eigener Kraft aufzukommen. Ebenso wenig kann die Unter-
haltspflicht damit begründet werden, dass die Rekursgegnerin - wie diese gel-
tend macht - durch ihre Heirat ihre frühere Scheidungsrente von rund Fr. 250.-- 
verloren hat und sie diesen Betrag nun durch die erneute Zusprechung eines 
Unterhaltsbeitrags von Fr. 250.-- ausgeglichen haben möchte. Der aus der Ehe 
geschuldete Unterhalt hat nicht zum Zweck, einen einzelnen finanziellen 
Nachteil zum vorehelichen Leben losgelöst von den übrigen wirtschaftlichen 
Umständen auszugleichen. Der Rekurs ist demnach gutzuheissen und Ziff. 2 der 
angefochtenen Verfügung aufzuheben. 

3. Der Rekurrent hat nur die Aufhebung von Ziff. 2 des vorinstanzli-
chen Entscheids beantragt. Nachdem der Rekurrent jedoch die Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten der Rekursgegnerin für beide Instanzen ver-
langt, ist davon auszugehen, dass sich sein Rekurs auch gegen Ziff. 4 und 5 des 

8

vorinstanzlichen Entscheids richtet. Eine Abänderung der vorinstanzlichen 
Kosten- und Entschädigungsfolge rechtfertigt sich indes nicht. Zum einen gilt 
darauf hinzuweisen, dass das erstinstanzliche Eheschutzverfahren bzw. die 
Regelung der Trennungsfolgen letztlich im Interesse beider Ehegatten stand. 
Namentlich galt es, im Rahmen der mündlichen Befragung den rechtserhebli-
chen Sachverhalt zu klären. Hinzu kommt, dass der Rekurrent erst anlässlich 
der Verhandlung vor dem Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos und da-
mit zu einem relativ späten Zeitpunkt explizit erklärte, eine Wiederaufnahme der 
ehelichen Beziehung falle für ihn völlig ausser Betracht. Diese Willensbe-
kundung war denn auch erst Anlass für ein konkretes Unterhaltsbegehren der 
Rekursgegnerin. Dem Ausgang entsprechend sind hingegen die Kosten des 
Rekursverfahrens der Rekursgegnerin aufzuerlegen. Diese hat überdies den 
Rekurrenten für das Rekursverfahren ausseramtlich zu entschädigen. Unter Be-
rücksichtigung des notwendigen Aufwands und der Honoraransätze des An-
waltsverbandes erscheint eine Entschädigung von Fr. 1'000.-- inklusive 
Mehrwertsteuer als der Sache angemessen.

4.a) Der Rekursgegnerin wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtsprä-
sidiums vom 21. Februar 2005 die Bewilligung zur unentgeltlichen Pro-
zessführung erteilt. Die ihr anfallenden amtlichen Kosten des Rekursverfahrens 
und die in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten ihrer Rechtsver-
tretung sind demnach - unter Vorbehalt der Rückforderung - vom Kanton Grau-
bünden zu erheben (Art. 47 Abs. 1 und 2 ZPO, Art. 45 Abs. 2 ZPO). Über die 
Höhe der Entschädigung des Rechtsbeistands wird im Verfahren nach Art. 47 
Abs. 4 ZPO entschieden. Der Rechtsvertreter der Rekursgegnerin wird unter 
Hinweis auf Ziffer 4 des Dispositivs der Verfügung vom 21. Februar 2005 auf-
gefordert, innert 10 Tagen seit Mitteilung dieser Verfügung eine tarifgemässe 
Honorarnote einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird der Aufwand 
nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

b) Die dem Rekurrenten zugesprochene ausseramtliche Entschädi-
gung basiert auf dem in Art. 3 der Honoraransätze des Anwaltsverbandes 
empfohlenen Stundentarif von Fr. 220.-- und ist von der Rekursgegnerin zu 
begleichen. Im Falle der - nachgewiesenen - Uneinbringlichkeit der zugespro-
chenen Parteientschädigung kann der Rekurrent die ihm mit Verfügung vom 8. 
Februar 2005 gewährte unentgeltliche Rechtspflege in Anspruch nehmen. 

9

Demnach erkennt das Kantonsgerichtspräsidium:

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 2 des Dispositvs des 
angefochtenen Entscheids wird aufgehoben. 

2. Die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 600.-- und Schreibgebühren von Fr. 150.--, total somit 750.--, 
werden der Rekursgegnerin auferlegt, die überdies den Rekurrenten für 
das Rekursverfahren mit Fr. 1'000.-- inklusive Mehrwertsteuer ausser-
amtlich zu entschädigen hat. 

3. a) Die Y. auferlegten amtlichen Kosten des Rekursverfahrens und die in 
diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten ihrer Rechtsvertretung 
werden dem Kanton Graubünden in Rechnung gestellt. 

b) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe (Art. 45 Abs. 2 ZPO) 
durch den Kanton Graubünden bleibt vorbehalten.

c) Der Rechtsvertreter von Y. wird aufgefordert, innert 10 Tagen seit 
Mitteilung dieser Verfügung eine detaillierte und tarifgemässe 
Honorarnote einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird die 
Entschädigung des Rechtsvertreters nach pflichtgemässem Ermessen 
festgesetzt.

4. Es wird davon Vormerk genommen, dass X. im Falle der nachgewiesenen 
Uneinbringlichkeit der ihm zu Lasten von Y. zugesprochenen 
ausseramtliche Entschädigung die mit Verfügung vom 8. Februar 2005 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege zu Lasten der Gemeinde A. in 
Anspruch nehmen kann.

5. Mitteilung an:

——————

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden:
Der Vizepräsident:                                       Der Aktuar: