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**Case Identifier:** 42a52665-f67a-56cf-a36e-b55dcbe60277
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 04.06.2021 IV 2019/198
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-198_2021-06-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/198

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2021

Entscheiddatum: 04.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 04.06.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gemäss als beweiskräftig zu 
beurteiltem Gutachten ist der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig, da 
keine funktionellen Beeinträchtigungen objektiviert werden können. 
Retrospektiv lässt sich eine Arbeitsunfähigkeit nicht mehr nachweisen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juni 
2021, IV 2019/198).

Entscheid vom 4. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie Löhrer und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2019/198

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 25. Mai 2016 bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an, da er seit 2003 methadonabhängig, 

seit 2012 zunehmend depressiv sei und seit 2015 an einem Burnout leide (IV-act. 1).

A.a. 

Der Versicherte hatte vom 1. Dezember 2015 bis 23. März 2016 in stationärer 

Behandlung in der Psychiatrischen Klinik B.___ gestanden, wo Störungen durch 

Kokain: Abhängigkeitssyndrom: Gegenwärtig abstinent, aber in beschützender 

Umgebung (ICD-10: F14.21), Störungen durch Opioide: Abhängigkeitssyndrom: 

Gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm (80 mg 

Methadon täglich, ICD-10: F11.22), eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode: mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), eine 

Grenzpsychose (ICD-10: F21); Status nach polymorpher psychotischer Störung ohne 

Symptome einer Schizophrenie, mit akuter Belastung sowie Probleme mit Bezug auf 

Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: Z73) diagnostiziert worden waren. 

Aus der erhobenen Anamnese geht unter anderem hervor, dass er im Alter von ca. 33 

Jahren während mehrerer Wochen wegen einer schweren Psychose in der Klinik C.___ 

behandelt worden sei. Er sei seit 10 Jahren in einem Methadonprogramm und habe 

seine seit 1. Januar 2002 innegehabte Stelle als Polymechaniker bei der D.___ AG auf 

den 30. November 2015 gekündigt, da der Vorgesetzte immer mehr Druck aufgesetzt 

habe. Nach zwei Jahren fast ohne Beikonsum habe er seit Sommer wieder begonnen, 

Kokain zu konsumieren (Austrittsbericht vom 23. März 2016, IV-act. 8; Angaben 

Arbeitgeberin vom 3. Juni 2016, IV-act. 4). Am 2. Mai 2016 hatte der Versicherte eine 

A.b. 

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teilstationäre Behandlung im Psychiatriezentrum E.___ aufgenommen (Arztbericht vom 

3. Oktober 2016 [Posteingang], IV-act. 15).

Vom 8. Juli bis 3. Oktober 2016 erfolgte eine weitere stationäre Therapie in der 

KPK B.___, während welcher die Methadondosis auf die Hälfte reduziert werden konnte 

(Austrittsbericht vom 3. Oktober 2016, IV-act. 16).

A.c. 

Med. pract. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, KPK B.___, hielt 

im Arztbericht vom 31. Januar 2017 fest, aktuell bestehe eine mässige Einschränkung 

der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine mittelgradige Verminderung der 

Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit. Diese wirkten sich durch kürzere 

Arbeitsphasen, häufigere Pausen und ein reduziertes Tagespensum aus. In bisheriger 

Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 20 % mit ca. 60%iger bis 80%iger 

Leistungsfähigkeit seit dem 1. Dezember 2016. Eine angepasste Tätigkeit sei dem 

Versicherten während einer bis zwei Stunden täglich zumutbar (IV-act. 24). Der 

Krankentaggeldversicherer beauftragte Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, mit der Begutachtung des Versicherten. Dieser kam gemäss Bericht 

vom 18. Januar 2017 zum Schluss, das Verhalten und die Lebensgeschichte des 

Versicherten seien (für Suchtkranke) sehr typisch. Er lege sich nicht fest, die Auskünfte 

seien nicht kohärent, es bestünden eine konsequente Schuldzuweisung und 

Opferhaltung. Er sei antriebslos, emotionslos, eingeengt auf das Ziel, ganz clean zu 

werden, verfüge (aber) über keine überzeugenden Konzepte, dies zu erreichen. 

Eingeengt und fixiert sei er auch darauf, dass das jetzt verschriebene Trittico schuld an 

seiner Schlappheit sei. In diesem Zustand sei der Versicherte nicht fähig, eine 

Arbeitsleistung zu erbringen. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass sich sein 

Zustand in absehbarer Frist verbessern werde. Es fehle ein überzeugendes, greifendes 

Konzept oder eine kompetente, rasche und intensive Behandlung (IV-act. 28).

A.d. 

Der Versicherte war vom 6. Januar bis 17. April 2017 in teilstationärer Behandlung 

in der KPK B.___ (Verlaufsbericht, med. pract. F.___, KPK B.___, vom 14. März 2018 

[Posteingang], IV-act. 63). RAD-Ärztin Dr. med. H.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, nahm am 10. Februar 2017 Stellung, unter Ausblendung des 

Suchtleidens bestehe in adaptierten Tätigkeiten eine auf 100 % steigerbare 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 33). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten daraufhin ein 

A.e. 

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Arbeitstraining in der I.___ vom 11. März 2017 bis insgesamt 31. Januar 2018 zu 

(Mitteilungen vom 7. März 2017, IV-act. 38, vom 22. Juni 2017, IV-act. 46, und vom 

15. Januar 2018, IV-act. 56). Im (undatierten, wohl am 31. Januar 2018 verfassten) 

Schlussbericht zur Massnahme wurde im Wesentlichen ausgeführt, zur Zeit sei es nicht 

möglich, die Präsenzzeit auf über 50 % zu erhöhen. Eine Anstellung zu 50 % sei gut 

machbar, sofern die Arbeit und Umstände am Arbeitsplatz gewisse Kriterien erfüllten 

(ruhig und soweit möglich stressfrei; IV-act. 59-6). Im Rahmen der Massnahme habe 

der Versicherte einen Schnuppertag in einem Shop für J.___ und einen (ca. 14 Tage 

dauernden, IV-act. 61-10 f.) Einsatz bei einem K.___ absolviert. Vom Betreiber des 

J.___ habe er Ende Dezember eine Absage erhalten. Den Arbeitsversuch bei einem 

K.___ in L.___ habe er aufgegeben, weil ihn die Leute im öffentlichen Verkehr (nach 

erneuter Umstellung des Antidepressivums) zu sehr gestresst hätten und sich sein 

früherer Dealer dort aufhalte (IV-act. 59-8; vgl. zum Ganzen auch Assessment- und 

Verlaufsprotokoll, IV-act. 61). Med. pract. F.___ hielt im Verlaufsbericht vom 14. März 

2018 [Posteingang] fest, der Versicherte habe eindeutige Konzentrationsstörungen 

sowie Symptome der Reizüberflutung beschrieben. Er habe sich als psychisch nicht 

ausreichend stabil erwiesen und nach dem Schnuppertag im Geschäft für J.___ 

deutliche Anzeichen für eine erheblich reduzierte psychische Belastbarkeit geschildert, 

die ihn an die psychotische Symptomatik im Jahr 1998 erinnert hätte. Es sei ihm von 

ärztlicher Seite von weiteren Arbeitsversuchen abgeraten worden. Seit 5. Februar 2018 

sei er erneut in teilstationärer Behandlung. Er habe ihn wegen des gesundheitlichen 

Risikos im Falle eines fortgesetzten Arbeitseinsatzes ab 6. Februar 2018 zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 63). Die Eingliederungsverantwortliche schloss den 

Fall per 23. Februar 2018 ab (IV-act. 61-11 f.).

Im Hinblick auf eine Begutachtung wurde dem Versicherten eine dreimonatige 

Abstinenz auferlegt (RAD-Stellungnahme vom 28. März 2018, IV-act. 64; Aufforderung 

vom 21. Juni 2018, IV-act. 69; Mahn- und Bedenkzeitverfahren vom 12. Oktober 2018, 

IV-act. 77). Med. pract. F.___ führte im Arztbericht vom 29. Oktober 2018 im 

Wesentlichen aus, das Konzentrationsvermögen des Versicherten sei 

krankheitsbedingt erheblich beeinträchtigt, die Aufmerksamkeitsspanne sei auf ein 

Minimum verkürzt. Bereits einfache administrative Aufgaben könnten ihn belasten und 

überfordern. Das Konzentrationsniveau könne derzeit für maximal eine halbe bis eine 

A.f. 

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ganze Stunde auf einem hinreichenden Level gehalten werden. Darüber hinaus sei 

aufgrund einer raschen Ermüdbarkeit auch die körperliche Belastbarkeit zeitlich 

beschränkt. Der Wiedereingliederungsversuch im Jahre 2017 habe Hinweise für eine 

erheblich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit selbst unter reduziertem Leistungsanspruch 

und adaptierten Bedingungen ergeben. Der Versicherte sei deshalb für nicht absehbare 

Dauer im ersten Arbeitsmarkt zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 82).

Die IV-Stelle beauftragte am 7. Dezember 2018 Prof.Dr.med. M.___, FMH 

Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, mit der psychiatrischen Begutachtung des 

Versicherten (IV-act. 86). Der Gutachter veranlasste ein MRT des Neurocraniums und 

eine neuropsychologische Zusatzuntersuchung bei Dipl. Psych. N.___ (IV-act. 88). Er 

diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 

F33.4), im Verlauf mittelgradig (ICD-10: F33.1), psychische und Verhaltensstörungen 

durch Opioide; Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich 

überwachten Ersatzdrogenprogramm (ICD-10: F11.22) sowie Störungen durch Kokain: 

Schädlicher Gebrauch, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F14.1). Er führte aus, wie 

bereits durch den Vorgutachter Dr. G.___ beschrieben, habe der Versicherte eine 

"typische Suchtkarriere" mit einer dazu adäquaten Verhaltensweise geboten. 

Externalisierungen mit Schuldzuweisungen und motivational ich-bezogene 

Äusserungen hätten das Gespräch dominiert. Es sei schwierig gewesen, eine echte 

Motivation und eine ernst gemeinte Anstrengungsbereitschaft für eine 

Widereingliederung zu erkennen (IV-act. 93-67). Während der Begutachtung seien ein 

stark süsslicher Geruch, übermässiges Schwitzen und eine zunehmende innere 

Unruhe, ähnelnd einer Entzugssymptomatik, aufgefallen (IV-act. 93-54, 67). Die 

angegebene Störung der Durchhaltefähigkeit mit Absinken der Konzentrationsfähigkeit 

und die laut werdenden, nicht beherrschbaren Gedanken und die frühzeitige 

Erschöpftheit hätten weder in der mehrstündigen psychiatrischen noch in der 

neuropsychologischen Zusatzuntersuchung auch nur ansatzweise objektiv 

nachvollzogen werden können. Psychopathologisch hätten keine Auffälligkeiten 

bestanden. Ein MRI des Neurocraniums sei ohne Hinweise auf strukturelle 

Folgeschäden des langjährigen Substanzkonsums gewesen. Zeichen einer akuten 

polymorphen Störung hätten nicht bestanden (IV-act. 93-68). Gesamthaft sei aus 

psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

A.g. 

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zuletzt ausgeübter und in adaptierter Tätigkeit auszugehen. Die Einschätzung des 

Verlaufs sei schwierig, da der behandelnde Psychiater von einer nicht objektivierbaren 

und nachvollziehbaren Symptomkonstellation ausgegangen sei. Die Beurteilung sei 

unter Einbezug bildgebender Verfahren und einer objektivierenden 

neuropsychologischen Diagnostik erfolgt, während die Einschätzung des 

behandelnden Psychiaters ausschliesslich klinisch erfolgt sei. Die Gründe für die 

Diskrepanz der Arbeitsfähigkeitsschätzung blieben schlussendlich offen; 

möglicherweise habe sich der behandelnde Psychiater durch die subjektiven Angaben 

des Versicherten sehr stark leiten lassen. Auch im Verlauf sei von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 93-74 f.).

RAD-Ärztin Dr.  H.___ nahm am 6. Februar 2019 Stellung, das Gutachten sei 

ausführlich, in sich schlüssig und nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden 

(IV-act. 96). Mit Vorbescheid vom 1. März 2019 gewährte die IV-Stelle dem 

Versicherten das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des 

Leistungsbegehrens (IV-act. 99). Mit Einwand vom 25. April 2019 liess der Versicherte 

geltend machen, er lebe heute konsumfrei und methadonfrei. Massgebend sei nicht 

mehr die Diagnose, sondern die funktionelle Auswirkung der Störung. Zudem sei 

Prof. M.___ wirtschaftlich (von den IV-Stellen) abhängig. Er - der Versicherte - sei 

aufgrund seines psychischen und chronifizierten Leidens auf berufliche Massnahmen 

der IV angewiesen. Sinngemäss wurde zudem vorgebracht, entgegen der Annahme 

des Gutachters sei die Depression nicht remittiert (IV-act. 106-1 ff.). Der behandelnde 

med. pract. F.___ nahm am 29. April 2019 Stellung zum Gutachten (IV-act. 108-2 ff.), 

wozu sich RAD-Ärztin Dr.  H.___ am 3. Juni 2019 unter anderem dahingehend äusserte, 

im Einwand würden keine neuen medizinischen Tatsachen vorgebracht (IV-act. 109).

A.h. 

Mit Verfügung vom 19. Juni 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Zur 

Begründung hielt sie fest, die Einwände vom 25. April 2019 seien geprüft worden. Sie 

führten zu keinem anderen Ergebnis, da keine neuen Fakten geltend gemacht würden. 

Es werde auf die beiliegende RAD-Stellungnahme vom 3. Juni 2019 verwiesen (IV-

act. 110).

A.i. 

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B.  

Mit Beschwerde vom 13. August 2019 (act. G 1) und deren Ergänzung vom 

19. September 2019 (act. G 3) beantragt A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführer), 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. M. Boltshauser, die Verfügung vom 19. Juni 2019 

sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Es seien zusätzliche 

medizinische Abklärungen durchzuführen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu 

weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter sei ihm die 

unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Er lässt ausführen, das Gutachten von 

Prof. M.___ weise erhebliche Mängel auf, weshalb nicht darauf abzustellen sei. Gemäss 

dem behandelnden med. pract. F.___ bestehe die depressive Störung seit mehreren 

Jahren und sei nicht remittiert. Der Gutachter stütze sich nicht (nur) auf objektive 

Befunde, sondern (auch) auf seine Mutmassungen. Er erkläre, eine Einschätzung zum 

Verlauf sei nicht möglich. Ohnehin sei für die retrospektive Beurteilung auf die Berichte 

der behandelnden Ärzte abzustellen. Während des Arbeitstrainings sei er als motiviert 

und engagiert wahrgenommen worden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der 

Gutachter seine Motivation in Frage stelle. Seine krankheitsbedingte Belastungsgrenze 

sei mehrfach erprobt worden und liege bei 50 %. Damit sei auf die Beurteilung der 

Arbeitsintegrationsexperten abzustellen. Zudem diskreditiere der Gutachter die 

Eingliederungsexperten in unzulässiger und generalisierender Weise. Entgegen der 

Annahme des Gutachters fänden die ambulanten Behandlungen nicht monatlich, 

sondern wöchentlich statt. Es werde bestritten, dass sich der behandelnde Psychiater 

von seinen Aussagen habe leiten lassen. Unzutreffend sei auch die Deutung seines 

Schwitzens während der Behandlung als Entzugserscheinung. Er sei seit Jahren 

abstinent. Die Laborbefunde liessen sich durch gelegentlichen Alkoholkonsum und die 

einmalige Einnahme von Lorazepam aus Furcht vor der bevorstehenden Begutachtung 

erklären. In einem Entscheid vom 9. Januar 2019 habe das Versicherungsgericht 

aufgrund der finanziellen Abhängigkeit des Gutachters dessen Unbefangenheit in Frage 

gestellt. Das vorliegende Gutachten weise schwerwiegende Mängel auf, weshalb 

darauf nicht abgestellt werden könne. Gemäss neuer Rechtsprechung dürfe einem 

Abhängigkeitssyndrom bzw. einer Substanzkonsumstörung nicht mehr von vornherein 

jegliche IV-rechtliche Relevanz abgesprochen werden.

B.a. 

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Am 2. Oktober 2019 zieht der Beschwerdeführer das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege zurück (act. G 6).

B.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2019 beantragt die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Das Gutachten von Prof. M.___ 

erfülle die vom Bundesgericht gestellten Anforderungen an den Beweiswert und sei 

beweiskräftig. Er leite die Diagnosen gestützt auf die objektiven Befunde, die 

Verhaltensbeobachtung, den Tagesablauf, die Anamnese und auch die Beobachtungen 

anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung her. Aufgrund des unauffälligen 

Psychostatus, der unauffälligen neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse und 

des MRI-Befunds sowie des strukturierten Tagesablaufs sei nachvollziehbar, dass der 

Beschwerdeführer nicht an einem die Arbeitsfähigkeit einschränkenden 

Gesundheitsschaden leide. Daran ändere auch die neue Rechtsprechung zu 

Abhängigkeitssyndromen nichts, da sich die diagnostizierten psychischen und 

Verhaltensstörungen durch Opioide auf die objektiven Befunde, das Verhalten und den 

Tagesablauf nicht negativ auswirkten. Bezüglich Benzodiazepine sei fraglich, ob 

überhaupt ein Abhängigkeitssyndrom einwandfrei diagnostiziert werden könne. Dass 

der Gutachter diesbezüglich den Sachverhalt nicht vollumfänglich habe klären können, 

sei im Ergebnis unerheblich, da weder an der mehrstündigen psychiatrischen noch an 

der mehrstündigen neuropsychologischen Untersuchung eine frühzeitige Erschöpfung 

habe festgestellt werden können. Die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten 

und Arbeitsleistungen sei in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die 

Eingliederungsfachleute auf Grundlage der von ihnen erhobenen subjektiven 

Arbeitsleistung zu beantworten. Es sei eine Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen würden. Die während der stationären 

und tagesklinischen Klinikaufenthalte vorliegende 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei 

jeweils nur vorübergehend gewesen. Im Weiteren bestünden keine Hinweise dafür, 

dass der Gesundheitszustand retrospektiv schlechter gewesen sei, womit rückwirkend 

nicht von einer wesentlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden 

könne. Aufgrund des vom Beschwerdeführer angerufenen Entscheids des 

Versicherungsgerichts vom 9. Januar 2019 könne nicht generell auf eine 

Unverwertbarkeit aller Gutachten von Prof. M.___ geschlossen werden (act. G 8).

B.c. 

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Erwägungen

1.  

Mit Replik vom 2. Dezember 2019 macht der Beschwerdeführer unter anderem 

geltend, der Gutachter habe nicht nur eine von den Arbeitsintegrationsexperten 

abweichende Einschätzung vorgenommen, sondern deren Arbeit und Fähigkeiten in 

Frage gestellt, was nicht Aufgabe eines Gutachters sei. Entgegen der 

Beschwerdegegnerin könne einem Bericht eines behandelnden Arztes nicht a priori 

jeglicher Beweiswert abgesprochen werden und stünden Hausärzte im engsten 

Kontakt mit den Versicherten. Die Kritik med pract. F.___s am Gutachten sei fundiert. 

Der Entscheid des Versicherungsgerichts vom 9. Januar 2019 betreffe nicht bloss 

einen Einzelfall. Es sei davon auszugehen, dass Prof. M.___ im Zweifelsfall eher 

zugunsten der beauftragenden IV-Stelle entscheide. Aus diesem Grund sei das 

Gutachten kritisch zu beurteilen und könne darauf nicht abgestellt werden (act. G 10). 

Als Bestandteil der Replik lässt der Beschwerdeführer eine undatierte, von ihm selbst 

verfasste Stellungnahme zur Begutachtung und zum Gutachten einreichen 

(act. G 10.1).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 18. Dezember 2019 auf eine Duplik 

(act. G 12).

B.e. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2; 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist 

1.2. 

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zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden können und sich 

auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427 E. 6). Für 

somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren 

mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6). Mit BGE 145 V 215 hat 

das Bundesgericht entschieden, dass fortan - gleich wie bei allen anderen psychischen 

Erkrankungen (vgl. BGE 143 V 409 und 418) - auf der Grundlage eines strukturierten 

Beweisverfahrens (Standardindikatorenprüfung) nach BGE 141 V 281 zu ermitteln ist, 

ob und gegebenenfalls inwieweit sich ein fachärztlich diagnostiziertes 

Abhängigkeitssyndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person 

auswirkt. Dabei kann und muss im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens 

insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung 

getragen werden (BGE 145 V 215 E. 6.3 und E. 7 S. 228; Urteil des Bundesgerichts 

vom 17. Februar 2021, 8C_701/2020, E. 4). Der Beweis für eine lang andauernde und 

erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

1.4. 

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Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

Die Rechtsanwendenden prüfen insbesondere, ob die Ärzte ausschliesslich 

funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folge der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 1 erster Satz ATSG), sowie, ob die 

versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektiver Grundlage erfolgt 

ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Recht und Medizin tragen je nach ihren fachlichen 

und funktionellen Zuständigkeiten zur Festlegung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit 

bei. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des 

strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung 

überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der 

Indikatoren widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben 

Rechnung tragen (BGE 141 V 307, E. 5.2.2 f., BGE 144 V 54, E. 4.3). Berücksichtigen 

die Experten die in BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend, hat ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auch aus Sicht der Rechtsanwendenden Bestand. 

Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon gebietet 

(BGE 145 V 368 f., E. 4.3).

1.5. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

1.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/19

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2.  

3.  

Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.7. 

Der Beschwerdeführer war ab 1. Dezember 2015 in stationärer Behandlung in der 

psychiatrischen Klinik B.___ und bis zum 30. November 2016 zu 100 % und ab 

1. Dezember 2016 zu 80 % arbeitsunfähig geschrieben (Arztbericht med. pract. F.___ 

vom 31. Januar 2017, IV-act. 24, und ärztliches Zeugnis med. pract. F.___ vom 

30. November 2016, Fremdakten, act. 2-12). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b 

IVG dauerte somit bis zum 30. November 2016. Bei Anmeldung am 25. Mai 2016 (IV-

act. 1) besteht ein allfälliger Rentenanspruch frühestens nach Ablauf der 

sechsmonatigen Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG, mithin ab 1. Dezember 2016.

2.1. 

Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das psychiatrische 

Gutachten von Prof. M.___ vom 31. Januar 2019 (IV-act. 93). Dieses ist im Folgenden 

auf seine Beweistauglichkeit zu prüfen.

2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, Prof. M.___ sei aufgrund des Volumens 

an Aufträgen seitens der IV-Stelle St. Gallen befangen. Weiter lasse auf 

Voreingenommenheit schliessen, dass er geäussert habe, er sei als Gutachter 

gewohnt, aus den Wiedereingliederungseinrichtungen oftmals Berichte mit wenig 

realitätsnahen Einschätzungen bei unzureichender Distanzierungsfähigkeit der 

3.1. 

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Berichterstattenden zu lesen (IV-act. 93-67). Gemäss konstanter bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung vermögen weder das blosse Auftragsvolumen bei einem Gutachter 

oder einer Gutachterstelle bzw. der regelmässige Beizug derselben (Urteile des 

Bundesgerichts vom 4. September 2020, 9C_212/2020, E. 4.1, vom 29. Januar 2019, 

9C_704/2018, E. 5.1, vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5 und vom 29. Mai 

2015, 8C_467/2014, E. 4) noch eine starke Abweichung bei der Auswertung der 

Häufigkeitsverteilung von attestierten Arbeitsunfähigkeitsgraden für sich allein 

genommen objektiv den Anschein von Befangenheit eines Gutachters oder einer 

Gutachterstelle zu wecken. Auch kritische Äusserungen zu behandelnden Ärzten (Urteil 

des Bundesgerichts vom 19. August 2016, 9C_276/2016, E. 3.1.2 mit Hinweis) und 

analog auch zu Eingliederungsinstitutionen reichen dafür nicht aus. Für die Annahme 

des Vorliegens einer Befangenheit bedarf es weiterer, die konkrete Begutachtung 

betreffende Umstände (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2020, 9C_25/2020, 

E. 5.1.2.2), welche vorliegend vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht werden. 

Überdies steht die Zurückhaltung des Gutachters gegenüber der Einschätzung der 

Eingliederungseinrichtung im Kontext zur vorangehenden Aussage, dass im Gespräch 

Externalisierungen und Schuldzuweisungen des Beschwerdeführers dominiert hätten 

und es schwierig gewesen sei, eine echte Motivation und ernst gemeinte 

Anstrengungsbereitschaft zur Wiedereingliederung zu erkennen (IV-act. 93-67). Die 

Aussage des Gutachters ist also nicht pauschal, sondern konkretisiert.

Es finden sich Diskrepanzen zwischen den Ausführungen des Gutachters bzw. 

dem Gutachten einerseits und den Aussagen des Beschwerdeführers bzw. des ihn 

behandelnden med. pract. F.___ andererseits. So führte med. pract. F.___ in der 

Stellungnahme vom 29. April 2019 aus, der Beschwerdeführer habe ihm eindeutig 

geschildert, dass der Gutachter eine Elekroencephalographie (EEG) habe durchführen 

lassen, welche im Gutachten nicht erwähnt sei (IV-act. 108-4). RAD-Ärztin Dr. H.___ 

führte dazu in ihrer Stellungnahme vom 3. Juni 2019 nachvollziehbar aus, in den Akten 

fänden sich keine Anhaltspunkte für eine entsprechende Indikation (IV-act. 109). Weiter 

ist in der gutachterlichen Anamnese vermerkt, die ambulante psychiatrische 

Behandlung bei med pract. F.___ finde einmalig im Monat statt (IV-act. 93-52). Aus 

dem Arztbericht vom 29. Oktober 2018 geht lediglich hervor, dass der 

Beschwerdeführer in laufender, regelmässiger ambulanter Behandlung sei, letztmals 

am 9. Oktober 2018 (IV-act. 82). In der Stellungnahme vom 29. April 2019 hielt med. 

pract. F.___ fest, entgegen dem Gutachten fänden die Therapiesitzungen wöchentlich 

statt (IV-act. 108-3). Bezüglich des Substanzkonsums führte der Gutachter an, bei der 

Untersuchung sei ihm aufgefallen, dass der Beschwerdeführer zunehmend geschwitzt 

habe, unruhig geworden sei und von ihm ein stark süsslicher Geruch ausgegangen sei. 

3.2. 

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4.  

Die Symptomatik habe stark jener eines Entzuges geähnelt. Gemäss Gutachten gab 

der Beschwerdeführer an, ausschliesslich Subutex 6 mg und Wellbutrin 300 mg 

erhalten zu haben (IV-act. 93-53). Demgegenüber machten er bzw. med. pract. F.___ 

nach der Begutachtung geltend, er habe aus Furcht vor der bevorstehenden 

Begutachtung einmalig Lorazepam eingenommen, welches er von med. pract. F.___ in 

Reserve erhalten habe. Er habe den Gutachter darüber informiert (IV-act. 108-2; 

act. G 3-8; act. G 10.1). Dieser wolle ihm Drogenkonsum unterstellen und damit ein 

schlechtes Licht auf ihn werfen (act. G 3-8).

Das Urindrogenscreening war jedoch auf Ethylglucuronid und Benzodiazepine 

positiv, obwohl - so der Gutachter - med. pract. F.___ den Beschwerdeführer für 

glaubhaft abstinent halte und dieser die Einnahme von Benzodiazepinen bestritten 

habe. Es erscheint somit nachvollziehbar, dass der Gutachter eine 

Entzugssymptomatik diskutierte. Auch seine Aussage, der Beschwerdeführer sei sehr 

erfahren mit Drogen und Substanzen und im Verschleiern der Symptome (letzte 

Anstellung; IV-act. 93-54, 67), ist begründet. Sie verweist auf die Anamnese des 

Beschwerdeführers, er habe im Arbeitsumfeld seine Sucht verheimlicht (Austrittsbericht 

der psychiatrischen Klinik B.___ vom 3. Oktober 2016, IV-act. 16) bzw. der Arbeitgeber 

habe nichts von seiner Drogenvergangenheit und seinem Drogenkonsum gewusst (IV-

act. 93-45). Wie noch darzulegen sein wird, konnte der Gutachter keine sich auf die 

quantitative Arbeitsfähigkeit auswirkenden funktionellen Beeinträchtigungen feststellen, 

sodass er dem Beschwerdeführer in adaptierten Tätigkeiten eine vollumfängliche 

Arbeitsfähigkeit attestierte. Dieses Ergebnis wird durch die von ihm gehegten Zweifel 

an der Abstinenz des Beschwerdeführers (gerade) bekräftigt. Gesamtbetrachtend kann 

somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Befangenheit des 

Gutachters ausgegangen werden, welche die Beweistauglichkeit von vornherein 

einschränkt.

3.3. 

Nachfolgend ist die Beweistauglichkeit in materieller Hinsicht noch eingehender zu 

prüfen. Der Beschwerdeführer beklagte sich anlässlich der Begutachtung über 

Reizüberflutungssituationen (Probleme mit lauten Geräuschen und grossen 

Menschenansammlungen) und vorzeitige Erschöpfbarkeit. Die Durchhaltefähigkeit sei 

eingeschränkt. Er berichtete über laut werdende Gedanken, die er nicht beherrschen 

könne. Er könne seine Gedanken nicht "abstellen". Dies führe zu 

Konzentrationsstörungen und frühzeitiger Erschöpfbarkeit. In sozialen Kontakten sei er 

schnell überfordert und müsse sich zurückziehen (IV-act. 93-41, 50). Er habe Kontakte 

zu Menschen, die drogenabhängig gewesen seien, abgebrochen und habe nur noch 

4.1. 

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selten soziale Kontakte. Dies entspreche seinem Wunsch. Soziale Kontakte würden ihn 

anstrengen wegen seiner Probleme. Bis 2014 habe er in einer Rockband gespielt. Er 

spiele Schlagzeug (IV-act. 93-44). Er wolle kein Methadon mehr nehmen, da dies 

ähnlich wie der Konsum von Heroin stigmatisiere. Es sei ihm schon immer schwer 

gefallen, sich zu konzentrieren. Schlafstörungen habe er seit 2004. Unter chronischem 

Kokainkonsum sei er schwer depressiv geworden. Mit Wellbutrin gehe es ihm 

stimmungsmässig besser. Aktuell habe er lediglich leichte Stimmungsschwankungen, 

womit er zurecht komme (IV-act. 93-50). Den Tagesverlauf beschreibt er hauptsächlich 

geprägt durch Lesen, Spaziergänge mit dem Hund und Nutzung des Internets (IV-

act. 93-51). Die ADL-Kompetenzen (Activities of Daily Living) seien nicht eingeschränkt, 

im Haushalt könne er alle Arbeiten erledigen (IV-act. 93-51).

Gemäss Prof. M.___ erschien das Langzeitgedächtnis in der 

Untersuchungssituation (im Januar 2019) intakt. Es hätten sich allerdings Hinweise auf 

gewisse Zeitgitterstörungen ergeben. Konzentration und Aufmerksamkeit seien nicht 

herabgesetzt gewesen oder im Verlauf der Untersuchung wesentlich abgefallen. Im 

Denken bestehe Stimmenhören im Sinne von Gedankenlautwerden. Die 

Grundstimmung sei indifferent und weder zum negativen noch zum positiven Pol 

verschoben. Vorzeitige Erschöpfbarkeit und vermehrte Müdigkeit würden angegeben. 

Freudfähigkeit und Interessen seien nicht eingeschränkt. Die Psychomotorik sei 

anfänglich ruhig gewesen und einer zunehmenden Unruhe gewichen. Der Antrieb sei 

nicht wesentlich reduziert. Es bestehe ein mässiges soziales Rückzugsverhalten (IV-

act. 93-56). In der neuropsychologischen Testung erbrachte der Beschwerdeführer in 

ruhiger Umgebung ohne grosse Störreize in nahezu allen durchgeführten Testverfahren 

unauffällige Resultate im erwarteten, durchschnittlichen Bereich und zum Teil auch 

überdurchschnittliche Leistungen (IV-act. 93-60, 83). Ein MRT des Neurocraniums war 

unauffällig und ergab insbesondere keine strukturelle Schädigung aufgrund des 

jahrelangen Konsums (IV-act. 93-58, 68). Demgegenüber hatte der behandelnde 

Psychiater med. pract. F.___ am 29. Oktober 2018 folgenden Befund geschildert: 

Aufmerksamkeit und Konzentration seien vermindert, die Psychomotorik deutlich 

verlangsamt, die Mimik selten diskret grimassierend. Im Gespräch zeigten sich 

Hinweise für eine mittelgradige Gedächtnisstörung. Das formale Denken sei 

verlangsamt, inhaltlich eingeengt auf eine Perspektivelosigkeit mit Zukunfts- und 

Existenzängsten. Im Affekt sei der Beschwerdeführer mittelgradig depressiv 

herabgestimmt, etwas ratlos wirkend, ängstlich, diskret gereizt, innerlich unruhig, 

klagsam, ambivalent. Die vorbestehenden Ein- und Durchschlafstörungen hätten 

zugenommen. Das Konzentrationsvermögen sei krankheitsbedingt erheblich 

beeinträchtigt, die Aufmerksamkeitsspanne sei auf ein Minimum verkürzt. Bereits 

4.2. 

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einfache administrative Aufgaben könnten den Versicherten belasten und überfordern. 

Das Konzentrationsniveau könne derzeit für maximal eine halbe bis eine ganze Stunde 

auf einem hinreichenden Level gehalten werden. Darüber hinaus sei aufgrund einer 

raschen Ermüdbarkeit auch die körperliche Belastbarkeit zeitlich beschränkt (IV-

act. 82). Sodann führte med. pract. F.___ in der Stellungnahme vom 29. April 2019 aus, 

der Versicherte habe anlässlich des Schnuppertags im J.___ psychosenahe Symptome 

entwickelt, weshalb ihm aufgrund der gesundheitlichen Gefährdung im Falle einer 

Berufstätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei (IV-act. 108). Der 

Beschwerdeführer selbst erklärt die unterschiedliche Beurteilung seiner kognitiven 

Fähigkeiten (nebst der Wirkung von Adrenalin) vor allem mit der angepassten, ruhigen 

und wohlwollenden Atmosphäre, in der die neuropsychologischen Tests stattgefunden 

hätten. Auch habe er seine Leistung in der I.___ nur dank eines ruhigen Arbeitsplatzes 

in einem geschlossenen Raum erbringen können. Es falle ihm schwer, seine 

Empfindungen, Gedanken und seelischen Nöte sichtbar zu machen oder zu 

artikulieren. Da er über Jahre ein funktionierendes Bild habe abgeben müssen, verfalle 

er in Stresssituationen in eine Art Überlebensmodus, in dem er scheinbar ruhig und 

gelassen wirke und dazu neige, Dinge schön zu reden, da der Wunsch, alles möge in 

Ordnung sein, überwiege (act. 10.1).

Was die kognitive Leistungsfähigkeit betrifft, ist festzuhalten, dass die Befunde des 

Gutachters durch eine neuropsychologische Untersuchung im Vergleich zu jenen von 

med. pract. F.___ zusätzlich objektiviert sind. Die von med. pract. F.___ angeführten 

Symptome während des Schnuppertages im J.___ vermögen eine dauerhafte 

vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht überzeugend zu begründen. Für 

die vom Beschwerdeführer angeführte Dissimulation ergeben sich aus den Akten keine 

hinreichenden objektiven Hinweise, insbesondere wird keine entsprechende 

Beeinträchtigung der Persönlichkeit diagnostiziert oder diskutiert.

4.3. 

In Anbetracht der im Rahmen der Begutachtung erhobenen psychopathologischen 

und neuropsychologischen Befunde erscheint nachvollziehbar, dass keine 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit attestiert werden konnten. Aufgrund der Angaben 

des Beschwerdeführers und der von der Hausärztin erhobenen Urinproben ist davon 

auszugehen, dass kein regelmässiger und beeinträchtigender Beikonsum (mehr) 

besteht. Dass die Abhängigkeitserkrankung die Arbeitsfähigkeit nicht massgeblich 

beeinträchtigt, erscheint auch plausibel, weil der Sinn der Heroinsubstitution durch 

Methadon und später Subutex gerade darin besteht, konsumbedingte 

Beeinträchtigungen zu minimieren. Eine solche Behandlungsmassnahme kann von 

Suchtkranken im Sinne der Schadenminderungs- bzw. Mitwirkungspflicht verlangt 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/19

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5.  

werden, soweit sie im konkreten Fall zumutbar ist (Art. 7 Abs. 1 und 2 IVG; Art. 7a IVG; 

Urteile des Bundesgerichts vom 7. November 2019, 9C_309/2019, E. 4.2.2, und vom 

22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit Hinweis). Der Gutachter hielt als Inkonsistenz 

fest, dass der Beschwerdeführer im Methadonprogramm jahrelang Beikonsum gepflegt 

habe und jetzt einen kompletten Ausstieg wünsche, ohne je eine 

Entwöhnungsbehandlung durchlaufen zu haben (IV-act. 93-53). Dass die mittelgradige 

Depression unter Wellbutrin zumindest insoweit remittiert ist, dass sie die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht mindert, deckt sich zum einen mit den 

vom Gutachter erhobenen Befunden unter Berücksichtigung, dass sich die beklagte 

vorzeitige Erschöpfbarkeit und vermehrte Müdigkeit während den mehrstündigen 

(zwei- und dreistündigen auch gemäss dem Beschwerdeführer, act. G 10.1) 

Untersuchungen nicht feststellen liessen (IV-act. 93-56, 68). Zum anderen gab der 

Beschwerdeführer selber an, unter Wellbutrin gehe es ihm aktuell stimmungsmässig 

besser. Er habe nur noch leichte Stimmungsschwankungen, mit denen er 

zurechtkomme (IV-act. 93-50). Was die abweichende Beurteilung durch die I.___ 

betrifft, gehen dieser ärztliche Einschätzungen grundsätzlich vor (Urteile des 

Bundesgerichts vom 8. Januar 2019, 8C_334/2018, E. 4.2.1, und vom 27. Juni 2018, 

8C_48/2018, E. 4.3.1). Zudem endete die Massnahme am 31. Januar 2018, ein Jahr vor 

der Begutachtung durch Prof. M.___ (IV-act. 59, 93).

Zusammenfassend hat der Gutachter nachvollziehbar dargelegt und ergibt sich 

aus der Indikatorenprüfung (ausreichendes Funktionsniveau für den Alltag, keine 

psychiatrische Komorbidität oder Begleiterkrankung, diverse Inkonsistenzen, 

motivationale Aspekte sowie mögliche Therapieoptionen), dass der Beschwerdeführer 

weder durch die depressive noch durch die Suchterkrankung unter andauernden 

funktionellen Einschränkungen leidet (vgl. zur Prüfung invalidisierender Auswirkungen 

einer Abhängigkeitserkrankung via Standardindikatoren Urteil des Bundesgerichts vom 

17. Februar 2021, 8C_701/2020, insbesondere E. 6.2.3). Auf das Gutachten ist daher 

insoweit abzustellen, als der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Begutachtung in 

der angestammten sowie in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.

4.5. 

Zum retrospektiven Verlauf führte der Gutachter aus, die Einschätzung des 

Verlaufs sei schwierig, da der behandelnde Psychiater von einer nicht objektivierbaren 

und nachvollziehbaren Symptomkonstellation ausgegangen sei. Aus gutachterlicher 

Sicht seien die objektiven Fakten massgebend, die keine Psychopathologika, keine 

strukturellen Läsionen und keine neuro-kognitiven Störungen auswiesen. Letztendlich 

blieben die Gründe für die maximal diskrepante Einschätzung des behandelnden 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/19

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Psychiaters offen. Daher könne er auch im Verlauf keine Arbeitsunfähigkeit attestieren. 

Während der stationären und tagesklinischen Aufenthalte habe natürlich 

definitionsgemäss eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (IV-act. 93-74).

Der Beschwerdeführer war vom 1. Dezember 2015 bis 23. März 2016 in stationärer 

(Austrittsbericht psychiatrische Klinik B.___ vom 23. März 2016, IV-act. 8), vom 2. Mai 

bis 3. Juni 2016 in teilstationärer (Arztbericht Psychiatrie-Zentrum E.___ vom 

3. Oktober 2016 [Posteingang], IV-act. 15) und vom 8. Juli bis 3. Oktober 2016 

wiederum in stationärer (Austrittsbericht psychiatrische Klinik B.___ vom 3. Oktober 

2016, IV-act. 16) Behandlung. Somit Bestand zum Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs am 1. Dezember 2016 (E. 2.1) und darüber hinaus keine 

längerfristige durch zeitlich anspruchsvolle Therapien begründete vollumfängliche 

Arbeitsunfähigkeit mehr. Dr. G.___ kam in seinem Gutachten vom 18. Januar 2017 zum 

Schluss, der Beschwerdeführer sei eingeengt und fixiert darauf, dass die 

Krankenversicherung durch die Ablehnung der Kostenübernahme für die weitere 

teilstationäre Therapie ihn um eine Chance gebracht habe, und darauf, dass die neu 

verordneten Medikamente Schuld an seiner aktuellen Schlappheit seien. In diesem 

Zustand sei er nicht fähig, eine Arbeitsleistung zu erbringen. Mangels eines 

überzeugenden greifenden Konzepts sehe er keine Chance, dass sich daran innert 

nützlicher Zeit etwas ändere (Fremdakten, act. 2-9). Dr. G.___ wies dabei auf eine 

fehlende kompetente, rasche und intensive Behandlung hin und ging nicht davon aus, 

dass dem Beschwerdeführer eine solche nicht zumutbar wäre. Seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ist somit nicht massgebend, da sie unter Ausblendung der 

Selbsteingliederungspflicht erfolgte. RAD-Ärztin Dr. H.___ nahm denn auch gestützt 

darauf - unter Ausblendung des Suchtleidens bzw. einer begleitenden Abstinenz 

hinsichtlich des Beikonsums als flankierende Massnahme - in adaptierten Tätigkeiten 

eine auf 100 % steigerbare Arbeitsfähigkeit an (Stellungnahme vom 10. Februar 2017, 

IV-act. 33). Vom 13. März 2017 bis 31. Januar 2018 erfolgte das Arbeitstraining, wobei 

eine Präsenzzeit von 50 % und eine Leistungsfähigkeit von 70 % bis 80 % erreicht 

werden konnten (IV-act. 59). Der Gutachter kannte und würdigte diesen Bericht. Wie 

bereits im Zusammenhang mit der Frage der Befangenheit dargelegt wurde, vermag 

dieser Bericht die gutachterliche Einschätzung nicht zu entkräften. Med. pract. F.___ 

erhob gemäss Berichten vom 14. März 2018 (IV-act. 63) und vom 29. Oktober 2018 (IV-

act. 83) im Wesentlichen gleich gebliebene Befunde und beschrieb keine Verbesserung 

des Gesundheitszustandes bis zur Begutachtung, ebenso berichtete der 

Beschwerdeführer selbst nicht von einer solchen. Zudem ist davon auszugehen, dass 

sich allfällige funktionelle Beeinträchtigungen während den Jahren 2017 und 2018 nicht 

mehr objektivieren lassen. Eine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit für diesen 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/19

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Zeitraum bleibt daher beweislos. Zusammenfassend besteht keine rentenbegründende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, nachdem dem Beschwerdeführer auch für seine 

angestammte Tätigkeit eine vollständig erhaltene Arbeitsfähigkeit attestiert wird. Die 

Abweisung des Rentenanspruchs erweist sich als korrekt.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen und durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

6.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.06.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gemäss als beweiskräftig zu beurteiltem Gutachten ist der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig, da keine funktionellen Beeinträchtigungen objektiviert werden können. Retrospektiv lässt sich eine Arbeitsunfähigkeit nicht mehr nachweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juni 2021, IV 2019/198).

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