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**Case Identifier:** 42793838-57f6-5f6b-80df-18a50f557f75
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-21
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** ST.2015.35
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2015_35_ex.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2015.35 

Entscheid 

 21. Oktober 2015 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiberin Barbara Collet 

In Sachen 

1.  A ,    

2.  B ,    

vertreten durch RA lic.iur. Detlef Sommer,  
hba Rechtsanwälte AG,  
Bellerivestrasse 28, 8008 Zürich,  

Rekurrenten,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2011 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist Eigentümer von 833 Namenaktien der C 

AG, Zürich, und gleichzeitig Präsident sowie Delegierter ihres Verwaltungsrats. In der 

Steuererklärung  2011  gab  er  den  Wert  dieser  Papiere  mit  Fr. 3'565.-  pro  Stück  bzw.  

Fr. 2'969'645.- insgesamt, entsprechend dem Substanzwert der Gesellschaft, sowie die 

damit  erzielte  Dividende  mit  Fr.  405'200.-  an.  Das  steuerbare  Einkommen  bezifferten 

er und seine Ehefrau (nachfolgend die Pflichtigen) auf Fr. 1'486'700.- sowie das steu-

erbare Vermögen auf Fr. 10'762'000.- (satzbestimmend Fr. 11'324'000.-).  

Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperiode 2011 ermittelte das kantona-

le Steueramt den Wert der genannten Aktien demgegenüber mit Fr. 5'840.- pro Stück 

bzw. Fr. 4'864'720.- insgesamt. Die Abweichung gegenüber der Steuererklärung ergab 

sich  aus  der  Bewertung der  Titel  zum  gewichteten  Mittel  aus  dem  Substanz-  und  Er-

tragswert der C AG. Gestützt darauf sowie unter Vornahme weiterer, vorliegend nicht 

mehr  streitiger  Korrekturen,  schätzte  das  kantonale  Steueramt  die  Pflichtigen  am  

23. Oktober 2014 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 1'504'500.- (satzbestim-

mend Fr. 1'505'100.-) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 12'468'000.- (satzbe-

stimmend Fr. 12'481'000.-) ein. 

B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 20. November 2014 Einsprache erhe-

ben und beantragen, den Wert der Aktien der C AG dem Substanzwert entsprechend 

auf Fr. 3'800.- (geänderter Wert vor Dividendenausschüttung) festzusetzen. Die Aktien 

des  Unternehmens  seien  schon  mehrmals  umgesetzt  und  dabei  stets  zum  Substanz-

wert  gehandelt  worden.  Das  kantonale  Steueramt  wies  die  Einsprache  am  6.  Januar 

2015 ab. 

C. Mit Rekurs vom 4. Februar 2015 liessen die Pflichtigen den Einsprachean-

trag  wiederholen.  Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  27.  Februar  2015  auf  Abwei-

sung des Rekurses. Mit Replik vom 26. Mai 2015 und Duplik vom 15. Juni 2015 hielten 

die Parteien an ihren Anträgen fest, ebenso mit weiteren Eingaben vom 7. und 24. Ju-

li 2015. 

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Der  Einzelrichter  führte  bezüglich  gewisser  Punkte  der  vorgenommenen  Be-

wertung eine ergänzende Untersuchung durch. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Das  steuerbare  Vermögen  bemisst  sich  nach  dem  Stand  am  Ende  der 

Steuerperiode (§ 51 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Das Vermö-

gen – und damit insbesondere auch das Wertschriftenvermögen – wird zum Verkehrs-

wert bewertet (§ 39 Abs. 1 StG sowie § 39 Abs. 2 StG e contrario). Massgeblich für die 

Bestimmung  des  Verkehrswerts  ist  dabei  eine  "technisch-"  bzw.  "rechtlich-objektive" 

und  nicht  eine  "subjektiv-wirtschaftliche"  Betrachtungsweise  (RB  1998  Nr.  140,  1989 

Nr. 26).  

b)  Der  Verkehrswert  nichtkotierter  Wertpapiere  –  um  solche  handelt  es  sich 

bei  den  Aktien  der  C  AG  –  ist  gemäss  Ziff.  B.I.2.  der  Weisung  der  Finanzdirektion 

12. November  2010  (ZStB  I  Nr. 22/201)  nach  der  Wegleitung  der  Schweizerischen 

Steuerkonferenz  (SSK)  zur  Bewertung  von  Wertpapieren  ohne  Kurswert  für  die  Ver-

mögenssteuer (Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008; www.steuerkonferenz.ch, 

nachfolgend  Wegleitung)  zu  ermitteln.  Davon  ist  nach  der  Rechtsprechung  nur  dann 

abzuweichen,  wenn  eine  bessere  Erkenntnis  des  Verkehrswerts  dies  gebietet  (StE 

1999 B 52.41 Nr. 2; im Ergebnis ebenso das Bundesgericht in StE 1997 B 22.2 Nr. 13). 

Gemäss Randziffer (Rz) 2 Abs. 4 Wegleitung entspricht der Verkehrswert von 

nichtkotierten Wertpapieren, für die keine Kursnotierungen bekannt sind, dem inneren 

Wert. Durch die Verwendung des Begriffs "innerer Wert" wird zum Ausdruck gebracht, 

dass  die  Bewertung  nicht  von  aussen  über  den  Markt  vorgenommen  wird,  sondern 

dass der Wert der Wertpapiere ihrem anteiligen Wert am Unternehmen entspricht (Klö-

ti-Weber/Siegrist/Weber,  Kommentar  zum  Aargauer  Steuergesetz,  4.  A.,  2015,  §  50 

N 10). Der Wert wird nach den Bewertungsregeln der Wegleitung in der Regel als Fort-

führungswert  berechnet.  Privatrechtliche  Verträge  wie  beispielsweise  Aktionärbin-

dungsverträge, welche die Übertragbarkeit der Wertpapiere beeinträchtigen, sind daher 

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für die Bewertung unbeachtlich, weil sie den inneren Wert nicht verändern. Bei der Be-

wertung stehen Ertrags- und Substanzwert des Unternehmens im Vordergrund: 

c) aa) Der Unternehmenswert von Handels-, Industrie- und Dienstleistungsun-

ternehmen ergibt sich gemäss Rz 34 Wegleitung aus der zweimaligen Gewichtung des 

Ertragswerts und der einmaligen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswer-

ten. Diese – auch Praktikermethode genannte – Bewertung ist tendenziell auf kleinere 

Unternehmen  zugeschnitten  (BGr,  18.  September  2013,  2C_309/2013  und  2C_310/ 

2013, www.bger.ch). In Ergänzung hierzu nimmt die SSK in Rz 5 des Kommentars zur 

Wegleitung (Kommentar 2014 zum Kreisschreiben Nr. 28, nachfolgend Kommentar zur 

Wegleitung;  www.steuerkonferenz.ch)  Stellung  zur  Bewertung  einer  Gesellschaft  mit 

nicht bzw. nur schwer veräusserbarem, von der Leistung einer Einzelperson abhängi-

gem  Ertragswert:  Wird  die  Wertschöpfung  allein  vom  Mehrheitsbeteiligten  erzielt  und 

wird  mit  Ausnahme  von  wenigen  Hilfskräften  für  die  Administration  und  Logistik  kein 

weiteres  Personal  beschäftigt,  kann  die  Bewertungsstelle  dies  auf  Antrag  der  Unter-

nehmung berücksichtigen, indem der Ertragswert und der Substanzwert je einfach ge-

wichtet werden. 

Im  Gründungsjahr  und  in  der  Zeit  der  Aufbauphase  sind  Handels-,  Industrie- 

und  Dienstleistungsunternehmen  dagegen  nach  dem  Substanzwert  zu  bewerten 

(Rz 32 Wegleitung).  

bb)  Für  reine  Holding-,  Vermögensverwaltungs-  und  Finanzierungsgesell-

schaften  sowie  Immobiliengesellschaften  richtet sich  der  Unternehmenswert  ebenfalls 

nach  dem  Substanzwert  (Rz  38  bzw.  42  Wegleitung).  Massgebend  für  die  Bewer-

tungsmethodik ist dabei nicht so sehr der statutarische Zweck, sondern die tatsächlich 

ausgeübte Tätigkeit der Gesellschaft (Rz 6 Wegleitung).  

Hat  eine  Holding-,  Vermögensverwaltungs-  und  Finanzierungsgesellschaft 

dagegen  eine  Konzernrechnung  erstellt,  die  von  der  Revisionsstelle  geprüft  und  von 

der  Generalversammlung  genehmigt  wurde,  so  wird  der  Unternehmenswert  gemäss 

Rz 41 Abs. 1 Wegleitung nicht zum Substanzwert, sondern unter Miteinbezug des Er-

tragswerts nach der Praktikermethode aufgrund der Konzernrechnung ermittelt. Dabei 

gelten die sich aus den Rz 9 bis 30 Wegleitung ergebenden Korrekturen (bei Oberge-

sellschaft  und  Beteiligungen)  sinngemäss.  Für  die  Bewertung  sind  von  der  Gesell-

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schaft,  deren  Aktien  zu  bewerten  sind,  der  Geschäftsbericht,  bestehend  aus  Jahres-

bericht, Jahresrechnung und Konzernrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang) 

sowie der Bericht der Konzernrechnungsprüfer einzureichen (Abs. 2). Die Gesellschaft 

kann die Bewertung aufgrund der Konzernrechnung ablehnen und verlangen, dass die 

Bewertung auf der Basis des Abschlusses der Obergesellschaft und der Einzelbewer-

tungen der Beteiligungen vorgenommen wird (Abs. 3). Auch die Steuerverwaltung kann 

in von ihr  zu begründenden Fällen die Bewertung aufgrund der Konzernrechnung ab-

lehnen  und  die  Unternehmensbewertung  gestützt  auf  die  Einzelbewertungen  vorneh-

men. Dies gilt insbesondere bei wesentlichen nichtbetriebsnotwendigen Vermögenstei-

len  in  Vermögensverwaltungs-  und  Finanzierungsgesellschaften  sowie  Immobilienge-

sellschaften, die nach Rz 38 bzw. Rz 42 Wegleitung bewertet werden (Abs. 4). 

cc)  Die  Berücksichtigung  des  Ertragswerts  ist  immer  dann  angezeigt,  wenn 

nicht primär das aktuelle Vermögen eines Unternehmens, sondern die Wahrscheinlich-

keit künftiger  Gewinne  bzw.  Verluste,  d.h.  die  Ertragskraft, für  den Wert einer  Gesell-

schaft  entscheidend  ist.  Auf  operativ  tätige  Unternehmen  trifft  dies  regelmässig  zu, 

nicht aber auf Gesellschaften, die sich in erster Linie auf das Halten und Verwalten von 

Vermögen  beschränken,  für  die  daher  –  von  der  Ausnahme,  dass  ein  geprüfter  Kon-

zernabschluss  vorliegt,  abgesehen  –  die  Substanzwertmethode  Anwendung  findet 

(BGr, 12. Juni 2009, 2C_800/2008, www.bger.ch).  

d)  Hat  für  nicht  kotierte  Titel  eine  massgebliche  Handänderung  unter  unab-

hängigen  Dritten  stattgefunden,  dann  gilt  nach  Rz  2  Abs.  5 Wegleitung  als  Verkehrs-

wert der entsprechende Kaufpreis. 

Die Wegleitung will damit in den Fällen, in welchen ein Verkehrswert der nicht 

kotierten und nicht gehandelten Wertpapiere zu bilden ist, auf diesen am freien Markt 

erzielten  Preis  abstellen.  Voraussetzung  für  die  Berücksichtigung  dieser  Preisbildung 

ist  allerdings,  dass  tatsächlich  ein  Marktpreis  gebildet  wird  und  nicht  andere,  im  Ver-

hältnis zwischen den Parteien des Kaufgeschäfts liegende Umstände die freie Preisbil-

dung  beeinflussen  oder  verzerren.  Nur  unter  diesen  Voraussetzungen  liegt  eine  im 

Sinn der Wegleitung beachtliche Handänderung unter unabhängigen Dritten vor (VGr, 

14. Mai 2008, SB.2007.00097, www.vgr.zh.ch). Handänderungen zwischen Aktionären 

gelten als nicht unter unabhängigen Dritten erfolgt. Dies gilt insbesondere dann, wenn 

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die Preisbildung nicht transparent und nicht nach einer wirtschaftlich anerkannten Me-

thode zustande gekommen ist (Rz 2 des Kommentars zur Wegleitung). 

e)  Diese  Bewertungsmethoden  gelten  nach  ständiger  Praxis  des  Bundesge-

richts als zuverlässig zur Bestimmung des Verkehrswerts, da in ihr die Überlegungen, 

die  für  die  Preisbildung  bei  den  nicht  an  der  Börse  kotierten  Aktien  im  Allgemeinen 

massgebend  sind,  zum  Ausdruck  kommen  (BGr,  18.  September  2013,  2C_309/2013 

und 2C_310/2013, www.bger.ch).  

Die  Wegleitung  beruht  auf  der  Überlegung,  dass  der  Verkehrswert  der  nicht 

regelmässig gehandelten  Aktien  – gleich  wie  der  in  den  offiziellen  Börsennotierungen 

zum Ausdruck kommende Verkehrswert kotierter Aktien – erfahrungsgemäss vom bis-

herigen und zu erwartenden Ertrag in Form von Dividenden und anderen Gewinnantei-

len sowie von der Ertragsintensität der Gesellschaft abhängt und durch weitere Fakto-

ren  der  Gesellschaft  (Vermögen,  Liquidität,  Stabilität  etc.)  beeinflusst  wird  (BGr, 

4. November  1987  =  StE  1988  B  72.13.22  Nr.  10).  Die  Wegleitung  beschränkt  sich 

beim Ertrag auf die Berücksichtigung der bisher erzielten Gewinne und lässt zukünftige 

Ertragsaussichten  ausser  Acht,  was  zulässig 

ist  (StRK 

I,  25.  Januar  2007, 

1 ST.2006.296  sowie  Irene  Blumenstein,  in:  ASA  44,  346  ff.,  insb.  348).  Immerhin  ist  

– wie in den vorgängigen Wegleitungen – gleichwohl vorgesehen, dass ausserordentli-

che, am Stichtag bereits ersichtliche zukünftige Verhältnisse angemessen berücksich-

tigt werden können (Rz 8 Abs. 3 Wegleitung).  

f) Die Bewertung aufgrund der Wegleitung streitet für die zutreffende Vermu-

tung, sie gebe den Verkehrswert richtig wieder, sodass der vom Fiskus für diesen Wert 

zu leistende Nachweis als erbracht gilt und es am Steuerpflichtigen liegt, den Gegen-

beweis anzutreten. 

2. a) Bei der C AG handelt es sich um eine bereits in den Siebzigerjahren ge-

gründete Gesellschaft, die das Halten von Beteiligungen an Dienstleistungs-, Industrie- 

und  Handelsunternehmen  aller  Art  sowie  die  Finanzierung  solcher  Unternehmen  be-

treibt  (Handelsregisterauszüge  der  Kantone  Zug  und  Zürich).  Die  Parteien  machen 

nicht  geltend,  diese  Zweckumschreibung  gemäss  Handelsregistereintrag  entspreche 

nicht der effektiv ausgeübten Tätigkeit oder die Gesellschaft stehe noch in der Aufbau-

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phase. Demnach kommt an sich die Bewertung zum Substanzwert in Frage, wie sie die 

Pflichtigen verfechten. Denn die C AG gilt damit nicht als operativ tätige Gesellschaft, 

bei der es für die Anteilsinhaber – wie bei solchen Gesellschaften üblich – primär auf 

die Ertragskraft, d.h. auf die künftigen Gewinn- und Verlustmöglichkeiten ankommt. 

b) aa) Indessen verfügt die C AG unstreitig über revidierte Konzernabschlüs-

se, sodass ihr Unternehmenswert gemäss Rz 41 Wegleitung gleichwohl nach der Prak-

tikermethode,  d.h.  unter  dem  gewichteten  Einbezug  des  Ertragswerts  des  Konzerns, 

bestimmt  werden  kann.  Denn  damit  gilt  sie  –  den  von  ihr  gehaltenen  Beteiligungen 

entsprechend – als operativ tätige Gesellschaft (so auch im Ergebnis Urteil des Steu-

ergerichts  Basel-Landschaft  vom  7.  November  2014,  Erw.  5.a.  im  Fall  eines  andern 

Aktionärs der C AG). 

bb) Die Gesellschaft verfügt dabei aber gemäss Rz 41 Abs. 3 Wegleitung über 

ein  Wahlrecht,  welche  der  zwei  Bewertungen  sie  angewendet  haben  will,  und  zwar 

auch  dann,  wenn  sie  über  einen  Konzernabschluss  verfügt.  Dies  setzt  allerdings  vor-

aus, dass sie neben dem Konzernabschluss auch über einen Einzelabschluss verfügt 

und  diesen  den  Steuerbehörden  vorlegt.  Widrigenfalls  fehlt  den  Steuerbehörden  die 

Grundlage,  um  die  Unternehmensbewertung  als  Holdinggesellschaft  bzw.  Einzelge-

sellschaft nach dem Substanzwert vorzunehmen. 

Die  streitbetroffene  Bewertung  ihrer  Aktien  durch  das  kantonale  Steueramt 

erfolgte aufgrund der revidierten Konzernabschlüsse wurde der C AG am 18. Novem-

ber  2013  zugestellt.  Gemäss  den  Ausführungen  der  Dienstabteilung Wertschriftenbe-

wertung des kantonalen Steueramts in der Eingabe vom 12. August 2015 hat die C AG 

darauf die Bewertung nicht abgelehnt und insbesondere auch nicht die Bewertung auf-

grund  der  (vorhandenen)  Einzelabschlüsse  verlangt.  Die  Pflichtigen  bestreiten  diese 

ihnen  mitgeteilte  Sachdarstellung  nicht,  reagierten  sie  auf  die  genannte  Eingabe  des 

kantonalen Steueramts doch nicht. Damit ist die Bewertung nach der Praktikermethode 

insofern korrekt  erfolgt, als  sie  das Wahlrecht  der  Gesellschaft gemäss Rz  41  Abs.  1 

Wegleitung berücksichtigte. 

c)  aa)  Gemäss  Wegleitung  ist  bei  der  Praktikermethode  der  Ertragswert 

zweimal  und  der  Substanzwert  einmal  zu  gewichten.  Grundlage  für  die  Bestimmung 

des Ertragswerts bilden in der Regel die zwei letzten vor dem bzw. am massgebenden 

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Bewertungsstichtag  abgeschlossenen  Jahresrechnungen  (Rz  7  Wegleitung).  Als  Er-

tragswert  ist  der  kapitalisierte  ausgewiesene  Reingewinn  dieser  zwei  Geschäftsjahre 

heranzuziehen,  wobei  der  Reingewinn  des  letzten  Geschäftsjahres  doppelt  gewichtet 

wird  (Modell  1).  Alternativ  können  die  letzten  drei  Geschäftsjahre  herangezogen  wer-

den (Modell 2). Da zum Zeitpunkt der Einschätzung der Titelinhaber die aktuelle Jah-

resrechnung  der  zu  bewertenden Gesellschaft meistens  noch  ausstehend  ist, können 

auch  die  Vorjahres-Steuerwerte  zur  Anwendung gelangen,  sofern  die Gesellschaft  im 

aktuellen Geschäftsjahr keine wesentlichen Veränderungen erfahren hat (Rz 4 Weglei-

tung).  

bb)  Diesem  Vorgehen  widersetzen  sich  die  Pflichtigen,  indem  sie  die  Bewer-

tung zum Substanzwert verfechten. Die Details der angefochtenen Bewertung nach der 

Praktikermethode  –  konsolidierter  Gewinnausweis  der  für  die  Ermittlung  des  Ertrags-

werts herangezogenen Geschäftsjahre 2010 und 2011 der C AG, Kapitalisierungsfak-

tor etc. – bestreiten sie jedoch nicht.  

Sie  wenden  dagegen  ein,  unter  den  Aktionären,  die  gleichzeitig  Partner  der 

Unternehmung seien, bestehe ein Aktionärbindungsvertrag, der vorgebe, dass die Ak-

tien nur zum Substanzwert veräussert werden dürften. Dem seien alle 50 Partner seit 

Ende der Achzigerjahre immer nachgekommen, indem sie bei mehr als 400 Transakti-

onen als Kaufpreis nur den anteiligen Substanzwert bezahlt bzw. vereinnahmt hätten. 

Ein höherer Preis sei nicht erzielbar gewesen, da kein Interessent mehr bezahlt hätte. 

d)  aa)  Soweit  diese  Käufe  und  Verkäufe  unter  den  Partnern  bzw.  Anteilseig-

nern  der  C  AG  als  Transaktionen  unter  Aktionären  erfolgt  sind,  handelt  es  sich  nach 

dem  Gesagten  nicht  um  Handänderungen  unter  unabhängigen  Dritten.  Die  dabei  be-

zahlten Aktienpreise können daher schon aus diesem Grund keine Marktpreise darstel-

len, um für die Bewertung der Aktien massgebend zu sein. 

bb) Die Handänderungen zum Substanzwert gründen zudem auf einem Aktio-

närbindungsvertrag  vom  1.  Juli  2007  (ABV).  Gemäss  Ziff.  18  Abs.  2  dieses  Vertrags 

verpflichten sich die Partner, für Käufe und Verkäufe von Aktien der C AG untereinan-

der,  ausschliesslich  auf  den  der  jeweiligen  prozentualen  Beteiligung  am  Grundkapital 

der Gesellschaft entsprechenden Anteil am konsolidierten Substanzwert der C-Gruppe 

abzustellen, wobei nach Ziff. 19 ABV der Substanzwert von der Revisionsstelle der C 

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AG  ermittelt  wird.  Bei  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  eines  Partners  steht  den 

übrigen  Partnern  ein  Kaufrecht  zu,  die  Aktien  zum  dannzumal  geltenden  anteiligen 

Substanzwert  zu  kaufen. Wird  das  Kaufrecht  nicht  ausgeübt,  können  die  Aktien  nach 

Ablauf eines Jahres letztlich an einen Dritten veräussert werden (Ziff. 24 ff. ABV). 

Dieser Aktionärbindungsvertrag verunmöglicht praktisch, dass ein freier Markt 

für  die  Aktien  der  C  AG  besteht.  Insbesondere  könnte  ein  Aktionär  seine  Titel  zwar 

gleichwohl einem unabhängigen Dritten veräussern, wenn die Mitaktionäre bei seinem 

Ausscheiden  aus  der  Gesellschaft  ihr  Kaufrecht  an  den  Papieren  nicht  ausübten,  je-

doch ist dieser Fall nach den unbestrittenen Vorbringen der Pflichtigen bisher noch nie 

eingetreten.  Ein  Aktionär  kann  demnach  einen  den  Substanzwert  des  Unternehmens 

übersteigenden  Verkaufspreis  für  seine  Aktien  in  der  Tat  regelmässig  nicht  erzielen 

und  erscheint  es  von  daher  zumindest  als  nachvollziehbar,  wenn  der  Pflichtige  seine 

Titel  nur  zum  Substanzwert  bewertet  und  besteuert  haben  will.  Indessen  hat  die  Be-

wertung des Vermögens im Sinn von § 39 Abs. 1 StG – wie erwähnt – nach objektiv-

technischen Grundsätzen zu erfolgen. Gemäss einhelliger Lehre und Rechtsprechung 

darf  es  daher  nicht  darauf  ankommen,  welcher  Wert  einem  Vermögensrecht  für  die 

betreffende steuerpflichtige Person aufgrund seiner individuellen Umstände zukommt, 

da dies Ausfluss der subjektiv-wirtschaftlichen Betrachtungsweise darstellt, die für die 

Bewertung  nicht  massgebend  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum 

Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 19 N 6 mit Verweisungen auf die Rechtsprechung 

von Bundes- und Verwaltungsgericht). Genau diesen Ansatz verfolgen aber die Pflich-

tigen  mit  ihrem  Begehren  der  Besteuerung  zum  Substanzwert,  da  der  Aktionärbin-

dungsvertrag  seinem  Wesen  entsprechend  nur  für  die  Anteilseigner  gilt  und  mit  der 

Verbindlicherklärung des Substanzwerts für die Aktienbewertung auf den tatsächlichen, 

d.h. inneren Wert der Unternehmung ganz offenkundig keinerlei Rücksicht nimmt.  

Damit erweist sich die Bestimmung in Rz 2 Abs. 4 Wegleitung über die Nicht-

beachtung von Aktionärbindungsverträgen als gesetzmässig. 

cc) Wenn  sodann  das  kantonale  Steueramt  die  Bewertung  der  streitbetroffe-

nen  Aktien  in  den  bisherigen  Steuerperioden  stets  zum  Substanzwert  vorgenommen 

hat, vermag dies den Pflichtigen nicht zu helfen. Denn die Besteuerung nach der Sub-

stanzwertmethode wäre – wenn überhaupt – nur dann zu beanstanden, wenn die C AG 

auch  schon  in  diesen  Steuerperioden  einen  geprüften  Konzernabschluss  vorlegt  und 

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die  Einschätzungsbehörde  diesen  der  Bewertung  ohne  stichhaltigen  Grund  nicht 

zugrunde  gelegt  hätte.  Wie  es  sich  diesbezüglich  verhalten  hat,  ist  nicht  aktenkundig 

und  wird  auch  von  den  Parteien  nicht  dargelegt.  Indessen  spielt  dies  keine  Rolle. 

Selbst wenn nämlich für die Bewertung nach der Praktikermethode die Voraussetzun-

gen erfüllt gewesen wären und das kantonale Steueramt die Bewertung trotzdem zum 

Substanzwert  vorgenommen  hat,  ist  sie  damit  den  Pflichtigen  bzw.  Aktionären  bloss 

entgegengekommen  und  sind  diese  daher  lediglich  zu  gut  gefahren.  Die  Pflichtigen 

machen  nicht  geltend,  es  sei  ihnen  die  beantragte  Bewertungsmethode  irgendwann 

ausdrücklich  auch  für  die  Zukunft  zugesichert  worden,  sodass  sie  unter  Umständen 

nach Treu und Glauben vorliegend einen Anspruch auf gleiche Behandlung besässen. 

Im  Übrigen  kann  aus  einer  rechtswidrigen  Anwendung  des  Steuergesetzes  durch  die 

Steuerbehörden kein Anspruch auf eine weiterhin rechtswidrige Einschätzung abgelei-

tet  werden,  gebieten  es  die  Grundsätze  der  rechtskonformen  und  rechtsgleichen  Be-

handlung aller Steuerpflichtiger doch im Gegenteil vielmehr, von einer solchen rechts-

widrigen  Praxis  Abstand  zu  nehmen  und  zur  gesetzmässigen  Einschätzung 

zurückzukehren.  Dies  insbesondere  vor  dem  Hintergrund,  dass  die  Einschätzungsbe-

hörde  den  massgeblichen  Sachverhalt  ohnehin  in  jeder  Steuerperiode  von  Neuem 

überprüfen  und  ihn  rechtlich  anders  würdigen  kann  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

VB zu §§ 119 - 131 N 87 mit zahlreichen Verweisungen). 

dd) Schliesslich ist es unerheblich, wenn der Kanton Bern bei der Bewertung 

von  Unternehmen  allfällige  Aktionärbindungsverträge  ausnahmsweise  entgegen  der 

Wegleitung (im Rahmen eines Rulings) berücksichtigt (vgl. die entsprechende Praxis-

festlegung). Erstens vereitelt dieser Kanton damit den Zweck der Wegleitung, nämlich 

im Licht der Steuerharmonisierung zwischen den Kantonen betreffend die Vermögens-

steuer eine in der Schweiz einheitliche Bewertung von in- und ausländischen Wertpa-

pieren, die an keiner Börse gehandelt werden, sicherzustellen. Zu einem solchen Vor-

gehen  ist  daher  seitens  des  Kantons  Zürich  nicht  Hand  zu  bieten.  Zweitens 

widerspricht  die  Berücksichtigung  von  Aktionärbindungsverträgen  der  hierorts  für  die 

Bewertung  von  solchen  Wertpapieren  massgeblichen  objektiv-technischen  Betrach-

tungsweise,  weshalb  dem  auch  insofern  nicht  zu  folgen  ist.  Auf  die  Kriterien,  welche 

der  Kanton  Bern  für  das  Abstellen  auf  einen  Aktionärsbindungsvertrag  anwendet,  ist 

daher entgegen dem Ansinnen der Pflichtigen nicht einzugehen. 

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e) Damit bleibt es für die Bewertung der Aktien der C AG per Ende 2011 bei 

der  Anwendung  der  Praktikermethode gemäss Wegleitung.  Die  Details dieser  Bewer-

tung sind nicht bestritten und die Bewertung erweist sich als rechtmässig. 

3. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  unterliegenden  Pflichtigen  aufzuerlegen  (§  151 

Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

1 ST.2015.35