# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f56a8c16-8f19-5177-abbe-1a81c75501cd
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Rückweisung, medizinischer Sachverhalt ungenügend abgeklärt
**Docket/Reference:** UV.2014.00003
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00003.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00003
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
28. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Daniel Richter
Rechtsanwälte
Pugatsch
Beethovenstrasse 11, Postfach, 8027 Zürich
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
Richtiplatz
1, 8304 Wallisellen
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
Postfach, 8010 Zürich
Nachdem
X.___
,
geboren 1980, am 13. März 2010 einen Snowboardunfa
ll erlitten und sich dabei multi
ple Verletzungen zugezoge
n hatte (vgl. Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
Y.___
vom 23. März 2010, Urk. 7/4a
),
die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
mit Verfügung vom 16. Mai 2013
(Urk. 7/176)
die für die Folgen dieses Unfalls vom 13. März 2010 erbrachten Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen mit Wirkung per 3
1. März 2013 ein
gestellt
und einen Anspruch
des Versicherten
auf ei
ne Invalidenrente verneint
und dies mit
Einspracheentsche
id
vom 2. Dezember 2013
(Urk. 2) bestätigt hatte,
nach Einsicht in die
vom Versicherten gegen diesen
Einspracheentscheid
erhobene
Beschwerde vom
8. Januar
2014 (Urk. 1), die
Beschwerdeantwort
der
Beschwer
degegnerin
vom 25. Februar 2014 (Urk. 6), die Eingabe
n/Stellungnahmen
des Beschwerdeführers vom 8. Mai 2014 (Urk. 9),
21. Juli 2014 (Urk. 15) und 22.
Oktober 2014
(Urk. 25)
und
die Stellungnahme
n
der Beschwerdegegne
rin vom 19. Mai 2014 (Urk. 13) und
3. Oktober 2014 (Urk.
21)
sowie
die aufge
legten Verfahrensakten,
unter
Hinweis darauf
,
dass der Beschwerdeführer
mit
Beschwerde vom 8. Januar 2014 beantragte, es sei der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuhebe
n und es seien ihm über den 31.
März 2013 hinaus Taggelder und gegebenenfalls eine Invalidenrente
ba
sierend auf einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von 50 % auszurichten (Urk.
1),
dass die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2014 die Abweisung der Beschwerde beantragte (Urk. 6),
dass d
er Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21.
Juli 2014 (Urk. 15) den Bericht
von Dr. med.
Z.___
,
FMH
Orthopädische Chirurgie
, vom 16. Juni 2014 (Urk.
16)
ins Recht legte
,
dass die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 3. Oktober 2014 mitteilt
e, dass ihr beratender
Arzt Dr. me
d.
A.___
,
FMH Chirurgie,
dem der Bericht von Dr.
Z.___
vom 16. Juni 2014 vorgelegt worden sei, eine gutachterliche Abklärung der möglichen Therapieoptionen durch Prof. Dr. med.
B.___
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
empfehle und dass
sie
einer solchen Abklärung grundsätzlich nicht entgegenstehe (Urk. 21),
dass
der Beschwerdeführer
mit Stellungnahme vom 22. Oktober 2014
erklärte
, er sei mit
der
von der Beschwerdegegnerin vorgeschlage
nen Begutachtung durch Prof.
B.___
einverstanden, unter Beachtung der Kautelen, dass die Begutachtung im Rahmen des vorliegenden Gerichtsverfahrens angeordnet werde und
dass
sich
der Gutachter
nicht nur zur
Frage
der
Notwendigkeit
einer weiteren Opera
tion des BWK-9-Raum
s beziehungsweise entsprechender
Therapieoptionen
,
sondern
auch zur
Frage
der unfallbedingten
Arbeitsunf
ähigkeit
des Beschwer
deführers
in der angestammten und einer angepassten T
ätigkeit
äussere
(Urk.
25
),
in Erwägung,
dass nach Art. 43
Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG) der Versicherungsträger die
Begehren prüft, die
not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vornimmt und die erforderlichen Auskünfte einholt
und dass
es in erster Linie Sache des Unfallversicherers
ist, die materielle Wahrheit zu ermitteln (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts I 478/04 v
om 5. Dezember 2006 E. 2.2.4.3;
zur
jüngsten bundesgerichtlichen Rechtspre
chung
dazu
auch Urteil 8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4
),
dass
zwischen den Parteien
vorliegend
insofern Einigkeit besteht, als beide
– in Über
einstimmung mit der medizinischen Aktenlage (vgl. insbesondere die Stellung
nahme von Dr.
A.___
v
om 30. September 2014, Urk. 22/1) -
von einer ungenü
genden Abklärung des medizinischen Sachverhalts ausgehen (Urk. 21 und Urk.
25),
dass se
it dem Unfall vom 13. März 2010
noch keine
Begutachtu
ng des Beschwerde
führers durchgeführt wurde
,
dass der
angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2. Dezember 2013
daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist,
damit sie ein
orthopädisch-chirurgisches
Gutachten
in Auftrag gibt
- sofern möglich bei Prof.
B.___
–
,
in dem sich der Gutachter insbesondere
zur Frage, ob
von der Fort
setzung d
er
ärztlichen
Behandlung
(von einer neuerlichen Operation und/oder welchen anderweitigen Massnahmen?)
der Folgen des Unfalls
vom
13.
März 2010
noch
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
des Beschwerde
führers
erwartet werden kann,
und
zur Frage
der
unfallbedingten
Arbeits
un
fä
higkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und einer ange
passten Tätigkeit
äussern soll,
dass die Beschwerdegegnerin danach über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers neu verfüge,
dass
vorliegend
aufgrund
des ungenügend abgeklärten medizinischen Sachverhalts
k
ein Ents
cheid über den
Hauptantrag
des Beschwerdeführers
auf
Zusprache
von Taggeldern und ei
ner Invalidenrente möglich ist (vgl. Stellungnahme des Beschwerdeführers
vom 22. Oktober 2014, Urk. 2
5),
dass die Rückweisung einer Sache an die Beschwerdegegnerin zu
r weiteren Abklärung
und
zu
neue
r Verfügung
als vollständiges Obsiegen gil
t und der Beschwerde
führer deshalb
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat, wobei diese ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkei
t des Prozesses zu bemessen
(Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 3
SVGer
)
und auf Fr. 2‘300.-- (inkl.
MWSt
und Barauslagen) festzu
setzen ist,
erkennt das Gericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
gutgeheisse
n
, dass der angefochtene
Einsprache
ent
scheid
vom 2. Dezember 2013
aufgehoben und die Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch de
s Beschwerdeführers neu ver
füge.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schä
digung
von Fr.
2‘300
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dr. Daniel Richter
-
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei s
ie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl