# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de32b77a-4bc5-5286-b0ea-f127db23ee89
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.09.2014 D-1558/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1558-2014_2014-09-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1558/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn, Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Anne Kneer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Pakistan,   

vertreten durch lic. iur. Stephanie Selig, Rechtsanwältin, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 20. Februar 2014 / N (…). 

 

 

D-1558/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 

Pakistan am 12. September 2011 und reiste über den Iran, die Türkei und 

Griechenland am 1. November 2013 in die Schweiz ein, wo er gleichen-

tags um Asyl nachsuchte. Am 8. November 2013 wurde er summarisch 

zu seinen Asylgründen befragt und am 7. Februar 2014 eingehend ange-

hört.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er sei Katholik und stamme aus einer christlichen 

Familie aus der Nähe von Z._______. Er habe in einer Fabrik gearbeitet, 

wobei es ständig Diskussionen bezüglich seines Glaubens gegeben ha-

be, da seine Arbeitskollegen von ihm verlangt hätten, Muslim zu werden. 

Am 2. Juni 2011 habe er nach dem Mittagessen an den verfügbaren 

Wasserhähnen trinken wollen. Dies hätten zwei Arbeitskollegen gesehen, 

woraufhin der eine zu ihm gekommen sei, und ihn geschlagen habe, da 

er den Wasserhahn mit seinem Mund beschmutzt habe. Der andere Ar-

beitskollege sei auch zu ihnen gekommen und habe ihm einen Stoss ver-

setzt, so dass er mit dem Kopf gegen den Wasserhahn gestossen sei, 

was von einem Arzt habe behandelt werden müssen. Andere Arbeitskol-

legen hätten sie daraufhin voneinander getrennt. Am nächsten Tag habe 

der Vorarbeiter die beiden Arbeitskollegen zu sich gerufen und entlassen. 

Bevor diese aber gegangen seien, hätten sie ihm gedroht. Am 8. respek-

tive am 10. Juni 2011 sei er auf dem Nachhauseweg von sechs respekti-

ve acht Personen, darunter die beiden Arbeitskollegen, mit Stöcken und 

einer Eisenstange zusammengeschlagen worden. Er sei von Passanten 

nach Hause gebracht worden, wo sich ein Arzt um ihn gekümmert habe. 

Am 15. Juni 2011 seien er respektive sein Vater, sein Onkel und Quartier-

bewohner zu den Familien der beiden Arbeitskollegen gegangen. Sein 

Vater habe ihnen gesagt, dass er Anzeige erstatten wolle, wenn sie nicht 

aufhörten, ihn zu verprügeln und zu belästigen. Bevor aber sein Vater ha-

be Anzeige erstatten können, habe der Vater des einen Arbeitskollegen 

ihn (den Beschwerdeführer) ungerechtfertigter Weise angezeigt, den Pro-

pheten und den islamischen Glauben beleidigt zu haben. Bei einer derar-

tigen Blasphemie-Anzeige drohe die Todesstrafe. Er sei aber glücklicher-

weise schon vorher aufgrund des Streits mit den Arbeitskollegen zu sei-

ner Tante nach Y._______ gegangen, wo er sich bis zur Ausreise auf-

gehalten habe. Die Polizei sei zum ersten Mal am 18. oder 20. Juni 2011 

D-1558/2014 

Seite 3 

zu ihnen nach Hause und danach aber immer wieder gekommen. Daher 

habe seine Familie beschlossen, ihn ins Ausland zu schicken.  

B.  

Mit Verfügung vom 20. Februar 2014 – eröffnet am 22. Februar 2014 – 

lehnte das BFM das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 24. März 2014 erhob der Beschwerdeführer – handelnd 

durch seine Rechtsvertreterin – gegen diesen Entscheid beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die 

Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a AsylG (SR 142.31) und um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner ersuchte er um Gewährung 

der Akteneinsicht sowie um Ansetzung einer angemessenen Nachfrist zur 

Ergänzung der Beschwerdebegründung und zum Nachreichen von Be-

weismitteln.  

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer einen Haft-

befehl aufgrund eines Vergehens gemäss Art. 295c des Pakistanischen 

Strafgesetzbuches (Datum der Anhörung: (…) 2011), einen Auszug aus 

dem Familienregister, einen Auslieferungsantrag des Gerichts an die Po-

lizei, eine gerichtliche Bestätigung der Strafverfolgung vom (…) 2011, ein 

Bestätigungsschreiben der (Kirche) und einen Brief seines Vaters und (al-

le in Urdu und Englisch, in Kopie) sowie eine Bestätigung seiner Mittello-

sigkeit zu den Akten. 

D.  

Mit Verfügung vom 28. März 2014 stellte die Instruktionsrichterin fest, der 

Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten und forderte ihn auf, eine Anwaltsvollmacht im Original nachzu-

reichen. Ferner hiess sie das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 1 

Bst. a AsylG gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

und ordnete Frau Stephanie Selig, Rechtsanwältin und LL.M., Solothurn 

als amtliche Rechtsbeiständin bei. Gleichzeitig wies die Instruktionsrichte-

rin das BFM an, der Rechtsvertreterin nochmalige Akteneinsicht zu ge-

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währen und gab dem Beschwerdeführer Gelegenheit, innert Frist eine 

Beschwerdeergänzung einzureichen. Zudem habe der Beschwerdeführer 

die in Aussicht gestellten beziehungsweise von ihm als notwendig erach-

teten Beweismittel innert Frist im Original und übersetzt in eine Amtsspra-

che nachzureichen.  

E.  

Mit Eingabe vom 2. April 2014 wurde die Anwaltsvollmacht im Original zu 

den Akten gereicht.  

F.  

Das BFM gewährte der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit 

Schreiben vom 8. April 2014 nochmals Einsicht in die Akten.  

G.  

Mit Eingabe vom 29. April 2014 ergänzte der Beschwerdeführer seine 

Beschwerde, reichte gleichzeitig die mit Beschwerde in Kopie eingereich-

ten Beweismittel im Original und zusätzlich eine Kopie der Heiratsurkun-

de und der Geburtsurkunden seiner beiden Kinder, diverse Fotos und ei-

nen ärztlichen Bericht des (Spitals) vom 3. April 2014 zu den Akten. 

H.  

Am 1. Mai 2014 reichte der Beschwerdeführer einen aktuellen Arztbericht 

von B._______, FMH allgemein Medizin, vom 29. April 2014 zu den Ak-

ten. Dabei wurden dem Beschwerdeführer (…), (…) und eine (…) diag-

nostiziert.  

I.  

Das BFM reichte 9. Mai 2014 eine Vernehmlassung zu den Akten, wobei 

es die Abweisung der Beschwerde beantragte.  

J.  

Mit Eingabe vom 16. Mai 2014 reichte der Beschwerdeführer mehrere 

Übersetzungen ins Deutsche der in der Beschwerde zu den Akten ge-

reichten Beweismittel (inkl. Kopien der Originale in Englisch und Urdu), 

sowie eine Bestätigung des Übersetzers und dessen Passkopie ins 

Recht.  

K.  

Am 4. Juni 2014 nahm der Beschwerdeführer – nach entsprechender Auf-

forderung durch das Bundesverwaltungsgericht – zur Vernehmlassung 

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Seite 5 

des BFM Stellung und reichte den Briefumschlag, mit welchem er die 

Beweismittel aus Pakistan erhalten habe, zu den Akten.  

L.  

Mit Schreiben vom 31. Juli 2014 (Poststempel) wurde – nach entspre-

chender Aufforderung durch das Bundesverwaltungsgericht – eine Kos-

tennote zu den Akten gereicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet – wie auch vorliegend – auf dem Gebiet des Asyls endgültig, 

ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-

chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist fristgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer 

hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die ange-

fochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) und die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

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3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte das BFM im 

Wesentlichen aus, es sei zwar bekannt, dass das Christentum in Pakistan 

nach dem Tod von Benazir Bhutto zunehmend unterdrückt werde und es 

wiederholt zu schwerwiegenden Übergriffen auf Christen gekommen sei. 

Zu den Gründen dafür zähle das seit dem Jahr 1986 geltende Blasphe-

mie-Gesetz, gemäss welchem Prophetenlästerung mit dem Tode oder le-

benslanger Haft bestraft werde. Die Anzahl der gegen Katholiken ange-

strengten Verfahren sei aber in Anbetracht der Grösse dieser Religions-

gemeinschaft von ungefähr einer Million Gläubigen relativ gering. Dabei 

gelte es zu beachten, dass es nicht der pakistanische Staat sei, der 

Gebrauch von den genannten einschlägigen Strafgesetzbestimmungen 

mache, sondern sich oft islamistische Gruppierungen und orthodoxe Mus-

lime dieser Gesetzesartikel bedienen würden, um persönliche Gegner zu 

schikanieren oder diese in teilweise langwierige und belastende Verfah-

ren zu verwickeln. Von einer Kollektivverfolgung der Katholiken bezie-

hungsweise aller Christen in Pakistan könne aufgrund des Gesagten 

nicht gesprochen werden. Die blosse Zugehörigkeit zum christlichen 

Glauben vermöge deshalb nicht die Wahrscheinlichkeit einer asylrelevan-

ten Verfolgung begründen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers seien 

überdies nicht glaubhaft. Er habe bei der Befragung ausgesagt, er sei am 

Abend des 10. Juni 2011 auf dem Heimweg von der Arbeit von acht Per-

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sonen angegriffen worden. Bei der Anhörung habe er zunächst zu Proto-

koll gegeben, er sei am 8. Juni 2011 von den beiden Arbeitskollegen und 

vier weiteren Personen angegriffen und geschlagen worden. Auf diesen 

Widerspruch angesprochen, habe er erklärt, er sei tatsächlich am 10. Juni 

2011 angegriffen worden, aber nur von sechs Personen. Es sei jedoch 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, wenn er das Geschilder-

te tatsächlich erlebt hätte, zumindest die Anzahl der Angreifer wider-

spruchsfrei angeben könnte. Überdies habe er weitere nicht miteinander 

vereinbare Aussagen gemacht. So sei er gemäss den Aussagen der Be-

fragung am 2. Juni 2011 zunächst von den beiden Arbeitskollegen ge-

schlagen worden, worauf andere Arbeitskollegen eingegriffen hätten. Da-

nach habe ihn ein "anderer", dritter Arbeitskollege gegen den Wasser-

hahn geschubst. Bei der Anhörung habe er ausgesagt, er sei zunächst 

vom einen Arbeitskollegen geschlagen und dann vom zweiten Arbeitskol-

legen gegen den Wasserhahn gestossen worden. Ferner habe er bei der 

Befragung erklärt, er sei auch nach diesem Vorfall am Arbeitsplatz unter 

Druck gesetzt worden. Bei der Anhörung habe er das indessen nicht er-

wähnt, sondern er habe erzählt, dass die beiden Arbeitskollegen am fol-

genden Tag entlassen worden seien. Ausserdem habe er bei der Befra-

gung erklärt, er sei zu den Eltern des einen Arbeitskollegen gegangen, 

bei der Anhörung jedoch zu Protokoll gebracht, er sei zusammen mit sei-

nem Vater, seinem Onkel und Quartierbewohner zu den beiden Arbeits-

kollegen gegangen. Darüber hinaus habe er bei der Anhörung gesagt, die 

Polizei sei dreimal bei ihnen Zuhause gewesen, als er vom 18. oder 

20. Juni bis am 12. September 2011 bei der Tante gewesen sei. Bei der 

Befragung habe er aber nur eine polizeiliche Suche erwähnt, als er "etwa 

einen Monat" bei der Tante gewesen sei. Seine Vorbringen würden somit 

den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG 

und die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten.  

4.2 In der Beschwerdeergänzung brachte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen vor, es würden diverse Original-Dokumente vorliegen, die eine 

Strafverfolgung wegen Verstosses gegen Art. 295c des Pakistanischen 

Strafgesetzbuches (Blasphemie-Gesetz) belegten. Es möge zwar korrekt 

sein, wenn das BFM im Rahmen der angefochtenen Verfügung feststelle, 

dass die blosse Zugehörigkeit zum christlichen Glauben die Wahrschein-

lichkeit einer asylrelevanten Verfolgung im Allgemeinen noch nicht zu be-

gründen vermöge, und ebenso möge es zutreffen, dass die Anzahl der 

gegen Katholiken angestrengten Blasphemie-Verfahren insgesamt be-

trachtet relativ gering sei. Nicht bestritten werde aber von der Vorinstanz, 

dass derartige Fälle in Pakistan immer wieder vorkämen. In Anbetracht 

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der Unterlagen müsse wohl als erstellt gelten, dass es sich gerade vorlie-

gend um einen solchen Fall handle. Da er also nachweislich wegen sei-

ner Religion ernsthafte Nachteile zu befürchten habe, nämlich ausweis-

lich die Todesstrafe oder lebenslange Haft, sei er als Flüchtling anzuer-

kennen. Ihm werde vorgeworfen, seine Schilderungen würden den Anfor-

derungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten. Er sei bei der Befra-

gung unter grossem psychischen Druck gestanden. Auch sei die Befra-

gung im Verhältnis zur Anhörung oberflächlich gewesen. Nichts desto 

trotz habe sie mehr als drei Stunden gedauert, was eine grosse Anstren-

gung bedeute. Dass die Rückübersetzung dann aber wiederum nur 15 

Minuten gedauert habe, spreche für ein eher hohes Tempo bei dieser. Da 

scheine es durchaus möglich, dass kleinere Fehler im Protokoll nicht be-

merkt würden. Vor diesem Hintergrund würden die vom BFM dargelegten 

Widersprüche unwesentlich wirken. Es sei mehr als nachvollziehbar, dass 

er rund zweieinhalb Jahre nach den Vorkommnissen in Pakistan und 

nach allem, was er auf der Flucht habe durchmachen müssen, ein Datum 

falsch angegeben oder bei der Rückübersetzung des Protokolls nicht 

bemerkt habe, dass eine falsche Angreiferzahl festgehalten worden sei. 

Und auch wenn der Aufenthalt bei der Tante zunächst mit rund einem 

Monat beziffert worden sei, während er faktisch wohl eher zweieinhalb 

Monate angedauert habe, lasse sich dies ohne weiteres mit der Spontani-

tät der Aussage erklären. Er habe stets konstant zu Protokoll gegeben, zu 

seiner Tante geflüchtet zu sein. Hätte man ihm im Rahmen der ersten An-

hörung die Möglichkeit gegeben, die Vorkommnisse zeitlich genauer zu 

ordnen, hätte er wohl schnell bemerkt, dass er länger als einen Monat 

dort geblieben sei. Er habe bei der Befragung nicht explizit angegeben, 

nur einmal von der Polizei gesucht worden zu sein. Im Protokoll heisse es 

lediglich, die Polizei sei gekommen, um ihn zu verhaften. Insofern finde 

sich hier kein Wiederspruch zur Anhörung. Zusammenfassend sei zu be-

denken, dass ein Flüchtling, wenn er innert weniger Zeilen darlegen solle, 

was die Gründe seiner Flucht seien und man ihn zugleich immer wieder 

darauf hinweise, er solle sich kurz fassen und sich aufs Wesentliche be-

schränken, wohl unweigerlich Details auslasse. Er wisse auch nicht not-

wendigerweise, welche Aspekte für die Asylbehörden von besonderer Re-

levanz seien. Ein Flüchtling, der seine Geschichte zum ersten Mal frei 

aus der Erinnerung schildere und eben nicht im Vorfeld auswendig ge-

lernt habe, springe im Rahmen seiner Erzählung automatisch in der Zeit 

und liefere nicht alle Daten in der perfekten Reihenfolge. Gerade solche 

Aspekte machten die Schilderung authentisch und glaubhaft, ebenso wie 

Emotionen. Vorliegend solle daher nicht übersehen werden, dass er aus-

weislich der Bestätigung der Hilfswerksvertretung bei der Anhörung of-

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fenbar weinte, als er von einer Haft in Griechenland berichtet habe. Fer-

ner sei zu betonen, dass es im Protokoll der Befragung heisse, er sei le-

dig und habe keine Kinder. Er sei aber seit dem 15. Juni 2008 verheiratet 

und habe zwei Kinder. Im Rahmen der Anhörung sei der Zivilstand nicht 

erneut thematisiert worden. Dennoch sei die Existenz durch die einge-

reichten Beweismittel nicht in Abrede zu stellen. Die Beweiskraft dieser 

Dokumente sei aber nicht höher einzustufen als die betreffend die straf-

rechtliche Verfolgung wegen Verstosses gegen das Blasphemie-Gesetz.  

4.3 Das BFM führte in seiner Vernehmlassung aus, bei den Beweismitteln 

sei auffallend, dass die drei Dokumente (Haftbefehl, Auslieferungsantrag 

und gerichtliche Bestätigung der Strafverfolgung) weitgehend überein-

stimmende äusserliche Merkmale aufwiesen, was zwingend darauf 

schliessen lasse, dass sie zumindest vom gleichen Personenkreis, wohl 

aber sogar von ein und derselben Person hergestellt worden seien. Inhal-

tich sei unter anderem anzumerken, dass aus den Dokumenten nicht klar 

hervorgehe, von wem sie überhaupt verfasst worden sein sollten. Be-

zeichnenderweise gehe dies auch weder aus der Beschwerdeschrift noch 

aus der Beschwerdeergänzung hervor und es bleibe unklar, in welchem 

Zusammenhang die Inhalte dieser Beweismittel mit den Angaben des Be-

schwerdeführers bei den Befragungen stehen sollten oder wie dieser be-

ziehungsweise seine Angehörigen nun an diese Dokumente gelangt sein 

sollten, wo doch im erstinstanzlichen Verfahren noch keine Rede von de-

ren Existenz gewesen sei. Als weitere Beweismittel für die geltend ge-

machte Strafverfolgung habe der Beschwerdeführer ein Schreiben des 

Vaters und der (Kirche) zu den Akten gereicht. Dem handschriftlichen 

Schreiben komme keinerlei Beweiswert zu, weshalb nicht darauf einge-

gangen werden müsse. Was die kirchliche Bestätigung betreffe, sei darin 

unter anderem ein "First Information Report" vom (…) 2011 erwähnt. Ge-

mäss den Aussagen des Beschwerdeführers solle er hingegen zwar an 

diesem Datum tätlich angegriffen, jedoch erst später angezeigt worden 

sein. Allgemein würden als Beweismittel eingereichte Dokumente keiner 

materiellen Prüfung unterzogen, wenn sie erfahrungsgemäss käuflich 

leicht erhältlich seien oder wenn unterschiedliche formale und inhaltliche 

Kriterien bei der Ausstellung eine schlüssige Überprüfung des Dokuments 

verunmöglichten. Es sei bekannt, dass in Pakistan derartige Dokumente 

leicht unrechtmässig erworben werden könnten, weshalb ihr Beweiswert 

als äusserst gering eingestuft werden müsse. Angesichts der in der Ver-

fügung dargelegten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen, könne auf eine wei-

tergehende Würdigung der eingereichten Dokumente verzichtet werden. 

Dass die im Protokoll der Befragung gemachten Angaben zur Überprü-

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Seite 10 

fung der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen herangezogen worden seien, 

stelle keine Unrechtmässigkeit dar. So werde ein Asylsuchender auch im 

Rahmen der Befragung aufgefordert, seine Asylgründe darzulegen. Inso-

weit könne berechtigterweise erwartet werden, dass er seine wesentli-

chen Ausreisegründe zumindest erwähne. Darüber hinaus habe der Be-

schwerdeführer die Übereinstimmung der Angaben des Protokolls mit 

seinen Aussagen durch seine Unterschrift bestätigt, so dass er sich dar-

auf behaften lassen müsse. Dass der Beschwerdeführer seit dem 

15. Juni 2008 verheiratet sei und zwei Kinder habe, sei für den Ausgang 

des Beschwerdeverfahrens zwar unerheblich. Es sei aber nicht erklärt 

worden, weshalb der Beschwerdeführer bei der Befragung ausdrücklich 

angegeben habe, ledig zu sein und keine Kinder zu haben. Es werde da-

bei ein Versäumnis des BFM gesehen, obschon der Beschwerdeführer 

selbst bei den einleitenden Fragen der Anhörung noch hinreichend Gele-

genheit gehabt hätte, seine tatsächlichen Familienverhältnisse offenzule-

gen.  

4.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, al-

le drei Dokumente seien ausweislich der sich auf ihnen befindlichen 

Stempelungen vom Zivilrichter C._______ ausgestellt und notariell be-

glaubigt worden. Damit gehe aus ihnen zum einen klar der Aussteller her-

vor und zum anderen der Grund für die übereinstimmenden äusserlichen 

Merkmale. Die notarielle Beglaubigung sei das Maximum an Echtheits-

nachweis, was er erbringen könne. Wenn das BFM vorbringe, derartige 

Dokumente seien erfahrungsgemäss leicht käuflich zu erwerben, so müs-

se dies vehement bestritten werden. Für ihn respektive seine Familie sei 

die Beschaffung der Originaldokumente äusserst beschwerlich gewesen 

und keineswegs mit der Begleichung einer Rechnung getan. Was den 

handschriftlichen Brief anbelange, komme diesem entgegen der Ansicht 

des BFM sehr wohl ein Beweiswert zu. Dieser im Original eingereichte 

Brief sei von seinem Vater verfasst und komme somit einer schriftlichen 

Zeugenaussage gleich. Was die Bestätigung der (Kirche) anbelange, so 

nehme diese in der Tat – wie auch der Brief seines Vaters – Bezug auf ei-

nen sogenannten "First Information Report" vom (…) 2011. Er habe aber 

nie genau gesagt, wann Anzeige gegen ihn erstattet worden sei. Vom 

First Information Report habe er erst viel später von seinem Vater erfah-

ren, ebenso wie von den anderen Unterlagen. Diese habe allesamt sein 

Vater beschafft und via Postweg in die Schweiz gesandt. Er habe daher 

die Unterlagen weder früher einreichen können, noch habe er von deren 

Existenz gewusst. Es stelle in der Tat keine Unrechtmässigkeit dar, die 

Angaben der Befragung zur Überprüfung der Glaubhaftigkeit heranzuzie-

D-1558/2014 

Seite 11 

hen. Jedoch gelte es zu differenzieren und dem Einzelfall gerecht zu wer-

den. Dazu gehöre auch abzuwägen, wie viele respektive wie gravierend 

allfällige Unstimmigkeiten auftreten würden. Hier gehe es vorliegend um 

einen Datumsfehler und unterschiedliche Schilderungen der Anzahl An-

greifer. Derartige Unstimmigkeiten können in der Aufregung ohne Weite-

res vorkommen. Aus dem Aussageverhalten anlässlich der zweiten Be-

fragung gehe hervor, dass ihm nur ein Fehler unterlaufen sei, den er nach 

kurzem Nachdenken habe korrigieren können. Wesentlich unglaubhafter 

wäre gewesen, wenn er sich bei seiner Aussage auf wenige Kernelemen-

te beschränkt hätte, diese aber in beiden Befragungen wortgleich wieder-

gegeben hätte. Gerade die vorliegenden kleinen Unstimmigkeiten mach-

ten die Aussage lebendig und damit glaubhaft, hätte er doch, wenn es 

sich um eine erfundene Geschichte handeln würde, problemlos die Eck-

punkte seiner Geschichte auswendig lernen können. Die Übergriffe seien 

massiv und traumatisch gewesen. Diese hätten ihn dazu veranlasst, sein 

Heimatland ohne alles zu verlassen und seine Familie alleine zurückzu-

lassen. Vor diesem Hintergrund scheine die Verwechslung eines Datums 

geradezu lächerlich unwesentlich. Der Hinweis auf Ehefrau und Kinder 

diene im Übrigen lediglich dem Nachweis, dass er unter grossem Druck 

gestanden sei und nicht alle entscheidenden Fakten habe zu Protokoll 

geben könne. Obwohl in den Protokollen nichts von Frau und Kindern 

stehe, werde dieser Punkt nicht bestritten. Auch hier könnte doch vorge-

bracht werden, derartige Registerdokumente seien leicht käuflich zu er-

werben und würden, da diese nirgends erwähnt worden seien, nicht exis-

tieren.  

5.  

5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüch-

lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen 

oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die 

asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbeson-

dere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder 

verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch 

dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar-

stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder un-

begründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder 

die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner im 

Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 

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Seite 12 

des Gesuchstellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, 

wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber 

überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt 

der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspek-

te wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte 

Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Ge-

samtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhalts-

darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekti-

vierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2, BVGE 2010/57 

E. 2.3). 

5.2  

5.2.1 Vorliegend können – im Gegensatz zur Begründung in der ange-

fochtenen Verfügung des BFM – die Vorbringen des Beschwerdeführers 

bezüglich des geltend gemachten Konflikts mit den Arbeitskollegen nicht 

ohne Weiteres als unglaubhaft erachtet werden. An dieser Stelle ist denn 

auch anzumerken, dass die Anhörung vom 7. Februar 2014 mit 2 Stun-

den und 45 Minuten (inkl. 20 Minuten Pause und Rückübersetzung) als 

ausserordentlich kurz bezeichnet werden muss, insbesondere, da die An-

hörung eine halbe Stunde kürzer als die Befragung war. Dem Beschwer-

deführer stand somit nur wenig Zeit zu Verfügung seine Asylvorbringen zu 

schildern und detailliert auszuführen. Auch aufgrund dessen sind die Aus-

sagen in Bezug auf den Konflikt mit den Arbeitskollegen als substanziiert 

und ausführlich zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer vermag in diesem 

Teil der Anhörung Details zu schildern, die auf tatsächlich Erlebtes 

schliessen lassen, wie beispielsweise die Namen der Kollegen, die Schil-

derung bezüglich des Wassertrinkens in der Fabrik sowie verschiedene 

Daten und Orte, welche mehrheitlich widerspruchsfrei vorgebracht wur-

den (vgl. BFM Akten A16 F19). Der Beschwerdeführer vermag seine Ge-

schichte bis und mit dem Angriff auf ihn anfangs Juni 2011 chronologisch 

stimmig und nachvollziehbar wiederzugeben. Die vom BFM in seiner Ver-

fügung erwähnten Widersprüche müssen als Details und somit unwesent-

lich für die zentralen Asylvorbringen qualifiziert werden. Es ist insbeson-

dere darauf hinzuweisen, dass es als übertrieben erscheint, vom Be-

schwerdeführer die genaue Anzahl Angreifer zu verlangen. Der Unter-

schied zwischen sechs und acht Personen ist in einem Kontext eines An-

griffs minimal, da es sich in beiden Konstellationen um eine in etwa gleich 

grosse Anzahl von Menschen handelt. Es kann denn nicht verlangt wer-

den, dass der Beschwerdeführer seine Angreifer zählt, bevor er attackiert 

wird. Dasselbe gilt für den kleineren Widerspruch von zwei Tagen bezüg-

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Seite 13 

lich des Datums des Angriffs. Ebenfalls muss auch die Unstimmigkeit be-

züglich des Datums, welches sich um zwei Tage unterschied, wobei sich 

der Beschwerdeführer dann korrigierte, als weitgehend unwesentlich qua-

lifiziert werden. Aus diesen wenigen marginalen Unstimmigkeiten auf die 

generelle Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen zu schliessen, erscheint 

nicht richtig, insbesondere wenn die übrigen Vorbringen plausibel und 

substanziiert zu Protokoll gegeben wurden.  

5.2.2 Jedoch handelt es sich bei diesen Vorbringen der Arbeitskollegen 

um Angriffe von privaten Dritten, welche gemäss der Schutztheorie nur 

als relevant betrachtet werden können, falls sich der heimatliche Staat als 

nicht schutzwillig oder schutzfähig erweist (vgl. BVGE 2011/51 E. 7). Der 

Beschwerdeführer hat sich aber gemäss eigenen Angaben in dieser Sa-

che nie an die Behörden gewandt, obschon es nicht offensichtlich er-

scheint, dass diese die Probleme des Beschwerdeführer nicht hätten lö-

sen können. Der Beschwerdeführer gab überdies zu Protokoll, dass die 

übrigen Arbeitskollegen in der Fabrik zu ihm gehalten hätten und sogar 

die anderen zwei entlassen wurden, was auf den Schutz der übrigen Be-

völkerung gegenüber dem Beschwerdeführers hinweist (vgl. A16 F19). 

Zudem handelt es sich um einen lokalen Konflikt, welchem sich der Be-

schwerdeführer ultima ratio auch durch einen Wegzug hätte entziehen 

können und er daher über eine innerstaatliche Schutzalternative verfügt 

hätte. Die Vorbringen bezüglich des Konflikts am Arbeitsplatz und dem 

Angriff auf ihn Anfangs Juni 2011 müssen daher als nicht asylrelevant 

qualifiziert werden, womit sich weitere Ausführungen zu diesen Vorbrin-

gen erübrigen.  

5.3  

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, der eine Arbeitskollege, re-

spektive dessen Familie habe ihn wegen Blasphemie angezeigt, weshalb 

er nun zu einer langen Gefängnisstrafe oder zum Tod verurteilt worden 

sei.  

5.3.1 Die Ausführungen des Beschwerdeführers, welche diese Blasphe-

mie-Anzeige beschreiben, vermögen im Gegensatz zu den Schilderungen 

bezüglich des Konflikts mit den Arbeitskollegen in der Fabrik und dem 

Angriff auf ihn, nicht mehr dieselbe Detaildichte und Substanziiertheit auf-

zuweisen. So schilderte der Beschwerdeführer diesen Teil seiner Ge-

schichte bereits in der freien Erzählung lediglich mit wenigen Sätzen, wo-

hingegen die restlichen Ausführungen wie bereits erwähnt, detailliert und 

relativ ausführlich geschildert wurden, was ein Bruch in der Erzählstruktur 

D-1558/2014 

Seite 14 

darstellt (vgl. A16 F19). Trotz der beschränkten Dauer der Anhörung 

müsste es dem Beschwerdeführer aber dennoch gelingen, eine derartig 

schwere Anzeige gegen ihn, welche unter anderem auch das Leben sei-

ner Familie und seiner Verwandten betreffen würde, genauer als in weni-

gen allgemeinen Sätzen zu beschreiben, welche sein Vater ihm erzählt 

habe (vgl. beispielsweise A16 F49). So wäre es doch von ihm zu erwar-

ten, dass er sich bei seinem Vater, mit welchem er gemäss seinen Aus-

sagen nach wie vor in Kontakt steht, seit seiner Ausreise im Jahr 2011 

genau zum genauen Vorwurf und dem Verfahrensstand informiert hätte. 

Zudem fällt auf, dass der Beschwerdeführer im Gegensatz zum Konflikt 

mit den Arbeitskollegen die Situation nicht aus einer persönlichen Per-

spektive schildert, sondern oft auf Erzählungen zur allgemeinen Situation 

in Pakistan in Verbindung mit Blasphemie-Anzeigen zurückgreift (vgl. A16 

F78 ff). Ferner widerspricht sich der Beschwerdeführer, indem er in der 

Befragung geltend macht, er sei zur Familie des Arbeitskollegen gegan-

gen und habe diese gebeten, mit den Belästigungen aufzuhören (vgl. A7 

S. 7). In der Anhörung gab er jedoch zu Protokoll, sein Vater sei zusam-

men mit seinem Onkel und Quartierbewohnern zu dessen Familie gegan-

gen (vgl. A16 F19). Da es ein grosser Unterschied darstellt, ob etwas 

selbst erlebt wurde oder ob dies nur aus Erzählungen bekannt ist, muss 

dieser Widerspruch als wesentlich angesehen werden, womit Zweifel an 

der Glaubhaftigkeit auftreten.  

5.3.2 Gewichtige Zweifel an der Glaubhaftigkeit des Beschwerdeführers 

entstehen im Zusammenhang mit den eingereichten Beweismitteln be-

züglich der Blasphemie-Anzeige. So weisen nicht nur die mit der Be-

schwerdeergänzung vom 29. April 2014 eingereichten Originale in Urdu 

sowie in Englisch alle die identischen Stempelungen und goldigen Emb-

leme aus Pakistan auf, sondern auch die mit der deutschen Übersetzung 

eingereichten Kopien der Beweismittel, was schon per se keinen Sinn er-

gibt, da dies bedeuten müsste, dass entweder auch die Kopien beglau-

bigt wurden oder diese zwischen Erhalt und Übersetzung in der Schweiz 

nochmals nach Pakistan geschickt und beglaubigt wurden. Zudem fällt 

auf, dass die Stempelungen alle in englischer Sprache sind, auch auf den 

Dokumenten in Urdu. Würde es sich tatsächlich um Stempelungen und 

Embleme eines pakistanischen Notars handeln, wäre zu erwarten, dass 

dieser über einen Stempel und Embleme in Urdu, der Nationalsprache 

Pakistans, verfügt. Überdies handelt es sich bei den englischen Kopien 

um vorgefertigte Formulare, in welche nur noch der Name des Be-

schwerdeführers, sowie einzelne Daten und Fakten eingesetzt werden 

mussten. Im Zusammenhang mit einer Blasphemie-Anzeige ist jedoch in-

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Seite 15 

nerhalb von drei Jahren mehr als ein Standardformular zu erwarten. Be-

züglich der Beweismittel im Zusammenhang mit der Anzeige müssen da-

her grosse Zweifel an deren Echtheit angebracht, respektive es muss ih-

nen ein äusserst geringer Beweiswert zugemessen werden. Die übrigen 

Beweismittel, wie unter anderem der Brief des Vaters und das Schreiben 

der Kirche, vermögen ihrerseits die grossen Zweifel an der Glaubhaftig-

keit der Vorbringen nicht aufzuwiegen.  

5.4 Im Sinne einer Gesamtbetrachtung und einer Abwägung der Argu-

mente, die für die Glaubhaftigkeit und denjenigen, die dagegen sprechen, 

kommt das Bundesverwaltungsgericht – auch unter Berücksichtigung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers – zum Schluss, dass die 

Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der angeblichen Blasphe-

mie-Anzeige den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit von Art. 7 AsylG 

nicht zu genügen vermögen. In diesem Zusammenhang ist denn das 

Vorbringen, er habe doch eine Familie in Pakistan, für die Asylvorbringen 

unwesentlich und somit nicht als ausschlaggebend zu betrachten.  

5.5 Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle hinzuzufügen, dass eine 

Kollektivverfolgung aufgrund des christlichen Glaubens auch vom Be-

schwerdeführer in der Beschwerde verneint wird. Die schwierige Situation 

der christlichen Minderheit in Pakistan ist dem Bundesverwaltungsgericht 

zwar durchaus bekannt, vermag jedoch – wie dies das BFM in der ange-

fochtenen Verfügung zutreffend schilderte – die hohe Schwelle zur Be-

gründung einer Kollektivverfolgung nicht zu erreichen, weshalb auf weite-

re Erwägungen verzichtet werden kann.  

6.  

Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine 

bestehende oder unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgung gemäss 

Art. 3 AsylG nachzuweisen. Somit hat die Vorinstanz zu Recht die Flücht-

lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen.  

7.  

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

D-1558/2014 

Seite 16 

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie 

bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei-

sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-

nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 

Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde-

D-1558/2014 

Seite 17 

führers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

8.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwer-

deführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 

einer Ausschaffung nach Pakistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichts-

hofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 

2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). 

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Pakistan lässt den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-

scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Die Menschenrechtslage in Pakistan muss zwar als angespannt be-

zeichnet, es herrscht jedoch aktuell keine Situation von allgemeiner Ge-

walt, Krieg oder Bürgerkrieg, welche für den Beschwerdeführer bei einer 

Rückkehr eine konkrete Gefahr darstellen würde.  

8.3.3 Gemäss eigenen Angaben lebte der junge, soweit aktenkundig 

grundsätzlich gesunde und ledige Beschwerdeführer seit seiner Geburt 

bis zu seiner Ausreise im Jahr 2013 in der Nähe von Z._______. Daher 

kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer zumindest 

über ein soziales und familiäres Beziehungsnetz verfügt, auf welches er 

sich nach seiner Rückkehr stützen kann. Der Beschwerdeführer verfügt 

ferner über acht Jahre Schulbildung und konnte gemäss eigenen Anga-

ben in einer Fabrik arbeiten. Es darf gestützt auf die bestehenden Akten 

der Schluss gezogen werden, dass er – auch unter Berücksichtigung der 

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Seite 18 

gesundheitlichen Situation – in Pakistan nicht in eine existenzbedrohende 

Lage geraten wird.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 - 3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem jedoch 

das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege mit Verfügung vom 28. März 2014 gutgeheissen wur-

de, werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

10.2 Nachdem dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 28. März 2014 

seine Rechtsvertreterin als amtliche Beiständin beigeordnet wurde, ist 

dieser eine angemessene Entschädigung auszurichten. Die Rechtsvertre-

terin des Beschwerdeführers hat am 31. Juli 2014 eine Kostennote zu 

den Akten gereicht, die angemessen erscheint. Dem Beschwerdeführer 

ist somit zu Lasten der Gerichtskasse eine Parteientschädigung für die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Höhe von Fr. 3946.– (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.  

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1558/2014 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin wird zu Lasten der Gerichtskasse 

eine Entschädigung von Fr. 3946.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Anne Kneer 

 

 

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