# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e2c886a-83f5-536f-b24b-35938acc6b4d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.09.2018 SB160339
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160339_2018-09-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160339-O/U/cw 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. Samokec 

 

Urteil vom 21. September 2018 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. Oertle,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

 

sowie 

 

 

1. A._____, 
Privatklägerin und Drittberufungsklägerin 

2. B._____, 
3. C._____, 
4. D._____,  
5. E._____,  
Privatkläger 

 

 

1 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ 

2, 3 vertreten durch lic. iur. X2._____ 

4, 5 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ 

 

gegen 

- 2 - 

 

F._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, I. Abteilung, vom 
7. Dezember 2015 (DG150024) 
 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. Juli 

2015 (Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 80 S. 208 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte F._____ wird freigesprochen vom Vorwurf:  

- der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

zum Nachteil der Geschädigten A._____ (Anklageziffer 1.4.);  

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 Abs. 3 StGB zum Nachteil der Geschädigten B._____ 

und C._____ (Anklageziffer 1.5.); 

- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB zum Nachteil der Geschä-

digten A._____ (Anklageziffer 1.2.); 

- der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB in Verbin-

dung mit Art. 126 Abs. 2 lit. a StGB zum Nachteil der Geschädigten  

B._____ und C._____ (Anklageziffer 1.1. Abs. 2). 

2. Der Beschuldigte F._____ ist schuldig: 

- der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB zum Nachteil der Geschädigten 

A._____ sowie zum Nachteil der Geschädigten B._____ und C._____ 

zum (Anklageziffer 1.3.); 

- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB zum 

Nachteil der Geschädigten D._____ und E._____ (Anklageziffer 2.); 

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- des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

WG; 

- der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB in Verbin-

dung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB zum Nachteil der Geschädigten 

A._____ (Anklageziffer 1.1. Abs. 1 und Anklageziffer 1.2.). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 
bis und mit heute 431 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse 

von Fr. 1'000.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird bedingt aufgeschoben und die Probezeit 
auf zwei Jahre angesetzt. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 
nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

6. Die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 1 wird auf den Zivilweg verwie-
sen. 

7. Die Schadenersatzforderungen der Privatkläger 2 und 3 werden auf den Zivil-
weg verwiesen.  

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 4 aus den Ereignissen 
gemäss Anklageziffer 2. eine Genugtuung von Fr. 6'000.– zuzüglich Zins von 

5 % seit dem 30. März 2014 zu bezahlen. Im übrigen Umfang wird die Genug-

tuungsforderung sowie die Schadenersatzforderung des Privatklägers 4 auf 

den Zivilweg verwiesen.  

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 aus den Ereignissen 
gemäss Anklageziffer 2. eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zuzüglich Zins von 

5 % seit dem 30. März 2014 zu bezahlen. Im übrigen Umfang wird die Genug-

tuungsforderung sowie die Schadenersatzforderung des Privatklägers 5 auf 

den Zivilweg verwiesen.  

- 5 - 

10. Der Antrag des Beschuldigten auf Vernichtung der erhobenen DNA-Probe 
FOTO/DNA-PCN: … und DACTY-PCN: … wird abgewiesen. 

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 9. Oktober 2014 
beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und vernichtet: 

- Elektroschockgerät getarnt als Taschenlampe (A007'526'321); 
- Elektroschockgerät getarnt als Mobiltelefon (A007'526'343) 

12. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 28. November 
2014 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und vernichtet: 

- Machete, ARMY specifics (A007'525'828); 
- Beil, ARMY specifics (A007'525'851); 
- Geissfuss, "Stahlwille" (A007'525'873); 
- Teppichmesser, NT Cutter L-500 (A007'525'884); 
- Taschenmesser, ARMY specifics (A007'525'908); 
- Klappmesser, goldfarben (A007'525'931); 
- 2 DIN A4 Seiten, Handnotizen (A007'526'003); 
- Einkaufstasche Denner, rot. 

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 
Fr. 6'000.00  Gebühr für das Vorverfahren; 

 Fr.        263.80  Auslagen für das Vorverfahren (Gutachten); 

 Fr. 627.00 übrige Auslagen für das Vorverfahren; 
Fr. 75.00 Entschädigung Zeuge; 
Fr. 47'532.90  Entschädigung amtliche Verteidigung; 

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Fr. 22'624.40  Entschädigung unentgeltliche Rechtsbeiständin 
  der Privatklägerin 1; 

Fr. 5'127.65  Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand  
  der Privatkläger 4 und 5; 

Fr. 85'250.75  Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens (derzeit 
Fr. 9'965.80) werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt. Im Übrigen wer-

den sie auf die Staatskasse genommen.  

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen vollständig auf die 
Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

16. Die Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ für die unentgeltliche 
Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 wird auf die Gerichtskasse genommen. 

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Rechtsvertreter der Privatkläger 4 und 
5 eine Entschädigung von Fr. 5'127.65 zu bezahlen.  

18. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Rechtsbeistand der Privatkläger 
2 und 3 keine Entschädigung verlangt hat.  

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 90; sinngemäss) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

b) Der Vertreterin der Privatklägerin 1: 

(Urk. 132; sinngemäss) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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c) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 140 S. 1 f.) 

 "1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 

7. Dezember 2015 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Freispruch), 2 teil-

weise (Schuldspruch wegen Vergehens gegen das Waffengesetz), 11 

und 12 (Verwendung beschlagnahmter Gegenstände), 13 (Kostendis-

positiv), 15 (Entschädigung amtlicher Verteidiger) sowie 16 (Entschädi-

gung unentgeltliche Rechtsbeiständin) in Rechtskraft erwachsen ist; 

 2. Es sei der Beschuldigte wegen Vergehens gegen das Waffengesetz im 

Sinne von Art. 33 Abs. 1 WG mit einer angemessenen Geldstrafe zu 

bestrafen; 

 3. Es sei der Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 

zwei Jahren aufzuschieben; 

 4. Im Übrigen sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen; 

 5. Es seien die Zivilklagen sämtlicher Privatklägerschaften abzuweisen, 

eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen; 

 6. Es sei die beim Beschuldigten erhobene DNA-Probe zu vernichten und 

von der Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von Art. 5 des DNA-

Profil-Gesetzes abzusehen bzw. dieses zu vernichten; 

 7. Es sei dem Beschuldigten aus der Staatskasse eine Genugtuung nach 

richterlichem Ermessen auszurichten; 

 8. Es seien die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitin-

stanzlichen Verfahrens, einschliesslich der Kosten der amtlichen Ver-

teidigung im Berufungsverfahren, ausgangsgemäss auf die Staatskas-

se zu nehmen und es sei davon abzusehen, den Beschuldigten zur 

Leistung einer Entschädigung an den Rechtsvertreter der Privatkläger 

D._____ und E._____ zu verpflichten." 

- 8 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Diels-

dorf vom 7. Dezember 2015, das gleichentags mündlich eröffnet und den Parteien 

im Dispositiv übergeben worden war (Prot. I S. 24 und 29; Urk. 64), meldeten die 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), der 

Beschuldigte und die Privatklägerin 1 rechtzeitig Berufung an (Urk. 69, 70 und 

73). Mit Entscheid der Verfahrensleitung vom 29. Juni 2016 wurden die Dispositiv-

Ziffern 13 und 17 des Urteils vom 7. Dezember 2015 infolge eines offensichtlichen 

Irrtums in der Bezeichnung und wegen eines Rechnungsfehlers betreffend die 

Honorarnote von Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ berichtigt (Urk. 79; Prot. I S. 32). 

Soweit ersichtlich wurde dieser Entscheid an den amtlichen Verteidiger des Be-

schuldigten und Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ mittels Schreiben vom 4. Juli 

2016 zugestellt (Urk. 79, beigelegte Kopien der Schreiben). 

2. Der Beschuldigte, die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin 1 reichten 

fristgemäss ihre Berufungserklärungen mittels Eingaben vom 5. resp. 6. Juli 2016 

ein (Urk. 81-83). Nach entsprechender Aufforderung (Urk. 86) verzichteten der 

Rechtsbeistand der Privatkläger 2 und 3 (gemeinsame Kinder des Beschuldigten 

und der Privatklägerin 1) mit Eingabe vom 26. August 2016 und die Privatklägerin 

1 mit einer solchen vom 9. September 2016 je auf Anschlussberufung (Urk. 88 

und 89). Die Staatsanwaltschaft zog mit Eingabe vom 26. September 2016 ihre 

Berufung bereits wieder zurück (Urk. 90). Es wurde von keiner Seite Anschluss-

berufung erhoben. Am 18. Juli 2018 teilte sodann auch die Privatklägerin 1 den 

Rückzug ihrer Berufung schriftlich mit (Urk. 132). Von diesen Prozesserklärungen 

ist Vormerk zu nehmen. 

3. Mit Beschluss vom 30. Juni 2017 wurde den Privatklägern 2 und 3 die un-

entgeltliche Rechtspflege gewährt und lic. iur. X2._____, c/o Amt für Jugend und 

Berufsberatung, Regionaler Rechtsdienst, … [Ortschaft], als unentgeltlicher 

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Rechtsbeistand bestellt. Ausserdem wurde ein ärztliches Gutachten über die ge-

sundheitlichen Folgen der dem Privatkläger 4 am 30. März 2014 zugefügten Ver-

letzungen (namentlich am linken Auge, im Gesicht und am Kopf) angeordnet 

(Urk. 93). Nach dessen Eingang am 15. Dezember 2017 (Urk. 108) und der Ein-

forderung aktueller ärztlicher Befunde beim Privatkläger 4 am 26. Februar 2018 

(Urk. 127) wurde nach Terminabsprache mit den Parteien am 10. April 2018 zur 

Berufungsverhandlung auf den 21. September 2018 vorgeladen. Auf Gesuch des 

Staatsanwaltes vom 26. August 2018 wurde er von der Teilnahme an der Beru-

fungsverhandlung dispensiert (Urk. 134/1-2), zu welcher schliesslich noch der Be-

schuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers und die Rechtsvertreterin 

der Privatklägerin 1 erschienen (Prot. II S. 9). Das Verfahren erweist sich als 

spruchreif. 

I. Prozessuales 

1. Teilrechtskraft 

1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

Dabei ist es naheliegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprü-

fung des Urteils einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den ange-

fochtenen Punkten besteht. Entsprechend ist im Zusammenhang mit einer Über-

prüfung des Strafmasses regelmässig auch über den bedingten oder unbedingten 

Vollzug zu entscheiden. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Frei-

spruch gelten für den Fall der Gutheissung automatisch auch damit zusammen-

hängende Folgepunkte des Urteils, wie zum Beispiel die Nebenfolgen, vor allem 

der Zivilpunkt sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, aber auch Ent-

scheidungen über Einziehungen, als angefochten. Bestätigt das Berufungsgericht 

den Schuldspruch, sind die weiteren nicht angefochtenen Urteilspunkte bei einer 

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Beschränkung der Berufung nicht zu überprüfen (vgl. dazu Niklaus Schmid/Daniel 

Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar [kurz: Praxis-

kommentar StPO], 3. A., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 399 N 18; Hug / Scheidegger 

in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung [kurz: ZH StPO Komm.], 2. A. Zürich-Basel-Genf 2014, N 19 und 

20 zu Art. 399; Sprenger in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung [kurz: BSK StPO], 2. A. Basel 2014, 

Art. 437, N 31 f.). 

Auch wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt 

es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzuge-

ben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 

244 E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016 

E. 4.2 mit Hinweisen). 

1.2. Der Beschuldigte beantragt in allen Anklagepunkten – mit Ausnahme des 

Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 WG – einen 

vollumfänglichen Freispruch unter entsprechender Regelung der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (Urk. 83 S. 2 und 140 S. 1 f.). Infolge der Berufungsrück-

züge sind demnach Dispositivziffern 1 (Freisprüche), 2 alinea 3 (Vergehen gegen 

das Waffengesetz), 6 und 7 (Zivilforderungen der Privatkläger 1-3), 11 und 12 

(beschlagnahmte Gegenstände), 13 (Kostenfestsetzung) sowie 16 und 18 (Ent-

schädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläger 1-3) in Rechts-

kraft erwachsen. 

Gegenstand des Berufungsverfahrens verbleiben – nebst der Strafzumessung 

und den Nebenfolgen – aus dem Dossier 1 noch die Tatbestände der mehrfachen 

Tätlichkeiten (Anklageziffern 1.1 Abs. 1 und 1.2) und der mehrfachen Drohung 

(Anklageziffer 1.3) sowie aus dem Dossier 2 der Tatbestand der mehrfachen ein-

fachen Körperverletzung (Anklageziffer 2).  

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2. Verschlechterungsverbot 

2.1. Gemäss dem Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO 

darf der Entscheid der Vorinstanz nicht zum Nachteil der beschuldigten oder ver-

urteilten Person abgeändert werden, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Guns-

ten eingereicht wurde. Für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vor-

liegt, ist allein das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils massgebend, denn die 

von der Vorinstanz abweichenden Erwägungen der Rechtsmittelinstanz dürfen 

nicht zu einem schärferen Schuldspruch und auch nicht zu einer härteren Strafe 

führen, wenn ausschliesslich die beschuldigte oder verurteilte Person ein Rechts-

mittel ergriff. Eine Verletzung des Verschlechterungsverbots liegt entsprechend 

dem gesetzgeberischen Willen daher nicht nur bei einer Verschärfung der Sank-

tion, sondern auch bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat vor. Dies ist 

der Fall bei zusätzlichen Schuldsprüchen sowie dann, wenn der neue Straftatbe-

stand eine höhere Strafdrohung vorsieht, d.h. einen höheren oberen Strafrahmen 

oder eine (höhere) Mindeststrafe (BGE 139 IV 282, E. 2.6).  

2.2. Nachdem die Anklagebehörde die erstinstanzlichen Freisprüche, aber auch 

die Schuldsprüche, durch ihren Verzicht auf Berufung und Anschlussberufung 

nicht mehr anficht, ist der Anklagesachverhalt in Nachachtung des Verschlechte-

rungsverbots einzig hinsichtlich der von der Vorinstanz gefällten Schuldsprüche 

betreffend (mehrfache) einfache Körperverletzung, mehrfache Tätlichkeiten und 

mehrfache Drohung zu prüfen und nicht hinsichtlich einer allfälligen (versuchten) 

schweren Körperverletzung. Ausserdem kann das vorinstanzliche Dispositiv auch 

in den übrigen Punkten, namentlich auch hinsichtlich des Strafmasses und der Zi-

vilforderungen, nicht zulasten des Beschuldigten abgeändert werden. 

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II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A. Vorbemerkungen 

1. Hinsichtlich der allgemeinen Regeln der Beweiswürdigung kann zur Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 80 S. 26 f.), wobei nament-

lich die detaillierten und umfassenden Ausführungen zur Würdigung von Beweis-

aussagen nicht wiederholt zu werden brauchen.  

2. Die Vorinstanz hat sich mit jedem Sachverhaltsabschnitt der Anklageschrift 

ausführlich auseinandergesetzt. Dabei hat sie vorerst die zur Beurteilung des um-

strittenen Sachverhalts zur Verfügung stehenden relevanten Beweismittel voll-

ständig aufgezählt und die im vorliegenden Verfahren relevanten Aussagen je-

weils zu den einzelnen Anklagepunkten zusammenfassend detailliert und korrekt 

aufgeführt. Diese konzisen Aussagenzusammenfassungen sind hier nicht zu wie-

derholen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die Aussagen der einzelnen Beteiligten ist 

nachfolgend, soweit notwendig, im betreffenden Sachverhaltsabschnitt zurückzu-

kommen. Ebenfalls sind, wo nötig, Ergänzungen oder Korrekturen im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen zu den einzelnen Anklagepunkten anzubringen.  

3. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung und der Vertre-

tung der Privatklägerschaft zur Sache ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass 

die Behörde die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksich-

tigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 

kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1. mit Hinweisen). 

- 13 - 

B. Anklagepunkt 1.3. (Dossier 1) mehrfache Drohungen 

1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich im Detail aus der Anklageschrift vom 

16. Juli 2015 (Urk. 19 S. 5) und wurde von der Vorinstanz korrekt dargelegt 

(Urk. 80 S. 73 f.). Stark zusammengefasst wird dem Beschuldigten vorgeworfen, 

ab ca. Mai 2014 bis zum 16. September 2014, die Privatklägerin 1 mehrmals be-

droht zu haben, und zwar während der Zeit des Zusammenlebens in G._____ 

[Ortschaft] mit der Privatklägerin 1 und den gemeinsamen Kindern B._____ und 

C._____ (Privatkläger 2 und 3), die damals rund 5 ½- bzw. knapp 4-jährig waren. 

So habe er ihr zum Beispiel ca. im Juli 2014 gesagt, er werde sie in Stücke 

schneiden und in der Pfanne braten oder er werde ihr Rattengift geben oder er 

werde ihr den Haarföhn in die Badewanne oder Dusche werfen oder jemand wür-

de sie abpassen und ihr Gesicht mit Schnitten entstellen. Dies habe die Privatklä-

gerin 1 ernst genommen und sei dadurch in Angst und Schrecken versetzt wor-

den, was der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen habe. Ausserdem habe 

der Beschuldigte regelmässig, praktisch jeden Samstag, bevor er zur Arbeit ge-

gangen sei, ab Juni 2014 bis anfangs September 2014 mit einem Elektroschock-

gerät auf die Privatklägerin 1 und die beiden Kinder B._____ und C._____ gezeigt 

und gesagt, sie sollten brav sein, sonst bekämen sie einen Stromschlag. Dadurch 

seien die Privatkläger 1-3 in Angst versetzt worden, was der Beschuldigte eben-

falls zumindest in Kauf genommen habe.  

2. Die Anklagevorwürfe basieren weitestgehend auf den Schilderungen der 

Privatklägerin 1, wie die Vorinstanz zutreffend darlegt (Urk. 80 S. 75 f.). Der Be-

schuldigte bestreitet die Vorwürfe in allen Einvernahmen vollumfänglich, räumt in 

Bezug auf das Elektroschockgerät im Wesentlichen ein, er habe der Privatkläge-

rin 1 und den Kindern lediglich gezeigt, wie das Gerät funktioniere, habe aber 

nicht gedroht (Urk. Dossier 1/4/4 S. 9; Urk. 71 S. 36). Der Beschuldigte bleibt 

auch im Berufungsverfahren bei seiner Bestreitung (Prot. II S. 27 ff.).  

3. Die Vorinstanz fasst korrekt die Aussagen der direkt Beteiligten und der 

Zeugen H._____ (Bruder der Privatklägerin 1), I._____ (Mutter des Beschuldig-

ten) und J._____ (Freundin der Privatklägerin 1) zusammen (Urk. 80 S. 76-84), so 

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dass hierauf verwiesen werden kann. Die Vorinstanz stellt in der Folge auf die 

Aussagen der Privatklägerin 1 ab unter dem Hinweis darauf, sie schildere die Ge-

schehnisse im Verlaufe des Strafverfahrens grundsätzlich im Kern deckungs-

gleich und ohne Widersprüche. Ausserdem habe sie sich noch an die erste von 

ihr ernst genommene Drohung mit dem Haarföhn erinnert und ihre Aussagen ent-

hielten diverse Realitätskriterien. So habe sie die vorherrschende Gefühlslage 

sowie ihre Gedankengänge kund getan. Zudem habe sie ab dem Zeitpunkt, als 

sie die Drohungen ernst genommen habe, gewisse Verhaltensänderungen ihrer-

seits vorgenommen, so das Rattengift weggeworfen und die Badezimmertür beim 

Duschen stets abgeschlossen. Die Angaben der Privatklägerin 1 seien differen-

ziert und äusserst detailgetreu. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Begrif-

fen wie "Strom" für das Elektroschockgerät oder "kalter Waffe" für eine Attacke 

mit dem Messer liesse sich auf eine wahrheitsnahe Schilderung schliessen. Der 

besondere Charakter des jeweiligen Drohungsvorwurfes, der sich nicht auf einen 

unspezifischen kurzen Ausspruch beschränke, zeuge von einer ausgeklügelten 

Vorstellung des jeweils in Aussicht gestellten Nachteils. Zudem sei keine Tendenz 

ersichtlich, wonach die Privatklägerin 1 die Drohungsvorwürfe übertrieben darstel-

le und es sei aufgrund der veränderten Wohnsituation nach dem Einzug des Be-

schuldigten in die von der Privatklägerin 1 und den gemeinsamen Kindern in 

G._____ bewohnte Wohnung nachvollziehbar, dass sich das Verhalten des Be-

schuldigten verändert habe. Insgesamt seien die Schilderungen der Privatkläge-

rin 1 als glaubhaft einzustufen (Urk. 80 S. 78-82). Die Vorinstanz zog die Aussa-

gen der Zeugen als Hilfstatsachen zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Anga-

ben der Privatklägerin 1 hinzu, welche zwar keine eigenen Wahrnehmungen 

machten, jedoch die Schilderungen der Privatklägerin 1 stützten (Urk. 80 S. 84). 

Auch die Aussagen der Kinder zum Vorfall betreffend das Elektroschockgerät be-

urteilte die Vorinstanz als glaubhaft (Urk. 80 S. 85) und erwog, der Anklagesach-

verhalt sei – hauptmassgeblich gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin 1 – 

erstellt (Urk. 80 S. 85 ff.).  

 

 

- 15 - 

4. Im Ergebnis kann dieser Beweiswürdigung nicht gefolgt werden.  

4.1. Richtig ist, dass die Aussagen der beiden Kinder in Bezug auf das Elektro-

schockgerät glaubhaft sind. Sie wurden auf Video aufgezeichnet, so dass sie im-

mer noch authentisch vorliegen. Die Kinder bestätigen insbesondere die Aussage 

des Beschuldigten, dass er das Elektroschockgerät einmal vorführte, denn beide 

Kinder beschreiben es als langes Ding, das "psst" macht (Urk. Dossier 2/7/1 S. 3 

[B._____] und Urk. Dossier 2/7/4 S. 3 [C._____]). Die Vorinstanz verschweigt in-

des, dass bei der Vorführung gemäss Aussagen beider Kinder die ganze Familie 

anwesend war, insbesondere auch die Privatklägerin 1 (Urk. Dossier 2/7/1 S. 3 

[B._____] und Urk. Dossier 2/7/4 S. 3 [C._____]). Ausserdem ist die Aussage von 

B._____ bemerkenswert, wonach der Beschuldigte wohl nicht gemerkt habe, dass 

sie Angst vor dem Strom gehabt habe (Urk. Dossier 2/7/1 S. 3). Jedenfalls bestä-

tigen die Kinder die Darstellung des Beschuldigten, wonach es sich lediglich um 

eine Demonstration des Elektroschockgerätes gehandelt hat. Dass sie aufgrund 

einer solchen Angst vor dem Strom hatten, entspricht einer altersentsprechenden 

Reaktion auf das Vorgeführte, woraus – in Übereinstimmung mit der Verteidigung 

(Urk. 140 S. 11 f.) – mitnichten der Schluss gezogen werden kann, der Beschul-

digte habe sie bedroht. Dazu besteht umso weniger Anlass, als keine Anhalts-

punkte vorliegen, wonach der Privatklägerin 2 (B._____) nicht geglaubt werden 

kann, die explizit ausführt, dass der Beschuldigte nicht realisiert habe, dass sie 

Angst vor dem Strom hatte und sie nicht mehr genau wisse, warum sie (denn) 

Angst vor dem Strom gehabt habe (Urk. Dossier 2/7/1 S. 3). Diese Aussage 

spricht gegen eine tatsächliche Bedrohungssituation. 

4.2.1. Hinzu kommt, dass die Aussagen der Privatklägerin 1 – wie auch die Ver-

teidigung zutreffend bemerkt (Urk. 140 S. 5 ff.) – nicht als derart konstant und wi-

derspruchsfrei zu qualifizieren sind, wie das die Vorinstanz darstellt. So wider-

spricht sich die Privatklägerin zum Beispiel bereits hinsichtlich dem Zeitpunkt, seit 

wann sie die erste Drohung des Beschuldigten ernst nahm und auch über die Art 

dieser Drohung: Sie sagte in der ersten polizeilichen Einvernahme noch, er habe 

ihr schon in K._____ [Ortschaft] (sc. als sie noch getrennte Wohnungen hatten, er 

aber dort mit der Privatklägerin 1 zusammenlebte [Urk. Dossier 1/5/2 S. 5 Privat-

- 16 - 

klägerin; Urk. Dossier 1/4/4 S. 3 Beschuldigter]) damit gedroht, ihr das Gesicht zu 

zerschneiden, sie müsse ein braves Mädchen sein und ihm dienen, er werde sie 

überall finden (Urk. Dossier 1/5/1 S. 4). Diese Aussage bedeutet, dass die Dro-

hung vor dem gemeinsamen Zusammenleben in G._____, mithin vor dem 1. De-

zember 2013 (Urk. Dossier 1/5/1 S. 1 und 8 [Privatklägerin 1) gefallen sein muss. 

Auf weitere Frage schildert sie dann jedoch widersprechend, sie habe die Dro-

hung nicht ernst genommen, bis sie dann das Beil und das Messer (sc. in der 

gemeinsamen Wohnung in G._____) gesehen habe (Urk. Dossier 1/5/1 S. 4). 

Auch in der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft schwadroniert die Privatklä-

gerin 1 mit ihren Antworten zur ersten Drohung herum. Zunächst antwortet sie auf 

die Frage, wann es zur ersten Drohung gekommen sei, das sei im Mai 2014 ge-

wesen, es sei nichts Besonderes vorgekommen, sie hätten gestritten und er habe 

ihr gesagt, er werde sie in Stücke schneiden und in der Pfanne braten (Urk. Dos-

sier 1/5/2 S. 23). In der gleichen Antwort spricht sie dann aber davon, er habe da-

vor schon ein paar Mal davon geredet, er werde ihr einen Haarföhn in die Dusche 

oder die Badewanne werfen, während sie sich wasche und diese Drohung habe 

sie bereits ernst genommen (a.a.O.). Auf weitere Nachfrage, welches nun die ers-

te ernst genommene Drohung gewesen sei, gibt sie unmittelbar nachher an, das 

sei gewesen, als sie ein Gespräch zwischen dem Beschuldigten und seiner Mut-

ter gehört habe, anlässlich welchem er zum Ausdruck gebracht habe, dass er sie 

liquidieren wolle und nicht mehr wolle, dass sie existiere (Urk. Dossier 1/5/2 

S. 24). Mithin gibt die Privatklägerin 1 auf diese einfache und klare Frage innert 

kürzester Zeit drei verschiedene Antworten, die aufgrund der inhaltlich sehr unter-

schiedlichen Art der Drohungen auch nicht verwechselt werden können. Sodann 

sagt sie in der gleichen Antwort weiter aus, sie habe auch den Verdacht gehabt, 

dass er sie vergifte und er habe ihr gesagt, sie sei ein grosses Hindernis in sei-

nem Leben, er wünsche ihr den Tod (a.a.O.), womit sie nochmals zwei neue Dro-

hungen auf die Frage nach der ersten ernst genommenen Drohung deponiert, 

was den Staatsanwalt veranlasste, die Frage, welches die erste ernstgenommene 

Drohung gewesen sei, zu wiederholen. Darauf antwortete die Privatklägerin 1 un-

ter anderem, das sei die Drohung gewesen, dass er sie in Stücke schneiden und 

in der Pfanne braten würde (Urk. Dossier 1/ 5/2 S. 24). Schliesslich kehrte die Pri-

- 17 - 

vatklägerin 1 nach erneuter Wiederholung der Frage zu ihrer Antwort zurück, die 

erste Drohung sei im Mai 2014 diejenige mit dem Föhn gewesen und schränkt 

gleichzeitig erneut ein, nach der Drohung mit der Pfanne habe sie noch mehr 

Angst gehabt (a.a.O.). Auf diverse Nachfragen zur Klärung ihrer Antworten sagte 

die Privatklägerin 1 schliesslich aus, die Drohung mit der Pfanne sei im Sommer, 

ca. im Juli, 2014 gewesen (Urk. Dossier 1/5/2 S. 25). Auf die weitere, offen ge-

stellte Frage, ob es zu weiteren Drohungen gekommen sei, antwortete die Privat-

klägerin 1 sodann, einmal habe er ihr gesagt, er würde das Haus ihrer Eltern in 

Serbien anzünden (Urk. Dossier 1/5/2 S. 26) und auf Nachfrage ergänzte sie, das 

sei während eines Streites in K._____, im Jahre 2008 gewesen 

(Urk. Dossier 1/5/2 S. 27). Auf den Widerspruch durch den Staatsanwalt ange-

sprochen, sie habe zuvor ausgesagt, die erste Drohung sei im Mai 2014 gewe-

sen, gibt sie ausweichend an, sie habe das so verstanden, dass er über alle Dro-

hungen habe Bescheid wissen wollen, obwohl die Fragestellung einfach und auch 

klar war. Dieses Aussageverhalten kann nun beileibe nicht als konstant und wi-

derspruchsfrei qualifiziert werden.  

4.2.2. Die Privatklägerin 1 gab sodann, erneut widersprüchlich, zu Protokoll, sie 

habe sich nicht getraut die Polizei zu verständigen und sie habe auch keinem 

Menschen davon (sc. von den Drohungen) erzählt. Einer einzigen Frau, ihrer 

Freundin (sc. J._____), habe sie es spät, am Ende der Beziehung, als sie es nicht 

länger ausgehalten habe, erzählt (Urk. Dossier 1/ 5/2 S. 31 und S. 40). Später er-

neut gefragt, wann sie wem was von diesen Vorfällen erzählt habe, verortete die 

Privatklägerin 1 dies auf "anfangs Juni, besser gesagt Ende Mai, anfangs Juni" 

(Urk. Dossier 1/5/2 S. 40). Sie macht somit einmal mehr Angaben, die sich nicht 

zur Deckung bringen lassen, denn der Zeitraum Ende Mai / Anfang Juni ist defini-

tiv nicht identisch mit dem Ende der Beziehung im September und liegt auch jah-

reszeitlich so weit auseinander, dass er nicht leicht verwechselt werden kann. Im 

Gegensatz dazu soll die Privatklägerin 1 der Zeugin J._____ jedoch bereits im 

März 2014 über Schläge, Haare-Reissen und Drohungen erzählt haben, wie diese 

gegenüber der Staatsanwaltschaft als Zeugin aussagte (Urk. Dossier 1/6/3 S. 4). 

Auch hier erweisen sich die Angaben der Privatklägerin 1 als nicht zuverlässig. 

Nicht nachvollziehbar erscheint ausserdem, dass die Privatklägerin 1 somit ihrer 

- 18 - 

Freundin zu einem Zeitpunkt von einer vagen Beseitigungsdrohung berichtet ha-

ben will, als sie selbst, nach der eigenen abschliessenden diesbezüglichen Ant-

wort beim Staatsanwalt, die Drohungen noch gar nicht ernst genommen hatte.  

4.2.3. Zum Aussageverhalten der Privatklägerin 1 gilt es zudem zu bemerken, 

dass sie den Beschuldigten in ein schlechtes Licht stellt, ohne dass sie konkret 

gefragt worden wäre, einzig, indem sie entsprechende Randbemerkungen macht. 

So versucht sie zum Beispiel, den Vorwurf der Drohung zu verstärken, indem sie 

suggeriert, der Beschuldigte nehme Drogen, gleichzeitig aber einschränkt, sie ha-

be das nie gesehen, aber anhand seines Verhaltens festgestellt (Urk. Dossier 1/5/ 

1 S. 4). Eine solche Aussage ist weder überprüfbar noch sonst objektivierbar, er-

zeugt aber einen negativen Eindruck über den Beschuldigten. So legte sie dem 

Beschuldigten bereits in der ersten Einvernahme auf die Frage nach Schlägen 

bzw. Drohungen gegenüber den Kindern in den Mund, er habe den Kindern auch 

schon gesagt, sie seien nicht normal (Urk. Dossier 1/5/1 S. 5) oder der Beschul-

digte sei zwar krank geschrieben, arbeite aber trotzdem nachts als Chauffeur 

(a.a.O. S. 6) oder aber auch, er sei "auch für alle anderen Personen sehr gefähr-

lich" (Urk. 72 S. 16), was jeder Grundlage entbehrt. An anderer Stelle gibt sie an, 

es habe ihn gestört, dass sie "gewisse Sachen über ihn" in Erfahrung gebracht 

habe (Urk. Dossier 1/5/2 S. 25), ohne das zu erläutern, so dass wiederum etwas 

Negatives über den Beschuldigten lediglich vage angedeutet wurde. Weiter gab 

die Privatklägerin 1 zum Beispiel an, der Beschuldigte habe gedroht, ihr die Kin-

der wegzunehmen und nach Serbien zu verschwinden (Urk. Dossier 1/5/1 S. 8 

und 1/5/2 S. 25). Auch dafür gibt es allerdings keinerlei objektive Anhaltspunkte. 

Ganz im Gegenteil kennen sich die Privatklägerin 1 und der Beschuldigte bereits 

seit 2006/2007, wobei er in G._____ und sie in K._____ je eine kleine Wohnung 

hatten, der Beschuldigte aber mehrheitlich bei der Privatklägerin 1 in K._____ leb-

te bis er auf ihren Wunsch in G._____ eine grössere Wohnung fand, in der sie als 

Familie gemeinsam leben wollten (Urk. Dossier 1/5/1 S. 1; 1/5/2 S. 5 f., 8, 10 [Pri-

vatklägerin 1]; Urk. Dossier 1/4/2 S. 2; 1/4/4 S. 3 f. [Beschuldigter]). Mithin hätte 

der Beschuldigte seit der Geburt der Kinder bis zum Einzug in G._____ schon be-

liebig oft Möglichkeiten und Gelegenheiten gehabt, die Kinder nach Serbien zu 

entführen, wenn er das gewollt hätte, gab die Privatklägerin 1 doch selbst an, 

- 19 - 

dass der Beschuldigte zwischen 2010 und 2014 vier bis fünf Mal pro Jahr nach 

Serbien zu seinen Eltern gereist sei, weil er damals keine Anstellung gehabt habe 

(Urk. Dossier 1/5/2 S. 9 und 40). Ganz abgesehen davon war es die Privatkläge-

rin 1, die nach eigener Aussage die Tochter B._____ in den ersten Jahren zu ih-

ren Eltern nach Serbien brachte, weil sie sich infolge ihrer Arbeitstätigkeit nicht 

genügend um sie kümmern konnte (Urk. Dossier 1/5/2 S. 6). Entgegen der Sug-

gestion der Privatklägerin 1 gibt es somit keinerlei Anhaltspunkte, die für ihre be-

hauptete Befürchtung sprechen. Überdies zeigt die Privatklägerin 1 auch ein aus-

weichendes Aussageverhalten, beantwortet Fragen nicht (Urk. 72 S. 20 f.) und 

widerspricht sich, zum Beispiel wenn sie einerseits aussagt, sie sei nicht laut ge-

wesen beim Streiten, andererseits jedoch sie habe sehr laut mit ihm gestritten 

(a.a.O. S. 20 und 21). 

4.3. Weiter fällt schliesslich noch in Betracht, dass der Bruder der Privatkläge-

rin 1, H._____, als Zeuge vom Hörensagen angab, sie habe bei ihm am meisten 

Ende August, Anfang September 2014 über alle Vorkommnisse geklagt; davor je-

doch auch schon (Urk. Dossier 1/6/2 S. 10). Vor dem Hintergrund der eigenen 

Aussagen der Privatklägerin 1 erschliesst sich nicht, wie ihr Bruder von ihr über 

die Drohungen schon vor Ende August 2014 informiert worden sein soll, wenn die 

Privatklägerin 1 selbst angibt, nur ihrer Freundin und dieser auch erst ganz am 

Schluss davon erzählt zu haben.  

Wie die Vorinstanz die Aussagen der Privatklägerin 1 aufgrund solcher Wider-

sprüche für glaubhaft halten kann, nachdem sie selbst die Aussagen der Privat-

klägerin 1 betreffend die Vergewaltigungen als zu widersprüchlich und zu wenig 

glaubhaft qualifiziert (Urk. 80 S. 97 f., S. 101, S. 104 f., S. 111, S. 114, S. 118 f. ), 

erschliesst sich vollends nicht. 

4.4. Weiter fällt auf, dass die Privatklägerin 1 erst am 1. Oktober 2014 Anzeige 

erstattete (Urk. Dossier 1/5/1 S. 1), nachdem sie bereits am 16. September 2014 

ins Frauenhaus gegangen war (a.a.O. S. 5), sich mithin einen halben Monat Zeit 

liess, obwohl die Vorwürfe gravierend waren. Angesichts dieses zeitlichen Um-

standes, der es ihr ermöglicht hätte, sich ihre Aussagen zurecht zu legen, würde 

eine Konstanz in ihren eigenen Aussagen für sich allein noch kein Indiz für ein 

- 20 - 

Realitätskriterium darstellen, sofern sie überhaupt übereinstimmende Angaben 

macht, was vorliegend ja gerade nicht der Fall war. Schliesslich erscheint es als 

unglaubhaft, dass die Privatklägerin 1 nicht schon früher ins Frauenhaus gegan-

gen wäre, wenn sie tatsächlich derart konkret um ihr Leben gefürchtet hätte, wie 

sie es schildert. Dies erscheint denn auch vor dem Hintergrund, dass die Privat-

klägerin 1 alles daran gesetzt hat, mit einem – laut ihren eigenen Aussagen – ge-

walttätigen Mann zusammen zu wohnen und dass sie es war, die eine grössere 

Wohnung und mit dem Beschuldigen zusammenziehen resp. mit ihm als Familie 

zusammen leben wollte, (Urk. Dossier 1/5/1 S. 3, 1/5/2 S. 4 f.; 1/5/4 S. 8, 9 f. [Pri-

vatklägerin 1]; Urk. Dossier 1/4/1 S. 2 f.; 1/4/4 S.3 f. [Beschuldigter]), als völlig un-

glaubhaft. 

5. Abschliessend erweisen sich die Aussagen der Privatklägerin 1 als derart 

inkonstant, widersprüchlich und unglaubhaft, dass der massgeblich auf ihren An-

gaben beruhende Anklagesachverhalt nicht als erstellt betrachtet werden kann. 

Der Beschuldigte ist somit vom Vorwurf der mehrfachen Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB frei-

zusprechen. 

C. Anklagepunkt 1.1. Abs. 1 und 1.2. (Dossier 1) mehrfache Tätlichkeiten 

1.1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich im Detail aus der Anklageschrift vom 

16. Juli 2015 (Urk. 19 S. 2 f.) und wurde von der Vorinstanz korrekt dargelegt 

(Urk. 80 S. 37). Stark zusammengefasst wird dem Beschuldigten vorgeworfen, 

während der Zeit des Zusammenlebens mit der Privatklägerin 1 und deren Kin-

dern ab ca. Februar 2014 bis zum 16. September 2014 mehrmals, praktisch täg-

lich, die Privatklägerin 1 an den Haaren gerissen zu haben, ihr starke Faustschlä-

ge gegen die Aussenseite der Oberschenkel oder gegen die Oberarme verpasst 

und ihr das Kinn zusammengedrückt zu haben sowie in ihr Gesäss getreten zu 

sein und sie in die Lippe oder auch in den Nacken gebissen zu haben. Ausser-

dem habe der Beschuldigte ca. dreimal an das Handgelenk der Privatklägerin ge-

fasst, wobei er zweimal ihren Arm hinter ihren Rücken gezogen und ihr dabei den 

Arm verdreht habe und einmal habe er dies vor ihrem Körper getan. Gelegentlich 

- 21 - 

habe der Beschuldigte von hinten mit seinem Arm um den Hals der Privatkläge-

rin 1 gefasst und für mehrere Sekunden seinen Arm zugedrückt. Abgesehen von 

schnell heilenden blauen Flecken und kurz andauernden Schmerzen, welche der 

Beschuldigte zumindest in Kauf genommen habe, habe die Privatklägerin 1 keine 

Verletzungen erlitten. 

1.2. Den weiteren Anklagevorwurf, der Beschuldigte habe vermutlich im August 

2014 einmal mit seinem Turnschuh heftig gegen den Oberschenkel der Privatklä-

gerin 1 getreten, so dass diese mehrere Tage lang Schmerzen gehabt habe 

(Urk. 19 S. 4), subsumierte die Vorinstanz statt unter den Tatbestand der einfa-

chen Körperverletzung ebenfalls unter denjenigen der Tätlichkeit (Urk. 67-72), 

was für die erkennende Kammer infolge des Verschlechterungsverbots verbind-

lich ist. 

2. Die Vorinstanz schilderte korrekt und im Detail die Aussagen der beiden di-

rekt Beteiligten einerseits, des Beschuldigten und seiner damaligen Lebenspart-

nerin der Privatklägerin 1, und der ebenfalls in der Wohnung lebenden gemein-

samen Kinder B._____ und C._____ andererseits sowie der Zeugen H._____ 

(Bruder der Privatklägerin 1), I._____ (Mutter des Beschuldigten) und der Zeugin 

J._____ (Urk. 80 S. 39-49). Die Vorinstanz hielt sowohl die Aussagen der Privat-

klägerin 1 aufgrund ihres hohen Grades an Übereinstimmung als auch jene des 

Zeugen H._____ und der Kinder für glaubhaft (Urk. 80 S. 47, 48 und 49 sowie 

Urk. 80 S. 68). Weil die Zeuginnen I._____ und L._____ aussagten, nie Gewalttä-

tigkeiten des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin 1 wahrgenommen zu 

haben, befand die Vorinstanz, sie trügen nicht weiter zur Erstellung der rechtser-

heblichen Tatsachen bei (Urk. 80 S. 48 und 49 sowie S. 69). Abschliessend stellte 

die Vorinstanz auch bezüglich dieser Anklagepunkte auf die Aussagen der Privat-

klägerin 1 ab und hielt den Sachverhalt für erstellt (Urk. 80 S. 49 f. und S. 70).  

Der Beschuldigte bestreitet diese Vorwürfe bis heute vollumfänglich 

(Urk. Dossier 1/4/2 S. 4, 1/4/6 S. 6 f.; Urk. 71 S. 31 und 34 und Prot. II S. 27). 

3.1. Die Aussagen der Kinder B._____ und C._____ stuft die Vorinstanz als 

glaubhaft ein. Dem kann – wie vorstehend bereits erwähnt (vorstehende Ziffer 

- 22 - 

II.B.4.1.) – grundsätzlich zugestimmt werden. Trotzdem ist dem Umstand, dass 

die Kinder im Befragungszeitraum erst 4 ½- bzw. 6-jährig waren, angemessen 

Rechnung zu tragen. Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass die Kinder seit ca. 

zwei Monaten alleine mit der Mutter lebten und der Beschuldigte nicht mehr bei 

ihnen in der gleichen Wohnung war. So sagte B._____, der Vater lebe nicht mehr 

bei ihnen, das sei gut so, wobei nicht klar ist, wieso das gut ist, da sie sofort 

nachschiebt, sie verstehe sich aber gut mit ihm (Urk. Dossier 2/7/1 S. 2). Ebenso 

fällt bei C._____ auf, dass er offenbar den Befragungsanlass genau kennt und in 

zwei Sätzen umschreibt: Es gehe um F'._____ (sc. den Beschuldigten), er habe 

die Mutter, B._____ und ihn geschlagen und an den Haaren gezogen; er komme 

nicht gut mit F'._____ aus (Urk. Dossier 2/7/4 S. 1; Urk. Dossier 2/7/6 S. 2), was 

vor dem Hintergrund einer möglichen Beeinflussung durch die Kindsmutter (Pri-

vatklägerin 1) doch auffällig erscheint. Insgesamt machten die Kinder, namentlich 

B._____, jedoch authentische und altersentsprechende Angaben, verstanden die 

gestellten Fragen trotz sprachlicher Schwierigkeiten und obwohl eine Dolmetsche-

rin Hilfestellung leistete und antworteten auch nach Einschätzung der anwesen-

den Psychologin in eigenen, wenn auch knappen, aber inhaltlich eindeutigen 

(C._____), Worten (Urk. Dossier 2/7/3 und 2/7/6). B._____ attestiert sie zudem im 

Hinblick auf die Anzahl der verschiedenen Vorkommnisse eine differenzierte 

Wahrnehmung, indem sie unterscheide, ob sie selber oder ein anderes Familien-

mitglied die Übergriffe erlebte (Urk. Dossier 2/7/3 S. 1). Zu C._____ weist die 

Psychologin darauf hin, dass er noch keine sichere Vorstellung von Zahlen und 

Mengen habe und aufgrund seines jungen Alters Schwierigkeiten habe, offene 

Fragen oder solche nach einer Anzahl, Häufigkeit oder Lokalisation zu beantwor-

ten. Es habe sich kein eigentlicher Dialog zwischen ihm und der Befragenden 

entwickelt und die einzelnen Fragen seien von dem Knaben nur einsilbig beant-

wortet worden (Urk. Dossier 2/7/6 S. 2). Gemäss Aussagen von B._____ wurde 

die Mutter oft geschlagen, gestossen sowie angeschrien und mit dummer Kuh be-

schimpft, wobei die Folgen unklar bleiben, da sie nicht beschrieben wurden. An-

dere Übergriffe, namentlich das Treten mit Füssen, das Beissen oder das an den 

Haaren Reissen durch den Beschuldigten, werden von der Tochter jedoch nicht 

beschrieben. In Anbetracht des für eine prozessual verwertbare Aussage noch 

- 23 - 

sehr jungen Alters der Kinder des Beschuldigten und dem Umstand, dass sie seit 

der Trennung der Eltern alleine mit der Privatklägerin 1 lebten, deren Angaben zu 

strafbaren Handlungen des Beschuldigten sich bereits als unglaubhaft herausge-

stellt haben sowie entsprechender Beeinflussungsmöglichkeit seitens der Mutter, 

bleiben erhebliche Bedenken hinsichtlich der Authentizität der Angaben der Kin-

der bestehen. 

3.2. B._____ bestätigt im Übrigen in ihrer Befragung die Aussage des Beschul-

digten (Urk. Dossier 1/4/2 S. 3, 1/4/3 S. 6 f. und 1/4/4 S. 2 f.), dass ihr Onkel (sc. 

der Bruder der Privatklägerin 1, H._____) mit den Eltern und ihrem Bruder 

C._____ zusammen in der gleichen Wohnung lebt (Urk. Dossier 2/7/1 S. 2), was 

die Privatklägerin 1 bis zur letzten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 

17. Dezember 2014 ganz verschwieg und dort auf entsprechende Frage lediglich 

angab, in G._____ hätten sie (beide Eltern) und die Kinder gelebt (Urk. Dossier 

1/5/1 und 1/5/4 S. 10), oder aber auf einzelne Besuche des Bruders herabminder-

te (Urk. Dossier 1/5/2 S. 34). Ebenso verschwieg sie zunächst, dass sie in den 

ersten ca. sechs Monaten in G._____ eine Putzfrau hatten, die dort gemäss über-

einstimmenden Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 1 auch wohn-

te (Urk. Dossier 1/5/4 S. 11; Urk. Dossier 1/4/4 S. 2 f.; Prot. II S. 31), musste aber 

auch dies schliesslich in der Einvernahme vom 17. Dezember 2014 auf Vorhalt 

zugeben (Urk. Dossier 1/5/4 S. 10 und 11). Im Gegensatz dazu machte dies der 

Beschuldigte schon ganz am Anfang der Untersuchung in Bezug auf die tatsächli-

chen Gelegenheiten, zu welchen er die ihm vorgeworfenen Tätlichkeiten began-

gen habe, geltend und es erwies sich als wahrheitsgemäss. Damit kann als er-

stellt betrachtet werden, dass die Privatklägerin 1 und der Beschuldigte entgegen 

der Darstellung der Privatklägerin 1 nur selten alleine mit den Kindern zuhause 

waren, da zumindest bis Februar 2014 die Putzfrau in der Wohnung anwesend 

war (siehe dazu auch unten Ziffer 3.4.) und überdies während der gesamten Zeit 

der Bruder der Privatklägerin 1 ebenfalls vor Ort war, weil er in der gleichen Woh-

nung lebte.  

3.3. Der Bruder der Privatklägerin 1 laviert bezüglich seines Wohnortes und sei-

ner Aufenthaltsdauer in der Schweiz herum, weicht auf Nachfragen aus, indem er 

- 24 - 

zum Beispiel auf die Frage, seit wann er in der Schweiz lebe, damit antwortet seit 

wann er angemeldet ist (Urk. Dossier 1/6/1 S. 2). Dabei legt er nicht offen, dass er 

schon in K._____ in Wohnung der Privatklägerin 1 wohnte, ebenso wie später in 

G._____ (Urk. Dossier 1/6/1 S. 2-4; 1/6/2 S. 4). Auf Nachfrage äussert er sich so-

dann in der ersten Befragung lediglich zu tätlichen Übergriffen des Beschuldigten 

gegenüber seinen Kindern (Haare Reissen etc.), nicht jedoch bezüglich der Pri-

vatklägerin 1, von der er solches nur gehört habe. So führt er aus, wenn er selbst 

am Wohnort gewesen sei, habe sich der Beschuldigte zurückgehalten, sei zwar 

grob gewesen, aber die Beleidigungen und das psychisch Runtermachen habe er 

jeweils in einem anderen Zimmer so leise gesagt, dass er es nicht habe hören 

können (Urk. Dossier 1/6/1 S. 4). In der ersten Einvernahme gab er noch an, be-

züglich blauer Flecken am Arm der Privatklägerin 1 nur von ihr gehört zu haben, 

dass dies der Beschuldigte durch Kneifen verursacht habe (Urk. Dossier 1/6/1 

S. 6), wohingegen er dies gemäss Aussage in der zweiten Einvernahme dann als 

Zeuge selber gesehen haben will und gar ergänzt, dies sei beim Vorbeigehen 

gewesen, als der Beschuldigte sie am Arm fest zwickte oder sie fest zusammen-

drückte und einmal sei er auch anwesend gewesen, als er der Privatklägerin 1 mit 

einer Banane auf den Kopf geschlagen habe (Urk. Dossier 1/6/2 S. 5, 6). Damit 

aggraviert der Zeuge deutlich und weicht wesentlich von seinen ersten Aussagen 

ab. Ganz abgesehen davon lässt sich seine Aussage nicht mit derjenigen der Pri-

vatklägerin 1 in Übereinstimmung bringen, wonach mit Ausnahme ihrer Kinder 

niemand Zeuge der Gewalttätigkeiten und / oder Drohungen geworden sei 

(Urk. Dossier 1/ 5/2 S. 34), was schon alleine angesichts ihrer Schilderung von Art 

und Häufigkeit der tätlichen Übergriffe seitens des Beschuldigten und dem lang-

jährigen Zusammenleben mit dem Bruder der Privatklägerin 1 in der gleichen 

Wohnung unglaubhaft erscheint. Mithin kann aufgrund des widersprüchlichen und 

aggravierenden Aussageverhaltens der Privatklägerin 1 und ihres Bruders nicht 

auf ihre Angaben abgestellt werden. 

3.4. Der Vorinstanz kann auch darin nicht gefolgt werden, dass die Aussagen der 

Zeugin L._____ nichts zum Sachverhalt beitrügen. Die Zeugin, die notabene unter 

der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte und extra von Serbien 

angereist war, erklärte nachvollziehbar und glaubhaft, sie kenne den Beschuldig-

- 25 - 

ten genau gleich gut wie die Privatklägerin 1 und stehe in keiner (besonderen) 

Beziehung zu ihnen. Sie erläuterte, sie habe bei ihnen in G._____ gewohnt, habe 

dort geputzt, gekocht und auf die Kinder aufgepasst sowie diese in die Krippe ge-

bracht resp. abgeholt. Die Kinder hätten sich so an sie gewöhnen sollen, damit sie 

in Zukunft auch mit ihr alleine zuhause geblieben wären (Urk. Dossier 1/6/4 S. 2 

und 4 f.). Ihre Angaben erscheinen durchaus plausibel und decken sich mit den-

jenigen des Beschuldigten, aber auch – was die Haushaltshilfe und das Wohnen 

betrifft – mit denjenigen der Privatklägerin 1. Die Angaben der Zeugin werden 

durch ihr offenes Einräumen, dass sie aufgrund einer Anzeige bei der Polizei am 

23. Februar 2014 ausgeschafft wurde (a.a.O. S. 4) und durch ihre authentisch und 

ehrlich wirkenden Angaben zur Kontaktierung sowohl von Seiten des Beschuldig-

ten als auch von Seiten der Privatklägerin 1 noch umso glaubhafter, gibt sie doch 

überzeugend an, weder von dem Unbekannten seitens der Privatklägerin 1 noch 

von der Familie des Beschuldigten Instruktionen bezüglich ihrer Aussagen erhal-

ten zu haben und auch nicht bekannt gegeben zu haben, was sie aussagen wür-

de (a.a.O. S. 3 f. und S. 7). Dabei wird aufgrund ihrer Angaben deutlich, dass der 

Unbekannte versuchte, sie von der Reise abzuhalten, indem er ihr sagte, es habe 

doch keinen Sinn, einen so langen Weg auf sich zu nehmen; es sei doch Sache 

zwischen den beiden und sie sollten es doch selber regeln (a.a.O. S. 7), was sie 

aber nicht davon abhielt, der Vorladung Folge zu leisten. Die Zeugin gibt überdies 

zu Protokoll, dass der Umgang zwischen dem Beschuldigten und der Privatkläge-

rin 1 in der Zeit, als sie dort wohnte, ganz normal, schön, anständig, gewesen sei. 

Sie habe das Gefühl gehabt, dass es sich um eine junge, schöne, normale Fami-

lie handeln würde. Er habe ständig gearbeitet, sei aber auch mit den Kindern zu-

sammen gewesen, die sich jeweils auf sein Heimkommen gefreut hätten und er 

sei auch einkaufen gegangen. Abgesehen von den vier, fünf, Stunden am Tag, 

die er mit der Familie verbracht habe, habe er ständig gearbeitet, geschlafen 

(a.a.O. S. 5 f.). Was die Zeugin zu den Arbeitszeiten des Beschuldigten aussagte, 

blieb im Verfahren unbestritten, was erneut ein Indiz dafür darstellt, dass sie 

glaubhaft aussagt. Sowohl gestützt auf diese Zeugenaussage als auch auf die 

erste Aussage des Bruders der Privatklägerin 1 muss davon ausgegangen wer-

den, dass jedenfalls bis zur Ausschaffung der Zeugin am 23. Februar 2014 

- 26 - 

(Urk. Dossier 1/6/4 S. 4) keine Tätlichkeiten des Beschuldigten gegen die Privat-

klägerin 1 vorkamen, entgegen ihrer eigenen (unglaubhaften) Darstellung, diese 

seien seit Februar 2014 erfolgt (Urk. Dossier 1/5/2 S. 11). 

3.5. Auch bezüglich dieses Anklagesachverhalts erweisen sich die Aussagen der 

Privatklägerin 1 entgegen der Vorinstanz als keineswegs überzeugend und mit-

nichten als übereinstimmend. Nicht nur widerspricht sie sich hinsichtlich der Ge-

genwart von Unbeteiligten, die die tätlichen Übergriffe wahrgenommen haben sol-

len, sondern auch bezüglich der Fusstritte in ihr Gesäss. Einmal sagt die Privat-

klägerin 1 aus, er habe sie mit den Füssen getreten, was von der Formulierung 

her auf mehrere Episoden deutet (Urk. Dossier 1/5/1 S. 4) und hernach gibt sie 

an, dies sei nur ein einziges Mal gewesen (Urk. Dossier 1/5/2 S. 14 f.), wohinge-

gen sie später in derselben Einvernahme erneut deponiert, es habe sich um meh-

rere Tritte ins Gesäss gehandelt, die sie aber "nicht so ernst" genommen habe 

(Urk. Dossier 1/5/2 S. 22). Im Übrigen finden die Angaben der Privatklägerin 1 

über Tritte mit den Füssen auch keine Stütze in den Aussagen der Kinder.  

4. Der unauflösbare Widerspruch in den Schilderungen des Zeugen H._____ 

und der Privatklägerin 1 hinsichtlich des Umstands, ob Zeugen anlässlich der tät-

lichen Übergriffe des Beschuldigten ihr gegenüber zugegen waren oder nicht, so-

wie das dargestellte widersprüchliche Aussageverhalten der Privatklägerin 1 las-

sen unüberwindbare Zweifel daran bestehen, dass deren Angaben zum Tatge-

schehen rund um die Tätlichkeiten des Beschuldigten der Wahrheit entsprechen. 

Der sich ausschliesslich auf die Angaben der Privatklägerin 1 stützende Anklage-

Sachverhalt Ziffer 1.1. Abs. 1 und 1.2. (Dossier 1) kann daher nicht als erstellt 

diesem Urteil zugrunde gelegt werden, da eine theoretische Möglichkeit, dass die 

Darstellung der Privatklägerin 1 trotz der dagegen sprechenden Anhaltspunkte 

der Wahrheit entsprechen könnte, für einen Schuldspruch nicht ausreicht. Ent-

sprechend ist der Beschuldigte – zusätzlich zum nicht angefochtenen diesbezüg-

lichen Freispruch in Bezug auf die Kinder – der mehrfachen Tätlichkeit im Sinne 

von Art. 126 StGB in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB zum Nachteil der 

Privatklägerin 1 freizusprechen. 

- 27 - 

D. Anklagepunkt 2. (Dossier 4) mehrfache (einfache) Körperverletzung 

1. Sachverhalt 

1. Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich im Detail aus der Anklageschrift vom 

16. Juli 2015 sowie dem vorinstanzlichen Urteil (Urk. 19 S. 10 f.; Urk. 80 

S. 142 f.). Dem Beschuldigten wird zusammengefasst und im Wesentlichen vor-

geworfen, am frühen Morgen des 30. März 2014, um ca. 4.40 Uhr, vor dem Club 

M._____ in Zürich nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen 

dem Beschuldigten, den Privatklägern 4 und 5 D._____ und E._____, dem Mitbe-

schuldigten N._____ (separates Verfahren) und ca. 5 weiteren nicht näher be-

kannten Personen, dem Privatkläger 4 drei Ohrfeigen verpasst, ihn und seinen 

Bruder (Privatkläger 5) die Treppe heruntergestossen resp. -geschleppt, und 

schliesslich den Privatkläger D._____ mehrfach mit Fäusten geschlagen und mit 

Füssen gegen den Körper getreten zu haben. Dabei habe der Beschuldigte dem 

Privatkläger 4 insbesondere die Faust auf dessen Auge geschlagen, ihn von hin-

ten in den Schwitzkasten genommen und zugedrückt, während er weiter mit der 

anderen Faust von unten gegen das Gesicht und den Hinterkopf des Privatklä-

gers 4 geschlagen habe. Als der Privatkläger E._____ seinem Bruder habe zu Hil-

fe kommen wollen, sei er vom Beschuldigten ebenfalls mit Fäusten geschlagen 

und als er zu Boden gegangen war, auch noch mit den Füssen getreten worden. 

Durch dieses wissentliche und willentliche Verhalten des Beschuldigten und der 

weiteren Beteiligten habe der Privatkläger D._____ eine Fraktur des Augenhöh-

lenbodens mit Einklemmung des geraden unteren äusseren Augenmuskels, eine 

Fraktur der nasenseitigen Wand der Augenhöhle mit Lufteinschlüssen hinter dem 

Augapfel sowie ein Schädelhirntrauma erlitten und der Privatkläger E._____ 

Weichteilquetschungen am Kopf, an der Brustwirbelsäule und an der Hand links 

sowie eine Distorsion des linken Handgelenks, wobei die Beschuldigten diese 

Verletzungen zumindest in Kauf genommen hätten. 

2. Der Beschuldigte bestreitet, die ihm vorgeworfenen Körperverletzungen be-

gangen zu haben (Urk. 71 S. 12 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft hatte er 

bereits eingeräumt, dass es draussen auf der Treppe vor dem Club M._____ zu 

- 28 - 

einem Wortwechsel zwischen ihm und einem der Privatkläger gekommen sei, er 

wisse aber nicht mit welchem (Urk. Dossier 4/4/4 S. 5; Urk. 71 S. ). Vor Vo-

rinstanz gab er überdies an, er habe sich zwischen zwei sich unten vor der Trep-

pe zum Club M._____ streitende Parteien, die eine Schlägerei hatten, gestellt und 

versucht, sie zu trennen, noch bevor die Polizei gekommen sei. Es sei ihm 

schliesslich gelungen, sie zu trennen. Sie seien da auseinander gegangen, aber 

an einem anderen Ort sei es wieder zur Schlägerei gekommen. Er bestreitet je-

doch jeglichen physischen Kontakt sowohl mit D._____ als auch mit E._____ 

(Urk. 71 S. 13 f.). Daran hielt der Beschuldigte auch anlässlich der Berufungsver-

handlung fest. Er habe sich zum fraglichen Zeitpunkt als Gast im Club M._____ 

aufgehalten. Sein Kollege N._____ habe eine Personengruppe, zu welcher auch 

die Privatkläger 4 und 5 gehört hätten, darauf hingewiesen, dass der Club 

schliesse und sie diesen zu verlassen hätten. Auf diese Aufforderung hin habe die 

Gruppe damit begonnen Flaschen und Gläser zu zerbrechen. Sie hätten dann 

aber dennoch den Club verlassen. Vor dem Club habe N._____ mit einem der 

Privatkläger zu streiten begonnen. Es sei auch zu Handgreiflichkeiten bzw. einer 

Rauferei gekommen, an welcher mindestens 20 Personen beteiligt gewesen sei-

en. Der Beschuldigte habe versucht die Streitenden auseinanderzubringen, habe 

aber weder Ohrfeigen verteilt noch mit der Faust zugeschlagen oder jemanden in 

den Schwitzkasten genommen. Wer die Privatkläger 4 und 5 verletzte, habe er 

nicht gesehen, da so viele Leute an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen 

seien (Prot. II S. 32 ff.). 

3. Da die Staatsanwaltschaft gegen den im vorliegenden Sachverhalt vorkom-

menden Beschuldigten N._____ ein separates Verfahren führte und separat An-

klage erhob, drängt es sich für das Verständnis des Gesamtzusammenhangs auf, 

vorab auf dieses Verfahren kurz einzugehen, welches einen Sachzusammenhang 

mit dem hier zu beurteilenden Anklagepunkt aufweist: 

Aus dem Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 11. Mai 2017 

(Urk. 101/42; Prozessakten DG170009 [nachfolgend kurz Urteil]) ergibt sich unter 

Heranziehen der dortigen Anklage (dem Urteil beigeheftet), dass N._____ im We-

sentlichen der gleiche Sachverhalt vorgeworfen wurde wie dem Beschuldigten 

- 29 - 

F._____. So habe der Beschuldigte N._____ namentlich zusammen mit dem Be-

schuldigten F._____ D._____ die Treppe hinunter gestossen resp. geschleppt, ihn 

auf dem Vorplatz festgehalten, mehrfach mit den Fäusten geschlagen und mit den 

Füssen getreten. Der Beschuldigte N._____ habe jedoch insbesondere dem zu 

Hilfe eilenden E._____ mehrere Faustschläge ins Gesicht und in den Bauch ver-

setzt. Als dieser auch einmal zu Boden gegangen war, hätten ihn die beiden Be-

schuldigten auch noch mit den Füssen getreten (Urk. 101/42, Urteilsanhang An-

klage S. 3). 

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte N._____ mit obgenanntem Entscheid wegen 

einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB zum Nachteil des 

Privatklägers E._____ und wegen Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB, 

sprach ihn indessen frei vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 1 StGB zum Nachteil des Privatklägers D._____, und bestrafte 

ihn mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 

4 Jahren und widerrief schliesslich den Vollzug einer früher bedingt ausgefällten 

Geldstrafe (Urk. 101/42 Urteil S. 5). Das Urteil ist rechtskräftig. 

4. Die Vorinstanz hat sich auch zu diesem Anklagesachverhalt bezüglich der 

Verwertbarkeit und der Beweiskraft der vorhandenen Sachbeweise im einzelnen 

geäussert (Urk. 80 S. 144 ff.). Ihre Erwägungen überzeugen, so dass vollumfäng-

lich darauf verwiesen werden kann. Ebenso kann auf die korrekten Aussagenzu-

sammenfassungen bezüglich des Beschuldigten (Urk. 80 S. 147-149), der Privat-

kläger 4 und 5 D._____ und E._____ (Urk. 150 und 153 f.) und der Zeugen 

O._____ (Schwägerin des Beschuldigten; Urk. 80 S. 156 f.), P._____ (Bruder des 

Beschuldigten; Urk. 80 S. 158 f.), Q._____ (Urk. 80 S. 160 f.), R._____ und 

S._____ (Urk. 80 S. 162 f. und S. 164 f.), T._____ (Urk. 80 S. 165 f.), U._____ 

und V._____ (Urk. 80 S. 166) sowie W._____ (Urk. 80 S. 167) und AA._____ 

(Urk. 80 S. 168) verwiesen werden. Dabei hat sich die Vorinstanz je mit der 

Glaubwürdigkeit der Beteiligten im Allgemeinen und der Glaubhaftigkeit ihrer Aus-

sagen im einzelnen auseinandergesetzt und hat die in der Anklage aufgeführten 

Vorgänge und Umstände als rechtsgenügend erstellt betrachtet (Urk. 80 S. 146-

171). Das Bezirksgericht ist dabei sehr sorgfältig und alle Eventualitäten abwä-

- 30 - 

gend vorgegangen. Die Beweiswürdigung ist in allen Details gut nachvollziehbar 

und überzeugt im Einzelnen wie auch im Gesamten. Um unnötige Wiederholun-

gen zu vermeiden, sei an dieser Stelle auf die gut bedachte und durchs Band 

überzeugende Beweiswürdigung insgesamt verwiesen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Im 

Sinne einer Ergänzung drängen sich folgende Erwägungen auf: 

4.1. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Zeugen O._____ (Schwägerin 

des Beschuldigten), P._____ (Bruder des Beschuldigten), R._____ und S._____ 

(befreundet mit der Freundin der Privatkläger Q._____) sowie die im Club 

M._____ beschäftigten Zeugen T._____, U._____, V._____ und W._____ über-

haupt erst ein Jahr und mehr nach dem Vorfall ein erstes Mal befragt wurden 

(Urk. Dossier 4/6/2; 4/6/3; 4/6/5 und 4/6/6 sowie Urk. Dossier 4/6/8-11), worauf 

bereits die Vorinstanz wie auch die Verteidigung im Berufungsverfahren hinge-

wiesen haben (Urk. 80 S. 156-168 [Vorinstanz]; Urk. 140 S. 22 [Verteidigung]). 

Ausser den Privatklägern und dem Beschuldigten wurde zeitnah nur die Zeugin 

Q._____, die mit den Privatklägern D._____ und E._____ befreundet war, durch 

die Stadtpolizei Zürich protokollarisch befragt (Urk. Dossier 4/6/1). Auch ihre zwei-

te Einvernahme fand dann jedoch erst ein Jahr später bei der Staatsanwaltschaft 

statt (Urk. Dossier 4/6/7). Auch wenn der Vorinstanz hinsichtlich der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin R._____ betreffend den groben Ab-

lauf der Auseinandersetzung grundsätzlich zuzustimmen ist (Urk. 80 S. 163), 

muss auch ihre Aussage aufgrund der verstrichenen Zeit von mehr als einem Jahr 

seit dem Vorfall mit grosser Zurückhaltung gewürdigt werden. Entsprechend sind 

aufgrund der erfahrungsgemäss bereits nach sehr kurzer Zeit eintretenden Erin-

nerungsverfälschungen und Erinnerungslücken (vgl. zum Beispiel Vergessens-

kurve nach Prof. Dr. Hermann Ebbinghaus) Angaben über solch weit zurücklie-

gende Ereignisse mit der allergrössten Zurückhaltung zu würdigen. Es kann mit-

hin diesbezüglich nicht ausgeschlossen werden, dass die Befragten ihre eigene 

Wahrnehmung, sollten sie noch an solche erinnern, in der verstrichenen Zeit be-

reits mit von anderen Personen Gehörtem oder Gesehenem angereichert, ergänzt 

oder ersetzt haben. Wenn die Vorinstanz annimmt, die Verminderung des Erinne-

rungsvermögens infolge Zeitablaufs werde durch den aussergewöhnlichen und 

daher einprägsamen Vorfall gemildert (Urk. 80 S. 163), gilt das erstens für alle 

- 31 - 

erst ein Jahr später Einvernommenen und lässt ausser Acht, dass die Zeugin 

R._____ mit Q._____ befreundet war und an dem Abend die Privatkläger kennen-

lernte, so dass ihrer Aussage gegenüber die gleichen Vorbehalte anzubringen 

sind, wie bei allen anderen spät befragten Zeugen und die Übereinstimmung mit 

der Aussage der Zeugin Q._____ durchaus ebenfalls gegenseitigem Gedanken-

austausch geschuldet sein kann. Entsprechend räumte denn auch die Zeugin 

R._____ ein, dass sie über das Geschehen einerseits mit ihrer Schwester 

(S._____), mit der sie zusammenlebt, und andererseits mit der Zeugin Q._____ 

gesprochen habe, um sich besser erinnern zu können, da der Vorfall ja bereits ein 

Jahr her sei. So habe jede erzählt, woran sie sich noch erinnerte 

(Urk. Dossier 4/6/5 S. 9). So ist der Verteidigung zuzustimmen, wenn sie darauf 

hinweist, dass die Aussage der Zeugin R._____ bezüglich des Fusskicks gegen 

das Gesicht von D._____ alleine dastehe und sich nicht mit ihrem Standort in Ein-

klang bringen lässt (Urk. 140 S. 26). Ausserdem kommt bei den Zeugen, die mit 

dem Beschuldigten, resp. dem Club M._____, dessen Besitzer sein Bruder und 

dessen Frau waren, in einer Verbindung stehen, weil sie entweder dort beschäf-

tigt sind oder den Clubbesitzern nahe stehen, hinzu, dass sie zwar allesamt in Ab-

rede stellten, dass der Beschuldigte selber tätlich geworden sei, jedoch ihre 

Schilderungen bezüglich des Kerngeschehens überaus vage ausfielen und kon-

krete Angaben zu Schlichtungsbemühungen und Tatbeiträgen vermissen lassen 

(Urk. 80 S. 169 f.), wobei dieser Umstand, entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 140 S. 26), nicht zur Annahme einer besonders hohen Glaubhaftigkeit 

ebendieser Schilderungen führt. 

4.2. Allerdings erweisen sich nicht sämtliche Zeugenaussagen aufgrund des 

Zeitablaufs und/oder der Beziehung zu einer der Streitparteien für die Beweiswür-

digung als unzuverlässig, denn es liegen zumindest rudimentär die von der Polizei 

anlässlich der Erhebungen vor Ort im Polizeirapport festgehaltenen Aussagen von 

AB._____, O._____, P._____, R._____ und S._____ sowie Q._____ vor, anhand 

welcher Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit der späteren Angaben gezogen 

werden können (Urk. Dossier 4/1 S. 8-11). Der Vorinstanz ist auch gestützt auf 

diese ersten vor Ort gemachten Angaben darin zuzustimmen, dass sich die Aus-

sagen von Zeugen beiden Lagers mit denjenigen der Privatkläger über die Ge-

- 32 - 

schehnisse innerhalb des Clubs vor dem Ausbruch der Schlägerei decken 

(Urk. 80 S. 170). Demgemäss war der Auslöser für das Eingreifen der Security 

und den Rauswurf des Privatklägers D._____, dass er mit dem Fuss auf einen 

Plastikbecher trat, der mit Inhalt zu Boden gefallen war. Die sich darauf entwi-

ckelnde verbale Auseinandersetzung verlagerte sich nach draussen auf den 

äusseren Treppenaufgang des Clubs und den Vorplatz, wo es in der Folge zu den 

angeklagten Handlungen kam (Urk. 80 S. 170 sowie Urk. Dossier 4/ 5/1-2 

[D._____]; Urk. Dossier 4/5/3-4; [E._____]; Urk. Dossier 4/6/1 und 4/6/7 

[Q._____]). Weiter ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass die Schilderungen 

der beiden Privatkläger überaus konsistent und detailliert sind und ausserdem 

durch die glaubhaften Aussagen der Zeuginnen Q._____ und R._____ bezüglich 

des Ablaufs gestützt werden (Urk. 80 S. 168 f.), was für die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen der Privatkläger spricht. Zudem haben die Privatkläger sich auch teil-

weise selber belastet, respektive ihren eigenen Tatbeitrag nicht beschönigt, was 

die Glaubhaftigkeit weiter unterstreicht. So gesteht der Privatkläger D._____ un-

umwunden ein, den Plastikbecher zertreten zu haben und in der anschliessenden 

verbalen Auseinandersetzung mit den Sicherheitsleuten des Clubs nach der Auf-

forderung durch N._____, den Club zu verlassen, selber auch Beleidigungen ge-

gen die Widersacher zurückgegeben zu haben und nach der dritten Ohrfeige 

vermutlich selbst auch tätlich geworden zu sein (Urk. Dossier 4/5/1 S. 2 f.). Diese 

Schilderungen werden vom Privatkläger E._____ in vielen Details und namentlich 

bezüglich des gesamten Verlaufs bestätigt, wonach sein Bruder nach der ersten 

Auseinandersetzung nochmals die Aussentreppe zum Club hochstieg, um seine 

Jacke und seine Sachen zu holen, worauf es erneut zu einer Auseinandersetzung 

mit dem Sicherheitspersonal kam, bereits in der ersten Einvernahme vom 8. April 

2014, und damit relativ nahe nach dem Vorfall. Gleichzeitig sagte er auch aus, 

nach der letzten Attacke gegen seinen Bruder habe dieser dann die ganze Zeit 

geflucht und die Türsteher beleidigt (Urk. Dossier 4/5/3 S. 2). Der Vorinstanz ist 

somit darin zuzustimmen, dass in den authentisch und realistisch erscheinenden 

Schilderungen der Privatkläger keine Tendenzen ersichtlich sind, die Gescheh-

nisse übertrieben darzustellen und die Differenziertheit ihrer Aussagen nebst de-

- 33 - 

ren Übereinstimmung für die wahrheitsgetreue Wiedergabe von Erlebtem spricht 

(Urk. 80 S. 152 f. und 154 ff.). 

4.3. Indessen kann der Vorinstanz darin nicht gefolgt werden, dass sich die Aus-

sagen des Beschuldigten über die verbalen Auseinandersetzungen mit den Pri-

vatklägern vor dem Ausbruch der Schlägerei weitgehend decken würden (Urk. 80 

S. 169). Wie vorstehend dargelegt, war der Auslöser des Einschreitens des Si-

cherheitsmannes im Club das Zertreten des Plastikbechers. Einzig der Beschul-

digte gab in der ersten polizeilichen Einvernahme an, der Privatkläger D._____ 

sei im Lokal umgefallen, weil er betrunken gewesen sei; im Übrigen habe im 1. 

Stock eine Schlägerei stattgefunden (Urk. Dossier 4/4/1 S. 4), was sich nicht mit 

den übrigen Aussagen in Deckung bringen lässt. Des weiteren spricht auch die 

bei D._____ um 5.23 Uhr mittels Atemlufttest festgestellte Alkoholisierung von le-

diglich 0.48 % gegen eine massgebliche Betrunkenheit im Zeitpunkt des Vorfalls 

von ca. 4.40 bis 4.50 Uhr (Urk. Dossier 4/1 S. 5). Dass der Privatkläger D._____ 

entsprechend bei der ersten Befragung durch die Polizei unter Bezeichnung sei-

ner konsumierten Getränke angab, nicht betrunken gewesen zu sein 

(Urk. Dossier 4/5/1 S. 5), wird gar objektiv bestätigt und unterstreicht zusätzlich 

die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Ganz im Gegensatz dazu schilderte der Be-

schuldigte in der ersten polizeilichen Einvernahme, es habe eine Schlägerei zwi-

schen Gruppen stattgefunden, die getrunken und den Club verlassen hätten, wo 

es nach vergeblichem Schlichtungsversuch durch ihn zu einer Schlägerei von 

über 30 Personen gekommen sei (Urk. Dossier 4/4/1 S. 2), was durch keine un-

abhängigen Zeugen oder durch die Privatkläger oder durch die glaubhaften Aus-

sagen der Zeuginnen Q._____ und R._____ bestätigt wird. Gleiches gilt für die 

vom Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung geschilderte neue 

Sachverhaltsvariante, wonach N._____ die Personengruppe um die Privatkläger 4 

und 5 zufolge Schliessung des Clubs zum Verlassen desselben aufgefordert ha-

be, worauf die Gruppe angefangen habe Gläser und Flaschen zu zerbrechen, den 

Club anschliessend aber dennoch verlassen habe, wobei es dann vor dem Club 

zu einem Streit zwischen N._____ und einem der Privatkläger 4 und 5 gekommen 

sei, an welchem sich schliesslich die Securitas und die Kellner des Clubs sowie 

die Clubbesucher – insgesamt 20 bis 30 Personen – beteiligt hätten (Prot. II S. 32 

- 34 - 

ff.). Im Übrigen milderte der Beschuldigte auf Vorhalt, niemand anders habe so 

ausgesagt, seine Aussage ab und sagte nur noch "vielleicht war auch schon oben 

eine Schlägerei" (Urk. Dossier 4/4/4 S. 12). Dieses anpassende Aussageverhal-

ten spricht somit auch gegen die Glaubhaftigkeit der Schilderung. Ebenso wenig 

kann mit deren übrigen Aussagen die Angabe des Beschuldigten in Einklang ge-

bracht werden, dass die Leute der Schlägerei auf dem Vorplatz Flaschen auf Au-

tos geworfen, auf die Strasse gepinkelt und sich ausgezogen hätten 

(Urk. Dossier 4/4/1 S. 3). 

4.4. Auffallend ist sodann, dass der Beschuldigte ungefragt die Situation bezüg-

lich angestellter Sicherheitsleute im Club darlegt. So erzählt er, P._____ und 

AB._____ seien "offiziell" Security gewesen an dem Abend; der Club laufe in letz-

ter Zeit nicht mehr so gut, weshalb es nicht mehr Security brauche 

(Urk. Dossier 4/4/1 S. 2), gleichzeitig aber angibt, es gebe fast jedes Wochenende 

Probleme (Urk. Dossier 4/4/1 S. 5) – wobei er anlässlich der Berufungsverhand-

lung wiederum ausführte, dass es im Club bis zur fraglichen Auseinandersetzung 

vom 30. März 2014 während 4 Jahren nie Probleme gegeben habe (Prot. II S. 35) 

– und auf die Frage nach N._____ zunächst ausweichend antwortete, er kenne 

viele N'._____s, er wisse nicht welcher, nachher aber ausführt, dieser sei 20 Jah-

re alt und noch ein Kind (a.a.O. S. 6) und damit erneut einer konkreten Antwort 

ausweicht. Ausserdem bestreitet er, als Security im Club seines Bruders gearbei-

tet zu haben (Urk. Dossier 4/4/1 S. 2, 6; Urk. Dossier4/4/4 S. 7 f.; Prot. II S. 32). 

Gestützt auf die übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen der Zeuginnen 

Q._____ und R._____ sowie derjenigen der Privatkläger waren von Seiten des 

Clubs M._____ 7 Männer am Vorfall beteiligt, darunter auch der Beschuldigte, die 

als Türsteher resp. Security-Mitarbeiter im Club zu tun hatten (Urk. Dossier 4/6/1 

S. 2; Urk. Dossier 4/6/7 S. 6, 8; Urk. Dossier 4/5/1 S. 2, 4/5/2 S. 5 und 10; 

Urk. Dossier 4/5/3 S. 3 f., 4/5/4 S. 4). Die Aussagen der clubseitigen und den Be-

schuldigten entlastenden Zeugen betreffend eine Schlägerei zwischen zwei 

Gruppen, resp. betreffend eine Massenschlägerei, sind daher vor dem Hinter-

grund einer möglichen Selbstbelastung wegen Schwarzarbeit als reine Schutzbe-

hauptungen zu qualifizieren, zumal der Beschuldigte im Zusammenhang mit der 

Strafuntersuchung wegen häuslicher Gewalt, Vergewaltigung, etc., selbst ange-

- 35 - 

geben hatte, das dort eine Rolle spielende Elektroschockgerät öfters als Security 

getragen und dieses im Club des Bruders gefunden resp. dort einen Pfefferspray 

dabei gehabt zu haben (Urk. Dossier 1/4/ 4 S. 9; 1/4/6 S. 2 f.) – anlässlich der Be-

rufungsverhandlung aber wiederum behauptete, den Elektroschocker im Internet 

gekauft zu haben (Prot. II S. 29). Auch hier zeigt sich das anpassende Aussage-

verhalten des Beschuldigten deutlich, der zunächst die Tätigkeit als Security im 

Club des Bruders zugibt als Erklärung resp. Rechtfertigung für das verbotene 

Elektroschockgerät, dieses dann leugnet und abmildernd behauptet, statt dessen 

einen Pfefferspray dabei gehabt zu haben und schliesslich konfrontiert mit seiner 

Aussage, er habe das Tragen des Elektroschockgerätes aber selbst angegeben, 

als Erklärung wiederum neu angibt, dies habe er seinen Kindern gesagt; er könne 

doch keinen Job ausüben, für den er keine Erlaubnis habe (Urk. Dossier 1/4/6 

S. 3). Ausserdem passt er seine Angaben zur Tätigkeit als Security weiter an, in-

dem einräumt, es könne sein, dass er die Elektroschockgeräte einmal als Security 

getragen habe, jedoch sogleich beteuert, als Security im Club seines Bruders 

nicht gearbeitet zu haben, weil er nicht qualifiziert sei und die Sprache nicht kön-

ne, sondern statt dessen behauptet, es sei mehr ums Putzen und ums Helfen bei 

der Getränkeausgabe gegangen (Urk. Dossier 1/4/6 S. 3). Im Rahmen der Beru-

fungsverhandlung gab der Beschuldigte wiederum an, dass er zwar in verschie-

denen Clubs als Security gearbeitet habe (Prot. II S. 16), diesen Beruf aufgrund 

seiner mangelnden Sprachkenntnisse aber faktisch nie ausgeübt habe (Prot. II 

S. 24). Diese Aussagen verdeutlichen, dass die Bestreitung der Tätigkeit als Si-

cherheitsangestellter im Club M._____ eine reine Schutzbehauptung darstellt. Die 

Tätigkeit als Security im Club M._____, dessen Manager sein Bruder war, wird je-

doch von weiteren Personen glaubhaft bestätigt, namentlich auch durch seine 

damalige Lebenspartnerin die Privatklägerin 1. Sie antwortete im Zusammenhang 

mit dem Vorwurf der Drohung mittels des Elektroschockgerätes auf die Frage, wie 

oft das vorgekommen sei, "das war für gewöhnlich am Samstagabend, bevor er in 

die Diskothek arbeiten ging" (Urk. Dossier 1/5/2 S. 29; aber auch: 

Urk. Dossier 1/5/1 S. 4, S. 6) und bestätigt so praktisch beiläufig die eigene Aus-

sage des Beschuldigten, der angegeben hatte, nebst 15-stündigen Arbeitstagen 

auch noch Samstag und Sonntag gearbeitet zu haben (Urk. Dossier 1/4/4 S. 5). 

- 36 - 

So bezeichnen übereinstimmend die beiden Privatkläger, die Zeuginnen R._____ 

und Q._____ denjenigen, der den Privatkläger D._____ in den Schwitzkasten ge-

nommen und auf dessen Gesicht mit den Fäusten eingeschlagen hatte, als "Tür-

steher", bzw. "Mitarbeiter" bzw. "Securitas" (Urk. Dossier 4/1 S. 8, 9, 10, 11; 

Urk. Dossier 4/5/1 S. 2 f. und S. 4; Urk. Dossier 4/5/3 S. 2; Urk. Dossier 4/6/7 

S. 8). Somit ist als erstellt davon auszugehen, dass der Beschuldigte im Club 

M._____, dessen Manager sein Bruder war, entsprechende Aufgaben wie die Si-

cherheitsleute versah, namentlich am frühen Morgen des 30. März 2014 die Auf-

gaben eines Türstehers ausübte.  

4.5. Mit der Vorinstanz ist abschliessend festzuhalten, dass der angeklagte Ge-

schehensablauf vor dem Club M._____ als erstellt dem Urteil zugrunde zu legen 

ist (Urk. 80 S. 170 f.). Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 140 S. 28) sind 

auch die durch die drei Ohrfeigen, Fusstritte und Faustschläge gegen den Privat-

kläger D._____, darunter einen direkt auf das Auge, sowie die durch die Schläge 

und Fusstritte des Beschuldigten gegen den Privatkläger E._____ sowie durch 

das Herunterstossen auf der Treppe verursachten Verletzungen, wie sie in der 

Anklageschrift aufgeführt sind, beweismässig erstellt (Urk. 80 S. 145 f.), und auf 

die angeklagten Interaktionen des Beschuldigten, wie sie überzeugend und stim-

mig von den Privatklägern und der Zeugin Q._____ bestätigt werden, zurückzu-

führen (Urk. 80 S. 170 f.). Daran vermag auch das Vorbringen der Verteidigung 

nichts zu ändern, wonach die Zeugin R._____ aufgrund ihrer Position auf dem 

Podest beim Clubeingang sowie der schlechten Lichtverhältnisse gar nicht gese-

hen haben könne, wie auf den Privatkläger 4 eingewirkt worden sei (Urk. 140 

S. 24 f.). Selbst wenn die Zeugin R._____ den Vorfall gar nicht hätte beobachten 

können, werden die anklagegegenständlichen Tathandlungen des Beschuldigten 

vor dem Club nach wie vor von den überzeugenden Aussagen der Privatkläger 4 

und 5 sowie der Zeugin Q._____ bestätigt.  

4.6.1. a) Aus den medizinischen Akten betreffend den Privatkläger D._____ 

ergibt sich, dass er am 30. März 2014 in die Notfallstation des Universitätsspitals 

eingeliefert wurde, wo eine Orbitabodenfraktur links mit Herniation (Einklemmung) 

des M.rectus inferior, eine Fraktur der Lamina papyracea links und ein Schädel-

- 37 - 

hirntrauma diagnostiziert wurde (Urk. Dossier 4/9/18). Die operative Versorgung 

erfolgte sodann vom 9. April 2014 bis zum 11. April 2014 in der Klinik für Plasti-

sche Chirurgie und Handchirurgie, wo der Privatkläger D._____ hospitalisiert war 

(Urk. Dossier 4/9/19).  

Gemäss dem ärztlichen Befund der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals 

Zürich vom 26. November 2014 hatten die Verletzungen ein postkommotionelles 

Syndrom mit anhaltenden Kopfschmerzen, Störung der Merkfähigkeit, Konzentra-

tion und Aufmerksamkeit sowie eine Hypästhesie an der linken Wange und Dop-

pelbilder beim Blick nach oben/aussen zur Folge (Urk. Dossier 4/9/18 S. 2). Auf 

die Frage, ob sich der Patient zu einem Zeitpunkt in unmittelbarer Lebensgefahr 

befand, hält der Arztbericht fest, aufgrund der Schläge auf den Kopf mit nachfol-

gendem Schädelhirntrauma und Fraktur des Augengrundes hätte es theoretisch 

auch zu einer Hirnblutung mit nachfolgend ungewissem Ausgang kommen kön-

nen. Eine rasche Versorgung im Spital habe diese ausschliessen können. Bezüg-

lich allfällig bleibender Schäden werden aufgezählt, eine eventuell anhaltende 

Störung der Merkfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit, eine Sensibili-

tätsminderung der linken Wange und bleibende Doppelbilder beim Blick nach 

oben/aussen. Der Patient habe im Mai 2014 seine Arbeit als Projektleiter bei der 

AC._____ wieder aufgenommen (a.a.O. S. 2). Die Augenklinik des Universitäts-

spitals Zürich hielt in ihrem Bericht vom 25. November 2014 auf entsprechende 

Fragen fest, dass sich in unmittelbarer Nähe zu den verletzten Strukturen keine 

lebenswichtigen Strukturen finden, jedoch angrenzend an die Augenhöhle das 

Gehirn liege. Auf die Frage nach der Schwere der Verletzung wird darauf hinge-

wiesen, dass die erlittenen Verletzungen bleibende Folgen haben können und zur 

Frage nach allfällig bleibenden Schäden wird festgehalten, dass am abschlies-

senden Untersuchungstag am 11. April 2014 beidseits ein voller Visus notiert 

wurde, am Augapfel selber keine Schäden objektiviert wurden, dass aber aus 

ophtalmologischer Sicht bekannt sei, dass bei Schlägen gegen das Auge in spä-

teren Verläufen Netzhautablösungen oder Drucksteigerungen entstehen können, 

sich jedoch Hinweise dafür am 11. April 2014 nicht zeigten (Urk. Dossier 4/9/17).  

- 38 - 

Der ärztliche Bericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie der 

Universität Zürich vom 14. November 2014 hält zudem fest, dass in den allermeis-

ten Fällen ein Bruch des Bodens der Augenhöhle durch eine direkte Gewaltein-

wirkung auf das Auge erfolge. Eine unmittelbare Lebensgefahr habe zu keinem 

Zeitpunkt vorgelegen, wobei aber bemerkt wird, dass prinzipiell bei einem Schlag 

oder Sturz auf den Kopf immer das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden 

kann, was bei dem Patienten offensichtlich auch der Fall gewesen sei, da er nach 

dem Unfall über Gedächtnisstörungen geklagt habe. Die Klinik für Neurologie ha-

be dann auch ein postkommotionelles Syndrom, d.h. ein Syndrom, das durch eine 

Gehirnerschütterung entstanden ist, diagnostiziert (Urk. Dossier 4/9/19 S. 1 und 

2). 

b) Angesichts der Unklarheit, ob die festgestellten Verletzungen tatsächlich 

bleibende Folgen beim Privatkläger D._____ verursachten, wurde mit Beschluss 

vom 30. Juni 2017 beim Institut für Rechtsmedizin an der Universität Zürich (IRM) 

ein Gutachten und eine Ergänzung der ärztlichen Befunde bei der Augenklinik 

und der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals Zürich eingeholt (Urk. 93, 

105, 111 und 112). Gemäss dem Gutachten des IRM vom 13. Dezember 2017 er-

litt der Privatkläger D._____ gestützt auf die vorliegenden Krankenakten und Bil-

der über die bereits festgestellten Verletzungen hinaus auch einen Bluterguss und 

eine Schwellung des linken Ober- und Unterlides und eine Schwellung der Au-

genbindehaut. Weiter wurden diverse Hautverfärbungen respektive -

veränderungen am Hinterkopf sowie im Gesichts- und Halsbereich festgestellt, 

welche aus rechtsmedizinischer Sicht am ehesten mit Blutergüssen, Hautab-

schürfungen sowie Blutantragungen vereinbar sind. Die streifenförmigen Verfär-

bungen an der Halshaut seien als Zeichen einer möglichen Gewalteinwirkung ge-

gen den Hals, z.B. im Sinne des angegebenen Unterarmwürgegriffs ("Schwitzkas-

ten"), zu sehen (Urk. 108 S. 10). Auch bestätigt das Gutachten die Entstehung 

der Knochenbrüche des Gesichtsschädels als Folge einer erheblichen stumpfen 

Gewalteinwirkung und hält fest, dass in der Zusammenschau der Befunde eine 

Entstehung der Verletzungen im Bereich des linken Auges mit Faustschlägen ge-

gen das Gesicht bzw. die linke Augenregion plausibel sei. Insbesondere bei der 

Orbitabodenfraktur (in der Literatur auch als sog. Blow-out-Fracture bezeichnet) 

- 39 - 

handle es sich um eine spezielle Bruchform, welche typischerweise durch die 

punktuelle, frontale Einwirkung stumpfer Gegenstände resp. Körperteile – in der 

Regel mit einem grösseren Durchmesser als die knöcherne Augenhöhle selbst – 

hervorgerufen werde (Urk. 108 S. 11). Die Verletzungen im Gesichts-, Kopf- und 

Halsbereich seien am ehesten mit den Folgen einer stumpfen Gewalteinwirkung 

zu vereinbaren. Diejenigen an der Stirn sowie am Hinterkopf könnten demgegen-

über auch durch den angegebenen Sturz auf den Boden entstanden sein und die 

Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der Halswirbelsäule könne sowohl als Folge 

des Sturzes als auch infolge der geltend gemachten Tritte gegen den Rücken 

aufgetreten sein (Urk. 108 S. 11). Die beschriebenen streifenförmigen Hautverfär-

bungen an der Halsvorderseite sind gemäss Gutachten aus rechtsmedizinischer 

Sicht am ehesten mit Blutergüssen als mögliche Folge einer lokalen Druckeinwir-

kung, wie z.B. durch den angegebenen Unterarmwürgegriff zu vereinbaren 

(Urk. 108 S. 12). Auf die Frage nach der Entfernung der Verletzungen von le-

benswichtigen Strukturen ergänzt das Gutachten die bisherigen Feststellungen 

der Mediziner mit der Bemerkung, dass es dabei (sc. bei einer solchen Gewalt-

einwirkung auf den Hals wie dem Schwitzkasten) aufgrund der engen räumlichen 

Beziehung zu den in der Tiefe verlaufenden, grossen, Blutgefässen als unmittel-

bar lebenswichtige Strukturen, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen, zu 

schwerwiegenden Veränderungen oder Komplikationen als Folge einer Durchblu-

tungsstörung des Gehirns kommen kann (Urk. 108 S. 10). Entsprechend merkte 

die Gutachterin zur Frage des Bestehens einer unmittelbaren Lebensgefahr an, 

dass der im vorliegenden Fall mutmasslich angewandete Unterarmwürgegriff eine 

Sonderform der Strangulation darstellt. Durch die breitflächige Kompression mit 

dem gebeugten Arm können äusserlich sichtbare Verletzungen der Halshaut ge-

ring ausgeprägt sein oder ganz fehlen. Durch die Hebelwirkung und den flächen-

haften Kontakt ist es beim Unterarmwürgegriff ferner möglich, eine erhebliche 

Krafteinwirkung auszuüben und die Halsweichteile massiv zu komprimieren – im 

Gegensatz zu der eher punktuellen Einwirkung bei einem Würgen mit den Hän-

den. Durch diese hohe Krafteinwirkung kann relativ leicht ein gleichzeitiges Ab-

drücken von Schlagadern und Venen des Halses erreicht werden, also eine kom-

plette Unterbrechung des Blutzu- und -abflusses des Gehirns. Selbst unter hefti-

- 40 - 

ger Gegenwehr kann es zudem möglich sein, den Griff zu halten und damit eine 

andauernde Halskompression zu erreichen. Die Anwendung des Unterarmwürge-

griffs stellt daher eine das Leben gefährdende Handlung dar, welche in ihrer 

Tragweite bzw. Gefährlichkeit von den Anwendern häufig unterschätzt wird 

(Urk. 108 S. 13 f.). Das Gutachten bekräftigt zudem ausdrücklich, dass selbst oh-

ne ärztliche Versorgung des Privatklägers D._____ bei den im vorliegenden Fall 

klinisch beschriebenen Verletzungen bzw. durch den Unterarmwürgegriff keine 

unmittelbare Lebensgefahr zu erwarten gewesen ist. Schliesslich hält das Gutach-

ten zum Heilungsverlauf fest, dass prognostische Aussagen anhand der vorlie-

genden Unterlagen nicht abschliessend getroffen werden können (Urk. 108 

S. 14). 

c) Aus dem Bericht der Augenklinik des Universitätsspitals vom 19. Februar 

2018 ergibt sich, dass der Privatkläger D._____ am 21. Januar 2015 ein letztes 

Mal dort zur Konsultation erschienen war. Dabei wurde festgehalten, dass weiter-

hin Doppelbilder bestanden, objektiv abnehmend, und nach wie vor eine Sensibili-

tätsstörung infraorbital links sowie ein Enophtalmus links mit einer Seitendifferenz 

in der Hertelsmessung von 2 mm vorlagen. Aufgrund der Aktennotizen betreffend 

einen Verlauf von fast über einem Jahr sei wohl von bleibenden Schäden beste-

hend in persistierenden Doppelbildern, auszugehen, auch wenn die letzte Konsul-

tation im Zeitpunkt dieses neuen Arztberichtes vor über drei Jahren stattfand 

(Urk. 126). 

d) Dem ärztlichen Ergänzungsbericht der Klinik für Neurologie des Universi-

tätsspitals Zürich vom 28. Dezember 2017 ergibt sich zum Gesundheitszustand 

und den allfällig bleibenden Folgen nichts wesentlich Neues, da die letzte Konsul-

tation am 11. September 2014 stattgefunden hatte. Allgemein hält der Bericht je-

doch fest, das aufgrund der klinisch-neurologischen, neuropsychologischen und 

MR-tomographischen Befunde ohne Nachweis einer strukturellen Hirnschädigung 

zum Zeitpunkt der Untersuchungen zwischen Juli und September 2014 prinzipiell 

von einer guten Prognose ausgegangen werden konnte. Der Verlauf nach einem 

Schädel-Hirn-Trauma ohne strukturelle Hirnschädigungen ist in der Regel ge-

kennzeichnet von einer graduellen und weitgehend bis kompletten Besserung der 

- 41 - 

Symptomatik. Ob aber dieser Verlauf beim Privatkläger D._____ tatsächlich vor-

liegt, könne aufgrund der nicht durchgeführten Kontrolluntersuchungen in ihrer 

Klinik nicht abgeschätzt werden (Urk. 114). 

d) Zur Abklärung des aktuellen gesundheitlichen Zustands des Privatklägers 

D._____ wurde dieser aufgefordert, die ihn bezüglich der am 30. März 2014 erlit-

tenen Verletzungen behandelnden Ärzte anzugeben und diese vom Berufsge-

heimnis zu entbinden (Urk. 127), worauf sein Rechtsvertreter schriftlich mitteilte, 

dass es seit dem 21. Januar 2015 keine weiteren ärztlichen Behandlungen im vor-

liegenden Zusammenhang mehr gegeben habe. Von Seiten der Ärzte sei dem 

Privatkläger D._____ mitgeteilt worden, die Doppelbilder würden bleiben, was er 

so akzeptiert habe (Urk. 129). 

4.6.2. a) Aus dem ärztlichen Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des Universi-

tätsspitals Zürich vom 24. November 2014 betreffend den Privatkläger E._____ 

ergibt sich, dass er eine Weichteilquetschung am Kopf, der Brustwirbelsäule und 

der Hand links erlitt, welche Verletzungen allesamt keine operative Intervention 

erforderten. Es wird weiter festgehalten, dass zu keinem Zeitpunkt eine unmittel-

bare Lebensgefahr bestand und auch keine bleibenden Schäden zu erwarten 

sind. Ausserdem sei keine Arbeitsunfähigkeit gegeben (Urk. Dossier 4/9/32). Ge-

mäss Befund der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie vom 12. No-

vember 2014 wurden beim Privatkläger E._____ die folgenden Verletzungen di-

agnostiziert: Distorsion des linken Handgelenkes, Kopferschütterung und Prellung 

der Brustwirbel. Als Folgen dieser Verletzungen werden Beschwerden und 

Schmerzen über dem Handgelenk links genannt (Urk. Dossier 4/9/34). 

b) Der Privatkläger E._____ liess die Frist zur Bezeichnung der ihn aktuell be-

handelnden Ärzte betreffend die am 30. März 2014 erlittenen Verletzungen 

(Urk. 93 und 94/3) unbenutzt verstreichen, so dass androhungsgemäss dieses 

Verhalten frei gewürdigt werden kann. Es kann daher und aufgrund der vorliegen-

den medizinischen Akten ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass die 

beschriebenen Verletzungen folgenlos abgeheilt sind. 
 

- 42 - 

2. Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz qualifiziert die Tathandlungen des Beschuldigten zum Nach-

teil der Privatklägers D._____ und E._____ als eine einfache Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB. Sie geht von direktvorsätzlicher Tatbegehung aus 

und nimmt aufgrund des nur wenige Sekunden dauernden Tatgeschehens Tat-

einheit und nicht Tatmehrheit an (Urk. 80 S. 172 f.). Sie verneint angesichts der 

Intensität und der Mehrzahl der Verletzungen, die E._____ zugefügt wurden, das 

Vorliegen eines leichten Falles einer einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (Urk. 80 S. 173). 

Der Beschuldigte beantragt berufungsweise einen Freispruch. Zur rechtlichen 

Qualifikation äusserte er sich dahingehend, dass die Auseinandersetzung vom 

30. März 2014 rechtlich eigentlich als Raufhandel zu qualifizieren wäre. Zu die-

sem Ergebnis sei auch die 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich in ihrem Urteil 

vom 11. Mai 2017 betreffend N._____ gelangt. Das Verschlechterungsverbot 

nach Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO verbiete es zwar, den Beschuldigten wegen 

Raufhandels schuldig zu sprechen, jedoch sei es noch nicht zu spät, ein entspre-

chendes Strafverfahren gegen die Privatkläger 4 und 5 zu eröffnen (Urk. 140 

S. 18 ff.). 

2.1. Gemäss Art. 122 StGB macht sich der schweren Körperverletzung schuldig, 

wer einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer den Körper, ein wich-

tiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ 

oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, ge-

brechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend 

entstellt (Abs. 2), oder wer eine andere schwere Schädigung des Körpers oder 

der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht (Abs. 3). 

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. 

2.2. Der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

macht sich schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer als schwerer 

Weise an Körper oder Gesundheit schädigt. In leichten Fällen kann der Richter 

gemäss Abs. 2 der Bestimmung die Strafe mildern. Bei Blutergüssen, Schürfun-

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gen, Kratzwunden oder Prellungen ist die Abgrenzung der einfachen Körperver-

letzung zum Tatbestand der Tätlichkeiten (Art. 126 StGB) begrifflich nur schwer 

möglich (BGE 134 IV 189 E. 1.3 mit Hinweisen). Für die Abgrenzung kommt dem 

Mass des verursachten Schmerzes entscheidendes Gewicht zu. Wenn vom Ein-

griff keine äusseren Spuren bleiben, genügt schon das Zufügen erheblicher 

Schmerzen als Schädigung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (BGE 107 IV 40 mit 

Hinweisen). Für die Beantwortung der Frage, ob ein leichter Fall einer Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vorliegt, ist jedoch auf die ge-

samten Umstände der Tat, nicht bloss auf die objektiven Verletzungsfolgen abzu-

stellen (BGE 127 IV 59 E. 2 a/bb). 

2.3. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. 

die Verwirklichung des Tatbestandes für möglich hält, aber dennoch handelt, weil 

er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB), sich 

mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Was der Täter weiss, will 

und in Kauf nimmt, betrifft eine innere Tatsache und ist Tatfrage, Rechtsfrage ist 

hingegen, ob gestützt auf die festgestellten Tatsachen bewusste Fahrlässigkeit, 

Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gegeben ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4; 

135 IV 152 E. 2.3.2; je mit Hinweisen).  

Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf genommen 

hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten auf-

grund der Umstände entscheiden. Der Schluss, der Täter habe die Tatbestands-

verwirklichung in Kauf genommen, darf nicht allein daraus gezogen werden, dass 

ihm dieses Risiko bewusst war und er gleichwohl handelte. Denn das Wissen um 

das Risiko der Tatbestandsverwirklichung wird auch bei der bewussten Fahrläs-

sigkeit vorausgesetzt. Für die Bejahung der Inkaufnahme der Tatbestandsverwirk-

lichung müssen daher weitere dafür sprechende Umstände hinzukommen. Dazu 

gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirkli-

chung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters 

und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestands-

verwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher 

darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf ge-

- 44 - 

nommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2). Der Richter darf vom Wissen des Täters auf 

den Willen schliessen, wenn sich diesem die Verwirklichung der Gefahr als so 

wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, 

vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 

137 IV 1 E. 4.2.3). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Ein-

tritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, 

sondern bloss möglich war. Doch müssen dann zum Wissen des Täters weitere 

Umstände hinzukommen. Solche liegen namentlich vor, wenn der Täter das ihm 

bekannte Risiko nicht kalkulieren und dosieren kann und das Opfer keine Ab-

wehrchancen hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_565/2017 vom 7. August 2017 

E. 1.3. mit Hinweisen und 6B_79/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 2.3.3 mit Hin-

weisen). 

2.4. Ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter 

sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit 

manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind 

(BGE 140 IV 150 E. 3.4; 137 IV 113 E. 1.4.2; je mit Hinweisen). 

3. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass die bei E._____ festgestellten 

Verletzungen weder die Schwere aufweisen, die zur Qualifikation als schwere 

Körperverletzung führen müssten, noch unter einen leichten Fall im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu subsumieren sind. Auch wenn das Bundesgericht 

einen Faustschlag ins Gesicht, der einen Bluterguss unterhalb des linken Auges 

zur Folge hatte (BGE 119 IV 25 mit Hinweisen) und einen harten Faustschlag ins 

Gesicht, der Schmerzen unterhalb des Auges sowie ein Schwindelgefühl zur Fol-

ge hatte (Urteil 6S.386/2003 vom 18. Mai 2004 E. 3), jeweils als einen leichten 

Fall der einfachen Körperverletzung einstufte, sind vorliegend nicht nur Anzahl 

und Schwere der Verletzungen, sondern namentlich die konkreten Tatumstände 

für die Subsumtion massgebend. Indem der Privatkläger E._____ vom Beschul-

digten zusammen mit N._____ die Treppe hinunter gestossen resp. geschleppt, 

dann auf dem Vorplatz festgehalten wurde und dabei mehrfach mit den Fäusten 

geschlagen und mit den Füssen getreten wurde, liegt ein gewaltsamer Übergriff in 

Mehrzahl gegen ein Opfer vor, das weder an einer vorgängigen Auseinanderset-

- 45 - 

zung beteiligt, noch sonst einen objektiven Anlass bot, dergestalt auf ihn einzu-

wirken. Solche Tatumstände schliessen die Annahme eines leichten Falles unbe-

sehen der Verletzungsfolgen von vornherein aus. Dass die Vorinstanz gestützt 

auf das Beweisergebnis von vorsätzlichem Handeln ausgeht, ist im Übrigen zu-

treffend, ebenso wie die Annahme tateinheitlichen und nicht mehrfachen Vorge-

hens (Urk. 80 S. 173 f.). Entsprechend ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu 

bestätigen und der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 StGB zum Nachteil des Privatklägers E._____ schuldig zu spre-

chen.  

Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk.140 S. 18 ff.) lässt der Anklagesach-

verhalt keinen Raum dafür, den Vorfall vom 30. März 2014 unter den Tatbestand 

des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB zu subsumieren, da die anklagege-

genständliche Auseinandersetzung keine wechselseitige war. Dass sich die Pri-

vatkläger 4 und 5 – gänzlich erfolglos – gegen die Schläge und Tritte des Be-

schuldigten wehrten, indem sie versuchten diesen wegzustossen, ist als ohne 

weiteres angemessene Abwehrreaktion zu werten, welche noch keine aktive Be-

teiligung an der tätlichen Auseinandersetzung ist (vgl. Trechsel/Mona, in: Trech-

sel/Pieth, Praxiskommentar StGB, 3. Auflage 2018, N 4 zu Art. 133 StGB). 

4.1. Infolge des Rückzugs der Berufung durch die Staatsanwaltschaft und deren 

Verzicht auf eine Anschlussberufung verbietet es sich, die Anklage gestützt auf 

Art. 333 Abs. 1 StPO durch die Staatsanwaltschaft hinsichtlich einer eventualvor-

sätzlich versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB ergänzen zu lassen, da vorliegend nur der 

Beschuldigte Berufung erhob und somit das Verbot der reformatio in peius 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) zu beachten ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_418/2013 

vom 15. April 2014 E. 3.4). Dies, obwohl deutliche Anhaltspunkte im Gutachten 

des IRM sowie in den übrigen ärztlichen Berichten zu den Verletzungen des Pri-

vatklägers D._____ vorliegen, wonach es aufgrund der Schläge auf den Kopf mit 

nachfolgendem Schädelhirntrauma und ins Gesicht mit Fraktur des Augengrun-

des theoretisch auch zu einer Hirnblutung mit nachfolgend ungewissem Ausgang 

hätte kommen können, was jedoch eine rasche Versorgung im Spital habe aus-

- 46 - 

schliessen können. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ent-

spricht es denn auch der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Fusstritte und 

Faustschläge in den Kopfbereich eines am Boden liegenden Opfers – selbst wenn 

sich dieses zusammenrollt und den Kopf mit den Händen zu schützen versucht – 

zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen kön-

nen (vgl. Urteile 6B_760/2017 vom 23. März 2018 E. 3.4; 6B_1180/2015 vom 

13. Mai 2016 E. 4.1, je mit Hinweisen), was vorliegend durch das Halten des Pri-

vatklägers D._____ im Unterarmwürgegriff durch den Beschuldigten und dessen 

gleichzeitiger Faustschläge ins Gesicht und namentlich auf das linke Auge des 

wehrlosen Opfers noch akzentuiert wurde. Da sich jedoch ein Schuldspruch we-

gen des qualifizierteren Tatbestandes und eine allenfalls entsprechend höhere 

Sanktion zwingend auf das Dispositiv zulasten des Beschuldigten auswirken wür-

de, steht einer solchen rechtlichen Würdigung des Sachverhaltes nach ständiger 

Rechtsprechung des Bundesgerichts das Verschlechterungsverbot entgegen. 

4.2. Dass der Beschuldigte die beweismässig erstellten Verletzungen des Privat-

klägers D._____, welche mit der Vorinstanz aufgrund ihrer Schwere zumindest als 

einfache Körperverletzungen zu qualifizieren sind, (direkt-)vorsätzlich beging, wie 

die Vorinstanz festhält (Urk. 80 S. 172), ist zutreffend. Indem der Beschuldigte 

den Privatkläger D._____ in den Schwitzkasten nahm und dabei weiter auf ihn 

einschlug, namentlich mit der Faust direkt auf den Bereich des linken Auges, 

ergibt sich zweif