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**Case Identifier:** be3e5731-ec96-5a70-a1b6-812196fbd354
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.11.2016 IV 2014/192
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-192_2016-11-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/192

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 28.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2016
Art. 7 ATSG, Art. 28 IVG: invalidisierende Wirkung einer andauernden 
Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.0) bei vorbestehender kombinierter 
Persönlichkeitsstörung. Gemäss Gutachten wurde die Beschwerdeführerin 
in ihrer Kindheit traumatisiert. Ein Unfall im Erwachsenenalter führte dazu, 
dass aufgrund der dadurch bewirkten Persönlichkeitsstörung eine 
invalidisierende Persönlichkeitsänderung eintrat. Gutachter und RAD legten 
dar, dass die Arbeitsunfähigkeit durch die Persönlichkeitsänderung bzw. 
strukturell bedingt und nicht durch die ebenfalls diagnostizierte 
Somatisierungsstörung verursacht sei. Zumutbarkeit eines Arbeitspensums 
von höchstens 50 % aufgrund der vorhandenen Beeinträchtigungen und 
Ressourcen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 28. November 2016, IV 2014/192).

Besetzung

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen

Christiane Gallati Schneider und Marie-Theres Rüegg Haltinner;

Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2014/192

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, Haus zur 

alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 9. November 2009 wegen chronischer, starker Muskel- und 

Gelenksschmerzen, Empfindungsstörungen an den Händen und Schlafstörungen bei 

der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Gemäss 

Schadenmeldung UVG vom 9. März 2009 und Bericht des Spitals B.___ über die 

ambulante Behandlung auf der Notfallstation vom 8. März 2009 war die Versicherte am 

7. März 2009 mit ihrem Hund spazieren, wobei es zur Rauferei mit einem anderen Hund 

gekommen war. Die Versicherte hatte die Hunde trennen wollen, wurde dabei von 

einem der Hunde gebissen, war gestürzt und hatte eine OSG-Distorsion links erlitten 

(act. G 4.2). Dr.med. C.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, hatte im 

Bericht vom 29. September 2009 als Diagnosen unter anderem ein Fibromyalgie-

Syndrom sowie einen Status nach Distorsion des Sprunggelenks links am 7. März 2009 

mit protrahiertem Heilungsverlauf und komplexem, generalisiertem Schmerzbild 

festgehalten (IV-act. 14-3).

A.b  Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers fand am 22. März 2010 eine 

arbeitsspezifische interdisziplinäre Abklärung in der Klinik Valens statt. Dabei wurden 

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die Diagnosen eines chronischen lumbospondylogenen Syndroms links (ICD-10: 

M54.4) bei Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule, muskulärer Dysbalance, 

Haltungsinsuffizienz und degenerativen Veränderungen der unteren LWS, einer 

Dysthymie (ICD-10: F43.1) auf der Grundlage langjähriger multipler emotionaler 

Belastungen, von Polyarthralgien (ICD-10: M25.5, Fingerpolyarthrosen, Status nach 

OSG-Distorsion links März 2009), eines unspezifischen generalisierten 

Weichteilrheumatismus (ICD-10: R52.2) sowie einer arteriellen Hypertonie festgehalten. 

Die Arbeitsfähigkeit sei vor allem durch die rheumatologischen Befunde eingeschränkt. 

In leichten, wechselbelastenden Arbeiten sei die Versicherte ganztags arbeitsfähig mit 

zusätzlichem Pausenbedarf von zwei Stunden; nach Rehabilitationsmassnahmen 

betrage die Arbeitsfähigkeit 70 % bis 80 %. Als Maschinenbedienerin sei sie zu 50 % 

arbeitsfähig (Bericht vom 29. März 2010, IV-act. 90-9 ff.).

A.c  Vom 20. August bis 17. November 2010 wurde die Versicherte in der Klinik D.___ 

stationär behandelt. Die leitende Psychologin berichtete (nebst den somatischen 

Diagnosen) von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere 

Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), von einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit dependenten und vermeidend selbstunsicheren Zügen 

(ICD-10: F60.9), von einer chronifizierten posttraumatischen Belastungsstörung 

(ICD-10: F43.1), von einer Belastung nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch 

eine Person innerhalb der engen Familie (ICD-10: Z61.4) und von Problemen in der 

Beziehung zum Ehepartner (ICD-10: Z63.0). Leistungs-, Konzentrationsfähigkeit und 

Stressverträglichkeit seien eingeschränkt. Die Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in der 

Montage sei in Anbetracht der starken Schmerzen nicht mehr denkbar. Zur weiteren 

Behandlung wurde u.a. die tagesklinische Behandlung in der Tagesklinik E.___ 

empfohlen (Bericht vom 27. Dezember 2010, IV-act. 48; vgl. auch Bericht vom 23. 

November 2010, IV-act. 90-30 ff.).

A.d  Nachdem die Versicherte vom 10. Januar bis 11. Februar 2011 in der Tagesklinik 

E.___ am Psychiatrischen Zentrum F.___ behandelt worden war (vgl. dazu Bericht vom 

18. März 2011, IV-act. 52), erfolgte die Weiterbehandlung vom 21. Februar bis 12. 

August 2011 in der Tagesklinik der Psychiatrischen Klinik G.___. Dr.med. H.___, 

Oberarzt, diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte 

Episode (ICD-10: F33.0), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), 

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eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine 

Fibromyalgie. Wegen fehlender Kostengutsprache der Krankenkasse sei die 

tagesklinische Behandlung nicht weitergeführt worden. Die Versicherte sei seit 10. 

Februar 2010 arbeitsunfähig (Austrittsbericht vom 19. August 2011, IV-act. 90-40 ff.).

A.e  Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 15. August 2011 mit, aufgrund ihres 

Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich (IV-act. 63).

A.f  Dr. H.___ hielt im Verlaufsbericht vom 6. Dezember 2011 unter anderem fest, die 

Versicherte sei seit 3. November 2011 in ambulanter Behandlung im Ambulatorium 

I.___. Es sei zu keiner nachhaltigen Besserung der Beschwerden gekommen. Eine 

Änderung der Arbeitsfähigkeit habe sich nicht ergeben (IV-act. 66).

A.g  Nachdem die IV-Stelle am 24. Januar 2012 berufliche Massnahmen abgewiesen 

hatte, weil sich die Versicherte nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen 

mitzuwirken (IV-act. 74), erklärte sich die Versicherte am 13. Februar 2012 zu den 

vorgeschlagenen beruflichen Massnahmen bereit (IV-act. 75). Vom 9. Juli bis 31. 

Oktober 2012 absolvierte sie ein Einsatzprogramm über die Regionale 

Arbeitsvermittlung (RAV; IV-act. 80). Am 27. November 2012 wies die IV-Stelle den 

Anspruch auf berufliche Massnahmen ab, da es trotz Einsatzproramm und 

Arbeitsvermittlung nicht gelungen sei, die Versicherte in angemessener Zeit in den 

Arbeitsmarkt einzugliedern (IV-act. 83).

A.h  Die behandelnde Dr.med. J.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, stellte die 

Diagnosen einer mittel- bis schwergradigen Depression bei langjähriger emotionaler 

Belastung (ICD-10: F32.2), einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vermeidend- 

selbstunsicheren und dependenten Zügen (ICD-10: F60.9), einer posttraumatischen 

Belastungsstörung bei langjähriger Traumatisierung im Kindesalter (sexueller 

Missbrauch in der Kindheit durch eigenes Familienmitglied, Gewalt in der Ehe, ICD-10: 

F43.1), von Problemen in der Ehe mit langjähriger Gewalt des Ehemannes (ICD-10: 

Z63.0) und einer anhaltenden Schmerzstörung mit Kraftminderung in oberen 

Extremitäten (ICD-10: F45.0). Die Arbeitsfähigkeit liege bei nicht mehr als 50 % 

(Arztbericht vom 16. Januar 2013, IV-act. 87). Dr.med. K.___, Innere Medizin FMH, 

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führte als die Arbeitsfähigkeit einschränkende Diagnosen eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom links, 

Polyarthralgien sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) an. 

Von Februar 2009 bis 11. März 2012 bestehe eine 100 %ige, ab 12. März 2012 eine 50 

%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 22. Februar 2013, IV-act. 90-1 ff.).

A.i Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch die MEDAS Zentralschweiz am 

9./16. Oktober 2013 bidisziplinär begutachtet (Dr.med. L.___, Rheumatologie FMH, 

Chefarzt, Dr.med. M.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH; Gutachten vom 13. 

November 2013; IV-act. 100). Die Gutachter stellten die Diagnosen einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.0) bei vorbestehender kombinierter 

Persönlichkeitsstörung mit dependenten, vermeidend selbstunsicheren Zügen und 

Zügen einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F61.0), einer 

Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) bzw. eines Ganzkörperschmerzsyndroms in 

Form einer Fibromyalgie sowie rezidivierender depressiver Episoden (ICD-10: F33). Aus 

rheumatologischer Sicht seien Arbeiten in Nässe und Kälte, stereotyp repetitive 

Tätigkeiten und Arbeiten in prolongiert ergonomisch ungünstiger Körperposition 

ungeeignet. Aus psychiatrischer Sicht sei die langdauernde Arbeitsfähigkeit bzw. 

Restarbeitsfähigkeit derzeit nicht sicher festzulegen; sie dürfte aber auch unter 

optimalen Bedingungen nicht über 50 % steigerbar sein.

A.j Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens auf Rente in Aussicht. Die Beschwerden seien 

vollständig überwindbar. Aus IV-rechtlicher Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit 

(IV-act. 106). Mit Einwand vom 31. Januar 2014 liess die Versicherte geltend machen, 

es sei auf das psychiatrische Gutachten abzustellen und gestützt darauf der 

Invaliditätsgrad zu berechnen und die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (IV-act. 

107).

A.k  Mit Verfügung vom 4. März 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren auf IV-

Rente ab. Die rechtliche Beurteilung sei höher einzustufen als die medizinisch-

theoretische. Es sei der Versicherten zumutbar, "unter einer zumutbaren 

Willensanstrengung die vorhandenen Diagnosen zu überwinden und die volle 

Arbeitsfähigkeit zu realisieren" (IV-act. 108).

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B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 4. März 2014 erhebt A.___ am 2. April 2014 

Beschwerde. Sie lässt beantragen, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr 

mindestens eine halbe Invalidenrente zu gewähren. Eventualiter sei eine 

polydisziplinäre Abklärung durchzuführen und daraufhin neu zu entscheiden. Alle 

Mediziner seien sich einig, dass selbst unter Berücksichtigung der aktuellen 

Rechtsprechung die Beschwerdeführerin mindestens zu 50 % arbeitsunfähig bleibe. 

Dies ergebe sich auch aus dem RAD-Bericht vom 18. November 2013. Die Frage nach 

dem Vorliegen der Foerster-Kriterien sei keine rein rechtliche Frage, sondern zunächst 

von den Medizinern zu beantworten. Bevor eine Rente definitiv abgelehnt würde, wäre 

die Restarbeitsfähigkeit polydisziplinär abzuklären und zu evaluieren. Schliesslich sei 

das Valideneinkommen von der Beschwerdegegnerin zu tief veranschlagt (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2014 

unter Hinweis auf die Stellungnahme ihres Rechtsdienstes vom 19. Dezember 2013 (IV-

act. 102) die Abweisung der Beschwerde. Da es sich bei der Frage nach der 

zumutbaren Willensanstrengung um eine ausserhalb des Kompetenzbereiches des 

Arztes liegende Rechtsfrage handle, sei es möglich, dass - wie vorliegend der Fall - die 

medizinische Beurteilung von einer anderen Arbeitsfähigkeit ausgehe als die juristische. 

Die Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom stelle für sich alleine 

keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden im Rechtssinne dar und sei nach den 

rechtlichen Kriterien zu beurteilen, die für somatoforme Schmerzstörungen und 

ähnliche Leiden gälten. Die Beschwerdeführerin gelte in IV-rechtlicher Hinsicht als 

vollumfänglich arbeitsfähig und habe damit keinen Anspruch auf eine IV-Rente (act. G 

4).

B.c  Mit Replik vom 7. Juli 2014 lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, wenn 

die Beschwerdegegnerin von der medizinischen Beurteilung der Überwindbarkeit 

anhand der Foerster-Kriterien abweichen wolle, sei sie aufgrund des 

Untersuchungsgrundsatzes verpflichtet, diese Kriterien einzeln zu evaluieren und zu 

erläutern. Da das Gutachten die Frage der Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung 

jedoch nachvollziehbar beurteilt habe, sei darauf abzustellen. Bevor ein 

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Rentenanspruch verneint würde, wäre zuerst ein weiteres Gutachten bei unabhängigen 

Fachmedizinern in Auftrag zu geben, um zu klären, ob tatsächlich eine 

Restarbeitsfähigkeit bestehe (act. G 9).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen

1. 

1.1  Gegenstand des Verfahrens bildet der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.2  Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.3  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

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1.4  Die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsunfähigkeit ist ärztliche 

Aufgabe (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember 2015, 

8C_586/2015, E. 2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; 

BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen 

die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 

3b/bb).

1.5  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 

5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2. 

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Eine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit muss in jedem 

Einzelfall unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie 

ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein (BGE 127 V 298 E. 4c, mit weiteren 

Hinweisen). Subjektive (Schmerz-)Angaben der versicherten Person genügen in 

Anbetracht der sich naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten für die 

Begründung einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit alleine nicht. Voraussetzung einer 

invalidisierenden Gesundheitseinschränkung ist zunächst, dass diese Folge einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 

(BGE 130 V 396; BGE 141 V 285 E. 2.1). Den unklaren Beschwerden (wie etwa der 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung) ist eigen, dass mittels klinischer 

Untersuchungen weder Pathologie noch Ätiologie (vollständig) nachweis- oder 

erklärbar sind. Wie das Bundesgericht in Änderung der Rechtsprechung entschieden 

hat, ist in solchen Fällen anhand eines strukturierten Beweisverfahrens ergebnisoffen 

zu prüfen, wieweit aus objektivierter Betrachtungsweise ein invalidisierender 

Gesundheitsschaden nachgewiesen ist (BGE 141 V 281). Die Vermutung, 

Schmerzsyndrome und vergleichbare psychosomatische Leiden seien überwindbar, 

wurde in BGE 141 V 281 aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell 

durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5 

f.). Das funktionelle Leistungsvermögen ist anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE 

141 V 296 f. E. 4.1 und S. 298 ff., E. 4.3). Diese betreffen den Schweregrad einer 

Gesundheitsschädigung (zit. Urteil E. 4.3.1), die Persönlichkeit (zit. Urteil E. 4.1.3 ff.), 

den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.3) sowie die Konsistenz (zit. Urteil E. 4.4). Der 

medizinische Gutachter hat das Leistungsvermögen einzuschätzen und dabei den 

einschlägigen Indikatoren zu folgen. Die Rechtsanwender überprüfen die betreffenden 

Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen 

Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle 

Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische 

Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter 

Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn, je nach ihren fachlichen und 

funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit 

bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prüfung einer 

medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (zit. Urteil, E. 5.2.2. und 5.2.3).

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3. 

3.1  Das MEDAS-Gutachten vom 13. November 2013 hat durch die Änderung der 

Rechtsprechung seine Beweiskraft nicht per se eingebüsst; vielmehr ist zu prüfen, ob 

es deren Anforderungen erfüllt bzw. eine der neuen Rechtsprechung genügende 

Beurteilung zulässt (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309; Urteil des Bundesgerichts vom 13. 

April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).

3.2  In somatischer Hinsicht bemängelt die Beschwerdeführerin, der rheumatologische 

Gutachter habe in seiner Diagnosestellung nicht sämtliche im MRI-Bericht vom 3. Juli 

2013 (act. G 1.3) erwähnten Diskushernien, Diskusprotrusionen und Spondylarthrosen 

berücksichtigt (act. G 1 Ziff. 3). Der genannte MRI-Bericht wird im Gutachten 

zusammenfassend zitiert (IV-act. 100-14). Unter den Diagnosen ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert wird im Gutachten eine 

Diskusprotrusion C6/7 paramedian links ohne Kompression neuraler Strukturen 

aufgezählt (IV-act. 100-18). Dass die übrigen im MRI-Bericht beschriebenen Befunde 

gar keinen Krankheitswert aufweisen, mag fraglich sein. Immerhin wird bei der 

Wiedergabe der MRI festgehalten, dass an der HWS leicht verschmälerte 

Zwischenwirbelräume mit dorsalen Diskusprotrusionen C4/5, C5/6 und C6/7 mit 

leichter Eindellung des Duralsackes und eine Diskusprotrusion auf Höhe C6/7 leicht 

paramedian linksbetont, ohne sichere Kompression neuraler Strukturen, vorhanden 

seien. An der LWS fänden sich weitgehend normal breit erhaltene 

Zwischenwirbelräume und keine wesentliche Diskuspathologie (IV-act. 100-14). 

Entscheidend ist, dass die Befunde jedenfalls nicht wesentlich die Arbeitsfähigkeit 

einschränken, wie aus der zusammenfassenden Wiedergabe hervorgeht. Darüber 

hinaus führte der rheumatologische Gutachter plausibel aus, im Vordergrund stehe ein 

Ganzkörperschmerzsyndrom, dessen Symptomatik vor vielen Jahren begonnen habe 

und das von der Phänomenologie her die Kriterien für die Diagnose eines 

Fibromyalgiesyndroms bzw. einer Somatisierungsstörung erfülle. Die Entwicklung 

dieses Ganzkörperschmerzsyndroms werde verständlich in Würdigung der sehr 

belastenden Lebensgeschichte. Ein isoliertes lumbospondylogenes Syndrom könne 

nicht eindeutig festgestellt werden, zumal in der kürzlich durchgeführten 

Magnetresonanztomographie keine nennenswerten Pathologien an Wirbelsäule und 

Bandscheiben hätten festgestellt werden können. Die Symptomatik am linken Fuss 

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stehe derart im Hintergrund, dass auch hier nicht eine isolierte sichere Pathologie 

diagnostiziert werden könne. Die geklagte Symptomatik erinnere nicht an eine typische 

Arthrosesymptomatik, es ergäben sich auch keine Hinweise für eine klinisch relevante 

Instabilität (IV-act. 100-16). Damit erscheint schlüssig, dass der rheumatologische 

Gutachter aus somatischer Sicht einzig eine qualitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit attestierte, während in quantitativer Hinsicht die psychiatrische 

Beurteilung führend ist.

3.3  Anlässlich der Begutachtung schilderte die Beschwerdeführerin traumatisierende 

Erlebnisse in ihrer Kindheit, die auch im Zusammenhang mit Alkohol gestanden und 

sich in ihrer Ehe ähnlich wiederholt hätten (IV-act. 100-10; IV-act. 100-25, 27). Diese 

Vorkommnisse wurden übereinstimmend auch in vorangegangenen Anamnesen 

erhoben (Bericht Dr.med. N.___, Leitender Arzt Psychosomatik Klinik Valens vom 24. 

März 2010, Ziff. 2 [betreffender Abschnitt in Fremdakten act. G 4.2 abgedruckt, in IV-

act. 90-19 abgedeckt], Bericht der Klinik D.___ vom 23. November 2010, IV-act. 90-33; 

Bericht der Leitenden Psychologin Psychotherapie der Klinik D.___ vom 27. Dezember 

2010, IV-act. 48-3; Bericht Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums F.___ vom 

18.03.2011, IV-act. 52-1; Bericht Dr. J.___ vom 16. Januar 2013, IV-act. 87-2). 

Widersprüche oder Inkonsistenzen in den Ausführungen der Beschwerdeführerin sind 

nicht ersichtlich und auch die behandelnden Ärzte haben keine entsprechenden 

Anzeichen festgehalten. Auch im MEDAS-Gutachten wird die Beschwerdeführerin 

durchwegs als glaubwürdig beschrieben. Der psychiatrische Gutachter führte aus, 

aufgrund der Lebensgeschichte habe die Beschwerdeführerin schon in ihrer Kindheit 

unter einem hohen chronischen Disstress gestanden. Sie habe nie stabile Ich-

Funktionen und ein positives Selbstbild entwickeln können und sich stets als 

Aussenseiterin gefühlt. Lange Zeit sei es der Beschwerdeführerin gelungen, die 

strukturellen Defizite über Leistungsbereitschaft, Überanpassung, attraktives 

gepflegtes Auftreten, Konfliktvermeidung und Aggressionshemmung zu neutralisieren 

(IV-act. 100-17). Die Beschwerdeführerin leide an einer vorbestehenden komplexen 

Persönlichkeitsstörung mit dependenten, vermeidend selbstunsicheren Zügen und 

Zügen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diese habe sich durch das 

Unfallereignis 2009 zu einer andauernden Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F61.0) 

transformiert, weil die Folgen der vorbestehenden posttraumatischen 

Belastungsstörung nach dem Unfallereignis krankheitswirksam geworden seien. 

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Daraus habe sich im Verlaufe der Jahre eine andauernde Persönlichkeitsänderung 

entwickelt. Es fänden sich Persönlichkeitsanteile wie hohe Leistungsbereitschaft, 

Abhängigkeit vom Lob von Dritten (Überanpassung), Aggressionshemmung, 

Konfliktvermeidung, hohes Unabhängigkeitsbedürfnis und Dyslexiethymie, die 

pathognomonisch seien für Menschen, die unter Disstress zu psychosomatischen 

Reaktionsbildern neigten (IV-act. 100-32). Zudem bestehe eine Somatisierungsstörung 

(ICD-10: F45.0), die in Form eines Ganzkörperschmerzsyndroms mit multiplen 

vegetativen Begleiterscheinungen erkennbar werde (IV-act. 100-17, 32 f.). Limitierend 

bei der Arbeitsfähigkeit seien nicht die Auswirkungen der Somatisierungsstörung, 

sondern die verminderte Stresstoleranz aufgrund der Persönlichkeitsstörung, die zu 

einer andauernden Persönlichkeitsänderung transformiert sei. Deren Folgen hätten sich 

in den letzten vier Jahren auf der somatischen und auf der psychischen Ebene 

manifestiert. Unter Disstress verstärke sich die Depressivität und sei die 

Konzentrationsfähigkeit vermindert. Aufgrund der zwanghaften Persönlichkeitsanteile 

komme es zu vermehrten Kontrollen mit Auswirkungen auf das Arbeitstempo. Der 

Disstress manifestiere sich auf der somatischen Ebene in Form von Schmerzen, welche 

die Konzentrationsfähigkeit ebenfalls beeinträchtigten. Aufgrund der 

Persönlichkeitsveränderungen, des verminderten Selbstwertgefühls und unter dem 

Aspekt der depressiven Realitätsverzerrungen und der eingeschränkten affektiven 

Schwingungsfähigkeit eigne sich die Beschwerdeführerin nicht mehr für Team- oder 

Gruppenarbeiten (IV-act. 100-33). Die Beschwerdeführerin verfüge über ein hohes 

Pflichtbewusstsein, eine hohe Leistungsbereitschaft und ein hohes 

Unabhängigkeitsbedürfnis. Sie spreche sehr gut Deutsch und wünsche nach wie vor, 

erwerbstätig zu sein. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund eines invalidisierenden 

Gesundheitsschadens eingeschränkt und aufgrund der verminderten Stresstoleranz 

bleibend beeinträchtigt. Aus psychiatrischer Sicht sei die langdauernde Arbeitsfähigkeit 

derzeit nicht sicher festzulegen; sie dürfte aber auch unter optimalen Bedingungen 

nicht über 50 % liegen. Eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und die 

Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei zumutbar. Dabei sei ein 

verständnisvolles Arbeitsklima mit vorerst wenig Leistungsanforderungen (wenig Druck) 

wichtig. Die Willensanspannung zur Überwindung der Schmerzen sei teilweise 

zumutbar (IV 100-18, 19, 33 f., 35). RAD-Ärztin Dr.med. O.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, notierte am 18. November 2013, gemäss 

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Gutachten zeige die Beschwerdeführerin eine deutlich verminderte Stresstoleranz. 

Eingeschränkt seien zudem die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, das 

Durchhaltevermögen, die Selbstbehauptungsfähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten, 

das Arbeitstempo und die Eignung zur Team- oder Gruppenarbeit. Seit dem 24. Juli 

2009 sei von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit 

auszugehen; während den stationären und teilstationären Behandlungen habe eine 100 

%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 101).

3.4  Mit dem RAD ist das Gutachten als umfassend, in Kenntnis der Vorakten erstellt, 

auf allseitigen Untersuchungen beruhend, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigend und als schlüssig und nachvollziehbar zu beurteilen (vgl. IV-act. 

101-2). Aus den Ausführungen des psychiatrischen Gutachters und der RAD-Ärztin 

geht hervor, dass die attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 

Beeinträchtigungen der Persönlichkeit (andauernde Persönlichkeitsänderung bei 

vorbestehender kombinierter Persönlichkeitsstörung) und nicht auf die organisch 

unerklärlichen Schmerzen zurückzuführen ist. Die persönlichkeitsstrukturellen 

Beeinträchtigungen sind im Gutachten klinisch beschrieben und diagnostisch 

nachvollziehbar objektiviert. Es handelt sich um psychiatrische Befunde, die über 

depressive Verstimmungen oder syndromale Beschwerden, die als Auswirkung 

psychosozialer oder soziokultureller Belastungsfaktoren aufzufassen wären, weit 

hinausgehen und insoweit verselbständigt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. 

Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2, mit weiteren Verweisen). Der Diagnose "andauernde 

Persönlichkeitsänderung bei vorbestehender kombinierter Persönlichkeitsstörung" 

kommt auch gegenüber der ebenfalls diagnostizierten Somatisierungsstörung 

selbständige Wirkung zu, anders als in Fällen, in denen eine Persönlichkeitsänderung 

als Folge einer somatoformen Schmerzstörung eingetreten ist (wie etwa bei der im 

Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juni 2012 8C_167/2012, E. 6.1 vorgelegenen 

"Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom"). Selbst wenn dennoch 

von einem überwiegend organisch nicht erklärbaren, syndromalen Leiden ausgegangen 

würde, entfällt nach neuer Rechtsprechung die Vermutung der Überwindbarkeit (BGE 

141 V 294 E. 3.5). Die Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit ist in allen Fällen das Resultat 

der - einem objektiven Massstab folgenden - Beurteilung, ob die versicherte Person 

trotz des ärztlich diagnostizierten Leidens einer angepassten Arbeit zumutbarerweise 

ganz oder teilweise nachgehen kann. Es fehlt daher am Gegenstand für eine 

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gesonderte, weitergehende Prüfung der Überwindbarkeit (BGE 141 V 296, E. 3.7.3). 

Wird durch die medizinischen Fachexperten eine teilweise Arbeitsfähigkeit attestiert, 

beruht dies darauf, dass trotz voller Willensanstrengung nur ein Teilpensum (oder eine 

teilweise Leistungsfähigkeit) zumutbar ist und nicht auf einer lediglich teilweise 

zumutbaren Willensanstrengung. Die Gutachter haben die Beeinträchtigungen 

(Persönlichkeitsstruktur, belastende Erlebnisse) und die Ressourcen (Leistungswille, 

Pflichtbewusstsein, Unabhängigkeitsbedürfnis) abgewogen und entsprechend den 

nach neuer Rechtsprechung massgebenden Indikatoren (funktioneller Schweregrad, 

Persönlichkeit, sozialer Kontext) gewürdigt. Auf das Gutachten der MEDAS 

Zentralschweiz ist demnach abzustellen und es bleibt kein Raum für eine davon 

abweichende rechtliche Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit.

3.5  Der psychiatrische Gutachter geht davon aus, dass unter optimalen Bedingungen 

höchstens eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreicht werden könne; zur genaueren 

Exploration schlägt er Wiedereingliederungsmassnahmen vor (IV-act. 100-35). Mit Blick 

darauf, dass die Beschwerdeführerin in absehbarer Zeit das Pensionsalter erreicht, 

rechtfertigt es sich indes, mit dem RAD von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % 

auszugehen und im Kontext der Frage nach einem Tabellenlohnabzug zu 

berücksichtigen, dass diese nur im besten Fall erreicht werden kann.

4. 

4.1  Gestützt auf das Gutachten ist vom 7. März bis 23. Juli 2009 von einer 100 %igen 

vom 24. Juli 2009 bis 19. August 2010 von einer 50 %igen, vom 20. August 2010 bis 

12. August 2011 von einer 100%igen und seither von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit 

in der bisherigen und in angepasster Tätigkeit auszugehen (IV-act. 100-19). Das 

Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war demnach am 6. März 2010 erfüllt. 

Aufgrund der erst am 9. November 2009 erfolgten Anmeldung besteht ein 

Rentenanspruch indes frühestens ab 1. Mai 2010. Massgebend für den 

Einkommensvergleich ist demnach das Jahr 2010 (BGE 129 V 222). Die 

Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 88a Abs. 1 und 2 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) somit vom 1. Mai 2010 bis 30. November 2010 

Anspruch auf eine Rente entsprechend der 50 %igen Arbeitsunfähigkeit, vom 1. 

Dezember 2010 bis 30. November 2011 auf eine ganze Rente (100 % 

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Arbeitsunfähigkeit), und ab 1. Dezember 2011 wiederum auf eine Rente entsprechend 

der 50 %igen Arbeitsunfähigkeit.

4.2  Die Beschwerdeführerin arbeitete ab 1. Januar 2001 als Montiererin in der Branche 

Elektromagnete/Feinmechanik (Fragebogen Arbeitgeber, 5. Januar 2010, IV-act. 23). Im 

Jahr 2008 wurden ihr brutto Fr. 62'624.-- ausbezahlt, beinhaltend einen Grundlohn von 

Fr. 3'810.-- und eine Schichtzulage von Fr. 381.-- (IV-act. 23-9). Der Auszug aus dem 

individuellen Konto (IK) weist für diese Tätigkeit einen regelmässigen Anstieg des 

Jahreseinkommens von rund Fr. 50'000.-- auf rund Fr. 60'000.-- in den Jahren 2001 bis 

2007 auf (IV-act. 9-2 f.). Das Arbeitsverhältnis wurde gemäss Angaben der 

Beschwerdeführerin Ende März 2010 auf Ende Juni 2010 gekündigt. Der Vorgesetzte 

hatte angegeben, man sei mit ihrer Leistung nicht mehr zufrieden und das Leiden und 

die schlechte psychische Verfassung seien der Beschwerdeführerin deutlich 

anzumerken; ausserdem müsste die Beschwerdeführerin in der Lage sein, mittelfristig 

im vollen Pensum zu arbeiten (Bericht der Eingliederungsverantwortlichen vom 8. Juli 

2010, IV-act. 32-3, 4, 6). Es ist demnach davon auszugehen, dass gesundheitliche 

Gründe zur Kündigung führten, und dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 

weiterhin an der bisherigen Arbeitsstelle verblieben wäre. Nach Angaben des 

Arbeitgebers hätte sie im Jahr 2010 bei 100 %iger Leistung ein Jahreseinkommen von 

Fr. 66'000.-- erhalten (Fragebogen Arbeitgeber, 5. Januar 2010, IV-act. 23-3). Die 

Lohnerhöhung gegenüber 2008 übersteigt die Nominallohnentwicklung (Bundesamt für 

Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T 39, Index Frauen 2008: 2499; 2010: 2579; Fr. 

62'624.-- : 2499 x 2579 = Fr. 64'629.--). Sie entspricht jedoch der aus dem IK 

ersichtlichen Entwicklung des Einkommens in den vorangegangenen Jahren, weshalb 

von einem Valideneinkommen von Fr. 66'000.-- auszugehen ist.

4.3  Das Invalideneinkommen ist ausgehend vom Durchschnittswert im 

Anforderungsniveau 4, Frauen, gemäss Lohnstrukturentwicklung (LSE) 2010 des BFS 

zu ermitteln. Dieses beträgt Fr. 52'728.-- (vgl. Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 

2015, Anhang 2) und entspricht bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % Fr. 26'364.--. Da 

die Beschwerdeführerin die attestierte Arbeitsfähigkeit nur im optimalen Fall und 

insbesondere nicht in Gruppen- oder Teamarbeit erreichen kann (E. 3.4), erscheint ein 

Tabellenlohnabzug von jedenfalls 10 % angemessen. Das Invalideneinkommen beträgt 

somit Fr. 23'728.--. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 64 % und somit ein 

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Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ab 1. Mai 2010. Ab 1. Dezember 2010 besteht 

Anspruch auf eine ganze Rente, und ab 1. Dezember 2011 wiederum auf eine 

Dreiviertelsrente (E. 4.1).

5. 

5.1  In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 4. März 2014 aufzuheben 

und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Mai 2010 eine Dreiviertelsrente, ab 1. 

Dezember 2010 eine ganze Rente und ab 1. Dezember 2011 eine Dreiviertelsrente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

5.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden 

Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. März 2014 aufgehoben und 

der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Mai 2010 eine Dreiviertelsrente, ab 1. 

Dezember 2010 eine ganze Rente und ab 1. Dezember 2011 eine Dreiviertelsrente 

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zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von 

der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2016
	Art. 7 ATSG, Art. 28 IVG: invalidisierende Wirkung einer andauernden Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.0) bei vorbestehender kombinierter Persönlichkeitsstörung. Gemäss Gutachten wurde die Beschwerdeführerin in ihrer Kindheit traumatisiert. Ein Unfall im Erwachsenenalter führte dazu, dass aufgrund der dadurch bewirkten Persönlichkeitsstörung eine invalidisierende Persönlichkeitsänderung eintrat. Gutachter und RAD legten dar, dass die Arbeitsunfähigkeit durch die Persönlichkeitsänderung bzw. strukturell bedingt und nicht durch die ebenfalls diagnostizierte Somatisierungsstörung verursacht sei. Zumutbarkeit eines Arbeitspensums von höchstens 50 % aufgrund der vorhandenen Beeinträchtigungen und Ressourcen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November 2016, IV 2014/192).

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