# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65cd9b36-57e4-50bb-bd58-7dc5f598b77b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.08.2008 C-546/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-546-2006_2008-08-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-546/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Thomas Segessenmann.

K._______,
vertreten durch lic. iur. Johan Göttl, Anlaufstelle Baselland,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
und Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-546/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin, geboren 1977, ist türkische Staatsangehöri-
ge und heiratete am 9. Oktober 2003 in Pazarcik/Türkei einen in der 
Schweiz  wohnhaften  Landsmann. Am 4. Februar  2004  reiste  sie  im 
Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt hier am 
12. Februar 2004 eine kantonale Aufenthaltsbewilligung. Der Ehemann 
der Beschwerdeführerin erhielt am 9. September 2004 das schweizeri-
sche Bürgerrecht. Aus der Ehe ging im November 2004 ein gemeinsa-
mes Kind hervor. Am 23. April  2005 verstarb  der  Ehemann der  Be-
schwerdeführerin.

B.
Das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft  beantragte am 
21.  Februar  2006  beim Bundesamt  für  Migration  (BFM)  die  Zustim-
mung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  der  Beschwerde-
führerin.  In  der  Folge  teilte  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  am 
16. März 2006 mit, dass es beabsichtige, die Zustimmung zu verwei-
gern, da der Aufenthalt in der Schweiz zu kurz sei, um einen Anspruch 
auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  zu  begründen.  Der  Be-
schwerdeführerin  wurde  Gelegenheit  eingeräumt,  sich  bis  zum 
31. März 2006 zu äussern. 

C.
Von dieser Gelegenheit machte die Beschwerdeführerin mit Eingaben 
vom 27. und 30. März 2006 Gebrauch. Darin erklärte sie im Wesentli-
chen,  dass sie und ihr  Ehemann eine glückliche Ehe geführt  hätten 
und der Tod des Ehemannes unerwartet eingetreten sei. Im Weiteren 
sei sie aufgrund der Witwen- und Waisenrente und Ergänzungsleistun-
gen nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig und werde sich, sobald 
die Tochter etwas älter sei, um eine Arbeitsstelle bemühen. Ihr Bruder 
lebe am gleichen Ort  wie  sie  und helfe  ihr. Gegen die  Wegweisung 
spreche auch, dass ihre erst eineinhalb Jahre alte Tochter Schweizer 
Bürgerin sei. Diese verfüge in der Schweiz über bessere Ausbildungs-
möglichkeiten als in der Türkei. Sie befinde sich zudem aufgrund der 
belastenden Situation der letzten Zeit in psychologischer Behandlung. 
Sie habe in der Türkei keinen Ort mehr, an den sie zurückkehren kön-
ne. Für eine alleinstehende Mutter sei es in der Türkei schwer, ein nor-
males Leben zu führen.

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D.
Mit Verfügung vom 24. August 2006 verweigerte das BFM die Zustim-
mung zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung und wies  die  Be-
schwerdeführerin aus der Schweiz weg. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  der Aufenthalts-
zweck der Beschwerdeführerin in der Schweiz sei  nach dem bedau-
ernswerten Tod ihres Ehegatten erfüllt und es würden keine besonde-
ren Umstände bestehen, die eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung notwendig erscheinen liessen. Die Beschwerdeführerin halte sich 
erst seit zweieinhalb Jahren in unserem Land auf, ihre Deutschkennt-
nisse seien sehr schlecht und sie sei nicht integriert. Ihre Tochter habe 
angesichts  des  Alters  noch  keine  selbstständigen  Beziehungen  zur 
Schweiz. Es bestehe kein Grund, der dagegen sprechen würde, dass 
die Tochter zusammen mit der Beschwerdeführerin ausreise. Die Be-
schwerdeführerin habe den grössten Teil ihres Lebens, insbesondere 
die wichtigen Jahre der Persönlichkeitsbildung, in der Türkei verbracht 
und sei dort  sozialisiert  worden. Sie sei mit den Verhältnissen in der 
Türkei vertraut und werde sich daher nach ihrer Rückkehr in ihr Her-
kunftsland rasch in ihrem Kulturraum wieder eingliedern können. Zu-
dem verfüge die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland über ein ver-
wandtschaftliches und familiäres Beziehungsnetz. Daher sei  im Falle 
einer  Rückkehr  keine besondere Härte  zu erkennen. Da die Zustim-
mung zur  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert  werde, 
sei  die Beschwerdeführerin aus der Schweiz wegzuweisen. Schliess-
lich sei der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich.

E.
Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin  am 24. Sep-
tember  2006  beim  Eidgenössischen  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) Beschwerde ein. Darin beantragte sie in  materieller  Hinsicht 
die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Zustimmung 
zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, eventualiter die Erteilung 
einer Härtefallbewilligung,  subeventualiter  die Feststellung der Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie die Anordnung der vorläu-
figen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht wurde darum ersucht, es sei 
auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer  Rechtsmitteleingabe im We-
sentlichen vor, die Aufenthaltsbewilligung könne gemäss den amtsin-
ternen Weisungen von Februar 2003 unter bestimmten Voraussetzun-

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gen auch nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft verlängert wer-
den, namentlich um Härtefälle zu vermeiden. Dem öffentlichen Interes-
se an einer zurückhaltenden Bewilligungspraxis sei in denjenigen Fäl-
len, bei denen die Ehe durch Tod aufgelöst werde, nicht dasselbe Ge-
wicht beizumessen wie im Falle einer Scheidung. Die Umstände des 
Todesfalles würden insbesondere dann für eine Verlängerung der Auf-
enthaltsbewilligung ins Gewicht fallen, wenn keine Hinweise für rechts-
missbräuchliches  Verhalten  vorliegen  würden  und  von  einem  tragi-
schen, unerwarteten Schicksalsschlag gesprochen werden müsse. Ob-
wohl der Ehegatte krank gewesen sei, sei sein Tod plötzlich und uner-
wartet eingetroffen. Die Schwiegerfamilie habe der Beschwerdeführe-
rin das Ausmass und die möglichen Konsequenzen der Krankheit ver-
schwiegen.  Der  Schicksalsschlag  habe  die  Beschwerdeführerin  hart 
getroffen. Sie sei deswegen psychisch krank geworden. Sie sehe ihre 
Zukunft und diejenige ihres Kindes in der Schweiz. Mit der Heirat sei 
die Beschwerdeführerin Teil der Familie ihres Mannes geworden und 
könne nicht mehr zurück in die eigene Familie. Bei einer Fortsetzung 
der  psychotherapeutischen Behandlung sei  ihre Prognose gut,  aller-
dings nur unter der Voraussetzung, dass sie eine vertrauensvolle The-
rapiebeziehung aufbauen könne und die psychosozialen Belastungen 
nicht zu gross seien. Diese Voraussetzungen würden jedoch im Falle 
einer  erzwungenen Ausreise  in  die  Türkei  nicht  erfüllt  sein. Die  Be-
schwerdeführerin könne nicht auf die Unterstützung ihrer Herkunftsfa-
milie zählen. Mit  15 Jahren sei  sie weg von den Eltern und zu ihrer 
Schwester nach M._______ gezogen. Dort habe sie in einer Fadenfab-
rik gearbeitet. Mit ihrem Verdienst habe sie auch die Eltern unterstützt. 
Im Jahre 2003 habe sie ihren Ehemann kennengelernt, ihre Stelle ge-
kündigt und geheiratet. Ihre Eltern hätten erst durch die Geschwister 
der Beschwerdeführerin erfahren, dass sie geheiratet habe und nun in 
der Schweiz lebe. Die Eltern und die weiteren Angehörigen hätten die 
Eheschliessung aus religiösen Gründen missbilligt und den Kontakt zu 
ihr weitgehend abgebrochen. Die Beschwerdeführerin sei Sunnitin und 
ihr Ehemann sei Alevite gewesen. Ihr Renteneinkommen von Fr. 900.– 
würde nicht ausreichen, um für sich und ihr Kind aufzukommen und ei-
ne  Existenz  zu  gründen.  Im  Weiteren  seien  ihre  Erwerbsaussichten 
schlecht  und  die  Erwerbsmöglichkeiten  aufgrund  ihrer  elterlichen 
Pflichten beschränkt. Zudem könne sie nicht damit rechnen, eine adä-
quate psychotherapeutische Behandlung zu erhalten. In der Türkei sei 
die medizinische Versorgungslage für Personen mit gravierenden psy-
chischen  Erkrankungen  ungenügend  und  es  würden  nicht  Institutio-
nen,  sondern  die Familie  als  geeignete Stütze für  psychisch Kranke 

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betrachtet.  Ferner  würden  Menschen  mit  geringen  finanziellen  Mög-
lichkeiten, Angehörige von besonders verletzlichen Gruppen und Men-
schen, die im Osten der Türkei leben, oftmals keinen Zugang zu ange-
messener  medizinischer  Behandlung  haben.  Schliesslich  gebe  das 
Verhalten der Beschwerdeführerin zu keinen Beanstandungen Anlass. 
Auch sei das Fürsorgerisiko als gering zu bezeichnen, da sie versiche-
rungsmässig abgedeckt  sei. Ihr  bisheriger  Aufenthalt  in  der  Schweiz 
sei  zwar relativ kurz,  doch habe sie offenbar enge Beziehungen zur 
Verwandtschaft ihres verstorbenen Ehegatten und fühle sich dieser Fa-
milie zugehörig. Ausserdem sei ihr Kind schweizerischer Nationalität. 
Zudem bemühe sie sich aktiv  um eine Integration und besuche bei-
spielsweise einen Deutschkurs.

F.
In der Vernehmlassung vom 2. Oktober 2006 beantragt die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit ergänzender Eingabe vom 12. Oktober 2007 teilte die Beschwerde-
führerin  mit,  dass  es  ihr  mittlerweilen  trotz  ihrer  schlechten  psychi-
schen Verfassung gelungen sei, eine Arbeitsstelle in einem Gebäude-
reinigungsbetrieb zu finden. 

H.
Am 12. März 2008 wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, detail-
lierte Angaben über ihre wirtschaftliche Situation zu machen und ent-
sprechende Beweismittel einzureichen. Zudem wurde ihr Gelegenheit 
eingeräumt, einen aktuellen ärztlichen Bericht vorzulegen, sowie sich 
dazu zu äussern, dass in der Schweiz lebende Verwandte im Asylver-
fahren Angaben gemacht hätten, die Zweifel an ihrer angeblichen sun-
nitischen Religionszugehörigkeit aufkommen lassen würden. 

I.
Diesen  Aufforderungen  kam  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingaben 
vom 29. April  und 8. Mai 2008 nach. Hinsichtlich der mutmasslichen 
Verwandten reichte sie unter anderem einen türkischen Familienregis-
terauszug zu den Akten und erklärte, dass ein Missverständnis beste-
hen müsse. Bei den besagten Personen handle es sich nicht um eige-
ne Angehörige,  sondern  um Verwandte  ihres  verstorbenen Eheman-
nes. Die Zweifel an ihrer Angabe, dem sunnitischen Glauben anzuge-
hören,  seien  daher  unbegründet. Im Weiteren führte  sie  aus,  in  Ab-
sprache mit ihrer Therapeutin zur Zeit eine Therapiepause zu machen. 

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Aus diesem Grund sei es ihr nicht möglich, einen aktuellen Arztbericht 
einzureichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt  gemäss Art. 31 des Ver-
waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 (VGG, SR 173.32)  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  gemäss  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorin-
stanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG aufgeführten Behörden. Da-
runter fallen Verfügungen des BFM betreffend Zustimmung zur Ertei-
lung  bzw.  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  und  betreffend 
Wegweisung.

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist,  die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen 
Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten 
der Departemente hängigen Rechtsmittel  und wendet das neue Ver-
fahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich 
das  Verfahren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  nach  dem VwVG, 
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt  und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  –  vorbehältlich  des 
Antrags auf Erteilung einer Härtefallbewilligung nach Art. 13 Bst. f der 
ehemaligen Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der 
Zahl der Ausländer (aBVO, AS 1986 1791) (vgl. unten E. 10.6) – einzu-
treten (vgl. Art. 49 ff. VwVG). 

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Behörde 
als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt wer-
den  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-

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schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. Urteil  des Bundesgerichts  2A.451/2002 vom 28. März 
2003, E. 1.2, sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-135/2006 
vom 20. Dezember 2007, E. 2 mit weiteren Hinweisen).

3.
Mit  dem  Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20) am 1. Januar 2008 wurde das ehe-
malige Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Nieder-
lassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG 
i.V.m. Ziff.  I  des  Anhangs zum AuG). Auf  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  eingeleitet  wurden,  bleibt  das  bisherige  Recht  anwendbar 
(vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG sowie BVGE 2008/1 E. 2 S. 2 ff.). Die ange-
fochtene Verfügung erging vor dem Inkrafttreten des AuG. Für die ma-
terielle Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist daher auf die alt-
rechtliche Regelung des aANAG und seiner damaligen Ausführungs-
bestimmungen (vgl. Art. 91 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]) – ins-
besondere  der  ehemaligen Verordnung vom 20. April  1983 über  das 
Zustimmungsverfahren im Ausländerrecht  (im Folgenden: alt  Zustim-
mungsverordnung, AS 1983 535) sowie der aBVO – abzustellen.

4.
4.1 Ausländische Personen sind zur Anwesenheit in der Schweiz be-
rechtigt,  wenn  sie  eine  Aufenthalts-  oder  Niederlassungsbewilligung 
haben oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a aANAG). Die zuständige 
Behörde  entscheidet  gemäss  Art.  4  aANAG  nach  freiem  Ermessen 
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Auf die Ertei-
lung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung besteht kein An-
spruch, es sei denn, die ausländische Person oder ihre in der Schweiz 
lebenden  Angehörigen  können  sich  auf  eine  Sondernorm  des  Bun-
desrechts oder eines Staatsvertrages berufen (BGE 133 I 185 E. 2.3 
S. 189 und BGE 131 II 339 E. 1 S. 342 f., je mit Hinweisen).

4.2 Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von  Aufent-
haltsbewilligungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone 
(Art. 15 Abs. 1 und 2 aANAG). Der eine Bewilligung verweigernde kan-

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tonale Entscheid ist endgültig, sofern nicht ein Anspruch auf eine Auf-
enthaltsbewilligung  besteht.  Dem Bund  steht  jedoch  ein  endgültiges 
Entscheidungsrecht zu bei einem positiven kantonalen Entscheid über 
Aufenthalt und Niederlassung, soweit das Ausländerrecht eine Zustim-
mung für  notwendig erklärt  (vgl. Art. 18 aANAG, Art. 51 aBVO). Ge-
mäss Art. 1 Abs. 1 alt Zustimmungsverordnung ist die Zustimmung er-
forderlich, wenn bestimmte Gruppen von ausländischen Personen im 
Interesse der Koordination der Praxis auf Weisungsebene der Zustim-
mungspflicht unterstellt werden (Bst. a), wenn die ausländische Person 
keine gültigen und anerkannten heimatlichen Ausweispapiere  besitzt 
und in der Schweiz weder als Flüchtling noch als Staatenloser aner-
kannt  ist  (Bst. b)  oder wenn das BFM die Unterbreitung zur Zustim-
mung im Einzelfall verlangt (Bst. c). Der Bund kann sein diesbezügli-
ches Vetorecht selbst dann ausüben, wenn ein Rechtsanspruch auf ei-
ne Bewilligung besteht und ein kantonales Verwaltungsgericht bereits 
positiv  entschieden hat (vgl. BGE 127 II  49 E. 3 S. 51 ff. sowie Ent-
scheid des EJPD vom 15. April 2005, E. 12, publiziert in: Verwaltungs-
praxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76).

Vorliegend ist darüber zu befinden, ob die Aufenthaltsbewilligung, wel-
che die Beschwerdeführerin aufgrund der Ehe mit  einem schweizeri-
schen Staatsangehörigen besessen hat,  nach dessen Tod weiter  zu 
verlängern ist. Die Zustimmungsbedürftigkeit des kantonalen Verlänge-
rungsentscheids  vom 21. Februar  2006 ergibt  sich  daher  aus  Art. 1 
Abs. 1 Bst. a als Zustimmungsverordnung i.V.m. Ziff. 132.4 Bst. e der 
Weisungen und Erläuterungen über Einreise, Aufenthalt  und Arbeits-
markt (aANAG-Weisungen, 3. Aufl., Bern, Mai 2006), wonach die Ver-
längerung der Aufenthaltsbewilligung eines Ausländers oder einer Aus-
länderin  nach  der  Scheidung  vom  schweizerischen  Ehegatten  oder 
nach dessen Tod dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten ist, falls 
der Ausländer oder die Ausländerin nicht aus einem Mitgliedstaat der 
Europäischen Gemeinschaft (EG) oder der Europäischen Freihandels-
assoziation (EFTA) stammt. 

5.
Der ausländische Ehegatte eines Schweizer Bürgers hat Anspruch auf 
Erteilung  und  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  Nach  einem 
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren 
hat  er  Anspruch  auf  die  Niederlassungsbewilligung  (Art.  7  Abs.  1 
aANAG; vgl. die neue Regelung in Art. 42 AuG). Im vorliegenden Fall 
ist  die  eheliche  Gemeinschaft  durch  den  Tod  des  schweizerischen 

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Ehemannes am 23. April 2005 nach weniger als zwei Jahren aufgelöst 
worden. Somit konnte der Beschwerdeführerin kein von der Ehe unab-
hängiger Anspruch auf die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung 
bzw. auf die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erwachsen (vgl. 
BGE 130 II  49 E. 3.2 S. 53 ff.). Eine entsprechende Grundlage kann 
wegen  der  übergangsrechtlichen  Unterstellung  unter  das  alte  Recht 
auch nicht in Art. 50 AuG erblickt werden, der neu unter Umständen 
selbst dann entsprechende Ansprüche zu vermitteln vermag, wenn die 
Ehe vor Ablauf von fünf Jahren beendet wurde (vgl. Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts  C-7331/2007 vom 9. Mai  2008,  E. 4 mit  Hinwei-
sen).

6.
Als weitere Normen, die allenfalls einen gesetzlichen Bewilligungsan-
spruch begründen könnten,  kommen vorliegend insbesondere  Art. 8 
der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) sowie die – soweit hier 
von Interesse – inhaltlich im Wesentlichen damit übereinstimmenden 
Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 17 des Internatio-
nalen Paktes vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politische 
Rechte (im Folgenden: UNO-Pakt II, SR 0.103.2) in Betracht (vgl. BGE 
129 II  215 E. 4.2  S. 218  f.;  JEAN-FRANÇOIS AUBERT/PASCAL MAHON,  Petit 
commentaire de la  Constitution fédérale de la Confédération suisse, 
Zürich/Basel/Genf 2003, Rz. 3 zu Art. 13;  WALTER KÄLIN/GIORGIO MALIN-
VERNI/MANFRED NOWAK, Die Schweiz und die UNO-Menschenrechtspakte, 
2. Aufl., Basel/Frankfurt a.M. 1997, S. 200).

6.1 Art. 8 Ziff. 1 EMRK gewährleistet das Recht auf Achtung des Pri-
vat- und Familienlebens. Die EMRK verschafft an sich kein Recht auf 
Aufenthalt  in einem bestimmten Konventionsstaat. Hat eine ausländi-
sche Person indessen nahe Verwandte in der Schweiz, zu denen sie 
eine intakte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung unterhält, so 
kann es das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierte Recht auf Achtung des 
Familienlebens  verletzen,  wenn  ihr  die  Anwesenheit  in  der  Schweiz 
untersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Der 
sich hier aufhaltende Familienangehörige muss dabei über ein gefes-
tigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist namentlich dann der Fall, 
wenn er das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilli-
gung besitzt  oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt,  die ihrer-

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seits  auf  einem gefestigten Rechtsanspruch beruht  (vgl. BGE 130 II 
281 E. 3.1 S. 285 f. mit Hinweisen). 

6.2 Die inzwischen dreieinhalbjährige Tochter der Beschwerdeführerin 
besitzt – neben dem türkischen Bürgerrecht (vgl. Art. 1 des Gesetzes 
über die türkische Staatsangehörigkeit vom 11. Februar 1964 [Gesetz 
Nr. 403])  –  aufgrund  der  schweizerischen  Staatsangehörigkeit  ihres 
verstorbenen Vaters  ebenfalls  das  Schweizer  Bürgerrecht  und damit 
über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht im oben erwähnten Sinne. Das 
Kind lebt  offenbar  bei  der  Beschwerdeführerin,  welche seit  dem Tod 
des Kindsvaters alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge ist. Unter den 
gegebenen  Umständen  ist  davon  auszugehen,  dass  das  Verhältnis 
zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Tochter  vom  Schutzbe-
reich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK erfasst ist.

6.3 Der Anspruch auf  Achtung des Familienlebens von Art. 8  Ziff. 1 
EMRK gilt  nicht absolut (BGE 126 II  335 E. 3a S. 342). Vielmehr ist 
nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff statthaft, soweit er eine Massnah-
me darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale 
Sicherheit,  die  öffentliche  Ruhe  und  Ordnung  und  zur  Verhinderung 
von strafbaren Handlungen, zum Schutze der Gesellschaft und Moral 
sowie der Rechte und Pflichten anderer notwendig ist. Die Konvention 
verlangt eine Abwägung der sich gegenüberstehenden Interessen an 
der Erteilung der Bewilligung und den öffentlichen Interessen an deren 
Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass 
sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 122 II 1 E. 2 S. 6 mit Hin-
weis). Als zulässiges öffentliches Interesse im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 
EMRK gilt unter anderem die Durchsetzung einer restriktiven Migrati-
onspolitik (vgl. BGE 133 II 6 E. 6.3.1 S. 29, 120 Ib E. 3b S. 5, 120 Ib 22 
E. 4a S. 25). 

6.4 Die Konventionsgarantie von Art. 8 Ziff. 1 EMRK schützt das Fami-
lienleben als solches und nicht die freie Wahl des für den Aufbau und 
die Führung des Familienlebens günstigsten Ortes (vgl. JENS MEYER-LA-
DEWIG, Europäische  Menschenrechtskonvention,  Handkommentar, 
2. Aufl.,  Baden-Baden  2006,  Rz.  25b  zu  Art.  8  mit  Hinweisen).  Die 
schweizerische  Rechtsprechung  geht  deshalb  grundsätzlich  davon 
aus, dass durch die Verweigerung einer ausländerrechtlichen Bewilli-
gung Art. 8 EMRK zum Vornherein nicht verletzt wird, wenn es für das 
in der Schweiz anwesenheitsberechtigte Familienmitglied ohne weite-
res zumutbar ist, mit dem ausländischen Familienangehörigen auszu-

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reisen, dem die Bewilligung verweigert wird. Eine umfassende Interes-
senabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK (bzw. Art. 36 BV) kann in die-
sem Fall  unterbleiben,  bzw. es kann angenommen werden,  dass die 
Zumutbarkeit  der Ausreise im Rahmen der Interessenabwägung den 
Ausschlag gibt (BGE 122 II 289 E. 3b S. 297; Urteile des Bundesge-
richts  2A.514/2005  vom  31.  Januar  2006  E.  2.1;  2A.508/2005  vom 
16. September 2005 E. 2.2.1). Ob die Ausreise als solchermassen zu-
mutbar erscheint, ist aufgrund einer vorgezogenen Güterabwägung zu 
beurteilen,  in  deren Rahmen die  persönliche  und  familiäre  Situation 
des in der Schweiz Anwesenheitsberechtigten im Lichte der besonde-
ren Umstände des Einzelfalles und dem Gewicht der einer Regelung 
entgegenstehenden öffentlichen Interessen zu würdigen sind (vgl. da-
zu MARTINA CARONI, Privat- und Familienleben zwischen Menschenrecht 
und Migration, Berlin 1999, S.221 f.).

6.5 Bei Kindern im anpassungsfähigen Alter geht die Rechtsprechung 
grundsätzlich von der Vermutung aus, dass es ihnen im dargestellten 
Sinne zugemutet werden kann, den Eltern oder dem sorgeberechtigten 
Elternteil  ins Ausland zu folgen, auch wenn der ausländerrechtlichen 
Zulassung  der  Letzteren  lediglich  die  Durchsetzung  der  restriktiven 
Migrationspolitik entgegensteht. Bei einem Kleinkind ist dies – beson-
dere  Umstände  vorbehalten  –  regelmässig  der  Fall.  Dass  es  das 
schweizerische Bürgerrecht  oder  eine Niederlassungsbewilligung be-
sitzt, schliesst nicht aus, dass es den Eltern oder dem sorgeberechtig-
ten Elternteil,  wenn diesen bzw. diesem der weitere Aufenthalt in der 
Schweiz verweigert  wird,  ins  Ausland zu folgen hat  (BGE 127 II  60 
E. 2b  S.  67;  122  II  289  E.  3c  S.  298  mit  Hinweis).  Hinter  dieser 
Rechtsprechung  steht  die  Überlegung,  dass  das  Kind  vorerst  keine 
selbstständigen Beziehungen zu seinem weiteren Umfeld bzw. zu ei-
nem bestimmten  Land  hat,  sondern  solche  während  der  ersten  Le-
bensjahre ausschliesslich durch Vermittlung der Eltern entstehen. 

6.6 Wie bereits erwähnt, ist das Kind der Beschwerdeführerin im heu-
tigen Zeitpunkt dreieinhalb Jahre alt und befindet sich somit noch in ei-
nem Alter,  in  dem die Rechtsprechung davon ausgeht,  dass es  ihm 
grundsätzlich  ohne  weiteres  zugemutet  werden  kann,  dem sorgebe-
rechtigten  Elternteil  in  Ausland  zu  folgen  (vgl.  demgegenüber  Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts C-391/2006 vom 18. Mai 2007 E. 7.1 
betreffend ein  beinahe siebenjähriges,  bereits  gut  integriertes  Kind). 
Diese Annahme beruht  letztlich  auf  einem Erfahrungsgrundsatz  und 

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gilt deshalb nicht absolut, wie bereits weiter oben angetönt wurde, in-
dem besondere Umstände vorbehalten werden. 

6.7 Das Bundesgericht anerkennt beispielsweise die Relevanz der Be-
ziehungen  des  Kindes  zum nicht  sorgeberechtigten  Elternteil  in  der 
Schweiz, wenn sie in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht besonders 
eng sind  (vgl. Urteil  des  Bundesgerichts  2C_185/2007 vom 12. Juni 
2007 E. 3.3.4 mit Hinweisen). Grössere Zurückhaltung rechtfertigt sich 
demgegenüber, wenn die Beziehung zu entfernteren Verwandten auf 
dem Spiel  steht,  wie  es vorliegend der  Fall  ist. Allein  aus dem Um-
stand, dass in der Schweiz offenbar verschiedene Familienangehörige 
väterlicherseits – insbesondere die Grossmutter und ein Onkel – leben 
und sich die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben dieser Fa-
milie zugehörig fühlt,  kann nicht ohne weiteres geschlossen werden, 
dass  zwischen den erwähnten Personen und dem Kind derart  enge 
Beziehungen bestehen würden, dass es ihm nicht zugemutet werden 
könnte, seiner Mutter in die Türkei zu folgen. Dies auch wenn davon 
auszugehen ist, dass die in der Schweiz lebenden Verwandten die er-
werbstätige Beschwerdeführerin bei der Kinderbetreuung unterstützen 
und aus diesem Grund über eine intakte und gelebte Beziehung zum 
Kind verfügen dürften.

6.8 In  diesem Zusammenhang  sind  grundsätzlich  auch  die  von  der 
Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  Schwierigkeiten  zu  berück-
sichtigen, welche diese im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland zu 
gewärtigen hätte, da sich die entsprechenden Probleme unweigerlich 
auch auf die persönliche Situation des Kindes auswirken würden.

6.8.1 Die Beschwerdeführerin bringt insbesondere vor, die Angehöri-
gen ihrer Herkunftsfamilie hätten den Kontakt zu ihr weitgehend abge-
brochen,  da diese erst  nachträglich  von der  Heirat  erfahren und die 
Eheschliessung aus religiösen Gründen aufs Schärfste missbilligt hät-
ten. Zwischen Personen sunnitischen und solchen alevitischen Glau-
bens bestünden in der Türkei nach wie vor starke Spannungen. Es sei 
daher  plausibel,  dass die sunnitischen Verwandten der  Beschwerde-
führerin aufgrund der Eheschliessung mit einem Aleviten nichts mehr 
mit ihr zu tun haben wollten und sie und ihr Kind bei einer Rückkehr in 
die Türkei nicht bei sich aufnehmen würden. 

Auch wenn die Ehe der Beschwerdeführerin mit  einem Mann aleviti-
schen Glaubens, wie von ihr dargestellt, zu innerfamiliären Spannun-

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gen geführt  haben sollte, trifft  es offenbar nicht zu, dass aktuell  kein 
Kontakt mehr zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer Herkunftsfa-
milie  bestehen  würde.  Aus  dem  Umstand,  dass  die  Beschwer-
deführerin im Rahmen der Nachinstruktion unter anderem eine Wohn-
sitzbestätigung ihres Bruders und dessen Tochter eingereicht hat,  ist 
vielmehr zu schliessen, dass die Eheschliessung der Beschwerdefüh-
rerin nicht zu einem vollständigen Abbruch der Beziehungen zu ihrer 
Herkunftsfamilie geführt  hat, zumal die Beibringung der entsprechen-
den Dokumente nur dank der Mithilfe der fraglichen Personen möglich 
gewesen sein dürfte. Es bestehen daher keine hinreichenden Anhalts-
punkte,  dass  die  Beschwerdeführerin  und ihr  Kind in  der  Türkei  tat-
sächlich nicht auf familiäre Unterstützung zählen könnten.

6.8.2 Hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist sodann 
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin für sich und ihr Kind eine 
monatliche Witwen- und Waisenrente von derzeit Fr. 995.– erhält. Die-
se würde ihr auch bei einer Rückkehr in die Türkei weiter ausbezahlt 
(vgl. Abkommen zwischen der Schweiz und der Republik Türkei über 
soziale Sicherheit vom 1. Mai 1969, SR 0.831.109.763.1). Mit diesem 
Betrag  dürfte  die  Beschwerdeführerin  angesichts  bedeutend  tieferer 
Lebenshaltungskosten in der Türkei in der Lage sein, den Lebensun-
terhalt  für sich und ihre Tochter  – zumindest  weitgehend – aus dem 
Renteneinkommen  zu  bestreiten.  Ist  somit  davon  auszugehen,  dass 
die Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  nicht  zwin-
gend bzw. höchstens in geringem Umfang auf die Erzielung eines Er-
werbseinkommens angewiesen wäre, kann ihrer fehlenden beruflichen 
Ausbildung, ihren familiären Betreuungspflichten sowie der insbeson-
dere in ihrer Herkunftsregion hohen Arbeitslosigkeit bezüglich der wirt-
schaftlichen Absicherung im Falle einer Rückkehr in die Türkei keine 
entscheidende Bedeutung zugemessen werden. 

6.8.3 Bei der derzeitigen Aktenlage besteht sodann auch kein hinrei-
chender Anlass zur Befürchtung, dass die persönliche Betreuung des 
Kindes in der Türkei  wegen der geltend gemachten psychischen Er-
krankung der Beschwerdeführerin und der angeblich fehlenden Mög-
lichkeit, vor Ort eine angemessene medizinische Behandlung zu erhal-
ten, ernsthaft gefährdet sein könnte. 

Im ärztlichen Bericht der Externen Psychiatrischen Dienste des Kan-
tons Baselland (im Folgenden: EPD) vom 26. Juli 2006 wurde insbe-
sondere  festgehalten,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  des 

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plötzlichen Todes des Ehemannes unter einer starken Trauerreaktion 
gelitten habe. Sie sei mit der Situation, ohne Ehemann mit Kind in ei-
nem noch relativ  fremden Land zu sein,  völlig  überfordert  gewesen. 
Zudem habe es Konflikte innerhalb der Schwiegerfamilie und finanziel-
le Probleme (Schulden des Ehemannes) gegeben, welche die Situati-
on weiter belastet hätten. Als Folge davon habe sie unter Einsamkeits-
gefühlen und Traurigkeit  gelitten,  habe sich kraft-  und lustlos gefühlt 
und sei innerlich nervös und unruhig gewesen. Sie habe keine Freude 
mehr am Leben empfunden und sich Selbstvorwürfe gemacht; sie ha-
be auch Suizidgedanken geäussert. Abgeleitet aus dieser Symptoma-
tik und der allgemeinen Lebenssituation diagnostizierten die EPD bei 
der  Beschwerdeführerin  eine  mittelgradig  depressive  Episode.  Die 
Prognose sei bei einer Fortsetzung der bisherigen Behandlung (ambu-
lante  Psychotherapie,  Einnahme  von  Antidepressiva)  günstig,  unter 
der Voraussetzung, dass bei der Beschwerdeführerin eine vertrauens-
volle Therapiebeziehung aufgebaut werden könne und die psychosozi-
alen Belastungen nicht zu hoch seien. 

Als  der  Beschwerdeführerin  mit  Zwischenverfügung  vom  12.  März 
2008 Gelegenheit  gegeben wurde, einen aktuellen ärztlichen Bericht 
einzureichen,  erklärte  sie  mit  Eingabe vom 29. April  2008,  dass  sie 
derzeit in Absprache mit ihrer Therapeutin eine Therapiepause mache 
und aus diesem Grund keinen aktuellen Arztbericht einreichen könne. 
Angaben  zu  Beginn  und  voraussichtlicher  Dauer  der  Therapiepause 
und zu einer allfälligen Fortsetzung der medikamentösen Behandlung 
machte die Beschwerdeführerin nicht.

Aus diesen Angaben ist  zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin 
aktuell nicht mehr einer medizinischen bzw. psychologischen Behand-
lung bedarf. Diese Schlussfolgerung rechtfertigt sich namentlich auch 
vor  dem Hintergrund,  dass  es  sich  bei  der  psychischen  Erkrankung 
der Beschwerdeführerin offenbar in erster Linie um eine starke Trauer-
reaktion gehandelt hat, der Tod des Ehemannes inzwischen jedoch be-
reits über drei Jahre zurückliegt. 

6.9 Zusammenfassend ist es dem Kind der Beschwerdeführerin somit 
angesichts seines noch jungen Alters sowie aufgrund des Umstandes, 
dass seine persönliche Betreuung und Versorgung in  der  Türkei  ge-
währleistet erscheint, grundsätzlich zuzumuten, seiner Mutter in deren 
Heimatland zu folgen. Die Verweigerung der Zustimmung zur Verlänge-
rung  der  Aufenthaltsbewilligung  der  Beschwerdeführerin  stellt  daher 

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keine Konventionsverletzung dar. Dabei kann letztlich offen bleiben, ob 
überhaupt  ein  Eingriff  in  das  Recht  auf  Familienleben im Sinne von 
Art. 8 Ziff. 1 EMRK (bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) vorliegt, da ein allfälliger 
Eingriff  in einer Konstellation wie der vorliegenden praxisgemäss zu-
mindest  als  im Sinne von Art. 8  Ziff. 2  EMRK (bzw. Art. 36  BV)  ge-
rechtfertigt zu betrachten wäre (vgl. BGE 122 II 289 E. 3d S. 299).

7.
Soweit  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  ergänzenden  Eingabe  vom 
29. April  2008  geltend  macht,  die  Verlängerung  des  Aufenthalts  für 
ausländische  Personen,  deren  Ehepartner  verstorben  sei,  erscheine 
auch im Lichte von Art. 4 Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft  einerseits und der 
Europäischen  Gemeinschaft  und  ihrer  Mitgliedsstaaten  andererseits 
über  die  Freizügigkeit  (FZA,  SR  0.142.112.681)  aus  Gründen  der 
Rechtsgleichheit  im  Regelfall  zwingend  geboten,  vermag  ihr  dies 
ebenfalls keinen Aufenthaltsanspruch zu vermitteln. Das Verbleiberecht 
von Art. 4 Anhang I FZA ist ein Instrument zur Umsetzung der Perso-
nenfreizügigkeit  zwischen  der  Schweiz  und  den  Mitgliedstaaten  der 
EG. Es kann daher keine sachlich ungerechtfertigte Ungleichbehand-
lung darin  erblickt werden,  wenn Staatsangehörige aus Ländern,  mit 
welchen die Schweiz kein entsprechendes Abkommen abgeschlossen 
hat, sich nicht auf die Rechte, die das FZA einräumt, berufen können. 
Im Weiteren liegt keine Inländerdiskriminierung vor, da der verstorbene 
Ehemann IV-Rentner  war und somit  durch seinen Tod nicht  eine Er-
werbstätigkeit beendet wurde, was indessen Voraussetzung für die Be-
gründung eines Anspruch der Familienangehörigen auf Verbleib in ei-
nem Vertragsstaat wäre (Art. 4 Anhang I  FZA). Es kann daher offen 
bleiben,  ob  bei  einer  allfälligen  Inländerdiskriminierung  ein  Verstoss 
gegen das Rechtsgleichheitsgebot anzunehmen wäre bzw. ob sich da-
raus ein Anspruch auf Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung ablei-
ten lassen könnte (vgl. BGE 130 II 137 E. 4.2 S. 146 f. mit Hinweisen).

8.
8.1 Die  Frage der  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung ist  daher 
im  vorliegenden  Fall  nach  freiem  Ermessen  zu  beurteilen  (Art.  4 
aANAG). Dies bedeutet  jedoch nicht,  dass die Behörde in  ihrer  Ent-
scheidung völlig frei wäre. Vielmehr hat sie das ihr zustehende Ermes-
sen pflichtgemäss auszuüben und die rechtlichen Schranken bei der 
Ausfüllung der Ermessensspielräume zu beachten. Dazu gehört auch, 
dass sie unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit eine wer-

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tende Abwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Verwei-
gerung  der  Zustimmung einerseits  und  den  durch  die  Verweigerung 
beeinträchtigten privaten Interessen der betroffenen Personen ander-
erseits  vorzunehmen  hat  (vgl.  statt  vieler  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜL-
LER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. Zürich/Basel/
Genf 2006, Rz. 613 ff.).

8.2 Was das  öffentliche  Interesse  betrifft,  ist  festzuhalten,  dass  die 
Schweiz hinsichtlich des Aufenthalts von Ausländerinnen und Auslän-
dern, die nicht aus einem Mitgliedstaat der EG oder der EFTA stam-
men (nachfolgend: Drittstaatsangehörige), grundsätzlich eine restrikti-
ve  Einwanderungspolitik  betreibt  (vgl.  etwa  BGE  133  II  6  E.  6.3.1 
S. 28). Diese wird konkretisiert  und umgesetzt durch die Bestimmun-
gen der aBVO (bzw. neu durch die Zulassungsregelung von Art. 3 und 
18 ff. AuG sowie Art. 19 ff. VZAE), welche ein ausgeglichenes Verhält-
nis zwischen dem Bestand der schweizerischen und dem der ausländi-
schen  Wohnbevölkerung  sowie  eine Verbesserung der  Arbeitsmarkt-
struktur  und  eine  möglichst  ausgeglichene  Beschäftigung  bezweckt 
(Art. 1 Bst. a und c aBVO; vgl. auch Art. 16 Abs. 1 aANAG sowie Art. 8 
Abs. 1 der ehemaligen Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum 
aANAG [aANAV; AS 1949 I 228]). So sind erwerbstätige Drittstaatsan-
gehörige namentlich in  Form hoher Anforderungen an die berufliche 
Qualifikation  (Art.  8  aBVO)  und  der  Höchstzahlen  (Art. 12  aBVO) 
strengen Zulassungsbeschränkungen unterworfen. Das erhebliche Ge-
wicht des öffentlichen Interesses an der Durchsetzung der restriktiven 
Einwanderungspolitik gegenüber Drittstaatsangehörigen zeigt sich da-
ran,  dass humanitäre  Gründe in  diesem rechtlichen Zusammenhang 
erst Bedeutung erlangen, wenn die Betroffenheit der Einzelperson die 
Grenze  zum  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall  im  Sinne  von 
Art. 13  Bst. f  aBVO überschreitet. Die  Höchstzahlen gelten  nicht  für 
ausländische Personen, welche – wie in casu – die Aufenthaltsbewilli-
gung nach Art. 3 Abs. 1 Bst. c (Familienangehörige von Schweizerin-
nen und Schweizern) oder Art. 38 aBVO (Familienangehörige von aus-
ländischen Personen)  erhalten haben (Art. 12  Abs. 2 Satz 2 aBVO). 
Die Verlängerung des Aufenthalts der Beschwerdeführerin hängt somit 
nicht davon ab, ob sie die strengen Zulassungskriterien von Art. 8 und 
Art. 13 Bst. f aBVO erfüllt. Nach Auflösung der Ehe muss sie jedoch 
das öffentliche Interesse an einer restriktiven Migrationspolitik grund-
sätzlich wieder gegen sich gelten lassen. Bei der Interessenabwägung 
ist  daher  ein  vergleichsweise strenger  Massstab anzuwenden. Dem-
entsprechend geht  das Bundesverwaltungsgericht  mit  der Vorinstanz 

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davon  aus,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach 
Auflösung der Ehe in erster Linie ein Instrument zur Vermeidung von 
Härtefällen darstellt (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
C-533/2006 vom 19. Mai 2008, E. 6.1, und C-7331/2007 vom 9. Mai 
2008, 7.1, je mit weiteren Hinweisen; ferner Ziff. 654 aANAG-Weisun-
gen).

8.3 Bei der Prüfung der Frage, ob die auf dem Spiele stehenden priva-
ten Interessen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtferti-
gen, ist zu untersuchen, inwieweit es der ausländischen Person in per-
sönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer  Hinsicht  zugemutet  werden 
kann,  den Aufenthalt  in  der Schweiz aufzugeben, in ihre Heimat zu-
rückzukehren und dort zu leben. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige 
Situation im Ausland den persönlichen Verhältnissen in  der  Schweiz 
gegenüberzustellen. Darüber ist nach Massgabe aller relevanten Um-
stände  des  Einzelfalles  zu  befinden. Dazu  gehören  allgemeine,  von 
der Ehe unabhängige Elemente, wie die Dauer des Aufenthaltes in der 
Schweiz, der Grad der sozialen und wirtschaftlichen Integration in die 
hiesigen Verhältnisse, das Alter und der gesundheitliche Zustand, so-
weit  Kinder  vorhanden  sind,  deren  Alter  und  schulische  Integration, 
aber auch die Unterkunft  und die Reintegrationsmöglichkeiten in der 
Heimat,  ferner ehespezifische Elemente, wie die Dauer der Ehe und 
die Umstände, die zu deren Auflösung geführt haben (vgl. etwa Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  C-5236/2007  vom  8.  Mai  2008, 
E. 5.1.1 mit Hinweis; ferner Ziff. 654 aANAG-Weisungen).

8.4 Die  notwendige  Schwere  der  Betroffenheit  in  den  persönlichen 
Verhältnissen  ist  mit  Blick  auf  die  Regelung  der  Art.  7  Abs.  1  und 
Art. 17  Abs.  2  aANAG  zu  beurteilen,  der  ausländischen  Ehegatten 
nach fünf Jahren Ehe auf schweizerischem Territorium einen vom wei-
teren Bestand der Ehe unabhängigen Anspruch auf Aufenthalt vermit-
telt. Vor dem Erreichen dieser zeitlichen Grenze kommt es entschei-
dend darauf an, welche Bedeutung den ehespezifischen Elementen im 
konkreten Einzelfall zukommt, das heisst der Dauer der ehelichen Ge-
meinschaft  auf  schweizerischem Territorium,  der  Existenz gemeinsa-
mer  Kinder,  den  Umständen  der  Auflösung  der  ehelichen  Gemein-
schaft. Je mehr diese Elemente ins Gewicht  fallen, um so eher wird 
man von einer hinreichend schweren Betroffenheit ausgehen können. 
Umgekehrt  rechtfertigt  sich ein um so strengerer Massstab, als  sich 
die Härtesituation nicht  gerade aus den oben genannten ehespezifi-
schen  Elementen  ableiten  lässt  (vgl.  etwa Urteil  des  Bundesverwal-

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tungsgerichts  C-1872/2007  vom  20. September  2007,  E.  4.3,  Urteil 
des Bundesgerichts 2A.212/2004 vom 10. Dezember 2004 E. 4.4 so-
wie VPB 69.76,  E. 15.2; vgl. auch die neue, abgestufte  Regelung in 
Art. 50 AuG und Art. 77 VZAE, die sich an der bisherigen Praxis im 
Kanton  Zürich  anzulehnen  scheint  [vgl.  RAHEL MARTIN-KÜTTEL,  Aufent-
haltsbeendigung nach altem und neuem Recht, in: Jahrbuch für Mig-
rationsrecht 2006/2007, Alberto Achermann et. al (Hrsg.), Bern 2007, 
S. 14 f.]).

9.
9.1 Die Ehe der Beschwerdeführerin wurde bereits nach weniger als 
19 Monaten – wovon nur knapp eineinhalb Jahre hier gelebte Partner-
schaft – durch den Tod des Ehemannes am 23. April  2005 aufgelöst. 
Diese kurze Ehedauer spricht gegen das Bestehen eines erheblichen 
Schutzbedürfnisses, auch nach Auflösung der Ehe in der Schweiz blei-
ben  zu  können  (vgl.  etwa  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-7331/2007 vom 9. Mai 2008, E. 8.1 mit Hinweisen, und C-3825/2007 
vom 18. Dezember 2007, E. 5.2; ferner BGE 120 Ib 16 E. 2c S. 20). Zu 
Gunsten der Beschwerdeführerin fällt indessen ins Gewicht, dass aus 
der Ehe ein gemeinsames Kind hervorgegangen ist. Als  besonderes 
Element tritt im vorliegenden Fall zudem der Umstand hinzu, dass der 
Ehemann und die Schwiegerfamilie  der Beschwerdeführerin  offenbar 
das wahre Ausmass der als Folge einer in der Kindheit erlittenen Kin-
derlähmung  bestehenden  Erkrankung  des  Ehemannes  (multiple  se-
kundäre  Skelettdeformitäten,  restriktive  Pneumopathie)  verheimlicht 
haben. Vor diesem Hintergrund erscheint es durchaus nachvollziehbar, 
dass der Tod des Ehemannes die Beschwerdeführerin besonders hart 
getroffen hat und bei ihr zu einer starken Trauerreaktion geführt  hat, 
welche in der Folge eine psychologische und medikamentöse Behand-
lung erforderlich machte. Relativiert  wird dieses Sachverhaltselement 
allerdings  durch die  inzwischen anscheinend eingetretene Verbesse-
rung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin,  welche die 
vorläufige  Einstellung  der  ambulanten  Psychotherapie  erlaubte  (vgl. 
oben E. 6.8.3).

9.2 Was  die  Integration  der  Beschwerdeführerin  in  die  schweizeri-
schen Verhältnisse betrifft, ist sodann festzustellen, dass sie nie zu ir-
gendwelchen Klagen Anlass gegeben hat und nachweislich verschie-
dene  Bemühungen  für  eine  berufliche  Integration  unternommen  hat 
und seit dem 9. Juli 2007 bei einer Gebäudereinigungsfirma über eine 
unbefristete  Anstellung  mit  einem  Pensum  von  mindestens  zehn 

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Arbeitsstunden pro Woche verfügt. Dies ist vor dem Hintergrund, dass 
es sich bei der Beschwerdeführerin um eine alleinerziehende Mutter 
eines  Kleinkindes  handelt,  als  beachtliche  Leistung  zu  bezeichnen. 
Hinsichtlich der sprachlichen und sozialen Integration der Beschwer-
deführerin sind demgegenüber gewisse Zweifel anzubringen. Gemäss 
den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe hat die Beschwerdefüh-
rerin zwar – offenbar gegen den Willen der Schwiegerfamilie – einen 
Deutschkurs  besucht.  Über  Dauer  und  Umfang  dieses  Kurses,  die 
sprachlichen Fortschritte und die aktuellen Sprachkenntnisse ist indes-
sen nichts bekannt. Im Weiteren geht aus den Akten auch nicht hervor, 
dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz über besonders enge so-
ziale  Bindungen verfügen würde. Bekannt  ist  lediglich,  dass die Be-
schwerdeführerin  in  der  Schweiz  Kontakte  zu  ihrer  Schwiegerfamilie 
unterhält, welcher sie sich gemäss eigenen Angaben zugehörig fühlt. 
Diesbezüglich  ist  namentlich  die  in  unmittelbarer  Nähe  lebende 
Schwiegermutter sowie der im gleichen Haus wie die Beschwerdefüh-
rerin  wohnende  Schwager  zu  erwähnen,  der  sich  offenbar  seit  dem 
Tod des Ehemannes um Letztere kümmert. Über diesen Personenkreis 
hinausgehende soziale Kontakte zu in  der Schweiz lebenden Perso-
nen sind nicht belegt und werden auch keine geltend gemacht.

9.3 Der Dauer des bisherigen Aufenthalts der Beschwerdeführerin in 
der Schweiz von bald viereinhalb Jahren ist sodann gegenüberzustel-
len, dass die Beschwerdeführerin die ersten 26 Jahre und damit den 
überwiegenden Teil ihres bisherigen Lebens in ihrem Heimatland ver-
bracht hat. Sie ist  daher nach wie vor mit  den türkischen Lebensge-
wohnheiten vertraut. In der Türkei hat sie zudem – wie bereits erwähnt 
(vgl. oben E. 6.8.1.) – ein familiäres Beziehungsnetz, auf dessen Un-
terstützung sie bei Bedarf voraussichtlich zählen könnte. Aufgrund der 
Witwen-  und  Waisenrente  von  monatlich  Fr.  995.–  verfügt  die  Be-
schwerdeführerin ferner über ein regelmässiges und gesichertes Ein-
kommen, welches den Lebensbedarf für sich und ihre Tochter – zumin-
dest weitgehend – abdecken sollte (vgl. oben E. 6.8.2). Eine Rückkehr 
in die Türkei würde für die Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht 
jedoch  zweifellos  eine  nicht  unerhebliche  Schlechterstellung  im Ver-
gleich zu ihrer aktuellen Situation in der Schweiz bedeuten. 

9.4 Zusammenfassend  sind  die  Umstände  der  Auflösung  der  Ehe 
zwar als tragisch zu bezeichnen, genügen angesichts der bloss kurzen 
Ehedauer  jedoch nicht,  um eine hinreichende persönliche Betroffen-
heit der Beschwerdeführerin anzunehmen. Trotz der nachgewiesenen 

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Integrationsbemühungen kann zudem nicht von einer fortgeschrittenen 
Eingliederung in die schweizerischen Verhältnisse gesprochen werden. 
Zudem sind die Wiedereingliederungsaussichten der Beschwerdefüh-
rerin und ihres Kindes in der Türkei zumindest als intakt zu bezeich-
nen. 

9.5 Bei einer Gesamtwürdigung dieser Elemente kommt das Bundes-
verwaltungsgericht  zum Schluss,  dass das private Interesse der Be-
schwerdeführerin an einem Verbleib in der Schweiz nicht derart hoch 
zu gewichten ist, dass deshalb das entgegenstehende öffentliche Inte-
resse an einer restriktiven Migrationspolitik zurückstehen müsste. So-
weit die Vorinstanz die Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung der Beschwerdeführerin verweigert  hat,  ist  die  angefoch-
tene Verfügung daher nicht zu beanstanden. 

9.6 Sind die Voraussetzungen für die Verlängerung der bisherigen Auf-
enthaltsbewilligung  der  Beschwerdeführerin  nicht  gegeben,  so  erüb-
rigen sich einlässliche Erwägungen dazu, ob sie allenfalls die strenge-
ren Anforderungen von Art. 13 Bst. f aBVO bzw. Art. 36 aBVO erfüllen 
könnte. Soweit die Ausnahme von den bundesrätlichen Höchstzahlen 
nach  Art.  13  Bst.  f  aBVO beantragt  wird,  kann  zudem  auf  die  Be-
schwerde gar nicht eingetreten werden, da die Höchstzahlen – wie be-
reits gesehen (vgl. oben E. 8.2) – für die Beschwerdeführerin nicht gel-
ten (vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 aBVO).

10.
Als  Folge  der  verweigerten  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung 
hat  die  Beschwerdeführerin  die  Schweiz  zu  verlassen  (Art.  1a  und 
Art. 12 Abs. 3 aANAG). Das BFM hat demnach zu Recht die Wegwei-
sung verfügt. 

Es bleibt  somit  zu prüfen,  ob Hinderungsgründe für  den Vollzug der 
Wegweisung im Sinne von Art. 14a ANAG bestehen.

11.
11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht zumutbar, so verfügt das BFM die vorläufige Aufnahme. Der Voll-
zug ist nicht möglich, wenn die ausländische Person weder in den Her-
kunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht wer-
den kann. Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der Schweiz – insbesondere jene der EMRK sowie  des Abkommens 
vom 28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 

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0.142.30) –  einer  Weiterreise  in  den Heimat-,  Herkunfts-  oder  Dritt-
staat entgegenstehen. Der Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar 
sein,  wenn er für  die Ausländerin oder den Ausländer eine konkrete 
Gefährdung darstellt (vgl. Art. 14a Abs. 1 – 4 aANAG).

11.2 Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, dass sich der Voll-
zug der Wegweisung im vorliegenden Fall als unzulässig oder unmög-
lich im Sinne von Art. 14a Abs. 2 und 3 ANAG erweisen könnte.

11.3 Wie eben erwähnt wurde, kann der Vollzug der Wegweisung nach 
Art. 14a Abs. 4 aANAG nicht zumutbar sein, wenn er für die ausländi-
sche Person eine konkrete Gefährdung darstellt. Eine solche kann an-
genommen werden angesichts einer im Heimatland herrschenden poli-
tischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situa-
tion allgemeiner Gewalt kennzeichnet,  oder aufgrund anderer Gefah-
renmomente, wie beispielsweise der Nichterhältlichkeit einer notwendi-
gen medizinischen Behandlung (vgl. Entscheide und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  11  E.  6 
S. 118  mit  Hinweisen).  Wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  welchen 
die ansässige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungs-
not oder ein schwieriger Arbeitsmarkt,  vermögen keine konkrete Ge-
fährdung zu begründen. Dagegen ist der Vollzug der Wegweisung nicht 
zumutbar, wenn sich die ausländische Person im Falle einer zwangs-
weisen Rückkehr  in  ihrem Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrschein-
lichkeit  einer  existenzgefährdenden  Situation  ausgesetzt  sähe  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 12 E. 10.3 S. 114 mit Hinweisen).

11.4 Weder die allgemeine Lage in der Türkei noch die individuelle Si-
tuation  der  Beschwerdeführerin  lassen den Vollzug der  Wegweisung 
als unzumutbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 aANAG erscheinen. Dies-
bezüglich  ist  nochmals  darauf  zu  verweisen,  dass  –  entgegen  den 
Ausführungen in der Beschwerde – aufgrund der derzeitigen Aktenla-
ge davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin im Falle einer 
Rückkehr  in  die  Türkei  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfügen 
würde,  auf  welches sich sich stützen könnte,  in wirtschaftlicher Hin-
sicht aufgrund der Witwen- und Waisenrente aus der Schweiz genü-
gend abgesichert wäre und zudem aktuell keiner besonderen medizini-
schen  bzw. psychologischen  Behandlung  mehr  bedarf. Hinreichende 
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Hei-
rat mit  einem Mann alevitischen Glaubens in der Türkei  von privater 

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oder staatlicher Seite  konkrete Nachteile  zu befürchten hätte,  liegen 
schliesslich nicht vor. 

12.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt  und  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt; sie erweist sich auch als angemessen 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf 
eingetreten werden kann. 

13.
13.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz, ihr 
Vorsitzender oder der Instruktionsrichter eine Partei, die nicht über die 
erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfah-
renskosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Eine Per-
son ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten 
aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur De-
ckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind (BGE 
128 I 225 E. 2.5.1 S. 232 mit Hinweis). Als aussichtslos sind Prozess-
begehren  anzusehen,  bei  denen  die  Gewinnaussichten  beträchtlich 
geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernst-
haft  bezeichnet  werden können (BGE 129 I  129 E. 2.3.1 S. 135 mit 
Hinweis). Massgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung eines Gesuches 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist der Zeitpunkt der 
Gesuchseinreichung,  wobei  jedoch  eine  nachträgliche  Verbesserung 
der  wirtschaftlichen  Situation  berücksichtigt  werden  kann  (vgl.  VPB 
64.97 E. 9 mit Hinweis). 

Die  vorliegende Beschwerde war  im Zeitpunkt  der  Einreichung nicht 
als  aussichtslos  zu  bezeichnen. Im Weiteren  ist  davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführerin zu Beginn des Verfahrens prozessual be-
dürftig war. Seit der Aufnahme ihrer Erwerbstätigkeit im Sommer 2007 
verfügt  sie  jedoch  über  einen  monatlichen  Überschuss  von  durch-
schnittlich ca. Fr. 400.–. Dieser Überschuss erlaubt es ihr, die Verfah-
renskosten innert absehbarer Zeit zu bezahlen (vgl. HANSJÖRG SEILER/NI-
COLAS VON WERDT/ANDREAS GÜNGERICH, Bundesgerichtsgesetz (BGG): Bun-
desgesetz  über  das  Bundesgericht,  Handkommentar,  Bern  2007,  zu 
Art. 64 Rz. 19). Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege bzw. um Verzicht  auf  die Erhebung 
von Verfahrenskosten ist daher abzuweisen.

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13.2 Bei diesem Ausgang sind die Verfahrenskosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist  innert  30 Tagen nach Eintritt  der Rechts-
kraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu über-
weisen. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde; Beilagen: angefochtene 
Verfügung im Original; Rechnung folgt mit separater Post)

- die Vorinstanz (Akten retour)
- das Amt für Migration Basel-Landschaft (Akten retour)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Ruth Beutler Thomas Segessenmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 

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