# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25989981-7dbf-5be3-887b-b4e2413d5a61
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-03-09
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2017 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2017
**Docket/Reference:** DB.2019.115
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2019.115--2-st.2019.148.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2019.115 
2 ST.2019.148 

Entscheid 

9. März 2020 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiber Marius Obertüfer 

A ,    

vertreten durch von B AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2017 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2017 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  deklarierte  in  seiner  Steuererklärung  2017 

ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 307'528.- 

(direkte  Bundessteuer)  bzw. 

Fr. 305'618.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  und  ein  steuerbares  Vermögen  von 

Fr. 3'124'351.-. Der Pflichtige erwirtschaftete das deklarierte Einkommen zur Hauptsa-

che  aus  dem  Ertrag  aus  Liegenschaften,  einer  AHV-  und  Pensionskassenrente  und 

durch Wertschriftenertrag (insgesamt Fr. 532'921.-). Davon in Abzug brachte er einen 

Verlust  in  der  Höhe  von  netto  Fr. 114'131.-  aus  der  selbstständiger  Erwerbstätigkeit 

seiner  beiden  Einzelunternehmen  "C" 

in  der  Branche  "Autohandel" 

(Verlust 

Fr. 120'656.-) und "D" in der Branche "Diverse" (Gewinn Fr. 6'525.-).  

Mit  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsvorschlag  vom  10.  Mai  2019  machte 

der  Steuerkommissär  den  Pflichtigen  darauf  aufmerksam,  dass  er  dessen  Tätigkeit 

nicht (mehr) als selbstständige Erwerbstätigkeit betrachte, weshalb der daraus resultie-

rende  Verlust  den  nicht  abzugsfähigen  Lebenshaltungskosten  zuzuweisen  sei.  Der 

Pflichtige lehnte die Vorschläge mit Schreiben vom 23. Mai 2019 ab.  

B.  Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  31.  Mai 

2019  setzte  der  Steuerkommissär  das  steuerbare  Einkommen  für  die  Steuerperio- 

de  2017  auf  Fr.  421'600.-  (direkte  Bundessteuer;  satzbestimmend  Fr. 424'800.-)  bzw. 

Fr. 419'600.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern;  satzbestimmend  Fr. 423'400.-)  und  das 

steuerbare  Vermögen  auf  Fr. 3'123’000.- 

(Staats-  und  Gemeindesteuern; 

satzbestimmend  Fr. 3'168'000.-)  fest.  Den  vom  Pflichtigen  deklarierten  Verlust  aus 

selbstständiger  Erwerbstätigkeit  wies  das  kantonale  Steueramt  den  nicht 

abzugsfähigen Lebenshaltungskosten zu. 

C.  Hiergegen  liess  der  Pflichtige  am  19. Juni  2019  Einsprache  erheben  und 

die  steuermindernde  Berücksichtigung  des  geltend  gemachten  Verlustes  bzw.  die 

Einschätzung  und  Veranlagung  gemäss  eingereichter  Steuererklärung  2017 

beantragen.  Mit  Einspracheentscheiden  vom  3. Juli  2019  wies  das  kantonale 

Steueramt die Einsprachen ab.  

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D.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  2.  August  2019  liess  der  Pflichtige  den 

Antrag  um  Einschätzung  bzw.  Veranlagung  gemäss  eingereichter  Steuererklärung 

wiederholen.  In  prozessualer  Hinsicht  liess  er  beantragen,  die  Veranlagung  für  die 

direkte Bundessteuer zu sistieren, bis das Rechtsmittelverfahren betreffend die Staats- 

und  Gemeindesteuern  abgeschlossen  sei.  Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit 

Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort  vom  26.  August  2019  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Mit Verfügung vom 6. Februar 2020 stellte der Abteilungspräsident des Steu-

errekursgerichts in Aussicht, das steuerbare und satzbestimmende Einkommen für die 

direkte  Bundessteuer  2017  sowie  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2017  um  je 

Fr. 6'525.- zu erhöhen. Die Parteien liessen sich innert Frist nicht vernehmen. 

Auf  die  Vorbringen  des  Pflichtigen  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in  den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der Pflichtige beantragt, das Beschwerdeverfahren einstweilen zu sistie-

ren,  bis  das  Rekursverfahren  betreffend  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2017 

rechtsgültig  erledigt  sei.  Eine  Begründung  für  den  Sistierungsantrag  enthält  die  Be-

schwerde nicht. 

b)  Die  im  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-

ber 1990  (DBG)  nicht  geregelte  vorübergehende  Einstellung  (Sistierung)  eines 

Rechtsmittelverfahrens  mag  sich  aus  Gründen  der  Prozesswirtschaftlichkeit  und  der 

richtigen  Rechtsanwendung  dann  aufdrängen,  wenn  die  Entscheidung  einer  Behörde 

vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängt. Weil jedoch ein öffentliches Interes-

se  an  einer  periodenbezogenen  und  damit  ökonomischen  Erhebung  der  Steuern  be-

steht, Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) die beförderliche 

Prozesserledigung  gebietet  und  den  Verfahrensbeteiligten  aus  der  Beilegung  eines 

Rechtsstreits kein Rechtsnachteil erwächst (sondern ein Schritt hin zum Rechtsfrieden 

getan wird), muss das Steuerrekursgericht seinen Entscheid ohne weiteren Verzug fäl-

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len.  Das  DBG  sieht  auf  jeden  Fall  keinen  Anspruch  auf  Sistierung  eines  Verfahrens 

vor.  Die  Sistierung  hat  daher  eine  Ausnahme  zu  bleiben  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3. A.,  2016,  Art. 134  N 14  DBG).  Des  Weiteren 

besteht  die Gefahr,  dass  bei  Sistierung eines  der  beiden Verfahren  vor  einer  unteren 

Instanz unter Umständen eine höhere Instanz zweimal die gleiche Streitfrage entschei-

den  muss.  Dies  läuft  dem  Gebot  des  einheitlichen  Instanzenzuges  bei  der  direkten 

Bundessteuer und den harmonisierten kantonalen Steuern zuwider (vgl. BGE 130 II 65, 

E. 6.4).  Eine  Sistierung  des  Bundessteuerverfahrens  ist  deshalb  nicht  angezeigt  und 

der diesbezügliche Antrag des Pflichtigen abzuweisen. 

2.  a)  Nach  Art. 18  Abs. 1  DBG  bzw.  § 18  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom 

8. Juni 1997 (StG) sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- 

und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbst-

ständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit werden von 

diesen Einkünften gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- o-

der berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Verluste aus einer solchen Tätigkeit 

können mit übrigen Einkünften verrechnet werden (vgl. zum sogenannten Nettoprinzip: 

Reich/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über 

die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 25 N 14 DBG).  

Abzugsfähig  ist  der  gesamte  Aufwand,  der  für  die  selbstständige  Erwerbstä-

tigkeit notwendig ist. Die Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf die notwendigen Aus-

gaben soll lediglich bewirken, dass der Abzug nur für jene Auslagen gestattet wird, die 

einen geschäftlichen Grund haben, und dass alle Aufwendungen unberücksichtigt blei-

ben, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung eines Selbstständigerwerben-

den zusammenhängen. In der Einschätzungspraxis wird weniger auf die Zumutbarkeit 

der Vermeidung abgestellt, sondern vielmehr darauf, ob der Aufwand geschäftsmässig 

begründet  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  27  N  4  DBG  und  Kommentar  zum 

Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 27 N 3 StG).  

In jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende 

Aufwand zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von 

Art. 18 DBG bzw. § 18 StG darstellt (StRK I, 18. März 1993 = StE 1995 B 23. 1 Nr. 30 

= ZStP 1993, 107). 

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b)  Die  Rechtsprechung  umschreibt  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  zu-

sammenfassend wie folgt: aa) Die Tätigkeit des Steuerpflichtigen hat auf eigenes Risi-

ko zu erfolgen; bb) Der Steuerpflichtige hat in seiner Tätigkeit Arbeitskraft und Kapital 

einzusetzen; cc) Die Tätigkeit des Steuerpflichtigen hat in einer von ihm selber frei be-

stimmten Organisation zu erfolgen; dd) Jedes Streben im wirtschaftlichen Bereich zielt 

auf die Erzielung eines Gewinns und auf die Vermeidung eines Verlusts ab (Merkmal 

der  Gewinnerzielungsabsicht);  ee)  Eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  liegt  schliess-

lich  nur  vor,  wenn  der  Steuerpflichtige  in  einer  qualifizierten,  d.h.  planmässigen  und 

anhaltenden (nachhaltigen), Weise am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt. 

c)  Abzugrenzen  ist  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  insbesondere  von  der 

Liebhaberei  bzw.  dem  Hobby.  Die  steuerrechtliche  Qualifikation  einer  Tätigkeit  als 

selbstständiger  Erwerb  im  dargelegten  Sinn  oder  als  Liebhaberei  hängt  grundsätzlich 

davon  ab,  ob  sie  ausschliesslich oder  vorwiegend  im  Hinblick  auf  die  Erzielung eines 

Erwerbseinkommens ausgeübt wird (BGr, 2. Oktober 1992, NStP 1993, 7, E. 2b; Raoul 

Oberson, Les pertes commerciales fiscalement déductibles, ASA 48, 113). Unterschei-

dungskriterium ist also der Beweggrund für die Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich 

dabei  um  ein  subjektives  Kriterium,  auf  dessen  Vorhandensein  nur  durch  Indizien 

(nämlich  erkennbare  Umstände)  geschlossen  werden  kann  (StE  1999  B  23.1  Nr. 42; 

Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2. A., 2019, Art. 18 N 22). Eine zusätzliche Er-

schwernis liegt darin, dass es Grenzfälle gibt, bei denen sich Liebhaberei und Erwerbs-

tätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf der einen oder anderen Seite liegen 

kann.  

Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts einbringt oder dauernd 

einen  finanziellen  Aufwandüberschuss  erfordert,  betreibt  diese  nicht  als  Erwerbstätig-

keit, sondern eben als Liebhaberei oder aus einem andern nicht kommerziellen Grund. 

Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der 

Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit 

seines  Unterfangens  überzeugen  lassen  und  die  betreffende  Tätigkeit  aufgeben  (Ro-

man Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftlicher Verluste, StR 1981, 

236).  Allerdings  muss  nicht  jedes  einzelne  mit  einem  Verlust  abgeschlossene  Jahr 

oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust erzielt worden ist, zum 

Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 

Band I, 9. A., 2001, § 14 Rz 45; vgl. BGr, 4. Juni 2004, 2A.68/2004, Erw. 1.3). Ob sich 

nämlich  eine  Tätigkeit  lohnt,  lässt  sich  methodisch  richtig  nur  nach  Betrachtung  des 

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Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu ihrer Beendi-

gung  beurteilen  (sogenannter  Totalgewinn,  vgl.  Manuel  René  Theisen,  Die  Liebhabe-

rei – ein Problem des Steuerrechts und der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, Steu-

er  und  Wirtschaft  [StuW],  1999,  259).  Der  Entscheid über  den  steuerlichen  Charakter 

einer  Tätigkeit  hängt  deshalb  von  einer  Prognose  über  den  zu  erwartenden  Totalge-

winn  ab.  Ergibt  die  Prognose  ein  positives  Gesamtergebnis,  ist  dies  ein  gewichtiges 

Indiz für die Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negativer Prognose die Schlussfol-

gerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um die Erzielung eines Er-

werbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aussicht stehenden finanziellen 

Misserfolgs  von  der  Weiterführung  des  Betriebs  abbringen  lassen  würde.  Die  steuer-

rechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grundsätzlich für jede Veranla-

gungsperiode neu überprüft werden kann, wobei unter Umständen die Verhältnisse in 

den Vorjahren bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren gewisse Anhaltspunkte 

liefern können (BGr, 31. August 2005, StE 2006 B 23.1 Nr. 59, E. 2.2.2). Wie lange die 

wirtschaftliche  Betätigung  verlustreich  sein  darf,  bis  eine  natürliche  Vermutung  dafür 

spricht, dass der finanzielle Erfolg auf Dauer ausbleiben wird, kann nicht allgemein ge-

sagt  werden.  Im  Sinn  einer  Faustregel  wird  in  der  Literatur  die  Auffassung  vertreten, 

der Umstand, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren kein nennenswerter Gewinn er-

zielt  werde,  bilde  ein  gewichtiges  Indiz  für  das  Fehlen  der  Gewinnstrebigkeit.  Dem 

Steuerpflichtigen  steht  aber  der  Gegenbeweis  offen,  dass  auch  in  diesem  Fall  eine 

Gewinnstrebigkeit vorliegt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 18 N 48 DBG und § 18 

N 38 StG). Im Einzelfall kommt es namentlich auf die Art der Tätigkeit und die konkre-

ten Verhältnisse an (RB 2000 Nr. 118). Die Verhältnisse in den Vor- und Nachperioden 

können zur Beurteilung grundsätzlich herangezogen werden). 

Qualifiziert die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten Krite-

rien  vorzunehmenden  Prüfung  als  Liebhaberei  oder  produziert  sie  reine  Lebenshal-

tungskosten (vgl. Art. 34 lit. a DBG und § 33 lit. a StG), können die entstandenen Ver-

luste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden. 

d) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehör-

den zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteu-

erung  massgebenden  tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  fest.  Dabei  gilt  die 

allgemeine Regel der Beweislastverteilung, dass die Steuerbehörde die steuerbegrün-

denden oder -erhöhenden Tatsachen nachzuweisen hat, der Steuerpflichtige dagegen 

jene Umstände, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Blumenstein/Locher, 

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System des schweizerischen Steuerrechts, 7. A., 2016, S. 562). Dementsprechend ob-

liegt  der  Nachweis,  dass  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  vorliegt,  grundsätzlich 

der  Steuerbehörde.  Ist  dagegen  streitig,  ob  eine  bestimmte  verlustbringende  Betäti-

gung (überhaupt) eine selbstständige Erwerbstätigkeit darstellt (oder ob nicht z.B.eine 

Liebhaberei  vorliegt),  ist  hierfür  der  Steuerpflichtige  beweispflichtig  (vgl.  StRK  I, 

18. März  1993 =  StE  1995  B  23.1  Nr.  30  ZStP 1993,  107).  Denn  er  leitet  hieraus  die 

steuermindernde Verrechnung dieses Verlusts mit übrigen Einkünften ab. Zur Beweis-

leistung gehört in erster Linie und in jedem Fall, dass eine substanziierte Sachdarstel-

lung gegeben wird, die ohne weitere Untersuchung, aber unter dem Vorbehalt der Be-

weiserhebung,  die  Beurteilung  der  massgebenden  Qualifikationsfrage  ermöglicht.  Für 

die  von  ihm  verfochtene,  hinreichend  substanziierte  Sachdarstellung  hat  der  Steuer-

pflichtige  beweiskräftige  Unterlagen  einzureichen  oder  zumindest  unter  genauer  Be-

zeichnung Beweise anzubieten. 

3.  a)  aa)  Der  Pflichtige  ist  gemäss  unbestrittenem  Sachverhalt  seit  langer 

Zeit u.a. in der Automobilbranche tätig. Bis im ... 2011 betrieb er unter der Firmierung E 

C einen Auto-Occasionshandel mit kleiner Reparaturwerkstatt in F (soweit die Vorbrin-

gen  des  Pflichtigen  in  der  separat  eingereichten  Beschwerdeschrift  und  Rekurschrift 

identisch sind, wird nachfolgend jeweils einzig auf die entsprechende Stelle in der Be-

schwerdeschrift verwiesen). Mit Kaufvertrag vom ... 2010 übernahm er sodann von der 

Garage G  an  der  Adresse  ...strasse  39,  H,  die  Garageneinrichtung,  den  Adress-  und 

Wagenstamm  sowie die  per  ...  2011 vorhandenen  Ersatzteile.  Die Garage  an  diesem 

Standort betreibt der Pflichtige bis heute unter der Firmierung "I" (die Beilagen zur Be-

schwerde  bzw.  zum  Rekurs  sind  weitgehend  identisch,  mithin  nachfolgend  auf  eine 

separate  Nennung  verzichtet  wird  und,  soweit  identisch,  jeweils  lediglich  die Beilagen 

zur  Beschwerdeschrift  genannt  werden).  Seit  ...  2012  ist  die  Garage  Lokalvertreterin 

der  Automarke  J  (bei  der  Übernahme  war  die  Garage  eine  K-Markenvertretung,  die 

jedoch  nicht  weitergeführt  wurde  bzw.  nicht  weitergeführt  werden  konnte).  Nach  Aus-

scheiden des anderen Kollektivgesellschafters wurde die Firma sodann per ... 2013 in 

die  Einzelfirma  des  Steuerpflichtigen  umgewandelt.  Das  Einzelunternehmen  hat  zum 

letzten Mal im Geschäftsjahr 2006 einen Gewinn verbuchen können und schreibt seit-

her  Verluste.  Der  Pflichtige  ist soweit  ersichtlich nicht  in das  operative Tagesgeschäft 

miteingebunden,  sondern  beschäftigt  dafür mehrere Mitarbeiter  (z.B.  Geschäftsführer, 

Mechaniker etc.). 

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bb)  Zum  separat  geführten  Einzelunternehmen  des  Pflichtigen  "D"  in  L,  wel-

ches gemäss Deklaration in der Steuererklärung in der Branche "Diverse" tätig ist, sind 

hingegen keine näheren Informationen bekannt. Auch das Handelsregister enthält kei-

ne Informationen, was jedoch wegen des geringen Umsatzes nachvollziehbar und nicht 

zu beanstanden ist (vgl. Art. 36 Abs. 1 der Handelsregisterverordnung vom 17. Oktober 

2007; der Eintrag ins Handelsregister ist für Einzelunternehmen erst ab einem Jahres-

umsatz von Fr. 100'000.- zwingend). Immerhin legen die vom Pflichtigen jeweils in der 

Steuererklärung deklarierten Verluste seit 2011 nahe, dass er im Rahmen dieser Tätig-

keit  durchgehend  positive  Ergebnisse  erwirtschaftete,  da  die  in  der  Steuererklärung 

deklarierten  und  bis  anhin  steuerlich  akzeptierten  (Netto-)Verluste  aus  selbständiger 

Erwerbstätigkeit gesamthaft tiefer sind, als die erwirtschafteten Verluste des Garagen-

betriebs  gemäss  deren  Bilanz.  Die  Tätigkeit  des  Pflichtigen  im  Bereich  "Diverse"  ist 

deshalb mangels gegenteiliger Vorbringen der Parteien unbestrittenermassen als selb-

ständige Erwerbstätigkeit einzustufen (grundsätzlich können Steuerpflichtige gleichzei-

tig  mehrere  separate  Einzelunternehmen  führen;  vgl.  z.B.  BGr,  4.  Juni  2004  =  StE  B 

23.1 Nr. 57). In der Steuerperiode 2017 betrug der steuerbare Gewinn aus dieser Tä-

tigkeit Fr. 6'525.-.  

b)  Das kantonale  Steueramt  qualifiziert  die  Tätigkeit  des  Pflichtigen  im  Auto-

mobilbereich in steuerlicher Hinsicht nicht mehr als selbständige Erwerbstätigkeit i.S.v. 

Art. 18  Abs. 1  DBG  bzw.  § 18  Abs. 1  StG.  Namentlich  die  angehäuften  Verluste  aus 

dem Betrieb der Garage I führten dazu, dass das kantonale Steueramt ab der Steuer-

periode  2017  die  selbständige  Erwerbstätigkeit  des  Pflichtigen  in  Abrede  stellt  und 

dessen Garagenbetrieb als  nicht  kommerzielle Tätigkeit taxiert.  Der  Pflichtige habe  in 

den letzten elf Steuerperioden (2007 - 2017) nie einen Gewinn erwirtschaftet und stehe 

auch  nicht  davor,  dies  in  absehbarer  Zeit  zu  tun.  Wegen  der  seit  2007  angehäuften 

Verluste  könne  somit  auch  nicht  mehr  von  einer  Aufbauphase  gesprochen  werden. 

Diese Tätigkeit des Pflichtigen erscheine nicht als geeignet, seine Lebenshaltungskos-

ten zu finanzieren. Das kantonale Steueramt macht geltend, dass er ohne Einnahmen 

aus anderen Quellen die Tätigkeit längstens aufgegeben hätte. Der kumulierte Verlust 

der Garage I beziffert es für den Zeitraum 2007 - 2017 in den Einspracheentscheiden 

auf Fr. 1'644'683.-. Diese Zahl ist indessen offensichtlich um einige zehntausend Fran-

ken zu tief, da es sich dabei um den in den Steuererklärungen deklarierten Nettoverlust 

aus den zwei separaten Einzelunternehmen des Pflichtigen handelt (E. 3a/bb). 

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c) aa) Der Pflichtige bestreitet nicht, in der Vergangenheit im Automobilbereich 

Verluste  angehäuft  zu  haben,  lässt  jedoch  geltend  machen,  dass  sich  sein  Geschäft 

nach wie vor  in der  Aufbauphase  befinde. In  der  Aufbauphase sei  das Erwirtschaften 

von  Verlusten  üblich.  Seine  Sachverhaltsdarstellung  basiert  dabei  wesentlich  auf  der 

Behauptung, dass durch die Übernahme der Garage in H per 2011 eine neue selbst-

ständige Geschäftstätigkeit aufgenommen worden sei, die mit seiner vormaligen Tätig-

keit als Occasion-Autohändler in F nichts zu tun habe. Der Pflichtige lässt geltend ma-

chen, dass mit der Übernahme der Garage sowie dem per ... 2012 erfolgten Abschluss 

eines Markenvertretungsvertrags mit der Generalimporteurin der Marke J im Ergebnis 

eine  neue  Aufbauphase  mit  neuer  "Zeitrechnung"  begonnen  habe.  Die  angehäuften 

Verluste und die Tätigkeit im Zeitraum 2007 - 2010 dürfe bei der Frage, ob die Tätigkeit 

des Pflichtigen in der Steuerperiode 2017 als selbstständige Erwerbstätigkeit zu quali-

fizieren sei, nicht zu dessen Ungunsten in die Beurteilung miteinfliessen.  

bb)  Der  Pflichtige  lässt  in  materieller  Hinsicht  vorbringen,  dass  mit  der  Auf-

nahme der neuen Geschäftstätigkeit per 2011 wiederum diverse branchenübliche (An-

fangs-)Investitionen  in  Infrastruktur  und  Personal  notwendig  gewesen  seien  (Einbau 

eines  Montagelifts,  Anschaffung  von  Prüfgeräten,  Werkzeugen  etc.,  Ausbildung  des 

Geschäftsführers zum Automobildiagnostiker, etc.). Weitere Investitionen in Reparatur-

anlagen,  Erscheinungsbild  der  Ausstellungsmöglichkeiten  etc.  seien  seither  nötig  ge-

wesen,  um  die  Markenvertretung  von  J  wahrnehmen  und  vertraglich  erfüllen  zu  kön-

nen. Der Pflichtige lässt geltend machen, seine Geschäftsstrategie bestehe seit Über-

nahme der Garage hauptsächlich darin, so viele Nutzfahrzeuge wie möglich zu verkau-

fen,  um  damit  den  Kundenstamm  auf-  und  auszubauen.  Durch  eine  persönliche  Be-

treuung und einen qualitativ hochstehenden Service solle eine Bindung dieser Kunden 

an die Garage erarbeitet und gepflegt werden. Er setze dabei alles daran, das Unter-

nehmen so rasch als möglich in die Gewinnzone zu führen. Um dies zu erreichen, sei-

en in den letzten Jahren neben den genannten Investitionen namentlich die folgenden 

Anstrengungen unternommen worden: 

-  Einrichtung einer mobilen Werkstatt für die mobile Reparatur von M; 

-  Kooperation  mit  N-Versicherung  für  den  Versicherungsabschluss  gegen 

Provision; 

-  Verstärkter  Werbeaufwand  (durch  Fahrzeugbeschriftungen,  Frühlingsaus-

stellungen,  Flyer-Versand,  Gutscheinabgabe,  Bannerwerbung  bei  O  etc.) 

zum Zweck der Kundenakquise und der Gewinnung von Neukunden; 

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-  Neuaushandlung der Konditionen für den Tankstellenbetrieb mit der Ben-

zinlieferantin; 

-  Abschluss  von  Service  und  Reparaturverträgen  mit  der  Gemeinde  und 

dem Zivilschutz; 

-  Gespräche  über  den  Ausbau  des  Kundenstamms  durch  Übernahme  von 

anderen Lokalvertretern im Jahr 2019. 

4. a) Strittig ist vorliegend, ob der Betrieb der Autogarage in H betreffend die 

Steuerperiode  2017  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  darstellt  oder  der  Pflichtige 

diese Tätigkeit (aus steuerlicher Perspektive) nicht aufgrund kommerzieller Motive ver-

folgt. Diesbezüglich sind sich die Parteien zunächst uneinig darüber, ob der Pflichtige 

mit  der  Übernahme der  Garage in H  eine  neue selbstständige Geschäftstätigkeit  auf-

genommen oder lediglich seine bisherige Tätigkeit im Automobilsektor modifiziert wei-

tergeführt hat. Das kantonale Steueramt vertritt dabei die Auffassung, mit dem Umzug 

nach H sei die bisherige selbstständige Erwerbstätigkeit modifiziert weitergeführt wor-

den, mithin sich der Pflichtige im massgebenden Steuerjahr 2017 bereits in seinem elf-

ten  verlustreichen  Geschäftsjahr  in  Folge  befinde  (2007  -  2017).  Gemäss  Sachver-

haltsdarstellung des  Pflichtigen  befindet  er sich hingegen  erst  in  seinem  siebten  (ver-

lustreichen) Geschäftsjahr (2011 - 2017). Da die Frage, ob der Tätigkeit des Pflichtigen 

ein  gewinnstrebiger  Charakter  zukommt,  massgebend  vom  Beurteilungszeitraum  ab-

hängt und das Steueramt in den Einspracheentscheiden insbesondere auf die langan-

haltende Verlusterwirtschaftung als gewichtiges Indiz abgestellt hat, bedarf die Frage, 

ob der Pflichtige mit dem Umzug und der Übernahme der Garage in H eine neue Ge-

schäftstätigkeit begonnen hat, vorab der Klärung.  

b) aa) Im Allgemeinen zeichnet sich ein Auto-Occasionshändler dadurch aus, 

dass  er  Occasions-Fahrzeuge  diverser  Marken  im  Sortiment  führt  und  verkauft.  Die 

Haupttätigkeit  liegt  im  An-  und Verkauf  von  Fahrzeugen  (mit  Aufschlag bzw.  Gewinn-

marge und gegebenenfalls nach durchgeführter Reparatur oder Aufwertung). Eine Re-

paraturwerkstatt ist solchen Betrieben oftmals angegliedert. Letztere tätigen in der Re-

gel vorwiegend allgemeine Reparaturen und erbringen Servicedienstleistungen (Winter 

Check-ups,  Vorbereitung  auf  die  Motorfahrzeugkontrolle  etc.).  Üblicherweise  liegt  in-

dessen  der  Fokus  des  Occasionshandels  auf  dem  An-  und  Verkauf  von  Fahrzeugen 

selbst.  Es  ist  zudem  gerichtsnotorisch  bekannt,  dass  zur  Vornahme  von  Reparaturen 

heute oftmals Zugang zu spezieller Diagnostiksoftware und Ersatzteilkanälen benötigt 

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wird, über die z.T. nur zertifizierte Markenvertretungen oder "Garagenverbände" verfü-

gen, was es autonomen Occasionshändlern immer schwerer macht, grössere Repara-

turen selbst durchzuführen.   

bb) Eine Autogarage mit Markenvertretung bezweckt hingegen, Neuwagen zu 

verkaufen  sowie  Reparaturdienstleistungen  im  Bereich  der  Herstellergarantie  bei  den 

verkauften  Neuwagen  zu  erbringen.  Reparaturen  innerhalb  des  Garantiezeitraums 

müssen in der Regel von einer zertifizierten Markengarage ausgeführt werden, ansons-

ten  die  Herstellergarantie  hinfällig  wird.  Dadurch  entsteht  eine  gewisse  Kundenbin-

dung.  Eine  Garage  kann  dabei  im  Grundsatz  ebenfalls  Marken  verschiedener  Fahr-

zeughersteller  im  Sortiment  führen  bzw.  verschiedene  Markenvertretungen  überneh-

men. Die Fahrzeughersteller bezahlen der Markengarage Verkaufsprovisionen für ver-

kaufte Fahrzeuge. Die Markenvertreter unterliegen oftmals genauen Vorgaben von den 

Autoherstellern  was  das  Erscheinungsbild,  die  Ausstellungsräumlichkeiten,  den  Wer-

beauftritt,  die Personalschulung etc.  anbelangt. Daneben  können  indes auch Marken-

garagen  allgemeine  Reparatur-  und  Servicedienstleistungen  erbringen  und  zeitgleich 

im Occasionshandel tätig sein, wie es der Pflichtige ist. 

c) aa) Zur Tätigkeit des Pflichtigen vor dessen Umzug nach H kann den Akten 

nicht viel entnommen werden. In den Rechtsmitteln wurde lediglich festgehalten, dass 

der Pflichtige in F Occasionsfahrzeuge verkaufte und dort auch eine kleine Reparatur-

werkstatt betrieb, mithin er vor dem Umzug wohl als klassischer Occasionshändler mit 

Fokus  auf  den  An-  und  Verkauf  von  Fahrzeugen  einzustufen  war  (E.  4b/aa).  Diese 

Sachverhaltsdarstellung wurde vom kantonalen Steueramt nicht bestritten.  

bb) Stichhaltige Informationen zur effektiven Tätigkeit des Pflichtigen seit dem 

Umzug nach H liefern demgegenüber namentlich dessen Geschäftszahlen. Analysiert 

man die vom Pflichtigen eingereichten Erfolgsrechnungen seit 2011 sowie die Tabelle 

zu  den  Fahrzeugverkäufen  seit  2012,  d.h.  seit  Übernahme  der  J-Markenvertretung, 

wird  schnell  klar,  dass  der  Pflichtige  seit  Übernahme  der  Garage  tatsächlich  schwer-

punktmässig  eine  Markengarage  betreibt  und  sich  nicht  mehr  hauptsächlich  mit  dem 

Fahrzeug-Occasionshandel  beschäftigt.  Dies  belegen  einerseits  die  Verkaufszahlen 

sowie  auch  der  Vergleich  zwischen  den  Umsätzen  aus  dem  Verkauf  von  Neuwagen 

und Occasionsfahrzeugen, die in der Kategorie Neuwagen je nach Jahr um die Fakto-

ren  zwei  bis fünf  höher sind.  Dazu  passt  auch, dass  die Erfolgsrechnung der Garage 

seit  2012  einen markanten  Aufwandrückgang  der  Position  "Aufarbeitung Occasionen" 

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ausweist  (von  Fr. 66'454.-  im  Geschäftsjahr  2012  auf  Fr. 4'653.-  im  Geschäftsjahr 

2017). 

cc) Durch die Übernahme der Garage in H per 2011 und den damit verbunde-

nen  Ortswechsel  hat  der  Pflichtige  somit  nicht  nur  eine  blosse  Konzeptmodifikation 

seiner  bisherigen Geschäftstätigkeit  vorgenommen.  Er  hat  dadurch  vielmehr  einen  ei-

gentlichen  Neustart  gewagt  und  mit  seiner  bisherigen  Tätigkeit  im  klassischen  Fahr-

zeug-Occasionshandel abgeschlossen. Zu Recht weist der Pflichtige in der Beschwer-

de-  und  der  Rekursschrift  darauf  hin,  dass  der  Neuwagen-  und  der  Occasionsmarkt 

ganz unterschiedliche Kundensegmente bedienen. Zudem belegen die von ihm einge-

reichten  Fachjournale  und  Berichte,  dass  in  der  Automobilbranche  durchgehend  das 

Neuwagen- und Occasionssegment separat betrachtet werden, was ebenfalls als Indiz 

dafür zu werten ist, dass es sich auch in steuerlicher Hinsicht um unterschiedliche Ge-

schäftstätigkeiten handeln kann. Letzteres gilt nicht nur mit Bezug auf den eigentlichen 

Fahrzeugverkauf, sondern wegen der eingangs erwähnten Herstellergarantie auch mit 

Bezug  auf  die  sonstigen  typischen  Servicedienstleistungen  eines  Garagenbetriebs 

(E. 4b/bb).  Seit  der  Übernahme  der  Garage  in  H  spricht  der  Pflichtige  schwerpunkt-

mässig  demnach  ein  ganz  anderes  Kundensegment  an.  Er  dürfte  deshalb  kaum  im 

namhaften  Umfang  bisherige  Kunden  von  F  an  den  neuen  Standort  überführt  haben. 

Der  Auffassung  des  Pflichtigen,  mit  der  Übernahme  der  Garage  in  H  per  2011  eine 

neue  selbstständige  Geschäftstätigkeit  aufgenommen  zu  haben,  ist  deshalb  beizu-

pflichten (E. 3c/bb). 

dd) Für die Beurteilung der Frage, ob der Pflichtige in der Steuerperiode 2017 

mit  dem  Betrieb  der  Garage  I  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  i.S.v.  Art. 18 

Abs. 1 DBG bzw. § 18 Abs. 1 StG nachgegangen ist, ist somit hauptsächlich die Perio-

de ab 2011 einer detaillierten Prüfung zu unterziehen, wobei indessen auch Verhältnis-

se in den Vor- und Nachperioden hilfsweise berücksichtigt werden können (E. 2c).  

5. a) Durch die Aufnahme der neuen Geschäftstätigkeit per 2011 mit der Ga-

rage I befand sich der Pflichtige im streitgegenständlichen Steuerjahr 2017 demnach in 

seinem siebten Geschäfts- und Verlustjahr in Folge. Im Jahr 2018 hat er wiederum ei-

nen Verlust erwirtschaftet, der allerdings im Vergleich zu den Vorjahren erstmals knapp 

nur  noch  im  fünfstelligen  Bereich  liegt,  weswegen  auch  diese  Geschäftszahlen  zu 

Gunsten  des  Pflichtigen  in  die  nachfolgende  Betrachtung  aufzunehmen  sind.  In  der 

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Periode 2011 - 2018 hat er damit für seine selbstständige Erwerbstätigkeit im Automo-

bilbereich  die  folgenden  Ergebnisse,  mit  den  folgenden  prozentualen  Veränderungen 

im Vergleich zum Vorjahr (gg. Vj.) ausgewiesen, was unbestritten ist:  

b) Diese Geschäftszahlen zeigen zunächst, dass der Pflichtige seit Übernah-

me der Garage in H beständig namhafte Verluste generiert hat, wobei die Verluste al-

lerdings  in  den  letzten  Jahren  im  Jahresvergleich  rückläufig  waren.  Bis  zum  strittigen 

Geschäftsjahr  2017  hat  der  Pflichtige  Fr. 1'306'029.-  an  Verlusten  angehäuft  (2011  - 

2017).  Ersichtlich  ist  zudem  auch,  dass  die  Geschäftszahlen  im  Jahresvergleich,  bei 

einem (beinahe) konstanten Betriebsaufwand, eine leicht positive Bruttogewinnentwick-

lung zeigen.  

c)  aa)  Es  steht  ausser  Frage,  dass  die  subjektive  Gewinnerzielungsabsicht 

beim  Pflichtigen  stets  gegeben  war.  Die  Zahlen  aus  der  Buchhaltung  führen  jedoch 

auch  vor  Augen,  dass  sein  Vorgehen  offensichtlich  nicht  geeignet  ist,  nachhaltig  und 

mit  einer  gewissen  Sicherheit  einen  Überschuss  zu  erwirtschaften  und  überdies  die 

angehäuften Verluste bis zum Ende der Geschäftstätigkeit auszugleichen. Objektiv be-

trachtet stehen der betriebliche Aufwand und der Bruttogewinn seit Jahren konstant in 

einem nicht nachhaltigen Verhältnis zueinander. Der Pflichtige muss sich deshalb vor-

halten lassen, dass er den Garagenbetrieb nicht nach betriebswirtschaftlichen Grunds-

ätzen  führt.  Zwar  konnten  die  Verluste  in  den Geschäftsjahren  2017  und  2018  etwas 

eingedämmt werden, von der Gewinnschwelle ist der Pflichtige indessen offensichtlich 

immer  noch  weit  entfernt.  Dieses  Ausbleiben  des  finanziellen  Erfolgs  ist  ein  gewichti-

ges Indiz dafür, dass es in objektiver Hinsicht an einer erwerblichen Zielsetzung man-

gelt.  

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JahrErgebnisgg. Vj.Bruttogewinngg. Vj.Betr. Aufwandgg. Vj.2011-184'777.00Fr.         272'674.00Fr.     364'339.00Fr.     2012-129'425.00Fr.         -30%402'443.00Fr.     48%483'923.00Fr.     33%2013-186'028.00Fr.         44%353'318.00Fr.     -12%450'564.00Fr.     -7%2014-269'803.00Fr.         45%215'825.00Fr.     -39%406'291.00Fr.     -10%2015-263'613.00Fr.         -2%282'356.00Fr.     31%437'547.00Fr.     8%2016-151'727.00Fr.         -42%360'942.00Fr.     28%440'162.00Fr.     1%2017-120'656.00Fr.         -20%342'684.00Fr.     -5%430'157.00Fr.     -2%2018-97'881.00Fr.           -19%351'191.00Fr.     2%425'641.00Fr.     -1%Total-1'403'910.00Fr.     Durchschn.8%Durchschn.3% 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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bb)  Wenn  man  die  Geschäftszahlen  des  Pflichtigen  in  den  letzten  Jahren  im 

Detail  analysiert,  wird  zudem  auch  deutlich,  dass  dessen  Geschäftsmodell,  das  vor-

sieht,  durch  den  Verkauf  von  Neuwagen  neue  Kunden  zu  gewinnen  und  dadurch  für 

mehr  Auslastung  der  Mechaniker  mittels  Reparaturarbeiten  etc.  zu sorgen  (E.  3c/aa), 

nicht  nachhaltig  zu  funktionieren  scheint.  In  den  letzten  Jahren  konnten  zwar  stetig 

Neukunden  gewonnen  werden,  dies  hat  jedoch  zu  keiner  merklichen  Erhöhung  der 

produktiven Stunden bzw. zu einer besseren Auslastung der Mechaniker geführt. Auch 

die  erwirtschafteten  Reparaturerträge  haben  sich  dadurch  nicht  merklich  erhöht  (vgl. 

Konto  ...,  "Erlöse  Fremdarbeit,  Reparaturen").  Hinzu  kommt,  dass  die  Prognosen  für 

die  Automobilbranche  in  der  Schweiz  nicht  gerade  rosig  sind.  Gesamtschweizerisch 

wird mit einer weiteren Abkühlung der Nachfrage und einer Konsolidierung gerechnet. 

Unter  Berücksichtigung  der  Gesamtkonjunktur  erscheint  es  noch  unwahrscheinlicher, 

dass der Pflichtige in absehbarer Zeit die Gewinnzone erreicht. Auch wenn der Pflichti-

ge zudem im Tagesgeschäft nicht operativ für die Garage selbst tätig ist und dafür an-

gestellte  Mitarbeiter  beschäftigt  (E.  3a/aa),  ist  sodann  beachtlich,  dass  er  mit  Jahr-

gang 19... bereits das Pensionsalter erreicht hat, was bei der Frage, ob er den aufge-

laufenen Totalverlust wieder innert nützlicher Frist zumindest wieder ausgleichen könn-

te (E. 2c), ebenfalls (zu dessen Ungunsten) zu berücksichtigen ist.  

cc)  Die  Geschäftszahlen  und  Gesamtumstände  lassen  damit  einzig  den 

Schluss  zu,  dass  der  Garagenbetrieb  des  Pflichtigen  über  die  gesamte Dauer  keinen 

Totalgewinn erwirtschaften wird. Dem Garagenbetrieb des Pflichtigen in H fehlt es so-

mit an der Gewinnstrebigkeit. Im bereits siebten Geschäftsjahr kann zudem offensicht-

lich auch nicht mehr von der eigentlichen Aufbauphase des Unternehmens gesprochen 

werden. Wer wirklich eine Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der Regel nach andau-

ernden beruflichen Misserfolgen in diesem Umfang von der Zwecklosigkeit seiner Tä-

tigkeit  überzeugen lassen und  diese  aufgeben. Führt  er  sie dennoch  weiter,  ist  anzu-

nehmen,  dass  dafür  andere  Motive  als  ein  Erwerbszweck massgebend  sind.  Dass  er 

vorliegend  den  Garagenbetrieb  noch  nicht  aufgegeben  hat,  ist  wohl  einzig  dem  Um-

stand geschuldet, dass er aufgrund seiner Vermögenssituation und seiner anderweiti-

gen  Einkommensquellen  in  der  Lage  ist,  den  ihm  dadurch  entstehenden  Verlust  zu 

kompensieren. Der Pflichtige verfügt über keinen finanziellen Druck, seine verlustbrin-

gende Tätigkeit zu beenden, da er zur Bestreitung seiner Lebenshaltungskosten nicht 

auf diese Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit angewiesen ist.  

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d) Der Pflichtige war in den letzten Jahren auch nicht willens, die notwendigen 

strukturellen Veränderungen in Angriff zu nehmen, um den Garagenbetrieb nachhaltig 

in die Gewinnzone zu führen. Bezeichnenderweise fehlt es denn auch ganz grundsätz-

lich  an  einer  Situationsanalyse,  einem  Businessplan  oder  Ähnlichem.  Der  Pflichtige 

liefert  keinerlei  Angaben  dazu,  mit  welchen  geplanten  strukturellen  Veränderungen, 

Ertrags- und Aufwandszielen etc. das Erreichen der Gewinnschwelle möglich wäre. In 

der Vergangenheit sind sodann Investitionen und Neuerungen, soweit ersichtlich, ohne 

eigentliche finanzielle Kosten-Nutzen-Analyse getätigt worden. Auch konnte der Pflich-

tige  keine  speziellen  Anstrengungen  nachweisen,  die  darauf  hindeuten  würden,  dass 

sich  in  absehbarer  Zukunft  ein  wirtschaftlicher  Erfolg  abzeichnet.  Namentlich  die  im 

Einzelnen vom Pflichtigen geltend gemachten strukturellen Veränderungen, Strategie-

anpassungen, Investitionen und Neuerungen etc. (z.B. Werbung, Ausbildung, Erweite-

rung  des  Angebots  durch  eine  mobile  Werkstatt  etc.;  E. 3c/bb)  vermögen  nicht  den 

Eindruck  zu  erwecken,  dass  ein  sprunghafter  Anstieg  des  Betriebsertrags  oder  eine 

nennenswerte  Reduktion  des  Betriebsaufwands  unmittelbar  bevorsteht.  Vielmehr  be-

wegen  sich  diese  Anstrengungen  und  Aufwendungen  (auch  betragsmässig)  in  einem 

für  KMU  üblichen  Rahmen  (vgl.  insb.  das  Konto  "...  Werbe,  Rep,  Ausstellung").  Dem 

Steuerpflichtigen  gelingt  somit  der  Gegenbeweis,  dass  trotz  durchgehend  negativen 

Ergebnissen seit 2011 eine Gewinnstrebigkeit vorliegt, nicht (E. 2c). 

e) Mangels Gewinnstrebigkeit sind somit die Voraussetzungen der selbststän-

digen  Erwerbstätigkeit  im  Automobilbereich  zusammenfassend  zu  verneinen.  Der 

Pflichtige  führt  die Garage  I  somit  nicht  aus  kommerziellen  Motiven  (E. 2c,  auch  zum 

Folgenden).  Dies  führt  dazu,  dass  der  entsprechend  deklarierte  Aufwandüberschuss 

pro 2017 im Umfang von Fr. 120'656.- als privater Kapitalverlust zu betrachten ist, der 

steuerlich nicht zum Abzug zuzulassen ist.  

6.  Wie  dem  Pflichtigen  bereits  mit  Höhertaxationsanzeige  vom  6. Febru- 

ar  2020  mitgeteilt  wurde,  können  Verluste  aus  Liebhaberei  etc.  nicht  mit  den  übrigen 

Einkünften  verrechnet  werden  (StRK 

I,  18. März  1993  =  ZStP  1993,  108; 

Reich/Hunziker,  Art. 25  N 15  DBG;  a.M.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  25  N 15 

DBG und § 25 N 16 StG; E. 2c). Für den Pflichtigen besteht deshalb keine Möglichkeit, 

den Verlust  der  selbstständigen  Tätigkeit  der  "I"  mit  dem  Gewinn  seines  zweiten  Ein-

zelunternehmens  "D"  oder  anderen  Einkommensquellen  zu  verrechnen.  Unter  Anset-

zung einer Frist zur Stellungnahme wurde den Parteien die Veränderung im steuerba-

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ren und satzbestimmenden Einkommen über Fr. 6'525.- gegenüber den angefochtenen 

Einspracheentscheiden angezeigt.  Der  Pflichtige  liess sich  dazu  innert  Frist  nicht  ver-

nehmen.  Das  rechtliche  Gehör  wurde  mit  der  Verfügung  jedoch  gewahrt  (vgl. §  149 

Abs.  2  StG).  Durch  die  Hinzurechnung  verändert  sich  die  Quote  betreffend  die  inter-

kantonale  und  internationale  Ausscheidung,  was  jedoch  wegen  der  ohnehin  vorzu-

nehmenden Rundung beim Endergebnis zu keinem anderen Resultat führt. Das steu-

erbare  bzw.  satzbestimmende  Einkommen  des  Pflichtigen  ist  somit  auf  folgende  ge-

rundeten Beträge festzusetzen: 

Direkte Bundessteuer 2017 

Steuerbares Einkommen 

Fr. 428'100.- 

statt Fr. 421'600.- 

Satzbestimmendes EinkommenFr. 431'300.- 

statt Fr. 424'800.- 

Staats- und Gemeindesteuern 2017: 

Steuerbares Einkommen 

Fr. 426'100.- 

statt Fr. 419'600.- 

Satzbestimmendes EinkommenFr. 430'000.- 

statt Fr. 423'400.- 

Das  steuerbare  Vermögen  bleibt  unverändert  bei  Fr. 3'123'000.-  (satzbestimmend: 

Fr. 3'168'000.-). 

7. Nach alledem sind Beschwerde und Rekurs abzuweisen. Ausgangsgemäss 

sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  dem  Beschwerdeführer/Rekurrenten 

aufzuerlegen  (Art. 144  Abs.  1  DBG;  §  151  Abs.  1  StG)  und  entfällt  die  Zusprechung 

einer  Parteientschädigung  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1 - 3 des  Bundes-

gesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember 1968  sowie  § 152 StG 

i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. Septem- 

ber 1997).  

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Demgemäss beschliesst die Kammer: 

Das Gesuch um Sistierung des Beschwerdeverfahrens wird abgewiesen; 

und erkennt: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführer wird für die Steuerperio-

de  2017  betreffend  die  direkte  Bundessteuer  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von  Fr.  428'100.-  (satzbestimmend:  Fr.  431'300.-)  veranlagt  (Tarif  gemäss  Art. 36 

Abs. 1 DBG; Grundtarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  abgewiesen.  Der  Rekurrent  wird  für  die  Steuerperiode  2017  be-

treffend die Staats- und Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr.  426'100.-  (satzbestimmend:  Fr. 430'000.-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen 

von  Fr. 3'123'000.-  (satzbestimmend:  Fr. 3'168'000.-)  eingeschätzt  (Tarif  gemäss 

§ 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif):  

[...] 

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