# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54a33024-4a73-5208-a3e5-3788a21c4780
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.08.2023 F-4276/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4276-2023_2023-08-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4276/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiber Julius Longauer. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…) 2002, Syrien,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren – Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 3. August 2023 / N (…). 

 

 

 

F-4276/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 18. Juli 2023 in der Schweiz um Asyl 

(Akten des SEM [SEM-act.] 3). Ein Abgleich mit der europäischen Finger-

abdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac; nachfolgend: Eurodac-Da-

tenbank) ergab, dass er am 5. Juli 2023 in Deutschland ein Asylgesuch 

gestellt hatte (SEM-act. 6). 

B.  

Am 20. Juli 2023 ersuchte die Vorinstanz die deutschen Behörden gestützt 

auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO, ABl. L 180/31 vom 29.6.2013), um Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers (SEM-act. 8).  

Die deutschen Behörden hiessen das Gesuch am 21. Juli 2023 gestützt 

auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut (SEM-act. 10). 

C.  

Dem Beschwerdeführer wurde am 29. Juli 2023 im Rahmen des persönli-

chen Gesprächs nach Art. 5 Dublin-III-VO (nachfolgend: Dublin-Gespräch) 

das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintreten auf sein Asylge-

such und einer Überstellung nach Deutschland gewährt, das gemäss der 

Dublin-III-VO zur Durchführung des Asylverfahrens zuständig sein könnte 

(SEM-act. 14).  

D.  

Mit Verfügung vom 3. August 2023 (eröffnet am 4. August 2023) trat die 

Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Deutschland an und forderte ihn auf, die 

Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Im Weite-

ren händigte sie ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis 

aus und stellte fest, dass einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung 

keine aufschiebende Wirkung zukomme (SEM-act. 16).  

F-4276/2023 

Seite 3 

E.  

Mit Beschwerde vom 4. August 2023 (Datum des Poststempels) gelangte 

der Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht (Akten des 

BVGer [Rek-act.] 1). In der Sache beantragte er die Aufhebung der vorge-

nannten Verfügung und die Durchführung des Asylverfahrens in der 

Schweiz. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Erteilung der aufschie-

benden Wirkung, Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F.  

Am 7. August 2023 setzte der Instruktionsrichter den Vollzug der Überstel-

lung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus (Rek-act. 2).  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 ff. VGG ist das Bun-

desverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet 

des Asyls zuständig und entscheidet in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3. Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

daher einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als of-

fensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

F-4276/2023 

Seite 4 

4.  

4.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat, auf das Asylgesuch nicht ein (Art. 29a Abs. 1 und 2 der Asylverordnung 

1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. dazu BVGE 2017 VI/5 

E. 6.2). 

4.2. Gemäss Art. 18 Abs. 1 Dublin-III-VO ist der zuständige Mitgliedstaat 

verpflichtet, einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen 

Antrag gestellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO 

aufzunehmen (Bst. a). Er ist ferner verpflichtet, einen Antragsteller, der 

während der Antragsprüfung (Bst. b), nach dem Rückzug des Antrags wäh-

rend der Antragsprüfung (Bst. c) oder nach der Ablehnung des Antrags 

(Bst. d) in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag stellt oder sich in ei-

nem anderen Mitgliedstaat ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Art. 23–25 und 29 Dublin-III-VO wieder aufzunehmen.  

Der Mitgliedstaat, bei dem der erste Antrag auf internationalen Schutz ge-

stellt wurde, ist schliesslich verpflichtet, einen Antragsteller, der sich ohne 

Aufenthaltstitel im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats aufhält oder 

dort einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, nachdem er sei-

nen ersten Antrag noch während des Verfahrens zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaats ausdrücklich oder (durch Wegzug) stillschwei-

gend zurückgezogen hat, nach den Bestimmungen der Artikel 23–25 und 

29 Dublin-III-VO wieder aufzunehmen, um das Verfahren zur Bestimmung 

des zuständigen Mitgliedstaats zum Abschluss zu bringen (Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO; vgl. Urteil des EuGH [Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H. 

und R., C-582/17 und C-583/17, EU:C:2019:280, Rn. 47–50 [nachfolgend: 

Urteil des EuGH H. und R.]). 

4.3. Im Fall des Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge), das in Art. 21 

und Art. 22 Dublin-III-VO geregelt ist, sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dub-

lin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip 

der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) 

anzuwenden. Dabei ist von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszu-

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gehen, in dem der Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitglied-

staat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

Im Fall des Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back), geregelt in 

Art. 23–25 Dublin-III-VO, findet grundsätzlich keine Zuständigkeitsprüfung 

nach Kapitel III statt, da diese von einem anderen Mitgliedstaat bereits 

durchgeführt wurde (Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d Dublin-III-VO) oder von diesem 

noch durchzuführen ist (Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO). Die Zuständigkeit be-

ziehungsweise die Verpflichtung zur Wiederaufnahme ergibt sich direkt aus 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d bzw. Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO (vgl. Urteil des 

EuGH H. und R., Rn. 80, 84; BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.H.). 

5.  

5.1. Der Beschwerdeführer ist in der Eurodac-Datenbank mit einem am 

5. Juli 2023 in Deutschland eingereichten Asylgesuch erfasst. Im Rahmen 

des Dublin-Gesprächs, auf das er sich in seiner Beschwerdeeingabe be-

ruft, machte er geltend, dass das Asylgesuch ohne sein Wissen gestellt 

worden sei. Er habe den deutschen Behörden gesagt, dass er in die 

Schweiz weiterreisen möchte.  

5.2. Dem Beschwerdeführer ist entgegenzuhalten, dass die Dublin-III-VO 

dem Antragsteller kein Wahlrecht hinsichtlich des Mitgliedstaates einräumt, 

der seinen Antrag prüfen soll (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3). Dass der 

Beschwerdeführer in die Schweiz weiterreisen wollte, ist daher für die Be-

stimmung des zuständigen Mitgliedstaates ohne Bedeutung. Im Übrigen 

stellt das positive Ergebnis eines Abgleichs mit der Eurodac-Datenbank ein 

förmliches Beweismittel dar, das über die Zuständigkeit eines Mitgliedstaa-

tes entscheidet, soweit es nicht durch Gegenbeweise widerlegt wird 

(Art. 22 Abs. 3 Bst. a/i und Art. 24 Abs. 4 Dublin-III-VO i.V.m. Anhang II, 

Verzeichnis A, II/Ziff. 1 und 2, jeweils erster Spiegelstrich, zur Verordnung 

[EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003, ABl. L 222/3 

vom 5.9.2003). Die Vorbringen des Beschwerdeführers genügen dieser 

Anforderung nicht. 

5.3. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer am 5. Juli 2023 in Deutschland ein Asylgesuch gestellt hatte. Als mög-

liche Zuständigkeitskriterien kamen somit Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d bezie-

hungsweise Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO in Betracht, die von der Vorinstanz 

im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens zu verfolgen waren. Man-

gels weitergehender Informationen zum Stand des deutschen Asylverfah-

rens stützte die Vorinstanz ihr Gesuch auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO. Die deutschen Behörden stimmten dem Wiederaufnahmeersuchen 

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Seite 6 

gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu und anerkannten somit ihre sich 

aus der genannten Bestimmung ergebende Zuständigkeit.  

5.4. Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands gegeben. Sie 

hat zum Inhalt, das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitglied-

staats abzuschliessen und je nach Ausgang des Verfahrens das Asylge-

such des Beschwerdeführers inhaltlich zu prüfen oder seine Überstellung 

in den sachlich zuständigen Mitgliedstaat zu veranlassen. Es bleibt zu prü-

fen, ob Gründe für eine Übernahme der sachlichen Zuständigkeit durch die 

Schweiz vorliegen. 

6.  

Als mögliche Rechtsgrundlage für eine Übernahme der Zuständigkeit 

durch die Schweiz kommt Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO in Betracht. Gemäss 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weisen jedoch das Asyl-

verfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Deutschland 

keine systemischen Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-

VO auf (vgl. anstelle vieler: Urteil des BVGer E-2273/2023 vom 2. Mai 2023 

E. 7.1). Für einen Zuständigkeitsübergang gestützt auf die genannte Be-

stimmung besteht daher kein Anlass. 

7.  

7.1. Als weitere potentielle Rechtsgrundlage für eine Zuständigkeitsüber-

nahme durch die Schweiz ist Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO zu prüfen. 

7.2. Gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat abwei-

chend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO beschliessen, einen bei ihm von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf inter-

nationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung 

festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist. Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird durch Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 konkretisiert. 

Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch aus humani-

tären Gründen auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein 

anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche Über-

stellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt nach Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts zwingend (BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

7.3. Deutschland ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 3. Januar 1967 

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(SR 0.142.301) und kommt seinen sich daraus ergebenden völkerrechtli-

chen Verpflichtungen nach. Auch ist anzunehmen, das Land anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für antragstellende Personen aus den 

Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/96 

vom 29.6.2013) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von 

Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz bean-

tragen (Aufnahmerichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29.6.2013), ergeben.  

7.4. Die Vermutung, dass Deutschland seinen völker- und gemeinschafts-

rechtlichen Verpflichtungen nachkommt, kann im Einzelfall widerlegt wer-

den. Dafür braucht es konkrete Indizien, die von der gesuchstellenden Per-

son glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer 

D-5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). 

8.  

8.1. Der Beschwerdeführer machte im Rahmen des Dublin-Gesprächs gel-

tend, dass er in Deutschland Gefahr laufe, von einem dort lebenden Cousin 

umgebracht zu werden. Zwischen ihm und diesem Cousin bestehe die «To-

desrache», weil er in Syrien an Demonstrationen gegen die Regierung teil-

genommen habe und sein Vater und sein Onkel, wohl der Vater des Cous-

ins, deshalb inhaftiert worden seien. 

8.2. Abgesehen davon, dass die kaum substantiierten, unbelegten Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers inhaltlich wenig plausibel erscheinen, ist mit 

der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist, 

der über eine funktionierende Polizeibehörde verfügt, die sowohl als 

schutzwillig als auch als schutzfähig gilt. Sollte der Beschwerdeführer 

Übergriffe durch Privatpersonen befürchten oder gar erleiden, steht es ihm 

frei, sich an die zuständigen staatlichen Stellen zu wenden. Ein Grund für 

einen Selbsteintritt durch die Schweiz ist in den Ausführungen des Be-

schwerdeführers jedenfalls nicht zu erkennen. 

9.  

9.1. Der Beschwerdeführer brachte ferner im Rahmen des Dublin-Ge-

sprächs vor, es gehe ihm wegen der harten Zeit in Syrien psychisch nicht 

gut. In psychologischer Behandlung befände er sich zwar nicht. Er wün-

sche jedoch, einen Arzt zu konsultieren. 

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Seite 8 

9.2. Zu diesem Vorbringen ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 

Deutschland über eine mit der Schweiz gleichwertige medizinische Infra-

struktur verfügt und gemäss Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie verpflichtet 

ist, antragstellenden Personen die erforderliche medizinische Versorgung, 

die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behand-

lung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zu-

gänglich zu machen. Antragstellenden Personen mit besonderen Bedürf-

nissen ist gemäss Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie die erforderliche medi-

zinische oder sonstige Hilfe (nötigenfalls einschliesslich einer geeigneten 

psychologischen Betreuung) zu gewähren. Hinweise darauf, dass 

Deutschland seinen Verpflichtungen gegenüber dem Beschwerdeführer 

nicht nachkommen würde, sind nicht ersichtlich. Auch unter diesem Ge-

sichtspunkt besteht kein Grund für einen Selbsteintritt durch die Schweiz. 

10.  

Andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben oder sie gar verpflichten 

würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO 

Gebrauch zu machen, werden vom Beschwerdeführer weder geltend ge-

macht noch sind sie ersichtlich. 

11.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht die Wegwei-

sung nach Deutschland angeordnet.  

12.  

Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des 

Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind 

allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) 

nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.). 

13.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung 

der Vorinstanz zu bestätigen.  

Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-

halb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als ge-

genstandslos erweist. 

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Seite 9 

14.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-

sen, da die Beschwerde nach dem Gesagten von Anfang an als aussichts-

los zu bezeichnen war und es damit an einer gesetzlichen Voraussetzung 

gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG fehlt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 

sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Julius Longauer 

 

 

Versand: