# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1caa91b3-ce43-5def-81a5-3a5bc143df1b
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-05-13
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2006 und Direkte Bundessteuer 2006
**Docket/Reference:** ST.2009.52
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_52_xt.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 ST.2009.52 
1 DB.2009.24 

Entscheid 

13. Mai 2009 

Mitwirkend: 

Vizepräsident A. Tobler, die Mitglieder U. Hofstetter, M. Ochsner und Sekretärin 
S. Weigold 

1.  A,    

2.  B ,    

In Sachen 

gegen 

Rekurrenten/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2006 und Direkte Bundessteuer 2006 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Der 19.. geborene A, von Beruf Bauingenieur, und B (nachfolgend der/die 

Pflichtige bzw. zusammen die Pflichtigen) hatten ihren Wohnsitz bisher in C, wo sie ein 

eigenes  Einfamilienhaus  bewohnten.  In  der  Steuererklärung  2006  deklarierten  sie  ein 

satzbestimmendes Einkommen von Fr. 218'900.- (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. 

Fr. 220'400.-  (direkte  Bundessteuer)  sowie  auf  das  Ausland  (D)  entfallende  Einkünfte 

von  Fr. 203'900.-  bzw.  Fr. 205'300.-,  sodass  ein  steuerbares  Einkommen  von 

Fr. 15'000.- bzw. Fr. 15'100.- resultierte. Gemäss Beilagen zur Steuererklärung arbeite-

te der Pflichtige ab Mai 2006 für die Firma E in D, wohin ihm im August 2006 auch die 

Pflichtige nachfolgte. 

Mit  Einschätzungsentscheid  vom  3. Dezember  2007  erfasste  der  Steuerkom-

missär  sämtliches  Einkommen  der  Pflichtigen  für  die  Steuerperiode  2006  im  Kanton 

Zürich  bzw.  in  der  Schweiz,  indem  er  das  steuerbare  Einkommen  entsprechend  dem 

deklarierten  satzbestimmenden  Einkommen  auf  Fr. 218'900.-  bzw.  Fr. 220'400.-  fest-

setzte.  Zur  Begründung  führte  er  an,  die  Schweiz  verfüge  mit  D  über  kein  Doppelbe-

steuerungsabkommen,  weshalb  die  vom  Pflichtigen  dort  erzielten  Einkünfte  aus  un-

selbstständiger  Erwerbstätigkeit  von  umgerechnet  Fr. 117'550.-  zusammen  mit  dem 

übrigen Einkommen hier zu versteuern seien. Das steuerbare Vermögen für die Staats- 

und Gemeindesteuern veranlagte er mit Fr. 824'000.- (satzbestimmend Fr. 825'000.-). 

Die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  wurde  mit  Steuerrechnung  vom 

1. Februar 2008 formell eröffnet. 

B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 22. Januar bzw. 8. Februar 2008 Ein-

sprache  erheben  und  beantragen,  sie  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 81'500.- bzw. Fr. 82'100.- (satzbestimmend  Fr. 218'900.- bzw. Fr. 220'400.-) sowie 

einem steuerbaren Vermögen von Fr. 750'000.- (satzbestimmend Fr. 825'000.-) einzu-

schätzen.  Zur  Begründung  liessen  sie  vorbringen,  der  Pflichtige  habe  schon  2005  zu 

85%  im  Ausland  (F)  gearbeitet  und  seinen  Wohnsitz  dann  per  Mai  2006  nach  D  ver-

legt. Dort habe er sich mit der Absicht dauernden Verweilens niedergelassen, was da-

durch bestätigt werde, dass ihm die Pflichtige anfangs August 2006 gefolgt sei und das 

Haus in C den beiden Söhnen überlassen habe. Dass sie im Frühling 2008 wieder zu-

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rückkehren würden, spiele keine Rolle, werde doch gemäss ständiger Praxis bei einer 

Verweildauer von mehr als einem Jahr davon ausgegangen, dass die Absicht dauern-

den Verweilens gegeben sei. 2006 sei der Pflichtige nur einmal und 2007 zweimal kurz 

in  der  Schweiz  gewesen.  Obwohl  auch  die  Pflichtige  faktisch  ihren  Wohnsitz  nach  D 

verlegt  habe,  werde  die  Beibehaltung  ihres  Wohnsitzes  in  der  Schweiz  akzeptiert,  da 

sie sich hier nicht wieder hätte anmelden können, weil sie sonst nicht mehr in die Zu-

satzversicherung ihrer Krankenkasse aufgenommen worden wäre. 

Mit Auflagen vom 7. Mai und 9. Juni 2008 verlangte der Steuerkommissär im 

Einspracheverfahren verschiedene die Frage des Wohnsitzes betreffende Unterlagen, 

wie Kopien der Arbeitsverträge des Pflichtigen und der Pässe beider Pflichtigen. Letz-

tere kamen dem mit Eingaben vom 29. Mai und 4. Juli 2008 nach. 

Das  kantonale  Steueramt  wies  die  Einsprachen  am  28. Januar  2009  ab.  Es 

erwog  u.a.,  der  Pflichtige  habe  in  D  auf  einer  Baustelle  gearbeitet  und  auch  dort  ge-

wohnt  sowie  stets  nur über  befristete  Arbeitsverträge  verfügt.  Dies  deute  nicht  darauf 

hin, dass er sich in D zusammen mit der Pflichtigen für unbestimmte Zeit habe nieder-

lassen  wollen.  Beide  seien  zudem  immer  wieder  in  die  Schweiz  zurückgekehrt  und 

hätten ihr Einfamilienhaus in C beibehalten sowie dieses bei der Rückkehr auch wieder 

bezogen.  Schliesslich  könnte  eine  Wohnsitzverlegung  ohnehin  erst  ab  15. November 

2006 angenommen werden, weil der Pflichtige erst ab diesem Zeitpunkt ein Visum für 

einen dauernden Aufenthalt besessen habe. 

C.  Mit  Rekurs  bzw.  Beschwerde  vom  23./24. Februar  2009  beantragten  die 

Pflichtigen  die  Festsetzung  des  steuerbaren  Einkommens  auf  Fr. 101'300.-  bzw. 

Fr. 102'800.-  (satzbestimmend  Fr. 218'900.-  bzw.  Fr. 220'400.-).  Das  steuerbare  Ver-

mögen  blieb  unbestritten.  In  der  Begründung  anerkannten  sie  die  Zuordnung  des  Er-

werbseinkommens  des  Pflichtigen  bis  30. April  2006  und  seines  Renteneinkommens 

für  das  ganze  Jahr  2006  zur  Schweiz  bzw.  zum  Kanton  Zürich,  hielten  an  der  Aus-

scheidung des übrigen Erwerbseinkommens nach D von Fr. 117'600.- zufolge dortiger 

Wohnsitznahme und Erwerbstätigkeit jedoch fest. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  23. März  2009  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

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Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  in  diesen  Rechtsschriften  wird – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG), Art. 3 

Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990 

(DBG) und § 3 Abs. 1 des (kantonalen) Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) ist eine 

natürliche  Person  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  (unbeschränkt)  steuerpflichtig, 

wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz (im Kanton) 

hat. Wohnsitz hat eine Person u. a. dann, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden 

Verbleibens aufhält (Art. 3 Abs. 2 StHG, Art. 3 Abs. 2 DBG und § 3 Abs. 2 StG).  

aa)  Der  Wohnsitzbegriff  des  StHG/DBG/StG  ist  dem  des  ZGB  nachgebildet 

(Art. 23 Abs. 1 und Art. 25 ZGB), ohne dass sich diese Begriffe vollständig decken. Der 

steuerrechtliche  Wohnsitzbegriff  knüpft  nach  der  für  das  Abgaberecht  geltenden  wirt-

schaftlichen Betrachtungsweise an die tatsächliche Gestaltung der Dinge an. Ob dem-

nach ein Wohnsitz im Sinn des Steuerrechts vorliegt oder nicht, richtet sich nach den 

äusserlich erkennbaren Umständen des Einzelfalls und damit nach objektiven Kriterien. 

Subjektive Absichten des Steuerpflichtigen sind nicht beachtlich, wenn sie zur tatsäch-

lichen Gestaltung der Verhältnisse im Widerspruch stehen. Das Steuerrecht stellt folg-

lich auf einen objektiven Wohnsitzbegriff ab (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommen-

tar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 3 N 5). 

bb)  Der  steuerrechtliche  Wohnsitzbegriff  setzt  den  Aufenthalt  mit  der  Absicht 

dauernden  Verbleibens  voraus.  Der  Ort,  wo  sich  eine  Person  mit  dieser  Absicht  auf-

hält, liegt dort, wo sich der Mittelpunkt ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Interes-

sen  befindet  (statt  vieler:  BGr,  29. September  1999  =  Pra  2000  Nr. 7;  BGr, 

9. Dezember  1996  =  ASA  67,  551  =  StE 1998  B 22.3  Nr. 65;  Richner/Frei/Kaufmann, 

Handkommentar zum DBG, 2003, Art. 3 N 7 und Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3  

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N 8, jeweils  auch zum  Folgenden).  Dies ist jener Ort, zu dem eine  Person  mit Bezug 

auf  ihre  Familienverhältnisse,  die  Art  ihrer  Erwerbstätigkeit,  Aufenthaltsdauer  und  -

zweck sowie die Wohnverhältnisse gesamthaft die engsten Beziehungen unterhält. 

aaa)  Als  eines  der  Tatbestandsmerkmale  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes 

wird  ein  tatsächliches  Verweilen  verlangt;  der  blosse  Wille  zur  Wohnsitznahme  genügt 

nicht (BGE 96 I 149 und 94 I 325). Es ist somit ein physischer Aufenthalt notwendig, um 

einen steuerrechtlichen Wohnsitz zu begründen. Nicht erforderlich ist dagegen, dass die 

natürliche  Person  am  Aufenthaltsort  über  eine  eigene  Wohnung  verfügt;  d.h.  für  das 

Tatbestandsmerkmal  des  tatsächlichen  Aufhaltens  ist  die  Wohnungsform  (Haupt-  oder 

Untermiete,  Wohnungseigentum  oder  Miteigentum  etc.)  gleichgültig  (Richner/Frei/Kauf-

mann,  Art. 3 N 10  und Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 N 12). Eine  vorübergehende 

Unterbrechung  des  tatsächlichen  Aufenthalts  bleibt  in  der  Regel  ohne  steuerliche  Aus-

wirkungen,  und  zwar  auch  dann,  wenn  während  der  vorübergehenden  Unterbrechung 

eine  Abmeldung  in  den  entsprechenden  Einwohner-  und  Steuerregistern  erfolgt  (BGr, 

29. September 1999 = Pra 2000 Nr. 7; BGr, 13. Februar 1995 = ASA 64, 401 = StE 1995 

B 24.4 Nr. 38). Eine bloss vorübergehende Unterbrechung liegt in der Regel vor, wenn 

die  Abwesenheit  vom  steuerrechtlichen  Wohnsitz  weniger  als  zwei  Jahre  beträgt  (BGr, 

30. September  1987  =  ASA  58,  392  =  StR  1988,  655).  Der  blosse  Aufenthaltsort  wird 

zum  steuerrechtlichen  Wohnsitz,  sobald  zwischen  der  dort  verweilenden  Person  und 

dem Ort eine festere, engere Verknüpfung als am früheren Aufenthaltsort entstanden ist. 

Diese  Verknüpfung  gründet  auf  der  Absicht  eines  länger  dauernden  Verbleibens.  Es 

wird dabei nicht ihre Absicht vorausgesetzt, an diesem Ort auf Lebzeiten zu bleiben; es 

genügt, dass sie dort auf unbestimmte Zeit verweilen will, bis spätere Umstände Ände-

rungen veranlassen. Dauerndes Verbleiben bedeutet somit nicht etwa "für immer", son-

dern eher "nicht vorübergehend". Die Absicht dauernden Verbleibens kann somit selbst 

dann gegeben sein, wenn der Umstand, der künftig den steuerrechtlichen Wohnsitz be-

endet, schon bei der Wohnsitznahme bekannt ist. Entscheidend ist aber, dass er in zeit-

lich  noch  nicht  genau  bestimmbarer  Zukunft  liegt  (Richner/Frei/Kaufmann,  Art. 3  N 12 

und Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 N 14 je mit Verweisen).  

bbb)  Die  Absicht  des  dauernden  Verbleibens  als  weitere  Voraussetzung  für 

einen steuerrechtlichen Wohnsitz ist nicht abhängig von einer ausdrücklichen Willens-

erklärung. Der Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich vielmehr für die Steuer-

hoheit  nach  der  Gesamtheit  der  objektiven  äusseren  Umstände  (BGr,  29. September 

1999 = Pra 2000 Nr. 7), aus denen sich diese Interessen erkennen lassen. Zu berück-

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sichtigen sind dabei etwa Zivilstand und Familienverhältnisse, die Art der Erwerbstätig-

keit,  regelmässige  oder  nicht  regelmässige  Rückkehr  an  einen  vom  Arbeitsort  ver-

schiedenen Ort, Dauer  und Zweck  der Aufenthalte an  den jeweiligen  Orten sowie  die 

dortigen  Wohnverhältnisse  (Miete  oder  Eigentum,  Einrichtung  der  Wohnung).  Es  ist 

weder  auf  die  bloss  erklärten  Wünsche  des  Steuerpflichtigen  (vgl.  BGE  113  Ia  465  = 

Pra  1988  Nr. 160  =  ASA  57,  519  =  StR  1988,  643)  noch  auf  irgendwelche  formellen 

Momente, wie Hinterlegung der Schriften oder Ausübung der politischen Rechte abzu-

stellen (BGE 125 I 458 = Pra 2000 Nr. 178 = StR 2000, 198; BGr, 29. September 1999 

= Pra 2000 Nr. 7). Ebenso ist die polizeiliche An- oder Abmeldung oder die fremdenpo-

lizeiliche  Niederlassungsbewilligung  für  die  Frage  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes 

bzw. des tatsächlichen Aufhaltens nicht entscheidend (BGr, 15. Mai 2000 = StE 2000 A 

31.1. Nr. 6); sie kann in Zweifelsfällen  höchstens einen Beurteilungshinweis bieten. In 

der  Regel  kommt  dabei  den  familiären  und  persönlichen  Beziehungen  der  Vorrang 

gegenüber den beruflichen Bezügen zu (Richner/Frei/Kaufmann, Art. 3 N 13; Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 N 15).  

ccc)  Das  Bundesgericht  hat  mit  Blick  auf  die  Wohnsitzaufgabe  innerhalb  der 

Schweiz  bisher  offen  gelassen,  ob  Art. 3  Abs. 1  StHG  bzw.  dieser  Bestimmung  ent-

sprechende kantonale Normen wie § 3 Abs. 1 StG in der Weise auszulegen sind, dass 

sie für den Verlust der unbeschränkten Steuerhoheit in einem Kanton nach Abmeldung 

und Wegzug einer natürlichen Person die Begründung eines neuen Wohnsitzes in ei-

nem  anderen  Kanton  verlangen.  Zur  Begründung  für  seine  Zurückhaltung  in  diesem 

Punkt hat das Gericht darauf verwiesen, dass die genannte Bestimmung des StHG die 

Steuerhoheit  der  Kantone  nicht  beschränken  dürfe  (BGr,  26. Juli  2004,  2A.475/2003, 

E.  2.2;  vgl.  ebenso  Peter  Locher,  Einführung  in  das  internationale  Steuerrecht  der 

Schweiz, 3. A., 2005, S. 228 f.). 

Hinsichtlich der Abgrenzung der Steuerhoheit gegenüber dem Ausland, d.h. bei 

Wohnsitzaufgabe  im  Verhältnis  zum  Ausland,  hat  das  Bundesgericht  dagegen  bisher 

ausdrücklich festgestellt, dass  sich insoweit das Problem des Eingriffs in die kantonale 

Steuerhoheit  nicht  stelle.  In  solchen  Fällen  ist  Art. 3  Abs. 1  StHG  vielmehr  (bzw.  sind 

diesem entsprechende Normen des kantonalen Steuerrechts wie § 3 Abs. 1 StG) eben-

so  wie  Art. 3  Abs. 1  DBG  auszulegen.  Das  bedeutet,  dass  die  unbeschränkte  Steuer-

pflicht  im  internationalen  Verhältnis  auch  hinsichtlich  der  Kantons-  und  Gemeindesteu-

ern  erst  mit  der  Begründung  eines  neuen  Wohnsitzes  im  Ausland  endet  (BGr, 

26. Juli 2004, 2A.475/2003, E. 2.2; insoweit daher überholt VGr ZH, 21. November 2001 

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= StE 2002 B 11.1 Nr. 17, E. 2d in fine). 

Mit neuestem diesbezüglichen Entscheid vom 14. April 2009 (2C_576/2008) hat 

das  oberste  Gericht  die  im  internationalen  Verhältnis  gültige  Rechtsprechung  nun  aber 

auch im interkantonalen Verhältnis als anwendbar erklärt. Mit andern Worten endet die 

Steuerpflicht im Kanton, in dem der Steuerpflichtige bisher seinen Wohnsitz hatte, eben-

falls erst dann, wenn er in einem andern Kanton einen neuen Wohnsitz begründet hat.  

Zu beachten ist dabei, dass  nicht jede  fortbestehende Beziehung zum bisheri-

gen steuerrechtlichen Wohnsitz zur Annahme berechtigt, dieser Wohnsitz bestehe wei-

ter; den Lebensmittelpunkt an einem Ort aufgeben heisst nicht, sämtliche Bande zu die-

sem Ort abzubrechen (VGr, 21. November 2001 = StE 2002 B 11.1 Nr. 17). 

ddd)  Ehegatten  haben  bei  rechtlich  und  tatsächlich  ungetrennter  Ehe  ihren 

gemeinsamen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  grundsätzlich  dort,  wo  sich  die  Familie  be-

findet  (Richner/Frei/Kaufmann,  Art. 3  N 16;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 3  N 19). 

Ein  Ehegatte  kann  aber  durchaus  einen  eigenen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  haben, 

d.h. ohne dass deswegen die Ehe als (tatsächlich) getrennt zu betrachten wäre (BGE 

115 II 120 zum Zivilrecht; BGE 121 I 14 = ASA 65, 593 = StE 1995 A 24.24.3 Nr. 1 = 

StR 1995, 287 = ZStP 1995, 291). Dieser eigene steuerrechtliche Wohnsitz eines ein-

zelnen Ehegatten kann sich dabei auch im Ausland befinden (Richner/Frei/Kaufmann, 

Art. 3  N 21,  auch  zum  Folgenden).  Die  Annahme  eines  getrennten  steuerrechtlichen 

Wohnsitzes  von  Ehegatten  setzt  allerdings  voraus,  dass  die  äusseren  Umstände  klar 

zum Ausdruck bringen, dass der eine steuerrechtliche Wohnsitz nur für einen der bei-

den Ehegatten bestimmt ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Ehepartner einen 

besondern  Haushalt  gründet,  der  offensichtlich  nicht  beiden  Eheleuten  gemeinsam 

dient.  Die  Annahme  eines  getrennten  steuerrechtlichen  Wohnsitzes  von  Ehegatten 

kann auch dann gerechtfertigt sein, wenn die Ehegatten an verschiedenen Orten im In- 

oder Ausland beruflich oder geschäftlich tätig sind. Hält sich ein Ehegatte aus berufli-

chen oder sonstigen Gründen zwar langfristig im Ausland oder in einem andern Kanton 

auf,  dann  behält  dieser  Ehegatte  den  steuerrechtlichen  Wohnsitz  bei  der  Familie  bei, 

solange  er  am  Arbeitsort  nicht  den  Mittelpunkt  seiner  Lebensinteressen  (und  somit 

seinen eigenen steuerrechtlichen Wohnsitz) begründet. 

Aus  der  Kasuistik  sind  folgende  Entscheide  herauszugreifen:  Verneint  wurde 

eine Wohnsitzverlegung etwa im Fall eines Rentners, der nach der Pensionierung ins 

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Ausland wegzog und weiterhin während mehrerer Monate pro Jahr in seinem Haus in 

der  Schweiz  weilte  (VGr  BL,  14. Oktober  1998),  im  Fall  eines  verheirateten  Anwalts, 

der in Monte Carlo die Gesamtleitung einer Firmengruppe übernommen hatte und re-

gelmässig  in  das  von  der  Familie  in  Zürich  bewohnte  Einfamilienhaus  zurückkehrte 

(VGr,  27. Januar  1999  =  StE 1999  B 11.1. Nr. 16),  im  Fall  eines  verheirateten  

Privatiers,  der  sich  nach  dem  altersbedingten  Verkauf  seines  Unternehmens  nach 

Guadeloupe begeben hatte und in der Folge weiterhin seine in der Familienvilla zurück 

gelassene  Ehefrau  besuchte  (VGr  NE,  7. Februar  1995),  im  Fall  eines  verheirateten 

Steuerpflichtigen,  der  sich – begleitet  von  seiner  Ehefrau – abwechslungsweise  beruf-

lich in Bagdad und Teheran und dazwischen auch im eigenen Haus in Zürich aufgehal-

ten  hatte  (VGr,  27. Mai  1986  =  StE 1987  B 11.1  Nr. 6  =  StR  1987,  370)  und  im  Fall 

eines verheirateten Poliers, der 26 Monate in Saudiarabien arbeitete und dabei regel-

mässig zur Familie in der Schweiz zurückkehrte (VGr, 19. Dezember 1980 = ZBl 1981, 

280). 

eee)  Eine  Person  kann  über  mehrere  steuerrechtliche  Wohnsitze  verfügen. 

Sobald  ein  Wohnsitz  im  Sinn  des  Steuerrechts  vorliegt,  gilt  die  betreffende  natürliche 

Person  als  unbeschränkt  steuerpflichtig.  Hat  ein  Steuerpflichtiger  im  internationalen 

Verhältnis zu mehreren Orten intensive Beziehungen, ist im Einzelfall in Würdigung der 

gesamten  individuellen  Verhältnisse  abzuwägen,  welche  dieser  Beziehungen  die 

stärkste  und  somit  massgeblich  für  die  Bestimmung  des  Steuerdomizils  ist  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann, Art. 3 N 25; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 N 29). 

fff)  Der  steuerrechtliche  Wohnsitz  eines  Unselbstständigerwerbenden  befindet 

sich  nach  der  Rechtsprechung  regelmässig  an  jenem  Ort,  zu  dem  er  sich  zum  Zweck 

eines Unterhaltserwerbs aufhält (BGr, 4. Mai 1999 = StR 2000, 177; BGE 125 I 54 = Pra 

1999 Nr. 18 = ZStP 1999, 23 = StE 1999 A 24.21 Nr. 12; BGE 123 I 289 = ASA 67, 91 = 

StE 1998  A  24.21  Nr. 11;  BGE  69  I  74;  VGr,  26. März  1997  =  ZStP  1997,  269  = 

StE 1997 B 11.1 Nr. 15). Der Arbeitsort begründet jedoch dann keinen steuerrechtlichen 

Wohnsitz,  wenn  die  persönlichen  Beziehungen  zu  einem  andern  Ort  stärker  sind  als 

zum Arbeitsort (Richner/Frei/Kaufmann, Art. 3 N 26; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 3 

N 34). 

b) Da das Vorliegen eines Anknüpfungspunkts, welcher die allgemeine Steu-

erpflicht  begründet,  eine  steuerbegründende  Tatsache  darstellt,  ist  dies  grundsätzlich 

vom  Gemeinwesen,  welches  den  Besteuerungsanspruch  erhebt,  zu  beweisen  (BGr, 

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29. September 1999 = Pra 2000 Nr. 7; BGr, 24. Juni 1983 = ASA 54, 225 = StE 1984 A 

21.12. Nr. 3). Zuständig für die Untersuchung ist dabei die Veranlagungsbehörde. Der 

steuerpflichtigen  Person  kann  allerdings  der  Gegenbeweis  für  die  von  ihr  behauptete 

subjektive Steuerpflicht an einem neuen Ort auferlegt werden, wenn die von der Steu-

erbehörde  angenommene  bisherige  Steuerpflicht  als  sehr  wahrscheinlich  gilt.  Diese 

ursprünglich für das internationale Verhältnis aufgestellte Regel ist nach der Praxis des 

Bundesgerichts  auch  im  interkantonalen  Verhältnis  anwendbar  (Urteile  vom  14. April 

2009,  2C_576/2008;  vom  22. August  2008,  2C_175/2008;  vom  15. Oktober  2007, 

2C_183/2007 und vom 8. Juni 2004, 2P.7/2004). 

2. a)  Der  Pflichtige  war  bis  Ende  April  2006  bei  der  G  in  H  beschäftigt  und 

wohnte  zusammen  mit  der  Pflichtigen  im  gemeinsamen  Einfamilienhaus  in  C.  Am 

17. Mai 2006 flog er allein nach I in D (Flugbillet), wo er fortan für die E, als Baustellen-

leiter bzw. "Engineer" beim Bau eines Grossprojekts in J unselbstständig erwerbstätig 

war.  Der  vom  10. April  2006  datierende  Arbeitsvertrag  wurde  dabei  vorerst  für  eine 

Dauer von ein bis zwei Monaten geschlossen und am 30. Juni 2006 bis Mai 2007 so-

wie am 29. April 2007 bis Ende 2007 verlängert. Der Pflichtige verfügte sodann vorerst 

nur über ein Touristenvisum und erhielt am 15. November 2006 das "Resident Visa". 

Zu  Beginn  seines  Aufenthalts  in  D  wohnte  der  Pflichtige  im  Guesthouse  des 

Baustellen-Camps  und ab  1. August 2006 in einer dortigen 3-Zimmerwohnung. Die  in 

der Schweiz verbliebene Pflichtige zog am 3. August 2006 in diese Wohnung nach und 

lebte fortan mit dem Pflichtigen zusammen. Ende September 2006 kehrten die Eheleu-

te  ein  erstes  Mal  für  zwei  Wochen  nach  C  zurück,  um  die  schwerkranke  Mutter  des 

Pflichtigen  zu  besuchen,  welche  kurz  darauf  starb.  Bei  dieser  Gelegenheit  bereiteten 

die Pflichtigen ihr Einfamilienhaus für die Übergabe an ihren Sohn K vor und meldete 

sich der Pflichtige am 14. Oktober 2006 in C ab. Die Pflichtige blieb dagegen hier im-

mer angemeldet, weil sie sonst der Mitgliedschaft in der Zusatzversicherung der Kran-

kenkasse  verlustig  gegangen  wäre.  Im  November  2006  reiste  der  Pflichtige  allein 

nochmals für eine Woche in die Schweiz, um die Todesfolgen seiner Mutter zu regeln. 

Eine weitere Reise in die Schweiz bzw. nach C von fast drei Wochen unternahmen die 

Eheleute im August/September 2007 zwecks Teilnahme an einer Hochzeit und Besuch 

des ebenfalls schwerkranken Bruders des Pflichtigen. Drei weitere Reisen im Juli 2006, 

Februar  und  Juli  2007  waren  geschäftlicher  Natur  und  absolvierte  der  Pflichtige  wie-

derum allein, wobei er jeweils über Zürich flog, um den Sohn K im Einfamilienhaus in C 

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zu  besuchen.  Daneben  verbrachten  die  Pflichtigen  in  den  Jahren  2006/07  allein  oder 

zusammen  mehrwöchige  Ferien  in  Australien  und  Thailand.  Per  31. Dezember  2007 

endete der Arbeitseinsatz des Pflichtigen in D und kehrte er zusammen mit der Pflichti-

gen  noch  am  30. Dezember  2007,  d.h.  nach  knapp  19  ½  Monaten,  wieder  in  die 

Schweiz zurück. Hier bezogen die Pflichtigen wiederum das Einfamilienhaus in C. 

b) aa) Aus diesem Ablauf der tatsächlichen Verhältnisse ergibt sich, dass sich 

zwar  beide  Pflichtigen  tatsächlich  in  D  aufhielten  und  dort  eine  gewisse  Zeit  gemein-

sam  in  einer  Wohnung  verbrachten,  damit  der  Pflichtige  seiner  Erwerbstätigkeit  als 

Ingenieur bei der E nachgehen konnte. Das Erfordernis des physischen Aufenthalts für 

die  Begründung  eines  steuerrechtlichen  Wohnsitzes  am  Arbeitsort  in  D  war  damit 

grundsätzlich  erfüllt,  obwohl  der  Aufenthalt  mehrmals  durch  Reisen  in  die  Schweiz 

bzw.  Ferien  der  Pflichtigen  im  weiteren  Ausland  allein  oder  zusammen  unterbrochen 

wurde. Indessen dauerte der Aufenthalt des Pflichtigen lediglich 19 ½ Monate (17. Mai 

2006 bis 30. Dezember 2007) und derjenige der Pflichtigen gar nur knapp 17 Monate 

(3. August  2006  bis  30. Dezember  2007),  d.h.  deutlich  weniger  als  zwei  Jahre,  und 

kehrten  sie  danach  wieder  nach  C  zurück.  Gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesge-

richts reicht eine solch kurze Verweildauer regelmässig nicht aus, um festere bzw. en-

gere Verbindungen als am bisherigen Ort zu knüpfen und damit einen neuen Wohnsitz 

zu  begründen.  Hierfür  sind  mindestens  zwei  Jahre  erforderlich.  Eine  Verlegung  des 

Wohnsitzes von C nach D fällt daher schon aus diesem Grund ausser Betracht. 

bb)  Voraussetzung  für  eine  Wohnsitznahme  bildet  neben  dem  physischen 

Aufenthalt weiter die Absicht, dauernd oder doch zumindest für eine längere oder un-

bestimmte Zeit am neuen Ort zu verweilen.  

Der  Aufenthalt  der  Pflichtigen  in  D  war  unstreitig  von  Anfang  an  zeitlich  be-

grenzt, führen sie im Rekurs bzw. in der Beschwerde doch selber aus, zu Beginn der 

Anstellung des Pflichtigen sei vorgesehen gewesen, das Projekt auf Ende 2008 fertig 

zu stellen. Somit ging ihre Absicht nicht dahin, in D dauernd oder auf unbestimmte Zeit 

zu  verweilen,  wie  sie  behaupten,  da  sie  nach  Beendigung  des  Arbeitseinsatzes  des 

Pflichtigen nach eigenem Bekunden von Anfang an wieder in die Schweiz zurückkeh-

ren wollten. Zu diesem Zweck behielten sie denn auch das Einfamilienhaus in C in ih-

rem  Eigentum,  indem  sie  es  in  ihrer  Abwesenheit  dem  Sohn  K  überliessen  und  nach 

der Rückkehr wieder selber bewohnten.  

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Sodann  ist  fraglich,  ob  sie  ursprünglich  tatsächlich  bis  Ende  2008  und  damit 

für eine Wohnsitznahme unter Umständen ausreichend längere Zeit hatten in D bleiben 

wollen. Mit der E hatte der Pflichtige nämlich zwar offenbar abgemacht, entgegen dem 

befristeten  Grundvertrag  und  dessen  nur  bis  Ende  2007  vereinbarten  Verlängerung 

gleichwohl  "at  least"  (=  mindestens)  bis  zu  diesem  Zeitpunkt  im  Einsatz  zu  bleiben, 

sodass  eine  Verlängerung  der  Beschäftigung  über  dieses  Datum  hinaus  tatsächlich 

schon  damals  hätte  beabsichtigt  sein  können.  Indessen  behaupten  die  Pflichtigen 

nicht, dass  sie  mit dieser Möglichkeit von Anfang an  konkret  gerechnet hatten. Damit 

gilt  eine  schon  ursprünglich  bestandene  Absicht,  über  das  Jahr  2007  hinaus  in  D  zu 

verweilen, nicht als gesichert. 

Kommt hinzu, dass der Pflichtige den Rückflug in die Schweiz schon vor dem 

Abflug  nach  D für den  14. Juli 2006 gebucht hatte  und dieser Termin  mit dem Ablauf 

des Grundvertrags übereinstimmt. Die Pflichtigen erwähnen diese Übereinstimmung im 

Schreiben  vom  3. Juli  2008  zwar  selber,  legen  deren  Gründe  jedoch  nicht  dar  bzw. 

führen  lediglich  aus,  der  Rückflug  sei  dann  auf  später  verschoben  worden.  Mithin  ist 

nicht davon auszugehen, diese Übereinstimmung sei zufällig gewesen. Demnach kann 

aber auch nicht gesagt werden, der Pflichtige habe sich bei seinem Abflug im Mai 2006 

mit der Absicht eines längeren  bzw. auf unbestimmte Zeit angelegten  Aufenthalts ge-

tragen, im Gegenteil. Gleiches gilt sodann hinsichtlich des Umstands, dass es gemäss 

den  eigenen  Aussagen  des  Pflichtigen  nicht  vorgesehen  war,  die  Pflichtige  folge  ihm 

für die Zeit des Grundvertrags schon nach D, sondern erst nach Vorliegen der ersten 

Vertragsverlängerung vom  30. Juni 2006. Schliesslich führen die Pflichtigen  nicht aus 

und es  ist daher nicht nachvollziehbar, warum die erste Vertragsverlängerung nur bis 

Ende Mai 2007 und nicht gleich bis Ende 2007 vereinbart wurde. Ging es nämlich nur 

darum,  dass  der  Bauherr  die  Kapazität/Arbeitsweise  des  Pflichtigen – ähnlich  einer 

Probezeit – unter  Beweis  gestellt  sehen  wollte,  wie  die  Pflichtigen  im  Rekurs  bzw.  in 

der  Beschwerde  weiter  ausführen  (S. 5),  hätten  hierfür  die  ersten  zwei  Monate  wohl 

gereicht.  Damit  erscheint  aber  auch  als  fraglich,  ob  der  Pflichtige  bereits  von  Anfang 

beabsichtigt hat, zumindest bis Ende 2007 in D zu bleiben. 

Das Kriterium der Absicht eines dauernden Verweilens bzw. eines Verweilens 

auf unbestimmte oder doch zumindest längere, d.h. mehr als zwei Jahre in Anspruch 

nehmende  Zeit  in  D,  welche  sich  in  objektiven  Umständen  äussern  muss,  ist  damit 

ebenfalls nicht erfüllt. 

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cc) Demnach hatten die Pflichtigen in D während ihres dortigen Aufenthalts in 

den Jahren 2006/07 keinen neuen Wohnsitz zu begründen vermocht, weil der Aufent-

halt nur vorübergehend war. Der Weiterbestand des bisherigen hiesigen Wohnsitzes in 

C  gilt  daher  in  diesen  Jahren  als  sehr  wahrscheinlich.  Bekräftigt  wird  dies  durch  die 

Tatsache, dass die Pflichtigen den Kontakt zur Schweiz während all ihrer Zeit in D nicht 

haben  abreissen  lassen,  sondern  sich  zweimal  während  mehrerer  Wochen – der 

Pflichtige zusätzlich ein drittes Mal während einer Woche – hier aufhielten. Dass dabei 

u.a. (traurige) familiäre Ereignisse den Grund  des Aufenthalts bildeten, ändert an die-

ser Betrachtungsweise nichts, zeigt sich darin doch im Gegenteil  das Weiterbestehen 

ihrer  Verbundenheit  zur  Schweiz.  Ebenfalls  in  diese  Richtung  weist  sodann  der  Um-

stand,  dass  der  Pflichtige  bei  seinen  Geschäftsreisen  jeweils  hier  Zwischenstation 

machte, um den Sohn K in C zu besuchen. Mithin gilt der vom Fiskus zu erbringende 

Nachweis für die Beibehaltung des hiesigen Wohnsitzes als erbracht. 

dd) Als Folge davon ist es Sache der Pflichtigen, den Gegenbeweis zu erbrin-

gen: 

Ob und wann die Pflichtigen sich hier ab- und in D angemeldet haben, ist nicht 

von  ausschlaggebender  Bedeutung,  weil  die  polizeiliche  Ab-/Anmeldung  nach  dem 

Gesagten nur in Zweifelsfällen einen Beurteilungshinweis für die Klärung der Wohnsitz-

frage abzugeben vermag und ein solcher Fall hier nicht vorliegt. Stellt man aber darauf 

ab, könnte von einem längeren Aufenthalt des Pflichtigen ohnehin keine Rede sein, da 

er in C nur gerade während 14 ½ Monaten (14. Oktober 2006 - 1. Januar 2008) abge-

meldet war. Die Pflichtige hat sich zudem ohnehin nie abgemeldet. 

Dass  sich  sodann  die  Pflichtige  in  D  mehrmals  medizinisch  behandeln  liess, 

die Pflichtigen dort einen Fernsehapparat kauften, über zwei Hausangestellte verfügten 

und Weihnachten sowohl 2006 wie auch 2007 im Baustellendorf verbrachten (vgl. die 

diesbezüglichen Ausführungen im Rekurs bzw. in der Beschwerde S. 8 f.), deutet zwar 

auf eine gewisse Verbundenheit/Vertrautheit auch zu D hin, führt aber nicht dazu, dass 

die Bande zu D diejenige zur Schweiz überwögen. Vielmehr war die Zeit ihres Aufent-

halts auf dem Baustellendorf  in D zu kurz, um dieses zum Lebensmittelpunkt werden 

zu lassen. Hierfür hätte es eines längeren und nicht nur vorübergehenden Aufenthalts 

bedurft.  

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Nicht hilfreich ist schliesslich der Einwand der Pflichtigen, dass sie schon zwei 

Mal  in  D  gewesen  seien  und  während  dieser  Zeit  hier  keine  Steuern  hätten  zahlen 

müssen. Zu Recht behaupten sie  nämlich nicht, das kantonale Steueramt habe ihnen 

für  den  vorliegend  streitbetroffenen  dritten  Aufenthalt  in  D  ebenfalls  Steuerbefreiung 

zugesichert. Zudem können sie aus dem Umstand, dass das kantonale Steueramt bei 

früheren  Auslandaufenthalten  anders  entschieden  hat,  nichts  zu  ihren  Gunsten  ablei-

ten. Treu und Glauben verbieten der Steuerbehörde nicht, Sachverhalte oder Rechts-

fragen, die früher zu Gunsten der Steuerpflichtigen entschieden worden sind, in einer 

späteren Steuerperiode anders zu beurteilen (Richner/Frei/Kaufmann, VB zu Art. 109 - 

121 N 76 und Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu §§  119 - 131 N 87, je mit Verwei-

sungen).  Veranlagungsverfügungen  können  keine  Zusicherung  für  künftige  Veranla-

gungen  sein,  weil  sie  sich  ausschliesslich  auf  die  betreffende  Veranlagungsperiode 

beziehen.  Für  die  Zukunft  wird  durch  sie  nichts  präjudiziert  (Rhinow/Krähenmann, 

Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, 1990, Nr. 77 VII lit. c). 

Der Gegenbeweis der Existenz eines neuen Wohnsitzes in  D ist den Pflichti-

gen damit nicht gelungen. 

3. Zu prüfen bleibt, ob Teile des steuerbaren Einkommens der Pflichtigen ge-

stützt  auf  internationales  Doppelbesteuerungsrecht  von  der  Besteuerung  in  der 

Schweiz  auszunehmen  sind.  Da  jedoch  die  Schweiz  mit  D kein  Doppelbesteuerungs-

abkommen abgeschlossen hat, ist dies von vornherein nicht der Fall, weshalb die vom 

Pflichtigen in D erzielten Einkünfte aus dortiger unselbstständiger Erwerbstätigkeit kraft 

innerstaatlichen Rechts vollumfänglich hier zu versteuern sind. 

4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel.  

Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144 

Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG) und entfällt die Zusprechung einer Parteientschädigung 

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-

verfahren  vom  20. Dezember  1968,  § 152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

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Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

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