# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f590a6e9-62eb-5302-89d2-25f1be7d5ae9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.07.2019 E-3389/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3389-2019_2019-07-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3389/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m   1 8 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler 

Gerichtsschreiberin Janine Sert. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Nigeria,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 7. Juni 

2019 / N (…). 

 

 

 

E-3389/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 30. September 2018 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 4. Oktober 2018 wurde er summarisch zu seiner Person, 

zum Reiseweg und zu den Asylgründen befragt (BzP). Am 18. März 2019 

hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Asylgründen 

an. 

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, nigerianischer 

Staatsangehöriger aus B._______ im Bundesstaat Imo zu sein. Dort habe 

er elf Jahre lang die Schule besucht, diese jedoch nicht abgeschlossen. Er 

habe in Nigeria unter anderem als Schreiner und Mechaniker gearbeitet. 

In der BzP gab der Beschwerdeführer an, er habe bis zehn Jahre vor der 

BzP in B._______ gelebt, anschliessend sei er fünf Jahre in C._______ 

und die letzten drei Jahre vor seiner Ausreise in Lagos gewesen. Im No-

vember 2015 habe er Nigeria auf der Suche nach Arbeit und einer besse-

ren Zukunft verlassen.  

Anlässlich der Bundesanhörung gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er 

habe zunächst in B._______ gelebt, anschliessend drei Jahre in 

C._______, dann in Lagos, bevor er zwei Jahre vor seiner Ausreise in sein 

Dorf zurückgekehrt sei, um an Protesten der Indigenous People of Biafra 

(IPOB) teilzunehmen. Bei diesen Protesten sei er der Anführer gewesen. 

Einmal sei er bei einem der Proteste festgenommen worden und habe sich 

freikaufen müssen. Die Regierung habe sein Foto gehabt und bei einem 

der Proteste habe eine der Protestierenden ihn als Anführer bezeichnet. Er 

sei zur Fahndung ausgeschrieben worden. Als er festgestellt habe, dass er 

von der Regierung gesucht werde, habe er das Land verlassen. Bei einer 

Rückkehr befürchte er, umgebracht zu werden. 

B.  

Mit Verfügung vom 7. Juni 2019 – eröffnet am 13. Juni 2019 – lehnte das 

SEM das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Wegweisungsvollzug an. 

Das SEM begründete diese Verfügung mit der Unglaubhaftigkeit respektive 

fehlenden Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwerdeführers.  

C.  

Mit Eingabe vom 3. Juli 2019 erhob der Beschwerdeführer gegen diese 

E-3389/2019 

Seite 3 

Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, 

ihm sei unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. 

Als Beweismittel reichte er eine Fürsorgebestätigung, die Kopie einer Mit-

gliederkarte der IPOB, Ausdrucke von zwei Fotos, welche ihn an Protesten 

zeigen würden, sowie von weiterer Fotos, welche die Beerdigung seiner 

Mutter und Schwester sowie die allgemeine Lage in Nigeria belegen wür-

den, zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015).  

1.3 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und Integrati-

onsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Gesetzesarti-

kel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernommen wor-

den, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbezeichnung 

verwenden wird. 

E-3389/2019 

Seite 4 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

E-3389/2019 

Seite 5 

 

5.  

5.1 Das SEM begründete seinen Entscheid vom 7. Juni 2019 damit, dass 

der Beschwerdeführer weder seine Mitgliedschaft bei der IPOB noch seine 

Teilnahme an Protesten und die damit verbundenen Probleme wie bei-

spielsweise eine Suche der Behörden nach ihm anlässlich der BzP erwähnt 

und dies auch nicht zu erklären vermocht habe. Seine Aussagen, insbe-

sondere betreffend seine Aufenthaltsorte in Nigeria, respektive wann er zu-

letzt in seinem Heimatdorf gewesen sei, seien widersprüchlich ausgefallen. 

Da der Beschwerdeführer seine angeblichen Tätigkeiten für die IPOB und 

die daraus resultierenden Probleme nicht substantiiert habe schildern kön-

nen, seien seine diesbezüglichen Asylvorbringen insgesamt als unglaub-

haft einzustufen. Das weitere Vorbringen, wonach er, wie anlässlich der 

BzP vorgebracht, Nigeria auf der Suche nach Arbeit und einer besseren 

Zukunft verlassen habe, erfülle die Anforderungen an die Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Den Wegweisungsvollzug erachtete die 

Vorinstanz als zulässig, soweit überprüfbar zumutbar und sowohl technisch 

möglich als auch praktisch durchführbar. 

5.2 Auf Beschwerdeebene monierte der Beschwerdeführer, er habe an-

lässlich der BzP seine Mitgliedschaft bei der IPOB nicht erwähnen können, 

da die befragende Person ihm keine Zeit gelassen habe, alles zu erklären. 

Seine Mutter und Schwester seien nach den Wahlen verstorben. In Nigeria 

würden aktuell unschuldige Personen umgebracht. Als aktives Mitglied der 

IPOB wäre er bei einer Rückkehr nach Nigeria in grösster Gefahr und ihm 

würde als Regierungsgegner der Tod drohen, weshalb eine Rückkehr nicht 

zumutbar sei.  

6.  

Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die Vorinstanz das Bestehen der 

Flüchtlingseigenschaft zutreffend verneint und das Asylgesuch abgewie-

sen hat.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht mit dem SEM darin einig, dass die 

Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der IPOB sowie die damit ver-

bundenen Probleme als nachgeschoben zu qualifizieren sind. So erwähnte 

er weder die Teilnahme an Protesten noch irgendwelche Schwierigkeiten 

mit den Behörden an der BzP auch nur ansatzweise (vgl. EMARK 2005/7 

E. 6.2.1). Seine Erklärung in der Beschwerdeschrift, wonach die befra-

gende Person ihm keine Zeit gelassen habe, alles zu erklären, vermag 

E-3389/2019 

Seite 6 

nicht zu überzeugen, zumal er explizit gefragt wurde, ob er in seiner Heimat 

jemals Probleme mit den Behörden gehabt habe, was er explizit verneinte 

(vgl. A8, Ziff. 7.02). Auch die Frage, ob es andere Gründe gebe, die gegen 

eine allfällige Rückkehr sprechen würden, verneinte er ausdrücklich (vgl. 

A8, Ziff. 7.03). Es hätte von ihm erwartet werden können, die nachträglich 

geltend gemachten Probleme bereits anlässlich dieser Fragen an der BzP 

zu erwähnen. Des Weiteren machte er auch innerhalb der Bundesanhö-

rung widersprüchliche Angaben zu seinen Vorbringen. So gab er zunächst 

an, er sei gesucht worden, weil er Proteste organisiert habe und sei auch 

einmal in Haft gewesen (vgl. A27 F37). Im Verlauf der Bundesanhörung 

sagte er hingegen aus, er habe erst nach seiner Ausreise erfahren, dass 

er gesucht sei (vgl. A27 F66). Die Beweiskraft der zur Bekräftigung seiner 

Asylvorbringen auf Beschwerdeebene eingereichten Kopie einer Mitglie-

derkarte der IPOB sowie die zwei Fotos in Kopie, welche ihn an Protesten 

zeigen würden, muss als gering eingestuft werden. Die Mitgliederkarte der 

IPOB liegt dem Bundesverwaltungsgericht lediglich in Kopie vor, stellt ein 

leicht erstellbares oder käufliches Dokument dar und enthält zudem keinen 

Hinweis auf eine Verfolgung des Beschwerdeführers. Auch den beiden Fo-

tos, welche ihn an Protesten zeigen würden, lassen sich keine Hinweise 

auf eine Suche nach ihm wegen der Organisation von Demonstrationen 

entnehmen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend seine Mit-

gliedschaft bei der IPOB und den damit verbundenen Problemen halten 

den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG demnach 

nicht stand. 

6.2 Die Vorinstanz hat zudem zu Recht festgehalten, dass die Vorbringen 

des Beschwerdeführers, Nigeria auf der Suche nach Arbeit und einer bes-

seren Zukunft verlassen zu haben, nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 

AsylG sind. 

6.3 Das SEM hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers dem-

nach zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

E-3389/2019 

Seite 7 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

E-3389/2019 

Seite 8 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

8.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, sind auch im vorliegenden 

Verfahren die Voraussetzungen von Art. 83 Abs. 4 AIG nicht erfüllt. Weder 

kann angesichts der politischen Entwicklungen in Nigeria derzeit von einer 

bürgerkriegsähnlichen Situation oder einer landesweiten Situation allge-

meiner Gewalt ausgegangen werden, noch lassen sich den Akten neue in-

dividuelle Gründe entnehmen, welche gegen den Wegweisungsvollzug 

sprechen. Der junge und gesunde Beschwerdeführer verfügt über gewisse 

Schulbildung und Arbeitserfahrung. Er machte bereits im Rahmen der BzP 

und der Bundesanhörung widersprüchliche Aussagen betreffend seine Fa-

milie und seinen Lebenslauf (vgl. A8, Ziff. 3.01; A27 F5ff., F15ff.), und ver-

mochte die Widersprüche nicht schlüssig zu entkräften (vgl. A27 F68). In 

der Beschwerdeschrift äusserte er sich erneut widersprüchlich zum Todes-

zeitpunkt seiner Mutter und Schwester. Die Vorinstanz hat in der Verfügung 

vom 7. Juni 2019 somit zu Recht festgehalten, dass die Zumutbarkeit des 

E-3389/2019 

Seite 9 

Wegweisungsvollzugs nicht in voller Kenntnis seiner tatsächlichen persön-

lichen und familiären Situation geprüft werden kann. Aus den Akten erge-

ben sich jedoch keine Hinweise dafür, dass eine konkrete Gefährdung im 

Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG vorliegt. Nach dem Gesagten erweist sich der 

Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. An dieser Einschätzung ver-

mögen auch die eingereichten Fotos, welche die Beerdigung seiner Mutter 

und Schwester sowie die allgemeine Lage in Nigeria belegen würden, 

nichts zu ändern, zumal diese keine Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der 

Geschehnisse erlauben. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstandslos geworden. 

 

10.2 Die Beschwerde ist aufgrund der obigen Erwägungen als aussichtslos 

zu bezeichnen, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist. 

10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

E-3389/2019 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Janine Sert 

 

 

Versand: