# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c5730a6-4163-54a0-bb91-61c82c6149f0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-01-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 29.01.2003 BK 2002 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2002-67_2003-01-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 29. Januar 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 02 67

Entscheid
Beschwerdekammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer und Rehli, Aktuarin ad hoc 
Thöny.

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des B., c/o X. Schweiz, Beschwerdeführer,

und

des N., c/o X. Schweiz, Beschwerdeführer,

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Philipp, c/o Degiacomi Riedi 
Schreiber Schmid, Postfach 180, Hartbertstrasse 11, 7002 Chur,

gegen

die Einstellungs- und Abtretungsverfügung des Kreispräsidenten Thusis vom 08. 
November 2002, mitgeteilt am 08. Dezember 2002, in Sachen gegen M. S. + G. S., 
Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, Goldgasse 
11, 7002 Chur,

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betreffend Ehrverletzung (ausseramtliche Entschädigung),

hat sich ergeben:

A. Mit Eingabe vom 16. April 2002 an den Kreispräsidenten Thusis lies-
sen M. S. + G. S. Strafklage gegen N. und B., c/o X. L., wegen Ehrverletzung, Ver-
leumdung etc. erheben mit den folgenden Anträgen:

 „1. Die Angeschuldigten seien der Ehrverletzung/Beschimpfung im 
Sinne von Art. 173 ff. StGB schuldig zu sprechen.

2. Hierfür seien sie angemessen zu bestrafen.

3. Die Verzeigten seien zu verpflichten, den Strafklägern je eine Ge-
nugtuungssumme von Fr. 2'000.00 zu bezahlen.

4. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschä-
digungsfolge zu Lasten der Beklagten.“

Gegenstand der Klage bildete ein Autounfall der beiden Strafkläger auf ihrer 
Ferienreise in Australien. In der Strafklage wird seitens des Rechtsvertreters von M. 
S. + G. S. ausgeführt, dass sie aufgrund des gesundheitlichen Zustandes von M. S. 
die Heimreise nicht wie geplant Mitte November 2001, sondern erst anfangs De-
zember 2001 antreten konnten. Vor der Abreise hätten sie bei ihrer Kranken- und 
Unfallversicherung X. eine Reiseversicherung „Y.“ abgeschlossen. Obwohl sie die 
Versicherung über den Zwischenfall informiert hätten, weigerte sich die X., einen 
wesentlichen Teil der Reise- und Logis-Kosten zu übernehmen und behauptete, M. 
S. + G. S. hätten ihren Aufenthalt in Australien freiwillig verlängert. Die Vertreter der 
X. hätten damit die Strafkläger der Lüge und des versuchten Versicherungsbetrugs 
bezichtigt. Die am 4. Juni 2002 erfolgte Sühneverhandlung vor dem Kreispräsiden-
ten Thusis blieb erfolglos.

B.  Am 1. Juli 2002 reichten die Kläger die Ergänzung ihrer Strafklage 
ein. Die Angeschuldigten stellten in ihrer Stellungnahme vom 13. August 2002 fol-
gende Anträge:

„1. Die Untersuchung sei einzustellen.

2. Eventualiter sei die Klage abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Kläger.“

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In der Begründung bestritt der Rechtsvertreter der Angeschuldigten die örtli-
che Zuständigkeit des Kreispräsidiums Thusis, da bei brieflicher Ehrbeleidigung die 
Untersuchung und Beurteilung am Aufgabeort vorzunehmen sei. Das angeblich ehr-
verletzende Schreiben sei in L. verfasst und aufgegeben worden. Demzufolge sei 
die Angelegenheit nicht im Kreis Thusis zu behandeln. 

C. Mit Einstellungs- und Abtretungsverfügung vom 8. November 2002 er-
kannte der Kreispräsident Thusis:

„1. Das Strafverfahren gegen die Herren N. und B., beide c/o X. L., 
wird im Sinne der Erwägungen infolge örtlicher Unzuständigkeit 
des Kreispräsidiums Thusis hieramts eingestellt. Der Fall wird 
dem Kreispräsidium Fünf Dörfer abgetreten. 

2. Die aufgelaufenen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 60.-- sind 
von der Klägerschaft zu tragen. Sie werden mit der geleisteten Ver-
tröstung verrechnet. 

3. Die aussergerichtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

In der Begründung wurde darauf hingewiesen, dass für die Verfolgung und 
Beurteilung einer strafbaren Handlung die Behörden des Ortes zuständig seien, wo 
die strafbare Handlung ausgeführt worden sei. Lediglich in Fällen, wo sich der Aus-
führungsort in der Schweiz nicht ermitteln oder bestimmen lasse, gelte als Bege-
hungsort der Ort des Erfolgseintritts. Der Brief mit den angeblich ehrverletzenden 
Äusserungen sei in L. geschrieben und der Post übergeben worden. Daraus ergebe 
sich die örtliche Zuständigkeit des Kreispräsidiums Fünf Dörfer. Allerdings hätte die 
Frage der örtlichen Zuständigkeit von den Klägern bereits vor Klageerhebung ab-
geklärt werden müssen. Aber auch die Beklagten hätten bereits anlässlich der Süh-
neverhandlung die örtliche Zuständigkeit des Kreispräsidiums Thusis bestreiten 
können bzw. sollen. Es hätten daher beide Parteien Unterlassungen zu verantwor-
ten, die zu unnötigen aussergerichtlichen Kosten geführt hätten. Die aussergericht-
lichen Entschädigungen seien daher wettzuschlagen. 

D. Gegen diese Verfügung liessen N. und B. am 28. November 2002 bei 
der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Beschwerde erheben mit folgenden 
Anträgen:

„1. Ziffer 3 der Einstellungs- und Abtretungsverfügung des Kreisprä-
sidenten Thusis vom 8. November 2002 sei aufzuheben. 

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2. Die Strafkläger und Beschwerdegegner seien zu verpflichten, die 
Strafbeklagten und Beschwerdeführer ausseramtlich für das Ver-
fahren vor dem Kreispräsidium Thusis mit Fr. 1'614.-- zu entschä-
digen. Eventuell sei die Entschädigung nach richterlichem Ermes-
sen festzusetzen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Strafkläger 
und Beschwerdegegner.“

In der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass nach Art. 167 
Abs. 5 StPO die unterlegene Partei im Ehrverletzungsverfahren die Kosten des Ver-
fahrens zu tragen und die Gegenpartei für den prozessualen Aufwand zu entschä-
digen hätte. Es werde im Gesetz ausdrücklich festgehalten, dass von dieser Regel 
nur dann abgewichen werden dürfe, wenn besondere Verhältnisse dies rechtferti-
gen würden. Diese Kostenüberbindung sei nach dem zivilprozessualen Vorbild kon-
zipiert worden; es kämen daher auch die Bestimmungen der Zivilprozessordnung 
subsidiär zur Anwendung. Der Beklagte sei demzufolge nicht verpflichtet, die örtli-
che Unzuständigkeit bereits im Sühneverfahren einredeweise vorzubringen. Einre-
den jeder Art seien erst in den Rechtsschriften vorzubringen. Im Übrigen habe der 
Kreispräsident die Frage der örtlichen Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen. 
Demzufolge könne den Strafbeklagten und Beschwerdeführern keine Unterlassung 
vorgeworfen werden. Es rechtfertige sich daher auch keineswegs, ihnen keine aus-
seramtliche Entschädigung zuzusprechen. 

E. Die Beschwerdegegner liessen in ihrer Vernehmlassung vom 20. De-
zember 2002 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragen. Zur Begrün-
dung brachte ihr Rechtsvertreter vor, seine Mandanten seien nicht unterlegen. Der 
Kreispräsident Thusis habe die Sache dem Kreispräsidenten Fünf Dörfer übertra-
gen. Aller Voraussicht nach könnten eine zweite Sühneverhandlung und ein Schrif-
tenwechsel unterbleiben, da diese Schritte bereits vor dem Kreispräsidenten Thusis 
erfolgten. Insofern werde der Kreispräsident Fünf Dörfer auch über die bereits ent-
standenen ausseramtlichen Kosten zu entscheiden haben. Die Kosten hätten somit 
bei der Prozedur zu verbleiben und seien durch die übernehmende Amtsstelle zu 
einem späteren Zeitpunkt zu verteilen. 

Auf die weiteren Ausführungen  in den Rechtsschriften und in der angefoch-
tenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen. 

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1.  Gegen Einstellungsverfügungen des Kreispräsidenten im Ehrverlet-
zungsverfahren kann bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Be-
schwerde geführt werden (Art. 168 Abs. 3 StPO). Zur Beschwerdeführung ist be-
rechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 
Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend macht; insbesondere kann 
sich der Geschädigte gegen Einstellungsverfügungen beschweren (Art. 139 Abs. 1 
StPO). Die Beschwerde ist innert zwanzig Tagen, nachdem der Betroffenen vom 
angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen (Art. 139 
Abs. 2 StPO). N. und B. waren Angeschuldigte im eingestellten und abgetretenen 
Ehrverletzungsverfahren. Sie beanstanden in ihrer Beschwerde einzig, dass ihnen 
vom Vorderrichter keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen worden ist. 
Dazu sind sie ohne Zweifel legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde ist somit einzutreten.

2. a) In seiner Einstellungs- und Abtretungsverfügung vom 8. November 
2002 (act. 19) erklärte der Kreispräsident Thusis die aussergerichtlichen Entschä-
digungen für wettgeschlagen, da einerseits die Frage der örtlichen Zuständigkeit 
von den Klägern bereits vor Klageerhebung hätte abgeklärt werden müssen und 
andererseits auch die Beklagten die örtliche Zuständigkeit bereits anlässlich der 
Sühneverhandlung hätten bestreiten können bzw. sollen. Es hätten daher beide 
Parteien Unterlassungen zu verantworten, die zu unnötigen aussergerichtlichen 
Kosten geführt hätten. Die Beschwerdeführer machen dagegen geltend, dass die 
unterlegene Partei im Ehrverletzungsverfahren die Kosten des Verfahrens zu tragen 
und die Gegenpartei für den prozessualen Aufwand zu entschädigen hätte. Das Pri-
vatstrafklageverfahren orientiere sich eng am zivilprozessualen Verfahren, weshalb 
denn auch die Bestimmungen der Zivilprozessordnung subsidiär zur Anwendung 
gelangen würden. Die Beklagten seien demzufolge nicht verpflichtet, die örtliche 
Unzuständigkeit bereits im Sühneverfahren einredeweise vorzubringen. Aus die-
sem Grunde sei ihnen eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 1'614.-- zuzu-
sprechen.

Die Regeln über die Zuständigkeit sind zwingender Natur. Jede Behörde hat 
ihre Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen. Das heisst indessen nicht, dass sich 
nicht auch die Parteien mit der Frage der örtlichen Zuständigkeit zu befassen haben. 
Dabei fällt diese Aufgabe vorab der klägerischen Partei zu. Unterlässt die klägeri-
sche Partei eine entsprechende Prüfung und wird alsdann von Amtes wegen oder 

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aufgrund des Einwandes der Gegenpartei die örtliche Unzuständigkeit der angeru-
fenen Behörde festgestellt, so ist der dadurch entstandene unnütze Aufwand auf 
ihren prozessualen Fehler zurückzuführen. Demzufolge hat auch sie grundsätzlich 
die dadurch entstandenen amtlichen und ausseramtlichen Kosten zu tragen. Daran 
ändert sich auch nichts, wenn die beklagtische Partei - wie vorliegend - die Einrede 
der örtlichen Unzuständigkeit erst in der Rechtsschrift erhebt; sie ist weder kraft 
ausdrücklicher Gesetzesvorschrift verpflichtet noch gebietet es der Grundsatz von 
Treu und Glauben, dass sie schon zu einem früheren Zeitpunkt diese Frage prüft 
und eine allfällige Einrede geltend macht. Eine Kürzung der ausseramtlichen Ent-
schädigung oder wie in der angefochtenen Einstellungsverfügung sogar ein Ver-
zicht auf die Zusprechung einer solchen mit der Begründung, auch die Beklagten 
hätten bereits anlässlich der Sühneverhandlung die örtliche Zuständigkeit des 
Kreispräsidium Thusis bestreiten können beziehungsweise sollen, ist demnach 
nicht haltbar.

b) In ihrer Vernehmlassung zur Beschwerde wenden die Beschwerde-
gegner dagegen ein, die Kosten hätten bei einer Abtretung des Verfahrens bei der 
Prozedur zu verbleiben und seien durch die übernehmende Amtsstelle zu einem 
späteren Zeitpunkt zu verteilen. Sie berufen sich dabei auf eine entsprechende 
Textstelle im Kommentar Padrutt, welche sich auf Art. 156 StPO bezieht.

Art. 167 StPO regelt die amtliche und ausseramtliche Kostenverteilung im 
gewöhnlichen Ehrverletzungsverfahren abschliessend. Die allgemeinen 
Grundsätze über die Verfahrenskosten von Art. 156 ff. StPO finden daher keine 
Anwendung (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 422 mit Hinweisen). Da das Verfahren vor dem 
Kreispräsidium Thusis eingestellt und damit abgeschlossen wurde und sich die vor-
liegende Beschwerde nicht gegen die Einstellung an sich richtet, ist auch über die 
bislang aufgelaufenen Verfahrenskosten sowie über die Parteientschädigungen ab-
schliessend zu befinden. Im Rahmen des Verfahrens vor dem Kreispräsidium Fünf 
Dörfer kann dann allenfalls berücksichtigt werden, dass beide Parteien auf die Vor-
bereitungen und Eingaben aus dem Verfahren vor dem Kreispräsidium Thusis 
zurückgreifen können und ihnen dadurch ein geringerer Zeitaufwand erwächst. 

c) Der unterliegenden Partei eines Ehrverletzungsprozesses werden die 
Kosten des Verfahrens und eine Prozessentschädigung an die Gegenpartei aufer-
legt; von dieser Regel darf nur abgewichen werden, wenn besondere Verhältnisse 
dies rechtfertigen (Art. 167 Abs. 5 StPO). Der Ankläger ist im Privatstrafklagever-
fahren  nicht nur bei Freispruch unterlegen, sondern auch dann, wenn aus von ihm 

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zu vertretenden Gründen das Verfahren eingestellt wird (vgl. Hauser/Schweri, 
a.a.O. S. 381). Das Verfahren vor dem Kreispräsidium Thusis wurde eingestellt, weil 
M. S. + G. S. die Strafklage bei einer unzuständigen Behörde eingereicht haben. 
Entsprechend den obgenannten Ausführungen gelten sie daher als im Verfahren 
unterlegen.  Bei der Höhe der zuzusprechenden Entschädigung für die obsiegende 
Partei, welche sich durch einen Rechtsanwalt mit Fähigkeitsausweis vertreten lässt, 
sind nach der Praxis der Beschwerdekammer die Honoraransätze des Bündneri-
schen Anwaltsverbandes beizuziehen. Grundlage der Bemessung bilden dabei der 
nach den Umständen gebotene Zeitaufwand, die Schwierigkeit und Bedeutung der 
Sache, die mit der Sache verbundene Verantwortung sowie die eigene Kostenstruk-
tur. Das nach Zeitaufwand berechnete Honorar beträgt zwischen Fr. 170.-- und Fr. 
230.-- in der Stunde, wobei ein Ansatz von Fr. 200.-- als normal gilt. Überdies be-
steht ein Anspruch auf Ersatz von Auslagen. 

Vorliegend hatte sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer zunächst mit 
dem Sachverhalt vertraut zu machen und die Ehrverletzungsklage zu prüfen. Als-
dann bereitete er die Sühneverhandlung vom 4. Juni 2002 in Thusis vor und nahm 
an ihr teil. Schliesslich verfasste er eine Stellungnahme zur Ergänzung des Strafan-
trages, in welcher er einerseits die Einstellung des Verfahrens wegen Unzuständig-
keit des Kreispräsidenten Thusis beantragte, andererseits sich aber vorsorglich 
auch materiell zu der Ehrverletzungsklage und deren Ergänzung äusserte. Dies ist 
nicht zu beanstanden, da immerhin die Möglichkeit bestand, dass der Kreispräsi-
dent Thusis entsprechend dem Antrag der Beschwerdegegner das Verfahren nicht 
einstellen und die Strafklage materiell beurteilen würde. Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführer macht einen Aufwand von Fr. 1'614.-- geltend, welcher sich aus 7 
Stunden Arbeitsaufwand à Fr. 200.--, Fr. 100.-- für Spesen und Fr. 114.-- Mehrwert-
steuer zusammensetzt. Die Beschwerdekammer kommt in Anwendung der bereits 
genannten Grundsätze zum Schluss, dass dieser Zeitaufwand samt Barauslagen 
nach den Umständen als gerechtfertigt erscheint. Die Ziffer 3 der vorinstanzlichen 
Einstellungsverfügung ist damit aufzuheben und M. S. + G. S. werden unter solida-
rischer Haftung verpflichtet, N. und B. für das Verfahren vor dem Kreisamt Thusis 
ausseramtlich mit insgesamt Fr. 1’614.-- zu entschädigen.

3.  Wie bereits ausgeführt, ist im vorliegenden Fall unbestritten, dass das 
Kreispräsidium Thusis für die Beurteilung dieses Ehrverletzungsverfahrens örtlich 
nicht zuständig ist. Mit Verfügung vom 8. November 2002 trat der Kreispräsident 
Thusis den Fall an das zuständige Kreisamt Fünf Dörfer ab. In diesem Zusammen-
hang ist zu prüfen, ob der Kreispräsident Thusis mangels Zuständigkeit das Verfah-

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ren überhaupt abtreten durfte oder ob die klagende Partei selbst nochmals eine 
Strafklage bei der örtlich zuständigen Behörde hätte erheben müssen. 

Welche Behörde zuständig ist, einen Strafantrag als empfangsbedürftige Er-
klärung entgegenzunehmen, bestimmt das kantonale Recht. Nach bündnerischem 
Strafprozessrecht ist dies im ordentlichen Ehrverletzungsverfahren der Kreispräsi-
dent (Art. 163 Abs. 1 StPO), und zwar jener, der im konkreten Fall zur Strafverfol-
gung befugt und verpflichtet ist. Ebenso ist es Sache des kantonalen Rechts zu 
bestimmen, ob und wie der Mangel, dass ein Strafantrag zwar rechtszeitig, aber bei 
einer unzuständigen Behörde eingereicht wurde, geheilt werden kann. Die Be-
schwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden hat in PKG 1979 Nr. 39 
festgehalten, dass in analoger Anwendung der Regelung bei Strafanzeigen im or-
dentlichen Verfahren (Art. 68 Abs. 3 StPO) auch im Ehrverletzungsverfahren davon 
auszugehen sei, dass Strafanträge, die bei einer unzuständigen Stelle erhoben wer-
den, von Amtes wegen unverzüglich an die zuständige Behörde weiterzuleiten sind. 
Auch die in Art. 29 StGB statuierte Antragsfrist von 3 Monaten gilt im vorliegenden 
Fall als gewahrt, zumal der Kreispräsident Thusis bereits erste „Untersuchungs-
handlungen“ im Sinne eines Sühneverfahrens durchgeführt hat. 

Der Vollständigkeit halber sei darauf hinzuweisen, dass - entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdegegner - die Sühneverhandlung durch den Kreispräsiden-
ten Fünf Dörfer wiederholt werden muss. Dies ergibt sich bereits daraus, dass die 
Verfahrensleitung dem Kreispräsidenten in demjenigen Gerichtssprengel obliegt, in 
dem nach erfolglosem Aussöhnungsversuch auch das Gerichtsverfahren vor dem 
Bezirksgerichtssausschuss (Art. 167 Abs. 3 StPO) durchgeführt wird. Ein unzustän-
diger Kreispräsident kann daher keine rechtsgültige Sühneverhandlung durch-
führen.

4. Gestützt auf Art. 167 Abs. 5 StPO sind die Kosten des Beschwerde-
verfahrens von Fr. 800.-- den Beschwerdegegnern zu überbinden, welche die Be-
schwerdeführer überdies ausseramtlich zu entschädigen haben. Unter Berücksich-
tigung der vorstehend dargelegten Bemessungsgrundsätze erscheint daher eine 
Entschädigung in der Höhe von Fr. 600.-- gerechtfertigt. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und Ziffer 3 der angefochtenen Einstel-
lungs- und Abtretungsverfügung aufgehoben.

2. M. S. + G. S. werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, N. und B. für 
das Verfahren vor dem Kreisamt Thusis ausseramtlich mit insgesamt Fr. 
1614.-- zu entschädigen.

3. Ausserdem haben M. S. + G. S. die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
Fr. 800.-- zu tragen und N. und B. für das Beschwerdeverfahren ausseramt-
lich mit insgesamt Fr. 600.-- zu entschädigen.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin ad hoc