# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd5341a7-46cb-5e24-af17-bcb6046ddb78
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.07.2018 F-5780/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5780-2016_2018-07-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5780/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Richter Antonio Imoberdorf,  

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

2. B._______,  

3. C._______,  

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Visum aus humanitären Gründen. 

 

 

 

F-5780/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die sri-lankische Staatsangehörige A._______ (geb. […]; nachfolgend: Ge-

suchstellerin bzw. Beschwerdeführerin) gelangte mit Schreiben vom 27. 

April und 10. Mai 2016 an die Schweizerische Botschaft in Colombo und 

äusserte darin den Wunsch, für sich und ihre beiden Söhne B._______ 

(geb. […]; nachfolgend: Beschwerdeführer 2) und C._______ (geb. […]; 

nachfolgend: Beschwerdeführer 3) in der Schweiz Asyl zu erhalten (Akten 

der Vorinstanz [SEM-act.] 1/37 und 1/39). Nachdem sie von Mitarbeitenden 

der Schweizerischen Botschaft am 11. Mai 2016 zu einem Beratungsge-

spräch empfangen worden war, ersuchte sie am 25. Mai bzw. 8. Juni 2016 

für sich und ihre beiden Söhne gleichenorts um Ausstellung humanitärer 

Visa (SEM-act. 1/4 ff., act. 1/13 ff. und act. 1/50 ff.). 

B.  

In einer im Nachgang zum Beratungsgespräch erstellten Aktennotiz vom 

2. Juni 2016 hielt die Schweizer Botschaft unter anderem fest, dass die 

Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben Selbstmordattentate der 

Liberation Tigers of Tamil Eelam (nachfolgend: LTTE) organisiert und koor-

diniert habe. Sie sei deshalb 2006 verhaftet und nach einer Verurteilung 

bis 2013 in Haft gehalten worden. Unter den gegebenen Umständen sei 

auf eine Asylunwürdigkeit zu schliessen (SEM-act. 1/42 f.). 

C.  

Mit separaten Formularverfügungen vom 6. Juni 2016 verweigerte die 

Schweizerische Botschaft in Colombo den Gesuchstellenden die Erteilung 

der Visa (SEM-act. 1 f., act. 10 f. und act. 46 f.).  

D.  

Eine von der Gesuchstellerin am 7. Juni 2016 gegen die Visumsverweige-

rungen erhobene Einsprache wies das Staatssekretariat für Migration 

(nachfolgend: Vorinstanz) am 15. August 2016 ab. Die Vorinstanz hielt 

hierzu fest, dass die Voraussetzungen für die Erteilung eines humanitären 

Visums nicht erfüllt seien. Bei der Gesuchstellerin handle es sich um eine 

asylunwürdige Person im Sinne von Art. 53 AsylG (SR 142.31), weil sie für 

die LTTE wichtige Aufgaben übernommen und eine Selbstmordattentäterin 

zum Einsatzort begleitet habe. Die Einreise asylunwürdiger Personen in 

die Schweiz sei nicht erwünscht. Dessen unbesehen könne aus den gel-

tend gemachten Umständen keine unmittelbare, ernsthafte und konkrete 

Lebensgefahr für die Gesuchstellenden abgeleitet werden (SEM-act. 1/48 

und act. 1/58 ff.). 

F-5780/2016 

Seite 3 

E.  

Gegen den Einspracheentscheid gelangte die Gesuchstellerin für sich und 

ihre beiden Kinder mit einer Eingabe vom 6. September 2016 an das Bun-

desverwaltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung sowie die Ausstellung humanitärer Visa. Sie führt im Wesentli-

chen an, dass sie seit ihrer Entlassung aus dem Gefängnis im Februar 

2013 anhaltenden Bedrohungen und Belästigungen durch Angehörige der 

Armee und des Geheimdienstes sowie durch das ‚Criminal Investigation 

Department‘ ausgesetzt sei. Die Bedrohungssituation habe noch zuge-

nommen, nachdem ihr Bruder verhaftet worden sei. Weiter macht die Be-

schwerdeführerin geltend, dass sie ohne ernsthaften Grund während acht 

Jahren im Gefängnis gesessen habe und dass ihr Ehemann vermisst 

werde (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1). 

F.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2016 

die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 4). 

G.  

Mit Eingabe vom 2. November 2016 wies die Beschwerdeführerin noch-

mals darauf hin, dass sie sich in einer sehr bedrohlichen Situation befinde 

und umgehend Schutz benötige (BVGer-act. 6). 

H.  

Am 15. November 2016 reichte die Beschwerdeführerin ein Schreiben des 

sri-lankischen Verteidigungsministers vom 12. Juli 2016 zu den Akten, wo-

mit er ihrem Bruder für drei Monate Bewegungseinschränkungen, Melde- 

und Erscheinungspflichten auferlegte (BVGer-act. 7).  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen der Vorinstanz, die im Einspracheverfahren gegen die Ver-

weigerung eines humanitären Visums ergehen (Art. 33 Bst. d VGG; Art. 5 

Abs. 2 VwVG; Art. 6 Abs. 2bis Ausländergesetz [AuG, SR 142.20]; 

Art. 112 Abs. 1 AuG). 

F-5780/2016 

Seite 4 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin nahm am vorangegangenen Einsprachever-

fahren für sich und ihre Söhne mit eigenen Anträgen teil. Sie ist als Verfü-

gungsadressatin zur Erhebung des Rechtsmittels im eigenen Namen und 

im Namen ihrer Söhne legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten 

(Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und - soweit nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat - die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden. Massgebend ist grundsätzlich die 

Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.; 

2011/43 E. 6.1). 

3.  

3.1 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz eines Visums sind, falls 

ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates 

vom 15. März 2001 (Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsan-

gehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums 

sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von 

dieser Visumpflicht befreit sind [ABl. L 81/1 vom 21.03.2001]) erforderlich 

ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. b der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemein-

schaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Kodifi-

zierter Text] [Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016]; 

Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Einreise und die Visumerteilung vom 

22. Oktober 2008 [VEV, SR 142.204]; vgl. auch Art. 2 Ziff. 6 SGK; Art. 5 

Abs. 1 Bst. a AuG). 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2014/1

F-5780/2016 

Seite 5 

3.2 Als Staatsangehörige von Sri Lanka unterliegen die Beschwerdefüh-

renden der Visumspflicht (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Anhang I der Verordnung [EG] 

Nr. 539/2001; Art. 4 Abs. 1 VEV). Sie beabsichtigen, sich längerfristig in der 

Schweiz aufzuhalten. Vorliegend ist unbestritten, dass die Voraussetzun-

gen zur Erteilung eines einheitlichen Schengen-Visums im Sinne von 

Art. 24 in Verbindung mit Art. 2 Ziff. 3 der Verordnung (EG) Nr. 810/2009 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen 

Visakodex der Gemeinschaft (nachfolgend: Visakodex) nicht gegeben sind 

(vgl. Art. 21 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 Visakodex; Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. 

Art. 6 Abs. 1 SGK; Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 AuG). Angesichts der von den 

Beschwerdeführenden geltend gemachten humanitären Gründe hat die 

Vorinstanz zu Recht die Erteilung eines einheitlichen Visums für den 

Schengen-Raum verweigert. 

4.  

4.1 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines einheitlichen 

Schengen-Visums nicht erfüllt, konnten nach der bis anhin geltenden 

schweizerischen Praxis humanitäre Visa zwecks Einreichung eines Asyl-

gesuchs in Form eines Schengen-Visums mit auf das Hoheitsgebiet des 

ausstellenden Staates beschränkter Gültigkeit erteilt werden (Art. 25 Ziff. 1 

Bst. a Visakodex; Art. 2 Ziff. 4 Visakodex; Art. 2 Abs. 4 VEV; Art. 12 Abs. 4 

VEV; vgl. Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK; BVGE 2015/5 E. 4.1 m.w.H.). In einem 

neueren Urteil stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch fest, 

dass solche Visa zur Einreichung eines Asylgesuchs allein dem nationalen 

Recht unterstehen (Urteil des EuGH vom 7. März 2017, X und X gegen 

Belgien, C-638/16 PPU, ECLI:EU:C:2017:173). 

4.2 Gemäss Art. 2 Abs. 4 VEV in Verbindung mit Art. 12 Abs. 4 VEV können 

das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) 

und die Vorinstanz im Rahmen ihrer Zuständigkeiten im Einzelfall eine Ein-

reise aus humanitären Gründen für einen Aufenthalt von höchstens 90 Ta-

gen bewilligen. Soweit diese Bestimmungen aber Bezug auf den Begriff 

des Visums mit beschränkter räumlicher Gültigkeit im Sinne von Art. 25 

Abs. 1 Visakodex nehmen, kann sich die bisherige schweizerische Praxis 

zur Erteilung von humanitären Visa aufgrund der Rechtsprechung des 

EuGH nicht länger darauf stützen. Die sich daraus ergebende Lücke füllte 

das Bundesverwaltungsgericht dahingehend aus, dass es bis zu entspre-

chenden Massnahmen des Gesetzgebers, zum gleichen Zweck und unter 

unveränderten inhaltlichen Voraussetzungen eine neue Kategorie (huma-

nitärer) nationaler Visa schuf, die nur für das Territorium der Schweiz gelten 

(Urteil des BVGer F-7298/2016 vom 19.  Juni 2017 E. 4.2 und E. 4.3 m.H.). 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/5

F-5780/2016 

Seite 6 

4.3 Ein Visum aus humanitären Gründen kann ausgestellt werden, wenn 

bei einer Person aufgrund des konkreten Einzelfalles offensichtlich davon 

ausgegangen werden muss, dass sie im Heimat- oder Herkunftsstaat un-

mittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet ist. Die be-

troffene Person muss sich in einer besonderen Notsituation befinden, die 

ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und die Erteilung 

eines Einreisevisums rechtfertigt. Dies kann etwa bei akuten kriegerischen 

Ereignissen oder bei einer aufgrund der konkreten Situation unmittelbaren 

individuellen Gefährdung gegeben sein. Das Gesuch ist unter Berücksich-

tigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände der betroffe-

nen Person und der Lage im Heimat- oder Herkunftsland sorgfältig zu prü-

fen (BVGE 2015/5 E. 4.1.3; Weisung des SEM Nr. 322.126 vom 25. Feb-

ruar 2014 [Stand am 30. August 2016], Visumantrag aus humanitären 

Gründen, www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > Weisungen und 

Kreisschreiben > I. Ausländerbereich > 2. Einreise in die Schweiz, abgeru-

fen am 31.05.2018). 

4.4 Ein Visum aus humanitären Gründen ist nur sehr restriktiv zu erteilen 

(BVGE 2015/5 E. 4.1.3; Urteil des BVGer F-7298/2016 vom 19.  Juni 2017 

E. 4.3). Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums (BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.; BVGE 2011/48 E. 4.1; 

2009/27 E. 3; vgl. Botschaft vom 8. März 2002 zum Bundesgesetz über 

Ausländerinnen und Ausländer, BBl 2002 3704, 3774). Den Behörden 

kommt bei der Beurteilung, ob die Voraussetzungen für die Visumerteilung 

erfüllt sind, ein weiter Beurteilungsspielraum zu (vgl. BVGE 2014/1 

E. 4.1.5; Urteil des BVGer F-7617/2016 vom 12. März 2018 E. 4.2).  

5.  

5.1 Die Vorinstanz verneinte die Voraussetzungen für die Erteilung eines 

humanitären Visums unter anderem deshalb, weil sie in den von den Be-

schwerdeführenden geltend gemachten Umständen und unter Berücksich-

tigung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation in Sri Lanka 

keine unmittelbare, ernsthafte und konkrete Lebensgefahr erkennen 

konnte (SEM-act. 4/58 ff.). 

5.2 Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, dass sie acht Jahre in Ge-

fangenschaft gewesen und erst am 7. Februar 2013 entlassen worden sei. 

Während der Haft habe sie körperliche und geistige Qualen erlitten. Von 

ihrem Ehemann fehle seit Dezember 2011 jede Spur. Seit sie aus dem Ge-

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/5

F-5780/2016 

Seite 7 

fängnis entlassen worden sei, werde sie von der ‚Terrorist Investigation Di-

vision‘, dem ‚Criminal Investigation Department‘, von Sicherheitskräften so-

wie von paramilitärischen Organisationen täglich bedroht und belästigt. 

Dies sei für sie und ihre Söhne sehr belastend. Ehemalige Gefängnisinsas-

sen würden ganz allgemein erheblich bedroht. Es bestehe die Gefahr, dass 

sie von Armeeangehörigen sexuell missbraucht werde. Nachdem ihr Bru-

der gefangen genommen worden sei, hätten die Bedrohungen massiv zu-

genommen. Fünf Armeeangehörige seien jeden Morgen gekommen, um 

zu kontrollieren, ob sie (die Beschwerdeführerin) zu Hause sei. Wenn sie 

da gewesen sei, sei sie befragt worden. Ihr Haus befinde sich in der Nähe 

eines Armeelagers. Sie werde von den Armeeangehörigen in diesem Lager 

verfolgt, beobachtet und müsse dort jeweils um Erlaubnis fragen, wenn sie 

irgendwo hin gehen wolle. Einmal im Monat müsse sie sich sogar im Ar-

meelager zeigen und Bericht erstatten (BVGer-act. 1 und act. 7; SEM-

act. 1/37). 

5.3 Aufgrund einer im Einspracheverfahren eingereichten Bestätigung des 

Internationalen Komitees des Roten Kreuzes vom 15. Februar 2013 kann 

als erstellt gelten, dass die Beschwerdeführerin zwischen Oktober 2006 

und Februar 2013 in der Gefangenschaft besucht wurde (vgl. SEM-

act. 1/33). Die von ihr geschilderte Bedrohungssituation soll seit ihrer Ent-

lassung aus dem Gefängnis im Februar 2013 bestehen. Die Bedrohungen 

und Einschüchterungen durch die ‚Terrorist Investigation Division‘, das ‚Cri-

minal Investigation Department‘ sowie durch Sicherheitskräfte und parami-

litärischen Organisationen sollen gemäss den Ausführungen in der Be-

schwerdeschrift im Zuge der Verhaftung ihres Bruders an Intensität zuge-

nommen haben. Wann genau der Bruder aber verhaftet wurde und wann 

es zur geschilderten Zunahme an Repressionen gegenüber der Beschwer-

deführerin gekommen ist, erschliesst sich nicht aus den Akten. Immerhin 

kann dem Schreiben der Beschwerdeführerin an die Schweizer Botschaft 

in Colombo vom 27. April 2016 entnommen werden, dass ihr Bruder zu 

diesem Zeitpunkt offenbar im Gefängnis gewesen ist. Sodann geht aus 

dem von der Beschwerdeführerin zu den Akten gereichten Schreiben des 

Verteidigungsministers vom 12. Juli 2016 hervor, dass der Bruder zuvor 

entlassen wurde. Mit Eingabe vom 15. November 2016 bestätigte die Be-

schwerdeführerin denn auch, dass ihr Bruder inzwischen aus dem Gefäng-

nis entlassen worden sei. 

5.4 Wenngleich vorliegend nicht ausgeschlossen werden kann, dass ge-

genüber der Beschwerdeführerin als ehemalige Gefängnisinsassin eine la-

F-5780/2016 

Seite 8 

tente Bedrohungssituation besteht und dass sich diese nach der Verhaf-

tung ihres Bruders noch erhöht hat, so ergibt sich aus ihren Vorbringen 

dennoch keine unmittelbare, ernsthafte und konkrete Gefährdung für Leib 

und Leben (vgl. Urteil des BVGer F-4938/2016 vom 11. August 2017 

E. 9.3). Die Aussagen der Beschwerdeführerin zu den Bedrohungen, Be-

lästigungen und Einschüchterungen durch Sicherheitskräfte und andere 

staatliche Exponenten sind sehr allgemein und vage gehalten (vgl. Urteil 

des BVGer F-3303/2016 vom 3. Januar 2017 E. 6.3). Trotz der von ihr gel-

tend gemachten massiven Bedrohungssituation vermag die Beschwerde-

führerin keine auch nur annähernd gravierenden Vorfälle oder eine kon-

krete Gefährdung zu schildern, die sich seit ihrer Entlassung aus dem Ge-

fängnis im Februar 2013 ereignet respektive realisiert haben sollen 

(vgl. Urteil des BVGer F-5488/2014 vom 16. Dezember 2016 E. 5.6). We-

der zeigt die Beschwerdeführerin einen konkreten Zwischenfall mit Sicher-

heitskräften auf noch ist aktuell eine akute individuelle Gefährdung der Be-

schwerdeführenden ersichtlich. Es kann durchaus sein, dass sich die Be-

schwerdeführenden in einer schwierigen persönlichen Lage befinden, die 

sie psychisch belastet (vgl. Urteil des BVGer F-4378/2015 vom 14. Dezem-

ber 2017 E. 7.5). Vorliegend genügt es für den Erhalt eines Visums aus 

humanitären Gründen aber nicht, sich unspezifisch auf behördliche Ein-

schüchterungsversuche sowie auf nur mögliche Bedrohungsquellen zu be-

rufen (vgl. Urteil des BVGer F-4955/2016 vom 26. April 2018 E. 7.1). 

In einer Gesamtwürdigung kann nicht von einer besonderen Notsituation 

der Beschwerdeführenden ausgegangen werden, welche ein behördliches 

Einschreiten unausweichlich machen würde (vgl. Urteile des BVGer  

F-1545/2016 vom 10. Januar 2018 E. 6.1; F-4938/2016 vom 11. August 

2017 E. 9.4). Daran vermag das Vorbringen der Beschwerdeführerin, ihr 

Ehemann sei seit Dezember 2011 verschwunden, nichts zu ändern. Auf-

grund des erheblichen Zeitablaufs kann auch dieser Umstand nicht zur An-

nahme einer aktuellen, akuten Gefährdungssituation der Beschwerdefüh-

renden führen. 

5.5 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vorausset-

zungen für die Erteilung eines humanitären Visums nicht erfüllt sind. Offen 

bleiben kann somit, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin das Visum 

zu Recht auch deshalb verweigerte, weil es sich bei ihr um eine asylunwür-

dige Person im Sinne von Art. 53 Bst. a AsylG handelt (vgl. dazu Urteile 

des BVGer D-7397/2014 vom 25. Juni 2015 E. 7.3; E-3011/2014 vom 

25. Juni 2014 E. 8.1).  

F-5780/2016 

Seite 9 

6.  

Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz mit der angefochtenen Verfügung 

weder Bundesrecht verletzt noch den rechtserheblichen Sachverhalt un-

richtig oder unvollständig festgestellt, noch unangemessen entschieden 

(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den unterliegenden Beschwerdeführenden aufzuerlegen. In Beachtung der 

besonderen Umstände kann jedoch in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 

VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet werden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-5780/2016 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (durch Vermittlung der Schweizerischen 

Botschaft in Colombo [per EDA-Kurier]) 

– die Schweizer Botschaft in Colombo (mit der Bitte um Eröffnung des 

Urteils an die Beschwerdeführenden gegen Empfangsbestätigung und 

deren Zustellung an das Bundesverwaltungsgericht [per EDA-Kurier]) 

– die Vorinstanz (mit den Akten Ref-Nr. […] + […] + […]) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Andreas Trommer Mathias Lanz 

 

 

 

Versand: