# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b2d94d9-2657-5399-8209-772f0f492edc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.01.2012 D-3021/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3021-2010_2012-01-12.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3021/2010

U r t e i l   v om   1 2 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas,   
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren X._______,
Afghanistan, 
vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. März 
2010 / N_______.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  –  ein  afghanischer  Staatsangehöriger  und 
ethnischer  Tadschike  aus  Kabul  –  verliess  eigenen  Angaben  zufolge 
zusammen  mit  seinem  Bruder  B._______  ([...])  im  Z._______  seine 
Heimat  und  gelangte  am  19.  November  2009  über  ihm  unbekannte 
Länder  und  C._______  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im 
D._______ um Asyl nachsuchte.

Anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  25.  November  2009  im  D._______ 
sowie  der  Anhörung  durch  das  BFM  vom  11.  Januar  2010 machte  der 
Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuches  geltend,  seine 
Eltern und seine Schwester würden seit mehreren Jahren in der Schweiz 
leben. Nach der Ausreise der Eltern hätten er und sein Bruder bei  ihren 
Grosseltern  gelebt.  Nachdem  seine  Eltern  ihn  und  die  übrigen 
Familienangehörigen  in Afghanistan besucht gehabt hätten,  sei  bekannt 
geworden, dass seine Eltern in der Schweiz lebten. Nach deren Rückkehr 
in  die  Schweiz  seien  er  und  sein  Bruder  eine  Zeit  lang  noch  in  Ruhe 
gelassen  worden.  Im  Y._______  hätten  dann  aber  die  Probleme 
begonnen. So  sei  er  von  einem unbekannten Mann  telefonisch  bedroht 
worden und dieser habe seine Eltern als Ungläubige bezeichnet und der 
Zusammenarbeit  mit  den  Amerikanern  bezichtigt.  Auch  sei  er 
aufgefordert  worden,  mit  den  Unbekannten  zusammenzuarbeiten  oder 
eine  hohe  Geldsumme  zu  zahlen.  Er  habe  die  telefonische  Drohung 
zunächst  für  einen  Scherz  gehalten,  jedoch  im  Gespräch  mit  seinem 
Bruder erfahren, dass auch dieser auf die gleiche Art bedroht worden sei. 
Eine  Woche  nach  diesem  Telefonanruf  sei  er  auf  dem  Heimweg  von 
einem  unbekannten  Mann  in  ein  Auto  gezerrt  und  von  den  darin 
befindlichen  Männern  erneut  aufgefordert  worden,  entweder  sich  ihrer 
Bande  anzuschliessen  oder  eine  hohe  Geldsumme  zu  zahlen,  da  sich 
seine  Eltern  im  Ausland  aufhalten  würden  und  wohlhabend  seien. 
Danach habe man ihn wieder aussteigen lassen und ihm mitgeteilt, dass 
dies eine Warnung gewesen sei und er das nächste Mal entführt würde. 
Dies sei dann auch acht Monate nach dem ersten Vorfall geschehen, als 
ihn  im Z._______ zwei Männer auf der Strasse gepackt und  in ein Auto 
gesetzt  hätten,  das sofort  losgefahren sei. Auf einem Platz  in der Nähe 
ihres Hauses habe das Auto angehalten und die Entführer hätten ihm ein 
Handy gegeben, mit welchem er seine Eltern über seine Entführung hätte 
in Kenntnis setzen und diese auffordern sollen, Lösegeld zu schicken. Er 
habe den Unbekannten erklärt, dass seine Eltern nicht vermögend seien, 

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und, als ein Auto vorbeigefahren sei, die Gelegenheit zur Flucht ergriffen. 
Einer  der  Entführer  sei  ihm  noch  nachgerannt,  habe  ihn  jedoch  nicht 
einholen können. Daraufhin habe er sich gemeinsam mit seinem Bruder 
zu  einem  Freund  des  Grossvaters  nach  E._______  begeben.  Auf  die 
weiteren  Ausführungen  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Mit  Entscheid  vom  7.  Dezember  2009 wurde  der  Beschwerdeführer  für 
den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  F._______ 
zugewiesen.

B. 
Mit Verfügung vom 24. März 2010 – eröffnet am 29. März 2010 – lehnte 
das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete dessen 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung 
führte  das  Bundesamt  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen  von  Art.  3  des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  zu  genügen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung 
des  Beschwerdeführers  nach  Afghanistan  erscheine  als  zulässig, 
zumutbar und möglich.

C. 
Mit Eingabe vom 28. April 2010 erhob der Beschwerdeführer gegen diese 
Verfügung  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte 
die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei ihm 
die vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er 
um  Koordination  seines  Verfahrens  mit  demjenigen  seines  Bruders 
B._______,  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Auf die Begründung und die 
der  Rechtsmitteleingabe  beigelegten  Bestätigungen  von  Drittpersonen 
zur  Situation  der  Familie  (...)  in  der  Schweiz  wird,  soweit 
entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Verfügung  des  Instruktionsrichters  vom  11.  Mai  2010  wurde  dem 
Beschwerdeführer  mitgeteilt,  dass  er  den  Ausgang  des 

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Beschwerdeverfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne  und  sein 
Beschwerdeverfahren  mit  demjenigen  seines  Bruders  B._______ 
koordiniert  werde.  Die  Behandlung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde 
auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen und gleichzeitig auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses verzichtet.

E. 
Mit Verfügung vom 24. Oktober 2011 teilte das Bundesverwaltungsgericht 
dem Beschwerdeführer mit, die Vorinstanz habe sein Asylgesuch gestützt 
auf Art.  3 AsylG abgelehnt. Das Bundesverwaltungsgericht  behalte  sich 
vor, seine Asylvorbringen auch auf ihre Glaubhaftigkeit, mithin unter dem 
Blickwinkel  von  Art.  7  AsylG  zu  prüfen,  da  nämlich  in  seinen 
Schilderungen  zur  vorgebrachten  Verfolgungssituation  diverse 
Widersprüche  bestünden.  Dem  Beschwerdeführer  wurde  bis  zum 
8. November 2011 die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt.

F. 
Mit  Eingabe  vom  3.  November  2011  zeigte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers – unter Beilage einer Vollmacht – die Übernahme des 
Mandats per 2. November 2011 an und ersuchte um Fristerstreckung bis 
am 22. November 2011 zur Einreichung einer Stellungnahme.

G. 
Mit  Verfügung  vom  11.  November  2011  wurde  das 
Fristerstreckungsgesuch vom 3. November 2011 gutgeheissen und dem 
Beschwerdeführer  –  unter  Verweis  auf  Art.  32  Abs.  2  VwVG – 
Gelegenheit  gegeben,  sich  bis  zum  22.  November  2011  zu  den  in  der 
Verfügung  vom  24.  Oktober  2011  enthaltenen  Feststellungen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  zu  äussern  und  weitere  Beweismittel 
einzureichen.

H. 
Mit Eingabe vom 22. November 2011 reichte der Beschwerdeführer seine 
Stellungnahme zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 
liegt  in  casu  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet 
demnach endgültig.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung. Er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 
105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der 
Regel  in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen  (vgl. Art. 21 
Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen 
auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 
AsylG).

1.5.  Das  vorliegende  Urteil  ergeht  aus  sachlichen  und 
prozessökonomischen Gründen gleichzeitig mit demjenigen des Bruders 
des Beschwerdeführers  (B._______;  [...]), der gegen den Entscheid des 
BFM  vom  24. März  2010  beim  Bundesverwaltungsgericht  ebenfalls  am 
28.  April  2010  eine  Beschwerde  einreichte  (vgl.  auch  Bstn.  C.  und  D. 
oben).

2. 

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2.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

3. 
3.1.  Die  Vorinstanz  hielt  zur  Begründung  des  ablehnenden 
Asylentscheides  im  Wesentlichen  fest,  der  Beschwerdeführer  mache 
geltend,  Unbekannte  hätten  ihn  telefonisch  belästigt.  Nachdem  sie  ihm 
telefonisch mit einer Entführung gedroht hätten, sei er zweimal von ihnen 
verschleppt  worden  und  sie  hätten  dabei  auch  Lösegeld  gefordert.  Die 
vom Beschwerdeführer geltend gemachten, von kriminellen Drittpersonen 
ausgegangenen  Nachteile  könnten  nicht  den  Behörden  angelastet 
werden.  Der  Beschwerdeführer  stamme  aus  Kabul.  Gemäss  den 
Erkenntnissen  des  BFM  seien  die  Behörden  in  Kabul  schutzwillig  und 
schutzfähig, weshalb er die Möglichkeit besitze, sich an die Behörden zu 
wenden  und  dort  um  Schutz  gegen  die  Behelligungen  nachzusuchen. 
Aus  seinen  Angaben  sei  zu  entnehmen,  dass  er  es  bisher  unterlassen 
habe,  eine  Anzeige  wegen  der  geltend  gemachten  Vorfälle  bei  den 
Behörden  einzureichen.  Deshalb  könne  nicht  von  mangelnder 
Schutzfähigkeit  und  fehlendem  Schutzwillen  gesprochen  werden. 
Überdies seien die Behörden nicht  in der Lage, einen allesumfassenden 
Schutz zu gewährleisten und jeden kriminellen Übergriff zu ahnden. Den 
Vorbringen des Beschwerdeführers komme daher keine Asylrelevanz zu. 
Die  Asylvorbringen  würden  daher  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten, weshalb es 

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sich  erübrige,  auf  die  bestehenden  Ungereimtheiten  in  den  Vorbringen 
einzugehen.

3.2.  In  seiner  Beschwerdeschrift  wendete  der  Beschwerdeführer 
demgegenüber im Wesentlichen ein, gemäss öffentlichen Quellen hätten 
Entführungen  in  seiner  Heimat  dramatisch  zugenommen  und  sich  zu 
einem Geschäft entwickelt. Dabei handle es sich nicht um Mitglieder der 
Taliban, sondern um kriminelle Banden ohne politischen Hintergrund. Die 
Opfer  seien mehrheitlich  wohlhabende  Afghanen  und  die  Polizei  könne 
offenbar nicht  in Anspruch genommen werden, da vermutet werde, dass 
die  Geiselnehmer  von  korrupten  Behördenvertretern  gedeckt  würden. 
Ausserdem werde  die  Aufarbeitung  von  Verbrechen  Privater  durch  das 
duale  Rechtssystem  in  Afghanistan,  durch  welches  oftmals  die 
Zuständigkeiten unklar blieben und Verfahren verschleppt oder gar nicht 
erst angegangen würden, gelähmt. Zahlreiche Berichte würden über die 
grassierende Korruption  in  seiner Heimat  Zeugnis  ablegen.  Vor  diesem 
Hintergrund werde verständlich, warum er keine Anzeige bei der Polizei 
eingereicht  habe,  und  entsprechend  würden  seine  diesbezüglichen 
Angaben – wie auch die entsprechenden Ausführungen seines Bruders – 
überzeugend  wirken.  Möglicherweise  wäre  bei  einer  Anzeigeerhebung 
mit  massiven  Repressalien  seitens  der  Unbekannten  zu  rechnen 
gewesen.  Die  vorinstanzliche  Einschätzung,  wonach  die  afghanischen 
Behörden  in  Entführungsfällen  sowohl  schutzwillig  als  auch  schutzfähig 
seien,  sei  daher  zurückzuweisen.  Folglich  seien  die  von  ihm  geltend 
gemachten Fluchtgründe als asylrelevant zu beurteilen, zumal er – selbst 
wenn  er  es  versucht  hätte  –  gar  keinen  effektiven  Zugang  zu  einer 
funktionierenden und effizienten Schutzinfrastruktur habe.

3.3.  In  seiner  Verfügung  vom  24.  Oktober  2011  hielt  das 
Bundesverwaltungsgericht  fest,  in  den  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers  zur  vorgebrachten  Verfolgungssituation  bestünden 
diverse  Widersprüche.  Zur  näheren  Begründung  führte  es  dabei  aus, 
dass der Beschwerdeführer  im Rahmen der Erstbefragung  lediglich  von 
einer  Entführung  gesprochen  habe,  die  erst  nach  vielen 
Warnungen/Drohungen  durchgeführt  worden  sei,  und  er  vor  der 
versuchten  zweiten  Entführung  einen  Tag  vor  seiner  Ausreise  habe 
fliehen  können,  jedoch  bei  der  direkten  Anhörung  zwei  Entführungen 
erwähnt  habe,  wobei  er  bis  zur  ersten  Entführung  nur  einmal  bedroht 
worden sei. Ferner habe sich der Beschwerdeführer bezüglich der Dauer 
seines  Aufenthaltes  und  seiner  genauen  Position  im  Wagen  seiner 
Entführer  sowie  der  Anzahl  der  Entführer  in  Ungereimtheiten  verstrickt. 

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Zudem habe  er  sich  nicht  an  den  genauen Zeitpunkt  dieser Vorfälle  zu 
erinnern  vermocht  und  seine  diesbezügliche  Erklärung  in  der 
Erstbefragung  vermöge  nicht  zu  überzeugen,  da  nicht  einsichtig  sei, 
weshalb  er  die  Entführung  nach  den  diversen  vorgängigen Warnungen 
nicht hätte ernst nehmen sollen, und es sich zudem beim geschilderten 
Vorfall  um  ein  einschneidendes  Ereignis  handle,  welches 
erfahrungsgemäss  besonders  gut  im  Gedächtnis  haften  bleibe,  zumal 
zwei  der  Entführer  bewaffnet  gewesen  sein  sollen.  Überdies  habe  der 
Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  Erstbefragung  mit  keinem  Wort 
erwähnt,  dass  seine  Eltern  –  nachdem  sich  diese  einige  Jahre  in  der 
Schweiz  aufgehalten  hätten  –  für  einen  Besuch  nach  Afghanistan 
zurückgekehrt  seien,  der  in  der  Folge  ursächlich  für  die  geschilderten 
Ereignisse gewesen sein soll.

3.4.  Der  Beschwerdeführer  brachte  in  seiner  Stellungnahme  vom  22. 
November  2011  im  Wesentlichen  vor,  die  Vorbringen  anlässlich  der 
Anhörung  hinsichtlich  der  Warnungen/Drohungen  und  der  Anzahl 
Entführungen  seien  zutreffend.  Er  sei  insgesamt  zwei  Mal  entführt 
worden,  wobei  man  ihn  vor  der  ersten  Entführung  in  Form  einer 
Erpressung  einmal  bedroht  habe.  Dass  er  in  der  Erstbefragung 
angegeben  habe,  er  sei  einmal  entführt  worden,  hänge  einzig mit  dem 
Umstand  zusammen,  dass  ihm  während  der  zweiten  Entführung 
beziehungsweise während des Entführungsversuchs die Flucht gelungen 
sei, es sich also nicht um eine "zu Ende geführte" Entführung gehandelt 
habe.  Bereits  in  der  Erstbefragung  habe  er  angeführt,  er  habe  fliehen 
können. Dass diese Flucht beim Entführungsversuch gelungen sei, habe 
er  aus  Zeitmangel  jedoch  nicht  schildern  können.  Was  die  Anzahl 
Bedrohungen  vor  der  ersten  Entführung  betreffe,  so  habe  er  zwischen 
den  zahlreichen  Erniedrigungen  und  der  Erpressung  unterschieden, 
wobei letztere lediglich einmal formuliert worden sei und in seinen Augen 
eine  Bedrohung  dargestellt  habe.  Bezüglich  der  Umstände  der  ersten 
Entführung  könnten  die  Ungereimtheiten  nicht  vollends  ausgeräumt 
werden. Aus seinen Ausführungen bei der Anhörung gehe  jedoch seine 
Verwirrung  deutlich  hervor.  Er  sei  sich  einzig  gewiss  gewesen,  dass 
vorne neben dem Fahrer auch ein Beifahrer gesessen sei. Überdies sei 
die  Dauer  einer  Entführung  naturgemäss  in  einer  Stresssituation 
nachträglich  nicht  einfach  einzuschätzen.  Angesichts  der  konkreten 
Umstände  könne  die  Differenz  zwischen  "ungefähr"  einer  halben  und 
einer Stunde nicht von wesentlicher Bedeutung sein. Zum Zeitpunkt der 
Entführung  sei  anzumerken,  dass  zwischen  den  beiden  Entführungen 
rund  acht Monate  liegen würden. Da  einerseits  exakte  Zeitangaben mit 

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Tag und Monat  in Afghanistan kulturbedingt weniger wichtig seien als  in 
der  Schweiz  und  andererseits  der  Zeitpunkt  der  ersten  Entführung 
problemlos  zurückgerechnet  werden  könne  (Y._______),  so  erscheine 
die unpräzise Angabe von untergeordneter Wichtigkeit. Unzutreffend sei 
die Aussage, er habe im Rahmen der Erstbefragung mit keinem Wort den 
Besuch  seiner  Eltern  in  Afghanistan  erwähnt.  Auf  Seite  11  erwähne  er 
nämlich diesen kurzen Besuch und auf Seite 5 unten, Ziffer 15, nehme er 
gleich  zu Beginn Bezug auf  diesen Besuch. Werde berücksichtigt,  dass 
die  Fragen  16  bis  21  unmittelbar  vor  der  Frage  15  (Gesuchsgründe) 
gestellt  würden,  so  liege  der  unmittelbare Bezug  dieser  zwei  Aussagen 
zum  vorgängigen  Besuch  der  Eltern  in  Afghanistan  nahe.  Vor  diesem 
Besuch hätten die Personen, von welchen die Bedrohung ausgegangen 
sei,  nichts  vom  Aufenthalt  seiner  Eltern  in  der  Schweiz  gewusst.  Die 
erwähnten Widersprüche beziehungsweise Ungereimtheiten hätten damit 
entkräftet  oder  zumindest  in  ihrer  Bedeutung  relativiert  werden  können, 
worunter  seine Glaubhaftigkeit  nicht  leide.  Im Weiteren  sei  anzuführen, 
dass der in Kabul lebende Grossvater – namens G._______ – vor kurzem 
gestorben  sei.  Entsprechende  Fax­Schreiben  würden  diesen  Umstand 
belegen und die Original­Dokumente würden zum Beleg  raschmöglichst 
nachgereicht.  Da  überdies  die  beiden  früher  in  Kabul  lebenden  Tanten 
unterdessen Afghanistan ebenfalls verlassen hätten, lebe nur noch seine 
(...)  Grossmutter  in  Kabul,  wobei  diese  wegen  ihrer  schlechten 
Gesundheit  in  ärztlicher  Behandlung  sei.  Es  könne  daher  von  einem  in 
Kabul  vorhandenen  tragfähigen  Beziehungsnetz  im  heutigen  Zeitpunkt 
keine  Rede  mehr  sein.  Sodann  werde  ersucht,  mit  dem  Urteil  noch 
mindestens  30  Tage  zuzuwarten,  damit  die  entsprechenden 
Originalbelege rechtzeitig ins Recht gelegt werden könnten.

3.5. Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  vorliegend  nach  Würdigung 
der Akten und unter Berücksichtigung der  in der Beschwerde und der  in 
der Stellungnahme vom 22. November 2011 dargelegten Entgegnungen 
und  der  eingereichten  Beweismittel  zum  Schluss,  dass  die  in  der 
angefochtenen  Verfügung  im  Resultat  getroffene  Einschätzung  der 
Vorinstanz,  wonach  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht erfüllt, zu stützen ist.

3.5.1.  Die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  zur  vorgebrachten 
Verfolgungssituation  vermögen  den Anforderungen  von Art.  7 AsylG  an 
die Glaubhaftigkeit  insgesamt nicht zu genügen. Dem Beschwerdeführer 
wurden  die  verschiedenen  Ungereimtheiten  im  Sachverhaltsvortrag  mit 
Verfügung  vom  24. Oktober  2011  zur  Kenntnis  gebracht  und  ihm  dazu 

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das  rechtliche  Gehör  eingeräumt.  Die  Entgegnungen  in  seiner 
Stellungnahme  vom  22.  November  2011  vermögen  die  entstandenen 
Unstimmigkeiten  insgesamt  nicht  zu  entkräften.  Hinsichtlich  der  Anzahl 
Entführungen entgegnet der Beschwerdeführer, es sei  ihm während der 
zweiten Entführung beziehungsweise während des Entführungsversuchs 
gelungen  zu  fliehen, weshalb  es  sich  nicht  um eine  "zu Ende  geführte" 
Entführung  gehandelt  habe.  Dies  habe  er  bei  der  Erstanhörung  nicht 
erklärt,  weil  ihm  dort  keine  Zeit  für  längere  Ausführungen  eingeräumt 
worden  sei.  Zwar  kommt  dem  Protokoll  des  Empfangszentrums 
angesichts  des  summarischen  Charakters  nur  ein  beschränkter 
Beweiswert  zu.  Widersprüche  dürfen  aber  für  die  Beurteilung  der 
Glaubhaftigkeit dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen in der 
Empfangsstelle  in  wesentlichen  Punkten  der  Asylbegründung  von  den 
späteren  Aussagen  in  der  Befragung  beim  Kanton  oder  beim  BFM 
diametral  abweichen,  oder  wenn  bestimmte  Ereignisse  oder 
Befürchtungen,  welche  später  als  zentrale  Asylgründe  genannt werden, 
nicht  bereits  in  der  Empfangsstelle  zumindest  ansatzweise  erwähnt 
werden  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1993  Nr.  3).  Angesichts  der  präzisen 
Nachfrage nach den Umständen  (wie  und wo)  der  erneuten Entführung 
anlässlich  der  Erstbefragung  und  der  entsprechenden  Antwort  des 
Beschwerdeführers darf zu Recht auf einen erheblichen Widerspruch zu 
den Ausführungen beim BFM geschlossen werden, zumal die Anzahl der 
Entführungen  als  wesentliches  Sachverhaltselement  in  der 
Asylbegründung  erachtet  werden  muss.  Weiter  vermag  der  Einwand 
bezüglich  der  Anzahl  Warnungen/Drohungen  angesichts  der  in  diesem 
Punkt klar unterschiedlichen Protokollwortlaute nicht zu überzeugen. Der 
blosse  Hinweis,  er  habe  zwischen  Erniedrigungen  und  der  Erpressung 
unterschieden,  vermag  daran  nichts  zu  ändern.  Ferner  gesteht  der 
Beschwerdeführer  hinsichtlich  der Umstände  der  Entführung  selber  ein, 
dass  die  Ungereimtheiten  nicht  vollends  ausgeräumt  werden  könnten. 
Der angeführte Hinweis auf seine Verwirrung und die Stresssituation bei 
der Entführung vermag die entstandenen Ungereimtheiten nicht plausibel 
zu erklären, zumal der Beschwerdeführer anlässlich beider Befragungen 
den Protokollen zufolge offensichtlich problemlos in der Lage war, jeweils 
detaillierte Ausführungen zu dem in Frage stehenden Vorfall zu machen 
und er selber während der Befragungen auch keine solchen Vorbehalte – 
wie  nun  in  der  Stellungnahme  vorgebracht  –  anführte.  Auch  bleibt  der 
Einwand,  dass  sich  der  Zeitpunkt  der  (ersten)  Entführung  problemlos 
errechnen  lasse,  unbehelflich,  zumal  dadurch  der  Umstand,  dass  der 
Beschwerdeführer  den  genauen  Tag  seiner  Entführung  nicht  nennen 

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konnte, noch immer bestehen bleibt. So führte der Beschwerdeführer  im 
Empfangszentrum  nämlich  an,  er  sei  heute  (Befragungsdatum:  25. 
November 2009) vor ungefähr acht Monaten mitgenommen worden, um 
auf  Nachfrage  anzuführen,  es  sei  Mitte  des Winters  (...)  gewesen  (vgl. 
act. A1/14, S. 6) respektive es sei acht Monate vor Mitte des Monats (...) 
(Z._______)  passiert  (vgl.  act.  A15/12,  S.  7).  Dem  Beschwerdeführer 
gelingt  es  somit  insgesamt  nicht,  die  vorgebrachte  Verfolgungssituation 
glaubhaft  zu  machen.  An  der  Einschätzung,  wonach  sich  in  den 
Schilderungen  des  Beschwerdeführers  gravierende  Unstimmigkeiten  in 
wesentlichen  Sachverhaltselementen  finden  lassen,  ändert  auch  der 
Umstand  nichts,  dass  sich  die  Feststellung  in  der  Verfügung  vom  24. 
Oktober 2011, wonach er anlässlich der Erstbefragung mit keinem Wort 
den  kurzen  Besuch  seiner  Eltern  in  Afghanistan  erwähnt  habe,  als 
unzutreffend erweist.

3.5.2. Hinsichtlich der Asylrelevanz ist ergänzend zu bemerken, dass den 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  keine  Hinweise  zu  entnehmen 
sind,  dass  sich  die  gegen  ihn  und  seinen  Bruder  gerichteten 
Geldforderungen  auf  einen  in  Art.  3  AsylG  genannten  Grund  (Rasse, 
Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen 
Gruppe, politische Anschauungen) stützen. Der Beschwerdeführer macht 
ausschliesslich  Probleme  seitens  krimineller  Dritter  geltend  (vgl.  act. 
A15/12,  S.  8),  die  ihn  und  seinen  Bruder  unter  Androhung  von Gewalt 
und  durch  wiederholte  Belästigungen  zur  Zahlung  von  Lösegeld  hätten 
erpressen wollen. Der Beschwerdeführer bringt daher keine Gründe vor, 
die im Sinne von Art. 3 AsylG als asylrelevant erachtet werden könnten.

Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob – wie vom BFM erwähnt – die 
Behörden in Kabul schutzwillig und schutzfähig sind. 

3.6. Nach  dem  Gesagten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  somit 
zum  Schluss,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen  von  Art.  3  AsylG  an  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  zu 
genügen  vermögen.  Das  BFM  hat  demnach  sein  Asylgesuch  zu  Recht 
abgewiesen.

4. 
4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs.  1  AsylG;  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2001 
Nr. 21).

5. 
5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

5.2. 
5.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 

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November  1950  zum  Schutz  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  insbesondere  als  unglaubhaft  zu 
qualifizierenden Aussagen  des Beschwerdeführers  noch  aus  den Akten 
Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den 
Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3 
EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt 
wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses 
müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. 
Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124  –  127,  mit  weiteren 
Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Afghanistan 
lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

5.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002 
3818; BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/52 E. 10.1 S. 756 f.).

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5.3.1. Das Bundesverwaltungsgericht verfolgt die Entwicklung der Lage in 
Afghanistan kontinuierlich. Im zur Publikation vorgesehen Grundsatzurteil 
BVGE E­7625/2008 vom 16. Juni 2011 hat es eine aktuelle Einschätzung 
vorgenommen,  gemäss  welcher  in  weiten  Teilen  von  Afghanistan – 
ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  prekäre 
Sicherheitslage  und  derart  schwierige  humanitäre  Bedingungen 
bestehen, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 
Abs.  4 AuG  zu  qualifizieren  ist.  Von dieser  allgemeinen Feststellung  ist 
die Situation  in  der Hauptstadt Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des 
Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des 
vergangenen  Jahres  nicht  weiter  verschlechtert  hat  und  die  humanitäre 
Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger 
dramatisch  ist,  kann  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Kabul  unter 
Umständen als zumutbar erachtet werden.

Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, 
wenn  es  sich,  wie  vorliegend,  beim  Rückkehrer  um  einen  jungen, 
gesunden  Mann  handelt.  Angesichts  der  konstanten  Verschlechterung 
der  Lage  über  die  vergangenen  Jahre  hinweg  und  der  auch  in  Kabul 
schwierigen  Situation  versteht  es  sich  indessen  von  selbst,  dass  die 
bereits  in  EMARK  2003  Nr.  10  formulierten  strengen  Bedingungen  in 
jedem  Einzelfall  sorgfältig  geprüft  und  erfüllt  sein  müssen,  um  einen 
Wegweisungsvollzug  nach  Kabul  als  zumutbar  zu  qualifizieren. 
Unabdingbar ist in erster Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf 
die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig 
erweist.  Ohne  Unterstützung  durch  Familie  oder  Bekannte  würden  die 
schwierigen  Lebensverhältnisse  auch  in  Kabul  unweigerlich  in  eine 
lebensbedrohende  Situation  führen.  Für  einen  Rückkehrer  aus  Europa 
besteht, aufgrund der Vermutung, dass er Devisen auf sich  trägt, gleich 
nach seiner Ankunft in Kabul ein erhöhtes Risiko, entführt oder überfallen 
zu  werden.  Verfügt  er  auf  der  anderen  Seite  über  keine  genügenden 
finanziellen Mittel,  hätte  er  ohne  soziale  Vernetzung  kaum Aussicht  auf 
eine zumutbare Unterkunft. Auch bei der Arbeitssuche  ist die Anstellung 
selbst  von  unqualifizierten  Arbeitskräften  regelmässig  von  persönlichen 
Beziehungen  abhängig.  Eine  die  Gesundheit  nur  einigermassen 
garantierende  Ernährung  wäre  ohne  die  Hilfe  von  nahe  stehenden 
Personen  ebenfalls  kaum  möglich,  und  der  Zugang  zu  sauberem 
Trinkwasser  schwierig; Unterstützungsmassnahmen der Regierung oder 
internationaler Organisationen  können  laut  zuverlässigen Quellen  daran 
nichts  ändern.  Kämen  in  einer  solchen  Situation  noch  gesundheitliche 
Umstellungsschwierigkeiten  hinzu,  geriete  auch  ein  junger  gesunder 

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Mann  ohne  soziale  Vernetzung  unweigerlich  innert  absehbarer  Zeit  in 
eine existenzbedrohende Situation (vgl. a.a.O. E. 9.9.1 f.).

5.4. Gemäss eigenen Angaben lebte der (...)­jährige, soweit aktenkundig 
gesunde und ledige Beschwerdeführer seit seiner Geburt bis eine Woche 
vor seiner seiner Ausreise, als er sich zusammen mit seinem Bruder bei 
einem  Freund  seines  Grossvaters  in  E._______  aufgehalten  habe,  in 
Kabul,  wobei  er  die  letzten  (...)  Jahre  vor  der  Ausreise  bei  seinen 
Grosseltern  gelebt  habe.  Zudem  lebten  gemäss  den  Ausführungen  im 
Empfangszentrum  zwei  Tanten  väterlicherseits  ebenfalls  in  Kabul  (vgl. 
act.  A1/14,  S.  3  f.).  In  seiner  Stellungnahme  vom  22.  November  2011 
bringt  der  Beschwerdeführer  nun  vor,  sein  Grossvater  sei  mittlerweile 
verstorben, die Grossmutter sei  in ärztlicher Behandlung und die beiden 
Tanten  hätten  mittlerweile  Afghanistan  verlassen,  weshalb  er  bei  einer 
Rückkehr  nach  Kabul  nicht  mehr  auf  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz 
zurückgreifen  könne.  Zum  Beleg  dieser  Vorbringen  reichte  er  ein 
Schreiben  der  Gemeinde  sowie  ein  Schreiben  von  fünf  Nachbarn  ein, 
welche den Tod des Grossvaters bestätigen würden. Gleichzeitig  stellte 
er  eine  noch  einzureichende  amtliche  Todesbescheinigung  in  Aussicht. 
Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  durch  die  eingereichten 
Bestätigungen nicht erstellt ist, dass es sich bei der verstorbenen Person 
tatsächlich  um  den  Grossvater  des  Beschwerdeführers  handelt,  zumal 
der  darin  aufgeführte  Name  vom  Namen  abweicht,  der  vom 
Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung genannt wurde (vgl. act. 
A1/14, S. 3). Ausserdem  liegen keine Belege vor, dass die zwei Tanten 
Afghanistan respektive Kabul tatsächlich verlassen hätten. Diesbezüglich 
erscheinen  die  Ausführungen  auf  Seite  3  der  Stellungnahme  vom  22. 
November  2011  widersprüchlich:  beide  Tanten  sollen  mittlerweile 
Afghanistan verlassen haben, aus der Klammerbemerkung  ist  jedoch zu 
schliessen,  dass  doch  noch  eine  Tante  in  der  Heimat  des 
Beschwerdeführers  lebt  "(eine  lebt  in  Afghanistan,  die  andere  laut 
Angaben  der  Grossmutter  höchstwahrscheinlich  im  Iran)".  Doch  selbst 
wenn  vom  Tod  des  Grossvaters  ausgegangen  würde  und  die  beiden 
Tanten  Afghanistan  verlassen  hätten,  ist  für  den  Beschwerdeführer 
weiterhin  von  einem  tragfähigen  Beziehungsnetz  in  Kabul  auszugehen. 
So  befindet  sich  die  Grossmutter  nach  wie  vor  in  Kabul  und  es  ist 
anzunehmen,  dass  er  nach  seiner  Rückkehr  erneut  bei  dieser  wohnen 
kann  und  sie  ihn  allenfalls  bei  der  Suche  nach  einer  Arbeitsstelle 
unterstützt.  Alleine  der  Umstand,  dass  seine  Grossmutter  in  ärztlicher 
Behandlung sei, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zumal 
es  ihr  möglich  war,  dem  Beschwerdeführer  die  eingereichten 

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Beweismittel  in  die  Schweiz  zukommen  zu  lassen,  und  sie  ihm weitere 
Beweismittel – die den Tod des Grossvaters offiziell bestätigen würden – 
in  die  Schweiz  schicken  will.  Nach  dem  Dargelegten  kann  darauf 
verzichtet werden, die  in der Stellungnahme vom 22. November 2011  in 
Aussicht  gestellten  Beweismittel  zum  angeführten  Tod  des Grossvaters 
abzuwarten  (antizipierte  Beweiswürdigung;  FRITZ  GYGI, 
Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983,  S.  274;  BVGE 
2008/24 E. 7.2, EMARK 2003 Nr. 13 S. 84).

5.4.1.  Im  Weiteren  verfügt  er  über  eine  zwölfjährige  Schulbildung  mit 
Abschluss  und  Englischkenntnisse.  Zudem  wird  das 
Beschwerdeverfahren  seines  Bruders  B._______  mit  Urteil  gleichen 
Datums  abgewiesen,  so  dass  er  die  Rückkehr  in  seine  Heimat  nicht 
alleine  zu  bewerkstelligen  hat  und  gegebenenfalls  auch  von  diesem 
Unterstützung  erhalten  kann.  Zwar  leben  seine  Eltern  und  seine 
Schwester seit einigen Jahren in der Schweiz. Jedoch werden diese den 
Beschwerdeführer  (zumindest  finanziell)  unterstützen,  was  denn  auch 
bislang  so  gewesen  sei:  So  habe  sein  Vater  seinem  Grossvater  Geld 
geschickt,  um  sie  zu  unterstützen  (vgl.  act.  A1/14,  S.  3).  Ausserdem 
verfügt  er  eigenen  Angaben  zufolge  in  H._______  über  weitere 
Verwandte  (vgl. act. A1/14, S. 4), deren Unterstützung er  im Bedarfsfall 
mutmasslich erhalten könnte. Daher ist davon auszugehen, dass er nach 
seiner  Rückkehr  wieder  bei  seiner  Grossmutter  leben  und  sich  auch 
beruflich  integrieren  kann.  Es  steht  ihm  zudem  offen,  beim  BFM  ein 
Gesuch um Rückkehrhilfe  zu  stellen;  eine Ausrichtung derselben würde 
ihm den Wiedereinstieg in seine Heimat ebenfalls erleichtern (Art. 74 der 
Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 
2, SR 142.312]).

5.5.  Nach  Berücksichtigung  aller  wesentlichen  Entscheidungselemente 
erweist  sich  der  Vollzug  der Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Kabul als zumutbar.

5.6.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art.  8  Abs.  4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art.  83  Abs.  2 
AuG).

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5.7. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  den  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG).

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7. 
7.1. Mit Zwischenverfügung vom 11. Mai 2010 wurde die Behandlung des 
Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne 
von Art.  65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt  verwiesen. Eine 
Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin 
von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr  Begehren 
nicht  aussichtslos  erscheint  (Art.  65  Abs.  1  VwVG).  Dabei  verfügt  eine 
Person  dann  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel,  wenn  sie  ohne 
Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten 
nicht zu bestreiten vermag. Eine Beschwerde gilt dann als aussichtslos, 
wenn  die  Gewinnaussichten  beträchtlich  geringer  sind  als  die 
Verlustgefahren  und  deshalb  kaum  als  ernsthaft  bezeichnet  werden 
können (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275).

7.2.  Es  ist  von  der  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen. 
Auch  können  die  Begehren  der  Beschwerde  nicht  als  aussichtslos 
bezeichnet  werden.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  ist somit gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

D3021/2010

Seite 18

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

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