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**Case Identifier:** f40d2e1d-8a7e-5573-af86-6dfeee1a9461
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.02.2021 200 2020 827
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-827_2021-02-16.pdf

## Full Text

200 20 827 IV
ACT/FRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Februar 2021

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1992 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 30. Oktober 2019 unter Hinweis auf psychischen Druck 
und Stress, ausgelöst durch sexuellen Missbrauch, bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage 
[AB] 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm medizini-
sche und erwerbliche Abklärungen vor, insbesondere veranlasste sie eine 
psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 22. Juni 2020, AB 38.1). 
Mit Vorbescheid vom 4. August 2020 stellte die IVB die Abweisung des 
Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 39). Dagegen erhob die Versicherte, 
vertreten durch Rechtsanwältin B.________, Einwand (AB 42, 44). Am 2. 
Oktober 2020 wies die IVB den Anspruch auf eine IV-Rente (IV-Grad 20%) 
und auf Umschulung ab (AB 46). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsan-
wältin B.________, mit Eingabe vom 3. November 2020 Beschwerde und 
stellte die folgenden Anträge:

1. Die Verfügung vom 2. Oktober 2020 sei aufzuheben.
2. Der Umschulungsanspruch der Beschwerdeführerin sei gutzuheissen 

und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die ihr zustehenden 
Leistungen während ihrer Ausbildung zur … zuzusprechen.

-unter Kosten- und Entschädigungsfolge-

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

   

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Oktober 2020 
(AB 46). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Umschulung. Soweit 
die angefochtene Verfügung vom 2. Oktober 2020 (AB 46) auch den Ren-
tenanspruch verneint, ist sie mangels Anfechtung (vgl. Beschwerde, S. 2, 
Rechtsbegehren 2; vgl. ebenso AB 44 S. 1) rechtskräftig geworden (BGE 
125 V 413 E. 1b. S. 414). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.3 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbs-
tätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt 
(Abs. 2). Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend 
eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere er-
reicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder 
teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimm-
tes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der 
Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Aus-
bildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere 
Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um 
einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 
E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4).

 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 5

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Die behandelnde Psychiaterin, Dr. med. D.________, Fachärztin für 
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, diagnostizierte im Be-
richt vom 11. Februar 2020 (AB 23) eine schwere posttraumatische Belas-
tungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1) sowie akute rezidivierende Belas-
tungsreaktionen (ICD-10: 43.0, S. 2). Die Beschwerdeführerin habe im Alter 
von vier- bis zwölfjährig sexuelle Übergriffe durch einen Verwandten erlit-
ten, denen sie wehrlos ausgeliefert gewesen sei. Trotz grosser innerer und 
äusserer Belastungen habe sie eine Ausbildung als … absolviert und in der 
Folge auf diesem Beruf gearbeitet. In ihrer Tätigkeit in der … habe sie im 
Kontakt mit männlichen Klienten immer wieder grenzüberschreitendes Ver-
halten seitens der Klienten erlebt. Dabei habe sie eine ausgeprägte Verun-
sicherung, Gefühle des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit sowie Re-
traumatisierungen erlebt (S. 1). Im Gespräch sei deutlich geworden, dass 
sie an den Symptomen einer schweren PTBS leide (Flashbacks, Über-
schwemmung von Gefühlen, Hilflosigkeit, Gefühle des Ausgeliefertseins, 
Kontrollverlust, Panikattacken). Aktuell sei sie in der Arbeit als … Retrau-
matisierungserfahrungen ausgesetzt, die nicht zumutbar seien. Bei der 
Weiterführung der angestammten Tätigkeit als … bestehe das Risiko der 
Invalidisierung, weil die psychische Belastung sehr hoch sei (S. 2). 

3.1.2 Dr. med. C.________ stellte im psychiatrischen Gutachten vom 22. 
Juni 2020 (AB 38.1) folgende Diagnosen (S. 11 Ziff. 6):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- PTBS (ICD-10: F43.1) bei Status nach sexuellem Missbrauch in 
der Kindheit vom ungefähr vierten bis zehnten Lebensjahr durch 
eine Person ausserhalb der engeren Familie (ICD-10: Z61.5) mit 
Problemen in der Ausbildung (ICD-10: Z55) und bei der Berufs-
tätigkeit (ICD-10: Z65) sowie Alleinleben (ICD-10: Z60.2) 
Differentialdiagnostisch: Borderline-Persönlichkeitsstörung vom 
emotional instabilen Typ (ICD-10: F60.31), andauernde Persön-
lichkeitsänderung (ICD-10: F62.0)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 6

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Sozialphobie/Prüfungsangst (ICD-10: F40.1)
- Rezidivierende depressive Störung, in Remission (ICD-10: F33.4)
- Adipositas
- Hypertonie
- Hormonelle Dysbalance
- Status nach Ritzen am Unterarm

Die Beschwerdeführerin gebe an, vom ungefähr vierten bis zehnten Le-
bensjahr von einem rund zehn Jahre älteren Cousin der Mutter sexuell 
missbraucht worden zu sein. Neben den sexuellen Handlungen sei sie ge-
würgt und sei ihr der Mund zugehalten worden. Es sei eine lang andauern-
de, wiederholte Gewaltexposition festzustellen. Typische Merkmale der 
PTBS seien das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden 
Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), über welche sie spon-
tan klage. Ebenso kämen Albträume vor, oft mit einem Gefühl von betäubt 
sein und emotionaler Stumpfheit sowie eine Gleichgültigkeit gegenüber 
anderen Menschen. Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine ausgeprägte 
Freudlosigkeit sowie eine Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, wel-
che Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Üblicherweise finde 
sich Furcht mit Vermeidung von Stichworten oder Situationen, die den Lei-
denden an das ursprüngliche Trauma erinnern könnten. Das sei bei der 
Beschwerdeführerin deutlich ausgeprägt vorhanden, indem sie schon bei 
objektiv harmlos sexualisierenden Anspielungen erstarre und die Situation 
fluchtartig verlassen möchte. Gewöhnlich trete ein Zustand vegetativer 
Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, eine übermässige Schreckhaftigkeit 
und Schlaflosigkeit auf. Das sei bei der Beschwerdeführerin ebenfalls vor-
handen, indem sie beispielsweise in einer Nacht kaum Schlaf finde, unter 
Angst, Erregung und nicht kontrollierbaren Gedanken leide bevor sie einen 
möglicherweise sexualisierenden Patienten besuchen müsse. Sie berichte 
über stark ausgeprägte Ängste vor sämtlichen Kontakten mit Männern, vor 
einer aktiven Freizeitgestaltung und Partizipation am Sozialleben. Suizid-
gedanken und -pläne seien vorhanden gewesen, seien seit Dezember 
2016 aber in den Hintergrund getreten. Ob zusätzlich eine Borderline-
Persönlichkeit vom emotional instabilen Typ vorliege, könne klinisch zurzeit 
nicht eingeschätzt werden. Es liege ein nach wie vor florides posttraumati-
sches Störungsbild vor, welches einer intensiven und störungsspezifischen 
Therapie bedürfe (S. 11 f. Ziff. 6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 7

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, in der bisherigen Tätigkeit als 
... einer … oder in einem … sei die Beschwerdeführerin vorläufig und auf 
nicht bestimmbare Dauer als 100% arbeitsunfähig anzusehen. Kontakte mit 
Männern und speziell Situationen mit anzüglichen oder sexualisierten Be-
merkungen seien nicht zumutbar. Als … in einer reinen Fraueninstitution 
oder -abteilung sei primär keine Beeinträchtigung der Arbeits- und/oder 
Leistungsfähigkeit ausgewiesen. Zurzeit nicht abgeschätzt werden könne 
der Grad einer möglichen Einschränkung durch eine Zusammenarbeit mit 
männlichen Mitarbeitern und/oder wenn im Team Gespräche mit sexuellen 
Andeutungen oder Inhalten geführt würden. Es sei aber von einer erhebli-
chen Leistungsbeeinträchtigung im Umfang von ungefähr 50 % auszuge-
hen. Die Beschwerdeführerin könne in jeder ihrem Alter und ihrer Ausbil-
dung entsprechenden Tätigkeit ohne Beeinträchtigung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit eingesetzt werden, sofern spezifische Triggersituationen 
(Kontakt mit Männern, sexualisierte Anspielungen oder Gesprächsinhalte) 
vermieden würden. Die von der Beschwerdeführerin angestrebte Umschu-
lung zur … könne unterstützt werden. In einer Tätigkeit wie beispielsweise 
einer … im ausschliesslichen Umgang mit Kindern und weiblichen Mitarbei-
terinnen sei keine Beeinträchtigung der Arbeits- und/oder Leistungsfähig-
keit zu erkennen. Eine Leistungseinschränkung sei dahingehend zu sehen, 
dass die Beschwerdeführerin vorläufig nicht alleine mit Angehörigen (spe-
ziell Väter) verkehren sollte, was zu einer Leistungseinbusse von ungefähr 
20% führe (S. 16 Ziff. 8). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 8

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das psychiatrische Gutachten vom 22. Juni 2020 (AB 38.1) erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer 
Expertise gestellten Anforderungen und überzeugt grundsätzlich. Der 
Sachverständige stützte seine fachärztliche Beurteilung auf die wesentli-
chen Vorakten, das klinische Explorationsgespräch und berücksichtigte die 
geklagten Beschwerden. Die Expertise leuchtet in der Darlegung der medi-
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation ein. Folglich kommt dem Gutachten grundsätzlich voller Beweiswert 
zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

3.3.1 Dr. med. C.________ hat schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, 
dass die diagnostischen Kriterien einer PTBS (ICD-10: F43.1) erfüllt sind 
(AB 38.1 S. 11 f.). Die gutachterlich gestellte Diagnose steht im Einklang 
mit der Einschätzung der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ 
(AB 23 S. 2). Aus der gestellten Diagnose leitete der Gutachter überzeu-
gend ab, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit aus psychiatrischer 
Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht, wenn spezifische Triggersi-
tuationen (Kontakt mit Männern, speziell älteren Männern, sexualisierte 
Anspielungen oder Gesprächsinhalte) vermieden werden (AB 38.1 S. 16). 
Wegen dieser Triggersituationen habe die Beschwerdeführerin denn auch 
ihre psychische Stabilität verloren (AB 38.1 S. 12) resp. die Ursache ihrer 
Krankheit liege in der "fast generelle[n]" Angst vor Männern (AB 38.1 S. 
15). Diese Einschätzung deckt sich mit derjenigen der behandelnden 
Psychiaterin. So hielt Dr. med. D.________ fest, die Beschwerdeführerin 
müsse Hausbesuche machen, in denen sie alleine sei mit männlichen Kli-
enten. Bei diesen Personen zu Hause sei sie in einer Position der 

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"Schwäche", fühle sich nicht in Sicherheit/Kompetenz, sondern sei ausge-
liefert und wehrlos (AB 23 S. 2). Die Einschränkungen gemäss Mini-ICF-
APP (Rating für Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen bei psy-
chischen Erkrankungen, orientiert an der Klassifikation der WHO) bestehen 
denn auch allein im Zusammenhang mit Männern (AB 38.1 S. 10), was sich 
damit deckt, dass die Beschwerdeführerin angegeben hat, sie erlebe die 
Arbeit und den Kontakt zu anderen Frauen positiv (AB 38.1 S. 14 Ziff. 7.3). 
Damit aber ist erstellt, dass die Einschränkungen nur bestehen, wenn die 
Beschwerdeführerin mit Männern arbeiten resp. diese pflegen muss. Kann 
sie dagegen mit Frauen arbeiten, bestehen keine Triggersituationen, wel-
che die Arbeitsfähigkeit einschränken. Solche Stellen gibt es auch im …, 
z. B. auf einer Frauenabteilung, wo die Beschwerdeführerin denn auch er-
folgreich ihre Lehre absolvieren konnte (AB 38.1 S. 6), so dass die ange-
strebte Umschulung zur … nicht notwendig ist. Insoweit vermag die Ein-
schätzung des Gutachters Dr. med. C.________, wonach auf einer Frau-
enabteilung eine Einschränkung von 50% bestehe (AB 38.1 S. 16), nicht zu 
überzeugen, da in einer solchen Tätigkeit keine (die Arbeitsfähigkeit ein-
schränkenden) Triggersituationen bestehen und die Beschwerdeführerin 
mit dem Abschluss der Ausbildung den gegenteiligen Tatbeweis erbracht 
hat. Der Experte führte zudem aus, eine Einschränkung sei schwer festzu-
legen und er begründete diese mit dem Zusammenkommen mit Männern, 
was jedoch für jeden anderen Beruf – insbesondere auch im Rahmen der 
angestrengten Ausbildung zur … – zutrifft, da auch in diesem Bereich 
Männer tätig sind und Kontakte zu Vätern sowie zu Dritten (wie z.B. Behör-
denvertretern oder Vertretern der Trägerinstitution) notwendig sind. Inso-
weit droht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes denn auch 
nur bei Weiterführung der bisherigen Tätigkeit (AB 38.1 S. 17), wobei es 
sich um die Tätigkeit für die … handelt. Dass eine …umgebung mit ihren 
spezifischen Gerüchen für die Beschwerdeführerin per se eine Triggersi-
tuation sei (Beschwerde S. 6 Ziff. 3), kann weder dem Gutachten noch den 
restlichen Akten entnommen werden und wäre auch nicht überzeugend. 

3.3.2 In der Folge kann offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin den für 
eine Umschulung in der Regel notwendigen Mindestinvaliditätsgrad (vgl. E. 
2.3 hiervor) erreicht und ob nicht invaliditäts- resp. krankheitsfremde Grün-
de Motivation der Umschulung zur … sind (vgl. dazu die Einträge der Kran-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 10

kengeschichte der Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin, vom 18. November 2016 [möchte mehr medizinische praktische 
Arbeit und Verantwortung; AB 17 Ziff. 3] sowie 20. April 2019 [schlechtes 
Betriebsklima; AB 17 S. 6 f.]). 

3.3.3 Gestützt auf die Akten ist schliesslich erstellt, dass kein somatischer 
Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
besteht. Solches wird denn auch nicht geltend gemacht. 

3.4 Zusammengefasst besteht in einer leidensangepassten Tätigkeit 
eine vollständige Arbeitsfähigkeit, wenn spezifische Triggersituationen 
(Kontakt mit Männern, speziell älteren Männern, sexualisierte Anspielungen 
oder Gesprächsinhalte) vermieden werden. Solche Stellen sind im …, z. B. 
auf einer Frauenabteilung, vorhanden. Die Beschwerdegegnerin hat den 
Anspruch auf Umschulung damit zu Recht verneint. Die gegen die ange-
fochtene Verfügung vom 2. Oktober 2020 (AB 46) erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/827, Seite 11

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.