# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cb0fa7e-051c-5538-b4cb-40ebb261fabe
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.11.2014 SB140265
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140265_2014-11-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140265-O/U/gs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, und lic. iur. Burger,  

der Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Oswald 

 

Urteil vom 28. November 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

 

betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht,  
vom 1. April 2014 (GG140001) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 6. Januar 2014 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln im 

Sinne Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 und 

Abs. 5 VRV sowie Art. 22 Abs. 1 SSV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 390.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.  

5. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 900.00   Gebühr Anklagebehörde 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 37 S. 2 bzw. Urk. 48 S. 2) 

1. Das angefochtene Urteil Nr. GG140001-F/UB/NS/JS des Bezirksge-

richts Horgen vom 1. April 2014 sei vollumfänglich aufzuheben. 

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2. Der Beschuldigte sei höchstens wegen mittelschwerer Verletzung  der 

Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen und zu 

einer Busse zu verurteilen. 

3. Die vorinstanzlichen Gerichtsgebühren seien auf die Staatskasse zu 

nehmen und dem Beschuldigten seien für das vorinstanzliche Verfah-

ren ausseramtliche Kosten in der Höhe von CHF. 4'281.65 zu erstat-

ten. 

4.  Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. 

b) Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis: 

 (Urk. 53) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

 1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzel-

gericht, vom 1. April 2014 der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 und Abs. 5 VRV 

sowie Art. 22 Abs. 1 SSV schuldig gesprochen. Er wurde mit einer Geldstrafe von 

15 Tagessätzen zu Fr. 390.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.– bestraft, wovon 

der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-

setzt wurde. Für die schuldhafte Nichtbezahlung der Busse wurde eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 2 Tagen festgesetzt (Urk. 36). 

 2. Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten am 1. April 2014 

mündlich eröffnet und in unbegründeter Form übergeben und der Staatsanwalt-

schaft am 3. April 2014 schriftlich in unbegründeter Form zugestellt (Prot. I S. 8, 

Urk. 29, 30). Mit Eingabe vom 4. April 2014 meldete der Verteidiger fristgerecht 

die Berufung an (Urk. 31). Das begründete Urteil wurde der Staatanwaltschaft und 

dem Beschuldigten am 10. Juni 2014 zugestellt (Urk. 36, Urk. 34/1-2). 

 Mit Eingabe vom 30. Juni 2014 reichte die Verteidigung fristgerecht die Be-

rufungserklärung ein (Urk. 37). Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Schreiben 

vom 8. Juli 2014 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 41). Beweiser-

gänzungen wurden keine beantragt. 

 Mit Präsidialverfügung vom 11. Juli 2014 wurde mit Einverständnis der Par-

teien (Urk. 37 S. 3, Urk. 42) das schriftliche Verfahren angeordnet und dem Be-

schuldigten Frist zur Berufungsbegründung eingeräumt (Urk. 43). Die Berufungs-

begründung erfolgte innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 19. August 2014 

(Urk. 48). Mit Präsidialverfügung vom 25. August 2014 wurde der Staatsanwalt-

schaft Frist zur Berufungsantwort angesetzt und der Vorinstanz die Gelegenheit 

zur freigestellten Vernehmlassung eingeräumt (Urk. 50). Die Vorinstanz verzichte-

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te mit Eingabe vom 2. September 2014 auf Vernehmlassung (Urk. 52). Die Beru-

fungsantwort der Staatsanwaltschaft erfolgte mit Schreiben vom 2. September 

2014 (Urk. 53). 

II. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten als grobe 

Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (Urk. 36 S. 10). 

 2. Die Verteidigung beantragte hingegen einen Schuldspruch höchstens 

wegen mittelschwerer Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 

SVG (Urk. 38 S. 2). 

 Zusammenfassend führte sie dazu aus, dass gemäss Bundesgericht die in 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend Geschwindigkeitsüberschrei-

tungen festgelegten Werte zur Abgrenzung zwischen mittelschweren und groben 

Verkehrsregelverletzungen grundsätzlich Anwendung fänden. Gleichzeitig sei in 

der höchstrichterlichen Rechtsprechung jedoch anerkannt, dass die Umstände 

des Einzelfalles zu prüfen seien und abgeklärt werden müsse, ob nicht besondere 

Umstände vorliegen würden, die es rechtfertigen würden, die Widerhandlungen 

trotzdem als mittelschwere oder gar als leichte zu betrachten. Eine Bestrafung 

gestützt auf Art. 90 Abs. 2 SVG setze voraus, dass der Beschuldigte eine ernstli-

che Gefahr geschaffen habe. Die Vorinstanz missachte, dass die behauptete ein-

geschränkte Sicht in Bezug auf entgegenkommende oder kreuzende Fahrzeuge, 

Personen, Objekte oder Tiere nicht zutreffend sei. Die Sicht sei nur marginal ein-

geschränkt und ein entgegenkommender Motorradfahrer könne nachweislich ge-

sehen werden. Die von der Vorinstanz erwähnte Steigung habe jedoch keinen re-

levanten Einfluss auf die Sichtverhältnisse und führe zudem zu einer Verkürzung 

des Bremsweges. Diese Umstände würden gegen den Eintritt einer konkreten 

Gefährdung oder Verletzung sprechen und eine solche Gefährdung oder Verlet-

zung gerade nicht naheliegen (Urk. 38 S. 2 f., Urk. 37 S. 3). 

 Weiter führte die Verteidigung aus, dass es gemäss Vorinstanz ein unum-

stössliches Prinzip des Strassenverkehrsrechts sei, wonach auf die individuellen 

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Fähigkeiten nicht abzustellen sei. Das an der mündlichen Urteilsbegründung er-

wähnte Urteil in Sachen B._____ weise aber markante Unterschiede zum vorlie-

genden Sachverhalt auf. Im vorliegenden Fall befinde sich der Strassenabschnitt 

nach einer Dorfausfahrt mit zwei breiten Fahrspuren ohne Trottoir und ohne Fahr-

radstreifen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz vermöge der Fahrer sehr wohl 

ab Dorfeingang sämtliche Fahrzeuge auf dieser Strecke bis zum Messpunkt zu 

erkennen. Dies sei auch für die weiteren Objekte, Personen und Tiere zu bejahen, 

die im angefochtenen Urteil erwähnt würden. Die Fahrfertigkeiten des Fahrzeug-

lenkers hätten in jedem Fall einen entscheidenden Einfluss auf eine allfällige Re-

aktionszeit, weshalb es als durchaus vertretbar erscheine, dass vorliegend gerade 

keine konkrete oder ernstliche Gefahr geschaffen worden sei. Der Beschuldigte 

sei ein erfahrener Pilot und damit geübt, verschiedene Fahrzeuge mit hohen Ge-

schwindigkeiten sicher und mit hoher Konzentration zu führen. Er kenne insbe-

sondere auch die physikalischen Eigenschaften des Bremswegs äusserst gut. 

Dies nicht zuletzt, weil er an der C._____ Physik und Mathematik unterrichtet ha-

be. Er verfüge nachweislich über überdurchschnittliche Reaktions- und Fahrfähig-

keiten, so dass auch in objektiver Hinsicht in diesem Grenzfall keine ernstliche 

Gefahr geschaffen worden sei. Auch in subjektiver Hinsicht habe der Beschuldigte 

eine solche Gefahr nicht in Kauf genommen oder fahrlässig akzeptiert. Vielmehr 

habe er aufgrund seiner Fähigkeiten angenommen und annehmen dürfen, dass er 

eine solche Gefahr vermeiden könne (Urk. 48 S. 3 ff.). 

 Die Verteidigung machte weiter geltend, dass der Messpunkt an einer mög-

lichst erhebungswirksamen Stelle ausgesucht und gerade nicht auf die Gefähr-

lichkeit der Situation abgestellt worden sei. An anderen Positionen, die weit un-

übersichtlicher seien und im Strassenverlauf folgen würden, könnten die Fahr-

zeuglenker mit 80 km/h fahren. Die Polizei habe bewusst darauf verzichtet, dort 

die Messungen vorzunehmen. Der Vorwurf gründe auf der Tatsache, dass der 

Kanton Zürich immer grössere Busseneinnahmen budgetiere. Die im Kanton Zü-

rich bestehende grosse Dichte an Messgeräten führe nicht zum Schluss, dass je-

de Messung einzig monetären Zwecken diene. Vorliegend sei jedoch eine über-

sichtliche Stelle gewählt worden, an welcher aufgrund der Höchstgeschwindigkeit 

mit den höchsten Busseinnahmen zu rechnen gewesen sei. Primärer Zweck der 

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Messungen sollten aber die Erhöhung der Verkehrssicherheit sein. Dieses Ziel 

hätte bei den nachfolgenden, gefährlichen Kreuzungen deutlich besser erreicht 

werden können, wobei dann aufgrund der Höchstgeschwindigkeit wohl weit weni-

ger Bussengelder die Folgen gewesen wären (Urk. 48 S. 5). 

 3. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Bestätigung des vorinstanzli-

chen Urteils (Urk. 53 S. 1). Sie führte dazu aus, dass jemand, der bei einer signa-

lisierten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit einer Geschwindigkeit von 95 

km/h, bei Toleranzabzug mit 90 km/h, ein Fahrzeug lenke, die Vorschriften in gro-

ber Weise verletze. Andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere wenn sie aus einer 

Seitenstrasse einbiegen würden, müssten nicht damit rechnen, dass ihnen ein 

Fahrzeug mit einer derart hohen Geschwindigkeit entgegenkomme. Die Verteidi-

gung blende aus, dass es nicht nur auf die Fahrfähigkeit des Lenkers ankomme, 

sondern mit solchen Geschwindigkeitsbeschränkungen auch das Vertrauen aller 

Verkehrsteilnehmer in jeden anderen Verkehrsteilnehmer gestärkt werden solle. 

Ausführungen zu den fliegerischen Fähigkeiten des Beschuldigten seien irrele-

vant. Sie seien nicht messbar und führten zu einer willkürlichen Rechtsanwen-

dung. Im Sinne der Rechtssicherheit seien Unterscheidungen bezüglich der indi-

viduellen Fähigkeiten eines Fahrzeuglenkers nicht im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung, sondern - wenn überhaupt - bei der Strafzumessung zu berücksichti-

gen. Ebenso wenig sei die allgemeine Praxis der Polizei bei Radarmessungen für 

die rechtliche Qualifikation des Verhaltens des Beschuldigten im vorliegenden 

Verfahren massgeblich (Urk. 53 S. 2). 

 4. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verlet-

zung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-

ruft oder in Kauf nimmt. Art. 90 Abs. 2 SVG ist objektiv erfüllt, wenn der Täter eine 

wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Ver-

kehrssicherheit abstrakt oder konkret gefährdet. Subjektiv erfordert der Tatbe-

stand, dass dem Täter aufgrund eines rücksichtslosen oder sonst wie schwerwie-

genden regelwidrigen Verhaltens zumindest eine grobe Fahrlässigkeit vorzuwer-

fen ist (BGE 126 IV 192 E. 3, BGE 118 IV 84 E. 2a). 

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 4.1. Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen zu beach-

ten. Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge beträgt ausserhalb von 

Ortschaften, ausgenommen auf Autobahnen, 80 km/h (Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV), 

wobei abweichende signalisierte Höchstgeschwindigkeiten den allgemeinen 

Höchstgeschwindigkeiten vorgehen (Art. 4a Abs. 5 VRV). Die Signale "Höchstge-

schwindigkeit" und "Höchstgeschwindigkeit 50 generell" nennen die Geschwindig-

keit in Stundenkilometern, welche die Fahrzeuge auch bei günstigen Strassen-, 

Verkehrs- und Sichtverhältnissen nicht überschreiten dürfen (Art. 22 Abs. 1 SSV). 

 Es ist unbestritten, dass auf der D._____-Strasse in E._____, Höhe 

F._____, 60 km/h als Höchstgeschwindigkeit signalisiert ist. Der Beschuldigte fuhr 

zum Zeitpunkt der Messung hingegen mit 90 km/h, was von diesem anerkannt 

wurde (Prot. I S. 6). Durch dieses Verhalten hat der Beschuldigte eine wichtige 

Verkehrsvorschrift missachtet. 

 Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöh-

ten abstrakten Gefährdung gegeben. Eine solche liegt vor, wenn die naheliegen-

de Möglichkeit besteht, dass es zu einer Gefährdung kommen könnte. Ob diese 

Gefahr konkret wird oder nicht, hängt bloss vom Zufall ab, ob im entscheidenden 

Moment ein anderes Fahrzeug naht oder sich ein Fussgänger im kritischen Be-

reich befindet. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten 

Gefahr ist die Nähe deren Verwirklichung (Jürg Boll, Grobe Verkehrsregelverlet-

zung, Davos 1999, S. 12 f.). Das Bundesgericht hat in BGE 124 II 259 E. 2.c) 

festgelegt, dass ungeachtet der konkreten Umstände die objektiven Vorausset-

zungen von Art. 90 Abs. 2 SVG immer erfüllt sind, wenn die zulässige Höchstge-

schwindigkeit auf Strassen ausserorts um 30 km/h oder mehr überschritten wird. 

Liegt die Geschwindigkeitsüberschreitung nur wenig unter dem von der Recht-

sprechung angenommenen Grenzwert, bei welchem regelmässig eine ernstliche 

Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer gegeben ist, muss der Strafrichter auf 

die konkreten Umstände abstellen, um zu entscheiden, ob sich der Betroffene ei-

ner einfachen oder groben Verkehrsregelverletzung strafbar gemacht hat (Urteile 

6B_772/2010 vom 9. Dezember 2010 E. 2.5). 

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 Vorliegend hat der Beschuldigte die Geschwindigkeitslimite ausserorts um 

30 km/h überschritten, weshalb an sich von einer groben Verkehrsregelverletzung 

auszugehen ist, ohne dass die konkreten Umstände eine Rolle spielen würden. 

Da die Geschwindigkeitsüberschreitung nur knapp dem von der Rechtsprechung 

angenommenen Grenzwert entspricht, bei welchem von einer ernstlichen Gefähr-

dung anderer Verkehrsteilnehmer ausgegangen wird, sind zugunsten des Be-

schuldigten die konkreten Umstände in die rechtliche Würdigung miteinzubezie-

hen. 

 Die örtlichen Verhältnisse beim Messpunkt sind auf der Fotografie und den 

Ausdrucken von Google Maps ersichtlich. Auf der Fotografie sieht man, dass die 

Strasse in Fahrtrichtung des Messpunkts eine leichte Steigung aufweist. Rechts 

der Messposition befindet sich ein Wohnhaus, links davon ein Bauernhof. Ein 

Geh- oder ein Fahrradweg sind nicht vorhanden (Urk. 11). Auf dem Ausdruck von 

Google Maps sind mehrere Gebäude rechts der Messstelle und ein Bauernhof 

links der Messstelle ersichtlich. Zu beiden "F._____" gelegenen Gebäuden führt 

von der D.____-Strasse her eine Zufahrt (Urk. 24/1/3). In den genannten Gebäu-

den leben Menschen und vermutungsweise auch Tiere. Ebenso werden Fahrzeu-

ge zu den Gebäuden gelenkt bzw. fahren von dort wieder weg. Der Beschuldigte 

musste also damit rechnen, dass Fahrzeuge von der Zufahrt her in die D._____-

Strasse einbiegen und Personen oder Tiere die Strasse überqueren oder am 

Strassenrand, welcher keinen Gehweg aufweist, entlang gehen. Selbst bei guten 

Witterungsverhältnissen und wenig Verkehr war die Sicht des Beschuldigten ein-

geschränkt, verhinderte die leichte Steigung der Strasse doch einen freien Blick 

auf die Zufahrtstrasse zu den Gebäuden. Von Weitem konnte der Beschuldigte 

nicht gut sehen, ob eine Person, ein Tier oder ein Fahrzeug von der Zufahrtstras-

se zur D._____-Strasse kommt. Auf dieser Ausserortsstrecke, wo damit gerech-

net werden musste, dass auch Fahrradfahrer und Motorfahrzeuglenker die Stras-

se benutzen und Tiere oder Fussgänger - allenfalls auch überraschend - auf die 

Fahrbahn treten, hätte die Geschwindigkeit des Beschuldigten zu fatalen Folgen 

führen können, war die Wahrscheinlichkeit, rechtzeitig bremsen zu können, doch 

deutlich verkleinert. Daran, dass bei einem Tempo von 90 km/h der Bremsweg 

erheblich länger ausfällt als bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h, ändern auch 

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gute Fahr- und Reaktionsfähigkeiten des Fahrzeuglenkers nichts wesentliches. 

Bei den gegebenen Örtlichkeiten bzw. den umstehenden Wohnhäusern war die 

Möglichkeit, dass ein Mensch, Tier oder Fahrzeug die Fahrbahn des Beschuldig-

ten kreuzt und dieser bei der von ihm gefahrenen Geschwindigkeit nicht mehr 

rechtzeitig bremsen kann, nahe und es hing bloss vom Zufall ab, dass es nicht 

dazu kam. Es ist damit erstellt, dass der Beschuldigte durch die Verletzung der 

Verkehrsregel eine erhöhte abstrakte Gefahr für die Sicherheit anderer schuf. 

 Aus welchem Grund genau diese Stelle gewählt wurde, um die Geschwin-

digkeit zu messen, tut nichts zur Sache. Ein Fahrzeuglenker muss sich immer an 

die vorgegebene Geschwindigkeitslimite halten und hat jederzeit damit zu rech-

nen, dass diese durch ein Messgerät kontrolliert wird. Hält man sich an die Ge-

schwindigkeitsvorgaben, fallen dem Staat auch keine Bussengelder zu. 

 4.2. Steht fest, dass die objektiven Voraussetzungen einer groben Ver-

kehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG gegeben sind, ist zu prü-

fen, ob auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 

 In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz oder mindestens grobe Fahrlässigkeit er-

forderlich, um von einem rücksichtslosen oder sonst wie schwerwiegenden regel-

widrigen Verhalten ausgehen zu können. Grobe Fahrlässigkeit ist immer dann zu 

bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswid-

rigen Fahrweise bewusst ist, wenn er also in Kenntnis der Gefahr leichtsinnig auf 

das Ausbleiben des Erfolgs vertraut. Sie kann aber auch vorliegen, wenn der Tä-

ter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht 

zieht, also unbewusst fahrlässig handelt (BGE 130 IV 32 E. 5.1). In solchen Fällen 

ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung 

anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht und daher besonders 

vorwerfbar ist (BGE 118 IV 285 E. 4). Mit dem Begriff der "Rücksichtslosigkeit" 

wird eine besondere Gleichgültigkeit bzw. ein bedenken- oder gewissenloses 

Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern umschrieben, das nicht nur im be-

wussten "Sich-hinwegsetzen", sondern auch im blossen momentanen Nichtbe-

denken der Gefährdung fremder Interessen liegen kann (BGE 6S.11/2002 E. 3a; 

BGE 131 IV 133 E. 3.2). Diesfalls darf das Vorliegen einer groben Fahrlässigkeit 

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jedoch nur mit Zurückhaltung angenommen werden und bedarf einer sorgfältigen 

Prüfung (BGE 106 IV 48 E. 2b). 

 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, 90 km/h gefahren zu sein, da er die 

Geschwindigkeitsbegrenzung nicht wahrgenommen habe und fälschlicherweise 

davon ausgegangen sei, er befinde sich bereits im 80 km/h-Bereich. Der Vorwurf 

lautet weiter, dass er, wenn er seine Aufmerksamkeit, wie dies von einem pflicht-

bewussten Autofahrer erwartet werden dürfe, auf die Strasse und damit auf die zu 

beachtende Signalisation bzw. auf die örtlichen Gegebenheiten sowie auf den Ta-

chometer gerichtet hätte, die Geschwindigkeitsüberschreitung sowie die Gefähr-

dung erkannt hätte und hätte vermeiden können. Es wird ihm damit Fahrlässigkeit 

vorgeworfen. 

 Vorliegend kann offen bleiben, ob sich der Beschuldigte der allgemeinen 

Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst war, handelte er doch 

bereits unbewusst fahrlässig, selbst wenn er die Gefährdung anderer Verkehrs-

teilnehmer gar nicht in Betracht gezogen hat. 

 Wer die allgemeine Höchstgeschwindigkeit ausserorts um mindestens 30 

km/h überschreitet, erfüllt regelmässig auch den subjektiven Tatbestand der gro-

ben Verkehrsregelverletzung (Jürg Boll, a.a.O., S. 33). Die grobe Fahrlässigkeit 

kann nur in Ausnahmefällen verneint werden, zum Beispiel beim Vorliegen eines 

nachvollziehbaren Irrtums über die erlaubte Geschwindigkeit (Jürg Boll, a.a.O., 

S. 30). 

 Die konkrete Situation, d.h. die leichte Steigung der Strasse, welche die 

Sicht auf allfällige andere Verkehrsteilnehmer sowie Mensch und Tier einschränk-

te, sowie der Umstand, dass sich rechts und links der Strasse Gebäude befan-

den, zu denen eine Zufahrt führte und deshalb damit zu rechnen war, dass ande-

re Fahrzeuge, Personen oder Tiere die D._____-Strasse betreten könnten, erfor-

derten vom Beschuldigten eine erhöhte Aufmerksamkeit. Dadurch, dass er trotz 

dieser Umstände die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht wahrnahm und nicht die 

gebotene Aufmerksamkeit zeigte, liess er eine elementare Sorgfaltspflicht ausser 

acht. Er handelte rücksichtslos, da er sich gegenüber fremden Rechtsgütern be-

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denkenlos verhielt oder zumindest der Gefährdung deren Interessen nicht be-

dachte. Er handelte damit grobfahrlässig. 

 4.3. Zusammenfassend ist der Beschuldigte der groben Verletzung der 

Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 

SVG und Art. 4a Abs. 1 und Abs. 5 VRV sowie Art. 22 Abs. 1 SSV schuldig zu 

sprechen. 

III. Strafzumessung 

1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetz-

lichen Zumessungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden und ent-

lastenden Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu ver-

meiden, kann vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 36 S. 10 ff.). 

 2. Für eine grobe Verkehrsregelverletzung sieht das Gesetz eine abstrak-

te Strafdrohung einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. 

3. Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe 

nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzu-

messung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. 

Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des 

deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-

sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters. 

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 3.1. Betreffend die objektive Tatschwere ist hervorzuheben, dass die Ge-

schwindigkeitsüberschreitung von 30 km/h nicht unerheblich ist. Jedoch ist die Tat 

am unteren Rand der möglichen Bandbreite bei groben Verletzungen der Ver-

kehrsregeln einzuordnen. Das Verhalten des Beschuldigten hätte jedoch zu fata-

len Kollisionen mit entsprechenden schweren Folgen führen können. Der Be-

schuldigte verursachte aber weder einen Sach- noch einen Personenschaden. 

Sein Verschulden wiegt innerhalb des Vorwurfs der groben Verkehrsregelverlet-

zung in objektiver Hinsicht leicht. 

 Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte bezüg-

lich der Gefährdung nicht vorsätzlich, aber grobfahrlässig. Er hätte ohne Weiteres 

mit der korrekten Geschwindigkeit fahren können. In subjektiver Hinsicht wiegt 

das Verschulden im Rahmen der groben Verkehrsregelverletzung ebenfalls leicht. 

Insgesamt erweist sich eine Einsatzstrafe von 25 Tagessätzen Geldstrafe 

als dem Verschulden angemessen. 

 3.2. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 36 

S. 12 f.). 

 Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von wesentlicher 

Bedeutung wären. 

 Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 3/1), was aber keine Strafminde-

rung rechtfertigt (BGE 136 IV 1). Strafmindernd wirkt sich hingegen der einwand-

freie automobilistische Leumund des Beschuldigten (Urk. 3/2) aus. 

 Strafmindernd ist sodann zu berücksichtigen, dass er eingestand, die signa-

lisierte Höchstgeschwindigkeit missachtet zu haben. 

 Sonstige Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

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 3.3. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist 

sich die von der Vorinstanz festgesetzte Geldstrafe von 15 Tagessätzen als an-

gemessen. 

 Bei der Geldstrafe richtet sich die Höhe des Tagessatzes nach den persönli-

chen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, na-

mentlich nach Einkommen und - soweit er davon lebt - Vermögen, ferner nach 

seinem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten und 

nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Tages-

satzberechnung ist das Einkommen, welches dem Täter durchschnittlich an ei-

nem Tag zufliesst. Dabei bleibt belanglos, aus welcher Quelle dieses Einkommen 

stammt. Abzuziehen ist, was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaft-

lich nicht zufliesst, so etwa die laufenden Steuern und die obligatorischen Versi-

cherungsbeiträge. Ausserdem ist das Nettoeinkommen um die Unterhalts- und 

Unterstützungsbeiträge zu reduzieren, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich 

nachkommt. Nicht zu berücksichtigen sind Schulden und nach der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung in der Regel auch die Wohnkosten (BGE 134 IV 68 ff.). 

 Der Beschuldigte erzielt als Selbständigerwerbender ein Jahreseinkommen 

von rund Fr. 200'000.– (Prot. I S. 5) bzw. monatlich Fr. 15'385.– (Urk. 45). Er hat 

für den Unterhalt eines Kindes aufzukommen. Sein Vermögen gibt er mit 

Fr. 275'000.– an (Urk. 45). Angesichts dieser finanziellen Verhältnisse ist die Ta-

gessatzhöhe auf Fr. 390.– festzusetzen. 

 Somit ist eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 390.– angemessen. 

 3.4. Bei Aussprechung einer bedingten Strafe kann zusätzlich eine Busse 

nach Art. 106 StGB ausgesprochen werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Die Busse 

nach Art. 42 Abs. 4 StGB trägt dazu bei, das unter general- und spezialpräven-

tiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der bedingten Geldstrafe zu er-

höhen, wobei die kombinierte Strafe in ihrer Summe schuldangemessen sein 

muss (BGE 134 IV 60 E. 7.3.1; BGE 134 IV 1 E. 4.5.2). Wie noch zu zeigen sein 

wird (vgl. Ziff. IV), wird der Vollzug der heute auszufällenden Geldstrafe aufzu-

schieben sein. Der Beschuldigte erfüllt sodann einen Tatbestand, der bei geringer 

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Schuld und Tatfolge als Übertretung, bei höherer Schuld aber als Vergehen aus-

gestaltet ist. Da die Schwelle zum Vergehen überschritten wurde, rechtfertigt es 

sich vorliegend, die Strafenkombination von Art. 42 Abs. 4 StGB anzuwenden 

(vgl. BGer 6B_1042/2008 vom 30. April 2009 E. 2.2; BGE 134 IV 60 E. 7.3.1). 

 Die Vorinstanz hat zu Recht eine Verbindungsbusse ausgesprochen. Spricht 

das Gericht mehrere Sanktionen aus (z.B. eine bedingte Geldstrafe und eine 

Busse), so haben sie in ihrer Summe aber schuldangemessen zu sein (BGE 134 

IV 53 E. 5.2). Das Gericht bemisst die Busse nach den Verhältnissen des Täters 

so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 

106 Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung der Busse ist nebst dem Verschulden der 

finanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhältnisse des Tä-

ters relevant sind namentlich sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familien-

stand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine 

Gesundheit (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar zum Schweizeri-

schen Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013, Art. 106 N 4; BGE 129 IV 21). 

Bestimmt es das Gesetz – wie vorliegend (Art. 90 Abs. 2 SVG) – nicht anders, so 

beträgt die Maximalhöhe einer Busse Fr. 10'000.– (Art. 106 Abs. 1 StGB). Bei der 

Verbindungsbusse nach Art. 42 Abs. 4 StGB ist allerdings zu beachten, dass sich 

der Anteil der Verbindungsbusse an der gesamten Strafe maximal auf einen Fünf-

tel belaufen darf. Abweichungen von dieser Regel sind jedoch im Bereich tiefer 

Strafen zulässig, um sicherzustellen, dass der Verbindungsstrafe nicht eine ledig-

lich symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4., BGE 134 IV 1). 

 Infolgedessen ist die an sich schuldangemessene Gesamtzahl von 15 Ta-

gessätzen auf 13 Tagessätze zu reduzieren und eine Verbindungsbusse festzu-

setzen. Diese wäre bei der Tagessatzhöhe von Fr. 390.– als Umrechnungs-

schlüssel an sich auf Fr. 780.– festzusetzen. Aufgrund des Verschlechterungs-

verbotes ist sie jedoch bei Fr. 500.– zu belassen. Der Beschuldigte ist damit mit 

einer Geldstrafe von 13 Tagessätzen zu Fr. 390.– sowie mit einer Busse von 

Fr. 500.– zu bestrafen. 

 Bei der Bemessung der Ersatzfreiheitsstrafe steht dem Gericht ein weiter 

Ermessensspielraum zu. Ist eine Ersatzfreiheitsstrafe für eine Verbindungsbusse 

- 16 - 

im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB festzulegen, besteht die Besonderheit, dass das 

Gericht die Höhe des Tagessatzes für die bedingte Geldstrafe und damit die wirt-

schaftliche Leistungsfähigkeit des Täters bereits ermittelt hat. Das lässt es als 

sachgerecht erscheinen, die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel zu ver-

wenden, indem der Betrag der Verbindungsbusse durch jene dividiert wird (BGE 

134 IV 60 E. 7.3.3). Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der 

Busse ist damit auf 2 Tage festzusetzen. 

IV. Vollzug 

 Die Vorinstanz hat den Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben. Dieser Ent-

scheid ist schon aufgrund des Verschlechterungsverbotes ohne Weiteres zu be-

stätigen und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen. Zur Begründung kann auf 

die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 36 S. 14 f.). 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Ausgangsgemäss ist das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 

6) zu bestätigen. 

 2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-

terliegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb die Kosten des Berufungsver-

fahrens ihm aufzuerlegen sind. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrs-

regeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 

4a Abs. 1 und Abs. 5 VRV sowie Art. 22 Abs. 1 SSV. 

- 17 - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 13 Tagessätzen zu 

Fr. 390.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Verkehrsamt des Kantons Schwyz, … [Adresse] 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 18 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 28. November 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 
 

	Urteil vom 28. November 2014
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 und Abs. 5 VRV sowie Art. 22 Abs. 1 SSV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 390.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	5. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	II.  Rechtliche Würdigung
	III.  Strafzumessung
	IV.  Vollzug
	V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 und Abs. 5 VRV sowie Art. 22 Abs. 1 SSV.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 13 Tagessätzen zu Fr. 390.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die Vorinstanz
	 das Verkehrsamt des Kantons Schwyz, … [Adresse]
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.