# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 119599bc-704f-5fdc-9d39-640ccc50bf63
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 28.06.2021 U 2021 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2021-40_2021-06-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 21 40

1. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen Racioppi und von Salis

Aktuar Gross

URTEIL

vom 28. Juni 2021 

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,

Beschwerdeführerin

gegen

B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Wulz,

Beschwerdegegnerin

und

C._____ AG, 

Beigeladene

betreffend Submission

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. Am 1. Februar 2021 lud die B._____ für das Bauprojekt Alterszentrum 

"D._____" in E._____ die 'Gewerbliche Kälte' (BKP 346) vier Anbieter zur 

Offerteinreichung ein. In den Ausschreibungsunterlagen wurden die Zu-

schlagskriterien und deren Gewichtung wie folgt formuliert:

- Z1 Qualifikation Schlüsselperson/en 15%
- Z2 Qualität Servicestellennetz, Kontakt Service

           Einsatzzeit bei Störung, Referenzangabe
           Organisation, Struktur 25%

- Z3 Wartungsverträge 10%
- Z4 Preis 50%

2. Innert Eingabefrist reichten vier Anbieter ihre Offerten ein. Anlässlich der 

Offertöffnung bot sich folgendes Bild:

- A._____ AG CHF 132'242.95 100.00%
- C._____ AG CHF 135'262.90 102.28%
- F._____ AG CHF 155'116.05 117.30%
- G._____ AG CHF 199'259.70 150.68%.

3. Bei der anschliessenden Prüfung und Auswertung der Offerten ergab sich 

eine Änderung in der Reihenfolge:

- C._____ AG 489/500 Punkte
- A._____ AG 455/500 Punkte
- F._____ AG 359/500 Punkte
- G._____ AG 172/500 Punkte.

4. Mit Vergabeentscheid vom 12. April 2021 erteilte die B._____ der C._____ 

AG den Zuschlag für die 'Gewerbliche Kälte' (BKP 346) als wirtschaftlich 

günstigstes Angebot zum Preis von CHF 135'262.90.

5. Gegen die Vergabeverfügung erhob die A._____ AG (Beschwerdeführerin) 

am 27. April 2021 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung des an-

- 3 -

gefochtenen Entscheids und die Rückweisung der Angelegenheit zur Neu-

vergabe an die Gemeinde. Die Beschwerdeführerin begründete ihre An-

träge im Wesentlichen damit, dass die Bewertungen der Zuschlagskriterien 

zum Nachteil der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Zuschlagskriterien 

2 (Qualität Servicestellennetz) und 3 (Wartungsverträge) fehlerhaft vorge-

nommen worden seien.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Mai 2021 beantragte die Vergabe-

behörde die Abweisung der Beschwerde. Die Anwendung und Bewertung 

der Zuschlagskriterien sei im Rahmen des ihr zukommenden Ermessens 

korrekt vorgenommen worden.

7. Am 31. Mai 2021 (Poststempel) vertieft die Beschwerdeführerin ihre Argu-

mentation und wirft der Vergabebehörde insbesondere vor, eine nicht kom-

petente Fachplanerin beigezogen zu haben; weiter habe sie auch die Re-

ferenzobjekte nicht objektiv bewertet und zu wenig selber recherchiert; 

schliesslich führe die Bewertung des Wartungsvertrages zu einer Verzer-

rung des Schlussergebnisses. 

8. In ihrer Duplik vom 10. Juni 2021 hält die Vergabebehörde (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) unverändert an ihren Rechtsbegehren fest. Sie ent-

gegnet der Argumentation der Beschwerdeführerin und bestreitet deren 

Behauptungen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Vergabeentscheid vom 12. April 2021, 

worin die Beschwerdegegnerin die ausgeschriebene Arbeitsleistung/Be-

schaffung 'Gewerbliche Kälte' (BKP 346) für das Bauprojekt 'Alterszentrum' 

in der betreffenden Gemeinde der Zuschlagsempfängerin zum Preis von 

CHF 135'262.90 (Bewertung 489/500 Punkte) erteilte. Damit konnte sich 

die preisgünstiger (CHF 135'242.95) offerierende Beschwerdeführerin, de-

- 4 -

ren Angebot mit 455/500 Punkten bewertet wurde, nicht einverstanden er-

klären, weshalb sie dagegen am 27. April 2021 Beschwerde beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden erhob und darin die Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids sowie die Rückweisung der Angelegenheit zur 

Neuvergabe an die Gemeinde beantragte. Es ist demnach über die Recht-

mässigkeit des angefochtenen Vergabeentscheids zu befinden.

1.2. Die strittige Auftragsvergabe untersteht unbestritten dem öffentlichen Be-

schaffungsrecht. Konkret kommen die Interkantonale Vereinbarung über 

das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; SR 172.056.5 [BR 803.510]) so-

wie das Submissionsgesetz für den Kanton Graubünden (SubG; BR 

803.300) mit zugehöriger Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur 

Anwendung. Das vorliegende Verfahren vor Verwaltungsgericht richtet sich 

nach dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). 

1.3. An der eingereichten Beschwerde gibt es weder bezüglich ihrer Form (= 

Erfordernis an Rechtsschriften nach Art. 38 VRG [Rechtsbegehren; Sach-

verhalt; Begründung]) noch bezüglich der Wahrung der 10-tägigen Rüge-

frist nach Art. 15 Abs. 2 IVöB und Art. 26 Abs. 1 SubG etwas auszusetzen, 

zumal das Ziel der Beschwerde materiell klar erkennbar ist und die Rechts-

schrift vom 27. April 2021 gegen den Vergabeentscheid vom 12. April 2021, 

erhalten am 20. April 2021, innert der gesetzlichen Anfechtungsfrist erfolgt 

ist. Die Beschwerde ist daher form- und fristgerecht eingereicht worden.

1.4. Nach Art. 15 Abs. 1 IVöB (Beschwerde an unabhängige kantonale Instanz 

zulässig) bzw. Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG (Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht) kann namentlich gegen den Zuschlag und den Ausschluss vom 

Vergabeverfahren Beschwerde erhoben werden. Die örtliche und sachliche 

Zuständigkeit des angerufenen Verwaltungsgerichts ist damit gegeben, da 

es um die unabhängige Überprüfung des angefochtenen Entscheids geht.

- 5 -

1.5. Zur Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist 

legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 

50 VRG). Die Legitimation ist gegeben, wenn die Beschwerdeführerin als 

nicht berücksichtigte Bewerberin eine reelle Chance hat, bei Gutheissung 

ihres Rechtsmittels den Zuschlag zu erhalten; ob dies zutrifft, ist aufgrund 

der Begehren und Rügen der Beschwerdeführerin zu beurteilen. Vorlie-

gend ist die Legitimation zur Beschwerdeerhebung der Beschwerdeführe-

rin als preisgünstigste Anbieterin zu bejahen, verlangt sie doch die Auf-

tragsvergabe an sich selber zum Preis von CHF 132'242.95 und hätte somit 

den Zuschlag erhalten, wenn die Bewertung des Angebots der Zuschlags-

empfängerin aufgrund der anderen Kriterien nicht höher ausgefallen wäre. 

Die Beschwerdeführerin war mit 455/500 Punkten nämlich das wirtschaft-

lich 'zweitgünstigste' Angebot, hinter demjenigen der Zuschlagsempfänge-

rin mit total 489/500 Punkten.  

1.6. Etwas unklar ist die Beschwerdeführerin, wenn sie in ihrer Replik (Ziff. 6) 

vorbringt, sie habe keine Beschwerde eingereicht, sondern einen Rekurs, 

und sie beanstande nur die Punktebewertung, nicht die Auswertung selbst. 

Eine Erklärung für die falsche Benennung des Rechtsmittels (Rekurs statt 

Beschwerde) könnte die angeführte Rechtsmittelbelehrung im angefochte-

nen Entscheid sein, worin von 'Rekurs' statt von 'Beschwerde' die Rede ist. 

Diese unzutreffende (veraltete) Bezeichnung hat für die Beschwerdeführe-

rin aber keinen Rechtsnachteil, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 

Die von der Beschwerdeführerin nicht beanstandete Auswertung basiert im 

Kern auf der von ihr kritisierten Punktebewertung der einzelnen Zuschlags-

kriterien (Z1-Z4), weshalb deren Differenzierung nicht zielführend ist.      

2.1. In materieller Hinsicht zweifelt die Beschwerdeführerin als Erstes die Kom-

petenz der Fachplanerin, wie sie in der Ausschreibung genannt wurde, an 

(nachfolgend E.2.2.ff.). Weiter wird die Bewertung des Zuschlagskriteriums 

1 [Z1] ("Qualifikation Schlüsselpersonen und Anbieter") als unrichtig taxiert 

- 6 -

(E.2.3.ff.). Es folgen die Rügen und Einwände gegen die Bewertung des 

Z2 ("Servicestellen"; E.2.4.ff.), des Z3 ("Wartungsvertrag"; E.2.5.ff.) sowie 

des Z4 (Bewertungsmethode "Preisspanne/Punkteabstufung"; E.2.6.ff.). 

2.2. Nach Art. 25 SubG kann gegen Entscheide des Auftraggebers Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht erhoben werden (Abs. 1). Als durch Beschwerde 

selbständig anfechtbare Entscheide gelten u.a. namentlich die Ausschrei-

bung des Auftrags (Abs. 2 lit. a) sowie der Zuschlag und Ausschluss vom 

Verfahren (Abs. 2 lit. c). Laut Art. 26 Abs. 1 SubG sind Beschwerden schrift-

lich und begründet innert 10 Tagen seit Eröffnung des Vergabeentscheids 

einzureichen.   

2.2.1. In ihrer Replik zweifelt die Beschwerdeführerin die Kompetenz der von der 

Beschwerdegegnerin beigezogenen Fachplanerin an. Diese könne diese 

Arbeiten nicht fachgerecht ausschreiben.

2.2.2. Das Gericht kann auf diese nicht weiter spezifizierte Kritik im Voraus nicht 

eingehen. Wenn die Ausschreibung nicht fachgerecht gewesen sein sollte, 

hätte die Beschwerdeführerin bereits die Ausschreibung anfechten müssen 

(Art. 25 Abs. 2 lit. a SubG), was sie aber nachweislich nicht getan hat. Auf 

die Rüge der fehlenden Fachkompetenz laut Devis ist daher nicht einzutre-

ten.

2.3. Gemäss Art. 21 SubG erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zu-

schlag (Abs. 1). Es können insbesondere Kriterien wie Qualität, Preis, Er-

fahrung, Zweckmässigkeit, Termine, technischer Wert, Ästhetik, Betriebs-

kosten, Nachhaltigkeit, Kreativität, Kundendienst, Infrastruktur und Lehr-

lingsausbildung berücksichtigt werden (Abs. 2). Der Auftraggeber gibt in 

der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen die zur Anwen-

dung gelangenden Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung oder der Rei-

henfolge ihrer Bedeutung bekannt (Abs. 3). Der Zuschlag für weitgehend 

standardisierte Beschaffungen kann ausschliesslich nach dem Kriterium 

- 7 -

des niedrigsten Preises erfolgen. Dies ist grundsätzlich auch dann anzu-

nehmen, wenn der Auftraggeber den Anbietern keine Zuschlagskriterien 

bekannt gegeben hat (Abs. 4).

2.3.1. Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Replik (Punkt 12), die Liste der Refe-

renzobjekte der Zuschlagsempfängerin enthalte ausschliesslich ausser-

kantonale Objekte und die einzige Referenzperson auf dieser Liste, die sich 

in T._____ auskenne, sei nicht kontaktiert worden.

2.3.2. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass ausserkantonale Pro-

jekte in den Ausschreibungsunterlagen nicht als unzulässig bezeichnet 

worden seien. Entsprechend gebe es keine Grundlage, ausserkantonale 

Referenzprojekte schlechter zu bewerten als innerkantonale. Auch sei im 

Rahmen des Zuschlagskriteriums 1 (Z1) keine Referenzperson, die sich in 

T._____ auskenne, vorgeschrieben worden. Sowohl der Beschwerdefüh-

rerin als auch der Zuschlagsempfängerin seien unter diesem Kriterium die 

maximale Punktzahl zugestanden worden, weil sie an erstere Stelle der 

Referenzobjekte je ein Pflegeheim aufführten, welches eine sehr gute Ver-

gleichbarkeit mit dem vorliegenden Bauprojekt aufweise. 

Gemäss Ausschreibungsunterlagen laute das Z1 wie folgt:

Z1 Qualifikation Schlüsselperson/en       Referenzen der Schlüsselperson/en sowie des
                       und Anbieter Anbieters die Ausführung von 3 mit der vorge-

sehenen Aufgabe vergleichbaren realisierten 
Aufträgen in den letzten 10 Jahren.
Aufgaben von Objekt, Auftragssumme und Re-
ferenzperson.

2.3.3. Das Gericht stellt diesbezüglich fest: Die Beschwerdeführerin gab an erster 

Stelle das Pflegeheim H._____, I._____ an; weiter das Restaurant J._____, 

K._____ und das Hotel L._____, E._____. Die Zuschlagsempfängerin gab 

als Referenzobjekt 1 das Wohn- und Pflegezentrum M._____, N._____ an, 

und zusätzlich ein Freilager in O._____, P._____, sowie an der Q._____ 

das Gebäude HPI in P._____ (vgl. Beilage 7 Beschwerdegegnerin). Nach-

- 8 -

dem in den Ausschreibungsunterlagen keine Vorgaben zur geographi-

schen Lage der Referenzobjekte gemacht wurden, durfte die Beschwerde-

gegnerin dieses Element selbstverständlich auch nicht berücksichtigen. 

Die Rüge der Beschwerdeführerin stösst folgerichtig ins Leere. 

2.4. Bezüglich des Zuschlagskriteriums 2 ('Servicestellennetz') ist festzuhalten: 

2.4.1. Die Beschwerdeführerin rügt dazu, dass es für die Beschwerdegegnerin 

ein Leichtes gewesen wäre, auf der Internetseite der Beschwerdeführerin 

deren Servicestellennetz nachzuschlagen; sie hätte besser recherchieren 

oder zumindest telefonisch nachfragen müssen. Hätte sie dies gemacht, 

hätte sie gesehen, dass auch die Beschwerdeführerin über eine Service-

stelle in T._____ verfüge; entsprechend hätte sie auch ihr anstatt 3 richti-

gerweise 5 Punkte vergeben müssen, gleich wie der Zuschlagsempfänge-

rin. 

2.4.2. Die Beschwerdegegnerin weist diese Kritik zurück. Die Beschwerdeführe-

rin habe in ihrer Offerte an der dafür vorgesehenen Stelle keine Service-

stelle in T._____ angegeben. Die Beschwerdegegnerin müsse und dürfe 

auf die Angaben in den eingereichten Unterlagen abstellen; zu nachträgli-

chen zusätzlichen Internetrecherchen oder Telefonaten zu einzelnen Punk-

ten sei die Beschwerdegegnerin nicht gehalten und mit Blick auf eine mög-

liche Verzerrung des Wettbewerbs auch nicht befugt. Die kritisierte Punk-

tevergabe, welche sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin in ihrer 

Offerte stütze, sei deshalb korrekt und sachlich gerechtfertigt. 

2.4.3. Nach Auffassung des Gerichts waren gemäss Ausschreibungsunterlagen 

beim Zuschlagskriterium 2 unter der Position 'Qualität Service' das Service-

stellennetz und die Kontaktdaten anzugeben, sowie diesbezügliche Refe-

renzangaben betreffend Erreichbarkeit und Einsatzzeit, weiter die Organi-

sationsstruktur und der Service (evtl. Subunternehmer). Die Beschwerde-

führerin hat in ihrem Angebot den Standort R._____ angegeben, die Zu-

- 9 -

schlagsempfängerin ihren Standort S._____ und zusätzlich ihre Service-

stelle T._____. Diese Servicestelle ergibt sich aus der Beilage zur Offerte 

der Zuschlagsempfängerin in der der Firmensitz S._____ eingezeichnet ist 

sowie drei Servicestellen, nämlich eine in T._____, eine in U._____ und 

eine in P._____. In der Offerte der Beschwerdeführerin sucht man vergeb-

lich nach Servicestellen. Die Beschwerdegegnerin hat für die Bewertung 

hinterlegt, dass eine Servicestelle in T._____ mit der Note 5 bewertet 

wurde, eine Servicestelle im Kanton Graubünden mit der Note 4. Vor die-

sem Hintergrund ist die Bewertung des Angebots der Zuschlagsempfänge-

rin mit der Note 5 und des Angebots der Beschwerdeführerin mit der Note 

4 nicht zu beanstanden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Beschwer-

deführerin tatsächlich selber – mittels einer Beteiligung oder einer Partner-

firma – auch über eine Servicestelle in T._____ verfügt, denn die Be-

schwerdegegnerin durfte und musste auf die Angaben in der Offerte ab-

stellen, in welcher die Beschwerdeführerin eben keinerlei Angaben zu einer 

Servicestelle in T._____ machte. Auch diese Rüge ist somit abzuweisen.

2.5. In Bezug auf das Zuschlagskriterium 3 ('Wartungsvertrag') ist festzustellen: 

2.5.1. Die Beschwerdeführerin rügt diesbezüglich eine willkürliche Notenvergabe. 

Ihre Richtpreisofferte sei mit jährlichen Kosten von CHF 2'320.-- lediglich 

um CHF 565.-- höher als die Offerte der Zuschlagsempfängerin mit CHF 

1'755.--. Dieser geringe Unterschied rechtfertige es nicht, dass sie nur mit 

der Note 3 bewertet werde, die Zuschlagsempfängerin hingegen mit der 

Note 5. Die Wartungspreise seien als Richtpreise angefragt worden und 

seien gar nicht effektive Preise; mit unverbindlichen Richtpreisen könne 

sich eine Anbieterin mit tiefem Angebot einen Zuschlag sichern. Weiter sei 

es stossend, dass eine Preisdifferenz im Hauptangebot von rund CHF 

3'000.-- zu einem Abzug von bloss 11 Punkten führe, während eine Preis-

differenz von nur CHF 565.-- beim Wartungsvertrag einen Abzug von 20 

Punkten ausmache.

- 10 -

2.5.2. Die Beschwerdegegnerin bringt dazu vor, dass sie für die Bewertung die-

ses Kriteriums die Note 5 für das günstigste Angebot hinterlegt habe und 

pro angefangene 20% Differenz eine Note weniger geben würde. Die Zu-

schlagsempfängerin habe somit für das günstigste Angebot die Note 5 er-

halten, die Beschwerdeführerin mit ihrem 32% teureren Angebot die Note 

3. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin seien beim War-

tungsvertrag verbindliche Preise angefragt worden. Die unterschiedliche 

Bewertung der Preisdifferenzen sei zudem gerechtfertigt, weil die Preisdif-

ferenz beim Wartungsvertrag eine jährlich wiederkehrende Differenz bzw. 

Investition sei; auf eine Lebensdauer der Anlage von 20 Jahren müsse die 

Differenz somit mit dem Faktor 20 multipliziert werden. Damit sei die Punk-

tevergabe sowohl mit Blick auf die relativen wie auch auf die absoluten Zah-

len gerechtfertigt und sachlich begründet.

2.5.3. Nach Feststellungen des Gerichts wird in Ziff. 13.1 der Ausschreibungsun-

terlagen der Entwurf eines Wartungs- und Instandstellungsvertrags ver-

langt mit jährlicher Ausführung, enthaltend sämtliches Verbrauchsmaterial 

zur Erledigung der Wartung (Reinigungsmittel, Öltester usw.). Sowohl die 

Beschwerdeführerin als auch die Zuschlagsempfängerin haben einen sol-

chen Vertragsentwurf eingereicht. Inwiefern die Beschwerdeführerin dieses 

Dokument als unverbindlichen Richtpreis ansieht, ist nicht nachvollziehbar. 

Weiter hat die Beschwerdegegnerin für die Bewertung hinterlegt, dass das 

günstigste Angebot die Note 5 erhält und bei den anderen Angeboten pro 

angefangene 20% Preisdifferenz eine Note weniger vergeben wird. Die Ar-

gumentation der Beschwerdegegnerin zur strittigen Bewertung der beiden 

Angebote (Note 5 und Note 3) trifft somit vollumfänglich zu. Insbesondere 

der Umstand, dass die Wartungsarbeiten jährlich wiederkehrend sind, ruft 

geradezu nach einem anderen Bewertungsmassstab als bei der einmali-

gen Angebotssumme für die Ausführung der nachgefragten Arbeiten. Auch 

diese Rüge ist somit abzuweisen.

2.6. Es bleibt damit noch die Beurteilung des Zuschlagskriteriums 4 ('Preis'): 

- 11 -

2.6.1. Die Beschwerdeführerin rügt dazu, die Angebotsbewertung enthalte keine 

Bemerkungen. 

2.6.2. Die Beschwerdegegnerin bringt dazu vor, dass die Preisbewertung ein rein 

rechnerischer Vorgang sei. Die Berechnung habe korrekt stattgefunden, 

weshalb auch dieser Einwand unbegründet sei.

2.6.3. Nach Prüfung und Würdigung der Vergabeunterlagen ist das Gericht der 

Auffassung, dass in den Angebotsunterlagen zum Zuschlagskriterium 4 die 

Bewertungsmethode zur Preisermittlung aufgeführt wird. Die Preisspanne 

wurde auf 50% festgelegt, d.h. das günstigsten Angebot erhält die Note 5, 

bei 50% über dem günstigsten Angebot gibt es die Note 0. Dazwischen 

erfolgt eine lineare Abstufung, d.h. pro 1% über dem günstigsten Angebot 

gibt es einen Abzug von 0.1 Noten/Punkte (auf eine Kommastelle gerun-

det). Das Angebot der Zuschlagsempfängerin ist (gerundet) um 2% teurer 

als dasjenige der Beschwerdeführerin. Entsprechend der Bewertungsregel 

hat die Beschwerdeführerin die Note 5 erhalten, die Zuschlagsempfängerin 

hingegen die Note 4.8. Nach der Gewichtung von 50% führt dies zu 250 

Punkten für die Beschwerdeführerin und 240 Punkten für die Zuschlags-

empfängerin. Tatsächlich hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerde-

führerin 250 Punkte zugestanden, der Zuschlagsempfängerin hingegen nur 

239. Konkret hätte die Zuschlagsempfängerin danach an sich einen zusätz-

lichen Punkt zu Gute, was hier aber nicht weiter vertieft werden muss, da 

ohne Auswirkung auf das Endergebnis. Diese Rüge ist somit ebenfalls ab-

zuweisen.

2.7. Zusammengefasst ergibt sich, dass es an der Benotung sowie Auswertung 

der einzelnen im Devis enthaltenen Zuschlagskriterien (Z1-Z4) nichts aus-

zusetzen gibt (E.2.3.ff.-2.6.ff.) und somit der angefochtene Vergabeent-

scheid vom 12. April 2021 rechtens ist, weshalb er vom Gericht inhaltlich 

auch bestätigt wird, soweit auf die Beschwerde vom 27. April 2021 aus for-

mellen Gründen (E.2.2.-E.2.2.2.) überhaupt eingetreten werden kann. 

- 12 -

3.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Als Staatsge-

bühr erachtet das Gericht einen Betrag von CHF 2'000.-- (zzgl. Kanzleiaus-

lagen) als angemessen und gerechtfertigt, weil die Streitsache nicht beson-

ders komplex und die Anzahl der Rügen noch überschaubar waren, zumal 

der Streitwert mit rund CHF 132'250.-- noch nicht allzu hoch war (zum Ver-

gleich: VGU U 18 56 vom 6. November 2018: Haustechnikarbeiten für rund 

CHF 125'000.-- [Staatsgebühr CHF 2'000.--]; U 14 101 vom 21. April 2015: 

Blockwerkheizung für rund CHF 155'000.-- [Staatsgebühr CHF 2'000.--]).

3.2. Der Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu, da sie ledig-

lich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat (Art. 78 Abs. 2 VRG). Die 

beigeladene Zuschlagsempfängerin hat am Verfahren nicht teilgenommen, 

weshalb eine Parteientschädigung gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG entfällt.   

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 2'000.-- 

- und den Kanzleiauslagen von CHF 344.-- 

zusammen CHF 2'344.--

gehen zulasten der A._____ AG.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]