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**Case Identifier:** c5117ce1-e972-5749-9e15-781a9f461256
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 27.09.2025 VBE.2025.45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-45_2025-09-27.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2025.45 / DB / hf  
Art. 122 

 

 

Urteil vom 27. September 2025 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Hausherr, Vorsitz 

Oberrichterin Gössi  

Ersatzrichter Zürcher  

Gerichtsschreiber Bächli          

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ 

unentgeltlich vertreten durch MLaw Jonas Steiner, Rechtsanwalt, 

Buchserstrasse 18, Postfach, 5001 Aarau    

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1.      

Die 1966 geborene Beschwerdeführerin war als Selbständigerwerbende im 

Bereich Reinigung tätig und in dieser Eigenschaft freiwillig bei der Be-

schwerdegegnerin gegen Unfallfolgen versichert. Am 8. Februar 2018 erlitt 

sie einen Verkehrsunfall und zog sich Verletzungen am rechten Bein sowie 

eine Hüftkontusion rechts  zu. Für die Folgen dieses Ereignisses erbrachte 

die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld). Mit Schreiben vom 15. Juni 2023 stellte die Beschwerdegegnerin 

die vorübergehenden Leistungen ein. Mit Verfügung vom 21. Juni 2023 

sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Integritäts-

entschädigung bei einer Integritätseinbusse von 15 % zu und verneinte 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Mit Verfügung vom 6. März 2024 

kam die Beschwerdegegnerin insofern auf diesen Entscheid zurück, als sie 

der Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2023 eine Invalidenrente bei 

einer Erwerbsunfähigkeit von 17 % zusprach. Die dagegen erhobene Ein-

sprache der Beschwerdeführerin wies die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 30. Dezember 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 30. Januar 2025 erhob die Beschwerdeführerin fristge-

recht Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 30. Dezember 

2024 und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 
30.12.2024 aufzuheben. 

 
 2. Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen nach 

UVG auszurichten. 
 
 3. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen, damit diese den Invaliditätsgrad unter Berücksichtigung der 
unfallkausalen psychischen Beschwerden neu ermittelt. 

 
 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Las-

ten der Beschwerdegegnerin." 

 

Zudem beantragte sie die unentgeltliche Rechtspflege und die Einsetzung 

ihres Vertreters als unentgeltliche Rechtsvertretung. 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 14. Februar 2025 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 2. April 2025 wurde der Be-

schwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und MLaw Jo-

nas Steiner, Rechtsanwalt, Aarau, zu ihrem unentgeltlichen Vertreter er-

nannt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.      

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Einspracheent-

scheid vom 30. Dezember 2024 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 602) zu 

Recht der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Unfalls vom 8. Februar 

2018 mit Wirkung ab dem 1. August 2023 eine Invalidenrente bei einem 

Invaliditätsgrad von lediglich 17 % zugesprochen hat. Hinsichtlich der (un-

angefochtenen) Integritätsentschädigung ist bereits die Verfügung vom 

21. Juni 2023 in Rechtskraft erwachsen (vgl. BGE 144 V 354 S. 358 

E. 4.3). 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen; vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.; 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 

6. März 2020 E. 8).  

 - 4 - 

 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt neben dem natürlichen 

Kausalzusammenhang voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem 

eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. 

Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 

eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er-

folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfol-

ges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 

V 177 E. 3.2 S. 181; 129 V 402 E. 2.2 S. 405; 125 V 456 E. 5a S. 461 f.). 

 

2.2.2. 

Im Sozialversicherungsrecht spielt die Adäquanz als rechtliche Eingren-

zung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden 

Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiese-

ner Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitge-

hend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit 

Hinweis auf BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103). Anders verhält es sich bei 

natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Be-

schwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen 

Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbe-

zogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweis 

unter anderem auf BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.). Bei psychischen Fehl-

entwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Aus-

schluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; so-

genannte Psycho-Praxis), während bei Schleudertraumen und äquivalen-

ten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen auf eine Differen-

zierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet 

wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen; sogenannte Schleuder-

trauma-Praxis [vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130]). Die Adäquanzprüfung 

zwischen dem Unfallereignis und den geklagten gesundheitlichen Be-

schwerden hat im Zeitpunkt des Fallabschlusses zu erfolgen (vgl. BGE 134 

V 109 E. 3 ff. S. 112 ff., 133 V 64 E. 6.6.2; RKUV 2006 U 571 S. 82). 

 

2.2.3. 

Die Beurteilung der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, welche die Verwaltung 

bzw. das Gericht vorzunehmen hat (BGE 115 V 133 E. 11b S. 146; 

vgl. BGE 134 V 109 E. 3.2 S. 113 und E. 6.2.1 S. 117). Deshalb ist hier 

– im Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang 

(vgl. E. 2.1. hiervor) – der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit nicht relevant (BGE 112 V 30 E. 1b S. 33; KURT PÄRLI/LAURA KUNZ, in: 

Kieser/Kradolfer/Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 5. Aufl. 2024, N. 92 

zu Art. 4 ATSG). 

 

 - 5 - 

 

 

2.2.4. 

Das Eidgenössische Versicherungsgericht bzw. das Bundesgericht hat be-

sondere Regeln für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwick-

lungen nach einem Unfall entwickelt. Danach setzt die Bejahung des adä-

quaten Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfaller-

eignis für die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit 

eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es ob-

jektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft 

ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7 S. 141). Für die Beurteilung dieser 

Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 f. an das Unfallereignis an-

zuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – 

eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich 

liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Bei leichten Unfällen kann 

der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Ge-

sundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint (BGE 115 V 133 

E. 6a S. 139), bei schweren Unfällen bejaht werden (BGE 115 V 133 E. 6b 

S. 140). Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage nicht 

auf Grund des Unfalls allein beantworten. Weitere, objektiv erfassbare Um-

stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder 

als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, sind in eine Gesamt-

würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen 

(BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183 f. mit Hinweis unter anderem auf BGE 115 

V 133 E. 6c/aa S. 140; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f.): 

 

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein-

drücklichkeit des Unfalls; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen)  

Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen; 

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 

- (körperliche) Dauerschmerzen; 

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert; 

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 

- Grad und Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit. 

 

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 

jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 

kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 

Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-

falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 

sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-

ren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall 

 - 6 - 

 

 

zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein ein-

ziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsun-

fähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkri-

terium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen meh-

rere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, 

je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im 

mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu-

zuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in ge-

häufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wer-

den kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven 

Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 

V 359 E. 6b S. 368; Urteil des Bundesgerichts 8C_375/2010 vom 4. August 

2010 E. 3.2). Sofern keines der Kriterien in besonders ausgeprägter Weise 

gegeben ist (was nur mit grosser Zurückhaltung anzunehmen ist; vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_568/23015 vom 15. Januar 2016 E. 3.4), bedarf es 

für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei einem mittel-

schweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen des Nachweises 

von vier Kriterien. Demgegenüber müssen bei einem Unfall im eigentlich 

mittleren Bereich drei Kriterien ausreichen (Urteil des Bundesge-

richts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5; vgl. auch Urteil des Bun-

desgerichts 8C_476/2010 vom 7. September 2010 E. 2.4 mit Hinweisen). 

 

2.2.5. 

Die Unfallschwere ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise 

auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei ent-

wickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht relevant sind die Kriterien, welche 

bei der Prüfung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung fin-

den; dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, 

welche sich die versicherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Ge-

sichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonde-

ren Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Umstände, wie eine 

allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todes-

folgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zog (Urteil des Bun-

desgerichts 8C_66/2010 vom 6. September 2010 E. 4.1 mit Hinweis unter 

anderem auf SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). 

 

3. 

Den Akten lässt sich in Bezug auf das Ereignis vom 8. Februar 2018 im 

Wesentliches Folgendes entnehmen: Die Beschwerdeführerin fuhr als 

Lenkerin mit ihrem Auto (VW Touran) ausserorts auf der Q-Strasse von 

R._____ her kommend – gemäss eigenen Angaben mit einer 

Geschwindigkeit von ca. 80 km/h, wobei sie vor dem Aufprall noch 

abbremsen konnte (vgl. VB 14 S. 3) – in Richtung S._____, als das ihr 

entgegenkommende Auto auf die Gegenfahrbahn kam und frontal mit dem 

Auto der Beschwerdeführerin kollidierte. Das Auto der Beschwerdeführerin 

 - 7 - 

 

 

wurde durch den Aufprall in das angrenzende Wiesland geschleudert 

(Polizeirapport vom 14. April 2018 in VB 49 S. 8). Beim Eintreffen der 

Polizei stand die Beschwerdeführerin als Lenkerin des VW Touran bereits 

neben ihrem Fahrzeug und wartete. Ihr Fahrzeug war stark beschädigt, 

wobei die Airbags ausgelöst wurden. Die beiden Mitfahrenden der 

Beschwerdeführerin blieben verletzt im Auto sitzen (VB 49 S. 9). Alle 

Unfallbeteiligten seien durch die vor Ort gerufenen Rettungskräfte 

abtransportiert und in die umliegenden Spitäler verbracht worden (VB 49 

S. 10). Die Beschwerdeführerin habe beim Unfall eine mehrfragmentäre 

Innenknöchelfraktur nicht grob disloziert, eine Trümmerfraktur Processus 

lateralis tali, einen Knorpelschaden Talus subtalar und korrespondierende 

laterale Calcaneusbegrenzung rechts sowie eine Hüftkontusion rechts 

erlitten (Austrittsbericht Spital B._____ vom 23. Februar 2018 in VB 14). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin qualifizierte den vorliegenden Unfall als mittel-

schweren Unfall im mittleren Bereich (VB 602 S. 4 f.). Die Beschwerdefüh-

rerin bringt dagegen vor, der Unfall sei als mittelschwerer Unfall an der 

Grenze zu einem schweren Unfall zu qualifizieren (Beschwerde S. 9 ff.). 

Zudem lägen bei ihr (auch) psychische Beschwerden vor, welche in adä-

quatem Kausalzusammenhang zu dem Unfallereignis vom 8. Februar 2018 

stünden, was die Beschwerdegegnerin zu Unrecht verneint habe (Be-

schwerde S. 9 ff.).  

 

4.2. 

Angesichts des vorliegenden Unfallgeschehens (vgl. E. 3 hiervor) rechtfer-

tigt es sich, den Unfall als mittelschwer im engeren Sinne zu betrachten. 

So wurden vom Bundesgericht unter anderem auch folgende Unfälle als 

mittelschwere Ereignisse im engeren Sinne betrachtet: Ein Fahrzeug prallte 

mit einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h frontal in einen stehenden Per-

sonenwagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2009 vom 4. April 2010 

E. 4.6.2); das von der versicherten Person gelenkte Fahrzeug wurde bei 

einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst, geriet dabei 

ins Schleudern, prallte gegen einen Strassenwall, überschlug sich und kam 

auf der Fahrerseite zu liegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_169/2007 vom 

5. Februar 2008); ein Fahrzeug überschlug sich bei einer Geschwindigkeit 

von ca. 90 km/h auf der Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg, wobei 

die versicherte Person herausgeschleudert wurde, und das Fahrzeug – mit 

Totalschaden – auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach abbremste (Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 492/06 vom 16. Mai 2007); 

eine frontale Kollision ohne Brems- und Ausweichmanöver auf einer Haupt-

strasse mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h (Urteil des Bundesge-

richts 8C_551/2024 vom 2. Juli 2025). 

 

 - 8 - 

 

 

Dem Polizeirapport ist entgegen den von der Beschwerdeführerin ange-

führten Urteilen BGer 8C_129/2009 vom 15. September 2009 sowie 

8C_308/2014 vom 17. Oktober 2014 keine Drehung oder gar ein Über-

schlag ihres Fahrzeuges zu entnehmen. Dass das Fahrzeug "in das an-

grenzende Wiesland geschleudert" wurde, lässt noch nicht darauf schlies-

sen, dass sich eine solche Drehung ereignet hat. Zudem wurden keine In-

sassen aus dem Fahrzeug geschleudert. Zweifellos ist eine Kollision bei 

hoher Geschwindigkeit eindrücklich, jedoch war die Geschwindigkeit tiefer 

als 80 km/h, hat die Beschwerdeführerin doch selbst angegeben, sie habe 

vor dem Aufprall noch abgebremst (VB 14 S. 3), womit die Wucht des Auf-

pralls insgesamt tiefer war als in den vorstehend aufgezeigten vergleichba-

ren Konstellationen, in welchen ebenfalls noch ein mittelschwerer Unfall im 

engeren Sinne angenommen wurde. Insgesamt ist die Vergleichbarkeit mit 

den vorgenannten, als mittelschwer im engeren Sinne einzuordnenden Fäl-

len somit gegeben und die Beschwerdegegnerin hat das Ereignis vom 

8. Februar 2018 zu Recht als Unfall im mittleren Bereich eingeordnet. 

 

4.3. 

Bei einem mittelschweren Unfallereignis im engeren Sinne müssen zur Be-

jahung der Adäquanz drei Adäquanz-Kriterien oder eines in ausgeprägter 

Weise erfüllt sein (E. 2.2.4. hiervor). 

 

4.3.1. 

Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

wurde von der Beschwerdegegnerin angesichts der Tatsache, dass sich 

der Unfall im Februar 2018 ereignet hat und die Beschwerdeführerin sich 

durchgehend in – zweimalig auch stationärer (vgl. VB 89; 473) – Behand-

lung befand, mehrere Operationen durchgeführt wurden (vgl. VB 515) und 

sie sich weiterhin in Behandlung befindet, welche gesamthaft also bereits 

mehr als sieben Jahre dauert, zu Recht anerkannt. Dass dieses Kriterium 

vorliegend in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein sollte (vgl. E. 2.2.4. 

hiervor) wird von der Beschwerdeführerin ausweislich der Akten zu Recht 

jedoch nicht geltend gemacht. 

 

4.3.2. 

Das Kriterium der Dauerschmerzen wird von der Beschwerdeführerin zwar 

behauptet (Beschwerde S. 12; VB 515 S. 13), deren Intensität ist aber frag-

lich, ist es ihr doch möglich, belastende Tätigkeiten auszuüben wie zum 

Beispiel Auto zu fahren oder auch Übungen im Fitnesscenter durchzufüh-

ren (vgl. VB 515 S. 13; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom 

5. Juni 2014 E. 7.4.4, 8C_744/2009 vom 8. Januar 2010 E. 11.4). Zudem 

gelang mittels imaginärer Technik in einer Entspannungsgruppe und in Ein-

zeltherapie eine Hinwendung zu Ressourcen, und das Schmerzerleben trat 

dabei in den Hintergrund (VB 474 S. 3). Zudem hätten die Schmerzen 

mangels organischen Korrelats vorliegend ohnehin ausser Acht zu bleiben 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 E. 10.2; 

 - 9 - 

 

 

8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 5.2.2.1; 8C_236/2016 vom 

11. August 2016 E. 6.2.4; 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.6).  

 

4.3.3. 

Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 12) 

sind auch kein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen 

aktenkundig. Weder mit der durchgeführten OSME-Operation noch der 

durchgeführten Neurotomie lassen sich solche begründen. Allein der Um-

stand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit er-

reicht werden konnte, reicht für die Bejahung dieses Kriteriums nicht aus 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2014 vom 9. Februar 2015 E. 11.6). 

 

4.4. 

Weitere Kriterien, welche bei der Beschwerdeführerin im Zusammenhang 

mit dem Unfall vom 8. Februar 2018 vorliegen sollten und allenfalls zu einer 

Bejahung der adäquaten Kausalität zwischen ihren psychischen Restbe-

schwerden und dem Unfall führen könnten, werden von der Beschwerde-

führerin nicht vorgebracht und sind ausweislich der Akten auch nicht er-

sichtlich. Insgesamt hat die Beschwerdegegnerin damit im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2024 zutreffend erkannt, dass es 

sich beim Unfall der Beschwerdeführerin vom 8. Februar 2018 um ein mit-

telschweres Ereignis im engeren Sinn handelt und lediglich eines der sie-

ben Adäquanzkriterien erfüllt ist, wobei dieses nicht in besonders ausge-

prägter Weise vorliegt (vgl. E  4.3.1. hiervor). Damit ist die adäquate Kau-

salität zwischen dem Unfallereignis vom 8. Februar 2018 und den von der 

Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 1. August 2023 

geltend gemachten psychischen Beschwerden nicht gegeben. Die psychi-

schen bzw. organisch nicht hinreichend objektivierbaren Beschwerden sind 

damit im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung und damit auch der In-

validitätsbemessung nicht zu berücksichtigen. Die Invaliditätsbemessung 

der Beschwerdegegnerin wird von der rechtskundig vertretenen Beschwer-

deführerin nach Lage der Akten zu Recht nicht beanstandet, so dass sich 

diesbezügliche Weiterungen erübrigen. Die Beschwerdegegnerin hat der 

Beschwerdeführerin mit Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2024 so-

mit zu Recht eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 17 % ge-

sprochen. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde vom 30. Januar 2025 abzuwei-

sen. 

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

 - 10 - 

 

 

5.3. 

Nach dem Ausgang des Verfahrens steht der Beschwerdeführerin kein 

Anspruch auf Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG). Die Beschwer-

degegnerin hat aufgrund ihrer Stellung als Sozialversicherungsträgerin 

ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 126 V 143). 

Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter wird das angemessene Honorar nach 

Eintritt der Rechtskraft des versicherungsgerichtlichen Urteils aus der 

Obergerichtskasse zu vergüten sein (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 

Abs. 3 VRPG). 

 

5.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der dem 

Rechtsvertreter ausgerichteten Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie 

dazu in der Lage ist.  

 

 
    

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

4. 

Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters wird richterlich auf 

Fr. 2'500.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, 

dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, MLaw Jonas 

Steiner, Rechtsanwalt, Aarau, nach Eintritt der Rechtskraft das Honorar 

von Fr. 2'500.00 auszurichten. 

 

  

 - 11 - 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 27. September 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Hausherr Bächli