# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91ffabdf-a09d-513c-9b68-15e122617d69
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-23
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010
**Docket/Reference:** DB.2012.273
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_273_xd.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.273 
1 ST.2012.306 

Entscheid 

23. August 2013 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A,   
2.  B,   

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige  bzw.  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  B  die 

Pflichtigen) ist von Beruf C und seit Jahren in leitender Stellung für die D AG tätig.  

Die  letztere  Gesellschaft  hiess  früher  E  AG;  umfirmiert  wurde  sie,  nachdem 

die D S.A. mit Sitz im französischen F am 1. Juli 2007 100% der 8000 Aktien der E AG 

erworben hatte.  Das französische  Mutterhaus  hatte dabei für  die  neue  Tochtergesell-

schaft  in der  Schweiz  einen Preis  von  Fr.  120 Mio.  (=  Fr.  15'000.-  pro Aktie)  bezahlt. 

Ausgehandelt  hatte  sie diesen  mit  der  vormaligen  Mehrheitsaktionärin  G  Ltd.,  welche 

vor dem Verkauf 67% der E-Aktien gehalten hatte; zu 23% war damals das Kader der 

E AG und zu 10% die H beteiligt, aus welcher Gruppe die E AG als Geschäftsbereich I 

einst hervorgegangen war.  

Im  Zug  der  Übernahme  bot  die  D  S.A.  im  Rahmen  des  Investitionsabkom-

mens  vom  …  …  2007  vier  leitenden Angestellten  der  E  AG  ("Managers")  an, sich im 

Umfang von insgesamt 5% an der übernommenen Gesellschaft zu beteiligen; dies zum 

selben  Kaufpreis  pro  Aktie  von  Fr. 15'000.-.  In  der  Folge  erwarb  auch  der  Pflichtige  

51  Aktien  seiner  Arbeitgeberin  zu  diesem  Preis.  Im  Investitionsabkommen  wurde  der  

D  S.A.  und  den  vier  Managern  sodann  eine  per  …  …  2010  ausübbare  Call-  bzw.  

Putoption eingeräumt; dabei wurde für die  Berechnung des späteren Ausübungsprei-

ses  eine  Formel festgelegt.  Dieser gemäss  sollte der  Ausübungspreis  dem  doppelten 

Kaufpreis,  multipliziert  mit  der  positiven  oder  negativen  Entwicklung  des  operativen 

EBIT  (=  earnings  before  interest  and  taxes)  während  der  Haltedauer  der  Aktien  ent-

sprechen. 

Auf dieser Grundlage übte der Pflichtige seine Put-Option am … … 2010 aus 

und verkaufte seine Aktien zum Stückpreis von Fr. 67'707.75 an die D France zurück, 

wodurch er einen Gewinn von Fr. 2'688'095.25 realisierte.   

Im Rahmen der steuerbehördlichen Untersuchung des Sachverhalts  rund um 

diesen Aktienverkauf liessen die Pflichtigen im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsver-

fahren  der  Steuerperiode  2010  ein  am  …  …  2012  erstelltes  Gutachten  der  J  einrei-

chen, welches dem Aktienwert von Fr. 67'707.75 per … … 2010 Marktmässigkeit attes-

tierte.  

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In  der  Veranlagungsverfügung  bzw.  im  Einschätzungsentscheid  vom  24.  Au-

gust  2012  vertrat  der  Steuerkommissär  die  Auffassung,  der  Verkehrswert  einer  Aktie 

der  D  AG  habe  per  1.  Juli  2010  bloss  der  Hälfte  des  bezahlten  Preises  von 

Fr. 67'707.75  entsprochen.  In  der  Formel  zur  Festlegung  des  Ausübungspreises  sei 

nämlich zu Unrecht ein Verdoppelungsfaktor eingebaut worden. Soweit die Formel den 

ursprünglichen  Kaufpreis  mit  der  EBIT-Entwicklung  verknüpfe,  sei  dies  sachgerecht, 

weil diese Entwicklung positiv oder negativ sein könne; ein entsprechender Mehr- oder 

Minderwert  falle  damit  in  den  Bereich  eines  steuerfreien  Kapitalgewinns  bzw.  eines 

steuerlich  unbeachtlichen  Kapitalverlusts.  Die  pauschale  Verdoppelung  des  Kaufprei-

ses (2 x PP) habe indes mit einem Minderwert nichts gemein und stelle eine offensicht-

liche  Vorteilszuwendung  dar.  Dementsprechend  qualifiziere  die  Hälfte  des  Rückkauf-

preises (= Fr. 1'726'547.-) als steuerbares Einkommen.  

Auf  Basis  einer  entsprechenden  Einkommensaufrechnung  sowie  weiteren 

unbestrittenen  Korrekturen  setzte  der  Steuerkommissär  die  Steuerfaktoren  für  die 

Steuerperiode 2010 schliesslich wie folgt fest: 

Staats- und Gemeindesteuer            Direkte Bundessteuer 

             Fr. 

       Fr. 

Steuerbares Einkommen 

1'734'500.- 

1'736'000.- 

Satzbestimmendes Einkommen 

1'735'800.- 

Steuerbares Vermögen 

4'208'000.- 

Satzbestimmendes Vermögen 

4'238'000.-. 

B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 17. September 2012 Einsprache und 

beantragten, den gesamten Gewinn aus der Veräusserung der D-Aktien als steuerfrei-

en privaten Kapitalgewinn zu qualifizieren. Das kantonale Steueramt wies die Einspra-

chen am 28. September 2012 ab. 

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 31. Oktober 2012 gingen die Pflichtigen 

erneut  vom  Vorliegen  eines  steuerfreien  Kapitalgewinns  aus  Aktienverkauf  aus  und 

beantragten  die  Herabsetzung  des  steuerbaren  Einkommens  auf  Fr. 9'400.-  (direkte 

Bundessteuer) bzw. Fr. 7'900.- (Staats- und Gemeindesteuer). Das kantonale Steuer-

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amt schloss am 21. November 2012 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössi-

sche Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Mit  Verfügung  vom  14.  Januar  2013  wurde  die  Einholung  eines  Gutachtens 

über den Verkehrswert der Aktien der D AG per … … 2010 angeordnet. Dieses wurde 

vom bestellten Gutachter am … … 2013 vorgelegt. Aufgrund der diesbezüglichen Stel-

lungnahmen der Parteien wurde am … … 2013 eine Ergänzung des Gutachtens ver-

fügt.  Die  Ergänzungen  gingen  am  …  …  2013  ein  und  die  Parteien  liessen  sich  dazu 

am 23. Mai 2013 (Pflichtige) bzw. 3. Juli 2013 (kant. Steueramt) erneut vernehmen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 16 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die direkte Bun-

dessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 und 3 des Steuergesetzes 

vom 1. Juni 1997 (StG) unterliegen der Einkommenssteuer alle wiederkehrenden und 

einmaligen  Einkünfte  mit  Ausnahme  der  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von 

Privatvermögen.  

Steuerbar sind nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 Abs. 1 StG insbesondere 

alle  Einkünfte  aus  privatrechtlichen  oder  öffentlichrechtlichen  Arbeitsverhältnissen  mit 

Einschluss  der  Nebeneinkünfte  wie  Entschädigungen  für  Sonderleistungen,  Provisio-

nen,  Zulagen,  Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trinkgelder, 

Tantiemen  und  andere  geldwerte  Vorteile.  Leistungen,  welche  der  Steuerpflichtige 

nicht  vom  Arbeitgeber,  sondern  von  Dritten  erhält,  sind  ebenfalls  dem  Arbeitseinkom-

men zuzurechnen, wenn sie ihm im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis ausge-

richtet worden sind (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 

2009, Art. 17 N 37 DBG und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 17 

N 37 StG).  

Steuerfrei  sind  dagegen  die  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von  be-

weglichem  Privatvermögen  (Art.  16  Abs.  3  DBG;  §  16  Abs.  3  StG).  Solche  ergeben 

sich  dadurch,  dass  der  Mehrwert  eines  (obligatorischen  oder  dinglichen)  Vermögens-

rechts  beim  Ausscheiden  aus  dem  Vermögen  der  bisher  berechtigten  Person  durch 

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Umwandlung in ein (auch wirtschaftlich betrachtet) anderes Vermögensrecht realisiert 

wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 152 DBG und § 16 N 113 StG). 

 b)  Verkauft  ein  unselbstständig  erwerbstätiger  Steuerpflichtiger,  welcher  mit 

einer bestimmten Anzahl Aktien an seiner Arbeitgeberin beteiligt ist, seine Mitarbeiter-

aktien  an  die  Arbeitgeberin  bzw.  deren  Beherrscherin  zurück,  kann  sich  –  soweit  die 

Titel nicht an der Börse gehandelt bzw. zum Börsenkurs verkauft werden – die Frage 

der  Abgrenzung  des  Kaufpreises  von  Entschädigungen  für  weitere  Leistungen  des 

Verkäufers bzw.  Mitarbeiters stellen.  Eine Entschädigung hierfür wäre nicht mehr Teil 

des steuerfreien Kapitalgewinns aus dem Verkauf privat gehaltener Aktien, sondern als 

Erwerbseinkunft zu betrachten und entsprechend zu besteuern.  

c)  Nach  der  allgemeinen  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den 

Nachweis  zu erbringen, dass  ein  Steuerpflichtiger  bestimmte Einkünfte erzielt  hat,  da 

es  sich hierbei  um  einen steuerbegründenden  Umstand handelt.  Der  Nachweis  eines 

Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-

bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-

den,  indem  er  den  Gegenbeweis  erbringt,  dass  nämlich  die  zugeflossenen  Einkünfte 

kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapital-

gewinns  aus  der  Veräusserung  beweglichen  Privatvermögens).  Liegt  allerdings  ein 

Kaufvertrag im Bereich des Privatvermögens vor, begründet dies zunächst die tatsäch-

liche Vermutung, dass der verurkundete Kaufpreis nur ein solcher und nicht etwa auch 

ein Entgelt für weitere Leistungen des Verkäufers darstellt. Diese tatsächliche Vermu-

tung lässt in steuerrechtlicher Hinsicht den gesamten Veräusserungserlös als Kapital-

gewinn erscheinen. Der allgemeinen Beweislastregel folgend obliegt daraufhin die Be-

hauptung  und der  Nachweis  dafür,  dass  die  Gegenleistung ganz  oder teilweise keine 

Kaufpreisqualität besitzt, den Steuerbehörden.  

2. a) Vorliegend erwarb der Pflichtige am … … 2007 insgesamt 51 Aktien sei-

ner  Arbeitgeberin  (damals  E  AG)  zum  Stückpreis  von  Fr.  15'000.-;  dies  im  Zug  der 

Übernahme  seiner  Arbeitgeberin  durch  die  D  S.A..  Unbestritten  ist,  dass  dieser  An-

kaufspreis damals marktkonform war, denn die D S.A. bezahlte bei der Übernahme der 

Gesellschaft denselben Aktienpreis, wobei die Preisfindung unter unbeteiligten Dritten 

zustande  gekommen  war.  Die Frage der  Vorteilszuwendung  im  Sinn  der  Abgabe  von 

Mitarbeiteraktien unter dem Verkehrswert stellte sich damit im Ankaufsjahr nicht.  

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Gut drei Jahre später bzw. am … … 2010 konnte der Pflichtige seine 51 Akti-

en zum Stückpreis von Fr. 67'707.75 an die  D S.A. zurückverkaufen und damit einen 

Gewinn pro Aktie von Fr. 52'707.75 bzw. von insgesamt Fr. 2'688'095.25 einstreichen. 

Die Steuerbehörde stellt nicht  in Frage, dass es sich bei diesem Gewinn insoweit um 

einen  steuerfreien  Kapitalgewinn  aus  der  Veräusserung  von  Privatvermögen  handelt, 

als  der  von  D  S.A.  bezahlte  Preis  dem  Verkehrswert  der  Aktien  per  …  …  2010  ent-

sprochen hat. Alsdann hält sie aber dafür, dass Letzteres nicht der Fall sei bzw. dass 

der  von  D  S.A.  bezahlte  Preis  dem  doppelten  Verkehrswert  entsprochen  habe.  Sie 

begründet  dies  damit,  dass  die  verwendete  Formel  zur  Berechnung  des  Aktienwerts 

per … … 2010 einen nicht sachgerechten Verdoppelungsfaktor enthalte.  

b)  Der  Pflichtige  und  die  weiteren  am  Beteiligungsprogramm  teilnehmenden 

Manager  haben  bereits  beim  Erwerb  ihrer  Mitarbeiteraktien  per  …  …  2007  mit  der  

D S.A. vereinbart, wie der Wert einer D AG-Aktie zu berechnen sei,  wenn die D S.A. 

dereinst die Aktien bei Ausübung der Call- bzw. Putoption per … … 2010 zurückkaufen 

würde.  So  wurde  im  entsprechenden  Investitionsabkommen  die  folgende  Formel  für 

die Bestimmung des Ausübungspreises festgelegt:  

TP = 2  x  PP  x                         3 x EO 2006 

EO 2007 + EO 2008 + EO 2009 

Der  Ausübungspreis  (TP)  sollte  also  dem  doppelten  Kaufpreis  (PP),  multipli-

ziert mit einem Gewinnkoeffizienten entsprechen, welcher die Entwicklung des operati-

ven EBIT (EO) der D AG während den Jahren 2007 bis 2009 im Vergleich zum Vorjahr 

2006 widerspiegelt. 

c)  Grundsätzlich  ist  es  nachvollziehbar,  wenn  im  Rahmen  von  Verträgen 

betreffend  die  Übertragung  von  Mitarbeiteraktien  nicht  börsenkotierter  Gesellschaften 

die Kriterien für die Bewertung der Aktien im Übertragungszeitpunkt anhand von einfa-

chen  und  klaren  Vorgaben  festgelegt  werden,  können  doch  so  spätere  Meinungsver-

schiedenheiten  über  den  Bewertungsvorgang  vermieden  werden.  Soweit  sich  eine 

dergestalt vereinbarte Bewertungsvorgabe an einem für die fragliche Gesellschaft adä-

quaten  und  in  der  Praxis  erprobten  Bewertungsmodell  orientiert,  wäre  zu  erwarten, 

dass die Vorgabe letztlich auch zum korrekten Verkehrswert führt; einem Verkehrswert 

nämlich, wie ihn auch unabhängige Dritte ermitteln würden.  

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Die  hier  zur  Diskussion  stehende  Formel  ist  zwar  einfach  und  verständlich, 

letztlich aber zu einfach und in der Praxis nicht bekannt. Nachvollziehbar ist lediglich, 

dass sich die Gewinnentwicklung des Unternehmens (bzw. die Entwicklung des opera-

tiven  EBIT)  während  der  Haltedauer  der  Aktien  auch  auf  deren  Wert  auswirkt.  Die 

Formel kann aber im Fall eines allfälligen Verlustjahrs zu abstrusen Ergebnissen füh-

ren; so etwa, wenn im Jahr 2007 ein Verlust von 100 erzielt würde, im Jahr 2008 dann 

ein ausgeglichenes Ergebnis von 0 resultierte und im Jahr 2009 wieder die Gewinnzo-

ne  mit  einem  positiven  Ergebnis  von  95  erreicht  würde.  In  diesem  Beispiel  führte  die 

Addition der EO-Ergebnisse (EO 2007 + EO 2008 + EO 2009 = - 5) letztlich zu einem 

negativen  Gewinnkoeffizienten  bzw.  nach  Multiplikation  mit  dem  doppelten  Kaufpreis 

von Fr. 30'000.- zu einem negativen Verkehrswert; die Aktien wären also wertlos. Dass 

aber die Aktien in dieser Konstellation per 2010 durchaus noch werthaltig wären (ein-

maliger Verlust 2007 und Turnaround per 2008/2009), liegt auf der Hand. Entgegen der 

Auffassung  der  Steuerbehörde  ist  damit  in  dieser  Formel  nicht  bloss  der  Verdoppe-

lungsfaktor  unverständlich,  sondern  auch  die  simple  Gewinnaddition  zur  Herleitung 

eines für die Wertentwicklung massgeblichen Gewinnkoeffizienten.  

Bei dieser Lage der Dinge stand für das Rekursgericht fest, dass diese Formel 

weder in ihrer Ursprungsform, noch in Form der von der  Steuerbehörde verfochtenen 

Anpassung (=  Formel  ohne Verdoppelungsfaktor)  zum korrekten  Verkehrswert führen 

kann.  Auch auf  das  von  den Pflichtigen  im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsverfah-

ren eingereichte Bewertungsgutachten der J vom … … 2012, in welchem für den Ver-

kehrswert  der  D  AG-Aktie  per  …  …  2010  eine  Bandbreite  zwischen  Fr. 53'500.-  und  

Fr.  68'200.-  geschätzt  wurde,  konnte  das  Rekursgericht  nicht  abstellen;  zwar  handelt 

es sich dabei um ein Gutachten einer renommierten Revisionsgesellschaft, gleichwohl 

aber um ein Parteigutachten. In dieser Situation konnte folglich nur eine Aktienbewer-

tung  durch  einen  mit  der  notwendigen  Fachkunde  ausgestatteten,  von  den  Parteien 

unabhängigen  Gutachter  weiterhelfen.  Dementsprechend  hat  das  Rekursgericht  mit 

Verfügung  vom  14.  Januar  2013  die  Einholung eines  Gutachtens  über den Verkehrs-

wert  der  Aktien  der  D  AG  per  …  … 2010  durch  einen  solchen  Experten  angeordnet. 

Dieses  wurde  am  …  …  2013  bzw.  …  …  2013  (Ergänzungen  nach  Parteieinwendun-

gen) abgeliefert. Zu bemerken ist an dieser Stelle, dass auch der eingesetzte Gutach-

ter  zum  Schluss  kam,  dass  die  Formel  im  Investitionsabkommen  keine  taugliche  Be-

wertungsgrundlage darstellen kann.  

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3.  a)  Für  seine  Unternehmens-  bzw.  Aktienbewertung  bediente sich  der  Gut-

achter der reinen Ertragswertmethode; dies mit den Hinweis darauf, dass die Anwen-

dung  der 

in  der  Praxis  ebenfalls  verbreiteten  Discounted-Cash-Flow-Methode  

(DCF-Methode)  das  Problem  der  Datenbeschaffung  bzw.  der  fehlende  Zugang  Aus-

senstehender  zu  betriebsinternen  Informationen  entgegenstehe.  Nach  der  Ertrags-

wertmethode ergebe sich der Unternehmenswert aus der Kapitalisierung der nachhal-

tigen  Überschüsse  zuzüglich  des  Werts  des  nicht  betriebsnotwendigen  Vermögens. 

Zur Ermittlung des nachhaltigen Erfolgs ging er von der Annahme aus, die Relation des 

Unternehmensgewinns  zum  Umsatz  und  vergleichsweise  zum  Bruttogewinn  1  könne 

gewahrt werden; dies, weil ein wie im vorliegenden Fall expandierendes und innovati-

ves  Unternehmen  darauf  ausgerichtet  sei,  nachhaltig  einen  angemessenen  Über-

schuss zu erzielen. Die Voraussetzungen hierzu seien 2010 gegeben gewesen, wenn 

man  dem  prognostizierten Wachstum  des  Bausektors  und  dem geplanten  Vordringen 

in  neue  Geschäftsfelder  Rechnung  trage.  Unter  diesen  Prämissen  sei  der  nachhaltig 

erzielbare Zukunftsgewinn im Zehnjahresdurchschnitt auf Fr. 40 Mio. zu schätzen; dies 

in Annahme eines Überschusses von Fr. 23 Mio. und einer jährlichen Zuwachsrate von 

12%.  Bei  einem  auf  die  Gewinnaussichten  abgestimmten  Kapitalisierungssatz  von 

9.25% (Rendite erstklassiger  Anlagen  3%  +  Risikozuschlag  4.25%  +  Zuschlag für  er-

schwerte Verkäuflichkeit 3%  - Geldentwertungsschutz 1% = Total 9.25%) ergebe sich 

ein  Ertragswert  von  Fr.  432  Mio.  Weil  die  reine  Ertragswertmethode  eine  adäquate 

Kapitalausstattung voraussetze, sei von diesem Ergebnis fehlende Substanz abzuzie-

hen  bzw.  nicht  betriebsnotwendige  hinzuzuzählen.  Aufgrund  der  Bilanzstruktur  seien 

die ausschüttbaren Mittel auf rund Fr. 20 Mio. zu schätzen. Damit resultiere ein Unter-

nehmenswert von Fr. 452 Mio. bzw. ein Aktienwert von Fr. 56'550.-. Der bei derartigen 

Schätzungen  unvermeidliche  Ermessensspielraum  liege  zwischen  Fr.  50'900.-  und 

Fr. 62'200.- pro Aktie (= ±10%).   

b)  Gutachten  unterliegen  der  freien  Beweiswürdigung.  Dabei  kann  sich  die 

Prüfung  der  Rechtsmittelbehörde  jedoch  darauf  beschränken,  ob  das  Gutachten  auf 

zutreffender  Rechtsgrundlage  beruhe,  vollständig,  klar,  gehörig  begründet  und  wider-

spruchsfrei sei und ob der Gutachter hinreichende Sachkenntnis sowie die nötige Un-

befangenheit  bewiesen  habe  (RB  2004  Nr.  99,  1997  Nr.  9,  1985  Nr.  47).  Richtig  be-

trachtet  darf  sich  die  Prüfung  der  Rechtsmittelbehörde  in  der  entscheidenden  Frage 

nicht  nur  auf  die  genannten  Punkte  beschränken,  sondern  muss  sie  dies  auch:  Vor-

aussetzung der Einholung eines Gutachtens ist die fehlende Sachkenntnis der Behör-

de.  Es  ist  Letzterer  somit  gar  nicht  möglich,  die  Ausführungen  des  Sachverständigen 

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materiell  zu  überprüfen,  weshalb  sich  die  Überprüfung  auf  die  genannten  Punkte  be-

schränken muss (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 123 N 39 DBG und § 132 N 42 

StG). Widrigenfalls  würde  sich  die  Rechtsmittelbehörde  selber  als  Gutachterin  betäti-

gen,  obwohl  sie  nicht  die  erforderliche  Sachkenntnis  besitzt,  was  nicht  zulässig  ist 

(BGr, 21. Juli 2009, 2C_823/2008, www.bger.ch). 

c)  Der  vom  Steuerrekursgericht  beauftragte  Gutachter,  Dr.  oec.  K,  ist  dipl. 

Wirtschaftsprüfer  und  daher  ohne  Zweifel  befähigt,  eine  fachkundige  Unternehmens-

bewertung durchzuführen. Dies wird denn auch weder vom kantonalen Steueramt noch 

von  den Pflichtigen  in Frage gestellt.  Anhaltspunkte,  wonach  der  Gutachter  befangen 

sein könnte, sind nicht ersichtlich und werden von den Parteien ebenfalls nicht geltend 

gemacht.  Das  Gutachten  erweist  sich  unter  Einschluss  der  Ergänzungen  sodann  als 

vollständig,  nachvollziehbar  bzw.  widerspruchsfrei  und  ist  gehörig  begründet.  Gleich-

wohl  wurde  es  von  den  Parteien,  insbesondere  vom  kantonalen  Steueramt,  in  ver-

schiedener Hinsicht beanstandet: 

d) aa) Was zunächst die angewandte Bewertungsmethode anbelangt, stimmte 

die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 15. April 2013 den Ausführungen des Gut-

achters  betreffend  die  Nichtanwendung  der  DCF-Bewertungsmethode  zwar  zu.  Auch 

hielt  sie fest,  dass  die verwendete  Ertragswertmethode  einen tauglichen  Bewertungs-

ansatz darstelle. Sie machte aber geltend, dass sich der Gutachter nicht dazu äussere, 

wieso  nicht  auch  die  sogenannte  Praktikermethode  (=  gewichteter  Durchschnitt  von 

Substanz- und Ertragswert) aus Datenbeschaffungsgründen nicht zielführend sein soll. 

Diese Methode beruhe auf bekannten und bestätigten Zahlen der Jahresrechnung und 

werde deshalb vielfach praktiziert.  

bb) In seinen Ergänzungen vom … … 2013 erklärte der Gutachter dazu, dass 

sich die Praktikermethode vor allem für jene Fälle eigne, wo der Ecart zwischen dem 

Substanz- und dem Ertragswert nicht allzu gross sei. Dies treffe für Fabrikationsunter-

nehmen zu, jedoch kaum für die D AG, welche im L Bereich tätig sei sowie den Betrieb 

von M und N anbiete. Die Differenz zwischen Substanz- und Ertragswert als Goodwill 

zu  bezeichnen  und  undifferenziert  einen  Durchschnitt  zu  ziehen,  sei  willkürlich;  auch 

die Mehrfachgewichtung des Ertragswerts befriedige in solchen Fällen nicht. Bei gros-

sen Abweichungen sei der Goodwill deshalb zu identifizieren und als immaterielle Sub-

stanz einzusetzen. Dabei gehe es um die Bewertung von Investitionen in Arbeitsabläu-

fe,  in  technisches  und  organisatorisches  Knowhow  zum  Aufbau  und  zur  Pflege  eines 

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Kundenstamms, zur Absicherung einer Marktposition, zur Erschliessung neuer Märkte 

etc. Dass diese Bewertung eine vertiefte Branchenkenntnis und Beurteilungsvermögen 

der  Marktchancen  erfordere,  liege  auf  der  Hand.  Um  an  derartige  Angaben  heranzu-

kommen, fehlten  aber  die  Voraussetzungen.  Der  Hinweis  des  Steueramts,  die Prakti-

kermethode  basiere  auf  bekannten  und  bestätigten  Zahlen  der  Jahresrechnung,  sei 

richtig, was die Bilanz betreffe. Allerdings seien die Buchwerte zu bereinigen und feh-

lende  oder  überschüssige  Substanz  zu  berücksichtigen,  um  einen  brauchbaren,  mit 

dem Erfolg kongruenten Wert zu erhalten. Bei der Ermittlung des Ertragswerts sei man 

sodann sowohl bei der Praktiker- wie bei der reinen Ertragswertmethode auf die mög-

lichst realistische Einschätzung der künftigen Entwicklung angewiesen. In den Erfolgs-

rechnungen ausgewiesene Werte könnten lediglich als Orientierungshilfen für Entwick-

lungsaussichten  dienen.  Bei  einem  expandierenden  Unternehmen  wäre  es  falsch, 

Zahlen der Vergangenheit fortzuschreiben. Mit der Anwendung der Ertragswertmetho-

de  liessen  sich  aufwändige  Abklärungen  zur  Substanz  weitgehend  vermeiden  bzw. 

überbrücken.  Allerdings  stelle  sich  auch  in  diesem  Fall  die  Frage,  ob  genügend  be-

triebsnotwendige  materielle  Substanz  vorhanden  sei  bzw.  müsse  nicht  betriebsnot-

wendige  Substanz  ausgeschieden  werden.  Im  Vergleich  zur  eingehenden  Auseinan-

dersetzung  mit  Fair  Values  lasse  sich  dieses  Problem  mit  der  Abstimmung  des 

Kapitalbedarfs  auf  den  erwarteten  Erfolg  aber  einfacher  lösen.  Unter  all  diesen  Um-

ständen erscheine die reine Ertragswertmethode als am besten geeignet. 

cc) Diese ergänzende Begründung zur angewandten Bewertungsmethode  ist 

schlüssig und überzeugend. Soweit sich die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme zu den 

gutachterlichen Ergänzungen vom … … 2013 abermals für die Praktikermethode stark 

macht  und  die  blosse  Anwendung  der  Ertragswertmethode  als  unausgewogen  und 

nicht repräsentativ bezeichnet, ist darauf nicht weiter einzugehen. Es obliegt weder der 

Vorinstanz noch dem Rekursgericht dem Gutachter vorzuschreiben, nach welcher kon-

kreten Bewertungsmethode oder nach welchem Methodenmix er seine Bewertung vor-

zunehmen hat. Vorauszusetzen ist lediglich, dass der Gutachter – wie hier – eine aner-

kannte Methode wählt und seine Methodenwahl  zudem  nachvollziehbar begründet. In 

ihrer  ersten  Stellungnahme  zum  Gutachten  hat  die  Vorinstanz  –  wie  oben  erwähnt  – 

die Ertragsmethode denn auch selber als durchaus taugliche Methode bezeichnet.  

e)  aa)  Was  die  konkrete  Bewertung  anhand  der  Ertragsmethode  anbelangt, 

machte  die  Vorinstanz  in  ihrer  ersten  Stellungnahme  geltend,  wenn  der  Ertragswert 

aufgrund der zukünftigen Jahresgewinne ermittelt und dabei eine konstante Zuwachs-

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rate  angenommen  werde,  komme  einerseits  dem  Ausgangswert  zum  Jahresgewinn 

und andrerseits der geschätzten Zuwachsrate eine entscheidende Bedeutung zu. Was 

den  Ausgangswert  anbelange,  habe  der  letztbekannte  Gewinn  Fr.  22  Mio.  betragen; 

wieso der Gutachter von Fr. 23 Mio. ausgehe, begründe er nicht. Dem Gutachten lasse 

sich sodann auch  nicht  im  Detail  entnehmen,  wie die  jährliche  Zuwachsrate  von  12% 

ermittelt  worden  sei;  hingewiesen  werde  allein  auf  das  prognostizierte  Wachstum  im 

Bausektor. Nachhaltig liessen sich Gewinne nur steigern, wenn auch der Umsatz ent-

sprechend wachse. In dieser Hinsicht sei aber bei der  D AG in der Zeit von 2009 bis 

2010 lediglich eine Zuwachsrate von 0.7 - 3.5% erkennbar. Im Übrigen fehlten Hinwei-

se,  die  im  ersten  Halbjahr  2010  auf  ein  nachhaltiges  Wachstum  im  Baubereich  von 

12% hingedeutet hätten. Stattdessen fänden sich ausschliesslich gegenteilige Hinwei-

se.  So  habe  etwa  der  Baumeisterverband  in  einer  Medienmitteilung  vom  …  …  2010 

von  Anzeichen  einer  Bremsung  der  Bauaktivitäten  gegen  Ende  2010  gesprochen.  In 

die gleiche Richtung deute die vom SBV herausgegebene Übersicht über die Auftrags-

situation  im  Schweizer  Baugewerbe,  wonach  die  Bauvorhaben  im  ersten  Trimester 

2010  im  Vorjahresvergleich  knapp  10%  abgenommen  hätten.  Zum  gleichen  Ergebnis 

komme denn auch der Schweizer Bauindex. Dass diese Prognosen nicht falsch gewe-

sen  seien,  zeige  der  Jahresgewinn  2010  der  D  AG,  welcher  gegenüber  dem  Vorjahr 

um 10% eingebrochen sei. Dieser Gewinneinbruch hätte sich per Bewertungsstichtag 

aufgrund der Halbjahreszahlen 2010 im Übrigen wohl schon abzeichnen müssen. 

bb) Zu diesen Einwendungen nimmt der Gutachter in seinen Ergänzungen wie 

folgt Stellung: 

Betreffend Ausgangswert für die Gewinnentwicklung weist er darauf hin, dass 

für  die  Bewertung  per  Stichtag  ...  …  2010  die  konsolidierte  Jahresrechnung  per 

31. Dezember  2009  massgeblich  gewesen  sei,  denn  entsprechende  Halbjahresab-

schlüsse seien nicht erstellt worden. Von der Jahresrechnung per 31. Dezember 2010 

auszugehen und Rückschlüsse auf die Situation zur Jahresmitte zu stellen, sei ausge-

schlossen gewesen, weil keine operativen Ergebnisse ermittelt worden seien und sich 

der  Jahresgewinn  wegen  diverser  Umstrukturierungen  (Integration  von  drei  Gesell-

schaften und Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs) bzw. der Nichtweiterführung des 

Unternehmens  im  bisherigen  Rahmen  von  vornherein  nicht  als  Vergleichsmassstab 

geeignet habe. Unter diesen Prämissen sei er vom ausgewiesenen Jahresgewinn 2009 

von  Fr. 22  Mio.  bzw.  einem  von  konzerntaktischen  Einflüssen  bereinigten  operativen 

Gewinn  von  Fr.  25  Mio.  ausgegangen.  Bei  der  Schätzung  berücksichtigt  habe  er  so-

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dann  den  bei  der  Completed-Contract-Verbuchungsmethode  nicht  erfassten  Arbeits-

fortschritt  aufgrund  der  Bestandesveränderung  der  Vorauszahlungen  im  Betrag  von 

rund Fr. 2 Mio. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren und der Entwicklung der Liqui-

ditätslage, welche Dividendenausschüttungen per 2010 und 2011 ermöglich habe, sei 

er von einem Jahresgewinn von Fr. 23 Mio. als Ausgangspunkt für die Schätzung des 

nachhaltigen Zukunfterfolgs ausgegangen.  

Betreffend  seine  Annahme  einer  jährlichen  Zuwachsrate  von  12%  hält  der 

Gutachter in seinen Ergänzungen fest, dass auf Basis der Jahresgewinne für den Zeit-

raum 2006 bis 2009 eine durchschnittliche Zuwachsrate von 35% und für den Zeitraum 

2007 bis 2009 eine solche von 25% resultiere, wobei diese Werte auf Basis der opera-

tiven Ergebnisse noch höher lägen. Eine langfristige Steigerung in dieser Grössenord-

nung  aufgrund  der  Erfahrungen  vergangener  Jahre  habe  ihm  übersetzt  erschienen, 

weshalb  er  von  einer  moderaten  Zunahme  von  12%  ausgegangen  sei.  Voraussetzen 

habe  er  dabei  müssen,  dass  mit  der  Gewinnzunahme  auch  eine  Umsatzsteigerung 

einhergehen  könne.  Dies  habe  angesichts  der  starken  Marktstellung  von  D  AG  in  ei-

nem  Wachstumsmarkt  realistisch  erschienen.  Bei  primär  auf  Dienstleistungen  oder 

Lohnarbeiten ausgerichteten Unternehmen könne der Materialaufwand bzw. der Bezug 

von  Fremdleistungen  je  nach  Auftrag  stark  schwanken.  Um  Entwicklungstendenzen 

ableiten  zu  können,  sei  deshalb  in  solchen  Fällen  ein  Umsatzvergleich  nicht  auf-

schlussreich  und  sei  stattdessen  auf  den  Bruttogewinn  2  abzustellen.  Diesbezüglich 

habe  der  Zuwachs  im  Zeitraum  2006  bis  2009  durchschnittlich  10%  und  im  Zeitraum 

2007 bis 2009 6% betragen; bei den operativen Ergebnissen sogar 17% (2006-2009) 

bzw. 8% (2007-2009). Gleichzeitig habe sich der Anteil des übrigen Aufwands am Brut-

togewinn 2 unterproportional entwickelt, was letztlich zu den erwähnten Zuwachsraten 

bei  den  Jahresgewinnen  geführt  habe.  Die  generellen  Entwicklungstendenzen  der 

Baubranche seien nicht betriebsspezifisch relevant, weil  D AG in einem expandieren-

den Teilsegment  des  Bausektors  tätig sei.  Zu  erwähnen seien  in  diesem  Zusammen-

hang u.a. die Geschäftsfelder mit überdurchschnittlichem Entwicklungspotential wie  O 

und P. Der Dynamik und der Innovationskraft in den Jahren 2007 bis 2010 sei abzule-

sen gewesen, dass die D AG vor guten Zukunftsperspektiven gestanden habe. Damit 

sei die angenommene Zuwachsrate von 12% realistisch.  

cc)  Auch  diese  detaillierten  Erklärungen  des  Gutachters  zu  den  wichtigsten 

Schätzungsgrundlagen erweisen sich als schlüssig und überzeugend.  

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aaa) Soweit die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 3. Juli 2013 in Bezug 

auf den Ausgangswert geltend macht, der Gutachter substanziiere nicht, weshalb der 

Jahresgewinn um konzerntaktische Einflüsse  zu bereinigen sei, lässt sie die Tabellen 

im Anhang der gutachterlichen Ergänzungen ausser Acht. Diesen lässt sich  detailliert 

entnehmen,  wo  im  Rahmen  der  operativen  Ergebnisse  Bereinigungen  zu  effektiven 

Werten vorzunehmen waren.  

Weiter bezeichnet die Vorinstanz die Schätzung des nicht verbuchten Arbeits-

fortschritts aufgrund von Bestandesveränderungen der Vorauszahlungen als nicht sub-

stanziiert.  Indes  erklärte  der  Gutachter  dies  mit  dem  Hinweis  auf  die  bei  der  D  AG  

angewandte  Completed-Contract-Verbuchungsmethode  (nach  dieser  international  of-

fenbar umstrittenen Verbuchungsmethode wird der Gewinn aus einem Auftrag erst am 

Ende  der  Fertigstellung  erfolgswirksam  vereinnahmt;  vgl.  http://www.wirtschafts-

lexikon24.com/d/completed-contract-methode/completed-contract-methode.htm),  wes-

halb Korrekturen unter dem Titel von nicht verbuchtem Arbeitsfortschritt ohne weiteres 

naheliegend sind. Der vorinstanzliche Hinweis darauf, dass der Gutachter zu Unrecht 

die nach dem  Stichtag  ...  …  2010  erfolgten  Dividendenausschüttungen  berücksichtigt 

habe,  verfängt  ebenfalls  nicht,  denn  der  Hinweis  auf  spätere  Dividenden  diente  dem 

Gutachter  wohl  primär  dazu,  die  von  ihm  festgestellte  Entwicklung  der  Liquiditätslage 

vor dem fraglichen Stichtag zu bestätigen.  

bbb)  Was  schliesslich  die  12%ige  Zuwachsrate  betrifft,  kritisiert  die  Vorin-

stanz, dass wenn D AG tatsächlich über ein überdurchschnittliches Tätigkeitsfeld ver-

fügt hätte, sich diese Tendenz auch im Markt hätte zeigen müssen. Dass es sich gera-

de  gegenteilig  verhalte,  zeige  indes  das  Parteigutachten  der  J,  in  welchem  auf  acht 

börsenkotierte direkte Mitbewerber von D AG verwiesen werde. Unter diesen finde sich 

in  der  fraglichen  Zeitspanne  indes  lediglich  ein  Titel,  welcher  um  rund  43%  an  Wert 

zugenommen habe; die übrigen Titel hätten an Wert verloren. Ein überzeugendes Ar-

gument,  weshalb  sich  D  AG  dermassen  von  allen  anderen  Marktkonkurrenten  hätte 

abheben sollen, sei dem Gutachten nicht zu entnehmen. Mit guten Zukunftsperspekti-

ven lasse sich dies kaum begründen.  

Es kann nicht angehen, dass die Vorinstanz aus einem Parteigutachten undif-

ferenziert Einzelheiten herausgreift, um diese dann für ihren Standpunkt zu verwenden. 

Im Parteigutachten der J wird in Zusammenhang mit direkten Mitbewerbern im Übrigen 

darauf  verwiesen,  dass  bei  D  AG  die  EBIT-Marge  per  Mitte  2010  deutlich  über  den 

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Margen  der  Vergleichsgruppe  "Direkte  Mitbewerber"  gelegen  habe.  Auch  das  Privat-

gutachten kommt deshalb letztlich zu einem Wert einer D AG-Aktie per … … 2010 von 

Fr. 53'500.-  bis  Fr.  68'200.-,  weshalb  dessen  Einbezug  der  Vorinstanz  letztlich  nicht 

zum Vorteil gereichen kann. Wenn der Gutachter mit seinen Erklärungen betreffend die 

Annahme  einer  12%igen  jährlichen  Zuwachsrate  zwar  das  Rekursgericht,  nicht  aber 

die  Vorinstanz  hat  überzeugen können,  liegt  dies  im  Übrigen  in der  Natur  der  Sache, 

verficht die Letztere doch einen deutlich tieferen Aktienwert.  

Damit  sind  insgesamt  keine  Gründe  ersichtlich,  welche  die  Abänderung  von 

Schätzungsgrundlagen zugunsten der Vorinstanz nahelegten.  

f)  Nachdem  der  Aktienwert  gemäss  Gerichtsgutachten  nahe  beim  von  den 

Pflichtigen  verfochtenen  Formelwert  liegt,  leuchtet  ebenfalls  sein,  dass  die  Letzeren 

dem  Gutachten  grundsätzlich  zustimmen.  Soweit  sie  in  ihrer  Stellungnahme  vom 

12. April  2013  geltend  machen,  dass  ein  noch  höherer  Aktienwert  resultierte,  wenn 

anstatt  der  geschätzten  ausschüttbaren  Mittel  von  Fr.  20  Mio.  die  effektiv  aus-

schüttbaren Mittel berücksichtigt worden wären und wenn anstatt des sehr konservativ 

hergeleiteten  Kapitalisierungszinssatzes  von  9.25%  ein  neutraler  bzw.  tieferer  Satz 

verwendet worden wäre, ist dem Folgendes entgegenzuhalten:  

Die  ausschüttbaren  Mittel  wurden  gemäss  Hinweis  im  Gutachten  auf  der 

Grundlage der  Bilanzstruktur geschätzt; mit  dem  Hinweis  auf  Dividendenausschüttun-

gen von Fr. 48 Mio. per 2011, also weit nach dem hier massgeblichen Stichtag, vermö-

gen die Pflichtigen diese Schätzung nicht in Frage zu stellen. Zum Kapitalisierungssatz 

von 9.25% führte der Gutachter in seinen Ergänzungen sodann aus, diesen – bezogen 

auf die damaligen Verhältnisse am Kapitalmarkt – auf den nachhaltigen Zukunftserfolg 

von  Fr. 23  Mio.  und  die  Gesamtkapitalbetrachtungsweise  abgestimmt  zu  haben.  Eine 

Reduktion würde sich bei einer pessimistischeren Prognose der Erfolgschancen recht-

fertigen,  hätte  demzufolge  aber  keinen  wesentlichen  Einfluss  auf  den  Gesamtwert. 

Auch diese Erklärungen sind nachvollziehbar, womit auch die Abänderung von Schät-

zungsgrundlagen zugunsten der Pflichtigen kein Thema sein kann.  

g)  Nach  dem  Gesagten  ergibt  die  –  zulässigerweise  eingeschränkte  –  Über-

prüfung des Gutachtens, dass es als Beweismittel tauglich ist. Es ist ihm daher zu fol-

gen. 

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4. a) Der Gutachter ermittelte für den Verkehrswert einer Aktie der D AG per 

…  …  2010  einen  Wert  von  Fr.  56'550.-.  Konnte  der  Pflichtige  die  Aktien  für 

Fr. 67'707.75  verkaufen,  ist  damit  steuerbehördlich  nachgewiesen,  dass  er  jedenfalls 

im Umfang von Fr. 11'157.75 (Verkaufspreis ./. Verkehrswert gemäss Gerichtsgutach-

ten) keinen Kapitalgewinn auf Privatvermögen erzielt, sondern eine geldwerte Leistung 

seiner Arbeitgeberin erhalten hat. Bei 51 verkauften Aktien errechnen sich damit steu-

erbare  Einkünfte  aus  dem  Aktienverkauf  von  Fr.  569'045.25,  statt  wie  von  der  Vorin-

stanz ermittelt von Fr. 1'726'547.-.  

Das  steuerbare  Einkommen  ist  dementsprechend  bei  der  direkten  Bundes-

steuer auf Fr. 578'500.- zu reduzieren; derweil ergibt sich bei der Staats- und Gemein-

desteuer eine Reduktion des steuerbaren Einkommens auf Fr. 577'100.- und des satz-

bestimmenden  Einkommens  auf  Fr.  578'300.-.  Die  vermögensseitigen  Faktoren  im 

letzteren Steuerbereich sind nicht streitig und zu bestätigen.  

b) Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung von Beschwerde und 

Rekurs. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Parteien anteilsmässig 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

Steuerperiode 2010 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 578'500.- veranlagt 

(Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

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2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  wie  folgt  einge-

schätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

 Einkommen 

Vermögen 

2010 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

577'100.- 

578'300.- 

Fr. 

4'208'000.- 

4'238'000.-. 

[…] 

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