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**Case Identifier:** ac26d16a-daba-5812-8bff-cd7bd3ea3e7c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.09.2020 100 2019 359
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-359_2020-09-14.pdf

## Full Text

100.2019.359/360U
STN/STS/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. September 2020

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident,
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Straub

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2015 und 2016 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
vom 20. September 2019; 100 18 597, 100 18 598; 200 18 490, 
200 18 491)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.09.2020, Nrn. 100.2019.359/
360U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Auf Einsprache hin veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Bern 
A.________ für das Steuerjahr 2015 auf ein steuerbares Einkommen von 
Fr. 233'100.-- (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. Fr. 250'000.-- (direkte 
Bundessteuer) und für das Steuerjahr 2016 auf ein solches von 
Fr. 101'500.-- (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. Fr. 119'200.-- (direkte 
Bundessteuer). Dabei berücksichtigte sie in teilweiser Gutheissung der Ein-
sprachen die Abzüge der effektiven Kosten für die Liegenschaft Gbbl. 
Nr. 1________ in B.________ von Fr. 3'843.-- (Unterhaltskosten) und 
Fr. 2'470.-- (Betriebs- und Verwaltungskosten) im Jahr 2015 sowie 
Fr. 3'534.-- (Unterhaltskosten) und Fr. 2'018.-- (Betriebs- und 
Verwaltungskosten) im Jahr 2016.

B.

Am 20. Dezember 2018 gelangte A.________ an die Steuerrekurs-
kommission des Kantons Bern (StRK) und beantragte sinngemäss, für die 
Liegenschaft Gbbl. Nr. 1________ in B.________ sei anstelle der effekti-
ven Kosten für den Liegenschaftsunterhalt der Pauschalabzug zuzulassen. 
Die StRK wies den Rekurs und die Beschwerde mit Entscheiden vom 
20. September 2019 ab.

C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 22. Oktober 2019 beantragt 
A.________, die Entscheide der StRK vom 20. September 2019 seien auf-
zuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die StRK zurückzuweisen. 
Eventuell seien die angefochtenen Entscheide aufzuheben und das steuer-
bare Einkommen für das Steuerjahr 2015 mit Fr. 211'416.-- (Kantons- und 
Gemeindesteuern) bzw. Fr. 228'366.-- (direkte Bundessteuer) und für das 

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Steuerjahr 2016 mit Fr. 78'814.-- (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. 
Fr. 96'563.-- (direkte Bundessteuer) zu veranlagen.

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2019 hat der Abteilungspräsident die Ver-
fahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie betreffend die 
direkte Bundessteuer vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
30. Oktober 2019 bzw. mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2019 
die Abweisung der Beschwerden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung 
hat sich nicht vernehmen lassen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 
sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Voll-
zug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerde-
führer hat am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilge-
nommen, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 151 StG i.V.m. Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG). Auf die 
Beschwerden ist einzutreten.

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeinde-
steuern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-

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waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten 
Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und 
derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 
135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil vorliegend die einschlägigen 
Bestimmungen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend 
gleich lauten, rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit 
hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.3 Für die Berechnung der Streitwerte betrachtet das Verwaltungs-
gericht die Steuerarten separat (vgl. E. 1.2 hiervor). Die Streitwerte meh-
rerer strittiger Steuerjahre werden praxisgemäss zusammengerechnet. So-
wohl im Verfahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 und 
2016 (Verfahren 100.2019.359) als auch betreffend die direkte Bundes-
steuer 2015 und 2016 (Verfahren 100.2019.360) beträgt der Streitwert 
weniger als Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der Beschwerden grund-
sätzlich in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 des Ge-
setzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und 
der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; vgl. VGE 2013/236/237 vom 
11.4.2014 E. 1.5). Die rechtlichen Verhältnisse rechtfertigen indes eine Be-
urteilung in Dreierbesetzung (vgl. Art. 57 Abs. 6 i.V.m. Art. 56 Abs. 1 
GSOG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Im Einspracheverfahren hat die kantonale Steuerverwaltung die-
selben Befugnisse wie im Veranlagungsverfahren (Art. 192 Abs. 1 StG; 
Art. 134 Abs. 1 DBG). Sie kann alle Steuerfaktoren neu festsetzen und 
nach Anhören der steuerpflichtigen Person die Veranlagung auch zu deren 
Nachteil abändern (Art. 193 Abs. 2 StG; Art. 135 Abs. 1 DBG). Die Steuer-
rekurskommission hat im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ebenfalls die 
gleichen Befugnisse wie die kantonale Steuerverwaltung im Veranlagungs-

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verfahren (Art. 198 Abs. 2 StG; Art. 142 Abs. 4 DBG). Auch sie kann alle 
Steuerfaktoren neu festsetzen und nach Anhören der steuerpflichtigen Per-
son die Veranlagung auch zu deren Nachteil abändern (Art. 199 Abs. 2 
StG; Art. 143 Abs. 1 DBG). Entsprechend darf die steuerpflichtige Person 
im Verfahren vor der Steuerrekurskommission neue Begehren stellen oder 
früher gestellte Begehren erweitern (vgl. Peter Locher, Kommentar zum 
DBG, III. Teil, 2015, Art. 140 N. 43; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Hand-
kommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 140 N. 38). Die StRK hat auf neue 
Begehren einzutreten, sofern sie innerhalb des Streitgegenstands liegen, 
d.h. in einem inneren Zusammenhang zum bisher Angefochtenen stehen 
(vgl. Hunziker/Mayer-Knobel, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum 
Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Art. 140 DBG N. 45). 

2.2 Aufgrund des Gesagten war es zulässig, dass der Beschwerde-
führer im Verfahren vor der StRK (entsprechend der Deklaration in den 
Steuererklärungen 2015 und 2016; vgl. Vorakten StV [act. 3B] pag. 56 bzw. 
pag. 129) den Pauschalabzug für die Unterhaltskosten der Liegenschaft 
Gbbl. Nr. 1________ in B.________ beantragte, obwohl ihm im 
Einspracheverfahren die Abzüge für effektive Kosten gewährt worden 
waren, wie er es beantragt hatte. Die StRK ist zu Recht auf den Rekurs und 
die Beschwerde eingetreten (vgl. VGE 2016/215 vom 1.12.2017 E. 2.2).

3.

Der Beschwerdeführer führt zur Begründung seines Hauptbegehrens aus, 
die StRK habe den Streitwert falsch berechnet und zu Unrecht einen ein-
zelrichterlichen Entscheid gefällt. Er habe im vorinstanzlichen Verfahren 
eine einzige Rechtsschrift für die Steuerjahre 2015 und 2016 eingereicht 
und die Vorinstanz habe in einem einzigen Entscheid über die beiden 
Steuerjahre geurteilt. Die Streitwerte beider Steuerjahre seien zusammen-
zuzählen.

3.1 Gemäss Art. 70 Abs. 4 Bst. c GSOG entscheiden die hauptamt-
lichen Richterinnen und Richter der StRK als Einzelrichterin oder Einzel-
richter, wenn der streitige Steuerbetrag Fr. 10'000.-- oder die bestrittene 

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Busse Fr. 3'000.-- nicht übersteigt. Die StRK führte in ihrer Vernehmlas-
sung vom 30. Oktober 2019 aus, bei der Streitwertberechnung werde nach 
konstanter Praxis jedes Steuerjahr und jede Steuerart einzeln betrachtet. 
Dass im Zivilprozessrecht bei der Klagenhäufung der Streitwert zusammen-
gerechnet werde, habe im Verfahren vor der StRK keine Bewandtnis.

3.2 Den angefochtenen Entscheiden liegen vier getrennt geführte Ver-
fahren zugrunde: Für jedes Steuerjahr erging je eine Veranlagungs-
verfügung betreffend Kantons- und Gemeindesteuern und betreffend die 
direkte Bundessteuer. In den (parallel geführten) Einspracheverfahren er-
gingen dementsprechend vier separate Entscheide der Steuerverwaltung. 
Dass die StRK diese vom Beschwerdeführer mit einer einzigen Rechts-
schrift anhängig gemachten Verfahren aufgrund des Sachzusammenhangs 
und der für die beiden Steuerjahre und Steuerarten anwendbaren, weit-
gehend gleichlautenden Bestimmungen gemeinsam behandelte und eine 
einzige Entscheidschrift verfasste, ist sachlich gerechtfertigt und aus ver-
fahrensökonomischer Sicht sinnvoll. Es ändert indes nichts am Umstand, 
dass es sich um vier separate Verfahren handelte (vgl. entsprechend die 
vier Verfahrensnummern im Rubrum der angefochtenen Entscheide und 
die vier separaten Abweisungen im Entscheiddispositiv). Die in Art. 70 
Abs. 4 GSOG vorgesehene einzelrichterliche Zuständigkeit in den in Bst. a-
e aufgeführten Verfahren bezweckt die Entlastung der StRK in Streitig-
keiten von geringerer Bedeutung und trägt damit namentlich zur effizienten 
Bearbeitung der Rechtsmittel und einer wirtschaftlichen Ressourcen-
verwendung bei. Es ist mit diesem Zweck vereinbar, dass Verfahren, die 
gemeinsam geführt werden, den gesetzlich festgelegten Streitwert für die 
Behandlung in einem Dreiergremium von Richterinnen und Richtern aber 
einzeln nicht erreichen, weiterhin einzelrichterlich entschieden werden, zu-
mal sie durch die gemeinsame Behandlung nicht an Bedeutung gewinnen. 
Die Addierung der Streitwerte ist deshalb nicht angezeigt. Die vom Be-
schwerdeführer aufgeführte Regelung für die Berechnung des Streitwerts 
bei einer Klagenhäufung nach Art. 93 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung (ZPO; SR 272) ist vorliegend nicht einschlägig: Während eine 
Person frei wählen kann, was sie mit ihrer Klage einfordert, bildet bei der 
nachträglichen Rechtspflege wie vorliegend die Verfügung Ausgangspunkt 
des Verfahrens, so dass dessen Gegenstand von der betroffenen Person 

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weder gewählt noch im Umfang verändert werden kann. Die gemeinsame 
Behandlung mehrerer Verfahren im Rahmen der nachträglichen Rechts-
pflege ist daher mit der Klagenhäufung nicht vergleichbar. Nach dem Ge-
sagten hat die StRK kein Recht verletzt, indem sie einen einzelrichterlichen 
Entscheid fällte. Ihre Praxis erweist sich als zulässig.

4.

In materieller Hinsicht ist strittig, ob für die Liegenschaft Gbbl. 
Nr. 1________ in B.________ im Rahmen der Einkommensbesteuerung 
der Jahre 2015 und 2016 der Pauschalabzug für den Grundstückunterhalt 
zuzulassen ist (Art. 36 Abs. 2 StG und Art. 32 Abs. 4 Satz 1 DBG), oder ob 
eine überwiegend geschäftliche Nutzung der Liegenschaft vorliegt und nur 
die effektiven Kosten zum Abzug gebracht werden können.

4.1 Bei Liegenschaften im Privatvermögen können namentlich die Un-
terhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung 
durch Dritte abgezogen werden (vgl. Art. 36 Abs. 1 StG und Art. 32 Abs. 2 
DBG; vgl. auch Art. 9 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 
über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 
[StHG; SR 642.14]). Gemäss Art. 36 Abs. 2 StG und Art. 32 Abs. 4 Satz 1 
DBG kann die steuerpflichtige Person für Grundstücke des Privat-
vermögens anstelle der tatsächlichen Kosten und Prämien einen Pauschal-
abzug geltend machen. Für die kantonalen Steuern bestimmt Art. 5 Abs. 1 
der Verordnung vom 12. November 1980 über die Unterhalts-, Betriebs- 
und Verwaltungskosten von Grundstücken (VUBV; BSG 661.312.51), dass 
bei Grundstücken, die zum Geschäftsvermögen gehören und bei Grund-
stücken des Privatvermögens mit vorwiegend geschäftlicher oder gewerb-
licher Nutzung, nur die tatsächlichen Kosten abgezogen werden können. 
Im Bereich der direkten Bundessteuer kommt ein Pauschalabzug laut Art. 4 
der hier noch anwendbaren Verordnung vom 24. August 1992 über den Ab-
zug der Kosten von Liegenschaften des Privatvermögens bei der direkten 
Bundessteuer (alte Liegenschaftskostenverordnung; AS 1992 1792; in Kraft 
bis 31.12.2019) nicht in Betracht für Liegenschaften, die von Dritten vor-
wiegend geschäftlich genutzt werden (vgl. auch Art. 5 Abs. 3 der Ver-

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ordnung vom 9. März 2018 über den Abzug der Kosten von Liegenschaften 
des Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer [Liegenschaftskosten-
verordnung; SR 642.116]). Diese Verordnungsbestimmungen sind gemäss 
Rechtsprechung von Verwaltungsgericht und Bundesgericht gesetzes- und 
verfassungskonform (VGE 22428/22429 vom 31.10.2005 E. 3.4; 
BGer 2C_996/2012 vom 19.4.2013 E. 7.4.2 in StR 68/2013 S. 795; je mit 
Hinweisen).

4.2 Der Pauschalabzug dient in erster Linie der administrativen Verein-
fachung und soll der steuerpflichtigen Person das Zusammentragen und 
Aufbewahren der Unterlagen und der Steuerbehörde die Kontrolle dieser 
Unterlagen ersparen. Er darf aber nicht dazu führen, dass der gesetzliche 
Grundsatz der Besteuerung des Reineinkommens (vgl. Art. 30 Abs. 1 StG, 
Art. 25 DBG und Art. 9 Abs. 1 StHG) bei Liegenschaften des Privat-
vermögens verletzt wird, und soll deshalb nicht zur Anwendung kommen, 
wenn er zu einem offensichtlich unrichtigen Ergebnis führt 
(VGE 22428/22429 vom 31.10.2005 E. 3.4.2; BGer 2C_1020/2017 vom 
11.9.2018 E. 2.2.2 f. mit Hinweisen; vgl. auch BVR 2001 S. 296 E. 3; Peter 
Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2. Aufl. 2019, Art. 32 N. 59; Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 32 N. 26 f). Bei an Dritte vermieteten, 
von diesen überwiegend geschäftlich genutzten Liegenschaften des Privat-
vermögens trägt regelmässig die Mieterschaft die Unterhaltskosten, welche 
sie buchhalterisch als Aufwand erfassen wird. Könnte die Eigentümerin 
bzw. der Eigentümer einer solchen Liegenschaft den Pauschalabzug 
geltend machen, bestünde die Gefahr, dass dieselben Kosten zweimal in 
Abzug gebracht würden. Da ein doppelter Abzug im Licht der Rein-
einkommensbesteuerung zu offensichtlich unrichtigen Ergebnissen führen 
würde, stellt der Ausschluss des Pauschalabzugs gemäss Art. 5 Abs. 1 
VUBV bzw. Art. 4 alte Liegenschaftskostenverordnung eine für die Rein-
einkommensbesteuerung erforderliche Präzisierung von Art. 36 Abs. 2 StG 
bzw. Art. 32 Abs. 4 Satz 1 DBG dar (VGE 22428/22429 vom 31.10.2005 
E. 3.4.2 mit Hinweisen). Bei Liegenschaften, die durch Dritte (überwiegend) 
geschäftlich oder gewerblich genutzt werden, können daher nur die 
effektiven Unterhaltskosten abgezogen werden; der pauschale Abzug ist 
nicht zulässig (vgl. VGE 22428/22429 vom 31.10.2005 E. 3.4.2; 
BGer 2C_1020/2017 vom 11.9.2018 E. 2.2.3 f. mit Hinweisen). Eine vor-

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wiegend geschäftliche Nutzung der Liegenschaft durch Dritte ist bei allen 
Nutzungsformen anzunehmen, die keiner privaten Nutzung zu Wohn-
zwecken entsprechen (vgl. BGer 2C_996/2012 und 2C_997/2012 vom 
19.4.2013 E. 7.4.2 in StR 68/2013 S. 795, 2A.556/2004 vom 2.3.2005 
E. 2.2.2 in ASA 75 S. 303, 2C_1020/2017 vom 11.9.2018 E. 2.2.1).

5.

Die Liegenschaft Gbbl. Nr. 1________ in B.________ befindet sich 
unbestrittenermassen im Privatvermögen des Beschwerdeführers. 
Ebenfalls unbestritten ist der Umstand, dass die Liegenschaft teilweise zu 
Wohnzwecken vermietet und teilweise geschäftlich genutzt wird. Strittig ist 
die Frage, ob die geschäftliche oder die private Nutzung in den 
Steuerjahren 2015 und 2016 überwogen hat. 

5.1 Die StRK und der Beschwerdeführer gehen für die genannten 
Steuerjahre übereinstimmend von folgenden Erträgen aus:

Mieteinnahmen/Mietwert Steuerjahr 2015 Steuerjahr 2016

Zahnarztpraxis (inkl. Garage und 

Aussenparkplätze)

Fr. 60'786.-- Fr. 63'260.--

Mietwohnungen (inkl. Garage und 

Aussenparkplätze)

Fr. 33'547.-- Fr. 33'090.--

«Disporaum» (Spielgruppe) Fr. 11'184.-- Fr. 10'285.--

Notariat (inkl. Garagen und Aussen-

parkplatz; Nutzung durch den Be-

schwerdeführer)

Fr. 34'650.-- Fr. 34'800.--

Total Fr. 140'167.-- Fr. 141'435.--

Der Beschwerdeführer macht vor dem Verwaltungsgericht nicht mehr gel-
tend, für die Berechnung der Liegenschaftserträge und der anteilsmässigen 

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Aufteilung in geschäftliche und private Nutzung dürften die Parkplätze nicht 
berücksichtigt werden. In seine eigenen Berechnungen bezieht er die ent-
sprechenden Erträge indes nicht mit ein. Da die Parkplätze ebenso wie die 
vermieteten Räumlichkeiten sowohl Einnahmen als auch Unterhaltskosten 
generieren können, scheint es sachgerecht, sie zu berücksichtigen. Wie die 
Vorinstanz zutreffend festhielt, würde sich am Verhältnis zwischen ge-
schäftlicher und privater Nutzung aber nichts ändern, wenn die Parkplätze 
unberücksichtigt bleiben würden. Weitere Erwägungen hierzu erübrigen 
sich daher. Dass die Zahnarztpraxis als geschäftliche Nutzung und die Ver-
mietung zu Wohnzwecken als private Nutzung zu qualifizieren sind, ist un-
bestritten. Für die Frage, welche Nutzungsart überwiegt, ist somit zunächst 
zu prüfen, ob die Vermietung der Räumlichkeiten im Untergeschoss der 
Liegenschaft («Disporaum») an eine Spielgruppe als geschäftliche Nutzung 
zu qualifizieren ist.

5.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vermietung an eine Spiel-
gruppe stelle eine Nebennutzung zur Wohnnutzung dar. Die Spielgruppe 
verfolge keine wirtschaftlichen Zwecke und es würden keine Unterhalts-
kosten auf die Mieterschaft überwälzt. Es liege daher keine geschäftliche 
Nutzung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor. Dieser 
Einschätzung kann nicht gefolgt werden: Der Beschwerdeführer verkennt, 
dass der Begriff der geschäftlichen Nutzung im Zusammenhang mit der 
Frage der Zulässigkeit eines Pauschalabzugs gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung weit zu fassen ist. Das Bundesgericht hat wiederholt aus-
drücklich festgehalten, dass eine geschäftliche Nutzung einer Liegenschaft 
durch Dritte für sämtliche Nutzungsformen anzunehmen ist, die keiner pri-
vaten Nutzung zu Wohnzwecken entsprechen (vgl. vorne E. 4.2 in fine). Es 
ist demnach nicht relevant, ob der in der Liegenschaft des Beschwerde-
führers eingemietete Verein wirtschaftliche Zwecke verfolgt. Spielgruppen 
bezwecken die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung von 
Kindern im Vorschulalter und werden von einer ausgebildeten Spiel-
gruppenleiterin bzw. einem ausgebildeten Spielgruppenleiter geleitet; sie 
sind in der Regel entgeltlich (vgl. SSLV – Schweizerischer Spielgruppen-
LeiterInnen Verband, www.sslv.ch/definition-spielgruppe.html [zuletzt be-
sucht am 4.8.2020], www.sslv.ch/elternbeitrag.html [zuletzt besucht am 
4.8.2020]). Gemäss den Statuten des eingemieteten Vereins werden die 

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Spielgruppenleitenden angemessen entschädigt; von den Eltern werden 
Beiträge von Fr. 180.-- bis Fr. 200.-- pro Quartal (Besuch 1x pro Woche) er-
hoben (vgl. https://....ch/angebot [zuletzt besucht am 4.8.2020]; vgl. auch 
Vernehmlassung der Steuerverwaltung vom 8.3.2019 zu Rekurs und 
Beschwerde, Vorakten StRK [act. 3A] pag. 74). Wie die Vorinstanz korrekt 
ausgeführt hat, kommt diese Tätigkeit einem Geschäftsbetrieb nahe, auch 
wenn die Spielgruppe nicht gewinnorientiert geführt wird. Sie stellt 
offensichtlich keine private Nutzung zu Wohnzwecken dar. Auch eine 
«Nebennutzung zur Wohnnutzung», welche der Beschwerdeführer aus 
dem mit der Mieterschaft geschlossenen Standardmietvertrag ableitet, liegt 
nicht vor; im Übrigen ist weder ersichtlich noch wird geltend gemacht, dass 
in den Räumlichkeiten tatsächlich jemand wohnen würde. Die Qualifizie-
rung der Nutzung durch die Spielgruppe als geschäftliche Nutzung ist 
daher nicht zu beanstanden.

5.3 Wenn die Spielgruppe als geschäftliche Nutzung qualifiziert wird, 
überwiegt letztere sowohl für das Jahr 2015 als auch für das Jahr 2016, un-
abhängig davon, wie die Eigennutzung der Wohnung im ersten Stock durch 
das Notariatsbüro des Beschwerdeführers mit Blick auf den Pauschalabzug 
einzuordnen ist. Für die Steuerjahre 2015 und 2016 ergeben sich Erträge 
aus geschäftlicher Nutzung von Fr. 71'970.-- bzw. Fr. 73'545.-- (jeweils 
ohne Notariatsbüro), ausmachend 51,35 % bzw. 51,99 % der Gesamtein-
nahmen aus der Liegenschaft. Es ist daher unerheblich, ob auch der Miet-
wert des Notariatsbüros zu den geschäftlichen Einnahmen zählt. Die Frage, 
ob bei der geschäftlichen Nutzung durch die Eigentümerin oder den Eigen-
tümer der Liegenschaft (geschäftliche Eigenmiete) – wie vom Beschwerde-
führer behauptet – der Pauschalabzug zulässig wäre, weil ein solcher ge-
mäss bundesrätlicher Verordnung (Art. 4 alte Liegenschaftskosten-
verordnung) und harmonisierungskonformer Auslegung der kantonalen 
Verordnungsbestimmung (Art. 5 Abs. 1 VUBV) nur bei einer geschäftlichen 
Nutzung durch Dritte ausgeschlossen sei, stellt sich somit im vorliegenden 
Verfahren nicht. Auf die entsprechenden Ausführungen in der Beschwerde 
ist nicht näher einzugehen. Es rechtfertigt sich aber immerhin der folgende 
Hinweis: Eine Liegenschaft, die vorwiegend der selbständigen Erwerbs-
tätigkeit der Eigentümerin oder des Eigentümers dient, zählt zum Ge-
schäftsvermögen (Art. 21 Abs. 2 Satz 3 StG und Art. 18 Abs. 2 Satz 3 

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DBG) und ist somit vom Pauschalabzug ausgeschlossen (vgl. Art. 36 
Abs. 2 StG und Art. 36 Abs. 4 DBG; vorne E. 4.1). Dass bei einer Liegen-
schaft, die – wie vorliegend – zum Privatvermögen gehört, weil sie nur teil-
weise der selbständigen Erwerbstätigkeit des Eigentümers dient (und zu 
einem überwiegenden Teil privat und geschäftlich durch Dritte genutzt 
wird), für die Frage des Pauschalabzugs lediglich die Nutzung durch Dritte 
ausschlaggebend sein soll, scheint daher nicht sachgemäss.

5.4 Zusammenfassend liegt – auch ohne Berücksichtigung des Miet-
werts der Notariatsräumlichkeiten – eine überwiegend geschäftliche Nut-
zung der Liegenschaft Gbbl. 1________ in B.________ vor. Der Pauschal-
abzug ist daher gemäss Art. 36 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 VUBV 
(Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. Art. 32 Abs. 4 Satz 1 DBG i.V.m. 
Art. 4 alte Liegenschaftskostenverordnung (direkte Bundessteuer) nicht 
zulässig. Die Beschwerden erweisen sich aufgrund dieser Erwägungen als 
unbegründet und sind abzuweisen.

6.

Bei diesem Ausgang der Verfahren wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG 
i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrens-
gesetz, VwVG; SR 172.021]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.09.2020, Nrn. 100.2019.359/
360U, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 
und 2016 wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2015 und 2016 
wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von insgesamt Fr. 3'500.--, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Beschwerdegegnerin
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- Eidgenössische Steuerverwaltung

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.