# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e401784-5add-5539-9a48-fa7e9f9a1cc0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.02.2014 200 2013 856
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-856_2014-02-03.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 12.06.2014 abgewiesen (8C_195/2014).

200 13 856 IV
SCJ/SCC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Februar 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Stirnimann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Christine

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. August 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2014, IV/13/856, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1954 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
ausgebildete …, war als … in einem … tätig (Dossier der IVB, Antwortbei-
lage [AB] II 10 S. 6, AB II 13 S. 2, 17), als sie am 6. November 2008 einen 
Autounfall erlitt. Am 5. November 2009 meldete sie sich bei der IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zur Früherfassung an (AB II 1). Die 
IVB holte die Akten der Unfallversicherung ein (AB II 5.1-5.29). Vom 10. 
November bis 8. Dezember 2009 erfolgte ein Aufenthalt in der Reha-Clinic 
Y.______ (AB II 19). Nach dem Intake am 23. Dezember 2009 (AB II 6) 
meldete sich die Versicherte bei der IVB zum Bezug von Leistungen an (AB 
II 10). Die IVB gewährte Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglich-
keiten (AB II 14) und holte einen Fragebogen Arbeitgeber (AB II 15), einen 
IK-Zusammenruf (AB II 18), einen Bericht der behandelnden Psychiaterin 
Dr. med. C.________ vom 29. Januar 2010 (AB II 23) sowie der Hausärztin 
Dr. med. D.________ vom 16. Februar 2010 (AB II 28) ein. 

Es wurde eine neurologische, psychiatrische und orthopädische Begutach-
tung durch die X.________ veranlasst (polydisziplinäres Gutachten vom 1. 
Dezember 2010; AB II 33.2). Ein von der IVB geplantes Arbeitstraining vom 
10. Januar bis 6. Juni 2011 (AB II 40) brach die Versicherte aus gesund-
heitlichen Gründen vorzeitig ab (AB II 44). Es erfolgte eine Begutachtung 
durch das X.________ (polydisziplinäres Gutachten vom 20. April 2011; AB 
II 46.2). Ein Arbeitstraining in der X.________ ab dem 14. November 2011 
brach die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nach drei Tagen ab 
(AB IIA 56, 57, 59). Es wurde weiter ein Konsilium bei Dr. med. 
E.________, Spezialarzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, veranlasst 
(psychiatrisches Gutachten vom 27. Februar 2012; AB IIA 63 S. 2 ff.). Es 
erfolgte eine Stellungnahme des RAD-Psychiaters Dr. med. F.________ 
vom 2. Mai 2012 (AB IIA 64) sowie der RAD-Arztes Dr. med. G.________ 
vom 21. Mai 2012 (AB IIA 65). Vom 27. März bis 25. Mai 2012 hielt sich die 
Versicherte stationär in der Privatklinik Z._____ auf (Bericht vom 20. Juni 
2012; AB IIA 77 S. 7 ff.) und vom 29. Mai bis 10. August 2012 erfolgte eine 

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ambulante Behandlung in der Psychotherapie-Tagesklinik der Privatklinik 
Z.______ (Bericht vom 16. August 2012; AB IIA 96 S. 8 ff.). 

Nach einer psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. H.________, 
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (psychiatrisches Gutach-
ten vom 2. Januar 2013; AB IIA 90.1) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 
15. Mai 2013 die Ablehnung von Leistungen in Aussicht mangels eines 
Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne. Das 
Ausmass der Beschwerden lasse sich nicht durch somatische Befunde 
objektivieren. Es handle sich vorliegend um eine psychische Überlagerung. 
Für die dissoziative Störung und die somatoforme Schmerzstörung sei die 
Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen anzuwenden. 
Es liege keine Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä-
gung und Dauer vor. Zudem seien die weiteren zu beachtenden Kriterien 
einer ausnahmsweisen Unzumutbarkeit der Überwindung des Beschwer-
debildes nicht gehäuft und in erheblicher Ausprägung vorhanden (AB IIA 99 
S. 4 ff.). Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, Einwand erheben (AB IIA 99 S. 1 ff., AB IIA 102). Mit Verfü-
gung vom 27. August 2013 lehnte die IVB einen Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung ab (AB IIA 106).

B.

Am 27. September 2013 lässt die Versicherte beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde erheben und das Folgende beantragen:

1. Die Verfügung vom 27. August 2013 sei aufzuheben und es seien der Beschwerde-
führerin die gesetzmässigen IV-Leistungen zu gewähren.

2. Eventualiter sei zur Klärung der Frage der gesundheitlichen Einschränkungen ein 
gerichtliches Gutachten einzuholen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.

Die Versicherte lässt die Foerster-Kriterien beanstanden mit der Begrün-
dung, es fehle eine entsprechende wissenschaftliche medizinisch-
empirische Grundlage. Weiter lässt sie rügen, dass der Sachverhalt bezüg-
lich der Überwindbarkeit ungenügend untersucht worden sei. Dem psychia-
trischen Gutachter sei kein Fragekatalog im erforderlichen Detaillierungs-
grad vorgelegt worden. Ferner lässt sie beanstanden, es hätte ein weiteres 

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polydisziplinäres Gutachten eingeholt werden müssen; mit dem polydiszi-
plinären Gutachten vom Dezember 2010 sei der Gesundheitszustand im 
Verfügungszeitpunkt nicht hinreichend dokumentiert. Bezüglich der Vermu-
tung der Überwindbarkeit lässt sie vorbringen, es sei nicht im erforderlichen 
Ausmass geprüft worden, ob mit der depressiven Störung ein eigenständi-
ges Krankheitsbild vorliege.

Am 3. Oktober 2013 reicht der Rechtsvertreter der Versicherten den Bericht 
des behandelnden Psychiaters Dr. I.________ vom 28. September 2013 
ein (Beschwerdebeilage [BB] 3).

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2013 beantragt die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde. Sie bringt vor, die Voraussetzungen einer post-
traumatischen Belastungsstörung seien nicht erfüllt. Eine Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes sei weder im Einwand im Juni/Juli 2013 noch in 
der Beschwerde vom September 2013 geltend gemacht worden. Daraus 
sei zu schliessen, dass es sich bei der Beurteilung des behandelnden 
Psychiaters um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts handle.

Am 25. November 2013 reicht der Rechtsvertreter der Versicherten eine 
Stellungnahme ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.3 Angefochten ist die Verfügung vom 27. August 2013, mit welcher 
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der IV zufolge Feh-
lens eines invalidisierenden Gesundheitsschadens abgewiesen worden ist.

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-

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chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 
Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-
dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 135 V 215 E. 7.3 S. 230; Bot-
schaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.). 

2.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; 
SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es 
der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 

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Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere 
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri-
ger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter 
Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in 
allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be-
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht 
in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu-
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu-
tischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-
den Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraus-
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 
V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.3 S. 354). Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende 
Gerichtspraxis ist weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend 
(SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die 
rechtliche Natur des Kriterienkataloges – auf medizinwissenschaftlich un-
haltbaren Annahmen (SVR 2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

Aus Gründen der Rechtssicherheit ist es geboten, sämtliche pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweis-
bare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen 
Anforderungen zu unterstellen (BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 
E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283). 

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-

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ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5

2.5.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5.2 Aufgabe des begutachtenden Arztes im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung ist, sich dazu zu äussern, ob eine psychische Komorbidität 
oder weitere Umstände gegeben sind, welche die Schmerzbewältigung im 
Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit behindern. Gestützt darauf haben 
die rechtsanwendenden Behörden zu entscheiden, ob der 
Gesundheitsschaden invalidisierend ist, d.h. zu prüfen, ob eine festgestellte 
psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder 
mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und 
Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf 
eine erwerbliche Tätigkeit nicht mit zumutbarer Willensanstrengung 
überwindbare Schmerzstörung zu erlauben. Die Prüfung schliesst die 
Beurteilung der Frage ein, inwiefern die ärztliche Einschätzung der 
psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit invaliditätsfremde Gesichtspunkte 
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 
mitberücksichtigt (SVR 2012 IV Nr. 1 S. 2 E. 3.4.1).

2.5.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Die am Folgetag des Unfalles vom 6. November 2008 vorgenom-
menen bildgebenden Untersuchungen an Schädel und Halswirbelsäule der 
Beschwerdeführerin zeigten weitgehend unauffällige resp. dem Alter ent-
sprechende Befunde ohne Hinweise auf ossäre, sonstige strukturelle Läsi-
onen oder intrakranielle Blutungen (AB II 5.29 S. 26 f.). Auch die otoneuro-
logischen Untersuchungen ergaben keine auffälligen strukturellen Befunde, 
insbesondere keine Hinweise für eine Schädigung der vestibulären bzw. 
kochleären Bahnen (AB II 28 S. 16 f.). Ebenso stellten die Experten im po-
lydisziplinären Gutachten vom 1. Dezember 2010 keinen Gesundheits-
schaden organischer Genese fest (AB II 33.2 S. 19). Schliesslich wurde 
auch im polydisziplinären Gutachten vom 20. April 2011 festgehalten, dass 
sich aufgrund der durchgeführten Untersuchungen sowie der Aktenlage 
abgesehen von Verspannungen der Schultergürtelmuskulatur keine Hin-
weise für ein organisch fassbares Substrat der Beschwerden ergeben (AB 
II 46.2 S. 40). Zum Zumutbarkeitsprofil hielten die Gutachter lediglich fest, 
dass bei den bestehenden Verspannungen der Schultermuskulatur sich 
schwere Trage- und Hebebelastungen ungünstig auswirken könnten, 
ebenso repetitive Überkopfarbeiten sowie Verrichtungen in vorwiegend 
einseitiger Körperstellung (AB II 46. 2 S. 51). Wie bereits im (rechtskräfti-
gen) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. August 2013 
(UV/2013/311, E. 3.4) festgestellt wurde, liessen sich für die von der Be-
schwerdeführerin geklagten Beschwerden keine (hinreichend) nachweisba-
ren organischen Unfallfolgen feststellen. Daneben bestehen multisegmen-
tale degenerative Veränderungen, welche aber vor dem Unfall vom 6. No-
vember 2008 zu keinen Beschwerden führten (AB II 46.2 S. 40), so dass 

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ohne weiteres davon ausgegangen werden kann, dass sie auch heute kei-
ne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge haben. Gemäss dem po-
lydisziplinären Gutachten vom 20. April 2011 besteht aus neurologisch-
somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in den Tätigkeiten als … und 
als … (AB II 46.2 S. 50 f.). An der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus 
somatischer Sicht ändert auch der Umstand nichts, dass die Gutachter 
aufgrund der chronifizierten Schmerzproblematik und der vegetativen Dys-
regulation eine Leistungseinschränkung von 20 % attestierten (AB II 46.2 
S. 38); letztere ist aufgrund fehlender Hinweise für ein organisch fassbares 
Substrat der Beschwerden unter dem Aspekt der psychischen Beeinträch-
tigung zu berücksichtigen. Damit steht fest, dass das beklagte Schmerz-
syndrom in seinem Ausmass nicht organisch begründet und das Ausmass 
und der Verlauf der beklagten Beschwerden im Rahmen einer somatofor-
men Störung zu verstehen ist (vgl. auch AB II 46.2 S. 43).

3.2

3.2.1 Im psychiatrischen Gutachten vom 2. Januar 2013 diagnostizierte 
Dr. med. H.________ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative 
Störung, gemischt (Amnesie), Störung der Bewegung und der Sinnesemp-
findung, Krampfanfälle (ICD-10 F44.7), eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) und eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4; AB IIA 90.1 S. 21). 
Der Gutachter erachtete aufgrund der dissoziativen Störung Arbeiten, die 
ein hohes Konzentrationsvermögen verlangten, als sicherlich ungeeignet. 
Die angestammte Tätigkeit, bei welcher rasche Entscheidungen gefordert 
seien, oder eine Tätigkeit in leitender Stellung seien daher kaum mehr 
möglich; es bestehe diesbezüglich eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit. Bei ei-
ner Tätigkeit, die keine derart hohen Anforderungen an die Konzentrations-
fähigkeit stelle, bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Der Gutachter hielt 
fest, dass diese Arbeitsfähigkeit seit April 2011 vorliege (AB IIA 90.1 S. 24 
f.).

3.2.2 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. H.________ vom 2. 
Januar 2013 erfüllt die rechtsprechungsgemäss massgebenden Anforde-
rungen an Expertisen. Der Gutachter hat sich mit den Vorakten sowie den 
von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden und ihrer Selbst-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2014, IV/13/856, Seite 11

einschätzung auseinandergesetzt. Seine Feststellung, dass von einer weit-
gehenden psychischen Überlagerung der geklagten Beschwerden auszu-
gehen ist, ist nachvollziehbar (AB IIA 90.1 S. 22). Der Experte legt über-
zeugend dar, dass eine recht ausgeprägte dissoziative Störung vorliegt, 
deren Symptome die Beschwerdeführerin nur teilweise bewusst steuern 
kann (AB IIA 90.1 S. 23, 27). Er begründet nachvollziehbar, weshalb eine 
posttraumatische Belastungsstörung auszuschliessen ist (AB IIA 90.1 S. 
23, 27). Überzeugend und schlüssig ist auch seine Schlussfolgerung, dass 
vor dem Hintergrund der Belastungsfaktoren von einer somatoformen 
Schmerzstörung ausgegangen werden kann (AB IIA 90.1 S. 22). Das 
psychiatrische Gutachten vom 2. Januar 2013 erbringt daher vollen Beweis 
(BGE 125 V 353 E. 3b/bb) und es ist darauf abzustellen. 

In den früheren psychiatrischen Arztberichten und Gutachten wurden un-
terschiedliche Diagnosen sowie Arbeitsunfähigkeiten (zwischen 0 % und 
100 %) festgestellt: So ging die behandelnde Psychiaterin Dr. med. 
C.________ im Bericht vom 29. Januar 2010 von einem Status nach HWS-
Distorsionstrauma, einer Anpassungsstörung (ICD-10 43.23) und einer 
sekundären Traumatisierung durch verfrühtes und/oder zu grosses Ar-
beitspensum („Mobbing“) aus (AB II 23 S. 2). Im polydisziplinären Gutach-
ten vom 1. Dezember 2010 wurde jedoch keine psychiatrische Diagnose 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (AB II 33.2 S. 18) und die Gut-
achter erachteten die Beschwerdeführerin (aus psychiatrischer und somati-
scher Sicht) für voll arbeitsfähig (AB II 33.2 S. 24). Im polydisziplinären 
Gutachten vom 20. April 2011 diagnostizierten die Experten aus psychiatri-
scher Sicht wiederum eine reaktive Depression mittleren Ausmasses (AB II 
46.2 S. 42), dabei gingen sie von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer 
adaptierten (bzw. angestammten) Tätigkeit ohne leitende Funktion aus (AB 
II 46.2 S. 50). Der behandelnde Psychiater Dr. med. J.________ diagnosti-
zierte im Bericht vom 9. Juli 2011 eine posttraumatische Belastungsstörung 
(ICD-10 F43.1) und eine dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-
10 F44.9) und ging davon aus, dass noch längere Zeit nicht mit einer Wie-
deraufnahme der Arbeit zu rechnen sei (AB IIA 53). Der Psychiater Dr. 
med. E.________ stellte im Gutachten vom 27. Februar 2012 die Diagno-
sen einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer mittelgradigen De-
pression ohne somatisches Syndrom und ohne psychotische Symptome 

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sowie einer dissoziativen Störung (AB IIA 63 S. 11). Er attestierte, dass die 
Arbeitsfähigkeit auf 50 % gesteigert werden könne (AB IIA 63 S. 12). Auch 
die behandelnden Ärzte der Privatklinik Z.______ diagnostizierten eine 
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine gemischte 
dissoziative Störung (ICD-10: F44.7) seit dem Verkehrsunfall vom 6. No-
vember 2008 (AB IIA 82.2 S. 10, 15). Im Austrittsbericht vom 20. Juni 2012 
stellten sie jedoch die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode 
mit somatischem Syndrom, zurzeit dekompensiert, in Zusammenhang mit 
Problemen in Verbindung mit der Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit sowie 
Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände nach Ver-
kehrsunfall am 6. November 2008 (ICD-10: F32.11, Z56, Z60.0; AB IIA 96 
S. 12 ff.). Dr. med. H.________ äusserte sich im Gutachten vom 2. Januar 
2013 ausführlich und nachvollziehbar zu diesen zum Teil abweichenden 
früheren ärztlichen Einschätzungen (AB IIA 90.1 S. 26 f.). Letzten Endes 
muss indessen zu den diagnostischen Unterschieden sowie zum genauen 
Ausmass der psychisch begründeten Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend 
Stellung genommen werden, wenn wie hier davon auszugehen ist, dass 
kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vorliegt.

3.3 Eine psychische Störung muss nicht ohne weiteres eine (invalidisie-
rende) Arbeitsunfähigkeit bewirken. Das gilt besonders dann, wenn – wie 
vorliegend – keine schwere psychische Störung vorhanden ist. In diesem 
Sinne ist das Gutachten von Dr. med. H.________ in medizinischer Hin-
sicht zwar uneingeschränkt beweistauglich. Seiner Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit kann jedoch aus 
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht, wie nachfolgend dargelegt wird, 
nicht gefolgt werden. Für die hier diagnostizierte dissoziative Störung und 
die somatoforme Schmerzstörung ist die Rechtsprechung zu den somato-
formen Schmerzstörungen anzuwenden (vgl. E. 2.3 hiervor). Es stellt sich 
somit die Frage, ob und gegebenenfalls inwieweit der Beschwerdeführerin 
unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen 
und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Dabei ist 
zu prüfen, ob die festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheb-
lich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in 
genügender Intensität und Konstanz vorliegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2014, IV/13/856, Seite 13

3.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt mit Verweis auf das Rechtsgutachten 
des Prof. em. Dr. K.________ sowie des Dr. iur. L.________ (Beschwerde 
S. 5 f.), es fehle der Rechtsprechung bezüglich der Prüfung der Überwind-
barkeit die entsprechende gesetzliche Grundlage, ebenso verletze die Be-
urteilung der juristischen Zumutbarkeit anhand der Foerster-Kriterien den 
Anspruch auf ein faires Verfahren, weiter fehle einer generellen Vermutung 
der Überwindbarkeit somatoformer Schmerzstörungen und der Prognose-
zuverlässigkeit der Foerster-Kriterien eine entsprechende wissenschaftliche 
medizinische-empirische Grundlage. Dieser grundsätzlichen Kritik kann mit 
Blick auf den zur Publikation vorgesehenen Entscheid des Bundesgerichts 
vom 31. Oktober 2013, 8C_972/2012, in welchem die Auffassung der bei-
den Gutachter verworfen wurde, nicht gefolgt werden, vielmehr ist auf die 
entsprechenden Ausführungen des Bundesgerichts zu verweisen. Es steht 
somit der Anwendung der zu den somatoformen Schmerzstörungen entwi-
ckelten Rechtsprechung nichts entgegen.

3.3.2 Im Gutachten vom 2. Januar 2013 äusserte sich Dr. med. 
H.________ zur depressiven Symptomatik, welche auch vom Gutachter Dr. 
med. Fasnacht sowie von den Ärzten der Klinik Z.________ diagnostiziert 
worden war (vgl. AB IIA 90.1 S. 27). Seine Ausführungen sind nachvoll-
ziehbar und schlüssig. Es liegt somit keine verselbstständigte depressive 
Erkrankung vor. Im Rahmen der Untersuchung stellte der Gutachter zwar 
leichte bis mittelgradige depressive Symptome fest (vgl. AB IIA 90.1 S. 22, 
27 Mitte), diese sind jedoch im Zusammenhang mit der Entwicklung im 
Anschluss an den Auffahrunfall vom 6. November 2008 zu sehen und wer-
den von zahlreichen psychosozialen Belastungsfaktoren (mit-)unterhalten. 
Daran ändern auch die Feststellungen der Ärzte der Privatklinik Z.______ 
im Bericht vom 31. Januar 2013 nichts: Sie legten dar, dass sich zu Beginn 
des stationären Aufenthaltes ein depressives Zustandsbild mit ausgepräg-
ten Existenz- und Zukunftsängsten mit suizidalen Gedanken nach erneuter, 
im Rahmen eines Gutachtens nicht zugesprochener Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung gezeigt habe, wobei sich die Befunde am 
Ende der kurzen stationären Kriseninterventionstherapie verbesserten (AB 
IIA 96 S. 6). Auch sie gingen davon aus, dass die diagnostizierte mittelgra-
dige depressive Episode in Beziehung zu den Schwierigkeiten im Zusam-
menhang mit der Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit sowie Anpassungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2014, IV/13/856, Seite 14

problemen bei Veränderung der Lebensumstände nach dem Verkehrsunfall 
steht (vgl. AB IIA 96 S. 3). Es fehlt somit am zentralen Qualifizierungs-
merkmal einer ausgewiesenen psychiatrischen Komorbidität von erhebli-
cher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Die invalidisierende Wir-
kung der dissoziativen Störung und der somatoformen Schmerzstörung 
müsste sich daher aus den weiteren diesbezüglich relevanten Kriterien (vgl. 
E. 2.3 hiervor) ergeben. Es liegen jedoch keine chronischen körperlichen 
Begleiterkrankungen vor und ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens ist nicht ausgewiesen. Zwar ist ein chronifizierter Krankheitsverlauf 
nicht zu bestreiten; die Beschwerdeführerin hat indessen die psychische 
Erkrankung lange Zeit bloss ungenügend behandelt (vgl. AB IIA 96 S. 7, 
15), wobei allerdings auch der Gutachter Dr. med. H.________ von weite-
ren medizinischen Massnahmen keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
erwartet (AB IIA 90.1 S. 28). Ein innerseelischer Konflikt ist nicht ersichtlich. 
Die Kriterien einer prämorbiden Persönlichkeitsstruktur und eines primären 
Krankheitsgewinns sind nicht erfüllt. Damit liegen die Foerster-Kriterien 
zumindest nicht im erforderlichen Ausmass vor. Somit führen die vom Gut-
achter Dr. med. H.________ gestellten psychiatrischen Diagnosen mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit zu keinem invalidisierenden Gesundheits-
schaden.

3.4 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwer-
degegnerin auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet hat (antizipier-
te Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Es ist erstellt, dass 
sich für die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden keine 
nachweisbaren organischen Unfallfolgen feststellen lassen und die 
degenerativen Veränderungen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
haben. Auch aus psychiatrischer Sicht liegt kein Gesundheitsschaden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. An diesem Ergebnis ändert auch 
der von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren eingereichte 
Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. I.________ vom 28. 
September 2013 (BB 3) nichts. Darin wird bestritten, dass eine 
somatoforme Schmerzstörung vorliegt. Vielmehr geht der behandelnde 
Psychiater davon aus, dass die dissoziativen Symptome Teil einer 
Traumafolgestörung im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung 
(PTBS) seien (BB 3 Ziff. 6). Weiter wird eine Verschlechterung im Sinne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2014, IV/13/856, Seite 15

einer schweren depressiven Episode erwähnt (BB 3 Ziff. 4). Einerseits kann 
auf diesen nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. August 2013 
verfassten Bericht bereits aus zeitlichen Gründen nicht abgestellt werden. 
Andererseits ist dieser Bericht nicht geeignet, die Schlussfolgerung, 
wonach aus rechtlicher Sicht kein invalidisierender Gesundheitsschaden 
vorliegt, in Zweifel zu ziehen: Insbesondere hat bereits der Gutachter Dr. 
med. H.________ eine PTBS verworfen (vgl. AB IIA 90.1 S. 27). Bezüglich 
der Begründung des behandelndes Psychiaters, nach einem 
Gewalterlebnis in der früheren Ehe sei eine Retraumatisierung durch den 
Unfall vom 6. November 2008 erfolgt (BB 3 S. 1), ist lediglich zu bemerken, 
dass laut Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen 
(ICD-10 Kapital V [F] Klinisch-diagnostische Leitlinien, 8. Aufl., 2011, S. 
208) eine PTBS nur dann diagnostiziert werde, wenn sie innerhalb von 6 
Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher 
Schwere aufgetreten ist. Ob nunmehr bezüglich der Depression eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliegt, wäre allenfalls nach 
einer Neuanmeldung zu prüfen.

3.5 Da die Beschwerdeführerin sich im Dezember 2009 (AB II 10) bei 
der IVB angemeldet hat, könnten Rentenleistungen frühestens ab Juni 
2010 ausgerichtet werden (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Auch wenn die Begut-
achtung durch Dr. med. H.________ im Dezember 2012 erfolgte (AB IIA 
90.1 S. 1), kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass die 
rechtliche Würdigung der festgestellten psychischen Beeinträchtigungen 
bereits für die Zeit ab Juni 2010 Gültigkeit hat. Damit besteht kein Anspruch 
auf eine allenfalls zeitlich befristete Rente. 

3.6 Die angefochtene Verfügung vom 27. August 2013 erweist sich so-
mit als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2014, IV/13/856, Seite 16

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (mit Eingabe der Beschwerdeführerin vom 25. Novem-

ber 2013)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2014, IV/13/856, Seite 17

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

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