# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1208c397-ae2f-5862-9406-765d1bbcb748
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.12.2017 200 2017 533
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-533_2017-12-22.pdf

## Full Text

200 17 533 UV
FUR/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Dezember 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

HDI Global SE
Postfach, 8034 Zürich
vertreten durch C.________, Rechtsanwalt D.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 2. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2017, UV/17/533, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1977 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war bei der HDI Global SE (HDI bzw. Beschwerdegegnerin) unfallversi-
chert, als sie am 15. März 2015 einen Skiunfall erlitt (Antwortbeilage [AB] 
K1). Gemäss Beschreibung des Unfallhergangs habe sie sich auf der Piste 
das Knie „verdreht“; dabei sei das Kreuzband gerissen und sie sei dann 
„mit verdrehtem Bein [die] Piste abwärts gerutscht“ (AB K6). Nachdem sich 
die Versicherte in der Folge zwei operativen Eingriffen unterzogen hatte 
(29. Mai 2015 [AB M9]; 30. Oktober 2015 [AB M20]) und eine dritte Knie-
operation in Erwägung gezogen worden war, holte die HDI bei E.________ 
zwecks Klärung der Kausalitätsfrage eine Aktenstellungnahme, datierend 
vom 27. Januar 2016 (AB M30), ein.

Eine am 16. Februar 2016 formlos erfolgte Ablehnung ihrer Leistungspflicht 
(AB K49) bestätigte die HDI mit Verfügung vom 26. September 2016 (AB 
K73) mit der Begründung, dass die Behandlungen ab dem 29. Mai 2015 
nicht mehr kausal seien zum Ereignis vom 15. März 2015 resp. dass der 
Status sine vel ante spätestens am 28. Mai 2015 erreicht gewesen sei.

Die dagegen erhobene Einsprache (AB K75) wies die HDI am 2. Mai 2017 
ab (AB K86). 

B.

Gegen den Einspracheentscheid vom 2. Mai 2017 erhob die Versicherte, 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 1. Juni 2017 Beschwerde. 
Sie beantragt die kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids 
und die Ausrichtung der ihr zustehenden Leistungen. Eventualiter seien die 
Akten zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2017, UV/17/533, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2017 beantragt die HDI, vertre-
ten durch Rechtsanwalt D.________, C.________, die Abweisung der Be-
schwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 2. Mai 2017 
(AB K86). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Beschwerdegegnerin über den 28. Mai 2015 hinaus und 
dabei insbesondere, ob die Kniebeschwerden ab jenem Zeitpunkt noch 
kausal zum Ereignis vom 15. März 2015 waren.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]).

Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(„conditio sine qua non“; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

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Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). 

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfall-
folgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung 
(BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358).

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 

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sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2016 UV Nr. 18 S. 56 E. 2.1.1, 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; 
RKUV 1994 U 206 S. 328 E. 3b).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast
– anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kau-
salzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, son-
dern beim Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2).

2.4 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des UVG und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung über 
die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) in Kraft 
getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten 
der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für 
Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden 
nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 
Änderung vom 25. September 2015 des UVG).

2.5 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (BGE 132 V 93 
E. 4 S. 99).

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3.

Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass die Beschwerdeführerin 
am 15. März 2015 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat und danach un-
fallbedingt Beschwerden aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat 
denn auch Leistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, ob die über den 
28. Mai 2015 hinaus geklagten Beschwerden noch unfallkausal sind.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen 
Folgendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Chirurgie, berichtete am 
25. März 2015 (AB M2) über die Erstbehandlung vom 16. März 2015. Die 
Patientin habe sich am Vortag bei einem Skiunfall eine Prellung und eine 
Distorsion des linken Knies zugezogen. Rechts bestehe ein mässiger Knie-
gelenkserguss. Die Bänder seien schmerzbedingt nicht prüfbar.

3.1.2 In der Stellungnahme der E.________ vom 27. Januar 2016 (AB 
M30) legte Dr. med. G.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation, mit Hinweis auf das Konsilium von PD Dr. med. 
H.________, Facharzt für Radiologie, vom 25. Januar 2016 (AB M29) dar, 
der natürliche Kausalzusammenhang der geltend gemachten vorderen 
Kreuzbandruptur mit dem Ereignis vom 15. März 2015 sei versicherungs-
medizinisch betrachtet nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gege-
ben. Hingegen sei es am 15. März 2015 überwiegend wahrscheinlich zu 
einer Zerrung und kleinen proximalen Partialläsion des medialen Kollate-
ralbands gekommen (S. 14). In Erwägung zu ziehen sei eine deutlich vor-
geschädigte vordere Kreuzbandruptur (S. 14); unfallunabhängige 
degenerative Veränderungen des vorderen Kreuzbandes könnten bis zum 
(schmerzauslösenden) Ereignis klinisch stumm bleiben (S. 12). Eine Zer-
rung bzw. eine kleine Partialläsion eines Kollateralbands stellten keine rich-
tungsgebende, sondern lediglich eine vorübergehende Verschlimmerung 
dar; derartige Läsionen würden folgenlos ausheilen (S. 14). Der Status quo 
sine vel ante sei spätestens vor der Rekonstruktion des vorderen Kreuz-
bandes (VKB) am 29. Mai 2015 erreicht gewesen. Mit jener Operation sei 
die Behandlung eines überwiegend wahrscheinlich unfallfremden Vorzu-
stands erfolgt (S. 15).

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3.1.3 PD Dr. med. I.________, Facharzt für Radiologie, legte im Bericht 
vom 5. Mai 2016 (AB M31) dar, der vorliegende Befund sei nach radiologi-
schen Kriterien mit einer frischen, traumatisch bedingten Ruptur des vorde-
ren Kreuzbandes „vereinbar“. Der markante intraartikuläre Erguss sei ein 
indirektes Rupturzeichen. Die übrigen Kniegelenksbinnenstrukturen seien 
völlig unauffällig abgebildet. Es bestehe eine Typ II Läsion des medialen 
Kollateralbandes (posteriores Drittel, femoraler Ansatz) bzw. eine Zerrung 
des Retinakulum parapatellare mediale. Die Verdickung und Signalinten-
sitätserhöhung des Bandes, die irreguläre Kontur und die Unterbrechung 
der ligamentären Fibrillen wie auch intraligamentäre Flüssigkeitsanteile 
würden auf eine frische Kreuzbandverletzung hindeuten. Die radiologi-
schen Hinweise auf eine frische Kreuzbandruptur seien so stark, dass eine 
frische vordere Kreuzbandruptur anhand des MRT vom 17. März 2015 be-
wiesen sei. Der einzige fehlende Hinweis, der meistens bei einer vorderen 
Kreuzbandruptur nach einem Rotationsmechanismus vorkomme, sei die 
hier nicht vorhandene typische Kontusions-Knochenmarksödemverteilung 
am lateralen Femurkondylus bzw. am hinteren lateralen Tibiaplateau. Zwar 
sei eine Kreuzbandruptur bei deutlich vorgeschädigtem vorderen Kreuz-
band mit mukoider Degeneration grundsätzlich nicht völlig ausgeschlossen, 
jedoch bei fehlenden anderen degenerativen Veränderungen innerhalb des 
Gelenkes nicht plausibel. Es gebe im Kniegelenk keinen Hinweis für eine 
Situation mit älterem, rupturiertem vorderem Kreuzband.

3.1.4 Der Radiologe Dr. med. H.________ nahm am 22. Juni 2016 (AB 
M32) Stellung zum Bericht des Dr. med. I.________. Eine Partialläsion des 
medialen Kollateralbandes beweise eine unphysiologische Belastung des 
Bandes anlässlich des Traumas. Ebenso schliesse eine Partialruptur aber 
auch ein Aufklappen des Gelenkes und damit verbundene Kraftübertragung 
auf das vordere Kreuzband aus. Wäre dem so gewesen, müsste das medi-
ale Kollateralband vollständig rupturiert sein, was hier aber klar nicht der 
Fall sei. Auffällig sei, dass sich im MRI zwei Tage nach dem Unfallereignis 
keine Knochenmarksödeme (bone bruises) an den Femurkondylen oder 
dem Tibiakopf fänden. Es gebe verschiedene Gründe für deren Fehlen im 
Rahmen einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Hier sei von einem vor-
geschädigten vorderen Kreuzband auszugehen: Es finde sich kein typi-
scher proximal gelegener Riss. Im Gegenteil, der Riss könne kaum sicher 

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nachgezeichnet werden und liege im mittleren Drittel des vorderen Kreuz-
bandes. Es finde sich kein Blutverhalt im oder um das VKB. Stattdessen sei 
das Band im gesamten Verlauf deutlich verdickt und T2-hyperintens. Zu-
dem sei die Verdickung des Bandes und die T2-hyperintense Signalaltera-
tion bis ganz distal an die Insertion an der Tibia vorhanden. Aufgrund 
dieser Gegebenheiten sei wahrscheinlich von einer vorbestehenden Dege-
neration des vorderen Kreuzbandes auszugehen. Es gebe selten Fälle, in 
denen sich tatsächlich keine bone bruises an Tibia oder Femur fänden. 
Gemäss neuster Studien seien diese Fälle sehr selten und lägen bei unter 
20%. Somit sei diese Möglichkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
auszuschliessen. Ein Unfallmechanismus, der zu einer VKB-Ruptur führe, 
jedoch keine bone bruises an Tibia oder Femur verursache, sei somit allen-
falls möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich. Aus dem Bericht von 
PD Dr. med. I.________ ergebe sich aus fachärztlich-radiologischer Sicht 
kein neuer Sachverhalt.

3.1.5 Dr. med. G.________ legte in ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 2016 
(AB M33) dar, es ergäben sich keine neuen Erkenntnisse aus dem Bericht 
von Dr. med. I.________. An ihrer versicherungsmedizinischen Aktenstel-
lungnahme vom 27. Januar 2016 sei vollumfänglich festzuhalten.

Am 30. Januar 2017 (AB M34) bestätigte Dr. med. G.________ ihre Ein-
schätzungen vom 27. Januar und vom 5. Juli 2016 (erneut).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.3 Bei Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides vom 2. Mai 
2017 (AB K86) stützte sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die 
Beurteilungen der Dres. med. G.________ und H.________ (AB M29, M30, 
M32, M33, M34). Deren fachärztlichen Feststellungen erfüllen die vorer-
wähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), 
sind nachvollziehbar begründet und überzeugen. Sie erbringen vollen Be-
weis (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 353). Die Gutachter hatten Kenntnis der 
Vorakten und haben sich ausführlich damit auseinander gesetzt. Der Ra-
diologe hat seine Einschätzung mit einer in einer einschlägigen wissen-
schaftlichen Zeitschrift publizierten Studie zum fraglichen Thema 
untermauert (AB M32). Dass die beigezogenen Experten die Beschwerde-
führerin nicht persönlich untersucht haben, schadet nicht. Denn praxis-
gemäss kann auch reinen Aktenberichten voller Beweiswert zukommen, 
sofern die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und ge-
genwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind, der Unter-
suchungsbefund lückenlos vorliegt und der Experte sich aufgrund der 
vorhandenen Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen kann 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Diese Voraus-
setzungen sind vorliegend gegeben.

Was in der Beschwerde (S. 11 f.) dagegen vorgebracht wird, ändert daran 
nichts. Insbesondere ist die Einschätzung von Dr. med. I.________ nicht 
geeignet, Zweifel an den schlüssigen Beurteilungen der Dres. med. 
G.________ und H.________ zu begründen. Soweit die Beschwerdeführe-
rin beanstandet, dass mit Dr. med. G.________ eine Fachärztin der Physi-
kalischen Medizin und Rehabilitation beigezogen wurde, ist in diesem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2017, UV/17/533, Seite 11

Umstand kein Mangel zu erblicken. Zum einen sind Ärzte mit der genann-
ten Fachausbildung ohne Weiteres befähigt, Erkrankungen des Bewe-
gungsapparates und insbesondere ein MRI des Kniegelenks zu beurteilen. 
Zum anderen hat die Gutachterin ihre durchaus schlüssige und überzeu-
gende Beurteilung im Verbund mit dem radiologischen Konsilium von Dr. 
med. H.________ (AB M29) verfasst. Dass auch der Operateur und der 
behandelnde Radiologe in der Lage sind, Kausalitätsbeurteilungen vorzu-
nehmen, wird nicht in Abrede gestellt (vgl. Beschwerde, S. 11 und S. 12; 
vgl. auch Beschwerdeantwort, S. 14, Rz. 40). Abgesehen davon, dass der 
Operationsbericht (AB M9) keine Auseinandersetzung mit der Kausalitäts-
frage enthält und folglich für die hier zur Diskussion stehende Frage nicht 
dienlich ist, ist jedoch darauf hinzuweisen, dass es die unterschiedliche 
Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes 
einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini-
schen Experten anderseits nicht zulässt, eine medizinische Administrativ-
beurteilung stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät-
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei-
chende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und 
nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte be-
nennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Solche Aspekte haben 
die behandelnden Ärzte vorliegend jedoch nicht genannt.

Schliesslich kann auch nicht die Rede sein von einer tendenziösen Bericht-
erstattung (vgl. Beschwerde, S. 9 und 12). Die beanstandeten Hervorhe-
bungen (teilweise fettes Schriftbild im Fliesstext) durch Dr. med. 
G.________ (AB M30) dienen allein dem besseren Leseverständnis und 
sind nicht als persönliche Beschuldigungen oder Vorwürfe aufzufassen.

3.4 Nach dem Ausgeführten besteht kein Anlass, die Beurteilung der 
Dres. med. G.________ und H.________, wonach der Status quo sine vel 
ante spätestens vor der Rekonstruktionsoperation vom 29. Mai 2015 er-
reicht sei (AB M29, M30, M32, M33, M34), anzuzweifeln. Die ab diesem 
Datum anhaltend geklagten Beschwerden sind mit überwiegender Wahr-

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scheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall vom 15. März 2015 zurückzu-
führen.

Gestützt auf die beweiskräftigen und überzeugenden versicherungsmedizi-
nischen Einschätzungen ist überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die 
Beschwerdeführerin an einem krankhaften Vorzustand gelitten hatte (der 
bis zum Ereignis vom 15. März 2015 möglicherweise klinisch stumm war 
[vgl. AB M30, S. 12 unten). Sodann ist der Beschwerdegegnerin der Nach-
weis des Wegfalls der natürlichen Kausalität gelungen (vgl. E. 2.3. hiervor), 
weshalb sie eine weitere Leistungspflicht ab dem 29. Mai 2015 zu Recht 
verneint hat.

3.5 Da von weiteren Abklärungen – insbesondere aufgrund der bereits 
durchgeführten bildgebenden Untersuchungen – fast drei Jahre nach dem 
Unfallereignis keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, erübrigt sich ein 
in der Beschwerde (S. 13 f.) beantragte Neu- bzw. Obergutachten (antizi-
pierte Beweiswürdigung [vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). Der medizini-
sche Sachverhalt ist vollständig abgeklärt.

3.6 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 2. Mai 2017 (AB K86) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist 
sich als unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in 
Verbindung mit Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2017, UV/17/533, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.