# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6a87acb-d5ad-5211-bab4-f3ed5eedbe05
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-11-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 24.11.2003 BK 2003 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2003-49_2003-11-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 24. November 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 03 49

Entscheid
Beschwerdekammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichterin Heinz-Bommer und Kantonsrichter 
Rehli, Aktuarin Mosca.

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des A., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hansjakob Zell-
weger, Postfach 1022, Kirchstrasse 1, 8580 Amriswil,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. Septem-
ber 2003, mitgeteilt am 19. September 2003, in Sachen des Beschwerdeführers,

betreffend Sportunfall z.N. von A.,

hat sich ergeben:

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A. Unter dem Namen „D.“ verbrachte eine grössere Gruppe deutscher 
Gäste ihre Ferien in C.. Das Ferienprogramm beinhaltete verschiedene Akti-
vitäten wie Vorträge, Seminare und Rahmenprogramme. Die Organisation und 
die Koordination der Rahmenprogramme wurde durch die „D.“ der „E.“ übertra-
gen. Ein Teil dieser Programme bestand aus einer Überquerung der Schlucht K. 
unterhalb der L. bei C. mit dem „Flying-Fox“. Dabei wird eine Person mittels Klet-
tergurt, Karabinern und Flachbandschlinge an einer Rolle, die auf einem über die 
Schlucht gespannten Seil liegt, von einer zur anderen Seite befördert. Mit der 
Durchführung dieser Schluchtübersetzung war die Bergsteigerschule C. beauf-
tragt, welche für diesen Auftrag drei ausgebildete und patentierte Bergführer an-
stellte. F., einer dieser Bergführer, übernahm am Startplatz die Aufgabe, die Klet-
tergurte jeweils auf die die Schlucht überquerende Person anzupassen und den 
Teilnehmer sodann am Übersetzungsseil richtig einzuhängen. Nachdem am Mor-
gen des 21. Januar 2000 bereits eine Gruppe von 12 Personen die Schlucht über-
quert hatte, kam um 13.30 Uhr eine zweite Gruppe an die Reihe. Die ersten bei-
den Teilnehmer hatten die Schlucht problemlos überquert, als sich A. an den 
Startplatz begab. Der Bergführer passte in der Folge den Kombi-Klettergurt an 
und befestigte ihn mittels Twist-Lock-Karabiner und Flachbandschlinge an der 
Seilrolle. Anschliessend begab sich A. nach Anweisung des Bergführers in Start-
position und begann mit dem Übersetzen. Dabei hielt er sich mit beiden Händen 
an der Verbindungsschlinge fest. Nach ungefähr sieben Metern stürzte A. direkt 
in die Schlucht, wo er nach 20 Meter freiem Fall auf der mit wenig Schnee be-
deckten Eisfläche des gefrorenen Flusses aufprallte, diese durchbrach und 
schliesslich im Wasser zum Liegen kam. Bei diesem Sturz erlitt der Verunfallte 
eine mehrfache Fraktur der rechten Mittelhand, eine Fraktur im Ellbogen sowie 
eine Fraktur des Mittelfusses rechts und eine Rissquetschung an der rechten 
Wange.

B. Nach erfolgter Anzeige eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden 
mit Verfügung vom 2. März 2000 eine Strafuntersuchung wegen des Sportunfal-
les zum Nachteil von A.. 

C. Mit Verfügung vom 25. August 2000 stellte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden die Strafuntersuchung ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
angeführt, der für den Startplatz verantwortliche Bergführer habe die dem dama-
ligen Stand des Wissens und der Technik entsprechenden Sicherheitsmassnah-
men angewendet. Es könne niemandem eine Vernachlässigung von Sorgfalts-
pflichten angelastet werden. Der Gutachter sei nach reiflicher Prüfung sämtlicher 

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zur Verfügung stehenden Akten zum Schluss gelangt, dass der Unfall auf eine 
Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen sei, die in dieser Art für den 
Bergführer nicht voraussehbar gewesen seien. Insbesondere sei davon auszu-
gehen, dass zum Unfallzeitpunkt noch keine allgemein verbindlichen Empfehlun-
gen existierten, welche für diese Art von Aktivität vollständige Redundanz ver-
langten. 

D. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob A. am 18. September 2000 
Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes von Graubünden 
mit dem Begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache 
sei an die Staatsanwaltschaft zur Weiterführung des Strafverfahrens zurückzu-
weisen.

E. Die Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes von Graubünden hiess 
die Beschwerde mit Entscheid vom 15. November 2000 gut und wies die Sache 
im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück. Die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- wurden dem Kanton Graubün-
den auferlegt, welcher den Beschwerdeführer ausseramtlich mit Fr. 600.--  zu 
entschädigen hatte. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der 
Sachverhalt sei nicht einwandfrei abgeklärt worden. So bestünden widersprüch-
liche Aussagen in Bezug auf die Instruktion durch den Bergführer F.. Insbeson-
dere sei aber dem Gutachter H. eine entscheidende Frage nicht gestellt worden, 
nämlich die Frage, wie der Karabiner fachgemäss in die beiden Metallringe ein-
gehängt werden müsse. Auch F. sei nicht befragt worden, wie er den Karabiner 
und die Bandschlinge befestigt habe.

F. In der Folge wurde die Untersuchung ergänzt. So wurde F. als Aus-
kunftsperson einvernommen. Sowohl G., der die Schlucht K. am fraglichen Tag 
ebenfalls überqueren wollte, als auch A. wurden rechtshilfeweise als Zeugen be-
fragt. Schliesslich wurde H. beauftragt, sein Gutachten zu ergänzen.

G. Mit Verfügung vom 5. Februar 2002 stellte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden die Strafuntersuchung erneut ein, zumal durch die Untersuchung 
nicht habe nachgewiesen werden können, dass F. beim Einhängen des Twist-
lock-Karabiners in die Gurtenringe des von A. getragenen Gurts einen Fehler 
begangen habe. Die verwendete Sicherung habe der damals bekannten Praxis 
und dem üblichen Stand der Ausbildung des Bergführers entsprochen. Gemäss 
Ergänzungsgutachten vom 13. November 2001 sei der Unfall vor allem darauf 

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zurückzuführen, dass der Karabiner in Querlage geraten und durch die Flach-
bandschlinge geöffnet worden sei. Wenn der Verunfallte die Anweisungen des 
Bergführers befolgt hätte, wäre der Karabiner nicht in Querlage geraten und der 
Unfall hätte vermieden werden können.

H. Gegen diese Einstellungsverfügung liess A. am 4. März 2002 Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes von Graubünden 
erklären. Er beantragte, die Einstellungsverfügung sei aufzuheben und das Straf-
verfahren durch Anklageerhebung wegen fahrlässiger Körperverletzung weiter-
zuführen.

I. Mit Entscheid vom 17. April 2002, mitgeteilt am 11. Juli 2002, hiess die 
Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes die Beschwerde gut und wies die Sa-
che im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück. 
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- wurden dem Kanton 
Graubünden auferlegt, welcher den Beschwerdeführer ausseramtlich mit Fr. 
600.--  zu entschädigen hatte. Die Beschwerdekammer begründete ihren Ent-
scheid insbesondere damit, die Aussagen des Bergführers F. seien in Bezug auf 
die Instruktion widersprüchlich. Auch in den übrigen Einvernahmen sei das Au-
genmerk nicht auf diese Problematik gerichtet worden. Deshalb liege der Schluss 
nahe, F. zu diesen Widersprüchen zu befragen. Je nach Beweisergebnis seien 
dann auch weitere Teilnehmer der Schluchtüberquerung darüber zu befragen, 
wie die Instruktion gelautet habe.

J. In Ergänzung der Untersuchung wurden sodann A., I., welche die 
Schlucht als erste überquert hat, sowie J. als Zeugen befragt. Darüber hinaus 
wurden noch zwei weitere Befragungen von Bergführer F. vorgenommen.

K. Mit Verfügung vom 15. September 2003, mitgeteilt am 19. September 
2003, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung aber-
mals ein, da aufgrund der Zeugenaussagen nicht möglich sei, F. mit rechtsgenüg-
licher Sicherheit eine ungenügende Instruktion und ein fahrlässiges Verhalten im 
Zusammenhang mit der Durchführung des Flying-Fox nachzuweisen.

L. Dagegen liess A. am 9. Oktober 2003 Beschwerde bei der Beschwer-
dekammer des Kantonsgerichtes von Graubünden erheben. Er beantragt:

„Es sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung das Strafverfahren 
durch Anklageerhebung wegen fahrlässiger Körperverletzung weiterzu-
führen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

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Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 16. 
Oktober 2003 auf eine Vernehmlassung.

Auf die weiteren Erwägungen in den Rechtsschriften sowie im angefoch-
tenen Entscheid wird, soweit erforderlich, im folgenden eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 138 StPO kann die Beschwerdekammer angefochtene 
Einstellungsverfügungen nicht nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf Unan-
gemessenheit überprüfen. In ständiger Rechtsprechung hat die Beschwerde-
kammer an diesem Grundsatz der freien Ermessenskontrolle festgehalten, aller-
dings jeweils präzisierend beigefügt, ein Eingreifen in das Ermessen des Unter-
suchungsrichters und des Staatsanwaltes rechtfertige sich nur, wenn sich deren 
Verfügung nicht mit triftigen Gründen vertreten lasse. Diese Zurückhaltung be-
deutet freilich nicht, dass sich die Beschwerdekammer auf eine reine Willkürprü-
fung beschränken würde. Eine Einstellungsverfügung ist nur angemessen und 
hält der umschriebenen Kontrolle stand, wenn aufgrund des Untersuchungser-
gebnisses nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und ver-
folgbaren Handlung gegeben sind und somit bei gerichtlicher Beurteilung ein 
Freispruch erwartet werden müsste und wenn keine neuen Beweismittel ersicht-
lich sind, die das Beweisergebnis massgeblich beeinflussen könnten. Aufzuhe-
ben ist eine Einstellungsverfügung hingegen, wenn in objektiver und subjektiver 
Hinsicht Anhaltspunkte vorliegen, die einen Schuldspruch als wahrscheinlich er-
scheinen lassen, oder wenn die Möglichkeiten zu einer sinnvollen Untersu-
chungsergänzung gar nicht ausgeschöpft wurden (PKG 1975 Nr. 58 S. 169).

2. a) Gegenstand des vorliegenden Strafverfahrens bildet nun die Frage, 
ob Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass der Tatbestand der fahrlässigen 
Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StPO erfüllt wurde. Das tatbe-
standsmässige Verhalten kann in einem Tun liegen, im Herbeiführen oder Stei-
gern einer Gefahr, die dann in den Erfolg umgeschlagen ist. Dies darf allerdings 
nur demjenigen zugerechnet werden, der voraussehen konnte, dass sein Verhal-
ten geeignet sein würde, die Beeinträchtigung des Rechtsgutes (Verletzung ei-
nes Menschen) herbeizuführen. Ausserdem muss erstellt sein, dass sich der tat-
bestandsmässige Erfolg durch die Anwendung pflichtgemässer Vorsicht mit gros-

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ser Wahrscheinlichkeit hätte vermeiden lassen. Das sorgfaltswidrige Verhalten 
kann aber auch in blossem Unterlassen (Nichtabwenden der Gefahr) bestehen, 
dann nämlich, wenn jemand in Verletzung einer Rechtspflicht (als sogenannter 
Garant) eine Handlung unterlässt, die objektiv möglich gewesen wäre, und dabei 
voraussehen konnte, dass der verpönte Erfolg durch das gebotene Handeln 
höchstwahrscheinlich abgewendet worden wäre. Das Mass der im Einzelfall zu 
beachtenden Sorgfalt lässt sich nicht allgemein bestimmen. Es richtet sich viel-
mehr nach den konkreten Umständen, zu denen unter anderem Art, Zweck und 
Notwendigkeit der geplanten Handlung, die mit ihr verbundenen Gefahren sowie 
die zur Verfügung stehenden Handlungsmittel und Schutzvorkehren gehören, 
des weiteren aber auch nach den speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten des 
Täters (vgl. PKG 1992 Nr. 52). 

b) Wie bereits in BK 00/53 und BK 02/20 ausgeführt, ist vorliegend unbe-
stritten, dass F. als von der Bergsteigerschule C. angestellter Bergführer am 
Startplatz für die Sicherung und Fixierung der Gäste am Transportteil verantwort-
lich war. In dieser Funktion oblag es ihm, die Teilnehmer mit der nötigen Sorgfalt 
im Kombigurt anzuschnallen und zu sichern. In seinem Gutachten vom 25. Juli 
2000 hat H. dargelegt, im Unfallzeitpunkt hätten in der Schweiz keine verbindli-
chen Sicherheitsbestimmungen für die Durchführung von Outdoor-Aktivitäten wie 
Flying-Fox existiert. Insbesondere habe es im fraglichen Zeitpunkt keine verbind-
lichen Empfehlungen gegeben, welche eine vollständige Redundanz für diese Art 
von Aktivität verlangten. Mit anderen Worten habe es dem in der Schweiz zu 
diesem Zeitpunkt üblichen Sicherheitsstandard entsprochen, keinen zweiten Ka-
rabiner und keine zweite Bandschlinge beim Anseilen für Flying-Fox-Aktivitäten 
zu verwenden. Der Experte stufte im Weiteren die Verwendung von Twistlock-
Karabinern zum Anseilen bei seilgestützten Abenteuerübungen nicht als unsicher 
ein. Der Unfall dürfte nach seiner Ansicht auf eine Querlage des Anseilkarabiners 
in den beiden Metallringen des Anseilgurtes und auf eine gleichzeitig ungünstige 
Lage der Bandschlinge zurückzuführen sei. Bei den auf den Bildern 1 bis 6 sowie 
9 und 10 (vgl. Gutachten, act. 2.14) dargestellten Arten der Belastung sei das 
selbständige Öffnen des Twistlock-Verschlusses und das anschliessende Aus-
hängen der Bandschlinge aus dem Karabiner leicht möglich, unter der Voraus-
setzung, dass mit der Bandschlinge eine Bewegung ausgeführt werde. In seinem 
Ergänzungsgutachten vom 13. November 2001 führt H. aus, dass bis zum Zeit-
punkt des fraglichen Unfalles ein Anseilen, vergleichsweise dem auf Gletschern 
und beim Toprope-Klettern (wovon das Wissen um das Anseilen für das Flying-
Fox hergeleitet worden sei) wie es F. vorgenommen habe, und zwar mit einem 

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Komplett-Anseilgurt mit zwei Metallringen und einem Twistlock-Karabiner, allge-
mein üblich gewesen sei. Unfälle wie der gegenständliche seien nicht bekannt 
gewesen. Wenn man eine Querbelastung des Karabiners - wie dies sowohl beim 
Begehen von Gletschern wie auch beim Toprope-Klettern immer wieder einmal 
auftritt - hätte vermeiden wollen, hätte man einen Reepschnur-, Band- oder Seil-
ring in die beiden Metallringe einknüpfen und in diesen den Twistlock-Karabiner 
einhängen müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt seien aber Unfälle wie der ge-
genständliche nicht bekannt gewesen. Nach diesem Unfall (und dem am Kanzi-
aniberg) könne davon ausgegangen werden, dass sich die Lehrmeinung geän-
dert habe und nunmehr Redundanz gefordert sei. 

c) Der Beschwerdeführer macht geltend, der Karabiner sei nicht geschlos-
sen gewesen; dies sei die allerwahrscheinlichste Variante des Versagens der 
ganzen Aufhängung. Bei näherer Prüfung des fraglichen Twist-Lock-Karabiners 
falle auf, dass das grüne Verschlussteil so beweglich sei, dass es bei offenem 
Zustand des Karabiners und einer kleinen Drehberührung in diesem Zeitpunkt 
anschliessend gar nicht mehr zu einem Schliessen des Karabiners kommen 
könne. Sowohl der Beschwerdeführer selbst als auch G. hätten als Zeugen aus-
gesagt, der Bergführer F. hätte keine Kontrolle des Karabiners vorgenommen. 
Selbst aber wenn man die unwahrscheinlichere Ursachenvariante der Querlage 
des Karabiners in Betracht ziehen würde, wäre es nach Ansicht des Beschwer-
deführers die Pflicht des Bergführers gewesen, den Karabiner so in Längsrich-
tung anzubringen, dass sich dieser keinesfalls drehen könne. Dem Gutachten 
könne entnommen werden, dass - wenn der Karabinerhaken nicht ordnungs-
gemäss eingehängt werde - das Risiko des Öffnens gegeben sei, wobei auch ein 
Bergführer dieses Risiko hätte erkennen müssen. 

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Nach Ansicht des Exper-
ten H. ist der Unfall auf eine Querlage des Anseilkarabiners in den beiden Metall-
ringen des Anseilgurtes und auf eine gleichzeitig ungünstige Lage der Bandsch-
linge zurückzuführen (vgl. act. 2.14, S. 4). Die Meinung des Beschwerdeführers, 
wonach die Unfallursache darin liege, dass der Karabiner schon anfänglich nicht 
geschlossen gewesen sei, wird vom Experten somit nicht geteilt. Wie bereits in 
BK 02/20 ausgeführt, entsprach im Weiteren die Art und Weise wie der Bergfüh-
rer den Beschwerdeführer angeseilt hat dem zu diesem Zeitpunkt üblichen Si-
cherheitsstandart. Nach Darstellung des Experten konnte man vom Bergführer 
im Unfallzeitpunkt nicht erwarten, dass er - um eine Querlage des Karabiners zu 
vermeiden - einen Reepschnur-, Band- oder Seilring in die beiden Metallringe 

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einknüpft und in diesen den Twistlock-Karabiner einhängt oder eine vollständige 
Redundanz anwendet. Der Bergführer musste demnach zum fraglichen Zeitpunkt 
nicht speziell darauf achten wie er den Karabiner in die beiden Metallringe ein-
hängt, da bis anhin Unfälle dieser Art nicht bekannt waren (vgl. dazu BK 02/20, 
S.7).

d) Der Beschwerdeführer rügt, die Instruktion des Bergführers habe ledig-
lich dahingehend gelautet, kräftig abzustossen. Wie die Hände gehalten würden, 
sei für F. nicht relevant gewesen. Er habe gewusst, dass die meisten Teilnehmer 
automatisch an der Flachbandschlinge halten würden, was die ersten beiden 
Teilnehmer der Überquerung auch gemacht hätten. Der Bergführer habe danach 
nicht eingegriffen. 

Diese Rüge kann nicht gehört werden. Der Beschwerdeführer selbst sagte 
am Tag nach dem Unfall aus, der Bergführer habe ihn dahingehend instruiert, er 
solle springen und sich zuerst am Verbindungsband halten und später dann los-
lassen (act. 2.5). Anlässlich der rogatorischen Einvernahme vom 24. August 
2001 bemerkte A. als Zeuge, F. habe befohlen, „springt raus“. Die Geschwindig-
keit, die erreicht werden sollte, sei nötig, um das andere Ende der Schlucht zu 
erreichen. Der Bergführer habe sodann bemerkt, der Spass sei grösser, wenn 
die Teilnehmer die Arme ausstrecken würden, jedoch sollte bei Angst festgehal-
ten werden (act. B 14, S. 3). Am 18. Februar 2003, somit rund drei Jahre nach 
dem Unfall, äusserte sich A. im Wesentlichen im gleichen Sinne (act. B 31, S. 3). 
G. erklärte am Tag des Unfalls, sie seien als Gruppe nicht speziell instruiert oder 
eingewiesen worden. Welche Anweisungen der Bergführer jedem Einzelnen ge-
geben habe, wisse er nicht, zumal er erst nach A. die Schlucht hätte überquerten 
sollen  (act. 2.4). Als Zeuge befragt, bemerkte G. in diesem Zusammenhang hin-
gegen, es sei gruppenweise vor Beginn der Überquerung instruiert worden. Es 
sei nicht angeordnet worden, sondern nur empfohlen worden, sich nicht an der 
Bandschlinge festzuhalten, sondern in ihr zu sitzen. Die Hände sollten frei vom 
Körper weggestreckt werden (act. B 11, S. 2). I. war die erste Teilnehmerin, wel-
che die Schlucht am fraglichen Tag überquert hat. Dabei verletzte sie sich an den 
Fingern. Am 13. Mai 2003 wurde sie erstmals als Zeugin befragt. Sie gab zu 
Protokoll, der Bergführer habe sinngemäss gesagt, sie solle zur Kante gehen und 
dann an der Kante mit Kraft abdrücken. Sie habe dabei wahrgenommen, dass 
das Seil durchgehangen habe, weshalb sie sich instinktiv beim Springen am Seil 
festgehalten habe. Rund drei Jahre nach dem Unfall könne sie nicht mehr sagen, 
ob sie spezielle Anweisungen bezüglich der Handhaltung bekommen habe. Sie 

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könne aber ausschliessen, dass man sie auf die Gefahr hingewiesen habe, wel-
che bestehe, wenn man sich am Seil im Bereich der Haken festhalte. Ansonsten 
hätte sie sich nicht so verhalten und gefährliche Verletzungen riskiert (act. B 35). 
J. berichtete als Zeuge (Einvernahme vom 13. Juni 2003), am Startplatz habe er 
eine Kurzanweisung erhalten, welche folgende drei Punkte beinhaltet habe:(a) 
der Übersetzende sollte sich von einem auf dem Boden befindlichen Brett ab-
stossen, um Schwung zu bekommen, (b) der Übersetzende sollte sich mit beiden 
Händen an dem Seil festhalten, jedoch nicht zu weit oben wegen evtl. Verlet-
zungsgefahr, (c) beim Landen sollten die Füsse nicht zu früh aufgesetzt werden 
(act. B 38, S. 2). F. erklärte am 5. November 2002, es sei immer so instruiert 
worden, dass man sich nach ein oder zwei Schritten nach hinten in die Gurten 
fallen lassen soll. An diesem Posten sei es gar nicht möglich, mit Anlauf zu star-
ten, da sich der Start auf einem Schalbrett von rund 60 bis 80 cm Breite befunden 
habe. Er habe gesagt „in den Gurt setzen und weg von der Bandschlinge“ (act. 
B 27). Am 10. Juli 2003 wurde F. erneut einvernommen. Er wurde darauf auf-
merksam gemacht, dass widersprüchliche Aussagen bezüglich der Haltung der 
Hände gemacht worden seien. F. beteuerte, er habe ganz klar gesagt, es bestehe 
Verletzungsgefahr, wenn man sich beim Start an der Schlinge festhalte. Die 
Leute würden sich aber instinktiv an der Schlinge festhalten, wenn sie sich in die 
Gurten fallen lassen würden (act. B 39).

Die wiedergegebenen Zeugenaussagen weisen grosse Widersprüche auf. 
Während J. behauptete, der Bergführer habe die Weisung erteilt, wegen der Ver-
letzungsgefahr am unteren Teil der Schlinge festzuhalten, berichtete G., es sei 
empfohlen worden, sich nicht an der Bandschlinge festzuhalten. I. konnte sich 
nicht mehr daran erinnern, ob spezielle Anweisungen bezüglich der Handhaltung 
gegeben worden sind. Der Beschwerdeführer wiederum führte am Tag nach dem 
Unfall aus, F. habe instruiert, er solle zuerst am Verbindungsband halten und 
dann loslassen. Bei späteren Befragungen gab der Beschwerdeführer an, der 
Bergführer habe bemerkt, der Spass sei grösser, wenn die Teilnehmer die Arme 
strecken würden, jedoch sollte bei Angst festgehalten werden. F. seinerseits be-
teuerte hingegen, er habe ganz klar gesagt, es bestehe Verletzungsgefahr, wenn 
man sich beim Start an der Schlinge festhalte. Die Aussagen sind nach dem Ge-
sagten in Bezug auf die Instruktion nicht klar. Aufgrund des vorliegenden Bewei-
sergebnisses kann nicht mit rechtsgenüglicher Sicherheit behauptet werden, F. 
habe eine fehlerhafte Weisung erteilt. Mit anderen Worten sind nicht genügend 
Anhaltspunkte  für das Vorliegen eines tatbestandsmässigen Verhaltens von F. 
vorhanden. Ebensowenig sind weitere Beweismittel ersichtlich, welche an die-

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sem Untersuchungsergebnis etwas zu ändern vermöchten. Seit dem fraglichen 
Unfall sind rund vier Jahre vergangen, weshalb weitere Befragungen der nämli-
chen Zeugen oder die Befragung von zusätzlichen Personen nicht zur Klärung 
der bestehenden Widersprüche beitragen könnten. Bei diesem Beweisergebnis 
müsste im Falle einer Anklage mit einem Freispruch gerechnet werden. Die 
Staatsanwaltschaft Graubünden hat somit zu Recht die Strafuntersuchung gegen 
F. wegen fahrlässiger Körperverletzung eingestellt. Im Übrigen ist die Staatsan-
waltschaft jedoch darauf aufmerksam zu machen, dass die Einstellungsverfügun-
gen sorgfältig zu begründen sind (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, S. 165). Im vorliegenden 
Fall fehlt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Zeugenaussagen.

Selbst aber wenn F. die Instruktion erteilt hätte, man dürfe sich an der 
Schlinge festhalten, ist dies nicht relevant. Denn wie H. in seinem Gutachten vom 
25. Juli 2000 (act. 2.14, S. 4) festgehalten hat, muss damit gerechnet werden, 
dass bei Angst reflexartig festgehalten werde. Entscheidend ist vielmehr die Tat-
sache, dass F. nach dem damaligen Sicherheitsstandart nicht wissen musste, 
dass - um eine Querlage des Karabiners zu vermeiden - man einen Reepschnur-, 
Band- oder Seilring in die beiden Metallringe einknüpfen und in diesen den Twist-
lock-Karabiner hätte einhängen müssen. Nach dem gegenständlichen Unfall hat 
sich die Lehrmeinung geändert und die Forderung nach vollständiger Redundanz 
beim Flying-Fox dürfte sich durchsetzen (vgl. Ergänzungsgutachten vom 13. No-
vember 2001, act. B 19).

3. Muss nach dem Gesagten die Beschwerde abgewiesen werden, so ge-
hen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers 
(Art. 160 Abs. 1 StPO).

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 Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: