# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10bfbf98-34ed-5b2e-af52-b743fc1c7c97
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 22.09.2009 R 2009 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-17_2009-09-22.pdf

## Full Text

R 09 17
5. Kammer 

URTEIL
vom 22. September 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 12. Juni 2009 reichte die Baugesellschaft … bei der Gemeinde … ein 

Baugesuch ein, mit welchem u.a. die Erstellung dreier Mehrfamilienhäuser 

sowie einer Parkierung in einer Unterniveaugarage auf den Parzellen 527 

sowie 1460 anbegehrt wurde. Gegen das ordnungsgemäss publizierte und 

öffentlich aufgelegte Gesuch erhob … am 3. Juli 2008 Einsprache. Darin 

machte er u.a. ausdrücklich geltend, dass mit dem Baugesuch kein Gesuch 

betreffend Entfernung von Hecken und Feldgehölzen aufgelegen habe, 

weshalb dem Heckenschutz auch nicht Rechnung getragen werde. Ferner 

erachtete er das Bauvorhaben als unter verschiedenen Aspekten 

baurechtswidrig, weshalb das Baugesuch abzulehnen sei. Seine Einsprache 

stellte er parallel auch dem kantonalen Amt für Natur und Umwelt (ANU) zu. 

Am 21. August 2008 reichte die Bauherrschaft bei der Gemeinde noch das 

beanstandete Gesuch um Entfernung von Hecken und Feldgehölzen nach, 

welches  in der Folge im Kantonsamtsblatt publiziert und auf der 

Gemeindekanzlei vom 28. August bis 27. September 2008 öffentlich aufgelegt 

wurde. 

Mit Schreiben vom 29. August 2008 hielt das ANU gegenüber dem 

Einsprecher u.a. fest, dass das Gesuch öffentlich aufliege. Angesichts des 

laufenden Verfahrens könne nur auf die Frage der Unterschutzstellung des 

Feldgehölzes eingegangen werden. Einen entsprechenden Antrag müsste im 

Rahmen einer Revision des Generellen Gestaltungsplanes (GEP) bei der 

Gemeinde eingereicht werden. Aktuell müsse auf den geltenden GEP 

abgestellt werden, in welchem das fragliche Gehölz und die Hecke nicht als 

kommunal geschütztes Naturobjekt bezeichnet sei. Am 19. November 2008 

bewilligte das kantonale Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement 

(EKUD) das Hecken- und Feldgehölzentfernungsgesuch unter Auflagen 

(Ersatzpflanzung etc.). Es seien dagegen keine Einsprachen eingegangen. 

Entsprechend erfolgte keine Mitteilung an den Einsprecher. 

Am 13. Februar 2009 erteilte die Gemeinde der … die Baubewilligung. Mit 

separatem Entscheid wies sie gleichentags die Einsprache von … ab, soweit 

darauf eingetreten wurde. Dem Einsprecher wurden Kosten von CHF 1'500.-

- erhoben. Hinsichtlich des vom Einsprecher geklagten ungenügenden 

Schutzes der Hecken und Feldgehölze führte sie aus, dass die vom EKUD in 

die separat ergangene Verfügung aufgenommenen Auflagen verschiedene 

Ersatzmassnahmen vorsehen würde, welche auf der im Gesuch 

vorgegebenen Fläche zu realisieren seien. Die Detail- und 

Ausführungsplanung habe im Einvernehmen mit dem ANU zu erfolgen. Dem 

Heckenschutz sei damit Rechnung getragen worden und die rechtskräftige 

Departementsverfügung bilde integrierenden Bestandteil der Baubewilligung.

2. Dagegen erhob … am 16. März 2009 beim Verwaltungsgericht frist- und 

formgerecht Beschwerde mit folgenden Anträgen:

„1. Der Bau- und Einspracheentscheid vom 13. Februar 2009 sei im Umfang 
der nachfolgenden Rügen aufzuheben;

 2. die Baubewilligung vom 13. Februar 2009 sei aufzuheben; die 
nachgesuchte baurechtliche Bewilligung sei zu verweigern;

 3. die Departementsverfügung vom 19. November 2009 zur Entfernung von 
Hecken und Feldgehölzen sei aufzuheben;

 4. unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Beschwerdegegnerschaft;

 5. die Baubehörde … sei einzuladen, dem Verwaltungsgericht sämtliche 
Bau- und Einspracheakten über das Vorhaben einzureichen;

 6. der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen;

 7. die Vernehmlassungen der Beschwerdeschaft seien mir zur 
Kenntnisnahme, eventuell zur Stellungnahme mitzuteilen.“

Zur Begründung machte er in seiner ausführlichen Eingabe - abgesehen von 

diversen formellen [so u.a. unvollständige Planunterlagen; mangelhafte 

Profilierung; fehlende Zustimmung des Grundeigentümers; bestehendes 

beschränktes Bauverbot] und materiellrechtlichen Einwänden [u.a. 

Verletzungen der Regelbauvorschriften hinsichtlich Gebäudehöhe, 

Ausnützung, Abgrabungen, Strassenabstand] - auch eine Verletzung des 

bundesrechtlichen Koordinationsgebotes geltend.

3. Mit prozessleitender Verfügung vom 17. April 2009 erkannte der 

Instruktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu.

4. Mit jeweils separaten Vernehmlassungen beantragten die Gemeinde …, das 

EKUD und die … die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf überhaupt 

eingetreten werden könne. 

5. In einem zweiten Schriftenwechsel ergänzten und vertieften die Parteien die 

von ihnen eingenommenen Rechtsstandpunkte.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bilden der Bau- und Einspracheentscheid sowie der  

Baubewilligungsentscheid vom 13. Februar  2009, mit welchem die 

Beschwerdegegnerin 1 das Baugesuch der Beschwerdegegnerin 3 betreffend 

die Erstellung von 3 Mehrfamilienhäusern sowie eine Parkierung in einer 

Unterniveaugarage auf den Parzellen Nr. 527 sowie 1460 gestützt auf eine 

entsprechende Bewilligung des EKUD vom 19. November 2008 zur 

Entfernung von Hecken und Feldgehölzen unter gleichzeitiger Abweisung der 

dagegen vom Beschwerdeführer erhobenen Einsprache (Bau- und 

Einspracheentscheid vom 13. Februar 2009) bewilligt hat. Der 

Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung von Baubewilligung, 

Departementsverfügung sowie Bau- und Einspracheentscheid, u.a zufolge 

Verletzung des im Bundes- und kantonalen Recht statuierten 

Koordinationsgebotes. Sein Einwand erweist sich als berechtigt.

2. a) Die vom Bundesgericht in BGE 116 lb 50 (Entscheid „…“) entwickelte 

Koordinationspflicht ist im Baubewilligungsverfahren von zentraler 

Bedeutung. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung unterscheidet zwischen 

der materiellen und der formellen Koordination. Die materielle Koordination 

soll gewährleisten, dass die Rechtsanwendung inhaltlich abgestimmt erfolgt, 

wenn für die Verwirklichung eines Projektes verschiedene materiellrechtliche 

Vorschriften anzuwenden sind und zwischen diesen Vorschriften ein derart 

enger Sachzusammenhang besteht, dass sie nicht getrennt und unabhängig 

voneinander angewendet werden dürfen. Um die verschiedenen 

anwendbaren Rechtsnormen in einer gesamtheitlichen Betrachtung zu 

verbinden, bedarf es einer umfassenden Interessenabwägung, welche 

entweder von einer einzigen Behörde vorgenommen wird oder von mehreren 

Verwaltungseinheiten im gegenseitigen Einvernehmen. Sind in Anwendung 

verschiedener Gesetzesbestimmungen mehrere Entscheide notwendig, 

dürfen diese nicht widersprüchlich sein. Die inhaltliche Abstimmung in der 

Sache kann nur erreicht werden, wenn die verschiedenen, für die 

Projektverwirklichung erforderlichen Bewilligungsverfahren und 

Bewilligungsentscheide auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht abgestimmt, 

d.h. formell koordiniert werden. In einem Koordinationsverfahren hat die für 

die Koordination zuständige Behörde dafür zu sorgen, dass sich alle 

betroffenen Behörden aus ihrer Sicht bzw. unter den in ihren 

Zuständigkeitsbereich fallenden Aspekten zum geplanten Projekt äussern 

können. Im Koordinationsverfahren sind zudem sich allenfalls 

widersprechende Interessen bzw. Entscheide einer umfassenden 

Interessenabwägung zuzuführen. Mehrere getrennt zu treffende Entscheide 

sind gleichzeitig zu eröffnen, am besten gesamthaft und zusammengefasst 

durch eine einzige Behörde. Die einheitlich und gleichzeitig eröffneten 

Bewilligungsentscheide müssen in einem einheitlichen Rechtsmittelverfahren 

angefochten werden können.

b) Auf Grund ihrer Bedeutung wurden die eben umschriebenen Grundsätze der 

Koordination im Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG; Art. 25a und Art. 

33 Abs. 4 RPG; Art. 22 Abs. 3 RPG) und im Raumplanungsgesetz für den 

Kanton Graubünden (KRG; Art. 86 und 88 KRG, Art. 89 sowie Art. 92 Abs. 1 

und 2 KRG) bzw. der dazu gehörenden Raumplanungsverordnung für den 

Kanton Graubünden (KRVO; Art. 52 ff. KRVO: Verfahrenskoordination; Art. 

55 ff. KRVO: Entscheidkoordination) ausdrücklich gesetzlich verankert; 

insbesondere die Einzelheiten der Koordination wie auch die 

Verfahrensabläufe sind auf Verordnungsstufe geregelt (Art. 55 Abs. 3 KRVO). 

c) Aus dem KRG ergibt sich unschwer, dass, wenn Bauvorhaben neben der 

Baubewilligung zusätzliche Bewilligungen erfordern - und zwischen den 

Bewilligungen ein derart enger Sachzusammenhang besteht, sie nicht 

getrennt und unabhängig voneinander erteilt werden können, sondern 

inhaltlich abgestimmt werden müssen - Verfahren und Entscheid im 

Baubewilligungsverfahren koordiniert werden müssen (Art. 88 Abs. 1 KRG). 

Innerhalb der Bauzonen ist die Koordination Sache der kommunalen 

Baubehörde (Abs. 2). Art. 92 KRG hält für das Baubewilligungsverfahren fest, 

dass Baugesuche für koodinationsbedürftige Zusatzbewilligungen bei der 

Standortgemeinde einzureichen sind (Abs. 1). Die Gemeinden führen das 

Auflageverfahren durch. Während der öffentlichen Auflage kann bei der 

Gemeinde schriftlich und begründet Einsprache erhoben werden (Abs. 2). Die 

im KRG und der KRVO festgelegten Auflage-, Einsprache- und 

Beschwerdefristen für Bauvorhaben gelten gemäss Art. 100 KRG auch für 

gleichzeitig aufzulegende Gesuche für Zusatzbewilligungen (Abs. 1). Werden 

Zusatzbewilligungen zusammen mit Entscheiden, Beschlüssen oder 

Verfügungen eröffnet, die der Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

unterliegen, gilt das Rechtsmittel der Beschwerde auch für eine allfällige 

Zusatzbewilligung (Abs. 2).

d) Gestützt auf Art. 88 Abs. 3 KRG hat die Regierung die Einzelheiten über die 

Koordination auf Verordnungsstufe geregelt. Gemäss Art. 54 KRVO sind 

Gesuche für koordinationsbedürftige Zusatzbewilligungen zusammen mit 

dem Baugesuch öffentlich aufzulegen und auszuschreiben. In der Publikation 

sind die Gesuche für Zusatzbewilligungen einzeln aufzuführen (Abs. 1). 

Einsprachen gegen Gesuche für Zusatzbewilligungen sind während der für 

das Baugesuch geltenden Auflagefrist bei der Gemeinde einzureichen (Abs. 

2). Die kommunale Baubehörde stellt, sofern sie die Voraussetzungen für eine 

Baubewilligung als erfüllt erachtet, Gesuche für Zusatzbewilligungen nach 

Abschluss des Auflageverfahrens umgehend mit allen erforderlichen 

Unterlagen und allfälligen Einsprachen direkt den für die Zusatzbewilligung 

zuständigen Behörden zu. Die für die Zusatzbewilligung zuständigen 

Behörden übermitteln ihren Entscheid sowie einen allfälligen 

Einspracheentscheid direkt der Gemeinde, welche Entscheide über 

Zusatzbewilligungen nach Überprüfung der inhaltlichen Abstimmung 

gleichzeitig mit dem Bauentscheid eröffnet (Art. 55 Abs. 1 und 2 KRVO). 

3. a) Ist für die Errichtung einer Baute oder Anlage neben dem Baubewilligungs- 

ein weiteres Bewilligungsverfahren durchzuführen und besteht zwischen 

diesen ein enger sachlicher Zusammenhang, so hat die kommunale 

Baubehörde im Baubewilligungsverfahren für die Koordination dieser 

Verfahren und Entscheide zu sorgen (Art. 88 Abs. 1 und 2 KRG, 92 Abs. 1 

KRG). Die Koordinationspflicht knüpft daher vorab an ein formales Kriterium, 

wonach neben dem Baubewilligungs- noch ein weiteres 

Bewilligungsverfahren durchzuführen ist. Diese Voraussetzung ist hier erfüllt, 

da für die Entfernung von Hecken und Feldgehölzen das EKUD in einem 

zusätzlichen Verfahren eine Ausnahmebewilligung zu erteilen hat. Das KRG 

verlangt als weiteres Kriterium das Erfordernis eines engen sachlichen 

Zusammenhanges. Ein solcher ist gegeben, wenn zwischen mehreren 

Verfahren Überschneidungen bestehen. Überschneidungen können u.a. in 

den Entscheidungsbefugnissen auftreten. Vorliegend ergibt sich der 

Koordinationsbedarf zwischen dem Baubewilligungsverfahren und dem nach 

Art. 2 Abs. 4 des kantonalen Waldgesetzes (WaG) erforderlichen 

Zusatzbewilligungsverfahren für die Entfernung von Hecken und 

Feldgehölzen - in welchen jeweils Einsprachen zu behandeln sind (Art. 54 

Abs. 2 KRVO) - aufgrund des Umstandes gegeben, dass die Zuständigkeit 

zum formellen Entscheid über diese Einsprachen bei der 

Baubewilligungsbehörde liegt (Art. 55 Abs. 2 KRVO), materiell hinsichtlich der 

Zusatzbewilligung jedoch das EKUD darüber zu befinden hat (Art. 5 Abs. 3 

der kantonalen Waldverordnung [kWaV]). Damit steht fest, dass die 

Bestimmungen der Verfahrens- und Entscheidkoordination (Art. 88 Abs. 3 

KRG i.V. mit Art. 52 ff. KRVO) für den vorliegenden Fall zu berücksichtigen 

sind. 

b) Als Leitbehörde im Baubewilligungsverfahren für Bauten und Anlagen 

innerhalb der Bauzonen gilt die kommunale Baubehörde (Art. 88 Abs. 2 Satz 

1 KRG i.V. mit Art. 53 KRVO). Dieser sind nun im Auflageverfahren und in der 

Folge dann auch dem für die Zusatzbewilligung zuständigen Departement im 

Einspracheverfahren verschiedene formelle Fehler unterlaufen. So wurde das 

Gesuch für eine koordinationsbedürftige Zusatzbewilligung (Gesuch um 

Entfernung von Hecken und Feldgehölzen; Art. 54 Abs. 1 KRVO) nicht 

zusammen mit dem Baugesuch eingereicht, weshalb es entgegen den 

erwähnten formalen Vorgaben nicht zusammen mit den ordentlichen 

Baubewilligungsunterlagen öffentlich aufgelegt und auch nicht gemeinsam 

ausgeschrieben werden konnte. Ebenso wenig konnten innert der Auflagefrist 

für das Baugesuch Einsprachen eingereicht werden (Art. 54 Abs. 2 KRVO). 

Zwar wären selbst diese formalen Mängel im vorliegenden Verfahren an sich 

nachträglich korrigierbar, zumal die Gemeinde auf die in der Einsprache des 

heutigen Beschwerdeführers vorgebrachte Rüge hin das entsprechende 

Gesuch um Entfernung von Hecken und Feldgehölzen nachträglich bei der 

Bauherrschaft einverlangt, dieses dann öffentlich aufgelegt hat und die 

Gesuchsauflage wurde zudem auch im Kantonsamtsblatt publiziert. Wie die 

nachstehenden Erwägungen zeigen, sind die angefochtenen Entscheide von 

Gemeinde und Departement mit weiteren gravierenden verfahrens- und 

koordinationsrechtlichen Mängeln behaftet, welche in ihrer Gesamtheit im 

vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren nicht (mehr) 

behoben werden können. 

c) So wurde der Einsprecher (und heutige Beschwerdeführer), welcher in seiner 

korrekt bei der Gemeinde (Art. 54 Abs. 2 KRVO) eingereichten – und dem 

ANU in Kopie zugestellten - Einsprache zutreffend das Fehlen des für die 

Entfernung von Hecken und Feldgehölzen erforderlichen Gesuches gerügt 

hat, von Seiten der angegangenen Behörden weder rechtsgenüglich darauf 

aufmerksam gemacht, dass er anlässlich der nachträglich vorgenommenen 

Auflage des Zusatzbewilligungsgesuches erneut Einsprache zu erheben 

habe, wofür im Lichte von Art. 55 Abs. 1 KRVO betrachtet auch kein Anlass 

bestand, noch wurde ihm seitens des EKUD die Möglichkeit geboten, seine 

bei der zuständigen Gemeinde eingereichte Einsprache noch materiell 

ergänzen. Aufgrund des Schreibens des ANU vom 29. August 2008 - und 

insbesondere der unmissverständlichen, gesetzlichen Vorgaben in der KRVO 

- durfte der Einsprecher davon ausgehen, dass seine Einsprache von den 

zuständigen kantonalen Behörden behandelt werde. Den Umstand, dass in 

der Publikation im Kantonsamtsblatt irrtümlicherweise auf die 

Einsprachemöglichkeit beim EKUD hingewiesen wurde, muss er sich 

angesichts der anderslautenden Vorgaben in der KRVO (Einsprachen gegen 

Gesuche für Zusatzbewilligungen sind bei der Gemeinde einzureichen) nicht 

entgegen halten lassen. 

d) Das kantonale  ANU scheint sodann übersehen zu haben, dass es bereits 

aufgrund von Art. 4 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG) verpflichtet gewesen wäre, die Sache unter Benachrichtigung der 

Parteien an die für zuständig erachtete Behörde, vorliegend das EKUD, 

weiterzuleiten. Nachdem es aber von der Weiterleitung abgesehen und das 

EKUD daher denn auch nicht über die Einsprache des heutigen 

Beschwerdeführers entschieden hat, ist im geschilderten Vorgehen eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne einer formellen 

Rechtsverweigerung zu erblicken. Abgesehen davon, muss sich das EKUD 

zudem eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorhalten lassen, weil es dem 

heutigen Beschwerdeführer, als vom späteren Entscheid Betroffenem, selbst 

nach Vorliegen des Gesuchs um Zusatzbewilligung trotz korrekt - bei der 

Gemeinde eingereichter Einsprache - keine Gelegenheit zur materiellen 

Einspracheergänzung gegeben und ihn dadurch in seinen Parteirechten 

verletzt hat. 

e) Indem das EKUD sodann seinen Entscheid in Unkenntnis der materiellen 

Einwände des heutigen Beschwerdeführers fällte, hat es einerseits seine 

Pflicht zu umfassenden Interessenabwägung verletzt. Anderseits hat es seine 

Verfügung vom 19. November 2008 in krassem Widerspruch zu den von der 

Regierung für koordinationsbedürftige Zusatzbewilligungen erlassenen 

verfahrensrechtlichen Bestimmungen über die Entscheidkoordination (Art. 55 

f. KRVO) erlassen und diese nur der Gemeinde sowie der Bauherrschaft, nicht 

aber dem Einsprecher, eröffnet, was nicht angeht. Gemäss Art. 55 Abs. 2 Satz 

1 KRVO hätte es als für die Zusatzbewilligung zuständige Behörde die 

Verfügung sowie den Einspracheentscheid vielmehr direkt der Gemeinde 

übermitteln müssen, wovon es aber unverständlicherweise abgesehen hat. 

Der vom Departement vorgebrachte Einwand der rechtskräftigen Verfügung 

geht entsprechend, nachdem diese gar nicht in Rechtskraft erwachsen 

konnte, fehl.

f) Die Gemeinde wiederum muss sich ihrerseits eine Verletzung der in der 

KRVO statuierten Bestimmungen über die Entscheidkoordination vorhalten 

lassen. Indem sie den Entscheid über die Zusatzbewilligung nach 

Überprüfung der inhaltlichen Abstimmung nicht gleichzeitig mit dem 

Bauentscheid eröffnet hat, sondern davon ausgegangen ist, sie brauche den 

Entscheid über die Zusatzbewilligung nicht mehr zu eröffnen, weil das EKUD 

dies schon getan habe, hat sie Art. 55 Abs. 2 Satz 2 KRVO verletzt. 

g) Das gesetzwidrige Vorgehen der zuständigen kantonalen und kommunalen 

Behörde gipfelte sodann noch im Umstand, dass es dem Betroffenen 

verunmöglicht wurde, die getrennt erlassenen Entscheide in einem 

einheitlichen Rechtsmittelverfahren anzufechten. 

4. Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die angefochtenen 

Entscheide in ihrer Gesamtheit in Missachtung des bundes- und 

kantonalrechtlich statuierten Koordinationsgebotes ergangen sind. So hat die 

Gemeinde weder die Bewilligung des EKUD zusammen mit ihrem Bau- und 

Einspracheentscheid eröffnet noch die in der Bewilligung enthaltene 

Begründung in den Bau- und Einspracheentscheid aufgenommen, sondern 

lediglich darauf hingewiesen, diese bilde Gegenstand der Baubewilligung, 

was bereits mit Blick auf die erforderliche genügende Abstimmung unzulässig 

ist. Schliesslich haben das zuständige Departement und die Gemeinde in 

Missachtung der entsprechenden Vorgaben davon abgesehen, dass die 

getrennt erlassenen Entscheide in einem einheitlichen Rechtsmittelverfahren 

angefochten hätten werden können. Ebenso wenig hat die Gemeinde im 

angefochtenen Baubewilligungsentscheid die erforderliche 

Gesamtbeurteilung aller auf dem Spiel stehenden Interessen vorgenommen. 

Die vorstehend aufgeführten Mängel haben in ihrer Gesamtheit zur 

Konsequenz, dass die Beschwerde - ohne Prüfung ihrer Begründetheit in der 

Sache selbst - bereits zufolge Verletzung des Koordinationsgebotes 

gutzuheissen ist. Entsprechend sind sowohl der angefochtene Bau- und 

Einspracheentscheid vom 13. Februar 2009, als auch die gleichentags erteilte 

Baubewilligung, wie auch die departementale Bewilligung zur Entfernung von 

Hecken und Feldgehölzen vom 19. November 2008 aufzuheben  und die 

Angelegenheit ist zur Durchführung eines korrekten, den erwähnten 

gesetzlichen Vorgaben (RPG, KRG, KRVO) entsprechenden 

Baubewilligungsverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zu gleichen Teilen zulasten 

der Gemeinde … und des Kantons Graubünden (EKUD). Für die 

Zusprechung einer Parteientschädigung an den Beschwerdeführer besteht 

bereits mangels anwaltlicher Vertretung weder Grund noch Anlass (Art. 78 

Abs. 1 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Unter Gutheissung der Beschwerde werden der angefochtene der Bau- und 

Einspracheentscheid 08/17, der Baubewilligungsentscheid 08/23 der 

Gemeinde …, beide vom 13. Februar 2009 wie auch die 

Departementsverfügung Nr. 391 des EKUD vom 19. November 2008 

aufgehoben und die Angelegenheit zur korrekten Durchführung des 

Baubewilligungsverfahrens unter Berücksichtigung des Koordinationsgebotes 

an die Gemeinde … zurückgewiesen.

 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 344.--

zusammen Fr. 3'344.--

gehen je zur Hälfte zulasten der Gemeinde … und des Kantons Graubünden 

(EKUD). Die entsprechenden Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.