# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3936480-b636-56f2-a472-cd832174558c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.03.2010 IV 2008/330
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-330_2010-03-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/330

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 17.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 17.03.2010
Art. 28 IVG, Art. 27bis IVV. Rentenanspruch. Die Beschwerdeführerin ist als 
vollzeitlich Erwerbstätige einzustufen, weshalb die von der 
Beschwerdegegnerin angewandte gemischte Methode der 
Invaliditätsbemessung unzutreffend ist. Anspruch auf eine halbe Rente 
bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. 
März 2010, IV 2008/330).

Abteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 17. März 2010

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente (Arbeitsvermittlung)

Sachverhalt:

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A.  

A.a B.___ meldete sich am 27. Februar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) an 

(act. G 4.1). Anlässlich des Standortgesprächs mit dem IV-Eingliederungsberater vom 

22. März 2007 erwähnte die Versicherte, dass sie im Gesundheitsfall zu 100% 

erwerbstätig sein würde (act. G 4.16-3). Der behandelnde Dr. med. A.___, Facharzt 

FMH für Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 4. April 2007 mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit eine interstitielle Pneumopathie, Steroidbehandlung seit März 

2001, eine immunosuppressive Therapie mit Steroiden und Imurek seit 2002, eine 

obstruktive Schlafapnoe mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit bestehend seit 2005, eine 

Lumbalgie bei Diskushernie L3/4 und foraminaler Einengung L3/L4. Der 

Gesundheitszustand sei sich verschlechternd. Die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin 

sei der Versicherten zu 50% zumutbar (4 bis 5 Stunden pro Tag), sofern die Arbeiten 

"eher leichter Natur" seien (act. G 4.19-5 ff.). Am 30. Mai 2007 berichtete der 

behandelnde Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, dass der Versicherten 

aufgrund der interstitiellen Pneumopathie eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit 

nicht mehr zugemutet werden könne. Eine teilzeitliche leichte Tätigkeit in überwiegend 

sitzender Position sei ihr zumutbar. Prognostisch sei von einer weiteren Reduktion der 

respiratorischen Situation trotz therapeutischer Massnahmen auszugehen (act. G 4.22).

A.b Am 19. November 2007 wurde die Versicherte vom Regionalen Ärztlichen Dienst 

der Invalidenversicherung (RAD) interdisziplinär (internistisch und orthopädisch) 

untersucht. In den Berichten vom 16. Januar 2008 stellten die Experten folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine Lungenfibrose (ICD-10: J84.1) 

und ein leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (ICD-10: G47.3). Ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Verdacht auf Bursitis 

trochanterica rechts, ein MRI-Befund der Bandscheiben-Hernierung L3/L4 und L4/L5 

ohne eindeutiges klinisches Korrelat sowie eine Adipositas. Die Gutachter kamen zum 

Schluss, dass aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Aus pneumologischer Sicht werde die Restarbeitsfähigkeit auf etwa 50% (ca. 

4 Stunden pro Tag) für leichte bis intermittierend mittelschwere körperliche Arbeiten, in 

ausreichend temperierten Räumen, ohne Schicht-, Akkord- und Nachtarbeit, ohne 

Exposition gegenüber höheren Konzentrationen von atemwegsreizenden Stäuben, 

Dämpfen und Rauch eingeschätzt. Dabei sei zu berücksichtigen, dass es sich bei der 

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Lungenfibrose um einen chronisch-progredienten Krankheitsverlauf handle (act. 

G 4.29).

A.c Die IV-Stelle führte am 28. Februar 2008 eine Haushaltsabklärung durch. Anlässlich 

der Abklärung gab die Versicherte an, sie werde weiterhin im bisherigen Pensum (85%) 

weiterarbeiten, da sie die Arbeit sehr gerne verrichte und auch finanziell darauf 

angewiesen sei. Sie wolle die Tätigkeit auch generell nicht reduzieren. Da sie das 

Arbeitspensum alleine jedoch nicht mehr vollständig erledigen könne, helfe der 

Ehemann teilweise mit. Sie sei jedoch nach wie vor auf der Suche nach einer leichteren 

Stelle. Die Abklärungsperson ermittelte für die Haushaltstätigkeit eine Einschränkung 

von 10% (Abklärungsbericht vom 11. April 2008, act. G 4.37).

A.d Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (act. G 4.41).

B.  

B.a Am 29. Mai 2008 erhob die Versicherte gegen den Vorbescheid Einwand (act. 

G 4.42). In der ergänzenden Eingabe vom 17. Juni 2008 begründete sie den Einwand 

damit, dass die Erwerbseinkommen unzutreffend ermittelt worden seien. Sie wünsche 

in erster Linie eine leichtere Arbeit und benötige in diese Richtung auch Unterstützung 

(act. G 4.44).

B.b Die IV-Stelle verfügte am 18. Juli 2008 entsprechend dem Vorbescheid. Zur 

Begründung führte sie aus, dass die Versicherte zu 85% erwerbstätig und zu 15% als 

Hausfrau tätig sei. Aus medizinischer Sicht bestehe für die bisherige sowie 

leidensangepasste Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Im Haushaltsbereich 

betrage die Einschränkung 10%. Insgesamt resultiere ein Invaliditätsgrad von 37% und 

damit bestehe kein Rentenanspruch (act. G 4.45).

C.  

C.a Gegen die Verfügung vom 18. Juli 2008 richtet sich die Beschwerde vom 

12. August 2008. Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss deren Aufhebung 

sowie die Zusprache der gesetzlichen Rentenleistungen. Sie führt im Wesentlichen aus, 

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dass es nicht angehen könne, wegen einer geringen prozentualen Differenz einen 

Rentenanspruch zu verneinen. Da ihr nur ein 50%iges Pensum zugemutet werden 

könne, solle die Beschwerdegegnerin eine Arbeitsvermittlung anordnen (act. G 1).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 

2008 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die angefochtene 

Verfügung habe ausschliesslich den Rentenanspruch zum Gegenstand. Demnach bilde 

der Anspruch auf Arbeitsvermittlung nicht Streitgegenstand, weshalb darauf nicht 

einzutreten sei. Die für den Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich massgebenden 

Vergleichseinkommen seien korrekt ermittelt worden. Die im Haushaltsbericht 

vorgenommene Beurteilung der Einschränkung sei nicht zu beanstanden. Die 

angefochtene Verfügung sei rechtmässig (act. G 4).

C.c In der Replik vom 5. November 2008 macht die Beschwerdegegnerin geltend, der 

Ehemann und ihre beiden Töchter würden im Haushalt mehr Unterstützung leisten, als 

ihnen zugemutet werden könne. Ferner rügt sie, dass kein Leidensabzug bei der 

Ermittlung der Invalidität im Erwerbsbereich berücksichtigt worden sei. In ihrem Fall sei 

ein Leidensabzug von 15% angemessen (act. G 6).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

C.e Am 5. Dezember 2008 teilte die Beschwerdegegnerin auf entsprechende 

Nachfrage der Verfahrensleitung mit, dass sie bei der Beschwerdeführerin eine 

Arbeitsvermittlung durchführen werde (act. G 10).

Erwägungen:

1.   

Zwischen den Parteien streitig und nachfolgend zu prüfen ist einzig der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Der Antrag betreffend Arbeitsvermittlung ist 

gegenstandslos geworden, nachdem die Beschwerdegegnerin am 5. Dezember 2008 

mitteilte, dass bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsvermittlung durchgeführt werde 

(act. G 10). Deshalb erübrigen sich Weiterungen hierzu.

2.   

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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

18. Juli 2008 ergangen (act. G 4.45), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor 

dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung 

betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die 

damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 

5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des 

Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber 

der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die 

seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.

3.   

3.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität im Sinn Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem 

Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als 

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Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche 

Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische 

Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so 

genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil 

erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen 

"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der 

Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil 

erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs 

ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die 

Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu 

bemessen (Art. 27 IVV).

3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese 

Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen 

Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. SVR 2001 IV 

Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).

4.   

Vorab ist zu klären, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 

erwerbstätig gewesen wäre.

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4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen 

unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen 

sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber 

Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt 

sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117 

V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit 

Hinweisen). Weiter ist bei der Abklärung der Statusfrage dem Umstand Rechnung zu 

tragen, dass es für bereits seit längerem gesundheitlich beeinträchtigte Personen 

schwierig ist, die hypothetischen Verhältnisse realistisch einschätzen zu können 

(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2007, 

IV 2006/114, E. 2d). Die Abklärung dieses äusserst relevanten Punktes hat mit einer 

sorgfältigen, der Verständnismöglichkeit der versicherten Person angepassten 

Fragestellung zu erfolgen, bei der sie auch in die Lage versetzt wird, ihre Situation im 

fiktiven Gesundheitsfall umfassend zu analysieren, die verschiedenen Varianten 

durchzudenken und entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit zu werten (Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2008, IV 2006/248, E. 4.3).

4.2 Anlässlich des Standortgespräches mit dem Eingliederungsberater vom 22. März 

2007 gab die Beschwerdeführerin an, sie würde ohne Behinderung zu 100% arbeiten 

(act. G 4.16-3). Trotz dieser klaren Aussage ging die Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung vom 18. Juli 2008 davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

im Gesundheitsfall lediglich teilzeitlich im Rahmen eines 85%igen Pensums 

erwerbstätig sein würde (act. G 4.45). Sie scheint sich dabei auf den Abklärungsbericht 

vom 11. April 2008 gestützt zu haben. Darin ist unter dem Abschnitt "Würde heute 

ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt?" folgende Aussage enthalten: Die 

Beschwerdeführerin "wird weiterhin in diesem Pensum weiterarbeiten, da sie die Arbeit 

sehr gerne tut und auch finanziell darauf angewiesen ist. Da sie alleine dieses Pensum 

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jedoch nicht mehr vollständig erledigen kann, hilft der Ehemann teilweise mit" (act. 

G 4.37-2). Aus diesen Angaben geht hervor, dass die Beschwerdeführerin damit die 

gegenwärtige Situation unter Einbezug ihrer gesundheitlichen Leiden beschreibt und 

die Frage beantwortet, was sie trotz der aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse für ein 

Pensum zu leisten beabsichtigt. Die Frage nach dem hypothetischen Erwerbspensum 

im Gesundheitsfall blieb damit im Abklärungsbericht unbeantwortet. Aufgrund der 

überzeugenden Aussage im Standortgespräch vom 22. März 2007 (act. G 4.16-3), der 

finanziell angespannten Situation (act. G 4.37-2) sowie den Umständen, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Arbeit "sehr gerne tut" (act. G 4.37-2) und gegenüber ihren 

erwachsenen Kindern keine Betreuungspflichten mehr zu erfüllen hat, ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall 

vollzeitlich erwerbstätig wäre. In den Jahren 2001, 2002 und 2003 und damit vor Eintritt 

der gesundheitlichen Verschlechterung und der Arbeitslosigkeit im Jahr 2004 hat sie 

denn auch Erwerbseinkommen von jährlich Fr. 51'213.-- (2001), Fr. 49'766.-- (2002) 

bzw. Fr. 45'602.-- (2003) erzielt (IK-Auszug, act. G 4.14-3). Gemessen an den 

ausgewiesenen Löhnen (act. G 4.18-3 und 20-2) und in Berücksichtigung, dass sie 

noch eine dritte Anstellung bei der D.___ versehen hatte (act. G 4.14-3), lässt dies auf 

eine Vollzeittätigkeit schliessen. Die Beschwerdegegnerin durfte daher die Ermittlung 

des Invaliditätsgrades nicht auf die gemischte Methode stützen. Die Bestimmung der 

Invalidität hat vielmehr auf der Grundlage eines Einkommensvergleichs zu erfolgen (Art. 

27 IVV).

5.   

Bevor die für den Einkommensvergleich heranzuziehenden Vergleichseinkommen 

bestimmt werden, ist die Frage nach der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

zu klären.

5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Sicht auf das 

interdisziplinäre RAD-Gutachten vom 16. Januar 2008, worin die Experten eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten bescheinigten (act. G 4.29-14). Die 

Beweistauglichkeit dieser medizinischen Beurteilung wird von den Parteien nicht 

bestritten. Es ergeben sich aus den Akten auch keine Hinweise, die Zweifel am RAD-

Bericht entstehen liessen, weshalb auf die gutachterliche Beurteilung abzustellen ist.

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5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades im Rahmen eines 

Einkommensvergleichs wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG).

5.3 Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist auf die im IK-Auszug im Jahr 2005 für 

ein 85%iges Pensum (vgl. act. G 4.37-2) enthaltenen Löhne abzustellen. Auf 100% 

hochgerechnet (Fr. 42'821.-- / 85 x 100) und unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung (gegenüber Vorjahr für Frauen: + 1.3% (2006), + 1.5% (2007) 

+ 1.8% (2008); vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex) resultiert ein 

Valideneinkommen für das Jahr 2008 von Fr. 52'730.--.

5.4 Mit der Beschwerdegegnerin sind für die Bestimmung des Invalideneinkommens 

die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Tabelle TA1, 

Total, Anforderungsniveau 4, Frauen, heranzuziehen. Der entsprechende Jahreslohn 

beträgt - angepasst an ein durchschnittliches Wochenpensum für das Jahr 2008 von 

41.6 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 

Wirtschaftsabteilungen) - Fr. 51'368.-- ([Fr. 4'116 x 41.6 x 12] / 40). Unter 

Berücksichtigung der 50%igen Restarbeitsfähigkeit resultiert ein Einkommen von 

Fr. 25'684.-- (Fr. 51'368.-- x 0,5). Aufgrund der Umstände - namentlich mit Blick auf 

das qualitativ sehr eingeschränkte Anforderungsprofil an eine leidensadaptierte 

Tätigkeit (act. G 4.29-9) - erscheint ein Leidensabzug von 10% als angemessen. 

Daraus ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 23'116.-- (Fr. 25'684.-- x 0.9), eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 29'614.-- (Fr. 52'730.-- - Fr. 23'116.--) sowie ein 

Invaliditätsgrad von abgerundet (zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121) 56% 

([Fr. 29'614.-- / 52'730.--] x 100). Gestützt auf einen 56%igen Invaliditätsgrad hat die 

Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine halbe Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Selbst 

wenn im Übrigen dem Begehren der Beschwerdeführerin um die Vornahme eines 

15%igen Leidensabzuges zu folgen wäre, ergäbe sich ein Invalideneinkommen von 

Fr. 21'831.-- (Fr. 25'684.-- x 0.85), eine Erwerbseinbusse von Fr. 30'899.-- (Fr. 52'730 -

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 Fr. 21'831.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 59% ([Fr. 30'899.-- / Fr. 52'730] 

x 100). Damit verbliebe ein Anspruch auf eine halbe Rente.

6.   

6.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 18. Juli 2008 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache 

ist zur Festsetzung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 18. Juli 2008 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird eine halbe Rente zugesprochen. Die 

Sache wird zur Festsetzung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe sowie zur 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

bis

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