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**Case Identifier:** 464e273c-7a79-5731-8808-cb8f524affcf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.09.2017 200 2016 714
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-714_2017-09-06.pdf

## Full Text

200 16 714 IV
KNB/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 6. September 2017

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Juli 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2017, IV/16/714, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 14. März 2011 meldete sich der 1970 geborene A.________ wegen 
seit 2010 bestehenden Rückenbeschwerden für berufliche Integrati-
on/Rente bei der IV-Stelle Bern (IVB) zum Leistungsbezug an  (Akten der 
IVB [act. II] 2). Seit 27. August 2010 war er zu 100% krankgeschrieben und 
bezog über die Kollektiv-Versicherung (C.________), der er bei seiner Ar-
beitgeberin (D.________) angeschlossen war, Krankentaggelder (vgl. act. 
II 6). Nach Einholen medizinischer (act. II 11.2, 11.1, 14, 20, 27, 29, 32, 34) 
sowie erwerblicher (act. II 13, 37.1) Unterlagen ordnete die IVB auf Emp-
fehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 14. August 2012 
(act. II 38 S. 4) eine bisdisziplinäre Begutachtung durch die Dres. med. 
E.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie F.________, 
FMH Neurochirurgie, an (act. II 39, 44). Die Gutachten wurden am 12. No-
vember 2012 (act. II 55.1) bzw. am 14. Dezember 2012 (act. II 57.1) samt 
Beurteilung und Prognose aus interdisziplinärer Sicht (act. II 57.2) erstattet. 
Ferner holte die IVB einen Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende 
vom 26. März 2013 (act. II 59) ein. 

Gestützt hierauf stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 7. 
Mai 2013 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 100% die Ausrichtung 
einer ganzen Invalidenrente ab 1. September 2011 in Aussicht (act. II 60) 
und verfügte am 8. August 2011 dementsprechend (act. II 62). 

B.

Im Rahmen eines im November 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens 
holte die IVB einen entsprechenden Fragebogen beim Versicherten (act. II 
67), einen Bericht des behandelnden Arztes (act. II 71) sowie Geschäftsun-
terlagen des Versicherten betreffend die Jahre 2011 bis 2013 (act. II 72.1 – 
72.3) ein. Angesichts einer zwischenzeitlich erneuten Operation an der 
Wirbelsäule erachtete der RAD ein Folgegutachten bei Dr. med. 
F.________ zwecks Erhebung des neuen Ist-Zustandes und einer mögli-

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chen Eingliederungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als empfeh-
lenswert (act. II 76). Das in der Folge in Auftrag gegebene (act. II 77) neu-
rochirurgische Gutachten wurde am 26. Juni 2014 erstattet (act. II 79.1). 
Nach Eingang eines Verlaufsberichtes des behandelnden Arztes, Dr. med. 
G.________, FMH Allgemeine Medizin (act. II 91), einer Rückfrage beim 
RAD (act. II 100) sowie einer Aktualisierung des Abklärungsberichts 
Selbständigerwerbende (act. II 105) kündigte die IVB dem Versicherten mit 
Vorbescheid vom 11. Dezember 2015 an, dass die bisherige Rente auf-
grund des ermittelten Invaliditätsgrades von 50% auf eine halbe Rente her-
abgesetzt werde (act. II 107). 

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, 
Rechtsanwältin H.________, innert der verlängerten Frist (vgl. act. II 109 
und 111) Einwand erheben; gerügt wurde, dass das neurochirurgische 
Gutachten bereits eineinhalb Jahre alt sei und deshalb nicht den aktuellen 
Gesundheitszustand des Versicherten wiedergebe, dass der Schluss des 
RAD, es könne für das Zumutbarkeitsprofil nach wie auf dieses Gutachten 
abgestellt werden, falsch sei, zumal der behandelnde Arzt im März 2015 
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes attestiert habe, und 
dass die nach den Akten zwischenzeitlich aufgetretene psychische Beein-
trächtigung von der IVB gänzlich ignoriert worden sei. Wie bei Rückenbe-
schwerden üblich bedürfe es vorliegend einer polydisziplinären Begutach-
tung in den Disziplinen Orthopädie/Rheumatologie und Neurologie (act. II 
112). 

Der RAD führte hierzu am 8. Juni 2016 aus, dass in der Anhörung zwar 
eigentlich keine neuen medizinischen Fakten vorgebracht würden, indes-
sen keine aktuellen Bericht aus dem Jahr 2016 vorlägen, sodass ein bis-
disziplinäres (orthopädisch/psychiatrisch) benötigt werde (act. II 117); ein 
solches könne beim Orthopäden Dr. med. I.________ sowie beim Psychia-
ter Dr. med. J.________ (beide Medizinisches Gutachtenzentrum 
K.________) eingeholt werden. Gegen die entsprechende Anordnung die-
ser Abklärung (act. II 118) liess der Versicherte am 1. Juli 2016 einwenden, 
dass mangels einer aktuellen fachärztlichen Expertise nicht eine bidiszi-
plinäre, sondern eine polydisziplinäre Begutachtung in der Fachdisziplinen 
Orthopädie, Psychiatrie und Neurologie anzuordnen sei (act. II 122).

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Mit Verfügung vom 12. Juli 2016 hielt die IVB – unter Hinweis auf die rad-
ärztliche Stellungnahme vom 4. Juli 2016 zu den erhobenen Einwänden – 
an der vorgesehenen bloss bidisziplinären medizinischen Abklärung fest 
(act. II 124).

 

C.

Mit dagegen erhobener Beschwerde vom 11. August 2016 lässt der Versi-
cherte, weiterhin vertreten durch die B.________ AG, Rechtsanwältin 
H.________, beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 
die Angelegenheit sei zur Erstellung eines Gutachtens an die Vorinstanz 
zurückzuweisen; die Vorinstanz sei anzuweisen, ein polydisziplinäres Gut-
achten zu erstellen, wobei die Gutachterstelle nach den Zufallsprinzip zu 
bestimmen sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung 
wird im Wesentlichen ausgeführt, dass angesichts der bestehenden Rü-
ckenbeschwerden eine – wie von der IVB vorgesehen – bidisziplinäre Be-
gutachtung nicht genüge und auf das einzig vorliegende Gutachten der 
Neurochirurgin, das überdies zwei Jahre zurückliege, nicht abgestellt wer-
den könne. Dieses Gutachten sowie das darin formulierte Zumutbar-
keitsprofil basiere zudem lediglich auf Hypothesen, da es in der Zeit der 
Rekonvaleszenz verfasst worden sei. Die darin getroffenen Annahmen ei-
nes weiteren komplikationslosen Heilungsverlaufs seien nicht eingetreten; 
vielmehr habe sich der Gesundheitszustand, wie ärztlich bescheinigt, nicht 
massgeblich verbessert, sondern sogar verschlechtert. Aufgrund der veral-
teten Aktenlage, der Notwendigkeit einer orthopädischen sowie einer neu-
rologischen Untersuchung – die entgegen der Auffassung der IVB nicht mit 
einer neurochirurgischen gleichzusetzen sei – und der unbestrittenen 
psychiatrischen Abklärungsbedürftigkeit dränge sich eine polydisziplinäre 
Begutachtung durch eine nach dem Zufallsprinzip zu bestimmende Gut-
achterstelle auf.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2016 beantragt die IVB unter 
Hinweis auf die Stellungnahme des RAD vom 28. September 2016 die Ab-
weisung der Beschwerde. 

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In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an den bisher ver-
tretenen Standpunkten und den gestellten Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenver-
fügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 
SR 172.021]); solche können unter anderem dann angefochten werden, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung ist für 
das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu beja-
hen, womit die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich 
vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten wer-
den kann (BGE 138 V 271 S. 275 E. 1.1 und 1.2.1 sowie S. 276 E. 1.2.3, 
137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256). Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen 
Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefoch-
tenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtli-
che Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2012&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-V-93%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page93

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2017, IV/16/714, Seite 6

1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Juli 2016 (act. II 
124). Streitig und zu prüfen ist die Anordnung einer bidisziplinären (or-
thopädisch/psychiatrischen) Begutachtung. Geltend gemacht wird, dass 
eine polydisziplinäre Begutachtung in den Fachdisziplinen Orthopädie, 
Psychiatrie und Neurologie anzuordnen sei.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).

Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die verfügende Instanz den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und 
ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, ab-
klären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von de-
ren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders 
zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden zu-
sätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergeben-
den Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 
283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er 
findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 
193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2009 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2).

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2.2 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.3 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-
wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 
oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: un-
nötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). 
Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 
durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und bidis-
ziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die Namen 
der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Bezeichnung 
der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) 
personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510, 
139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 
S. 257).

3.

3.1 Die ursprüngliche Rentenzusprechung basierte auf dem neurochir-
urgischen Gutachten von Dr. med. F.________ vom 12. November 2012 
(act. II 55.1) und dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. E.________ 
vom 14. Dezember 2012 (act. II 57.1). Dabei wurden in somatischer Hin-
sicht ein chronisches lumbales und lumboischialgieformes Schmerzsyn-
drom links, eines residuelle sensomotorische Ausfallsymptomatik L5/S1 
links (mit/bei WS-Fehlform/-haltung und degenerativen LWS-
Veränderungen sowie ein Status nach verschiedenen Rückenoperationen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2017, IV/16/714, Seite 8

diagnostiziert; seitens des Fachgebietes Psychiatrie konnten dagegen kei-
ne Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden. In 
der Beurteilung und Prognose aus interdisziplinärer Sicht wurde die Ar-
beitsfähigkeit des Versicherten aufgrund der bestehenden körperlichen 
Beeinträchtigungen als qualitativ und quantitativ eingeschränkt erachtet. 
Die bisherige Tätigkeit als …, … und … sei bleibend nicht mehr zumutbar; 
für andere, den Beeinträchtigungen angepasste Tätigkeiten bestehe derzeit 
ebenfalls zunächst bis Juli 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die 
Beurteilung der Zumutbarkeit anderer Tätigkeiten könne – einen weiterhin 
weitgehend komplikationslosen Verlauf nach der Operation vom Juli 2012 
vorausgesetzt – frühestens ab Juli 2013 erfolgen (act. II 57.2). 

Die im Revisionsverfahren eingeholten medizinischen Unterlagen berichten 
in somatischer Hinsicht über die bereits bekannten Rückenproblematik, 
derentwegen sich der Versicherte am 12. August 2013 einer weiteren Ope-
ration unterzogen hatte (act. II 71). Im auf Empfehlung des RAD (act. II 76) 
eingeholten neurochirurgischen Gutachten vom 26. Juni 2014 erhob Dr. 
med. F.________ dieselben Diagnosen wie im Vorgutachten vom Novem-
ber 2012, ergänzt um den Status nach Neurolyse, Foraminotomie und Re-
Reneurolys, Re-Dekompression L5/S1 links im August 2013 (act. II 79.1 S. 
28 f.). Die vom Versicherten geklagten Beschwerden könnten qualitativ und 
quantitativ mit den erhobenen Befunden erklärt werden; körperlich leichte 
und gelegentlich mittelschwere (Zeitumfang bis 5% der Arbeitszeit) konse-
quent wechselbelastende Tätigkeiten in einem zeitlichen Rahmen von 6 
Stunden pro Tag an fünf Tagen der Woche bei dabei bestehender 10% bis 
20% verminderter Leistungsfähigkeit seien zumutbar. Ausgeschlossen sei-
en körperlich schwere und ständig sowie häufig körperlich mittelschwere 
Tätigkeiten, die LWS statisch belastende Tätigkeiten, Tätigkeiten mit Hal-
tungs- und Positionsmonotonien der LWS, Tätigkeiten in Zwangshaltungen 
der LWS, insbesondere vornübergeneigt, mit repetitiven Rotationsbewe-
gungen sowie Vibrationen und Schlägen auf das Achsenorgan; das Heben, 
Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 10 kg, repetitiv mit 5 kg limitiert 
(act. II 79.1 S. 32 f.). Die Gutachterin weist darauf hin, dass sich der Versi-
cherte nach dem operativen Eingriff im August 2013 derzeit ausgangs der 
Rekonvaleszenzphase befinde, die vorliegend mit mindestens 12 Monaten 
zu veranschlagen sei; dementsprechend sei der Versicherte auch in einer 

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angepassten Tätigkeit bis August 2013 (recte wohl: 2014) zu 100% ar-
beitsunfähig und das definierte Zumutbarkeitsprofil gelte ab September 
2014 (act. II 79.1 S. 33). 

Auf der Grundlage dieses Gutachten mit nachvollziehbarem Zumutbar-
keitsprofils empfahl der RAD am 7. September 2015 die Prüfung der Ren-
tenfrage und die anschliessende Einleitung beruflicher Massnahmen (act. II 
100). Nachdem die IVB gestützt auf diese Einschätzung und den aktuali-
sierten Abklärungsbericht Selbständigerwerbende (act. II 105) die Redukti-
on der bisherigen ganzen auf eine halbe Rente in Aussicht gestellt (act. II 
107) und hiergegen – unter anderem mit dem Hinweis, der Versicherte sei 
wegen seiner Krankheit zwischenzeitlich auch psychisch angeschlagen – 
Einwand erhoben worden war (act. II 112), ordnete die IVB nach Rückfrage 
beim RAD (act. II 117) eine bidisziplinäre Untersuchung (Fachdisziplinen 
Orthopädie und Psychiatrie) an (act. II 118).

3.2 Die IVB scheint inzwischen auch die Auffassung zu vertreten, dass 
das im Juni 2014 erstattete neurochirurgische Gutachten den aktuellen  
Gesundheitszustand – d.h. bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung –
nicht rechtsgenüglich zu dokumentieren vermag. Deshalb hat sie auch wei-
tere medizinische Untersuchungen ins Auge gefasst. Tatsächlich ist das 
genannte Gutachten bzw. das darin formulierte Zumutbarkeitsprofil schon 
aus Gründen des Zeitablaufs nicht geeignet, als Grundlage für eine Beur-
teilung des Leistungsanspruchs im hier fraglichen Zeitpunkt zu dienen; dies 
umso weniger, als sich der Beschwerdeführer seit der letzten Begutachtung 
noch zwei Mal operativ hatte behandeln lassen (müssen). Der Beschwer-
deführer weist im Übrigen zu Recht darauf hin, dass die Gutachterin ihre 
Einschätzung während der Rekonvaleszenzphase – wenn auch gegen de-
ren Ende – nach erfolgter Operation im August 2013 abgegeben hat und 
das Zumutbarkeitsprofil unter den Vorbehalt eines weiteren komplikations-
losen Heilungsverlaufs gestellt hat. Dass ein solcher nicht eingetreten ist, 
ergibt sich allein schon aus der anschliessend erfolgten Operation (act. II 
130 S. 14 f.). 

Damit besteht zwar Einigkeit unter den Parteien, dass ergänzende bzw. 
aktualisierende medizinische Untersuchungen nötig seien; unterschiedliche 
Auffassungen bestehen indessen dahingehend, in welcher Form und unter 

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Beteiligung welcher Fachgebiete diese zu erfolgen haben. Unstreitig ist 
einzig, dass in orthopädischer und psychiatrischer Hinsicht zu untersuchen 
ist. Während der Beschwerdeführer zusätzlich eine neurologische Begut-
achtung und damit eine polydisziplinäre Begutachtung durch eine nach 
dem Zufallsprinzip zu bestimmende Gutachterstellte für unerlässlich hält, 
erachtete die Beschwerdegegnerin ein solche nicht für angezeigt; die vor-
gesehene bidisziplinäre reiche aus.

Festzuhalten in diesem Zusammenhang ist zunächst, dass die Beschwer-
degegnerin anfänglich auf das – nicht mehr aktuelle – neurochirurgische 
Gutachten aus den Jahr 2014 abzustellen gedachte, diese Fachdisziplin 
mithin offensichtlich als die zentral Massgebende betrachtete. Das ist an-
gesichts der Tatsache, dass aus neurologischer/neurochirurgischer Sicht 
eine gesundheitliche Beeinträchtigung und eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit besteht, durchaus nachvollziehbar und mithin geboten. Dass die 
Beschwerdegegnerin eine entsprechende fachärztliche Abklärung jetzt 
nicht mehr für erforderlich hält bzw. eine solche von der orthopädischen 
Beurteilung durch den behandelnden Dr. med. L.________ umfasst erach-
tet, vermag nicht zu überzeugen. Wenn dem so wäre, könnte auch auf eine 
orthopädische Begutachtung verzichtet und auf die Einschätzung des be-
handelnden Orthopäden abgestellt werden. Überdies weist der Beschwer-
deführer zutreffend darauf hin, dass selbst Dr. med. L.________ in seinem 
Bericht vom 16. Dezember 2015 weitere Abklärungen sowie eine gezielte 
Aktualisierung der Diagnostik für notwendig hielt, nachdem sich die Be-
schwerden des Versicherten trotz der bisher erfolgten z.T. operativen Be-
handlungen offenbar erneut verstärkt hatten (act. II 108). Da eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer/neurochirurgischer 
Sicht im Vordergrund steht – und zur ursprünglichen Rentenzusprechung 
geführt hat – muss auch hinsichtlich dieses Fachgebietes eine aktuelle 
Standortbestimmung vorgenommen werden. Der RAD geht insbesondere 
in seiner Stellungnahme vom 28. September 2016 lediglich davon aus, 
dass der behandelnde Orthopäde den Patienten auch neurologisch hat 
abklären lassen; aktuelle Bericht über derartige Untersuchungen finden 
sich – jedenfalls bis zum Erlass der hier angefochtenen Verfügung – indes-
sen in den Akten nicht. Sollte Dr. med. L.________ tatsächlich, wie vom 
RAD dargestellt (vgl. act. II 117 S. 2), die Ergebnisse der als nötig erachte-

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ten Untersuchungen (vgl. oben) der IVB nicht zur Verfügung gestellt haben 
oder sollten entsprechende Untersuchungen bis dahin gar nicht stattgefun-
den haben, spräche dies ebenfalls für die Anordnung einer weitergehenden 
als lediglich der auf die Fachgebiete Orthopädie und Psychiatrie be-
schränkten Begutachtung. 

Vorliegend geht es entgegen der in der (mit der Beschwerdeantwort einge-
reichten) Stellungnahme vom 28. September 2016 vertretenen Auffassung 
des RAD letztlich auch nicht darum, zu entscheiden, ob es sich bei den 
einzelnen Untersuchungen um Erstdiagnosen zu Therapiezwecken han-
delt, welche durch die Krankenkassen zu vergüten seien, was nicht in den 
Zuständigkeitsbereich der Invalidenversicherung und der IV-Gutachter falle. 
Vielmehr ist im Bereich der Invalidenversicherung mittels medizinischer – 
und soweit nötig gutachterlicher – Abklärung die zur Beurteilung des Leis-
tungsanspruchs massgebende gesundheitliche Situation eines Versicher-
ten zu ermitteln. Dabei bedarf es einer Gesamtbeurteilung unter Berück-
sichtigung aller relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen in körperli-
cher, geistiger und psychischer Hinsicht. Dies bedingt, dass sich sämtliche 
beteiligten Fachdisziplinen zu den geklagten Beschwerden und zu deren 
Wechselwirkungen zu äussern haben, wozu im Fragenkatalog denn auch 
ausdrücklich (vgl. act. II 126 S. 5 Ziff. IV. 3.) aufgefordert wird. 

3.3 Nach dem Gesagten drängt sich eine polydisziplinäre Begutachtung 
unter Beteiligung der – bereits von der IVB vorgesehenen – Fachgebiete 
Orthopädie und Psychiatrie unter ergänzendem Beizug eine Spezialarztes 
für Neurologie/Neurochirurgie auf, wobei die Gutachterstelle nach dem Zu-
fallsprinzip zu bestimmen ist. Die Gutachter werden dabei die Einschätzung 
der Dr. med. F.________ – auch wenn diese bei Erlass der hier streitigen 
Verfügung bereits zwei Jahre zurück liegt – sowie die übrigen aktenkundi-
gen medizinischen Berichte mit zu berücksichtigen und, sofern geboten, 
weitere Fachdisziplinen beizuziehen haben. Daran vermögen die Aus-
führungen der RAD-Ärztin – insbesondere auch zu den Ergebnissen der 
erst nach dem vorliegend massgebenden Überprüfungszeitpunkt (Erlass 
der angefochtenen Verfügung) auf Veranlassung des behandelnden Or-
thopäden erfolgten neurologischen Untersuchung vom 7. Oktober 2016 

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durch Dr. med. D. Gisler (vgl. Beschwerdebeilage [act. I] 8) in der Stellung-
nahme vom 10. August 2017 – nichts zu ändern. 

Die angefochtene (Zwischen-)Verfügung ist dementsprechend aufzuheben 
und die IVB anzuweisen, eine polydisziplinäre Begutachtung bei einer 
durch SuisseMED@P zugeteilten Gutachterstelle anzuordnen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerde-
gegnerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 600.—, zu tra-
gen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss ist ihm nach Rechtskraft dieses Entscheides zurückzuerstat-
ten. 

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

4.2.1 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikosten-
ersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
ten sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexperten 
gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übrigen Parteiver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2017, IV/16/714, Seite 13

treter (vgl. Rundschreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung 
und der Abteilung für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsge-
richts des Kantons Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter 
www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch Rechtsschutzversiche-
rungen, Gewerkschaften und Berufsverbände wird der Stundenansatz bei 
einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 180.— und bei einer fachlich 
nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 100.— festgelegt.

4.2.2 Die Kostennote der B.________ AG vom 2. August 2017 ist – was 
den geltend gemachten Zeitaufwand von 10.9 Stunden anbelangt – nicht 
zu beanstanden. Hingegen ist im Lichte der in E. 4.2.1 hiervor dargelegten 
Grundsätze nicht vom geltend gemachten Stundenansatz in der Höhe von 
Fr. 230.— auszugehen, sondern ein solcher von Fr. 180.— zu veranschla-
gen. Somit hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer Parteikos-
ten in der Höhe von Fr. 1‘962.— ( 10.9 Std. à Fr. 180.—) zuzüglich Ausla-
gen von Fr. 20.—, mithin insgesamt Fr. 1‘982.—, zu ersetzen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 12. Juli 2016 
aufgehoben und die IVB angewiesen, im Sinne der Erwägungen eine 
polydisziplinäre Begutachtung mit Bestimmung der Gutachterstelle 
nach dem web-basierten Zufallsprinzip zu veranlassen. 

2. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmte auf Fr. 600.—, werden der 
Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerde-
führer geleistete Kostenvorschuss wird nach Rechtskraft dieses Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘982.— (inkl. Auslagen), zu ersetzen.   

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2017, IV/16/714, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. des Beschwerdeführers (samt Schlussbemer-

kungen der IVB vom 15. August 2017 inkl. Stellungnahme des RAD 
vom 10. August 2017)

- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.