# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fff838aa-fff9-56f0-9393-05e2ae7a678b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.01.2012 C-6170/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6170-2008_2012-01-18.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­6170/2008

U r t e i l   v om   1 8 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richter Blaise Vuille, Richterin Ruth Beutler,
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

Parteien A._______,
Beschwerdeführerin, 
vertreten durch Heinz Fehlmann, Fürsprecher,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung und Wegweisung.

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Sachverhalt:

A. 
Die Beschwerdeführerin  (geb.  1986)  ist  iranische Staatsangehörige. Am 
20. Juli  2001  gelangte  sie  im  Alter  von  15  Jahren  in  Begleitung  ihrer 
Vaters B._______  (geb. 1956),  ihrer Mutter C._______  (geb. 1958), der 
bereits verheirateten älteren Schwester D._______  (geb. 1979) und des 
jüngeren Bruders E._______ (geb. 1987) in die Schweiz, wo die gesamte 
Familie  um  Asyl  ersuchte.  Ein  weiteres  Kind  der  Familie,  der  Sohn 
F._______  (geb.  1980)  blieb  wegen  seines  Studiums  im  Iran.  Im  Iran 
blieb  auch  der  Ehemann  der  Schwester  D._______,  der  später  seiner 
Frau in die Schweiz folgte und ebenfalls ein Asylgesuch stellte.

B. 
Mit zwei Verfügungen vom 6. Februar 2002 wies das damals zuständige 
Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF,  heute:  BFM)  die  Asylgesuche  der 
Familie  (…)  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie 
deren  Vollzug  an.  Eine  dagegen  eingereichte  Beschwerde  wies  die 
damalige  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  mit  Urteil  vom 
15. Oktober 2003 ab. Die vom BFF in der Folge gesetzten Ausreisefristen 
hielt die Familie der Beschwerdeführerin nicht ein, und eine zwangsweise 
Durchsetzung der Ausreisepflicht konnte sie durch die Verweigerung der 
notwendigen Mitwirkung  bei  der  Beschaffung  heimatlicher  Reisepapiere 
verhindern.

C. 
Am  26.  Januar  2005  ersuchten  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  ein 
zweites  Mal  um  Asyl  und  machten  in  Gestalt  exilpolitischer  Betätigung 
des Vaters Nachfluchtgründe geltend. In die Asylgesuche eingeschlossen 
war  der  damals  noch  minderjährige  Bruder  der  Beschwerdeführerin, 
E._______.  Das  BFM  lehnte  die  Gesuche  am  28.  Oktober  2005  unter 
gleichzeitiger  Anordnung  einer  vollziehbaren  Wegweisung  ab.  Die 
dagegen  eingereichte  Beschwerde  wurde  mit  Urteil  der  ARK  vom  8. 
August  2006  wegen  Verfahrensmängeln  (unterlassene  Anhörung  des 
Familienvaters)  gutgeheissen  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zur 
Wiederaufnahme  des  Verfahrens  und  zu  neuem  Entscheid 
zurückgewiesen.

Die  Wiederaufnahme  des  Verfahrens  führte  für  die  Eltern  der 
Beschwerdeführerin  zu  keinem günstigeren Ergebnis.  Am 26. Mai  2007 
lehnte das BFM die Asylgesuche erneut ab und ordnete eine vollziehbare 
Wegweisung  an.  Auch  gegen  diese  Verfügung  wurde  ein  Rechtsmittel 

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eingelegt,  das  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  (…)  vom  (…) 
2010  abgewiesen  wurde.  Die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  und  ihr 
Bruder kamen der  ihnen  in der Folge angesetzten Frist zur Ausreise bis 
zum heutigen Tag nicht nach. Dem Vollzug der Wegweisung konnten sie 
sich  durch  Verweigerung  der  notwendigen  Mitwirkung  bei  der 
Beschaffung von heimatlichen Reisepapieren entziehen.

Die  ältere  Schwester  der  Beschwerdeführerin,  D._______,  ersuchte 
zusammen mit  ihrem  in die Schweiz nachgezogenen Ehemann, dessen 
erstes  Asylgesuch  ebenfalls  gescheitert  war,  am  20.  April  2007  ein 
zweites  Mal  um  Asyl.  Das  Asylgesuch  der  Ehegatten  blieb  sowohl  vor 
dem BFM  als  auch  dem Bundesverwaltungsgericht  erfolglos.  Allerdings 
wurde D._______  und  ihrem Ehemann  im  Juli  2007  in Anwendung  von 
Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) 
wegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles  eine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt.

D. 
Kurz  nachdem  ihre  Eltern  zum  zweiten  Mal  um  Asyl  ersucht  hatten, 
heiratete  die  Beschwerdeführerin  am  21.  März  2005  den  Schweizer 
Staatsangehörigen  türkischer  Herkunft  G._______  (geb.  1982).  Zum 
Verbleib  beim  Ehemann  erhielt  sie  im  Kanton  Basel­Stadt  eine 
Aufenthaltsbewilligung,  die  letztmals  mit  Wirkung  bis  20. März  2007 
verlängert wurde. Etwas mehr als ein Jahr nach dem Eheschluss, im Mai 
2006,  trennten  sich  die  Ehegatten,  und  am  15.  Januar  2007 wurde  die 
Ehe der Beschwerdeführerin rechtskräftig geschieden.

E. 
Eine  schriftliche  Intervention  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin 
vom 10. April 2006, mit welcher er seiner Ehegattin vorwarf,  ihn nur aus 
ausländerrechtlichen  Gründen  geheiratet  zu  haben,  veranlasste  die 
kantonale  Migrationsbehörde,  bei  den  Ehegatten  Erkundigungen  zum 
Zustand der Ehe einzuholen  (Einvernahme des Ehemannes vom 5. Mai 
2006  und  schriftliche  Auskunft  der  Beschwerdeführerin  vom  17. 
September 2006). Diese ergaben, dass die Ehe definitiv gescheitert war 
und beiderseits Scheidungsabsichten bestanden. Am 7. Juni 2007 wurde 
der Beschwerdeführerin das  rechtliche Gehör zur Nichtverlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung  gewährt.  Vom  Recht  auf  Stellungnahme  machte 
die Beschwerdeführerin am 13. September 2007 Gebrauch. In der Folge 
änderte  die  kantonale Migrationsbehörde  ihre Haltung  und  unterbreitete 
die Bewilligungssache am 18. März 2008 der Vorinstanz zur Zustimmung.

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F. 
Am 30. Juni 2008 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, dass 
erwogen  werde,  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  kantonalen 
Aufenthaltsbewilligung  zu  verweigern  und  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz anzuordnen, und räumte ihr Gelegenheit zur Stellungnahme ein. 
Davon machte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 30. Juli 2008 
und Nachträgen vom 21. und 28. August 2008 Gebrauch.

G. 
Mit  Verfügung  vom  29.  August  2008  verweigerte  die  Vorinstanz  ihre 
Zustimmung zur Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung und 
wies die Beschwerdeführerin aus der Schweiz weg.

H. 
Die  Beschwerdeführerin  gelangte  am  25.  September  2008 
rechtsmittelweise  an  das  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt  die 
Aufhebung  der  vorgenannten  Verfügung  und  die  Erteilung  der 
Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  Eventualiter 
sei  festzustellen, dass eine Rückkehr  in das Heimatland nicht  zumutbar 
sei,  und  es  sei  die  vorläufige  Aufnahme  in  der  Schweiz  zu  gewähren. 
Subeventualiter  sei  festzustellen,  dass der  rechtserhebliche Sachverhalt 
nicht  genügend  abgeklärt  worden  sei,  weshalb  die  Angelegenheit  zur 
erneuten Überprüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei.

I. 
Mit  Eingabe  vom  30.  Oktober  2008  reichte  die  Beschwerdeführerin  auf 
Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  diverse  Beweismittel  zu 
den Akten.

J. 
Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  9.  Dezember 
2008 die Abweisung der Beschwerde.

K. 
Die  Beschwerdeführerin  hielt  mit  Replik  vom  14.  Januar  2009  an  den 
gestellten Rechtsbegehren fest.

L. 
Mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom  25.  August  2011  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht die Beschwerdeführerin ein, allfällige seit dem 
letzten  Schriftenwechsel  eingetretene  Sachverhaltsänderungen  in  das 
Verfahren einzubringen.

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M. 
Der  Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  kam  die 
Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 7. November 2011 nach.

N. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.  Verfügungen  des  BFM  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das 
Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3. Die Beschwerdeführerin  ist  als materielle Verfügungsadressatin  zur 
Beschwerde  legitimiert  (Art.  48 Abs.  1 VwVG). Auf  die  im Übrigen  frist­ 
und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art.  49  ff. 
VwVG).

2. 
2.1.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die 
Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder 
Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine 
kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die 
Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  49  VwVG).  Das 
Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das 
Bundesrecht von Amtes wegen an. Es  ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 
an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die 
Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage 
zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  BVGE  2011/1  E.  2).  Inwieweit 
Rechtsänderungen  zu  berücksichtigen  sind,  hängt  von  der 
massgeblichen  intertemporalen  Regelung  ab.  Fehlt  im  Gesetz  eine 
Übergangsbestimmung,  so  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 

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aufgrund  allgemeiner  intertemporaler  Grundsätze  (ANDRÉ  MOSER  / 
MICHAEL  BEUSCH  /  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.202 mit Hinweisen).

2.2.  Am  1.  Januar  2008  traten  das  neue  Bundesgesetz  vom  16. 
Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
(Ausländergesetz, AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsverordnungen 
in  Kraft  –  unter  anderem  die  Verordnung  vom  24.  Oktober  2007  über 
Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In 
Verfahren,  die  vor  diesem  Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  bleibt 
nach  der  übergangsrechtlichen  Ordnung  des  AuG  das  alte  materielle 
Recht anwendbar, wobei ohne Belang ist, ob das Verfahren auf Gesuch 
hin – so explizit Art. 126 Abs. 1 AuG – oder von Amtes wegen eröffnet 
wurde  (vgl.  BVGE  2008/1  E.  2  mit  Hinweisen).  Das  Verfahren  auf 
Verlängerung der am 20. März 2007 abgelaufenen Aufenthaltsbewilligung 
der  Beschwerdeführerin  war  bereits  vor  Inkrafttreten  des  neuen Rechts 
rechtshängig.  Insoweit  bleibt  für  die  vorliegende  Streitsache  das  alte 
materielle Recht massgebend. Einschlägig sind dabei das Bundesgesetz 
vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(ANAG, BS 1 121),  die Vollziehungsverordnung  vom 1. März 1949 zum 
Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAV, 
AS  1949  228),  die  Verordnung  vom  20. April  1983  über  das 
Zustimmungsverfahren  im  Ausländerrecht  (nachfolgend: 
Zustimmungsverordnung,  AS  1983  535)  und  die  Verordnung  vom 
6. Oktober  1986  über  die  Begrenzung  der  Zahl  der  Ausländer 
(Begrenzungsverordnung,  BVO,  AS  1986  1791).  Die  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  und  der  Wegweisungsvollzug 
dagegen unterstehen bereits dem neuen Recht, denn das entsprechende 
Verfahren  vor  der  Vorinstanz  wurde  erst  nach  dem  Inkrafttreten  des 
neuen  Rechts  eingeleitet  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­
5810/2009  vom  27. Dezember  2011  E.  1.2 mit  Hinweisen).  Im  Übrigen 
gilt, dass grundsätzlich das neue Verfahrens­ und Organisationsrecht zur 
Anwendung gelangt (Art. 126 Abs. 2 AuG). 

3. 
3.1.  Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von 
Aufenthaltsbewilligungen  fällt  grundsätzlich  in  die  Zuständigkeit  der 
Kantone (Art. 15 Abs. 1 und 2 ANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung 
des BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für notwendig erklärt (Art. 
18  ANAG).  Die  Zustimmungsbedürftigkeit  des  kantonalen  Entscheides 
ergibt  sich  im  vorliegenden  Fall  aus  Art.  1  Abs.  1  Bst.  a  der 

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Zustimmungsverordnung  in  Verbindung  mit  den  Weisungen  und 
Erläuterungen  des  BFM  über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt 
(ANAG­Weisungen,  3. Aufl.,  Bern, Mai  2006).  Letztere  sehen  unter  Ziff. 
132.4 Bst. e vor, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einer 
ausländischen Person nach Scheidung  vom schweizerischen Ehegatten 
oder nach dessen Tod dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten ist, falls 
die ausländische Person nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der 
EG  stammt.  Gemäss  Art. 19  Abs.  5  ANAV  darf  eine  entsprechende 
kantonale Bewilligung erst ausgestellt werden, wenn die Zustimmung des 
BFM vorliegt; sie gilt ansonsten als ungültig.

3.2.  Die  Ehe  der  Beschwerdeführerin  mit  einem  Schweizer  Bürger  ist 
geschieden  worden,  bevor  ihr  aus  Art.  7  Abs.  1  Satz  2  ANAG  ein 
zivilstandsunabhängiger  Anspruch  auf  Verlängerung  ihrer 
Aufenthaltsbewilligung erwachsen konnte (vgl. BGE 128 II 145 E. 1.1.4 S. 
149 mit Hinweisen). Eine andere Anspruchsgrundlage des Landes­  und 
Völkerrechts besteht nicht. Eine solche kann namentlich nicht  in Art.  50 
AuG  erblickt  werden,  der  zwar  neue  Ansprüche  auf  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  nach  Auflösung  der  Ehe  schafft,  auf  die 
vorliegende Streitsache  jedoch wegen der  intertemporalen Unterstellung 
unter das alte Recht nicht anwendbar  ist  (vgl. oben Ziff. 2.2). Bei dieser 
Rechtslage liegt der Entscheid über die Erteilung oder Verweigerung der 
Zustimmung im pflichtgemässen Ermessen des BFM (Art. 4 ANAG). Eine 
Bindung an die kantonale Beurteilung besteht nicht. Das gilt selbst dann, 
wenn auf kantonaler Ebene ein Gericht auf Erteilung oder Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung erkannt  hat  (vgl.  grundlegend BGE 127  II  49 
E.  3  S. 51  ff;  ferner  Entscheid  des  EJPD  vom  15.  April  2005  E. 12  in: 
Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76).

4. 
Der  Begriff  der  "pflichtgemässen  Ermessensausübung"  impliziert  die 
Beachtung  rechtlicher  Schranken  bei  der  Ausfüllung  der 
Ermessensspielräume.  Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der 
Verhältnismässigkeit  von  Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter 
diesem  Gesichtspunkt  der  Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende 
Abwägung  vorzunehmen  zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an  der 
Verweigerung  der  Zustimmung  einerseits  und  den  durch  die 
Verweigerung  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  (oder  der) 
Betroffenen andererseits (vgl. statt vieler ULRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER 
/ FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich und St. 
Gallen 2010, S. 138 f.).

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5. 
5.1. Richtschnur und äusseren Rahmen der  Interessenabwägung bilden 
die Grundentscheidungen  des Ausländerrechts,  namentlich  die  in Art.  1 
BVO  formulierten  migrationspolitischen  Ziele  und  die  damit 
zusammenhängende  restriktive  Einwanderungspolitik  gegenüber 
erwerbstätigen  ausländischen Personen aus  dem Nicht­EU/EFTA­Raum 
(in der Folge: Drittstaatsangehörige). Diese Politik  findet  ihren Ausdruck 
unter  anderem  in  den  strengen  Zulassungsbeschränkungen  der 
Begrenzungsverordnung,  denen  erwerbstätige  Drittstaatsangehörige 
namentlich in Gestalt hoher Anforderungen an die berufliche Qualifikation 
(Art. 8 BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO) unterworfen sind. Das 
erhebliche Gewicht des öffentlichen Interesses an der Durchsetzung der 
restriktiven Einwanderungspolitik gegenüber Drittstaatsangehörigen zeigt 
sich  daran,  dass  humanitäre  Gründe  in  diesem  rechtlichen 
Zusammenhang  erst  Bedeutung  erlangen,  wenn  die  Betroffenheit  des 
Einzelnen  die  Grenze  zum  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall  im 
Sinne von Art. 13 Bst. f BVO überschreitet. Nach der Auflösung der Ehe, 
die  sie  von  restriktiven  qualitativen  und  quantitativen 
Zulassungsvoraussetzungen  der  Begrenzungsverordnung  ausnehmen, 
muss die ausländische Person dieses öffentliche Interesse grundsätzlich 
wieder gegen sich gelten lassen, auch wenn sie nach Massgabe von Art. 
12  Abs.  2  zweiter  Satz  BVO  den  Höchstzahlen  der 
Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht untersteht. Es ist deshalb ein 
vergleichsweise  strenger  Massstab  angebracht,  wenn  es  zu  beurteilen 
gilt,  ob  nach  Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  private  Interessen 
bestehen,  denen  gegenüber  das  öffentliche  Interesse  an  der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat. 
Dementsprechend geht das Bundesverwaltungsgericht mit der Vorinstanz 
davon  aus,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach 
Auflösung  der  Ehe  in  erster  Linie  ein  Instrument  zur  Vermeidung  von 
Härtefällen  darstellt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C­1786/2007 vom 7. Juni 2010 E. 7.1 mit Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG­
Weisungen).

5.2. Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit  ist zu prüfen, ob 
die Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik im konkreten Einzelfall 
zu  unbilligen,  vom  öffentlichen  Interesse  an  der  Durchsetzung  einer 
restriktiven  Einwanderungspolitik  nicht  gedeckten  Härten  bei  der 
betroffenen  ausländischen  Person  führt.  Entscheidend  ist,  inwieweit  es 
der  ausländischen  Person  in  persönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer 
Hinsicht  zugemutet  werden  kann,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz 

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aufzugeben, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu leben. Zu diesem 
Zweck  ist  ihre  zukünftige  Situation  im  Ausland  den  persönlichen 
Verhältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen. Über die Zumutbarkeit 
ist nach Massgabe der gesamten Umstände des Einzelfalles zu befinden. 
Dazu gehören allgemeine,  von der Ehe unabhängige Elemente, wie die 
Dauer  des  Aufenthaltes  in  der  Schweiz,  der  Grad  der  sozialen  und 
wirtschaftlichen Integration in die hiesigen Verhältnisse, das Alter und der 
gesundheitliche Zustand, soweit Kinder vorhanden sind, deren Alter und 
schulische  Integration,  aber  auch  die  Unterkunft  und  die 
Reintegrationsmöglichkeiten  in  der  Heimat,  ferner  ehespezifische 
Elemente,  wie  die  Dauer  der  Ehe  und  die  Umstände,  die  zu  deren 
Auflösung geführt haben. Steht fest, dass der ausländischen Person eine 
Weiterführung  der  ehelichen  Beziehung  nicht  länger  zugemutet  werden 
konnte, namentlich weil sie Opfer von Misshandlungen geworden war, so 
ist  dies  besonders  zu  berücksichtigen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­1786/2007  vom  7.  Juni  2010  E.  7.2  mit 
Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG­Weisungen).

5.3. Welcher  Grad  an  Betroffenheit  in  den  persönlichen  Verhältnissen 
notwendig  ist,  damit  das  öffentliche  Interesse  an  der  Durchsetzung  der 
restriktiven  Migrationspolitik  gegenüber  Drittausländern  zurückzustehen 
hat,  ist  vorab  mit  Blick  auf  die  Regelung  des  Art.  7  Abs.  1  ANAG  zu 
beantworten,  der  ausländischen  Ehegatten  nach  fünf  Jahren  Ehe  auf 
schweizerischem  Territorium  einen  vom  weiteren  Bestand  der  Ehe 
unabhängigen  Anspruch  auf  Aufenthalt  vermittelt.  Vor  dem  Erreichen 
dieser  zeitlichen  Grenze  kommt  es  entscheidend  darauf  an,  welche 
Bedeutung  den  ehespezifischen  Elementen  im  jeweiligen  Einzelfall 
zukommt,  das  heisst  der  Dauer  der  ehelichen  Gemeinschaft  auf 
schweizerischem  Territorium,  den  Umständen  der  Auflösung  der 
ehelichen Gemeinschaft und –  in  letzterem Zusammenhang – allfälligen 
Gewalterfahrungen  in der Ehe sowie der Existenz gemeinsamer Kinder. 
Je  mehr  diese  Elemente  ins  Gewicht  fallen,  umso  eher  wird  man  von 
einer  hinreichend  schweren Betroffenheit  ausgehen  können. Umgekehrt 
rechtfertigt sich ein umso strengerer Massstab, als sich die Härtesituation 
nicht  gerade  aus  den  oben  genannten  ehespezifischen  Elementen 
ableiten  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1786/2007 
vom  7. Juni  2010  E.  7.3  mit  Hinweis;  vgl.  schliesslich  die  abgestufte 
Regelung in Art. 50 AuG). Dabei darf  jedoch nicht ausser Acht gelassen 
werden, dass der Verordnungsgeber  in Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO 
unter anderem ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern von den 
Höchstzahlen  der  Begrenzungsverordnung  auch  für  die  Zeit  nach 

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Auflösung der Ehe ausnimmt und auf diese Weise ihrer besonderen Lage 
Rechnung trägt.

6. 
6.1. Die kinderlos gebliebene Ehe der Beschwerdeführerin hatte lediglich 
1  Jahr  und  10  Monate  Bestand,  wobei  das  eheliche  Zusammenleben 
bereits  nach  1  Jahr  und  2 Monaten  definitiv  aufgegeben wurde. Soweit 
sind  keine  Elemente  zu  erkennen,  die  im  Sinne  der  vorstehenden 
Erwägungen  besonderer  Berücksichtigung  bedürften.  Anders  verhält  es 
sich  mit  der  ehelichen  Gewalterfahrung  der  Beschwerdeführerin.  Mit 
Urteil  des  Strafgerichts  Basel­Stadt  vom  1.  Dezember  2006  wurde  ihr 
Ehemann  der  fahrlässigen  Körperverletzung  und  der  mehrfachen 
Tätlichkeiten zu ihren Lasten für schuldig erklärt und zu einer Busse von 
1'000 Franken verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er der 
Beschwerdeführerin bei  vier Gelegenheiten Ohrfeigen gab, wobei er  sie 
einmal  unabsichtlich  am Mund  traf. Vom Vorwurf  der Drohungen wurde 
der Ehemann  jedoch  freigesprochen. Das Verschulden des Ehemannes 
wertete  das  Strafgericht  als  insgesamt  eher  leicht.  Die  Folgen  der 
Körperverletzung  und  der  Tätlichkeiten  erschienen  nicht  besonders 
schwer, und die Taten seien im Rahmen einer von ständigen Streitereien 
geprägten Beziehung begangen worden. 

6.2. Die  Rechtsprechung  zum  neuen  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  und  Abs.  2 
AuG  geht  davon  aus,  dass  die  eheliche  Gewalt  ein  gewisses 
Mindestmass  an  Intensität  erreichen muss,  soll  sie  rechtliche  Relevanz 
erlangen.  Sie  muss  derart  intensiv  sein,  dass  die  physische  oder 
psychische  Integrität  des  Opfers  im  Falle  der  Aufrechterhaltung  der 
ehelichen  Gemeinschaft  schwer  beeinträchtigt  würde.  Zumindest  muss 
erstellt sein, dass vom betroffenen Ausländer nicht verlangt werden kann, 
mit  dem  Ehepartner  zusammen  zu  bleiben.  Das  bloss  gelegentliche 
Anschreien  bzw.  verbale  Konflikte  in  ehelichen  Krisensituationen  oder 
etwa  eine  einzige  Ohrfeige  stellen  prinzipiell  noch  keine  derartige 
Situation  dar.  Einen  Anspruch  nach  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG  vermag 
auch  eine  einmalige  tätliche  Auseinandersetzung,  in  deren  Folge  der 
Ausländer  in  psychischem  Ausnahmezustand  und  mit  Kratzspuren  im 
Gesicht  einen  Arzt  aufsuchte,  nicht  zu  begründen,  zumal  wenn  es 
anschliessend  zu  einer  Wiederannäherung  der  Eheleute  kommt.  Das 
Gleiche  gilt  grundsätzlich,  wenn  der  Ehepartner  den  Ausländer  nach 
einem Streit aus der Wohnung vertreibt, ohne dass das Opfer anhaltende 
körperliche  oder  psychische  Schäden  davon  trägt  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_155/2011  vom  7.  Juli  2011  E.  4.3  mit  zahlreichen 

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Hinweisen).  Nichts  wesentlich  anderes  gilt  im  Anwendungsbereich  der 
ermessensgelenkten  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  im 
Anwendungsbereich des ANAG und seiner Ausführungsverordnungen.

6.3.  Diese  von  der  Rechtsprechung  gezogene  Grenze  zur  rechtlich 
relevanten  ehelichen  Gewalt  wurde  in  casu  sicherlich  überschritten. 
Gemessen  an  der  Bandbreite  möglicher  Formen  ehelicher  Gewalt 
allerdings wiegen die Übergriffe eher leicht. Dies sowohl angesichts ihrer 
eher geringen körperlichen Folgen als auch des Umstands, dass sie  im 
Rahmen  einer  von  ständigen  Streitigkeiten  geprägten  Ehe  erfolgten, 
wobei offensichtlich nicht  immer eindeutig war, wer Täter und wer Opfer 
ist.  Entsprechende  Feststellungen  können  dem  Strafurteil  vom  1. 
Dezember  2006  und  dem  aus  Anlass  einer  handgreiflichen 
Auseinandersetzung  zwischen  den  Ehegatten  erstellten  Rapport  der 
Kantonspolizei  Basel­Stadt  vom 27.  Juni  2006  entnommen werden. Auf 
eine ambivalente Haltung der Beschwerdeführerin zur Gewalt deutet eine 
handgreifliche  Auseinandersetzung  mit  Kolleginnen  hin,  in  die  sie  im 
Sommer  2007  verwickelt  war  und  die  ihr  eine  Strafanzeige  wegen 
Körperverletzung einbrachte (vgl. Rapport der Kantonspolizei Basel­Stadt 
vom 26. Juni 2007). Schliesslich weist die Vorinstanz unter Berufung auf 
die bundesverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung zu Recht darauf hin, 
dass die Kürze des ehelichen Zusammenlebens  in  casu die Bedeutung 
der ehelichen Gewalt als Härtefallkriterium erheblich relativiert (Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­5909/2007  vom  25.  November  2009  E.  9 
mit Hinweisen). Bei der Prüfung der Härtefallvoraussetzungen rechtfertigt 
sich deshalb ein vergleichsweise strenger Beurteilungsmassstab.

6.4. Die Beschwerdeführerin ist im Jahre 2001 im Alter von 15 Jahren in 
die  Schweiz  gelangt  und  hält  sich  seit  10  ½  Jahren  hier  auf.  Die 
Aufenthaltsdauer  ist  an  sich  schon  vergleichsweise  lang.  Zusätzliches 
Gewicht  erhält  sie  im  vorliegenden  Fall  dadurch,  dass  die 
Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  das  Ende  ihrer  Pubertät  und  die 
gesamte  Adoleszenz  verbrachte,  hier  ihre  obligatorischen  Schulzeit 
abschloss und den Übertritt  in das Erwerbsleben vollzog. Auch wenn sie 
sich zur Art und Intensität  ihrer Bindungen zur Schweiz nicht äussert, so 
kann angesichts der Bedeutung der in der Schweiz verbrachten Jahre für 
die  Formung  einer  Persönlichkeit  mit  Fug  von  einer  fortgeschrittenen 
Vernetzung  der  Beschwerdeführerin  mit  ihrem  schweizerischen  Umfeld 
ausgegangen werden. Gleichzeitig ist jedoch auch festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführerin  von  ihren  Eltern  in  einem  kritischen  Alter  aus  ihrer 
heimatlichen  Umgebung  herausgerissen  und  in  ein  ihr  völlig  neues 

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soziokulturelles Umfeld  verpflanzt wurde. Dieser Bruch  blieb  nicht  ohne 
Auswirkungen  auf  ihr  weiteres  Leben.  Namentlich  ihr  schulischer  und 
beruflicher  Werdegang  scheint  Schaden  genommen  zu  haben.  Im  Iran 
noch für den Besuch eines Gymnasiums vorgesehen, gelangte sie in der 
Schweiz  über  das Mittelmass  nicht  hinaus,  heiratete  sehr  früh  (vor  der 
Vollendung ihres 19. Lebensjahres) und verzichtete mit Blick auf die Ehe 
auf eine Berufsausbildung. 

Dementsprechend  unterdurchschnittlich  stellt  sich  die  wirtschaftliche 
Integration der Beschwerdeführerin dar. Ohne Berufsausbildung nahm sie 
erstmals  im  September  2007  eine  Erwerbstätigkeit  auf,  damals  als 
Serviceangestellte  in  einer  Pizzeria.  Es  folgten  kürzere  Einsätze  als 
Aushilfe  in  einem  Fitnessstudio,  als  Verkäuferin  in  einem  Kleiderladen 
und als Barkeeperin. Die  letztere Stelle, die sie  rund ein Jahr  innehatte, 
gab sie im März 2010 auf. Anschliessend war sie längere Zeit arbeitslos. 
Am  1.  September  2011  nahm  sie  eine  Anstellung  als  Verkäuferin  von 
Telekommunikationsleistungen  an.  Soweit  bekannt,  übt  sie  diese 
Tätigkeit  immer  noch  aus.  Zwar  bezog  die  Beschwerdeführerin  keine 
wirtschaftliche  Sozialhilfe,  was  wohl  nicht  zuletzt  deshalb  möglich  war, 
weil  sie  bei  ihren  Eltern  leben  konnte.  Sie  ist  jedoch  erheblich 
überschuldet. Dem Auszug aus dem Betreibungsregister können für den 
Zeitraum zwischen April 2009 und Ende Oktober 2011 28 Betreibungen 
über ein Forderungstotal von Fr. 31'612.10 und 17 offene Verlustscheine 
in  der  Höhe  von  Fr.  22'282.30  entnommen  werden.  Soweit  die 
Beschwerdeführerin  ihre  Überschuldung  mit  Hinweis  auf  ihren 
gesundheitlichen Zustand  (dazu später)  zu entschuldigen scheint,  ist  ihr 
entgegenzuhalten, dass ein Zusammenhang nicht substantiiert dargelegt 
wird  und  sie  bereits  vor  dem  Auftreten  gesundheitlicher  Probleme 
Betreibungen und Verlustscheine erwirkt hatte.

6.5. Der von Amtes wegen eingeholte Auszug aus dem Strafregister der 
Beschwerdeführerin enthält zwar keine Einträge. Den Akten kann jedoch 
entnommen  werden,  dass  sie  in  der  Vergangenheit  verschiedentlich 
negativ  in  Erscheinung  getreten  ist.  Am  26.  April  2007  rapportierte  die 
Stadtpolizei  Zürich gegen die Beschwerdeführerin wegen geringfügigem 
Ladendiebstahl.  Die  Schadenssume  betrug  Fr.  259.70.  Diese 
Zuwiderhandlung wird von der Beschwerdeführerin eingestanden. Am 26. 
Juni  2007  folgte  ein  Rapport  der  Kantonspolizei  Basel­Stadt  gegen  die 
Beschwerdeführerin  wegen  Diebstahls  (zwei  Mobiltelefone,  Ladegerät 
und  Bargeld  im  Gesamtbetrag  von  Fr.  250.00),  Körperverletzung 
(Verbrennung  durch  Zigarette,  Kratzwunden,  Prellungen,  Haarausriss), 

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Hausfriedensbruchs und Urkundenfälschung  (Beitritt  zu einem Buchclub 
unter  fremdem  Namen)  zum  Nachteil  einer  Kollegin.  Zu  einer 
strafgerichtlichen  Beurteilung  kam  es  nicht,  weil  die  Geschädigte  ihren 
Strafantrag  zurückzog,  wie  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer 
Rechtsmittelschrift  darlegt.  Am  13.  November  2007  schliesslich  erging 
gegen  die  Beschwerdeführerin  ein  Strafbefehl  wegen  mehrfacher 
Zuwiderhandlung  gegen  das  Transportgesetz.  Mit  der 
Beschwerdeführerin sind diese Vorfälle als Bagatellen zu bewerteten, die 
zudem allesamt vier Jahre zurückliegen. Der strafrechtliche Leumund der 
Beschwerdeführerin  ist  deshalb  im Wesentlichen  nicht  zu  beanstanden. 
Über  alle  Zweifel  erhaben  ist  ihre  Haltung  der  schweizerischer 
Rechtsordnung gegenüber jedoch nicht. 

Es  bleibt  in  diesem  Zusammenhang  zu  erwähnen,  dass  die 
Beschwerdeführerin  im  Frühling  2006  während  dreier  Wochen 
besuchsweise  im Iran weilte. Nachdem die kantonale Migrationsbehörde 
davon  Kenntnis  erlangt  hatte,  forderte  sie  die  Beschwerdeführerin  auf, 
ihren Reisepass vollständig fotokopiert einzureichen. Dieser Aufforderung 
kam  sie  jedoch  nicht  nach,  weil  sie  den  Reisepass  angeblich  verloren 
habe. Irgendeinen Beleg für die Behauptung reichte sie jedoch nicht ein. 
In  ähnliche  Richtung  weist  der  Umstand,  dass  die  Beschwerdeführerin 
der Aufforderung  des Bundesverwaltungsgerichts  zur Beibringung  eines 
Strafregisterauszugs mit der Begründung nicht nachkam, sie verfüge über 
keinen  regulären  Ausweis  (Eingabe  vom  7.  November  2011).  Das  trifft 
offensichtlich nicht zu. Dem Bundesverwaltungsgericht  ist bekannt, dass 
die  Beschwerdeführerin  über  einen  am  5.  Januar  2011  ausgestellten 
ordentlichen  iranischen  Reisepass  verfügt,  mit  dem  sie  von  der 
kantonalen Migrationsbehörde im Jahr 2011 zwei Rückreisevisa erwirken 
konnte. Diese auf den ersten Blick belanglosen Vorfälle sind insoweit von 
Relevanz,  als  die Eltern  und  der Bruder  der Beschwerdeführerin  es  bis 
anhin verstanden haben, sich durch Verweigerung  ihrer Mitwirkung dem 
Vollzug  der  gegen  sie  bestehenden  rechtskräftigen  Wegweisungen  zu 
entziehen.  Die  Beschwerdeführerin  erweckt  mit  ihrem  Verhalten  den 
Anschein, als ob sie sich diese Option vorsorglich ebenfalls freihielte und 
aus diesem Grund irreführende Angaben zu ihre Reisepapieren macht. 

6.6.  Inwieweit  es  der  Beschwerdeführerin  als  junger  Frau  zugemutet 
werden  kann,  in  den  "Gottesstaat"  Iran  zurückzukehren  und  dort  zu 
leben, was diese vehement in Abrede stellt, lässt sich nicht in allgemeiner 
Weise  gestützt  auf  die  dort  herrschenden  Verhältnisse  beantworten. 
Wesentlich sind die konkreten Lebensumstände der Beschwerdeführerin, 

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wobei  sich  die  Zumutbarkeit  nach  objektiven  Kriterien  und  nicht  nach 
Massgabe persönlicher Vorlieben beurteilt. Auf dieser Grundlage ist zwar 
einzuräumen,  dass  der  Beschwerdeführerin  eine  Rückkehr  in  den  Iran 
und  eine  Wiedereingliederung  in  die  dortigen  Verhältnisse  sicherlich 
schwer  fallen  würde.  Als  schlichtweg  unmöglich  kann  die 
Wiedereingliederung  jedoch  nicht  beurteilt  werden.  Die 
Beschwerdeführerin  beherrscht  die  persische Sprache  und  verliess  erst 
im Alter von 15 Jahren ihre Heimat. Diese besuchte sie später im Frühling 
2006 von der Schweiz aus während mehreren Wochen. Mit den dortigen 
Verhältnissen  dürfte  sie  somit  vertraut  sein.  Hinzu  tritt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  gemäss  den  Aussagen  ihrer  nächsten 
Familienangehörigen zu Handen  ihres Asylverfahrens wirtschaftlich sehr 
guten Verhältnissen entstammt. Ihre Familie führte in der Heimatstadt ein 
erfolgreiches  Handelsunternehmen  und  verfügt  dort  nach  wie  vor  über 
Grundbesitz  und  sonstiges  Vermögen,  das  vom  älteren  Bruder  der 
Beschwerdeführerin  –  einem  Architekten  von  Beruf  –  verwaltet  wird. 
Zudem  leben  zahlreiche  weitere  Verwandte  in  der  Heimatstadt  der 
Beschwerdeführerin.  Schliesslich  gilt  zu  bedenken,  dass  die 
Beschwerdeführerin  nicht  alleine  in  den  Iran  zurückkehren  muss.  Ihre 
Eltern und  ihr Bruder, bei denen sie derzeit wohnt, halten sich nach der 
rechtskräftigen Ablehnung des zweiten Asylgesuchs illegal in der Schweiz 
auf  und  sind  zur  Ausreise  verpflichtet.  Einer  Rückkehr  im  Kreise  der 
Gesamtfamilie  steht  somit  nicht  nur  nichts  entgegen,  sie  wäre  sogar 
geboten.  Insoweit  geht  die  ohnehin  unsubstantiierte  Argumentation  der 
Beschwerdeführerin an der Sache vorbei, sie müsste im Iran zum älteren 
Bruder ziehen, der fundamentalistisch eingestellt sei und sie auch schon 
mal  geschlagen  habe,  weil  er  mit  ihrem  Lebenswandel  nicht 
einverstanden gewesen sei.

6.7. Die  Beschwerdeführerin  bringt mit  ihrer  Eingabe  vom  7. November 
2011 erstmals vor, dass sie seit bald zwei Jahren wegen Verdachts auf 
Multiple  Sklerose  und  wegen  eines  Gehirntumors  in  ärztlicher 
Behandlung  stehe.  Dass  die  notwendige  Behandlung  auch  im  Iran 
möglich wäre, bestreitet die Beschwerdeführerin nicht. Sie macht  jedoch 
geltend,  dass  der  Iran  kein  Krankenkassensystem  schweizerischer 
Ausprägung  kenne,  sodass  sie  gar  nicht  in  der  Lage  wäre,  die 
notwendige Behandlung zu finanzieren. Dieser nicht weiter substantiierte 
Einwand  verfängt  jedoch  schon  deshalb  nicht,  weil  die  Familie  der 
Beschwerdeführerin  im  Iran  wirtschaftlich  sehr  gut  situiert  ist,  wie  zu 
Handen  des  Asylverfahrens  immer  wieder  versichert  wurde.  Darauf 
wurde  bereits  weiter  oben  eingegangen.  Die  Unerschwinglichkeit  der 

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medizinischen  Behandlung  im  Falle  eines  ungenügenden  öffentlichen 
Gesundheitssystems  ist  daher  keineswegs  dargetan.  Zudem  finden  die 
diagnostischen  Angaben  der  Beschwerdeführerin  in  der  eingereichten 
ärztlichen  Dokumentation  keine  Grundlage.  Dort  ist  von  einem 
Schmerzsyndrom des rechten Armes unklarer Ätiologie die Rede, wobei 
die  behandelnden  Ärzte  vor  allem  orthopädische  Ursachen  in  Betracht 
ziehen,  ferner  von  episodischen  Spannungskopfschmerzen,  einer 
Developmental  Venous  Anomaly  (DVA)  und  einer  anfangs  2010  als 
Zufallsbefund  festgestellten  Raumforderung  am  Kleinhirnwurm  links 
unklarer Ätiologie. In letzterem Zusammenhang gehen die behandelnden 
Ärzte differentialdiagnostisch von einem niedriggradigen Astrozytom aus. 
Eine  Lumbalpunktion  lehnte  die  Beschwerdeführerin  jedoch  ab,  sodass 
sich  die  bisherige  ärztliche  Behandlung  im  Wesentlichen  auf 
regelmässige  Verlaufskontrollen  mittels  Magnetresonanztomographie 
(MRT)  beschränken,  welche  die  Beschwerdeführerin  auch  schon  mal 
unentschuldigt  ausfallen  liess.  Eine  Verschlechterung  des  Befunds 
konnte bisher nicht festgestellt werden. Dringender Handlungsbedarf, der 
einen  weiteren  Aufenthalt  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz 
erforderlich  machen  würde,  ist  unter  den  gegebenen  Umständen  nicht 
ersichtlich (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­6700/2008 
vom 30. November 2011 E. 5.6.3 mit Hinweisen).

7. 
Eine  abschliessende  Würdigung  ergibt,  dass  die  Beschwerdeführerin 
durch den Verlust des Aufenthaltsrechts in der Schweiz zwar empfindlich 
in  ihren  persönlichen  Verhältnissen  getroffen  wird.  Der  Eingriff  kann 
jedoch  nicht  als  derart  schwer  angesehen  werden,  dass  dem  privaten 
Interesse  an  der  weiteren  Regelung  des  Aufenthaltes  gegenüber  dem 
öffentlichen  Interesse  an  der  Durchsetzung  der  restriktiven 
Migrationspolitik – Personen aus dem Nicht­EFTA/EU­Raum betreffend – 
im  Rahmen  einer  pflichtgemässen  Ermessensausübung  und  auf  der 
Grundlage  des  zur  Anwendung  gelangenden  strengen 
Beurteilungsmassstabs  Vorrang  eingeräumt  werden  könnte.  Die 
Verweigerung  der  Zustimmung  durch  die  Vorinstanz  ist  daher  nicht  zu 
beanstanden.

8. 
Aus  der  Rechtmässigkeit  der  Zustimmungsverweigerung  folgt  ohne 
weiteres  die  Rechtmässigkeit  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin 
(vgl. Art. 64 Abs. 1 Bst. c AuG). Es bliebe zu prüfen, ob dem Vollzug der 
Wegweisung Hindernisse entgegenstehen, ob namentlich eine Rückkehr 

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der Beschwerdeführerin  in den  Iran  für sie wegen der dortigen Situation 
oder  aus  gesundheitlichen  Gründen  mit  einer  konkreten  Gefahr 
verbunden und der Vollzug daher unzumutbar wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG). 
Diese Frage wurde jedoch bereits weiter oben im Zusammenhang mit der 
Beurteilung  der  privaten,  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung 
gerichteten  Interessen  der  Beschwerdeführerin  erschöpfend  behandelt. 
Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  daher  auch  diesbezüglich  als 
rechtmässig.

9. 
Abschliessend  ist  festzuhalten,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Lichte  von Art.  49 VwVG nicht  zu  beanstanden  ist. Die Beschwerde  ist 
deshalb abzuweisen.

10. 
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die 
Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst.  b  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

11. 
Das vorliegende Urteil  ist endgültig  (Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und Ziff. 4 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

Dispositiv S. 17

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 700.­ werden der Beschwerdeführerin auf­
erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerin (…)
– die Vorinstanz (…)
– das Migrationsamt des Kantons Basel­Stadt (…)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Julius Longauer

Versand: