# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e640267a-da1e-5c62-843e-e9aaabe54e7e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.06.2008 E-5685/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5685-2006_2008-06-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5685/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  J u n i  2 0 0 8

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richter François Badoud, Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X._______, Côte d'Ivoire,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. März 
2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5685/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Hei-
matstaat am 3. Oktober 2005 und gelangte am 4. Oktober 2005 in die 
Schweiz, wo er noch gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 6. Oktober 
2006 fand in Vallorbe die Empfangszentrumsbefragung statt,  und am 
12. Dezember 2005 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch 
den Migrationsdienst des Kantons Bern. Im Wesentlichen machte der 
Beschwerdeführer dabei geltend, er stamme aus Abidjan und gehöre 
der Ethnie der Dioula an. Sein Vater sei am 19. September 2002 von 
Todesschwadronen  umgebracht  worden.  Seitdem  habe  er  (der  Be-
schwerdeführer)  seinen  Lebensunterhalt  als  Händler  bestritten.  Am 
23. Juli  2005  habe  ihn  ein  Kollege  namens  Y._______  aus  der  Ort-
schaft A._______ gebeten, am folgenden Tag dorthin zu kommen, um 
den Wert eines gebrauchten Wagens zu schätzen. In der Nacht vom 
23. auf  den 24. Juli  2005 hätten  die ivorischen Rebellen einen Plan 
ausgearbeitet,  um  A._______  und  darauf  einen  andere  Ortschaft 
anzugreifen.  Deshalb  seien  die  regierungstreuen  Todesschwadronen 
vermehrt  anwesend  gewesen  und  hätten  Identitätskontrollen  durch-
geführt. Er  sei  dem Wunsch des Kollegen nachgekommen und habe 
diesen  am  Morgen  des  24.  Juli  2005  in  einem  Restaurant  an  der 
Strasse bei A._______ getroffen. Er, sein Kollege und die anderen An-
wesenden seien kontrolliert  worden. Sie hätten ihre Dokumente vor-
weisen müssen, wobei diejenigen der Dioulas zurückbehalten worden 
seien. Es sei ihm indessen die Flucht gelungen, indem er sich auf die 
Toilette  begeben habe. Er  habe in  der Folge vernommen, dass sein 
Kollege  und  andere  Personen  festgenommen  worden  sei.  Er  habe 
keine sicheren Kenntnisse über das weitere Schicksal seines Kollegen 
gehabt.  Daraufhin  habe  er  sich  etwa  zwei  Wochen  bei  Dioulas  in 
A._______  versteckt  gehalten  und sei  danach nach Abidjan  zurück-
gekehrt. Von dort  aus habe er sein Heimatland auf dem Luftweg mit 
dem  Pass  einer  Drittperson  verlassen  und  sei  über  Paris  in  die 
Schweiz gelangt.

B.
Mit Verfügung vom 8. März 2006 stellte das BFM fest, der Beschwer-
deführer  erfülle  die Flüchtlinseigenschaft  nicht,  und lehnte das Asyl-
gesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 
und den Vollzug.

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C.
Mit Beschwerde vom 5. April  2006 beantragte der Beschwerdeführer 
die Gewährung von Asyl,  eventualiter  die Anordnung der vorläufigen 
Aufnahme infolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs. In  pro-
zessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 12. April  2006 hiess der damals zustän-
dige  Instruktionsrichter  der  ehemaligen  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission  (ARK)  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) gut 
und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

E.
Das BFM beantrage in seiner Vernehmlassung vom 23. Juni 2006 die 
Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit  Eingabe  vom 15. November  2006  reichte  der  Beschwerdeführer 
eine als Beschwerdeergänzung bezeichnete Eingabe zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  mass-
geblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 
(Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da 
seine  widersprüchlichen,  tatsachenwidrigen  und  unsubstanziierten 

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Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7 
AsylG nicht zu genügen vermöchten. 

4.2 Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung 
von Bundesrecht, indem zu Unrecht auf Unglaubhaftigkeit der Vorbrin-
gen geschlossen worden sei. Die  Entgegnungen in  der  Beschwerde 
erweisen sich jedoch als nicht geeignet, um die Erwägungen der Vor-
instanz zu entkräften. Eine Prüfung der vorliegenden Akten lässt auch 
das Bundesverwaltungsgericht die vom Beschwerdeführer geltend ge-
machte  Verfolgungsgeschichte  als  konstruiert  und damit  unglaubhaft 
erscheinen.  So  bleiben  die  vom  BFM  aufgezeigten  Widersprüche 
bestehen. Beispielsweise ergibt sich entgegen anderer Auffassung aus 
den  Befragungen  nicht,  dass  der  Beschwerdeführer  immer  gemeint 
habe, nur Nicht-Dioulas seien nach der Verhaftung wieder freigelassen 
worden.  Vielmehr  wurde  anlässlich  der  Erstbefragung  protokolliert, 
dass  alle  Leute,  die  gemeinsam mit  seinem Freund  Y._______  fest-
genommen worden seien,  freigelassen worden seien (vgl. A1,  S. 6). 
Diese  klare  Aussage  lässt  auch  im  Kontext  gesehen  keinen  Inter-
pretationsspielraum zu und steht im Widerspruch zur Aussage bei der 
kantonalen  Anhörung,  wo  der  Beschwerdeführer  angab,  nur  die 
Dioulas seien festgehalten worden, die anderen hätten gehen können 
(vgl.  A7,  S. 11)  und  auf  späteren  Vorhalt  des  Befragers  erklärte,  er 
habe  in  Vallorbe  wie  auch  in  der  laufenden  Anhörung  gesagt,  die 
Dioulas  seien  nicht  freigelassen  worden,  die  Leute  der  anderen 
Ethnien hingegen schon. Auch wird der vom BFM festgestellte Wider-
spruch in Bezug auf den Wohnort  des Freundes Y._______ (Abidjan 
bzw.  A._______)  nicht  aufgelöst.  Der  Erklärungsversuch  in  der 
Beschwerde, Abidjan sei der Hauptwohnsitz und in A._______ sei die 
"Zweitresidenz"  seines  Freundes gewesen,  muss als  Schutzbehaup-
tung und Anpassung des Sachverhalts an die Ausführungen des BFM 
angesehen  werden.  Sodann  muss  der  Vorhalt,  das  BFM  hätte  dem 
Beschwerdeführer vorgängig das rechtliche Gehör gewähren sollen zu 
der in der Verfügung als tatsachenwidrig gewerteten Behauptung, es 
habe  einen  Plan  der  ivorischen  Rebellen  gegeben,  die  Ortschaft 
"A._______" sowie das Nachbardorf von "A._______" "B._______" an-
zugreifen, zurückgewiesen werden. Der verfassungsmässige Anspruch 
auf rechtliches Gehör beschlägt nur die Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes, nicht aber die rechtliche Würdigung desselben. 
Erachtet das BFM gestützt auf die Protokolle der kantonalen Anhörung 
und  einer  allfälligen  eigenen  Befragung  den  entscheidswesentlichen 
Sachverhalt im Sinne von Artikel 12 VwVG als erstellt, so beurteilt es 

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die Aussagen eines Asylbewerbers aufgrund eigener Fachkenntnisse 
und in  freier Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG und Art. 40 BZP). 
Dem Betroffenen ist deshalb in der  Regel kein Recht auf vorgängige 
Stellungnahme  bezüglich  Fragen  der  rechtlichen  Beurteilung  und 
Würdigung  von  Tatsachen  einzuräumen,  es  sei  denn,  die  Behörde 
gedenke,  sich  in  ihrem Entscheid  auf  einen  völlig  unüblichen,  nicht 
voraussehbaren  Rechtsgrund  abzustützen  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1994  Nr.  13  E.  3b  S.  113  f.,  welches  Urteil  auch  für  das  Bundes-
verwaltungsgericht  noch  immer  Gültigkeit  hat,  was  aber  vorliegend 
offensichtlich nicht der Fall  ist). Die Aussage des Beschwerdeführers 
bleibt tatsachenwidrig, wonach es sich um einen geplanten Angriff der 
Rebellen auf das Dorf "B._______", ein Nachbardorf von "A._______", 
gehandelt  habe. Mit  dem Zitieren von Protokollstellen  und der  Fest-
stellung,  dass B._______ in der Nähe von A._______ liege, wird an 
der Sachlage nichts geändert. Schliesslich ist  mit  dem BFM auf  das 
Fehlen  von  detaillierten  Ausführungen  zur  Familie,  wo  sich  der  Be-
schwerdeführer versteckt haben will, zu den Reisewegen von Abidjan 
nach A._______ und von dort  in den Norden des Landes sowie zum 
unbemerkten  Entweichen  anlässlich  der  Identitätskontrolle  hinzu-
weisen. Die Entgegnung in der Beschwerde, dass die Gastfamilie ihren 
Namen  aus  Angst  nicht  habe  nennen  wollen,  muss  als  Schutz-
behauptung  gewertet  werden,  scheint  mithin  wenig  plausibel.  Die 
Nachreichung von Namen und Telefonnummer der Familie, bei welcher 
er sich versteckt haben will,  in der Eingabe vom 15. November 2006 
ändert  nichts  an  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  diese 
Angaben anlässlich der Befragungen nicht liefern konnte. Zudem kann 
es  sich  bei  der  nachträglich  angegebenen  um  irgendeine  Familie 
handeln. Ebenso wenig ändert die Wiederholung der Vorbringen sowie 
das Beharren auf der Detailliertheit des geschilderten Reisewegs und 
der  Flucht  über  die  Toilette  etwas  an  den  Schlussfolgerungen  der 
Vorinstanz. Ohne noch näher auf die Ausführungen in der Beschwerde 
einzugehen, ist die erhobene Rüge der Verletzung von Art. 7 AsylG mit 
Verweis auf die als zutreffend erachteten Erwägungen der Vorinstanz 
nach dem Gesagten als unbegründet zu bezeichnen.

4.3 Zusammenfassend  folgt,  dass  der  Beschwerdeführer  keine 
Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. 
Das BFM hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

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5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheits-
verhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

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6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des  Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hin-
weisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 
2001,  Recueil  des  arrêts  et  décisions  2001-I,  S.  327  ff.).  Auch  die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  lässt  den  Weg-
weisungsvollzug  zum heutigen Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzu-
lässig  erscheinen. Nach  dem Gesagten ist  der  Vollzug  der  Wegwei-
sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.5 Im  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-4477/2006  vom 
28. Januar 2008 wurde -  gestützt auf zahlreiche Quellen - eine aus-
führliche Analyse der politischen Lage an der Côte d'Ivoire vorgenom-

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men. Darin führt das Bundesverwaltungsgericht im Ergebnis aus, dass 
in diesem Land zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr eine Situation von 
Krieg,  Bürgerkrieg  oder  allgemeiner  Gewalt  herrscht,  in  dem Sinne, 
dass  von  einer  generellen  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Weg-
weisung  für  alle  Asylsuchenden  aus  der  Côte  d'Ivoire  auszugehen 
wäre.  Gestützt  auf  die  vorgenommene  Lageanalyse  erachtet  das 
Bundesverwaltungsgericht  einen  Wegweisungsvollzug  nach  Abidjan 
für junge Männer ohne gesundheitliche Probleme, welche bereits vor 
ihrer Ausreise dort gelebt haben oder dort über ein familiäres Netz ver-
fügen, generell  als zumutbar. Hingegen ist  für Asylsuchende, welche 
aus dem Westen oder  dem Norden des Landes stammen und ohne 
Verbindung  zu Abidjan  stehen,  eine  detailliertere  Analyse  der  allge-
meinen Situation in  ihrer  Heimatregion und ihrer  persönlichen Situa-
tion vorzunehmen. 

6.6 Der  junge  Beschwerdeführer,  der  keine  gesundheitlichen  Pro-
bleme geltend macht, stammt nach eigener Aussage aus Abidjan, wo 
er seit  seiner Geburt bis zur Ausreise gelebt hat. Bereits deshalb ist 
der  Vollzug  der  Wegweisung  als  zumutbar  zu  bezeichnen. Der  Voll-
ständigkeit  halber  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  in 
Abidjan zudem über Freunde verfügt  (vgl. A1,  S. 3; A7, S. 3),  womit 
davon auszugehen ist,  dass er  bei  einer  Rückkehr  dorthin  nicht  auf 
sich allein gestellt ist.

6.7 Nach dem Gesagten erweist  sich Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

6.8 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die  Vorinstanz  hat  deren  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

Seite 9

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8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m.  Art. 2 und 3 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). 
Nachdem  das  vom  Beschwerdeführer  gestellte  Gesuch  um  Gewäh-
rung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutgeheissen  wurde,  sind  je-
doch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

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