# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b31d6e2-4cae-58ca-8656-1283ae546825
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.08.2023 200 2021 569
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-569_2023-08-10.pdf

## Full Text

200 21 569 UV
KNB/BOC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. August 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
Richtiplatz 1, 8304 Wallisellen
Zustelladresse: Postfach, 8010 Zürich-Mülligen Postzentrum
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 17. Juni 2021 (U/Ref.; …)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1947 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war als selbstständigerwerbende … tätig und freiwillig bei der 
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Allianz bzw. 
Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankhei-
ten versichert, als sie am 18. November 2018 in ihrer Wohnung mit dem 
Hinterkopf gegen einen Holzbalken stürzte und sich eine Hyperflexionsver-
letzung HWK 5/6 mit inkompletter Tetraplegie – mit erhaltener Gehfähigkeit 
– zuzog (Medizinische Akten der Allianz [M-act. II] 1, 6). Die Allianz er-
brachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. Nachdem sie eine Akten-
beurteilung durch Dr. med. C.________, Facharzt für Neurologie, hatte 
erstellen lassen (Bericht vom 29. Juni 2020 [M-act. II 24]), verfügte die Alli-
anz am 17. Juli 2020 (Allgemeine Akten der Allianz [A-act. II] 1114) den 
Fallabschluss und stellte die Taggeldleistungen sowie Heilbehandlungskos-
ten per 31. Juli 2020 ein und verneinte den Anspruch auf eine Invalidenren-
te. Gleichzeitig sprach sie der Versicherten eine Integritätsentschädigung 
von Fr. 88'920.-- bei einer Integritätseinbusse von 60 % zu. Die dagegen 
erhobene Einsprache (A-act. II 1122) wies die Allianz mit Einspracheent-
scheid vom 17. Juni 2021 (A-act. II 1160) ab. 

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 18. August 2021 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhebung des an-
gefochtenen Entscheides sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die 
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlungkosten und Taggelder) weiterhin 
zu erbringen. Eventualiter sei die Sache unter Aufhebung des angefochte-
nen Entscheides zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

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Die Beschwerdeführerin bestätigt mit Replik vom 8. Februar 2022 die be-
schwerdeweise gestellten Rechtsbegehren. 

Mit Eingabe vom 15. Februar 2023 stellte die Beschwerdeführerin dem 
Gericht in der Folge aufforderungsgemäss D.________-Arztberichte von 
Anfang 2022 zu und teilte mit, die Fragen, welche Dr. med. E.________, 
Facharzt für Intensivmedizin, zur Beantwortung unterbreitet worden seien, 
seien in der "vertrauensärztlichen Stellungnahme" vom 4. August 2021 un-
ter Ziff. 3 ("Fragestellung") durch den Verfasser eins zu eins wiedergege-
ben.

Mit Duplik vom 21. Februar 2023 beantragt die Beschwerdegegnerin wei-
terhin die Abweisung der Beschwerde. Diese Eingabe wurde der Be-
schwerdeführerin mit prozessleitender Verfügung vom 17. März 2023 zur 
Kenntnisnahme zugestellt.

Am 6. April 2023 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf-
forderungsgemäss die E-Mail vom 7. Juli 2021 an Dr. med. E.________ 
nach. Diese Eingabe samt Beilage wurde der Beschwerdegegnerin mit 
prozessleitender Verfügung vom 11. April 2023 zur Kenntnisnahme zuge-
stellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 17. Juni 2021 (A-act. 
II 1160). Streitig und zu prüfen ist, ob im Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 18. November 2018 der Fallabschluss und damit die Einstellung der 
Taggeldleistungen und Heilbehandlungskosten zu Recht per 31. Juli 2020 
erfolgt ist. Die Verneinung des Rentenanspruchs und die Höhe der Inte-
gritätsentschädigung von Fr. 88'920.-- gründend auf einem Integritätsscha-
den von 60 % waren bereits im Einspracheverfahren nicht mehr umstritten 
(vgl. A-act. II 1122) und bilden damit nicht Thema des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In der Schweiz wohnhafte Selbstständigerwerbende (und ihre nicht 
obligatorisch versicherten mitarbeitenden Familienglieder) können sich 
gemäss Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) freiwillig versichern. Nach Art. 5 Abs. 
1 UVG gelten die Bestimmungen über die obligatorische Versicherung 
sinngemäss für die freiwillige Versicherung.

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 

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Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikation 
vorgesehen], E. 3). 

2.4 Der Versicherte hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung 
der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll 
oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er Anspruch auf ein 
Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 

2.5 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 24 S. 
96 E. 5.2).

Nach Art. 21 Abs. 1 UVG soll Heilbehandlung – wie die übrigen Pflegeleis-
tungen und die Kostenvergütungen – nach Festsetzung der Rente durch 
den Unfallversicherer nur unter besonderen Voraussetzungen gewährt 
werden, so bei Berufskrankheit (lit. a), bei Rückfall oder Spätfolgen zur we-

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sentlichen Besserung oder Bewahrung vor wesentlicher Beeinträchtigung 
der Erwerbsfähigkeit (lit. b), zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähig-
keit (lit. c) und zur wesentlichen Verbesserung oder zur Bewahrung vor 
wesentlicher Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes im Falle der Er-
werbsunfähigkeit (lit. d). Im dazwischen liegenden Bereich, nämlich wenn 
einerseits von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte 
Besserung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG mehr erwartet werden kann 
und andererseits die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG nicht erfüllt 
sind, hat der Unfallversicherer keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen. 
An seine Stelle tritt der obligatorische Krankenpflegeversicherer (vgl. BGE 
134 V 109 E. 4.2 S. 114). 

2.6 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist die Ver-
waltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, 
die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheits-
zustand zu beurteilen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

2.7 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (vgl. SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

2.8 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind 
die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden 
Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Fest-
stellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvoll-

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ziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so 
genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 
125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Viel-
mehr wird das Gericht entweder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst oder ein Gerichtsgutachten anordnen (vgl. BGE 
142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 
469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

2.9 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.10 Das Sozialversicherungsgericht beurteilt die Gesetzmässigkeit des 
angefochtenen Entscheides in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur 
Zeit seines Erlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seit-
her verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 
140). Nach dem Erlass des Einspracheentscheides verfasste Arztberichte 
sind nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie keine Rück-
schlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens 
bestehende Situation erlauben (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 PD Dr. med. Dr. sc. nat. F.________, Facharzt für Neurochirurgie, 
Stv. Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie des D.________, hielt 

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im Bericht vom 21. November 2019 (M-act. II 17) die folgende (Haupt-) 
Diagnose fest: 

 St.n. dorsaler Stabilisation C4-Th1 mit Laminektomie C5/6 und partieller Lami-
nektomie C4 und C7 am 19. November 2018 bei Hyperflexionsverletzung C5/6 
(AO Typ B2) und sukzessiver inkompletter Tetraplegie
 Aktuell: Schraubenfehllage C7 und Th1 (teils intraspinal) und Foramenste-

nose C6 rechts
 St.n. Reinstrumentation C4 und C5 sowie Neuinstrumentation C7/Th1, 

dorsale Dekompression der Wurzel C6 rechts und des Neuromonitorings 
am 28. November 2018 fecit Dres. med. F.________ et …

Die Beschwerdeführerin berichte, insgesamt deutliche Fortschritte gemacht 
zu haben, wobei allerdings noch erhebliche Defizite im Bereich der Hände 
vorhanden seien. Hier habe sie aber kürzlich ein Erfolgserlebnis verzeich-
nen können, wobei sie neu die Finger der rechten Hand seit zehn Tagen 
wieder spreizen könne. Ansonsten sei die Beschwerdeführerin wenige 
Schritte zu Hause selbstständig gehfähig und benutze aber für längere 
Strecken den Elektrorollstuhl. Es zeige sich ein regelrechter bildmorpholo-
gischer Status nach durchgeführter oben genannter Operation. Die Be-
schwerdeführerin verzeichne zwar langsame, jedoch aber positive kleinere 
Erfolgserlebnisse. Bezüglich der belastungsabhängigen Nackenschmerzen 
sei die Problematik kompensiert, sodass im Einverständnis mit der Be-
schwerdeführerin hier vorerst keine weiteren Schritte eingeleitet würden.

3.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, führte im Bericht 
vom 3. Dezember 2019 (M-act. II 16) die folgenden (Haupt-)Diagnosen auf:

 Sensomotorisch inkomplette Tetraplegie nach Sturz und Hyperflexionsverlet-
zung HWK 5/6 am 18. November 2018

 Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, nicht-CPAP-bedürftig
 St.n. Tako-Tsubo-Kardiopathie 11/2008
 Intermittierendes Vorhofflimmern
 St. n. Mamma-Ca rechts
 St. n. rezidivierender Gastritis
 St. n. Laparoskopie 2007 wegen rezidivierenden Subileuszuständen
 Hyperthyreose, substituiert
 St. n. Diskushernie L2/3 rechts, konservativ therapiert

Bei diesem St.n. Hyperflexionsverletzung HWK 5/6 bestehe weiterhin eine 
reelle Chance auf weitere Verbesserung motorischer und sensibler Defizite, 

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was sich beispielsweise in Bezug auf Alltagsfunktionen der rechten domi-
nanten Hand zunehmend positiv auswirken könnte. Leider bestehe auch 
eine beträchtliche sensible Afferenzstörung mit Einschränkung der taktilen 
Wahrnehmung der Finger. Im Rahmen der neurogenen Blasenfunktions-
störungen komme es aktuell zu keinen Sekundärkomplikationen im Sinne 
von rezidivierenden Harnwegsinfekten und bei der letzten Kontrolle in … 
seien lediglich 50ml Restharn festgestellt worden, so dass sich hier keine 
weiteren Massnahmen aufdrängten. Bei einer Fortsetzung der intensiven 
physiotherapeutischen und ergotherapeutischen Bemühungen dürfe noch 
einiges an rehabilitativem Erfolg erwartet werden. Er möchte die Be-
schwerdeführerin auch langfristig maximal gegenüber den Kostenträgern 
mittels Kostengutsprachen unterstützen. 

3.3 Prof. Dr. med. H.________ (im Medizinalberuferegister ohne Fach-
arzttitel verzeichnet; vgl. www.medregom.ch), Leiter Handchirurgie des 
D.________, führte im Bericht vom 11. März 2020 (M-act. II 22) die folgen-
den handchirurgischen Diagnosen auf:

 Intrinsic tightness. Langfinger Hand rechts
 PIP-Gelenkskontrakturen. Hand links

Die Beschwerdeführerin berichte, dass sich in den letzten Wochen betref-
fend Handfunktion vor allem rechtsseitig eine Verbesserung der Ansteue-
rung und Kraft ergeben habe. Mittlerweile sei nun beispielsweise das 
Abspreizen der Langfinger möglich. Aufgrund einer deutlichen Gefühlsmin-
derung rechtsseitig könne diese Hand nur unter visueller Kontrolle für fein-
motorische Tätigkeiten eingesetzt werden. Linksseitig zeige sich eine 
erhaltene Sensibilität bei jedoch im Seitenvergleich deutlicher Kraftminde-
rung. Im Alltag erhalte sie Hilfe durch die Spitex. Es gebe keine Hinweise 
auf einen M Dupuytren sowohl an der linken als auch an der rechten Hand. 
Zudem sei die Notwendigkeit einer regelmässigen intensiven Handtherapie 
zur Verringerung der Intrinsic Tightness rechtsseitig und ebenfalls zur Ver-
ringerung der PIP-Gelenkskontrakturen linksseitig besprochen worden. Es 
werde die Anfertigung einer langen Intrinsic plus-Lagerungsschiene mit 30° 
Handgelenksextension und 70° Flexion in den MCP-Gelenken bei exten-
dierten Langfinger als Nachtlagerungsschiene empfohlen. Bei subjektiver 
Verschlechterung der Handfunktion könne sie sich jederzeit erneut melden.

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3.4 Dr. med. I.________, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, 
Oberärztin Paraplegiologie des D.________ (vgl. M-act. II 30), hielt im Be-
richt vom 23. März 2020 (M-act. II 23) fest, die Beschwerdeführerin habe 
sich in einem guten Allgemein- und stabilen Rehabilitationszustand gezeigt. 
Die sensomotorischen Defizite seien soweit beurteilbar stationär geblieben. 
Das Gleiche gelte für die Bewegungseinschränkungen der Gelenke der 
oberen und unteren Extremitäten. Funktionell habe sich die Beschwerde-
führerin aber deutlich verbessert und erlange mehr Selbstständigkeit in den 
Aktivitäten des täglichen Lebens. Daher sei die Durchführung ambulanter 
Physio- und Ergotherapie wie bisher absolut sinnvoll. Zur Verbesserung der 
Propriozeption sowie für eine bessere Körperhaltung beim Gehen sei das 
Gehen mit zwei Walking-Stöcken sinnvoll. Bezüglich der von der Be-
schwerdeführerin berichteten haltungsbedingten Schmerzen im Schulter- 
und Nackenbereich werde aktuell Akupunktur durchgeführt. Darunter lies-
sen sich die Schmerzen und die muskulären Verspannungen sehr gut be-
einflussen. Es werde eine Weiterführung dieser Therapie im Verlauf 
empfohlen. Ansonsten bestehe aktuell von der rehabilitativen Seite kein 
anderer Interventionsbedarf. Die weiteren medizinischen Kontrollen fänden 
beim Hausarzt statt.

3.5 Im Bericht vom 25. März 2020 (M-act. II 21) führte Dr. med. 
G.________ aus, in der Zwischenzeit bestehe weiterhin eine Einschrän-
kung der Handfunktion bei Atrophie der intrinsischen Muskulatur und mit 
linksbetonten Sensibilitätsstörungen und einer limitierten Extension der 
Finger li > re bei etwas besserer Rohkraft der rechten Hand trotz Sehnen-
verkürzung. Alltagsfunktionen, wie zum Beispiel das Essen seien mit Hilfs-
mitteln wieder etwas besser möglich. Auch die Gehfunktion habe sich 
soweit verbessert, dass die Beschwerdeführerin ohne Gehhilfen im Haus 
und ausser Haus bei Einkäufen mobil sei. Zu Stürzen sei es letzthin nicht 
mehr gekommen, nachdem sie letztmals im Oktober einen Stolpersturz 
gemacht habe. Eine neurogene Blasenfunktionsstörung sei zwar manifest, 
aber es sei zu keinen rezidivierenden Harnwegsinfekten gekommen. Eine 
gewisse Spastizität sei in den Beinen vorhanden und führe nachts gele-
gentlich zu kurzen Verkrampfungen, jedoch nicht zu länger dauernden 
schmerzhaften Verspannungen. Auch für ein Restless-Legs-Syndrom er-
gäben sich keine relevanten Anhaltspunkte. In therapeutischer Hinsicht 

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bestehe eine Anbindung bei der Ergotherapie, leider könnten aber wegen 
der Corona-Pandemie aktuell keine Therapiesitzungen stattfinden. Eine 
Schienung wäre gerade angesichts dieser Streckdefizite der Finger linksbe-
tont sinnvoll. Die Spitex-Unterstützung sei zur Bewältigung des Haushalts 
notwendig. Leider sei der Lebenspartner der Beschwerdeführerin nach 
Schenkelhalsbruch nun von einem Covid-19-Infekt kritisch betroffen. Aktu-
ell wünsche die Beschwerdeführerin keine stationäre Neurorehabilitation 
wie er vorgeschlagen habe, jedoch könne er diese jederzeit noch beantra-
gen. 

3.6 Im Aktengutachten vom 29. Juni 2020 (M-act. II 24) führte Dr. med. 
C.________ aus, bei einem Sturz mit Hyperflexionsverletzung HWK 5/6 sei 
es zu einer inkompletten sensomotorischen Tetraplegie gekommen, welche 
sich im Verlauf von AIS C auf AIS D entwickelt habe. Entsprechend des 
Berichtes des D.________ habe die Beschwerdeführerin zwischen Oktober 
2019 und März 2020 nochmals klinische Fortschritte gemacht. Dies insbe-
sondere in der Mobilität. Entsprechend dem handchirurgischen Bericht des 
D.________ gehe es bei der Hand vor allem darum, die Fortschritte zu er-
halten und zu verhindern, dass es zu Kontrakturen komme. Ziele bezüglich 
möglicher Besserung seien nicht genannt worden. Von neurologischer Sei-
te her sei ein erneuter Rehabilitationsaufenthalt in Betracht gezogen wor-
den. Dieser sei aber von der Beschwerdeführerin abgelehnt worden. Ohne 
erneuten Rehabilitationsaufenthalt und insbesondere auch bei den multi-
plen Vorerkrankungen könne von keiner weiteren substantiellen Verbesse-
rung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin ausgegangen 
werden. Ein medizinischer Endzustand könne somit 18 Monate nach dem 
Eintritt des Ereignisses angenommen werden. Geblieben seien eine partiel-
le Inkontinenz, eine leichtgradige Gehstörung sowie eine partielle Ein-
schränkung der Handfunktionen beidseits. Die Beschwerdeführerin sei aber 
soweit mobil, dass sie ihre Einkäufe tätigen könne. Es bleibe aber eine all-
gemeine motorische Störung sub C6, bedingt durch eine leichte Spastik. 
Mit einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung könnten nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit noch namhafte Verbesserungen erzielt werden. 
Eine mögliche Verbesserung hätte sich allenfalls durch eine erneute Reha-
bilitation ergeben. Die Diskussion darüber erübrige sich, da die Beschwer-
deführerin dies nicht möchte.

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3.7 Dr. med. G.________ hielt im Bericht vom 21. August 2020 (M-act. 
II 25) fest, mit Erstaunen habe er zur Kenntnis genommen, dass die Be-
schwerdegegnerin von einem medizinischen Endzustand spreche und kei-
ne Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin erwarte. 
Der damit verbundene Abschluss dieses Falls sei nicht gerechtfertigt, da 
von ihm und den Kollegen des D.________ … ein sehr signifikantes Ver-
besserungspotenzial beobachtet und in den Untersuchungen dokumentiert 
worden sei. Diese Besserung halte auch in den letzten Monaten an und 
gemäss Aktenkonsilium von Dr. med. C.________ sei auch ein rehabilitati-
ves Potenzial aus seiner Sicht weiterhin gegeben. Während der Corona-
Pandemie sei eine Hospitalisation zur maximalen Ausschöpfung des 
rehabilitativen Potenzials im stationären Setting nicht gegeben gewesen. 
Auch aktuell sei dies im Rahmen der Corona-Pandemie mit steigenden 
Fallzahlen schwierig, und er plädiere deshalb für eine intensive Fortsetzung 
der ambulanten Therapie in einer bestehenden Anbindung an die jetzigen 
Therapeuten.

3.8 Im Bericht vom 22. Oktober 2020 (M-act. II 29) hielt Dr. med. 
G.________ fest, hinsichtlich der sensomotorisch inkompletten Tetraplegie 
bestehe weiterhin eine relevante Einschränkung der Handfunktion bei Mus-
kelatrophie sowie Ausfällen an den unteren Extremitäten bei nachgewiese-
ner Myelopathie auch in den elektrophysiologischen Untersuchungen. Es 
sei somit von einem residuellen Schaden und einer längerfristigen Ein-
schränkung auszugehen, und es bestehe eine relevante Einschränkung der 
Alltagsfunktionen mit 100 %iger Arbeitsunfähigkeit. Die Fortsetzung eines 
intensiven ambulanten Therapiesettings mit Physiotherapie und Ergothera-
pie sei zwingend erforderlich, um einer weiteren Dekonditionierung entge-
gen zu wirken. 

3.9 Dr. med. J.________, Fachärztin für Chirurgie und Handchirurgie, 
Chefärztin für Hand- und Tetrahandchirurgie des D.________, führte im 
Bericht vom 11. Januar 2021 (M-act. II 32) die folgende handchirurgische 
Diagnose auf:

 Intrinsic Tightness und PIP-Gelenkskontrakturen Dig IV und V Hand links

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Die mit der gestellten Diagnose einhergehenden Alltagsschwierigkeiten 
liessen sich damit gut erklären. Es werde der Beschwerdeführerin die Mög-
lichkeit der weiterführenden Schienentherapie vorgeschlagen. Alternativ 
gebe es operativ die Möglichkeit mittels passiver intrinsischer Rekonstrukti-
on (House-Procedure) die Flexion in den MCP-Gelenken und im Verlauf die 
Extension in den PIP-Gelenken nach Lösen der Kontrakturen wiederherzu-
stellen. Dafür bedürfe es postoperativ einer Schienentherapie von zwei 
Monaten. Die Beschwerdeführerin sei grundsätzlich an einem Eingriff nach 
der Corona-Pandemie interessiert. Sie werde sich selbstständig zur erneu-
ten Terminvereinbarung und Planung der operativen Therapie melden, zwi-
schenzeitlich werde sie die Lagerungsschienen wieder etwas vermehrt 
anwenden.

3.10 Prof. Dr. med. K.________, Facharzt für Urologie, Chefarzt Neuro-
Urologie des D.________, gab im Bericht vom 13. Januar 2021 (M-act. II 
31) die folgenden Diagnosen an: 

 Neurogene Blasenfunktionsstörung mit Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie 
 Spontanmiktion

 Inkomplette Tetraplegie sub C5 (AIS C) nach Sturz am 18. November 2018
 St. n. Chemo- und Radiotherapie bei Mamma-Ca rechts
 22. November 2002 OP nach Billroth II, Standard Roux-Y-Anastomose wegen 

chronischer Gastritis
 St. n. laparoskopischer Cholezystektomie 12/2005
 St. n. diagnostischer Laparoskopie 08/2007 wegen rezidivierenden Subileus-

zuständen

Zusammenfassend bestehe eine neurogene Blasenfunktionsstörung mit 
zurzeit akzeptabler Entleerung. Einen unauffälligen Verlauf vorausgesetzt, 
könne das bisherige Procedere unverändert fortgesetzt werden, bei zu-
nehmendem Restharn wäre eine erneute Akupunkturbehandlung oder ein 
apparatives Biofeedback zur Relaxation des Beckenbodens möglich.

3.11 Dr. med. I.________ führte im Bericht vom 1. Februar 2021 (M-act. 
II 30) aus, in der ambulanten Jahreskontrolle vom 7. Januar 2021 habe sich 
die Beschwerdeführerin in einem guten Allgemein- und leicht reduziertem 
Rehabilitationszustand gezeigt. Die neurologischen Defizite seien soweit 
beurteilbar stationär geblieben. Nun habe die Beschwerdeführerin eine 
Verschlechterung der Kraftausdauer und des Gleichgewichtes beobachtet, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 14

verbunden mit vermehrten Stürzen. Dies sei im Zusammenhang mit der 
fehlenden ambulanten Physiotherapie interpretiert worden. Bei der Be-
schwerdeführerin bestehe ein dringender Bedarf für ambulante Physiothe-
rapie, aktuell mit einer Frequenz von 2 x pro Woche mit dem Ziel 
Ausdauer- und Gleichgewichtstraining. Zudem sollte an der Gelenksbeweg-
lichkeit der oberen und unteren Extremitäten zur Vermeidung von weiterer 
Kontrakturzunahme gearbeitet werden. Da die Beschwerdeführerin über 
rezidivierende haltungsbedingte Nacken- und Schulterschmerzen berichtet 
habe, sollten zusätzlich noch detonisierende und schulterstabilisierende 
Massnahmen durchgeführt werden. Die Durchführung ambulanter Ergothe-
rapie mit einer Frequenz von 1 x pro Woche sei erforderlich, da die Be-
schwerdeführerin weiterhin Mühe mit der Durchführung von alltäglichen 
Tätigkeiten infolge eingeschränkter Handfunktion bei Atrophie der intrinsi-
schen Muskulatur habe, und eine eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit 
bestehe. Die Sensibilität in den Händen sei derart betroffen, dass sie ohne 
visuelle Kontrolle keine Aktivitäten ausüben könne und sie bei Vorbereitung 
des Essens sich verbrenne, ohne dies zu merken. Sollte die Therapiefre-
quenz reduziert werden, sei mit einer Verschlechterung des medizinisch-
rehabilitativen Zustands zu rechnen, so dass das Wohnen allein zuhause 
nicht mehr gewährleistet sei und eine Verlegung in eine Pflegeinstitution 
erforderlich werde. Somit werde die Versicherung um die Kostenübernah-
me für ambulante Physiotherapie aktuell 2 x pro Woche und ambulante 
Ergotherapie 1 x pro Woche gebeten. Bei der Durchführung der Alltagsakti-
vitäten sei die Beschwerdeführerin auf fremde Hilfe angewiesen, so dass 
weiterhin der Bedarf von Spitexunterstützung gegeben sei bzw. mindestens 
zwei Stunden am Morgen und eine Stunde am Abend. Zur Linderung der 
Schmerzen in der LWS werde TENS zuhause regelmässig durchgeführt. 
Die Weiterführung dieser Therapie zur Vermeidung von Schmerzexazerba-
tionen werde empfohlen.

3.12 Dr. med. E.________ hielt am 4. August 2021 (Akten der Be-
schwerdeführerin [act. Ia] 15) gegenüber dem Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin fest, die Schreiben des D.________ … und des 
behandelnden Neurologen enthielten eindeutige Aussagen dazu, dass die 
von der Beschwerdegegnerin behauptete Stabilisierung des Zustandes 
keinesfalls erreicht sei. Das Schreiben der Handchirurgin beinhalte einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 15

eindeutigen Therapievorschlag für die lähmungsbedingten Kontrakturen, 
nämlich eine operative Korrektur, für welche die Beschwerdeführerin Inter-
esse bekundet habe. Dies und auch das Angebot einer weiterführenden 
Schienentherapie (welche auch nach der Operation fortzuführen wäre) 
würden von der Beschwerdegegnerin nicht korrekt wiedergegeben. Die von 
der Beschwerdeführerin gewünschte Durchführung der Operation nach der 
Corona-Pandemie werde gar zu einer Ablehnung aus unfallfremden Grün-
den verfälscht. Mit der Beurteilung des von der Beschwerdegegnerin beauf-
tragten Gutachters stimme er in einem Punkt überein. Er stelle fest, dass 
durch eine erneute Rehabilitation eine Verbesserung möglich sei. Gemein-
sam mit den Fachärzten des D.________ … und dem behandelnden Neu-
rologen der Beschwerdeführerin schliesse er sich dieser Meinung 
vollumfänglich an. Auch die Beschwerdeführerin teile diese Überzeugung. 
Mit Schreiben vom 5. Mai 2021 erkläre sie klar, nie eine vorgeschlagene 
Rehabilitation abgelehnt zu haben. Weshalb der Gutachter im Juni 2020 
einerseits zitiere, die Beschwerdeführerin habe aufgrund vorliegender Be-
richte im Zeitraum zwischen Oktober 2019 und März 2020 nochmals klini-
sche Fortschritte gemacht, andererseits aber den medizinischen 
Endzustand konstatiere, sei völlig unklar. Der von der Beschwerdegegnerin 
beauftragte Gutachter gebe in seinem Schreiben vom 29. Juni 2020 an, die 
Diskussion über eine erneute Rehabilitation erübrige sich, da die Be-
schwerdeführerin dies nicht möchte. Diese Aussage möge für den konkre-
ten Zeitraum zutreffen, sie sei zudem gut begründet. Jeder Bürger mit 
gesundem Menschenverstand, insbesondere aber eine medizinische 
Fachperson, habe zu Beginn der Corona-Pandemie aufschiebbare Spital-
aufenthalte vermieden. Die Beschwerdeführerin sei als besonders gefähr-
dete Person einzuordnen. Dass die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin nun vorwerfe, unter dem Eindruck der beginnenden 
Corona-Pandemie den Eintritt für eine erneute Rehabilitation abgelehnt zu 
haben, zeuge von einem unzureichenden historischen Kurzzeitgedächtnis. 
Er persönlich betrachte eine derartige Argumentation als zynisches Verhal-
ten gegenüber einem Kunden und Mitmenschen. 

3.13 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 18. Januar 2022 (act. Ia 
17) die gleichen (Haupt-)Diagnosen wie im Bericht vom 21. November 
2019 (M-act. II 17) auf, mit folgender Ergänzung:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 16

 Initial ASIA C, im Verlauf ASIA D mit Wiedererlangung der Gehfähigkeit am 
Rollator

Es zeige sich ein regelrechter 3-Jahresverlauf nach Stabilisation der HWS 
von C4 - Th1. Sämtliche Schrauben seien fest verankert und es zeigten 
sich keine Hinweise für Materialversagen oder Lockerungszeichen. Hin-
sichtlich der eingeschränkten Beweglichkeit liege dies natürlich mit der Fi-
xation des zervikothorakalen Überganges bis hin zu C4 zusammen. Somit 
sei über die Hälfte der HWS stabilisiert und immobil. Eine Wiedererlangung 
der Mobilität im Bereich der HWS wie vor der Stabilisation sei durch die 
stattgehabte Fusion wie auch den Unfallmechanismus nicht mehr möglich. 
Hinsichtlich der Physiotherapie empfehle er vor allem Kräftigungs- und 
Stärkungsübungen der Nackenmuskulatur, um den Ermüdungserscheinun-
gen vorzubeugen.

3.14 Dr. med. J.________ führte im Bericht vom 20. Januar 2022 (act. Ia 
18) die folgende Diagnose auf: 

 Sensomotorisch inkomplette Tetraplegie sub C6 nach Sturz am 18. November 
2018 mit/bei: 
 Handchirurgischer Diagnose: PIP-Gelenkskontrakturen Dig. IV und V Hand 

links sowie fehlende intrinsische Funktion und fehlende Daumenfunktion 
links

Trotz eingeschränkten Funktionen an beiden Händen komme die Be-
schwerdeführerin im Alltag zurecht, ein operativer Eingriff zur Funktions-
verbesserung komme deshalb nicht in Frage. Es werde empfohlen, die 
Ergotherapie ein Mal wöchentlich weiterzuführen, insbesondere um eine 
Verschlechterung der Gelenkskontrakturen zu verhindern. Die Behandlung 
der Beschwerdeführerin werde abgeschlossen.

3.15 Dr. med. PhD L.________, Fachärztin für Physikalische Medizin 
und Rehabilitation, Leitende Ärztin Paraplegiologie des D.________, hielt 
im Bericht vom 28. Januar 2022 (act. Ia 19) fest, anlässlich der ambulanten 
Jahreskontrolle vom 20. Januar 2022 habe sich die Beschwerdeführerin in 
einem guten Allgemein- und leicht reduzierten, jedoch stabilen Rehabilitati-
onszustand gezeigt. Die neurologischen Defizite seien soweit beurteilbar 
stationär geblieben und entsprächen weiterhin dem Zustandsbild einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 17

sensomotorisch inkompletten Tetraplegie, motorisch sub C6, sensibel sub 
C4 (AIS D). Hinsichtlich der Kraft, Sensibilität und Gelenksbeweglichkeit 
habe sich ein stationärer Befund gezeigt, jedoch trotzdem schlechtere Wer-
te beim 6-Minuten-Gehtest, wo die Beschwerdeführerin heute 190 Meter 
habe zurücklegen können (203 Meter im letzten Jahr) bei einer Norm von 
560 Metern. Da der aktuelle Zustand der Beschwerdeführerin durch eine 
Querschnittlähmung verursacht sei, sei keine drastische neurologische 
Verbesserung zu erwarten. Jedoch seien die intensive Physio- und Ergo-
therapie in einem Ausmass von 2x pro Woche zum Erhalt und wenn mög-
lich Verbesserung der Muskelkraft sowie Erhalt der Gelenksbeweglichkeit 
und Mobilität zwingend indiziert. Infolge eingeschränkter Handfunktion bei 
Atrophie der intrinsischen Muskulatur sei die Durchführung von alltäglichen 
Tätigkeiten deutlich eingeschränkt. Ohne operative Massnahmen sei eine 
Funktionsverbesserung der Hände nicht zu erwarten, jedoch seien durch 
die regelmässige Ergotherapie weitere Verschlechterungen der Gelenks-
korrekturen vermeidbar. Da die Beschwerdeführerin in Alltagstätigkeiten 
grossenteils auf Fremdhilfe angewiesen sei, sei eine Spitex-Unterstützung 
weiterhin indiziert. Zur Linderung der Schmerzen im Rückenbereich werde 
TENS zu Hause regelmässig durchgeführt. Es werde eine Weiterführung 
dieser Therapie zur Vermeidung von Schmerzexazerbationen empfohlen.

4.

4.1 Zu Recht unbestritten ist, dass der Sturz vom 18. November 2018 
einen Unfall im Rechtssinn (vgl. E. 2.2 hiervor) darstellt und dass die nach 
wie vor bei der Beschwerdeführerin bestehenden gesundheitlichen Beein-
trächtigungen natürlich und adäquat kausale Unfallfolgen darstellen (vgl. E. 
2.3 hiervor). Hingegen ist umstritten, ob die Beschwerdegegnerin die Heil-
behandlung und die Taggelder zu Recht per 31. Juli 2020 eingestellt hat 
(Fallabschluss) bzw. ob im genannten Zeitpunkt von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung überwiegend wahrscheinlich noch eine namhafte 
Besserung des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 2.5 
hiervor) zu erwartet war. Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi-
cherung standen bei der im Unfallzeitpunkt bereits lange Zeit im ordentli-
chen Rentenalter stehenden Beschwerdeführerin nie zur Diskussion.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 18

4.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Entscheid zum Fallab-
schluss insbesondere auf die Aktenbeurteilung des beigezogenen Neurolo-
gen Dr. med. C.________ vom 29. Juni 2020 (M-act. II 24), gemäss wel-
cher 18 Monate nach dem Ereignis der medizinische Endzustand 
angenommen werden könne, dies in Kenntnis der bisherigen medizini-
schen Akten (vgl. Beschwerde S. 5 Art. 4). Diese Aktenbeurteilung erfüllt 
die an den Beweiswert eines medizinischen Berichtes gestellten Anforde-
rungen, insbesondere liegt ein lückenloser Befund vor und es geht im We-
sentlichen einzig um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 
feststehenden medizinischen Sachverhalts (vgl. E. 2.7 hiervor). Eine per-
sönliche Untersuchung bzw. ein Explorationsgespräch war entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 5 Art. 4) demnach 
nicht notwendig. Die weiteren medizinischen Berichte vermögen keine auch 
nur geringen Zweifel am Beweiswert der Aktenbeurteilung von Dr. med. 
C.________ vom 29. Juni 2020 (M-act. II 24) zu begründen (vgl. E. 2.8 
hiervor). Vielmehr fügt diese sich gut in die Berichte der behandelnden Ärz-
te ein (vgl. E. 4.3 und 4.4 hiernach), welche deutlich vor der Leistungsein-
stellung per Ende Juli 2020 erfolgten und sich denn auch allein auf diese 
Zeitpunkte bezogen. Andererseits stützen die nach Ende Juli 2020 erfolg-
ten Berichte bei objektiver Betrachtung die Beurteilung von Dr. med. 
C.________ von Ende Juni 2020, wonach keine substanzielle Verbesse-
rung mehr erreicht werden könne. Dr. med. C.________ erachtet eine Ver-
besserung allein als möglich, so dass der notwendige Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) 
nicht erreicht wird respektive nicht von dieser Annahme ausgegangen wer-
den darf. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde 
S. 5 Art. 4) ist Dr. med. C.________ als Facharzt für Neurologie denn auch 
qualifiziert, die sich bezüglich des Fallabschlusses im Zusammenhang mit 
der bei der Beschwerdeführerin bestehenden inkompletten Tetraplegie stel-
lenden Fragen zu beantworten. 

4.3 Vor bzw. zu Beginn einer vertieften gerichtlichen Beweiswürdigung 
ist zunächst festzuhalten, dass evident ist, dass – nebst dem ebenfalls zu 
überprüfenden Taggeldanspruch ab Ende Juli 2020 – die motivierte Be-
schwerdeführerin auch mittel- und langfristig physio- bzw. ergotherapeuti-
scher Behandlung bedarf. Die Frage ist vorliegend, wie lange diese durch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 19

die Unfallversicherung zu übernehmen ist, bzw. wann an deren Stelle der 
obligatorische Krankenpflegeversicherer tritt. Sodann gilt es vorweg festzu-
halten, dass die (namentlich durch die behandelnden und/oder beratenden 
Ärzte der Beschwerdeführerin teilweise emotional geführte) Diskussion 
einer allfälligen – bloss möglichen – Verbesserung des Zustandes der 
Handbeweglichkeit durch eine Operation vorliegend nicht zielführend ist. 
Einerseits erschien eine operationsbedingte Verbesserung – im Zeitpunkt 
der Leistungseinstellung – höchstens möglich. Andererseits zeigte die 
Handchirurgin Dr. med. J.________ im späteren Bericht vom Januar 2021 
(M-act. II 32) lediglich weitere Behandlungsmöglichkeiten auf ohne ent-
sprechend darzulegen, dass damit eine namhafte Verbesserung der Hand-
beweglichkeit erreicht werden könnte. Im Januar 2022 (act. Ia 18) hielt sie 
bezüglich der früher thematisierten Behandlungsoptionen denn auch kurz 
und abschliessend fest, dass die Beschwerdeführerin mit bzw. trotz den 
eingeschränkten Handfunktionen beidseits im Alltag "zurecht komme" und 
ein operativer Eingriff deshalb für diese nicht in Frage komme.

Wenn sodann die vor der Leistungseinstellung liegenden Berichte der Be-
handler (allenfalls) noch ein Verbesserungspotenzial erblicken liessen (vgl. 
E. 4.4 hiernach), gilt es zu beachten, dass insbesondere Dr. med. 
G.________ – als Bekannter/Duzfreund der Beschwerdeführerin – offen 
kommunizierte, dass er gedenke, seine Patientin auch langfristig maximal 
gegenüber den Kostenträgern zu unterstützen (vgl. Bericht vom 3. Dezem-
ber 2019 [M-act. II 16]). Seine Berichte bezwecken damit advokatorische 
Ziele und sind somit entsprechend zu würdigen. Dies umso mehr, als dass 
Dr. med. G.________ – offensichtlich in Unkenntnis der UV-Anspruchs-
voraussetzungen (vgl. dazu namentlich E. 2.5 letzter Absatz hiervor) – irr-
tümlich davon ausgeht, dass die Unfallversicherung die Heilbehandlung 
zeitlich unbegrenzt zu übernehmen hat. 

Objektiv betrachtet, ergibt sich auch aus den anderen Berichten der Be-
handler bzw. die Beschwerdeführerin beratenden Ärzte, dass diese nicht 
das vorliegend entscheidende Kriterium einer namenhaften Besserung ei-
ner Heilbehandlung hinsichtlich der (hypothetischen) Arbeitsfähigkeit ein-
schätzen, sondern ganz allgemein (in Unkenntnis der UV-Anspruchs-
voraussetzungen) eine weitere Physio- bzw. Ergotherapie als sinnvoll 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 20

bezeichnen. Dabei lassen sie ausser Acht, dass diese Therapien bloss zur 
Erhaltung und nicht zu einer namhaften Verbesserung der Beweglichkeit 
führen. Je näher vor dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung per Ende Juli 
2020 deren Berichte liegen – bzw. erst Recht danach – geht es sodann bei 
deren Therapieempfehlung um die Erhaltung der "bisherigen Fortschritte" 
und nicht (mehr) um eine namhafte Verbesserung mit Blick auf eine ins 
Gewicht fallende (hypothetische) Steigerung der Arbeitsfähigkeit (vgl. 
E. 4.4 hiernach).

4.4 Aus den Berichten der behandelnden Ärzte – namentlich des 
D.________ sowie Dr. med. G.________ – ergibt sich in der Zeit vor der 
Aktenbeurteilung von Juni 2020 vorerst noch ein Verbesserungspotential. 
So hielt Dr. med. G.________ im Bericht vom 3. Dezember 2019 (M-act. II 
16 S. 2) fest, bei einer Fortsetzung der intensiven physiotherapeutischen 
und ergotherapeutischen Bemühungen dürfe noch einiges an rehabilitati-
vem Erfolg erwartet werden. Am 21. November 2019 berichtete die Be-
schwerdeführerin gegenüber den behandelnden Ärzten des D.________, 
insgesamt deutliche Fortschritte gemacht zu haben (M-act. II 17). Aller-
dings wurde bereits am 25. März 2020 (M-act. II 21 S. 2) auch von Dr. med. 
G.________ nicht mehr vorab von möglichen Fortschritten berichtet – aus-
ser betreffend einer Handschienung –, sondern erfolgte eine "Bestandes-
aufnahme" der Beschwerden. Aus diesem Bericht wird auch ersichtlich, 
dass Dr. med. G.________ – wie erwähnt – mit "A.________" gut bekannt 
ist und ihr zur bestmöglichen Behandlung verhelfen will. Dies ist allerdings 
bei Behandlungen zur Erhaltung der Funktionen (bzw. der Erwerbsfähig-
keit) – wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zutreffend 
ausgeführt hat (A-act. II 1160 S. 7 Ziff. 27) – im Fall der im Unfallzeitpunkt 
bereits seit Jahren im ordentlichen AHV-Alter stehenden und nicht mehr 
erwerbstätigen Beschwerdeführerin (vgl. A-act. II 1082 S. 4 "Arztpraxis") 
nicht mehr durch die Unfallversicherung zu übernehmen (vgl. Art. 21 Abs. 1 
lit. c UVG sowie E. 2.5 letzter Absatz hiervor). 

Im Bericht von Prof. Dr. med. H.________ vom D.________ vom 11. März 
2020 (M-act. II 22) wird zwar von gewissen subjektiv empfundenen Ver-
besserungen der Beschwerdeführerin berichtet, jedoch – objektiv betrach-
tet – ohne Schilderung namhafter Verbesserungen. Es wurde dabei (S. 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 21

am Schluss) sogar auf eine (wiederum mögliche) Verschlechterung der 
Handfunktion hingewiesen; bei subjektiver Feststellung einer solchen kön-
ne sich die Beschwerdeführerin wieder melden. Im Bericht von Dr. med. 
I.________ vom D.________ vom 23. März 2020 (M-act. II 23) wird von 
einem guten Allgemeinzustand berichtet, wobei die sensomotorischen De-
fizite (soweit beurteilbar) stationär geblieben seien. Funktionell wird für die 
Vergangenheit nochmals eine deutliche Verbesserung geschildert. Für die 
Zukunft (ab März 2020) wird allerdings einzig noch das Gehen mit zwei 
Walking-Stöcken (zur Verbesserung der Propriozeption und für eine besse-
re Körperhaltung) als bloss noch graduelle Verbesserung empfohlen. Die 
Übrigen Therapie(n) (u.a. Akupunktur) sind offensichtlich auf die Erhaltung 
des bisher Erreichten gerichtet, ohne dass eine namhafte Verbesserung 
noch überwiegend wahrscheinlich erschiene. Zudem gelten ärztliche Ver-
laufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie manualtherapeuti-
sche Behandlungen nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen 
Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheits-
zustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung 
(Entscheid des BGer vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3). 

Die Reaktion von Dr. med. G.________ vom 21. August 2020 (M-act. II 25) 
auf die Aktenbeurteilung von Dr. med. C.________ vom 29. Juni 2020 (M-
act. II 24) bestätigt im Übrigen, dass er für die Beschwerdeführerin Partei 
ergriffen hat (allerdings schildert er das Verbesserungspotential einzig mit 
Blick auf die Vergangenheit). Dass er irrtümlich der Meinung ist (vgl. E. 4.3 
hiervor), die Unfallversicherung müsse auch Restbeschwerden des Ereig-
nisses vom 18. November 2018 unbesehen des Kriteriums der "namhaften 
Besserung" unbefristet übernehmen, zeigt sich sodann klar in seinem Be-
richt vom 22. Oktober 2020 (M-act. II 29), wo er nicht mehr von "Verbesse-
rungspotential" schreibt, sondern (S. 2 am Schluss) festhält, die 
Fortsetzung eines intensiven ambulanten Therapiesettings mit Physio- und 
Ergotherapie sei zwingend erforderlich, um einer weiteren Dekonditionie-
rung entgegen zu wirken. 

Auch die übrigen Arztberichte belegen nicht, dass von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des im Sinne einer hypothetischen Verbesserung/Wiedererlangung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 22

Arbeitsfähigkeit zu erwarten wäre, wobei nach dem Erlass des Einspra-
cheentscheides vom 17. Juni 2021 (A-act. II 1160) verfasste Arztberichte 
(grundsätzlich) nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen sind, soweit sie 
keine Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwal-
tungsverfahrens bestehende Situation erlauben (vgl. E. 2.10 hiervor). Be-
treffend der Berichte von Dr. med. J.________ sei auf die Ausführungen in 
E. 4.3 hiervor verwiesen. 

Aus urologischer Sicht empfahl Prof. Dr. med. K.________ im Bericht vom 
13. Januar 2021 (M-act. II 31) nur für den Fall einer Zunahme des Rest-
harns eine erneute Akupunkturbehandlung oder ein apparatives Biofeed-
back zur Relaxation des Beckenbodens. Weitergehende Behandlungs-
empfehlungen sind diesem Bericht nicht zu entnehmen. Schliesslich wurde 
im Bericht von Dr. med. I.________ vom 1. Februar 2021 (M-act. II 30) von 
einem stationären Zustand hinsichtlich der neurologischen Defizite berich-
tet und erwähnt, sollte die Therapiefrequenz reduziert werden, sei mit einer 
Verschlechterung des medizinisch-rehabilitativen Zustandes zu rechnen. 
Auch im Bericht von Dr. med. PhD L.________ vom 28. Januar 2022 (act. 
Ia 19) wird von einem aus neurologischer Sicht stabilen Zustand berichtet. 
Und Dr. med. F.________ hielt im Bericht vom 18. Januar 2022 (act. Ia 17) 
fest, eine Wiedererlangung der Mobilität im Bereich der HWS wie vor der 
Stabilisation sei durch die stattgehabte Fusion wie auch den Unfallmecha-
nismus nicht mehr möglich. 

Was den Bericht von Dr. med. E.________ vom 4. August 2021 (act. Ia 15) 
betrifft, ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten (Duplik S. 3 Ziff. 8), 
dass Dr. med. E.________ als Facharzt für Intensivmedizin nicht über die 
im vorliegenden Zusammenhang notwendigen Facharzttitel verfügt und ihm 
zudem lediglich zwei Arztberichte für die Verfassung seiner Stellungnahme 
vorlagen (vgl. act. Ia 15), womit seine Einschätzung nicht auf den vollstän-
digen Akten beruht und insgesamt höchstens reduziert beweiskräftig ist.

Die übrigen mit der Replik eingereichten Arztberichte (act. Ia 12 - 14) lagen 
Dr. med. C.________ für sein Aktengutachten vom 29. Juni 2020 (M-act. II 
24) bereits vor (vgl. M-act. II 21 - 23), wobei bei dem mit der Replik einge-
reichten Bericht von Dr. med. G.________ vom 29. Januar 2020 (act. Ia 14 
bzw. M-act. II 19) offenbar versehentlich die zweite Seite des Berichts von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 23

Dr. med. G.________ vom 25. März 2020 beigelegt wurde (vgl. M-act. II 
21).

Damit ergeben sich auch aus den nach der Aktenbeurteilung von Dr. med. 
C.________ vom 29. Juni 2020 (M-act. II 24) erstellten Berichten keine 
Hinweise darauf, dass von einer weiteren ärztlichen Behandlung eine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten wäre. Vielmehr 
dienen bzw. dienten die empfohlenen Massnahmen allein der Erhaltung 
des bisher erreichten Zustandes und sind damit nicht (mehr) durch die Un-
fallversicherung zu übernehmen. 

Der medizinische Sachverhalt erweist sich somit als rechtsgenüglich abge-
klärt und damit vorliegend überwiegend wahrscheinlich erstellt. In antizi-
pierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 
94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) kann somit 
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Rechtsbegehren Ziff. 2) 
auf weitere Abklärungen verzichtet werden. 

4.5 Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass per Ende Juli 2020 von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustandes – bezogen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 2.5 hiervor) 
– mehr erwartet werden konnte, auch wenn die Weiterführung der Therapi-
en zur Erhaltung des Erreichten sinnvoll erscheint. Mit dem Fallabschluss 
entfällt jedoch der UV-rechtliche Anspruch auf Heilbehandlung.

4.6 Nach dem Dargelegten ist es nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. November 
2018 die Heilbehandlung und die Taggelder per 31. Juli 2020 eingestellt 
hat. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Aug. 2023, UV/21/569, Seite 24

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.