# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eef32d92-8895-577f-807c-4597b2c237f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-04-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.04.2014 D-2001/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2001-2014_2014-04-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2001/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  A p r i l  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter Markus König; 

Gerichtsschreiber Gert Winter. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Marokko, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des BFM vom 3. April 2014 / N (…). 

 

 

D-2001/2014 

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 4. Dezember 2013 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 3. April 2014 – eröffnet am 7. April 

2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Ita-

lien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spä-

testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. April 2014 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

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der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass die Schweiz seit dem 1. Januar 2014 einen Grossteil der Bestim-

mungen der Dublin-III-VO (Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 

Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in ei-

nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig 

ist [Neufassung, ABl. L 180/31 vom 29.6.2013]) vorläufig anwendet, vor-

liegend jedoch aufgrund der Übergangsbestimmungen derselben nach 

wie vor die Bestimmungen der Dublin-II-VO Anwendung finden (Art. 49 

Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-II-VO jeder Asylantrag von ei-

nem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapi-

tels III als zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass derjenige Mitgliedstaat den Asylbewerber, der sich zuvor während 

eines ununterbrochenen Zeitraumes von mindestens fünf Monaten in die-

sem Mitgliedstaat aufgehalten hat, nach Massgabe der Art. 17‒19 Dublin-

II-VO aufzunehmen hat (Art. 10 Abs. 2 und Art. 16 Abs. 1 Bst. a Dublin-II-

VO), wenn der Asylbewerber in einem weiteren Mitgliedstaat ein Asylge-

such einreicht, 

dass die Übernahmeverpflichtungen erlöschen, wenn der Drittstaatsan-

gehörige das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Mo-

nate verlassen hat, es sei denn, der Drittstaatsangehörige ist im Besitz 

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eines vom zuständigen Mitgliedstaat ausgestellten gültigen Aufenthaltsti-

tels (Art. 16 Abs. 3 Dublin-II-VO), 

dass sodann jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den vorgenannten 

Zuständigkeitskriterien, die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuchs 

eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO 

und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin-II-VO; vgl. auch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 

[AsylV 1, SR 142.311]), 

dass aufgrund der vom BFM getätigten Abklärungen verschiedene Indi-

zien im Sinne von Art. 18 Abs. 3 Bst. b Dublin-II-VO dafür bestehen, dass 

sich der Beschwerdeführer vor seiner Einreise in die Schweiz in Italien 

aufgehalten hatte, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Befragung zur Person im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Chiasso vom 13. Dezember 

2013 namentlich ausführte, er habe sich vom April 2003 bis zu seiner Ein-

reise in die Schweiz, also bis zum 4. Dezember 2013, in Italien aufgehal-

ten (A7/10 Ziff. 5.01 – 5.03 S. 6), 

dass das BFM den italienischen Behörden mit Schreiben vom 4. Februar 

2014 ein Aufnahmegesuch gestützt auf Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO über-

mittelte, 

dass die italienischen Behörden – gestützt auf Art. 10 Abs. 2 Dublin-II-

VO – der Übernahme des Beschwerdeführers am 3. April 2014 ausdrück-

lich zustimmten, 

dass der Beschwerdeführer keine ernsthaften und konkreten Anhalts-

punkte geltend macht, wonach Italien den Grundsatz des Non-

Refoulements nicht achten und seine internationalen Verpflichtungen da-

durch verletzen würde, dass es den Beschwerdeführer in ein Land zu-

rückweist, in dem sein Leben, seine körperliche Integrität oder seine Frei-

heit ernsthaft gefährdet wären, oder in dem er gezwungen würde, sich in 

ein solches Land zu begeben, 

dass es dem Beschwerdeführer obliegt, seine Einwände gegen eine all-

fällige Überstellung nach Marokko bei den italienischen Behörden auf 

dem Rechtsweg geltend zu machen, 

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dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten keine konkrete und 

ernsthafte Gefahr nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermochte, 

dass seine Überstellung nach Italien gegen Art. 3 EMRK oder eine ande-

re völkerrechtliche Verpflichtung der Schweiz verstosse, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung zur Person nament-

lich geltend machte, die italienischen Behörden würden ihre Versprechen 

nicht einhalten, 

dass er indessen bei einer Überstellung nach Italien nicht riskieren würde, 

ohne Existenzgrundlage und unter menschenunwürdigen Bedingungen 

leben zu müssen, was gegen Art. 3 EMRK verstossen würde, 

dass die schweizerischen Behörden zwar dafür sorgen müssen, dass der 

Beschwerdeführer im Falle einer Überstellung nach Italien nicht einer 

dem internationalen Recht und insbesondere Art. 3 EMRK widerspre-

chenden Behandlung ausgesetzt ist, 

dass Italien indessen Vertragspartei des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK 

und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) ist, 

dass es jedenfalls nicht in der Verantwortung der schweizerischen Asyl-

behörden liegt auszumachen, ob der Beschwerdeführer nach einer Über-

stellung zufriedenstellende Lebensbedingungen vorfindet, 

dass der Beschwerdeführer beweisen oder glaubhaft machen muss, dass 

seine dortige Behandlung gegen Art. 3 EMRK verstösst, 

dass es angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der für die Prü-

fung des Asylgesuchs zuständig ist, die völkerrechtlichen Verpflichtungen 

einhalte, dem Beschwerdeführer obliegt, diese Vermutung umzustossen, 

wobei er ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen hat, dass die Behörden 

des in Frage stehenden Staates in seinem konkreten Fall das Völkerrecht 

verletzen und ihm nicht den notwendigen Schutz gewähren oder ihn 

menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. Urteil 

des EGMR M.S.S. gegen Belgien und Griechenland vom 21. Januar 

2011, 30696/09, § 84 f. und 250; ebenso Urteil des EuGH vom 

21. Dezember 2011 C-411/10 und C-493),  

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dass dieser Nachweis nicht erbracht worden ist und der Beschwerde-

führer auch nicht glaubhaft machen konnte, dass es in Italien keine öffent-

lichen Institutionen gebe, die auf Gesuch der Asylsuchenden hin auf de-

ren Bedürfnisse eingehen können,  

dass der Beschwerdeführer bezüglich der Frage der Betreuung von Asyl-

suchenden nicht beweisen oder mittels eines konkreten Anhaltspunktes 

glaubhaft machen kann, dass die Lebensbedingungen in Italien so 

schlecht sind, dass die Überstellung in dieses Land die EMRK verletzen 

würde,  

dass insbesondere nicht erstellt ist, dass Italien gegen die Bestimmungen 

der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung 

von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitglied-

staaten («Aufnahmerichtlinie») verstösst, 

dass es demnach dem Beschwerdeführer obliegt, seine spezifische Si-

tuation und seine Schwierigkeiten zunächst bei den zuständigen italieni-

schen Behörden vorzubringen und bei diesen durchzusetzen, und er da-

bei auf den Rechtsweg verwiesen wird,  

dass die Vermutung, wonach Italien seine Verpflichtungen einhält, folglich 

nicht umgestossen wurde (vgl. Urteil M.S.S., § 69, 342 f. m.w.H.), 

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten offensichtlich nicht be-

weisen oder glaubhaft machen konnte, dass ein konkretes und ernsthaf-

tes Risiko bestehe, seine Überstellung nach Italien würde gegen Art. 3 

EMRK oder gegen eine andere völkerrechtliche Verpflichtung der 

Schweiz verstossen, 

dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch 

keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine 

Überstellung des Beschwerdeführers als unzulässig erscheinen lassen,  

dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Souveränitäts-

klausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO) gibt,  

dass Italien somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerde-

führers gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet 

ist, ihn gemäss Art. 17 bis Art. 19 Dublin-II-VO aufzunehmen, 

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dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre-

ten ist und – da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Auf-

enthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung 

des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 10),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Fulvio Haefeli Gert Winter 

 

 

Versand: