# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a8ce8fa-6d09-5fc7-b928-e5ae1bc60f1e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.11.2023 725 2023 127 / 270 (725 23 127 / 270)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-127---270_2023-11-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. November 2023 (725 23 127 / 270)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Verneinung eines Unfalls im Rechtssinne 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Der 1993 geborene A.____ ist seit 26. Juli 2017 als Flight Attendant bei der 
B. ____ AG angestellt und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versi-
chert. Am 5. Dezember 2022 liess A.____ der Suva durch seine Arbeitgeberin ein am 27. No-
vember 2022 erlittenes Unfallereignis melden. Gemäss den Angaben im Formular "Schaden-
meldung UVG" habe der Versicherte während der Arbeit eine Getränkeschublade aus dem Trol-
ley gehoben, dabei habe er ein "Knacksen"' im linken Knie bemerkt. Nachdem die Suva nach 
Eingang der Schadenmeldung verschiedene Abklärungen getätigt hatte, lehnte sie mit Verfü-

 

 
 
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gung vom 8. Februar 2023 die Ausrichtung von Versicherungsleistungen mit der Begründung 
ab, die von A.____ geklagten Kniebeschwerden seien weder auf einen Unfall im Rechtssinne 
noch auf eine unfallähnliche Körperschädigung zurückzuführen. Daran hielt die Suva auf Ein-
sprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 11. April 2023 fest. 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 9. Mai 2023 Beschwerde beim 
Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er sinn-
gemäss, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei die Suva zu verpflichten, 
ihm im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 27. November 2022 die gesetzlichen Versiche-
rungsleistungen auszurichten.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Mai 2023 beantragte die Suva die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in C.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- 
und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 9. Mai 2023 ist demnach einzu-
treten.  
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Zudem setzt die Leistungs-
pflicht des Unfallversicherers voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem einge-
tretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürli-
cher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1 
und 3.2).  
 
2.2 Laut der Legaldefinition von Art. 4 ATSG ist der Unfall die plötzliche, nicht beabsichtig-
te schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur 
Folge hat (Art. 4 ATSG).  

 

 
 
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3.1 Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer am 27. November 
2022 einen Unfall im soeben umschriebenen Rechtssinne erlitten hat. Die Beschwerdegegnerin 
verneint dies mit der Begründung, dass vorliegend das für den Unfallbegriff wesentliche Merk-
mal des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht gegeben sei.  
 

3.2.1 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - 
nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich 
ist (BGE 142 V 219 E. 4.3.1, 134 V 72 E. 4.1). Praxisgemäss bezieht sich das Begriffsmerkmal 
der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen 
selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor 
allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (Urteil des Bundesgerichts vom 
17. September 2020, 8C_368/2020, E. 4.2 mit Hinweisen).   
 
3.2.2 Nach Lehre und Rechtsprechung kann das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal 
des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Kör-
perbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf 
einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit 
Hinweisen). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet 
oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine re-
flexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (Urteil des Bundesgerichts vom 
10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.2 mit Hinweisen).  
 
4.1 Die Akten enthalten verschiedene Schilderungen und Beschreibungen des fraglichen 
Ereignisses vom 27. November 2022. Chronologisch geordnet ist als erstes die Unfallmeldung 
vom 5. Dezember 2022 zu nennen. Darin hält die Arbeitgeberin auf die Frage nach dem Unfall-
hergang folgende Schilderung des Versicherten fest: "Die Getränkeschublade wurde aus dem 
Trolley gehoben, dabei bemerkte ich ein 'Knacksen' im linken Knie. Laufen war möglich, Bewe-
gungen, bei welchen das Knie gebeugt werden musste und unter Belastung treten Schmerzen 
auf. Die Schmerzen halten auch weiter an." Nach Eingang der Schadenmeldung ersuchte die 
Suva den Versicherten um eine genaue Beschreibung des Vorgangs. Laut seiner im "Formular 
zum Schadenfall" wiedergegeben Antwort habe er beim Hochheben einer Getränkeschublade 
im Flugdienst ein "Knacksen" im Kniegelenk wahrgenommen. Am 21. Dezember 2022 wurde im 
Zentrum D.____ eine MRT des linken Kniegelenks durchgeführt. Im gleichentags erstellten Be-
richt hierzu ist im Abschnitt "Klinische Angaben" zum Unfallhergang festgehalten, dass es am 
27. November 2022 beim Heben einer Schublade zu einem plötzlichen Knacken im linken Knie 
gekommen sei. Seither bestünden Schmerzen beim Belasten. Im Bericht der Klinik E.____ AG 
vom 5. Januar 2023 schildert der behandelnde Arzt Dr. med. F.____, Orthopädie und Sportme-
dizin, im Abschnitt "Anamnese", der Patient habe berichtet, im Rahmen seiner Arbeit als Flug-
begleiter Ende November eine schwere Schublade angehoben zu haben. Zur gleichen Zeit sei-
en Turbulenzen aufgetreten, wobei es bei Ausgleichsbewegungen zu einer Distorsion im linken 
Knie gekommen sei, dies mit einschiessenden Schmerzen. In seiner Beschwerde vom 9. Mai 
2023 schliesslich führt der Versicherte zum Ereignis Folgendes aus: Er sei im Unfallzeitpunkt 

 

 
 
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als Flugbegleiter im Flugdienst gewesen. Turbulenzen seien unvorhersehbar und hätten einen 
grossen Einfluss auf die Arbeit. Als er gerade dabei gewesen sei, eine Schublade mit Getränke-
flaschen aus einem Trolley zu heben, seien die Turbulenzen aufgetreten und er habe das 
Gleichgewicht verloren. Beim Bemühen, sich mit der schweren Schublade zu stabilisieren, habe 
er versucht, sich aufzurichten. Die unnatürliche Bewegung mit der Belastung habe einen Schlag 
auf das Kniegelenk gegeben, was er als Knacksen wahrgenommen habe. Seit diesem Zeit-
punkt habe er Kniebeschwerden gehabt und er habe deswegen gleich nach der Landung einen 
Arzt aufgesucht.  
 
4.2 Hält man sich die vorstehenden Schilderungen und Beschreibungen des fraglichen 
Ereignisses vom 27. November 2022 vor Augen, so fällt auf, dass diese im Zeitablauf vonei-
nander abweichen. Anfänglich berichtete der Versicherte lediglich über ein "Knacksen" im linken 
Kniegelenk, das er beim Hochheben einer Getränkeschublade wahrgenommen habe. Einen 
zusätzlichen, den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beein-
flussenden Umstand wie ein Stolpern, ein Ausgleiten oder ein Anstossen an einem Gegenstand 
erwähnte der Versicherte damals hingegen mit keinem Wort. Erst anlässlich der Untersuchung 
durch Dr. F.____ vom 5. Januar 2023 gab er an, dass zur gleichen Zeit, als er die schwere 
Schublade angehoben habe, Turbulenzen aufgetreten seien und deswegen "Ausgleichsbewe-
gungen " erforderlich gewesen seien. Der Umstand, dass der Versicherte nicht von Anfang an, 
sondern erst im Laufe der weiteren Abklärungen auf Turbulenzen hinwies, wirft die Frage auf, 
ob es im Zeitpunkt des strittigen Ereignisses tatsächlich zu solchen gekommen ist. Wie es sich 
damit verhält, kann letztlich aber offen bleiben. Selbst wenn man dieser Darstellung des Be-
schwerdeführers folgt, muss nämlich vorliegend das für die Bejahung des Unfallbegriffs erfor-
derliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint werden. Turbulenzen stellen 
wohl einen äusseren Faktor dar, da aber davon auszugehen ist, dass ein Flugbegleiter an Tur-
bulenzen gewöhnt ist, sind sie für einen Flight Attendant nicht als ungewöhnlich zu bezeichnen. 
Dasselbe gilt denn auch für die vom Beschwerdeführer beschriebenen, bei Turbulenzen allen-
falls erforderlichen "Ausgleichsbewegungen". Dass es vorliegend zusätzlich zu diesen "Aus-
gleichsbewegungen" zu etwas Aussergewöhnlichem wie einem Verdrehen oder Anschlagen 
des Knies oder etwas Ähnlichem - im Sinne einer Programmwidrigkeit - gekommen wäre, wird 
vom Beschwerdeführer auch in dieser letzten Schilderung des Ereignisses nicht geltend ge-
macht.  
 
4.3 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Suva im angefochtenen Ein-
spracheentscheid das vom Versicherten gemeldete Ereignis vom 27. November 2022 nicht als 
Unfall im Rechtssinne qualifizierte. 
 
5.1 Nach Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden 
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzufüh-
ren sind (sog. "unfallähnliche Körperschädigungen" oder "Listenverletzungen"): Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzer-
rungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).  
 

 

 
 
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5.2 Laut dem Befundbericht des Zentrums D.____ vom 21. Dezember 2022 ergab die MRT 
des linken Knies keinen Nachweis einer Kniebinnenläsion. Es fand sich einzig ein geringes 
Ödem im superolateralen Hoffa'schen Fettkörper, differentialdiagnostisch als Zeichen eines 
Maltracking/lmpingements zwischen lateralem Femurkondylus und lateralem Ligamentum pa-
tellae. Im Bericht vom 5. Januar 2023 interpretierte Dr. F.____ die Beschwerden des Versicher-
ten "in Zusammenschau der Befunde" im Rahmen einer symptomatischen Plica mediopatellaris 
sowie einer superolateralen Hoffaitis. Im Lichte dieser Befunde verneinte die Suva gestützt auf 
die Kurzbeurteilung von Dr. med. G.____, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Traumatologie, 
Abteilung Versicherungsmedizin, vom 3. April 2023 das Vorliegen einer unfallähnlichen Körper-
schädigung. Dies ist mit Blick auf die vorstehend (vgl. E. 5.1 hiervor) aufgezählten, in Frage 
kommenden Listenverletzungen nicht zu beanstanden. 
 
6.  Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in Be-
zug auf das strittige Ereignis vom 27. November 2022 das Vorliegen eines Unfalls im Rechts-
sinne und einer unfallähnlichen Körperschädigung richtigerweise verneinte. Somit ist auch nicht 
zu beanstanden, dass sie es im angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. April 2023 ab-
lehnte, dem Versicherten im Zusammenhang mit diesem Ereignis Leistungen aus der obligato-
rischen Unfallversicherung zu erbringen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 
7. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das kantonsgerichtliche Beschwerdeverfahren in Sozial-
versicherungssachen vorbehältlich des hier nicht zu beachtenden Abs. 2bis für die Parteien kos-
tenlos. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 

 

 

 

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