# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23fb506f-a704-5db0-b85c-07d77291800c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.08.2020 470 20 140 (470 2020 140)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-20-140_2020-08-04.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

4. August 2020 (470 20 140) 

___________________________________________________________________ 

 

Strafprozessrecht 

 

Nichtanhandnahme des Verfahrens 

 
 
Fund einer Katze, ohne Meldung zu erstatten; Nichtanhandnahme durch die Staatsanwaltschaft 

nur zulässig, wenn sämtliche fraglichen Tatbestände eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 Abs. 1 

lit. a StPO; in dubio pro duriore); Untersuchungseröffnung bei einem hinreichenden Tatverdacht 

zwingend (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO); Sachentziehung (Art. 141 StGB); Unrechtmässige Aneig-

nung (Art. 137 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB); Fundunterschlagung (Art. 137 Ziff. 2 Abs. 1 StGB); 

Nichtanzeigen eines Fundes (Art. 332 StGB); Subsidiarität von schriftlichen Berichten i.S.v. Art. 

145 StPO. 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Susanne Afheldt (Ref.),  

Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiber i.V. Stephan Buser 

 

Parteien A.____ 

Beschwerdeführerin 

  

gegen 

 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Strafbefehle (SB), Rheinstrasse 12,  

Postfach, 4410 Liestal,  

Beschwerdegegnerin 

 

B.____ 

Beschuldigter 

 

C.____ 

Beschuldigte 

  

Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens 

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der  

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 25. Juni 2020 

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A. A.____ stellte am 29. April 2020 einen Strafantrag gegen B.____ und – gestützt auf den 

Bericht vom 27. Mai 2020 des Polizeibeamten Gfr J.____ (act. 11) – gegen dessen Partnerin bzw. 

Ehefrau C.____. Den beiden Beschuldigten wurde vorgeworfen, dass sie die Katze von A.____ 

bei sich zu Hause beherbergten, ohne jemanden über den Aufenthalt des Tieres zu informieren, 

und sich damit der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB schuldig gemacht zu haben. 

 

B. Am 25. Juni 2020 verfügte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (fortan: Staatsan-

waltschaft), dass das Verfahren in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht anhand ge-

nommen werde.  

 

C. Mit Schreiben vom 1. Juli 2020, welches gleichentags der Schweizerischen Post über-

geben wurde, reichte A.____ (fortan: Beschwerdeführerin) bei der Staatsanwaltschaft eine als 

«Einsprache gegen die Nichtanhandnahmeverfügung vom 25. Juni 2020» betitelte Eingabe ein, 

in welcher sie die Eröffnung des Verfahrens beantragte.  

 

D. Die Eingabe vom 1. Juli 2020 wurde darauf am 7. Juli 2020 von der Staatsanwaltschaft 

an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (fortan: Kantonsgericht), übermit-

telt. Zugleich nahm die Staatsanwaltschaft Stellung und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde sowie die Auferlegung der Verfahrenskosten zulasten der Beschwerdeführerin.  

 

E. Mit Eingaben vom 14. Juli 2020 nahmen die beiden Beschuldigten Stellung zur Be-

schwerde vom 1. Juli 2020.  

 

F. Mit Verfügung vom 15. Juli 2020 schloss das verfahrensleitende Präsidium des Kantons-

gerichts den Schriftenwechsel. 

 

 

Erwägungen 

 

1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus 

Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO, wonach die Befugnisse der Beschwerdeinstanz dem Beru-

fungsgericht übertragen werden können, und die Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Ver-

fahrenshandlungen und gegen nicht der Berufung unterliegende Entscheide der Polizei, der 

Staatsanwaltschaft und der Übertretungsstrafbehörden beurteilt, sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. 

Nach Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die 

Beschwerde zulässig gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Polizei, Staats-

anwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der 

Beschwerde gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch 

des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder un-

richtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c).  

 

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1.2 Die Beschwerdefrist gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide beträgt zehn 

Tage, wobei die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen 

ist (Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 396 Abs. 1 StPO). Die angefoch-

tene Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. Juni 2020 wurde der Beschwerdeführerin am 

26. Juni 2020 zugestellt. Die Rechtsschrift, welche als «Einsprache» bezeichnet ist, wurde am 

1. Juli 2020 zu Handen der Staatsanwaltschaft bei der Schweizerischen Post aufgegeben. Das 

Rechtsmittel ist damit innert Beschwerdefrist erhoben worden, wurde jedoch nicht beim Kantons-

gericht als zuständige Beschwerdeinstanz eingereicht. Die vorinstanzliche Strafbehörde hat ihre 

Zuständigkeit von Amtes wegen zu prüfen und ist gemäss Art. 91 Abs. 4 StPO zur unverzüglichen 

Weiterleitung an die zuständige Instanz verpflichtet. Gemäss Art. 91 Abs. 4 StPO gilt die Frist 

auch dann gewahrt, wenn die Eingabe fristgerecht bei einer nicht zuständigen schweizerischen 

Behörde eingeht bzw. zu deren Handen der Schweizerischen Post übergeben wurde (CHRISTOF 

RIEDO, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 91 N 47). Folglich ist die Rechtsmittelfrist in 

casu gewahrt. Ferner steht gemäss Art. 385 Abs. 3 StPO die unrichtige Bezeichnung der Eingabe 

als «Einsprache» der Gültigkeit des Rechtsmittels der Beschwerde nicht entgegen, sofern die 

Begründungsvoraussetzungen, die Form und die Frist des wirklich in Frage kommenden Rechts-

mittels beachtet werden. Die Beschwerdeführerin verfügt als Verfügungsadressatin und mut-

masslich Geschädigte auch über ein rechtlich geschütztes Interesse an deren Aufhebung oder 

Änderung und ist daher zur Beschwerde legitimiert (Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 

StPO sowie Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Eingabe erfüllt die Voraussetzungen von 

Art. 385 Abs. 1 StPO und ist somit als Beschwerde entgegenzunehmen. Auf die Beschwerde ist 

demnach einzutreten. 

 

2.1 Die Staatsanwaltschaft stellt sich in der Verfügung vom 25. Juni 2020 auf den Stand-

punkt, dass vorliegend kein Fall von Art. 141 StGB vorliegen würde, da der Geschädigten kein 

erheblicher Nachteil erwachsen sei, und die Beschuldigten die Katze weder weggenommen noch 

vorenthalten hätten. 

 

2.2 Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Eingabe vom 1. Juli 2020 die Nichtanhandnahme 

des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft hätte das Verfahren an die 

Hand nehmen müssen, um die Sachlage genau zu prüfen. Die in der Nichtanhandnahmeverfü-

gung aufgeführten Tatsachen entsprächen zudem nicht den Fakten und dem Verlauf der Ange-

legenheit. So habe F.____ beispielsweise B.____, als sie die Katze auf dessen Balkon sah, zur 

Rede gestellt und sich bei ihm erkundigt, ob dies nicht «der Kater vom Coop» sei, worauf B.____ 

entgegnet haben soll, dass es sich um seinen Kater handeln würde. F.____ sei aber nicht von 

der Staatsanwaltschaft kontaktiert bzw. als Zeugin befragt worden. Weiter stelle sich die Frage, 

weshalb die Beschuldigten vorliegend weder einen Tierarzt noch die Polizei kontaktierten, um 

den Fund der Katze zu melden.  

 

2.3 In der Stellungnahme vom 7. Juli 2020 beantragt die Staatsanwaltschaft, die Be-

schwerde sei abzuweisen und die Kosten der beschwerdeführenden Partei aufzuerlegen. Auf 

eine weitergehende Stellungnahme wird verzichtet.  

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2.4 Gemäss der Stellungnahme von B.____ vom 14. Juli 2020 habe ihn F.____ nicht über 

die Identität der Katze aufgeklärt. Sie habe ihn lediglich danach gefragt, ob die Katze zu ihm 

gehöre, was er bejaht habe, zumal die Katze zu diesem Zeitpunkt in seiner Obhut gestanden sei. 

Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Aneignungsabsicht bestanden, und sein Veralten habe auch 

nicht zu einer übermässigen Verzögerung bei der Identifizierung der Katze geführt.  

 

2.5 In der Stellungnahme vom 14. Juli 2020 zieht C.____ die Aussagen von I.____ in Zweifel 

und verweist auf die schriftliche Einvernahme vom 17. Mai 2020. 

 

3.1 Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Nichtanhandnahmeverfügung vom 25. Juni 2020 auf 

Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO. Danach verfügt sie die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der Straf-

anzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Pro-

zessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung hat dann zu 

ergehen, wenn die Staatsanwaltschaft allein aufgrund der Ermittlungsergebnisse oder der Straf-

anzeige die Untersuchung nicht eröffnet, da die Führung eines Verfahrens geradezu aussichtslos 

erscheint. Dabei ist der Grundsatz «in dubio pro duriore» zu beachten, wonach eine Nichtanhand-

nahme von der Staatsanwaltschaft nur ausgesprochen werden darf, wenn es eindeutig klar er-

scheint, dass der Sachverhalt nicht strafbar ist oder nicht bestraft werden kann (ESTHER OMLIN, 

Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 310 N 8). Ein Straftatbestand gilt nur dann als ein-

deutig nicht erfüllt, wenn kein zureichender Verdacht auf eine strafbare Handlung besteht oder 

der zu Beginn der Strafverfolgung gegebene Anfangsverdacht sich vollständig entkräftet hat. 

Ergibt sich indes ein hinreichender Tatverdacht, so eröffnet sie eine Untersuchung (Art. 309 Abs. 

1 lit. a StPO; ESTHER OMLIN, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 310 N 9). Ein hinrei-

chender Tatverdacht liegt vor, wenn ernsthafte Gründe für das Vorliegen einer Straftat sprechen 

(sog. mittlerer Verdacht; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 

2018, Art. 309 N 3), wobei bereits die – auf Beweisen oder Indizien gestützte – Möglichkeit oder 

Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine Straftat begangen hat, genügt (ESTHER OMLIN, Basler 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 309 N 22). Es müssen aber mindestens tatsächliche Hin-

weise auf eine strafbare Handlung vorliegen, welche von konkreter Natur sind (NATHAN 

LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 

2014, Art. 309 N 25). Eine Untersuchung muss daher eingeleitet werden, wenn ein entsprechen-

der Anfangsverdacht vorliegt, d.h. eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die strafrechtliche Abur-

teilung des Täters spricht (MARK PIETH, Schweizerisches Strafprozessrecht, S. 169; NATHAN 

LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O., Art. 309 N 25). Eine Nichtanhandnahme durch die Staats-

anwaltschaft gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO darf somit nur in sachverhaltsmässig und 

rechtlich klaren Fällen ergehen. Im Zweifelsfall, wenn die Gründe der Nichtanhandnahme nicht 

mit absoluter Sicherheit gegeben sind, muss das Verfahren eröffnet werden (BGE 137 IV 285 

E. 2.3).  

 

3.2 An dieser Stelle bleibt darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 6 StPO der Untersuchungs-

grundsatz zur Anwendung kommt. Demnach sind die Strafbehörden verpflichtet, den Sachverhalt 

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von Amtes wegen – d.h. unabhängig von allfälligen Anträgen der Parteien – abzuklären 

(CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 6 N 63 und N 

65). Bestehen Zweifel über den Ablauf, so müssen weitere Beweise erhoben werden (CHRISTOF 

RIEDO/GERHARD FIOLKA, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 6 N 36).   

 

4.1 Die Beschwerdeführerin besitzt eine Main-Coon-Rassen Katze namens «E.____». Die 

Katze halte sich gemäss Angaben der Beschwerdeführerin oftmals unweit der Tramendschlaufe 

und der Einkaufszentren im zentralen Teil der Gemeinde D.____ auf. Am Donnerstag, 16. April 

2020, oder Freitag, 17. April 2020, sei die Katze das vorerst letzte Mal nach Hause gekommen. 

Daher habe die Beschwerdeführerin bzw. deren Ehemann, G.____, am Dienstag, 21. April 2020, 

einen Suchaufruf auf Facebook veröffentlicht. Als Reaktion auf diese Vermisstenmeldung seien 

mehrere Hinweise auf den Aufenthaltsort der Katze bei ihnen eingegangen. So habe sich F.____ 

gleichentags gemeldet und berichtet, dass sie die Katze auf einem Balkon einer Wohnung in 

D.____ gesichtet habe. Dabei habe es sich um die Wohnung von B.____ sowie dessen Ehefrau 

C.____ gehandelt. Eine weitere Meldung sei durch I.____ erfolgt, welcher berichtet habe, dass 

er beobachtet habe, wie die Partnerin von B.____ die Katze aufgehoben und mitgenommen habe 

(act. 7).  

 

4.2 Die Katze der Beschwerdeführerin konnte am 21. April 2020 in der Wohnung von B.____ 

und C.____ in D.____ durch G.____ und den Polizeibeamten K.____ ausfindig gemacht werden. 

Die Katze wurde G.____ sodann übergeben. Dieser gab gegenüber dem Polizeibeamten K.____ 

an, dass er keine Anzeige gegen B.____ oder C.____ erstatten möchte. Dagegen stellte die Be-

schwerdeführerin einen Strafantrag gegen B.____ und C.____. 

 

4.3 In seinem von der Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 145 StPO angeforderten schriftli-

chen Bericht vom 17. Mai 2020 gab B.____ an, dass seine Ehefrau, C.____, die fragliche Katze 

am Freitagabend, 17. April 2020, in ihre gemeinsame Wohnung in D.____ gebracht habe. Für die 

Details, wie die Katze in seinen Besitz gekommen sei, verwies er auf einen ebenfalls von der 

Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 145 StPO eingeholten schriftlichen Bericht seiner Ehefrau. 

B.____ gab in seinem Bericht an, es aufgrund des Verhaltens der Katze für möglich gehalten zu 

haben, dass es sich um ein entlaufenes oder ausgesetztes Tier handeln würde. Er habe daher 

möglichst bald die Besitzer der Katze ermitteln wollen, was aufgrund des Wochenendes aber erst 

am Montag möglich gewesen wäre. Zwecks Klärung der Halterfrage habe er bereits über das 

Wochenende in der Datenbank der STMZ (Schweizer Tiermeldezentrale) recherchiert. Zudem 

habe er zusammen mit seiner Frau nach Vermisstenmeldungen bei den Grossverteilern gesucht. 

Da dies erfolglos geblieben sei, habe er die Katze am Dienstagnachmittag zum Tierarzt bringen 

wollen um herauszufinden, ob die Katze «gechipt» sei (act. 19 ff.). 

 

4.4 In ihrem schriftlichen Bericht vom 17. Mai 2020 führte C.____ aus, dass sie am Freitag, 

17. Februar 2020 (recte 17. April 2020), am Abend mit dem Tram auf dem Weg nach Hause 

gewesen sei. Dabei habe sie eine Katze entdeckt, welche sich unter einem Sitz des Trams ver-

steckt habe. An der Endhaltestelle D.____ Dorf sei sie ausgestiegen, und die Katze sei ihr dabei 

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gefolgt. Bei der Tramstation hätten sich alkoholisierte Jugendliche aufgehalten, welche die Katze 

mit den Worten «Na, da bist du ja wieder» angesprochen hätten. Dies habe bei ihr die Vermutung 

ausgelöst, dass die Katze von den Jugendlichen ins Tram gebracht worden sei. Um die Katze in 

Sicherheit zu bringen, habe sie deshalb das Tier mit zu sich nach Hause genommen. Sie hätte 

die Absicht gehabt, die Katze am Dienstag, 21. April 2020, zu dem ihr bekannten Tierarzt Dr. 

med. vet. H.____ in D.____ zu bringen, um mittels eines allfälligen Chips den Halter zu ermitteln. 

Dazu sei es aber nicht mehr gekommen, da bereits vorher G.____ zusammen mit einem Polizei-

beamten bei ihnen zu Hause erschienen sei (act. 29 ff.). 

 

4.5 In seinem von der Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 145 StPO eigeforderten schriftli-

chen Bericht vom 15. Mai 2020 gab I.____ als Auskunftsperson an, dass er am Donnerstag, 16. 

April 2020, gesehen habe, wie die Partnerin von B.____ die Katze mitgenommen habe (act. 43 

ff.). 

 

5.1 Die Beschwerdeführerin hat im vorliegenden Fall einen gültigen Strafantrag gegen 

B.____ sowie C.____ gestellt. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin den Strafantrag gegen 

C.____ nicht schriftlich, d.h. mit dem entsprechenden Formular, eingereicht hat, ändert daran 

nichts, d.h. die mündlich zu Protokoll gegebene Willenserklärung genügt (Art. 304 Abs. 1 StPO; 

CHRISTOF RIEDO/BARBARA BONER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 304 N 17). Die 

Staatsanwaltschaft begründet die erfolgte Nichtanhandnahme in casu damit, dass Art. 141 StGB 

offensichtlich nicht erfüllt sei. Dieser Begründung kann indes aus den nachfolgenden Gründen 

nicht gefolgt werden: 

 

5.2 Es ist darauf hinzuweisen, dass sich die relevanten Handlungen im vorliegenden Fall 

nicht nur auf eine mögliche Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB beschränken. Eine Nicht-

anhandnahme darf nur erfolgen, wenn sämtliche fraglichen Tatbestände eindeutig nicht erfüllt 

sind. Gemäss Art. 137 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer eine fremde bewegliche Sache an-

eignet, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, wobei gemäss Art. 137 

Ziff. 2 Abs. 2 StGB die Tat auch ohne Vorliegen einer Bereicherungsabsicht strafbar bleibt, jedoch 

nur auf Antrag hin verfolgt wird. Ebenfalls strafbar macht sich gemäss Art. 137 Ziff. 2 Abs. 1 StGB 

zudem, wer sich eine fremde bewegliche Sache aneignet, die er findet (sog. Fundunterschlagung) 

oder die ihm ohne seinen Willen zugekommen ist. Es handelt sich dabei wiederum um ein An-

tragsdelikt. Weiter verpflichtet Art. 720a Abs. 1 ZGB den Finder eines verlorenen Tieres dazu, 

den Eigentümer davon zu benachrichtigen und, wenn er ihn nicht kennt, den Fund anzuzeigen. 

Gemäss Art. 332 StGB wird mit Busse bestraft, wer beim Fund einer Sache nicht die in Art. 720a 

ZGB vorgeschriebene Anzeige erstattet.  

 

5.3 Im vorliegenden Sachverhalt bestehen diverse Unklarheiten, weshalb keineswegs von 

einem sachverhaltsmässig klaren Fall ausgegangen werden darf, was für eine Nichtanhand-

nahme aber, wie bereits gesehen, eine notwendige Voraussetzung ist. So ist beispielsweise nicht 

geklärt, wie das Gespräch zwischen B.____ und F.____ konkret verlaufen ist und ob B.____ ge-

genüber F.____ tatsächlich von «seiner Katze» gesprochen hat, obwohl F.____ ihn angeblich 

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darauf hingewiesen hat, dass es sich um die «Katze vom Coop» handle. Mit F.____ wurde aber 

bisher noch gar keine formelle Befragung bzw. Einvernahme durchgeführt. Weiter gibt es in den 

unterschiedlichen Sachverhaltsdarstellungen diverse Widersprüche zeitlicher Natur. So sei die 

Katze gemäss der Darstellung von I.____ – in dessen von der Staatsanwaltschaft gestützt auf 

Art. 145 StPO angeforderten schriftlichen Bericht – am Donnerstag, 16. April 2020, von C.____ 

mitgenommen worden. Die Beschuldigten geben dagegen an, erst seit Freitag, 17. April 2020, im 

Besitz der Katze zu sein. Gemäss der E-Mail des Polizeibeamten K.____ (Bestandteil des Be-

richts vom 27. Mai 2020 des Polizeibeamten Gfr J.____; act. 7) habe A.____ wiederum ausge-

sagt, dass nach den Schilderungen von I.____ der Kater von C.____ am Samstag, 18. April 2020, 

zu ihr nach Hause getragen worden sei. Diesen Widersprüchen zeitlicher Natur hätte die Staats-

anwaltschaft aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 6 StPO) genauer nachgehen müs-

sen, namentlich mittels formellen Einvernahmen gemäss Art. 142 StPO. Strafverfahren können 

zudem nur in den vom Gesetz vorgesehenen Formen durchgeführt werden (Art. 2 Abs. 2 StPO). 

Diesbezüglich ist zum wiederholten Male darauf hinzuweisen, dass schriftliche Berichte im Sinne 

von Art. 145 StPO nur mit Zurückhaltung einzuholen sind. Ihnen kommt im Wesentlichen nur in 

Fällen, bei denen technische oder komplexe, nur im Zusammenhang mit Belegen verständliche 

Vorgänge darzustellen sind, oder bei Massendelikten Bedeutung zu. Die Strafbehörde darf sich 

nicht auf die Einholung eines schriftlichen Berichts beschränken, wenn ihre Aufklärungspflicht − 

wie vorliegend − gebietet, eine förmliche Einvernahme durchzuführen. Namentlich darf die Ein-

holung eines schriftlichen Berichts die Rechte der Parteien nicht einschränken. Danach ist einer-

seits die schriftlich befragte Person etwa auf ihre Rechte und Pflichten hinzuweisen. Andererseits 

sind bei der Einholung schriftlicher Berichte die Teilnahmerechte der beschuldigten Person zu 

wahren. Dabei ergibt sich freilich aus der Sache, dass das Recht der Parteien, bei Beweiserhe-

bungen anwesend zu sein und der einvernommenen Person Fragen zu stellen, bei schriftlichen 

Berichten nicht unmittelbar gewahrt werden kann (BGer 6B_690/2015 vom 25. November 2015, 

E. 3.3.1). Schliesslich hat die Staatsanwaltschaft im Rahmen der anstehenden Beweiserhebung 

insbesondere auch mittels Befragung des Tierarztes – Dr. med. vet. H.____ – zu untersuchen, 

ob die Beschuldigten tatsächlich bei diesem einen Termin – wie behauptet – am Dienstagnach-

mittag vereinbart hatten und um welche Art der (geplanten) Konsultation es sich dabei gehandelt 

hat.  

 

5.4 Zudem hat die Staatsanwaltschaft die Tatsache, dass B.____ gemäss eigener Aussage 

die Website der STMZ besuchte, auf eine Meldung aber verzichtete, nicht ausreichend untersucht 

bzw. beachtet. Gerade dieser Umstand ist aber durchaus relevant, zumal die Möglichkeit, ein 

zugelaufenes Tier zu melden, auf der erwähnten Website an prominenter Stelle zum Vorschein 

tritt (https://www.stmz.ch/de/ – «Tier gefunden» – «Fundmeldung erfassen»). Zudem erscheint 

es fragwürdig, dass die Beschuldigten zwischen Freitagabend und Dienstagnachmittag keine Zeit 

aufbringen konnten, um den Aufenthalt des Tieres bei der Polizei zu melden oder einen Tierarzt 

aufzusuchen. Die unterlassene Meldung bei der STMZ sowie das Gespräch zwischen F.____ 

und B.____ begründen zumindest einen hinreichenden Tatverdacht gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a 

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https://www.stmz.ch/de/

 
 

 
 
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StPO. Es bestehen somit im vorliegenden Fall tatsächliche Hinweise konkreter Natur auf ein straf-

bares Verhalten der Beschuldigten, namentlich bezüglich der unter Ziff. 5.2 aufgeführten Straftat-

bestände.  

 

6.  Die von der Staatsanwaltschaft verfügte Nichtanhandnahme hinsichtlich der Strafan-

träge gegen B.____ und C.____ vom 25. Juni 2020 stellt eine Verletzung von Art. 310 StPO bzw. 

des Grundsatzes «in dubio pro duriore» dar und ist daher aufzuheben. Es liegt in casu ein hinrei-

chender Tatverdacht im Sinne von Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO vor und es muss eine entsprechende 

Strafuntersuchung eröffnet werden. Die Beschwerde ist damit gutzuheissen und die Staatsan-

waltschaft ist anzuweisen, eine Untersuchung im Sinne der Erwägungen durchzuführen. 

 

7. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-fah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Ausgangsgemäss sind die Kosten des 

Beschwerdeverfahrens von total CHF 850.00 (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 

CHF 800.00 und Auslagen von pauschal CHF 50.00) dem Staat aufzuerlegen. Es ist keine Par-

teientschädigung auszurichten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Nichtanhandnahmeverfügung 

der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbe-

fehle, vom 25. Juni 2020 aufgehoben und die Sache im Sinne der Er-

wägungen zur Durchführung einer Untersuchung an diese zurückge-

wiesen. 

 

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 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

CHF 850.00 (beinhaltend eine Gerichtsgebühr von CHF 800.00 sowie 

Auslagen von CHF 50.00) gehen zu Lasten des Staates. 

 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 4. Dieser Beschluss wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

 

 

 

Präsident 

 

 

 

 

Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber i.V. 

 

 

 

 

Stephan Buser 

 

 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.  

 

 

 

 

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