# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de52cbd1-e718-51ab-b3fa-256445b6559d
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-03-29
**Language:** de
**Title:** Grundstückgewinnsteuer
**Docket/Reference:** GR.2010.6
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_GR_2010_6_yx.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 GR.2010.6 

Entscheid 

 29. März 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter  
Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Barbara Müller 

A,   

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

C ,    

Rekursgegnerin,  

betreffend 

Grundstückgewinnsteuer 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  war  Eigentümerin  eines  1957  erstellten  Mehrfamilienhauses  auf  dem 

Grundstück Kat.Nr. … an der … in C. Im Jahr 2004 projektierte sie einen Neubau. Im 

Spätsommer 2005 brach sie den Altbau ab und begann mit dem Neubau; im Septem-

ber 2006 war dieser bezugsbereit. 

Von  den  vier  Stockwerkeigentumseinheiten  behielt  die  Pflichtige  eine  (Quote 

von [insgesamt] 291/1000) für sich; die drei anderen veräusserte sie (je zuzüglich 1/4 

Miteigentum an der Wegparzelle Kat.Nr. …) wie folgt: 

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- 

am 12. September 2005  bzw. 26. Mai 2006 eine Quote von 250/1000 an D für 

Fr. 1'500'000.- (Eigentumsübertragung am 7. Dezember 2006); 

am  12.  Januar  2006  eine  Quote  von  (insgesamt)  241/1000  an  E  für  Fr. 

1'660'000.- (Eigentumsübertragung am 1. September 2006); 

am  26.  Mai  2006  eine  Quote  von  (insgesamt)  218/1000  an  F  und  G  für 

Fr. 1'630'000.- (Eigentumsübertragung am 22. September 2006). 

Aus  Anlass  dieser  Handänderungen  auferlegte  die  C  der  Pflichtigen  am  17. 

August 2009 Grundstückgewinnsteuern von insgesamt Fr. 234'280.- (Handänderung E: 

Fr. 83'700.-; Handänderung F/G: Fr. 99'580.-; Handänderung D: Fr. 51'000.-).  

B.  Die  von  der  Pflichtigen  hiergegen  erhobene  Einsprache  hiess  die 

Grundsteuerkommission  am  23.  November  2009  teilweise  gut  und  ermässigte  die 

Grundstückgewinnsteuern  auf 

insgesamt  Fr.  227'500.- 

(Handänderung  E:  

Fr. 81'400.-; F/G: Fr. 97'500.-; D: Fr. 48'600.-). 

C. Mit Rekurs vom 15. Januar 2010 liess die Pflichtige der Steuerrekurskom-

mission  III  beantragen,  die  Grundstückgewinnsteuern  auf  insgesamt  Fr.  133'060.- 

(Handänderung E: Fr. 49'300.-; F/G: Fr. 68'460.-; D: Fr. 15'300.-) zu ermässigen. Aus-

serdem verlangte sie eine Parteientschädigung. 

Die  Grundsteuerkommission  beantragte  am  16.  März  2010  Abweisung  des 

Rekurses. 

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Mit Replik vom 30. April 2010 liess die Pflichtige beantragen, dass ihr als ge-

werbsmässiger  Liegenschaftenhändlerin  die  Preisgabe  der  Altbaute  als  "mit  der  Lie-

genschaft zusammenhängende Aufwendung" zuzugestehen sei. Sodann seien weitere 

Kosten des Rechtsvertreters zu berücksichtigen. 

In ihrer Duplik vom 30. August 2010 anerkannte  die Grundsteuerkommission 

grundsätzlich die Vertretungskosten, lehnte jedoch die Anrechnung der Altbaute ab. 

D. Mit Verfügung vom 3. November 2010 ordnete der Referent der Steuerre-

kurskommission  III  ein  Gutachten  über  den  Verkehrswert  der  veräusserten  Miteigen-

tumsanteile (je zuzüglich 1/4 Miteigentum an der Wegparzelle Kat.Nr. …) an den Stich-

tagen  jeweils  20  Jahre  vor  der  Handänderung  an.  Nachdem  die  Parteien  gegen  den 

vorgeschlagenen  Experten  K  keine  Einwendungen  erhoben  hatten,  wurde  dieser  am 

30.  November  2010  mit  der  Erstellung  des  Gutachtens  beauftragt.  Zugleich  gab  der 

Referent dem Begehren der Pflichtigen statt, neben dem reinen Baulandwert auch den 

Wert  des  Landes  mitsamt  dem  damals  bestehenden  Mehrfamilienhaus  zu  ermitteln. 

Am 25. Februar 2011 führte der Referent der Rekurskommission mit den Parteien un-

ter Beizug des Experten einen Augenschein durch. An der nachfolgenden Referenten-

audienz verständigten sich die Parteien betreffend die Verkehrswerte der veräusserten 

Stockwerkeigentumseinheiten wie folgt: 

Stichtag 
Erwerber 
Quote 
Variante a: 
nur Baulaund 
Variante b: 
Land + Gebäude 

01.09.1986 
E 
241/1000 

22.09.1986 
F 
218/1000 

07.12.1986 
D 
250/1000 

offen 
unverkauft 
291/1000 

173'761 

157'178 

180'250 

209'811 

Total 

1'000/1'000 
721'000 

273'294 

247'212 

283'500 

329'994 

1'134'000 

Auf  die  Erwägungen  des  Einspracheentscheids  und  die  Parteivorbringen  ist, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückzukommen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Die  bisherigen  Steuerrekurskommissionen  sind  per  1.  Januar  2011  zum 

Steuerrekursgericht mutiert (vgl. §§ 112 - 118a und §§ 147 - 152 des Steuergesetzes 

in der alten und neuen Fassung vom 8. Juni 1997 bzw. 13. September 2010; StG). Das 

vorliegende,  noch  bei  der  Steuerrekurskommission  III  eingegangene  Geschäft  ist  als 

Folge dieser Änderung der 2. Abteilung des Steuerrekursgerichts zugeteilt worden und 

wird unter der Geschäftsnummer 2 GR.2010.6 weitergeführt. 

2. Die Grundstückgewinnsteuer wird laut § 216 Abs. 1 StG erhoben von den 

Gewinnen, die sich bei Handänderungen an Grundstücken oder Anteilen von solchen 

ergeben. Grundstückgewinn ist laut § 219 Abs. 1 StG der Betrag, um welchen der Er-

lös die Anlagekosten (Erwerbspreis und Aufwendungen) übersteigt.  

3. a) Als Erwerbspreis gilt nach § 220 Abs. 1 StG der Kaufpreis mit Einschluss 

aller  weiteren  Leistungen  des  Erwerbers.  Liegt  jedoch  die  massgebende  Handände-

rung mehr als 20 Jahre zurück, so darf der Steuerpflichtige laut § 220 Abs. 2 StG den 

Verkehrswert  des  Grundstücks  vor  20  Jahren  zur  Anrechnung  bringen  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  

2. A., 2006, § 220 N 113). Die letztgenannte Wahl wirkt sich in aller Regel zum Vorteil 

des  Pflichtigen  aus,  weshalb  ohne  ausdrückliche  anderslautende  Erklärung  des  Ver-

äusserers von dieser Berechnungsweise ausgegangen werden darf. 

Mit  der  Grundstückgewinnsteuer  soll  lediglich  der  auf  äussere  Umstände  zu-

rückzuführende "unverdiente" Wertzuwachs eines Grundstücks während der Besitzes-

dauer als Grundstückgewinn erfasst werden. Ist die Wertzunahme nämlich "verdient", 

insbesondere durch den Einsatz von Arbeit oder Kapital des Veräusserers, fehlt inso-

weit  die  Rechtfertigung  für  die  Besteuerung  des  Wertzuwachses  (vgl.  Peter  Locher, 

Das Objekt der bernischen Grundstückgewinnsteuer, Bern 1976, S. 67 mit Hinweisen). 

b)  Um  die  Besteuerung  des  Grundstückgewinns  als  "unverdienten"  Wertzu-

wachs  zu  gewährleisten,  verlangt  der  von  Lehre  und  Rechtsprechung  entwickelte 

Grundsatz  der  vergleichbaren  Verhältnisse,  dass  sich  Erlös  und  Anlagewert  auf  das 

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umfänglich  und  inhaltlich  gleiche  Grundstück  beziehen.  Hat  sich  dessen  tatsächliche 

oder rechtliche Beschaffenheit während der massgebenden Besitzesdauer wesentlich 

geändert,  so  sind  durch  Zu-  oder  Abrechnungen  am  Erwerbspreis  vergleichbare  Ver-

hältnisse herzustellen (RB 1999 Nr. 156 = StE 2000 B 44.1 Nr. 7 = ZStP 1999, 342). 

Bezugspunkt für den Vergleich der Verhältnisse beim Verkauf ist der Zustand 

des  Grundstücks,  der  Grundlage  für  die  Kaufpreisgestaltung  bei  der  Veräusserung 

gebildet  hat.  Es  kommt  also  nicht  darauf  an,  was  aufgrund  des  Grundbucheintrags 

dinglich auf den Erwerber zu Eigentum übergeht. Massgebend ist nur das, was an lie-

genschaftlichen Werten  verkauft  und  zum  Gegenstand  der  vertraglichen  Preisbestim-

mung  gemacht  worden  ist  (RB  1993  Nr.  29  =  StE  1993  B  44.12.2  Nr.  2).  Haben  die 

Vertragsparteien  ein  überbautes  Grundstück  veräussert,  müssen  auch  die  Gebäude-

kosten gewinnmindernd berücksichtigt werden. Liegenschaften mit einem Sanierungs- 

oder  Abbruchobjekt  sind  hingegen wie  unüberbaute  Grundstücke zu bewerten,  wobei 

als  Verkehrswert  der  Landwert  abzüglich  der  Abbruchkosten  gilt  (VGr,  25.  Septem-

ber 1990, SR.89.0002). 

Das  Steuerrekursgericht  ist  an  diese  Rechtsprechung  (neuestens  wiederge-

geben  in  VGr,  26.  August  2009,  SB.2009.00016,  www.vgrzh.ch)  gebunden.  Die  von 

der Pflichtigen an dieser Praxis geübte Grundsatzkritik ist daher nicht zu hören. 

4. a) Die Rekursgegnerin stellt sich im Einspracheentscheid sowie in der Re-

kursantwort  und in der  Duplik  auf  den Standpunkt,  dass  das  vor  den  drei  Handände-

rungen abgebrochene Mehrfamilienhaus nicht zu den Anlagekosten zähle. Gegenstand 

der  Veräusserungen  bildeten  vielmehr  das  unüberbaute  Grundstück  sowie  die  Auf-

wendungen für den Neubau. Das Bauamt C habe am 24. Juni 2005 die Baufreigabe für 

den  Abbruch  des  Altbaus  und  den  Neubau  per  1.  Juli  2005  erteilt.  Im  Zeitpunkt  der 

Beurkundung der drei Kaufverträge seien die früheren Gebäude schon beseitigt gewe-

sen;  es  habe  sich  also  nicht  um  ein  Abbruchobjekt,  sondern um  ein bereits  abgebro-

chenes Gebäude gehandelt. Es sei nicht anzunehmen, dass ein Erwerber für ein frühe-

res Gebäude eine Vergütung leisten wolle. Auch gehe es nicht an, neben den Kosten 

des Neubaus zusätzlich noch den Wert von früherer Bausubstanz zu berücksichtigen.  

Die Pflichtige vertritt in Rekurs und Replik die Auffassung, dass der Wert der 

Altbaute  am  Stichtag  vor  20  Jahren  bei  den  Anlagekosten  mitberücksichtigt  werden 

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müsse. Denn auf dem Grundstück Kat.Nr. … habe im Jahr 1986 ein noch nicht dreis-

sigjähriges,  voll  vermietetes  Fünffamilienhaus  gestanden.  Zu  Unrecht  nehme  die  Re-

kursgegnerin  an,  dass  hier  nur  ein  Miteigentumsanteil  am  Baugrundstück  sowie  die 

noch  zu  erstellende  Stockwerkeigentumseinheit  Gegenstand  der  drei  Kaufverträge 

gebildet  hätten,  nicht  aber  das früher  bestehende Mehrfamilienhaus.  Nach  der  Praxis 

des Verwaltungsgerichts komme es nämlich darauf an, was in den Augen von Verkäu-

fer  und  Käufer  zum  Gegenstand  der  vertraglichen  Preisbestimmung  gemacht  worden 

sei. Wenn die Erstellung eines Neubaus die vorgängige Beseitigung eines Altbaus er-

fordert habe, müsse derselbe beim Verkehrswert vor 20 Jahren angerechnet werden. 

Anders wäre nur dann zu entscheiden, wenn der Altbau bei der Preisgestaltung nach-

weislich ausser Betracht gefallen wäre. Die Nichtberücksichtigung der Altbaute bei der 

Steuerermittlung  liefe  auf  eine  im Widerspruch  zum Willkürverbot  des  Art.  9  der  Bun-

desverfassung  vom  18.  April  1999  (BV)  stehende  Besteuerung  eines  fiktiven  Grund-

stückgewinns hinaus. 

b) Wie  in  E.  3  ausgeführt,  ist  für  die  Ermittlung  der  Grundstückgewinnsteuer 

vom Zustand eines Grundstücks im Zeitpunkt der Beurkundung des Kaufvertrags aus-

zugehen.  Vorliegend  ist  demnach  der  Zustand  massgebend,  in  dem  sich  die  Liegen-

schaft … im Zeitraum von Januar 2006 bis Mai 2006 befunden hat. Nach übereinstim-

mender  Darstellung  der  Parteien  waren  damals  der  Altbau  bereits  abgebrochen  und 

die Arbeiten am Neubau im Gang. Gleiches gilt, selbst wenn in Bezug auf den Verkauf 

an  D  auf  das  Beurkundungsdatum  betreffend  die  ursprünglich  beabsichtigte  Stock-

werkeigentumseinheit  Nr.  3  (12.  September 2005)  abgestellt  würde.  Sachenrechtlich 

betrachtet konnte somit nur das Bauland, nicht aber die zerstörte Altbaute Vertragsge-

genstand bilden. Wie der Veräusserer kalkuliert, tut nichts zur Sache. Zwar verkörpert 

die bewohnbare Altbaute zweifellos einen wirtschaftlichen Wert und wirft sie eine Ren-

dite ab; indessen mag der Eigentümer den absoluten Landwert höher schätzen als den 

relativen  Landwert  samt  Gebäulichkeiten  oder  aber  er  will  aus  persönlichen,  der  Le-

benshaltung  zuzurechnenden  Gründen  eine  Neuüberbauung  realisieren.  Bei  den  ge-

genwärtigen Verhältnissen auf dem Immobilienmarkt mag es an bevorzugten Standor-

ten sogar ökonomisch sinnvoll sein, gesunde Bausubstanz zu zerstören, um mit einer 

Neuüberbauung einen grösseren Gewinn zu erzielen. Jedenfalls interessiert ein abge-

brochenes früheres Objekt den Markt bzw. den vernünftigen Erwerber nicht. Gegens-

tand eines Kaufvertrags bilden allein das Land und allenfalls – wie hier – ein im Entste-

hen  begriffener  Neubau.  Nach  der  in  E.  3  erwähnten  Praxis  des  Verwaltungsgerichts 

ist bei der Veräusserung einer Altbaute dann auf den reinen Baulandwert abzustellen, 

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wenn der Bausubstanz im Kaufvertrag kein Wert zuerkannt wird. Eine solche Vereinba-

rung  erübrigt  sich  dann,  wenn  die  Altbaute  im  Zeitpunkt  des  Vertragsabschlusses 

schon  beseitigt  worden  ist.  Aus  diesem  Grund  ist  der  Rekursgegnerin  beizupflichten, 

dass hier einzig Bauland mitsamt dem Neubau, hingegen nicht zusätzlich der frühere 

Altbau veräussert worden ist. Entgegen der Auffassung der Pflichtigen ist diese Beur-

teilung  nicht  verfassungswidrig.  Denn die Grundstückgewinnsteuer  erfasst  wie gesagt 

den  –  unverdient  –  auf  dem  Wertzuwachs  des  Landes  erzielten  Gewinn.  Im  Unter-

schied zum dauernden Bestand des Bodens unterliegt eine Überbauung der Alterung 

und  Entwertung;  nach  einer  gewissen  Zeitspanne  haben  die  Gebäulichkeiten  ihren 

Wert verloren und sind sie durch einen Neubau zu ersetzen. 

c)  Mit  Bezug  auf  die Bewertung  des  Grundstücks  Kat.Nr.  …  als  Bauland  ha-

ben sich die Parteien an der Referentenaudienz vom 25. Februar 2011 gütlich verstän-

digt  (Prot.  S.  8).  Weil  sich  diese  Vereinbarung  auf  die  Untersuchung  eines  Experten 

stützt und das Ergebnis nach den Erfahrungen des Steuerrekursgerichts plausibel ist, 

erscheint  die  Einigung  als  gesetzmässig  und  angemessen,  weshalb  darauf  abgestellt 

werden kann. 

5. a) Die Pflichtige bringt vor, dass sie den Altbau vor dessen Abbruch in das 

Geschäftsvermögen  übergeführt  habe.  Als  gewerbsmässige  Liegenschaftenhändlerin 

sei sie nach § 221 Abs. 2 StG berechtigt, den Wert des Altbaus, der dem Neubau habe 

weichen müssen, als Aufwendung geltend zu machen. 

Der  gewerbsmässige Liegenschaftenhändler  kann  die gesamten  Aufwendun-

gen, die mit dem Erwerb, dem Halten und der Veräusserung des Grundstücks zusam-

menhängen, vom Erlös abziehen. Es sind alle Aufwendungen zum Abzug zuzulassen, 

die  dem  Liegenschaftenhändler  im  Hinblick  auf  die  Erzielung  eines  Gewinns  erwach-

sen. Abzugsfähig ist nur eine Aufwendung, also die Erbringung einer Geldleistung ge-

genüber einem Dritten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 221 N 130 und 132). Praxis-

gemäss gelten Abbruchkosten, die im Hinblick auf einen Neubau aufgewendet werden 

müssen,  in  der  Regel  als  anrechenbar  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  §  221  N  45). 

Hingegen kann in der – freiwilligen – Zerstörung eines Gebäudes entgegen der Auffas-

sung  der  Pflichtigen  wirtschaftlich  betrachtet  keine  Aufwendung  erblickt  werden.  Ob 

eine  solche  auf  eine  Geldleistung  beschränkt  oder  weiter  zu  fassen  ist,  kann  daher 

dahingestellt bleiben. Selbst wenn die Beseitigung des Altbaus nach § 221 Abs. 2 StG 

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als Wertvermehrung in Frage käme, müsste eine Anrechnung vorliegend auch deswe-

gen entfallen, weil die Pflichtige den vom Gesetz geforderten ausdrücklichen Verzicht 

auf die Anrechnung dieser Position bei der Einkommenssteuer nicht geleistet hat (vgl. 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 221 N 149). 

Unabhängig davon ist der Antrag, den Zeitwert des abgebrochenen Gebäudes 

per 2005 als Aufwendung zu berücksichtigen, auch aus einem anderen Grund zu ver-

werfen.  Abschreibungen  auf  Liegenschaften,  die  zum  Geschäftsvermögen  gehören, 

sind  nämlich  nur  bis  zum  Landwert  zulässig  (Merkblatt  A 1995  der  Eidgenössischen 

Steuerverwaltung  über  Abschreibungen  auf  dem  Anlagevermögen  geschäftlicher  Be-

triebe  [ZStB  II  Nr.  63/420],  Ziffer  1,  Fussnote  4).  Die  Pflichtige  setzte  den  Überfüh-

rungswert  der  überbauten  Liegenschaft  Kat.Nr.  …  (inkl.  ¼  Miteigentumsanteil  an  der 

Wegparzelle  Kat.Nr.  …)  gestützt  auf  ein  Gutachten  von  H  vom  25.  Mai  2005  auf 

Fr. 2'415'000.- 

fest.  Dabei  wurde  das  überbaute  Grundstück  Kat.Nr.  …  mit 

Fr. 1'980'000.-  bewertet,  welches  Ergebnis  massgeblich  vom  Ertragswert  beeinflusst 

war.  Das  allein  der  Pflichtigen  zustehende  bauliche  Nutzungsrecht  an  der  Miteigen-

tumsparzelle  Kat.Nr.  …  (174  m²  Weggebiet)  schätzte  der  Experte  auf  Fr.  435'000.-, 

was einem Landwert von Fr. 2'500.-/m² gleichkommt. Weil der Nutzwert einer Ausnüt-

zungsübertragung an einer im (Mit)Eigentum anderer Personen befindlichen Parzelle in 

aller  Regel  unter  dem  absoluten  Landwert  von  unbelasteten  Grundstücken  liegt,  ist 

daraus  abzuleiten,  dass  dem  Grundstück  Kat.Nr.  …  (ohne  Baute)  aus  der  Sicht  der 

Pflichtigen im Jahr 2005 mindestens ein absoluter Baulandwert von Fr. 2'500.-/m² zu-

gekommen wäre. Daraus resultiert für beide Grundstücke zusammen ein reiner Land-

wert von Fr. 2'772'500.- (1'109 m² à Fr. 2'500.-), der den Überführungswert (Verkehrs-

wert)  der  Grundstücke  mit  der  bestehenden  Baute  deutlich  übersteigt.  Bei  dieser 

Sachlage  bestand  aus  der  Sicht  der  Pflichtigen  nach  Abbruch  der  Baute  weder  ein 

Wertberichtigungsbedarf  in  Form  einer  Abschreibung,  noch  hätte  die  Pflichtige  damit 

rechnen können, dass das kantonale Steueramt eine solche Wertberichtigung zugelas-

sen hätte. 

b)  Mit  der  Replik  hat  die  Pflichtige  die  Berücksichtigung  einer  zusätzlichen 

Honorarnote von I vom 1. April 2010 über Fr. 10'197.70 beantragt. In der Duplik hat die 

Rekursgegnerin diese Position im Grundsatz anerkannt. Das bereits mit der Steuerer-

klärung geltend gemachte Honorar von I bezieht sich auf dessen Bemühungen von 1. 

Januar  2007  bis  1.  Oktober 2008,  die  zweite  Rechnung  hingegen  auf  den  anschlies-

senden  Zeitraum  bis  31.  März  2010.  Der  beigelegte  "Tätigkeitsnachweis"  zeigt,  dass 

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sich  die  geltend  gemachten  Aufwendungen  des  Rechtsvertreters  tatsächlich  auf  den 

vorliegenden Fall bezogen haben. Dem Begehren ist daher zu entsprechen. 

6. Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung des Rekurses und zu 

folgender Neuberechnung der Grundstückgewinnsteuern: 

GR-Nr. 2006/… 

GR-Nr. 2006/… 

GR-Nr. 2006/… 

unverkauft/ 

HÄ vom 01.09.2006 

HÄ vom 22.09.2006 

HÄ vom 07.12.2006 

Total 

Erwerber: E 

Erwerber: F 

Erwerber: D 

Quote 

241/1000 

218/1000 

250/1000 

291/1000 

1000/1000 

VW vor 20 Jahren 

173'761 

157'178 

180'250 

209'811/ 

721'000 

Aufwendungen 

1'050'469 

950'217 

1'089'699 

1'268'409/ 

Käuferausbauten 

Honorar Verkauf  

HÄ-Kosten Verkauf 

StE GGSt 

Aufwand I 

153'197 

44'000 

2'985 

4'102 

3'466 

Anlagekosten total 

1'431'980 

Erlös 

1'660'000 

zzgl. Käuferausbauten 

   153'197 

zzgl. Vorauszahlung 

       3'816 

99'299 

44'000 

2'931 

3'711 

3'135 

1'260'471 

1'630'000 

4'358'794 

70'796/ 

381'532 

0/ 

88'000 

0/9'426 

0/12'069 

0/10'197 

58'240 

0 

3'510 

4'256 

3'596 

1'339'551 

1'500'000 

  99'299 

    1'288 

 58'240 

      530 

Erlös total 

Grundstückgewinn 

rund 

Steuer nach StG 225 I 

Besitzesdauer 20 J. 

reine GGSt 

1'817'013 

1'730'587 

1'558'770 

385'033 

385'300 

143'300 

71'650 

71'650 

470'116 

470'100 

177'440 

88'720 

88'720 

219'219 

219'200 

77'080 

38'540 

38'540 

7. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten zu 7/10 der Pflichtigen und zu 3/10 

der Rekursgegnerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). Weil die Pflichtige überwiegend 

unterliegt, steht ihr keine Parteientschädigung zu. 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  der  Rekurrentin  mit  Einspracheent-

scheid der C vom 23. November 2009 auferlegten Grundstückgewinnsteuern wer-

den wie folgt herabgesetzt: 

a)  GR 2006/…: 

von Fr. 81'400.-  

b)  GR 2006/…: 

von Fr. 97'500.-  

c)  GR 2006/…: 

von Fr. 48'600.- 

auf Fr. 71'650.- 

auf Fr. 88'720.- 

auf Fr. 38'540.- 

[…] 

2 GR.2010.6