# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9b046fe-4b7e-58ef-8e1f-e52f2b5595e1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.04.2021 100 2020 236
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-236_2021-04-12.pdf

## Full Text

100.2020.236U
STN/SPA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. April 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Spring

1. A.________
2. B.________
3. C.________

Bodelenweg 98, 3172 Niederwangen b. Bern
alle vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführende 

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Familiennachzug; nachträglicher Nachzug des Sohnes 
(Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 20. Mai 2020; 
2020.SIDGS.242)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der aus Nordmazedonien stammende B.________ (Jg. 1970) ist seit 1997 
mit der Landsfrau C.________ (Jg. 1974) verheiratet. Sie haben drei Kinder: 
A.________ (Jg. 2003), einen weiteren Sohn (Jg. 1999) und eine Tochter 
(Jg. 1997). B.________ hielt sich von 1988 bis 2016 mehrheitlich als Sans-
Papier in der Schweiz auf. Nachdem er am 30. Juni 2016 erneut in die 
Schweiz eingereist war, erhielt er am 16. August 2016 eine Härte-
fallbewilligung.

Am 20. März 2019 ersuchten C.________ und A.________ bei der 
Schweizer Botschaft in Pristina um Erteilung eines Visums für den langfris-
tigen Aufenthalt zwecks Verbleibs bei ihrem Ehemann bzw. Vater in der 
Schweiz. Mit Verfügung vom 5. Februar 2020 hiess das Amt für Bevölke-
rungsdienste (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), das Gesuch von C.________ 
gut, jenes von A.________ hingegen ab. A.________ reiste dennoch am 
22. Februar 2020 mit seiner Mutter in die Schweiz ein und hält sich seither 
hier auf. 

B.

Gegen die Verfügung vom 5. Februar 2020 erhoben A.________, 
B.________ und C.________ am 6. März 2020 Beschwerde bei der Sicher-
heitsdirektion des Kantons Bern (SID). Mit Entscheid vom 20. Mai 2020 wies 
die SID die Beschwerde ab und setzte A.________ eine Ausreisefrist auf den 
31. Juli 2020.

C.

Gegen den Entscheid der SID haben A.________, B.________ und 
C.________ am 22. Juni 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. 
Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und 

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A.________ sei im Rahmen des Familiennachzugs die 
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Gleichzeitig haben sie um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin 
ersucht. 

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2020 die Abweisung der 
Beschwerde und des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege. 

A.________, B.________ und C.________ haben am 14. August 2020, 22. 
September 2020 und 28. Januar 2021 erneut Stellung genommen und 
weitere Unterlagen eingereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

2.1 Der Beschwerdeführer 2 (geb. 1970) hielt sich ab 1988 im Rahmen 
von Kurzaufenthalten als Saisonnier und von 1993-1994 im Ehegatten-
nachzug mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz auf. Diese Ehe dau-
erte von 1993-1995. Nach Verlust der abgeleiteten Aufenthaltsbewilligung 
hielt er sich dennoch die meiste Zeit in der Schweiz auf (vgl. Akten MIDI 4C 
pag. 101 ff., 112, 123, 125 ff.). Zuletzt reiste er am 30. Juni 2016 erneut in 
die Schweiz ein. Am 16. August 2016 erhielt er gestützt auf Art. 30 Abs. 1 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslände-
rinnen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG; SR 142.20; in Kraft bis zum 
31.12.2018) eine Härtefallbewilligung (Akten MIDI 4C pag. 40, 48).

2.2 Seit 1997 ist der Beschwerdeführer 2 in zweiter Ehe mit der ebenfalls 
aus Nordmazedonien stammenden Beschwerdeführerin 3 (geb. 1974) 
verheiratet (vgl. Akten MIDI 4D pag. 11, 94 f.; Akten MIDI 4C pag. 102). Aus 
dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Der Beschwerdeführer 1 (geb. 2003) 
sowie ein weiterer Sohn (Jg. 1999) und eine Tochter (Jg. 1997). Die Ehe 
wurde aus freien Stücken über rund zwanzig Jahre als Fernbeziehung 
geführt. Der Beschwerdeführer 2 wohnte in Bern, während die 
Beschwerdeführerin 3 mit den Kindern in Nordmazedonien verblieb (Akten 
MIDI 4C pag. 102 f.). Am 5. Februar 2020 bewilligte das ABEV der 
Beschwerdeführerin 3 die Einreise zwecks Verbleibs beim Ehemann (Akten 
MIDI 4D pag. 104). Am 22. Februar 2020 reiste sie in die Schweiz ein (Akten 
MIDI 4D pag. 106). Mit ihr reiste der Beschwerdeführer 1 ein, dessen 
Gesuch abgewiesen worden war (Akten MIDI 4B pag. 147 ff.). Die 
Beschwerdeführenden leben seither zusammen im Haus des Onkels des 
Beschwerdeführers 2 in der Einwohnergemeinde (EG) … (Akten MIDI 4C 
pag. 37).

2.3 Der Beschwerdeführer 1 wurde in Kičevo/Nordmazedonien geboren 
und hielt sich bis zu seiner Einreise in die Schweiz dort auf (Akten MIDI 4B 
pag. 7, 17). Die Familie der Beschwerdeführenden bewohnt in Kičevo ein 
Mehrfamilienhaus mit drei Wohnungen. In einer Wohnung lebten bis zu 
ihrem Auszug Mutter und jüngster Sohn (Beschwerdeführende 1 und 3); die 

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beiden älteren Kinder halten sich zu Ausbildungszwecken in Tetovo und 
Skopje auf (vgl. hinten E. 4.2). Die zweite Wohnung wird weiterhin von der 
verwitweten Mutter des Beschwerdeführers 2 bewohnt. Die dritte Wohnung 
gehört dem Bruder des Beschwerdeführers 2. Dieser lebt in der Schweiz und 
hält sich angeblich nur selten in der Wohnung auf (vgl. Akten SID pag. 15). 
Der Beschwerdeführer 1 hat in Kičevo die Grundschule absolviert (Akten 
MIDI 4B pag. 35, 158 ff.; Beschwerdebeilage 10). 2018/19 besuchte er in 
Kičevo das Gymnasium (Akten MIDI 4B pag. 166 f.). Die gymnasiale Aus-
bildung hat er abgebrochen (Beschwerde S. 5). Gemäss dem Vater (Be-
schwerdeführer 2) möchte sein Sohn in der Schweiz eine Lehre absolvieren 
und «seinen zukünftigen beruflichen Werdegang» beginnen (Akten MIDI 4B 
pag. 35). Vom 2. Januar 2019 bis zum 10. März 2019 hielt sich der Be-
schwerdeführer 1 bereits einmal bei seinem Vater in der Schweiz auf (Akten 
MIDI 4B pag. 9). 

3.

3.1 Anwendbar ist das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und 
Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) in seiner seit 1. Januar 2019 geltenden 
Fassung (Gesuchstellung im März 2019). Gemäss Art. 44 AIG kann auslän-
dischen Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von Personen mit 
Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie 
mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden 
ist und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Seit dem 1. Januar 2019 
wird zusätzlich verlangt, dass sich nachzuziehende Personen im Erwach-
senenalter in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verständigen 
können oder sich zu einem entsprechenden Sprachförderungsangebot 
anmelden (Art. 44 Abs. 1 Bst. d, Abs. 2 und 3 AIG; Art. 73a der Verordnung 
vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
[VZAE; SR 142.201]). Zudem soll die nachziehende Person keine jährlichen 
Ergänzungsleistungen nach dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 über 
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-
sicherung (ELG; SR 831.30) beziehen oder wegen des Familiennachzugs 
beziehen müssen (Art. 44 Abs. 1 Bst. e AIG). Art. 44 AIG vermittelt für sich 

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genommen keinen Rechtsanspruch auf Familiennachzug. Vielmehr bleibt 
hier die Bewilligungserteilung – auch wenn die diesbezüglichen Mindest-
voraussetzungen erfüllt sind – im fremdenpolizeilichen Ermessen (BGE 
139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.2). 

3.2 Der ausländische Elternteil kann sich für den Familiennachzug aller-
dings auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 der Euro-
päischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 
der Bundesverfassung (BV; SR 101) berufen, wenn sie oder er über ein 
gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt und die familiären Beziehungen tat-
sächlich gelebt werden (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen). 
Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht hat gemäss ständiger bundesgericht-
licher Praxis, wer das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungs-
bewilligung besitzt oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die ihrer-
seits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (vgl. 144 I 266 E. 3.3, 
144 II 1 E. 6.1; BVR 2015 S. 309 E. 5.1 und 5.2, 2012 S. 145 E. 3.4.2). Der 
Beschwerdeführer 2, der über eine Härtefallbewilligung nach Art. 30 Abs. 1 
Bst. b AIG verfügt, hat unbestrittenermassen kein gefestigtes Anwesenheits-
recht (vgl. VGE 2016/288 vom 19.9.2017 E. 2.3). Da sich die Aufenthalts-
bewilligung der Beschwerdeführerin 3 von ihrem Ehemann ableitet, hat auch 
sie kein gefestigtes Anwesenheitsrecht. Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht 
des Beschwerdeführers 2 ergibt sich auch nicht aus dem Recht auf Achtung 
des Privatlebens (Art. 8 Ziff. 1 EMRK; Art. 13 Abs. 1 BV; vgl. Beschwerde 
S. 7). Der Beschwerdeführer 2 hält sich erst seit 2016 mit einer Aufenthalts-
bewilligung in der Schweiz auf. Selbst wenn zu dieser Zeitdauer die Jahre 
1993-1994 hinzugezählt werden (vgl. vorne E. 2.1), beträgt die rechtmässige 
Aufenthaltsdauer noch nicht zehn Jahre. Zudem ist fraglich, ob beim 
Beschwerdeführer 2 in sprachlicher, beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht 
eine ausgeprägt gelungene Integration vorliegt (vgl. auch Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege inkl. Beilagen [in act. 2]; Akten MIDI 4C pag. 104). 
Somit spricht einiges dafür, dass diesbezüglich der Schutzbereich des 
Rechts auf Privatleben von vornherein nicht betroffen ist (zum Ganzen BGE 
144 I 266 E. 3.9 mit Hinweisen; BVR 2019 S. 314 E. 5.2.2). Die Beschwer-
deführenden hätten diesfalls keinen Rechtsanspruch auf Familiennachzug. 
Selbst wenn sie sich indes auf einen Rechtsanspruch nach Art. 8 EMRK 
berufen könnten, bestünde ein Nachzugsanspruch nur dann, wenn (unter 

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anderem) alle Grundvoraussetzungen von Art. 44 AIG erfüllt wären. Die 
Anwendung der fraglichen Bewilligungskriterien gilt als mit der EMRK ver-
einbar, vorbehältlich einer abweichenden konventions- und verfassungs-
mässigen Auslegung im Einzelfall (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.4, 3.2 und 4.1 f., 
137 I 284 E. 2.6 f.; BGer 2C_947/2016 vom 17.3.2017 E. 4.1).

3.3 Der Familiennachzug setzt zusätzlich zu den in Art. 44 AIG genann-
ten Erfordernissen voraus, dass der Nachzug innerhalb von zwölf Monaten 
geltend gemacht wird (Kinder über zwölf Jahre; Art. 47 Abs. 1 und 3 AIG 
sowie Art. 73 Abs. 1 VZAE), kein Rechtsmissbrauch und keine Widerrufs-
gründe nach Art. 62 AIG gegeben sind, der nachziehende Elternteil das Sor-
gerecht hat und das Kindeswohl dem Nachzug nicht entgegensteht. Ein 
nachträglicher Familiennachzug wird hingegen nur bewilligt, wenn wichtige 
familiäre Gründe vorliegen (Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AIG).

3.4 Es ist unbestritten, dass mit dem Gesuch vom 20. März 2019 in 
Bezug auf den Beschwerdeführer 1 die Fristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AIG 
nicht eingehalten worden sind und deshalb einzig ein nachträglicher Fami-
liennachzug im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG zur Diskussion steht (vgl. Be-
schwerde S. 8; angefochtener Entscheid E. 3.2; zur Fristberechnung etwa 
BGE 137 II 393 E. 3.3 [Pra 101/2012 Nr. 26]; BGer 2C_767/2015 vom 
19.2.2016 E. 4.2). Die Beschwerdeführenden sind indes der Ansicht, die 
Vorinstanz habe zu Unrecht das Vorliegen wichtiger familiärer Gründe ver-
neint (vgl. Beschwerde S. 6 ff.).

3.5 Wichtige familiäre Gründe für die Bewilligung des nachträglichen 
Nachzugs nach Art. 47 Abs. 4 AIG liegen vor, wenn das Kindeswohl nur 
durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE). 
Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist nach der Recht-
sprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es 
bedarf vielmehr der Würdigung aller erheblichen Umstände im Einzelfall (vgl. 
zuletzt etwa BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021 E. 3.3 mit Hinweisen). Die 
Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Frist muss nach dem Willen des 
Gesetzgebers die Ausnahme bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AIG 
aber so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens 
nach Art. 8 EMRK bzw. nach Art. 13 BV, sofern ein solcher denn besteht, im 
Rahmen der erforderlichen Interessenabwägung gewahrt bleibt (vgl. etwa 

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BGer 2C_909/2019 vom 7.4.2020 E. 4.2, 2C_943/2018 vom 22.1.2020 
E. 3.2, je mit weiteren Hinweisen). Der Gesetzgeber beabsichtigte mit Art. 47 
Abs. 4 AIG, die Integration durch einen möglichst frühen Nachzug der Fami-
lienmitglieder zu fördern; die Nachzugsgründe sind aber nicht auf stich-
haltige, unvorhersehbare Ereignisse beschränkt (zum Ganzen BVR 2020 
S. 231 [VGE 2018/378 vom 18.12.2019] nicht publ. E. 6.1, 2020 S. 243 
E. 6.1 [bestätigt durch BGer 2C_948/2019 vom 27.4.2020]).

3.6 Ein wichtiger Grund ist zu bejahen, wenn die weiterhin notwendige 
Betreuung eines Kindes im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes 
oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewährleistet ist und 
keine sinnvolle Alternative besteht. Praxisgemäss liegt in der Regel kein 
wichtiger familiärer Grund vor, wenn im Heimatland alternative Betreuungs-
möglichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil 
dadurch vermieden wird, dass das Kind aus seiner bisherigen Umgebung 
und dem ihm vertrauten Beziehungsnetz gerissen wird (vgl. 
BGer 2C_347/2020 vom 5.8.2020 E. 3.4, 2C_555/2019 vom 12.11.2019 
E. 6.1; VGE 2019/124 vom 24.6.2020 E. 4.4 [bestätigt durch 
BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021], je mit zahlreichen weiteren Hinweisen). 
An den Nachweis der fehlenden Betreuungsmöglichkeit im Heimatland stellt 
die Rechtsprechung umso höhere Anforderungen, je älter das nachzu-
ziehende Kind ist und je grösser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, 
die ihm hier drohen (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.2 und E. 2.3.1; 
BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021 E. 3.4, 2C_347/2020 vom 5.8.2020 E. 3.4, 
2C_555/2019 vom 12.11.2019 E. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen). Dabei geht 
es inhaltlich nicht darum, dass alternative Betreuungsmöglichkeiten im Hei-
matland überhaupt fehlen; das heisst, es ist nach der Rechtsprechung mit 
Art. 8 EMRK nicht vereinbar, einen Familiennachzug erst dann zuzulassen, 
wenn keine einzige andere Alternative zur Betreuung des Kindes in seinem 
Heimatland zur Verfügung steht. Eine solche Alternative muss insbesondere 
dann ernsthaft in Betracht gezogen und sorgfältig geprüft werden, wenn das 
Kind bereits älter ist, sich seine Integration schwieriger gestalten dürfte und 
die zum in der Schweiz lebenden Elternteil aufgenommene Beziehung nicht 
allzu eng erscheint (vgl. BGE 133 II 6 E. 3.1.2 [Pra 96/2007 Nr. 124]; 
BGer  2C_550/2018 vom 21.12.2018 E. 2.2, 2C_340/2017 vom 15.6.2018 

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E. 2.3, 2C_182/2016 vom 11.11.2016 E. 2.2; VGE 2019/124 vom 24.6.2020 
E. 4.4 [bestätigt durch BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021]).

4.

Zu klären ist, ob im Fall des Beschwerdeführers 1 wichtige familiäre Gründe 
für die Bewilligung des nachträglichen Familiennachzugs vorliegen.

4.1 Vor Verwaltungsgericht wird vorgebracht, dass die Grossmutter des 
Beschwerdeführers 1 «gesundheitlich schwer angeschlagen» sei. Sie sei 
weder in der Lage «für sich selber noch für ihren Enkel zu sorgen» (Be-
schwerde S. 4). – Gemäss dem Bericht eines Arztes aus Kičevo vom 3. März 
2020 leidet die 73 Jahre alte Grossmutter des Beschwerdeführers 1 an Blut-
hochdruck, verschiedenen Rückenbeschwerden sowie Hüftschmerzen (Be-
schwerdebeilage 7). Aus dem Bericht lässt sich jedoch nicht erkennen, 
inwieweit die (nur stichwortartig festgehaltenen) Diagnosen aus medizi-
nischer Sicht sie in der Fähigkeit einschränken, für sich selber oder für den 
Beschwerdeführer 1 zu sorgen. Insgesamt kann aufgrund des kurzen, nicht 
näher begründeten Arztberichts zwar davon ausgegangen werden, dass die 
Grossmutter an gängigen Altersbeschwerden leidet und sich wohl nicht voll-
umfänglich um den Beschwerdeführer 1 kümmern kann. Dass dieser in 
Zukunft überhaupt auf keine Unterstützung von ihr mehr zurückgreifen 
könnte, vermag der Arztbericht indes nicht zu belegen (vgl. für diese Würdi-
gung auch BGer 2C_1116/2013 vom 10.11.2014 E. 3.3, 2C_532/2012 vom 
12.6.2012 E. 2.3.3, 2C_751/2011 vom 22.3.2012 E. 4.2; VGE 2019/124 vom 
24.6.2020 E. 5.2 [bestätigt durch BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021], 
2019/57 vom 25.6.2019 E. 5.2). Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, 
dass die Grossmutter anscheinend nach wie vor im Stand ist, selbständig zu 
ihren Töchtern ins Ausland zu reisen (vgl. Akten SID pag. 18). Es wird weiter 
nicht geltend gemacht, dass die Grossmutter nicht mehr in ihrer bisherigen 
Wohnung leben kann. Sie hält sich damit immer noch (mehrheitlich) im glei-
chen Haus wie der Beschwerdeführer 1 auf. Unter diesen Umständen ist 
davon auszugehen, dass die Grossmutter in der Lage ist, den im Gesuchs-
zeitpunkt bereits weit über 15-jährigen Beschwerdeführer 1 über die lebens-

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praktischen Angelegenheiten (Essen, Wäsche etc.) hinausgehend zumin-
dest punktuell zu unterstützen. 

4.2 Weiter bringen die Beschwerdeführenden vor, dass der Beschwerde-
führer 1 auch von seinen Geschwistern keine Unterstützung erwarten könne 
(vgl. Beschwerde S. 8). Die Schwester studiere Medizin in Tetovo und der 
Bruder besuche die «Fussballakademie» in Skopje. Tetovo und Skopje seien 
rund 1,75 Fahrstunden von Kičevo entfernt. Die Geschwister seien durch-
schnittlich einmal pro Monat in Kičevo (Beschwerde S. 4). – Vor Verwal-
tungsgericht reichen die Beschwerdeführenden zwar Belege für Studien der 
Schwester in Tetovo (nun Wirtschaftsfakultät, Tourismusstudiengang) und 
des Bruders in Skopje ein. Laut diesen leben sie während des Semesters in 
den jeweiligen Städten (Beschwerdebeilagen 5-6). Im Oktober 2019 gab der 
Beschwerdeführer 2 gegenüber der EG … noch an, seine zwei älteren 
Kinder seien nun mit dem Studium fertig und könnten zu ihrer kranken Gross-
mutter schauen und mit dieser zusammenleben (Akten MIDI 4B pag. 87). 
Abgesehen von dieser Widersprüchlichkeit der Aussagen ist es den Ge-
schwistern aufgrund der Distanzen zwischen ihren Studienorten und Kičevo 
(Kičevo-Skopje 111 Km; Kičevo-Tetovo 70 Km) durchaus möglich, an den 
Wochenenden bzw. in den Semesterferien zu ihrem Bruder zurückzukehren. 
Damit ist auch bei ihnen davon auszugehen, dass sie den Beschwerde-
führer 1 altersadäquat unterstützen und ihm weiterhin zumindest in schwie-
rigen Situationen als Vertrauenspersonen beistehen können. Zudem besitzt 
auch der Onkel des Beschwerdeführers 1 im selben Haus in Kičevo eine 
Wohnung. Bei einem Aufenthalt in seinem Heimatland – selbst wenn dies 
nur selten vorkommen sollte – kann auch von diesem eine gewisse punk-
tuelle Betreuung erwartet werden (vgl. vorne E. 2.3).

4.3 Damit kann höchstens insofern von einer veränderten Betreuungs-
situation ausgegangen werden, als die Mutter (Beschwerdeführerin 3) sich 
seit Februar 2020 mit Aufenthaltsbewilligung beim Ehemann in der Schweiz 
aufhält. Diese Situation ist jedoch freiwillig gewählt; sie beruht nicht auf 
äusseren – nicht beeinflussbaren – Umständen. Der Beschwerdeführerin 3 
wäre es freigestanden, ihren Sohn weiterhin in Nordmazedonien zu betreuen 
bzw. den Familiennachzug zu ihrem Ehemann zu einem späteren Zeitpunkt 
wahrzunehmen. Für sie wäre die fünfjährige Nachzugsfrist noch bis im Au-

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gust 2021 gelaufen (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AIG). Schliesslich bestand die 
selbst gewählte Familiensituation mit ehelicher Fernbeziehung bereits seit 
rund 20 Jahren (vgl. vorne E. 2.2). Hinsichtlich der Beziehung zwischen 
Sohn und Vater ist weiter von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer 2 sein 
Heimatland bereits vor dessen Geburt verlassen hat und das Familienleben 
grösstenteils nur über die Distanz gepflegt werden konnte. Der Beschwerde-
führer 2 nahm diese Trennung von Anfang an bewusst in Kauf. Auch er ist 
nicht gezwungen worden, seinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz zu ver-
legen. Den Beschwerdeführenden kann daher nicht gefolgt werden, wenn 
sie den Nachzug damit begründen wollten, dass die Trennung vom Vater 
dem Kindeswohl widerspreche, was namentlich auch unter dem Gesichts-
winkel von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV von Bedeutung wäre (Beschwerde 
S. 10; vgl. für vergleichbare Beurteilungen BGer 2C_363/2016 vom 
25.8.2016 E. 2.4; 2C_205/2011 vom 3.10.2011 E. 4.5; VGE 2019/124 vom 
24.6.2020 E. 5.7 [bestätigt durch BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021], 
2019/57 vom 25.6.2019 E. 5.7). Indem die Beschwerdeführenden jahrelang 
getrennt gelebt haben, bringen sie gemeinhin ihr beschränktes Interesse an 
einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben zum Ausdruck; in 
einer solchen Konstellation, in der die familiären Beziehungen während Jah-
ren über die Grenzen hinweg besuchsweise und über die modernen Kom-
munikationsmittel gelebt wurden, überwiegt regelmässig das dem Sinn und 
Zweck von Art. 47 Abs. 4 AIG zugrunde liegende legitime Interesse an der 
Einwanderungsbeschränkung, solange nicht objektive, nachvollziehbare 
Gründe, welche von den Betroffenen zu bezeichnen und zu rechtfertigen 
sind, etwas anderes nahelegen (BVR 2020 S. 243 E. 6.1 mit Hinweisen; zu-
letzt etwa BGer 2C_641/2020 vom 21.10.2020 E. 3.2, 2C_323/2018 vom 
21.9.2018 E. 8.2.2). Solche Gründe sind weder geltend gemacht noch er-
sichtlich. 

4.4 Die Beschwerdeführenden kritisieren, die Vorinstanz habe fälsch-
licherweise auf das Alter des Beschwerdeführers 1 im Zeitpunkt des Be-
schwerdeentscheids statt auf jenes bei Gesuchseinreichung abgestellt. Die 
lange Verfahrensdauer dürfe ihnen nicht zum Nachteil gereichen (Be-
schwerde S. 9). – Es trifft zu, dass für den Anspruch auf Familiennachzug 
nach Art. 42 ff. AIG grundsätzlich das Alter des Kindes im Zeitpunkt des 
Nachzugsgesuchs massgebend ist (BGE 136 II 497 E. 3.4 ff. [Pra 100/2011 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
Seite 12

Nr. 50]), dies im Unterschied zum Anwesenheitsanspruch, der aus Art. 8 
EMRK abgeleitet wird (Zeitpunkt der Entscheidfindung; vgl. zum Ganzen 
BGE 145 I 227 [Bestätigung der Praxis; Pra 109/2020 Nr. 11]). Die Frage, ob 
die Bewilligungsvoraussetzungen nach dem nationalen Ausländerrecht 
erfüllt sind, beurteilt sich jedoch entgegen den Ausführungen der Beschwer-
deführenden nicht allein nach den Gegebenheiten im Gesuchszeitpunkt. Zu 
berücksichtigen sind vielmehr auch die Umstände, die sich bis zum Ent-
scheidzeitpunkt ergeben. Das gilt namentlich für die Frage, inwiefern wich-
tige familiäre Gründe (insb. Kindeswohl) für einen nachträglichen Familien-
nachzug sprechen (vgl. BGer 2C_73/2016 vom 26.9.2016 E. 3.4; 
VGE 2019/222 vom 7.5.2020 E. 4.3).

4.5 Mit Blick auf das Alter des Beschwerdeführers 1 liegt auch bei einem 
Wegfall der Mutter als Betreuungsperson kein wichtiger familiärer Grund für 
den gewünschten Nachzug vor. Bei Gesuchseinreichung am 20. März 2019 
war der Beschwerdeführer 1 fast 16 Jahre alt, im Zeitpunkt der Ausreise mit 
der Mutter war er deutlich über 16 Jahre; mittlerweile ist er beinahe volljährig. 
In diesem Alter ist der Ablösungsprozess von Zuhause regelmässig weit fort-
geschritten und es besteht eine gewisse Selbständigkeit. Es kann davon 
ausgegangen werden, dass er – wie bei Jugendlichen in diesem Alter üblich 
– in der Lage ist, tägliche Verrichtungen selbständig wahrzunehmen, regel-
mässig Schulen zu besuchen, und dass nur noch punktuelle Betreuungs-
massnahmen erforderlich sind (vgl. etwa BGer 2C_449/2015 vom 4.8.2015 
E. 4.3; VGE 2019/124 vom 24.6.2020 E. 5.4 [bestätigt durch 
BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021], 2019/57 vom 25.6.2019 E. 5.4). In 
schwierigen Lebenssituationen erscheint zwar eine gewisse Betreuung wei-
terhin nötig, jedoch kann selbst in solchen auf die punktuelle Unterstützung 
von Vertrauenspersonen – auch ausserhalb der engeren Familie – zurück-
gegriffen werden (vgl. für diese Würdigung BGer 2D_5/2013 vom 
22.10.2013 E. 5.3, 2C_578/2012 vom 22.2.2013 E. 5.3, 2C_174/2012 vom 
22.10.2012 E. 4.2; VGE 2019/124 vom 24.6.2020 E. 5.4 [bestätigt durch 
BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021], 2013/430 vom 13.1.2015 E. 3.3.2). Es 
bestehen keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer 1 generell eine 
vom Normalfall abweichende Entwicklung aufweist und besonderer Be-
treuung bedarf.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
Seite 13

4.6 Der Schluss der Vorinstanz, die altersgerechte Betreuung des Be-
schwerdeführers 1 sei in Nordmazedonien gewährleistet, ist nicht zu bean-
standen. Es besteht insgesamt ein ausreichendes und stabiles Beziehungs-
netz, welches bei Bedarf durch externe Personen ergänzt werden könnte. 
Einer besonderen Betreuung bedarf der Beschwerdeführer 1 nicht. Sollten 
sich der Beschwerdeführer 2 und die Beschwerdeführerin 3 entschliessen, 
in der Schweiz zu verbleiben, könnten sie namentlich anstehende Ausbil-
dungsentscheide mit ihrem Sohn mittels der gängigen Kommunikationsmittel 
diskutieren. Möglich sind weiter regelmässige gegenseitige Besuche. Ferner 
kann der Beschwerdeführer 2 seinen Sohn – wie bisher – von der Schweiz 
aus finanziell unterstützen. 

4.7 Der Vorinstanz ist schliesslich darin zuzustimmen, dass ein Nachzug 
des Beschwerdeführers 1 mit erheblichen Integrationsschwierigkeiten ver-
bunden wäre. Objektiv fällt dabei das Alter des Beschwerdeführers 1 ins Ge-
wicht. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt gerade für Jugend-
liche über 13 Jahre die Übersiedlung in ein anderes Land einen bedeutenden 
Eingriff dar, weil dies zu einer empfindlichen Entwurzelung und erheblichen 
Integrationsschwierigkeiten führen kann (BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021 
E. 3.4, 2C_781/2015 vom 1.4.2016 E. 4.2). Der Beschwerdeführer 1 ist in 
Nordmazedonien aufgewachsen, besuchte dort die Schulen und ist voll-
umfänglich in seiner Heimat sozialisiert worden. Der Wegzug würde die 
Chance auf eine höhere Schulbildung im Heimatland, wie sie seine 
Geschwister absolviert haben, definitiv verunmöglichen und er würde aus 
seinem gesamten Beziehungsnetz herausgerissen. Zur Schweiz hat er dem-
gegenüber – ausser zu seinen Eltern – keine Verbindung. Vor Februar 2020 
hielt er sich nur einmal zu Besuchszwecken in der Schweiz auf (vgl. vorne 
E. 2.3). Allein die Tatsache, dass er in der Schweiz als Berufsvorbereitung 
einen Deutschintensivkurs absolvierte, bescheinigt ihm noch keine hohe 
Integrationsbereitschaft (vgl. BGer 2C_38/2017 vom 23.6.2017 E. 4.4.3). 
Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer 1 sich bisher nur elementare 
Deutschkenntnisse des Niveaus A1 hat aneignen können und sich die Inte-
grationsleistungen ausschliesslich auf die Zeitperiode nach dem bewilli-
gungsfreien Aufenthalt von 90 Tagen beschränken (Beschwerdebei-
lagen 11-13; Beschwerdevernehmlassung SID S. 2; VGE 2019/124 vom 
24.6.2020 E. 5.8 [bestätigt durch BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021]). Das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
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Kindeswohl spricht bei dieser Konstellation gegen einen Nachzug bzw. für 
die Beibehaltung der bisherigen Situation. Dass der Beschwerdeführer 1 in 
der Schweiz erfolgreich eine Ausbildung absolvieren und sich hier integrie-
ren könnte, ist unter diesen Umständen zwar nicht ausgeschlossen. Als (vor-
maliger) Gymnasiast verfügt er jedoch über gute Voraussetzungen, um in 
seiner Heimat nach Beendigung seiner Ausbildung ein Studium oder eine 
berufliche Ausbildung zu beginnen, womit die Berufschancen in Nordmaze-
donien jedenfalls nicht schlechter stehen als in der Schweiz (vgl. für diese 
Beurteilung auch BGer 2C_771/2015 vom 5.10.2015 E. 2.2.1, 2C_29/2014 
vom 10.11.2014 E. 3.3). 

5.

Zusammenfassend ergibt sich Folgendes: Beim Nachzugsgesuch scheint 
nicht die Bildung einer Familiengemeinschaft, sondern eine bessere Ausbil-
dung und gesichertere Zukunft des Beschwerdeführers 1 im Vordergrund zu 
stehen (vgl. vorne E. 2.3). Diese an sich nachvollziehbaren Beweggründe 
genügen jedoch den Anforderungen an den nachträglichen Familiennachzug 
gemäss Art. 47 Abs. 4 AIG nicht (VGE 2019/124 vom 24.6.2020 E. 6 [bestä-
tigt durch BGer 2C_624/2020 vom 1.2.2021], 2014/81 vom 9.2.2015 E. 3.4 
mit Hinweisen). Darüber hinaus können die Beschwerdeführenden keine 
weiteren Umstände namhaft machen, die einen Nachzug erforderlich er-
scheinen lassen. Sowohl die Grossmutter wie auch die Geschwister des 
Beschwerdeführers 1 können die punktuell noch nötigen Betreuungsaufga-
ben wahrnehmen. Die Änderung der bisherigen Betreuungssituation besteht 
einzig darin, dass die Beschwerdeführerin 3 freiwillig zum Beschwerde-
führer 2 in die Schweiz übersiedelte, obwohl dies auch zu einem späteren 
Zeitpunkt noch möglich gewesen wäre. Selbst wenn die Beschwerde-
führerin 3 in der Schweiz verbliebe, wären keine wichtigen familiären Gründe 
im Sinn des nachträglichen Familiennachzugs gegeben. Vielmehr ist davon 
auszugehen, dass – unabhängig von seiner Mutter – eine altersgerechte 
Betreuung des Beschwerdeführers 1 in seiner Heimat nach wie vor gewähr-
leistet werden kann. Da der Beschwerdeführer 1 nunmehr beinahe volljährig 
ist, vor Februar 2020 sein gesamtes Leben in Nordmazedonien verbracht hat 
und bisher nur über Besuche und die üblichen Kommunikationsmittel Kon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
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takt zu seinem Vater hatte, wäre ein Umzug in die Schweiz dem Kindeswohl 
wenig förderlich. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessen 
(namentlich auch des Kindeswohls) ergibt sich somit, dass die Vorinstanz 
das Vorliegen wichtiger Gründe im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG zu Recht 
verneint hat. Vor diesem Hintergrund erweist sich der angefochtene Ent-
scheid auch im Licht von Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV als recht-
mässig (vgl. vorne E. 3.2). Die anerbotenen Beweismittel (Parteibe-
fragungen) lassen in den entscheiderheblichen Punkten keine zusätzlichen 
Erkenntnisse erwarten, weshalb weitere Sachverhaltsabklärungen unter-
bleiben können (vgl. zur sog. antizipierten Beweiswürdigung statt vieler 
BVR 2017 S. 556 E. 7.4; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar 
zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 27 f.). Der Beweisantrag 
wird daher abgewiesen.

6.

Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Da die 
von der Vorinstanz dem Beschwerdeführer 1 gesetzte Ausreisefrist abgelau-
fen ist, ist eine neue festzulegen (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). Sie beträgt 
nach der Praxis des Verwaltungsgerichts in der Regel sechs Wochen, wobei 
bei der Bemessung besondere Umstände zu berücksichtigen sind (vgl. 
Art. 64d Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige besondere Lage aufgrund des 
Coronavirus rechtfertigt eine etwas längere Frist bis Ende Juni 2021. Sollte 
die Ausreise bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Reisebeschränkungen 
nicht möglich sein, ist es Sache der Migrationsbehörde, eine neue Frist an-
zusetzen.

7.

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden 
Beschwerdeführenden an sich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie 
haben indes für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
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Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin 
ersucht.

7.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aus-
sichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst 
wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage hal-
ten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind dem-
gegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten 
beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als 
ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, 
die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 
Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde; eine Partei soll 
einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, 
nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (BGE 142 III 138 
E. 5.1; BVR 2019 S. 128 E. 4.1).

7.3 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als aus-
sichtslos bezeichnet werden: Die Vorinstanz hat einlässlich begründet, wes-
halb die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des 
Beschwerdeführers 1 rechtmässig sind. Dabei hat sie auf die massgebliche 
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts und des Bundesgerichts Bezug 
genommen. Dies darf bei der Beurteilung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im oberinstanzlichen Rechtsmittelverfahren berücksichtigt werden 
(BVR 2015 S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführenden haben 
dagegen vor Verwaltungsgericht kaum substanzielle Einwände erhoben. Sie 
konnten auch vor Verwaltungsgericht nicht widerlegen, dass die Grossmutter 
und Geschwister des Beschwerdeführers 1 die altersadäquaten Betreuungs-
aufgaben übernehmen können. Eine vom Normalfall abweichende Entwick-
lung des Beschwerdeführers 1 ist auch vor Verwaltungsgericht nicht geltend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
Seite 17

gemacht. Dass der Beschwerde unter diesen Umständen kein Erfolg be-
schieden sein konnte, musste auch für die Beschwerdeführenden erkennbar 
sein. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, 
ohne dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

7.4 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im Endent-
scheid befunden wird und die Beschwerdeführenden deshalb keine Gele-
genheit hatten, ihr Rechtsmittel nach Abweisung dieses Begehrens zurück-
zuziehen und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss im 
Rahmen der üblichen Abschreibungsgebühren zu erheben (BVR 2014 
S. 437 E. 7.9). Für das Gesuchsverfahren betreffend unentgeltliche Rechts-
pflege sind keine Kosten zu erheben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). Parteikosten 
sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer 1 wird eine 
neue Ausreisefrist auf den 30. Juni 2021 gesetzt. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden den Beschwerde-
führenden auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2021, Nr. 100.2020.236U, 
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5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 
ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
(BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt werden.