# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28be9448-d60b-5fd7-9588-7521dfcd05c1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 21.04.2022 LB200004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB200004_2022-04-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB200004-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichter Dr. M. Sarbach 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Gautschi  

Beschluss und Urteil vom 21. April 2022 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. Erben des B._____, geboren tt. Februar 1956, von … ZH, gestorben 

tt.mm.2020, wohnhaft gewesen … [Adresse], bestehend aus:  

a) C._____,  
b) D._____,  

Kläger und Berufungskläger 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt X._____ 

 

gegen 

 

1. E._____,  
2. ... 

3. ... 

4. Stiftung F._____,  
5. G._____,  
6. H._____,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

1, 4 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ 

5, 6 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

- 2 - 

 

betreffend Ungültigkeit etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil und Beschluss des Bezirksgerichtes Hinwil vom 
19. Dezember 2019; Proz. CP180003 
 
Beschluss der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 8. 
Juni 2018; Proz. LB160042 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

- 3 - 

 
Rechtsbegehren: 

"1. Die letztwillige Verfügung vom 27.10.2008 von I._____, geb. 
tt.10.1924, von …, gestorben am tt.mm..2011 in J._____ ZH, mit 
letztem Wohnsitz in K._____, vom 27.10.2008, sei ungültig zu er-
klären. 

 2. Es sei festzustellen, dass die Kläger im Nachlass von I._____ mit 
Quoten von je 1/9 als Erben berufen sind. 

 3. Eventuell: Es sei die Beklagte Ziff. 5, G._____, und es sei der Be-
klagte Ziff. 6, H._____, als vermächtnisunwürdig zu erklären. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWSt) zulas-
ten der Beklagten." 

Beschluss des Bezirksgerichtes: 

1. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 3 wird nicht eingetreten. 

(2./3. Mitteilung und Rechtsmittel)  

Urteil des Bezirksgerichtes: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 20'000.00 , die Barauslagen betragen: 

Fr. 1'093.50 Kosten L._____ AG für Aktenedition 

Fr. 630.00 Zeugenentschädigungen 

 
3. Die Gerichtskosten und die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens 

LB160042 (Entscheidgebühr von Fr. 6'000.–) werden unter solidarischer 

Haftung den Klägern und mit den geleisteten Vorschüssen der Kläger von 

Fr. 17'150.–, Fr. 2'400.– und Fr. 17'100.– (Verfahren LB160042) verrechnet. 

Der Überschuss wird den Klägern zurückerstattet. 

Die von den Beklagten 1 und 4 sowie 5 und 6 geleisteten Kostenvorschüsse 

von je Fr. 1'500.– werden den Beklagten 1 und 4 bzw. 5 und 6 zurückerstat-

tet.  

- 4 - 

4. Die Kläger werden solidarisch verpflichtet, den Beklagten 1 und 4 und den 

Beklagten 5 und 6 eine Parteientschädigung von je Fr. 49'000.– (inkl. 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Die vom Kläger 1 geleisteten Sicherheiten 

von Fr. 9'000.– und Fr. 9'900.– (Verfahren LB160042) werden in Anrech-

nung an diese Schuld je hälftig den Beklagten 1 und 4 und den Beklagten 5 

und 6 ausbezahlt. 

(5./6. Mitteilung und Rechtsmittel).  

Berufungsanträge: 

der Kläger und Berufungskläger (act. 215 S. 2 f.): 
 
"Es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Hinwil vom 19. Dezember 2019 aufzu-
heben und es sei 
1. die letztwillige Verfügung von I._____, geb. tt.10.1924, von K._____, gestor-

ben am tt.mm.2011 in J._____ ZH, mit letztem Wohnsitz in K._____, vom 
27.10.2008, ungültig zu erklären. 

 
2. Es sei festzustellen, dass die Kläger im Nachlass von I._____ mit Quoten 

von je 1/9 als Erben berufen sind.  
 
3. Eventuell: Es sei die Beklagte Ziff. 5, G._____, und der Beklagte Ziff. 6, 

H._____, als vermächtnisunwürdig zu erklären.  
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWST) zulasten der Be-
klagten". 
 
 
der Beklagten und Berufungsbeklagten 1 und 4 (act. 228 S. 3): 
 
"1. Es sei die Berufung der Berufungskläger/Kläger vom 12. Februar 2020 voll-

umfänglich abzuweisen. 
 
2. Es seien die Eventualbegehren der Berufungskläger/Kläger vom 12. Februar 

2020 vollumfänglich abzuweisen. 
 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der 

Berufungskläger/Kläger."  
 
 
der Beklagten und Berufungsbeklagten 5 und 6 (act. 232 S. 2 f.): 
 

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"1. Die Klage sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüg-
lich 7,7 % MWSt) zu Lasten der Kläger und Berufungskläger. 

 
2. Sämtliche Berufungsanträge seien abzuweisen, unter Kosten- und Entschä-

digungsfolgen (zuzüglich 7,7 % MWSt) zu Lasten der Kläger und Berufungs-
kläger." 

  

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Erwägungen: 

I. 
(Unstrittiger Sachverhalt, Prozessgeschichte sowie Prozessuales) 

1. Die am tt. Oktober 1924 in M._____ / Österreich (act. 31/4) geborene 

I._____ geb. … (im Folgenden: die Erblasserin), verstarb am tt.mm.2011 im Alter 

von 86 Jahren im Alters- und Pflegeheim N._____ in J._____ ZH (act. 31/4). Be-

reits im mm.2005 war der Ehemann der Erblasserin, O._____, in diesem Heim 

verstorben. Da die Erblasserin verwitwet war und keine eigene Kinder hatte, fiele 

die Erbschaft grundsätzlich gemäss gesetzlicher Erbfolge an den Stamm ihrer El-

tern. I._____ verfasste indes am 27. Oktober 2008 ein eigenhändiges Testament 

(act. 3/2 = act. 31/2), mit welchem sie die gesetzliche Erbfolge abänderte. Am 

24. Februar 2011 reichte das Notariat P._____ das Testament vom 27. Oktober 

2008 dem Einzelgericht des Bezirksgerichtes Hinwil zur Eröffnung ein (act. 31/9). 

Am 17. Juni 2011 eröffnete der Erbschaftsrichter am Bezirksgericht Hinwil das 

Testament (act. 31/9, act. 31/10).  

Die Erblasserin setzte auf ihr Vermögen einen ihrer gesetzlichen Erben ein, ihren 

Neffen E._____, den Beklagten 1 (act. 3/2). E._____ ist der Sohn des vorverstor-

benen Bruders der Erblasserin, E._____ sel. Die Erblasserin belastete den Neffen 

aber mit sechs teilweise umfangreichen Vermächtnissen. So soll unter anderem 

der Beklagte 6, H._____, der Sohn einer langjährigen Nachbarin der Erblasserin 

(G._____ und Beklagte 5), den Hauptanteil des Nachlasses erhalten (Grundei-

gentum und Inventar mit einem Wert im siebenstelligen Bereich, vgl. act. 3/2 Ziffer 

6 des Testamentes; act. 3/4). Die Stiftung F._____ (Beklagte 4) und G._____ 

(Beklagte 5) wurden von der Erblasserin ebenfalls testamentarisch als Vermächt-

nisnehmerinnen eingesetzt.  

Die im Rubrum des Urteils des Bezirksgerichts noch verzeichneten Beklagten 2 

und 3 (Q._____ und der Spitex-Verein K._____) haben die Ungültigkeitsklage an-

erkannt. Entsprechend wurde das Verfahren gegen sie abgeschrieben (act. 126 

S. 65, act. 12, act. 13). Der von der Erblasserin testamentarisch bedachte "Verein 

R._____" existierte bei Testamentseröffnung nicht mehr.  

- 7 - 

Im Volltext lautet das Testament wie folgt:  

"testament 

Ich die unterzeichnende I._____ 

geboren tt.10.1924 in Osterreich M'._____  

wohnhaft … [Adresse]. 

An Vermächtnissen setze ich aus:  

1. Q._____, … [Adresse]  20'000 Fr.  

2. R._____ Verein für Soforthilfe … [Ortschaft] 20'000 Fr.  

3. Spitex K._____       10'000 Fr.  

4. F._____ … [Ortschaft]   20'000 Fr.  

5. Mein restliches Darlehen an G._____ … [Adresse] wird erlassen. 

6. Meinen Besitz P… [Adresse] 

 Haus und Scheune samt Infentar sowie 

 allen Grundstücken vererbe ich H._____ … [Adresse] 

7. Mein Neffe E._____ … [Adresse] Osterreich erbt mein restliches Vermöge 

 (Vermög) auch mein Guthaben vom Grundstück -  

 Verkauf S._____ K._____. 

I._____ 

K._____ 27.10.2008" 

2.1. Die (ursprünglichen) Kläger und Berufungskläger, A._____ und B._____, 
(nachfolgend Kläger) sind zusammen mit T._____, die nicht im Prozess auftritt, 

Geschwister und die Kinder der vorverstorbenen Schwester der Erblasserin, 

U._____ geb. …. Sie bzw. die Rechtsnachfolger des am tt.mm.2020 verstorbenen 

- 8 - 

B._____, würden als Neffen bzw. als Grossneffe und Grossnichte (vgl. act. 240/2, 

act. 245- 248; E. 3.2. nachstehend) auch zum Kreis der nächsten lebenden Ver-

wandten gehören und ohne Testament gesetzliche Erben sein. Es ist unbestritten, 

dass den (ursprünglichen) Klägern ohne Testament je ein 1/9 der Erbschaft zu-

stehen würde.  

2.2. Die Kläger, welche die Errichtung des Testamentes vor dem Hintergrund der 

Erbschleicherei sehen, bestreiten im Hauptstandpunkt die Urteilsfähigkeit, das 

heisst die Testierfähigkeit (Art. 467 ZGB) ihrer Tante bzw. Grosstante im Zeit-

punkt der Errichtung des Testaments im Herbst 2008. Sie beantragen, das Tes-

tament ihrer Tante vom 27. Oktober 2008 für ungültig zu erklären und es sei ihre 

Berechtigung von je 1/9 am Nachlass der Erblasserin festzustellen. Eventualiter 

verlangen die Kläger die Feststellung der Erbunwürdigkeit der Beklagten 5 und 6 

(act. 2 S. 2).  

2.3. Die Klage wurde mit Eingabe vom 25. Januar 2013 beim Bezirksgericht an-

hängig gemacht (act. 1). Am 27. Mai 2016 fällte das Bezirksgericht sein Urteil und 
wies die Klage ab (act. 121). Die Kläger erhoben gegen das Urteil vom 27. Mai 
2016 Berufung beim Obergericht (act. 125 - 126). Mit Beschluss vom 8. Juni 2018 

hiess die Kammer die Berufung gut, hob das Urteil vom 27. Mai 2016 auf und 

wies die Sache zur weiteren Behandlung im Sinne der Erwägungen, insbesonde-

re zur Durchführung eines Beweisverfahrens an die Vorinstanz zurück (act. 126 = 

act. 221/176, nachfolgend nur noch als act. 221/176 zitiert). Es kann, um Wieder-

holungen zu vermeiden, auf die Ausführungen zur Prozessgeschichte im (Rück-

weisungs-)Beschluss (Prozess Nr. LB160042) verwiesen werden (act. 221/176 

S. 7 ff. E. I./3.1.-3.2.2.).  

2.4. Mit der Aufhebung des bezirksgerichtlichen Urteils wurde das erstinstanzli-
che Verfahren in den Stand versetzt, in dem es sich vor der Entscheidfällung am 

27. Mai 2016 befunden hatte. Das Bezirksgericht führte ein Beweisverfahren 

durch, in dem es u.a. zu umfangreichen Zeugeneinvernahmen kam (Prot. VI S. 3-

116). Am 19. Dezember 2019 fällte das Bezirksgericht sein Urteil (act. 211 [= 

act. 217 = act. 216]; nachfolgend nur noch als act. 217 zitiert), dessen Dispositiv 

diesen Erwägungen vorangestellt ist. 

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Für Einzelheiten zum vorinstanzlichen Verfahren kann auf die Ausführungen zur 

Prozessgeschichte in diesem Urteil verwiesen werden (vgl. a.a.O., insbes. S. 4–

7). 

3.1. Die Kläger erhoben mit Schriftsatz vom 12. Februar 2020 rechtzeitig gegen 

das Urteil vom 19. Dezember 2019 Berufung und beantragen im Hauptstandpunkt 

Aufhebung des Urteils des Bezirksgerichtes und Gutheissung der (Ungültigkeits-) 

Klage (act. 215 S. 2 unten, act. 212). Daraufhin wurden die vorinstanzlichen Akten 

inklusive der Akten des ersten Berufungsverfahrens, welches zur bereits erwähn-

ten Rückweisung führte (Prozess Nr. LB160042), von Amtes wegen beigezogen. 

Es wurde unter Hinweis darauf, dass zur Sicherung der mutmasslichen Gerichts-

kosten für beide kantonalen Instanzen bereits ein Betrag von Fr. 34'250.-- geleis-

tet wurde, von der neuerlichen Auferlegung eines Kostenvorschusses gemäss 

Art. 98 ZPO abgesehen (act. 219 S. 3). Die Berufungsantwort der Beklagten 1 

und 4 ist datiert vom 9. April 2020 (act. 228), und die Berufungsantwort der Be-

klagten 5 und 6 vom 11. Mai 2020 (act. 232). Damit war der gesetzlich vorgesehe-

ne Schriftenwechsel abgeschlossen. 

In prozessualer Hinsicht beantragten sowohl die Beklagten 1 und 4 wie auch die 

Beklagten 5 und 6 die Verpflichtung der Kläger zur Sicherstellung der mutmass-

lich geschuldeten Parteientschädigung mit einem Betrag von einstweilen je 

Fr. 14'000.--, insgesamt Fr. 28'000.-- (act. 222 S. 3, act. 232 S. 3). Die Kläger 

nahmen mit Eingaben vom 11. Mai 2020 (act. 233) und 28. Mai 2020 (act. 236) 

Stellung zu den Anträgen auf Sicherheitsleistung einer allfällig der Gegenseite zu-

stehenden Parteientschädigung. Es wurde zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

die Stellungnahme der Kläger vom 11. Mai 2020 (act. 233) den Beklagten 1 und 4 

(act. 237/1, act. 238/1) und die Stellungnahme der Kläger vom 28. Mai 2020 

(act. 236) den Beklagten 5 und 6 zur freigestellten Stellungnahme zugestellt 

(act. 237/2, act. 238/2). Es gingen keine Stellungnahmen der Beklagten ein. Die 

Anträge der Beklagten auf Sicherheitsleistung wurden bis anhin nicht behandelt. 

Sie werden mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos und sind abzu-

schreiben.  

- 10 - 

3.2. Der Vertreter der Kläger musste das Gericht mit Eingabe vom 11. August 

2020 über den Tod von Herrn B._____, dem Kläger 2, informieren (act. 240/1, 

act. 240/2).  

Mit Eingaben vom 27. Januar 2021 bzw. mit 29. Januar 2021 teilte der Rechtsver-

treter der Kläger mit, dass die beiden einzigen gesetzlichen Erben, welche 

B._____ hinterlassen habe, sich entschieden hätten, das Erbe anzunehmen 

(act. 244, act. 245). Mit der Eingabe vom 29. Januar 2021 (act. 245) reichte der 

Rechtsvertreter der Kläger einen Erbschein ein. Aus der vom zuständigen Einzel-

gericht in Uster original unterzeichneten Erbbescheinigung vom 25. Januar 2021 

geht hervor (act. 246), dass die beiden Kinder von B._____, C._____ und 

D._____, die einzigen gesetzlichen Erben sind. Gleichzeitig bestätigt das Einzel-

gericht mit der Erbbescheinigung, dass keine Verfügung von Todes wegen zur 

amtlichen Eröffnung eingeliefert worden sei. Mit Verfügung vom 8. März 2021 

wurde der Eintritt der beiden Erben in den Prozess als Kläger 2a und b vorge-

merkt (act. 248). Die Erben sind bis Februar 2022 durch den bereits ihren Vater 

vertretenden Rechtsanwalt X._____ vertreten gewesen (act. 247/1, act. 247/2). 

Mit Eingabe vom 17. Februar 2022 teilte Rechtsanwalt X._____ mit, dass er 

D._____ und C._____ ab sofort nicht mehr vertrete, weshalb das Rubrum ent-

sprechend angepasst wurde (act. 258).  

Mit Eingaben vom 23. November 2021 (act. 253) und vom 10. März 2022 

(act. 259) liessen der klägerische Rechtsvertreter und die Rechtsvertreterin der 

Beklagten 1 und 4, beide unaufgefordert, ihre Honorarrechnungen zukommen.  

4. Die Sache ist spruchreif. Den Klägern ist zusammen mit diesem Entscheid 

noch je ein Doppel der Berufungsantworten (act. 228 und act. 232) zuzustellen. 

5. Die Berufungsfrist von 30 Tagen (Art. 311 ZPO) ist eingehalten (vgl. 

act. 212 und act. 215). Die Berufung wurde schriftlich, mit Anträgen versehen und 

begründet i.S.v. Art. 311 Abs. 1 ZPO bei der Kammer als zuständiger Berufungs-

instanz erhoben. Es ist daher auf die Berufung einzutreten. 

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Mit Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststel-

lung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungs-

instanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, 

einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung. Abgesehen von offen-

sichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht allerdings grundsätzlich auf die 

Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanzliche 

Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die Rügen der Parteien ge-

ben das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz vor; der angefochtene Ent-

scheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. Der Beru-

fungskläger hat mittels klarer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorin-

stanz zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestrei-

tungen und Einreden erhoben hat. Die Parteien haben die von ihnen kritisierten 

Erwägungen des angefochtenen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die sie 

ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

4A_580/2015 vom 11.04.2016, E. 2.2). In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungs-

gericht bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen der ersten Instanz 

noch an die mit den Rügen vorgetragenen Argumente der Parteien gebunden, 

sondern sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Das Beru-

fungsgericht kann die Rügen der Parteien auch mit abweichenden Erwägungen 

gutheissen oder abweisen (BGer 2C_124/2013 vom 25.11.2013, E. 2.2.2).  

Der Einwand der Beklagten 1 und 4, die Kläger hätten an verschiedenen Stellen 

in ihren Rechtsschriften das Prinzip der Beweisverbindung verletzt, wurde im 

Rückweisungsentscheid aufgenommen und dort bereits behandelt (act. 221/176). 

Entsprechend fasste das Bezirksgericht den Beweisbeschluss. Diesbezügliche 

Ergänzungen sind keine zu machen.  

Nicht bestritten wurde die Sachlegitimation der Beklagten 4, 5 und 6, weshalb sich 

diesbezügliche Weiterungen erübrigen.  

 

 

- 12 - 

II. 
(Zur Berufung im Einzelnen) 

1.1. Betreffend den Rückweisungsauftrag ist vorab auf die Erwägungen im Be-

schluss der Kammer vom 8. Juni 2018 zu verweisen (act. 221/176). Dies gilt na-

mentlich für die Erwägungen zur Beweisführung im Zusammenhang mit dem Be-

weis der Urteilsfähigkeit bzw. Urteilsunfähigkeit (act. 221/176 S. 10-18, E. 1.1.-

4.1.2., S. 18- 54, E. 4.2.1.-6.3.). 

Der Rückweisungsauftrag der Kammer im Beschluss vom 8. Juni 2018 beinhalte-

te die Durchführung eines umfassenden Beweisverfahrens (act. 221/176, S. 18-

54). Es war den Klägern Gelegenheit zu geben, die dargelegten Umstände zu 

beweisen, die ihrer Ansicht nach für die Annahme einer Urteilsunfähigkeit der Erb-

lasserin im fraglichen Zeitraum sprechen. Den Beklagten stand der Gegenbeweis 

zu. Gerade weil im Verlauf einer Demenzerkrankung, unter welcher die Erblasse-

rin unbestrittenermassen gelitten hatte, die kognitive Beeinträchtigung zunimmt, 

galt es für die Kläger, ihre Darstellung, wonach sich der geistige Gesundheitszu-

stand der Erblasserin bereits nach dem Tod ihres Ehemannes im mm.2005 immer 

mehr verschlechtert hatte, zu beweisen. Parallel zur Verschlechterung des Ge-

sundheitszustandes war die Beweiskraft der (von beiden Seiten) angebotenen 

Beweismittel zur Behauptung zu prüfen, die Erblasserin sei in zunehmendem Ein-

flussbereich der Beklagten 5 gestanden und habe zunehmend keine freie Willens-

äusserung mehr besessen. 

1.2. Das Bezirksgericht verneinte wie schon im ersten Verfahren auch im zweiten 

Durchgang die Urteilsunfähigkeit bzw. Testierunfähigkeit der Erblasserin. Ebenso 

wenig stützte das Bezirksgericht den Standpunkt der Kläger, wonach die Testie-

rung aus mangelhaftem Willen erfolgt sei. Die Vorinstanz hat bei ihren Tatsachen-

feststellungen vor allem auf die Befragung der Parteien und auf die Aussagen ei-

ner Reihe von Zeugen abgestellt (Prot. VI S. 33-110). Das Bezirksgericht ist in 

Würdigung dieser und weiterer Beweismittel (act. 39/1-11, act. 130/1-20) zum 

Schluss gekommen, dass die Urteilsfähigkeit der Erblasserin im Zeitpunkt der Er-

richtung ihres Testaments durchaus noch intakt gewesen sei, etwas anderes sei 

- 13 - 

auch nicht mit dem Beweismass der "überwiegenden Wahrscheinlichkeit" bewie-

sen (act. 217 S. 13, E. 3., S. 14 E. 3.1., S. 28 E. 3.6.).  

Gemäss dem wichtigsten Zeugen, so das Bezirksgericht, dem Hausarzt der Erb-

lasserin, Dr. med. V._____, sei eine dementielle Entwicklung bei der Erblasserin 

erst ungefähr im Jahr 2006 manifest geworden (act. 217 S. 14, S. 15). Aus den 

Aussagen der anderen Zeugen - W._____, AA._____, AB._____, T._____, 

AC._____, AD._____, AE._____ - würde sich nichts ergeben, was die klaren Aus-

sagen von Dr. med. V._____ in Zweifel ziehen könnten (act. 217 S. 14 f.). Die 

Kläger könnten zudem nichts zu ihren Gunsten aus der Ablösung des Treuhän-

ders AF._____ durch den Treuhänder AG._____ kurz nach dem Tode des Ehe-

mannes der Erblasserin am tt.mm.2005 ableiten (act. 217 S. 17 f.). Es sei entge-

gen der Darstellung der Kläger gestützt auf die Befragung von G._____ (Beklagte 

5) und der Zeugenaussagen der beiden Treuhänder AF._____ und AG._____ 

nicht so gewesen, dass G._____ den Treuhänder AG._____ beigezogen hätte, 

um mit seiner Hilfe ihre eigenen Interessen durchzusetzen (act. 217 S. 18). 

AF._____ habe nie den Auftrag gehabt, O._____ und I._____ ehegüterrechtlich 

oder erbrechtlich zu beraten (act. 217 S. 17). Die Darstellung von G._____, wie es 

zur Mandatierung von AG._____ gekommen sei, sei absolut glaubhaft und 

schlüssig (act. 217 S. 18). Die Erblasserin sei nämlich nach dem Tod ihres Ehe-

mannes konfrontiert gewesen mit finanziellen Ansprüchen aus dessen Verwandt-

schaft; die Nichten und Neffen seien im unklar geschriebenen Testament von 

O._____ nicht erwähnt worden, und es sei Einsprache erhoben worden (act. 217 

S. 17 unten). Die Erblasserin habe sich an sie, G._____, gewandt und gefragt, 

was sie jetzt machen solle. Sie, G._____, habe offeriert, jemanden zu suchen, der 

sich in Erbschaftsangelegenheiten auskenne. Das Bezirksgericht Hinwil habe ihr 

auf Anfrage zwei in Frage kommende Treuhandfirmen genannt (act. 217 S. 18 

oben). Die Erblasserin habe sich dann für die AG._____ Treuhand AG entschie-

den. Dass die AG._____ Treuhand AG bei dieser Gelegenheit auch die Erledi-

gung der Steuererklärung übernommen habe, habe nichts mit "Austricksen" von 

AF._____ zu tun (act. 217 S. 18). Treuhänder AG._____ habe überdies ausge-

sagt, die Erblasserin sei klar urteils- und handlungsfähig gewesen, als es um die 

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(lebzeitige) Übertragung der Liegenschaft … [Adresse] auf die Beklagte 5 gegan-

gen sei (act. 217 S. 18 unten).  

Die beweiswürdigenden Erwägungen des Bezirksgerichtes gehen weiter dahin, 

dass die Erblasserin in vielen Angelegenheiten des Alltags, wie auch in psychi-

scher und sozialer Hinsicht auf fremde Unterstützung angewiesen gewesen sei. 

G._____ (Beklagte 5) sei als langjährige Freundin und Nachbarin dazu prädesti-

niert gewesen, ihr diese Unterstützung zuteil werden zu lassen, und sie sei dazu 

auch fähig und willens gewesen (act. 217 S. 24). Wer die Hilfe anderer in An-

spruch nehmen müsse, gerate zwar zwangsläufig in eine gewisse Abhängigkeit. 

Eine rechtliche Relevanz mass das Bezirksgericht der festgestellten Abhängigkeit 

aber nicht zu.  

Zusammenfassend hielt das Bezirksgericht fest, dass die Erblasserin ihre eigen-

händige letztwillige Verfügung vom 27. Oktober 2008 in testierfähigem Zustand 

verfasst und dass der Inhalt dieses Testaments ihrem Willen entsprochen habe. 

Eine geistige Behinderung, eine psychische Störung oder ein ähnlicher Zustand, 

welcher die Fähigkeit der Erblasserin zu vernunftgemässem Handeln erheblich 

reduziert hätte, sah das Bezirksgericht weder für den Zeitraum Herbst 2008, noch 

für das Testierdatum 27. Oktober 2008 als bewiesen (act. 217 S. 28). Das Be-

zirksgericht ging weiter davon aus, dass das Abfassen des Testaments der Erb-

lasserin nicht leicht gefallen zu sein scheine. Das Testament (act. 3/2) unterschei-

de sich inhaltlich auch erheblich von einem in den Akten liegenden Entwurf 

(act. 39/8). Die Erblasserin habe verschiedene Optionen gehabt und man könne 

sich gut vorstellen, dass es ihr Mühe gemacht habe, sich zu entscheiden und vor 

allem auch, ihren Entscheid der Pflegetochter Q._____ zu erläutern (act. 217 

S. 28 unten). Die Ungültigerklärung des Testaments würde aber eine klare und 

grobe Missachtung des Willens und der Persönlichkeitsrechte der Erblasserin be-

deuten und zu einem offensichtlich stossenden Resultat führen: Es könne nämlich 

ausgeschlossen werden, dass sie erhebliche Teile ihres Nachlasses ihren Nichten 

und Neffen aus AH._____ bzw. AI._____ habe zukommen lassen wollen. Was die 

Pflegetochter und Zeugin, Q._____, sage, sei sicher richtig: A._____ und B._____ 

seien nie als Erben vorgesehen gewesen, jedenfalls nicht in nennenswertem 

- 15 - 

Ausmass. Es könne im Übrigen festgestellt werden, dass schon im erwähnten 

Testamentsentwurf, der zusammen mit AG._____ aufgesetzt worden sei, 

G._____ begünstigt werde. Das Testament vom 27. Oktober 2008 (act. 3/2) un-

terscheide sich von diesem Entwurf vor allem durch eine erhebliche Besserstel-

lung des gesetzlichen Erben E._____ als Erbe, den Ausschluss der übrigen ge-

setzlichen Erben und eine markante Schlechterstellung von Q._____. Dass ein 

Druck seitens von G._____ zu dieser Schlechterstellung von Q._____ geführt ha-

be, könne aber ausgeschlossen werden (act. 217 S. 29). 

Abschliessend hielt das Bezirksgericht fest, aufgrund der Abweisung der Ungül-

tigkeitsklage verbleibe E._____ als einziger Erbe. Er sei mit der Ausrichtung der 

Vermächtnisse belastet. Die Kläger hätten kein schützenswertes Interesse an ei-

ner Beurteilung der Vermächtniswürdigkeit der Beklagten 5 und 6, weshalb auf 

den Eventualantrag nicht einzutreten sei (act. 217 S. 29). 

1.3. Gegen den neubeurteilenden Entscheid der Vorinstanz halten die Kläger im 

Hauptstandpunkt an ihrem Antrag auf Ungültigerklärung des Testamentes fest 

und beantragen eventualiter die Feststellung der Erbunwürdigkeit der Beklagten 5 

und 6 (act. 215 S. 2 f.).  

Die Kläger bestreiten, dass die Erblasserin im Zeitraum der Errichtung des Tes-

tamentes, demnach im Herbst 2008, noch testierfähig gewesen war. Sie bringen 

vor, der Sachverhalt sei vor allem deshalb nicht richtig erstellt worden, weil er un-

vollständig erfasst worden sei, zahlreiche Tatsachen lasse die Vorinstanz uner-

wähnt (act. 215 S. 8, S. 19). Die Beweiswürdigung des Bezirksgerichtes lasse 

auch die Einbettung in den Gesamtkontext des Falles vermissen. Die Vorinstanz 

nehme keine wirkliche Beweiswürdigung vor und verknüpfe nach wie vor nicht alle 

vorliegenden Daten. Der gesamte Akteninhalt sei aber Grundlage der Beweiswür-

digung und das Gericht habe nachprüfbar zu begründen, wie es zu seiner Über-

zeugung gelangt sei (act. 215 S. 8). Auf die einzelnen Vorbringen der Kläger wie 

auch auf ihren prozessualen Einwand der Verletzung des Rechts auf Beweis 

(act. 215 S. 19) ist an gegebener Stelle, soweit für die Rechtsfindung erforderlich, 

einzugehen.  

- 16 - 

Die Beklagten schliessen sich der Einschätzung des Bezirksgerichts an, wonach 

die Erblasserin angesichts des im Beweisverfahren beschriebenen Gesundheits-

zustandes im massgebenden Zeitpunkt hinsichtlich der Errichtung des Testamen-

tes noch verfügungsfähig gewesen sei (act. 228 Rz 7 ff., act. 232 S. 3 ff.). Sie 

stellen in Abrede, dass das Bezirksgericht den Sachverhalt unvollständig festge-

stellt und die Beweise willkürlich gewürdigt habe.  

1.4. Die Bewertung von Beweismitteln, die dem Gericht zum Beweis der Testier-

unfähigkeit vorgelegt werden, betrifft die Beweiswürdigung bzw. Sachverhaltsfest-

stellung. Der vorliegende Prozess entscheidet sich in erster Linie auf dieser Ebe-

ne. Zur Beweiswürdigung gehört auch die von den Klägern zu pauschal bean-

standete und deshalb nicht weiter zu erörternde, vorgenommene antizipierte Be-

weiswürdigung der Vorinstanz (BGer 5A_708/2014 vom 23. März 2015 E. 2 mit 

Hinweis auf BGE 138 III 374 E. 4.3.2; act. 215 S. 54-57, act. 228 Rz 34, 99).  

Das Gericht muss sodann alles berücksichtigen, was im Zusammenhang mit dem 

Beweisverfahren zutage gefördert wurde (die hier nicht relevante Problematik des 

sogenannten überschiessenden Beweisergebnisses vorbehalten). Was von keiner 

Partei behauptet bzw. bei bestrittenen Tatsachen nicht bewiesen wurde und wo-

von auch nicht nach allgemeiner Lebenserfahrung auszugehen ist, darf aber nicht 

berücksichtigt werden. (Nur) in diesem Sinne ist den Klägern zuzustimmen, dass 

der gesamte Akteninhalt berücksichtigt und bewertet werden muss (act. 215 S. 8, 

S. 19). Es ist bei einem Sachverhalt wie dem vorliegenden, wo es darum geht, 

post mortem den geistigen Gesundheitszustand einer Person für einen längst 

vergangenen Zeitraum zu erfassen, der Sachverhalt aus dem Zusammenspiel der 

einzelnen Dokumente, der Zeugenaussagen und der Parteibefragungen umfas-

send zu würdigen. Die Kritik der Kläger in der Berufung an der vorinstanzlichen 

Beweiswürdigung trifft zu, dass nicht einzelne Dokumente oder einzelne Ausfüh-

rungen von Zeugen zu würdigen sind, sondern die einzelnen Beweise in eine Be-

ziehung zueinander zu setzen sind und eine Gesamtbetrachtung der erhobenen 

Beweise vorzunehmen ist.  

Bei einer Beweisführung durch Indizien darf nicht jede Einzeltatsache für sich ge-

wertet werden, sondern es ist eine Gesamtwürdigung vorzunehmen. Zwar muss 

- 17 - 

jedes Indiz, welches dem Gericht zum Beweis der Testierunfähigkeit vorgelegt 

wird, für sich gewertet werden und die Indizienkette muss zur Urteilsunfähigkeit 

führen. Im Ergebnis sind aber die Einzeltatsachen zusammen zu führen, und es 

ist eine Gesamtschau zu machen. Die Frage der Testierfähigkeit lässt sich nur 

durch das Zusammenspiel der verschiedenen Einzeltatsachen beantworten. In 

diesem Sinne können die Beklagten nichts für sich ableiten, wenn sie darauf hin-

weisen, dass durch keinen angerufenen Zeugen die Testierunfähigkeit bewiesen 

werden konnte bzw. kein angerufener Zeuge die Urteilsfähigkeit der Erblasserin 

im 2008 in Abrede stellen konnte (act. 228 Rz 56, act. 232 S. 3, S. 14). Das Gan-

ze ist anders als die Summe der Einzeltatsachen.  

2. Es kommt die gesetzliche Vermutung der Urteilsfähigkeit gemäss Art. 16 

ZGB zur Anwendung (vgl. act. 221/176 S. 15 unten f., act. 215 S. 12 unten f., 

act. 232 S. 5, act. 228 Rz 44). Der post mortem zu führende Beweis, dass die 

Erblasserin im Zeitpunkt der Testierung urteilsunfähig war, ist schwierig zu führen. 

Dieser Schwierigkeit begegnet die Praxis sowohl mit einer Herabsetzung des Be-

weismasses als auch mit einer tatsächlichen Vermutung: Führt die Lebenserfah-

rung - etwa bei altersschwachen Personen - zur Vermutung, dass die handelnde 

Person ihrer allgemeinen Verfassung nach im Normalfall und mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als urteilsunfähig gelten muss, ist die Vermutung der Urteilsfä-

higkeit im Zeitpunkt der Errichtung der Verfügung von Todes wegen umgestos-

sen. Für das Gelingen des Gegenbeweises zur Umstossung der natürlichen Ver-

mutung der Urteilsfähigkeit post mortem ist demnach bloss erforderlich, dass der 

Hauptbeweis erschüttert wird bzw. dass Zweifel an der Richtigkeit der Vermutung 

begründet werden, nicht aber, dass das Gericht von der Schlüssigkeit der Gegen-

darstellung überzeugt wird (Benedikt Seiler, Zürich 2017, die erbrechtliche Ungül-

tigkeit, Rz 495). Die Möglichkeit, dass es sich auch anders verhalten könnte, 

schliesst die überwiegende Wahrscheinlichkeit nicht aus, sie darf aber für die be-

treffende Tatsache weder eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerwei-

se in Betracht fallen (BGE 130 III 321 ff., E. 3.2. - 3.3. [hier betreffend Beweiser-

leichterung in einem Versicherungsfall]). Der Gegenpartei (den Beklagten) steht in 

diesem Fall der Gegenbeweis offen, dass die betreffende Person in einem luziden 

Intervall testiert hat (vgl. zum Ganzen BGE 124 III 5 ff., insb. E. 1 b, 4 b; Prax-

- 18 - 

Komm Erbrecht, Alexandra Zeiter, Art. 467 N 25, mit weiteren Hinweisen; Seiler, 

a.a.O., Rz 493 ff. mit weiteren Hinweisen; act. 228 Rz 40 ff.; E. 14.). 

3.1. Die Urteilsfähigkeit muss immer bezogen auf die konkrete Person, ein be-

stimmtes Rechtsgeschäft und den Zeitpunkt seiner Vornahme oder bezogen auf 

eine konkrete Fragestellung beurteilt werden ("Relativität der Urteilsfähigkeit"). 

Aufgrund der Relativität der Urteilsfähigkeit ist es denkbar, dass eine Person trotz 

allgemeiner Beeinträchtigung zwar gewisse Alltagsgeschäfte noch zu besorgen 

vermag und diesbezüglich urteilsfähig ist, während ihr für anspruchsvollere Ge-

schäfte die Urteilsfähigkeit fehlt. Urteilsfähigkeit setzt nicht nur kognitive Fähigkei-

ten voraus, sondern auch die Fähigkeit, einen eigenen Willen zu bilden und die-

sen Willen umsetzen zu können (BGE 124 III 5, E. 1.a.; Seiler, a.a.,O., Rz 469). 

Die Bildung eines freien Willens ist vielschichtig. Gefühle und Stimmungen spielen 

bei der Bildung eines Willens eine grosse Rolle (siehe auch E. 13.5.).  

3.2. Dass der Tod ihres Ehemannes am tt.mm.2005 für die Erblasserin nach 43-

jähriger Ehe und gemeinsamer Führung des Hofes ein tiefer Einschnitt gewesen 

war, wird durch das Beweisergebnis erhärtet. G._____ und ihr Sohn, H._____, die 

Beklagten 5 und 6, wiesen darauf hin, dass der Tod des Ehemannes für die Erb-

lasserin schon schlimm und ihr Zustand nicht gut gewesen sei (Prot. VI S. 41 

oben, S. 61 oben). Sie anerkennen die seelische Hilfsbedürftigkeit der Erblasserin 

(act. 232 S. 7). Die Pflegetochter Q._____, die am Ausgang des Verfahrens kein 

Interesse (mehr) hat, schilderte die Beziehung zu ihren Pflegeeltern sachlich und 

nuanciert (act. 154 S. 2, 6, S. 11, 14 unten f.). Sie bestätigte die Aussagen der 

Beklagten 5 und 6 zur Verfassung der Erblasserin nach dem Tod ihres Eheman-

nes. Die Zeugin Q._____, die durchschnittlich einmal im Monat ihre Pflegeeltern 

bzw. ihre Pflegemutter besucht hatte (act. 154 S. 2), hielt überzeugend fest, dass 

die Erblasserin nach dem Tod von O._____ sehr traurig gewesen sei und viel ge-

weint habe; O._____ habe der Erblasserin furchtbar gefehlt (act. 154 S. 9 oben). 

Ihre Pflegemutter sei ein wenig anders geworden, sie habe früher ja immer "Haa-

re auf den Zähnen" gehabt. Ihrem Empfinden nach habe sich ihre Pflegemutter 

ein Stück weit aufgegeben, sie habe weniger Lebenswillen gehabt und sich im All-

tag überfordert gefühlt (act. 154 S. 9). Deshalb habe sie, Q._____, auch Freude 

- 19 - 

gehabt, dass ihre Pflegemutter eine so gute Beziehung zu Frau G._____ und ihre 

Hilfe gehabt habe (die sie allerdings zu bezahlen hatte, darauf weisen die Kläger 

zu Recht hin; act. 154 S. 9, act. 215 S. 42 f.). Dr. med. V._____ erklärte aus der 

Erinnerung heraus, der Zustand von I._____ habe sich nach dem Tod ihres Ehe-

mannes erstaunlich wenig verändert und mutmasst pauschal, die Beziehung der 

Eheleute sei nicht mehr intensiv geführt worden (act. 201 S. 4). Demgegenüber 

und verlässlicher, weil der Krankengeschichte entnommen, bestätigte Dr. med. 

V._____ eine ab 2006 manifest gewordene dementielle Entwicklung und dass die 

Patientin ab 2006 nicht mehr sicher in der Lage gewesen sei, ihre Medikamente 

richtig einzunehmen (act. 201 S. 5).  

Der beeinträchtigte Gesundheitszustand von I._____ erforderte gemäss Dr. med. 

V._____ ab 2006 die Anwesenheit einer Drittperson (act. 201 S. 5). Und Treu-
händer AG._____ deponierte als Zeuge, Frau I._____ habe zum Ausdruck ge-

bracht, dass sie auf die Betreuung von Frau G._____ angewiesen gewesen war 

(act. 152 S. 6).  

3.3. Der überdurchschnittlich zuverlässige Zeuge Dr. med. V._____, Hausarzt 

der Erblasserin seit 1991 (act. 201 S. 1), bestätigte sodann die Darstellung der 

Beklagten nicht, dass die Erblasserin bis ins 2. Semester des Jahres 2009 bzw. 

bis Frühling 2009 geistig gesund gewesen sei (act. 38 S. 3, S. 10, act. 80 S. 9, 

S. 27). Er konnte aufgrund der Krankengeschichte auch nicht bestätigen, dass 

I._____ im Dezember 2009 einen ersten Schlaganfall und im April 2010 einen 

zweiten Schlaganfall erlitten habe. Auch ist in den Unterlagen von Dr. med. 

V._____ kein Spitalaufenthalt im 2009 notiert (act. 201 S. 6). Die Beklagten 5 und 

6 trugen vor, dass die Erblasserin im Dezember 2009 einen ersten Schlaganfall 

erlitten und sie von dann an gesundheitlich recht schnell abgegeben habe (act. 38 

S. 4, S. 15). Vielmehr betonte Dr. med. V._____ die Demenzerkrankung, an wel-

cher I._____ gelitten habe, und die Schritt für Schritt vorangeschritten sei. Die 

Kläger rügen zu Recht, dass sich die Vorinstanz zu selektiv mit den Aussagen 

des Hausarztes auseinandersetzt (act. 215 S. 12, S. 14), und dass sich sehr wohl 

entgegen den Ausführungen des Bezirksgerichts Aussagen zum Grad der De-

- 20 - 

menzerkrankung der Erblasserin im relevanten Zeitraum machen lassen (act. 215 

S. 21).  

Es fanden während des 20-jährigen Arzt-Patienten-Verhältnisses Konsultationen 

der Erblasserin bei Dr. med. V._____ in Abständen von einem bis drei Monaten 

statt (act. 130/7, act. 201 S. 2). Der Zeuge Dr. med. V._____ hat demnach viel 

hausärztliches Wissen. Er konstatierte, dass die Demenz, unter welcher die Erb-

lasserin gelitten hatte, im Jahr 2006 manifest geworden sei. Dr. med. V._____ 

fügte sogleich an, eine Demenz komme nicht von einem Tag auf den anderen 

(act. 201 S. 2). 

Mit der Demenz-Krankheit (Dr. med. V._____ spricht davon, dass die Erblasserin 

unter dementiellen Entwicklung litt, act. 201 S. 2) einher gehen kognitive Ein-

schränkungen, die im Verlauf der Krankheit zunehmen. Objektiv messbare Krite-

rien, den konkreten Schwächezustand zu ermitteln, gibt es nicht. Indes konnte der 

Hausarzt Dr. med. V._____ für die Zeit ab 2006 die inzwischen sichtbar (manifest) 

gewordene dementielle Entwicklung beschreiben. Störungen im Kurzzeitgedächt-

nis der Erblasserin seien aufgetreten, die Patientin habe die Termine nicht mehr 

wahrnehmen können und sie habe viele Termine verpasst (act. 201 S. 5). Dr. 

med. V._____, welcher zur Beantwortung der Fragen die Krankengeschichte kon-

sultierte (act. 201 S. 2), hielt weiter fest, er habe mit der Patientin bereits am 

11. Mai 2006 den Umzug in ein Pflegeheim besprochen (act. 201 S. 5), weil er 

den Eindruck gehabt habe, die Patientin sei depressiv und isoliert. Am 22. Juni 

2006 habe er den Eintrag gemacht: "Traurig, über die Erbschleicherei der Nich-

ten". Die Patientin habe ihm erzählt, die Nichten wollten sie bedrängen (act. 201 

S. 5). I._____ habe auch diverse körperliche Gebresten gehabt. Im 2005 und 

März 2006 habe sie jedes Auge einzeln operieren müssen, im März 2007, viel-

leicht schon vorher, habe sie Spitex gehabt. Im Dezember 2006 sei sie gestürzt 

und habe eine Unterschenkelfraktur erlitten. Sie sei hospitalisiert worden und ha-

be anschliessend Übergangspflege im Altersheim benötigt. Immer wieder habe 

Frau I._____ über Schwindel geklagt. Er erinnere sich, dass sie deswegen auch 

nicht mehr habe Töffli fahren können, wann sie damit aufgehört habe, wisse er 

nicht. 2008 habe sie wegen eines Karpaltunnelsyndroms operiert werden müssen 

- 21 - 

(act. 201 S. 5). Im Dezember 2008 habe er, der Zeuge, in der Krankengeschichte 

erneut notiert, die Patientin sei depressiv und isoliert, und er habe mit ihr wieder 

besprochen, ob sie nicht in das Altersheim wolle. Frau I._____ habe dezidiert ab-

gelehnt (act. 201 S. 5 unten). Am 6. Februar 2009 habe er einen Eintrag gemacht, 

Frau I._____ sei deprimiert und sie habe erzählt, sie sei bestohlen worden. Er ha-

be dazu in Klammern ein Ausrufe- und ein Fragezeichen gesetzt, weil er sich 

nicht sicher gewesen sei, ob dies zutreffe (act. 201 S. 5 unten f.). Frau I._____ sei 

damals schon deutlich dement gewesen und habe Sachen durcheinander ge-

bracht. Es komme ja häufig vor, dass Patienten paranoide Vorstellungen entwi-

ckelten, vor allem wenn sie isoliert seien (act. 201 S. 6 oben, act. 232 S. 12).  

Die Mutmassung des Hausarztes, dass I._____ nicht wirklich bestohlen worden 

sei, sondern diese Befürchtung mit ihrer Verwirrtheit hätte zusammen hängen 

können, deckt sich mit geschilderten Vorfällen aus dem nachbarschaftlichen Um-

feld der Erblasserin. Menschen mit Demenz sind zeitlich und örtlich desorientiert 

und verstehen oft nicht, was um sie herum gerade geschieht. Das Umfeld, wie der 

Nachbar AC._____, nahm die Veränderungen ab dem vom Hausarzt genannten 

Zeitpunkt (2006) wahr, ohne diese Veränderung zeitlich exakt einordnen zu kön-

nen, worauf die Beklagten richtigerweise hinweisen (act. 228 Rz 122). Er be-

schrieb, wie I._____ rund drei bis vier Jahre vor dem Übertritt in das Altersheim 

(das heisst drei bis vier Jahre vor Juni 2010) in seinem Schöpflein nach ihrer Kat-

ze gesucht habe, obwohl sie nicht im Schöpflein habe sein können und er, der 

Zeuge, dies I._____ auch gezeigt habe (act. 187 S. 3 unten f.). AD._____ war ab 

1970 Nachbarin von I._____ gewesen (act. 188 S. 3). Sie konnte beobachten wie 

I._____ mit der Zeit geistig nicht mehr alles aufnehmen konnte (act. 188 S. 2 un-

ten). Sie beschrieb ohne ihn zeitlich (genauer als in die Jahre ab 2005 bis zum 

Eintritt ins Pflegeheim) einordnen zu können (act. 228 Rz 72) einen Vorfall, der ihr 

damals die geistige Verwirrtheit von I._____ aufgezeigt habe (act. 188 S. 3). 

I._____ habe nachts die Haustüre nicht abschliessen wollen, weil O._____ noch 

nicht zu Hause gewesen sei. Damals aber sei O._____ bereits verstorben gewe-

sen (act. 188 S. 3). Der Kläger 2, der frühere Mitarbeiter der Vormundschaftsbe-

hörde, AA._____, und AJ._____ erwähnten in der Befragung als Partei bzw. als 

Zeugen, dass I._____ mehrmals an die Polizei gelangt und der Meinung gewesen 

- 22 - 

sei, sie vermisse Gegenstände (act. 215 S. 49; Prot. VI S. 78, act. 145 S. 2, 

act. 184 S. 4), wobei der Zeuge AA._____ nicht ganz sicher gewesen war, ob es 

sich um I._____ gehandelt hatte.  

Der Einwand der Beklagten, (auch) der Kläger 2 habe die (angeblichen) Vorfälle 

nicht zeitlich einordnen können, trifft zu (act. 228 Rz 80 f.). Zudem hat(te) der Klä-

ger 2 ein Interesse am Ausgang des Verfahrens, weshalb seine Ausführungen kri-

tisch zu würdigen und nicht besonders beweiskräftig sind. AJ._____ hat eine ver-

wandtschaftliche Nähe zur Seite der Kläger. Die Aussagen des Klägers 2 und der 

Zeugen AD._____, AC._____ und AA._____ widersprechen indes jedenfalls den 

Ausführungen des Hausarztes nicht und können zusammen mit der Tatsache, 
dass Dr. med. V._____ die Auffassung der Erblasserin, sie sei bestohlen worden, 

in Frage stellte (act. 201 S. 5 unten), ein hinreichendes Bild auf ein krankheitsbe-

dingtes Verhalten der Erblasserin ab 2006 geben.  

3.4. Bereits aufgrund dieser Schilderung des Gesundheitszustandes durch den 

Hausarzt und der dadurch hervorgerufenen Verhaltensweisen der Erblasserin 

durfte die Vorinstanz nicht ohne Weiteres auf Urteilsfähigkeit im Zeitpunkt der 

Testamentserrichtung schliessen (act. 217 S. 28), zumal die Vorinstanz, worauf 

die Kläger zu Recht hinweisen, die nicht unter dem Druck einer Zeugeneinvernah-

me erstellten und zum Beweis offerierten Berichte des Hausarztes wie auch die 

Schriftstücke der damaligen Vormundschaftsbehörde unberücksichtigt liess 

(act. 215 S. 14, S. 20, act. 130/1-20). Vorgerichtlich geführte Korrespondenz darf 

bezüglich Beweiskraft nicht unterschätzt werden, weil sie aus der Sache und der 

Zeit heraus geschrieben ist. Jedenfalls ist erstellt, dass die Erblasserin bereits 

zwei Jahre vor der Testamentserrichtung an Demenz litt. Drei Monate nach Tes-

tamentserrichtung, am 6. Februar 2009, war die Erblasserin gemäss Dr. med. 

V._____ deutlich dement (act. 201 S. 6 oben). Sieben Monate später sah sich 

Dr. med. V._____ veranlasst mit einem Schreiben vom 23. September 2009 bzw. 

mit einer Gefährdungsmeldung an die damalige Vormundschaftsbehörde zu ge-

langen. Er regte die Errichtung vormundschaftlicher Massnahmen für seine Pati-

entin an, weil diese nicht mehr in der Lage sei, ihre Angelegenheiten zu besorgen 

und die Gefahr bestehe, dass die Patientin jemandem eine Vollmacht erteilen 

- 23 - 

würde, der eigene Interessen verfolgen würde (act. 130/7; vgl. auch act. 183 S. 3, 

S. 16). Die im Anschluss an den Bericht von Dr. med. V._____ vom 23. Septem-

ber 2009 stattgefundene Anhörung durch Vertreter der damaligen Vormund-

schaftsbehörde K._____ (und heutigen Zeugen W._____ [act. 143] und AA._____ 

[act. 145]) ergab, dass I._____ auch einfachste Fragen nicht hatte beantworten 

können, so konnte sie keine Angaben zu ihren finanziellen Verhältnissen machen 

(act. 143 S. 3, act. 145, act. 130/9, act. 215 S. 16, 20, act. 232 S. 7). I._____ 

wusste auf explizite Frage weder von der Vereinbarung betreffend Betreuung und 

Vermögensverwaltung (act. 39/2), welche sie pro Quartal Fr. 2'500.-- kostete, 

noch vom gewährten Darlehen an G._____ (act. 130/9 S. 3 unten). Zum Hinweis 

der Vertreter der Vormundschaftsbehörde, der Sohn von G._____ wolle das Land 

übernehmen, meinte I._____, dies sei noch nicht entschieden (act. 130/9 S. 2 

oben; vgl. auch act. 130/10 [Beschluss Errichtung Beistandschaft und Begrün-

dung dazu]). Die landwirtschaftliche Liegenschaft (…-Strasse …) war aber im 

Zeitpunkt der Anhörung bereits durch das streitgegenständliche Testament an 

H._____ vermacht worden (act. 3/2). I._____ wurde zwar nicht ausdrücklich da-

nach gefragt, ob ein Testament existiert (act. 228 Rz 73)  

Entgegen den Ausführungen des Bezirksgerichts ist bereits an dieser Stelle fest-

zuhalten, dass fragwürdig ist, inwiefern aufgrund der Lebenserfahrung angesichts 

des verwirrten und deprimierten Gesundheitszustandes der isoliert lebenden Erb-

lasserin die Fähigkeit zu vernunftgemässem und unbeeinflusstem Handeln, wozu 

auch das Testieren gehört, im Herbst 2008 noch gegeben war. Das Gericht weiss 

aus anderen Fällen, dass Belastungen wie der Tod des Ehepartners möglicher-

weise Auslöser für Demenz-Krankheit sein bzw. zu einer Verschlechterung der 

degenerativen Prozesse im Gehirn führen kann. Es ist jedenfalls als Zwischener-

gebnis mit den Klägern davon auszugehen, dass die unbestrittenermassen zur 

Bewältigung des Alltages auf fremde Hilfe angewiesene Erblasserin im Zeitpunkt 

der Testamentserrichtung am 27. Oktober 2008 an Demenz litt. Die Erkrankung, 

die bereits im Jahr 2006 offensichtlich war, ist demnach schon früher ausgebro-

chen und war bis Oktober 2008 weiter fortgeschritten (act. 215 S. 13). Im Februar 

2009 litt die Erblasserin deutlich an Demenz.  

- 24 - 

3.5. An diesem Eindruck der manifest gewordenen und daher fortgeschrittenen 

Demenz im Herbst 2008 vermögen die von den Beklagten genannten Beweismit-

tel nichts zu ändern (act. 228 Rz 52 ff.). Das Schreiben des österreichischen 

Rechtsanwaltes von E._____ und AK._____ vom 29. Juli 2011, Magister 

AL._____, (act. 79) wurde nicht als Beweis offeriert und ist daher schon aus die-

sem Grund unbeachtlich (act. 228 Rz 52). Das Schreiben brächte darüber hinaus, 

wollte man es als Beweismittel zulassen, aber auch keine neuen Erkenntnisse, 

weil es lediglich und ganz generell den Prozessstandpunkt der Beklagten wieder-

gibt, nämlich dass die Erblasserin 2008 geistig in sehr gutem Zustand und dem-

nach testierfähig gewesen sei (act. 79).  

3.6. Der Beklagte 1 (E._____) sagte in der persönlichen Befragung in eigener 

Sache aus, und in diesem Sinne hielt er fest, was er dem Inhalt nach bereits in 

den Rechtsschriften erklärte, dass anlässlich seines Besuches im Oktober 2008 

bei seiner Tante I._____ in der Schweiz alles ganz normal gewesen sei, I._____ 

sei geistig voll da gewesen, auch wenn er seine Tante nur schwer verstanden ha-

be, wegen ihres Dialektes, und G._____ ihr beim Kochen und auch sonst ab und 

zu geholfen habe (Prot. VI S. 102). Es sei ganz wunderbar und nichts auszuset-

zen gewesen (Prot. VI S. 103, S. 105, S. 107). Es ist für eine Partei bei allem Be-

mühen um Objektivität schwierig, gegen ihre eigenen Interessen auszusagen, 

weshalb die zu ihren Gunsten lautenden Aussagen kritisch zu würdigen und nicht 

besonders beweiskräftig sind. Auch wenn festzuhalten ist, dass ein drei- bzw. 

viertägiger Aufenthalt (Prot. VI S. 100 f., act. 181 S. 2) im Haushalt einer Person 

grundsätzlich einen Einblick in die Bewältigung des Alltages dieser Person gibt, 

so ergeben sich aus den wenig assoziativen Erklärungen des Beklagten 1 keine 

Anhaltspunkte für eine Überzeugungskraft seiner Ausführungen zum angeblich 

guten Gesundheitszustand seiner Tante im Oktober 2008. Die geschilderten Um-

stände der Verabredung des Besuches und dann des Besuchs selbst - im Monat 

der Testamentserrichtung - erscheinen wenig detailliert bzw. passen auch nicht in 

das anhand der übrigen Beweismittel gewonnene Bild des fragilen Zustandes der 

Erblasserin. Dass etwa die (unbestrittene) Schwerhörigkeit oder die Schwindelan-

fälle oder die notwendige Medikamenteneinnahme einen Eindruck hinterlassen 

hätten, kommt in der Befragung des Beklagten 1 nicht zur Sprache. Die aufgrund 

- 25 - 

der Nähe zum Beklagten 1 mit Zurückhaltung zu würdigenden Aussagen der Ehe-

frau des Beklagten 1, AM._____, gehen immerhin dahin, dass es ihr schon aufge-

fallen sei, dass I._____ manches zwei- oder drei Mal gesagt habe, dann habe sie 

aber wieder ganz normal gesprochen (act. 181 S. 5, act. 228 Rz 52). Eine 

Schwerhörigkeit der Erblasserin erwähnte sie aber auch nicht (act. 181 S. 3).  

Entgegen den Ausführungen der Beklagten 1 und 4 konnte Treuhänder AG._____ 

betreffend das Verhältnis zu G._____ nicht ein freundschaftliches, gutes Verhält-

nis zweier unabhängiger und freier Menschen bestätigen (act. 228 Rz 124). Treu-

händer AG._____ erklärte, das Verhältnis von I._____ und G._____ sei anfänglich 

gut gewesen, und sie beide seien einmal zu einer Besichtigung im Garten ge-

kommen und sie hätten sich damals sehr gut miteinander verstanden (act. 152 S. 

10, act. 228 Rz 125). Über die Entwicklung einer Freundschaft konnte der Treu-

händer nichts sagen. Er erklärte aber, wie der Hausarzt Dr. med. V._____ auch, 

dass I._____ abhängig von Hilfe war. Auch der mit der Erblasserin und deren Le-

bensumstände seit jeher vertraute Zeuge AN._____ betonte, dass I._____ froh 

war, dass jemand da war mit dem Auto. I._____ sei abhängig von Frau G._____ 

gewesen, Frau G._____ sei ihre einzige Bezugsperson gewesen (act. 150 S. 5). 

I._____ habe nicht direkt gesagt, dass sie Frau G._____ fürchte, aber man habe 

es gespürt, man habe gespürt, dass sie unter Druck gewesen sei (act. 150 S. 5). 

Die damalige Vormundschaftsbehörde schaltete sich im Juli 2009 aufgrund einer 

Gefährdungsmeldung von AN._____ (bei der Sozialbehörde; AB._____) ein. Dass 

die Intervention gerechtfertigt war, zeigte die rund vier Monate später durch die 

Vormundschaftsbehörde errichtete Beistandschaft für I._____ (act. 130/2-3, 

act. 130/10, act. 130/16; E. 3.4.). Es trifft zwar zu, wie die Beklagten geltend ma-

chen, dass die Vormundschaftsbehörde aufgrund der Äusserungen in der Anhö-

rung der Erblasserin vom November 2009 davon ausging, dass I._____ Frau 

G._____ vertraute und ihre Hilfe sehr schätzte, wobei die Vormundschaftsbehör-

de allerdings bemerkte, dass Frau I._____ die ihr gestellten Fragen zwar ver-

stand, sie aber nicht oder nur sehr vage beantwortete (act. 130/10, act. 228 

Rz 125). Die Beklagten 1 und 4 wiesen sodann als Beleg für das freundschaftli-

che Verhältnis zwischen I._____ und G._____ auf den Schlussbericht der Bei-

ständin vom 26. April 2011 (act. 130/15 S. 3) hin, worin diese festhielt: "Auf Frau 

- 26 - 

G._____, die sie wöchentlich und manchmal öfters besuchte, freute sie sich je-

weils sehr" (act. 228 Rz 125). Indessen war die Erblasserin zunehmend und in 

hohem Masse gebrechlich und isoliert zu Hause (bis zum Eintritt ins Pflegeheim 

im Juni 2010). Fehlende Kontakte können das Wohlbefinden eines Menschen 

weit mehr als eine Krankheit beeinträchtigen. Die Bedeutung sozialer Kontakte für 

an das Haus gebundene Menschen ist nicht zu unterschätzen. Selbstverständlich 

freute sich die Erblasserin über die Aufmerksamkeit, welche die Beklagte 5 ihr 

entgegen brachte (die sie ja auch bezahlte; act. 39/2 "Anteilnahme"). Nach dem 

Verlust ihres Ehemannes war die Erblasserin auf physischen und psychischen 

Beistand angewiesen (act. 152 S. 16 unten, act. 154 S. 9, act. 187 S. 5 oben, 

act. 201 S. 2 ff.; E. 8.1.). Deshalb erstaunt es nicht, dass sie sich gegen das An-

sinnen der Vormundschaftsbehörde, einen Berufsbeistand einzusetzen, wehrte 

und dem Argument der Vormundschaftsbehörde, sie sei gemäss Hausarzt nicht 

mehr in der Lage, Frau G._____ zu kontrollieren, entgegen hielt, Frau G._____ 

sei schon ehrlich (act. 130/9 S. 3). Daraus lässt sich aber für den Testierzeitpunkt 

kein Indiz für eine Freundschaft ableiten.  

4.1. Das Bezirksgericht geht selbst davon aus, dass die Erblasserin nach dem 

Tode ihres Ehemannes in eine nach und nach sich verstärkende Abhängigkeit 

von G._____ gelangt sei, und es nicht auszuschliessen sei, dass die Erblasserin 

mit den Jahren unter dieser Abhängigkeit zu leiden begonnen habe (act. 217 

S. 21). Nicht als bewiesen sah die Vorinstanz aber, dass G._____ diese Abhän-

gigkeit ausgenützt hätte, um in ungebührlicher Weise Druck auszuüben oder 

Angst zu machen, mit dem Ziel eine testamentarische Begünstigung zu erwirken. 

Ein solches Vorgehen, so das Bezirksgericht, hätte kontraproduktiv sein können. 

Dadurch, dass I._____ über ein ansehnliches Vermögen verfügt habe, habe sie 

durchaus auch eine gewisse Machtposition genossen. Hätte sie tatsächlich unter 

dem Verhalten von G._____ gelitten, hätte sie von den diversen Zuwendungen zu 

Lebzeiten, jedenfalls aber von ihrer testamentarischen Begünstigung absehen 

können (act. 217 S. 24). Die Kläger rügen zu Recht, dass diese Sichtweise die 

Gesamtsituation, wie sie sich im Herbst 2008 zeigte, insbesondere auch den all-

gemeinen und geistigen Gesundheitszustand der Erblasserin, ausblendet 

(act. 215 S. 12 ff., S. 24, S. 45). Angesichts ihres Gesundheitszustandes und ih-

- 27 - 

res Geizes habe sie gar nicht die Überlegung anstellen und in die Tat umsetzen 

können, dass sie bspw. aufgrund ihres Vermögens eine Dauerhilfe im Haus hätte 

anstellen können (act. 215 S. 45). 

Es ist zwar richtig, wie das Bezirksgericht sinngemäss ausführt, dass Abhängig-

keit in einem bestimmten Lebensbereich nicht generell zu einer einseitigen Ab-

hängigkeit vom anderen Menschen führt, so dass das eigene Tun in Vernachläs-

sigung der eigenen Interessen am Willen der unterstützenden Person ausgerich-

tet wird, aus Angst, diesen Menschen zu verlieren. Es ist auch richtig, dass Ver-

mögen Absicherung und Freiheit ermöglicht. Dass I._____ zur Bewältigung des 

Alltages auf G._____ angewiesen war, ist aber lediglich ein Aspekt ihres damali-

gen Unterstützungsbedarfs. Zur Beurteilung der Frage, ob die Erblasserin in der 

Lage war, autonom zu handeln, sind die psychosozialen Konsequenzen der Le-

bensumstände der Erblasserin und der Demenzerkrankung einzubeziehen.  

4.2. Die Arzt-Patienten Gespräche bei Dr. med. V._____ fanden ab 2006 gross-

mehrheitlich im Beisein von G._____ statt. Auch die Besprechungen beim Treu-

händer AG._____ fanden gemäss eigenen Angaben von G._____ in ihrer Anwe-

senheit statt (Prot. VI S. 51). Der Treuhänder AG._____ sagte als Zeuge aus, 

ausser in Testamentssachen sei Frau G._____ im Besprechungsraum anwesend 

gewesen (act. 152 S. 11). Er habe die Post für Frau I._____ G._____ zugestellt 

(act. 152 S. 2, 8, 11, 15, 16 f.).  

Einer Begleitperson, als die Beklagten 1 und 4 G._____ nach dem Tod von 

O._____ lediglich sehen wollen (act. 228 Rz 130), stellt man nicht ohne weitere 

Begründung vertrauliche und wichtige Post zu, was die Kläger zu Recht bean-

standen (act. 215 S. 35, S. 44). G._____ bestätigte in der persönlichen Befra-

gung, der Treuhänder AG._____ habe ihr (im Dezember 2005) den Entwurf zum 

Testament (und weitere Unterlagen [act. 39/9]) zugeschickt, damit sie es I._____ 

nochmals erklären könne, sie solle ihm später Rückmeldung zum Testaments-

entwurf geben, so dass die nächste Besprechung nicht mehr so lange dauere 

(Prot. VI S. 55 f.); die Quoten seien für I._____ einfach sehr kompliziert gewesen, 

I._____ habe es beispielsweise nicht verstanden, was es bedeute, jemanden mit 

zehn Prozent zu bedenken (Prot. VI S. 56). Die Kläger weisen in diesem Zusam-

- 28 - 

menhang zu Recht darauf hin, es mache keinen Sinn, dass die Beklagte 5 ge-

mäss Treuhänder AG._____ angeblich in Testamentsgeschäften nicht im Bespre-

chungsraum hätte dabei sein sollen, wo sie doch in der Folge den Entwurf zuge-

schickt erhalten und I._____ den Text nochmals hätte erklären müssen (act. 152 

S. 11, act. 215 S. 37). Es ist davon auszugehen, dass die Beklagte 5 auch in Tes-

tamentsgesprächen im Besprechungsraum des Treuhänders anwesend gewesen 

war.  

Die Beklagte 5 anerkennt, dass sie jeweils die Post der Erblasserin durchsucht 

bzw. durchgesehen, nicht aber geöffnet, hatte (Prot. VI S. 53). Sie hat eigenen 

Angaben zufolge die Post, aber nur diejenigen mit Rechnungen drin, deshalb 

durchgesehen, weil I._____ Rechnungen zwischen Zeitungen vergessen habe 

(Prot. VI S. 53). Das Bezirksgericht meinte, damit habe die Beklagte 5 sicher nicht 

gegen den Willen der Erblasserin gehandelt und die Postsendungen des Treu-

händers AG._____ an die Beklagte 5 sei im Einvernehmen erfolgt (act. 217 S. 23 

unten). Die Kläger beanstanden zu Recht die zu kurz greifende Argumentation 

des Bezirksgerichtes (act. 215 S. 35, S. 44, act. 217 S. 23 unten f.). Dass die Be-

klagte 5 nicht nur - geöffnete - Post mit Rechnungen behändigte, um Einzahlun-

gen zu tätigen, ergibt sich aus dem Umstand, dass sie den sehr persönlichen 

Brief der Pflegetochter Q._____ an die Erblasserin (ohne Datum) behändigte und 

den Brief in ihrem Besitz behielt (act. 39/6). Die Absenderin des Briefes, Q._____, 

stellte im Zeugenstand zu Recht die Frage, wie es möglich sein könne, dass die-

ser Brief in fremde Hände gekommen sei und weshalb Frau G._____ ihn benüt-

zen könne (act. 154 S. 6). Die Beklagte 5 sagte dazu, die Beiständin, Frau 

W._____, habe ihr gesagt, dass sie nach dem Tod von I._____ nach Unterlagen 

suchen solle (und sie diesen Brief von Q._____ fand; Prot. VI S. 53). Die Zeugin 

W._____ (bzw. W._____) verneinte aber, Frau G._____ nach dem Tod von Frau 

I._____ mit solchen Aufträgen betraut zu haben (act. 143 S. 7). Sie erklärte über-

zeugend, dass das Mandat der Beiständin nach dem Tod der verbeiständeten 

Person erlösche, weshalb sie nichts Derartiges mache (act. 143 S. 7, act. 232 

S. 11). Es liegt anhand der eigenen Aussagen der Beklagten 5 der Schluss nahe, 

dass die Beklagte 5 unbefugt Zugriff auf das von der Rechtsordnung geschützte 

Briefgeheimnis nahm. Darüber hinaus reichte sie den Brief zu den Prozessakten, 

- 29 - 

was durch einen angeblichen Auftrag durch die Erbschaftsverwaltung nicht ge-

deckt wäre (act. 228 S. 11). Dass die Beklagte 5 Einblick in die Privatsphäre und 

Kontrolle über das Geschehen im Haus der Erblasserin haben und behalten woll-

te, wird bestärkt durch den Hinweis der die Erblasserin hin und wieder besuchen-

den Zeugin AO._____, einer Nichte von O._____. Man habe gehört, so die Zeu-

gin, dass Frau G._____ durch den Keller in das Haus gekommen sei, gesprochen 

hätten sie nicht gross miteinander, vielleicht habe sie auch nur hinter der Tür ge-

horcht und sei dann wieder gegangen (act. 147 S. 7).  

4.3. Zusammenfassend zeigt die Nähe und Vertrauensstellung die wichtige Rolle 

von G._____ (so auch die Beklagten 1 und 4, act. 228 Rz 125) und ihren offen-

sichtlichen grossen Einfluss. G._____ übernahm es, für die Erblasserin zu spre-

chen. Die eigenen Ausführungen der Beklagten 5 zur Behändigung von persönli-

chen Unterlagen von I._____ zeigen aber exemplarisch auf, dass im privaten Um-

feld aus einem Vertrauensverhältnis problematische Abhängigkeitsbeziehungen 

entstehen können, die Potential haben für eine Ausnützung der Situation von Per-

sonen, die besonders zu schützen sind.  

5.1. Die Art und Weise der Auswechslung des jahrelangen Treuhänders 

AF._____ untermauern diesen Eindruck und deuten darauf hin, dass die Beklagte 

5 nach dem Tod von O._____ vor allem auch in finanziellen Angelegenheiten von 

I._____ an ihr vorbei die Regie übernahm, worauf die Kläger zu Recht hinweisen 

(act. 215 S. 34).  

Es trifft zwar zu, dass AF._____ keinen Auftrag hatte, O._____ und I._____ erb-

rechtlich zu beraten (act. 217 S. 17). Die Beklagte 5 wies aber in der persönlichen 

Befragung selbst darauf hin, dass I._____ den Namen von AF._____ erwähnt ha-

be, als es darum ging eine Fachperson für die anstehende erbrechtliche Ausei-

nandersetzung im Nachlass von O._____ zu finden (Prot. VI S. 42). I._____ habe 

gesagt, Herr AF._____ sei derjenige gewesen, der ihnen immer die Steuern ge-

macht habe. Dies hätte mit den Klägern dafür gesprochen, AF._____ mit der an-

stehenden Erbschaftssache und den streitgegenständlichen Geschäften zu be-

trauen (act. 215 S. 34). Die Beklagte 5 erklärte nicht, was naheliegend gewesen 

wäre, weshalb es nicht mehr im Interesse von I._____ gelegen habe, Herrn 

- 30 - 

AF._____ weiter zu beauftragen, dies auch nicht für die Steuersachen von 

I._____. Sie erklärte im Gegenteil, sie habe (I._____ gegenüber) gesagt, dass sie 

- die Beklagte 5 - Herrn AF._____ nicht kenne und nicht wisse, ob er die richtige 

Person sei. Sie würde aber abklären, ob jemand eine Person kenne, die sich mit 

solchen Erbschaftssachen auskenne (Prot. VI S. 42). Sie (die Beklagte 5) habe 

dann das Gericht (BG Hinwil) angerufen und sich nach einem Anwalt oder so et-

was erkundigt. Die Dame am Telefon habe ihr dann gesagt, sie kenne Personen, 

die sich mit Erbschaftssachen befassten. Sie habe ihr dann Adressen und Tele-

fonnummern von zwei Personen aus P._____ gegeben. I._____ habe sich dann 

für die Person beim Bahnhof wegen besserer Erreichbarkeit mit dem Zug ent-

schieden, falls sie, die Beklagte 5, nicht mehr hätte fahren können. So seien sie 

zu Herrn AG._____ gekommen (Prot. VI S. 42).  

Was auffällt und für eine Federführung der Beklagten 5 spricht und von der Vor-

instanz, wie die Kläger zu Recht beanstanden (act. 215 S. 34), nicht in die Würdi-

gung eingeflossen ist (act. 217 S. 17 f.), ist die konkrete Art und Weise der Abset-

zung des Treuhänders AF._____ kurz nach dem Tod des Ehemannes von 

I._____. AF._____ erklärte als Zeuge, er sei sehr überrascht worden durch den 

Beizug von Treuhänder AG._____ (act. 151 S. 2, S. 4). Er, AF._____, habe sich 

etwa vier bis fünf Wochen nach dem Tod von O._____ telefonisch bei Frau 

I._____ angekündigt (act. 151 S. 4). Es sei darum gegangen, die Akten zu holen, 

um die Steuererklärung per Todestag von O._____ zu machen (act. 151 S. 2). 

Frau I._____ habe (am Telefon) keinen Ton gesagt, das heisst, sie habe kein 

Wort darüber verloren, dass sie jemand anders beauftragt habe und dass er 

(AF._____) nichts mehr machen müsse (act. 151 S. 4). Als er dann etwa rund ei-

ne Woche später zu Frau I._____ gegangen sei (act. 151 S. 5), um, wie angekün-

digt, die Akten zu holen, sei Frau G._____ im Wohnzimmer gesessen und habe 

ihm eröffnet, die Steuererklärungen würden inskünftig durch ihr Büro gemacht 

(act.151 S. 2, S. 4). Seinem Verständnis nach sei es beim "ihr Büro" um das Büro 

von Frau G._____ gegangen, er tippe schon eher auf das Büro von Frau G._____ 

(act. 151 S. 2 unten). Es sei eine kurze Sache gewesen, sicher habe man sich 

begrüsst, dann aber habe Frau G._____ gesagt, er müsse nichts mehr machen 

(act. 151 S. 4). Er habe Frau G._____ vorher nicht gekannt (act. 151 S. 5). Frau 

- 31 - 

I._____ habe nichts gesagt, und er sei dann gegangen (act. 151 S. 5 oben). 

Q._____ meinte, der Beizug von Treuhänder AG._____ sei durch Frau G._____ 

initiiert worden, weshalb Herr AG._____ beigezogen worden sei, wisse sie aber 

nicht, vorher sei Herr AF._____ der Treuhänder des Ehepaars I._____O._____ 

gewesen (act. 154 S. 10 unten f.). Auf Nachfrage präzisierte Q._____, dass sie 

nicht wisse, ob Frau G._____ den Anstoss gegeben habe, Herrn AG._____ bei-

zuziehen, aber sie wisse von ihrer Mutter, dass Herr AF._____ einmal bei einer 

Verhandlung mit seinen Unterlagen gekommen sei und dass man ihn dann heim-

geschickt habe, er sei der Meinung gewesen, er sei zuständig (act. 154 S. 16). 

Die Erblasserin realisierte den Treuhänderwechsel. Sie konnte aber ihrer Pflege-

tochter gegenüber die Gründe für diesen Entscheid nicht nennen.  

5.2. Am 11. April 2005, demnach einen Monat nach dem Hinschied ihres Ehe-

mannes, bevollmächtigte die Erblasserin die AG._____ Treuhand AG mit der Inte-

ressenwahrung in der Teilung des Nachlasses ihres Ehemannes (act. 91/1). Spä-

ter zeichnete Treuhänder AG._____ auch für die lebzeitigen Rechtsgeschäfte der 

Erblasserin verantwortlich (E. 7., E. 8.1. - 8.6., E. 9).  

6.1. Treuhänder AG._____ war also zunächst in die Erbteilung des Nachlasses 

von O._____ involviert. Die Vorgeschichte bzw. der Zwist um die Verteilung der 

Erbschaft von O._____ ist ein Indiz zur Beurteilung des Einflusses der Beklagten 

5 auf die Erblasserin und wurde von der Vorinstanz zu Unrecht nicht erwogen 

(act. 215 S. 34f., S. 42).  

Mit Schreiben vom 28. September 2005 gelangte Treuhänder AG._____ an die 

Beklagte 5 (act. 135/7). In diesem Schreiben vom 28. September 2005 erwähnte 

Treuhänder AG._____ die Dokumente "Schreiben an die Nichten von Frau 

I._____; Schenkungsversprechen; geänderte Fassung des Vertrages betr. Lie-

genschaftenzuweisung" (act. 135/7). Weiter schreibt Treuhänder AG._____, 

adressiert an die Beklagte 5: "Gerne gehen wir davon aus, dass diese Unterlagen 

Ihren Vorstellungen entsprechen". Und weiter: " Bis heute haben uns 3 Erben be-

reits ihr Einverständnis signalisiert. Hingegen steht das Einverständnis von 

AP._____ noch aus. Allenfalls wäre zu prüfen, ob wir die vorgesehene Lösung mit 

den zustimmenden Erben einzeln treffen und notfalls nur noch gegen die renitente 

- 32 - 

Erbin die Erbteilungsklage erheben. Wir bitten Sie, mit Frau I._____ bei uns diese 

Angelegenheit zu besprechen und erwarten gerne Ihr Telefon für die Terminver-

einbarung." (act. 135/7). Die Adresse, der Text und die an G._____ gerichtete 

Aufforderung spricht für eine Federführung der Beklagten 5 in der Verteilung der 

Erbschaft von O._____.  

AO._____, eine Nichte von O._____, hielt als Zeugin fest, es sei ja im Testament 

ihres Onkels festgehalten gewesen, dass ihre älteste Schwester, AQ._____, die-

ses Haus (…-Strasse …) erhalten solle, dies zu einem bestimmten Preis (act. 147 

S. 3). Für alle erbberechtigten Verwandten von O._____ sei klar gewesen, dass 

ihre Seite berücksichtigt würde beim Tod von O._____ (act. 147 S. 2). Es sei klar 

gewesen, dass z.B. das Stöckli Nr. …, in dem Frau G._____ wohne (…-Strasse 

…), seiner Nichte AQ._____ hätte überschrieben werden sollen, auf keinen Fall 

hätte es an Frau G._____ gehen sollen (act. 148 S. 3 oben i.V.m. act. 147 S. 2; 

act. 147 S. 4 oben). Sie wisse einfach, ihr Onkel habe einmal gesagt, er hätte es 

lieber, er hätte diese Frau (G._____) nie kennengelernt (act. 147 S. 4). Sie hätten 

dann mit AG._____ über die ganze Geschichte Kontakt gehabt und ja eben, dass 

alles habe gewechselt und das alles sei umgekehrt worden. Sie, AO._____, den-

ke nicht, dass ihr Onkel das gewollt habe (act. 147 S. 3). Im Vorfeld der Zeugen-

einvernahme erstellte das Ehepaar AO._____ und AN._____ eine Aufzeichnung 

über "das Verhältnis von G._____ und I._____ aus unserer Sicht", und sie um-

schrieben darin den Ablauf hinsichtlich der Verteilung der Erbschaft von O._____ 

(act. 148). Dieser Aufzeichnung, auf welche AO._____ und AN._____ als Zeugen 

verwiesen (act. 148 S. 1 i.V.m. act. 147 S. 3, act. 150 S. 5), lässt sich entnehmen, 

dass ihnen beim ersten Treffen mit der AG._____ Treuhand AG erklärt worden 

sei, dass beide Testamente wegen Formfehler ungültig seien und dass O._____ 

im 2002 nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sei. Sie, die Zeugen, hätten das 

nicht bestätigen können, aber es sei ein Arztzeugnis vorgelegen. Es sei dann al-

les ganz schnell gegangen, sie hätten keine Wahl gehabt. Die ganze Erbangele-

genheit habe Herr AG._____ bereits organisiert gehabt und sie hätten nur noch 

mitmachen oder sich auf einen langen Rechtsstreit einlassen können (act. 148 S. 

2 i.V.m. act. 147 S. 3). Alle Erbberechtigten hätten eigentlich gewusst, was 

O._____ mit dem Vermögen habe tun wollen (act. 150 S. 2 i.V.m. act. 130/2). 

- 33 - 

I._____ habe nichts gesagt, sie habe sich einer Äusserung enthalten (act. 150 S. 

2). Sie, das Ehepaar AN._____AO._____, hätten dann nichts mehr erwartet, die 

Sache sei für sie abgeschlossen, den Kontakt zu I._____ sei aber aufrecht erhal-

ten geblieben (act. 150 S. 2). AJ._____, die Schwester bzw. Tante der Kläger 

(act. 183 S. 1), die zugab, dass sie der Beklagten 5 wegen des Vorgefallenen 

nicht die Hand zur Begrüssung reichen könnte (act. 183 S. 11), weshalb ihre Aus-

sagen grundsätzlich im Kontext der von ihr empfundenen belastenden Gefühlen 

gegenüber der Beklagten 5 zu werten sind, bestätigte aber, nicht ihren und den 

Interessen der Kläger nützend, sie (das Ehepaar I._____ und O._____) hätten 

immer gesagt, der Hof gehöre AR._____s (act. 183 S. 5, 12). Sie selbst war da-

von ausgegangen, dass sie von ihrer Tante, mit der sie immer Kontakt gehabt ha-

be (act. 183 S. 1 f., 4, 7 ff., 10, 14), Bargeld erhalten würde (act. 183 S. 15 unten, 

act. 154 S. 4).  

Die Zeugenaussagen von AO._____ und AN._____, welche im angefochtenen 

Entscheid keine Berücksichtigung fanden (act. 215 S. 42), bekräftigen den Ein-

druck, dass die Auswechslung des Treuhänders einen Kurswechsel in der Vertei-

lung der Erbschaft von O._____ zur Folge hatte und den Weg für die Begünsti-

gung der Beklagten 5 und 6 ebnete (act. 215 S. 34, S. 48). Die Zeugen AF._____ 

und AN._____AO._____ haben kein wirtschaftliches Interesse am Ausgang des 

Verfahrens. Das Ehepaar AN._____AO._____ ist durch das Angehörigenverhält-

nis der Erblasserin verbunden (vgl. auch act. 150 S. 1 f.). Der Treuhänderwechsel 

brachte es aus ihrer Sicht mit sich, dass nicht Familienangehörige aus der Ver-

wandtschaft O._____, wie eigentlich vorgesehen, "das Land zur Bewirtschaftung" 

erhalten hatten (vgl. act. 130/2). Die Aussagen des Ehepaars AN._____AO._____ 

enthalten aber keine unnötigen Schärfen und keine Feindseligkeiten, die nahele-

gen würden, dass sie prinzipiell gegen eine Prozesspartei eingestellt gewesen 

wären. Im Gegenteil, sie bemühten sich um differenzierte Angaben und sagten, 

wenn sie zu einer Frage keine Antwort geben konnten.  

6.2. Die Beklagte 5 war nicht nur Ansprechperson für Treuhänder AG._____ in 

der Erbteilung des Nachlasses von O._____. Der Treuhänderwechsel ermöglichte 

es der Beklagten 5 auch, bei I._____ betreffenden (lebzeitigen) Rechtsgeschäften 

- 34 - 

Verantwortung zum Vorgehen und den gefundenen Lösungen bzw. den Verträgen 

zu übernehmen. Treuhänder AG._____ liess der Beklagten 5 die für die Erblasse-

rin bestimmte Post zukommen und korrespondierte mit ihr (act. 215 S. 51, 

act. 135/6-8; E. 8.1.- 8.6.). Er setzte die Vereinbarung betreffend Betreuung und 

Vermögensverwaltung auf (act. 39/2), den Vertrag betreffend die Abtretung der 

Liegenschaft …-Strasse … (act. 39/7) und den Testamentsentwurf (act. 39/8) 

(act. 217 S. 18 unten, act. 215 S. 35). Das Begleitschreiben vom 7. Dezember 

2005 zu den soeben genannten Dokumenten war an die Beklagte 5 adressiert, es 

wurde nur sie angesprochen ("Sehr geehrte Frau G._____"; act. 39/9) und um 

Prüfung der Dokumente ersucht.  

Die Umstände sprechen dafür, dass es die bei den Besprechungen anwesende 

und als Adressatin der Post fungierende Beklagte 5 war, die die Anliegen dem 

Treuhänder gegenüber formulierte. So sagte die Beklagte 5 auf richterliche Frage, 

weshalb die Redaktionsarbeit (für act. 39/7 [Abtretungsvertrag]) nicht dem Notari-

at überlassen worden sei, Herr AG._____ habe sich mit der ganzen Erbschaft be-

fasst, "wir machten alles bei ihm" (Prot. VI S. 52). Es ist mit den Klägern unver-

ständlich und macht keinen Sinn, wenn die Beklagte 5 in der persönlichen Befra-

gung ausführte, sie sei zwar für den Betreuungsvertrag (der Bezug nimmt auf den 

Abtretungsvertrag; act. 39/2, Prot. VI S. 58) zusammen mit I._____ beim Treu-

händer gewesen, nicht aber für die Besprechung des Abtretungsvertrages 

(act. 39/7), I._____ habe mit dem Treuhänder alleine besprochen, was sie wolle 

und sie habe ihm gesagt, was sie ihr (der Beklagten 5) geben wolle, der Treuhän-

der AG._____ habe das dann aufgeschrieben (act. 215 S. 37). Die Beklagte 5 ist 

Erwerberin des Grundstückes gemäss Abtretungsvertrag, welcher dem Notar 

vollständig abgefasst, in vollständiger Berücksichtigung der Interessen der Be-

klagten 5, zur Beurkundung vorlegt wurde (act. 39/7; E. 8.4.) 

6.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Umstände des Treuhänder-

wechsels einen übermässigen Einfluss der Beklagten 5 in vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten der Erblasserin als überwiegend wahrscheinlich erscheinen las-

sen. Die Aussagen der Zeugen AF._____, AO._____ und AN._____ deuten da-

rauf hin, dass der Wechsel des Treuhänders von der Beklagten 5 orchestriert war. 

- 35 - 

Es ermöglichte ihr anstelle der Erblasserin die Federführung in der Verteilung des 

Nachlasses von O._____ und darüber hinaus. Es bestehen keine Anhaltspunkte 

dafür, dass die Erblasserin ohne das Zutun der Beklagten 5 ihren langjährigen 

Treuhänder AF._____ ausgewechselt hätte. Insofern hatte die Beklagte 5 die Erb-

lasserin beherrscht. Es trifft zu, wie die Beklagten 1 und 4 festhalten, dass die 

Zeugin AO._____ auf Frage, ob I._____ ihr gegenüber zum Ausdruck habe brin-

gen können, was sie wolle und was nicht, erklärte, ja, das eigentlich schon 

(act. 147 S. 6, act. 228 Rz 120). Die Aussagen der Zeugin AO._____ werden al-

lerdings von den Beklagten verkürzt wiedergegeben. Die Ausführungen der Zeu-

gin AO._____ sind so zu verstehen, dass I._____ ihre Anliegen in begrenztem 

Umfang hat kundtun können. I._____ war gemäss Ausführungen der Zeugin 

AO._____ darauf bedacht, dass der Schlüssel für das Holzlager jeweils wieder 

ans richtige Ort hinkommt (act. 147 S. 6). Dieser alltägliche Entscheid bzw. 

Wunsch, welcher einem Ordnungsprinzip und der Gewohnheit folgt, ist kein Ar-

gument für Entscheidungsfähigkeit, insbesondere auch nicht bezüglich komplexer 

Rechtsgeschäfte, wo die Schwelle für Urteilsfähigkeit viel höher liegt. AO._____ 

nennt ein weiteres Beispiel: "Ich habe auch einmal Wäsche zusammen gelegt und 

wollte sie in den oberen Stock bringen. Da sagte mir Frau I._____: Du kannst die 

Wäsche nicht hinauf tun, Frau G._____ hat alle Schränke mit anderem Zeug ge-

füllt. Das habe ich akzeptiert und bin nicht hinaufgegangen" (act. 147 S. 6). Ob 

die Schränke gefüllt mit Sachen von Frau I._____ oder Frau G._____ gewesen 

seien, wisse sie nicht (act. 147 S. 7). Dieses Beispiel zeigt, dass die Erblasserin 

das gemacht hat, was den Vorstellungen und den Vorgaben der Beklagten 5 ent-

sprochen hatte, und es zeugt nicht von freier Willensbildung und Entscheidungs-

fähigkeit.  

7. Die Kläger beanstanden weiter, die Vorinstanz habe das Abhängigkeits- und 

Druckverhältnis nicht vor dem Hintergrund der (bereits erwähnten) lebzeitigen 

Rechtsgeschäfte (E. 6.2.) geprüft und die Frage nicht beantwortet, ob die Rechts-

geschäfte den Verpflichtungen der Beklagten 5 aus der Vereinbarung vom 20. Ap-

ril 2005 (act. 39/2) standgehalten haben (act. 215 S. 25 ff., S. 38). Die Kritik trifft 

zu. Die lebzeitigen Rechtsgeschäfte, insbesondere die Vereinbarung vom 20. Ap-

- 36 - 

ril 2005 (act. 39/2) und der Abtretungsvertrag vom 16. Juni 2006 (act. 39/7; lebzei-

tige Zuwendung der …-Str. …), sind im Prozess ein Angelpunkt.  

8.1. Es ist den Klägern zuzustimmen, dass ein wesentlicher Ausgangspunkt für 

alle Betrachtungen die Tatsache ist, dass sich die Beklagte 5 mit der "Vereinba-

rung betr. Betreuung und Vermögensverwaltung" vom 20. April 2005 vertraglich 

und gegen Vergütung verpflichtet hatte, I._____ u.a. auch in vermögensrechtli-

cher Hinsicht zu beraten und ihr Vermögen zu verwalten (act. 215 S. 52, 

act. 39/2). In diesem Zusammenhang beanstanden die Kläger, die Vorinstanz ha-

be nicht gewürdigt, dass alle nach dem Tod von O._____ und vor der Testa-

mentserrichtung abgeschlossenen oder in Angriff genommenen Rechtsgeschäfte 

(grosse) Vermögensverschiebungen zugunsten der Beklagten 5 enthalten hätten, 

ohne dass jeweils eine adäquate Gegenleistung erfolgt sei (act. 215 S. 35 unten). 

Fürsorge sei bezahlte Vertragserfüllung gewesen und vor allem systematische 

Berechnung der Beklagten 5 (act. 215 S. 42, S. 53).  

Die Kläger kritisieren zu Recht, dass das Bezirksgericht unerwähnt liess, dass die 

Beklagte 5 sich die Tätigkeiten für die Erblasserin wie Einkaufen, Autotransporte, 

Bezahlen aller Rechnungen, "Mithilfe im Haushalt wo nötig, Anteilnahme", mit 

rund Fr. 830.-- pro Monat (knapp Fr. 10'000.-- pro Jahr) bezahlen liess (act. 39/2, 

act. 215 S. 42). Man hätte es wie die Kläger betonen, auch anders handhaben 

und die Tätigkeiten als Gefälligkeiten sehen können, dies bspw. auch in Anbe-

tracht dessen, dass die Beklagte 5 seit dem Hinschied ihres Ehemannes ab 1999 

zu einem günstigen Mietzins von Fr. 750.-- pro Monat im Einfamilienhaus der Erb-

lasserin an der …-Strasse … wohnen kann (act. 39/10, act. 215 S. 43 oben, 

act. 232 S. 11, vgl. auch act. 135/10 S. 4). Tätigkeiten im Ein-Personen-Haushalt 

waren laut Vereinbarung nur wo nötig zu erbringen und fielen deshalb nicht in 

grossem Umfang an. Jedenfalls erhielten die Tätigkeiten durch die nicht mehr 

symbolische Entschädigung einen geschäftlichen Charakter und die Argumentati-

on der Beklagten 5 für die lebzeitige (im Ergebnis unentgeltlich erfolgte) Zuwen-

dung der Liegenschaft …-Strasse … (act. 39/7) verliert an Überzeugungskraft; die 

Beklagten sehen die lebzeitige Zuwendung der Liegenschaft …-Strasse … im 

Jahr 2006 im Zusammenhang mit dem gutnachbarlichen, ja freundschaftlichen 

- 37 - 

Verhältnis sowie der Unterstützung, die die Beklagte 5 der Erblasserin gewährte 

und noch gewähren würde (act. 80 S. 17, act. 78 S. 8).  

8.2. Die Beklagte 5 wich Fragen zum Zustandekommen der Vereinbarung 

(act. 39/2) aus (Prot. VI S. 41), konnte nichts Genaueres zum Inhalt der Vereinba-

rung sagen und machte keine Ausführungen zu den von ihr für die Erblasserin er-

ledigten Arbeiten (Prot. VI S. 43, S. 58). Sie wies darauf hin, sie habe keine Ah-

nung, was die Vereinbarung bedeuten soll, sie hätten das einfach so gemacht 

(Prot. VI S. 43). Treuhänder AG._____ habe die Betreuungspauschale von 

Fr. 2'500.-- pro Quartal festgelegt. Da ihr I._____ alles habe schenken wollen, sei 

das Darlehen für das Haus und die Betreuungspauschale vereinbart worden. Es 

sei wegen den Steuern gewesen, so irgendwie sei das gewesen (Prot. VI S. 58 

unten f.). Treuhänder AG._____ verneinte indessen, dass der Vertrag wegen den 

Steuern so abgefasst worden sei und sagte das Gegenteil (dass der Vertrag ganz 

sicher nicht aus steuerlichen Gründen so abgefasst worden sei; act. 152 S. 8 un-

ten f.; act. 215 S. 36 oben). Er konnte sich aber im Übrigen nicht mehr daran erin-

nern, weshalb die Verträge so verfasst worden waren (act. 39/2 und act. 39/7; 

act. 152 S. 4, S. 8, 12 f., act. 217 S. 18).  

8.3. Die Abgeltung von pauschal Fr. 2'500.-- pro Quartal für die beschriebenen 

Tätigkeiten (E. 8.1.) wurde wie folgt vereinbart: "Für diese Betreuung wird eine 

Entschädigung von pauschal Fr. 2'500.-- pro Quartal vereinbart. Diese Entschädi-

gung wird derart geleistet, dass jeweils das von Fr. I._____ G._____ im Zusam-

menhang mit der Liegenschaftsabtretung gewährte Darlehen in diesem Umfang 

per Quartalsende amortisiert gilt, erstmals per 30. Juni 2006. P._____, 20. April 

2005" (act. 39/2 unten).  

Diese Regelung ist zunächst nicht verständlich, weil sie offenbar zu einem Zeit-

punkt (April 2005) vereinbart worden war, lange bevor der Abtretungsvertrag vom 

16. Juni 2006 (act. 39/7, insbesondere S. 2), auf welchen Bezug genommen wird, 

aufgesetzt und unterschrieben worden war. Doch auch wenn man von einem 

Tippfehler ("Verschrieb") ausgeht (so der Treuhänder AG._____, act. 152 S. 4, 

S. 12, act. 228 Rz 146), und der Betreuungs- und Vermögensverwaltungsvertrag 

im April 2006 vereinbart worden war, so muss festgehalten werden, dass die Ver-

- 38 - 

knüpfung der beiden Verträge (act. 39/2 und act. 39/7) nicht dem üblichen Ge-

schäftsverkehr entspricht. Die Verknüpfung der Verträge macht aus der Eigen-

tumsübertragung der Liegenschaft …-Strasse … an die Beklagte 5 ein komplexes 

Konstrukt, das der Analyse bedarf. Die Kritik der Kläger trifft zu, wonach sich die 

Vorinstanz nicht in differenzierter Weise zum Zustandekommen und zum Inhalt 

des Abtretungsvertrages (act. 39/7) geäussert hat (act. 215 S. 33 ff., act. 217 

S. 17, S. 19). Weder die Beklagte 5 noch der Treuhänder AG._____ konnten er-

klären, weshalb die Eigentumsübertragung der Liegenschaft …-Strasse …, die 

auch Parzellierungen und die Einräumung von Dienstbarkeiten zulasten des 

Grundstückes der Erblasserin beinhaltete, in die nur schwierig zu verstehende, 

und demnach verklausulierte Form gegossen wurde, und nicht als das benannt 

und abgefasst wurde, was es im Wesentlichen ist, nämlich eine Schenkung von 

Grundeigentum. Die verklausulierte Formulierung erscheint umso unverständli-

cher und daher suspekt, als die Beklagte 5 ausführte, sie hätte gemäss Willen von 

I._____ früher oder später das Haus übernehmen sollen (Prot. VI S. 41, S. 52 

oben) und Treuhänder AG._____ meinte, sich daran zu erinnern, dass I._____ die 

Beklagte 5 mit der Überschreibung des Hauses habe belohnen wollen (act. 152 

S. 8 oben). Q._____ hielt in diesem Sinn fest, dass ihre Pflegemutter gesagt ha-

be, Frau G._____ sei quasi ihre Angestellte, sie helfe ihr, sie fahre sie; dafür kön-

ne Frau G._____ das untere Haus abverdienen (act. 154 S. 6). Die Kosten für den 

Notar, die Handänderung, den Eintrag in das Grundbuch und die Kosten des Par-

zellierens bezahlte entgegen der Usanz einer hälftigen Teilung die Erwerberin, al-

so die Beklagte 5 (act. 39/7 S. 3). Die Beklagte 5 verwies für die Regelung und 

Redaktion auch dieser Kostenfolge auf den Treuhänder (Prot. VI S. 52). Treuhän-

der AG._____ konnte sich indessen nicht daran erinnern, weshalb die Kosten al-

lein der Erwerberin auferlegt wurden (act. 152 S. 13). Denkbar ist mangels ande-

rer Angaben, dass mit der vereinbarten Kostenregelung kein Risiko eingegangen 

werden wollte in Bezug auf mögliche Nachfragen, nachdem die Erblasserin die 

Rechnung erhalten hätte. In Bezug auf persönlichkeitsbezogene tatsächliche As-
pekte besteht die Zugabe, dass die Erblasserin während ihrer Lebtage einen ge-

wissen Geiz an den Tag gelegt hatte bzw. geizig war.  

- 39 - 

Die Beklagte 5 hat im Ergebnis für die Liegenschaft nichts bezahlt. Die Schätzung 

von Fr. 290'000.-- für Haus und Land von elf Aren im Kanton Zürich, angebunden 

an den öffentlichen Verkehr, ist keine realistische, dies auch nicht unter Berück-

sichtigung von Landwirtschaftsland (bestehende Gebäude dürfen gemäss Ver-

kehrswertgutachten zweckentfremdet umgebaut werden [act. 135/10 S. 3]) 

(act. 152 S. 9, S. 14; vgl. auch act. 135/10 S. 5). Um in diesem Zusammenhang 

auch das zu erwähnen: Gemäss der Beklagten 5 hat der die Schätzung veranlas-

sende Treuhänder AG._____ den Schätzer AS._____ nicht gekannt (Prot. VI 

S. 52). Demgegenüber hielt Treuhänder AG._____ als Zeuge fest, er habe mit 

dem Schätzer AS._____ immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Er hat ihn dem-

nach gekannt (act. 152 S. 9). Auf die richterliche Frage, ob er die Schätzung von 

AS._____ für realistisch gehalten habe, enthielt sich der Treuhänder AG._____ in 

ausweichender Art einer Beantwortung der Frage. Er sagte, da er den Zustand 

des Gebäudes nicht beurteilen könne, habe er keinen Anlass gehabt, die Schät-

zung nicht für realistisch anzuschauen (act. 152 S. 9).  

Einen Teil des Verkaufspreises, Fr. 50'000.--, tilgte die Beklagte 5 gemäss ihrer 

Darstellung durch Verrechnung mit den ihr gegenüber I._____ zustehenden An-

sprüchen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Hauses auf dem Abtretungs-

objekt (act. 39/7 S. 2; act. 232 S. 10). Abgesehen davon, dass die Beklagte 5 kei-

ne Ausführungen macht zu den angeblich vorgenommenen Investitionen, ist in 

grundsätzlicher Hinsicht festzuhalten, dass eine Verrechnung mit (angeblichen) 

Investitionen nur gerechtfertigt ist, wenn die Investitionen den Marktpreis der Lie-

genschaft nach oben getrieben haben. Hierzu trägt die Beklagte 5 indes nichts 

vor. 

8.4. Der mit der Beurkundung befasste damalige Notar-Stellvertreter AT._____ 

kann sich nicht mehr konkret an den "Abtretungsvertrag" (act. 39/7) und an eige-

ne Wahrnehmungen erinnern (act. 153 S. 2 f., act. 155). Er verweist auf den all-

gemeinen Beurkundungsablauf. Er sei immer so vorgegangen, dass er zu seinen 

Beurkundungen stehen könne und zwar, dass er es auch im Sinne der Vorgaben 

gemacht habe. Es sei ja klar, dass er sich auch um die Handlungsfähigkeit der 

Parteien gekümmert habe, er gehe den zu beurkundenden Vertrag mit den Par-

- 40 - 

teien Punkt für Punkt durch und aufgrund des Gesprächs ergebe sich für ihn, ob 

die Parteien verstehen, was sie unterzeichnen würden (act. 153 S. 2 f.).  

Als allgemeine Lebenserfahrung gilt, dass der von einem Fachmann dem Notariat 

zur Beurkundung übermittelte vollständig ausgearbeitete Vertragstext weniger Er-

läuterungs- und Erklärungsbedarf braucht als wenn der Notar die Vertragsvorbe-

reitung und -abfassung mit dem Laien selbst vornimmt. Im ersten Fall kann die 

Frage, ob die Bestimmungen verstanden wurden, mit einem (knappen) "Ja" be-

antwortet werden. Das Antwortprogramm ist sozusagen vorgegeben. Eine andere 

Ausgangslage präsentiert sich im zweiten Fall, in welchem der Notar mit offenen 

Fragen den Willen der rechtsuchenden Person eruieren muss und sie unter Um-

ständen auf gewisse juristische Risiken hinzuweisen und damit zu beraten hat. 

Diese Situation der beurkundungsrechtlichen Willensermittlung lässt einen aussa-

gekräftigeren Schluss bezüglich Einschätzung der Handlungsfähigkeit zu. Das bei 

den Beurkundungsvorgängen zu beachtende Prüfungsschema sieht (nämlich nur) 

eine beschränkte Ermittlungspflicht vor. Bei der Prüfung der Handlungsfähigkeit 

der Parteien darf der Notar bei einer volljährigen Person grundsätzlich von deren 

Handlungsfähigkeit ausgehen. Nur bei Zweifeln hat er weitere Abklärungen vor-

zunehmen (§ 239 EG zum ZGB, § 20 der Notariatsverordnung; Zürich Kreis-

schreiben der Verwaltungskommission des Obergerichtes des Kantons Zürich an 

die Notariate und Grundbuchämter betreffend Prüfung der Handlungsfähigkeit der 

Parteien beim Grundstückserwerb vom 8. Juli 2015). Ohne konkrete Anhaltspunk-

te für eine allenfalls bestehende Geschäftsunfähigkeit hatte der Notar-

Stellvertreter keine Veranlassung an der Handlungsfähigkeit der Erblasserin zu 

zweifeln. Dieser im Sommer 2006 erfolgte Beurkundungsvorgang kann nicht als 

hinreichender Beweis für eine Testierfähigkeit im Oktober 2008 herangezogen 

werden (act. 217 S. 19, act. 215 S. 38 ff., act. 228 Rz 59, Rz 110, act. 232 S. 10). 

Für sich alleine betrachtet ist der Beurkundungsvorgang weder für die eine noch 

die andere Richtung ein Indiz (vgl. hierzu auch Seiler, a.a.O., Rz 512, mit weiteren 

Hinweisen). Die (damals) in der Filiale K._____ als Kundenberaterin der Sparkas-

se Zürcher Oberland tätige  AU._____ sagte als Zeugin aus, sie könne sich 

nicht an die Erblasserin erinnern, sie habe aber nie das Gefühl gehabt eine Per-

son vor sich zu haben, bei der die Urteilsfähigkeit zweifelhaft (gewesen) sei (act. 

- 41 - 

185 S. 2). Aus dieser allgemeinen Aussage lässt sich nichts hinsichtlich des All-

gemeinzustandes und der Verfügungsfähigkeit der Erblasserin zu irgendeinem 

Zeitpunkt ableiten.  

8.5. Q._____ hielt fest, die Erblasserin sei nie so intelligent gewesen (act. 154 

S. 7), und Dr. med. V._____ sagte, die Erblasserin habe ein einfaches Gemüt ge-

habt (act. 201 S. 7, act. 215 S. 40). Die Beklagten 5 und 6 bestreiten nicht, dass 

die Erblasserin auf einem Ohr sehr schlecht hörte und eine eingeschränkte Seh-

fähigkeit hatte. Es ist sodann unbestritten, dass die Erblasserin in schriftlichen 

und administrativen Angelegenheiten seit ehedem ungeübt und unerfahren war 

und der Ehemann das Schriftliche erledigt hatte (vgl. act. 38 S. 4, S. 14, S. 17, 

act. 45 S. 7, S. 34, act. 80 S. 8, S. 19, S. 36, S. 40). I._____ hatte seit längerer 

Zeit diverse körperliche Leiden, wie Herzrhythmusstörungen, Polyarthrose und 

war, seit Dr. med. V._____ I._____ 1991 kennengelernt hatte, sehr schwerhörig 

(act. 201 S. 1, S. 2). Nach dem Tod ihres Ehemannes im 2005 wurde I._____ 

darüber hinaus und neben der beginnenden Demenzerkrankung als depressiv 

und isoliert beschrieben (act. 215 S. 40 unter Hinweis auf die Ausführungen des 

Hausarztes Dr. med. V._____, act. 201 S. 2, S. 5 unten), und als für das Hör- und 

Sinnverständnis und das Schriftliche insbesondere auch nach Darstellung des 

Treuhänders AG._____ auf die Unterstützung Dritter angewiesen (act. 152 S. 6, 

S. 16; act. 154 S. 10; E. 3.5., E. 4.1. - 4..3.). Nach Darstellung der Beklagten 5 

konnte I._____ (im Dezember 2005) beispielsweise Quoten, also der prozentuale 

Anteil im Verhältnis zum Ganzen, nicht (mehr) verstehen (Prot. VI S. 56).  

8.6. Zusammenfassend ist die Verknüpfung der beiden Dokumente (act. 39/2 

und act. 39/7) geeignet, dass über den Inhalt des Abtretungsvertrages kein hinrei-

chendes Bild möglich war, insbesondere nicht für jemanden wie I._____.  

9. Die Vertrauensstellung der Beklagten 5 erhielt mit der Vereinbarung vom 

20. April 2005 (act. 39/2) ein zusätzliches Gewicht. Es gehörte angesichts der ver-

traglich übernommenen Pflichten und der Hilfsbedürftigkeit von I._____ zu den 

Aufgaben der Beklagten 5, dafür zu sorgen, dass Verträge durch das Interesse 

der I._____ gedeckt sind. Wenn ein Geschäft die Beklagte 5 und/oder den Be-

klagten 6 begünstigte, so konnte die Beklagte 5 die Prüfung nicht unbefangen 

- 42 - 

vornehmen bzw. die Handlung nicht aus neutraler Warte einordnen. Das nicht 

transparente Verknüpfen der beiden Verträge (act. 39/2 und act. 39/7) diente den 

eigenen Interessen der Beklagten 5.  

10.1. Die Miete der Scheune der Erblasserin zeigt die Verfolgung eigener Interes-

se. H._____ (der Beklagte 6) mietete per 1. Januar 2007 die Scheune mit Stall 

und Remise auf dem Grundstück der Erblasserin (act. 2 S. 19, act. 36 S. 6, 

act. 78 S. 7, act. 80 S. 22 f.; 39/4). Unbestritten ist, dass der Beklagte 6 den Miet-

vertrag aufsetzte (act. 39/4). Ebenso ist unbestritten, dass es in der Folge zu ei-

nem Umbau der Scheune für einen Betrag von knapp Fr. 23'000.-- gekommen 

war, welche Rechnung die Erblasserin beglich (act. 81/2-3).  

Zur besseren Verständlichkeit seien die Positionen der Parteien aufgeführt: Die 

Kläger machen geltend, der Beklagte 6 habe die Erblasserin mannigfaltig hinter-

gangen (act. 125 S. 31), er habe die Scheune zu billig mieten können, den Miet-

zins nicht bezahlt und die Scheune auf Kosten der Erblasserin saniert (act. 45 

S. 17 f.). Sie behaupten, es sei der im Zeitpunkt der Bauarbeiten 84-jährigen und 

längst nicht mehr geschäftsfähigen (act. 45 S. 18) Erblasserin völlig unmöglich 

gewesen zu beurteilen, welche Sanierung sinnvoll sei. Sie habe gar keine Sanie-

rung wollen können und demzufolge auch nicht gewollt. Es habe ihr die Fähigkeit 

gefehlt, die Zweckmässigkeit und die Wirkungen einer Sanierung zu erkennen. 

Die Erblasserin habe sodann zu keinem Zeitpunkt von sich aus einen Entsor-

gungsauftrag erteilt (act. 45 S. 33 oben). Die Erblasserin sei erneut Opfer des 

Mutter-Sohn Duos geworden (act. 45 S. 17 unten f.). Es sei deshalb zu prüfen, 

welche Arbeiten ausgeführt worden seien, weil davon auszugehen sei, dass es 

solche seien, deren Ergebnis genau dem Beklagten 6 dienen würden, was sich 

auch daraus ergebe, dass genau in dem Zeitpunkt habe saniert werden müssen, 

als der Beklagte 6 den Mietvertrag habe abschliessen wollen (act. 45 S. 18 oben). 

Die Beklagten halten dem entgegen, dass es sich bei der Teilrenovation der 

Scheune um dringende Unterhaltsarbeiten gehandelt habe, die ganz überwiegend 

der Erhaltung der Gebäudesubstanz gedient hätten und die unabhängig von ei-

nem Mietverhältnis notwendig gewesen seien. Die AV._____ AG sei früher schon 

von O._____ für Unterhaltsarbeiten beigezogen worden. Der Beklagte 6 sei auf 

- 43 - 

ausdrücklichen Wunsch der Erblasserin bei der Besichtigung im Zusammenhang 

mit der Einholung der Offerte anwesend gewesen, weil die Erblasserin gehofft 

habe, dass er mit seiner Berufserfahrung als Bauleiter für besonders günstige 

Konditionen sorgen könne. Die teilweise Räumung der Scheune sei sodann mit 

Blick auf die Vermietung namens und im Einverständnis der Erblasserin erfolgt 

(act. 80 S. 23 oben). 

Umstritten ist demzufolge, ob im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses notwendige 

Unterhaltsarbeiten anstanden (Frage nach der Art und dem Umfang des Werkver-

trages) und die Frage, ob die Erblasserin die Fähigkeit besass, die Komplexität 

der zu tätigenden Bauarbeiten und die finanziellen Konsequenzen zu erfassen. 

10.2. Der Beklagte 6 selbst erklärte in der persönlichen Befragung, dass er es 

gewesen sei, der die Offerte vom 7. November 2007 (act. 81/2) eingeholt habe, 

dies nachdem ihm Frau I._____ den Auftrag dazu erteilt habe (Prot. VI S. 64; act. 

215 S. 26). Der als Zeuge einvernommene Dachdecker AV'._____, welcher die 

Sanierung durchführte, sagte von sich aus, er habe die Sache, insbesondere den 

Einbau des (neuen) Innentors mit H._____ besprochen (act. 200 S. 2). Er denke 

mal, er habe - im Zusammenhang mit der Definition des Auftragsumfangs - mit 

Herrn  

oder Frau I._____ gesprochen, sicher habe er aber auch mit Herrn H._____ ge-

sprochen (act. 200 S. 3). Er könne die Frage, von wem er die Zusage erhalten 

habe, nicht beantworten. Er, AV'._____, habe aber den Eindruck gehabt, Herr 

H._____ benutze im Einverständnis mit Frau I._____ die Scheune, und ob er den 

Auftrag von Herrn H._____ erhalten habe, was sicher für das neue Tor gelte, oder 

von Frau I._____, sei ihm einerlei erschienen (act. 200 S. 4). Es sei schwierig zu 

sagen, wer ihn über den Auftragsumfang instruiert habe, es habe sich einfach er-

geben (act. 200 S. 3).  

Die Sachdarstellung des Beklagten 6, die damals 83-jährige I._____ sei auf ihn 

zugekommen und habe ihn gebeten, die Renovation der Scheune an die Hand zu 

nehmen, ist wenig überzeugend (Prot. VI S. 64, act. 215 S. 26). Gemäss dem Be-

klagten 6 habe I._____ die Initiative ergriffen und ihm mündlich den Auftrag erteilt, 

die Scheune zu sanieren, nachdem sie zuvor von irgendjemand, also einer unbe-

- 44 - 

kannten Person, auf den renovationsbedürftigen Zustand der Scheune angespro-

chen worden sei (Prot. VI S. 64). Mit diesen Ausführungen ging der Beklagte 6 

zunächst selbst davon aus, dass er mit der Montage eines Innentors den (angeb-

lich) mündlich erteilten Auftrag überschritten hatte; den Auftrag für den Einbau ei-

nes Innentors behauptete der Beklagte 6 jedenfalls nicht (Prot. VI S. 64, act. 200 

S 2). Bemerkenswert ist, dass nicht der Beklagte 6 als Mieter der Scheune 

I._____ auf die Renovationsbedürftigkeit hingewiesen haben wollte. Eine unbe-

kannte Person will gemäss Ausführungen des Beklagten 6 den morschen Boden 

der Scheune und die eingebrochenen Balken gesehen haben und daraufhin 

I._____ kontaktiert haben (Prot. VI S. 64). Als Mieter war dem Beklagten 6 der 

Zustand der Scheune aber bekannt, und er hatte ein Interesse daran, dass das 

Gebäude repariert wurde. Naheliegend ist, dass der Beklagte 6 auf I._____ zuge-

gangen war.  

Eine vernachlässigte Pflicht der Erblasserin als Vermieterin und Werkeigentüme-

rin, dem Beklagten 6 die gefahrlose Benützung der Scheune zu gewährleisten 

(Werkeigentümerhaftung), war allerdings gemäss den Beklagten 1 und 4 nie ein 

Thema (act. 228 Rz 86 ff.). Es wurde bspw. nicht geltend gemacht, unter dem 

morschen Boden sei ein Hohlraum gewesen und damit habe Absturzgefahr be-

standen. Dachdecker AV'._____ erklärte, die Arbeiten seien schon sinnvoll gewe-

sen (act. 200 S. 2). Und auf Nachfrage, was geschehen wäre, wenn die Renova-

tion nicht ausgeführt worden wäre, hält der Zeuge fest, irgendwann wäre jemand 

in die Scheune gefahren, zum Beispiel mit dem Traktor, und der Boden wäre ein-

gebrochen (act. 200 S. 2). Die Version der Beklagten 5 und 6, wonach es sich bei 

der Renovation der Scheune um dringende und notwendige Unterhaltsarbeiten 

gehandelt habe, wird durch das Beweisergebnis nicht bestätigt. Die Scheune 

konnte ihren bisherigen Zweck als Lagerhalle weiterhin erfüllen. Für weitergehen-

de Zwecke - Befahren mit schwerem Fahrzeug wie einem Traktor - sind die Bau-

arbeiten aber als nützlich bzw. als notwendig (Stabilisierung des Bodens) zu be-

zeichnen. Die Sanierung diente deshalb einer wirtschaftlicheren und komfortable-

ren Nutzung und mit dem Einbau des Innentors auch der Sicherheit. Die Renova-

tion erfolgte zugunsten des Mieters (dem Beklagten 6) und lag in seinem Interes-

- 45 - 

se. Das Interesse der Vermieterin (der Erblasserin) an einer Wertsteigerung der 

Scheune ist demgegenüber klar sekundär.  

10.3. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen beanstanden die Kläger zu Recht 

die an der eigentlichen Frage vorbeigehenden vorinstanzlichen Erwägungen 

(act. 217 S. 16), dass nämlich die Beklagte 5 bei Erfüllung ihrer Aufgaben als eine 

Art Beistandsperson für I._____ (act. 39/2) hätte prüfen müssen, ob Kosten von 

rund Fr. 23'000.-- (act. 81/3) für die Sanierung der vom Sohn der Beklagten 5 für 

Fr. 200.-- pro Monat gemieteten Scheune und der neue Einbau eines Innentors 

vom Interesse von I._____ geleitet gewesen war. Die Kritik der Kläger (act. 215 

S. 27) an der vorinstanzlichen Erwägung und so auch an der Darstellung der Be-

klagten, wonach erst die Räumung und die Sanierung der Scheune wieder eine 

vernünftige Nutzung mit Mietzins ermöglicht habe (act. 217 S. 16, act. 232 S. 9, 

act. 228 Rz 85 f.), trifft zu. Der Beklagte 6 hatte bereits vor der Sanierung die 

Scheune für Fr. 200.-- gemietet (Prot. VI S. 68, act. 215 S. 27; act. 39/4). Es be-

steht Grund zur Veranlassung, dass die Beklagte 5 sich nicht von den Interessen 

von I._____ leiten liess, sondern ihre bzw. vor allem die Interessen ihres Sohnes 

verfolgt bzw. die Verfolgung der eigenen Interessen des Sohnes stillschweigend 

toleriert hatte. Jedenfalls befand sich die Beklagte 5 in einem Interessenkonflikt, 

der einer Klärung bedurft hätte.  

Die von einer bescheidenen AHV-Rente lebende Erblasserin war zur Bezahlung 

der Rechnung vom 20. März 2008 für die Sanierungsarbeiten (act. 81/3) auf ihr li-

quides Vermögen angewiesen. Die Investition von Fr. 23'000.--, die lediglich zu 

einem um Fr. 20.-- pro Monat (das heisst Fr. 240.-- pro Jahr) höheren Mietzins für 

eine 263 Quadratmeter grosse (act. 130/12) und modernisierte Scheune mit In-

nentor führte, steht in einem Missverhältnis zum Ertrag; die Amortisationsdauer ist 

sehr lange (act, 215 S. 26). Es ist unüblich, dass ein Vermieter derartige, einseitig 

zugunsten des Mieters ausfallende Investitionen tätigt. Grundsätzlich soll der Er-

trag den Wert seiner Investitionen reflektieren.  

10.4. Indem die Beklagten 5 und 6 geltend machen, die Sanierung der Scheune 

sei dringend geboten gewesen, auf Initiative der Erblasserin erfolgt und von ihrem 

Interesse geleitet - und nicht etwa, die Erblasserin habe die Sanierung dem Be-

- 46 - 

klagten 6 aus Freundschaft schenken wollen bzw. sie habe sich bei Abschluss 

des Vertrages dazu verpflichtet (act. 232 S. 9) -, verschleiern sie die Gegebenhei-

ten, dass nämlich die Vermietung der Scheune mit einhergehender Sanierung al-

lein im Interesse des Beklagten 6 lag (vgl. Prot. VI S. 64). Darauf, dass Regie 

durch die Beklagten 5 und 6 geführt wurde, deutet auch die Quittung der Entsor-

gungsfirma vom 15. Januar 2007 über die Entsorgung der in der Scheune gela-

gerten Ware hin. Gemäss Quittung waren die Waren abzuholen, die die Beklagte 

5 (und nicht die Erblasserin) zum Abholen bereit stellte ("für Abgeholte Sachen 

die Frau G._____ bestimmte zum ENTSORGEN; act. 135/1, act. 186). Entsorgt 

(für einen Betrag von Fr. 2'300.--) wurde kurz nach Mietantritt des Beklagten 6. 

Die Quittung stützt den Standpunkt der Kläger, wonach nicht die Erblasserin