# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b50c8541-0163-5788-aa79-83afd0245100
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2025 D-4286/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4286-2025_2025-09-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4286/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti;  

Gerichtsschreiber Nikola Nastovski. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(kein Asylgesuch);  

Verfügung des SEM vom 12. Juni 2025. 

 

 

 

D-4286/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reiste am 8. Mai 2025 in die Schweiz ein und 

stellte am folgenden Tag ein Asylgesuch. 

A.b Am 14. Oktober 2025 mandatierte er die ihm im Bundesasylzentrum 

(BAZ) der Region B._______ zugewiesene Rechtsvertretung. Am 15. Mai 

2025 fand die Personalienaufnahme (PA) statt.  

A.c Am 2. Juni 2025 wurde er zu seinen Asylgründen angehört. Gleichen-

tags reichte er eine Fotografie seines Passes, seine Identitätskarte und 

seinen Führerausweis ein (vgl. SEM-ID 001/1–002/2). 

A.d Zum Entwurf des SEM-Entscheids vom 10. Juni 2025 nahm die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers noch am selben Tag Stellung 

und mit Schreiben vom 11. Juni 2025 legte sie ihr Mandat nieder. 

B.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 12. Juni 2025 trat die Vorinstanz 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 3 AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. Gleichzeitig händigte es 

dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten aus und beauftragte 

den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. 

C.  

C.a Mit Eingabe vom 13. Juni 2025 erhob der Beschwerdeführer mittels 

vorgedrucktem Formular beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. In 

den Anträgen wird die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Aner-

kennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl bean-

tragt. Zudem sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzuläs-

sig, unzumutbar sowie unmöglich sei und es sei die vorläufige Aufnahme 

anzuordnen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses und Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands. Eventuell sei die 

aufschiebende Wirkung wiederherzustellen. 

D-4286/2025 

Seite 3 

C.b Mit Instruktionsverfügung vom 17. Juni 2025 hielt der Instruktionsrich-

ter fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten darf, und lud die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. 

C.c Am 2. Juli 2025 liess sich das SEM zur Beschwerde vernehmen. 

C.d Mit Instruktionsverfügung vom 8. Juli 2025 wurde der Beschwerdefüh-

rer zur Einreichung einer Replik bis zum 15. Juli 2025 eingeladen.  

C.e Nach Ablauf der Frist reichte er am 26. August 2025 (Datum Postauf-

gabe) eine Replik ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden E. 3.2 – einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

D-4286/2025 

Seite 4 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.2 Soweit der Beschwerdeführer die Anerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft und die Gewährung von Asyl beantragt, ist deshalb auf die Be-

schwerde nicht einzutreten. Nicht einzutreten ist auch auf den eventualiter 

gestellten Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, da 

der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt 

(Art. 55 Abs. 1 VwVG) und diese vom SEM auch nicht entzogen worden 

ist.  

4.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie im 

einzelrichterlichen Verfahren mit Zustimmung eines zweiten Richters be-

ziehungsweise einer zweiten Richterin zu behandeln ist (Art. 111 Bst. e 

AsylG). Aus diesem Grund wurde auch auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet und ist der Entscheid nur summarisch zu begrün-

den (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

5.  

5.1 Zu seinen Asylgründen befragt, brachte der Beschwerdeführer im erst-

instanzlichen Verfahren im Wesentlichen vor, dass er (…) im Alter von (…) 

Jahren zusammen mit seiner Mutter gegen seinen Willen aus der Schweiz 

in die Türkei abgeschoben worden sei. Die Ausschaffung habe er als trau-

matisch empfunden, da er in der Schweiz geboren und aufgewachsen sei, 

hier die Schule besucht und Freunde gehabt habe. Er habe bereits 2013 

und 2016 versucht, in die Schweiz zurückzukehren. Es sei ihm dann aber 

erst im (…) 2025 gelungen, die Reise zu organisieren und in die Schweiz 

einzureisen. Er betonte, in der Türkei keine Probleme mit den Behörden 

oder Drittpersonen gehabt zu haben, weder politisch aktiv gewesen noch 

je inhaftiert oder strafrechtlich verfolgt worden zu sein. Er habe sich in der 

Türkei jedoch fremd gefühlt und wünsche sich, in der Schweiz bleiben zu 

dürfen, um seine Schule abzuschliessen, zu arbeiten und bei seinen Freun-

den und Verwandten zu leben.  

D-4286/2025 

Seite 5 

5.2 Das SEM begründete den angefochtenen Nichteintretensentscheid im 

Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer in der Türkei gemäss ei-

genen Angaben weder je Probleme mit den Behörden oder Drittpersonen 

gehabt habe noch dort politisch aktiv oder in ein Verfahren involviert gewe-

sen sei. Damit fehle es an einem Zusammenhang mit einer Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG oder Art. 3 EMRK. Ausserdem sei er gemäss seiner 

Stellungnahme vom 10. Juni 2025 mit dem Entscheidentwurf grösstenteils 

einverstanden gewesen. Die von ihm verlangte Begründung der Ausschaf-

fung im Jahr (…) sei nicht Gegenstand der vorliegenden Verfügung und 

der Prüfung seines Asylgesuchs. Diesbezüglich könne er separat um Ak-

teneinsicht in das bereits abgeschlossene Verfahren ersuchen. 

5.3 In seiner Beschwerde vom 13. Juni 2025 wiederholte der Beschwerde-

führer zunächst seinen Bezug zur Schweiz und die Umstände seiner Ab-

schiebung in die Türkei. Zudem machte er neu geltend, sich in der Türkei 

in einer prekären und gefährlichen Situation zu befinden, da er Strukturen 

finanziell unterstützt habe, die in Verbindung zur PKK stünden. Aus diesem 

Grund sei ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet 

worden und er werde auf einer «schwarzen Liste» geführt, die es ihm ver-

unmögliche, ein Bankkonto zu eröffnen, zu nutzen, eine legale Arbeit auf-

zunehmen oder eine Krankenversicherung abzuschliessen. Aufgrund einer 

zunehmenden Bedrohungslage sei er im (…) 2025 nach Nordzypern geflo-

hen und anschliessend – via Bosnien und Herzegowina – in die Schweiz 

gelangt. In der Türkei drohe ihm sehr wahrscheinlich eine Freiheitsstrafe. 

Diese Informationen habe er bewusst zurückgehalten, um seine Familie in 

der Türkei, insbesondere seine Mutter, vor möglichen Repressalien durch 

die türkischen Behörden zu schützen.  

5.4 Das SEM hielt in der Vernehmlassung vom 2. Juli 2025 an seinem Ent-

scheid fest. Es wies zudem darauf hin, dass die vom Beschwerdeführer 

erstmals im Beschwerdeverfahren vorgebrachten Asylgründe – namentlich 

ein angebliches Ermittlungsverfahren wegen Unterstützung der PKK, seine 

Aufnahme auf einer «schwarzen Liste» sowie daraus resultierende Ein-

schränkungen im Alltagsleben – bewusst zurückgehalten worden seien. 

Der Beschwerdeführer habe hierfür geltend gemacht, seine Familie in der 

Türkei schützen zu wollen. Nach Auffassung des SEM sei dies jedoch nicht 

nachvollziehbar, da er seit seiner Ankunft im Bundesasylzentrum rechtlich 

vertreten gewesen und über seine Rechte und Pflichten, einschliesslich die 

Verschwiegenheitspflicht des SEM, aufgeklärt worden sei. 

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Seite 6 

Weiter sei er in der Anhörung mehrfach gezielt nach allfälligen Problemen 

mit Behörden, politischen Tätigkeiten, laufenden Verfahren oder seinen Er-

wartungen bei einer Rückkehr gefragt worden, ohne dass er die nun neu 

behaupteten Vorbringen erwähnt habe. Auch beim Entwurf des Nichtein-

tretensentscheids vom 10. Juni 2025 habe er Gelegenheit gehabt, seine 

Vorbringen zu ergänzen, stattdessen aber seine Zustimmung signalisiert. 

Es sei nicht ersichtlich, weshalb die neuen Asylgründe erst auf Beschwer-

deebene geltend gemacht würden. Diese hielten daher den Anforderungen 

an die Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG nicht stand, zumal jegliche Be-

weismittel fehlen würden. 

5.5 In seiner - verspätet eingereichten – Replik, die im Rahmen von Art. 32 

Abs. 2 VwVG zu berücksichtigen ist, wiederholte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen seine in der Beschwerdeschrift geäusserten Vorbringen und 

erklärte darüber hinaus, der von ihm finanziell unterstützte Verein habe 

«(…)» geheissen und das «(…) Ağır ceza mahkemesi» (deutsch: Hohes 

Strafgericht») in C._______ habe ihn (den Beschwerdeführer) am (…) 

2025 in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von (…) Jahren und (…) Mo-

naten verurteilt. Eine Rückkehr in die Türkei würde daher unmittelbar zu 

seiner Inhaftierung führen.  

Der Replik waren zwei Kopien eines türkischsprachigen Dokuments beige-

legt, bei welchem es sich nach Angabe des Beschwerdeführers um das 

erwähnte Urteil vom (…) 2025 handeln soll. 

6.  

Gemäss Art. 31a Abs. 3 in Verbindung mit Art. 18 AsylG wird auf ein Asyl-

gesuch nicht eingetreten, wenn kein Gesuch um Schutz vor Verfolgung 

vorliegt. Für die Beurteilung der Frage, ob ein Asylgesuch vorliegt, gilt ein 

weiter Verfolgungsbegriff und ein tieferer Beweismassstab als jener von 

Art. 7 AsylG, wobei blosse Hinweise auf Verfolgung genügen. Der weite 

Verfolgungsbegriff reicht über die ernsthaften Nachteile nach Art. 3 AsylG 

hinaus und umfasst namentlich auch eine Art. 3 EMRK oder Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) zuwiderlaufende Behandlung (vgl. BVGE 2013/10 E. 7.4.1 

m.w.H.; BVGE 2010/42 E. 11.1.1).  

7.  

7.1 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt, 

dass der Beschwerdeführer sein Asylgesuch mit seiner Vergangenheit in 

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Seite 7 

der Schweiz, seiner beabsichtigten Rückkehr hierher und mit dem Gefühl 

begründete, in der Türkei fremd zu sein (vgl. SEM-Akte 15/9 F 38 ff). An-

dere Gründe machte er im erstinstanzlichen Verfahren nicht geltend, ins-

besondere hatte er nach eigenen Angaben weder Probleme mit den türki-

schen Behörden (ebenda, F 41) noch war er politisch aktiv oder inhaftiert 

gewesen (ebenda, F 43 ff.).  

7.2 Vor diesem Hintergrund überrascht die in der Beschwerde vom 13. Juni 

2025 erstmals geltend gemachte Verfolgung durch die türkischen Behör-

den. Sie widerspricht seinen Ausführungen in der Asylanhörung sowie sei-

ner Stellungnahme zum Entscheidentwurf (vgl. SEM-Akte 21/1) diametral. 

Neu bringt der Beschwerdeführer auf Beschwerdestufe vor, er habe in der 

Türkei «Strukturen» finanziell unterstützt, welche in Verbindung zur PKK 

stünden (vgl. Beschwerde, S. 3). Erst in der Replik vom 26. August 2025 

bezeichnete er diese Strukturen namentlich als den Verein «(…)» (vgl. 

a.a.O., S. 2). Auch in Bezug auf die Verfolgung durch die türkischen Straf-

behörden erklärte er in der Beschwerde lediglich, es liege ein Ermittlungs-

verfahren gegen ihn vor, ohne dieses mit Beweismitteln oder allfälligen Ver-

fahrensnummern zu untermauern. In seiner Replik hingegen reichte er Ko-

pien eines türkischen Strafurteils ein. 

7.3 Die verspätete Geltendmachung der neuen Vorbringen durch den Be-

schwerdeführer ändert indessen nichts daran, dass diese als Asylgesuch 

im Sinne von Art. 18 AsylG zu qualifizieren sind. Die geltend gemachte Ver-

folgung durch die türkischen Strafbehörden wegen angeblicher Unterstüt-

zung der PKK fällt offenkundig unter den weiten Verfolgungsbegriff. Zudem 

können die neuen Vorbringen des Beschwerdeführers bei Anwendung des 

massgeblichen tiefen Beweismassstabs nicht als offensichtlich unbegrün-

det bezeichnet werden. Vielmehr liegen Hinweise auf Verfolgung vor, die 

durch das SEM im Rahmen eines materiellen Asylverfahrens zu prüfen 

sind. Die materielle Prüfung der Asylrelevanz und der Glaubhaftigkeit der 

Verfolgungsvorbringen kann nicht als Vorfrage zur Eintretensfrage stattfin-

den. Die durch das SEM in der Vernehmlassung vorgenommene vorfrage-

weise materielle Prüfung der neuen Vorbringen des Beschwerdeführers – 

nach dem für die Eintretensfrage nicht massgeblichen Beweismass von 

Art. 7 AsylG – vermag diesen Mangel nicht zu beheben. 

8.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten insoweit gutzuheissen, als die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2025 und die Rück-

weisung an das SEM beantragt wird. Die vorinstanzliche Verfügung ist 

D-4286/2025 

Seite 8 

demnach aufzuheben und die Sache zur materiellen Behandlung des Asyl-

gesuchs des Beschwerdeführers an das SEM zurückzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

nicht dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

Ausnahmsweise können jedoch auch einer obsiegenden Partei Verfah-

renskosten auferlegt werden, wenn diese durch Verletzung von Verfah-

renspflichten verursacht worden sind (Art. 63 Abs. 3 VwVG; vgl. MÜLLER, 

in: Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfah-

rensgesetz, 3. Aufl. 2023, Art. 63 N 35). 

Vorliegend hat der Beschwerdeführer das Beschwerdeverfahren durch 

eine mehrfache Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflichten von 

Art. 8 Abs. 1 Bst. c und d AsylG (Angabe von Asylgründen erst auf Be-

schwerdestufe; Beibringung von Beweismitteln erst mit der verspätet ein-

gereichten Replik) unnötigerweise verursacht. Unter diesen Umständen 

sind ihm Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– aufzuerlegen (vgl. 

Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]) und sind die Gesuche um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und um amtliche Rechtsverbeiständung 

abzuweisen (vgl. BVGE 2012/21 E. 8.1).  

9.2 Nachdem der Beschwerdeführer das vorliegende Verfahren durch die 

Verletzung seiner Mitwirkungspflichten unnötigerweise verursacht hat, und 

aufgrund der Akten ohnehin nicht davon auszugehen ist, es seien ihm 

durch die Beschwerdeführung verhältnismässig hohe Kosten entstanden 

(vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG), ist ihm keine Parteientschädigung zuzuspre-

chen. 

9.3 Der Antrag um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist 

mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache gegenstandslos gewor-

den.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4286/2025 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  

Die Verfügung des SEM vom 12. Juni 2025 wird aufgehoben und die Sache 

zur materiellen Behandlung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers an 

die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um 

amtliche Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand dieses Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

5.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Nikola Nastovski 

 

Versand: