# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5024fd7-d3d4-58a5-ae5c-616212f1af36
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-25
**Language:** de
**Title:** Einschätzung für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2001 sowie Direkte Bundessteuer für die Steuerperioden 1.1. - 31.12.2001 und 1.1. - 30.6.2003
**Docket/Reference:** ST.2009.315
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_315_uc.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2009.315 
2 DB.2009.193 + 194 

Entscheid 

25. März 2010 

Mitwirkend: 

Präsident R. Oesch, die Mitglieder W. Balsiger, R. Schircks Denzler und Sekretär  
M. Ochsner 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin/ 
Beschwerdeführerin,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Einschätzung für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2001 sowie Direkte Bundessteuer 
für die Steuerperioden 1.1. - 31.12.2001 und 1.1. - 30.6.2003 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die C in D, übernahm mit Fusionsvertrag vom 6. Juni 2001 die damalige A 

sowie  die  E,  beide  in  D,  rückwirkend  per  1. Januar  2001. Während  die  A  einen  Akti-

venüberschuss  von  Fr. 1'649'069.-  aufwies,  zeigte  die  E  einen  Passivenüberschuss 

von Fr. 7'289'409.- auf. Am 20. September 2001 änderte die C ihren Namen und heisst 

seither A (nachfolgend die Pflichtige), ab 21. Dezember 2006 mit Sitz in F. In der Steu-

ererklärung  2001  deklarierte  sie  einen  Reingewinn  gemäss  Erfolgsrechnung  (v.  1.1. - 

31.12.2001) von Fr. 1'475'663.-; davon zog sie noch nicht verrechnete Vorjahresverlus-

te  der  ehemaligen  A  (nachfolgend  [alt]A)  sowie  der  E  von  Fr. 2'119'032.-  bzw. 

Fr. 7'389'409.- ab. Dergestalt ergab sich ein steuerbarer Reingewinn von Fr. 0.- (bzw. 

Fr. ./. 8'032'778.-). Das steuerbare Eigenkapital gab sie mit Fr. 1,2 Mio. (entsprechend 

dem Aktienkapital) an. In den Steuererklärungen für 2002 und 2003 deklarierte sie die 

nämlichen Faktoren. Ursprünglich bezweckte die Pflichtige den Import und Transithan-

del  mit  …  sowie  den  Handel  mit  Waren  aller  Art. Seit  21. Dezember  2006  lautet  der 

statutarische Zweck auf Handel mit ….. aller Art.  

Im Anschluss an eine steueramtliche Revision schätzte das kantonale Steuer-

amt die Pflichtige am 24. Oktober 2007 für die Staats- und Gemeindesteuern, Steuer-

perioden 2001, 2002 (je 1.1. - 31.12.) und 2003 (1.1. - 30.6.) wie folgt ein: 

Steuerperiode 

steuerbarer Reingewinn  Gewinnsteuersatz        steuerbares Kapital 

2001  

2002 

2003 

         Fr. 

2'475'500.- 

      0.-   

   685'600.-* 

  % 

10,0 

   -  

10,0 

       Fr. 

2'430'000.- 

1'200'000.- 

1'200'000.-. 

(*satzbestimmender Reingewinn Fr. 1'371'300.-) 

Gleichentags zeigte das Amt die in Aussicht genommen entsprechenden Bundesteuer-

veranlagungen  an.  Diese  lauteten  für  2001  -  2003  auf  Fr. 2'475'500.-,  Fr. 0.-  sowie 

Fr. 1'798'600.- bei einem Eigenkapital jeweils per 31.12. bzw. 30.6. von Fr. 2'430'000.-, 

Fr. 0.-  sowie  Fr. 1'016'070.-.  Die  formelle  Eröffnung  der  Bundessteuerveranlagungen 

erfolgte  mit  Steuerrechnungen  vom  7. Dezember  2007. Die  Steuerbehörde hat mit  ih-

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ren Korrekturen namentlich die Übernahme und Berücksichtigung der Vorjahresverlus-

te der E verweigert. 

B.  Mit  Einsprache  22. November  2007  wandte  sich  die  Pflichtige  gegen  die 

Verfügungen vom 24. Oktober 2007 für die Staats- und Gemeindesteuern 2001 - 2003 

und verlangte, sie jeweils mit einem steuerbaren Reingewinn  von Fr. 0.- sowie einem 

steuerbaren  Eigenkapital  von  Fr. 1,2  Mio.  einzuschätzen.  Desgleichen  erhob  sie  am 

17. Dezember  2007  gegen  die  Bundessteuerveranlagungen  2001  -  2003  Einsprache, 

mit dem Antrag, den steuerbaren Gewinn je auf Fr. 0.- festzusetzen. 

Mit  Einspracheentscheid  vom  16. Oktober  2009  hiess  das  kantonale  Steuer-

amt die Staats- und Gemeindesteuereinschätzung teilweise gut, indem es die Faktoren 

neu wie folgt festlegte: 

Steuerperiode  

steuerbarer Reingewinn 

Satz  

steuerbares Kapital 

2001  

2002 

2003 

  % 

9,131   

         Fr. 

299'500.- 

      0.-   

      0.-   

       Fr. 

2'430'000.- 

1'200'000.- 

1'200'000.-. 

Ebenso  hiess  es  am  nämlichen  Tag  die  Bundessteuereinsprachen  teilweise 

gut.  Neu  lauteten  die  steuerbaren  Reingewinne  auf  Fr. 299'500.-  (für  2001)  und 

Fr. 933'500.- (für 2003); im Übrigen blieben die Veranlagungen unverändert. 

C.  1. Mit  Rekurs  vom  16. November  2009  erneuerte  die  Pflichtige  für  die 

Staats-  und  Gemeindesteuern  2001  den  Einspracheantrag.  Mit  getrennter  Eingabe, 

ebenfalls vom 16. November 2009, führte sie sodann Beschwerde gegen die Bundes-

steuerveranlagungen 2001 und 2003. Auch darin verfocht sie jeweils steuerbare Rein-

gewinne von Fr. 0.- sowie für die erstgenannte Veranlagung in Abweichung zum ange-

fochtenen Entscheid ein Eigenkapital per 31.12.2001 von Fr. 1'385'000.-. 

Mit  Rekurs-/Beschwerdeantwort  vom  18. Dezember  2009  schloss  das  kanto-

nale Steueramt auf teilweise Gutheissung der Rechtsmittel, indem die von ihm im Ein-

schätzungsverfahren  vorgenommene  Gewinnaufrechnung  von  Fr. 245'000.-  zufolge 

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notwendiger Teilauflösung der Delkredere-Rückstellung zu annullieren sei. Im Übrigen 

seien die Begehren abzuweisen. 

Die  Eidg.  Steuerverwaltung  (ESTV)  verzichtete  übungsgemäss  auf  eine  Ver-

nehmlassung 

2. Mit Replik und Duplik vom 29. Januar bzw. 15./16. Februar 2010 hielten die 

Parteien an ihren ursprünglichen Anträgen fest. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. Streitig  ist  vorab,  ob  der  Saldo  der  Vorjahresverluste  der  E  bei  der  diese 

Gesellschaft  übernommenen  Pflichtigen  zu  berücksichtigen  seien  oder  nicht.  Sodann 

ist  umstritten,  ob  eine  wegen  Prozessrisiken  in  Deutschland  gebildete  Rückstellung 

schon 2001  oder  erst  im  Folgejahr  ertragswirksam  aufzulösen sei.  Nicht mehr  streitig 

ist, dass die in der Steuerperiode 2001 steueramtsseits erfolgswirksam vorgenommene 

Anpassung  der  Delkredere-Rückstellung  (vorübergehende  Wertberichtigungen  auf 

Debitoren)  von  Fr. 245'000.-  angesichts  der  von  der  Pflichtigen  aufgezeigten  und  be-

legten tatsächlichen Verhältnisse aufzuheben ist. Denn wie sie überzeugend dargetan 

hat,  hätte  sie  bei  Lichte  betrachtet  in  jenem  Geschäftsjahr  diese  Position  nicht – wie 

geschehen – um Fr. 181'190.- kürzen müssen, was den ausgewiesenen "Gewinn" un-

gerechtfertigterweise  entsprechend  erhöht  habe;  im  Gegenteil  hätte  das  Delkredere, 

wie  sich  ergeben  habe,  zulasten  des  Gewinns  um  Fr. 143'000.-  angehoben  werden 

müssen. Für eine weitere Aufrechnung von Fr. 245'000.-, wie sie das Steueramt getrof-

fen habe, bleibe somit in diesem Zusammenhang kein Raum. Weil diese Einwendun-

gen  nachvollziehbar  und  ausgewiesen  sind,  erübrigen  sich  in  dieser  Hinsicht  weitere 

Abklärungen und kann dem übereinstimmenden Antrag entsprochen werden. 

2. a)  Der  Reingewinn  einer  juristischen  Person  unterliegt  der  Gewinnsteuer 

(Art. 57  des  Bundesgesetzes über  die  direkte Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990 

[DBG], § 63 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]). Vom Reingewinn der Steu-

erperiode können Verluste aus sieben der Steuerperiode vorangegangenen Geschäfts-

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jahren abgezogen werden, soweit sie bei der Berechnung des steuerbaren Reingewin-

nes dieser Jahre nicht berücksichtigt werden konnten (Art. 67 Abs. 1 DBG, § 70 Abs. 1 

StG). Obwohl dies im Wortlaut nicht zum Ausdruck kommt, gelten diese Bestimmungen 

auch als gesetzliche Grundlage für die Verrechnungsmöglichkeit von Verlustvorträgen 

einer  (gewinn-)steuerneutral  übernommenen  Gesellschaft  durch  die  übernehmende 

Gesellschaft  im  Rahmen  von  Unternehmensumstrukturierungen  (Höhn/Waldburger, 

Steuerrecht,  Band  II,  9. A.,  2002,  S. 543  ff.;  Frank  Lampert,  Die  Verlustverrechnung 

von juristischen Personen im Schweizer Steuerrecht, 2000, S. 87, 93, 100 f., mit weite-

ren Hinweisen; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 2004, Art. 61 N 14, 40 f., 

rev. Art. 61 N 24; Reich/Duss, Unternehmensumstrukturierungen im Steuerrecht, 1996, 

S. 271  f.;  vgl.  auch  Botschaft  vom  13. Juni  2000  zum  Fusionsgesetz,  in:  BBI  2000 

S. 4370  sowie  Kreisschreiben  Nr. 5  der  ESTV  vom  1. Juni  2004,  Umstrukturierungen, 

Ziff. 4.1.2.2.4  S. 31).  Grundsätzlich  kann  somit  bei  einer  Fusion  zweier  Kapitalgesell-

schaften  die  aufnehmende  Gesellschaft  die  Verlustvorträge  der  absorbierten  Gesell-

schaft steuerwirksam geltend machen. 

b)  Die  Verlustverrechnung  gemäss  Art. 67  DBG  bzw.  § 70  StG  wird  entspre-

chend dem Normsinn der angeführten Bestimmungen (vgl. zur Orientierung der Ausle-

gung am Normsinn Peter Locher, Rechtsmissbrauchsüberlegungen im Recht der direk-

ten Steuern der Schweiz, ASA 75, 682 ff.) nicht zugelassen, wenn die übernommene 

Gesellschaft  bereits  vor  der  Fusion  wirtschaftlich  (faktisch)  liquidiert  oder  in  liquide 

Form gebracht war oder wenn sie kurze Zeit nach der Übernahme wirtschaftlich liqui-

diert  wird  (Höhn/Waldburger,  S. 544 f.).  In  diesen  Fällen  fehlt  es  an  der  betrieblichen 

beziehungsweise wirtschaftlichen Kontinuität, die nach Sinn und Zweck der gesetzlich 

vorgesehenen  Verlustverrechnung  vorausgesetzt  ist.  Das  Erfordernis  der  Kontinuität 

heisst nicht, dass der übernommene Betrieb mehr oder weniger unverändert fortgeführt 

werden muss; vielmehr wird verlangt, dass die Betriebsqualität im Zeitpunkt der Fusion 

gegeben ist (VGr, 18. November 2009, SB.2008.00119, www.vgrzh.ch). Ist die rechtli-

che  oder  wirtschaftliche Liquidation  bereits  vor  der  Übernahme soweit fortgeschritten, 

dass  die  Gesellschaft  in liquide  Form gebracht wurde,  ist  bei  einer  in  Liquidation  ste-

henden Gesellschaft die Verrechnung von Verlustvorträgen ausgeschlossen (StE 2005 

B 72.15.2 Nr. 7). Liegt ein solcher Fall vor, erübrigt es sich auch, die Voraussetzungen 

für die Annahme einer Steuerumgehung zu prüfen. Es ergibt sich nämlich bereits aus 

dem  Normzweck  von  Art. 67  Abs. 1  DBG  und  § 70  Abs. 1  StG,  dass  es auch  im  Fall 

einer Fusion nur dann zur Verlustübernahme kommen kann, wenn die übernommene 

Gesellschaft  in  der  aufnehmenden  Gesellschaft  in  irgendeiner  Form  "weiterlebt"  (vgl. 

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Cagianut/Höhn,  Unternehmungssteuerrecht,  3. A.,  1993,  S. 696;  Reich/Duss,  S. 272; 

siehe  auch  BStRK,  6. Januar  2003,  4  DB.2002.46  in:  StE 2004  B 72.15.2  Nr. 5,  mit 

Hinweisen,  sowie  StRK  II,  23. Oktober  2007,  2 ST.2007.278  +  279/2 DB.2007.167  + 

168;  StRK  II,  22. September  2008,  2 DB.2008.148  +  149;  StRK  II,  27. Oktober  2008, 

2 ST.2008.235  +  2 DB.2008.134;  a.M.  einzig  Saupper/Weidmann  in:  Fusionsgesetz 

[Basler  Kommentar],  2005,  vor  Art. 3  N 83).  Sinngemäss  gelten  insofern  die  Regeln 

des Mantelhandels (Spori/Gerber, Fusion und Quasifusion im Recht der direkten Steu-

ern, ASA 71, 693). 

c)  Wie  generell  jede  Rechtsausübung  steht  die  Verlustverrechnung  ausser-

dem  unter  dem  Vorbehalt  des  Missbrauchsverbots  (werde  dies  nun  aus  Art. 2  Abs. 2 

ZGB oder gemäss neuerer Lehrmeinung im öffentlichen Recht aus Art. 9 BV abgeleitet 

[vgl. Thomas Gächter, Rechtsmissbrauch im öffentlichen Recht, 2005, S. 338 ff. sowie 

René  Matteotti,  Steuergerechtigkeit  und  Rechtsfortbildung.  Ein  Rechtsvergleich  zwi-

schen  der  Schweiz  und  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  unter  besonderer  Be-

rücksichtigung  der  wirtschaftlichen  Betrachtungsweise,  2007,  S. 273]).  So  ist  sie  na-

mentlich  ausgeschlossen,  wo  eine  Steuerumgehung  oder  ein  so  genannter  Mantel-

handel  vorliegt  (vgl.  Brülisauer/Helbling, 

in:  Kommentar  zum  Schweizerischen 

Steuerrecht,  Band I/2a,  2. A.,  2008,  N 14 f.  zu  Art. 67  DBG;  Locher,  Art. 61  N 41  und 

Art. 67 N 11; vgl. BGr, 29. September 2000, 2A.133/2000 E. 2; ASA 63, 225 f. E. 4).  

3. Die  E  bezweckte  den  Handel  mit  …….  Insofern  deckte  sich  die  Tätigkeit 

dieser Gesellschaft laut Aussage mit jener der Pflichtigen. Allerdings verschweigt die-

se, dass sie den statutarischen Zweck erst im Dezember 2006 dahingehend geändert 

hat. Die Bilanz der E per 31. Dezember 2000, also dem Datum, auf welches die Fusion 

rückwirkend vorgenommen wurde, zeigt das Bild einer in liquide Form gebrachten Ge-

sellschaft. Ihre Aktiven umfassen im Wesentlichen flüssige Mittel und v.a. Forderungen 

von zusammen rund Fr. 2,6 Mio. Die Warenvorräte waren bloss noch mit Fr. 0.78 ein-

gesetzt; m.a.W. fehlten solche vollkommen. Ein Anlagevermögen war nicht mehr vor-

handen; die einzige Position, eine Beteiligung, war auf Fr. 0.- abgeschrieben. Laut Er-

folgsrechnung 

2000 

betrugen 

die  Verkaufserlöse 

Fr. 18'900.-,  welchen 

Erlösminderungen (inkl. Kommissionsaufwand) von nicht weniger als Fr. 435'102.- so-

wie  ein  Warenaufwand  von  Fr. 24'680.-  gegenüberstanden.  Personalaufwand  wurde 

keiner betrieben. Daraus geht mit aller Deutlichkeit hervor, dass die E bereits damals, 

also vor der Fusion mit der Pflichtigen, in liquide Form gebracht war und von einer wirt-

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schaftlichen  Kontinuität dieser  Gesellschaft  in der  übernehmenden  Gesellschaft keine 

Rede  sein  kann.  Lebte  sie  indes  in  der  Pflichtigen  nach  der  Übernahme  nicht  mehr 

weiter,  ist  eine  notwendige  Voraussetzung  für  die  Anerkennung  ihrer  Verlustvorträge 

bei  der  Pflichtigen  nicht  erfüllt.  Mithin  ist  die  beanspruchte  Verlustverrechnung  (inso-

weit) zu verweigern. Anders liegen die Dinge insofern bei den vorgetragenen Verlusten 

der [alt]A, was hier jedoch nicht interessiert. 

b) Was die Pflichtige hiergegen vorzubringen weiss, dringt nicht durch: 

aa) Sie selber und die E seien, so führt sie aus, zur Zeit der Fusion im nämli-

chen  Metier  tätig  gewesen.  Hauptkunde  sei  die  G  gewesen.  Nachdem  H  aus  der  E 

ausgeschieden sei, habe es nahegelegen, den Handel in ein und derselben Firma zu 

konzentrieren.  Die  finanzielle  Situation  sowie  der  Preiszerfall  im  spezifischen  Markt 

hätten  aufgedrängt,  das  Problem  dadurch  zu  lösen,  dass  die  kapitalkräftige  Pflichtige 

(damals  C)  die  E  übernehme.  Von  einer  absonderlichen  Gestaltung  der  Verhältnisse 

könne somit keine Rede sein.  

Dabei übersieht die Pflichtige, dass es im vorliegenden Zusammenhang allein 

auf den Zustand der E vor der Fusion, die ohnehin erst mit Beschluss vom 6. Juni 2001 

erfolgt ist, ankommt. Unbeachtlich ist, dass diese Gesellschaft ebenso wie die Pflichti-

ge  im  Handel  mit  …….tätig  gewesen  sein  soll  und  dieser  Handel  von  der  Pflichtigen 

weiterhin betrieben werde. Ganz abgesehen davon, dass diese Behauptung nicht zu-

trifft (siehe später), gesteht die Pflichtige im Grund selber zu, dass die Liquidation der E 

wirtschaftlich betrachtet am 31. Dezember 2000, mithin vor der rechtlichen Fusion be-

reits abgeschlossen war. Denn ihre Bemerkung, dass diese Gesellschaft im massgeb-

lichen  Zeitpunkt  als  "relativ  liquid"  erscheine  und  sie,  die  Pflichtige,  die  Fusion  wirt-

schaftlich  gleichsam  vorweggenommen  habe,  indem  sie  deren  Geschäft  zuvor 

sukzessiv  übernommen  habe,  kann  nicht  anders  verstanden  werden.  Dass  sie  sich 

dieser  Erkenntnis  gleichwohl  verschliesst,  ist  unverständlich.  Wohl  mag  das  "Timing" 

aus  ihrer  Sicht  "etwas  unglücklich"  gewesen  sein.  Massgeblich  sind  indes  einzig  die 

tatsächlichen  Verhältnisse.  Dass  die  juristische  Beurteilung  bei  anderer  Gestaltung 

möglicherweise anders  und für sie günstiger ausgefallen wäre, ist nicht  auszuschlies-

sen.  Doch  kommt  darauf  nichts  an.  Sodann  stimmt  es eben  nicht,  dass die Pflichtige 

(damals noch C) zur Zeit der Fusion den Handel mit ……betrieben habe. Anhand der 

Erfolgsrechnung 2000 wird deutlich, dass sie damals nicht im Handel (schon gar nicht 

mit …….) aktiv war. Wie sie selber ausführen liess, war sie damals zur Hauptsache mit 

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der  Bewirtschaftung  einer – später  veräusserten – Liegenschaft  (I;  siehe  Revisionsbe-

richt befasst, wie sich im Übrigen auch aus der Erfolgsrechnung 2000 und der Bilanz 

per 31.12.2000 ergibt. Es finden sich nebst Kapitalertrag entsprechend lediglich (aller-

dings negative) Mieterträge. Im Handel mit ……. war hingegen die [alt]A tätig, welche 

ebenso wie die E in die Pflichtige hineinfusionierte. 

Nicht nachvollziehbar ist ohnehin, was das angebliche Ausscheiden von Herrn 

H aus der E mit der Fusion zu tun haben soll, war dieser doch bei ihr nicht in leitender 

Stellung tätig (vgl. Handelsregisterauszug). Soweit erkennbar, war dieser hingegen bei 

der  H  AG,  Zürich,  die  ebenfalls  im  Import/Export  von  und  im  Handel  mit  ….. tätig  ist, 

Verwaltungsratspräsident  und  einzige  einzelzeichnungsberechtigte  Person.  Ebenso 

war er im Verwaltungsrat der [alt]A. Das aber hat mit der E offenkundig nichts zu tun. 

bb) Sodann beruft sich die Pflichtige auf Treu und Glauben. Sie hält dafür, sie 

habe  am  12. Dezember  2000  beim  kantonalen  Steueramt  ein  verbindliches  Steuer-

Ruling erwirkt, welche ihr die Übertragbarkeit der Verlustvorträge zugesichert habe.  

aaa) In der entsprechenden Eingabe vom 6. Dezember 2000 hat die damalige 

Vertreterin  dargelegt,  die  E  sei  eine  im  ….handel  tätige  Aktiengesellschaft  mit  hohen 

Verlustvorträgen. Sie befinde sich ebenso wie die [alt]A und die Pflichtige im vollstän-

digen  Besitz  von  L,  D.  Beabsichtigt  sei,  die  Gesellschaften  per  1. Januar  2001  unter 

Übernahme der jeweiligen Buchwerte zu fusionieren, ohne die Beteiligungsverhältnisse 

zu  ändern.  Als  steuerliche  Folge  davon,  so  sei  festzuhalten,  trete  keine  Realisation 

stiller  Reserven  ein,  "weil  die  Betriebe  innerhalb  der  neuen  Gesellschaft  unverändert 

weitergeführt" würden. Bis Ende 2000 seien die drei Gesellschaften selbstständig und 

unbeschränkt  steuerpflichtig.  Gestützt  auf  die  Lehre  und  langjährige  Praxis  könnten 

sodann alle vorhandenen, während den gesetzlichen Verrechnungsperioden erlittenen 

und noch nicht verrechneten Verluste der Gesellschaften auch nach der Fusion geltend 

gemacht  werden.  Am  12. Dezember  2000  erklärte  sich  das  kantonale  Steueramt  mit 

diesen  Schlussfolgerungen  einverstanden.  Doch  brachte  es  eine  Einschränkung  an, 

indem es bekannt gab, es behalte sich eine abweichende Beurteilung vor, wenn weite-

re, im Schreiben vom 6. Dezember 2000 nicht erwähnte Tatsachen hinzukämen. 

bbb)  Der  in  Art. 9  BV  verankerte  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  statuiert 

ein  Verbot  widersprüchlichen  Verhaltens  und  verleiht  einer  Person  Anspruch  auf 

Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, be-

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stimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden (BGE 131 II 627 E. 6.1; 

BGr,  26. August  2009,  2C_6/2009,  www.bger.ch,  auch  zum  Folgenden).  Vorausset-

zung für eine Berufung auf Vertrauensschutz ist indes, dass die betroffene Person sich 

berechtigterweise  auf  die  Vertrauensgrundlage  verlassen  durfte  und  gestützt  darauf 

nachteilige  Dispositionen  getroffen  hat,  die  sie  nicht  mehr  rückgängig  machen  kann; 

die Berufung auf Treu und Glauben scheitert sodann, wenn ihr überwiegende öffentli-

che  Interessen  entgegenstehen  (BGE  131  II  627  E.  6  S. 636  ff.;  129  I  161  E.  4.1 

S. 170; 127 I 31 E. 3a S. 36; Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5.A, 2006, 

S. 130 ff.). 

ccc) Für die erfolgreiche Berufung auf den Vertrauensschutz gebricht es hier 

bereits an einer hinreichenden Vertrauensgrundlage. Denn die steueramtliche Bestäti-

gung  erweist  sich  als  durchaus  richtig,  allerdings  nur  dann,  wenn  die  Pflichtige  den 

Sachverhalt korrekt und vollständig dargestellt hätte und die Fusion derart abgewickelt 

worden wäre wie von der Anfragerin in Aussicht gestellt. Diese Voraussetzung ist indes 

nicht erfüllt. Zum einen hat die Pflichtige (ebenso wie die E) verschwiegen, dass die E 

bereits inaktiv war. Indem sie lediglich ausgeführt hat, diese Gesellschaft sei "ebenfalls 

eine im ….handel tätige" Gesellschaft, hat sie ein wesentliche Information unterschla-

gen. Wird eine Unternehmung als im Handel tätig beschrieben, so ist davon auszuge-

hen, sie entfalte tatsächlich eine solche Aktivität. Es musste der sachkundigen Vertre-

terin bekannt sei, dass der Umstand der Existenz einer betrieblichen Aktivität rechtlich 

von  entscheidender  Bedeutung.  Hat  sie – gleichgültig  ob  bewusst  oder  aus  Nachläs-

sigkeit – darauf verzichtet, der Steuerverwaltung die wahre Sachlage bekanntzugeben, 

so  konnte  sie  schon  darum  keine  verbindliche  steueramtliche  Zusicherung  erwirken. 

Sodann  trifft  die  Aussage,  die  Betriebe  der  fusionierten  Gesellschaften  würden  inner-

halb  der  neuen  Gesellschaft  unverändert  weitergeführt,  nicht  vollumfänglich  zu.  Wies 

die E vor der Fusion keinen Betrieb mehr auf, war eine Weiterführung rein logisch nicht 

möglich.  In  zweierlei   – wesentlicher – Hinsicht  war  der  Sachverhalt  mithin  falsch dar-

gestellt.  Unter solchen Umständen vermochte  die Mitteilung  des – dafür  durchaus  zu-

ständigen – kantonalen Steueramts vom 12. Dezember 2000 keine bindende Wirkung 

zu entfalten.  

Dass  es  sich  einzig  für  den  Fall  einer  Steuerumgehung  eine  abweichende 

Würdigung  der  Wirkungen  der  Fusion  vorbehalten  hat,  ist  bedeutungslos.  Denn  der 

Inhalt des Vorbehalts war klar und konnte der Pflichtigen nicht verborgen bleiben: Sie 

werde sich nur dann auf die steueramtliche Auskunft und Zusicherung stützen können, 

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2 DB.2009.193 + 194 

 
 
 
 
 
 
 
- 10 - 

wenn ihre Darstellung der Verhältnisse korrekt und vollständig war und die Gestaltung 

so  abgewickelt  würde,  wie  von  ihr  in  Aussicht  gestellt.  Diese  Bedingungen  waren  in-

des,  wie  erwähnt,  eben  nicht  erfüllt.  Deshalb  kann  im  vorliegenden  Zusammenhang 

offen bleiben, ob das Vorgehen der Pflichtigen hinsichtlich des fusionsweise "erworbe-

nen" Verlustvortrags der E als Steuerumgehung zu qualifizieren sei oder nicht. Jeden-

falls  kann  die  von  ihr  diesbezüglich  angestrebte  Wirkung  nicht  eintreten.  Schliesslich 

sei erwähnt, dass die Pflichtige versäumt hat dazulegen, ob und allenfalls welche nicht 

mehr  rückgängig  zu  machenden  nachteiligen  Dispositionen  sie  im  Vertrauen  auf  die 

erteilte Auskunft getroffen hat bzw. haben will. Auch unter diesem Aspekt vermag die 

"Zusicherung" nicht zu greifen. 

cc)  Die  Pflichtige  hält  dafür,  es  liege  keine  Steuerumgehung  vor.  Dabei  ver-

kennt  sie,  dass  es  darauf  im  vorliegenden  Kontext,  wie  bereits  ausgeführt,  gar  nicht 

ankommt.  Weshalb  sie  auf  ihrem  Standpunkt  weiterhin  beharrt,  obgleich  schon  das 

Steueramt klar gemacht hat, massgeblich sei einzig die wirtschaftliche Würdigung der 

Gegebenheiten und der Abläufe, ist nicht nachvollziehbar. Im Übrigen liegt es auf der 

Hand, dass primär steuerliche Aspekte das gewählte Vorgehen bestimmt haben. Ent-

gegen  der  Behauptung  der  Pflichtigen  ist  dieses  unter  steuerlichen  Gesichtspunkten 

als  sachwidrig  zu  würdigen.  Korrekterweise  hätte  die  E  nicht  fusionieren  sollen,  son-

dern ordentlich liquidiert werden müssen. Im schlimmsten Fall wäre ein Konkurs nicht 

ausgeschlossen gewesen.  Sie  hat  indes konkret  einen anderen,  als  ungewöhnlich  zu 

würdigenden Weg gewählt  und damit  die  Einsparung  erheblicher  Steuern  angestrebt. 

Allerdings  hat  sie bzw.  ihr  Aktionariat  dieses  Ziel  nicht  erreicht,  weil  die  Steuerbehör-

den  der  gewählten  Konstruktion  insofern  die  Anerkennung  versagt  haben.  Erscheint 

die Rechtsgestaltung mithin als sachwidrig und absonderlich, den wirtschaftlichen Ge-

gebenheiten  jedenfalls  völlig  unangemessen,  ist  anzunehmen,  dass  die  Absicht  der 

Steuereinsparung dahinter stand, und hätte das gewählte Vorgehen tatsächlich zu ei-

ner  erheblichen  Steuerersparnis  geführt,  falls  die  Strategie  hätte  erfolgreich  zu  Ende 

geführt  werden  können,  so 

liegt – wie  eben  hier – eine  Steuerumgehung  vor 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.A.,  2009,  VB zu 

Art. 109  -  121  N 44;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten 

Zürcher Steuergesetz, 2.A., 2006, VB zu §§ 119 - 131 N 43 f., je mit zahlreichen Hin-

weisen).  Auch  unter  diesem  –  hier  höchstens  hilfsweise  massgeblichen – Gesichts-

punkt müsste das Vorgehen der Pflichtigen insoweit scheitern. 

2 ST.2009.315 
2 DB.2009.193 + 194 

 
 
 
 
 
 
 
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4. Um  zum  steuerbaren Reingewinn  einer  juristischen Person  zu  gelangen,  ist 

der  Saldo  der  Erfolgsrechnung  nach  Art. 58  Abs. 1 DBG  und  § 64  Abs. 1  StG  um  die 

vor  Berechnung  des  Saldos  der  Erfolgsrechnung  ausgeschiedenen  Teile  des  Ge-

schäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründeten Aufwen-

dungen  verwendet  werden,  wie  namentlich  geschäftsmässig  nicht  begründete  Ab-

schreibungen und Rückstellungen, zu erhöhen. 

a)  Mit  "Rückstellung"  wird  nach  dem  laufenden  Geschäftsjahr  ein  tatsächlich 

oder mindestens wahrscheinlich verursachter, in seiner Höhe aber noch nicht bekann-

ter  Aufwand  oder  Verlust  gewinnmindernd  angerechnet,  der  erst  im  nächsten  oder  in 

einem folgenden Geschäftsjahr geldmässig verwirklicht wird (RB 1975 Nr. 47, mit Hin-

weisen). Der so zu verstehende Rückstellungsbegriff umfasst nicht nur Verbindlichkei-

ten, die am Bilanzstichtag zwar tatsächlich oder wahrscheinlich bestanden haben, aber 

in ihrer Höhe nicht genau feststehen, sondern auch Wertberichtigungen, die dazu die-

nen,  am  Bilanzstichtag  tatsächlich  oder  wahrscheinlich  eingetretenen,  in  ihrem  Aus-

mass  aber  noch  nicht  genau  feststehenden  Entwertungen  von  Aktiven  Rechnung  zu 

tragen. Formell und materiell handelt es sich dabei um Abschreibungen, doch weisen 

diese  Wertberichtigungen – zumindest  aus  steuerrechtlicher  Sicht – im  Gegensatz  zu 

jenen  nicht  definitiven,  sondern  bloss  provisorischen  Charakter  auf.  Jedenfalls  gilt  für 

vorübergehende  Wertberichtigungen,  dass  die  Ereignisse,  welche  Ursache  eines  tat-

sächlichen oder wahrscheinlichen, am Bilanzstichtag ungewissen Aufwands bzw. Ver-

lusts sind, im laufenden Geschäftsjahr eingetreten sein müssen. Geschäftsmässig be-

gründet  sind  deshalb  nur  solche  Rückstellungen  und  vorübergehende  Wertbe-

richtigungen,  die  der  Sicherung  unmittelbar  drohender,  nicht  aber  bloss  künftiger 

Risiken  dienen  (RB 1986  Nr. 40  =  StE 1987  B 23.43.2  Nr. 4,  mit  zahlreichen  Hinwei-

sen). 

Die  Rückstellung  darf  denjenigen  Betrag  nicht  übersteigen,  mit  dessen  Bean-

spruchung  nach  allen  Umständen  und  pflichtgemässer  Schätzung  gerechnet  werden 

muss  und  der  bereits  im  fraglichen  Geschäftsjahr  eine  entsprechende  Belastung  des 

Geschäftsergebnisses  bewirkt.  Massgeblicher  Beurteilungszeitpunkt  ist  dabei  grund-

sätzlich der Bilanzstichtag, wobei aber alle bis zum Zeitpunkt der Bilanzerrichtung er-

haltenen Informationen in den Jahresrechnungen verwertet werden dürfen, sofern da-

durch  Verhältnisse  des  Bilanzstichtags  offenkundig  werden,  die  Auswirkungen  auf 

Bilanz  und  Erfolgsrechnung  haben.  Zu  berücksichtigen  sind  mithin  nur  nachträgliche 

"wertaufhellende Tatsachen", d.h. solche, die lediglich anzeigen, wie sich die Verhält-

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2 DB.2009.193 + 194 

 
 
 
 
 
 
 
 
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nisse am Bilanzstichtag tatsächlich dargestellt haben. Einzig in diesen engen Grenzen 

können auch nachträglich verwirklichte Tatsachen Berücksichtigung finden, sofern und 

soweit sie Rückschlüsse auf die Verhältnisse am Bilanzstichtag zulassen. Eine erwei-

terte Berücksichtigung nachträglicher Ereignisse widerspräche dem Stichtagscharakter 

der  Jahresrechnungen  und  dem  ertragssteuerrechtlichen  Grundsatz  der  periodenge-

rechten  Gewinnbesteuerung  (RB 1986  Nr. 41,  mit  Hinweisen).  Werterhellende  Um-

stände sind demnach im Gegensatz zu wertändernden Tatbeständen zu berücksichti-

gen  (Karl  Käfer,  Berner  Kommentar,  1981,  Art. 960  N 323  OR).  Aufgrund  des  provi-

sorischen Charakters von Rückstellungen bedarf es einer Abrechnung im Zeitpunkt, in 

dem sich die erwartete Vermögenseinbusse tatsächlich verwirklicht oder die Verlustge-

fahr ganz oder teilweise wegfällt (RB 1981 Nr. 61). Bestehende Rückstellungen sind an 

jedem  Bilanzstichtag  neu  zu  beurteilen.  Aufgrund  der  Neubeurteilung  werden  sie  er-

höht, beibehalten oder aufgelöst. 

b)  Tatsachen,  die  Rückstellungen  als  geschäftsmässig  begründet  erscheinen 

lassen,  sind  steuermindernd  und  deshalb  vom  Steuerpflichtigen  nachzuweisen 

(RB 1975  Nr. 55).  Um  die  Beurteilung  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  von  gel-

tend  gemachten  Rückstellungen  zu  ermöglichen,  ist  der  Steuerpflichtige  kraft  der  ihn 

treffenden  gesetzlichen  Obliegenheiten  gehalten,  an  der  Abklärung  der  solchen  Auf-

wendungen zu Grunde liegenden Tatsachen mitzuwirken, wobei er für deren Verwirkli-

chung  beweisbelastet  ist  (vgl.  RB 1987  Nr. 35).  Insbesondere  hat  er  spätestens  vor 

Rekurskommission  binnen  der  Rekursfrist  eine  substanziierte  Sachdarstellung  vorzu-

tragen  und  die  Beweismittel  für  deren  Richtigkeit  beizubringen  oder  zumindest  unter 

genauer  Bezeichnung  anzubieten  (RB 1994  Nr. 33).  Substanziiert  ist  die Sachdarstel-

lung  dann,  wenn aus  ihr  Art,  Motiv  und Rechtsgrund der geltend gemachten  Aufwen-

dungen in der Weise hervorgehen, dass bereits gestützt darauf – aber unter Vorbehalt 

der Beweiserhebung – die rechtliche Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit 

möglich ist. Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung, so hat die 

Rekurskommission von sich aus keine Untersuchung zu führen, um sich die erforderli-

chen  Grundlagen  zu  beschaffen.  Diesfalls  hat  eine  Beweisabnahme  zu  unterbleiben 

mit  der  Wirkung,  dass  der  Nachweis  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  von  Auf-

wendungen zu Ungunsten des hierfür beweisbelasteten Steuerpflichtigen als misslun-

gen zu betrachten ist.  

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5. Die  [alt]A  hatte  seinerzeit –-  offenbar  1997  und  erfolgswirksam – eine Rück-

stellung  über  Fr. 800'000.-  gebildet.  Grund  dafür  war  eine  Streitigkeit  in  Deutschland 

"wegen  Sozialversicherungsbetrugs  u.a.".  Die  entsprechenden  staatsanwaltschaftli-

chen Untersuchungen richteten sich dabei gegen L sowie H, den Vizepräsidenten und 

Delegierten bzw. einen Verwaltungsrat dieser Gesellschaft. Das per Ende 2000 unver-

ändert  mit  diesem  Betrag  eingesetzte  Passivum  ging  qua  Fusion  auf  die  Pflichtige 

über, wo es per 31.12.2001 in diesem Umfang ausgewiesen wurde. Im folgenden Jahr 

hat die Pflichtige diese Position ertragswirksam aufgelöst; daraus resultierte in vollem 

Umfang ein in der Steuerperiode 2002 steuerbarer ausserordentlicher Ertrag, wie aus 

den vorliegenden Belegen ersichtlich ist. 

a) Das kantonale Steueramt hat diese Sicht der Dinge nicht geteilt. Vielmehr ist 

es davon ausgegangen, diese Rückstellung sei bereits Ende 2001 nicht mehr ausge-

wiesen  und  somit  nicht  mehr  nötig  gewesen,  weshalb  die  Auflösung  schon  im  Ge-

schäftsjahr 2001 und damit in der Steuerperiode 2001 (1.1. - 31.12.) erfolgswirksam zu 

erfolgen  habe.  Ihre  Erkenntnis,  es  habe  zu  jenem  Zeitpunkt  insofern  kein  Rückstel-

lungsbedarf mehr bestanden, stützt das Steueramt darauf, die (steueramtliche) Reviso-

rin habe anlässlich der Überprüfung der Steuerperiode 2001 festgestellt, das die Rück-

stellung  begründende  Betrugsverfahren  sei  eingestellt  worden;  daher  habe  diesbe-

züglich eine geschäftsmässige Begründetheit per Ende 2001 nicht (mehr) vorgelegen. 

Im  Moment  der  Erstellung  der  Jahresrechnung  (2001)  bzw.  bei  deren  Prüfung  durch 

die  aktienrechtliche  Revisionsstelle  habe  dies  festgestanden;  darauf  sei  abzustellen. 

Auf die formelle Anzeige der Einstellung des Betrugsverfahrens komme nichts an. Fol-

gerichtig  hat  das  Amt  sodann  die  erfolgswirksame  Auflösung  der  Rückstellung  in  der 

Steuereinschätzung 2002 zugunsten der Pflichtigen korrigiert.  

b) Dem hält die Pflichtige entgegen, die zuständige Staatsanwaltschaft Stuttgart 

habe  ihr  im  November  2002  von  der  Einstellung  des  Verfahrens  Kenntnis  gegeben. 

Somit habe dieser Umstand eben erst im November 2002 definitiv festgestanden. Auf-

grund des Vorsichtsprinzips habe die Rückstellung folgerichtig – wie geschehen – erst 

in  der  Jahresrechnung  2002  aufgelöst  werden  dürfen.  Bis  November  2002,  so  ist  zu 

schliessen,  habe  sie  mangels  gegenteiliger  Information  mit  einer  Bestrafung  und  ent-

sprechenden Geldzahlungen rechnen müssen. 

c)  Die  Steuerbehörde  ist,  wie  gesehen,  ermächtigt,  jeweils  anlässlich  der  kon-

kreten Einschätzung den Fortbestand der Begründetheit einer Rückstellung zu prüfen. 

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Zeigt  sich  dabei,  dass  die  Voraussetzungen  für  eine  solche  Wertberichtigung  über-

haupt nicht mehr oder nicht mehr im vollen (bisherigen) Umfang erfüllt sind, ist sie nicht 

nur befugt, sondern sogar gehalten, mit den steuerlichen Konsequenzen eine entspre-

chende Korrektur vorzunehmen. Insofern ist das Vorgehen des kantonalen Steueramts 

nicht  zu  beanstanden.  Es  durfte  die  erwähnte  Rückstellung,  deren  Bestand  an  sich 

nicht  bestritten  ist,  überprüfen.  Die  Pflichtige  ihrerseits  war  gehalten,  gegebenenfalls 

den Nachweis des Fortbestands der Gründe, welche zu deren Bildung geführt haben, 

zu  leisten.  Dieser  Verpflichtung  ist  sie  nachgekommen.  Sie  hat  die  erwähnte  Einstel-

lungsverfügung  der  Staatsanwaltschaft  vorgelegt.  Diese  datiert  vom  November  2002 

und ist dem Rechtsvertreter der Pflichtigen am folgenden Tag zugegangen. Erst in die-

sem Zeitpunkt wusste diese mit Sicherheit, dass, anders als ursprünglich ernsthaft be-

fürchtet,  entsprechende  Strafansprüche  und  Geldforderungen  nicht  mehr  im  Raum 

standen.  Mithin  war  sie  bis  dahin  gehalten,  derartige  Risiken  zu  beachten  und  in  ge-

eigneter Form buchhalterisch Rechnung zu tragen.  

Namentlich stand am 31.12.2001, dem Bilanzstichtag, noch nicht fest, das sol-

che Forderungen vom Tisch waren. Wann diese Bilanz und die Erfolgsrechnung 2001 

erstellt wurden, ist nicht bekannt; doch mag dies offen bleiben. Jedenfalls ist aufgrund 

der  Aktenlage  auszuschliessen,  dass  zum  Zeitpunkt  der  Bilanzerrichtung  der  Pflichti-

gen zugängliche Informationen vorhanden waren, welche in der Jahresrechnung 2001 

hätten  verwertet  werden  dürfen  und  können.  Dies  wäre  nur  dann  der  Fall  gewesen, 

wenn  bis  dahin,  also  nachträglich,  am  Bilanzstichtag  vorhandene  Verhältnisse  offen-

kundig  geworden  wären,  die  Auswirkungen  auf  Bilanz  und  Erfolgsrechnung  gezeitigt 

hätten.  Die  Steuerverwaltung  hat  es  versäumt,  darzulegen,  welche  solch  "wertaufhel-

lenden  Tatsachen"  hier vorgelegen  haben sollen.  Allein  der  Umstand,  dass  nachträg-

lich, so am . November 2002 festgestanden hat, dass der Rückstellungsbedarf hinfällig 

geworden ist, ist in diesem Zusammenhang irrelevant. Dass und welche anderen Un-

terlagen  unter  den  gegebenen  Umständen  nötig  gewesen  wären,  um  den  Rückstel-

lungsbedarf per 31.12.2001 darzutun, ist nicht ersichtlich und führt das Steueramt nicht 

aus.  Seine Würdigung, welche  auf  der  unzulässigen  Beachtung  nachträglicher  Tatsa-

chen  fusst,  widerspricht  dem  Stichtagscharakter  der  Jahresrechnungen  und  dem  er-

tragssteuerrechtlichen  Grundsatz  der  periodengerechten  Gewinnbesteuerung.  Mithin 

ist die Aufrechnung der Rückstellungsauflösung in der Steuerperiode 2001 rückgängig 

zu machen. Folgerichtig hat deren ertragswirksame Auflösung, wie von der Pflichtigen 

beantragt, erst in der folgenden Steuerperiode (2002) zu erfolgen, die allerdings nicht 

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2 DB.2009.193 + 194 

 
 
 
 
 
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Gegenstand  des  vorliegenden  Streits  bildet.  Insoweit  sind  der  Rekurs  und  die  Be-

schwerde gutzuheissen. 

6. a)  All  diese  Erwägungen führen  zur  Gutheissung  der  Rechtsmittel für 2001, 

hingegen  zur  Abweisung  für  2003. Dabei  ist  zu  beachten,  dass  die  Annullierung  der 

steuerlichen  Auflösung  stiller  Reserven  von  (Fr. 245'000.-  +  Fr. 800'000.-  =) 

Fr. 1'045'000.-  für  2001,  wie  beantragt,  ein  steuerbares  Kapital  von  Fr. 1'385'000.- 

(Fr. 2'430'000.-  ./.  Fr.  1'045'000.-)  nach  sich  zieht.  Die  Faktoren  sind  wie folgt  festzu-

setzen: 

Staats- und Gemeindesteuern 2001 

steuerbarer Reingewinn gemäss Einspracheentscheid 

./. Verzicht auf Anpassung Delkredere 

    Annullierung der Auflösung der Rückstellung 

steuerbarer Reingewinn (neu) 

steuerbares Kapital 

Steuersatz 

Direkte Bundesssteuer 2001 

steuerbarer Reingewinn  

Fr. 299'500.- 

Fr. 245'000.- 

Fr. 800'000.- 

Fr.     0.- 

Fr. 1'385'000.- 

1,5‰ 

  (wie bei den Staats- und Gemeindesteuern) 

Eigenkapital per 31.12.2001   

Fr.       0.- 

Fr. 1'385'000.-. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Parteien einerseits die Kos-

ten  anteilig  zu  tragen  (§ 151  Abs. 1  StG;  Art. 144  Abs. 1  DBG).  Anderseits  steht  der 

Pflichtigen bei den Staats- und Gemeindesteuern eine Parteientschädigung zu (§ 151 

StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 29. Mai 1959/8. Juni 

1997),  bei  der  direkten  Bundessteuer  hingegen  mangels  mehrheitlichen  Obsiegens 

keine  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1  -  3  des  Bundesgesetzes  über  das 

Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

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1.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Die  Rekurrentin  wird  für  die  Steuerperiode  2001 

(1.1. -  31.12.) mit  einem  steuerbaren  Reingewinn von  Fr. 0.-  und einem steuerba-

ren Eigenkapital von Fr. 1'385'000.- (Kapitalsteuersatz 1,5‰) eingeschätzt. 

2.  Die Beschwerde hinsichtlich der Steuerperiode 2001 (1.1. - 31.12.) wird gutgeheis-

sen.  Die  Beschwerdeführerin  wird  für  diese  Steuerperiode  mit  einem  steuerbaren 

Gewinn  von  Fr. 0.-  veranlagt.  Das  steuerlich  massgebende  Eigenkapital  per 

31.12.2001 beträgt Fr. 1'385'000.- (Art. 131 Abs. 1 Satz 2 DBG). 

Die Beschwerde hinsichtlich der Steuerperiode 2003 (1.1. - 30.6.) wird abgewiesen. 

[…] 

2 ST.2009.315 
2 DB.2009.193 + 194