# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7ce5ae8-7cdb-504f-9d0e-a6f1c243a562
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.08.2017 200 2017 268
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-268_2017-08-21.pdf

## Full Text

200 17 268 IV
A.________ 
SCI/GUA/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. August 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Gurtner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1986 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 29. März 2014 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei 
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Antwortbeilagen der 
Invalidenversicherung [AB] 5). Gestützt auf die Gutachten von Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, 
vom 17. und 24. Februar 2015 und deren interdisziplinäre Beurteilung 
(AB 37.1, 36.1 und 36.2) wies die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 42) mit Ver-
fügung vom 19. Mai 2015 (AB 43) das Leistungsbegehren ab.

B.

Nachdem die IVB auf die Neuanmeldung vom 9. Dezember 2015 (AB 45) 
mit Verfügung vom 6. April 2016 (AB 56) nicht eingetreten war, ersuchte 
die Versicherte am 1. Januar 2017 (AB 61) die Invalidenversicherung unter 
Hinweis auf eine chronische Schleimbeutelentzündung am linken Knie, 
dauernde Schmerzen beim Knien und immer wiederkehrende Beschwer-
den erneut um Leistungen. Gestützt auf die Stellungnahme des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 68) vom 10. Januar 2017 und die von der 
E.________ beigezogenen Akten stellte die IVB der Versicherten mit Vor-
bescheid vom 13. Januar 2017 (AB 70) die Abweisung des Leistungsbe-
gehrens in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 72) und Einholung 
einer weiteren Stellungnahme des RAD vom 2. Februar 2017 (AB 75) wies 
die IVB das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 8. Februar 2017 
(AB 78) ab, da aus medizinischer Sicht kein langandauernder Gesund-
heitsschaden vorliege und der Versicherten die Tätigkeit als ... weiterhin 
zumutbar sei (AB 78 S. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 3

C.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 13. März 2017 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung 
vom 8. Februar 2017 sei aufzuheben und ihr seien berufliche Eingliede-
rungsmassnahmen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zur Neubeurteilung der beruflichen Eingliederungs-
massnahmen und Rente nach Vornahme weiterer Abklärungen zurückzu-
weisen.

Mit Eingabe vom 28. und 31. März 2017 reichte die Beschwerdeführerin 
das Schreiben ihres Arbeitgebers vom 24. März 2017 sowie einen Arztbe-
richt von Dr. med. F.________, Spital G.________, vom 28. März 2017 zu 
den Akten (Beschwerdebeilagen [BB] 4 f.).

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die teilweise Gutheissung der Beschwerde und reichte eine Stellung-
nahme der RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Orthopädie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 11. Mai 2017 (AB 91) 
zu den Akten.

Mit Replik vom 7. Juni 2017 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten 
Rechtsbegehren fest. 

Mit Duplik vom 23. Juni 2017 hält die Beschwerdegegnerin an den gestell-
ten Rechtsbegehren fest und beantragt die Beschwerde vom 
13. März 2017 insoweit teilweise gutzuheissen, als die Sache zur Prüfung 
des Anspruchs auf berufliche Eingliederungsmassnahmen an sie zurück-
zuweisen sei. Darüber hinaus sei die Beschwerde abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. Februar 2017 
(AB 78). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Invalidenversicherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditäts-grad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4

2.4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweili-
gen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 6

nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkeh-
ren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so 
weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 
ist (BGE 139 V 115 E. 5.1 S. 118; SVR 2016 IV Nr. 10 S. 31 E. 4.1).

2.4.2 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1).

Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert 
ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche 
die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzu-
mutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches 
Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die 
versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch 
zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 
Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen 
Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 E. 2b S. 110; 
SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4).

2.5 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV 
Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 7

gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 1. Januar 2017 
(AB 61) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

3.1 Der rechtskräftigen Verfügung vom 19. Mai 2015 (AB 43) lagen die 
Gutachten von Dr. med. C.________ und Dr. med. D.________ vom 
17. und 24. Februar 2015 (AB 36.1 und 37.1) zugrunde. Darin führten die 
Ärzte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine depressive Re-
aktion 2008/2009 und Probleme durch negative Kindheitserlebnisse, ein 
rezidivierendes zerviko- und lumbospondylogenes Syndrom, Nikotinkon-
sum sowie anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom als Diagnosen auf. Es 
bestehe keine lang andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
(AB 37.1 S. 6 und 36.1 S. 6). 

Anlässlich der Neuanmeldung wurde die Diagnose einer Plicaresektion am 
linken Knie vom 11. Oktober 2016 bei korrespondierendem Knorpelscha-
den medialer Femurkondyle und einer chronischen Bursitis präpatellaris 
beidseitig bei einem Status nach Bursektomie links im Jahr 2015 angeführt 
(AB 62 S. 1; AB 67.30 S. 2).

Sowohl der behandelnde Arzt Dr. med. F.________ als auch die RAD-
Ärztin Dr. med. H.________ kamen zum Schluss, dass die angestammte 
Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Ersterer hielt in seinem Bericht vom 
28. März 2017 fest, die Beschwerdeführerin werde in ihrem angestammten 
Beruf nicht vollständig arbeitsfähig sein. Eine Kniefähigkeit sei nicht mehr 
gegeben, denn daraus würden unter Belastung chronische Bursitiden resul-
tieren, damit sei auch eine eingeschränkte Mobilisation verbunden (BB 5). 
Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________ stimmte dieser Ansicht zu und führte 
im Bericht vom 11. Mai 2017 (AB 91) aus, es liege bereits ein dauerhafter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 8

Gesundheitsschaden vor, der durch die Beibehaltung der angestammten 
Tätigkeit zu weiteren Arbeitsausfällen führen werde. In einer angepassten 
wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeit ohne Zwangshaltun-
gen, wie häufiges Knien oder Kauern, ohne Umwelteinflüsse wie Zugluft, 
Kälte oder Nässe, ohne absturzgefährdetes Arbeiten und Steigen auf Lei-
tern und Dächern bestehe medizinisch-theoretisch eine 100%-ige Arbeits-
fähigkeit (AB 91 S. 3).

3.2 Aktenmässig erstellt und inzwischen unbestritten (Beschwerde, 
S. 4; Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 6; AB 91 S. 3) ist, dass mit den neu auf-
getretenen Beschwerden an beiden Knien die Tätigkeit als ... unzumutbar 
geworden ist. Im Vergleich zur Referenzlage im Jahr 2015 (AB 43) ist damit 
bis zum Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung 
vom 8. Februar 2017 (AB 78) in den tatsächlichen Verhältnissen eine er-
hebliche Änderung eingetreten, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 
damit den (allfälligen) Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5 hiervor) 
und somit ein medizinischer Revisionsgrund erstellt. Damit ist der Anspruch 
auf Leistungen der Invalidenversicherung allseitig frei zu prüfen (vgl. BGE 
117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht ist sowohl die Tatsache, dass die Be-
schwerdeführerin den erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann, als auch 
das von der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ erstellte Zumutbarkeitsprofil 
(AB 91 S. 3) unbestritten. Gestützt darauf beantragt die Beschwerdegegne-
rin die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung 
zur Prüfung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen (vgl. Duplik, S. 2). 
Anspruch auf eine Rente bestehe so oder anders nicht. Die Beschwerde-
führerin beantragt hingegen, dass sowohl der Anspruch auf berufliche 
Massnahmen als auch derjenige auf eine Rente zu prüfen sei (vgl. Replik, 
S. 1; Beschwerde, S. 2).

4.2 Für die Bestimmung des sowohl hinsichtlich des Anspruchs auf eine 
Rente (vgl. E. 2.2 hiervor) wie auch hinsichtlich des Anspruchs auf berufli-
che Massnahmen (vgl. E. 2.4.2 hiervor und E. 5 hiernach) bedeutsamen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 9

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-
handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nö-
tigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325).

Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. ge-
ringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutsch-
kenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem 
Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu 
tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien 
Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. 
Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Ge-
sichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht 
oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichti-
gen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss ent-
weder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Her-
aufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die 
statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch 
eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 
141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 17. Mai 2016, 8C_141/2016, 8C_142/2016, E. 5.2.2).

Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5% vom branchenüb-
lichen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich 
unterdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzun-
gen – eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist 
allerdings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentua-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 10

le Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 
297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). Daneben bleibt zusätzlich die 
Vornahme eines Abzugs vom anhand statistischer Durchschnittswerte er-
mittelten Invalideneinkommen möglich, wobei zu beachten ist, dass allfälli-
ge bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwort-
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensab-
zuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen. Der Abzug wird sich 
daher in der Regel auf leidensbedingte Faktoren beschränken und nicht 
mehr die maximal zulässigen 25% für sämtliche invaliditätsfremden und 
invaliditätsbedingten Merkmale ausschöpfen (BGE 135 V 297 E. 5.3 S. 302 
und E. 6.2 S. 305, 134 V 322 E. 5.2 S. 328 und 6.2 S. 329).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

4.3 Der frühestmögliche Rentenbeginn ist mit Blick auf den Umstand, 
dass ein allfälliger Rentenanspruch frühestens nach Ablauf der Karenzfrist 
von sechs Monaten seit der vorliegend am 4. Januar 2017 bei der Be-
schwerdegegnerin eingegangenen Anmeldung (AB 61; Art. 29 Abs. 1 IVG) 
entsteht, der Juli 2017. Ein Rentenanspruch im Zeitpunkt der angefochte-
nen Verfügung vom 8. Februar 2017 (AB 78) ist bereits aus diesem Grund 
ausgeschlossen. Dessen ungeachtet sowie mit Blick auf die Festsetzung 
des für eine Umschulung massgebenden Invaliditätsgrades ist im Übrigen 
festzuhalten, dass die Arbeitsunfähigkeit am 30. Juni 2016 zu 100% eintrat 
(AB 57), somit begann das Wartejahr im Juni 2016 zu laufen und endete im 
Juni 2017. Der Einkommensvergleich ist deshalb auf diesen Zeitpunkt hin 
vorzunehmen (BGE 129 V 222).

4.3.1 Das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin, welche vor Eintritt 
des Gesundheitsschadens als gelernte ... tätig war, wurde vom Arbeitgeber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 11

mit Fr. 65‘000 pro Jahr gültig ab Mai 2013 angegeben 
(Fr. 5‘000.-- x 13; AB 13 S. 2). Dieses Einkommen ist grundsätzlich auf den 
Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns im Jahr 2017 hin 
(vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) zu indexieren. Hierauf kann mit Blick auf das klare 
Ergebnis den Rentenanspruch betreffend (zum Anspruch auf berufliche 
Massnahmen vgl. E. 5 hiernach) jedoch vorliegend verzichtet werden. Mit 
Blick auf das durchschnittliche an die betriebsübliche Arbeitszeit angepass-
te Einkommen im Baugewerbe, das sich auf Fr. 69‘944.10 pro Jahr beläuft 
(Fr. 5‘618 / 40 x 41.5 x 12; LSE 2014, Tabelle TA1, Ziff. 41 – 43 [Bauge-
werbe], Kompetenzniveau 2, Frauen; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, 41 – 43 [Baugewerbe], 2015), ist das vom Arbeit-
geber angegebene Einkommen unterdurchschnittlich; die Differenz zwi-
schen dem tatsächlich erzielten Einkommen und dem statistischen Durch-
schnittswert beträgt rund 7%, womit nach ständiger Praxis des Bundesge-
richts grundsätzlich eine Anpassung um 2 % zu erfolgen hat (vgl. E. 4.2.1 
hiervor). 

4.3.2 Die Beschwerdeführerin ist gemäss dem unbestrittenen ärztlich er-
stellten Zumutbarkeitsprofil in der Lage, jede dem Gesundheitsschaden 
angepasste Tätigkeit vollschichtig zu verrichten (vgl. E. 3.1 hiervor). Es 
wäre ihr deshalb bereits vor jeder beruflichen Massnahme möglich, ihre 
Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt innerhalb des Be-
reichs des Kompetenzniveaus 1 der LSE im Rahmen der Selbsteingliede-
rung zu verwerten. Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin 
durchgehend – abgesehen von den operationsbedingten Arbeitsunfähigkei-
ten – bereits ohne Zusatzausbildung oder Umschulung im Rahmen des von 
der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ erstellten Zumutbarkeitsprofils 
(vgl. E. 3.1 hiervor) an sich ein breites Spektrum angepasster Tätigkeiten 
zumutbar sind, ist auf den Totalwert der LSE 2014, Tabelle TA 1, Kompe-
tenzniveau 1, Frauen (Fr. 4‘300.--), angepasst an die betriebsübliche Wo-
chenarbeitszeit von 41.7 (Fr. 4‘300 / 40 x 41.7 x 12; BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Totalwert, 2015) und nach Anpas-
sung an eine Unterdurchschnittlichkeit (2%) abzustellen. Ein Abzug vom 
Tabellenlohn ist angesichts des Rendements wie auch des Fehlens ander-
weitiger Gründe für einen Abzug nicht geboten. Das Invalideneinkommen 
beträgt demnach bereits vor allfälligen beruflichen Massnahmen mindes-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 12

tens Fr. 52‘717.15. Der Invaliditätsgrad beliefe sich (noch ohne Indexie-
rung) auf rentenausschliessende 18,9%.

Würde beim Valideneinkommen anstelle des vom Arbeitgeber gemeldeten 
Einkommens der höhere Tabellenlohn von Fr. 69‘944.10 herangezogen, 
resultierte bei Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von (diesfalls 
ohne Abzug für ein unterdurchschnittliches Valideneinkommen)
Fr. 53‘793.-- eine Einkommenseinbusse von Fr. 16‘151.10, was im besten 
Fall einem Invaliditätsgrad von gerundet 23% entspräche (vgl. BGE 130 V 
121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Damit besteht auch gestützt auf Art. 28 Abs. 2 
IVG klarerweise kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.2 hiervor). 

5.

Mit Blick auf das erstellte Zumutbarkeitsprofil (AB 91. S. 3) steht fest, dass 
die Beschwerdeführerin den erlernten Beruf nicht mehr wird ausüben kön-
nen und damit im Grundsatz dem gemeinsamen Antrag entsprechend An-
spruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht (vgl. E. 2.4 hiervor). Die 
ohne zusätzliche Ausbildung resultierende längere Zeit dauernde Einkom-
menseinbusse liegt im vorliegenden Fall im Bereich der als Richtwert zu 
verstehenden 20% (vgl. E. 2.4.2 hiervor; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz 
über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 17 N 4). Ob die 
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Umschulung hat, wird die Be-
schwerdegegnerin im Rahmen der weiteren Abklärungen zu prüfen haben. 
Sie wird in ihrer Beurteilung insbesondere auch zu berücksichtigen haben, 
dass die noch junge Beschwerdeführerin ihre erlernte Tätigkeit nicht mehr 
wird ausüben können und einer noch langen Erwerbszeit entgegenblickt. 
Die Beschwerdeführerin ihrerseits ist auf die Selbsteingliederungspflicht 
hinzuweisen.

6.

Nach dem Dargelegten besteht Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 
nicht aber auf eine Rente. Dem beidseitigen Antrag entsprechend ist die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 13

Beschwerde insoweit teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfü-
gung vom 8. Februar 2017 (AB 78) insoweit aufzuheben, als der Be-
schwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen verwehrt wurden. Die Sache 
ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinne der 
Erwägung 5 den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen umfassend 
prüfe und diesbezüglich neu verfüge. Im Übrigen ist die Beschwerde abzu-
weisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten, gerichtlich 
bestimmt auf Fr. 800.--, je hälftig von den Parteien zu tragen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG). Dem von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- werden Fr. 400.-- entnommen. Der verbleibende Be-
trag von Fr. 400.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückzuerstatten.

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Gemäss der nicht zu beanstandenden Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 30. Juni 2017 hat die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin die Hälfe der Parteikosten, ausmachend Fr. 1‘950.20 
(Fr. 3‘900.40 / 2; inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Aug. 2017, IV/17/268, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 8. Februar 2017 insoweit aufgehoben, 
als der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen verneint wurde. Die 
Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie 
nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen neu verfüge. Soweit weiter-
gehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden den Parteien je hälftig zur 
Bezahlung auferlegt. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Verfah-
renskosten werden dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Der 
Rest des Kostenvorschusses, ausmachend Fr. 400.--, wird der Be-
schwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘950.20 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.