# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a1731a5-30cf-5b96-993e-98c6d444989d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 19.10.2022 SK2 2021 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2021-40_2022-10-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 19. Oktober 2022

Referenz SK2 21 40

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Nydegger und Bergamin
Riesen-Ryser, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans M. Weltert
Bahnhofstrasse 10, Postfach, 5001 Aarau

gegen

B._____
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schnyder, Schulstras-
se 1, Postfach 115, 7302 Landquart

C._____
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, Gäug-
gelistrasse 16, Postfach 580, 7001 Chur

Gegenstand Amtsmissbrauch und Begünstigung

Anfechtungsobj. Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 12.05.2021, mitgeteilt am 12.05.2021 (Proz. Nr. 
EK.2020.6559)

Mitteilung 27. Oktober 2022

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Sachverhalt

A. Mit Schreiben vom 6. November 2020 ersuchte A._____ bei der Staatsan-
waltschaft Graubünden (nachfolgend Staatsanwaltschaft) um Wiederaufnahme 
eines eingestellten Verfahrens gegen D._____ wegen sexuellen Handlungen mit 
Kindern, angeblich begangen am gemeinsamen Sohn E._____. Gleichzeitig bean-
tragte sie die Ausdehnung dieses Verfahrens auf B._____ − ehemaliger Berufs-
beistand von A._____ − und C._____ − ehemaliges instruierendes Mitglied der 
KESB I._____ im Falle E._____ − wegen Amtsmissbrauchs und Begünstigung.

B. Mit Verfügungen vom 12. Mai 2021, gleichentags mitgeteilt, lehnte die 
Staatsanwaltschaft die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen D._____ ab 
und erliess im Zusammenhang mit der Strafanzeige gegen B._____ und C._____ 
eine Nichtanhandnahmeverfügung.

C. Gegen die Nichtanhandnahmeverfügung reichte A._____ am 25. Mai 2021 
Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Da A._____ mit derselben 
Eingabe auch Beschwerde gegen die Verfügung betreffend Ablehnung der Wie-
deraufnahme des Verfahrens gegen D._____ erhob und in derselben Rechts-
schrift ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellte, setzte ihr der Vorsitzen-
de der II. Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden am 28. Mai 2021 Frist, 
um gegen die beiden angefochtenen Verfügungen je eine separate, materiell nicht 
ergänzte Eingabe sowie für jedes Verfahren ein separates Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege einzureichen.

D. Die separate Eingabe für das vorliegende Beschwerdeverfahren datiert vom 
15. Juni 2021. Darin stellt A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) folgende 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden betreffend die 
Nichtanhandnahme der Strafanzeige gegen B._____ und C._____ be-
treffend Amtsmissbrauch und Begünstigung (EK.2020.6359) sei auf-
zuheben.

2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, der Strafanzeige 
gegen B._____ sowie gegen C._____ wegen Begünstigung stattzuge-
ben und das diesbezügliche Strafuntersuchungsverfahren zu eröffnen.

3. Die Ausdehnung des Strafverfahrens auf andere Personen im Zu-
sammenhang mit der Fürsorge von E._____ bleibt vorbehalten, insbe-
sondere:

 F._____ als damaliger Leiter der KESB I._____

 G._____ als damalige Beiständin (Vorgängerin im Amt von 
B._____)

 H._____ als Kindesvertreterin.

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4. Der Beschwerdeführerin sei für kurze Zeit Einsicht in die Akten der 
Staatsanwaltschaft Graubünden im Verfahren EK.2020.6359 zu ge-
währen.

5. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen und es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltli-
cher Rechtsbeistand einzusetzen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

7. Weitere Anträge bleiben vorbehalten.

E. Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Juni 2021 wurde B._____ (nach-
folgend Beschwerdegegner) und C._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) 
Frist für die Einreichung einer Stellungnahme zur Beschwerde angesetzt. In der 
Folge beantragten beide je einzeln die Abnahme der Frist und deren Neuanset-
zung nach Vorliegen der Entscheide über die beantragte Entbindung vom Amts-
geheimnis. Mit Verfügungen vom 1. und 15. Juli 2021 wurde den Anträgen statt-
gegeben.

F. Am 30. Juni 2021 beantragte die Staatsanwaltschaft unter Hinweis auf die 
Erwägungen in der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung die Abweisung 
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Weiter brachte sie ergänzende 
Bemerkungen zur Beschwerdelegitimation an.

G. Am 12. Juli 2021 stellte der Beschwerdegegner verschiedene Editionsbe-
gehren. Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 16. Juli 2021 auf eine Stellung-
nahme. Mit Schreiben vom 23. Juli 2021 schloss sich die Beschwerdegegnerin 
den Editionsbegehren an. Sie stellte zudem Antrag, die beiden Beschwerdeverfah-
ren SK2 21 39 und SK2 21 40 zu vereinen. Diesen Antrag zog sie am 10. Sep-
tember 2021 wieder zurück. Mit prozessleitender Verfügung vom 2. November 
2021 hiess der Vorsitzende der II. Strafkammer des Kantonsgerichts die Editions-
begehren teilweise gut. Da in der Zwischenzeit die Entbindungen vom Amtsge-
heimnis vorlagen, setzte er zudem dem Beschwerdegegner und der Beschwerde-
gegnerin Frist für die Einreichung einer Stellungnahme zur Beschwerde an.

H. Mit Schreiben vom 8. November 2021 trug die Beschwerdeführerin in recht-
licher Hinsicht völkerrechtliche Bestimmungen nach. Das Gericht eröffnete dem 
Beschwerdegegner und der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 10. Novem-
ber 2021 die Möglichkeit, sich innert der laufenden Frist zur Stellungnahme zur 
Beschwerde auch zu der Eingabe vom 8. November 2021 zu äussern. 

Am 18. November 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen Entscheid des Re-
gionalgerichts Plessur vom 11. November 2021 i.S. E._____ gegen D._____ und 
A._____ betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen/Kindesschutzmassnahmen 

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etc. ein. Der Beschwerdegegner verzichtete mit Schreiben vom 15. Dezember 
2021 auf eine Stellungnahme, die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 16. 
Dezember 2021.

I. Mit Datum vom 2. Dezember 2021 reichte die Beschwerdegegnerin ihre 
Stellungnahme zur Beschwerde ein, mit welcher sie deren kostenfällige Abwei-
sung verlangt, soweit auf sie eingetreten werden könne. 

J. Die Stellungnahme des Beschwerdegegners datiert vom 6. Dezember 
2021. Auch er beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit auf 
sie einzutreten sei. 

K. Mit Datum vom 13. Januar 2022 reichte die Beschwerdeführerin ergänzen-
de Bemerkungen zur Legitimation ein. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der 
Beschwerdegegner verzichteten auf eine Stellungnahme, die Beschwerdegegne-
rin liess sich nicht vernehmen.

Erwägungen

1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO 
und Art. 310 Abs. 2 StPO sowie Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Nichtanhand-
nahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft beim Kantonsgericht von Graubünden 
Beschwerde geführt werden. Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach Mittei-
lung der Verfügung schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). 
Vorliegend ging die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung am 14. Mai 2021 
dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu (act. E.1). Die Beschwerde erfolg-
te am 25. Mai 2021 (act. A.1) und damit – unter Berücksichtigung des Fristenlaufs 
an Feiertagen (Art. 90 Abs. 1 StPO) – fristgerecht.

2. Die Beschwerdeführerin erklärt in ihrer Eingabe vom 15. Juni 2021 die Be-
schwerdeschrift vom 25. Mai 2021 samt Beilagen zu einem integrierenden Be-
standteil. Dazu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeschrift vom 25. Mai 2021 ge-
gen zwei in separaten Verfahren mit unterschiedlicher Verfahrensleitung ergange-
ne Verfügungen der Staatsanwaltschaft gerichtet war, die voneinander abwei-
chende Anordnungen beinhalteten, sich an ungleiche Parteien richteten und ver-
schiedene Straftatbestände betrafen. Aus diesem Grund forderte der Vorsitzende 
der II. Strafkammer des Kantonsgerichts die Beschwerdeführerin am 28. Mai 2021 
auf, gegen die beiden angefochtenen Verfügungen je eine separate Beschwerde 
einzureichen, wobei materielle Ergänzungen nicht statthaft seien (act. D.1). Dieser 
Aufforderung ist die Beschwerdeführerin für vorliegendes Verfahren mit ihrer Ein-

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gabe vom 15. Juni 2021 nachgekommen. Würde nun die Beschwerdeschrift vom 
25. Mai 2021 der Intention der Beschwerdeführerin entsprechend als integrieren-
der Bestandteil der Eingabe vom 15. Juni 2021 betrachtet, so käme dies einer 
Umgehung der Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsge-
richts vom 28. Mai 2021 gleich. Das geht nicht an. Es ist zudem nicht am Gericht, 
die Eingabe vom 25. Mai 2021 aufzuschlüsseln und die verschiedenen Argumente 
den verschiedenen angefochtenen Verfügungen der Staatsanwaltschaft zuzuwei-
sen beziehungsweise zu mutmassen, welche Argumente die Beschwerdeführerin 
gegen welche Verfügung vorbringen möchte. Es war vielmehr Sache der Be-
schwerdeführerin, für jede der angefochtenen Verfügungen genau anzugeben, 
welche Punkte sie anficht, aus welchen Gründen ein anderer Entscheid getroffen 
werden sollte und welche Beweise sie anruft (vgl. Art. 385 Abs. 1 StPO). Aufgabe 
der Beschwerdeführerin war es folglich, sämtliche in der Beschwerdeschrift vom 
25. Mai 2021 enthaltenen Argumente in einer eigenen Rechtsschrift dem Gericht 
vorzulegen. Abzustellen ist daher auf die Eingabe vom 15. Juni 2021; einzig für 
die Fristwahrung ist die Beschwerde vom 25. Mai 2021 massgebend.

3. Fraglich und im Rahmen der Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen 
zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO zur vorlie-
genden Beschwerde legitimiert ist.

3.1. Die Beschwerdeführerin hat sich in ihrer Eingabe vom 13. Januar 2022 ein-
gehend zur Frage ihrer Legitimation geäussert. Wie bereits festgestellt, ging die 
Nichtanhandnahmeverfügung dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 
14. Mai 2021 zu. Die 10-tägige Rechtsmittelfrist war am 13. Januar 2022 längst 
abgelaufen. Die Eingabe kann daher höchstens als Replikschrift entgegenge-
nommen werden. Ergänzungen der Beschwerde können in einer Replikschrift nur 
gemacht werden, wenn die Stellungnahme der Gegenpartei dazu Anlass gibt und 
die Anträge und Rügen nicht schon in der Beschwerde hätten vorgebracht werden 
können (vgl. BGer 1B_51/2019 v. 28.03.2019 E. 2; BGE 132 I 42 E. 3.3.4). Es ist 
fraglich, ob die Beschwerdeführerin ihre Ausführungen im Schreiben vom 13. Ja-
nuar 2022 in einer Replikschrift noch vorbringen kann, stellt sie ihre Legitimation 
doch auf eine vollkommen neue Grundlage. Die Frage kann jedoch unbeantwortet 
bleiben, da die im Schreiben vom 13. Januar 2022 enthaltenen Argumente der 
Beschwerdeführerin ohnehin nicht zu überzeugen vermögen. Mit dieser Eingabe 
macht die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin geltend, das Rechtsmittel 
namens und im Auftrag der Beschwerdeführerin in deren Funktion als gesetzliche 
Vertretung ihres Sohnes erhoben zu haben. Dies trifft offensichtlich nicht zu. Zum 
einen geht aus der Beschwerde selbst deutlich hervor, dass die Beschwerdeführe-

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rin diese in ihrem eigenen Namen erhoben hat. Es finden sich in der gesamten 
Beschwerde keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin in Vertre-
tung ihres Sohnes gehandelt hätte. Insbesondere zeigen dies die Ausführungen 
zur Legitimation, die sich allein mit ihrer eigenen, originären Legitimation befas-
sen. Noch deutlicher ergeht im Übrigen der Strafanzeige vom 6. November 2020, 
dass die Beschwerdeführerin einzig in ihrem eigenen Namen handelt, wollte sie 
doch nur sich selbst als Privatklägerin konstituieren und Forderungen, die sie al-
lein betrafen, geltend machen (StA act. 1, S. 14 f. Ziff. 15 19, S. 16 Ziff. 4). Die 
Argumentation in der Eingabe vom 13. Januar 2022 findet in der Beschwerde kei-
ne Stütze und ist augenscheinlich eine reine Schutzbehauptung. Zum andern war 
die Ernennung eines Prozessbeistandes für E._____, welche die Beschwerdefüh-
rerin in ihrer Eingabe vom 13. Januar 2022 thematisierte, weder im vorinstanzli-
chen noch im Beschwerdeverfahren notwendig, denn der zur Anzeige gebrachte 
Sachverhalt erfüllte von Anfang an und leicht erkennbar keinen Straftatbestand 
(vgl. nachfolgend Erwägung 4). 

Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerde in eigenem Namen erhoben. Im Fol-
genden ist daher zu prüfen, ob ihr die dafür notwendige Legitimation zukommt.

3.2. Zur Anfechtung einer Nichtanhandnahmeverfügung sind namentlich die 
Parteien legitimiert, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 
Änderung eines Entscheids haben (Art. 322 Abs. 2 StPO, Art. 382 Abs. 1 StPO). 
Die Beschwerdelegitimation ist damit grundsätzlich den Parteien des Strafverfah-
rens vorbehalten, was neben der beschuldigten Person und der Staatsanwalt-
schaft namentlich auch die Privatklägerschaft ist (Art. 104 Abs. 1 StPO). Als Pri-
vatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am 
Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin oder -kläger zu beteiligen (Art. 118 Abs. 
1 StPO). Neben den Parteien gemäss Art. 104 StPO können auch andere Verfah-
rensbeteiligte im Sinne von Art. 105 StPO zur Beschwerde legitimiert sein, wenn 
sie in ihren Rechten unmittelbar betroffen sind und die Ergreifung eines Rechtsmit-
tels ein zur Wahrung ihrer Interessen erforderliches Verfahrensrecht ist (Art. 105 
Abs. 2 StPO). Die Beschwerdeführerin wäre damit zur Beschwerde legitimiert, 
wenn sie sich entweder als Privatklägerin konstituiert hätte bzw. konstituieren 
könnte oder als andere Verfahrensbeteiligte im Sinne von Art. 105 StPO unmittel-
bar betroffen wäre und die Ergreifung eines Rechtmittels ein zur Wahrung ihrer 
Interessen erforderliches Verfahrensrecht wäre.

3.3. Als andere Verfahrensbeteiligte nennt Art. 105 StPO unter anderem die 
Person, die Anzeige erstattet (lit. b). Die Beschwerdeführerin hat mit ihrer Eingabe 
vom 6. November 2020 Strafanzeige gegen den Beschwerdegegner und die Be-

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schwerdegegnerin eingereicht. Aus der Stellung als Anzeigeerstatterin allein lässt 
sich jedoch keine Beschwerdelegitimation ableiten. Der Anzeigeerstatterin kommt 
lediglich ein Auskunfts- bzw. Informationsrecht über den weiteren Verfahrensver-
lauf zu. Darüber hinaus verfügt sie über keine weiteren Verfahrensrechte (vgl. Art. 
301 Abs. 2 und 3 StPO). Die Anzeigeerstatterin wird daher durch eine Nichtan-
handnahme nicht beschwert und hat kein rechtlich geschütztes Interesse an deren 
Anfechtung, da das Gesetz kein voraussetzungsloses Beschwerderecht vorsieht. 
Aus ihrer Stellung als Anzeigeerstatterin kann die Beschwerdeführerin mithin kei-
ne Legitimation zur Beschwerde ableiten.

3.4. Die Beschwerdeführerin wäre zur Beschwerde legitimiert, wenn sie sich 
rechtmässig als Privatklägerin konstituiert hätte bzw. konstituieren könnte. Dazu 
müsste sie zunächst geschädigte Person sein (Art. 118 Abs. 1 StPO). Gemäss 
Art. 115 StPO gilt als geschädigte Person, wer durch eine Straftat in seinen Rech-
ten unmittelbar verletzt ist. Dies trifft nur auf den Träger des geschützten Rechts-
gutes selbst zu, nicht auf allenfalls indirekt betroffene Angehörige (BGer 
1B_82/2012 v. 02.04.2012 E. 2.3.2).

3.4.1. Geschütztes Rechtsgut bei der Begünstigung (Art. 305 StGB) ist das Funk-
tionieren der Strafrechtspflege (BGer 6B_761/2016 v. 16.05.2017 E. 3.4.1). Es 
werden mithin keine individuellen Rechtsgüter geschützt. Die Beschwerdeführerin 
kann demzufolge durch eine Begünstigung nicht geschädigt werden, da sie nicht 
Trägerin des geschützten Rechtsguts sein kann. Bezüglich einer Begünstigung 
fehlt der Beschwerdeführerin somit die Legitimation (vgl. BGer 1C_661/2020 v. 
15.04.2021 E. 4.1). Dasselbe würde im Übrigen für den Sohn der Beschwerdefüh-
rerin gelten, auch er wäre durch eine Begünstigung nicht geschädigt.

3.4.2. Der Straftatbestand des Amtsmissbrauchs (Art. 312 StGB) schützt nebst 
öffentlichen Interessen sekundär auch das Interesse der Bürgerinnen und Bürger, 
nicht unkontrollierter sowie willkürlicher staatlicher Machtentfaltung ausgesetzt zu 
werden (BGE 127 IV 209 E. 1b; BGer 1C_661/2020 v. 15.04.2021 E. 4.1; BGer 
6B_214/2019 v. 15.05.2019 E. 4.7). Praxisgemäss gelten bei Strafnormen, die 
nicht primär Individualrechtsgüter schützen, nur diejenigen Personen als Geschä-
digte, die durch die in der Strafnorm umschriebenen Tatbestände in ihren mitge-
schützten Rechtsgütern beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung un-
mittelbare Folge der tatbestandsmässigen Handlung ist (BGer 1C_456/2021 v. 
06.01.2022 E. 1.3). Gemäss Strafanzeige sollen der Beschwerdegegner und die 
Beschwerdegegnerin ihre Amtsgewalt missbraucht haben, indem sie keine Straf-
anzeige eingereicht haben, nachdem sie von den behaupteten sexuellen Hand-
lungen mit einem Kind erfahren hatten. Wenn in dieser Konstellation überhaupt ein 

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Individualrechtsgut geschützt wird, dann wäre dies die sexuelle Integrität des Soh-
nes der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin ist nicht Trägerin des allen-
falls geschützten Rechtsgutes und damit kann sie nicht in ihren individuellen 
Rechten verletzt sein. Folge davon ist, dass sie sich nicht als Privatklägerin konsti-
tuieren kann, weshalb ihr die Legitimation zur Beschwerde abgeht.

Ob der Sohn der Beschwerdeführerin zur Beschwerde legitimiert wäre, muss nicht 
näher untersucht werden, da die Beschwerdeführerin die Beschwerde in ihrem 
eigenen Namen erhoben hat (vgl. Erwägung 3.1). Es sei in diesem Zusammen-
hang darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Strafanzeige aus-
drücklich sich selbst als Privatklägerin konstituieren wollte, nicht jedoch ihren Sohn 
(StA act. 1, S. 16 Ziff. 4). 

3.4.3. Zum selben Ergebnis gelangt man, wenn man davon ausgeht, dass es sich 
bei E._____ um ein Opfer handelt (Art. 116 Abs. 1 StPO). Als Mutter stünden der 
Beschwerdeführerin dieselben Rechte zu wie dem Opfer, sofern sie Zivilan-
sprüche geltend macht (Art. 117 Abs. 3 StPO). Die Beschwerdeführerin könnte 
sich somit als Privatklägerin konstituieren, wenn sie Zivilansprüche geltend ma-
chen könnte. Vorliegend würde sich ein Strafverfahren jedoch gegen einen Be-
rufsbeistand und gegen das instruierende Mitglied der KESB richten. Bei beiden 
handelt es sich um im Dienste eines Gemeinwesens stehende Personen und die 
behauptete strafbare Tat wäre in Ausübung ihrer dienstlichen Tätigkeit geschehen. 
Damit wären Forderungen gegen beide im Staatshaftungsverfahren geltend zu 
machen (vgl. Art. 454 Abs. 3 ZGB, Art. 65 des Einführungsgesetzes zum Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100], Art. 1 Abs. 1 lit. c des Geset-
zes über die Staatshaftung [SHG, BR 170.050]). Der Beschwerdeführerin würden 
folglich keine Zivilforderungen gegen den Beschwerdegegner und die Beschwer-
degegnerin zustehen, weshalb sie sich nicht als Privatklägerin konstituieren könn-
te (vgl. dazu BGer 6B_848/2021 v. 06.09.2021 E. 2). Aus diesem Grund kann of-
fen bleiben, ob E._____ als Opfer zu qualifizieren wäre. Die Beschwerdeführerin 
könnte sich so oder anders nicht als Privatklägerin konstituieren, weshalb sie zur 
Beschwerde nicht legitimiert ist.

3.4.4. Was die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde zur Legitimation vor-
bringt, hilft nicht. Dass sie am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, be-
gründet für sich allein keine Legitimation. Vielmehr hätte die Beschwerdeführerin 
begründen müssen, worin ihr rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
der Nichtanhandnahmeverfügung liegt (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Sie hätte die 
Tatsachen, welche sie legitimiert erscheinen lassen, plausibel und schlüssig dar-
legen müssen. Das hat sie nicht getan. Auch der Umstand, dass die angefochtene 

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Verfügung eine Rechtsmittelbelehrung enthält, lässt für die Beschwerdeführerin 
keine Legitimation entstehen (vgl. zur vergleichbaren Rechtslage bei fehlerhaften 
Rechtsmittelbelehrungen BGer 6S.83/2005 v. 24.03.2005 E. 2; BGer 
2D_133/2007 v. 26.02.2008 E. 2.3; BGer 1A.235/2002 v. 13.03.2003 E. 2). 
Schliesslich genügt auch der Hinweis der Beschwerdeführerin, sie sei zweifellos 
beschwert, nicht. Wie gesehen ist die Beschwerdeführerin weder geschädigte 
Person noch Privatklägerin. Als Anzeigeerstatterin aber fehlt es ihr augenschein-
lich an der Beschwer.

3.4.5. Dass der in der Strafanzeige geschilderte Sachverhalt einen anderen Straf-
tatbestand erfüllen würde, der ein Rechtsgut der Beschwerdeführerin verletzen 
würde, macht sei nicht geltend, und dies ist auch nicht ersichtlich. Auch in dieser 
Hinsicht spricht nichts für die Legitimation der Beschwerdeführerin. 

3.5. Aus dem Dargelegten erhellt, dass die Beschwerdeführerin unter keinem 
Titel zur Erhebung der Beschwerde in eigenem Namen legitimiert ist. Fehlt aber 
die Legitimation, so kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.

4. Die Beschwerde wäre im Übrigen ohnehin abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten werden könnte. 

4.1. Die Amtsgewalt missbraucht, wer die Machtbefugnisse, die ihm sein Amt 
verleiht, unrechtmässig anwendet, das heisst, kraft seines Amtes hoheitlich verfügt 
oder auf andere Art Zwang ausübt, wo dies nicht geschehen dürfte (vgl. BGer 
1C_456/2021 v. 06.01.2022 E. 5.1 mit Hinweisen; Stefan Heimgartner, in: Niggli/ 
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 7 zu 
Art. 312 StGB). Wie die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Nichtanhand-
nahmeverfügung zu Recht ausgeführt hat, ist im von der Beschwerdeführerin be-
anstandeten Verhalten des Beschwerdegegners und der Beschwerdegegnerin − 
dass diese nämlich den Sachverhalt nicht gründlich abgeklärt haben sollen bzw. 
keine Strafanzeige eingereicht haben, nachdem sie von den behaupteten sexuel-
len Handlungen mit einem Kind erfahren hatten − kein Zwang zu erkennen, wie 
ihn Art. 312 StGB verlangt. Nachdem kein Zwang ersichtlich ist, fehlt es an der 
Erfüllung des objektiven Tatbestandes, weshalb die Staatsanwaltschaft richtiger-
weise die Anhandnahme einer Strafuntersuchung ablehnte. Die Beschwerdeführe-
rin setzt sich mit der Begründung der Staatsanwaltschaft nicht auseinander; ins-
besondere zeigt sie nicht auf, worin der Zwang bestanden haben soll. Insgesamt 
äussert sie sich in der Beschwerde zum Straftatbestand des Amtsmissbrauchs 
überhaupt nicht, was ebenfalls einen Nichteintretensentscheid zur Folge hätte. 

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4.2. Die Beschwerdeführerin hat richtig erkannt, dass eine Unterlassung nur 
dann den objektiven Straftatbestand der Begünstigung erfüllen kann, wenn den 
Begünstigenden eine Garantenpflicht trifft (vgl. dazu auch Vera Delnon/Bernhard 
Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl., Ba-
sel 2019, N 25 zu Art. 305 StGB). Meldepflichten sind noch keine Garantenpflich-
ten (BGer 6S.163/2004 v. 10.11.2004). Eine Garantenpflicht hat nur, wer mit ent-
sprechenden Schutz- und Überwachungsaufgaben betraut ist bzw. eine besonde-
re Pflicht zur Mitwirkung an der Strafrechtspflege hat, namentlich eine Anzeige-
pflicht (BGE 141 IV 459 E. 4.2). Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine An-
zeigepflicht ergebe sich einerseits aus Art. 61 Abs. 1 EGzZGB, andererseits hät-
ten die KESB und auch der Beistand von Gesetzes wegen eine Garantenpflicht, 
diene ihre Tätigkeit doch dem konkreten oder abstrakten Schutz Hilfsbedürftiger.

4.2.1. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin enthält Art. 61 EGzZGB 
keine Anzeigepflicht möglicher Straftaten bei einer Strafverfolgungsbehörde, son-
dern eine Meldepflicht im Sinne einer Gefährdungsmeldung an die Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde (vgl. Art. 443 ZGB). Dies ergibt sich schon aus der 
Stellung von Art. 61 EGzZGB im Gesetz: Im besonderen Teil des EGzZGB wer-
den unter dem Haupttitel „Familienrecht“ und dem Titel „Kindes- und Erwachse-
nenschutz“ jeweils in Untertiteln die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, die 
Berufsbeistandschaften, die Führung der Berufsbeistandschaften, die Fürsorgeri-
sche Unterbringung, das Verfahren sowie die gemeinsamen Bestimmungen gere-
gelt. Art. 61 Abs. 1 EGzZGB findet sich bei den gemeinsamen Bestimmungen, 
was deutlich macht, dass er sich auf die vorhergehenden Inhalte bezieht und folg-
lich eine Pflicht zur Meldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde sta-
tuiert. Diese Beurteilung findet ihre Bestätigung in der Botschaft der Regierung an 
den Grossen Rat betreffend die Umsetzung des neuen Kindes- und Erwachse-
nenschutzes, in welcher festgestellt wird, dass mit Art. 61 EGzZGB die in Art. 443 
ZGB enthaltene Meldepflicht konkretisiert werde (Botschaft zur Teilrevision des 
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [Umsetzung neues 
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht] vom 20. September 2011, Heft Nr. 
9/20112012 1009 ff., S. 1069 f.). Schliesslich spricht auch der Wortlaut von Art. 
61 Abs. 1 EGzZGB dafür, dass allein von einer Gefährdungsmeldung an die Kin-
des- und Erwachsenenschutzbehörde die Rede ist. Art. 61 Abs. 1 EGzZGB enthält 
keine Anzeigepflicht bezüglich Straftaten. 

4.2.2. Ob dem Beschwerdegegner und der Beschwerdegegnerin aufgrund des 
gesetzlichen Auftrags an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, für den 
Schutz Hilfsbedürftiger besorgt zu sein (vgl. Art. 307 ZGB und Art. 388 Abs. 1 

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ZGB), Garantenstellung zukam, muss nicht untersucht werden, denn selbst als 
Garanten hätte sie im vorliegenden Fall keine Handlungspflicht getroffen (vgl. zur 
Garantenstellung der Mitglieder einer KESB aber immerhin BGer 1C_57/2018 v. 
19.11.2018 E. 5.3). Auch als Garanten stand es ihnen nämlich zu, die Anschuldi-
gungen auf ihre Plausibilität zu prüfen und nur an eine Strafverfolgungsbehörde 
weiterzugeben, wenn die Vorwürfe einen realen Anfangsverdacht für eine Straftat 
enthielten. Dabei durften sie sowohl ihre fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen in 
die Prüfung miteinbeziehen als auch die gesamte ihnen bekannte Situation zwi-
schen der Beschwerdeführerin und dem Kindsvater sowie das jeweilige Verhalten 
dieser beiden Parteien. Wenn sie dabei in vertretbarer Weise zum Schluss gelang-
ten, dass kein Anfangsverdacht für eine strafbare Handlung gegeben war, konnten 
sie auch als Garanten auf die Stellung einer Strafanzeige gegen den Kindsvater 
verzichten. Insoweit stand ihnen ein gewisses Ermessen zu. Genau diesen Weg 
haben der Beschwerdegegner und die Beschwerdegegnerin beziehungsweise die 
KESB eingeschlagen, nachdem sie Abklärungen getroffen und unter anderem mit 
dem Kindsvater, der Kindesvertreterin, der Mutter der Beschwerdeführerin sowie 
dem Vater der Beschwerdeführerin Gespräche geführt und Kontakt gehabt hatten 
(vgl. Strafanzeige vom 6. November 2020, StA act. 1, S. 1  4). Dass ihre Beurtei-
lung nicht abwegig war, wird durch die in Rechtskraft erwachsene Einstellungsver-
fügung bezüglich des gegen den Kindsvater eingeleiteten Verfahrens bestätigt, die 
aufgrund eines fehlenden Tatverdachts ergangen ist (vgl. StA act. 1, S. 11 Ziff. 8). 
Der Verzicht auf eine Strafanzeige gegen den Kindsvater kann daher nicht als 
Verletzung einer Garantenpflicht beurteilt werden. 

4.2.3. Andere gesetzliche Grundlagen, die den Beschwerdegegner und die Be-
schwerdegegnerin dazu verpflichtet hätten, bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft 
eine Strafanzeige einzureichen, nachdem sie vom Vorwurf der sexuellen Hand-
lung mit einem Kind erfahren hatten, nennt die Beschwerdeführerin nicht und es 
sind auch keine ersichtlich. Weder den Beschwerdegegner noch die Beschwerde-
gegnerin traf mithin die Pflicht, eine Strafanzeige einzureichen. Damit aber konnte 
die Unterlassung der Strafanzeige den objektiven Tatbestand der Begünstigung 
nicht erfüllen. Die Staatsanwaltschaft hat zu Recht auf die Eröffnung einer Strafun-
tersuchung verzichtet.

4.3. Andere Straftatbestände, die der Beschwerdegegner und die Beschwerde-
gegnerin mit dem Verzicht auf eine Strafanzeige erfüllt haben sollen, macht die 
Beschwerdeführerin nicht geltend. Es ist denn auch kein Straftatbestand ersicht-
lich, der das Verhalten des Beschwerdegegners und der Beschwerdegegnerin 
unter Strafe stellen würde.

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4.4. Insgesamt ist darin, dass der Beschwerdegegner und die Beschwerdegeg-
nerin keine Strafanzeige eingereicht haben, nachdem sie vom Vorwurf der sexuel-
len Handlungen mit einem Kind Kenntnis erhalten hatten, kein strafbares Verhal-
ten zu erkennen.

5. Lediglich ergänzend sei auf den Vorwurf eingegangen, die Staatsanwalt-
schaft habe ein strafbares Verhalten in antizipierender Weise ausgeschlossen, 
ohne überhaupt die nötigen Untersuchungshandlungen durchgeführt zu haben. 
Welche Untersuchungshandlungen nach Ansicht der Beschwerdeführerin notwen-
dig gewesen wären, ergibt sich aus der Begründung der Beschwerde nicht mit 
letzter Sicherheit, es geht aber wohl um die Einvernahme der Beschwerdeführerin, 
ihres Sohnes, ihrer Mutter und der Hüteperson ihres Sohnes. Wie bereits einläss-
lich dargelegt, kann das zur Anzeige gebrachte Verhalten des Beschwerdegeg-
ners und der Beschwerdegegnerin unter keinen Straftatbestand subsumiert wer-
den. Das liegt nicht daran, dass ihr Verhalten nicht geklärt wäre, sondern daran, 
dass es aus rechtlichen Gründen keinen Straftatbestand erfüllt. Daran vermöchten 
die von der Beschwerdeführerin angesprochenen Einvernahmen nichts zu ändern, 
gerade weil das angezeigte Verhalten aus rechtlichen Gründen nicht strafbar ist 
(vgl. auch BGer 6B_1347/2019 v. 11.08.2020 E. 4). Aus diesem Grund hat die 
Entscheidung der Staatsanwaltschaft auch nichts Antizipierendes. Die Staatsan-
waltschaft hat das angezeigte Verhalten materiell geprüft und erkannt, dass dieses 
aus rechtlichen Gründen unter keinem Titel strafbar ist. Sie musste daher keine 
Untersuchungshandlungen vornehmen, sondern hatte vielmehr eine Nichtanhand-
nahmeverfügung zu erlassen (vgl. Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Das Vorgehen der 
Staatsanwaltschaft erweist sich als in jeder Hinsicht korrekt.

6.1. Die Beschwerdeführerin hat sich in den Beschwerdebegehren die Ausdeh-
nung des Strafverfahrens auf weitere Personen vorbehalten, insbesondere auf 
F._____, den ehemaligen Leiter der KESB I._____, auf G._____, die als instruie-
rendes Mitglied der KESB I._____ den Fall E._____ vor C._____ betreut hat (in-
soweit handelt es sich, soweit aus den Akten ersichtlich, bei ihr nicht um die Bei-
ständin) sowie auf Rechtsanwältin Dr. iur. H._____, die Kindesvertreterin. In der 
Begründung der Beschwerde verlangt sie dann konkret die Ausdehnung der Stra-
funtersuchung auf F._____ und G._____ (act. A.2, N 34). Sowohl bezüglich 
F._____ als auch bezüglich G._____ stellt sich die Rechtslage gleich dar wie mit 
Bezug auf den Beschwerdegegner und die Beschwerdegegnerin. Es kann daher 
festgehalten werden, dass F._____ und G._____, soweit ihnen die Vorwürfe der 
Beschwerdeführerin gegen den Kindsvater überhaupt zur Kenntnis gelangt waren, 
aus rechtlichen Gründen keine strafbare Handlung begangen haben können. Die 

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Ausdehnung bzw. Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen F._____ und G._____ 
ist damit abzulehnen (vgl. Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). 

6.2. Anders als bei F._____ und G._____ stellt die Beschwerdeführerin in der 
Beschwerdebegründung keinen konkreten Antrag auf Ausdehnung des Verfahrens 
auf Rechtsanwältin H._____. Dies zu Recht, da auch diesbezüglich keine Straftat 
erkennbar ist. Rechtsanwältin H._____ ist  auch als Kindesvertreterin  weder 
Beamtin noch Mitglied einer Behörde und es besteht für sie keine Anzeigepflicht, 
weshalb sie sich schon aus rechtlichen Gründen weder eines Amtsmissbrauchs 
nach Art. 312 StGB noch einer Begünstigung nach Art. 305 StGB schuldig ge-
macht haben kann. Dass ein anderer Straftatbestand erfüllt sein könnte, ist nicht 
ersichtlich und würde sich auch nicht aus der Beschwerde ergeben. Eine Ausein-
andersetzung mit den Vorwürfen der Beschwerdeführerin gegen Rechtsanwältin 
H._____ kann daher unterbleiben.

7. Inwieweit die nachgetragenen Hinweise auf völkerrechtliche Bestimmungen 
und der nachgereichte unbegründete Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 
11. November 2021 an der dargelegten Sach- und Rechtslage etwas ändern 
könnten, wird von der Beschwerdeführerin weder begründet, noch ist dies ersicht-
lich. Daher braucht auf diese Nachträge nicht weiter eingegangen zu werden.

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin die Legi-
timation zur Beschwerde fehlt, weshalb auf die Beschwerde nicht eingetreten wer-
den kann. Selbst wenn die Beschwerde materiell zu prüfen wäre, wäre die Nicht-
anhandnahmeverfügung zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen, da das 
angezeigte Verhalten des Beschwerdegegners und der Beschwerdegegnerin of-
fensichtlich keinen Straftatbestand erfüllt.

9. Die Beschwerdeführerin beantragt mit ihren Beschwerdeanträgen die Ak-
teneinsicht und Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Dabei handelt es 
sich um prozessuale Anträge, die separat zu behandeln waren, zumal Gegen-
stand der Beschwerde einzig und allein die angefochtene Verfügung ist. 

Die verlangte Akteneinsicht wurde der Beschwerdeführerin am 20. Juli 2022 ge-
währt. Mit Eingabe vom 8. August 2022 teilte ihr Rechtsvertreter mit, nach Akten-
einsicht allenfalls eine weitere Stellungnahme einzureichen. Mit Schreiben vom 
31. August 2022 verzichtete er darauf.  Eine Ergänzung wäre im Übrigen aufgrund 
der peremptorischen Beschwerdefrist ohnehin nicht mehr zulässig gewesen. So-
weit eine Akteneinsicht für die Abfassung der Beschwerde erforderlich ist, hat die-
se während laufender Rechtsmittelfrist zu erfolgen. Eine Antragstellung erst mit 

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Ablauf der Beschwerdefrist im Rahmen der Beschwerdeanträge berechtigt nicht 
zu einer neuerlichen Fristansetzung für die Ergänzung der Beschwerde (Patrick 
Guidon, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 6 zu Art. 396 StPO).

Das mit den Beschwerdeanträgen gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege wurde in einem separaten Verfahren KGer GR SK2 21 44 v. 19.10.2022 
behandelt (vgl. auch sogleich Erwägung 10).

10. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens gestützt 
auf Art. 428 Abs. 1 StPO der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zumal gemäss 
Art. 428 Abs. 1 Satz 2 auch nicht legitimierte Rechtsmitteleinleger kostenpflichtig 
werden (Thomas Domeisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 4 zu Art. 428 
StPO). Die Beschwerdeführerin hat für das vorliegende Beschwerdeverfahren die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. Das Gesuch wurde im 
separaten Verfahren KGer GR v. 19.10.2022 SK2 21 44 abgewiesen, weshalb die 
Gerichtskosten von der Beschwerdeführerin zu tragen sind.

Gemäss Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; 
BR 350.210) erhebt das Gericht im Beschwerdeverfahren eine Gebühr von CHF 
1'000.00 bis CHF 5'000.00. Unter Berücksichtigung des angefallenen Aufwands 
des Gerichts und der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin werden die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens auf die Minimalgebühr von CHF 1'000.00 festgesetzt. 

11. Sowohl der Beschwerdegegner als auch die Beschwerdegegnerin beantra-
gen die Zusprechung einer Entschädigung für ihre ausseramtlichen Aufwendun-
gen im Beschwerdeverfahren. 

11.1. Zunächst stellt sich die Frage, zu wessen Lasten eine Entschädigung ge-
hen muss. Auch im Strafprozess gilt der allgemeine Grundsatz, dass unnötige 
Kosten zu bezahlen hat, wer sie verursacht (sog. Verursacherprinzip). Dieser 
Grundsatz liegt Art. 417 StPO zugrunde, welcher statuiert, dass die durch Säum-
nis und andere fehlerhafte Verfahrenshandlungen entstehenden Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen durch den Verursacher zu tragen sind (vgl. BGer 1B_534/2018 
v. 04.04.2019 E. 3.3). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin Beschwerde erho-
ben, obwohl ihr die Legitimation dazu fehlte. Die fehlende Legitimation hat sich 
daraus ergeben, dass sich die Beschwerdeführerin nicht als Privatklägerin konsti-
tuieren kann, weil sie weder geschädigte Person ist, noch über zivilrechtliche For-
derungen gegen die Beanzeigten verfügt. Damit kann sie allein als Anzeigeerstat-

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terin betrachtet werden. Als Anzeigeerstatterin aber stehen ihr, wie bereits ausge-
führt, neben dem Auskunftsrecht bezüglich der Einleitung und Erledigung des 
Strafverfahrens keine weitergehenden Verfahrensrechte zu (Art. 301 Abs. 2 und 3 
StPO), insbesondere kann sie kein Rechtsmittel ergreifen. Das Fehlen der Legiti-
mation ist offensichtlich und leicht zu erkennen. Die Beschwerdeführerin war von 
Anfang an anwaltlich vertreten. Das sorgfältige Abschätzen der Prozessaussichten 
und damit auch die Auseinandersetzung mit den Eintretensvoraussetzungen eines 
Rechtsmittels gehören zu den grundlegenden Pflichten eines Rechtsanwalts. Die 
mangelnde Sorgfalt hat zu einer fehlerhaften Verfahrenshandlung geführt  näm-
lich zur Einreichung der Beschwerde trotz offensichtlich fehlender Legitimation , 
die der Beschwerdeführerin anzurechnen ist. Die Beschwerdeführerin konnte die 
Beschwerde nicht in guten Treuen erheben, weshalb die beim Beschwerdegegner 
und der Beschwerdegegnerin durch das Rechtsmittel entstandenen Kosten zu 
Lasten der Beschwerdeführerin gehen. Zu demselben Ergebnis führt eine analoge 
Anwendung von Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 432 Abs. 1 StPO (vgl. dazu KGer 
GR SK2 11 23 v. 14.9.2011 E. 5).

Selbst wenn man die Anwendung von Art. 417 StPO und Art. 436 Abs. 1 StPO 
i.V.m. Art. 432 Abs. 1 StPO verneinen wollte, hätte die Beschwerdeführerin die 
ausseramtlichen Kosten des Beschwerdegengers und der Beschwerdegegnerin 
zu tragen. Denn der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hätte schon bei Be-
achtung elementarster Sorgfalt erkennen können und müssen, dass die Be-
schwerdeführerin zur Erhebung der Beschwerde nicht legitimiert ist. Dass er die 
Legitimation nicht abgeklärt hat, muss als grobfahrlässig beurteilt werden. Diese 
Grobfahrlässigkeit hat zur Einleitung des Beschwerdeverfahrens geführt. In analo-
ger Anwendung von Art. 420 lit. a StPO könnte der Kanton Graubünden in dieser 
Situation für die Kosten aus dem Beschwerdeverfahren, die er zu tragen hätte, 
Rückgriff auf die Beschwerdeführerin nehmen, so dass diese Kosten zulasten der 
Beschwerdeführerin gehen würden.

Insgesamt steht fest, dass die Beschwerdeführerin für die ausseramtlichen Kosten 
des Beschwerdegegners und der Beschwerdegegnerin aufzukommen hat.

11.2. Das Gericht geht bei der Festsetzung der Entschädigung grundsätzlich vom 
Betrag aus, welchen die entschädigungsberechtigte Partei für die anwaltliche Ver-
tretung geltend macht, soweit namentlich die Aufwendungen angemessen sind 
und ein üblicher Stundenansatz vereinbart worden ist (Art. 2 Abs. 2 Honorarver-
ordnung [HV; BR 310.250]). Dabei gilt ein Stundenansatz zwischen CHF 210.00 
und CHF 270.00 als üblich (Art. 3 Abs. 1 HV). Sofern keine Honorarvereinbarung 
nachgewiesen ist, wird die Entschädigung praxisgemäss auf Basis des mittleren 

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Stundenansatzes von CHF 240.00 berechnet (vgl. KGer GR SK2 14 7 v. 
15.07.2014 E. 8 m.w.H.).

11.3. Der Beschwerdegegner hat eine Honorarnote eingereicht, in welcher er ei-
nen Aufwand von 12.40 Stunden geltend macht (act. G.4), was angemessen er-
scheint. Der verwendete Stundenansatz von CHF 270.00 ist mittels Vereinbarung 
nachgewiesen (act. G.2). Die geltend gemachte Spesenpauschale von 3 % des 
Honorars nach Zeitaufwand entspricht der im Kanton Graubünden herrschenden 
Praxis. Zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7 % ergibt dies eine Entschädigung von 
CHF 3‘713.90, welche durch die Beschwerdeführerin zu tragen ist.

11.4. Die Beschwerdegegnerin hat am 16. Dezember 2021 eine Honorarnote 
eingereicht, welche ihre sämtlichen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auf-
führt (act. G.5). Sie macht einen Aufwand von 24.35 Stunden geltend. Dies er-
scheint angesichts der sich stellenden Fragen als sehr hoch, auch im Vergleich 
zum Aufwand des Beschwerdegegners, der sich gegen dieselben Vorwürfe vertei-
digen musste. Sieht man die Honorarnote durch, fällt auf, dass sowohl bezüglich 
des Gesuches um Entbindung vom Amtsgeheimnis, als auch im Zusammenhang 
mit der Stellungnahme zur Beschwerde erheblicher Aufwand abgerechnet worden 
ist. Das Gesuch um Entbindung vom Amtsgeheimnis (act. C.1.1) und auch die 
Stellungnahme zur Beschwerde (act. A.18) enthalten umfangreiche Ausführungen 
theoretischer Natur, welche zwar gemacht werden können, in dieser Ausführlich-
keit jedoch nicht notwendig und damit nicht angemessen waren. Bezüglich der 
Stellungnahme zur Beschwerde ist zudem festzustellen, dass der Beschwerdefüh-
rerin die Legitimation zur Beschwerde offensichtlich fehlt. Detaillierte Ausführun-
gen materieller Art zu den verschiedenen Straftatbeständen waren in der Stel-
lungnahme zur Beschwerde daher nicht notwendig, eine kurze, konzise Darstel-
lung der wichtigsten Argumente hätte genügt. Es rechtfertigt sich in dieser Situati-
on, den Aufwand für das Gesuch um Entbindung vom Amtsgeheimnis um drei 
Stunden und für die Stellungnahme zur Beschwerde um sechs Stunden zu kürzen, 
so dass insgesamt ein Aufwand von 15.35 Stunden als angemessen erachtet wird. 
Der verwendete Stundenansatz von CHF 250.00 ist mittels Vereinbarung nachge-
wiesen (act. G.1). Zu kürzen ist allerdings die geltend gemachte Spesenpauschale 
von 4 %, da im Kanton Graubünden praxisgemäss eine Pauschale in Höhe von 3 
% des Honorars nach Zeitaufwand festgesetzt wird, was im vorliegenden Fall an-
gemessen ist (vgl. KGer GR SK1 17 44 v. 18.10.2018 E. 14.3). Unter Hinzurech-
nung der Mehrwertsteuer von 7.7 % ergibt sich eine Entschädigung von CHF 
4‘257.00, welche durch die Beschwerdeführerin zu tragen ist.

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Demnach wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten 
von A._____.

3.1. B._____ wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung in Höhe 
von CHF 3‘713.90 (inkl. Spesen und MwSt.) zu Lasten von A._____ zuge-
sprochen. 

3.2. C._____ wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung in Höhe 
von CHF 4‘257.00 (inkl. Spesen und MwSt.) zu Lasten von A._____ zuge-
sprochen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: