# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 854944eb-5860-5c4a-8116-15281c41ae1e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-03-28
**Language:** de
**Title:** Nach Rückweisung zur medizinischen Abklärung im Zweitverfahren Einkommensvergleich und Höhe der Integritätsentschädigung strittig. Es wurde zu Recht auf die Tabellen der LSE abgestellt.
**Docket/Reference:** UV.2022.00180
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2022.00180.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2022.00180
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Senn
Ersatzrichterin Tanner Imfeld
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
28. März 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Petra
Oehmke
Schiess
OZB Rechtsanwälte
Bahnhofplatz 9, Postfach, 8910 Affoltern am Albis
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1965,
war für verschiedene Arbeitgeber als
R
aumpfle
gerin
tätig und im Rahmen eines 40
%
-Pensums bei
Y.___
seit dem
1.
Oktober 2012 bei der AXA Versicherungen AG (A
XA
) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1
1.
Januar 2018 zog sie sich bei einem Sturz eine dislozierte Fraktur
an der
Basis
des
Os
Metatarsale
V
mit Beteiligung des
Lisfranc
-Gelenks am linken
Fuss und eine Kontusion der rechten Hand zu (
Urk.
1
0
/
A
1
und
Urk.
1
1
/
M1-
M2)
. Die A
XA
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld;
Urk.
1
0
/
A
4,
Urk.
1
0
/
A
28).
Mit Verfügung vom
2.
Mai 2019 (
Urk.
1
0
/
A
51) schloss
sie
den Fall per
1.
Juni 2019 ab und stellte ihre Leistungen
ein.
Daran hielt sie nach
er
folgter
Einsprache
(
Urk.
1
0
/
A
61) mit E
insprachee
ntscheid vom
7.
November 2019
fest
(
Urk.
10/A75
).
Die dagegen erhobene
Beschwerde
hiess
das hiesige
Sozialversicherungsgericht
mit Urteil UV.201
9
.00
286
vom 1
.
Dezember
20
20
in dem Sinne
gut
, dass der angefochtene Entscheid aufgehoben
und die Sache zur Vornahme von weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid an die
AXA
zurück
ge
wies
en
wurde
(
Urk.
10/
A86
).
1.2
In Umsetzung des Urteils
forderte die
AXA
Berichte der behandelnden Ärzte an (vgl.
Urk.
10/A88
ff.
)
und
veranlasste
eine
orthopädisch
-
traumatologische
und
neurologisch
e
Begutachtung in der
Z.___
GmbH (Gutachten vom 2
2.
November 2021;
Urk.
11/M76).
Mit Verfügung vom 1
4
.
Februar
20
22
bejahte
die
AXA einen Anspruch auf ein Taggeld
der Unfallversicherung
bis 1
4.
November 2021
(
Ablösung
ab 1
5.
November 2021
durch ein Taggeld
der Eidgenössischen Invali
denversicherung
) und
stellte die
Leistungen für
Heilbehandlung per 3
0.
Novem
ber 2021 ein
. Sodann verneinte
sie
bei einem Invaliditätsgrad von 0
%
einen Anspruch auf eine Invalidenrente
und
s
prach
der Versicherten
basieren
d
auf eine
r
Integritätseinbusse von 10
%
eine Integritätsentschädigung von
Fr.
14'820.
--
zu (
Urk.
10/A13
6
).
Die dagegen erhobene Einsprache vom
22
.
Februar
20
22
(
Urk.
10/
A140
) wies
die AXA
mit Entscheid vom
2
1.
September 2022
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob d
ie
Versicherte am
3
0.
September
202
2
Beschwerde
mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«
Es sei der Einspracheentscheid vom 2
1.
September 2022 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen,
-
der Beschwerdeführerin
ab 1
5.
November 2021 eine Erwerbsunfähigkeits
rente aus der Unfallversicherung basierend auf einem Erwerbsunfähig
keitsgrad von 20
% zuzusprechen,
-
auch künftig für die Kosten für die unfallbedingten Schmerztherapien (Medikamente, Ergo- und Physiotherapie)
der Beschwerdeführerin
aufzu
kommen
,
-
der Beschwerdeführerin
eine Integritätsentschädigung von 20
%
(anstatt 10
%
) auszurichten.
»
Mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
Januar
202
3
schloss die
AXA
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12
)
, was der Beschwerdeführerin am 2
6.
Januar 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
Nach der Festsetzung der Rente werden dem Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (
Art.
10–13) gewährt, wenn er
zur Erhaltung seiner verblei
benden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf
(Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG).
1.
2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2
S. 2 f.
)
, die Gutachter der
Z.___
GmbH seien anlässlich der Untersuchungen vom 27.
Oktober 2021 zum Schluss gekommen, dass die reduzierte Belastbarkeit sowie die neuropathischen Schmerzen im linken Fuss überwiegend wahrscheinlich auf die beim Unfall vom 1
1.
Januar 2018 erlittene
Metatarsale
-Fraktur
V links und die anschliessend erfolgten operativen Behandlungen zurückzuführen seien. Infolgedessen sei die Tätigkeit als Raumpflegerin aus orthopädischer und neuro
logischer Sicht dauerhaft nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit mit leichter körperlicher Belastung, in Wechselbelastung sowie überwiegend im Sitzen sei indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Die Gutachter hätten ausgeführt, dass
von
einer Fortführung der Behandlung keine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei und dass am linken OSG/USG und am linken Mittelfuss keine funktionellen Einschränkungen vorlie
gen würden, die in Anlehnung an die Suva-Tabelle 2 einen Integritätsschaden rechtfertigen
könnten
.
Die Frage, o
b als Folge des Ereignisses vom 1
1.
Januar 2018 ein Integritätsschaden resultiere, sei ergänzend zum Gutachten der
Z.___
GmbH durch ihren medizinischen Dienst geprüft worden. Dabei sei
der beratende Arzt
am 1
0.
Februar 2022 zum Schluss gekommen, dass eine dauernde und erhebliche Schädigung bestehe und gemäss Suva-Tabelle 5 ein Integritätsschaden von 5
%
bis max
imal
10
%
als ausgewiesen
zu
erachte
n sei
(S. 2 f.)
.
Ein über 10 % hinausgehender Integritätsschaden sei nicht ausgewiesen. Namentlich bestehe keine unfallbedingte OSG-Instabilität, welche die Zusprache einer weitergehenden Integritätsentschädigung recht
fertigen
würde
(S. 7 f.).
In Bezug auf den Rentenanspruch
sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin nach dem Ereignis vom 1
1.
Januar 2018 aus unfallfremden Gründen an mehreren Arbeitsstellen
(
A.___
und
B.___
AG)
nicht mehr tätig gewesen wäre. Infolgedessen sei bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die
S
chweize
rische Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen
,
woraus sich für das Jahr
2020
ein Einkommen von
Fr.
52'233.30
ermittle
(S.
4
f.)
.
Bei der Bemessung des Invaliden
einkommens sei ein Abzug von 5 % vom LSE-Tabellenlohn vorzunehmen, da
die Beschwerdeführerin selbst bei leichten körperlichen Tätigkeiten eingeschränkt sei und sie vornehmlich sitzende Tätigkeiten ausüben sollte
.
S
elbst bei einem
einspracheweise
geforderten
leidensbedingten Abzug von 10
%
ergebe sich
ein Invaliditätsgrad von lediglich 4
% (S.
5-
7
).
Da es sich bei
der
geltend gemachten Schmerzbehandlung
lediglich
noch um eine dem Erhalt des Status quo zuträgliche Behandlung han
dle
und davon keine nam
hafte Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei
, bestehe f
ür die über den 3
0.
November 2021 hinaus geltend gemachten Behandlungen kein Anspruch mehr
auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung
. Mangels
eines
Rentenanspruch
e
s
falle sodann
auch
eine Kostenübernahme
gestützt auf Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG
ausser Betracht
(S.
9
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S.
5
)
, die Recht
mässigkeit der Einstellung der Taggeldleistungen per 1
4.
November 2021 sei unbestritten, da sie sich ab 1
5.
November 2021 in einer beruflichen Eingliede
rungsmassnahme der IV-Stelle befunden habe. Die Beschwerdegegnerin habe
jedoch
bei der Berechnung des IV-Grades ein zu tiefes
Valideneinkommen
und ein zu hohes Invalideneinkommen angerechnet. Gemäss IK-Auszug habe sie im Jahr vor ihrem Unfall für
neun
verschiedene Arbeitgeber gearbeitet und dabei insgesamt ein Erwerbseinkommen von
Fr.
58'617.-- erzielt. Angepasst an die
Nominallohnentwicklung bis 2021 resultiere so ein Einkommen von Fr.
59'132.30
(S. 5)
.
Es sei zwar zutreffend
, dass
sie zwei der neun Anstellungen im Jahr 2017 verloren habe. So habe gemäss IK
-
Auszug die Anstellung für die
B.___
AG infolge Liquidation per Juli 2017 und diejenige für
A.___
(Todesfall) per September 2017 geendet. Aus dem IK-Auszug erg
e
be sich aber auch, dass sie dafür nahtlos zwei neue, analog bezahlte Anstellungen gesucht und gefunden habe. So habe sie ab Juli 2017 neu für die Firma
C.___
AG und ab August 2017 für Herrn
D.___
gearbeitet.
Würden
bei der Berechnung des massgeblichen
Valideneinkommens
nun die
bei
A.___
und
der
B.___
AG erzielten Einkommen ausser Betracht gelassen und dafür aber im Gegenzug die mit den beiden neuen Arbeitsstellen erzielte
n
Erwerbseinkom
men auf ein Jahr hochgerechnet, resultier
e
gar ein leicht höheres Einkommen von Fr.
59'023.
--
(S. 6).
Beim Invalideneinkommen sei zu berücksichtigen, dass ihr nur noch leichte körperliche Tätigkeiten in Wechselbelastung, vorwiegend sitzend und gelegentlich stehend
,
zumutbar seien. Eine Vielzahl der Arbeitsplätze stelle sie deshalb
aufgrund ihrer Einschränkungen
bereits bei der Überwindung des Arbeitsweges vor grosse Probleme.
Es
komme
auch eine
Vielzahl von Tätigkeiten, die ungelernten Arbeitskräften offen st
ünden, wie
in der Reinigungsbranche, im Gastrobereich
und
in der
Landwirtschaft
,
nicht
mehr
in Betracht. A
ufgrund ihres
fortgeschrittenen Alters
sei sie
in ihrer Flexibilität erheblich eingeschränkt
und
sie
werde
bei
der
Einarbeitung in ein neues Tätigkeitsfeld erhebliche Mühe bekund
en. Es sei ihr deshalb
ein Leidensabzug von 15
%
zuzubilligen, so dass
von einem Invalideneinkommen 2021 von
Fr.
47’346.70 auszugehen
sei
(S. 7)
. Daraus resultiere ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von 20 %. Da damit eine Rente geschuldet sei,
müsse
die Beschwerdegegnerin auch
nach dem Fallabschluss
weiterhin
für die Schmerzmedikation und die ergo- und physiotherapeutischen Massnahmen
aufkommen
(S. 8).
G
emäss Suva-Tabelle 5
bestehe
sodann
für
Lisfranc
-Gelenksarthrosen je nach Ausprägungsgrad ein Integritätsschaden von 5 bis 20
%
und gemäss Tabelle 6 für OSG-Gelenkinstabilitäten
ein solcher von
5 bis 10
%
.
Aufgrund
der vorlie
genden
Einschränkungen rechtfertige
sich
eine
Integritätsentschädigung von mind
estens
20
%
(S. 9)
.
3.
3.1
Im
i
nterdisziplinären Gutachten der
Z.___
GmbH vom 2
2.
November 2021 (
Urk.
11/M76)
wurde aus orthopädisch
-
traumatologisch
er
Sicht festgehalten
(S. 30)
,
die Beschwerdeführerin habe
sich
am 11.
Januar
2018
im
Rahmen eines Stolpersturzes eine Os
metatarsale
V Fraktur
links zugezogen, die am 1
6.
Januar
2018 operativ revidiert w
orden sei
. Der postoperative Verlauf
habe
sich
nach den zeitnahen medizinischen Befundberich
t
en unauffällig
gestaltet
.
W
egen Störun
gen
des Osteosynthesematerials
sei dieses am 1
9.
März 2018
entfernt
worden
. Bei der röntgenologischen
Untersuchung
habe sich eine
zune
h
mende knöcherne Konsolidierung mit Entkalkung der Knochen
gezeigt
,
jedoch nicht fleckförmig, wie dies bei einem CRPS zu erwarten
gewesen wäre
. Am 7.
Juni
2018
sei
die Fraktur gemäss dem MRI-Bef
und
des linken Fusses konsolidiert
gewesen
.
Die Uni
versitäts
klinik
E.___
habe
am 2
5.
Juni
2019 die
Diagnose einer chronischen OSG-Instabilität mit
Peronealsehnen
ru
ptur
gestellt
und am 11.
September
2019 eine
Naht der
Peroneus
-
brevis
-Sehne und eine laterale Wandstabilisierung links durch
geführt
. Am 2
1.
Februar
2020
sei
en
ein
D
é
bridement
und eine
t
ubularisie
rende
Naht der
Peroneus
-
brevis
-Sehne links
durchgeführt worden
.
Nach
weiter
hin
beklagten
Schmerzen und Einschränkungen im linken Fuss
hab
e
die
Uni
versitäts
klinik
E.___
am 1
6.
Juni
2021 eine
Allodynie
lateraler
Fussrand
und lateraler Fussrücken aufgrund
einer Durchtrennung des
N
ervus
ulnaris
am lateralen proximalen
Fussrand
beschrieben
.
In der
aktuellen
klinischen Untersuchung
hätten
a
n den unteren Extremitäten
eine Bewegungseinschränkung des linken Sprunggelenkes dorsal in
Plantarfle
xion
sowie in Pro- und Supination mit Schwellung am lateralen Knöchel wie
auch
eine Hypästhesie des lateralen Fussrandes links
imponiert
. Diese Problema
tik sei überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 1
1.
Januar 2018 und die dabei erlittene Fraktur zurückzuführen. Ein Status quo sine/ante könne in diesem Schadenfall wegen de
n
eingetretenen unfallbedingten morphologischen Verän
derungen nicht erreicht werden. Hingegen sei der medizinische Endzustand erreicht.
Aus neurologischer Sicht wurde ausgeführt
(S. 31)
, k
linisch-neurologisch finde sich ein altersentsprechender Hirnnervenstatus und in der Einzelkraftprüfung seien formal keine manifesten Paresen vorhanden. Es sei jedoch von einer schmerzbedingten Minderinnervation der kleinen Handmuskeln (Gelenkschmer
zen) und der distalen Beinmuskulatur auszugehen. Gesamthaft sei von einer distalen Läsion (a
m
e
hesten
Neurotmesis) des
N
ervus
suralis
links auszugehen, de
ren
Ursache rückblickend
offenbleibe
,
die
differentialdiagnostisch
aber
am ehesten perioperativ verursacht
worden sei
. Aufgrund der Nervenläsion
sei eine
rein sensible Störung, nicht jedoch eine motorische
Einschränkung, zu erwarten. Die eingeschränkte Beweglichkeit
sei
somit aus neurologischer Sicht als schmerz
bedingt einzustufen und nicht als Folge einer motorischen Nervenverletzung. Eine Behandlung des
neuropathischen Schmerzes erfolg
e
bereits und
sei
gemäss Angaben der
Beschwerdeführerin
teilweise
auch
effektiv, wobei in Bezug auf eine medikamentöse Schmerzdistanzie
run
g noch nicht alle Möglichkeiten
ausge
schöpft
seien
(
topische
Anwendungen, Antikonvulsiva, schmerzdistanzierende Antidepressiva).
Des Weiteren
seien
ergo- und physiotherapeutische Massnahmen zu empfehlen
.
Über drei Jahre nach dem Ereignis sei nun von einem Endzustand auszugehen, wobei voraussichtlich lebenslang eine reduzierte Belastbarkeit im Fuss verbleiben werde.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
sei
somit vor allem in qualitativer Hinsicht gegeben
.
Aus gesamtmedizinischer Sicht sei d
ie Tätigkeit als Raumpflegerin wegen der reduzierten Belastbarkeit im linken Fuss und den neuropathischen Schmerzen aus orthopädischer und neurologischer Sicht dauerhaft nicht mehr zumutbar
(S. 35)
.
Jedoch liege
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
i
n einer angepassten Tätigkeit mit leichter körperlicher Belastung, in Wechselbelastung sowie überwiegend im Sitzen
,
vor
. Am linken OSG/USG und am linken Mittelfuss bestünden keine funktionellen Einschränkungen, die in Anlehnung an die Suva-Tabelle 2 einen Integritätsschaden rechtfertigen könnten. Die geforderte
Erheblichkeitsgrenze
sei
damit
nicht erreicht. Die neurologischen Defizite an der unteren Extremität beschränkten sich auf eine Hypästhesie des lateralen Fussrandes (rein sensibler Ausfall), die nach Kenntnis der Suva-Tabelle 2 ebenfalls keinen Integritäts
schaden begründen
könn
e
(S. 37)
.
3.2
Dr.
med.
F.___
, Chirurgie FMH
und beratender Arzt der Beschwerdegegnerin
, führte in seiner Aktenbeurteilung vom 10.
Februar 2022 (
Urk.
11/M78) aus, gemäss
Punkt 9 des interdisziplinären Gutachtens
vom
2
2.
November
2021
würden
die vorhandenen Einschränkungen keinen I
ntegritätsschaden begründe
n
.
Zur Arthrose in den
Lisfranc
-Gelenken (TMT 4
und
deutlich weniger TMT 5)
sei
indes
festzuhalten, dass es sich um eine rein
radiologisch
e
Diagnose ohne klinische Bedeutung hand
le
. Das
Lisfranc
-Gelenk besteht aus
fünf
Tarso
met
a
tarsalgelenken
,
von denen nur eines (TMT 4) und ev
entuell
ein zweites (TMT 5) weit weniger betroffen
sei
. Diese
p
artiel
l
e Arthrose des
Lisfranc
-Gelenkes begründe gemäss S
uva
-Tab
elle
5 einen
Integritätsschaden
von 5 bis max
imal
10
%
.
Zur
geltend gemachten
Instabilität des Sprunggelenkes
ergebe sich aus den Akten, dass
der
laterale Bandapparat in der
Universitätsk
linik
E.___
am 1
1.
September 2019
rekonstruiert
worden
und gemäss Sprechstundenbericht vom
4.
Februar
2020 das Gelenk ab dann stabil
geblieben
sei
(keine
A
ufklappbarkeit,
kein
Talusvorschub
)
.
D
ie Einwände bezüglich Gelenksinstabi
l
ität
und Anwen
dung der
S
uva
-
Tabelle 6 sei
en
deshalb abzulehnen
.
4.
4.1
Aufgrund des Rückweisungsurteils des hiesigen Gerichts vom
1.
Dezember 2020 veranlasste die Beschwerdegegnerin das hiervor erwähnte orthopädisch-
traumatologische
und
neurologisch
e
Gutachten der
Z.___
GmbH (
Urk.
11/M76).
Das Gutachten erfüllt die beweismässigen Anforderungen von im
Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten
Administrativgutachten
(E. 1.
2
hiervor)
und es ergeben sich kein
e Indizien
,
die
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
könnten.
Die Parteien zogen
denn auch w
eder die
im
Gutachten
erhobenen
Untersuchungs
befunde
noch
die Diagnostik
oder
das hergeleitete
medizinische Zumutbarkeits
profil
und
auch nicht
die
daraus
resultierende Restarbeitsfähigkeit
im
Zusammen
hang mit dem Unfallereignis vom 1
1.
Januar 2018
in Zweifel
. Vielmehr
stellen
sowohl die
Beschwerdegegnerin
als auch
d
ie
Beschwerdeführer
in
selbst
darauf ab. Ebenso ist f
estzuhalten, dass die grundsätzliche Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
und
der Fallabschluss
im November 2021
aufgrund der Akten plausibel und des Weiteren unbestritten sind
.
4.2
Strittig
und zu prüfen
sind
die erwerblichen Auswirkungen der unfallkausalen Einschränkung
en
der Arbeitsfähigkeit
(Invaliditätsgrad)
sowie die
Höhe der Integritätsentschädigung und
der
Leistungsanspruch gestützt auf
Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG
(Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente)
.
4.
3
4.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2
Weist das zuletzt erzielte Einkommen der versicherten Person starke und verhält
nismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen. Ist der zuletzt bezogene Lohn überdurchschnittlich hoch, ist er nur dann als
Valideneinkommen
heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_329/2021 vom 27. Oktober 2021 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Entscheidend ist, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt als Gesunde tatsächlich verdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1).
Wird
das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet
, sind
die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen (BGE 139 V 28 E. 3.3.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 1
7.
Dezember 2021 E. 6.2.2).
4.
3
.
2
Das
Valideneinkommen
bezifferte
die Beschwerdegegnerin
für das Jahr 2018
aufgrund von Tabellenwerten der LSE mit
Fr.
51'426.60 (
Urk.
2 S.
4 f. und S.
6).
Demgegenüber postuliert die Beschwerdeführerin gestützt auf die im IK für das Jahr 2017 verbuchten Erwerbseinkünfte (Fr. 58'617.--) und unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung bis 2021 ein
Valideneinkommen
von Fr. 59'132.30 (Urk. 1 S. 5 und S. 8).
G
emäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK)
hat
die
im Zeitpunkt des Unfallereignisses 52-jährige
Beschwerdeführerin als angestellte Raumpflegerin
bei verschiedenen Arbeitgebern
in den fünf Jahren vor dem Unfallereignis vom
1
1.
Januar 2018
folgende Einkommen
ab
ge
rechnet
:
(
2013
)
Fr.
34'475.--;
(
2014
)
Fr.
46'399.--;
(
2015
)
Fr.
42'984.--;
(
2016
)
Fr.
45'656.--; (2017)
Fr.
58'617.
--
(
Urk.
10/A129)
.
Gemäss ihrer
Erwerbsbiographie
hat
die Beschwerdeführerin einzig im Jahr 2017
ein Jahreseinkommen von
Fr.
58'617.
--
erzielt, während in allen anderen Jahren das Einkommen
erheblich tiefer
lag
und selbst
nicht
den Betrag
von Fr.
51'426.60
(Jahr 2018)
erreichte
,
welche
n
die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen
Entscheid
unter
Anwendung
von Tabellenwerten
angerechnet
hat
.
Auch
über einen längeren Zeitraum
der
letzten drei Jahre
vor dem Unfallereignis vom 11. Januar 2018 (2015 bis 2017)
betrachtet
resultiert
lediglich
ein durchschnitt
liches Jahreseinkommen von
Fr.
49'086.-- (
Fr.
42'984.--
+
Fr.
45'656.--
+
Fr.
58'617.--
)
/ 3).
Noch tiefer liegt das durchschnittliche Einkommen
bei einer Betrachtung
über die
letzten fünf Jahre, erzielte
doch
die Beschwerdeführerin im Jahr 2013
ein Einkommen von
lediglich
Fr.
34'475.-- und im Jahr 201
4
ein solches von
Fr.
46'399.--
.
Dabei ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge im Rahmen ihrer verschiedenen Teilzeitanstellungen insgesamt stets ein 100 %-Pensum absolvierte (Urk. 10/A27 S. 3).
Aus dem IK-Auszug folgt
sodann
, dass
die
der Beschwerdeführerin
ausgerichtete
n
monat
liche
n
Eink
ommen
im Jahr 2017
erheblichen Schwankungen
unterworfen war
en
.
So
lassen sich
im ersten halben Jahr
2017
,
mithin von
Januar bis
Juni
2017,
Einkünfte
von
Fr.
20'207.--
(
Fr.
10'854
.--
/ 9 x 6 +
Fr.
7
'
200
.--
/
2 +
Fr.
7'132
.--
/ 2 +
Fr.
1'710
.--
/ 2 +
Fr.
5'100
.--
/ 2 +
Fr.
2'800
.--
/ 7 x 6)
ermitteln
,
weshalb
sich
das Einkommen
in der zweiten Hälfte
2017
nahezu
verdoppelt haben m
uss
.
Auch wenn das Einkommen bei
Y.___
von
Fr.
10'560.
--
,
welches gemäss IK
-Auszug
im Dezember 2017 verbucht wurde
,
noch
zur
Hälft
e
im ersten halben Jahr
2017
berücksichtig
t
wird
, da mit Blick auf
die
Erwerbsbio
graphie – die Beschwerdeführerin war laut IK-Auszug seit Oktober 2012 ununterbrochen für die genannte Privatperson tätig und erzielte Jahreseinkünfte von Fr.
1
'
332
.-- (Oktober bis Dezember 2012), Fr.
6
'
765
.-- (2013), Fr.
8
'
544
.-- (2014), Fr.
7
'
264
.-- (2015) und Fr.
6
'
032
.-- (2016) –
nicht davon auszugehen ist, dass d
ieses
Einkommen
ausschliesslich
im Dezember 2017 erzielt
wurde
, resultiert im ersten halben Jahr 2017 ein Einkommen von
lediglich
Fr.
25'
487
.--
(Fr. 20'207.-- + Fr. 10’560.-- / 2)
.
Die Einkommen der Beschwerdeführerin weisen damit
insbesondere
auch in den letzten Monaten vor dem Unfallereignis starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf
.
Unbestrittenermassen hatte die Beschwerdeführerin
aus unfallfremden Gründen
die
Anstellungen
bei der
B.___
AG (Liquidation der Firma) und bei
A.___
(Todesfall)
bereits vor dem Unfallereignis verloren
,
wobei
die
letzte
n
Lohn
zahlung
en
per
Juli 2017
bzw.
per
September 2017
dokumentiert sind
(Urk.
1 S.
6, Urk. 10/A129 S. 2
, Urk. 10/A8 S. 1
).
Dabei ist naheliegend, dass die
wesentlich höhere Einkommen
ssumme
in der zweiten Jahreshälfte 2017 darin
gründet
, dass es im Zuge von Überschneidungen auslaufender Arbeitsverträge
(
B.___
AG und
A.___
per Juli bzw. September 2017)
und
mit
Einsätze
n
bei
neu hinzu
gekommenen Arbeitgebern
(
C.___
AG und
D.___
per Juli bzw. August 2017, vgl. dazu auch Urk. 1 S. 6)
zu diese
r
Einkommensspitze
gekommen ist.
Dass die Beschwerdeführerin
im Gesund
heitsfall
regelmässig
einen Verdienst in der
Grössenordnung dieser
Einkom
men
sspitze erzielt hätte
,
ist
nicht
überwiegend wahrscheinlich
erstel
lt
.
So
ging
denn auch
die Eidgenössische Invalidenversicherung
in
ihrem Vorbescheid vom 16. November 2020
anhand der effektiv abgerechneten Löhne gemäss IK-Auszug
von
ein
em
wesentlich tieferen
Valideneinkommen
von Fr. 50'062.45 (Jahr 2020)
aus
(
Urk.
10/A85)
und d
ie Beschwerdegegnerin legte ihrer Taggeldabrechnung vom 17. Februar 2022 (Urk. 10/A145) einen
versicherten Verdienst (Jahreslohn) – als solcher gilt grund
sätzlich der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG, Art. 22 UVV) – von Fr. 53'266.--
zu Grunde
, was nach Lage der Akten seitens der Beschwerdeführerin nicht moniert wurde
.
Vor diesem Hintergrund
ist
nicht
zu beanstanden
, dass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkom
mens
und zu Gunsten der Beschwerdeführerin
auf Tabellenwerte
und nicht auf Durchschnittswerte
abgestellt hat.
Die Beschwerdegegnerin
zog
dabei
die
LSE 2018
,
Tabelle TA1,
Ziff.
94-96
Erbrin
gung von sonstigen Dienstleistungen
,
Frauen
, Kompetenzniveau 1
,
mit einem Betrag von
Fr.
4
'
101
.
--
heran
(Urk. 2 S. 6)
.
Im Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheentscheides
vom
21. September 2022
war
indes
die
LSE 2020 bereits publiziert (Veröffentlichung am 23. August 2022), weshalb sie praxisgemäss grundsätzlich auf diese statistische Erhebung hätte abstellen müssen (
BGE
143 V 295 E.
4.1.2
f. mit Hinweisen). Anstelle des vorgenannten Betrages wäre demzu
folge nach der massgebenden LSE 2020 vom Zentralwert von Fr. 4'045.--
(Tabelle TA1,
Ziff.
94-96 Erbringung von sonstigen Dienstleistungen, Frauen, Kompetenz
niveau 1)
auszugehen gewesen.
H
insichtlich
Nominallohnentwicklung
,
welche bis zum
Zeitpunkt des Fallab
schlusses im November 2021
zu berücksichtigen ist,
ist festzustellen, dass
in Tabelle T1.
2.
10
(Nominallohnindex, Frauen 2011-2021)
d
er
Indexwert
der
Ziff.
90-96
(
Kunst, Unterhaltung und Erholung
,
sonstige Dienstleistungen
)
im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 3.
9
%
aufweist
(vgl. auch Urk. 2 S. 6)
.
D
ieser Negativwert
umfasst insbesondere auch
die Branchen Kunst
und
Unterhaltung, welche
unter
der
Covid
-
Situation besonders gelitten hatte
n
. Die Beschwerdeführerin übte in diesem Bereich jedoch nie eine Erwerbstätigkeit aus. Die Berücksichtigung dieses Indexes
(105.1
Punkte im Jahr 2021
)
ist damit entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort
nicht angebracht
(
Urk.
12 S. 3 f.).
Sachgerecht erscheint
vielmehr
die Berücksich
tigung der Nominallohnentwicklung
im gesamten Sektor 3 Dienstleistungen
(
Ziff.
45-96
)
mit einem Indexwert im Jahr 20
20
von
107.9
und im Jahr 2021
einem Wert von
108.6
Punkten.
Hieraus und unter Berücksichtigung der branchenspezifischen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.
9
Stunden pro Woche
im Jahr 2021 (Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, Ziff. 94-96 Erbringung von sonstigen Dienstleistungen)
resultiert ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
gerundet
Fr.
51'
176
.--
(Fr. 4'045.-- x 12
/
40 x 41.
9
/ 107.9 x 108.6) für das Jahr 202
1.
4.
4
4
.4
.1
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können gemäss Rechtsprechung die Tabellenlöhne der LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
4.4.2
Gemäss medizinischem Belastungsprofil
sind der Beschwerdeführerin leichte körperliche Tätigkeiten in Wechselbelastung
,
vorwiegend im Sitzen und gelegent
lich im Stehen
(
bis 30 Minuten am Stück
)
und Gehen
(
kurze Strecken
und einzelne Treppenstufen), mit
hantieren
von
Lasten bis zu 10 kg
,
zumutbar
.
In einer
solchermassen
adaptierten Tätigkeit
beträgt
die
Arbeitsfähigkeit
100
%
(vgl. E.
3
.1 hiervor
und
Urk.
11/M76 S. 34 f.
).
S
eit dem Unfallereignis vom 1
1.
Januar 2018
hat die Beschwerdeführerin
keine
neue Erwerbstätigkeit
mehr
aufgenommen
(vgl.
Urk.
11/M76 S. 22)
, weshalb die Beschwerdegegnerin
z
ur Ermittlung des Invalideneinkommens
zu Recht die Tabellenlöhne herangezogen hat.
Indes wäre auch hier
auf
die LSE 2020
abzu
stellen
gewesen
(E. 4.3.2 hiervor)
. Gemäss TA1 dieser Erhebung belief sich der
Lohn für Frauen, die einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art ausführen,
auf
Fr. 4'276.--
pro Monat
(Tabelle TA1, Total,
Frauen, Kompetenz
n
iveau 1)
.
Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Total) und nominallohnbereinigt
von 107.9 (2020) auf 108.6 (2021) Indexpunkten
(
Tabelle T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen 2011-2021
, Total
)
resultiert für das Jahr 2021 ein
E
inkommen von Fr.
53'840.--
(Fr. 4'276.--
x 12 / 40 x 41.7 / 107.9 x 108.6).
4.
4
.
3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellen
lohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinde
rung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verblie
bene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicher
weise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
4.4
.4
Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte Arbeiten zumutbar sind, selbst bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im
hier beige
zogenen
Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von
körperlich
leichten Tätig
keiten umfasst (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E. 8.2.2 und 8C_799/2021 vom 3. März 2022 E. 4.3.2
, je mit Hinweis
).
Mit Blick auf das von den
Gutachtern
der
Z.___
GmbH
umschriebene Zumutbarkeits
profil
ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätig
keiten auszugehen
, wobei
insbesondere
an
keine Ausbildung erfordernde
einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten
oder einfache Montage
arbeiten
zu denken ist
,
welche
vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden können (vgl.
dazu
auch Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom
19. September 2019
E. 4 und 6.3.2)
.
Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grund
sätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_725/2020 vom 2
2.
Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis)
. Vorliegend sind keine
solchen Umstände
auszumachen.
Ebenso wenig
rechtfertigt
das
Alter
der Beschwerdeführerin
einen Abzug
vom Tabellenlohn
, weshalb die vom Bundesgericht bislang offen gelassene
Frage, ob das Merkmal Alter mit Blick auf Art.
28 Abs.
4 UVV in der obligatorischen Unfallversicherung überhaupt zu berücksichtigen ist
(Urteil 8C_500/2020 vom 9. Dezember 2020 E. 3.3.2.3 mit Hinweis), auch hier nicht beurteilt werden muss
. Denn insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten muss sich ein fortgeschrittenes Alter auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt praxisgemäss nicht zwingend lohnsenkend auswirken. Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massge
benden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt. Gleiches gilt auch hinsichtlich der beschränkten Deutschkenntnisse, wenn
–
wie hier
–
der statistische Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1) angewendet wird
(vorerwähntes
Urteil des
Bundesgerichts 8C_799/2021 vom 3. März 2022 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
Nach dem
Ausgeführten
liegt ein
Tabellenlohna
bzug von 5
%
, wie ihn die Beschwerdegegnerin festgelegt hat
(Urk. 2 S. 6 und Urk. 12 S. 3)
, zumindest im Rahmen ihres Ermessens und ist nicht zu beanstanden. Damit fehlt es an einem triftigen Grund, das Ermessen des Gerichts an Stelle desjenigen der Verwaltung zu setzen
(E. 4.4.3 hiervor).
Das Invalideneinkommen
ist
demnach mit
Fr.
51’148
.--
(Fr. 53'840.-- x 0.95)
zu veranschlagen.
4.4.5
Dem
Valideneinkommen
von
Fr.
51'
176
.--
steht damit ein Invalideneinkommen von
Fr.
51’148
.--
gegenüber, woraus
k
ein renten
begründender
Invaliditätsgrad resultiert.
Die von der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2 und S. 8) beantragten
Heilbehand
lungskosten nach Festsetzung einer Rente im Sinne von
Art.
21
Abs.
1 lit. c UVG fallen damit nicht in Betracht.
4.5
Die
Beschwerdeführerin beanstandet
weiterhin
die Höhe der
Integritätsentschä
digung
, welche aufgrund einer Integritätseinbusse von 10
%
festgelegt
wurde
.
Dazu verweist sie auf eine OSG-Gelenksinstabilität, welche zusätzlich zu berück
sichtigen sei (
Urk.
1 S. 8 f.).
Dr.
F.___
hat dazu in
seiner Aktenbeurteilung vom 1
0.
Februar 2022 aus
geführt
,
dass eine
zusätzliche
Integritätseinbusse aufgrund einer
Instabilität des Sprunggelenkes
nicht ausgewiesen
ist (E. 3.2 hiervor). Die medizinische Einschätzung erfolgte mit dem Verweis auf die Akten
,
wonach
der laterale Bandapparat am 11.
September 2019 rekonstruiert und
gemäss
den
behandelnden
Ärzten de
r
Universitätsklinik
E.___
ab dann
stabil
geblieben
sei
.
Die
Diagnose
im Operationsbericht
vom 1
1.
September 2019
lautete
auf eine
chronische OSG-Instabilität links mit Längssplit
Peroneus
brevis
-Sehne
, wobei b
ereits anlässlich der
Operation
festgehalten
wurde
, das
s
eine gute Stabilisierung des lateralen Sprunggelenks erzielt werden konnte (
Urk.
11/M44).
Im weiteren Verlauf wurde die Diagnose «chronische OSG-Instabilität links» auch
nicht mehr eigenständig, sondern
lediglich
noch im Zusammenhang mit de
m Status nach
lateraler
Bandrekonstruktion geführt (vgl.
Sprechstundenbericht vom 1
0.
Novem
ber 2019
[
Urk.
3/4
]
)
.
Sodann wies
Dr.
F.___
nachvollziehbar darauf hin, dass gemäss
Sprechstundenbericht de
r Universitätsklinik
E.___
vom
4.
Februar 2020 (
vgl.
Urk.
11/M54)
weiterhin ein stabiles Sprunggelenk
festgestellt werden konnte.
Auch
anlässlich
der
nachfolgenden
ärztlichen Untersuchungen wurde keine
Instabilität des Sprunggelenks befundet.
Im Weiteren führt gemäss Suva-Tabelle 5
eine
Lisfranc
-Arthrose zu einem Integ
ritätsschaden von 5-10 % (mässige Arthrose) bzw. 10-20 % (schwere Arthrose). Angesichts dessen, dass von den fünf
Tarsometatarsalgelenken
, welche das
Lisfranc
-Gelenk bilden,
unbestrittenermassen
nur eines (TMT 4), allenfalls ein zweites (TMT 5) weit weniger, betroffen ist (E. 3.2 hiervor)
, ist die Anerkennung eines Integritätsschadens von 10 % durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.
Die Ausführungen der Beschwerdeführerin sind d
amit
unbe
helflich
und es besteht kein Anlass
,
auf eine höhere Integritätsentschädigung zu schliessen.
Dies führt zur
Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Petra
Oehmke
Schiess
-
AXA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef