# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78dc8576-726e-5b33-a304-d0dc5dd00276
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 14.04.2025 ZSU.2024.124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2024-124_2025-04-14.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 5. Kammer 

 

 
ZSU.2024.124  
(SF.2022.35)  

Art. 22 

 

Entscheid vom 14. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Holliger, Präsident  

Oberrichter Lindner  

Oberrichterin Merkofer 

Gerichtsschreiber Hess          

 

 
   

Klägerin   A._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Julian Burkhalter,  

[…] 

 

    
   

Beklagter   B._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Lind,  

[…]   

  

 

 
 

Gegenstand  Prozesskostenvorschuss (Neuregelung Kosten- und  

Entschädigungsfolgen) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Das Bezirksgericht Q._____ fällte am 10. August 2022 zwischen den Par-

teien das Scheidungsurteil (OF.2018.54). Der Klägerin wurde die unent-

geltliche Rechtspflege bewilligt. Beide Parteien erhoben gegen das Schei-

dungsurteil Berufung beim Obergericht (ZOR.2022.47). 

 

2. 

2.1. 

Mit Gesuch vom 15. September 2022, also gleichzeitig mit ihrer Berufungs-

erhebung gegen das Scheidungsurteil, beantragte die Klägerin beim Ge-

richtspräsidium Q._____, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen: 

 

" 1. […] 
 
2. 
Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Pro-
zesskostenvorschuss in Höhe von CHF 50'000.00 für das Berufungsver-
fahren vor Obergericht zu bezahlen. 
 
3. 
Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Pro-
zesskostenbeitrag in Höhe von CHF 5'000.00 für das vorliegende Verfah-
ren zu bezahlen. 
 
4. 
Es sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Rechtspflege für das vorlie-
gende Verfahren zu gewähren, unter Verbeiständung durch den Unter-
zeichneten." 

 

2.2. 

Nachdem die Klägerin Kenntnis über die Berufungserhebung des Beklag-

ten gegen das Scheidungsurteil erlangte, reichte sie am 7. November 2022 

beim Gerichtspräsidium Q._____ ein zusätzliches Gesuch ein und bean-

tragte unter Kosten- und Entschädigungsfolge:  

 

" 1. […] 
 
2. 
Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Pro-
zesskostenvorschuss in Höhe von CHF 30'000.00 für das Berufungsver-
fahren ZOR.2022.47 vor Obergericht zu bezahlen. 
 
3. 
Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Pro-
zesskostenbeitrag in Höhe von CHF 5'000.00 für das vorliegende Verfah-
ren zu bezahlen. 
 
 
 
 

 - 3 - 

 

 

4. 
Es sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Rechtspflege für das vorlie-
gende Verfahren zu gewähren, unter Verbeiständung durch den Unter-
zeichneten." 

 

2.3. 

Mit Stellungnahme vom 21. November 2022 beantragte der Beklagte, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen, auf die Gesuche vom 15. September 

und 7. November 2022 sei nicht einzutreten, eventuell seien sie abzuwei-

sen. 

 

2.4. 

Mit Entscheid vom 14. Februar 2023 erkannte das Bezirksgericht Q._____, 

Präsidium des Familiengerichts (SF.2022.35): 

 

" 1. 
Auf die Gesuche vom 15. September 2022 und vom 7. November 2022 
wird nicht eingetreten. 
 
2. 
Die Entscheidgebühr von Fr. 500.00 wird der Gesuchstellerin auferlegt. 
 
3. 
Die Gesuchstellerin hat die richterlich genehmigten Parteikosten des Ge-
suchsgegners von Fr. 7'467.70 (inkl. Fr. 533.90 MwSt) zu ersetzen. Dieser 
Parteikostenersatz wird direkt lic. iur. Barbara Lind, Rechtsanwältin in 
R._____, zugesprochen. 
 
4. 
4.1. 
Das Gesuch der Gesuchstellerin betreffend Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege für das vorliegende Summarverfahren SF.2022.35 wird 
abgewiesen. 
 
4.2. 
Die Gesuchstellerin hat ihre eigenen Parteikosten selber zu tragen." 

 

3. 

3.1. 

Gegen den ihr am 16. Februar 2023 zugestellten Entscheid erhob die Klä-

gerin am 27. Februar 2023 fristgerecht Berufung (vgl. Art. 142 Abs. 3 ZPO) 

mit den Begehren: 

 

" Vorfragen 
1. 
Es sei der (Berufungs-)Beklagte zu verpflichten, der (Berufungs-)Klägerin 
für das vorliegende Verfahren einen Prozesskostenvorschuss von 
CHF 5'000.00, zzgl. 7.7% Mehrwertsteuer, zu leisten […]; 
 

  

 - 4 - 

 

 

2. 
Es sei der Klägerin für das Verfahren vor Obergericht die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren, unter Verbeiständung durch den Schreiben-
den. 
 
Hauptbegehren 
3. 
Es sei der [angefochtene] Entscheid […] vollumfänglich aufzuheben und 
die Sache sei zwecks Eintretens und zwecks neuer Entscheidung und Be-
gründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 
Eventualiterbegehren 
4. 
Es seien die Dispositivziffern 2-4 des [angefochtenen] Entscheids […] auf-
zuheben und es sei 
 
- die Entscheidgebühr auf die Gerichtskasse zu nehmen, eventualiter 

dem Beklagten aufzuerlegen (Ziff. 2); 
- die Parteikosten auf die Staatskasse zu nehmen (Ziff. 3) eventualter: 

Der Beklagte habe seine Parteikosten selber zu tragen. 
- das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege der Klägerin für das Ver-

fahren SF.2022.35 gutzuheissen (Ziff. 4.1). 
- die Gerichtskasse des BG Q._____ anzuweisen, der Klägerin die Par-

teikosten von Fr. 7'467.70 (inkl. Fr. 533.90 MwSt) zu bezahlen. Dieser 
Parteikostenersatz wird direkt RA Burkhalter, S._____, zugesprochen 
(Ziff. 4.2). 

 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen über alle Instanzen (zzgl. 
MwSt)." 

 

3.2. 

Mit Berufungsantwort vom 10. März 2023 beantragte der Beklagte: 

 

" 1. 
Die Berufung vom 27.02.2023 sei vollumfänglich abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist. 
 
2. 
Das Gesuch der Klägerin auf Bezahlung eines Prozesskostenvorschusses 
für das vorliegende Verfahren sei abzuweisen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten der Kläge-
rin; eventualiter zulasten des Kantons Aargau." 

 

3.3. 

Mit Entscheid vom 1. Mai 2023 erkannte das Obergericht, 5. Zivilkammer 

(ZSU.2023.33/86): 

 

" 1. 
In Gutheissung der Berufung und der Beschwerde der Klägerin wird der 
Entscheid des Bezirksgerichts Q._____, Präsidium des Familiengerichts, 
vom 14. Februar 2023, aufgehoben, und es wird die Streitsache im Sinne 
der Erwägungen zur allfälligen Vornahme weiterer Beweiserhebungen und 
zur anschliessenden Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

 - 5 - 

 

 

2. 
Das Prozesskostenvorschussbegehren der Klägerin für das Berufungsver-
fahren wird infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. 
 
3. 
Das Gesuch der Klägerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 
für das Berufungsverfahren wird gutgeheissen, soweit es nicht gegen-
standslos geworden ist (Gerichtskosten), und MLaw Julian Burkhalter, 
Rechtsanwalt, S._____, zu ihrem unentgeltlichen Rechtsvertreter bestellt. 
 
4. 
Die obergerichtliche Spruchgebühr von Fr. 1'500.00 wird dem Beklagten 
auferlegt. 
 
5. 
Der Beklagte wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der 
Klägerin die zweitinstanzlichen Anwaltskosten in gerichtlich festgesetzter 
Höhe von Fr. 1'050.00 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuern) zu bezah-
len." 

 

4. 

Bereits zuvor, nämlich am 28. März 2023, schloss das Obergericht, 1. Zi-

vilkammer, das Scheidungsverfahren (ZOR.2022.47) zwischen den Par-

teien ab. Keine der Parteien hat dagegen ein Rechtsmittel ergriffen. Noch 

nicht beurteilt hat das Obergericht hingegen das im Berufungsverfahren 

von der Beklagten gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege; es 

sistierte das diesbezügliche Verfahren bis zum Vorliegen eines materiellen 

Entscheids über das Prozesskostenvorschussgesuch.  

 

5. 

5.1. 

Gegen den Entscheid des Obergerichts, 5. Zivilkammer, vom 1. Mai 2023 

erhob der Beklagte Beschwerde an das Bundesgericht.  

 

5.2. 

Mit Entscheid vom 21. November 2024 erkannte das Bundesgericht 

(5A_435/2023) u.a.: 

 

" 1.   
1.1  
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer 1 des Entscheids des 
Obergerichts des Kantons Aargau vom 1. Mai 2023 (ZSU.2023.33, 
ZSU.2023.86) wird, soweit die Gutheissung der Berufung betreffend, auf-
gehoben. Die Berufung wird stattdessen abgewiesen.   
 
1.2 
Ebenfalls aufgehoben werden Dispositiv-Ziffern 4 und 5 des Entscheids 
des Obergerichts des Kantons Aargau vom 1. Mai 2023 (ZSU.2023.33, 
ZSU.2023.86), wobei die Sache zur Neuregelung der Kosten des kantona-
len Verfahrens an das Obergericht zurückgewiesen wird.   
  
[…] " 

 - 6 - 

 

 

5.3. 

Mit Eingaben vom 20. Januar 2025 (Klägerin) und 28. Januar 2025 (Be-

klagter) nahmen die Parteien zur vom Bundesgericht angeordneten Neure-

gelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen Stellung.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Hebt das Bundesgericht einen Entscheid auf und weist es die Sache an die 

Vorinstanz zu neuem Entscheid zurück, so ist diese aufgrund der Rechts-

kraft des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheides gehalten, ihr 

neues Urteil auf die rechtlichen Erwägungen des Bundesgerichtes abzu-

stützen. Verbindlich ist für die kantonale Instanz nicht nur, was das Bun-

desgericht entschieden hat. Das kantonale Gericht ist auch an die sachver-

haltsmässigen Feststellungen gebunden, die im Rechtsmittelverfahren vor 

Bundesgericht nicht gerügt wurden (Urteil des Bundesgerichts 

5A_101/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 2). Wegen dieser Bindung ist es 

der Vorinstanz wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zulässigen 

Noven, verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den 

bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen 

Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich 

abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind. Wie 

weit die Gerichte und die Parteien an die erste Entscheidung gebunden 

sind, ergibt sich aus der Begründung der Rückweisung, die sowohl den 

Rahmen für die neuen Tatsachenfeststellungen als auch jenen für die neue 

rechtliche Begründung vorgibt (vgl. BGE 135 III 334 E. 2 und 2.1).  

 

2. 

Mit Entscheid vom 14. Februar 2023 (SF.2022.35) trat das Bezirksgerichts-

präsidium Q._____ auf zwei Prozesskostenvorschussbegehren der Kläge-

rin vom 15. September und 7. November 2022 nicht ein, auferlegte die Ent-

scheidgebühr der Klägerin und verpflichtete diese, der Vertreterin des Be-

klagten einen Parteikostenersatz in der Höhe von Fr. 7'467.70 zu bezahlen. 

Mit gleichem Entscheid wies das Bezirksgerichtspräsidium Q._____ das 

Gesuch der Klägerin um unentgeltliche Rechtspflege ab. In Gutheissung 

der dagegen erhobenen Berufung und Beschwerde der Klägerin hob das 

Obergericht mit Entscheid vom 1. Mai 2023 (ZSU.2023.33/86) den Ent-

scheid des Bezirksgerichtspräsidiums Q._____ vom 14. Februar 2023 auf 

und wies die Streitsache im Sinne der Erwägungen zur allfälligen Vor-

nahme weiterer Beweiserhebungen und zur anschliessenden Beurteilung 

an die Vorinstanz zurück (Dispositiv-Ziffer 1). Die obergerichtliche Spruch-

gebühr wurde dem Beklagten auferlegt (Dispositiv-Ziffer 4). Zudem wurde 

dieser verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Klägerin die 

zweitinstanzlichen Anwaltskosten in gerichtlich festgesetzter Höhe von Fr. 

1'050.00 zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 5). Das Bundesgericht hiess mit 

 - 7 - 

 

 

seinem Entscheid vom 21. November 2024 (5A_435/2023) die gegen die-

sen Entscheid des Obergerichts von der Klägerin erhobene Beschwerde 

gut. Es hob Ziff. 1 des Entscheids des Obergerichts, soweit die Gutheis-

sung der Berufung betreffend, auf und hielt stattdessen fest, dass die Be-

rufung abgewiesen wird (Dispositiv-Ziffer 1). Ebenfalls hob es die Disposi-

tiv-Ziffern 4 und 5 des Entscheids des Obergerichts auf, wobei die Sache 

zur Neuregelung der Kosten des kantonalen Verfahrens an das Oberge-

richt zurückgewiesen wurde (Dispositiv-Ziffer 2).  

 

Der Entscheid des Bezirksgerichtspräsidiums Q._____ vom 14. Februar 

2023 ist somit in Rechtskraft erwachsen, da das Bundesgericht in Disposi-

tiv-Ziffer 1 dessen Entscheids vom 21. November 2024 ausdrücklich fest-

gehalten hat, dass die dagegen erhobene Berufung des Beklagten abge-

wiesen wird. Damit ist zum einen auch die im Entscheid des Bezirksge-

richtspräsidiums Q._____ vom 14. Februar 2023 festgehaltene Regelung 

der Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (SF.2022.32) und zum 

anderen auch die mit Entscheid des Obergerichts vom 1. Mai 2023 

(ZSU.2023.33/86) in Gutheissung der entsprechenden Beschwerde der 

Klägerin erfolgte Rückweisung des Armenrechtsgesuchs der Klägerin an 

das Bezirksgerichtspräsidium Q._____ zur neuen Beurteilung in Rechts-

kraft erwachsen. Demnach hat das Obergericht einzig noch über die Rege-

lung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungs- bzw. Be-

schwerdeverfahrens ZSU.2023.33/86 vor Obergericht zu befinden. In die-

sem Sinne beantragte die Klägerin in ihrer Stellungnahme vom 20. Januar 

2025 zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen auch einzig, 

dass die Gerichtkosten für das in Frage stehende Beschwerdeverfahren 

(recte: Beschwerde- und Berufungsverfahren) dem Staat aufzuerlegen 

seien und der Klägerin eine Parteientschädigung in der Höhe von 

Fr. 1'500.00 zuzusprechen sei. 

 

3. 

3.1. 

Grundsätzlich werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei aufer-

legt (Art. 106 Abs. 1 ZPO).  

 

3.2. 

Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid vom 21. November 2024 

(5A_435/2023) erwogen, dass das Obergericht bei der Neuregelung der 

Prozesskosten zu berücksichtigen habe, dass die Klägerin sich an die bis-

herige – bundesrechtswidrige – Praxis des Obergerichts gehalten habe 

(E. 7.1). Angesichts dessen wäre es stossend, der in der Sache unterlie-

genden Klägerin die Kosten für das Rechtsmittelverfahren vor Obergericht 

(ZSU.2023.33/86) und für das vorliegende Verfahren zur Neuregelung der 

Prozesskosten (ZSU.2024.124) aufzuerlegen. Die obergerichtlichen Ver-

fahrenskosten sind deshalb auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 107 

Abs. 2 ZPO). Ausnahmsweise rechtfertigt es sich zudem, in Anwendung 

 - 8 - 

 

 

von Art. 107 Abs. 1 lit. b und f ZPO beiden Parteien eine Parteientschädi-

gung aus der Staatskasse zu entrichten (vgl. BGE 138 III 417 E. 1). Diese 

wird ausgehend von einer praxisgemässen Grundentschädigung von 

Fr. 1'500.00 (§ 3 Abs. 1 lit. b AnwT; vgl. statt vieler: Entscheide des Ober-

gerichts ZSU.2022.195 vom 22. Dezember 2022 E. 6.2 und ZSU.2022.174 

vom 27. September 2022 E. 7), einem Abzug von 20 % gemäss § 6 Abs. 2 

AnwT für die entfallene Verhandlung, welcher mit einem Zuschlag für die 

Stellungnahmen der Parteien zur Neuregelung der Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen vom 20. bzw. 28. Januar 2025 von je 10 % verrechnet wird, 

einem Rechtsmittelabzug von 25 % gemäss § 8 AnwT und einer Auslagen-

pauschale von 3 % (§ 13 AnwT) sowie der Mehrwertsteuer auf gerundet 

Fr. 1'127.50 pro Partei (Fr. 1'500.00 x 0.9 x 0.75 x 1.03 x 1.081) festgesetzt. 

  

3.3. 

Nachdem der Klägerin im obergerichtliche Rechtsmittelverfahren keine Ge-

richtskosten anfallen und ihr vom Staat eine Parteientschädigung ausbe-

zahlt wird, ist ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

für das obergerichtliche Verfahren in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 3 

des Entscheids des Obergerichts vom 1. Mai 2023 (ZSU.2023.33/86) als 

gegenstandslos abzuschreiben.  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Für die obergerichtlichen Verfahren ZSU.2023.33/86 und ZSU.2024.124 

werden keine Entscheidgebühren erhoben.  

 

2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der Klägerin und dem Beklagten 

für die obergerichtlichen Verfahren ZSU.2023.33/86 und ZSU.2024.124 je 

eine gerichtlich pro Partei auf Fr. 1'127.50 (inkl. Auslagen und MwSt.) fest-

gesetzte Parteientschädigung auszurichten.  

 

3. 

Dispositiv-Ziffer 3 des Entscheids des Obergerichts vom 1. Mai 2023 

(ZSU.2023.33/86) wird aufgehoben und das Gesuch der Klägerin um Be-

willigung der unentgeltlichen Rechtspflege für das obergerichtliche Verfah-

ren wird stattdessen infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.  

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

  

 
   

 - 9 - 

 

 

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens 

Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die subsidi-

äre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, so-

weit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 1, Art. 90, 

Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungs-

beschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen 

(Art. 119 Abs. 1 BGG). 

  

 - 10 - 

 

 

 
   

Aarau, 14. April 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 5. Kammer 

Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Holliger     Hess