# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e047f837-1e8b-5415-9f80-5c5666006a85
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 23.10.2025 BZ 2025 140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2025-140_2025-10-23.pdf

## Full Text

20251014_172424_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2025 140

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter M. Siegwart
Gerichtsschreiber J. Lötscher

Urteil vom 23. Oktober 2025 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________,
vertreten durch C.________,
Beschwerdegegner,

betreffend

Konkurseröffnung in der Betreibung Nr. D.________ des Betreibungsamtes Cham
(Beschwerde gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 23. September 
2025)

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Sachverhalt

1. Mit Entscheid vom 23. September 2025 eröffnete der Einzelrichter am Kantonsgericht 
Zug auf Begehren des B.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner) in der Betreibung 
Nr. D.________ des Betreibungsamtes Cham über die A.________ GmbH (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) den Konkurs (Forderungsbetrag inkl. Zinsen und Kosten: CHF 1'791.10). 
Zur Begründung hielt der Einzelrichter im Wesentlichen fest, die Parteien seien auf den 23. 
September 2025, 09.00 Uhr, zur Konkursverhandlung vorgeladen worden, seien aber nicht 
erschienen. Die Beschwerdeführerin habe auch sonst nichts von sich hören lassen, weshalb 
der Entscheid auf Grundlage der Akten zu fällen sei. Die Beschwerdeführerin sei als Gesell-
schaft mit beschränkter Haftung im Handelsregister eingetragen und unterliege daher der 
Konkursbetreibung. Im vorliegenden Verfahren seien die Voraussetzungen für die Konkur-
seröffnung erfüllt, weshalb über die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 171 f. SchKG und 
Art. 251 ZPO der Konkurs zu eröffnen sei (EK 2025 674).

2. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit undatierter Eingabe (Datum der 
Postaufgabe: 4. Oktober 2025) Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug und machte 
geltend, sie habe keine Vorladung zur Konkursverhandlung erhalten und daher den Verhand-
lungstermin nicht wahrnehmen können. Sie ersuche um einen neuen Termin.

3. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2025 erkannte der Präsident i.V. der II. Beschwerdeabteilung 
des Obergerichts der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu. 

4. Während die Vorinstanz auf eine Stellungnahme verzichtete, hielt der Beschwerdegegner in 
der Vernehmlassung vom 7. Oktober 2025 fest, er überlasse es der Beurteilung des Oberge-
richts, ob die Begründung ausreiche, um einen neuen Verhandlungstermin anzusetzen. Kön-
ne dies bejaht werden, dürften ihm, dem Beschwerdegegner, keine Zusatzkosten entstehen. 

Erwägungen

1. Die Beschwerdeführerin macht, wie erwähnt, geltend, sie habe keine Vorladung zur Kon-
kursverhandlung erhalten und daher den Verhandlungstermin vom 23. September 2025 nicht 
wahrnehmen können. Die Beschwerdeführerin rügt somit eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs. 

2. Gemäss Art. 138 ZPO erfolgt die Zustellung von Vorladungen, Verfügungen und Entscheiden 
durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung 
(Abs. 1). Sie ist erfolgt, wenn die Sendung von der Adressatin oder vom Adressaten oder von 
einer angestellten oder im gleichen Haushalt lebenden, mindestens 16 Jahre alten Person 
entgegengenommen wurde. Vorbehalten bleiben Anweisungen des Gerichts, eine Urkunde 
dem Adressaten oder der Adressatin persönlich zuzustellen (Abs. 2). Die Zustellung gilt am 
siebten Tage nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern der Adressat mit 
der Zustellung einer gerichtlichen Urkunde rechnen musste (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO). Da 
die Konkursandrohung nach der Rechtsprechung noch kein Prozessrechtsverhältnis begrün-
det, muss der Schuldner eine Vorladung zur Konkursverhandlung nicht erwarten (BGE 138 III 
225 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_44/2021 vom 23. August 2021 E. 2.1.2).

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Die Anzeige der Konkursverhandlung muss den Parteien vor ihrer Durchführung zugestellt 
werden, da es sich um ein formelles Erfordernis der Konkurseröffnung handelt. Nur so ist 
gewährleistet, dass das Verfahren unter Beachtung der verfassungsmässigen Garantien, 
insbesondere des Anspruchs auf rechtliches Gehör durchgeführt wird (BGE 138 III 225 
E. 3.3). Die Beweislast für die ordnungsgemässe Zustellung trägt das Gericht. Eine fehler-
hafte Zustellung entfaltet grundsätzlich keine Rechtswirkungen. Das Gericht hat sie von 
Amtes wegen zu beachten und die betreffende Prozesshandlung – wie eine Fristansetzung 
oder eine Vorladung – zu wiederholen. Entstehen dem Adressaten aus der fehlerhaften Zu-
stellung keine negativen Folgen, so wenn er auf andere Weise Kenntnis von der gerichtlichen 
Urkunde erhält, kann er sich aufgrund des Missbrauchsverbots nicht darauf berufen (Urteil 
des Bundesgerichts 5A_44/2021 vom 23. August 2021 E. 2.1.3 m.H.). 

3. Die Vorladung zur Konkursverhandlung vom 23. September 2025 wurde ein erstes Mal mit 
eingeschriebener Post vom 12. August 2025 an die Beschwerdeführerin versandt. Diese 
Sendung wurde von der Post mit der Bemerkung "Nicht abgeholt" an die Vorinstanz retour-
niert. Die Darstellung der Beschwerdeführerin, sie habe keine Kenntnis vom Konkurseröff-
nungsverfahren erhalten, kann somit nicht widerlegt werden. Den Nachweis der Zustellung 
der Vorladung zur Konkursverhandlung hat das Kantonsgericht aber auch nicht dadurch er-
bracht, dass es der Beschwerdeführerin die Vorladung am 25. August 2025 per A-Post zuge-
stellt hat. Mit dieser Form der Zustellung ist kein Nachweis möglich, dass die Beschwerde-
führerin die Sendung erhalten hat, und die Beschwerdeführerin bestreitet auch den Erhalt 
einer A-Post-Sendung. Dementsprechend ist die Beschwerde mangels genügender Anzeige 
der Konkursverhandlung gutzuheissen und die Konkurseröffnung über die Beschwerdeführe-
rin vom 23. September 2025 aufzuheben (Art. 327 Abs. 3 ZPO). Die Sache ist somit nicht 
spruchreif und das Verfahren ist an die Vorinstanz zurückzuweisen zur ordnungsgemässen 
Durchführung der Konkursverhandlung, soweit diese nicht zufolge zwischenzeitlicher Zah-
lung hinfällig wird (Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO).

4. Da der Konkurs, wie dargelegt, nicht hätte eröffnet werden dürfen, können der Beschwerde-
führerin weder die zweitinstanzliche Spruchgebühr noch die Kosten des Konkursamtes aufer-
legt werden (vgl. Urteil des Obergerichts Zug BZ 2024 97 vom 27. September 2024 E. 6). Die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens und des Konkursamtes sind demnach auf die Staatskas-
se zu nehmen.

5. Der Beschwerdeführerin ist mangels eines Antrags und mangels erheblicher Umtriebe keine 
Entschädigung zuzusprechen.

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Urteilsspruch

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht 
Zug vom 23. September 2025 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die 
Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren beträgt CHF 600.00 und wird auf die 
Staatskasse genommen. Ebenso werden die Kosten des Konkursamtes Zug auf die Staats-
kasse genommen.

3. Der Beschwerdeführerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 95 ff. 
BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und der Be-
weismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ein-
zureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende 
Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichter (unter Rückgabe der Akten EK 2025 674)
- Konkursamt Zug
- Handelsregisteramt Zug (im Dispositiv)
- Amt für Grundbuch und Geoinformation des Kantons Zug (im Dispositiv) 
- Betreibungsamt Cham (im Dispositiv)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

St. Scherer J. Lötscher 
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: