# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7ad8a31-d6d6-5dd0-8970-d81e0825394f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.08.2019 200 2019 288
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-288_2019-08-15.pdf

## Full Text

200 19 288 IV (und)
200 19 289 IV (2)
SCJ/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. August 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 13. März und 27. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
erlitt am 5. Oktober 2014 bei einem Motorradunfall insbesondere ein 
schweres Polytrauma mit offener distaler Femurfraktur und offener komple-
xer Unterschenkelfraktur links, eine proximale 3-Segment-Humerusfraktur 
links, eine dislozierte Olecranonfraktur links und eine Beckenfraktur. Die 
C.________, bei welcher der Versicherte gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen versichert war, richtete bezüglich dieses Ereignisses 
die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus (vgl. u.a. Akten der 
C.________ [act. III] K0, K6, K11/3). Mit Verfügung vom 13. März 2018 
(act. III K151) sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung in 
der Höhe von Fr. 81‘900.-- für eine Integritätseinbusse von 65% zu. Ferner 
stellte sie – nach Einholung eines polydisziplinären (orthopädischen, psych-
iatrischen und neurologischen) Gutachtens der Fachärzte der D.________ 
AG (MEDAS; Expertise vom 16. August 2018 [act. III M57] inkl. Stellung-
nahme vom 12. März 2019 [act. III M58]) – mit Verfügung vom 29. März 
2019 (act. III K216) die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 31. 
März 2019 ein und sprach dem Versicherten ab dem 1. April 2019 eine IV-
Rente bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 40% zu. Hiergegen erhob 
der Versicherte Einsprache (act. III K223).

B.

Am 1. Dezember 2014 hatte sich der Versicherte bei der IV unter Hinweis 
auf den Unfall vom 5. Oktober 2014 zum Leistungsbezug angemeldet (Ak-
ten der IV [act. II] 4). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Da-
bei fand vom 12. März bis am 6. April 2018 eine Arbeitsmarktliche-
Medizinische Abklärung (AMA) statt (act. II 144, 153). Nach Einholung ei-
ner Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 189) 
stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 15. November 2018 
(act. II 190) ab 1. Oktober 2015 bei einem IV-Grad von 100% die Zuspra-

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che einer ganzen IV-Rente, ab 1. September 2016 bei einem IV-Grad von 
50% die Zusprache einer halben IV-Rente, ab 1. September 2017 bei ei-
nem IV-Grad von 100% die Zusprache einer ganzen IV-Rente und ab 
1. August 2018 bei einem IV-Grad von 40% die Zusprache einer Viertels-
rente in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte Einwand (act. II 195). Mit 
Verfügung vom 13. März 2019 (act. II 201) sprach die IVB – wie im Vorbe-
scheid angekündigt – ab 1. Oktober 2015 eine ganze IV-Rente, ab 1. Sep-
tember 2016 eine halbe IV-Rente, ab 1. September 2017 eine ganze IV-
Rente und ab 1. August 2018 eine Viertelsrente zu. Ferner berechnete sie 
mit Verfügung vom 27. März 2019 (act. II 204) die für den Zeitraum vom 
1. Oktober 2015 bis 28. Februar 2019 ausstehende Nachzahlung und ord-
nete die Direkt-Auszahlung von Rentenbetreffnissen in der Höhe von 
Fr. 24‘828.35 an.

C.

Gegen diese zwei Verfügungen erhob der Versicherte, vertreten durch 
Fürsprecher B.________, am 11. April 2019 Beschwerde und beantragte 
die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügungen sowie die 
Zusprache einer ganzen IV-Rente ab 1. Oktober 2015, einer halben 
IV-Rente ab 1. September 2016, einer ganzen IV-Rente ab 1. September 
2017 und einer Dreiviertelsrente ab 1. August 2018. Eventualiter wurde die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügungen sowie die Rückweisung zur 
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin beantragt.  

In der Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2019 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 23. Mai 2019 edierte der Instruktionsrichter bei C.________ die amtli-
chen Akten, welche in der Folge am 28. Mai 2019 beim Gericht eingingen.

Mit Schlussbemerkungen vom 4. und 17. Juni 2019 hielten die Parteien an 
ihren Ausführungen und Rechtsbegehren fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 13. und 27. März 
2019 (act. II 201 und 204). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hin-
sicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte 
und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung 
oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbe-
stritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung 
ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich 
ist vorliegend der grundsätzliche Anspruch auf eine IV-Rente, unter Ein-
schluss der unbestritten gebliebenen Zusprache einer ganzen IV-Rente ab 
Oktober 2015, einer halben IV-Rente ab September 2016 und einer ganzen 
IV-Rente ab September 2017, zu prüfen.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 

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E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es 
daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete 
versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

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welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

2.6 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 

Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die 
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 
Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer erlitt anlässlich des Motorradunfalls vom 
5. Oktober 2014 insbesondere ein schweres Polytrauma mit offener distaler 
Femurfraktur und offener komplexer Unterschenkelfraktur links, eine proxi-
male 3-Segment-Humerusfraktur links, eine dislozierte Olecranonfraktur 
links und eine Beckenfraktur (act. III K11/3, M7/1). Im Verlauf erfolgten 
zahlreiche operative Eingriffe, so u.a. eine Amputation des linken Ober-
schenkels (inkl. Stumpfrevision resp. Nachamputation), eine Implantation 
einer Schulterprothese links sowie eine Schraubenosteosynthese im linken 
Ellbogen (vgl. u.a. act. III M7/1 f., M8, M9). In den daraufhin erstellten zahl-

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reichen medizinischen Berichten wurden die Beschwerden und deren Hei-
lungsverlauf ausführlich dargestellt. Konkrete Ausführungen bezüglich der 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers fehlen in den meisten Berichten 
jedoch, weshalb diese für die Beurteilung derselben nicht behilflich sind.

Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers fin-
den sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

3.1.1 Im Bericht des Spitals E.________ vom 25. Mai 2016 (act. II 133.3 
S. 17 f.) wurde namentlich ein Status sechs Monate nach Implantation ei-
ner inversen Prothese sowie Osteosynthesematerialentfernung Ellbogen 
links diagnostiziert (S. 17). Sechs Monate nach Prothesenreimplantation 
zeige sich ein guter Verlauf mit jedoch persistierendem Kraftdefizit. Auf-
grund der ausgedehnten Rotatorenmanschetten-Defektsituation sei bezüg-
lich der erreichbaren Funktionsfähigkeit des linken Armes bzw. der linken 
Schulter de facto ein Endzustand erreicht. Ab dem 1. Juni 2016 werde eine 
Arbeitsfähigkeit von 50% für Bürotätigkeiten bestätigt (S. 18). 

3.1.2 Im zuhanden der C.________ erstellten Gutachten des Spitals 
E.________ vom 13. Juli 2017 (act. II 175.3 S. 1 ff.) wurden ein schweres 
Polytrauma mit Status nach Oberschenkelamputation, eine undislozierte 
Acetabulumfraktur rechts, eine posttraumatische Belastungsstörung 
(PTBS) im Rahmen des Motorradunfalles, ein Oberschenkelstumpfinfekt, 
eine partielle Ulnarisläsion nach Osteosynthesematerialentfernung sowie 
ein Verdacht auf einen Low Grade-Infekt bei Status nach offener Repositi-
on, Osteosynthese und sekundärer Fraktur-Hemiprothese Schulter links 
diagnostiziert (S. 2). Der Beschwerdeführer sei vom Mai 2016 bis Juni 2017 
zu 50% als … arbeitstätig gewesen bei Arbeitsunfähigkeit als … nach dem 
Unfall. Er habe seine Arbeit bei diesem Pensum fast schmerzfrei und ohne 
Schwierigkeiten erledigt bis zum Auftreten von schweren depressiven Epi-
soden im Juni 2017. Er berichte über Rückenschmerzen bei dauerndem 
Sitzen sowie Oberschenkelschmerzen links bei längerem Gehen wegen 
der Prothese, obwohl diese gut angepasst sei. Es sei ein Kraftverlust der 
linken Schulter sowie eine Bewegungseinschränkung feststellbar. Die Krib-
belparästhesien im Innervationsgebiet vom Nervus (N.) ulnaris in der linken 
Hand führten zu keiner grossen Invalidität. Diesbezüglich sei im August 
2017 eine Operation geplant (S. 8). Ferner wurde vom 5. Oktober 2014 bis 

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Mai 2016 eine 100%-ige, vom Mai 2016 bis Juni 2017 eine 50%-ige und 
vom Juni 2017 bis heute eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit angeführt (S. 5).

3.1.3 Im Rahmen der AMA wurde der Beschwerdeführer durch Dr. med. 
F.________, Facharzt für Chirurgie, untersucht. Dieser diagnostizierte im 
Bericht vom 4. April 2018 (act. II 155 S. 2 f.) einen Status nach schwerem 
Polytrauma vom 5. Oktober 2014 (S. 2). Beim Beschwerdeführer träten 
nach Zwangshaltungen über 30 Minuten tiefe lumbale Rückenschmerzen 
ohne Ausstrahlung auf, welche sich nach einer Liegepause oder nach Än-
dern der Position besserten. Ferner träten vorwiegend bei repetitiven Arbei-
ten mit der linken Hand Schmerzen im Bereich des Olecranons auf. Bei 
leichter Arbeit ohne Zwangshaltung und ohne immer wiederkehrende Be-
wegungsabläufe stellten diese Beschwerden keine wesentliche Komponen-
te der Leistungsminderung dar. Die Prothese sitze gut. Druckstellen habe 
der Beschwerdeführer keine. Bei längerem Sitzen träten Schmerzen im 
dorsalen Stumpfgebiet auf. Zuhause ziehe er die Prothese aus und ver-
wende den Rollstuhl. Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner unfallbe-
dingten Behinderungen in allen Tätigkeiten verlangsamt und brauche mehr 
Pausen. Ein 100%-Pensum sei medizinisch-theoretisch möglich bei einer 
Leistungsfähigkeit von ca. 60%. Dabei müssten die Arbeitswege kurz sein, 
da der Beschwerdeführer an einem Stock gehe. Geeignet seien leichte bis 
gelegentlich mittelschwere Arbeiten, welche sowohl stehend wie auch sit-
zend ausgeführt werden könnten. Repetitive, serielle Arbeiten mit häufiger 
Zwangshaltung seien ungeeignet. Zudem müsse das Begehen von Leitern 
und Gerüsten unterlassen werden (S. 3).  

Ferner diagnostizierte Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, im Abklärungsbericht AMA vom 18. April 2018 (act. II 153 
S. 2 ff.) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit namentlich eine gemischte 
Persönlichkeitsstörung mit vor allem narzisstischen Anteilen (ICD-10 F61.0) 
und eine depressive Entwicklung im Sinne einer rezidivierenden depressi-
ven Störung, aktuell leichtgradig (ICD-10 F33.0). Bei der Untersuchung 
zeige sich der Beschwerdeführer deutlich narzisstisch geprägt und präsen-
tiere auch klare depressive Anteile. Im Verlauf der vierwöchigen Ab-
klärungsphase habe sich die depressive Situation gebessert, nachdem der 
Beschwerdeführer die zuvor abgesetzten Antidepressiva wieder einge-

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nommen habe. Die gesamthaft eruierte Einschränkung der Leistungsfähig-
keit betrage 40% und sei vor allem durch die somatischen Beeinträchtigun-
gen erklärbar. Die psychiatrisch bedingten Defizite aufgrund der Auswir-
kungen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung in einem Ausmass von 
20% bis 30% seien hierin enthalten (S. 10). 

3.1.4 Der Beschwerdeführer war vom 6. November 2017 bis am 23. Fe-
bruar 2018 in der Tagesklinik des Spitals H.________ in Behandlung. Im 
Austrittsbericht vom 1. Juni 2018 (act. II 163) wurden eine mittelgradige 
depressive Episode (ICD-10 F32.1), teilweise remittiert, eine sonstige Re-
aktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.8) und eine kombinierte und 
andere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) diagnostiziert (S. 1). Im Ver-
lauf der Behandlung sei es zu einer leichten Remission der affektiven Sym-
ptomatik gekommen. Bei Austritt hätten weiterhin leichte depressive Sym-
ptome mit Angstzuständen, Alpträumen sowie die chronifizierte Schmerz-
symptomatik bestanden (S. 2). Trotz deutlicher Traumatisierung durch den 
Motorradunfall seien die Kriterien für eine PTBS nicht erfüllt (S. 3). 

3.1.5 Dr. med. I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 29. Juni 2018 (act. II 178) mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Oberschenkelamputation links, 
nach Implantation einer inversen Schulterprothese, nach Olecranon-
trümmerfraktur links sowie nach Revision des N. ulnaris und mittelgradige 
depressive Episoden, teilweise remittiert seit 2017. Ferner attestierte sie 
vom 13. Juni 2017 bis am 31. Mai 2018 eine 100%-ige und ab dem 1. Juni 
2018 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit. Seit Juni 2018 arbeite der Be-
schwerdeführer wieder Teilzeit im Büro. Bei angepasster körperlicher Be-
lastung und einem Arbeitsklima, das der psychischen Situation gerecht 
werde, sei längerfristig eine Arbeitsfähigkeit von 60% bis 70% anzustreben 
(S. 2 f. Ziff. 1.3, 2.5, 2.7).

3.1.6 Im zuhanden der C.________ erstellten polydisziplinären MEDAS-
Gutachten vom 16. August 2018 (act. II 188.2) wurden ein Verlust des lin-
ken Oberschenkels mit kurzem Oberschenkelstumpf, prothetisch versorgt 
mit reizlosen Stumpfverhältnissen ohne Aufbruchtendenz, ohne klinische 
Hinweise für Neurinombildung, ein Verlust des linken Schultergelenks und 
Implantation einer inversen Prothese mit nahezu normaler Beweglichkeit 

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des Schultergelenks, eine knöchern konsolidierte Mehrfragmentfraktur des 
linken Ellbogengelenks mit endgradiger Bewegungseinschränkung für die 
Streckung, Beugung und Unterarmumwendbewegung, eine knöchern kon-
solidierte Becken- und Acetabulumfraktur rechts nach konservativer Be-
handlung, eine partielle N. ulnaris Läsion links mit vor allem sensibler Ulna-
risneuropathie, eine andere, näher bezeichnete trauma- und belastungsbe-
zogene Störung (DSM-5; ICD-10 F43.8) sowie eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 
F33.1), festgestellt (S. 15).

Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer zufriedenstellend mit ei-
ner myoelektrischen Oberschenkelprothese links versorgt. Der kurze Ober-
schenkelstumpf zeige eine sehr gute Weichteildeckung ohne Druck- und 
Scheuerstellen trotz häufigen Tragens der Prothese. Das Ergebnis der 
Schultergelenks-TEP links sei ausgezeichnet, die Beweglichkeit sei nahezu 
frei und schmerzlos möglich. Auch die Beweglichkeit des linken Ellbogen-
gelenks zeige nur eine geringgradige Einschränkung. Nach Neurolyse und 
Ventralverlagerung des N. ulnaris bestehe eine geringe Restsymptomatik. 
Die störenden Kribbelparästhesien hätten sich so weit gebessert, dass der 
Beschwerdeführer diese im Alltag nur noch als „Randphänomen“ wahr-
nehme. Auch die Stellung der Finger IV und V habe sich deutlich gebessert 
(S. 16). Aufgrund der Folgen des Motorradunfalls könne der Beschwerde-
führer nur noch leichte körperliche Tätigkeiten ausüben. Diese Tätigkeiten 
müssten überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit der eigen gewählten 
Positionswechsel durchgeführt werden. Gerüst- und Leitertätigkeiten, 
Tätigkeiten unter Zeitdruck wie z.B. Akkord- oder Fliessbandtätigkeiten, 
Überkopftätigkeiten, kniende oder hockende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten 
in Zwangshaltung für die Wirbelsäule oder die unteren Extremitäten seien 
nicht zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als … mit 
…tätigkeit sei nicht mehr gegeben, die Arbeitsfähigkeit in einer leidensad-
aptierten Tätigkeit, entsprechend der aktuellen Tätigkeit des Beschwerde-
führers, sei in einem Pensum von 100% und einer Leistungsminderung von 
40% zumutbar (S. 17). Dies sei durch ein verlangsamtes Gangbild, der 
Notwendigkeit des Schonens des Oberschenkelstumpfes und mit der ver-
minderten Einsatzfähigkeit des linken Armes begründet (S. 20 Ziff. 7.3). 

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Aus psychiatrischer Sicht könne entsprechend der Beurteilung in den Akten 
das Bestehen einer PTBS verneint werden. Es liege aber ein Zustand vor, 
der einer anderen näher bezeichneten trauma- und belastungsbezogenen 
Störung entspreche. In diesem Zusammenhang sei es zu einer depressi-
ven Entwicklung gekommen, die aktuell noch anhalte. Ob der Beschwerde-
führer tatsächlich an einer Persönlichkeitsstörung leide, könne dahinste-
hen. Da sich die klinische Relevanz einer Persönlichkeitsstörung aus dem 
Funktionsniveau ableiten müsse, spreche die lebensgeschichtliche Ent-
wicklung nicht dafür, dass vor dem Unfall eine relevante Störung vorgele-
gen habe (S. 16). Aus psychiatrischer Sicht bestünden leichte Beeinträchti-
gungen der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, der Fähig-
keit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Fähigkeit zur An-
wendung fachlicher Kompetenzen, der Verkehrsfähigkeit, der Flexibilität 
und der Umstellungsfähigkeit, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der 
Selbstbehauptungsfähigkeit, der Gruppenfähigkeit und der Verkehrsfähig-
keit sowie mittelschwere Beeinträchtigungen der Durchhaltefähigkeit, der 
Kontaktfähigkeit zu Dritten, der Fähigkeit zu familiären beziehungsweise 
intimen Beziehungen und der Fähigkeit zu Spontan-Aktivitäten vor (S. 20 
Ziff. 7.1). Sowohl in der angestammten wie auch in einer Verweistätigkeit 
sei der Beschwerdeführer um 40% eingeschränkt (S. 17 und 20 Ziff. 7.3).

Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die 
angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei und in einer angepassten 
Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bestehe mit einer Leistungsminde-
rung von 40%. Dabei handle es sich nicht um eine additive, sondern um 
eine integrative Einschränkung, die sowohl die somatischen als auch die 
psychiatrischen Aspekte berücksichtige (S. 20 Ziff. 7.3).

3.1.7 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, kam im Aktenbericht vom 30. Oktober 2018 (act. II 189) zum 
Schluss, dass auf die Beurteilung im MEDAS-Gutachten vom 16. August 
2018 abgestellt werden könne (S. 4). Bezüglich des Verlaufs der Arbeits-
fähigkeit führte er aus, ab dem Unfall vom 5. Oktober 2014 habe in sämtli-
chen Tätigkeiten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, wobei die 
angestammte Tätigkeit als … mit …arbeiten dauernd nicht mehr zumutbar 
sei. Ab Juni 2016 bis Ende Mai 2017 habe in einer angepassten Tätigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 13

aufgrund der Unfallfolgen am Bewegungsapparat und der sensiblen 
Störung im Ausbreitungsgebiet des linksseitigen N. ulnaris eine 50%-
Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 5 und S. 8). Ab Juni 2017 bis spätestens 
zur AMA (Abschluss am 6. April 2018) sei der Beschwerdeführer wiederum 
zu 100% arbeitsunfähig gewesen; dies wegen der weiterhin bestehenden 
Unfallfolgen am Bewegungsapparat, der sensiblen Störung im Ausbrei-
tungsgebiet des linksseitigen N. ulnaris (Operation am 24. August 2017) 
sowie der Krankschreibung aus psychischen Gründen ab Juni 2017 inkl. 
Aufenthalt in der Tagesklinik 6. November 2017 bis am 23. Februar 2018. 
Ab dem 7. April 2018 (Austritt aus der AMA) bestehe eine Arbeitsfähigkeit 
von 60% (S. 8). 

3.1.8 Die MEDAS-Gutachter führten in der Stellungnahme vom 12. März 
2019 (act. III M58) ergänzend aus, die vom Beschwerdeführer geltend ge-
machte Diskrepanz zwischen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus or-
thopädischer Sicht und der interdisziplinären Beurteilung bestehe nicht. 
Wenn aus orthopädischer Sicht unter Quintessenz ein Pensum von 60% 
festgestellt worden sei, sei dies missverständlich ausgedrückt. Gemeint sei 
entsprechend der Gesamtbeurteilung eine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit von 40% (bei vollem Pensum mit 40%-iger Leistungseinschränkung). 
Soweit der Beschwerdeführer ausführe, die aktuelle Tätigkeit zu einem 
Pensum von 50% bringe ihn an die Grenze der Belastbarkeit, fehle es 
diesbezüglich an einer medizinischen Begründung. Insbesondere sei nicht 
nachvollziehbar, warum der Nachmittag dafür verwendet werde, die Pro-
these abzuziehen und den Stumpf zu pflegen. Die Prothese werde nach 
Angabe des Beschwerdeführers ganztägig getragen. Die Stumpfverhältnis-
se seien trotz der Kürze des Stumpfes als sehr gut zu bezeichnen (act. III 
M58/2). Die subjektiven Einschränkungen des Beschwerdeführers seien im 
Gutachten sehr ausführlich dokumentiert und in die Beurteilung miteinge-
flossen. Somit ergäben sich keine Argumente, die von den Schlussfolge-
rungen des Gutachtens vom 16. August 2018 abweichen liessen (act. III 
M58/3).

3.1.9 Dr. med. K.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
bestätigte im Zeugnis vom 5. April 2019 (Akten des Beschwerdeführers 
[act. I] 6), dass die Arbeitszeit des Beschwerdeführers nicht 50% über-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 14

schreiten sollte, sonst drohe wegen der Oberschenkelprothese eine Schä-
digung oder Verschlechterung des Hautzustandes am Amputationsstumpf. 
Bei längerem Tragen und Belasten der Prothese komme es rasch zu 
Druckstellen/Rötungen oder Blasen. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich vorab auf das polydisziplinäre 
MEDAS-Gutachten vom 16. August 2018 (act. II 188.2) gestützt.

Die Gutachter haben sich in ihren ärztlichen Beurteilungen in Kenntnis der 
medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkun-
gen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerun-
gen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gutachten vom 16. Au-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 15

gust 2018 (act. II 188.2) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 
V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben ausführlich begründet, dass 
der Beschwerdeführer an einem – prothetisch versorgten – Verlust des 
linken Oberschenkels, einem Verlust des linken Schultergelenks mit Im-
plantation einer inversen Prothese, einer knöchern konsolidierten Mehr-
fragmentfraktur des linken Ellbogengelenks, einer knöchern konsolidierten 
Becken- und Acetabulumfraktur rechts, einer partiellen N. ulnaris Läsion 
links, einer anderen, näher bezeichneten trauma- und belastungsbezoge-
nen Störung sowie einer rezidivierenden depressive Störung, gegenwärtig 
mittelgradige depressive Episode, leidet (act. II 188.2 S. 15). Weiter haben 
die Gutachter nachvollziehbar dargelegt, dass dem Beschwerdeführer die 
angestammte Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar ist. Zudem haben sie 
schlüssig begründet, dass eine angepasste leichte Tätigkeit (überwiegend 
sitzend, mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel, ohne 
Gerüst- und Leitertätigkeiten, ohne Tätigkeiten unter Zeitdruck, ohne Über-
kopftätigkeiten, ohne kniende oder hockende Tätigkeiten, ohne Tätigkeiten 
in Zwangshaltung für die Wirbelsäule oder die unteren Extremitäten) zu 
100% zumutbar ist mit einer Leistungsminderung von 40% (Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 60%, vollschichtig umsetzbar; S. 17, S. 20 Ziff. 7.3). 
Dabei wurde die Leistungsminderung – entgegen der Auffassung in der 
Beschwerde (S. 6 f. Ziff. 9) – plausibel mit dem verlangsamten Gangbild, 
der Notwendigkeit des Schonens des Oberschenkelstumpfes und mit der 
verminderten Einsatzfähigkeit des linken Armes erklärt (S. 20 Ziff. 7.3). 
Weitergehende unfallfremde Gesundheitsbeeinträchtigungen sind vorlie-
gend im Übrigen nicht ausgewiesen und werden auch nicht vorgebracht. 

Wenn in der Beschwerde (S. 6 Ziff. 8) geltend gemacht wird, dass die in-
terdisziplinäre Gesamtbeurteilung der MEDAS-Gutachter im Widerspruch 
stehe mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Fachgebiet Orthopä-
die/Traumatologie, in welcher von einem Pensum von 60% ausgegangen 
worden sei, haben die MEDAS-Gutachter in der Stellungnahme vom 
12. März 2019 (act. III M58) klar festgehalten, dass die interdisziplinäre 
Gesamtbeurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beurteilung aller 
beteiligten Gutachtern entspricht. Damit ist der geltend gemachte Wider-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 16

spruch ohne weiteres geklärt worden. Weiter ist die Beurteilung der 
MEDAS-Gutachter in sich schlüssig und überzeugend und wurde durch 
den RAD-Arzt Dr. med. J.________ auch bestätigt (act. II 189 S. 4). Darü-
ber hinaus steht die Einschätzung im Einklang mit den Beurteilungen der 
Dres. med. F.________ und G.________, welche im Rahmen der durchge-
führten AMA ebenfalls zum Schluss kamen, dass dem Beschwerdeführer 
ein 100%-iges Pensum zumutbar ist mit einer Leistungsminderung von 
40% (act. II 153 S. 10, 155 S. 3). Letztlich ging auch die Hausärztin 
Dr. med. I.________ im Bericht vom 29. Juni 2018 (act. II 178) davon aus, 
dass in einer angepassten Tätigkeit längerfristig eine Arbeitsfähigkeit von 
60% bis 70% anzustreben sei (S. 3 Ziff. 2.7).

Soweit im MEDAS-Gutachten aus psychiatrischer Sicht aufgrund der dia-
gnostizierten anderen, näher bezeichneten trauma- und belastungsbezo-
genen Störung und der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
mittelgradige depressive Episode, sowohl in der angestammten wie auch in 
einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 40% attestiert worden ist (act. II 188.2 S. 17, S. 20 
Ziff. 7.3), muss vorliegend nicht geprüft werden, ob diese Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht zu berück-
sichtigen ist (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Denn die aus psychiatrischer Sicht attes-
tierte Arbeitsunfähigkeit deckt sich – zumindest in der angepassten Tätig-
keit – mit den aus somatischer Sicht festgestellten Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 7.3), womit sich eine Indikatorenprüfung hier 
erübrigt.

3.4 Am Beweiswert des MEDAS-Gutachtens ändert nichts, dass 
Dr. med. K.________ im Bericht vom 5. April 2019 (act. I 6) eine 50%-ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert hat. Denn eine substantiierte Begründung der 
attestierten Arbeitsunfähigkeit fehlt in diesem Bericht. Diesbezüglich ist 
insbesondere darauf hinzuweisen, dass Dr. med. F.________, der den Be-
schwerdeführer anlässlich der AMA untersucht hat, im Bereich des Ampu-
tationsstumpfes keine Druckstellen feststellen konnte (act. II 155 S. 3), dies 
obwohl der Beschwerdeführer während der AMA ganztägig beschäftigt war 
(act. II 153 S. 2 Ziff. 2). Dies spricht gegen die Behauptung der Hausärztin, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 17

dass es bei längerem Tragen und Belasten der Prothese rasch zu Druck-
stellen/Rötungen oder Blasen komme (act. I 6). 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass er mit seinem aktuell 
ausgeübten Pensum von 50% (mit einer Arbeitsleistung von 40%) an der 
Grenze seiner Belastbarkeit sei (Beschwerde S. 6 f. Ziff. 9), ändert dies 
vorliegend nichts. Denn aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht ist 
nicht die subjektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die versicherte 
Person, sondern die medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit massgebend. Ausserdem haben sich die MEDAS-Gutachter in der 
Stellungnahme vom 12. März 2019 (act. III M58) mit der Einschätzung des 
Beschwerdeführers, dass er gesundheitsbedingt nicht mehr als ein 50%-
igen Pensum bewältigen könne, auseinandergesetzt und schlüssig darge-
legt, dass dies medizinisch nicht nachvollziehbar sei (act. III M58/2).

3.5 Hinsichtlich des Verlaufs des Gesundheitsschadens hat der RAD-
Arzt Dr. med. J.________ im Bericht vom 30. Oktober 2018 (act. II 189 S. 
8) plausibel dargelegt, dass – nachdem ab dem Unfall vom 5. Oktober 
2014 in sämtlichen Tätigkeiten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden 
hatte – ab Juni 2016 insofern eine Verbesserung der Unfallfolgen eingetre-
ten ist, als ab diesem Zeitpunkt in einer angepassten Tätigkeit von einer 
50%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen war. Weiter hat er schlüssig be-
gründet, dass ab Juni 2017 insbesondere aufgrund einer (vorübergehen-
den) Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes erneut eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist. Schliesslich attestierte er ab 
dem 7. April 2018 (Austritt aus der AMA) – ausgehend von der Beurteilung 
der MEDAS-Gutachter – eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60%. Die 
Einschätzung steht im Einklang mit den vorliegenden medizinischen Akten 
(vgl. diesbezüglich insbesondere E. 3.1.1, 3.1.2 und 3.1.4 hiervor) und wird 
von den Parteien nicht beanstandet. Darauf ist abzustellen.

3.6 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass von Oktober 
2014 bis Ende Mai 2016 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen 
Tätigkeiten bestanden hat. Ab Juni 2016 hat sich der Gesundheitszustand 
verbessert und in einer angepassten leichten Tätigkeit (überwiegend sit-
zend, mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel, ohne 
Gerüst- und Leitertätigkeiten, ohne Tätigkeiten unter Zeitdruck, ohne Über-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 18

kopftätigkeiten, ohne kniende oder hockende Tätigkeiten, ohne Tätigkeiten 
in Zwangshaltung für die Wirbelsäule oder die unteren Extremitäten) ist ab 
diesem Zeitpunkt eine 50%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgewie-
sen. Ab Juni 2017 ist aufgrund einer Verschlechterung des (psychischen) 
Gesundheitszustandes erneut von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit aus-
zugehen. Ab dem 7. April 2018 ist wiederum eine Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes eingetreten und in einer angepassten Tätigkeit besteht 
eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit mit einer 40%-igen Leistungsminderung. Die 
jeweiligen Veränderungen stellen Revisionsgründe dar (vgl. E. 2.6 hiervor). 
Der Sachverhalt ist somit hinreichend erstellt, weshalb – entgegen der Auf-
fassung in der Beschwerde (S. 9 Ziff. 11) – auf weitere Beweiserhebungen 
zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 
S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 
S. 18 E. 4.2).

Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu ermitteln.

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 19

werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige 
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 
gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des 
leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech-
nung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 
E. 2.2).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist seit Oktober 2014 in der angestammten 
Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.3 hier-
vor). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichti-
gung des Wartejahres und der Anmeldung im Dezember 2014 (act. II 4) in 
Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf Oktober 2015 
festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durch-
zuführen. 

4.3 Bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der ange-
stammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.5 hiervor) be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 20

steht ab dem 1. Oktober 2015 bei einem IV-Grad von 100% ein Anspruch 
auf eine ganze IV-Rente.

4.4 Ab Juni 2016 ist in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%-igen 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen (vgl. E. 3.5 hiervor). Diese ge-
sundheitliche Verbesserung, welche nach drei Monaten zu berücksichtigen 
ist (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]), stellt einen Revisionsgrund dar (vgl. 
E. 2.6 hiervor). Damit ist ab diesem Zeitpunkt eine weitere Invaliditätsbe-
messung vorzunehmen.

4.4.1 Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer bei guter 
Gesundheit weiterhin als … tätig wäre, weshalb das Valideneinkommen 
grundsätzlich aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – erzielten Einkom-
mens festzusetzen ist.

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf die An-
gaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (vgl. act. II 17 
S. 3 f. Ziff. 2.10) ermittelt und per 2014 auf Fr. 66‘560.-- (act. II 201 S. 5) 
festgesetzt, was nicht zu beanstanden ist. Gegenteiliges wird vom Be-
schwerdeführer denn auch nicht geltend gemacht. Dies ergibt auf das 
massgebliche Jahr 2016 aufgerechnet ein jährliches Valideneinkommen 
von Fr. 67‘150.75 (Fr. 66‘560.-- : 101.4 x 102.3; Bundesamt für Statistik 
[BFS], Nominallöhne Männer 2011 – 2018, Tabelle T1.1.10, lit. H [Verkehr 
und Lagerei]).

4.4.2 Der Beschwerdeführer hat keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen, weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf die 
Tabellenlöhne (LSE 2016) zu ermitteln ist.

Ausgehend von der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer die ange-
stammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist, jedoch (ab Juni 2016) in einer 
angepassten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht 
(vgl. E. 3.5 hiervor), ist es vorliegend nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf das Total des 
Kompetenzniveaus 1, Tabelle TA1, festgelegt hat, zumal dem Beschwerde-
führer verschiedene Verweistätigkeiten in diversen Tätigkeitsgebieten offen 
stehen. Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Männer beträgt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 21

Fr. 5‘340.--. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 
(BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 
[BUA], Total) angepasst und unter Berücksichtigung der 50%-igen Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit, resultiert daraus ein Invalideneinkommen von 
Fr. 33‘401.70 (Fr. 5‘340.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.5) im Jahr.

Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.1.2 hiervor) ist hier nicht 
gerechtfertigt und wurde von der Beschwerdegegnerin auch nicht vorge-
nommen. 

4.4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67‘150.75 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 33‘401.70 resultiert ein IV-Grad von gerundet 50% 
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folglich 
ab September 2016 ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente.

4.5 Ab Juni 2017 ist aufgrund der eingetretenen Verschlechterung des 
(psychischen) Gesundheitszustandes ein zusätzlicher Revisionsgrund ge-
geben (vgl. E. 3.5 hiervor), welcher nach drei Monaten zu berücksichtigen 
ist (Art. 88a Abs. 2 IVV). Ab diesem Zeitpunkt ist ein weiterer Einkommens-
vergleich durchzuführen. 

Bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten wie 
auch in einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.5 hiervor) besteht ab Sep-
tember 2017 bei einem IV-Grad von 100% wiederum ein Anspruch auf eine 
ganze IV-Rente.

4.6 Ab dem 7. April 2018 ist in einer angepassten Tätigkeit von einer 
100%-igen Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 40% auszu-
gehen (vgl. E. 3.3 und 3.5 hiervor). Diese gesundheitliche Verbesserung 
stellt wiederum einen nach drei Monaten zu berücksichtigenden (Art. 88a 
Abs. 1 IVV) Revisionsgrund dar (vgl. 2.6 hiervor). Damit ist ab diesem Zeit-
punkt eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

4.6.1 Das Valideneinkommen ist gestützt auf die Angaben der ehemali-
gen Arbeitgeberin (vgl. E. 4.4.1 hiervor) per 2018 auf Fr. 67‘347.70 
(Fr. 66‘560.-- : 101.4 x 102.6; BFS, Nominallöhne Männer 2011 – 2018, 
Tabelle T1.1.10, lit. H) festzusetzen.  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 22

4.6.2 Das Invalideneinkommen ist mangels Aufnahme einer Verweistätig-
keit im zumutbaren Rahmen weiterhin gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 
2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total) zu ermitteln (vgl. E. 4.4.2 
hiervor). 

Dies ergibt auf das massgebende Jahr 2018 aufgerechnet, an die betriebs-
übliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, BUA, Total) angepasst 
und unter Berücksichtigung der 100%-igen Arbeitsfähigkeit mit einer Leis-
tungsminderung von 40% ein Invalideneinkommen von Fr. 40‘440.65 
(Fr. 5‘340.-- : 40 x 41.7 x 12 : 100.6 x 101.5 [BFS, Nominallöhne Männer 
2016 – 2018, Tabelle T1.1.15, Total] x 0.6) im Jahr.

Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.1.2 hiervor) ist weiterhin 
nicht gerechtfertigt und wurde auch nicht vorgenommen. 

4.6.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67‘347.70 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 40‘440.65 resultiert ein IV-Grad von gerundet 40%. 
Folglich besteht ab August 2018 ein Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. 
E. 2.2 hiervor).

4.7 Soweit der Beschwerdeführer letztlich die Rentenhöhe resp. die 
Nachzahlungen für die Zeitperiode 1. September 2016 bis 30. Juni 2017 
beanstandet und geltend macht, dass die Rentenhöhe nicht mit der zuge-
sprochenen (halben) IV-Rente übereinstimme (Beschwerde S. 3), hat die 
Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hingewiesen, dass er in dieser Zeit 
aufgrund der durchgeführten Eingliederungsmassnahmen (Arbeitsversuch 
und Umschulung) Taggelder der Invalidenversicherung bezogen hat (vgl. 
Verfügungen vom 21. Juni 2016 und 9. Februar 2017; act. II 65 und 113), 
weshalb für diese Zwischenphase kein Rentenanspruch besteht (Art. 29 
Abs. 2 und Art. 43 Abs. 2 IVG; vgl. auch Rz. 9003 des Kreisschreibens 
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]).

4.8 Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab Oktober 2015 eine ganze 
IV-Rente, ab September 2016 eine halbe IV-Rente, ab September 2017 
eine ganze IV-Rente und ab August 2018 eine Viertelsrente zugesprochen 
hat. Die gegen die angefochtenen Verfügungen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 23

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2019, IV/2019/288, Seite 24

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.