# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f92798a-8bea-513f-a20e-2bb1c5e88494
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 23.11.2022 S 2022 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-84_2022-11-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 84

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis, Audétat, Racioppi und Meisser

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 23. November 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. Nach einer Lehre zum Maler meldete sich A._____, geb. 1981, unter 

Hinweis auf Rückenschmerzen bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

(nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Neben dem vom 

Hausarzt namentlich ausgewiesenen Morbus Scheuermann 

diagnostizierte Dr. med. B._____, Facharzt für Rheumatologie, im 

Gutachten vom 28. Mai 2003 eine ausgeprägte Kyphoskoliose der 

Brustwirbelsäule, aufgrund welcher die Tätigkeit als Maler nicht mehr 

zumutbar sei. Nach beruflichen Abklärungen gewährte die IV-Stelle eine 

Kostengutsprache für eine Umschulung zum Hauswart, welche jedoch 

nicht abgeschlossen wurde. Gestützt auf ein beim Institut für medizinische 

und ergonomische Abklärungen (IME) eingeholtes rheumatologisch-

psychiatrisches Gutachten vom 20. Juli 2009 verneinte die IV-Stelle mit 

Verfügung vom 5. Februar 2010 einen Rentenanspruch.

2. Am 23. Dezember 2010 wurde bei A._____ ein epikardiales WPW-

Syndrom links posterior diagnostiziert, das mittels Ablation erfolgreich 

therapiert werden konnte. In der Folge wies der damals behandelnde 

Psychiater Dr. med. C._____ mit Bericht vom 25. November 2013 eine seit 

dem Winter 2010/2011 bestehende Panikstörung (episodisch 

paroxysmale Angst), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren seit mindestens dem Jahr 2009 sowie eine 

kombinierte bzw. unreife Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und 

abhängigen Zügen seit der Jugend aus. 

3. Die IV-Stelle liess A._____ daraufhin polydisziplinär begutachten, wobei 

im Gutachten der SMAB AG vom 15. Juli 2014 namentlich eine episodisch 

paroxysmale Angst, eine generalisierte Angststörung, eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, sowie ein 

thorakolumbovertebrales Syndrom als Diagnosen mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen wurden. Den ursprünglich erlernten 

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Beruf als Maler erachteten die Gutachterinnen und Gutachter für nicht 

mehr zumutbar. In einer Verweistätigkeit attestierten sie aus 

psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70 %.

4. Gestützt darauf sprach die IV-Stelle A._____ mit Verfügung vom 

16. Oktober 2015 eine vom 1. April bis zum 31. August 2014 befristete 

halbe Invalidenrente zu. Die dagegen von ihm erhobenen Rechtsmittel 

blieben erfolglos: Sowohl das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden (Verfahren S 15 148) als auch das Bundesgericht (Verfahren 

9C_564/2016) wiesen seine Beschwerden ab.

5. Im Oktober 2018 wurde bei A._____ ein akuter Drehschwindel unklarer 

Genese festgestellt, welcher gemäss Austrittsbericht von Dr. med. 

D._____, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, und dipl. med. 

E._____ vom 8. Oktober 2018 am ehesten im Rahmen einer Neuritis bei 

beginnendem viralen Infekt interpretiert wurde. Der ORL-Facharzt Dr. 

med. F._____ diagnostizierte daraufhin bei einem persistierenden, 

diffusen Schwankschwindel eine peripher-vestibuläre Funktionsstörung 

links, wobei er mit Bericht vom 19. März 2019 entgegen des subjektiven 

Eindrucks von A._____ eine komplette zentrale Kompensation feststellte.

6. In der Folge trat die IV-Stelle auf mehrere Leistungsbegehren von A._____ 

nicht ein (vgl. Verfügungen vom 30. Juli 2019, 16. Oktober 2020 und 

1. April 2021).

7. Bei anhaltendem Belastungsschwindel und einer Angststörung mit 

rezidivierenden Panikattacken empfahlen Prof. Dr. med. G._____, 

Facharzt für Neurologie, und Dr. med. H._____ des interdisziplinären 

Zentrums für Schwindel und neurologische Sehstörung des Spitals 

AF._____ mit Bericht vom 11. Juni 2021 neben einer spezialisierten 

vestibulären Physiotherapie einen stationären Aufenthalt in einer 

Rehabilitationsklinik. Daraufhin trat A._____ am 16. August 2021 in die 

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Klinik Z._____ ein und nahm bis zum 4. September 2021 an einem aktiven 

leistungsorientierten Ergonomietrainingsprogramm teil. Im Austrittsbericht 

Psychosomatik vom 3. September 2021 diagnostizierte Dr. med. I._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine episodisch 

paroxysmale Angst bei ängstlicher Grundpersönlichkeit, erster 

Krankheitsmanifestation im Rahmen eines zwischenzeitlich erfolgreich 

behandelten WPW-Syndroms und einer erneuten Verschlechterung nach 

zuvor erfolgter Besserung infolge einer im Spätherbst 2018 erlittenen 

Neuritis vestibularis links. Er erachtete A._____ akuell sowohl in der 

bisherigen wie auch in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. 

Diesen Schluss zog auch der neu behandelnde Psychiater J._____ mit 

Bericht vom 21. September 2021.

8. Im September 2021 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an. Diese tätigte daraufhin erwerbliche und medizinische 

Abklärungen. Insbesondere liess sie A._____ polydisziplinär in den 

Fachrichtungen Psychiatrie, Oto-Rhino-Laryngologie, Rheumatologie, 

Kardiologie, Allgemeine Innere Medizin und Neurologie begutachten, 

wobei der Auftrag der SMAB AG (nachfolgend: SMAB-Gutachten) 

zugeteilt wurde. In dem am 10. Juni 2022 erstatteten Gutachten wiesen 

die Expertinnen und Experten ein thorakolumbovertebrales Syndrom 

mit/bei Wirbelsäulenfehlform mit Kyphoskoliose bei Morbus Scheuermann 

und muskulärer Dekonditionierung als Diagnose mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Ohne Einfluss darauf seien namentlich eine 

Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst), eine generalisierte 

Angststörung, ein Zustand nach WPW-Syndrom mit Ablation im 2010 

sowie ein Status nach Neuronitis vestibularis links im 2018. Während sie 

die bisherige Tätigkeit nicht mehr für zumutbar erachteten, schlossen sie 

in einer leidensangepassten leichten, selten bis mittelschweren, 

wechselbelastenden Tätigkeit ohne repetitive Überkopfarbeiten und ohne 

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Arbeiten an Gerüsten und Leitern oder an stark rotierenden Maschinen auf 

eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.

9. Mit Vorbescheid vom 3. August 2022 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Zum 

Abklärungsergebnis hielt sie fest, gemäss den getätigten umfangreichen 

Abklärungen mittels polydisziplinären Gutachtens sei A._____ als Maler 

nicht mehr arbeitsfähig. Eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende 

Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten sowie Tätigkeiten an/auf Leitern, 

Gerüsten oder stark rotierenden Maschinen seien ihm aus medizinischer 

Sicht zu 100 % möglich. In Gegenüberstellung des ohne gesundheitliche 

Einschränkungen erzielbaren Jahreseinkommens von CHF 65'855.80 und 

des gestützt auf die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamts für Statistik (LSE) ermittelten Einkommens mit Invalidität 

(LSE 2018, Kompetenzniveau 1, Leistungsfähigkeit 100 %) von 

CHF 70'345.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von 0 %, womit kein Anspruch 

auf eine Invalidenrente bestehe. Dagegen erhob A._____ am 17. August 

2022 Einwand. Mit Verfügung vom 25. August 2022 entschied die IV-Stelle 

wie vorbeschieden und verneinte in Abweisung des Leistungsbegehrens 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente.

10. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 31. August 

2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte sinngemäss, dass ihm in Aufhebung der Verfügung vom 

25. August 2022 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, während 

seines Aufenthalts in der Klinik Z._____ habe eine medizinische Abklärung 

stattgefunden, laut derer er zu 100 % arbeitsunfähig sei auf dem freien 

Arbeitsmarkt. Von der Oberärztin in Z._____ sei ihm anlässlich des 

Austrittsgesprächs mündlich mitgeteilt worden, dass er Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente habe. Er weise einen langen Krankheitsverlauf auf 

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und habe verschiedene Therapien durchgeführt, leider ohne Erfolg. 

Zudem habe er trotz seiner Einschränkungen motiviert an angepassten 

Arbeitsversuchen teilgenommen, was leider aufgrund seines 

Gesundheitszustands ebenfalls nicht funktioniert habe. Er habe immer 

arbeiten wollen, sei aber leider immer wieder stark eingeschränkt 

gewesen.

11. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 5. Oktober 2022 auf Abweisung der Beschwerde 

und verwies zur Begründung auf die angefochtene Verfügung vom 

25. August 2022, da der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde keine 

neuen rechtserheblichen Vorbringen anführe und das polydisziplinäre 

SMAB-Gutachten vom 10. Juni 2022 von keinem Mediziner in Frage 

gestellt werde.

12. Der Beschwerdeführer liess sich trotz der ihm eingeräumten Frist zur 

freigestellten Stellungnahme nicht mehr vernehmen.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 25. August 2022. Eine solche 

Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich und 

sachlich zuständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

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Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und 

materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der 

angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und er hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit 

zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 

ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 

lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten. Da sich vorliegend eine 

Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt, entscheidet das 

Verwaltungsgericht in Fünferbesetzung (vgl. Art. 43 Abs. 2 lit. c VRG).

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin mit 

Verfügung vom 25. August 2022 zu Recht einen Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers verneinen durfte. Uneins sind sich die Parteien 

hinsichtlich des Invalideneinkommens und dabei bezüglich der 

Restarbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit.

2.1. Ein Rentenanspruch entstünde angesichts der im September 2021 

erfolgten Anmeldung (vgl. IV-act. 271) gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG 

frühestens ab dem 1. März 2022 (d.h. sechs Monate nach 

Gelendmachung des Leistungsanspruchs), sofern bis dahin das Wartejahr 

nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt ist, was vorliegend 

unbestrittenermassen der Fall ist (vgl. case report [IV-act. 320 S. 12]; 

siehe ferner SMAB-Gutachten vom 10. Juni 2022, in welchem eine seit der 

letzten Begutachtung im Jahr 2014 bestehende 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit attestiert wurde [IV-act. 311 

S. 8]).

2.2. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

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und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Weil in zeitlicher Hinsicht – 

vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E.7.1 und BGE 144 V 210 

E.4.3.1), die angefochtene Verfügung nach dem Inkrafttreten der 

Gesetzesänderungen vom 19. Juni 2020 datiert und ein allfälliger 

Rentenanspruch erst ab dem 1. März 2022 entstehen kann, ist dieser nach 

den ab dem 1. Januar 2022 geltenden Normen zu prüfen (vgl. 

Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 und 

Übergangsbestimmungen der IVV zur Änderung vom 3. November 2021; 

siehe ferner Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 2022, Rz. 9100).

3. Im Allgemeinen setzt der Anspruch auf Leistungen der 

Invalidenversicherung unter anderem voraus, dass die versicherte Person 

invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist gemäss 

Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. ferner Art. 4 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 

Satz 1 ATSG).

3.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

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gegebenenfalls auch andere Fachpersonen zur Verfügung stellen. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu 

beschreiben. Dies bedeutet in erster Linie, mit den Mitteln fachgerechter 

ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven 

Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose 

zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 

hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 

nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt 

eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 

begründet bzw. nimmt sie dazu Stellung, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Insoweit sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (siehe BGE 145 V 364 E.3.2.1 f., 140 V 

193 E.3.1 f. und 132 V 93 E.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_569/2021 

vom 2. Februar 2022 E.3.2.2, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2, 

8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4, 8C_47/2021 vom 18. März 2021 

E.5.2.3).

3.2. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (siehe BGE 143 V 124 E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. 

BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 

8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 8C_173/2021 vom 

25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_101/2021 vom 25. Juni 2021 E.5.1, 

8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 

E.2.4). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c). 

3.3. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche 

Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit 

zahlreichen Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 

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V 351 E.3b/bb; siehe auch Urteile des Bundesgerichts 8C_33/2021 vom 

31. August 2021 E.2.2.2 und 9C_257/2020 vom 23. Juli 2020 E.3.2). In 

Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter 

auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte 

mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (siehe BGE 135 

V 465 4.5, 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt es die unterschiedliche 

Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person 

einerseits und der Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) andererseits 

nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu 

stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die 

behandelnden Arztpersonen oder Therapiekräfte zu anderslautenden 

Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin die Fälle, in 

denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung 

aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden Ärzte wichtige – nicht rein 

der subjektiven Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei 

der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (siehe 

Urteile des Bundesgerichts 8C_491/2021 vom 20. Dezember 2021 E.4.1, 

8C_277/2021 vom 25. August 2021 E.3 und 8C_105/2021 vom 8. Juni 

2021 E.3).

4. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf das SMAB-Gutachten vom 10. Juni 2022 abgestellt hat oder ob 

konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von 

der übrigen medizinischen Aktenlage derart in Zweifel gezogen wird, dass 

von der darin ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter 

Tätigkeit abzuweichen wäre. Während die Beschwerdegegnerin das 

SMAB-Gutachten für umfassend, konsistent und abschliessend hält (vgl. 

angefochtene Verfügung vom 25. August 2022 [IV-act. 319 S. 2]), erachtet 

sich der Beschwerdeführer gestützt auf die medizinischen Abklärungen 

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der Klinik Z._____ anlässlich seines dreiwöchigen Aufenthalts im Juni 

2021 zu 100 % arbeitsunfähig.

5.1.1. Mit Blick auf die Beweiswertigkeit des SMAB-Gutachtens vom 10. Juni 

2022 ist festzustellen, dass sich die SMAB-Gutachter in ihrer Beurteilung 

in Kenntnis der medizinischen Vorakten (vgl. IV-act. 311 S. 12 ff.) 

sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des 

Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen 

gestützt auf die eigenen Untersuchungen getroffen haben (vgl. IV-act. 311 

S. 5 f., S. 34 ff., S. 48 ff., S. 62 f., S. 72 f., S. 82 ff., S. 94). Auch flossen 

die vom Beschwerdeführer gemachten Angaben zur 

Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung 

zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein 

(vgl. IV-act. 311 S. 30 f., S. 44 f., S. 59 f., S. 70 f., S. 80, S. 91 f.). Dabei 

wurden insbesondere auch die vom Beschwerdeführer beschwerdeweise 

vorgebrachten Angststörungen mit Panikattacken, Rückenbeschwerden, 

Herzrhythmusstörung sowie die beklagte Schwankschwindelsymptomatik 

berücksichtigt (vgl. IV-act. 311 S. 36 f., S. 51 f., S. 63 f., S. 84 f., S. 95 f.). 

Die gutachterlichen Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 

Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur 

versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act. 311 S. 36 ff., S. 51 ff., S. 63 ff., 

S. 74 ff., S. 84 ff., S. 95 ff.). Ferner ist das Gutachten für die streitigen 

Belange umfassend. In der Konsensbeurteilung wiesen die SMAB-

Gutachterinnen und Gutachter ein thorakolumbovertebrales Syndrom 

mit/bei Wirbelsäulenfehlform mit Kyphoskoliose bei Morbus Scheuermann 

und muskulärer Dekonditionierung als Diagnose mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Als ohne Einfluss darauf stuften sie namentlich eine 

Panikstörung (episodisch proxysmale Angst) (ICD-10 F41.0), eine 

generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), einen Zustand nach WPW-

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Syndrom mit Ablation im 2010 sowie einen Status nach Neuronitis 

vestibularis links im 2018, ein intermittierend vorhandener Tinnitus auris 

links sowie eine Motion-Sickness ein (vgl. IV-act. 311 S. 6). Dazu hielten 

sie fest, rheumatologisch sei bereits in einem Gutachten aus dem Jahre 

2003 auf die Kyphoskoliose der Brustwirbelsäule mit Rippenbuckelbildung 

rechts hingewiesen worden. In einem MRI aus dem Jahre 2007 sei eine 

mässige thorakale Hyperkyphose bei leicht betonter Lendenlordose und 

initialer Diskopathie dargestellt worden. Zeichen eines abgelaufenen 

Morbus Scheuermann seien dazumal zu erkennen gewesen. Auf eine 

ausgeprägte Haltungsinsuffizienz mit konsekutiver muskulärer 

Dysbalance sei ebenfalls hingewiesen worden. Auch im Rahmen der 

aktuellen Untersuchung stehe die Haltungsinsuffizienz bei vorbekannter 

verstärkter Brustkyphose bei Zustand nach Morbus Scheuermann im 

Vordergrund des subjektiven Beschwerdeerlebens. Unter 

Berücksichtigung des Arbeitsprofils der im Rahmen der Umschulung 

erlernten Tätigkeit zum Hauswart (unter Umständen körperlich 

beanspruchende Arbeiten wie z.B. Schneeschaufeln und 

Überkopfarbeiten) könne hierfür keine Arbeitsfähigkeit attestiert werden. 

Die sonstigen Diagnosen seien für die Frage der berufsbezogenen 

Leistungsfähigkeit nicht relevant. Zur ORL-Diagnose sei erklärt, dass im 

Oktober 2018 ein akuter peripherer Vestibularis-Ausfall (Neuronitis 

vestibularis) links festgestellt worden sei, der sich von alleine erholt habe. 

Es persistiere noch eine Schwankschwindel-Symptomatik, welche nicht 

mehr peripher vestibulär bedingt sei. Es könnte sich um einen phobischen 

Schwankschwindel handeln. Zusammen mit der Verbesserung der 

psychischen Situation werde wohl auch der Schwankschwindel besser 

werden. In funktioneller Hinsicht führe die unspezifische 

Schwindelsymptomatik zu qualitativen Einschränkungen der 

Leistungsfähigkeit. Obwohl keine objektiven Befunde vorlägen, welche 

eine Schwindelproblematik erklärten, wäre es ratsam, den 

Beschwerdeführer nicht an exponierten Arbeitstätigkeiten, welche eine 

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erhöhte Anforderung an das Gleichgewicht stellten, arbeiten zu lassen. 

Möglich seien leichte, selten leicht bis mittelschwere, wechselbelastende 

Tätigkeiten mit Vermeidung repetitiver Überkopfarbeiten und ohne 

Arbeiten an Gerüsten bzw. Leitern oder an stark rotierenden Maschinen 

(vgl. IV-act. 311 S. 5 ff.).

5.1.2. Für den Beschwerdeführer stehen seine psychischen Beschwerden mit 

Angststörung und Panikattacken sowie der Schwankschwindel im 

Vordergrund. Hierzu führte der psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. 

K._____ in diagnostischer Hinsicht aus, unter Zugrundelegung der 

Angaben des Versicherten könne durchaus von Panikattacken und einer 

generalisierten Angststörung ausgegangen werden. Denn der 

Beschwerdeführer beschreibe eine anhaltende und frei flottierende Angst, 

die nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt sei. Es 

komme auch zu begleitenden vegetativen Beschwerden, wie z.B. 

Schwitzen und Schwindelgefühle. Darüber hinaus beschreibe der 

Beschwerdeführer wiederkehrende, zum Teil schwere Angstattacken, die 

sich ebenfalls nicht auf spezifische Situationen oder besondere Umstände 

beschränkten und deshalb auch nicht vorhersehbar seien. Auch hier 

komme es zu vegetativen Begleiterscheinungen. Eine 

darüberhinausgehende psychiatrische Diagnose sei nicht feststellbar, 

insbesondere keine aus dem depressiven Spektrum. Der 

Beschwerdeführer gebe vielmehr an, unter den Symptomen und 

psychosozialen Folgen seiner Angsterkrankung auch seitens der 

Stimmung zu leiden und sich dadurch deprimiert zu fühlen. Konkrete 

depressive Phasen/Episoden mit klarem Beginn und Ende liessen sich 

anamnestisch nicht eruieren. Eine antidepressive Medikation finde auch 

nicht statt. Abgesehen von einigen Inkonsistenzen und der 

Aggravationsneigung des Beschwerdeführers stelle sich die Frage, wie die 

Angststörungen für die berufsbezogene Leistungsfähigkeit relevant sein 

sollen. Während der Beschwerdeführer z.B. angebe, dass ab dem Jahr 

- 15 -

2018 zu allen ohnehin erheblichen Schwierigkeiten durch die 

Angststörung ein Schwankschwindel hinzugekommen sei, habe er bis 

März 2019 gearbeitet (und zwar seit dem Jahr 2017). Zwar gebe er an, 

auch in jener Zeit immer wieder arbeitsunfähig gewesen zu sein, er gebe 

aber auch an, in einem Ausmass beeinträchtigt zu sein, dass er nicht 

einmal einem geringen Pensum nachgehen könnte. Bemerkenswert in 

diesem Zusammenhang sei auch, dass keine regelmässige, quasi 

prophylaktische psychopharmakologische Behandlung der Angststörung 

stattgefunden habe. Dass diverse psychopharmakologische Ansätze gar 

nichts gebracht hätten, erscheine unplausibel. Es bestehe eine grosse 

Auswahl von verschiedenen Medikamentengruppen, die auch in 

Kombination verabreicht werden könnten. Im Übrigen führten diverse 

lebensbiografische und psychosoziale Belastungsfaktoren (vgl. dazu IV-

act. 311 S. 39: Folgen des AA._____-Krieges für die Familie, finanziell 

sehr angespannte Situation mit Schulden und Ratenzahlungen sowie 

wiederholt drohende Wohnungskündigung) zu nicht unerheblichen 

Funktionsstörungen, die aber versicherungsmedizinisch nicht 

berücksichtigt werden könnten. Zusammenfassend könnten zwar die 

bisher zugrundeliegenden Diagnosen aus dem Angstspektrum nach der 

aktuellen Begutachtung bestätigt werden. Diese seien jedoch auf der 

Funktionsebene ohne Relevanz für die berufsbezogene 

Leistungsfähigkeit. Eine Arbeitsunfähigkeit sei psychiatrisch nicht 

begründbar (vgl. IV-act. 311 S. 36 f.)

Ferner hielt Dr. med. K._____ in Beurteilung der Konsistenz und 

Plausibilität fest, die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden 

bzw. Alltagsaktivitäten und das Verhalten während der Untersuchung 

seien nicht immer konsistent und nachvollziehbar gewesen. Er habe an 

einer Stelle angegeben, die Angststörung und Panikattacken seit Geburt 

zu haben, an anderer Stelle aber, die Panikstörung seit 2010 zu haben. Er 

sage, dass er ohne Temesta nicht am Leben wäre, andererseits gebe er 

- 16 -

aber eine Einnahmefrequenz von eins bis vier pro Monat an. Dass er im 

Haushalt gar nicht mithelfen könne, sei nicht nachvollziehbar. Er gebe an, 

unter einem alltagsrelevanten und behindernden Schwindel zu leiden, 

fahre aber mit dem eigenen Motorfahrzeug eine Stunde zum 

Untersuchungstermin. Während er sich an den Wänden des Institutsflurs 

abgestützt habe und langsam zum Referenten ins Untersuchungszimmer 

gekommen sei bzw. dieses in ebendieser Form wieder verlassen habe, 

habe er das Gebäude zur Röntgenuntersuchung zügig und ohne jegliche 

Beeinträchtigung im unbeobachtet angenommenen Zustand verlassen. Es 

zeigten sich im Rahmen der Anamneseerhebung deutliche Hinweise auf 

Aggravation (vgl. IV-act. 311 S. 38).

5.2. Wenn sich der Beschwerdeführer nun auf den Austrittsbericht 

Psychosomatik der Klinik Z._____ von Dr. med. I._____ vom 

3. September 2021 beruft, um auf die darin ausgewiesene 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % in jeglichen Tätigkeiten abzustellen (vgl. IV-

act. 290 S. 4 = beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3), ist ihm 

entgegenzuhalten, dass ärztliche Beurteilungen von der Natur der Sache 

her unausweichlich Ermessenzüge aufweisen, die es bei einer lege artis 

erfolgten Beurteilung grundsätzlich zu respektieren gilt (vgl. BGE 148 V 49 

E.6.2.1, 145 V 361 E.4.1.2 und 4.3, 140 V 193 E.3.1 sowie 137 V 210 

E.3.4.2.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_153/2021 vom 10. August 2021 

E.5.3.2, 8C_138/2021 vom 7. Juni 2021 E.4.2 und 8C_699/2018 vom 

28. August 2019 E.4.2.2). Nur weil ein behandelnder Arzt, der ausserdem 

seine Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht bzw. nicht näher substanziiert 

und eine Verschlechterung des psychischen Leidens seit dem Jahr 2014 

ausweist, obwohl ihm das entsprechende polydisziplinäre Gutachten vom 

15. Juli 2014 nach seinen eigenen Angaben gar nicht vorlag (vgl. IV-

act. 290 S. 3 f.), zu einer anderen Einschätzung gelangt, kann dies nicht 

zum Anlass weiterer Abklärungen genommen werden. Dr. med. I._____ 

bringt denn auch nichts vor, was bei der gutachterlichen Beurteilung durch 

- 17 -

die Fachärztinnen und -ärzte unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein 

soll (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 8C_308/2021 

vom 4. Oktober 2021 E.5.1.2, 8C_313/2020 vom 12. August 2020 E.8.2.3, 

8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.4.4.1 und 8C_379/2019 vom 

21. August 2019 E.2). Vielmehr übersieht der Beschwerdeführer, dass 

dem psychiatrischen SMAB-Gutachter Dr. med. K._____ der besagte 

Bericht von Dr. med. I._____ – genauso wie jener des behandelnden 

Psychiaters J._____ vom 21. September 2021 (vgl. IV-act. 278) – bekannt 

war und er sich dazu auch ausdrücklich geäussert hat, wobei sich in 

diagnostischer Hinsicht keine wesentlichen Divergenzen ergaben (vgl. IV-

act. 311 S. 26 f. und S. 37 f.). Indes hielt es Dr. med. K._____ für 

unverständlich, wie nur aus der Diagnose einer episodischen 

paroxysmalen Angst eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % abgeleitet worden 

sei, handle es sich doch "lediglich" um Angstattacken (vgl. IV-act. 311 

S. 38). Dabei ist ihm darin beizupflichten, dass sich aus einer Diagnose – 

mit oder ohne diagnoseinhärentem Bezug zum Schweregrad – allein keine 

verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem 

Gesundheitsschaden korrelierenden funktionellen Leistungseinbusse bei 

psychischen Störungen ergibt, womit von einer Diagnose nicht direkt auf 

eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden kann (vgl. 

BGE 148 V 49 E.6.2.2, 145 V 215 E.6.1, 143 V 418 E.6; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_169/2021 vom 16. Juni 2021 E.4.3.2). Vielmehr erfolgt 

gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung die Prüfung, ob ein 

psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu 

bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen 

Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E.7 und 141 V 281 E.4.1). Die 

Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 

zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch 

festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand 

von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 

- 18 -

E.6; Urteil des Bundesgerichts 8C_548/2021 vom 25. Februar 2022 

E.5.2). 

5.2.1. Im Gegensatz zu den behandelnden Fachärzten Dr. med. I._____ und 

J._____ orientierte sich der psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. 

K._____ bei seiner Folgeabschätzung denn auch an den massgeblichen 

Beweisthemen. So setzte er sich mit dem Indikator "Ausprägung der 

diagnoserelevanten Befunde" des Komplexes "Gesundheitsschädigung" 

in der ersten Kategorie "funktioneller Schweregrad" insoweit auseinander, 

als er Feststellungen zu den konkreten Erscheinungsformen der 

diagnostizierten Panik- und generalisierten Angststörung traf und neben 

dem Hinweis auf verschiedene Inkonsistenzen und der 

Aggravation(sneigung), welche deren Schweregrad massgeblich 

relativieren, diverse psychosoziale Belastungsfaktoren (Folgen des 

AA._____-Krieges für die Familie, finanziell sehr angespannte Situation 

mit Schulden und Ratenzahlungen, wiederholt drohende 

Wohnungskündigung [vgl. IV-act. 311 S. 39; siehe dazu ferner die vom 

Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen zur Wohnungskündigung {Bf-

act. 9 und 11}]) ausklammerte, welche direkt negative funktionelle Folgen 

zeitigen (vgl. BGE 141 V 281 E.4.3.3 und 127 V 294 E.5a; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_559/2019 vom 20. Januar 2020 E.3.2, 9C_371/2019 

vom 7. Oktober 2019 E.5.1.3). In diesem Zusammenhang ist namentlich 

ergänzend anzumerken, dass der Beschwerdeführer anlässlich der 

SMAB-Begutachtung selbst angegeben hat, ein- bis dreimal pro Monat 

Panikattacken zu erleiden (vgl. IV-act. 311 S. 80), was den Schweregrad 

der Gesundheitsstörung relativiert, auch im Vergleich zum vormaligen 

SMAB-Gutachten vom 15. Juli 2014, wo der Beschwerdeführer noch von 

fast täglich auftretenden Panikattacken berichtet hatte (vgl. IV-act. 157 

S. 47). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die behandelnden Fachärzte 

Dr. med. I._____ und J._____ zwar ebenfalls feststellten, dass der 

Beschwerdeführer trotz des von ihm beklagten Schwindels mit 

- 19 -

Panikattacken und Angststörung ein Motorfahrzeug führt (vgl. Bericht vom 

3. September 2021 [IV-act. 290 S. 2] und Bericht vom 21. September 

2021 [IV-act. 278 S. 5]). Diesem Umstand trugen sie indes in funktioneller 

Hinsicht – bei angenommener 100%iger Arbeitsunfähigkeit – nicht 

Rechnung, obwohl insbesondere der behandelnde Psychiater J._____ in 

seinen Berichten vom 9. August 2021 und vom 21. September 2021 einen 

seit der im Oktober 2018 erlittenen Neuronitis vestibularis fast 

durchgehend bestehenden Schwankschwindel auswies, welcher auch mit 

optischen Wahrnehmungsstörungen im Sinne von Mikro- und Makropsien 

und sich rhythmisch bzw. saccadenartig bewegenden Sehbildern 

einhergehen soll (vgl. Bf-act. 4 S. 1 und IV-act. 278 S. 3; vgl. ferner auch 

rheumatologisches SMAB-Teilgutachten, wonach nach Angaben des 

Beschwerdeführers ein ständig vorhandener Schwankschwindel vorliege 

[IV-act. 311 S. 44]; siehe ferner Berichte von Dr. med. F._____ vom 

28. November 2018 [IV-act. 238] und vom 27. Mai 2021 [IV-act. 279 

S. 15], Bericht von Dr. med. L._____ vom 14. Mai 2020 [IV-act. 247 

S. 17 f.] und Bericht von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2021 [IV-

act. 262 S. 2]). Angesichts dieser beklagten Symptomatik bzw. des 

angegebenen alltagsrelevanten Schwindels erscheint es plausibel, wenn 

Dr. med. K._____ im Führen eines Motorfahrzeugs (während einer Stunde 

zum Untersuchungstermin) eine Inkonsistenz erblickte (siehe auch Bericht 

Ergonomietrainingsprogramm der Klinik Z._____ vom 6. September 2021 

[IV-act. 273 S. 4]; vgl. ferner rheumatologisches Teilgutachten [IV-act. 311 

S. 47]). Gleiches gilt im Übrigen mit Blick auf die anlässlich der 

psychiatrischen Exploration präsentierte Gangunsicherheit, welche sich 

weder nach dem Untersuch beim Wechsel zur Röntgenaufnahme (vgl. 

hierzu IV-act. 311 S. 38) noch im Rahmen der otorhinolaryngologischen 

Begutachtung objektivieren liess (vgl. IV-act. 311 S. 94; siehe ferner 

neurologisches SMAB-Teilgutachten [vgl. IV-act. 311 S. 85]). So führte die 

SMAB-Expertin Dr. med. M._____ aus, der Beschwerdeführer habe im 

Oktober 2018 eine Neuronitis vestibularis links erlitten, welche sich 

- 20 -

vollständig erholt habe. Es persistierten diffuse Schwindelbeschwerden, 

welche jedoch nicht mehr objektivierbar seien (vgl. IV-act. 311 S. 95; siehe 

ferner Bericht von PD Dr. med. N._____ sowie der dipl. med. O._____ und 

P._____ vom 20. Mai 2021 [IV-act. 279 S. 14] und Bericht von Dr. med. 

F._____ vom 5. Oktober 2021 [IV-act. 288 S. 2]). Auffällig ist in diesem 

Zusammenhang denn auch, dass der Beschwerdeführer trotz der 

beklagten Schwankschwindelproblematik und der damit einhergehenden 

Gangunsicherheit im Rahmen der Begutachtungsgespräche angab, 

mitunter am Mittag auswärts essen zu gehen, indem er sich in der 

AC._____ ein Sandwich hole oder bei AD._____ speise, sowie spazieren 

und mit Bekannten Kaffee trinken zu gehen (vgl. IV-act. 311 S. 33, S. 46, 

S. 61; vgl. ferner Bericht von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2021 [IV-

act. 262 S. 2] sowie Besprechungsnotiz vom 15. November 2021 [IV-

act. 292]). Zudem wurde auch zu Beginn des stationären Aufenthalts im 

Rahmen des Ergonomietrainingsprogramms eine Selbstlimitierung unter 

Angabe von Schwindel und Rückenschmerzen festgestellt (vgl. IV-

act. 273 S. 3, S. 8 und S. 10; vgl. ferner Bericht vom 29. Januar 2014 zur 

interdisziplinären Schmerzsprechstunde in der Klinik Z._____ [IV-act. 149 

S. 19 f.]). Obwohl anlässlich der SMAB-Begutachtung keine objektiven 

Befunde festgestellt werden konnten, welche die Schwindelsymptomatik 

zu erklären vermochten, trugen die SMAB-Gutachterinnen und Gutachter 

dieser letztlich im Rahmen des Belastungsprofils in qualitativer Hinsicht 

Rechnung, indem sie Arbeiten an Gerüsten und Leitern oder an stark 

rotierenden Maschinen als ungeeignet auswiesen (vgl. IV-act. 311 S. 6 f.; 

siehe auch Bericht von Prof. Dr. med. G._____ und Dr. med. H._____ vom 

11. Juni 2021 [IV-act. 279 S. 18 f.]). Für Tätigkeiten, welche am Boden 

ohne erhöhte Anforderungen an das Gleichgewicht ausgeführt werden 

können, erachtete denn auch die ORL-Expertin Dr. med. M._____ den 

Beschwerdeführer trotz der persistierenden 

Schwankschwindelproblematik zu 100 % arbeitsfähig (vgl. IV-act. 311 

S. 98).

- 21 -

5.2.2. Ferner setzte sich der psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. K._____ 

auch mit den weiteren vorbefundlichen psychiatrischen Diagnosen 

auseinander und begründete seine abweichende Einschätzung in 

nachvollziehbarer Weise. Angesichts der von ihm erhobenen Befunde und 

Anamnese (vgl. hierzu IV-act. 311 S. 30 ff.) erscheint es plausibel, wenn 

er in Abkehr zu der vom behandelnden Psychiater J._____ 

ausgewiesenen rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtiger 

mittelgradiger Episode (vgl. Bericht vom 21. September 2021 [IV-act. 278 

S. 4]) in Ermangelung klar abgrenzbarer depressiver Phasen von einer 

beklagten depressiven Stimmungslage aufgrund der Angststörung 

ausging (vgl. IV-act. 311 S. 38; siehe ferner psychiatrische Beurteilung 

von Dr. med. Q._____ im Rahmen des Gutachtens des IME vom 20. Juli 

2009 [IV-act. 90 S. 10 und S. 50]). Ferner legte der behandelnde Facharzt 

J._____ im besagten Bericht auch nicht dar, inwiefern beim 

Beschwerdeführer eine Kombination einer eindeutigen vegetativen 

Beteiligung mit zusätzlichen nichtspezifischen subjektiven Klagen und 

einem hartnäckigen Beharren auf einem besonderen Organ bzw. 

Organsystem vorliegen soll (vgl. hierzu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, 

Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), 

Klinisch-diagnostische Kriterien, 9. Auflage 2014, S. 231), weshalb es 

plausibel erscheint, dass Dr. med. K._____ eine somatoforme autonome 

Funktionsstörung (ICD-10 F45.3) nicht bestätigen konnte (vgl. IV-act. 311 

S. 38; siehe ferner psychiatrische Beurteilung von Dr. med. Q._____ im 

Rahmen des Gutachtens des IME vom 20. Juli 2009 [IV-act. 90 S. 10 und 

S. 50]). Zudem führte der psychiatrische SMAB-Gutachter hinsichtlich der 

aktenkundigen kombinierten Persönlichkeitsstörung aus (vgl. dazu 

Berichte von Dr. med. C._____ vom 25. November 2013 [IV-act. 134 S. 2] 

und vom 25. September 2015 [IV-act. 317 S. 4 = Bf-act. 5]), hierbei handle 

es sich um eine schwerwiegende Diagnose, die zur privaten und 

beruflichen Sozialisation des Beschwerdeführers nicht passe. Zudem 

stellte er zu Recht fest, dass diese Diagnose von den nachfolgenden 

- 22 -

Behandlern nicht wiederholt worden ist (vgl. IV-act. 311 S. 39), was auch 

auf die vorbefundliche chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren zutrifft (vgl. Bericht von Dr. med. C._____ vom 

25. November 2013 [IV-act. 134 S. 2] und vom 25. September 2015 [IV-

act. 317 S. 4 = Bf-act. 5]; siehe ferner insbesondere Austrittsbericht 

Psychosomatik von Dr. med. I._____ vom 3. September 2021 [IV-act. 290 

S. 4] sowie Berichte des behandelnden Psychiaters J._____ vom 

9. August 2021 [Bf-act. 4] und vom 21. September 2021 [IV-act. 278 S. 4]; 

vgl. zudem so schon psychiatrische Beurteilung von Dr. med. Q._____ im 

Rahmen des Gutachtens des IME vom 20. Juli 2009 [IV-act. 90 S. 10 und 

S. 50 f.]). Mit Blick auf den im vorliegenden Verfahren beigebrachten 

Bericht der Hausärztin Dr. med. R._____, Fachärztin für Allgemeine Innere 

Medizin, vom 31. August 2015 hat sich das Verwaltungsgericht bereits im 

Urteil S 15 148 vom 14. Juni 2016 geäussert, worauf verwiesen wird (vgl. 

dortige E.3b f. [IV-act. 211 S. 13 ff.]; siehe ferner IV-act. 199). In 

Ermangelung wesentlicher psychischer Komorbiditäten kommt solchen 

vorliegend somit keine ressourcenhemmende Wirkung zu (vgl. dazu BGE 

141 V 281 E.4.3.1.3).

5.2.3. Des Weiteren äusserte sich der psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. 

K._____ auch zum Indikator "Behandlungserfolg oder -resistenz". Dazu 

merkte er an, der Beschwerdeführer befinde sich offenbar seit einigen 

Jahren in psychiatrischer/psychotherapeutischer Behandlung. Obgleich er 

angebe, dass diese hochfrequente Therapie (mindestens viermal 

monatlich) keinerlei Auswirkungen auf seine Angsterkrankung habe, was 

unplausibel sei, werde diese Behandlung von ihm fortgesetzt, was 

ebenfalls unplausibel sei. Eine anxiolytische Behandlung finde nicht statt, 

was unverstanden bleibe. Die Aussage des Beschwerdeführers, dass 

verschiedene medikamentöse Ansätze zu keinerlei Wirkung geführt 

hätten, sei medizinisch nicht nachvollziehbar. Es lägen unterschiedliche 

Medikamentengruppen für diese Indikation vor, die unter Umständen auch 

- 23 -

kombiniert werden könnten (SSRI, Neuroleptika) (vgl. IV-act. 311 S. 38). 

Auch aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer einzig 

Temesta bei Panikattacken einnimmt, weil dies das Einzige sei, was 

geholfen habe (vgl. Berichte des behandelnden Psychiaters J._____ vom 

9. August 2021 [IV-act. 317 S. 6 f. = Bf-act. 4] und vom 21. September 

2021 [IV-act. 278 S. 3] sowie Bericht von Dr. med. C._____ vom 

25. November 2013 [IV-act. 134 S. 3]). Allerdings merkte bereits Dr. med. 

I._____ im Austrittsbericht Psychosomatik vom 3. September 2021 an, es 

sei zu überlegen, ob der behandelnde Psychiater J._____ allenfalls nicht 

doch einmal spezifisch medikamentös behandeln könnte (vgl. IV-act. 290 

S. 4). Dieser führte in seinem Bericht vom 9. August 2021 denn auch 

selbst an, dass perspektivisch auch an eine supportive psychiatrische 

Medikation, wie z.B. Duloxetin, zu denken wäre, was er bei 

entsprechender Compliance verordnen würde (vgl. IV-act. 317 S. 7 = Bf-

act. 4]; siehe ferner Bericht von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2021 [IV-

act. 262 S. 3]). Mithin ist von nicht ausgeschöpften medikamentösen 

Behandlungsmöglichkeiten auszugehen. Zudem ist auch die vom 

Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung angegebene 

hochfrequente Therapie zu relativieren. Denn bereits Dr. med. I._____ 

merkte im Austrittsbericht Psychosomatik vom 3. September 2021 an, es 

sei auffällig, dass der behandelnde Psychiater in dessen Bericht vom 

9. August 2021 im Befund von einer "ersten Einschätzung" spreche und 

unter dem Titel Empfehlung feststelle, dass er eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Gesprächstherapie beginne, wenn der 

Beschwerdeführer andererseits angegeben habe, seit geraumer Zeit 

zweimal wöchentlich [recte wohl: monatlich] zu Dr. J._____ zu gehen (vgl. 

IV-act. 290 S. 2 mit Verweis auf den Bericht vom 9. August 2021 [IV-

act. 317 S. 6 f. = Bf-act. 4]). Tatsächlich ergibt sich ausweislich der Akten, 

dass der Beschwerdeführer erst seit dem 25. März 2021 bei Psychiater 

J._____ in Behandlung ist und die Behandlungsfrequenz bei ein bis zwei 

Mal pro Monat – und nicht bei mindestens viermal monatlich – liegt (vgl. 

- 24 -

Bericht vom 21. September 2021 [IV-act. 278 S. 2]). Zuvor war der 

Beschwerdeführer bei Dr. med. C._____ in Behandlung. Allerdings merkte 

auch dieser in seinem Bericht vom 25. November 2013 an, dass die im 

November 2009 aufgenommene ambulante Behandlung mehrmals vom 

Beschwerdeführer unterbrochen worden sei, so am 13. Mai 2010 bis zum 

23. August 2011, als er sich wegen Panikattacken wieder gemeldet habe, 

und sodann wiederum ab dem 28. November 2011, wobei daraufhin am 

9. März 2012 eine Sitzung stattgefunden habe und er sich danach erst 

wieder am 18. September 2013 gemeldet habe (vgl. IV-act. 134 S. 3). 

Gleichermassen führte Dr. med. C._____ in seinem Bericht vom 

25. September 2015 aus, dass der Beschwerdeführer die Therapie 

mehrmals abgebrochen habe und sich in der letzten Zeit nur sporadisch 

bei ihm gemeldet habe (vgl. IV-act. 317 S. 4 = Bf-act. 5; vgl. auch 

Standortbestimmung vom 11. November 2013 [IV-act. 161 S. 11], wonach 

der Beschwerdeführer bedarfsweise, zurzeit aber gar nicht mehr zu Dr. 

med. C._____ gehe, da keine Besserung eintrete). Weitere wesentliche 

Berichte von Dr. med. C._____ sind weder aktenkundig noch wurden 

solche vom Beschwerdeführer ins Recht gelegt. Insgesamt sprechen 

somit die noch bestehenden bzw. nicht ausgeschöpften therapeutischen 

und psychopharmakologischen Behandlungsoptionen gegen die 

Annahme einer Behandlungsresistenz, was von den behandelnden 

Psychiatern Dr. med. I._____ und J._____ in ihrer Einschätzung 

unberücksichtigt blieb.

5.2.4. Mit Blick auf den Indikator "Eingliederungserfolg oder -resistenz" hielt der 

psychiatrische SMAB-Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer seit dem 

Jahr 2017 bis März 2019 als Maler bzw. Vorarbeiter gearbeitet habe, 

obwohl er angegeben habe, dass ab dem Jahr 2018 zu den erheblichen 

Schwierigkeiten durch die Angststörung noch ein Schwankschwindel 

hinzugekommen sei (vgl. IV-act. 311 S. 36 f.). Zudem merkte Dr. med. 

K._____ korrekterweise an, dass in den letzten Jahren keine 

- 25 -

Eingliederungsmassnahmen erfolgt seien (vgl. IV-act. 311 S. 38). Mit Blick 

auf die im Zeitraum der im Oktober 2018 erlittenen Neuronitis vestibularis 

ausgeübten beruflichen Tätigkeiten lässt sich dem Auszug aus dem 

individuellen Konto (IK) in der Tat entnehmen, dass der Beschwerdeführer 

von August 2017 bis März 2019 bei der S._____ GmbH gearbeitet hat (vgl. 

IV-act. 276; siehe ferner Anmeldung vom 13. Januar 2021 [IV-act. 259 

S. 6]). Dies deckt sich denn auch mit den Angaben des 

Beschwerdeführers in den Explorationsgesprächen in den anderen 

Fachdisziplinen, anlässlich welcher er ausgeführt hat, dass er im Jahr 

2017 wieder im Berufsleben habe Fuss fassen können und in einem 

100 %-Pensum als Vorarbeiter auf dem Bau gearbeitet habe (vgl. IV-

act. 311 S. 46, S. 71, S. 81). Soweit der Beschwerdeführer dazu 

anmerkte, er sei oft wegen Panikattacken arbeitsunfähig gewesen (vgl. IV-

act. 311 S. 32), ist dies insoweit zu relativieren, als für diesen Zeitraum 

weder echtzeitliche Arztberichte vom behandelnden Psychiater noch von 

diesem ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, welche eine 

wesentliche Verschlechterung ausgewiesen hätten, aktenkundig sind. 

Nach der erlittenen Neuronitis vestibularis attestierte einzig Dr. med. 

F._____ eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % am 27. November 2018 sowie 

für zwei Wochen vom 18. Dezember bis zum 31. Dezember 2018 (vgl. IV-

act. 288 S. 1; siehe auch Bericht vom 19. Dezember 2018 [IV-act. 236]). 

In seinem Bericht vom 19. März 2019 merkte er zudem an, dass der 

Beschwerdeführer auf eine Arbeitsunfähigkeit oder Berentung dränge, 

wobei er die Symptomatik äusserst energisch und bedrohlich beschreibe, 

entgegen des klinisch erhobenen Befunds. Eine erneute kalorische 

Prüfung und Videonystagmographie habe er verweigert. Einzig eine 

Kopfimpulstestung habe er erlaubt, welche einen Hinweis auf eine 

persistierende periphere Störung des horizontalen Bogenganges liefere. 

Eine medikamentöse Therapie mache jedoch ebenso wenig Sinn wie ein 

längeres Ausstellen einer Arbeitsunfähigkeit. Dem Beschwerdeführer sei 

erläutert worden, dass aufgrund der vorliegenden Fakten eine Aufgabe der 

- 26 -

Arbeitstätigkeit doch schwer bis unmöglich begründbar sei (vgl. IV-

act. 235). 

Insgesamt liegt somit nahe, dass der Beschwerdeführer auch nach der im 

Oktober 2018 erlittenen Neuronitis vestibularis, in deren Folge der 

Beschwerdeführer über eine Exazerbation der Angststörung und der 

Panikattacken klagte (vgl. Austrittsbericht Psychosomatik vom 

3. September 2021 [IV-act. 290]), – ohne wesentlichen Unterbruch – eine 

berufliche Tätigkeit als Vorarbeiter mit einem Beschäftigungsgrad von 

100 % auszuüben in der Lage war, womit ein starkes Indiz für eine 

erhaltene Leistungsfähigkeit vorliegt. Auch dies blieb von den 

behandelnden Fachärzten Dr. med. I._____ und J._____ in ihren mit 

100 % veranschlagten Arbeitsunfähigkeitseinschätzung unberücksichtigt.

5.2.5. Zum Komplex "Persönlichkeit" ist dem psychiatrischen SMAB-

Teilgutachten zu entnehmen, dass beim Beschwerdeführer keine 

Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung oder eine 

Persönlichkeitsänderung vorlägen (vgl. IV-act. 311 S. 35). Zudem verfüge 

er über gute Ressourcen in den komplexen Ich-Funktionen 

Realitätsprüfung, Urteilsbildung, Beziehungsfähigkeit, Kontaktgestaltung, 

Interaktionskompetenz, Selbstregulation, Regressionsfähigkeit und 

Intentionalität (vgl. IV-act. 311 S. 39).

5.2.6. Mit Blick auf den Komplex "Sozialer Kontext" lässt sich dem 

psychiatrischen SMAB-Teilgutachten in Übereinstimmung mit den 

Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung 

entnehmen, dass das soziale Umfeld intakt sei und das Zusammenleben 

in der Familie als interpersonelle Ressource gelte (vgl. IV-act. 311 S. 39). 

Hinsichtlich des auch mit Blick auf den Indikator "Gleichmässige 

Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen" der Kategorie "Konsistenz" massgebenden Kriteriums 

des sozialen Rückzugs stellte der psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. 

- 27 -

med. K._____ zu Recht fest, dass kein solcher vorliege (vgl. IV-act. 311 

S. 39; vgl. so schon SMAB-Gutachten vom 15. Juli 2014 [IV-act. 157 S. 12 

und S. 51]). So gab der Beschwerdeführer anlässlich der 

Explorationsgespräche neben dem Zusammenleben mit bzw. der guten 

Beziehung zu seiner Familie denn auch selbst an, sich mit Kollegen (zum 

Kaffee) zu treffen und aufgrund der Angststörung soziale Kontakte zu 

suchen, da er lieber unter Menschen sein möchte (vgl. IV-act. 311 S. 33, 

S. 46, S. 61, S. 72, S. 81, S. 93). Diskrepant dazu führte er jedoch 

zugleich aus, Angststörungen zu bekommen, wenn er unter Leute gehe, 

was für ihn sehr beeinträchtigend sei (vgl. IV-act. 311 S. 47; vgl. auch IV-

act. 311 S. 81, wonach er Hilfe benötige, um unter Menschen zu sein). 

Obgleich er diesen Widerspruch damit zu begründen versuchte, dass er 

bei unmittelbar und unberechenbar auftretenden, in der Frequenz von 

seiner Tagesverfassung abhängenden Panikattacken die sozialen 

Kontakte abbreche (vgl. IV-act. 311 S. 48), vermag dies nicht über den 

Umstand hinwegzutäuschen, dass diese wohl nicht derart intensiv und 

häufig sind, dass er sich in der Pflege seiner sozialen Kontakte merklich 

einschränken und sozial zurückziehen würde. Dem behandelnden 

Psychiater J._____ kann somit nicht gefolgt werden, wenn er mit Bericht 

vom 21. September 2021 ausführt, es liege ein überwiegend ängstlich-

depressiver sozialer Rückzug vor (vgl. IV-act. 278 S. 5).

Zu seiner Tagesstruktur und Freizeitgestaltung führte der 

Beschwerdeführer anlässlich der SMAB-Begutachtung ferner aus, sich für 

Autozeitungen zu interessieren, wobei er aufgrund des Schwindels und 

der Konzentrationsprobleme beim Lesen beeinträchtigt sei. Zudem mache 

er Übungen gegen den Schwindel, gehe spazieren, esse mitunter am 

Mittag auswärts (z.B. bei AD._____ oder der AC._____) und sitze in der 

Freizeit mit seiner Familie zusammen, um sich zu unterhalten, Schach zu 

spielen und mit seiner Frau auch mal was essen oder trinken zu gehen 

(vgl. IV-act. 311 S. 33, S. 46 f., S. 61, S. 72, S. 81, S. 93). Angesichts 

- 28 -

dieses erhaltenen Aktivitätenniveaus erscheint es plausibel, wenn der 

psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. K._____ es als nicht 

nachvollziehbar befand, dass der Beschwerdeführer im Haushalt gar nicht 

mithelfen könne (vgl. IV-act. 311 S. 38).

5.2.7. Schliesslich weist Dr. med. K._____ hinsichtlich des Indikators 

"Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener 

Leidensdruck" zwar gestützt auf die anamnestischen Angaben des 

Beschwerdeführers aus, dass er offenbar seit einigen Jahren in 

hochfrequenter psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Behandlung 

sei (vgl. IV-act. 311 S. 38). Dies ist jedoch – wie bereits aufgezeigt (vgl. 

vorstehende Erwägung 5.2.3) – angesichts der erst seit dem 25. März 

2021 beim behandelnden Psychiater J._____ aufgenommenen und zuvor 

bei Dr. med. C._____ – soweit aktenkundig – nur noch sporadisch 

durchgeführten Therapie (vgl. Bericht vom 25. September 2015 [IV-

act. 317 S. 4]) stark zu relativieren. Ebenso wenig lässt sich den Akten 

entnehmen, dass die Frequenz der psychiatrischen bzw. 

psychotherapeutischen Behandlung nach der im Oktober 2018 erlittenen 

Neuronitis vestibularis und der in diesem Zusammenhang vom 

Beschwerdeführer beklagten Beschwerdeexazerbation hinsichtlich der 

Angststörung mit Panikattacken (vgl. Austrittsbericht Psychosomatik vom 

3. September 2021 [IV-act. 290 S. 1] und Bericht des behandelnden 

Psychiaters vom 9. August 2021 [IV-act. 317 S. 6 f. = Bf-act. 4]) 

zugenommen hätte. Vielmehr arbeitete der Beschwerdeführer gemäss 

seinen eigenen Angaben in jenem Zeitraum als Vorarbeiter in einem 

100 %-Pensum, wobei von seinem behandelnden Psychiater attestierte 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, welche eine wesentliche 

Verschlechterung ausgewiesen hätten, weder aktenkundig noch vom 

Beschwerdeführer beigebracht worden sind (vgl. hierzu vorstehende 

Erwägung 5.2.4). Zu bemerken ist zudem, dass der Beschwerdeführer 

nach dem im Dezember 2010 diagnostizierten epikardialen WPW-

- 29 -

Syndrom links posterior ausweislich der Akten auf dem Notfall vorstellig 

geworden war, wo mit Austrittsbericht vom 26. Februar 2011 ein Status 

nach rezidivierenden Panikattacken im Januar und Februar 2011 

angegeben wurde (vgl. IV-act. 145 S. 5; vgl. ferner Bericht von Dr. med. 

R._____ vom 27. September 2013 [IV-act. 120 S. 1] und Bericht der Dres. 

med. Q._____ und T._____ vom 11. Februar 2012 [IV-act. 142 S. 5]). So 

ist denn auch dem Bericht von Dr. med. C._____ vom 25. November 2013 

zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer dannzumal 30 Mal in den 

Notfall eingewiesen habe (vgl. IV-act. 134 S. 3; siehe ferner SMAB-

Gutachten vom 15. Juli 2014 [IV-act. 157 S. 12, S. 47 und S. 51], Bericht 

Psychosomatik von med. pract. U._____ vom 24. Januar 2014 [IV-act. 149 

S. 16] und Evaluationsgespräch vom 24. Oktober 2013 [IV-act. 128 S. 2] 

und Bericht von Dr. med. R._____ vom 27. Dezember 2013 [IV-act. 143 

S. 2]). Indes nahm er die Behandlung bei Dr. med. C._____ nach dessen 

Angaben erst am 23. August 2011 wieder auf und brach diese sodann 

bereits drei Monate später am 28. November 2011 wieder ab (IV-act. 134 

S. 3 und IV-act. 317 S. 4). Auch während dieser Zeit war der 

Beschwerdeführer in einem 100 %-Pensum arbeitstätig (vgl. Fragebogen 

für Arbeitgebende vom 18. Oktober 2014 [IV-act. 165 S. 1 f.] sowie IV-

act. 124 S. 3 [IK-Auszug vom 11. Oktober 2013]) und der behandelnde 

Psychiater Dr. med. C._____ hatte keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt 

(vgl. Bericht vom 25. November 2013 [IV-act. 134 S. 4]). Ferner empfahl 

auch die vormalige psychiatrische SMAB-Gutachterin Dr. med. V._____ 

im Gutachten vom 15. Juli 2014 eine psychiatrisch/psychologische 

Begleittherapie, während sie von einer im Verlauf eingetretenen 

Besserung berichtete, wobei sie das Erreichen einer vollen 

Arbeitsfähigkeit für möglich hielt (vgl. IV-act. 157 S. 12, S. 20 und S. 51). 

Mithin ist gesamthaft betrachtet unter Berücksichtigung der nicht 

ausgeschöpften psychopharmakologischen Medikation der vom 

Beschwerdeführer angegebene Leidensdruck massgeblich zu relativieren.

- 30 -

5.3. Insgesamt liegen somit weder triftige Gründe vor noch werden solche vom 

Beschwerdeführer namhaft gemacht, um von einer lege artis erfolgten 

medizinischen Schätzung der funktionellen Auswirkungen der 

diagnostizierten Gesundheitsschäden abzuweichen, weshalb sich eine 

juristische Parallelüberprüfung im Vergleich zur gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsfestlegung verbietet (vgl. BGE 148 V 49 E.6.2.1). Die 

Vorbringen des Beschwerdeführers und die von ihm beigebrachten 

Berichte, insbesondere jener von Dr. med. I._____ vom 3. September 

2021 zum stationären Aufenthalt in der Klinik Z._____ im 

August/September 2021, sind nicht geeignet, konkrete Zweifel am SMAB-

Gutachten vom 10. Juni 2022 zu erwecken und dessen Beweiswert zu 

schmälern. Konkrete Anhaltspunkte, welche gegen die Zuverlässigkeit 

dieser Expertise – auch mit Blick auf die Beurteilungen in den anderen (als 

der psychiatrischen) Fachrichtungen – sprechen würden, brachte der 

Beschwerdeführer nicht vor. Solche sind denn auch nicht ersichtlich. Es 

ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin für den 

hier massgeblichen Zeitraum ab März 2022 auf die darin ausgewiesene 

100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abstellte. Zudem 

ist darauf hinzuweisen, dass die vom Beschwerdeführer beschwerdeweise 

behauptete mündliche Zusicherung einer ganzen Invalidenrente durch 

eine Oberärztin der Klinik Z._____ weder belegt ist noch überhaupt 

geeignet wäre, eine Vertrauensgrundlage darzustellen, da deren 

Unzuständigkeit zur Auskunftserteilung für die Beschwerdegegnerin 

offensichtlich erkennbar gewesen wäre.

6. Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob trotz der 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

einer angepassten Tätigkeit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad 

vorliegt. 

7.1. Die Bemessung des Invaliditätsgrades wird in Art. 28a IVG geregelt. Diese 

richtet sich bei erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG, wobei der 

Bundesrat die zur Bemessung des Invaliditätsgrads massgebenden 

- 31 -

Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren 

umschreibt. Mithin ist in diesem Fall ein Einkommensvergleich 

vorzunehmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen bzw. Einkommen mit 

Invalidität), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

Valideneinkommen bzw. Einkommen ohne Invalidität). Gemäss Art. 25 

Abs. 2 IVV sind die massgebenden Erwerbseinkommen nach Art. 16 

ATSG in Bezug auf den gleichen Zeitraum festzusetzen und richten sich 

nach dem Arbeitsmarkt in der Schweiz. Soweit für die Bestimmung der 

massgebenden Erwerbseinkommen statistische Werte herangezogen 

werden, sind die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des 

Bundesamtes für Statistik massgebend. Andere statistische Werte können 

beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE 

abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische 

Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die statistischen Werte sind an 

die betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und an die 

Nominallohnentwicklung anzupassen (Art. 25 Abs. 4 IVV).

7.1.1. Nach Art. 26 Abs. 1 Satz 1 IVV bestimmt sich das Einkommen ohne 

Invalidität (sog. Valideneinkommen) anhand des zuletzt vor Eintritt der 

Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Tritt die Invalidität 

ein, nachdem die versicherte Person eine berufliche Ausbildung geplant 

oder begonnen hat, so wird das Einkommen ohne Invalidität nach dem 

statistischen Wert nach Artikel 25 Absatz 3 IVV bestimmt, den die 

versicherte Person nach Beendigung der Ausbildung erreicht hätte (Art. 26 

Abs. 5 IVV).

- 32 -

7.1.2. Hinsichtlich der Bestimmung des Einkommens mit Invalidität (sog. 

Invalideneinkommen) sieht Art. 26bis Abs. 1 IVV was folgt vor: Erzielt die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Erwerbseinkommen, so 

wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 ATSG) angerechnet, 

sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leistungsfähigkeit in Bezug 

auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmöglich verwertet. Liegt kein 

anrechenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit 

Invalidität nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt 

(Art. 26bis Abs. 2 Satz 1 IVV). Kann die versicherte Person aufgrund ihrer 

Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit von 50 % 

oder weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % 

für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV mit Verweis auf Art. 49 

Abs. 1bis IVV).

7.2. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

kann (lit. a), während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 

ATSG) gewesen ist (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid (Art. 8 ATSG) ist (lit. c). Nach Art. 28b Abs. 1 IVG wird die 

Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen 

Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bis 69 % entspricht 

der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG). Bei 

einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 

(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die 

folgenden prozentualen Anteile (Art. 28b Abs. 4 IVG):

Invaliditätsgrad Prozentualer Anteil
49 % 47.5 %
48 % 45 %

- 33 -

47 % 42.5%
46 % 40 %
45 % 37.5 %
44 % 35 %
43 % 32.5 %
42 % 30 %
41 % 27.5 %
40 % 25 %

8.1. Vorliegend geht mit Blick auf das Valideneinkommen hinsichtlich der 

Ausbildungs- und Erwerbsbiographie des Beschwerdeführers aus den 

Akten hervor, dass dieser die Grundschule in AB._____ absolviert hatte, 

bevor er im Jahr 1996 in die Schweiz einreiste und das 9. und 

10. Schuljahr absolvierte (vgl. Schlussbericht BEFAS vom 11. September 

2006 [IV-act. 52 S. 2]). Gemäss Bericht des damaligen Hausarztes Dr. 

med. W._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 4. März 2003 

hat der Beschwerdeführer bereits seit 1997 über Schmerzen im 

Wirbelsäulenbereich geklagt. Dr. med. W._____ diagnostizierte dabei 

einen Morbus Scheuermann, eine Hyperkyphose der Brustwirbelsäule, 

eine rechtskonvexe thorakale Skoliose und eine beginnende 

Osteochondrose (vgl. IV-act. 15 S. 1 f.; vgl. ferner bildgebender Befund 

der LWS und BWS vom 3. August 1998 [IV-act. 15 S. 5], Bericht von Dr. 

med. B._____ vom 10. Juli 2007 [IV-act. 73 S. 6], Gutachten des IME vom 

20. Juli 2009 [IV-act. 90 S. 2 f.], Untersuchungsbericht zur 

interdisziplinären Schmerzsprechstunde vom 24. Januar 2014 [IV-act. 149 

S. 11] und Bericht Psychosomatik von med. pract. U._____ vom 

24. Januar 2014 [IV-act. 149 S. 15]). Vom 3. August 1999 bis zum 

3. August 2002 absolvierte der Beschwerdeführer sodann eine Lehre zum 

Maler im Maler- und Gipsergeschäft X._____ (vgl. Fragebogen für den 

Arbeitgeber vom 6. März 2003 [IV-act. 14 S. 1]). Auch wenn der 

Beschwerdeführer bereits damals mit Rückenbeschwerden belastet war 

(vgl. SMAB-Gutachten vom 15. Juli 2014 [IV-act. 157 S. 15]), sind keine 

Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die damalige Wahl zum Beruf als 

- 34 -

Maler krankheitsbedingt beeinflusst gewesen wäre (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_479/2021 vom 5. Mai 2022 E.6.2 und E.6.2.2 f.; vgl. 

auch Bericht Psychosomatik von med. pract. U._____ vom 24. Januar 

2014 [IV-act. 149 S. 14 f.]). Dennoch ist zu berücksichtigen, dass auch Dr. 

med. B._____ in seinem Gutachten vom 28. Mai 2003 es aufgrund der 

erhobenen Befunde als glaubhaft erachtete, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund der bereits während der Lehre erlittenen Rückenschmerzen 

seine Arbeit als Maler bei stärkeren Rückenbelastungen nicht mehr habe 

weiterführen können. Er befand daher, dass der Beruf als Maler dem 

Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sei (vgl. IV-act. 24 S. 3 f.). In der 

Folge arbeitete der Beschwerdeführer nach einem an ungenügenden 

Noten gescheiterten kurzzeitigen Besuch der Berufsmittelschule 

allerdings trotzdem als Maler in einem vollen Arbeitspensum im Betrieb 

seines ehemaligen Lehrmeisters, wobei er gemäss seinen Angaben 

körperlich nicht strenge Arbeiten habe ausführen müssen (vgl. IV-act. 31 

S. 2 ff. und IV-act. 92 S. 1; Schlussbericht BEFAS vom 11. September 

2006 [IV-act. 52 S. 2 und S. 8]; siehe ferner Kündigungsbestätigung vom 

9. November 2006 [IV-act. 56] und Bericht von Dr. med. B._____ vom 

10. Juli 2007 [IV-act. 73 S. 6]). Nach einer beruflichen Abklärung in der 

BEFAS AE._____ (vgl. IV-act. 34, IV-act. 39, IV-act. 44, IV-act. 52) erteilte 

die Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache für die Umschulung zum 

Hauswart (vgl. Mitteilung vom 14. November 2006 [IV-act. 60]), welche der 

Beschwerdeführer jedoch nicht erfolgreich abschliessen konnte (vgl. IV-

act. 92 S. 3; siehe ferner Gutachten des IME vom 20. Juli 2009 [IV-act. 90 

S. 2, S. 6, S. 33 f., S. 48 f.] und Schreiben des Beschwerdeführers vom 

10. Juli 2007 [IV-act. 71]; siehe ferner Bericht von Dr. med. Y._____ vom 

7. September 2007 [IV-act. 73 S. 3]). In der Folge arbeitete er ab Mitte Juli 

2010 bis Mitte Mai 2013 wiederum als Maler bzw. Isolateur für die X._____ 

AG in einem Vollpensum an einem angepassten Arbeitsplatz mit leichten 

Tätigkeiten (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 18. Oktober 2014 [IV-

act. 165 S. 1 f.], Evaluationsgespräch vom 24. Oktober 2013 [IV-act. 128 

- 35 -

S. 1 und S. 3], Bericht Job Match der Klinik Z._____ vom 23. Januar 2014 

[IV-act. 149 S. 2 und S. 4] und Untersuchungsbericht zur interdisziplinären 

Schmerzsprechstunde vom 24. Januar 2014 [IV-act. 149 S. 11 f.]; siehe 

ferner Krankheitsanzeige vom 19. September 2013 [IV-act. 138 S. 1], 

Anmeldung vom 12. August 2013 [IV-act. 118 S. 5] und IK-Auszug vom 

11. Oktober 2013 [IV-act. 124 S. 3]). Gleichermassen gingen denn auch 

die Expertinnen und Experten im SMAB-Gutachten vom 15. Juli 2014 

davon aus, dass die Tätigkeit als Isolateur körperlich leicht und somit in 

somatischer Hinsicht leidensangepasst war (vgl. IV-act. 157 S. 16; vgl. 

ferner Bericht Job Match der Klinik Z._____ vom 23. Januar 2014 [IV-

act. 149 S. 2]). Den damals vom Beschwerdeführer bei der X._____ AG 

erzielten Verdienst legte sich die Beschwerdegegnerin sodann im Rahmen 

der Rentenverfügung vom 16. Oktober 2015 beim Einkommensvergleich 

zugrunde (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 18. Oktober 2014 mit 

einem ausgewiesenen Jahreseinkommen ab dem 1. April 2012 von 

CHF 61'009.-- [IV-act. 165 S. 2], was aufindexiert auf das Jahr 2014 einen 

Betrag von CHF 62'235.30 ergab [vgl. IV-act. 183, IV-act. 185 f. und IV-

act. 184 S. 11]). Dasselbe gilt für die vorliegend angefochtene Verfügung 

vom 25. August 2022, deren Einkommensvergleich auf einem 

Valideneinkommen von CHF 65'855.80 beruht (= CHF 62'235.30 

aufindexiert auf das Jahr 2022 [vgl. IV-act. 319, IV-act. 320 S. 12 und IV-

act. 321]). Dabei übersieht die Beschwerdegegnerin jedoch, dass der 

Beschwerdeführer – wie dargelegt – bereits während seiner Lehre an 

invalidisierenden Rückenbeschwerden litt. Obgleich er diese erfolgreich 

abschliessen konnte, war er danach namentlich als Maler bzw. Isolateur 

im Betrieb des ehemaligen Lehrmeisters in körperlich leichten, d.h. aus 

somatischer Sicht leidensangepassten Tätigkeiten erwerbstätig. So lässt 

sich denn auch aus den Angaben des Arbeitgebers entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer in leichten Streich- und Verputzarbeiten eingesetzt 

worden war, wobei der dabei erzielte Verdienst den Arbeitsleistungen 

entsprach (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 18. Oktober 2014 [IV-

- 36 -

act. 165 S. 2 und S. 6]). Insofern kann dieses Einkommen nicht als 

Valideneinkommen angerechnet werden. Vielmehr rechtfertigt es sich 

unter den konkreten Umständen vorliegend Art. 26 Abs. 5 IVV 

anzuwenden. Danach wird das Einkommen ohne Invalidität nach dem 

statistischen Wert gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt, den die 

versicherte Person nach Beendigung der Ausbildung erreicht hätte, wenn 

die Invalidität eintritt, nachdem die Person eine berufliche Ausbildung 

geplant oder begonnen hat. Unter Berücksichtigung einer plausiblen, 

beruflichen Weiterentwicklung (ohne Gesundheitsschädigung) und der 

Einstufung eines Malers innerhalb der massgeblichen Berufsgruppen (vgl. 

Schweizer Berufsnomenklatur CH-ISCO-19, Berufsgruppe 71 und LSE-

Tabelle T17, Berufsgruppen nach ISCO, wonach die vorerwähnte 

Berufsgruppe 71 zur Berufshauptgruppe 7 gehört, welche dem 

Kompetenzniveau 2 zuzuschreiben ist) kann auf die LSE-Tabelle 2020 

(veröffentlicht am 23. August 2022 und damit noch vor Erlass der 

angefochtenen Verfügung vom 25. August 2022 [vgl. BGE 143 V 295 und 

Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.3]), Tabelle 

TA 1, Privater Sektor, Kompetenzniveau 2, Männer, Wirtschaftszweige 41 

bis 43 Baugewerbe abgestellt werden. Demnach resultiert ein 

massgebendes (hypothetisches) Valideneinkommen (umgerechnet auf 

eine 41.3 Stundenwoche und angepasst an die Nominallohnentwicklung 

bis zum Jahr 2022 [vgl. hierzu IV-act. 321]) von CHF 76'706.35 

(CHF 6'069.-- : 40 x 41.3 x 12 x 1.01 x 1.01).

8.2. Hinsichtlich des Invalideneinkommens steht ausweislich der Akten und 

unbestrittenermassen fest, dass der Beschwerdeführer seit März 2019 

keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgegangen ist (vgl. SMAB-Gutachten vom 

10. Juni 2022 [IV-act. 311 S. 32, S. 71 und S. 81], IK-Auszug vom 

20. September 2021 [IV-act. 276] sowie Anmeldung vom 13. Januar 2021 

[IV-act. 259 S. 6]; vgl. auch IV-act. 235 S. 1, IV-act. 262 S. 1 sowie IV-

act. 311 S. 106). Insofern bestimmt sich das Einkommen mit Invalidität 

- 37 -

nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV (Art. 26bis Abs. 2 Satz 1 

IVV). Danach sind grundsätzlich die altersunabhängigen und 

geschlechtsspezifischen Zentralwerte der LSE zu verwenden (vgl. dazu 

auch vorstehende Erwägungen 7.1 und 7.1.2). 

8.2.1. Zur Verwendung der Zentralwerte der LSE hat sich das Bundesgericht in 

Bezug auf die bis Ende Dezember 2021 geltende Rechtslage bereits in 

BGE 148 V 174 geäussert. Auch wenn es darin nichts Abschliessendes 

zur aktuellen Rechtslage gesagt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_561/2021 vom 4. August 2022 E.6.4.2), hat das Bundesgericht in 

Würdigung der jüngsten Erkenntnisse aus der Wissenschaft (namentlich 

statistisches Gutachten "Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur 

Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung" des 

Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS AG vom 8. Januar 

2021, das Rechtsgutachten "Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in 

der Invalidenversicherung" vom 22. Januar 2021 und der Beitrag "Der 

Weg zu einem invaliditätskonformen Tabellenlohn", publiziert in: 

SZS 6/2021, S. 287 ff.) dennoch grundlegende Erwägungen zur Frage der 

Bemessung des Einkommens mit Invalidität gestützt auf statistische Werte 

vorgenommen und letztendlich für die bisherige Rechtslage die 

Rechtsprechung bestätigt, wonach das Invalideneinkommen vom Zentral- 

bzw. Medianwert der LSE zu bestimmen ist (vgl. BGE 148 V 174 E.9.2.3 f.; 

siehe ferner Urteile des Bundesgerichts 8C_74/2022 vom 22. September 

2022 E.4.3 und 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E.12.1 f.). Konkret lässt 

sich daraus was folgt entnehmen (vgl. BGE 148 V 174 E.9.2.1 ff.):

"9.2.1. Primär wird gemäss bisheriger Rechtsprechung auf die konkreten 
Verhältnisse abgestellt, indem für die Festsetzung des Valideneinkommens am bei 
der bisherigen Tätigkeit erzielten Verdienst angeknüpft und für die Ermittlung des 
Invalideneinkommens von der beruflich-erwerblichen Situation ausgegangen wird, 
in der die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität steht. Ist eine Ermittlung des 
Validen- und/oder Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der 
konkreten Gegebenheiten des Einzelfalls nicht möglich, wird subsidiär auf die 
Lohnstatistik, in der Regel auf die Tabellenlöhne der LSE, abgestellt. Die 
Verwendung der LSE im Rahmen der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG ist 
in diesem Sinne gemäss ständiger Rechtsprechung ultima ratio (vgl. BGE 142 V 178 

- 38 -

E. 2.5.7 mit Hinweisen) und grundsätzlich unbestritten. Die LSE beruhen auf einer 
alle zwei Jahre bei den Unternehmen in der Schweiz durchgeführten Befragung, 
stützen sich mithin auf umfassende und konkrete Daten aus dem effektiven 
Arbeitsmarkt und bilden die Gesamtheit der Löhne in der Schweiz ab. Wenn das 
Bundesgericht […] bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne der LSE 
jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) ausgeht, bedeutet dies, dass die 
eine Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weniger und die andere Hälfte 
mehr verdient. Der Medianlohn liegt in der Regel bei der 
Lohn(einkommens)verteilung tiefer als das arithmetische Mittel 
("Durchschnittslohn") und ist im Vergleich dazu gegenüber dem Einbezug von 
Extremwerten (sehr tiefe oder sehr hohe Lohnangaben) relativ robust (BGE 124 V 
321 E. 3b/aa mit Hinweis; Urteil 8C_58/2021 vom 30. Juni 2021 E. 4.1.1). Er eignet 
sich daher grundsätzlich als Ausgangswert für die Ermittlung des 
Invalideneinkommens auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der […] davon 
ausgeht, dass auch gesundheitlich beeinträchtigten Personen ein ihren 
(verbleibenden) Fähigkeiten entsprechender Arbeitsplatz offensteht.

9.2.2. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass eine gesundheitlich 
beeinträchtigte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Umständen nur mit unterdurchschnittlichem 
erwerblichem Erfolg verwerten kann, gewährt die bisherige Rechtsprechung bei der 
Ermittlung des Invalideneinkommens anhand statistischer Werte die Möglichkeit 
eines Abzugs vom Tabellenlohn von bis zu 25 %. Mit diesem Abzug können […] 
diverse persönliche und berufliche Merkmale berücksichtigt werden, die im 
konkreten Fall eine Herabsetzung des Medianlohns rechtfertigen. Dem Abzug 
kommt als Korrekturinstrument bei der Festsetzung eines möglichst konkreten 
Invalideneinkommens - was auch die Experten im Rechtsgutachten vom 22. Januar 
2021 (S. 181 Rz. 687) und in den Schlussfolgerungen aus dem Rechtsgutachten 
vom 27. Januar 2021 einräumen (S. 33 Rz. 93) - überragende Bedeutung zu. Dem 
Bundesgericht ist und war stets bewusst, dass in der LSE tatsächlich erzielte 
Einkommen von zumeist nicht behinderten Personen erhoben werden (BGE 139 V 
592 E. 7.4). Das BASS-Gutachten bringt insofern bezüglich der Erkenntnis, dass die 
LSE hauptsächlich Einkommen Gesunder enthält, nichts Neues. Es zeigt jedoch die 
quantitativen Dimensionen der Abweichung der Löhne von gesundheitlich 
eingeschränkten Personen auf und favorisiert das Abstellen auf das unterste Quartil 
Q1 statt auf den Zentral- oder Medianwert. Das Bundesgericht hat es bisher unter 
Hinweis auf die Möglichkeit eines leidensbedingten Abzugs explizit abgelehnt, statt 
auf den LSE-Medianlohn auf das unterste Quartil Q1 des Tabellenwerts abzustellen, 
dies weder zum Ausgleich behinderungsbedingter Einbussen noch zur 
Berücksichtigung regionaler Lohnunterschiede (Urteil 8C_190/2019 vom 
12. Februar 2020 E. 4.1 mit Hinweisen).
Neben dem Tabellenlohnabzug verfolgt die […] Parallelisierung als weiteres 
Korrekturinstrument ebenfalls den Zweck, beim Einkommensvergleich dem 
Einzelfall gegenüber einer standardisierten Betrachtung Rechnung zu tragen. 
Soweit der Beschwerdeführer […] geltend macht, die Gerichtspraxis namentlich zum 
Tabellenlohnabzug sei ausufernd und inkonsistent, ist dem entgegenzuhalten, dass 
die Höhe des im konkreten Fall angezeigten Abzugs eine Ermessensfrage darstellt 
und letztinstanzlich nur bei Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder -
unterschreitung korrigierbar ist […]. Insofern kann sich aus der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung nicht ableiten lassen, für welche Merkmale im konkreten Fall 
welcher Abzug angemessen ist, sondern es zeigt sich lediglich, aber immerhin, ob 
ein bestimmter Abzug eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung darstellt oder 
nicht.

9.2.3. Zusammenfassend orientiert sich die bisherige Rechtsprechung für eine 
möglichst realitätsgerechte Bestimmung des Invaliditätsgrades mittels eines 

- 39 -

Einkommensvergleichs im Sinne von Art. 16 ATSG, sofern keine konkreten 
Lohndaten vorhanden sind, subsidiär an den Zentral- bzw. Medianwerten der LSE, 
die den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abbilden. Als Korrekturinstrumente für eine 
einzelfallgerechte gegenüber einer standardisierten Betrachtung stehen die 
Möglichkeiten eines Abzugs vom Tabellenlohn sowie der Parallelisierung zur 
Verfügung.
Inwiefern insbesondere die Ermittlung des Invalideneinkommens anhand der 
Medianwerte der LSE, allenfalls korrigiert um einen leidensbedingten Abzug 
und/oder eine Parallelisierung, diskriminierend sein soll, wird in der Beschwerde 
nicht substanziiert geltend gemacht und ist aufgrund der Vorbringen des 
Beschwerdeführers nicht ersichtlich. Es ergibt sich auch weder aus dem 
statistischen BASS-Gutachten vom 8. Januar 2021 noch aus dem Rechtsgutachten 
vom 22. Januar 2021 oder den Schlussfolgerungen aus dem Rechtsgutachten vom 
27. Januar 2021, dass das Ausgehen vom Medianwert, allenfalls korrigiert um einen 
leidensbedingten Abzug und/oder eine Parallelisierung diskriminierend sein soll. 
Vielmehr weisen die Experten im Rechtsgutachten und in den Schlussfolgerungen 
aus dem Rechtsgutachten […] selber auf die überragende Bedeutung des Abzugs 
als Korrekturinstrument für die Festsetzung eines möglichst korrekten 
Invalideneinkommens hin. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass einerseits der 
Medianlohn teilweise auch von Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung 
erzielt wird und andererseits mit den heutigen Korrekturinstrumenten, namentlich mit 
der Möglichkeit eines Abzugs vom Medianwert von bis zu 25 %, ein 
Invalideneinkommen unterhalb des untersten Quartils Q1 ermittelt werden kann. Es 
liegen somit keine ernsthaften sachlichen Gründe für eine Änderung der dargelegten 
Rechtsprechung zur Ermittlung des Invalideneinkommens anhand statistischer 
Werte vor. Namentlich kann nicht davon ausgegangen werden, das beantragte 
Abstellen auf das unterste Quartil Q1 des Tabellenwerts statt auf den Medianwert 
entspreche besserer Erkenntnis des Gesetzeszwecks, veränderten äusseren 
Verhältnissen oder gewandelten Rechtsanschauungen, wie dies für eine 
Praxisänderung erforderlich wäre. Verdeutlicht wird dies mit Blick auf die 
Unfallversicherung, bei welcher der Invaliditätsgrad grundsätzlich ebenfalls nach 
Art. 16 ATSG bestimmt wird. Entsprechend geht das Bundesgericht vom Grundsatz 
der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs aus (BGE 133 V 549 E. 6.1; vgl. 
FREY/LANG, a.a.O., N. 2, 5 und 79 zu Art. 16 ATSG). Das Abstellen auf das 
unterste Quartil Q1 des Tabellenwerts statt auf den Medianwert zur Ermittlung des 
Invalideneinkommens bei einem verunfallten Versicherten, der nicht mehr seiner 
angestammten Tätigkeit nachgehen kann, hätte - da bereits ein Invaliditätsgrad von 
10 % rentenbegründend ist (Art. 18 Abs. 1 UVG) - gehäuft die Zusprechung einer 
Invalidenrente der Unfallversicherung zur Folge. Insofern erstaunt, dass das BAG 
mangels Betroffenheit auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet hat.

9.2.4. Selbst wenn schliesslich die im Anhang des erwähnten SZS-Beitrags 
aufgeführten, neuen Tabellen KN 1 "light" und KN 1 "light-moderate" zu LSE 
TA1_tirage_skill_level nicht als unzulässige echte Noven qualifiziert würden […], 
stellen auch sie keinen ernsthaften sachlichen Grund für eine Änderung der 
dargelegten Rechtsprechung zur Ermittlung des Invalideneinkommens anhand 
statistischer Werte dar. Weitestgehend kann diesbezüglich auf die vorstehende 
Erwägung verwiesen werden. In der ergänzenden Eingabe des Beschwerdeführers 
wird ebenfalls nicht substanziiert dargelegt, inwiefern die Ermittlung des 
Invalideneinkommens anhand der Medianwerte der LSE Tabelle TA1_tirage_ 
skill_level, allenfalls korrigiert um einen leidensbedingten Abzug und/oder eine 
Parallelisierung, diskriminierend sein soll. Lediglich auf neue Tabellen mit 
korrigierten Medianwerten zu verweisen, genügt dazu nicht, zumal die behaupteten 
Abweichungen von 5 % bei der Tabelle KN 1 "light-moderate" und von 16 % bei 
KN 1 "light" mit den heutigen Korrekturinstrumenten, namentlich mit der Möglichkeit 
eines Abzugs vom Medianwert von bis zu 25 %, berücksichtigt werden können. 

- 40 -

Zudem wird der Medianlohn gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_level - wie oben 
erwähnt - auch von Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung erzielt und ist 
nicht ein Fantasiewert. Die Verfasser des Beitrags sprechen bezüglich der beiden 
neuen Tabellen von einem auf wissenschaftlicher und interdisziplinärer Grundlage 
entwickelten Instrument, das zur Diskussion um die Entwicklung 
invaliditätskonformerer Vergleichslöhne beitragen solle, vielleicht sogar die 
rechtsanwendenden Stellen zu überzeugen vermöge und im Interesse von mehr 
Gerechtigkeit und rechtsgleicher Behandlung in der Praxis eingesetzt werden könnte 
(SZS 2021 S. 295). Das BSV und das BAG weisen in ihren Stellungnahmen dazu 
darauf hin, dass der Bundesrat einen diesbezüglichen Handlungsbedarf erkannt und 
dem BSV hierzu im Rahmen der WEIV den Auftrag erteilt habe, zu prüfen, ob die 
Entwicklung von spezifisch auf die Invalidenversicherung zugeschnittenen 
Bemessungsgrundlagen möglich sei. In diese Prüfung werde das BSV die Analyse 
des Büro BASS, das Rechtsgutachten von Prof. Dr. iur. Gächter und andere sowie 
die Abhandlung von Prof. em. Riemer-Kafka und Dr. phil. Schwegler selbstredend 
einbeziehen. Zu beachten sei, so das BSV, dass der Fokus der vorgeschlagenen 
Korrekturen namentlich bei der letzterwähnten Studie auf versicherten Personen mit 
körperlichen Beschwerden liege. Das Schwergewicht der neu konzipierten 
Grundlagen für Tabellenlöhne liege dementsprechend auf der Eliminierung von 
Tätigkeiten, die eine (schwere) körperliche Belastung darstellen würden. Hierzu 
gelte es jedoch zu beachten, dass in der Invalidenversicherung mittlerweile fast bei 
der Hälfte der rentenbeziehenden Personen psychische Leiden die Ursache für die 
Erwerbsunfähigkeit darstellen würden und diesen Versicherten schwere körperliche 
Arbeiten nicht per se unzumutbar seien. Es werde daher - so das BSV - unter 
anderem zu prüfen sein, wie sich der Lösungsvorschlag auch unter dem Aspekt der 
Gleichbehandlung auf die Gesamtheit der Versicherten auswirke, ob er mit dem 
Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarkts vereinbar sei, wie er mit den bisherigen 
Korrekturinstrumenten zu koordinieren wäre und schliesslich ob bzw. wie er in das 
Gefüge der Invaliditätsbemessung gemäss der WEIV passe. Dazu müssten allfällige 
neue Tabellen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, der 
finanziellen Konsequenzen und der Auswirkungen auf die übrigen 
Sozialversicherungen analysiert und entwickelt werden. Im heutigen Zeitpunkt kann 
nach dem Gesagten daher nicht davon ausgegangen werden, das Abstellen auf die 
korrigierten Medianwerte der neuen Tabellen statt auf den bisherigen Medianwert 
der Tabelle TA1_tirage_skill_level entspreche besserer Erkenntnis des 
Gesetzeszwecks, veränderten äusseren Verhältnissen oder gewandelten 
Rechtsanschauungen.

9.2.5. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich zusammenfassend, dass die 
Voraussetzungen für eine Änderung der Rechtsprechung nicht erfüllt sind. Es lässt 
sich daraus aber nicht ableiten, dass sich die Rechtsprechung - insbesondere auch 
unter revidierter Rechtslage - nicht weiterentwickeln kann, hat doch das 
Bundesgericht bereits festgehalten, dass mit Blick auf die Verwendung der LSE in 
der Invalidenversicherung Schritte in Richtung eines präziseren Settings mit 
flankierenden Massnahmen im Gange seien (BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1). In diesem 
Sinne stellt die Prüfung von differenzierteren Tabellen zur Ermittlung namentlich des 
Invalideneinkommens anhand statistischer Werte einen Schritt in die richtige 
Richtung dar. Zu begrüssen ist, dass dabei - wie das BSV erwähnt - die Erhebungen 
und Analysen des BASS-Gutachtens vom 8. Januar 2021, des Rechtsgutachtens 
vom 22. Januar 2021, der Schlussfolgerungen aus dem Rechtsgutachten vom 
27. Januar 2021 sowie des in der SZS 2021 publizierten Beitrags von Prof. em. 
Riemer-Kafka und Dr. phil. Schwegler berücksichtigt werden sollen."

- 41 -

8.2.2.1. Mit den am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen vom 

19. Juni 2020, mit welchen das stufenlose Rentensystem eingeführt 

wurde, wurde dem Bundesrat in Art. 28a Abs. 1 IVG die Kompetenz 

eingeräumt, die bisher weitgehend auf der Rechtsprechung basierenden 

Regeln und Kriterien für die zur Bemessung des Invaliditätsgrades 

massgebenden Erwerbseinkommen (z.B. wann auf tatsächliche Werte 

und wann auf Tabellenlöhne abzustellen ist bzw. welche Tabelle 

anzuwenden ist) sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren (z.B. welche 

Kriterien für einen leidensbedingten Abzug zu berücksichtigen sind und in 

welcher Höhe ein entsprechender Abzug erfolgen kann) auf 

Verordnungsstufe zu umschreiben (vgl. Botschaft zur Änderung des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der 

IV] vom 15. Februar 2017, BBl 2017 2535, S. 2668). Damit wurden dem 

Bundesrat zwar mangels konkreter inhaltlicher Leitsätze im Rahmen der 

Delegation relativ weitgehende Regelungsbefugnisse eingeräumt. Indes 

geht aus der Botschaft zur Weiterentwicklung der IV klar hervor, dass 

damit die in der Rechtsprechung des Bundesgerichts entwickelte Praxis 

zu den Vergleichseinkommen sowie zu den Korrekturfaktoren auf 

Verordnungsstufe geregelt werden soll. Konkret wird in der Botschaft zur 

Weiterentwicklung der IV was folgt ausgeführt: "Dem Bundesrat wird die 

Kompetenz erteilt, in der IVV die vom Bundesgericht entwickelten Regeln 

und Kriterien, die für die Ermittlung des Einkommens mit und ohne 

Invalidität notwendig sind, aufzunehmen (Art. 28a Abs. 1 E-IVG). Damit 

soll der Interpretationsspielraum der IV-Stellen und der kantonalen 

Gerichte bei der Durchführung eingeschränkt werden. Dadurch sollen 

einerseits eine möglichst einheitliche Handhabung für die ganze Schweiz 

(«unité de doctrine») sichergestellt und andererseits gerichtliche 

Auseinandersetzungen zur Invaliditätsbemessung nach Möglichkeit 

vermieden werden, gerade auch, weil mit dem neuen stufenlosen 

Rentenmodell aus jedem einzelnen zusätzlichen IV-Grad eine andere 

- 42 -

Rentenhöhe resultiert (Botschaft zur Weiterentwicklung der IV, BBl 2017 

2535, S. 2725; siehe ferner auch S. 2668)."

8.2.2.2. Wie bereits ausgeführt, hat der Bundesrat in der IVV für den Fall eines 

fehlenden konkret anrechenbaren Einkommens mit Invalidität daran 

festgehalten, dieses nach statistischen Werten, mithin den 

altersunabhängigen und geschlechtsspezifischen Zentralwerten (= 

Medianwerte) der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 

Statistik zu bestimmen (Art. 26bis Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 IVV; vgl. dazu 

auch vorstehende Erwägung 8.2 mit weiteren Verweisen). Damit scheint 

sich der Verordnungsgeber nicht offensichtlich ausserhalb des Rahmens 

der ohnehin relativ offen formulierten gesetzlichen Delegationsnorm in 

Art. 28a Abs. 1 IVG zu bewegen. Auch geht aus dem vorerwähnten Urteil 

BGE 148 V 174 hervor, dass es das Bundesgericht nicht per se als 

diskriminierend einstufte, wenn das Invalideneinkommen anhand der – auf 

den von zumeist nicht behinderten Personen erzielten (höheren) 

Einkommen basierenden – Medianwerte der LSE ermittelt wird (vgl. 

dortige E.9.2.3 f.). Allerdings gründete diese Schlussfolgerung 

massgeblich darauf, dass Korrekturfaktoren für eine einzelfallgerechte 

Betrachtung zur Verfügung stehen, wobei das Bundesgericht neben der 

Parallelisierung auf die überragende Bedeutung des Leidensabzugs für 

die Festsetzung eines möglichst korrekten Invalideneinkommens hinwies. 

Mithin erachtete es die Heranziehung der Zentral- bzw. Medianwerte der 

LSE als Ausgangswert für die Ermittlung des Invalideneinkommens 

deshalb als verfassungskonform, weil sie zur Herstellung der 

Einzelfallgerechtigkeit gegenüber einer standardisierten Betrachtung um 

gewisse Faktoren, insbesondere den leidensbedingten Abzügen, korrigiert 

werden können. Nach Ansicht des Bundesgerichts kann mit den heutigen 

Korrekturinstrumenten, namentlich mit der Möglichkeit eines Abzugs vom 

Medianwert von bis zu 25 %, denn auch ein Invalideneinkommen 

unterhalb des untersten Quartils Q1 ermittelt bzw. können die behaupteten 

- 43 -

Abweichungen bei den im Beitrag "Der Weg zu einem 

invaliditätskonformen Tabellenlohn", publiziert in: SZS 6/2021, 

ausgewiesenen Tabellen KN 1 "light-moderate" und KN 1 "light" 

aufgefangen werden. Die Rechtmässigkeit der Zentral- bzw. Medianwerte 

der LSE-Tabellen hängt somit entscheidend davon ab, ob diese mittels 

Korrekturinstrumenten, insbesondere dem leidensbedingten Abzug, im 

Einzelfall angepasst werden können. 

Die bisherige Rechtsprechung hat dabei vielerlei Gründe anerkannt, 

welche zu einem Abzug vom Tabellenlohn führen können. Praxisgemäss 

können persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie 

Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben, weshalb ein auf höchstens 25 % begrenzter Leidensabzug von 

dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen 

vorgenommen werden kann, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des 

Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder 

mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. dazu 

BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen 

verwertet werden kann (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1 und 135 V 

297 E.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021 vom 10. August 2021 

E.3.2.1, 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.1 und 9C_283/2020 vom 

17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist 

der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt, wie 

erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 135 

V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb und cc; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1, 

9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die bisherige 

- 44 -

Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem 

Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen 

einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt ist (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1 und 126 V 75 

E.5a/bb; Urteile des Bundesgerichts 9C_42/2022 vom 12. Juli 2022 E.4.2, 

8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 

17. August 2020 E.7.1.1). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in 

der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 

gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des 

leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 

Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 

E.6.3 und 146 V 16 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021 vom 

10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). 

Das Urteil des Bundesgerichts BGE 148 V 174 trachtet somit nach einer 

gesamthaften Betrachtungsweise, in welcher sich die Rechtmässigkeit der 

Ermittlung des Invalideneinkommens aus dem Zusammenspiel zwischen 

Ausgangwert und Korrekturfaktoren ergibt, die in einem ausgewogenen 

Verhältnis zueinander stehen müssen, was mit Blick auf die revidierte 

Rechtslage zu berücksichtigen ist. So wäre es dem Verordnungsgeber in 

der Übergangszeit bis zum Erlass eines präziseren Settings mit 

flankierenden Massnahmen ebenfalls offen gestanden, einen tieferen als 

den Medianwert der LSE, mithin das unterste Quartil Q1, als 

Referenzpunkt zu definieren und diesen für die Invaliditätsgradbemessung 

mit weniger umfassenden Korrekturinstrumenten zu kombinieren. 

Stattdessen hat er sich für den Zentralwert der Tabellenlöhne entschieden, 

weshalb das Augenmerk nachfolgend den Korrekturfaktoren gilt.

9.1.1. Neu regelt Art. 26 Abs. 2 IVV die Parallelisierung: Liegt das tatsächlich 

erzielte Erwerbseinkommen fünf Prozent oder mehr unterhalb des 

branchenüblichen Zentralwertes der LSE nach Art. 25 Abs. 3 IVV, so 

entspricht das Einkommen ohne Invalidität 95 % dieses Zentralwertes. 

- 45 -

Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass eine 

versicherte Person in ihrer noch ohne Gesundheitsschaden ausgeübten 

Tätigkeit aus invaliditätsfremden Gründen ein deutlich 

unterdurchschnittliches Erwerbseinkommen bezog (vgl. BGE 148 V 174 

E.6.4). Nach revidierter Rechtslage soll die Parallelisierung automatisch 

erfolgen, wenn das vor Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich 

erzielte Erwerbseinkommen fünf Prozent oder mehr unter dem 

branchenüblichen Zentralwert gemäss LSE liegt. Dabei ist nicht (mehr) 

massgeblich, ob sich die versicherte Person nicht allenfalls mit einem 

derart bescheidenen Einkommen begnügt hätte (vgl. Erläuternder Bericht 

des BSV vom 3. November 2021 zu den Ausführungsbestimmungen zur 

Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

[Weiterentwicklung der IV], S. 49 f., abrufbar unter 

https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/69808.pdf, 

zuletzt besucht am 23. November 2022).

9.1.2. Ebenfalls neu regelt Art. 26bis Abs. 3 IVV den Teilzeitabzug: Kann die 

versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 

funktionellen Leistungsfähigkeit von 50 % oder weniger tätig sein (vgl. 

Art. 49 Abs. 1bis IVV), so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für 

Teilzeitarbeit abgezogen (vgl. dazu auch vorstehende Erwägung 7.1.2). 

Den zugehörigen Erläuterungen des BSV ist dazu zu entnehmen, dass der 

leidensbedingte Abzug in der bisherigen Form nicht mehr angewendet 

werden soll. Dieser werde durch den neuen Abzug für Teilzeitarbeit und 

die konsequente Berücksichtigung der leidensbedingten Einschränkungen 

im Rahmen der Festlegung der funktionellen Leistungsfähigkeit (Art. 49 

Abs. 1bis IVV) abgelöst (vgl. Erläuternder Bericht des BSV, a.a.O., S. 14 f. 

und S. 53 f.). Gleichermassen sieht das Kreisschreiben über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung (KSIR) vor, dass vom tabellarisch 

festgelegten Invalideneinkommen einzig ein Abzug für Teilzeitarbeit 

vorgenommen werden könne. Andere Faktoren würden wie folgt 

https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/69808.pdf

- 46 -

berücksichtigt: Medizinisch bedingte quantitative und qualitative 

Einschränkungen (z.B. vermehrter Pausenbedarf, Hebe- und Traglimiten 

usw.) würden bei der Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit 

der versicherten Person berücksichtigt (Art. 49 Abs. 1bis IVV), während 

wirtschaftliche Faktoren, die bereits vor dem Eintritt der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung vorgelegen hätten (z.B. Aufenthaltsstatus, Nationalität, 

fehlende Ausbildung, Alter, Anzahl Dienstjahre usw.), bei der 

Parallelisierung des Valideneinkommens berücksichtigt würden (vgl. 

Rz. 3414 m.H.a. Rz. 3417 in der ab dem 1. Januar 2022 gültigen 

Fassung). Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich das Kreisschreiben als 

Verwaltungsweisung an die Vollzugsorgane richtet und für die Gerichte 

nicht verbindlich ist. Rechtsprechungsgemäss berücksichtigen diese es 

bei ihrer Entscheidung, sofern es eine dem Einzelfall angepasste und 

gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen 

Bestimmungen zulässt. Das Gericht kann also aus triftigen Gründen von 

Verwaltungsweisungen abweichen, wenn diese keine überzeugende 

Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen (BGE 144 V 195 

E.4.2, 141 V 365 E.2.4, 138 V 50 E.4.1, 133 V 346 E.5.4.2 m.w.H.). Dies 

trifft vorliegend, wie nachstehend dargelegt wird, zu.

9.2. Nach dem Wortlaut von Art. 28a Abs. 1 IVG, welcher in allen 

Amtssprachen einheitlich ist, delegierte der Gesetzgeber mitunter die 

Festlegung der zur Bemessung des Invaliditätsgrads anwendbaren 

Korrekturfaktoren ("facteurs de correction", "fattori di correzione") an den 

Bundesrat und sprach dabei im Plural von den massgeblichen 

Korrekturinstrumenten. Dabei entsprach es – wie bereits in vorstehender 

Erwägung 8.2.2.1 dargelegt – dem klaren Willen des Gesetzgebers, die in 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts entwickelte Praxis auf 

Verordnungsstufe zu regeln (vgl. Botschaft zur Weiterentwicklung der IV, 

BBl 2017 2535, S. 2668 und S. 2725). Die bisherige Rechtsprechung 

anerkennt bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf 

- 47 -

statistische Lohndaten die Möglichkeit verschiedener Abzüge vom 

Tabellenlohn von bis zu 25 %, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass 

eine gesundheitlich beeinträchtige Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit 

auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Umständen nur unter 

Inkaufnahme eines Minderverdienstes verwerten kann (vgl. BGE 148 V 

174 E.6.3 und E.9.2.2). Indem nach Auffassung des BSV bzw. gemäss 

KSIR einzig noch ein Tabellenlohnabzug für Teilzeitarbeit von 50 % oder 

weniger bestehen soll, wird die vom Bundesgericht als zentral erachtete 

Korrekturmöglichkeit