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**Case Identifier:** c1f53b4a-a85e-585d-9a1f-026677ec80fe
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.02.2013 IV 2011/28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-28_2013-02-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/28

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.02.2013

Entscheiddatum: 13.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2013
Art. 28 Abs. 2 IVG Psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, 
Intensität, Ausprägung und Dauer verneint. Aufgrund des MEDAS-
Gutachtens ist noch nicht von einem verfestigten, nicht mehr angehbarem 
psychischen Gesundheitszustand auszugehen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2013, IV 
2011/28).

Präsidentin Karin Huber-Studerus, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-

Voney, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber 

Matthias Burri

 

Entscheid vom 13. Februar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

 

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 21. Dezember 2008 aufgrund von Rückenbeschwerden bei 

der IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. In ihrer seit 1996 ausgeübten 

Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin bei der Firma B.___ AG sei sie seit 18. Juli 2008 

zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 1-1 ff.).

A.b  Im Bericht vom 21. Oktober 2008 nannte der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. 

C.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, folgenden Diagnosen: Lumbospondylo­

genes Schmerzsyndrom links nach mikrochirurgischer Fensterung, Sequesterektomie 

und Nukleotomie S1/L5 links im August 2008. Die Versicherte leide seit Jahren an einer 

lumbalen Schmerzsymptomatik mit Ausstrahlung ins linke Bein. Im Juli 2008 habe eine 

Exazerbation der Beschwerden stattgefunden. Vom 18. August bis 23. August 2008 sei 

die Versicherte zur stationären Behandlung in der Neurochirurgie des Kantonsspitals 

St. Gallen gewesen. Postoperativ hätten die Schmerzen lumbal mit Ausstrahlung ins 

linke Bein wieder zugenommen. Es bestehe seit 18. Juli 2008 eine 100%-ige Arbeits­

unfähigkeit (IV-act. 5-1 ff.)

A.c  Im Gesprächsprotokoll vom 21. Januar 2009 zog der Hausarzt der Versicherten 

eine somatoforme Komponente in Betracht. Er gehe jedoch eher davon aus, dass die 

Versicherte ihre ursprüngliche Arbeitsfähigkeit wieder erlangen könne (IV-act. 14). In 

einer Aktennotiz vom 24. Februar 2009 hielt der Regionalärztliche Dienst der IV-Stelle 

(RAD) fest, der Hausarzt der Versicherten habe eine Symptomausweitung im Sinn von 

zusätzlichen Kopfschmerzen festgestellt. Er halte eine somatoforme Schmerzstörung 

für wahrscheinlich. Er mute der Versicherten eine mindestens 50%-ige, schnell steiger­

bare Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, bis fallweise mittelschweren rücken­

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schonenden Tätigkeit zu (IV-act. 18). In der Folge prüfte die IV-Stelle berufliche Mass­

nahmen (IV-act. 28-1 ff.). Am 27. April 2009 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung. Die Versicherte fühle sich derzeit nicht in der Lage, einer geregelten, 

leidensadaptierten Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 31).

A.d  Im Verlaufsbericht vom 9. Juni 2009 nannte der Hausarzt folgende Diagnosen: 

V.a. posttraumatische Belastungsstörung mit Somatisierung seit 2008; persistierendes 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links seit 2008. Aktuell zeige sich ein pan­

vertebrales Schmerzsyndrom mit verschiedenen vegetativen Beschwerden. Die Be­

funde liessen sich objektiv nicht klar definieren. Nach der operativen Sanierung im 

Kantonsspital St. Gallen sei es im September 2008 zu einer erneuten Schmerzsympto­

matik gekommen, für die sich bisher kein eindeutiges klinisches Substrat gefunden 

habe. Die Beschwerden hätten von Monat zu Monat zugenommen. Im Dezember 2008 

sei der Schwiegersohn an einer cerebralen Blutung gestorben. Anschliessend habe die 

Versicherte an rezidivierenden Kopfschmerzen gelitten. Es hätten sich zudem ver­

schiedene vegetative Beschwerden eingestellt. Ende Jahr habe der ehemalige Arbeit­

geber Insolvenz angemeldet. Im Februar 2009 sei die Mutter der Versicherten ver­

storben, was ebenfalls eine Verschlechterung des Allgemeinzustands mit sich gebracht 

habe. Die Versicherte sei bei Dr. med. D.___ in psychotherapeutischer Behandlung. In 

ihrer angestammten Tätigkeit sei sie zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 32-3 ff.).

A.e  Im Bericht vom 29. Juni 2009 diagnostizierte Dr. med. D.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, Chefarzt Klinik X.___, eine Anpassungsstörung mit Angst und 

Depression gemischt (ICD-10: F 43.22), schleichend entwickelt seit Dezember 2008. Er 

habe eine medikamentöse Therapie sowie regelmässige Gesprächstherapie empfohlen. 

Insgesamt handle es sich aber doch um ein psychosomatisches Leiden. Eine stationäre 

Behandlung sei dringend notwendig (IV-act. 33-6 ff.). Im Verlaufsbericht vom 6. 

Oktober 2009 beschrieb Dr. D.___ den Gesundheitszustand der Versicherten als 

stationär. Sie habe sich in der Zwischenzeit in der Klinik Valens aufgehalten, wobei sich 

ihr psychischer Zustand nicht gebessert habe. Die Arbeitsfähigkeit sei um ca. 40% ein­

geschränkt (IV-act. 36). Nachdem am 1. Dezember 2009 der Bericht der Klinik Valens 

vom 23. November 2009 bei der IV-Stelle einging (IV-act. 40), empfahl der RAD am 

2. Dezember 2009 eine polydisziplinäre MEDAS-Begutachtung (IV-act. 41).

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A.f   Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS-Ostschweiz vom 7. Mai 2010 kamen 

die Gutachter zum Schluss, dass bei der Versicherten aus somatischer Sicht in einer 

adaptierten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV act. 47-16). 

Der psychiatrische Gutachter nannte folgende Diagnosen: Chronische Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Formen (ICD-10: F45.41; Hypochondrische Störung 

(ICD-10: F45.2); Mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10: F32.11/32.2). 

In der Gesamtbeurteilung attestierten die Gutachter der Versicherten aufgrund der 

psychischen Befunde in einer körperlich adaptierten Tätigkeit eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 40% seit 17. Juli 2008 (IV-act. 47-16 ff.).

A.g  Mit Vorbescheid vom 28. September 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen (IV-act. 51-1 ff.). Dagegen 

erhob Rechtsanwalt lic. iur. R. Braun in Vertretung der Versicherten am 2. November 

2010 Einwand (IV-act. 55 ff.). Am 7. Dezember 2010 verfügte die IV-Stelle unter 

Hinweis auf die Rechtsprechung betreffend die somatoforme Schmerzstörung im Sinn 

des Vorbescheids (IV-act. 56).

B.      

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. R. Braun in Ver­

tretung der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 21. Januar 2011. Die Verfügung 

vom 7. Dezember 2010 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be­

schwerdegegnerin aufzuheben. Der Beschwerdeführerin sei ab Juli 2009 mindestens 

eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei der Beschwerdeführerin die unent­

geltliche Rechtspflege inklusive der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu 

gewähren. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, die 

Beschwerdegegnerin sei zu Unrecht von der im MEDAS-Gutachten attestierten 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% abgewichen. Entgegen der Auffassung 

der Gutachter habe sie die Überwindbarkeit der psychischen Beschwerden bejaht und 

damit eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen. Sodann habe die 

Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Bei einer 40%-

igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit resultiere aus dem Einkommensvergleich 

jedenfalls ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% (act. G 1).

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B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Aus somatischer Sicht bestehe für körperlich leichte 

wechselbelastende Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich 

der psychiatrischen Diagnosen seien die Grundsätze der bundesgerichtlichen Recht­

sprechung betreffend somatoforme Schmerzstörungen anwendbar. Mit der im Wesent­

lichen mittelgradigen depressiven Episode liege keine psychische Komorbidität von 

erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer zur chronischen Schmerzstörung vor. So­

dann seien auch die weiteren Kriterien, die den rechtlichen Schluss auf einen invalidi­

sierenden Gesundheitsschaden gestatteten, nicht hinreichend gehäuft und ausgeprägt 

erfüllt. Es resultiere daher eine volle Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten. 

Sodann bestünden keine direkt mit der Art der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

im Zusammenhang stehende lohnwirksame Umstände, welche einen Abzug vom 

Tabellenlohn rechtfertigten. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59'729.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 59'197.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von gerundet 1% 

(act. G 3).

B.c  Mit Replik vom 25. März 2011 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 

Ergänzend führt sie aus, im MEDAS-Gutachten sei zur invalidisierenden Wirkung der 

somatoformen Schmerzstörung explizit Stellung genommen worden. Es bestehe daher 

kein Anlass, von den Schlussfolgerungen im Gutachten abzuweichen. Die Beschwerde­

gegnerin gehe davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Begutachtungszeitpunkt 

lediglich an einer mittelgradigen depressiven Episode gelitten habe. Im Gutachten sei 

jedoch die Diagnose einer mittelgradig bis eventuell knapp schwergradigen 

depressiven Episode plausibel begründet worden. Selbst wenn bei der 

Beschwerdeführerin "nur" eine mittelgradige depressive Episode vorgelegen haben 

sollte, müsse zur Beurteilung der Unzumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung der Einzelfall betrachtet werden. Es könne nicht einfach darauf 

verwiesen werden, dass das Bundesgericht eine mittelgradige depressive Episode in 

mehreren Urteilen nicht als erhebliche psychische Komorbidität angesehen habe. 

Sodann sei bei der Invaliditätsbemessung aufgrund der Angaben der ehemaligen 

Arbeitgeberin von einem Valideneinkommen von Fr. 62'036.-- auszugehen. Nicht 

nachvollziehbar sei zudem das Invalideneinkommen. Dieses betrage gemäss den 

Tabellenlöhnen im privaten Sektor und im Anforderungsniveau 4 bei einer bestrittenen 

Arbeitsfähigkeit von 100% Fr. 51'368.-- (angepasst an die durchschnittliche Arbeitszeit 

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von 41.6 Stunden). Nicht zu folgen sei der Beschwerdegegnerin zudem, wenn sie einen 

Abzug vom Tabellenlohn verneine. Da die Beschwerdeführerin lediglich noch körperlich 

leichte und wechselbelastende Arbeiten ohne Zwangshaltung verrichten könne, über 

keine Ausbildung und mangelnde Deutschkenntnisse verfüge, sei der Tabellenlohn um 

mindestens 10% herabzusetzen (act. G 8).

B.d  Mit Duplik vom 4. April 2011 führt die Beschwerdegegnerin aus, die Bestimmung 

des Invalideneinkommens sei von der Beschwerdeführerin zu Recht bemängelt 

worden. Der entsprechende Tabellenlohn im privaten Sektor in einfachen und 

repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) liege bei Fr. 51'368.--. Aus der 

Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiere immer noch ein 

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 14%. Im Übrigen werde an den 

Ausführungen und dem Antrag der Beschwerdeantwort festgehalten (act. G 10).

B.e  Bereits am 24. Februar 2011 bewilligte die Abteilungspräsidentin das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege in Form der Befreiung von Gerichtskosten und der unent­

geltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Braun (act. G 5).

 

Erwägungen:

1.     

Am 1. Januar 2012 ist der erste Teil der 6. Revision der Invalidenversicherung in Kraft 

getreten. In zeitlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der 

Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des ange­

fochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu 

den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 

E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene 

Verfügung am 7. Dezember 2010 und somit vor Inkrafttreten der IV-Revision 6a er­

lassen. Die übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen im vorliegenden Fall ohnehin 

keine materiell-rechtlichen Folgen, weshalb nachfolgend die zum Zeitpunkt des Ver­

fügungserlasses anwendbaren Bestimmungen wiedergegeben werden.

2.     

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2.1   Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die voraus­

sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial­

versicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zu­

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 ATSG).

2.2   Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein­

gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a); 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

2.3   Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens 

zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht An­

spruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine 

Viertelsrente.

2.4   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Be­

schwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 

auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits­

unfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuver­

lässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be­

schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Dar­

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legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a).

3.     

3.1   Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Be­

schwerdeführerin auf Rentenleistungen zu Recht verneint hat.

3.2   Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 7. Mai 2010 stützt seine Beurteilung 

auf sämtliche Vorakten, die persönlichen Befragungen der Beschwerdeführerin und die 

rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen vom 1. und 2. März 2010 (IV-

act. 47-1 ff.). Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 47-13 ff.):

- Chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links und mögliches 

residuelles Lumboradikulärsyndrom S1 links mit Schmerzausweitung im Sinn eines 

diffusen, generalisierten "Hemischmerzsyndroms" links

o   Mikrochirurgische Fensterung, Sequesterektomie und Nukleotomie L5/S1 

19.08.2008 wegen medio-lateralem Nucleus pulposus-Prolaps L5/S1 mit Kompression 

der Nervenwurzel links mit sensomotorischem lumboradikulärem Ausfallsyndrom S1 

links

o   Facettengelenksinfiltration L5/S1 links 09/08 und 01/09 (ohne Effekt)

o   Periradikuläre Nervenwurzelinfiltration S1 links 04/09 (ohne Effekt)

o   Sakroiliakalgelenksinfiltration links 01/09 (ohne Effekt)

o   Residuelle Diskusprotrusion L5/S1 links mit Tangierung der Nervenwurzel S1 links 

(MRI 12.03.2009)

o   Spondylose der mittleren/distalen LWS

o   Muskuläres Deconditioning

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- Chronische Cephalea, DD Spannungskopfschmerz, medikamenten-induzierter Kopf­

schmerz

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Formen (ICD-10 

F45.41)

- Hypochondrische Störung (ICD-10: F45.2)

- Mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.11/32.2).

4.     

4.1   Von der Beschwerdeführerin nicht bemängelt wird die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

aus somatischer Sicht gemäss MEDAS-Gutachten von 100% in einer körperlich 

leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltung 

und Heben/Tragen von Lasten über 10-12.5 kg. Im Vordergrund hätten diffuse, nicht 

auf lokalisierte organische Strukturen begrenzte Druckdolenzen im Bereich der 

gesamten linken Körperseite und panvertebral bei ängstlich vermeidendem 

Schmerzmuster bei der Untersuchung und deutlichen Zeichen eines nichtorganischen 

Krankheitsverhaltens gestanden. In den wiederholt durchgeführten bildgebenden 

Untersuchungen hätten sich keine Hinweise für ein Diskushernienrezidiv gefunden. In 

der 03/09 durchgeführten MRI-Verlaufsuntersuchung habe sich eine kleine 

linksparamediane Diskusprotrusion L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 links ohne 

Kompression derselben gefunden. Auf eine zunehmende Schmerzgeneralisation sei 

bereits im Bericht der Rehabilitationsklinik Valens hingewiesen worden. Ein operatives 

Prozedere sei von neurochirurgischer Seite abgelehnt worden (IV-act. 47-16). Sodann 

sei auf die Schmerzausweitung und Selbstlimitierung der körperlichen 

Leistungsfähigkeit der Versicherten hinzuweisen. Es sei eine deutliche Diskrepanz 

zwischen den von der Beschwerdeführerin geschilderten subjektiven Beschwerden und 

den objektivierbaren klinisch/radiologischen Befunden festgestellt worden (IV-act. 

47-18).

4.2   Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist die Arbeitsfähigkeitseinschätzung be­

treffend die somatischen Beschwerden nicht in Frage zu stellen. Auch der Hausarzt 

wies in seinem Bericht vom 9. Juni 2009 darauf hin, dass für die Schmerzsymptomatik 

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bisher kein eindeutig klinisches Substrat habe gefunden werden können (IV-act. 32-5). 

Die Ärzte der Klinik Valens führten im Bericht vom 23. November 2009 aus, es bestehe 

von somatischer Seite her eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik lumbal mit Aus­

strahlung in den Ober- und Unterschenkel sowie den Fussrand lateral links und in den 

lateralen Oberschenkel rechts. Die lumbale Stabilität sei deutlich vermindert, sodass 

von einer eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule ausgegangen werden müsse. 

Zudem habe die Beschwerdeführerin starke Kopfschmerzen angegeben. Körperlich 

schwere Arbeit sowie Arbeiten unter Zeitdruck seien ihr nicht mehr möglich (IV-act. 

40-3). In Übereinstimmung mit der Einschätzung der MEDAS-Gutachter kamen die 

Ärzte der Klinik Valens zum Schluss, dass aus medizinisch-theoretischer und rheuma­

tologischer Sicht nichts gegen eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ganztags 

spreche (IV-act. 40-4).

4.3   Im psychiatrischen Consiliargutachten wurden eine chronische Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Formen (ICD-10 F45.41), eine hypochondrische 

Störung (ICD-10: F45.2) sowie eine mittelgradige bis schwere depressive Episode 

diagnostiziert (ICD-10: F32.11/32.2). Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund des depressiven Syndroms mit 

Konzentrationsstörungen, ängstlichem Vermeidungsverhalten, verminderter Lärm-, 

Schmerz- und Stresstoleranz, motorischer Verlangsamung, Denkstörungen, rascher 

Ermüdbarkeit zu 40% vermindert arbeitsfähig sei (act. 47-16 ff.). Umstritten ist, ob 

aufgrund der psychischen Beschwerden von einem invalidisierenden 

Gesundheitsschaden auszugehen ist, was nachfolgend zu prüfen ist.

5.     

5.1   Nach der Rechtsprechung kommt einer anhaltenden somatoformen Schmerz­

störung (ICD-10 F45.4) ebenso wie grundsätzlich sämtlichen pathogenetisch-

ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische 

Grundlage (BGE 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283) nur ausnahmsweise invalidisierender, d.h. 

einen Rentenanspruch begründender Charakter zu (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 

1 und Art. 6 ATSG; grundlegend BGE 130 V 352). Entscheidend ist, ob und inwiefern 

die versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, trotz 

den subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4 

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S. 355; 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a S. 299 unten). Umstände, die bei Vorliegen 

eines solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem 

Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen können, sind: Eine Komorbidität im 

Sinne eines vom Schmerzgeschehen losgelösten eigenständigen psychischen Leidens 

von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer, chronische körperliche 

Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter oder 

progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, sozialer Rückzug, ein ver­

festigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich 

missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheits­

gewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgeführten Behandlungen 

(auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitations­

massnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten 

Person (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71; 130 V 352 E 2.2.3 S. 353 ff.; 

Urteil 9C_1061/2009 vom 11. März 2010 E. 5.4.3.1.1). Umgekehrt sprechen u.a. eine 

erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten 

Verhalten oder der Anamnese, die Angabe intensiver in der Umschreibung vager 

Schmerzen oder behauptete schwere Einschränkungen im Alltag bei weitgehend 

intaktem psychosozialen Umfeld gegen das Vorliegen eines invalidisierenden 

Gesundheitsschadens (BGE 131 V 49 E. 2.1 S. 51; Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 

2012 E. 1.1).

5.2   Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Frage, ob eine festgestellte psychische 

Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellte 

weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den 

Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit nicht mit zumutbarer 

Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung und somit auf deren 

ausnahmsweisen invalidisierenden Charakter zu gestatten, eine Rechtsfrage darstellt 

(SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2).

5.3   Die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu 

dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bilden unab­

dingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwie­

weit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung 

ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist oder 

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nicht (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Bei ihrer Einschätzung der psychischen 

Ressourcen des Exploranden oder der Explorandin, mit den Schmerzen umzugehen, 

haben die begutachtenden Ärzte notwendigerweise auch die massgebenden Kriterien 

zu beachten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213; 130 V 352 E. 2.2.4 S. 355), sich daran zu 

orientieren (Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung zur Arbeitsunfähigkeitsschätzung bei 

somatoformen Schmerzstörungen, in: Medizin und Sozialversicherung im Gespräch, 

2006, S. 221). Insbesondere haben sie sich dazu zu äussern, ob eine psychische 

Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind, welche die Schmerzbewältigung 

behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist, dass sich 

eine psychiatrische Expertise in jedem Fall über jedes einzelne der genannten Kriterien 

ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtwürdigung der Situation (SVR 2005 IV Nr.6 S.

21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 130 V 396).

5.4   Vorab ist festzuhalten, dass der Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass bei 

einer mittelgradigen depressiven Episode per se keine psychische Komorbidität von 

erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer zur chronischen Schmerzstörung 

vorliege, nicht gefolgt werden kann. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung 

kann auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode eine Invalidität 

begründen (Urteile des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2, und 

vom 20. Juni 2011, 9C_980/2010, E. 5.3). Zu prüfen sind daher stets die Verhältnisse 

im konkreten Einzelfall.

5.5   Der psychiatrische Gutachter beurteilte die Beschwerdeführerin wie folgt (IV-

act. 47-12): In Übereinstimmung mit Dr. D.___ sei er der Meinung, dass sich bei der 

Beschwerdeführerin auf dem Boden der unerwarteten Kündigung während einer 

"echten" Krankheit sowie infolge des Verlustes zweier nahestehender Angehöriger eine 

Anpassungsstörung mit ängstlicher und depressiver Symptomatik seit Dezember 2008 

entwickelt habe. Das depressive Syndrom sei aber aktuell gemäss den konsistenten 

Angaben der Beschwerdeführerin gut mittelschwer, evtl. sogar knapp schwer und 

dürfte nicht mehr spontan abklingen. Obwohl ursprünglich reaktiv, sollte es doch vom 

Schweregrad her aggressiv pharmakotherapeutisch angegangen werden. Es drohe 

eine Chronifizierung. Die Beschwerdeführerin mache nebst der affektiven-ängstlich-

depressiven Reaktion eine verheerende kognitive Konnotation ihrer Beschwerden. Sie 

sei der vollen Überzeugung, dass sie die gleichen Voraussetzungen habe, wie der an 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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einem Insult verstorbene Schwiegersohn und lasse sich trotz Kenntnis aller erfreulichen 

Untersuchungsresultate nicht beruhigen. Im Gegenteil, sie traue den Ärzten zu, ihr 

etwas zu verheimlichen oder eine gute Behandlung vorzuenthalten. Es bestehe eine 

somatoforme Schmerzstörung gemäss ICD-10: F45.41, da eine somatische 

Grundkrankheit vorhanden sei, die geklagten Beschwerden jedoch nicht mehr dem zu 

erwartenden Verlauf entsprechen würden. Eine psychosoziale Überlagerung sei nicht 

von der Hand zu weisen. Sodann präzisierte der Gutachter, es handle sich um die 

Unterkategorie der somatoformen Schmerzstörung mit einer somatischen Komorbidität 

(IV-act. 47-28). Des Weiteren führte er aus, es sei eine ausgewiesene psychische 

Komorbidität in Form einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode 

vorhanden. Sie sei erheblich schwer und intensiv, aber dauere noch nicht lange. Sie sei 

noch im Rahmen einer Anpassungsstörung nach Kränkung durch Kündigung und 

Verlust zweier nahestehender Angehöriger zu sehen, gehe aber in ein chronifizierendes 

Syndrom über. Der Rückzug sei noch nicht in allen Belangen des Lebens ausgewiesen, 

man könne davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin sich im Rahmen der Familie 

relativ wohl fühle. Die hypochondrische Störung dürfte einer missglückten aber 

psychisch entlastenden Konfliktbewältigung im Sinn eines primären Krankheitsgewiss 

entsprechen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne dieser aber nicht als verfestigt oder 

therapeutisch nicht angehbar gelten. Die bisherigen Behandlungsergebnisse seien 

unbefriedigend. Die Beschwerdeführerin sei insuffizient behandelt, jedenfalls mit der 

bekannten Medikation (IV-act. 47-28). Betreffend den Verlauf wurde im 

Gesamtgutachten festgehalten, die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% 

bestehe spätestens seit dem Untersuchungszeitpunkt (02.03.2010). Gemäss dem 

Bericht von Dr. D.___ vom 6. Oktober 2009 solle bereits damals eine Arbeitsunfähigkeit 

im selben Umfang vorgelegen haben. Unter gesamthafter Würdigung des 

Krankheitsverlaufs könne von einer mindestens 40%-igen Arbeitsunfähigkeit seit 18. 

Juli 2008 ausgegangen werden, wobei vorübergehend auch eine volle 

Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (IV-act. 47-16 f.).

5.6   Nachvollziehbar erscheint, dass sich bei der Beschwerdeführerin nach den 

offenbar im November 2008 wieder aufgetretenen Rückenbeschwerden nach 

operativer Sanierung im Juli 2008 (IV-act. 14-3), dem Tod ihres Schwiegersohns im 

Dezember 2008 sowie dem Tod ihrer Mutter im Januar 2009 und dem Verlust ihres 

Arbeitsplatzes per Ende Juni 2009 (IV-act. 33-7) im Laufe der Zeit eine depressive 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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Symptomatik entwickelt hat. Plausibel ist zudem, dass sich die offensichtlich auch 

durch psychosoziale Umstände ausgelöste depressive Symptomatik bis zum Zeitpunkt 

der Begutachtung im März 2010 zu einem eigenständigen Leiden verselbständigt hat. 

Der Ansicht der Gutachter, dass bereits seit 18. Juli 2009 (Ablauf des Wartejahrs) ein 

aus psychischer Sicht invalidisierender Gesundheitsschaden bestanden haben soll, 

kann indessen nicht beigepflichtet werden. Dr. C.___ nannte im Bericht vom 9. Juni 

2009 die Verdachtsdiagnose posttraumatische Belastungsstörung mit Somatisierung 

seit 2008 (IV-act. 32-3). Dr. D.___ stellte im Bericht vom 29. Juli 2009 erstmals eine 

fachärztliche psychiatrische Diagnose. Die Beschwerdeführerin leide an einer 

Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F 43.22), schleichend 

entwickelt seit Dezember 2008. Abgesehen von leichten Konzentrationsstörungen 

hätten sich unauffällige mnestische Funktionen gezeigt. Im formalen Denken sei die 

Beschwerdeführerin eingeengt auf die eigenen Ängste, Befürchtungen und negativen 

Zukunftsperspektiven, inhaltlich gebe es keine Hinweise auf Wahn, Halluzinationen 

oder Ichstörungen. Im Affekt sei die Beschwerdeführerin leicht deprimiert, ängstlich, 

verunsichert, die affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht reduziert, affektiv 

modulierbar, guter affektiver Rapport. Im Antrieb sei sie leicht vermindert, motorisch 

wenig lebhaft. Es hätten sich keine Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung 

gezeigt (IV-act. 33-7). Im Bericht der Klinik Valens vom 23. November 2009 führten die 

Ärzte aus, durch die Anpassungsstörung mit Angst und Depression sei die 

Beschwerdeführerin in Belastungssituationen wenig belastbar (IV-act. 40-3). Dr. D.___ 

berichtete am 6. Oktober 2009, die Beschwerdeführerin sei in der Zwischenzeit 

stationär in der Klink Valens gewesen, wobei sich ihr psychischer Zustand nicht 

gebessert habe. Sie leide weiterhin unter leichten Konzentrationsstörungen, 

Gedankeneinengung auf ihre Schmerzen, leichten Antriebsstörungen sowie leichter 

psychophysischer Erschöpfung. Die Arbeitsfähigkeit sei um ca. 40% eingeschränkt. 

Die Prognose sei weiterhin als offen zu bezeichnen (IV-act. 36-1). Zur Frage, ob die 

geschätzte Arbeitsunfähigkeit mit der zumutbaren Willensanstrengung allenfalls 

überwindbar wäre, äusserte sich Dr. D.___ nicht. Insbesondere aufgrund des von Dr. 

D.___ im September 2009 echtzeitlich erhobenen Psychostatus mit im Wesentlichen 

als leicht beschriebenen Befunden, erscheint die gutachterliche Annahme, dass bereits 

vor dem Zeitpunkt der Begutachtung im März 2010 eine Komorbidität von erheblicher 

Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vorgelegen haben soll, nicht plausibel. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Insofern kann im Zeitraum vor der Begutachtung durch die MEDAS-Ostschweiz im 

März 2010 nicht von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden ausgegangen 

werden.

5.7   Was den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der MEDAS-

Begutachtung betrifft, ist folgendes festzuhalten: Im MEDAS-Gutachten wurde ausge­

führt, dass die diagnostizierte mittelschwere bis schwere depressive Störung noch 

nicht lange andaure. Sie sei noch im Rahmen einer Anpassungsstörung nach Kränkung 

durch Kündigung und Verlust zweier nahestehender Angehöriger anzusehen. Es drohe 

eine Chronifizierung (IV-act. 47-17). Die Prognose sei jedoch noch relativ gut, die Be­

schwerdeführerin sei noch nicht adäquat behandelt worden (IV-act. 47-27). Vor diesem 

Hintergrund ist die Bejahung einer Komorbidität durch die Gutachter in Frage zu 

stellen. Denn offensichtlich hat die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin im 

Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung noch nicht einen langandauernden, chronischen 

und therapeutisch nicht mehr angehbaren Zustand erreicht. Vielmehr scheint die 

Anpassungsstörung aufgrund psychosozialer Faktoren im Vordergrund gestanden zu 

haben. Sodann gingen die MEDAS-Gutachter davon aus, dass eine antidepressive 

Therapie in ein bis zwei Monaten einen Effekt zeigen würde (IV-act. 47-17). Unter 

diesen Umständen ist eine Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, 

Ausprägung und Dauer zu verneinen. Ferner sind auch die weiteren Kriterien, die gegen 

eine willentliche Schmerzüberwindung sprechen würden, nicht hinreichend erfüllt. Ein 

Rückzug in allen Belangen des Lebens ist gemäss MEDAS-Gutachten nicht 

ausgewiesen. Ein primärer Krankheitsgewinn ist offenbar in der hypochondrischen 

Störung zu erblicken. Allerdings erachteten die MEDAS-Gutachter diesen als nicht 

verfestigt und therapeutisch noch angehbar. Sodann sehen die Gutachter den 

unerfreulichen Behandlungsverlauf offenbar in der - jedenfalls medikamentös - 

insuffizienten Behandlung (IV-act. 47-17).

5.8   Nach dem Gesagten waren die Kriterien für die Unzumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung und den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess weder nach 

Ablauf des Wartejahrs im Juli 2009 (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) noch im Zeitpunkt der 

MEDAS-Begutachtung im März 2010 erfüllt. Für eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 7. Dezember 2010 

finden sich in den Akten keine Hinweise; eine solche Änderung wurde von der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist somit im 

Zeitpunkt der Verfügung im Dezember 2010 zu Recht von einer 100%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen.

6.     

6.1   Zu prüfen ist die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene Invaliditäts­

bemessung. Diese hat unbestritten mittels Einkommensvergleichs zu erfolgen.

6.2   Für die Ermittlung des Einkommens, welches die Versicherte ohne Invalidität er­

zielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des frühest­

möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich­

keit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Da das Wartejahr 

im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG mit dem Eintritt der - zeitlich und masslich ge­

nügenden - Arbeitsunfähigkeit, definiert als "Einbusse an funktionellem Leistungsver­

mögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich" (BGE 130 V 99 E. 3.2 mit Hin­

weisen), beginnt, und ausgehend davon, dass sich das Rückenleiden im Juli 2008 mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit manifestiert hat und die Anmeldung im Dezember 

2008 erfolgt ist (Art. 29 Abs. 1 IVG), sind bei einem allfälligen Leistungsanspruch ab Juli 

2009 somit dem Einkommensvergleich die Lohnverhältnisse im Jahre 2009 zu Grunde 

zu legen. Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2009 ein Einkommen von Fr. 62'036.-- erzielt (IV-act. 20-3 

f.). Das Valideneinkommen ist somit auf diesen Betrag festzusetzen.

6.3   Die Beschwerdeführerin war nach Eintritt des Gesundheitsschadens nicht mehr 

erwerbstätig. Beim Invalideneinkommen ist daher auf die Tabellenlöhne der vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 

(LSE) abzustellen (BGE 129 V 472 Erw. 4.2.1). Das Durchschnittseinkommen der 

Hilfsarbeiterinnen gemäss Anhang 2 der Textausgabe IVG der Informationsstelle, 

welche auf die LSE abstellt, belief sich im Jahr 2009 auf Fr. 52'457.--.

6.4   Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 Erw. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung 

hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden 

Faktoren - des konkreten Einzelfalls ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische 

Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 Erw. 5b, bestätigt in AHI 

2002 S. 62 und BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen).

6.5   Die Beschwerdegegnerin hat einen sogenannten Leidensabzug verneint. Vor­

liegend erscheint es jedoch plausibel, dass der Wechsel von einer bisher mittel­

schweren Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin (IV-act. 20-8) in eine nur noch leichte 

Tätigkeit, die geringe Schulbildung und das Alter (Jg. 1955) der Beschwerdeführerin 

sich nachteilig auf die Einkommenserzielung in einer Verweistätigkeit auswirken (vgl. 

etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_133/2011 vom 29. April 2011 E. 3.2, 9C_17/2010 

vom 22. April 2010 E. 3.3.3). Unter diesen Umständen erscheint ein Leidensabzug von 

10% angemessen. Das Invalideneinkommen ist somit mit Fr. 47'211.-- zu berück­

sichtigen (52'457 x 0.9).

6.6   Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 62'036.-- und eines 

Invalideneinkommens von Fr. 47'211.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 

14'825.-- und somit ein nichtrentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 24%. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch zu Recht verneint.

7.     

7.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

7.2   Der Beschwerdeführerin wurde für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann sie 

allerdings zur Nachzahlung verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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VRP/SG). Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver­

sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1000.-- festgelegt. Die 

Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der 

Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) ist sie jedoch von deren Bezahlung 

zu befreien.

7.3   Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die 

Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Es erscheint ein 

Honorar von pauschal Fr. 3'000.-- inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer dem not­

wendigen Aufwand als angemessen. Im Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung 

wird dieses Honorar um 20% reduziert (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes). Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist somit mit Fr. 2'400.-- zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten befreit.

3.      Der Staat hat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 2'400.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2013
	Art. 28 Abs. 2 IVG Psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer verneint. Aufgrund des MEDAS-Gutachtens ist noch nicht von einem verfestigten, nicht mehr angehbarem psychischen Gesundheitszustand auszugehen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2013, IV 2011/28).

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