# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 996d78e8-b4fb-5ae4-8d3b-274aa29adc6e
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** DB.2017.174
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_174_za.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2017.174 
1 ST.2017.219 

Entscheid 

 29. Mai 2018 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Michael Ochsner, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter 
Marcus Thalmann und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

1.  X,    

2.  Y,    

vertreten durch Z,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Y (nachfolgend die Pflichtige) nahm per 29. September 2014 Einsitz in den 

Verwaltungsrat  der  B  AG,  (…).  Mit  Vertrag  vom  23. Oktober 2015  erwarb  sie  von  der 

Erbengemeinschaft  des  M  dessen  Aktienanteil  an  dieser  Gesellschaft  von  1'000  Na-

menaktien  für  Fr.  320'000.-.  M  war  ebenfalls  Mitglied  des  Verwaltungsrats  gewesen 

und am (…) verstorben.  

In  der  Steuererklärung  2015  deklarierten  die  Pflichtige  und  ihr  Ehemann,  X 

(nachfolgend zusammen die Pflichtigen), in Bezug auf die Pflichtige aus ihrer Tätigkeit 

für die B AG ein Nettoeinkommen von Fr. … . Im Einschätzungsverfahren verlangte die 

Wertschriftenprüferin  des  kantonalen  Steueramts  in  mehreren  Auflagen  die  Einrei-

chung des Kaufvertrags, die Darlegung der Kaufpreisberechnung sowie den Aktionärs-

bindungsvertrag. Die Pflichtigen kam dem jeweils innert Frist nach.  

Am 29. Mai 2017 schätzte das kantonale Steueramt die Pflichtigen für die di-

rekte  Bundessteuer  2015  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  …  und  für  die 

Staats- und Gemeindesteuern 2015 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. … und 

einem steuerbaren Vermögen von Fr. … ein. Darin rechnete es der Pflichtigen ein Ein-

kommen  aus  Mitarbeiterbeteiligung  von  Fr. 120'000.-  auf.  Es  begründete  dies  damit, 

dass der Kaufpreis für die Beteiligung an der B AG unter dem effektiven Wert gelegen 

habe und die Differenz aus näher dargelegten Gründen als Arbeitseinkommen zu qua-

lifizieren sei.  

B.  Hiergegen  liessen  die  Pflichtigen  am  29.  Juni  2017  Einsprache  erheben 

und beantragen, auf die Aufrechnung zu verzichten.  

Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 24. August 2017 ab.  

C.  Mit  Beschwerde  bzw.  Rekurs  vom  22.  September  2017  wiederholten  die 

Pflichtigen  den  Einspracheantrag,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen.  Die 

Transaktion  sei  nicht  als  Erwerb  von  Mitarbeiteraktien  zu  beurteilen,  und  beim  Kauf-

preis habe es sich nicht um einen Vorzugspreis gehandelt.  

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Das kantonale Steueramt schloss am 17. November 2017 auf Abweisung der 

Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  beantragte  am  4.  Januar  2018 

ebenfalls, es sei die Beschwerde abzuweisen.  

Ein  Vergleichsvorschlag  des  Gerichts  wurde  vom  kantonalen  Steueramt  am 

20. April 2018 abgelehnt. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss dem Grundsatz in Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 des Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind sämtliche Einkünfte ohne Rücksicht auf ihre Quel-

len steuerbar. Diese Generalklausel dient als Auffangtatbestand für Einkünfte, die nicht 

einem  der  in  den  Art.  17–23  DBG  bzw.  §§  17–23  StG  genannten  Tatbestände  zuge-

ordnet werden können. Vom Grundsatz der Steuerbarkeit sämtlicher Einkünfte ausge-

nommen sind nur im Gesetz aufgezählte einzelne Tatbestände. Dies ist beispielsweise 

der  Fall  bei  den  steuerfreien  privaten  Kapitalgewinnen  gemäss  Art.  16  Abs.  3  DBG 

bzw. § 16 Abs. 3 StG.  

b) Zu den steuerbaren Einkünften gehören nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 

Abs. 1 StG alle Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit unter Einschluss der 

Nebeneinkünfte,  wie  Entschädigungen  für  Sonderleistungen,  Provisionen,  Zulagen, 

Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trinkgelder,  Tantiemen  und 

andere geldwerte Vorteile.  

Gemäss  konstanter  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  der  Begriff  des 

Einkommens aus einer Erwerbstätigkeit weit zu interpretieren. Steuerbar sind demnach 

sämtliche  geldwerten  Vorteile,  die  ein  Arbeitnehmer  als  Gegenleistung  für  seine  un-

selbstständige  Erwerbstätigkeit  erhält,  wobei  auch  Naturalleistungen  erfasst  werden. 

Entscheidend  ist,  ob  die  Leistung  Entgelt  für  die  Arbeitstätigkeit  des  Steuerpflichtigen 

bildet  und  unmittelbar  als  Folge  des  Arbeitsverhältnisses  ausgerichtet  wird.  Zwischen 

der  unselbstständigen  Erwerbstätigkeit  und  den  daraus  fliessenden  Einkünften  muss 

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somit  ein  wirtschaftlicher  bzw.  kausaler  Zusammenhang  bestehen  (BGr,  29.  Novem-

ber 2006, 2A.381/2006; StRK IV, 18. Dezember 1998 = StE 2000 B 22.1 Nr. 3; Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  17  N  28  und 

41  DBG,  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  §  17  N  28  und  41 

StG).  Für  die  Steuerbarkeit  kommt  es  nicht  auf  den  Charakter  der  Tätigkeit  und  die 

Ausgestaltung  des  Arbeitsverhältnisses  oder  auf die  von  den  Beteiligten verwendeten 

Ausdrücke oder privatrechtlichen Formen an.  

Auch  Leistungen  Dritter,  die  dem  Steuerpflichtigen  im  Zusammenhang  mit 

dem  Arbeitsverhältnis  zufliessen,  sind  dem  Arbeitseinkommen  zuzurechnen,  selbst 

wenn  zu  dieser  Leistung  keine  Rechtspflicht  bestand  (vgl.  BGr,  3.  März  1989  =  ASA 

60, 245). Darunter fallen etwa Trinkgelder, Preise für besondere berufliche Leistungen, 

Zuwendungen  an  Künstler  zur Förderung  ihres künstlerischen  Schaffens oder  der  Er-

werb  von  Aktien  von  einer  Drittperson  zu  einem  Vorzugspreis  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Art.  17  N 37  DBG  und  §  17  N  37  StG).  Entscheidend  für die  Besteue-

rung  –  insbesondere  bei  Leistungen  Dritter  oder  freiwilligen  Leistungen  des  Arbeit-

gebers  (wie  vertraglich  nicht  vereinbarte  Gratifikationen,  Boni,  Gewinnbeteiligungen 

usw.) – ist immer, dass die Leistung ihren Rechtsgrund im Arbeitsverhältnis des Leis-

tungsempfängers hat (VGr, 6. Juni 2012, SB.2011.00104 und SB.2011.00105). Erwirbt 

ein Arbeitnehmer Vermögenswerte aufgrund des Arbeitsverhältnisses zu einem günsti-

geren  Preis  als  dem  Verkehrswert,  gilt  diese  Differenz  als  Einkommen  aus  unselbst-

ständiger Erwerbstätigkeit und ist somit steuerbar (RB 1990 Nr. 31; Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 17 N 44 DBG und § 17 N 44 StG).  

c)  Die  Steuerbehörde  hat  die  steuerbegründenden  und  -erhöhenden  Tatsa-

chen nachzuweisen und die steuerpflichtige Person jene Tatsachen, welche die Steu-

erschuld  mindern  oder  aufheben.  Diese  allgemeine  Regel  wird  dann  durchbrochen, 

wenn für das Vorhandensein einer Tatsache eine (widerlegbare) gesetzliche oder na-

türliche Vermutung spricht. Somit haben die Steuerbehörden den Nachweis zu erbrin-

gen, dass eine steuerpflichtige Person bestimmte Einkünfte erzielt hat, da es sich hier-

bei  um  einen  steuerbegründenden  Umstand  handelt.  Ist  ein Wertzufluss  nachgewies-

en,  so  begründet  dies  nach  der  Generalklausel  von  Art. 16  Abs.  1  DBG  bzw.  §  16 

Abs. 1  StG  die  natürliche  Vermutung,  dass  dieser  aus  einer  steuerbaren  Quelle 

stammt. Diese Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet werden, indem er den 

Beweis  des  Gegenteils  erbringt,  etwa  dass  es  sich  um  einen  steuerfreien  Kapitalge-

winn aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens handelt.  

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2.  Das  kantonale  Steueramt  begründet  die  Besteuerung  der  Differenz  zwi-

schen dem Kaufpreis und dem Vermögenssteuerwert der Beteiligung an der B AG als 

Leistung  aus  Arbeitsverhältnis  damit,  dass  die  Aktien  zu  einem  Vorzugspreis  an  die 

Pflichtige verkauft worden seien. Es stützt sich hierzu auf eine Bewertung, welche das 

kantonale  Steueramt  S  gemäss  Ziff.  B.I.2.  der  Weisung  der  Finanzdirektion 

12. November  2010  (ZStB  I  Nr.  22/201)  nach  der  Wegleitung  der  Schweizerischen 

Steuerkonferenz  zur  Bewertung  von Wertpapieren  ohne  Kurswert für  die  Vermögens-

steuer  (Kreisschreiben  Nr.  28  vom  28.  August  2008;  www.steuer-konferenz.ch,  nach-

folgend KS 28) ermittelt hat. Diese ergab einen Unternehmenswert von Fr. 4'405'624.- 

(R-act. 3/31). 

a)  Von  einer  Leistung  im  Zusammenhang  mit  dem  Arbeitsverhältnis  kann  in-

dessen nur gesprochen werden, wenn seitens der Vertragsparteien ein entsprechender 

Vorsatz  bestand.  Fehlt  es  bei  beiden  Vertragsparteien  bereits  am  Bewusstsein,  dass 

die Leistung einen höheren effektiven Wert hat, als sie übereinstimmend angenommen 

haben,  kann  der  Zufluss  des  Vermögensvorteils  keine  Gegenleistung  für  die  Arbeits-

leistung darstellen.  

aa) Gemäss Kaufvertrag vom 22. Oktober 2015 (T-act. 2/16c) war Vertragsin-

halt  einzig  der  Erwerb  der  Beteiligung  gegen  Geld;  irgendwelche  Nebenvereinbarun-

gen mit Bezug auf das Arbeitsverhältnis sind darin nicht enthalten. Bei der Verkäufer-

schaft handelt es sich nicht um die Arbeitgeberin, sondern um die Erbengemeinschaft 

eines  kurz  zuvor  verstorbenen  Aktionärs.  Diese  wollte  die  Beteiligung  abstossen,  da 

ihre  Mitglieder  nicht  die  Absicht  hatten,  in  das  Unternehmen  einzusteigen.  Der  Preis 

wurde  auf  Fr.  320.-  pro  Aktien  festgesetzt.  Über  die  Herleitung  des  Kaufpreises  geht 

aus dem Vertrag nichts hervor, insbesondere wird nirgends erwähnt, dass es sich um 

einen Vorzugspreis aufgrund des Arbeitsverhältnisses handeln soll. Aus dem Wortlaut 

des  Vertrags  ergeben  sich  damit  keine  Anhaltspunkte  darauf,  dass  die  Parteien  den 

Verkauf zu einem anderen als zum nach ihrem Verständnis geltenden Marktpreis vor-

nehmen  wollten.  Einziger  Hinweis  auf  die  Arbeitnehmereigenschaft  war der  Umstand, 

dass  der  Kaufpreis  auf  das  Transaktionskonto  "Mitarbeiterbeteiligung"  der  B  AG  zu 

überweisen  und  von  dort  an  die  Verkäufer  auszubezahlen  war  (Ziff.  3.2  des  Kaufver-

trags).  Soweit  erkennbar,  waren  damit  aber  keine  weiteren  rechtlichen  Folgen  ver-

knüpft. 

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bb) Eine Begünstigungsabsicht ergibt sich indessen aus den weiteren Verein-

barungen, allerdings in beschränktem Umfang:  

Zwischen  den  Aktionären  und  der  Gesellschaft  bestand  ein  Aktionärsbin-

dungsvertrag, welchem sich die Pflichtige am 16. Oktober 2015 mit der B AG als Ver-

tragspartnerin anschloss (R-act. 3/27). Darin wird im Vorwort festgehalten, dass Halter 

einer  Beteiligung  auch  in  irgendeiner  geeigneten  Form  für  die  Gesellschaft  tätig  sein 

sollten.  Gemäss  Ziff. 5  räumen  sich  die  Aktionäre  untereinander  und  gegenseitig  ein 

Vorkaufsrecht ein. Tritt ein Vorkaufsfall ein, so können die Berechtigen gemäss Ziff. 5 

Abs. 5 des Aktionärsbindungsvertrags die Aktien zum Wert gemäss der in Ziff. 6 fest-

gehaltenen Berechnungsformel übernehmen.  

In  Ziff.  6  des  Aktionärsbindungsvertrags  wird  die  Berechnungsformel  näher 

dargelegt.  Demnach  besteht  der  Unternehmenswert  aus  Ertragswert  und  Substanz-

wert. Vereinfacht besteht er aus der Summe der Ertragswerte der Tochtergesellschaf-

ten und ihrer Eigenmittel, hinzu kommen die Eigenmittel der Holding selbst (Wertschrif-

ten und Kontokorrente abzüglich Forderungen Dritter). Der resultierende Wert wird für 

die interne Berechnung unter Aktionären mit einem Rabatt von 12% gehandelt (Ziff. 6 

Abs. 5 des Aktionärsbindungsvertrags). Der Unternehmenswert wird jährlich durch die 

Organe  aufgrund  der  Jahresabschlüsse  errechnet  und  allen  Aktionären  zur  Kenntnis 

gebracht. Er gilt jeweils für sämtliche eintretenden Vorkaufsfälle.  

Gemäss einem Schreiben der B AG vom 24. Februar 2017 wurde die Formel 

durch  die  F  anlässlich  einer  umfassenden  Firmenbewertung  im  Jahr  2011  entwickelt 

für die Abgabe von Aktien an Mitarbeiter und Verwaltungsräte (R-act. 3/28). Die Formel 

wurde in den Folgejahren für weitere Verkäufe jährlich neu aktualisiert.  

Die  Pflichtige  hat  den  Aktionärsbindungsvertrag  am  16.  Oktober  2015  und 

damit sieben Tage vor Unterzeichnung des Kaufvertrags vom 23. Oktober 2015 unter-

zeichnet.  Die  dort  aufgestellten  Regelungen  haben  demnach  auch  für  sie  gegolten. 

Dementsprechend  erfolgte  die  Festsetzung  des  Kaufpreises  von  Fr.  320.-  pro  Aktie 

gemäss  den  Vorgaben  des  Aktionärsbindungsvertrags  (R-act.  3/26).  Damit  bestand 

aber eine unmittelbare Verknüpfung zwischen ihrer Tätigkeit für die B AG, dem Aktien-

erwerb  und  der  Preisbildung.  Soweit  ihr  demnach  wegen  ihrer  Stellung  als  Verwal-

tungsrätin  bei  der  Preisgestaltung  gegenüber  dem  Verkehrswert  Zugeständnisse  ge-

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macht wurden, handelt es sich um Vorteile als Folge des Arbeitsverhältnisses, welche 

damit als unselbstständige Erwerbseinkünfte zu besteuern sind.  

Ein  solcher  Vorteil  ist  aus  der  von  der  Pflichtigen  vorgelegten  Bewertung  er-

sichtlich, und zwar in Form des Rabatts von 12% gemäss Ziff. 6 Abs. 5 des Aktionärs-

bindungsvertrags.  Gemäss  dem  Berechnungsblatt  "Konsolidierter  Unternehmenswert" 

ergab  dies  einen  "Unternehmenswert  für  Aktionäre"  von  Fr.  3'193'577.-,  während  der 

Unternehmenswert ohne diesen Rabatt Fr. 3'629'065.- betrug (R-act. 3/26). In der Dif-

ferenz  (umgerechnet  auf  1000  Aktien)  liegt  deshalb  eine  steuerbare  Leistung  an  die 

Pflichtige aus dem Arbeitsverhältnis.  

b)  Das  kantonale  Steueramt  will  darüber  hinaus  die  gesamte  Differenz  zur 

steueramtlichen Bewertung nach KS 28 als steuerbare Leistung erfassen.  

aa) Mit dieser rein schematischen Betrachtungsweise verkennt die Vorinstanz 

allerdings,  dass  es  hier nicht  wie  bei  der  Vermögenssteuer  um  eine  objektive  Bewer-

tung  eines  Vermögensgegenstands  geht,  sondern  mit  dem  Erfordernis,  dass  es  sich 

um  eine  Leistung  aus  dem  Arbeitsverhältnis  handeln  muss,  ein  subjektives  Element 

hinzutritt. Soweit die Parteien gutgläubig davon ausgehen durften, dass ihre Bewertung 

dem Verkehrswert entspricht, fehlt es an einem Vorsatz auf die Erbringung einer Leis-

tung.  

Die  Interessenlage  bei  Herleitung  der  Formel  spricht  gegen  die  Annahme, 

dass  über  den  erwähnten  Rabatt  hinaus  eine  Absicht  auf  eine  Bevorzugung  bestand. 

Die  Bewertungsformel  definiert  den  Kaufpreis  im  Vorkaufsfall.  Es  liegt kein  Grund  zur 

Annahme  vor,  die  Aktionäre  hätten  sich  dabei  –  abgesehen  vom  erwähnten  Rabatt  – 

Geschenke  machen  wollen.  Zudem  spricht  auch die  Erstellung  der  Bewertungsformel 

durch eine von aussen zugezogene Treuhandfirma dafür, dass die Formel dazu dienen 

sollte, zuhanden der Aktionäre den effektiven Wert zu ermitteln. Sollten sich die Partei-

en  vorliegend  über  den  wahren  Wert  getäuscht  haben  und  diesen  zu  tief  angesetzt 

haben, führt dies deshalb nicht dazu, dass die Differenz zum Verkehrswert automatisch 

als Lohnbestandteil zu betrachten wäre. 

bb) Steht eine Preisvereinbarung indessen in einem offensichtlichen Missver-

hältnis  zum  objektiven  Marktwert,  stellt  sich  die  Frage,  ob  der  Preis  nicht  bewusst  zu 

tief angesetzt wurde und weitere, nicht offen gelegte Absprachen bestehen. In der Pra-

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xis  zum  Grundstücksteuerrecht  hat  sich  deshalb  die  Regel  gebildet,  dass  ausnahms-

weise statt auf den vereinbarten Kaufpreis dann auf den nach anerkannten Methoden 

geschätzten  Verkehrswert  abgestellt  wird,  wenn  zwischen  objektivem  Wert  und  Ver-

tragspreis ein offensichtliches, in die Augen springendes Missverhältnis besteht (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  §  220  N  101  StG,  auch  zum  Folgenden).  Das  offensichtli-

che  Missverhältnis  zwischen  dem  vereinbarten  Preis  und  dem  Verkehrswert  des 

Verkaufsobjekts im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses stellt ein Indiz für die fehlende 

rechtsgeschäftliche Bedeutung der Preisvereinbarung dar. Die Praxis nimmt aus Grün-

den  der  Rechtssicherheit  ein  solches  offensichtliches  Missverhältnis  erst  dort  an,  wo 

die  Differenz  zwischen  Verkehrswert  und  vereinbartem  Kaufpreis  mindestens  25% 

(vom Verkehrswert) ausmacht. Erreicht der vertraglich vereinbarte Kaufpreis somit we-

niger als 75% des Verkehrswerts, ist anstelle dieses vereinbarten Kaufpreises der Ver-

kehrswert als Erwerbspreis einzusetzen. Dabei besteht nicht etwa ein Rabatt von 25%; 

vielmehr ist bei Überschreiten des genannten Schwellenwerts von 25% auf den vollen 

Verkehrswert (von 100%) abzustellen. 

Es  drängt  sich  auf,  diese  Praxis  auch  auf  den  vorliegenden  Fall  zu  überneh-

men.  Die  Annahme  einer  solchen  Bandbreite  rechtfertigt  sich  zudem  auch  deshalb, 

weil beide Bewertungen nicht genau auf den Stichtag der Transaktion abstellen. Dieje-

nige der Vorinstanz wurde per 31. Dezember 2015 vorgenommen, während die Bewer-

tung  durch  die  B  AG  per  31.  Dezember  2014  erfolgte  (allerdings  den  budgetierten 

Cashflow  des  laufenden  Jahres  einbezieht,  vgl.  Ziff.  6  Abs.  3  des  Aktionärs-

bindungsvertrags,  R-act.  3/26  und  3/27).  Damit  dürften  aber  beide  Bewertungen  für 

den per Verkaufsdatum 23. Oktober 2015 herrschenden Verkehrswert nur einen unge-

fähren Massstab darstellen.  

Es  erübrigt  sich  indessen,  über  den  Verkehrswert  ein  Gutachten  erstellen  zu 

lassen, da auch bei Übernahme der amtlichen Bewertung des kantonalen Steueramts 

der vereinbarte Kaufpreis nicht ausserhalb der Bandbreite liegt. Die von der B AG vor-

genommene Unternehmensbewertung lautet (nach Aufrechnung des Aktionärs-Rabatts 

von  12%)  auf  einen  Unternehmenswert  von  Fr. 3'629'065.-  (R-act.  3/26).  Die  Vo-

rinstanz  erhielt  gestützt  auf  das  KS  28  einen  Unternehmenswert  von  Fr. 4'405'624.-  

(R-act.  3/31).  Der  vereinbarte  Kaufpreis  liegt  somit  bei  82,4%  des  vom  kantonalen 

Steueramts ermittelten Vermögenssteuerwerts und damit noch innerhalb der Bandbrei-

te. Selbst unter der Annahme, der steueramtliche Vermögenssteuerwert repräsentiere 

den  Verkehrswert,  wäre  nach  dieser  Praxis  der  Kaufpreis  als  im  gewöhnlichem  Ge-

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schäftsverkehr  zustande  gekommenen  zu  betrachten.  Es  erübrigt  sich  damit,  auf  die 

vom  kantonalen  Steueramt  erhobenen  Einwendungen  gegen  die  Berechnungsdetails 

einzugehen.  

Anzufügen  ist,  dass  entgegen  der  Rechtsauffassung  des  kantonalen  Steuer-

amts  bei  der  Frage  des  Verkehrswerts  von  Wertpapieren  ohne  Kurswert  nicht  aus-

schliesslich auf den Formelwert gemäss KS 28 abgestellt werden kann. Die Steuerbe-

hörden dürfen zwar aus Gründen der Praktikabilität schematische Regelungen aufstel-

len  und  aufgrund  von  Durchschnittserfahrungen  oder  Wahrscheinlichkeitsmassstäben 

vereinfachen, sofern die dadurch bewirkte Erleichterung in der Rechtsanwendung nicht 

die durch die Rechtsgleichheit gebotenen Differenzierungen allzu sehr strapaziert (Pe-

ter Locher, Praktikabilität im Steuerrecht [unter besonderer Berücksichtigung des mate-

riellen  Rechts  der  direkten  Steuern],  in:  Beiträge  zur  Methodik  und  zum  System  des 

schweizerischen Steuerrechts, 2014, S. 233 f.). Nicht zuletzt bei der Vermögenssteuer, 

wo die Belastung ohnehin nicht sehr stark ins Gewicht fällt, drängt sich eine schemati-

sierte Lösung auf, welche den Bedürfnissen einer effizienten Verwaltung gerecht wird 

(Locher,  S. 249).  Muss  aber  der  Verkehrswert  von  Wertpapieren  wie  vorliegend  im 

Zusammenhang  mit  der  Frage  des  Erwerbseinkommens  aus  unselbstständiger  Er-

werbstätigkeit  bestimmt  werden,  erscheint  ein  vereinfachender  Formelwert  nicht  als 

ausreichend;  denn  der  Formelwert  ist  nur  eines  von  mehreren  möglichen  Beweis-

mitteln,  welche  vom Gericht gewürdigt  werden  müssen (vgl.  BGr,  27. Oktober  1995 = 

ASA  66,  484,  E.  4).  Insbesondere  kann  der  Verkehrswert  von  Wertpapieren  ohne 

Kurswert auf der Basis von Vergleichshandänderungen bestimmt werden (Vergleichs-

wertmethode,  statistische  Methode,  vgl.  die  analoge  Schätzungsmethode  bei  Grund-

stücken: Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 220 N 137 ff. StG).  

c)  Die  Aufrechnung  ist  deshalb  auf  den  erwähnten  Rabatt  zu  beschränken. 

Dies ergibt folgende Berechnung:  

Unternehmenswert  

Steuerwert des Titels (10'000)  

Kaufpreis pro Titel 

Mitarbeiterrabatt pro Titel 

Aufrechnung total (1'000 Aktien)  

Fr.   3'629'065.- 

Fr. 

Fr.  

Fr.  

Fr.  

362.907 

320.- 

42.907 

42'907.-.  

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Steuerbares Einkommen            direkte Bundessteuer   Staats- und Gemeindesteuern 

Gemäss Einspracheentscheid  

Korrektur Mitarbeiterbeteiligung 
gemäss Vorinstanz  
neu  

total  

gerundet 

Fr.  

… 

Fr.  

… 

- 120'000.- 
__42'907.- 

- 120'000.-  
__42'907.-  

… 

… 

… 

… 

3. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde bzw. der Rekurs teil-

weise  gutzuheissen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Parteien 

anteilsmässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Den Pflichti-

gen ist aufgrund ihres überwiegenden Obsiegens eine reduzierte Parteientschädigung 

zuzusprechen  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art.  64  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. (…)  

2.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. (…) 

[…]  

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