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**Case Identifier:** d2c504b9-0512-50c5-a0f5-9d89d0da1a16
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-31
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 31.01.2013 720 2012 305 / 20 (720 12 305 / 20)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2012-305---20_2013-01-31.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 31. Januar 2013 (720 12 305 / 20) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Vorliegen einer invalidisierenden Gesundheitsschädigung als Voraussetzung für den 

Leistungsanspruch 

 

 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Die 1989 geborene A.____ meldete sich am 15. Juni 2011 unter Hinweis auf eine Bor-
derline-Persönlichkeitsstörung, schwere Depressionen und eine auf diese Leiden zurückzufüh-
rende Opiatabhängigkeit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-
Stelle Basel-Landschaft - nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens - mit Verfügung vom 
23. August 2012 einen Anspruch von A.____ auf Leistungen der IV ab. Zur Begründung machte 
sie geltend, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass bei der Versicherten eine 

 
 
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primäre Suchtproblematik vorliege. Süchte würden für sich alleine keine Arbeitsunfähigkeit be-
gründen. Somit bestehe keine gesundheitliche Einschränkung, aus welcher sich ein Anspruch 
auf Leistungen der IV ergeben würde. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit einem undatierten, am 22. September 2012 
bei der Post aufgegebenen Schreiben Beschwerde bei der IV-Stelle. Darin beantragte sie die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung von IV-Leistungen, wobei sie 
betonte, dass es ihr „primär um berufliche Massnahmen“ gehe.  
 
Am 3. Oktober 2012 überwies die IV-Stelle die Beschwerde von A.____ zuständigkeitshalber an 
das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht).  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde. 
 
D. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2012 bewilligte das Gericht A.____ gestützt auf die 
eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozess-
führung. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.  
 
1.2 Nach Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Ver-
bindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG auf die Invalidenversicherung anwendbar sind, ist die Beschwer-
de innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Gelangt die Partei 
rechtzeitig an einen unzuständigen Versicherungsträger, so gilt die Beschwerdefrist gemäss 
Art. 60 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 39 Abs. 2 ATSG als gewahrt. Vorliegend hat die 
Versicherte ihre Beschwerde am 22. September 2012 und somit innert der dreissigtägigen Be-
schwerdefrist erhoben, allerdings ist sie mit ihrer Eingabe innert Frist nicht an das örtlich und 
sachlich zuständige Kantonsgericht, sondern an die Beschwerdegegnerin gelangt. Von dort ist 
die Beschwerde am 3. Oktober 2012 in Anwendung von Art. 58 Abs. 3 ATSG zuständigkeits-
halber an das Kantonsgericht überwiesen worden. Nach dem Gesagten gilt die Beschwerde 
jedoch als rechtzeitig erhoben.  

 
 
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1.3 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle einen 
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der IV - wie berufliche Massnahmen oder 
eine Rente - zu Recht mit der Begründung abgelehnt hat, bei der Beschwerdeführerin liege kei-
ne invalidisierende Gesundheitsschädigung vor. 
 
2.1.1 Die Gewährung von Leistungen der IV setzt voraus, dass die versicherten Person invalid 
oder - falls Eingliederungsmassnahmen beansprucht werden - von einer Invalidität bedroht ist. 
Invalid ist eine Person, die voraussichtlich bleibend oder längere Zeit ganz oder teilweise er-
werbsunfähig ist (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Sie gilt als eingetreten, sobald sie die 
für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere 
erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG).  
 
2.1.2 Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom-
menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Janu-
ar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.1.3 Arbeitsunfähig ist eine Person, welche, bedingt durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, ganz oder teilweise unfähig ist, im bisherigen 
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 Satz 1 ATSG). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Art. 6 Satz 2 ATSG). 
 
2.2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er-
werbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Vorausset-
zungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Laut Art. 8 Abs.3 
IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen in medizinischen Massnahmen (lit. a), in Integra-
tionsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit. abis), in Massnahmen 
beruflicher Art (lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. c).  
 
2.2.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die 
versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine 

 
 
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Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 
50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.1 Die vorstehend wiedergegebenen Legaldefinitionen und gesetzlichen Umschreibungen 
der hauptsächlichen Leistungsansprüche (Eingliederungsmassnahmen, Rente) machen deut-
lich, dass in jedem Fall eine auf ein Geburtsgebrechen (Art. 2 Abs. 2 ATSG), eine Krankheit 
(Art. 3 Abs. 1 ATSG) oder einen Unfall (Art. 4 ATS) zurückzuführende, invalidisierende Ge-
sundheitsschädigung vorliegen muss, damit eine versicherte Person Leistungen der IV bean-
spruchen kann.  
 
3.2 Zu ergänzen ist in diesem Zusammenhang, dass nach der Rechtsprechung die Annah-
me einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsschädigung eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssys-
tem voraussetzt (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Dabei ist zu betonen, 
dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychoso-
zialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Eine invalidi-
sierende Gesundheitsschädigung im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG 
setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine).  
 
3.3 Nach ständiger Rechtsprechung begründet eine Drogensucht, für sich allein betrachtet, 
keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird eine solche Sucht im Rahmen der Inva-
lidenversicherung bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, 
in deren Folge eine körperliche oder geistige Gesundheitsschädigung eingetreten ist, oder aber 
wenn sie selber Folge einer körperlichen oder geistigen Gesundheitsschädigung ist, welcher 
Krankheitswert zukommt (Urteil I. des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 6. November 2006, I 955/05, E. 3.1 mit 
Hinweisen). 
 
4.1 Bei der Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Feststellung des Gesundheits-
zustandes einer versicherten Person ist - die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und 
im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur 
Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicher-
te Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V  158 E. 1 in fine).  
 

 
 
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4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an-
zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsicht-
lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusam-
menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beo-
bachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustandes und zur Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit der Versicherten als erstes einen Bericht beim behandelnden Arzt Dr. med. 
B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein. Dieser hielt am 28. Juli 2011 als Diagnosen 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Bor-
derline-Typus; ICD-10 F60.31), eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig remittiert; 
ICD-10 F33.0) und eine Polytoxikomanie (Alkohol, Cannabis, Opiate, Stimulantien; aktuell 30mg 
Methadon; ICD-10 F19) fest. Die Versicherte sei auf Grund dieser Leiden seit März 2007 zu 
100 % arbeitsunfähig. Im Weiteren wies Dr. B.____ darauf hin, dass die Sucht Folge der emoti-
onal instabilen Persönlichkeitsstörung und der rezidivierenden depressiven Störung sei.  
 
5.2 Die IV-Stelle entschloss sich, zur einlässlicheren Abklärung des psychischen Gesund-
heitszustandes der Versicherten ein psychiatrisches Gutachten einzuholen. Der entsprechende 
Auftrag erging an Dr. med. C.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher 
sein Gutachten am 3. April 2012 erstattete. Darin gelangte der Facharzt zum Ergebnis, dass bei 
der Explorandin keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden könne. Als 
Leiden ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte der Gutachter eine Polytoxi-
komanie (Heroin, Cannabis, Methadon; ICD-10 F19.2) und einen Verdacht auf eine emotional 

 
 
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instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3). Im Zusammenhang mit den Auswirkungen der 
Suchtproblematik auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. C.____ aus, es lägen keine Hinweise vor, 
wonach die Versicherte vor Beginn ihrer Drogenabhängigkeit an einer schweren psychiatri-
schen Störung gelitten hätte. Die Explorandin habe berichtet, dass sie sich früher gelegentlich 
geschnitten habe. Sie habe sich aber nicht in psychiatrischer Behandlung befunden und sie sei 
während einiger Jahre in der Lage gewesen, den schulischen Ausbildungen zu folgen und eine 
Lehre zu beginnen. Erst als sie mit dem Drogenkonsum begonnen habe, sei sie unzuverlässig 
geworden und habe die Lehre abbrechen müssen. Es sei immer schwierig zu beurteilen, ob bei 
einer ausgeprägten Substanzabhängigkeit gleichzeitig eine emotional instabile Persönlichkeits-
störung vorliege, da der Konsum psychoaktiver Substanzen zu impulsivem Verhalten sowie zu 
Stimmungsschwankungen im Entzug führe und die Symptome einer emotional instabilen Per-
sönlichkeitsstörung den Entzugssymptomen und den psychischen Begleitsymptomen bei einer 
Drogenabhängigkeit weitgehend entsprechen würden. Es würden sich jedenfalls keine sicheren 
Hinweise darauf finden, dass vor Beginn der Drogenabhängigkeit eine schwere psychiatrische 
Störung vorgelegen habe, sodass von einer primären Drogenabhängigkeit gesprochen werden 
müsse. Hinweise auf irreversible geistige oder psychische Schäden nach langjähriger Drogen-
abhängigkeit bestünden keine. Drogenabstinenz vorausgesetzt, sei aus psychiatrischer Sicht 
die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht beeinträchtigt.  
 
5.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 23. August 2012 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustandes der Versicherten und der Frage, ob vorliegend von ei-
ner primären Drogenabhängigkeit oder von einer IV-relevanten Sucht auszugehen sei, vollum-
fänglich auf die Ergebnisse des psychiatrischen Gutachtens von Dr. C.____ vom 3. April 2012. 
Sie ging demzufolge davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch deren Sucht-
verhalten beeinträchtigt werde, und dass es sich um eine primäre Drogenabhängigkeit handle. 
Diese vorinstanzliche Würdigung des medizinischen Sachverhaltes ist nicht zu beanstanden. 
Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Dr. C.____ vom 
3. April 2012 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesge-
richt verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf all-
seitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der 
Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abwei-
chenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen über-
zeugend. Insbesondere zeigt das Gutachten auch nachvollziehbar auf (vgl. die entsprechenden 
Ausführungen in E. 5.2 hiervor), dass bzw. aus welchen Gründen bei der Versicherten von einer 
primären Drogenabhängigkeit gesprochen werden muss und dass bei ihr keine Hinweise auf 
irrreversible geistige oder psychische Schäden nach langjährigem Drogenkonsum bestehen. 
Damit liegt aber, wie die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgehalten hat, 
keine invalidisierende Gesundheitsschädigung im Sinne von Gesetz und Rechtsprechung vor. 

 
 
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5.4 An diesem Ergebnis vermag die Auffassung von Dr. B.____, wonach es sich bei der 
Sucht der Versicherten um eine Folge der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung und der 
rezidivierenden depressiven Störung handle, nichts zu ändern. Bei näherer Betrachtung des 
Berichts von Dr. B._____ vom 28. Juli 2011 zeigt sich, dass dieser den Lebenslauf der Versi-
cherten in etwa gleich wie der Gutachter Dr. C._____ schildert. Den Ausführungen beider 
Fachärzte kann denn auch entnommen werden, dass die Versicherte bis zum Beginn des Dro-
genkonsums in ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung eigentlich keine grösseren 
Schwierigkeiten hatte. Vor diesem Hintergrund erscheint die Folgerung des Gutachters, wonach 
die in den medizinischen Unterlagen beschriebenen impulsiven Verhaltensweisen und Stim-
mungsschwankungen der Versicherten in erster Linie im Zusammenhang mit der Polytoxiko-
manie zu sehen seien, überzeugender als die abweichende Auffassung des behandelnden Arz-
tes, nach welcher sich die Sucht als Folge einer vorbestehenden emotional instabilen Persön-
lichkeitsstörung entwickelt haben soll. Zu berücksichtigen ist im Rahmen der Beweiswürdigung  
aber auch, dass es Dr. B.____ - im Gegensatz zum Gutachter - unterlassen hat, seine Auffas-
sung näher zu begründen. Seinem Standpunkt kommt deshalb schon aus diesem Grund ein 
geringerer Beweiswert zu als der ausführlicher begründeten gutachterlichen Beurteilung.  
 
5.5 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle das Vorliegen einer 
invalidisierenden Gesundheitsschädigung im Sinne von Gesetz und Rechtsprechung zu Recht 
verneint hat. Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass sie einen Anspruch der Versicherten 
auf Leistungen der IV abgelehnt hat. Die gegen die betreffende Verfügung vom 23. August 
2012 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden 
muss.   
 
6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos-
ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. 
Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in 
angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Par-
tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun aller-
dings mit Verfügung vom 17. Dezember 2012 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wor-
den. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse.  
 
6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen.  
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die 
Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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