# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c435c045-777a-5050-86b5-485da6559d30
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** HG240217-O4
**Docket/Reference:** HG240217-O4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/HG240217-O4.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich

Geschäfts-Nr.: HG240217-O

U/dz

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Präsidentin, und Oberrichterin Ni-

cole Klausner, die Handelsrichter Dr. Martin Liebi, Patrik Howald und 

Marco La Bella sowie die Gerichtsschreiberin Susanna Schneider

Urteil vom 11. Juni 2025

in Sachen

A._____,

Kläger

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

B._____,

Beklagte

betreffend Forderung

  
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Rechtsbegehren:
(act. 1 S. 2)

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von 

CHF 52'765.15 nebst Verzugszins zu 5 % seit 17. Juni 2023 auf 
CHF 50'000.00 zu bezahlen.

2. Die Beklagte sei sodann zu verpflichten, dem Kläger den Betrag 
von CHF 4'000.00 nebst Verzugszins zu 5 % seit 17. Dezember 
2024 zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-

steuer) zu Lasten der Beklagten."

Sachverhalt und Verfahren

A.

a.

Sachverhaltsübersicht

Parteien und ihre Stellung

Der Kläger ist eine natürliche Person, welche am 20. Juli 2022 (als Darlehensge-

ber) mit der C._____ GmbH (als Darlehensnehmerin; nachfolgend: C._____) einen 

Darlehensvertrag über ein verzinsliches und bis 21. August 2022 befristetes Darle-

hen in der Höhe von CHF 50'000.– abgeschlossen hat. 

Bei der Beklagten handelt es sich ebenfalls um eine natürliche Person. Sie ist die 

einzige Gesellschafterin und Geschäftsführerin der C._____.

b.

Prozessgegenstand

Der Kläger wirft der Beklagten vorliegend die Verletzung ihrer gesetzlichen Pflich-

ten im Sinne von Art. 810 Abs. 2 OR als einzige und einzelzeichnungsberechtigte 

Geschäftsführerin der C._____ vor und macht vor diesem Hintergrund Verantwort-

lichkeitsansprüche  gemäss  Art. 827  i.V.m.  Art. 754 ff.  OR  geltend,  wobei  er  sich 

hinsichtlich Rechtsbegehren Ziff. 1 als Abtretungsgläubiger im Sinne von Art. 260 

SchKG legitimiert (act. 1 Rz. 2, 14) und sich bezüglich Rechtsbegehren Ziff. 2 auf 

einen direkten Gläubigerschaden beruft (act. 1 Rz. 15).

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B.

Prozessverlauf 

Am 17. Dezember 2024 (Datum Poststempel) reichte der Kläger hierorts die Klage 

ein. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2024 wurde den Parteien der Eingang der 

Klage bestätigt, der Beklagten das Doppel der Klage samt Beilagen zugestellt so-

wie dem Kläger Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses in der Höhe 

von CHF 6'000.– angesetzt (act. 4). Die Verfügung wurde beiden Parteien zuge-

stellt (act. 5/1, 2b). Der Vorschuss wurde in der Folge rechtzeitig geleistet (act. 7). 

Mit Verfügung vom 16. Januar 2025 wurde der Beklagten – unter Hinweis auf die 

Säumnisfolgen – Frist zur Erstattung der Klageantwort bis 20. März 2025 angesetzt 

(act. 8). Auch diese Verfügung wurde beiden Parteien zugestellt (act. 9/1-2). Nach 

unbenutztem Ablauf der Klageantwortfrist wurde der Beklagten mit Verfügung vom 

26. März 2025 – wiederum unter Hinweis auf die Säumnisfolgen und unter Berück-

sichtigung der Gerichtsferien – eine Nachfrist zur Erstattung der Klageantwort bis 

2. Mai 2025 angesetzt (act. 10). Die Verfügung wurde beiden Parteien zugestellt 

(act. 11/1-2). Die Beklagte hat sich bis heute nicht vernehmen lassen.

Erwägungen

1.

Formelles

1.1. Prozessvoraussetzungen

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Handelsgerichts ist gegeben 

(Art. 10 Abs. 1 lit. a ZPO; Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). Die übrigen 

Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass.

1.2. Versäumte Klageantwort / Spruchreife

Gemäss Art. 223 Abs. 2 ZPO trifft das Gericht bei definitiv versäumter Klageantwort 

einen Endentscheid, sofern die Angelegenheit spruchreif ist. Andernfalls lädt es zur 

Hauptverhandlung vor. Spruchreif ist das Verfahren dann, wenn das Gericht über 

sämtliche Entscheidungsgrundlagen verfügt, um über die Begründetheit oder Un-

begründetheit des geltend gemachten Anspruchs zu befinden oder einen Nichtein-

tretensentscheid zu erlassen. Dies setzt für eine Gutheissung der Rechtsbegehren 

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voraus, dass die klagende Partei die Klage schlüssig begründet, also alle rechtser-

heblichen Tatsachen behauptet, aus denen sich der geltend gemachte Anspruch 

ergibt  (Urteil  des  Bundesgericht  5A_545/2021  vom  8. Februar  2022  E.  4.2).  Das 

Gericht hat auch rechtshemmende, rechtshindernde und rechtsaufhebende Tatsa-

chen zu berücksichtigen, soweit sie in der Klage selbst angeführt sind. Andere Tat-

sachen, die aus den Akten ersichtlich sind, dürfen nur insoweit berücksichtigt wer-

den, als sie für das Vorhandensein der von Amtes wegen zu prüfenden Prozess-

voraussetzungen von Bedeutung sind (ZR 114/2015 Nr. 2 E. 1.1.1 S. 3; PAHUD, in: 

ZPO  Schweizerische  Zivilprozessordnung,  Kommentar,  2. Aufl.  2016,  N. 4  zu 

Art. 223 ZPO). 

An der Spruchreife fehlt es insbesondere, wenn die Vorbringen der klagenden Par-

tei unklar, widersprüchlich, unbestimmt oder offensichtlich unvollständig sind, so-

dass  Anlass  zur  Ausübung  der  richterlichen  Fragepflicht  besteht  (zit.  Urteil 

5A_545/2021 E. 4.2). Die gerichtliche Fragepflicht dient indessen nicht dazu, pro-

zessuale Nachlässigkeiten auszugleichen, und darf eine Partei nicht einseitig be-

vorzugen  (BGE 146 III 413  E. 4.2  =  Pra  111  [2022]  Nr. 5;  Urteile  des  Bundesge-

richts 5A_188/2021 vom 21. Februar 2022 E. 6.4 und 4A_127/2021 vom 19. Mai 

2021 E. 5.1). Sie erlaubt dem Gericht weder, die Parteien auf Tatsachen aufmerk-

sam zu machen, welche sie ausser Acht gelassen haben, noch ihnen zu helfen, die 

Sache besser darzulegen, oder  ihnen vorzuschlagen, welche stichhaltigen Argu-

mente sie vorbringen sollen, um die Sache zu gewinnen (BGE 146 III 413 E. 4.2 = 

Pra 111 [2022] Nr. 5; BGE 142 III 462 E. 4.3 = Pra 106 [2017] Nr. 70). Der Zweck-

gedanke der allgemeinen gerichtlichen Fragepflicht besteht darin, dass eine Partei 

nicht wegen Unbeholfenheit ihres Rechts verlustig gehen soll (Urteil des Bundes-

gerichts 4A_375/2015 vom 26. Januar 2016 E. 7.1). Gegenüber anwaltlich vertre-

tenen Parteien ist die gerichtliche Fragepflicht dementsprechend nur mit Zurück-

haltung auszuüben und hat dort nur eine sehr eingeschränkte Bedeutung (Urteile 

des Bundesgerichts 4A_487/2018 vom 30. Januar 2019 E. 4.2.2 und 4A_57/2014 

vom 8. Mai 2014 E. 1.3.2; je unter Verweisung auf Urteil 4D_57/2013 vom 2. De-

zember 2013 E. 3.2). Einer anwaltlich vertretenen Partei ist zuzumuten, bereits im 

ersten Vortrag zumindest eine schlüssige Schilderung des Klagefundaments vor-

zubringen  (ENGLER,  in:  OFK,  Kommentar  zur  Schweizerischen  Zivilprozessord-

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nung, 3. Aufl. 2023, E. 2 zu Art. 223 ZPO), indem sie mindestens zu jedem Tatbe-

standselement der einschlägigen Rechtsnorm die rechtserheblichen Tatsachen be-

hauptet, wobei an die Behauptungsdichte geringe Anforderungen zu stellen sind. 

Genügen die Vorbringen einer anwaltlich vertretenen klagenden Partei diesen An-

forderungen nicht bzw. erweisen sie sich in diesem Sinn als nicht schlüssig, ist nach 

dem Gesagten die Spruchreife zu bejahen und die Klage umgehend – d.h. ohne 

Durchführung einer Hauptverhandlung – abzuweisen. Die anwaltlich vertretene kla-

gende Partei kann sich mithin nicht darauf verlassen, ihre Vorbringen in einer zwei-

ten Rechtsschrift bzw. im Rahmen einer Instruktions- oder Hauptverhandlung noch 

ergänzen zu können (ZR 114/2015 Nr. 2 E. 1.1.1 S. 3; LEUENBERGER, in: Kommen-

tar  zur  Schweizerischen  Zivilprozessordnung  (ZPO),  4. Aufl.  2025,  N. 5 f.  zu 

Art. 223 ZPO; PAHUD, a.a.O., N. 3 zu Art. 223 ZPO). Auch das Bundesgericht hält 

dazu  fest,  dass  der  Grundsatz,  wonach  die  Parteien  im  ordentlichen  Verfahren 

zweimal die Möglichkeit haben, sich unbeschränkt zu äussern, für Verfahren entwi-

ckelt worden ist, in welchen sich die Parteien auch tatsächlich ein erstes Mal äus-

serten (Urteil des Bundesgerichts 5A_921/2017 vom 16. Juli 2018 E. 3.5.).

Da die Beklagte innert (Nach-)Frist keine Klageantwort eingereicht hat, ist andro-

hungsgemäss zu verfahren. Entsprechend haben die klägerischen Behauptungen 

grundsätzlich  als  unbestritten  zu  gelten.  Ob  Spruchreife  anzunehmen  ist,  hängt, 

wie gesehen, eng mit den materiell-rechtlichen Grundlagen der Klage zusammen, 

weshalb (auch) diese Frage im Rahmen der nachfolgenden Anspruchsprüfung zu 

beurteilen ist.

2. Materielles

2.1. Unbestrittener Sachverhalt

Am 20. Juli 2022 hat der Kläger (als Darlehensgeber) mit der C._____ (als Darle-

hensnehmerin)  einen  Darlehensvertrag  über  ein  verzinsliches  Darlehen  in  der 

Höhe von CHF 50'000.– abgeschlossen und die Darlehensvaluta am Folgetag auf 

das Konto der C._____ überwiesen. Für die C._____ hat die Beklagte den Darle-

hensvertrag unterzeichnet. Das Darlehen wurde bis zum 21. August 2022 befristet 

und wäre am besagten Datum zuzüglich der vereinbarten Zinsen in der Höhe von 

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CHF 416.54 zurückzuzahlen gewesen. Eine Rückzahlung blieb ohne Angabe von 

Gründen aus. Der Kläger hat die C._____ mit Schreiben vom 6. Dezember 2022 

letztmals aufgefordert, ihm das Darlehen umgehend zurückzubezahlen. Eine Re-

aktion der C._____ blieb aus. Mit Betreibungsbegehren vom 24. Januar 2023 lei-

tete der Kläger in der Folge ein Betreibungsverfahren gegen die C._____ ein. Am 

26. April 2023 stellte der Kläger nach ausgebliebenem Rechtsvorschlag das Forts-

etzungsbegehren.  Mit  Entscheid  des  Bezirksgerichts  Zürich  vom  24. Mai  2023 

wurde  zufolge  Organisationsmangel  über  die  C._____  der  Konkurs  eröffnet.  Am 

14. Dezember 2023 hat das Konkursamt die Einstellung des Konkurses mangels 

Aktiven verfügt, woraufhin der Kläger den auf CHF 4'000.– festgesetzten Kosten-

vorschuss für die Durchführung des Konkurses geleistet hat. Seine am 19. Januar 

2024  dort  eingegebene  Forderung  über  CHF 52'765.15 

(Darlehensvaluta 

CHF 50'000.–;  Darlehenszinsen  CHF 416.54;  Betreibungskosten  CHF 307.50; 

Verzugszinsen  vom  22.  August  2022  bis  16. Juni  2023  CHF  2'041.–)  wurde  an-

tragsgemäss kolloziert. Der Kläger ist mit seiner Forderung vollumfänglich zu Ver-

lust gekommen. Am 22. Mai 2024 wurde ihm ein Verlustschein über den eingege-

benen Betrag ausgestellt. Am tt.mm.2024 wurde die C._____ im Handelsregister 

gelöscht (act. 1 Rz. 4-10). 

Die Beklagte hat als Geschäftsführerin der C._____ nie eine Buchhaltung für die 

Gesellschaft geführt und nie Geschäftsakten aufbewahrt. Sie hat sich selber durch 

Bezüge  und  Banküberweisungen  Vergütungen  in  der  Höhe  von  insgesamt 

EUR 36'351.91 und CHF 22'311.54 ausbezahlt. Wenige Tage nach Erhalt des Dar-

lehens  des  Klägers  hat  die  Beklagte  sodann  einem  in  Griechenland  ansässigen 

D._____ ein ungesichertes Darlehen in der Höhe von CHF 45'000.– gewährt. Die 

Beklagte hat ferner ihre Pflicht zur Oberleitung der Gesellschaft nicht wahrgenom-

men  und  nie  eine  Gesellschaftsorganisation  festgelegt  oder  Massnahmen  zur 

pflichtgemässen  Oberleitung  der  Gesellschaft  ergriffen.  Weiter  hat  sie  sämtliche 

Massnahmen zur Aufzeichnung und Dokumentation der finanziellen Vorgänge in 

der  Gesellschaft  unterlassen  und  auch  keine  vereinfachte  Buchhaltung  geführt. 

Schliesslich hat die Beklagte keinen Geschäftsbericht erstellt, keine Gesellschaf-

terversammlung  einberufen  und  keine  Benachrichtigung  des  Richters  bei  Über-

schuldung vorgenommen (act. 1 Rz. 11 f.).

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2.2.

Zu Rechtsbegehren Ziff. 1

a.

Rechtliches

Für die Verantwortlichkeit der Personen, welche bei der Gründung einer GmbH mit-

wirken oder mit der Geschäftsführung, der Revision oder der Liquidation der GmbH 

befasst  sind,  sind  die  Vorschriften  des  Aktienrechts  entsprechend  anwendbar 

(Art. 827 OR). Gemäss Art. 754 Abs. 1 OR sind Mitglieder des Verwaltungsrates 

und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen sowohl der 

Gesellschaft  als  auch  den  einzelnen  Aktionären  und  Gesellschaftsgläubigern  für 

den Schaden verantwortlich, welcher sie durch absichtliche oder fahrlässige Ver-

letzung ihrer Pflichten verursachen. Die Voraussetzungen einer Haftung aus akti-

enrechtlicher Verantwortlichkeit sind demnach das Vorliegen eines Schadens, ei-

ner  Pflichtverletzung,  eines  natürlichen  und  adäquaten  Kausalzusammenhangs 

zwischen Schaden und Pflichtverletzung sowie eines Verschuldens (BGE 132 III 

564 E. 4.2; BGE 132 III 342 E. 4.1). Sodann müssen die Aktiv- und Passivlegitima-

tion gegeben sein.

Die Grundsätze des Haftpflichtrechts besagen, dass nur derjenige geschädigt ist, 

dem  ein  direkter  Schaden  in  seinem  Vermögen  zugefügt  worden  ist.  Der  Dritte, 

welcher nur aufgrund einer besonderen Beziehung zum Direktgeschädigten einen 

Reflexschaden – bzw. einen mittelbaren Schaden – erleidet, besitzt grundsätzlich 

keinen  Anspruch  gegen  den  Schadensverursacher.  Auch  im  Bereich  der  aktien-

rechtlichen Verantwortlichkeit treten Fälle der bloss mittelbaren Schädigung der Be-

troffenen auf. Dies ist – hinsichtlich des hier relevanten Gläubigerschadens – bei-

spielsweise dann der Fall, wenn ein Gläubiger im Gesellschaftskonkurs feststellen 

muss, dass seine Konkursdividende dadurch vermindert wurde, dass ein Organ der 

Gesellschaft einen Schaden verursacht hat. Nach den haftlichtrechtlichen Grund-

sätzen ist in einer solchen Situation in erster Linie die Gesellschaft als Direktge-

schädigte aktivlegitimiert, Schadenersatz gegenüber den verantwortlichen Organ-

mitgliedern zu verlangen. Für die mittelbar geschädigten Gläubiger gibt es keine 

Möglichkeiten, ihren eigenen Reflexschaden mittels Individualklage geltend zu ma-

chen. Ab dem – hier interessierenden – Zeitpunkt der Konkurseröffnung ist in erster 

Linie der Konkursverwalter berechtigt, die Verantwortlichkeitsansprüche der kon-

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kursiten Gesellschaft gegenüber den verantwortlichen Organmitgliedern geltend zu 

machen. Die Gesellschaftsgläubiger (und Aktionäre) können den Schaden der Ge-

sellschaft gegenüber den verantwortlichen Organen nur einklagen, wenn der Kon-

kursverwalter auf die Geltendmachung von Verantwortlichkeitsansprüchen verzich-

tet  (Art. 757  Abs. 1  und  Abs. 2  OR;  BGE 132 III 564  E. 3.1.2,  3.2,  3.2.2; 

BGE 131 III 306 E. 3.1.1). Gemäss der sog. Raschein-Praxis des Bundesgerichts 

wird im Konkursfall der Anspruch aus dem Recht der Gesellschaft durch einen ein-

heitlichen Anspruch der Gläubigergesamtheit abgelöst, d.h. die Forderung, welche 

die  Gesellschaft  gegen  das  verantwortliche  Organ  geltend  machen  konnte,  wird 

durch  eine  Forderung  der  Gläubigergemeinschaft  ersetzt 

(statt  vieler: 

BGE 142 III 23 E. 4.4; BGE 132 III 564 E. 3.2.2). Demnach besteht materiellrecht-

lich kein Unterschied zwischen dem Anspruch, welchen die Aktionäre und Gläubi-

ger direkt aus Art. 757 Abs. 1 und Abs. 2 OR geltend machen, und dem Anspruch, 

der  sich  ein  Gläubiger  gemäss  Art. 260  SchKG  abtreten  lässt  (GERICKE/HÄUSER-

MANN, in: Basler Kommentar Obligationenrecht II, 6. Aufl. 2024, N. 35 zu Art. 757 

OR). Der so geltend gemachte Reflexschaden bzw. mittelbare Schaden der Gläu-

bigergesamtheit  ist  deckungsgleich  mit  dem  Schaden  der  betreffenden  Gesell-

schaft. Dementsprechend geht es dabei um die unfreiwillige Vermögenseinbusse, 

welche die Gesellschaft durch die pflichtwidrigen Handlungen oder Unterlassungen 

ihrer  Organe  erlitten  hat  (Urteil  des  Bundesgerichts  4C.363/2006  vom  13. März 

2007 E. 5.1) und setzt ein Anspruch demnach einen Schaden der Gesellschaft im 

Sinne der Differenztheorie voraus (BGE 142 III 23 E. 4.4). Der Gesellschaftsgläu-

biger,  welcher  die  Abtretung  der  Rechte  der  Masse  in  Anwendung  von  Art. 260 

SchKG erwirkt hat, ist mithin (aktiv-)legitimiert, den Ersatz des der Gesellschaft ent-

standenen Schadens zu verlangen (BGE 132 III 564 E. 3.2.2).

b. Würdigung 

Vorliegend macht der Kläger in Rechtbegehren Ziff. 1 ausdrücklich einen Anspruch 

der Konkursmasse geltend und legitimiert sich als zufolge Forderungstotalverlust 

im  Konkurs  der  C._____  mittelbar  geschädigter  (Abtretungs-)Gläubiger  im  Sinne 

von Art. 260 SchKG (act. 1 Rz. 14). In dieser Konstellation setzt die Gutheissung 

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eines Verantwortlichkeitsanspruchs gegenüber der Beklagten nach dem Gesagten 

einen Schaden der Gesellschaft im Sinne der Differenztheorie voraus. Es ist mithin 

der effektive und hypothetische Vermögensstand der C._____ mit und ohne schä-

digendem  Verhalten  der  Beklagten  darzulegen  (vgl.  zur  Differenztheorie: 

BGE 145 III 225  E. 4.1.1).  Diesbezügliche  Ausführungen  fehlen  vorliegend  gänz-

lich. Ein Schaden der C._____ bleibt in der gesamten Klage unerwähnt. Wenn von 

einem  Schaden  die  Rede  ist,  dann  einzig  vom  Schaden  des  Klägers  (act. 1 

Rz. 13 f.). Auch stimmt der in Rechtsbegehren Ziff. 1 eingeklagte Betrag mit dem 

vom Kläger vorgebrachten Totalverlust im Konkurs der C._____ und damit mit dem 

vom Kläger erlittenen mittelbaren Schaden überein (vgl. act. 1 Rz. 10), welcher in-

dessen für  die vorliegende  Anspruchsprüfung  nicht  massgeblich und  ganz  allge-

mein  nicht  zu  ersetzen  ist.  Auf  den  Schaden  des  Klägers  beziehen  sich  sodann 

seine  Ausführungen  zum  Kausalverlauf  wie  auch  zum  Verschulden  (act. 1 

Rz. 13 f.),  wobei  dahingehende  Behauptungen  in  Bezug  auf  einen  Schaden  der 

C._____ wiederum fehlen. Was die zahlreichen von ihm geltend gemachten Pflicht-

verletzungen der Beklagten anbelangt (vgl. dazu act. 1 Rz. 11 f.), versäumt es der 

Kläger sodann darzulegen, welche er vorliegend überhaupt als schadensrelevant 

qualifiziert. Es fehlt mithin das selbstverständliche Klagefundament des vom Kläger 

mit Rechtsbegehren Ziff. 1 geltend gemachten Verantwortlichkeitsanspruchs (vgl. 

dazu Urteil des Bundesgerichts 4A_336/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 7.6 be-

treffend Anlegerschaden). Der Kläger ist anwaltlich vertreten. Für eine Ausübung 

der gerichtlichen Fragepflicht bleibt in dieser Konstellation kein Raum. Nach dem 

Gesagten ist demzufolge die Spruchreife zu bejahen und in der Konsequenz die 

Klage bezüglich Rechtsbegehren Ziff. 1 abzuweisen.

c.

Fazit

Die Klage ist hinsichtlich Rechtsbegehren Ziff. 1 abzuweisen.

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2.3.

Zu Rechtsbegehren Ziff. 2

a.

Rechtliches

Ist ein durch die Organe verursachter Schaden nicht im Vermögen der Gesellschaft, 

sondern unmittelbar im Vermögen eines Gesellschaftsgläubigers eingetreten, kann 

dieser direkt gegenüber den verantwortlichen Organen die Leistung von Schaden-

ersatz einklagen. Diese Klagemöglichkeit gilt unbeschränkt, solange kein Konkurs 

über die Gesellschaft eröffnet worden ist. Wurde der Konkurs eröffnet, gilt grund-

sätzlich das Gleiche, wenn keine Schädigung der Gesellschaft vorliegt. Wenn hin-

gegen auch die konkursite Gesellschaft direkt geschädigt ist, kann die Individual-

klage  des  Gläubigers  in  Konkurrenz  zu  den  Ansprüchen  der  Gesellschaft  treten. 

Für diesen Fall hat die Rechtsprechung die Klagebefugnis der Gläubiger zur Ver-

hinderung eines Wettlaufs zwischen der Konkursverwaltung und den direkt klagen-

den  Gläubigern  zur  Geltendmachung  von  Verantwortlichkeitsansprüchen  einge-

schränkt.  Danach  können  die  Gläubiger  ihren  direkten  Schaden  nur  ausnahms-

weise geltend machen, wenn das Verhalten eines Gesellschaftsorgans gegen ak-

tienrechtliche  Bestimmungen  verstösst,  die  ausschliesslich  dem  Gläubigerschutz 

dienen oder die Schadenersatzpflicht auf einem anderen widerrechtlichen Verhal-

ten des Organs im Sinne von Art. 41 OR oder einem Tatbestand der culpa in con-

trahendo gründet (BGE  132 III 564 E. 3.1.3, 3.2.1, 3.2.3; BGE 131 III 306 E. 3.1.2).

Gemäss  Art. 260  Abs. 2  SchKG  dient  das  Ergebnis  der  Bemühungen  der  Abtre-

tungsgläubiger nach Abzug der ihnen entstandenen Kosten der Deckung ihrer Kon-

kursforderung.  Nur  ein  Überschuss  ist  an  die  Masse  abzuliefern.  Hat  ein  Abtre-

tungsgläubiger einen Kostenvorschuss im Sinne von Art. 230 Abs. 2 SchKG für die 

Durchführung des summarischen Konkursverfahrens geleistet, kann er sich vorab 

auch  dafür  schadlos  halten  (BGE 68 III 119;  BACHOFNER,  in:  Basler  Kommentar, 

Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N. 111, 114, 117 

zu Art. 260 SchKG).

- 11 -

b. Würdigung

Der Kläger macht unter Rechtsbegehren Ziff. 2 einen direkten Gläubigerschaden 

im Umfang des von ihm zur Durchführung des summarischen Konkursverfahrens 

geleisteten Kostenvorschusses in der Höhe von CHF 4'000.– geltend. Dabei ver-

weist  der  Kläger  wiederum  pauschal  auf  sämtliche  von  ihm  geltend  gemachten 

Pflichtverletzungen,  ohne  weiter  darzulegen,  welche  er  vorliegend  inwiefern  als 

schadensverursachend  qualifiziert  (act. 1  Rz. 15).  In  dieser  Hinsicht  erweist  sich 

das Klagefundament wiederum als ungenügend, weshalb die Klage – unter Ver-

weisung  auf  vorstehende  Ausführungen  –  auch  in  Bezug  auf  Rechtsbegehren 

Ziff. 2 ohne Weiteres abzuweisen ist. Weiter erscheint fraglich, ob in Bezug auf den 

vom  Kläger  geleisteten  Kostenvorschuss  überhaupt  von  einem  Schaden  im 

Rechtssinn  auszugehen  ist,  weil  diesen  Auslagen  gleichzeitig  der  Anspruch  auf 

Kostenersatz gemäss Art. 260 Abs. 2 SchKG im Falle der erfolgreichen Geltend-

machung  der  abgetretenen  Verantwortlichkeitsansprüche  gegenübersteht.  Dies 

kann indessen offenbleiben. Jedenfalls fehlt es für den vom Kläger vorliegend gel-

tend  gemachten  Schadenersatz  an  der  dafür  vorausgesetzten  Adäquanz.  Kann 

sich nämlich ein (späterer) Abtretungsgläubiger für den für die Durchführung des 

summarischen Konkursverfahrens geleisteten Kostenvorschuss im Falle erfolgrei-

cher Geltendmachung von Verantwortlichkeitsansprüchen vorab aus dem daraus 

resultierenden Erlös schadlos halten, ist eine anspruchsbegründende Pflichtverlet-

zung des fehlbaren Organs nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und allgemei-

nen Lebenserfahrung nicht geeignet, einen (direkten) Schaden im Umfang des Vor-

schusses  zu  bewirken,  weshalb  ein  dahingehender  Schadenersatzanspruch  des 

Klägers  zu  verneinen  ist.  Auch  dies  führt  zur  Abweisung  von  Rechtsbegehren 

Ziff. 2. 

c.

Fazit

Die Klage ist hinsichtlich Rechtsbegehren Ziff. 2 abzuweisen.

2.4.

Zusammenfassung

Die Klage ist vollumfänglich abzuweisen.

- 12 -

3.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

3.1. Gerichtskosten

Die  Höhe  der  Gerichtsgebühr  bestimmt  sich  nach  der  Gebührenverordnung  des 

Obergerichts (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster Linie 

nach dem Streitwert bzw. Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Vorliegend 

beträgt  der  Streitwert  CHF 56'765.15.  In  Anwendung  von  § 4  Abs. 1  sowie  § 10 

Abs. 1 GebV OG ist die Gerichtsgebühr auf rund die Hälfte der Grundgebühr und 

damit  auf  CHF 3'000.–  festzusetzen.  Die  Gerichtskosten  sind  ausgangsgemäss 

dem Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und aus dem von ihm geleisteten 

Kostenvorschuss zu beziehen (Art. 111 Abs. 1 aZPO).

3.2. Parteientschädigungen

Bei diesem Ausgang hat die Beklagte grundsätzlich Anspruch auf eine Parteient-

schädigung.  Deren  Zusprechung  erfolgt  nur  auf  Antrag  (Art. 105  Abs. 2  ZPO; 

BGE 140 III 444 E. 3.2.2 S. 447-448; BGE 139 III 334 E. 4.3 S. 344). Die Beklagte, 

die sich während des ganzen Verfahrens nie hat vernehmen lassen, stellte keinen 

entsprechenden Antrag auf Parteientschädigung. In der Sache wäre ein Anspruch 

zudem mangels Aufwands der Beklagten abzuweisen. Der Beklagten ist demzu-

folge keine Parteientschädigung zuzusprechen.

Das Handelsgericht erkennt:

Die Klage wird abgewiesen.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 3'000.–.

Die Kosten werden dem Kläger auferlegt und aus dem von ihm geleisteten 

Kostenvorschuss bezogen.

Der Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien.

1.

2.

3.

4.

5.

- 13 -

6.

Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 

113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 

90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert 

beträgt CHF 56'765.15.

Zürich, 11. Juni 2025

Handelsgericht des Kantons Zürich

Vorsitzende:

Gerichtsschreiberin:

Dr. Claudia Bühler

Susanna Schneider