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**Case Identifier:** c35d8e06-584c-5145-8741-2b7a8751d62e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.06.2021 IV 2019/197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-197_2021-06-09.pdf

## Full Text

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Fall-Nr.: IV 2019/197

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.03.2022

Entscheiddatum: 09.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2021
Art. 28 IVG. Würdigung eines Gutachtens. Überzeugende 
Arbeitsfähigkeitsschätzung, Rentenabweisung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2021, IV 
2019/197).

Entscheid vom 9. Juni 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

IV 2019/197

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im November 2017 unter Hinweis auf psychosomatische und 

körperliche Beschwerden bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Leistungsbezug 

an (IV-act. 1). Sie hatte eine Lehre als kaufmännische Angestellte abgeschlossen und 

war danach in verschiedenen Anstellungsverhältnissen tätig gewesen, zuletzt bis am 

27. April 2017 bei der B.___ AG im 100%-Pensum (vgl. IV-act. 3, 7, 9, 19, 22).

A.a. 

Vom 10. bis 13. April 2017 war die Versicherte in der Klinik C.___ aufgrund von 

Suiziddrohungen psychiatrisch abgeklärt worden (IV-act. 42). Anschliessend war die 

Versicherte vom 19. April bis 17. August 2017 im Psychiatrischen Zentrum D.___ in 

stationärer Behandlung gewesen. Im Austrittsbericht hatten die behandelnden Ärzte 

festgehalten, die Versicherte leide an Anpassungsstörungen, an einer absichtlichen 

Selbstbeschädigung, an Zwangsgedanken und -handlungen sowie an einer 

andauernden Persönlichkeitsänderung nach einer Extrembelastung (sog. komplexe 

posttraumatische Belastungsstörung [PTBS]; Bericht vom 25. September 2017, IV-act. 

15). Nach dem Klinikaufenthalt war die Versicherte ambulant psychiatrisch-

psychotherapeutisch weiterbetreut worden (vgl. IV-act. 15-4, 23, 26-1). Am 21. 

September 2017 war sie zudem neurologisch untersucht worden. Im 

Untersuchungsbericht gleichen Datums war festgehalten worden, dass bei der 

Versicherten anfallsartige Störungen mit Zuckungen, beginnend von der rechten 

oberen Extremität, wahrscheinlich funktionell, bestünden. Das Fehlen epilepsie-

typischer Potentiale vor und während der Zuckungen sowie das Fehlen einer 

postiktalen Verlangsamung der Grundaktivität sprächen gegen epileptische Anfälle (IV-

act. 32).

A.b. 

Am 15. Dezember 2017 wurde die Versicherte im Schmerzzentrum des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) untersucht. Die Ärzte hielten fest, dass bei der 

Versicherte ein chronisches Schmerzsyndrom mit psychischen und somatischen 

Faktoren, Chronifizierungsstadium I, bestehe. Die somatoforme Komponente erscheine 

A.c. 

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im Gesamtkontext prioritär. Es bestehe der Verdacht auf eine funktionelle Problematik 

(IV-act. 26).

Die behandelnde Psychiaterin der Versicherten hielt im Bericht vom 9. Februar 

2018 zuhanden der IV-Stelle fest, dass zurzeit eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe; 

die Versicherte sei seit Januar 2018 zu 20% in einem Einsatzprogramm des RAV. Nach 

dem Abschluss der Behandlung im KSSG sollte die Versicherte in der Lage sein, eine 

Tätigkeit im erlernten Beruf als kaufmännische Angestellte aufzunehmen (IV-act. 23).

A.d. 

Ab Juni 2018 war die Versicherte im 50%-Pensum als Sekretärin bei der E.___ AG 

tätig (IV-act. 47).

A.e. 

Im September 2018 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 49) 

durch die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Bern allgemein-internistisch, 

orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch und neuropsychologisch begutachtet. Im 

polydisziplinären Gutachten vom 28. Dezember 2018 nannten die Sachverständigen 

folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Kombinierte 

Persönlichkeitsstörung (F61.0) sowie passagere Dekompensation mit zeitweiligen 

dissoziativen Identitätsstörungen und Phänomene der Depersonalisation und 

Derealisation; diese würden gegenwärtig nicht mehr bestehen. Ohne Auswirkungen 

lägen bei der Versicherten sonstige somatoforme Störungen (F45.8), eine chronische 

motorische Tic-Störung (F95.1), maximal leichte kognitive Minderleistungen in den 

Bereichen Aufmerksamkeit, Neugedächtnis und Exekutivfunktionen, ein chronisches 

Schmerzsyndrom HWS, BWS, rechte Schulter, rechte Hüfte, beide Knie ohne 

klinisches oder radiologisches Substrat sowie ein Zervikobrachialsyndrom neurologisch 

ohne einen radikulären Anteil vor (M53.1; IV-act. 55-4 f.). Die orthopädische 

Sachverständige hielt fest, dass sich in der klinischen Untersuchung ein normaler 

orthopädischer Status mit lokalen Druckdolenzen in der HWS, der mittleren BWS, der 

rechten Schulter über dem Schulterpunkt, der rechten Hüfte sowie beiden medialen 

Gelenksspalten beider Knie gefunden habe. Radiologisch hätten sich in den 

durchgeführten Aufnahmen durchwegs normale, altersentsprechende Befunde gezeigt. 

Bei der Versicherten bestünden orthopädisch keine objektivierbaren Probleme, sodass 

sich auch kein negatives Zumutbarkeitsprofil ableiten lasse. Die bisherige Tätigkeit 

sowie eine angepasste Tätigkeit seien ihr orthopädisch vollschichtig zu 100% zumutbar 

A.f. 

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und es habe nie eine Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 55-20 f.). Der neurologische 

Sachverständige hielt fest, dass die bei der Versicherten bestehende, motorische Tic-

Störung einer psychiatrischen Behandlung bedürfe. Die Diagnose sei aufgrund der 

aktuellen Untersuchung und der aktenmässig dokumentierten Voruntersuchung 

gewählt worden. Aktuell habe sich ein unwillkürliches Zucken der rechten Schulter 

gezeigt, ohne dass ein neurologischer Befund habe erhoben werden können. Die 

gemäss der neuropsychologischen Begutachtung feststellbaren, maximal leichten 

kognitiven Minderleistungen seien nicht durch primär-neurologische Störungen 

erklärbar. Aus neurologischer Sicht sei die Versicherte voll belastbar und auch 

retrospektiv habe keine neurologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestanden. Der 

Sachverständige verwies auf die psychiatrische Begutachtung (IV-act. 55-54 ff.). Der 

internistische Sachverständige legte dar, dass sich aus internistischer Sicht weder bei 

der Untersuchung noch durch die anamnestischen Angaben Störungen oder 

Erkrankungen hätten feststellen lassen, die sich in relevanter Weise auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Aus allgemein-internistischer Sicht bestehe keine 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 55-64 f.). Die Fachpsychologin für Neuropsychologie 

berichtete über die Untersuchung, dass testdiagnostisch in den Bereichen der 

Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der Exekutivfunktionen kognitive 

Minderleistungen objektiviert worden seien. Die Anstrengungsbereitschaft habe jedoch 

geschwankt. Die Versicherte habe teilweise wenig vorausplanend, gedanklich 

eingeengt und stark auf Einschränkungen und Probleme fokussiert gewirkt. Eine leichte 

Beschwerdeübertreibung und eine leichte Leistungsverzerrung hätten sich gezeigt. Das 

aktuell präsentierte Leistungsprofil habe nicht das tatsächliche Leistungsprofil 

widergespiegelt, wenngleich die Abweichungen gering gewesen seien. Auch hätten 

keine neuropsychologischen Vorbefunde bestanden. In den Akten seien kognitive 

Einschränkungen im Rahmen des stationären Aufenthaltes bis August 2017 verneint 

worden. Eine differenzierte Einschätzung der Leistungsfähigkeit sei aufgrund der 

schwankenden Anstrengungsbereitschaft nicht möglich gewesen. Auch die 

Glaubwürdigkeit der angegebenen Beschwerden sei leicht eingeschränkt gewesen. 

Wenn die gezeigten Leistungen vollumfänglich valide gewesen wären, hätte sich eine 

Leistungseinschränkung von 10-15% begründen lassen. Aufgrund des positiven 

Ressourcenprofils und der maximal als leicht zu wertenden kognitiven 

Einschränkungen seien für eine angepasste Tätigkeit keine Leistungseinbussen 

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begründbar. Angepasst sei eine Tätigkeit, wenn die Versicherte mehr Zeit zur 

Verfügung habe, reduzierte Anforderungen an die Flexibilität gestellt würden und 

verlängerte Einarbeitungszeiten gegeben seien (IV-act. 55-74 ff.). Der psychiatrische 

Sachverständige führte aus, dass bei der Versicherten unter Berücksichtigung der 

Anamnese, der aktuellen psychiatrischen Untersuchung und der Aktenlage von einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden müsse. Bereits seit der 

Kindheit und Jugend fänden sich bei der Versicherten auffällige Verhaltensmuster, die 

in der Folgezeit relativ stabil geblieben seien. Die verschiedenen Angaben in den Akten 

zu den Diagnosen beinhalteten auch somatoforme Aspekte. Deshalb sei von der 

Diagnose einer sonstigen somatoformen Störung auszugehen. Die zeitweilig 

dissoziativen Identitätsstörungen bestünden gegenwertig nicht mehr. Die kombinierte 

Persönlichkeitsstörung werde durch individuelle und konstitutionelle Faktoren sowie 

soziale Erfahrungen begründet. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich Hinweise auf 

eine selbstunsichere, dependente, zwanghafte und emotional instabile 

Persönlichkeitsstruktur gefunden. Es handle sich jedoch weder um eine PTBS noch um 

eine komplexe PTBS. Als komplexe PTBS werde ein psychisches Krankheitsbild 

bezeichnet, das sich infolge schwerer, anhaltender oder wiederholter 

Traumatisierungen (Misshandlungen, sexueller Missbrauch, Kriegserfahrungen, Folter, 

existenzbedrohende physische oder emotionale Vernachlässigung in der Kindheit etc.) 

entwickeln könne. Die Erfahrungen der Versicherten in ihrer Kindheit hätten jedoch 

nicht auf Gewalt oder auf einer schweren Vernachlässigung beruht, sondern es habe 

sich vielmehr um eine problematische Beziehungskonstellation gehandelt, die zum Teil 

durch Gleichgültigkeit und Distanziertheit geprägt gewesen sei. Auch hätten bei der 

Versicherten weder in der Vergangenheit noch gegenwärtig typische Symptome einer 

PTBS und erst recht nicht einer Persönlichkeitsänderung bestanden. Vielmehr habe es 

sich um Konflikte gehandelt, denen Bindungsunsicherheiten in der Kindheit 

vorausgegangen seien und die zusammen mit anderen Faktoren eine entsprechende 

Persönlichkeitskonstellation bei der Versicherten hätten entstehen lassen. Die 

Versicherte habe ihren Exfreund "gestalkt"; die Veränderung der Persönlichkeit sei erst 

im Rahmen dieses Stalkings aufgetreten. Diese Veränderung sei durch die Zwänge und 

die fast ununterbrochene "Beschäftigung mit dem Exfreund" ausgelöst worden und 

habe sich nach der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung wieder 

zurückgebildet. Der bisherige Therapieverlauf sei lege artis gewesen. Unter 

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Berücksichtigung der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung sei bei der 

Versicherten sowohl von diskreten kognitiven Defiziten als auch von 

Verdeutlichungstendenzen auszugehen, die im Rahmen der Persönlichkeitsstruktur als 

unbewusst aufgefasst würden. Trotz dieser vorhandenen Verdeutlichungstendenzen sei 

bei der Versicherten von leichten Defiziten auch in quantitativer Art auszugehen. Aus 

psychiatrischer Sicht ergebe sich deshalb gegenwärtig wegen der noch 

unzureichenden Stabilität eine leicht reduzierte Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit um 30% (Arbeitsfähigkeit von 70%), wobei mit einer weiteren Rückbildung der 

Symptome (gegenwärtig vornehmlich Zwangsgedanken) in maximal einem Jahr 

auszugehen sei. Danach würde die Versicherte voraussichtlich wieder zu 100% 

arbeitsfähig sein. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe gegenwärtig bereits in einer 

angepassten Tätigkeit. Weiterhin erforderlich seien psychiatrische therapeutische 

Massnahmen (IV-act. 55-42 ff.). Die Sachverständigen hielten zusammenfassend fest, 

dass sich in der bisherigen Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht wegen der noch 

unzureichenden Stabilität eine um 30% reduzierte Arbeitsfähigkeit ergebe. 

Prognostisch sei von einer weiteren Rückbildung der Symptome innert maximal einem 

Jahr auszugehen; danach sei die Versicherte voraussichtlich wieder zu 100% 

arbeitsfähig. In einer ideal adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte bereits aktuell zu 

100% arbeitsfähig (ganztägig ohne Leistungsminderung). Die Arbeitsunfähigkeit werde 

psychiatrisch und neuropsychologisch definiert. Weitere psychiatrische und 

psychotherapeutische Interventionen könnten den Status quo erhalten, verbessern und 

zu einer vollen Stabilisierung beitragen. Retrospektiv sei der vom 27. November 2017 

bis 31. Mai 2018 dokumentierte Beschäftigungsgrad von 20-30% aufgrund der 

überaus positiven Beurteilung des Einsatzes der Versicherten nicht ganz 

nachvollziehbar. Für diese Zeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in der 

angestammten Tätigkeit auszugehen. Ab Ende Mai 2018 habe offiziell eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit bestanden und ab Ende September 2018 sei von einer 70%igen 

Arbeitsfähigkeit angestammt auszugehen. In einer adaptierten Tätigkeit sei für die Zeit 

von Ende November 2017 bis Ende Mai 2018 ebenfalls eine mindestens 50%ige 

Arbeitsfähigkeit zu fordern gewesen. Eine konkretere Benennung der Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit sei jedoch angesichts der überlagernden 

Befundinkonsistenzen nicht mit dem hinreichenden Grad der Wahrscheinlichkeit 

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bestimmbar. Zumindest ab Ende September 2018 sei in einer adaptierten Tätigkeit von 

einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 55-6 f.).

Ab Dezember 2018 war die Versicherte bei der Unternehmung F.___ AG im 50%-

Pensum tätig (vgl. IV-act. 75-2 ff.).

A.g. 

Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) notierte am 14. Januar 2019, dass 

vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden könne. Auch bezüglich des 

retrospektiven Verlaufs der Arbeitsfähigkeit könne dem Gutachten gefolgt werden. Die 

Experten hätten ausführlich zum Komplex des funktionellen Schweregrades sowie zur 

Konsistenz Stellung genommen. Ebenso könne der prognostischen Einschätzung, dass 

bei der Weiterführung der bisherigen ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung spätestens in einem Jahr eine 100%ige Arbeitsfähigkeit auch in der 

angestammten Tätigkeit erreicht werde, gefolgt werden (IV-act. 56).

A.h. 

Am 16. Januar 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass kein Anspruch 

auf berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 59).

A.i. 

Mit Vorbescheid vom 6. Mai 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Sie führte zur Begründung aus, dass in 

einer adaptierten Tätigkeit seit September 2018 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. 

Bei der Verwertung dieser Arbeitsfähigkeit sei es der Versicherten möglich, ein 

Einkommen von Fr. 66'948.00 zu erzielen. Damit ergebe sich bei einem Einkommen 

ohne gesundheitliche Einschränkung von Fr. 75'400.00 ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 11% (IV-act. 63). Am 21. Juni 2019 erliess die IV-Stelle eine dem 

Vorbescheid entsprechende Abweisungsverfügung (IV-act. 64).

A.j. 

Die Arbeitgeberin der Versicherten, die F.___ AG, löste das Arbeitsverhältnis per 

30. Juni 2019 aus wirtschaftlichen Gründen auf (IV-act. 75-2, 75-9).

A.k. 

Am 8. Juli 2019 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 

66). Der Anmeldung legte sie im Wesentlichen ein Einweisungsschreiben des 

behandelnden Psychiaters vom 23. Mai 2019 bzgl. des Eintritts in die Klinik G.___ zur 

stationären psychotherapeutischen Behandlung bei. Darin hatte der Psychiater 

ausgeführt, dass bei der Versicherten eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, 

A.l. 

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B.  

Borderline Typus, dissoziative Bewegungsstörungen, dissoziative Störungen, nicht 

näher bezeichnet, sowie eine anhaltende Schmerzstörung vorlägen (IV-act. 69). Der 

RAD notierte am 25. Juli 2019, dass aus dem Einweisungsschreiben des behandelnden 

Psychiaters keine neuen Diagnosen oder Befunde im Vergleich zum polydisziplinären 

Gutachten der MEDAS Bern hervorgingen. Damit sei von einem unveränderten 

Gesundheitszustand im Vergleich zur medizinischen Referenzsituation, die der 

Verfügung vom 21. Juni 2019 zugrunde gelegen habe, auszugehen (IV-act. 77). Am 26. 

Juli 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie beabsichtige, auf das neue 

Leistungsbegehren vom 8. Juli 2019 nicht einzutreten (IV-act. 80). In der Folge verfügte 

sie wie angekündigt das Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren (Verfügung 

vom 3. Oktober 2019, IV-act. 86).

Gegen die Abweisungsverfügung vom 21. Juni 2019 hatte die Beschwerdeführerin 

am 12. August 2019 Beschwerde erhoben. Sie hatte die Aufhebung der Verfügung und 

die erneute Prüfung der Angelegenheit beantragt und dies insbesondere damit 

begründet, dass die Trauma-Folgestörung bisher als solche nicht erkannt und im 

Gutachten demzufolge nicht gewichtet worden sei (act. G 1).

B.a. 

Am 7. Oktober 2019 reichte die Beschwerdeführerin einen Austrittsbericht der 

Klinik G.___ vom 4. Oktober 2019 über die Hospitalisation vom 8. Juli bis 28. August 

2019 ein. Darin hatten die behandelnden Psychologinnen im Wesentlichen angegeben, 

die Beschwerdeführerin leide an einer komplexen posttraumatischen 

Belastungsstörung, einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Typ 

Borderline, dissoziativen Störungen, gemischt, dissoziativen Bewegungsstörungen, 

einem Depersonalisations- und Derealisationssyndrom, einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung und einem Verdacht auf eine dissoziative 

Identitätsstörung. Während des Aufenthaltes sei die Beschwerdeführerin zu 100% 

arbeitsunfähig gewesen. Aufgrund der aufgeführten Einschränkungen sei sie 

prognostisch bis auf Weiteres stark in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Wegen des 

komplexen Störungsbildes werde die Weiterführung der Therapie im ambulanten 

Setting dringend empfohlen (act. G 5.1).

B.b. 

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Erwägungen

1.  

In seiner internen Stellungnahme vom 7. November 2019 hielt der IV-Fachbereich 

fest, dass weiterhin auf das Gutachten abgestellt werden könne (IV-act. 89). Am 16. 

November 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die interne 

Stellungnahme die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

B.c. 

Am 31. Dezember 2019 reichte die Beschwerdeführerin eine um die Unterschrift 

der Chefärztin des Zentrums für Psychotherapie und Psychosomatik ergänzte 

("korrigierte") Version des Austrittsberichtes der Klinik G.___ ein (act. G 9.1). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtete am 10. März 2020 darauf, zum korrigierten 

Austrittsbericht Stellung zu nehmen (act. G 11).

B.d. 

Am 29. Juli 2020 teilte die Klinik G.___ dem Gericht mit, dass sich die 

Beschwerdeführerin seit dem 15. Juli 2020 erneut in stationärer Behandlung befinde 

(act. G 12). Am 30. März 2021 reichte die Beschwerdeführerin den Austrittsbericht über 

die Hospitalisation vom 15. Juli bis 9. September 2020 ein (act. G 14). Darin wurde 

festgehalten, dass sie sich für ein zweites Intervall einer störungsspezifischen und 

ätiologie-orientierten stationären Traumatherapie in Behandlung befunden habe. Die 

bestehenden Diagnosen würden weiterhin gelten. Aufgrund der Einschränkungen 

werde die Beschwerdeführerin prognostisch bis auf Weiteres stark in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein (act. G 14.1). Die Klinik teilte zudem mit, dass sich 

die Beschwerdeführerin seit dem 17. Februar 2021 erneut in stationärer Behandlung 

befinde.

B.e. 

Mit Verfügung vom 21. Juni 2019 hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 11% 

verneint. Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

eine Invalidenrente. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die 

"Neuanmeldung" der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug vom 8. Juli 2019 nicht 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Der erneuten Einreichung des 

Fragebogens zur IV-Anmeldung vom 8. Juli 2019 dürfte keine Anmeldewirkung 

zukommen, da das vorliegende Verfahren betreffend Rentenleistungen im Zeitpunkt 

der erneuten "Anmeldung" noch nicht abgeschlossen gewesen ist.

1.1. 

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2.  

Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

1.3. 

Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im 

Verfügungszeitpunkt feststehen.

1.4. 

Zur Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat 

die Beschwerdegegnerin bei der MEDAS Bern ein polydisziplinäres Gutachten 

eingeholt (IV-act. 55). Dieses beruht auf fachärztlichen allgemein-internistischen, 

orthopädischen, psychiatrischen, neurologischen und neuropsychologischen 

Untersuchungen und ist in Kenntnis der medizinischen Vorakten (vgl. S. 9 ff. des 

Gutachtens) erstellt worden. Die gutachterlichen Fachpersonen haben detaillierte 

objektive Befunde erhoben. Sie haben sich zudem eingehend mit den von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Sie haben ihre 

Diagnosen begründet und sowohl in ihren jeweiligen Fachgebieten als auch 

interdisziplinär nachvollziehbare Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben. Insgesamt 

zeugen die Darlegung der objektiven Befundlage, die Erhebung der fachspezifischen 

Anamnesen und der Einbezug der subjektiven Beschwerden von einer hinreichenden 

2.1. 

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somatischen, psychiatrischen und neuropsychologischen Abklärung. Die 

Sachverständigen haben in den einzelnen Teilgutachten in internistischer und 

orthopädischer Hinsicht ausführlich begründet, weshalb keine Diagnosen mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen (IV-act. 55-21, 55-63). Auch das neuropsychologische 

Teilgutachten ist als überzeugend zu erachten. Zwar hat die Sachverständige 

festgehalten, dass die Glaubwürdigkeit der angegebenen Beschwerden leicht 

eingeschränkt gewesen sei. Aber sie hat hinsichtlich der Frage nach der 

Leistungseinschränkungen der Beschwerdeführerin eine überzeugende Aussage 

machen können, nämlich dass aufgrund des positiven Ressourcenprofils und der 

maximal als leicht zu wertenden kognitiven Einschränkungen der Beschwerdeführerin 

für eine angepasste Tätigkeit keine Leistungseinbussen begründbar seien. Die 

Fachpsychologin für Neuropsychologie hat schliesslich überzeugend dargelegt, dass in 

einer angepassten Tätigkeit ohne Zeitdruck, mit verlängerter Einarbeitungszeit und 

erhöhter Flexibilität aufgrund des positiven Ressourcenprofils und den maximal als 

leicht zu wertenden kognitiven Einschränkungen keine Leistungseinbussen begründbar 

seien (IV-act. 55-76). Der neurologische Sachverständige hat seinerseits 

nachvollziehbar festgehalten, dass diese bei der neuropsychologischen Begutachtung 

festgestellten Minderleistungen nicht durch primär-neurologische Störungen erklärbar 

seien. Auch würden sich weder die Tic-Störung noch der zervikobrachiale Schmerz 

neurologischerseits auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken. Er ist 

zum überzeugenden Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin aus 

neurologischer Sicht voll belastbar sei und dass auch retrospektiv keine neurologisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (IV-act. 55-54 ff.).

Wie die Sachverständigen festgehalten haben, steht bei der Beschwerdeführerin 

die psychische Beschwerdeproblematik im Vordergrund. Der psychiatrische Gutachter 

hat eine kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Er hat unter 

Berücksichtigung der Anamnese, der persönlichen Untersuchungsbefunde sowie der 

Aktenlage plausibel dargelegt, dass diese kombinierte Persönlichkeitsstörung durch 

individuelle und konstitutionelle Faktoren sowie durch soziale Erfahrungen begründet 

werde und dass sich bei der Beschwerdeführerin Hinweise auf eine selbstunsichere, 

dependente, zwanghafte und emotional instabile Persönlichkeitsstruktur fänden. 

Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die "Traumafolgestörung" 

im Gutachten nicht berücksichtigt worden sei, hat sich der psychiatrische 

Sachverständige eingehend mit der Möglichkeit der Diagnose einer posttraumatischen 

Belastungsstörung auseinandergesetzt. Er ist jedoch zum Schluss gekommen, dass 

bei der Beschwerdeführerin weder eine PTBS noch eine komplexe PTBS vorliege. Dies 

hat er in nachvollziehbarer Weise damit begründet, dass weder in der Vergangenheit 

2.2. 

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noch anlässlich der psychiatrischen Expertise typische Symptome einer PTBS oder 

einer komplexen PTBS bestanden hätten. Insbesondere hätten die Erfahrungen der 

Beschwerdeführerin in der Kindheit nicht auf Gewalt oder auf einer schweren 

Vernachlässigung beruht, wie es bei einer komplexen PTBS definiert sei, sondern es 

habe sich vielmehr um eine durch Gleichgültigkeit und Distanziertheit geprägte 

Beziehungskonstellation zu den Eltern gehandelt. Eine existenzbedrohende emotionale 

oder physische Vernachlässigung habe allerdings nicht bestanden. Der Gutachter hat 

weiter überzeugend dargelegt, dass diese Bindungsunsicherheiten in der Kindheit 

zusammen mit anderen Faktoren eine entsprechende Persönlichkeitskonstellation, aber 

keine PTBS und keine komplexe PTBS habe entstehen lassen. Hinsichtlich der geltend 

gemachten Persönlichkeitsänderung hat der Sachverständige festgehalten, dass diese 

erst im Rahmen des Stalkings durch die Beschwerdeführerin aufgetreten und durch die 

Zwänge und die fast ununterbrochene Beschäftigung mit dem Exfreund ausgelöst 

worden sei. Die Persönlichkeitsänderung habe sich nach der psychiatrischen und 

psychotherapeutischen Behandlung wieder zurückgebildet und bestehe gegenwärtig 

nicht mehr (IV-act. 55-42 ff.). Zusammenfassend hat der psychiatrische Gutachter mit 

seiner Darlegung der medizinischen Zusammenhänge schlüssig begründet, weshalb 

bei der Beschwerdeführerin (nur) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61.0) 

bestehe und dass diese Störung in der angestammten Tätigkeit eine 30%ige 

Einschränkung ihrer Leistungsfähigkeit bewirke. In einer angepassten, gut 

strukturierten Tätigkeit mit klar festgelegter Arbeitsorganisation, mit einer hohen 

Flexibilität und ohne permanenten Zeitdruck sei hingegen von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen. In den Akten finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass 

der Sachverständige bei seiner Beurteilung objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt hätte. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass auch der RAD die 

gutachterliche Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung als nachvollziehbar 

erachtet hat. Zur Begründung hat er angeführt, dass die Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung nicht zwangsläufig mit einer verminderten Arbeitsfähigkeit 

einhergehe; vielmehr seien die funktionellen Einschränkungen und die Ressourcen der 

Beschwerdeführerin entscheidend. Die fachärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

sei plausibel (IV-act. 56).

Die gutachterlichen Schlussfolgerungen werden durch die Berichte der 

behandelnden Ärzte nicht in Frage gestellt: Die Beschwerdeführerin hat im 

Beschwerdeverfahren mehrere Berichte der Klinik G.___ eingereicht (act. G 5.1, 9.1, 

14.1). Die behandelnden Ärzte haben verschiedene psychiatrische Störungen 

diagnostiziert, so insbesondere eine PTBS, eine emotional-instabile 

Persönlichkeitsstörung, dissoziative Störungen, ein Depersonalisations- und 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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Derealisationssyndrom, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie einen 

Verdacht auf eine dissoziative Identitätsstörung. Der psychiatrische Fachgutachter hat 

seine abweichende Auffassung hinsichtlich der Diagnose einer PTBS überzeugend 

begründet und sich mit der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin und diesbezüglich 

in Frage kommenden Diagnosen eingehend auseinandergesetzt (vgl. vorstehend E 2.2). 

Insgesamt ergeben sich aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten 

medizinischen Einschätzungen keine neuen Aspekte, die im genannten Gutachten 

ausser Acht gelassen worden wären. Dabei gilt es zu beachten, dass die behandelnden 

und die begutachtenden psychiatrischen Fachärzte aufgrund der unterschiedlichen 

Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag erfahrungsgemäss oft zu 

abweichenden Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen und der sich daraus 

ergebenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gelangen. Vorliegend haben die 

Sachverständigen selbst darauf hingewiesen, dass sich die Diskrepanzen auch durch 

die feststellbaren Befundinkonsistenzen und der zu unkritischen Übernahme der 

subjektiven, zu tiefen Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin erklären liessen (IV-

act. 55-46). Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass sich die Behandler bei ihrer 

Beurteilung im Wesentlichen auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 

gestützt haben. Insbesondere fällt auf, dass die behandelnden Ärzte ihre 

psychiatrischen Diagnosen nicht hinreichend begründet, sondern vielmehr auf das von 

der Beschwerdeführerin Berichtete verwiesen haben ("inneres Stimmenhören", "sich 

nicht als sich selbst erleben"). Aufgrund der fehlenden Objektivität vermögen die 

Beurteilungen der Behandler die überzeugende gutachterliche Einschätzung folglich 

nicht zu erschüttern.

Insgesamt steht gestützt auf das überzeugende polydisziplinäre Gutachten mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Beschwerdeführerin seit September 2018 und bis zum vorliegend relevanten Zeitpunkt 

(Erlass der angefochtenen Verfügung) in einer angepassten Tätigkeit zu 100% 

arbeitsfähig gewesen ist.

2.4. 

Zusammenfassend ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin seit dem frühesten möglichen 

Rentenbeginn im Mai 2018 (gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG bei Anmeldung im November 

2017 und Ablauf des Wartejahres Ende März 2018, IV-act. 56-3) bis zum Zeitpunkt der 

Eröffnung der angefochtenen Verfügung in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100% 

arbeitsfähig gewesen ist. Die Beschwerdeführerin hat eine Lehre als kaufmännische 

Angestellte abgeschlossen und ist in diesem Beruf in verschiedenen Branchen tätig 

gewesen. Gemäss dem überzeugenden Gutachten ist der Beschwerdeführerin eine 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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3.  

Entscheid

Arbeit als kaufmännische Angestellte zumutbar, sofern die Tätigkeit klar organisiert ist, 

kein permanenter Zeitdruck besteht und eine erhöhte Flexibilität gegeben ist. Der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt bietet der Beschwerdeführerin auch unter 

Berücksichtigung dieser Adaptionskriterien ein hinreichend grosses Angebot an 

Betätigungsmöglichkeiten. Im Weiteren finden sich keine Hinweise darauf, dass eine 

solche adaptierte kaufmännische Tätigkeit schlechter entlohnt würde als eine nicht 

behinderungsadaptierte Tätigkeit. Da somit sowohl hinsichtlich des (hypothetischen) 

Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe 

Tätigkeitsbereich zugrunde gelegt werden kann (kaufmännische Tätigkeiten), ist für das 

Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt zur Bestimmung des 

Invalideneinkommens vom selben Wert auszugehen. Sind die beiden Einkommen 

ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung und 

es rechtfertigt sich ein sog. Prozentvergleich. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs analog zum 

sog. Tabellenlohnabzug. Ein solcher Abzug ist vorliegend nicht zu berücksichtigen, 

denn es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin in 

einer ideal angepassten Tätigkeit – betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet – 

indirekt erhöhte Lohnnebenkosten verursachen und deshalb nur einen 

unterdurchschnittlichen Lohn erhalten würde. Damit ergibt sich bei einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 0%. Die Beschwerdeführerin hat somit keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Die angefochtene Verfügung erweist sich deshalb im 

Ergebnis als rechtmässig.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.3.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die vollständig unterliegende Beschwerdeführerin hat die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

wird ihr daran angerechnet. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

3.2. 

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3.

Das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2021
	Art. 28 IVG. Würdigung eines Gutachtens. Überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung, Rentenabweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2021, IV 2019/197).

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