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**Case Identifier:** 3016f5e5-2808-512e-be0c-97ca934c9342
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.09.2018 IV 2016/166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-166_2018-09-04.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/166

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 04.09.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2018
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Würdigung zweier Gutachten. 
Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2018, IV 
2016/166).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.  

IV 2016/166

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler,

Poststrasse 12, 9000 St. Gallen, 

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im November 2011 unter Hinweis auf eine 

Daumensattelgelenks-Operation vom 10. Juni 2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen zum Leistungsbezug an. Sie gab an, seit dem Jahr 2006 bis zu ihrem letzten 

Arbeitstag am 9. Juni 2011 mit einem Pensum von 60%im Betagtenheim B.___ als 

Betreuerin im Bereich Pflege gearbeitet zu haben. Zusätzlich sei sie seit April 2008 im 

30%-Pensum als selbständig erwerbende C.___-Therapeutin tätig gewesen (IV-act. 1, 

vgl. auch IV-act. 3, 11).

A.b  Dr. med. D.___, Fachärztin für Chirurgie, hatte bei der Versicherten am 10. Juni 

2011 bei der Diagnose eines schmerzhaft instabilen Sattelgelenks links eine 

Bandplastik durchgeführt (IV-act. 102-31). Postoperativ bestand eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 101-5). Bereits im Mai 2011 hatte der Arbeitgeber der 

Versicherten das Arbeitsverhältnis per Ende August 2011 mit der Begründung 

gekündigt, dass aufgrund der veränderten Pflegesituation der Personalbestand 

reduziert werden müsse (IV-act. 13-11, vgl. auch den Arbeitgeberfragebogen vom 25. 

November 2011, IV-act. 13-1 ff.). Ende Februar 2012 trat die Versicherte aus dem 

Arbeitsverhältnis aus (vgl. IV-act. 22, 24-2, 102-22). Ab Ende Mai 2012 attestierte Dr. 

D.___ der Versicherten eine 20%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 101-5).

A.c  Im Juni 2012 wurde die Versicherte im Auftrag der Swica Gesundheitsorganisation 

(Swica) von Dr. med. E.___, Facharzt für Chirurgie, handchirurgisch begutachtet. Im 

entsprechenden Gutachten vom 26. Juni 2012 hielt der Sachverständige fest, bei der 

Versicherten bestünden ein Status nach stabilisierender Bandplastik des 

Daumensattelgelenks links bei einer Operation vom 10. Juni 2011 sowie eine 

konsekutive Teilläsion des Nervus radialis subaxillär links mit sensiblen Defiziten und 

neuropathischen Schmerzen, zum Teil in Remission (kein CRPS-Typ II). Die Versicherte 

habe sich einer planmässigen Operation am linken Daumensattelgelenk unterzogen. 

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Dieses sei im Rahmen einer möglichen allgemeinen Gelenkslaxität bei beginnender 

Arthrose unter Belastungen allmählich schmerzhaft geworden. Im Jahr 2006 sei die 

gleiche Operation am rechten Daumen erfolgreich ausgeführt worden. Beim Eingriff 

vom Juni 2011 sei es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer iatrogenen Schädigung des 

Radialis-Nervs auf Höhe der linken Axilla mit sensiblen Defiziten im radialen Daumen, 

Hand- und Handgelenksbereich und heftigen neuropathischen Schmerzen, welchen 

den gesamten linken Arm erfassten, gekommen. Erst vor kurzem sei der Ruheschmerz 

im Schonzustand oder bei Nichtgebrauch des Armes weitgehend verschwunden; er 

werde aber immer wieder von neuem durch jede unkontrollierte Armbewegung 

ausgelöst, wobei er heftig einschiesse und Schmerzwellen von mehrstündiger Dauer 

auslöse. Im Operationsgebiet bestünden keine Zeichen einer Nervenschädigung. Das 

Gelenk sei bei der heutigen Stabilitätsprüfung und bei den radiologischen 

Kontrollaufnahmen weder arthrotisch verändert noch irgendwie pathologisch instabil 

gewesen. Klinisch hätten sich lediglich diskrete Zeichen einer beginnenden, leichten 

Daumensattelgelenks-Arthrose gefunden. Diese vermöchten das gesamte 

Beschwerdebild keinesfalls zu erklären. Ohne die neuropathischen Schmerzen dürfte 

mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Versicherte an 

ihrem linken Daumen das gleich gute Behandlungsresultat wie auf der rechten Seite 

erreicht hätte. Aktuell beeinflusse nicht mehr der Zustand des operierten 

Daumensattelgelenkes links, sondern die am gesamten linken Arm auftretenden 

neuropathischen Schmerzen die Arbeitsfähigkeit. Aufgrund des erfreulichen Verlaufs, 

gekennzeichnet durch eine deutliche Remission der verschiedenen neurologischen 

Defizite, und des günstigen Schmerzverlaufes, dürfe davon ausgegangen werden, dass 

sich das Beschwerdebild noch namhaft und spontan bessern werde. Da der 

Regenerationsprozess einer Nervenschädigung durch keine Therapie beeinflusst 

werden könne, müsse mit einer Mindesterholungszeit von eineinhalb Jahren gerechnet 

werde. Aus heutiger Sicht sei sehr wahrscheinlich mit bleibenden neuropathischen 

Schmerzen zu rechnen. Dasselbe gelte für die lokalen Schmerzen auf Druck und 

Berührung im Bereich des Nervenschadens im subaxillären Bereich und mit 

schmerzhaften dehnenden Bewegungen des linken Armes. Hauptsächlich würden 

Arbeiten auf Brust-, Kopf- oder Überkopfhöhe Probleme bereiten. Die von Dr. D.___ 

attestierte 20%ige Arbeitsfähigkeit könne aus medizinisch-theoretischer Sicht 

vollumfänglich bestätigt und weiterhin unterstützt werden. Aus praktischer Sicht sei die 

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Realisierung der 20%igen Arbeitsfähigkeit als Betagten-Betreuerin kaum realistisch, da 

die meisten anfallenden Arbeiten zu schwer seien. Aus dieser Sicht resultiere weiterhin 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum Eintritt einer effektiven Besserung der 

Beschwerden in drei bis vier Monaten. In sämtlichen fein- und grobmotorischen 

Arbeiten sei die Versicherte mit der linken Hand bzw. dem linken Arm noch heute 

eingeschränkt und kaum einsatzfähig. Das betreffe alle mittelschweren und schweren 

Arbeiten. Beim Tragen in hängender Position des Armes betrage das Gewichtslimit 

8kg. Greifen, Festhalten, Schieben, Drücken und Stossen mit der Hand und den 

Fingern sei auf 5-6kg begrenzt. Fliessbandarbeiten seien nicht möglich. Ebenfalls nicht 

möglich seien Arbeiten mit Abstützfunktion der linken Hand bzw. dem linken Arm und 

Arbeiten auf Brust- und Kopf- oder Überkopfhöhe. Für diese Tätigkeiten bestehe für 

weitere drei bis vier Monate eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Zumutbar seien 

Computerarbeiten, Bestellungsarbeiten, Dienste an Kassen, Kuriertätigkeiten, optische 

und akustische Überwachungsarbeiten, Telefonbedienung sowie Kassieren. Beim 

Vermeiden von belastenden und ausladenden Bewegungen mit dem linken Arm könne 

eine Arbeitsleistung von 50% in Bezug auf ein 60%-Pensum zugemutet werden. In drei 

bis vier Monaten könne mit einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

gerechnet werden. Nichtmedizinische Probleme, welche die Arbeitsfähigkeit negativ 

beeinflussen würden, bestünden keine (IV-act. 102-7 ff.).

A.d  Am 9. März 2013 berichtete Dr. E.___ der IV-Stelle auf Anfrage, dass der 

Heilungsprozess am Daumensattelgelenk links infolge einer Komplikation nicht 

abgeschlossen sei, sodass der Daumen in absehbarer Zeit nicht beschwerdefrei sein 

werde. Nur unter strikter Schonung des linken Armes und der linken Schulter, was einer 

weitgehenden Einhändigkeit entspreche, sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ganztags an 

fünf Tagen in der Woche möglich. Ein uneingeschränkter Einsatz der gesunden 

Gegenseite werde wegen der Wirkung auf der kranken Seite (Übertragung von 

Bewegungen, Anspannungen, Halten des Körpergleichgewichtes) nicht möglich sein 

(IV-act. 51).

A.e  Dr. D.___ berichtete der IV-Stelle am 28. März 2013, dass anlässlich der aktuellen 

Untersuchung weiterhin ein druckdolenter Plexus axillär mit sofortigen Schmerzen und 

Kribbeln im Radialis-Ausbreitungsgebiet habe festgestellt werden könne. Nach 

Abschluss des Heilungsprozesses könne unter Schulter- und Armschonung links in 

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einer optimal schulter- und armadaptierten Tätigkeit mit einer Arbeitsfähigkeit 

gerechnet werden, allerdings könne der prozentuale Anteil im Moment nicht festgelegt 

werden (IV-act. 49).

A.f  Am 7. Juni 2013 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass Dr. D.___ wegen einer 

Schmerzzunahme im linken Arm weiterhin eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

habe (IV-act. 61 f., 64).

A.g  Am 22. August 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde, da sie sich nicht in 

der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 65).

B. 

B.a  Im Rahmen der Rentenprüfung tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen. Dr. D.___ 

hielt im Verlaufsbericht vom 10. September 2013 einen stationären 

Gesundheitszustand bei gleichgebliebener Diagnose fest. Der Pflegeberuf könne nicht 

mehr ausgeführt werden. Für Tätigkeiten ohne Einsatz der linken Hand sollte 

gelegentlich eine höhere Arbeitsfähigkeit als 20% möglich sein. Im Moment seien 

sämtliche Einsätze der linken Hand nur kurzzeitig möglich; deshalb bestehe zurzeit 

lediglich eine 20%ige Arbeitsfähigkeit. In der Tätigkeit als C.___-Therapeutin bestehe in 

Teilzeit eine volle Leistungsfähigkeit (IV-act. 66).

B.b  Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit und Haushalt 

vom 18. September 2013 gab die Versicherte u.a. an, seit der Operation im Juni 2011 

im Umfang von vier Stunden pro Woche selbständig erwerbstätig zu sein. Im 

Gesundheitsfall würde sie eine 90-100%ige Erwerbstätigkeit im Bereich Pflege und 

Betreuung sowie als C.___-Therapeutin in eigener Praxis ausüben. Die 

Haushalttätigkeiten würden seit der Operation mehrheitlich von ihrem Ehemann erledigt 

(IV-act. 67).

B.c  Dr. D.___ berichtete der IV-Stelle am 28. November 2013, dass weiterhin eine 

Arbeitsfähigkeit von 20% bestehe. Die Versicherte mache pro Woche 8.5 Stunden 

C.___-Therapie, was ihr knapp möglich sei (IV-act. 75).

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B.d  Im Mai 2014 wurde eine Haushaltabklärung durchgeführt. Dabei gab die 

Versicherte im Wesentlichen an, dass sie bei guter Gesundheit im bisherigen Rahmen, 

d.h. mit 60% als Fachangestellte Gesundheit, tätig sein würde. Deshalb habe sie die 

entsprechende Ausbildung abgeschlossen. Daneben wäre sie weiterhin im Umfang von 

30% als selbständige C.___-Therapeutin im Nebenerwerb tätig. Zugunsten der 

Haushalttätigkeit würde sie das Erwerbspensum auf ca. 90% reduzieren (IV-act. 96-3). 

Der zuständige Abklärungsbeauftragte hielt fest, dass die zumutbare Arbeitsfähigkeit 

im Rahmen einer medizinischen Begutachtung definiert werden müsse. Im 

Haushaltbereich habe die Versicherte ihre Einschränkungen im Vergleich zu den 

Angaben im Haushaltfragebogen zwischenzeitlich weit nach oben korrigiert. Die 

geltend gemachten massiven Einschränkungen von rund 48% im Haushalt seien 

medizinisch ebenfalls noch nicht objektiviert (IV-act. 96-13 ff.).

B.e  In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine weitere Begutachtung bei Dr. E.___ (vgl. 

IV-act. 107). Dieser hielt im handchirurgischen Verlaufsgutachten vom 30. November 

2014 als Diagnosen neuropathische Schmerzen Hand und Arm links (postoperativ 

aufgetreten) mit neurologischen Defiziten (aktuell Budapester Kriterien für ein CRPS 

nicht erfüllt), sowie einen Status nach stabilisierender Bandplastik des 

Daumensattelgelenks links bei Regionalanästhesie am 10. Juni 2011 mit Verdacht auf 

Teilläsion des Nervus radialis subaxillär links fest. Die Tätigkeit als Pflegerin in einem 

Betagtenheim habe wegen der vorliegenden Beschwerden zu 100% nicht mehr 

ausgeübt werden können. Die bereits vor dem Ereignis vom 10. Juni 2011 (Radialis-

Teilschädigung) ausgeübte Tätigkeit als C.___-Therapeutin mit 30%-Pensum habe 

infolge der aufgetretenen neuropathischen Schmerzen nicht mehr im gleichen Ausmass 

ausgeübt werden können. Gezwungenermassen habe diese Tätigkeit auf sieben bis 

neun Stunden pro Woche, entsprechend einem 20-%-Pensum, reduziert werden 

müssen. Verschiedene Versuche zur Erhöhung dieses Pensums seien gescheitert. In 

den aktenkundigen Zeugnissen von Frau Dr. D.___ werde stets von einer konstant 

bleibenden, niedrigen Leistung von 20% ausgegangen, welche die Versicherte als 

C.___-Therapeutin erbringen könne. Diese Einschätzung stimme überein mit den 

subjektiven Angaben und den heutigen und früheren Feststellungen (Gutachten vom 

20. Juni 2012). Gesundheitlich habe sich das Beschwerdebild seit Juni 2012 keinesfalls 

verbessert. Im Gegenteil sei zwischenzeitlich eine Ausweitung neurologischer 

Störungen auf den Bereich des Zeigefingerstrahles (dorsalseitig) festzustellen. Die 

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Schmerzintensität und die Anfälligkeit, Schmerzschübe bei Kraftanwendungen, bei 

allgemeiner Belastung des linken Armes und bei aktiven und passiven Bewegungen 

auszulösen, hätten sich ebenso wenig verringert. Nur bezüglich Zeitdauer der 

Erholungsphase der einzelnen evozierten Schmerzschübe sei eine leichte Besserung 

im Sinne rascherer Erholungsfähigkeit eingetreten. Solche Langzeit-Veränderungen 

seien bei neuropathischen Schmerzen traumatischen Ursprungs nicht ungewöhnlich. 

Bei einem CRPS seien sie sogar häufig. Ein solches liege gemäss wissenschaftlich 

anerkannter Budapester Kriterien allerdings nicht vor. Die von der Versicherten geltend 

gemachten Beschwerden seien weitgehend durch die ermittelten neurologischen 

Defizite nachvollziehbar. Auch die Intensität der Schmerzen gemäss der 

Schmerztoleranz-Skala VAS sei in Abhängigkeit der geklagten, spezifischen Symptome 

nachvollziehbar. Die qualitativen Änderungen der Sensibilität und die unterschiedlich 

charakterisierte pathologische Schmerzwahrnehmung entsprächen den bereits vor 

zwei Jahren erhobenen Befunden. Die Kräfte für den Faustschluss und den 

Präzisionsgriff hätten sich zwar verbessert, aber nur für vereinzelte und nicht für 

repetitive Anwendungen, da unvermeidlich Schmerzattacken von unterschiedlich 

langer Dauer aufträten. Die beobachteten Beschwerden und die präsentierten 

Symptome seien durchwegs konsistent und stimmten auch mit den Feststellungen von 

heute sowie der Begutachtung vom 20. Juni 2012 überein. Tendenzen zur Aggravation 

oder Simulation hätten nicht festgestellt werden können. Die Angaben und die 

geäusserten Beschwerden seien stets adäquat zu den mehrfach wiederholten und zum 

Teil verdeckt durchgeführten Tests gewesen. Die Funktionseinschränkungen würden 

sich ausschliesslich auf den gesamten linken Arm beziehen, wobei die Ressourcen für 

die Erbringung einer Mehrleistung bezogen auf die aktuelle Tätigkeit als C.___-

Therapeutin ausgeschöpft zu sein schienen. Einzeltherapiestunden wirkten sich 

offensichtlich wesentlich belastender aus als der mehrheitlich verbal geführte 

Gruppenunterricht. Daraus folgend könne die Leistung im Bereiche der verbalen 

Gruppentherapie im zeitlichen Ausmass noch gesteigert werden, während der 

Einzelunterricht dazu nicht geeignet sei. Die angestammte Tätigkeit als Pflegerin in 

einem Betagtenheim sei seit dem Auftreten der neuropathischen Schmerzen, d.h. ab 

dem 10. Juni 2011, zu 100% nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei mit 

folgendem Belastungsprofil zumutbar: Das Tragen von Gewicht mit hängendem Arm 

sei nur vereinzelt, nicht repetitiv oder längerdauernd möglich und begrenzt auf 8kg bis 

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maximal 10kg. Das Heben auf Tischhöhe sei nur vereinzelt mit Gewichten von max. 

5kg und ohne Bewegungen über Brust- oder Kopfhöhe möglich. Das Festhalten mit 

Faustgriff, Drücken, Stossen, Schieben sei bis max. 3kg und nur vereinzelt, nicht 

repetitiv, unter Vermeidung von Schlägen, Vibrationen und ruckartigen Bewegungen 

zumutbar. Geeignet seien abwechslungsreiche, vielgestaltige Arbeiten. Möglich und 

zumutbar seien Arbeiten bei normaler Raumtemperatur unter Vermeidung von 

Kälteexposition sowie optische und akustische Kontrollen und beratende Tätigkeiten. 

Im Rahmen dieses Belastungsprofils bestünde zudem für leichte manuelle Tätigkeiten 

eine zeitliche Begrenzung bei ununterbrochener und anhaltender Tätigkeit auf 30 bis 

maximal 45 Minuten und Wiederholungen seien erst nach ausreichender 

Erholungspause möglich. Dies gelte beispielsweise für Arbeiten am PC und feine 

manuelle Arbeiten wie Nähen. Eine solche angepasste Tätigkeit sei ab Juli 2014 im 

Rahmen von fünf bis maximal sechs Stunden pro Tag, entsprechend einem 60-70%-

Pensum bezogen auf ein 100%-Pensum, zumutbar. Eine niederschwellige 

Eingliederung bei Ausübung einer angepassten Tätigkeit wäre schätzungsweise ca. 

sechs Monate nach der Ausheilung der Operationsfolgen, d.h. ab Januar 2012, möglich 

gewesen. Die verbleibende Einschränkung sei damit zu begründen, dass auch unter 

Schonung und Achtsamkeit selbst geringe Belastungen und auch kontrollierte 

Bewegungen unweigerlich Schmerzschübe von längerer Dauer auslösen könnten, 

welche je nach Heftigkeit zwingend das Einschalten von längeren Pausen und 

Arbeitsunterbrüchen notwendig machten. Die ermittelten Einschränkungen seien auch 

in Bezug auf die Tätigkeit als C.___-Therapeutin sowie auf die Haushalttätigkeit 

nachvollziehbar (IV-act. 114-14 ff.).

B.f  Am 16. Dezember 2014 notierte der Regionale Ärztliche Dienst (RAD), dass ein 

umfassendes, konsistentes und nachvollziehbares Gutachten vorgelegt worden sei, auf 

dessen Schlussfolgerungen vollumfänglich abgestellt werden könne. Für den Zeitraum 

vom Januar 2012 bis Juli 2014 könne auf die vorangehende Einschätzung des 

Gutachters abgestellt werden. Als Angestellte sei die Versicherte adaptiert zu 30% 

arbeitsfähig; die Arbeitsunfähigkeit als Selbstständige und im Haushalt betrage je 23% 

(IV-act. 122).

B.g  Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten im Vorbescheid vom 11. Juni 

2015 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Sie führte an, dass die 

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Versicherte gemäss den Abklärungen ohne Gesundheitsschaden weiterhin als 

Betreuerin in einem Pensum von 60% sowie als Selbständigerwerbende in einem 

Pensum von 30% tätig wäre. Aus ärztlicher Sicht sei ihr die Ausübung einer adaptierten 

Tätigkeit zu 65% zumutbar. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von 23.2% und in 

der Tätigkeit als Selbständigerwerbende von 23%. Daraus ergebe sich ein 

Invaliditätsgrad von insgesamt 21% (IV-act. 128).

B.h  Nachdem die Versicherte gegen den Vorbescheid am 13. August 2015 Einwand 

erhoben und einen Invaliditätsgrad von insgesamt 56.4% geltend gemacht hatte (IV-

act. 131), erliess die IV-Stelle am 5. Januar 2016 einen neuen Vorbescheid. Sie führte 

an, die Qualifikation sei anzupassen und es sei von einem Erwerbsanteil von 90% und 

einem Haushaltanteil von 10% auszugehen. Gemäss der Schadenminderungspflicht 

sei es der Versicherten zumutbar, die selbständige Tätigkeit zugunsten der 

unselbständigen Tätigkeit aufzugeben. Aus der medizinischen Beurteilung gehe hervor, 

dass aufgrund der Einschränkungen eine funktionelle Einarmigkeit vorliege. Bei einer 

solchen sei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen. Da nur noch leichte Tätigkeiten möglich seien, werde ein 

Tabellenlohnabzug von 10% gewährt. Bezüglich des Haushaltes sei unberücksichtigt 

geblieben, dass für den im selben Haushalt wohnhaften Ehepartner eine 

Schadenminderungspflicht von 90 Minuten pro Tag anzurechnen sei. Damit liege bei 

einem Zeitaufwand von zwei Stunden pro Tag für Haushalttätigkeiten keine 

Einschränkung vor. Bezüglich des Valideneinkommens werde am Tabellenlohn 

festgehalten. Die Kündigung sei aufgrund einer Reduktion des Personalbestandes 

erfolgt und darüber hinaus entspreche das erzielte Jahreseinkommen im Wesentlichen 

dem Tabellenlohn. Damit ergebe sich bei der 90%igen Erwerbstätigkeit ein Teil-

Invaliditätsgrad von 24% und bei der 10%igen Haushalttätigkeit ein Teil-

Invaliditätsgrad von 0%. Bei einem Invaliditätsgrad von insgesamt 24% bestehe kein 

Rentenanspruch (IV-act. 138).

B.i Dagegen wandte die Versicherte am 5. Februar 2016 ein, die IV-Stelle habe 

unberücksichtigt gelassen, dass gemäss dem Gutachten von Dr. E.___ erst ab Juli 

2014 die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit zu 60-70% möglich sei. Zuvor sei eine 

Leistungsfähigkeit von maximal 20% ausgewiesen, weshalb es bei der Bestimmung 

des Invaliditätsgrades eine zeitliche Abstufung zu berücksichtigen gelte. Eine 

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funktionelle Einarmigkeit bzw. volle Arbeitsfähigkeit liege gemäss dem Gutachten nicht 

vor. Nicht nachvollziehbar sei zudem, dass für das Valideneinkommen auf den 

Tabellenlohn abgestellt werde. Im Weiteren sei beim Invalideneinkommen vom Niveau 

1 auszugehen und ein Tabellenlohnabzug von 20% zu gewähren (IV-act. 139).

B.j Mit Verfügung vom 19. April 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren gemäss 

ihrem Vorbescheid ab und hielt an ihren Ausführungen fest (IV-act. 140).

C.

C.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 19. Mai 2016 Beschwerde. Sie 

beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen 

Invalidenrente ab dem 10. Juni 2012. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Sie rügte eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs, da auf diverse Einwände zu den Vorbescheiden nicht eingegangen worden sei. 

Im Wesentlichen machte sie geltend, dass die Beschwerdegegnerin das 

Rechtsgleichheitsgebot verletzt habe, indem sie die Arbeitsfähigkeit abweichend von 

der medizinischen Beurteilung analog einer funktionell Einarmigen eingestuft habe. 

Weiter habe die Beschwerdegegnerin die vom EGMR als menschenrechtswidrig 

beurteilte gemischte Methode angewendet. Gerade bei einer 90%ige Erwerbstätigkeit 

rechtfertige es sich, den Invaliditätsgrad ausschliesslich gestützt auf den Erwerbsteil zu 

berechnen. Darüber hinaus sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne 

Invalidität ihre damalige Arbeitsstelle noch hätte, da diese erst nach Mitteilung des 

operativen Arbeitsausfalls gekündigt worden sei. Doch selbst wenn die Stelle dennoch 

gekündigt worden wäre, hätte die Beschwerdeführerin in ähnlicher Position in einem 

anderen Heim in der angestammten Tätigkeit gearbeitet. Damit müsse beim 

Valideneinkommen auf das tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden. Beim 

Invalideneinkommen könne nicht der allgemeine Durchschnittslohn herangezogen 

werden, sondern es kämen aufgrund der massivsten Einschränkungen nur Aufgaben 

im Bereich der persönlichen Dienstleistungen in Frage. Sodann sei ein 

Tabellenlohnabzug von 20% zu gewähren. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 

73% (act. G 1).

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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, der Beschwerdeführerin sei 

darin zuzustimmen, dass nicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit ausgegangen werden könne. Gestützt auf das Gutachten von Dr. E.___ vom 

30. November 2014 sei von einer 65%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit auszugehen. Der Beschwerdeführerin sei die Arbeitsstelle im Betagtenheim 

gemäss dem Arbeitgeberfragebogen vom 25. November 2011 infolge Reduktion des 

Personalbestandes gekündigt worden sei. Da ihr die Stelle nicht aus gesundheitlichen 

Gründen gekündigt worden sei, könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon ausgegangen werden, dass sie heute noch dort arbeiten würde. Folglich sei das 

Valideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik 

zu bestimmen. Anzurechnen sei das Einkommen für die Tätigkeit als C.___-

Therapeutin, da die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

ebenfalls weitergeführt hätte. Das Valideneinkommen in der Verfügung vom 19. April 

2016 sei somit äusserst grosszügig berechnet worden. Beim Invalideneinkommen sei 

der Hilfsarbeiterlohn gemäss den LSE heranzuziehen und ein Tabellenlohnabzug vom 

10% zu gewähren. Im Haushalt bestehe keine Einschränkung. Damit ergebe sich bei 

einer 90%igen Erwerbstätigkeit und einer 10%igen Haushalttätigkeit ein 

Invaliditätsgrad von 38.5% (act. G 4).

C.c Mit Replik vom 9. September 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Standpunkten fest. Ergänzend führte sie an, dass sie nicht nur weiterhin im 

Betagtenheim oder in einer ähnlichen Anstellung gearbeitet hätte, sondern sogar mit 

einer Lohnerhöhung zu rechnen gewesen wäre, da sie im Juni 2011 das Diplom 

Fachperson Gesundheit erlangt habe (act. G 6).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 19. September 2016 auf die Einreichung 

einer Duplik (act. G 8).

C.e Am 15. Mai 2017 reichte die Beschwerdeführerin ein Arztzeugnis von Dr. med. 

F.___ vom 28. April 2017 zu den Akten (act. G 10). Dieser hatte angegeben, dass die 

Beschwerdeführerin seit dem 5. April 2017 wegen eines Impingement-Syndroms der 

rechten Schulter in Behandlung sei. Das Impingement sei im MR dokumentiert und die 

Beschwerden seien typisch und behandlungsbedürftig. Offensichtlich könnten die 

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Beschwerden sehr wohl durch Überlastung bei einem Umzug bei einer Einschränkung 

der linken oberen Extremität gesehen werden. Die Beschwerdeführerin sei durch diese 

Diagnose bei Arbeiten über der Horizontalen deutlich und im Alltag eingeschränkt (act. 

G 10.1).

C.f  Am 29. August 2018 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die Durchführung 

einer mündlichen Verhandlung (vgl. act. G 12).

Erwägungen

1. 

Die Beschwerdeführerin hat eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 

42 ATSG) respektive auf eine ausreichend begründete Verfügung (Art. 49 Abs. 3 ATSG) 

gerügt. Die Begründungspflicht soll es dem Verfügungsadressaten ermöglichen 

nachzuvollziehen, aus welchen Gründen ein Entscheid zustande gekommen ist. Auf 

diese Weise kann der Verfügungsadressat in Kenntnis der relevanten Gesichtspunkte 

entscheiden, ob und mit welchen Argumenten er den Entscheid anfechten will. Diesen 

Zweck hat die angefochtene Verfügung vom 19. April 2016 erfüllt, denn die 

Beschwerdegegnerin hat darin eingehend dargelegt, von welchen Gründen sie sich bei 

der Entscheidfindung hatte leiten lassen. Der Beschwerdeführerin ist es in der Folge 

denn auch möglich gewesen, eine ausführlich begründete Beschwerde zu erheben. 

Folglich liegt keine Verletzung der Begründungspflicht vor.

2. 

2.1  Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 19. April 2016 

das Rentengesuch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 24% 

abgewiesen (IV-act. 140). Zu prüfen ist demnach, ob sie einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat.

2.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

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durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 

Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die 

Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

3. 

3.1  Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. In medizinischer 

Hinsicht liegen insbesondere die beiden handchirurgischen Gutachten von Dr. E.___ 

vom Juni 2012 und vom November 2014 im Recht.

3.2  Dr. E.___ hat im ersten Gutachten von 2012 (IV-act. 102-7 ff.) in seiner 

medizinischen Beurteilung weitgehend unauffällige objektive Befunde erhoben (keine 

Zeichen einer Nervenschädigung, keine arthrotische Veränderung des Gelenks, keine 

pathologische Instabilität, lediglich diskrete Zeichen einer leichten 

Daumensattelgelenks-Arthrose, vgl. IV-act. 102-19 f.). Er hat festgehalten, dass die 

Befunde das gesamte Beschwerdebild „keinesfalls zu erklären“ vermöchten. Dennoch 

hat er der Beschwerdeführerin in deren angestammter Tätigkeit als Pflegerin aus 

medizinisch-theoretischer Sicht eine 20%ige Arbeitsfähigkeit und aus praktischer Sicht 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Für eine adaptierte Tätigkeit ist der 

Gutachter von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 60%-Pensum 

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ausgegangen (IV-act. 102-22 f.). Dabei wird deutlich, dass Dr. E.___ die Arbeitsfähigkeit 

hauptsächlich durch die von der Beschwerdeführerin geschilderten neuro¬pathischen 

Schmerzen beeinflusst gesehen hat. So hat er z.B. festgehalten, ohne diese Schmerzen 

dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass am linken 

Daumen das gleich gute Behandlungsresultat wie auf der rechten Seite hätte erreicht 

werden können. Gleichzeitig ist Dr. E.___ im Juni 2012 jedoch auch davon 

ausgegangen, dass sich das Beschwerdebild insbesondere aufgrund des günstigen 

Schmerzverlaufes noch namhaft und spontan bessern werde. Entsprechend hat er bei 

der Einschätzung der adaptierten Arbeitsunfähigkeit mit einer schrittweisen Steigerung 

der Arbeitsfähigkeit in drei bis vier Monaten gerechnet und auch die angestammte 

Arbeitsunfähigkeit lediglich bis zum Eintritt einer effektiven Besserung der 

Beschwerden in drei bis vier Monaten attestiert.

3.3  Eine solche Verbesserung ist gemäss dem Verlaufsgutachten von November 2014 

(IV-act. 114) allerdings nicht eingetreten. Vielmehr hat Dr. E.___ festgehalten, dass sich 

das Beschwerdebild seit Juni 2012 „keinesfalls verbessert“ habe. Im Gegenteil sei 

zwischenzeitlich eine Ausweitung der neurologischen Störungen festzustellen und nur 

bezüglich der Zeitdauer der Erholungsphase der einzelnen Schmerzschübe eine leichte 

Besserung eingetreten. Eine substantiierte Auseinandersetzung mit der Frage, aus 

welchen Gründen die prognostizierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nicht bzw. 

nicht im erwarteten Masse eingetreten ist, ist dem Gutachten jedoch nicht zu 

entnehmen. Dr. E.___ hat sich mit anderen Worten nicht damit befasst, weshalb die in 

vergleichbaren Fällen zu erwartende Verbesserung im Falle der Beschwerdeführerin 

nicht eingetreten ist. Er hat lediglich angeführt, dass Langzeitveränderungen bei 

neuropathischen Schmerzen traumatischen Ursprungs „nicht ungewöhnlich“ und bei 

einem CRPS sogar häufig seien. Diese Begründung überzeugt nicht, zumal Dr. E.___ 

das Vorliegen eines ebensolchen CRPS sowohl im Gutachten von 2012 als auch im 

Verlaufsgutachten von 2014 klar verneint hat.

3.4  Nicht zuletzt überzeugt die Einschätzung der adaptierten Arbeitsfähigkeit von neu 

60-70% bezogen auf ein 100%-Pensum in zweierlei Hinsicht nicht: Zum einen hatte Dr. 

E.___ im März 2013 noch berichtet, dass unter strikter Schonung des linken Armes und 

der linken Schulter eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ganztags an fünf Tagen in der Woche 

möglich sei (IV-act. 51), zum anderen steht die neuste Arbeitsfähigkeitsschätzung im 

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deutlichen Widerspruch zur Aussage, dass sich das Beschwerdebild seit 2012 

keinesfalls verbessert habe. Die Aussage von Dr. E.___, dass die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden weitgehend durch die 

ermittelten neurologischen Defizite nachvollziehbar seien und die qualitative Änderung 

der Sensibilität und die unterschiedlich charakterisierte pathologische 

Schmerzwahrnehmung den bereits vor zwei Jahren erhobenen Befunden entsprächen, 

vermag für sich alleine als Grundlage für die Arbeitsfähigkeitsschätzung jedenfalls nicht 

zu genügen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass sich Dr. E.___ primär auf die 

subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin gestützt und diese unkritisch als 

objektive Grundlage für seine Beurteilung übernommen hat, obwohl eine eingehende 

Auseinandersetzung mit der Nachvollziehbarkeit der Schilderungen der 

Beschwerdeführerin betreffend die Schmerzintensität im vorliegenden Fall unabdingbar 

gewesen wäre.

3.5  Insgesamt enthält das Verlaufsgutachten, welches der RAD als konsistent und 

nachvollziehbar erachtet hat (IV-act. 122) und auf welches sich die 

Beschwerdegegnerin in der vorliegend angefochtenen Verfügung in medizinischer 

Hinsicht im Wesentlichen stützt, gerade auch im Hinblick auf das Vorgutachten von 

2012 erhebliche Widersprüche und Inkonsistenzen, weshalb es nicht geeignet ist, die 

massgebende Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen.

4. 

4.1  Zusammenfassend fehlt es vorliegend an einer überwiegend wahrscheinlich 

richtigen Arbeitsfähigkeitsschätzung, womit sich der massgebliche medizinische 

Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erweist. Die Beschwerdegegnerin hat folglich 

ihre Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) offensichtlich noch nicht erfüllt. Es 

kann nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein, dieses Manko zu beheben, 

denn die vollständige Sachverhaltsabklärung ist die ureigenste Aufgabe der 

Verwaltung. Die Verfügung vom 19. April 2016 ist als rechtswidrig aufzuheben und die 

Sache ist zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Dabei wird die Beschwerdegegnerin nicht nur weiterführende 

Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt zu veranlassen, sondern auch die seit der 

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Begutachtung erstellten Arztberichte zu würdigen haben. Im Weiteren wird sie sich 

eingehend mit der Validen- und Invalidenkarriere der Beschwerdeführerin 

auseinandersetzen müssen. Sie wird dabei insbesondere zu prüfen haben, ob es der 

Beschwerdeführerin mit Blick auf ihre Schadenminderungspflicht zumutbar wäre, ihre 

selbständige Tätigkeit als C.___-Therapeutin zugunsten einer adaptierten 

unselbständigen Tätigkeit aufzugeben, sofern sie mit einer solchen ein höheres 

Einkommen erzielen könnte.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Rückweisung 

der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die Verwaltung ist als 

volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E. 6.2). 

Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. 

Diese ist angesichts des durchschnittlichen erforderlichen Vertretungsaufwandes 

praxisgemäss auf Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzusetzen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 19. April 2016 

aufgehoben und die Sache wird zu weiteren Abklärungen und zu anschliessender 

neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

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Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--; der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 3‘500.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2018
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Würdigung zweier Gutachten. Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2018, IV 2016/166).

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