# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04770c8f-8861-508b-89d6-aea628b6d811
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-07-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.07.2016 RR.2016.66
**Docket/Reference:** RR.2016.66
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2016-66_2016-07-15

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die USA. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die USA. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die USA. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die USA. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 15. Juli 2016  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser, 

Gerichtsschreiber Miro Dangubic 

   
 

Parteien 

  

A. S.A., 

vertreten durch Rechtsanwalt Mark Livschitz, 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Zentralstelle USA, 

 

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die USA 

 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2016.66 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Sachverhalt: 

 

 Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Ost von New York führt eine 

Strafuntersuchung gegen 16 südamerikanische Fussballfunktionäre sowie 

einen Fussballfunktionär von den Kaimaninseln wegen Betruges etc. In 

diesem Zusammenhang gelangte das Justizministerium der Vereinigten 

Staaten mit Rechtshilfeersuchen vom 6. März 2015 bzw. vom 21. Mai 2015 

an die Schweiz und ersuchte um Ermittlungen bei zahlreichen Schweizer 

Banken (act. 7.1 und act. 7.2).  

 

 

 Mit Eintretensverfügung vom 27. Mai 2015 trat die Zentralstelle USA des 

Bundesamtes für Justiz (nachfolgend "Zentralstelle") auf das Rechtshilfe-

ersuchen ein und betraute die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") mit 

der Ausführung (act. 1.3). In der Folge verlangte die BA die Edition der 

beantragten Bankunterlagen u.a. auch bei der Bank B. AG betreffend die 

Konten Nr. 1 und 2, lautend auf A. S.A. 

 

 

 Mit Schlussverfügung vom 9. März 2016 verfügte die Zentralstelle die 

Herausgabe der obgenannten Bankunterlagen (act. 2.1). Dagegen gelangte 

die A. S.A, vertreten durch Rechtsanwalt C., am 12. April 2016 an das 

hiesige Gericht. Sie beantragt im Wesentlichen die Aufhebung der Schluss-

verfügung sowie die Abweisung des Rechtshilfeersuchens (act. 1).  

 

 

 Der Beschwerdegegner beantragt am 2. Mai 2016 die Abweisung der 

Beschwerde (act. 7). Die Replik der Beschwerdeführerin, welche zugleich 

anzeigte, dass sie nur noch von Rechtsanwalt Mark Livschitz vertreten 

werde, erfolgte innert erstreckter Frist am 3. Juni 2016 (act. 10).  

 

 

 Mit unaufgeforderter Eingabe vom 9. Juni 2016 hielt die Beschwerdeführerin 

erneut an ihren in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. 12). Dem 

Beschwerdegegner wurde sowohl die Replik als auch die unaufgeforderte 

Eingabe am 6. Juni 2016 bzw. 9. Juni 2016 zur Kenntnis zugestellt (act. 11 

und 13).  

 

 

 

  

- 3 - 
 
 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen den USA und der Schweiz ist primär der 

Staatsvertrag vom 25. Mai 1973 zwischen der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika über 

gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen (mit Briefwechseln; RVUS; 

SR 0.351.933.6) massgebend. In Ausführung dieses Staatsvertrages wurde 

am 3. Oktober 1975 das Bundesgesetz zum Staatsvertrag mit den 

Vereinigten Staaten von Amerika über gegenseitige Rechtshilfe in 

Strafsachen erlassen (BG-RVUS; SR 351.93). Dieses enthält vor allem 

Zuständigkeits- und Vollzugsvorschriften.  

 

1.2 Soweit sich diesem Staatsvertrag und Bundesgesetz keine Regelung 

entnehmen lässt, sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über 

internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die 

dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV, SR 351.11) 

anwendbar (BGE 124 II 124 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 

20. März 2009, E. 1.3). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem 

Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (vgl. Art. 38 Ziff. 1 RVUS; BGE 140 

IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; 122 II 

140 E. 2; FIOLKA, Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, Basel 2015, 

Art. 1 IRSG N. 24-30).  

 

1.3 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-

verfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar 

(Art. 7 Abs. 1 BG-RVUS; Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a 

StBOG).  

 

 

2. Die Verfügung der Zentralstelle, mit der das Rechtshilfeverfahren 

abgeschlossen wird, unterliegt zusammen mit den vorangehenden 

Zwischenverfügungen der ausführenden Behörde der Beschwerde an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 BG-

RVUS und Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 des Bundesgesetzes über die 

Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 [StBOG; 

SR 173.71]). Der Schlussverfügung vorangehende Zwischenverfügungen 

nach Art. 11 BG-RVUS können selbständig angefochten werden (Art. 17 

Abs. 1bis BG-RVUS; vgl. auch Art. 11 Abs. 3 BG-RVUS).  

 

- 4 - 
 
 

Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 

die Beschwerde ist einzutreten.  

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Rechtshilfevoraussetzungen mit freier 

Kognition, befasst sich jedoch nur mit Tat- und Rechtsfragen, die 

Streitgegenstand der Beschwerde bilden (statt vieler: Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2015.287 vom 25. November 2015, E. 3; 

GLESS/SCHAFFNER, Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, Basel 

2015, Art. 25 IRSG N. 45; vgl. BGE 132 II 81 E. 1.4 S. 84 zur altrechtlichen 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde betreffend internationale Rechtshilfe in 

Strafsachen).  

 

 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss sich die Beschwerde-

kammer sodann nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. 

Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

Es genügt, wenn sie wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen 

sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_143/2016 vom 2. Mai 2016, E. 2 mit Hinweisen).  

 

 

4.  

4.1 Das Ersuchen soll – soweit wie möglich – eine Beschreibung der 

wesentlichen behaupteten oder festzustellenden Handlungen enthalten 

sowie den Hauptgrund für die Erforderlichkeit der gewünschten Beweise und 

Auskünfte nennen (Art. 29 Ziff. 1 lit. a-b RVUS). 

 

Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im 

Rechtshilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Danach kann von den 

Behörden des ersuchenden Staates nicht verlangt werden, dass sie den 

Sachverhalt, der Gegenstand der Strafuntersuchung bildet, lückenlos und 

völlig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des 

Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen 

gerade deswegen um Mithilfe, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen 

Punkte aufgrund von Unterlagen, die im Besitze des ersuchten Staates sind, 

klären kann. Die ersuchte Behörde hat sich beim Entscheid über ein 

Rechtshilfebegehren nicht dazu auszusprechen, ob die darin angeführten 

Tatsachen zutreffen oder nicht. Sie hat somit weder Tat- noch Schuldfragen 

zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen. Sie 

ist vielmehr an die Darstellung des Sachverhaltes im Ersuchen und dessen 

allfälligen Ergänzungen gebunden, soweit diese nicht durch offensichtliche 

- 5 - 
 
 

Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 139 II 451 

E. 2.2.1 S. 454; 136 IV 4 E. 4.1; 133 IV 76 E. 2.2; 132 II 81 E. 2.1 S. 85; 

TPF 2011 194 E. 2.1 S. 196; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2013.199 vom 14. Januar 2014, E. 4.1). 

 

4.2 Der Beschwerdegegner hat den dem Rechtshilfeersuchen zu Grunde 

liegenden Sachverhalt im angefochtenen Entscheid wie folgt 

zusammengefasst (act. 2.1):  

 

„Die für den Bezirk Ost von New York zuständige Staatsanwaltschaft 

ermittelt seit 2010 unter anderem gegen aktuelle oder ehemalige 

südamerikanische Fussballfunktionäre, welche u.a. Mitglieder des FIFA-

Exekutivkomitees, der Exekutivkomitees der entsprechenden Kontinental-

verbände sind oder waren und oder leitende Funktionen innerhalb der 

Nationalverbände inne haben oder hatten. Sie werden der Annahme von 

Millionen von US Dollar als Bestechungsgelder und verdeckten 

Provisionen seit Beginn der 90er Jahre bis heute verdächtigt, mittels 

direkten Zahlungen, mittels Einsatzes von Gelddienstleistern und oder 

Mittelsmännern, welche von Sportmedien - bzw. Sportvermarktungs-

unternehmen geleistet wurden, um bei der Vergabe von entsprechenden 

Verträgen im Zusammenhang mit der Austragung von der FIFA bzw. von 

den Kontinental – und Nationalverbänden ausgetragenen Fussball-

turnieren, namentlich der Copa America (1993 bis 2011 und 2015 bis 

2023), der Copa do Brasil (2013 bis 2022) sowie der Qualifikationsspiele 

für die Fussballweltmeisterschaften 2018 und 2022, berücksichtigt zu 

werden.“ 

 

4.3 Der Beschwerdegegner hat in seiner Zusammenfassung die wichtigsten 

Elemente der Sachverhaltsschilderung des Ersuchens wiedergegeben. Dies 

wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Wie die Wiedergabe 

des Sachverhaltsvorwurfs zeigt, sind der Sachverhaltsdarstellung der 

ersuchenden Behörde auch keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder 

Widersprüche zu entnehmen, welche die Sachverhaltsvorwürfe entkräften 

würden. Aus diesem Grund ist diese Sachverhaltsdarstellung für den 

Rechtshilferichter bindend und den nachfolgenden Erwägungen zu Grunde 

zu legen.  

 

4.4 Der Beschwerdegegner subsumierte den im Rechtshilfeersuchen wiederge-

gebenen Sachverhalt im Rechtshilfeersuchen unter die Strafbestimmung 

von Art. 23 i.V.m. Art. 4a UWG (act. 2.1). Dass der Sachverhaltskomplex der 

zur Diskussion stehenden US-amerikanischen Strafuntersuchung prima 

facie unter die obgenannte Strafbestimmung subsumiert werden kann, hat 

sowohl das Bundesgericht (Urteil des Bundesgerichts 1C_143/2016 vom 

- 6 - 
 
 

2. Mai 2016, E. 5.3) wie auch das hiesige Gericht bestätigt (Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2015.280 vom 27. Januar 2016, E. 6.3 ff.; 

RR.2015.292 vom 3. März 2016, E. 6.4 ff.).  

 

4.5 Die Beschwerdeführerin rügt, dass das Ersuchen weder die rechtliche 

Bezeichnung der Tat i.S.v. Art. 28 Abs. 2 lit. c. IRSG enthalte noch eine 

Bestätigung gemäss Art. 76 lit. c. IRSG betreffend die Zulässigkeit der 

Zwangsmassnahme im ersuchenden Staat (act. 1, S. 9).  

 

4.6 Gemäss Art. 28 Abs. 2 lit. c. IRSG ist im Rechtshilfeersuchen die rechtliche 

Bezeichnung der Tat anzugeben. Gemeint ist damit die massgebliche 

Bestimmung des ausländischen Rechts (ENGLER, Basler Kommentar, 

Internationales Strafrecht, Basel 2015, Art. 28 IRSG N. 12). Der RVUS regelt 

den Inhalt eines Rechtshilfeersuchens in Art. 29. Im Gegensatz zum IRSG 

verlangt der RVUS die rechtliche Bezeichnung der Tat nicht – auch nicht in 

Art. 4 Abs. 2 RVUS. Ohnehin jedoch hat die ersuchende Behörde die 

Strafbestimmungen, aufgrund welcher sie die Strafuntersuchung führt, 

genannt. Gemäss dem Rechtshilfeersuchen führen die US-amerikanischen 

Strafverfolgungsbehörden ein Verfahren wegen organisierter Kriminalität, 

Betrug und Geldwäscherei (act. 7.1, deutsche Übersetzung S. 49 f.). Mithin 

zielt diese Rüge der Beschwerdeführerin ins Leere.  

 

4.7 Art. 76 lit. c. IRSG lautet wie folgt: „Ausser den Angaben und Unterlagen 

nach Artikel 28 sind in einem Ersuchen aufzuführen oder ihm beizufügen: 

den Anträgen auf Durchsuchung von Personen oder Räumen, 

Beschlagnahme oder Herausgabe von Gegenständen: eine Bestätigung, 

dass diese Massnahmen im ersuchenden Staat zulässig sind.“ Das Ziel 

dieser Bestimmung ist es zu verhindern, dass der ersuchende Staat mittels 

Rechtshilfe solche Zwangsmassnahmen in der Schweiz erreichen kann, die 

in seiner eigenen Rechtsordnung nicht zulässig wären. Ganz im Sinne des 

zwischen den Staaten geltenden Vertrauensprinzips braucht solch eine 

Bestätigung nicht in jedem Fall eingereicht zu werden, sondern nur dann, 

wenn starke Zweifel darüber bestehen, dass die ersuchende Behörde nach 

dem ausländischen Recht eine entsprechende Massnahme anordnen durfte 

(KUSTER, Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, Basel 2015, Art. 76 

IRSG N. 2).  

 

Vorliegend geht es um die Beschlagnahme von Unterlagen. Zweifel, wonach 

diese Zwangsmassnahme nach US-amerikanischem Recht angeordnet 

werden darf, bestehen nicht. Ohnehin – und nicht anders als das 

Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom  

20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1) – sieht der RVUS eine Bescheinigung 

über die Zulässigkeit der Zwangsmassnahmen nach dem Recht des 

- 7 - 
 
 

ersuchenden Staates gerade nicht vor. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass 

auch diese Rüge unbegründet ist.  

 

 

5.  

5.1 Als nächstes macht die Beschwerdeführerin geltend, dass es der USA für 

den vorliegenden Sachverhaltskomplex offensichtlich an der Strafgewalt 

fehle (act. 1, S. 4 ff.).  

 

5.2 Gemäss Art. 1 Ziff. 1 lit. a RVUS verpflichten sich die Vertragsparteien, 

gemäss den Bestimmungen dieses Vertrags einander Rechtshilfe zu leisten 

in Ermittlungs- oder Gerichtsverfahren wegen strafbarer Handlungen, deren 

Ahndung unter die Gerichtsbarkeit des ersuchenden Staates oder eines 

seiner Gliedstaaten fällt. Nach der Rechtsprechung ist die Auslegung des 

Rechts des ersuchenden Staates in erster Linie Sache seiner Behörden. Die 

Rechtshilfe darf nur verweigert werden, wenn der ersuchende Staat 

offensichtlich unzuständig ist, d.h. dessen Justizbehörden ihre Zuständigkeit 

in willkürlicher Weise bejaht haben (Urteile des Bundesgerichts 

1C_143/2016 vom 2. Mai 2016, E. 6.2 mit Hinweisen; 1A.3/2008 vom 

7. Oktober 2008, E. 5.2).  

 

5.3 Sowohl das Bundesgericht (Urteil des Bundesgerichts 1C_143/2016 vom 

2. Mai 2016, E. 6.4) als auch das hiesige Gericht haben in Bezug auf den 

Sachverhaltskomplex, welchen die US-amerikanischen Strafverfolgungs-

behörden untersuchen, festgehalten, dass die USA ihre Zuständigkeit nicht 

in offensichtlich unhaltbarer und damit willkürlicher Weise bejaht haben 

(Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2015.280 vom 27. Januar 2016,  

E. 7.6; RR.2015.292 vom 3. März 2016, E. 7.6; RR.2015.297 vom 16. März 

2016, E. 6.4). Nichtsdestotrotz seien die engen Bezugspunkte zu den USA 

wiederholt: Aus dem Rechtshilfeersuchen geht u.a. hervor, dass die zur 

Diskussion stehenden Bestechungszahlungen von und auf US-

amerikanischen Konten erfolgt seien. Einer der Beschuldigten besitze auch 

die US-amerikanische Staatsbürgerschaft (act. 7.1, deutsche Übersetzung 

S. 31). Der Sitz der im Bestechungskomplott beteiligten Zentral-

amerikanischen und Karibischen Fussball-Föderation [CONCACAF] sei bis 

ins Jahr 2012 New York gewesen (act. 7.1, deutsche Übersetzung S. 4). 

Weiter seien Bestechungszahlungen auch im Zusammenhang mit der Copa 

America Centenario (Austragungsort USA) geflossen (act. 7.1, deutsche 

Übersetzung S. 11). Zudem seien sowohl ein US-amerikanisches 

Sportartikelunternehmen (act. 7.1, deutsche Übersetzung S. 13) als auch ein 

Sportvermarktungsunternehmen mit Sitz in den USA am Bestechungs-

komplott beteiligt gewesen (act. 7.1, deutsche Übersetzung S. 15).  

 

- 8 - 
 
 

Nach dem Gesagten erweist sich auch diese Rüge als unbegründet.  

 

 

6.  

6.1 Bekanntermassen führt neben den USA auch die Bundesanwaltschaft ein 

Strafverfahren gegen hohe Fussballfunktionäre wegen Annahme von 

Bestechungsgeldern. Die Beschwerdeführerin führt an, dass die zur 

Diskussion stehenden Unterlagen auch für das schweizerische 

Strafverfahren relevant sein könnten, weswegen sie den Aufschub der 

Herausgabe der Bankunterlagen i.S.v. Art. 74 Abs. 3 IRSG verlangt (act. 1).  

 

6.2 Art. 74 IRSG regelt die Herausgabe von Beweismitteln. Abs. 3 lautet dabei 

wie folgt: „Die Herausgabe kann aufgeschoben werden, solange die 

Gegenstände, Schriftstücke oder Vermögenswerte für ein in der Schweiz 

hängiges Strafverfahren benötigt werden.“ Es handelt sich hierbei um eine 

Kann-Bestimmung, mithin liegt der Entscheid, ob zugunsten des nationalen 

Verfahrens die Herausgabe aufgeschoben wird, im Ermessen der ersuchten 

Behörde (Urteil des Bundesgerichts 1A.47/2007 vom 12. November 2007, 

E. 6.4). Während Art. 6 Ziff. 1 EUeR eine identische Bestimmung enthält, 

fehlt es dem RVUS an solch einer Regelung.  

 

Die Bundesanwaltschaft, welche die zur Diskussion stehenden 

Bankunterlagen herausverlangte, hat bisher nicht zu erkennen gegeben, 

dass sie diese für das nationale Strafverfahren benötige (act. 2.1). Selbst 

wenn die Bundesanwaltschaft diese benötigte, würde dies nicht zu einem 

Aufschub der Herausgabe führen, da für den Zweck des hiesigen 

Strafverfahrens auch Kopien genügten (vgl. diesbezüglich auch Art. 192 

Abs. 2 StPO) bzw. diese ohne grossen Aufwand bei der Bank B. AG wieder 

herausverlangt werden könnten, nachdem es sich um Informationen und 

nicht um physische Sachbeweise handelt. Mithin hat die Beschwerde-

gegnerin aus nachvollziehbaren Gründen den Aufschub abgelehnt.  

 

 

7. Andere Rechtshilfehindernisse werden weder geltend gemacht noch sind 

solche ersichtlich. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten in allen Punkten 

als unbegründet abzuweisen.  

 

 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die 

Gerichtsgebühr ist auf Fr. 5'000.-- festzusetzen, unter Anrechnung des 

geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. 

Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des 

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Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und 

Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

- 10 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt,  

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 18. Juli 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Mark Livschitz  

- Bundesamt für Justiz, Zentralstelle USA 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).