# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2535bcd9-9a95-543c-afc7-caf5724840c9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.03.2014 SB120539
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120539_2014-03-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
2.1  

Geschäfts-Nr.: SB120539-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, und Dr. iur. 

D. Schwander, Ersatzoberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Laufer 

 

Urteil vom 28. März 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. U. Hubmann,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend 

mehrfacher gewerbsmässiger Betrug etc. und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung,  
vom 12. September 2012 (DG120026) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 23. Januar 

2012 ist diesem Urteil beigeheftet (HD Urk. 49). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 139 S. 397 ff.) 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

-  des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 und 2 StGB 

-  der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 und 3 StGB 

2. Vom Vorwurf der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB wird 

der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, teilweise als 

 Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Bezirksamts Zofingen vom 19. Dezember 

2005, wovon 206 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

4. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl des Bezirksamtes Rheinfelden vom 

22. November 2007 ausgefällten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 100.– wird widerrufen. Die Geldstrafe ist zu bezahlen. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

27. September 2008 beschlagnahmten Unterlagen 

- grauer Bundesordner "Budget 2008" 

- grünes Dokumentenmäppchen enthaltend diverse Unterlagen 

betreffend Leasingverträge mit B._____ [Bank] 

- blaues Klarsichtmäppchen "C._____" enthaltend diverse Rech-

nungen, Quittungen, Bankbelege und Versicherungspolicen 

-   3   - 

- weisses Klarsichtmäppchen enthaltend diverse Rechnungen, 

 Bestätigungen, Visitenkarten und Handnotizen 

- grüner Bundesordner "C._____" enthaltend diverse Gesell-

schaftsunterlagen 

 werden als Beweismittel bei den Akten belassen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat Fr. 35'000.– als Ersatz für 

nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil zu  

bezahlen. 

7. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern ver-

pflichtet, der Privatklägerin D._____ SA [Computerhersteller] Schadenersatz 

im Betrage von Fr. 86'080.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. Dezember 2005 zu 

bezahlen. 

8. a) Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern 

verpflichtet, der Privatklägerin E._____ AG [Getränkehersteller] Schadener-

satz im Betrage von Fr. 205'853.10 zuzüglich 5 % Zins ab 17. Februar 2006 

zu bezahlen. 

b) Der Beschuldigte wird weiter verpflichtet, der Privatklägerin E._____ AG 

Schadenersatz von Fr. 218'787.05 zuzüglich 5 % Zins ab 6. Januar 2009 zu 

bezahlen. 

9. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern ver-

pflichtet, der Privatklägerin F._____ SA [Getränkehersteller] Schadenersatz 

im  

Betrage von Fr. 92'744.35 zuzüglich 5 % Zins ab 2. April 2012 zu bezahlen. 

10. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern  

verpflichtet, der Privatklägerin G._____ AG Schadenersatz von Fr. 107'755.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 12. Dezember 2005 zu bezahlen. 

-   4   - 

11. a) Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern 

verpflichtet, der Privatklägerin H._____ AG [Getränkehersteller] Schadener-

satz im Betrage von Fr. 56'923.30 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das  

Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

b) Der Beschuldigte wird weiter verpflichtet, der Privatklägerin H._____ AG 

Schadenersatz von Fr. 95'117.45 zuzüglich  

5 % Zins ab 21. Oktober 2008 zu bezahlen. 

12. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern ver-

pflichtet, der Privatklägerin I._____ AG [Getränkehersteller] Schadenersatz 

von Fr. 80'373.55 zuzüglich 5 % Zins ab 29. Dezember 2005 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwie-

sen. 

13. a) Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern 

verpflichtet, der Privatklägerin J._____ AG Schadenersatz im Betrage von 

Fr. 70'720.20 zuzüglich 5 % Zins ab 10. Januar 2006 zu bezahlen.  

b) Das Genugtuungsbegehren wird abgewiesen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin K._____ AG Schaden-

ersatz im Betrage von Fr. 110'561.– zuzüglich 5 % Zins ab 11. Juli 2008 zu 

bezahlen. 

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin L._____ SA Schaden-

ersatz im Betrage von Fr. 78'190.30 zuzüglich 5 % Zins ab 27. Juni 2008 zu 

bezahlen. 

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin M._____ AG Schaden-

ersatz im Betrage von Fr. 17'658.35 zuzüglich 5 % Zins ab 25. Juni 2008 zu 

bezahlen. 

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin N._____ AG Schaden-

ersatz im Betrage von Fr. 11'807.10 zuzüglich 5 % Zins ab 21. Juli 2008 zu 

bezahlen. 

-   5   - 

 

 

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 15'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 10'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 1'020.–   Kosten der Kantonspolizei  

Fr.    Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 12'713.40   Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

19. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens einschliess-

lich der zeitweiligen amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten auf-

erlegt. 

20. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._____ AG für das 

gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung im  

Betrage von Fr. 17'928.– zu bezahlen. 

21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin F._____ SA für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung im Betrage von Fr. 4'635.80 zu 

bezahlen. 

22. (Mitteilungen) 

23. (Rechtmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 191 S. 1) 

 1. Es sei Ziff. 1 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, 

2. Abteilung, vom 12. September 2012 (S. 397) aufzuheben und der 

Beschuldigte freizusprechen. 

-   6   - 

 2. Es sei Ziff. 3 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, 

2. Abteilung, vom 12. September 2012 (S. 397) aufzuheben und der 

Beschuldigte von Strafe freizusprechen. 

  Eventualiter: Der Beschuldigte sei milder zu bestrafen. 

3. Es sei Ziff. 4 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, 

2. Abteilung, vom 12. September 2012 (S. 397) aufzuheben. 

4. Es seien Ziff. 6 bis 17 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes 

Zürich, 2. Abteilung, vom 12. September 2012 (S. 397) aufzuheben 

und die Zivilforderungen der Geschädigten abzuweisen. 

5. Es sei Ziff. 19 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, 

2. Abteilung, vom 12. September 2012 (S. 397) aufzuheben und die 

Kosten auf die Staatskasse zu nehmen. 

6. Es seien Ziff. 20 bis 21 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes 

Zürich, 2. Abteilung, vom 12. September 2012 (S. 397) aufzuheben. 

7. Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht angeordnete Haft eine  

angemessene Entschädigung und Genugtuung zuzusprechen. Die  

Untersuchungskosten und die Gerichtskosten seien auf die Staats-

kasse zu nehmen. 

Prozessuale Anträge: 

(Urk. 189 S. 1; Prot. II S. 13) 

1. Es seien die Herren O._____, P._____, Q._____, R._____ und 

S._____ zu befragen. Ausserdem sei die sichergestellte CD daraufhin 

wissenschaftlich zu untersuchen, welche Dateien zu welchem Zeit-

punkt produziert wurden. 

2. Es seien die Herren T._____, U._____, V._____, W._____, Z._____ 

und AA._____ zu befragen. 

-   7   - 

 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

 (Urk. 192 S. 1) 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom  

12. September 2012 zu bestätigen 

2. mit Ausnahme des Widerrufs des bedingten Vollzugs der Vorstrafe aus 

dem Jahr 2007 

3. unter entsprechender Kostenfolge. 

Prozessuale Anträge: 

(Urk. 190 S. 1) 

1. Die Beweisanträge der Verteidigung seien abzuweisen. 

2. Wird dem Antrag der Verteidigung auf Befragung von T._____ stattge-

geben, sei auch AB._____ zu befragen. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte, Umfang der Berufung und Prozessuales 

1. Mit vorinstanzlichem Urteil vom 12. September 2012 wurde der Beschuldigte 

des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 

StGB sowie der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 und 3 StGB schuldig gesprochen (Dispositivziffer 1); freigesprochen wurde 

er demgegenüber vom Vorwurf der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 

Ziff. 1 StGB (Dispositivziffer 2). Die Vorinstanz fällte eine Freiheitsstrafe von  

5 Jahren aus, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Bezirksamts  

Zofingen vom 19. Dezember 2005, wovon 206 Tage durch Untersuchungshaft  

erstanden waren (Dispositivziffer 3). Weiter wurde der bedingte Vollzug der mit 

-   8   - 

Strafbefehl des Bezirksamtes Rheinfelden vom 22. November 2007 ausgefällten 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 100.– widerrufen und die Bezahlung der 

Geldstrafe angeordnet (Dispositivziffer 4). 

Ferner wurde angeordnet, dass von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte  

Unterlagen als Beweismittel bei den Akten belassen werden (Dispositivziffer 5), 

und der Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Staat Fr. 35'000.– als Ersatz für 

nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangen Vermögensvorteil zu bezahlen 

(Dispositivziffer 6). Ebenfalls wurde er – teils allein, teils solidarisch mit seinen 

Mittätern – zur Leistung von Schadenersatz an die elf Privatklägerinnen verpflich-

tet (im Einzelnen: Dispositivziffern 7-17, wobei bei den Dispositivziffern 8b, 11b, 

14, 15, 16 und 17 keine solidarische Haftung besteht). 

2. Gegen dieses Urteil, welches den Parteien am 12. September 2012  

mündlich eröffnet wurde (Prot. I S. 36 unten), meldete die Verteidigung am  

14. September 2012 fristgerecht Berufung an (Urk. 130). Das begründete Urteil 

wurde der Verteidigung am 6. Dezember 2012 zugestellt (Urk. 137/2). Die Beru-

fungserklärung erfolgte innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO 

am 21. Dezember 2012 (Urk. 142). Gleichzeitig reichte die Verteidigung neue  

Urkunden ein und stellte mehrere Beweisanträge (dazu im Einzelnen unten  

Ziff. II.). 

Am 6. Februar 2013 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung 

und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 153). 

3. Am 9. Januar 2014 wurde auf den 27. und 28. März 2014 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 178).  

4. Gemäss Berufungserklärung (Urk. 142) richtet sich die Berufung des  

Beschuldigten gegen sämtliche Dispositivziffern mit Ausnahme von Ziffer 2 (Frei-

spruch), Ziffer 5 (Beschlagnahme) sowie Ziffer 18 (Gerichtsgebühr). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung erklärte die Verteidigung, Dispositivziffer 13b (Abwei-

sung des Genugtuungsbegehrens der Privatklägerin J._____ AG) sei ebenfalls 

nicht angefochten (Prot. II S. 12). In diesen Punkten ist das vorinstanzliche Urteil 

-   9   - 

in Rechtskraft erwachsen (Art. 404 Abs. 1 StPO; vgl. Prot. II S. 10 ff.), was vorab 

festzustellen ist. 

II. Beweisanträge und neue Urkunden im Berufungsverfahren 

Wie erwähnt, stellte die Verteidigung in der Berufungserklärung vom 21. Dezem-

ber 2012 mehrere Beweisanträge: Sie beantragte die Einvernahme von O._____, 

S._____ sowie P._____ (alle zu Anklageziffer A) sowie von T._____, V._____, 

U._____ sowie W._____ (zu Anklageziffer C und D); zudem reichte sie neue Ur-

kunden ein (Urk. 147 S. 15 bzw. Urk. 143/1-8). Am 8. Januar 2013 reichte die 

Verteidigung eine weitere Eingabe betreffend die gestellten Beweisanträge (Urk. 

145) sowie weitere Urkunden (Urk. 146/1.5) ein. Mit Eingabe vom 29. Januar 

2013 nahm die Staatsanwaltschaft zu den Beweisanträgen der Verteidigung Stel-

lung (Urk. 149). Am 14. März 2013 nahm die Verteidigung erneut Stellung und 

beantragte die Einvernahme weiterer Personen (Urk. 157), nämlich von Q._____, 

R._____, Z._____ sowie von AA._____. Hierzu nahm die Staatsanwaltschaft am 

2. April 2013 Stellung (Urk. 162), worauf sich die Verteidigung (unaufgefordert) 

am 18. April 2013 erneut vernehmen liess (Urk. 164). 

Mit Präsidialverfügung vom 3. Mai 2013 wurden die vorgenannten Beweisanträge 

einstweilen abgewiesen unter Hinweis darauf, dass abgewiesene Beweisanträge 

im Rahmen der Berufungsverhandlung erneut gestellt werden können (Urk. 166). 

Mit Brief vom 29. April 2013 (Posteingang 16. Mai 2013) anerbot sich O._____ 

gegenüber dem Obergericht im vorliegenden Verfahren als Zeuge (Urk. 168/1-4). 

Am 2. Juli 2013 wandte sich O._____ – diesmal anwaltlich vertreten – an das 

Obergericht und beantragte erneut seine Einvernahme als Zeuge (Urk. 172), wo-

rauf seinem Vertreter u.a. eine Kopie der vorerwähnten  

Präsidialverfügung vom 3. Mai 2013 zugestellt wurde (Urk. 175). Am 11. Februar 

2014 beantragte die Verteidigung erneut die Einvernahme von O._____ (Urk. 

180) und reichte neue Urkunden ein (Urk. 182/1-4). Mit Präsidialverfügung vom 

17. Februar 2014 wurde dieser Antrag erneut und unter Hinweis auf die  

Präsidialverfügung vom 3. Mai 2014 einstweilen abgewiesen (Urk. 183). 

-   10   - 

Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die Verteidigung erneut den Antrag, 

es seien O._____, P._____, Q._____, R._____ und S._____ sowie T._____, 

U._____, V._____, W._____, Z._____ und AA._____ zu befragen. Weiter wurde 

beantragt, die  

sichergestellte CD daraufhin wissenschaftlich zu untersuchen, welche Dateien zu 

welchem Zeitpunkt produziert wurden (Urk. 189 S. 1; Prot. II S. 13). Darauf wird 

an gegebener Stelle zurückzukommen sein. 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A. Anklagevorwurf gemäss Anklageziffer A (HD Urk. 49 S. 2 - 7) 

1. Ausgangslage 

AC1._____, AD._____, und AE._____ – die Mittäter des Beschuldigten gemäss 

der vorliegenden Anklage – gestanden ihre Tatbeiträge ein und wurden dafür be-

reits im Jahr 2009 bzw. 2010 rechtskräftig verurteilt (Urk. 38/1-3). Die von ihnen 

(in der gesamthaft geführten Untersuchung) eingestandenen Tatbeiträge sowie 

die Schilderung der näheren Umstände decken sich – von geringfügigen Differen-

zen abgesehen – mit der Darstellung gemäss Ziffer A der vorliegenden Anklage. 

Nebst dem Eingeständnis ihrer eigenen Tatbeiträge bezichtigten sie den Beschul-

digten der Mittäterschaft.  

Der Beschuldigte macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, er habe damit 

nichts zu tun: Zwar habe er – als Geschäftsführer der C._____ –  

Waren bei der AF._____ AG bezogen (Getränke und Laptops), er habe  

dafür aber jeweils bar bezahlt (zuletzt: HD Urk. 2/14 S. 3 oben sowie S. 21 oben; 

Urk. 119 S. 15 ff.; Urk. 188 S. 19 ff.). 

Die Umstände der Belastung des Beschuldigten durch AC1._____, AD._____ und 

AE._____ weisen folgende Besonderheit auf: Zu Beginn der Strafuntersuchung 

zeigten sich AD._____ und AE._____ – bezogen auf ihre eigenen Tatbeiträge – 

weitgehend geständig und sie beschuldigten den auf der Flucht befindlichen 

AC1._____ der Mittäterschaft; sie machten indes keine Aussagen, welche auf ei-

-   11   - 

ne Mittäterschaft des Beschuldigten hingedeutet hätten (AD._____: HD Urk. 4/1-

3; AE._____: HD Urk. 5/1-5). Zur Belastung des Beschuldigten kam es erst, als 

AC1._____ am 9. Januar 2008 in der Schweiz verhaftet werden konnte (HD Urk. 

6/1 S. 1; vgl. auch Urk. 128) und  

– nach anfänglicher mehrheitlicher Aussageverweigerung – als Erster auf die 

massgebliche Mitwirkung des Beschuldigten hinwies (ab Einvernahme vom  

6. März 2008, HD Urk. 6/3 Ziff. 99 S. 14 oben). In den daraufhin durchgeführten 

erneuten Einvernahmen mit AD._____ (HD Urk. 4/4-5) und AE._____ (HD Urk. 

5/6-7) sowie in einer Konfrontationseinvernahme aller vier Personen (HD Urk. 2/5)  

bezichtigten auch AD._____ und AE._____ den Beschuldigten der Mittäterschaft, 

was von diesem jedoch, wie bereits erwähnt, bestritten wird. 

2. Methodisches Vorgehen 

Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil korrekt dargelegt, welche Beweise prozessual 

verwertbar sind und welche nicht. Sie hat zudem die massgeblichen Aussagen 

des Beschuldigten, der Mitangeschuldigten und weiterer Personen ausgiebigst – 

und vor allem zutreffend – wiedergegeben. Ferner hat die Vorinstanz eine sorg-

fältige und zutreffende Beweiswürdigung vorgenommen. Die Rüge des Beschul-

digten, das vorinstanzliche Urteil sei in vielen Teilen falsch und aktenwidrig,  

erweist sich deshalb als unbegründet. Es trifft sodann zu, dass es nicht Sache der  

beschuldigten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Straf-

behörden verpflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen. Soweit die  

Verteidigung der Vorinstanz vorwirft, es handle sich bei ihren Feststellungen um 

blosse Spekulationen und unbewiesene Mutmassungen (vgl. Urk. 191 S. 2), um 

dem dann bloss eigene Hypothesen entgegen zu stellen, kann ihr jedoch nicht  

gefolgt werden. 

Vorliegend kann daher vorweg auf das Urteil der Vorinstanz verwiesen werden. 

Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz im Rahmen der Beweis-

würdigung auch auf die Beweisanträge des Beschuldigten eingegangen ist und 

sie diese mit zutreffender Begründung (auf die ebenfalls verwiesen werden kann), 

abgewiesen hat. 

-   12   - 

Nachdem der Beschuldigte zahlreiche Beweisanträge gestellt hat, ist – ergänzend 

und in wenigen Punkten korrigierend – zum Urteil der Vorinstanz das Folgende 

auszuführen. 

Bei der vorliegenden Ausgangslage hat die Wahrheitserforschung primär über 

zwei Schienen zu erfolgen: 

Zunächst sind die Belastungen des Beschuldigten durch AC1._____, AD._____ 

und 

AE._____ einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Die Hypothese lautet jeweils: 

Konnten AC1._____, AD._____ bzw. AE._____ ihre unter den gegebenen Befra-

gungsumständen und unter Berücksichtigung der im konkreten Fall möglichen 

Einflüsse von Dritten (inklusive von Mittätern) diese spezifische Aussagen ma-

chen, ohne dass sie auf einem realen Erlebnishintergrund basierten? 

Sodann sind die Erklärungen des Beschuldigten einer kritischen Überprüfung zu 

unterziehen. Analog lautet hier die Hypothese: Konnte der Beschuldigte unter den 

gegebenen Befragungsumständen und unter Berücksichtigung der im konkreten 

Fall möglichen Einflüssen von Dritten diese spezifische Aussagen machen, ohne 

dass sie auf einem realen Erlebnishintergrund basierten? 

Die Aussagen sind jeweils isoliert, in Verbindung mit den übrigen Aussagen der 

gleichen Person, in Verbindung mit den Aussagen anderer Personen sowie in 

Verbindung mit den übrigen Beweismitteln (Urkunden) zu würdigen. Ein besonde-

res Augenmerk ist auf die jeweiligen Erstaussagen zu richten. 

Von Interesse ist weiter die Frage, warum AD._____ und AE._____ den Beschul-

digten bis zu AC1._____s Verhaftung und Einvernahme nicht belasteten. Zu prü-

fen ist insbesondere auch die Existenz eines allfälligen Motivs, aufgrund dessen 

AC1._____, AD._____ und AE._____ den Beschuldigten zu Unrecht belasten ha-

ben könnten. 

Mit Blick auf die Urkunden gilt es primär die von den Geschädigten edierten Akten 

mit den Akten zu vergleichen, die aus dem Umfeld der Täter stammen. 

-   13   - 

Zu prüfen gilt es auch, ob den im Berufungsverfahren gestellten Beweisanträgen 

stattzugeben ist. 

Es ist an dieser Stelle schliesslich darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr wird dem  

Gericht zugestanden, sich auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und  

massgeblichen Vorbringen der Parteien zu beschränken (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts 1P.378/2002 vom 9. September 2002, E. 5.1; 6B_600/2012 vom 

26.2.2013, E. 3.2; BGE 136 I 229, E. 5.2; BGE 133 I 277, E. 3.1; BGE 129 I 232, 

E. 3.2; BGE 126 I 97, E. 2b mit Hinweisen). Folgerichtig wird sich auch die  

Berufungsinstanz nur mit denjenigen Einwänden des Beschuldigten auseinander-

setzen, welche die relevanten Anklagesachverhalte betreffen und für die rechtli-

che Beurteilung wesentlich sind. 

3. Die erstmalige Belastung des Beschuldigten durch AC1._____ und ihr Kon-

text 

Die Einvernahmen von AD._____ und AE._____ unmittelbar nach der Tat bis zur 

Verhaftung von AC1._____ zeichnen sich dadurch aus, dass beide ihre Tatbetei-

ligung eingestehen und den flüchtigen AC1._____ als Haupttäter bezeichnen 

(AD._____: u.a. HD Urk. 4/2 S. 11 Ziff. 48 und S. 13 Ziff. 55; AE._____: u.a. HD 

Urk. 5/5 S. 35  

Ziff. 120), den Beschuldigten jedoch nicht erwähnen und diesen somit auch nicht 

der Mittäterschaft bezichtigen. Allerdings findet sich in diesen Einvernahmen  

immerhin der Name der C._____, deren Geschäftsführer der Beschuldigte war:  

AE._____ erwähnte die C._____ als eine von drei Abnehmern der AF._____ (HD 

Urk. 5/4 S. 14 f. Ziff. 75). Auch AD._____ erwähnte die C._____ mehrfach als Ab-

nehmerin, wobei ihm offenbar keine anderen Abnehmer bekannt sind (HD Urk. 

4/3 S. 11 f. Ziff. 36, S. 15 Ziff. 49, S. 19 Ziff. 61). Zudem fand sich die C._____ auf 

einer Rechnung der Transportfirma AH._____, welche AD._____ anlässlich seiner 

Strafanzeige zu den Akten gereicht hatte (HD Urk. 4/1 S. 7 oben). 

-   14   - 

Nach seiner Verhaftung in der Schweiz zeigte sich AC1._____ nach anfänglich 

mehrheitlicher Aussageverweigerung geständig, und zwar sowohl mit Bezug auf 

die AF._____ als auch mit Bezug auf andere ähnlich gelagerte Betrügereien. Be-

reits in der ersten Einvernahme, als er die Aussage noch mehrheitlich verweiger-

te, wurde er mit dem Vorwurf konfrontiert, im Zusammenhang mit Betrügereien 

von Mittätern massiv belastet worden zu sein. Daraufhin antwortete AC1._____ 

(HD Urk. 6/1 S. 4 Ziff. 18): „Jeder hat die Schuld auf mich geschoben, weil sie 

dachten, ich sei in der Türkei.“ In der zweiten Einvernahme gibt AC1._____ zu, 

AD._____, AE._____ und die AF._____ zu kennen (HD Urk. 6/2 S. 2 unten) und 

kündigt zum Schluss Folgendes an (HD Urk. 6/2 S. 5 unten): „Es ist nicht so, dass 

ich keine Aussagen machen  

möchte. Es ist so, dass hinter diesen Betrügereien wichtige andere Personen  

stehen. Bevor ich hier aber Aussagen mache, möchte ich mich durch einen Straf-

verteidiger rückversichern. Zum Teil sind das Leute, von denen man Angst haben 

muss, mehr als vor einer Freiheitsstrafe.“ In der folgenden Einvernahme gesteht 

AC1._____, bei der AF._____ mitgemacht und Fr. 40'000.– kassiert zu haben 

(HD Urk. 6/3 S. 13 Ziff. 86). Auf die offene Frage hin, was er dazu sage, dass mit 

der AF._____ Betrügereien im Umfang von ca. Fr. 780'000.– begangen worden 

seien, antwortete AC1._____, er sei erst zur AF._____ gestossen, als die Planung 

schon gemacht gewesen sei; geplant hätten AD._____ und der Beschuldigte; es 

seien auch noch zwei Italiener dabei gewesen (HD Urk. 6/3 S. 14 Ziff. 80). An 

dieser Stelle fällt der  

Name des Beschuldigten in den Einvernahmen zum ersten Mal. Weiter fällt  

folgendes Detail auf: AD._____ und AE._____ erwähnten in den Einvernahmen 

vor AC1._____s Verhaftung keine Italiener als Mittäter, in der Folge aber, nach-

dem AC1._____ einen italienischen Mittäter namens AI._____(Familienname un-

bekannt) genannt hatte, räumten auch sie dessen Beteiligung ein (AD._____: HD 

Urk. 4/4 S. 4 f. Ziff. 24; AE._____: HD Urk. 6/5 S. 16 Ziff. 75; Urk. 117 S. 4 Ziff. 7). 

Dass AD._____ und  

AE._____ nicht nur den Beschuldigten, sondern auch AI._____ in den Einver-

nahmen vor AC1._____s Verhaftung nicht erwähnten, deutet somit darauf hin, 

dass sie zwar in eigener Sache geständig waren, anfänglich aber keine weiteren 

-   15   - 

Täter benannten, deren Beteiligung nicht geradezu auf der Hand lag, wie dies bei 

AC1._____ der Fall war: Entsprechend der Darstellung in der Anklage (HD Urk. 

49 S. 5 Ziff. 6) sagten AC1._____, AD._____ und AE._____ später nämlich über-

einstimmend aus, es sei ihr Plan gewesen, dass AD._____ nach seiner Rückkehr 

aus den Ferien zur Polizei gehen soll, um eine Strafanzeige gegen AC1._____ 

(alias AC2._____) einzureichen, da dieser zwischenzeitlich eigenmächtig Waren 

bestellt habe etc. (HD Urk. 2/5 S. 18 oben). Zu einer solchen Strafanzeige kam es 

dann ja auch nachweislich (HD Urk. 4/1). Demzufolge kam AC1._____ bereits 

gemäss Tatplanung eine Art Sündenbock-Rolle zu, auch wenn AD._____ und 

AE._____ in der Folge letztlich nicht umhin kamen, auch ihre eigenen Tatbeiträge 

einzugestehen, während sich AC1._____ ins Ausland abgesetzt hatte. Dieser 

Sündenbock-Rolle war sich AC1._____ folglich von Beginn weg bewusst. Zusätz-

liche Einzelheiten erfuhr er in der Folge von AE._____ (HD  

Urk. 6/6 S. 5 Ziff. 13), und zwar noch vor seiner Verhaftung. AE._____ gab näm-

lich (bei seiner erneuten Befragung nach der erstmaligen Belastung des Beschul-

digten durch AC1._____) zu, AC1._____ telefonisch bzw. via Internet-Chat mitge-

teilt zu haben, was er in den Einvernahmen vor AC1._____s Verhaftung konkret 

ausgesagt hatte (HD Urk. 5/6 S. 21 Ziff. 93; vgl. auch HD Urk. 6/7 S. 9 Ziff. 28); in 

diesen Aussagen wird AC1._____ als Haupttäter bezeichnet, während vom Be-

schuldigten nicht die Rede ist (u.a. HD Urk. 5/4 S. 9 Ziff. 40 sowie S. 16 Ziff. 83). 

AC1._____ führt weiter aus,  

AE._____ habe ihm im Zusammenhang mit der vorerwähnten detaillierten Mit-

teilung seiner Aussagen eingestanden, er (AE._____) habe AC1._____ zu seinem  

eigenen Schutz und weil sich AC1._____ im Ausland befunden habe, belasten 

müssen (HD Urk. 6/6 Ziff. 13). Dieses Detail wird von AE._____ zwar bestritten 

(HD Urk. 5/6 S. 21 Ziff. 93 a.E.), seine Bestreitung erscheint indes mit Blick auf 

das vorstehend gesagte Unstreitige nicht sonderlich glaubhaft. 

Nachdem AC1._____ nach seiner Verhaftung zunächst zu anderen von ihm be-

gangenen Betrügereien befragt worden war, und sich auch dort selbst belastet 

hatte, kam am 19. Februar 2008 (HD Urk. 6/6) erstmals die AF._____-Betrügerei 

ausführlich zur Sprache. AC1._____ wurde dabei eingangs im Sinne einer offe-

nen Frage aufgefordert, die ganze Geschichte der AF._____ chronologisch ab 

-   16   - 

Beginn zu schildern (HD Urk. 6/6 S. 1 ff. Ziff. 3 ff.). AC1._____s Schilderung so-

wie auch seine Antworten auf die nachfolgenden Fragen und Vorhalte decken 

sich zwar stellenweise mit den früheren Schilderungen von AE._____ und 

AD._____, sie enthalten jedoch erstmalig  

detaillierte Angaben über die angebliche Rolle des Beschuldigten. Entsprechen-

des gilt auch für die nachfolgende Einvernahme vom 26. Februar 2008 zum  

gleichen Thema (HD Urk. 6/7).  

Vor diesem Hintergrund stellt sich wiederum folgende hypothetische Frage: Ist es 

denkbar, dass AC1._____ unter den gegebenen Befragungsumständen und unter  

Berücksichtigung der im konkreten Fall möglichen Einflüssen Dritter diese spezifi-

sche Aussagen machte, ohne dass sie auf einem realen Erlebnishintergrund  

basierten?  

AC1._____ beschreibt die Rolle des Beschuldigten sowie dessen Interaktion mit 

den übrigen Tätern nicht einfach pauschal, sondern detailliert über den ganzen  

verhältnismässig komplexen Deliktverlauf hinweg. Seine Schilderung fügt sich  

– mutatis mutandis – in logisch-stimmiger und nachvollziehbarer Weise in die bis-

herigen Schilderungen von AD._____ und AE._____ ein. Es sind – isoliert be-

trachtet – keine aussageanalytischen Auffälligkeiten (wie etwa logische Inkonsis-

tenzen, Strukturbrüche, fehlende Anschaulichkeit oder Detailarmut) erkennbar, 

die auf  

einen fehlenden Erlebnishintergrund hindeuten würden. Im Gegenteil weisen 

AC1._____s Schilderungen Merkmale auf, die speziell auf einen realen Erleb-

nishintergrund hindeuten: So schildert er beispielsweise eine Komplikation bei der 

Tatausführung, in welche der Beschuldigte involviert war: Dieser habe sich näm-

lich  

geweigert, AC1._____, AD._____ und AE._____ den Erlös aus den Warenweiter-

verkäufen abzuliefern, worauf diese entschieden hätten, die Waren selbst ander-

weitig  

weiterzuverkaufen und den daraus resultierenden Erlös von Fr. 100'000.– unter 

sich aufzuteilen (HD Urk. 6/6 S. 2 Ziff. 5 Abs. 2; vgl. auch Anklage: HD Urk. 49  

S. 6 f. Ziff. 9 ). Speziell an dieser Darstellung ist weiter, dass der Beschuldigte  

-   17   - 

– obschon ansonsten massiv belastet – durch diesen Vorfall teilweise wieder ent-

lastet wird, da er – als Folge dieser Komplikation – an den späteren Weiter-

verkäufen nicht mehr direkt beteiligt war. Die durchwegs anschaulichen Schilde-

rungen AC1._____s enthalten zudem auch ungewöhnliche Details, die ebenfalls 

einen indirekten Bezug zum Beschuldigten aufweisen: Im Zusammenhang mit der  

Aussage, wonach der Beschuldigte der Geldgeber gewesen sei, erwähnt 

AC1._____, dass AD._____ so grosse Geldschwierigkeiten gehabt habe, dass 

ihm in seiner  

Wohnung der Strom abgestellt worden sei (HD Urk. 6/6 S. 6 Ziff. 19).  

Zwar besteht das latente Risiko, dass AC1._____ in seinen belastenden Aussa-

gen  

dazu tendierte, seinen Tatbeitrag etwas stärker zu bagatellisieren, als dies der 

Realität entsprach, um andererseits den Tatbeitrag des Beschuldigten zu  

dramatisieren (vgl. etwa HD Urk. 6/6 S. 4 Ziff. 10); die detaillierte Art und Weise, 

wie AC1._____ die Beteiligung des Beschuldigten schildert, deutet jedoch stark 

darauf hin, dass seine Aussagen im Wesentlichen erlebnisbasiert sind. Im Lichte 

der  

Beschaffenheit dieser Aussagen erscheint es als wenig wahrscheinlich, dass 

AC1._____, einzig und allein um seinen eigenen Tatbeitrag zu relativieren, einen 

völlig unschuldigen Abnehmer der AF._____ – und als solchen bezeichnet sich 

der Beschuldigte – zu Unrecht einer federführenden Mittäterschaft bezichtigte.  

Da sich AC1._____ während seinen sämtlichen Einvernahmen in Untersuchungs-

haft befand, war es ihm auch nicht möglich, sich mit AD._____ bzw. AE._____ im 

Hinblick auf eine zukünftige Belastung des Beschuldigten abzusprechen. Da 

AC1._____ überdies zufällig verhaftet wurde und sich mehrheitlich im Ausland 

aufhielt, erscheint es auch als wenig wahrscheinlich, dass sich AC1._____ – im 

Zeitraum zwischen den Einvernahmen von AD._____ bzw. AE._____ und seiner 

Verhaftung – mit AD._____ bzw. AE._____ im Hinblick auf eine allfällige künftige 

Belastung des Beschuldigten  

abgesprochen hat. 

-   18   - 

Als Grund dafür, weshalb AD._____ und AE._____ die Beteiligung des Beschul-

digten anfänglich verschwiegen hätten, nennt AC1._____ deren Angst vor dem 

Beschuldigten und macht geltend, diese hätten vom Beschuldigten zudem Geld 

erhalten (HD Urk. 6/6 Ziff. 7 und 8). Die Problematik des Grundes für das anfäng-

liche  

Verschweigen der Rolle des Beschuldigten wird weiter unten noch näher zu  

erörtern sein. 

Als AC1._____ den Beschuldigten erstmalig belastete, liess er über seinen Anwalt 

eine CD zu den Akten einreichen, auf der sich angeblich kopierte Daten von ei-

nem AF._____-Computer befanden, insbesondere Excel-Tabellen, aus denen an-

geblich die Warenbezüge des Beschuldigten sowie die von den Tätern investier-

ten Beträge ersichtlich seien (dazu eingehend separat unten, ZIff. III./A./6.). 

4. Die erneuten Einvernahmen von AD._____ und AE._____ nach der erstma-

ligen Belastung des Beschuldigten durch AC1._____ 

4.1. Ausgangslage 

Nachdem AC1._____, wie vorstehend dargelegt, den Beschuldigten erstmals und  

detailliert belastet hatte (primär in den Einvernahmen HD Urk. 6/6 sowie 6/7), 

wurden AD._____ und AE._____ erneut einvernommen. AD._____ und AE._____ 

befanden sich zu diesem Zeitpunkt schon seit Längerem wieder in Freiheit (wobei 

gegen sie noch keine Anklage erhoben worden war); demgegenüber befand sich 

AC1._____ bei seinen sämtlichen Einvernahmen in Untersuchungshaft. Demnach 

war es nicht möglich, dass AD._____ bzw. AE._____ – vor ihrer erneuten Einver-

nahme – von AC1._____ erfuhren, was dieser konkret ausgesagt hatte; ebenso 

wenig möglich war eine Absprache zwischen AC1._____ einerseits und AD._____ 

und AE._____ andererseits.  

Wenig wahrscheinlich erscheint ferner auch, dass sich die drei – noch vor 

AC1._____s Verhaftung, aber nach ihrer ersten Einvernahme – lediglich für den 

Fall einer allfälligen und in der Zukunft liegenden Verhaftung AC1._____s abge-

sprochen haben. 

-   19   - 

Die erneuten Einvernahmen von AD._____ und AE._____ gilt es – vor dem Hin-

tergrund ihrer früheren Aussagen – insbesondere daraufhin zu untersuchen, ob 

sie auf  

einem erlebnisbasierten Hintergrund beruhen. 

4.2. Die erneute Einvernahme von AE._____ 

Als Erster wurde AE._____ erneut einvernommen, und zwar am 3. Juni 2008 (HD 

Urk. 5/6), also ziemlich genau zwei Jahre nach seiner letzten Befragung (HD  

Urk. 5/5). 

AE._____ wurde nicht gefragt, wann er zuletzt Kontakt mit AD._____ gehabt ha-

be;  

AD._____ wurde diese Frage dann aber gestellt, und er gab an, mit AE._____ zu-

letzt im Winter/Frühling 2007 Kontakt gehabt und auch über die Untersuchung  

gesprochen zu haben (HD Urk. 4/4 S. 1 Ziff. 5). An dieser Aussage zu zweifeln, 

besteht kein Anlass.  

AE._____ hat bereits im Vorfeld seiner Befragung von der Verhaftung 

AC1._____s  

erfahren (vgl. HD Urk. 5/6 S. 1 Ziff. 4). Eingangs der Befragung wird AE._____  

darauf hingewiesen, dass seine erneute Befragung dazu diene, Widersprüche zu 

klären, die zwischen AE._____s früheren Aussagen und den Aussagen von 

AC1._____ bestehen würden (HD Urk. 5/6 S. 1 Ziff. 4). Auf die Frage, ob es sein 

könne, dass er seine Aussagen nun korrigieren müsse, weil die Verhaftung von 

AC1._____ erfolgt sei, stellt AE._____ in Aussicht (HD Urk. 5/6 S. 2 Ziff. 6; vgl. 

auch HD Urk. 5/6  

S. 17 Ziff. 76): „Wenn nicht übereinstimmende Aussagen vorhanden sind, bin ich 

bereit zu korrigieren.“ 

Auf die Frage, ob nebst AD._____ und AC1._____ noch jemand an der AF._____ 

beteiligt  

gewesen sei, nennt AE._____ zunächst einzig AJ._____, dem allerdings lediglich 

eine untergeordnete Rolle zukam. Erst auf die explizite Frage, ob auch der Be-

-   20   - 

schuldigte dabei gewesen sei, antwortet er positiv (HD Urk. 5/6 S. 14 f. Ziff. 66-

68). Dieses zögerliche Aussageverhalten deutet nicht daraufhin, dass AE._____ – 

beispielsweise aufgrund einer Absprache – den Beschuldigten falsch anschuldi-

gen wollte, denn in derartigen Fälle erfolgt die Anschuldigung typischerweise nicht 

derart zögerlich, sondern unumwunden. 

Während bei AC1._____ – isoliert betrachtet – ein latentes Risiko besteht, dass er 

den Beschuldigten falsch oder übermässig belastet, nur um sich selber teilweise 

zu entlasten, besteht bei AE._____ von vornherein keine solche Falschaussage-

Motivlage, denn AE._____ führte innerhalb der AF._____ nur untergeordnete Tä-

tigkeiten aus. 

Zu prüfen ist nachfolgend, ob einzelne Aussagen, die AE._____ anlässlich seiner 

erneuten Einvernahme gemacht hat, den Schluss erlauben, dass sie tatsächlich 

erlebnisbasiert sind. 

Ohne dass dies in der (erneuten) Einvernahme vorher schon einmal thematisiert 

worden wäre, wurde AE._____ offen und neutral gefragt, was der Beschuldigte für 

eine Rolle gespielt habe. Daraufhin antwortete er, sie hätten zu Beginn kein Geld 

gehabt und der Beschuldigte habe die Firma finanziert. Man habe für ihn Waren 

bestellt, worauf die gesamte Lieferung von ihm abgenommen worden sei (HD  

Urk. 5/6 S. 15 Ziff. 70). AE._____ schreibt dem Beschuldigten im Wesentlichen  

genau diejenigen Rollen zu, die ihm auch AC1._____ zugeschrieben hatte (Fi-

nanzierung: HD Urk. 6/6 S. 8 Ziff. 25 a.E.; Warenabnahme: HD Urk. 6/6 S. 2 Ziff. 

4;  

Anordnung von Bestellungen: HD Urk. 6/6 S. 3 Ziff. a.A.). Da AE._____ von 

AC1._____s Belastungen, wie dargelegt, keine Kenntnis haben konnte und eine 

im Voraus zwischen AE._____ und AC1._____ abgesprochene falsche Anschul-

digung des Beschuldigten einzig für den Fall einer allfälligen Verhaftung von 

AC1._____, wie  

erwähnt, wenig wahrscheinlich erscheint, deutet diese inhaltliche Übereinstim-

mung auf den erlebnisbasierten Charakter von AE._____s neuer Aussage hin. 

Gleichzeitig spricht dies auch für den erlebnisbasierten Charakter von 

AC1._____s Aussage.  

-   21   - 

Auf die Frage, warum er den Beschuldigten in den früheren Einvernahmen nicht 

erwähnt habe, antwortet AE._____ zunächst, er habe die C._____ bzw. den  

Beschuldigten erwähnt (HD Urk. 5/6 S. 15 Ziff. 69 und 71). Erwähnt hatte er  

jedoch einzig die C._____ und zwar als Abnehmerin, nicht jedoch den Namen des 

Beschuldigten sowie dessen Rolle (HD Urk. 5/4 S 15 Ziff. 75). Auf erneutes Nach-

fragen, warum er die Rolle des Beschuldigten verschwiegen habe, führt AE._____ 

aus (HD Urk. 5/6 S. 15 Ziff. 72): „Wir haben ja Angst. Er [gemeint: der Beschuldig-

te] ist auch einer der Freunde von AK._____. Es ist eine zusammenhängende 

Bande.“ Ohne von den Aussagen AC1._____s Kenntnis zu haben und auf eine 

insofern suggestionsfrei gestellte Frage hin bestätigt AE._____ demzufolge 

AC1._____s Aussage, wonach der Beschuldigte anfänglich aus Angst nicht er-

wähnt worden sei. Auch dieser Umstand deutet auf den erlebnisbasierten Charak-

ter von  

AE._____s (korrigierter) Aussage hin. 

Auf die Frage, ob er, AE._____, sich anfänglich mit AD._____ dahingehend abge-

sprochen habe, die Beteiligung des Beschuldigten zu verschweigen, antwortete  

AE._____ (HD Urk. 5/6 S. 17 Ziff. 77): „Wir haben beide Angst bekommen und  

haben nichts über A._____ erzählt. Soviel ich weiss, haben wir darüber nicht ge-

redet [Hervorhebung hinzugefügt].“ Auch wenn zum Zeitpunkt dieser Einvernah-

me die fraglichen Ereignisse etwas mehr als zwei Jahre zurückliegen, erscheint 

es nicht glaubhaft, dass AE._____ nicht mehr weiss, ob er sich insofern mit 

AD._____ abgesprochen hat, denn diesem Punkt kam zentrale Bedeutung zu und 

er musste  

– gerade aufgrund der damit zusammenhängenden Angstgefühle – im Gedächt-

nis haften bleiben. Überdies entsprach es auch dem ursprünglichen Plan, 

AC1._____ die Sündenbock-Rolle zuzuweisen. All dies deutet darauf hin, dass 

AD._____ und  

AE._____ – nach der Tat, aber noch vor ihrer Verhaftung und ersten Einvernah-

me im Frühling 2006 – eine Absprache trafen, den Beschuldigten nicht zu erwäh-

nen. 

-   22   - 

Insgesamt bestätigt AE._____ die Aussagen AC1._____s in den wesentlichen 

Punkten. AE._____ bestätigt die ihm vorgehaltenen Aussagen AC1._____s nicht 

pauschal oder einsilbig, sondern unter Hinzufügung von eigenen detailreichen 

und anschaulichen Ergänzungen (z.B. HD Urk. 5/6 S. 15 f. Ziff. 74; ebenda, S. 23 

Ziff. 99) oder Präzisierungen bzw. Korrekturen (z.B. HD Urk. 5/6 S. 19 f. Ziff. 87; 

ebenda, S. 20 f. Ziff. 90, S. 21 Ziff. 91 und 92). Auch dieser Charakter seiner Ant-

worten deutet auf einen erlebnisbasierten Hintergrund seiner Aussagen hin. 

4.3. Die erneute Einvernahme von AD._____ 

Am 11. Juli 2008 wurde AD._____ erneut einvernommen (HD Urk. 4/4). Wie be-

reits vorstehend bei AE._____ dargelegt, erwähnte AD._____, dass er sich mit 

AE._____ letztmals im Winter/Frühling 2007 (d.h. also nach ihren erstmaligen 

Einvernahmen im Jahr 2006) über die Untersuchung unterhalten habe (HD Urk. 

4/4 S. 1 f.  

Ziff. 5); AD._____ verneint insofern, mit AE._____ nach dessen erneuter Einver-

nahme vom 3. Juni 2008 Kontakt gehabt zu haben. Es sind jedenfalls keine An-

haltspunkte ersichtlich, die Zweifel an dieser Darstellung wecken würden. Da sich 

AC1._____ zum Zeitpunkt der erneuten Befragung AD._____s nach wie vor in 

Untersuchungshaft befand, konnte AD._____ folglich von AC1._____s Aussagen 

keine Kenntnis haben. Auch sonst verneinte AD._____, seit seiner Entlassung 

aus der Haft (Mitte Juni 2006) mit AC1._____ Kontakt gehabt zu haben, räumt 

aber ein, er habe versucht, ihn zu erreichen (HD Urk. 4/4 S. 2 Ziff. 7 und Ziff. 8). 

Zu Beginn der erneuten Befragung wurde AD._____ darauf hingewiesen, 

AC1._____ sei verhaftet und befragt worden und auch AE._____ sei erneut be-

fragt worden und habe seine früheren Aussagen geändert (HD Urk. 4/4 S. 1 Ziff. 4 

sowie S. 2  

Ziff. 6). Auf die Frage, wer bei der AF._____ tätig gewesen sei, antwortet 

AD._____ zunächst er selbst, AE._____ und AC1._____ (HD Urk. 4/4 S. 2 Ziff. 9). 

Auf den Hinweis, AC1._____ und AE._____ hätten noch über eine weitere Person 

ausgesagt, die  

anscheinend eine führende Rolle bei der AF._____ gespielt hatte, antwortete 

AD._____ (HD Urk. 4/4 S. 2 Ziff. 10): „Ich habe im Restaurant den Inhaber einer 

-   23   - 

C._____ GmbH gesehen.“ Diese Antwort ist in mehrfacher Hinsicht bemerkens-

wert.  

Zunächst nennt AD._____, ohne davon Kenntnis zu haben bzw. ohne dass ihm 

dies irgendwie vorgehalten oder suggeriert worden wäre, in identifizierbarer Wei-

se den Beschuldigten als Mittäter. Allerdings bezeichnet er dessen Namen nicht 

explizit und versucht der gestellten Frage letztlich doch wieder auszuweichen, in-

dem er ausführt, er habe den Inhaber einer C._____ im Restaurant gesehen, was 

– wörtlich betrachtet – nicht viel aussagt. Insbesondere auch die drei unmittelbar 

darauf  

folgenden Antworten AD._____s (ebenda, Ziff. 11-13) belegen anschaulich, wie 

schwer sich AD._____ anfänglich damit tut, den Beschuldigten als Mittäter zu be-

nennen. Dass AD._____ den Beschuldigten anfänglich derart ausweichend und  

zurückhaltend beschuldigt, spricht gegen die Hypothese einer falschen Anschul-

digung. Auch wenn AD._____ – in Abweichung von AE._____s Aussage, wonach 

sie beide Angst vor dem Beschuldigten gehabt hätten –, mehrfach betont, er habe 

keine solche Angst gehabt (HD Urk. S. 5 Ziff. 27; ebenda, S. 8 Ziff. 36 und 37), 

erscheint es im Lichte des vorerwähnten Antwortverhaltens naheliegend, dass 

dem eben gerade nicht so war. Trotz der anfänglichen Zurückhaltung räumt 

AD._____ namentlich ein, der Beschuldigte habe die AF._____ finanziert (HD 

Urk. 4/4 S. 4 f.  

Ziff. 22 und 24), es seien über die AF._____ für ihn Waren bestellt worden (HD  

Urk. 4/4 S. 9 Ziff. 40) und der Beschuldigte sei Mittäter im Umfang von 20-30% 

Tatanteil (HD Urk. S. 10 Ziff. 44).  

Aus letztgenanntem Punkt wird überdies deutlich, dass AD._____ der Ansicht ist, 

AC1._____ sei der Haupttäter gewesen, und zwar mit einem Tatanteil von 50% 

(HD Urk. S. 10 Ziff. 44; ebenda, S. 11 Ziff. 49 und S. 13 Ziff. 57).  

Namentlich die letztgenannte Divergenz zu AE._____s Aussage, der nicht 

AC1._____, sondern den Beschuldigten als Haupttäter betrachtet, sowie weitere 

Divergenzen, sprechen gegen die Hypothese, dass AE._____ und AD._____ sich 

abgesprochen  

haben, den Beschuldigten zu Unrecht zu belasten. Wie schon erwähnt, weist 

-   24   - 

auch die zurückhaltende Art, mit der AD._____ den Beschuldigten belastet, in die  

gleiche Richtung. Andererseits deuten die Übereinstimmungen im Kernbereich 

der Belastungen darauf hin, dass diese einen erlebnisbasierten Hintergrund  

haben.  

5. Die Einvernahmen des Beschuldigten 

5.1. Die Ersteinvernahme des Beschuldigten 

Nachdem der Beschuldigte, wie vorstehend ausgeführt, von AC1._____, 

AE._____ und AD._____ belastet worden war, wurde er am 5. August 2008 zur 

erstmaligen Einvernahme vorgeführt und anschliessend in Untersuchungshaft ge-

setzt. Nach anfänglichen Fragen zu anderen Themen wurde er aufgefordert, sei-

ne Beziehung zur AF._____ zu schildern. Daraufhin führte er im Wesentlichen 

aus, er habe von der AF._____ gegen Barzahlung von Fr. 50'000.– AL._____      

[Getränk] und AM._____ [Getränk] gekauft, weil diese  

Produkte günstig gewesen seien (HD Urk. 2/2 S. 5 Ziff. 19 und 20), die Quittung 

sowie die dazugehörige Buchhaltung sei bei einem Brand vernichtet worden  

(HD Urk. 2/2 S. 7 Ziff. 27 und 28; ein solcher Brand hat tatsächlich stattgefunden: 

HD Urk. 9/5). 

Die Art und Weise, wie der Beschuldigte die näheren Umstände dieses Barzah-

lungskaufs von Getränken schildert (siehe dazu: HD Urk. 2/2 S. 5 f. Ziff. 20), 

erscheint – bezogen auf die Natur des Geschäfts – umständlich und sonderbar:  

Im Vorfeld des Kaufes sei es insgesamt zu drei persönlichen Treffen zwischen 

den Vertragsparteien gekommen (wobei die Distanz zwischen dem damaligen 

Sitz der C._____ in AN._____ [Ortschaft] und AD._____s Restaurant in AO._____ 

[Ortschaft] immerhin rund  

134 Kilometer beträgt). Der Beschuldigte sei zunächst von AE._____, dann noch 

einmal von AE._____ und AD._____ besucht worden, und er sei dann von 

AD._____ und AE._____ in deren Restaurant in AO._____ eingeladen worden, 

nachdem er diese  

– sic! – zunächst nicht ernst genommen habe. Es ist jedenfalls nicht ohne  

-   25   - 

weiteres ersichtlich, was es an diesen drei persönlichen Treffen effektiv zu  

diskutieren gab. Auch die Aussage, er habe AD._____ und AE._____ zunächst 

nicht ernst genommen, weshalb sie ihn in ihr Restaurant nach AO._____ eingela-

den  

hätten, fällt im vorliegenden Kontext auf. Unklar bleibt auch, warum der Beschul-

digte die AF._____ letztlich dann doch ernst genommen hat (denn er spricht ja 

nur  

davon, dass er AD._____ und AE._____ zuerst nicht ernst genommen habe). Ins-

besondere nach dem Besuch im besagten Restaurant hätte ihm an sich als son-

derbar auffallen müssen, dass eine Gesellschaft mit offiziellem Namen „AF._____ 

AG“ mit Sitz in … einer Dorfbeiz in AO._____ bei international tätigen Gross-

lieferanten wie AM._____ und AL._____ Getränke zu einem Preis einkaufen 

konnte, der so tief war, dass er – der professionelle Getränkehändler – das Ganze 

zunächst nicht ernst nehmen konnte.  

Ebenso wenig leuchtet ein, warum die AF._____ derart daran interessiert war, 

dass ausgerechnet der Beschuldigte von ihr Getränke erwarb und ihn deswegen  

zwei Mal besuchte und ein weiteres Mal zu sich ins Restaurant einlud. Ist der 

Verkaufspreis nämlich günstig, lassen sich im Allgemeinen unschwer Abnehmer 

finden, ohne dass ein derartiger Aufwand betrieben werden muss. Unklar bleibt 

auch, wie die AF._____ überhaupt ausgerechnet auf den Beschuldigten als po-

tenziellen Käufer aufmerksam wurde. 

Anlässlich dieses dritten Kontakts zwischen dem Beschuldigten und der AF._____ 

bzw. anlässlich seines erstmaligen Besuches in AO._____ hat der Beschuldigte, 

aus welchen Gründen auch immer, die AF._____ und ihr Angebot dann doch 

ernst  

genommen: „Dann habe ich von denen AM._____ und AL._____ gekauft und ha-

be auch bar bezahlt“, und zwar für ca. Fr. 50'000.– (HD Urk. 2/2 S. 6 Ziff. 20). Und  

sogleich fügt der Beschuldigte an: „AC1._____ habe ich das erste Mal bei mei-

nem 3. Besuch in AO._____ gesehen.“ Anlässlich dieses Besuches habe ihm 

AC1._____ spontan D._____-Computer angeboten, er habe dann auch gekauft 

(dazu Näheres sogleich unten; zu den anlässlich der Hausdurchsuchung sicher-

-   26   - 

gestellten  

Geräten: HD Urk. 12/24 S. 3; HD Urk. 20/5 S. 2 HD-Pos. 10/17 und 10/18). Vor 

diesem Hintergrund erscheint sonderbar, weshalb sich der Beschuldigte dann 

überhaupt ein zweites und ein drittes Mal nach AO._____ begab, wenn er doch  

anlässlich seines ersten dortigen Besuchs für Fr. 50'000.– AL._____ und 

AM._____ eingekauft und bezahlt haben will und ansonsten von keinen weiteren 

Einkäufen (mit Ausnahme der spontan gekauften Computer) die Rede ist. 

Wie erwähnt, legte der Beschuldigte dar, anlässlich seines dritten Besuchs in 

AO._____ habe ihm AC1._____ D._____ Computer verkauft. Nach diesem Kauf 

habe er, der Beschuldigte, D._____ angerufen und gefragt, ob mit diesen Laptops 

etwas nicht stimme. Dieses Vorgehen erscheint sonderbar, würde sich doch ein 

Käufer, wenn schon, dann vor und nicht nach dem Kauf danach erkundigen, ob 

mit der Ware etwas nicht stimme. Eigenartigerweise erwähnt der Beschuldigte an 

dieser Stelle den entscheidenden Punkt gerade nicht, nämlich, was ihm denn 

D._____ auf seine Nachfrage hin sagte. An anderer Stelle in der gleichen Einver-

nahme (HD Urk. 2/2 S. 8 Ziff. 34) schildert der Beschuldigte diesen Computerkauf 

wie folgt: Er habe vier Laptops von der AF._____ gekauft und bezahlt. Dann habe 

er mit der D._____ telefoniert und gemeldet, dass er die Laptops gegen Bezah-

lung gekauft habe. An dieser Stelle erwähnt der Beschuldigte also nicht mehr, 

dass er sich bei der D._____ danach erkundigte, ob mit diesen Laptops etwas 

nicht stimme, sondern will bei der D._____ lediglich seinen Kauf „gemeldet“ ha-

ben, wobei der Sinn dieser Meldung im Dunkeln bleibt. Alsdann fügt der Beschul-

digte hinzu (HD Urk. 2/2 S. 8 Ziff. 34 a.E.): „Die D._____ sollte die Quittungen ha-

ben.“ Auch hier leuchtet nicht ein, warum gerade die D._____ die Quittungen sei-

nes Kaufes bei der AF._____ haben soll. Die bei der D._____ edierten Akten, die 

auch den Kontakt mit der AF._____ weitgehend dokumentieren, enthalten keine 

Hinweise auf ein derartiges Telefonat (HD Urk. 12/1-36, insb. 12/4). 

Indem der Beschuldigte aussagte, bei D._____ nachgefragt zu haben, ob mit den  

Laptops etwas nicht stimme, und auch das Getränkeangebot „zunächst nicht 

ernst“ nahm, räumte er ein, dass er Verdacht schöpfte, dass mit der AF._____ 

etwas nicht stimmen könnte und er somit kein ahnungsloser Käufer war.  

-   27   - 

Dass der Beschuldigte aber nicht nur Verdacht schöpfte, sondern zu den eigentli-

chen „Eingeweihten“ gehörte, deutet er in einer späteren Einvernahme selbst an, 

wobei auffällt, dass der Beschuldigte diesen Punkt zu Beginn der Einvernahme 

von sich aus präzieren wollte, also nicht danach gefragt wurde (HD Urk. 2/4 S. 1 f. 

Ziff. 3 a.E.): Er sei mit AC1._____ im AF._____-Büro gewesen, als dessen 

Schwester AP._____, die er ebenfalls noch nie gesehen hatte, eingetreten sei; 

weiter führt es aus: „Dann sagte AC1._____ zu AP._____, ob sie das Geld mitge-

bracht hätte. AP._____ wurde plötzlich stutzig, sie wusste nicht was sie sagen 

sollte. AC1._____ sagte weiter, es sei kein Problem, sie könne reden [Hervorhe-

bung hinzugefügt].“ AP._____ habe dann eine Akte aufgemacht und ein aus 200- 

und 1000-Frankennoten bestehendes Geldbündel herausgenommen (HD Urk. 2/4 

S. 2 Ziff. 4 a.A.). AC1._____ habe dann  

AE._____ angewiesen, mit diesem Geld Rechnung von I._____ bezahlen zu  

gehen, worauf dieser erwidert habe, er sei nicht der Besitzer der AF._____, er 

wolle keine Probleme bekommen. AC1._____ habe ihm daraufhin gesagt, er solle 

das Geld im Namen von AD._____ einzahlen. Der Umstand, dass AP._____ 

plötzlich stutzig wurde und erst weitersprach, nachdem AC1._____ ihr sagte, sie 

könne – nota bene in  

Gegenwart des Beschuldigten – reden, deutet daraufhin, dass der Beschuldigte in 

ein Vorhaben „eingeweiht“ war, dem ein konspirativer Charakter zukam. Dass  

AE._____ sodann fürchtete, er könne durch eine blosse Bargeldeinzahlung für ei-

ne Lieferantenrechnung „Probleme bekommen“, zeigt, dass diese Einzahlung 

nicht in einem alltäglichen, unverfänglichen Kontext erfolgte. 

Ausserdem berichtet der Beschuldigte, nach seinem Telefonat mit D._____ habe 

ihn ein Herr AQ._____ von AM._____ angerufen und ihn gefragt, ob er von der 

AF._____ Waren gekauft hätte und ob er sie bezahlt hätte (HD Urk. 2/2 S. 6 Ziff. 

20 a.E.). Dies habe er bejaht und gesagt, wenn er „die Ware nicht bezahlt hätte, 

dann hätte [er] die Waren der AM._____ bezahlen können“ (HD Urk. 2/2 S. 6  

Ziff. 21). Dieser Dialog wirkt – bei näherer Betrachtung – lebensfremd, denn ein 

Käufer käme angesichts der vorstehend wiedergegebenen Fragen kaum spontan 

auf die Idee, dem Lieferanten seines Verkäufers die Zahlung des Kaufpreises  

-   28   - 

anzubieten, zumal er sich dadurch dem Risiko einer Doppelzahlung aussetzen 

würde. 

Alsdann fährt der Beschuldigte wie folgt fort (HD Urk. 2/2 Ziff. 21): Ca. eine  

Woche später, also nach dem vorerwähnten Telefonat mit AM._____ habe ihn 

AE._____ angerufen und gefragt, ob er weitere Ware beziehen wolle, was er  

verneint habe. Zwei Wochen danach sei AD._____ zu ihm gekommen und habe 

ihm gesagt, er habe Ware von der AF._____ gekauft und nicht bezahlt. Hierbei 

erstaunt, weshalb die AF._____ überhaupt auf die Idee kommen konnte, der Be-

schuldigte habe Ware bezogen und nicht bezahlt, wenn die AF._____ doch, wie 

der Beschuldigte mehrfach ausführte, jeweils „mit Barzahlung“ arbeitete (HD Urk. 

2/2 S. 5 Ziff. 20; ebenso: HD Urk. 2/4 S. 2 Ziff. 5, wo der Beschuldigte aussagt, 

AC1._____ habe ihm gegenüber gesagt: „[...] Du siehst wir arbeiten immer bar 

[...]“). Der Beschuldigte habe AD._____ daraufhin geantwortet, er sei in den Feri-

en gewesen und sei erst vor zwei Tagen zurückgekommen und weil er nicht da 

gewesen sei, habe niemand Waren kaufen können. Zwei Wochen später sei 

AD._____ wieder zu ihm gekommen, und zwar mit dem Lieferbeleg einer Trans-

portfirma, woraus man gesehen habe, dass er nur zwei Mal Ware von der 

AF._____ bezogen habe. Auch hier mutet seltsam an, dass AD._____ den Be-

schuldigten eigens noch einmal aufsuchte, wenn sich die Sache doch aufgrund 

des Lieferscheins geklärt hatte und sich dieser Lieferschein bereits in AD._____ 

Besitz befand.  

Bei dieser Lieferung handelte es sich um den erwähnten Kauf von AM._____ und 

AL._____. Angesichts der Tatsache, dass die Lieferung von einem Transportun-

ternehmen ausgeführt wurde, erstaunt es, dass der Beschuldigte sich nicht dazu 

äussert, wie denn die angebliche Barzahlung konkret abgewickelt wurde. Auch 

dem Lieferschein kann diesbezüglich nichts entnommen werden (HD Urk. 4/1 S. 7 

ff.).  

Insbesondere: Der Beschuldigte zum angeblichen Rachemotiv 

Auf die Frage, warum sich AE._____ und AC1._____ derart selbst belasten, mit 

Bezug auf den Beschuldigten aber lügen sollten (HD Urk. 2/2 S. 8 Ziff. 35), ant-

-   29   - 

wortete der Beschuldigte: Der Grund hierfür könne sein, dass er dem AD._____ 

geraten habe, zur Polizei zu gehen und eine Anzeige zu machen.  

Wie sich aus späteren Einvernahmen des Beschuldigten ergibt (u.a. Urk. 119 

S. 17; Urk. 188 S. 13 ff., 35, 38 und 42), erfolgte dieser angebliche Ratschlag zur 

Anzeigeerstattung (HD Urk. 2/2 S. 8 Ziff. 35) im Zusammenhang mit der von 

AD._____ an den Beschuldigten gerichteten Zahlungsaufforderung für angeblich 

bezogene Getränke (HD Urk. 2/2 S. 6 Ziff. 21). Eigenartigerweise erwähnt 

A._____ bei seiner ersten und überdies ausführlichen Schilderung dieses Vorfalls 

(HD Urk. 2/2 S. 6 Ziff. 21) diesen wesentlichen Umstand (also seinen an 

AD._____ gerichteten Ratschlag zur Polizei zu gehen) nicht. Statt dessen ist le-

diglich davon die Rede, dass sich der Vorwurf auf Grundlage eines Lieferscheins 

als unzutreffend erwiesen  

hatte (HD Urk. 2/2 S. 6 Ziff. 21). Dass der Beschuldigte AD._____ anlässlich die-

ses Vorfalls dann doch zu einer Anzeige bei der Polizei riet, erwähnt der Beschul-

digte erst, als er gefragt wird, weshalb ihn AE._____ und AC1._____ derart belas-

ten würden. 

Nicht nur AE._____ und AC1._____ haben den Beschuldigten belastet, sondern 

auch AD._____ (vgl. HD Urk. 119 S. 17). Mit Blick auf die eben erwähnte Argu-

mentation des Beschuldigten leuchtet allerdings namentlich nicht ein, weshalb ge-

rade AD._____ ein Motiv haben sollte, sich am Beschuldigten zu rächen, nach-

dem dieser ihm geholfen hatte, indem er ihn beriet (vgl. auch HD Urk. 2/4 S. 8 

Ziff. 16) und sich der anfänglich an den Beschuldigten gerichtete Vorwurf dank 

des Lieferbelegs als  

unzutreffend erwiesen hatte. 

Gegen das vom Beschuldigten ins Feld geführte Rachemotiv spricht auch der  

folgende Umstand: AC1._____, AD._____ und AE._____ sagten letztlich im We-

sentlichen übereinstimmend aus, der gemeinsame deliktische Plan (d.h. von 

AC1._____, AD._____, AE._____ sowie des Beschuldigten) habe darin bestan-

den, dass AD._____ nach seiner Rückkehr aus den (für ihn ein Alibi bewirkenden) 

Ferien zur Polizei gehen solle, um eine Anzeige gegen AC1._____ bzw. 

AC2._____ (AC1._____s alias-Name) zu  

-   30   - 

machen, der sich zu jenem Zeitpunkt bereits ins Ausland abgesetzt haben würde; 

dabei solle AD._____ AC1._____ beschuldigen, während AD._____s Ferienab-

wesenheit  

eigenmächtig Waren bestellt und ihn übers Ohr gehauen zu haben (HD Urk. 2/5 

S. 17 f.). Mit im Wesentlichen diesem Inhalt wurde die Anzeige von AD._____ 

dann auch tatsächlich eingereicht (HD Urk. 4/1). Bestand somit eine vorgängige  

gemeinsame Absprache zur Einreichung einer Anzeige bei der Polizei, ist nicht 

ersichtlich, wie aus der Ausführung dieses planmässigen Verhaltens ein  

Rachemotiv entstehen könnte. 

Kommt dazu, dass der Beschuldigte im Laufe des Verfahrens verschiedene  

Motive für eine Verschwörung erwähnt hat: Zuerst war es sein Rat an AD._____, 

bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Später führte er als Grund an, dass er - der  

Beschuldigte - über die Feiertage 2005/2006 in die Ferien gereist sei. Erst viel 

später - und dies wurde vom Beschuldigten auch anlässlich der Berufungsver-

handlung betont (Urk. 188 S. 13 - 17) - schob er als weiteren (allenfalls ent-

scheidenden) Grund nach, er habe der AF._____ das Geschäft kaputt gemacht, 

indem er den Abnehmern der AF._____ mitgeteilt habe, diese sollten von der 

AF._____ keine  

Ware mehr beziehen. Auch hier hat sich der Beschuldigte die Frage gefallen zu 

lassen, weshalb er den letzten Grund, der ihm ja so wichtig schien, nicht bereits 

am Anfang genannt hat. 

Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die vorstehend dargelegte Häufung von 

Ungereimtheiten (und namentlich von logischen Inkonsistenzen) darauf hindeutet, 

dass die Aussagen des Beschuldigten zwar nicht gänzlich eines realen Hinter-

grunds entbehren, aber doch aus einer Vermischung von erlebnisbasierten und 

fantasierten Elementen bestehen, und zwar derart, dass das effektiv Vorgefallene 

durch Umdeutungen verfälscht wird.  

5.2. Die weiteren Einvernahmen des Beschuldigten 

Die vorstehenden Widersprüche werden auch in den nachfolgenden Einver-

nahmen des Beschuldigten (unter Einschluss der Konfrontationseinvernahme) 

-   31   - 

nicht geklärt; stattdessen verwickelt sich der Beschuldigte in weitere Wider-

sprüche. Es ist deshalb nicht ersichtlich, wie die Verteidigung zum Schluss  

kommen kann, der Beschuldigte habe während des ganzen Verfahrens gleich-

bleibend und schlüssig ausgesagt (Urk. 191 S. 19). Gegenteils erscheint das 

Aussageverhalten des Beschuldigten völlig unglaubhaft und beschönigend. Dazu 

einige Beispiele: 

Die ihm am 22. Dezember 2005 via AH._____ Transport gelieferten Getränke 

(AM._____ und AL._____) will der Beschuldigte am 23. Dezember 2005 bar be-

zahlt haben, und zwar an AD._____ und AE._____, die ihn deswegen aufgesucht 

hätten (HD Urk. 2/5 S. 14 Mitte). Er habe ihnen schon früher Geld gegeben, das 

er da in  

Abzug gebracht habe. Neu spricht der Beschuldigte also von einer angeblichen 

Anzahlung. Damit widerspricht er seiner Erstaussage, wonach er im Zuge seines 

ersten Besuches in AO._____ für Fr. 50'000.– AL._____ und AM._____ gekauft 

und bezahlt habe (HD Urk. 2/2 Ziff. 20). Später führte er aus, beim dritten Kontakt 

bzw. beim ersten Besuch in AO._____ von der AF._____ AM._____ und 

AL._____ für Fr. 50'000. –  

gekauft zu haben. Anlässlich der Berufungsverhandlung konnte oder wollte er 

sich nicht mehr daran erinnern (Urk. 188 S. 31). 

Um den 23. Dezember 2005 herum kam es gemäss insofern im Wesentlichen 

übereinstimmenden Angaben von AC1._____, AE._____ und AD._____ übrigens 

tatsächlich zu einem bzw. zu zwei Treffen mit dem Beschuldigten, allerdings aus 

einem  

anderen Grund (HD Urk. 2/5 S. 11 f.): AC1._____, AD._____ und AE._____ ver-

langten vom Beschuldigten zumindest einen Teil des von ihm durch den Weiter-

verkauf einkassierten Erlöses, was dieser jedoch ablehnte, so dass es zum Zer-

würfnis kam und ab diesem Datum keine Waren mehr an den Beschuldigten wei-

tergeliefert, sondern direkt anderweitig verkauft wurden. 

Andernorts sagte der Beschuldigte weiter, er sei im Anschluss an das (einmalige) 

Treffen mit AC1._____, das Mitte Dezember 2005 stattgefunden habe, in die Tür-

kei in die Ferien verreist (HD Urk. 2/3 S. 3), wobei diese Ferien ganze drei Wo-

-   32   - 

chen im Monat Dezember gedauert hätten (HD Urk. 2/2 S. 10 Ziff. 43). Anlässlich 

der  

Berufungsverhandlung wusste der Beschuldigte nicht mehr, wann genau er in die 

Ferien abgereist war und wie lange die Ferien dauerten; jedenfalls sei es sicher 

vor Silvester gewesen, allenfalls sogar vor Weihnachten (Urk. 188 S. 43). An  

anderer Stelle sagt der Beschuldigte dann allerdings wieder, er habe AD._____ 

gegen eine unterschriebene Quittung Geld gegeben, bevor er, der Beschuldigte, 

in die Ferien verreist sei (HD Urk. 2/4 S. 20 Ziff. 54 a.E.). Hätte dies effektiv am 

vorerwähnten 23. Dezember 2005 stattgefunden, hätten seine Ferien erst recht 

nicht drei Wochen im Monat Dezember dauern können, wenn er ja angeblich 

noch  

Mitte Dezember 2005 in AO._____ war.  

An einer weiteren Stelle führt der Beschuldigte Folgendes aus (HD Urk. 2/3 S. 3 

unterhalb Mitte): „Die erste Ware habe ich von der AF._____ bei AD._____ per-

sönlich gekauft und bezahlt. Es stimmt, dass zu jenem Zeitpunkt  AC1._____ 

noch nicht bei der AF._____ war.“ Sonderbar erscheint, dass der Beschuldigte 

von der  

ersten Ware, die er gekauft habe, spricht, denn – jedenfalls in seiner Erst-

einvernahme – behauptet er, lediglich einmal Ware gekauft zu haben, nämlich 

AL._____ und AM._____, und diese Ware wurde am 22. Dezember 2005 an den  

Beschuldigten geliefert. Wenn der Beschuldigte an anderer vorerwähnter Stelle 

ausführt, er habe diese Ware aber am 23. Dezember bezahlt (HD Urk. 2/5 S. 14), 

so war AC1._____ zu diesem Zeitpunkt aber schon bei der AF._____ tätig (näm-

lich seit mindestens Mitte Dezember 2005).  

Auf einmal berichtet der Beschuldigte dann aber, er habe auch einmal selbst mit 

seinem Lieferwagen Ware bei der AF._____ abgeholt; es habe sich um AM._____  

gehandelt (HD Urk. 2/4 S. 18 Ziff. 48). 

In der Konfrontationseinvernahme (HD Urk. 2/5 S. 6) sagte AD._____ (und ähn-

lich vor ihm auch AE._____ und AC1._____) aus, der Beschuldigte habe ihnen 

anfänglich  

genau die Geldbeträge bar übergeben, die nötig gewesen seien, um die Rech-

-   33   - 

nungen zu bezahlen. Daraufhin insistiert der Beschuldigte, er habe die Rechnun-

gen nie gesehen und es müssten sich ansonsten darauf seine Fingerabdrücke 

finden. Damit verneint er jedoch nur explizit, die Rechnungen gesehen bzw.  

berührt zu haben, nicht jedoch, dass er genau das Bargeld übergab, das dem  

jeweiligen Rechnungsbetrag entsprach. Ein solches Aussageverhalten, das dem 

eigentlichen Kern des Vorwurfs lediglich ausweicht, ist ein typisches Lügensignal. 

Wie bereits erwähnt, hatte AE._____ auf die Frage, warum er und AD._____ an-

lässlich ihrer ersten Einvernahme nicht erwähnt hatten, dass der Beschuldigte fi-

nanziert und kassiert habe, wie folgt geantwortet: „Wir haben ja Angst. Er ist auch 

einer der Freunde von AK._____. Es ist eine zusammenhängende Bande.“ Der  

Beschuldigte bestritt auf entsprechenden Vorhalt hin, dass AD._____ und 

AE._____ Angst vor ihm gehabt hätten und fügte an (HD Urk. 2/4 S. 9 Ziff. 22): 

„Was AK._____ betrifft, ich kenne ihn.“ Er sei in diesem Geschäft ein sehr be-

kannter  

Betrüger gewesen. In der gleichen Einvernahme sagte der Beschuldigte alsdann 

(HD Urk. 2/4 S. 13 Ziff. 32): „Dass ich AK._____ kenne, ist Lüge.“ 

Ein widersprüchliches Aussageverhalten zeigte der Beschuldigte auch anlässlich 

seiner Befragung in der Berufungsverhandlung. Auf die Frage, wann er letztmals 

Kontakt mit AE._____ gehabt habe, antwortete der Beschuldigte zunächst 

(Urk. 188 S. 18): „Seitdem ich im Jahr 2005 Geschäfte mit ihm gemacht habe, 

hatte ich keinen Kontakt mehr. Ich habe nur über Drittpersonen Kontakt zu ihm 

gehabt.“ Diese Aussage bestätigte er später noch einmal ausdrücklich (Urk. 188 

S. 44). Auf entsprechenden Vorhalt (HD 2/5 S. 21 oben) kam dem Beschuldigten 

dann aber in den Sinn, dass es im Jahr 2007 noch zu einem Treffen zwischen ihm 

und AE._____ gekommen war (Urk. 188 S. 44). 

Weiter erwähnte der Beschuldigte, nicht direkt, aber „über Drittpersonen“ mit  

AE._____ Kontakt gehabt zu haben, und zwar letztmals vor ca. drei Monaten 

(Urk. 188 S. 18). Darauf angesprochen, wie man sich diesen indirekten Kontakt 

konkret vorstellen müsse (Urk. 188 S. 45), antwortete er, AE._____ sei in der  

Türkei zu einem Freund des Beschuldigten gegangen und habe diesem erzählt, 

dass er ihn, den Beschuldigten, unrechtmässig belastet habe. Auf die Frage, wie 

-   34   - 

dieser Freund heisse, konnte der Beschuldigte nur dessen Vornamen, nämlich 

 V._____, nennen sowie dass dieser in … wohne, wobei er die Adresse nicht 

kenne. Auf die Frage, warum er den Familiennamen seines Freundes nicht ken-

ne, gab er zur Antwort, er kümmere sich nicht um Familiennamen. Alsdann wurde 

der  

Beschuldigte gefragt, wie er mit diesem V._____ Kontakt gehabt habe (Urk. 188 

S. 46). Daraufhin antwortete er, wenn er in der Türkei sei, treffe er diesen oder 

aber er  

telefoniere mit ihm. Er habe seine Telefonnummer nicht im Kopf. Er gehe jedoch 

davon aus, dass die Nummer auf seinem Telefon gespeichert sei. Auf die Frage, 

ob er sein Telefon hier habe, antwortete der Beschuldigte: „Nein, ich habe es 

nicht mitgenommen.“ Nach der Mittagespause stellte der Verteidiger dem  

Beschuldigten die Ergänzungsfrage, ob er die Nummer V._____s mittlerweile ha-

be ausfindig machen können (Urk. 188 S. 77 f.). Daraufhin antwortete der Be-

schuldigte ja und nannte die Telefonnummer. Weiter fügte er hinzu, er habe das 

Handy nicht in seiner Tasche gehabt, dieses habe sich in der Tasche seiner Frau 

befunden. Darauf angesprochen, warum er dann vor der Mittagspause gesagt 

hatte, er habe das Telefon nicht hier bzw. er habe es nicht mitgenommen, wobei 

seine Frau stets direkt hinter ihm sass, wiederholte der Beschuldigte lediglich, das 

Telefon sei in der Tasche seiner Frau gewesen. 

Der Beschuldigte wich sämtlichen Versuchen, den vorerwähnten indirekten  

Kontakt mit AE._____ irgendwie zu konkretisieren, aus. Erneut darauf ange-

sprochen sagte er alsdann, er habe vor 3 Monaten zwar mit V._____ gesprochen, 

er wisse aber nicht mehr, ob man über AE._____ gesprochen habe. Als er darauf 

hingewiesen wurde, er habe vorher ausgesagt, vor ca. 3 Monaten über eine Dritt-

person mit AE._____ Kontakt gehabt zu haben, antwortete er, er könne sich nicht 

an Daten erinnern. Erneut darauf angesprochen, er habe doch vorher gesagt, er 

habe zuletzt vor ca. 3 Monaten mit AE._____ über Drittpersonen Kontakt gehabt, 

antwortete er: „Über Drittpersonen ja. Es ist meine Vermutung.“ Auf die Frage, 

was denn der Gegenstand dieses letzten indirekten, d.h. über V._____ erfolgten,  

Kontaktes mit AE._____ gewesen sei, antwortete der Beschuldigte – nachdem er 

unmittelbar zuvor noch geantwortet hatte, er wisse nicht mehr, ob er anlässlich 

-   35   - 

dieses Kontaktes mit V._____ über AE._____ gesprochen habe – AE._____ habe 

V._____  

gesagt, er habe ihn, den Beschuldigten, falsch angeschuldigt (Urk. 188 S. 47 f.). 

Auf die Frage, wann er erstmals von V._____ erfahren habe, AE._____ habe ihn 

zu  

Unrecht belastet, antwortete der Beschuldigte, er habe es nicht nur von V._____  

erfahren. Er habe es nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis von mehreren 

Verwandten erfahren, er könne nicht sagen, ob dies 2010 oder 2011 gewesen sei 

(Urk. 188 S. 48). Der Beschuldigte wurde am 27. Februar 2009 aus der Haft ent-

lassen (HD Urk. 49 S. 1). Danach wurde er im Zeitraum zwischen 3. März 2009 

bis 20. Januar 2012 insgesamt 8 Mal durch Polizei bzw. Staatsanwaltschaft  

befragt. In keiner Einvernahme erwähnt der Beschuldigte indes, AE._____ habe 

gegenüber Verwandten des Beschuldigten zugegeben, den Beschuldigten zu  

Unrecht belastet zu haben. Auf die weitere Frage, gegenüber welchen Verwand-

ten sich AE._____ so geäussert habe, antwortete der Beschuldigte zunächst: „Bei 

meinem Onkel mütterlicherseits“. Auf die Frage wie dieser denn heisse, nannte 

der Beschuldigte den Namen AR._____ und fügte sogleich hinzu, AE._____  

habe sich bei einer Schwester so geäussert (Urk. 188 S. 48). Damit widerspricht 

er sogleich seiner zuvor gemachten Aussage, wonach die erste diesbezügliche 

Äusserung AE._____s gegenüber dem Onkel (mütterlicherseits) des Beschuldig-

ten erfolgt sei. Wenn der Beschuldigte, wie er geltend macht, bereits nach seiner 

Entlassung aus dem Gefängnis, jedenfalls aber 2010 oder 2011, davon erfahren  

haben will, dass AE._____ ihn zu Unrecht belastete, fragt sich, weshalb es dann 

vor ca. 3 Monaten zwischen dem Beschuldigten und AE._____ zu einem über 

V._____ erfolgten indirekten Kontakt gekommen ist und was dessen Gegenstand 

war. Die widersprüchliche und ausweichende Art und Weise, wie der Beschuldigte  

schildert, wie und unter welchen Umständen er von diesem angeblichen  

Geständniswiderruf AE._____s erstmals erfahren haben will (ein Umstand der 

nach allgemeiner Lebenserfahrung derart einschneidend ist, dass er im Gedächt-

nis haften bleiben müsste), legt den Schluss nahe, dass die diesbezüglichen Aus-

sagen des Beschuldigten nicht erlebnisbasiert sind. 

-   36   - 

Anlässlich der Berufungsverhandlung versuchte der Beschuldigte diverse Wider-

sprüche in seinen Aussagen mit Dolmetscherproblemen zu erklären. Er machte 

geltend, in der Untersuchung habe er Protokolle ohne Beizug eines Dolmetschers 

unterzeichnen müssen. Es sei möglich, dass dort Fehler passiert seien. Er wisse 

nicht, was in den Protokollen stehe (Urk. 188 S. 25, 33 und 38 f.). Der Beschuldig-

te bestätigte in der Untersuchung jedoch jeweils unterschriftlich, dass seine Aus-

sagen richtig protokolliert und ihm vom Dolmetscher rückübersetzt wurden (HD 

Urk. 2/2 S. 13 f.; HD Urk. 2/3 S. 7; HD Urk. 2/4 S. 26; HD Urk. 2/5 S. 22; HD  

Urk. 2/7 S. 6 f.; HD Urk. 2/9 S. 12 f.; HD Urk. 2/10 S. 11; HD Urk. 2/11 S. 14; HD 

Urk. 2/13 S. 17; HD Urk. 2/14 S. 22; HD Urk. 2/15 S. 16). Einzig anlässlich der  

polizeilichen Einvernahme vom 12. August 2010 wurde im Einverständnis der 

Parteien auf eine Rückübersetzung verzichtet. Der Beschuldigte erklärte sich  

damit einverstanden, dass sein damaliger Verteidiger das Protokoll zur Befragung 

durchliest (HD Urk. 2/12 S. 15 f.). Er bestätigte in der Untersuchung zudem mehr-

fach, die dolmetschende Person zu verstehen bzw. verstanden zu haben (HD 

Urk. 2/9 S. 12; HD Urk. 2/10 S. 10; HD Urk. 2/11 S. 14; HD Urk. 2/12 S. 15; HD 

Urk. 2/13 S. 1 f.; HD Urk. 2/14 S. 1). Bei diesen Erklärungen hat er sich behaften 

zu lassen, zumal keinerlei Anhaltspunkte für eine gegenteilige Annahme vor-

liegen. 

6. Die CD 

Wie bereits erwähnt, liess AC1._____ bald nach seiner Verhaftung und ersten 

Einvernahme über seinen Anwalt eine CD zu den Akten einreichen (HD Urk. 6/5 

S. 1 Ziff. 1 und dortige Protokollnotiz). Gemäss AC1._____ enthält diese CD Da-

ten, die von der Festplatte eines damals bei der AF._____ benutzten Computers 

stammen (CD = HD Urk. 35/1; Ausdrucke relevanter CD-Inhalte: HD Urk. 35/2-

69), namentlich zwei Excel-Tabellen (HD Urk. 35/2 mit Dateinamen 

„AS1._____.xls“ sowie HD Urk. 35/3 mit Dateinamen „AS2._____.xls“, beide im 

Ordner „war auf Desktop“), aus denen die Warenbezüge des Beschuldigten (HD 

Urk. 6/6 S. 2 Ziff. 4) sowie die von den  

Tätern investierten Beträge ersichtlich seien (dazu: HD Urk. 35/2 S. 2 a.E.). 

AC1._____ führt aus, er habe diese Tabellen während der Deliktsausführung er-

-   37   - 

stellt, sie seien allerdings damals für jedermann von der AF._____ einsehbar ge-

wesen (HD Urk. 6/6 S. 2 Ziff. 5). 

Der Beschuldigte bestreitet die Authentizität dieser CD und anerkennt ihren Inhalt 

nicht (u.a. HD Urk. 2/14 S. 3; HD Urk. 2/2 S. 10 Ziff. 41; HD Urk. 2/4 S. 11 Ziff. 27; 

Urk. 188 S. 33 ff.). Der Beschuldigte war nicht in der Lage, irgendwelche Angaben 

darüber zu machen, wann und wie diese CD erstellt wurde. Der Beschuldigte  

hatte auch keine Erklärung dafür, weshalb die auf der CD gespeicherten Beträge 

mit Belegen von Lieferanten verifiziert werden konnten. Als Begründung seiner 

Sichtweise brachte er hauptsächlich vor, AE._____ habe ihm gesagt, dass es sich 

um eine Fälschung handle (Urk. 188 S. 34 f.). 

AC1._____ macht geltend, nach seiner Verhaftung habe er veranlasst, dass seine 

Schwester AP._____ AC1._____ diese CD bei AE._____ beschaffe. Via seinen 

Anwalt sei die CD schliesslich eingereicht worden (HD Urk. 6/7 S. 3 Ziff. 7).  

Auf Vorhalt von AC1._____s vorerwähnter Aussage antwortete AE._____ (HD 

Urk. 5/6 S. 17 Ziff. 78): „Es stimmt, was er erzählt. Diese CD war bei mir. Als 

AC1._____ verhaftet wurde, hat mich AP._____ AC1._____ angerufen und ge-

sagt, sie wolle diese CD haben, um diese dem Staatsanwalt zu übergeben. Ich 

sagte ihr, sie könne die CD abholen. Dann kam sein Vater und holte diese CD.“ 

Weiter führte AE._____ aus, AC1._____ habe die Daten damals ab dem PC auf 

CD gebrannt und ihm die CD übergeben (HD Urk. 5/6 S. 17 Ziff. 79). Auf Vorhalt 

der vorerwähnten zwei Excel-Tabellen erläutert AE._____, darin sei die Ware 

aufgelistet, die zu A._____ gegangen sei. Es könne auch sein, dass gewisse Wa-

ren nicht notiert worden seien; und weiter (HD Urk. 5/6 S. 17 f. Ziff. 81): „Ich habe 

die Tabellen schon während  

meiner Zeit bei der AF._____ gesehen, als diese erstellt worden sind.“ Wie er-

wähnt, listet die Excel-Tabelle „AS1._____.xls“ (HD Urk. 35/2) die von den Tätern 

investierten  

Beträge auf. Demnach soll AE._____ Fr. 10'000.– in die AF._____ investiert ha-

ben.  

AE._____ bezeichnet diesen Betrag als zutreffend (HD Urk. 5/6 S. 18 Ziff. 82). 

-   38   - 

Auch AD._____ bezeichnet – auf entsprechenden Vorhalt – die ihm in der ge-

nannten Tabelle zugeschriebene Investition von Fr. 6'000.– als zutreffend. Die 

dort vermerkten Fr. 6’000.– würden dem Betrag entsprechen, den er für den Kauf 

des  

Aktienmantels der AF._____ ausgegeben habe, der dann zur AF._____ wurde 

(HD Urk. 4/4 S. 3 Ziff. 20). Weiter räumt AD._____ ein, es sei möglich, dass er die 

Tabelle bereits bei der AF._____ gesehen habe (HD Urk. 4/4 S. 6 Ziff. 28). In sei-

ner damaligen  

Anzeige bei der Polizei (die, wie bereits erwähnt, abgesprochen war und mit dem 

ebenfalls abgesprochenen Untertauchen AC1._____s einherging) wies AD._____ 

übrigens darauf hin, es seien 2 PC’s der AF._____ mitsamt Zubehör verschwun-

den (HD  

Urk. 4/1 S. 1 Mitte). Dies deutet darauf hin, dass es ebenfalls zum Tatplan gehör-

te, die PC’s verschwinden zu lassen, da sich darauf kompromittierendes Beweis-

material befunden haben dürfte, und es erscheint insofern auch naheliegend, 

dass AC1._____, der primär mit dem Computer beschäftigt war, die fraglichen 

Daten auf eine CD gebrannt und AE._____ übergeben hat, bevor er untertauchte 

bzw. in die Türkei abreiste. In der Tat wurde die Excel-Tabelle „AS2._____.xls“ 

(HD Urk. 35/3) zuletzt am 10. Januar 2005 um 21:50 Uhr geändert (siehe im Do-

kument selber unter Rubrik „Datei“, dann „Eigenschaften“ und dann „Statistik“), 

also genau ein Tag, nachdem AD._____ angibt, aus den Türkeiferien zurückge-

kommen zu sein (HD Urk. 2/5 S. 10 unten) und planmässig an den Abschluss der 

ganzen Übung  

gedacht werden musste (da die Gläubiger aufgrund des Mahnfristenablaufs lang-

sam ungeduldig werden mussten). AC1._____ sagte zudem aus, am 14. oder  

15. Januar 2005 in die Türkei abgereist zu sein (HD Urk. 6/3 S. 2 Ziff. 8) und am 

18. Januar 2005 wurde AD._____ zum ersten Mal bei der Polizei in AO._____ 

vorstellig (HD Urk. 4/1 S. 1 a.A.). Diese zeitlichen Übereinstimmungen deuten da-

rauf hin, dass die Tabelle tatsächlich am genannten Datum zuletzt geändert wur-

de. 

Der übrige Inhalt der CD enthält eine Vielzahl weiterer Dokumente, die allesamt 

aus der damaligen tatrelevanten Zeit oder einer früheren Zeit stammen (wie  

-   39   - 

beispielsweise Vorlagen für Visitenkarten, Speisekarten für das Restaurant, 

Lohnabrechnungen betreffend das Restaurant etc.). Es liegen also nicht einfach 

zwei isolierte Excel-Tabellen vor, sondern diese befinden sich inmitten von Daten, 

deren Inhalt und Erstellungsdaten die Behauptung stützen, es handle es sich um 

zum damaligen Zeitpunkt ab dem AF._____-Computer erstellte Kopie. 

Die Untersuchungsbehörde verglich die angeblichen Warenbezüge des Beschul-

digten (bzw. seiner C._____) von der AF._____, wie sie in der Excel-Tabelle 

„AS2._____.xls“ aufgeführt sind, mit den bei den Lieferanten der AF._____ unbe-

zahlt gebliebenen  

Waren gemäss deren internen Akten (HD Urk. 40/31). Mit Ausnahme der D._____ 

SA sowie der AM._____ AG bezahlte nämlich die AF._____ zunächst die  

Lieferungen der Geschädigten, um so Vertrauen für weitere bzw. grössere  

Lieferungen auf Rechnung aufzubauen. Der vorerwähnte Vergleich ergab, dass 

bei den Geschädigten Waren im Wert von total Fr. 333'172.35 unbezahlt ge-

blieben sind (HD Urk. 40/31 letzte Seite unten). Subtrahiert man von diesem  

Betrag die einzelnen Investitionen der Täter (bzw. Financiers), wie sie in der 

Excel-Tabelle „AS1._____.xls“ aufgeführt sind (HD Urk. 35/2 a.E), d.h. also unter  

Einschluss der angeblichen Investition des Beschuldigten von Fr. 163'000.–, so 

resultiert daraus ein Betrag von Fr. 136'172.35.– und dieser Betrag ist auffallend 

nah bei Fr. 138'989.70, dem Betrag, der gemäss der anderen Excel-Tabelle 

(„AS2._____.xls“ = HD Urk. 35/3) als „Kalan“, d.h. zu Deutsch als Überschuss 

ausgewiesen wird, also als das, was nach Abzug der Investitionen, übrig bleibt. 

Das der Abgleich zwischen Geschädigten-Akten und CD-Inhalt zu einer derarti-

gen Übereinstimmung führt, deutet ebenfalls darauf hin, dass die CD authentisch 

ist.  

Insgesamt steht damit fest, dass die CD authentisch ist. 

7. Fazit 

Wie gezeigt, erweisen sich die Belastungen des Beschuldigten durch AC1._____,  

AE._____ und AD._____ als glaubhaft, und zwar sowohl isoliert betrachtet als 

auch im Verbund miteinander. Bestätigt werden diese Belastungen zusätzlich 

auch durch die CD und insbesondere die auf ihr enthaltenen Excel-Tabellen, de-

-   40   - 

ren Authentizität, wie gezeigt, feststeht. Unglaubhaft sind demgegenüber die Er-

klärungen des Beschuldigten zu seinem Verhalten. Nach dem Gesagten steht 

damit fest, dass der Beschuldigte die AF._____ mit Fr. 163'000.– finanziert hat 

und die ausstehenden Forderungen der Geschädigten sich auf Fr. 333'172.35 be-

laufen. Demgegenüber müssen die Aussagen des Beschuldigten als widersprüch-

lich, oftmals ausweichend und beschönigend, jedenfalls insgesamt als unglaub-

haft bezeichnet werden. 

8. Weitere Tatsachenfeststellungen 

Erstellt ist weiter, dass der Beschuldigte den anderen Mittätern jeweils vorgab, 

welche Waren sie zu bestellen hatten. Die so bestellten Waren gelangten direkt 

nach ihrer Anlieferung – ohne Gegenleistung – von der AF._____ zur C._____, 

von wo aus der Beschuldigte sie umgehend weiterverramschte. Die ebenfalls auf 

der CD in Kopie vorgefundenen Rechnungen, auf denen die AF._____ gegenüber 

der C._____ für die erhaltenen Lieferungen jeweils „Betrag dankend erhalten“ be-

stätigte (siehe unter: HD Urk. 35/8 ff.), wurden lediglich zum Scheine ausgestellt, 

und es floss kein Geld (HD Urk. 2/5 S. 15 oben; HD 5/6 S. 23 Ziff. 99), zumal das 

ganze  

System ja darauf angelegt war, dass die Waren unentgeltlich von der AF._____ 

zur C._____ gelangten. AC1._____, AE._____ und AD._____ sagten überdies 

übereinstimmend und angesichts seiner Investition glaubhaft aus, der planmässi-

ge Beuteanteil des Beschuldigten hätte 50% betragen (HD Urk. 6/6 S. 1 unten; 

HD Urk. 6/7 S. 8  

Ziff. 24; HD 6/7 S. 14 Ziff. 42; HD Urk. 4/4 S. 4 f. Ziff. 24; HD Urk. 5/6 S. 16  

Ziff. 75). 

Der Beschuldigte betrieb insofern – zusammen mit seinen Mittätern – ein ausge-

klügeltes Bestellungsbetrügerei-System, das im Sinne der Rechtsprechung als 

sog. besondere Machenschaften zu qualifizieren ist. Aufgrund des gekauften  

Aktienmantels verfügte die AF._____ über einen makellosen Betreibungsregister-

auszug. Mit dem Namen AF._____ AG mit offiziellem Domizil in … (von wo aus 

eine Postumleitung nach AO._____ organisiert war), einem professionell  

wirkenden Internetauftritt mit dem Slogan „…, … und …“ (HD Urk. 8/16), mit Visi-

-   41   - 

tenkarten (HD Urk. 8/15) und einem redegewandten Einkaufsleiter AC1._____ an 

der Front (alias AC2._____) erweckte die AF._____ auf dem Markt den Eindruck 

eines seriösen Jungunternehmens. Zusätzlich gestärkt wurde  

dieses Vertrauen gegenüber sämtlichen Geschädigten (mit Ausnahme der 

AM._____ AG sowie der D._____ SA) dadurch, dass die AF._____ anfängliche 

Rechnungen mit den vom Beschuldigten zur Verfügung gestellten Geldmitteln 

pünktlich beglich. Von Beginn weg war allen Mittätern klar, dass die AF._____ 

eben gerade keine seriösen Geschäfte machen sollte, sondern einzig und allein 

auf die rasche Abwicklung von Bestellungsbetrügereien angelegt war, durch wel-

che die Lieferanten geschädigt und die Täter bereichert werden sollten. Die Fre-

quenz und der Umfang der ertrogenen Ware, die aufwändigen Machenschaften 

zur Deliktsvorbereitung und das arbeitsteilige Vorgehen zeigen, dass die Täter die 

Betrügereien in der Art eines eigentlichen Gewerbes begingen. 

Die Verteidigung beanstandet im Berufungsverfahren, dass dem Beschuldigten 

für die Bestellungen nach dem 23. Dezember 2005 von der Vorinstanz ebenfalls 

Mittäterschaft unterstellt werde. Die Vorinstanz führe diesbezüglich aus, es sei 

nicht erstellt, dass der Beschuldigte subjektiv nach dem 23. Dezember 2005  

Abstand vom Tatentschluss genommen habe. Richtigerweise müsste aber 

rechtsgenügend erstellt sein, dass der Beschuldigte nach dem 23. Dezember 

2005 immer noch den angeblichen Tatentschluss der anderen Beteiligten mitge-

tragen habe (Urk. 191 S. 20). Nachdem es zwischen dem Beschuldigten und den 

übrigen Beteiligten Ende Dezember 2005 nachweislich zu einem Zerwürfnis kam, 

kann dem Beschuldigten für die danach begangenen Delikte keine Mitwirkung 

angelastet werden. Dies wird ihm in der Anklage denn auch nicht vorgeworfen. In 

Bezug auf den Beschuldigten hält die Anklage vielmehr fest, er habe vom 14. bis 

23. Dezember 2005 Handelswaren von der AF._____ übernommen (HD Urk. 49 

S. 5, Ziffer A/8.). Dieser Zeitraum entspricht dem in der Anklage ebenfalls aufge-

führten Handelswert der Waren von ca. Fr. 333'000.–. Die Vorinstanz ging in die-

sem Punkt somit über die Anklage hinaus. 

9. Beweisanträge 

-   42   - 

Wie eingangs dargelegt, verlangt die Verteidigung in Bezug auf Anklageziffer A 

die Einvernahme von O._____, S._____, P._____, Q._____  

und R._____ durch das Berufungsgericht (Urk. 189 S. 1; Prot. II S. 13). 

Nach den aus Art. 29 BV fliessenden Verfahrensgarantien sind alle Beweise  

abzunehmen, die sich auf Tatsachen beziehen, die für die Entscheidung erheblich 

sind (BGE 127 I 54 E. 2b). Das hindert das Gericht nicht, einen Beweisantrag  

abzulehnen, wenn es in willkürfreier Würdigung der bereits abgenommenen  

Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei  

genügend abgeklärt, und es überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung der 

zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde auch 

durch diese nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 153 E. 3; Urteil des  

Bundesgerichts 6B_536/2013 vom 28.11.2013, E. 4.1                                                                                                                                         

). Gemäss Art. 343 StPO, der auch im Berufungsverfahren Anwendung findet (Art. 

405 Abs. 1 StPO), erhebt das Gericht neue und ergänzt unvollständig Beweise 

(Abs. 1), erhebt im Vorverfahren nicht ordnungsgemäss erhobene Beweise 

nochmals (Abs. 2) sowie  

ordnungsgemäss erhobene, sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels 

für die Urteilsfällung notwendig erscheint (Abs. 3).  

In Bezug auf O._____ macht die Verteidigung im Wesentlichen geltend,  

dieser wolle dem Gericht darlegen, dass der Beschuldigte mit den Betrügereien 

bei der AF._____ nichts zu tun gehabt habe und zu Unrecht beschuldigt worden 

sei. Es sei keineswegs so, dass der Anklagesachverhalt durch die gegebene Be-

weislage absolut zweifelsfrei erstellt sei. O._____ könne zu ganz entscheidenden 

Fragen Antworten gegeben und erst die Würdigung seiner Aussagen könne auf-

zeigen, ob diese Aussagen am Beweisergebnis etwas ändern könnten (Urk. 189 

S. 2). Wie bereits dargelegt, bestehen angesichts der breit abgestützten und er-

drückenden Beweislage keine Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt so zuge-

tragen hat, wie er dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfen wird. Im 

Rahmen der vorstehenden Beweiswürdigung und speziell im Zusammenhang mit 

der Analyse des Aussageverhaltens sowie der Aussageentwicklung der  

verschiedenen Beteiligten wurde insbesondere die Hypothese einer Falsch-

http://jumpcgi.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-54%3Ade&number_of_ranks=0#page54
http://jumpcgi.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-140%3Ade&number_of_ranks=0#page140
http://jumpcgi.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-153%3Ade&number_of_ranks=0#page153

-   43   - 

anschuldigung des Beschuldigten bzw. einer diesbezüglichen Absprache einge-

hend geprüft und deutlich verworfen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere  

Beweiserhebungen an diesem Ergebnis etwas ändern könnten. Eine weitere  

Befragung von O._____ erübrigt sich damit.  

Die Verteidigung beantragt weiter, S._____ sei einzuvernehmen, weil  

dieser ein paar Mal gesehen habe, wie der Beschuldigte in AO._____ Bargeld-

zahlungen getätigt habe. Als er gefragt habe, wofür das Geld sei, habe man ihm 

gesagt, es sei für die gekauften Waren (Urk. 142 S. 7 f.). Da die besagten Bar-

geldzahlungen genauso gut auch dazu gedient haben können, einzelne  

Rechnungen zu bezahlen, um in deliktischer Absicht weitere Grossbestellungen 

machen zu können, kann der erwähnten Aussage von S._____ von vornherein 

kein Beweiswert zukommen, zumal auch in diesem Fall die Zahlung für gekaufte 

Getränke erfolgte. Im Rahmen der Berufungsverhandlung führte die  

Verteidigung weiter aus, S._____ könne Aussagen über den im Jahr 2007 erfolg-

ten Besuch von O._____ beim Beschuldigten machen. Wenn man diesen Besuch 

abklären wolle, wäre dies eine Person, die diesbezüglich Aussagen machen kön-

ne (Prot. II S. 13). Gemäss Darstellung des Beschuldigten sei S._____, der Onkel 

von O._____, dabei gewesen, als sich AE._____ bei ihm entschuldigt habe (vgl. 

Urk. HD 2/5 S. 21; Urk. 188 S. 44). Im Rahmen der vorangehenden Würdigung 

wurde bereits dargelegt, dass die vom Beschuldigten vorgebrachte Verschwö-

rungs- bzw. Rachetheorie bei Betrachtung aller Umstände nicht zu überzeugen 

vermag. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern eine Befragung von S._____ an diesem 

Beweisergebnis etwas ändern könnte, weshalb darauf zu verzichten ist.  

P._____, ein Lastwagenchauffeur, weiss offenbar zu berichten, dass AC1._____ 

ihn im November/Dezember 2005 angefragt habe, Getränke in die Region Zürich 

auszuliefern, was für ihn allerdings Schwarzarbeit bedeutet hätte, weshalb er das 

Angebot ausgeschlagen habe (Urk. 142 S. 8; Urk. 143/3; Urk. 189 S. 2 f.). Eine 

solche Aussage würde indes nicht belegen, dass der Beschuldigte kein  

Abnehmer war, denn es ist ebenso gut möglich, dass AC1._____ im Auftrag des  

Beschuldigten einen Transport vom Lager des Beschuldigten in AN._____ zu den 

Endabnehmern in Zürich zu organisieren hatte. 

-   44   - 

Sodann beantragt die Verteidigung die Einvernahme von Q._____ und  

R._____ (Urk. 157 S. 5; Urk. 189 S. 1). Zur Begründung führt sie aus, Q._____ 

könne Aussagen machen, wonach AC1._____ ihm bzw. seinem Geschäft im De-

zember 2005 im Namen der AF._____ Getränke angeboten habe. Er wisse  

zudem, dass AC1._____ Getränke an verschiedene Geschäfte angeboten habe. 

Gemäss den Angaben von R._____ hätten sodann zwei Personen der AF._____, 

einer habe AC1._____ geheissen, ihm bzw. seinen Restaurants im Januar 2006 

Getränkelieferungen angeboten (Urk. 189 S. 3). Diesen Aussagen kommt indes 

kein Beweiswert zu, da damit in keiner Weise belegt wäre, dass der Beschuldigte 

mit der Sache nichts zu tun hat. Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend festhält 

(Urk. 190 S. 5 f.), ist vorliegend nicht bestritten, dass die AF._____ Ende Dezem-

ber 2005 und im Januar 2006 anderen Abnehmern Waren geliefert hat. Auch in 

der Anklageschrift wird festgehalten, dass AC1._____, AD._____ und AE._____ 

dem Beschuldigten ab Weihnachten 2005 keine Waren mehr zum Weiterverkauf 

überlassen, sondern diese anderweitig verkauft hätten, nachdem der Beschuldig-

te den Erlös der verkauften Waren für sich behalten habe (HD Urk. 49 S. 6 f.). Die 

von der  

Verteidigung beantragten Befragungen sind zur Beurteilung des Sachverhaltes 

deshalb nicht notwendig. Dass Q._____ und R._____ gemäss der Verteidigung 

bestätigen können, dass der Beschuldigte sie vor der AF._____ gewarnt habe 

(Urk. 189 S. 3), ist vorliegend ebenfalls nicht erheblich. Selbst wenn diese Warn-

hinweise erfolgt sein sollten, was von Seiten der Staatsanwaltschaft im  

Übrigen nicht bestritten wird (Urk. 190 S. 5 f.), könnte dieser Umstand am  

Beweisergebnis nichts ändern, zumal diese Warnung zu einem Zeitpunkt hätte  

erfolgt sein können, in dem sich AC1._____, AD._____ und AE._____ mit dem 

Beschuldigten bereits überworfen hatten und ihm keine Ware mehr zukommen 

liessen.  

Die Verteidigung beantragt schliesslich, es sei die sichergestellte CD daraufhin 

wissenschaftlich zu untersuchen, welche Dateien zu welchem Zeitpunkt produ-

ziert wurden (Urk. 189 S. 1). Es wurde im Rahmen der Beweiswürdigung bereits 

dargelegt, dass von der Authentizität der CD bzw. der darauf gespeicherten Daten 

auszugehen ist. Dafür, dass die auf der CD enthaltenen Excel-Tabellen die  

-   45   - 

konkreten Vorgänge und Abläufe bei der AF._____ korrekt wiedergeben, spricht  

insbesondere der Umstand, dass sie mit weiteren Beweismitteln, wie den von den 

Geschädigten eingereichten Unterlagen, übereinstimmen. Nachdem keine  

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die auf der CD gespeicherten Daten  

gefälscht sind, erübrigt es sich, die CD wissenschaftlich untersuchen zu lassen. 

Mit den vorgenannten Anträgen wird die Beweiserhebung über Tatsachen ver-

langt, die bereits rechtsgenüglich erwiesen bzw. rechtlich unerheblich sind 

(Art. 318 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 139 Abs. 2 StPO). Eine weitere Beweiserhebung 

hat deshalb zu unterbleiben. 

10. Subsumtion und rechtliche Würdigung 

Nach dem Gesagten machte sich der Beschuldigte des gewerbsmässigen  

Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB schuldig. Im Übrigen sowie zur 

rechtlichen Würdigung wird auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen (Urk. 139 

S. 20 ff. sowie S. 193 ff.). 

Die Verteidigung wendet sich gegen die rechtliche Würdigung als Betrug. In casu 

seien die Tatbestandselemente des Irrtums und der Arglist nicht erfüllt. Von den 

Geschädigten sei niemand rechtsgültig befragt worden, womit schon gar nicht klar 

sei, wer von den Geschädigten tatsächlich in einen Irrtum versetzt worden sei. 

Sodann hätten die Geschädigten keine genügenden Abklärungen betreffend die 

AF._____ vorgenommen. Sie hätten niemals derartige Mengen an Waren ohne  

entsprechende Sicherheit liefern dürfen. Die Verteidigung weist in diesem  

Zusammenhang darauf hin, dass die Geschädigten ohne Sicherheitsleistungen 

bzw. bereits nach einer geringfügigen Anzahlung Waren geliefert hätten (Urk. 191 

S. 19 f.). 

Dass sich die Angestellten der geschädigten Unternehmen in Bezug auf die  

Warenlieferungen und Zahlungskonditionen an interne Richtlinien zu halten  

hatten, versteht sich von selbst. Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist 

daher nicht massgebend, welcher konkrete Mitarbeiter innerhalb des geschädig-

ten Unternehmens in einen Irrtum versetzt wurde. Dass die Mitarbeiter aufgrund 

-   46   - 

der Täuschungshandlungen des Beschuldigen und seiner Mittäter davon aus-

gingen, dass die gelieferten Waren nach Ablauf der Zahlungsfrist bezahlt würden, 

ist zudem bereits durch den Umstand belegt, dass in der Folge Warenlieferungen 

an die AF._____ erfolgten. Unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung 

ist sodann nicht erforderlich, dass der Geschädigte die grösstmögliche Sorgfalt  

walten lässt und alle denkbaren Vorsichtsmassnahmen trifft, um den Irrtum zu 

vermeiden. Arglist scheidet lediglich aus, wenn das Opfer die grundlegendsten 

Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet hat. Entsprechend entfällt der strafrechtli-

che Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur bei Leichtfertig-

keit, welche das täuschende Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. 

Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverant-

wortung ist mithin nur in Ausnahmefällen zu bejahen (BGE 135 IV 76, E. 5.2; BGE 

126 IV 165, E. 2a, je mit Hinweisen). Die Strafbarkeit wird durch das Verhalten 

des Täuschenden begründet und nicht durch jenes des Getäuschten, der im  

Alltag seinem Geschäftspartner nicht wie einem mutmasslichen Betrüger gegen-

übertreten muss (Urteil des Bundesgerichts 6S.168/2006 vom 6. November 2006, 

E. 2.3). Es wurde im Rahmen der Beweiswürdigung bereits dargelegt, welchen 

Aufwand der Beschuldigte und seine Mittäter zur Begehung der vorliegenden  

Delikte aufgewendet haben (vgl. Ziff. 8). Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass sie 

sich mit ihrem ausgeklügelten Vorgehen eigentlicher Machenschaften bedient  

haben. Aufgrund des gekauften Aktienmantels verfügte die AF._____ über einen  

makellosen Betreibungsregisterauszug. Erkundigungen beim Betreibungsamt 

über diese Firma hätten demnach nichts Negatives zu Tage gefördert. Der Ein-

druck eines seriösen Unternehmens wurde durch den professionellem Auftritt mit-

tels einer Homepage (HD Urk. 8/16), Visitenkarten (HD Urk. 8/15) und einem  

redegewandten Einkaufsleiter AC1._____ an der Front verstärkt. Die an der 

AF._____  

beteiligten Personen trafen zudem weitere Massnahmen, um das Vertrauen der 

Geschädigten zu gewinnen. Mit der Bestellung kleinerer Warenposten, die pünkt-

lich beglichen wurden, erweckte die AF._____ den Eindruck eines zuverlässigen 

sowie zahlungswilligen- und fähigen Geschäftspartners. Der Beschuldigte und 

seine Mittäter nutzen schliesslich auch das im Getränkehandel vorherrschende 

-   47   - 

und dem Beschuldigten als Branchenkenner ohne weiteres bekannte System mit 

Vorauslieferungen unter kurzen Zahlungsfristen von 15 bzw. 30 Tagen rigoros 

aus.  

Angesichts der vom Beschuldigten und seinen Mittätern mit hohem Aufwand  

betriebenen betrügerischen Inszenierungen kann den geschädigten Unternehmen 

vorliegend keine Opfermitverantwortung angelastet werden, welche zur Ver-

neinung des Tatbestandselements der Arglist führen würde. 

 

 

B. Anklagevorwurf gemäss Anklageziffer C (HD Urk. 49 S. 8-11) 

1. Ausgangslage 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, über seine – damals noch ihm gehörende –

C._____ (nachfolgend: C._____) die Warenbestellungen getätigt zu haben (Urk. 

188 S. 56), die in der Anklage aufgeführt sind (Ausnahme: die zuletzt in der An-

klage aufgeführte Bestellung, die „ca. am 16. Juli 2008" aufgegeben worden sein 

soll; dazu unten). Er macht jedoch geltend, er sei jeweils von AB._____ beauftragt 

worden, diese Ware zu bestellen, da dieser sie für seine AT._____ GmbH benö-

tigt habe. AB._____ habe die Ware jeweils umgehend bei der C._____ abgeholt 

(HD Urk. 2/2 S. 4 Ziff. 12) und den Erhalt mittels Empfangsschein bestätigt (HD 

Urk. 2/10 S. 3 Ziff. 17; HD Urk. 9/9/1/1-8). AB._____ hätte jeweils innert 30 Tagen 

bezahlen sollen, was er jedoch nicht getan habe (HD Urk. 2/12 S. 13 Ziff. 58). Mit 

Wirkung auf Ende Juli 2008 habe er dann die C._____ mitsamt allen noch offenen 

Rechnungen gegenüber den Lieferanten an AB._____ verkauft (HD Urk. 2/2 S. 4  

Ziff. 11; siehe u.a. die von AB._____ unterzeichnete Kreditorenliste: HD Urk. 

30/9). Dieser Standpunkt des Beschuldigten wird im Wesentlichen auch von sei-

ner Ehefrau AU._____ geteilt. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten im Wesentlichen vor, er habe die jeweils  

gelieferte Ware gar nicht an AB._____ verkauft, sondern an eine Vielzahl von Ab-

nehmern verramscht und den Erlös einkassiert, während AB._____ lediglich die 

-   48   - 

Rolle eines Strohmannes zugekommen sei. Ausgenutzt habe der Beschuldigte 

dabei sowohl das seit der Gründung im Jahr 2004 hin aufgebaute Vertrauen der  

Lieferanten in die C._____, das zur Einräumung entsprechender Kreditlinien ge-

führt hatte, sowie auch den Umstand, dass die u.a. auch in Basel durchgeführte 

Euro 08 (7.-29. Juni 2008) namentlich im Getränkehandel eine entsprechend 

grössere Nachfrage zur Folge hatte, so dass die Lieferanten nicht leichthin Ver-

dacht schöpfen würden.  

AB._____ hält im Wesentlichen fest, er sei vom Beschuldigten ausgenutzt und 

„über den Tisch gezogen“ worden (HD Urk. 7/3 S. 1 f. Ziff. 3 a.E.). Er habe dem  

Beschuldigten nie einen Auftrag erteilt, Getränke zu bestellen und von diesem 

auch keine Waren bezogen, weder für sich noch für seine AT._____ GmbH (HD 

Urk. 7/6 S. 2 Ziff. 6 und 7 sowie S. 6 Ziff. 18 a.E.). Die Warenempfangsbelege  

habe er unterzeichnet, ohne sich bewusst gewesen zu sein, um was es gehe (HD 

Urk. 7/6 S. 6 Ziff. 18 a.A.). Weiter habe ihm der Beschuldigte bzw. dessen  

Ehefrau gesagt, sie würden für die Forderungen der C._____ weiterhin gerade  

stehen (HD Urk. 7/3 S. 5 f. Ziff. 18 und 19). Ferner habe der Beschuldigte ver-

sprochen, ihn am Anfang im Getränkehandel zu unterstützen (HD Urk. 7/3 S. 5 

Ziff. 13). Mit Blick auf den fehlenden Verkaufspreis sei er davon ausgegangen, 

nur den Namen der C._____ zu übernehmen (HD Urk. 2/13 S. 12). 

Dass jemand eine Getränkefirma ohne besondere sonstige „assets“, aber mit 

Fr. 484'196.85 Schulden übernimmt, erscheint – jedenfalls prima facie – im Wirt-

schaftsleben ungewöhnlich. Umso wichtiger sind daher die Erklärungen der  

Beteiligten. Diese gilt es im Folgenden näher zu analysieren. 

Es ist auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die Vorinstanz bereits 

ausführlich und umfassend mit der relevanten Beweissituation auseinanderge-

setzt und eine sorgfältige Beweiswürdigung vorgenommen hat. Zur Vermeidung 

von Wiederholungen kann daher vorab auf die entsprechenden Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 139 S. 213 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2. Erstaussage des Beschuldigten 

-   49   - 

Wie bereits im Zusammenhang mit der AF._____ erwähnt, wurde der Beschuldig-

te am 5. August 2008, also kurz nach Verkauf der C._____ an AB._____, zur ers-

ten Einvernahme vorgeführt und anschliesse