# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a2b999f-a4f1-5b83-8889-067f1db44a4e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2010 E-6409/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6409-2010_2010-10-01.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6409/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 7. September 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6409/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM auf ein erstes Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 
6. April 2009 mit Verfügung vom 12. Mai 2009 gestützt auf Art. 32 Abs. 
2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht 
eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug 
anordnete,

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass der Beschwerdeführer seit dem 23. November 2009 unbekannten 
Aufenthalts war,

dass der Beschwerdeführer am 23. August 2010 ein zweites Asylge-
such einreichte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung B._______ vom 30. August 2010 
anführte, er sei Ende Oktober 2009 nach Frankreich gegangen, wo er 
seit Anfang November 2009 bei einer Freundin in C._______ gewohnt 
habe,

dass ihm ein Freund im Dezember 2009 gesagt habe, er werde wei-
terhin  aus  den  bereits  in  seinem  ersten  Asylgesuch  aufgeführten 
Gründen vom lokalen König gesucht,

dass  er  ausser  den  im  vorhergehenden  Verfahren  genannten 
Problemen keine anderen (neuen) Asylgründe habe,

dass das BFM mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 7. Septem-
ber 2010 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers vom 23. August 2010 nicht eintrat, die 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die im ers -
ten  Asylgesuch  vorgebrachten  Vorbringen  hätten  offensichtliche  Un-
glaubhaftigkeitselemente enthalten und hätten den Anforderungen an 
die Flüchtlingseigenschaft nicht standgehalten, weshalb auf das Asyl -
gesuch nicht eingetreten worden sei,

dass  deshalb  sämtliche  Befürchtungen,  aus  denselben  Gründen  in 
Nigeria  künftig  einer  asylrelevanten  Verfolgung  ausgesetzt  zu  sein, 
jeglicher Grundlage entbehren würden,

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dass zudem die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der Um-
stände  seines  Untertauchens  vor  dem  geplanten  Rückflug  in  den 
Heimatstaat  realitätsfremd seien und deshalb  nicht  geglaubt  werden 
könnten,

dass es zudem unlogisch sei,  dass er anfangs November 2009 auf -
grund eines im Dezember 2009 geführten Telefongesprächs mit einem 
Freund untergetaucht sei,

dass auf die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  7.  September  2010 
(Poststempel: 8. September 2010) gegen diese Verfügung beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde erhob und sinngemäss die Aufhe-
bung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Asyl 
beantragte, wobei auf die Wegweisung und deren Vollzug zu verzich-
ten sei, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 9. September 2010 (per Telefax) 
respektive  am 16.  September  2010  (im  Original)  eintrafen  (Art.  109 
Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – 
unter  Vorbehalt  der  nachstehenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass daher das Begehren um Gewährung von Asyl nicht einzutreten 
ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1),

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben 
oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Her-
kunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser es gebe Hinweise, dass in der 
Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten  sind,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vor-
übergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),

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dass das BFM auf das erste Asylgesuch des Beschwerdeführers mit 
Verfügung  vom  12.  Mai  2009  nicht  eingetreten  ist,  womit  der  Be-
schwerdeführer  in  der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos 
durchlaufen hat und das formelle Erfordernis für die Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG erfüllt ist (vgl. EMARK 2006 Nr. 20 E. 2.1. S. 
213; EMARK 1998 Nr. 1 E. 5 S. 5 ff.),

dass das BFM offensichtlich zu Recht ein Fehlen von Hinweisen auf 
seither  eingetretene  flüchtlingsrelevante  Ereignisse  (materielles  Er-
fordernis) festgestellt hat, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  Prüfung  der  Akten  zum 
gleichen Schluss wie das BFM gelangt, wonach die Befürchtungen des 
Beschwerdeführers, welche sich einzig auf die bereits im ersten Asyl-
verfahren vorgebrachten Fluchtgründe stützen und dort als offensicht-
lich unglaubhaft bezeichnet worden sind, jeglicher Grundlage entbeh-
ren,

dass in der Beschwerdeschrift keine Argumente vorgebracht wurden, 
welche zu einer anderen Beurteilung führen könnten,

dass im Übrigen ohne zusätzliche Erörterungen auf die zutreffenden 
Erwägungen in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  und  festge-
halten werden kann, dass das BFM zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 
2 Bst. e  AsylG auf  das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 23. 
August 2010 nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtli-
chen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101) ersichtlich sind, die ihm in Nigeria droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass in Nigeria nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder krie -
gerischen  Auseinandersetzungen  ausgegangen  werden  kann,  auf-
grund derer die Bevölkerung konkret gefährdet wäre,

dass auch zum jetzigen Zeitpunkt keine individuellen Gründe ersicht -
lich sind, aufgrund derer darauf geschlossen werden könnte, der junge 
und  offensichtlich  gesunde  Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  einer 
Rückkehr in seinen Heimatstaat in eine existenzbedrohende Situation,

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend somit zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-

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stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das Bundesamt und die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand:

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