# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9c77007-8ed5-54a1-af1b-5a641d07f4c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-11-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.11.2015 D-2290/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2290-2014_2015-11-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2290/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  N o v e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 

Richter Hans Schürch, Richterin Daniela Brüschweiler,    

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

dessen Ehefrau 

B._______, geboren am (…), 

und deren Kind 

C._______, geboren am (…), 

Syrien,   

alle vertreten durch lic. iur. Jürg Walker, Fürsprech,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 1. April 2014 / N (…). 

 

 

 

D-2290/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-

staat im Jahr 1999 und gelangte über die Türkei nach Griechenland, wo er 

sich bis im Jahr 2008, abgesehen von kurzen Reisen nach Syrien, aufhielt. 

Die Beschwerdeführerin und ihre Tochter verliessen gemäss eigenen An-

gaben ihren Heimatstaat im November 2008 und begaben sich mit einem 

gültigen Visum in die Türkei, von wo aus sie illegal nach Griechenland zum 

Beschwerdeführer gelangten. Nach einem gemeinsamen dreijährigen Auf-

enthalt in Griechenland reisten die Beschwerdeführenden mit Hilfe eines 

Schleppers über ihnen unbekannte Länder am 28. Dezember 2011 in die 

Schweiz, wo sie am 29. Dezember 2011 ihre Asylgesuche einreichten. Am 

3. Januar 2012 sowie am 6. Januar 2012 fanden die Kurzbefragungen statt. 

Dabei machten die Beschwerdeführenden unter anderem geltend, sie 

seien syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie, hätten seit ihrer Geburt 

in der Ortschaft D._______ in der Provinz E._______ gelebt und am 10. 

September 2003 geheiratet. Die Beschwerdeführerin habe die ersten fünf 

Jahre ihrer Ehe allein in Syrien gelebt, wo der Beschwerdeführer sie hin 

und wieder besucht habe. Am 20. Februar 2014 wurden die Beschwerde-

führenden einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. 

B.  

B.a Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten die Beschwerdeführen-

den im Wesentlichen geltend, der Beschwerdeführer habe in D._______ 

die Schule bis zum Maturaabschluss besucht. Schon während der Schul-

zeit habe man ihn davon überzeugen wollen, sich der Baath Partei anzu-

schliessen. Da Freunde von ihm Mitglieder der Yekiti Partei gewesen seien, 

sei er immer wieder von den Behörden behelligt worden. Im Jahr 1991 

habe er sich an der Agrarfakultät der Universität E._______ eingeschrie-

ben. Bereits nach zwei Monaten habe er das Studium aufgeben müssen, 

da Universitätssicherheitskräfte die Fakultät zerstört hätten. Da er den Mi-

litärdienst nicht habe leisten wollen, habe er weitere Probleme gehabt. Er 

sei zu Hause mehrmals von Polizisten und Mitarbeitern des Geheimdiens-

tes aufgesucht worden, die erst nach der Bezahlung von Bestechungsgel-

dern wieder gegangen seien. In den Jahren 1994 bis 1997 habe er 

schliesslich den Militärdienst trotz allem leisten müssen. In den Jahren 

1998 und 1999 habe er sich mit dem Gedanken getragen, einen Kleiderla-

den zu eröffnen. Da er die dafür erforderliche Bewilligung nur durch Bezah-

lung einer grossen Geldsumme erhalten hätte, habe er dieses Vorhaben 

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Seite 3 

aufgegeben. Ausserdem sei er im Jahr 1998 an Diabetes erkrankt, worauf-

hin er in der Folge viele negative Reaktionen der Bevölkerung habe erleben 

müssen. Dies habe ihn psychisch sehr mitgenommen. Ungefähr im Juni 

1999 sei er nach Griechenland ausgereist, wo er bis zu seiner Ausreise in 

die Schweiz gelebt habe. Während seines mehrjährigen Aufenthalts in 

Griechenland habe er immer wieder seine Familie in Syrien besucht. Aller-

dings habe ein Verwandter von ihm jeweils eine Beziehungsperson ein-

schalten müssen, damit er keine Probleme bekommen habe. Im Frühjahr 

2008 sei er das letzte Mal in Syrien gewesen. Als er im selben Jahr im 

August noch einmal nach Syrien habe reisen wollen, sei er mit dem Direk-

tor des syrischen Fluggesellschaftsbüros  (…) in Schwierigkeiten geraten. 

Dieser habe ihm vorgeworfen, Probleme zwischen seinem und anderen 

Fluggesellschaftsbüros stiften zu wollen. Ausserdem habe er ihm ange-

droht, den Vorfall den syrischen Behörden zu berichten. Ferner habe er in 

Griechenland einige Male an kurdischen Demonstrationen sowie im Jahr 

2011 zweimal an Demonstrationen für die kurdische Regierung teilgenom-

men. Aus diesen Gründen habe er Angst, bei der Rückkehr nach Syrien 

verhaftet zu werden.  

B.b Die Beschwerdeführerin machte keine eigenen Asylgründe geltend. 

Sie habe in ihrem Heimatland nie Probleme gehabt und sei ausschliesslich 

wegen der Probleme ihres Ehemannes ausgereist beziehungsweise habe 

sie wieder mit ihm zusammen leben wollen. Die ersten fünf Jahre ihrer Ehe 

habe sie getrennt von ihrem Ehemann gelebt, welcher sich zu diesem Zeit-

punkt bereits in Griechenland aufgehalten habe. Im Jahr 2005 sei ihre ge-

meinsame Tochter zur Welt gekommen, die immer wieder nach ihrem Vater 

gefragt habe. Um seine Familie in Syrien besuchen zu können, habe der 

Beschwerdeführer jeweils viel Geld bezahlen müssen. 

B.c Die Beschwerdeführenden reichten folgende Unterlagen ins Recht: 

den Identitätsausweis des Beschwerdeführers, ein Familienbüchlein, ein 

Schulzeugnis des Beschwerdeführers mit griechischer Übersetzung, einen 

Familienregisterauszug, einen griechischen Gerichtsentscheid bezüglich 

der Aufhebung der Aufenthaltsberechtigung des Beschwerdeführers, eine 

Fürsorgebestätigung, ein Arztzeugnis (…) den Beschwerdeführer betref-

fend, verschiedene Fotografien, eine Broschüre sowie zwei Zeitungsarti-

kel, die Familienfotos der Beschwerdeführenden enthalten.  

C.  

C.a Mit Verfügung vom 1. April 2014 – eröffnet am 9. April 2014 – lehnte 

die Vorinstanz die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab, ordnete die 

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Seite 4 

Wegweisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz an und schob 

den Vollzug der Wegweisung zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. 

C.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Vorbringen 

der Beschwerdeführenden hielten den Anforderungen an die Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) nicht stand. 

C.c Der Beschwerdeführer habe unter anderem geltend gemacht, auf-

grund seiner ethnischen Zugehörigkeit sei er seit jungen Jahren immer wie-

der mit den syrischen Behörden in Schwierigkeiten geraten. Ausserdem 

habe er gegen seinen Willen den Militärdienst leisten müssen. Nach der 

Beendung seines Militärdienstes im Jahr 1997 habe er jedoch keine ernst-

haften Probleme mehr gehabt (vgl. BFM-Akten A27/30 S. 20). Vielmehr 

habe er Syrien primär verlassen, weil er krank gewesen sei und für sich 

keine Zukunft mehr in seinem Land gesehen habe (vgl. A27/30 S. 21).  

Gemäss Erkenntnissen der Schweizer Asylbehörden finde eine gezielte 

politische Verfolgung nur bei gegen den syrischen Staat gerichteten Aktivi-

täten statt, und treffe die Kurden nicht anders als die übrigen Einwohner 

Syriens. Die Diskriminierungen gegen politisch nicht aktive Kurden gelte in 

konstanter Rechtsprechung für sich allein als zu wenig intensiv, als dass 

sie flüchtlingsrechtlich relevant wären (vgl. Urteil des BVGer D-1888/2010 

E. 4.3, m.w.H.). Den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Nachtei-

len aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit komme daher keine asylre-

levante Bedeutung zu 

C.d Es sei bekannt, dass die syrischen Sicherheitsdienste auch im Ausland 

aktiv seien und beispielsweise mittels Infiltration oppositionelle Kreise aus 

Syrien überwachen würden. Angesichts der umfangreichen exilpolitischen 

Betätigungen von syrischen Staatsangehörigen im Ausland sei davon aus-

zugehen, dass sich die syrischen Geheimdienste auf die Erfassung von 

Personen konzentrieren würden, die qualifizierte Aktivitäten ausübten. 

Massgebend sei dabei nicht primär das Hervortreten im Sinne einer oppo-

sitionellen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit, sondern eine öffentli-

che Exponierung, die aufgrund der Persönlichkeit des Asylsuchenden, der 

Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abge-

gebenen Erklärungen den Eindruck erwecke, ein Asylsuchender werde aus 

Sicht des syrischen Regimes als potentielle Bedrohung wahrgenommen. 

Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten 

seien nicht geeignet, eine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu 

begründen. 

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C.e Im Übrigen sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Direktor des Flugge-

sellschaftsbüros die syrischen Behörden tatsächlich über den Streit mit 

dem Beschwerdeführer informiert habe und er aufgrund dessen in Syrien 

gesucht werde, als nicht sehr hoch einzuschätzen, zumal es sich bei der 

Auseinandersetzung offensichtlich um einen Bagatellvorfall gehandelt 

habe, der selbst bei der Ausreise des Beschwerdeführers aus Griechen-

land schon mehrere Jahre zurückgelegen habe. Seine Furcht vor künftigen 

staatlichen Verfolgungsmassnahmen könne somit als unbegründet erach-

tet werden. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhoben die Beschwerdeführenden durch ihren 

Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. April 2014 beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde und beantragten die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung vom 1. April 2014, die Anerkennung der Beschwerdeführenden 

als Flüchtlinge und die Gewährung von Asyl in der Schweiz. Eventuell 

seien die Beschwerdeführenden als Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen. Es 

sei die vorläufige Aufnahme bei einer Abweisung der Beschwerde im 

Hauptpunkt zu bestätigen. In prozessualer Hinsicht beantragten die Be-

schwerdeführenden die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung sowie den Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses. 

Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

E.  

Mit Eingabe vom 19. Mai 2014 liessen die Beschwerdeführenden durch 

ihren Rechtsvertreter einen undatierten, den Beschwerdeführer betreffen-

den ärztlichen Bericht einreichen. 

F.  

Am 14. Juli 2014 liessen die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsver-

treter Fotos einreichen, die die Beschwerdeführenden (Eltern) bei einer 

Kundgebung (…) in einer Schweizer Stadt zeigen. 

 

 

G.  

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Seite 6 

G.a Mit Eingaben vom 7. Oktober 2014 sowie vom 22. Oktober 2014 legten 

die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter Fotos ins Recht, die 

den Beschwerdeführer bei Kundgebungen (…) in einer anderen Schweizer 

Stadt zeigen.  

G.b Mit Eingabe vom 24. Oktober 2014 reichten die Beschwerdeführenden 

durch ihren Rechtsvertreter drei weitere Fotos ein, die den Beschwerde-

führer anlässlich einer nicht näher beschriebenen oder datierten Demonst-

ration in der Schweiz zeigen. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. März 2015 lud das Bundesverwaltungsge-

richt das SEM zu einer Vernehmlassung unter besonderer Berücksichti-

gung der neuesten Rechtspraxis des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil D-

5553/2013 vom 18. Februar 2015 sowie Urteil D-5779/2013 vom 25. Feb-

ruar 2015) ein. 

I.  

In seiner Vernehmlassung vom 2. April 2015 hielt das SEM fest, die Be-

schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweis-

mittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten, 

und verwies – nach einigen ergänzenden Bemerkungen – im Übrigen auf 

seine Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, an denen es vollum-

fänglich festhalte.  

Die in der Zwischenverfügung vom 19. März 2015 erwähnten Urteile wür-

den sich im Wesentlichen mit den Vorbringen der Refraktion in Verbindung 

mit politischen Aktivitäten (D-5553/2013) respektive mit der Demonstrati-

onsteilnahme gegen die Regierung in Verbindung mit der Identifikation 

durch die Behörden (D-5779/2013) befassen. Da derartige Vorbringen 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens seien, habe die neue 

Rechtspraxis des Gerichts keinen Einfluss auf dessen Beurteilung.  

J.  

J.a Mit Zwischenverfügung vom 7. April 2015 räumte das Bundesverwal-

tungsgericht den Beschwerdeführenden unter Hinweise auf die Säumnis-

folge, die Möglichkeit zur Stellungnahme bis zum 22. April 2015 ein. 

J.b Am 20. April 2015 liessen sich die Beschwerdeführenden fristgerecht 

vernehmen, und führten unter anderem aus, da der Beschwerdeführer sei-

nen Militärdienst bereits abgeleistet habe, habe er nicht mehr mit einer Ein-

berufung gerechnet. Mittlerweile würde jedoch der syrische Staat bereits 

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Reservisten einberufen, weshalb der Beschwerdeführer annehme, dass 

auch er bereits einberufen worden sei – schriftlich liege aber nichts vor.  

Der Eingabe lagen folgende Unterlagen bei: Das Dienstbüchlein des Be-

schwerdeführers im Original; Fotografien, die den Beschwerdeführer bei 

der Teilnahme des Newroz-Festes in einer Schweizer Stadt zeigen; Foto-

grafien, die ihn (allein und mit seiner Tochter) bei einer Veranstaltung zu-

gunsten kurdischer Frauen in einer anderen Schweizer Stadt zeigen sowie 

drei Unterlagen im Zusammenhang mit seinen Integrationsbemühungen. 

K.  

Mit Eingabe vom 25. Oktober 2015 (Poststempel) erkundigte sich der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, ob bereits eine Zwischenver-

fügung über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ergangen 

sei. Gleichzeitig reichte er eine Kostennote ins Recht. 

L.  

Mit Eingabe vom 26. Oktober 2015 reichte der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführenden weitere Unterlagen im Zusammenhang mit den Integ-

rationsbemühungen des Beschwerdeführers zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 8 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 

eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 

2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 

1 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt mit Ausnahme der Ab-

sätze 2-4 für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren das 

neue Recht. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gemäss FK sind Flüchtlinge Personen, die sich aus begründeter Furcht 

vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Staatszugehörigkeit, Zugehö-

rigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 

Überzeugung ausserhalb ihres Heimatlandes befinden und deshalb Schutz 

nicht beanspruchen können oder wegen dieser Befürchtung nicht bean-

spruchen wollen (Art. 1A Abs. 2 FK). 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

Vorab werden in der Beschwerde formelle Rügen erhoben. Die Vor-instanz 

habe in der angefochtenen Verfügung den Sachverhalt unvollständig und 

teilweise unrichtig festgestellt. Im Zusammenhang mit den geltend ge-

machten subjektiven Nachfluchtgründen operiere die Vor-instanz mit Fikti-

onen und Vermutungen, denen jegliche Rechtsgrundlage abgehe. Die Vo-

rinstanz sei weder auf die geschilderten Aktivitäten des Beschwerdeführers 

in der Schweiz (Teilnahme an Demonstrationen) noch den Umstand, dass 

er dabei gefilmt und fotografiert worden sei, eingegangen, und die Begrün-

dung der Gewährung der vorläufigen Aufnahme sei sehr allgemein gehal-

ten, ohne näher auf die konkreten Umstände der Beschwerdeführenden 

(die Erkrankung des Beschwerdeführers) einzugehen. 

4.1 Die beiden Teilgehalte des rechtlichen Gehörs legen der Behörde die 

Pflicht auf, die Vorbringen des Beschwerdeführers einerseits nicht nur ent-

gegenzunehmen, sondern diese auch zu hören, sorgfältig zu prüfen und in 

der Entscheidfindung zu berücksichtigen – was gewissermassen das Kern-

stück des rechtlichen Gehörs ausmacht (vgl. MÜLLER/SCHEFER, Grund-

rechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 868; BGE 123 I 31 E. 2c) – und 

andererseits dem Gesuchsteller im Rahmen einer Verfügung mitteilen, 

wieso der Entscheid so und nicht anders ausgefallen ist, beziehungsweise 

warum seinen Anträgen nicht stattgegeben wird. Die Begründung soll mit-

hin die ernsthafte Prüfung der Vorbringen widerspiegeln und es dem Be-

troffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfech-

ten zu können, was nur möglich ist, wenn sich sowohl die Betroffenen als 

auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheids ein Bild 

machen können (vgl. BGE 129 I E. 3.2; Entscheidungen und Mitteilungen 

der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 24 E. 5.1. 

S. 256). Die erforderliche Begründungsdichte richtet sich dabei im Einzel-

fall nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den 

Interessen des Betroffenen. Je grösser der Spielraum, welcher der Be-

hörde infolge Ermessen und unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, 

und je stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte des Betroffenen 

eingreift, desto höhere Anforderungen sind an die Begründung einer Ver-

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fügung zu stellen. Auch wenn sich die verfügende Behörde nicht ausdrück-

lich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichts-

punkte beschränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b), hat sie wenigstens kurz 

die Überlegungen zu nennen, von welchen sie sich leiten liess und auf wel-

che sich ihr Entscheid stützt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 mit Hinweisen). Die 

Vorinstanz hat, wie die Beschwerdeführenden denn auch ausdrücklich an-

erkannt haben, die eingereichten Unterlagen im Zusammenhang mit dem 

geltend gemachten exilpolitischen Engagement, einzeln aufgeführt. Somit 

hat die Vorinstanz sowohl bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der 

Beschwerdeführenden im Rahmen der geltend gemachten exilpolitischen 

Tätigkeiten als auch bei der Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges mit ihrem Hinweis auf die Sicherheitslage in Syrien Ge-

nüge getan. Es erübrigte sich demnach, zu prüfen, ob der Vollzug auch aus 

in der Person des Asylsuchenden liegenden Gründen als unzumutbar zu 

erachten wäre (vgl. die nachfolgenden Erwägungen unter E. 8.4). Auch ist 

in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass die drei Bedingungen 

für einen Verzicht auf den Wegweisungsvollzug (Unzulässigkeit, Unzumut-

barkeit, Unmöglichkeit) alternativer Natur sind. Sobald eine dieser drei Be-

dingungen erfüllt ist, ist der Vollzug als undurchführbar zu betrachten. Vor-

liegend hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung infolge Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aufgrund der allgemeinen Lage in 

Syrien die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden angeordnet 

(vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 mit weiteren Hinweisen). Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs liegt somit nicht vor, weshalb die entsprechende Rüge 

nicht gehört werden kann.  

4.2 Art. 19 VwVG in Verbindung mit Art. 37 des Bundesgesetzes vom 

4. Dezember 1942 über den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273) verpflichtet 

die Behörde nicht, alles und jedes, was wünschbar wäre, abzuklären. Bei 

der Auswahl der Beweismittel berücksichtigt sie vielmehr deren Tauglich-

keit und Beweiskraft. Zusätzliche Abklärungen sind insofern nur dann vor-

zunehmen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich 

aus den Akten ergebender Anhaltspunkte Anlass besteht. Von beantragten 

Beweisvorkehren kann abgesehen werden, wenn der Sachverhalt, den 

eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Festste-

hendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der 

angebotene Beweis keine wesentlich neuen Erkenntnisse zu vermitteln 

vermag oder wenn die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sach-

kunde ausreichend würdigen kann (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Rz. 153, 

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Seite 11 

456 f. und 537, mit weiteren Hinweisen). Gelangt die Behörde bei pflicht-

gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der zu beweisende Sach-

verhalt sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweise nicht geeig-

net, weitere Abklärungen herbeizuführen, kann auf ein beantragtes Be-

weismittel verzichtet werden. 

4.3 Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass zusätzliche Abklärungen 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu neuen sachdienlichen Er-

kenntnissen führen könnten beziehungsweise auch im vorinstanzlichen 

Verfahren nicht entscheiderheblich gewesen wären: In antizipierte Beweis-

würdigung ist festzustellen, dass eine ergänzende, vertiefte Sachverhalts-

feststellung bei der Beurteilung des vorliegenden Verfahrens nicht zu ei-

nem anderen Entscheid führen könnte. 

5.  

5.1 Nach Prüfung der Akten durch das Bundesverwaltungsgericht ist in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Asylvorbringen 

der Beschwerdeführenden im Zusammenhang mit der geltend gemachten 

Verfolgung in Syrien vor der Ausreise den Anforderungen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standzuhalten vermögen, wes-

halb diesbezüglich vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist (vgl. Bst. C. vorstehend). 

Der Rechtsmitteleingabe sind keine stichhaltigen Entgegnungen zu ent-

nehmen, zumal die Beschwerdeführenden im Wesentlichen ihre bisherigen 

Vorbringen wiederholen und an der Asylrelevanz der geltend gemachten 

Vorkommnisse in Syrien festhalten. Um Wiederholungen zu vermeiden 

wird diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen 

Verfügung der Vorinstanz verwiesen. 

5.2 Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt 

vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – 

aus Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger 

Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit verwirkli-

chen. Es müssen damit hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Be-

drohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage 

Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht hervorrufen 

würden. Dabei hat die Beurteilung einerseits aufgrund einer objektivierten 

Betrachtungsweise zu erfolgen, und sie ist andererseits durch das von der 

betroffenen Person bereits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in 

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vergleichbaren Fällen zu ergänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägte 

(subjektive) Furcht (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5 mit weiteren Hinweisen). 

5.3 Wie vorstehend dargelegt, hat das Gericht in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz festgestellt, dass die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden 

den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG 

nicht genügen. Daran vermögen auch die Ausführungen in der Stellung-

nahme vom 20. April 2015 nichts zu ändern, wonach der Beschwerdeführer 

annehme, er sei, obwohl er den Militärdienst bereits geleistet habe, einbe-

rufen worden (vgl. Bst. J.b vorstehend), zumal er selbst einräumt, dass 

diesbezüglich "Schriftlich […] dazu einstweilen nichts" vorliege. Die Be-

schwerdeführenden konnten somit keine Verfolgung in ihrer Heimat glaub-

haft geltend machen. 

5.4 Die am 1. Februar 2014 in Kraft getretene Bestimmung von Art. 3 Abs. 

4 AsylG hält zunächst fest, dass Personen, die Gründe geltend machen, 

die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder 

Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat 

bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, nicht Flüchtlinge sind; 

diese einschränkende Feststellung wurde vom Gesetzgeber allerdings 

durch den ausdrücklichen Hinweis auf den Vorbehalt der Geltung der FK 

wieder relativiert (vgl. Art. 3 Abs. 4 in fine AsylG).  

5.5 Gemäss FK sind Flüchtlinge Personen, die sich aus begründeter Furcht 

vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Staatszugehörigkeit, Zugehö-

rigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 

Überzeugung ausserhalb ihres Heimatlandes befinden und dessen Schutz 

nicht beanspruchen können oder wegen dieser Befürchtungen nicht bean-

spruchen wollen (Art. 1A Abs. 2 FK).  

5.6 Eine Person, die subjektive Nachfluchtgründe geltend macht, hat be-

gründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat- 

oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten 

im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in 

flüchtlingsrechtlich relevanter Weise im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt 

würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f.; BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352; 

EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1). Die Anforderungen an den Nachweis einer be-

gründeten Furcht bleiben dabei grundsätzlich massgeblich (Art. 3 und 7 

AsylG). Wesentlich ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des 

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Seite 13 

Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer 

Rückkehr eine Verfolgung im Sinn von Art. 3 AsylG befürchten muss. 

5.7 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung unter anderem aus-

geführt, dass sich zwar die syrischen Behörden für die exilpolitischen Akti-

vitäten ihrer Staatsangehörigen interessieren würden, doch sei davon aus-

zugehen, dass sie sich dabei auf die Erfassung von Personen konzentrie-

ren würden, die qualifizierte Aktivitäten ausübten. Diesbezüglich sei insbe-

sondere eine öffentliche Exponierung massgebend, die aufgrund der Per-

sönlichkeit der Asylsuchenden, der Form des Auftritts und aufgrund des 

Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck 

erwecke, ein Asylsuchender werde aus der Sicht des syrischen Regimes 

als potentielle Bedrohung wahrgenommen (vgl. die vorstehenden Ausfüh-

rungen unter Bst. C.d). 

5.8 Die Beschwerdeführenden machen in ihrer Rechtsmitteleingabe gel-

tend, das angefochtene Urteil stamme aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg. 

Da mittlerweile der Aufstand zu einem veritablen Bürgerkrieg eskaliert sei, 

würden die syrischen Behörden die Bedrohungslage anders wahrnehmen. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe deshalb seine Rechtsprechung an-

gepasst. In diesem Zusammenhang wird auf das Urteil des BVGer D-

1242/2010 vom 4. Januar 2013 verwiesen. Im Übrigen habe der Beschwer-

deführer in der Schweiz seine regimekritische Tätigkeit fortgesetzt, und an 

Demonstrationen teilgenommen. Dabei sei er fotografiert und gefilmt wor-

den, und sein Bild sei sogar in Zeitungsartikeln erschienen. 

Auf Beschwerdeebene reichten die Beschwerdeführenden weitere Foto-

grafien ein, die den Beschwerdeführer beziehungsweise die Beschwerde-

führenden bei Kundgebungen in der Schweiz zeigen. 

6.  

6.1 Nach dem Referenzurteil D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 ist es 

unwahrscheinlich, dass die syrischen Geheimdienste noch über die logis-

tischen Ressourcen und Möglichkeiten verfügen, um sämtliche regimekri-

tischen exilpolitischen Tätigkeiten syrischer Staatsangehöriger oder staa-

tenloser Kurden syrischer Herkunft im Ausland systematisch zu überwa-

chen. Es kann wohl vielmehr davon ausgegangen werden, dass durch den 

Überlebenskampf des Regimes die syrischen Geheimdienste primär auf 

die Situation im Heimatland konzentriert sind (vgl. a.a.O. E. 6.3.5 S. 18), 

und der Schwerpunkt ihrer Aktivitäten im Ausland bei einer selektiven und 

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Seite 14 

gezielten Überwachung der im Ausland lebenden Opposition liegt (vgl. Ur-

teile des BVGer E-6535/2014 vom 24. Juni 2015 E. 6.4, D-2291/2014 vom 

10. Juni 2015 E. 8.4, D-6772/2013 vom 1. April 2015 E. 7.2.3). Die An-

nahme, die betroffene Person habe die Aufmerksamkeit der syrischen Ge-

heimdienste in einer Weise auf sich gezogen, welche auf eine begründete 

Furcht vor Verfolgung wegen exilpolitischer Tätigkeiten schliessen lässt, 

rechtfertigt sich deshalb nur, wenn diese sich in besonderem Mass expo-

niert. Dies ist dann der Fall, wenn sie aufgrund ihrer Persönlichkeit, der 

Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abge-

gebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, sie werde aus Sicht des syri-

schen Regimes als potentielle Bedrohung wahrgenommen.  

6.2 Folglich ist vorliegend zu prüfen, ob die von den Beschwerdeführenden 

geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten – insbesondere diejenigen 

des Beschwerdeführers – den genannten Anforderungen genügen. 

6.2.1 Der Beschwerdeführer macht bezüglich seiner exilpolitischen Aktivi-

täten geltend, er habe in Griechenland an regierungskritischen Demonst-

rationen teilgenommen. Auch in der Schweiz habe er Kundgebungen in 

verschiedenen Städten besucht. Einmal sei er dabei von seiner Ehefrau 

begleitet worden. Eine Veranstaltung habe er in Begleitung seiner Tochter 

besucht. (vgl. Bst. F., G. und J.b vorstehend). 

6.2.2 Da der Beschwerdeführer keine Vorverfolgung glaubhaft machen 

konnte (vgl. vorstehend E. 5.3), kann ausgeschlossen werden, dass er und 

seine Familie vor dem Verlassen Syriens als regimefeindliche Person ins 

Blickfeld der Behörden geraten sind. Gestützt auf die vorliegenden Akten-

lage, drängt sich somit der Schluss auf, dass der Beschwerdeführer nicht 

der Kategorie von Personen zuzurechnen ist, die wegen ihrer Tätigkeit o-

der Funktionen im Exil als ernsthafte und potentiell gefährliche Regime-

gegner die Aufmerksamkeit der syrischen Geheimdienste auf sich gezogen 

haben könnten. Auch ist gestützt auf die eingereichten Beweismittel und 

der Angaben des Beschwerdeführers nicht davon auszugehen, dass er in-

nerhalb einer der exilpolitisch tätigen Organisationen und Parteien eine ex-

ponierte Kaderstelle innehat. Vielmehr hat er, ähnlich wie zahlreiche an-

dere syrische Staatsangehörige oder staatenlose Kurden syrischer Her-

kunft in der Schweiz und anderen europäischen Staaten an diversen Kund-

gebungen gegen das syrische Regime teilgenommen, wobei er auch foto-

grafiert wurde. Entgegen seinen Behauptungen auf Beschwerdeebene 

übersteigt sein exilpolitisches Engagement die Schwelle der massentypi-

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Seite 15 

schen Erscheinungsformen exilpolitischen Protests syrischer Staatsange-

höriger nicht. Auch handelt es sich bei ihm nicht um eine für die exilpoliti-

sche Szene bedeutsame Persönlichkeit, die durch ihre exilpolitische Tätig-

keit als ausserordentlich engagierter und exponierter Regimegegner auf-

gefallen sein könnte. Deshalb ist es nicht wahrscheinlich, dass seitens des 

syrischen Regimes ein besonderes Interesse an seiner Person bestehen 

könnte (vgl. Urteil des BVGer D-3839/2013 E. 6.4.2). 

7.  

Somit ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Verfolgungsgründe 

ersichtlich sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat. 

8.  

8.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so ver-

fügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Voll-

zug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie. Im 

Übrigen finden für die Anordnung des Vollzugs der Wegweisung die Artikel 

83 und 84 AuG Anwendung (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5.1).  

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht verfügt (vgl. BVGE 

2012/31 E. 6; 2011/24 E. 10.1; EMARK 2001 Nr. 21).  

8.3 Ist der Vollzug der Weg- oder Ausweisung nicht möglich, nicht zulässig 

oder nicht zumutbar, so verfügt das SEM die vorläufige Aufnahme (Art. 83 

Abs. 1 AuG). Bei der vorläufigen Aufnahme handelt es sich um eine Ersatz-

massnahme für eine nicht vollziehbare Weg- oder Ausweisung (vgl. BVGE 

2009/40 E. 4.2.1). Als solche kann sie aufgrund ihres akzessorischen Cha-

rakters nicht selbständig, sondern nur zusammen mit dem Entscheid über 

die Weg- oder Ausweisung in Rechtskraft erwachsen. Die vorläufige Auf-

nahme fällt umgekehrt zusammen mit der verfügten Weg- oder Auswei-

sung eo ipso dahin, sobald der weg- oder ausgewiesenen Person eine Auf-

enthaltsbewilligung erteilt wird, da die Wegweisung beziehungsweise Aus-

weisung und mit ihr die als Ersatzmassnahme angeordnete vorläufige Auf-

nahme gegenüber dem neu erteilten Aufenthaltstitel keinen Bestand haben 

kann (vgl. [EMARK 2001 Nr. 21 E. 11c; 2000 Nr. 30 E. 4, vgl. auch Art. 84 

Abs. 4 AuG, gemäss welchem die vorläufige Aufnahme bei Erhalt einer 

Aufenthaltsbewilligung erlischt). Gemäss Praxis – die Vorinstanz weist im 

Verteiler der angefochtenen Verfügung ausdrücklich darauf hin – treten die 

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Seite 16 

Rechtswirkungen der vorläufigen Aufnahme hingegen bereits ab erstin-

stanzlichem Entscheid ein (vgl. Rundschreiben 1 des BFM vom 11. Feb-

ruar 2008 (zu Weisung III/6.3 Asylgesetz/Rechtliche Stellung/Die vorläufige 

Aufnahme [Anhang 3 zu Weisung III/6.3]). In Bezug auf die mit der vorläu-

figen Aufnahme verbundene Rechtsstellung erwachsen der infolge eines 

negativen Asylentscheides aus der Schweiz weggewiesenen Person mit-

hin keine Nachteile, wenn sie gegen den Asylentscheid respektive die mit 

diesem verbundene Wegweisung Beschwerde erhebt. Die in der angefoch-

tenen Verfügung angeordnete vorläufige Aufnahme kann mithin von Ge-

setzes wegen erst mit Ausfällung des vorliegenden letztinstanzlichen Ur-

teils in Rechtskraft erwachsen.  

8.4 Die drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegwei-

sung beziehungsweise für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme (Un-

zulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit; Art. 83 Abs. 1–4 AuG) 

sind alternativer Natur. Sobald eine davon erfüllt ist, ist die vorläufige Auf-

nahme anzuordnen. Bei Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs aufgrund der allgemeinen Lage in einem Staat ist deshalb 

genau so wenig zu prüfen, ob der Vollzug darüber hinaus auch (noch) un-

zulässig oder unmöglich wäre, wie die Frage, ob der Vollzug auch aus in 

der Person des Asylsuchenden liegenden Gründen als unzumutbar zu er-

achten wäre. Erst im Falle einer aufgrund einer Lageveränderung beab-

sichtigten Aufhebung der vorläufigen Aufnahme wäre zu prüfen, ob allen-

falls in der Person begründete individuelle Umstände einem Vollzug (wei-

terhin) entgegenstehen. Gegen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen 

Aufnahme steht wiederum die Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt offen (Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG; vgl. BVGE 2009/51 

E. 5.4). Die vorläufige Aufnahme ist nach dem Gesagten zu Recht erfolgt. 

9.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes-

recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie voll-

ständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 aAsylG). Die Be-

schwerde ist demnach abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist. 

10.  

Die von den Beschwerdeführenden gestellten Begehren erschienen im 

Zeitpunkt der Beschwerdeeingabe nicht aussichtslos und ihre Bedürftigkeit 

im Sinne von Art 65 Abs. 1 VwVG ist durch die eingereichte Fürsorgebe-

stätigung vom 11. April 2014 erwiesen, weshalb das Gesuch gutzuheissen 

D-2290/2014 

Seite 17 

ist und keine Verfahrenskosten erhoben werden. Das Gesuch um Erlass 

des Kostenvorschusses wird gegenstandslos. 

11.  

11.1 Gemäss Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG hat das Bundesverwaltungsge-

richt bei Verfahren – wie dem Vorliegenden – nach Art. 31a Abs. 4 AsylG 

der asylsuchenden Person, welche von der Bezahlung der Verfahrenskos-

ten befreit wurde, auf Antrag eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen 

amtlichen Rechtsbeistand zu bestellen. Das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gemäss Art. 110a Abs. 1 Bst. a 

AsylG ist somit gutzuheissen und den Beschwerdeführenden ist ein amtli-

cher Rechtsbeistand in der Person von Fürsprech und Notar Jürg Walker 

beizuordnen. 

11.2 Dem amtlichen Beistand ist eine angemessene Entschädigung aus-

zurichten. Der in der Kostennote geltend gemachte Aufwand erscheint 

grundsätzlich angemessen. Der Rechtsbeistand ist mit Fr. 2194.50 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteueranteil) zu entschädigen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. Es werden keine Kosten auf-

erlegt. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 

nach Art. 110a Abs. 1 AsylG wird gutgeheissen und den Beschwerdefüh-

renden wird in der Person von Fürsprech und Notar Jürg Walker ein amtli-

cher Rechtsbeistand bestellt. 

4.  

Das Honorar des amtlichen Rechtsbeistands, Jürg Walker, wird zulasten 

der Gerichtskasse auf Fr. 2194.50 festgesetzt. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy 

 

 

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