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**Case Identifier:** 6f00cc18-0d36-5f02-acef-dbdd73a6f062
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.10.2023 725 2023 88 / 246 (725 23 88 / 246)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-88---246_2023-10-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 26. Oktober 2023 (725 23 88 / 246) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung  

 

 

Die in den neu beigebrachten medizinischen Berichten festgestellten Befunde sowie die 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen rechtfertigen vorliegend keine Revision im Sinne 

von Art. 53 Abs. 1 ATSG der ursprünglichen rechtskräftigen Leistungsablehnung. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Baloise Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 
4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Elisabeth Ruff 
Rudin, Advokatin, Dufourstrasse 49, 4010 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A.a Die 1982 geborene A.____ arbeitete als Lehrerin an der Sekundarschule in X.____ und 
war in dieser Eigenschaft bei der Baloise Versicherung AG (Baloise) obligatorisch gegen die 
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Der Schadenmeldung UVG vom 
11. September 2012 zufolge fiel die Versicherte am 21. Juni 2012 (recte: 21. Juli 2012) wäh-
rend einer Reitstunde vom Pferd und konnte daraufhin nicht mehr aufstehen. Hierbei zog sie 

 

 
 
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sich eine Prellung der Lendenwirbelsäule (LWS) und der linken Schulter zu. Gemäss einer ers-
ten Magnetresonanztomographie (MRI) vom 16. August 2012 konnten keine Nachweise einer 
traumatischen Läsion, keine Fraktur und kein traumatisches Ödem im Bereich der LWS und 
unteren Brustwirbelsäule (BWS) ausgemacht werden. Als Befunde wurden ein Wirbelkörper-
hämangiom in BWK (Brustwirbelkörper) 12 und LWK (Lendenwirbelkörper) 2, eine T1-
Signalerhöhung im Bandscheibenfach BWK 12/LWK 1, entsprechend einer Kalzifikation, und 
ein diskretes flächiges Ödem im Bereich der Grundplatte BWK 12 erhoben. Eine Höhenminde-
rung der Zwischenwirbelräume konnte nicht festgestellt werden. Im Rahmen einer weiteren 
MRT-Bildgebung vom 9. Januar 2013 wurde eine Höhenminderung der Bandscheibe 
BWK12/LWK1 erhoben, die bei T1-Gewichtung eine auffällig hohe Signalintensität zeigte. Als 
mögliche Ursachen wurden eine Einblutung, die allerdings frischeren Datums sein müsste, so-
wie differentialdiagnostisch intradiskale Kalzifikationen (die röntgenologisch nicht nachgewiesen 
werden könnten) angeführt. Die Baloise anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte in der 
Folge die gesetzlichen Leistungen.   
 
A.b Im Dezember 2016 wurde der Baloise ein Rückfall gemeldet. In diesem Zusammen-
hang teilte die Versicherte der Baloise mit, dass sie seit August 2016 wieder bei 
Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, in Behandlung sei. Nach 
Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse verneinte die Baloise mit Schreiben vom 17. März 
2017 einen Leistungsanspruch. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass die gel-
tend gemachten Beschwerden gemäss Beurteilung ihrer beratenden Ärztin nicht mehr auf das 
Ereignis vom 21. Juli 2012 zurückzuführen seien.  
 
A.c Mit Schreiben vom 22. Dezember 2021 gelangte die Versicherte, vertreten durch Erich 
Züblin, Advokat, an die Baloise. Darin machte sie namentlich unter Hinweis auf eine aktuelle 
MRT-Untersuchung vom 9. Februar 2021 sowie eine diesbezügliche ärztliche Stellungnahme 
von PD Dr. med. C.____, FMH Radiologie, im Wesentlichen geltend, dass sie mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit an einer strukturellen Gesundheitsstörung leide, die auf das damalige 
Ereignis zurückzuführen sei. Ferner ersuchte sie um erneute Prüfung der Leistungspflicht sowie 
um Kostengutsprache für die notwendigen medizinischen Massnahmen. Die Baloise nahm die-
ses Schreiben als Gesuch um Wiedererwägung entgegen und kam mit Schreiben vom 6. Janu-
ar 2022 zum Schluss, dass die Voraussetzungen einer Wiedererwägung nicht erfüllt seien. In 
einem weiteren Schreiben vom 26. April 2022 ersuchte die Versicherte um prozessuale Revisi-
on des rechtskräftigen Entscheids vom 17. März 2017 mit der Begründung, dass die neuen me-
dizinischen Beurteilungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine diffuse monosegmentale 
Traumatisierung der Bandscheibe BWK 12/LWK 1 belegen würden. Mit darauffolgender Verfü-
gung vom 15. Juni 2022 lehnte die Baloise eine (erneute) Leistungspflicht mit der Begründung 
ab, dass die Voraussetzungen einer prozessualen Revision nicht erfüllt seien. Daran hielt sie 
auch auf Einsprache der Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 20. März 
2023 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, der Einspracheentscheid vom 15. Febru-
ar 2023 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihren Entscheid vom 

 

 
 
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17. März 2017 einer prozessualen Revision zu unterziehen und der Beschwerdeführerin die 
gesetzlichen Leistungen gemäss UVG im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 21. Juli 2012 
zu erbringen. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 aufzuheben und 
festzustellen, dass die Voraussetzungen einer prozessualen Revision betreffend den Entscheid 
vom 17. März 2017 erfüllt seien; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte sie im Wesent-
lichen vor, dass die vertrauensärztliche Beurteilung, auf welche sich die Leistungsablehnung 
vom 17. März 2017 gestützt habe, sich als offensichtlich falsch erweise. Aufgrund der radiologi-
schen Beurteilung durch PD Dr. C.____ würden neue Tatsachen vorliegen, deren Beibringung 
zuvor nicht möglich gewesen sei. Erst durch diese radiologische Gesamtbeurteilung unter Be-
rücksichtigung der MRT vom 9. Februar 2021 sei aufgezeigt worden, dass die Befunde gemäss 
den damaligen MRT mit überwiegender Wahrscheinlichkeit den Anfang einer rein unfallbeding-
ten Beschwerdeprogredienz dargestellt hätten.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Juni 2023 schloss die Baloise auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 
20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs-
unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per-
son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver-
sicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 
Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80% des 
versicherten Verdiensts. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 
Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Un-
falltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer 
Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten 
Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% inva-
lid ist, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. 
 
3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt – unter anderem – 
voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, 
Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und adäquater Kausalzu-
sammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu-
sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursa-

 

 
 
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che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein-
trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch 
die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, zu deren Beantwortung die rechtsanwenden-
de Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – auf ärztliche Erkenntnisse ange-
wiesen ist. Für den Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt der im Sozialver-
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Die blosse Mög-
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. 
BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als 
begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 
(BGE 125 V 456 E. 5c, 123 V 98 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kau-
salzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitli-
chen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang 
besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom 
Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 
Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kau-
salzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich 
hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 
127 V 103 E. 5b/bb). 
 
3.2 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status 
quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf ei-
nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo 
sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hin-
weisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsscha-
dens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Da es sich hier-
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast − anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist − nicht bei 
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 
2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Be-
weis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder 

 

 
 
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Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen 
Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Per-
son nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Ge-
sundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des 
Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 
 
4.1 Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide müssen nach Art. 53 
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 
vom 6. Oktober 2000 (ATSG) in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder 
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweis-
mittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Der Begriff "neue Tatsachen oder 
Beweismittel" ist bei der (prozessualen) Revision gleich auszulegen wie bei der Revision eines 
kantonalen Gerichtsentscheids gemäss Art. 61 lit. i ATSG oder bei der Revision eines Bundes-
gerichtsurteils gemäss Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 6. Juli 
2018, 8C_148/2018, E. 5.1, vom 26. März 2010, 9C_764/2009, E. 3.1, in: SVR 2010 IV Nr. 55 
S. 169, und vom 13. Februar 2013, Urteil 9C_955/2012, E. 3.1). 
 
4.2 Neu sind demnach Tatsachen, die sich vor Erlass der formell rechtskräftigen Verfü-
gung oder des Einspracheentscheides verwirklicht haben, jedoch dem Revisionsgesuchsteller 
trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen erheblich sein, 
d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage des zur Revision beantragten 
Entscheids zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Ent-
scheidung zu führen. Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begrün-
denden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im 
früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil des Gesuchstellers unbewiesen ge-
blieben sind (vgl. BGE 134 III 669 E. 21, 127 V 353 E. 5b, Urteil des Bundesgerichts vom 8. 
Dezember 2011, 8C_434/2011, E. 7.1, in: SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63).   
 
4.3 Betrifft der Revisionsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung, deren Beurteilung 
massgeblich auf Schätzung oder Beweiswürdigung beruht, auf Elementen also, die notwendi-
gerweise Ermessenszüge aufweisen, so ist eine vorgebrachte neue Tatsache als solche in der 
Regel nicht erheblich. Ein (prozessrechtlicher) Revisionsgrund fällt demnach überhaupt nur in 
Betracht, wenn bereits im ursprünglichen Verfahren der untersuchende Arzt und die entschei-
dende Behörde das Ermessen wegen eines neu erhobenen Befundes zwingend anders hätten 
ausüben und infolgedessen zu einem anderen Ergebnis hätten gelangen müssen. An diesem 
prozessualrevisionsrechtlich verlangten Erfordernis fehlt es, wenn sich das Neue im Wesentli-
chen in (differenzial-)diagnostischen Überlegungen erschöpft, also auf der Ebene der medizini-
schen Beurteilung anzusiedeln ist (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 
8C_170/2017, E. 7.2 und vom 27. September 2016, 8C_464/2016, E. 6.1 mit Hinweis).   
 
4.4 Neue medizinische Expertisen, die im Verfahren, das zur früheren Verfügung geführt 
hat, keine gravierende und unvertretbare Fehldiagnose feststellen, erfüllen das Kriterium der 
Erheblichkeit nicht. Aufgrund der Symptome lassen sich Krankheiten oft nicht klar voneinander 
abgrenzen. Es wäre nicht sinnvoll, wenn jede im Nachhinein korrigierte Diagnose eine Revision 

 

 
 
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begründen könnte, zumal der erhobene Krankheitsbefund nicht grundlegend für das Mass der 
Arbeits(un)fähigkeit und damit die Beurteilung des Invaliditätsgrades ist (Urteil vom 13. Oktober 
2017, 8C_170/2017, E. 7.3).  
 
4.5 Die neuen Tatsachen oder Beweismittel im oben umschriebenen Sinn sind innert 
90 Tagen nach deren Entdeckung geltend zu machen; zudem gilt eine absolute zehnjährige 
Frist, die mit der Eröffnung der Verfügung zu laufen beginnt (Art. 67 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes über das Verwaltungsverfahren [VwVG] vom 20. Dezember 1968 in Verbindung mit Art. 55 
Abs. 1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 8. Dezember 2011, 8C_434/2011, E. 3 mit Hin-
weisen; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 53 ATSG, Rz. 38 ff.). Die relative 
90-tägige Frist beginnt erst zu laufen, wenn bei der Partei eine sichere Kenntnis über die neue 
erhebliche Tatsache oder das entscheidende Beweismittel vorhanden ist (KIESER, a.a.O., 
Art. 53 ATSG, Rz. 40 f., mit weiteren Hinweisen). 
 
5.1 Im Zeitpunkt der in Rechtskraft erwachsenen leistungsablehnenden Mitteilung vom 
17. März 2017 präsentierte sich die Aktenlage wie folgt: 
 
5.2 Eine im Anschluss an das Unfallereignis erstellte MRT der LWS vom 13. August 2012 
ergab folgende Befunde: Harmonische Lordose der LWS. Regelrechtes Alignement. Keine Wir-
belkörperhöhenminderung. Wirbelkörperhämangiom in BWK 12 und LWK 2. Keine Höhenmin-
derung der Zwischenwirbelräume. T1-Signalerhöhung im Bandscheibenfach BWK 12/LWK 1, 
entsprechend einer Kalzifikation. Diskretes flächiges Ödem im Bereich der Grundplatte BWK 
12. Keine Spinalkanalstenose. Keine Einengung der Neuroforamina. Keine Diskushernie. Un-
auffällige Darstellung der kleinen Wirbelgelenke, der paravertebralen Muskulatur sowie des um-
liegenden Weichteilmantels. Im Rahmen der Beurteilung wurde festgehalten, dass sich keine 
Nachweise einer traumatischen Läsion, keine Fraktur und kein traumatische Ödem im Bereich 
der LWS und unteren BWS ausmachen lassen würden. Als mögliche Schmerzursache käme 
eine Kalzifizierung im Bandscheibenfach BWK 12/LWK 1 mit schmalem randständigem Ödem 
in der Grundplatte BWK 12, möglicherweise im Rahmen einer Chondrokalzinose, in Frage.  
 
5.3 Am 9. Januar 2013 erfolgte eine weitere MRT. In diesem Zusammenhang wurde eine 
Höhenminderung der Bandscheibe BWK 12/LWK 1 erhoben, die bei T1-Gewichtung eine auffäl-
lig hohe Signalintensität zeigte. In Betracht kämen dafür differentialdiagnostisch intradiskale 
Kalzifikationen (die röntgenologisch nicht nachgewiesen werden könnten) oder eine Einblutung, 
die allerdings frischeren Datums sein müsste. Anhand der T2-gewichteten Aufnahmen bestün-
den keine Zeichen einer degenerativen dehydrativen Diskopathie. Der Befund sei mit einem 
vorderen oberen Kantenödem LWK1 mit begleitender Konturunschärfe und inhomogener Verdi-
ckung des vorderen Längsbandes kombiniert, so dass ein Status nach Kontusion/lnfraktion der 
Vorder-/Oberkante LWK 1 mit der Differentialdiagnose eines durch eine Fehlbelastung hervor-
gerufenen Kantenödems vorliegen dürfte. Insofern sei eine traumatische Ätiologie des Diskus-
befundes BWK 12/LWK 1 am wahrscheinlichsten. Der übrige Befund am lumbalen Achsenske-
lett und an der unteren BWS sei normal. Eine Voruntersuchung zur vergleichenden Beurteilung 
liege nicht vor. 
 

 

 
 
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5.4 Im Zusammenhang mit dem geltend gemachten Rückfall nahm der Behandler 
Dr. B.____ am 6. Februar 2017 zu zahlreichen Fragen der Beschwerdegegnerin Stellung. Zu 
den bisherigen und vorgesehenen Behandlungsmassnahmen hielt er fest, dass er der Patientin 
in einer einzigen letztjährigen Konsultation eine Verordnung für neun Sitzungen Physiotherapie 
ausgestellt sowie zusätzlich medikamentöse Analgesie mit Voltaren retard (2x75mg) verschrie-
ben habe. Es sei vereinbart worden, dass die Patientin sich im Falle einer ungenügenden Ver-
besserung erneut melde. Eine Kontaktaufnahme habe bisher aber nicht mehr stattgefunden. 
Zur Frage, ob die aktuellen Beschwerden auf das Unfallereignis vom 21. Juli 2012 zurückzufüh-
ren seien führte er aus, dass in der MRT der thorakolumbalen Wirbelsäule vom 9. Januar 2013 
sich eine Läsion der Bandscheibe TH 12/L 1 gefunden habe. Ferner sei ein vorderes oberes 
Kantenödem im LWK 1 mit begleitender Konturunschärfe und inhomogener Verdickung des 
vorderen Längsbandes beschrieben worden. Eine dehydrative degenerative Diskopathie habe 
anhand der T2-gewichteten Aufnahmen nicht nachgewiesen werden können. Somit müssten 
diese Befunde als posttraumatisch interpretiert werden. Insofern seien die Beschwerden auf 
das Unfallereignis zurückzuführen. Auch die Frage, ob es sich bei den aktuellen Beschwerden 
ausschliesslich um Unfallfolgen handle, wurde seitens Dr. B.____ positiv beantwortet. 
 
5.5 Am 27. Februar 2017 legte die Beschwerdegegnerin das Dossier ihrer beratenden Ärz-
tin Dr. med. D.____, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates (D), vor. Diese kam zum Schluss, dass die aktuelle Beschwerdesymptomatik 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf das Trauma zurückzuführen sei. Bereits in 
der MRI vom 13. August 2012 wie auch in derjenigen vom 9. Januar 2013 seien im Bereich 
BWK 12/LWK 1 Kalzifikationen beschrieben worden. In der Bildgebung vom 13. August 2012 
zeige sich kein traumatisches Ödem (Bone bruise). Das im MRI beschriebene Kantenödem sei 
aus orthopädischer Sicht nicht nachvollziehbar. Dies könne auch durch eine Fehlbelastung her-
vorgerufen werden.  
 
6.1 Im Zusammenhang mit dem Revisionsgesuch erweisen sich die folgenden Berichte als 
von Relevanz: 
 
6.2 Eine MRT vom 10. Februar 2021 ergab im Vergleich zur Voruntersuchung vom 9. Ja-
nuar 2013 eine progrediente Osteochondrose BWK 12/LWK 1 mit gemischt ödematös fettigen 
Abschlussplattenveränderungen im Sinne einer leichtgradigen Aktivierung und zunehmender 
ventraler spondylotischer Abstützreaktion degenerativer Natur. Ferner wurde eine beginnende 
Chondrose der Bandscheibe LWK 4/5 mit medianem Anulus fibrosus-Einriss und flacher medi-
aner Protrusion ohne Neurokontakt erhoben. Am 23. April 2021 führte Dr. med. Ursula Heim, 
FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, zu den erhobenen Befunden aus, dass die Pati-
entin durch die Beschwerdesymptomatik weiterhin invalidisierend schmerzgeplagt sei. Dies 
schränke die Patientin sowohl im Alltag als auch in den sportlichen Aktivitäten weiterhin deutlich 
ein. Als therapeutische Massnahmen würden die Applikation eines Neurodol Tissugel Pflasters 
lokal sowie ein segmentales Muskelaufbautraining zur Verbesserung der muskulären Stabilisa-
tion des thorakolumbalen Übergangs empfohlen.  
 

 

 
 
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6.3 Mit Beurteilung vom 25. September 2021 äusserte sich PD Dr. C.____ zuhanden der 
Rechtsschutzversicherung der Versicherten zur vorliegenden Angelegenheit. Zunächst nahm er 
zu den der Leistungsablehnung zugrundeliegenden MRT Stellung. Die MRT-Bildgebung vom 
13. August 2012 zeige auf der Höhe BWK 12/LWK 1 eine diffuse Signalerhöhung in der T1- 
Wichtung sowie eine Höhenminderung im Vergleich zu den angrenzenden Bandscheiben. ln 
der starken T2-Gewichtung zeige sich ebenfalls eine diffuse moderate Signalverminderung des 
Nucleus pulposus (innere Masse der zwischen den Wirbelkörpern gelegenen Bandscheiben). 
Die Höhenminderung sei ebenfalls dokumentiert. Subchondral unter der Bodenplatte des 
BWK 12 zeige sich ein lineares, bandförmiges Knochenmarksödem, relativ scharf begrenzt, 
betreffend die posterioren 50% der Bodenplatte. Bei starker Vergrösserung und entsprechender 
Fensterung zeigt sich ein Anulus fibrosus-Riss in der vorderen Zirkumferenz. Es handle sich um 
einen monosegmentalen Befund, die angrenzenden und weiteren Bandscheibensegmente sei-
en völlig unauffällig und im Rahmen der Norm abgebildet. Die diffuse Signalerhöhung in der T1-
Wichtung weise auf eine diffuse Hämorrhagie (vermehrtes Ausströmen von Blut) im Nucleus 
pulposus hin. Dazu passend finde sich eine Verminderung der Signalintensität in der starken 
T2-Gewichtung. Das subchondrale Knochenmarksödem unter der Bodenplatte BWK 12 sei als 
Kontusionsödem zu werten, die diskrete, flaue Signalerhöhung im vorderen Anulus fibrosus als 
initiale Anulus fibrosus-Läsion. Die Höhenminderung der Bandscheibe weise auf eine Schädi-
gung hin. Es fänden sich keine chronischen, degenerativen Zeichen. In der MRT-Untersuchung 
vom 9. Januar 2013 persistiere die Signalerhöhung der Bandscheibe in der T1-Wichtung auf 
der Höhe BWK 12/LWK 1. Sie sei diffus, umfasse die gesamte Bandscheibe und sei homoge-
ner als auf der Voruntersuchung. Die Signalminderung in der T2-Gewichtung sei ebenfalls re-
produziert. Es zeige sich eine zunehmende Höhenminderung der Bandscheibe im Vergleich zur 
Voruntersuchung. Das Kontusionsödem unter der Bodenplatte BWK 12 habe sich vollständig 
zurückgebildet. Es würden sich Verdickungen des Ligamentums longitudinale anterius auf Höhe 
des vorderen Anulus fibrosus sowie ein entzündliches Knochenmarksödem der Vorderkante 
des LWK 1 deckplattennahe finden. Es zeige sich weiterhin eine unauffällige Abbildung der üb-
rigen und angrenzenden Bandscheiben. Hinsichtlich der aktuellen Bildgebung vom 9. Februar 
2021 kam PD Dr. C.____ zum Schluss, dass das Bandscheibensegment BWK 12/LWK 1 im 
vorderen Drittel vollständig aufgebraucht sei. Es würden sich erosive Konturen der Deckplatte 
LWK 1 und der Bodenplatte BWK 12 zeigen. Subchondral zeige sich eine weitgehend fettige 
Degeneration des Knochenmarks, im Randbereich auch eine entzündliche Komponente. Ferner 
bestünden osteophytäre/spondylophytäre Abstützreaktionen am Vorderrand der beiden Wirbel-
körper, eine deutliche Verdickung des Ligamentums longitudinale anterius auf Bandscheiben-
höhe sowie eine moderate posteriore Bandscheibenprotrusion Richtung Spinalkanal. Die an-
grenzenden Bandscheiben seien alle regelrecht abgebildet, es handle sich weiterhin um einen 
monosegmentalen Befund. Ferner würden sich eine beginnende Chondrose mit Anulus fibro-
sus-Riss auf der Höhe L4/5, somit im unteren LWS-Bereich, sowie eine mediale Bandscheiben-
protrusion/beginnende Hernierung zeigen.  
 
Die Frage, ob in den MRI-Untersuchungen vom 13. August 2012 und 9. Januar 2013 Hinweise 
auf eine stattgehabte strukturelle Läsion im Segment BWK 12/LWK 1 bestünden, beantwortete 
PD Dr. C.____ dahingehend, dass die Signalerhöhung der Bandscheibe der BWK 12/LWK 1 
und die Signalminderung in der T2-Gewichtung mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine diffuse 

 

 
 
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Hämorrhagie bedingt seien. Grundsätzlich wären kleine Verkalkungen als Ursache auch denk-
bar, diese seien jedoch auf der konventionellen Aufnahme vom 9. Januar 2013 nicht sichtbar. 
Des Weiteren finde sich in der Untersuchung vom 13. August 2012 ein Knochenmarksödem 
direkt unterhalb der Bodenplatte des BWK 12, hinweisend auf ein Kontusionsödem. Auf der 
Erstuntersuchung würden sich ein initialer Anulus fibrosus-Riss und eine initiale Höhenminde-
rung der Bandscheibe zeigen. Alle angrenzenden Bandscheiben seien vollständig innerhalb der 
Norm, es handle sich um einen monosegmentalen Befund. Ferner würden sich keine osteore-
aktiven oder chronischen Veränderungen ausmachen lassen, so dass der Zusammenhang mit 
dem stattgehabten Trauma hochwahrscheinlich sei. Die relativ rasche Progredienz der Band-
scheibenläsion fünf Monate später, am 9. Januar 2021, sei ebenfalls sehr typisch für eine post-
traumatische Bandscheibenschädigung, die im Allgemeinen eine rasche Progredienz der se-
kundär degenerativen Veränderungen aufweise. PD Dr. C.____ bejahte ferner die Frage nach 
einem kausalen Zusammenhang der progredienten Osteochondrose BWK 12/LWK 1 mit der 
strukturellen Läsion.  
 
6.4 Am 20. Juli 2022 nahm PD Dr. C.____ zuhanden des Rechtsvertreters der Versicher-
ten erneut zur medizinischen Sachlage Stellung. Nach nochmaliger Kommentierung der doku-
mentierten MRT-Befunde (vgl. hierzu ausführlich die Stellungnahme vom 20. Juli 2022, S. 2 f.), 
bekräftigte er seine Schlussfolgerung, wonach sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das 
Gesamtbild einer diffusen monosegmentalen Traumatisierung der Bandscheibe BWK 12 und 
LWK 1 ergebe. Sowohl die jeweiligen strukturellen Veränderungen der Untersuchungen vom 
13. August 2012 und 9. Januar 2013 sowie der Verlauf über fünf Monate und danach über neun 
Jahre (MRT vom 9. Februar 2021) seien dahingehend richtungsweisend. Bildgebend bestehe 
kein Hinweis auf eine degenerative Vorschädigung des Segments. Es fänden sich weder reakti-
ve Veränderungen in der direkten Umgebung (Knochenmark, Knochen) noch in der weiteren 
Nachbarschaft (angrenzende Bandscheibensegmente). Die Verlaufsuntersuchungen würden 
eine sich rasch ausbildende sekundäre Osteochondrose mit starker Progredienz im Verlauf do-
kumentieren, was typisch für eine posttraumatisch ausgelöste Bandscheibenschädigung sei. 
Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass Mikroverkalkungen im Bandscheibenfach 
möglich, jedoch nicht bewiesen seien. Diese könnten auch früh posttraumatisch auftreten. Die 
Diagnose einer Chondrokalzinose stehe damit auf wackligen Beinen. Es würde auch keine rich-
tungsweisenden Befunde für eine solche Diagnose geben. Die dokumentierten Veränderungen 
betreffend das Bandscheibenfach könnten alternativ hämorrhagisch oder durch metabolische 
Veränderungen der Proteoglykane des Nukleus pulposus erklärt und als posttraumatischer Zu-
stand eingeordnet werden.  
 
7.1 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, mit den vorstehend zitierten 
Beurteilungen von PD Dr. C.____ würden erhebliche neue Tatsachen vorliegen, deren Beibrin-
gung zuvor nicht möglich gewesen sei. Erst die radiologische Gesamtbeurteilung unter Berück-
sichtigung der MRT vom 9. Februar 2021 habe gezeigt, dass die Befunde gemäss den damali-
gen MRT mit überwiegender Wahrscheinlichkeit den Anfang einer rein unfallbedingten Be-
schwerdeprogredienz gezeigt hätten. Damit erweise sich die vertrauensärztliche Beurteilung 
vom 27. Februar 2017 bzw. der gestützt darauf ergangene Entscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 17. März 2017 als offensichtlich falsch. Die Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber 

 

 
 
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im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass das Revisionsgesuch verspätet erfolgt sei. Aus-
gangspunkt zur Festsetzung der 90-tägigen Frist bilde das MRT vom 9. Januar 2021, wobei die 
Frist durch den Bericht des Kantonsspitals Y.____ vom 23. April 2021 ausgelöst worden sei. 
Sollte erst der Bericht von PD Dr. C.____ vom 25. September 2021 rechtsgenügliche Kenntnis 
über die geltend gemachten neuen Tatsachen gebracht haben – was die Beschwerdeführerin 
zu beweisen habe – bleibe festzuhalten, dass die prozessuale Revision erst mit Schreiben des 
Rechtsvertreters vom 26. April 2022 geltend gemacht worden sei, somit klarerweise nicht inner-
halb der 90-tägigen Frist. Als neues Beweismittel gelte das MRT vom 9. Februar 2021. Dies 
erbringe für sich genommen als neue Tatsache einzig den Beweis, dass die Beschwerdeführe-
rin im Bereich BWK 12/LWK 1 an einer progredienten Chondrose leide, die degenerativer Natur 
sei, wie auch dem MRT-Bericht vom 10. Januar 2021 zu entnehmen sei. Damit fehle es am 
Nachweis von neuen Tatsachen, die den der Leistungsabweisung vom 17. März 2017 zugrun-
deliegenden Sachverhalt als eindeutig falsch darstellen lassen könnten. Das MRT von 2021 
erbringe auch keinen Nachweis über allfällige fehlerhafte Feststellungen zum MRT 
2012.  PD Dr. C.____ nehme eine andere Bewertung der bereits bekannten MRT-Bildgebungen 
von 2012 und 2013 vor, die im Jahr 2021 aus seiner Sicht zu einer anderen Einschätzung der 
Frage der Unfallkausalität führe. Damit würden keine neuen Tatsachen bzw. Beweismittel vor-
liegen. Alsdann wäre die Beschwerdeführerin spätestens im Jahr 2017 verpflichtet gewesen, 
die Frage der Unfallkausalität weiter abklären zu lassen. Sie habe jedoch die Leistungseinstel-
lung und damit die Verneinung der Unfallkausalität akzeptiert. Insbesondere fehle es am Nach-
weis, was im Jahr 2017 feststellbar gewesen sei.  
 
7.2 Was vorab die Rechtzeitigkeit des Revisionsgesuchs anbelangt, so beginnt die relative 
90-tägige Revisionsfrist praxisgemäss zu laufen, sobald bei der Partei eine sichere Kenntnis 
über die neue erhebliche Tatsache oder das entscheidende Beweismittel vorhanden ist (vgl. 
E. 4.5 hiervor). In Würdigung der vorstehend dargelegten medizinischen Aktenlage kommt die-
ser Zeitpunkt vorliegend grundsätzlich auf den durch PD Dr. C.____ verfassten Bericht vom 
25. September 2021 zu liegen. Erst seine Beurteilung lieferte aus Sicht der Beschwerdeführerin 
rechtsgenügliche Kenntnis über den medizinischen Sachverhalt, sodass er Grundlage für die 
geltend gemachten neuen Tatsachen bilden konnte. Beim MRT-Befund vom 9. Februar 2021 
bzw. dem hierzu ergangenen Bericht von Dr. E.____ vom 23. April 2021 handelt es sich dem-
gegenüber um ein Abbild bzw. um eine Darlegung des aktuellen Gesundheitszustands der Ver-
sicherten. Die darin enthaltenen Ausführungen bildeten noch keine hinreichende Basis für 
Sachverhaltsfeststellungen zur gesundheitlichen Situation, die geeignet wären, die ursprüngli-
che Beurteilung von Dr. D.____ vom 27. Februar 2017 infrage zu stellen. Zu berücksichtigen gilt 
es nun aber, dass sich der Rechtsvertreter der Versicherten daraufhin zwar mit Schreiben vom 
22. Dezember 2021 innerhalb einer Frist von 90 Tagen an die Beschwerdegegnerin wandte. 
Das besagte Schreiben wurde jedoch weder als Gesuch um prozessuale Revision betitelt noch 
äusserte es sich inhaltlich zu den hierfür erforderlichen Voraussetzungen nach Art. 53 Abs. 1 
ATSG. Erst mit Schreiben vom 26. April 2022 wurde explizit um prozessuale Revision ersucht, 
nachdem die Beschwerdegegnerin zuvor bereits mit Schreiben vom 6. Januar 2022 mitgeteilt 
hatte, dass sie eine (weitere) Leistungspflicht unter dem Titel einer Wiedererwägung nach 
Art. 53 Abs. 2 ATSG ablehne. Dem Revisionsgesuch konnte wohl schon aus diesem Grund 
kein Erfolg beschieden sein. Die Frage, wie es sich mit der Rechtzeitigkeit des Revisionsge-

 

 
 
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suchs im Detail verhält bzw. ob die Beschwerdeführerin allenfalls aus ihren Darlegungen im 
Schreiben vom 22. Dezember 2021 etwas zu ihren Gunsten ableiten könnte, braucht vorliegend 
jedoch nicht abschliessend beantwortet zu werden. Auch können Weiterungen zur Frage unter-
bleiben, wie der Umstand mit Blick auf die Rechtzeitigkeit des Gesuchs zu werten ist, dass die 
Beschwerdeführerin nicht alle medizinischen Beurteilungen, die im Vorfeld an die Stellungnah-
me von PD Dr. C.____ vom 25. September 2021 ergangen sind, beigebracht hat. Wie die nach-
folgenden Erwägungen zeigen werden, scheitert das Revisionsbegehren ohnehin (auch) an den 
materiellen Voraussetzungen.  
 
7.3.1 Fraglich, letztlich aber nicht entscheidend, ist zunächst, ob die medizinischen Darle-
gungen von PD Dr. C.____ als neue Tatsachen im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG gewertet 
werden können. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 4.2 hiervor), handelt es sich dann um neue Tat-
sachen, wenn sie sich vor Erlass der formell rechtskräftigen Verfügung oder des Einsprache-
entscheids verwirklicht haben, jedoch dem Revisionsgesuchsteller trotz hinreichender Sorgfalt 
nicht bekannt waren. Vorliegend wurden mit der von PD Dr. C.____ anhand der ursprünglichen 
MRT-Bildgebungen beschriebenen Signalerhöhung in der T1-Wichtung bzw. der Höhenminde-
rung der Bandscheibe BWK 12/LWK 1 und dem Knochenmarksödem keine neuen Befunde 
erhoben, die zum damaligen Zeitpunkt nicht schon bereits bekannt gewesen waren. Wie die 
Beschwerdegegnerin ferner zutreffend ausführt, erbringt die aktuellste MRT-Bildgebung vom 
9. Januar 2021 für sich genommen als neue Tatsache einzig den Beweis, dass die Versicherte 
im Bereich BWK 12/LWK 1 an einer progredienten Chondrose leidet, die degenerativer Natur 
ist. Die Beschwerdeführerin stellt sodann selbst in Frage, dass gestützt auf die damalige Be-
fundlage eine Traumatisierung der Bandscheibe hätte nachgewiesen werden können. Vielmehr 
bekräftigt sie wiederholt, dass erst die radiologische Gesamtbeurteilung neun Jahre nach dem 
Unfallereignis gezeigt habe, dass die damaligen Befunde den Anfang einer unfallbedingten Be-
schwerdeprogredienz dargestellt hätten. Entsprechend diesen Ausführungen könnten die Beur-
teilungen von PD Dr. C.____ wohl zumindest als neue Beweismittel qualifiziert werden. Als re-
visionsbegründende Beweismittel werden auch solche anerkannt, die dem Beweis von Tatsa-
chen dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuch-
stellenden Person unbewiesen geblieben sind (vgl. E. 4.2 hiervor).  
 
7.3.2 Soweit das Gesuch in diesem Sinne nicht ausschliesslich auf Befunden basiert, die 
gegebenenfalls erst nach der Leistungsablehnung vom 17. März 2017 entstanden sind (vgl. 
E. 7.3.1 hiervor), ist festzuhalten, dass mit der nachträglichen Berücksichtigung von Tatsachen 
und Beweisen allenfalls der Sachverhalt korrigiert werden kann. Hierbei ist jedoch in Erinnerung 
zu rufen, dass bei einer Revision unbeachtlich ist, ob ein neuer Experte nunmehr zu einem an-
deren Ergebnis gelangt, mithin das Neue sich im Wesentlichen in (differenzial-)diagnostischen 
Überlegungen erschöpft, also auf der Ebene der medizinischen Beurteilung anzusiedeln ist (vgl. 
E. 4.3 hiervor). Genau dies trifft indessen auf den vorliegenden Fall zu. In der ersten MRT vom 
13. August 2012 wurde als mögliche Schmerzursache eine Kalzifikation im Bandscheibenfach 
BWK 12/LWK 1 mit schmalem randständigem Ödem beschrieben. Hierbei wurde bekräftigt, 
dass sich keine Nachweise einer traumatischen Läsion und keine Fraktur ausmachen lassen 
würden (vgl. E. 5.2 hiervor). Demgegenüber wurde in der MRT vom 9. Januar 2013 eine Hö-
henminderung der Bandscheibe BWK 12/LWK 1 sowie im Rahmen der T1-Gewichtung eine 

 

 
 
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auffällig hohe Signalintensität erhoben. Differentialdiagnostisch wurden unter anderem erneut 
intradiskale Kalzifikationen als mögliche Ursache für diesen Befund angeführt. PD Dr. C.____ 
äusserte sich in diesem Zusammenhang dahingehend, dass die Signalerhöhung im Bandschei-
benfach mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine Hämorrhagie bedingt sei, obwohl eine solche 
auf der MRT-Bildgebung vom 13. August 2012 gemäss echtzeitlicher medizinischer Beurteilung 
gerade nicht ausgemacht werden konnte. Genauso wenig konnte im Rahmen der MRT vom 
13. August 2012 entgegen seinen Darlegungen eine Höhenminderung erhoben werden. Eine 
nähere Begründung für seine Interpretationen lässt sich seinen Ausführungen im Weiteren nicht 
entnehmen. Sodann führte PD Dr. C.____ ebenfalls kleine Verkalkungen als alternative Ursa-
che für die Höhenminderung an, verneinte diese Möglichkeit dann aber mit dem Hinweis, dass 
entsprechende Verkalkungen auf der Aufnahme vom 9. Januar 2013 nicht sichtbar seien. An 
einer anderen Stelle seiner Beurteilung räumte er jedoch selbst ein, dass die Bildqualität nur 
mittelgradig gut und die Mittel- und Kontrastauflösung deutlich schlechter als in der Voruntersu-
chung vom 13. August 2012 seien. Im Wesentlichen vor diesem medizinischen Hintergrund 
sowie der Tatsache, dass es sich um einen monosegmentalen Befund handelt, schloss er auf 
eine stattgehabte strukturelle Läsion bzw. eine posttraumatische Bandscheibenschädigung. Am 
20. Juli 2022 bekräftigte er seine Schlussfolgerungen, wobei er erneut einräumte, dass auch 
Mikroverkalkungen im Bandscheibenfach möglich, jedoch nicht bewiesen seien, weshalb die 
Diagnose einer Chondrokalzinose auf wackligen Beinen stehe. Die Veränderungen im Band-
scheibenfach könnten alternativ hämorrhagisch oder durch metabolische Veränderungen der 
Proteoglykane des Nukleus pulposus erklärt und als posttraumatischer Zustand eingeordnet 
werden (vgl. E. 6.4 hiervor). Die Beurteilung von PD Dr. C.____ stellt damit im Ergebnis eine 
abweichende Interpretation des medizinischen Sachverhalts dar, die einer unterschiedlichen 
Ausübung des medizinischen Ermessens zuzuschreiben ist, wobei deren Ursache namentlich in 
den divergierenden Bildgebungen vom 13. August 2012 und 9. Januar 2013 gründen dürfte. 
Hierbei fehlt es aber an der revisionsrechtlichen Erheblichkeit der angerufenen Tatsachen oder 
Beweismittel. Rechtsprechungsgemäss bildet ein neues Gutachten – vorliegend die neuen ärzt-
lichen Berichte – noch keinen Revisionsgrund, soweit es lediglich eine von der früheren Exper-
tise bzw. Beweisgrundlage abweichende Meinung vertritt. Es muss vielmehr den Fehler in der 
früheren Beweisgrundlage eindeutig ("indiscutable") oder mit "überlegenen Gründen" aufzeigen, 
damit es einen Revisionsgrund bilden könnte (Urteile des Bundesgerichts vom 20. März 2017, 
9F_9/2016, E. 2.4 und vom 6. November 2012, 8F_9/2012, E. 3 sowie E. 4.4 hiervor). In Ab-
weichung zu Dr. D.____ gelangte PD Dr. C.____ unter Berücksichtigung des zwischenzeitlichen 
Verlaufs zur Auffassung, dass es sich beim Beschwerdebild der Versicherten um eine post-
traumatische Bandscheibenläsion handelt. Wie sich anhand der vorstehenden Darlegungen 
ergibt, kann aus seinen Ausführungen aber nicht geschlossen werden, dass Dr. D.____ zwin-
gend zu einem anderen Ergebnis hätte gelangen müssen. Hinzu tritt, dass die MRT-Bildgebung 
vom 9. Februar 2021 lediglich eine progrediente Chondrose und damit einen degenerativen 
Befund im Bereich BWK 12/LWK 1 dokumentiert. Auch daraus lassen sich keine Schlussfolge-
rungen dergestalt ziehen, die den der Leistungsabweisung vom 17. März 2017 zugrundeliegen-
den Sachverhalt als eindeutig falsch erscheinen lassen könnten, wie die Beschwerdegegnerin 
ebenfalls richtig erkannte.  
 

 

 
 
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7.3.3 Schliesslich fehlt es aber insbesondere auch am Nachweis, dass die Beibringung der 
neuen Tatsachen oder Beweismittel nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt möglich war (vgl. 
E. 4.1 hiervor). Die Beschwerdeführerin argumentiert wiederholt, dass PD Dr. C.____ unter an-
derem aufgrund des mittlerweile neunjährigen Verlaufs im Anschluss an das Unfallereignis zu 
abweichenden Schlussfolgerungen gelangt sei. Dies sagt aber noch nichts darüber aus, ob die 
bei PD Dr. C.____ veranlasste Beurteilung nicht schon zu einem viel früheren Zeitpunkt, unter 
Umständen auch bei einer anderen Fachperson, hätte eingeholt und beigebracht werden kön-
nen. Die Beschwerdeführerin äussert sich in keiner Weise zu dieser für eine prozessuale Revi-
sion zentrale Voraussetzung. Auch den Ausführungen von PD Dr. C.____ lässt sich nicht ent-
nehmen, wie sich die diesbezügliche Situation in medizinischer Hinsicht präsentiert.  
 
8. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich mit den in den neu aufgelegten Berich-
ten festgestellten Befunden und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen eine Revision der 
rechtskräftigen Leistungsablehnung vom 17. März 2017 nicht rechtfertigen lässt. Damit ist der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 nicht zu beanstanden und die dage-
gen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 
 
9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteient-
schädigung ausgerichtet.  
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.  
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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