# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff0929b0-9e89-52d4-a9ad-f8f8f986cb4e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2008 E-6767/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6767-2008_2008-11-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6767/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X._______, Nigeria,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 22. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6767/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Nigeria  im 
Februar  2008 verliess,  und am 1. März unter  Umgehung der Grenz-
kontrolle  in  die  Schweiz einreiste,  wo er  gleichentags im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) Chiasso um Asyl nachsuchte,

dass das BFM mit Fax-Schreiben vom 10. Juli 2008 eine Mitarbeiterin 
des  Hilfswerkes  MNA,  Zürich,  zur  Anhörung  vom 29. Juli  2008  des 
minderjährigen Beschwerdeführers einlud, 

dass  der  – eigenen  Angaben  zufolge  – minderjährige 
Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung im EVZ Chiasso vom 
11. März 2008 sowie der direkten Anhörung vom 29. Juli  2008  – im 
Beisein einer Vertrauensperson – zur Begründung seines Asylgesuchs 
im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  nigerianischer 
Staatsangehöriger aus A._______ und christlicher B._______,

dass  sein  Vater  Voodoo-Priester  gewesen  sei,  weshalb  er  den 
Beschwerdeführer  sowie  seine  Mutter  wegen  ihres  christlichen 
Glaubens aus seinem Haus gewiesen habe,

dass er nach dem Tod seines Vaters dessen Stelle als Voodoo-Priester 
habe übernehmen sollen,

dass  der  Beschwerdeführer  dieses  Amt  abgelehnt  habe,  zumal  sein 
christlicher  Glaube  nicht  mit  dem  westafrikanischen  Voodoo-Kult 
vereinbar sei,

dass er  als  Konsequenz dem Voodoo-Orakel  geopfert  werden sollte, 
weshalb  er  in  seine  Kirche  geflüchtet  sei  und  sich  bis  zu  seiner 
Ausreise dort versteckt gehalten habe,

dass,  weil  er  immer  noch  von  der  Voodoo-Glaubensgemeinschaft 
gesucht  worden  sei,  der  Kirchenvater  sowie  -mitglieder  seine  Reise 
aus Nigeria organisiert hätten,

dass  er  irgendwo  in  Nigeria  ohne  Reise-  und  Identitätspapiere  ein 
Flugzeug  bestiegen  habe,  und  irgendwo in  einem ihm unbekannten 
Land  gelandet  sei,  wo  er  ohne  Papiere  die  Grenzkontrolle  habe 
passieren können,

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dass  er  sodann  von  einem  ihm  unbekannten  Mann  nach  Chiasso 
mitgenommen worden sei, 

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird,

dass  der  Beschwerdeführer  weder  Identitätsdokumente  noch andere 
Beweismittel zu den Akten gab und der schriftlichen Aufforderung zur 
Papierbeschaffung innert 48 Stunden nicht nachgekommen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  am  8.  Mai  2008  wegen  Verdachts  auf 
Wiederhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 
1951  (BetmG,  SR  812.121)  von  der  Kantonspolizei  C._______ 
festgenommen, für einen Tag inhaftiert und gegen ihn die Ausgrenzung 
aus dem Gebiet des Kantons C._______ verfügt wurde,

dass das BFM mit Verfügung vom 22. Oktober 2008 gestützt auf Art. 
32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 
142.31)  auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat und 
dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung seines Entscheides im Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Behörden  trotz  Auffor-
derung  innert  48  Stunden  und  bis  dato  keine  Identitätsdokumente 
eingereicht  und  hierfür  keine  entschuldbaren  Gründe  glaubhaft  zu 
machen vermocht,

dass die Verfolgungsvorbringen ferner den Anforderungen gemäss Art. 
3 und 7 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise an die 
Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts  offensicht-
lich nicht genügten und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
nicht erforderlich seien,

dass seine Aussagen zu seinen Aus- respektive Einreiseumständen, 
ohne jemals Identitätspapiere besessen zu haben, insgesamt realitäts-
fremd und unglaubhaft seien und die diesbezüglichen Antworten den 
stereotypen Vorbringen jener Gesuchsteller  entsprechen würden,  die 
nicht bereit seien ihre wahre Identität zu belegen,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  seinen  Schilderungen  zudem  in 
wesentliche Widersprüche verstrickt und er auf viele Fragen keine oder 

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nur ausweichende Antworten zu Protokoll gegeben habe, wodurch die 
erheblichen  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  seiner  Schilderungen 
untermauert würden,

dass  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  unter  dem Aspekt  des 
Übereinkommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des 
Kindes  [KRK  SR  0.107]  als  zulässig  erweise,  zumal  dem 
minderjährigen Beschwerdeführer gemäss Art. 22 KRK und gewisser 
gesetzlicher  Normen  im  Ausländer-,  Asyl-  und  Zivilrecht  angemes-
sener Schutz und humanitäre Hilfe bei der Wahrnehmung der Rechte 
gewährleistet worden seien,

dass  zudem  nichts  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Rückführung  des 
Beschwerdeführers  spreche  und  auch  der  Wegweisungsvollzug 
möglich und durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. Oktober 2008 gegen 
diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob 
und beantragt,  der  negative Entscheid  des BFM sei  aufzuheben,  es 
sei  seine  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen  und  ihm sei  Asyl  zu 
gewähren,

dass er ferner beantragt, es sei festzustellen, dass der Wegweisungs-
vollzug  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei  und  es  sei  die 
vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei ihm die unentgelt-
liche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundes-
gesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten,  eventualiter  sei  die  aufschie-
bende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen und die Vollzugs-
behörden  seien  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme mit  dem Heimat- 
oder Herkunftsstaat  sowie jede Weitergabe von Daten an denselben 
bis  zum Endentscheid  über  diese  Beschwerde  zu  unterlassen,  sub-
eventualiter sei eine eventuell bereits erfolgte Datenweitergabe an den 
Heimatstaat  offenzulegen,  und  der  Beschwerdeführer  sei  in  einer 
separaten Verfügung darüber zu informieren, 

dass die vorinstanzlichen Akten am  29.  Oktober 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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dass  am  31.  Oktober  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  eine 
Unterstützungsbestätigung vom 28. Oktober 2008 einging,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art.  31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32];  Art.  83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  in  der  angefochtenen  Verfügung  einer  allfälligen  Beschwerde 
dagegen die aufschiebende Wirkung nicht  entzogen wurde,  weshalb 
auf  das  Begehren,  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  sei 
wiederherzustellen, nicht einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass  mit  Bezug  auf  das  hängige  Asylverfahren  von  der  Prozess-
fähigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist,  zumal  sie  in  der 
Beschwerde  nicht  bestritten  wird  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1996 Nr. 3 S. 19),

dass  einer  urteilsfähigen,  unbegleiteten  und  nicht  vertretenen 
minderjährigen  Person  für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  eine 
rechtskundige  Vertrauensperson  beizuordnen  ist,  bevor  die  erste 
Anhörung zu den Asylgründen durchgeführt  wird (vgl. Art. 17 Abs. 3 
AsylG; Art. 7 Abs. 3 und 5 AsylV 1; EMARK 1998 Nr. 13; 1999 Nr. 18; 
2003 Nr. 3),

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dass der Beschwerdeführer bei Einreichung seines Asylgesuchs in der 
Empfangsstelle am 1. März 2008 angab, er sei am (...)  geboren und 
damit minderjährig,

dass  für  den  Beschwerdeführer  von der  Hilfswerkorganisation  MNA, 
Zürich,  vor  der  Anhörung  vom 29.  Juli  2008  eine  Vertrauensperson 
ernannt  wurde,  womit  den  oben  genannten  gesetzlichen  Voraus-
setzungen  und  der  Rechtsprechung  genügend  Rechnung  getragen 
wurde,

dass der Beschwerdeführer legitimiert  ist, weshalb auf die form- und 
fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  im Übrigen  – vorbehältlich  der 
nachfolgenden Erwägungen  – einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 
50 und Art. 52 VwVG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  auf  das  Begehren  um  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
und um Gewährung von Asyl somit nicht einzutreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. EMARK 2004 
Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

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dass  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts 
zudem  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  nicht 
beschränkt ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG 
i.V.m. Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) materiell zur Sache 
zu äussern hat,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass die  Bestimmung von Art. 32 Abs. 2  Bst. a  AsylG jedoch keine 
Anwendung findet, wenn Asylsuchende glaubhaft machen können, sie 
seien  dazu  aus  entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art.  32 
Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 
und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 
Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 
3 Bst. c AsylG),

dass der Beschwerdeführer innert der gesetzlichen Frist von 48 Stun-
den nach Einreichung seines Asylgesuchs keine Papiere eingereicht 
hat, womit die Grundvoraussetzung für einen Nichteintretensentscheid 
in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist,

dass das BFM das Vorliegen entschuldbarer Gründe, die es dem Be-
schwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 48 
Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs echte Reise- oder Identi-
tätspapiere  einzureichen,  zutreffend  und  mit  hinreichender  Begrün-
dung verneint hat, weshalb auf diese verwiesen werden kann,

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dass  diese  vorinstanzlichen  Erkennnisse  in  der  Beschwerde  weder 
konkret noch substanziell bestritten werden,

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der gesamten Akten und 
Umstände  davon  ausgeht,  der  Beschwerdeführer  sei  im  Besitze 
eigener  und  authentischer  Identitäts-  und  Reisepapiere,  welche  er 
jedoch in Missachtung der ihm obliegenden gesetzlichen Mitwirkungs-
pflicht (vgl. insbes. Art. 8 Abs. 1 AsylG) den schweizerischen Behörden 
vorenthält,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers – wie vom BFM zu Recht 
erkannt (vgl. angefochtene Verfügung, S. 3, Ziff. 2)  – von Ungereimt-
heiten, unglaubhaften und zweifelhaften Vorbringen durchsetzt sind,

dass – wie sich nachfolgend zeigt – in der substanziell äusserst knapp 
gehaltenen  Beschwerde  nichts  geltend  gemacht  wird,  was  zu  einer 
anderen Beurteilung führen könnte, zumal die Eingabe inhaltlich kaum 
über eine Bekräftigung der bisherigen Vorbringen hinausgeht,

dass  die  Gesuchsvorbringen  insgesamt  vage,  stereotyp  und 
unsubstanziiert  ausgefallen  sind,  im  Verlaufe  der  Befragungen  die 
Umstände und Gegebenheiten  seiner  Flucht  wegen der  angeblichen 
Ernennung  zum  Voodoo-Priester  unterschiedlich  ausfielen  und  der 
Beschwerdeführer zu keinen nachvollziehbaren Detailschilderungen in 
der  Lage war,  weshalb  insgesamt  keine einsehbare  persönliche Be-
troffenheit  und Auseinandersetzung zu erkennen sind,  was nicht  auf 
ein tatsächliches Erleben der geltend gemachten Ereignisse schlies-
sen lässt, 

dass der Beschwerdeführer wegen der Zugehörigkeit zu der Voodoo- 
Glaubensgruppe  seines  Vaters  bis  zu  dessen  Tod im  Februar  2008 
keine  Verfolgung  abzuleiten  vermag,  zumal  er  selbst  zu  Protokoll 
gegeben  hat,  dass  er  und  seine  Mutter  als  Christen  seit  seiner 
Kindheit im selben Dorf alleine gelebt hätten (vgl. A20/13 S. 4 f.),

dass schliesslich auch nicht nachvollziehbar dargelegt werden konnte, 
wie  und  weshalb  der  Priester  und  die  Kirchenmitglieder  dem 
Beschwerdeführer  die  Flucht  kostenlos  ermöglicht  haben sollen  und 
der  Beschwerdeführer  zu  seiner  Reise  in  die  Schweiz  nichts 
mitbekommen habe (vgl. A20/13 S. 8),

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dass der Beschwerdeführer unter anderem ausführt,  zwecks Beweis-
mittelbeschaffung werde er verschiedene Leute kontaktieren, die sich 
mit  dem Priester  sowie seiner Mutter  in  Verbindung setzen könnten, 
damit sie seine Fluchtgründe und -umstände belegen könnten,

dass  der  Beschwerdeführer  bis  heute  jedoch  keine  entsprechenden 
Beweismittel,  seine  Fluchtgründe  bestätigend,  eingereicht  und  auch 
keine konkreten Beschaffungsbemühungen dargelegt hat, 

dass vor diesem Hintergrund nicht  auf  ein tatsächliches Erleben der 
behaupteten  Sachverhaltumstände  schliessen  lässt,  sondern  von 
insgesamt konstruierten Gesuchsvorbringen auszugehen ist,

dass des Weiteren das Argument,  eine Rückschiebung nach Nigeria 
stelle für den Beschwerdeführer als Sohn eines verstorbenen Voodoo-
Priesters eine Lebensgefahr dar, nicht verfängt,

dass die Behauptung des Beschwerdeführers sowie des Vertreters der 
Hilfswerkorganisation, er leide unter momentanen Angstzuständen und 
eine  diesbezügliche  ärztliche  Abklärung  wäre  gegebenenfalls  ange-
bracht, erstmals und einzig in der Bundesanhörung vom 29. Juli 2008 
vorgebracht wird (vgl. A20/13 S. 11 ff.),

dass  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  sinngemäss  ausführt,  in 
solchen Momenten versuche er durch beten diese Angstzustände zu 
verdrängen,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerdeschrift  keine 
gesundheitlichen  Probleme  mehr  geltend  macht  und  sich  auch  den 
weiteren  Akten  keine  entsprechenden  Hinweise  entnehmen  lassen, 
weshalb  sich  der  Schluss  aufdrängt,  es  handle  sich  dabei  um eine 
blosse Schutzbehauptung, 

dass nach dem Gesagten für das BFM aufgrund der Anhörung keine 
Veranlassung  für  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
bestand,

dass  mithin  die  Vorinstanz  im  vorliegenden  Fall  aufgrund  der 
Aktenlage,  wie  sie  sich  nach der  Direktanhörung vom 29. Juli  2008 
präsentierte,  unter  Verzicht  auf  zusätzliche  tatbestandliche  oder 
rechtliche Abklärungen im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung 

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zu Recht den Schluss gezogen hat, der Beschwerdeführer erfülle die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  einem  Vollzug  der  Wegweisung 
stünden  keine  Hindernisse  entgegen  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  und c 
AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 5.5. und 5.6.),

dass das  BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf 
Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 

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Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass bezüglich der allgemeinen Lage in Nigeria vollumfänglich auf die 
eingehenden  Ausführungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden  kann, 
zumal in Nigeria weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt 
herrscht, sich die politische und wirtschaftliche Situation in letzter Zeit 
stabilisiert  und  teilweise  sogar  leicht  verbessert  habe,  womit  eine 
Rückführung nicht als generell unzumutbar erscheint,

dass  in  der  Bundesanhörung  vom  29.  Juli  2008  vom  Vertreter  der 
Hilfswerkorganisation  im  Grundsatz  durchaus  zu  Recht  geltend 
gemacht  wird,  dass  der  Minderjährigkeit  bei  der  Prüfung  des 
Asylgesuchs zentrale Bedeutung zukommt, da nach weiterhin gültiger 
Praxis (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 13; Grundsatzurteil)  im Falle von 
unbegleiteten Minderjährigen das Kindeswohl im Rahmen der Prüfung 
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges mitzuberücksichtigen ist 
(vgl. a.a.O., E. 5e.aa), woraus sich gleichzeitig die Verpflichtung ergibt, 
von Amtes wegen die spezifisch mit der Minderjährigkeit verbundenen 
Aspekte des Wegweisungsvollzuges abzuklären (vgl. a.a.O., E. 5e.bb),

dass  angesichts  der  vorstehenden  Ausführungen  und  insbesondere 
auch  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  – eigenen  Angaben 
gemäss – kurz vor seiner Volljährigkeit steht, kein kindliches Verhalten 
an  den  Tag  legt,  was  sich  nicht  zuletzt  darin  zeigt,  dass  er  sich 
offensichtlich  in  der  Drogenszene  aufhält  und  wegen  Verdachts  des 
Verstosses gegen das BetmG anschliessend mit Verfügung vom 9. Mai 
2008  aus  dem  Kantonsgebiet  C._______  ausgegrenzt  wurde  (vgl. 
A15/14 und 16/4),

dass aufgrund der vorliegenden Aktenlage festzuhalten ist,  dass der 
heute  – eigenen Angaben zufolge  – minderjährige Beschwerdeführer 
durchaus  zu  selbstständigen  Reise-  und  anderen  Aktivitäten  in  der 
Lage ist  und zudem in  der  Person seiner  Mutter,  derer  Adresse be-
kannt ist, über die naheliegendsten Kontakte in seiner Heimat verfügt, 

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welche  er  auch  ohne  wesentliche  organisatorische  Schwierigkeiten 
erreichen dürfte, 

dass des Weiteren darauf hinzuweisen ist, dass der Beschwerdeführer 
fast  sein  ganzes Leben  in  Nigeria  verbracht  hat  und  daher  mit  den 
dortigen Gepflogenheiten und Mentalitäten  – wohl  im Gegensatz zur 
Schweiz, wo er sich er seit sieben Monaten aufhält – bestens vertraut 
ist,  was  eine  Reintegration  bei  einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland 
sicher erleichtern dürfte,

dass die allgemein wirtschaftliche Lage der Bevölkerung in Nigeria im 
Vergleich  zu  schweizerischen  Verhältnissen  zwar  schwierig  ist, 
allfällige  ökonomische  Schwierigkeiten,  von  denen  der 
Beschwerdeführer  nach  der  Rückkehr  betroffen  sein  könnte,  jedoch 
keine  Existenz  bedrohende  Situation  darstellen,  welche  den  Vollzug 
der Wegweisung in den Heimatstaat als unzumutbar erscheinen lassen 
(vgl. EMARK 1994 Nr. 19 S. 149),

dass demnach weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle 
Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  des 
Beschwerdeführers sprechen,

dass  unter  diesen  Aspekten  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Be-
schwerdeführers nach Nigeria als zumutbar zu erachten ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass der Antrag, die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, die Kontakt-
aufnahme  mit  dem  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  des  Beschwerde-
führers  sowie  jede  Weitergabe  von  Daten  an  denselben  bis  zum 
Endentscheid über die Beschwerde zu unterlassen, mit vorliegendem 
Direktentscheid gegenstandslos geworden ist,

dass  das  BFM hingegen  anzuweisen  ist,  dem Beschwerdeführer  im 
Rahmen von Art. 26 ff. VwVG eine eventuell  bereits  erfolgte  Weiter-

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gabe von Personendaten im Sinne von Art. 97 Abs. 3 Bstn. a - c AsylG 
an die zuständige ausländische Behörde offen zu legen,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion gegen-
standslos geworden ist,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG beantragt,

dass das Verfahren aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aus-
sichtslos zu bezeichnen ist und das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  somit 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. 
Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das BFM wird  angewiesen,  dem Beschwerdeführer  der  zuständigen 
ausländischen  Behörde  eventuell  weitergegebene  Personendaten 
offen zu legen.

3.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

4.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand:

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