# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd78bf86-77dd-5e48-80dc-62d6b723203d
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR 604_2008_149_150_27_05_11.pdf
**Docket/Reference:** 604_2008_149_150_27_05_11.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf35/604_2008_149_150_27_05_11.pdf

## Full Text

604 2008-149 
604 2008-150 

Urteil vom 27. Mai 2011 

STEUERGERICHTSHOF 

BESETZUNG 

Präsident: 
Beisitzer: 

Gerichtsschreiberin: 

Hugo Casanova 
Michael Hank, Geneviève Jenny, 
Berthold Buchs, Albert Nussbaumer 
Elisabeth Rime Rappo 

PARTEIEN 

Eheleute  A.,  Beschwerdeführer,  vertreten  durch  die  Beratungs-  und 
Treuhandgesellschaft B  

gegen 

KANTONALE  STEUERVERWALTUNG,  Rue  Joseph-Piller  13,  Postfach, 
1701 Freiburg, Vorinstanz,     

GEGENSTAND 

Einkommens-  und  Vermögenssteuer  der  natürlichen  Personen;  Abzug  von 
Schuldzinsen, Ruling, Steuerumgehung 

Beschwerde vom 26. November 2008 gegen den Einspracheentscheid vom 
27. Oktober 2008; direkte Bundessteuer und Kantonssteuern 2006 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

Im  Anschluss  an  eine  vorgängige  Präsentation  und  Besprechung  unterbreitete  die 
A.  
Beratungs-  und  Treuhandgesellschaft  B.  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  am 
3. August  2004  detailliert  ausformulierte  und  begründete  "Anträge  zur  steuerlichen  Be-
handlung einer Beteiligung einer in der Schweiz ansässigen natürlichen oder juristischen 
Person an einer australischen Limited Partnership". Darin wurde insbesondere dargelegt, 
dass  in  der  Schweiz  ansässige  natürliche  und/oder  juristische  Personen  und  eine 
australische  Tochtergesellschaft  der  X. Bank  (die  XBL  PartnerCo)  Gelegenheit  haben 
sollen, Investor und Teilhaber einer australischen Limited Partnership zu werden. Da die 
Partnership  über  keine  Rechtspersönlichkeit  verfüge,  seien  die  Teilhaber  an  jedem 
Aktivum  direkt  beteiligt.  Eine  andere  Gruppengesellschaft  der  X.  Bank  (die  X.  Finance) 
werde  der  Limited  Partnership  ein  verzinsliches  Darlehen  zum  Drittvergleichspreis  ge-
währen,  wobei  der  jährlich  zu  entrichtende  Zins  zur  Schuld  geschlagen  werde.  Die 
Limited  Partnership  werde  das  erhaltene  Kapital  dazu  verwenden,  Aktien  einer  austra-
lischen  Kapitalanlagegesellschaft  zu  erwerben,  welche  ihrerseits  in  verschiedene  Aktiven 
einschliesslich Beteiligungen und Forderungen investieren werde. Die Erträge der Limited 
Partnership  bestünden  aus  Dividenden  der  Kapitalanlagegesellschaft  und  allfälligen 
Kapitalgewinnen  aus  der  Veräusserung  von  Aktien.  Die  Beteiligung  jedes  Teilhabers  am 
Gewinn  oder  Verlust  würde  anteilsmässig  auf  der  Basis  des  eingebrachten  Kapitals 
festgesetzt. In der Beilage wurde diese Anlagestruktur wie folgt dargestellt (Slide Nr. 3): 

XBL 

XBL 

Auf  der  Grundlage  dieser  Sachverhaltsdarstellung  legte  die  Beratungs-  und  Treuhand-
gesellschaft B. sodann die steuerliche Behandlung der Limited Partnership aus ihrer Sicht 
dar.  Da  es  sich  weder  um  eine  ausländische  Gesellschaft,  noch  um  einen  ausländischen 
Fonds  noch  um  eine  (Handel  betreibende)  Business  Partnership  handle,  müsse  die 
Limited  Partnership  für  schweizerische  Einkommens-  und  Gewinnsteuerzwecke  als  ein 
vollkommen  transparentes  Gebilde  betrachtet  werden.  Daraus  ergebe  sich  eine  anteils-
mässige steuerliche Zurechnung bei den Anlegern. Gestützt darauf stellte die Beratungs- 
und Treuhandgesellschaft B. folgende Begehren: 

 
 
 
 
 
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  "Basierend auf den obigen Ausführungen möchten wie Folgendes beantragen:  

•  AusLP  wird  für  Einkommens-  und  Gewinnsteuerzwecke  der  Direkten  Bundes-
steuer als vollkommen transparentes Gebilde betrachtet, und demzufolge 

a)  Der jedem Teilhaber zurechenbare Dividendenanteil ist bei in der Schweiz 
ansässigen  natürlichen  und  juristischen  Personen  voll  steuerbar,  wobei 
eine in der Schweiz ansässige Gesellschaft den Beteiligungsabzug gemäss 
Art. 70 DBG beanspruchen kann, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, 

b)  Ein  Kapitalgewinn  ist  bei  Teilhabern,  welche  in  der  Schweiz  ansässige 
natürliche Personen sind, steuerfrei, sofern sie die Beteiligung an AusLP für 
private  Anlagezwecke  halten,  und  bei  Teilhabern,  die  in  der  Schweiz 
ansässige  Gesellschaften  sind,  voll  steuerbar,  wobei  eine  in  der  Schweiz 
ansässige  Gesellschaft  den  Beteiligungsabzug  gemäss  Art. 70  DBG 
beanspruchen kann, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, 

c)  Der  an  X.  DL-Geber  bezahlte  Anteil  der  Zinsaufwendungen  auf  dem 
Darlehen  ist  bei  in  der  Schweiz  ansässigen  natürlichen  Personen  abzugs-
fähig,  falls  diese  Zinsaufwendung  (zusammen  mit  anderem  Einkommen 
aus  beweglichem  Vermögen  und  Zinsaufwendungen  der  in  der  Schweiz 
ansässigen  natürlichen  Person)  nicht  die  Schwelle  von  CHF  50,000  pro 
Jahr  (gemäss  Art.  33,  Absatz  1,  lit.  a  DBG)  überschreitet  und  die  in  der 
Schweiz  ansässige  natürliche  Person  das  Darlehen  und  den  Zinsanteil 
korrekt  in  ihrer  Steuererklärung  deklariert  und  bei  in  der  Schweiz  an-
sässigen Gesellschaften abzugsfähig, sofern die Zinsaufwendung als solche 
in der Jahresrechnung erfasst ist, 

d)  Die  Vermögensverwaltungsgebühr  ist  für  in  der  Schweiz  ansässige  natür-
liche  Personen  abzugsfähig,  sofern  diese  Gebühr  die  Anforderungen  der 
Kantonalen  Steuerverwaltung  in  dieser  Hinsicht  erfüllt  und  für  in  der 
Schweiz  ansässige  Gesellschaften  abzugsfähig,  falls  die  Zinsaufwendung 
als solche in der Jahresrechnung erfasst ist.  

• 

Für  die  Direkte  Bundessteuer  werden  in  der  Schweiz  ansässige  natürliche 
Personen nur aufgrund einer Einlage in AusLP nicht per se als gewerbsmässige 
Wertschriftenhändler qualifiziert." 

Die beigelegte schematische Präsentation enthält in Slide Nr. 9 insbesondere Folgendes 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Diese  Rulinganfrage  wurde  von  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  am  4.  Au-
gust 2004 mit dem Vermerk "Einverstanden!" gegengezeichnet. 

In  der  Folge  widerrief  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  das  gewährte  Ruling  am 
18. April 2008 "mit sofortiger Wirkung für die Zukunft". Zudem wurde im entsprechenden 
Schreiben  festgestellt, dass  dem  Ruling  auch  für  die  Vergangenheit  keine  bzw.  nur  eine 
beschränkte  Bindungswirkung  zukomme.  Daran  wurde  auch  nach  Erhalt  weiterer  Unter-
lagen über die X. Y. Anlagevehikel sowie einer erneuten Besprechung mit der Beratungs- 
und  Treuhandgesellschaft  B.  ausdrücklich  festgehalten  (Schreiben  vom  10. Septem-
ber 2008). 

Daraufhin informierte die Eidgenössische Steuerverwaltung die Vorsteher der Kantonalen 
Steuerverwaltungen  am  16.  September  2008  über  die  "Steuerliche  Klassifizierung  und 
Behandlung  von  X. Y.  Anlagevehikeln",  wobei  bezüglich  der  direkten  Bundessteuer  aus-
drücklich  entsprechende  Weisungen  erteilt  wurden.  Im  Rundschreiben  wurde  insbeson-
dere dargelegt, am früher gewährten Ruling könne nicht mehr festgehalten werden. Eine 
neuerliche Überprüfung der Sach- und Rechtslage habe ergeben, dass die Art und Weise, 
wie die im seinerzeitigen Rulingantrag dargestellte Struktur in der Praxis umgesetzt wor-
den  sei,  eine  Umgehung  der  Vorschriften  über  die  Ertragsbesteuerung  bzw.  zumindest 
eine missbräuchliche  Inanspruchnahme des privaten Schuldzinsenabzugs in der Schweiz 
darstelle.  Dies  müsse  bei  privaten  Anlegern  aus  der  Schweiz  mit  bereits  bestehenden 
Beteiligungen  zumindest  zur  Folge  haben,  dass  der  private  Schuldzinsenabzug  in  Bezug 
auf  die  mit  fremden  Mitteln  finanzierte  Erhöhung  des  Anlagekapitals  verweigert  werde. 
Zudem  habe  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  erkannt,  dass  nach  inzwischen 
geänderter  Gesetzgebung  und  Praxis  die  X. Y.  Anlagevehikel  in  steuerlicher  Hinsicht  als 
ausländische  Fonds  klassifiziert  und  behandelt  werden  müssten.  Künftige,  nach  dem 
Widerruf  des  Rulings  erworbene  Beteiligungen  seien  deshalb  steuerlich  als  Anteile  an 
einer  ausländischen  kollektiven  Kapitalanlage  zu  behandeln.  Im  Übrigen  wurde  in  Ab-
sprache  mit  den  Kantonsvertretern  in  der  "Arbeitsgruppe  Bewegliches  Vermögen"  der 
Schweizerischen  Steuerkonferenz  die  Empfehlung  abgegeben,  bei  der  Veranlagung  der 
Kantons- und Gemeindesteuern gleich zu verfahren. 

B.  
In  ihrer  Steuererklärung,  welche  sie  am  31.  Juli  2007  für  die  Steuerperiode  2006 
einreichten,  deklarierten  die  Eheleute  A.  einerseits  Einkommen  und  Vermögen 
aus Wertschriften  und  sonstigen  Kapitalanlagen  im  Betrag  von  8'394  Franken  bzw. 
1'364'286 Franken.  Unter  den  Vermögenswerten  befinden  sich  insbesondere  Anteile 
beider Ehegatten am australischen X. Y. 2005 (Equities bzw. Commodities Index) Limited 
Partnership  (nachfolgend:  X. Y.)  im  Betrag  von  265'727  Franken  und  276'879  Franken, 
d.h.  total  542'606  Franken,  für  welche  kein  Ertrag  ausgewiesen  wurde.  Andererseits 
machten  die  Steuerpflichtigen  Privatschulden  und  Schuldzinsen 
im  Betrag  von 
942'557 Franken  bzw.  60'508  Franken  geltend.  Darin  inbegriffen  sind  zwei  Darlehen 
der X.  Finance  Company  Pty  Limited  (nachfolgend:  X.  Finance)  im  Betrag  von  je 
247'944 Franken,  d.h.  total  495'888  Franken.  Dafür  wurden  im  Jahr  2006  Darlehens-
zinsen in der Höhe von zweimal 22'427 Franken, d.h. total 44'854 Franken entrichtet. 

Im  Rahmen  der  Veranlagungsverfahren  wurden  von  der  Kantonalen  Steuerverwaltung 
insbesondere  nähere  Informationen  und  Unterlagen  betreffend  die  Kapitalanlage  X. Y. 
eingeholt. 

Gemäss Veranlagungsanzeige vom 19. Juni 2008 wurden das Einkommen und Vermögen 
aus  privaten  Wertschriften  und  sonstigen  Kapitalanlagen  mit  9'484  Franken  bzw. 

 
 
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1'068'246  Franken  veranlagt.  Die  Privatschulden  wurden  auf  775'612  Franken  und  die 
abzugsfähigen  diesbezüglichen  Zinsen  auf  14'363  Franken  (direkte  Bundessteuer)  bzw. 
12'133  Franken  (Kantonssteuer)  festgesetzt.  Unter  Berücksichtigung  der  übrigen  Fakto-
ren  ergaben  sich  ein  im  Kanton  Freiburg  steuerbares  Vermögen  von  977'613 Franken 
(massgebender  Satz:  1'132'699  Franken)  sowie  ein  steuerbares  Einkommen  von 
198'876 Franken  (Kanton)  bzw.  183'981  Franken  (direkte  Bundessteurer).  Zur  Begrün-
dung der Veranlagung von Code 4.21 (Privatschulden) wurde vermerkt, die Schuldzinsen 
auf  den  Darlehen  X.  Finance  (zweimal  22'427  Franken)  betreffend  die  Anlage  X. Y. 
würden  gemäss  einem  kürzlichen  Entscheid  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  ab 
der Steuerperiode 2006 nicht mehr zum Abzug zugelassen. 

C.   a)  Am  10.  Juli  2008  erhoben  die  Eheleute  A.  gegen  diese  Veranlagung  Einsprache 
mit  dem  Antrag,  den  nicht  zugelassenen  Abzug  der  Schuldzinsen  im  Betrag  von 
44'854 Franken zu gewähren. 

Sie  machten  insbesondere  geltend,  der  X. Y.  sei  eine  Limited  Partnership  nach  australi-
schem  Recht.  Diese  sei  für  schweizerische  Einkommenssteuerzwecke  transparent.  Die 
anteiligen  Aktiven  und  Passiven  der  Limited  Partnership  würden  somit  direkt  den 
Investoren zugewiesen, was in der Steuererklärung entsprechend abgebildet worden sei. 
Im  Aktivum  der  Limited  Partnership  befinde  sich  die  Beteiligung  am  X. Y.  Diese  sei  im 
Wertschriftenverzeichnis  deklariert  worden.  Das  Passivum  der  Limited  Partnership 
enthalte  Darlehen  der  X.  Finance.  Diese  seien  als  solche  im  Schuldenverzeichnis  aufge-
führt  und  die  entsprechenden  Schuldzinsen  stellten  abzugsfähigen  Aufwand  dar.  Die 
schweizerische  steuerliche  Klassifizierung  von  ausländischen  Strukturen  erfolge  in  sinn-
gemässer  Anwendung  des  Schweizer  Rechts.  Gemäss  der  klaren  Praxis  zum  (bis  am 
31. Dezember  2006  anwendbaren)  Bundesgesetz  über  die  Anlagefonds  werde  der  X. Y. 
nicht als ausländischer Anlagefonds betrachtet. Vielmehr sei er als vollkommen transpa-
rentes ausländisches Gebilde zu klassifizieren. Demzufolge sei das anteilige Darlehen im 
Schuldenverzeichnis  aufzuführen  und  die  Zinsen  seien  aufgrund  der  anwendbaren 
Bestimmungen abzugsfähig. 

Im Übrigen legten die Steuerpflichtigen dar, dem verlangten Zinsabzug könne auch nicht 
die  Einrede  des  Rechtsmissbrauchs  (Steuerumgehung)  entgegengehalten  werden.  Die 
Investition  in  den  X. Y.  sei  weder  ungewöhnlich  noch  sachwidrig.  Schliesslich  hätten 
sowohl die Eidgenössische als auch die Freiburgische Steuerverwaltung in Rulings, welche 
auf  eine  vollständige  Darstellung  des  Sachverhalts  abgestützt  gewesen  seien,  die 
steuerliche Klassifikation des X. Y. als vollkommen transparentes Gebilde anerkannt. 

b)  Diese  Einsprache  wurde  mit  Entscheid  vom  27.  Oktober  2008  abgewiesen.  Zur 
Begründung  legte  die  Kantonale  Steuerverwaltung  insbesondere  dar,  die  Steuerpflichti-
gen hätten in ein ausländisches Gebilde investiert, welches tatsächlich nicht dem bis am 
31. Dezember 2006 anwendbaren Bundesgesetz über die Anlagefonds unterstellt werden 
könne.  Das  Konstrukt  könne  nach  schweizerischem  Recht  am  ehesten  mit  einer  Aktien-
gesellschaft  verglichen  werden.  Es  sei  im  weitesten  Sinn  eine  Beteiligung  an  einer 
australischen  Aktiengesellschaft  erworben  worden.  Diese  erwirtschafte  ihrerseits  aus 
Anlagen auf dem Rohstoff-, Nahrungs- und Viehmarkt usw. Geld, das dem Anleger in der 
Schweiz über diese Gesellschaft vergütet werden könne. Für die Beurteilung der Abzugs-
fähigkeit  der  Schuldzinsen  sei  diese  Frage  jedoch  nicht  von  grosser  Bedeutung.  Ent-
scheidend  sei  vielmehr  die  Frage,  weshalb  die  Finanzierung  der  Anlage  zu  einem  derart 
hohen  Anteil  Fremdkapital  habe  erfolgen  können.  Das  von  der  finanzierenden  Gesell-
schaft  übernommene  Risiko  von  90 %  gegenüber  dem  Anleger,  welcher  lediglich  für 

 
 
 
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10 % der Anlagesumme aufkommen müsse, stehe in keinem Verhältnis zu einer banken-
üblichen  Finanzierung  im  Rahmen  eines  Lombardkredites  und  habe  deshalb  hinterfragt 
werden müssen. 

Weiter wurde ausgeführt, das Ruling mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung bestätige 
lediglich den Grundsatz der vorgesehenen Transaktionen, die sich von Fall zu Fall unter-
schiedlich  auswirken  könnten,  wie  der  vorliegende  Fall  zeige.  Mit  keinem  Wort  werde 
jedoch  darin  die  aussergewöhnliche  Finanzierung  der  Kapitalanlage  gewürdigt.  Deshalb 
habe  das  Ruling  nur  eine  eingeschränkte  Gültigkeit,  wie  dies  von  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  auch  kommuniziert  worden  sei.  Schliesslich  sei  auch  zu  erwähnen, 
dass  die  Steuerverwaltung  des  Kantons  Freiburg  kein  schriftliches  Abkommen  unter-
zeichnet habe und damit zumindest auf kantonaler Ebene an keine Abmachung gebunden 
sei. 

Wie dem auch sei, müsse die Geltendmachung der Schuldzinsen im vorliegenden Fall als 
missbräuchlich bezeichnet werden. Die Zulassung eines allfälligen Abzugs würde zu einer 
unzulässigen  Steuerumgehung  führen.  In  der  Tat  stünden  die  Schuldzinsen  in  keinem 
Zusammenhang mit einem steuerbaren Ertrag, da die angefallenen Erträge in der Gesell-
schaft thesauriert würden, um möglicherweise später als steuerfreier Kapitalgewinn reali-
siert zu werden. Zudem sei gemäss Überzeugung der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
nicht einmal sichergestellt, dass die im Konzernverhältnis durch eine Tochtergesellschaft 
der  X.  Bank  an  die  Anleger  verrechneten  Schuldzinsen  auch  tatsächlich  dort  als  Ertrag 
versteuert  würden.  Die  von  den  Steuerpflichtigen  gewählte  Rechtsgestaltung  sei  unge-
wöhnlich  und  sachwidrig.  Es  sei  bekannt,  dass  beispielsweise  die  bei  der  Bank  E.  in  K. 
(Schweiz)  mögliche  Zeichnung  der  Anteile  an  der  X. Y.  Gruppengesellschaft  nur  einem 
beschränkten  Kundenkreis  angeboten  werde.  Ausserdem  übernehme  die  kredit-
finanzierende Tochtergesellschaft der X. Bank in Australien ein absonderliches Risiko, das 
jeglichen normalen Geschäftsrahmen sprenge. Die Finanzierung der Finanzanlage sei be-
wusst so gewählt worden, um Steuern einzusparen. Gemäss Prospekt werde die Steuer-
ersparnis  nebst  der  Rendite  klar  als  erreichbares  Ziel  erklärt.  Bei  der  Berechnung  der 
Rendite  spiele  die  Abzugsfähigkeit  der  Zinsen  eine  entscheidende  Rolle.  Das  gewählte 
Vorgehen würde auch zu einer erheblichen Steuereinsparung führen, was im Sinne einer 
Gleichbehandlung aller Steuerpflichtigen nicht hingenommen werde dürfe. 

D.   Mit  Eingabe  vom  26.  November  2008  reichten  die  Eheleute  A.,  nunmehr  vertreten 
durch  die  Beratungs-  und  Treuhandgesellschaft  B.,  gegen  den  Einspracheentscheid  der 
Kantonalen Steuerverwaltung beim Kantonsgericht Beschwerde ein. Sie beantragen, den 
angefochtenen Entscheid aufzuheben und festzustellen, dass die Schuldzinsen im Betrag 
von  44'854  Franken  auf  dem  Darlehen  der  X.  Finance  steuerlich  vollständig  zum  Abzug 
zugelassen seien (unter Kosten- und Entschädigungsfolge). Zur Begründung machen sie 
insbesondere  geltend,  mit  der  Einführung  der  Spezialnorm  über  die  Beschränkung  des 
Schuldzinsenabzugs  (per  1. Januar  2001)  sei  Rechtssicherheit  geschaffen  und  die 
Abgrenzungsfrage  geklärt  worden,  wann  eine  missbräuchliche  Inanspruchnahme  des 
Schuldzinsenabzugs  und  wann  keine  solche  Steuerumgehung  vorliege.  Im  vorliegenden 
Fall  sei  der  vorgenommene  Schuldzinsenabzug  tiefer  als  der  steuerbare  Ertrag  aus 
Privatvermögen  zuzüglich  des  Grundbetrages  von  50'000  Franken.  Somit  seien  die 
gesetzlichen Voraussetzungen für den Schuldzinsenabzug erfüllt. Im Weiteren liege auch 
keine Steuerumgehung vor. Schliesslich sei das diesbezügliche Steuerruling, welches mit 
der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  und  fünf  Kantonen  zustande  gekommen  sei, 
verbindlich. 

 
 
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Der mit Verfügung vom 27. November 2008 festgesetzte Kostenvorschuss von 800 Fran-
ken wurde fristgemäss einbezahlt. 

In  ihrer  Beschwerdeantwort  vom  28.  Januar  2009,  welche  am  darauffolgenden  Tag 
überbracht wurde, schliesst die Kantonale Steuerverwaltung auf Abweisung. Sie legt ein-
leitend  das  Schema  der  zur  Diskussion  stehenden  Geldanlage  dar  und  hält  an  ihrem 
Standpunkt fest. Zudem betont sie insbesondere, im Rulingverfahren mit der Eidgenössi-
schen  Steuerverwaltung  seien  offenbar  "nicht  alle  Karten  auf  den  Tisch  gelegt"  worden. 
Zudem  liege  eine  geradezu  vorsätzliche  Steuerumgehung  vor,  welche  geahndet  werden 
müsse.  Beim  höchst  spekulativen  Anlagevehikel  komme  es  zu  einer  Fremdfinanzierung 
von  9:1  durch  die  Banken.  Es  sei  nicht  Sache  des  Staates,  sich  an  solchen  Risiken  zu 
beteiligen, welche von einem Individuum freiwillig eingegangen würden. 

Die Eidgenössische Steuerverwaltung reichte ihre Vernehmlassung am 3. April 2009 ein. 
Sie  beantragt  Abweisung  der  Beschwerde  (unter  Kostenfolge),  soweit  sie  die  direkte 
Bundessteuer  betrifft.  Hinsichtlich  der  Kantonssteuern  verzichtet  sie  auf  die  Stellung 
eines  Antrags,  da  sie  sich  praxisgemäss  nur  in  Belangen  äussere,  die  mit  dem  StHG  in 
Widerspruch  stünden.  Einleitend  verweist  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  auf  den 
angefochtenen  Entscheid  sowie  die  Beschwerdeantwort  der  Kantonalen  Steuerverwal-
tung.  Ergänzend  legt  sie  insbesondere  noch  dar,  den  X. Y.  Anlagevehikeln  der  ver-
schiedenen  Jahre  sei  gemeinsam,  dass  damit  Anlegern  aus  der  Schweiz  ermöglicht 
werde,  sich  an  einer  australischen  Limited  Partnership  zu  beteiligen.  Diese  nehme  zur 
Erhöhung  des  verfügbaren  Kapitals  für  jeden  von  den  Anlegern  aufgebrachten  austra-
lischen  Dollar  (1  AUD)  ein  Darlehen  von  AUD  9  auf, wobei  die  jährlichen  Zinszahlungen 
der  Investoren  durch  weitere  Darlehen  finanziert  würden.  Die  Limited  Partnership  lege 
anschliessend  sämtliche  ihr  zur  Verfügung  stehenden  Anlagemittel  über  eine  zu  100 % 
gehaltene  Tochtergesellschaft  (die  "Anlagegesellschaft")  in  einer  vorbestimmten  Loan 
Note (z.B. Index-Linked Note oder Property-Linked Note) an. Ansonsten bestünden keine 
Anlagetätigkeiten. Der Einsatz von erheblichen Fremdmitteln in der privaten Vermögens-
verwaltung  gelte  jedoch  als  atypisch  und  unüblich.  Schuldverhältnisse,  deren  einziger 
Zweck augenscheinlich darin bestehe, in rechtsmissbräuchlicher Weise steuerlich abzugs-
fähige  Schuldzinsen  zu  generieren,  seien  jeweils  aus  dem  Blickwinkel  der  Steuerumge-
hung  zu  beurteilen.  Im  vorliegenden  Fall  seien  die  Voraussetzungen  einer  solchen 
Steuerumgehung  erfüllt,  was  zur  Verweigerung  des  streitigen  Schuldzinsenabzuges 
führe.  Im  Übrigen  komme  das  angerufene  Ruling  insofern  nicht  zum  Tragen,  als  der 
Rulingantrag der Beratungs- und Treuhandgesellschaft B sich nicht auf einen konkreten, 
inhaltlich  eindeutig  bestimmten  Fall  bezogen  und  nicht  alle  Informationen  enthalten 
habe,  welche  für  eine  abschliessende  Beurteilung  der  steuerlichen  Folgen  erforderlich 
gewesen wären.  Insbesondere sei nicht auf den unüblich hohen Fremdfinanzierungsgrad 
des X. Y. hingewiesen worden. 

Am  15.  Mai  2009  reichten  die  Beschwerdeführer  ihre  Gegenbemerkungen  ein.  Darin 
halten sie an ihrem Standpunkt fest. 

In ihren Schlussbemerkungen vom 15. bzw. 18. Juni 2009 hält die Kantonale Steuerver-
waltung  ihre  Betrachtungsweise  ebenfalls  aufrecht.  Dies  gilt  ebenso  für  die  Eidgenös-
sische Steuerverwaltung, welche am 19. Juni 2009 duplizierte. 

Am  18.  September  2009  reichten  die  Beschwerdeführer  einen  Entscheid  der  Steuer-
rekurskommission I des Kantons Zürich vom 8. September 2009 ein mit dem Hinweis, es 
sei dort um einen identischen Sachverhalt gegangen. In diesem Urteil, welches bloss die 

 
 
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kantonalen Steuern betrifft, wurde die Verbindlichkeit des mit dem Kantonalen Steueramt 
getroffenen Rulings bejaht, was zur Gutheissung des Rekurses und damit zur Gewährung 
des Schuldzinsenabzugs führte. 

Mit  Schreiben  vom  6.  Oktober  2009  teilte  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  dem 
Steuergerichtshof  mit,  der  ins  Recht  gelegte  Entscheid  werde  durch  das  Kantonale 
Steueramt  Zürich  angefochten.  Dementsprechend  wurde  das  Beschwerdeverfahren  vor 
dem hiesigen Steuergerichtshof sistiert. 

Mit Urteil vom 25. August 2010 (nunmehr veröffentlicht in ZStP 2010, 345 ff.) hiess das 
Verwaltungsgericht  des  Kantons  Zürich  die  vom  Kantonalen  Steueramt  erhobene  Be-
schwerde  teilweise  gut.  Es  gelangte  insbesondere  zum  Schluss,  der  Zeitpunkt,  in 
welchem  der  Steuerpflichtige  seine  Investition  getätigt  habe,  sei  massgebend  für  die 
Frage,  ob  er  sich  überhaupt  auf  das  vom  Kantonalen  Steueramt  am  25.  Februar  2005 
erteilte  Ruling  berufen  könne.  Eine  allfällige  Bindungswirkung  entfalte  sich  nämlich  nur 
dann,  wenn  im  Vertrauen  auf  die  Richtigkeit  der  erhaltenen  Auskunft  Dispositionen  ge-
troffen  worden  seien,  die  ohne  Nachteil  nicht  rückgängig  gemacht  werden  könnten.  Da 
der  Sachverhalt  diesbezüglich  unvollständig  festgestellt  worden  war,  wies  das  Verwal-
tungsgericht  die  Sache  zur  weiteren  Untersuchung  und  zum  Neuentscheid  im  Sinne  der 
Erwägungen an die Steuerrekurskommission I zurück. 

Eine Kopie dieses Urteils wurde den Parteien am 28. September 2010 zugestellt. Gleich-
zeitig  teilte  ihnen  der  Präsident  des  Steuergerichtshofes  mit,  das  sistierte  Verfahren 
werde nun wieder aufgenommen. 

Am  6.  Oktober  2010  kommentierten  die  Beschwerdeführer  das  erwähnte  Urteil.  Die 
Eidgenössische  Steuerverwaltung  reichte  ihrerseits  am  5.  November  2010  noch  eine 
ergänzende Stellungnahme ein. 

Die  einzelnen  Vorbringen  der  Verfahrensbeteiligten  werden,  soweit  wesentlich,  in  den 
nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt. 

E r w ä g u n g e n  

I. Direkte Bundessteuer (604 208-149) 

1.  Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die 
direkte Bundessteuer in der vorliegend anwendbaren Fassung (DBG; SR 642.11) werden 
von  den  Einkünften  grundsätzlich  die  privaten  Schuldzinsen  im  Umfang  der  nach  den 
Art. 20 und 21  steuerbaren Vermögenserträge und weiterer 50'000 Franken abgezogen. 
Nicht  abziehbar  sind  hingegen  insbesondere  die  Aufwendungen  für  Schuldentilgung 
(Art. 34 lit. c DBG). 

Vorbehalten bleibt der Fall einer Steuerumgehung. 

Im  vorliegenden  Fall  ist  in  erster  Linie  umstritten,  ob  die  Beschwerdeführer  im 
2. 
Vertrauen  auf  den  von  der  Beratungs-  und  Treuhandgesellschaft  B.  bei  der  Eidgenössi-
schen Steuerverwaltung eingeholten Vorbescheid (Ruling) zu schützen seien. 

 
 
- 9 - 

a)  Gemäss  dem  vormals  aus  Art.  4  aBV  abgeleiteten  und  nunmehr  -  in  seiner 
spezifisch  grundrechtlichen  Ausprägung  -  in  Art.  9  BV  ausdrücklich  verankerten  Grund-
satz  von  Treu  und  Glauben  können  unrichtige  Zusicherungen,  Auskünfte,  Mitteilungen 
oder Empfehlungen von Behörden unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten. 
Voraussetzung  dafür  ist,  dass  sich  die  Auskunft  der  Behörde  auf  eine  konkrete,  den 
betreffenden  Bürger  berührende  Angelegenheit  bezieht,  dass  die  Amtsstelle,  welche  die 
Auskunft  gegeben  hat,  hiefür  zuständig  war  oder  der  Bürger  sie  aus  zureichenden 
Gründen als zuständig betrachten durfte, dass der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft 
nicht ohne weiteres hat erkennen können, dass er im Vertrauen hierauf nicht ohne Nach-
teil rückgängig zu machende Dispositionen getroffen hat und dass die Rechtslage zur Zeit 
der Verwirklichung des Tatbestandes noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunfts-
erteilung  (Bundesgerichtsurteile  2C_99  und  107/2010  vom  6.  September  2010  Erw.  4, 
2A.46/2000 vom 1. November 2000 Erw. 3a; BGE 131 II 627 Erw. 6.1, 126 II 377 Erw. 
3a, 121 II 473 Erw. 2c). Doch steht selbst dann, wenn diese Voraussetzungen alle erfüllt 
sind, nicht fest, ob der Steuerpflichtige mit seiner Berufung auf Treu und Glauben durch-
dringen  kann.  Das  Interesse  an  der  richtigen  Durchsetzung  des  objektiven  Rechts  und 
dasjenige des Vertrauensschutzes müssen gegeneinander abgewogen werden. Überwiegt 
das öffentliche Interesse an der Anwendung des positiven Rechts, muss sich der Bürger 
unterziehen (BGE 116 Ib 185 Erw. 3c; ASA 56, 659 Erw. 6b). 

Die in der Praxis gemeinhin als Rulings bezeichneten Verständigungen zwischen Steuer-
pflichtigen  und  Steuerbehörden  über  bestimmte  Elemente  eines  steuerrechtlichen  Sach-
verhalts  sind  aus  dem  steuerrechtlichen  Alltag  nicht  wegzudenken  und  auch  volkswirt-
schaftlich  von  nicht  zu  unterschätzender  Bedeutung.  Selbst  ohne  ausdrückliche  gesetz-
liche Grundlage ist die Zulässigkeit von Verständigungen in einem gewissen Rahmen an-
erkannt  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  2.  September  2008,  BVGE 
2008,  714  Erw.  2.3  mit  zahlreichen  Hinweisen).  Auch  in  der  Lehre  werden  Zulässigkeit 
und Bedeutung vorgängiger Auskünfte im Steuerrecht hervorgehoben, wobei die Voraus-
setzungen  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  grundsätzlich  übernommen 
und noch näher ausgeführt werden (siehe insbesondere PETER EISENRING, Vorgängige Aus-
künfte von Steuerbehörden in der Schweiz, ASA Bd. 68, 97 ff.; URS R. BEHNISCH / ROGER 
M.  CADOSCH,  Die  Bedeutung  von  vorgängigen  Auskünften  von  Steuerbehörden  im  Recht 
der  direkten  Bundessteuer  -    Eine  Bemerkung  zu  einem  neuen  Entscheid  des  Bundes-
gerichts,  in:  Jusletter  23.  April  2001;  MICHAEL  BEUSCH,  Zulässigkeit  und  Wirkungen  von 
Verständigungen  (Rulings),  in:  zsis  2009,  Nr.  1,  S.  4  ff.;  DENIS  BERDOZ,  Pratique  et 
jurisprudence  en  matière  de  rulings,  in:  Journée  de  droit  fiscal  2009, 237  ff.;  CATHERINE 
MORF  /  ANDREAS  MÜLLER  /  THERES  AMSTUTZ,  Schweizer  Steuerruling  -  Erfolgsmodell  und 
Werthaltigkeit - Bedeutung und Verbindlichkeit für den Steuerstandort, ST 2010, 813 ff.; 
STEFAN  OESTERHELT  /  HAROLD  GRÜNINGER,  Steuerrechtliche  Entwicklungen  [insbesondere  im 
Jahr  2010],  SZW  2011,  90  ff.;  vgl.  zudem  auch  PETER  RICKLI,  Die  Einigung  zwischen 
Behörde  und  Privaten  im  Steuerrecht,  Basel  1987;  FELIX  RICHNER,  Verständigungen  im 
Steuerverfahren, ZStP 2007, 87 ff.). 

b)  Die  Beschwerdeführer  berufen  sich  auf  die  Rechtssicherheit,  welche  durch  das 
Steuerruling mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung geschaffen worden sei. Der Vor-
abbescheid  der  Steuerbehörden  sei  usanzgemäss  eingeholt  worden,  weil  es  sich  bei  der 
Limited  Partnership  um  einen  komplexen  Sachverhalt handle.  Dabei  sei  der  Sachverhalt 
sowohl mündlich als auch in den eingereichten Unterlagen so dargestellt worden, wie er 
dann  in  der  Praxis  umgesetzt  worden  sei.  Insbesondere  sei  aus  dem  präsentierten  Bei-
spiel  des  Vermögens-  und  Einkommensausweises  klar  ersichtlich  gewesen,  dass  der 
(hypothetisch  mit  80 %  angegebene)  Fremdfinanzierungsgrad  bei  der  Investition in  den 

 
 
 
 
- 10 - 

Limited  Partnership  hoch  sein  könne.  Wenn  der  Sachverhalt  unvollständig  dargestellt 
worden  wäre,  hätte  das  qualifizierte  Personal  der  sechs  angegangenen  Steuerbehörden 
sicher eine Vervollständigung oder Klarstellung verlangt. Im Übrigen habe der ehemalige 
Chef-Steuerkommissär  des  Kantons  Zürich,  welcher  das  dortige  Ruling  geprüft  und 
unterzeichnet habe, nachträglich - nach erneuter  Prüfung  sämtlicher  Unterlagen - noch-
mals  explizit  bestätigt,  dass  die  Sachverhaltsdarstellung  klar  und  vollständig  gewesen 
und korrekt verstanden worden sei. Das (von der zuständigen Behörde gewährte) Ruling 
sei  also  verbindlich,  weil  es  sich  auf  eine  konkrete  Situation  mit  Bezug  auf  bestimmte 
Personen  beziehe  und  im  Vertrauen  darauf  Dispositionen  getroffen  worden  seien,  die 
nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden könnten. Zudem habe der Adressat die 
Unrichtigkeit  der  Bestätigung  nicht  ohne  Weiteres  erkennen  können.  Dies  gelte  umso 
mehr, als auch fünf Kantone ein entsprechendes Ruling gewährt hätten. Im Übrigen habe 
die gesetzliche Ordnung inzwischen keine Änderung erfahren. 

Nach Ansicht der Vorinstanz und der Eidgenössischen Steuerverwaltung vermag hingegen 
das  gewährte  Ruling  aus  verschiedenen  Gründen  keine  oder  nur  eingeschränkte  Bin-
dungswirkung zu entfalten. Beide gehen davon aus, dass das Ruling lediglich den Grund-
satz  der  vorgesehenen  Transaktionen  bestätigt  habe.  Mit  keinem  Wort  sei  darin  die 
aussergewöhnliche  Finanzierung  der  Kapitalanlage  gewürdigt  worden.  Eine  Auskunft  der 
Behörden  sei  jedoch  nur  in  Bezug  auf  den  Sachverhalt  verbindlich,  wie  er  der  Behörde 
zur  Kenntnis  gebracht  worden  sei.  Dabei  sei  der  zu  beurteilende  Sachverhalt  durch  den 
Steuerpflichtigen  oder  dessen  Vertreter  vollständig  und  ohne  gezielte  Unterlassungen 
offenzulegen.  Beilagen  sollten  in  diesem  Zusammenhang  einzig  der  Sachverhaltsdar-
stellung  dienen.  Nur  wenn  diese  Voraussetzungen  erfüllt  seien,  könne  der  Vertrauens-
schutz, der sich aus der Bindungswirkung eines Rulings entfalte, angerufen werden. Auch 
gemäss  dem  "Verhaltenskodex  für  Steuerbehörden,  Steuerzahler  und  Steuerberater", 
welcher sowohl von der Privatwirtschaft als auch von der Verwaltung genehmigt worden 
sei, obliege es den Steuerpflichtigen bzw. ihren Vertretern, den Sachverhalt zu ermitteln 
und darzustellen. In Bezug auf erst  später bekannt gewordene Tatsachen und Änderun-
gen  des  Sachverhaltes  könne  das  in  Unkenntnis  davon  ergangene  Ruling  schon  deshalb 
keine  Bindungswirkung  entfalten,  weil  diese  Elemente  bei  der  Entscheidfindung  fehlten 
und  damit  per  se  nicht  vom  Vertrauensschutz  umfasst  würden.  Ob  der  Steuerbehörde 
dabei  absichtlich  oder  aus  Versehen  Informationen  vorenthalten  worden  seien,  spiele 
keine  Rolle.  Es  genüge,  dass  nicht  alle  Informationen  im  Rulingantrag  zur  Verfügung 
gestellt worden seien, welche für eine abschliessende Beurteilung der steuerlichen Folgen 
erforderlich gewesen wären.  Im vorliegenden Fall habe sich der vorgelegte Rulingantrag 
nicht  auf  einen  konkreten,  inhaltlich  eindeutig  bestimmten  Fall  bezogen,  sondern  die 
darin  dargelegte  Struktur  und  die  skizzierten  steuerlichen  Folgen  des  X. Y.  nur  in  sehr 
allgemeiner  Form  wiedergegeben.  Erst  aus  der  später  verfügbaren  "Kurzinformation  für 
Anleger" sei ersichtlich geworden, dass der Sachverhalt nicht in sämtlichen wesentlichen 
Punkten vollständig dargestellt worden sei und wie die effektive Umsetzung in der Praxis 
dann  ausgesehen  habe.  Insbesondere  hätten  Angaben  über  die  Fremdfinanzierung  ge-
fehlt, welche bei der tatsächlichen Umsetzung nun mit einer - für derartige Anlagevehikel 
absolut unüblichen - Quote von 90 % zu Buche schlage. Diese wichtige Information wäre 
notwendig  gewesen,  um  eine  allfällige  Umgehung  der  Vorschriften  über  die  Ertragsbe-
steuerung  und/oder  eine  missbräuchliche  Inanspruchnahme  des  Schuldzinsenabzugs  in 
der  Schweiz  ausschliessen  zu  können.  Es  könne  nicht  angehen,  dass  ein  solcher  ent-
scheidwesentlicher  Umstand  nicht  im  Rulingantrag  selber  präsentiert  werde,  sondern 
ohne  explizite  Nennung  des  Auslösers  einzig  dessen  "Ausflüsse"  im  Antrag  festgehalten 
würden.  Dass  der  einzig  greifbare  "Hinweis"  betreffend  die  Fremdfinanzierung  in  der 
Präsentation den erfahrenen Spezialisten der Steuerbehörden nicht aufgefallen sei, zeige, 

 
 
- 11 - 

dass  dieser  alles  andere  als  offensichtlich  erkennbar  gewesen  sei.  Die  Eidgenössische 
Steuerverwaltung  habe  aufgrund  der  im  Antrag  beschriebenen  Fakten  auch  davon 
ausgehen  dürfen,  dass  bei  entsprechendem  Geschäftsgang  Dividenden  ausgeschüttet 
würden und nicht eine Thesaurierung der Erträge bzw. eine Konversion von steuerbaren 
Erträgen zu steuerfreien Kapitalgewinnen vorgenommen werde. Unter diesen Umständen 
könnten  sich  die  Beschwerdeführer  nicht  erfolgreich  auf  den  Grundsatz  von  Treu  und 
Glauben stützen. 

c) Im vorliegenden Fall steht ausser Diskussion, dass die Eidgenössische Steuerver-
waltung für die Gewährung des Rulings zuständig war und die Anfrage auch vorbehaltlos 
genehmigt  hat.  Ebenso  unbestritten  ist,  dass  die  Beschwerdeführer  mit  den  zur  Diskus-
sion  stehenden  Anlagen  -  im  Vertrauen  auf  das  Ruling  -  Dispositionen  getroffen  haben, 
die nicht ohne Nachteile rückgängig gemacht werden können. Bezüglich des Vertrauens-
schutzes spielt es ja auch keine Rolle, dass die Rulinganfrage nicht von einzelnen Steuer-
pflichtigen, sondern von der Beratungs- und Treuhandgesellschaft B. im Hinblick auf die 
allgemeine  Markteinführung  des  Anlageproduktes  gestellt  worden  ist  (vgl.  dazu  VGE  ZH 
25.8.2010, ZStP 2010, 345 Erw. 2.4). Schliesslich machen die Vorinstanz und die Eidge-
nössische Steuerverwaltung nicht geltend, die allfällige Verbindlichkeit des Rulings für die 
Steuerperiode  2006  scheitere  an  einer  Änderung  der  gesetzlichen  Grundlage.  Ebenso 
wenig  legen  sie  genügend  dar,  inwiefern  das  öffentliche  Interesse  an  der  richtigen 
Durchsetzung  des  objektiven  Rechts  -  vor  dem  Widerruf  des  Rulings  -  den  allfälligen 
Vertrauensschutz (für eine beschränkte Zeit) überwiegen sollte. 

Kontrovers  und  zu  prüfen  ist  vor  allem  die  Frage,  ob  die  behördliche  Genehmigung  der 
Anfrage in Bezug auf einen genügend konkret, korrekt und vollständig dargelegten Sach-
verhalt  erteilt  worden  ist.  Dies  stellt  in  der  Tat  eine  zentrale  Voraussetzung  dafür  dar, 
dass sich die Beschwerdeführer auf den Grundsatz von Treu und Glauben berufen können 
(vgl. EISENRING, 115 f.; BEHNISCH / CADOSCH, Rz 1 f.; BERDOZ, 283). Es muss alles, was auf 
die  Beurteilung  Einfluss  hat,  offengelegt  werden;  es  dürfen  keine  gezielten  Unter-
lassungen  erfolgen.  Sachverhaltslücken,  die  für  die  steuerrechtliche  Beurteilung  nicht 
relevant sind, stehen jedoch der Verbindlichkeit eines Vorentscheids nicht entgegen. Bei 
Rulinganfragen  obliegt  es  der  Steuerbehörde  zu  beurteilen,  ob  der  Sachverhalt  -  unter 
Vorbehalt verdeckter Mängel - ausreichend geschildert ist, um die Anfrage zu behandeln. 
Mit  der  Unterzeichnung  des  Rulings  bekräftigen  die  Steuerbehörden  nicht  nur,  dass  sie 
mit der steuerlichen Qualifikation und den Anträgen einverstanden sind, sondern grund-
sätzlich  auch,  dass  der  geschilderte  Sachverhalt  - soweit  absehbar  -  für  die  Beurteilung 
der Anträge ausreichend war (vgl. VGE ZH 25.8.2010, ZStP 2010, 345 Erw. 3.1). 

Entgegen der Ansicht der Eidgenössischen Steuerverwaltung kann es nicht angehen, die 
Frage  der  Vollständigkeit  des  dargelegten  Sachverhalts  in  den  wesentlichen  Punkten 
bloss anhand des eigentlichen Rulingantrags und nicht auch der integrierten Beilagen zu 
beurteilen.  Die  Beilagen,  welche  im  Anschluss  an  die  Besprechung  zusammen  mit  dem 
fünf Seiten umfassenden Antragsschreiben eingereicht wurden, bestehen aus Kopien der 
Slides, welche zur Präsentation des Rulingantrags vor der Eidgenössischen Steuerverwal-
tung  verwendet  worden  waren.  Diese  sind  daher  zur  Interpretation  des  Rulings,  wie  es 
nach Treu und Glauben zu verstehen war, ebenfalls beizuziehen. Was den von der Eidge-
nössischen Steuerverwaltung als entscheidend betrachteten Fremdfinanzierungsgrad be-
trifft,  ergibt  sich  jedoch  aus  dem  Musterbeispiel  in  Slide  9,  welches  vorne  unter  A. 
wiedergegeben  wurde,  dass  eine  sehr  hohe  hypothetische  Fremdfinanzierungsquote  von 
80 %  angeführt  worden  ist.  Zudem  wurde  in  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Antrags 
zwar  ohne  Quotenangabe,  aber  sonst  klar  auf  die  Darlehensgewährung  durch  eine 

 
 
 
- 12 - 

Gruppengesellschaft  sowie  auf  die  Finanzierung  der  Zinsen  durch  zusätzliche  Darlehen 
hingewiesen. Überhaupt wurden - wie auch das Zürcher Verwaltungsgericht (in Überein-
stimmung  mit  der  Kantonalen  Rekurskommission)  in  seinem  Urteil  (Erw.  3.2)  festge-
halten hat - allgemein die geplante Strukturierung der Beteiligung sowie die beabsichtigte 
Investitionstätigkeit  auf  Stufe  der  von  der  Limited  Partnership  gehaltenen  australischen 
Kapitalgesellschaft und die Darlehensfinanzierung detailliert dargelegt. Insofern kann von 
gezielten  Unterlassungen  und  einer  wesentlich  unvollständigen  Information  in  diesem 
Punkt  nicht  die  Rede  sein.  Im  Weiteren  trifft  es  zwar  zu,  dass  im  präsentierten  Beispiel 
eine  Dividende  vermerkt  ist.  Insofern  ist  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  einzu-
räumen,  dass  die  Sachverhaltsdarstellung  etwas  irreführend  erscheinen  mag,  falls  tat-
sächlich  auf  Gewinnausschüttungen  verzichtet  wird.  Zudem  hat  sich  die  Gesuchstellerin 
erfahrungsgemäss wohl auch gehütet, die heiklen Aspekte der gewählten Struktur sowie 
der Ausgestaltung der Anlagevehikel anlässlich er Präsentation allzu sehr hervorzuheben. 
Der entsprechende Mangel vermag jedoch gerade noch nicht genügend stark ins Gewicht 
zu  fallen,  um  den  Vertrauensschutz  auszuschliessen.  Die  erwähnte  Dividende  macht  ja 
auch  nur  1 %  des  Anteils  an  den  Aktiven  aus,  während  sonst  noch  ein  anteilsmässiger 
Wertzuwachs  von  immerhin  10 %  der  Aktiven  vermerkt  ist.  Dazu  kommt,  dass  erfah-
rungsgemäss  nicht  zwingend  in  jedem  Geschäftsjahr  Dividenden  ausbezahlt  werden. 
Zudem  war  in  Ziff.  2.3  und  Antrag 3b  ausdrücklich  von  der  allfälligen  Steuerfreiheit  der 
Kapitalgewinne die Rede. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die Problematik in den 
von  den  Steuerbehörden  angerufenen  Punkten  grundsätzlich  ausreichend  und  korrekt 
dargestellt  worden  ist.  Zumindest  waren  die  Angaben  so  umfassend,  dass  sie  den  zu-
ständigen  Fachleuten  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  -  auch  ohne  allzu  strenge 
Anforderungen an deren Prüfungspflicht - Anlass zu Ergänzungsfragen oder Vorbehalten 
hätten geben müssen, falls gewisse Elemente  wie die Fremdfinanzierungsquote oder die 
regelmässige  Dividendenausschüttung  als  zentral  vorausgesetzt  wurden  und  sofern  sie 
steuerrechtlich überhaupt von Bedeutung sind.  

Im Übrigen lässt sich auch nicht im Ernst behaupten, das gewährte Ruling habe sich nicht 
auf  einen  konkreten,  inhaltlich  eindeutig  bestimmten  Fall  bezogen.  Die  eingereichten 
Unterlagen  lassen  keine  Zweifel  darüber  offen,  dass  es  in  der  Rulinganfrage  um  die 
steuerliche  Behandlung  des  präsentierten  Anlagevehikels  bei  den  einzelnen  Investoren 
ging. 

Am  Rande  ist  schliesslich  noch  beizufügen,  dass  unter  diesen  Umständen  für  die  Be-
schwerdeführer  bzw.  die  Antragsstellerin  im  Rulingverfahren  auch  nicht  ohne  Weiteres 
erkennbar  war,  dass  die  erteilte  Zustimmung  allenfalls  gegen  das  Gesetz  bzw.  eine  ge-
festigte Praxis verstossen könnte. Wie die Steuerrekurskommission I des Kantons Zürich 
in  ihrem  Urteil  vom  8.  September  2009  (Erw.  5a)  zu  Recht  betont,  setzt  dies  voraus, 
dass  die  Beratungs-  und  Treuhandgesellschaft  B.  die  Zustimmung  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  zum  streitigen  Schuldzinsenabzug  als  rechtsirrtümlich  hätte  erkennen 
müssen,  weil  das  unterbreitete  Konstrukt  eine  Steuerumgehung  darstellt.  Das  Institut 
der  Steuerumgehung  ist  jedoch  an  verschiedene  Voraussetzungen  geknüpft,  die  unter 
anderem  eine  Wertung  der  gewählten  Rechtsgestaltung  auf  ungewöhnliche,  sachwidrige 
oder  absonderliche  Gegebenheiten  hin  bedingt.  Dabei  spielen  subjektive  Überlegungen 
eine  wesentliche  Rolle,  sodass  vom  Antragsteller  nicht  leichthin  auf  eine  irrtümliche 
Beurteilung der Steuerbehörden geschlossen werden kann und muss. 

Im vorliegenden Fall sind somit die Voraussetzungen erfüllt, welche Rechtsprechung und 
Lehre  an  den  Schutz  des  in  eine  falsche  Auskunft  gesetzten  Vertrauens  stellen.  Demzu-

 
 
- 13 - 

folge  erweist  sich  die  Beschwerde  bezüglich  der  direkten  Bundessteuer  als  begründet, 
sodass der streitige Abzug zu gewähren ist. 

II. Kantonssteuer (604 208-150) 

3.  Auch gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. a des Gesetzes vom 6. Juni 2000 über die direkten 
Kantonssteuern  (DStG;  SGF  631.1)  sowie  Art.  9  Abs.  2  lit.  a  des  Bundesgesetzes  vom 
14.  Dezember  1990  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und 
Gemeinden (StHG; SR 642.14) können von den Einkünften die privaten Schuldzinsen im 
Umfang  der  (gesetzlich  umschriebenen)  steuerbaren  Vermögenserträge  und  weiterer 
50'000  Franken  abzogen  werden.  Nicht  abziehbar  sind  hingegen  insbesondere  die  Auf-
wendungen für Schuldentilgung (Art. 35 lit. c DStG; vgl. auch Art. 9 Abs. 4 StHG). 

Vorbehalten bleibt der Fall einer Steuerumgehung. 

4. 
a) Bezüglich der kantonalen Steuern macht die Vorinstanz geltend, sie sei über die 
Besprechungen  und  Korrespondenzen  zwischen  der  Beratungs-  und  Treuhandgesell-
schaft B.  und  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  nicht  informiert  gewesen  und  sie 
habe  ihrerseits  nie  ein  entsprechendes  Ruling unterzeichnet.  In  Anbetracht  der  Wichtig-
keit des Abkommens wäre es höchst angebracht gewesen, dass sich die Beratungs- und 
Treuhandgesellschaft B. bei jedem Kanton gemeldet hätte. Das von der Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  und  gewissen  Kantonen  unterzeichnete  Ruling  habe  für  den  Kanton 
Freiburg keine bindende Wirkung. Die notwendigen Dokumente seien ihm über Umwege 
und erst nach mehrmaligem Nachfragen ausgehändigt worden. Nach Studium des Zeich-
nungsprospektes  sei  sofort  klar  geworden,  dass  hier  etwas  falsch  gelaufen  sei.  Die 
Kantonale  Steuerverwaltung  sei  also  selber  aktiv  geworden,  bevor  sie  dann  am 
28. Februar  2008  von  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  dahingehend  informiert 
worden  sei,  dass  gewisse  Vorbehalte  bezüglich  des  Rulings  berechtigt  erschienen. 
Gleichzeitig sei eine spätere, umfassende Information in Aussicht gestellt worden, welche 
dann  im  April  und  September  2008  auch  erfolgt  sei.  Dadurch  seien  die  vom  Kanton 
Freiburg längst in Betracht gezogenen Mindestmassnahmen untermauert und schweizweit 
bestätigt worden. 

Die  Beschwerdeführer  bestreiten  diese  Sachverhaltsdarstellung  nicht.  Sie  weisen  jedoch 
darauf  hin,  dass  sechs  unterschiedliche  Steuerbehörden  (die  Eidgenössische  Steuerver-
waltung und fünf Kantone) die Rulinganträge geprüft und durch Gegenzeichnung der Be-
urteilung  zugestimmt  hätten.  Auf  Basis  des  StHG  (Art.  9  Abs.  2  lit.  a)  sowie  unter  dem 
Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  ergebe  sich  daraus  auch  eine  Bindungswirkung  für 
Kantone, in denen nicht explizit ein Steuerruling eingeholt worden sei. 

b)  Die  in  Art.  102  Abs.  2  DBG  vorgesehene  Aufsichtsfunktion  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung betrifft nur die direkte Bundessteuer. Bezüglich der kantonalen Steuern 
sind  die  Kantone  grundsätzlich  souverän.  Insofern  ist  also  das  von  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  sowie  gewissen  anderen  Kantonen  gewährte  Ruling  mangels  Zu-
ständigkeit  dieser  Behörden  für  den  Kanton  Freiburg  nicht  verbindlich  (vgl.  VGE  ZH 
25.8.2010,  ZStP  2010,  345  Erw.  4.2;  EISENRING,  115  f.;  a.M.  anscheinend  OESTERHELT  / 
GRÜNINGER,  92).  Daran  ändert  insbesondere  auch  die  Tatsache  nichts,  dass  der  Eidge-
nössischen Steuerverwaltung gemäss Art. 73 StHG ein Beschwerderecht zusteht, um im 
Bereich  der  kantonalen  Steuern  allfällige  Verletzungen  des  Steuerharmonisierungsrechts 
zu rügen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat denn auch ausdrücklich davon abge-
sehen, im vorliegenden Beschwerdeverfahren einen Antrag bezüglich der Kantonssteuern 

 
 
 
- 14 - 

zu stellen, wobei sie zumindest implizit einräumte, dass sich die Frage einer Harmonisie-
rungswidrigkeit  der  kantonalen  Veranlagung  nicht  stellt.  Zudem  sind  ja  die  einzelnen 
Kantone bekanntlich auch nicht an die Praxis anderer Kantone gebunden (vgl. etwa das 
Bundesgerichtsurteil  2C_589/2007  vom  9.  April  2008,  Erw. 4.3).  Schliesslich  ist  auch 
darauf hinzuweisen, dass die Beratungs- und Treuhandgesellschaft B. ihren Rulingantrag 
vom  3.  August  2004  ausdrücklich  bloss  für  die  direkte  Bundessteuer  gestellt  hat.  Somit 
war  ihr  offensichtlich  bewusst,  dass  die  Auskunft  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung 
die kantonalen Steuern nicht betrifft; andernfalls wäre ja auch nicht einzusehen, weshalb 
sich die Beratungs- und Treuhandgesellschaft B. dann mit dem gleichen Sachverhalt noch 
zusätzlich an gewisse kantonale Steuerverwaltungen gewandt hat. 

Demzufolge können die Beschwerdeführer auf kantonaler Ebene keinen Vertrauensschutz 
geltend machen. 

5.   a)  Von  Gesetzeswegen  abzugsberechtigt  sind  Schuldzinsen,  die  der  Finanzierung 
von Bedürfnissen und Aufwendungen dienen können. Eine betragsmässige Beschränkung 
des Abzuges wurde  erst mit dem Bundesgesetz über das Stabilisierungsprogramm 1998 
vom  19.  März  1999  (AS  1999  2374,  2386)  eingeführt,  das  am  1.  Januar  2001  in  Kraft 
getreten  ist.  Auch  wenn  der  (eidgenössische  und  kantonale)  Gesetzgeber,  wie  die  Be-
schwerdeführer  geltend  machen,  die  Missbrauchsbekämpfung  damit  in  die  gesetzliche 
Regelung integrieren wollte, bedeutet dies nicht, dass deswegen kein Raum mehr für die 
Annahme  einer  Steuerumgehung  bleibt,  wenn  aufgrund  der  konkreten  Umstände  die 
Voraussetzungen  einer  solchen  erfüllt  sind.  Die  langjährige  Praxis  zur  Steuerumgehung 
ist  daher  grundsätzlich  weiterhin  anzuwenden.  Soweit  das  Gesetz  einen  Abzug  nicht 
zulässt,  erweist  sich  die  entsprechende  Steuererleichterung  als  überhaupt  ausge-
schlossen,  womit  sich  die  Frage  der  Steuerumgehung  gar  nicht  stellt;  soweit  ein  Abzug 
gesetzlich vorgesehen ist, erweist er sich als zulässig, es sei denn, es liege eine Steuer-
umgehung  vor  (vgl.  die  -  im  Zusammenhang  mit  fremdfinanzierten  Einmalprämien  er-
gangenen  -  Bundesgerichtsurteile  2A.470/2002  vom  22.  Oktober  2003,  Erw.  3.1,  und 
2A.753/2005  vom  20.  Juni  2006,  Erw.  2,  je  mit  weiteren  Hinweisen;  YVES  NOËL  in 
D. Yersin/Y. Noël  [éd.],  Commentaire  romand,  Impôt  fédéral  direct,  Bâle  2008,  N.  9  zu 
Art. 33; PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, Basel 2001, Vorbem. N. 139 ff. und N. 7 ff. 
zu Art. 33). In der Praxis sind denn auch immer wieder unübliche Schuldverhältnisse zu 
beurteilen,  deren  einziger  Zweck  augenfällig  darin  besteht,  in  rechtsmissbräuchlicher 
Weise  steuerlich  abzugsfähige  Schuldzinsen  zu  generieren  (vgl.  RAINER  ZIGERLIG  /  GUIDO 
JUD  in  Zweifel  /  Athanas,  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht  I/2b,  2.  Aufl., 
Basel 2008, N 12a zu Art. 33 DBG). 

Grundsätzlich haben die Steuerbehörden auf die von den Steuerpflichtigen geschlossenen 
Verträge  abzustellen.  Sie  dürfen  jedoch  -  sofern  z.B.  ein  streitiger  Schuldzinsenabzug 
nicht bereits aus anderen Überlegungen zu verweigern ist - davon abweichen, wenn die 
Pflichtigen  nur  um  der  Steuerersparnis  willen  ein  ungewöhnliches  Vorgehen  gewählt 
haben,  d.h.  wenn  eine  Steuerumgehung  vorliegt.  Eine  solche  wird  nach  der  bundes-
gerichtlichen  Rechtsprechung  (Urteile  2A.470/2002  vom  22.  Oktober  2003,  Erw.  4.1; 
2A.753/2005 vom 20. Juni 2006, Erw. 3.1; 2C_393/2008 vom 19. November 2008, StE 
2009 A 11 Nr. 5; 2C_449/2008 vom 16. Oktober 2008, StE 2009 A 12 Nr. 19; vgl. dazu 
auch  HUGO  CASANOVA,  Die  steuerrechtliche  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  im  Jahre 
2008 - Kantonale Abgaben [inkl. Steuerharmonisierung], ASA 79, 195 ff. und 198 ff. mit 
weiteren Hinweisen) allgemein angenommen, wenn: 

 
 
- 15 - 

-  eine von den Beteiligten gewählte Rechtsgestaltung als ungewöhnlich (insolite), sach-
widrig  oder  absonderlich,  jedenfalls  den  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  völlig  unan-
gemessen erscheint, 

-  zudem  anzunehmen  ist,  dass  die  gewählte  Rechtsgestaltung  missbräuchlich  lediglich 
deshalb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der 
Verhältnisse geschuldet wären, und wenn 

-   das  gewählte  Vorgehen  tatsächlich  zu  einer  erheblichen  Steuerersparnis  führen 

würde, sofern es von der Steuerbehörde hingenommen würde. 

Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist aufgrund der konkreten Umstände des Einzel-
falles  zu  prüfen.  Trifft  dies  zu,  ist  der  Besteuerung  die  Ordnung  zugrunde  zu  legen,  die 
sachgemäss gewesen wäre, um den erstrebten wirtschaftlichen Zweck zu erreichen oder 
es ist ganz einfach der streitige Abzug zu verweigern. 

b)  Die  Vorinstanz  wie  auch  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (in  ihren  Aus-
führungen  zur  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer)  erachten  die  Voraussetzungen 
einer  Steuerumgehung  als  erfüllt.  Sie  betrachten  die  gewählte  Rechtsgestaltung  als 
ungewöhnlich und sachwidrig. 

Die Steuerbehörden machen insbesondere geltend, die deklarierten Schuldzinsen stünden 
in keinem Zusammenhang mit einem steuerbaren Ertrag. Durch das Dazwischenschalten 
der  australischen  Kapitalgesellschaft  werde  den  Investoren  bzw.  Teilhabern  aus  der 
Schweiz nur ermöglicht, die für gewöhnlich steuerbaren Vermögenserträge auf einer vor-
bestimmten  Vermögensanlage  steuerfrei  zu  realisieren.  Dies  geschehe,  indem  in  der 
australischen Kapitalgesellschaft die Erträge aus den Loan Notes praktisch ausschliesslich 
thesauriert würden, wodurch kein steuerbarer Vermögensertrag zur Ausschüttung an die 
Investoren  gelange.  Letztere  realisierten  vielmehr  beim  Verkauf  der  Anteile  an  der 
australischen Kapitalgesellschaft im Umfang der thesaurierten Erträge einen gemäss der 
schweizerischen  Gesetzgebung  steuerfreien  Kapitalgewinn.  Aus  anlagesystematischer 
Betrachtungsweise  sei  unerfindlich,  weshalb  der  X. Y.  das  zur  Verfügung  stehende 
Anlagekapital  nicht  direkt  in  den  vorbestimmten  Vermögenswert  investiere.  Vielmehr 
müsse  aus  diesem  Vorgehen  geschlossen  werden,  dass  diese  Rechtsgestaltung 
(sachwidrig  und  den  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  völlig  unangemessen)  nur  deshalb 
erfolgt  sei,  weil  einerseits  die  gewöhnlicherweise  steuerbaren  Vermögenserträge  als 
steuerfreie  Kapitalgewinne  qualifiziert  und  andererseits  wegen  des  transparenten  Ge-
bildes die Schuldzinsen zum Abzug gebracht werden sollten. 

Im  Weitern  sei  entscheidend,  dass  das  von  der  finanzierenden  Gesellschaft  über-
nommene  Risiko  von  90 %  gegenüber  dem  Anleger,  welcher  lediglich  für  10 %  der 
Anlagesumme  aufkommen  müsse,  in  keinem  Verhältnis  stehe  zu  einer  bankenüblichen 
Finanzierung  im  Rahmen  eines  Lombardkredites.  Insofern  werde  jeglicher  normale  Ge-
schäftsrahmen  gesprengt.  Durch  die  beim  X. Y.  gewählte  Vorgehensweise  werde  ein 
Leverage-Effekt  erlangt,  welcher  für  die  Belange  des  Privatvermögens  nicht  mehr  als 
gewöhnlich  bezeichnet  werden  könne.  Zudem  werde  durch  diese  bewusst  gewählte, 
unüblich  hohe  Fremdfinanzierung  der  Anlagemittel  erreicht,  dass  sich  die  Investoren 
durch  die  direkte  Zurechnung  des  Einkommens  und  des  Vermögens  der  australischen 
Limited  Partnership  in  zweckwidriger  Weise  den  schweizerischen  Schuldzinsenabzug 
zunutze machen und damit vom Steuereinsparungseffekt profitieren können. Im Prospekt 
werde  denn  auch  die  Steuerersparnis  nebst  der  Rendite  als  klar  erreichbares  Ziel 
bezeichnet.  Der  Schuldzinsenabzug  dürfe  jedoch  nicht  als  Renditesteigerungsinstrument 

 
 
 
- 16 - 

missbraucht werden, indem die Kapitalanlage selbst bei einer negativen Performance des 
X. Y.  noch  rentiere,  weil  ein  allfällig  darauf  erzielter  Verlust  durch  die  mit  dem  Schuld-
zinsenabzug  erzielbare  Steuerersparnis  aufgewogen  bzw.  sogar  übertroffen  werden 
könne.  Auch  der  Umstand,  dass  mit  der  Anlage  in  den  X. Y.  durchaus  eine  positive 
Performance  vor  Steuern  erzielt  werden  könne,  ändere  an  der  Missbräuchlichkeit  der 
Inanspruchnahme  des  Schuldzinsenabzuges  nichts.  Es  sei  nicht  Sache  des  Staates,  sich 
an  dermassen  risikobehafteten  und  überwiegend  fremdfinanzierten  Investitionen  zu  be-
teiligen. 

Schliesslich  wird  darauf  hingewiesen,  dass  die  australische  Gewinnsteuer  von  einer 
konsolidierten  australischen  Steuergruppe  -  inklusive  der  Limited  Partnership  und  der 
australischen  Kapitalgesellschaft  -  auf  dem  Nettogewinn  der  Transaktion  zu  entrichten 
sei.  Konkret  bedeute  dies,  dass  die  Schuldzinsen  der  Limited  Partnership  bereits  in 
Australien  in  Form  einer  Steuergutschrift  (einer  sogenannten  Incom  Tax  Benefit)  an  die 
Gewinnsteuern  auf  den  von  der  australischen  Kapitalgesellschaft  vereinnahmten  Ver-
mögenserträgen  angerechnet  werden  können.  Würde  demnach  ein  Abzug  derselben 
Schuldzinsen  aufgrund  der  Transparenz  des  Gebildes  auch  in  der  Schweiz  auf  der  Stufe 
der  Investoren gewährt, würden  sie steuerlich faktisch doppelt berücksichtigt, was nicht 
angehen könne. 

Insgesamt  führe  die  den  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  nicht  angemessene  Rechtsge-
staltung  dazu,  dass  in  der  Schweiz  auf  der  Ebene  der  Investoren  lediglich  steuerlich 
abzugsfähige Schuldzinsen anfielen, während die durch die unüblich hohe Fremdfinanzie-
rung gehebelten Vermögenserträge steuerfrei realisiert würden. Bei einer sachgemässen 
Ordnung  der  Verhältnisse,  d.h.  bei  einer  Direktinvestition  in  die  Loan  Notes,  wären 
jedoch  auch  Einkommenssteuern  geschuldet.  Unter  diesen  Umständen  sei  die  Geltend-
machung  der  Schuldzinsen,  welche  von  der  finanzierenden  Gruppengesellschaft  ver-
rechnet  werden,  missbräuchlich  und  die  Zulassung  eines  allfälligen  Abzuges  würde  zu 
einer  unzulässigen  Steuerumgehung  führen.  Die  Bejahung  der  Steuerumgehung  führe 
auch dazu, dass die australische Kapitalgesellschaft in der Schweiz zu ignorieren sei und 
ein sogenannter Durchgriff zu erfolgen habe. 

c) Demgegenüber bestreiten die Beschwerdeführer jegliche Steuerumgehung. 

Zunächst  legen  sie  dar,  die  gewählte  Rechtsgestaltung  sei  weder  ungewöhnlich  noch 
sachwidrig  oder  absonderlich.  Grundsätzlich  sei  eine  Investition  in  Aktien  ausländischer 
Gesellschaften  im  Rohstoffbereich  (Commodities)  getätigt  und  mit  Eigen-  sowie  Fremd-
kapital  währungskongruent  finanziert  worden.  Der  Einsatz  der  Partnership  sei  ein  wirt-
schaftlich  übliches  Finanzierungsverfahren  und  er  diene  einzig  dazu,  diese  Investitions-
möglichkeit  zu  vereinfachen  bzw.  auch  dem  "normalen"  Anleger  zugänglich  zu  machen. 
Die Zweiteilung des X. Y. in ein "Investitionsvehikel" und ein "Anlagevehikel" entspreche 
einer in der Praxis durchaus üblichen Struktur. Das Aufsetzen und Betreuen der Partner-
ship  sei  somit  eine  gewöhnliche  Tätigkeit  einer  Bank,  um  den  potenziellen  Investoren 
neue  Märkte  zugänglich  zu  machen,  wie  dies  beispielsweise  beim  Anbieten  von  Anlage-
fonds (Sponsorfunktion) durch Banken der Fall sei. Die Investition in die Partnership sei 
auch sämtlichen risikobewussten Investoren in der ganzen Schweiz zugänglich gewesen. 
Seit einiger Zeit sei es ja üblich, dass Schweizer Investoren in Hedge Funds und Private 
Equity  Strukturen  investierten,  welche  ebenfalls  als  ausländische  Limited  Partnerships 
investieren. Diese arbeiteten regelmässig mit einem erheblichen Leverage (Fremdkapital-
einsatz).  Im  vorliegenden  Fall  investiere  der  X. Y.  in  die  Performance  von  australischen 
Gesellschaften. Dabei nehme sie keine cashbasierende volle Replikation (d.h. 1/1 Inves-

 
 
 
- 17 - 

tition  in  die  Aktien  der  australischen  Gesellschaften)  vor,  sondern  eine  synthetische 
Replikation  in  die  Performance  der  australischen  Gesellschaften  mittels  einer  Income 
Note  und  einer  Performance  Note.  Dies  sei  gängige  Marktpraxis  und  gegenüber  einer 
Direktinvestition vorteilhafter, da viel kostengünstiger.  

Sowohl in Australien als auch in der Schweiz seien Fremdfinanzierungskomponenten von 
90 %  oder  mehr  keineswegs  unüblich.  Bei  Banken  beispielsweise  betrage  die  verlangte 
Eigenmittelquote bloss 8 %. Zudem habe ja die Schweizerische Eidgenossenschaft kürz-
lich der Zweckgesellschaft der UBS für die Auslagerung problematischer Wertpapiere ein 
Darlehen von 54 Milliarden Franken gewährt, wobei die Eigenmittelquote trotz des hohen 
Risikos  auch  nicht  mehr  als  10 %  erreicht  habe.  Auch  bei  privaten  Termingeschäften 
(Forwards  und  Futures)  seien  Fremdfinanzierungsquoten  von  ungefähr  80 %  durchaus 
üblich. Bei Mini-Futures könne diese durchaus 90 % oder mehr betragen. Ferner sei der 
zur  Anwendung  gelangte  Zinssatz  von  9.95 %  für  die  Darlehen  in  Australischen  Dollars 
marktkonform.  Die  Beschwerdeführer  seien  denn  auch  keine  nahestehenden  Personen 
einer X. Gruppengesellschaft. 

Im Weitern werde gemäss Praxis keine missbräuchliche Rechtsgestaltung zum Zweck der 
Steuerersparnis  angenommen,  sofern  -  wie  im  vorliegenden  Fall  -  eine  positive  Vor-
steuerrendite erzielt werde (Pre-Tax Profit Test). Die Performance (Vorsteuerrendite) der 
Partnership  betrage  über  die  gesamte  Laufzeit  des  Investments  +18.5 %  in  AUD  und 
+19.5 %  in  CHF  (Wertzuwachs  der  australischen  Gesellschaft  abzüglich  der  Finanzie-
rungs- und Verwaltungskosten). 

Ebenso  wenig  sei  relevant,  wie  die  Schuldzinsen  in  Australien  behandelt  werden.  Weder 
im Schweizer Steuerrecht noch im DBA mit Australien bestehe eine Bestimmung, welche 
besage, dass Schuldzinsen,  welche im Ausland bei einem anderen Steuersubjekt bereits 
zum Abzug zugelassen werden, in der Schweiz nicht mehr abzugsfähig seien. Dass es zu 
Überschneidungen zwischen Steuersystemen zweier Staaten kommen könne, sei system-
bedingt und nicht ungewöhnlich.  

Sodann  liege  im  vorliegenden  Fall  auch  gar  keine  Steuerersparnis  (in  der  Schweiz)  vor, 
weil gegenüber einer Direktinvestition oder einer Finanzierung mittels Lombardkredit kein 
einkommenssteuerlicher  Unterschied  bestehe.  Für  das  Jahr  2006  würden  dann  ebenfalls 
keine  steuerbaren  Vermögenserträge  resultieren,  dafür  aber  abzugsfähige  Schuldzinsen 
anfallen. Dies weil die Performance Note als reines Derivat klassifiziert würde und somit 
allfällige Erfolge aus der Performance Note steuerfreier Kapitalgewinn bzw. nicht abzugs-
fähiger  Kapitalverlust  bilden  würden.  Die  Income  Note  würde  analog  zu  den  Besteue-
rungsregeln  für  eine  überwiegend  einmalverzinsliche  Obligation  (UIP)  behandelt.  Da  die 
Income  Note  im  Jahr  2006  nicht  veräussert  und  auch kein  Coupon  ausgerichtet  worden 
sei, wäre kein steuerbarer Ertrag angefallen. Unterschiedlich sei einzig, dass es für einen 
Privatinvestor aufgrund seines beschränkten Marktzugangs und Wissens schwierig wäre, 
eine  solche  Direktinvestition  in  einem  fremden  Markt  zu  tätigen  und  die  erforderliche 
währungskongruente  Finanzierung  vorzunehmen.  Die  Investition  mittels  Partnership 
eliminiere  einfach  die  Nachteile  und  erlaube  es  einem  "durchschnittlichen  Investor", 
kosteneffizient in den australischen Markt zu investieren. Für die Bank biete diese Struk-
tur den Vorteil, dass sie nicht zahlreiche Einzelverträge mit den einzelnen Inestoren ab-
schliessen müsse, sondern nur einen Vertrag mit der Partnership. 

Schliesslich sei auch die Praxis für eine fremdfinanzierte Kapitalversicherung mit Einmal-
prämien  analog  anzuwenden.  Danach  sei  der  Schuldzinsenabzug  zulässig,  wenn  der 

 
 
- 18 - 

Steuerpflichtige  nachweisen  könne,  dass  sein  Nettovermögen  mindestens  das  Andert-
halbfache  seiner  fremdfinanzierten  Einmaleinlage  ausmache  oder  dass  er  die  Einmal-
prämie mit anderen Sicherheiten als der Versicherungspolice zu ähnlichen (nicht schlech-
teren) Konditionen hätte finanzieren können. Beides treffe vorliegend zu. 

Aus  all  diesen  Gründen  seien  der  angefochtene  Entscheid  aufzuheben  und  der  streitige 
Schuldzinsenabzug zu gewähren. 

d)  Für  die  Rechtsanwendung  im  vorliegenden  Fall  ist  davon  auszugehen,  dass  der 
Begriff  der  abzugsfähigen  Schuldzinsen  im  Sinne  von  Art.  34  Abs.  1  lit.  a  DStG  sowie 
Art. 9 Abs. 2 lit. a StHG nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten auszulegen ist (siehe dazu 
insbesondere das Bundesgerichtsurteil 2C_393/2008 vom 19. November 2008, StE 2009 
A  11  Nr.  5).  Unter  diesem  Aspekt  ist  zunächst  hervorzuheben,  dass  die  geltend  ge-
machten  Schuldzinsen  auch  bei  Annahme  der  Transparenz  insofern  kein  ordentliches 
Darlehen  der  Beschwerdeführer  betreffen,  als  diese nur  beschränkt  dafür  haften.  In  der 
Tat wurde ja das Darlehen der Limited Partnership als solchen gewährt und der Rückgriff 
der Darlehensgeberin ist auf deren Aktiven beschränkt (vgl. die Angaben der Beratungs- 
und  Treuhandgesellschaft  B.  im  Rulingantrag  vom  3. August  2004,  Ziff.  1,  4.  Abschnitt, 
sowie den Zeichnungsprospekt "X. Y. 2005 - Kurzinformation für Anleger"). Somit entfällt 
für  die  Beschwerdeführer  -  entgegen  Art.  312  OR,  wonach  die  (volle)  Rückerstattungs-
pflicht einen wesentlichen Bestandteil des Darlehensvertrages bildet - eine weitergehende 
Haftung  mit  ihrem  sonstigen  Vermögen.  Dies  fällt  umso  mehr  ins  Gewicht,  als  die 
anteilsmässigen jährlichen Darlehenszinsen gemäss den Vertragsbedingungen und unge-
achtet  der  Transparenz  auch  nicht  durch  die  Beschwerdeführer  bezahlt,  sondern  jeweils 
bei  Fälligkeit  durch  der  Partnership  gewährte  zusätzliche  Darlehen  finanziert  werden. 
Daraus  ergibt  sich,  dass  das  anteilsmässig  9/10  umfassende  Darlehen  (plus  die  aufge-
laufenen  Zinsen)  für  die  Beschwerdeführer  ausschliesslich  mit  dem  Ertrag  der  Anlage 
sowie  zusätzlich  ihrer  minimen  eigenen  Kapitaleinlage  von  1/10  als  Haftungssubstrat 
verknüpft ist. Diese Rechtsgestaltung beruht auf den Besonderheiten der Limited Partner-
ship  gemäss  australischem  Recht,  welche  für  Schweizer  Investoren  attraktiv  gemacht 
werden soll. Ebenso wenig ist zu übersehen, dass es sich bei der Darlehensgeberin einer-
seits  und  dem  General  Partner  andererseits,  welcher  im  Gegensatz  zu  den  Schweizer 
Investoren  unbeschränkt  haftet  und  allein  befugt  ist,  Anlageentscheide  für  die  Limited 
Partnership  zu  treffen  (vgl.  Ziff.  1,  10.  Abschnitt  des  Rulingantrags),  um  verbundene 
Unternehmen  der  X.-Gruppe  handelt.  Ein  unabhängiges  Finanzierungsinstitut  würde 
einem  Schweizer  Investor  bzw.  Teilhaber  ohne  zusätzliche  Sicherheiten  kaum  ein 
Darlehen  mit  solchen  Bedingungen  und  insbesondere  einer  Haftungsbeschränkung  ge-
währen.  Durch  die  erhebliche  Beschränkung  der  Rückerstattungspflicht,  welche  im  Fall 
eines  Verlustes  zum  Tragen  kommt,  unterscheidet  sich  das  gewählte  Konstrukt  für  die 
Beschwerdeführer (entgegen deren Ansicht) auch wesentlich von der klassischen Fremd-
finanzierung  einer  Anlage  mit  einem  Lombardkredit,  welche  sich  effektiv  als  nahe 
liegender  Vergleich  anbietet.  Beim  ordentlichen  Lombardkredit  dienen  zwar  auch 
Vermögenswerte  als  Sicherheit,  doch  besteht  im  Falle  einer  Wertverminderung  dieser 
belehnten  Aktiven  eine  Nachschuss-  bzw.  Rückzahlungspflicht,  was  im  vorliegenden  Fall 
für die Beschwerdeführer gerade nicht zutrifft. Insofern kann man sich fragen, ob das zur 
Diskussion 
der 
steuerrechtlich 
Beschwerdeführer anzuerkennen sei. In der Tat wird die Annahme einer vollumfänglichen 
und  vorbehaltlosen  Steuertransparenz  trotz  der  beschränkten  Teilhaberschaft  der 
wirtschaftlichen Realität nicht genau gerecht. Wie dem auch sei, ist dieser grundlegenden 
Besonderheit  der  gewählten  Rechtsgestaltung  zumindest  auch  unter  dem  Gesichtspunkt 
der Steuerumgehung Rechnung zu tragen. 

stehende  Darlehen 

überhaupt 

solches 

als 

 
 
 
- 19 - 

Wie vorne bereits dargelegt (vgl. Erw. 5a), ist die Frage einer allfälligen Steuerumgehung 
aufgrund der gesamten Umstände zu beurteilen. Dabei geht es nicht so sehr darum,  ob 
die  Anlage  als  solche  absonderlich  erscheint,  sondern  ob  die  Geltendmachung  des 
Schuldzinsenabzugs  als  missbräuchlich  zu  qualifizieren  ist.  Diesbezüglich  kann  natürlich 
auch berücksichtigt werden, unter welchen Bedingungen ein geltend gemachtes Darlehen 
gewährt  und  wie  es  eingesetzt  worden  ist.  Entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführer 
geht es daher nicht an, die von ihnen vorgenommene Fremdfinanzierung einer spekula-
tiven  Anlage  ohne  Weiteres  der  Fremdfinanzierung  einer  -  grundsätzlich  der  Vorsorge 
dienenden  -  Kapitalversicherung  mittels  Einmalprämie  gleichzusetzen,  für  welche  das 
Bundesgericht  besondere  Kriterien  der  Steuerumgehung  herauskristallisiert  hat.  Ebenso 
wenig  ist  einzusehen,  inwiefern  der  von  den  Beschwerdeführern  vorgebrachte  Vergleich 
mit  der  verlangten  Eigenmittelquote  von  Banken  für  den  vorliegenden  Fall  nützlich  sein 
soll. Somit ist unter Berücksichtigung aller Aspekte zu prüfen, ob vorliegend ein Schuld-
verhältnis  besteht,  dessen  Hauptzweck  darin  besteht,  in  rechtsmissbräuchlicher  Weise 
abzugsfähige Schuldzinsen zu generieren. 

Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  hervorgehoben  hat,  ist  der  sehr  hohe  Fremdfinanzierungs-
grad von 90 % ein Aspekt, der durchaus ins Gewicht fällt, auch wenn es für die Abzugs-
fähigkeit  von  Zinsen  nicht  allein  darauf  ankommen  kann.  Dieses  Element  ist  ja  noch  in 
Verbindung  zu  den  übrigen  Umständen  zu  setzen,  so  insbesondere  zum  spekulativen 
Charakter  der  Anlage  und  zur  Tatsache,  dass  dank  der  gewählten  Rechtsgestaltung 
daraus praktisch nur steuerfreie Einkünfte anfallen. Dazu kommt, dass das unverhältnis-
massig  hohe  Darlehen  und  die  Inkaufnahme  des  Anlagerisikos,  welches  mit  dem  dar-
lehensbedingten  Leverage-Effekt  (Hebelwirkung)  -  insbesondere  auch  angesichts  der 
bedeutenden  Fremdfinanzierungskosten  -  verbunden  ist,  für  die  Schweizer  Investoren 
unter  den  gegebenen  Bedingungen  vor  allem,  wenn  nicht  ausschliesslich,  deshalb  Sinn 
machen,  weil  der  im  Zeichnungsprospekt  in  Aussicht  gestellte  allfällige  Schuldzinsen-
abzug  zu  einer  erheblichen  Steuerersparnis  führen  würde.  Wird  der  Abzug  gewährt,  so 
ergibt sich also sogar bei einer negativen Performance der Anlage ein finanzieller Nutzen. 
Im Übrigen bleibt das Risiko - wie bereits dargelegt - auf die (gegenüber dem mehr als 
neunmal  höheren  Darlehen)  minime  eigene  Kapitaleinlage  beschränkt,  was  in  Wider-
spruch  zur  ordentlichen  Regelung  von  Art.  312  OR  steht  und  insofern  als  ungewöhnlich 
erscheint. Allein schon aus diesen Gründen erweist sich die steuerliche Geltendmachung 
des Schuldzinsenabzugs als missbräuchlich und es kann somit offenbleiben, ob auch die 
übrigen  von  der  Vorinstanz  angerufenen  Elemente  (Dazwischenschaltung  der  Kapital-
gesellschaft usw.) ebenfalls noch den Schluss auf eine Steuerumgehung zulassen. 

Demzufolge ist der Rekurs betreffend die Kantonssteuern abzuweisen. 

III. Kosten- und Entschädigungsfolge 

6.  Die  Beschwerdeführer  haben  bezüglich  der  direkten  Bundessteuer  obsiegt,  sind 
jedoch  bezüglich  der  kantonalen  Steuern  unterlegen.  Unter  diesen  Umständen  erscheint 
es gerechtfertigt, die Gerichts- und Parteikosten wettzuschlagen (Art. 144 DBG; Art. 131 
und 137 ff. VRG). 

 
 
- 20 - 

D e r   H o f   e r k e n n t :  

I. Direkte Bundessteuer (604 208-149) 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Demzufolge  wird  der  angefochtene  Entscheid, 
soweit er die direkte Bundessteuer betrifft, aufgehoben und der streitige Abzug für 
Schuldzinsen im Betrag von 44'854 Franken gewährt. 

II. Kantonssteuer (604 208-150) 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

III. Gerichts- und Parteikosten 

3. 

Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben  und  keine  Parteientschädigung 
zugesprochen. Der geleistete Kostenvorschuss im Betrag von 800 Franken wird den 
Beschwerdeführern zurückerstattet. 

Der vorliegende Entscheid kann sowohl bezüglich der veranlagten direkten Bundessteuer 
als auch der Kantonssteuer gemäss Art. 146 DBG bzw. 73 StHG und 82 ff. des Bundes-
gesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht  (BGG;  SR  173.110)  innert  30 
Tagen  seit  Eröffnung  mit  einer  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten 
beim Bundesgericht angefochten werden, wobei die Begehren und Begründungen je der 
betroffenen Steuer anzupassen sind. 

Gegen  die  betragsmässige  Gleichsetzung  der  wettgeschlagenen  Verfahrenskosten  und 
der  Parteientschädigung  ist  innert  30 Tagen  die  Einsprache  an  die  Behörde,  die  ent-
schieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird (Art. 148 
VRG). 

083; 401.2.2; 401.3; 402.132