# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37589c98-1396-5b74-8d1a-0a1503546866
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 04.04.2022 SST.2021.128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-128_2022-04-04.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2021.128 
(ST.2020.68; StA.2016.7220) 

 

 

Urteil vom 4. April 2022 
 
 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Gilgen 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

[…] 

 

Privatklägerin   Versicherung A._____, 

[…] 

 

 
    

Beschuldigte   B.G._____,  

geboren am tt.mm.1986, von Kosovo, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Ian Graber,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Mehrfacher Betrug 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 6. April 2020 erhob die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau gegen die 

Beschuldigte Anklage wegen mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs 

(GA act. 1 ff.). 

 

2. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau fällte am 18. Dezember 2020 

folgendes Urteil: 

 

1. 
Die Beschuldigte ist schuldig  
- des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB teilweise 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 
 
2. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen, gestützt auf 
das Beschleunigungsgebot gemäss Art. 5 StPO und gestützt auf aArt. 40, Art. 47 und 
Art. 49 Abs. 1 StGB zu 8 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. 
 
3. 
Der Beschuldigten wird gestützt auf aArt. 42 StGB für die Freiheitsstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre 
festgesetzt. 
 
[…] 
 
4. 
Die Untersuchungshaft von 2 Tagen (von 16. August 2016 bis 17. August 2016) wird 
gestützt auf Art. 51 StGB auf den bedingten Teil der Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
5. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 106 i.V.m. aArt. 42 Abs. 4 StGB zu einer Busse von Fr. 1'800.00 verurteilt. 
 
6. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 60 Tagen 
vollzogen. 
 
7. 
Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin in solidarischer Haftbarkeit 
mit den Mittätern C.G. und D. Fr. 750.00 als Schadenersatz zu bezahlen. 
 
8. 
Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivilklägerin in solidarischer Haftbarkeit mit den 
Mittätern C.G. und D. Fr. 3'591.00 als Schadenersatz zu bezahlen. 
 
9. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von  Fr.  2'000.00 
b) der Anklagegebühr von  Fr.  1'950.00 
c) andere Auslagen  Fr.  292.90 
Total Fr.  4'242.90 

 - 3 - 

 

 

Der Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr und die Anklagegebühr sowie die Kosten 
gemäss lit. c im Gesamtbetrag von Fr. 4'242.90 auferlegt. 
 
10. 
Die Beschuldigte trägt ihre Parteikosten selbst. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 4. Juni 2021 beantragte die Beschuldigte, das 

Verfahren gegen sie sei einzustellen. Eventualiter sei sie von Schuld und 

Strafe vollumfänglich freizusprechen. Die Zivilforderungen seien abzu-

weisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen; es sei ihr eine 

Genugtuung von Fr. 2'000.00 zzgl. Zins von 5% seit dem 17. August 2016 

für den ungerechtfertigten Freiheitsentzug auszusprechen; und die 

Verfahrens- und Parteikosten seien entsprechend neu zu verlegen 

(Berufungserklärung S. 3). 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme der Beschuldigten und des 

Mitbeschuldigten C.G. sowie der Zeugen E. und F. fand am 23. März 2022 

statt.  

 

Anlässlich der Berufungsverhandlung liess die Beschuldigte beantragen, 

sie sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschuldigte beantragt einen Freispruch vom Vorwurf des mehrfachen, 

teilweise versuchten Betrugs. Sie begründet dies mit dem Vorliegen 

prozessualer Mängel, welche dazu führen würden, dass es an verwert-

baren Beweismitteln fehle und der Sachverhalt somit nicht erstellt sei 

(Plädoyer Berufungsverhandlung S. 2 ff.). 

 

1.2. 

In tatsächlicher Hinsicht wird der Beschuldigten gemäss Anklageschrift 

vom 6. April 2020 zusammengefasst vorgeworfen, am 17. Juni 2016 

gemeinsam mit den Mittätern C.G. und D. eine Kollision von zwei 

Fahrzeugen fingiert zu haben. Dabei seien C.G. als Fahrer und die 

Beschuldigte als Beifahrerin des Mercedes-Benz S500 (Kennzeichen) kurz 

nach 22.00 Uhr zum Kreisel an der Neubuchsstrasse in Buchs gefahren. 

Im Kreisverkehr, genauer im linken Bereich der Fahrspur nahe der 

Verkehrsinsel, hätten sie das Fahrzeug positioniert und seien aus-

gestiegen. D. sei sodann mit seinem Fahrzeug VW Passat (Kennzeichen) 

wenige Minuten später von Suhr herkommend auf der Neubuchsstrasse 

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gezielt in den Verkehrskreisel gefahren und habe sein Fahrzeug auf das 

geparkte Fahrzeug der Ehegatten G. zugelenkt und sei mit diesem mit einer 

Geschwindigkeit von ca. 23-27 km/h frontal mit der rechten Seite des 

stillstehenden Fahrzeuges kollidiert, wobei beide Fahrzeuge einen 

Totalschaden erlitten hätten. Die Kollision sei unmittelbar danach durch 

C.G. via Mobiltelefon der Kantonspolizei Aargau gemeldet worden, worauf 

eine Polizeipatrouille ausgerückt sei, der von sämtlichen drei Beteiligten ein 

gewöhnlicher Verkehrsunfall geschildert worden sei, wobei D. die Rolle des 

Unfallverursachers übernommen habe. Daraufhin hätten die Beschuldigte 

und C.G. gegenüber ihrem Hausarzt Angaben über angebliche körperliche 

Leiden gemacht, um Arbeitsunfähigkeitszeugnisse zu erhalten (Anklage-

ziffer 1.1). Den fingierten Unfall sowie die angeblich erlittenen 

Körperschäden – Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen sowie 

gelegentliche Schwindelanfälle – hätten die Beschuldigte und C.G. 

verschiedenen Versicherungen gemeldet, um ungerechtfertigte Zahlungen 

geltend zu machen, wofür sie in der Folge jeweils aufforderungsgemäss 

schriftliche und mündliche Angaben gemacht hätten und namentlich 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse eingereicht hätten. Bei der Versicherung H. 

seien Taggelder und Heilungskosten geltend gemacht worden, wobei der 

Beschuldigten Taggelder in der Höhe von Fr. 22'532.20 sowie Heilungs-

kosten von Fr. 6'720.15 sowie C.G. via dessen Arbeitgeberin Taggelder 

von Fr. 13'524.00 und Heilungskosten von Fr. 1'568.15 ausgerichtet 

worden seien, gesamthaft Leistungen von Fr. 44'344.50 (Anklageziffer 1.2). 

Bei der Fahrzeugversicherung von D., der Versicherung A., sei eine 

Zahlung des Zeitwerts des Mercedes von Fr. 19'800.00 angestrebt worden, 

wobei aufgrund des Betrugsverdachts keine Leistungen gewährt worden 

seien (Anklageziffer 1.3). Bei der eigenen Fahrzeugversicherung, der 

Versicherung I., seien gestützt auf die Insassenversicherung Taggelder 

und gestützt auf die Kollisionsversicherung eine Zahlung des Zeitwerts der 

Mercedes von Fr. 19'800.00 angestrebt worden, wobei der Beschuldigten 

und C.G. in der Folge Taggelder von jeweils Fr. 1'120.00 ausgerichtet 

worden seien, gestützt auf die Kollisionsversicherung seien keine 

Leistungen gewährt worden (Anklageziffer 1.4). 

 

1.3. 

Die Vorinstanz sah den gesamten angeklagten Sachverhalt als erstellt an 

und sprach die Beschuldigte des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs 

in Mittäterschaft mit C.G. und D. schuldig. 

 

Die Beschuldigte bestreitet das Vorliegen eines fingierten Unfalls. 

 

1.4. 

1.4.1. 

Wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, 

jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen 

arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den 

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Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder 

einen andern am Vermögen schädigt, macht sich des Betrugs schuldig 

(Art. 146 Abs. 1 StGB; vgl. auch BGE 147 IV 73; BGE 143 IV 302 E. 1; 

BGE 135 IV 76 E. 5.1 f.; je mit Hinweisen). 

 

Strafbar ist auch der Versuch (Art. 22 Abs. 1 StGB). Ein Versuch liegt vor, 

wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder 

Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder 

der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht 

eintreten kann (vgl. zum Versuch: BGE 140 IV 150). 

 

Nach der Rechtsprechung gilt als Mittäter, wer bei der Entschliessung, 

Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender 

Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter 

dasteht. Dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag (nach den 

Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan) für die Ausführung des 

Deliktes so wesentlich ist, dass sie «mit ihm steht oder fällt». Der Mittäter 

muss bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat auch 

tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an 

der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen 

vermag. Tatbestandsmässige Ausführungshandlungen sind nicht 

notwendige Voraussetzung für die Annahme von Mittäterschaft (BGE 

135 IV 152 E. 2.3.1 S. 155; Urteil des Bundesgerichts 6B_712/2017 vom 

23. Mai 2018 E. 2.3.2, nicht publ. in: BGE 144 IV 198). In Mittäterschaft 

begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet (BGE 

143 IV 361 E. 4.10 S. 371; Urteile des Bundesgerichts 6B_371/2020 vom 

10. September 2020 E. 2.3 sowie 6B_27/2020 vom 20. April 2020 E. 1.3.2). 

 

1.4.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-

fahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüber-

windliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und 

theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich 

sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Nicht verlangt 

wird indes, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf 

den für die angeklagte Person günstigeren Beweis abzustellen ist (BGE 

144 IV 345 E. 2.2.1). 

 

1.5. 

Mit der Vorinstanz geht auch das Obergericht aus folgenden Gründen von 

einem fingierten Unfall aus: 

 

 - 6 - 

 

 

1.5.1. 

Entgegen den Schilderungen der Beschuldigten, von C.G. und von D. 

anlässlich der polizeilichen Tatbestandsaufnahme, wonach die Ehegatten 

G. im Mercedes im Kreisverkehr in Buchs gefahren seien, als plötzlich das 

andere Fahrzeug in ihr Fahrzeug hineingeprallt sei, ist gestützt auf die sich 

in den Akten befindlichen Gutachten zweifelsfrei erstellt, dass sich der 

Unfall nicht so zugetragen haben kann. Vielmehr ergibt sich aus den 

Gutachten schlüssig und nachvollziehbar, dass der Mercedes im 

Kollisionszeitpunkt nicht gefahren, sondern stillgestanden sein muss und 

dass die beim Mercedes festgestellte schadhafte Antriebswelle in keinem 

kausalen Zusammenhang zur Kollision steht. 

 

Dem Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 3. April 2017 (UA 

act. 749 ff.) kann entnommen werden, dass am 15. September 2016 bei 

der Garage J. in ZA. eine Spurensicherung an den beiden Unfallfahrzeugen 

durch das Forensische Institut Zürich durchgeführt worden ist (UA act. 

753). Hinsichtlich der Geschwindigkeiten im Aufprallzeitpunkt kommt das 

Gutachten zum Schluss, dass der Mercedes der Ehegatten G. zum 

Zeitpunkt der Kollision stillgestanden und der VW Passat von D. mit einer 

Geschwindigkeit von 23 bis 27 km/h unterwegs gewesen sei (UA act. 758). 

Die dokumentierten Unfallendlagen hätten bei einer Vorwärtsbewegung 

des Mercedes im Kollisionsmoment nicht erreicht werden können (UA act. 

759), sie seien nur mit einem Stillstand im Kollisionsmoment erklärbar (UA 

act. 760 und 762). Es wurde in der Kollisionsanalyse auch geprüft, ob er 

mit langsamer Geschwindigkeit gefahren sei, was vereint wurde (vgl. UA 

act. 758). Im Gutachten wird weiter festgehalten, dass sich der Mercedes 

der Ehegatten G. aus eigener Kraft im Zeitpunkt der Begutachtung nicht 

mehr habe bewegen lassen und an der vorderen rechten Antriebswelle 

eine Beschädigung habe festgestellt werden können. Diese sei jedoch 

weder Ursache noch Folge des Verkehrsunfalls gewesen und müsse 

bereits vorher bestanden haben. Aufgrund der Aussage von K., wonach er 

mit dem Mercedes noch auf dem Gelände seiner Garage gefahren sei und 

der Feststellung des Schadenexperten der Versicherung A., dass das 

Fahrzeug im Zeitpunkt seiner Besichtigung noch beschränkt fahrbar 

gewesen sei, wird im Gutachten geschlussfolgert, dass sich das 

Antriebswellengelenk vorne rechts aussen im Zeitraum zwischen der 

Besichtigung durch den Schadenexperten der Versicherung A. und der 

Spurensicherung durch das Forensische Institut Zürich komplett 

ausgedreht haben müsse und deshalb mit dem Mercedes nicht mehr hätte 

gefahren werden können (UA act. 756). Im Gutachten wurden keine 

Angaben dazu gemacht, ob sich im Zeitpunkt der Kollision jemand im 

Mercedes befunden habe (UA act. 754 und 761). Es wurde zwar 

ausgeführt, dass im Bereich des rechten Kopfairbags komplexe 

inkomplette DNA-Mischprofile sichergestellt worden seien, welche die 

Merkmale der Beschuldigten und einer unbekannten männlichen Person 

aufgewiesen hätten. Zu welchem Zeitpunkt diese DNA-Profile auf den 

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Kopfairbag übertragen worden seien, könne jedoch nicht abschliessend 

gesagt werden. Das inkomplette DNA-Teilprofil der Beschuldigten müsse 

wohl während oder nach der Kollision übertragen worden sein (UA act. 760 

f.). Es kann gestützt auf das Gutachten somit nicht gefolgert werden, dass 

sich im Kollisionszeitpunkt jemand im Fahrzeug befunden haben musste; 

vielmehr wird diese Frage offengelassen. 

 

Am 27. Juni 2016 besichtigte der Schadenexperte der Versicherung A., L., 

bei der Garage J. die beiden Unfallfahrzeuge. Das von ihm erstellte 

Gutachten datiert von diesem Tag. Dem Gutachten kann im Wesentlichen 

entnommen werden, dass der Mercedes der Ehegatten G. im Kollisions-

zeitpunkt stillgestanden sei und sich nicht vorwärtsbewegt habe. Der 

Mercedes weise keine Schleifspuren auf, welche typisch dafür wären, wenn 

sich das Fahrzeug im Zeitpunkt der Kollision in Bewegung befunden hätte. 

Im Bereich der Türe / des Kotflügels des Mercedes sei der Abdruck des 

Kontrollschilds des VW Passats von D. ohne den kleinsten Kratzer oder 

Schleifspuren erkennbar. Der Schadenexperte kommt daher zum Schluss, 

dass zu 100 % klar sei, dass der Mercedes im Zeitpunkt der Kollision 

stillgestanden sei. Weiter stellt er fest, dass der Mercedes aufgrund des 

vorbestehenden Defekts an der Antriebswelle im Unfallzeitpunkt nur 

beschränkt fahrbar gewesen sei (UA act. 820 ff.). 

 

Schliesslich erstellte M., freiberuflicher Sachverständiger, für die 

Versicherung I. ein Gutachten über den Mercedes (UA act. 469 ff.). Die 

entsprechende Besichtigung fand am 26. Juli 2016 bei der Garage J. statt. 

Anlässlich dieser Besichtigung wurde festgehalten, dass ein Anfahrversuch 

ohne Erfolg durchgeführt worden sei und das Fahrzeug mit der defekten 

Antriebswelle nicht habe in Bewegung gesetzt werden können. Es konnte 

kein kausaler Zusammenhang zwischen der Kollision und der schadhaften 

Antriebswelle hergestellt werden (UA act. 471 f.). 

 

Sowohl das Gutachten des Forensischen Instituts Zürich als auch das 

Gutachten, welches vom Schadenexperten der Versicherung A. angefertigt 

wurde, kommen somit übereinstimmend zum Ergebnis, dass der Mercedes 

der Ehegatten G. im Kollisionszeitpunkt stillgestanden sein muss. 

Sämtliche beschuldigte Personen hatten jedoch gegenüber der Polizei und 

später gegenüber den verschiedenen Versicherungen angegeben, der 

Mercedes sei im Kollisionszeitpunkt in Bewegung gewesen. Dass zwei 

unabhängig voneinander erstellte Experten-Gutachten diesbezüglich zu 

falschen Schlüssen gelangt sein könnten, schliesst das Obergericht mit der 

Vorinstanz aus, zumal die Herleitungen der Ergebnisse in beiden 

Gutachten logisch und nachvollziehbar sind und keinerlei Hinweise 

vorliegen, aufgrund denen an der Qualität der Gutachten gezweifelt werden 

müsste. Die Gutachten erweisen sich als schlüssig und nachvollziehbar 

und stützten sich in ihren Ergebnissen gegenseitig, weshalb auf diese 

abzustellen ist. 

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Ist erstellt, dass der Mercedes im Kollisionszeitpunkt stillgestanden ist, liegt 

es auf der Hand, dass der Unfall inszeniert worden ist. Es liegen keine 

anderen plausiblen Gründe dafür vor, wieso C.G. den Mercedes mitten im 

Verkehrskreisel angehalten haben sollte und es ausgerechnet dann zu 

einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug gekommen sein sollte und 

solche Umstände werden auch nicht geltend gemacht.  

 

Gestützt auf sämtliche drei Gutachten ist auch erstellt, dass bereits vor dem 

17. Juni 2016 ein Defekt an der Antriebswelle des Mercedes bestand. 

Dieser Defekt begründet darüber hinaus ein mögliches Motiv für die 

Fingierung des Unfalls. 

 

1.5.2.  

Die Erkenntnisse aus den Gutachten stehen im Einklang mit den 

schlüssigen Aussagen von E. anlässlich der Berufungsverhandlung. Auch 

E. gab an, einen Defekt an der Antriebswelle festgestellt zu haben, der 

bereits vor der Kollision bestanden haben müsse. Zudem sei ihm sofort 

aufgefallen, dass man den Abdruck des Kontrollschildes des Verursacher-

fahrzeugs auf der Türe des Mercedes habe lesen können. Dies zeige klar, 

dass der Mercedes bei der Kollision stillgestanden sei, da dieser Abdruck 

ansonsten verschliffen und nicht lesbar gewesen wäre. Wenn man so einen 

Abdruck sehe, sei klar, dass der Unfall «gestellt» worden sei (Protokoll 

Berufungsverhandlung S 3 ff.). 

 

1.5.3.  

Das bereits gestützt auf die Gutachten gewonnene Beweisergebnis deckt 

sich schliesslich auch mit den aktenkundigen Beweismitteln, welche die 

Positionen der Fahrzeuge bei der Kollision sowie die Umgebung des 

Verkehrskreisels an der Neubuchsstrasse in Buchs dokumentieren. 

Einerseits liegt der Situationsplan der Stadtpolizei Zürich (UA act. 778) 

sowie im Bericht der Kantonspolizei Aargau vom 2. August 2016 eine 

detaillierte Foto-Dokumentation vor (UA act. 795 ff.). Daraus wird 

ersichtlich, dass sich der Mercedes bei der Kollision relativ weit im linken 

Bereich der Fahrbahn und damit relativ nahe an der Verkehrsinsel 

befunden hat. Die Fahrtrichtung des VW Passat hingegen geht nur knapp 

rechts am Verkehrsteiler bei der Kreiseleinfahrt vorbei. Dieser ist dem-

entsprechend direkt in Richtung Kreiselzentrum gefahren, dies mit 

geradestehenden Vorderrädern. Daraus erhellt, dass D. offensichtlich nicht 

die Absicht hatte, den Verkehrskreisel ordnungsgemäss zu passieren, da 

er ansonsten mehr nach rechts gezogen hätte und die Räder nach rechts 

eingeschlagen gewesen wären. Stattdessen wird ersichtlich, dass er sein 

Fahrzeug direkt auf den Mercedes zu gelenkt hat (UA act. 805 ff. und 778). 

 

Ebenfalls ist in der Foto-Dokumentation ersichtlich, dass der Abdruck des 

Kontrollschildes des VW Passat auf dem Mercedes ohne Schleifspuren zu 

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lesen ist (UA act. 816, 820). Dies bestätigt die in den Gutachten sowie von 

E. gemachten Schlussforderungen, dass der Mercedes im 

Kollisionszeitpunkt nicht gefahren ist. 

 

Sodann ergibt sich aus der Foto-Dokumentation im Bericht der 

Kantonspolizei, dass beim Eintreffen der Polizei vorne am Mercedes ein 

Abschlepphaken montiert war (UA act. 815). Dies ist dem Zeugen E. 

gemäss seinen Angaben ebenfalls aufgefallen, was er so interpretierte, 

dass das Fahrzeug wohl zum Unfallort hingeschleppt worden ist (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 4). Auch der Zeuge F. gab an, es merkwürdig zu 

finden, dass der Abschlepphaken montiert gewesen sei, bevor der 

Abschlepper gekommen sei (Protokoll Berufungsverhandlung S. 7). 

 

1.5.4. 

Nach dem Gesagten bestehen für das Obergericht gestützt auf die 

Gutachten und den damit in Einklang stehenden Zeugenaussagen sowie 

dem eindeutigen Spurenbild keinerlei Zweifel, dass sich der gemeldete 

Unfall nicht wie von der Beschuldigten, C.G. und D. geschildert zugetragen 

hat, sondern fingiert worden ist. Ebenfalls ist erstellt, dass kein kausaler 

Zusammenhang zwischen der Kollision und der schadhaften Antriebswelle 

des Mercedes vorliegt. Schliesslich steht fest, dass der bloss fingierte 

Unfall als kausale Ursache für die gestützt auf den Unfall geltend 

gemachten Körperschäden nicht infrage kommen kann. 

 

Demgegenüber kann offen bleiben, ob der Mercedes am 17. Juni 2016 von 

der N. Garage zum Verkehrskreisel an der Neubuchsstrasse in Buchs 

gefahren ist, ob er von einer anderen Örtlichkeit hergekommen ist oder ob 

er gar dorthin abgeschleppt worden ist, da er aufgrund des Defekts an der 

Antriebswelle nicht mehr fahrbar gewesen ist. Diesem Umstand kommt für 

das bereits gestützt auf die Gutachten, die Zeugenaussagen und die 

Unfalldokumentation eindeutig gewonnene Beweisergebnis keine 

entscheidende Bedeutung zu. Dasselbe gilt hinsichtlich der Frage, ob D. 

als Entschädigung für seine Beteiligung an der Inszenierung rund Fr. 

20'000.00 erhalten hat. 

 

1.5.5. 

Zusammengefasst ist der für die rechtliche Würdigung wesentliche 

Sachverhalt hinsichtlich des fingierten Verkehrsunfalls, wie er den Anklage-

ziffern 1.1 bis 1.3 zugrunde liegt, erstellt. 

 

1.6. 

Betreffend die Vorwürfe zum Nachteil der Versicherung H. in Anklageziffer 

1.2 ergibt sich das Folgende: 

 

 - 10 - 

 

 

1.6.1. 

Die in den Akten enthaltenen Beweismittel belegen, dass die Beschuldigte 

sämtliche ihr in der Anklage zum Nachteil der Versicherung H. 

vorgeworfenen Handlungen vorgenommen hat. Dies geht insbesondere 

aus der eingereichten Unfallmeldung, welche von ihr am 22. Juni 2016 

ausgefüllt (UA act. 681.179) und der Versicherung H. mit E-Mail der 

Arbeitslosenkasse Zug vom 8. Juli 2016 zugestellt wurde (UA act. 681.627 

ff.), dem ausgefüllten Fragebogen zwecks Ergänzung der Unfallmeldung 

(UA act. 681.611 f.) sowie den Angaben, welche die Beschuldigte 

anlässlich der Besprechungen vom 23. August 2016 (UA act. 681.695 f. 

und 681.599 ff.) und vom 24. November 2016 (UA act. 681.553 f.) mit einer 

Mitarbeiterin der Versicherung H. gemacht hat, hervor. Der Leistungs-

zusammenstellung kann entnommen werden, dass die Versicherung H. der 

Beschuldigten für den Zeitraum vom 18. Juni 2016 bis zum 31. Januar 2017 

Taggelder in Höhe von gesamthaft Fr. 22'532.00 sowie Heilungskosten in 

Höhe von insgesamt Fr. 6'700.15 direkt ausbezahlt hat (UA act. 681.656 

ff.). Die diesbezüglichen in der Anklage aufgeführten Summen stimmen mit 

der in den Akten liegenden Leistungszusammenstellung der Versicherung 

H. (UA act. 740, 681.419 und 681.656 ff.) sowie für die Taggelder mit den 

auf den Bankkonten eingegangenen Zahlungen (UA act. 250 f., 368.4, 

368.10, 368.16, 368.18 f. und 368.21) überein und sind damit erstellt.  

 

1.6.2. 

Die Vorinstanz ist von einem einfachen Betrug zum Nachteil der 

Versicherung H. ausgegangen, was zu kurz greift. Innerhalb des Betrugs 

hat der Wegfall der fortgesetzten Tat (seit BGE 116 IV 121) die 

Konsequenz, dass bei Serienbetrügereien eine Vielzahl miteinander in 

(echter) Realkonkurrenz stehender Einzeltaten vorliegt (vgl. MÄDER/NIGGLI, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 293 zu Art. 146 StGB). 

Richtigerweise hätte angesichts des erheblichen Deliktsbetrags sowie der 

mehrfachen Tatbegehung bereits für die Betrugshandlungen zum Nachteil 

der Versicherung H., von welcher von Juni 2016 bis Januar 2017 

Taggeldleistungen und Heilungskosten ausgerichtet worden sind, beim 

Ertrügen eines monatlichen Erwerbsersatzeinkommens, das einem berufs-

mässigen Verdienst gleichkommt, eine Anklage sowie ein Schuldspruch 

wegen gewerbsmässigen Betrugs erfolgen müssen (vgl. zur Gewerbs-

mässigkeit statt vieler: BGE 147 IV 176 E. 2.2.1 und E. 2.4.1). Dies gilt 

umso mehr als zusätzlich die Betrugshandlungen zum Nachteil der 

Versicherung A. und der Versicherung I. vorliegen. Nachdem das Rechts-

mittel jedoch nur zu Gunsten der Beschuldigten ergriffen wurde und ein 

Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs zu einer härteren recht-

lichen Qualifikation führen würde, muss es jedoch für sämtliche Anklage-

ziffern bei einem Schuldspruch wegen mehrfachen, teilweise versuchten 

Betrugs sein Bewenden haben. 

 

 - 11 - 

 

 

1.6.3. 

Die Beschuldigte plante und fingierte gemeinsam und in Absprache mit 

C.G. und D. einen Verkehrsunfall mit angeblichen Verletzungsfolgen der 

Ehegatten G., auf welchen sie sämtliche weiteren Lügen aufbauten. Dabei 

ist erstellt, dass sich die drei Personen vorgängig abgesprochen haben und 

man den Entschluss gemeinsam fasste, um sämtliche möglichen 

Versicherungsleistungen zu erhalten. Es liegt für diesen Sachverhalts-

abschnitt somit ein gemeinsam getragener Tatentschluss und eine 

gemeinsame Tatausführung und damit Mittäterschaft vor, womit die 

begangenen Tatbeiträge den jeweiligen Mittätern zugerechnet werden. 

Weiter ist erstellt, dass die gemachten Angaben zwischen der 

Beschuldigten und C.G. jeweils abgesprochen gewesen sein müssen. In 

beiden Unfallmeldungen wurden übereinstimmende Angaben hinsichtlich 

des Unfallgeschehens und den angeblichen Verletzungen gemacht. 

Zudem wurden beide Fragebögen mit der Handschrift der Beschuldigten 

ausgefüllt und auch die darin gemachten Angaben sowie die vom Unfall 

angefertigte Skizze stimmen überein (UA act. 681.350 f. und 681.611 f.), 

was die Absprache verdeutlicht. Für den Betrug zum Nachteil der 

Versicherung H. ist jedoch die Eigenschaft als Versicherungsnehmer 

entscheidend, womit die Handlungen der Beschuldigten isoliert zu 

betrachten sind. 

 

Die Beschuldigte füllte am 22. Juni 2016 ein Unfallmeldeformular aus, 

indem sie einen unverschuldeten Verkehrsunfall sowie erlittene körperliche 

Schäden schilderte. Anschliessend reichte sie der Versicherung H. am 8. 

Juli 2016 den von Dr. med. O. ausgefüllten Unfallschein sowie ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis per E-Mail ein (UA act. 681.176 und 681.631). 

Gestützt darauf erhielt sie für die Zeitspanne vom 18. Juni 2016 bis zum 

30. Juni 2016 zu Unrecht ein erstes Taggeld in Höhe von Fr. 1'096.70, 

welches am 10. Juli 2016 ausbezahlt wurde (UA act. 740). 

 

Da es sich beim angeblichen Verkehrsunfall bloss um eine Inszenierung 

gehandelt hat und in Tat und Wahrheit weder die Beschuldigte noch C.G. 

verletzt worden sind, ist für das Obergericht erstellt, dass sämtliche 

gemachten Angaben gegenüber der Versicherung H. nicht der Wahrheit 

entsprochen haben. Mit den wahrheitswidrigen Angaben gegenüber der 

Versicherung H. täuschte die Beschuldigte diese über Tatsachen, nämlich 

ihre Arbeitsunfähigkeit und ihre Anspruchsberechtigung. Sie bediente sich 

zur Untermauerung ihrer Angaben zusätzlich unrichtiger Arbeits-

unfähigkeitszeugnisse (UA act. 681.365 f. und 681.321), welche als 

Urkunde i.S.v. Art. 110 Abs. 4 StGB zu qualifizieren sind. Indem sie den 

Unfall und ihre Arbeitsunfähigkeit fingierte und der Versicherung H. 

vortäuschte und diese zusätzlich durch eine inhaltlich unwahre Urkunde zu 

untermauern vermochte, errichtete sie ein raffiniertes Konstrukt von 

aufeinander abgestimmten Lügen. Die gemachten Ausführungen und 

vorgelegten Unterlagen enthielten für die Versicherung H. zu diesem 

 - 12 - 

 

 

Zeitpunkt keinerlei Hinweise darauf, die sie an der geschilderten 

Geschichte hätte zweifeln lassen müssen, da sich für sie ein stimmiges Bild 

zeigte und sie auch verschiedene Vorsichtsmassnahmen getroffen hat. 

Eine weitergehende Überprüfung wäre für die Versicherung H. auch nicht 

bzw. nur mit unverhältnismässigem Aufwand möglich gewesen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_587/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 1.2.2). Somit liegt 

eine arglistige Täuschung vor.  

 

Wer wie die Beschuldigte einen Unfall mit angeblichen Verletzungsfolgen 

fingiert und gegenüber der Versicherung H. gemeinsam gut aufeinander 

abgestimmte Angaben zu diesem angeblichen Unfall und den angeblichen 

Verletzungen als Unfallfolgen macht, versetzt diese in einen Irrtum über 

ihre Anspruchsberechtigung. Indem die Versicherung H. vorerst ein 

Taggeld in der Höhe von Fr. 1’096.70 ausbezahlte, liegt eine vom Irrtum 

beeinflusste Vermögensverfügung vor, wodurch bei dieser ein 

entsprechender Schaden entstanden ist, zumal diese Leistung nicht 

geschuldet gewesen wäre. Die Beschuldigte hat mit Wissen und Willen 

gehandelt. Zudem hat sie in der direkten Absicht gehandelt, sich durch 

unrechtmässige Leistungen der Versicherung H., insbesondere Taggelder, 

unrechtmässig zu bereichern, was ihr auch gelungen ist. Somit ist der 

Betrugstatbestand sowohl objektiv als auch subjektiv erfüllt. 

 

1.6.4. 

Die Beschuldigte hat sich mehrerer weiterer Betrugshandlungen zum 

Nachteil der Versicherung H. schuldig gemacht. Dabei ist auf den in der 

Anklageschrift dargelegten Sachverhalt sowie die Aufstellung der 

Leistungen der Versicherung H. (UA act. 681.656 ff.) abzustellen. Einige 

Handlungen, namentlich das laufende Einreichen der Unfallscheine durch 

die Beschuldigte an die Versicherung H. (namentlich am 10. Oktober 2016, 

UA act. 681.574, am 14. November 2016, UA act. 681.559 und am 16. 

Januar 2016, UA act. 681.525, sowie für eine weitere angestrebte Tag-

geldzahlung am 8. Februar 2017, UA act. 681.487), wurden der 

Beschuldigten in der Anklageschrift nicht vorgeworfen, weshalb hinsichtlich 

dieser Handlungen aufgrund des Anklagegrundsatzes (Art. 9 Abs. 1 StPO) 

auch kein Schuldspruch ergehen kann. Auf sie wird nicht abgestellt. 

 

Für den Zeitraum vom 1. Juli 2016 bis zum 31. Juli 2016 reichte die 

Beschuldigte am 15. Juli 2016 den aktuellen Unfallschein per E-Mail ein 

(UA act. 681.621) und erhielt in der Folge eine Zahlung von Fr. 3'090.70, 

die am 17. Juli 2016 ausgelöst wurde (UA act. 740). 

 

Weiter hat sie im Zeitraum vom 1. August 2016 bis zum 30. November 2016 

am 28. Juli 2016 einen Fragebogen der Versicherung H. mit wahrheits-

widrigen Angaben zu Unfall und Verletzungen ausgefüllt und versendet. 

Am 23. August 2016 fand eine Besprechung der Beschuldigten mit einer 

Mitarbeiterin der Versicherung H. statt, wobei ein Erhebungsblatt ausgefüllt 

 - 13 - 

 

 

und mit Unterschrift bestätigt wurde, auch wurden Arbeitsun-

fähigkeitszeugnisse eingereicht. In der Folge wurden der Beschuldigten 

Taggelder in der Höhe von total Fr. 12'163.40 ausbezahlt. Dazu kamen die 

ausbezahlten Heilungskosten für diesen Zeitraum, die Fr. 2'254.05 

betrugen (Zahlungen zwischen dem 24. August 2016 und dem 11. 

November 2016, siehe UA act. 681.659).  

 

Schliesslich hat die Beschuldigte am 24. November 2016 erneut eine 

Besprechung mit einer Mitarbeiterin der Versicherung H. durchgeführt 

sowie Arbeitsunfähigkeitszeugnisse eingereicht und damit erreicht, dass 

sie für den Zeitraum vom 1. Dezember bis zum 18. Januar 2017 Taggelder 

in Höhe von Fr. 6’181.40 und Heilungskosten von Fr. 4'466.10 (Zahlungen 

zwischen dem 28. November 2016 und dem 25. Mai 2017, siehe UA act. 

681.658 f.) erhalten hat.  

 

Für sämtliche dieser drei Zeiträume gilt grundsätzlich das zum ersten 

Betrug zum Nachteil der Versicherung H. Ausgeführte. Die Beschuldigte 

versetzte die Versicherung H. durch ihre fortlaufenden, gut abgestimmten 

Angaben (schriftlich und mündlich) zum angeblichen Unfall und den 

angeblichen Verletzungen als Unfallfolgen und durch die Einreichung von 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse in einen Irrtum über ihre Anspruchs-

berechtigung, gestützt auf den die Versicherung H. in Wahrheit nicht 

geschuldete Leistungen, Taggelder und Heilungskosten, ausbezahlte. 

Damit liegt eine vom Irrtum beeinflusste Vermögensverfügung seitens der 

Versicherung H. vor, wodurch bei ihr ein entsprechender Schaden 

entstanden ist, was die Beschuldigte auch wollte. Zudem handelte sie in 

der direkten Absicht, sich durch die Leistungen der Versicherung H., 

unrechtmässig zu bereichern. Somit liegt auch in diesen weiteren drei 

Fällen jeweils ein Betrug vor. 

 

Die ausbezahlten Heilungskosten stellen für die Versicherung H. einen 

kausalen Vermögensschaden dar, da diese gestützt auf einen fingierten 

Unfall nicht geschuldet gewesen wären. Für die Beschuldigte erweisen sie 

sich als eine unrechtmässige Bereicherung, da sie bei Ärzten, Physio-

therapeuten und Apotheken Leistungen bezogen hat, für die sie ansonsten 

hätte bezahlen müssen. 

 

Zusammengefasst hat sich die Beschuldigte des mehrfachen Betrugs 

gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Versicherung H. schuldig 

gemacht. 

 

1.7. 

Betreffend den angeklagten Betrug zum Nachteil der Versicherung A. 

(Anklageziffer 1.3) ist aus den Akten ersichtlich, dass nach Aufforderung 

der Versicherung A. vom 21. Juni 2016 (UA act. 613 ff.) ein entsprechender 

Fragebogen mit ergänzenden Informationen zum Unfallgeschehen am 27. 

 - 14 - 

 

 

Juni 2016 von C.G. gemeinsam mit der Beschuldigten an deren Wohnort 

ausgefüllt und unterzeichnet worden ist (UA act. 614 ff.). Das gemeinsame 

Ausfüllen wird aus der Tatsache ersichtlich, dass die Angaben sowohl 

inhaltlich und auch darstellerisch stark den von der Beschuldigten am 28. 

Juli 2016 gegenüber der Versicherung H. gemachten schriftlichen Angaben 

entsprechen (UA act. 614 ff. im Vergleich zu UA act. 681.11 f. und 681.630), 

sodass aufgrund der Handschrift auch wahrscheinlich ist, dass die 

Beschuldigte den Fragebogen der Versicherung A. ausgefüllt hat und C.G. 

diesen lediglich unterzeichnet hat. Im Fragebogen wird angegeben, dass 

D. schuld am Unfall sei, dass die gesamte rechte Seite des Fahrzeugs 

beschädigt worden sei und dass sowohl er als auch seine Ehefrau infolge 

des Unfalls Nacken- und Rückverletzungen davongetragen hätten. Diese 

im Fragebogen zuhanden der Versicherung A. gemachten Angaben, die in 

Absprache mit der Beschuldigten erfolgt sind, entsprechen infolge der 

Erkenntnisse, dass der Unfall inszeniert war und weder die Beschuldigte 

noch C.G. verletzt worden sind, offensichtlich nicht der Wahrheit. Auch 

gegenüber der Versicherung A. präsentierten die Beschuldigte, C.G. und 

auch D., der für diesen Sachverhaltsabschnitt ebenfalls angeklagt und 

rechtskräftig verurteilt wurde, die Geschichte eines unverschuldeten 

Verkehrsunfalles mit Verletzungsfolge, der in Tat und Wahrheit bloss 

fingiert war. Auf das im Zusammenhang mit der Versicherung H. zur 

Mittäterschaft Ausgeführte kann verweisen werden. Jedoch ist anders als 

bei der Versicherung H. nicht auf die Eigenschaft als Versicherungsnehmer 

abzustellen, zumal es sich bei der Versicherung A. um die Haft-

pflichtversicherung von D. handelt. Die Beschuldigte und C.G. handelten 

hier als Mittäter, womit ihnen ihre Tatbeiträge gegenseitig anzurechnen 

sind.  

 

Für das Obergericht ist es zudem erstellt, dass die wahrheitswidrigen 

Schilderungen gegenüber der Versicherung A. in der Absicht geschahen, 

unrechtmässige Schadenersatzzahlungen für die behaupteten Körper-

schäden und insbesondere das beschädigte Fahrzeug in einem Umfang 

des Zeitwerts von Fr. 19'800.00 zu erwirken. Sie handelten damit mit der 

Absicht, sich unrechtmässig bereichern zu wollen und die Versicherung A. 

dadurch zu schädigen. 

 

Mit den entsprechenden schriftlichen Falschangaben versuchten sie die 

Versicherung A. zu täuschen. Diese Angaben waren für die Versicherung 

A. nur mit besonderer Mühe überprüfbar, weshalb das Tatbestands-

merkmal der Arglist grundsätzlich zu bejahen ist. Am 27. Juni 2016 

besichtigte der Fahrzeugexpertendienst das Fahrzeug Mercedes-Benz 

S500, wobei festgestellt wurde, dass die Schilderungen der beteiligten 

Personen hinsichtlich des Zustandekommens des Unfalls nicht der 

Wahrheit entsprechen konnten (UA act. 820 ff.). Aufgrund der 

Erkenntnisse, welche durch die Abklärungen des Schadenexperten zu 

Tage gefördert wurden, liess sich die Versicherung A. durch die arglistige 

 - 15 - 

 

 

Täuschung von C.G. und der Beschuldigten nicht in einen Irrtum versetzen. 

Infolgedessen kam es auch zu keinerlei Auszahlungen zu ihren Gunsten 

und damit auch nicht zu einem Vermögensschaden bei der Versicherung 

A. Damit kommt lediglich eine versuchte Tatbegehung in Betracht. 

 

Will der Betrüger sein Opfer dahin bringen, die Lüge zu glauben, liegt ein 

Betrugsversuch vor, wenn aufgrund des zweifelnden Opfers kein Irrtum 

entsteht (MÄDER/NIGGLI, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, 

N. 131 zu Art. 146 StGB). Indem die Mitbeschuldigten den Verkehrsunfall 

inszenierten und C.G. und die Beschuldigte gegenüber der Versicherung 

A. im Fragebogen wahrheitswidrige Angaben machten, um die 

Versicherung A. zu täuschen und Geldleistungen zu erhalten, haben sie die 

Schwelle zum Versuch überschritten, da lediglich die Abklärungen der 

Versicherung A. dazu führten, dass diese nicht in einen Irrtum versetzt 

worden ist und keine Auszahlungen geleistet hat. 

 

Zusammengefasst hat sich die Beschuldigte des versuchten Betrugs 

gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der 

Versicherung A. schuldig gemacht. 

 

1.8. 

Betreffend den angeklagten Sachverhalt zum Nachteil der Versicherung I. 

(Anklageziffer 1.4) ist anhand der Akten ersichtlich, dass der Unfall der 

Versicherung I. am 1. Juli 2016 telefonisch von C.G. gemeldet worden ist 

und dabei angegeben wurde, dass das Verschulden beim anderen 

Fahrzeuglenker liege. Beim Unfall seien er und die Beschuldigte verletzt 

worden, sie würden an Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen leiden (UA 

act. 547 ff.). Mit E-Mail vom 1. Juli 2016 hat C.G. nach entsprechender 

Aufforderung die verlangten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse für sich und die 

Beschuldigte sowie ihre Kontoangaben an die Versicherung I. gesendet 

(UA act. 538 ff.). Der Police der Motorfahrzeugversicherung von C.G. ist zu 

entnehmen, dass er über die Versicherungsleistungen Haftpflicht, Kollision, 

Teilkasko und Unfallversicherung verfügte und dass bei der Versicherungs-

leistung «Unfall» auch Taggelder ausgerichtet werden (UA act. 384 f.). 

Dem in den Akten liegenden Besprechungsprotokoll kann weiter 

entnommen werden, dass am 18. Juli 2016 eine Besprechung zwischen 

C.G. und einer Mitarbeiterin der Versicherung I. stattgefunden hat (UA act. 

410). Der technische Defekt an der Antriebswelle vorne rechts ist während 

des Gesprächs laut dem Protokoll nicht zur Sprache gekommen (UA act. 

410 ff.). Dem ausgefüllten Schadenanzeigeformular kann entnommen 

werden, dass C.G. dieses am 18. Juli 2016 wahrheitswidrig ausgefüllt und 

unterzeichnet hat (UA act. 566-571). Gestützt darauf kommt das 

Obergericht zum Schluss, dass C.G. in Absprache mit der Beschuldigten 

bei sämtlichen Interaktionen mit der Versicherung I. wahrheitswidrige 

Angaben hinsichtlich des bloss fingierten Unfalls und die Unfallfolgen 

gemacht hat. Ihre Mitwirkung wird auch durch das Einreichen ihrer 

 - 16 - 

 

 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse deutlich. Mit ihrem Verhalten täuschten sie 

die Versicherung I. über Tatsachen und untermauerte dies mit unwahren 

Arbeitsunfähigkeitszeugnissen, die als Urkunden i.S.v. Art. 110 

Abs. 4 StGB zu qualifizieren sind. 

 

Auf das im Zusammenhang mit der Versicherung H. und der Versicherung 

A. zur Mittäterschaft Ausgeführte kann verweisen werden, womit die 

Mittäterschaft zu bejahen ist, da auch hier die Beschuldigte und C.G. stets 

in gemeinsamer Absprache gehandelt haben, womit eine gegenseitige 

Anrechnung der Tatbeiträge stattfindet. Dementsprechend ist es 

unerheblich, dass von der Beschuldigten keine eigenen Tathandlungen 

gegenüber der Versicherung I. ersichtlich sind. Ohne Belang ist in diesem 

Zusammenhang, dass die Versicherungspolice auf C.G. lautete, zumal von 

der Deckung der Taggeldversicherung bei Unfall auch die Beschuldigte als 

Passagierin erfasst ist (UA act. 385) und es sich betreffend die 

Schadenersatzzahlung, wie sogleich ausgeführt wird, lediglich um einen 

Betrugsversuch gehandelt hat. 

 

Einerseits täuschten C.G. und die Beschuldigte die Versicherung I. über 

das Vorliegen von Verletzungen. Die Falschangaben hinsichtlich der 

angeblich erlittenen Verletzungen waren für die Versicherung I. nicht 

überprüfbar. Zudem lagen auch keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, aufgrund 

derer sie an der Richtigkeit des Inhalts der Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 

hätte zweifeln müssen. Eine arglistige Täuschung zum Nachteil der 

Versicherung I. ist damit zu bejahen. Infolge dieser Täuschung befand sich 

die Versicherung I. in einem Irrtum und ging davon aus, dass sich der Unfall 

tatsächlich so zugetragen hatte, wodurch Verletzungen entstanden seien 

und die Beschuldigte und C.G. tatsächlich arbeitsunfähig wären. Gestützt 

auf den Irrtum nahm die Versicherung I. Vermögensverfügungen vor und 

es wurden der Beschuldigten und C.G. am 12. Juli 2016 jeweils Fr. 400.00 

und am 8. Juli 2016 jeweils Fr. 720.00, gesamthaft Fr. 2'240.00 

ausgerichtet, was den Taggeldabrechnungen der Versicherung I., der 

Erfassung der ausbezahlten Taggelder im internen System sowie dem 

Auszug des Bankkontos bei der Credit Suisse zu entnehmen und erstellt 

ist (UA act. 558 ff., 326, 534 f.; UA act. 554 ff., 348). Durch diese 

Auszahlungen kam es bei der Versicherung I. zu einer Vermögens-

schädigung, da beide Personen keinen Anspruch auf diese Taggelder 

gehabt hätten, was C.G. und die Beschuldigte auch wollten. Ebenfalls 

handelten sie in der direkten Absicht, sich durch die Leistungen der 

Versicherung I. unrechtmässig zu bereichern, was ihnen gelang. Damit ist 

der Tatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB in Bezug auf die 

Taggeldausrichtung erfüllt. 

 

Weiter beabsichtigten C.G. und die Beschuldigte durch ihre Täuschungs-

handlungen eine Auszahlung für das beschädigte Fahrzeug zu erhalten. 

Abzüglich des Selbstbehaltes von Fr. 1'000.00 sollte eine Auszahlung nach 

 - 17 - 

 

 

dem Zeitwert, welcher im Unfallzeitpunkt Fr. 19'800.00 betragen hat (UA 

act. 628), erwirkt werden. Das Tatbestandselement der Arglist ist ebenfalls 

zu bejahen, da die schriftliche Schadensanzeige und die gemachten 

Schilderungen durch falsche Arbeitsunfähigkeitszeugnisse untermauert 

wurden und für die Versicherung I. keinerlei Anhaltspunkte vorlagen, um 

an der Glaubhaftigkeit der präsentierten Geschichte zu zweifeln. Die 

Angaben waren für sie zudem nicht oder nur mit besonderer Mühe 

überprüfbar. Da sich C.G. und die Beschuldigte in der Folge dazu 

entschlossen, nicht ihre Kasko-Versicherung bei der Versicherung I. zu 

beanspruchen (UA act. 526), sondern diesbezüglich die Versicherung A. 

als Haftpflichtversicherung von D. zu belangen, was C.G. der Versicherung 

I. gegenüber erklärte, kam es zu keinen Schadenersatzzahlungen. Der 

objektive Betrugstatbestand hinsichtlich der Schadenersatzzahlungen 

gestützt auf die Kasko-Versicherung ist somit nicht erfüllt, womit nur eine 

versuchte Tatbegehung in Betracht kommt. 

 

Da der Versicherung I. ein wahrheitswidriges Unfallgeschehen und 

angeblich erlittene Verletzungen geschildert wurden, ist die Schwelle zum 

Versuch in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

überschritten, zumal mit der Täuschung begonnen wurde (Art. 22 Abs. 1 

StGB). Auch war es zunächst offensichtlich die Absicht der Beschuldigten 

und C.G., gestützt auf die Kasko-Versicherung Schadenersatzzahlungen 

für ihr beschädigtes Fahrzeug zu erhalten und damit eine Vermögens-

schädigung bei der Versicherung I. zu verursachen, da diese Schaden-

ersatzzahlung nicht geschuldet war, sowie sich selbst unrechtmässig einen 

Vermögensvorteil zu verschaffen, wobei ihnen bewusst war, dass dieser 

Anspruch nicht berechtigt war. Dies gilt unabhängig davon, ob der Versuch 

aus eigenem Antrieb nicht zu Ende geführt wurde. Dieser Umstand ist 

lediglich bei der Strafzumessung zu berücksichtigen. 

 

Zusammengefasst hat sich die Beschuldigte in Mittäterschaft mit C.G. in 

Bezug auf die Taggeldausrichtungen des vollendeten Betrugs und in Bezug 

auf die Schadenersatzzahlungen des versuchten Betrugs zum Nachteil der 

Versicherung I. schuldig gemacht.  

 

1.9. 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung der Beschuldigten als 

unbegründet. Sie ist des mehrfachen, zum Teil versuchten Betrugs 

schuldig zu sprechen. 

 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offenbleiben, ob allfällige weitere 

Beweismittel, auf welche vorliegend jedoch nicht abgestellt wird, verwertbar 

sind, wie dies von der Beschuldigten ausgeführt wird (Plädoyer Berufungs-

verhandlung S. 2 ff.). Über Tatsachen, die unerheblich oder bereits 

rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 

StPO). Das Berufungsverfahren dient auch nicht der abstrakten Klärung 

 - 18 - 

 

 

von Rechtsfragen, ohne dass deren Beantwortung einen Einfluss auf den 

Ausgang des Verfahrens haben könnten. 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte für den mehrfachen, teilweise 

versuchten Betrug zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten mit 

einer Probezeit von 3 Jahren sowie zu einer Verbindungsbusse von 

Fr. 1'800.00, Ersatzfreiheitsstrafe 60 Tage, verurteilt. 

 

Die Beschuldigte hat mit Berufung einen vollumfänglichen Freispruch 

beantragt. Für den Fall eines Schuldspruchs wurden anlässlich der 

Berufungsverhandlung diverse Ausführungen zur Strafzumessung 

gemacht und insbesondere eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 

Fr. 30.00, ohne die Aussprache einer Verbindungsbusse, als angemessen 

erachtet (Plädoyer Berufungsverhandlung S. 9 ff.). 

 

2.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

2.3. 

Der Betrug wird gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf 

Jahren oder Geldstrafe bestraft. Liegt jedoch nur ein Versuch vor, kann die 

Strafe gemildert werden (Art. 22 Abs. 1 StGB). 

 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft (UA act. 56 und aktueller 

Strafregisterauszug). Eine Freiheitsstrafe erscheint damit nicht geboten, 

um sie von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Es liegen – 

entgegen der Vorinstanz – auch keine konkreten Hinweise darauf vor, dass 

die Beschuldigte eine Geldstrafe nicht bezahlen könnte, auch wenn die 

finanzielle Situation der Beschuldigten nicht vorteilhaft erscheint. Auch die 

Höhe der kriminellen Energie begründet entgegen der Vorinstanz nicht per 

se eine Freiheitsstrafe, sondern ist stattdessen für das Strafmass 

entscheidend. Es ist somit für sämtliche Fälle des (teilweise versuchten) 

Betrugs eine Geldstrafe auszusprechen, sofern diese aufgrund des Tat-

verschuldens infrage kommt. 

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 - 19 - 

 

 

 

2.4. 

Die Einsatzstrafe ist für den betragsmässig schwersten Betrug zum 

Nachteil der Versicherung H. als – bei gleichen Strafrahmen – qua 

Verschulden konkret schwerste Straftat festzusetzen.  

 

Die Vorinstanz hat für die Betrugshandlungen zum Nachteil der 

Versicherung H. lediglich einen Schuldspruch wegen einfachen Betrugs 

ausgefällt. Wie bereits erwähnt, hätte vorliegend richtigerweise ein 

Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs, der auch die 

Betrugshandlungen zum Nachteil der Versicherung H. umfasst hätte, 

erfolgen müssen, was dem Obergericht aufgrund des Verschlechterungs-

verbots jedoch verwehrt bleibt. Entgegen der Vorinstanz kann die 

Einsatzstrafe nicht für sämtliche, teilweise versuchten Betrugshandlungen 

zum Nachteil der Versicherung H. im Sinne einer Gesamtbetrachtung aller 

zu beurteilenden Betrugshandlungen festgesetzt werden (BGE 144 IV 217 

E. 3.5 S. 231 ff.). Aus dem Urteil muss vielmehr hervorgehen, welche 

Einzelstrafen für die einzelnen Straftaten festgesetzt werden (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1071/2019 vom 5. November 2020 E. 3.3.2).  

 

Wer einen nicht gewerbsmässigen Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB 

begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. 

Entscheidend für die Bestimmung der Strafe innerhalb dieses Straf-

rahmens ist gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB das Verschulden des Täters. 

Ausgangspunkt zur Bestimmung dieses Verschuldens ist die Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 

StGB). Geschütztes Rechtsgut beim Betrug ist das Vermögen (BGE 117 IV 

139 E. 3d). 

 

Die Beschuldigte hat durch arglistige Täuschung, u.a. durch Falsch-

angaben anlässlich einer persönlichen Besprechung vom 23. August 2016 

mit einer Mitarbeiterin der Versicherung H. und durch die Einreichung 

diverser Arbeitsunfähigkeitszeugnisse, erwirkt, dass sie gestützt auf den 

Unfall, welchen sie und C.G. sowie D. fingiert haben, und die daraus 

angeblich resultierten Körperschäden für den Zeitraum vom 1. August 2016 

bis zum 30. November 2016 Taggelder in der Höhe von Fr. 12'163.40 und 

Heilungskosten im Umfang von Fr. 2'254.05 beziehen konnte, die an 

verschiedenen Daten ausbezahlt wurden (UA act. 681.656 f., 740 und 

681.658 f.).  

 

Es handelt sich dabei um einen beachtlichen Betrag, dies auch im 

Vergleich zum damaligen mittleren verfügbaren Einkommen der Privat-

haushalte in der Schweiz von rund Fr. 7'100.00 (vgl. Medienmitteilung des 

Bundesamtes für Statistik vom 19. November 2018). Der monetäre Tat-

erfolg ist in Relation zum weiten Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Freiheits-

strafe und der davon erfassten Deliktsbeträge als vergleichsweise noch 

 - 20 - 

 

 

knapp leicht zu bezeichnen. Zu beachten ist jedoch auch, dass durch das 

von der Beschuldigten gezeigte Verhalten schliesslich das ganze Sozial-

versicherungssystem erschüttert wird, in diesem Fall konkret die 

Versicherung H., welche Taggelder nach einem Unfall leistet, denn dieses 

basiert auf richtigen und ehrlichen Angaben der Bezüger. Dieses soziale 

Netz wurde durch die Beschuldigte skrupellos ausgenutzt. Gleichzeitig 

werden Personen die in Tat und Wahrheit einen Unfall erlitten haben und 

Anspruch auf eine Leistung der Unfallversicherung haben möglicherweise 

in Verruf gebracht. Dank der namhaften Taggelder der Versicherung H. 

über vier Monate hinweg konnte die Beschuldigte ein unbeschwertes 

Leben auf Kosten der Allgemeinheit führen und Heilungskosten in 

Anspruch nehmen. 

 

Die Beschuldigte wirkte mit C.G. und D. zusammen und fingierte eigens 

einen Unfall für den Erhalt von Versicherungsleistungen, was auf eine 

überlegte, raffinierte und zielgerichtete Vorgehensweise sowie eine hohe 

kriminelle Energie hindeutet und erheblich über die Erfüllung des 

Betrugstatbestands, der eine arglistige Täuschung voraussetzt, hinausgeht 

und sich entsprechend verschuldenserhöhend auswirkt. 

 

Die Beschuldigte hat aus rein monetären Gründen gehandelt. Diese sind 

jedoch jedem Vermögensdelikt immanent und werden beim Betrug bereits 

durch das Tatbestandsmerkmal der unrechtmässigen Bereicherung 

erfasst. Sie dürfen deshalb bei den Tatkomponenten nicht nochmals 

verschuldenserhöhend berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1327/2015 vom 16. März 2016 E. 4.2). Die Beschuldigte 

verfügte jedoch über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit, was 

verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. Sie und ihr Ehemann 

verfügten in der Tatzeit über hinreichend Mittel zur Bestreitung ihres 

Lebensunterhalts (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1245/2016 vom 13. 

Oktober 2017 E. 2.1), gab sie zu den persönlichen Verhältnissen doch an, 

sie hätten durch ihre Arbeitslosenversicherung sowie das Erwerbs-

einkommen des Ehemanns zusammen ein monatliches Einkommen von 

rund Fr. 8'500.00 gehabt (UA act. 944). Je leichter es aber gewesen wäre, 

von der Versicherung H. keine ungerechtfertigte Zahlung zu erwirken, 

desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1 

S. 114 mit Hinweisen). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums möglicher 

Betrugshandlungen von einem in Relation zum Strafrahmen von bis zu fünf 

Jahren Freiheitsstrafe leichten bis mittelschweren Tatverschulden und 

einer dafür angemessenen Geldstrafe von 360 Tagessätzen und einer 

Verbindungsbusse von Fr. 1'500.00 (siehe dazu nachstehend) als in ihrer 

Summe angemessene Sanktion auszugehen. 

 

 - 21 - 

 

 

2.5. 

Dies Einsatzstrafe wäre nunmehr in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB 

aufgrund der weiteren Betrugshandlungen, die bei isolierter Betrachtung je 

mit einer Geldstrafe zu ahnden gewesen wären, angemessen zu erhöhen. 

Dies ist vorliegend jedoch nicht möglich, da damit die zulässige Obergrenze 

von 360 Tagessätzen überschritten würde (siehe Art. 34 Abs. 1 StGB in der 

im Tatzeitpunkt geltenden Fassung). Eine Umwandlung in eine Freiheits-

strafe kommt in dieser Konstellation nicht infrage (BGE 144 IV 313 = 

Pra 2019 Nr. 58), weshalb es bei einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen 

bleibt. 

 

2.6. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Die Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft, was allerdings den Normalfall darstellt und deshalb 

neutral zu beurteilen ist (BGE 136 IV 1). Das Wohlverhalten seit der Tat 

stellt in der Regel keine besondere Leistung dar und ist grundsätzlich – so 

wie vorliegend – neutral zu werten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_291/2017 vom 16. Januar 2018 E. 2.2.4). 

 

Die Beschuldigte hat sich in der Strafuntersuchung grundsätzlich korrekt 

verhalten. Am 17. August 2016 hat sie ein Geständnis abgelegt, dieses 

jedoch über ihren Verteidiger mit der Begründung widerrufen lassen, dieses 

lediglich unter dem Einfluss unzulässiger Druckausübung durch einen 

Polizeibeamten abgelegt zu haben. Von diesem Zeitpunkt an hat sie 

vollumfänglich von ihrem Recht der Aussageverweigerung Gebrauch 

gemacht. Sie muss sich zwar nicht selbst belasten (vgl. Art. 113 Abs. 1 

StPO), sie war aber somit auch nicht mehr geständig. Wer nicht geständig 

ist, kann hinsichtlich des begangenen Unrechts auch nicht einsichtig und 

reuig sein. Eine Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

geständigen und einsichtigen Straftäter möglich ist, kommt vorliegend 

somit nicht in Frage. 

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen der Beschuldigten 

ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten Faktoren. Die 35-

jährige Beschuldigte ist verheiratet, hat vier Kinder und die Familie lebt in 

einem Haushalt, womit ihre familiäre Situation grundsätzlich als stabil zu 

betrachten ist. Sie ist aktuell Hausfrau und kümmert sich um die Kinder 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 8). Insbesondere liegt keine erhöhte 

Strafempfindlichkeit vor, zumal – wie zu zeigen sein wird – bloss eine 

bedingte Geldstrafe ausgefällt wird. Die Täterkomponente wirkt sich 

insgesamt neutral aus. 

 

2.7. 

Zu beachten ist weiter die Verletzung des Beschleunigungsgebots, wie sie 

auch von der Vorinstanz bejaht wurde. 

 

 - 22 - 

 

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots wie-

derholt dargelegt (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 6B_1003/2020 

vom 21. April 2021 E. 3.3.1 sowie 6B_855/2020 vom 25. Oktober 2021 

E. 1.5.4; BGE 143 IV 373). Darauf kann verwiesen werden. 

 

Mit der Vorinstanz ist aufgrund des Verfahrensstillstand von knapp drei 

Jahren von einer Verletzung des Beschleunigungsgebots auszugehen. 

Gegen die Beschuldigte wurde vorliegend am 15. August 2016 die 

Strafuntersuchung wegen Betrugs eröffnet (UA act. 63). Die letzte 

Einvernahme der Beschuldigten fand am 25. April 2017 statt (vgl. UA act. 

973 ff.). Gleichentags wurde auch D. ein letztes Mal delegiert ein-

vernommen (vgl. UA act. 955 ff.). Zu diesem Zeitpunkt hatte die letzte 

Befragung von C.G. bereits stattgefunden (vgl. UA act. 965 ff.). Mit 

Schreiben vom 17. Mai 2017 teilte die Staatsanwaltschaft dem damaligen 

Verteidiger der Beschuldigten sodann mit, dass die Strafuntersuchung 

gegen die Beschuldigte wegen Betrugs nach Ablauf der Beweis-

ergänzungsfrist (10 Tage) abgeschlossen werde und es wurde die 

Anklageerhebung beim Gericht in Aussicht gestellt (UA act. 717 f.). Nach 

genehmigter Fristerstreckung bezüglich allfälliger Beweisergänzungs-

anträge (UA act. 720) stellte der damalige Verteidiger der Beschuldigten 

mit Schreiben vom 9. Juni 2017 einen Beweisergänzungsantrag (UA act. 

721). In der Folge wurde erst mit Schreiben vom 10. März 2020 dem 

damaligen Verteidiger erneut der Verfahrensabschluss mitgeteilt und die 

Anklageerhebung bei Gericht in Aussicht gestellt. Gleichzeitig wurde darauf 

hingewiesen, dass dieses Schreiben die Parteimitteilung der Staats-

anwaltschaft vom 17. Mai 2017 ersetze (UA act. 721.1 f.). Mit Entscheid 

vom 2. April 2020 lehnte die Staatsanwaltschaft sodann den Beweis-

ergänzungsantrag des damaligen Verteidigers der Beschuldigten vom 9. 

Juni 2017 ab (UA act. 721.7 f.). Die Überweisung der Anklage an das 

Gericht erfolgte am 6. April 2020 (UA act. 1 ff.). Dieser Unterbruch zwischen 

der ersten Mitteilung der Anklageerhebung vom 17. Mai 2017 und der 

zweiten Parteimittelung vom 10. März 2020, somit von fast drei Jahren, ist 

in keiner Weise gerechtfertigt. Die Dauer ist im Ergebnis als Verfahrens-

verzögerung und damit als Verletzung des Beschleunigungsgebots zu 

qualifizieren. Abgesehen von dieser Lücke ist die Verfahrensdauer sodann 

nicht zu beanstanden, was denn auch nicht geltend gemacht wird.  

 

Die Verfahrensverzögerung erweist sich als erhebliche Zeitlücke, sodass 

sich eine Strafreduktion von 15 % bzw. gerundet 60 Tagessätze auf 300 

Tagessätze Geldstrafe rechtfertigt. 

 

2.8. 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 

des Urteils zu bemessen, insbesondere nach dem Einkommen und 

 - 23 - 

 

 

Vermögen, dem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungs-

pflichten sowie dem Existenzminimum. Das Bundesgericht hat die Kriterien 

für die Bemessung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 

134 IV 60 E. 5 f.; BGE 135 IV 180 E. 1.4). Darauf kann verwiesen werden.  

 

Die Beschuldigte liess anlässlich der Berufungsverhandlung – trotz 

entsprechender Aufforderung – keine aktuellen Unterlagen zu ihren 

persönlichen und finanziellen Verhältnissen einreichen. Immerhin steht 

fest, dass sie zusammen mit dem Ehemann und den vier gemeinsamen 

Kindern (Jahrgänge 2012, 2014, 2017 und 2021) lebt. In seinem Gesuch 

um unentgeltliche Verteidigung hatte der Ehemann der Beschuldigten, 

C.G., angegeben, dass die Familie von den «Mutterschaftsbeiträgen» der 

Beschuldigten in Höhe von Fr. 5'300.00 lebe (Beilage Gesuch vom 1. März 

2022, vgl. Akten Obergericht SST.2021.127 act. 112), anlässlich der 

Berufungsverhandlung gaben sowohl die Beschuldigte als auch C.G. 

demgegenüber an, diese Mutterschaftsbeiträge würden monatlich 

Fr. 6'500.00 betragen. C.G. gab an, momentan kein Einkommen zu haben. 

Weiter gab er an, Schulden in der Höhe von Fr. 50'000.00 bis Fr. 60'000.00 

zu haben (Protokoll Berufungsverhandlung S. 8 und 10). Da die 

Beschuldigte und C.G. einzig von Mutterschaftsbeiträgen des Kantons Zug 

leben, ist davon auszugehen, dass sie nahe am Existenzminimum leben. 

Das für die Berechnung des Tagessatzes massgebende Nettoeinkommen 

ist deshalb um 50 % zu reduzieren (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). In Abzug zu 

bringen sind sodann anteilsmässige Unterstützungsbeiträge für die vier 

Kinder. Da vorliegend eine hohe Anzahl Tagessätze ausgesprochen wird, 

ist eine Reduktion um weitere 30 % angebracht (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). 

Somit ist der Tagessatz auf das Minimum von Fr. 10.00 festzusetzen (BGE 

135 IV 180). 

 

2.9. 

Der bedingte Strafvollzug ist aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht 

zu überprüfen. Den aufgrund der hohen kriminellen Energie, des in seiner 

Summe hohen Deliktsbetrags und der fehlenden Einsicht und Reue 

verbleibenden, nicht unerheblichen Bedenken an der Legalbewährung der 

Beschuldigten ist mit einer Probezeit von 3 Jahre Rechnung zu tragen (Art. 

44 Abs. 1 StGB). 

 

2.10. 

Eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden 

werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse angezeigt, um der Beschul-

digten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen seines Han-

delns deutlich vor Augen zu führen. Zudem soll er gegenüber einem Täter, 

der sich bloss wegen einer Übertretung (geringfügiger Betrug gemäss Art. 

172ter StGB) zu verantworten hat und dafür mit einer Busse bestraft wird, 

nicht bessergestellt werden (sog. Schnittstellenproblematik). 

 - 24 - 

 

 

Um dem akzessorischen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu wer-

den, erscheint unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und 

des Verschuldens der Beschuldigten sowie des Umstands, dass der Ver-

bindungsstrafe nicht lediglich symbolische Bedeutung zukommen soll, eine 

Verbindungsbusse von Fr. 1'500.00 sachgerecht (vgl. BGE 135 IV 188 

E. 3.4.4). 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse ist, ausgehend von einem als Umrechnungsschlüssel zu verwenden-

den Tagessatz von Fr. 10.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 77) auf die 

gesetzliche Obergrenze von drei Monate festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 

StGB). 

 

2.11. 

Zusammengefasst ist die Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

300 Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. Fr. 3'000.00, Probezeit 3 Jahre, sowie 

zu einer Verbindungsbusse von Fr. 1'500.00, ersatzweise 3 Monate 

Freiheitsstrafe, zu verurteilen. 

 

2.12. 

Der Beschuldigten ist die Dauer der Untersuchungshaft von gesamthaft 

2 Tagen (16. August 2016 bis 17. August 2016) auf die Geldstrafe 

anzurechnen (Art. 51 StGB). 

 

3. 

3.1.  

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte in solidarischer Haftbarkeit mit C.G. 

und D. zur Bezahlung von Schadenersatz von Fr. 750.00 an die 

«Schadenservice A.» sowie von Fr. 3'591.00 an die «Versicherung I.» 

verurteilt (vorinstanzliches Urteil E. 5). Der ehemalige Mitbeschuldigte, D., 

ist rechtskräftig zur solidarischen Bezahlung derselben Beträge verurteilt 

worden (Ziff. 9 und 10 des vorinstanzlichen Urteils ST.2020.69 vom 18. 

Dezember 2020).  

 

Die Beschuldigte beantragt, dass die Zivilforderungen infolge Freispruchs 

vollumfänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen 

seien (Plädoyer Berufungsverhandlung S. 12). 

 

3.2. 

Das Gericht entscheidet unter anderem dann über die anhängig gemachte 

Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht (Art. 126 

Abs. 1 lit. a StPO). Hingegen wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen, 

wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder 

beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

 

 - 25 - 

 

 

Gemäss Art. 41 Abs. 1 OR ist, wer einem anderen widerrechtlichen Scha-

den zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit, ihm zum Ersatze 

verpflichtet. Art. 41 OR setzt voraus, dass ein Schaden besteht, welcher 

schuldhaft durch eine widerrechtliche Handlung verursacht wurde und dass 

zwischen Handlung und Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Verstösst jemand gegen Normen des Strafgesetzes, so ist diese 

Handlung grundsätzlich widerrechtlich. Ein adäquater Kausalzusammen-

hang zwischen Handlung und Schaden ist zu bejahen, wenn die betreffen-

de Ursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet war, den eingetretenen Erfolg zu be-

wirken, so dass der Eintritt dieses Erfolges als durch die fragliche Tatsache 

allgemein als begünstigt erscheint. 

 

Wer Schadenersatz beansprucht, hat den Schaden zu beweisen (Art. 42 

Abs. 1 OR). Dazu gehört, dass der Schaden substanziert behauptet wird, 

andernfalls das Gericht die Klage mangels Substanzierung abweist bzw. 

im Strafprozess auf den Zivilweg verweist, selbst wenn die Existenz des 

Schadens klar wäre. Den Geschädigten trifft somit eine Substanzierungs-

obliegenheit. Mithin muss der Geschädigte mit Blick auf den behaupteten 

Schaden jeden Schadensposten so präzise beschreiben, dass ein Beweis-

verfahren durchführbar ist. Dazu gehört auch eine Berechnung des be-

haupteten Schadens. Ungenügend ist die Substanzierung z.B. dann, wenn 

bezüglich des Schadens bloss pauschal auf Rechnungen verwiesen wird, 

die keine detaillierte Angabe über Arbeiten und deren einzelne Kosten 

machen (BGE 108 II 337 E. 4). 

 

3.3. 

Die von der Vorinstanz als Privatklägerin erfasste «Schadenservice A.» 

findet sich unter dieser Bezeichnung im Handelsregister nicht und es ist 

auch sonst nicht ersichtlich, dass es sich dabei um eine rechts- oder 

parteifähige Person handeln könnte. Jedoch wurden sowohl der 

Strafantrag als auch die Konstituierung als Straf-und Zivilklägerin im 

Namen der «Versicherung A.» eingereicht, welche als im Handelsregister 

mit Sitz in ZB. eingetragene Aktiengesellschaft rechts- und parteifähig ist. 

Ihre Eingabe vom 1. Februar 2017 (UA act. 726), mit welcher die 

Zivilforderung geltend gemacht worden ist, wurde gemäss der im 

Handelsregister eingetragenen Unterschriftenregelung rechtsgültig von 

zwei Personen – P. und Q. – unterzeichnet, welche zu diesem Zeitpunkt 

zur Kollektivunterschrift zu zweien berechtigt waren. Auf die Zivilklage ist 

damit einzutreten. 

 

Nachdem die Täterschaft der Beschuldigten und von C.G. beim versuchten 

Betrug zum Nachteil der Versicherung A. erstellt ist und sie diesbezüglich 

schuldig gesprochen werden (Anklageziffer 1.3), liegt eine widerrechtliche 

Handlung vor. Die Versicherung A. hat dargelegt, dass die Abklärungen der 

Fahrzeugexpertise 5 Stunden à Fr. 150.00 in Anspruch genommen hätten, 

 - 26 - 

 

 

was dem geforderten Betrag von Fr. 750.00 entspricht (UA act. 726). 

Vorliegend durchaus fraglich ist jedoch der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen Handlung und geltend gemachtem 

Schaden, ist die Fahrzeugexpertise doch nicht die Folge der Straftat, 

sondern der bei Meldung eines Versicherungsfalls immer erfolgenden 

Vorgehensweise. Die Versicherung A. hat es unterlassen auszuführen, 

inwiefern diese Expertise Folge der Straftat war und ist ihrer 

Substanzierungsobliegenheit damit nicht in ausreichendem Masse 

nachgekommen. Die Zivilforderung wird dementsprechend in Anwendung 

von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen. 

 

3.4. 

Auf die Schadenersatzforderung der Versicherung I. ist ebenfalls 

einzutreten. Die mit Sitz in ZC. im Handelsregister eingetragene 

Aktiengesellschaft ist rechts- und parteifähig. Der Strafantrag bzw. die 

Zivilklage vom 9. September 2016 (UA act. 731 ff.), mit welcher die 

Zivilforderung geltend gemacht worden ist, wurde – entsprechend der im 

Handelsregister eingetragenen Unterschriftenregelung, die zur rechts-

gültigen Vertretung der «Versicherung I.» eine Kollektivunterschrift zu 

zweien vorsieht – von zwei Personen – R. und S. – unterzeichnet, welche 

hierzu ermächtigt waren. 

 

Nachdem auch die Täterschaft der Beschuldigten und von C.G. beim 

mehrfachen, teilweise versuchten Betrug zum Nachteil der Versicherung I. 

erstellt ist und sie diesbezüglich schuldig gesprochen werden 

(Anklageziffer 1.4) liegt eine widerrechtliche Handlung vor. Die 

Versicherung I. hat gegenüber der Beschuldigten und C.G. eine 

Schadenersatzforderung von Fr. 3'591.00 geltend gemacht und verwies für 

die Bezifferung auf die Aufstellung im separaten Beiblatt (UA act. 731 f.). 

Diesem ist zu entnehmen, dass sich die geltend gemachte 

Schadenersatzforderung aus ausgerichteten Taggeldern an die 

Beschuldigte und C.G. im Umfang von gesamthaft Fr. 2'240.00, aus 

Spesen von Fr. 851.00 und aus einer Schadenanlage von Fr. 500.00 

zusammensetzt (UA act. 733). Die Berufung der Beschuldigten enthält für 

den Fall der Abweisung der Berufung im Schuldpunkt – ausser der 

pauschalen Aussage diese würden bestritten – keine weiteren Aus-

führungen zu den adhäsionsweise geltend gemachten Zivilforderungen. 

Ohne Weiteres zu bejahen ist die Zivilforderung für die gemäss erstelltem 

Sachverhalt ausgerichteten Taggelder von Fr. 2'240.00, zumal in diesem 

Umfang ein Vermögensschaden entstanden ist, welcher kausal auf die 

widerrechtlichen Betrugshandlungen zurückzuführen ist. Im Umfang von 

Fr. 2'240.00 wird die Zivilklage gutgeheissen. 

 

Demgegenüber hat es die Versicherung I. unterlassen, die Spesen von 

Fr. 851.00 sowie die «Schadenanlage» von Fr. 500.00 hinreichend zu 

substantiieren, womit fraglich ist, ob diese aufgrund des mehrfachen, 

 - 27 - 

 

 

teilweise versuchten Betrugs entstanden sind, oder ob diese der bei 

Meldung eines Versicherungsfalls immer erfolgenden Vorgehensweise 

entsprechen. Die Zivilforderung wird im Umfang von Fr. 1'351.00 

dementsprechend in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den 

Zivilweg verwiesen. 

 

4. 

4.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 10. 

November 2017 E. 4.3). 

 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren gegen 

die Beschuldigte und C.G. belaufen sich auf insgesamt Fr. 10'000.00 (§ 18 

VKD), der auf das Berufungsverfahren der Beschuldigten entfallende Anteil 

auf Fr. 4'500.00 (Art. 418 Abs. 1 StPO), da die zwei Widerhandlungen 

gegen das Strassenverkehrsgesetz nur C.G. betroffen haben. 

 

Die Berufung der Beschuldigten ist insoweit gutzuheissen, als dass eine 

Geldstrafe anstatt einer Freiheitsstrafe auszusprechen ist und die Zivil-

klagen teilweise auf den Zivilweg zu verweisen sind. Die Verbindungsbusse 

ist gestützt auf die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse geringfügig zu 

reduzieren. Im Übrigen ist ihre Berufung abzuweisen. Bei diesem 

Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, den auf die Beschuldigte 

entfallenden Anteil der obergerichtlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 4'500.00 zu ¾ mit Fr. 3'375.00 der Beschuldigten aufzuerlegen und im 

Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

4.2. 

Die Beschuldigte hatte sich im Berufungsverfahren zunächst freigewählt 

von Rechtsanwalt Daniel Walder vertreten lassen. Mit Schreiben vom 

13. Dezember 2021 teilte dieser seine Mandatsniederlegung mit. In der 

Folge wurde Rechtsanwalt Ian Graber als notwendiger amtlicher 

Verteidiger eingesetzt. 

 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat die Beschuldigten somit Anspruch auf ¼ ihrer 

Aufwendungen im Berufungsverfahren für die angemessene Ausübung 

ihrer Verfahrensrechte durch den freigewählten Verteidiger (Art. 436 Abs. 

1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO; § 9 Abs. 1 und 2bis AnwT). Diese 

Entschädigung steht unter dem Vorbehalt der Verrechnung mit den vom 

Beschuldigten zu bezahlenden Verfahrenskosten (Art. 442 Abs. 4 StPO). 

 - 28 - 

 

 

Der amtliche Verteidiger ist aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 

Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT). 

 

Die Entschädigung des freigewählten Verteidigers ist aufgrund des frühen 

Zeitpunkts der Mandatsniederlegung im Berufungsverfahren auf Fr. 200.00 

festzusetzen. Die Obergerichtskasse ist – unter Vorbehalt der Verrechnung 

– anzuweisen, der Beschuldigten eine Parteientschädigung von Fr. 50.00 

(1/4 von Fr. 200.00) auszurichten. Sodann ist die Obergerichtskasse 

anzuweisen, dem amtlichen Verteidiger für das Berufungsverfahren 

gestützt auf die von ihm anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte 

Kostennote, angepasst an die effektive Dauer der Berufungsverhandlung, 

mit gerundet Fr. 3'550.00 aus der Staatskasse zu entschädigen. Diese 

Entschädigung ist von der Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 2'663.00 zurück-

zufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 lit. a StPO). 

 

5. 

5.1. 

Nachdem die Berufung der Beschuldigten hinsichtlich des Schuldpunkts 

abzuweisen und sie bereits im erstinstanzlichen Verfahren vollumfänglich 

schuldig gesprochen worden ist, ist die vorinstanzliche Kostenverlegung 

nach wie vor korrekt (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). Die 

erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'242.90 (inkl. Anklagegebühr 

von Fr. 1'950.00) sind ihr demnach vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

5.2. 

Die Kosten für ihre freigewählte Verteidigung für das erstinstanzliche 

Verfahren hat die Beschuldigte ausgangsgemäss selbst zu bezahlen (Art. 

429 Abs. 1 StPO e contrario).  

 

6. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

2. 

Die Beschuldigte ist des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs gemäss 

Art. 146 Abs. 1 StGB teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig.  

 

 - 29 - 

 

 

3. 

Die Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 StGB und 

Art. 106 StGB zu 

 

einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. Fr. 

3'000.00, Probezeit 3 Jahre, und einer Verbindungsbusse von Fr. 1'500.00, 

ersatzweise 3 Monate Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

4. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 2 Tagen (16. August 2016 bis 

17. August 2016) wird der Beschuldigten gemäss Art. 51 StGB auf die 

Geldstrafe angerechnet.  

 

5.  

5.1. 

Die Zivilklage der Privatklägerin Versicherung A. wird auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

5.2. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Versicherung I. in 

solidarischer Haftbarkeit mit den Mittätern C.G. und D. Schadenersatz in 

der Höhe von Fr. 2'240.00 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Zivilklage auf 

den Zivilweg verwiesen. 

 

6. 

6.1. 

Die auf das Berufungsverfahren der Beschuldigten entfallenden 

obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'500.00 werden der 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'375.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen. 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird – unter Vorbehalt der Verrechnung – 

angewiesen, der Beschuldigten eine Parteientschädigung für das 

Berufungsverfahren von Fr. 50.00 zu bezahlen. 

 

6.3. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger der 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 3'550.00 auszurichten. 

 

 - 30 - 

 

 

Diese Entschädigung wird von der Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 2'663.00 

zurückgefordert, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

7. 

7.1. 

Die vorinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'242.90 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'950.00) werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Die Beschuldigte hat ihre erstinstanzlichen Kosten für die freigewählte 

Verteidigung selbst zu tragen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 

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Aarau, 4. April 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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