# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e00674b8-ecde-503f-8bd9-30f2eafe57fa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.05.2019 200 2018 813
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-813_2019-05-21.pdf

## Full Text

200 18 813 IV
KOJ/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Mai 2019

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________, 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Oktober 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2019, IV/18/813, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1999 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
leidet an einer Muskeldystrophie. Gestützt darauf sprach ihm die Eidgenös-
sische Invalidenversicherung (IV) medizinische Massnahmen (Akten der IV, 
Antwortbeilagen [AB] 8, 134), diverse Hilfsmittel (AB 44-45, 61, 65, 72, 81, 
104, 113, 116, 126-129, 173, 184, 192-193) sowie eine Entschädigung we-
gen leichter (AB 155) bzw. mittlerer Hilflosigkeit (AB 223) zu. Vom 1. Au-
gust 2015 bis 31. Juli 2018 gewährte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Aus-
bildung zum ... (AB 172, 231) welche der Versicherte erfolgreich abschloss 
(AB 375, 380). Am 11. Juli 2018 liess Letzterer anfragen, ob die IVB insbe-
sondere die Wohnkosten im Zusammenhang mit dem von August bis No-
vember 2018 geplanten „Grundkurs ...“ an der D.________ AG in ..., über-
nehme (IV-Protokoll per 28. November 2018 [IV-Protokoll; im Gerichtsdos-
sier], S. 18, Eintrag vom 11. Juli 2018; vgl. die Bestätigung der Ausbil-
dungsstätte vom 17. Juli 2018 [AB 376]). Mit Mitteilung vom 2. August 2018 
(AB 378) schloss die IVB die beruflichen Massnahmen ab, womit sich der 
Versicherte nicht einverstanden zeigte (AB 383). Nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (AB 385) und Prüfung des vom Versicherten erho-
benen Einwands (AB 389) verfügte die IVB am 2. Oktober 2018 (AB 401) 
den vorbescheidweise angekündigten Abschluss der beruflichen Mass-
nahmen. Zum besuchten „Grundkurs ...“ führte die IVB aus, die Tätigkeit 
als ... gelte für den Versicherten als optimal angepasst und die berufliche 
Weiterausbildung im ... sei nicht geeignet, seine Chancen im ersten Ar-
beitsmarkt wesentlich zu verbessern.

B.

Gegen die Verfügung vom 2. Oktober 2018 erhob der Versicherte, vertre-
ten durch B.________, Rechtsanwalt C.________, am 2. November 2018 
Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2019, IV/18/813, Seite 3

und ihm sei Kostengutsprache für die berufliche Weiterausbildung zu ertei-
len.

Mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2018 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 9. April 2019 liess der Beschwerdeführer dem Gericht eine weitere Ein-
gabe zukommen, welche der Beschwerdegegnerin mit prozessleitender 
Verfügung vom 10. April 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Oktober 2018 
(AB 401). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 

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auf berufliche Eingliederungsmassnahmen in Form von Kostenübernahme 
der mit dem „Grundkurs ...“ an der D.________ AG in Zusammenhang ste-
henden Auslagen für betreutes Wohnen im E.________ zwischen August 
und November 2018 (AB 389, Beschwerdebeilagen [BB] 4) im Gesamtbe-
trag von Fr. 38‘453.35.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Zu den Einglie-
derungsmassnahmen beruflicher Art gehört u.a. die erstmalige berufliche 
Ausbildung (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.3 Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge 
Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Um-
fange zusätzliche Kosten entstehen, haben Anspruch auf Ersatz dieser 
Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten des Versicherten entspricht 

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(Art. 16 Abs. 1 IVG). Der erstmaligen beruflichen Ausbildung ist unter ande-
rem die berufliche Weiterausbildung im bisherigen oder in einem anderen 
Berufsfeld gleichgestellt, sofern sie geeignet und angemessen ist und da-
durch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden 
kann (Art. 16 Abs. 2 lit. c Satz 1 IVG). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 
lit. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die 
Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs-
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er-
halten oder zu verbessern (Art. 8 Abs. 2bis IVG).

2.4 Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs.1 IVG) nennt das Gesetz 
keinen Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen ge-
währt werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmass-
nahmen unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen 
des Art. 8 Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben 
den dort ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Not-
wendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im 
engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsat-
zes zu genügen. Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten 
tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem ange-
messenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hin-
sichtlich der Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, 
nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche An-
gemessenheit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein bestimmtes 
Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann muss gewährleistet 
sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer 
gewissen Dauer ist; des Weitern muss der zu erwartende Erfolg in einem 
vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmass-
nahme stehen; schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen auch 
zumutbar sein (BGE 142 V 523 E. 2.3 S. 526).

Das Erfordernis der finanziellen Angemessenheit erfüllt eine Eingliede-
rungsmassnahme, wenn der zu erwartende Erfolg (Nutzen) in einem ver-
nünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmass-
nahme steht. Indessen vermag nur ein grobes Missverhältnis zwischen den 
Kosten der Eingliederungsmassnahme einerseits und dem damit verfolgten 

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Eingliederungszweck andererseits Unverhältnismässigkeit zu begründen. 
Allein aus finanziellen Gründen scheitert der Eingliederungsanspruch somit 
nur, wenn ein krasses Missverhältnis zwischen den Kosten und dem vor-
aussichtlichen Nutzen der Vorkehr besteht (BGE 142 V 523 E. 5.4 S. 533).

2.5  

2.5.1 Der Anspruch auf die invaliditätsbedingten Mehrkosten der – der 
erstmaligen beruflichen Ausbildung gleichgestellten – geeigneten und an-
gemessenen Weiterausbildung gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG in Verbin-
dung mit Art. 8 Abs. 2bis IVG (vgl. E. 2.3 hiervor) je in der seit 1. Januar 
2004 (4. IV-Revision) geltenden Fassung besteht unabhängig davon, ob 
die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Er-
werbsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern. Der Gesetzgeber wollte 
damit behinderten Personen die berufliche Weiterbildung nicht nur in ange-
stammten Tätigkeiten, sondern auch in neuen Berufsfeldern ermöglichen. 
Die invaliditätsbedingten Mehrkosten einer Weiterausbildung sollen auch 
dann von der Invalidenversicherung übernommen werden, wenn die betrof-
fene Person auch ohne diese bereits genügend eingegliedert ist (Botschaft 
des Bundesrates über die 4. Revision des Bundesgesetzes über die Invali-
denversicherung, BBl 2001 3256 f.; vgl. auch Amtl. Bull. 2002 S. 755 f.). 
Unter der seit 1. Januar 2004 geltenden Rechtslage genügt es, dass die 
versicherte Person mit der Weiterausbildung dazu beiträgt, ihre Erwerbs-
fähigkeit zu erhalten oder zu verbessern; die frühere Rechtsprechung zu 
Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG ist überholt, soweit damit für den Begriff der Weiter-
ausbildung eine Vertiefung der bereits erworbenen Kenntnisse eines Beru-
fes im Hinblick auf ein Ziel innerhalb derselben Berufsart im Sinne einer 
Fortsetzung oder Vervollkommnung der erstmaligen Berufsausbildung ver-
langt wird (Entscheid des Bundesgerichts vom 3. November 2009, 
9C_181/2009, E. 2.2; vgl. auch SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der 
Invalidenversicherung, 2011, S. 331-333 N. 671 und 674, sowie MEY-
ER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 
2014, Art. 16, N. 28-29).

2.5.2 Die Versicherung übernimmt bei einer beruflichen Weiterausbildung 
die Kosten, die zusätzlich entstehen, wenn die Aufwendungen der versi-
cherten Person wegen der Invalidität um jährlich 400 Franken höher sind, 

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als sie ohne Invalidität gewesen wären (Art. 5bis Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die 
zusätzlichen Kosten werden ermittelt, indem die Kosten der invaliden Per-
son den mutmasslichen Aufwendungen gegenübergestellt werden, die bei 
der gleichen Ausbildung einer nicht invaliden Person notwendig wären 
(Art. 5bis Abs. 2 IVV). Anrechenbar im Rahmen von Absatz 2 sind die Auf-
wendungen für die Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse und Fertigkei-
ten, die Kosten für persönliche Werkzeuge und Berufskleider, die Trans-
portkosten sowie die Kosten bei invaliditätsbedingter auswärtiger Verpfle-
gung und Unterkunft (Art. 5bis Abs. 3 IVV). Art. 5bis Abs. 4 IVV regelt die 
Vergütung der Kosten für auswärtige Verpflegung und Unterkunft. Das 
Bundesgericht hat die Gesetzmässigkeit der Regelung von Art. 5bis IVV  
bestätigt (SVR 2009 IV Nr. 12 S. 27 E. 5.1).

2.5.3 Als anrechenbare Kosten der Ausbildung gelten Aufwendungen, die 
in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erreichung des geeigneten beruf-
lichen Zieles stehen und bei einer einfachen und zweckmässigen Durch-
führung der Ausbildung notwendigerweise entstehen (Kreisschreiben über 
die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE], gültig ab 1. Januar 
2014, Rz. 3040; vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen BGE 
144 V 195 E. 4.2 S. 198). Wird eine versicherte Person während der Aus-
bildung nach Art. 16 IVG in einer Ausbildungsstätte oder einem betreuten 
Wohnangebot untergebracht, können die Kosten für die auswärtige Unter-
kunft oder Verpflegung nach dem von der IV-Stelle festgelegten Ansatz 
vergütet werden. Voraussetzungen sind dabei, dass die auswärtige Unter-
kunft aus invaliditätsbedingten Gründen notwendig ist, diese eine unerläss-
liche Bedingung für einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf darstellt und die 
Rückkehr zum Wohnort nicht möglich oder nicht zumutbar ist (KSBE, 
Rz. 3043.2).

3.

3.1 Der medizinische Sachverhalt ist zwischen den Parteien unbestrit-
ten und aufgrund der Akten denn auch erstellt: Der Beschwerdeführer lei-
det an einer seit März 2004 ausgewiesenen Muskeldystrophie (AB 4/3, 

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4/5), wobei er bei progredientem Krankheitsverlauf in seiner Gehfähigkeit 
eingeschränkt und auf einen Rollstuhl angewiesen ist (AB 133/2, 358/2). 
Nicht eingeschränkt sind die Gebrauchsfähigkeit der Hände sowie die geis-
tige und psychische Belastbarkeit (AB 379/4). Mit Verfügung vom 23. No-
vember 2018 (AB 425) wurde dem Beschwerdeführer bei einem Invali-
ditätsgrad von 55 % mit Wirkung ab 1. August 2018 eine halbe Rente zu-
gesprochen, was unangefochten blieb. 

Im August 2015 hat der Beschwerdeführer mit finanzieller Unterstützung 
der IV eine dreijährige Ausbildung zum ... begonnen (AB 231), welche er im 
Juli 2018 erfolgreich abgeschlossen hat (AB 375, 380). Im Rahmen der 
Stellensuche nach dieser Ausbildung besuchte er gemäss eigenen Anga-
ben das Berufsberatungs- und Informationszentrum BIZ, wo sich eine 
Tätigkeit in einem … als für ihn gut (bzw. besser) geeignet herausgestellt 
habe (vgl. AB 389/2, IV-Protokoll, S. 16, Eintrag vom 20. März 2018). In der 
Folge absolvierte er vom 20. August bis 23. November 2018 den „Grund-
kurs ...“ an der D.________ AG in ... (vgl. AB 376/2, 389/2, 430, IV-
Protokoll, S. 18, Eintrag vom 11. Juli 2018).

3.2 Zu Recht nicht umstritten ist, dass die Kurskosten von Fr. 7‘900.-- 
zuzüglich der Anmeldegebühr von Fr. 200.-- (AB 389/4-6) nicht zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin gehen, erfasst Art. 16 Abs. 2 lit. c Satz 1 IVG 
doch einzig die zusätzlichen Kosten, welche einer nicht invaliden Person 
bei der gleichen Ausbildung nicht entstanden wären (E. 2.5.2 hiervor). 

Streitig und zu prüfen ist demgegenüber die Übernahme der angefallenen 
Kosten für das externe Wohnen während der rund dreimonatigen Ausbil-
dungszeit (vgl. BB 4). Die Beschwerdegegnerin lehnt eine Übernahme die-
ser Kosten mit dem Hinweis ab, der Beschwerdeführer sei mit der abge-
schlossenen Ausbildung zum ... optimal eingegliedert und nicht auf den 
entsprechenden Weiterbildungskurs angewiesen, so dass dieser nicht ge-
eignet sei, die Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt wesentlich zu verbes-
sern (AB 401/1-2, Beschwerdeantwort). 

3.3 Der „Grundkurs ...“ der D.________ AG vermittelt die notwendigen 
branchenspezifischen Kompetenzen, um Tätigkeiten im …, bei einem … 
oder …. sowie bei einer … ausüben zu können (vgl. www….ch, besucht am 

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2. Mai 2019). Mit der Absolvierung dieses Kurses werden dem Beschwer-
deführer Beschäftigungsmöglichkeiten in einer Branche eröffnet, in welcher 
er noch keine Kenntnisse besitzt. Damit erhöht er seine Chancen auf dem 
Arbeitsmarkt und er trägt mit der Weiterbildung dazu bei, seine Erwerbs-
fähigkeit mindestens zu erhalten; die Grundvoraussetzung gemäss Art. 16 
Abs. 2 lit. c IVG (vgl. E. 2.5.1 hiervor) ist somit erfüllt.

3.4 Als Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes und An-
spruchsvoraussetzung gemäss Art. 8 IVG ist sodann die Geeignetheit der 
beruflichen Massnahme zu prüfen. Die Eingliederungsmassnahme muss 
sich nicht nur objektiv mit Bezug auf die Massnahme selbst, sondern auch 
subjektiv hinsichtlich der versicherten Person zur Erreichung des ange-
strebten Eingliederungsziels eignen (vgl. hierzu BGE 131 V 167 E. 3 S. 170 
sowie BUCHER, a.a.O., S. 75-76 N. 123ff. und S. 334 N. 679f.). Vorliegend 
ist die Massnahme zur Erreichung des Eingliederungsziels einer verbesser-
ten Erwerbsfähigkeit (objektiv) geeignet. Der Beschwerdeführer ist unbe-
strittenermassen für die in Frage kommende angepasste Tätigkeit auch 
weitgehend arbeitsfähig, namentlich sind die Gebrauchsfähigkeit der Hän-
de sowie die geistige und psychische Belastbarkeit nicht eingeschränkt 
(AB 379/4). Auch in subjektiver Hinsicht ist die Massnahme demnach ge-
eignet und damit deren Geeignetheit insgesamt zu bejahen.

3.5 Zur Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne [vgl. 
E. 2.4 hiervor]) der fraglichen Eingliederungsmassnahme ergibt sich was 
folgt:

3.5.1 Betreffend die sachliche Angemessenheit muss die Massnahme 
prognostisch ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit aufwei-
sen (vgl. BUCHER, a.a.O., S. 76 N. 129). Trotz seiner grundsätzlich gege-
benen Arbeitsfähigkeit in … Tätigkeiten (AB 379/4) ist der aufgrund seiner 
Mobilitätseinschränkung auf einen Rollstuhl angewiesene Beschwerdefüh-
rer auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Personen ohne Behinderung faktisch 
benachteiligt und um dies auszugleichen gezwungen, seine Anstellungs-
chancen durch spezifische Weiterbildungen zu erhöhen. Dies wird mit dem 
fraglichen Kurs gewährleistet (vgl. auch E. 3.3 hiervor). Insbesondere kann 
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer durch den Kurs 
seine Chancen auf eine Anstellung bei …, welche auf mobilitätsbehinderte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2019, IV/18/813, Seite 10

Kundschaft spezialisiert sind, verbessert bzw. die Möglichkeit einer Anstel-
lung überhaupt erst schafft. Auch wenn die Anspruchsberechtigung bzw. 
die Leistungsgewährung bezüglich der Eingliederungswirksamkeit prognos-
tisch und nicht nach dem eingetretenen Erfolg zu beurteilen ist (vgl. BU-
CHER, a.a.O., S. 46 N. 81), ist in diesem Zusammenhang zu berücksichti-
gen, dass der Beschwerdeführer während des laufenden Beschwerdever-
fahrens einen Anstellungsvertrag mit der G.________ AG über ein vom 23. 
April 2019 bis 31. Juli 2020 dauerndes Praktikum abgeschlossen hat 
(BB 6). Dieser Umstand spricht durchaus für die Wirksamkeit der Eingliede-
rungsmassnahme. Ob die fragliche Anstellung indessen aufgrund des ab-
solvierten Grundkurses erfolgt ist oder auch ohne diesen zustande ge-
kommen wäre, ergibt sich aus den Akten nicht. Weiterungen dazu erübri-
gen sich, denn so oder anders ist die Eingliederungswirksamkeit der Mass-
nahme sowohl betreffend relevanter Wirtschaftszweige (der fragliche Kurs 
betrifft einzig die ...) wie auch hinsichtlich der Zahl potentieller Arbeitgeber 
eher beschränkt und in diesem Sinne nur knapp zu bejahen.

3.5.2 Sodann muss der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich 
von einer gewissen Dauer sein (vgl. BUCHER, a.a.O., S. 77 N. 131). Mit 
Blick auf die noch zu erwartende Erwerbsdauer ist eine zeitliche Limite für 
eine Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in einem (mehr oder auch 
weniger) spezialisierten Betrieb in der ... jedenfalls im hier massgebenden 
Zeitpunkt des Verfügungserlasses (vgl. hierzu BGE 131 V 242 E. 2.1 
S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) nicht absehbar. Die zeitliche Angemes-
senheit ist ebenfalls zu bejahen.

3.5.3 In persönlicher Hinsicht muss die konkrete Massnahme dem Betrof-
fenen unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse zumutbar sein 
(vgl. BUCHER, a.a.O., S. 79 N. 138). Der Beschwerdeführer hat den Grund-
kurs bereits erfolgreich absolviert (vgl. AB 376/2, 389/2, 430, IV-Protokoll, 
S. 18, Eintrag vom 11. Juli 2018), so dass die Zumutbarkeit erstellt ist.

3.5.4 Eine Eingliederungsmassnahme ist schliesslich in finanzieller Hin-
sicht dann angemessen, wenn der zu erwartende Erfolg in einem vernünfti-
gen Verhältnis zu deren Kosten steht (E. 2.4 hiervor). Vorliegend ist einer-
seits zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer am Anfang seiner 
beruflichen Laufbahn steht und der mögliche Erfolg (die Ausübung einer 

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Erwerbstätigkeit in einem der Behinderung möglichst gut angepassten be-
ruflichen Umfeld über eine lange Zeit) stark ins Gewicht fällt. Andererseits 
belaufen sich die Gesamtkosten für das externe Wohnen für die Zeit vom 
19. August bis 30. November 2018 auf Fr. 38‘453.35 (BB 4) und sind somit 
beträchtlich. Im Verhältnis zur beschränkten Eingliederungswirksamkeit 
(vgl. E. 3.5.1 hiervor) ist dies finanziell nicht angemessen. Dazu ist jedoch 
festzuhalten, dass aufgrund der Akten nicht ersichtlich ist, welche Leistun-
gen vom E.________ genau erbracht und zu welchem Betrag diese in 
Rechnung gestellt wurden. Einige rudimentäre Angaben finden sich einzig 
im Einwand des Beschwerdeführers vom 28. August 2018, wonach er Hilfe 
beim Duschen, ins Bett gehen, beim Anziehen der Orthesen sowie zweimal 
wöchentlich Physiotherapie erhalten habe (AB 389/3). Diese Angaben wur-
den jedoch nicht näher substanziiert und die Beschwerdegegnerin hat dazu 
keine weiteren Abklärungen getroffen. 

3.6 Es ist zwar zu Recht unbestritten, dass das auswärtige Wohnen des 
Beschwerdeführers zum Zwecke des Kursbesuches erfolgte und damit in 
unmittelbarem Zusammenhang mit der Eingliederungsmassnahme stand 
(vgl. KSBE, Rz. 3040, bzw. E. 2.5.3 hiervor). Ebenso sind die invaliditäts-
bedingte Notwendigkeit des Wohnens in einer spezialisierten Unterkunft, 
der Pflegebedarf des Beschwerdeführers sowie die Unzumutbarkeit einer 
täglichen Rückkehr vom Ausbildungsort des Beschwerdeführers in ... an 
seinen Wohnort (...) dem Grundsatz nach unstreitig gegeben. Indessen 
lässt sich gestützt auf die Akten nicht feststellen, welche der im 
E.________ erbrachten Leistungen im Einzelnen invaliditätsbedingt not-
wendig und für einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf unerlässlich waren 
(vgl. KSBE, Rz. 3043.2 sowie E. 2.5.3 hiervor). Dies gilt zum Beispiel hin-
sichtlich der im Einwandschreiben erwähnten Physiotherapie (AB 389/3), 
deren zwingende Notwendigkeit für den Besuch des Grundkurses nicht 
ohne weiteres erstellt ist. In diesem Sinne nicht notwendige bzw. nicht un-
erlässliche Leistungen wären von dem vom E.________ in Rechnung ge-
stellten Gesamtbetrag (BB 4) in Abzug zu bringen und vom Beschwerde-
führer selber zu tragen. Je höher die vom Beschwerdeführer selber zu tra-
genden Kosten sind, desto eher ist für die Leistungspflicht der IV ein ver-
nünftiges Kosten-Nutzen-Verhältnis gegeben. Die vorliegenden Akten ent-
halten keine hinreichenden Angaben, um diese Frage und damit die finan-

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zielle Angemessenheit der streitigen Leistungen abschliessend zu beurtei-
len. 

4.

Nach dem Dargelegten erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als 
ungenügend abgeklärt; die Beschwerdegegnerin wird deshalb die sach-
dienlichen Erhebungen nachzuholen haben. Namentlich sind detaillierte 
Angaben zu den vom E.________ erbrachten Leistungen mit separater 
Kostenauflistung einzuholen und auf dieser Basis die invaliditätsbedingt 
notwendigen und für den hier interessierenden Kursbesuch unerlässlichen 
Kosten zu ermitteln; gestützt darauf ist anschliessend die (finanzielle) An-
gemessenheit der streitigen Eingliederungsmassnahme bzw. die ganze 
oder allenfalls teilweise Kostenübernahme neu zu prüfen. 

In der Folge ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, als die ange-
fochtene Verfügung vom 2. Oktober 2018 (AB 401) aufzuheben und die 
Sache zwecks Vornahme der notwendigen Beweismassnahmen sowie 
anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen ist. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2019, IV/18/813, Seite 13

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Gemäss der Praxis 
des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz bei gemeinnützig täti-
gen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerk-
schaften und Berufsverbänden aufgrund eines allgemeingültigen pauscha-
lisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem 
gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stundenansatz wird je nach 
fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei als fachlich qualifi-
zierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen sowie durch eid-
genössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen und -experten gilt. 
Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übrigen Parteivertrete-
rinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialversicherungsrechtli-
chen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige Geschäfte des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar 
unter www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch eine gemeinnützig 
tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 
E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten Ver-
tretung auf Fr. 130.-- und bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertretung 
auf Fr. 80.-- festgelegt.

Mit Blick auf vorstehende Grundsätze ist die Kostennote von Rechtsanwalt 
C.________ (B.________) vom 11. Dezember 2018 nicht zu beanstanden. 
Entsprechend wird die Parteientschädigung auf ein Honorar von Fr. 1‘261.-
- (9.7h x Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 81.-- (Fr. 63.-- Kopien + 
Fr. 18.-- Portokosten) und der Mehrwertsteuer von Fr. 103.35 (7.7 % auf 
Fr. 1‘342.--), somit total auf Fr. 1‘445.35 festgesetzt. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2019, IV/18/813, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 2. Oktober 2018 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘445.35 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.