# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c3369eb-318e-5d69-acf9-45a962400f95
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-14
**Language:** de
**Title:** Kantonaler Gestaltungsplan "Kinderspital Zürich, Lengg".
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0095/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/r1s.2017.05031.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2017.05031 
0095/2017 

Entscheid vom 14. Juli 2017 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Walter  Linsi,  Baurichter  Jürg  Trachsel,  Baurichter 
Claude Reinhardt, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  M. AG, [….] 
2.  Einfache Gesellschaft B., bestehend aus:  

2.1.  M.M, [….]  
2.2.  S.M., [….] 

alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Konrad Willi, Wolfer & Frey 
Rechtsanwälte, Nüschelerstrasse 35, Postfach, 8021 Zürich 1  

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

2.  Kinderspital Zürich, Eleonorenstiftung, Steinwiesstrasse 75, 

8032 Zürich  

Nr. 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Felix Huber,  
Bellerivestrasse 10, 8008 Zürich  

3.  Stadt Zürich, Lindenhofstrasse 21, 8021 Zürich  

Nr. 3 vertreten durch Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 
8022 Zürich  

betreffend 

Verfügung  der  Baudirektion  Nr.  BVV  1920/16  vom  13.  Januar 2017;  Fest-
setzung  Kantonaler  Gestaltungsplan  Kinderspital  Zürich,  Lengg,  Kat.-Nrn. 
RI5416, RI5481, RI2393, RI4391, RI5386 und RI5389, Zürich 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Verfügung vom 13. Januar 2017 setzte die Baudirektion Kanton Zürich 

den kantonalen Gestaltungsplan "Kinderspital Zürich, Lengg" fest. 

B. 

Gegen diesen Entscheid erhoben die M. AG und die Einfache Gesellschaft 

B. mit Eingabe vom 20. Februar 2017 fristgerecht Rekurs beim Baurekurs-

gericht  des  Kantons  Zürich  und  beantragten  die  Aufhebung  der  Festset-

zung  unter Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Rekursgegne-

rin. 

C. 

Mit Verfügung vom 22. Februar 2017 wurde der Rekurseingang vorgemerkt 

und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit Eingabe vom 8. März 2017 beantragte die Stadt Zürich die Abweisung 

des Rekurses, ebenso die Baudirektion mit Vernehmlassung vom 24. März 

2017  und  das  Kinderspital  Zürich  –  Eleonorenstiftung  mit  Eingabe  vom 

27. März 2017, letzteres unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 

der Rekurrierenden. 

E. 

Mit Eingabe vom 13. April 2017 erstatteten die Rekurrierenden ihre Replik. 

Mit  Dupliken  vom  5.  bzw.  11. Mai  2017  nahmen  die  Vorinstanz  bzw.  die 

Mitbeteiligte 2 dazu Stellung. Die Vorinstanz stellte den zusätzlichen Antrag 

auf Umtriebsentschädigung, im Übrigen wurde an den Anträgen festgehal-

ten. 

Mit  Eingabe  vom  30. Mai  2017  reichten  die  Rekurrierenden  eine  weitere 
Stellungnahme ein. 

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Seite 2 

 
 
F. 

Am  7. Juni  2017  führte  die  1. Abteilung  des  Baurekursgerichts  im  Beisein 

der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurrierenden sind Eigentümer der Parzellen Kat.-Nrn. [….] bzw. [….], 

die unmittelbar an den Gestaltungsplanperimeter angrenzen.  Aufgrund der 

engen  räumlichen  Beziehung  und  der  vorgebrachten  Rügen  sind  sie  zur 

Rekurserhebung  im  Sinne  von  § 338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

(PBG)  grundsätzlich  legitimiert.  Soweit  dies bei einzelnen  Rügen nicht  zu-

trifft, wird es im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darzulegen sein. 

Da  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf  den  Rekurs 

grundsätzlich einzutreten. 

2. 

Am heutigen Standort des Kinderspitals Zürich in Zürich-Hottingen können 

die räumlichen Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden. Deshalb soll mit dem 

Gestaltungsplan  die  planungsrechtliche  Grundlage  für  einen  Neubau  des 

Kinderspitals geschaffen werden.  

Das  Gestaltungsplangebiet  umfasst  im  Wesentlichen  die  weitestgehend 
unbebauten  Grundstücke  Kat.-Nrn.  RI5416  (Areal  Süd,  33'250 m2)  und 
RI5481 (Areal Nord, 13'400 m2). Die Grundstücke sind der Zone für öffentli-
che  Bauten  Oe3  bzw.  Oe4  zugewiesen  und  befinden  sich,  getrennt  durch 

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die Lenggstrasse, südlich der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) bzw. 

getrennt  durch  die  August-Forel-Strasse,  östlich  davon.  Das  Areal  ist  Teil 

des  kommunalen  Landschaftsschutzobjektes  "Glaziallandschaft  Burghölzli 

und Bachtobel Burgwies", KSO-23.00. Es liegt ausserdem im Landschafts-

förderungsgebiet Burghölzli gemäss regionalem Richtplan Stadt Zürich. Die 

benachbarte Psychiatrische Universitätsklinik PUK ist im Inventar der über-

kommunalen  Schutzobjekte  enthalten.  Zudem  wird  sie  im  Bundesinventar 

der  schützenswerten  Ortsbilder  von  nationaler  Bedeutung  (ISOS)  aufge-

führt. Das Gestaltungsplangebiet liegt gemäss ISOS in der dazugehörigen 

Umgebungszone. 

Auf  dem  Areal  Süd  soll  das  Akutspital  zu  stehen  kommen,  auf  dem  Areal 

Nord  das  Labor-,  Lehre-  und  Forschungsgebäude.  Für  künftige  geänderte 

bzw. zusätzliche Raumbedürfnisse ermöglicht der Gestaltungsplan Erweite-

rungen dieser Gebäude. Die Haupterschliessung für den motorisierten Indi-

vidualverkehr soll von der Forchstrasse über die Lenggstrasse erfolgen. Im 

Nordwesten des Areals Süd ist die Zufahrt zur Einstellhalle und Anlieferung 

vorgesehen.  Die  Gestaltungsplanvorschriften  (GPV)  lassen  maximal  450 

Parkplätze zu (Art. 20 Abs. 4 GPV). 

3.1. 

Die  Rekurrierenden  beanstanden  zunächst  eine  ungenügende  Sachver-

haltsermittlung.  Die  Verkehrsbelastung  im  Gebiet  Lengg  sei  schon  heute 

erheblich. Der geplante Neubau des Kinderspitals und der Erweiterungsbe-

darf  der  bereits  ansässigen  Kliniken  erfordere  eine  umsichtige  Planung. 

Deshalb  sehe  der  kantonale  Richtplan  die  Erarbeitung  einer fachübergrei-

fenden  Gebietsplanung  vor.  Der  angefochtene  Gestaltungsplan  presche 

nun aber vor und präjudiziere die Gebietsplanung, indem die für die Quar-

tiererschliessung zentralen Verkehrsanlagen bis an die Grenze ihrer Kapa-

zität  bzw.  darüber hinaus  beansprucht  würden.  Der Gestaltungsplan  wirke 

sich  somit  auf  wesentliche  Aspekte  der  Gebietsplanung  aus,  weshalb  ein 

Vorziehen des Projekts nur in Frage kommen würde, wenn im Rahmen der 

Gebietsplanung die verkehrlichen Auswirkungen und die Verträglichkeit der 

baulichen  Entwicklung  im  Gebiet  Lengg  auf  das  übergeordnete  Verkehrs-

netz und das angrenzende Quartier bereits untersucht worden wären. Dies 

sei  aber  nicht  der  Fall,  weshalb  die  im  Erläuterungsbericht  erwähnten  Ab-
sprachen mit den betroffenen Stellen eine negative Präjudizierung der Ge-

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Seite 4 

 
 
samtplanung  nicht  verhindern  könnten.  Auch  im  Richtplantext  werde  auf 

den Koordinationsbedarf bei der Verkehrserschliessung hingewiesen.  

3.2. 

Die  Baudirektion  hält  dem  entgegen,  der  Neubau  eines  Kinderspitals  am 

Standort  Lengg  sei  im  kantonalen  Richtplan  mit  einem  kurzfristigen  Reali-

sierungshorizont  vorgesehen.  Für  das  betreffende  Gebiet  sehe  der  kanto-

nale  Richtplan  zudem  eine  fachübergreifende  Gebietsplanung  vor  mit  Ko-

ordinationsbedarf  bei  der  Konzentration  und  Erweiterung  der  Gesundheit 

und Forschung sowie bei der Verkehrserschliessung. Der kantonale Richt-

plan  statuiere  für  Vorhaben  in  Perimetern  von  Gebietsplanungen  jedoch 

ausdrücklich, dass einzelne Vorhaben, die vor dem Vorliegen von ausgear-

beiteten Gebietsplanungen innerhalb von Gebietsplanungsperimetern reali-

siert  werden  sollen,  in  Absprache  mit  den  betroffenen  Stellen  zu  planen 

seien.  Daraus  ergebe sich,  dass Einzelvorhaben  vorgezogen  werden  kön-

nen.  

Als Teil der Gebietsplanung Lengg sei eine Testplanung durchgeführt wor-

den (Ergebnisbericht der Testplanung Lengg, August 2016, act. 11.20). Es 

habe  sich  gezeigt,  dass  das  Vorhaben  des  Kinderspitals  die  möglichen 

räumlichen  Entwicklungen  der  Lengg  nicht  negativ  präjudiziere.  Im  Nach-

gang  dazu  sei  eine  vertiefende  Studie  zum  Thema  Verkehr  durchgeführt 

worden  (Gebietsplanung  Lengg,  Schlussbericht  Vertiefung  Verkehr,  März 

2017,  act. 11.19).  Diese  zeige  auf,  wie  das  Gebiet  Lengg  und  namentlich 

auch  das neue Kinderspital besser  mit  dem öffentlichen  Verkehr  erschlos-

sen werden könnten, welche verkehrsplanerischen Aspekte zu berücksich-

tigen  seien  und  welche  Anpassungen  an  der  Verkehrsinfrastruktur  nötig 

seien.  Es  sei  der  Nachweis  erbracht  worden,  dass  eine  Entwicklung  des 

Gebiets über das Vorhaben des Kinderspitals hinaus möglich sei, ohne die 

umliegenden  Quartiere  über  die  Gebühr  zu  belasten  oder  das  gesamte 

Verkehrssystem  zu  überlasten.  In  Bezug  auf  die  Sachverhaltsermittlung 

könne  auf  den  ausführlichen  Erläuterungsbericht  nach  Art. 47  der  Raum-

planungsverordnung (RPV) verwiesen werden. 

3.3.1. 

Die  Ausführungen  der  Baudirektion  treffen  zu.  Der  kantonale  Richtplan 

(Richtplantext Stand 18. September 2015) sieht den Neubau des Kinderspi-

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Seite 5 

 
 
tals am Standort Lengg vor mit Realisierungshorizont "kurzfristig (bis 2016)" 

(s. Richtplantext Ziff. 6.4.2., Objekt Nr. 2). 

Der  Kanton  kann  bei  mehreren  Vorhaben  in  einem  Gebiet,  die  erhebliche 

Auswirkungen  auf  die  Landschaft  haben,  von  den  beteiligten  Planungsträ-

gern eine fachübergreifende Gebietsplanung verlangen oder diese initiieren 

(vgl.  Art. 2  RPV).  Diese  wird  in  partnerschaftlicher  Zusammenarbeit  der 

Planungsträger aller Stufen und weiterer betroffener Akteure erarbeitet. Ei-

ne  Gebietsplanung  koordiniert  Einzelvorhaben,  macht  Synergien  nutzbar 

und entwickelt Massnahmen zur Minimierung von negativen Auswirkungen. 

Sie  macht  Aussagen  über  Entwicklungspotenziale,  Auswirkungen  sowie 

den nötigen Koordinationsbedarf im jeweiligen Gebiet und legt die entspre-

chenden  Eckwerte  im  kantonalen  Richtplan  fest.  Innerhalb  eines  Perime-

ters besteht bei vorliegender Gebietsplanung ein Anordnungsspielraum be-

züglich  der  konkreten  räumlichen  Ausgestaltung  der  Vorhaben.  Ausgear-

beitete Gebietsplanungen schlagen sich im Richtplantext nieder, indem da-

rin  Eckwerte  der  Gebietsplanung  oder  einzelne  Vorhaben  festgelegt  wer-

den  (vgl.  Pt. 6.2  bzw.  6.3-6.6  im  Richtplantext).  Sofern  vor  dem  Vorliegen 

von  ausgearbeiteten  Gebietsplanungen  einzelne  Vorhaben  innerhalb  von 

Gebietsplanungsperimetern  realisiert  werden  sollen,  sind  diese  in  Abspra-

che  mit  den  betroffenen  Stellen  zu  planen  (s.  zum  Ganzen  Richtplantext 

Ziffern 3.1.2. lit. a, 6.1.1. lit. b, 6.1.2., 6.1.3. lit. a. sowie Abb. 6.1.).  

Für das Gebiet Lengg in Zürich, mit den geplanten Einzelvorhaben Neubau 

Kinderspital,  Neubau  Schweizerisches  Epilepsie-Zentrum  und  Erweiterung 

Uniklinik Balgrist, sieht der kantonale Richtplan eine solche Gebietsplanung 

vor. In deren Rahmen soll ein Masterplan erarbeitet werden, der eine Ent-

wicklungsperspektive  und  die  Eckwerte  zur  langfristigen  räumlichen  Ent-

wicklung  des  Gebiets  enthält.  Mit  der  erwähnten  Testplanung  sollen  dafür 

mögliche  Konzepte  und  Prinzipien,  Lösungsansätze  und  Handlungsemp-

fehlungen entworfen werden. Der Masterplan wird schliesslich als Orientie-

rungsrahmen  für  die  weitere  Entwicklung  und  letztlich  auch  als  Grundlage 

für raumplanerische Verfahren, Bauprojekte und weitere räumliche Konzep-

te dienen (s. Testplanung S. 2). 

3.3.2. 

Zunächst ist festzuhalten, dass der Neubau des Kinderspitals Teil und mit-
unter ein Grund für die Notwendigkeit der laufenden Gebietsplanung Lengg 

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Seite 6 

 
 
ist. Dementsprechend geht die Testplanung vom Neubau des Kinderspitals 

im Perimeter des nunmehr angefochtenen Gestaltungsplans aus und zeigt 

für das Gebiet Lengg auf konzeptioneller Ebene Lösungsansätze unter an-

derem für die Verkehrserschliessung auf. 

Gemäss Planungsbericht (S. 11) hatte die Kinderspital Zürich – Eleonoren-

stiftung  die  Gelegenheit,  ihre  Anliegen  im  Rahmen  von  Workshops  in  die 

besagte  Testplanung  einzubringen.  Entsprechend  seien  die  Planungsab-

sichten des Kinderspitals in der Gebietsplanung berücksichtigt worden. In-

folge  der  parallelen  Erarbeitung  und  des  laufenden  gegenseitigen  Aus-

tauschs der beiden Planungen Lengg und Kinderspital sei zudem gewähr-

leistet  worden,  dass  der  Gestaltungsplan  keine  negativen  Präjudizien  für 

die  Gebietsplanung  schaffe.  Dazu  ist  zu  bemerken,  dass  der  Masterplan 

‒ wie die Baudirektion vernehmlassungsweise vorbringt ‒ kein hoheitliches 

Planungsinstrument  darstellt,  sondern  eine  Grundlage  für  allfällige  Anpas-

sungen der Planungsinstrumente auf kantonaler, regionaler und kommuna-

ler Stufe. Durch den Einbezug aller massgeblichen Akteure sollen gute Lö-

sungen  gefunden  werden,  damit  sich  öffentliche  Bauten  und  Anlagen  als 

Gewinn für die Standortgemeinde herausstellen können und eine gute Ein-

bettung  in  die  bestehenden  Siedlungsstrukturen  erfolgt.  Die  Eckwerte  die-

ser  Lösungsansätze  sollen  sodann  als  Vorgaben  wieder  Eingang  in  den 

kantonalen  Richtplan  finden  (Sacha  Peter,  Der  neue  kantonale  Richtplan, 

PBG aktuell 2016/1, S. 22 f.). 

Mithin handelt es sich nicht um eine im Sinne von § 16 PBG verbindliche, 

im Planungs- und Baugesetz (PBG) vorgesehene Planung, sondern um ein 

Hilfsinstrument  von  Kanton  und  Gemeinden  für  die  Planung  und  Abstim-

mung  raumwirksamer  Tätigkeiten  (vgl.  Art. 8  lit. b  des  Raumplanungsge-

setzes  [RPG]  und  Art. 2  RPV).  Daraus  folgt,  dass  die  in  Form  eines  Mas-

terplans noch zu erarbeitende Gebietsplanung Lengg dem streitbetroffenen 

Gestaltungsplan  nicht  entgegengehalten  werden  kann.  Der  kantonale 

Richtplan verlangt lediglich eine Absprache mit den betroffenen Stellen, um 

die in Art. 2 Abs. 3 RPV verlangte Abstimmung raumwirksamer Tätigkeiten 

sicherzustellen.  Diese  Absprache  hat  stattgefunden.  Die  im  Nachgang  zur 

Testplanung erfolgte vertiefte Untersuchung der verkehrlichen Aspekte des 

Gebietes  Lengg  zeigt  auf  Basis  der  Angaben  der  Institutionen  für  den  Ist-

Zustand 2015 sowie die Prognosezustände 2025 mit Kinderspital und 2040 
(mit Ausbauabsichten der restlichen Institutionen) auf, wie viel Verkehr das 

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Seite 7 

 
 
Gebiet Lengg erzeugt bzw. anzieht. Grundlage für die Untersuchung bildete 

u.a.  das  Verkehrsgutachten  zum  Gestaltungsplan  "Kinderspital  Zürich, 

Lengg"  der  Gruner AG  vom  März  2016  (s.  Gebietsplanung  Lengg  – 

Schlussbericht  Vertiefung  Verkehr,  März 2017,  act. 11.19).  Damit  ist  ge-

währleistet, dass der Gestaltungsplan die weiteren baulichen Tätigkeiten im 

Gebiet Lengg nicht ausschliesst oder behindert, insbesondere was die ver-

kehrsmässige  Erschliessung  anbelangt  (vgl.  Art. 2  Abs. 3  RPV).  Die  dies-

bezügliche Sachverhaltsermittlung ist daher nicht zu beanstanden. 

4.1. 

Nach  Auffassung  der  Rekurrierenden  ist  nicht  ersichtlich,  dass  der  Sach-

verhalt in Bezug auf das im regionalen Richtplan vorgesehene Landschafts-

förderungsgebiet und den Schutz des Ortsbilds und der Landschaft hinrei-

chend  abgeklärt  worden  ist.  Der  blosse  Verweis  auf  ein  Wettbewerbsver-

fahren  genüge  nicht,  zumal  die  Vorgaben  des  Wettbewerbsprogramms 

nicht  bekannt  seien  und  der  Wettbewerb  keine  Gewähr  dafür  biete,  dass 

das  Siegerprojekt  den  rechtlichen  Anforderungen  genüge.  Ausserdem  sei 

das  Landschaftsförderungsgebiet  nicht  genügend  berücksichtigt  worden. 

Die wertvollen Freiflächen und Sichtbezüge würden weitestgehend verloren 

gehen. Die PUK werde von Osten her in die Siedlung einbezogen und das 

dazwischenliegende Freiraumband werde zerstört. 

4.2.1. 

Der  Untersuchungsgrundsatz  (§ 7  Abs. 1  VRG)  verpflichtet  die  Behörde 

von  Amtes  wegen  dazu,  für  die  richtige  und  vollständige  Abklärung  des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Die Pflicht der Verwaltungs(ju-

stiz)behörden,  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  richtig  zu  ermitteln,  be-

schränkt  sich  auf  jene  Tatsachen,  die  möglicherweise  zum  rechtserhebli-

chen Verfahrens- bzw. Streitgegenstand gehören und somit Grundlage des 

Entscheids bilden können. Eine Sachverhaltsermittlung gilt in Bezug auf ei-

nen nicht untersuchten Punkt nur dann als unvollständig, wenn die ernstzu-

nehmende  Wahrscheinlichkeit  für  seine  Relevanz  besteht.  Welches  der 

entscheidrelevante Sachverhalt ist, muss aufgrund der im konkreten Einzel-

fall massgebenden spezialgesetzlichen Regeln beurteilt werden. Rechtser-

heblich  sind  alle  Tatsachen,  von  deren  Vorliegen  es  abhängt,  ob  über die 

strittigen  Fragen  so  oder  anders  zu  entscheiden  ist  (Kaspar  Plüss,  in: 
Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 7 Rz. 10 und 12 f.). 

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Seite 8 

 
 
4.2.2. 

Die  Landschaftsförderungsgebiete  sind  überlagernde  Festlegungen  und 

umfassen  die  bewaldeten  Hügelzüge,  die  dem  Wald  vorgelagerten  Frei-

raumbänder und prägende Erhebungen im Siedlungskörper. Die Grundnut-

zungen  (Wald,  Landwirtschaft,  Siedlung  bzw.  Erholung)  bleiben  bestehen, 

berücksichtigen  jedoch  die  Multifunktionalität  und  die  landschaftlichen  und 

geomorphologischen  Besonderheiten  dieser  Räume.  Ziel  ist  der  Erhalt  ei-

nes  attraktiven  Stadtbilds  und  Erholungsraums.  Dazu  wird  in  den  Land-

schaftsförderungsgebieten  die  Weiterentwicklung  bestehender  Qualitäten 

und die Stärkung ihres Charakters angestrebt. Die Landschaftsförderungs-

gebiete zeichnen sich durch ein attraktives, die lokalen Besonderheiten be-

tonendes  Landschaftsbild,  eine  multifunktionale  Nutzung  (Erholung,  Natur- 

und  Landschaftserlebnis,  Land-  und  Forstwirtschaft)  und  eine  hohe  ökolo-

gische  Qualität  aus.  Insbesondere  die  ökologischen  Qualitäten  der  hügel-

begleitenden  Freiraumbänder  mit  Wiesen,  Weiden,  Hecken,  Obstgärten 

und  naturnahen  Waldrändern  sind  zu  erhalten.  Als  Massnahmen  werden 

die  Erarbeitung  und  Umsetzung  von  Nutzungskonzepten,  (ökologische) 

Aufwertungen  und  die  Koordination  von  Landschaftsentwicklungsmass-

nahmen mit  den  Nachbargemeinden  genannt.  Im  Landschaftsgebiet  Burg-

hölzli  soll  der  deutlich  erkennbare,  weitgehend  unbebaute  Molassehügel 

mit  stark  durchgrünter  Seitenmoräne  erhalten  bleiben.  Förderungsschwer-

punkte  sind  die  Trockenstandorte,  Reben,  Obstgärten,  Wiesen,  Weiden 

und die  Durchgrünung  (Bäume) (Regionaler Richtplan  Stadt  Zürich,  Richt-

plantext Ziffern 3.6.1 f., Tabelle 3.6, Abbildung 3.8). Die räumliche Ausdeh-

nung des Landschaftsförderungsgebietes Burghölzli ist identisch mit derje-

nigen  des  Natur-  und  Landschaftsschutzobjekts  "Glaziallandschaft  Burg-

hölzli und Bachtobel Burgwies" (s. dazu Erw. 9.2.1. ff.). 

Im Planungsbericht (S. 9) ist festgehalten, dass der regionale Richtplan im 

Gestaltungsplanperimeter  ein  Gebiet  für  öffentliche  Bauten  und  Anlagen, 

überlagert mit einem Landschaftsförderungsgebiet, enthalte. Mit dem Wett-

bewerbs-  und  Vorprojekt  und  dem  darauf  basierenden  Gestaltungsplan 

werde den entsprechenden Vorgaben im regionalen Richtplan bestmöglich 

Rechnung getragen, da dies ein zentraler Beurteilungsaspekt gewesen sei. 

Soweit  steht  fest,  dass  die  Festlegung  des  Landschaftsförderungsgebiets 

Burghölzli  berücksichtigt  worden  ist  und  die  Baudirektion,  die  den  Gestal-

tungsplan erlässt, der Meinung ist, dass dieser den "Vorgaben" des Land-
schaftsförderungsgebiets hinreichend Rechnung trägt.  

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Seite 9 

 
 
Eine ungenügende Abklärung des Sachverhalts ist nicht auszumachen und 

die  Rekurrierenden  legen  nicht  dar,  in  welcher  Hinsicht  die  tatsächlichen 

Gegebenheiten  näher  zu  untersuchen  sein  sollen.  Der  Umstand,  dass  im 

Planungsbericht  die  Überlegungen  der  Baudirektion  zur  Lage  des  Gestal-

tungsplanperimeters  im  Landschaftsförderungsgebiet  nicht  näher  ausge-

führt werden, deutet nicht auf einen diesbezüglichen Mangel hin. 

Sodann  handelt  es  sich  bei  der  Festlegung  der  Landschaftsförderungsge-

biete  nicht  um  Schutzmassnahmen  und  das  betroffene  Gebiet  wird  damit 

nicht 

als 

Schutzobjekt 

ausgewiesen 

(vgl. 

BRKE II 

Nrn. 

0137/0138/0139/0140/2002,  E. 5b,  in  BEZ 2006  Nr. 62).  Sie  führt  auch 

nicht  zu  erhöhten  Anforderungen  bezüglich  der  Ästhetik 

(vgl. 

VB.2004.00214, E. 4, vom 9. September 2004, sowie RB 2000 Nr. 87). 

Das Ziel des Landschaftsförderungsgebiets ist mithin nicht unmittelbar der 

Erhalt der hügelbegleitenden Freiraumbänder mit Wiesen, Weiden, Hecken 

etc. als solche, sondern der Erhalt ihrer ökologischen und landschaftlichen 

Qualitäten.  Mit  den  oben  erwähnten  Massnahmen  sollen  diese  in  den  be-

treffenden Gebieten bestehende Qualitäten gefördert werden. Es stellt sich 

somit  die  Frage,  ob  sich  der  streitbetroffene  Gestaltungsplan  mit  diesen 

Zielen  vereinbaren  lässt.  Dabei  ist  zu  beachten,  dass  Landschaftsförde-

rungsgebiete  überlagernde  Festlegungen  sind,  welche  die  Grundnutzung 

prinzipiell  nicht  einschränken;  hingegen  sollen  typische  Landschaftsele-

mente  erhalten  bleiben.  Im  Bereich  des  Gestaltungsplanperimeters  ist  als 

Grundnutzung  die  Überbauung  mit  öffentliche  Bauten  und  Anlagen  vorge-

sehen, dies namentlich auch im regionalen Richtplan. Der mit einer solchen 

Überbauung notwendigerweise einhergehende Verlust von Freiflächen und 

die Beeinträchtigung von Sichtbezügen stehen somit nicht im Widerspruch 

zum Richtplan, woran auch die überlagernde Festlegung des Landschafts-

förderungsgebietes  Burghölzli nichts  ändert. Die  damit  beabsichtigten  För-

derungsmassnahmen zielen nicht auf das Gestaltungsplangebiet ab. 

5.1. 

Sodann machen die Rekurrierenden eine Verletzung des Koordinationsge-

bots (Art. 25a RPG) geltend. Die Realisierung des Gestaltungsplans setze 

die  Umsetzung  anderer  Projekte  voraus,  namentlich  das  Strassenprojekt 
Lenggstrasse und den Ausbau des Knotens Forch-/Lenggstrasse. Aus dem 

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Seite 10 

 
 
Planungsbericht und dem Verkehrsgutachten ergebe sich, dass die Kapazi-

tätsgrenzen  der  Erschliessungsanlagen  nur  mit  baulichen  Massnahmen 

und Anpassung der Signalisation eingehalten werden könnten. Auch in Be-

zug auf die ÖV-Erschliessung basiere der Gestaltungsplan auf Annahmen, 

deren Verwirklichung höchst ungewiss sei. Eine inhaltliche Abstimmung der 

notwendigen  Anpassungen  der  Verkehrsanlagen  und  der  ÖV-

Erschliessung  mit  dem  Gestaltungsplan  sei  auch  deshalb  unverzichtbar, 

weil sich diese Aspekte auf die Parkplatzzahl und damit auf die UVP-Pflicht 

auswirken würden. 

Im  Zusammenhang  mit  der  verkehrsmässigen  Erschliessung  beanstanden 

die  Rekurrierenden  auch  deren  Ungenügen  in  tatsächlicher  Hinsicht.  Das 

Verkehrsgutachten  basiere  auf  altem  Datenmaterial  und  einer  zu  tiefen 

Parkplatzzahl.  450 Parkplätze  würden  höchstens  dann  genügen,  wenn 

möglichst  viele  Personen  die  öffentlichen  Verkehrsmittel  benützten.  Dies 

soll  mit  Hilfe  eines  Mobilitätskonzepts  erreicht  werden,  das  aber  erst  mit 

dem ersten Baugesuch einzureichen sei. Die Grundlage zur Annahme von 

maximal 450 Parkplätzen soll also erst später geliefert werden.  

Im Weiteren seien der zusätzliche Pendlerstrom der Mitarbeiter des Kinder-

spitals  sowie  der  Mehrverkehr  aufgrund  anderer  bevorstehender  Entwick-

lungen  im  Quartier  nicht  berücksichtigt  worden  und  gehe  das  Gutachten 

beim  Fussgängerübergang  Lenggstrasse  (Einmündung  Forchstrasse)  von 

einer  unrealistischen  Fussgängergeschwindigkeit  aus.  Die  bestehenden 

Verkehrsanlagen  hätten  bei  weitem  nicht  die  erforderlichen  Kapazitäten, 

um den gesamten Mehrverkehr aufzunehmen. 

5.2.1. 

Die  strassenmässige  Erschliessung  im  Sinne  von  § 237  PBG  ist  eine  erst 

im  Baubewilligungsverfahren  zu  prüfende  Grundanforderung  an  Bauten 

und  Anlagen.  In  tatsächlicher  Hinsicht  genügt  es  dabei,  wenn  ein  Bauvor-

haben über eine normaliengerecht ausgebaute Zufahrtsmöglichkeit verfügt. 

Die  Rekurrierenden  stellen  zu  Recht  nicht  in  Abrede,  dass  das  Strassen-

netz  im  Einzugsbereich  des  Gestaltungsplans,  namentlich  die  Lenggstras-

se, den Anforderungen der aufgrund von § 237 Abs. 1 PBG erlassenen Zu-

gangsnormalien (ZN) genügt. 

R1S.2017.05031 

Seite 11 

 
 
Was  die  Kapazität  des  übergeordneten  Strassennetzes  anbetrifft,  ist  dies 

für  Bauvorhaben  kein  Erschliessungserfordernis  (vgl.  § 1  ZN)  und  ebenso 

wenig  eine  Voraussetzung  für  den  Erlass  eines  Gestaltungsplans.  Dieser 

hat sich nicht mit der Groberschliessung des Gebietes oder mit ausserhalb 

des Perimeters gelegenen Erschliessungsfragen zu befassen und kann im 

Übrigen  keine  verbindlichen  Festlegungen  zu  Anlagen  der  Groberschlies-

sung  enthalten  (vgl.  RB 1998  Nr. 97).  Die  Lenggstrasse  und  der  Knoten 

Forch-/Lenggstrasse  liegen  ausserhalb  des  Gestaltungsplanperimeters. 

Deren Ausbau kann damit nicht zum Inhalt des Gestaltungsplans gehören. 

Selbst die erstmalige Festlegung einer Bauzone oder die Umzonung eines 

Gebietes in eine nutzungsintensivere Zone setzen das Bestehen einer hin-

reichenden Groberschliessung nicht voraus, sondern können lediglich eine 

Erschliessungspflicht  des  Gemeinwesens  auslösen  (Art. 19  Abs. 2  RPG). 

Aufgabe  des  Gestaltungsplanes  ist  es  aber  immerhin,  die  Feinerschlies-

sung  zu  ordnen  (§ 83  Abs. 3  PBG),  was  vorliegend  auch  geschehen  ist 

(vgl.  zum  Ganzen  RB 1998  Nr. 97,  VB.2003.00223  vom  22. Januar  2004, 

E. 7.2  f.,  VB.2006.00068  vom  15. Juni  2006,  E. 4.5,  und  VB.2012.00063 

vom  12. Juli  2012,  E. 4.4.  f.).  Soweit  das  tatsächliche  Genügen  der  ver-

kehrsmässigen Groberschliessung beanstandet wird, ist somit auf den Re-

kurs nicht einzutreten. 

Aus dem Gesagten folgt, dass die Realisierung des Gestaltungsplans, d.h. 

die  Errichtung  des  Kinderspitals,  und  noch  weniger  die  Festsetzung  des 

Gestaltungsplans,  bauliche  Anpassungen  an  der  Lenggstrasse  oder  den 

Ausbau des Knotens Forch-/Lenggstrasse voraussetzt oder diese verbind-

lich  festgelegt  sein  müssen,  auch  wenn  der  zusätzlich  generierte  Verkehr 

einen  entsprechenden  Handlungsbedarf  auslösen  mag.  Folglich  erfordert 

der  Erlass  des  Gestaltungsplans  keine  Verfügungen  von  weiteren  Behör-

den, insbesondere nicht die Festsetzung von Strassenprojekten. Das Koor-

dinationsgebot nach Art. 25a RPG greift somit entgegen der Auffassung der 

Rekurrierenden  nicht.  Auch  aus  § 319  Abs. 2  PBG  und  § 7 ff.  Bauverfah-

rensverordnung (BVV) ergibt sich keine Pflicht zur Abstimmung des Gestal-

tungsplans mit strassenbaulichen Massnahmen. 

5.2.2. 

Art. 3  Abs. 3  lit. a  RPG  statuiert  den  Planungsgrundsatz,  wonach  Wohn- 

und  Arbeitsgebiete  schwergewichtig  an  Orten  geplant  werden  sollen,  die 
auch  mit  dem  öffentlichen  Verkehr  angemessen  erschlossen  sind.  § 237 

R1S.2017.05031 

Seite 12 

 
 
Abs. 1 Satz 2 PBG setzt diesen Planungsgrundsatz als selbständiges kan-

tonales Recht um, findet aber grundsätzlich nur im Rahmen des Baubewil-

ligungsverfahrens  Anwendung.  Laut  § 237  Abs. 1  Satz 2  PBG  muss  bei 

grösseren  Überbauungen  die  Erreichbarkeit  mit  dem  öffentlichen  Verkehr 

gewährleistet sein. Dies setzt eine ÖV-Erschliessung voraus, die sich nach 

der Art, Lage und Zweckbestimmung der Baute richtet. Bei Anlagen, die ei-

nen  bedeutenden  Publikumsverkehr  erzeugen,  muss  der  Standort  daher 

über  ein  leistungsfähiges  und  kundenfreundliches  Verkehrsangebot  verfü-

gen,  welches  eine  attraktive  Alternative  zum  motorisierten  Privatverkehr 

darstellt.  Vorliegend  ist  nicht  eine  Baubewilligung,  sondern  ein  Sondernut-

zungsplan  zu  beurteilen.  Es  fragt  sich,  ob  dies  die  Anwendbarkeit  von 

§ 237 PBG in Frage stellt. Aus dem kantonalen Recht (§§ 91 und 237 PBG) 

kann nicht geschlossen werden, dass ein Zonenplan in einem bestimmten 

Areal grössere Überbauungen nur dann zulassen darf, wenn die Erschlies-

sung  mit  öffentlichem  Verkehr bereits  erfolgt  und  damit  die  Voraussetzun-

gen für eine Baubewilligung in dieser Hinsicht bereits gegeben sind. Es wä-

re unsinnig, das Angebot an öffentlichem Verkehr mit seinen allenfalls be-

trächtlichen  Investitionen  bereits  in einem  Zeitpunkt  auszubauen, wo  noch 

keineswegs feststeht, ob in einem bestimmten Gebiet aufgrund seiner künf-

tigen  Entwicklung  auch  tatsächlich  mit  einem  grösseren  Benutzer-  oder 

Publikumsverkehr  zu  rechnen  ist  (VB.2001.00245  vom  21. März  2002, 

E. 6b, in RB 2002 Nr. 74).  

Im  Lichte  des  Planungsgrundsatzes  von  Art. 3  Abs. 3  lit. a  RPG  und  der 

Zweckmässigkeit der Planung ist immerhin zu prüfen, ob für die im Gestal-

tungsplan  vorgesehene  Nutzung  eine  den  Anforderungen  gemäss  § 237 

Abs. 1  PBG  genügende  Erreichbarkeit  mit  dem  öffentlichen  Verkehr  vor-

handen  ist oder zum gegebenen  Zeitpunkt noch  geschaffen  werden  kann. 

Dies gilt insbesondere im vorliegenden Fall eines projektbezogenen Gestal-

tungsplans,  der  auf  eine  konkrete  und  in  naher  Zukunft  zu  realisierende 

Nutzung ausgerichtet ist (vgl. VB.2004.00234, E. 5.2, in BEZ 2004 Nr. 46 = 

RB 2004 Nr. 60). 

5.2.3. 

Nach § 4 Abs. 3 lit. a der Angebotsverordnung gelten Siedlungsgebiete als 

durch den  öffentlichen  Verkehr  erschlossen,  wenn  die Luftlinienentfernung 

zu  einer  Haltestelle  von  Linien,  die  der  Feinerschliessung  dienen,  400 m 
nicht übersteigt (unter Vorbehalt besonderer topographischer Verhältnisse). 

R1S.2017.05031 

Seite 13 

 
 
Dies trifft für den überwiegenden Teil des Gestaltungsplangebiets, nament-

lich für den Haupteingang des Akutspitals, zu. Die ÖV-Güteklasse ist mit B 

(Areal Nord) bzw. C (Areal Süd) in der zweit- bzw. dritthöchsten von sechs 

Güteklassen eingestuft (s. GIS-Browser, www.maps.zh.ch, Karte "ÖV-Güte-

klassen").  Das  Gestaltungsplangebiet  ist  mit  der  Tramlinie 11  über  den 

Hauptbahnhof und den Bahnhof Stadelhofen bzw. mit der Forchbahn S 18 

ab  Bahnhof  Stadelhofen  über  die  Haltestelle  Balgrist  erreichbar  und  kann 

daher als mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen gelten. Bis zur Inbe-

triebnahme  des  Kinderspitals  ist  zudem  im  Rahmen  der  Gebietsplanung 

Lengg  eine  neue  Busverbindung  über  die  Lenggstrasse  vorgesehen,  mit 

der das Kinderspital direkt ins Busnetz integriert wird. Dadurch wird die Er-

schliessung mit dem öffentlichen Verkehr noch verbessert (s. Planungsbe-

richt S. 23 sowie Schlussbericht Vertiefung Verkehr, act. 11.19). 

5.2.4. 

Soweit  die  Rekurrierenden  die  Ermittlung  des  Parkplatzbedarfs  kritisieren, 

ist  folgendes  festzuhalten:  Die  Bau-  und  Zonenordnung  legt  die  Zahl  der 

Abstellplätze fest, die nach den örtlichen Verhältnissen, nach dem Angebot 

des  öffentlichen  Verkehrs  sowie  nach  Ausnützung  und  Nutzweise  des 

Grundstücks  für  Bewohner,  Beschäftigte  und  Besucher  erforderlich  sind 

(§ 242  Abs. 1  PBG).  In  der  Stadt  Zürich  ist  die  Verordnung  über  private 

Fahrzeugabstellplätze  (Parkplatzverordnung,  PPV)  massgebend.  Gemäss 

Art. 20  der  Gestaltungsplanvorschriften  bestimmt  sich  die  Anzahl  der  Ab-

stellplätze  nach der zum  Zeitpunkt  des  baurechtlichen Entscheides  für die 

Stadt Zürich massgebenden Parkplatzverordnung. Im Endausbau sind ma-

ximal 450 Parkplätze für Personenwagen zulässig. Vorliegend stellt sich die 

Frage,  ob  diese  Begrenzung  der  Parkplatzzahl  rechtmässig  und  zweck-

mässig ist. 

Gemäss  Art. 4  Abs. 2  PPV  berechnet  sich  der  Normalbedarf  für  spezielle 

Nutzungen wie z.B. Spitäler oder Bildungsstätten von Fall zu Fall nach den 

Grundsätzen der Verordnung unter Anwendung der Praxis-Richtwerte. Auf-

grund der Erschliessungsqualität liegt der Gestaltungsplanperimeter im "üb-

rigen Gebiet" gemäss Art. 5 PPV. Demensprechend reduziert sich die Zahl 

der  minimal  erforderlichen  und  der  maximal  zulässigen  Abstellplätze  auf 

70 %  bzw.  115 %  des  Normalbedarfs.  Die  Stadt  Zürich  habe  jedoch  statt-

dessen eine Reduktion auf 60 % bzw. 80 % des Normalbedarfs verlangt (s. 
Planungsbericht, S. 10, und Art. 8 Abs. 3 PPV, wonach die zuständige Bau-

R1S.2017.05031 

Seite 14 

 
 
behörde  aus  wichtigen  Gründen  Abweichungen  von  den  in  Art. 4–7  PPV 

ermittelten Abstellplatzzahlen bewilligen oder anordnen kann). 

Als  Normalbedarf  für  den  Grundausbau  (1. Bauetappe)  des  Kinderspitals 

wurde  die  Zahl  von  491 Parkplätzen  ermittelt,  für  sämtliche  Erweiterungs-

optionen zusätzliche 84, insgesamt somit 575 Parkplätze. Grundlage dafür 

waren  die  Praxis-Richtwerte  gemäss  Art. 4  Abs. 2  PPV  (Richtwerte  für 

"Spezielle  Nutzungen"  gemäss  Parkplatzverordnung,  von  der  Bausektion 

genehmigt am 4. Oktober 2016; www.stadt-zuerich.ch).  

Für  den  Bereich  Aus-  und Weiterbildung  wurde  der  Richtwert  für  die  Nut-

zung 

"ETH/Universität" 

(Praxis-Richtwerte,  Ziff. 5.3:  1 Parkplatz  pro 

2.5 Vollzeitstellen) verwendet, für den Bereich Gesundheits- und Pflegeein-

richtungen  derjenige 
(Praxis-
Richtwerte, Ziff. 6.1: 1 Parkplatz pro 120 m2 Geschossfläche, 1/3 für Besu-
chende). Bei Letzterer kommt 1 Parkplatz pro 10 "Room-in"-Betten für Be-

"Klinik/(Akut-)Spital" 

für  die  Nutzung 

suchende  hinzu,  was  5  bis  6  Parkplätze  ergibt  (s.  Planungsbericht,  S. 24, 

sowie  Verkehrsgutachten,  S. 11 f.  und  Anhang  A).  Die  aus  den  Praxis-

Richtwerten  gemäss  PPV  herangezogenen  Nutzungen  entsprechen  dem 

geplanten Vorhaben, womit die Verwendung der entsprechenden Richtwer-

te als sachgerecht erscheint. Die weiteren der Berechnung zugrunde geleg-

ten  Werte  (Anzahl  Vollzeitstellen,  Geschossfläche)  werden  nicht  in  Frage 

gestellt. 

Mit  der  ordentlichen  Reduktion  gemäss  Art. 5  Abs. 1  PPV  ergibt  sich  eine 

Bandbreite von 402 bis 661 und mit der von der Stadt Zürich zusätzlich ver-

langten Reduktion eine solche von 345 bis 460 Parkplätzen. Damit bewegt 

sich  der  in  den  Gestaltungsplanvorschriften  festgelegte  Maximalwert  von 

450 Parkplätzen innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Die Zahl liegt sogar 

deutlich über der vorgeschriebenen Anzahl Pflichtparkplätze, dies auch oh-

ne die von der Stadt Zürich gewährte Erleichterung von 60 % anstatt 70 % 

des  Normalbedarfs.  Die  Bauherrschaft  könnte  im  späteren  Baubewilli-

gungsverfahren  nicht  dazu  verpflichtet  werden,  zusätzliche  Parkplätze  zu 

schaffen, selbst wenn dies die Gestaltungsplanvorschriften zuliessen; dafür 

fehlt die Rechtsgrundlage (s. § 243 Abs. 1 lit. a PBG). Somit ist der Rekurs 

in diesen Punkten abzuweisen. 

R1S.2017.05031 

Seite 15 

 
 
6.1. 

Weiter  monieren  die  Rekurrierenden  das  Fehlen  einer  Umweltverträglich-

keitsprüfung  (UVP).  Laut  Planungsbericht  könne  die  Einhaltung  der  Vor-

schriften über den Schutz der Umwelt nur mit projekt- und standortspezifi-

schen  Massnahmen  sichergestellt  werden.  Daher  sei  die  Anlage  bzw.  die 

diese  ermöglichende  Sondernutzungsplanung  gemäss  Art. 10a  Abs. 2  des 

Umweltschutzgesetzes  (USG)  der  Umweltverträglichkeitsprüfung  unter-

stellt.  

Hinzu  komme,  dass  von  mehr  als  500  tatsächlich  erforderlichen  Parkplät-

zen auszugehen sei. Ausserdem sei fraglich, ob der im Rahmen der Revi-

sion  2008  von  300  auf  500  Motorwagen  erhöhte  Schwellenwert  für  Park-

häuser  und  Parkanlagen  (Nr. 11.4  im  Anhang  der  Verordnung  über  die 

Umweltverträglichkeitsprüfung  [UVPV])  mit  dem  übergeordneten  Recht 

vereinbar sei. Denn die Erhöhung sei erfolgt, obwohl sich laut Erläuterndem 

Bericht des BAFU vom 20. Dezember 2007 zur Revision der UVPV "an der 

Erheblichkeit  der  Umweltauswirkungen  des  Anlagetyps  Nr. 11.4  kaum  et-

was geändert" habe. 

Zu  den  Auswirkungen  des  Motorfahrzeugverkehrs  auf  die  Umwelt  kämen 

sodann  500 Helikopterbewegungen  hinzu.  Der  Schwellenwert  der  Anzahl 

Flugbewegungen  gemäss  Anhang  UVPV  werde  damit  zwar  nicht  erreicht, 

die  gebotene  ganzheitliche  Betrachtung  (Art. 8  USG)  führe  aber  zum 

Schluss,  dass  die  Anlage  Umweltbereiche  erheblich  belasten  könne,  wes-

halb eine UVP unverzichtbar sei. 

6.2.1. 

Gestützt  auf  Art. 10a  Abs. 3  USG  bezeichnete  der  Bundesrat  in  der  Ver-

ordnung  über  die  Umweltverträglichkeitsprüfung  (UVPV)  die  Anlagetypen, 

die  der  Umweltverträglichkeitsprüfung  unterstehen  und  legte  die  Schwel-

lenwerte fest, ab denen die Prüfung durchzuführen ist. Der Umweltverträg-

lichkeitsprüfung unterstellt sind ausschliesslich Anlagen, die im Anhang der 

Verordnung aufgeführt sind (Art. 1 UVPV). Bei Anlagen, die nicht der UVP-

Pflicht  unterliegen,  werden  die  Vorschriften  über  den  Schutz  der  Umwelt 

(USG und weitere umweltrechtliche  die Vorschriften, vgl. Art. 3 UVPV) an-

gewendet,  ohne  dass  ein  Umweltverträglichkeitsbericht  erstellt  wird  (Art. 4 

UVPV). 

R1S.2017.05031 

Seite 16 

 
 
6.2.2. 

Mit der am 1. Dezember 2008 in Kraft getretenen Änderung der UVPV wur-

de der Schwellenwert für die UVP-Pflicht von Parkhäusern und Parkplätzen 

von 300 auf 500 Motorwagen erhöht (UVPV, Anhang Ziff. 11.4). Die Rekur-

rierenden stellen die Vereinbarkeit dieses Schwellenwertes mit dem USG in 

Frage.  

Im  erläuternden  Bericht  vom  20. Dezember  2007  des  BAFU  zur  Revision 

der  UVPV  (S. 8 f.)  wird  dazu  Folgendes  festgehalten:  "1988  hat  der  Bun-

desrat  die  Erheblichkeitsschwelle  für  Parkhäuser  und  -plätze  (Anlagetyp 

Nr. 11.4) auf 300 Parkplätze festgelegt. [..] Der Anlagetyp führt zu Lärmbe-

lästigungen  und  Luftbelastungen  und  kann  auch  negative  Auswirkungen 

auf Natur- und Landschaft, Grundwasser und Boden haben. Die Erheblich-

keit der Auswirkungen ist aber stark vom Standort und seinen bestehenden 

Vorbelastungen  und  von  der  Nutzungsart  der  Parkplätze  abhängig.  [..]  In 

den  letzten  15-20 Jahren  haben  der motorisierte  Individualverkehr und die 

allgemeinen  Verkehrsbelastungen  in  Siedlungsgebieten  stark  zugenom-

men.  Im  gleichen  Zeitraum  wurden  zwar  die  spezifischen  Emissionen  der 

Fahrzeuge beträchtlich gesenkt; diese Entlastung wird aber durch das Ver-

kehrswachstum  zum  Teil  wieder  kompensiert.  Die  Immissionsgrenzwerte 

für NO2  und für PM10 werden  in  den  Agglomerationen  nach  wie vor regel-

mässig überschritten. [..] Die Lärmauswirkungen der Motorfahrzeuge haben 

in den letzten Jahren aufgrund der Zusammensetzung des Fahrzeugparks 

(stärkere  Motorisierung,  höhere Wagen,  breitere  Reifen)  wieder  zugenom-

men.  Zudem  werden  Parkierungsanlagen  heute  intensiver  und  – aufgrund 

der gelockerten Ladenöffnungszeiten – vor allem auch später in den Abend 

hinein genutzt als noch vor ein paar Jahren. Aus diesen Überlegungen lässt 

sich  schliessen,  dass  sich  an  der  Erheblichkeit  der  Umweltauswirkungen 

des Anlagetyps Nr. 11.4 kaum etwas geändert hat. Es ist aus Umweltsicht 

nötig,  dass  die  Auswirkungen  dieser  Anlagen  umfassend  dargestellt  wer-

den;  gerade  bei  Einsprachen  durch  Anwohner  ist  es  hilfreich,  wenn  ein 

Umweltverträglichkeitsbericht vorliegt. Aufgrund der jahrelangen politischen 

Fokussierung auf diesen Anlagetyp im Zusammenhang mit dem Verbands-

beschwerderecht soll im Rahmen des Ermessensspielraums (vgl. Kap. 3.1) 

der  Schwellenwert  von  300  auf  500  Parkplätze  angehoben  werden.  Diese 

Erhöhung  kann  im  Vergleich  mit  den  anderen  Anlagen  des  Strassenver-

kehrs, die der UVP-Pflicht  unterstellt  sind,  verantwortet  werden.  Allerdings 

R1S.2017.05031 

Seite 17 

 
 
werden  mit  dieser Lockerung  in  Zukunft  ein Grossteil  der Neubauten  oder 

Anlageerweiterungen aus der UVP-Pflicht entlassen werden." 

Für  die  Grenzziehung  zwischen  UVP-pflichtigen  Anlagen  und  solchen,  die 

nicht  der  UVP-Pflicht  unterstellt  sind,  mithin  für  die  Auslegung  des  unbe-

stimmten  Rechtsbegriffs  "erhebliche  Umweltbelastung"  (s.  Art. 10a  Abs. 2 

USG)  besteht  ein  Ermessensspielraum.  Inwiefern  der  Bundesrat  diesen 

überschritten  haben  soll,  vermögen  die  Rekurrierenden nicht  näher zu  be-

gründen. Soweit ersichtlich wird die Rechtmässigkeit des seit mehr als acht 

Jahren anwendbaren Schwellenwertes weder in der Rechtsprechung noch 

in der Lehre in Zweifel gezogen. Es besteht daher kein Grund, von diesem 

Wert abzuweichen. 

6.2.3. 

Einwirkungen werden sowohl einzeln als auch gesamthaft und nach ihrem 

Zusammenwirken  beurteilt  (Art. 8  USG).  Anlagen,  die  je  einzeln  nicht  der 

UVP  unterliegen,  sind  in  Anwendung  von  Art. 8  USG  als  Teile  einer UVP-

pflichtigen  Gesamtanlage  anzusehen,  wenn  zwischen  ihnen  ein  hinrei-

chend  enger  räumlicher  und  funktionaler  Zusammenhang  besteht  und  der 

Schwellenwert  für  die  UVP  gesamthaft  überschritten  wird.  Hierbei  geht  es 

um  die  Frage  der  UVP-Pflicht  einer  Kombination  von  Anlagen.  Davon  zu 

unterscheiden ist der Fall, dass ein UVP-pflichtiges Vorhaben einen so en-

gen räumlichen und funktionalen Zusammenhang mit einer anderen Anlage 

aufweist,  dass  diese  in  die  Prüfung  miteinbezogen  werden  muss.  Diese 

Frage bezieht sich auf den Umfang der Prüfung (vgl. Alain Griffel, Heribert 

Rausch,  Kommentar  zum  Umweltschutzgesetz,  Ergänzungsband  zur 

2. Auflage,  2011,  Art. 10a  Rz.  21  und 23; BGr  1A.125/2005  vom 21. Sep-

tember 2005, E. 6.2). 

Der  streitbetroffene  Gestaltungsplan  beschränkt  die  Parkplatzzahl  auf  450 

Parkplätze.  Eine  UVP-pflichtige  Parkierungsanlage  ist  damit  ausgeschlos-

sen.  Helikopterlandeplätze  von  Spitälern  gelten  luftfahrtrechtlich  nicht  als 

Flugfelder (vgl. UVPV, Anhang Ziff. 14.3), sondern als Aussenlandestellen, 

weshalb  sie  nicht  UVP-pflichtig  sind  (Bundesamt  für  Umwelt  BAFU,  UVP-

Handbuch,  Richtlinie  des  Bundes  für  die  Umweltverträglichkeitsprüfung, 

Modul 2,  UVP-Pflicht  von  Anlagen,  Bern 2009,  Ziff. 2.2;  Art. 1  Abs. 4  lit. a 

Verordnung über das Abfliegen und Landen mit Luftfahrzeugen ausserhalb 
von  Flugplätzen  [AuLaV]).  Daraus folgt,  dass  die  gemäss  Gestaltungsplan 

R1S.2017.05031 

Seite 18 

 
 
vorgesehene  Nutzung  keine  UVP-pflichtige  Anlage  umfasst.  Die  Aufzäh-

lung  der  UVP-Anlagen  im  Anhang  der  UVPV  ist  abschliessend,  weshalb 

nicht weitere Anlagen – auch nicht gestützt auf das Gebot der gesamtheitli-

chen  Beurteilung  von  Einwirkungen  (Art. 8  USG) –  der  UVP-Pflicht  unter-

stellt werden können, weil sie im Sinne von Art. 10a Abs. 2 UVPV "Umwelt-

bereiche  erheblich  belasten  können".  Der  streitbetroffene  Gestaltungsplan 

erfordert somit keine Umweltverträglichkeitsprüfung. 

7.1. 

Die Rekurrierenden beanstanden, der Lärmschutznachweis basiere auf zu 

tiefen  Verkehrszahlen.  Ungeachtet  dessen  sei  ersichtlich,  dass  man  sich 

bereits  am  Limit  bewege.  In  wesentlichen  Teilen  der  Lenggstrasse  seien 

selbst  bei  einer  Reduktion  der  zulässigen  Höchstgeschwindigkeit  auf 

30 km/h  keine  zusätzlichen  Fahrten  möglich,  weil  an  der  Liegenschaft 

Lenggstrasse 67  der  Planungswert  erreicht  werde.  Zusätzliche  Fahrten 

würden zur Überschreitung des Planungswertes führen, womit Art. 7b (rec-

te wohl Art. 7 Abs. 1 lit. b) der Lärmschutzverordnung (LSV) verletzt würde. 

7.2.1. 

Der Betrieb neuer oder wesentlich geänderter ortsfester Anlagen darf nicht 

dazu führen, dass durch die Mehrbeanspruchung einer Verkehrsanlage die 

Immissionsgrenzwerte  überschritten  werden  (Art. 9  lit. a  LSV)  oder  durch 

die  Mehrbeanspruchung  einer  sanierungsbedürftigen  Verkehrsanlage 

wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugt werden (lit. b), wobei erst 

die Erhöhung des Verkehrslärmpegels um 1 dB(A), was einer Verkehrszu-

nahme  um  25 %  entspricht,  wahrnehmbar  stärkere  Verkehrslärmimmissio-

nen  verursacht  (vgl.  VB.2008.00001  vom  2. Juli  2008,  E. 6.1,  mit  Hinwei-

sen, und BGr 1A.148/2005 vom 20. Dezember 2005, E. 3.5). Obschon der 

Vorsorgegrundsatz  (Art. 11  Abs. 2  USG,  Art. 7  Abs. 1  lit. a  LSV)  in  Art. 9 

LSV nicht nochmals wiederholt wird, gilt er auch für die Verkehrsimmissio-

nen, welche durch die bestimmungsgemässe Nutzung einer Anlage auf öf-

fentlichen Verkehrsanlagen verursacht werden und deshalb der Anlage zu-

zurechnen  sind.  Auch  wenn  ein  Projekt  die  massgeblichen  Belastungs-

grenzwerte der LSV einhält, ist deshalb im Einzelfall zu prüfen, ob die Vor-

sorge  weitergehende  Beschränkungen  erfordert,  d.h.  vorsorgliche  emissi-

onsbegrenzende  Massnahmen  technisch  und  betrieblich möglich und  wirt-

R1S.2017.05031 

Seite 19 

 
 
schaftlich  zumutbar  sowie  verhältnismässig  sind  (BGr  1C_10/2011  vom 

28. September 2011, E. 4.1.). 

7.2.2. 

In einigen Abschnitten der Lenggstrasse, insbesondere im Bereich Lengg-

strasse 67,  wird  der 

Immissionsgrenzwert  schon  heute  überschritten 

(Lärmschutznachweis  Gruner AG,  14. April  2016,  S. 16).  Daher  gilt  die 

Lenggstrasse  – zumindest  in  den  fraglichen  Abschnitten –  als  sanierungs-

bedürftige Strasse im Sinne von Art. 9 lit. b LSV (Art. 13 Abs. 1 LSV). Ge-

mäss Lärmschutznachweis kommt es im Quartier Nordost, und damit auch 

an  der Lenggstrasse 67,  durch  den  Mehrverkehr zu  einer wahrnehmbaren 

Zunahme der Lärmbelastung um maximal 2.0 dB.  

Um  die  Lärmemissionen  zu  reduzieren,  soll  die  Geschwindigkeit  auf  der 

Lenggstrasse  von  50 km/h  auf  30 km/h  reduziert  werden  (s.  Planungsbe-

richt  S. 27). Mit  dieser  Massnahme  wird  die Lärmbelastung  an der  Lengg-

strasse 67  gegenüber  dem  Ausgangszustand  sogar  reduziert  (s.  Lärm-

schutznachweis, Tabelle 6-15). Damit erzeugt der vom Neubau des Kinder-

spitals  verursachte  Mehrverkehr  keine  wahrnehmbar  stärkeren  Lärmmissi-

onen, womit die Anforderung von Art. 9 lit. b LSV erfüllt ist. 

Falsch  ist  die  Feststellung  im  Lärmschutznachweis  (S. 23),  wonach  allein 

mit dem projektinduzierten Verkehr der Planungswert erreicht werde, wes-

halb zusätzliche Fahrten zur Überschreitung des Planungswertes und damit 

zur Verletzung  von  Art. 7b  LSV  (recte  wohl Art. 7  Abs. 1  lit. b  LSV) führen 

würden.  Diese  Vorschrift  ist  in  vorliegendem  Zusammenhang  nicht  an-

wendbar.  Bezüglich  der  Mehrbeanspruchung  von  Verkehrsanlagen  gilt 

Art. 9  LSV  und  ausserdem  das  Vorsorgeprinzip  gemäss  Art. 7  Abs. 1  lit. a 

LSV. 

Hinsichtlich  der  Mehrbeanspruchung  von  Verkehrsanlagen  durch  den  Be-

trieb von neuen oder wesentlich geänderten ortsfesten Anlagen sind nur die 

Auswirkungen  des  konkreten  Bauvorhabens,  nicht  aber  solche  von  weite-

ren  möglichen  Projekten  im  Einzugsgebiet  zu  prüfen  (RB 1995  Nr. 94). 

Folglich sind die weiteren Entwicklungen im Gebiet Lengg nicht zu beach-

ten.  Der  Lärmschutznachweis  basiert  demnach  nicht  auf  zu  tiefen  Ver-

kehrszahlen.  

R1S.2017.05031 

Seite 20 

 
 
Nach dem Gesagten ist der Rekurs auch in diesem Punkt abzuweisen. 

8.1. 

Weiter  halten  die  Rekurrierenden die Positionierung  der Zu-  und Wegfahrt 

der Tiefgarage für unzulässig. Die Zufahrt sei am von der Forchstrasse ent-

ferntesten  Punkt  des  Planungsgebiets  vorgesehen,  obwohl  der  Verkehr 

hauptsächlich  über  die  Forchstrasse  geführt werden  soll.  Damit  werde  ein 

erheblicher  Anreiz  geschaffen,  durch  das  Quartier  zu  fahren.  Die  längere 

Distanz  von  der Forchstrasse her führe  auch  zu  einer höheren  Umweltbe-

lastung,  weshalb  die  Tiefgaragenzufahrt  auch  aus  Gründen  des  umwelt-

rechtlichen Vorsorgeprinzips zu verschieben sei. Das starke Gefälle im Be-

reich der geplanten Zufahrt habe eine erhebliche Erhöhung der Lärm- und 

Schadstoffimmissionen zur Folge. Ausserdem führe die im Bereich der Zu-

fahrt unerlässliche Beleuchtung bei den rekurrentischen Liegenschaften zu 

unnötigen  Lichtimmissionen  und  beeinträchtige  die  Schutzobjekte  PUK, 

Burghölzli-Hügel und alter Weiler Wonneberg bzw. die im Letzteren befind-

lichen  zahlreichen  inventarisierten  oder  formell  geschützten  Liegenschaf-

ten. 

Sodann sei die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet. Aufgrund der Kurve 

unmittelbar östlich der Zufahrt sei die Sichtweite nach rechts für ausfahren-

de  Fahrzeuge  ungenügend.  Darum  sei  ein  Rechtsabbiegegebot  bzw.  ein 

Linksabbiegeverbot  für  alle  Fahrzeuge  bereits  auf  Stufe  Gestaltungsplan 

verbindlich  zu  verankern.  Auch  für  Fussgänger  auf  dem  Trottoir,  welches 

von den ein- und ausfahrenden Fahrzeugen überfahren werden müsse, sei 

die Situation gefährlicher als überall sonst im Planungsgebiet. Es gebe ent-

gegen  dem  Erläuterungsbericht  zu  den  Einwendungen  (S. 1 f.)  keinen 

Grund,  der  gegen  die  Verschiebung  der  Zufahrt  auf  das  Areal  Nord  spre-

che. 

8.2.1. 

Die Gründe für die gewählte Lage der Tiefgaragenzufahrt werden im Erläu-

terungsbericht zu den Einwendungen und in der Vernehmlassung der priva-

ten Rekursgegnerin ausgeführt. Die Erschliessung der Tiefgarage auf dem 

Areal  Nord  hätte  aufgrund  der  notwendigen  Unterquerung  der  Druckwas-

serleitung des Seewasserwerks Lengg und der vorherrschenden Topogra-
phie  ein  aufwändiges  Einfahrts-  und  Rampenbauwerk  erfordert.  Der  Ein-

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Seite 21 

 
 
fluss  auf  den  Landschaftsraum  in  diesem  Bereich  und  die  Erhaltung  der 

Sicht auf die östliche Fassade des Schutzobjekts PUK habe durch die Ver-

legung  der  Zufahrt  auf  das  Areal  Süd  wesentlich  verbessert  werden  kön-

nen. Damit seien auch die sich überlagernden Verkehrsströme der Notfall-

vorfahrt  und  der  Anlieferungszufahrt  entflochten  worden.  Zudem  sei  die 

Kreuzung  Lenggstrasse  und  August-Forel-Strasse  bereits  heute  stark  be-

lastet  (Zufahrten  PUK  und  Schulthessklinik).  Sodann  würden  betriebliche 

Gründe  für  die  gewählte  Lösung  sprechen.  In  der  Küche  im  1. Unterge-

schoss  müsse  Tageslicht  und  eine  direkte  (vertikale)  Anbindung  an  das 

Restaurant  im  Erdgeschoss  neben  dem  Haupteingang  gewährleistet  sein. 

Dies werde, begünstigt durch den gegen Westen abfallenden Geländever-

lauf, sichergestellt. Die Küche müsse auch möglichst nahe bei der Anliefe-

rung liegen. Vergleichbare Anforderungen müssten auch für die Zentralste-

rilisation  erfüllt  sein.  Zusammen  mit  der  betrieblich  zwingend  nötigen  An-

bindung  der Anlieferung  an  die Wäsche-Ver-  und  Entsorgung,  an  die  Ent-

sorgung  und  an  das  Zentrallager  sei  nur  die  gewählte  Lage  betrieblich 

sinnvoll. Ausserdem könne die Topographie für die Zufahrt in die Unterge-

schosse genutzt werden, indem die Zufahrt ohne Rampenwerk direkt in die 

unteren Geschosse führe. 

Betreffend  Verkehrsführung  sei  vorgesehen,  dass  die  Verkehrsabwicklung 

hauptsächlich  (d.h.  zu  ca.  80 %)  über  die  Forchstrasse  erfolge.  Die  Aus-

fahrt  aus  der  Tiefgarage  und  der  Anlieferung  werde  mit  einem  Rechtsab-

biegegebot für Lastwagen versehen. Bei Bedarf würden weitere flankieren-

de  Massnahmen  ergriffen,  wie  beispielsweise  ein  Rechtsabbiegegebot  für 

sämtliche  Verkehrsteilnehmer.  Das  Einzugsgebiet  des  Kinderspitals  sei 

überregional.  Es  sei  deshalb  davon  auszugehen,  dass  die  Fahrzeuglen-

kenden  das  übergeordnete  Strassennetz  (Kantons-  und  Nationalstrassen) 

benützen.  Die  Verkehrsführung  solle  zudem  über  eine  entsprechende  Be-

schilderung und die angestrebte Lenkung mittels Navigationsgeräten unter-

stützt werden. 

8.2.2. 

Gemäss  Lärmschutznachweis  erfährt  das  Quartier  westlich  des  Gestal-

tungsplanperimeters  durch  den  Mehrverkehr  keine  wahrnehmbaren 

Pegeländerungen und es kommt nicht zu neuen Überschreitungen des Im-

missionsgrenzwerts.  Die  Anforderungen  von  Art. 9  LSV  sind  somit  erfüllt. 
Es bleibt die Frage, ob gestützt auf das Vorsorgeprinzip (Art. 7 Abs. 1 lit. a 

R1S.2017.05031 

Seite 22 

 
 
LSV)  eine  Verlegung  der  Anlieferung  und  der  Tiefgaragenzufahrt  verlangt 

werden  könnte.  Wenn  aber  bereits  der  gesamte  zu  erwartende  Mehrver-

kehr  im  westlichen  Quartier  nicht  zu  wahrnehmbaren  Pegeländerungen 

führt, so hätte die Verlegung der Tiefgaragenzufahrt und eine damit allfällig 

bewirkte  geringfügige  Entlastung  des  westlichen  Quartiers  keine  spürbare 

Verbesserung zur Folge. Damit erweist sich eine solche Massnahme in Be-

zug auf den Verkehrslärm auf der Lenggstrasse zum vornherein als unver-

hältnismässig. Dies zumal die im Gestaltungsplan vorgesehene (ungefähre) 

Lage für die Anlieferung und die Zu- und Wegfahrt zur Tiefgarage auf sach-

lichen und nachvollziehbaren Gründen beruht und alternative Lösungen für 

die  geplante  Nutzung  ungünstiger  sind,  insbesondere  aus  betrieblichen 

Gründen. Hinzu kommt, dass mit der Verlegung der Zufahrt die Lärmemis-

sionen  nicht  im  Sinne  des  Vorsorgeprinzips  weiter  begrenzt,  sondern 

höchstens  örtlich  in  das  Quartier  nordöstlich  des  Gestaltungsplangebiets 

verlagert würden.  

In ihrer Triplik monieren die Rekurrierenden die von der Zufahrt selbst aus-

gehenden  Lärmimmissionen  (u.a.  wegen  des  Güterumschlags).  Gemäss 

Lärmschutznachweis (S. 25 ff.) können die Planungswerte bei den der Zu-

fahrt  westlich  benachbarten  Liegenschaften  deutlich  eingehalten  werden. 

Eine  weitere  Reduktion  ergäbe  sich  mit  der  Einhausung  oder  Teileinhau-

sung der Parkhauszufahrt und allenfalls mit betrieblichen Massnahmen be-

züglich  der  Anlieferungszeiten.  Darüber  hinaus  zur  weiteren  vorsorglichen 

Emissionsbegrenzung (s. Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV) die Verlegung der Zufahrt 

zu  verlangen,  ginge  zu  weit,  zumal  triftige  Gründe  für  die  geplante  Lage 

sprechen und eine andere Lösung nicht auf der Hand liegt. Allenfalls erfor-

derliche  bauliche  und  betriebliche  Schallschutzmassnahmen  sind  erst  im 

konkreten  Bauvorhaben  zu  prüfen  und  nicht  bereits  mit  dem  Gestaltungs-

plan festzulegen. Entscheidend ist, dass der Gestaltungsplan eine auch in 

lärmrechtlicher Hinsicht gesetzeskonforme Baute gewährleistet. Dies ist der 

Fall.  Damit  erweist  sich  die  vorgesehene  Lage  der  Anlieferung  und  der 

Tiefgaragenzufahrt in lärmrechtlicher Hinsicht als zulässig. 

Was  die  ca.  200 m  längere  Fahrdistanz  ab  Forchstrasse  angeht,  ist  die 

damit  verbundene  zusätzliche  Luftverunreinigung  vernachlässigbar.  Eine 

Verlegung  der  Zufahrt  gestützt  auf  das  Vorsorgeprinzip  kann  deshalb  und 

weil sie mit gewichtigen Nachteilen für die geplante Nutzung verbunden wä-
re aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht verlangt werden. 

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Seite 23 

 
 
Sodann  sind  Beleuchtungsanlagen  nicht  Teil  des  angefochtenen  Gestal-

tungsplans. Es bestehen keine begründeten Zweifel, dass eine Zufahrt am 

geplanten Ort hinreichend beleuchtet werden kann, ohne übermässige Im-

missionen zu bewirken. 

Weiter  kann  aufgrund  der  örtlichen  Gegebenheiten  davon  ausgegangen 

werden,  dass  an  der  im  Gestaltungsplan  bezeichneten  ungefähren  Lage 

eine verkehrssichere, den gesetzlichen Anforderungen genügende Ausfahrt 

geschaffen  werden  kann.  Dies  gilt  mit  Blick  auf  die  geplante  Tempo 30-

Zone  insbesondere  hinsichtlich  der  erforderlichen  Sichtweiten  (s.  Anhang 

Verkehrssicherheitsverordnung [VSiV]). Die konkrete Ausgestaltung der Zu-

fahrt  ist  erst  im  Baubewilligungsverfahren  zu  prüfen,  desgleichen  allfällige 

Verkehrsanordnungen (z.B. Signalisation Rechtsabbiegegebot).  

Schliesslich spricht auch die Einordnung in die bauliche und landschaftliche 

Umgebung und die gebotene Rücksichtnahme auf die Schutzobjekte (Art. 3 

Abs. 2  lit. b  RPG,  § 238  Abs. 1  und  2  PBG)  nicht  gegen  eine  Zufahrt  am 

geplanten  Ort  (bezüglich  des 

ISOS  siehe  die  Ausführungen  unter 

Ziff. 10.2.1.  ff.).  Im  Gegenteil  lässt  sich  eine  an  der  Hanglage  talseitig  ins 

Untergeschoss  führende  Zufahrt  mit  geringstmöglichen  Eingriffen  ins  Ter-

rain realisieren. 

Insgesamt erweist sich der Gestaltungsplan bezüglich der (ungefähren) La-

ge der Zu- und Wegfahrt zu den unterirdischen Parkplätzen und der Anlie-

ferung  als  rechtmässig,  zweckmässig  und  den  Gegebenheiten  angemes-

sen. Auch wenn andere Lösungen nicht undenkbar sind, liegt die gewählte 

Variante ohne Weiteres im Ermessen der Planungsbehörde.  

9.1. 

Die  Rekurrierenden  rügen  eine  ungenügende  Berücksichtigung  des  Land-

schaftsschutzobjektes  "Glaziallandschaft  Burghölzli  und  Bachtobel  Burg-

wies",  KSO-23.00.  Indem  die  letzte  verbliebene  Freifläche  östlich  des  Hü-

gels mit derart grossvolumigen und in die Höhe strebenden Gebäuden ver-

baut  werde,  verschwinde  die  Erlebbarkeit  der  Moränenerhebung  und  der 

Schutzzweck  werde  vereitelt.  Die  im  Planungsbericht  hervorgehobene 

Sichtbeziehung  werde  verstellt.  Bedeutsam sei nicht  nur der Punkt  an  der 
Ecke  Karl-Stauffer-Strasse/Lenggstrasse,  sondern  der  gesamte  Abschnitt 

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Seite 24 

 
 
zwischen  der  Karl-Stauffer-Strasse  und  der  August-Forel-Strasse.  Auch 

biete  die  bewaldete  Kuppe  ohne  die  PUK  nur  das  halbe  Bild:  Die  Moräne 

werde ohne die flach ansteigende Erhebung, auf der die  PUK erstellt wor-

den sei, nicht ersichtlich. Spätestens mit den im Baubereich B4 zulässigen 

Gebäuden werde auch die Sicht auf die bewaldete Kuppe verstellt.  

9.2.1. 

Im  Inventarblatt  (act. 18)  wird  das  Landschaftsschutzobjekt  wie  folgt  be-

schrieben:  

Beschreibung:  "In  der  Glaziallandschaft  bildet  der  Molassehügel  des 

Burghölzlis  den  markantesten  Teil.  Er  zeigt  die  typische  Form  eines 

durch den Gletscher in der Fliessrichtung geschliffenen Rundhöckers. [..] 

Der Rundhöcker liegt zwischen den beiden Moränenwällen des Balgrists 

und  des  Botanischen Gartens.  Der  untere Moränenwall  ist  zum Teil  gut 

erhalten, vor allem im Bereich des Botanischen Gartens. [..]"  

Bedeutung:  "Der  Molassehügel  des  Burghölzli  ist  ein  markanter  und 

landschaftlich schöner Zeuge des Eiszeit. Im Verbund mit den Moränen-

zügen gewinnt er noch an Bedeutung. Der Tobelabhang des Wildbaches 

ist  mitten  im  überbauten  Gebiet  ein  beeindruckendes,  reizvolles  Naher-

holungsgebiet.  Der  Nebelbach  ist  ein  wichtiges  Naturelement  im  Sied-

lungsgebiet  [..].  Das  Gebiet  enthält  zahlreiche  ökologisch  wertvolle  Ele-

mente der traditionellen Kulturlandschaft. Der Rebberg stellt einen poten-

tiell wertvollen Lebensraum für eine reiche Flora dar." 

Ziel:  "Erhaltung  der  typischen  Erscheinungsformen  und  der  attraktiven 

Ansicht. Keine weiteren Überbauungen des Burghölzlihügels oder seiner 

unmittelbaren  Umgebung.  Zugänglichmachung  des  regionalen  Aus-

sichtspunkts.  Erhaltung  aller Obstgärten,  Hecken  und  des  Nebelbaches 

mit Ufervegetation. Optimierung der Gehölzpflege. Kein Herbizid-Einsatz 

im Rebberg, sondern Bodenvegetation sich entwickeln lassen." 

9.2.2. 

Im Planungsbericht (S. 15) wird zur Lage innerhalb des Landschaftsschutz-

objektes  folgendes  ausgeführt:  Um  ein  optimales  Projekt  für  einen  Spital-

neubau  zu  erhalten  und  den  Einfluss  auf  das  Burghölzli  gering  zu  halten, 
sei  die  Setzung  der  Bauten  und  der  Umgang  mit  den  vorhandenen  land-
schaftlichen  Werten  vor  Ort  im  Rahmen  eines  Wettbewerbs  ermittelt  wor-

den. Es sei jenes Projekt ausgewählt worden, welches nicht nur in hervor-

R1S.2017.05031 

Seite 25 

 
 
ragender Weise der Forderung nach einem kindergerechten Gebäude ent-

spreche,  sondern  sich  auch  am  besten  in  die  Umgebung  eingliedere.  Das 

neue  Akutspital im  südlichen  Bereich  sowie  das  Gebäude  im  Norden  wür-

den dabei so gestaltet, dass sie in den Landschaftsraum eingebunden wür-

den  und  die  charakteristischen  Eigenschaften  der  Landschaft  aufnähmen. 

Das grosse Bauvolumen des Akutspitals erhebe sich nur wenig aus der fla-

chen Hügellandschaft. Es wirke trotz seiner Grösse sehr zurückhaltend und 

beiläufig.  Mit  dem  Rundbau  auf  dem  nördlichen  Areal  werde  bewusst  ein 

Kontrapunkt zum Spitalgebäude gesetzt. Dieses hebe sich zeichenhaft und 

selbstbewusst  hervor.  Seine  bewusste  Setzung  ermögliche  weiterhin  den 

Blick von der Lenggstrasse zur Psychiatrischen Universitätsklinik. Das ver-

bleibende Grundstück bleibe weiterhin als zusammenhängender Grünraum 

erlebbar. 

An  anderer Stelle  (S. 17) wird  festgehalten, der sechsgeschossige  Solitär-

bau im Areal Nord werde so platziert, dass er den Blick auf die denkmalge-

schützte  PUK, den Burghölzli-Hügel und  über das  Kinderspital hinweg  auf 

die Silhouette der Albiskette auf der anderen Seeseite bestmöglich erlaube. 

Die  Topografie  des  Geländes  könne  unterhalb  des  Gebäudes  "durchflies-

sen", wodurch die Moränenlandschaft erfahrbar bleibe. 

Gemäss Art. 6 Abs. 3 der Gestaltungsplanvorschriften ist bei der Überbau-

ung  des  Baubereichs  B4  (Baubereich  Erweiterungen)  die  Sichtachse  auf 

den Burghölzli-Hügel von der Ecke Lengg- und Karl-Stauffer-Strasse zu be-

rücksichtigen. 

9.2.3. 

Vorab ist zu festzuhalten, dass es sich beim Burghölzli-Hügel entgegen der 

Auffassung  der  Rekurrierenden  nicht  um  eine  Moräne,  sondern  um  einen 

Molassehügel  handelt.  Einer  der  Moränenwälle  erstreckt  sich  unmittelbar 

südwestlich des Hügels (u.a. in den Botanischen Garten und auf der Achse 

Süd- und Bleulerstrasse), ein zweiter östlich des Hügels im Bereich der Kli-

nik Balgrist,  ausserhalb  des  vom  Landschaftsschutzobjekts umfassten Be-

reichs (s. Geologische Karte des Kantons Zürich nach Hantke et al. 1967, 

verfügbar im GIS-Browser). Der Gestaltungsplanperimeter liegt dazwischen 

und somit ausserhalb dieser geomorphologisch interessanten Objekte. Der 

Baubereich  B2  ist  im  Erdgeschoss,  abgesehen  von  Erschliessungs-  und 
Haustechnikkernen,  von  Bauten  freizuhalten  (Art. 5  Abs. 1  GPV).  Der  be-

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Seite 26 

 
 
treffende  Flügelbau  steht  somit  auf  Stützen  und  Treppenkernen,  wodurch 

die Topografie des Geländes unterhalb des Gebäudes durchfliesst und die 

Moränenlandschaft  erfahrbar  bleibt  (s.  Planungsbericht  S. 17).  Terrainver-

änderungen,  welche  über  die  Bestimmungen  von  Art. 10  BZO  hinausge-

hen, sind unter Berücksichtigung einer besonders guten Einordnung zuläs-

sig (Art. 16 GPV).  

Elemente der Glaziallandschaft, die gemäss Inventar zu erhalten sind, wer-

den durch den Neubau des Kinderspitals nicht in ihrer Substanz beeinträch-

tigt. Anders verhält es sich mit dem Erhalt der "attraktiven Ansicht". Mit der 

Zuweisung  des  Gestaltungsplangebiets  zur  Zone  für  öffentliche  Bauten 

(Oe4  bzw.  Oe3)  verzichtete  der  Gesetzgeber  indes  auf  einen  uneinge-

schränkten Erhalt der besagten Ansicht. In der Zone Oe4 (Areal Nord) wä-

ren nach Regelbauweise bis zu vier Vollgeschosse und ein Dachgeschoss 

erlaubt (Gebäudehöhe max. 15,5 m). Mit einer Arealüberbauung wären so-

gar sieben Vollgeschosse und eine Gebäudehöhe von 25 m möglich (Art. 8 

Abs. 4  BZO).  Eine  gewisse  Einschränkung  der  Sicht  auf  den  Burghölzli-

Hügel  aus  östlicher  Richtung,  insbesondere  von  der  Lenggstrasse  im  Ab-

schnitt  zwischen  der  Karl-Stauffer-Strasse  und  der  August-Forel-Strasse, 

ist damit schon gemäss BZO hinzunehmen.  

In  den  Baubereichen  B1  und  B4  lässt  der  angefochtene  Gestaltungsplan 

eine  Gebäudehöhe  von  ca.  30 m  zu,  gegenüber  einer  Arealüberbauung 

somit nur 5 m mehr. Im Vergleich zu einem niedrigeren, aber breiteren Ge-

bäudekubus wird die Sicht auf den Hügel durch ein schlankeres, dafür hö-

heres  Gebäude  weniger  verstellt.  Der  Burghölzli-Hügel  bleibt  weitherum 

sichtbar. Bei späteren  Erweiterungen  im  Baubereich B4  ist  die  Sichtachse 

auf den Burghölzli-Hügel von der Ecke Lengg- und Karl-Stauffer-Strasse zu 

berücksichtigen (Art. 6 Abs. 2 GP-VO). 

Unter  diesen  Bedingungen  kann  nicht  die  Rede  davon  sein,  dass  der 

Schutzzweck  vereitelt  werde.  Soweit  ist  festzuhalten,  dass  das  Land-

schaftsschutzobjekt dem Neubau des Kinderspitals nicht entgegensteht.  

10.1. 

Die  Rekurrierenden  monieren  eine  ungenügende  Berücksichtigung  des 
Schutzobjekts  PUK.  Zum  Schutzumfang  gehöre  gemäss  § 203  lit. c.  PBG 

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auch  die  für  die  Wirkung  des  Schutzobjekts  wesentliche  Umgebung.  Die 

PUK sei ausser von Norden von allen Seiten sehr gut einsehbar, was ins-

besondere  durch  die  grossen  Freiflächen  begünstigt  werde.  Um  die  hohe 

Eigenständigkeit der PUK in ihrer "Insellage" zu erhalten, sei zumindest ein 

Teil  der  Freiflächen  zu  erhalten.  Die  im  Gestaltungsplan  vorgesehenen 

Baukörper,  v.a.  die  Erweiterungsmöglichkeiten  im  Baubereich  B4,  würden 

aber nur einen minimalen Abstand zum Schutzobjekt einhalten und dieses 

bedrängen  und  konkurrenzieren.  Die  Sicht  auf  die  östliche  Seitenfassade 

der PUK werde stark beeinträchtigt.  

Weil sich der Schutzumfang in den Planungsperimeter hinein erstrecke, sei 

ein Schutzentscheid erforderlich und es seien Gutachten der NHK und der 

KDK  einzuholen.  Dies  sei  ohnehin  erforderlich,  weil  die  genannten  Kom-

missionen gemäss § 3 Abs. 1 lit. d der Verordnung über die Sachverständi-

genkommissionen  gemäss  § 216  PBG  (VSVK)  zu  Projekten  für  grössere 

Bauten und  Anlagen  im  Bereich  von  Schutzobjekten  von  überkommunaler 

Bedeutung Stellung nehmen würden. 

Zur wesentlichen Umgebung der PUK gehöre auch die Liegenschaft Leng-

gstrasse 28 ("Direktorenvilla"). Diese dürfe nicht abgebrochen werden, ihre 

Schutzwürdigkeit sei zu prüfen. 

10.2. 

Die Baudirektion führt aus, die Wirkung der Anlage verändere sich zwangs-

läufig  mit  der Veränderung  der städtebaulichen  Situation.  Die ursprünglich 

(1866-1870)  gewollt  in  peripherer  Lage  ausserhalb  des  damaligen  Stadt-

körpers  erstellte  Anlage  sei  heute  von  mehr  oder  weniger  dichten  Stadt-

quartieren umgeben und zum historischen und strukturellen Kern der zu ei-

nem  städtischen  Entwicklungsstandort  gewandelten  Lengg  geworden.  In 

diesem  Sinne  und  anachronistisch  könne  sie  heute  als  Pionierbau  einer 

späteren  städtischen  Entwicklung  aufgefasst  werden,  zu  vergleichen  etwa 

mit der Kasernenanlage Zürich, die – damals auf grüner Wiese ausserhalb 

der  barocken  Stadtgrenze,  "ausser  Sihl",  entstanden –  sehr  rasch  in  die 

schnell  wachsende  Stadterweiterung  integriert  worden  sei.  Mit  der  Errich-

tung  der  durch  den  Gestaltungsplan  möglichen  Volumen  werde  die  PUK 

den  Charakter einer solitären  Anlage  und  denjenigen einer "Insellage"  ge-

wiss einbüssen. Die starke Konzeption der Anlage, die hohe Qualität ihrer 
zugehörigen  und  in  direktem  Zusammenhang  mit  dem  Bau  der  Gebäude 

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Seite 28 

 
 
gestalteten Freiräume und die gezielte Einbettung in die Topographie wür-

den  ihr  dennoch  auch  in  Zukunft  die  Rolle  des  identifizierenden  Elements 

des  Gebiets  zuweisen.  Die  Dreiteiligkeit  der  Gesamtanlage  sowie  die 

Symmetrie  von  Gebäuden  und  Garten  seien  zentrale  Elemente  des  Zeug-

niswertes der Anlage selbst. 

10.3.1. 

Nach § 203 Abs. 1 lit. c letzter Halbsatz PBG gehört zu den Schutzobjekten 

auch  die  "für  ihre  Wirkung  wesentliche  Umgebung",  also  die  Umgebung, 

die wesentlich für das "eigentliche" Schutzobjekt bzw. dessen optische Wir-

kung ist. Darunter fallen bei Gebäuden etwa eine Park- oder Gartenanlage, 

ohne dass diese ihrerseits schutzwürdig sein müsste, ein Rebberg, der mit 

dem geschützten Landsitz ein Ganzes bildet, oder im Falle einer wegen ih-

res  Situationswertes  geschützten  Villa  Teile  der  sie  umgebenden  Fläche 

zur  Freihaltung  eines  Sichtbereichs.  Damit  von  "Umgebung"  gesprochen 

werden  kann,  ist  stets  ein  entsprechender  räumlicher  Bezug  zum  eigentli-

chen  Schutzobjekt  vorauszusetzen  (BRGE I  Nrn. 0165-0167/2012,  E. 7.1., 

in BEZ 2013 Nr. 26). Mit dem Umgebungsschutz soll der Schutzzweck ge-

währleistet werden (vgl. VB.2012.00579 vom 21. November 2012, E. 5.1.). 

Zu schützen ist der gebaute und natürliche entwicklungsgeschichtliche Be-

zugsraum  von  Baudenkmälern.  Notwendig  ist  ein  Schutz  der  Umgebung 

dann, wenn dieser zum Verständnis und zur Erhaltung des Einzel- oder Si-

tuationswertes eines geschützten Baudenkmals unerlässlich ist (Walter En-

geler, Das Baudenkmal im schweizerischen Recht, St. Galler Schriften zur 

Rechtswissenschaft Band/Nr. 15, 2008, S. 170 f.). 

Somit stellt sich die Frage, ob vorliegend Teilbereiche des Gestaltungsplan-

gebietes im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c letzter Halbsatz PBG zu der für die 

Wirkung des Schutzobjektes PUK wesentlichen Umgebung zu zählen sind, 

weil  die  Wirkung  des  Schutzobjekts  einen  angemessenen  Freiraum  erfor-

dert. 

10.3.2. 

Im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte enthalten ist das Klinikge-

bäude  der  Psychiatrischen  Universitätsklinik  PUK  mit  drei  Ökonomiege-

bäuden, Wirtschaftstrakt und Pavillons im Garten und im Wald. Es handelt 

sich  um  ein  historisch  gewachsenes  Bauensemble  mit  grosszügiger  Gar-
tenanlage und um eine Pionierbaute des schweizerischen "Irrenhausbaus" 

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Seite 29 

 
 
des  19. Jahrhunderts.  Die  Anlage  ist  ein  wichtiger  Zeuge  der  Architektur- 

und Sozialgeschichte (Medizingeschichte). Schutzmassnahmen sollen den 

maximalen  Erhalt  der  noch  vorhandenen  historischen  Bau-,  Ausstattungs- 

und  Dekorationselemente  sowie  der  originalen  Raum-  und  Konstruktions-

strukturen  sicherstellen.  Die  grosszügigen  Gartenanlagen  sind  integraler 

Bestandteil des Schutzobjektes (s. Inventarblatt, act. 11.14, sowie Gutach-

ten der Denkmalpflege-Kommission des Kantons Zürich [KDK], act. 11.15). 

10.3.3. 

Der Geltungsbereich einer der Denkmalpflege zuzurechnenden Schutzver-

fügung reicht in aller Regel bis zur Grundstücksgrenze der als schutzwürdig 

erkannten  Liegenschaft,  die  aus  einem  oder  (wohl  seltener)  mehreren 

Grundstücken  (mit  Hauptgebäude,  Nebengebäuden,  Vorgarten,  Garten, 

Wegführungen  etc.) bestehen  kann.  Darüber  hinaus  geht  der  Geltungsbe-

reich nur dann, wenn mit der Schutzverfügung explizit auch Nachbargrund-

stücke  erfasst  werden,  die  freigehalten  werden  oder  nur  beschränkt  über-

baubar  sein  sollen  (BRKE II  Nrn.  0051  und  0052/2009,  E. 8,  in  BEZ 2009 

Nr. 65).  Analoges  muss  auch  für  den  Geltungsbereich  eines  Inventarein-

trags gelten. Die Schutzwürdigkeit der PUK beschränkt sich auf die histori-

schen  Haupt-  und  Nebengebäude  der  Klinik  und  die  dazugehörigen  Gar-

tenanlagen.  Somit  begründet  der  Inventareintrag  der  PUK  keine  Vermu-

tung, der Schutzumfang umfasse eine für die Wirkung "wesentliche Umge-

bung"  im  Sinne  von  § 203  Abs. 1  lit. c  PBG,  die  sich  bis  in  das  Gestal-

tungsplangebiet hinein erstreckt. Eine entsprechende Schutzabklärung, wie 

sie die Rekurrierenden verlangen, ist darum nicht erforderlich; das Gestal-

tungsplangebiet  liegt  nicht  im  Geltungsbereich,  sondern  in  der  Nachbar-

schaft des Schutzobjektes PUK.  

10.3.4. 

Beim Erhalt der "hohen Eigenständigkeit in einer 'Insellage' " und der Sicht 

auf die östliche Seitenfassade der PUK von der Lenggstrasse aus, den die 

Rekurrierenden verlangen, handelt es sich nicht um im Inventareintrag for-

mulierte Schutzziele, sondern um Anforderungen, die im Wettbewerb an die 

Bauten des Kinderspitals gestellt wurden (s. Erläuterungsbericht S. 6). Die 

Beeinträchtigung  des  Schutzobjekts  PUK  ist  indes  nicht  anhand  dieser 

Wettbewerbsvorgaben zu beurteilen. Sie zielen auf den Situationswert der 

PUK  ab,  d.h.  auf  deren  siedlungsprägende  Wirkung  nach  Süden  und  Os-
ten. Dieser ist zwar nicht der Grund für die gemäss dem Inventareintrag zu 

R1S.2017.05031 

Seite 30 

 
 
vermutende  Schutzwürdigkeit.  Das  Inventar  wie  auch  das  Gutachten  der 

KDK  sprechen  sich  nur für die  Zeugeneigenschaft  der  PUK  aus. Dennoch 

ist  es  offensichtlich,  dass  die  PUK  – allein  aufgrund  der  Grösse  der  Anla-

ge – das Ortsbild wesentlich mitprägt. 

Weil das Gestaltungsplangebiet, wie ausgeführt, nicht zur für die "Wirkung 

wesentlichen  Umgebung"  der  PUK  im  Sinne  von  § 203  Abs. 1  lit. c  PBG 

gehört,  liessen  sich  dort  Baubeschränkungen,  zum  Beispiel  zur  Erhaltung 

bestehender Sichtachsen auf die PUK, nicht im Rahmen einer Unterschutz-

stellung der PUK anordnen. Der Gestaltungsplanperimeter liegt ausserhalb 

des  möglichen  Geltungsbereiches  einer  allfälligen,  die  PUK  betreffenden 

Schutzverfügung oder eines Schutzvertrags (§ 203 lit. c und d PBG). 

Um Ortsbild- und Denkmalschutzobjekte vor unerwünschten, insbesondere 

optischen,  Einwirkungen  aus  der  Umgebung  zu  bewahren,  sind  geeignete 

planungsrechtliche  Massnahmen,  wie  die  Einteilung  in  Freihaltezonen 

(§ 205  lit. a  PBG)  und/oder  besondere  Anordnungen  (§ 205  lit. c  PBG)  zu 

treffen  (s.  § 26  Kantonale  Natur-  und  Heimatschutzverordnung  [KNHV]). 

Dahingehende  Massnahmen  zielen  auf  den  weiteren  Umkreis  um  ein 

Schutzobjekt herum ab. Vorliegend bestehen im Gestaltungsplangebiet je-

doch  keine  solchen  Schutzmassnahmen  hinsichtlich  des  Situationswertes 

der PUK. Was  bleibt, sind die  gestalterischen  Vorschriften  zur Einordnung 

von Bauten. Dazu was folgt. 

10.3.5. 

Der  Gestaltungsplan  muss  die  übergeordnete  Planung  sowie  das  überge-

ordnete Recht respektieren, namentlich die Ziele und Grundsätze von Art. 1 

und 3 RPG. Darüber hinaus bedarf es keiner speziellen Rechtfertigung für 

eine bestimmte Planung, solange es sich um eine sachgerechte Nutzungs-

planung  handelt, die  sich  an  den objektiven Gegebenheiten  orientiert (vgl. 

VB.2004.00135 vom 7. April 2004, E. 4.2). 

Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG verlangt, dass Siedlungen, Bauten und Anlagen sich 

in die Landschaft einordnen. Diese Bestimmung beinhaltet einerseits einen 

Rechtssetzungsauftrag an die Kantone, welche die Einordnung auf der Stu-

fe  der  Baubewilligungen  regelmässig  mittels  ästhetischer  Generalklauseln 

verlangen (vgl. § 238 PBG), bezeichnet gleichzeitig aber auch einen allge-
meinen  Planungsgrundsatz,  welchen  die  Behörden  bei  der  Ausübung  des 

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Seite 31 

 
 
ihnen  zustehenden  Ermessens  – sei  es  bei  der  Planfestsetzung  oder  bei 

der Planverwirklichung – zu beachten haben. So hat sich auch die zweck-

mässige  Unterteilung  der  Bauzonen  in  Teilzonen  mit  unterschiedlichen 

Nutzungen,  Nutzungsdichten  und  Bauvorschriften  unter  anderem  an  der 

Einordnung von Siedlungen, Bauten und Anlagen in die Landschaft zu ori-

entieren. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass die von der Zonenord-

nung  einmal  vorgegebenen  Nutzungsmöglichkeiten  in  der  Regel  im  Bau-

bewilligungsverfahren auch ausgeschöpft werden dürfen, ohne dass einem 

Bauvorhaben mit Bezug auf sein Volumen eine Verletzung der ästhetischen 

Generalklausel vorgeworfen werden kann (BGE 115 Ia 114 und 115 Ia 363 

E. 3a; RB 1992 Nr. 66 mit Hinweisen).  

Daraus  folgt  für  den  vorliegenden  Fall,  dass  die  für  Bauten  und  Anlagen 

geltende  allgemeine  Gestaltungsvorschrift  von  § 238  PBG  nicht  direkt  an-

wendbar ist. Zu untersuchen ist, ob die nach dem Gestaltungsplan zulässi-

gen Bauvolumen die gebotene Rücksichtnahme auf das Schutzobjekt PUK 

gewährleisten. 

10.3.6. 

Die Baubereiche im Areal Süd halten zur südlichen Hauptfassade des his-

torischen  Klinikgebäudes  der  PUK  einen  Abstand  von  mehr  als  60 m  ein. 

Dazwischen liegen die Vorzone des Kinderspitals gemäss Gestaltungsplan, 

die Lenggstrasse und die Gartenanlage der PUK mit einer Baumreihe und 

der  Vorfahrt  zum  Haupteingang  der  PUK.  Die  maximale  Höhenkote  von 

Gebäuden im Areal Süd wurde auf 486,80 m ü.M. festgelegt, ca. 17 m über 

dem  Niveau  der  Lenggstrasse  im  Bereich  der  Hauptzufahrt  zur  PUK.  Das 

Hauptgebäude  der  PUK  liegt  ca.  2 m  über dem  Niveau  der Lenggstrasse. 

Bei  diesen  Abstands-  und  Höhenverhältnissen  ist  eine  ästhetische  Beein-

trächtigung des Schutzobjektes PUK ausgeschlossen. Vielmehr wird das im 

Areal Süd  geplante Gebäude  nicht  im  Zusammenhang mit der PUK  wahr-

genommen. Eine rechtsgenügende Einordnung des Spitalneubaus im Areal 

Süd  ist,  was  die  im  Gestaltungsplan  festgelegte  Lage  und  äusseren  Ab-

messungen angeht, gewährleistet. 

Das gleiche gilt für die Baubereiche B2 und B3 im Areal Nord mit einer ma-

ximalen Höhenkote für Gebäude von 480 m ü.M. Auch hier beträgt der Ab-

stand zum historischen Klinikgebäude mehr als 60 m und es liegen Garten-
anlagen und die August-Forel-Strasse dazwischen. 

R1S.2017.05031 

Seite 32 

 
 
Im Baubereich B1 wurde die maximale Höhenkote auf 499 m ü.M. festge-

legt. Ausgehend vom Niveau der August-Forel-Strasse (ca. 468 m ü.M.) ist 

somit  ein  bis  zu  31 m  hohes  Gebäude  möglich.  Dieser  Baubereich  liegt 

nördlich der Achse des mittleren Längsflügels des Gebäudekomplexes der 

PUK. Damit ist er gegenüber dem vorderen Längsflügel mit der nach Süden 

orientierte  Hauptfront  der  PUK  aber  auch  noch  gegenüber  dem  mittleren 

Längsflügel  der  Anlage  zurückversetzt.  Gegenüber  dem  Baubereich  B1, 

jenseits  der  August-Forel-Strasse,  befinden  sich  als  nächstgelegener  Teil 

der  PUK  ein  eingeschossiges,  der  Stirnseite  des  hinteren  Längsflügels 

(Trakt D) vorgelagertes, kleines Gebäude (Trakt K) in einer Distanz von ca. 

45 m.  Der  Trakt  K  wurde  erst  1909  erbaut,  als  Schutzobjekt  gilt  aber  nur 

der  Gründungsbau  von  1870.  Das  Schutzobjekt  ist  mit  der  Stirnseite  des 

zweigeschossigen hinteren Längsflügels (Trakt D) mehr als 60 m vom Bau-

bereich  B1  entfernt,  ebenso  die  Stirnseite  des  mittleren  Längsflügels 

(Trakt B). Die Trauffassade des seitlichen Querflügels (Trakt C), welche die 

Trakte D und B verbindet, liegt sogar in einer Entfernung von ca. 95 m.  

Das  im  Baubereich  B1  mögliche  Hochhaus  wird  die  Gebäude  der  PUK 

zwar weit überragen, aber optisch nicht bedrängen. Was die Massstäblich-

keit  der  Bauten  anbetrifft,  entstehen  keine  störenden  Gegensätze.  Dies 

insbesondere  dank  der  erheblichen  Entfernung,  der  gegenüber  der  PUK 

zurückversetzten  Positionierung  und  der  im  Verhältnis  zum  grossflächigen 

Gebäudekomplex  der  PUK  relativ  kleinen  horizontalen  Ausdehnung.  Eine 

Baute,  die  die  gemäss  § 238  Abs. 2  PBG  gebotene  besondere  Rücksicht 

auf das Schutzobjekt PUK, einschliesslich deren Gartenanlagen, nimmt, ist 

somit  im  Rahmen  der  Vorgaben  des  Gestaltungsplans  möglich.  Dies  wird 

anhand des Siegerprojekts deutlich, welches als Hochhaus einen Rundbau 

vorsieht.  Mit  dieser  Ausgestaltung  wird  eine  architektonische  Konkurrenz 

zur PUK zusätzlich vermieden. 

Nordöstlich  angrenzend  an  den  Baubereich B1  folgt  der  Baubereich B4 

(Baubereich für Erweiterungen), mit der identischen maximalen Höhenkote 

von 499 m ü.M. Das erlaubte zusätzliche Volumen künftiger Erweiterungs-

bauten lässt sich ebenfalls rechtsgenügend in die bauliche Umgebung ein-

ordnen,  zumal  es  gegenüber  dem  Gebäudekomplex  der  psychiatrischen 

Universitätsklinik noch weiter zurückversetzt ist und auf der der PUK abge-

wandten Seite des Hochhauses im Baubereich B1 liegt. 

R1S.2017.05031 

Seite 33 

 
 
10.3.7. 

In  der  Zone  Oe4  wäre  nach  der  Regelbauweise  eine  Gebäudehöhe  von 

max. 15,5 m, mit einer Arealüberbauung eine solche von sogar 25 m mög-

lich  (Art. 8  Abs. 4  BZO).  Auch  mit  einer  Überbauung  im  Rahmen  der  gel-

tenden Zonenvorschriften würde daher die Sicht auf die psychiatrische Uni-

versitätsklinik aus östlicher Richtung, namentlich von der Lenggstrasse her 

im  Abschnitt  von  der  Forchstrasse  bis  zur  August-Forel-Strasse,  weitge-

hend, wenn nicht vollständig verdeckt. Es ist davon auszugehen, dass bei 

der  Zuweisung  des  in  Frage  stehenden  Grundstücks  zur  Zone  Oe4  diese 

Auswirkungen  einer  zonengemässen  Überbauung  auf  das  benachbarte 

Schutzobjekt der PUK bedacht wurden. Unter diesen Umständen wäre eine 

einordnungsbedingte  Reduktion  des  Gebäudevolumens  bei  der  Anwen-

dung  von  § 238  Abs. 2  PBG  – wenn  überhaupt –  an  noch  strengere  Vo-

raussetzungen zu knüpfen als in denjenigen Fällen, bei denen mit der Fest-

legung  der  Nutzungsplanung  nicht  auf  jedes  einzelne  Schutzobjekt  im  er-

fassten Gebiet Rücksicht genommen werden konnte und im Einzelfall eine 

Reduktion des Gebäudevolumens aus Einordnungsgründen beim Vorliegen 

besonders triftiger Gründe ausnahmsweise  gerechtfertigt sein kann (s. da-

zu VB.2007.00036 vom 28. März 2007, E. 3.3.). 

Der  streitbetroffene  Gestaltungsplan  bewirkt  gegenüber  einer  Regelüber-

bauung  keine  weitergehende  Beschränkung  der  Sicht auf  die  Ostseite der 

PUK, zumal die maximale Höhenkote für Gebäude in den Baubereichen B2 

und B3 deutlich tiefer liegt, als sie nach Regelbauweise erlaubt ist, und die 

Bauten  am  Fuss  des  Hanges  konzentriert  werden.  Mit  der  bereits  rechts-

kräftigen  Zuweisung  des  Gestaltungsplangebietes  zur Bauzone bzw.  einer 

zonengemässen  Überbauung  geht  zwangsläufig  eine  Veränderung  des 

Ortsbilds und die Verbauung bestehender Durchblicke einher. Dies ist vom 

Gesetzgeber,  der  mit  der  Nutzungsplanung  zukunftsweisend  festlegte,  in 

welcher  Weise  das  Gebiet  überbaut  werden  darf,  so  gewollt.  Somit  kann 

dem  Gestaltungsplan  nicht  entgegengehalten  werden,  die  Sicht  aus  östli-

cher  Richtung  auf  die  psychiatrische  Universitätsklinik  werde  übermässig 

eingeschränkt. 

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  angefochtene  Gestaltungs-

plan  eine  Überbauung  ermöglicht,  die  sich  rechtsgenügend  einordnet  und 

insbesondere  die  gebotene  Rücksichtnahme  auf  das  Schutzobjekt  PUK 
nimmt. 

R1S.2017.05031 

Seite 34 

 
 
10.3.8. 

Die  Direktoren-  oder  Verwaltervilla  an  der  Lenggstrasse 28  mit  den  soge-

nannten "Professorengärten" wurde erst 1920-1922 errichtet, rund 50 Jahre 

nach der Klinik. Sie befindet sich auf der gegenüberliegenden Strassensei-

te  ausserhalb  des  Gebäudekomplexes  der  PUK  und  hat  augenscheinlich 

keinen Bezug  zu  deren  baulichem Konzept. Sie  wird  im  Inventarblatt  (Ge-

bäudeliste  auf  S. 4)  nicht  genannt,  nicht  einmal  unter  den  Neubauten  des 

20. Jahrhunderts.  Als  inventarisiert  gelten  nur  die  historischen  Altbauten 

aus dem 19. Jahrhundert. Die Villa wurde demzufolge nicht in das Inventar 

aufgenommen.  Auch  deren  "Professorengarten"  kann  nicht  als  inventari-

siert betrachtet werden, auch wenn er im Inventarblatt in der Beschreibung 

der  Gartenanlage  erwähnt  wird  ("Später  kam  auf  der  anderen  Seite  der 

Lenggstrasse ein 'Professorengarten' für die in der Klinik wohnenden Ärzte 

dazu."). Er ist zusammen mit der Villa viel später entstanden und nicht der 

historischen Anlage zuzurechnen. 

Somit  besteht  keine  Vermutung  für  die  Schutzwürdigkeit  der  sogenannten 

Professorenvilla mit ihrem Garten. Insbesondere fällt ihr Einbezug in die für 

die  Wirkung  des  Schutzobjekts  PUK  wesentliche  Umgebung  ausser  Be-

tracht, denn für das Verständnis und zur Erhaltung des Eigen- und des Si-

tuationswertes  des  Schutzobjektes  PUK  ist  die  Villa  nicht  von  Bedeutung. 

Dementsprechend deutet auch nichts auf ein Versäumnis bei der Inventari-

sierung der PUK hin. Auch sonst gibt es keine konkreten Anhaltspunkte für 

eine mögliche Schutzwürdigkeit, sei es für sich oder als Teil des Schutzob-

jektes PUK, die eine Überprüfung der Schutzwürdigkeit nahelegen würden.  

10.3.9. 

Laut § 216 PBG bestellt der Regierungsrat eine oder mehrere Kommissio-

nen  von  Sachverständigen,  die  das  Gemeinwesen  in  Fragen  des  Natur- 

und  Heimatschutzes  beraten  (Abs. 1).  Der  Regierungsrat  überträgt  ihnen 

"wichtige  Fragen"  von  überkommunaler  Bedeutung  zur  Begutachtung 

(Abs. 2). Was unter "wichtigen Fragen" zu verstehen ist, wird in § 3 VSVK 

konkretisiert. Darunter fallen Projekte des Kantons und der Gemeinden für 

grössere  Bauten  und  Anlagen  im  Bereich  von  Schutzobjekten  von  über-

kommunaler Bedeutung (§ 3 Abs. 1 lit. d VSVK).  

Nach  Ziffer 1.4.1.5  des  Anhangs  der  Bauverfahrensordnung  (BVV)  ist  die 
Baudirektion, Amt für Raumentwicklung (ARE), die zum Entscheid zustän-

R1S.2017.05031 

Seite 35 

 
 
dige Stelle für Bauten und Anlagen im Geltungsbereich einer überkommu-

nalen  Schutzanordnung  oder  im  Geltungsbereich  eines  überkommunalen 

Inventars betreffend  Denkmalpflege.  Dieser Geltungsbereich  reicht  wie  er-

wähnt  in  aller  Regel  bis  zur  Grundstücksgrenze  der  als  schutzwürdig  er-

kannten Liegenschaft. Mithin ist die Zuständigkeit der Baudirektion nur ge-

geben, wenn an der von der Schutzverfügung bzw. vom Inventar erfassten 

Liegenschaft selbst eine bauliche oder nutzungsmässige Änderung geplant 

ist. Auf diese Weise kann die Baudirektion bezüglich der in ihre Zuständig-

keit fallenden Schutzobjekte (§ 211 PBG) die vollumfängliche Beachtung ih-

rer  Schutzverfügungen  gewährleisten 

(vgl.  BRKE II  Nrn. 0051  und 

0052/2009, E. 8, in BEZ 2009 Nr. 65). 

Wie  erwähnt,  erfasst  das  Inventarobjekt  "Psychiatrische  Universitätsklinik 

PUK" einzig Objekte auf dem Standortgrundstück selbst (Kat.-Nr. RI5546). 

Die  durch  Strassen  getrennten,  benachbarten  Grundstücke  im  Gestal-

tungsplanperimeter zählen nicht dazu, zumal sich die Anlage der psychiat-

rischen  Klinik  offensichtlich  nicht  bis  in  jene  Grundstücke  hinein  erstreckt. 

Damit entfällt die Zuständigkeit der Baudirektion zur Mitbeurteilung des Ge-

staltungsplans  in  Bezug  auf  die  Vereinbarkeit  mit  dem  Schutzobjekt  PUK. 

Weil  die  Baudirektion  keine  Beurteilung  vorzunehmen  hat,  stellt  sich  auch 

die  Frage  nicht,  ob  sie  dazu  Gutachten  der  Sachverständigenkommissio-

nen einzuholen hätte. 

11.1. 

Zuletzt  machen  die  Rekurrierenden  eine  ungenügende  Berücksichtigung 

des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeu-

tung (ISOS) geltend. Das Gestaltungsplangebiet liege in einer Umgebungs-

zone mit dem Erhaltungsziel b. Dementsprechend seien die Eigenschaften, 

die  für  die  angrenzenden  Ortsbildteile  wesentlich  seien,  zu  erhalten.  Der 

PUK  mit  seiner  inselartigen  Lage  auf  der  Geländekuppe  und  rundherum 

grosszügigen  Freiflächen  komme  eine  zentrale  Bedeutung  zu.  Im  ISOS 

würden "grosse, leicht abfallende Wiesen" als "wichtige Nahumgebung der 

Burghölzli-Anlage"  genannt.  Mit  dem  Gestaltungsplan  werde  aber  diese 

Nahumgebung  vollständig  verbaut,  spätestens  bei  Erstellung  der  Erweite-

rungsbauten in den dafür festgesetzten Baubereichen. Eine ernsthafte Inte-

ressenabwägung,  wie  sie  das  ISOS  erfordere,  sei  nicht  durchgeführt  wor-
den. Das 30 m hohe Hochhaus konkurrenziere die PUK und die bewaldete 

R1S.2017.05031 

Seite 36 

 
 
Hügelkuppe, womit in die Silhouette und die Struktur des geschützten Orts-

bildes  eingegriffen  werde.  Von  einer  Eingliederung  in  die  Umgebung  und 

Einbindung in den Landschaftsraum könne – entgegen dem Planungs- und 

dem Erläuterungsbericht – nicht die Rede sein.  

Der  Gestaltungsplan  eröffne  Baumöglichkeiten,  die  deutlich  über die  kom-

munale  Grundordnung  hinausgehen  würden.  Insbesondere  liege  der  Ge-

staltungsplanperimeter  ausserhalb  der  Hochhausgebiete  gemäss  BZO.  Es 

fehle der vom Stadtrat von Zürich in seiner Zuschrift vom 29. Juni 2016 ver-

langte Nachweis, "dass und weshalb die im Planungsperimeter zulässigen 

Hochhäuser im konkreten städtebaulichen und landschaftlichen Kontext im 

Einklang  mit  den  erwähnten  städtebaulichen  Prinzipien  [Richtlinien  für  die 

Planung und Beurteilung von Hochhausprojekten] stehen". Der städtebauli-

che und landschaftliche Kontext erfordere, dass das im Baubereich B1 ge-

plante Hochhaus von der PUK abrücke und nicht in der Geländemulde ste-

hen dürfe. Die Geländemulde sei für die (Glazial-)Landschaft und damit für 

das Ortsbild von entscheidender Bedeutung und darum zu erhalten, eben-

so der Freiraumgürtel zwischen Siedlungsgebiet Balgrist und der PUK. 

Auch die Tiefgaragenzufahrt stehe im Widerspruch zum ISOS: Sie komme 

in jenen kleinen Bereich zu liegen, wo sie von weit her auffallen müsse und 

an  die  Umgebungszone  Nr. IX  (Weinegg/Burghalden:  unverbauter  West-

hang des Burghölzli-Hügels) mit Erhaltungsziel a grenze. 

Mit dem Gestaltungsplan werde die Grundordnung ihres Sinnes entleert. 

11.2.1. 

Das Areal der Psychiatrischen Universitätsklinik Burghölzli wird im ISOS als 

"Gebiet"  mit  Erhaltungsziel  C  aufgeführt  (Erhalten  des  Charakters,  d.h. 

Gleichgewicht zwischen Alt- und Neubauten bewahren, die für den Charak-

ter  wesentlichen  Elemente  integral  erhalten,  s.  Erläuterungen  zum  ISOS, 

www.bak.admin.ch).  Der  Gebäudekomplex  figuriert  im  ISOS  als  "Ein-

zelelement" mit Erhaltungsziel A (Erhalten der Substanz). Der Bereich öst-

lich  und  südlich  davon,  im  Wesentlichen  das  Gestaltungsplangebiet,  wird 

als Umgebungszone Nr. XV aufgeführt ("Wichtige Nahumgebung der Burg-

hölzli-Anlage:  grosse,  leicht  abfallende  Wiesen,  Bereich  des  geplanten 

Neubaus  des  Kinderspitals").  Das  betreffende  Erhaltungsziel  b  bedeutet 
"Erhalten der Eigenschaften, die für die angrenzenden Ortsbildteile wesent-

R1S.2017.05031 

Seite 37 

 
 
lich  sind;  Gestaltungsvorschriften  und  Auflagen  für  Neubauten,  Bepflan-

zung usw. (s. Erläuterungen zum ISOS). 

11.2.2. 

Durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inven-

tar  des  Bundes  wird  dargetan,  dass  es  in  besonderem  Masse  die  unge-

schmälerte  Erhaltung,  jedenfalls  unter  Einbezug  von  Wiederherstellungs- 

oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  die  grösstmögliche  Schonung 

verdient  (Art. 6  Abs. 1  Natur-  und  Heimatschutzgesetz  [NHG]).  Ein  Abwei-

chen  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  im  Sinne  der  Inventare  darf  bei 

Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwägung gezogen werden, wenn ihr 

bestimmte  gleich-  oder  höherwertige  Interessen  von  ebenfalls  nationaler 

Bedeutung entgegenstehen (Art. 6 Abs. 2 NHG). Diese Schutzbestimmung 

gilt  indes,  wie  Art. 6  Abs. 2  NHG  festhält,  lediglich  bei  der  Erfüllung  von 

Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 NHG) in unmittelbarer Weise. Bei der Erfül-

lung von kantonalen (und kommunalen) Aufgaben – wozu im Grundsatz die 

Nutzungsplanung zählt – wird der Schutz von Ortsbildern durch kantonales 

(und kommunales) Recht gewährleistet. Dies ergibt sich verfassungsrecht-

lich aus Art. 78 Abs. 1 BV, wonach die Kantone für den Natur- und Heimat-

schutz zuständig sind. Auch bei der Erfüllung von kantonalen (und kommu-

nalen) Aufgaben sind indessen Bundesinventare wie das ISOS von Bedeu-

tung.  Ihrer  Natur  nach  kommen  sie  Sachplänen  und  Konzepten  im  Sinne 

von  Art. 13  RPG  gleich.  Im  Rahmen  der  allgemeinen  Planungspflicht  der 

Kantone  (Art. 2  RPG)  legen  diese  die  Planungsgrundlagen  in  ihrer  Richt-

planung im Allgemeinen fest (Art. 6 RPG) und berücksichtigen die Bundes-

inventare als besondere Form von Konzepten und Sachplänen im Speziel-

len  (Art. 6  Abs. 4  RPG).  Aufgrund  der  Behördenverbindlichkeit  der  Richt-

planung  (Art. 9  RPG)  finden  die  Schutzanliegen  des  Bundesinventars  auf 

diese  Weise  Eingang  in  die  Nutzungsplanung  (Art. 14 ff.  RPG),  insbeson-

dere in die Ausscheidung von Schutzzonen (Art. 17 Abs. 1 RPG) und in die 

Anordnung von andern Schutzmassnahmen (Art. 17 Abs. 2 RPG). Die der-

art ausgestaltete Nutzungsplanung ist auch für die Eigentümer verbindlich. 

Insoweit besteht für die Kantone (und Gemeinden) eine Pflicht zur Berück-

sichtigung von Bundesinventaren. Die Pflicht zur Beachtung findet zum ei-

nen  ihren  Niederschlag  in  der  Anwendung  der  die  Schutzanliegen  umset-

zenden (Nutzungs-)Planung. Zum andern darin, dass im Einzelfall erforder-

liche  Interessenabwägungen  im  Lichte  der  Heimatschutzanliegen  vorge-
nommen  werden.  Das  ist  insbesondere  der  Fall,  wenn  von  der  Grundnut-

R1S.2017.05031 

Seite 38 

 
 
zungsordnung abgewichen werden soll (BGE 135 II 209 vom 1. April 2009, 

E. 2.1). 

11.2.3. 

Mit  dem  Gestaltungsplan  darf  von  den Bestimmungen über die  Regelbau-

weise  und  von  den  kantonalen  Mindestabständen  abgewichen  werden;  er 

ersetzt die Grundordnung (§ 83 Abs. 1 PBG). Daher ist auch nicht zu bean-

standen, dass der Gestaltungsplan ein Hochhaus im Sinne von § 282 PBG 

ausserhalb  der  Hochhausgebiete  gemäss  BZO  vorsieht.  In  Bezug  auf  die 

städtischen  Richtlinien  für die  Planung  und  Beurteilung  von  Hochhauspro-

jekten ist festzuhalten, dass der Stadtrat das Neubauprojekt des Kinderspi-

tals und den angefochtenen Gestaltungsplan unterstützt. In seiner Rekurs-

vernehmlassung  führte  der  Stadtrat  zudem  aus,  die  wichtigsten  Anliegen 

der Stadt seien im Gestaltungsplan berücksichtigt worden, weshalb er kei-

ne Einigungsverhandlung gemäss § 84 Abs. 2 PBG verlangt habe. 

Die Anforderungen und das Ausmass der in Gestaltungsplänen zulässigen 

Abweichungen von der Grundnutzungsordnung werden im PBG nicht näher 

umschrieben.  Nach  der  Rechtsprechung  dürfen  die  Abweichungen  aber 

nicht  dazu  führen,  dass  die  planerisch  und  demokratisch  abgestützte 

Grundordnung  ihres Sinngehalts  entleert  würde.  Es  ist  zu prüfen, wie  sich 

die  Grundnutzungsordnung  zur  Bebauungsordnung  des  Gestaltungsplans 

verhält. Dabei ist davon auszugehen, dass die  Grundnutzungsordnung die 

unterschiedlichen  Aspekte  des  Natur-  und  Heimatschutzes  bzw.  des  Orts-

bildschutzes  konkretisiert, und  demnach  zu beurteilen,  ob  und  in welchem 

Masse  diese  Gesichtspunkte  durch  die  Bauvorschriften  des  Gestaltungs-

planes beachtet werden. Hierbei ist den Schutzanliegen gemäss dem ISOS 

Beachtung zu schenken (BGE 135 II 209, E. 5.2. f.). 

11.2.4. 

In  den  Zonen  Oe3  bzw.  Oe4  wären  nach  Regelbauweise  bis zu  drei bzw. 

vier Vollgeschosse und ein Dachgeschoss erlaubt (Gebäudehöhe max. 12 

bzw. 15,5 m), mit einer Arealüberbauung sogar sieben Vollgeschosse und 

eine Gebäudehöhe von 25 m (Art. 8 Abs. 4 BZO). In den Baubereichen B1 

und  B4  (Zone  Oe4)  lässt  der  angefochtene  Gestaltungsplan  eine  Gebäu-

dehöhe von ca. 30 m zu, gegenüber einer Arealüberbauung somit nur 5 m 

mehr.  In  den  übrigen  Baubereichen  wurde  die  maximale  Höhenkote  für 
Gebäude  erheblich  tiefer  angesetzt.  Die  zulässige  Ausnützungsziffer  ge-

R1S.2017.05031 

Seite 39 

 
 
mäss Art. 24a Abs. 1 BZO beträgt 90 % (Oe3) bzw. 130 % (Oe4), mit einer 

Arealüberbauung  123,3 %  bzw.  165,75 %  abzüglich  in  anrechenbaren 

Dachgeschossen  realisierte  Ausnützungsziffer  [Art. 8  Abs. 5  BZO];  dies 
ergibt  bei  den  Grundstücksflächen  von  33'250 m2  (Areal  Süd,  Oe3)  und 
13'400 m2  (Areal  Nord,  Oe4)  total  zulässige  anrechenbare  Geschossflä-
chen  von  47'345 m2  (Regelüberbauung)  bzw.  63'208 m2  (Arealüberbau-
ung).  In  den  Gestaltungsplanvorschriften  wurde  eine  maximal  zulässige 
Baumasse von insgesamt 411'000 m3 festgelegt, was einer Baumassenzif-
fer  (§ 258  PBG)  von  8,8  entspricht.  Damit  lässt  der Gestaltungsplan,  grob 

gerechnet,  eine  gegenüber der  Grundordnung  um  rund  60 %  dichtere  Be-

bauung  zu.  Dass  damit  die  Grundnutzungsordnung aus  den  Angeln  geho-

ben und ihres Inhalts entleert würde, kann nicht gesagt werden. Eine sehr 

dichte Bauweise ist mit dem – unveränderten – Zweck der Zone für öffentli-

che Bauten vereinbar und vorliegend sachlich begründet, zumal der kanto-

nale  Richtplan  den  Neubau  des  Kinderspitals  am  fraglichen  Ort  vorsieht 

und es sich hierbei naturgemäss um grosse Baukörper handelt. 

Dass sich mit der Bebauung der heute noch unverbauten Wiesen das Ge-

sicht  des  Ortsbildes  komplett  verändern  wird,  ist  auch  ohne  Gestaltungs-

plan  die  unvermeidliche,  aber  vom  Gesetzgeber  gewollte  Folge  der  Nut-

zung, wie sie sich bereits aus der geltenden Zonenordnung ergibt. Insofern 

ist  keine  Interessenabwägung  im  Lichte  der  Heimatschutzanliegen  mehr 

vorzunehmen und die Zuordnung zur Bauzone nicht mehr in Frage zu stel-

len. Das im ISOS für die Umgebungszone Nr. XV gesetzte Erhaltungsziel b 

steht einer Bebauung denn auch nicht grundsätzlich entgegen. Hierzu hätte 

das Erhaltungsziel a festgelegt werden müssen ("Erhalten der Beschaffen-

heit  als  Kulturland  oder  Freifläche;  kein  Baugebiet",  s.  Erläuterungen  zum 

ISOS).  Dementsprechend  wird  der  geplante  Neubau  des  Kinderspitals  im 

ISOS explizit erwähnt. Die Interessen am Erhaltungsziel b (Erhalten der Ei-

genschaften, die für die angrenzenden Ortsbildteile wesentlich sind) betref-

fen  den  Situationswert  der  PUK,  dem  bereits  in  Nachachtung  von  Art. 3 

Abs. 2 lit. b RPG Rechnung zu tragen ist. Wie oben ausgeführt, ermöglicht 

der  angefochtene  Gestaltungsplan  eine  Überbauung,  die  sich  rechtsgenü-

gend  einordnet  und  insbesondere  die  gebotene  Rücksichtnahme  auf  das 

Schutzobjekt  PUK  nimmt  (§ 238  Abs. 2  PBG).  Diese  Beurteilung  ist  keine 

Frage der Interessenabwägung, sondern der Erfüllung der kantonalen Ge-

staltungs-  und  Einordnungsvorschriften.  Da  der  Gestaltungsplan  diesen 
Vorschriften  entspricht,  diese  Vorschriften  mit  den  Schutzanliegen  des 

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Bundesinventars  ISOS  übereinstimmen  und  am  Neubau  des  Kinderspitals 

ein sehr erhebliches öffentliches Interesse besteht, führt die Interessenab-

wägung  im  Lichte  der  Heimatschutzanliegen  des  ISOS  zu  keiner  anderen 

Beurteilung.  Dies  gilt  auch  bezüglich  der  Tiefgaragenzufahrt.  Dieser  ge-

genüber,  getrennt  durch  die  Lenggstrasse,  erstreckt  sich  die  Umgebungs-

zone IX  (Weinegg/Burghalden).  Der  Gestaltungsplan  lässt  Raum  für  eine 

hinsichtlich der Rücksichtnahme auf dieses Schutzobjekt rechtsgenügende 

Platzierung  und  Ausgestaltung  der  Tiefgaragenzufahrt,  was  durch  die 

Hanglage begünstigt wird. Das Erhaltensziel a der Umgebungszone IX wird 

ohnehin nicht tangiert. 

Zur Verträglichkeit des Gestaltungsplans mit dem  Landschaftsschutzobjekt 

"Glaziallandschaft Burghölzli und Bachtobel Burgwies" kann auf die obigen 

Ausführungen  verwiesen  werden  (Ziff. 9.2.1. ff.).  Aus  dem  ISOS  ergeben 

sich dazu keine neuen Aspekte, die zu berücksichtigen wären. 

Somit  ist  festzuhalten,  dass  der  angefochtene  Gestaltungsplan  auch  mit 

Blick auf das ISOS nicht zu beanstanden ist. 

12. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

[….] 

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