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**Case Identifier:** 236162a1-7a08-53a2-84a5-ee37dab30030
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.11.2017 200 2017 395
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-395_2017-11-07.pdf

## Full Text

200 17 395 IV
SCJ/PRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. November 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1966 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
erlitt am 24. September 2014 bei einem Sturz aus sechs Metern Höhe ein 
Polytrauma (vgl. Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 10). Im März 2015 meldete er sich bei der IVB zum 
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (AB 1). In der Folge 
holte die IVB diverse erwerbliche und medizinische Unterlagen - insbeson-
dere einen Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 11. Fe-
bruar 2016 (AB 33) und einen Abklärungsbericht für Selbst-
ständigerwerbende vom 17. August 2016 (AB 37) - ein. Mit Vorbescheid 
vom 20. September 2016 stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 44% 
die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. September 2015 in Aussicht 
(AB 38). Auf den dagegen erhobenen Einwand (AB 40) hin holte die IVB 
einen neuen Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 9. No-
vember 2016 (AB 49) sowie eine Stellungnahme des Bereichs Abklärungen 
vom 11. November 2016 (AB 50, S. 2 f.) ein und stellte mit neuem Vorbe-
scheid vom 12. Dezember 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 32% die 
Abweisung des Leistungsanspruchs in Aussicht (AB 54). Hiergegen erhob 
der Versicherte, vertreten durch C.________, wiederum Einwand (AB 57, 
61). Nach Einholung einer Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 
21. März 2017 (AB 63, S. 3 f.) verfügte die IVB am 23. März 2017 wie an-
gekündigt (AB 64).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, neu vertreten durch Fürsprecherin 
B.________, mit Eingabe vom 24. April 2017 beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 23. März 2017 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei gerichtlich anzuweisen, den Sachverhalt in me-
dizinischer und erwerblicher Hinsicht weiter abzuklären.

3. Eventualiter:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 
1. September 2015 eine ganze IV-Rente auszurichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Zur Begründung liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbringen, 
für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit und des zumutbaren Arbeitspro-
fils könne nicht auf den Aktenbericht des RAD abgestellt werden. Ferner 
wurde die Invaliditätsbemessung - insbesondere die Bemessungsmethode 
und die Berechnung des Valideneinkommens - gerügt. Schliesslich habe 
die Beschwerdegegnerin den Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ verletzt.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2017 beantragte die IVB gestützt auf 
einen Bericht des RAD vom 25. Juni 2017 die Abweisung der Beschwerde.

In der Replik vom 8. August 2017 und der Duplik vom 20. September 2017 
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 4

i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 23. März 2017 (AB 64). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi-
cherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
das Folgende:

3.1.1 Der Beschwerdeführer erlitt am 24. September 2014 ein Polytrau-
ma, woraufhin er sich mehreren Operationen - insbesondere im Bereich 
des Beckens bzw. der Hüfte sowie an den Beinen und Füssen - unterzie-
hen musste (vgl. AB 10, S. 12 ff.). Im Bericht des Spitals D.________, wo 
der Beschwerdeführer vom 24. September bis 29. Oktober 2014 hospitali-
siert war, wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 24. September bis 
31. Dezember 2014 attestiert (AB 10, S. 19).

Vom 29. Oktober bis 17. November 2014 war der Beschwerdeführer im 
Spital E.________ hospitalisiert. Die Ärzte diagnostizierten im Bericht vom 
21. November 2014 einen Status nach Polytrauma nach Sturz aus ca. 6 
Metern (2 Stockwerke tief) am 24. September 2014, einen Frühinfekt mit 
Pseudomonas nach Plattenosteosynthese einer Tibiaschaftfraktur links, 
Halluzinationen und Panikattacke im Rahmen des Alkoholentzugs, eine 
chronische Alkoholkrankheit, eine arterielle Hypertonie und eine 
Hyperurikämie (AB 12, S. 2 f.).

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Vom 17. November bis 8. Dezember 2014 war der Beschwerdeführer noch 
einmal im Spital D.________ hospitalisiert. Es wurde eine 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit vom 17. November 2014 bis 31. Januar 2015 attestiert 
(AB 10, S. 14).

Nach einer weiteren Operation am 13. Januar 2015 (Schraubenentfernung 
am rechten Fuss; AB 10, S. 11) und einem Aufenthalt in der Rehaklinik 
F.________ vom 17. Januar bis 21. März 2015 (vgl. AB 22, S. 8 ff.) wurde 
im März 2015 von den Ärzten des Spitals D.________ festgehalten, dass in 
Anbetracht eines schönen Verlaufs mit nun abgeheilten Wundverhältnissen 
auf der linken Seite auf Vollbelastung übergegangen werden könne (AB 10, 
S. 3).

3.1.2 Der Hausarzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 25. August 2015 mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit ein Polytrauma (AB 28, S. 2). Er attestierte in der 
zuletzt ausgeübten Tätigkeit vom 24. September 2014 bis 31. Mai 2015 
eine 100%-ige und ab 1. Juni 2015 eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit. Die 
bisherige Tätigkeit sei ab 1. Juni 2015 zu 20% (administrative Arbeiten) 
zumutbar (AB 28, S. 4 f.). Eine angepasste rein sitzende Tätigkeit und eine 
Tätigkeit mit Rotation im Sitzen/Stehen seien ganztags zumutbar (AB 28, 
S. 6).

Im Bericht vom 4. Januar 2016 führte Dr. med. G.________ aus, der Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich bei unveränderter 
Diagnose leicht verbessert. Die Frakturen der unteren Extremitäten hätten 
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 29, S. 2). Die bisherige Tätigkeit 
sei (seit dem 1. Juni 2015) zu 20% zumutbar (AB 29, S. 3).

3.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin und Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 11. Februar 
2016 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Polytrauma vom 24. Sep-
tember 2014 mit multiplen Organschäden, vielen und teilweise sehr kom-
plexen Frakturen und einem Lymphödem links betont (AB 33, S. 4). Der 
Beschwerdeführer arbeite zu 100% als selbstständiger .... Diese (schwere) 
Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Die Fussfunktion links sei aktuell signifi-
kant eingeschränkt und ein Stock sei nötig, wenn der Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 7

laufe oder stehe, um den linken Fuss zu entlasten, d.h. er könne im ... nicht 
mit beiden Händen arbeiten, da er eine Hand für den Stock brauche. Zu-
sätzlich müsse berücksichtigt werden, dass er eine Hüft-Totalendoprothese 
rechts habe. Als Selbstständigerwerbender sei es vorstellbar, dass er (sit-
zende) Bürotätigkeiten ausüben könne. Eine angepasste, leichte und vor-
wiegend sitzende Tätigkeit sei seit dem 1. Juni 2015 zu 75% zumutbar. Im 
Zusammenhang mit der Hüft-Totalendoprothese rechts sollte es keine „tief 
sitzende“ Tätigkeit sein. Gehende Tätigkeiten auf unebenem Gelände seien 
nicht zumutbar. Bückende, kniende oder kauernde Tätigkeiten sowie Tätig-
keiten auf Leitern und Gerüsten seien nicht zumutbar. Gehende Tätigkeiten 
seien zusätzlich eingeschränkt, da der Beschwerdeführer einen Stock beim 
Laufen brauche. Im September 2016 werde eine Verlaufskontrolle im Spital 
D.________ stattfinden. Zwei Jahre nach dem Unfall könnte man dann von 
einem Endzustand ausgehen. Entscheidend für das Zumutbarkeitsprofil in 
einer angepassten Tätigkeit sei die Entwicklung des linken Unterschenkels 
(AB 33, S. 5).

3.1.4 Die Ärzte des Spitals D.________ hielten im Bericht vom 7. Sep-
tember 2016 fest, dass sich die klinische Situation (des linken Unterschen-
kels) verbessert habe. Eine operative Sanierung des Knochenvorsprungs 
werde vom Beschwerdeführer aktuell nicht gewünscht. Vorerst würden die 
Nachkontrollen abgeschlossen (AB 73, S. 3).

3.1.5 Vom 12. bis 19. April 2017 war der Beschwerdeführer im Spital 
I.________ hospitalisiert. Im Bericht vom 28. April 2017 wurde ein Alkoho-
lentzug, ein Sturzereignis mit anterograder Amnesie am 11. April 2017, 
eine Tuberculum-majus-Abrissfraktur rechts, eine chronische Schwellung 
des Unterschenkels links, ein Status nach Polytrauma nach Sturz aus 
sechs Metern am 24. September 2014, eine arterielle Hypertonie, Adiposi-
tas, Gicht und ein Status nach Nabelhernienoperation 2014 diagnostiziert 
(AB 72, S. 2 f.). 

Vom 21. bis 24. April 2017 war der Beschwerdeführer im Rahmen einer 
weiteren Operation (Stabilisierung der Abrissfraktur) erneut im Spital 
I.________ hospitalisiert. Es wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 
21. April bis 4. Juni 2017 attestiert (AB 75, S. 5 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 8

3.1.6 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________ führte im Bericht vom 25. Juni 
2017 aus, dass der Endzustand erreicht sei. Im Bericht des Spitals 
D.________ vom September 2016 werde eine Besserung erwähnt. Diese 
sei jedoch nicht signifikant, weshalb die (schwere) Tätigkeit als ... weiterhin 
nicht zumutbar sei. Das Zumutbarkeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit 
sei immer noch gültig. Unter Berücksichtigung der Schulterprobleme seit 
April 2017 sei das Zumutbarkeitsprofil dahingehend zu ergänzen, als Tätig-
keiten auf Schulterhöhe sowie das körperferne Heben und Tragen nicht 
möglich seien (in den Gerichtsakten). 

3.1.7 Im Bericht vom 1. August 2017 führte Dr. med. G.________ aus, 
dass seine Beurteilung des Zumutbarkeitsprofils im Bericht vom August 
2015 nicht korrekt gewesen sei. Er habe gemeint, dass der Beschwerde-
führer wohl den ganzen Tag sitzen könne, nicht jedoch in einer Arbeits-
tätigkeit. Mit einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit als ... könne er eine Hilfskraft 
anstellen und seinen Betrieb weiterführen. Eine sitzende Tätigkeit ganztags 
sei nicht zumutbar und würde mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-
lichkeit seine depressiven Tendenzen so verstärken, dass daraus eine 
ernsthafte Gefährdung des Lebens entstehen könne (Beschwerdebeilage 
[BB] 3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 9

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 
135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung 
vom 23. März 2017 (AB 64) im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen 
des RAD-Arztes Dr. med. H.________ vom 11. Februar 2016 (AB 33) so-
wie 25. Juni 2017 (in den Gerichtsakten). Diese erfüllen die Voraussetzun-
gen der Rechtsprechung an ärztliche Berichte (vgl. E. 3.2 hiervor) und er-
bringen vollen Beweis. Der RAD-Arzt führt unter Berücksichtigung des Po-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 10

lytraumas vom 24. September 2014 mit anschliessenden Operationen und 
mehrmonatiger Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.1.1 hiervor) schlüssig und 
nachvollziehbar aus, dass dem Beschwerdeführer seine bisherige (selbst-
ständige) Tätigkeit als ... aufgrund der Einschränkungen beim Stehen und 
Gehen (auf unebenem Gelände) nicht mehr zumutbar ist. In einer ange-
passten, leichten vorwiegend sitzenden Tätigkeit besteht eine 75%-ige 
Leistungsfähigkeit ab 1. Juni 2015. Der Umstand, dass Dr. med. 
H.________ keine eigenen Untersuchungen durchgeführt hat, schadet 
nicht, da die Voraussetzungen für einen Aktenbericht erfüllt sind, zumal 
sich der RAD-Arzt aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein gesamthaft 
lückenloses Bild der Gesundheitssituation machen konnte (vgl. E. 3.2 hier-
vor). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. Replik vom 
8. August 2017) vermag denn auch die Tatsache, dass der zweite Bericht 
des RAD vom 25. Juni 2017 erst im Beschwerdeverfahren eingeholt wor-
den ist, nichts zu ändern. Es handelte sich dabei nicht um zusätzliche Ab-
klärungen zum Sachverhalt (vgl. BGE 117 V 282 E. 4a S. 283; BGE 132 V 
368 E. 5 S. 374; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. Januar 
2014, 8C_410/2013, E. 5.1), sondern um eine Würdigung der Akten, wel-
che bereits vor Erlass der Verfügung vom 23. März 2017 vorlagen. Kommt 
hinzu, dass Dr. med. H.________ im Bericht vom Juni 2017 seine frühere 
Beurteilung vom Februar 2016 vollumfänglich bestätigte.

Die Beurteilung des RAD-Arztes stimmt denn auch weitgehend mit der Ein-
schätzung von Dr. med. G.________ vom 25. August 2015 überein. In die-
sem Bericht legt der Hausarzt dar, dass angepasste, rein sitzende Tätigkei-
ten bzw. Tätigkeiten mit Rotation im Sitzen/Stehen seit dem 1. Juni 2015 
ganztags zumutbar sind (AB 28, S. 6). Im Bericht vom 4. Januar 2016 äus-
sert er sich - bei einer festgestellten leichten Verbesserung des Gesund-
heitszustandes - nicht zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit (AB 29, S. 2 ff.). Soweit Dr. med. G.________ nachträg-
lich im Bericht vom 1. August 2017 von seinem im August 2015 gestellten 
Zumutbarkeitsprofil abweicht und eine sitzende Tätigkeit ganztags als un-
zumutbar bezeichnet, überzeugt dies nicht. Kommt hinzu, dass er eine sit-
zende Tätigkeit offenbar auch in einem kleineren Pensum nicht für möglich 
erachtet bzw. keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit macht, was mit Blick auf die medizinische Situation des Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 11

schwerdeführers nicht nachvollziehbar ist. Schliesslich begründet er seine 
Darlegungen nunmehr mit möglichen depressiven Tendenzen bei einer 
ganztags sitzenden Tätigkeit, da der Beschwerdeführer sein ganzes Ar-
beitsleben draussen oder in seinem … verbracht habe (BB 3). Die erstmals 
im August 2017 vom Allgemeinmediziner Dr. med. G.________ erwähnten 
allfälligen depressiven Tendenzen finden in den vorliegenden Akten jedoch 
keinen Rückhalt; zumindest wird bis zum Zeitpunkt der Verfügung von den 
somatisch behandelnden Ärzten nie eine psychiatrische Behandlung er-
wähnt. 

Was schliesslich den Sturz des Beschwerdeführers vom 11. April 2017 mit 
anschliessender Operation und konsekutiver mehrmonatiger Arbeitsun-
fähigkeit anbelangt (AB 75), ist festzuhalten, dass sich dieser nach Erlass 
der hier angefochtenen Verfügung vom 23. März 2017 ereignete (AB 64) 
und daher vorliegend nicht mehr zu berücksichtigen ist (SVR 2008 IV Nr. 8 
S. 25 E. 3.4).

3.4 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer seit 
seinem Unfall am 24. September 2014 in seiner angestammten Tätigkeit 
als ... nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer angepassten, leichten und vor-
wiegend sitzenden Tätigkeit besteht ab 1. Juni 2015 eine Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 75%. Im Zusammenhang mit der Hüft-Totalendo-
prothese rechts ist eine „tief sitzende“, bückende, kniende oder kauernde 
Tätigkeit auf unebenem Gelände bzw. eine Tätigkeit auf Leitern und Gerüs-
ten nicht zumutbar. Gehende Tätigkeiten sind eingeschränkt wegen dem 
Gehstock.

Da der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist, kann im Rah-
men der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) auf 
weitere Beweismassnahmen bzw. die Einholung eines polydisziplinären 
Gutachtens verzichtet werden, zumal - wie bereits erwähnt - im vorliegen-
den Fall keine konkreten Anhaltspunkte für eine psychiatrische Störung 
bzw. Einschränkung bestehen.

4. Nachfolgend ist die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 12

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) vorgesehenen Gleichstellung 
der invalidenversicherungsrechtlich massgebenden hypothetischen 
Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen 
Erwerbseinkommen kann das Valideneinkommen von 
Selbstständigerwerbenden zumeist auf Grund der Einträge im Individuellen 
Konto bestimmt werden. Weist das bis zum Eintritt der Invalidität erzielte 
Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung 
getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren 
Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (SVR 2014 UV Nr. 
1 S. 2 E. 4.2, 2010 IV Nr. 26 S. 80 E. 3.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 13

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 
E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.1.3 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 14

klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

4.2 Die Beschwerdegegnerin stellt für die Invaliditätsbemessung auf 
den Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 9. November 
2016 (AB 49) ab. Dieser erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. 
E. 4.1.3 hiervor). Insbesondere bestehen keine Anzeichen dafür, dass die 
Abklärungsperson nicht hinreichend qualifiziert ist. Ferner ist nicht zu bean-
standen, dass der Abklärungsdienst den Invaliditätsgrad nach der allge-
meinen Methode des Einkommensvergleichs (vgl. E. 4.1 hiervor) errechne-
te. So gelangt doch die ausserordentliche Bemessungsmethode (BGE 128 
V 29 E. 1 S. 31, 104 V 135 E. 2c S. 138) - entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers - vorliegend nicht zur Anwendung, da sich die Ver-
gleichseinkommen zuverlässig ermitteln lassen (vgl. E. 4.4 f. hiernach). 
Soweit im Abklärungsbericht vom 9. November 2016 ein Betätigungsver-
gleich vorgenommen wurde (AB 49, S. 4 Ziff. 5) ist dies für die Invaliditäts-
bemessung nicht von Bedeutung.

4.3 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
attestierten Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 40% ohne wesentlichen 
Unterbruch) seit dem 24. September 2014 (vgl. E. 3.1.1 f. hiervor; Art. 28 
Abs. 1 lit. c IVG) sowie der Anmeldung zum Leistungsbezug im März 2015 
(AB 1; Art. 29 Abs. 1 IVG) der 1. September 2015. Auf diesen Zeitpunkt hin 
ist der Einkommensvergleich vorzunehmen.

4.4 Da der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Einschränkung un-
bestrittenermassen weiterhin als selbstständigerwerbender ... tätig wäre 
(vgl. AB 49, S. 2 Ziff. 2), ist das hypothetische Valideneinkommen aufgrund 
des Einkommens in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu bemessen. 

Im Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 9. November 2016 
wurde das Valideneinkommen gestützt auf die Buchhaltung des Beschwer-
deführers festgelegt. Dabei wurde auf das durchschnittliche Einkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 15

der Jahre 2011 bis 2013 (Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im September 
2014) abgestellt (AB 49, S. 5 f. Ziff. 6 und 8). Die Berechnung des Validen-
einkommens gestützt auf die Buchhaltungszahlen ist nicht zu beanstanden, 
zumal dem IK-Auszug für das Jahr 2013 entsprechende Angaben fehlen 
(vgl. AB 11 sowie Entscheid des BGer vom 23. April 2008, 8C_611/2007, 
E. 5.1.1). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann nicht al-
leine auf das Jahr 2013 abgestellt werden - wie dies zunächst im Rahmen 
der Abklärung im August 2016 gemacht wurde (AB 37) -, da die Einkom-
men des Beschwerdeführers in den letzten Jahren einige Schwankungen 
aufweisen (vgl. AB 3, 35.2 - 35.5) und daher auf einen während einer 
längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen ist (vgl. 
E. 4.1.1 hiervor). Weiter ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde-
gegnerin bei der Berechnung des jeweiligen Jahreseinkommens - zusätz-
lich zum Betriebsgewinn - das Einkommen aus der Tätigkeit für die Ein-
wohnergemeinde K.________ (Winterdienst; vgl. auch AB 11) sowie die 
AHV-Beiträge für Selbstständigerwerbende berücksichtigte. Somit beläuft 
sich das durchschnittliche Einkommen der Jahre 2011 bis 2013 auf 
Fr. 61‘683.-- (2011: Fr. 49‘418.--; 2012: Fr. 61‘151.--; 2013: Fr. 74‘480.--). 
Aufgerechnet auf das massgebliche Jahr 2015 ergibt dies ein Validenein-
kommen von Fr. 63‘202.30 (Fr. 61‘683.-- : 101.5 [mittleres Jahr 2012] x 104 
[2015]; Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallöhne Männer 2011 - 2016, 
Tabelle T1.1.10, Zeile C: Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren).

4.5

4.5.1 Mit Blick auf die Berechnung des Invalideneinkommens ist zunächst 
zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer ein Berufswechsel in eine leidensad-
aptierte Tätigkeit und die Aufgabe seiner selbstständigen Tätigkeit zumut-
bar ist. 

Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der 
Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die 
Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu 
verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls 
mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenaus-
schliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des un-
bestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 16

bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind 
die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles 
zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen 
die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Ver-
hältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei 
den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeits-
markt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich. Eine Be-
triebsaufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar, und es 
kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung 
aufrecht erhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von 
einer gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (Entscheid des BGer vom 
11. Dezember 2013, 9C_624/2013, E. 3.1.1).

Gestützt auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.4 hiervor) ist 
der Beschwerdeführer (ab 1. Juni 2015) in der Lage, seine Restarbeits-
fähigkeit von 75% in einer angepassten, unselbstständigen Tätigkeit besser 
zu verwerten als in seinem angestammten Beruf als selbstständiger ..., 
dessen Ausübung nicht mehr möglich ist. Auch erscheint ein Berufswech-
sel aufgrund der weiteren Umstände als zumutbar. Zwar ist der gelernte ... 
seit rund 20 Jahren als Selbstständigerwerbender tätig (vgl. AB 49, S. 2 
Ziff. 2). Im hier massgebenden Zeitpunkt, d.h. im Zeitpunkt, in welchem die 
medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht (vgl. BGE 
138 V 457 E. 3.3 S. 462) - hier im Februar 2016 (vgl. E. 3.3 f.) - ist der 1966 
geborene Beschwerdeführer jedoch erst knapp 50 Jahre alt und hat damit 
noch eine verbleibende Aktivitätsdauer von 15 Jahren vor sich. Darüber 
hinaus bestehen auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne 
weiteres Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten 
grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden, und der Beschwerde-
führer zwar eingeschränkt, aber immer noch im Rahmen eines grossen 
Pensums arbeitsfähig ist. Ferner ist nicht ersichtlich, dass der Betrieb von 
Nachkommen weitergeführt werden soll. Entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers ist denn auch keine zusätzliche Übergangsfrist zur 
Aufgabe des Betriebs zu gewähren (vgl. E. 4.3 hiervor), da diesem bereits 
kurze Zeit nach dem Unfall vom 24. September 2014 klar werden musste, 
dass die Weiterführung des Betriebs wohl kaum mehr möglich war.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 17

Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer ein Berufswechsel bzw. die 
Aufgabe seiner selbstständigen und die Aufnahme einer unselbstständigen 
Tätigkeit zumutbar. 

4.5.2 Da der Beschwerdeführer keiner ihm zumutbaren angepassten 
Tätigkeit nachgeht, sind für die Berechnung des Invalideneinkommens die 
Tabellenlöhne heranzuziehen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Abgestellt auf die LSE 
2014, Tabelle TA1, Niveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand-
werklicher Art), Total, Männer, ist von einem Einkommen von Fr. 5‘312.-- 
pro Monat bzw. Fr. 63‘744.-- pro Jahr auszugehen. Umgerechnet auf die 
betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, 2015) und aufindexiert auf 
das Jahr 2015 (BFS, Tabelle T1.1.10. Nominallohnindex, Männer 2011 - 
2016, Total, 2014 [103.2], 2015 [103.5]) ergibt dies ein Einkommen von 
jährlich Fr. 66‘646.30 (Fr. 63‘744.-- : 40 x 41.7 :103.2 x 103.5). Unter 
Berücksichtigung der reduzierten Erwerbsfähigkeit von 25% (vgl. E. 3.4 
hiervor) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘984.70.

Da der Beschwerdeführer nur noch angepasste, leichte Tätigkeiten aus-
führen kann bzw. die Leistungsfähigkeit selbst im Rahmen körperlich 
leichter Hilfsarbeitertätigkeit eingeschränkt ist, erweist sich der von der Be-
schwerdegegnerin berücksichtigte leidensbedingte Abzug von 15% als an-
gemessen (vgl. Entscheid des BGer vom 30. Mai 2011, 9C_187/2011, E. 
4.2.1). Weitere invaliditätsfremde Gründe liegen nicht vor. Der Beschwer-
deführer war im hier massgebenden Zeitpunkt 49 Jahre alt und ist Schwei-
zer Bürger (vgl. AB 42 sowie E. 4.1.2 hiervor).

Demnach ergibt sich ein Invalideneinkommen von jährlich Fr. 42‘487.--.

4.6 Nach dem Gesagten resultiert bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 63‘202.30 und einem Invalideneinkommen von Fr. 42‘487.-- eine invali-
ditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 20‘715.30, was einem rentenaus-
schliessenden Invaliditätsgrad von gerundet (BGE 130 V 121 E. 3.2 und 
3.3 S. 123) 33% entspricht (vgl. E. 2.2 hiervor).

Es ist festzuhalten, dass der Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ - entge-
gen der Auffassung des Beschwerdeführers - mit dem Rentenentscheid 
ohne vorherige Anordnung von Eingliederungsmassnahmen vorliegend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 18

nicht verletzt worden ist. So kann ein solcher Entscheid unabhängig von 
allfälligen Eingliederungsmassnahmen gefällt werden, wenn ein Rentenan-
spruch von vornherein zu verneinen ist (Entscheid des BGer vom 20. Okto-
ber 2010, 8C_515/2010, E. 2.2). In diesem Zusammenhang bleibt darauf 
hinzuweisen, dass im Februar 2017 berufliche Eingliederungsmassnahmen 
eingeleitet worden sind. Die geplante Beratung im BIZ im Juni 2017 musste 
aufgrund eines Rückfalls in die Alkoholsucht des Beschwerdeführers je-
doch annulliert werden, was diesem denn auch telefonisch mitgeteilt wurde 
(vgl. Protokoll per 26. Juni bzw. 20. September 2017, in den Gerichtsak-
ten).

Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 23. März 2017 (AB 64) 
als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2017, IV/17/395, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.