# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca0357c8-045d-5bff-b24b-e31474461ed7
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-23
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Verbandsbeschwerde. Teilweise Unterschutzstellung einer genossenschaftlichen Wohnsiedlung in Zürich.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0066/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._00066-2021_vom_23._april_2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2019.05160 
0066/2021 

Entscheid vom 23. April 2021 

Mitwirkende 

Abteilungsvizepräsident  Claude  Reinhardt,  Baurichter  Christian  Hurter, 
Baurichterin Beatrice Bosshard, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Neptunstrasse 20, 8032 Zürich  

vertreten durch […]  

gegen 

Rekursgegner 

1.  Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 8022 Zürich  

vertreten durch […] 

Mitbeteiligte 

2.  Genossenschaft S. […]  

vertreten durch […]  

betreffend 

Beschluss  des  Stadtrates  vom  6. November 2019  […];  Vertragsgenehmi-
gung  und  teilweiser  Verzicht  auf  Unterschutzstellung,  Schweighofstrasse 
32-80,  Frauentalweg  20-34,  Hegianwandweg  51-65,  Im  Hegi 5-17 und 23-
33, Arbentalstrasse 5-21 und 25-39, Zürich 3 - Wiedikon 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit Beschluss vom 6. November 2019 genehmigte der Stadtrat von Zürich 

den  Vertrag  mit  der  Genossenschaft  S.  über  die  Unterschutzstellung  der 

Gebäude  auf  den  Grundstücken  Kat.-Nrn. WD3901,  WD3902,  WD3903, 

WD3414  und WD3736  am  Hegianwandweg 51-65,  an  der  Arbentalstrasse 

5-21  und  25-39,  am  Frauentalweg  20-34,  Im  Hegi 5-17,  23-33  und  an  der 

Schweighofstrasse 46-68 (Wohnsiedlung "Im Hegi") in Zürich Wiedikon. Die 

Gebäude  an  der  Schweighofstrasse  32-44  und  an  der  Schweighofstrasse 

70-80 wurden nicht unter Denkmalschutz gestellt. 

B. 
Gegen diesen Entscheid erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom  23. Dezember 2019  fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des 

Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung des Entscheides unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz und der Mitbeteilig-

ten.  Eventualiter  sei  die  Angelegenheit  zur  weiteren  Abklärung  des  Sach-

verhalts  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  subeventualiter  sei  die  Vor-

instanz einzuladen, die Siedlung "Im Hegi" umfassend unter Schutz zu stel-

len. 

C. 
Mit  Verfügungen  vom  8.  bzw.  17. Januar  2020  wurde  der  Rekurseingang 

vorgemerkt  und  das  Vernehmlassungsverfahren  eröffnet.  Mit  Stempelver-

fügung vom 27. Januar 2020 wurde das Verfahren auf Ersuchen der Mitbe-

teiligten sistiert. 

D. 
Die  Mitbeteiligte  beantragte  mit  Eingabe  vom 9. Dezember 2020  in  Aufhe-

bung  der  Sistierung  die  Abweisung  des  Rekurses  unter  Kosten-  und  Ent-

schädigungsfolgen  zulasten  des  Rekurrenten.  Die  Vorinstanz  beantragte 

mit Eingabe vom 17. Dezember 2020 ebenfalls die Abweisung des Rekur-

ses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Rekurrenten. 

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E. 
Mit Replik vom 28. Januar 2021 bzw. Duplik vom 17. und 22. Februar 2021 

hielten privaten Parteien an ihren Anträgen fest.  

F. 
Am  18. März  2021  führte  die  1. Abteilung  des  Baurekursgerichtes  im  Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 
Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Gemäss  § 338b  Abs. 1  lit. a  des  Planungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  sind 

gesamtkantonal  tätige  Verbände,  die  sich  seit  wenigstens  zehn  Jahren  im 

Kanton  statutengemäss  dem  Natur-  und  Heimatschutz  oder  verwandten, 

rein ideellen Zielen widmen, zum Rekurs gegen Anordnungen und Erlasse 

berechtigt,  soweit  sich  diese  auf  den  III. Titel  (Natur-  und  Heimatschutz, 

§§ 203-217 PBG) oder § 238 Abs. 2 PBG stützen. Der Rekurrent erfüllt die-

se Voraussetzungen unbestrittenermassen. Da die übrigen Prozessvoraus-

setzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. Soweit dies 

bei  einzelnen  Rügen und  Anträgen  nicht  zutrifft,  wird  dies  im  Rahmen der 

nachfolgenden Ausführungen darzulegen sein. 

2. 
Einleitend ist der Ablauf des Unterschutzstellungsprozesses und der Sach-

verhalt gemäss Vernehmlassung der Vorinstanz darzulegen. 

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Im Jahr 2012 hätten die Stadt und die Genossenschaft Z. mit der Erarbei-

tung  eines  gemeinsamen  Masterplans  für  die  Entwicklung  des  Friesen-

bergquartiers  begonnen.  Dies  mit  dem  Ziel,  der  Genossenschaft  Z.  als 

grösste  Eigentümerin  von  genossenschaftlichen  Siedlungen  im  Friesen-

bergquartier  einen  verlässlichen  Rahmen  für  die  künftige  Entwicklung  auf-

zuzeigen,  welcher  von  der  Stadt  mitgetragen  würde.  Die  Siedlungen  im 

Friesenbergquartier  seien  bis  dahin  nicht  inventarisiert  gewesen.  Im  Jahr 

2006  sei  deshalb  eine  als  "Spezialinventar"  bezeichnete  Bestandesauf-

nahme zum Siedlungsverbund der Genossenschaft Z., bzw. zu den einzel-

nen  23 Bauetappen  erarbeitet  worden,  um  eine  Grundlage  für  einen  Aus-

gleich möglicher Interessenkonflikte zu schaffen. Darin aufgeführt sei auch 

die  sowohl  stadträumlich  als  auch  entstehungsgeschichtlich  eng  mit  dem 

Siedlungsverbund  der  Genossenschaft  Z.  verbundene  Wohnkolonie  "Im 

Hegi".  Diese  Bestandesaufnahme  beruhe  auf  einer  äusseren  Begehung 

und stelle eine erste Empfehlung seitens der Mitarbeitenden der Denkmal-

pflege  dar,  welche  als  allgemeine  Ziel-  und  Prioritätenangabe  für  weitere 

Schutzabklärungen  dienen  solle.  Die  Siedlung  "Im  Hegi"  sei  als  denkmal-

pflegerisch  wertvoll  eingestuft  worden.  Im  Rahmen des  Masterplanprozes-

ses sei eine Denkmalpflegestrategie entwickelt worden mit dem Ziel, unter 

den verschiedenen Bauetappen eine Auswahl zu treffen, mit denen die un-

terschiedlichen Bauepochen des Siedlungsverbundes mit ihrer spezifischen 

Formensprache und Gartengestaltung exemplarisch als "Zeitschichten" der 

Friesenberg-Bebauung  erhalten  werde  könnten.  Dazu  seien  diejenigen 

Bauetappen  mitsamt  ihrer  Umgebung  für  eine  Inventaraufnahme  vorge-

schlagen worden, die die jeweilige Epoche am überzeugendsten vertreten. 

Für die Zwischenkriegszeit hätten die Etappen 1 und 2 der Genossenschaft 

Z.  Siedlungen  zusammen  mit  dem  etwas  später  errichteten  Genossen-

schaftshaus  sowie  die Wohnkolonie  "Im  Hegi"  im  Vordergrund  gestanden. 

Trotz  der  anerkannten  Schutzwürdigkeit  habe  der  Masterplan  aufgrund  ei-
ner  entsprechenden  Interessenabwägung  empfohlen,  auf  eine  Unter-

schutzstellung  der  Etappen  1  und  2 der Genossenschaft  Z.  zu  verzichten, 

aber  die  Siedlung  "Im  Hegi"  als  Repräsentanten  der  Architektur  im  Span-

nungsfeld zwischen Tradition und Moderne ins Inventar aufzunehmen. Die 

gestützt  auf den  Masterplan erfolgte  Nichtunterschutzstellung  der  Etappen 

1 und 2 der Genossenschaft Z. sei auf Beschwerde des ZVH hin vom Ver-

waltungsgericht  aufgehoben  worden.  Dieser  Entscheid  sei  inzwischen 

durch  das  Bundesgericht  bestätigt  worden 

(BGr 1C_128/2019  und 

1C_134/2019). Die Etappen 1 und 2 der Genossenschaft Z. würden daher 

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unter Schutz zu stellen sein, wobei der Schutzumfang noch zu bestimmen 

sei. 

Aufgrund der Entwicklungsabsichten der Genossenschaft Z. und der in die-

sem Rahmen festgestellten denkmalpflegerischen Bedeutung der Siedlung 

"Im  Hegi"  habe  die  Mitbeteiligte  im  Jahr  2013  die  Stadt  um  Klärung  der 

Entwicklungsmöglichkeiten hinsichtlich ihrer Siedlung bzw. der Frage nach 

deren Schutzwürdigkeit ersucht. Die Parteien hätten sich auf ein kooperati-

ves Verfahren geeinigt, um die Möglichkeiten zur Entwicklung der Siedlung 

unter  Berücksichtigung  der  Anliegen  des  Denkmalschutzes  zu  prüfen.  In 

den  Jahren  2016/2017  sei  eine  Machbarkeitsstudie  durchgeführt  worden, 

um verschiedene Varianten zur Umsetzung der Entwicklungsabsichten der 

Genossenschaft S. aufzuzeigen, wobei explizit auch die Umsetzung im Be-

stand  zu  prüfen  gewesen  sei.  Dabei  sei  bewusst  auf  die  Abgabe  eines 

quantifizierten  Raumprogramms  verzichtet  worden,  weil  das  vertretbare 

Ausmass  an  Eingriffen  ins  Ensemble  (z.B.  Ersatzneubauten)  ebengerade 

Gegenstand der Machbarkeitsstudie gewesen sei. Es sei ein interdisziplinä-

res Begleitteam zusammengestellt worden aus Vertretern der Eigentümer-

schaft  sowie  aus  Fachpersonen  der  Stadt  Zürich  (Denkmalpflege,  Garten-

denkmalpflege  und  Städtebau)  und  einem  ausgewiesenen  Experten  zu 

Fragen des Denkmalschutzes. Die Auswertung des ersten Planungsschrit-

tes  durch  das  Begleitgremium  habe  ergeben,  dass  die  Vorschläge  keine 

genügende  Auseinandersetzung  mit  den  konstituierenden  Elementen  der 

Siedlung  aufzeigten  und  auch  nicht  hinreichend  prüften,  ob  die  Entwick-

lungsabsichten  der  Genossenschaft  S.  durch  Anpassungen  der  bestehen-

den Bausubstanz  möglich  wären.  Das  Begleitgremium habe  eine  Auswahl 

derjenigen vom Planungsteam vorgeschlagenen Lösungsansätze getroffen, 

die weiterverfolgt werden sollten. Entgegen den von der Genossenschaft S. 

bevorzugten Varianten habe die Stadt auch eine Weiterverfolgung der Va-
der 
gewünscht,  welche  Ersatzneubauten 
riante  V4 

entlang 

Schweighofstrasse vorsehe. Dabei sollte indes der Erhalt der mittleren Zei-

le  geprüft  werden.  Zur  Unterstützung  dieses  zweiten  Schrittes  der  Mach-

barkeitsstudie  habe  eine  Fachperson  der  städtischen  Denkmalpflege  die 

bereits im Jahr 2013 erstellte Kurzwürdigung zur Wohnsiedlung um eine ei-

gentliche  denkmalpflegerische Würdigung  ergänzt.  Aufgrund  der  ausführli-

chen  Auseinandersetzung  mit  der  Bedeutung  der  Siedlung  im Kontext  der 

Siedlungsgeschichte des Friesenbergquartiers gebe diese Würdigung Emp-

fehlungen  für  die  Machbarkeitsstudie  ab.  Sie  bezeichne  insbesondere  die 

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konstituierenden Elemente, welche aus denkmalpflegerischen Gründen zur 

Wahrung des schutzwürdigen Charakters der Siedlung beibehalten werden 

sollen  (vgl. S. 11  der  Würdigung).  Diese  Würdigung  sei  in  die  weiteren 

Schritte der Machbarkeitsstudie und in die Beurteilung der Varianten durch 

das Begleitgremium eingeflossen. 

Das  Begleitgremium  sei  nach  einem  zweiten  Überarbeitungsschritt  zum 

Schluss gekommen, dass die von der Genossenschaft S. angestrebte Ent-

wicklung  unter Wahrung  der  Interessen  des  Denkmalschutzes möglich  sei 

bei  einer  Variante,  welche  den  Abbruch  der  zwei  seitlichen  Häuserzeilen 

entlang  der  Schweighofstrasse  unter  Erhalt  des  zentralen  Zeilenbaus  mit 

Tordurchgang vorsehe. Die von der Genossenschaft S. ursprünglich favori-

sierte Lösung mit Ersatzneubauten entlang der Arbentalstrasse sei verwor-

fen  worden. Wichtig  sei  dem  Begleitgremium  der  Erhalt  des  mittleren  Zei-

lenbaus entlang der Schweighofstrasse gewesen, um die Ensemblewirkung 

der gesamten Siedlung nicht zu beeinträchtigen. Aus städtebaulicher Sicht 

gewürdigt worden sei der Umstand, dass diese Variante die mit dem Mas-

terplan  Genossenschaft  Z. angestrebte Aufwertung  des  öffentlichen  Stras-

senraums  der  Schweighofstrasse  unterstützen  würde.  Zudem  könnten  die 

am meisten durch den Lärm der Schweighofstrasse belasteten Wohnungen 

durch qualitativ hochstehenden Wohnraum ersetzt werden. 

Verworfen  worden  sei  eine  Umsetzung  der  Bedürfnisse  der  Genossen-

schaft  S.  im  Bestand.  Diese  habe  sich  aufgrund  der  über  drei  Geschosse 

verlaufenden  Wohnungen  als  sehr  schwierig  herausgestellt.  Insbesondere 

die Integration der Erschliessung der Wohneinheiten (Lifte im Inneren oder 

Liftanbauten im Äusseren) hätten tiefgreifende Anpassungen der Gebäude 

zur Folge, welche zudem mit überhöhten Kosten einhergehen würden, oh-

ne dabei die Bedürfnisse der Genossenschaft vollständig zu erfüllen. Diese 
Variante  hätte  daher  weder  den  Interessen  der  Denkmalpflege  noch  den 

privaten Interessen der Genossenschaft gedient. 

In  der  Folge  habe  sich  die  Mitbeteiligte  zu  einer  einvernehmlichen  Unter-

schutzstellung  ihrer  Siedlung  bereit  erklärt  und  mit  der  Stadt  am  12. Juni 

2019 einen entsprechenden Schutzvertrag  abgeschlossen, der vom Stadt-

rat  mit  dem  vorliegend  angefochtenen  Beschluss  genehmigt  worden  sei. 

Damit sei die Siedlung "Im Hegi" mitsamt der Umgebung unter Schutz ge-

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stellt  worden.  Gleichzeitig  sei  auf  eine  Unterschutzstellung  der  seitlichen 

Zeilenbauten entlang der Schweighofstrasse verzichtet worden. 

3. 
Mit der Replik (Rz. 9) verlangt der Rekurrent die Herausgabe des Protokolls 

des  Begleitgremiums  zur  Machbarkeitsstudie  Hegi.  Dieses  Gremium  hätte 

wichtige  Überlegungen  sicher  protokolliert.  Der  Rekurrent  bezieht  sich  da-

bei  auf  die  Ausführung  der  Vorinstanz  in  der  Rekursantwort  (Rz. 17),  wo-

nach  das  Begleitgremium  nach  einem  zweiten  Überarbeitungsschritt  (der 

Machbarkeitsstudie)  übereinstimmend  zum  Schluss  gekommen  sei,  dass 

die von der Genossenschaft S. angestrebte Entwicklung unter Wahrung der 

Interessen  des  Denkmalschutzes  möglich  sei  bei  einer  Variante,  welche 

den  Abbruch  der  zwei  seitlichen  Häuserzeilen  entlang  der  Schweighof-

strasse  unter  Erhalt  des  zentralen  Zeilenbaus  mit  Tordurchgang  vorsehe. 

Die  von  der  Genossenschaft  S.  ursprünglich  favorisierte  Lösung  mit  Er-

satzneubauten entlang der Arbentalstrasse sei verworfen worden. Zum Edi-

tionsbegehren  bringt  die  Vorinstanz  vor,  die  wesentlichen  Überlegungen 

bzw. Ergebnisse der Besprechungen des Begleitgremiums seien im Bericht 

zur Machbarkeitsstudie (act. 23.2., S. 17 ff. und 21 ff.) abgebildet. 

Aus  dem  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  gemäss  Art. 29  Abs. 2  der  Bun-

desverfassung  (BV)  ergibt  sich  für  die  Parteien  das  Recht,  Beweisanträge 

zu stellen, und für die Behörden die Pflicht, rechtzeitig und formgültig ange-

botene Beweisbegehren entgegenzunehmen und zu berücksichtigen. Keine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt indes vor, wenn ein Gericht auf die 

Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es aufgrund der bereits 

abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür 

(vgl. Art. 9 BV)  in  vorweggenommener  Beweiswürdigung  annehmen  kann, 
dass  seine  Überzeugung  durch  weitere  Beweiserhebungen  nicht  geändert 

würde  (BGr 1C_484/2016  vom  28. Juni 2017,  E. 2.2.2.,  mit  Hinweis  auf 

BGE 136  I 229  E.  5.2 und  5.3 f.;  s. auch  VB.2019.00608  vom 27. Februar 

2020, E. 4.2.). 

Vorliegend  ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern  allfällige  Überlegungen  des  Be-

gleitgremiums zur Machbarkeitsstudie, soweit sie nicht im entsprechenden 

Bericht  festgehalten  sind,  für  die  Beurteilung  des  Rekurses  entscheidrele-

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Seite 7 

 
 
vant  sein  könnten  bzw.  was  der  Rekurrent  mit  dem  verlangten  Protokoll 

beweisen will. Das Editionsbegehren ist daher abzuweisen. 

4. 
Im angefochtenen Beschluss wird erwogen, die Siedlung "Im Hegi" solle als 

baulicher Zeitzeuge der Friesenberg-Bebauung grundsätzlich erhalten blei-

ben. Sie gelte im Sinne von § 203 PBG als kultur-, sozial- und wirtschafts-

geschichtlich  bedeutender  Zeuge  des  Wohn-  und  Siedlungsbaus,  in  dem 

sich  auch  relevante  gesellschaftliche  Entwicklungen  und  der  soziale Wan-

del im 20. Jahrhundert manifestierten. Auf die Unterschutzstellung der zwei 

Gebäude an der Schweighofstrasse 32-44 und 70-80 werde verzichtet, da-

mit  sie  durch  Neubauten  ersetzt  werden  könnten.  Die  Realisierbarkeit  von 

Ersatzneubauten sei in der Machbarkeitsstudie nachgewiesen worden. Der 

durch die schlichten Zeilenbauten, den zentralen Siedlungsplatz sowie den 

kleinteiligen,  siedlungstypischen  Grünraum  geprägte  Charakter  der  Sied-

lung könne auch mit Ersatzneubauten erhalten werden. Der mögliche Um-

fang  der  Ersatzneubauten  lasse  genügend  Spielraum  für  die  Umsetzung 

der  Bedürfnisse  der  Genossenschaft  S.  (behindertengerechte  Geschoss-

wohnungen, Allgemeinräume, Parkierung in Tiefgarage, zentrale Wärmeer-

zeugung).  Die  Unterschutzstellung  sei  deshalb  auch  als  verhältnismässig 

einzustufen. Die Ersatzneubauten könnten auf die Schweighofstrasse aus-

gerichtet werden (Lage des Erdgeschosses, Eingänge, Erschliessung). Die 

Kreuzungen  der  Schweighofstrasse  mit  dem  Frauental-  und  Hegianwand-

weg  könnten  im  Zuge  der  Ersatzneubauten  als  Platzsituationen  umgestal-

tet,  die  Kopfbauten  darauf  ausgerichtet  und  die  Siedlung  "Im  Hegi"  damit 

besser an  den öffentlichen  Raum angebunden  werden  als heute. Die  Auf-

wertung der Schweighofstrasse als Rückgrat des Friesenbergs entspreche 

auch dem "Masterplan Genossenschaft Z.", der die städtebauliche Entwick-
lung des Siedlungsverbunds Friesenberg langfristig steuern solle. Die adä-

quate Integration der Ersatzneubauten sowohl in den Kontext der Siedlung 

"Im  Hegi"  als  auch  in  den  Strassenraum  der  Schweighofstrasse  samt  Ge-

staltung der Kreuzungsbereiche solle unter Mitwirkung des Amtes für Städ-

tebau sichergestellt werden. 

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Seite 8 

 
 
5.1. 
Der Rekurrent macht zunächst geltend, es fehle ein Anlass für eine Inven-

tarentlassung.  Gemäss  der  Machbarkeitsstudie  zur  Weiterentwicklung  der 

Kolonie Im Hegi vom 22. Mai 2017 seien zum heutigen Zeitpunkt keine wei-

teren  Aufwände  für  die  Abklärung  von  Randbedingungen  für  die  zukünfti-

gen  Ersatzneubauten  zu  tätigen.  Die  Projektierung  von  Ersatzneubauten 

werde  frühestens  ca.  im  Jahr 2025/26  an  die  Hand  genommen.  "Eine  in-

haltliche und formale Auseinandersetzung für ein Vorhaben, welches erst in 

ca. 10 Jahren  zur  Ausführung  kommen  soll  –  wenn  überhaupt  –  macht 

deshalb  wenig  Sinn,  weil  Wünsche  und  Auffassungen  in  diesem  Zeitraum 

ändern können". Die Vorinstanz treffe somit, so der Rekurrent weiter, einen 

Entscheid,  dessen  Realisierungszeitpunkt  nicht  gesichert  sei.  Ein  entspre-

chendes Provokationsgesuch befinde sich nicht bei den Akten.  

Der  angefochtene  Entscheid  sei  im  Zusammenhang  mit  der  Machbarkeit 

von  Ersatzbauten  begründet  worden,  die  aber  allenfalls  gar  nicht  so  reali-

siert würden, weil sich die Bedürfnisse der Rekursgegnerin gewandelt oder 

sich die bau- und zonenrechtlichen Voraussetzungen verändert hätten. Die 

Nichtunterschutzstellung  sei  aber  die  Folge  der  positiven  Bewertung  der 

Machbarkeit  der  Ersatzneubauten.  Diese  Bauten  sollen  dereinst  anstelle 

der abzubrechenden Bauten in die Siedlung integriert werden, also gleich-

sam  die  Lücken  schliessen.  Die  Nichtunterschutzstellung  sei  somit  eng 

verbunden mit der Weiterentwicklung des Schutzobjekts. Würden aber die 

Ersatzneubauten  nicht  realisiert,  falle  der  Grund  für  die  Nichtunterschutz-

stellung gemäss Ziffer 2 des angefochtenen Beschlusses weg. Die Gebäu-

de  wären  nicht  mehr  geschützt  und  könnten  abgebrochen  werden,  ohne 

dass sicher sei, dass neue geschützte Bauten die Wohnsiedlung angemes-

sen  ergänzen.  Schon aus  diesen  Gründen  sei  die  Inventarentlassung  auf-

zuheben, mindestens aber mit einer Bedingung zu ergänzen. 

5.2. 
Die  Vorinstanz  entgegnet,  beim  dem  als  "Spezialinventar"  bezeichneten 

Dokument  handle  es  sich  um  eine  Bestandesaufnahme  und  damit  um  ein 

Arbeitspapier der städtischen Denkmalpflege, nicht aber um ein Inventar im 

Rechtssinne. Die Siedlung "Im Hegi" sei nie im Inventar im Rechtsinne ent-

halten  gewesen  und  könne  folgerichtig  auch  nicht  (teilweise)  aus  diesem 

entlassen  werden.  Das  dem  angefochtenen  Beschluss  vorausgegangene 

Verfahren habe sich in erster Linie um die Unterschutzstellung der Siedlung 

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Seite 9 

 
 
in einem angemessenen Schutzumfang gedreht und nicht um die Nichtun-

terschutzstellung. Ausgelöst worden sei dieser Prozess durch das berech-

tigte  Anliegen  der  Genossenschaft  S.,  Planungssicherheit  hinsichtlich  der 

künftigen  Entwicklungsmöglichkeiten  ihrer  Siedlung  zu  erlangen.  Es  habe 

somit sehr wohl Anlass bestanden, den Schutzumfang für die Siedlung zu 

klären.  Der  Verzicht  der  Genossenschaft  S.  auf  ein  förmliches  Provokati-

onsbegehren  habe  es  ermöglicht,  den  erforderlichen  Schutzumfang  ohne 

Zeitdruck im Rahmen eines kooperativen Verfahrens zu klären.  

Der Prozess der Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass der Denkmalwert 

der Siedlung "Im Hegi" erhalten werden könne, auch wenn die beiden seit-

lichen  Häuserzeilen  entlang  der  Schweighofstrasse  durch  eingepasste 

Neubauten ersetzt würden. Unter diesen Voraussetzungen habe es sich als 

verhältnismässig  erwiesen,  den  Entwicklungsabsichten  der  Genossen-

schaft  S.  Rechnung  zu  tragen.  Aufgrund  des  vertraglich  vereinbarten 

Schutzumfangs,  insbesondere  der  Umgebung,  der  Bestimmung  in  § 238 

Abs. 2  PBG  und  der  Vereinbarung  im  Schutzvertrag  (Ziff. 12)  sowie  den 

zonenrechtlichen  Bestimmungen  sei  hinreichend  gesichert,  dass  allfällige 

Ersatzneubauten  dem  Denkmalwert  der  Siedlung  und  der  städtebaulichen 

Situation  Rechnung  tragen  würden.  Unter  diesen  Umständen  habe  darauf 

verzichtet werden können, die Nichtunterschutzstellung an eine Bedingung 

zu knüpfen. 

5.3. 
Die  Mitbeteiligte  bringt  über  die Stellungnahme  der  Vorinstanz  hinaus  vor, 

das  Vorliegen  eines  detaillierten  (Ersatz-)Bauprojekts  sei  nicht  Vorausset-

zung für den Schutzentscheid.  

5.4.1. 
Gegenstand  des  angefochtenen  Beschlusses  ist  die  Genehmigung  eines 

Schutzvertrages  und  der  teilweise  Verzicht  auf  Schutzmassnahmen.  Eine 

Inventarentlassung liegt nicht vor, zumal die Wohnsiedlung "Im Hegi" nicht 

inventarisiert ist. Soweit der Rekurrent diesen Umstand bemängelt und gel-

tend  macht,  das  Spezialinventar  der  Wohnsiedlungen  Friesenberg 

(act. 23.1) müsse als Inventar gelten (Replik Rz. 30), ist darauf nicht einzu-

gehen. Eine Inventarisierung  ist  nicht Gegenstand  des  angefochtenen Be-

schlusses.  Ausserdem  ist  es  bei  der  Anordnung  von  Schutzmassnahmen 

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Seite 10 

 
 
bzw. beim (teilweisen) Verzicht darauf unerheblich, ob das betreffende Ob-

jekt im Inventar figuriert oder nicht.  

Die  Überprüfung  der  Schutzwürdigkeit  setzt  weder  eine  drohende  Beein-

trächtigung  noch  ein  Provokationsbegehren  (§ 213 PBG)  der  Eigentümer-

schaft  voraus.  Folglich  darf  die  zuständige  Denkmalpflegebehörde  grund-

sätzlich  aus  eigenem  Antrieb  Schutzabklärungen  in  Gang  setzen  (vgl. 

VB.2020.00342  vom  3. Dezember 2020,  E. 3.3. f.).  Es  ist  somit  nicht  not-

wendig,  dass  ein  konkretes  Ersatzbauprojekt  vorliegt.  Der  Schutzumfang 

kann unabhängig  davon  bestimmt  werden. Andererseits  ist  es  der  zustän-

digen Behörde unbenommen, bei der Definition des Schutzumfangs gege-

benenfalls  konkret  bekundete  Bauabsichten  der  Eigentümerschaft  zu  be-

rücksichtigen.  

Im  Weiteren  steht  vorliegend  kein  projektbezogener  Schutzentscheid  zur 

Diskussion, weil kein  bestimmter Eingriff in das Schutzobjekt denkmalpfle-

gerisch beurteilt und die Schutzwürdigkeit der nicht betroffenen Teile offen-

gelassen  wird,  sondern  die  Schutzmassnahmen  für  das  gesamte  Objekt 

umfassend  festgelegt  werden.  Auch  unter  diesem  Gesichtspunkt  erweist 

sich ein konkretes Projekt für Ersatzneubauten als entbehrlich. 

5.4.2. 
Die Definition des Schutzumfangs orientiert sich an den Schutzzielen. Aus-

serdem muss der Schutzumfang verhältnismässig sein. Die entsprechende 

Interessenabwägung  bedingt  aber  nicht  zwingend  eine  Gegenüberstellung 

von Substanzerhalt und konkretem Ersatzbauprojekt. Es genügt grundsätz-

lich,  die  öffentlichen  und  privaten  Interessen  an  der  Möglichkeit  zur  bauli-

chen Weiterentwicklung in allgemeiner Weise, unabhängig von einem kon-

kreten  Projekt,  zu  berücksichtigen  und  zu  prüfen,  inwieweit  der  Erhalt  des 
Schutzobjekts für die Wahrung der Schutzziele erforderlich ist.  

Wenn  aber  –  wie  hier  –  die  Behörde  konkreten  privaten  Bedürfnissen  bei 

der Interessenabwägung ein ganz erhebliches Gewicht beimisst und diese 

entscheidend sind für die Konzessionen an die Eigentümerschaft, muss si-

chergestellt  werden,  dass  mit  den  Ersatzbauten  tatsächlich  auch  das  er-

reicht wird, was die Behörde mit dem Verzicht auf Schutzmassnahmen er-

möglichen wollte. Dies ist mit dem bedingungslos erfolgten Verzicht auf Un-

terschutzstellung  nicht  der  Fall.  Im  Baubewilligungsverfahren  müsste  ein 

R1S.2019.05160 

Seite 11 

 
 
Projekt  bewilligt  werden,  welches  den  Bauvorschriften  (namentlich den er-

höhten  Gestaltungsanforderungen  von  § 238 Abs. 2 PBG)  und  dem 

Schutzvertrag entspricht (§ 320 PBG). Daran ändert nichts, dass in Disposi-

tivziffer 12  des  Schutzvertrags  verlangt  wird,  die  adäquate  Integration  der 

Neubauten sei unter Mitwirkung des Amtes für Städtebau, Denkmalpflege, 

sicherzustellen.  Der  Schutzvertrag  enthält  hinsichtlich  der  Ausgestaltung 

der  Ersatzneubauten keinerlei Vorgaben.  Darauf  ist  indes  nicht  weiter  ein-

zugehen,  da  sich  –  wie  noch  zu  zeigen  sein  wird  –  der  teilweise  Verzicht 

auf Schutzmassnahmen als unzulässig erweist. 

6.1. 
Weiter  beanstandet  der  Rekurrent  eine  mangelhafte  Abklärung  des  Sach-

verhalts.  Die  Vorinstanz  hätte  die  nationale  Bedeutung  der  Siedlung  "Im 

Hegi"  für  sich  selbst  und  für  das  Ortsbild  berücksichtigen  müssen.  Die 

Gründersiedlung Genossenschaft Z. befinde sich in unmittelbarer Nachbar-

schaft  und  sei  unbestrittenermassen  ein  Schutzobjekt  von  nationaler  Be-

deutung.  Trotzdem  habe  die  Vorinstanz  die  Inventarentlassung  der  Grün-

dersiedlung Genossenschaft Z. angeordnet. Das Verwaltungsgericht Zürich 

habe  jedoch  die  Inventarentlassung  mit  Entscheid  wd.2018.00103  vom 

17. Januar  2019  aufgehoben,  wogegen  die  Vorinstanz  Beschwerde  beim 

Bundesgericht  eingelegt  habe  (Urteil  BGr 1C_128/2019  und  1C_134/2019 

vom  25. August 2020).  Ein  wichtiges  Argument  der  Vorinstanz  im  Be-

schwerdeverfahren sei gewesen, dass die Stadt auf den Schutz der Grün-

dersiedlung  Genossenschaft  Z.  verzichten  könne,  weil  ja  die  Siedlung  "Im 

Hegi"  erhalten  werde.  An  der  Argumentation  zeige  sich,  dass  die  Vo-

rinstanz anerkenne, dass die Siedlung "Im Hegi" auf gleicher Stufe mit der 

Gründersiedlung  Genossenschaft  Z.  stehe  und  somit  beide  von  nationaler 

Bedeutung seien. 

Sodann  seien  die  Schutzvorgaben  des  ISOS  nicht  berücksichtigt  worden. 

Der  angefochtene  Beschluss  erwähne  zwar,  dass  die  Wohnsiedlung  "Im 

Hegi" im ISOS mit dem Erhaltungsziel A (Substanzerhaltung) eingestuft sei. 

Es fehle jedoch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem ISOS-Eintrag, 

zumal  die  Bauten,  welche  zum  Abbruch  freigegeben  würden,  an  der 

Schweighofstrasse  liegen  würden,  welche  im  ISOS  ausdrücklich  erwähnt 

werde  und  demgemäss  "das  eigentliche  Rückgrat  des  Friesenbergs"  sei. 

Die  Vorinstanz  sei  somit  der  Pflicht  zur  Berücksichtigung  des  ISOS  nicht 

R1S.2019.05160 

Seite 12 

 
 
nachgekommen.  Sie  habe  nicht  einmal  den  entsprechenden  Sachverhalt 

ermittelt.  Dieser  Mangel  beschlage  infolgedessen  auch  die  Interessenab-

wägung. 

Weiter wird moniert, die Vorinstanz habe für die streitbetroffene Siedlung im 

angefochtenen  Beschluss  lediglich  eine  "Würdigung"  vorgenommen.  Es 

fehle  eine  vertiefte  Auseinandersetzung  mit  dem  Schutzobjekt.  Damit  sei 

der  Sachverhalt  nicht  zureichend  abgeklärt,  und  zwar  in  materieller  und 

formeller Hinsicht: Die "Würdigung" befasse sich nur am Rande mit der Be-

deutung der Siedlung als national bedeutendes Schutzobjekt im nationalen 

Kontext  und  ziehe  keine  entsprechenden  Schlüsse  für  das  Schutzobjekt 

und vor allem für das Ortsbild. Bei umfassenden Abklärungen wäre der Au-

tor  darauf  gekommen,  dass  keine  anderen  baulichen  Zeugen  mit  der  Art 

und Qualität der Siedlung "Im Hegi" vergleichbar seien und mindestens für 

den Kanton Zürich, wohl aber für die ganze Schweiz, von einem einzigarti-

gen  Schutzobjekt  auszugehen  sei,  das  ganz  wesentlich  zum  national  be-

deutenden  Ortsbild  des  Friesenbergs  beitrage.  Insofern  leide  die  "Würdi-

gung" an einem inhaltlichen Mangel. Immerhin könne aus der "Würdigung" 

zwischen  den  Zeilen  die  grosse  Bedeutung  der  Siedlung  herausgelesen 

werden, welche insbesondere in der strengen Symmetrie der Siedlungsan-

lage bestehe. Sollte dieser Umstand bestritten werden, wäre der Sachver-

halt in diesem Punkt noch nicht abgeklärt. Indes lägen mit dem ISOS und 

der Haltung der Vorinstanz deutliche Hinweise auf die ganz erhebliche, na-

tionale  Bedeutung  vor.  Diese  Bedeutung  der  Siedlung  hätte  folglich  näher 

abgeklärt  werden  müssen,  was  mit  einem  Gutachten  der  KDK  oder  der 

ENHK nachzuholen wäre. 

Wenn  das  ISOS  den  mit  genossenschaftlichen  Wohnsiedlungen  überbau-

ten Friesenberg als für Zürich – wenn nicht sogar für die ganze Schweiz – 
einmalig  bezeichne,  dann müsse  der  Rekursgegner  eruieren,  was  die  we-

sentlichen  Eigenschaften  des  Friesenberg  seien  und ob  seine Gesamtpla-

nung dem sehr wichtigen öffentlichen Interesse am Erhalt der wesentlichen 

Eigenschaften des Friesenberg genügend Rechnung trage. Sodann müsse 

sich  der  Rekursgegner  fragen,  welche  Stellung  dem  Hegi  im  national  be-

deutenden  Quartier  Friesenberg  und  für  sich  selbst  zukomme. Weil  einer-

seits  der  Friesenberg  gemäss  ISOS  bedeutsam  sei  "aufgrund  seiner  Aus-

dehnung  und  Qualität  als  gartenstadtähnliches  Stadtrandquartier"  und 

"durch  das  Nebeneinander  von  architektonisch  bedeutenden  Siedlungen, 

R1S.2019.05160 

Seite 13 

 
 
die in ihrer zeitlichen Abfolge die Geschichte des sozialen Wohnungsbaus 

ab der Zwischenkriegszeit dokumentieren", und weil andererseits die Sied-

lung "Im Hegi" genau dieser Beschreibung (Gartenstadt-Siedlung, architek-

tonisch  bedeutend,  Zwischenkriegszeit)  entspreche,  sei  ihr  Wert  für  den 

Friesenberg sehr hoch. Dazu komme, dass die Siedlung "Im Hegi" im ISOS 

mehrfach explizit erwähnt und sogar bebildert werde. 

In formeller Hinsicht falle die "Würdigung" für ein derart wichtiges Schutzob-

jekt zu spärlich aus, sie nehme das ISOS nicht zur Kenntnis und gehe nicht 

auf das Spezialinventar für Siedlungen ein. Aus dem Spezialinventar gehe 

hervor,  dass  das  Quartier  Friesenberg  als  Siedlungsverbund  einen  wichti-

gen Zeugen der stadträumlichen und sozialgeschichtlichen Entwicklung Zü-

richs darstelle. Das Verwaltungsgericht habe hierzu im Fall der Gründungs-

siedlung  Friesenberg  festgestellt,  dass  dieses  Spezialinventar  und  diese 

Aussage  "als  erste  Empfehlung  für  eine  detaillierte  Schutzabklärung  die-

nen" sollte (VB.2018.00103, E. 5.1). Der Rekurrent beantragt, das Bundes-

amt für Kultur als Erstellerin des ISOS um eine Stellungnahme zu bitten – 

wie  es  das  Bundesgericht  im  Fall  der  Gründungssiedlung  Friesenberg  ge-

macht habe. 

Weiter  seien  die  alternativen  Möglichkeiten  durch  die  Machbarkeitsstudie 

unter  falschen  Voraussetzungen  und  nicht  ausreichend  abgeklärt  worden, 

indem  die  Machbarkeitsstudie  nicht  auf  den  Schutzabklärungen  basiere 

und insofern von einem falschen Sachverhalt ausgehe. Damit beruhe auch 

der  angefochtene  Schutzentscheid  auf  einer  falschen  Ausgangslage.  We-

sentlich  sei  zudem,  dass  die  Studienanordnung  die  von  der  Mitbeteiligten 

definierten Bedürfnisse nicht in Frage stelle. Eine zurückhaltende Realisie-

rung  ohne  jede  bauliche  Veränderung  am  Äusseren  der  Siedlung  sei  nur 

sehr  kursorisch  abgeklärt  und  sofort  als  zu  teuer  verworfen  worden.  Auch 
weitere alternative Lösungen für die Bedürfnisse der Rekursgegnerin seien 

nicht evaluiert worden (Fusion mit einer grösseren Genossenschaft, Erwerb 

von  Eigentum  und  insbesondere  Kooperationen,  mit  welchen  die  Mitbetei-

ligte zu einem Büro und einigen Alterswohnungen im Quartier käme, Alter-

nativen zur Weiterentwicklung der Wohnsiedlung). 

6.2. 
Die  Vorinstanz  entgegnet,  es  treffe  nicht  zu,  dass  die  Siedlung  "Im  Hegi" 

anstelle der Etappen 1 und 2 der Genossenschaft Z. hätte unter Schutz ge-

R1S.2019.05160 

Seite 14 

 
 
stellt  werden  sollen.  Sie  sei  aufgrund  ihres  eigenen  Schutzwertes  zur  In-

ventaraufnahme empfohlen und folgerichtig unter Schutz gestellt worden. 

An  der  Machbarkeitsstudie  seien  die  Fachleute  der  Denkmalpflege  mass-

geblich beteiligt gewesen. Diese hätten aus denkmalpflegerischer Sicht die 

Variante  mit  Ersatzneubauten  entlang  der  Schweighofstrasse  empfohlen, 

weil die Studie aufgezeigt habe, dass der Denkmalpflegewert der Siedlung 

mit  diesem  Schutzumfang  gleichwohl  erhalten  werden  könne.  Mit  dieser 

Variante  bleibe  nicht  nur  der  Ensemblecharakter  der  Siedlung  gewahrt, 

sondern  werde  zugleich  das  Zusammenspiel  der  Gebäudegruppe  mit  den 

Aussenräumen  langfristig  gesichert.  Die  konstituierenden  Elemente  der 

Siedlung würden dadurch nicht tangiert. Insbesondere werde der besonde-

re  Wert  der  charakteristischen  Abgeschlossenheit  der  Siedlung  dadurch 

nicht  geschmälert  und  der  wertvolle  innere  Bereich  der  Siedlung  in  seiner 

Wirkung vollumfänglich erhalten. Von entscheidender Bedeutung sei auch, 

dass  die  mittlere  Häuserzeile  entlang  der  Schweighofstrasse  mit  dem 

Rundbogen-Eingangstor, welches auf eine der beiden zentralen Erschlies-

sungsachsen führe, erhalten bleibe. Erhalten bleibe zudem die Öffnung ge-

genüber der Arbentalstrasse mit den beiden Kopfbauten, welche die zentra-

le  Blickachse  auf  die  Stadt  akzentuierten.  Vollständig  erhalten  bleibe 

schliesslich auch die für die Gartenstadt besonders wichtige Umgebung der 

Siedlung. 

Die  durch  die  Freigabe  der  beiden  seitlichen  Zeilenbauten  ermöglichten 

Neubauten müssten bereits aufgrund des umfassenden Umgebungsschut-

zes im Wesentlichen den gleichen Fussabdruck belegen wie die bisherigen 

Bauten.  Dadurch  sei  eine  hangparallele  Zeilenbebauung  in  Form  des  auf-

gelösten Blockrandes vorgegeben. Durch die massvolle Zonierung (W2blll) 

sei  zudem  gesichert,  dass  sich  die  Baukörper  auch  hinsichtlich  des  Volu-
mens in die bisherige Bebauungsstruktur einfügen würden. Schliesslich se-

he  der  Schutzvertrag  den  Einbezug  des  Amtes  für  Städtebau  und  der 

Denkmalpflege  in  den  Planungsprozess  der  Neubauten  vor,  um  die  adä-

quate Integration in den denkmalpflegerischen und städtebaulichen Kontext 

sicherzustellen. 

Die  Aufnahme  eines  Ortsbildes  ins  ISOS  belege  einzig,  dass  das  Ortsbild 

als ein schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung gelte. Hingegen 

könne daraus nicht darauf geschlossen werden, dass einzelne das Ortsbild 

R1S.2019.05160 

Seite 15 

 
 
bildende  Objekte  selber  ebenfalls  von  nationaler  Bedeutung  seien.  Das 

ISOS  sei  eben  gerade  kein  Denkmalschutzinventar.  Den  beschreibenden 

Einträgen im ISOS sei ebenfalls keine derart herausragende Bedeutung der 

Siedlung "Im Hegi" zu entnehmen. So habe denn auch das Bundesgericht 

im  Entscheid  betreffend  die  Etappen  1  und  2  der  Siedlungen  der  Genos-

senschaft Z. die Bedeutung der Siedlung "Im Hegi" erheblich relativiert und 

die  Feststellung  des  Verwaltungsgerichts  bestätigt,  wonach  der  Siedlung 

"Im  Hegi"  kein  ähnlich  hoher  Zeugenwert  zukomme  wie  der  Gründersied-

lung der Genossenschaft Z. (BGr 1C_128/2019, E. 7.5).  

6.3. 
Die  Mitbeteiligte  bringt  über  die Stellungnahme  der  Vorinstanz  hinaus  vor, 

die  vom  Rekurrenten  hervorgehobenen  charakteristischen  Elemente  der 

Siedlung  (standardisierte  Wohnungs-  und  Haustypen,  aus  der  variablen 

Zeilenbauweise resultierende Raumbildung mit vielfältigen Sicht- und Blick-

achsen, strenge Symmetrie der Siedlungsanlage) würden mit dem getroffe-

nen  Schutz  vollumfänglich  bzw.  weitestgehend  erhalten.  Selbst  bei  der 

markant  höherwertigen  Genossenschaft  Z.-Gründersiedlung  halte  es  das 

Bundesgericht  für  zulässig,  dass  nicht  jedes  Gebäude  dieser  Siedlung  in 

seiner  Substanz  geschützt  werde  (BGr 1C_128/2019,  1C_134/2019, 

E. 10.4).  Die  Siedlung  "Im  Hegi"  werde  sehr  weitgehend  geschützt,  insbe-

sondere  durch  einen detaillierten  Substanzschutz  der  allermeisten  Gebäu-

de und eingreifende Schutzanordnungen auch betreffend Umschwung. Die 

Schutz-  und  Schonungsinteressen  gemäss  ISOS  seien  dabei  in  hohem 

Masse berücksichtigt worden. 

Die Ideen, die der Rekurrent für das Erstellen bzw. Beschaffen von behin-

derten- und altersgerechten Wohnungen nenne, seien keine valablen Alter-

nativen.  Die  Siedlung  bestehe  ausschliesslich  aus  Reihenhäusern,  in  de-
nen  die  Wohneinheiten  vom  Erdgeschoss  bis  ins  Dach  gingen.  Der  Ge-

schossgrundriss  pro Wohneinheit  sei  klein,  weshalb bei  Einbau  eines Lifts 

jeweils in eine einzelne Wohnung kein vernünftiger Grundriss mehr resultie-

re. In der Machbarkeitsstudie sei auch ein Umbau im Bestand ohne äusser-

liche  Zufügungen  geprüft,  aber  als  nicht  zweckmässig  und  unverhältnis-

mässig teuer verworfen worden. Diese Variante hätte eine weitgehende Er-

neuerung  der  inneren  Strukturen  bzw.  eine  weitgehende  Auskernung  be-

dingt.  Das  Dachgeschoss  eigne  sich  nicht  für  eine  selbständige  Wohnung 

R1S.2019.05160 

Seite 16 

 
 
(Raumhöhe,  Belichtung)  und  müsse  deshalb  mit  dem  Obergeschoss  zu-

sammen betrieben werden. 

Die streitbetroffene Siedlung werde von der Mitbeteiligten als eigenständige 

Genossenschaft  betrieben.  Entsprechend  sei  das  soziale  Leben  innerhalb 

der  Siedlung  besonders  intensiv.  Mit  kleineren  alters-  und  behindertenge-

rechten  Wohnungen  solle  ermöglicht  werden,  dass  ältere  und  behinderte 

Genossenschafter, die nicht mehr in ihren angestammten, mehrgeschossi-

gen  Wohnungen  leben  könnten,  oder  die  wegen  reduziertem  Platzbedarf 

Platz  für  junge  Familien  frei  machen  wollten,  in  der  Siedlung  verbleiben 

könnten.  

6.4.1. 
Die Behauptung des Rekurrenten, bei der Wohnsiedlung "Im Hegi" handle 

es  sich  um  ein  Schutzobjekt  von  nationaler  Bedeutung,  trifft  zunächst  in 

formeller Hinsicht nicht zu. Insbesondere handelt es sich nicht um ein Ob-

jekt von nationaler Bedeutung im Sinne von Art. 4 lit. a Natur- und Heimat-

schutzgesetz  (NHG).  Die Wohnsiedlung  ist  als  Einzelobjekt  nicht  in  einem 

Inventar des Bundes von Objekten nationaler Bedeutung (Art. 5 NHG) ver-

zeichnet.  Ein  Bundesinventar  mit  schützenswerten  Einzelbauten  existiert 

denn auch nicht. Soweit der Rekurrent mit "nationaler Bedeutung" in mate-

rieller  Hinsicht  einen  besonders  hohen  Grad  der  Schutzwürdigkeit  geltend 

macht,  ist  dies  eine  Frage  der  Wertung  und  nicht  der  (beanstandeten) 

Sachverhaltsfeststellung.  

Der  Vergleich  mit  der  Gründersiedlung  Genossenschaft  Z.  (Siedlungen 

Pappelweg  und  Schweighofstrasse)  geht  fehl.  Dieser  attestierte  das  Bun-

desgericht 

im 

Entscheid 

BGr 1C_128/2019/1C_134/2019 

vom 

25. August 2020  eine  "sehr  hohe  Schutzwürdigkeit"  (E. 7.6.).  Daraus  lässt 
sich  für  die  Schutzwürdigkeit  der  Siedlung  "Im  Hegi"  nichts  ableiten.  Das 

Verwaltungsgericht  erwog  dazu  im  Zusammenhang  mit  der  Unterschutz-

stellung der Gründersiedlung Genossenschaft Z. Folgendes: "Nicht hilfreich 

ist weiter das Bekunden des Beschwerdegegners, für die im selben Quar-

tier gelegene Siedlung "Im Hegi" aus den Jahren 1929/30 eine Inventarauf-

nahme anzustreben. Zum einen haftet einer Absichtserklärung stets etwas 

Unverbindliches  an  und  zum  anderen  ist  nicht  dargetan,  dass  diese  Sied-

lung  einen  ähnlich  hohen  Zeugenwert  aufweist  wie  die  Gründersiedlung. 

Die Ausführungen des Beschwerdegegners in der Rekursduplik weisen zu-

R1S.2019.05160 

Seite 17 

 
 
dem  darauf  hin,  dass  die  Siedlung  "Im  Hegi"  bereits  eine  "Architektur  im 

Spannungsfeld  von  Tradition  und  Moderne  um  1930"  repräsentiert.  Eine 

Vergleichbarkeit mit der streitbetroffenen Gründersiedlung ist nicht ersicht-

lich"  (VB.2018.00103  vom  17. Januar 2019,  E. 6.6.3).  Dazu  führte  das 

Bundesgericht aus, es wäre (selbst wenn damals bereits ein Schutzvertrag 

für die Siedlung "Im Hegi" bestanden hätte) nicht zu beanstanden, dass das 

Verwaltungsgericht befunden habe, der Siedlung "Im Hegi" käme kein ähn-

lich hoher Zeugenwert zu wie der Gründersiedlung. 

Indes  ist  zweifellos  von  einem  sehr  grossen  öffentlichen  Interesse  an  der 

Erhaltung der Siedlung "Im Hegi" auszugehen (siehe dazu auch die folgen-

den Ausführungen). 

6.4.2. 
Durch  die  Aufnahme  in  ein  Inventar  des  Bundes  wird  dargetan,  dass  ein 

Objekt in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls un-

ter  Einbezug  von  Wiederherstellungs-  oder  angemessenen  Ersatzmass-

nahmen die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG]). Gemäss Art. 6 Abs. 2 

NHG gilt dieser Schutz indes nur bei der Erfüllung von Bundesaufgaben im 

Sinn  von  Art. 2 und Art. 3 NHG  in  unmittelbarer Weise.  Soweit  keine  Bun-

desaufgabe  in  Frage  steht,  wird  der  Schutz  von  Ortsbildern  vorab  durch 

kantonales (und kommunales) Recht gewährleistet. Diesfalls genügt es, die 

Einordnung eines Bauvorhabens in die landschaftliche und bauliche Umge-

bung  unter  Anwendung  von  § 238 Abs. 2 PBG  zu  prüfen,  wonach  auf  Ob-

jekte des Natur- und Heimatschutzes besondere Rücksicht zu nehmen ist; 

damit sind die bundesrechtlichen Vorgaben gewahrt. 

Weiter besteht die Pflicht zur Beachtung von Bundesinventaren zum einen 
in  der  Anwendung  der  die  Schutzanliegen  umsetzenden  kantonalen  (und 

kommunalen)  Nutzungsplanung,  zum  anderen  dort,  wo  nach  kantonalem 

Recht  im  Einzelfall  Interessenabwägungen  im  Lichte  der  Heimatschutzan-

liegen vorzunehmen sind. Letzteres ist namentlich bei Entscheiden über die 

Schutzwürdigkeit und die Errichtung von Solaranlagen auf Kultur- und Na-

turdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung der Fall (Art. 18a 

Raumplanungsgesetz [RPG]). Zu beachten ist, dass bei der Erstellung des 

Inventars  eine  Bewertung  der  Ortsbilder  nach  einer  einheitlichen  wissen-

schaftlichen Methode erfolgt; andere Interessen werden grundsätzlich nicht 

R1S.2019.05160 

Seite 18 

 
 
berücksichtigt  und  eine  Abwägung  von  Schutz-  und  Nutzungsinteressen 

findet nicht statt. Die bau- und planungsrechtliche Interessenabwägung er-

folgt  jeweils  erst  im  Rahmen  eines  Planungs-  oder  Bauvorhabens,  wobei 

sämtliche betroffenen Interessen, namentlich auch andere, dem Schutz der 

bestehenden Bebauung entgegenstehende wie Interessen der Ortsentwick-

lung  und  der  Verdichtung  des  Siedlungsgebiets,  berücksichtigt  werden 

müssen. Diese Interessenabwägung kann zur Folge haben, dass die Erhal-

tungsziele  nicht  oder  nur 

teilweise  umgesetzt  werden  können 

(BGr 1C_474/2016  vom  1. Juni 2017,  E. 3.2.;  BGE 135 II 209,  E. 2.1.; 

VB.2018.00575  vom  17. April  2019,  E. 4.5.;  VB.2018.00408  vom  28. Fe-

bruar 2019,  E. 3.2.2.;  VB.2017.00691  vom  4. Oktober 2018,  E. 6.3. f.; 

VB.2017.00183  vom  5. April  2018,  E. 6.3.3.,  jeweils  mit  weiteren  Hinwei-

sen). 

6.4.3. 
Im ISOS wird das Quartier Friesenberg wie folgt umschrieben: "Der gross-

flächig  mit  unterschiedlichen  genossenschaftlichen  Wohnsiedlungen  über-

baute Friesenberg ist für Zürich – wenn nicht sogar für die ganze Schweiz – 

einmalig  aufgrund  seiner  Ausdehnung  und  Qualität  als  gartenstadtähnli-

ches  Stadtrandquartier  sowie  durch  das  Nebeneinander  von  architekto-

nisch bedeutenden Siedlungen, die in ihrer zeitlichen Abfolge die Geschich-

te des sozialen Wohnungsbaus ab der Zwischenkriegszeit dokumentieren. 

Die  von  Laubbaumreihen  begleitete  Schweighofstrasse  durchquert  den 

Hang  etwa  auf  halber  Höhe  als  Haupterschliessungsachse  und  Querver-

bindung zwischen der Uetliberg- und der Birmensdorferstrasse. Ehemalige 

Flurwege und Bäche gliedern den Hang in einzelne Abschnitte, worin sich 

patchworkartig die in sich geschlossenen Siedlungen einfügen." 

Die  streitbetroffene  Siedlung  liegt  im  Gebiet  10  "Grossalbis  am  Friesen-
berg" mit Erhaltungsziel A (Erhalten der Substanz): "Planmässig in mehre-

ren Etappen angelegte Genossenschaftssiedlungen mit Gartenstadtcharak-

ter;  v.a.  zweigeschossige  Reihenhauszeilen  mit  Satteldach,  hangparallel 

oder  in  der  Falllinie  angeordnet,  gesamthaft  schlichte  Putzbauten  mit  ur-

sprünglichen  Windfängen,  Laubengängen  oder  Balkonen;  traufständige 

Zeilen beidseits der Schweighofstrasse, in der Langweid, im Grossalbis und 

im Hegi,1929–33, übrige Bebauung 1944 resp. 1952/53."  

R1S.2019.05160 

Seite 19 

 
 
Zum  Gebiet  Grossalbis  ist  dem  ISOS  Folgendes  zu  entnehmen:  "Zu  den 

am  besten  erhaltenen  und  architekturhistorisch  wertvollsten  Siedlungen 

gehören  der  Gross-  und  der  Kleinalbis  (10,  11)  im  südlichen  Hangbereich 

sowie  beidseits  der  Uetlibergbahnlinie  die  Genossenschaftssiedlungen 

Pappel-/Schweighofstrasse,  Staffelhof  (13)  und  Bernhard-Jaeggi-Weg 

(14.1).  Die  ab  1925  in  mehreren  Etappen  angelegten  Genossenschafts-

siedlungen mit Gartenstadtcharakter bestehen vorwiegend aus gleichförmi-

gen,  zweigeschossigen  Reihenhauszeilen  mit  Satteldach,  die  hangparallel 

oder in der Falllinie angeordnet sind. Die verputzten Einfamilienhäuser sind 

mehrheitlich  schlicht  gestaltet,  wobei  die  einzelnen  Siedlungen  jeweils  ei-

genständige  Details  aufweisen,  etwa  die  sich  repetierenden  Eingangstrep-

pen  mit  Brüstungen  und  kleinen  Vordächern  im  Kleinalbis  (11)  oder  die 

verglasten  Windfänge  und  Tordurchgänge  in  den  Innenhof  am  Hegian-

wandweg (10)." 

6.4.4. 
Beim Entscheid über die Unterschutzstellung unterlag der Stadtrat nicht der 

für die Erfüllung einer Bundesaufgabe statuierten Pflicht zur ungeschmäler-

ten Erhaltung im Sinn des ISOS. Der Eintrag hat ihn nur dazu verpflichtet, 

beim  Entscheid  über  die  Schutzmassnahme  die  erforderlichen  Interessen-

abwägungen 

im  Licht  der  Heimatschutzanliegen  vorzunehmen  (vgl. 

VB.2019.00731 vom 30. April 2020, E. 8.3). 

Dies ist vorliegend geschehen. Im angefochtenen Beschluss wird erwähnt, 

dass die Siedlung (recte das Gebiet, in der diese liegt) im ISOS mit Erhal-

tungsziel A eingestuft sei. Es ist somit davon auszugehen, dass der Schutz-

umfang  in  Kenntnis  dieser  Tatsache  bestimmt  wurde.  Eine  fehlende  Be-

rücksichtigung  zentraler  Sachverhaltselemente  des  ISOS  ist  nicht  ersicht-

lich. 

Soweit  der  Rekurrent  eine  weitergehende  Auseinandersetzung  mit  dem 

ISOS vermisst, beschlägt dies die Pflicht zur Begründung von Entscheiden. 

Wie  es  sich  damit  verhält,  kann  indes  offen  bleiben.  Die  Aufhebung  eines 

Entscheids zufolge fehlender bzw. ungenügender Begründung fällt nament-

lich dann in Betracht, wenn die Anfechtung durch den Begründungsmangel 

erheblich erschwert wurde und dieser Mangel im Rekursverfahren nicht ge-

heilt werden konnte. Ein Grund zur Aufhebung liegt alsdann auch vor, wenn 

der  Begründungsmangel  auf  eine  ungenügende  Sachverhaltsabklärung 

R1S.2019.05160 

Seite 20 

 
 
(§ 7  Verwaltungsrechtspflegegesetz  [VRG])  schliessen  lässt.  Schliesslich 

kann  auch  die  sich  in  der  inexistenten  bzw.  ungenügenden  Begründung 

manifestierende fehlende Wahrnehmung des Beurteilungsspielraums durch 

die  Baubehörde  einen  Rückweisungsgrund  bilden  (BRGE II  Nr. 0301/2011 

vom 20. Dezember 2011 in BEZ 2012 Nr. 16, www.baurekursgericht-zh.ch). 

Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht gegeben. 

6.4.5. 
Das  Amt  für  Städtebau  hat  sich  als  Fachstelle  für  Denkmalpflege  einge-

hend  mit  der  Schutzwürdigkeit  der  streitbetroffenen  Siedlung  befasst  und 

die Erkenntnisse  in  einem als  "Würdigung" betitelten  Dokument  (act. 23.4) 

festgehalten.  Die  "Würdigung"  enthält  namentlich  Ausführungen  zur  Bau-

geschichte,  zur  städtebaulichen  Situation,  zum  Erschliessungs-  und  Weg-

system, zu den Aussenräumen, zur Architektur und zu den städtebaulichen 

Typologien.  Sie  äussert  sich  zur  baukünstlerischen  Bedeutung  und  zum 

Werkkontext  der  Architekten.  Schliesslich  wird  festgehalten,  durch  welche 

konstituierenden Elemente sich die Siedlung auszeichne und die beibehal-

ten werden sollen: 

−  Die offene Zeilenbebauung mit der charakteristischen Auflösung der 

Blockränder 

−  Die strenge Symmetrie der Siedlungsanlage 

−  Das  Erschliessungskonzept  mit  dem  axial  angelegten  und  streng 

hierarchisch strukturierten Netz der inneren Wegverbindungen 

−  Die  strassenbegleitenden  Häuserzeilen  mit  den  Rundbogen-

Eingangstoren 

−  Die mittige Öffnung der Siedlung gegenüber der Arbentalstrasse (als 

Kontrast zu den Eingängen mit den Torbögen) 

−  Der zentrale Freiraum der Siedlungsanlage als Ort für sozialen Aus-

tausch 

−  Das Konzept von Vorgarten- und Hausgartenbereichen: die Vorgär-
ten  auf  der  Erschliessungsseite  der  Häuserzeilen,  die  Hausgärten 
auf der gegenüberliegenden Seite 

Es wird empfohlen, Projekte aus dem Bestand und mit Rücksichtnahme auf 

die wertvolle Siedlungsanlage zu entwickeln. Projekte sollen nicht zu einer 

Überformung oder Umformulierung des Siedlungskonzepts führen.  

Sodann wird ein "provisorischer Schutzumfang" definiert. Zur Sicherung der 

Zeugenschaft  müsse  das  Erscheinungsbild  der  Fassaden  und  Dächer  ge-

R1S.2019.05160 

Seite 21 

 
 
wahrt  bleiben.  Das  äussere  Erscheinungsbild  werde  bestimmt  durch  die 

Volumetrie  der  einzelnen  Baukörper,  deren  Gliederungselemente  und  Ma-

terialisierung sowie durch das Zusammenspiel der Proportionen. Die innen 

und aussen zu erhaltenden Bauteile werden einzeln aufgelistet.  

Für die Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung ist ferner nicht entschei-

dend,  ob  die  Feststellungen  im  Spezialinventar  zum  Friesenbergquartier 

auch  Eingang  in  die "Würdigung"  gefunden haben.  Entscheidend  ist,  dass 

der  Vorinstanz  der  Sachverhalt  anhand  der  verschiedenen  Akten  hinrei-

chend  bekannt  war.  Damit  ist  festzuhalten,  dass  die  "Würdigung"  den  für 

den  angefochtenen  Schutzentscheid  wesentlichen  denkmalpflegerischen 

Sachverhalt korrekt wiedergibt. 

6.4.6. 
Der  Rekurrent  verlangt  die  Einholung  von  Gutachten  der  KDK  oder  der 

ENHK  hinsichtlich  der  "nationalen  Bedeutung"  der  Siedlung  "Im  Hegi"  so-

wie  einer  Stellungnahme  des  Bundesamtes  für  Kultur.  Letzteres  mit  der 

Begründung,  dass  es  sich  um  einen  "hochkarätigen  Zeugen"  in  einem  für 

Zürich und wohl auch für die Schweiz einzigartigen Gebiet gehe. 

Ein  Gutachten  durch  eine  externe  sachverständige  Person  drängt  sich 

bloss  dann  auf,  wenn  zur  Abklärung  des  Sachverhalts  besondere  Fach-

kenntnisse  erforderlich  sind,  welche  den  Behördenmitgliedern  fehlen.  Ver-

fügt  die  Entscheidinstanz  über  Fachmitglieder,  müssen  in der  Regel  keine 

Expertisen  von  Dritten  eingeholt  werden  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar 

VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014,  § 7  Rz. 67).  Der  Spruchköper  des 

Baurekursgerichts  setzt  sich  aus  Fachrichtern  zusammen.  Diese  verfügen 

aufgrund ihrer Ausbildung und beruflichen Tätigkeit über bau- und architek-

turspezifische  Kenntnisse.  Nach  der  verwaltungsgerichtlichen  Rechtspre-
chung ist in Angelegenheiten der Denkmalpflege der Beizug einer externen 

sachverständigen Person nur dann angezeigt, wenn die Beantwortung be-

stimmter  Fragen  architekturhistorisches  Spezialwissen  voraussetzt,  das 

von  den  Baurekursgerichtsmitgliedern  nicht  erwartet  werden  kann 

(VB.2019.00584  und  VB.2019.00593  vom  3. Dezember 2020,  E. 5.3.7.). 

Dies trifft hier nicht zu. Die Bedeutung der Wohnsiedlung "Im Hegi" im nati-

onalen Kontext ist nicht entscheidrelevant für die Frage, ob sich der Ersatz 

von  zwei  Gebäuden  der Wohnsiedlung  durch  Neubauten mit  dem  Schutz-

zweck  vereinbaren  lässt.  Ebenso  wenig  ergeben  sich  aus  dem  Umstand, 

R1S.2019.05160 

Seite 22 

 
 
dass  es  sich  nach  Auffassung  des  Rekurrenten  um  einen  "hochkarätigen 

Zeugen" in einem "einzigartigen Gebiet" handelt, Fragen, die gutachterlich 

zu beantworten wären.  

Auch eine Pflicht zur Einholung eines Gutachtens besteht nicht. Beim ange-

fochtenen  Schutzentscheid  handelt  es  sich  nicht  um  eine  Bundesaufgabe 

und die betroffene Siedlung ist nicht in einem Inventar des Bundes aufge-

führt (Art. 7 Abs. 2 NHG). Ferner ist die Siedlung "Im Hegi" kein Schutzob-

jekt  von  überkommunaler  Bedeutung.  Damit  entfällt  von  vornherein  auch 

eine obligatorische  Begutachtung  durch  die kantonale  Denkmalpflegekom-

mission  (KDK),  soweit  Gesetz  und  Verordnung  eine  obligatorische  Begut-

achtung überhaupt vorsehen (vgl. § 216 PBG und § 3 der Verordnung über 

die Sachverständigenkommissionen gemäss § 216 PBG [VSVK]). 

Soweit  ist festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  den  Sachverhalt  in  Bezug  auf 

die Schutzwürdigkeit der Siedlung "Im Hegi" hinreichend abgeklärt hat. Die 

diesbezüglichen  einlässlichen  Feststellungen  zu  den  tatsächlichen  Gege-

benheiten  der  Siedlung  selbst  und  der  baulichen  Umgebung  im  Spezialin-

ventar,  in  der  Inventarergänzung  (act. 23.3),  in  der  "Würdigung"  des  Amts 

für  Städtebau  sowie  in  den  Erwägungen  des  angefochtenen  Beschlusses 

stellt  der  Rekurrent  nicht  in  Frage.  Über  die  Schutzwürdigkeit  mithin  die 

Qualifikation als wichtiger Zeuge herrscht denn auch Einigkeit.  

Streitpunkt  ist  einzig  der  Schutzumfang  in  Bezug  auf  die  beiden  seitlichen 

Häuserzeilen  an  der  Schweighofstrasse.  In  diesem  Zusammenhang  be-

deutsam  sind  namentlich  die  in  der  "Würdigung"  aufgeführten  konstituie-

renden  Elemente,  die  die  Siedlung  auszeichnen  und  beibehalten  werden 

sollen.  Diese  Feststellungen  blieben  unbestritten.  Es  ist  somit  auch  hin-

sichtlich  des  Schutzumfangs  kein  Bedarf  nach  zusätzlichen  Sachverhalts-
abklärungen erkennbar. Auch in diesem Zusammenhang basiert der ange-

fochtene Entscheid auf dem korrekten Sachverhalt. 

6.4.7. 
Die  Mitbeteiligte  liess  zur  Weiterentwicklung  der  Siedlung  "Im  Hegi"  eine 

Machbarkeitsstudie  erstellen  (act. 23.2).  Anlass  dazu  gab,  dass  ein  ur-

sprünglicher Plan der Mitbeteiligten zur Gesamterneuerung der Siedlung in 

Frage gestellt worden war durch die Absicht der Stadt Zürich, die Siedlung 

in das kommunale Inventar der Denkmalpflege aufzunehmen. Das Interes-

R1S.2019.05160 

Seite 23 

 
 
se  an  einem  weitgehenden  Erhalt der  Siedlung  sei  anerkannt  worden  und 

man habe  sich auf ein  kooperatives  Verfahren  geeinigt  (s. act. 23.2,  S. 7). 

Weiter wird festgehalten, dass es sich um eine bedeutende Zeugin des ge-

nossenschaftlichen Wohnungsbaus der Zwischenkriegszeit in der Stadt Zü-

rich handle. Mit der Studie sollten die Möglichkeiten und Grenzen zwischen 

dem  Erhalt  der  Siedlung  in  seiner  spezifischen  Eigenart  einerseits  und  ei-

ner  Teilerneuerung  für  die  Bedürfnisse  der  Genossenschaft  ausgelotet 

werden. Die Studie wurde begleitet von Vertretern der Denkmalpflege und 

der  Gartendenkmalpflege  der  Stadt  Zürich.  Aus  den  verschiedenen  disku-

tierten  Szenarien  kristallisierte  sich  dasjenige  heraus,  welches  den  Ersatz 

der  Häuser  Schweighofstrasse 32  bis  44  und  70  bis  80  vorsieht.  Damit 

könne die Eigenart und die Identität der Siedlung auch mit Ersatzneubauten 

in  hohem  Masse  erhalten  werden  und  es  bleibe  genügend  Spielraum  für 

die Umsetzung der Wünsche der Genossenschaft S.. Die Ersatzneubauten 

könnten auf die Schweighofstrasse ausgerichtet werden und zusammen mit 

den Ersatzneubauten der Genossenschaft Z. gegenüber einen Beitrag zur 

Aufwertung  des  Strassenbildes  und  -raumes  leisten.  Die  Kreuzungen  der 

Schweighofstrasse  mit  dem  Frauental-  und  Hegianwandweg  könnten  als 

Platzsituationen  umgestaltet,  die  Kopfbauten  darauf  ausgerichtet  und  die 

Siedlung Hegi damit besser an den öffentlichen Raum angebunden werden 

als heute. Die lange Gebäudezeile Schweighofstrasse 46 bis 68 bleibe be-

stehen,  womit  das  "Bühnenbild"  des  zentralen  Siedlungsplatzes  und  der 

Tordurchgang  erhalten  blieben.  Die  vorgeschlagenen  Ersatzneubauten 

würden sich in ihrer Körnigkeit gut in die Siedlung einfügen und als Zeilen-

bauten  dem  Charakter  der  Siedlung  entsprechen.  Der  siedlungstypische 

Grünraum könne in seiner Kleinteiligkeit auch mit den Neubauten erhalten 

werden. 

Entgegen  der  Auffassung  des  Rekurrenten  basiert  die  Machbarkeitsstudie 
nicht  auf  einem  falschen  Sachverhalt,  zumal  sie  von  der  Schutzwürdigkeit 

der Siedlung ausgeht und um einen Kompromiss zwischen den entgegen-

stehenden  öffentlichen  und  privaten  Interessen  gerungen  wurde.  Es  han-

delt sich um eine private Studie der Eigentümerschaft im Rahmen des ko-

operativen Verfahrens mit der Stadt, mit der noch nichts über den Schutz-

umfang  entschieden  wurde.  Deren  Erkenntnisse  flossen  in  die  Entscheid-

findung  der  zuständigen  Denkmalpflegebehörde  ein,  zusammen  mit  den 

weiteren Abklärungen.  

R1S.2019.05160 

Seite 24 

 
 
7.1. 
Schliesslich beanstandet der Rekurrent eine mangelhafte Interessenabwä-

gung. Erstens sei das Interesse an der Erhaltung des höchst schutzwürdi-

gen  Ortsbildes  gemäss  Vorgaben  des  ISOS  und  des  Spezialinventars  nur 

am  Rande  erwähnt  worden  und  nicht  weiter  eingeflossen.  Mit  der  höchst-

möglichen  Bewertung  und  dem  höchstmöglichen  Schutzgrad  würden  das 

ISOS  und  das  Spezialinventar  die  nationale  Bedeutung  des  Ortsbilds  

Grossalbis und der explizit erwähnten Siedlung "Im Hegi" anerkennen. Von 

besonderer  Bedeutung  sei  dabei,  dass  die  vom  Schutz  ausgenommenen 

zwei  Häuserzeilen  an  der  Schweighofstrasse  liegen  würden,  welche  das 

Rückgrat des Friesenbergs sei. Davon hätten die Schutzabklärung und die 

Erwägungen der Vorinstanz ausgehen müssen. 

Zweitens  sei  das  Interesse  am  Erhalt  einer  national  bedeutenden  Garten-

siedlung mit bemerkenswerten Gestaltungselementen, die vom Einfluss der 

(gemässigten)  Moderne  zeugten,  nicht  ausreichend  ermittelt  worden.  Dies 

sei umso bedeutender, als auch die "Würdigung" die Bedeutung der stren-

gen Symmetrie der Siedlungsanlage und das äussere, einheitliche Erschei-

nungsbild  als  wesentliche  Eigenschaften  des  Schutzobjekts  betone.  Gera-

de  diese  Eigenschaften  würden  aber  durch  die  geplanten  Abbrüche  von 

zwei Häuserzeilen massgeblich beeinträchtigt. 

Drittens seien mit der Machbarkeitsstudie nicht alle möglichen Alternativen 

ermittelt  worden  und  sie  sei  wie  erwähnt  unter  falschen  Voraussetzungen 

erstellt  worden.  Sie  könne  entsprechend  nicht  zum  Nennwert  genommen 

werden, wie das die Vorinstanz tue. Tatsächlich könne gar nicht von einer 

eigentlichen  Abwägung  gesprochen  werden,  wenn  die  Vorinstanz  einfach 

die  Vorschläge  der  Machbarkeitsstudie  integral  übernehme  und  zum  Be-

schluss erhebe. 

Das  öffentliche,  denkmalpflegerische  Interesse  an der  Erhaltung  der  Sied-

lung "Im Hegi" als schweizweit einzigartiger Zeuge einer Gartensiedlung mit 

wichtiger  Stellung  im national bedeutenden Siedlungsverbund  Friesenberg 

sei  als  hochrangig  zu  qualifizieren.  Die  Vorinstanz  habe  dieses  Interesse 

nicht ermittelt. Insoweit sie davon abweiche, sei dies unhaltbar. 

Den  Interessen  der  Rekursgegnerin  an  einzelnen  alters-  und  behinderten-

gerechten Wohnungen, Allgemeinräumen und einer Tiefgarage komme bei 

R1S.2019.05160 

Seite 25 

 
 
dieser  Ausgangslage  keine  überwiegende  Bedeutung  zu.  Die  Bedürfnisse 

der heutigen Genossenschafterinnen und Genossenschafter könnten auch 

anderweitig gedeckt werden. 

7.2. 
Die Vorinstanz hält dem entgegen, mit dem definierten Schutzumfang kön-

ne den berechtigten Interessen der Genossenschaft S. Rechnung getragen 

werden,  innerhalb  ihrer  Siedlung  ein  gewisses  Entwicklungspotential  zu 

verwirklichen.  Dieses  solle  insbesondere  älteren  Bewohnerinnen  und  Be-

wohnern den Verbleib in der Siedlung ermöglichen, indem ein angemesse-

nes  Angebot  an  barrierefreien  Kleinwohnungen  geschaffen  werde.  Der 

Stadtrat sei folgerichtig zum Schluss gekommen, dass die Unterschutzstel-

lung  damit  verhältnismässig  sei,  indem  nicht  mehr  unter  Schutz  gestellt 

werde,  als  für  die Wahrung  des  Denkmalwertes  notwendig  sei.  Angemes-

sen berücksichtigt worden sei auch das legitime öffentliche Interesse an der 

Ortsentwicklung.  So  sehe  der  Masterplan  Genossenschaft  Z.  an  den  bei-

den  Kreuzungspunkten  Hegianwandweg  und  Frauentalweg  mit  der 

Schweighofstrasse je einen Begegnungsort vor. Diese sollen zu einer Auf-

wertung  der  Schweig-hofstrasse  als  Rückgrat  des  Friesenbergs  beitragen. 

Zudem  sollen  die  Gebäude  entlang  der  Schweighofstrasse  zum  Strassen-

raum hin orientiert werden. Diesen Anliegen könne durch einen Ersatz der 

beiden  seitlichen  Häuserzeilen  in  hohem  Masse  Rechnung  getragen  wer-

den.  Schliesslich  ermögliche  deren  Ersatz  auch  die  Schaffung  qualitativ 

hochwertigen  Wohnraums,  während  die  Wohnqualität  heute  aufgrund  der 

hohen Lärmbelastung stark beeinträchtigt sei. 

An  dieser  Interessenabwägung  ändere  auch  der  Eintrag  im  ISOS  nichts. 

Das ISOS wolle das Ortsbild erhalten. Diesem Schutzziel  werde durch die 

Unterschutzstellung der Siedlung mitsamt deren Umgebung und mit einge-
passten Neubauten entlang der Schweighofstrasse in hohem Masse Rech-

nung getragen. Auch die im ISOS erwähnte Bebauungsstruktur mit zweige-

schossigen,  hangparallel  oder  in  Falllinie  angeordneten  Reihenhauszeilen 

mit  Satteldach  werde  durch  die  seitlichen  Neubauten  beibehalten  werden 

müssen. Schliesslich ermögliche die Freigabe der beiden Häuserzeilen ei-

ne Stärkung der Schweighofstrasse als Rückgrat des Friesenbergquartiers. 

Sie solle nicht mehr nur Verkehrsachse sein, sondern auch Begegnungsort 

werden  und  damit  als  Rückgrat  auch  tatsächlich  erlebbar  sein.  Auch  dies 

sei ganz im Sinne des ISOS. 

R1S.2019.05160 

Seite 26 

 
 
Nicht nachvollziehbar sei die Kritik an der denkmalpflegerischen Würdigung 

der  Siedlung.  Es  handle  sich  um  eine  umfassende  Würdigung  durch  eine 

denkmalpflegerische Fachperson, welche den Charakter eines Gutachtens 

habe. Sie bestätige die Schutzwürdigkeit des Objekts zweifelsfrei und ent-

halte einen provisorischen Schutzumfang, welcher vor dem zweiten Schritt 

der  Machbarkeitsstudie  erstellt  worden  sei.  Der  zweite  Schritt  der  Studie 

habe  aufgezeigt,  dass  die  in  der  Würdigung  auf  S. 11  als  konstituierend, 

den  Schutzwert  ausmachend  bezeichneten  Elemente  der  Siedlung  auch 

bei  einem  Verzicht  auf  die  Unterschutzstellung  der  zwei  seitlichen  Zeilen-

bauten entlang der Schweighofstrasse erhalten bleiben würden. Insbeson-

dere  werde  die  vom  Rekurrenten  hervorgehobene  strenge  Symmetrie  der 

Siedlungsanlage, welche durch die axial angelegten Hofdurchfahrten betont 

werde,  dadurch  nicht  tangiert.  Auch  die  städtebauliche Typologie  der  offe-

nen  Blockrandbebauung  werde  beibehalten,  indem  sich  allfällige  Neubau-

ten  in  allen  Belangen  respektvoll  in  die  bestehende  Siedlungsstruktur  ein-

ordnen würden. 

Deutlich widersprochen werde dem Vorwurf, die Würdigung sei auf die aus 

der  Machbarkeitsstudie  resultierende  Lösung  ausgerichtet.  Die  Würdigung 

sei  vor  dem  Abschluss  der  Machbarkeitsstudie  erstellt  worden,  gerade  als 

Grundlage  für  die  denkmalpflegerische  Beurteilung  für  den  zweiten  Schritt 

dieser  Studie.  Sie  habe  keineswegs  das  –  unbekannte  –  Ergebnis  dieser 

Studie  vorweggenommen,  sondern  aufgezeigt,  welche  Parameter  für  die 

Erhaltung  des  Denkmalwertes  der  Siedlung  von  besonderer  Bedeutung 

seien. Dies habe eine abschliessende denkmalpflegerische Würdigung der 

verschiedenen  Varianten  der  Machbarkeitsstudie  ermöglicht.  In  sachlich 

vertretbarer  Weise  sei  die  Denkmalpflegebehörde  gestützt  hierauf  zum 

Schluss gekommen, dass der Denkmalwert der Siedlung auch bei Freigabe 

der beiden seitlichen Zeilenbauten entlang der Schweighofstrasse erhalten 
werden könne. 

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie habe das Begleitgremium mit drei Ver-

tretern  der  Denkmalpflege  entscheidenden  Einfluss  auf  die  Frage  genom-

men,  welche  Variante  mit  den  Anliegen  der  Denkmalpflege  vereinbar  wä-

ren. Dies ergebe sich auch aus dem Umstand, dass die favorisierte Lösung 

der Genossenschaft S. verworfen worden sei, wie auch aus der abschlies-

senden Würdigung in der Machbarkeitsstudie. Die Bedürfnisse der Genos-

senschaft  S.  seien  nicht  als  gegeben  vorausgesetzt  worden.  So  werde  in 

R1S.2019.05160 

Seite 27 

 
 
Ziff. 1.5 der Machbarkeitsstudie festgehalten, dass bewusst auf die Abgabe 

eines quantifizierten Raumprogramms verzichtet werde, weil das vertretba-

re  Ausmass  an  Eingriffen  ins  Ensemble  ebengerade  Gegenstand  der 

Machbarkeitsstudie  sei;  der  behutsame  Umgang  mit  der  Identität  und  der 

Eigenart  der  Kolonie  "Im  Hegi"  sei  im  Auge  zu  behalten.  Daraus  ergebe 

sich,  so  die  Vorinstanz  weiter,  dass  die  Machbarkeitsstudie  ergebnisoffen 

durchgeführt  worden  sei.  Die  Machbarkeitsstudie  sollte  aufzeigen,  welche 

Eingriffe in die Siedlung "Im Hegi" möglich wären, ohne deren Denkmalwert 

zu schmälern. 

Soweit  der  Rekurrent  im  Übrigen  Forderungen  stelle,  wonach  die  Genos-

senschaft  S.  ihre  Entwicklungsabsichten  mittels  Erwerbs  anderer  Grund-

stücke oder Kooperation mit anderen Genossenschaften umzusetzen hätte, 

so sei ihm entgegenzuhalten, dass dies einem Grundeigentümer nicht ent-

gegengehalten  werden  könne.  Er  habe  ein  Anrecht  darauf,  dass  seine 

Grundeigentümerinteressen  bezüglich  seines  Grundstücks  angemessen 

berücksichtigt  würden.  Im  Übrigen  werde  den  Schutzinteressen  durch  den 

vorliegenden Schutzumfang hinreichend Rechnung getragen, weshalb eine 

Berücksichtigung  der  Interessen  der  Genossenschaft  S.  auch  verhältnis-

mässig sei. 

7.3. 
Die  Mitbeteiligte  erklärt,  indem  zwei  der  neun  Gebäudezeilen  vom  Sub-

stanzschutz  ausgenommen  würden,  würden  ihre  Anliegen  zwar  nicht  ma-

ximal,  aber  doch  in  angemessenem  Ausmass  und  unter  grösstmöglicher 

Schonung  der  Siedlung  berücksichtigt.  Die  vereinbarte  Lösung  vermöge 

auch im Lichte der Abwägungen zwischen Denkmalschutz- und Eigentüme-

rinteressen vollumfänglich zu bestehen. 

7.4.1. 
Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inte-

resse liegen und verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). Das Ver-

hältnismässigkeitsprinzip  im  engeren  Sinne  verlangt,  dass  eine  Schutz-

massnahme durch ein das private Interesse überwiegendes öffentliches In-

teresse  gerechtfertigt  ist.  Nur  in diesem  Fall ist  sie  den Privaten  zumutbar 

(Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 556 ff.). Ein durch Schutzmassnahmen 

verursachter  Grundrechtseingriff  ist  namentlich  dann  unverhältnismässig, 

R1S.2019.05160 

Seite 28 

 
 
wenn  eine  ebenso  geeignete mildere  Anordnung für  den angestrebten Er-

folg ausreicht. 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zur  Verhältnismässigkeit 

von Schutzmassnahmen im engeren Sinne vermag das finanzielle Interes-

se an einer gewinnbringenden oder gar höchstmöglichen Ausnützung einer 

Liegenschaft  für  sich  allein  das  öffentliche  Interesse  an  Denkmalschutz-

massnahmen  grundsätzlich  nicht  zu  überwiegen  (BGE 120 Ia 270 ff., 

E. 6c).  Dies  ist  allerdings  nicht  so  zu  verstehen,  dass  den  wirtschaftlichen 

Interessen privater Eigentümer bei der Interessenabwägung überhaupt kei-

ne Bedeutung zukommt. Sehr erhebliche finanzielle Interessen können der 

Verfolgung  eines  weniger  gewichtigen  öffentlichen  Interesses durchaus  im 

Wege stehen. Hingegen müssen unter Umständen auch sehr grosse finan-

zielle  Interessen  der  Grundeigentümer  öffentlichen  Interessen  weichen, 

weil das Gemeinwesen sonst kaum noch Bauten unter Schutz stellen könn-

te. Die Frage der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne darf nicht isoliert 

nur  anhand  der  zu  erwartenden  finanziellen  Aufwendungen  beurteilt  wer-

den. Vielmehr ist im Rahmen der Interessenabwägung auch das Mass des 

öffentlichen Interesses an der Unterschutzstellung und damit der Grad der 

Schutzwürdigkeit zu berücksichtigen. Dabei sind Rentabilitätsüberlegungen 

umso  geringer  zu  gewichten, 

je  schutzwürdiger  eine  Baute 

ist 

(BGr 1C_168/2012  vom  2. November 2012,  E. 6.4,  mit  weiteren  Hinwei-

sen). 

7.4.2. 
Bei  sich  auf  § 203  Abs. 1 PBG  stützenden  Schutzentscheiden  kommt  den 

kommunalen  und  kantonalen  Denkmalpflegebehörden  eine  gewisse  Ent-

scheidungsfreiheit zu. Diese bezieht sich vor allem auf die Qualifikation ei-

nes  Objektes  als  Schutzobjekt,  auf  den  konkreten  Umfang  einer  Schutz-
massnahme,  gegebenenfalls  auf  die  Auswahl  unter  mehreren  in  Betracht 

fallenden  Schutzobjekten  oder  aber  auf  den  Verzicht  auf  Schutzmassnah-

men. Insoweit hat sich die Rekursinstanz bei der Entscheidüberprüfung Zu-

rückhaltung  aufzuerlegen.  Beruht  der  kommunale  Entscheid  auf einer  ver-

tretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, so hat ihn die Rekurs-

instanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur  dann  einschreiten, 

wenn die Behörde ihren Ermessensspielraum überschreitet, indem sie sich 

von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  in  Frage  stehenden  Regelung  fremden 

Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot 

R1S.2019.05160 

Seite 29 

 
 
von  Willkür  oder  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei 

darf sich die Rekursinstanz jedoch nicht auf eine blosse Willkürprüfung be-

schränken,  vielmehr  muss  die  Eingriffsschwelle  tiefer  gesetzt  werden 

(vgl. BGE 145 I 52,  E. 3.6.,  mit  Hinweisen).  Die  Entscheidungsfreiheit  der 

Denkmalpflegebehörde  ist  stets  gegen  den  Anspruch  auf  wirksamen 

Rechtsschutz abzuwägen (Art. 77 der Kantonsverfassung [KV] und Art. 29a 

BV;  Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 

2014,  § 20  Rz. 64 ff.),  zumal  Schutzmassnahmen  in  der  Regel  einen 

schweren Eingriff in das Grundeigentum bilden. 

Im Übrigen besteht in der Regel keine Kognitionseinschränkung. Die Frage, 

was unter einem Schutzobjekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu ver-

stehen  ist,  kann  die  Rekursinstanz  frei  beantworten.  Auch  steht  ihr  in  der 

Regel  eine  freie Würdigung  der  örtlichen  Verhältnisse  zu,  soweit  ihr  diese 

hinreichend  bekannt  sind.  Geht  es  um  bautechnische  Fragen,  namentlich 

um  solche  der  Erhaltungs-  und  Renovationsfähigkeit  von  Schutzobjekten 

oder von Teilen hiervon, ist das Baurekursgericht als Fachgericht in Bausa-

chen zu deren Beantwortung nicht weniger berufen als die Denkmalpflege-

behörden. 

7.4.3. 
Wie  der  Rekurrent  zu  Recht  vorbringt  (Replik,  Rz. 23),  muss  nach  einer 

sorgfältigen  denkmalpflegerischen  Analyse  und  im  Zuge  einer  Interessen-

abwägung  eruiert  werden,  ob  allenfalls  bestimmte  Teile  der  Siedlung  er-

setzt  oder  ergänzt  werden  können  (vgl.  BGr 1C_128/2019/1C_134/2019, 

E. 10.4). Dies sei vorliegend – so der Rekurrent – jedoch nicht möglich, weil 

sich  die  streitbetroffene  Siedlung  durch  eine  strenge  Symmetrie  und  das 

äussere,  einheitliche  Erscheinungsbild  auszeichne.  Diese  Eigenschaften 

würden durch die Abbrüche von zwei Häuserzeilen beeinträchtigt.  

Dem ist zuzustimmen. Bei der Siedlung "Im Hegi" handelt es sich um ein in 

hohem Mass schutzwürdiges Ensemble. Zu erhalten sind zunächst unstrit-

tig die strukturellen Elemente, namentlich die strenge Symmetrie, die in der 

"Würdigung"  als  konstituierend  identifiziert  wurden.  Von  zentralem  Wert 

und  zu  erhalten  ist  aber  auch  das  einheitliche  Erscheinungsbild  der  Sied-

lung,  welches  deren  Eigenart  und Identität  ausmacht  und  in  welchem  sich 

die  Zusammengehörigkeit  der  Siedlung  manifestiert.  Die  fraglichen  äusse-

ren Zeilenbauten an der Schweighofstrasse tragen nicht nur von ihrem Vo-

R1S.2019.05160 

Seite 30 

 
 
lumen  und  ihrer  Stellung,  sondern  auch  von  ihrer  besonderen  Gestaltung 

und  Erscheinung  her  (Fassaden,  Fenster,  Dachflächen  usw.)  sowie  hin-

sichtlich  der  vorhandenen  Bausubstanz  zum  Erscheinungsbild  bei.  Mit  Er-

satzbauten ginge deren charakteristisches äusseres Erscheinungsbild, wel-

ches  sich  in  allen  Zeilenbauten  der  Siedlung  einheitlich  wiederholt,  verlo-

ren.  Der  unter  anderem  durch  die  schlichten  Zeilenbauten  geprägte  Cha-

rakter der Siedlung kann damit nicht im gebotenen Mass erhalten werden. 

Mit  dem  Ersatz  der  vollständig  in  das  Bebauungskonzept  integrierten  bei-

den  Häuserzeilen  würde  das  Schutzobjekt  empfindlich  beeinträchtigt.  Zu-

mal  die  Anlage  relativ  kleinräumig  und  kompakt  ist –  in  der  Machbarkeits-

studie  ist  treffend  von  einer  "klosterähnlichen  Abgeschlossenheit"  die  Re-

de –, würden Ersatzbauten auf den Sichtachsen weit in die Siedlung hinein 

als Fremdkörper wirken und insbesondere das innere Siedlungsbild stören. 

Das  hervorragend  erhaltene  Ensemble  würde  aufgelöst  und  als  augen-

scheinlich  unvollständig  und  lückenhaft  wahrgenommen.  Die  mit  den  Er-

satzneubauten zu befriedigenden Entwicklungsbedürfnisse der Eigentüme-

rin rechtfertigen diese Minderung des Schutzwertes nicht. 

Die  Häuserzeilen  Schweighofstrasse 32-44  und  70-80  sind  deshalb  eben-

falls  in  ihrer  Substanz  zu  erhalten,  soweit  diese  für  das  äussere  Erschei-

nungsbild von Bedeutung ist. Am integralen Erhalt des hochgradig schutz-

würdigen  Objektes  als  Ensemble  besteht  ein  sehr  hohes  öffentliches  Inte-

resse.  Die  Bedürfnisse  der  Mitbeteiligten  nach  alters-  und  behindertenge-

rechten  Geschosswohnungen,  einem  Büro  für  die  Verwaltung,  einem  Ge-

meinschaftsraum,  einer  Tiefgarage  und  einer  zentralen  Wärmeerzeugung 

sind  zwar  nachvollziehbar.  Diesen  privaten  Interessen  kommt  aber  im 

Rahmen der Interessenabwägung kein erhebliches Gewicht zu und sie las-

sen die Unterschutzstellung sämtlicher Gebäude nicht als unverhältnismäs-

sig  erscheinen.  Überwiegende  öffentliche  Interessen,  die  gegen  die  voll-
ständige Unterschutzstellung sprechen würden, werden von der Vorinstanz 

nicht  ins  Feld  geführt  und  sind  auch  nicht  ersichtlich.  Dies  führt  zur  Gut-

heissung des Rekurses. 

8.1. 
Mit Eingabe vom 29. März 2021 stellt die Vorinstanz das Begehren um Er-

gänzung des Protokolls des Augenscheins vom 18. März 2021. Die Aussa-

ge von RAin M. auf Seite 6 des Protokolls, oberster Abschnitt, sei wie folgt 

R1S.2019.05160 

Seite 31 

 
 
zu  ergänzen  (Unterstreichung):  "[..]  ob  der  Schutzwert  erhalten  werden 

kann. Die Stadt geht davon aus, dass die für den Schutzwert charakteristi-

schen  Merkmale  der  Siedlung  mit  diesem  Schutzumfang  erhalten  werden 

können. Diese können wir heute zeigen. Erwähnt wurden bereits die offene 

Zeilenbauweise und die Symmetrie der Anlage." [..] "Das ist wichtig für die 

Abgeschlossenheit.  Weil  diese  charakteristischen  Elemente  der  Siedlung 

und  damit  der  Schutzwert  der  Siedlung  erhalten  werden,  ergibt  sich  aus 

Sicht der Stadt ein Spielraum für die Bedürfnisse der Genossenschaft. Die 

Häuser sind [..]". 

Zur  Begründung  führt  die  Rechtsvertreterin  der  Vorinstanz  an,  sie  gehe 

aufgrund  ihrer  Notizen  zum  Augenschein  davon  aus,  dass  die  verlangten 

Ergänzungen ihren Aussagen am Augenschein entsprechen würden. 

8.2. 
Gemäss  §  20  Abs.  2  Satz  2  der  Organisationsverordnung  des  Baurekurs-

gerichts (OV BRG) wird von mündlich durchgeführten Untersuchungshand-

lungen der wesentliche Inhalt (auch als Zeichnung, fotografische Aufnahme 

und  dergleichen)  aufgenommen.  Die  Verordnung  schreibt  somit  lediglich 

vor, dass der Sinngehalt richtig darzustellen ist, nicht aber, dass sämtliche 

Äusserungen  der  Parteien  und  Vertreter,  insbesondere  gar  neue,  bisher 

nicht  vorgebrachte  Tatsachenbehauptungen  wortgetreu  ins  Protokoll  über 

den  Augenschein aufzunehmen  seien. Es  genügt die  Festhaltung des  we-

sentlichen  Inhalts  der  Untersuchungshandlung  (vgl.  VB.2012.00733  und 

VB.2012.00736,  E.  3.3.2.,  in  BEZ  2013  Nr.  35).  Dem  Baurekursgericht 

kommt  ein Ermessensspielraum  zu,  wieweit  es  hierbei  gehen  will  (vgl.  VB 

24/1983 vom 6. Mai 1983, E. 1a). 

8.3. 
Die  Vorinstanz  macht  nicht  geltend,  die  Aussagen  der  Rechtsvertreterin 

würden falsch oder sinnentstellt wiedergegeben. Geltend gemacht wird die 

Lückenhaftigkeit  des  Protokolls.  Die  zu  ergänzenden  Äusserungen  sind 

nicht protokolliert. Sie ergeben sich auch nicht aus den Handnotizen. Ange-

sichts der Beweisfunktion des Protokolls ist eine Ergänzung bei Lückenhaf-

tigkeit  nur  vorzunehmen,  wenn  sich beweisen  lässt, dass die  behaupteten 

Voten  anlässlich  des  Augenscheins  tatsächlich  gemacht  wurden.  Wie  es 

sich  damit  verhält,  kann  indes  offenbleiben.  Dass  die  Vorinstanz  davon 

ausgeht,  dass  die  für  den  Schutzwert  charakteristischen  Merkmale  der 

R1S.2019.05160 

Seite 32 

 
 
Siedlung mit dem von ihr festgelegten Schutzumfang erhalten werden kön-

nen,  ist  bereits  aktenkundig,  ebenso  der  Umstand,  dass  sich  daraus  ein 

Spielraum für die Bedürfnisse der Genossenschaft ergibt. Aus einer Ergän-

zung  des  Protokolls  würde  der  Vorinstanz  mithin  kein  Vorteil  erwachsen, 

weshalb  ihr  ein  schutzwürdiges  Interesse  daran  fehlt.  Das  Begehren  um 

Berichtigung des Protokolls ist daher abzuweisen. 

9. 
Zusammengefasst  ist  der  Rekurs  gutzuheissen.  Demgemäss  ist  der  Be-

schluss des Stadtrates von Zürich vom 6. November 2019 aufzuheben. Der 

Stadtrat  ist  einzuladen,  alle  Gebäude  der  Siedlung  "Im  Hegi",  namentlich 

auch  diejenigen  an  der  Schweighofstrasse 32-44  und  an  der  Schweighof-

strasse 70-80, unter Schutz zu stellen. 

10.1. 
Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  der  Vorinstanz  aufzuerlegen 

(§ 13 VRG).  

Nach  § 338  Abs. 1 PBG  bzw.  § 2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2 GebV VGr). In besonders aufwendigen Verfahren kann die Gerichts-

gebühr bis auf das Doppelte erhöht werden (§ 4 Abs. 1 GebV VGr). Bei der 

Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein  grosser  Er-

messensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zü-
rich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).  

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (mit der 

Schutzmassnahme verbundener Eingriff in das Eigentum, Unterschutzstel-

lung  von  13  Reiheneinfamilienhäusern),  des  getätigten  Verfahrensaufwan-

des  (zweiter  Schriftenwechsel,  Durchführung  eines  Abteilungsaugen-

scheins) und des Umfangs des vorliegenden Urteils ist die Gerichtsgebühr 

auf  Fr. 8'000.--  festzusetzen  (BGr 1C_566/2015  vom  18. Februar 2016, 

E. 2;  BGr 1C_244/2013  vom  4. Juli 2013,  E. 4;  BRGE II  Nrn. 0162  und 

R1S.2019.05160 

Seite 33 

 
 
0163/2012  vom  23. Oktober 2012,  E. 16,  in  BEZ 2014  Nr. 36;  Entscheid 

bestätigt  mit  VB.2012.00774  vom  22. August 2013,  dieser  bestätigt  mit 

BGr 1C_810/2013 vom 14. Juli 2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

10.2. 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend dem Rekurrenten zulas-

ten  der  Vorinstanz  eine  Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Angemes-

sen  erscheint  ein  Betrag  von  Fr. 2'800.--.  Da  die  Umtriebsentschädigung 

pauschal festgelegt wird, entfällt die Zusprechung eines Mehrwertsteuerzu-

satzes  von  vornherein  (BRKE II  Nrn. 0247  und  0248/2007  in  BEZ 2007 

Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

[…] 

R1S.2019.05160 

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