# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48ff790c-ffed-53a2-9442-83fe93bef2af
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.01.2021 200 2020 622
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-622_2021-01-19.pdf

## Full Text

200 20 622 IV und
200 20 623 IV (2)
FUE/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Januar 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann 
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 19. Juni und 23. Juni 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1986 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte …, meldete sich im September 2013 unter Hinweis auf Angstzu-
stände, Panikattacken und Schlafstörungen bei der Eidgenössischen Inva-
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 3). Die IVB tätigte in der 
Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen und veranlasste insbe-
sondere eine Begutachtung durch Dr. med. C.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie (Expertise vom 23. Februar 2017 
[AB 109.1]). Mit Verfügung vom 8. August 2017 (AB 124 f.) sprach die IVB 
der Versicherten rückwirkend ab dem 1. Mai 2014 eine ganze Rente zu. 

Im Rahmen einer im Juni 2018 (vgl. AB 128, 132) von Amtes wegen einge-
leiteten Revision führte die IVB weitere Erhebungen durch. Insbesondere 
liess sie die Versicherte durch Dr. med.  D.________, Praktischer Arzt und 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen (Gutachten vom 
9. Januar 2019 [AB 146]; Ergänzung vom 31. Januar 2020 [AB 164]) und 
veranlasste eine Abklärung an Ort und Stelle (Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 8. Juli 2019 [AB 157]; Stellungnahme vom 16. Juni 2020 
[AB 173]). Mit Vorbescheid vom 18. März 2020 (AB 167) stellte die IVB in 
Aussicht, die laufende ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 42 % auf 
eine Viertelsrente herabzusetzen. Nach dagegen erhobenem Einwand 
(AB 169, 171) setzte die IVB am 19. Juni 2020 (AB 174) die ganze Rente 
per 31. Juli 2020 auf eine Viertelsrente herab. Am 23. Juni 2020 (AB 175) 
verfügte die IVB über die neu festgesetzten Rentenbetreffnisse. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 24. August 2020 Beschwerde und beantragte, in Aufhe-
bung der Verfügungen vom 19. und 23. Juni 2020 sei der Beschwerdefüh-
rerin weiterhin eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Ver-

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fügung vom 19. Mai (recte: Juni) 2020 aufzuheben und die Sache zur 
rechtsgenüglichen Abklärung und Neuverfügung zurückzuweisen; unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 18. Sep-
tember 2020 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 12. November 2020 wies der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit einer Schlechterstel-
lung hin und bot ihr Gelegenheit zur Stellungnahme resp. zum Rückzug der 
Beschwerde. Die Beschwerdeführerin liess sich nicht vernehmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 19. Juni (AB 174) und vom 
23. Juni 2020 (AB 175). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der 
Beschwerdeführerin und dabei insbesondere die revisionsweise Herabset-
zung der ganzen Rente auf eine Viertelsrente. Wenn lediglich einzelne 
Elemente der Rentenfestsetzung - bzw. in concreto das Vorliegen eines 
Revisionsgrundes - beanstandet werden, bedeutet dies nicht, dass die un-
bestrittenen Teilaspekte in Rechtskraft erwachsen und demzufolge der rich-
terlichen Überprüfung entzogen sind (BGE 125 V 413 E. 2d S. 417). Folg-
lich ist nicht bloss der Anspruch auf eine höhere als die zugesprochene 
(Viertels-)Rente, sondern der Rentenanspruch als Ganzes zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist - im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit - nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 

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Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers 
gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer 
objektivierten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der 
versicherten Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades einer erwerbstätigen 
Person wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.4.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

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2.4.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invali-
ditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert 
(Art. 27bis Abs. 2 IVV).

Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit 
richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkom-
men auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln 
(BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich an-
hand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht inva-
lid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV).

Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

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2.5.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.5.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Zunächst ist zu prüfen, ob im Zeitraum zwischen der Verfügung vom 
8. August 2017 (AB 124 f.), mit welcher der Beschwerdeführerin ab 1. Mai 
2014 eine ganze Rente zugesprochen wurde, und der angefochtenen Ver-
fügung vom 19. Juni 2020 (AB 174) eine wesentliche Veränderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, welche geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.1 
hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Leistungsanspruch in recht-
licher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. E. 2.5.3 hiervor).

In Bezug auf einen allfälligen Revisionsgrund (vgl. E. 2.5.1 hiervor) steht 
fest, dass im massgeblichen Vergleichszeitraum in erwerblicher Hinsicht 

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keine Änderungen in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten sind. 
Hingegen bejahte die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Revisions-
grundes in den gesundheitlichen Verhältnissen, indem sie von einer we-
sentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes ausging (vgl. AB 173 
S. 3), was die Beschwerdeführerin in Abrede stellt und geltend macht, es 
liege lediglich eine andere medizinischen Einschätzung eines im Wesentli-
chen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes vor (Beschwerde S. 8 
Ziff. 9).

3.2 Die rentenzusprechende Verfügung vom 8. August 2017 (AB 124 f.) 
basierte im Wesentlichen auf dem psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. C.________ vom 23. Februar 2017 (AB 109.1). Darin diagnosti-
zierte die Psychiaterin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine genera-
lisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) 
und eine Panikstörung (ICD-10 F41.0; S. 9 Ziff. 4.1). Ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit stellte sie keine Diagnosen (Ziff. 4.2). In der bisherigen 
Tätigkeit bestehe seit dem 23. Mai bis zum 8. August 2013 eine Arbeitsun-
fähigkeit von 40 % sowie seit dem 9. August 2013 eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit seit Datum der Begutachtung 
vom 2. Dezember 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % (S. 15 Ziff. VI).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 8. August 2017 (AB 124 f.) lässt sich den Akten im We-
sentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Dr. med.  E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
hielt im Verlaufsbericht vom 2. August 2018 (AB 136) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) sowie 
eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit diagnostizierte er eine Restsymptomatik einer Bulimia nervosa, 
verbunden mit punktueller Symptomatik anderer Essstörungen (ICD-10 
F50.8), sowie eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität 
(ICD-10 F98.8; S. 2 Ziff. 3). Der Gesundheitszustand sei stationär (Ziff. 1). 
Die Symptome der generalisierten Angststörung beeinträchtigten die Be-
schwerdeführerin derart, dass sie den Belastungen einer … Arbeit im ers-
ten Arbeitsmarkt nicht gewachsen sei (S. 4 Ziff. 12). Eine weitere Verbes-
serung und psychische Stabilisierung könnte erzielt werden, wenn die Fa-

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milienplanung abgeschlossen sei. Ob die dann zusätzlich noch einsetzbare 
Medikation für eine Wiedererlangung einer Arbeitsfähigkeit im ersten Ar-
beitsmarkt genügen werde, sei fraglich (S. 3 Ziff. 9).

3.3.2 Im Gutachten vom 9. Januar 2019 (AB 146) diagnostizierte 
Dr. med. D.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine genera-
lisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) mit/bei akzentuierten Persönlichkeits-
zügen mit selbstunsicheren-abhängigen und unreifen Anteilen und neuroti-
scher Konfliktverarbeitung (AB 146.13 Ziff. 11.1). Ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit führte er einen Status nach Anpassungsstörungen mit vor-
wiegender Störung von anderen Gefühlen (2013; ICD-10 F43.23) mit/bei 
Arbeitsplatzkonflikt, einen Status nach Essstörung (ICD-10 F; anamnes-
tisch) sowie einen Status nach idiopathischer Hypersomnie (anamnestisch) 
auf (Ziff. 11.2). In diagnostischer Hinsicht liege am ehesten eine generali-
sierte Angststörung vor, da die diesbezüglich geforderten Kriterien mit vor-
herrschender Anspannung, Besorgnis und Befürchtung in Bezug auf alltäg-
liche Ereignisse sowie die entsprechenden psycho-physischen Beschwer-
den inklusive Konzentrationsstörungen überwiegend wahrscheinlich erfüllt 
seien. Die Kriterien für die Diagnose einer sozialen Phobie seien hingegen 
nicht erfüllt, so sei es eher untypisch, dass eine Patientin mit sozialen Pho-
bien über die Jahre aktiv an ...turnieren teilnehme, im Vorstand eines 
...clubs tätig sei, sich aktiv für eine Stelle bewerbe, die mit Kommunikation 
zu tun habe, und auch während Integrationsmassnahmen kein sozial-
phobisches Verhalten im engeren Sinne gezeigt habe. Ebenso könne die 
Diagnose einer Agoraphobie nicht überwiegend wahrscheinlich attestiert 
werden. Die diagnostischen Kriterien wie Vermeidung und Furcht vor Rei-
sen mit weiter Entfernung von zu Hause, Menschenmengen und öffentli-
chen Plätzen seien angesichts der Urlaubreisen, dem Besuch von Konzer-
ten auf öffentlichen Plätzen etc. zum jetzigen Zeitpunkt eher weniger wahr-
scheinlich erfüllt. Das in den Arztberichten zum Zeitpunkt des Erkran-
kungsbeginns genannte depressive Erleben sei in den Kontext einer sich 
aufgrund des Arbeitsplatzkonfliktes einstellenden Anpassungsstörung zu 
stellen, die zudem hinreichend plausibel mit Symptomen wie Besorgnis und 
Anspannung einhergegangen sei. Auf die Widrigkeiten und Frustrationen 
des Alltages und auch auf Misserfolgserlebnisse scheine die Beschwerde-
führerin tendenziell regressiv zu reagieren, konkret mit Überforderungsge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 10

fühlen, Rückzug, Schlafen, Müdigkeit und Vermeidung als Signale der Hilf-
losigkeit. In solchen Phasen scheine es dann auch zu einem depressiv-
jammerigen Erleben zu kommen. Fühle sie sich hingegen sicher und ge-
borgen, scheine eine nahezu unauffällige Alltagsgestaltung möglich: Die 
Beschwerdeführerin sei motiviert, ihre Rolle als Mutter und Ehefrau auszu-
füllen, freue sich an der Wohnung, betreue hingebungsvoll die Tochter, 
pflege soziale Kontakte, engagiere sich in einem …club, unternehme 
mehrmals im Jahr Urlaubsreisen, besuche Konzerte, fahre Auto, pflege die 
Beziehung zu den Eltern und sei in der Lage gewesen, seit 2013 mindes-
tens zweimal den Wohnort zu wechseln, zu heiraten etc. Im Zusammen-
hang mit den unreifen Verhaltensmustern sei auch der unbewusste Versor-
gungswunsch zu sehen bzw. der Wunsch, nicht mit den unangenehmen 
Seiten des Erwachsenseins konfrontiert zu werden. Von daher seien bei 
der Beschwerdeführerin Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren-
abhängigen und unreifen Anteilen ausgewiesen, welche aber nicht die In-
tensität zur Rechtfertigung der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung er-
reichten. Die Dynamik des Krankheitsverlaufes sei wesentlich dadurch ge-
prägt, dass ihr der selbstreflexive Zugang zu sich und ihren Erlebens- und 
Verhaltensweisen erschwert zu sein scheine. Entsprechend würden Kon-
flikte nicht durch internalisierende Strategien bewältigt, sondern auf Sym-
ptomebene externalisiert und mit der entsprechenden psychophysischen 
Symptomatik dargestellt bzw. ausagiert. Analog werde die Verursachung 
und Lösung der Probleme extern vermutet. Dass auch ein eigener Anteil an 
Ursache und Einflussmöglichkeiten zu Grunde liegen könne, scheine ihr bis 
heute nicht bewusst zu sein. Diese überwiegend unbewusste Dynamik be-
einflusse jedoch das Krankheitsgeschehen und -verhalten wesentlich 
(S. 2 ff. Ziff. 11.3). Der Schweregrad der Angststörung sei angesichts des 
guten Funktionsniveaus im Alltag und auch im Kontext der Erwerbsbiogra-
phie als im Durchschnitt eher leicht einzustufen (S. 5 Ziff. 11.4). Für eine 
leichte Ausprägung der Störung spreche auch, dass die Beschwerdeführe-
rin 2016 bis 2018 bei bestehendem Kinderwunsch ohne medikamentöse 
Therapie ausgekommen sei. 

Zur funktionellen Leistungsfähigkeit legte der Experte dar, in Anbetracht 
des funktionellen Leistungsniveaus im Privatleben in Verbindung mit der 
eher geringgradig psychopathologischen und interaktionellen Befundlage 

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könne spätestens ab Datum der Begutachtung (17. Dezember 2018) von 
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für jedwede Tätigkeiten mit primär … Cha-
rakter mit klarer Aufgabenzuteilung, einem ruhigen Arbeitsumfeld und 
wohlwollendem Vorgesetzten ausgegangen werden. Beispiel für eine sol-
che sei die Tätigkeit in der … bzw. als … … und … bei der F.________ AG 
gewesen. Ohne jedwede Anpassung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 
40 %. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf einer krankheits-
wertigen eingeschränkten psychophysischen Belastbarkeit (S. 9 f. 
Ziff. 11.6; vgl. AB 146.15 Ziff. 13.1). 

In der ergänzenden Stellungnahme vom 31. Januar 2020 (AB 164) führte 
der psychiatrische Experte zur Frage nach einer allfälligen Veränderung 
des Gesundheitszustands seit dem Vorgutachten aus, in Bezug auf die 
Hauptdiagnose sei keine Abweichung zur Vorgutachterin zu konstatieren. 
Hingegen sei das Gutachten von Dr. med. C.________ vom 23. Februar 
2017 (vgl. AB 109.1) betreffend die funktionelle Einschränkung wenig über-
zeugend (S. 3). In der Gesamtschau sämtlicher Informationen habe zu die-
sem Zeitpunkt bereits eine Arbeitsfähigkeit von 50 % mindestens in einer 
angepassten Tätigkeit vorgelegen (S. 5). Im weiteren Verlauf von Februar 
2017 bis Dezember 2019 gebe es unter Berücksichtigung der Alltagsgestal-
tung und des Privatlebens der Beschwerdeführerin kaum Zweifel, dass aus 
rein medizinischer Sicht und unter Berücksichtigung nicht krankheitswerti-
ger Aspekte, die zur Minderung der Leistungsfähigkeit führen könnten, die 
funktionellen Einschränkungen weiter abgenommen hätten. In einer Umge-
bung, die in Bezug auf die Symptomatik einer Angststörung als angepasst 
zu bezeichnen sei, seien funktionell kaum Beeinträchtigungen - Sport, Ur-
laube, Führen eines Kraftfahrzeuges, ehrenamtliche Tätigkeiten, Pflegen 
von sozialen Kontakten, Versorgung des Kindes u.a. - zu objektivieren. Der 
Gesundheitszustand habe sich daher mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit seit dem Gutachten vom 23. Februar 2017 (AB 109.1) gebessert (S. 4).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch 
eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. 
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entschei-
dungserheblichen Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu ent-
nehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision er-
stellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausrei-
chend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren 
und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst-
malige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es 
daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die 
(von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend 
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheits-
zustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es 
evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben 
(SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1).

Externen Beurteilungen, die nach Art. 44 ATSG im Verwaltungsverfahren 
eingeholt wurden, ist bei überzeugendem Beweisergebnis volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 13

der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Be-
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungs-
weise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor-
behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation ent-
springende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV 
Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

3.5 Das psychiatrische Gutachten des Dr. med. D.________ vom 9. Ja-
nuar 2019 (AB 146) samt Ergänzung vom 31. Januar 2020 (AB 164) erfüllt 
die allgemeinen Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. 
E. 3.4 zweiter Absatz hiervor). Insbesondere basiert die Beurteilung auf 
umfassenden Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden 
und wurde in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten 
erstattet. Es ist in Bezug auf die befundmässige und diagnostische Ein-
schätzung sowie hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit in allen Teilen nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind 
überzeugend begründet. Dr. med. D.________ legte gestützt auf die 
fachärztliche Untersuchung samt einer psychometrischen Beurteilung der 
Persönlichkeit gemäss ICF und des Erlebens- und Verhaltensinventars 
(VEI; vgl. AB 146.10) schlüssig und für den Rechtsanwender anhand der 
klassifikatorischen Vorgaben nachvollziehbar und einleuchtend dar, dass 
die Voraussetzungen für das Stellen der Diagnosen einer generalisierten 
Angststörung (ICD-10 F41.1) mit akzentuierten Persönlichkeitszügen mit 
selbstunsicheren-abhängigen und unreifen Anteilen sowie neurotischer 
Konfliktverarbeitung erfüllt waren, was für die Kriterien einer sozialen Pho-
bie, einer Agoraphobie, einer Depression oder einer Persönlichkeitsstörung 
hingegen nicht zutraf (AB 146.13 S. 2 Ziff. 11.3). Diese diagnostische Beur-
teilung steht in Bezug auf die Hauptdiagnose einer generalisierten Angst-
störung im Einklang mit jener der Vorgutachterin (AB 109.1 S. 9 Ziff. 4.1; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 14

vgl. AB 146.13 S. 2 Ziff. 11.3) sowie der behandelnden Fachärzte Dres. 
med. E.________ (vgl. AB 136 S. 2 Ziff. 3) und G.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. AB 67 S. 2 Ziff. 3). Insoweit bestehen 
keine vom psychiatrischen Gutachter nicht aufgelösten diagnostischen Dis-
krepanzen. Ebenso überzeugt die aus Anamnese, Befund und Diagnose 
getroffene Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin ab September 
2014 zu 50 % arbeitsfähig war (vgl. AB 164 S. 4) und seit der gutachterli-
chen Untersuchung vom 12. Dezember 2018 (vgl. AB 146) in einer adap-
tierten Tätigkeit (jedwede Tätigkeit mit primär … Charakter mit klarer Auf-
gabenzuteilung, einem ruhigen Arbeitsumfeld und wohlwollendem Vorge-
setzten) eine Arbeitsfähigkeit von 70 % besteht (AB 146.13 S. 9 Ziff. 11.6). 
In diesem Zusammenhang leuchten auch die Ausführungen des Experten 
zu den abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte ein (vgl. 
bspw. den Bericht des Dr. med. E.________ vom 2. August 2018; AB 136), 
die primär auf den anamnestischen Angaben beruhten bzw. das gute Funk-
tionsniveau im Privatleben sowie andere Einflussfaktoren (Lebensplanung, 
familiäre Situation, unbewusst vorhandene "Versorgungswünsche") in kei-
ner Weise berücksichtigen. Schliesslich setzt sich der Experte auch mit 
seinen zum Vorgutachten divergierenden Einschätzungen auseinander und 
begründet sie.

Die (divergierende) Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, wonach 
eine Berufstätigkeit weiterhin nicht möglich sei (vgl. AB 146.7 S. 2 Ziff. 5.2), 
ändert am Beweiswert der Expertise nichts. Subjektive Angaben der versi-
cherten Person vermögen eine invalidenversicherungsrechtlich relevante 
Arbeitsunfähigkeit nur rechtsgenüglich nachzuweisen, wenn gleichzeitig 
damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde vorliegen 
(vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 17. März 2020, 9C_92/2020, E. 3.1). Dies ist nach den einleuchtenden 
Ausführungen des Experten jedoch nicht der Fall. 

3.6 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, im vorlie-
genden Revisionskontext fehle es dem Gutachten des Dr. med. 
D.________ am Beweiswert, weil es sich lediglich um eine andere medizi-
nische Einschätzung des im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 15

heitszustands handle bzw. der Gutachter keine erhebliche Verbesserung 
dartue (Beschwerde S. 7 Ziff. 4 ff.). 

Aus dem Vergleich des Gutachtens der Dr. med. C.________ vom 23. Fe-
bruar 2017 (AB 109.1) mit demjenigen des Dr. med. D.________ vom 
9. Januar 2019 (AB 146.1) samt Stellungnahme vom 31. Januar 2020 
(AB 164) ergibt sich, dass letzterer Experte - soweit kann der Beschwerde-
führerin gefolgt werden - einerseits Zweifel an der Validität der vorgutach-
terlichen Einschätzung der Arbeits(un)fähigkeit (vollständige Arbeitsun-
fähigkeit seit 9. August 2013 [AB 109.1 S. 15]) anmeldete und ab Septem-
ber 2014 (Ende der Integrationsmassnahmen in der Institution H.________ 
[vgl. AB 41]), im Einklang mit dem vormals behandelnden Dr. med. 
G.________ (vgl. AB 67 S. 2 Ziff. 9) von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit 
ausging (AB 146.13 S. 8 f. Ziff. 11.6). Insoweit liegt (lediglich) eine im Revi-
sionskontext unbeachtliche andere Beurteilung desselben Sachverhalts 
vor, woran nichts ändert, dass diese Beurteilung durchaus fundierter und 
schlüssiger erscheint. Andererseits ist im direkten Vergleich des jeweils 
erhobenen psychopathologischen Befunds nach AMDP insoweit eine ver-
besserte Befundlage erkennbar, als Dr. med. D.________ im Gegensatz 
zur Vorgutachterin keine Reduktion des Antriebs mehr feststellen konnte 
(vgl. AB 109.1 S. 9 Ziff. 3, 146.9 S. 3 Ziff. 10). Ebenso konnte er kein de-
pressives Erleben im engeren Sinne mehr feststellen, während 
Dr. med. C.________ noch eine depressive Komponente als comorbide 
Reaktion im Rahmen der Angsterkrankung aufführte (vgl. AB 109.1 S. 12 
Ziff. 5, 146.9 S. 2 Ziff. 9). Dr. med. D.________ begründete die von ihm 
postulierte Zustandsverbesserung jedoch nicht allein mit der nunmehr eher 
geringgradigen psychopathologischen und interaktionellen Befundlage (vgl. 
zur Voraussetzung der veränderten Befundlage Entscheid des BGer vom 
6. September 2019, 9C_346/2019, E. 2.1.1 mit Hinweisen), sondern auch 
mit dem erhöhten funktionellen Leistungsniveau im Privatleben (AB 146.13 
S. 9 Ziff. 11.6 i.V.m. S. 3 f., 164 S. 4). Gemäss Angabe der Beschwerde-
führerin sei es aufgrund des Umzugs in die Parterrewohnung direkt am 
Fluss vor eineinhalb Jahren im Sommer schön und unkompliziert ans Was-
ser zum Baden zu gehen (AB 146.6 S. 3 Ziff. 4.1). Dem Gutachten ist na-
mentlich weiter zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ... spiele, 
haushalte, bastle und gerne nähe sowie die meiste Zeit mit der Tochter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 16

verbringe, mit welcher sie auch in die Spielgruppe (Ziff. 4.2) und mindes-
tens einmal pro Tag nach draussen gehe. Am Abend lese sie der Tochter 
Geschichten vor, sehe fern, manche Abende verbringe sie mit Bekannten 
und selten gehe sie in den Ausgang (S. 4 Ziff. 4.4). Sie habe sehr gute Leu-
te um sich herum, so bestünden gute und enge Freundschaften, daneben 
habe sie Bekannte vom .... Die Familie gehe etwa zwei- bis dreimal pro 
Jahr auf einen Campingplatz nach Italien oder in ein Chalet in … in die Fe-
rien, wobei ihnen diese Auszeit guttäte (Ziff. 4.2). Ferner sei die Beschwer-
deführerin im Vorstand des I.________ als Vorstandsmitglied für das … 
verantwortlich und habe in den Jahren zwischen 2013 und 2018 an im 
I.________ veranstalteten ...turnieren teilgenommen (AB 146.5 S. 18 
Ziff. 3). Auch wenn einige Aktivitäten bereits durch die Vorgutachterin ge-
schildert wurden (z.B. das ...spielen, wobei ihr dies damals noch schwerge-
fallen sei [vgl. AB 109.1 S. 8 Ziff. 2]), ist offenkundig, dass die Aktivitäten, 
Hobbies und sozialen Kontakte an Anzahl und Intensität zugenommen ha-
ben. Beispielsweise sah die Beschwerdeführerin zuvor nicht fern, da sie 
dies an ihre eigenen Symptome erinnert habe (vgl. AB 109.1 S. 8 Ziff. 2), 
wogegen nunmehr nach dem zu Bett bringen der Tochter "Fernsehzeit" sei 
(AB 146.6 S. 4 Ziff. 4.4). Ferner war im Vorgutachten lediglich von "weni-
gen Leute(n)" die Rede, mit denen sie noch Kontakt habe. So sei ihr sozia-
les Umfeld hauptsächlich kleiner geworden, weil sie sich zurückgezogen 
habe (AB 109.1 S. 5 Ziff. 1). Anlässlich der Begutachtung 2018 berichtete 
die Beschwerdeführerin hingegen von guten und engen Freundschaften 
und Bekannten vom ... sowie von Abenden mit Bekannten und von selten 
in den Ausgang gehen. Ebenso ginge sie mindestens einmal pro Tag mit 
ihrer Tochter nach draussen (AB 146.6 S. 4 Ziff. 4.4), wogegen sie vorgän-
gig einzig berichtete, "manchmal" mit ihrer Tochter auf den Spielplatz oder 
mit der Mutter und dem Hund laufen zu gehen. Ebenso berichtete sie an-
lässlich der Begutachtung 2017, dass sie es manchmal nicht einmal schaf-
fe, die Wohnung zu putzen (AB 109.1 S. 8 Ziff. 2). Nunmehr wurde jedoch 
die Erledigung des Haushalts als fester Bestandteil des Tagesablaufes 
geschildert (AB 146.6 S. 3 f. Ziff. 4.2 und 4.4). Während die Beschwerde-
führerin 2017 in Bezug auf ihre Beschwerden geltend machte, manchmal 
während drei bis vier Tagen hintereinander an Panikattacken zu leiden 
(AB 109.1 S. 8 Ziff. 2), erwähnte sie gegenüber Dr. med. D.________, die 
Symptome seien nur noch etwa einmal pro Woche da und dies in geringe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 17

rer Ausprägung (AB 146.8 S. 1 Ziff. 6.1). In Übereinstimmung mit der ge-
schilderten Verbesserung der Beschwerdesymptomatik suchte die Be-
schwerdeführerin im Gegensatz zu den vorgängig wöchentlichen fachärztli-
chen Therapiesitzungen (AB 109.1 S. 8 Ziff. 2) ihren behandelnden Psych-
iater Dr. med. E.________ nur noch alle zwei Wochen auf (AB 146.8 S. 2 
Ziff. 6.2). Folglich überzeugt die Darlegung des Experten, wonach unter 
Berücksichtigung der Alltagsgestaltung und des Privatlebens die funktionel-
len Einschränkungen seit Februar 2017 (Erstbegutachtung [vgl. AB 109.1]) 
abgenommen hätten und sich der Gesundheitszustand mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit gebessert habe (AB 164 S. 4). Dies umso mehr, als die 
Beschwerdeführerin anlässlich der neuropsychologischen Abklärung im 
Spital J.________ (Abklärungsbericht vom 23. Juli 2018 [AB 136 S. 8]) 
denn auch selbst angab, ihr psychischer Zustand habe sich „seit einiger 
Zeit wieder deutlich verbessert“ (S. 10). Mithin hat sich der Experte 
hinreichend zum Beweisthema (erhebliche Änderungen des Sachverhalts) 
geäussert, womit seine Expertise auch im Revisionskontext beweiskräftig 
ist. Gestützt darauf sind konkrete Anhaltspunkte in der 
Krankheitsentwicklung und im Verlauf untermauert und entgegen der 
Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 4), wonach 
lediglich eine andere medizinische Einschätzung eines im Wesentlichen 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes vorliege (vgl. Beschwerde S. 8 
Ziff. 9), ist ein medizinischer Revisionsgrund in psychiatrischer Hinsicht 
erstellt. Ferner ist der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend abgeklärt 
und eine Rückweisung der Akten zu weiteren Abklärungen im Sinne des 
Eventualantrags erübrigt sich. 

3.7 Gemäss der beweiskräftigen Einschätzung von 
Dr. med. D.________ besteht seit dem Datum der Begutachtung (12. De-
zember 2018; vgl. AB 146) in einer adaptierten Tätigkeit (jedwede Tätigkeit 
mit primär … Charakter mit klarer Aufgabenzuteilung, einem ruhigen Ar-
beitsumfeld und wohlwollendem Vorgesetzten) eine Arbeitsfähigkeit von 
70 % (AB 146.13 S. 9 Ziff. 11.6; vgl. AB 164 S. 4). Ob der aus psychiatri-
scher Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit von 30 % (AB 146.13 S. 9 
Ziff. 11.6) auch aus rechtlicher Sicht zu folgen ist, braucht mit Blick auf das 
Ergebnis - so oder anders resultiert kein rentenbegründender Invaliditäts-
grad mehr (E. 7) - nicht geprüft zu werden bzw. ist eine Indikatorenprüfung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 18

entbehrlich, kann doch eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachter-
lich attestierte aus der Indikatorenprüfung nicht resultieren (Entscheid des 
BGer vom 25. September 2018, 8C_241/2018, E. 7.5.2). 

4.

Was den Status (Ausmass der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall) betrifft, 
nahm die Beschwerdegegnerin an, die Beschwerdeführerin wäre im 
hypothetischen Gesundheitsfall nach dem Mutterschaftsurlaub zu 80 % 
erwerbstätig und zu 20 % im Aufgabenbereich tätig (AB 157 S. 4 Ziff. 3.4 
und 4). Mit Blick auf den beruflichen Werdegang vor Eintritt des 
Gesundheitsschadens (vgl. AB 6 f., 157 S. 3 f. Ziff. 3.2) und die anlässlich 
der Abklärung an Ort und Stelle aufgezeigte mögliche, geteilte Betreuung 
der Tochter (vgl. AB 157 S. 4 Ziff. 3.4) ist dieser Status nicht zu 
beanstanden und zwischen den Parteien im Übrigen auch unbestritten. 
Nachfolgend ist die Invaliditätsbemessung in Anwendung der gemischten 
Methode (vgl. E. 2.4 hiervor) vorzunehmen. 

5.

Zunächst ist die Einschränkung im Erwerbsbereich nach der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.4.1 hiervor).

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf je-
doch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 19

der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 
2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

5.3 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

5.4 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Bestimmung des Validenein-
kommens auf die TA7 der LSE 2010 ab. Dies ist nicht zu beanstanden, ist 
doch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im 
Validitätsfall weiterhin bei der K.________ AG in … arbeiten würde, weil sie 
gemäss eigener Angaben "gemobbt" wurde (vgl. AB 109.1 S. 7). Im Übri-
gen ist dem Lebenslauf zu entnehmen, dass sie ihren Arbeitgeber häufig 
wechselte resp. nie längerfristig für einen Arbeitgeber tätig war, so dauerte 
die längste Tätigkeit nach Abschluss der Berufslehre doch lediglich etwas 
mehr als drei Jahre (vgl. AB 6). Hingegen ist das Abstellen auf die LSE 
2010 (vgl. AB 157 S. 7 Ziff. 5.2) bundesrechtswidrig, weil grundsätzlich 
immer die im Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten 
statistischen Daten zu verwenden sind (vgl. E. 5.3 hiervor). Vorliegend ist 
für die Bestimmung des Valideneinkommens die am 21. April 2020 er-
schienene LSE 2018 massgebend. 

In Bezug auf das Invalideneinkommen entspricht gemäss gutachterlicher 
Einschätzung eine angepasste Tätigkeit im Wesentlichen den früher aus-
geübten Tätigkeiten in der … der L.________ und als … bei der 
F.________ AG (vgl. AB 146.13 S. 9 f. Ziff. 11.6). Weil der Beschwerdefüh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 20

rerin die angestammte Tätigkeit weiterhin zumutbar ist, ist sowohl für das 
Validen- als auch für das Invalideneinkommen derselbe Tabellenlohn her-
anzuziehen. Da die hypothetischen Vergleichseinkommen auf der gleichen 
Basis zu berechnen sind, kann eine detaillierte Berechnung unterbleiben, 
entspricht doch der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter 
Berücksichtigung eines allfälligen - hier nicht gerechtfertigten - Abzuges 
vom Tabellenlohn (vgl. Entscheid des BGer vom 30. Juli 2012, 
8C_365/2012, E. 7). Damit entspricht die ungewichtete Einschränkung im 
Bereich Erwerb dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, woraus gewichtet (vgl. 
AB 157 S. 4 Ziff. 4) eine Einschränkung von 24 % (30 % x 0.8) resultiert.

6.

Im Folgenden sind die Einschränkungen im Aufgabenbereich zu ermitteln.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt Erwerb vom 8. Juli 2019 (AB 157) 
samt Stellungnahme vom 16. Juni 2020 (AB 173) erfüllt die Anforderungen 
an die Rechtsprechung (E. 6.1 hiervor) und ist damit beweiskräftig. Die 
Beschwerdegegnerin ermittelte anhand des Betätigungsvergleichs eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 21

Einschränkung von ungewichtet 11.6% (AB 157 S. 11 Ziff. 9), was gewich-
tet einer Einschränkung von 2.32 % (11.6 % x 0.2 [Anteil Haushalt; vgl. 
E. 2.4.3 hiervor]) entspricht.

7.

Aus der Einschränkung im Erwerb (vgl. E. 5.4 hiervor) und im Haushalt 
(vgl. E. 6.2 hiervor) resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet (vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 f. S. 123) 26 % (24 % [vgl. E. 5.4 hiervor] + 2.32 % [vgl. 
E. 6.2 hiervor]). Damit hat die Beschwerdeführerin ab 1. August 2020 - ent-
gegen der angefochtenen Verfügung vom 19. Juni 2020 - keinen Anspruch 
mehr auf eine Rente. Die Beschwerde ist demnach unbegründet und ab-
zuweisen. 

Das Versicherungsgericht kann eine Verfügung oder einen Einspracheent-
scheid zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern oder die-
ser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gele-
genheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde zu geben 
ist (Art. 61 lit. d ATSG; BGE 144 V 153 E. 4.1.1 f. S. 155; SVR 2007 AHV 
Nr. 15 S. 42 E. 3.1). Die Voraussetzungen zur Vornahme einer reformatio 
in peius sind erfüllt. Das angerufene Gericht hat die Beschwerdeführerin 
mit prozessleitender Verfügung vom 12. November 2020 (in den 
Gerichtsakten) auf die drohende Schlechterstellung und auf die Möglichkeit 
eines Beschwerderückzugs aufmerksam gemacht. Die angefochtene Ver-
fügung vom 19. Juni 2020 ist folglich dahingehend abzuändern, als die bis-
herige ganze Rente in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV per 31. Ju-
li 2020 aufzuheben ist. Die ebenfalls angefochtene Verfügung vom 23. Juni 
2020 (Neufestsetzung der Rente ab 1. August 2020) ist dementsprechend 
ebenfalls aufzuheben. 

8.

8.1 Gemäss der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung von 
Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Ver-
sicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 22

aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die unterliegende Beschwerdeführerin hat die Verfahrenskosten, gerichtlich 
bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden 
dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

8.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG ([Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 19. Juni 2020 wird dahingehend 
abgeändert, als die bisherige ganze Rente per 31. Juli 2020 aufgeho-
ben wird. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 23. Juni 2020 wird 
aufgehoben. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2021, IV/20/622, Seite 23

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.