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**Case Identifier:** bfca6f25-2b82-5a9b-ba83-7028d6d29b0b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.12.2022 200 2022 490
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-490_2022-12-13.pdf

## Full Text

200 22 490 IV
SCP/SVE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Dezember 2022

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. Juli 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1986 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im März 2019 unter Hinweis auf ein am 1. Januar 2019 erlitte-
nes schweres Schädel-Hirn-Trauma bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle des Kantons 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB 
tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen, insbeson-
dere liess sie den Versicherten polydisziplinär begutachten (MEDAS-
Gutachten vom 8. Februar 2022 [AB 92.1 ff.] samt Stellungnahme vom 
8. April 2022 [AB 97]). Mit Vorbescheid vom 13. April 2022 (AB 98) stellte 
die IVB dem Versicherten in Aussicht, einen Rentenanspruch bei einem 
Invaliditätsgrad von 10 % zu verneinen. Nachdem der Versicherte dagegen 
Einwand erhoben hatte (AB 103, 106), holte die IVB eine gutachterliche 
Stellungnahme (Stellungnahme vom 17. Juni 2022 [AB 108]) ein und ver-
fügte am 1. Juli 2022 dem Vorbescheid entsprechend (AB 109).

B.

Hiergegen erhebt der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 29. August 2022 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 2022 sei aufzuheben und die Sache zur 
weiteren Abklärung, insbesondere zur Vornahme weiterer medizinischer Experti-
sen, unter Wahrung der Partizipationsrechte der Parteien, an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen.

2. Es sei dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen.

3. Es sei dem Beschwerdeführer die Unterzeichnende als gerichtliche Rechtsbei-
ständin beizuordnen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 15. Sep-
tember 2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 1. Juli 2022 (AB 109). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 4

in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 1. Juli 2022 (AB 109), womit sie nach dem Inkrafttreten 
der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühest 
mögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs mit 
Blick auf das Leistungsgesuch vom März 2019 vor dem 1. Januar 2022, 
weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der 
bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind 
(Rz. 9100 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invaliden-
versicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 
147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-

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trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu 
arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich – das Folgende entnehmen:

3.1.1 Der Beschwerdeführer war zwischen dem 7. November 2015 und 
dem 31. März 2018 sieben Mal in den Psychiatrischen Diensten 
C.________ hospitalisiert (vgl. AB 46). Dabei wurden insbesondere folgen-
de Diagnosen gestellt (S. 1):

1. Psychische und Verhaltensstörung durch multiplen Substanzgebrauch und 
Konsum anderer psychotroper Substanzen (Alkohol, Kokain, Cannabis, Tabak), 
ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F19.25);

2. Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 
F43.23);

3. Aktenanamnestisch Verdacht auf ADHS.

3.1.2 Am 1. Januar 2019 erlitt der Beschwerdeführer ein schweres Schä-
del-Hirn-Trauma (vgl. AB 25 S. 14), aufgrund dessen er nach vorgängigem 
Aufenthalt im Spital D.________ und Spital E.________ (vgl. AB 25 S. 14) 
vom 31. Januar bis zum 6. August 2019 (vgl. AB 23 S. 2) und vom 24. Sep-
tember bis zum 14. Oktober 2019 (vgl. AB 65 S. 5) zur Neurorehabilitation 
in der Klinik F.________ hospitalisiert war (vgl. AB 23 S. 2, 50.3 S. 5, 7, 22, 
34, 41, 46, 57 S. 2, 65 S. 5). 

Im Bericht der Klinik F.________ über die neuropsychologische Verlaufsun-
tersuchung vom 8. Juli 2020 (AB 57 S. 4 ff.) wurden ein schweres Schädel-

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Hirn-Trauma mit multiplen kleinen cerebralen Blutungen am 1. Januar 2019 
mit klinisch Gleichgewichtsstörung, Schwindel, Desorientiertheit, Antriebs-
minderung und psychomotorischer Verlangsamung, reduzierter Ausdauer 
und Belastbarkeit sowie kognitiven Einbussen, ein Kokain-Abhängigkeits-
Syndrom mit Hypertonie und Tachykardie im Rahmen des Kokainentzuges 
im Rahmen einer Polytoxikomanie, sowie ein Ethanol- und Nikotinabusus 
diagnostiziert (S. 4). Es hätten sich testdiagnostisch persistierende Ein-
schränkungen in allen geprüften Bereichen gezeigt. Klinisch habe eine re-
duzierte Spontansprache und ein reduziertes Instruktionsverständnis impo-
niert. Weiter hätten sich ein verlangsamtes Arbeitstempo insbesondere bei 
psychomotorischen Aufgaben, eine rasche Ablenkbarkeit sowie eine stark 
verminderte Belastbarkeit gezeigt. Aufgrund der Konzentrationsschwierig-
keiten komme es vermehrt zu Fehler insbesondere unter Zeit- oder Leis-
tungsdruck und in lärmiger Umgebung (S. 6 f.).

3.1.3 Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste G.________ über 
die stationäre Behandlung vom 27. Januar bis zum 27. Juli 2021 (AB 79) 
wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe am 26. Januar 2021 einen 
Trinkrückfall erlitten, er habe sich an den Suizid des Bruders vor vier Jah-
ren erinnert (S. 2). Eine neuropsychologische Testung habe keine Ände-
rung im Vergleich zur Testung in der Klinik F.________ 2020 ergeben 
(S. 3).

3.1.4 In der polydisziplinären Gesamtbeurteilung des MEDAS-Gutachten 
vom 8. Februar 2022 (AB 92.1 ff.) wurden folgende Diagnosen aufgeführt 
(AB 92.1 S. 6 Ziff. 4.2):

• ICD-10 F19.21: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Sub-
stanzen: Störung durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psy-
chotroper Substanzen: Abhängigkeitssyndrom; gegenwärtig abstinent in be-
schützter Umgebung;

• ICD-10 S06.23: Status nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma vom 1. Januar 
2019 mit multiplen intrazerebralen Blutungen und linksbetontem chronischem 
Subduralhämatom mit funktionellen Reststörungen des Gehens, der Koordinati-
ven (recte wohl: der Koordination), des Sprechens und der neurokognitiven Leis-
tungsfähigkeit bei…;

• ICD-10 F06.7: …Verdacht auf neurokognitive Störung;

• Präadipositas nach WHO-Kriterien.

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Im internistischen Teilgutachten (AB 92.2) führte med. pract. H.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, es fänden sich keine Erkran-
kungen oder Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 19 
Ziff. 7.1). 

Im neuropsychologischen Teilgutachten (AB 92.4) diagnostizierte Dipl.-
Psych. I.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, kognitive 
Auffälligkeiten in den Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und exekutiven Be-
reichen wie auch in der klinischen Beobachtung (S. 9 Ziff. 6). Formal-
neuropsychologisch hätten sich erheblich unterdurchschnittliche Leistungen 
gezeigt. Klinisch habe sich bereits am Anfang der Untersuchung eine er-
höhte Müdigkeit mit häufigem Gähnen gezeigt. Insgesamt habe sich ein 
deutlich verlangsamtes Arbeitstempo beim Bearbeiten der Aufgaben ge-
zeigt. Die Ablenkbarkeit sei erhöht gewesen. Im sprachlichen Ausdruck 
habe sich eine verwaschene, verlangsamte Aussprache gezeigt. Das 
Sprach- und Instruktionsverständnis sei gegeben. Zum Teil seien die Auf-
gabenstellungen beim Bearbeiten der Aufgaben nicht mehr präsent gewe-
sen. Nach nochmaligen Erläuterungen und der Versicherung des Ver-
ständnisses sei es vor allem bei der computergestützten Diagnostik nicht 
zu den geforderten Reaktionen gekommen. Der Beschwerdeführer habe 
wie „eingefroren“ vor dem Bildschirm verharrt und immer wieder zu weite-
ren Reaktionen angehalten werden müssen. Die Ergebnisse der formali-
sierten Beschwerdevalidierung begründeten Zweifel an der Mitwirkung des 
Beschwerdeführers in der Untersuchung und der Gültigkeit des erhaltenen 
Testprofils. Aufgrund der auffälligen Symptomvalidierung in der aktuellen 
Untersuchung könnten Art und Schwere der kognitiven Defizite nicht fest-
gelegt und ein Vergleich zu den Voruntersuchungen somit nicht gezogen 
werden. Jedoch ergäben sich in der klinischen Beobachtung Parallelen zu 
den Voruntersuchungen. Aufgrund der nicht validen Testresultate könne 
aus neuropsychologischer Sicht keine Aussage zur Ausbildungs-/
Arbeitsfähigkeit gemacht werden (S. 9 f. Ziff. 7).

Prof. Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte im psychiatrischen Teilgutachten (AB 92.3) aus, 
beim Beschwerdeführer bestehe eine langjährige Polytoxikomanie mit Ge-
brauch von Alkohol, THC und Kokain. Aus psychiatrischer Sicht lägen kei-

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ne anderen Störungsbilder vor, aufgrund welcher der Beschwerdeführer die 
abhängigkeitserzeugenden Substanzen nutze bzw. genutzt habe. Letztma-
lig sei es in beschützter Umgebung im Dezember 2021 und davor im Janu-
ar 2021 zu einem Rückfall gekommen, bei dem der Beschwerdeführer Des-
infektionsmittel aus Gründen der Befriedigung seiner Sucht getrunken ha-
be. Von THC und Kokain bestehe Abstinenz seit einem Überfall in der Sil-
vesternacht …, bei welchem sich der Beschwerdeführer ein schweres 
Schädel-Hirn-Trauma zugezogen habe. Gemäss Bildgebung sei es zu 
strukturellen Veränderungen des Neurocraniums mit multiplen Einblutun-
gen und einem linksbetonten chronischen Subduralhämatom gekommen. 
Es seien in den klinischen Einrichtungen wiederholt neuropsychologische 
Defizite mit Störungen der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisbereiche wie 
auch den exekutiven Funktionen beschrieben worden. Gemäss Aktenmate-
rial seien diese Untersuchungen ohne Symptomvalidierung erfolgt, weshalb 
sie versicherungsmedizinisch nicht bewiesen seien. Wenn auch der klini-
sche Eindruck im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung diese Ergeb-
nisse stütze, sei die Symptomvalidierung in der neuropsychologischen Tes-
tung in der hiesigen polydisziplinären Untersuchung auffällig gewesen. Es 
hätten keine validen Testergebnisse erzielt werden können, so dass sich 
Art und Schwere neurokognitiver Defizite nicht objektivieren liessen. Hierfür 
sei aus psychiatrischer Sicht eine geringe Anstrengungsbereitschaft des 
Beschwerdeführers verantwortlich, was seiner charakterlichen Ausstattung 
entspreche und sicherlich soziokulturelle Hintergründe habe. Es ergäben 
sich in der ergebnisoffenen Beurteilung der Standardindikatoren keine Hin-
weise auf eine prämorbide Persönlichkeitsstörung. Für die Abhängig-
keitserkrankung seien aus psychiatrischer Sicht keine anderen Störungen 
zugrundeliegend. Auch habe zum Untersuchungszeitpunkt kein hirnorgani-
sches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma bestanden, welches 
nachhaltige Störungen der ICH-Strukturen nach sich zöge. Eine Minderung 
der psychischen Resilienz sei jedoch nicht zuletzt nach dem schweren 
Schädel-Hirn-Trauma anzunehmen. Dabei sei der hochgradige Verdacht 
auf bleibende neuropsychologische Einschränkungen im attentionalen, 
mnestischen und exekutiven Bereich zu äussern, die aufgrund des Verhal-
tens des Beschwerdeführers anlässlich der gutachterlichen Untersuchung 
in Art und Schwere nicht abschliessend objektiviert werden könnten (S. 25 
f. Ziff. 7.1). Aus rein psychiatrischer Sicht lägen gegenwärtig keine Fähig-

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keitseinschränkungen vor, die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hät-
ten. Aufgrund der zu vermutenden neurokognitiven Fähigkeitseinschrän-
kungen im attentionalen, mnestischen und exekutiven Bereich könne dies-
bezüglich weder zur Ausbildungsfähigkeit, noch zur Arbeitsfähigkeit gutach-
terlich abschliessend Stellung genommen werden. Sollten – die vermuteten 
– neurokognitiven Einschränkungen vorliegen, was aufgrund der Verhal-
tensbeobachtung und den Hinweisen im Aktenmaterial anzunehmen sei, 
seien diese nach nun über zweijähriger Latenz zum schädigenden Ereignis 
als Endzustand anzunehmen (S. 28 f. Ziff. 8).

Prof. Dr. med. J.________ diagnostizierte aus neurologischer Sicht als 
Diagnose einen Status nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma vom 1. Janu-
ar 2019 mit multiplen intrazerebralen Blutungen und linksbetontem chroni-
schen Subduralhämatom mit funktionellen Reststörungen des Gehens, der 
Koordination, des Sprechens und der neurokognitiven Leistungsfähigkeit 
(ICD-10 S06.23; AB 94.1 S. 21 Ziff. 6.3). Die vom Beschwerdeführer be-
klagten Beschwerden seien plausibel und nachvollziehbar. So bestehe eine 
leichtgradige, rechts- und beinbetonte spastische Tetraparese nach schwe-
rem Schädel-Hirn-Trauma (S. 20 Ziff. 6.2). In der Untersuchung habe eine 
Reststörung mit Dysarthrophonie bei gepresstem, minim verlangsamtem 
Sprechen bestanden. Motorisch habe sich eine rechts beinbetonte, leichte 
Tetraparese objektivieren lassen, die durch ein rechts circumduzierendes 
Gangbild geprägt sei. Die Rechts-Links-Koordination sei vermindert und 
das Rennen durch Stolpern über den rechts ungenügend angehobenen 
Fuss erschwert. Die koordinativen Funktionen seien im Stehen und Gehen 
vermindert. Die zum Untersuchungszeitpunkt bestehenden Reststörungen 
könnten drei Jahre nach dem schädigenden Ereignis als irreversibel be-
trachtet werden (S. 23 Ziff. 7.1). Auf neurologischem Fachgebiet sei damit 
eine Störung mit Auswirkungen auf die mittel- und langfristige Arbeitsfähig-
keit zu objektivieren. Es ergäben sich qualitative Einschränkungen; quanti-
tative Leistungseinbussen bestünden hingegen nicht. So werde das positi-
ve Leistungsbild aus rein neurologischer Sicht ohne Beurteilung von neuro-
psychologischen Fähigkeitsstörungen durch die motorisch-koordinativen 
und sprachlichen Defizite eingeschränkt. Dem Beschwerdeführer seien nur 
noch körperlich leichte bis zeitweilig mittelschwere Arbeiten ohne Tätigkei-
ten auf Leitern und Gerüsten oder im Wasser zumutbar. Er könne überwie-

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gend sitzende und nur zeitweilig gehende oder stehende Tätigkeiten aus-
führen. Ihm seien sprechende Tätigkeiten möglich, bei denen es nicht auf 
hohe Verständlichkeit ankomme. Quantitative Einschränkungen bestünden 
in solchen Tätigkeiten nicht (S. 24 f. Ziff. 8).

In den gutachterlichen Stellungnahmen vom 8. April (AB 97) und 17. Juni 
2022 (AB 108) wurde an diesen Einschätzungen festgehalten.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.2.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-

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sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersuchungsgrund-
satz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffs-
notwendig aus, da es Sache des Gerichts – und der verfügenden Behörde 
– ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Die 
Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in der Regel eine Be-
weislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst 
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich 
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429, 138 V 
218 E. 6 S. 222; SVR 2021 UV Nr. 27 S. 129 E. 2.2.2).

3.3

3.3.1 Grundlage für die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 2022 
(AB 109) bildet das MEDAS-Gutachten vom 8. Februar 2022 (AB 92.1 ff.) 
samt Stellungnahmen vom 8. April (AB 97) und 17. Juni 2022 (AB 108), 
welches auf einer allgemein-internistischen, psychiatrischen und neurologi-
schen Begutachtung sowie einer neuropsychologischen Untersuchung ba-
siert. Die Expertise erfüllt, was die erhobenen Befunde und Diagnosestel-
lungen in allgemein-internistischer, psychiatrischer und neurologischer 
Sicht betrifft, die von der Rechtsprechung an ein Gutachten gestellten An-
forderungen (vgl. E. 3.2.1 hiervor). Jedoch ist es in Bezug auf die funktio-
nellen Auswirkungen des Gesundheitsschadens – wie unter E. 3.3.3 hier-
nach aufzuzeigen sein wird – nicht vollständig, weshalb ihm kein hinrei-
chender Beweiswert für eine abschliessende Beurteilung zukommt. 

3.3.2 Was zunächst die erhobenen Befunde und Diagnosestellungen an-
geht, gelangte med. pract. H.________ in allgemein-internistischer Hinsicht 
unter sorgfältiger Anamnese- (vgl. AB 93.2 S. 7 ff. Ziff. 3.2.1) und Befund-
erhebung (vgl. S. 14 ff. Ziff. 4) zum nachvollziehbaren Schluss, dass keine 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (S. 19 Ziff. 7.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 13

Psychiatrischerseits überzeugt, dass weder eine Persönlichkeitsstörung 
(vgl. AB 92.3 S. 7 i.V.m. S. 25) noch ein hirnorganisches Psychosyndrom 
(vgl. S. 26) bestehen. Prof. Dr. med. J.________ konnte anlässlich der Be-
gutachtung etwa keine Hinweise auf Störungen, Akzentuierungen oder Än-
derungen der Persönlichkeit feststellen. Überdies waren Affektsteuerung 
und Impulskontrolle intakt und bestanden keine Hinweise für Wahn, Sin-
nestäuschung sowie Ich-Störungen (S. 16 Ziff. 4.3). So hielt der Experte 
fest, dass sich der Beschwerdeführer gut in die Regeln einer Gemeinschaft 
einfügen könne und nicht verhaltensauffällig sei (S. 26 Ziff. 7.1). Mit Blick 
auf die erhobenen Befunde (keine Angabe von Intrusionen und Flashbacks, 
keine Albträume; S. 16 Ziff. 4.3) leuchtet ebenfalls ein, dass das Schre-
ckereignis im Zusammenhang mit dem Suizid des jüngeren Bruders nicht 
zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führte. Dies ent-
spricht überdies der Einschätzung der Psychiatrischen Dienste 
C.________, gemäss welchen das Miterleben des Suizids des Bruders 
eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen 
(ICD-10 F43.23) sowie einer zeitweiligen Erhöhung des vorbestehenden 
Abhängigkeitssyndroms nach sich zog (vgl. AB 46). Soweit die Psychiatri-
schen Dienste G.________ (vgl. AB 79) und die Klinik K.________ (vgl. 
AB 75) als Diagnose eine PTBS aufführten, wurde diese nicht begründet, 
womit diese abweichenden Beurteilungen nicht geeignet sind, Zweifel an 
der gutachterlichen Einschätzung zu wecken. Gestützt auf die anlässlich 
der Untersuchung erhobenen Befunde ist weiter ausgewiesen, dass der 
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung (25. Januar 2022; 
AB 92.3 S.1) abstinent lebte (vgl. AB 92.3 S. 15 und 17 Ziff. 4.3).

In neurologischer Hinsicht zeigte Prof. Dr. med. J.________ gestützt auf 
den Untersuchungsbefund (vgl. AB 94.1 S. 14 Ziff. 4.3) schlüssig auf, dass 
das schwere Schädel-Hirn-Trauma eine dysarthrophonische Reststörung 
des Sprechens (gepresstes, minim verlangsamtes Sprechen [S. 23 
Ziff. 7.1]), eine rechts beinbetonte leichte Tetraparese mit circumduzieren-
dem, tempoverlangsamten Gangbild und eine Koordinationsstörung (ver-
minderte Links-Rechts-Koordination [S. 23 Ziff. 7.1]) zur Folge hat, wobei 
diese drei Jahre nach dem schädigenden Ereignis als irreversibel zu be-
trachten sind (S. 20 Ziff. 6.3). Mit den erhobenen Befunden ist daher – un-
ter Ausklammerung der neurokognitiven Beeinträchtigungen – auch das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 14

neurologische Zumutbarkeitsprofil (vgl. AB 94.1 S. 23 Ziff. 7.2) einleuch-
tend begründet.

3.3.3 Was die polydisziplinäre, insbesondere neurologisch-psychiatrische 
Beurteilung betrifft, ging Prof. Dr. med. J.________ sowohl aufgrund des 
klinischen Eindrucks als auch den Hinweisen im Aktenmaterial (vgl. 
AB 92.3 S. 25 Ziff. 7.1) und damit überzeugend von neurokognitiven Defizi-
ten und einer Minderung der psychischen Resilienz aus, äusserte einen 
hochgradigen Verdacht auf verbleibende neuropsychologische Einschrän-
kungen im attentionalen, mnestischen und exekutiven Bereich und nahm 
überdies nach über zweijähriger Latenz zum schädigenden Ereignis einen 
Endzustand betreffend die vermuteten neurokognitiven Einschränkungen 
an (S. 26 Ziff. 7.1 und 7.2). Indessen fanden die anlässlich der neuropsy-
chologischen Untersuchung festgestellten neurokognitiven Defizite weder 
Eingang in die neurologische noch in die psychiatrische Beurteilung (der 
Arbeitsfähigkeit; vgl. AB 92.1 S. 9 f. Ziff. 4.7), beurteilte der Gutachter doch 
weder deren Art noch Schwere abschliessend (AB 92.3 S. 25 Ziff. 7.1), da 
die Symptomvalidierung im Rahmen der neuropsychologischen Untersu-
chung auffällig gewesen sei (AB 92.3 S. 26 Ziff. 7.2), insofern als der Be-
schwerdeführer eine geringe Anstrengungsbereitschaft gezeigt habe, was 
seiner charakterlichen Ausstattung entspreche und sicher soziokulturelle 
Hintergründe habe (S. 23 f. Ziff. 6.2 f.). In Bezug auf die auffälligen Validie-
rungsergebnisse mag zwar zutreffen, dass er anlässlich der rund zehn Ta-
ge vor der psychiatrisch-neurologischen Untersuchung durchgeführten neu-
ropsychologischen Testung müde und reduziert anstrengungsbereit war. 
Ebenso ist nicht ausgeschlossen, dass die Verhaltensbeobachtung der 
neuropsychologischen Gutachterin, wonach er bei der computergestützten 
Diagnostik bzw. Testung des Reaktionsvermögens wie „eingefroren“ vor 
dem Bildschirm verharrte und immer wieder zu weiteren Reaktionen ange-
halten werden musste (vgl. AB 92.4 S. 10 Ziff. 7), im Widerspruch zu der 
von ihm angegebenen Freizeitbeschäftigung des Gamens (AB 92.4 S. 4 
Ziff. 3.2) steht. Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach 
zwar von einer neuropsychologischen Einschränkung auszugehen sei, wel-
che jedoch aufgrund der mangelnden Mitwirkung des Beschwerdeführers 
nicht habe belegt werden können (AB 109), erscheint ein bewusstseinsna-
hes Verhalten und damit eine Verletzung der Mitwirkungspflicht bereits auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 15

grund der anlässlich der Hauptbegutachtung von sämtlichen Gutachtern 
gemachten Verhaltensbeobachtungen fraglich: So wurden in der polydiszi-
plinären Gesamtbeurteilung keine Hinweise auf Verdeutlichungen, Aggra-
vation oder gar Simulation festgehalten (AB 92.1 S. 8 Ziff. 4.6). Weiter ist 
mit Blick auf die Verhaltensbeobachtung anlässlich der neuropsychologi-
schen Untersuchung vom 14. Januar 2021 (recte wohl 2022; vgl. AB 92.4 
S. 1 Ziff. 1.1) auch die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer zu diesem 
Zeitpunkt noch nicht abstinent war, nicht ausser Acht zu lassen, hatte sich 
doch der letzte Rückfall erst im Dezember 2021 ereignet (AB 92.3 S. 12 
Ziff. 3.2.3). Überdies bestehen auch divergierende Einschätzungen in Be-
zug auf das durch die neuropsychologische Gutachterin als gegeben er-
achtete Instruktionsverständnis (vgl. AB 92.4 S. 10 Ziff. 7): So wurde dieses 
durch die Klinik F.________ (AB 57 S. 6; vgl. auch AB 92.4 S. 3 Ziff. 2) als 
reduziert beurteilt. Damit übereinstimmend legte auch die therapeutische 
Institution differenziert dar, dass der Beschwerdeführer in Situationen, de-
ren Sinn und Zweck er nicht erfasse, grundsätzlich überfordert und in ei-
nem solchen Zustand nicht in der Lage sei, Informationen aufzunehmen 
und Anleitungen umzusetzen, auch wenn diese noch so einfach erschienen 
(AB 106 S. 2). Mithin bestehen begründete Zweifel an der Annahme, wo-
nach der Beschwerdeführer anlässlich der neuropsychologischen Untersu-
chung eine geringe Anstrengungsbereitschaft gezeigt haben und damit 
seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sein soll (AB 92.1 S. 8 
Ziff. 4.6, 92.4 S. 10 Ziff. 7). Da überdies aus polydisziplinärer Sicht neuro-
kognitive Einschränkungen bzw. neuropsychologische Fähigkeitsstörungen 
(AB 92.1 S. 9 f. Ziff. 4.7 f.) festgestellt wurden, kann entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdegegnerin (vgl. AB 109, Beschwerdeantwort S. 3 
Ziff. 6) nicht von einer Beweislosigkeit ausgegangen werden (vgl. zur Be-
weislosigkeit E. 3.2.2 hiervor). Vielmehr liegt – soweit sich 
Prof. Dr. med. J.________ zum Ausmass der neuropsychologischen Funk-
tionsstörungen bzw. den neurokognitiven Beeinträchtigungen und schliess-
lich auch zu deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend 
äusserte – ein nicht hinreichend abgeklärter medizinischer Sachverhalt vor. 
Mit anderen Worten bedürfen die neuropsychologischen Testresultate der 
psychiatrischen resp. der neurologischen Einordnung, stellt die neuropsy-
chologische Testung rechtsprechungsgemäss eine Zusatzuntersuchung 
dar, welche von einem Arzt zu validieren ist, bevor sie in invalidenversiche-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 16

rungsrechtlicher Hinsicht massgeblich ist (vgl. Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 10. November 2021, 8C_526/2021, E. 4.2.1 mit Hinwei-
sen). Die Beschwerdegegnerin hat folglich erneut eine neuropsychologi-
sche Untersuchung unter neurologischer und psychiatrischer Begleitung zu 
veranlassen. Gegebenenfalls hat diese Begutachtung unter Auflagen wie 
etwa ausgeruhtes Erscheinen, stationären Bedingungen, Laboranalysen 
etc. zu erfolgen. Sollte die neuropsychologische Untersuchung wiederum 
nicht valide Ergebnisse nach sich ziehen und dem Beschwerdeführer wei-
terhin keine Verletzung seiner Mitwirkungspflichten vorgeworfen werden 
können, hätten die Gutachter im Lichte der objektivierbaren Schädigungen 
des Gehirns auf Basis von Vergleichsgruppenwerten zur Arbeitsfähigkeit 
aus medizinisch-theoretischer Sicht Stellung zu nehmen. 

3.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich das MEDAS-
Gutachten vom 8. Februar 2022 (AB 92.1 ff.) samt Stellungnahmen vom 
8. April (AB 97) und 17. Juni 2022 (AB 108) als unvollständig erweist, wes-
halb ihm keine volle Beweiskraft zukommt und die Sache zur ergänzenden 
respektive präzisierenden Abklärung – insbesondere des Einflusses der 
neuropsychologischen Testresultate auf die funktionelle Leistungsfähigkeit 
in neurologischer bzw. psychiatrischer Hinsicht – an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen ist.

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 2022 
(AB 109) in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde aufzuheben 
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach 
Vornahme der weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu über 
den Rentenanspruch verfüge. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 17

kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind bei diesem 
Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer-
legen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro-
zesses bemessen (vgl. Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Nach 
der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtli-
chen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um eine Sozialver-
sicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre 
Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss des Administra-
tivverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden 
Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergän-
zender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 
S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob 
das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt 
wird (SVR 2020 KV Nr. 23 S. 112 E. 11.1).

Mit Kostennote vom 14. November 2022 macht Rechtsanwältin 
B.________ ein Honorar von Fr. 3'172.50 (11.75 Stunden à Fr. 270.--) zu-
züglich Auslagen von Fr. 95.40 und Mehrwertsteuer von 7.7 % von 
Fr. 251.65, total Fr. 3'519.55, geltend, was nicht zu beanstanden ist. Dem-
nach ist die Parteientschädigung auf Fr. 3'519.55 (inkl. Auslagen und 
MWST) festzusetzen; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Be-
schwerdeführer zu ersetzen.

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist das Rechtsschutzinteresse an 
der Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege dahingefal-
len. Folglich ist das entsprechende Verfahren als gegenstandslos gewor-
den vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (MICHEL DAUM, in HER-
ZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechts-
pflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, Art. 39 N. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2022, IV/22/490, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 1. Juli 2022 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Rentenanspruch 
neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'519.55 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.