# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1374b5a-651e-5780-b33a-cfa61b734610
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 06.04.2022 SST.2021.100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-100_2022-04-06.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

SST.2021.100 
(ST.2020.7; StA.2014.42) 

 

 

Urteil vom 6. April 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Cotti  

Gerichtsschreiberin Albert 

 

 
   

Anklägerin   Kantonale Staatsanwaltschaft, 

Bleichemattstrasse 7, 5001 Aarau  

 

 
    

Beschuldigter   C._____,  

geboren am [tt.mm.1959], von Hasle bei Burgdorf, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt A._____,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Geldwäscherei, gewerbsmässige Widerhandlung gegen das 

Sportförderungsgesetz, gewerbsmässige Widerhandlung gegen das 

Heilmittelgesetz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 11. März 2020 erhob die Kantonale Staatsanwaltschaft Anklage gegen 

den Beschuldigten wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das 

Sportförderungsgesetz, qualifizierter Widerhandlung gegen das 

Heilmittelgesetz und qualifizierter Geldwäscherei.  

 

2. 

2.1. 

Die erstinstanzliche Hauptverhandlung mit Befragung des Beschuldigten 

fand am 12. November 2020 vor dem Bezirksgericht Bremgarten statt.  

 

2.2. 

Gleichentags erliess das Bezirksgericht Bremgarten den nachfolgenden 

Beschluss:  

 

Das Verfahren wird infolge Verjährung eingestellt betreffend die Anklage der gewerbsmässigen 

Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz gemäss Art. 87 Abs. 2 i.V.m. 87 Abs. 1 lit. f und 

Art. 86 Abs. 1 lit. b und c aHMG (Anklageziffer 2) für den Zeitraum vor dem 12.11.2013. 

 

2.3. 

Sodann erkannte das Bezirksgericht Bremgarten auf nachfolgendes Urteil, 

welches es den Parteien mündlich eröffnete.  

 

1. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage der Geldwäscherei (schwerer Fall) 

gemäss Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. c StGB (Anklageziffer 3, 3.-6. Punkt). 

 

2. 

Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen  

- der mehrfachen Geldwäscherei (schwerer Fall) gemäss Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. c 

StGB (Anklageziffer 3, 1. und 2. Punkt) 

- der gewerbsmässigen Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz gemäss Art. 87 

Abs. 2 i.V.m. 87 Abs. 1 lit. f und Art. 86 Abs. 1 lit. b und c aHMG (Anklageziffer 2.) 

- der gewerbsmässigen Widerhandlung gegen das Sportförderungsgesetz gemäss 

Art. 22 Abs. 2 und 3 lit. d i.V.m. Art. 22 Abs. 1 SpoFöG (Anklageziffer 1.) 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 

12.02.2020 gestützt auf Art. 40, 47 und 49 Abs. 2 StGB zu 3 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. 

 

3.2. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 und 43 StGB für 18 Monate Freiheitsstrafe der 

bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre 

festgesetzt. 

 

 - 3 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 

12.02.2020 gestützt auf Art. 34, 47 und 49 Abs. 2 StGB zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen 

zu je Fr. 30.00 verurteilt. Die Geldstrafe beläuft sich folglich auf Fr. 1'200.00. 

 

4.2. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe der bedingte Strafvollzug 

gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre festgesetzt. 

 

5. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 71 StGB verpflichtet, dem Kanton Aargau eine 

Ersatzforderung von Fr. 90'000.00 zu bezahlen. 

 

6. 

Gestützt auf Art. 70 StGB wird folgender Vermögenswert eingezogen: 

 

- Bargeld in der Höhe von Fr. 50'000.00 (Depotkonto) 

 

7. 

7.1. 

Gestützt auf Art. 267 Abs. 3 i.V.m. 268 und 263 lit. b StPO werden folgende Vermögenswerte 

eingezogen: 

 

- Bargeld in der Höhe von Fr. 5'258.50 

- Bankguthaben in der Höhe von Fr. 42'606.34 […] 

- Erlös der vorzeitigen Verwertung der beschlagnahmten Goldbestände (Beschluss vom 

30.04.2020) in der Höhe von Fr. 322'734.15 

- Grundstück in […] Q., Grundstück […], Liegenschaft R. 

- Grundstück in […] S., Grundstücke […] 

 

7.2. 

Die eingezogenen Vermögenswerte gemäss vorstehender Ziffer 7.1. werden in nachfolgender 

Priorisierung an die Deckung der nachfolgenden Positionen herangezogen: 

 

- sämtliche Verfahrenskosten des vorliegenden Verfahrens (STA-ST.2014.42 inkl. 

nachfolgender Gerichtsinstanzen) 

- sämtliche Kosten der amtlichen Verteidigung des vorliegenden Verfahrens (STA-

ST.2014.42 inkl. nachfolgender Gerichtsinstanzen) 

- sämtliche Verfahrenskosten des abgetrennten Verfahrens (STA-ST.2016.8 inkl. 

nachfolgender Gerichtsinstanzen) 

- sämtliche Kosten der amtlichen Verteidigung des abgetrennten Verfahrens (STA-

ST.2016.8 inkl. nachfolgender Gerichtsinstanzen) 

 

7.3. 

Für die nach Deckung der Positionen gemäss vorstehender Ziffer. 7.2. verbleibenden 

Vermögenswerte gemäss Ziffer 7.1. wird die Beschlagnahme gemäss Art. 71 Abs. 3 StGB zur 

Deckung der folgenden Forderungen aufrechterhalten: 

 

- Ersatzforderung gemäss vorstehender Ziffer 5. 

 - 4 - 

 

 

 

- Ersatzforderung gemäss Ziffer 4.1. des Urteils SST.2019.97 des Obergerichts des 

Kantons Aargau vom 12.02.2020 

 

Sofern die Beschlagnahme nicht durch betreibungsrechtliche Massnahmen ersetzt werden 

sollte, ist die Staatsanwaltschaft gehalten, die sachgemässen Verfügungen zu treffen. 

 

8. 

8.1. 

Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten zurückgegeben und sind innert 30 Tagen 

seit Rechtskraft dieses Urteils bei der Gerichtskanzlei abzuholen, andernfalls diese vernichtet 

werden: 

 

- Aus 1. HD in S.: Pos. 2 und 31 

- Aus HD in Q.: Pos. 3 und 12 

- Aus HD in T.: Pos. 2, 3, 19, 23, 24, 26 - 33, 37 - 40, 42, 43 

 

8.2. 

Die folgenden Gegenstände bleiben als Beweismittel gestützt auf Art. 263 Abs. 1 lit. 1 StPO 

bei den Akten: 

 

- 1 Paket Hard Disk Spiegelung von 2 PC's 

- 1 Paket Hard Disk / WD Elements 

 

8.3. 

Im Übrigen werden folgende Gegenstände gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB eingezogen 

und die Kantonspolizei Aargau mit der Vernichtung beauftragt: 

 

- Aus 1. HDin  S.:  

HD Pos. 3 - 9, 20, 23 - 25, 28, 34, 37, 39 - 73, 75 - 79, 81 - 84 

- Aus 2. HD in S.: 

HD Pos. 1 - 28, 30 - 59 

- Aus HD in Q.: 

HD Pos. 5, 8, 11, 14 - 15, 17 - 18, 22, 24 - 25 

- Gemäss Beschlagnahmebefehl vom 09.02.2016: 

Etikettendrucker LX8000, 1 Laminarfloor, diverse leere Etiketten, Tablettier Stand zu 

Tablettier Maschine, Waage grün 

 

9. 

Die Verfahrenskosten bestehen aus: 

Anklagegebühr Fr. 8'150.00 

 Gerichtsgebühr Fr. 12'000.00 

Kosten für die amtliche Verteidigung Fr. 16'990.05 

 (zzgl. separat festzusetzender Entschädigung  

 von RA A.)  

Kosten für die Mitwirkung anderer Behörden Fr. 98'076.45 

 andere Auslagen Fr. 78.00 

Total Fr. 135'294.50 

 

Dem Beschuldigten werden die Verfahrenskosten auferlegt, somit insgesamt Fr. 135'294.50 

(zzgl. Kosten für die amtliche Verteidigung durch RA A., welche separat festgesetzt werden). 

 

 - 5 - 

 

 

 

10. 

10.1. 

Dem Verteidiger des Beschuldigten wird eine Entschädigung zu Lasten der Staatskasse 

zugesprochen. Die Festlegung der Höhe der Entschädigung erfolgt separat. 

 

10.2. 

Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber. 

 

3. 

3.1. 

Mit Eingabe vom 19. November 2020 meldete der Beschuldigte Berufung 

gegen das mündlich eröffnete Urteil beim Bezirksgericht Bremgarten an. 

Das begründete Urteil wurde ihm am 13. April 2021 zugestellt.  

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 24. November 2020 meldete die Kantonale 

Staatsanwaltschaft Berufung gegen das ihr am 24. November 2020 im 

Dispositiv zugestellte Urteil an. Das begründete Urteil wurde ihr am 

13. April 2021 zugestellt. 

 

4. 

4.1. 

Mit Berufungserklärung vom 16. April 2021 beantragte die Kantonale 

Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositiv-

Ziffer 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 4.5 Jahren sowie einer unbedingten Geldstrafe nach 

richterlichem Ermessen unter Kostenfolgen zu verurteilen. 

 

4.2. 

Mit Berufungserklärung vom 28. April 2021 liess der Beschuldigte die 

folgenden Anträge stellen:  

 

I. 
Es sei festzustellen, dass Ziff. 1 des Urteils vom 12.11.2020 des Bezirksgerichts 
Bremgarten (ST.2020.7) insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als dass C. von der 
Anschuldigung der Geldwäscherei (schwerer Fall) gemäss Ziff. 3, 3.-6. Punkt der 
Anklageschrift vom 11.3.2020 freigesprochen wurde.  

  

 - 6 - 

 

 

 

 
II. 

Es sei unter Aufhebung des Urteils vom 12.11.2020 des Bezirksgerichts Bremgarten 
(ST.2020.7) Ziff. 2 wie folgt abzuändern: 
 
C., geb. [tt.mm.1959], sei 
 

freizusprechen 
 
von den Vorwürfen:  
 
1.  der mehrfachen Geldwäscherei (schwerer Fall), angeblich begangen gemäss 

Ziff. 3., 1. und 2. Punkt der Anklageschrift vom 11.3.2020; 
 
2. der gewerbsmässigen Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz, angeblich 

begangen gemäss Ziff. 2 der Anklageschrift vom 11.3.2020;  
 
3. der gewerbsmässigen Widerhandlung gegen das Sportförderungsgesetz, 

angeblich begangen gemäss Ziff. 1 der Anklageschrift vom 11.3.2020.  
 

III.  
Unter Aufhebung des Urteils vom 12.11.2020 des Bezirksgerichts Bremgarten 
(ST.2020.7) wird weiter Folgendes begehrt:  
 
1. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Aargau aufzuerlegen. 
 
2. C. sei eine angemessene Entschädigung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 Bst. A i.V.m. Art. 436 

Abs. 1 StPO für die entstandenen Verteidigungskosten vor erster Instanz gemäss 
eingereichter Kostennote vom 11.11.2020 und vor zweiter Instanz gemäss noch 
einzureichender Kostennote zuzusprechen.  

 
3. C. sei eine Entschädigung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO in der Höhe von 

CHF 2'800.00 (zzgl. allfälliger weiterer Kosten, insb. Reisekosten, sofern seine 
persönliche Teilnahme erforderlich sein wird) für die ihm entstandenen 
wirtschaftlichen Einbussen, die ihm auf der notwendigen Beteiligung am 
Strafverfahren entstanden sind, zuzusprechen.  

 
4. C. sei eine Genugtuung in der Höhe von CHF 101'200.00 für die rechtswidrigen 

geheimen Zwangsmassnahmen während insgesamt 295 Tagen sowie für die 
ungerechtfertigte Schriftensperre während 635 Tagen auszurichten.  

 
5. Sämtliche beschlagnahmten Vermögenswerte und Gegenstände seien C. 

auszuhändigen.  
 
6. Es seien die weiteren nötigen Verfügungen zu treffen.  

 

4.3. 

Sodann liess er den folgenden Verfahrensantrag stellen:  

 

Es seien die Anzeige vom 23.5.2014 sowie sämtliche von der Berufungsgegnerin ins 
Recht gelegten Beweismittel aus den Akten zu verweisen.  
 

Eventualiter beantragte er die Entfernung folgender Aktenstücke: 

 

- Strafanzeige der eidgenössischen Zollverwaltung vom 23.05.2014 

- Beigezogene Akten aus anderen Verfahren 

 - 7 - 

 

 

 

- Medienberichte im Zusammenhang mit Doping 

- Erkenntnisse aus den Hausdurchsuchungen vom 31.03.2015 in Q. und S. sowie vom 

19.08.2015 in S. 

- Einvernahmen von C. 

- Folgeerkenntnisse 

 

Subeventualiter stellte er folgende Beweisergänzungsanträge:  

 

1. Es seien der Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl für die Hausdurchsuchung 
vom 19.08.2015 in S. zu edieren.  

 
2. Es sei für die Empfangsbestätigung für die beiden Durchsuchungs- und 

Beschlagnahmebefehle vom 16.03.2015 für die Hausdurchsuchungen am 
31.03.2015 in S. und in Q. (act. 3.3.1/12 und act. 3.3.2/11) ein graphologisches 
Gutachten anzuordnen. 

 
3. Es sei sämtliche E-Mail-Korrespondenz zwischen der Staatsanwaltschaft und 

Rechtsanwalt Martin Leiser, […], zu edieren. 
 
4. Es sei sämtliche Korrespondenz (schriftlich oder elektronisch) zwischen der 

Staatsanwaltschaft und der Oberstaatsanwaltschaft im vorliegenden Verfahren zu 
edieren. 

 
5. Es sei sämtliche Korrespondenz (schriftlich oder elektronisch) zwischen der 

Staatsanwaltschaft und der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) zu edieren. 
Ebenso seien sämtliche Telefonnotizen und Sitzungsprotokolle, welche von der 
Staatsanwaltschaft oder der EZV in Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren 
bzw. der Anzeige der EZV vom 23.05.2014 erstellt worden sind, zu edieren. 

 
6. Es seien sämtliche Akten der EZV im Zusammenhang mit der Aktion «Pump» und 

der Aktion «Rage» zu edieren. 
 
7. Es sei Herr C., Leiter Zentralstelle Zollfahndung (ZEFA), vom Bezirksgericht 

Bremgarten als Zeuge einzuvernehmen. 
 
8. Es seien sämtliche GPS-Daten zu edieren, die im Rahmen der Aktion «Pump» 

erhoben wurden. 
 

4.4. 

Mit Eingabe vom 18. Mai 2021 verzichtete die Kantonale 

Staatsanwaltschaft auf die Erhebung einer Anschlussberufung. Mit 

separater Eingabe desselben Datums erstattete sie die schriftliche 

Berufungsbegründung, mit welcher sie an den mit Berufungserklärung 

gestellten Anträgen festhielt. 

 

4.5. 

Am 7. Juni 2021 reichte der Beschuldigte seine schriftliche 

Berufungsbegründung ein und hielt an den mit Berufungserklärung 

gestellten Anträgen fest.  

 

 - 8 - 

 

 

 

4.6. 

Mit Berufungsantwort vom 5. Juli 2021 liess der Beschuldigte sinngemäss 

die Abweisung der Berufung der Kantonalen Staatsanwaltschaft für den 

Fall beantragen, dass entgegen seiner Berufungsanträge kein Freispruch 

erfolgten sollte.  

 

4.7. 

Mit Berufungsantwort vom 13. Juli 2021 beantragte die Kantonale 

Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung. Gleichentags beantragte 

sie mit separater Eingabe, sämtliche vom Beschuldigten mit 

Berufungsantwort eingereichten Beilagen aus dem Recht zu weisen.  

 

4.8.  

Am 27. Juli 2021 reichte der Beschuldigte eine Stellungnahme ein und hielt 

an den von ihm gestellten Anträgen fest.  

 

4.9.  

Mit Eingabe vom 3. und 24. August 2021 sowie vom 27. September 2021 

reichte die Kantonale Staatsanwaltschaft je weitere Unterlagen zur 

Kenntnisnahme ein.  

 

4.10. 

Am 27. Oktober 2021 beantragte der Beschuldigte in Ergänzung zu den mit 

Berufungserklärung gestellten Beweisanträgen, folgende Dokumente zu 

den Akten zu nehmen:  

 

1.1. Bundesrätliche Botschaft zum Sportförderungsgesetz und zum Bundesgesetz über 
die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport (abrufbar unter: 
www.admin.ch/ch/d/ff/2009/8189.pdf; besucht am 26.10.2021); 

 
1.2. Erläuternder Bericht zur Totalrevision des Bundesgesetzes vom 17. März 1972 

über die Förderung von Turnen und Sport (abrufbar unter: 
http://biblio.parlament.ch/e-docs/149309.pdf; besucht am 16.10.2021); 

 
1.3 Erläuterungen des Bundes zur Verordnung über die Förderung von Sport und 

Bewegung (abrufbar 
unter:http://www.baspo.admin.ch/de/home/meta/suche.detail.document.html/basp
o-
internet/de/documents/dossier/sportf%C3%B6rderungsgesetz/de/spof%C3%B6v/
voerlauterungende.pdf.html, besucht am 26.10.2021); 

 
1.4 Postulat von Nationalrat Marcel Dobler vom 27.9.2019 bzgl. der strafrechtlichen 

Verfolgung des Dopingkonsums (abrufbar unter: 
http://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-
vista/geschaeft?Affairld=20194366, besucht am 26.10.2021);  

 
1.5 Fachbeitrag «Doping im Fitnessstudio» von Dr. Walter O. Frey in der Zeitschrift 

«ARS MEDICI24» aus dem Jahr 2016; 
 
1.6 Die Strafbarkeit von Doping nach dem Bundesgesetz über die Förderung von 

Turnen und Sport, Dissertation von Dr. Werner Jörger, Bern, 2006; 

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1.7 Merkblatt des Förderprogramms Jugend und Sport des BASPO: «Präventives 

Handeln: Engagiert gegen Doping», Ausgabe 2014; 
 
1.8 E-Mail-Verlauf zwischen dem BASPO, Stiftung Antidoping Schweiz und C. vom 

6.9.2019-18.9.2019;  
 
1.9 Jahresrückblick 2013 der Stiftung Antidoping Schweiz; 
 
1.10 Breitensportkonzept des Bundes vom 26.10.2016 (abrufbar unter: 

http://newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/45808.pdf, besucht am 
26.10.2021); 

 
1.11 Schreiben von Antidoping Schweiz an das BASPO vom 18.9.2015; 
 
1.12 Leistungssportkonzept des Bundes vom 26.10.2016 (abrufbar unter: 

www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/45808.pdf, besucht am 
26.10.2021); 

 
1.13 Beilagen 2 und 3 des Schreibens von Antidoping Schweiz vom 19.8.2021; 
 
1.14  Beilagen des Schreibens vom Bundesamt für Sport von 19.8.2021;  
 
1.15 Gesuch um Akteneinsicht an die Eidgenössische Zollverwaltung vom 20.8.2021;  
 
1.16 Auszug D. aus dem Informationssystem Antidoping Schweiz vom 13.9.2021; 
 
1.17 Dopingstatut von Swiss-Olympic (abrufbar unter: 

www.swissolympic.ch/dam/jcr:7a1d6e43-cfe8-4671-9ad3-
f1dcaba272ca/10.1_Doping-Statut_2021.pdf, besucht am 26.10.2021); 

 
1.18 Schreiben der Verteidigung an das BASPO vom 16.9.2021; 
 
1.19 Klarstellung von Antidoping Schweiz bezüglich ihrer Zuständigkeit. 

 

Darüber hinaus stellte er folgende Anträge:  

 

2. Die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, sämtliche Korrespondenz (E-Mail oder 
Postverkehr, oder auch Telefonnotizen usw.), welche sie im Zusammenhang mit 
den drei eingeholten Fachmeinungen mit den jeweiligen Behörden und Stellen 
geführt hat, den Akten zuzuführen unter Angabe einer Vollständigkeitserklärung;  

 
3.  Die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, eine Erklärung darüber abzugeben, 

weshalb sie der Pflicht gemäss Art. 78 SpoFöV nicht nachgekommen ist und 
weshalb die entsprechenden Informationen nirgends in den Verfahrensakten zu 
finden sind.  

 
4. Es sei von Antidoping Schweiz eine schriftliche Stellungnahme einzuholen, 

weshalb diese, als vom Bund beauftragte Agentur in der Dopingbekämpfung, der 
gesetzlichen Pflicht gemäss Art. 32 lit. h IBSG in Bezug auf das laufende Verfahren 
nicht nachgekommen ist. Insbesondere hat sich die Erklärung dazu zu äussern, 
weshalb die wesentlichen Informationen gemäss Art. 78 SpoFöV aus dem 
SpoFöG-Verfahren nicht von den kantonalen Behörden in Erfahrung gebracht 
wurden.  

 

 - 10 - 

 

 

 

5. Es sei von Antidoping Schweiz eine schriftliche Stellungnahme darüber einzuholen, 
für welche Personen welche ihr von der Staatsanwaltschaft Aargau im laufenden 
Verfahren als Endkonsumenten und Abnehmer mitgeteilt wurden, eine 
Zuständigkeit von Antidoping Schweiz besteht.  

 
6. Es sei durch das Gericht eine ergänzende, schriftliche Stellungnahme sowohl von 

Antidoping Schweiz als auch vom BASPO zu den jeweils eingereichten 
Fachmeinungen einzuholen, wobei die Verteidigung vorgängig zur Formulierung 
von Fragen einzuladen sei. 

 

4.11. 

Mit Eingabe vom 8. November 2021 bzw. 26. November reichten die 

Kantonale Staatsanwaltschaft resp. der Beschuldigte erneut eine 

freigestellte Stellungnahme ein.  

 

4.12. 

Mit Eingabe vom 11. März 2022 reichte der Beschuldigte eine vorgängige 

Stellungnahme zur Berufungsverhandlung ein. 

 

4.13. 

Mit Eingabe vom 25. März 2022 reichte die Kantonale Staatsanwaltschaft 

die GPS-Daten der beiden überwachten Fahrzeuge des Beschuldigten ein.  

 

4.14. 

Am 6. April 2022 fand die Berufungsverhandlung mit Befragung des 

Beschuldigten statt, anlässlich derer er folgende Beweisanträge stellte.  

 

1. Die Staatsanwaltschaft sei zu verpflichten, sämtliche Originaldaten der GPS-
Überwachung, d.h. in elektronischer Form, für das Fahrzeug Volvo XC90, blau, aaa 
im Zeitraum vom 18.6.2014 bis zum 28.7.2014 und für das Fahrzeug Volvo XC90 
grau, bbb im Zeitraum vom 26.8.2014 bis zum 31.3.2015 den Verfahrensakten 
zuzuführen.  

 
2. Es seien die elektronischen Daten der Verteidigung zur Einsichtnahme zuzustellen 

unter Ansetzung einer angemessenen Frist, um sich zu den Originaldaten der 
GPS-Überwachung zu äussern.  

 

  

 - 11 - 

 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte beantragt mit seiner Berufung, er sei von Schuld und 

Strafe vollumfänglich freizusprechen. Ihm sei eine Genugtuung in Höhe von 

Fr. 101'200.00 für rechtswidrige geheime Zwangsmassnahmen sowie für 

die ungerechtfertigte Schriftensperre auszurichten und es seien ihm die 

beschlagnahmten Vermögenswerte und Gegenstände auszuhändigen.  

 

Die Berufung der Kantonalen Staatsanwaltschaft richtet sich einzig gegen 

die vorinstanzliche Strafzumessung. Sie beantragt eine unbedingte 

Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren sowie eine unbedingte Geldstrafe nach 

richterlichem Ermessen. 

 

Unangefochten geblieben sind damit die infolge Verjährungseintritt erfolgte 

Einstellung des Verfahrens wegen gewerbsmässiger Widerhandlung 

gegen das Heilmittelgesetz gemäss Anklageziffer 2, insoweit der Vorwurf 

sich auf den Zeitraum vor dem 12. November 2013 bezieht, sowie der 

Freispruch vom Vorwurf der Geldwäscherei gemäss Anklageziffer 3, 

Punkte 3-6. Eine Überprüfung dieser Punkte findet damit nicht statt 

(Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2.  

2.1. 

Der Beschuldigte hat mit Berufungserklärung diverse Verfahrens- und 

Beweisanträge gestellt. In seinem Hauptstandpunkt macht er geltend, 

sämtliche der von der Kantonalen Staatsanwaltschaft im vorliegenden 

Verfahren erhobenen Beweise seien unverwertbar und verlangt gestützt 

darauf, diese aus den Akten zu weisen (Berufungserklärung des 

Beschuldigten S. 3 [unten]).  

 

Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, dass die Anzeige der 

Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) an die Kantonale Staatsanwalt-

schaft vom 23. Mai 2014 aus einer Überwachung des Beschuldigten 

hervorgegangen sei, für welche keine gesetzliche Grundlage bestanden 

habe. Da der erforderliche Tatverdacht einzig auf dieser Anzeige beruhe, 

aus welcher sich darüber hinaus mangels Bezug zu Sporttreibenden kein 

Verdacht auf eine Widerhandlung gegen Art. 22 SpoFöG herleiten lasse, 

sei die Eröffnung des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten 

rechtswidrig erfolgt. Entgegen der vorinstanzlichen Rechtsauffassung 

seien die Straftatbestände des Sportförderungsgesetzes nicht als schwere 

Straftat i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO zu werten. Zudem würden die privaten 

Interessen des Beschuldigten die öffentlichen Interessen an der 

Wahrheitsfindung überwiegen, zumal es sich bei der engmaschigen 

Überwachung durch die EZV um einen schweren Eingriff in die 

Privatsphäre gehandelt habe. In der Konsequenz seien die Anzeige sowie 

 - 12 - 

 

 

 

sämtliche darauf aufbauenden Ermittlungserkenntnisse unverwertbar (vgl. 

Berufungserklärung des Beschuldigten S. 3 [unten]; Berufungsbegründung 

des Beschuldigten Rz. 70 ff.; Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 

2022 E. 5 ff. und 9 f.). 

 

2.2. 

2.2.1. 

Das vorliegende Strafverfahren wurde am 3. Juni 2014 unter der 

Verfahrensnummer StA.2014.42 eröffnet (UA act. 1.1.1/53). Der 

Verfahrenseröffnung gegen den Beschuldigten war eine Anzeige der EZV, 

datierend vom 23. Mai 2014, vorangegangen, welche u.a. auf 

Erkenntnissen einer GPS-unterstützten Observation des Beschuldigten 

beruhte (UA act. 1.1.1/1 ff.).  

 

Mit Verfügung vom 29. Januar 2016 wurde wegen drohender Verjährung 

der Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Förderung von 

Turnen und Sport vom 17. März 1972 (aSpoFöG; SR 415.0) der 

Verfahrenskomplex betreffend den Zeitraum vom Januar 2009 bis zum 

30. September 2012 abgetrennt und in das Verfahren StA.2016.8 überführt 

(nachfolgend «abgetrenntes Verfahren»; UA act. 1.1.1/106). Gleichentags 

wurde der Beizug sämtlicher Akten des Verfahrens StA.2014.42 zum 

abgetrennten Verfahren ST.2016.8 verfügt.  

 

Im abgetrennten Verfahren wurde der Beschuldigte erst- und 

zweitinstanzlich wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das 

Heilmittelgesetz gemäss Art. 87 Abs. 2 aHMG i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. f und 

Art. 86 Abs. 1 lit. b aHMG schuldig gesprochen (Urteil des Bezirksgerichts 

Bremgarten ST.2016.99 vom 4. Juli 2017 in UA act. 1.1.4/63 ff.; Urteil des 

Obergerichts des Kantons Aargau SST.2017.264 vom 5. März 2018 in UA 

act. 1.1.4/108 ff.). Auf Beschwerde des Beschuldigten hin wies das 

Bundesgericht das Obergericht an, die Gesetzmässigkeit des 

Strafverfahrens ausführlicher zu untersuchen und zu begründen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_417/2018 vom 18. April 2019 in UA 

act. 1.1.4/230 ff.). In der Zwischenzeit hat das Obergericht seinen 

Entscheid bestätigt (Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau 

SST.2019.97 vom 12. Februar 2020 in UA act. 1.1.4/245 ff.). Die wiederum 

dagegen erhobene Beschwerde des Beschuldigten hat das Bundesgericht 

mit Urteil 6B_335/2020 vom 7. September 2020 abgewiesen, womit das 

abgetrennte Verfahren rechtskräftig abgeschlossen wurde.  

 

2.2.2. 

Die vom Beschuldigten geäusserten Bestreitungen des Tatverdachts, der 

Rechtmässigkeit der Eröffnung des Strafverfahrens und der Verwertbarkeit 

der erhobenen Beweismittel überzeugen nicht.  

 

 - 13 - 

 

 

 

2.2.2.1.  

Die Gesetzmässigkeit des gegen den Beschuldigten geführten 

Strafverfahrens wurde infolge des im abgetrennten Verfahren ergangenen 

Rückweisungsentscheids des Bundesgerichts durch das Obergericht und 

anschliessend auf Beschwerde des Beschuldigten hin wiederum durch das 

Bundesgericht eingehend geprüft (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_417/2018 vom 18. April 2019 E. 2.6 in UA act. 1.1.4/230 ff.; Urteil des 

Obergerichts des Kantons Aargau SST.2019.97 vom 12. Februar 2020 

E. 2-4 in UA act. 1.1.4/245 ff.; Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 

7. September 2020 E. 3.3 ff.).  

 

Wie vorstehend aufgezeigt (vgl. Ziffer 2.1 hiervor), hat das abgetrennte 

Verfahren StA.2016.8 seinen Ursprung im vorliegenden, am 3. Juni 2014 

eröffneten Verfahren StA.2014.42. Nach der Abtrennung wurden die Akten 

des vorliegenden Verfahrens zum abgetrennten Verfahren beigezogen. 

Beide Verfahren, die bis zur Abtrennung per 29. Januar 2016 gemeinsam 

geführt worden waren, haben somit ihren Ursprung im vorliegenden 

Verfahren, weshalb sich in Bezug auf die Rechtmässigkeit der 

Verfahrenseröffnung und der Verwertbarkeit der Beweismittel keine 

wesentlichen Unterschiede ergeben. Diese Fragen haben das Obergericht 

im Rückweisungsentscheid sowie das Bundesgericht nicht nur für das 

abgetrennte, sondern explizit auch für das vorliegende, ungetrennte 

Verfahren eingehend geprüft (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons 

Aargau SST.2019.97 vom 12. Februar 2020 E. 2-5 in UA act. 1.1.4/245 ff.; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 3.3).  

 

Was der Beschuldigte indessen im vorliegenden Berufungsverfahren 

diesbezüglich vorbringt, erschöpft sich weitgehend in der Wiederholung 

derselben Rügen, mit denen er bereits im abgetrennten Verfahren vor 

Obergericht als auch vor Bundesgericht unterlegen ist. Vor diesem 

Hintergrund sind – wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. II.2.4.2) – keine sachlichen Gründe ersichtlich, 

weshalb die einschlägigen Erwägungen zum abgetrennten Verfahren nicht 

auch für das vorliegende Verfahren Geltung beanspruchen sollten, sodass 

an dieser Stelle grundsätzlich darauf verwiesen werden kann.  

 

In den fraglichen Urteilen haben das Obergericht und mit ihm einhergehend 

das Bundesgericht zusammengefasst erwogen, dass die von der EZV 

angeordnete, GPS-unterstützte Observation des Beschuldigten zwar einer 

gesetzlichen Grundlage entbehrte, die Frage nach der Verwertbarkeit der 

Observationsergebnisse für die Begründung des Tatverdachts jedoch 

ausgehend von Art. 140 f. StPO zu beurteilen sei. Im Kontext der 

Interessenabwägung i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO erwog das Bundesgericht 

weiter, dass – entgegen der auch im vorliegenden Verfahren vertretenen 

Auffassung des Beschuldigten – das öffentliche Interesse an der 

Unterbindung des Schmuggels von Substanzen zur Herstellung illegaler 

 - 14 - 

 

 

 

Produkte mit pharmakologischer Wirkung erheblich sei. Angesichts der 

konkreten Grössenordnungen, wie sie sich im vorliegenden Verfahren 

präsentiere, sei im Hinblick auf die Widerhandlung gegen das 

Heilmittelgesetz eine schwere Straftat anzunehmen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 3.3.2). Insofern 

das Bundesgericht somit bereits für die als Vergehen ausgestaltete 

qualifizierte Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz eine schwere 

Straftat angenommen hat, trifft dies umso mehr auch für die qualifizierte 

Widerhandlung gegen das Sportförderungsgesetz zu, zumal es sich dabei 

erstens um ein Verbrechen handelt und zweitens das konkrete Ausmass 

des illegalen Handels mit Dopingmitteln im vorliegenden Fall dasjenige des 

Handels mit Arzneimitteln um ein Vielfaches übersteigt (vgl. dazu Ziffer 4.7 

hernach). Entgegen der Auffassung des Beschuldigten (vgl. Eingabe des 

Beschuldigten vom 11. März 2022 Rz. 9 f.; Berufungsbegründung des 

Beschuldigten Rz. 71) haben sich sowohl das Obergericht als auch das 

Bundesgericht hinlänglich mit der gestützt auf Art. 140 f. StPO 

vorzunehmenden Güterabwägung befasst und darin in Bezug auf den 

Verstoss gegen Art. 22 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 SpoFöG eine schwere 

Straftat i.S.v. Art. 141 Abs. 2 StPO angenommen. Nichts Anderes ist 

schliesslich in Anbetracht des zwischenzeitlich ergangenen Leitentscheids 

BGE 147 IV 9 zu folgern, wonach für die Beurteilung der Schwere einer 

Straftat im Rahmen der Interessenabwägung gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO 

nicht das abstrakte Strafmass, sondern die konkrete Tat massgeblich ist 

(BGE 147 IV 9 E. 1.4.2). 

 

Weiter qualifizierte das Bundesgericht die mit der Observation 

einhergehenden Eingriffe in die Freiheitsrechte des Beschuldigten als 

bescheiden, so dass im Ergebnis die öffentlichen Interessen an der 

Verwertung der Ergebnisse aus der Observation überwiegen würden. 

Entsprechend hätten diese zu Recht insbesondere auch zur Prüfung des 

Anfangsverdachts herangezogen werden dürfen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 3.3.2 mit Hinweis 

auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_14/2018 vom 8. März 2019 E. 2.6.4). 

Da die Observationsergebnisse somit unter dem Gesichtspunkt von 

Art. 141 Abs. 2 StPO verwertbar seien, sei bezüglich der nachfolgend 

erhobenen Beweismittel auch nicht von einer unzulässigen Fernwirkung 

i.S.v. Art. 141 Abs. 4 StPO auszugehen, wie sie der Beschuldigte auch 

vorliegend wieder geltend macht (vgl. Berufungserklärung des 

Beschuldigten S. 3 [unten]; Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 

7. September 2020 E. 3.3.2). Damit trifft es entgegen der Auffassung des 

Beschuldigten nach wie vor nicht zu und ergibt sich schon gar nicht aus 

dem vom Beschuldigten angeführten Rückweisungsentscheid, dass die 

Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft «fruit of the poisonous tree» 

darstellen würden (vgl. Berufungserklärung des Beschuldigten S. 3 [unten]; 

Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 2022 Rz. 12).  

 

 - 15 - 

 

 

 

Schliesslich ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass selbst im Falle 

einer Unverwertbarkeit der von der EZV gewonnenen Observations-

ergebnisse sowohl in Bezug auf die Widerhandlungen gegen das 

Sportförderungsgesetz, als auch gegen das Heilmittelgesetz (welche das 

Bundesgericht im abgetrennten Verfahren ebenfalls als schwere Straftat 

i.S.v. Art. 141 Abs. 1 StPO qualifizierte) aufgrund von Erkenntnissen, über 

die die EZV als auch die Staatsanwaltschaft bereits vor der Observation 

verfügt hatten, ein hinreichender Tatverdacht gegen den Beschuldigten 

bestand. Im Einzelnen kann dazu auf die zusammenfassenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. vorinstanzliches 

Urteil E. II.2.4.3; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist hinzuzufügen, dass 

aufgrund des generellen Verbots der Substanzen im Anhang der SpoFöV 

ein hinreichender Tatverdacht entgegen den wiederholten Vorbringen des 

Beschuldigten bereits mit dem Verdacht der Herstellung oder Lagerung 

entsprechender Substanzen vorliegt. Dass darüber hinaus der 

Endkonsument namentlich bekannt ist, ist dazu nicht erforderlich (vgl. Ziffer 

4.4.2.3 und 4.10.3 hernach; Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 2022 

Rz. 5 ff.). Damit wäre auch in diesem Fall die Verfahrenseröffnung 

hinsichtlich beider Delikte rechtmässig erfolgt, der Tatbestand der 

Geldwäscherei ist ohnehin erst später hinzugekommen (vgl. UA 

act. 1.1.1/54). 

 

Da sich auch im vorliegenden Verfahren die Frage der Verwertbarkeit der 

von der EZV erhobenen Erkenntnisse somit primär nach Art. 140 f. StPO 

richtet, vermögen auch die Erhebung weiterer Unterlagen aus dem 

Verfahren der EZV bzw. deren Korrespondenz mit der Staatsanwaltschaft 

die Rechtmässigkeit der Eröffnung des vorliegenden Strafverfahrens bzw. 

die Verwertbarkeit der Observationsergebnisse nicht in Frage zu stellen. 

Entsprechend sind die vom Beschuldigten erneut gestellten Beweisanträge 

betreffend die Edition weiterer Unterlagen über die Korrespondenz 

zwischen der EZV und der Staatsanwaltschaft, die Edition der Akten 

betreffend die Aktionen «Pump» und «RAGE» sowie die Zeugenbefragung 

von Herrn Gasser, Verantwortlicher und Unterzeichneter der Strafanzeige 

vom 23. Mai 2014, nach wie vor abzuweisen (vgl. Berufungserklärung des 

Beschuldigten S. 10; Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau 

SST.2019.97 vom 12. Februar 2020 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 3.3.1).  

 

2.2.2.2.  

Auch die Rechtsmässigkeit der anschliessend durch die 

Staatsanwaltschaft angeordneten Überwachungsmassnahmen, d.h. der 

Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs des Beschuldigten sowie 

die Überwachung mit technischen Überwachungsgeräten, konkret der 

Standortidentifikation mittels GPS und IMSI-Catcher, sowie der 

Verwertbarkeit der daraus gewonnenen Erkenntnisse wurde in den 

besagten Entscheiden bereits bestätigt (Urteil des Obergerichts des 

 - 16 - 

 

 

 

Kantons Aargau SST.2019.97 vom 12. Februar 2020 E. 2.2.2 in UA 

act. 1.1.4/245 ff.; Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 

7. September 2020 E. 3.3.1 ff.). Insofern der Beschuldigte im vorliegenden 

Berufungsverfahren im Zusammenhang mit dem Einsatz des IMSI 

Catchers wiederum eine Grundrechtsverletzung rügt und die Edition 

sämtlicher im Rahmen der Aktion «Pump» erhobenen GSP-Daten in 

elektronischer Form verlangt, kann einerseits auf die einschlägigen 

Erwägungen verwiesen werden (Urteil des Obergerichts des Kantons 

Aargau SST.2019.97 vom 12. Februar 2020 E. 4.1 in UA act. 1.1.4/245 ff.; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 3.4.4). 

Andererseits hat die Staatsanwaltschaft die GPS-Daten der beiden 

überwachten Fahrzeuge des Beschuldigten im Vorfeld der 

Berufungsverhandlung eingereicht, worauf sie dem Beschuldigten 

zugestellt wurden. Anhaltspunkte, dass die Staatsanwaltschaft diese 

entgegen ihrer ausdrücklichen Erklärung nicht vom Laufwerk der 

Kantonspolizei ediert hätte, wie der Beschuldigte suggeriert, bestehen 

angesichts der in den Akten verfügbaren Anordnungs- und 

Genehmigungsverfügung sowie des Vollzugsrapports nicht, noch werden 

solche vom Beschuldigten geltend gemacht. Eine Grundrechts- oder 

Konventionsverletzung liegt gestützt darauf entgegen dem erneuten 

Vorbringen des Beschuldigten nicht vor und der entsprechende 

Beweisantrag ist abzuweisen. 

 

2.3. 

Im Ergebnis kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die 

fehlende gesetzliche Grundlage für die Observation durch die EZV weder 

die Unverwertbarkeit der Anzeige der EZV vom 23. Mai 2015 noch der 

anschliessend erhobenen Beweismittel zur Folge hat. Zu keinem anderen 

Resultat führen auch die zu diesem Aspekt vom Beschuldigten 

angerufenen Konventionsbestimmungen der EMKR (Art. 6, Art. 8 und 

Art. 13 EMRK), zumal sich das Ober- sowie das Bundesgericht auch mit 

diesen Rügen im abgetrennten Verfahren eingehend auseinandergesetzt 

hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 7. September 2020 

E. 3.4.8; Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau SST.2019.97 vom 

12. Februar 2020 E. 9.2 bis 9.4 in UA act. 1.1.4/245 ff.). Der mit 

Berufungserklärung des Beschuldigten gestellte Verfahrensantrag ist somit 

abzuweisen. Insofern der Beschuldigte eventualiter die Unverwertbarkeit 

einzelner Beweismittel geltend macht bzw. weitere Beweisanträge stellt, ist 

darauf – sofern nicht bereits an dieser Stelle behandelt – im Rahmen der 

Beweiswürdigung zurückzukommen (vgl. Ziffer 4.5 ff. hernach). 

 

3.  

3.1. 

Der Beschuldigte beanstandet den Beizug der Akten aus den 

Strafverfahren gegen D., E., F. und G. Zur Begründung führt er im 

Wesentlichen aus, dass ein Beizug der Erkenntnisse aus diesen Verfahren 

 - 17 - 

 

 

 

einer Verfahrensvereinigung bedurft hätte, andernfalls seine 

Verteidigungsrechte und damit sein Anspruch auf ein faires Verfahren 

gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO bzw. Art. 6 EMRK verletzt sei (vgl. 

Berufungserklärung des Beschuldigten S. 4 [unten]). 

 

3.2. 

Der Beschuldigte rügt damit primär den Grundsatz der Verfahrenseinheit 

(Art. 29 StPO) als verletzt und damit einhergehend, dass es ihm verwehrt 

worden sei, die von Mitbeschuldigten gemachten Angaben zu hinterfragen.  

 

3.3. 

Nach dem Grundsatz der Verfahrenseinheit werden Straftaten gemeinsam 

verfolgt und beurteilt, wenn Mittäterschaft oder Teilnahme vorliegt (Art. 29 

Abs. 1 lit. b StPO). Er bezweckt die Verhinderung sich widersprechender 

Urteile, gewährleistet insofern das Gleichbehandlungs- und Fairnessgebot 

(Art. 8 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO) und dient darüber hinaus der 

Prozessökonomie (Art. 5 Abs. 1 StPO). Eine Verfahrenstrennung ist 

gemäss Art. 30 StPO nur bei Vorliegen sachlicher Gründe zulässig und 

muss die Ausnahme bleiben. Dies insbesondere, weil den Beschuldigten 

in getrennt geführten Verfahren im jeweils anderen Verfahren keine 

Parteistellung und somit auch kein gesetzlicher Anspruch auf Teilnahme an 

den Beweiserhebungen und Einvernahmen der jeweils anderen 

Beschuldigten zukommt (Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario; Urteil des 

Bundesgerichts 1B_124/2016 vom 12. August 2016 E. 4.4 ff. mit Hinweis 

auf BGE 141 IV 220 E. 4.5).  

 

3.4. 

Entgegen den Ausführungen des Beschuldigten trifft es nicht zu, dass der 

Grundsatz der Verfahrenseinheit und damit einhergehend das 

Gleichbehandlungs- und Fairnessgebot durch die getrennt geführten 

Strafverfahren verletzt worden wären.  

 

Einerseits ist weder ersichtlich, noch wird vom Beschuldigten geltend 

gemacht, dass die genannten Personen einen gemeinschaftlichen 

Tatentschluss in Bezug auf die ihm zur Last gelegten Straftaten gefasst, 

seinen Tatentschluss erweckt oder ihm bei der Tatbegehung Beihilfe 

geleistet hätten. Vielmehr ist aufgrund der Aussagen des Beschuldigten 

erstellt, dass er unabhängig von diesen Personen bereits im Jahr 2005, als 

er noch als Heilpraktiker tätig war, mit der Herstellung erster 

Dopingsubstanzen begonnen hat (UA act. 4.1/4). Eine Mittäterschaft bzw. 

Teilnahmeform i.S.v. Art. 24 f. StGB ist auch nicht bereits deshalb 

anzunehmen, weil der Beschuldigte und die weiteren Beschuldigten als 

Hersteller bzw. Abnehmer und Endverbraucher auf unterschiedlichen 

Stufen derselben Wertschöpfungskette, d.h. des verbotenen Doping- bzw. 

Arzneimittelhandels agierten. Eine Vereinigung der Strafverfahren drängt 

sich unter dem Gesichtspunkt von Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO daher nicht auf.  

 - 18 - 

 

 

 

 

Andererseits hat bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt, dass der 

Beschuldigte dennoch im Rahmen von Konfrontationseinvernahmen 

Gelegenheit erhalten hat, sich zu den Aussagen von E. und D. zu äussern 

und Fragen zu stellen (vgl. U-act. 4.2/118ff. und 150 ff.; vorinstanzliches 

Urteil E. II.2.6.3.3). Abgesehen davon wurden jedoch keine weiteren 

Dokumente aus anderen Strafverfahren beigezogen. Eine Verletzung der 

Teilnahmerechte des Beschuldigten liegt damit nicht vor.  

 

Schliesslich sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte 

mit Berufung zuweilen gegensätzliche Verfahrensanträge gestellt hat. Dem 

vorstehenden Antrag, die beigezogenen Akten aus dem Verfahren gegen 

D. zu entfernen, steht der Antrag auf deren vollumfängliche Edition 

gegenüber (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 2022 Rz. 79). 

Wie im Rahmen der Beweiswürdigung zu zeigen sein wird (vgl. 

Ziffer 4.5 ff.), kann der Beschuldigte weder aus dem einen noch dem 

anderen etwas zu seinen Gunsten ableiten, weshalb beide Anträge 

abzuweisen sind.  

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der gewerbsmässigen 

Widerhandlung gegen das Sportförderungsgesetz und das Heilmittelgesetz 

schuldig (vorinstanzliches Urteil E. III.4.7). Der Beschuldigte beantragt mit 

Berufung für beide Delikte einen Freispruch von Schuld und Strafe.  

 

4.2. 

4.2.1. 

Die dem Beschuldigten in der Anklageschrift vom 11. März 2020 zur Last 

gelegten Sachverhalte betreffen den Zeitraum vom 1. Oktober 2012 bis 

zum 31. März 2015. Die Beurteilung der Strafbarkeit des umschriebenen 

Verhaltens richtet sich folglich nach dem am 1. Oktober 2012 in Kraft 

getretenen Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung 

vom 17. Juli 2011 (Sportförderungsgesetz (SpoFöG) [SR 415.0]) bzw. der 

gleichzeitig in Kraft getretenen Verordnung über die Förderung von Sport 

und Bewegung (VSpoFöV [SR 415.01]). 

 

Das Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte vom 

15. Dezember 2000 (Heilmittelgesetz (HMG [SR 812.21])) wurde per 

1. Januar 2019 revidiert und in diesem Zusammenhang die 

Strafbestimmung in Art. 86 HMG verschärft (vgl. BBl 2013, S. 47 [Botschaft 

zur Revision des Heilmittelgesetzes]). Wie die Vorinstanz zutreffend 

festgestellt hat, erweist sich das neue Recht für den Beschuldigten nicht 

als milder (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.4.3.1), weshalb gestützt auf 

Art. 2 Abs. 2 StGB das zur Tatbegehung geltende Heilmittelgesetz 

anzuwenden ist. 

 - 19 - 

 

 

 

 

4.2.2. 

Gestützt auf das Vorstehende ergibt sich, dass eine Verletzung des 

Doppelbestrafungsverbotes i.S.v. Art. 329 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 11 StPO 

und Art. 4 zum 7. Zusatzprotokoll zur EMRK (SR 0.101.07) entgegen den 

Vorbringen des Beschuldigten nicht vorliegt (vgl. Berufungsbegründung 

des Beschuldigten Rz. 88 f.).  

 

Der Beschuldigte wurde im abgetrennten Verfahren für den Zeitraum bis 

und mit dem 30. September 2012 rechtskräftig wegen qualifizierter 

Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz verurteilt (vgl. Ziffer 2.2.1 

hiervor). Diesem Schuldspruch lagen dieselben Substanzen wie dem 

vorliegenden Verfahren zugrunde, die Beurteilung erfolgte indessen 

ausschliesslich nach dem Heilmittelgesetz, weil das Sportförderungsgesetz 

in der aktuell geltenden Fassung im fraglichen Zeitraum noch nicht 

anwendbar war. Ab dem 1. Oktober 2012 ist die Herstellung und der 

Verkauf dieser Substanzen jedoch gesondert nach den dargelegten 

Grundsätzen (vgl. Ziffer 4.2.1) sowohl unter den Gesichtspunkten des 

Sportförderungsgesetzes als auch des Heilmittelgesetzes zu würdigen. 

Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat (vgl. vorinstanzliches 

Urteil E. II.1), ist unter dem Aspekt des Doppelbestrafungsverbots einzig 

die Aufteilung der Mengen hergestellter und verkaufter Substanzen auf das 

abgetrennte und das vorliegende Verfahren, nicht jedoch deren 

Subsumption unter das eine oder andere Gesetz von Relevanz. Mit 

anderen Worten darf eine Verurteilung im vorliegenden Verfahren nur für 

Quantitäten erfolgen, welche nicht bereits in die Beurteilung des 

abgetrennten Verfahrens eingeflossen sind. Da sich das exakte 

Herstelldatum der einzelnen Substanzen nicht mehr genau ermitteln lässt, 

nimmt die Anklage die Abgrenzung sowohl im abgetrennten als auch im 

vorliegenden Verfahren anhand der nachgewiesenen Verkäufe vor (vgl. 

U-act. 1.1.4/21, 27 - 31, 65 - 68, 80 - 82, 245/30 f. und 33 u.v.a.). Indem 

also das Lager zugunsten des Beschuldigten unberücksichtigt bleibt, ist 

sichergestellt, dass vorliegend keine Verurteilung für Substanzen erfolgt, 

welche bereits ins abgetrennte Verfahren eingeflossen sind. Ein Verstoss 

gegen das Doppelbestrafungsverbot liegt somit nicht vor.  

 

4.3.  

4.3.1. 

Gemäss Art. 22 Abs. 1 SpoFöG macht sich strafbar, wer zu Doping-

zwecken Mittel nach Art. 19 Abs. 3 SpoFöG u.a. erwirbt, vertreibt, in 

Verkehr bringt, abgibt oder besitzt, wobei unter Doping der Missbrauch von 

Mitteln oder Methoden zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit 

im Sport zu verstehen ist (Art. 19 Abs. 1 SpoFöG). Als schlichtes 

Tätigkeitsdelikt ist der Tatbestand von Art. 22 Abs. 1 SpoFöG mit der 

Begehung einer der aufgeführten Handlungsvarianten vollendet. Ein 

darüberhinausgehender Erfolg ist nicht erforderlich (Urteil des 

 - 20 - 

 

 

 

Bundesgerichts 6B_734/2020 vom 7. September 2020 E. 4.2.3). Straflos 

bleibt hingegen der Konsum und die damit verbundenen 

Beschaffungstätigkeiten sowie der Besitz von Dopingsubstanzen durch 

den Sportler selbst (Art. 22 Abs. 4 SpoFöG). Die von Art. 19 Abs. 3 

SpoFöG erfassten Mittel und Methoden sind in Art. 74 Abs. 1 und 2 

SpoFöV bzw. im dazugehörigen Anhang im Einzelnen aufgeführt. In 

subjektiver Hinsicht ist Vorsatz, d.h. Wissen und Willen hinsichtlich 

sämtlicher objektiver Tatbestandsmerkmale erforderlich (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_734/2020 vom 7. September 2020 E. 4.3.5). 

 

4.3.2. 

Gemäss Art. 86 Abs. 1 lit. b aHMG wird u.a. bestraft, wer Arzneimittel ohne 

Zulassung, ohne Bewilligung oder entgegen anderen Bestimmungen des 

Heilmittelgesetzes in Verkehr bringt. Gemäss lit. c der genannten 

Bestimmung wird bestraft, wer Heilmittel (u.a. für die Verwendung durch 

die erwerbende Person) abgibt, ohne dazu berechtigt zu sein. Der Begriff 

des Inverkehrbringens umfasst gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. d HMG den 

Vertrieb und die Abgabe von Heilmitteln, wobei unter den Vertrieb bereits 

vor Inkrafttreten der Legaldefinition in Art. 4 Abs. 1 lit. e HMG per 1. Januar 

2019 jede entgeltliche oder unentgeltliche Übertragung oder Überlassung 

eines Heilmittels fiel. Als Abgabe gilt schliesslich jede entgeltliche oder 

unentgeltliche Übertragung oder Überlassung eines verwendungsfertigen 

Heilmittels für die Verwendung durch den Erwerber sowie für die 

Anwendung an Drittpersonen (Art. 4 Abs. 1 lit. f HMG). Erfüllt der Täter die 

Straftatbestände nach Art. 86 Abs. 1 aHMG, ohne eine Gefährdung der 

Gesundheit von Menschen zu bewirken, ist er nach Art. 87 Abs. 1 lit. f 

aHMG zu bestrafen.  

 

4.4.  

4.4.1. 

Der Beschuldigte hat die Lagerung und den Verkauf der in Anklageziffer 1.2 

und 2.2 aufgeführten Substanzen im fraglichen Zeitraum anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung im Grundsatz eingestanden, was im 

Übrigen auch seinen glaubhaften Aussagen zu Beginn des 

Ermittlungsverfahrens sowie im abgetrennten Verfahren entspricht und 

auch mit Berufung unangefochten geblieben ist (GA act. 218 ff.; UA 

act. 3.4/68 ff.; 4.1/1 ff., 14 ff. und 43 ff., 54 ff. und 77 ff.; Urteil des 

Obergerichts des Kantons Aargau SST.2017.264 vom 5. März 2018 E. 4; 

vgl. dazu auch Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 2022 Rz. 42 und 

45; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2 f.). Umstritten und vorab zu 

prüfen ist, ob die fraglichen Handlungen bzw. Substanzen vom 

Anwendungsbereich des Sportförderungs- und/oder des 

Heilmittelgesetzes erfasst sind. 

 

 - 21 - 

 

 

 

4.4.2. 

4.4.2.1. 

Der Beschuldigte wendet gegen den vorinstanzlichen Schuldspruch ein, 

dass der Anwendungsbereich von Art. 22 SpoFöG vorliegend nicht eröffnet 

sei. Entgegen der Vorinstanz sei dem Sportförderungsgesetz kein 

generelles Verbot von Dopingsubstanzen, sondern lediglich ein 

Verwendungsverbot zur Leistungssteigerung im Sport zu entnehmen. 

Entsprechend bezwecke das Gesetz bzw. die darin enthaltenen 

Strafbestimmungen weder den Schutz der Gesamtbevölkerung, noch 

denjenigen der Volksgesundheit, sondern die Fairness und 

Chancengleichheit im Sport (vgl. Berufungsbegründung des Beschuldigten 

Rz. 4 ff.). Daran würde auch die in Art. 20 Abs. 4 SpoFöG vorgesehene 

Verfügbarkeitsbeschränkung für Dopingmittel und -methoden nichts 

ändern (vgl. Berufungsbegründung des Beschuldigten Rz. 15 ff.). Die 

Anwendbarkeit von Art. 22 SpoFöG setze somit stets einen Bezug zum 

Sport voraus und beziehe sich auf das Umfeld eines Sportlers, nicht jedoch 

generell auf Hersteller solcher Produkte. Darüber hinaus umfasse der 

Sportbegriff im Sinne des Gesetzes nicht jede körperliche Betätigung, 

sondern allein solche, die von einem Regelwerk umfasst würden, welches 

sportartspezifische Dinge regeln und Doping verbieten würde. Da jedoch 

weder die Staatsanwaltschaft noch die Vorinstanz konkrete Abnehmer der 

vom Beschuldigten hergestellten Substanzen hätten benennen können, sei 

deren Verwendung im Sport nicht erstellt und somit der 

Anwendungsbereich der Strafbestimmungen des SpoFöG nicht eröffnet 

(vgl. Berufungsbegründung des Beschuldigten Rz. 33 ff.; Eingabe des 

Beschuldigten vom 11. März 2022 Rz. 43; Plädoyer des Verteidigers 

anlässlich der Berufungsverhandlung S. 2 ff.). 

 

4.4.2.2. 

Was der Beschuldigte zum Anwendungsbereich des SpoFöG vorbringt, 

überzeugt nicht. Auszugehen ist von der allgemein unbestrittenen 

Tatsache, dass der Gesetzgeber mit der Revision der Strafbestimmungen 

des SpoFöG deren vormalige Beschränkung auf den reglementierten 

Wettkampfsport bewusst aufgegeben und damit das Dopingverbot auf den 

nicht-wettkampforientierten Breiten- und Freizeitsport ausgedehnt hat 

(BGE 145 IV 329 E. 2.4.2; CONTAT/STEINER, Erfolgreiche 

Dopingbekämpfung mittels Sportförderungsgesetz? – Versuch einer Bilanz 

nach acht Jahren, Causa Sport [CaS] 2020 S. 358-372, S. 365; Bericht des 

Bundesrats in Erfüllung des Postulats 19.4366 vom 27. September 2019 

S. 30; Berufungsbegründung des Beschuldigten Rz. 23). Seit Inkrafttreten 

der revidierten Bestimmungen hat sich das Bundesgericht – entgegen der 

Auffassung des Beschuldigten und mit der Vorinstanz (vgl. 

Berufungsbegründung des Beschuldigten Rz. 23 und 32; Stellungnahme 

des Beschuldigten vom 26. November 2021 S. 1 f.; vorinstanzliches Urteil 

E. III.4.4.1) – bereits mehrfach mit dem Anwendungsbereich von Art. 22 

SpoFöG und damit auch dem dieser Bestimmung zugrundeliegenden 

 - 22 - 

 

 

 

Sportbegriff auseinandergesetzt (Urteil des Bundesgerichts 6B_734/2020 

vom 7. September 2020; BGE 145 IV 329). Das Bundesgericht erwog 

zusammengefasst, dass die revidierten Dopingstrafnormen des SpoFöG 

nebst weiteren Zielsetzungen gerade auch den Schutz der «Gesundheit 

der Bevölkerung» an sich und damit auch des Breitensports im Sinne des 

allgemeinen Sprachgebrauchs bezwecken. Adressat von Art. 22 SpoFöG 

sei somit die gesamte sporttreibende Bevölkerung, wobei der Begriff des 

Sports aufgrund des allgemeinen Sprachgebrauchs hinlänglich bestimmt 

sei (vgl. BGE 145 IV 329 E. 2.3.2 und 2.4.1). Ferner ziele das SpoFöG 

darauf ab, die Verfügbarkeit von Dopingmitteln und -methoden (überhaupt, 

bedingungslos) [Hervorhebung hinzugefügt]) einzuschränken (Art. 20 

SpoFöG; Urteil des Bundesgerichts 6B_734/2020 vom 7. September 2020 

E. 4.2.2; so auch bereits das Bundesverwaltungsgericht im Urteil 

C6302/2013 vom 14. September 2015 E. 3.4.3). Damit ergibt sich für das 

Bundesgericht – wie bereits für das Obergericht in seinem dem 

Beschuldigten bekannten Entscheid SST.2019.182 (GA act. 36 ff.) – aus 

Art. 20 SpoFöG ein selbstständiges, hinreichend bestimmtes 

Dopingverbot. Dass die in dieser Bestimmung statuierte Verfügbarkeits-

beschränkung von Dopingmitteln für die Frage der Anwendbarkeit der 

Strafbestimmung in Art. 22 SpoFöG nicht von Relevanz sei, ist damit 

widerlegt (vgl. Berufungsbegründung des Beschuldigten Rz. 15 ff.).  

 

Falsch, weil vom Bundesgericht explizit verworfen, ist auch die vom 

Beschuldigten vertretene Rechtsauffassung, wonach die Strafbarkeit nach 

SpoFöG eine zusätzliche Unterwerfung der betroffenen Person unter ein 

Anti-Doping-Reglement erfordere und daher nur regelgebundene 

Aktivitäten als Sport gelten würden (vgl. Berufungsbegründung des 

Beschuldigten Rz. 23; Plädoyer der Verteidigung anlässlich der 

Berufungsverhandlung S. 4 ff.). Eine derart vorausgesetzte 

Verbandszugehörigkeit taxierte das Bundesgericht als mit der 

Zwecksetzung des SpoFöG unvereinbar, weil sie zur Folge habe, dass der 

Breitensport durch das SpoFöG nicht gegen illegalen Dopinghandel 

geschützt wäre, obwohl dies gerade im Breitensport ein bekanntes, «die 

Gesundheit der Bevölkerung» schädigendes Phänomen darstelle (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_734/2020 vom 7. September 2020 E. 4.2.2 

mit Hinweis auf BGE 145 IV 329). Im Ergebnis legt das Bundesgericht den 

Sportbegriff im SpoFöG extensiv aus, was auch der nahezu einhellig 

vertretenen Auffassung in der Lehre und der verwaltungsrechtlichen Praxis 

entspricht (vgl. CONTAT/STEINER, a.a.O., S. 369; KAISER/SCHNYDRIG, 

iusNet StrafR-StrafPR 25. September 2019). Dem hat sich schliesslich 

auch der Bundesrat angeschlossen, indem er in seinem Bericht in Erfüllung 

des Postulats 19.4366 vom 27. September 2019 unter Verweis auf die 

besagte Rechtsprechung ausführt, dass Art. 22 SpoFöG alle Formen des 

Breiten- und Freizeitsports erfasse (vgl. Bericht des Bundesrats in Erfüllung 

des Postulats 19.4366 vom 27. September 2019 S. 31). 

 

 - 23 - 

 

 

 

Dem Beschuldigten ist zwar beizupflichten, dass sich aufgrund des vom 

Bundesgericht vertretenen, auf dem allgemeinen Sprachgebrauch 

basierenden Sportbegriff in Einzelfällen heikle Abgrenzungsproblematiken, 

insbesondere auch im Hinblick auf den (aktuell noch) straffreien 

Eigenkonsum ergeben könnten (vgl. Berufung des Beschuldigten Rz. 26 ff.; 

Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats 19.4366 vom 

27. September 2019 S. 48). Im vorliegend zur Beurteilung stehenden Fall 

lässt die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Anwendungsbereich von 

Art. 22 SpoFöG indessen keine Fragen offen: Es ist unbestritten bzw. 

erstellt, dass der Beschuldigte seine Produkte im Umfeld von 

Fitnesscentern bzw. im Bereich des Bodybuildings vertrieben hat (vgl. 

Berufungsbegründung des Beschuldigten Rz. 63). So hat er anlässlich 

seiner Befragung an der delegierten Einvernahme vom 22. Mai 2015 selbst 

ausgeführt, er habe seinen späteren Abnehmer D. an einem Bodybuilding-

Wettkampf kennen gelernt, welchen er u.a. deshalb besucht habe, um 

Produkte zu verkaufen und um potenzielle Kundenkontakte zu knüpfen 

(U-act. 4.1/115 f.). Dass Bodybuilding bzw. die in den Fitnesscentern 

ausgeübten Aktivitäten vom Dopingverbot gemäss Art. 22 SpoFöG erfasst 

sind, hat das Bundesgericht – entgegen der vom Beschuldigten zuweilen 

vertretenen Auffassung (vgl. die Stellungnahme des Beschuldigten vom 

27. Oktober 2021 S. 6) – ebenfalls unzweideutig festgestellt (vgl. BGE 

145 IV 329 E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_734/2020 vom 

7. September 2020 E. 4.2.2; Berufungsbegründung des Beschuldigten 

Rz. 42). Schliesslich wird weder geltend gemacht bzw. ist bereits 

angesichts der sichergestellten Mengen an Produkten widerlegt, dass die 

vom Beschuldigten hergestellten Produkte (allein) für den straffreien 

Eigenkonsum bestimmt waren.  

 

Wie sich aus dem Vorstehenden ergibt, lässt sich aus der massgeblichen 

höchstrichterlichen Rechtsprechung für den vorliegenden Fall ein klarer 

Schluss ziehen. Insofern der Beschuldigte die besagte Rechtsprechung an 

sich oder deren Konsequenzen für den vorliegenden Fall in Zweifel zieht, 

ist einerseits auf deren breite Abstützung in der Lehre und der 

verwaltungsrechtlichen Praxis hinzuweisen, wie sie sich unter anderem aus 

den in den Akten befindlichen Fachmeinungen ergibt (vgl. E-Mail der EZV 

an die kantonale Staatsanwaltschaft vom 15. März 2016 bzw. 5. April 2016; 

Fachmeinung der Stiftung Antidoping Schweiz vom 7. April 2016; 

Schreiben des BASPO an den Verteidiger des Beschuldigten vom 

19. August 2021). Andererseits vermag der Beschuldigte nichts 

vorzutragen, was eine Abweichung von der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung generell oder im vorliegenden Fall sachlich rechtfertigen 

würde. Vielmehr hat sich bereits das Bundesgericht mit den meisten seiner 

Einwände in den zitierten Urteilen bereits explizit auseinandergesetzt. Im 

Ergebnis ist daher festzuhalten, dass das Sportförderungsgesetz 

vorliegend anwendbar und eine Verletzung des Legalitätsprinzips gemäss 

Art. 1 StGB bzw. Art. 7 EMRK entgegen den Vorbringen des Beschuldigten 

 - 24 - 

 

 

 

von vornherein ausgeschlossen ist (vgl. Berufungsbegründung des 

Beschuldigten Rz. 92 f.; vgl. dazu auch bereits das Bundesgericht im Urteil 

6B_734/2020 vom 7. September 2020 E. 4.2.4). Die Berufung des 

Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt folglich als unbegründet.  

 

4.4.2.3.  

4.4.2.3.1. 

Der Beschuldigte hat mit Eingabe vom 27. Oktober 2021 erneut den 

Aktenbeizug diverser Dokumente beantragt, um seine Auslegung von 

Art. 22 SpoFöG zu belegen. Zudem verlangt er die Edition bzw. den 

Aktenbeizug diverser Korrespondenzen zwischen der Staatsanwaltschaft, 

dem BASPO sowie der Stiftung Antidoping Schweiz sowie jeweils die 

Erteilung schriftlicher Auskünfte darüber, weshalb die Staatsanwaltschaft 

bzw. die Stiftung Antidoping Schweiz ihren gesetzlichen Pflichten gemäss 

Art. 78 SpoFöV bzw. Art. 32 lit. h des Bundesgesetzes über die 

Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport (SR 415.1, IBSG) nicht 

nachgekommen seien. Für die Strafbarkeit des Beschuldigten sei dies 

insofern von Relevanz, als dass deren Beurteilung von der Kenntnis der 

konkreten Endkonsumenten abhänge (vgl. Eingabe des Beschuldigten 

vom 27. Oktober 2021 S. 14 [oben]; Eingabe des Beschuldigten vom 

27. Juli 2021 S. 2 [oben]; Eingabe des Beschuldigtem vom 11. März 2022 

Rz. 4 und 43).  

 

4.4.2.3.2. 

Die Ausführungen des Beschuldigten zu den gesetzlichen 

Informationspflichten der Strafbehörden gemäss Art. 78 SpoFöV sowie der 

Stiftung Antidoping Schweiz gemäss Art. 32 IBSG sind unbehelflich. Der 

Beschuldigte verkennt, dass das sportrechtliche Sanktionssystem zur 

Durchsetzung der Anti-Dopingbestimmungen auf zwei voneinander 

unabhängigen Säulen beruht, deren Anwendungsbereich sowie 

Vollzugssystem unterschiedlich ausgestaltet sind.  

 

Die erste Säule bildet das staatliche Strafrecht, wozu auch Art. 22 SpoFöG 

zählt und für dessen Vollzug die staatlichen Strafverfolgungsbehörden 

zuständig sind. Die zweite Säule verkörpert das privatrechtliche 

Sanktionssystem des organisierten Sports und dessen Ahndung von 

Verstössen gegen Verbandsrecht. Mit dem Vollzug und der Sanktionierung 

ist die Stiftung Antidoping Schweiz als nationale Agentur zur Bekämpfung 

von Doping gemäss Art. 19 Abs. 2 SpoFöG betraut. Wesentliche 

Unterschiede des verbandsrechtlichen Sanktionssystems im Vergleich 

zum staatlichen sind die Sanktionierung von Selbstdoping sowie die 

verschuldensunabhängige Verantwortlichkeit (vgl. Bericht des Bundesrats 

in Erfüllung des Postulats 19.4366 vom 27. September 2019 S. 21 und 

29 f.). Der Anwendungsbereich der verbandsrechtlichen Anti-Doping-

Bestimmungen geht damit über denjenigen des staatlichen Strafrechts 

hinaus. 

 - 25 - 

 

 

 

 

Die vom Beschuldigten ins Feld geführten Informationsbestimmungen 

sollen sicherstellen, dass Anti Doping Schweiz, die als privatrechtlich 

organisierte Stiftung über keine strafprozessualen Zwangsmassnahmen-

befugnisse verfügt, die notwendigen Informationen zur effizienten 

Bekämpfung des Dopings innerhalb ihres Aufgabenbereiches erhält (vgl. 

BBl 2009 S. 8241 [Botschaft zur Revision des Sportförderungsgesetzes]). 

Sie bilden die u.a. aus datenschutzrechtlichen Gründen notwendige 

Grundlage für die Datenweitergabe und beschränkt diese gleichzeitig auf 

die in Art. 78 Abs. 1 SpoFöV aufgeführten Informationen. Wie bereits die 

Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat (vgl. vorinstanzliches Urteil E. VIII.2), 

folgt daraus entgegen der Auffassung des Beschuldigten jedoch nicht, dass 

in jedem Fall alle in Art. 78 Abs.1 lit. a-i SpoFöV erwähnten Angaben 

übermittelt werden müssten. Auf der anderen Seite müssen Strafbehörden 

und Gerichte der nationalen Agentur die vorhandenen Angaben auch dann 

der nationalen Agentur übermitteln, wenn kein unter dem 

Sportförderungsgesetz strafbares Verhalten festgestellt werden konnte 

(vgl. Art. 23 Abs. 3 SpoFöG). Daraus sowie in Anbetracht der 

unterschiedlichen Anwendungs- und Aufgabenbereiche im Bereich der 

Dopingbekämpfung der Strafbehörden einerseits und Anti Doping Schweiz 

andererseits folgt, dass die besagten Informationsbestimmungen keine 

Rückschlüsse auf die allfällige Strafbarkeit eines Verhaltens nach Art. 22 

SpoFöG erlauben. 

 

Ob der Beschuldigte sich vorliegend strafbar gemacht hat, ohne dass die 

Endabnehmer im Einzelnen bekannt sind, ist indessen eine Frage der 

Beweiswürdigung, worauf an entsprechender Stelle (vgl. Ziffer 4.5 ff. 

hernach) zurück zu kommen sein wird. 

 

4.4.2.3.3. 

Im Übrigen orientiert sich das Obergericht im Rahmen seiner Auslegung 

der fraglichen Bestimmung in erster Linie an der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts, wie sie sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt 

(vgl. Ziffer 4.4.2.2 hiervor). Eine Abweichung von dieser Praxis ist – wie 

bereits dargelegt – aufgrund der Gegebenheiten des vorliegenden Falles 

nicht angezeigt. Eine summarische Prüfung der angeführten Unterlagen 

ergibt, dass diese an der obergerichtlichen Auslegung des Anwendungs-

bereichs von Art. 22 SpoFöG nichts zu ändern vermögen, zumal sich 

bereits das Bundesgericht mit den einschlägigen Gesetzesmaterialien, der 

Lehre und Praxis hinlänglich befasst hat. Nur am Rande sei erwähnt, dass 

auch der Bericht des Bundesrats vom 27. September 2019 zum vom 

Beschuldigten ins Feld geführten Postulat Nr. 19.4366 seine vorliegend 

vertretene Rechtsauffassung nicht zu stützen vermag.  

 

Aus diesen Gründen ist auf die besagten Unterlagen an dieser Stelle nicht 

weiter einzugehen. Aus den gleichen Gründen kann auf die Edition der 

 - 26 - 

 

 

 

Korrespondenz zwischen der Staatsanwaltschaft und Antidoping Schweiz 

sowie dem BASPO verzichtet werden (vgl. Eingabe des Beschuldigtem 

vom 27. Oktober 2021 Antrag Nr. 2). Es ist nicht ersichtlich und wird auch 

vom Beschuldigten nicht geltend gemacht, was der Beschuldigte aus der 

Edition der entsprechenden Dokumente zu seinen Gunsten ableiten 

könnte, weshalb auch darauf nicht weiter einzugehen ist. 

 

4.4.3.  

4.4.3.1. 

Der Beschuldigte begründet den in Bezug auf die qualifizierte 

Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz beantragten Freispruch damit, 

dass die vom ihm hergestellten, gelagerten und verkauften Produkte keine 

Arzneimittel im Sinne der Heilmittelgesetzgebung seien, zumal diese nach 

dem Empfinden des durchschnittlichen Konsumenten nicht zur 

medizinischen Einwirkung bei Kranken bestimmt und damit kein 

medizinischer Verwendungszweck gegeben sei. Dieser sei jedoch für die 

Qualifikation als Arzneimittel entscheidend, wobei der Beschuldigte auf 

E. 3.1.2 des bundesgerichtlichen Entscheids 6B_979/2009 vom 

21. Oktober 2010 verweist (vgl. Berufungsbegründung des Beschuldigten 

Rz. 60 ff.).  

 

4.4.3.2. 

Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. a HMG gelten als Arzneimittel Produkte chemi-

schen oder biologischen Ursprungs, die zur medizinischen Einwirkung auf 

den menschlichen oder tierischen Organismus bestimmt sind oder ange-

priesen werden, insbesondere zur Erkennung, Verhütung oder Behandlung 

von Krankheiten, Verletzungen und Behinderungen (…). Ob ein Produkt 

zur medizinischen Einwirkung auf den Organismus bestimmt ist, beurteilt 

sich nach objektiven Kriterien (Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 

7. September 2020 E. 4.3.3). 

 

Unbestritten ist vorliegend der chemische Ursprung der fraglichen Produkte 

(UA act. 1.1.6/19 ff.). Der Zweck eines Arzneimittels bestimmt sich 

entweder durch die Eigenschaften seiner Inhaltsstoffe (Bestimmung) oder 

leitet sich aus der Anpreisung des Herstellers ab. Ein Indiz für die 

Bestimmung eines Produktes ist seine Aufnahme in die Stoffliste der 

Swissmedic oder in die Pharmakopöe. Diese Einteilung stützt sich auf 

objektive Kriterien, insbesondere die pharmakologischen Eigenschaften 

gemäss dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, wobei 

die Indizien nicht in jedem Fall auf ein Arzneimittel hinweisen 

(EGGENBERGER STÖCKLI/KESSELRING, in: Basler Kommentar, Heilmittel-

gesetz, 2. Aufl. 2021, N. 17 f. zu Art. 4 HMG). Bei der Zuordnung nach der 

Anpreisung wird auf die subjektive Zweckbestimmung abgestellt, wie sie 

durch die Präsentation, d.h. durch das Angebot, die Kennzeichnung und 

die Bewerbung zum Ausdruck kommt. Die Darreichungsform ist i.d.R. kein 

Indiz für die Einteilung eines Produktes als Arzneimittel. Hingegen deuten 

 - 27 - 

 

 

 

Produkte zur invasiven oder parenteralen Applikation wie Ampullen, 

Injektions- oder Infusionsflaschen oder Fertigspritzen meist auf Arzneimittel 

hin. Weil das öffentliche Interesse am Schutz der Gesundheit der Patienten 

und Konsumenten einen hohen Stellenwert hat, ist in erster Linie die 

objektive Zweckbestimmung massgebend für die Rechtsnatur eines 

Produktes (EGGENBERGER STÖCKLI/KESSELRING, in: Basler Kommentar, 

Heilmittelgesetz, 2. Aufl. 2021, N. 18 f. zu Art. 4 HMG; vgl. auch BORIS 

KREIT, Bekämpfung der Heilmittelkriminalität, Leitfaden für die Praxis, 

2016, S. 24 f. m.w.H.). 

 

4.4.3.3. 

Der Einwand des Beschuldigten verfängt nicht. Wie bereits im 

abgetrennten Verfahren bestreitet er die Qualifikation als Arzneimittel mit 

dem Argument, dass kein medizinischer Verwendungszweck gegeben sei. 

Wie er jedoch selbst ausführt, hat das Bundesgericht sein diesbezügliches 

Vorbringen verworfen mit dem Hinweis, die medizinische Einwirkung 

bestimme sich nicht nach der subjektiven Bestimmung des Produkts, 

sondern nach objektiven Kriterien. Das Bundesgericht erwog in diesem 

Zusammenhang unter Verweis auf das obergerichtliche Urteil, die vom 

Beschuldigten hergestellten und vertriebenen Präparate hätten allesamt 

den Zweck einer medizinischen Einwirkung und seien unter zusätzlicher 

Berücksichtigung der angebrachten Warnhinweise, ihrer arzneimittel-

typischen Verpackung, Zusammensetzung, der Eigenschaften der 

Inhaltsstoffe, ihrer Aufmachung und Darreichungsform als Arzneimittel zu 

qualifizieren (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau 

SST.2017.264 vom 3. März 2018 E. 4.4.2; Urteil des Bundesgerichts 

6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 4.1 ff. in UA act. 1.1.4/108 ff.). Da 

die Produkte im abgetrennten Verfahren dieselben wie im vorliegenden 

sind (vgl. Anklageziffer 2.2 in GA act. 6; UA act. 1.1.4/110), ist darauf nicht 

mehr im Detail zurückzukommen, sondern es kann grundsätzlich auf die 

obgenannten Erwägungen verwiesen werden.  

 

Insofern der Beschuldigte den bundesgerichtlichen Entscheid als falsch 

kritisiert, ist dazu ergänzend Folgendes festzuhalten: Der Begriff der 

medizinischen Einwirkung bezeichnet die Wechselwirkung mit dem 

Organismus oder Stoffwechsel in der Form einer pharmakologischen 

Wirkung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 7. September 

2020 E. 4.3.1). Dass die Einwirkung an einem kranken Menschen bzw. Tier 

erfolgt, ist hingegen nicht vorausgesetzt, was sich bereits aus dem Wortlaut 

der Arzneimitteldefinition in Art. 4 Abs. 1 lit. a HMG erschliesst. 

Entsprechend lässt sich der medizinische Zweck nicht einfach deshalb in 

Abrede stellen, dass die vorliegenden Produkte zur Anwendung an 

gesunden Menschen angedacht waren. Ebenfalls unbehelflich ist das 

Argument des Beschuldigten, dass aus Sicht des Konsumenten bereits 

aufgrund des privaten Vertriebs nicht auf ein Arzneimittel zu schliessen sei. 

Arzneimittel der Abgabekategorie E sind frei verkäuflich, können von 

 - 28 - 

 

 

 

jedermann abgegeben werden und sind daher oftmals ausserhalb von 

Apotheken und Drogerien im Einzelhandel erhältlich, was an deren 

Arzneimittelqualität nichts ändert (vgl. Art. 44 der Verordnung über die 

Arzneimittel [VAM] vom 21. September 2018 [SR 812.212.21]). 

Entscheidend ist vielmehr die Gesamtbetrachtung der Umstände im 

Einzelfall, wie sie das Bundesgericht im zitierten Entscheid zutreffend 

vorgenommen hat. Die Bestreitungen des Beschuldigten vermögen diese 

nicht in Frage zu stellen.  

 

Im Ergebnis erfüllen damit sämtliche der in Anklageziffer 2.2 (GA act. 6) 

aufgeführten Substanzen den Arzneimittelbegriff i.S.v. Art. 4 Abs. 1 lit. a 

HMG. 

 

4.5. 

In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten und damit erstellt, dass der 

Beschuldigte die in den Anklageziffern 1.2 und 2.2 aufgeführten 

Substanzen grundsätzlich hergestellt, gelagert und verkauft hat (vgl. 

Ziffer 4.4.1 hiervor). Umstritten ist indessen, ob der Beschuldigte auch nach 

dem Stichtag vom 1. Oktober 2012 noch XY-Produkte hergestellt hat, ob 

der Bezug von XY-Produkten durch D. am 29. Januar 2015 dem 

Beschuldigten als Verkauf anzulasten ist, welche Mengen-, Umsatz- und 

Gewinnzahlen den Verkäufen im fraglichen Zeitraum zugrunde zu legen 

sind und wie der Anteil der nur unter das Heilmittelgesetz fallenden 

Substanzen zu bestimmen ist. 

 

4.5.1. 

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte auch nach 

dem 1. Oktober 2012 noch XY-Produkte hergestellt hat (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. III.3.6.2).  

 

Auf die Frage, wann er letztmals Dopingmittel hergestellt habe, sagte der 

Beschuldigte erstmals aus, er habe im Frühling 2014 letztmals Tabletten 

und flüssiges Testosteron hergestellt, danach sei ihm die grosse 

Tablettiermaschine kaputtgegangen (UA act. 4.1/ 5 f.). Diese Aussage 

korrigierte er an der Einvernahme vom 30. April 2015 dahingehend, dass 

er damals lediglich vorproduzierte Wirkstoffe etikettiert (UA act. 4.1/56), 

bzw. abgefüllt habe. Die letzte Produktion sei im September 2012 erfolgt, 

da er ab April 2012 keine Wirkstoffe mehr erhalten habe (UA act. 4.1/61). 

Letztere Aussage wiederholte er auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung (Protokoll Berufungsverhandlung S. 2 f.). Aus den 

Akten geht sodann hervor, dass der Beschuldigte nach dem fraglichen 

Stichtag diverse Vorkehrungen im Hinblick auf den weiteren Verkauf seiner 

Produkte getätigt hat. Beginnend bei der Tatsache, dass der Beschuldigte 

am 13. November 2014 Farbpatronen für den Etikettendrucker in S. (vgl. 

UA act. 4.1/60) bzw. am 1. Dezember 2014 bei der Flaigg AG 5’400 Stück 

Büchslein mit Deckel bestellt hat, um darin Tabletten abzufüllen (UA 

 - 29 - 

 

 

 

act. 4.1/59). Ausserdem erstellt ist, dass der Beschuldigte am 7. November 

2012 die letzte nachweisebare Zahlung an seine chinesische 

Wirkstofflieferantin H. getätigt hat, wobei umstritten ist, ob es sich dabei um 

eine Vorauszahlung für eine Bestellung oder eine Restschuld handelt (UA 

act. 4.1/84). Schliesslich ist aufgrund übereinstimmender Aussagen des 

Beschuldigten und D. erstellt, dass die beiden im Oktober 2013 ein Lager 

in U. gemietet haben (UA act. 4.2/155). 

 

Abgesehen von der Tatsache, dass die Angaben des Beschuldigten bereits 

in sich widersprüchlich sind, erscheint seine Aussage, wonach er letztmals 

im September 2012 Produkte hergestellt habe, vor dem Hintergrund der 

vorstehend aufgeführten Dispositionen unglaubhaft. Allen voran liegt es 

ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise, dass der Beschuldigte 

Produkte, die einem Verfalldatum unterliegen, fast zwei Jahre nach deren 

Produktion erst verpackt. Damit ist im Grundsatz erstellt, dass der 

Beschuldigte auch nach dem relevanten Stichtag noch XY-Produkte 

hergestellt hat, worunter im Übrigen auch das Abfüllen, Umverpacken oder 

Etikettieren fällt (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. c HMG). Wie viele der verkauften und 

sichergestellten Produkte effektiv nach dem Stichtag produziert worden 

sind, kann an dieser Stelle offen bleiben, zumal für die Bestimmung der 

massgeblichen Umsatz- und Gewinnzahlen zugunsten des Beschuldigten 

sowie in Abgrenzung zum abgetrennten Verfahren einzig auf die Verkäufe 

nach dem 1. Oktober 2012 abzustellen ist (vgl. Ziffer 4.2.2 hiervor).  

 

4.5.2. 

Das Obergericht erachtet es ferner als erstellt, dass dem Beschuldigten 

auch der Verkauf vom 29. Januar 2015 zuzurechnen ist, mithin ihm daraus 

ein Gewinn von Fr. 71'397 (für Doping- und Arzneimittel gemeinsam) 

zugeflossen wäre, wäre er nicht vor der Übergabe des Geldes verhaftet 

worden.  

 

Der Beschuldigte macht in diesem Zusammenhang geltend, er sei zum 

fraglichen Zeitpunkt in Thailand gewesen. Er habe zwar vom Vorhaben von 

D. gewusst, einen Teil des Lagerbestandes auf E. zu übertragen, habe 

jedoch weder daran mitgewirkt noch die Konditionen gekannt. 

Entsprechend sei fraglich, ob ihm diese Übertragung als Verkauf 

zugerechnet werden könne (Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 

2022 Rz. 99 ff.).  

 

Die Ausführungen des Beschuldigten überzeugen nicht. Unbestritten ist, 

dass der entsprechende Verkauf an E. mit dem Beschuldigten 

abgesprochen war und D. die Übergabe der Ware und die Entgegennahme 

von Fr. 85'000.00 abgewickelt hat. Ebenfalls nicht in Abrede gestellt ist 

sodann, dass die im Lager (ab Ende 2013 in U., dann ab Ende 2014 in V. 

bei D., vgl. UA act. 4.1/123 ff.) befindlichen Produkte dem Beschuldigten 

gehörten (UA act. 4.1/124; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6). 

 - 30 - 

 

 

 

Schliesslich sagte der Beschuldigte anlässlich seiner Einvernahme vom 

22. Mai 2015 aus, dass E. ihn diesbezüglich kontaktiert habe, nachdem er 

von D. über die Anfrage informiert worden sei. Den Betrag von 

Fr. 85'000.00 habe er nicht erhalten, jedoch wäre es sein Geld gewesen. 

Er schätze, dass D. daraus keinen Gewinn gemacht hätte (UA act. 4.1/135; 

UA act. 4.2/159). 

 

Damit steht fest, dass der Beschuldigte im fraglichen Zeitpunkt Eigentümer 

und damit auch Verkäufer der fraglichen Produkte war. Entsprechend 

waren sich sämtliche Beteiligten auch bewusst, dass ihm der Verkaufspreis 

zukommen sollte. Dass er indessen nicht über sämtliche Details des 

Verkaufs informiert und bei der Abwicklung nicht anwesend war, vermag 

entgegen den Vorbringen des Beschuldigten nichts daran zu ändern, dass 

ihm der fragliche Verkauf rechtlich als auch wirtschaftlich zuzurechnen ist. 

Wenn der Beschuldigte zudem ausführt, D. habe die Produkte auf 

Kommission bezogen, wird daraus deutlich, dass er implizit vom selben 

Ergebnis ausgeht (Eingabe des Beschuldigten vom 11.März 2022 Rz. 71). 

Ohnehin ist der fragliche Verkauf für die Strafbarkeit des Beschuldigten nur 

von untergeordneter Bedeutung, zumal – wie zu zeigen sein wird – die 

strafbarkeitsbegründenden Tatbestandsvoraussetzungen unabhängig von 

dieser Transaktion erstellt sind und der Gewinn, den der Beschuldigte 

daraus erzielt hätte, bei der Beurteilung des gewerbsmässigen Handelns 

nicht miteingeflossen ist.  

 

4.5.3. 

Weiter ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte im 

fraglichen Zeitraum Dopingmittel zu einem Preis von Fr. 134'400.00 sowie 

Arzneimittel zu einem Preis von Fr. 5'600.00 an D. verkauft und damit einen 

Gewinn von Fr. 112'869.00 bzw. Fr. 4'704.00, d.h. von gesamthaft 

Fr. 117'600.00, generiert hat (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.3.6.2.2). 

 

Unbestritten ist, dass D. im fraglichen Zeitraum vom 1. Oktober 2012 bis 

zur Verhaftung des Beschuldigten am 31. März 2015 einziger Abnehmer 

des Beschuldigten war, nachdem er bereits zuvor gelegentlich XY-

Produkte von ihm bezogen hatte (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 

11. März 2022 Rz. 16 und 67; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5). 

 

Wie im vorliegenden Verfahren bereits mehrfach ausgeführt wurde, ist zur 

Ermittlung der umstrittenen Umsatz- und Gewinnzahlen vorab darauf 

hinzuweisen, dass eine auf den Franken genaue Berechnung mangels 

konkreter Angaben zu den verkauften Mengen nicht möglich ist. Angesichts 

dieser Ausgangslage ist daher durch Annäherung eine Minimalberechnung 

vorzunehmen, um dem Grundsatz in dubio pro reo sowie in Abgrenzung 

zum abgetrennten Verfahren dem Grundsatz ne bis in idem Rechnung zu 

tragen. Entsprechend haben auch die Untersuchungsbehörden ihren 

Berechnungen der Herstellungskosten und der Gewinnzahlen, auf die sich 

 - 31 - 

 

 

 

auch die Anklage stützt, jeweils zugunsten des Beschuldigten die jeweils 

höchsten Produktionskosten bzw. tiefsten Verkaufszahlen zugrunde 

gelegt. Für die genaue Berechnungsmethode kann auf die zutreffenden 

vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden, welche ihrerseits 

wiederum auf die Ausführungen des Obergerichts im abgetrennten 

Verfahren verweisen, zumal bereits dort auf diese Berechnungen abgestellt 

worden ist und der Beschuldigte diese an der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung im Grundsatz anerkannt hat. Es besteht kein Anlass, 

darauf erneut zurück zu kommen (vgl. UA act.1.5/31 ff.; 4.2/165 und 176 ff. 

und 266; GA act. 2 ff.; vorinstanzliches Urteil E. III.3.6.2.5; Urteil des 

Obergerichts des Kantons Aarau SST.2019.97 vom 12. Februar 2020 E. 8).  

 

Im Unterschied zum abgetrennten Verfahren konnten dem beim 

Beschuldigten anlässlich seiner Verhaftung beschlagnahmten USB-Stick 

für den vorliegend relevanten Zeitraum keine Verkaufsdaten entnommen 

werden (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau SST.2019.97 

vom 12. Februar 2020 E. 6.1.2; UA act. 3.6/127, Dateinummer 0538-

0182.xls). Ausgangspunkt für die Ermittlung der Umsatz- und 

Gewinnzahlen bilden daher an dieser Stelle die Aussagen der Beteiligten, 

zumal sich sowohl der Beschuldigte als auch sein Abnehmer D. dazu im 

Laufe der Ermittlungen mehrfach geäussert haben.  

 

4.5.3.1. 

Erstmals wurde der Beschuldigte anlässlich seiner Hafteröffnung zum 

Umfang seines illegalen Handels befragt. Damals gab er zu Protokoll, er 

habe ungefähr Fr. 50'000.00 pro 3 Monate eingenommen, wobei die 

Gewinnmarge je nach Produkt variiere (UA act. 3.4/70). An der zweiten 

Einvernahme vom 17. April 2015 schätzte er seinen Gewinn für die 

gesamte Dauer auf ca. Fr. 300'000.00 bis Fr. 330'000.00, wobei sich seine 

vorherige Aussage lediglich auf einen einzelnen Zeitrahmen beziehen 

würden, indem die ganzen Produkte auf dem Markt gewesen seien (UA 

act. 4.1/9).  

 

An einer weiteren Einvernahme vom 22. Mai 2015 sagte er aus, D. habe 

erstmals im Jahr 2008 oder 2009 in kleinen Mengen und unregelmässig 

Produkte bei ihm gekauft. Bis Mitte 2013 habe der entsprechende 

Gegenwert ungefähr Fr. 5'000.00 bis Fr. 7'000.00 betragen. Nachdem E. 

als Abnehmer weggefallen sei, habe der Verkauf an D. ab ungefähr Mitte 

des Jahres 2013 sukzessive zugenommen, mutmasslich deshalb, weil zwei 

ehemalige Abnehmer von E. neu bei D. bezogen hätten. So sei er zum 

Hauptabnehmer geworden (UA act. 4.1/117 ff.). Ab Mitte 2013 bis zu seiner 

Verhaftung habe er ungefähr im Gegenwert von Fr. 10'000.00 bis 

Fr. 20'000.00 an D. verkauft (UA act. 4.1/124). Im weiteren Verlauf der 

Einvernahme korrigierte er diese Angabe auf Fr. 200'000.00 für den 

gesamten Zeitraum von 2007 bis 2015 (UA act. 135). Diesen 

Gesamtumsatz bestätigte er auf Nachfrage anlässlich seiner Einvernahme 

 - 32 - 

 

 

 

vom 1. Juni 2015 sowie an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (UA 

act. 4.2/12; GA act. 229).  

 

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 11. Juni 2015 führte D. 

aus, er habe anfangs vom Beschuldigten hauptsächlich für den 

Eigenkonsum sowie zwei oder drei Freunde Substanzen bezogen. In der 

ersten Phase bis Mitte 2013 habe er insgesamt für ungefähr Fr. 30'000.00 

Ware bezogen. Ab dann habe der Bezug erheblich zugenommen, weil I. 

und F. auf ihn zugekommen seien, die im grösseren Rahmen hätten 

Produkte beziehen wollen. Ausgehend von seinen eigenen Verkäufen, bei 

denen er jeweils eine Marge von 100 % aufgeschlagen habe, habe er ab 

Mitte 2013 Produkte zum Einkaufspreis von Fr. 140'000.00 übernommen 

(UA act. 4.2/153 ff.). Der Beschuldigte sagte dazu aus, dass ihm dieser 

Umsatz etwas hoch gegriffen scheine, es jedoch sicher nicht mehr 

gewesen sei. Der Grössenrahmen würde jedoch ungefähr stimmen (UA 

act. 4.2/156). Nach dem Gesamtumsatz befragt, gab D. den Betrag von 

Fr. 170'000.00 an, welchen der Beschuldigte als möglich bestätigte mit 

dem Hinweis, dass der früher genannte Betrag von Fr. 200'000.00 wohl zu 

viel sei (UA act. 4.2/160).  

An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte nach 

den Zahlen befragt aus, der habe darüber nie Buch geführt und kenne 

daher die genauen Zahlen nicht. Den im Untersuchungsverfahren 

thematisierten Umsatz von Fr. 200'000.00 bestätigte er auf Vorhalt zwar, 

führte jedoch aus, dass dieser Betrag den gesamten Zeitraum erfasse, 

wobei D. bereits im abgetrennten Verfahren ein bedeutender Abnehmer 

gewesen sei. Aus den Daten auf dem USB-Stick würde sich ergeben, dass 

er bereits vor dem 1. Oktober 2012 Produkte zum Preis von Fr. 150'000.00 

an D. verkauft habe (GA act. 229). 

 

An der Berufungsverhandlung schliesslich bestritt der Beschuldigte seine 

vor Vorinstanz getätigten Aussagen und führte unter Verweis auf die Akten 

aus, er habe ab Mitte 2013 bis zur Verhaftung einen Gewinn von 

Fr. 10'000.00 bis Fr. 20'000.00 erwirtschaftet. Genaue Zahlen könne er 

nicht angeben, weil er darüber nicht Buch geführt habe (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8). 

 

4.5.3.2. 

Der Beschuldigte verstrickt sich in Bezug auf die Umsatzzahlen wiederholt 

in Widersprüchen. Damit konfrontiert, rechtfertigt er sich jeweils damit, dass 

er keinen Überblick über die konkreten Zahlen habe, weil er nie Buch 

geführt habe (vgl. GA act. 229; UA act. 4.1/124; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8). Diese Behauptung erscheint bereits deshalb 

zweifelhaft, wenn man bedenkt, dass der Beschuldigte die Preise 

anlässlich seiner Einvernahmen teilweise auswendig wiedergeben (vgl. UA 

act. 4.2/153) und auch über seine übrigen Geschäftszweige zumindest 

ungefähre Ertragszahlen angeben konnte (UA act. 4.1/13). In den Akten 

 - 33 - 

 

 

 

befindet sich ausserdem eine Liste über den Lagerbestand per 

27. Dezember 2014 mit den Verkaufspreisen an D. (UA act. 4.2/148), 

welche ihm eigenen Aussagen zufolge als Referenz zur Abrechnung diente 

(UA act. 4.2/123). Hinzu kommen die auf dem USB-Stick 

wiederhergestellten Verkaufslisten, die belegen, dass der Beschuldigte 

sehr wohl einen Überblick über die konkreten Zahlen hatte, selbst wenn in 

Bezug auf das vorliegende Verfahren keine einschlägigen Daten gefunden 

werden konnten (vgl. UA act. 3.6/127). Schliesslich scheint es schlicht 

absurd, dass jemand, der von sich behauptet, jede Quittung penibel 

abzulegen und aufzubewahren (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 

11. März 2022 Rz. 159; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9), vorgibt, 

über seine eigentliche Haupteinkommensquelle nicht einmal ansatzweise 

einen Überblick zu haben. Die gegenteilige Behauptung des Beschuldigten 

ist daher als unbeachtliche Schutzbehauptung zu qualifizieren. 

 

Gleiches gilt mit Bezug auf die Behauptung des Beschuldigten, wonach D. 

bereits vor dem 1. Oktober 2012, d.h. im für das abgetrennte Verfahren 

massgeblichen Zeitraum, für Fr. 150'000.00 bei ihm Produkte bezogen 

habe. Diese Aussage steht nicht nur in Widerspruch zu seinen eigenen, 

diesbezüglich bisher konstanten und auch im Berufungsverfahren 

wiederholten Aussagen (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 

2022 Rz. 67, wonach dieser «gelegentlich» Kunde gewesen sei, sowie das 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 8) und denjenigen von D. selbst, 

sondern erfolgt konträr zu dem, was er noch im abgetrennten Verfahren 

vorgebracht hatte, in welchem er letztendlich sogar bestritt, D. vor dem 

relevanten Stichtag überhaupt etwas verkauft zu haben (vgl. Urteil des 

Obergerichts des Kantons Aargau SST.2017.264 vom 5. März 2018 

E. 4.3.2). Allem Anschein nach richtet der Beschuldigte seine Aussagen in 

beiden Verfahren ungeachtet allfälliger Widersprüche nach dem für ihn 

jeweils günstigeren Ergebnis und nicht nach den tatsächlichen 

Gegebenheiten aus. 

 

Als konsistent erweist sich indessen die von beiden Beteiligten geäusserte 

Angabe, wonach der Umsatz für die Verkäufe an D. für den 

Gesamtzeitraum, beginnend ungefähr im Jahr 2008 bis zur Verhaftung des 

Beschuldigten am 31. März 2015 Fr. 200'000.00 betragen habe. Sowohl D. 

als auch der Beschuldigte haben diesen Betrag mehrfach als auch 

unabhängig voneinander bestätigt. Insbesondere der Beschuldigte hat 

bereits anlässlich seiner ersten Einvernahme von einem Umsatz von 

Fr. 50'000.00 alle drei Monate gesprochen, was bereits einem 

Jahresumsatz von Fr. 200'000.00 entspräche. Tatsache ist sodann, dass 

sowohl der Beschuldigte als auch D. ihre Einnahmen in der Tendenz zu tief 

abgegeben haben, wie ein Abgleich mit den im abgetrennten Verfahren 

erhobenen Zahlen ergibt. Während beide Beteiligte ausgesagt haben, der 

Umsatz habe bis Mitte 2013 maximal Fr. 30'000.00 betragen, wurde im 

abgetrennten Verfahren gestützt auf die Verkaufsdaten auf dem USB-Stick 

 - 34 - 

 

 

 

des Beschuldigten ein solcher von Fr. 46'840.40 bis zum Stichtag per 

1. Oktober 2012 errechnet (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons 

Aargau SST.2017.264 vom 5. März 2018 E. 4.3.2).  

 

Geht man gestützt darauf von einem Minimalumsatz von Fr. 200'000.00 für 

den Gesamtzeitraum aus, ergibt sich für das vorliegende Verfahren 

abzüglich des Umsatzes für das abgetrennten Verfahren ein solcher von 

rund Fr. 153'000.00. Da die Anklage sich vorliegend jedoch auf einen 

Umsatz von Fr. 140'000.00 beschränkt, hat es aufgrund des 

Anklageprinzips (Art. 9 Abs. 1 StPO) bei den vorinstanzlich festgestellten 

Fr. 140'000.00 an dieser Stelle sein Bewenden. 

 

4.5.4. 

Schliesslich ist mit der Vorinstanz der Anteil der nur unter das 

Heilmittelgesetz fallenden Substanzen auf 4 % festzusetzen (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. III.3.6.2.6).  

 

Wie bereits im Kontext der Bestimmung der Mengen- und Umsatzzahlen 

(vgl. Ziffer 4.5.3 hiervor) ausgeführt, ist es mangels konkreter 

Verkaufszahlen nicht möglich, den Anteil der Substanzen, welche nicht im 

Anhang der SpoFöV aufgeführt sind, zu bestimmen (vgl. zum Verhältnis 

des Sportförderungsgesetzes und des Heilmittelgesetzes Ziffer 4.2 

hiervor). Entsprechend ist wiederum eine Annäherung unter Beachtung des 

Doppelbestrafungsverbots sowie des Grundsatzes in dubio pro reo 

vorzunehmen. In diesem Sinne ist auch die Vorinstanz vorgegangen, 

indem sie den Anteil gestützt auf die beim Beschuldigten vorgefundenen 

Präparate mit 4% veranschlagte, obwohl der Beschuldigte selbst diesen mit 

Bezug auf die Verkäufe an D. auf 5% beziffert hatte (vgl. UA act. 1.5/17)  

 

Entgegen den Vorbringen des Beschuldigten hat die Aufschlüsselung 

jedenfalls nicht von den der Umsatzzahlen, sondern von der Anzahl 

hergestellter und verkaufter Präparate bzw. den einzelnen Dosen 

auszugehen (vgl. Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 2022 

Rz. 104 ff.). Zum einen setzt weder der Tatbestand von Art. 22 SpoFöG 

noch jener von Art. 86 bzw. Art. 87 aHMG voraus, dass der Täter entgeltlich 

handelt. Mithin ist auch die unentgeltliche Abgabe verbotener Dopingmittel 

bzw. nicht zugelassener Arzneimittel ohne entsprechende Bewilligung 

strafbar. Zum anderen ist in Bezug auf die Frage, ob der Beschuldigte 

gewerbsmässig gehandelt hat, eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen 

(vgl. dazu Ziffer 4.9 hernach). Was der Beschuldigte in Bezug auf die 

polizeilichen Berechnungen vorbringt, ist entsprechend nicht weiter von 

Relevanz.  

 

 - 35 - 

 

 

 

4.6. 

4.6.1. 

Der Beschuldigte hat die Herstellung und den Verkauf der fraglichen 

Substanzen im Grundsatz nicht bestritten. Er bestreitet hingegen die 

Verwertbarkeit der der vorinstanzlichen Beweiswürdigung 

zugrundeliegenden Beweismittel und hat mit Berufung erneut diverse 

Beweisanträge betreffend die Edition zusätzlicher Dokumente, Gutachten 

sowie die Erhebung zusätzlicher Daten gestellt (vgl. Berufungserklärung 

des Beschuldigten S. 7 ff.). Er beantragt konkret die Edition der 

Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehle für die Hausdurchsuchung 

vom 19. August 2015 in S., der E-Mailkorrespondenzen zwischen der 

Staatsanwaltschaft und dem früheren amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt 

Martin Leiser, zwischen der Staatsanwaltschaft und der 

Oberstaatsanwaltschaft, der Staatsanwaltschaft und der EZV, sämtlicher 

Akten der EZV im Zusammenhang mit den Aktionen PUMP und RAGE, 

sämtlicher GPS-Daten der Aktion PUMP sowie die Zeugenbefragung von 

C., dem Leiter der Zentralstelle Zollfahndung, und die Anordnung eines 

graphologischen Gutachtens für die Empfangsbestätigungen der beiden 

Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehle vom 16. März 2015 für die 

Hausdurchsuchung vom 31. März 2015. Zur Begründung führt er 

zusammengefasst aus, dass die entsprechenden Beweiserhebungen 

erforderlich seien, um die Rechtmässigkeit des Verfahrens und der daraus 

gewonnenen Erkenntnisse überprüfen zu können (vgl. Berufungserklärung 

des Beschuldigten S. 4 ff.; Berufungsbegründung des Beschuldigten 

Rz. 76 ff.). 

 

4.6.2. 

Beweis ist nur über erhebliche Tatsachen zu führen. Über Tatsachen, die 

unerheblich, offenkundig, bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen 

sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). 

 

4.6.3. 

Insofern der Beschuldigte wiederum die Rechtsmässigkeit des gegen ihn 

geführten Strafverfahrens infolge fehlenden Tatverdachts sowie die 

Verwertbarkeit der in diesem Kontext erfolgten Beweiserhebungen in Frage 

stellt, kann grundsätzlich vollumfänglich auf die Ausführungen unter 

Ziffer 2.2 ff. hiervor verwiesen werden. Die Beweisanträge Nr. 5-8 der 

Berufungserklärung wurden in diesem Kontext bereits geprüft 

(vgl. Ziffer 2.2.2 hiervor).  

 

Im Übrigen ist auszuführen, dass sich das Ergebnis der vorinstanzlichen 

und mit ihr übereinstimmend der vorliegenden Beweiswürdigung im 

Wesentlichen auf die Aussagen des Beschuldigten sowie die Ergebnisse 

der Hausdurchsuchungen in S. und Q. stützt. Insofern der Beschuldigte die 

Rechtmässigkeit dieser Beweiserhebungen bzw. deren Verwertbarkeit in 

Frage stellt, ist darauf nachfolgend im Einzelnen einzugehen 

 - 36 - 

 

 

 

(Verfahrensantrag e) sowie Beweisanträge 1-4 der Berufungserklärung des 

Beschuldigten). 

 

Mangels Relevanz nicht weiter zu vertiefen sind indessen die weiteren 

Verfahrens- und Beweisanträge des Beschuldigten. Dazu gehören 

einerseits der Antrag, die Medienberichte im Zusammenhang mit Doping 

aus den Akten zu verweisen (Verfahrensantrag c der Berufungserklärung 

des Beschuldigten), andererseits sämtliche Beweisanträge im 

Zusammenhang mit der Abklärung der Zuständigkeit der Stiftung 

Antidoping Schweiz oder dem Umfang der aus Art. 78 SpoFöV 

resultierenden Pflichten der Staatsanwaltschaft (Beweisanträge 1.19 und 

3-5 der Eingabe des Beschuldigten vom 27. Oktober 2021). Die 

Zuständigkeit der Stiftung Antidoping Schweiz bzw. die von ihr geführten 

Verfahren und damit einhergehend die Informationspflichten der 

Staatsanwaltschaft sind für das vorliegende Strafverfahren nicht von 

Relevanz, da sie die zivilrechtlichen Folgen illegalen Dopinghandels und -

konsums betreffen (vgl. dazu Ziffer 4.4.2.3). Die entsprechenden 

Beweisanträge sind somit in Bezug auf die Frage, ob sich der Beschuldigte 

vorliegend nach Art. 22 SpoFöG strafbar gemacht hat, nicht weiter von 

Belang und deshalb allesamt abzuweisen.  

 

4.6.4. 

Zu prüfen bleibt an dieser Stelle die Rechtmässigkeit und Verwertbarkeit 

der Erkenntnisse aus den Hausdurchsuchungen in S. vom 31. März 2015 

bzw. vom 19. August 2015 und vom 31. März 2015 in Q. sowie der 

Einvernahmen des Beschuldigten. 

 

4.6.4.1. 

4.6.4.1.1. 

Der Beschuldigte bestreitet, dass ihm die Durchsuchungs- und 

Beschlagnahmebefehle der zeitlich ersten Hausdurchsuchungen vom 

31. März 2015 in S. und Q. eröffnet worden seien. Die Unterschrift auf den 

entsprechenden Dokumenten stimme nicht mit jener auf dem 

Durchsuchungs- und Untersuchungsprotokoll sowie dem Verzeichnis der 

beschlagnahmten Gegenstände, welche er im Anschluss an die 

Hausdurchsuchung unterzeichnet habe, überein. Zu Beweiszwecken sei 

deshalb ein graphologisches Gutachten einzuholen. Damit sei der Empfang 

der entsprechenden Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehle 

nachträglich fingiert worden, weshalb die aus der Hausdurchsuchung 

gewonnenen Erkenntnisse nicht verwertbar seien (vgl. Berufungserklärung 

des Beschuldigten Beweisantrag 2 sowie S. 5).  

 

4.6.4.1.2. 

Gemäss Art. 244 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StPO können Häuser, Wohnungen 

und andere nicht allgemein zugängliche Räume nur mit Einwilligung der 

berechtigten Person durchsucht werden. Ist zu vermuten, dass in diesen 

 - 37 - 

 

 

 

Räumen Tatspuren, zu beschlagnahmende Gegenstände oder 

Vermögenswerte vorhanden sind, ist keine Einwilligung erforderlich 

(Art. 244 Abs. 2 lit. b StPO). Als strafprozessuale Zwangsmassnahme setzt 

die Anordnung einer Hausdurchsuchung einen hinreichenden Tatverdacht 

voraus (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_480/2020 vom 17. November 2020 E. 3.2). Zudem muss die 

Massnahme in Anbetracht der Bedeutung der Straftat verhältnismässig 

sein (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO). 

 

Die Anordnung von Durchsuchungen oder Untersuchungen hat 

grundsätzlich in einem schriftlichen Befehl durch die Staatsanwaltschaft zu 

erfolgen (Art. 241 Abs. 1 i.V.m. Art. 198 Abs. 1 lit. a StPO). Der Befehl 

sowie ein allfälliges Vollzugsprotokoll sind den direkt betroffenen Personen 

gegen Empfangsbestätigung in Kopie zu übergeben (Art. 199 StPO). 

 

4.6.4.1.3. 

Die fraglichen Hausdurchsuchungen vom 31. März 2015 wurden von der 

Staatsanwaltschaft mit Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 

16. März 2015 angeordnet (UA act. 3.3.1/11 f. sowie UA act. 3.3.2/10 f.). 

Unbestritten ist sodann, dass der Beschuldigte im Anschluss an die 

Hausdurchsuchungen das Durchsuchungs- und Untersuchungsprotokoll 

sowie das Verzeichnis der sichergestellten Gegenstände unterzeichnet hat 

(UA act. 3.3.1/14 und 25; Berufungserklärung des Beschuldigten S. 5). 

Nach Auffassung des Obergerichts handelt es sich dabei aufgrund des 

Schriftbilds um dieselbe Unterschrift, mit der auch die Empfangs-

bestätigung der Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehle vom 

16. März 2015 versehen sind. Dass Unterschriften nicht immer exakt gleich 

aussehen, ist notorisch. Zudem ist bei vernünftiger Betrachtungsweise 

nicht ersichtlich und wird auch vom Beschuldigten nicht geltend gemacht, 

wer die Empfangsbestätigung an seiner Stelle unterzeichnet haben soll. In 

Anbetracht der Situation reicht es indessen nicht aus, die Unterzeichnung 

zu bestreiten, vielmehr wäre zu erwarten, dass er weitere konkrete 

Umstände schildert, weshalb er am gleichen Tag das Vollzugsprotokoll, 

nicht jedoch den Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl unterzeichnet 

haben soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_302010 vom 1. Juni 2010 

E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 

E. 8.3). Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die fraglichen 

Dokumente dem Beschuldigten korrekt eröffnet worden sind. 

 

Selbst im gegenteiligen Fall könnte der Beschuldigte daraus nichts zu 

seinen Gunsten ableiten. Die Ergebnisse aus den Hausdurchsuchungen 

wären dennoch verwertbar, zumal diese Frage wiederum ausgehend von 

Art. 140 f. StPO zu beantworten wäre. Da davon auszugehen ist, dass es 

sich bei Art. 199 StPO um eine Ordnungsvorschrift handelt, ist das 

Beweisergebnis der Hausdurchsuchungen in jedem Fall verwertbar 

(vgl. Art. 141 Abs. 3 StPO). 

 - 38 - 

 

 

 

 

Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Einholung eines graphologischen 

Gutachtens, weshalb der entsprechende Beweisantrag des Beschuldigten 

abzuweisen ist (vgl. Berufungserklärung des Beschuldigten Beweis-

antrag 2 S. 8).  

 

4.6.4.1.4. 

Der Beschuldigte macht weiter geltend, dass für die Hausdurchsuchung 

vom 19. August 2015 in S. kein Durchsuchungsbefehl vorhanden sei, 

weshalb die daraus gewonnenen Erkenntnisse nicht verwertbar seien 

(Berufungserklärung des Beschuldigten S. 5). 

 

Es ist zutreffend bzw. auch seitens der Staatsanwaltschaft unbestritten (vgl. 

GA act. 99), dass für die Hausdurchsuchung am 19. August 2015 kein 

separater schriftlicher Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl 

existiert. Ein solcher kann daher auch nicht ediert werden, wie es der 

Beschuldigte verlangt (vgl. Berufungserklärung des Beschuldigten 

Beweisantrag 1). Mit der Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. II.2.6.4.2) geht jedoch auch das Obergericht davon aus, dass es sich bei 

der Durchsuchung vom 19. August 2015 nicht um eine eigenständige, 

sondern um die Fortsetzung jener vom 31. März 2015 handelt, weshalb der 

Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 16. März 2015 (UA 

act. 3.3.1/11 ff.) als Grundlage ausreichend ist.  

 

Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehle stellen Verfügungen dar und 

unterliegen daher entsprechenden Form- und Inhaltsvorschriften, 

insbesondere einem Begründungserfordernis (vgl. Art. 80 ff. StPO). 

Dadurch soll der Rechtsschutz der betroffenen Person gewährleistet 

werden. Diesem Erfordernis wurde im vorliegenden Verfahren mit den 

Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 16. März 2015 

hinreichend Genüge getan. Wie sich aus dem Vollzugsbericht der 

Kantonspolizei des Kantons Aargau ergibt, konnte die Hausdurchsuchung 

aufgrund des Umfangs der Befunde nicht am ersten Termin abgeschlossen 

werden. Entsprechend wurde in Absprache mit der Staatsanwaltschaft 

beschlossen, den Schlosszylinder der Eingangstüre auszutauschen und 

die Räumlichkeiten zu versiegeln (vgl. UA act. 3.3.1/9). Die Notwendigkeit 

der Fortsetzung der ersten Hausdurchsuchung wurde dem Beschuldigten 

sodann an der zweiten delegierten Einvernahme nochmals mitgeteilt (UA 

act. 4.1/24). Angesichts dieser Umstände ist klar, dass die Gründe für die 

zweite Hausdurchsuchung identisch waren mit jenen der ersten, welche 

aus dem Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 16. März 2015 

eindeutig hervorgehen, und folglich keine eigenständige 

Zwangsmassnahme vorliegt. Dies muss auch dem anwaltlich vertretenen 

Beschuldigten bewusst gewesen sein.  

 

 - 39 - 

 

 

 

4.6.4.1.5. 

Hinsichtlich der übrigen Voraussetzungen der beiden 

Hausdurchsuchungen, insbesondere bezüglich des hinreichenden 

Tatverdachts kann auf die Ausführungen in Ziffer 2.2.2 hiervor sowie auf 

die zutreffenden und mit Berufung unbestritten gebliebenen Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. vorinstanzliches Urteil E. II.2.6.4). 

Hervorzuheben ist an dieser Stelle einzig, dass auch die sichergestellten 

Potenzmittel und Appetitzügler gemäss Anklageziffer 2.1, welche lediglich 

dem Heilmittel-, nicht aber auch dem Sportförderungsgesetz unterstehen, 

als Zufallsfunde vollumfänglich verwertbar sind. 

 

4.6.4.2. 

4.6.4.2.1. 

Der Beschuldigte verlangt sodann die Entfernung sämtlicher 

Einvernahmen des Beschuldigten aus den Akten. Zur Begründung führt er 

einerseits aus, dass die Einvernahme anlässlich der Hafteröffnung vom 

31. März 2015 den Anforderungen nach Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO nicht 

genügt habe, da dem Beschuldigten kein präziser Lebenssachverhalt bzw. 

Deliktsvorwurf vorgehalten worden sei. Da der Beschuldigte seine 

Verteidigungsrechte somit nicht habe wahrnehmen können, seien sein 

Geständnis sowie als darauf gestützte Folgebeweise sämtliche weiteren 

Einvernahmen des Beschuldigten unverwertbar (vgl. Berufungserklärung 

des Beschuldigten S. 6; Eingabe des Beschuldigten vom 11. März 2022 

Rz. 50).  

 

Exakt denselben Einwand des Beschuldigten hat das Bundesgericht 

bereits im abgetrennten Verfahren für ebendiese Einvernahme bereits 

verworfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_335/2020 vom 7. September 

2020 E. 3.4.3). Darauf ist grundsätzlich nicht erneut einzugehen. Dem 

Beschuldigten wurde die Einleitung eines Vorverfahrens, die Gegenstand 

des Verfahrens bildende