# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f253503-ff95-5752-87f1-0045bd00277b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 14.04.2025 WPR.2025.30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-30_2025-04-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.30 / ou  
ZEMIS [***]; N [***] 

 

Urteil vom 14. April 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter J. Huber 

Gerichtsschreiberin i.V. Unger 

 

 
   

Gesuchsteller  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

vertreten durch Samira Oppiller, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Algerien 

z.Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich 

amtlich vertreten durch lic. iur. Fritz Tanner, Rechtsanwalt,  

Gschneitackerweg 1, 5727 Oberkulm 

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftverlängerung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der aus Algerien stammende Gesuchsgegner reiste am 9. Februar 2022 

unter der Identität B._____ in die Schweiz ein (Akten des Migrationsamts 

Kanton Solothurn [MI-act.] 2-424 ff.) und stellte ein Asylgesuch (MI-act. 2-

408 ff.).  

 

Im Rahmen des Dublin-Verfahrens wurde festgestellt, dass Italien für die 

Durchführung des weiteren Verfahrens zuständig ist. Mit Entscheid vom 

12. Mai 2022 trat das Staatssekretariat für Migration (SEM) daher nicht auf 

das Asylgesuch des Gesuchsgegners ein und wies diesen nach Italien weg 

(MI-act. 2-408 ff.). Der Nichteintretensentscheid erwuchs am 30. Mai 2022 

in Rechtskraft, nachdem das Bundesverwaltungsgericht eine diesbezügli-

che Beschwerde mit Urteil vom 27. Mai 2022 abgewiesen hatte (MI-act. 2-

387 ff.). Der Gesuchsgegner verliess daraufhin am 2. Juni 2022 das Bun-

desasylzentrum mit unbekanntem Zielort (MI-act. 2-384), tauchte jedoch 

am 9. Juni 2022 wieder auf (MI-act. 2-382). 

 

Am 27. Juni 2022 erliess das SEM ein Einreiseverbot gegen den Gesuchs-

gegner, gültig bis zum 4. Juli 2025 (MI-act. 2-334 f). Der Gesuchsgegner 

trat den für ihn am 5. Juli 2022 gebuchten Flug nach C._____ nicht an und 

tauchte in der Folge erneut unter (MI-act. 2-362, 2-297, 2-323). 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 30. Juli 2022, am 4. August 2022 sowie am 

22. August 2022 jeweils in R._____ zur Kontrolle angehalten, verhaftet und 

anschliessend dem Kanton Solothurn zugeführt (MI-act. 2-225, 2-285, 2-

304, 2-240). Das Migrationsamt Kanton Solothurn (MISA) gewährte dem 

Gesuchsgegner am 23. August 2022 das rechtliche Gehör betreffend des 

Einreiseverbots und der Eröffnung der Haft im Dublin Verfahren (MI-act. 2-

254 ff.). Tags darauf ordnete das MISA die Haft im Rahmen des Dublin 

Verfahrens bis zum 2. Oktober 2022 an (MI-act. 2-224 ff.). Der Gesuchs-

gegner wurde am 13. September 2022 mit einem Flug nach C._____ aus-

geschafft (MI-act. 2-211). Nach eigenen Angaben reiste der Gesuchsgeg-

ner einige Tage später trotz Einreiseverbot wieder illegal in die Schweiz ein 

(MI-act. 2-200). 

 

Am 9. November 2022 wurde der Gesuchsgegner per Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Solothurn unter anderem wegen Diebstahls zu einer 

Freiheitsstrafe von 120 Tagen verurteilt. Die Tatzeitpunkte waren von März 

bis Juni 2022 (MI-act. 2-145 ff.) 

 

Am 30. November 2022 wurde der Gesuchsgegner in R._____ vorläufig 

festgenommen (MI-act. 2-198 ff.). Das SEM erliess daraufhin eine Wegwei-

sungsverfügung nach Italien gegen den Gesuchsgegner. Die Verfügung ist 

am 10. Februar 2023 in Rechtskraft erwachsen (MI-act. 2-101, 2-106 ff.). 

 - 3 - 

 

 

Der Gesuchsgegner befand sich zu diesem Zeitpunkt im Strafvollzug, da er 

neben der Verurteilung vom 9 November 2022 am 15. Dezember 2022 er-

neut zu einer zusätzlichen Freiheitsstrafe von 90 Tagen verurteilt worden 

war (MI-act. 2-145 ff.). Die Entlassung aus dem Strafvollzug erfolgte am 

5. Mai 2023 (MI-act. 2-87 ff.). 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 27. November 2023 in Q._____ aufgrund 

des Tatverdachts hinsichtlich eines mehrfachen Diebstahls, des mehrfa-

chen versuchten Diebstahls und des mehrfachen Hausfriedensbruchs von 

der Polizei festgenommen (Akten des Amtes für Migration und Integration 

Kanton Aargau [MI-act 1-]1 ff.) 

 

Mit Urteil vom 6. Mai 2024 wurde der Gesuchsgegner wegen mehrfachem 

Diebstahl, mehrfachem versuchten Diebstahl und mehrfachem Hausfrie-

densbruch zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt und für fünf 

Jahre des Landes verwiesen. Das Urteil erwuchs gleichentags unangefoch-

ten in Rechtskraft (MI-act. 1-93, 1-111). 

 

Mit Schreiben vom 18. Juni 2024 wurde der Gesuchsgegner auf seine Aus-

reisepflicht hingewiesen und aufgefordert, gültige Reisepapiere vorzulegen 

bzw. bei der Beschaffung mitzuwirken. Zudem wurde ihm die Möglichkeit 

eingeräumt, ein Asylgesuch zu stellen (MI-act. 1-124). Der Gesuchsgegner 

reichte daraufhin am 20. Juni 2024 erneut ein Asylgesuch ein, welches mit 

Entscheid vom 9. August 2024 durch das SEM abgelehnt wurde (MI-act. 1-

128, 1-163). Der Ablehnungsentscheid erwuchs am 21. August 2024 in 

Rechtskraft (MI-act. 1-170). 

 

Im Rahmen des Ausschaffungsverfahrens führte das MIKA am 5. Septem-

ber 2024 ein Ausreisegespräch mit dem Gesuchsgegner durch, in dessen 

Rahmen der Gesuchsteller angab, er sei nicht bereit, nach Algerien auszu-

reisen (MI-act. 1-175 ff.). 

 

Da die Identität des Gesuchstellers bis anhin nicht abschliessend geklärt 

werden konnte, übermittelte das SEM am 4. September 2024 einen Identi-

fikationsantrag an die algerischen Behörden (MI-act. 1-184 ff.). Die algeri-

schen Behörden haben den Gesuchsgegner am 16. Oktober 2024 als 

A._____, geb. tt.mm.jjjj algerischer Staatsbürger identifiziert (MI-act. 1-

245 ff). 

 

Gleichentags reichte der Gesuchsgegner erneut ein handschriftliches Asyl-

gesuch beim SEM ein (MI-act. 1-223). Das SEM schrieb das Mehrfachge-

such am 17. Oktober 2024 ab (MI-act. 1-226). 

 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

11. Oktober 2024 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 1-203 ff.). Der Gesuchsgegner erklärte 

 - 4 - 

 

 

sich nicht bereit, an der Papierbeschaffung mitzuwirken und gab erneut an, 

er sei nicht gewillt, nach Algerien auszureisen (MI-act. 1-203 ff.). Im An-

schluss an die Befragung ordnete das MIKA eine Ausschaffungshaft bis 

zum 15. Januar 2025, 12.00 Uhr an (MI-act. 1-209). 

 

Mit Urteil vom 18. Oktober 2024 wurde die angeordnete Ausschaffungshaft 

durch den Einzelrichter des Verwaltungsgerichts bis zum 15. Januar 2025, 

12.00 Uhr, bestätigt (WPR.2024.96 [MI-act. 1-234]). 

 

Am 17. Dezember 2024 gewährte das MIKA dem Gesuchsgegner das 

rechtliche Gehör betreffend Verlängerung der Ausschaffungshaft um wei-

tere drei Monate (MI-act. 1-262). Im Rahmen des rechtlichen Gehörs er-

kundigte sich der Gesuchsgegner nach Rückkehrunterstützung (MI-act. 1-

263 f.).  

 

Die angeordnete Verlängerung der Ausschaffungshaft wurde mit Urteil vom 

18. Dezember 2025 (WPR.2024.119 [MI-act. 1-273 ff.]) bis zum 15. April 

2025 bestätigt.  

 

Am 4. März 2025 meldete das MIKA den Gesuchsgegner für ein Coun-

seling für algerische Staatsangehörige beim SEM an (MI-act. 1-288). 

 

Im Rahmen des Gesprächs um Rückkehrberatung am 25. März 2025 wur-

den dem Gesuchsgegner die Leistungen der Rückkehrhilfe erläutert. Der 

Gesuchsgegner gab jedoch erneut an, er werde nicht freiwillig nach 

Algerien zurückkehren (MI-act. 1-300). 

 

B. 

Am 3. April 2025 gewährte das MIKA dem Gesuchsgegner das rechtliche 

Gehör betreffend Verlängerung der Ausschaffungshaft um weitere drei Mo-

nate (MI-act. 1-303 ff.). Im Anschluss an die Befragung wurde dem 

Gesuchsgegner die Verlängerung der Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet 

(act. 1): 

 

1. 
Die Ausschaffungshaft wird gestützt auf Art. 79 AIG für drei Monate bis 
zum 15. Juli 2025, 12.00 Uhr verlängert. 
 
2. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Da der Gesuchsgegner das Gespräch mit dem MIKA vom 3. April 2025 ab-

brach, noch bevor er gefragt werden konnte, ob er hinsichtlich der Über-

prüfung der Haftverlängerung eine mündliche Verhandlung mit 

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Parteibefragung verlange, forderte der Einzelrichter den Vertreter des Ge-

suchsgegners mit Verfügung vom 3. April 2025 auf, mitzuteilen, ob eine 

mündliche Verhandlung gewünscht sei (act. 10 f.). Der Vertreter des Ge-

suchsgegners verlangte innert Frist keine mündliche Verhandlung. 

 

D. 

Mit Eingabe vom 8. April 2025 nahm der Rechtsvertreter des Gesuchsgeg-

ners zur beantragten Haftverlängerung Stellung und beantragte Folgendes 

(act. 15): 

 

1. 
Das Gesuch um Bestätigung der Haft sei abzuweisen. 
 
2. 
Der Gesuchsgegner sei aus der Haft zu entlassen. 
 
3.  
Der amtliche Vertreter sei aus der Staatskasse zu entschädigen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Ordnet das MIKA eine Haftverlängerung an, so ist diese durch die richterli-

che Behörde vor Ablauf der bereits bewilligten Haft zu überprüfen (BGE 

128 II 241, Erw. 3.5), wobei die betroffene Person auf die Durchführung ei-

ner Verhandlung mit Parteibefragung verzichten kann (Aargauische Ge-

richts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359, Erw. I/4.3 ff.). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde die bestehende Haft bis zum 15. April 2025 be-

stätigt (Entscheid des Verwaltungsgerichts WPR.2024.119 vom 18. De-

zember 2024; MI-act. 1-273 ff.). Das MIKA ordnete am 3. April 2025 eine 

Haftverlängerung um weitere drei Monate an (act. 1 ff.). Eine mündliche 

Haftüberprüfung wurde nicht verlangt (act. 10 f.). Die heutige Überprüfung 

der Haftverlängerung erfolgt somit ohne mündliche Verhandlung und vor 

Ablauf der bereits bewilligten Haft. 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landesver-

weisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

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Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen bzw. bei bestehen-

der Haft eine Haftverlängerung anordnen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 78 Abs. 3 AIG ist bei mig-

rationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 des Einführungs-

gesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 2008 (EGAR; 

SAR 122.600) und bei Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung 

über den Vollzug von Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 

(Strafvollzugsverordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden 

Fall wurde die Haftverlängerung durch das MIKA und damit durch die zu-

ständige Behörde angeordnet (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet die Haftverlängerung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche Lan-

desverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Wie bereits in den Urteilen des Einzelrichters des Verwaltungsgerichts vom 

18. Oktober 2024 (WPR.2024.96, Erw. II/2.2) und 18. Dezember 2024 

(WPR.2024.119, Erw. II/2.2). ausgeführt wurde, liegt mit Urteil des Bezirks-

gerichts Lenzburg vom 6. Mai 2024 eine rechtskräftige Landesverweisung 

für fünf Jahre vor, womit die entsprechende Voraussetzung erfüllt ist. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen Grün-

den undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen wür-

den. 

 

3. 

Der mit Urteil vom 18. Dezember 2024 festgestellte Haftgrund der Unter-

tauchensgefahr besteht nach wie vor (vgl. WPR.2024.119, Erw. II/3; MI-

act. 1-273). Der Vertreter des Gesuchsgegners führt diesbezüglich in sei-

ner Stellungnahme aus, dass aufgrund der Verweigerung des rechtlichen 

Gehörs nicht auf eine fehlende Ausreisebereitschaft des Gesuchsgegners 

geschlossen werden könne (act. 19). Dem kann nicht gefolgt werden, denn 

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bereits die Verweigerung des rechtlichen Gehörs zeigt die fehlende Koope-

rationsbereitschaft des Gesuchsgegners. Er gab ausserdem wiederholt an, 

nicht bereit zu sein, nach Algerien zurückzukehren (vgl. MI-act. 1-203, 1-

175, 1-142 ff.). Dies zuletzt im Rahmen des Gesprächs um Rückkehrbera-

tung vom 25. März 2025 (MI-act. 1-300). Darüber hinaus hat der Gesuchs-

gegner in der Vergangenheit bereits durch mehrmaliges Untertauchen be-

wiesen, dass er nicht bereit ist, den Schweizer Behörden im Rahmen des 

Ausschaffungsverfahrens die notwendige Aufrichtigkeit und Kooperations-

bereitschaft entgegenzubringen, um ein künftiges Untertauchen aus-

schliessen zu können (MI-act. 2-384, 2-323). Der Haftgrund der Untertau-

chensgefahr ist folglich nach wie vor gegeben. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor (act. 19). 

 

5. 

Der Vertreter des Gesuchsgegners bringt vor, das MIKA sei seit dem Urteil 

des Verwaltungsgerichts vom 18. Dezember 2024 betreffend die Vorkeh-

rung der Ausschaffung des Gesuchsgegners untätig geblieben und habe 

dadurch das Beschleunigungsgebot verletzt (act. 20). Der Vertreter des 

Gesuchsgegners verkennt, dass das MIKA seit dem 18. Dezember 2025 

alle ihm möglichen Schritte zur Vorbereitung der Ausschaffung unternom-

men hat, denn im Falle von algerischen Staatsangehörigen ist für die Be-

schaffung eines Ausreisedokuments zuerst die Teilnahme an einem Coun-

seling erforderlich (MI-act. 1-290). Das SEM führt im E-Mail vom 3. März 

2025 betreffend das Counseling aus, dass eine Wartefrist für die Teilneh-

menden aufgrund der hohen Anzahl an Fällen besteht (MI-act. 1-288 f.). 

Der Gesuchsgegner wurde als einer der beiden Kandidaten des Kantons 

Aargaus mit höchster Priorität für das Counseling angemeldet, um ihm den 

nächstmöglichen Termin für das Gespräch zu ermöglichen (MI-act. 1-

290 f.). Das MIKA hat folglich alles ihm Mögliche getan, um das Beschleu-

nigungsgebot zu wahren. 

 

Der Gesuchsgegner selbst hat sich bisher in keiner Weise um seine Pa-

pierbeschaffung gekümmert. Am 20. Februar 2025 stellte das MIKA einen 

Antrag auf Rückkehrberatung für den Gesuchsgegner. Der Gesuchsgegner 

gab am 25. März im Rahmen des Gesprächs um Rückkehrberatung jedoch 

erneut an, er habe kein Interesse an einer freiwilligen Rückkehr (MI-act. 1-

300.). Es steht dem Gesuchsgegner jederzeit frei, die Haft durch Beschaf-

fung von Reisedokumenten und durch anschliessende Ausreise zu been-

den (Art. 78 Abs. 6 lit. b AIG).  

 

Insgesamt liegen damit keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

 - 8 - 

 

 

6. 

6.1. 

Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG darf die ausländerrechtliche Inhaftierung im 

Sinne von Art. 75–78 AIG zusammen die maximale Haftdauer von sechs 

Monaten nicht überschreiten. Eine darüber hinausgehende Verlängerung 

auf höchstens 18 Monate ist nur zulässig, wenn entweder die betroffene 

Person nicht mit den zuständigen Behörden kooperiert oder sich die Über-

mittlung der für die Ausreise erforderlichen Unterlagen durch einen Staat, 

der kein Schengen-Staat ist, verzögert (Art. 79 Abs. 2 AIG). 

 

6.2. 

Der Gesuchsgegner befand sich vom 22. August 2022 bis 13. September 

2022 in Haft im Rahmen des Dublin-Verfahrens. Da der Gesuchsgegner 

am 13. September 2022 nach Italien ausgeschafft wurde und das Wegwei-

sungsverfahren damit beendet wurde, ist die damals abgesessene Haftzeit 

von 23 Tagen im aktuellen Verfahren nicht anzurechnen (BGE 143 II 113, 

Erw. 3.2). 

 

Im vorliegenden Fall befindet sich die Gesuchsgegner mit Ablauf der bewil-

ligten Haft bereits seit sechs Monaten in ausländerrechtlicher Haft im Sinne 

von Art. 75–78 AIG (Ausschaffungshaft 16. Oktober 2024 bis 15. April 

2025). 

 

6.3. 

Das MIKA ordnete die Verlängerung der Ausschaffungshaft um weitere drei 

Monate, d.h. bis zum 15. Juli 2025, an.  

 

Mit der angeordneten Verlängerung der Ausschaffungshaft von drei Mo-

nat(en) wird die Dauer von sechs Monaten überschritten, womit die Voraus-

setzungen von Art. 79 Abs. 2 AIG erfüllt sein müssen. 

 

Entgegen der Ansicht des Vertreters des Gesuchsgegners (act. 20 f.) wei-

gert sich der Gesuchsgegner weiterhin bei der Papierbeschaffung mitzu-

helfen. Er hat wiederholt angegeben, er sei nicht zur freiwilligen Ausreise 

bereit und hat dabei ein unkooperatives Verhalten an den Tag gelegt. Dies 

wie bereits erwähnt zuletzt im Rahmen des Gesprächs um Rückkehrbera-

tung vom 25. März 2025 (MI-act. 1-300.). Aufgrund der fehlenden Koope-

rationsbereitschaft sind die Voraussetzungen von Art. 79 Abs. 2 lit. a AIG 

erfüllt. 

 

Nachdem die maximal zulässige Haftdauer nicht überschritten wird sowie 

der Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des 

Gesuchsgegners abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen 

kommen kann, ist die angeordnete Haftverlängerung nicht zu beanstanden. 

Im Übrigen ist festzuhalten, dass das MIKA bisher stets bemüht war, Aus-

schaffungen so rasch wie möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen 

 - 9 - 

 

 

seiner bisherigen Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, be-

steht die Möglichkeit, ein Haftentlassungsgesuch zu stellen. 

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftverlängerung deshalb nicht 

zu bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhält-

nismässigkeit verstossen würde. Wie bereits eingehend dargelegt (vgl. 

vorne Erw. II/3), ist das Vorliegen einer Untertauchensgefahr des Gesuchs-

gegners weiterhin zu bejahen. Die vom Vertreter des Gesuchsgegners er-

wähnte mildere Massnahme der Meldepflicht (act. 21) kann den Vollzug der 

Wegweisung in Anbetracht der erstellten Untertauchensgefahr nicht sicher-

stellen und fällt damit ausser Betracht.  

 

Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

welche gegen eine Haftverlängerung sprechen würden. Der Gesuchsgeg-

ner macht auch nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig. Insgesamt 

sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die Verlängerung der Haft als un-

verhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Der mit Urteil vom 18. Dezember 2025 bestätigte amtliche Rechtsvertreter 

bleibt im Amt und kann seine Kostennote im Rahmen des Verfahrens 

WPR.2024.96 einreichen.  

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungsge-

such frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden kann 

(Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine wei-

tere Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (vgl. Aargauische Ge-

richts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen 

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Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage 

vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 3. April 2025 angeordnete Verlängerung der Ausschaffungshaft 

wird bis zum 15. Juli 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer Haft-

verhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirks-

gefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Fritz Tanner, Oberkulm, bestätigt. 

Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchs-

gegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 - 11 - 

 

 

 
   

Aarau, 14. April 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

J. Huber Unger