# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7e452b1-605f-5a5b-87f8-8afe029e01c2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 03.02.2014 ZK1 2013 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2013-28_2014-02-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 3. Februar 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 13 28 12. März 2014

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Brunner und Schlenker
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

der X._____, Gesuchstellerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsan-
walt lic. iur. Peter Portmann, Quaderstrasse 18, 7002 Chur, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Prättigau/Davos 
vom 12. Februar 2013, mitgeteilt am 18. Februar 2013, in Sachen der Gesuchstel-
lerin und Berufungsklägerin gegen Y._____, Gesuchsgegner und Berufungsbe-
klagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, Alexander-
strasse 8, 7002 Chur,

betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen im Ehescheidungsverfahren,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.1. X._____ (ehemals X._____), L.1_____ Staatsangehörige, geboren am 
_____1970, und Y._____, L.2_____ Staatsangehöriger, geboren am _____1979, 
lernten sich anlässlich eines Ferienaufenthaltes von X._____ in L.2_____ kennen 
und heirateten am 15. Oktober 2010 vor dem Zivilstandsamt O.1_____. Aus dieser 
Ehe ging das gemeinsame Kind A._____, geboren am _____2010, hervor. Bei 
den nachgeburtlichen Untersuchungen ergab sich beim Kind der Verdacht auf ei-
ne Trisomie 21, welcher sich in der Folge bestätigte. Ausserdem wurde ein kleiner 
Herzfehler (Vorhofseptumdefekt) festgestellt, welchem nach fachärztlicher Ein-
schätzung allerdings kein Krankheitswert zukommt. 

2. Bereits wenige Tage nach der Geburt des Kindes kam es zwischen den 
Parteien zu Auseinandersetzungen, in deren Folge sich X._____ mit dem Kind für 
rund zehn Tage auf der Mutter-Kind-Station der Psychiatrischen Klinik B._____ 
aufhielt. Noch während des Klinikaufenthaltes versuchte sie mit anwaltlicher Un-
terstützung beim zuständigen Zivilstandsamt eine Namensänderung für ihren 
Sohn durchzusetzen. Zudem informierte sie die Fremdenpolizei über die Trennung 
und beabsichtigte Scheidung, was dazu führte, dass die Aufenthaltsbewilligung 
des Ehemannes mit Verfügung vom 18. April 2011 wiederrufen wurde und ihm 
nach erfolglos gebliebener Anfechtung bis vor Bundesgericht schliesslich Frist 
zum Verlassen der Schweiz bis zum 17. Juli 2012 angesetzt wurde. Da Y._____ 
dieser Aufforderung keine Folge leistete, wurde er am 27. November 2012 in Aus-
schaffungshaft genommen, welche zwischenzeitlich wiederholt verlängert wurde. 

3. Am 7. Dezember 2010 stellte X._____ gegen den Ehemann Strafantrag 
wegen Drohung und Missbrauch einer Fernmeldeanlage. Gemäss Strafbefehl vom 
27. September 2012 soll Y._____ in der Zeit vom _____2010 bis 7. Dezember 
2010 seiner Frau mehrfach gesagt haben, den Sohn nach L.2_____ mitzuneh-
men, und sie in der Zeit vom 27. November 2010 bis 5. Dezember 2010 mit einer 
Vielzahl von Anrufen und SMS belästigt haben. Schuldig gesprochen wurde 
Y._____ sodann wegen Ungehorsams gegen die im Eheschutzverfahren ange-
ordnete Verpflichtung zur Löschung der im Namen der Ehefrau geführten Face-
book-Seite, was X._____ am 10. Juli 2012 zur Anzeige gebracht hatte. Y._____ 
hat gegen den Strafbefehl Einsprache erhoben, weshalb das Strafverfahren noch 
hängig ist.    

B.1. Am 9. Dezember 2010 gelangte Y._____ mit einem sinngemässen Gesuch 
um Erlass von Eheschutzmassnahmen an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. 

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Nach Einholung einer Stellungnahme der Ehefrau stellte das Bezirksgerichtspräsi-
dium Prättigau/Davos das gemeinsame Kind A._____ mit superprovisorischer Ver-
fügung vom 29. Dezember 2010 unter die alleinige elterliche Obhut von X._____ 
und ersuchte das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden, bezüglich des 
Geburtseintrags des Kindes A._____ mit sofortiger Wirkung eine Datensperre im 
Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverordnung zu erlassen. Nach Fortsetzung 
des Schriftenwechsels und Durchführung einer mündlichen Verhandlung erkannte 
der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Prättigau/Davos mit Verfügung 
vom 25. März 2011 was folgt:

„1. Es wird gerichtlich festgestellt, dass Y._____ und X._____ seit dem 23. 
November 2010 getrennt leben und weiterhin berechtigt sind, getrennt 
zu leben.

2. Das bisher eheliche Wohnhaus S.1_____ in O.2_____ wird X._____ 
sowie dem Sohn A._____, geb. _____2010, welcher unter die alleinige 
Obhut von X._____ gestellt wird, zur alleinigen Benutzung zugeteilt.

3. Y._____ wird bezüglich seines Sohnes A._____ ein begleitetes Be-
suchsrecht im Rahmen der vom Verein für familienergänzende Kinder-
betreuung organisierten begleiteten Besuchstage Graubünden von 
zwei Tagen pro Monat, beginnend ab April 2011, eingeräumt (vgl. Bei-
lage). Dabei ist Y._____ verpflichtet, während der Ausübung des Be-
suchsrechtes seinen Reisepass der zuständigen Aufsichtsperson aus-
zuhändigen.

4. Es wird vorerst davon abgesehen, Y._____ zur Leistung von monatli-
chen Unterhaltsbeiträgen an seinen Sohn A._____ zu verpflichten.

5. In Bestätigung der superprovisorischen Verfügung des Bezirksge-
richtspräsidiums Prättigau/Davos vom 29. Dezember 2010 wird das 
Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden ersucht, bezüglich 
des Geburtseintrages des Kindes A._____, geb. _____2010, weiterhin 
eine Datensperre im Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverord-
nung aufrechtzuerhalten.

6. Zwischen Y._____ und X._____ wird mit Wirkung ab 23. Dezember 
2010 die Gütertrennung angeordnet.

7. Im Übrigen werden die Anträge von X._____ und Y._____ abgewie-
sen.

8. (Kosten).

9. (Ausseramtliche Kosten).

10. (Rechtsmittelbelehrung).

11. (Mitteilung).“

2. Die von Y._____ hiergegen erhobene Berufung wurde mit Verfügung des 
Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. 
Juni 2011 abgewiesen (ZK1 11 25).

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C.1. Am 23. August 2011 überbrachte X._____ dem Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen, übertitelt mit 
"Neue Anträge Eheschutzmassnahmen", mit folgenden Anträgen:

„1. Superprovisorische Verfügung, dass Y._____ bis auf weiteres seinen 
Sohn nicht mehr sehen kann und sich ihm und mir nicht nähern darf.

2. Superprovisorische Verfügung, dass Y._____ bis auf weiteres keine 
gesundheitlichen Daten von seinem Sohn erhält – sei es vom Kinder-
arzt oder vom Kantonsspital Chur.

3. Superprovisorische Verfügung, dass Y._____ seinen Aufenthalt mit ei-
ner Adressanschrift bekannt gibt. Und dies kann nicht die Anschrift 
meiner Wohnadresse sein.

4. Unterhaltspflicht: Y._____ sei zu verpflichten, monatlich Fr. 950.- Un-
terhalt zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen; rückwirkend per 1. De-
zember 2010.

5. Persönlichkeitsverletzung: Y._____ sei zu verpflichten, die Facebook-
seite, die er in meinem Namen eröffnet hat, wieder zu löschen.

6. Persönlichkeitsverletzung: Y._____ sei zu verpflichten, nicht mehr von 
mir als ´depressiver und psychisch kranker etc.´ Frau zu sprechen.“

Ihren Antrag auf Einstellung der Besuchskontakte und Erlass eines 
Annäherungsverbots begründete X._____ unter anderem damit, dass es bei der 
Ausübung des Besuchsrechts im Rahmen der Begleiteten Besuchstage GR (BBT) 
zu grossen Schwierigkeiten gekommen sei. Im Anschluss an den Besuchstag vom 
5. Juni 2011, welcher nach Auskunft der Stellenleiterin (Frau C._____) unauffällig 
verlaufen sei, habe Y._____ sich bei ihr gemeldet und geltend gemacht, das Kind 
habe während der Besuchszeit einen Herzanfall erlitten und müsse dringend ärzt-
lich behandelt werden. Er sei deshalb auch bei ihrem Kinderarzt (Dr. D._____) 
vorstellig geworden und habe unter Ausübung eines grossen Drucks erreicht, dass 
ihm der Arzt ein Medikament für seinen Sohn verschrieben habe. Da die Stellen-
leiterin das Verhalten des Vaters als böswillig empfunden und um die Sicherheit 
des Kindes gefürchtet habe, sei er vor der Sommerpause zu keinen weiteren Be-
suchsterminen eingeladen worden. Danach habe ihm das Team auf den 14. Au-
gust 2011 nochmals eine Chance geben wollen, worauf Y._____ aber nicht er-
schienen sei und der BBT einige Tage später einen eingeschriebenen Brief mit 
absurden Behauptungen, Unwahrheiten und wirren Forderungen habe zukommen 
lassen. Das Team der BBT habe daher Angst vor Y._____, der unberechenbar, 
unehrlich und offensichtlich „verrückt“ sei, und könne für das Wohl des Kindes 
nicht mehr garantieren. 

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2. Mit superprovisorischer Verfügung vom 24. August 2011, mitgeteilt am 25. 
August 2011, erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos was folgt (Proz. Nr. 135-2011-325):

„1. Das Y._____ bezüglich seines Sohnes A._____ eingeräumte begleite-
te Besuchsrecht wird mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres sistiert.

2. Y._____ wird mit sofortiger Wirkung untersagt, sich näher als 500 m 
X._____ und/oder dem Sohn A._____ anzunähern bzw. sich in einem 
Umkreis von 500 m vom Wohnort von X._____ und dem Sohn 
A._____, S.1_____, O.2_____, aufzuhalten.

3. Diese Verbote ergehen unter dem ausdrücklichen Hinweis auf Art. 292 
StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen 
Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die 
Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge 
leistet.

4. Y._____ wird eine Frist bis zum 14. September 2011 eingeräumt, um 
zum Gesuch von X._____ vom 22. August 2011 schriftlich Stellung zu 
nehmen.

5. (Mitteilung).“

3. In der Folge liess X._____ am 13. September 2011 ergänzende Ausführun-
gen zu ihrem Antrag auf Löschung der Facebookseite einreichen, während 
Y._____ am 13. September 2011 in E._____ Sprache Stellung nahm und nach 
Aufforderung zu Einreichung einer deutschen Übersetzung am 14. November 
2011 eine Stellungnahme in italienischer Sprache einreichte. Darin wies er die 
gegen ihn erhobenen Vorwürfe als falsch zurück und hielt sinngemäss an seinem 
Besuchsrecht fest. In einer weiteren Eingabe vom 7. Dezember 2011 beschuldigte 
er seine Ehefrau, den Aufbau einer legitimen Beziehung zwischen ihm und seinem 
Sohn durch die gerichtlich erstrittenen Einschränkungen zu behindern, ihm jederlei 
Informationen über den Sohn zu verweigern und dessen Gesundheit durch die 
Verweigerung notwendiger ärztlicher Untersuchungen sowie falschen Angaben 
gegenüber den Ärzten zu gefährden. Nachdem am 12. Dezember 2011 eine 
mündliche Verhandlung durchgeführt worden war, für welche Y._____ antrags-
gemäss ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt worden war, erkannte der Ein-
zelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Prättigau/Davos mit Entscheid vom 1. 
Juni 2012, mitgeteilt gleichentags, was folgt (Proz. Nr. 135-2011-325):

„1. In Bestätigung der superprovisorischen Verfügung vom 24./25. August 
2011 bleibt das Y._____ bezüglich seines Sohnes A._____ mit Verfü-
gung vom 25. März 2011 eingeräumte begleitete Besuchsrecht weiter-
hin sistiert.

2. In Bestätigung der superprovisorischen Verfügung vom 24./25. August 
2011 wird es sodann Y._____ weiterhin untersagt, sich näher als 500 
m X._____ und/oder dem Sohn A._____ anzunähern bzw. sich in ei-

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nem Umkreis von 500 m vom Wohnort von X._____ und dem Sohn 
A._____ aufzuhalten.

3. Y._____ wird ferner verpflichtet, alles über X._____ von ihm im Internet 
(Facebook) Veröffentlichte umgehend zu entfernen. Zudem wird 
Y._____ mit sofortiger Wirkung untersagt, inskünftig erneut Angaben, 
Fotos, persönliche Daten etc. über X._____ im Internet (Facebook) zu 
veröffentlichen.

4. Die Verbote gemäss vorstehenden Ziffern 2 und 3 ergehen unter dem 
ausdrücklichen Hinweis auf Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft 
wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen 
Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn er-
lassenen Verfügung nicht Folge leistet.

5. Im Übrigen werden die Anträge von X._____ und Y._____, soweit dar-
auf überhaupt eingetreten werden kann, abgewiesen.

6. (Kosten).

7. (Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand der Ehefrau).

8. (Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand des Ehemannes).

9. (Rechtsmittelbelehrung).

10. (Mitteilung).“

4. Die von Y._____ hiergegen erhobene Berufung wurde vom Vorsitzenden 
der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden mit Entscheid vom 5. Juli 
2012 dahin entschieden, als er die Ziffern 1, 2 und 4 (soweit sie A._____ betref-
fen) sowie 6, 7 und 8 des angefochtenen Entscheids aufhob und die Sache zur 
Ergänzung der Beweise und zur neuen Entscheidfindung an die Vor-instanz 
zurückwies (ZK1 12 38). Im Wesentlichen wurde darin kritisiert, dass den Akten 
keinerlei genaue Abklärungen, etwa bei C._____ und bei Dr. D._____ sowie bei 
weiteren Dritt- und Fachpersonen, entnommen werden können, und dass der an-
gefochtene Entscheid mit der kurzen Begründung gefällt wurde, die von der Mutter 
geschilderten Umstände seien von C._____ und von D._____ bestätigt worden 
und die Sistierung liege im Interesse des Sohnes. Die im vergangenen Jahr ge-
schilderten Vorfälle und die Frage, ob das Kindeswohl auch durch die Ausübung 
des begleiteten Besuchsrechts, welches bereits eine einschneidende Massnahme 
darstelle, gefährdet erscheine, bedürften jedoch vertiefter Abklärungen. Hierbei 
genüge es nicht, die von der Mutter geschilderten Vorfälle ohne genaue Prüfung 
zum Anlass zu nehmen, das begleitete Besuchsrecht gewissermassen längerfris-
tig auszusetzen, zumal diese Schilderungen bereits mehr als ein Jahr zurücklägen 
und den Akten hierzu keine verlässlichen und fundierten und auch keine aktuellen 
Angaben entnommen werden könnten.

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D.1. In der Folge erkundigte sich die Einzelrichterin in Zivilsachen am Bezirksge-
richt Prättigau/Davos bei der Fremdenpolizei nach dem Stand des Ausweisungs-
verfahrens. Letztere teilte mit Schreiben vom 17. Oktober 2012 mit, dass Y._____ 
die Aufenthaltsbewilligung rechtskräftig entzogen worden sei, er sich illegal in der 
Schweiz aufhalte und zur Verhaftung zwecks Ausschaffung in sein Heimatland 
ausgeschrieben worden sei. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2012 stellte die Ein-
zelrichterin dem Rechtsvertreter von X._____ daher in Aussicht, bezüglich des 
sistierten Besuchsrechts vorderhand nichts weiter zu unternehmen; das Besuchs-
recht könne im Ehescheidungsverfahren geregelt werden, welches die Ehefrau so 
bald als möglich einzuleiten beabsichtige. Am 29. November 2012 wurde bekannt, 
dass Y._____ in Ausschaffungshaft genommen worden war, worauf das Verfahren 
am 14. Dezember 2012 unter der neuen Verfahrensnummer Proz. Nr. 135-2012-
464 wiederaufgenommen wurde. In Nachachtung des kantonsgerichtlichen Rück-
weisungsentscheids wurden sowohl C._____, Koordinatorin begleitete Besuchsta-
ge Graubünden (BBT), als auch Kinderarzt Dr. med. D._____, um einen schriftli-
chen Bericht ersucht, welchem sich entnehmen lässt, inwiefern eine Einschrän-
kung des begleiteten Besuchsrechts ihrer Auffassung nach heute noch für not-
wendig erachtet wird und/oder ob eine Alternative zum vorläufigen Entzug des 
Besuchsrechts besteht. Der entsprechende Bericht von C._____ datiert vom 11. 
Januar 2013, derjenige von Dr. med. D._____, Kinder- und Jugendmediziner 
FMH, vom 14. Januar 2013. Mit Eingaben vom 3. bzw. 4. Februar 2013 nahmen 
Y._____ und X._____ zu diesen Berichten Stellung. Letztere hatte zudem mit Ein-
gabe vom 18. Dezember 2012 die Scheidungsklage anhängig gemacht und darin 
unter anderem den Antrag gestellt, dem Ehemann kein Besuchs- und Ferienrecht 
zu gewähren. An diesem Antrag hielt sie in der schriftlichen Begründung ihrer 
Scheidungsanträge vom 11. Februar 2013 unter Verweis auf den Bericht von Frau 
C._____, den illegalen Status des Vaters und die bestehende Ausschaffungshaft 
fest. 

2. Mit Entscheid vom 12. Februar 2013, mitgeteilt am 18. Februar 2013, er-
kannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt 
(Proz. Nr. 135-2012-464):

„1. Der Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Prät-
tigau/Davos vom 1. Juni 2012 (Proz. Nr. 135-2011-325) wird wie folgt 
abgeändert bzw. lautet neu wie folgt:

1. In Abänderung der superprovisorischen Verfügung vom 24./25. 
August 2011 wird die Sistierung des Y._____ bezüglich seines 
Sohnes A._____ mit Verfügung vom 25. März 2011 eingeräumten 
begleiteten Besuchsrechts aufgehoben. Demnach hat Y._____ 
bezüglich seines Sohnes A._____ ein begleitetes Besuchsrecht 

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von zwei Tagen pro Monat. Dabei ist Y._____ verpflichtet, 
während der Ausübung des Besuchsrechtes seinen Reisepass der 
zuständigen Aufsichtsperson auszuhändigen. Die Einzelheiten 
dieses Besuchsrechts regelt die von der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde (KESB) Prättigau/Davos berufene Person zur 
Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB (sie-
he dazu Dispositiv Ziffer 2).

2. In Abänderung der superprovisorischen Verfügung vom 24./25. 
August 2011 wird die Untersagung an Y._____, sich näher als 500 
m dem Sohn A._____ anzunähern bzw. sich in einem Umkreis von 
500 m vom Wohnort des Sohnes A._____ aufzuhalten, aufgeho-
ben.

In Bestätigung der superprovisorischen Verfügung vom 24./25. 
August 2011 wird es Y._____ weiterhin untersagt, sich näher als 
500 m X._____ anzunähern bzw. sich in einem Umkreis von 500 
m vom Wohnort von X._____ aufzuhalten.

3. (unverändert wie folgt: Y._____ wird ferner verpflichtet, alles über 
X._____ von ihm im Internet (Facebook) Veröffentlichte umgehend 
zu entfernen. Zudem wird Y._____ mit sofortiger Wirkung unter-
sagt, inskünftig erneut Angaben, Fotos, persönliche Daten etc. 
über X._____ im Internet (Facebook) zu veröffentlichen.)

4. Die Verbote gemäss vorstehenden Ziffern 2 Absatz 2 und 3 erge-
hen unter dem ausdrücklichen Hinweis auf Art. 292 StGB, wonach 
mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde 
oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdro-
hung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leis-
tet.

5. (unverändert wie folgt: Im Übrigen werden die Anträge von 
X._____ und Y._____, soweit darauf überhaupt eingetreten wer-
den kann, abgewiesen.)

6. (unverändert wie folgt: Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 
300.00 gehen je zur Hälfte zulasten der X._____ und des 
Y._____.)

7. (unverändert wie folgt: Der unentgeltliche Rechtsbeistand der 
X._____, Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann, wird – unter Vor-
behalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit 
Fr. 1‘886.45 (inkl. Barauslagen und MwSt) entschädigt. Die Ent-
schädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.)

8. (unverändert wie folgt: Der unentgeltliche Rechtsbeistand des 
Y._____, Dr. iur. Jean-Pierre Menge, wird – unter Vorbehalt von 
Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit Fr. 
1‘463.40 (inkl. Barauslagen und MwSt) entschädigt. Die Entschä-
digung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.)

9. (unverändert)

10. (unverändert)

2. Für die Regelung des Besuchsrechts zwischen Vater Y._____ und 
seinem Sohn A._____, so wie es vorstehend erläutert und verfügt 
worden ist, ist gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB eine Beistandschaft zu 

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errichten. Mit dem Vollzug dieser Anordnung wird die Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde (KESB) Prättigau/Davos beauftragt.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

5. Der Antrag von Y._____ in seiner Stellungnahme vom 3. Februar 2013 
um Bestellung eines Rechtsbeistands wird infolge Gegenstandslosig-
keit abgeschrieben.

6. (Mitteilung).“

E.1. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 1. März 2013 Be-
rufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei sie die folgenden 
Rechtsbegehren stellte:

„1. Ziff. 1.1. des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben, und die su-
perprovisorische Verfügung vom 24./25. August 2011, mit welcher das 
dem Kindsvater am 25.03.2011 eingeräumte begleitete Besuchsrecht 
sistiert worden ist, sei beizubehalten.

2. Ziff. 1.2. Abs. 1 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben, und 
die mit superprovisorischer Verfügung vom 24./25. August 2011 ver-
fügte Untersagung an Y._____, sich näher als 500 m dem Kind 
A._____ anzunähern bzw. sich in einem Umkreis von 500 m von des-
sen Wohnort aufzuhalten, sei beizubehalten.

3. Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben.

4. Eventuell sei die Sache zur Ergänzung der Beweise und zur neuen 
Entscheidfindung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegen-
partei, für das vorinstanzliche wie auch das hierseitige Verfahren.“

2. Mit Berufungsantwort vom 19. März 2013 (Poststempel 20. März 2013) be-
antragte Y._____, die Anträge der Berufungsklägerin seien vollumfänglich abzu-
weisen und das ihm erteilte begleitete Besuchsrecht gegenüber dem gemeinsa-
men Kind sei real umzusetzen.

3. Mit Schreiben vom 4. Juni 2013 orientierte das Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos das Kantonsgericht darüber, dass für das Ehescheidungsverfahren wie 
auch für die weiteren eherechtlichen Verfahren zwischen X._____ und Y._____ 
eine Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 ZPO angeordnet worden sei. In der 
Folge forderte die Vorsitzende der I. Zivilkammer beim Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos die Akten des Scheidungsverfahrens an. Diesen konnte entnommen 
werden, dass Y._____ mit Klageantwort vom 6. Mai 2013 unter anderem die Ein-
räumung eines unbegleiteten Besuchs- und Ferienrechts für den Fall der Erlan-
gung einer Aufenthaltsbewilligung bzw. eines zweimonatigen Ferienrechts im Falle 
des Fehlens einer solchen hatte beantragen lassen. Die Kindesvertreterin hatte 

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dagegen mit Eingabe vom 12. Juli 2013 die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 
als unwahrscheinlich bezeichnet und einzig eine Regelung für den Fall der Aus-
schaffung beantragt (Einräumung eines durch einen Beistand begleiteten Be-
suchsrechts von jeweils einer Stunde an drei aufeinanderfolgenden Tagen, dies 
zweimal jährlich während vier Jahren mit der Verpflichtung des Beistands zur An-
tragstellung für die anschliessende Ausgestaltung des Besuchsrechts). In ihren 
Vernehmlassungen vom 20. September 2013 lehnten sowohl X._____ als auch 
Y._____ den Antrag der Kindesvertreterin ab und erneuerten ihre eigenen 
Rechtsbegehren. Hinsichtlich der Möglichkeit zur Erlangung einer Aufenthaltsbe-
willigung verwies Y._____ auf ein am 17. Juli 2013 gestelltes Wiedererwägungs-
gesuch, auf welches das Amt für Migration und Zivilrecht zwar nicht eingetreten 
sei, wogegen aber eine Beschwerde beim zuständigen Departement hängig sei. 

4. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2013 räumte die Vorsitzende der I. Zivilkam-
mer der Kindesvertreterin die Möglichkeit ein, zu den Anträgen der Parteien im 
Berufungsverfahren Stellung zu nehmen und die aus Sicht der Kindesvertretung 
nötigen Anträge im Sinne von Art. 300 ZPO einzureichen. Mit Stellungnahme vom 
9. Oktober 2013 unterbreitete Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen-Müller darauf-
hin folgende Anträge:

„1. Es seien Ziff. 1 bis 3 der Berufung gutzuheissen.

2. Der Eventualantrag auf Zurückweisung der Sache an die Vorinstanz 
sei abzuweisen.

3. Die Kosten der Kindsvertretung seien den Eltern, eventualiter dem 
Kanton Graubünden aufzuerlegen.“

5. Mit Vernehmlassung vom 24. Oktober 2013 zog X._____ unter Hin-
weis auf die durch die Kindesvertreterin beigebrachten Urkunden und den zwi-
schenzeitlich erfolgten Beizug der Akten des Scheidungsverfahrens ihren in Ziffer 
4 des ursprünglichen Rechtsbegehrens eventualiter gestellten Rückweisungsan-
trag an die Vorinstanz infolge ausreichender Spruchreife zurück. Im Übrigen hielt 
sie an ihren Rechtsbegehren gemäss Berufung vom 1. März 2013 fest.

6. Y._____ verlangte in seiner Vernehmlassung vom 24. Oktober 2013 die 
Abweisung der von der Kindesvertreterin gestellten Anträge und hielt im Übrigen 
ebenfalls an seinen Anträgen gemäss Berufungsantwort vom 19. März 2013 fest. 

7. Am 17. Januar 2014 erkundigte sich die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
beim Amt für Migration und Zivilrecht telefonisch nach dem aktuellen Stand der 
ausländerrechtlichen Verfahren. Dabei ergab sich, dass die Ausschaffungshaft im 
Dezember 2013 vorläufig bis zum 10. Februar 2014 verlängert worden war und 

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Y._____ nach einer zeitweiligen Verlegung in das Flughafengefängnis wieder in 
der Justizvollzugsanstalt Sennhof untergebracht war, wo er einen Hungerstreik 
begonnen habe. Zwischenzeitlich habe er ein weiteres Wiedererwägungsverfah-
ren auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung eingeleitet, in welchem erneut eine 
Beschwerde beim Departement hängig sei. 

F. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie 
in den Rechtsschriften der Parteien und der Kindesvertreterin wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a. Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen kann 
gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO erhoben 
werden. Mit der vorliegenden Berufung werden die Ziffern 1.1, 1.2 Abs. 1 und die 
Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids angefochten. Strittig sind mithin die Aufhe-
bung der am 25. März 2011 superprovisorisch verfügten Sistierung des begleite-
ten Besuchsrechts sowie die damit einhergehende Aufhebung des Annäherungs-
verbots gegenüber dem gemeinsamen Sohn der Parteien, welcher zum heutigen 
Zeitpunkt drei Jahre alt ist. Ferner bildet die vom Vorderrichter angeordnete Errich-
tung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB Gegenstand der vorlie-
genden Berufung. Die Streitigkeit ist somit nicht vermögensrechtlicher Natur, so 
dass die Berufungsfähigkeit nicht vom Erreichen eines bestimmten Streitwerts ab-
hängt. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der 
Berufung ergibt sich schliesslich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Innerhalb des Kan-
tonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen auf dem Rechts-
gebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 der Kantonsgerichts-
verordnung [KGV; BR 173.100]). Da die vorliegende Berufung im Übrigen sowohl 
form- als auch fristgerecht eingereicht wurde (Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit 
Art. 311 ZPO), ist darauf einzutreten.

b. In prozessualer Hinsicht ist zu ergänzen, dass das seit 2011 hängige Ehe-
schutzverfahren (Proz. Nr. 135-2011-325) ab Dezember 2012 im Hinblick auf die 
zu jenem Zeitpunkt bereits in Aussicht gestellt Scheidungsklage unter einer neuen 
Verfahrensnummer (Proz. Nr. 135-2012-464) – wenn auch immer noch unter dem 
Titel "Erlass von Eheschutzmassnahmen" – weitergeführt worden war. Erledigt 
wurde das Verfahren dann aber explizit mittels Massnahmeentscheid im Sinne 

Seite  12 — 28

von Art. 276 ZPO. Auf die Berufungsfähigkeit des Entscheids und die anwendba-
ren Verfahrensregeln (Art. 314 sowie Art. 315 Abs. 4 und 5 ZPO) hat dieses Vor-
gehen keinen Einfluss, so dass auf Zulässigkeit und Notwendigkeit des Verfah-
renswechsels nicht weiter eingegangen werden muss. Immerhin gilt es diesbezüg-
lich aber festzuhalten, dass das Bundesgericht seine langjährige Praxis zur Ab-
grenzung der Zuständigkeit zwischen Eheschutz- und Massnahmegericht in BGE 
138 III 646 (= Pra 2013 Nr. 34) dahingehend präzisiert hat, dass in Fällen, wo kein 
Zuständigkeitskonflikt besteht, der Entscheid des Eheschutzgerichts auch ergehen 
kann, nachdem die Scheidung rechtshängig gemacht wurde, und er diesfalls 
gleich wie eine vor der Rechtshängigkeit der Scheidung getroffene Anordnung 
während der Dauer des Scheidungsverfahrens in Kraft bleibt, bis er durch vorsorg-
liche Massnahmen abgeändert wird. Solange bei Einreichung der Scheidungskla-
ge nicht zugleich vorsorgliche Massnahmen beantragt werden, bleibt die ehe-
schutzrichterliche Zuständigkeit demnach nicht bloss für Massnahmen bis zum 
Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung, sondern auch mit Wirkung für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens bestehen (vgl. dazu auch Annette Spycher, 
Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 
20 zu Art. 271 ZPO; anders noch Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Pra-
xis, Bern 2008, S. 24). Im Lichte der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
wäre ein Verfahrenswechsel folglich nicht erforderlich gewesen.

2. In Kinderbelangen, wie sie auch vorliegend strittig sind, gilt unabhängig von 
der Art des Verfahrens der Untersuchungs- und Offizialgrundsatz: Das Gericht 
erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen und entscheidet ohne Bindung an die 
Parteianträge (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Die Untersuchungsmaxime verpflichtet 
den Richter, von sich aus alle Elemente in Betracht zu ziehen, die entscheidwe-
sentlich sind, und unabhängig von den Anträgen der Parteien Beweise zu erhe-
ben. Diese Pflicht ist indes nicht ohne Grenzen und entbindet die Parteien nicht 
von einer aktiven Mitwirkung im Verfahren, indem sie Hinweise zum Sachverhalt 
machen oder Beweise bezeichnen (so bereits BGE 128 III 441 E. 3.2.1 und 3.2.2. 
zu Art. 145 aZGB, welcher durch Art. 296 ZPO abgelöst wurde). Im Einklang mit 
der bisherigen Lehre und Rechtsprechung findet Art. 296 ZPO analog auch im 
Rechtsmittelverfahren Anwendung (Beatrice van de Graaf, in: Kurzkommentar 
ZPO, Basel 2010, N. 1 zu Art. 296; BGE 137 III 617 E. 4.5.2 [hinsichtlich der Offi-
zialmaxime] sowie Urteile des Bundesgerichts 5A_807/2012 vom 6. Februar 2013 
E. 4.2.3 und 5A_152/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.2.1 [auch mit Bezug auf die 
Untersuchungsmaxime]). Kontrovers ist indessen, welche Auswirkungen die ge-
nannten Verfahrensmaximen auf die in Art. 317 ZPO statuierte Beschränkung des 

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Novenrechts im Berufungsverfahren entfalten. Mit Bezug auf die Verfahren 
gemäss Art. 243 Abs. 2 ZPO, welche der sog. sozialen (eingeschränkten) Unter-
suchungsmaxime unterstehen, hat sich das Bundesgericht in BGE 138 III 625 E. 
2.1 (= Pra 2013 Nr. 26) für eine Geltung dieser Novenbeschränkung ausgespro-
chen. In der Folge schloss sich die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden, welche bis dahin gestützt auf die Mehrheit der deutschsprachigen 
Kommentatoren Art. 317 ZPO in von der Untersuchungsmaxime beherrschten 
Verfahren als nicht anwendbar betrachtet und namentlich in Verfahren nach Art. 
276 ZPO sowohl echte als auch unechte Noven bis zur Urteilsberatung zugelas-
sen hatte, grundsätzlich der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung an. 
Ausdrücklich offengelassen wurde indessen die Frage einer analogen Anwend-
barkeit von Art. 229 Abs. 3 ZPO in Verfahren betreffend Kinderbelange (vgl. Urteil 
ZK1 12 18 vom 8. Mai 2013 E. 2.3 sowie zuletzt Urteil ZK1 13 39 vom 19. Novem-
ber 2013 E. 2 mit Hinweisen auf die der bundesgerichtlichen Rechtsprechung er-
wachsenen Kritik, welcher sich neuerdings auch Benedikt Seiler, Die Berufung 
nach ZPO, Zürich 2013, Rz. 1264a, angeschlossen hat). Diese braucht auch vor-
liegend nicht abschliessend beantwortet zu werden. Von untergeordneter Bedeu-
tung ist die Streitfrage für Tatsachen und Beweismittel, die erst im Verlaufe des 
Berufungsverfahrens eingetreten bzw. entstanden sind. Solche echten Noven 
können und müssen (jedenfalls bei ungesäumter Einbringung) bis zur Urteilsbera-
tung berücksichtigt werden. Neue Vorbringen und Beweismittel der Parteien, die 
sich auf vor dem erstinstanzlichen Entscheid eingetretene Umstände beziehen, 
unterlägen bei Anwendung von Art. 317 ZPO hingegen der Voraussetzung der 
fehlenden Möglichkeit zur früheren Einbringung, um als rechtzeitig zu gelten und – 
soweit auch die weiteren Voraussetzungen der Erheblichkeit und der Notwendig-
keit gegeben sind – ein Recht auf deren Abnahme zu begründen. Unabhängig 
davon eröffnet Art. 316 Abs. 3 ZPO in Verbindung mit Art. 296 ZPO dem Beru-
fungsgericht aber die Möglichkeit, von sich aus Beweise zu den als erheblich er-
achteten Umständen abzunehmen bzw. den Sachverhalt in als wesentlich erach-
teten Punkten abzuklären (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1 [= Pra 2013 Nr. 4] sowie 
das Urteil des Obergerichts Zürich LY120018 vom 7. Februar 2013). Diese Mög-
lichkeit besteht namentlich, wenn dem erstinstanzlichen Gericht eine Verletzung 
der Untersuchungsmaxime vorzuwerfen ist und sich keine Rückweisung im Sinne 
von Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 ZPO aufdrängt. Unter diesem Aspekt können auch 
Umstände, die von den Parteien trotz Kenntnis im erstinstanzlichen Verfahren 
nicht thematisiert wurden, berücksichtigt werden. In jedem Fall abgelehnt werden 
können dagegen Beweisanträge, die sich auf unerhebliche, unstrittige oder bereits 
ausreichend abgeklärte Umstände beziehen. Letzteres gilt für die zahlreichen vom 

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Berufungsbeklagten in der Vernehmlassung vom 24. Oktober 2013 gestellten Edi-
tions- und Begutachtungsanträge, welche nach dem Gesagten abzuweisen sind.

3. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid (E. 6 S. 12 f.) die rechtli-
chen Grundlagen der Regelung des persönlichen Verkehrs sowie die Vorausset-
zungen für dessen Verweigerung oder Entzug zutreffend dargelegt, weshalb an 
dieser Stelle auf eine Wiederholung verzichtet und stattdessen auf die entspre-
chenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden kann. Richtig ist nament-
lich, dass die Regelung des persönlichen Verkehrs im Verfahren auf Erlass vor-
sorglicher Massnahmen nach denselben Kriterien zu erfolgen hat wie im Haupt-
verfahren und demzufolge auch eine Sistierung des Besuchsrechts nur unter den 
Voraussetzungen von Art. 274 Abs. 2 ZGB, d.h. wenn und solange dessen Ausü-
bung das Kindeswohl selbst unter Auflagen gefährden würde, zulässig ist.

a. Die Vorinstanz zog in Erwägung, der Kindsvater habe sich anlässlich der 
begleiteten Besuchstage vom 1. und 14. Mai 2011 sowie vom 5. Juni 2011 
gemäss den glaubhaften Schilderungen von C._____ wohl etwas sonderbar be-
nommen, doch könne nicht gesagt werden, dass er damit das Kindeswohl schwer 
und nachhaltig beeinträchtigt hätte. Der am _____2010 geborene A._____ dürfte 
von der ganzen Aufregung erfahrungsgemäss denn auch wenig mitbekommen, 
geschweige denn Schaden genommen haben. Offensichtlich habe sich der Ehe-
mann mit den in der KJBE herrschenden Sitten und Regeln sowie dem Umstand 
im Allgemeinen, dass sich seine Frau von ihm getrennt habe, schwer getan, nicht 
aber mit dem Umgang mit A._____. Gründe, wonach dem Ehemann ein Besuchs-
recht zu verweigern wäre, weil Besuche dem Kindeswohl von A._____ abträglich 
wären, mache auch Kinderarzt D._____ nicht geltend, so dass sich eine Sistierung 
des begleiteten Besuchsrechts nicht länger aufrechterhalten lasse. Schliesslich 
lasse sich eine Sistierung des Besuchsrechts auch nicht mit dem Hinweis begrün-
den, der Ehemann befinde sich in Ausschaffungshaft, zumal er ja nicht deshalb 
inhaftiert sei, weil er A._____ etwas angetan hätte. Zwar habe der Vater seinen 
Sohn schon etwas vernachlässigt, indem er A._____ für einen längeren Zeitraum 
keine schriftlichen/postalischen Mitteilungen und/oder elektronischen Botschaften 
habe zukommen lassen, doch hätten diese Unterlassungen nicht ein Mass ange-
nommen, das es rechtfertigen würde, dem Vater heute noch das begleitete Be-
suchsrecht zu streichen (E. 6.1 S. 13 f.). Damit stehe die Frage im Raum, wie 
denn das begleitete Besuchsrecht vollzogen werden können soll, nachdem die 
KJBE nicht mehr bereit sei, die begleiteten Besuchstage wieder aufzunehmen. 
Diese Frage lasse sich wohl am besten beantworten und somit das Besuchsrecht 
regeln, wenn für A._____ gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB eine Beistandschaft zur 

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Regelung des persönlichen Verkehrs errichtet werde. Mit dem Vollzug dieser An-
ordnung werde die KESB Prättigau/Davos beauftragt. Die Einrichtung einer sol-
chen Beistandschaft erscheine auch vor dem Hintergrund sinnvoll, dass erweiterte 
Absprachen ohnehin nötig seien, solange sich der Ehemann in Ausschaffungshaft 
befinde (E. 6.2 S. 14).

b. Die Berufungsklägerin wirft dem Vorderrichter vor, im angefochtenen Ent-
scheid weder die Entwicklung von A._____ seit Juni 2011 noch dessen besondere 
Entwicklungssituation gewürdigt zu haben; ebenso wenig seien hierzu irgendwel-
che Abklärungen getroffen worden. Zu berücksichtigen gelte es vorliegend auch 
den Umstand, dass der Kindsvater in Ausschaffungshaft sitze. Sobald die benötig-
ten Papiere vorlägen, werde er sofort und ohne Möglichkeit der Rückkehr ausser 
Landes geschafft. Einem Ausschaffungshäftling sei wohl der mündliche und 
schriftliche Kontakt zu seinen Angehörigen gestattet, eine aktive Besuchsgestal-
tung gegen den Willen der Angehörigen im Ausschaffungstrakt sei hingegen völlig 
unpraktikabel. Zwar bestehe dort ein Besucherraum, indes sei nicht vorgesehen, 
dass dort betreute Besuche stattfänden, zu denen Kleinkinder gegen deren Willen 
und gegen den Willen ihrer Mütter hingebracht würden. Es sei auch nicht mit dem 
Kindeswohl des mittlerweile 3-jährigen A._____ vereinbar, ihn ohne Beisein seiner 
Mutter von amtsbestimmten Personen ins Gefängnis zu bringen, um ihn dort ei-
nem ihm völlig unbekannten Mann, der seine Sprache nicht spreche, in den Arm 
zu reichen. Das Kind würde in seiner behutsam gepflegten Entwicklung in gros-
sem Masse gestört und traumatisiert. Hinzu komme, dass der Kindsvater noch 
keine Minute für sein Kind da gewesen sei, sondern es einzig überall für todkrank 
erkläre. Der angefochtene Entscheid "verniedliche" sodann die Haltung und das 
Verhalten des Berufungsbeklagten, weil der Vorderrichter den Haftgrund verken-
ne. So sitze der Berufungsbeklagte in Ausschaffungshaft, weil er sich durch seine 
völlige Renitenz gegenüber jeder Behörde auszeichne. Er anerkenne keine einzi-
ge Autorität, sei völlig uneinsichtig und nicht imstande, sich zu fügen. Ausserdem 
werde verkannt, dass gegen ihn sehr wohl ein Strafverfahren laufe, weil er ver-
schiedentlich gedroht habe, seinen Sohn A._____ der Mutter zu entreissen und 
ihn nach L.2_____ zu entführen, um ihn dort "medizinisch behandeln zu lassen". 
Es bestehe somit eine hochgradige Gefahr für A._____, entführt und misshandelt 
zu werden. Eine Zusammenführung von A._____ mit seinem Vater hätte mithin 
eine erhebliche Gefährdung des Kindeswohls zur Folge. Nach dem Gesagten sei 
somit die ungestörte körperliche, seelische und sittliche Entfaltung von A._____ 
auf jeden Fall in Gefahr; diese Gefahr sei auch durch ein nur begrenztes Zusam-
mensein mit dem Vater immens. Andere Massnahmen als eine vorübergehende 

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Sistierung des Besuchsrechts würden sich im vorliegenden Fall nicht anbieten. 
Auch die Kindesvertreterin hält dafür, dass es für ein dreijähriges Kind, welches 
aufgrund seiner Krankheit des besonderen Schutzes bedürfe, nicht zumutbar sei, 
seinen Vater im Gefängnis besuchen zu müssen, weshalb beantragt wird, die Sis-
tierung des Besuchsrechts aufrechtzuerhalten. Das Amt für Migration habe in sei-
ner Einschätzung unmissverständlich mitgeteilt, dass für den Berufungsbeklagten 
aufgrund seines Verhaltens keine kindsgerechten Besuche ermöglicht werden 
könnten; vielmehr würde ein Besuch von A._____ durchgehend bewacht. Solange 
der Berufungsbeklagte kein Besuchsrecht habe, sei die Errichtung einer Besuchs-
rechtsbeistandschaft nicht notwendig und daher nicht zu errichten. Der Beru-
fungsbeklagte wendet dagegen ein, dass das begleitete Besuchsrecht allein auf-
grund der unbewiesenen Aussagen der Berufungsklägerin und ihrer Verwandten, 
welchen zufolge er (der Berufungsbeklagte) die Entführung seines Sohnes nach 
L.2_____ plane, erwirkt worden sei. Obschon er bereits mehrmals die Gelegenheit 
gehabt hätte, A._____ zu entführen, habe er dies jedoch nachweislich nicht getan. 
Die von der Berufungsklägerin erhobenen Vorwürfe, wonach er kein Verhältnis zu 
seinem Sohn gepflegt habe, seien absurd; Tatsache sei vielmehr, dass er wider 
alle Umstände versuche, eine Beziehung zu seinem Kind aufzubauen. Er sei of-
fenkundig sogar bereit, eine für einen unbescholtenen und gesetzestreuen Men-
schen äusserst demütigende Haft in Kauf zu nehmen. Entgegen den Ausführun-
gen in der Berufung handle es sich bei der Herzerkrankung des Sohnes A._____ 
nicht um eine Erfindung seinerseits. Tatsächlich sei bei A._____ nämlich neben 
der Trisomie 21 auch ein sogenannter Vorhofseptikumdefekt diagnostiziert wor-
den, weshalb sein Drängen auf eine fachärztliche Untersuchung nachvollziehbar 
sei. Abschliessend hält er dafür, dass die in der Berufung vorgebrachten Argu-
mente keinerlei neuen Aspekte oder Beweise enthielten und folglich eine Neube-
urteilung nicht erforderlich sei. Diesbezüglich gilt Folgendes:

c. Die Anlass zur Sistierung bildenden Vorfälle anlässlich der begleiteten Be-
suchstage im Mai/Juni 2011 hat der Vorderrichter aufgrund des Berichts von 
C._____ vom 11. Januar 2013 (act. B.6) als glaubhaft erachtet, diese aber zu 
Recht nicht als Grund für eine weitere Sistierung des Besuchsrechts gewertet. 
Unter diesen Umständen kann offenbleiben, inwieweit die von C._____ beschrie-
benen Vorkommnisse allenfalls auf Kommunikationsschwierigkeiten und persönli-
che Antipathien zurückzuführen sind. Dass sie dem Gericht den Herzanfall des 
Kindes, über den der Berufungsbeklagte sie sofort informiert haben will, unter-
schlagen würde (vgl. act. A.6 S. 4 f.), ist allerdings kaum wahrscheinlich. Stellt 
man auf den vorerwähnten, in angefochtenen Entscheid ausführlich wiedergege-

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benen Bericht von C._____ ab, hat sich der Berufungsbeklagte gegenüber den 
Betreuerinnen der BBT ausfällig, unehrlich, unberechenbar und drohend verhalten 
und jegliche Kooperation mit der Berufungsklägerin vermissen lassen. Auch der 
Kinderarzt Dr. med. D._____ spricht in seinem Bericht vom 14. Januar 2013 von 
nicht unerheblicher Druckausübung und als Drohung zu interpretierenden Äusse-
rungen des Berufungsbeklagten. Damit hat sich der Berufungsbeklagte entgegen 
der vorinstanzlichen Auffassung allerdings nicht bloss "etwas sonderbar", sondern 
pflichtwidrig verhalten und – soweit er den Herzanfall des Kindes vorgetäuscht 
haben sollte – das Kind für seinen Kampf gegen die Mutter missbraucht. Die Sis-
tierung war zum damaligen Zeitpunkt unter den gegebenen Umständen somit 
durchaus gerechtfertigt, umso mehr als die Leitung der KJBE eine weitere Zu-
sammenarbeit bzw. eine Wiederaufnahme der begleiteten Besuchstage ausge-
schlossen hat und daher zwingend eine andere Lösung gefunden werden musste. 
Das in erster Linie gegen die Mutter gerichtete Fehlverhalten des Vaters, welches 
im Lichte der besonderen Trennungsumstände zu werten ist und zumindest teil-
weise auch auf seine soziokulturelle Herkunft zurückzuführen ist, erweist sich ins-
gesamt aber nicht als derart gravierend, dass der (begleitete) Kontakt zu seinem 
Kind für längere Zeit auszusetzen gewesen wäre. Insbesondere ist für das Gericht 
die in der Berufung heraufbeschworene Gefahr einer Misshandlung des Kindes – 
etwa durch unerlaubte Verabreichung von Medikamenten – nicht zu erkennen. Der 
Umgang mit dem Kind selbst wird denn auch im Bericht von C._____ nirgends 
beanstandet. Diesem zufolge sei auch der letzte Besuch unauffällig verlaufen; so 
habe der Vater seinen Sohn auf dem Arm gehalten und mit ihm gespielt. Nach der 
Besuchszeit habe er sich verabschiedet, ihr auf den Rücken geklopft und gesagt, 
es sei ein guter Besuchstag gewesen.

d. Ebenfalls kein Grund für eine weitere Sistierung stellt nach Auffassung des 
Gerichts sodann das gegen den Berufungsbeklagten laufende Strafverfahren dar, 
dessen Nichtberücksichtigung mit der Berufung beanstandet wird. Soweit die dort 
zur Diskussion stehenden Drohungen heute noch auf eine Entführungsgefahr 
schliessen lassen, wird diese durch die Anordnung eines begleiteten Besuchs-
rechts – nebst der seit 2010 bestehenden Datensperre gemäss Art. 46 Abs. 1 der 
Zivilstandsverordnung (ZStV; SR 211.112.2) und der angeordneten Passhinterle-
gung – ausreichend gebannt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5P.369/2004 vom 24. 
November 2004, E. 4.3; vgl. auch Andrea Büchler/Annatina Wirz, in: Ingeborg 
Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I, 2. Aufl., Bern 2011, N 32a zu 
Art. 273 ZGB). Konkrete Anhaltspunkte für eine mögliche Gewaltbereitschaft des 
Vaters, wie etwa beim im Urteil des Bundesgerichts 5C.133/2003 vom 10. Juli 

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2003 (E. 2.3) zu beurteilenden Fall, sind vorliegend nicht ersichtlich. Für die Frage 
des Besuchsrechts ebenso wenig von Relevanz ist eine allfällige Nichtbefolgung 
der eheschutzrichterlichen Verpflichtung zur Löschung der Facebook-Einträge – 
deren Urheberschaft vom Berufungsbeklagten im Übrigen weiterhin bestritten wird 
–, lässt sich daraus doch kaum eine generelle Unwilligkeit zur Einhaltung richterli-
cher Anordnungen ableiten.

e. Vom Vorderrichter im Ergebnis korrekt bewertet wurde im Weiteren auch 
das Verhalten des Berufungsbeklagten seit der Sistierung des Besuchsrechts. 
Dass er sich – was in der Berufungsantwort unbestritten geblieben ist – nach der 
Darstellung der Berufungsklägerin seither nie nach dem Kind und dessen Befin-
den erkundigt haben soll, ist zu einem wesentlichen Teil dem ausserordentlich 
belasteten Verhältnis zur Berufungsklägerin zuzuschreiben, welche mit dem von 
ihr erwirkten Annäherungsverbot und der Strafanzeige wegen Belästigung durch 
Telefonanrufe und SMS kaum eine aussichtsreiche Grundlage für weitere Kon-
taktversuche geschaffen hat. Ein direkter brieflicher oder telefonischer Kontakt 
zum Kind war sodann aufgrund dessen Alters ausgeschlossen. Abgesehen davon 
stellt eine allfällige Vernachlässigung des Kindes für sich allein ohnehin keinen 
Verweigerungsgrund dar, sondern kann – sofern die sofortige Wiederaufnahme 
von Besuchskontakten das Kindeswohl gefährden würde – höchstens eine zeit-
weilige Aussetzung des Besuchsrechts rechtfertigen (vgl. Büchler/ Wirz, a.a.O., N 
11 zu Art. 274 ZGB mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 5C.96/2000 
vom 29. Mai 2000, E. 4.c). Ob letzteres geboten ist, hängt allerdings nicht vom 
Grad der Vernachlässigung in der Vergangenheit, sondern in erster Linie von den 
Bedürfnissen des Kindes sowie allenfalls von den gegenwärtigen persönlichen 
Verhältnissen des Besuchsberechtigten ab.

f. Eine andere Frage ist, ob aus dem passiven Verhalten des Berufungsbe-
klagten auf eine zweckwidrige und mithin rechtsmissbräuchliche Geltendmachung 
des Besuchsrechts als Mittel zur Erlangung einer Aufenthaltsbewilligung ge-
schlossen werden kann, wovon das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden 
bereits beim Widerruf der Aufenthaltsbewilligung wie auch in den gegenwärtigen 
Wiedererwägungsverfahren ausgegangen ist (vgl. Verfügung des Amtes für Migra-
tion und Zivilrecht Graubünden vom 22. Juli 2013 [Akten der Vorinstanz Proz. Nr. 
115-2012-65, act. III.16, E. 5 S. 3]). Dafür bestehen nach Auffassung des Gerichts 
keine ausreichenden Anhaltspunkte. Dass das Besuchsrecht in den ausländer-
rechtlichen Verfahren ein zentrales Thema bildet, liegt bei der gegenwärtigen 
Rechtslage auf der Hand und beweist nicht, dass der Wunsch nach Kontakt zu 
seinem Sohn lediglich vorgeschoben ist. Die bisherige Passivität des Berufungs-

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beklagten ist – wie dargelegt – noch als Folge der Trennungsumstände und der 
hängigen Verfahren zu werten. Selbst wenn schliesslich der Kontaktwunsch des 
Berufungsbeklagten überwiegend ausländerrechtlich motiviert sein sollte, ändert 
dies nichts daran, dass der Kontakt zum Vater im Interesse des Kindes zu regeln 
ist, welchem damit die für seine Persönlichkeitsentwicklung wichtige Kenntnis und 
persönliche Erfahrung seines Vaters ermöglicht werden soll, dient das Recht auf 
persönlichen Verkehr doch dem Aufbau und der Pflege der inneren Verbundenheit 
zwischen den Eltern und dem unmündigen Kind (Büchler/Wirz, a.a.O., N 2 zu Art. 
273 ZGB). 

g. Zu Recht unberücksichtigt gelassen und keinen weiteren Abklärungen un-
terzogen hat der Vorderrichter den ausländerrechtlichen Status des Berufungsbe-
klagten. Wie der Entscheid über die Sorgerechtszuteilung soll auch derjenige über 
die Gewährung des Besuchsrechts nicht durch ausländerrechtliche Motive ver-
fälscht werden: weder bildet das fehlende Aufenthaltsrecht in der Schweiz für sich 
alleine einen Grund zur Verweigerung beziehungsweise weiteren Sistierung des 
Besuchsrechts noch rechtfertigt die Möglichkeit, wegen des Besuchsrechts eine 
Aufenthaltsbewilligung erhalten zu können, eine Aufhebung der Sistierung, solan-
ge das Kindeswohl einer solchen entgegensteht. Ob sich der Berufungsbeklagte 
legal oder illegal in der Schweiz aufhält, ändert am Bestand eines Besuchsrechts 
nichts, sondern beeinflusst höchstens die Modalitäten seiner Ausübung. Soweit 
ein illegaler Aufenthalt als Indiz für eine erhöhte Entführungsgefahr zu werten wä-
re, wird dieser Gefahr mit der Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts ausrei-
chend begegnet. Auch der Umstand, dass die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung für die Schweiz derzeit unwahrscheinlich ist, schliesst die Gewährung eines 
Besuchsrechts nicht aus, sondern erfordert gegebenenfalls eine Anpassung der 
Modalitäten (Konzentration mehrerer Besuche auf den von der jeweiligen Einrei-
sebewilligung gedeckten Zeitraum). Zudem steht im heutigen Zeitpunkt noch kei-
neswegs fest, dass die Bemühungen der Behörden um eine Rückführung des Be-
rufungsbeklagten in sein Heimatland erfolgreich sein werden. Sollte die Ausschaf-
fungshaft als Folge der gesetzlichen Höchstdauer oder des Übermassverbotes 
aufgehoben werden müssen, wird der Berufungsbeklagte möglicherweise trotz 
fehlender Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verbleiben können, was zwar zu 
strafrechtlichen Sanktionen und ausländerrechtlichen Massnahmen (Ein- oder 
Ausgrenzung) führen kann, der Ausübung eines Besuchsrechts aber nicht entge-
gensteht (vgl. BGE 135 II 105 E. 2.3.2). Dass sich der Berufungsbeklagte gegenü-
ber den Ausländerbehörden und namentlich auch in der von ihm als Unrecht emp-
fundenen Ausschaffungshaft renitent verhalten hat (vgl. dazu act. C.B.2 sowie 

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C.A.8), verdient schliesslich ohne Zweifel die entsprechenden straf- bzw. verwal-
tungsrechtlichen Konsequenzen, ist aber menschlich durchaus nachvollziehbar 
und erlaubt keine Rückschlüsse auf ein das Kindeswohl gefährdendes Verhalten 
bei der Ausübung des begleiteten Besuchsrechts.

h. Problematisch erscheint indes die vom Vorderrichter vorgenommene Beur-
teilung der Ausschaffungshaft. Zwar ist es zutreffend, dass eine Inhaftierung für 
sich alleine genommen in der Regel keinen Grund für die Verweigerung oder Sis-
tierung eines Besuchsrechts darstellt. Soweit allerdings wie im vorliegenden Fall 
noch jede Beziehung zum noch sehr jungen Kind fehlt, erscheint eine kindeswohl-
verträgliche Ausübung des Besuchsrechts zumindest fraglich (vgl. dazu das Urteil 
des Bundesgerichts 5C.93/2005 vom 9. August 2005, E. 4.2, wo allerdings noch 
weitere erschwerende Umstände hinzukamen). Der Vorderrichter scheint still-
schweigend davon ausgegangen zu sein, dass sich die aus der Inhaftierung erge-
benden Schwierigkeiten durch Absprachen des Beistandes regeln lassen und das 
Kind damit ausreichend vor den Belastungen, die aus der inadäquaten Umgebung 
resultieren, geschützt werden kann. Ob ein solches Vorgehen in der damaligen 
Situation vertretbar war und der Vorderrichter damit auf eigene Abklärungen ver-
zichten durfte, kann vorliegend dahingestellt bleiben. Zwischenzeitlich liegen dank 
der Abklärungen der Kindesvertreterin nämlich neue Erkenntnisse vor, welche die 
Ausübung des Besuchsrechts während der ausländerrechtlichen Haft – sei dies in 
Form der Ausschaffungs- oder der Durchsetzungshaft – als ausgeschlossen er-
scheinen lassen. Insofern drängt sich – wie von der Berufungsklägerin und der 
Kindesvertreterin beantragt – eine Weiterführung der Sistierung auf. Weil aller-
dings das Ende der Ausschaffungshaft heute bereits absehbar ist, da diese von 
Gesetzes wegen auf längstens 18 Monate, somit bis Ende Mai 2014, befristet ist 
(vgl. Art. 79 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 
[Ausländergesetz, AuG; SR 142.20]), kann sich der vorliegende Entscheid nicht 
mit der weiteren Sistierung begnügen, sondern hat sich aus prozessökonomischen 
Gründen auch zur Frage ihrer Weiterführung nach der Beendigung der Haft zu 
äussern. Den Berufungsbeklagten hierfür auf ein erneutes Massnahmeverfahren 
zu verweisen, erscheint in Anbetracht der bisherigen Verfahrensdauer als nicht 
zumutbar.

i. Ob die Sistierung des Besuchsrechts auch nach Beendigung der Ausschaf-
fungshaft weiterzuführen ist, hängt nach dem bereits Gesagten somit einzig davon 
ab, ob die (Wieder-)aufnahme von begleiteten Besuchstagen zu einer Gefährdung 
des Kindeswohls führen würde oder nicht. Klar erscheint in diesem Zusammen-
hang, dass grundsätzlich weder die bis anhin fehlende Vater-Kind-Beziehung noch 

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die Fremdsprachigkeit des Vaters eine weitere Aussetzung rechtfertigen. Das Ge-
bot der Verhältnismässigkeit, dem Verweigerung oder Entziehung des persönli-
chen Verkehrs als Kindesschutzmassnahme unterliegen, erfordert nämlich, dass 
einer allfälligen Bedrohung des Kindeswohls nicht durch geeignete andere Vor-
kehren begegnet werden kann. Im Interesse des Kindes darf ein Elternteil vom 
persönlichen Verkehr mit ihm nur dann gänzlich ausgeschlossen werden, wenn 
die nachteiligen Auswirkungen des persönlichen Kontakts sich nicht anderweitig in 
für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen. Können die befürchteten Auswir-
kungen durch die persönliche Anwesenheit einer Drittperson hinreichend begrenzt 
werden, so verbieten das Persönlichkeitsrecht des nicht obhutsberechtigten El-
ternteils, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, aber auch Sinn und Zweck des 
persönlichen Verkehrs dessen gänzliche Unterbindung (Urteil des Bundesgerichts 
5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008, E. 4.1 mit Hinweisen). Im vorliegenden 
Fall kommt allerdings erschwerend hinzu, dass sich das Kind noch im Kleinkindal-
ter befindet und an einer angeborenen Behinderung (Trisomie 21) leidet. Ausser-
dem lehnt die Mutter die Wiederaufnahme der Kontakte kategorisch ab, was sich 
unweigerlich auf das Kind auswirkt. Es stellt sich daher die im angefochtenen Ent-
scheid zu Unrecht übergangene Frage, ob das Kind durch die Wiederaufnahme 
von Kontakten zum Vater im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht überfordert wird und 
damit nicht zugewartet werden soll, bis die Frage des persönlichen Verkehrs im 
Hauptverfahren – allenfalls unter Beizug eines Sachverständigen – definitiv geklärt 
ist. Andererseits ist das Interesse des Berufungsbeklagten an einer raschestmög-
lichen Kontaktaufnahme mit seinem Sohn nicht zu verkennen und ein weiterer 
Aufschub vermöchte den Beziehungsaufbau unter Umständen zusätzlich zu er-
schweren, indem sich beim Kind ein von der Mutter bewusst oder unbewusst ver-
mitteltes negatives Bild des Vaters verfestigen könnte. Erfahrungsgemäss gestal-
tet sich sodann der Aufbau einer Vater-Kind-Beziehung in den ersten Lebensjah-
ren einfacher, als wenn das Kind dem Kleinkindalter bereits entwachsen ist und es 
ihm kaum mehr zuzumuten ist, eine ihm völlig fremde Person als Vater zu akzep-
tieren und deren Besuche zu erdulden. Aus den im Scheidungsverfahren einge-
reichten Berichten von Dr. med. D._____ vom 2. Juli 2013 und 10. September 
2013 (Akten der Vorinstanz Proz. Nr. 115-2012-65, act. IV.3 und act. II.22) geht  
hervor, dass das Kind – trotz des Verzichts der Mutter auf die bei Kindern mit Tri-
somie 21 herkömmlichen Frühförderungsmassnahmen – auffällig gut entwickelt ist 
und sich anlässlich einer Konsultation wegen eines viralen Infektes (und daher in 
leicht reduziertem Zustand) als aussergewöhnlich kooperativ und interessiert prä-
sentiert hat. Dies lässt darauf schliessen, dass das Kind bei einer adäquaten Vor-
bereitung und Begleitung durchaus in der Lage ist, die Kontakte mit seinem Vater 

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zu bewältigen. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass beide Eltern-
teile zu gegenseitiger Rücksichtnahme verpflichtet sind und das Kind möglichst 
unbelastet an die Besuchstage herangeführt werden soll (Büchler/Wirz, a.a.O., N 
2 zu Art. 274 ZGB). Beide Elternteile sind im Interesse des Kindes daher gehalten, 
ihre aus der persönlichen Beziehungsgeschichte herrührenden Ressentiments zu 
überwinden und dem andern den sich aus der gemeinsamen Elternschaft erge-
benden Respekt entgegenzubringen. Vom Berufungsbeklagten darf erwartet wer-
den, dass er die von der Mutter in den vergangenen drei Jahren geleistete Erzie-
hungsarbeit anerkennt und er zukünftig von abwertenden oder drohenden Äusse-
rungen ihr gegenüber Abstand nimmt. Die Berufungsklägerin wiederum wird dafür 
besorgt sein müssen, das Kind in geeigneter Weise auf die Besuchskontakte vor-
zubereiten und so einer Überforderung des Kindes entgegenzuwirken. Zu berück-
sichtigen ist schliesslich, dass die Vorinstanz die Aufhebung der Sistierung des 
Besuchsrechts mit der Errichtung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 
ZGB verbunden hat. Es wird daher Aufgabe des Beistandes sein, durch eine auf-
merksame Begleitung und engmaschige Gestaltung des Besuchsprogramms die 
Voraussetzungen für eine behutsame Annäherung zwischen Vater und Kind zu 
schaffen. Ausserdem wird der Beistand durch Beratung und Vermittlung unter den 
Eltern – allenfalls auch unter Beizug geeigneter Fachstellen wie etwa der Schwei-
zerischen Stiftung des Internationalen Sozialdienstes, welche unter anderem eine 
transnationale Familienmediation anbietet – für eine Verbesserung der Kooperati-
onsfähigkeit der Eltern zu sorgen haben, womit sich die aus den Besuchskontak-
ten ergebende Belastungen für das Kind erfahrungsgemäss erheblich verringern 
lassen. Nach Würdigung der Gesamtumstände gelangt die I. Zivilkammer daher 
zum Schluss, dass einer möglichen Überforderung des Kindes mit der Installation 
einer Beistandschaft rechtzeitig begegnet werden kann und somit kein Grund 
mehr besteht, die Sistierung des begleiteten Besuchsrechts nach Beendigung der 
Ausschaffungshaft weiterzuführen. Vielmehr können die während der Dauer des 
Scheidungsverfahrens gemachten Erfahrungen mit dem begleiteten Besuchsrecht 
nützliche Erkenntnisse für den definitiven Entscheid über die Ausgestaltung des 
Besuchsrechts liefern. So wird der Berufungsbeklagte nunmehr Gelegenheit ha-
ben, sowohl seine Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation als auch sein echtes 
Interesse am Kind unter Beweis zu stellen, was beim Entscheid im Hauptverfahren 
entsprechend zu würdigen sein wird.

j. Angemerkt sei, dass im vorliegenden Fall die Errichtung einer Beistand-
schaft auch geboten gewesen wäre, wenn die Sistierung des Besuchsrechts über 
die Dauer der Ausschaffungshaft hinaus weiterzuführen gewesen wäre. Zwar ist 

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es grundsätzlich richtig, dass für die Errichtung einer Beistandschaft kein Raum 
besteht, wenn das Kindeswohl nicht einmal ein begleitetes Besuchsrecht zulässt 
und eine Wiederannäherung gegen den Willen der bereits älteren Kinder ausge-
schlossen erscheint (BGE 126 III 219). Unzulässig ist sodann, einem Elternteil den 
persönlichen Verkehr zu einem Kleinkind aus Gründen des Kindeswohls zu ver-
weigern, es aber gleichzeitig einem Beistand zu überlassen, begleitete Besuchs-
tage zu organisieren (Urteil des Bundesgerichts 5C.68/2004 vom 26. Mai 2004, E. 
2.4). Wo aber wie vorliegend erst eine zeitweilige Aussetzung des Besuchsrechts 
zur Diskussion steht und die Förderung des Kontakts zwischen Vater und Kind an 
sich in dessen Interesse liegt, darf ein Beistand damit beauftragt werden, den 
Rahmen für ein künftiges Besuchsrecht vorzubereiten und durch Vermittlung zwi-
schen den Eltern die Voraussetzungen für eine Aufnahme der Besuchskontakte, 
deren Anordnung im Streitfall in der Kompetenz des Richters verbleibt, zu begüns-
tigen. Ausserdem kann dem Beistand auch die Aufgabe übertragen werden, dem 
Vater mit Bezug auf Wahrung seiner Rechte gemäss Art. 275a ZGB behilflich zu 
sein und dem Kind allfällige Briefe des Vaters in angemessener Weise zur Kennt-
nis zu bringen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5C.96/2000 vom 29. Mai 2000, E. 
6, und 5C.269/2006 vom 6. März 2007. E. 2.1). Von einer unnützen Behördenbe-
schäftigung kann entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin umso weniger 
die Rede sein, als auch die Kindesvertreterin im Hauptverfahren die Errichtung 
einer Beistandschaft – und zwar gerade mit Blick auf die Rückkehr des Beru-
fungsbeklagten nach L.2_____ – beantragt hat und diese primär im Interesse des 
Kindes liegt. Ob die Beistandschaft Kosten verursacht, welche mangels Leistungs-
fähigkeit der Eltern vom Staat zu tragen sein werden, kann für den Entscheid über 
deren Anordnung daher kein massgebliches Kriterium bilden.

k. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Berufung teilweise 
gutzuheissen und die Sistierung des Besuchsrechts gegenüber dem Sohn 
A._____ bis zur Entlassung des Berufungsbeklagten aus der Ausschaffungshaft 
weiterzuführen ist. Anschliessend lebt das begleitete Besuchsrecht im Umfang der 
ursprünglichen Anordnung, d.h. in Form eines begleiteten Besuchsrechts von zwei 
Tagen pro Monat, wieder auf, wobei die Besuchszeiten dem Alter des Kindes an-
zupassen sind. In Anlehnung an die bei den Begleiteten Besuchstagen (BBT) 
Graubünden geltenden Besuchszeiten erscheint in einer ersten Phase eine Be-
suchszeit von vier Stunden sinnvoll, welche unter Beachtung der Bedürfnisse des 
Kindes allmählich auf maximal acht Stunden ausgebaut werden kann. Wie bis an-
hin, ist Y._____ verpflichtet, während der Ausübung des Besuchsrechts seinen 
Reisepass der zuständigen Aufsichtsperson auszuhändigen. Für die Organisation 

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und Überwachung des begleiteten Besuchsrechts bedarf es einer Beistandschaft 
im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB. Folglich bleibt es auch dabei, dass eine solche 
Beistandschaft zu errichten ist und mit dem Vollzug dieser Anordnung die KESB 
Prättigau/Davos beauftragt wird.

l. Sind die begleiteten Besuchskontakte wiederaufzunehmen, versteht es sich 
von selbst, dass das mit superprovisorischer Verfügung vom 24./25. August 2011 
angeordnete Annäherungsverbot nicht unverändert beibehalten werden kann. Al-
lerdings steht nach wie vor die Gefahr einer Entführung des Kindes im Raum, wel-
che nebst dem Fehlen einer Beziehung zum Kind und der mangelnden Erfahrung 
von Y._____ im Umgang mit einem Kleinkind einer der Gründe für die Anordnung 
eines begleiteten Besuchsrecht bildete. Mit Verweis auf die ungeklärte Aufent-
haltssituation des Vaters hat sich denn auch die Kindesvertreterin für eine Weiter-
führung des Annäherungsverbotes ausgesprochen, solange der Berufungsbeklag-
te Mitinhaber der elterlichen Sorge ist. Entsprechend gilt es eine persönliche Be-
gegnung zwischen dem Berufungsbeklagten und seinem Sohn ausserhalb der 
vom Beistand angeordneten begleiteten Besuche weiterhin zu verhindern. Das 
bestehende Annäherungsverbot gegenüber dem Kind ist daher grundsätzlich wei-
terzuführen und ist nur insoweit aufzuheben, als der Beistand einen begleiteten 
Besuchskontakt autorisiert. 

4.a. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, bestehend aus 
den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der unter-
liegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die 
Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). 
Gestützt hierauf sowie auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO, wonach das Gericht in famili-
enrechtlichen Verfahren von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Pro-
zesskosten nach Ermessen verteilen kann, rechtfertigt es sich beim Ausgang des 
vorliegenden Berufungsverfahrens, den Parteien die Gerichtskosten je zur Hälfte 
aufzuerlegen und die ausseramtlichen Entschädigungen wettzuschlagen. Dies gilt 
nicht nur für die Kosten des Berufungsverfahrens, sondern auch für jene des Ver-
fahrens vor der Vorinstanz, weshalb deren Kostenspruch unverändert bleibt.

b. Da X._____ mit Verfügung der Vorsitzenden vom 1. Oktober 2013 (ERZ 13 
94) für das vorliegende Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege erteilt 
und Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann zum Rechtsvertreter ernannt worden ist, 
gehen die ihr auferlegten Gerichtskosten und die Kosten ihrer Rechtsvertretung 
nach Massgabe von Art. 122 ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und sind 
aus der Gerichtskasse zu bezahlen. Vorbehalten bleibt die Rückforderung durch 

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den Kostenträger im Sinne von Art. 123 ZPO. Mit Honorarnote vom 1. November 
2013 (act. D.18) macht der Rechtsvertreter von X._____ einen Aufwand von 29.5 
Stunden geltend. Bei eingehender Betrachtung der Honorarnote fällt auf, dass der 
am 24. Oktober 2013 aufgeführte Aufwand (Kopien Rechtsschrift) auf einem of-
fensichtlichen Versehen beruht und mithin nicht 15 Stunden à Fr. 200.--, sondern 
15 Kopien zu je Fr. 1.-- pro Stück in Rechnung gestellt werden sollten. Nach einer 
entsprechenden Korrektur resultiert somit ein Aufwand von 14.5 Stunden, was bei 
einem Stundenansatz von Fr. 200.-- ein Honorar nach Zeitaufwand von Fr. 2'900.-
- ergibt. Hinzu kommen die geltend gemachten Barauslagen von Fr. 285.-- sowie 
die Mehrwertsteuer von Fr. 254.80 (8% auf Fr. 3'185.--), woraus ein Honoraran-
spruch von 3'439.80 resultiert. Keine Berücksichtigung finden kann indessen die 
darüber hinaus zusätzlich in Rechnung gestellte Spesenpauschale von 3%, da der 
entsprechende Spesenaufwand in der vorliegenden Honorarnote bereits konkret 
beziffert worden ist. Der Honoraranspruch in Höhe von Fr. 3'439.80 (inkl. Spesen 
und MWSt) erscheint unter Berücksichtigung des notwendigen Aufwands und der 
Schwierigkeit der Sache als angemessen.

c. Mit Verfügung der Vorsitzenden vom 21. Januar 2014 (ERZ 13 334) wurde 
auch Y._____ die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren bewilligt 
und Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann zum Rechtsvertreter ernannt. 
Aus diesem Grund gehen auch die ihm auferlegten Gerichtskosten sowie die Kos-
ten seiner Rechtsvertretung zu Lasten des Kantons Graubünden und sind aus der 
Gerichtskasse zu bezahlen (Art. 122 ZPO). Vorbehalten bleibt ebenfalls die Rück-
erstattung durch den Kostenträger (Art. 123 ZPO). Mit Honorarnote vom 28. Okto-
ber 2013 (act. D.16) macht der Rechtsvertreter von Y._____ einen Aufwand von 
8.5 Stunden geltend, was bei einem Stundenansatz von Fr. 200.-- einem Honorar 
nach Zeitaufwand von Fr. 1'700.-- entspricht. Zuzüglich der Mehrwertsteuer in 
Höhe von Fr. 136.-- (8% auf Fr. 1'700.--) ergibt dies ein Honoraranspruch von ins-
gesamt Fr. 1'836.--. Auch dieser Aufwand erscheint der Sache als angemessen 
und ist nicht zu beanstanden, zumal der einzige Aufwand, welcher Rechtsanwalt 
lic. iur. Hans-Martin Allemann im vorliegenden Berufungsverfahren angefallen ist, 
in der Verfassung der Stellungnahme zu den Anträgen der Kindesvertreterin be-
stand.

d. Was schliesslich die Kosten für die Vertretung des Kindes anbelangt, so 
stellen diese Gerichtskosten dar (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO), welche dem Ausgang 
des Verfahrens entsprechend ebenfalls zur Hälfte den Parteien aufzuerlegen sind. 
Sofern die Vertretung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt wahr-
genommen wird, ist der kantonale Tarif (Art. 96 ZPO) massgebend (Benedikt A. 

Seite  26 — 28

Suter/Cristina von Holzen, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zürich 2013, 
N 27 zu Art. 95 ZPO; Viktor Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 15 
zu Art. 95 ZPO). Nach Auffassung der Lehre erlaubt es die gesetzliche Ordnung 
nicht, die Entschädigung für den Kindesvertreter so tief anzusetzen, dass eine 
sorgfältige Vertretung nicht mehr möglich ist. In diesem Sinn soll von einem star-
ren Kostenrahmen abgesehen und die Entschädigung nach dem angemessenen 
Aufwand des Vertreters bestimmt werden. An dieser Auffassung hat sich gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch mit der Einführung der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung nichts geändert (Urteil des Bundesgerichts 
5A_168/2012 vom 26. Juni 2012, E. 4.2 mit Hinweisen). Die als Kindesvertreterin 
eingesetzte Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen-Müller macht in ihrer Honorar-
rechnung vom 31. Januar 2014 (act. D.25) einen Aufwand von 4.2 Stunden gel-
tend, was in Anbetracht der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen nicht zu be-
anstanden ist. Indessen rechtfertigt es sich vorliegendenfalls, den in Rechnung 
gestellten Stundenansatz von Fr. 240.-- auf den für die unentgeltliche Rechtspfle-
ge zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 200.-- (vgl. Art. 5 Abs. 1 
der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 
Rechtsanwälte [Honorarverordnung, HV; BR 310.250]) zu kürzen, zumal auch die 
beiden Rechtsvertreter der Parteien auf Grundlage des URP-Tarifs entschädigt 
werden. Ausgehend von einem entschädigungspflichtigen Aufwand von 4.2 Stun-
den ergibt sich somit ein Honorar nach Zeitaufwand von Fr. 840.--, zuzüglich einer 
Kleinspesenpauschale von Fr. 25.20 (3% auf Fr. 840.--) sowie der Mehrwertsteuer 
von Fr. 69.20 (8% auf Fr. 865.20), insgesamt somit Fr. 934.40. Eine Entschädi-
gung in dieser Höhe ist angesichts des konkreten Falles angemessen und trägt 
gleichzeitig dem Umstand Rechnung, dass eine sorgfältige Vertretung sicherge-
stellt werden muss. Die vorgenommene Reduktion steht mithin auch im Einklang 
mit der vorerwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung.

Seite  27 — 28

III. Demnach wird erkannt:

1.a) Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und der angefochtene Entscheid 
dahingehend abgeändert, als die Sistierung des Besuchsrechts gegenüber 
dem Sohn A._____ bis zur Entlassung von Y._____ aus der Ausschaf-
fungshaft weiterzuführen ist. 

b) Nach der Haftentlassung hat Y._____ unter der Auflage der Hinterlegung 
seines Reisepasses ein begleitetes Besuchsrecht von zwei Tagen pro Mo-
nat, für dessen Organisation und Überwachung im Sinne der Erwägungen 
und in Bestätigung von Ziffer 2 des angefochtenen Entscheides eine Bei-
standschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB angeordnet wird. Mit dem 
Vollzug dieser Anordnung wird die KESB Prättigau/Davos beauftragt.

c) In Bestätigung der superprovisorischen Verfügung vom 24./25. August 2011 
bleibt es Y._____ unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB wei-
terhin untersagt, sich näher als 500 m dem Sohn A._____ anzunähern bzw. 
sich in einem Umkreis von 500 m vom Wohnort des Sohnes A._____ auf-
zuhalten. Davon ausgenommen sind die begleiteten Besuchskontakte zu 
seinem Sohn gemäss den Anordnungen des Beistandes. 

2. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen.

3.a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'934.40 (Gerichtskosten Fr. 
3'000.-- und Kosten für die Kindesvertretung Fr. 934.40) gehen je zur Hälf-
te, somit zu je Fr. 1'967.20, zu Lasten der Parteien. Die ausseramtlichen 
Entschädigungen werden wettgeschlagen.

b) Die X._____ auferlegten Gerichtskosten von Fr. 1'967.20 und die Kosten 
ihrer Rechtsvertretung von Fr. 3'439.80 (inkl. Barauslagen und MWSt) ge-
hen unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO gestützt auf 
die entsprechende Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 1. 
Oktober 2013 zu Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Ge-
richtskasse bezahlt.

c) Die Y._____ auferlegten Gerichtskosten von Fr. 1'967.20 und die Kosten 
seiner Rechtsvertretung von Fr. 1'836.-- (inkl. MWSt) gehen unter Vorbehalt 
der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO gestützt auf die entsprechende 
Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 21. Januar 2014 zu 

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Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse be-
zahlt.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi-
timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: