# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be96f198-3fd8-501a-9fe9-63ca74c71de8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.06.2020 F-3145/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3145-2018_2020-06-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid aufgehoben durch BGer mit  

Urteil vom 12.05.2021 (1C_451/2020) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3145/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  J u n i  2 0 2 0   

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli,  

Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch Peter Weibel, Fürsprecher,  

Advokaturbüro Weibel & Wenger, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
  

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. 

 

 

 

F-3145/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (geb. 1980 in Pakistan) reiste 2003 in die Schweiz 

ein und ersuchte um Asyl. Nach dem rechtskräftigen Abschluss des Asyl-

verfahrens verliess er gemäss eigenen Angaben die Schweiz im Septem-

ber 2005 und lebte bei Verwandten in Italien. 

B.  

Am 1. August 2005 lernte der Beschwerdeführer die Schweizer Bürgerin 

B._______ (geb. 1959) kennen. Sie heirateten am 22. März 2007 in Zürich. 

C.  

Gestützt auf diese Ehe ersuchte der Beschwerdeführer am 19. Oktober 

2010 um erleichterte Einbürgerung. 

Die Ehegatten unterzeichneten am 8. Februar 2012 zuhanden des Einbür-

gerungsverfahrens eine Erklärung, wonach sie in einer tatsächlichen, un-

getrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse zu-

sammenlebten und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestün-

den. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, dass die erleich-

terte Einbürgerung nicht möglich ist, wenn vor oder während des Einbür-

gerungsverfahrens einer der Ehegatten die Trennung oder Scheidung be-

antragt hat oder keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht, 

und dass die Verheimlichung solcher Umstände zur Nichtigerklärung der 

Einbürgerung führen kann. 

Mit Verfügung der Vorinstanz vom 4. April 2012 wurde der Beschwerdefüh-

rer erleichtert eingebürgert. Mit dem Schweizer Bürgerrecht erwarb er die 

Bürgerrechte des Kantons Bern und der Gemeinde X._______/BE. 

D.  

Am 18. Dezember 2015 teilte der Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des 

Kantons Bern der Vorinstanz mit, dass die Ehe des Beschwerdeführers am 

20. Januar 2015 geschieden worden sei, nachdem die Ehegatten bereits 

seit 1. Juni 2014 getrennt gelebt hätten. Am 10. April 2015 habe der Be-

schwerdeführer eine Landsfrau geheiratet. 

E.  

Aufgrund dieser Umstände eröffnete die Vorinstanz am 12. September 

2016 ein Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. 

Gleichzeitig forderte sie den Beschwerdeführer auf, sich zu einer allfälligen 

F-3145/2018 

Seite 3 

Nichtigerklärung zu äussern und Fragen zur Ehe sowie zu Trennung und 

Scheidung zu beantworten. Dieser Aufforderung kam der Beschwerdefüh-

rer am 25. Oktober und 25. November 2016 nach. Die Vorinstanz gelangte 

am 6. Dezember 2016 an die Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers und un-

terbreitete ihr ebenfalls Fragen. Die Ex-Ehefau nahm am 4. Januar 2017 

und am 27. Januar 2017 (Poststempel) Stellung. Dem Beschwerdeführer 

wurde am 6. Februar 2017 Gelegenheit gegeben, sich zu den Stellungnah-

men der Ex-Ehefrau zu äussern und Schlussbemerkungen anzubringen. 

Davon machte er am 31. März 2017 Gebrauch. Mit Zustimmung des Be-

schwerdeführers zog die Vorinstanz am 7. April 2017 die Akten des Schei-

dungsverfahrens bei. 

F.  

Am 18. April 2018 erteilte der Kanton Bern als Heimatkanton des Be-

schwerdeführers die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten 

Einbürgerung. 

G.  

Mit Verfügung vom 25. April 2018 erklärte die Vorinstanz die erleichterte 

Einbürgerung des Beschwerdeführers für nichtig. 

H.  

Mit Beschwerde vom 28. Mai 2018 beantragte der Beschwerdeführer die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung. 

I.  

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 25. Juli 2018 die Ab-

weisung der Beschwerde. 

J.  

Mit Replik vom 19. September 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinem 

Antrag und dessen Begründung fest. 

K.  

Mit Eingaben vom 19. Oktober 2018 respektive 23. November 2018 nah-

men die Vorinstanz und der Beschwerdeführer nochmals Stellung. 

  

F-3145/2018 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Durch das Inkrafttreten des Bürgerrechtsgesetzes vom 20. Juni 2014 

(BüG, SR 141.0) am 1. Januar 2018 wurde der gleichnamige Erlass vom 

29. September 1952 (aBüG, AS 1952 1087) aufgehoben (vgl. Art. 49 BüG 

i.V.m. Ziff. I seines Anhangs). Gemäss Art. 50 Abs. 1 BüG richten sich Er-

werb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts nach dem Recht, das bei 

Eintritt des massgebenden Tatbestandes in Kraft steht. Die angefochtene 

Verfügung vom 25. April 2018 ist nach der Rechtsänderung ergangen; das 

Verfahren war jedoch vor der Rechtsänderung, am 12. September 2016, 

eingeleitet worden.  

1.1 In Bezug auf die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung be-

steht keine übergangsrechtliche Situation, weil die entsprechenden mate-

riellen Voraussetzungen sich nicht geändert haben: Sowohl nach dem al-

ten als auch nach dem neuen Recht kann die Einbürgerung nichtig erklärt 

werden, «wenn sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erhebli-

cher Tatsachen erschlichen worden ist» (Art. 41 Abs. 1 aBüG bzw. Art. 36 

Abs. 1 BüG). Da im Zeitpunkt der Einleitung des Verfahrens (12. Septem-

ber 2016) das aBüG noch in Kraft stand, wird (auch mit Blick auf E. 1.2 

hiernach) auf dessen Bestimmungen Bezug genommen (vgl. Urteile des 

BVGer F-2870/2018 vom 15. April 2020 E. 3; F-3013/2018 vom 20. April 

2018 E. 1). 

1.2 Nach Art. 41 Abs. 1 aBüG war für die Nichtigerklärung der Einbürge-

rung die Zustimmung der Behörde des Heimatkantons erforderlich. Es han-

delt sich hierbei um eine Verfahrensregel, welche von der verfügenden Be-

hörde zu befolgen war; die betroffene Person hatte keinen Einfluss darauf. 

Verfahrensrechtliche Bestimmungen (bzw. deren Aufhebung), welche das 

SEM zu beachten hat, treten unmittelbar mit der Rechtsänderung in Kraft. 

Somit war das SEM ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr verpflichtet, die 

Zustimmung des Heimatkantons einzuholen bzw. konnte ab diesem Zeit-

punkt ohne Zustimmung des Heimatkantons eine Nichtigerklärung aus-

sprechen. Da aber die Zustimmung jeweils vor dem Erlass der Verfügung 

eingeholt werden muss, rechtfertigt es sich in diesem Zusammenhang, auf 

den Zeitpunkt der Einleitung des Verfahrens abzustellen. Weil in jenem 

Zeitpunkt (12. September 2016) das Erfordernis der Zustimmung des Hei-

matkantons bestand, hat das SEM korrekterweise die Zustimmung einge-

holt, wenngleich diese erst nach der Aufhebung dieses Erfordernisses er-

teilt worden ist.  

F-3145/2018 

Seite 5 

2.   

2.1 Verfügungen des SEM über die Nichtigerklärung einer erleichterten 

Einbürgerung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt (Art. 47 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

2.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein-

zutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren 

das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 aBüG kann eine ausländische Person nach der 

Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 

Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-

wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Ge-

meinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. In allgemeiner, für alle For-

men der erleichterten Einbürgerung geltender Weise setzt Art. 26 Abs. 1 

aBüG voraus, dass die ausländische Person in der Schweiz integriert ist 

(Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die in-

nere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Sämtli-

che Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl bei Einreichung des 

Gesuchs als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt 

es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemein-

schaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden 

(BGE 140 II 65 E. 2.1 m.H.). 

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Seite 6 

4.2 Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft bedeutet nach der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung mehr als das formelle Bestehen einer Ehe. Ver-

langt wird vielmehr eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, die vom beid-

seitigen Willen der Ehepartner getragen wird, ihre Ehe auch künftig auf-

recht zu erhalten. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemein-

schaft aufrecht zu erhalten, können sich dann ergeben, wenn kurze Zeit 

nach der erleichterten Einbürgerung die Trennung erfolgt oder die Schei-

dung eingeleitet wird (BGE 135 II 161 E. 2 m.H.), ein Ehegatte während 

der Ehe ein aussereheliches Kind zeugt (vgl. Urteil des BGer 1C_27/2011 

vom 21. März 2011 E. 6.4.1) oder eine Zweitehe schliesst, der Prostitution 

nachgeht oder sich in einer anderen Weise verhält, die in grobem Wider-

spruch steht zum traditionellen Bild der Ehe als einer ungeteilten, von 

Treue und Beistand getragenen Geschlechtergemeinschaft zwischen 

Mann und Frau (vgl. Urteil des BVGer F-2182/2015 vom 18. Oktober 2016 

E. 3.2 m.H.).  

5.  

5.1 Die erleichterte Einbürgerung kann mit Zustimmung des Heimatkan-

tons und unter Einhaltung von gesetzlich festgelegten Fristen (Art. 41 

Abs. 1bis aBüG) nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben 

oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen (Art. 41 Abs. 1 

aBüG), d.h. mit einem unlauteren und täuschenden Verhalten erwirkt 

wurde. Arglist im Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes (vgl. Art. 

146 Abs. 1 StGB [SR 311.0]) ist nicht erforderlich. Es genügt, dass die be-

troffene Person bewusst falsche Angaben macht bzw. die mit dem Einbür-

gerungsbegehren befasste Behörde bewusst in einem falschen Glauben 

lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, über eine 

erhebliche Tatsache zu informieren (BGE 135 II 161 E. 2 m.H.). Weiss die 

betroffene Person, dass die Voraussetzungen für die erleichterte Einbür-

gerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so muss sie 

die Behörde unaufgefordert über eine nachträgliche Änderung der einer 

Einbürgerung mutmasslich entgegenstehenden Verhältnisse orientieren 

(vgl. BGE 132 II 113 E. 3.1). Die Pflicht dazu ergibt sich aus dem Grundsatz 

von Treu und Glauben und aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungs-

pflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde ihrerseits darf sich 

darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte bei passivem Ver-

halten der gesuchstellenden Person nach wie vor zutreffen (BGE 140 II 65 

E. 2.2 m.H.).  

5.2 Die Täuschungshandlung der gesuchstellenden Person muss sich auf 

einen erheblichen Sachverhalt beziehen. Erheblich im Sinne von Art. 41 

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Seite 7 

Abs. 1 aBüG ist ein Sachverhalt nicht nur, wenn seine Offenlegung dazu 

geführt hätte, dass die mit der Einbürgerung befasste Behörde das Vorlie-

gen einer Einbürgerungsvoraussetzung verneint und die Einbürgerung ver-

weigert hätte. Es genügt, wenn der Sachverhalt, wäre er der Behörde be-

kannt gewesen, begründete Zweifel am Vorliegen einer solchen Voraus-

setzung geweckt und die Einbürgerung ernsthaft in Frage gestellt hätte 

bzw. eine solche nicht ohne weitere Beweismassnahmen hätte verfügt wer-

den können (vgl. Urteil des BVGer F-2375/2016 vom 29. März 2018 E. 5.3 

m.H.). 

6.  

Im Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung gilt na-

mentlich der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG). Die Behörde hat 

daher von Amtes wegen zu untersuchen, ob eine Täuschung über eine 

Einbürgerungsvoraussetzung vorliegt. Da die Nichtigerklärung in die 

Rechte der betroffenen Person eingreift, liegt die Beweislast bei der Be-

hörde. Allerdings geht es in der Regel um innere, dem Kern der Pri-

vatsphäre zugehörige Sachverhalte – wie z.B. die Existenz eines beidseitig 

intakten und gelebten Ehewillens –, die der Behörde nicht bekannt und ei-

nem direkten Beweis naturgemäss kaum zugänglich sind. Sie können re-

gelmässig nur indirekt durch Indizien erschlossen werden. Die Behörde 

kann sich darüber hinaus auch veranlasst sehen, von bekannten Tatsa-

chen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. 

Solche sogenannten natürlichen bzw. tatsächlichen Vermutungen gehören 

zur freien Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]) 

und stellen eine besondere Form des Indizienbeweises dar. Sie können 

sich in allen Bereichen der Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch 

im öffentlichen Recht. Die natürliche Vermutung stellt eine Beweiserleich-

terung dar, indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter Schlüs-

sigkeit mögliche Beweisführung unterstützt wird. Sie ist demnach eine 

Wahrscheinlichkeitsfolgerung, die nicht aus den fallspezifischen Umstän-

den gezogen wird, sondern sich aufgrund einer als durchgesetzt bewerte-

ten Lebenserfahrung über die Gegebenheiten des konkreten Streitfalls hin-

aus allgemein aufdrängt (HANS PETER WALTER, Berner Kommentar, 2012, 

N. 475 zu Art. 8 ZGB). Eine Umkehr der Beweislast hat sie nicht zur Folge. 

Es genügt, wenn die betroffene Person diese Vermutung durch Gegenbe-

weis entkräften kann (vgl. FRANZ HASENBÖHLER, Das Beweisrecht der 

ZPO, Band 1, Zürich 2015, S. 193, Rz. 5.58). 

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Seite 8 

7.  

7.1 Bezogen auf den Bestand einer intakten ehelichen Ehegemeinschaft 

(vgl. E. 4.2) lautet der auf dem zeitlichen Ablauf der Ereignisse basierende 

Erfahrungssatz, welcher der natürlichen Vermutung zugrunde liegt, folgen-

dermassen: Probleme, die Ehegatten zur Trennung veranlassen können, 

entstehen nicht innert weniger Monate, vielmehr entwickeln sie sich, bis sie 

einen Grad erreichen, der die Ehe zum Scheitern bringt. Die natürliche Ver-

mutung ist demnach umso überzeugender, je kürzer die Zeitspanne zwi-

schen dem Einbürgerungszeitpunkt und der Trennung der Ehegatten aus-

fällt (vgl. hierzu ausführlich Urteil des BVGer F-5342/2015 vom 5. Dezem-

ber 2018 E. 11.1 und 11.2 m.H.). Die aktuelle Rechtsprechung geht von 

einer hinreichend raschen chronologischen Verkettung der Ereignisse aus, 

wenn zwischen dem Einbürgerungszeitpunkt und der Trennung der Ehe-

gatten bis zu 20 Monate vergehen, wobei der Schwerpunkt bei einigen we-

nigen Monaten liegt (vgl. in diesem Sinne Urteil des BGer 1C_796/2013 

vom 13. März 2014 E. 3.2). Als nicht mehr ausreichend werden von der 

Rechtsprechung 23 bzw. 24 Monate betrachtet (vgl. dazu Urteile des 

BVGer F-5342/2015 E. 11.2 und F-8122/2015 vom 1. Juni 2017 E. 5.2.1.2, 

welche die Berechtigung einer natürlichen Vermutung bei dieser Zeitdauer 

in Frage stellen; ferner Urteil des BGer 1C_377/2017 vom 12. Oktober 

2017 E. 2.2, das diese Betrachtungsweise bestätigt). 

7.2 Als Gegenbeweis, der die natürliche Vermutung entkräften kann, ge-

nügt es, dass die betroffene Person einen Grund anführt, der es dem Ge-

richt plausibel erscheinen lässt, dass sie die Behörde nicht getäuscht hat 

(zum Gegenbeweis vgl. BGE 120 II 393 E. 4b). Bei diesem Grund kann es 

sich um ein ausserordentliches, nach der erleichterten Einbürgerung ein-

getretenes Ereignis handeln, das zum raschen Scheitern einer vormals in-

takten Ehe führte, oder die betroffene Person kann plausibel darlegen, 

dass sie die Ernsthaftigkeit der ehelichen Probleme nicht erkannte und den 

wirklichen Willen hatte, mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in 

einer stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 

m.H.; Urteil des BVGer F-2101/2017 vom 24. Juli 2019 E. 7.2 m.H.). 

8.  

Vorliegend sind die Fristen von Art. 41 Abs. 1bis aBüG – sowohl die zwei-

jährige relative als auch die achtjährige absolute Verjährungsfrist – einge-

halten. Auch die gemäss Art. 41 Abs. 1 aBüG verlangte Zustimmung des 

zuständigen Heimatkantons liegt vor. Die formellen Voraussetzungen für 

die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung sind somit erfüllt. 

http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-161

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Seite 9 

9.  

9.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung zunächst aus, die 

Ehe des Beschwerdeführers habe bis zur Rechtskraft der erleichterten Ein-

bürgerung fünf Jahre und zwei Monate gedauert; bis zur Trennung spätes-

tens am 1. Juni 2014 (effektiv am 21. Mai 2014) weitere zwei Jahre. Die 

Scheidung sei am 20. Januar 2015, zwei Monate nach dem entsprechen-

den Begehren, erfolgt. Nochmals zweieinhalb Monate später, am 10. April 

2015, habe sich der Beschwerdeführer mit einer Landsfrau verheiratet. Aus 

der zeitlichen Abfolge leitete die Vorinstanz die Vermutung ab, dass der 

Beschwerdeführer und seine Ex-Ehefrau bereits zum Zeitpunkt der erleich-

terten Einbürgerung nicht mehr in einer stabilen und zukunftsgerichteten 

Ehegemeinschaft gelebt hätten und der Wille gefehlt habe, die Ehe auf-

rechtzuerhalten. Aus den Schilderungen der Ex-Ehegatten im Scheidungs-

verfahren und im Verfahren betreffend Nichtigerklärung gehe hervor, dass 

es schon längere Zeit Probleme in der Ehe gegeben habe. Bemühungen, 

die Ehe zu retten, seien kaum erkennbar. Das Erlöschen des Ehewillens 

sei das Ergebnis und der Abschluss eines längeren Zerrüttungsprozesses 

gewesen, der wahrscheinlich mit der Arbeitsaufnahme des Beschwerde-

führers im Altersheim im Oktober 2010 begonnen habe. Auch wenn die 

Trennung erst nach der Einbürgerung erfolgt sei, könne nicht davon aus-

gegangen werden, dass die Ehe im Zeitpunkt der Einbürgerung noch stabil 

und zukunftsgerichtet im Sinne des Bürgerrechtsgesetzes gewesen sei.  

In ihrer Vernehmlassung hebt die Vorinstanz hervor, dass die Differenzen 

der Ehegatten betreffend die Unterstützung der Familie des Beschwerde-

führers in Pakistan die Ehe belastet hätten. Aus den Akten des Schei-

dungsverfahrens ergebe sich, dass die Arbeitsaufnahme des Beschwerde-

führers für seine Ex-Ehefrau schwierig gewesen sei, weil sie unter gesund-

heitlichen Problemen leide und die Unterstützung durch den Beschwerde-

führer wichtig gewesen sei; dies müsse zu einer Belastung der Beziehung 

geführt haben. Der Zerrüttungsprozess habe spätestens mit dem Antritt der 

Stelle als Pflegehelfer im Juni 2010 begonnen. Es sei wenig glaubhaft, 

dass die ernsthaften Probleme wegen der unterschiedlichen Auffassungen 

zu Schulmedizin/Alternativmedizin erst nach 3 ¼ Jahren Berufstätigkeit 

beim Wechsel in die Ausbildung zum Fachmann Gesundheit begonnen 

hätten. 

9.2 Der Beschwerdeführer hält dem in der Beschwerde im Wesentlichen 

entgegen, die Ehe sei zwar nicht konfliktfrei gewesen, ernsthafte Probleme 

hätten sich jedoch erst ergeben, als er im Jahre 2013 die Ausbildung zum 

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Seite 10 

Fachmann Gesundheit absolviert habe. Seine Ex-Ehefrau lehne die Schul-

medizin ab, er selbst nicht. Streit habe es auch über die richtige Behand-

lungsmethode und deren Finanzierung für seine in Pakistan lebende Mut-

ter gegeben. Zur eigentlichen Eskalation sei es im Jahr 2014 gekommen, 

als er von einem Verwandten seiner Ex-Ehefrau beschimpft worden sei. 

Dass seine Ehefrau nicht für ihn Partei ergriffen habe, sei ein derartiger 

Vertrauensbruch gewesen, dass sie sich wenige Tage später, am 21. Mai 

2014, getrennt hätten. Zum Zeitpunkt des Einbürgerungsverfahrens habe 

er davon ausgehen können, in einer stabilen, auf die Zukunft gerichtete 

Beziehung zu leben. 

10.  

Aus den Stellungnahmen des Beschwerdeführers und seiner Ex-Ehefrau 

im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens ergibt sich mit Blick auf den 

Verlauf der Ehe Folgendes. 

10.1 Der Beschwerdeführer beschrieb in seiner ersten Stellungnahme vom 

25. Oktober 2016 (Akten SEM 16), dass er seine Ex-Ehefrau bei ihren Pro-

jekten unterstützt hat (gesunde Ernährung, Spielgruppe). Mit der Zeit habe 

es immer mehr Meinungsverschiedenheiten gegeben. Da er sich zu Beginn 

noch nicht mit den schweizerischen Gepflogenheiten ausgekannt habe, 

habe er sich nach ihren Bedürfnissen gerichtet. Dies habe sich geändert, 

je länger er in der Schweiz gewesen und je selbständiger er geworden sei. 

Im Zusammenhang mit seiner Ausbildung zum Fachmann Gesundheit in 

einem Altersheim ab 2013 sei es zu unschönen Diskussionen gekommen, 

weil seine Ex-Ehefrau die Schulmedizin abgelehnt habe. Ferner habe 

seine Ex-Ehefrau nicht verstanden, dass es in seiner Kultur selbstverständ-

lich sei, die Familie zu unterstützen. Seine Ex-Ehefrau habe von ihm er-

wartet, hauptsächlich für sie da zu sein. Sie hätte es lieber gesehen, wenn 

er nur ein kleineres Pensum im Pflegebereich gehabt hätte, damit er sie in 

ihren Projekten finanziell und praktisch hätte unterstützen können. Für ihn 

sei aber seine Ausbildung wichtig gewesen, weil es für ihn undenkbar wäre, 

seine Familie nicht zu unterstützen, und weil sie ihm auch eine gewisse 

Freiheit gegeben habe. Die Ausbildung habe nicht viel Zeit für die Partner-

schaft übriggelassen, zumal er, um Zeit zu sparen, auch ab und zu im Al-

tersheim übernachtet habe. Als seine Mutter Anfang 2014 schwer krank 

geworden sei, sei er nach Pakistan gereist und habe sie auch finanziell 

unterstützt. Dies habe seine Ex-Ehefrau nicht gutgeheissen, weil sie gegen 

die schulmedizinische Behandlung gewesen sei. Es sei deswegen und 

auch wegen der Unterstützung seiner arbeitslosen Brüder immer häufiger 

zu Auseinandersetzungen gekommen. Dies sei für ihn sehr schmerzhaft 

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Seite 11 

gewesen, und er habe sich ungerecht behandelt gefühlt, da er sowohl für 

seine Ex-Frau in der Schweiz als auch für seine Familie in Pakistan nur 

das Beste gewollt habe. Aufgrund dieser Meinungsverschiedenheiten hät-

ten sie sich entschieden, sich vorübergehend zu trennen. Alle Versuche, 

sich einander wieder anzunähern, seien erfolglos gewesen. Daher hätten 

sie sich zur Scheidung entschlossen. 

In seiner zweiten Stellungnahme vom 25. November 2016 (Akten SEM 18) 

betonte der Beschwerdeführer auf Nachfrage der Vorinstanz, dass die Mei-

nungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit der Verschlechterung des 

Gesundheitszustands seiner Mutter 2014 gestanden hätten. Die Kritik sei-

ner Ex-Ehefrau an der Unterstützung seiner Mutter habe ihn sehr verletzt. 

Wegen ihrer Ablehnung der Schulmedizin habe seine Ex-Ehefrau auch 

seine Tätigkeit im Altersheim kritisiert. Sie habe gewollt, dass er weniger 

arbeite und sich dafür mehr in ihren Projekten engagiere. Das sei für ihn 

nicht in Frage gekommen, weil für ihn das Einkommen wichtig gewesen 

sei. Die unterschiedlichen Meinungen über die medizinische Versorgung 

sei eigentlich das einzige Problem gewesen. Ansonsten hätten sie es gut-

gehabt. 

10.2 Die Ex-Ehefrau nahm am 4. Januar 2017 und am 29. Januar 2017 

(Akten SEM 22 und 24) zu den Fragen der Vorinstanz Stellung. Es habe 

immer Schwierigkeiten, z.B. «Sprach- und Kultur-Stolpersteine», in der 

Ehe gegeben. Lange habe die Liebe alles besiegt. Ein Lächeln, eine liebe-

volle Umarmung, ein Tag Freizeit, Gespräche mit Freunden, gegenseitige 

Liebesbriefe hätten genügt. Sie habe das grosse Glück gehabt, etwa drei 

Jahre fast die ganze Zeit mit ihrem Ex-Ehemann zusammen gewesen zu 

sein. Sie habe ihn bei der Stellensuche und während seiner Ausbildung 

unterstützt. Sie sei dann immer mehr alleine gewesen. Auf die Frage, wel-

che Schwierigkeiten in der Ehe aufgetreten seien, nannte die Ex-Ehefrau 

die finanzielle Unterstützung der Verwandten in Pakistan («Dauerbren-

nerthema») und die Frage, wieviel Zeit und Geld für ihre Partnerschaft 

bliebe. Dass ihre Vorstellungen zu letzterem Punkt ziemlich unterschiedlich 

gewesen seien, hätten sie erst (zu) spät bemerkt. Sie hätten auch immer 

wieder über die richtige Behandlung der Erkrankung ihrer Schwiegermutter 

gestritten. Ernsthafte Streitigkeiten seien allerdings erst kurz vor der Tren-

nung aufgetreten. Konkreter Anlass für die Trennung sei ein Vorfall gewe-

sen, als einer ihrer Verwandten ihren Ex-Mann beschimpft habe, und sie 

nicht Partei für ihn ergriffen habe. Das habe er ihr nie verziehen. Daraufhin 

sei er ausgezogen. 

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Seite 12 

11.  

11.1 Zwischen dem Zeitpunkt der Einbürgerung am 4. April 2012 und der 

(faktischen) Trennung am 21. Mai 2014 liegen gut zwei Jahre. Mit Blick auf 

die zitierte Rechtsprechung (E. 7.1) erscheint die Dauer von mehr als zwei 

Jahren zwischen erleichterter Einbürgerung und Trennung zu lang, als 

dass von einer hinreichend raschen chronologischen Verkettung ausge-

gangen werden könnte, die eine tatsächliche Vermutung zulasten des Be-

schwerdeführers zu begründen vermöchte. Eine zuvor im Sinn des Bürger-

rechtsgesetzes intakte Ehe kann auch ohne ein ausserordentliches Ereig-

nis innerhalb der fraglichen Zeitspannen scheitern. Kann die Vorinstanz je-

doch die mit der natürlichen Vermutung verbundene Beweiserleichterung 

nicht in Anspruch nehmen, hat sie den Vollbeweis für die Erschleichung der 

erleichterten Einbürgerung zu erbringen. Dieser Beweis kann durch Indi-

zien geführt werden. Allerdings darf ein doloses Verhalten nicht leichthin 

angenommen werden. Es braucht klare und unzweideutige Indizien, dass 

zum massgebenden Zeitpunkt keine intakte Ehe (mehr) bestand und die 

Behörden darüber getäuscht wurden (vgl. Urteil des BVGer F-3141/2018 

vom 23. April 2019 E. 11.3 m.H.). 

11.2 In der vorliegenden Streitsache sind derartige klare Indizien ersicht-

lich. Sie ergeben sich daraus, dass der Beschwerdeführer und seine Ex-

Ehefrau lange Zeit vor der Abgabe der gemeinsamen Erklärung am 8. Feb-

ruar 2012 in zentralen Bereichen des gemeinsamen Lebens erhebliche 

Meinungsverschiedenheiten bzw. Konflikte hatten.  

11.2.1 Ein Bereich betrifft die Partnerschaft selbst und die Frage, wieviel 

Zeit die Ehegatten dafür aufwenden sollten. In den ersten Jahren ihrer Ehe 

(ab 22. März 2007) verbrachten sie den weitaus grössten Teil der Zeit ge-

meinsam. Als der Beschwerdeführer im Frühjahr 2010 eine Erwerbstätig-

keit mit einem Pensum von 90 % aufnahm, stellte dies eine grosse Umstel-

lung dar, mit der die Ex-Ehefrau nach eigenem Bekunden Mühe hatte. Sie 

hätte es bevorzugt, wenn er mehr Zeit mit ihr verbracht und sich in ihren 

Projekten engagiert hätte. Für den Beschwerdeführer hingegen war seine 

Ausbildung sehr wichtig, um seine Familie in Pakistan unterstützen zu kön-

nen. Die Ausbildung liess nicht viel Zeit für die Partnerschaft, zumal der 

Beschwerdeführer ab und zu auch im Altersheim übernachtete, um Zeit zu 

sparen. Die Ausbildung und die damit verbundene Abwesenheit von zu-

hause gewährte ihm überdies eine gewisse Freiheit.  

F-3145/2018 

Seite 13 

Der Beschwerdeführer fühlte sich offenbar durch die Ansprüche seiner da-

maligen Ehefrau an die Beziehung eingeschränkt. So erklärte er gegen-

über der Vorinstanz, dass er sich zunächst an die Wünsche seiner damali-

gen Ehefrau angepasst habe. Je selbständiger er durch die fortschreitende 

Integration in der Schweiz geworden sei, desto mehr hätten die Meinungs-

verschiedenheiten zugenommen. Zudem genoss er offenbar auch die Frei-

heiten von der Beziehung, die ihm die Ausbildung ermöglichte. Diese Um-

stände belegen deutlich die Spannungen in der Ehe sowie eine gewisse 

Entfremdung der Ehegatten.  

Bei dieser Ausgangslage kann die Begebenheit im Jahr 2014, als ein Ver-

wandter der damaligen Ehefrau den Beschwerdeführer beschimpfte und 

diese nicht eingriff (vgl. E. 10.2 am Ende), was kurz darauf zur äusserlichen 

Trennung führte, nicht als Auslöser für das Scheitern der Ehe betrachtet 

werden. Im Gegenteil bildet dieses Vorkommnis den Schlusspunkt eines 

Zerrüttungsprozesses, der schon viel früher, jedenfalls vor dem 8. Februar 

2012, eingesetzt haben muss. Anders lässt sich nicht erklären, dass ein 

Ehepartner nicht Partei ergreift, wenn sein (ausländischer) Ehegatte von 

einem Verwandten aus der eigenen Familie beschimpft wird. Die Begrün-

dung der Ex-Ehefrau, sie habe aus Angst nicht interveniert, vermag jeden-

falls nicht zu überzeugen. Vielmehr muss angenommen werden, dass die 

Ehe in jenem Zeitpunkt schon lange nicht mehr zu retten war und die Epi-

sode der Beschimpfung durch den Verwandten das Fass zum Überlaufen 

gebracht hatte. Die Behauptung des Beschwerdeführers, die Eheprobleme 

hätten erst begonnen, als er die Ausbildung zum Fachmann Gesundheit 

angetreten habe (Herbst 2013), und diese hätten sich dann im Zusammen-

hang mit der Erkrankung seiner Mutter Anfang 2014 akzentuiert, erscheint 

vor diesem Hintergrund nicht glaubhaft. Dies umso weniger, als die Bewoh-

ner des Pflegeheims, in dem der Beschwerdeführer seit April 2010 (zu-

nächst als Praktikant) tätig war, ebenfalls nach schulmedizinischen Grund-

sätzen behandelt wurden; der Streit um den Nutzen bzw. Schaden der 

Schulmedizin hätte sich somit schon damals entzünden können bzw. müs-

sen. 

11.2.2 Zu Konflikten kam es auch immer wieder im Zusammenhang mit der 

finanziellen Situation der Ehegatten. Dabei ging es sowohl um die Unter-

stützung der Familie des Beschwerdeführers in Pakistan (arbeitslose Brü-

der, kranke Mutter) als auch um die Frage, wieviel des Einkommens (noch) 

für die Ehegatten zur Verfügung stand. Die damalige Ehefrau vertrat die 

Auffassung, der Beschwerdeführer wende zu viel Geld für seine Familie in 

F-3145/2018 

Seite 14 

Pakistan auf. Für den Beschwerdeführer hingegen war die Hilfe selbstver-

ständlich und notwendig. 

Erfahrungsgemäss belasten Konflikte betreffend die Verwendung finanzi-

eller Mittel eine Beziehung sehr, insbesondere dann, wenn eine Schwie-

gerfamilie involviert ist. Weder der Beschwerdeführer noch seine Ex-Ehe-

frau nannten bezüglich dieses Konflikts konkrete Daten; immerhin aber be-

zeichnete die Ex-Ehefrau das Thema als «Dauerbrenner». Angesichts der 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits ab Juni 2010 über ein eige-

nes Einkommen verfügte (Anstellung im Pflegeheim, zunächst befristet, 

dann unbefristet), ist anzunehmen, dass der Konflikt betreffend die finanzi-

elle Unterstützung seiner Familie in Pakistan knapp zwei Jahre später, am 

8. Februar 2012 (Abgabe der gemeinsamen Erklärung), längst virulent ge-

worden war.  

11.3 Aufgrund dieser Indizien ist davon auszugehen, dass die Ehe nicht 

mehr intakt und stabil im Sinne des (alten) Bürgerrechtsgesetzes war, als 

der Beschwerdeführer am 8. Februar 2012 die Erklärung zur ehelichen Ge-

meinschaft unterzeichnet hat. Indem er diesen Umstand gegenüber der 

Einbürgerungsbehörde nicht erwähnte, hat er sie über den Zustand der 

Ehe getäuscht und die erleichterte Einbürgerung im Sinne von Art. 41 

Abs. 1 aBüG erschlichen. 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz zwar zu Unrecht 

von der natürlichen Vermutung aufgrund der zeitlichen Abfolge der Ereig-

nisse ausgegangen ist. Trotzdem erweist sich die angefochtene Verfügung 

im Ergebnis als bundesrechtskonform (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist 

daher abzuweisen.  

13.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-3145/2018 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Beilage: Akten Ref-Nr. 

[…]) 

– den Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons Bern 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Barbara Kradolfer 

 

  

F-3145/2018 

Seite 16 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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