# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b326ae37-6ac8-58e4-a9c1-3eb1f8989641
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.04.2025 F-1590/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1590-2025_2025-04-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1590/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A p r i l  2 0 2 5    

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richterin Aileen Truttmann,    

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,   

vertreten durch Ivan Stepic,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum Region Zürich,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren) und Datenänderung im Zentralen Migrati-

onssystem (ZEMIS);  

Verfügung des SEM vom 26. Februar 2025 / N (…) 

 

 

 

F-1590/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer – ein afghanischer Staatsangehöriger – suchte 

am 20. Januar 2025 in der Schweiz um Asyl nach. Ein Abgleich mit der 

europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 

12. Dezember 2024 in Bulgarien aufgegriffen worden war und dort am 

19. Dezember 2024 bereits ein Asylgesuch gestellt hatte. 

A.b Am 22. Januar 2025 richtete die Vorinstanz ein Informationsersuchen 

an die bulgarischen Behörden. Am 24. Januar 2025 teilten diese mit, der 

Beschwerdeführer (mit dem Geburtsdatum 12. April 2006 registriert) sei 

nach seinem Asylgesuch vom 19. Dezember 2024 am 30. Dezember 2024 

untergetaucht. Über sein Asylgesuch sei noch kein Entscheid gefällt und er 

sei nicht aus Bulgarien weggewiesen worden. Er verfüge über keine Auf-

enthaltsbewilligung oder Reisedokumente der bulgarischen Behörden. Be-

weismittel habe er keine eingereicht und ein Altersgutachten sei nicht 

durchgeführt worden.  

A.c Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 3. Februar 2025 

im Rahmen der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsu-

chende (nachfolgend: Erstbefragung UMA) das rechtliche Gehör zu einem 

allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der Überstellung 

nach Bulgarien, dessen Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs 

grundsätzlich in Frage komme. 

A.d Gleichentags reichte der Beschwerdeführer eine Kopie seines Impf-

ausweises zu den Akten. 

A.e Am 5. Februar 2025 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 

das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Änderung seines Geburtsdatums 

im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den 1. Januar 

2007 (anstatt (…) 2009 wie von ihm angegeben). Er nahm mit Schreiben 

vom 12. Februar 2025 Stellung. Gleichentags passte die Vorinstanz sein 

Geburtsdatum im ZEMIS auf den 1. Januar 2007 an und versah es mit 

einem Bestreitungsvermerk.  

A.f Am 21. Februar 2025 ersuchte die Vorinstanz die bulgarischen Behör-

den um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 

Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

F-1590/2025 

Seite 3 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO). Die bulgarischen Behörden hiessen das Wiederauf-

nahmeersuchen am 26. Februar 2025 gut. 

A.g Mit Schreiben vom 26. Februar 2025 reichte der Beschwerdeführer ein 

Duplikat seiner Tazkira sowie ein Schulzeugnis der 6. Klasse (beides in 

Kopie) als weitere Beweismittel ein. 

A.h Mit Verfügung vom 26. Februar 2025 – eröffnet am 27. Februar 2025 – 

trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, 

ordnete seine Überstellung nach Bulgarien an und forderte ihn auf, die 

Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Als Ge-

burtsdatum wurde im ZEMIS der 1. Januar 2007 erfasst und ein Bestrei-

tungsvermerk angebracht. 

B.  

B.a Mit Rechtsmitteleingabe vom 6. März 2025 liess der Beschwerdeführer 

beim Bundesverwaltungsgericht beantragen, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben, auf sein Asylgesuch sei einzutreten und das nationale 

Asylverfahren sei in der Schweiz durchzuführen. Eventualiter sei die Sache 

zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts und Neubeurteilung – insbe-

sondere zur Einholung eines Altersgutachtens – an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Die Vorinstanz sei ferner anzuweisen, sein Geburtsdatum im 

ZEMIS auf den (…) 2009 anzupassen. Der Beschwerde sei die aufschie-

bende Wirkung zu erteilen und im Sinne einer vorsorglichen Massnahme 

seien die Vorinstanz und die Vollzugsbehörden anzuweisen, bis zu einem 

Entscheid über die Beschwerde von jeglichen Vollzugshandlungen abzu-

sehen. Überdies sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-

zichten und ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.  

B.b Am 10. März 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an. 

B.c Mit Eingabe vom 27. März 2025 reichte der Beschwerdeführer die Ein-

gangsbestätigung betreffend eine Gefährdungsmeldung an die Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) B._______ (datierend vom 

7. März 2025) zu den Akten.  

 

 

F-1590/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die vorliegende Beschwerde 

richtet sich sowohl gegen den Nichteintretensentscheid des SEM betref-

fend das Asylgesuch (Dublin-Verfahren) als auch gegen die Änderung der 

ZEMIS-Eintragung (betreffend das Geburtsdatum respektive Alter des Be-

schwerdeführers). Betreffend letztgenannte Materie entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht nicht endgültig (vgl. Rechtsmittelbelehrung).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG, Art. 50 VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht verzichtet gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG auf die Durchführung eines Schriftenwechsels. 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

F-1590/2025 

Seite 5 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens 

(Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-

keitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).  

3.3 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat, sofern es dem Wohl des Minderjährigen 

dient. Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger unter achtzehn Jah-

ren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Minderjährige sind 

vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, 

Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8). 

4.  

Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob die Vorinstanz die Minderjährigkeit 

des Beschwerdeführers verneinen durfte, ohne zur weiteren Abklärung des 

diesbezüglichen Sachverhalts ein medizinisches Altersgutachten erstellen 

zu lassen, wie dies der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme zum 

rechtlichen Gehör vom 12. Februar 2025 beantragt hatte und auf Be-

schwerdeebene mit Blick auf den Untersuchungsgrundsatz rügt. 

4.1 Die Behörde nimmt die ihr angebotenen Beweise ab, wenn zur Abklä-

rung des Sachverhalts tauglich erscheinen (Art. 33 Abs. 1 VwVG). Daraus 

folgt im Umkehrschluss, dass die Behörde nur dann von der Abnahme be-

antragter Beweismittel absehen darf, wenn sie auf Grund der bereits abge-

nommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne in Willkür zu 

verfallen nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon auszugehen ist, 

dass ihre Erkenntnis durch die beantragten weiteren Beweiserhebungen 

nicht geändert würde (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3 m.H.). 

Gleichsam erschöpft sich die behördliche Pflicht zur Sachverhaltsabklä-

rung von Amtes wegen (Art. 12 VwVG), wenn der rechtserhebliche Sach-

verhalt bewiesen ist oder in antizipierter Beweiswürdigung willkürfrei aus-

geschlossen werden kann, dass weitere Abklärungen zu einem entschei-

denden Erkenntnisgewinn führen würden (Urteil des BVGer F-5625/2020 

vom 18. November 2020 m.H.a. BVGE 2015/1 E. 4.2).   

F-1590/2025 

Seite 6 

4.2 Im Asylverfahren ist die Minderjährigkeit – der allgemeinen asylrechtli-

chen Beweisregel folgend – von der beschwerdeführenden Person zumin-

dest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.3 m.w.H.). Im Rahmen 

einer Gesamtwürdigung ist eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte vor-

zunehmen, die für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersanga-

ben sprechen. Wesentlich sind dabei als für echt befundene Identitätspa-

piere oder Angaben der betroffenen Person (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.5 

m.w.H.).  

4.2.1 Liegen – wie in casu – keine Reise- oder Identitätspapiere vor, ver-

langt die konstante Rechtsprechung, bei der Einschätzung des Alters von 

angeblich minderjährigen Asylsuchenden eine Gesamtwürdigung vorzu-

nehmen (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.5). Im Rahmen der Gesamtwürdigung 

sind alle Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden 

Altersangabe sprechen, gegeneinander abzuwägen (vgl. BVGE 2018 VI/3 

E. 4.2.3; 2009/54 E. 4.1; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-

rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3). Namentlich 

sind dabei die protokollierten Aussagen zu den persönlichen Lebensum-

ständen zu berücksichtigen. Von Interesse sind insbesondere die Angaben 

zum Alter, zu Identitätspapieren respektive den Gründen für deren Nicht-

einreichung, zu den familiären Umständen, zum Schulbesuch, zu Berufs-

bildung/Berufstätigkeit, zu den Ausreiseumständen sowie gegebenenfalls 

länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunftsgebiet (vgl. BVGE 

2023 VI/4 E. 6.5 m.w.H.).  

4.2.2 Im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung kann im vorliegenden Kon-

text mit Unterstützung wissenschaftlicher Methoden abgeklärt werden, ob 

die Altersangabe der asylsuchenden Person ihrem tatsächlichen Alter ent-

spricht (Art. 7 Abs. 1 AsylV 1; vgl. auch Art. 17 Abs. 3bis AsylG). Auch das 

Resultat eines Altersgutachtens stellt bei der Beurteilung der Frage der 

Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährigkeit ein im Rahmen 

der Gesamtbetrachtung zu berücksichtigendes Element dar (vgl. Urteil des 

BVGer F-3255/2020 vom 2. Juli 2020 E. 7.2; ferner BVGE 2019 I/6 

E. 6.1 ff.). 

4.3  

4.3.1 Es ist an dieser Stelle zunächst festzuhalten, dass der Beschwerde-

führer sein geltend gemachtes Geburtsdatum nicht anhand rechtsgenügli-

cher Identitätsdokumente zu belegen vermag. Weiter ist der Vorinstanz da-

hingehend zuzustimmen, dass die Angaben zu seiner Schulbildung und 

seinem Reiseweg äusserst vage ausgefallen sind und er dies mit seinem 

F-1590/2025 

Seite 7 

Verweis auf den sozio-kulturellen Kontext und seine rudimentäre Schulbil-

dung höchstens ansatzweise zu relativieren vermag. Auch die Ausführun-

gen hinsichtlich der Registrierung in Bulgarien können entgegen dem Be-

schwerdeführer nicht als durchwegs glaubhaft qualifiziert werden und wei-

sen, wie die Vorinstanz bemerkt hat, Widersprüche auf. So hat er in der 

Erstbefragung UMA etwa angegeben, er sei von den bulgarischen Behör-

den nur nach seinem Vor- und Nachnamen, nicht aber nach dem Geburts-

datum gefragt worden, nur um dann anlässlich der Stellungnahme zum 

rechtlichen Gehör auszuführen, er habe der bulgarischen Polizei gesagt, 

er sei sechzehn Jahre alt und sei bloss aufgrund eines versehentlichen 

Fehlers des Dolmetschers als Zwanzigjähriger registriert worden. 

4.3.2 Aus dem Impfausweis, den die Vorinstanz zumindest als schwaches 

Indiz für die Minderjährigkeit qualifiziert hat, geht für das Gericht indessen 

eindeutig der (auch vom Beschwerdeführer geltend gemachte) 10.12.1387 

als Geburtsdatum hervor. Zwar könnte die zweite Ziffer des Datums per-

sisch als 5 gelesen werden. Dies ist angesichts des Umstandes, dass die 

restlichen Ziffern aber eindeutig als arabische Zahlen erkennbar sind, we-

nig wahrscheinlich. 

4.3.3 Hinsichtlich der Kopie des Tazkira-Duplikats wie auch des Schulzeug-

nisses ist festzustellen, dass diese Unterlagen von der Rechtsvertretung 

des Beschwerdeführers am 26. Februar 2025 eingereicht wurden und am 

27. Februar 2025 – mithin bloss einen Tag vor Erlass der angefochtenen 

Verfügung – von der Vorinstanz zu den Akten genommen wurden. Vor die-

sem Hintergrund ist zweifelhaft, ob der Vorinstanz mit Blick auf den ihr zu-

kommenden Untersuchungsgrundsatz eine rechtsgenügliche Würdigung 

dieser Beweismittel möglich war. Jedenfalls beschränkt sie sich in der an-

gefochtenen Verfügung darauf, die diesbezüglichen Erläuterungen des Be-

schwerdeführers wiederzugeben, um sodann gleich nachzuschicken, dass 

damit keine neuen wesentlichen Feststellungen vorgebracht worden seien 

und den beiden neuen Beweismitteln ein geringer Beweiswert zukomme. 

Unklar bleibt, ob sie eine Übersetzung des Tazkira-Duplikats vorgenom-

men hat und sie die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdefüh-

rers hierzu teilt, respektive wie sie dieses Beweismittel im Hinblick auf 

frühere (protokollierte) Aussagen zum Geburtsdatum beziehungsweise zu 

seiner Biographie einordnet. Das vom Beschwerdeführer eingereichte 

Schulzeugnis ist schliesslich in den vorinstanzlichen Akten nicht auffindbar. 

Zwar erscheint im Aktenverzeichnis des Dossiers ein Eintrag mit der Be-

zeichnung «Schulzeugnis des Gesuchstellers von der 6. Klasse», indes-

sen findet sich unter besagtem Aktenzeichen ein Schreiben der 

F-1590/2025 

Seite 8 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers betreffend die Einreichung von 

Beweismitteln. Die Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang ausdrücklich 

auf die ihr obliegende Pflicht zur korrekten Aktenführung hinzuweisen (vgl. 

BGE 138 V 218 E. 8.1.2).  

4.4  

4.4.1 Angesichts dessen verbleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz in antizi-

pierter Beweiswürdigung von der beantragten Einholung eines medizini-

schen Altersgutachtens absehen durfte, in der Annahme, der Beschwerde-

führer sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit volljährig, wobei das Gut-

achten daran nichts zu ändern vermöge. 

4.4.2 Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Verneinung der vom Be-

schwerdeführer behaupteten Minderjährigkeit einen gravierenden Eingriff 

in dessen Rechtsposition darstellt. Nebst den Sonderbehandlungsansprü-

chen für Minderjährige nach Dublin-III-VO und Asylgesetz – namentlich 

nach Art. 8 Abs. 4 Dublin-VO-III, dessen Anwendbarkeit auf die vorliegende 

Streitsache eine vorrangige Zuständigkeit der Schweiz begründen würde – 

verliert er seine durch das Übereinkommen über die Rechte des Kindes 

(Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) geschützte Stellung als Kind. 

Entsprechend akzentuiert sich die behördliche Untersuchungspflicht und 

gebietet – im Grundsatz – einen möglichst adäquaten Einbezug der zur 

Verfügung stehenden Untersuchungsmittel (vgl. zum Ganzen Urteil des 

BVGer E-5167/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 5.2; vgl. auch «Comittee on 

the Rights of the Child» [CRC-Ausschuss], A.M. vs. Schweiz Nr. 80/2019 

vom 29. Mai 2024). Gleichsam ist aus gehörsrechtlicher Perspektive ein 

graduell erhöhtes Mass an Zurückhaltung geboten, wenn es darum geht, 

anerbotene Beweismittel für die Minderjährigkeit in antizipierter Beweis-

würdigung aus dem Recht zu weisen. 

4.5  

4.5.1 Vorliegend ist der Auffassung der Vorinstanz, aufgrund der gegebe-

nen Aktenlage könne willkürfrei auf das vom Beschwerdeführer beantragte 

Altersgutachten verzichtet, und entsprechend dessen Volljährigkeit ange-

nommen werden, nicht zu folgen. In Anbetracht der Umstände des vorlie-

genden Einzelfalls reichten die vorinstanzlich festgestellten Widersprüche 

in den Angaben des Beschwerdeführers für sich allein nicht aus, um mit 

der nötigen Zuverlässigkeit von einem bestimmten Alter des Beschwerde-

führers ausgehen zu dürfen. Bei objektiver Betrachtung spricht daher die 

Indizienlage im Rahmen der vorzunehmenden Gesamtbetrachtung nicht 

derart klar gegen die vom Beschwerdeführer behauptete Minderjährigkeit, 

F-1590/2025 

Seite 9 

dass diese bereits aufgrund der Akten als unglaubhaft zu qualifizieren wäre 

und das beantragte medizinische Altersgutachten ungeachtet seines Er-

gebnisses von vornherein nichts mehr an dieser Beurteilung zu ändern ver-

möchte. Dies umso mehr, als sich nach Ansicht des Gerichts die Indizien-

lage verglichen mit ähnlich gelagerten Fällen, in welchen die Vorinstanz 

jeweils von sich aus ein Altersgutachten veranlasst hat, nicht dergestalt an-

ders präsentiert, um im vorliegenden Fall ein Abweichen von besagter Ver-

waltungspraxis zu rechtfertigen.  

4.5.2 Nach dem Gesagten hätte die Vorinstanz aufgrund der Aktenlage ein 

medizinisches Altersgutachten veranlassen müssen. Mithin hat sie die ihr 

obliegende Pflicht zur vollständigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts verletzt, indem sie in antizipierter Beweiswürdigung von der 

Einholung des beantragten Altersgutachtens absah. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere dann angezeigt, wenn weitere, potentiell 

rechtserhebliche Tatsachen festgestellt werden müssen und ein umfassen-

des Beweisverfahren durchzuführen ist (vgl. BVGE 2012/21 E. 5 m.w.H.). 

In casu ist dies der Fall, weshalb eine Kassation der angefochtenen Verfü-

gung angezeigt ist. 

5.2 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Erhebung des rechtser-

heblichen Sachverhalts und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. 

5.3 Der am 10. März 2025 verfügte Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegen-

den Urteil dahin. 

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch des Beschwerdeführers um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung wird damit gegenstandslos. 

6.2 Dem Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung auszurichten, da 

es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung 

im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach 

F-1590/2025 

Seite 10 

Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater 

AsylG).  

(Dispositiv nächste Seite)  

  

F-1590/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

Die angefochtene Verfügung vom 26. Februar 2025 wird aufgehoben und 

die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und zu neuem Ent-

scheid an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2.  

Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteientschä-

digung zugesprochen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz, das General-

sekretariat des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) 

sowie die kantonale Migrationsbehörde. 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Andrea Beeler 

 

 

 

Versand: 

  

F-1590/2025 

Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann – soweit er die Datenänderung im ZEMIS 

beschlägt – innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn 

die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amts-

sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Par-

tei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).