# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8c239b1-354d-5fbe-b6ef-3c46d2dd93fd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.04.2024 100 2022 364
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-364_2024-04-08.pdf

## Full Text

100.2022.364U
STN/CHM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. April 2024

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Christen 

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Auflösung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Sicherheitsdirektion 
des Kantons Bern vom 1. November 2022; 2022.SIDGS.270)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.04.2024, Nr. 100.2022.364U, 
Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

Die philippinische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1980) heiratete am 
18. Januar 2018 in den Philippinen den Schweizer Bürger B.________ 
(Jg. 1961) und reiste am 24. Oktober 2018 in die Schweiz ein. Gestützt auf 
die Ehe erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung. Am 1. November 2020 löste 
das Ehepaar den gemeinsamen Haushalt auf. Die kinderlos gebliebene Ehe 
wurde am 15. März 2021 gerichtlich getrennt.

Am 23. März 2022 verweigerte die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Einwoh-
nerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), die Verlängerung der Auf-
enthaltsbewilligung von A.________ und wies sie unter Ansetzen einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 25. April 2022 Beschwerde 
bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Diese wies die 
Beschwerde mit Entscheid vom 1. November 2022 ab und setzte ihr eine 
neue Ausreisefrist auf den 20. Dezember 2022. Gleichzeitig hiess sie das 
Gesuch von A.________ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
teilweise gut und ordnete ihr die damalige Rechtsvertreterin amtlich bei.

C.

Hiergegen hat A.________ am 2. Dezember 2022 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzu-
heben und ihr sei die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Am 20. Dezem-
ber 2022 hat A.________ ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung ihres damaligen Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ein-
gereicht.

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Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 27. Dezember 2022 die Abwei-
sung der Beschwerde. Die EG Bern hat am 4. Januar 2023 unter Hinweis 
auf ihre Verfügung auf weitere Bemerkungen verzichtet. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutre-
ten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

2.1 Strittig sind die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 
Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz. Gemäss Art. 50 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus-
länderinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Inte-
grationsgesetz, AIG, SR 142.20) besteht der Bewilligungsanspruch trotz Auf-
lösens bzw. Scheiterns der Ehe verselbständigt weiter, wenn die Ehe-
gemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und (kumulativ) die In-
tegrationskriterien nach Art. 58a AIG erfüllt sind (vgl. BGE 140 II 289 
E. 3.5.3). Die Beschwerdeführerin reiste am 24. Oktober 2018 zu ihrem 

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Ehemann in die Schweiz ein. Gemäss gerichtlicher Trennungsvereinbarung 
leben die Eheleute seit dem 1. November 2020 getrennt (Akten EG Bern 
pag. 179). Die Ehegemeinschaft in der Schweiz hat damit weniger als drei 
Jahre gedauert. 

2.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde 
S. 3 f.) gilt die dreijährige Frist nach ständiger (publizierter) Rechtsprechung 
absolut (zutreffend angefochtener Entscheid E. 2.2; BGE 137 II 345 E. 3.1.3; 
BGer 2C_862/2021 vom 16.03.2022 E. 4.2). Eine gute Integration der Be-
schwerdeführerin vermöchte nichts zu ändern, müssen doch die Vorausset-
zungen der Dreijahresdauer und der erfolgreichen Integration kumulativ er-
füllt sein (vgl. vorne E. 2.1). 

3.

Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz habe wichtige persönli-
che Gründe nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG zu Unrecht verneint 
(sog. nachehelicher Härtefall).

3.1 Ein nachehelicher Härtefall nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AIG liegt vor, 
wenn wichtige persönliche Gründe den weiteren Aufenthalt in der Schweiz 
erforderlich machen. Diese Bestimmung bezweckt, schwerwiegende Härte-
fälle bei der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu vermeiden. Wichtige 
persönliche Gründe können gemäss Art. 50 Abs. 2 AIG namentlich vorlie-
gen, wenn die Ehefrau oder der Ehemann Opfer ehelicher Gewalt wurde, die 
Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder (alternativ oder kombiniert) 
die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint 
(BGE 140 II 129 E. 3.5, 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 E. 5.3 [Pra 99/2010 
Nr. 49]). Ein wichtiger persönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen 
Umständen ergeben. Bei der Beurteilung sind sämtliche Aspekte des Einzel-
falls mitzuberücksichtigen, namentlich der Grad der Integration, die Respek-
tierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Ver-
hältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz und der Gesundheits-
zustand sowie die Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft 
geführt haben (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.2 f.). Als Richtlinie 

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bleibt indes Folgendes zu beachten: Der Gesetzgeber setzt für einen nach-
ehelichen Härtefall voraus, dass die Konsequenzen für das Privat- und Fa-
milienleben der ausländischen Person von erheblicher Intensität sind. Diese 
Folgen müssen mit der Lebenssituation verbunden sein, die nach Dahinfal-
len der aus der Ehegemeinschaft abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 
entstanden ist (BGE 143 I 21 E. 4.2.2, 140 II 289 E. 3.6.1, 139 II 393 E. 6). 
Hat sich die ausländische Person nur kürzere Zeit in der Schweiz aufgehal-
ten und keine engen Beziehungen zum Land geknüpft, hat sie keinen An-
spruch auf weiteren Verbleib, sofern sie sich ohne besondere Probleme er-
neut im Herkunftsland integrieren kann (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 
E. 3.2.3). Hierbei ist entscheidend, ob die persönliche, berufliche und famili-
äre Wiedereingliederung als stark gefährdet erscheint und nicht, ob ein Le-
ben in der Schweiz einfacher wäre (BVR 2010 S. 481 E. 5.1.1; zum Ganzen 
etwa VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.1).

3.2 Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, die Vorinstanz 
habe die Auswirkungen der erlittenen psychischen Unterdrückung nicht kor-
rekt gewürdigt (Beschwerde S. 6). Sie sei von ihrem Ehemann regelmässig 
bedroht und «als Mensch zweiter Klasse behandelt» worden. Sie hätten un-
terschiedliche Auffassungen von der Rolle der Frau in der Ehe gehabt, 
wodurch sie als Ehefrau systematisch unterdrückt und schikaniert worden 
sei. Sie habe zudem in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Ehemann 
gestanden, was von diesem ausgenutzt worden sei (Beschwerde S. 6).

3.2.1 Eheliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung mit dem Ziel, 
Macht und Kontrolle auszuüben (BGE 138 II 229 E. 3.2.1). Die anhaltende, 
erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der be-
troffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftiger-
weise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtli-
chen Gründen die Ehe aufrechterhält und in einer ihre Menschenwürde und 
Persönlichkeit verneinenden Beziehung verharrt. Nicht jede unglückliche, 
belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung 
einer Beziehung vermag bereits einen nachehelichen Härtefall und ein wei-
teres Anwesenheitsrecht zu begründen (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2; zum 
Ganzen VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.2.1, 2020/110 vom 23.8.2021 
E. 3.2 [bestätigt durch BGer 2C_752/2021 vom 22.11.2021]).

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3.2.2 Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Unter-
suchungsgrundsatz; Art. 18 Abs. 1 VRPG). Sie sind gehalten, den rechtser-
heblichen Sachverhalt von sich aus richtig und vollständig abzuklären. Der 
Untersuchungsgrundsatz wird durch die Pflicht der Parteien ergänzt, an der 
Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, wenn sie aus einem Begehren 
eigene Rechte ableiten (Mitwirkungspflicht; Art. 20 Abs. 1 VRPG; vgl. für das 
Ausländerrecht auch Art. 90 AIG; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20 N. 1 f. und 13). 
Eine ausländische Person, die vorbringt, Opfer ehelicher Gewalt im Sinn von 
Art. 50 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Abs. 2 AIG zu sein, trifft eine weitreichende Mit-
wirkungspflicht; sie hat die eheliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft zu 
machen. Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle 
Spannungen genügen nicht. Wird häusliche Gewalt in Form psychischer Un-
terdrückung behauptet, müssen die Systematik der Misshandlung bzw. de-
ren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung 
objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden 
(vgl. Art. 77 Abs. 5 und 6 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulas-
sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]; VGE 2020/110 
vom 23.8.2021 E. 3.3 [bestätigt durch BGer 2C_752/2021 vom 22.11.2021]; 
zu den Beweisanforderungen BGE 142 I 152 E. 6.2 [Pra 106/2017 Nr. 63]; 
BGer 2C_45/2021 vom 12.3.2021 E. 3.4, 2C_682/2019 vom 26.2.2020 
E. 4.1 [zu VGE 2018/294 vom 28.6.2019]). 

3.2.3 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehe-
mann zumindest teilweise verschiedene Ansichten in finanziellen und religi-
ösen Fragen sowie hinsichtlich der ehelichen Aufgabenteilung hatten, was 
wiederholt zu Konflikten und Spannungen führte (vgl. Akten EG Bern 
pag. 171, 176 f.). Am 1. November 2020 (dem Tag der Auflösung des ge-
meinsamen Haushalts) kam es aufgrund eines Streits mit tätlicher Auseinan-
dersetzung zu einem Polizeieinsatz. Gemäss Polizeirapport räumte der Ehe-
mann ein, der Beschwerdeführerin zwei leichte Schläge auf den Hinterkopf 
gegeben zu haben. Nach Angaben des Ehemanns ging die Beschwerdefüh-
rerin anschliessend mit einem Küchenmesser auf ihn los und fügte ihm eine 
Schnittwunde am Unterarm zu. Die Beschwerdeführerin führte demgegen-
über aus, ihr Ehemann habe sie hart auf den Hinterkopf geschlagen. Dabei 
habe sie ein Küchenmesser in den Händen gehalten, woraufhin ihr Mann mit 

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dem Arm gegen das Messer gestossen sei (Akten EG Bern pag. 194 und 
225). Bei der polizeilichen Einvernahme erklärte die Beschwerdeführerin 
weiter, sie habe keine Trennungs- bzw. Scheidungsabsichten. Finanzielle 
oder psychische Abhängigkeiten existierten nicht, weil sie arbeite. Sie stelle 
sich vor, dass die Zukunft mit ihrem Mann gut werde, wenn er seine Prob-
leme ruhen lasse. Es käme zu Streitereien, es habe aber keine früheren Vor-
fälle von häuslicher Gewalt gegeben (Akten EG Bern pag. 144 f.). Die Kan-
tonspolizei erliess gleichentags eine Fernhalteverfügung, mit der sie der Be-
schwerdeführerin verbot, das eheliche Domizil vom 1. bis 15. November 
2020 zu betreten. Die Polizei konnte sich vor Ort und bei den Einvernahmen 
ein Bild von den Eheleuten und deren Beziehung machen und beschränkte 
sich in der Verfügung vom 1. November 2020 auf die Würdigung, eine Fern-
haltung (der Beschwerdeführerin) sei unumgänglich, damit «beide Parteien 
zur Ruhe kommen» (Akten EG Bern pag. 225 f.). Die Beratungsstelle Opfer-
hilfe nahm Kontakt mit der Beschwerdeführerin auf und informierte sie über 
die Leistungen der Opferhilfe. Zu einer Beratung kam es nicht, da sich die 
Beschwerdeführerin in der Folge nicht mehr meldete (vgl. Akten EG Bern 
pag. 162 und 191). Mit Trennungsvereinbarung vom 15. März 2021 bean-
tragten sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihr Ehemann der Staatsan-
waltschaft die provisorische Einstellung der in Zusammenhang mit dem Vor-
fall vom 1. November 2020 anhängig gemachten Strafverfahren gemäss 
Art. 55a Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0). 
Die Staatsanwaltschaft sistierte die Strafverfahren gegen die Beschwerde-
führerin wegen einfacher Körperverletzung (evtl. mit gefährlichem Gegen-
stand) und mehrfacher Drohung einerseits und gegen den Ehemann wegen 
Tätlichkeiten andererseits am 23. März 2021 antragsgemäss (Akten EG 
Bern pag. 214 ff.). Am 4. Februar 2022 stellte die Staatsanwaltschaft die 
Strafverfahren definitiv ein (Beilage 17 zur Eingabe der Beschwerdeführerin 
vom 5.9.2022 im vorinstanzlichen Verfahren, Akten SID act. 6A1). 

3.2.4 Gestützt auf den erstellten Sachverhalt ist von einem einmaligen Vor-
fall häuslicher Gewalt auszugehen. Auch eine systematische psychische Un-
terdrückung oder ein Abhängigkeitsverhältnis sind weder glaubhaft dargetan 
noch erstellt. Zu keinem anderen Schluss führt das eingereichte Schreiben 
der Mitbewohnerin der Beschwerdeführerin vom 2. Juli 2021, wonach die 
Beschwerdeführerin wegen eines zerbrochenen Glasdeckels habe weinen 

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müssen (Akten EG Bern pag. 196 f.). Dieser angebliche Vorfall steht in kei-
nem Zusammenhang mit der behaupteten ehelichen Gewalt. 

3.3 Die Beschwerdeführerin verweist weiter auf ihre Integration in der 
Schweiz. Sie sei während ihres Aufenthalts in der Schweiz stets einer Er-
werbstätigkeit nachgegangen und habe nie Sozialhilfe beansprucht (Be-
schwerde S. 6). Die Integrationsleistungen der Beschwerdeführerin hat 
bereits die Vorinstanz zu Recht anerkannt (vgl. angefochtener Entscheid 
E. 4.1). Nach eigenen Angaben arbeitet sie seit Januar 2024 bei einem 
Grossverteiler (Eingabe vom 22.12.2023, act. 12A). Einträge im Straf- oder 
Betreibungsregister sind keine aktenkundig (vgl. Akten EG Bern pag. 148, 
207). Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sie in der Schweiz auch 
sozial integriert ist. Sie lebt in einer neuen Partnerschaft mit einem Schweizer 
Bürger (vgl. Akten EG Bern pag. 60 ff.). Für sich allein vermögen diese In-
tegrationsleistungen jedoch keinen nachehelichen Härtefall zu begründen. 
Denn eine erfolgreiche Integration ist nach ständiger Praxis notwendige, 
aber keinesfalls hinreichende Bedingung für eine Bewilligungserteilung bzw. 
-verlängerung (vgl. BGer 2C_53/2023 vom 30.5.2023 E. 5.4; VGE 2021/327 
vom 24.5.2023 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 

3.4 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, dass eine Wie-
dereingliederung in ihrem Heimatland nicht mehr möglich wäre. In den Phi-
lippinen existiere das Konzept «Ehescheidung» nicht und es wäre für ihre 
Familie eine Schande, wenn sie als geschiedene und mittellose Frau in ihr 
Heimatland zurückkehren würde (Beschwerde S. 7). Das Bundesgericht 
kam in einem ähnlichen Fall zum Schluss, dass der dort betroffenen phi-
lippinischen Staatsangehörigen, deren Ehe in der Schweiz geschieden 
wurde, die Rückkehr ins Heimatland zumutbar ist (BGer 2C_942/2014 vom 
10.08.2015 E. 4.3). Mit der Vorinstanz ist auch bei der Beschwerdeführerin 
von intakten Wiedereingliederungsmöglichkeiten im Heimatland auszuge-
hen (angefochtener Entscheid E. 4.2.1 f.). Die 42-jährige Beschwerdeführe-
rin ist nach der Heirat (erst) vor vier Jahren in die Schweiz eingereist. Sie hat 
den überwiegenden Teil ihres Lebens in ihrer Heimat verbracht; die dort herr-
schenden Verhältnisse sind ihr bestens vertraut. Sie wird in den Philippinen 
auf ihre in der Schweiz gesammelte Berufserfahrung zurückgreifen können. 
Sie hat damit gute Voraussetzungen, sich im Heimatland beruflich einzuglie-

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dern. Darüber hinaus hält die Beschwerdeführerin den Kontakt zu ihrer Fa-
milie in den Philippinen nach wie vor telefonisch und mittels Geldsendungen 
aufrecht (vgl. Beschwerde S. 7). Aufgrund des unsubstanziiert gebliebenen 
pauschalen Hinweises auf den drohenden «Gesichtsverlust» kann daher 
nicht geschlossen werden, dass eine Annäherung wegen der Scheidung 
ausgeschlossen ist (angefochtener Entscheid E. 4.2.1). 

3.5 Nach dem Erwogenen stellen die von der Beschwerdeführerin vorge-
brachten Umstände weder je für sich allein noch zusammen betrachtet einen 
wichtigen Grund im Sinn von Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG dar. Die 
Vorinstanz hat einen nachehelichen Härtefall und damit einen Anspruch der 
Beschwerdeführerin zu Recht verneint.

4. 

Fehlt es an einem Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz, entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungs-
verlängerung (Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Die Vorinstanz hat 
eine ermessensweise Bewilligungsverlängerung ebenfalls verweigert (ange-
fochtener Entscheid E. 5). Dabei hat sie die massgebenden Gesichtspunkte 
und Interessen im Einklang mit der publizierten Praxis des Verwaltungsge-
richts vollständig einbezogen und zutreffend gewichtet, eingeschlossen die 
Aufenthaltsdauer, die Integration und die Wiedereingliederungsmöglichkeit 
im Heimatland. Die Vorinstanz hat das Ermessen nicht rechtsfehlerhaft aus-
geübt (vgl. zu den strengen Anforderungen BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 
S. 73 E. 3.3 f.).

5.

Zusammenfassend setzt die Beschwerdeführerin den durchwegs überzeu-
genden Erwägungen der Vorinstanz nichts Stichhaltiges entgegen. Die Be-
schwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist abzuweisen. 
Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in Zweierbesetzung 

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(Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Da die 
vorinstanzlich gesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss eine 
neue festzulegen (Art. 64 Abs. 1 AIG, vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). 

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin an sich kostenpflichtig und hat ihre Parteikosten selber zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Sie hat indes für das 
verwaltungsrechtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege und Bei-
ordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht. Der damalige 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat per Ende März 2023 seine An-
waltstätigkeit beendet und um Übertragung des amtlichen Mandats ersucht 
(vgl. act. 9 und 11).

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. 
Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den gleichen 
Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein Anwalt 
beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es 
rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, 
wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen. Das heisst, wenn Ge-
winnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder 
jene nur wenig geringer sind als diese (statt vieler BVR 2019 S. 128 E. 4.1; 
BGE 142 III 138 E. 5.1; weiterführend zum Ganzen Lucie von Büren, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 111 N. 29 ff.).

6.2 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat eingehend und 
zutreffend begründet, weshalb die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerde-
führerin nicht zu verlängern ist. Die umfassende vorinstanzliche Würdigung 

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wird durch die kaum substanziierten und unbelegten Darstellungen der Be-
schwerdeführerin nicht ernsthaft in Frage gestellt. Dass der Beschwerde un-
ter diesen Umständen kein Erfolg beschieden sein konnte, musste auch für 
die Beschwerdeführerin erkennbar sein. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen 
wäre. Mit Blick auf die Gesuchsabweisung braucht über den beantragten 
Wechsel der amtlichen Vertretung nicht entschieden zu werden. 

6.3 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im Endent-
scheid befunden wird und die Beschwerdeführerin deshalb keine Gelegen-
heit hatte, ihr Rechtsmittel nach Abweisung des Begehrens zurückzuziehen 
und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der 
üblichen Abschreibungsgebühr zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für 
das Gesuchsverfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege sind keine 
Kosten zu erheben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 21. Mai 2024.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden der Beschwerdeführe-
rin auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

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5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin (mit Eingabe der Sicherheitsdirektion vom 

29.12.2023 unter Beilage des Schreibens der Beschwerdeführerin vom 
22.12.2023)

- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Einwohnergemeinde Bern Einwohnerdienste, Migration und Fremden-

polizei (mit Eingabe der Sicherheitsdirektion vom 29.12.2023 unter Bei-
lage des Schreibens der Beschwerdeführerin vom 22.12.2023)

- Staatssekretariat für Migration

und mitzuteilen:
- Rechtsanwalt …

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.