# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca1e8944-d379-56c1-8f88-77febfe50efe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.06.2024 F-723/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-723-2024_2024-06-06.pdf

## Full Text

-  B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

  

 Abteilung VI 

F-723/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Sebastian Kempe, Richter Daniele Cattaneo, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum; 

Verfügung des SEM vom 23. Januar 2024. 

 

 

 

F-723/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a B._______ (geboren [...], nachfolgend: Gesuchsteller 1 bzw. Eingela-

dener 1), dessen Ehefrau C._______ (geboren [...], nachfolgend: Gesuch-

stellerin 2 bzw. Eingeladene 2), sowie das gemeinsame Kind D._______ 

(geboren [...], nachfolgend: Gesuchstellerin 3 bzw. Eingeladene 3), alle pa-

kistanische Staatsangehörige, beantragten am (...) bei der Schweizer Bot-

schaft in Islamabad die Ausstellung von Schengen-Visa für einen Besuchs-

aufenthalt vom (...) bis (...) bei dem im Kanton E._______ wohnhaften Be-

schwerdeführer (vgl. SEM act. 2/pag. 38-43, 69-74, 124-129). Grund für 

den Aufenthalt der Eingeladenen – langjährige Freunde des Beschwerde-

führers – in der Schweiz sei ein "Familienbesuch" und der Beschwerdefüh-

rer wolle ihnen das Land sowie dessen Sehenswürdigkeiten zeigen (vgl. 

SEM act. 1/pag. 10, act. 2/pag. 117, act. 8/pag. 246). 

A.b Mit Formular-Verfügungen vom 15. August 2023 lehnte die Botschaft 

die Visa-Anträge ab, da die vorgelegten Informationen über den Zweck und 

die Bedingungen des geplanten Aufenthalts nicht verlässlich gewesen 

seien (SEM act. 2/pag. 37, 78, 123). 

A.c Gegen den abschlägigen Visumsentscheid erhob der Beschwerdefüh-

rer am 22. August 2023 Einsprache (SEM act. 1). In der Folge liess das 

SEM durch die kantonale Migrationsbehörde weitere Abklärungen zum 

Sachverhalt vornehmen (SEM act. 4/46 f. und act. 5/51-62). 

B.  

Die Vorinstanz wies mit Entscheid vom 23. Januar 2024 die Einsprache ab. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, weder die allgemeine wirt-

schaftliche Lage in Pakistan noch die finanzielle und persönliche Situation 

der Gesuchstellenden böten Gewähr für eine fristgerechte und anstands-

lose Wiederausreise in ihr Heimatland (SEM act. 10/pag. 261-263). 

C.  

Mit einer an das Bundesverwaltungsgericht gerichteten und mit "Rechts-

mittelbelehrung" betitelten Eingabe vom 2. April 2024 beantragte der Be-

schwerdeführer sinngemäss, es sei die vorinstanzliche Verfügung aufzu-

heben und es seien den Gesuchstellenden die beantragten Schengen-Visa 

auszustellen. 

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Seite 3 

F. 

In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2024 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. 

D.  

Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 21. März 2024. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide bezüglich Schen-

gen-Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar 

(vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). Das Rechtsmittelverfahren richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt  

(Art. 37 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorangegangenen Einspracheverfahren 

teilgenommen und ist als Gastgeber der Gesuchstellenden durch den an-

gefochtenen Entscheid besonders berührt. Obwohl der ursprünglich ange-

strebte Besuchszeitraum inzwischen abgelaufen ist, muss auf ein fortbe-

stehendes Rechtsschutzinteresse geschlossen werden. Dies belegt allein 

schon die Einreichung des Rechtsmittels. Der Beschwerdeführer ist daher 

zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 

Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 In der vorliegenden Beschwerdeangelegenheit entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend sind grundsätzlich die tatsäch-

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lichen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 

E. 2 m.H.). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegen Gesuche von pakistanischen Ge-

suchstellenden um Erteilung von Visa zu Besuchszwecken für die Schweiz 

zugrunde. Da sich die Gesuchstellenden nicht auf die EU/EFTA-Personen-

freizügigkeitsabkommen berufen können und die beabsichtigte Aufent-

haltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in 

den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-As-

soziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand 

und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernom-

men hat (BVGE 2014/1 E. 3; 2011/48 E. 3). Das Ausländer- und Integrati-

onsgesetz (AIG, SR 142.20) und dessen Ausführungsbestimmungen ge-

langen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkom-

men keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG).  

4.  

4.1 Die Schweiz ist – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht ver-

pflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestatten und entschei-

det darüber, vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen, autonom (vgl. 

BVGE 2009/27 E. 3). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatli-

chen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Ein-

reise und Visa aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise 

respektive. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht er-

füllt sind. Einen Anspruch auf Einreise vermittelt auch das Schengen-Recht 

nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5).  

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, sofern dieses gemäss der Verordnung (EU) 2018/1806 des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 zur Aufstel-

lung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten 

der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste 

der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind 

(ABl. L 303/39 vom 28.11.2018) erforderlich ist. Im Weiteren müssen Dritt-

staatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Auf-

enthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. 

Sie dürfen nicht im Schengener Informationssystem (SIS II) zur Einreise-

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verweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche 

Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die inter-

nationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zum Ganzen: 

Art. 5 Abs. 1 und 2 AIG; Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 

über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 6 

Abs. 1 und 2 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 9. März 2016 [kodifizierter Text] über einen Ge-

meinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 

[nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 vom 

23.03.2016]; Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] 

Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 

2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfolgend: Visakodex, 

VK, Abl. L 243 vom 15.9.2009]).  

4.3 Eine drittstaatsangehörige Person muss für die fristgerechte Wieder-

ausreise Gewähr bieten (Art. 5 Abs. 2 AIG). Wenn sie nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 in fine; 2011/48 E. 4.5). Die Be-

hörden haben daher unter Mitwirkung der drittstaatsangehörigen Person 

zu prüfen, ob diese für die gesicherte Wiederausreise Gewähr bietet (vgl. 

Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 21 Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Das Vi-

sum wird verweigert, wenn begründete Zweifel an der Echtheit der vom 

Antragsteller vorgelegten Belege oder am Wahrheitsgehalt ihres Inhalts, 

an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen oder der von ihm bekundeten Ab-

sicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der Gül-

tigkeit des beantragten Visums zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK). 

4.4 Sind die erwähnten Voraussetzungen nicht erfüllt, kann in Ausnahme-

fällen ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden, das 

nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden Mitgliedstaats gilt. Von dieser 

Möglichkeit kann der betreffende Mitgliedstaat unter anderem Gebrauch 

machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus solchen des nationa-

len Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforder-

lich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 und 5 VEV; Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; Art. 6 

Abs. 5 Bst. c SGK). 

5.  

5.1 Aufgrund ihrer Staatszugehörigkeit unterliegen die Gesuchstellenden 

der Visumspflicht (vgl. E. 4.1 hiervor). Bei der Prüfung der Einreisevoraus-

setzungen nach Art. 6 Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wieder-

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ausreise zentral. Eine solche erachtete das SEM aufgrund der allgemeinen 

Situation im Heimatland und der persönlichen Verhältnisse der eingelade-

nen Personen als nicht genügend gewährleistet. 

5.2 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, vor Ab-

lauf des Visums den Schengen-Raum zu verlassen, weshalb darüber eine 

Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzelfalles zu 

würdigen. Die Beweisführungslast obliegt dabei der drittstaatsangehörigen 

Person (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II VK; Art. 6 

Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.1). An-

haltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederaus-

reise können sich zunächst aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland 

der drittstaatsangehörigen Person ergeben. Namentlich bei Einreisegesu-

chen von Personen aus Staaten beziehungsweise Regionen mit politisch, 

wirtschaftlich und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine 

strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfah-

rungsgemäss häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten 

Einreisebewilligung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.3 Betreffend die allgemeinen Verhältnisse in Pakistan ist festzuhalten, 

dass die Konjunktur im Land durch die unsichere politische Situation, sozi-

ale Spannungen, schwierige Rahmenbedingungen für ausländische Inves-

toren und die schweren Überschwemmungen im Sommer 2022 deutlich 

verlangsamt wurde. Es bestehen umfassende strukturelle Wirtschaftsprob-

leme. Das Land leidet unter mangelnder Nachhaltigkeit, Instabilität, einer 

ungerechten Einkommensverteilung sowie einer schwierigen Sicherheits-

lage. Die für die Entwicklung wichtige Verarbeitende Industrie wird durch 

hohe indirekte Steuern, eine sehr schlechte Infrastruktur und gering quali-

fizierte Arbeitskräfte belastet. Es wird zudem zu wenig investiert, sowohl 

von inländischen als auch von ausländischen Investoren. Dazu kommen 

zu hohe Staatsausgaben, die zu einem grossen Teil in die Tilgung von 

Schulden sowie die Zahlung von Pensionen fliessen, eine schwache Han-

delsbilanz mit einem chronischen Defizit sowie geringe Währungsreser-

ven. Zwar steht die pakistanische Wirtschaft derzeit an der Schwelle einer 

Erholungsphase. Laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds 

(IWF) wird für das aktuelle Finanzjahr 2023/2024 (1. Juli 2023 bis 30. Juni 

2024) ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,5 Pro-

zent erwartet. Dies bedeutet eine deutliche Trendwende gegenüber dem 

Vorjahreszeitraum, in dem das BIP um 0,5 Prozent schrumpfte. Trotz die-

ser Zuversicht bleibt die finanzielle Situation Pakistans aber prekär. 

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Weitere Schwierigkeiten betreffen das starke Bevölkerungswachstum und 

die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan (vgl. 

< https://www.bmz.de > Länder > Pakistan >; 

https://www.gtai.de/de/trade/pakistan-wirtschaft/wirtschaftsausblick; 

https://www.freiheit.org/de/pakistan/pakistans-lange-liste-grosser-heraus-

forderungen; alle abgerufen am 29.05.2024). Auf dem aktuellen Index der 

menschlichen Entwicklung, der durch das Entwicklungsprogramm der Ver-

einten Nationen erstellt wird, belegt Pakistan lediglich Platz 164 von 193 

gelisteten Staaten (vgl. < https://hdr.undp.org > Data Center ˃ Country In-

sights > Pakistan, abgerufen am 29.05.2024). Vor diesem Hintergrund ist 

das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Gesuchstellen-

den aus Pakistan allgemein als hoch einzuschätzen (vgl. Urteile des BVGer 

F-2201/2022 vom 3. April 2024 E. 5.1; F-1004/2022 vom 5. Februar 2024 

E. 6.1; F-4076/2022 vom 16. Oktober 2023 E. 6.3). 

6.  

Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur allgemeine Umstände und 

Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Ein-

zelfalls zu berücksichtigen. Dabei sind in die Prognose über die Absicht 

einer gesuchstellenden Person, den Schengen-Raum fristgerecht zu ver-

lassen, deren persönliche, familiäre und berufliche beziehungsweise wirt-

schaftliche Situation sowie deren Interessenlage miteinzubeziehen (BVGE 

2014/1 E. 6.3.1). Obliegt einer gesuchstellenden Person im Heimatland 

beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 

Verantwortung, kann dies die Prognose für eine anstandslose Wiederaus-

reise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat 

keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländer-

rechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise 

als hoch eingeschätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 E. 8).  

6.1 Bei den Gesuchstellenden handelt es sich um ein aus der Stadt 

F._______ (Provinz G._______) stammendes Ehepaar mit ihrer (...)-jähri-

gen Tochter, dem jüngsten ihrer insgesamt (Nennung Anzahl) Kinder. Über 

ihre Lebensverhältnisse in der Heimat sind den Gesuchsunterlagen keine 

näheren Angaben zu entnehmen. Auf Beschwerdeebene wird ausgeführt, 

dass die älteren (Nennung Anzahl) Kinder – welche gemäss dem in den 

Akten liegenden (Nennung Beweismittel) (vgl. SEM act. 2/pag. 104 f.) im 

Alter von (...) sind – alle die Schule respektive eine höhere Fachschule 

besuchen und deshalb nicht mit in die Schweiz reisen würden, weil deren 

Ausbildung sehr wichtig sei. Während der geplanten Landesabwesenheit 

wären diese bei der (Nennung Verwandte)  des Gesuchstellers 1 

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untergebracht. Jedoch bildet das Zurücklassen von Familienangehörigen 

für sich allein noch keine Garantie für eine anstandslose und fristgerechte 

Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt. So zeigt die Erfahrung, 

dass es in der Regel vielmehr die individuell herrschenden wirtschaftlichen 

und sozialen Verhältnisse sind, die letztlich über Rückkehr oder Verbleib 

im Ausland entscheiden. Vorliegend ist diesbezüglich Folgendes anzufüh-

ren: Wohl sind Verpflichtungen der Gesuchstellenden 1 und 2 als Eltern 

ihren Kindern gegenüber nicht von der Hand zu weisen. Diesbezüglich ist 

jedoch zu relativieren: So sind die (Nennung Anzahl) ältesten Kinder ge-

mäss dem vorgängig erwähnten (Nennung Beweismittel) bereits volljährig 

und können somit über ihr Leben weitgehend selber bestimmen. Auch die 

(Nennung Anzahl) weiteren Kinder dürften mit ihren (...) Jahren bereits ei-

nen hohen respektive einen gewissen Grad an Selbstständigkeit erreicht 

haben. Den Akten sind sodann keine Belege zu entnehmen, dass die (Nen-

nung Anzahl) älteren Kinder tatsächlich die Schule oder eine weiterfüh-

rende Ausbildung besuchen würden. Dass dies alle Kinder, insbesondere 

die Töchter, tun würden, ist angesichts der hohen Geschlechterungleich-

heit – im aktuellen Global Gender Gap Report des World Economic Forum 

liegt Pakistan auf Rang 153 von 156 – als äusserst erstaunlich und wenig 

plausibel zu werten. Aufgrund der gesamten Umstände kann nicht davon 

ausgegangen werden, im persönlichen oder familiären Umfeld der Einge-

ladenen seien Verpflichtungen oder gar Abhängigkeiten vorhanden, die be-

sondere Gewähr für eine Rückkehr ins Heimatland bieten könnten. Tritt 

hinzu, dass in Situationen angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse 

selbst zurückbleibende nahe Angehörige regelmässig nicht verlässlich da-

von abhalten können, den Entscheid für eine Emigration zu fällen; dies 

etwa in der Hoffnung, die Zurückgebliebenen aus dem Ausland wirtschaft-

lich effizienter unterstützen zu können. 

6.2 Entsprechend grosse Bedeutung kommt deshalb den wirtschaftlichen 

Verhältnissen zu, in denen sich die Gesuchstellenden befinden. Der Ge-

suchsteller 1 ist in der Landwirtschaft tätig und verfügte gemäss den ein-

gereichten Unterlagen im Jahr 2023 über ein steuerbares Vermögen von 

umgerechnet zirka Fr. (...).– und ein Jahreseinkommen von etwas über Fr. 

(...).–, ungefähr Fr. (...).– monatlich (vgl. SEM act. 2/pag. 87). Dieser Lohn 

liegt über dem Durchschnittslohn in Pakistan, der 2021 monatlich 

USD 150.– (umgerechnet ca. CHF 140.– [Stand November 2021]) betrug 

(vgl. <https://www.ceicdata.com/de/indicator/pakistan/monthly-earnings>, 

abgerufen am 29.05.2024). Zur finanziellen Situation der Gesuchstellerin-

nen 2 und 3 liegen keine Informationen oder Unterlagen vor; die Gesuch-

stellerin 3 ist jedoch ohnehin noch im schulpflichtigen Alter. Da gemäss den 

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Ausführungen in der Beschwerdeschrift die (Nennung Anzahl) älteren Kin-

der die Schule respektive eine höhere Fachschule besuchen sollen, han-

delt es sich beim Gesuchsteller 1 um den Ernährer einer (...)-köpfigen Fa-

milie, wodurch sich sein über dem Durchschnitt liegendes Monatseinkom-

men erheblich relativiert. Den in den Akten liegenden Kontoauszügen für 

die Zeit vom 3. August 2022 bis 3. August 2023 sind sodann Einzahlungen 

in sehr unregelmässigen Abständen zu entnehmen. Dies überrascht, be-

zeichnet sich der Gesuchsteller 1 doch selber als "Landlord", der eigenen 

Angaben zufolge ein solides Einkommen aus seinen landwirtschaftlichen 

Flächen erwirtschafte (vgl. SEM act. 2/pag. 117), weshalb regelmässige 

Einzahlungen zu erwarten wären (vgl. SEM act. 2/pag. 88-98 und 127). 

Zudem ist aus den Auszügen nicht ersichtlich, wer die Einzahlungen getä-

tigt hat. Es ist nicht zweifelsfrei erstellt, ob die Gelder aus der Landwirt-

schaft erwirtschaftet wurden. Da sich das Vermögen des Gesuchstellers 1 

zu einem grossen Teil aus Immobilien und landwirtschaftlichen Grundstü-

cken zusammensetzt (vgl. SEM act. 2/pag. 84), ginge dieses im Falle einer 

Migration nicht verloren, weshalb es keine Gewähr für eine anstandslose 

Wiederausreise zu bieten vermag.  

6.3 Aufgrund der gesamten Aktenlage konnte das SEM davon ausgehen, 

dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose 

Wiederausreise der Gesuchstellenden nach einem Besuchsaufenthalt be-

steht. Mithin fehlt es an einer unabdingbaren Voraussetzung für die Ertei-

lung von einheitlichen Visa für den gesamten Schengen-Raum. Der ver-

ständliche Wunsch des Beschwerdeführers, den Gesuchstellenden die 

Schweiz und seine Lebensweise näher zu bringen, hat angesichts der vor-

liegenden Umstände in den Hintergrund zu treten. Bei der Risikobeurtei-

lung ist in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Be-

deutung. Gastgeber können zwar mit rechtlich verbindlicher Wirkung für 

gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit einem Besuchsaufent-

halt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen ihres Gastes ein-

stehen (vgl. (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.3.7 m.H.). 

7.  

Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte 

von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher ab-

zuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 800.– 

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Seite 10 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in der gleichen Höhe geleistete Kostenvorschuss ist 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe bezahlte Kostenvorschuss wird zu deren Bezah-

lung verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

 

 

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