# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcba0c66-d26e-5d37-b41e-1e911ee66597
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2010 C-4838/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4838-2010_2010-09-23.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4838/2010/mes
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richter Vito Valenti, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Ingrid Künzli.

B._______,
vertreten durch V._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügung vom 9. Juni 2010.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4838/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen Sohn, V._______, 
und das Departement der industriellen Betriebe der Stadt Zürich ( im 
Folgenden: Departement),  mit  Eingabe  vom  25.  Juni  2010  die 
Verfügung der Vorinstanz vom 9. Juni 2010 betreffend Invalidenrente 
angefochten hat,

dass diese Eingabe am 2. Juli 2010 an das Bundesverwaltungsgericht 
weitergeleitet wurde,

dass der Beschwerdeführer geltend macht, weder er noch sein Sohn 
hätten  den  Vorbescheid  der  damals  noch  zuständigen  IV-Stelle  des 
Kantons Zürich (im Folgenden: IV-Stelle ZH) vom 21. Dezember 2009 
empfangen, so dass er sich im Vorbescheidverfahren nicht habe äus-
sern können,

dass der Instruktionsrichter mit  Verfügung vom 7. Juli  2010 das Ver-
fahren  auf  die  Frage  der  rechtskonformen  Durchführung  des  Vorbe-
scheidverfahrens beschränkt  und den Beschwerdeführer aufgefordert 
hat,  unter  Vorlage  einer  allfälligen  Vollmacht  mitzuteilen,  ob  und 
allenfalls durch wen er im vorliegenden Verfahren vertreten wird,

dass das Departement mit  Eingabe vom 14. Juli  2010 mitgeteilt  hat, 
den  Beschwerdeführer  nicht  zu  vertreten  und  auch  nicht  für  diesen 
Beschwerde zu führen,

dass sich  der  Beschwerdeführer  innert  gesetzter  Frist  nicht  hat  ver-
nehmen lassen,

dass  die  Vorinstanz  am  18.  August  2010  die  Vorakten  sowie  eine 
Stellungnahme der  IV-Stelle  ZH vom 13. August  2010 samt  Beilage 
eingereicht  hat,  in  welcher  die  Auffassung  vertreten  wird,  das  Vor-
bescheidverfahren sei korrekt abgelaufen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht gemäss  Art.  31  des  Bundes-
gesetzes  vom  17.  Juni  2006  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
(VGG,  SR  173.32) zur  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Ver-
fügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

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dass die  IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland (IVSTA)  als  Vorinstanz 
gemäss  Art.  33  Bst. d  VGG  zu  gelten  hat,  und  vorliegend  keine 
Ausnahme von der Zuständigkeit  auszumachen ist  (vgl. auch Art. 69 
Abs.  1  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom  19.  Juni  1959  über  die 
Invalidenversicherung  [IVG,  SR  831.20]),  so  dass  das  Gericht  zur 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerden zuständig ist,

dass  sich  aus  den  Vorakten  ergibt,  dass  der  Beschwerdeführer  zu-
mindest  im  vorinstanzlichen  Verfahren  durch  seinen  Sohn  vertreten 
gewesen ist (act. 21), und aufgrund der Angaben in der Beschwerde 
kein  Grund  zu  Annahme besteht,  dass  dieses  Vertretungsverhältnis 
nicht  auch im Beschwerdeverfahren fortgesetzt  werden soll,  so dass 
auf die Ansetzung einer Nachfrist  zur Einreichung einer Vollmacht in 
Anwendung von Art. 11 Abs. 2  des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu ver-
zichten ist,

dass der Beschwerdeführer ohne Zweifel zur Beschwerdeführung legi-
timiert  ist,  so  dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichten  Be-
schwerden einzutreten ist,

dass im vorliegenden Verfahren umstritten und zu prüfen ist,  ob der 
Vorbescheid vom 21. Dezember 2009 rechtsgenüglich eröffnet worden 
ist,

dass es Sache der verfügenden Behörde ist  zu beweisen,  dass und 
allenfalls  wann  eine  Verfügung  ordnungsgemäss  eröffnet  worden  ist 
(vgl.  URS PETER CAVELTI,  in: Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [ im  Folgenden: 
Kommentar VwVG], Zürich 2008, Rz. 9 zu Art. 20, mit Hinweisen),

dass die IV-Stelle ZH in ihrer für die Vorinstanz abgegebenen Stel lung-
nahme vom 13. August 2010 einräumt, der Vorbescheid vom 21. De-
zember 2009 sei dem Beschwerdeführer und seinem Vertreter je nur 
mit normaler Post – nicht eingeschrieben – zugestellt worden,

dass damit eine Postnachforschung und somit auch der direkte Beweis 
der Zustellung nicht möglich ist,

dass die Vorinstanz allerdings mit Verweis auf eine Nachfrage bei der 
Pensionskasse des Beschwerdeführers geltend macht, diese habe den 
Vorbescheid  erhalten,  so  dass  davon  auszugehen  sei,  dass  dieser 

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auch dem Beschwerdeführer und seinem Vertreter  zugestellt  worden 
sei – und es sei anzunehmen, dass die fragliche Postsendung im Rah-
men  des  Umzugs  des  Beschwerdeführers  nach  Spanien  verloren 
gegangen sei,

dass  der  normale  organisatorische  Ablauf  der  Vorinstanz  beim  Ver-
sand  von  Verfügungen  nicht  geeignet  ist,  den  Nachweis  für  den 
Versand und insbesondere auch die Zustellung zu erbringen (vgl. BGE 
103 V 63 E. 2b mit Hinweis auf BGE 99 Ib 356 E. 3),

dass zudem einzig die Zustellung an den Vertreter des Beschwerde-
führers von Bedeutung ist (Art. 11 Abs. 3 VwVG; vgl. RES NYFFENEGGER, 
in: Kommentar VwVG, Rz. 23 f. zu Art. 11),

dass  die  Vermutung,  dass  der  Vorbescheid  auch beim Vertreter  des 
Beschwerdeführers verloren gegangen sein könne, sich auf keinerlei 
Fakten stützt und angesichts der klaren Aussagen des Vertreters des 
Beschwerdeführers, die er gegenüber dem Departement gemacht hat, 
wenig wahrscheinlich ist,

dass es nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts keineswegs 
auszuschliessen ist,  dass die Vorinstanz die fragliche Sendung zwar 
der  Pensionskasse  des  Beschwerdeführers,  nicht  aber  seinem  Ver-
treter zugestellt hat,

dass damit nicht als bewiesen gelten kann, dass der Vorbescheid dem 
Vertreter des Beschwerdeführers zugestellt worden ist,

dass unter diesen Umständen davon auszugehen ist, dass der Vorbe-
scheid vom 21. Dezember 2009 nicht rechtsgenüglich eröffnet worden 
ist,

dass das Vorbescheidverfahren im Wesentlichen der Gewährung des 
rechtlichen Gehörs dient (vgl.  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 
Zürich 2009, Rz. 8 zu Art. 42), 

dass dem Beschwerdeführer mangels Zustellung des Vorbescheids die 
Gelegenheit zur Stellungnahme genommen wurde, worin eine schwer-
wiegende  und  damit  nicht  heilbare  Verletzung  des  verfassungs-
mässigen Anspruchs auf  rechtliches Gehör  liegt  (Art.  29  Abs. 2  der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 18. 
April 1999 [BV, SR 101]),

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dass aus diesen Gründen die Verfügung vom 9. Juni 2010 wegen Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben und die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen ist, damit sie den Vorbescheid rechtsgenüglich 
eröffne  und nach  Durchführung  des Vorbescheidverfahrens  neu  ver-
füge (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG),

dass  der  unterliegenden  Vorinstanz  keine  Verfahrenskosten  aufzu-
erlegen sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass dem nicht-anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nur verhält-
nismässig geringe Kosten entstanden sind, weshalb ihm keine Partei-
entschädigung zuzusprechen ist  (Art. 7  Abs. 4 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die die Verfügung vom 9. Juni 2010 wird aufgehoben und die Sache 
wird an die Vorinstanz zurückgewiesen ist, damit sie den Vorbescheid 
rechtsgenüglich  eröffne  und  nach  Abschluss  des  Vorbescheidver-
fahrens neu verfüge.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel der Stel-
lungnahme der Vorinstanz vom 18. August  2010 samt Beilagen in 
Kopie)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stefan Mesmer Ingrid Künzli

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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