# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b81a3d08-1e0a-5c57-99a0-dd6b3a86c98c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 02.12.2025 BK 2025 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2025-49_2025-12-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 25 49

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. Dezember 2025

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Ueltschi

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

C.________
v.d. Rechtsanwältin D.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand implizite Teileinstellung

Strafverfahren wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung, 
evtl. fahrlässiger einfacher Körperverletzung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 17. Januar 2025 (BM 24 43013)

2

Erwägungen:

1. Am 17. Januar 2025 erliess die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) einen Strafbefehl gegen A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter) wegen Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) durch fahrlässiges Missachten der Vorschrif-
ten über die Arbeitssicherheit und dadurch Verursachen eines Arbeitsunfalles als 
Arbeitnehmer. Gegen die nach Ansicht des Straf- und Zivilklägers C.________ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer) damit verbundene implizite Teileinstellungsverfü-
gung betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung, eventualiter fahrlässige ein-
fache Körperverletzung, reichte dieser, privat vertreten durch Rechtsanwältin 
D.________, am 29. Januar 2025 Beschwerde ein. Er beantragte Folgendes:

1. Der Strafbefehl vom 17. Januar 2025 (Aktenzeichen BM 24 43013) in der Strafsache gegen 
A.________ sei aufzuheben und damit auch die implizit erfolgte Teileinstellung wegen fahrlässi-
ger schwerer (eventualiter: einfacher) Körperverletzung.

2. Die Sache sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen und die Staatsanwaltschaft sei anzu-
weisen, das Verfahren BM 24 43013 gegen A.________ wegen fahrlässiger schwerer Körper-
verletzung zum Nachteil von C.________ fortzuführen. 

3. Eventualiter zu Ziffer 2: 
Der Fall sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen und die Staatsanwaltschaft sei anzuwei-
sen, das Verfahren BM 24 43013 gegen A.________ wegen fahrlässiger einfacher Körperverlet-
zung zum Nachteil von C.________ fortzuführen. 

-Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt)-

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 12. Februar 2025 wurde ein Beschwerde-
verfahren eröffnet und der Generalstaatsanwaltschaft sowie dem Beschuldigten 
Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Die Generalstaatsanwaltschaft beantrag-
te in ihrer Stellungnahme vom 19. Februar 2025, auf die Beschwerde sei nicht ein-
zutreten und die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen. Mit Verfügung vom 25. Februar 2025 hiess die Verfahrensleitung das 
Akteneinsichts- und Fristerstreckungsgesuch des Beschuldigten, privat verteidigt 
durch Rechtsanwalt B.________, vom 21. Februar 2025 teilweise gut und verlän-
gerte die Frist zur Stellungnahme bis am 17. März 2025. Mit Stellungnahme vom 
14. März 2025 beantragte der Beschuldigte, dass auf die Beschwerde nicht einzu-
treten sei; eventualiter sei sie abzuweisen – dies unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge. Auf einen zweiten Schriftenwechsel wurde verzichtet. Am 19. Juni 
2025 ging die Kostennote von Rechtsanwältin D.________ bei der Beschwerde-
kammer ein. 

2.

2.1.1 Die Beschwerde ist zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der 
Staatsanwaltschaft, aber auch gegen Unterlassungen, unter Einschluss der 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 1 Bst. a und Art. 393 
Abs. 2 Bst. a der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Be-
schwerden gegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung sind an keine Frist 

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gebunden (Art. 396 Abs. 2 StPO), demgegenüber müssen Beschwerden gegen 
Verfügungen und Verfahrenshandlungen innert 10 Tagen eingereicht werden 
(Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer in Strafsachen 
des Obergerichts des Kantons Bern ergibt sich aus Art. 13 Bst. c StPO i.V.m. 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) und Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements 
des Obergerichts (OrR OG; BSG 162.11). 

2.2 Vorliegend stellt sich zunächst die Frage nach dem Anfechtungsobjekt. Gegen ei-
nen Strafbefehl kann grundsätzlich keine Beschwerde erhoben werden. Dieser ist 
mit Einsprache bei der Staatsanwaltschaft anzufechten (Art. 354 Abs. 1 StPO). Die 
vorliegende Beschwerde richtet sich denn auch nicht gegen den Strafbefehl als 
solchen, sondern gegen die sich nach Ansicht des Beschwerdeführers daraus er-
gebende implizite Teileinstellung betreffend die fahrlässige schwere (eventualiter 
einfache) Körperverletzung. Gegen implizite Teileinstellungen ist die Beschwerde 
möglich (BGE 138 IV 241 E. 2.6; Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern 
BK 2023 10 vom 16. Juni 2023 E. 2.1). Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die 
Staatsanwaltschaft durch den Erlass des Strafbefehls eine anfechtbare implizite 
Teileinstellung vorgenommen hat.

2.3

2.3.1 Am 18. November 2024 reichte der Beschwerdeführer einen Strafantrag wegen 
fahrlässiger einfacher Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft ein. Mit Schrei-
ben vom 19. November 2024 teilte die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer 
mit, dass sie die Auffassung vertrete, die Strafantragsfrist sei abgelaufen. Sie wür-
de jedoch mit dem Erlass einer Verfügung zuwarten, da sie vorsehe, einen Arztbe-
richt betreffend die Verletzungen des Beschwerdeführers einzuholen. Im Weiteren 
führte die Staatsanwaltschaft aus, dass wenn keine fahrlässige schwere Körperver-
letzung vorliegen sollte, sie den Beschwerdeführer selbstverständlich mit einer be-
schwerdefähigen Verfügung bedienen werde. Mit Schreiben vom 4. Dezember 
2024 teilte der Beschwerdeführer der Staatsanwaltschaft mit, dass aufgrund der 
Verletzungsfolgen von einer fahrlässigen schweren Körperverletzung ausgegangen 
werden müsse und noch weitere medizinische Abklärungen im Gange seien. 
Nachdem die Staatsanwaltschaft einen Arztbericht und diverse Unterlagen beim 
Inselspital Bern eingeholt hatte, teilte sie dem Beschwerdeführer mit Schreiben 
vom 17. Januar 2025 mit, dass ihrer Ansicht nach keine fahrlässige schwere Kör-
perverletzung vorliege (keine Entstellung des Gesichts im Sinne der Bestimmung). 
Weiter wies sie diesen darauf hin, dass sie deshalb Strafbefehle wegen Wider-
handlung gegen das UVG erlassen habe und sie auf den Erlass einer Einstellungs-
verfügung betreffend die Körperverletzung verzichte. Der vollumfängliche Lebens-
sachverhalt sei im Strafbefehl festgehalten und das erstinstanzliche Gericht könne 
im Falle einer Einsprache über die Frage der Gültigkeit des Strafantrages und der 
Qualifikation der Verletzungen urteilen. Gleichentags hatte sie gegen den Beschul-
digten einen Strafbefehl erlassen. Diesem ist folgender Sachverhalt zu entnehmen: 
Die Firma E.________ AG hatte den Auftrag, die Lüftungsgeräte (Monoblock) auf dem Flachdach an 
der oben genannten Örtlichkeit auszutauschen. Teil des Auftrags war es, die alten und neuen Geräte 
(mobiler Faltkran) vom und aufs Dach zu heben. Diese Arbeiten wurden von der Firma F.________ 

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AG mit einem Autokran ausgeführt. Den Autokran bediente A.________, Mitarbeiter der F.________ 
AG. 

Nachdem A.________ bereits ein neues Kühlgerät mit dem Kran auf das Dach gehoben hatte, ging 
es nun darum, ein altes Lüftungsgerät vom Dach nach unten zu verbringen. Hierfür bestimmte 
A.________ zwei Anschlagspunkte – vorhandene Bohrungen am Rahmen/Untergestell des Geräts – 
und befestigte zwei bereits am Kranhaken hängende Hebegurten an der Last. Beim Anheben des Lüf-
tungsgeräts kippte dieses – weil die Last nicht wie bautechnisch vorgeschrieben an vier Eckpunkten 
gesichert war – nach vorne und hing schief am Kran. Der Beschuldigte verliess nun das Dach, um die 
Last dennoch so nach unten zu transportieren. Zu diesem Zeitpunkt schwebte das Lüftungsgerät 150 
bis 160 cm über dem Flachdach. In der Folge löste sich der Maschinenbau vom Rahmen und das Lüf-
tungsgerät stürzte aufs Flachdach. 

A.________ als verantwortlicher Kranführer schlug das betroffene Lüftungsgerät am Kran nicht kor-
rekt an, sondern hatte pflichtwidrig unvorsichtig entschieden, für das Heben der Last nur zwei An-
schlagpunkt anstatt deren vier zu verwenden. Zudem hätte er die Last nur knapp über dem Boden 
bewegen sollen und hätte dies durchgehend beobachten müssen, was ihm aber, nachdem er das 
Dach verlassen hatte, nicht mehr möglich war. Um die korrekten Handlungsweisen wusste 
A.________ eigentlich Bescheid, hatte diese aber pflichtwidrig unvorsichtig nicht beachtet, wobei es 
ihm aber möglich und zuzumuten gewesen wäre, sich entsprechend zu verhalten. Er gefährdete so 
die auf dem Flachdach stehenden Personen konkret. 

C.________, welcher in der Gefahrenzone Arbeiten ausführte, wurde durch die herunterstürzenden 
Bauteile getroffen und verletzt. Er erlitt nebst eines Schädelhirntrauma 1. Grades auch diverse Riss-
Quetsch-Wunden am Kopf, so auf der Stirn links und seitlich rechts, an der Schläfenpartie und am 
hinteren Teil des Kopfes und am rechten Ohr sowie eine Weichteillazeration der Oberlippe links. Zu-
dem trug er abgebrochene Zähne davon. 

Hätte sich A.________ den Vorschriften entsprechend verhalten, hätte er den Unfall und die Verlet-
zungen von C.________ verhindern können. 

2.3.2 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde im Wesentlichen geltend, dass 
die Staatsanwaltschaft mit diesem Vorgehen geltendes Recht verletze, indem sie 
keine Einstellungsverfügung hinsichtlich der schweren (eventualiter einfachen) 
Körperverletzung erlassen, sie das Recht gemäss Art. 31 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) falsch angewendet und ihre Untersuchungs-
pflicht hinsichtlich der erlittenen einfachen und schweren Körperverletzung verletzt 
habe. Insbesondere sei die Staatsanwaltschaft verpflichtet, über sämtliche ange-
zeigten Tatbestände eine Verfügung zu erlassen. Die stillschweigende Einstellung 
des Verfahrens bezüglich der fahrlässigen schweren (eventualiter einfachen) Kör-
perverletzung stelle eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 
101]) des Privatklägers dar. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
(BGE 148 IV 124 E. 2.6.5; BGE 138 IV 241 E. 2.5) müsse eine Einstellung aus-
drücklich erfolgen und könne nicht durch die Abfassung eines Strafbefehls impli-
ziert werden. Im Weiteren führt er insbesondere aus, weshalb es sich seiner An-
sicht nach um eine fahrlässige schwere Körperverletzung handle und die Frist zur 
Stellung des Strafantrages betreffend die einfache Körperverletzung eingehalten 
worden sei. 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwe5s7obpwc4tul44q

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2.3.3 Die Generalstaatsanwaltschaft bestreitet, dass es sich um eine implizite Teileinstel-
lung handelt, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten sei. Sie hält mit Ver-
weis auf den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 23 10 vom 16. Juni 
2023 fest, dass eine Verfahrenseinstellung immer in Bezug auf einen bestimmten 
Tatvorwurf erfolge und nicht hinsichtlich eines bestimmten Straftatbestandes bzw. 
einer rechtlichen Würdigung. Das Gericht prüfe die rechtliche Würdigung frei. Eine 
Teileinstellung komme daher auch mit Blick auf die vom Beschwerdeführer zitierte 
bundesgerichtliche Rechtsprechung nur in Betracht, wenn die mildere rechtliche 
Würdigung auch mit einer günstigeren Einschätzung der Beweislage in der Anklage 
einhergehe und letztlich Sachverhaltselemente in der Anklage fehlten. Dies werde 
vom Beschwerdeführer indessen nicht behauptet. Die Auffassung der zuständigen 
Staatsanwältin, wonach im angefochtenen Strafbefehl der vollumfängliche Lebens-
sachverhalt abgebildet sei und dies dem erstinstanzlichen Gericht Raum lasse, die 
rechtliche Qualifikation der Verletzungen anders zu beurteilen und auch im Hinblick 
auf die Frage der Gültigkeit des Strafantrages zu einem von der Staatsanwaltschaft 
abweichenden Ergebnis zu gelangen, werde mit keinem Wort infrage gestellt. Aus 
diesem Grund handle es sich bei der fahrlässigen Körperverletzung nicht um einen 
erschwerenden Tatvorwurf, welcher einer Teileinstellung zugänglich wäre, sondern 
allein um eine andere rechtliche Würdigung, welche das Gericht im Hauptverfahren 
werde vornehmen können. Wenn der in der Anklage umschriebene Sachverhalt ei-
ne rechtliche Würdigung unter dem Tatbestand der fahrlässigen schweren, eventu-
aliter einfachen Körperverletzung zulasse, würde eine Teileinstellung dieses Sach-
verhalts betreffend den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung aufgrund des 
Grundsatzes «ne bis in idem» keinen Strafbefehl bzw. keine Anklage wegen Wi-
derhandlung gegen das UVG mehr zulassen.

2.3.4 Der Beschuldigte bringt zusammengefasst vor, dass die angebliche Teileinstellung 
keine rechtliche Bedeutung für den Beschwerdeführer habe, da durch die Einspra-
che erneut über die Gültigkeit des Strafantrages und die Qualifikation der angebli-
chen Verletzungen geurteilt werde. Somit fehle es an einem rechtlich geschützten 
Interesse des Beschwerdeführers. Im Weiteren seien die materiellen Fragen im 
Einspracheverfahren zu klären. Zudem sei der Sachverhalt aktenkundig und im 
Strafbefehl in den Grundsätzen umschrieben. Daher sei auf die Beschwerde nicht 
einzutreten. Darüber hinaus führt er aus, dass keine fahrlässige schwere Körper-
verletzung vorliege und die Ausführungen betreffend die fahrlässige einfache Kör-
perverletzung ebenfalls fehl gingen. 

2.4 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft treuwidrig 
erscheint. Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert 
ein Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf 
Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, 
bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden (BGE 143 V 341 
E. 5.2.1; BGE 131 II 627 E. 6.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1167/2019 vom 
16. April 2020 E. 2.4.3). Vorliegend hielt die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 
19. November 2024 fest, dass die Strafantragsfrist in Bezug auf die fahrlässige ein-
fache Körperverletzung abgelaufen sei, und stellte dem Beschwerdeführer gleich-
zeitig eine beschwerdefähige Verfügung in Aussicht. Mithin durfte der Beschwerde-
führer darauf vertrauen, dass ihm eine solche zugestellt wird. In der Folge bediente 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwe5s7obpwc4tul44q
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgmyv62ljl43deny

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die Staatsanwaltschaft ihn jedoch lediglich mit einem weiteren nicht anfechtbaren 
Schreiben vom 17. Januar 2025, in welchem sie ausdrücklich auf den Erlass einer 
Einstellungsverfügung betreffend die fahrlässige Körperverletzung verzichtete. 
Gleichentags erliess sie zudem den Strafbefehl gegen den Beschuldigten. Dadurch 
wurde dem Beschwerdeführer trotz entsprechender Zusicherung verwehrt, sich ge-
gen die von der Staatsanwaltschaft vertretene Auffassung betreffend die fahrlässi-
ge Körperverletzung zur Wehr zu setzen. 

2.5

2.5.1 Nach dem Anklagegrundsatz (Art. 9 Abs. 1 StPO) kann eine Straftat nur gerichtlich 
beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte Person we-
gen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständigen Gericht Anklage 
erhoben hat. Die Anklageschrift bezeichnet gemäss Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO 
möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit 
Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Nach dem 
aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 Bst. a und b 
EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO festgeschriebenen An-
klagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfah-
rens (Umgrenzungsfunktion). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz 
der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch 
auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 144 I 234 E. 5.6.1; 143 IV 63 
E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1, je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person muss aus 
der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Sie darf nicht Gefahr lau-
fen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu 
werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). Das Gericht ist an den in der Ankla-
ge wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an 
dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 Abs. 1 StPO). Es 
muss dem Urteil den eingeklagten Sachverhalt zu Grunde legen und darf diesen 
nicht von sich aus abändern oder ergänzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_719/2017 E. 1.3.2 f.). Das Anklageprinzip ist verletzt, wenn die angeklagte Per-
son für Taten verurteilt wird, bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen 
Anforderungen nicht genügt, oder wenn das Gericht mit seinem Schuldspruch über 
den angeklagten Sachverhalt hinausgeht (Urteile des Bundesgerichts 
6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 E. 1.3, nicht publ. in BGE 148 IV 124; 
6B_63/2020 vom 10. März 2021 E. 2.2; 6B_120/2019 vom 17. September 2019 
E. 3.2). Im Strafbefehl muss der Sachverhalt, d.h. die dem Beschuldigten vorge-
worfenen Tat unter Einbezug sämtlicher tatsächlichen Tatumstände und Tatmerk-
male als historische Begebenheit geschildert werden. Zumal der Strafbefehl zur 
Anklageschrift werden kann (Art. 356 Abs. 1 Satz 2 StPO), sind an die Anklage-
schrift nicht geringere Anforderungen zu stellen, wenn sie von einem Strafbefehl 
herrührt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_910/2017 vom 29. Dezember 2017 
E. 2.4; DAPHINOFF, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 
3. Aufl. 2023, N. 7; JOSITSCH/SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Pra-
xiskommentar, 4. Aufl. 2023, N. 3 zu Art. 353 StPO). Nach Eingang der Anklage 
beim Gericht prüft die Verfahrensleitung, ob die Anklageschrift und die Akten ord-
nungsgemäss erstellt sind und weist die Anklage – falls erforderlich – zur Ergän-
zung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurück (Art. 329 Abs. 1 und 

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Abs. 2 StPO). Art. 329 Abs. 2 StPO erlaubt nur Anklageergänzungen, die sich im 
Rahmen des erstinstanzlich fixierten Verfahrensgegenstandes halten (BGE 147 IV 
167 E. 1.3). Das Gericht gibt der Staatsanwaltschaft Gelegenheit, die Anklage zu 
ändern, wenn nach seiner Auffassung der in der Anklageschrift umschriebene 
Sachverhalt einen anderen Straftatbestand erfüllen könnte, die Anklageschrift aber 
den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht (Art. 333 Abs. 1 StPO). Art. 333 
Abs. 1 StPO gelangt zu Anwendung, wenn der in der Anklageschrift umschriebene 
Sachverhalt einen anderen (Umqualifizierung) – oder, bei echter Konkurrenz, einen 
zusätzlichen – Straftatbestand erfüllen könnte, die Anklageschrift aber den gesetz-
lichen Anforderungen nicht entspricht (BGE 147 IV 167 E. 1.4). Das Sachgericht 
kann die Staatsanwaltschaft nicht zur Änderung oder Erweiterung einer Anklage 
verpflichten, sondern ihr gemäss Art. 333 Abs. 1 StPO lediglich Gelegenheit dazu 
geben (BGE 148 IV 124 E. 2.6.7; Urteile des Bundesgerichts 6B_787/2020 vom 
21. Juli 2021 E. 2.3.2). Dem Sachgericht ist es untersagt, die Rolle der Anklage zu 
übernehmen und es hat nur darüber zu urteilen, ob die beschuldigte Person im 
Sinne der Anklage schuldig zu sprechen ist, und nicht aus eigener Initiative über 
eine Anklageergänzung nach Art. 333 Abs. 1 StPO eine härtere rechtliche Qualifi-
kation anzustreben (siehe auch BGE 144 I 234 E. 5). Demgegenüber ist die Privat-
klägerschaft nicht zur Unparteilichkeit verpflichtet ist und kann im Gerichtsverfahren 
einen entsprechenden Antrag auf Ergänzung bzw. Erweiterung der Anklage einrei-
chen (vgl. BGE 148 IV 124 E. 2.6.7 mit Hinweisen).

2.5.2 Die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren vollständig oder teilweise einstellen 
(vgl. Art. 319 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung liegt eine teilweise Einstel-
lung vor, wenn es neben den Tatsachen oder Verhaltensweisen, die Gegenstand 
eines Strafbefehls oder einer Anklageschrift sind, verschiedene Tatsachen oder 
Verhaltensweisen gibt, welche die Staatsanwaltschaft aus einem der in Art. 319 
StPO aufgeführten Gründe nicht verfolgen will (BGE 144 IV 362 E. 1.3.1; Urteile 
des Bundesgerichts 6B_367/2020 vom 17. Januar 2022 E. 4.5.1; 6B_84/2020 vom 
22. Juni 2020 E. 2.1.2; je mit Hinweisen). In diesem Fall muss die Staatsanwalt-
schaft eine formelle Anordnung erlassen, gegen die gemäss Art. 322 Abs. 2 und 
Art. 393 ff. StPO Beschwerde geführt werden kann. Erhebt die Staatsanwaltschaft 
lediglich hinsichtlich eines Teils des untersuchten Lebenssachverhalts Anklage 
oder erlässt sie nur insoweit einen Strafbefehl und verfügt sie bezüglich der übrigen 
Tatsachen nicht explizit eine Teileinstellung, liegt eine implizite Teileinstellung vor 
(BGE 138 IV 241 E. 2.4). Diese stillschweigende teilweise Einstellung kann vor der 
Beschwerdeinstanz angefochten werden (BGE 138 IV 241 E. 2.6; Urteil 
7B_31/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2; je mit Hinweisen). Werden nach einem 
tätlichen Übergriff beispielsweise nicht alle vom Opfer geltend gemachten Verlet-
zungen geahndet, ist die Staatsanwaltschaft bezüglich der unberücksichtigt geblie-
benen Verletzungen zum Erlass einer expliziten Teileinstellungsverfügung ver-
pflichtet (BGE 148 IV 124 E. 2.6.5; vgl. BGE 138 IV 241 E. 2.4 f. betreffend einen 
Strafbefehl wegen eines verursachten Sturzes des Opfers sowie Schlägen gegen 
dessen Oberkörper und Kopf sowie wegen den damit einhergehenden Schürfun-
gen und Prellungen; implizite Einstellung des Verfahrens bezüglich des vom Opfer 
als Folge der gleichen Tathandlungen behaupteten Schädeltraumas). Sind am Ver-
fahren auch Privatkläger beteiligt, kann nach der Rechtsprechung eine explizite 

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Teileinstellungsverfügung mit entsprechender Rechtsmittelbelehrung im Zusam-
menhang mit der Anklage oder nach der Verweigerung der Anklageergänzung im 
gerichtlichen Verfahren (vgl. Art. 333 Abs. 1 StPO) zur Wahrung der Rechte der 
Privatklägerschaft erforderlich sein, da diese über die Beschwerde im Sinne von 
Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO die für den von ihr angestrebten 
Schuldspruch erforderliche Änderung oder Ergänzung der Anklage erreichen kann 
(vgl. BGE 138 IV 241 E. 2). Damit soll den Geschädigten und insbesondere den 
Opfern im Sinne von Art. 116 Abs. 1 StPO und Art. 1 Abs. 1 des Opferhilfegesetzes 
(OHG; SR 312.5) ermöglicht werden, ihre Rechte im Strafverfahren geltend zu ma-
chen und einer ungenügenden Anklage mit impliziter Einstellung von rechtserhebli-
chen Tatsachen entgegenzuwirken. Das Bundesgericht hat im Leiturteil BGE 144 
IV 362 festgehalten, dass eine teilweise Einstellung grundsätzlich nur dann in Be-
tracht kommt, wenn mehrere Lebensvorgänge oder Taten im prozessualen Sinn zu 
beurteilen sind, die einer separaten Erledigung zugänglich sind. Soweit es sich hin-
gegen lediglich um eine andere rechtliche Würdigung ein und desselben Lebens-
vorgangs handelt, scheidet eine teilweise Verfahrenseinstellung aus (BGE 144 IV 
362 E. 1.3.1 und Regeste). Wird das Verfahren teilweise eingestellt, obwohl hierfür 
kein Raum besteht, und erwächst die teilweise Einstellung in Rechtskraft, steht de-
ren Sperrwirkung aufgrund des Grundsatzes «ne bis in idem» einer Verurteilung 
wegen des gleichen Lebenssachverhalts entgegen (BGE 144 IV 362 E. 1.4 und 
Regeste; Urteil des Bundesgerichts 7B_31/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2). Im 
Leiturteil BGE 148 IV 124 hat das Bundesgericht diese Rechtsprechung präzisiert 
und darauf hingewiesen, dass explizite Teileinstellungsverfügungen, die nicht den 
ganzen Lebenssachverhalt, sondern lediglich einzelne, erschwerende Tatvorwürfe 
betreffen, hinsichtlich der gleichzeitig zur Anklage gebrachten Vorwürfe nicht zur 
Anwendung des Grundsatzes «ne bis in idem» führen. Entscheidend ist, dass die 
Teileinstellungsverfügung auf die gleichzeitig erhobene oder bereits hängige An-
klage bzw. den gleichzeitig erlassenen Strafbefehl Bezug nimmt und folglich als 
solche deklariert wird. Aus der Teileinstellungsverfügung muss hervorgehen, dass 
das Verfahren nicht als Ganzes, sondern lediglich bezüglich einzelner, nicht ange-
klagter, erschwerender Tatumstände betreffend etwa vom Opfer behauptete weite-
re Tathandlungen, zusätzliche Tatfolgen (z.B. zusätzliche Verletzungen) oder zu-
sätzliche innere Tatsachen (z.B. ein über die verursachten Verletzungen hinausge-
hender Tötungswille des Täters) etc. eingestellt wird (BGE 148 IV 124 E. 2.6.5 f. 
und Regeste; Urteil des Bundesgerichts 7B_31/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2 
mit weiteren Hinweisen). Solche Teileinstellungsverfügungen dienen folglich nicht 
der Einstellung des gesamten Verfahrens, sondern der Fixierung des Gegenstands 
des gerichtlichen Verfahrens. Die Sperrwirkung des Grundsatzes «ne bis in idem» 
einer in Rechtskraft erwachsenen Teileinstellungsverfügung bezieht sich nur auf 
die konkret von der Teileinstellung betroffenen Tatsachen, nicht jedoch auf die 
gleichzeitig zur Anklage gebrachten Vorwürfe. Die Vereinbarkeit von Schuldspruch 
und Teileinstellungsverfügung mit dem Grundsatz «ne bis in idem» ergibt sich auch 
daraus, dass eine Verfahrenseinstellung – auch wenn die Einstellungsverfügung 
(im Betreff) in der Regel einen gesetzlichen Straftatbestand erwähnt – immer in 
Bezug auf einen bestimmten Tatvorwurf und nicht hinsichtlich eines bestimmten 
Straftatbestandes bzw. einer rechtlichen Würdigung erfolgt (vgl. Art. 319 StPO). Auf 

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9

eine tätliche Auseinandersetzung mit beweismässig strittigem Umfang der Verlet-
zungsfolgen übertragen bedeutet dies zum Beispiel, dass die Teileinstellung nicht 
hinsichtlich des Tatbestands der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
StGB ergeht, sondern hinsichtlich konkreter, vom Opfer geltend gemachter (schwe-
rer) Verletzungsfolgen, welche mangels eines hinreichenden Tatverdachts keinen 
Eingang in die Anklage fanden (BGE 148 IV 124 E. 2.6.6). 

2.6

2.6.1 Zunächst ist der Generalstaatsanwaltschaft beizupflichten, dass eine Verfahrens-
einstellung immer in Bezug auf einen bestimmten Tatvorwurf und nicht hinsichtlich 
eines bestimmten Straftatbestandes bzw. einer rechtlichen Würdigung erfolgt (Art. 
319 StPO). Eine Teileinstellung scheidet zudem aus, wenn es sich lediglich um ei-
ne andere rechtliche Würdigung ein und desselben Lebensvorgangs handelt. Der 
Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung verlangt eine (schwere) Schädigung 
des Körpers oder der Gesundheit (Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB). Die nötige Schwe-
re der qualifizierten Verletzung kann sich unter anderem durch eine bleibende Ar-
beitsunfähigkeit, eine Entstellung des Gesichts oder einer anderen schweren 
Schädigung des Körpers oder der geistigen Gesundheit eines Menschen ergeben 
(vgl. Art. 122 StGB). Vorliegend geht aus dem Strafbefehl hervor, welche konkreten 
Verletzungen (Schädelhirntrauma 1. Grades und diverse Riss-Quetsch-Wunden 
am Kopf, Weichteillazeration und abgebrochene Zähne) der Beschwerdeführer er-
litten hat. Demnach lässt sich der umschriebene Sachverhalt grundsätzlich unter 
den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung subsumieren, womit eine andere 
rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts möglich wäre. Demgegenüber 
blieben die vom Beschwerdeführer im Schreiben vom 4. Dezember 2024 geltend 
gemachten Verletzungsfolgen (Entstellungen im Gesicht, kognitive Beeinträchti-
gung, psychische Traumatisierung und längerdauernde Arbeitsunfähigkeit) im 
Strafbefehl unberücksichtigt. Somit wird der Tatvorwurf der fahrlässigen (schweren) 
Körperverletzung vom Anklagesachverhalt nicht vollständig erfasst. Folglich kann 
auch nicht gesagt werden, dass der Lebenssachverhalt vollumfänglich im Strafbe-
fehl abgebildet wurde. Entgegen der Generalstaatsanwaltschaft handelt es sich 
deshalb nicht nur um eine Weigerung der Staatsanwaltschaft, den Sachverhalt an-
ders zu würdigen. Da der Strafbefehl im Falle einer Überweisung ans Gericht als 
Anklageschrift dient (Art. 356 Abs. 1 StPO), wäre es dem Gericht – entgegen der 
Staatsanwaltschaft und der Generalstaatsanwaltschaft – nicht möglich, über die 
Qualifikation der Verletzungsfolgen zu urteilen und einen Wechsel der rechtlichen 
Würdigung vorzunehmen, ohne den Anklagegrundsatz und das Immutabilitätsprin-
zip zu verletzen (vgl. E. 2.5.1). 

2.6.2 Nach dem Gesagten fehlt es an einzelnen Sachverhaltselementen, die mit den 
gesetzlich vorgesehenen Verfahrensabschlussmöglichkeiten zu behandeln gewe-
sen wären. Mit Blick auf die zuvor zitierte Rechtsprechung und insbesondere BGE 
148 IV 124 ist eine Teileinstellung zulässig und steht dem Grundsatz «ne bis in 
idem» nicht entgegen, wenn sie auf den gleichzeitig erlassenen Strafbefehl Bezug 
nimmt und das Verfahren nicht als Ganzes, sondern nur bezüglich einzelner, nicht 
angeklagter, erschwerender Tatumstände oder zusätzlicher Tatfolgen (bspw. zu-
sätzliche Verletzungen) eingestellt wird. So sind das verfahrensrechtliche Schicksal 

10

des Vorwurfs der Verletzung gegen das UVG und der fahrlässigen (schweren) Kör-
perverletzung unabhängig voneinander. Der Vorwurf der fahrlässigen (schweren) 
Körperverletzung enthält zusätzliche Sachverhaltselemente (Verletzungsfolgen), 
welche vorliegend nicht in den Strafbefehl aufgenommen wurden. Folglich steht der 
Strafbefehl wegen Widerhandlung gegen das UVG einem Verfahren wegen fahr-
lässiger Körperverletzung nicht entgegen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 
7B_155/2022 vom 19. Oktober 2023 E. 2.3). Sollte die Staatsanwaltschaft zur Auf-
fassung gelangt sein, dass sie den Beschuldigten nicht wegen der geltend gemach-
ten Verletzungen bestrafen will oder diese nicht den Tatbestand der fahrlässigen 
schweren Körperverletzung erfüllen, wäre sie zum Erlass einer expliziten Teilein-
stellung verpflichtet gewesen. Demnach wurde mit dem Erlass des vorliegenden 
Strafbefehls eine implizite Teileinstellung vorgenommen. 

2.6.3 Der Generalstaatsanwaltschaft kann auch nicht gefolgt werden, wenn sie geltend 
macht, dass der Beschwerdeführer die Rechtsaufassung der Staatsanwaltschaft 
vom Sachgericht im Rahmen des Einspracheverfahrens überprüfen lassen könne 
und ihm dadurch keine Rechte verloren gingen. Das Einspracheverfahren hängt 
von vielen verschiedenen Bedingungen ab, worauf der Beschwerdeführer keinen 
Einfluss nehmen kann. So stehen der Staatsanwaltschaft zunächst mehrere Mög-
lichkeiten zur Verfügung, wie sie im Falle einer Einsprache weiter vorgehen möchte 
(Art. 355 Abs. 3 Bst. a-d StPO). Sollte sie am Strafbefehl festhalten und diesen an 
das Gericht überweisen, bliebe für den Beschwerdeführer im darauffolgenden Ge-
richtsverfahren grundsätzlich nur noch die Möglichkeit, unter den Voraussetzungen 
von Art. 329 Abs. 2 und Art. 333 Abs. 1 StPO eine Änderung der Anklage zu bean-
tragen (vgl. E. 2.5.1 hiervor). Sofern die genannten Bestimmungen überhaupt ein-
schlägig sind, ist weiter fraglich, ob das Gericht dem entsprechenden Antrag statt-
geben und die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift anpassen würde, zumal diese 
nicht zu einer Abänderung der Anklage verpflichtet werden kann. Dem Sachgericht 
ist es untersagt, die Rolle der Anklage zu übernehmen und es hat in der Regel nur 
darüber zu urteilen, ob die beschuldigte Person im Sinne der Anklage schuldig zu 
sprechen ist (vgl. E. 2.5.1 hiervor). Demnach beschränkt sich die Einflussmöglich-
keit des Beschwerdeführers im Verfahren vor dem Gericht grundsätzlich darauf, auf 
einen mangelhaften Anklagesachverhalt hinzuweisen. Insoweit erscheint der Weg 
über die Einsprache für den Beschwerdeführer nicht geeignet, die für den von ihm 
angestrebten Schuldspruch erforderliche Abänderung der Anklage zu erreichen. 
Darüber hinaus hat das Bundesgericht klargestellt, dass die Beschwerde das vor-
gesehene Rechtsmittel gegen eine implizite Einstellung darstellt. Es führte diesbe-
züglich aus, dass der Weg über die Einsprache den Fall betreffe, in welchem die 
beschwerdeführende Partei ein rechtliches Interesse daran habe, eine andere 
rechtliche Qualifikation in Bezug auf einen unbestrittenen Sachverhalt zu erreichen. 
Dagegen erscheine der Weg über die Einsprache nicht auf den Fall einer impliziten 
Einstellung zugeschnitten. Zudem werde ein weiterer Rechtsbehelf gegen die Ein-
stellung eröffnet, wenn man die Einsprache gegen eine implizite Einstellung zulies-
se (vgl. BGE 138 IV 241 E. 2 und E. 2.6). Zumal vorliegend eine implizite Teilein-
stellung vorliegt und eine andere rechtliche Würdigung des im Strafbefehl erfassten 
Sachverhalts nur begrenzt möglich ist, hat der Beschwerdeführer zu Recht Be-
schwerde erhoben. 

11

2.6.4 Mithin gelangt die Beschwerdekammer zum Schluss, dass die Staatsanwaltschaft 
mit ihrem Vorgehen eine implizite Teileinstellung vorgenommen hat. Dagegen kann 
der Beschwerdeführer Beschwerde erheben (vgl. E. 2.2 und E. 2.6.3). Er ist als 
Straf- und Zivilkläger in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und damit 
zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristge-
rechte Beschwerde ist – unter Vorbehalt des Nachfolgenden – einzutreten. 

2.7 Wenn der Beschwerdeführer die Aufhebung des Strafbefehls verlangt, geht er über 
das Anfechtungsobjekt hinaus. Es liegt nicht in der Kompetenz der Beschwerde-
kammer über das Schicksal des Strafbefehls zu entscheiden; dies ist der Staats-
anwaltschaft bzw. dem erstinstanzlichen Gericht vorbehalten (Art. 355 und Art. 356 
StPO). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

3. Soweit der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs geltend macht, ist festzustellen, dass eine solche naturgemäss mit ei-
ner impliziten Teileinstellung einhergeht. Zumal eine implizite Teileinstellung vorlie-
gend zu bejahen ist (vgl. E. 2.6.4 hiervor) und der damit verbundene Mangel im 
Beschwerdeverfahren nicht geheilt werden kann (vgl. auch Urteile des Bundesge-
richts 6B_84/2020 vom 22. Juni 2020 E. 2.1.3; 6B_819/2018 vom 25. Januar 2019 
E. 3.8; Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 2023 24 vom 11. Juli 
2023 E. 3), ist diese aufzuheben und das Verfahren wegen fahrlässiger Körperver-
letzung zur Fortführung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Eine weiterge-
hende Prüfung der vorgebrachten Rügen – insbesondere eine materielle Überprü-
fung der impliziten Teileinstellung und der Qualifikation der Verletzungsfolgen – 
erübrigt sich bei diesem Verfahrensausgang. 

4.

4.1 Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt der Beschwerdeführer zum überwiegenden 
Teil, indem die implizite Teileinstellung aufgehoben und das Verfahren wegen fahr-
lässiger Körperverletzung zur Fortführung an die Staatsanwaltschaft zurückgewie-
sen wird. Der Nichteintretensentscheid betreffend die Aufhebung des Strafbefehls 
generierte keinen relevanten Aufwand, welcher eine Kostenausscheidung rechtfer-
tigt. Angesichts dessen sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf 
CHF 2'000.00, vom Kanton zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

4.2 Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO, wo-
nach die Parteien im Falle einer Kassation Anspruch auf eine angemessene Ent-
schädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren haben. Diese Be-
stimmung verweist zwar einzig auf Art. 409 StPO (Kassation im Berufungsverfah-
ren), muss aber nach einhelliger Lehrmeinung auch im Beschwerdeverfahren an-
wendbar sein, wenn eine Rückweisung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt (GRIES-
SER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 4 
zu Art. 436 StPO; WEHRENBERG/FRANK, in Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 14 zu Art. 436 StPO mit weiteren Hinweisen 
sowie GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 
Diss. BE 2011, Rz. 580). Nach der ständigen Praxis der Beschwerdekammer hat 
im Falle einer Kassation in analoger Anwendung der Entschädigungsregelung von 
Art. 436 Abs. 3 StPO nicht nur die beschwerdeführende obsiegende Partei, son-

12

dern auch die beschuldigte Person Anspruch auf eine angemessene Entschädi-
gung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren (statt vieler: Beschluss des 
Obergerichts des Kantons BK 23 15 vom 30. Juni 2023 E. 7.2.1). Die Bemessung 
der Entschädigung liegt im Ermessen der Beschwerdekammer. Gemäss Art. 41 
Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) besteht die Tariford-
nung für Strafrechtssachen aus Rahmentarifen. Mit Blick auf Art. 17 Abs. 1 Bst. f 
i.V.m. Bst. e und b der Parteikostenverordnung (PKV; BSG 168.811) reicht der vor-
liegende Tarifrahmen von CHF 12.50 bis CHF 12’500.00. Innerhalb des Rahmenta-
rifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen 
Zeitaufwand, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses 
(Art. 41 Abs. 3 KAG).

4.3 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin D.________, macht 
mit Kostennote vom 18. Juni 2025 eine Entschädigung von CHF 1’850.00 (recte: 
CHF 1’957.05] (Honorar von CHF 1’650.00 [recte: CHF 1’749.00] zzgl. Auslagen 
von CHF 61.40 und MWST von CHF 138.60 [recte: CHF 146.65]) geltend. Die gel-
tend gemachte Entschädigung erweist sich mit Blick auf die Bedeutung der Streit-
sache (durchschnittlich), des Aktenumfangs von einem Bundesordner (unterdurch-
schnittlich) sowie der Schwierigkeit des Prozesses (durchschnittlich bis überdurch-
schnittlich) als angemessen. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Entschädi-
gung in der Höhe von CHF 1’957.05 (inkl. Auslagen und MWST) zuzusprechen. 

4.4 Der private Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt B.________, hat im Be-
schwerdeverfahren keine Kostennote eingereicht und sich auch die Einreichung ei-
ner solchen auf Aufforderung hin nicht vorbehalten. Die praxisgemäss durch die 
Beschwerdekammer pauschal festzulegende und vom Kanton Bern auszurichtende 
Entschädigung des Beschuldigten für die angemessene Ausübung seiner Verfah-
rensrechte (Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO; insbesondere Aktenstudium, Verfassen 
der knapp fünfseitigen Stellungnahme, Kenntnisnahme von Schriftenwechsel sowie 
Besprechung mit Klient) und wird mit Blick auf die Bedeutung der Streitsache 
(durchschnittlich), des Aktenumfangs von einem Bundesordner (unterdurchschnitt-
lich) sowie der Schwierigkeit des Prozesses (durchschnittlich bis überdurchschnitt-
lich) auf pauschal CHF 1’800.00 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt und an 
Rechtsanwalt B.________ ausgerichtet (Art. 429 Abs. 3 StPO). 

13

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die implizite Teileinstellung der Regio-
nalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. Januar 2025 wird aufgehoben und 
das Verfahren wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung wird zur Fortführung an 
die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland zurückgewiesen. Soweit weiterge-
hend wird auf die Beschwerde nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2’000.00, trägt der Kanton 
Bern. 

3. Dem Beschwerdeführer wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren vom 
Kanton Bern eine Entschädigung von CHF 1’957.05 (inkl. Auslagen und MWST) aus-
gerichtet.

4. Die Entschädigung des Beschuldigten für das Beschwerdeverfahren wird auf 
CHF 1’800.00 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt und an Rechtsanwalt 
B.________ ausgerichtet.

5. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwältin D.________ (per 

Einschreiben)
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin G.________

(mit den Akten – per Kurier)

Bern, 2. Dezember 2025 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Ueltschi

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung auf der nächsten Seite!

14

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.