# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a927d43b-0360-5d19-bab6-d8dc594119ad
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.10.2023 SK.2023.21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2023-21_2023-10-17.pdf

## Full Text

Urteil vom 17. Oktober 2023   
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Vorsitz 

Martin Stupf und Sylvia Frei 

Gerichtsschreiberin Elena Inhelder  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Staatsanwältin des Bundes ad interim Andrea Bütler 

 

und 

als Privatklägerschaft: 

 

C. 

 
gegen 

  
A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Reto 

Mätzler 

Gegenstand  
Widerhandlung gegen Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und 

«Islamischer Staat» sowie verwandter Organisatio-

nen, Gewaltdarstellungen, Betrug 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2023.21 

- 2 - 

SK.2023.21 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen: 

− des mehrfachen Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes über das Ver-

bot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwand-

ter Organisationen, 

− des mehrfachen Beschaffens und Zugänglichmachens von Gewaltdarstel-

lungen (Art. 135 Abs. 1 und Abs.1bis StGB), 

− des Betrugs (Art. 146 StGB). 

2. A. sei zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 55 Monaten zu verurteilen 

(Art. 40, 42, 47, 49 StGB). 

Die erstandene Untersuchungshaft von insgesamt 266 Tagen sei auf den Vollzug 

der Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

3. Für den Vollzug des Urteils sei der Kanton Zürich als zuständig zu erklären 

(Art. 74 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 31 StPO). 

4. Das DNA-Profil und die erkennungsdienstlichen Daten (PC-Nr. 2) seien innert 

der gesetzlichen Frist zu löschen. 

5. Die in vorliegender Strafuntersuchung beschlagnahmten Gegenstände seien ein-

zuziehen und zu vernichten (Art. 267 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 69 und Art. 135 

Abs. 2 StGB), sofern sie nicht als Beweismittel dienen und bei den Akten verblei-

ben. 

6. Von den Kosten des Vorverfahrens in Höhe von Fr. 230'183.-- (Fr. 192'183.-- 

Auslagen und Fr. 38'000.-- Gebühren) seien A. Fr. 125'141.40 (Gebühren und 

auferlegbare Kosten) aufzuerlegen, zuzüglich Kosten für das Hauptverfahren in 

gerichtlich zu bestimmender Höhe (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

7. Rechtsanwalt Reto Mätzler sei für die amtliche Verteidigung von A. in gerichtlich 

zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO), unter Anrechnung bereits geleisteter Akontozah-

lungen. 

8. A. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung in vollem Umfang zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 426 

Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

  

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SK.2023.21 

Anträge der Privatklägerschaft: 

Es wurden keine Anträge eingereicht. 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beschuldigte sei wie folgt schuldig zu sprechen: 

− wegen Widerhandlung gegen Art. 2 des Bundesgesetzes über das Verbot 

der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter 

Organisationen, 

− wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 135 Abs. 1 StGB (Gewaltdar-

stellungen), 

− wegen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB. 

2. Er sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten unter Ansetzung einer 

Probezeit von 3 Jahren zu bestrafen. 

Die erstandene Haft von 266 Tagen sei an die Freiheitsstrafe anzurechnen. Die 

Ersatzmassnahmen seien dem Beschuldigten mit 71 Tagen an die Freiheits-

strafe anzurechnen (ca. 25 % von 282 Tagen). 

3. Weiter sei der Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen 

à Fr. 50.-- unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren zu bestrafen. 

4. Der Antrag auf nachträgliche richterliche Entscheidung sei abzuweisen. 

5. Die beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten. 

6. Die (auferlegbaren) Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu 1/5 aufzuer-

legen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu neh-

men und im Umfang der Hälfte bereits heute definitiv abzuschreiben. 

 
  

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SK.2023.21 

Prozessgeschichte: 

A. Gestützt auf die Strafanzeige der Kantonspolizei Zürich vom 19. September 2018 

eröffnete die Bundesanwaltschaft am 3. Oktober 2018 eine Strafuntersuchung 

(Geschäftsnummer: SV.18.1003) gegen den Beschuldigten wegen des Ver-

dachts der Beteiligung an resp. der Unterstützung einer kriminellen Organisation 

(Art. 260ter StGB) sowie des Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes vom 

12. Dezember 2014 über das Verbot der Gruppierungen «AI-Qaïda» und «Isla-

mischer Staat» sowie verwandter Organisationen (SR 122; in Kraft bis 31. De-

zember 2022; nachfolgend: aAQ/IS-Gesetz; [BA pag. 01.01.00001 ff.]). 

B. Mit Verfügung vom 14. November 2018 dehnte die Bundesanwaltschaft das 

Strafverfahren gegen den Beschuldigten auf die Tatbestände des Betrugs 

(Art. 146 StGB) und des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen einer Sozial-

versicherung oder Sozialhilfe (Art. 148a StGB) sowie mit Verfügung vom 11. De-

zember 2020 auf den Tatbestand der Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB) aus 

(BA pag. 01.01.0003; -0004). Am 8. September 2022 dehnte die Bundesanwalt-

schaft das Strafverfahren gegen den Beschuldigten auf dessen Schwester D. 

wegen Gehilfenschaft zu Betrug (Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 StGB) aus und 

vereinigte gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO die Strafverfolgung gegen den Be-

schuldigten und D. in der Hand der Bundesbehörden (BA pag. 01.01.0005 ff.). 

C. Im Zuge der Ermittlungen führte die Bundesanwaltschaft umfangreiche Beweis-

erhebungen durch. Am 29. Oktober 2019 fand am Domizil des Beschuldigten in 

Kloten eine Hausdurchsuchung statt, anlässlich derer diverse Datenträger und 

Dokumente sichergestellt wurden (BA pag. 8.1.0007 ff.). Gleichentags wurde der 

Beschuldigte festgenommen und befand sich in der Folge bis 21. Juli 2020 in 

Untersuchungshaft (BA pag. 6.1.0001 ff.; -0007 ff.; -0022 ff.; -0058 ff.; 0108 ff.). 

Die im Nachgang zur Haft angeordneten Ersatzmassnahmen dauerten bis zum 

20. Oktober 2022 (BA pag. 6.1.0154 ff.; -0210 ff.; -0245 ff.; -0268 ff.; -0289 ff.;  

-0310 ff.; 0329 ff.; -0348 ff.; -0367 ff.). 

D. Am 13. April 2023 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts Anklage gegen A. wegen Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 

aAQ/IS-Gesetz, mehrfachen Beschaffens und Zugänglichmachens von Gewalt-

darstellungen (Art. 135 Abs. 1 und Abs. 1bis StGB) sowie Betrugs (Art. 146 Abs. 1 

StGB). 

E. Mit Verfügungen vom 16. Mai, 12. Juli, 28. Juli und 4. August 2023 entschied der 

Vorsitzende über Beweismassnahmen (TPF pag. 26.250.001 ff.). 

F. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht von Amtes wegen die er-

forderlichen Beweismittel zu den persönlichen und finanziellen Verhältnissen des 

Beschuldigten ein (Formular betreffend persönliche und finanzielle Verhältnisse 

[TPF pag. 26.231.4.007 ff.]; Straf- und Betreibungsregisterauszug [TPF 

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pag. 26.231.1.001 f.; 26.231.3.002]; aktuelle Steuerunterlagen [TPF 

pag. 26.231.2 ff.]) sowie Führungsberichte des Regionalgefängnisses Z. [TPF 

pag. 26.231.7.002] und des Gefängnisses Y. [TPF pag. 26.231.7.5 f.).  

G. Nachdem die auf den 30. August 2023 angesetzte Hauptverhandlung abgesagt 

werden musste, fand die neu angesetzte Hauptverhandlung am 17. Okto-

ber 2023 in Anwesenheit des Beschuldigten, seines Verteidigers und der Bun-

desanwaltschaft am Sitz des Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt. Die Privat-

klägerschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Das Urteil wurde gleichentags 

mündlich eröffnet und begründet (TPF pag. 26.720.007). 

H. Die Bundesanwaltschaft meldete innert Frist Berufung an. 

  

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SK.2023.21 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Bundesgerichtsbarkeit 

Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet auf 

Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz, mehrfache Herstellung von 

Gewaltdarstellungen und Zugänglichmachen einer Gewaltdarstellung gemäss 

Art. 135 Abs. 1 und Abs. 1bis StGB. Die Bundesgerichtsbarkeit ergibt sich vorlie-

gend zum Teil originär (Art. 24 Abs. 1 StPO, Art. 2 Abs. 3 aAQ/IS-Gesetz) und 

zum Teil aus der Vereinigung der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden 

(Art. 26 Abs. 2 StPO, vgl. Prozessgeschichte Lit. B). Die sachliche Zuständigkeit 

der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ist somit für sämtliche angeklagten 

Straftatbestände gegeben (Art. 19 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 35 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bun-

des [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). 

Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 StBOG. 

1.2 Anwendbares Recht 

1.2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach geltendem Recht beurteilt, wer nach des-

sen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. Massgebend ist 

der Zeitpunkt der Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung (POPP/BERKE-

MEIER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 StGB N. 5). Als Ausnahme be-

stimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass eine Tat, welche vor Inkrafttreten des Gesetzes 

begangen wurde, nach dem neuen Recht zu beurteilen ist, wenn dieses für den 

Täter das mildere ist (lex mitior). 

1.2.2 Im Hauptanklagepunkt werden dem Beschuldigten Widerhandlungen gegen 

Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz, begangen in der Zeit vom 13. Februar 2018 bis 

28. Oktober 2019, vorgeworfen. Art. 1 aAQ/IS-Gesetz enthält ein Verbot für die 

Gruppierungen «Al-Qaïda» (lit. a), Islamischer Staat (lit. b) sowie Tarn- und 

Nachfolgegruppierungen der «Al-Qaïda» und IS sowie Organisationen und Grup-

pierungen, die in Führung, Zielsetzung und Mitteln mit der Gruppierung «Al-

Qaïda» oder IS übereinstimmen oder in ihrem Auftrag handeln (lit. c). Nach Art. 2 

Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 

bestraft, wer sich auf dem Gebiet der Schweiz an einer nach Art. 1 des aAQ/IS-

Gesetzes verbotenen Gruppierung oder Organisation beteiligt, sie personell oder 

materiell unterstützt, für sie oder ihre Ziele Propagandaaktionen organisiert, für 

sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere Weise fördert. 

Das am 1. September 2017 in Kraft getretene Nachrichtendienstgesetz (SR 121; 

nachfolgend: NDG) stellt in Art. 74 Abs. 4 NDG die gleichen Handlungen wie 

Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz unter Strafe. Die Strafandrohung der an sich 

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SK.2023.21 

gleichlautenden Strafbestimmung von Art. 74 Abs. 4 NDG lautete in der bis am 

30. Juni 2021 geltenden Fassung noch auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe. Mit Inkrafttreten des Bundesbeschlusses vom 25. September 2020 

über die Genehmigung des Übereinkommens des Europarates zur Verhütung 

des Terrorismus wurde die Sanktion an jene von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz 

angeglichen. Folglich ist der Gesetzeswortlaut von Art. 74 Abs. 4 NDG seit dem 

1. Juli 2021 identisch mit jenem von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz und stellt inso-

fern eine Verstetigung des Letzteren dar (BGE 148 IV 298 E. 6.4.2; vgl. auch 

HEIMGARTNER/INHELDER, Strafbarkeit dschihadistischer Propaganda, AJP 2022, 

S. 1217 ff., 1222 f.). 

Die Geltungsdauer des aAQ/IS-Gesetzes wurde vom Parlament am 

15. Juni 2018 trotz des per 1. September 2017 in Kraft getretenen NDG bis zum 

31. Dezember 2022 verlängert, womit das aAQ/IS-Gesetz im hier zu beurteilen-

den Deliktszeitraum nach wie vor in Kraft war. Zur Verhinderung der Kollision der 

beiden Bestimmungen bestand Art. 74 Abs. 4 NDG indes gemäss der Botschaft 

vom 22. November 2017 ausdrücklich bloss auf Papier, solange die auf Art. 74 

Abs. 1 NDG gestützte Verfügung über das Organisationsverbot des Bundesrates 

nicht in Kraft trat (BBl 2018 87 ff., 100; BGE 148 IV 298 E. 6.4.2; HEIMGARTNER/IN-

HELDER, a.a.O., S. 1217 ff., 1222 f.). Damit brachte der Bundesrat klar zum Aus-

druck, dass Art. 74 Abs. 4 NDG dem Art. 2 aAQ/IS-Gesetz solange nicht vor-

gehe, als noch kein bundesrätliches Verbot im Sinne von Art. 74 Abs. 1 NDG 

erlassen wurde und das aAQ/IS-Gesetz noch in Kraft ist. Die vom Bundesrat am 

19. Oktober 2022 erlassene Allgemeinverfügung betreffend das Verbot der Grup-

pierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisatio-

nen trat schliesslich per 1. Dezember 2022 in Kraft (BBl 2022 2548). 

1.2.3 Der Beschuldigte hat die unter dem Gesichtspunkt der Unterstützung verbotener 

terroristischer Gruppierungen in materieller, personeller und propagandistischer 

Hinsicht zu beurteilenden Taten (Anklageziffer 1.1) zwar nach Inkrafttreten von 

Art. 74 Abs. 4 aNDG (in seiner bis zum 30. Juni 2021 geltenden Fassung) be-

gangen, jedoch noch vor Erlass des bundesrätlichen Verbotes der terroristischen 

Gruppierungen «Al-Qaïda» und IS i.S.v. Art. 74 Abs. 1 NDG. Insofern stellt sich 

in casu einzig die Frage, ob der neue Art. 74 Abs. 4 NDG (in seiner seit dem 

1. Juli 2021 geltenden Fassung) infolge des seit 1. Dezember 2022 in Kraft ge-

tretenen Verbots der Gruppierungen «Al-Qaïda» und IS sowie verwandter Orga-

nisationen Art. 2 aAQ/IS-Gesetz als milderes Recht vorgeht. Wie bereits erläu-

tert, sehen Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz und Art. 74 Abs. 4 NDG identische Straf-

bestimmungen vor, womit letzterer Straftatbestand und damit das neue Recht 

von vornherein nicht milder ist. Infolgedessen ist mit Art. 2 aAQ/IS-Gesetz das im 

mutmasslichen Tatzeitpunkt geltende Recht anzuwenden. 

  

- 8 - 

SK.2023.21 

1.3 Beweisverwertbarkeit 

1.3.1 Die im vorliegenden Verfahren mittels geheimer Überwachungsmassnahmen er-

hobenen Beweismittel sind verwertbar. Diesbezüglich stellen sich keine pro-

zessualen Fragen und solche wurden von den Parteien auch nicht aufgeworfen. 

1.3.2 Hinsichtlich der Verwertbarkeit der Einvernahmen von E., an denen der Beschul-

digte kein Teilnahmerecht im Sinne von Art. 147 StPO resp. kein Konfrontations-

recht hatte, stellt sich die Frage der Verwertbarkeit.  

1.3.2.1 Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhe-

bungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und 

einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Art. 147 Abs. 1 StPO sieht somit 

ein Teilnahme- und Fragerecht der Parteien, namentlich für die beschuldigte Per-

son, vor (Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO). Kein solches Teilnahmerecht besteht dem-

gegenüber im polizeilichen Ermittlungsverfahren, soweit es sich um selbststän-

dige Ermittlungen gemäss Art. 306 StPO handelt (Art. 147 Abs. 1 StPO e contra-

rio; BGE 143 IV 397 E. 3.3.2). Ein Teilnahmerecht der Parteien besteht lediglich 

bei polizeilichen Einvernahmen, welche von der Staatsanwaltschaft an die Polizei 

delegiert wurden. Beweise, die in Verletzung von Art. 147 StPO erhoben wurden, 

dürfen nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht anwesend war 

(Art. 147 Abs. 4 StPO; BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 139 IV 25 E. 4.2 und 5.4.1; Ur-

teile 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 E. 2.3.1; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 

E. 1.3.1). Zwar kann eine Einvernahme ohne Teilnahme der beschuldigten Per-

son wiederholt werden. Allerdings darf die Strafbehörde bei einer Wiederholung 

oder einer späteren Konfrontationseinvernahme nicht auf die Ergebnisse der vo-

rausgegangenen Einvernahme zurückgreifen, wenn diese einem Beweisverwer-

tungsverbot unterliegt (Urteil des BGer 6B_426/2023 vom 16. August 2023 

E. 2.1.1). 

1.3.2.2 Eine beschuldigte Person hat in einem Strafverfahren gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d 

EMRK Anspruch darauf, bei der Befragung von Belastungszeugen anwesend zu 

sein und diesen Fragen zu stellen (BGE 125 I 127 E. 6c/ee). Eine belastende 

Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person 

wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichende Ge-

legenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungs-

zeugen zu stellen (BGE 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; je mit Hinweisen). Dies 

gilt auch für die Einvernahme von Auskunftspersonen (Urteile 6B_1092/2022 

vom 9. Januar 2023 E. 2.3.3; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.4; je mit Hin-

weisen). Mit Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK soll ausgeschlossen werden, dass ein Straf-

urteil auf Aussagen von Zeugen abgestützt wird, ohne dass der beschuldigten 

Person wenigstens einmal im Verfahren eine angemessene und hinreichende 

Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an 

den Zeugen zu stellen (BGE 118 Ia 462 E. 5.a; 116 Ia 289 E. 3.a; 113 Ia 422 

E. 3.c). Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss die beschuldigte 

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SK.2023.21 

Person namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage zu prüfen 

und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage zu 

stellen (BGE 133 I 33 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_426/2023 vom 

16. August 2023 E. 2.1.2; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.4; 6B_383/2019, 

6B_394/2019 vom 8. November 2019 E. 8.1.2, nicht publ. in: BGE 145 IV 470; je 

mit Hinweisen). Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich die einvernommene 

Person in Anwesenheit der beschuldigten Person (nochmals) zur Sache äussert 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_426/2023 vom 16. August 2023 E. 2.1.2; 

6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 E. 2.3.3; je mit Hinweis). Beschränkt sich die 

Wiederholung der Einvernahme im Wesentlichen auf eine formale Bestätigung 

der früheren Aussagen, wird es der beschuldigten Person verunmöglicht, ihre 

Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

6B_426/2023 vom 16. August 2023 E. 2.1.2; 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 

E. 2.3.3; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.4; je mit Hinweis).  

1.3.2.3 Die Einvernahmen von E., die ohne Teilnahmerecht des Beschuldigten erfolgten, 

wären nach dem Gesagten nur insofern zu Lasten des Beschuldigten verwertbar, 

als sie unter Gewährung des Teilnahmerechts bestätigt worden wären und sich 

die neuen Aussagen nicht auf eine bloss formale Bestätigung der ihm vorgehal-

tenen früheren Aussagen beschränkt hätten, sondern E. sich (nochmals) zur Sa-

che geäussert, d. h. frei und ausführlich erzählt hätte. Nur unter diesen Umstän-

den wäre es dem Beschuldigten A. resp. dessen Verteidiger möglich gewesen, 

seine Konfrontationsrechte effektiv wahrzunehmen. Vorliegend wäre grundsätz-

lich einzig die delegierte Einvernahme vom 23. September 2021 verwertbar (BA 

pag. 12.2.1 ff.). An besagter Einvernahme wurden E. diverse frühere Aussagen 

vorgehalten. Indes äusserte er sich nicht noch einmal auf eine Weise, die es dem 

anwesenden Verteidiger des Beschuldigten ermöglicht hätte, diese Aussagen in 

kontradiktorischer Weise auf die Probe zu stellen. Vielmehr beschränkten sich 

die Aussagen von E. im Wesentlichen auf eine formale Bestätigung früherer Aus-

sagen oder deren Relativierung. Unter diesen Umständen verzichtet das Gericht 

im Sinne der oben skizzierten Rechtsprechung darauf, auf die Aussagen von E. 

(auch anlässlich der Einvernahme vom 23. September 2021) abzustellen. 

2. Ideologische Einstellung des Beschuldigten im Deliktszeitraum und inter-

nationale Kontakte zu Exponenten der salafistisch-dschihadistischen Be-

wegung 

2.1 Vorab gilt es aufzuzeigen, welche ideologische und religiöse Einstellung der Be-

schuldigte im anklagerelevanten Zeitraum (Anklageziffer 1.1 vom 13. Feb-

ruar 2018 bis 28. Oktober 2019; Anklageziffer 1.2 vom 19. November 2018 bis 

20. März 2019) vertrat. 

2.2 Vorab ist zu erwähnen, dass sich das Beweismaterial hinsichtlich der Anklage-

vorwürfe aber auch hinsichtlich der diesen zugrundeliegenden ideologischen Ein-

stellung zugunsten verbotener terroristischer Gruppierungen zu einem 

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wesentlichen Teil auf die anlässlich der akustischen Überwachung des vom Be-

schuldigten benutzten Fahrzeugs VW Golf sowie der Räumlichkeiten im Restau-

rant in X. und im «Dschamaat» erhobenen Gespräche stützt. Neben den interes-

sierenden Gesprächen finden sich in den Akten aber auch diverse (elektronische) 

Sicherstellungen, so insbesondere Kommunikationen und Veröffentlichungen in 

den vom Beschuldigten benutzten sozialen Medien. Hinsichtlich der im Rahmen 

der geheimen Überwachungsmassnahmen aufgezeichneten Gespräche ist in 

Betracht zu ziehen, dass diese entweder im privaten Fahrzeug des Beschuldig-

ten oder aber in den vorerwähnten angemieteten Räumlichkeiten – somit in zwei 

eben diesen konspirativen Zwecken dienenden Umgebungen – aufgenommen 

wurden. Dieser Umstand wird im Rahmen der Beweiswürdigung – etwa hinsicht-

lich der Feststellung der ideologischen Einstellung des Beschuldigten – berück-

sichtigt (vgl. E. 2.4.6.1 in fine). 

2.3 Der Beschuldigte war im anklagerelevanten Zeitraum – und ist nach wie vor – 

gläubiger Muslim sunnitischer Glaubensausrichtung, der grundsätzlich nach den 

fünf Säulen des Islams lebt (TPF pag. 26.731.5 f.).  

2.4 Radikalisierungsprozess des Beschuldigten, seine Ausreise zum IS nach 

Syrien und die Rolle des «Dschamaat» Winterthur 

2.4.1 Der Beschuldigte besuchte bereits mit 13 Jahren die «An-Nur»-Moschee in Win-

terthur, später dann die «H.»-Moschee in V. (BA pag. 10.2.2313; 13.1.277). Ra-

dikalisiert hat er sich selber über das Internet. In seiner radikal-islamistischen 

Überzeugung wurde er von mehreren extremistischen (Hass-)Predigern beein-

flusst. Mitunter hat er sich mit dem bekannten Hassprediger Ebu Tejma alias 

Mirsad Omerovic beschäftigt, der eine dschihadistische Ideologie und einen ra-

dikalen Monotheismus vertrat und die Aktivitäten des IS verfochten hat (BA pag. 

13.1.278). Die Vorträge von Ebu Tejma bezeichnete der Beschuldigte dabei als 

gut, empfahl sie primär Gleichgesinnten weiter und beurteilte dessen Verurtei-

lung in Österreich wegen terroristischer Aktivitäten für den IS zu 20 Jahren Haft 

sinngemäss als unverhältnismässig und lächerlich (BA pag. 13.1.445). Als Vor-

bilder bezeichnete er neben I. auch J., dessen […] Reihe mit 52 Videos er sich 

angeschaut hatte (BA pag. 13.1.279). Geprägt wurde er namentlich auch von K. 

und Abu Walaa; letzterer war Anführer des IS in Deutschland, der junge Muslime 

für den IS angeworben hat und in Deutschland am 24. Februar 2021 wegen Un-

terstützung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu einer Frei-

heitsstrafe von zehneinhalb Jahren verurteilt wurde. Die «Manhaj» (zu Deutsch: 

Methode/Lehre) dieser Prediger bezeichnete der Beschuldigte als «gleich wie 

jene des IS» (BA pag. 13.1.128). 

2.4.2 In den genannten Moscheen sowie in der Kampfsportschule «L.» verkehrte der 

Beschuldigte mit verschiedenen Personen, die sich später dem IS in Syrien an-

schlossen. Einen engen Kontakt pflegte er dabei insbesondere mit M., dem da-

maligen selbsternannten «Emir von Winterthur» − der erst- und zweitinstanzlich 

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zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe wegen Beteiligung an einer kriminellen Or-

ganisation verurteilt wurde (wobei das Urteil noch vor Bundesgericht hängig und 

somit nicht in Rechtskraft erwachsen ist) und mit N., einem ehemaligen Thaibox-

Weltmeister, der später im Kampf für den IS starb − sowie mit O., der ebenfalls 

für den IS in Syrien kämpfte. Als eine der ihn prägendsten Figuren nannte der 

Beschuldigte P., der (nach Angaben des Beschuldigten) als einer der ersten 

Männer aus dem Winerthurer Umfeld nach Syrien in den Dschihad reiste. An ihn 

hatte sich der Beschuldigte insbesondere für persönliche Gespräche gewandt 

(BA pag. 13.1.277; -290; -2105). Den Kontakt mit diesem bezeichnet der Beschul-

digte als Schlüsselerlebnis in der Veränderung seines Gedankenguts ins Ext-

reme (BA pag. 13.1.277; -290). 

2.4.3 In der Folge radikalisierte sich der Beschuldigte immer weiter. So weit, dass er 

selber nach Syrien reisen wollte, um sich dem IS anzuschliessen. Zur Vorberei-

tung darauf begann er die arabische Sprache zu lernen (BA pag. 13.1.279). 

Seine Arabischkenntnisse bezeichnete der Beschuldigte im Vorverfahren immer 

wieder als schlecht, zweifelte an mehreren Stellen indes die Korrektheit der pro-

fessionell erstellten arabischen Übersetzungen in den Akten an (BA 

pag. 13.1.123; -636). 

2.4.4 Ende Jahr 2014 verliess der damals 16-jährige Beschuldigte mit seiner jüngeren 

Schwester Q., damals 15 Jahre alt, die Schweiz auf dem Luftweg in Richtung 

Istanbul/Türkei und weiter nach Gaziantep/Türkei. Von dort aus reisten sie ge-

meinsam nach Syrien und hielten sich fast ein ganzes Jahr lang auf dem Gebiet 

des IS, mutmasslich in Manbij, Raqqa und al-Bab, auf. Am 29. Dezember 2015 

reiste der Beschuldigte mit seiner Schwester (in Begleitung ihrer Mutter) auf dem 

Luftweg zurück in die Schweiz (BA pag. 18.8.2 ff.; 13.1.269). Aufgrund der be-

stehenden internationalen Ausschreibung wurden die beiden bei ihrer Ankunft in 

der Schweiz verhaftet und direkt der Jugendanwaltschaft Winterthur zugeführt. 

Mit Urteil vom 26. Februar 2019 wurde der Beschuldigte in der Folge rechtskräftig 

wegen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. mit Art. 1 lit. b 

aAQ/IS-Gesetz schuldig gesprochen (BA pag. 18.8.2 ff.).  

2.4.5 Nach seiner Rückkehr aus Syrien und seiner Verurteilung durch das Bezirksge-

richt Winterthur lebte der Beschuldigte zunächst − zumindest vordergründig − ein 

für junge Erwachsene in der Schweiz normales Leben, machte Sport und ging 

mit Freunden bisweilen auch etwas trinken. Er fand nach eigenen Angaben den 

richtigen und mittleren Weg in seiner Religion (BA pag. 16.2.8). Noch während 

er die elektronische Fussfessel trug, spätestens ab Sommer 2018, begann der 

Beschuldigte jedoch wieder seine «alten Freunde» zu treffen, wobei sich diese 

Kontakte intensivierten, kurz nach dem ihm die elektronische Fussfessel Mitte 

Februar 2019 abgenommen wurde. Bereits wenige Monate später, im Juli 2019, 

verlor der Beschuldigte seine Arbeitsstelle und bezog nach Beendigung der Tag-

geldleistungen der C. (vgl. dazu E. 5.7) Arbeitslosenversicherungsleistungen. 

- 12 - 

SK.2023.21 

Ohne feste Strukturen verkehrte der Beschuldigte − wie zu zeigen sein wird − 

zunehmend in einem extremistisch-salafistischen Umfeld. 

2.4.6  

2.4.6.1 Konkret zu seiner Einstellung gegenüber dem IS befragt, verweigerte der Be-

schuldigte im gesamten Verfahren wiederholt die Aussage, bestätigte aber im 

anklagerelevanten Zeitraum den Wertekanon und die Ideologie des IS geteilt und 

mit diesem sympathisiert zu haben (BA pag. 13.1.619; -628). Seine radikale 

dschihadistisch-ideologische Überzeugung zeigte sich bei diversen verwendeten 

Terminologien resp. deren Auslegung. So setzte der Beschuldigte den Begriff 

«Jihad» mit Glauben gleich und betonte dabei, dass es nicht richtig wäre, wenn 

die Leute die Waffen weglegen würden (BA pag. 13.1.125). Insofern ist unzwei-

felhaft, dass damit einzig der gewaltsame Dschihad gemeint ist, wie er nament-

lich vom IS verfochten wird. Die «Scharia» bezeichnete der Beschuldigte als 

«Traumwelt» (BA pag. 13.1.125; 16.2.6) und befürwortete, dass sich Frauen aus-

serhalb der eigenen Wohnung zu bedecken hätten (BA pag. 13.1.448). Seiner 

Überzeugung entsprechend wertete er die Demokratie ab, sagte wörtlich aus, 

dass er die Demokratie «hasse» (BA pag. 13.1.1878). Den Märtyrertod bezeich-

nete er als den besten Tod (BA pag. 13.1.131). Ebenso befürwortete der Be-

schuldigte den «Takfirismus» demzufolge Menschen, die sich nicht zur skizzier-

ten Ideologie bekennen, mithin andersgläubige Muslime, als «Ungläubige» be-

zeichnet und mit dem sog. Takfir belegt werden, d. h. dem Ausschluss aus dem 

Islam, der auch mit einer Tötung vollzogen werden darf (BA pag. 13.1.139). Der 

IS propagandiert diese Art des Takfirismus und spricht insbesondere den Schii-

ten das Muslimsein ab. 

Seiner radikalen ideologischen Überzeugung zufolge bezeichnete der Beschul-

digte die Schweiz als «Taghut-Staat», der nicht im Einklang mit dem Koran stehe 

(BA pag. 13.1.122). Dieser ablehnenden Einstellung entsprechend kratzte der 

Beschuldigte das Schweizer Kreuz auf seinem Führerausweis teilweise ab (BA 

pag. 10.2.2019) und bezeichnete die Schweizer Bevölkerung in akustisch über-

wachten Gesprächen als «richtiges Verbrechervolk», «Verbrecher», «Kuffare», 

an denen Allah nichts Gutes sehe, «die schlimmsten Geschöpfe» (BA 

pag. 13.1.1883; 1934). Wie eingangs erwähnt (E. 2.2) hat der Beschuldigte diese 

Äusserungen in einer vertraulichen, konspirativen Umgebung getroffen. Die Ra-

dikalität der Aussagen ist unter diesen Umständen insoweit zu relativieren, als 

der Beschuldigte diese in einem vermeintlich nicht Dritten zugänglichen Raum 

gegenüber Gleichgesinnten getroffen hat, um sich in der Gruppe zu profilieren. 

Insoweit dürfte die Bewertung überspitzt formuliert sein, im Kern aber seiner wah-

ren Einstellung entsprechen.  

Rückschlüsse auf seine im anklagerelevanten Zeitpunkt vertretene pro-dschiha-

distische Ideologie lassen insbesondere auch zwei mittels technischer Überwa-

chung aufgenommene Gespräche zu, in denen der Beschuldigte sich dahinge-

hend äusserte, dass man 50 Anschläge machen müsste, um Mohammad-

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Karikaturen zu rächen (BA pag. 10.2.2325) und er gegenüber R. sagte, dass sie 

als «Muslime» nicht in diesen Ländern leben könnten, die Mohammad-Karikatu-

ren einfach hinnehmen würden; man mit einem Lastwagen in die Menge fahren 

und 200 «mitnehmen» solle. Auf diese anschlagsverherrlichenden Aussagen an-

gesprochen, gab der Beschuldigte zu Protokoll «Das ist ein wenig übertrieben... 

Ich war ein bisschen wütend» (BA pag. 13.1.463). 

2.4.6.2 Im gesamten Vorverfahren versuchte der Beschuldigte zudem die Existenz des 

IS zu legitimieren. Seine diesbezügliche Auffassung kommt insbesondere in zwei 

von ihm handschriftlich verfassten Briefen zuhanden der Bundesanwaltschaft 

zum Ausdruck, in denen er die Gründung des IS damit zu legitimieren versucht, 

dass im schiitisch-beherrschten Irak die Sunniten unterdrückt worden seien und 

sich eine Gruppierung, der heutige IS, «einfach gewehrt» habe (BA 

pag. 13.1.30 f.). Den IS bezeichnete er in der Folge als terroristische Organisa-

tion einerseits und andererseits als «ein Staat, eine Regierung», die hart gegen 

die Soldaten anderer Regierungen vorgehe, nicht aber gegen die Bevölkerung 

(BA pag. 13.1.32). Er führte weiter aus, dass er den IS als Kriegspartei gesehen 

habe, legitimiert dessen Vorgehen und bewertet es «als gut, da dadurch Unge-

rechtigkeiten gestoppt worden seien» (BA pag. 16.2.4 f.; siehe auch 13.1.619; 

-628 f.). Der Beschuldigte betrachtet die «muslimische Welt» demgegenüber als 

unschuldig, habe diese in den letzten 200 Jahren doch nicht ein einziges Mal ein 

westliches Land angegriffen; die Aggressoren und Angreifer seien jedes Mal die 

europäischen Staaten und die USA gewesen (BA pag. 16.2.5). Der Beschuldigte 

schrieb in einem der beiden Briefe weiter «Der (recte: des) einen Freiheits- und 

Widerstandskampf ist der (recte: des) anderen Terrorismus» und glorifiziert damit 

letztlich die Aktivitäten des IS als «Freiheits- und Widerstandskampf» (BA 

pag. 16.2.4 f.; 13.1.35; -124 f.; -628 f.). Er präzisierte, dass der IS seines Wissens 

keine unschuldigen Zivilisten töte (BA pag. 16.2.6). Entsprechend führte der Be-

schuldigte im Vorverfahren aus, dass er Menschen, die nach Syrien gegangen 

seien, um dort Leute «zu beschützen», als gute Menschen gesehen habe, so 

auch Deso Dogg (BA pag. 13.1.620; Denis Cusper alias Deso Dogg war ein deut-

scher Musiker und Salafist, der sich als dschihadistischer Kämpfer dem IS in Sy-

rien angeschlossen hat und dort mutmasslich getötet wurde; <https://de.wikipe-

dia.org/wiki/Denis_Cuspert>; zuletzt besucht am 30.10.2023). In besagten Brie-

fen relativierte er weiter, dass «mit einer Gruppe zu sympathisieren» nicht be-

deute «alles was sie macht zu befürworten» (BA pag. 16.2.1). 

2.4.6.3 Seine ideologische Einstellung widerspiegelt sich dabei insbesondere auch in der 

Nutzung von diversen sozialen Medien. Der Beschuldigte betrieb unter anderem 

das Instagram-Konto «T1.» (ID: 3). Das Konto ist öffentlich einsehbar und wies 

im Zeitpunkt der Verhaftung des Beschuldigten, d. h. am 29. Oktober 2019 rund 

11'900 Abonnenten und 796 Posts auf, die allesamt zwischen dem 15. Mai 2016 

und 28. Oktober 2019 veröffentlicht wurden (BA pag. 10.02.1894; -2107). Die Be-

zeichnung des Instagram-Accounts resp. die Verwendung des Begriffspaars 

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«Koran» (Arabisch: «qur’an») und «sunna» (die Handlungsweise des Propheten) 

evoziert dabei eine gewisse Nähe zum Salafismus. Diese Strömung bezweckt 

über eine wörtliche und vom Kontext befreite Lektüre und Umsetzung des Korans 

und der Sunna das Glaubensverständnis der «al-salaf al-salih» («die rechts-

schaffenenen Altvorderen») zu restaurieren (BA pag. 10.2.1898). Die vom Be-

schuldigten auf seinem Instagram-Account geteilten Beiträge werben – meist be-

gleitet von einem Koranzitat – für eine tugendhafte Lebensführung im religiösen 

Sinn. Besondere Einsicht in die vom Beschuldigten vertretene radikale Einstel-

lung bieten dabei am 27. Mai 2019 von ihm gepostete Beiträge, die sich mit dem 

Schiitentum befassen, welches darin abwertend als «rafida» (Arabisch für Zu-

rückweiser) bezeichnet wird. Dieser Antischiismus, der insbesondere auch dem 

IS inhärent ist, stellt eine neue extrem radikale Ideologie der Ablehnung der Schi-

iten dar, propagandiert diese doch die Tötung aller Schiiten und Angriffe auf schi-

itische Schreine (BA pag. 18.02.1900 f.). Insofern zeigt sich in diesen Beiträgen 

der vom Beschuldigten vertretene Hass gegenüber den Schiiten, welche er als 

Götzendiener und Abtrünnige bezeichnet und zu Ungläubigen erklärt (BA pag. 

18.2.1901). Diverse weitere von ihm auf seinem Instagram-Account veröffent-

lichte Beiträge zeigen zudem Exponenten des IS, propagandieren dessen Ideo-

logie und sind oftmals auch mit offiziellen Naschids des IS unterlegt (siehe dazu 

E. 3.4.1) 

2.4.6.4 Schliesslich lässt auch das beim Beschuldigten zahlreich sichergestellte Beweis-

material (Fotos, Videos etc.) ohne weiteres auf seine (damalige) ideologische 

Einstellung gegenüber verbotenen Gruppierungen, namentlich dem IS und der 

«Al-Qaïda», schliessen, wie die nachfolgende Auswahl zeigt: Abonnierung des 

Telegram-Kanals «AA1.», in welchem Videos mit IS-Propaganda und Gewaltdar-

stellungen abgespeichert sind; Telegram «AA2.», mit propagandistischen Audio-

dateien des IS und der Al-Qaïda; Telegram-Kanal «AA7.» mit Aufrufen zu Bittge-

beten, unter anderem für «Ebu Tejma (Mirsad Omerovic); Telegram-Kanal 

«AA3.», der sich zum grossen Teil mit Fragen der Kriegsführung und mit Kampf-

mittel beschäftigt, wobei in den Dateien die Herstellung von Giften, Sprengstof-

fen, Sprengstoffgürteln und Zündvorrichtungen beschrieben wird (BA pag. 

10.2.2352 f.). 

2.4.6.5 Für das Gericht ist anhand der sichergestellten Beweismittel in Form von Fotos, 

Videos, Chats und Beiträgen auf sozialen Medien, den Erkenntnissen aus gehei-

men Überwachungsmassnahmen, den Aussagen des Beschuldigten und seines 

«elektronischen Fussabdrucks» zweifellos erstellt, dass sich der Beschuldigte im 

Deliktszeitraum (13. Februar 2018 bis 28. Oktober 2019) die Ideologie des IS und 

damit insbesondere dessen Wertekanon, Einstellung zum Dschihad sowie die 

Errichtung eines weltumspannenden Kalifats zu eigen machte und inhaltlich voll-

umfänglich teilte. Er bediente sich dabei insbesondere der virtuellen, allen voran 

aber in der geistigen Kampfführung für den IS, propagandierte er das Gedanken-

gut des IS doch insbesondere im persönlichen Kontakt in besagtem 

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SK.2023.21 

«Dschamaat» resp. in Anwesenheit vor weiteren Mitgliedern desselben. In seiner 

Gesamtheit steht fest, dass es sich beim Beschuldigten im anklagerelevanten 

Zeitraum um einen glühenden Anhänger der Werteideologie und Glaubenslehre 

des IS und – in weit geringerem Mass – der «Al-Qaïda» handelte und er diesen 

Wertekanon mit all seinen radikalen, menschenverachtenden Ausprägungen 

kompromiss- und kritiklos teilte. 

2.4.7  

2.4.7.1 Geprägt von der skizzierten pro-dschihadistischen Ideologie des IS kehrte der 

Beschuldigte − wie eingangs erläutert − allmählich zu seinem «alten» Freundes-

kreis zurück. Diese bezeichnete er dabei selbst als «Brüder», mit denen er sich 

insbesondere in spezifisch dafür angemieteten Räumlichkeiten, zunächst in ei-

nem ehemaligen Restaurant in X. und später im «Dschamaat» in Winterthur, traf 

und über Politik und den IS sprach (BA pag. 10.2.2337; 13.1.268). Dass mit der 

Bezeichnung «Brüder» Anhänger derselben Ideologie – nämlich jener des IS – 

gemeint sind, ist unbestritten und ergibt sich insbesondere aus einem Gespräch, 

in welchem der Beschuldigte ausführte, jeder der die «Mudschaheddin» lobt und 

zum «Dschihad» aufruft, sei tausendmal besser als einer der nichts «von den 

Brüdern wissen will» (BA pag. 10.2.2326). Dieser Freundeskreis resp. dieses 

«Dschamaat» (zu Deutsch: Gemeinschaft) – eine Gruppe ohne formelle Struktu-

ren, anfänglich bestehend aus rund 40 bis 50 der Ideologie des IS zugeneigten 

Personen in wechselnder Zusammensetzung –, in welchem der IS verherrlicht 

wurde (vgl. dazu insbesondere BA pag. 16.1.640), spielte fortan eine zunehmend 

zentrale Rolle für den Beschuldigten. Ohne über anderweitige feste Strukturen 

zu verfügen, verbrachte er oft Abende und Nächte mit diesen ideologisch gleich-

gesinnten Personen, konsumierte dabei propagandistische Inhalte und sprach 

mit diesen über den IS (BA pag. 10.2.2337; 13.1.268). Am 7. Juni 2019 kam es 

schliesslich zu einem handgreiflichen Streit zwischen den «Glaubensbrüdern» in 

besagtem «Dschamaat», insbesondere zwischen dem Beschuldigten und 

HHHH. Auslöser desselben war die Frage, ob die Glaubensauslegung des IS 

absolut richtig sei oder nicht. Dabei warf der Beschuldigte HHHH. vor, vom Glau-

ben abgefallen zu sein, weil dieser die Ideologie des IS nicht gänzlich befürwor-

tete. Dieser Streit spaltete die Gemeinschaft schliesslich in zwei Lager (BA 

pag. 10.2.301). 

2.4.7.2 Spätestens ab diesem Zeitpunkt intensivierte sich die Rolle die dem Beschuldig-

ten in diesem «Dschamaat» zukam. Doch bereits vor der internen Abspaltung 

der Gruppierungen wurde der Beschuldigte aufgrund seines umfassenden Wis-

sens betreffend den Islamismus, insbesondere in Bezug auf die vom IS vertreten 

extremistische Ideologie, in kurzer Zeit zur Ansprechperson für diverse Mitglieder 

und Neuankömmlinge. Auch pflegte er rege Kontakte zur internationalen Salafis-

tenszene, darunter zu «Abu Waala», der damals zentralen Führungsfigur des IS. 

Dabei kam ihm insbesondere wegen seiner Vergangenheit, d. h. der erwähnten 

Reise zum IS und seinen Arabisch-Kenntnissen, die es ihm ermöglichten, 

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SK.2023.21 

propagandistische Inhalte im Original zu rezitieren und zu übersetzen, eine ge-

wisse Autoritätsrolle zu. Von seinen Brüdern im «Dschamaat» Winterthur wurde 

der Beschuldigte denn auch mit dem selbstgewählten Prophetennamen «A1.» 

(zu Deutsch: «lernen»), angesprochen. Den Namen hat der Beschuldigte nach 

eigenen Angaben gewählt, weil er gerne lese und sich gerne informiere (BA 

pag. 13.1.118).  

Die Autoritätsrolle des Beschuldigten spiegelt sich dabei insbesondere darin wi-

der, dass ihm jeweils mitgeteilt wurde, wenn Neuzugänge an einem Treffen im 

«Dschamaat» teilnehmen wollten. So beispielsweise als BB. am 11. Januar 2019 

seinen Bekannten namens B. mitnehmen wollte oder als E. am 14. Oktober 2019 

jemanden mitbringen wollte, mit dem er «Dawa» (vgl. dazu sogleich unten) ma-

che (BA pag. 13.1.2314 f.; 10.2.2333). Dabei wollte der Beschuldigte jeweils 

mehr über diese «Neuen» in Erfahrung bringen. Der Beschuldigte tat dies im 

Vorverfahren als blosse Neugier ab (BA pag. 13.1.2334), sagte indes selber zu 

seinen Brüdern «er müsse schon ein bisschen wissen, wer komme» (BA 

pag. 10.2.2314 f.). Nichts daran zu ändern vermag der Umstand, dass der Be-

schuldigte nicht alleine über die Aufnahme von Neumitglieder entscheiden 

konnte, kam ihm in diesem Zusammenhang doch zumindest eine dominierende 

Rolle zu. 

Diese Position genoss der Beschuldigte offensichtlich und nutzte sie zum Betrei-

ben von Propaganda zugunsten der IS-Ideologie und damit zur Förderung des-

selben und dessen extremistischen Werten. So war es der Beschuldigte, der 

seine «Brüder» dazu aufrief «Dawa», d.h. Missionierungsarbeit zugunsten der 

Ideologie des IS, zu machen, so wie er dies auch mit seinen Eltern mache (BA 

pag. 13.2.455; -2315). Seinen «Brüdern» gab er mitunter auch an, welche Pro-

pagandakanäle resp. -medien des IS offiziellen Charakter hätten, wie namentlich 

die Zeitschriften «Rumya» und «Dabiq», der Radiosender «CC.», der IS-

Newsletter «DD.» und der IS-Propagandakanal «EE.» und führte diese somit in 

die offizielle Propagandamaschinerie des IS ein (BA pag. 10.2.2322). Er empfahl 

dabei auch gezielt Propagandaerzeugnisse oder Kanäle auf denen diese Medien 

zu finden sind, wie beispielsweise den Telegram-Kanal «AA1.» − auf welchem 

(dem Beschuldigten zufolge) über 100 Videos von «Dawlat» auf Deutsch abruf-

bar sein sollen (BA pag. 13.1.2321) − oder er spielte solche Videoinhalte (siehe 

dazu E. 3.3.1) den Anwesenden gleich selber vor. Neben wichtigen IS-Propa-

gandavideos und IS-Naschids brachte der Beschuldigte den jeweils im «Dscha-

maat» oder mit ihm in seinem Fahrzeug anwesenden Personen bedeutende 

(Hass-)Predigern des IS näher und forderte seine «Brüder» ihrerseits auf, propa-

gandistische Inhalte abzuspielen (siehe dazu nachfolgend E. 3.3.1).  

Im Rahmen der Treffen forderte der Beschuldigte die jeweils Anwesenden immer 

wieder auf, zusammenzuhalten und mehr mit dem IS zu sympathisieren sowie 

mehr für die Gemeinschaft, d. h. das Dschamaat, zu machen (BA 

pag. 13.1.516 ff.). Er äusserte sich den Anwesenden in den überwachten Räum-

lichkeiten auch dahingehend, dass sie «hijrah» (religiös motivierte Ausreise in 

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SK.2023.21 

ein muslimisches Land) machen und die «verfluchte Schweiz» verlassen sollten, 

denn wenn sie eine «Uma» (Volk, muslimische Gemeinde) werden, könnten sie 

zusammen einen Anschlag vollführen (BA pag. 10.2.2320; 13.1.516 ff.). Geprägt 

von dieser extremistischen Ideologie, war es auch der Beschuldigte, der im Rah-

men zweier Spendensammlungen (dazu nachfolgend E. 3.5) die Mitglieder des 

Dschamaats Winterthur wiederholt dazu aufforderte zu spenden, woraufhin ihm 

diverse «Brüder» auch Geldbeträge übergaben (siehe dazu nachfolgend 

E. 3.5.1 f.). 

Darüber hinaus war er unbestrittenermassen in die Organisation eines Salafis-

tentreffens in U. involviert und dort u. a. für die Technik zuständig (BA 

pag. 13.1.881), ebenso bei einem Treffen in UU. (BA pag. 13.1.1520). Im Rah-

men des Treffens in U. hielt FF. im Pfadiheim GG. einen zweistündigen Vortrag 

mit dem Titel «Der jüngste Tag», welcher das Leben nach dem Tod im Paradies 

zum Inhalt hatte. Davon wurden Filmaufnahmen erstellt mit visuellen und akusti-

schen Elementen in Anlehnung an Propagandaerzeugnisse des IS, etwa «musi-

kalische» Unterlegung eines IS-Naschid, die eine IS-Authentizität suggerieren 

(BA pag. 10.2.2343; 13.1.863). 

2.4.7.3 Dass der Beschuldigte von den Mitgliedern des Dschamaats dabei nicht nur als 

Ratgeber, sondern auch als eine Art Führungsperson wahrgenommen wurde, in-

dizieren verschiedenen Aktenstellen (Transkripte aus der technischen Audio-

überwachung). So bat ihn am 25. Juli 2019 eine nicht identifizierte Person um 

Rat, wie er damit umgehen solle, wenn er im Rahmen eines Familientreffens ei-

nem Polizisten die Hand geben müsse (BA pag. 10.2.2329). Weiter geht aus ei-

nem Chatverlauf hervor, dass der Beschuldigte am 12. Mai 2019 und 4. Septem-

ber 2019 E., ein Mitglied des besagten Dschamaats, beriet, als dieser seine Ver-

wirrung in Bezug auf den IS und dessen Ideologie zum Ausdruck brachte (BA 

pag. 10.2.2357). In einem Gespräch am 18. Mai 2019 redete der Beschuldigte 

zudem auf ebendiesen E. ein, übersetzte die Rede von Abu Bakr Al-Baghdadi in 

einem von ihm zunächst abgespielten Video, schwärmte im Weiteren von 

Scheich HH. und teilte E. mit, seine Message an ihn sei, den «Din» (Glauben) 

von diesem IS-Gelehrten zu übernehmen (BA pag. 10.2.2324). Insofern ver-

suchte er hier gegenüber E. jene Rolle einzunehmen, die für ihn damals P. (siehe 

E. 2.4.2) gespielt hatte. Von einem weiteren Gleichgesinnten wurde der Beschul-

digte denn auch konkret als «Emir» von 20 Leuten bezeichnet, da alle auf ihn 

hören würden (BA pag. 10.2.2332). Der Beschuldigte antwortete darauf mit «Ja», 

wobei offenbleiben kann, ob er damit diese Einschätzung seiner Rolle selber be-

jahte (wie von der Anklage vorgehalten) oder er nachfragte, ob dies so sei (wie 

es die Verteidigung interpretiert). Die genannten Beispiele verdeutlichen, dass 

der Beschuldigte von verschiedenen «Brüdern» offensichtlich als Autoritätsper-

son wahrgenommen und auch mit einem entsprechenden «Titel» wie «Emir» be-

zeichnet wurde. Dass er sich dessen auch bewusst war, manifestiert sich in di-

versen aufgenommenen Gesprächen, in welchen er seine selbsternannten «Brü-

der» nicht nur dazu aufforderte, selbst «Dawa» zu betreiben, sondern ihnen dazu 

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auch detaillierte Hinweise gab. So erläuterte er II., JJ. und KK. am 21. Okto-

ber 2018 etwa, dass man nicht von Beginn an über «Dawlat» sprechen dürfe, 

sondern mit den Basics zum Islam beginnen solle (BA pag. 13.1.443; -474 ff.) 

und erläuterte am 26. Juni 2019, dass die Missionierungsarbeit zugunsten des IS 

viel Geduld brauche und «man viel sprechen müsse» (BA pag. 13.1.455; -352). 

Seine Brüder lobte er am 27. Dezember 2018 dahingehend, dass sie im «Dscha-

maat» in den letzten zwei Wochen gute «Dawa» gemacht hätten (BA pag. 

13.1.762 f.) und bezeichnete das «Dschamaat» als «die neue Generation» (BA 

pag. 13.1.451 f.; -509). Dass der Beschuldigte mit seiner Art und seinen Kennt-

nissen beeinflussend auf Personen wirkte und dies zu nutzen wusste, räumte er 

denn auch selber ein und rühmte sich dabei für seine guten Menschenkenntnisse 

(BA pag. 13.1.460 f.). 

2.4.7.4 Es kann im Lichte der gesamten Fakten vorliegend nicht zweifelhaft sein, dass 

dem Beschuldigten eine bedeutende Stellung im «Dschamaat» Winterthur zu-

kam. Der Beschuldigte behauptet zwar, er sei nie als «Emir» betitelt worden (BA 

pag. 13.1.2334) und habe nur aus Neugier über die Geschehnisse in Winterthur 

informiert werden wollen. Diese angebliche Selbstwahrnehmung lässt sich auf-

grund der akustischen Überwachungsmassnahmen eindeutig widerlegen. 

Ebenso wenig vermögen die Ausführungen des Beschuldigten, wonach im Islam 

bei einer Gruppe ab drei Personen immer eine Person bestimmt werde, welche 

als Entscheidungsträger fungiere und «mehr zu sagen habe», seine Rolle zu re-

lativieren. Selbst wenn dieser restriktiven Auslegung des Begriffs «Emirs» gefolgt 

würde, käme dem Beschuldigten damit offensichtlich eine gewisse Autoritäts- 

und Führungsfunktion im «Dschamaat» und somit eine übergeordnete Stellung 

zu. Hinzu kommen seine Ausreise und sein Anschluss an den IS in Syrien, sein 

Wissen über den IS sowie seine Arabisch-Kenntnisse. Die biographischen Epi-

soden gaben ihm die Legitimität quasi als Vertreter des IS zu wirken und das 

erlangte Wissen resp. die erworbenen Kenntnisse erlaubten es ihm, die anderen 

«Mitglieder» zu lehren und ihnen diverse salafistische und dschihadistische In-

halte aus dem Arabischen auf (dem Anschein nach) authentische Weise direkt 

ins Deutsche zu übersetzen. Durch die damit einhergehende Legendenbildung 

kam ihm eine Art «natürliche» Autorität und Führungsrolle zu. Der Beschuldigte 

gab sich dabei − seinem Beinamen «A1.» entsprechend − stets als Ratgeber aus 

und wirkte in dieser Rolle beeinflussend auf die jeweils Anwesenden ein. In Kom-

bination mit den umschriebenen Charakterzügen (vgl. vorstehend E. 2.4.7.3) war 

er geradezu dazu prädestiniert als Autoritäts- und Führungsperson zu wirken. 

Seine Verfechtung der Ideologie des IS als den «wahren Glauben» trug, wie aus-

geführt (vgl. vorstehend E. 2.4.7.1) denn auch zur Spaltung innerhalb des Win-

terthurer Dschamaats bei, womit ihm spätestens ab diesem Zeitpunkt neben der 

Autoritäts- auch eine eigentliche Leaderrolle zukam. 

2.5 Von dieser aufgezeigten dschihadistischen, den IS und dessen gewaltverherrli-

chende Ideologie befürwortenden Haltung scheint der Beschuldigte bis heute 

- 19 - 

SK.2023.21 

nicht abgekehrt zu sein, gab er doch im Rahmen der Schlusseinvernahme am 

5. Juli 2022 auf die Frage, wie er heute zur Ideologie des IS stehe zu Protokoll, 

er sage dazu nichts (BA pag. 13.1.2298). Auch anlässlich der Einvernahme im 

Rahmen der Hauptverhandlung am 17. Oktober 2023 schwieg der Beschuldigte 

über seine Einstellung zum IS und der von ihm vertretenen Ideologie, distanzierte 

sich aber keineswegs von dieser terroristischen Vereinigung oder deren Taten. 

Vielmehr gab er zu Protokoll, dass er nicht seine «Meinung wechseln» möchte 

und er zu seinem «Glauben» und seinen «Ansichten» stehe (TPF 

pag. 26.731.17). Er, so der Beschuldigte, «bereue nicht, so geglaubt zu haben 

und wegen [s]einem Glauben etwas verbrochen zu haben.» (TPF pag26.731.17). 

Explizit zu den vom IS verübten Gräueltaten − unter Ausserachtlassung der vom 

IS vertretenen religiösen Ansichten und Politik − befragt, führte der Beschuldigte 

aus, dass er allgemein Gräueltaten an Unschuldigen verurteile, egal durch wen, 

relativierte aber gleichzeitig, dass er seinen Glauben an den westlichen Journa-

lismus verloren habe (TPF pag. 26.731.19; siehe auch BA pag. 16.2.4). Damit 

stellte er letztlich weniger die Gräueltaten des IS in Frage, sondern vielmehr die 

westliche Medienberichterstattung darüber. Schliesslich führte der Beschuldigte 

aus, dass er denke, die Demokratie sei nicht mit dem Islam vereinbar (TPF 

pag. 26.731.15). Gerade in dieser letzten Aussage spiegelt sich die Einstellung 

des Beschuldigten wider, die nicht anders als radikal bezeichnet werden kann, 

masst er sich doch an, seine extreme Einstellung ohne jegliche Relativierung 

oder Differenzierung mit dem Islam gleichzusetzen. Von einer echten Distanzie-

rung kann somit keine Rede sein. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass er 

noch während des Vorverfahrens in einem handgeschriebenen Brief an die Ver-

fahrensleitung (Eingang bei der BA am 20. Januar 2020) festhielt, dass er in sei-

ner Zukunft nie wieder etwas vom IS hören wolle und er nie wieder mit jemandem 

darüber reden werde; führte der Beschuldigte anschliessend doch aus, er erhoffe 

sich «aus dieser ganzen Geschichte mit einer leichten Strafe davonzukommen» 

(BA pag. 16.2.9). Damit offenbarte er seine wahre Motivation für die «angebliche 

Abkehr» gleich selber. Dass der Beschuldigte bis heute (zumindest) nicht von 

seiner radikal-islamistischen Einstellung abgekehrt ist, mag zwar für die straf-

rechtliche Beurteilung der hier angeklagten Taten nur am Rande von Bedeutung 

sein. Indes kommt diesem Umstand in Zusammenhang mit der Legalprognose 

grosse Relevanz zu (E. 6.8.3). 

3. Widerhandlungen gegen Art. 2 Abs. 1 des «Al-Qaïda»/IS-Gesetzes 

3.1 Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, die ver-

botenen Gruppierungen IS und «Al-Qaïda» im Zeitraum vom 13. Februar 2018 

bis 28. Oktober 2019 unterstützt resp. gefördert zu haben, indem er: 

− Jugendliche und junge erwachsene Männer für die verbotene terroristische 

Organisation IS angeworben resp. Mitglieder des ««Dschamaat» Winterthur» 

in ihrer Befürwortung für den IS gefestigt habe und dabei bestrebt gewesen 

- 20 - 

SK.2023.21 

sei, Neumitglieder für diese Gruppierung und den IS zu gewinnen, um den 

Kreis der IS-Anhängerschaft zu vergrössern (Anklageziffer 1.1.1); 

− Propagandamaterial für die verbotenen Gruppierungen «Al-Qaïda» und IS in 

den sozialen Medien verbreitet habe (Anklageziffer 1.1.2); 

− in einer Koordinations- und Leitungsfunktion in zwei Spendensammlungen zu 

Gunsten der verbotenen Gruppierung IS involviert gewesen sei und zwecks 

Unterstützung und Befreiung von Angehörigen gefallener IS-Kämpfer aus 

Gefangenschaft einen Gesamtbetrag von Fr. 9'000.-- gesammelt und weiter-

geleitet habe (Anklageziffer 1.1.3). 

3.2 Rechtliches 

3.2.1 Nach Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetzes macht sich strafbar, wer sich auf dem Ge-

biet der Schweiz an einer nach Art. 1 verbotenen Gruppierung oder Organisation 

beteiligt, sie personell oder materiell unterstützt, für sie oder ihre Ziele Propagan-

daaktionen organisiert, für sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere Weise för-

dert. Nach Art. 1 des Gesetzes sind namentlich verboten die Gruppierungen «Al-

Qaïda» (lit. a), IS (lit. b) und Tarn- und Nachfolgegruppierungen derselben sowie 

Organisationen und Gruppierungen, die in Führung, Zielsetzung und Mitteln mit 

jenen übereinstimmen oder in ihrem Auftrag handeln (lit. c) (nachfolgend: verbo-

tene Gruppierungen). 

3.2.2 Die Strafbestimmung bewirkt eine Vorverlagerung der Strafbarkeit, indem sie 

schon das Unterstützen und Fördern der in Art. 1 des Gesetzes benannten ver-

botenen Gruppierungen unter Strafe stellt, ebenso wie alle Handlungen, die da-

rauf abzielen, diese materiell oder personell zu unterstützen. Die vorgenannten 

Tathandlungen des Untersützens und Förderns stellen verselbständigte 

Teilnahmehandlungen dar (mit Bezug auf den gleichlautenden Art. 2 Abs. 1 «Al-

Qaïda»-Verordnung der Bundesversammlung vom 23. Dezember 2011; vgl. 

Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2021.22 vom 11. November 2021 E. 3.2.1 

m.w.H.). Voraussetzung ist, dass eine der im Straftatbestand benannten Tatva-

rianten auf dem Gebiet der Schweiz (gemäss Abs. 2 auch im Ausland) ausgeführt 

wird (EICKER, Zur Interpretation des «Al-Qaïda»- und IS-Gesetzes durch das 

Bundesstrafgericht im Fall eines zum Islamischen Staat Reisenden, Jusletter 

21. November 2016, Rz. 11).  

Die Bestimmung bezweckt den Schutz der öffentlichen Sicherheit schon im Vor-

feld von Straftaten. Die Bedrohung manifestiert sich dabei in einer aggressiven 

Propaganda, die Personen in der Schweiz zur Verübung von Anschlägen oder 

zum Anschluss an andere terroristische Organisationen verleitet (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.1 m.w.H.). Propagandaak-

tionen für die «Al-Qaïda», den IS und deren verwandten Organisationen sind so-

mit nicht von der Meinungsäusserungs- oder Medienfreiheit (Art. 16 und Art. 17 

BV) geschützt, denn das Gesetz drängt diesbezüglich Grundrechte Einzelner im 

Sinne von Art. 36 BV zum Schutz der Allgemeinheit zurück.  

- 21 - 

SK.2023.21 

3.2.2.1 Den Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz erfüllt insbesondere, wer Pro-

paganda für verbotene Gruppierungen in objektiv erkennbarer Weise bewusst 

verbreitet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_169/2019 vom 26. Februar 2020 

E. 2.4 und 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.2.2; Urteile des Bundesstraf-

gerichts SK.2019.63 vom 18. Dezember 2019 E. 2.2.2 und SK.2019.23 vom 

15. Juli 2019 E. 3.2.2 und E. 5.1 f.). Beim Verbreiten von Propaganda wird Pro-

paganda für verbotene Gruppierungen oder deren Ziele vom Täter an Drittperso-

nen mitgeteilt. Bereits die Mitteilung an einen Dritten erhöht die Wahrscheinlich-

keit, dass die Propaganda resp. die Propagandaaktion weitere Beachtung findet. 

In der Regel ist somit nicht erforderlich, dass die Propaganda an eine Vielzahl 

von Personen verbreitet wird (Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 

7. Oktober 2020 E. 2.2.2.4; SK.2019.71 vom 11. September 2020 E. II. 4.2.3.4). 

3.2.2.2 Propaganda im allgemeinen Sinne äussert sich – genau wie Werbung – in Mass-

nahmen, die darauf abzielen, den Adressaten zu einem bestimmten Denken, 

Verhalten oder Handeln zu veranlassen. Der Unterschied der Begriffe «Wer-

bung» und «Propaganda» liegt grundsätzlich nicht in deren Ziel oder Art; Wer-

bung und Propaganda unterscheiden sich vielmehr im Anwendungsbereich. Als 

Propaganda wird im Allgemeinen jene Werbung bezeichnet, die sich nicht auf 

kommerzielle, sondern auf ideologische Bereiche bezieht. Das sind z. B. kultu-

relle, soziale, politische oder religiöse Bereiche (vgl. DAVID/REUTTER, Schweize-

risches Werberecht, 3. Aufl. 2015, N. 10 f. und 15). 

Nach konstanter Rechtsprechung und Lehre zum strafrechtlichen Propaganda-

begriff besteht Propaganda objektiv in irgendwelchen von den Mitmenschen 

wahrnehmbaren Handlungen und subjektiv sowohl im Bewusstsein, dass eine 

bestimmte Handlung von Mitmenschen wahrgenommen wird, als auch in der Ab-

sicht, damit zu werben, d. h. so auf die Mitmenschen einzuwirken, dass sie für 

die geäusserten Gedanken und Werte gewonnen oder, falls sie ihnen bereits zu-

getan sind, in ihrer Überzeugung gefestigt werden (vgl. BGE 140 IV 102 E. 2.2.2; 

143 IV 308 E. 5.2; NIGGLI, Rassendiskriminierung, 2. Aufl. 2007, N. 1222 f.; VEST, 

in: Martin Schubarth [Hrsg.], Delikte gegen den öffentlichen Frieden, 2007, zu 

Art. 261bis StGB N. 62). Propaganda ist damit auf die Beeinflussung vieler gerich-

tet (LANDSHUT, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 275bis StGB N. 2), ist also 

inhaltlich auf eine Öffentlichkeit bezogen. Die Art und Weise oder der Weg der 

Kommunikation sind nicht bedeutsam. Die möglichen Propagandamittel sind da-

her grundsätzlich unbeschränkt (vgl. DAVID/REUTTER, a.a.O., N. 18). Insbeson-

dere Videos können Propaganda darstellen, wenn deren Inhalt die vorgenannten 

Voraussetzungen erfüllt (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2017.49 vom 

15. Juni 2018 E. 3.3.11.1, bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 

6B_169/2019 vom 26. Februar 2020 E. 2.3 f.). 

3.2.2.3 Hinsichtlich des Erfordernisses der Öffentlichkeit gilt es, dieses in dreifacher Hin-

sicht zu unterscheiden: 1.) Die Öffentlichkeit der Tathandlung, wie sie beispiels-

weise von Art. 261bis Abs. 1 und 2 StGB (Rassendiskriminierung) verlangt wird, 

- 22 - 

SK.2023.21 

2.) die Öffentlichkeit als inhaltliche Adressatin und 3.) die Öffentlichkeit als tat-

sächliche, «wahrnehmende» Empfängerin der Handlung. Hinsichtlich des ersten 

Kriteriums gilt für das Verbreiten von Propaganda als Unterstützungshandlung 

(im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB) – wie beim Tatbestand von 

Art. 261bis Abs. 3 StGB (Rassendiskriminierung durch Propagandaaktionen) – 

dass die Tathandlung selbst nicht in der Öffentlichkeit vorgenommen werden 

muss, solange die Propaganda, zu der Hilfe geleistet wird, inhaltlich an die Öf-

fentlichkeit gerichtet ist (Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 7. Okto-

ber 2020 E. 2.2.2.3 mit Hinweis auf SCHLEIMINGER METTLER, Basler Kommentar, 

4. Aufl. 2019, Art. 261bis StGB N. 43; NIGGLI, a.a.O., N. 1223, 1225, 1244). Ent-

sprechend fällt gemäss der Judikatur selbst das Verstecken von Propaganda ei-

ner verbotenen Gruppierung, was naturgemäss nie öffentlich vorgenommen wer-

den kann, unter die Strafnorm von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz (vgl. Urteil des 

Bundesstrafgerichts SK.2021.22 vom 11. November 2021 E. 3.2.4 m.w.H.; ENG-

LER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 260ter StGB N. 32). Das dritte 

Kriterium der Öffentlichkeit als tatsächliche Empfängerin der Handlung (z. B. der 

Propaganda) ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Rassen-

diskriminierungsartikel dann erfüllt, wenn Letztere an einen grösseren, durch 

persönliche Beziehungen nicht zusammenhängenden Kreis von Personen 

gerichtet ist resp. von diesem wahrgenommen werden kann (BGE 130 IV 111 

E. 3.1 m.w.H.). Massgeblich ist damit, ob der Täter eine Kontrolle über den 

Wirkungskreis seiner Äusserungen hatte (SCHLEIMINGER METTLER, a.a.O., 

Art. 261bis StGB N. 22, m.w.H.; NIGGLI, a.a.O., N. 977). Im Lichte der bereits ge-

nannten Rechtsprechung, welche selbst das Verstecken von Propagandamate-

rial, bei dem es an einer Öffentlichkeit als Empfängerin der Handlung 

offensichtlich fehlt, als tatbestandsmässige Förderung einer Propagandaaktion 

qualifiziert hat, kann für Propagandahandlungen zugunsten verbotener 

Organisationen oder deren Ziele an diesem dritten Kriterium nicht festgehalten 

werden. Mit Rücksicht auf das Bestimmtheitsgebot sind gemäss der Judikatur 

jedenfalls Verhaltensweisen erfasst, welche eine gewisse «Tatnähe» zu den ver-

brecherischen Aktivitäten der verbotenen Gruppierungen aufweisen (Urteil des 

Bundesstrafgerichts SK.2017.43 vom 15. Dezember 2017 E. 2.3.1; mit Hinweis 

auf Urteil SK.2016.9 vom 15. Juli 2016 E. 1.14.3, bestätigt durch Urteil des Bun-

desgerichts 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.2.1). 

3.2.2.4 Die gemäss Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz verbotene Propaganda umfasst die 

Werbung für die Ideologie und den Wertekanon sämtlicher in Art. 1 aAQ/IS-Ge-

setz genannten Gruppierungen oder Organisationen oder für deren Ziele, inkl. 

der Anwerbung. Diese Tatvariante erfasst das Verbreiten des Gedankenguts die-

ser Gruppierungen, beispielsweise indem Bilder, Fotos, Texte, Videos etc. via 

Internetkanäle und soziale Medien (wie bspw. Facebook, Twitter) veröffentlicht 

werden (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 

E. 3.2.2). Für die Beantwortung der Frage, welche Handlungen als Förderung der 

Aktivitäten der verbotenen Organisationen zu würdigen sind, muss auf den 

- 23 - 

SK.2023.21 

jeweiligen Kontext abgestellt werden. So wird etwa der IS in seiner verbrecheri-

schen Tätigkeit auch dann gefördert, wenn sich eine Einzelperson von ihm so 

beeinflussen lässt, dass sie dessen radikalisierende Propaganda in objektiv er-

kennbarer Weise bewusst weiterverbreitet oder sich im vom IS propagierten Sinn 

gezielt aktiv verhält. Ob dieses Verhalten unter die Tathandlung der «Unterstüt-

zung» oder unter die Generalklausel der «Förderung auf andere Weise» gefasst 

wird, ist einerlei (Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 

E. 4.2.2; EICKER, a.a.O., Rz. 16). 

3.2.3 Den Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz erfüllt auch, wer diese perso-

nell oder materiell unterstützt. Im Gegensatz zu aArt. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

braucht die Unterstützung einer verbotenen Organisation nach Art. 2 Abs. 1 

aAQ/IS-Gesetz diese nicht in ihrer verbrecherischen Tätigkeit zu fördern. Die un-

ter Strafe gestellten Tathandlungen sind insofern weiter gefasst als bei Art. 260ter 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Somit sind personelles und materielles Unterstützen 

jeglichen Handelns der Organisation – und nicht bloss des explizit verbrecheri-

schen – strafbar (vgl. TODESCHINI, Terrorismusbekämpfung im Strafrecht, 2019, 

S. 52 f. Rz 75).  

3.2.4 Von der Tatvariante der Förderung der Aktivitäten der Organisation auf andere 

Weise werden schliesslich jegliche Handlungsweisen, die den Fortbestand und 

die Aktivitäten verbotener (terroristischer) Gruppierungen fördern, erfasst, wobei 

mit Blick auf das Bestimmtheitsgebot eine gewisse Tatnähe des Handelns zu den 

verbrecherischen Aktivitäten der verbotenen Gruppierungen vorausgesetzt ist 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.2.1; vgl. 

auch Botschaft vom 22. November 2017 zur Verlängerung des Bundesgesetzes 

über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und Islamischer Staat sowie ver-

wandter Organisationen, BBl 2018 87 ff., 98). Das blosse Sympathisieren mit 

oder das Bewundern von kriminellen oder terroristischen Organisationen fällt in-

dessen – analog zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach solches Ver-

halten nicht als Unterstützung einer kriminellen Organisation gemäss aArt. 260ter 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB gilt (vgl. BGE 133 IV 58 E. 5.3.1; 131 II 235 E. 2.12.2; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1104/2016 vom 7. März 2017 E. 1.3.3) – nicht unter die 

Generalklausel von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_948/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.2.2 m.H.).  

3.2.5 In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz verlangt, wobei Eventualvorsatz genügt. Der 

Täter muss im Bewusstsein handeln, dass seine Förderungshandlungen für «Al-

Qaïda» und den IS auch tatsächlich wahrgenommen werden. Er muss die Ab-

sicht haben, mit seinem Tun auf die Mitmenschen einzuwirken, um sie für die 

geäusserten Gedanken oder Ideologien der genannten Organisationen zu ge-

winnen, oder – falls sie ihnen bereits zugetan sind – sie in ihrer Überzeugung zu 

stärken. 

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SK.2023.21 

3.3 Fördern der verbotenen Gruppierungen «Al-Qaïda» und IS durch Anwerben 

und Bestärken von Personen für die verbotene Gruppierung IS (Anklagezif-

fer 1.1.1) 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten zunächst vor, er habe im Zeitraum vom 

19. August 2018 bis 12. Oktober 2019 Jugendliche und junge erwachsene Män-

ner für die verbotene terroristische Organisation IS angeworben resp. Mitglieder 

der Winterthurer Gruppierung («Dschamaat» Winterthur) in ihrer Befürwortung 

des IS gefestigt, den Gemeinschaftssinn der Gruppierung gestärkt und sei be-

strebt gewesen, Neumitglieder für den IS zu gewinnen, um den Kreis der IS-An-

hängerschaft zu vergrössern. Dabei habe er eine tragende Rolle eingenommen 

und einen bestimmten Einfluss auf die Mitglieder ausgeübt, mit dem Ziel auf die 

Personen dahingehend einzuwirken, dass deren ideologische Verbundenheit 

zum IS gestärkt werden würde. 

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm in diesem Zusammenhang konkret folgende 

Verhaltensweisen vor: das Abspielen von IS-Propaganda (3 Medien in den 

Räumlichkeiten in X.; 3 Medien in den Räumlichkeiten «Dschamaat»; 29 Medien 

in seinem Fahrzeug VW Golf), die Aufforderung zum Abspielen von IS-Propa-

ganda (insgesamt 8 Naschids), die Abgabe von Empfehlungen betreffend IS-Pro-

pagandaerzeugnisse und Hinweisen auf IS-Ideologen sowie die Stärkung des 

«Dschamaat» und die Aufforderung zur Missionierung durch diverse Aussagen. 

3.3.1 Aus den Akten ergibt sich, was folgt: 

3.3.1.1 In objektiver Hinsicht ist aufgrund der akustischen Überwachungsmassnahmen 

der hier relevanten Räumlichkeiten in X. und Winterthur sowie des Fahrzeugs 

des Beschuldigten zunächst erstellt, dass dieser in der Zeit vom 19. August 2018 

bis 12. Oktober die in Anklageziffer 1.1.1 aufgeführten propagandistischen In-

halte jeweils in Anwesenheit von weiteren Personen, regelmässig Gleichgesinn-

ten aus dem Winterthurer Dschamaat, abspielte, deren Inhalt mitunter erläuterte 

oder Passagen ins Deutsche übersetzte, diese zum Abspielen der genannten 

Medien aufforderte oder IS-Propagandaerzeugnisse und IS-Ideologen empfahl. 

Auch die ihm unter den Titeln der Stärkung des Dschamaats und Aufforderung 

zur Missionierung vorgeworfenen Aussagen sind durch die geheimen Überwa-

chungsmassnahmen erstellt. In diesem Zusammenhang nennenswert sind ins-

besondere die am 29. Mai 2019 geäusserte, explizite Aufforderung des Beschul-

digten, «mehr» mit dem IS zu sympathisieren (BA pag. 13.1.463 f; -571) sowie 

seine Involvierung in die Organisation von zwei Treffen von dem IS-zugeneigten 

Personen, in U. im Februar 2019 und in UU., am 19. Oktober 2019 (BA 

pag. 10.2.424 ff.; -2334 ff; -1681 ff; 13.1.860 f.; -881; -1520; -1581 f.; 16.2.1 f.; 

siehe dazu auch E. 2.4.7.2). Erstellt sind auch seine missionierenden Aussagen 

in der Zeit vom 12. Oktober 2018 bis 13. September 2019, mit denen er die je-

weils Anwesenden zusammengefasst mehrfach dazu aufforderte «Dawa», d. h. 

Missionierungsarbeit zugunsten des IS, zu leisten, wobei er wiederholt erwähnte, 

- 25 - 

SK.2023.21 

dass er selber «Dawa» mit seinen Eltern betreibe und dabei «schön langsam» 

vorgehe (BA pag. 10.2.2327 f.; 13.1.455). 

3.3.1.2 Hinsichtlich der abgespielten resp. empfohlenen Medien ist festzuhalten, dass 

diese jeweils durch die Bundeskriminalpolizei identifiziert, analysiert und als Pro-

paganda qualifiziert wurden (BA Rubrik 10.2). Der propagandistische Inhalt der 

hier fraglichen Erzeugnisse ist erstellt und wird vom Beschuldigten im Grundsatz 

auch nicht in Abrede gestellt. Erläutert sei hier stellvertretend der Inhalt zweier 

vom Beschuldigten unbestrittenermassen im Fahrzeug VW Golf abgespielter Vi-

deos: 

• Am 17. Februar 2019 spielte der Beschuldigte die Rede von «S.» mit dem 

(deutschen) Titel «[…]», an seine zwei Mitfahrer LL. und MM. vor. Darin stellt 

«S.» klar, dass der Dschihad des IS weitergehe, wobei er Durchhalteparolen 

an die Anhänger des IS adressiert. Der Beschuldigte bezeichnet die Rede 

nach dem Gehörten als «krass» und erklärte den Mitfahrern, dass er die 

Rede nicht senden könne, ansonsten ihm dies zum Verhängnis werden 

könne, denn es sei «voll Propa...» (BA pag. 13.1.452; -511 ff.; -628; 

10.2.2377; -2387); 

• am 25. März 2019 liess der Beschuldigte das Video mit dem (deutschen) 

Titel «[…]» vor KK. und JJ. laufen. Das besagte Video wurde vom «Medien-

büro der (IS-)Provinz Sinai» produziert; es thematisiert Angriffe auf die im 

Norden Sinais liegende Stadt al-Arisch. Das Video ist hinterlegt mit den  

IS-Naschids «Zu ihnen reiten wir» und «Beharrlich, beharrlich» (am 8. Ja-

nuar 2019 vom IS veröffentlicht). Am Ende des Videos wird eine Durchhal-

teparole des IS-Ablegers auf dem Sinai an die IS-Anhänger in Grosssyrien 

eingeblendet; zudem ist auf dem Video das Logo der (IS)-Provinz Sinai und 

die IS-Fahne sichtbar. Der Beschuldigte kommentierte das Video zu Beginn 

damit, dass es neu sei und übersetzte am Ende die Durchhalteparole für 

seine «Brüder» ins Deutsche (BA pag. 13.1.634 f; -708 ff.; -844 ff). 

3.3.1.3 Der Beschuldigte räumte im Vorverfahren ein, einige der ihm vorgeworfenen Pro-

pagandaerzeugnisse abgespielt zu haben (BA pag. 13.128 f.; -140; -443 ff.; -446; 

-451; -455; -463 f.; -619; -624; -628 ff.; -631; -633 ff.; -637 f.; -870; -881; -1245 ff.; 

-1249 ff.; -1254; -1256; -1520; -2375; vgl. auch TPF pag. 26.721.51 ff.) und gab 

zu Protokoll, dass er – bevor er etwas abgespielt habe – dies vorher jeweils an-

gekündigt oder erklärt hätte (BA pag. 13.1.1256). Ein Geständnis betreffend die 

Vorwürfe am 19. und 24. August 2019 legte er zudem im Rahmen seines Briefes 

ab (BA pag. 16.2.1 ff.). Er erläuterte dabei, dass er sich Naschids anhöre, weil 

dies für sie erlaubt sei, da dort keine Musikinstrumente benutzt werden (BA 

pag. 16.2.1). Mitunter relativierte er dabei, dass es gerade bei den Naschids 

schwierig gewesen sei zu eruieren, ob es sich dabei um propagandistische In-

halte handelte, da es dort anders sei als bei einem Video, welches man klar mit 

dem IS in Verbindung bringen könne und fügte an, dass diese «Sachen» alle 

- 26 - 

SK.2023.21 

öffentlich auf der Webseite <[…].com> zugänglich gewesen seien (BA 

pag. 13.1.1250; -2329).  

Während des gesamten Vorverfahrens relativierte der Beschuldigte die Vorwürfe 

indes in zweierlei Hinsicht: zum einen habe die Gemeinschaft bereits vorbestan-

den und er sei lediglich hinzugekommen (BA pag. 13.1.470 f.; -2329); zum ande-

ren habe es sich jeweils um Gleichgesinnte gehandelt, die sich über die Welt 

hätten informieren wollen, angeworben habe er niemanden (BA pag. 13.1.36). 

Im Rahmen der Einvernahme anlässlich der Hauptverhandlung führte er sodann 

aus, dass er im Vorverfahren die ihm vorgehaltenen Vorwürfe «fast alle» bestätigt 

habe und er diese nunmehr «insgesamt bestätige» (TPF pag. 26.731.11), wobei 

er erneut präzisierte, dass ihm entgegen der Anklage keine Leaderfunktion zu-

gekommen sei (TPF pag. 26.731.11). 

3.3.2 Rechtliche Würdigung 

3.3.2.1 Für das Gericht ist zusammenfassend aufgrund der geheimen Überwachung er-

wiesen, dass der Beschuldigte, einerseits im Rahmen des Dschamaats, d. h. zu-

nächst in X., später im «Dschamaat» in Winterthur sowie andererseits in seinem 

Fahrzeug, durch Konversationen, Audionachrichten, Videos, Naschids und Audi-

odateien den jeweils anwesenden Personen systematisch und gezielt seine radi-

kal-islamistische Glaubenslehre näherbrachte, sie indoktrinierte und ihnen den 

Wertekanon sowie die terroristische Ideologie des IS aktiv vermittelte. Als ehe-

maliger Syrien-Rückreisender, der sich dem IS bereits physisch angeschlossen 

hatte, weckte der Beschuldigte bei seinen «Brüdern» das Bedürfnis und den Wil-

len, sich mit dem IS intensiv auseinanderzusetzen und sich dessen Ideologie an-

zueignen. Er erklärte seinen Zuhörern dabei konkrete Botschaften, paraphra-

sierte Inhalte auf Arabisch und übersetzte diese ins Deutsche, womit er diese 

den Zuhörenden überhaupt erst zugänglich machte. Insbesondere seine erläu-

ternden Ausführungen zu den jeweils von ihm abgespielten propagandistischen 

Medien stellen klare propagandistische Handlungen dar. Gleich verhält es sich 

mit der expliziten Aufforderung, mehr mit dem IS zu sympathisieren und es ihm 

betreffend Missionierungsarbeiten zu Gunsten des IS gleich zu tun sowie den 

Gemeinschaftssinn im (IS-zugeneigten) Winterthurer «Dschamaat» zu stärken. 

Das Bestärken und systematische Indoktrinieren von Gleichgesinnten ist vor die-

sem Hintergrund erstellt.  

Das Vorzeigen resp. Abspielen propagandistischer Medienerzeugnisse einer im 

Sinne des aAQ/IS-Gesetzes verbotenen Gruppierung, die Abgabe von Empfeh-

lungen und Hinweisen, wo solche auffindbar sind und die Bestärkung dazu, sol-

che Medien zu konsumieren und abzuspielen und andere für diese Inhalte zu 

gewinnen, stellen unzweifelhaft Propagandahandlungen im Sinne der dargeleg-

ten Rechtsprechung (E. 3.2.2.4) dar, da damit die propagandistische Botschaft 

weiterverbreitet wird. Der objektive Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz 

ist somit erfüllt. 

- 27 - 

SK.2023.21 

3.3.2.2 Was den subjektiven Tatbestand anbelangt, ist im Wesentlichen unbestritten und 

erstellt, dass der Beschuldigte im anklagerelevanten Zeitpunkt radikalisiert war 

und sich mit der Ideologie des IS identifizierte. Seiner Autorität und seiner damit 

verbundenen Rolle im «Dschamaat» als Syrien-Rückreisender mit guten Kennt-

nissen der IS-Ideologie und des Arabischen, war er sich durchaus bewusst, for-

derte er seine «Brüder» doch regelmässig auf, propagandistische Medien abzu-

spielen, was diese auf seine Aufforderung hin auch taten (zur Rolle des Beschul-

digten im Allgemeinen siehe E. 2.4). Dass er auf die jeweils anwesenden Mitglie-

der des Dschamaats Winterthur einwirken wollte, um sie in ihrer Überzeugung 

für die Ideologie des IS zu bestärken, steht dabei ausser Zweifel, räumte der Be-

schuldigte doch selber ein, dass es ihm seine (nach eigener Einschätzung) 

«gute» Menschenkenntnis ermögliche, beeinflussend auf Personen einzuwirken 

(BA pag. 13.1.460 f.). Mit dem Vorzeigen resp. Abspielen der inkriminierten In-

halte verfolgte der Beschuldigte offensichtlich das alleinige Ziel, für den IS resp. 

dessen Vorgängervereinigungen und den von diesen vertretenen gewaltverherr-

lichenden Wertekanon zu werben. Das Gleiche gilt für die von ihm abgegebenen 

Empfehlungen von IS-Propagandaerzeugnisse, die Stärkung des Gemein-

schaftssinnes innerhalb des Dschamaats mittels Aufrufen zur Vernetzung sowie 

Aufforderung zur Missionierung. Evidenterweise tat er dies im Bewusstsein, dass 

die propagandistischen Erzeugnisse sowie seine Empfehlungen geeignet waren, 

auf die Zuhörer resp. Zuschauer einzuwirken und diese in ihrer bejahenden Ide-

ologie für den IS zu festigen. Zusammenfassend ist auch der subjektive Tatbe-

stand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz erfüllt. 

3.4 Fördern der verbotenen Gruppierungen «Al-Qaïda» und IS durch Verbreiten 

von Propagandamaterial (Anklageziffer 1.1.2) 

3.4.1 Verbreiten von Propaganda des IS über den Instagram-Account «T1.» 

3.4.1.1 Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, im Zeitraum vom 13. Feb-

ruar 2018 bis 28. Oktober 2019 die in der Anklageschrift umschriebenen 29 Vi-

deo- und Bilddateien, welche die verbotene Gruppierung IS verherrlichen, über 

den ihm zurechenbaren öffentlichen Instagram-Account, welcher am 29. Okto-

ber 2019 rund 11'900 Abonnenten aufwies, verbreitet zu haben. 

Konkret werden dem Beschuldigten die Verbreitung nachfolgender 29 IS-Propa-

gandamaterialien (gemäss Reihenfolge in der Anklageschrift) zur Last gelegt: 

 
Nr
. 

Dateiname Veröffentli-
chung 

Beschreibung 

1 2018-02-
13_10-05-
36_UTC 

13.02.2018, 
10:05:36 Uhr 

Kurzvideo (Min. 00:24) mit Bild und Zitat von 
NN., welches den Menschen auf dem Weg zu 
Allah mit einem Vogel vergleicht. Video ist 
hinterlegt mit einem Ausschnitt aus dem vom 
IS sehr oft verwendeten Naschid «[…]». Der 
Naschid wurde im Jahr 2014 veröffentlicht 
und von der IS-Medienorganisation «Ajnād» 
produziert. Hauptthema des Naschids ist die 
gerechte Herrschaft des IS. 

- 28 - 

SK.2023.21 

2 2018-03-
05_22-05-
10_UTC 

05.03.2018, 
22:05:10 Uhr 

Kurzvideo (Min. 00:25) mit Bild und Zitat von 
NN., welches die Folgen aufrichtiger Reue 
thematisiert. Video ist hinterlegt mit einem 
Ausschnitt aus dem IS-Naschid «[…]». Vers: 
«[…]». 

3 2018-05-
08_21-50-
41_UTC 

08.05.2018, 
21:50:41 Uhr 

Video in drei Teilen mit dem Titel «[…]». Vi-
deo demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. «OO.», bekannter Exponent des IS, hält 
Rede zur Aufrichtigkeit resp. Bescheidenheit 
als besondere Tugend. «OO.» war u.a. an der 
Veröffentlichung von Propaganda beteiligt 
und Weggefährte des IS-Gründers «Abu 
Musab al-Zarqawi». Rede entspricht der Ton-
spur eines Videos, welches das Logo des IS 
und dessen Propagandamediums «[…]» / 
«[…]» trägt.  

4 2018-10-
19_20-44-
15_UTC 

19.10.2018, 
20:44:15 Uhr 

Kurzvideo (Min. 01:00) mit Bild und Einblen-
dung des ersten Verses aus dem IS-Naschid 
«[…]» («[…]»). Der Naschid ist dem Video 
hinterlegt und stammt von der IS-Medienor-
ganisation «Ajnād».  

5 2018-11-
08_20-04-
08_UTC 

08.11.2018, 
20:04:08 Uhr 

Ein Artikel (drei Bilddateien) aus der achten 
Ausgabe des deutschsprachigen IS-Maga-
zins «Rumiyah» mit dem Titel «[…]».  

6 2018-11-
28_06-25-
10_UTC 

28.11.2018, 
06:25:10 Uhr 

Videoserie in fünf Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. «HH.», IS-Exponent, hält eine Rede zur 
«Moschee des Schadens». Der Prophet 
Muhammad habe das Abbrennen einer Mo-
schee angeordnet, welche einer seiner Geg-
ner habe erbauen lassen. Die Rede in Kombi-
nation mit dem im Video sichtbaren Standbild 
setzt die Moscheen in der Türkei und Saudi-
Arabien mit jener frühislamischen «Moschee 
des Schadens» gleich und impliziert, dass 
diese abgebrannt gehören. 
«HH.» übernahm im IS Führungsfunktion und 
war zwischen 2012 und 2014 Stellvertreter 
von «Abu Bakr al-Baghdadi» (damals Anfüh-
rer des IS).  

7 2018-11-
28_06-26-
09_UTC 

28.11.2018, 
06:26:09 

Videoserie in sechs Teilen mit dem Titel 
«[…]». Video demonstriert über Vorspann 
Nähe zum IS. Es handelt sich um das Ende 
der Rede von HH. zur «Moschee des Scha-
dens» (vgl. oben Nr. 6). Zu Beginn des Videos 
ist der Naschid «[…]» der IS-Medienorganisa-
tion «Ajnād» zu hören, insb. die Verse […]» 

8 2018-11-
28_06-29-
16_UTC 

28.11.2018, 
06:29:16 

Videoserie in vier Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. «PP.» alias «PP1.», IS-Exponent, hält 
eine Rede zu Loyalität und die Lossagung, ei-
nem Kernkonzept des Dschihadismus. Zu Be-
ginn des Videos ist der Naschid «[…]» der IS-
Medienorganisation «Ajnād» zu hören, insb. 
die Verse «[…]».  

9 2018-11-
28_06-33-
42_UTC 

28.11.2018, 
06.33:42 Uhr 

Videoserie in vier Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. «QQ.», IS-Exponent, hält eine Rede, wie-
derum zum Thema Loyalität und die Lossa-
gung (vgl. oben Nr. 8). «QQ.» schloss sich im 
2013 dem IS an, trat als Rechtsgelehrter des 
IS auf und kam im 2015 im Kampf um die sy-
rische Stadt Kobane ums Leben.  

- 29 - 

SK.2023.21 

10 2018-11-
28_06-40-
44_UTC 

28.11.2018, 
06:40:44 Uhr 

Beitrag in Form von zwei Videos mit dem Titel 
«[…]». Video demonstriert über Vorspann 
Nähe zum IS. «RR.», IS-Exponent, ist zu hö-
ren, wie er im IS-Radioprogramm «[…]» als 
Rechtsgelehrter auftritt und die Frage eines 
Hörers beantwortet mit Hinweis auf ketzeri-
sche Neuerungen («[…]») und Ungehorsam 
gegenüber Gott. «RR.» verfasste ideologi-
sche Schriften und übernahm Propaganda- 
und Rekrutierungstätigkeiten für den IS.  

11 2018-11-
28_06-43-
53_UTC 

28.11.2018, 
06:43:53 Uhr 

Videoserie in vier Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. Es geht um die Schrift «[…]» von 
«Muhammad ibn Abd al-Wahhab», Theologe 
und Begründer der salafistischen Strömung 
des Wahhabismus (Thema: Beigesellung). Zu 
Beginn des Videos ist der Naschid «[…]» der 
IS-Medienorganisation «Ajnād» zu hören, 
insb. die Verse «[…]». 

12 2018-11-
28_06-59-
11_UTC 

28.11.2018, 
06:59:11 Uhr 

Videoserie in sechs Teilen mit dem Titel 
«[…]». Video demonstriert über Vorspann 
Nähe zum IS. «HH.», IS-Exponent (vgl. oben 
Nr. 6), hält eine Rede zum Thema des abso-
luten Anspruchs Gottes als Gesetzgeber 
(Sure 12, Vers 40).  

13 2018-11-
28_07-07-
09_UTC 

28.11.2018, 
07:07:09 Uhr 

Zwei Videos mit dem Titel «[…]». Video de-
monstriert über Vorspann Nähe zum IS. 
«HH.», IS-Exponent (vgl. oben Nr. 6), hält 
eine Rede. 

14 2018-11-
28_07-17-
45_UTC 

28.11.2018, 
07:17:45 Uhr 

Videoserie in fünf Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. Es handelt sich um eine Rede von «HH.», 
IS-Exponent (vgl. oben Nr. 6), zu Koran-
vers 76, Sure 4 (Gottes Wort vor Allem). Zu 
Beginn des Videos ist der Naschid «[…]» der 
IS-Medienorganisation «Ajnād» zu hören, 
insb. die Verse «[…] ». 

15 2018-11-
28_07-23-
13_UTC 

28.11.2018, 
07:23:13 Uhr 

Videoserie in drei Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. Rede von «HH.», IS-Exponent (vgl. oben 
Nr. 6), zu den Gelehrten des Irja, deren Leh-
ren falsch seien. Sie seien engste Vertraute 
der unrechtmässigen Machthaber und wür-
den deren Sicherheitsorgane dazu ansta-
cheln, die Gegner (gemeint die «[…]) zu be-
kämpfen und zu töten.» 

16 2018-11-
28_07-29-
44_UTC 

28.11.2018, 
07:29:44 Uhr 

Videoserie in drei Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. Den Videos zugrunde liegen Ausschnitte 
aus dem IS-Radioprogramm «[…]». Es geht 
um die Bezeichnung als Ungläubige und die 
Pflicht, diese zu töten. Zu Beginn des Videos 
ist der Naschid «[…]» der IS-Medienorganisa-
tion «Ajnād» zu hören, insb. die Verse «[…]». 

17 2018-12-
02_10-21-
05_UTC 

02.12.2018, 
10:21:05 Uhr 

Bild mit Zitat des in salafistischen Kreisen be-
kannten «Muhammad ibn Abd al-Wahhab». 
Das Zitat definiert den Islam als absolute Hin-
gabe an Gott im Sinne des Monotheismus 
und damit als Abwendung vom Polytheismus. 
Ausserdem weist das Bild das farblich gering-
fügig veränderte «IS-Logo» auf. 

18 2018-12-
07_06-55-
50_UTC 

07.12.2018, 
06:55:50 Uhr 

Kurzvideo (Min. 00:36), welches Kinder in ei-
nem heruntergekommenen Gebäude zeigt. 
Kommentar A. bei Veröffentlichung des 

- 30 - 

SK.2023.21 

Videos: «[…]». Er suggerierte damit, dass die 
Lebensumstände zuvor, unter der Herrschaft 
des IS, besser oder freier waren. Das Video 
ist mit dem IS-Naschid «[…]» hinterlegt (vgl. 
oben Nr. 2). 

19 2018-12-
26_21-16-
00_UTC 

26.12.2018, 
21:16:00 Uhr 

Bild mit Text «[…]» sowie längerer Bildunter-
schrift hierzu mit Warnung vor dem Lesen der 
Bücher der Erneuerer (vgl. auch oben Nr. 10). 
Auf dem Bild zu finden ist zudem der Hinweis 
auf das IS-Radioprogramm «[…]».  

20 2019-04-
14_01-46-
21_UTC 

14.04.2019, 
01:46:21 Uhr 

Videoserie in vier Teilen mit dem Titel «[…]». 
Die Frage wird verneint, dies werde nicht ver-
ziehen und dafür komme ein Sufi (Anhänger 
eines mystischen Ordens) in die Hölle. Das 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS und enthält den Hinweis auf das IS-Radi-
oprogramm «[…]». 

21 2019-04-
16_09-34-
39_UTC 

16.04.2019, 
09:34:39 Uhr 

Bild mit Zitat von «RR.», IS-Exponent (vgl. 
oben Nr. 10), zur Götzendienerschaft der 
Christen und Schiiten, was sie zu Ungläubi-
gen mache.  

22 2019-04-
18_09-43-
00_UTC 

18.04.2019, 
09:43:00 Uhr 

Videoserie in fünf Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. «HH.», IS-Exponent (vgl. oben Nr. 6), hält 
eine Rede zu Gelehrten, welche Sendezeit im 
Fernsehen erhielten. Sie redeten den Regie-
rungen nach dem Mund, wenn sie bspw. den 
(rechtmässigen) Kampf als Terrorismus ver-
schrien. Sie widersprächen dem Gesetz Got-
tes und daher soll man sich nicht nach ihnen 
richten, wenn man auf dem rechten Weg sein 
möchte.  

23 2019-05-
16_18-47-
42_UTC 

16.05.2019, 
18:47:42 Uhr 

Video «[…]». Rede von «RR.», IS-Exponent 
(vgl. oben Nr. 10). Verneint eingangs gestellte 
Frage. Muslime dürften sich zur Bekämpfung 
von Götzendienern nicht mit solchen zusam-
menschliessen. Video hinterlegt mit dem Na-
schid «[…]», worin der IS und seine Kämpfer 
verherrlicht werden.  

24 2019-05-
19_20-04-
51_UTC 

19.05.2019, 
20:04:51 Uhr 

Videoserie in zwei Teilen mit dem Titel «[…]». 
Video demonstriert über Vorspann Nähe zum 
IS. Rede von «RR.», IS-Exponent (vgl. oben 
Nr. 10). Meinung zu eingangs gestellter 
Frage: Wer es unterlasse zu beten, verfalle in 
Unglauben. Video hinterlegt mit dem IS-Na-
schid «[…]» (vgl. oben Nr. 1).  

26 2019-05-
30_04-04-
43_UTC 

30.05.2019, 
04:04:43 Uhr 

Text mit dem Titel «[…]» von «RR.», IS-Expo-
nent (vgl. oben Nr. 10). Der Text wendet sich 
gegen die Lehre der Dreifaltigkeit und betont 
die Einheit Gottes. 

27 2019-05-
30_05-19-
43_UTC 

30.05.2019, 
05:19:43 Uhr 

Text mit dem Titel «[…]». «RR1.» ist ein Ali-
asname von «RR.», IS-Exponent (vgl. oben 
Nr. 10). Der Text propagiert ein buchstaben-
getreues Koranverständnis und eine rigorose 
Ausrichtung des täglichen Lebens nach die-
ser Interpretation - zentrales Element des Re-
ligionsverständnisses, wie es in salafistisch-
dschihadistischen Organisationen wie dem IS 
gepflegt wird. 

30 2019-06-
24_23-12-
29_UTC 

24.06.2019, 
23:12:29 Uhr 

Videoserie in drei Teilen mit dem Titel «[…]». 
«Muhammad al-Isawi», IS-Exponent, hält 
eine Rede zur Legitimität des IS. Die Rede 
entspricht der Tonspur eines Videos, welches 
der IS im Mai 2015 veröffentlichte. 

- 31 - 

SK.2023.21 

«Muhammad al-Isawi» fungierte als Medien-
sprecher des ägyptischen IS-Ablegers und 
zwischen 2016 und 2018 als dessen Anfüh-
rer. Im Video ist das Flugblatt mit dem Titel 
«[…]» aus dem IS-Verlag SS. zu erkennen. 
Das Video ist hinterlegt mit dem Naschid 
«[…]» der IS-Medienorganisation «Ajnād», 
hörbar folgende Verse: «[…]». 

31 2019-09-
19_20-31-
35_UTC 

19.09.2019, 
20:31:35 Uhr 

Videoserie in zwei Teilen mit dem Titel «[…]. 
«Muhammad al-Isawi», Mediensprecher des 
ägyptischen IS-Ablegers (vgl. oben Nr. 30), 
hält eine Rede zum Thema ungläubig-Erklä-
ren islamischer Gelehrter. Der Rede liegen 
vom IS herausgegebene Schriftlichkeiten zu-
grunde.  

32 2019-10-
28_17-07-
02_UTC 

28.10.2019, 
17:07:02 Uhr 

Videoserie in drei Teilen mit dem Titel «[…]». 
Rede von «TT.», IS-Exponent, zum ersten 
Teil des islamischen Glaubensbekenntnisses, 
der «[…]» und i.d.Z. stehende Ungläubiger-
klärungen. «TT.» war Prediger und spiritueller 
Führer des IS in der Stadt Sirte. 

 

3.4.2 Die dem Beschuldigten zur Last gelegten 29 Beiträge liegen bei den Akten (BA 

pag. USB-Stick 10.2.1961). Diesbezüglich ergibt sich in objektiver Hinsicht Fol-

gendes: 

3.4.2.1 Die Urheberschaft des Beschuldigten an den zur Diskussion stehenden Beiträ-

gen ist aufgrund der forensischen Auswertung der technischen Daten ohne wei-

teres erstellt (BA pag. 10.12.1894 ff.) und im Übrigen auch unbestritten (BA 

pag. 13.1.1726 ff.).  

3.4.2.2 Aus den Akten ergibt sich, dass der Instagram-Account «T1.» am 29. Okto-

ber 2019 rund 11'900 Abonnenten zählte (BA pag. 10.1.283; -293). Offensichtlich 

erreichte der Beschuldigte damit einen nicht zu unterschätzenden Wirkungskreis. 

3.4.2.3 Das Gericht erachtet die 29 Postings/Medien gemäss Auflistung in der Anklage-

schrift als deliktisch relevant: 

Mit Blick auf den in der Anklageschrift umschriebenen Inhalt der einzelnen Pos-

tings ist hinreichend erstellt, dass es sich dabei um Propaganda für die verbote-

nen Gruppierung IS handelt, in denen mitunter der gewaltsame Dschihad und 

Märtyrertod verherrlicht, die Tötung Ungläubiger legitimiert oder Exponenten der 

vorgenannten, verbotenen Gruppierung verehrt und glorifiziert werden. Teilweise 

handelt es sich bei den Beiträgen im Original um offizielle Produktionen des IS 

und seiner Medienverlage, teilweise um Beiträge deren Bezug zum IS sich vorab 

aus den, dem IS zurechenbaren Naschids ergibt. Die IS-Konnotation ergibt sich 

dabei nicht nur aus dem Inhalt der Beiträge und den darin verehrten Exponenten 

dieser Gruppierung, sondern teilweise (insbesondere bei den Textdateien) be-

reits durch Erkennungszeichen des IS, wie das kalligrafische IS-Logo und die IS-

Flagge (BA pag. 18.2.1894 ff.). Diese propagandistischen Medien waren geeig-

net, die Terrororganisation IS zur Erreichung ihrer Ziele, namentlich der 

- 32 - 

SK.2023.21 

gewaltsamen Schaffung eines weltumspannenden islamistischen Kalifats zu 

stärken und die Empfänger für den kriminellen Wertekanon der besagten Orga-

nisation zu gewinnen resp. diese in einer bereits bestehenden Zuwendung zu 

betreffender Ideologie zu bestärken. Die publikumswirksame Propaganda für den 

IS ist damit unzweifelhaft erstellt. 

3.4.2.4 Zum Verbreiten von Propaganda ergibt sich in objektiver Hinsicht Folgendes: 

Aufgrund seines «elektronischen Fussabdrucks» ist erstellt, dass der Beschul-

digte die aufgelisteten Propagandamaterialien mit IS-Konnotation gemäss Rei-

henfolge in der Anklageschrift auf seinem Instagram-Kanal selbst publiziert und 

diese damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Veröffentlichung 

gestand der Beschuldigte im Übrigen auch ein (BA pag. 13.1.1727 ff.). Nichts zu 

seinen Gunsten vermag der Beschuldigte daraus abzuleiten, dass er die Propa-

gandamaterialien nur «gepostet», nicht aber selber «erstellt oder bearbeitet» 

habe (BA pag. 13.1.1727 ff.), ist doch das Verbreiten an sich strafbar.  

Die Publikation von propagandistischen Inhalten der verbotenen Gruppierung IS 

stellt die Tathandlung der Verbreitung von Propaganda für die genannte Organi-

sation dar. Die vom Beschuldigten verbreiteten Propagandamaterialien sind ge-

eignet, diese Terrororganisation zur Erreichung ihrer Ziele, namentlich der ge-

waltsamen Schaffung eines weltumspannenden, islamistischen Kalifats zu stär-

ken, zu fördern und zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund hat der Beschul-

digte durch die Veröffentlichung von 29 Beiträgen mit propagandistischem Cha-

rakter den objektiven Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz erfüllt. 

3.4.2.5 In subjektiver Hinsicht gilt Folgendes: 

Der Beschuldigte ist geständig, die erwähnten Postings veröffentlicht zu haben 

(BA pag. 13.1.1727 ff.). In diesem Zusammenhang räumte er auch ein, für den 

IS sympathisiert zu haben (BA pag. 13.1.1747). Dass der Beschuldigte die Bei-

träge nur gepostet hat, weil es darin um Geschichten von Propheten oder reli-

giöse Inhalte (nicht aber um den IS) gegangen sei – wie er es anlässlich einer 

Einvernahme geltend machte (BA pag. 13.1.1727 ff.) – ist vor diesem Hintergrund 

als blosse Schutzbehauptung zu werten. Gleiches gilt für die Aussage, dass er 

nicht gedacht habe, dass solche «Sachen» als Propaganda eingestuft werden, 

da diese Medien hauptsächlich aus Quellen wie «AA4.» und «AA5.» auf Insta-

gram oder Telegram stammten und Propaganda in den sozialen Medien «eigent-

lich automatisch gelöscht werde» (BA pag. 13.1.1747 f.). Dies gilt umso mehr als 

die Betreiber von «AA4.» am 12. Juni 2019 ihre Follower in einem Post davor 

warnten, «besondere Videos» zu verbreiten, weil sie früher «grosse Probleme 

mit dem einen oder anderen Thema hatten» (BA pag. 10.2.1921). Angesicht der 

damaligen Ideologie des Beschuldigten kann nicht ernsthaft bezweifelt werden, 

dass es diesem einzig darum ging, den kriminellen Wertekanon der verbotenen 

Gruppierung IS zu bewerben und deren gewaltextremistische Ideologie zu glori-

fizieren. Dass er dabei teilweise darauf geachtet hat, dass keine offensichtlichen 

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Erkennungsmerkmale des IS sichtbar sind, schmälert diesen Zweck nicht. Viel-

mehr deuten seine Angaben darauf hin, dass er sich des propagandistischen IS-

Bezugs sehr wohl bewusst war und er explizite IS-Bezugselemente vermied, um 

zu verhindern, dass die von ihm verbreiteten inkriminierten Inhalte durch Filter 

der von ihm genutzten sozialen Medien detektiert und gelöscht würden. 

Es steht nach dem Gesagten ausser Frage, dass der Beschuldigte mit dem Ver-

breiten von insgesamt 29 Medien mit IS-Konnotation einzig den Zweck verfolgte, 

für den IS zu werben, Gleichgesinnte in ihren Überzeugungen für die genannten 

verbotenen Gruppierungen zu bestärken und/oder für die gewaltextremistische 

Ideologie des IS zu gewinnen. Dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz han-

delte, ist nach dem Gesagten zweifelsfrei erstellt, womit auch der subjektive Tat-

bestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz erfüllt ist. 

3.4.3 Verbreiten von Propaganda des IS im Telegram Gruppenchat «AA6.» 

3.4.3.1 Die Anklage wirft dem Beschuldigten weiter vor, am 12. Oktober 2019 die nach-

folgende Audiodatei mit IS-Propaganda im Telegram Gruppenchat «AA6.» mit 

fünf Mitgliedern versendet zu haben: 

 
Datum/Zeit Message 

ID 
Dateiname Inhalt 

12.10.2019, 
17:44:06 
(UTC+0) 

2335 […] Ausschnitt aus dem IS-Naschid «[…]». 
Der Naschid stammt von der IS-Medien-
organisation «Ajnād» und wurde am 
30. April 2014 veröffentlicht. Besungen 
werden im Speziellen die Vorzüge eines 
auf dem Schlachtfeld zu erlangenden 
Martyriums. 

 

3.4.3.2 Die dem Beschuldigten zur Last gelegte Chat-Nachricht ist aktenkundig (BA pag. 

10.2.2080; BA pag. 10.2.2130 Beilage 8). In objektiver Hinsicht gilt, was folgt: 

Die Verantwortlichkeit des Beschuldigten für die fragliche Nachricht und somit 

das Teilen des Naschids ist aufgrund der forensischen Auswertung der techni-

schen Daten ohne Weiteres erstellt und im Übrigen auch unbestritten (BA 

pag. 10.2.2080; -2130; 13.1.1645; -1715). 

Der propagandistische Charakter des geteilten Naschids, welches vom IS 

stammt, ist zweifelsfrei erstellt und wird vom Beschuldigten auch bestätigt (BA 

pag. 13.1.1645; 10.2.1743 ff.). 

Dass das Versenden des IS-Naschids ein Verbreiten von Propagandamaterial 

durch den Beschuldigten darstellt, ist offensichtlich. Damit ist der objektive Tat-

bestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz erfüllt. 

  

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3.4.3.3 In subjektiver Hinsicht ergibt sich Folgendes: 

Der Beschuldigte bestätigte anlässlich der delegierten Einvernahme vom 11. No-

vember 2020, den besagten IS-Naschid in den Gruppenchat «AA6.» versendet 

zu haben (BA pag. 13.1.1645).  

Unter Berücksichtigung der (damaligen) befürwortenden Haltung des Beschul-

digten betreffend den vom IS propagierten gewaltsamen Islam steht ausser 

Frage, dass er mit dem Verbreiten des inkriminierten Naschids des IS einzig den 

Zweck verfolgte, für den IS aktiv zu werben. Die Versendung des Naschids war 

geeignet, die vier Empfänger im Gruppenchat in ihrer bejahenden Ideologie für 

den IS zu bestärken resp. zu festigen und die Anziehungskraft des IS diesem 

gegenüber zu fördern. 

Nach dem Gesagten ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-

Gesetz erfüllt. 

3.4.4 Verbreiten von Propaganda des IS an AAA. 

3.4.4.1 Weiter wirft die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten vor, am 17. Okto-

ber 2019 die nachfolgende Videodatei mit IS-Propaganda von seinem Mobiltele-

fon iPhone 8 an AAA. versendet zu haben: 

 
Datum/Zeit Dateiname Inhalt 

17.10.2019, 19:21 Uhr […] Video mit dem Titel «[…]», welches den 
Inhalt dem IS-Exponenten «BBB.» zu-
schreibt. «BBB.» spricht von der Wichtig-
keit, sich mit der Glaubenslehre zu befas-
sen (Studium von Koran und Sunna). Das 
Video ist mit dem Naschid «[…]» hinter-
legt. Der Naschid stammt von der IS-Me-
dienorganisation «Ajnād». 

 

3.4.4.2 In objektiver Hinsicht gilt, was folgt: 

Die dem Beschuldigten zur Last gelegte Nachricht liegt bei den Akten (BA 

pag. 10.2.1527 f.; -1532).  

Die Verantwortlichkeit des Beschuldigten für die fragliche Nachricht ist aufgrund 

der forensischen Auswertung der technischen Daten ohne Weiteres erstellt (BA 

pag. 10.2.1528; -1532; -1858 ff.). 

Der propagandistische Charakter des versendeten Videos mit IS-Konnotation ist 

zweifelsfrei erstellt, insbesondere da dieses mit einem IS-Naschid unterlegt ist 

und die Rede eines IS-Exponenten wiedergibt (BA pag. 10.1.1858 ff.). Das Ver-

senden eines solchen IS-Propagandavideos stellt offensichtlich ein Verbreiten 

von Propagandamaterial einer verbotenen terroristischen Gruppierung durch den 

Beschuldigten dar. 

Damit ist der objektive Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz erfüllt. 

  

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3.4.4.3 In subjektiver Hinsicht ergibt sich Folgendes: 

Der Beschuldigte führte anlässlich seiner Schlusseinvernahme vom 5. Juli 2022 

aus, dass er das Video kenne, darin aber nichts Gefährliches oder IS-spezifi-

sches erwähnt werde (BA 13.1.2344). Er habe auch die Exponenten nicht ge-

kannt, es sei ihm dabei immer nur um den Inhalt der Videos gegangen (BA 

pag. 13.1.2344). Diese Aussage ist als blosse Schutzbehauptung zu qualifizie-

ren, wusste der Beschuldigte als glühender Befürworter der IS-Ideologie doch 

offensichtlich um die propagandistischen Inhalte dieses Videos. 

Angesichts der (damaligen) befürwortenden Haltu