# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a85abb4-4b97-56e2-bd2d-086d1e7e0d23
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.03.2014 200 2014 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-112_2014-03-17.pdf

## Full Text

200 14 112 KV
MAW/SCM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 17. März 2014

Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

Progrès Versicherungen AG 
Versicherungsrecht, Postfach, 8081 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, KV/14/112, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
bei der Progrès Versicherungen AG (Progrès bzw. Beschwerdegegnerin) 
als selbstständig Erwerbstätiger gegen die Risiken Krankheit und Unfall 
versichert (vgl. Akten der Progrès [AB] 2 Ziff. 2, 21 S. 2 Ziff. 1). Am 15. Ja-
nuar 2013 rutschte er zu Hause im Kinderzimmer beim Spielen mit seinen 
beiden Töchtern aus und schlug sich das Gesicht/Kinn auf dem Boden auf, 
wobei er eine Beschädigung der Zähne erlitt (AB 2). Mit Zahnschadenfor-
mular vom 26. Januar 2013 (AB 1) hielt der behandelnde Dr. med. dent. 
C.________ fest, dass die Zahnbrücke bei Zahn 41/42 entzwei und die 
buccale Facette abgesprungen sei. Für die definitive Versorgung sah er 
den Versuch die Zahnbrücke zu entfernen und neu zu brennen oder bei 
dessen Scheitern die Neuanfertigung der VMK-Brücke 34, 33, 32, 31, 41, 
42, 43, 44 vor. Mit Verfügung vom 15. August 2013 (AB 17) lehnte die Pro-
grès – nach Eingang der Stellungnahmen von Dr. med. dent. C.________ 
(AB 14 S. 3 ff.) und Rücksprache mit zwei Vertrauenszahnärzten (AB 7, 18) 
– eine Kostenübernahme für die vorgesehene Behandlung ab. Sie erwog 
im Wesentlichen, dass die Zahnbrücke in einem derart schlechten Vorzu-
stand gewesen sei, dass auch ein alltäglicher alternativer Belastungsfaktor 
zur gleichen Zeit die gleiche Gesundheitsschädigung hätte bewirken kön-
nen. Die dagegen erhobene Einsprache (AB 19) wies sie nach erneuter 
Rücksprache mit dem Vertrauenszahnarzt (AB 20) mit Entscheid vom 
19. Dezember 2013 (AB 21) ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 31. Januar 2014 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des er-
gangenen Entscheides sowie die Anweisung an die Beschwerdegegnerin, 
ein unabhängiges Gutachten in Auftrag zu geben und anschliessend neu 
zu entscheiden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, KV/14/112, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2014 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Dezem-
ber 2013 (AB 21). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin 
die Kosten für die Entfernung und neue Brennung der Zahnbrücke des Be-
schwerdeführers oder im Falle eines Scheiterns, der Neuanfertigung der 
VMK-Brücke 34, 33, 32, 31, 41, 42, 43, 44 im Rahmen der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung zu übernehmen hat.

1.3 Unter Berücksichtigung der erfahrungsgemässen Kosten einer neu-
en Zahnbrücke liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurtei-

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lung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 
Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Die soziale Krankenversicherung gewährt Leistungen bei Unfall, 
soweit dafür keine Unfallversicherung aufkommt (Art. 1a Abs. 2 lit. b des 
Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 [KVG; 
SR 832.10]). Gemäss Art. 31 Abs. 2 KVG übernimmt die obligatorische 
Krankenpflegeversicherung die Kosten der Behandlung von Schäden des 
Kausystems, die durch einen Unfall nach Art. 1a Abs. 2 lit. b KVG verur-
sacht worden sind. Sie haftet jedoch für einen Gesundheits- resp. Zahn-
schaden nur insoweit, als dieser nicht nur in einem natürlichen, sondern 
auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem versicherten 
Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.3 S. 181 f.). Bei organisch objektiv 
ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend 
mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine 
selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 248 E. 4 S. 250, 134 V 109 E. 2.1 
S. 112).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-

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dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn 
der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache 
darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 
UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden Ursachen gehören 
sodann Umstände, ohne die die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur 
gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende traumatische 
Einwirkung ist also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende 
Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl einge-
treten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadens-
eintritts "conditio sine qua non" war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall 
nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risi-
ko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest 
werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wir-
kung eigenständige Bedeutung anzunehmen (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 29 
E. 4.2.1).

2.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, KV/14/112, Seite 6

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-
nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-
sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.

3.1 Die Kostenübernahme für die Erstbehandlung vom 25. Januar 2013 
(AB 1 Ziff. 1) bestreitet die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht (vgl. AB 8). 
Dahingegen verweigert sie ihre Leistungspflicht für die weitere Behandlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, KV/14/112, Seite 7

der Zahnbrücke mit dem Argument deren derart labilen und prekären Vor-
zustandes. Hierzu finden sich in den Akten insbesondere folgende Anga-
ben:

3.1.1 Der Vertrauenszahnarzt Dr. med. dent. D.________ hielt am 
4. März 2013 (AB 7) fest, dass Zahn 43, überkront, auf dem undatierten 
Röntgenbild eine apikale Entzündung und Zahn 42, überkront, vermutlich 
eine Fraktur der Verblockung zu Zahn 41, überkront, aufweise (Ziff. 1). Die 
Keramikabsplitterung und der Bruch seien nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit durch das Ereignis vom 15. Januar 2013 entstanden. Der 
Frakturspalt sei sichtbar, d.h. die Fragmente seien disloziert, was eher auf 
eine Spannungsfraktur hindeute. Der Beschwerdeführer sei auf dieser Sei-
te teilbezahnt, Zahn 44 sei als Extension an die Frontbrücke angehängt 
worden. Die distalen Zähne fehlten. Durch die Überlastung komme es zu 
einer Ermüdungsfraktur (Ziff. 3). Dass der Sturz vom 15. Januar 2013 mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Teilursache für die beschriebenen 
Zahnschäden darstelle, sei unwahrscheinlich (Ziff. 4).

3.1.2 Mit Stellungnahme vom 2. April 2013 (AB 14 S. 3) bestätigte 
Dr. med. dent. C.________, die VMK-Brücke im Unterkiefer, Zähne 35 bis 
45, im Jahre 1995 einzementiert zu haben. Die einmalige Einwirkung beim 
Unfall am 15. Januar 2013 habe bei Zahn 43 Porzellan ganz scharf be-
grenzt abgesprengt. Keinesfalls handle es sich um einen Ermüdungsbruch, 
da dies längst vorher geschehen und nicht so begrenzt ausgefallen wäre. 
Die Fraktur befinde sich nicht im Bereich der Extension und könne nicht 
durch diese und erst nach 18 Jahren bedingt sein. Bei den apices 42 und 
43 seien unauffällige und bei 33 devitale Verhältnisse. Im Röntgenbild sei 
unschwer zu erkennen, dass nach dem Unfall vom 15. Januar 2013 der 
Guss der Kronen im Unterkiefer durchtrennt gewesen und Porzellan abge-
splittert sei. Eine Spannungsfraktur sei auszuschliessen.

3.1.3 Mit Beantwortung der Fragen der Beschwerdegegnerin vom 17. Mai 
2013 (AB 14 S. 4 f.) gab Dr. med. dent. C.________ an, dass bei der Kon-
trolle vom 9. Januar 2013 keine Schäden festgestellt worden seien (Ziff. 1). 
Der Beschwerdeführer weise eine gute Hygiene auf und eine Woche vor 
dem Unfall seien keine Anzeichen einer Ermüdungsfraktur (bspw. keine 
Risse) vorhanden gewesen. Die festgestellten Zahndefekte seien somit klar 

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auf den Unfall vom 15. Januar 2013 zurückzuführen (Ziff. 3). Im Übrigen sei 
eine Extension von einem Zahn nie zwingend ein Grund für eine Fraktur 
und werde von der Bernerklinik nach wie vor empfohlen (Ziff. 5).

3.1.4 Auf Anfrage führte der Vertrauenszahnarzt Dr. med. dent. 
E.________ am 14. Juli 2013 (AB 18) aus, Dr. med. dent. C.________ ha-
be die Porzellanfraktur fälschlicherweise mit „lokal beim Zahn 43 ganz 
scharf abgesprengt“ angegeben (vgl. AB 14 S. 3; AB 18 Ziff. 1). Zudem sei 
– entgegen der Aussage von Dr. med. dent. C.________ – bei Zahn 43 
unschwer eine apicale Aufhellung und eine Sekundärcaries vorhanden und 
Zahn 33 sei auf dem undatierten Röntgenbild nicht wurzelbehandelt. Hin-
gegen zeige Zahn 34 Anzeichen einer Parodontitis terminalis (massive 
Aufhellung um die ganze Wurzel), was sich mit einer Wurzelfraktur (Haar-
riss) vereinbaren lasse. Auf dem Zahnschadenformular vom 26. Januar 
2013 (AB 1) sei Zahn 44 als WB-Zahn eingekreist, welcher sicher nur als 
Flieger vorhanden sei. Vergessen bzw. verwechselt worden seien Zahn 
33/34 als WB-Zahn (AB 18 Ziff. 2). Tatsache sei, dass die 18 Jahre alte 
Brücke schon diverse, vorher nicht befundete Schäden aufgewiesen habe. 
Korrekt wären demnach bei Zahn 43 eine apicale Aufhellung / lockere Kro-
ne wegen Sekundärcaries sowie bei Zahn 34 eine Parodontitis terminalis, 
welche mit Sicherheit auch ohne Unfallereignis bei Zahn 43 zu einem 
gleichartigen Schaden geführt hätte und bei Zahn 34 sicher noch dazu 
führen werde (federnde Wurzel 34 durch terminale Entzündung, Wurzel-
spaltung). Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass durch das Ereignis 
vom 15. Januar 2013 eine schädigende Einwirkung auf die Brücke stattge-
funden habe, allerdings hätte hier aufgrund des schlechten Vorzustandes 
auch ein alltäglicher Belastungsfaktor, also auch normales Kauen, zur glei-
chen Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung bewirken können (AB 18 
Ziff. 3). Der Sturz vom 15. Januar 2013 stelle auch nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit eine Teilursache für die beschriebenen Zahnschäden 
dar (AB 18 Ziff. 4). Gemäss Zahnschadenformular vom 26. Januar 2013 
(AB 1) sei beim ersten Untersuch nach dem Unfall am 25. Januar 2013 
regio 42/41 eine Kronenfraktur ohne Pulpabeteiligung (Pos. 4a) und 
gemäss Pos. 5a eine „entzweite“ Brücke regio 41/42 mit Porzellanfraktur 42 
festgestellt worden, wobei Dr. med. dent. C.________ im Bericht zuhanden 
der Beschwerdegegnerin von einer frakturierten Brücke, festgestellt am 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, KV/14/112, Seite 9

3. Februar 2013, spreche (vgl. AB 14 S. 4 Ziff. 1). Bei der Untersuchung 
vom 9. Januar 2013 (6 Tage vor dem Unfall) sei gemäss Dr. med. dent. 
C.________ alles in Ordnung gewesen, was sicherlich nicht der Fall gewe-
sen sei. Es würde deshalb nicht erstaunen, wenn der Haarriss regio 42/41 
übersehen worden sei. Wahrscheinlich sei der Riss damals noch nicht von 
Auge sichtbar (kein Röntgenbild gemacht) und das Porzellan noch halb-
wegs intakt gewesen. Mit einer genaueren Untersuchung (Röntgenbild und 
Vitalitätsprobe an Zahn 43, Röntgenbild und Taschenmessung an Zahn 34 
usw.) hätten diverse versteckte, sicher nicht unfallkausale Schäden festge-
stellt werden können. Es handle sich überwiegend wahrscheinlich um einen 
Ermüdungs- bzw. einen Spannungsbruch (AB 18 Ziff. 5 f.).

3.1.5 Mit Stellungnahme vom 1. Dezember 2013 (AB 20) führte der Ver-
trauenszahnarzt Dr. med. dent. E.________ aus, dass es sich bei der Por-
zellanabsprengung bei Zahn 42 um eine grosse, sich auf der buccalen Sei-
te befindliche Porzellanscherfraktur bei Erhalt der Porzellankante handle. 
Solche Frakturen seien typischerweise dort lokalisiert, wo starke Spannun-
gen im Gerüst-Prozellandverbund bei VMK-Kronen (Verblend- oder Ver-
bundmetallkronen), hier im Brückengerüst regio 42/41 bei federnder Fixie-
rung der Brücke an Pfeilerzahn 43 (Sekundärcaries, Pulpanekrose, Deze-
mentierung) auftreten könnten. Solche Kräfte könnten auch bei einem all-
täglichen Belastungsfaktor wie normales Kauen auftreten, wenn – wie hier 
– schon erhebliche vorbestehende Schäden vorhanden seien (Ziff. 1). 

3.2 Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 15. Januar 2013 lassen 
sich anhand der momentanen Aktenlage verschiedene Fragen nicht absch-
liessend beantworten. So ist zunächst nicht geklärt, ob die geltend gemach-
ten Beschädigungen der Zähne bzw. der Zahnbrücke (Keramikabsplitte-
rung und Porzellanfraktur) gestützt auf den vom Beschwerdeführer geschil-
derten Unfallhergang, wonach er ausgerutscht und sein Gesicht/Kinn auf 
dem Boden aufgeschlagen habe (AB 2 Ziff. 5), überhaupt hätten auftreten 
können. Weiter kann anhand der vorliegenden zahnärztlichen Stellung-
nahmen nicht abschliessend beurteilt werden, ob – wie von der Beschwer-
degegnerin geltend gemacht (AB 21 S. 10) – ein derart labiler, prekärer 
Vorzustand der Zähne bzw. Zahnbrücke gegeben war, dass ein alltäglicher 
alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesund-

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heitsschädigung hätte bewirken können (vgl. SVR 2012 UV Nr. 8 S. 29 
E. 4.2.2), was bejahendenfalls zur Verneinung der natürlichen Kausalität 
führen würde. Diesbezüglich hält der behandelnde Dr. med. dent. 
C.________ fest, dass anlässlich der Kontrolle vom 9. Januar 2013 alles in 
Ordnung gewesen sei und keine Anzeichen einer Ermüdungsfraktur hätten 
festgestellt werden können. Eine solche wäre längst vorher geschehen und 
schon gar nicht so begrenzt – bei Zahn 43 wurde Porzellan ganz scharf 
begrenzt abgesprengt – ausgefallen. Das Ereignis vom 15. Januar 2013 
stelle ganz klar einen Unfall dar (vgl. AB 14 S. 3 f.). Demgegenüber weist 
Dr. med. dent. E.________ auf diverse vorbestehende Schäden hin, wel-
che anlässlich der Kontrolle vom 9. Januar 2013 bei Dr. med. dent. 
C.________ hätten erkannt werden müssen (Aufhellung, Sekundärcaries 
43, Parodontitis terminalis bei 34, ev. Haarriss regio 42/41), weshalb es 
überwiegend wahrscheinlich sei, dass zwar eine schädigende Einwirkung 
auf die Brücke stattgefunden habe, allerdings hier aufgrund des schlechten 
Vorzustandes auch ein alltäglicher Belastungsfaktor, also auch normales 
Kauen, zur gleichen Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken 
können (vgl. AB 18 S. 3). Anhand der Akten kann somit nicht beurteilt wer-
den, welche der beiden Positionen zutrifft und es ist daher abzuklären, wel-
cher Art die am 9. Januar 2013 durchgeführte Kontrolle bei Dr. med. dent. 
C.________ war und ob dabei die von Dr. med. dent. E.________ geltend 
gemachten Mängel tatsächlich hätten festgestellt und erwähnt werden 
müssen. Im Übrigen ist unklar, ob der Beschwerdeführer Dr. med. dent. 
C.________ nach dem Unfallereignis vom 15. Januar 2013 am 25. Januar 
2013 (vgl. AB 1 Ziff. 1) oder erst am Sonntag, 3. Februar 2013 (vgl. AB 14 
S. 4 Ziff. 1) oder allenfalls an beiden Daten aufgesucht hat. An den beste-
henden Unklarheiten vermag auch der Bericht von Dr. med. dent. 
D.________ (AB 7) nichts zu ändern, da er sich ebenso wenig mit den un-
geklärten Fragen auseinandersetzt.

Unter diesen Umständen hätte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der ihr 
obliegenden Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) eine unabhängige 
Begutachtung (Art. 44 ATSG) veranlassen und hernach entscheiden müs-
sen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, KV/14/112, Seite 11

4.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen 
Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Die aufgezeigten Widersprüche erlau-
ben es nicht, den Fall ohne weitere Beweiserhebung zum Unfallhergang 
und ohne eine – gestützt auf die gewonnenen Erkenntnisse erfolgende – 
neue Begutachtung zu entscheiden. Der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 19. Dezember 2013 (AB 21) ist daher in Gutheissung der Be-
schwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen, damit diese den Sachverhalt (insbesondere den Unfallhergang) 
genau abklärt und anschliessend bei einem unabhängigen Gutachter ab-
klären lässt, welche Beschädigungen an der Zahnbrücke bzw. den Zähnen 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sind. 
Der Gutachter hat sich dabei insbesondere zur Frage zu äussern, ob der 
Vorzustand derart prekär und labil war, dass ein alltäglicher alternativer 
Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädi-
gung hätte bewirken können.

5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Fürsprecher B.________ macht in seiner angemessenen Kostennote vom 
25. Februar 2014 ein Honorar von Fr. 2‘153.20, Auslagen von Fr. 45.90 
und 8 % MWSt. in der Höhe von Fr. 175.95, insgesamt somit Fr. 2‘375.05, 
geltend. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine dem 
genannten Betrag entsprechende Parteientschädigung auszurichten.

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid der Progrès Versicherungen AG vom 19. Dezember 2013 auf-
gehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 
damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen 
neu verfüge. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘375.05 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt einge-

reichten Akten)
- Progrès Versicherungen AG (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Gesundheit 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.