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**Case Identifier:** 2ce83226-6808-5299-9e45-390c172264bd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.10.2014 200 2014 542
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-542_2014-10-17.pdf

## Full Text

200 14 542 IV
ACT/PRN/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1955 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 30. Mai 2013 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Leistungsbezug an. Als Art der Behinderung gab er eine 
Versteifung des Rückenwirbels an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). 
Nach Einholung diverser beruflicher und medizinischer Unterlagen teilte die 
IVB dem Versicherten am 27. September 2013 mit, dass Eingliederungs-
massnahmen zurzeit nicht möglich seien. Es werde der Anspruch auf eine 
Rente geprüft (AB 17). Weiter veranlasste sie einen Bericht von Dr. med. 
B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 14. Febru-
ar 2014 (AB 19) sowie einen Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) vom 26. Februar 2014 (AB 20). Mit Vorbescheid vom 12. März 2014 
stellte die IVB die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 21). 
Hiergegen erhob der Beschwerdeführer Einwand (AB 23). Nach Eingang 
eines Berichts von Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 28. März 
2014 (AB 25) und Einholung einer Stellungnahme des RAD vom 7. Mai 
2014 (AB 27) verfügte die IVB am 22. Mai 2014 die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens, da die Arbeitsunfähigkeit nicht langdauernd im Sinne der 
Invalidenversicherung sei (AB 28).

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 23. Mai 2014 Beschwer-
de und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 22. Mai 
2014. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, der datumsmässige 
Beginn der 100%-igen Arbeitsfähigkeit sei nicht korrekt und habe zum 
Lohnausfall geführt. Mit Eingabe vom 18. Juni 2014 präzisierte der Be-
schwerdeführer, er möchte die Berichtigung des Datums der vollständigen 
Arbeitsfähigkeit und den Ausfall des Krankentaggeldes, der durch das fal-
sche Datum verursacht worden sei.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 3

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. Juni 2014 führte der Instruktions-
richter aus, der Beschwerdeführer mache mindestens sinngemäss Leistun-
gen gegenüber der Invalidenversicherung geltend. Er machte den Be-
schwerdeführer auf die Möglichkeit des Beschwerderückzuges aufmerk-
sam, sollte dieser keinen Beschwerdewillen haben bzw. nicht wollen, dass 
das Gericht über seinen Anspruch befinde. Der Beschwerdeführer hat sei-
ne Beschwerde innerhalb der ihm gesetzten Frist nicht zurückgezogen.

Mit Eingabe vom 2. September 2014 beantragte die IVB die Abweisung der 
Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]) und auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) sind eingehalten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 4

Soweit der Beschwerdeführer Ansprüche gegenüber dem Krankentaggeld-
versicherer geltend machen sollte (vgl. Eingabe vom 18. Juni 2014), ist 
darauf nicht einzutreten, da allein die Verfügung der IVB vom 22. Mai 2014 
Anfechtungsobjekt ist und demzufolge nur über die Rechtsverhältnisse 
geurteilt werden kann, die in der Verfügung geregelt sind. Soweit weiterge-
hend ist auf die Beschwerde einzutreten, da der Beschwerdeführer sinn-
gemäss eine Rente beantragt.

1.2 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
25. Juli 2013, 8C_441/2012, E. 3.1.1).

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung 
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verord-
nung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 
831.201]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 6

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3. Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 22. Mai 2014 (AB 28). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung. Sinngemäss wird - entsprechend der Anmeldung zum Leistungs-
bezug - allein der Anspruch auf eine Rente geltend gemacht. Die Mitteilung 
vom 27. September 2013, wonach keine berufliche Eingliederung möglich 
sei (AB 17), wird in den Eingaben des Beschwerdeführers nicht erwähnt.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 7. Februar 2013 diagnostizierte Dr. med. 
C.________ ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom L3 rechts sowie ein 
zervikobrachiales Schmerzsyndrom. Er erachtete eine Operation als indi-
ziert (AB 7, S. 2). Der Heilungsprozess sei relativ langwierig, so dass mit 
mindestens sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden müsse 
und anschliessend nochmals eine Rekonvaleszenzphase von weiteren 
zwei bis sechs Monaten zu erwarten sei (AB 7, S. 3).

Am 4. März 2013 führte Dr. med. C.________ die geplante Rückenoperati-
on durch (AB 11, S. 8). Im Austrittsbericht vom 8. März 2013 wurde ein 
Segmentkollaps L3/4 und L2/3 mit konsekutiver degenerativer Skoliose und 
Foraminalstenose L3/4 und L2/3 rechts diagnostiziert (AB 11, S. 7).

Am 19. April 2013 attestierte Dr. med. C.________ längerfristig eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit (AB 11, S. 6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 7

3.1.2 Der Hausarzt Dr. med. B.________ diagnostizierte im Bericht vom 
13. Mai 2013 einen Segmentkollaps L3/4 und L2/3 mit konsekutiver dege-
nerativer Skoliose und Foraminalstenose L3/4 und L2/3 rechts bei Status 
nach Stabilisation mittels PLIF L4/5 2011, einen Status nach Lumbotomie, 
Segmentaufrichtung mittels XLIF 3/4 und 2/3 unter Neuromonitoring sowie 
eine dorsale interspinöse Stabilisation L2/3 und L3/4 mit Coflex F am 
4. März 2013. Der Hausarzt attestierte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 
4. März 2013 bis auf weiteres, mindestens jedoch drei Monate (AB 7, S. 1).

3.1.3 Im Bericht vom 7. Juni 2013 führte Dr. med. C.________ aus, dass 
die intervertebrale Spondylodese im Durchbau sei, es brauche aber sicher 
nochmals drei Monate, in denen ein konsequentes Einhalten der Rücken-
hygiene erforderlich sei. Vorher dürfe die Belastung nicht gesteigert werden 
(AB 11, S. 5).

3.1.4 Im Bericht vom 28. Juni 2013 attestierte Dr. med. B.________ wei-
terhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Nach der Beurtei-
lung am 12. September 2013 durch Dr. med. C.________ sei allenfalls eine 
50%-ige Arbeitsaufnahme möglich (AB 11, S. 1 f.). Die bisherige Tätigkeit 
als … sei nach Abschluss der üblichen Heilungsdauer noch zumutbar 
(AB 11, S. 2). Tätigkeiten, welche vorwiegend im Gehen auszuüben seien, 
sowie das Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Rotationen im Sitzen und 
das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg seien nicht mehr zumutbar 
(AB 11, S. 3).

Der Hausarzt legte im Bericht vom 14. Februar 2014 dar, der Gesundheits-
zustand habe sich verbessert. Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit vom 
4. März 2013 bis voraussichtlich zum 27. März 2014 (Nachkontrolle durch 
den behandelnden Dr. med. C.________, dann wahrscheinlich Teilarbeits-
aufnahme zu 50%; AB 19, S. 1, vgl. auch Beschwerdebeilage [BB] 5). Die 
bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar (AB 19, S. 2).

3.1.5 Die RAD-Ärztin med. pract. F.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, diagnostizierte im Bericht vom 26. Februar 
2014 einen Status nach Lumbotomie. Da der Schwerpunkt der Tätigkeit 
des Beschwerdeführers am PC liege, also im leichten Bereich, wäre ihm 
aufgrund der postoperativen Untersuchungsberichte des Operateurs und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 8

des Hausarztes eine überwiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben oder 
Tragen von Gegenständen im schweren oder mittelschweren Bereich unter 
Einhaltung der Rückenergonomie ganztags ohne Leistungsminderung ab 
15. Juli 2013 sicher zumutbar gewesen. Ebenso wäre die angestammte 
Tätigkeit ohne Heben oder Tragen von mittelschweren Gegenständen unter 
Einhaltung der Rückenhygiene spätestens sechs Monate nach der Opera-
tion wieder ganztags ohne Leistungsminderung zumutbar gewesen. Bei der 
aktivierten Grosszehenarthrose rechts wäre weiterhin die überwiegend sit-
zende Tätigkeit ohne längeres Gehen mit einer adäquaten orthopädischen 
Schuhversorgung zusätzlich zu den anderen konservativen medikamentö-
sen Massnahmen ganztags zumutbar gewesen. Somit bestand aus invali-
denrechtlicher-medizinischer Sicht nie eine begründete Arbeitsunfähigkeit 
in der jetzigen Tätigkeit über ein Jahr hinaus (AB 20, S. 1).

3.1.6 Im Bericht vom 28. März 2014 führt Dr. med. C.________ aus, der 
Beschwerdeführer sei ab sofort wieder arbeitsfähig in einer einfachen kör-
perlichen, am besten in einer abwechselnd stehenden und sitzenden Tätig-
keit (AB 25, S. 1).

3.1.7 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
Physikalische Medizin und Rehabilitation und Tropen- und Reisemedizin 
FMH, RAD, führte im Bericht vom 7. Mai 2014 aus, die Rückenoperation 
vom 4. März 2013 habe zu einer mehrmonatigen Rehabilitationsphase ge-
führt, die von Dr. med. C.________ auf neun Monate geschätzt worden sei. 
Somit wäre der Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2014 wieder in einer 
angepassten Tätigkeit arbeitsfähig gewesen.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Gestützt auf die Akten bzw. auf die übereinstimmenden Einschät-
zungen des Hausarztes Dr. med. B.________ und des Operateurs Dr. 
med. C.________ ist ab dem Datum der Rückenoperation am 4. März 2013 
(AB 11, S. 8) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit erstellt (AB 7, S. 1; 11, 
S. 6). Weiter attestierte der behandelnde Dr. med. C.________ im Bericht 
vom 28. März 2014 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensange-
passten Tätigkeit „ab sofort“ (AB 25, S. 1). Auf diesen überzeugenden Be-
richt ist abzustellen (vgl. E. 3.2 hiervor). Die Einschätzung von Dr. med. 
C.________ deckt sich denn auch im Wesentlichen mit der Beurteilung von 
Dr. med. B.________, welcher in der „Taggeld-Karte“ ab dem 14. März 
2014 eine Arbeitsunfähigkeit von „0%“ angab (BB 5). Die Berichte des RAD 
vom 26. Februar (AB 20) und vom 7. Mai 2014 (AB 27), wonach ab 15. Juli 
2013 bzw. 1. Januar 2014 eine angepasste Tätigkeit ohne Einschränkun-
gen wieder zumutbar gewesen sei, vermögen dagegen nicht zu überzeu-
gen und sprechen auch nicht gegen die Annahme der behandelnden Ärzte. 
Zunächst übersehen med. pract. F.________ wie auch Dr. med. 
G.________ den Umstand, dass der Operateur Dr. med. C.________ be-
reits im Bericht vom 7. Februar 2013 von einer mindestens sechsmonati-
gen Arbeitsunfähigkeit sowie einer anschliessenden Rekonvaleszenzphase 
von nochmals zwei bis sechs Monaten ausgegangen ist (AB 7, S. 3). So-
dann führt Dr. med. C.________ im Bericht vom 28. März 2014 schlüssig 
und nachvollziehbar aus, dass mindestens neun Monate nötig sind für eine 
Heilung bzw. bis die Cages (Implantat im Zwischenwirbelraum) durchge-
baut sind. Vorliegend konnte dorsal nur eine interspinöse Stabilisation er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 10

folgen und keine Pedikelschrauben-Stabilisation. Dieses Konstrukt war von 
Anfang an weniger stabil gewesen und es war dem Operateur wichtig, dass 
der Beschwerdeführer keinen Rückfall mehr erleidet und dass die Segmen-
te L3/4 und L2/3 vollständig fusioniert sind, was er anhand von aktuellen 
Bildern auch verifizieren konnte. Daneben haben sich kranial und kaudal 
schwere Segmentdegenerationen gezeigt, welche ebenfalls zu einer ra-
schen Dekompensation führen könnten. Aus diesen Gründen schickte Dr. 
med. C.________ den Beschwerdeführer nicht zu früh bzw. erst nach rund 
einem Jahr wieder in den Arbeitsprozess (AB 25, S. 2), was überzeugt. 

3.4 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer von 
März 2013 bis Mitte bzw. Ende März 2014 zu 100% arbeitsunfähig war. Ab 
Mitte bzw. Ende März 2014 besteht dagegen eine volle Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit.

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 11

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV 
Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens 
anhand von Tabellenlöhnen bei Versicherten, die nach Eintritt des Ge-
sundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchs-
volle Arbeiten verrichten können, ist in der Regel vom durchschnittlichen 
monatlichen Bruttolohn („Total“) für Männer oder Frauen bei einfachen und 
repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) auszugehen. Dabei sind in 
erster Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massgebend (SVR 
2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesund-
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätig-
keiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entspre-
chend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und des-
halb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müs-
sen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Fra-
ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt 
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist hier unter Berücksichtigung 
des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG sowie der Anmeldung im 
Mai 2013 (AB 2; Art. 29 Abs. 1 IVG) März 2014. Angesichts der vollständi-

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gen Arbeitsunfähigkeit bis Mitte bzw. Ende März 2014 besteht von vorn-
herein Anspruch auf eine ganze Rente.

4.3 Die Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. die vollständige 
Arbeitsfähigkeit ab Mitte bzw. Ende März 2014 (vgl. E. 3.4 hiervor) stellt 
einen Revisionsgrund dar, so dass eine neue Einkommensbemessung vor-
zunehmen ist (vgl. E. 2.4 hiervor).

Der Beschwerdeführer hat seine angestammte Anstellung als … für die 
H.________ aus wirtschaftlichen (Massenentlassung), d.h. aus invaliditäts-
fremden, Gründen verloren (AB 13, S. 1 f., 9). Daher ist das Validenein-
kommen gestützt auf statistische Zahlen - nämlich der LSE 2010, TA1, Ni-
veau 4, Männer - zu bestimmen (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Da der Beschwerde-
führer seine Restarbeitsfähigkeit zurzeit nicht verwertet, ist auch das Invali-
deneinkommen aufgrund dieses Wertes festzulegen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). 
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellen-
lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls ent-
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück-
sichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des EVG vom 
15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Damit beträgt der Invaliditätsgrad maximal 
25%, was dem zulässigen Höchstabzug entspricht (vgl. E. 4.1.2 hiervor), 
wobei die Frage der Berechtigung und der allfälligen Höhe des Abzuges 
offen bleiben kann. Gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV ist die (ganze) Rente 
deshalb auf Ende Juni 2014 zu befristen.

5. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit dar-
auf einzutreten ist, die Verfügung vom 22. Mai 2014 aufzuheben und dem 
Beschwerdeführer vom 1. März bis 30. Juni 2014 eine ganze Rente zuzu-
sprechen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 13

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Da der Aufwand für die Beschwerdeführung nicht das Mass dessen 
überstieg, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener Angelegenheiten 
zugemutet werden darf, besteht für den Beschwerdeführer trotz des Obsie-
gens kein Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung (BGE 127 
V 205 E. 4b S. 207, 110 V 132 E. 4d S. 134).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, wird die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 22. Mai 2014 aufge-
hoben und dem Beschwerdeführer vom 1. März bis 30. Juni 2014 eine 
ganze Rente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Okt. 2014, IV/14/542, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.