# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c97aeed5-d867-5f8c-ad2f-c2c0f43366a1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.12.2011 UV 2011/5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-5_2011-12-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/5

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2020

Entscheiddatum: 05.12.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 05.12.2011
Art. 9 Abs. 1 und UVG. Abklärung des Vorliegens einer Berufskrankheit im 
Fall von beidseitigen Handgelenksbeschwerden (Urteil des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Dezember 2011, UV 
2011/5). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_108/2012

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 5. Dezember 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter F. Siegen, Stadtturmstrasse 10, Postfach 

1328, 5401 Baden,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war als Mitarbeiterin der B.___ AG bei der Suva für die Folgen von Unfällen 

und Berufskrankheiten versichert, als sie dieser am 17. Januar 2001 Beschwerden im 

rechten Unterarm melden liess (UV-act. 1). Anlässlich einer Abklärung am Arbeitsplatz 

erklärte die Versicherte, die Beschwerden seien entstanden, nachdem sie im Sommer 

2000 von ihrer langjährigen Arbeitgeberin auf einem neuen Arbeitsplatz eingesetzt 

worden sei. Bei diesem neuen Projekt habe die Tätigkeit insbesondere darin 

bestanden, Doppelprintplatten mit Druck in ein Prüfgerät einzuspannen. Da der 

Prüfadapter nicht optimal funktioniert habe, sei für eine einwandfreie Funktionskontrolle 

ein erhöhter Kraftaufwand erforderlich gewesen. Die Beschwerden im Bereich 

Handgelenk und Unterarm seien ab November 2000 aufgetreten, nachdem der 

Arbeitsdruck sehr hoch gewesen sei und viel Überzeit habe geleistet werden müssen 

(UV-act. 6). Nach Einholung von Arztberichten des Hausarztes Dr. med. C.___, des 

Orthopäden Dr. med. D.___ und des Chirurgen Dr. med. E.___ veranlasste die Suva 

eine Untersuchung bei ihrem Kreisarzt Dr. med. F.___ (UV-act. 9). Mit Verfügung vom 

30. März 2001 lehnte die Suva Leistungen ab, weil keine Berufskrankheit vorliege (UV-

act. 10). Die von der Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-

act. 12, 33) wies die Suva nach Vornahme verschiedener medizinischer Abklärungen 

mit Entscheid vom 14. Dezember 2005 ab. Es sei nicht mit Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, dass die Beschwerden stark überwiegend (zu mindestens 75%) durch 

die berufliche Tätigkeit verursacht worden seien (UV-act. 125). Die gegen diesen 

Entscheid erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen mit Entscheid vom 16. August 2006 (UV 2006/15) teilweise gut und wies die 

Sache zur weiteren medizinischen Abklärung und neuer Verfügung an die Suva zurück.

A.b   Am 6. Februar 2007 erklärte sich die Versicherte mit der Durchführung einer 

diagnostischen Handgelenks-Arthroskopie einverstanden (UV-act. 139). Nach 

(vergeblichen) Versuchen der Suva, diese in die Wege zu leiten (vgl. dazu unter 

anderem UV-act. 150, 156, 158), wurde von Seiten des Kantonsspitals St. Gallen am 

30. August 2007 eine Ulnaverkürzungsosteotomie (gegebenenfalls mit vorgängiger 

diagnostischer Handgelenksarthroskopie und gleichzeitiger Durchführung der 

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therapeutischen Massnahmen) vorgeschlagen (UV-act. 162; vgl. auch UV-act. 178). Auf 

ein Schreiben der Suva vom 14. September 2007 (UV-act. 164) liess die Versicherte 

durch den Rechtsdienst Integration Handicap am 30. November 2007 mitteilen, ihr sei 

nochmals Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerden abklären zu lassen (UV-act. 171). 

Hierauf schlug die Suva am 8. Februar 2008 vor, eine weitere medizinische Abklärung 

durch die vorleistungspflichtige Krankenversicherung finanzieren zu lassen (UV-act. 

172). Die Versicherte erklärte sich damit unter der Voraussetzung der 

Taggeldausrichtung durch die Suva einverstanden (UV-act. 174, 177, 180). Nachdem 

die Suva die Durchführung der Massnahme im Kantonsspital St. Gallen mit Schreiben 

vom 8. Januar 2009 veranlasst hatte (UV-act. 182, 183), liess sich die Versicherte am 

27. Januar 2009 durch Dr. med. G.___, FMH Chirurgie und Handchirurgie, untersuchen, 

welche von einer Ulnaverkürzungsosteotomie mit oder ohne Handgelenksarthroskopie 

abriet (UV-act. 185). Gestützt hierauf liess die Versicherte der Suva am 30. Januar 2009 

mitteilen, sie wolle auf die Osteotomie verzichten und vorläufig nur die Arthroskopie 

und allenfalls während der Operation weitere indizierte Massnahmen durchführen 

lassen (UV-act. 186). Am 3. März 2009 erklärte sie ergänzend, sie sei nie mit einer 

Ulnaverkürzungsosteotomie einverstanden gewesen, sondern lediglich mit einer 

Arthroskopie und allfällig nötigem Eingriff (UV-act. 187). Nach Durchführung von 

weiteren Abklärungen (vgl. unter anderem UV-act. 192, 196) gab die Suva der 

damaligen Rechtsvertreterin der Versicherten unter Einräumung des rechtlichen Gehörs 

am 4. November 2009 bekannt, dass die Voraussetzungen für die Anerkennung einer 

Berufskrankheit nicht erfüllt seien (UV-act. 197). Die Rechtsvertreterin reichte hierauf 

eine Stellungnahme vom 16. Dezember 2009 ein (UV-act. 198). Am 8. Januar 2010 

verfügte die Suva im Sinn ihres Schreibens vom 4. November 2009 (UV-act. 200). Der 

Krankenversicherer akzeptierte die Verfügung vom 8. Januar 2010 und damit seine 

Leistungspflicht (UV-act. 201). Die von der Rechtsvertreterin der Versicherten gegen 

die Verfügung vom 8. Januar 2010 eingereichte Einsprache (UV-act. 202) wies die Suva 

mit Einspracheentscheid vom 30. November 2010 ab (UV-act. 207).

B.     

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 17. 

Januar 2011 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben, und 

ihr seien wegen des Vorliegens einer Berufskrankheit Versicherungsleistungen 

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auszurichten. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen zur Erstellung einer 

exakten Diagnose und zur Abklärung des Vorliegens einer Berufskrankheit 

vorzunehmen. Zur Begründung legte sie unter anderem dar, die bleibenden Schmerzen 

in den Handgelenken - rechts mehr als links - seien eindeutig auf die 

Überlastungssituation bei der zwischen Juli und Dezember 2000 ausgeübten Tätigkeit 

zurückzuführen. Die vom Versicherungsgericht angeordneten Abklärungen habe die 

Beschwerdegegnerin nicht durchgeführt (act. G 1).

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2011 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 

Ausführungen im angefochtenen Entscheid und legte unter anderem dar, ärztlicherseits 

bestehe Einigkeit, dass eine Handgelenksarthroskopie ausschliesslich zu 

diagnostischen Zwecken ohne gleichzeitige therapeutische Massnahmen aus 

medizinischer Sicht nicht vertretbar und unzweckmässig sei (UV-act. 156, 158, 162, 

181). Die Beschwerdeführerin habe indessen therapeutische Eingriffe kategorisch 

abgelehnt (UV-act. 150, 156, Schreiben vom 6. März 2009 in UV-act. 189). 

Zwischenzeitlich seien sich die involvierten Ärzte einig, dass die Beschwerdeführerin an 

einer degenerativen TFCC-Läsion leide, diese Läsion bereits klinisch und 

kernspintomographisch erstellt sei und sich somit eine rein diagnostische Arthroskopie 

ohnehin erübrige (vgl. UV-act. 122, 156, 158, 162, 178, 181, 185). Eine TFCC-Läsion 

lasse sich keinesfalls als Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG (SR 832.20) 

qualifizieren. Selbst wenn man zur Auffassung gelange, dass die beidseitigen 

Handgelenksbeschwerden nach wie vor keiner klaren Diagnose zugeordnet werden 

könnten, wäre die Annahme einer Berufskrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG 

ausgeschlossen (UV-act. 196), zumal die Beschwerdeführerin die Beweislast bzw. die 

Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe.

B.c   Rechtsanwalt Dr. iur. Peter F. Siegen, Zürich, teilte für die Beschwerdeführerin am 

23. Mai 2011 den Verzicht auf eine Replik mit. Entgegen dem Gerichtsentscheid vom 

16. August 2006 habe die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt nicht 

abgeklärt, weshalb nicht mehr gesagt werden könne als bisher.

Erwägungen:

1.      

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Streitig ist vorliegend, ob die Handgelenks- und Unterarmbeschwerden der 

Beschwerdeführerin eine Berufskrankheit im Sinn des UVG darstellen und somit eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslösen. Als Berufskrankheiten gelten 

Krankheiten (Art. 3 ATSG, SR 830.1), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich 

oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht 

worden sind. Der Bundesrat erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der 

arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG). Nach der Rechtsprechung müssen 

der schädigende Listenstoff oder die krankmachende Arbeit im gesamten 

Ursachenspektrum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Anteil von mehr als 

50% ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a). Als Berufskrankheiten gelten auch andere 

Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark 

überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG). 

Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch 

die berufliche Tätigkeit verursacht wurde (BGE 119 V 201 E. 2b). Diese Voraussetzung 

ist nach der Rechtsprechung erfüllt, wenn nachgewiesen ist, dass die Häufigkeit des 

Auftretens der Krankheit in einer bestimmten Berufsgruppe mindestens viermal höher 

ist als in der Bevölkerung im allgemeinen (BGE 116 V 136 E. 5c; RKUV 1999, Nr. U 326 

S. 109 E. 2, 1997, Nr. U 273 S. 178 E. 3). Bei unklarem Beschwerdebild lässt sich die 

Frage des Nachweises einer stark überwiegenden berufsbedingten Verursachung in 

aller Regel nicht positiv beantworten (vgl. Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 

2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 12. April 2002, U 2/00, E. 2b/

bb).

2.        

2.1    Dr. C.___ und Dr. D.___ diagnostizierten bei der Beschwerdeführerin im Januar 

2001 eine Tendovaginitis rechts, wobei Dr. D.___ präzisierte, diese betreffe die Flexor 

carpi ulnaris Sehne (UV-act. 2, 3). Der Chirurge Dr.  ging nach Untersuchung der 

Beschwerdeführerin am 23. Februar 2001 von einer Tendinitis der Flexor carpi ulnaris 

Sehne beidseits aus und ergänzte, zusätzlich bestehe allenfalls eine Chondropathie 

des Os pisiforme, ebenfalls arbeitsbedingt (UV-act. 5). Im Untersuchungsbericht vom 

19. März 2001 hielt Suva-Kreisarzt Dr. F.___ fest, seines Erachtens liege keine 

Tendinitis respektive Ansatztendinose des Flexor carpi ulnaris vor, sondern eher eine 

latente Medianussymptomatik im Karpaltunnel (UV-act. 9, S. 4). Nach einer 

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Untersuchung vom 4. April 2001 hielt der Hausarzt Dr. C.___, dem der 

Untersuchungsbericht des Suva-Kreisarztes vom 19. März 2001 in Kopie zugestellt 

worden war, jedoch nach wie vor die Diagnose Tendovaginitis für sehr wahrscheinlich 

und betonte den Zusammenhang mit der Arbeit der Beschwerdeführerin (Beilage zu 

UV-act. 12). Aufgrund der diagnostischen Unklarheit ordnete die Beschwerdegegnerin 

eine neurologische und elektrodiagnostische Untersuchung an, die die Neurologin 

Dr. med. I.___ am 10. Mai 2001 durchführte. Sie stellte fest, dass die Messwerte der 

motorischen und sensiblen Medianus- und Ulnarisneurographie rechts gut im 

Normalbereich lägen und der klinisch-neurologische Befund normal sei. Somit fänden 

sich keine Hinweise auf ein Karpaltunnelsyndrom rechts. Auch Anhaltspunke für eine 

Kompressionsneuropathie des N. ulnaris im Handgelenksbereich oder im Sulcus N. 

ulnaris gebe es nicht (UV-act. 28). Suva-Arzt Dr. med. J.___, Facharzt FMH für 

Chirurgie, hielt in einer Beurteilung vom 21. November 2001 fest, die initial gestellte 

Diagnose einer Tendinitis der Flexor carpi ulnaris Sehne sei aktuell nicht mehr 

nachvollziehbar. Noch immer müsse von einem diagnostisch unklaren Beschwerdebild 

rechtsbetont an beiden Handgelenken gesprochen werden (UV-act. 29). Nur kurze Zeit 

nach dieser Beurteilung, am 17. Dezember 2001, stellte der Orthopäde Prof. Dr. med. 

K.___ die Diagnose der Tendinose Flexor carpi ulnaris und chronische Periostitis Os 

pisiforme. Er fügte an, nach genauer Befragung und Erläuterung der beruflichen 

Tätigkeit der Beschwerdeführerin müsse von einer berufsspezifisch bedingten 

Erkrankung ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin habe ihre berufliche 

Tätigkeit und die Belastung gerade der ulnaren Handkanten genau erklärt. Unter dem 

Begriff der "cumulative trauma disorder" lasse sich hier die Belastung der ulnaren 

Handkante einordnen, die zu einer chronischen Sehnenscheidenentzündung der Flexor 

carpi ulnaris Sehne sowie zu einer chronischen Periostitis des Os pisiforme geführt 

habe (UV-act. 32). Dr. J.___ hielt im Schreiben vom 10. Januar 2002 unter Bezugnahme 

auf die Einschätzung von Prof. K.___ fest, aufgrund dieser neuen medizinischen 

Ausgangslage könne nun nicht mehr von einem unspezifischen, diagnostisch nicht klar 

definierten Beschwerdebild gesprochen werden. Deswegen müsse die berufliche 

Verursachung neu diskutiert werden. Prof. K.___ bejahe eine berufsbedingte 

Erkrankung, nachdem er die Beschwerdeführerin genau nach ihrer beruflichen Tätigkeit 

befragt habe und diese ihm erläutert worden sei. Er gehe jedoch nicht näher auf diese 

berufliche Tätigkeit ein. Aus seinen Beschreibungen gehe nicht hervor, ob und bei 

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welcher spezifischen Tätigkeit eine Überbeanspruchung der Flexor carpi ulnaris Sehne 

stattgefunden habe. Deshalb solle eine Rückfrage bei Prof. K.___ in Bezug auf die 

Kausalität veranlasst werden (UV-act. 34, 36). In einer weiteren Beurteilung vom 

14. März 2003 hielt Dr. J.___ fest, neu hinzugekommen sei eine sensible Beteiligung 

des N. ulnaris in der Loge de Guyon, die erst sekundär auf der linken Seite aufgetreten 

sei und die letztlich den Ausschlag zur am 4. November 2002 durchgeführten 

operativen Revision gegeben haben dürfte. Elektroneurographisch habe vorangehend 

eine Reizleitungsverzögerung des N. ulnaris in diesem Bereich nicht objektiviert werden 

können. Erklärungsmöglichkeiten für eine Irritation des N. ulnaris wären entweder eine 

direkte mechanische Schädigung oder eine indirekte Schädigung durch eine 

synovialitische Schwellung der topographisch eng benachbarten Flexor carpi ulnaris 

Sehne infolge Überbeanspruchung. Solche indirekten Beeinträchtigungen würden in 

der Literatur jedoch selten beschrieben. Vielmehr finde man distale 

Kompressionsneuropathien des N. ulnaris im Zusammenhang mit angeborenen 

Anomalien der Flexor carpi ulnaris Sehne. Eine direkte mechanische Schädigung des 

N. ulnaris links durch die Arbeitstätigkeit sowie eine indirekte Schädigung des Nervs 

durch eine überlastungsbedingte Synovialitis der Flexor carpi ulnaris Sehne erschienen 

Dr. J.___ als unwahrscheinlich (UV-act. 51).

2.2    In seiner Stellungnahme vom 17. Juni 2003 stellte Prof. K.___ die Diagnose von 

chronischen ulnaren Handgelenksbeschwerden mit N. ulnaris Irritation und chronischer 

Tendosynovialitis unter anderem der Flexor carpi ulnaris Sehne. Die Kombination aus 

anatomisch und physiologisch vorgegebener Minderbelastbarkeit durch einen relativ 

laxen Bandapparat bei "relativ" grenzwertig langer Ulna in Kombination mit 

wiederholten, im Wesentlichen eintönigen beruflichen Tätigkeiten seien als Ursache für 

die Beschwerden zu sehen (UV-act. 56). Die Beschwerdegegnerin entschloss sich 

daraufhin, eine weitere spezialärztliche Begutachtung in Auftrag zu geben. Dr. 

med. L.___, Facharzt FMH für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie mit 

dem Schwerpunkt auf Handchirurgie, untersuchte die Beschwerdeführerin am 

12. Januar 2005. Seine Diagnose lautete gemäss Schreiben vom 17. Januar 2005: 

Verdacht auf TFCC-Läsion Handgelenk beidseits (UV-act. 99). In seinem Gutachten 

vom 5. Dezember 2005 präzisierte er die Diagnose: ulnokarpales Kompressions-

Syndrom mit Verdacht auf TFCC-Läsion Handgelenk beidseits und wies darauf hin, 

dass Symptome der Flexor Tendinitis in seinen Untersuchungsbefunden vom 

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12. Januar 2005 fehlen würden und er diesen Befund nicht nachvollziehen könne. 

Hingegen sei der Befund insbesondere am rechten Handgelenk typisch für eine 

Pathologie im ulnokarpalen Komplex. Nach einer Untersuchung am 2. März 2005 (vgl. 

UV-act. 102) habe Prof. K.___ eine chronische Läsion im ulnokarpalen Gelenk mit 

Verdacht auf degenerative Veränderungen im Diskus bestätigt. Retrospektiv bestätige 

er nun auch den Befund der MR-Arthrographie vom Herbst 2001, in dem beidseits eine 

Degeneration des TFC-Komplexes beschrieben worden sei. Zu einer Überlastung des 

TFC-Komplexes im Sinn eines ulnokarpalen Kompressions-Syndroms könne es 

kommen, wenn pathologische anatomische Veränderungen auftreten würden. Daneben 

gebe es klassischerweise auch TFCC-Läsionen im Rahmen eines akuten Traumas. 

Mehrheitlich finde sich aber ein ulnokarpales Kompressions-Syndrom aufgrund von 

konstitutionellen Voraussetzungen. Chronische Überbelastung im ulnokarpalen Gelenk 

führe zu den degenerativen TFCC-Läsionen und zu Chondromalazie im ulnokarpalen 

Gelenk. Bei der Beschwerdeführerin seien die Schmerzen in jenem Zeitpunkt 

aufgetreten, in dem sie die Arbeitsbelastung habe ändern müssen. Entscheidend dürfte 

die Belastung durch das Andrücken der Printplatte auf die Prüfapparatur gewesen sein. 

Die beschriebene Belastung sei geeignet, entsprechende Beschwerden bei einem 

ulnokarpalen Kompressions-Syndrom auszulösen. Da der beschriebene 

Belastungsmechanismus im Alltag bei verschiedensten Arbeitsprozessen üblich sei, so 

bei vielen stossenden Tätigkeiten wie z.B. auch beim Fensterputzen, könne nicht davon 

ausgegangen werden, dass es sich bei der beschriebenen Belastung um eine 

aussergewöhnliche Belastung handle, müsste doch sonst das ulnokarpale 

Kompressions-Syndrom wesentlich häufiger vorkommen. Das ulnokarpale 

Kompressions-Syndrom sei auf dem Boden einer konstitutionellen Minderbelastbarkeit 

durch die Arbeit symptomatisch geworden. Es könne davon ausgegangen werden, 

dass die Beschwerden zwar stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst 

worden seien, die TFCC-Läsion ursächlich jedoch vorwiegend konstitutionell zu 

begründen sei (UV-act. 122).

3.        

3.1    Das Versicherungsgericht kam im Entscheid vom 16. August 2006 (UV 2006/15) 

unter anderem zum Schluss, es liege keine klare medizinische Diagnose vor. Bei dieser 

unklaren medizinischen Lage könne nicht beurteilt werden, ob die 

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Handgelenkschmerzen als Berufskrankheit zu klassifizieren seien. Weiter sei bisher 

offenbar keiner der Ärzte konkret danach befragt worden, ob es sich bei der 

diagnostizierten Sehnenscheidenentzündung allenfalls sogar um eine solche gemäss 

Liste der arbeitsbedingten Erkrankungen in Anhang 1 zur UVV handeln könnte 

(Peritendinitis crepitans). Diesfalls wäre Art. 9 Abs. 1 UVG anwendbar, womit die 

Krankheit also nur zu 50% und nicht zu 75% durch die berufliche Tätigkeit verursacht 

worden sein müsste. Eine entsprechende Klärung werde noch nachzuholen sein. Sollte 

sich bei der noch vorzunehmenden Handgelenks-Arthroskopie die Verdachtsdiagnose 

der TFCC-Läsion bestätigen, könnte das Vorliegen einer Berufskrankheit im Sinne des 

Gesetzes wohl ausgeschlossen werden. Sollte sich demgegenüber herausstellen, dass 

eine unter Art. 9 UVG fallende Erkrankung vorliege, so müsse hinsichtlich der 

Verursachung durch die berufliche Tätigkeit beachtet werden, dass die Schmerzen 

bereits nach nur sechsmonatiger belastender Tätigkeit aufgetreten seien und dieser 

Zeitraum für die Bejahung einer Berufskrankheit eher knapp erscheine (Entscheid des 

Versicherungsgerichts UV 2006/15, a.a.O.).

3.2    Prof. K.___ schlug am 30. August 2007 eine Ulnaverkürzungsosteotomie 

(gegebenenfalls mit vorgängiger diagnostischer Handgelenksarthroskopie und 

gleichzeitiger Durchführung der therapeutischen Massnahmen) vor (UV-act. 162; vgl. 

auch UV-act. 178). Die Handchirugin Dr. G.___ riet jedoch am 27. Januar 2009 von 

einer Ulnaverkürzungsosteotomie mit oder ohne Handgelenksarthroskopie ab. Sowohl 

Anamnese wie auch Klinik sprächen für eine Problematik im Pisotriquetralgelenk. Die 

Flexor Carpi ulnaris Sehne laufe über das Os Pisiforme, und bei Druckbelastungen 

komme es jeweils zu Schmerzen. Probleme im Sinn eines Ulnaimpingements lägen 

überhaupt nicht vor. Radiologisch fehle eine Ulnaplusvariante. Es handle sich in der 

Region des TFCC um degenerative Veränderungen, "die man in diesem Alter 

wahrscheinlich bei den meisten finden würde". Sie empfehle eine einfache Exstirpation 

des Os pisiforme (UV-act. 185). Dr. H.___ berichtete am 3. März 2009, nach Aufnahme 

der Arbeit im Juni 2000 seien die Schmerzen in beiden Handgelenken im November 

2000 aufgetreten. Aufgrund einer Untersuchung vom 19. September 2008 sei er erneut 

von einer pisotriquetralen Überlastung mit reaktiver Tendinitis des Flexor carpi Ulnaris 

ausgegangen. Da dies im Widerspruch zu den anderen ärztlichen Beurteilungen 

gestanden habe, habe er seine Kollegin Dr. G.___ ohne Vorkenntnisse der Akten 

gebeten, die Patientin zu beurteilen, was am 27. Januar 2009 geschehen sei. Er stelle 

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die Diagnose eines pisotriquetralen Impingements mit Sklerosierung des Os pisforme 

rechts sowie einer begleitenden Tenosynovitis des FCU. Therapeutisch sei in dieser 

Situation die Resektion des Os pisoforme sicherlich gerechtfertigt. Die Beschwerden 

seien nach einer Latenz von Juli bis November (2000) nach einer neuen Belastung des 

Handgelenks aufgetreten. Die Belastung sei seines Erachtens geeignet gewesen, die 

entsprechenden Beschwerden zu verursachen. Ob die histologische Diagnose den 

Entscheid (ob die Beschwerden vorwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht 

worden seien) abnehme, bleibe hingegen offen. Der Eingriff sei kurativ gedacht. Eine 

Handgelenksarthroskopie habe aufgrund der von ihm gestellten Diagnose keine 

Indikation (UV-act. 189 Beilage). Auf ein Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 14. 

April 2009 (UV-act. 190) teilte die Beschwerdeführerin am 23. Juni 2009 mit, nach wie 

vor würde sie den operativen Eingriff gemäss der von Dr. H.___ gestellten Diagnose 

und von diesem Arzt vornehmen lassen wollen (UV-act. 193). Gleichzeitig reichte sie 

ein Schreiben von Dr. G.___ vom 11. Juni 2009 ein, worin diese ausführte, dass bei der 

Pisiformeexstirpation gesagt werden könne, ob arthrotische Veränderungen 

(Knorpeldefekte) vorliegen würden. Die Frage, ob die Beschwerden vorwiegend durch 

die Tätigkeit (manuelle Druckarbeit) von Januar bis Ende 2000 hervorgerufen worden 

seien, werde sich nie beantworten lassen; dies sei eine typische "Huhn oder Ei"-Frage, 

und es lasse sich nicht nachweisen, ob die pisotriquetrale Problematik dadurch 

verursacht worden sei. Die Exstirpation des Pisiforme diene ausschliesslich der 

Behandlung des Beschwerdebildes im Sinn einer Besserung der gesundheitlichen 

Situation. Nach diesem Eingriff sei eigentlich von einer Beschwerdefreiheit auszugehen. 

Die TFCC-Problematik mit daraus vorgeschlagener Ulnaverkürzungsosteotomie habe 

noch nie ein klinisches Korrelat gehabt. Diese Operationsindikation (Arthroskopie und/

oder Verkürzungsosteotomie der Elle) sei ein rein auf MRI-Befund basierender 

Vorschlag ohne jegliche Klinik und somit nicht indiziert (UV-act. 192).

3.3    In der Beurteilung vom 6. Oktober 2009 kam Suva-Arzt Dr. J.___ zum Schluss, 

aufgrund der sich widersprechenden Arztberichte müsse weiterhin von einer 

persistierenden diagnostischen Unklarheit ausgegangen werden. Angesichts dieser 

nicht auszuräumenden Unklarheit und vor allem im Hinblick auf die längst eingetretene 

Chronifizierung der Beschwerden bleibe es ungewiss, ob die von Dr. H.___ 

vorgeschlagene Resektion des Os pisiforme tatsächlich zur erhofften 

Beschwerdelinderung oder sogar Beschwerdefreiheit führe. Es fehlten in den Akten 

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zudem Hinweise, dass eine diagnostische Testinfiltration des Pisotriquetralgelenkes 

vorgenommen worden sei und zu einer deutlichen Schmerzreduktion geführt habe. 

Solange also das Erfolgversprechende dieses Eingriffs nicht zuverlässig genug 

vorauszusehen sei, könne dieser auch nicht als zweckmässig bezeichnet werden. Um 

eine pisotriquetrale Arthrose zu diagnostizieren, reiche der radiologische Befund. Ein 

operativer Eingriff zur endgültigen Bestätigung dieser Diagnose sei nicht zwingend 

erforderlich. Falls die Diagnose einer pisotriquetralen Arthrose zutreffe und auch 

intraoperativ und histologisch bestätigt werden sollte, beweise dies noch nicht, dass 

diese auch Ursache der chronischen Beschwerden sei. Erst eine deutliche Linderung 

der Beschwerden nach einer diagnostischen Testinfiltration bzw. nach erfolgter 

Pisiformeresektion würde diese Annahme bestätigen. Im konkreten Fall sei zudem 

darauf hinzuweisen, dass Beschwerden im Ansatzbereich der Flexor carpi ulnaris 

Sehne zwar zu Beginn beschrieben worden seien, Hinweise auf beginnende 

arthrotische Veränderungen des Pisotriquetralgelenkes jedoch erst im zuletzt 

veranlassten Röntgenbild zu sehen gewesen seien. Zudem zeige der aktenkundige 

Verlauf, dass eine Tendinose der Flexor carpi ulnaris Sehne nicht bei allen 

Untersuchungen habe festgestellt werden können. Das Vorhandensein bzw. die 

Bestätigung einer pisotriquetralen Arthrose biete keine neuen Erkenntnisse über eine 

berufliche Verursachung dieser Arthrose. Die Pisotriquetralarthrose sei im Vergleich zu 

anderen arthrotischen Veränderungen des Handgelenkes selten. Es gebe keine 

epidemiologischen Studien, die dargelegt hätten, dass diese Arthrose bei die 

Handgelenke belastenden Berufen viermal häufiger vorkomme als in nicht belastenden 

Berufen oder in der Allgemeinbevölkerung. Der Beurteilung von Dr. G.___ sei somit 

beizupflichten, wonach sich nicht beantworten lasse, ob die pisotriquetrale Problematik 

(stark) überwiegend durch die (im Jahr 2000) verrichtete berufliche Tätigkeit verursacht 

worden sei. Die vorgeschlagene Resektion des Os pisiforme könne als einfacher und 

nicht besonders invasiver Eingriff bezeichnet werden. Falls er durchgeführt werde und 

ohne Komplikationen verlaufe, sei theoretisch mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

für die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin von ca. vier bis sechs Wochen 

zu rechnen (UV-act. 196). Die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin bescheinigte im 

Schreiben vom 17. November 2009, dass diese ab Juni 2000 bis Januar 2001 an einem 

Prüfadapter gearbeitet habe, an welchem die elektronische Funktionsfähigkeit von 

Printplatten geprüft worden sei. Da die Printplatten vom Vakuum-Adapter schlecht 

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angezogen worden seien, hätten diese zu Beginn des Tests mit beiden Händen 

angedrückt werden müssen, um eine gute Kontaktierung zu gewährleisten. Dieses 

Anpressen habe die Beschwerdeführerin während ca. vier Sekunden ca. 300mal täglich 

zu wiederholen gehabt. Nach dem Vorfall mit den Handgelenksbeschwerden sei eine 

Verbesserung der Prüfadapter-Arbeitsplätze angestrebt worden. Die nachgerüsteten 

Hauben würden das Anpressen von Hand überflüssig machen (UV-act. 198 Beilage).

4.      

4.1    Aufgrund der dargelegten medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass die 

bei der Beschwerdeführerin bestehenden gesundheitlichen Probleme an beiden 

Handgelenken bzw. die Vielzahl der in diesem Zusammenhang im Verlauf der Jahre ab 

2000 (zum Teil vermutungsweise) gestellten Diagnosen nicht unter eine Listenkrankheit 

im Sinn von Art. 9 Abs. 1 UVG und des entsprechenden Anhangs 1 zur UVV (Art. 14 

UVV) subsumiert werden können; insbesondere eine Sehnenscheidenentzündung 

(Tendovaginitis) wurde in den nach Erlass des Versicherungsgerichts-Entscheids vom 

16. August 2006 erstellten ärztlichen Äusserungen nicht mehr angeführt. Vielmehr 

bescheinigten sowohl Prof. K.___ (bei Diagnostizierung einer chronischen ulnokarpalen 

Impingementsymptomatik) als auch Dr. G.___ und Dr. H.___ (Problematik im 

Pisotriquetralgelenk) - wenn auch bei unterschiedlicher diagnostischer Einordnung - 

beidseitige degenerative Veränderungen in der Region des TFCC (UV-act. 162, 178, 

185, 189 Beilage). Eine Listenkrankheit im erwähnten Sinn findet sich unter den 

erwähnten Diagnosen unbestrittenermassen nicht. Sodann besteht Einigkeit darüber, 

dass eine Handgelenksarthroskopie einzig zu diagnostischen Zwecken (ohne 

therapeutische Absicht) nicht zweckmässig ist (vgl. UV-act. 156, 158, 162, 181). Prof. 

K.___ vermerkte im Weiteren ausdrücklich, dass eine Arthroskopie lediglich ein 

diagnostisches Vorgehen biete, welches die Degeneration des Diskus nur noch 

bestätigen könne (UV-act. 178). Über die Art des erforderlichen (therapeutischen) 

Eingriffs gehen die Meinungen der beteiligten Ärzte - entsprechend der 

unterschiedlichen Diagnosestellung - auseinander. Während Prof. K.___ zu einer 

Ulnaverkürzungsosteotomie mit allfälliger (gleichzeitiger) Handgelenksarthroskopie riet 

(UV-act. 162, 178), empfahl Dr. G.___ eine einfache Exstirpation des Os pisiforme und 

verneinte die Indikation für eine Verkürzungsosteotomie (UV-act. 185, 192). Dr. J.___ 

erachtete sodann den von Dr. H.___ vorgeschlagenen Eingriff als nicht zwingend 

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erforderlich; für die Diagnostizierung einer pisotriquetralen Arthrose sei der 

radiologische Befund ausreichend (UV-act. 196 S. 4). Der Standpunkt von Dr. H.___ 

hinsichtlich Diagnose und Eingriff stimmt mit demjenigen von Dr. G.___ überein, wobei 

er ausdrücklich festhielt, dass der von ihm vorgeschlagene Eingriff kurativ (heilend) 

gedacht sei. Eine Indikation für eine Arthroskopie verneinte er (UV-act. 189 Beilage) 

und versprach sich damit, wie auch Prof. K.___ (UV-act. 178: lediglich Bestätigung der 

Degeneration durch Arthroskopie), keine daraus resultierenden, zusätzlichen 

Erkenntnisse. Auch Dr. G.___ hielt am 11. Juni 2009 fest, die von ihr vorgeschlagene 

Exstirpation des Pisoforme diene ausschliesslich der Behandlung des 

Beschwerdebildes im Sinn einer Besserung der gesundheitlichen Situation (UV-act. 

192). Sodann verneinte Dr. J.___ eine diagnostische Funktion des von Dr. H.___ 

vorgeschlagenen Eingriffs bzw. weitere daraus resultierende Erkenntnisse bezüglich 

der Frage der beruflichen Beschwerdeverursachung bzw. deren Ausmasses (UV-act. 

196 S. 4).

Angesichts dieser Umstände ist festzuhalten, dass die vom Versicherungsgericht im 

Entscheid vom 16. August 2006 vermerkte diagnostische Unklarheit nach wie vor 

besteht. Die im erwähnten Entscheid (auf S. 13) angeregte Handgelenks-Arthroskopie 

erwies sich jedoch vor dem geschilderten Hintergrund im Nachhinein als nicht 

zielführend. Eine Beantwortung der Frage, welche Diagnose - bei unbestritten 

vorliegenden degenerativen Veränderungen im Bereich des TFCC - zu stellen und 

welcher medizinische (kurative) Eingriff durchzuführen sei, vermöchte nichts zur 

Klärung der Frage der beruflichen Verursachung der Handgelenksbeschwerden 

beizutragen. Dr. J.___ wies darauf hin, dass sich die diagnostische Unklarheit nicht 

ausräumen lasse (UV-act. 196 S. 3 unten), und keine ärztliche Meinung sprach sich für 

weitere diesbezügliche Abklärungen aus. Dementsprechend würden sich keine 

erneuten medizinischen Abklärungen - und insbesondere auch keine Arthroskopie - 

rechtfertigen, weshalb solche nicht anzuordnen sind. Ergänzend ist zudem 

festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin am 23. Juni 2009 lediglich dem von Dr. 

H.___ vorgeschlagenen Eingriff ihre Zustimmung erteilte (UV-act. 193); den von Prof. 

K.___ vorgeschlagenen Eingriff lehnte sie explizit ab (vgl. Schreiben vom 3. und 6. März 

2009 in UV-act. 189). Aber selbst wenn sich durch weitere Abklärungen eine der 

diskutierten Diagnosen als zutreffend verifizieren liesse und entsprechend ein 

bestimmter Eingriff angezeigt erscheinen würde, vermöchte dies die überwiegend 

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berufliche Verursachung der Beschwerden nicht zu belegen, wie sich auch aus den 

nachstehenden Ausführungen ergeben wird.

4.2    Abzuklären bleibt, ob die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in 

den Handgelenken unter Art. 9 Abs. 2 UVG einzuordnen sind. Gemäss BGE 117 V 354 

E. 4c findet bei Art. 9 Abs. 2 UVG keine Beschränkung der gefährdenden Stoffe oder 

Krankheiten statt. Grundsätzlich ist jede Einwirkung am Arbeitsplatz als Ursache für 

eine Berufskrankheit anerkannt, unter der Bedingung, dass der ursächliche 

Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Krankheit "stark 

überwiegend" ist, d.h. wenn der Verursachungsanteil der Berufsarbeit an einer 

Krankheit - wie bereits erwähnt (vorne E. 1) - mindestens 75% beträgt, und dies mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (BGE 114 V 109; 116 V 142 E. 5a; 

119 V 200 E. 2b). Nach der Rechtsprechung stellt die Anerkennung einer 

Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 2 UVG primär eine Beweisfrage im Einzelfall dar. 

Wenn aber auf Grund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür 

besteht, dass eine berufsbedingte Genese eines bestimmten Leidens von seiner Natur 

her nicht nachgewiesen werden kann, schliesst dies den Beweis auf qualifizierte 

Ursächlichkeit im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVG im Einzelfallaus (BGE 126 V 183 E. 4c). 

Sofern mit anderen Worten der Nachweis eines qualifizierten (Anteil von mindestens 

75%) Kausalzusammenhangs nach der medizinischen Empirie allgemein nicht geleistet 

werden kann (z.B. wegen der weiten Verbreitung einer Krankheit in der Bevölkerung, 

welche es ausschliesst, dass eine versicherte Person zumindest viermal häufiger von 

einem Leiden betroffen ist als die Bevölkerung im Durchschnitt), scheidet die 

Anerkennung im Einzelfall aus (vgl. RKUV 1999, S. 106 E. 3 am Schluss). Sind 

anderseits die allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen 

Erfordernis einer stark überwiegenden Verursachung des Leidens durch eine 

bestimmte berufliche Tätigkeit vereinbar, besteht Raum für nähere Abklärungen zwecks 

Nachweises des qualifizierten Kausalzusammenhanges im Einzelfall (vgl. BGE 126 V 

183 E. 4c mit Hinweisen).

Dr. H.___ kam im Bericht vom 3. März 2009 wie erwähnt zum Schluss, die Belastung 

am Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin sei seines Erachtens geeignet gewesen, die 

entsprechenden Beschwerden zu verursachen. Ob die histologische Diagnose den 

Entscheid (ob die Beschwerden vorwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht 

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worden seien) abnehme, bleibe hingegen offen (UV-act. 189 Beilage). Mit dieser 

Schlussfolgerung ist eine stark überwiegende berufliche Verursachung der 

Beschwerden nicht einmal behauptet. Die blosse Eignung einer Tätigkeit, Beschwerden 

zu verursachen, vermag eine stark überwiegende berufliche Verursachung nicht 

darzutun. Diesbezüglich war bereits Dr. L.___ im Gutachten vom 5. Dezember 2005 

zum Schluss gelangt, dass die Beschwerden zwar durch die berufliche Tätigkeit 

ausgelöst worden seien, ursächlich jedoch vorwiegend konstitutionell zu begründen 

seien (UV-act. 122). Dies entspricht im Ergebnis auch der Feststellung von Dr. G.___ 

vom 11. Juni 2009, wonach die Frage, ob die Beschwerden bzw. die pisotriquetrale 

Problematik vorwiegend durch die Tätigkeit von Januar bis Juni 2000 hervorgerufen 

worden seien, sich als typische "Huhn oder Ei"-Frage nie beantworten lassen werde 

(UV-act. 192). In diesem Sinn ergibt sich aus den Darlegungen von Dr. H.___ vom 3. 

März 2009 nichts anderes als aus derjenigen von Dr. G.___ vom 11. Juni 2009. Konkret 

betrug die tägliche Expositionsdauer der Handgelenke bei der im Jahr 2000 

ausgeübten Tätigkeit ca. 20 Minuten (300 x 4 Sekunden; vgl. UV-act. 198 Beilage). Die 

Tätigkeit dauerte insgesamt lediglich rund ein halbes Jahr (UV-act. 198 Beilage). Von 

einer erheblichen beruflichen Expositionsdauer kann somit offensichtlich nicht 

ausgegangen werden. So lag beispielsweise dem Urteil des Bundesgerichts vom 

17. September 2004, U 341/03 (= SVR 2005 UV Nr. 6, 17), ein Sachverhalt zugrunde, 

gemäss welchem eine Dentalhygienikerin dem Unfallversicherer nach 26jähriger 

Berufstätigkeit (1975-2001) eine Epicondylitis als Berufskrankheit melden liess. Die 

Angelegenheit wurde vom Gericht - nicht zuletzt mit Hinweis auf die wesentliche 

Expositionsdauer (vgl. Urteil, a.a.O., E. 3.3) - zur Durchführung einer 

arbeitsmedizinischen Abklärung an den Unfallversicherer zurückgewiesen. Angesichts 

der konkreten erwerblichen und medizinischen Gegebenheiten vermöchte eine 

arbeitsmedizinische Abklärung überwiegend wahrscheinlich zu keinem veränderten 

Ergebnis zu führen. Dies gilt auch für den Umstand, dass die Arbeitgeberin beim 

damaligen Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin Anpassungen vorgenommen hat (vgl. 

UV-act. 198 Beilage). Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit der Feststellung von Dr. 

J.___, wonach es keine epidemiologischen Studien gebe, die dargelegt hätten, dass 

die Pisotriquetralarthrose bei die Handgelenke belastenden Berufen viermal häufiger 

vorkomme als in nicht belastenden Berufen oder in der Allgemeinbevölkerung (UV-act. 

196 S. 4), werden weder geltend gemacht noch ergeben sich solche aus den Akten.

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4.3    Unter diesen Umständen lässt nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 

die (stark) überwiegende berufliche Verursachung der Handgelenksbeschwerden 

verneinte. Darauf hinzuweisen ist dabei, dass mit diesem Ergebnis weder die 

ausgewiesenen gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in den 

Handgelenken in Frage gestellt noch die Möglichkeit einer Beeinflussung der 

Beschwerden durch die im Jahr 2000 ausgeübte berufliche Tätigkeit in Abrede gestellt 

werden. Dies allein genügt jedoch - wie dargelegt - nicht für eine Bejahung der 

Voraussetzungen nach Art. 9 UVG.

5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 30. November 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.12.2011
	Art. 9 Abs. 1 und UVG. Abklärung des Vorliegens einer Berufskrankheit im Fall von beidseitigen Handgelenksbeschwerden (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Dezember 2011, UV 2011/5). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_108/2012

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