# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a79c0eab-438d-516e-9db8-7ad45559f901
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.06.2023 E-3108/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3108-2023_2023-06-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3108/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger,  

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Georgien,   

vertreten durch MLaw El Uali Emmhammed Said,  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende (…),  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(kein Asylgesuch - Art. 31a Abs. 3 AsylG); 

Verfügung des SEM vom 19. Mai 2023 / N (…). 

 

 

 

E-3108/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 25. August 2022 in der Schweiz um 

Asyl nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. 

B.  

Im Rahmen der Anhörung vom 9. Dezember 2022 gab die Beschwerdefüh-

rerin im Wesentlichen an, sie sei georgische Staatsangehörige und am (…) 

in C._______ geboren, wo sie vor der Ausreise mit ihrer Nichte auch gelebt 

habe. Seit ihrem sechszigsten Lebensjahr erhalte sie eine monatliche Al-

tersrente. Vor vier Jahren habe sie sich in C._______ einer Herzoperation 

unterzogen. Als Folge der Operation habe sie immer wieder Schmerzen im 

Brustbereich, da die Knochen dort nicht gut verheilt seien. Sie habe in Ge-

orgien mehrmals in verschiedenen Kliniken versucht, sich deswegen be-

handeln zu lassen. Sie habe einige Bekannte, die sehr krank gewesen und 

in der Schweiz erfolgreich medizinisch behandelt worden seien, weshalb 

sie beschlossen habe, ebenfalls in die Schweiz zu reisen. Seit ihrem Auf-

enthalt in der Schweiz habe sie zudem auch Bein- und Hüftschmerzen. Sie 

nehme Herz-Schilddrüsen- und Cholerestin-Medikamente ein. 

Sie sei ausschliesslich aus medizinischen Gründen in die Schweiz gekom-

men. Sie beabsichtige, nach der medizinischen Behandlung wieder in den 

Heimstaat zurückzukehren. 

C.  

Mit Verfügung vom 16. Dezember 2022 wurde die Beschwerdeführerin 

dem erweiterten Verfahren zugeteilt. 

D.  

Im Rahmen des Verfahrens wurden zahlreiche medizinische Berichte ein-

gereicht beziehungsweise erstellt (Medizinisches Datenblatt über Arztbe-

suche im D._______ mit Einträgen zwischen dem 6. September und dem 

15. Dezember 2022, Berichte über eine Röntgenuntersuchung des Brust-

beins vom 7. September 2022, über eine Computertomographie des Brust-

beins und eine Röntgenuntersuchung des Beckens und der Hüftgelenke 

vom 5. Dezember 2022, Rezept Medix vom 22. Dezember 2022, Einladung 

Termin E._______ vom 3. Januar 2023, Arztbericht E._______ vom 6. Ja-

nuar 2023, Rezepte vom 4. und 9. Januar 2023, Verordnung und Behand-

lungstermine Physiotherapie vom 22. Dezember 2022 beziehungsweise 

16. Januar 2023, Kontrollliste Zahnarztbesuch bis 24. Januar 2023). 

E-3108/2023 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 19. Mai 2023 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 3 AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin 

nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 

an. 

F.  

Mit Eingabe vom 31. Mai 2023 ihrer Rechtsvertretung erhob die Beschwer-

deführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Ver-

fügung und beantragte dabei, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuhe-

ben und auf das Asylgesuch sei einzutreten. Es sei eine vorläufige Auf-

nahme der Beschwerdeführerin anzuordnen. Eventualiter sei die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei unter Ver-

zicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses die unentgeltliche Pro-

zessführung und amtliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. 

G.  

Mit Eingabe vom 7. Juni 2023 wurde eine ergänzende Eingabe eingereicht 

(Fürsorgebestätigung, Einladung zum Arzttermin). 

H.  

Mit Schreiben vom 15. Juni 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

E-3108/2023 

Seite 4 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM 

ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs hat 

die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das Bun-

desverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung prüft. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um 

eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG).  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 3 in Verbindung mit Art. 18 AsylG wird auf ein 

Asylgesuch nicht eingetreten, wenn mit dem Gesuch nicht um Schutz vor 

Verfolgung nachgesucht wird. Dies gilt namentlich für Gesuche, die aus-

schliesslich aus medizinischen Gründen eingereicht werden (vgl. Art. 31a 

Abs. 3 AsylG zweiter Satz).  

E-3108/2023 

Seite 5 

5.2 Die Beschwerdeführerin gelangte ausschliesslich wegen medizinischer 

Gründe in die Schweiz, wie dies auch in der Beschwerdeschrift wiederholt 

wird. Das SEM ist demnach in Anwendung von Art. 31a Abs. 3 AsylG zu 

Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.1 Die Beschwerdeführerin hat kein Asylgesuch im Sinne von Art. 18 

AsylG gestellt. Dementsprechend sind das in Art. 5 AsylG verankerte Prin-

zip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement und das flüchtlingsrechtli-

che Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) 

nicht anwendbar. Sodann sind keine Anhaltspunkte für eine in Georgien 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV und von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

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Seite 6 

Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ersichtlich. Weder die allgemeine 

Menschenrechtssituation im Heimatstaat noch der Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin (siehe nachfolgende Erwägungen) lassen den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig erscheinen.  

7.2.2 Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl im Sinne der asyl- als auch 

der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Georgien gilt als verfolgungssicherer Heimat- oder Herkunftsstaat im 

Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG. Dies bedeutet, dass eine Rückkehr 

von abgewiesenen Asylsuchenden nach Georgien in der Regel als zumut-

bar gilt (Art. 83 Abs. 5 AIG). 

7.3.3 Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen 

Gründen ist nach Lehre und konstanter Praxis nur dann zu schliessen, 

wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur 

Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährden-

den Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person 

führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende me-

dizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men-

schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls dann noch nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht 

dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung 

möglich ist (vgl. etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je mit wei-

teren Hinweisen). 

7.3.4 In der angefochtenen Verfügung hielt das SEM diesbezüglich fest, 

dass die Beschwerdeführerin angegeben habe, sich vor zirka vier Jahren 

einer Herzoperation unterzogen zu haben, in deren Folge es bezüglich der 

Herzbeschwerden keine Probleme mehr gegeben habe. Sie habe aber an-

derweitige Folgeprobleme gehabt, da die Knochen nicht richtig zusammen-

gewachsen seien und ihr Schmerzen verursachen würden (vgl. A 192408-

15, S. 2). Sie habe diese Folgeprobleme in verschiedenen medizinischen 

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Seite 7 

Einrichtungen in Georgien behandeln lassen wollen, was allerdings nicht 

geklappt habe. Sie müsse wegen der Herzprobleme sowie wegen Schild-

drüsenproblemen und wegen des Cholesterins Medikamente einnehmen, 

die sie in Georgien erhalten habe (vgl. ebd., S. 2f.). Im Weiteren sei sie in 

Georgien Ende 2021 aufgrund eines Katarakts am Auge operiert worden. 

Sie habe zudem seit ihrer Ankunft in der Schweiz Hüft- und Beinprobleme 

(vgl. ebd., S. 2f).  

Diese Beschwerden seien medizinisch beurteilt worden. Aus den vorhan-

denen Berichten ergebe sich bezüglich der Hüft- und Beinproblemen kein 

akuter Behandlungsbedarf. Bezüglich der Schmerzen im Brustkorb als 

Folge der Herzoperation halte der Bericht der E._______ Herzchirurgie 

vom 6. Januar 2023 fest, «dass keine Gefahr aufgrund der durch die Com-

putertomographie vom 5. Dezember 2022 festgestellten Pseudoarthrose 

des Corpus Sterni (nicht richtig verheilte Knochen an einem Teil des Brust-

beins) ausgehe». Aufgrund der Schmerzen, welche die Beschwerdeführe-

rin vor allem beim Husten verspüre, sei eine Indikation zur Sanierung ge-

geben, wobei der behandelnde Arzt angebe, «eher zurückhaltend» zu sein. 

Gemäss diesem Bericht habe die Beschwerdeführerin angegeben, sich 

das Ganze zu überlegen und sich zu melden, sollte sie einen Eingriff wün-

schen. So sei denn auch der Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 2. Feb-

ruar 2023 zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin demnächst 

entscheiden werde, ob sie eine Operation durchführen möchte oder nicht. 

Auf entsprechende Nachfrage des SEM habe die Rechtsvertretung am 15. 

März 2023 mitgeteilt, dass diese Frage mit der Beschwerdeführerin geklärt 

und eine Mitteilung folgen werde, allerdings sei bis heute ist keine weitere 

Nachricht eingegangen. Somit bleibe unklar, ob sich die Beschwerdeführe-

rin in der Schweiz einer Operation unterziehen wolle, deren medizinische 

Indikation aufgrund der eingereichten Berichte ohnehin fraglich sei. Bei die-

ser Sachlage sei nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

akut medizinische Behandlung benötige beziehungsweise ihr bei einer 

Rückkehr eine rasche und lebensgefährdende Beeinträchtigung des Ge-

sundheitszustands drohe. 

Georgien verfüge über ein funktionierendes Gesundheitssystem, das in 

den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht habe.  Alle Arten von Me-

dikamenten des westeuropäischen Markts stünden als Originalpräparate 

oder Generika zur Verfügung (vgl. bspw. Urteile des BVGer E-6265/2019 

vom 5. Dezember 2019 E. 7.5 und D-5673/2018 vom 11. Oktober 2018 E. 

6.2.4. m.w.H.). Den Aussagen der Beschwerdeführerin sei zu entnehmen, 

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Seite 8 

dass ihr der Zugang zur medizinischen Versorgung in Georgien grundsätz-

lich gewährleistet gewesen sei (vgl. A 1192408-15, S. 2). 

Seit dem Jahr 2006 existiere in Georgien ein Sozialhilfeprogramm für Per-

sonen unter der Armutsgrenze, welches eine kostenlose Krankenversiche-

rung einschliesse (vgl. SFH, Georgien: Zugang zu medizinischer Versor-

gung, 28. August 2018). Der Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsver-

sorgung habe sich seit der Einführung des neu organisierten, staatlich fi-

nanzierten allgemeinen Gesundheitsprogramms "Universal Health Care 

Program" (UHCP) im Februar 2013 weiter verbessere, und das Gesund-

heitssystem werde seither stets weiter ausgebaut. Behandlungskosten zu 

70 bis 100 Prozent werden von der Krankenversicherung UHC (Universal 

Health Care) gedeckt (vgl. SEM – Staatssekretariat, Focus Georgien: Re-

form im Gesundheitswesen: Staatliche Gesundheitsprogramme und Kran-

kenversicherung, 21. März 2018; Urteile des BVGer E-4429/2019 vom 14. 

Juli 2021 E. 8.3.3.3 und E-4483/2019 vom 25. September 2019 E. 7.2.4 

m.w.H.). Die Beschwerdeführerin habe denn auch angegeben, in Georgien 

krankenversichert sowie in einem staatlichen Programm für Rentnerinnen, 

das sie zu vergünstigtem Medikamentenbezug berechtige, zu sein (vgl. 

A1192408-15, S. 4). Entsprechend sei nicht auf das Vorliegen einer medi-

zinischen Notlage zu schliessen und eine hinreichende medizinische und 

psychiatrische Versorgung sei in Georgien grundsätzlich gewährleistet. 

7.3.5 In der Beschwerde wurde unter anderem geltend gemacht, die Be-

schwerdeführerin habe die Anfrage des SEM nach dem Stand der medizi-

nischen Behandlung wegen Überforderung (Notfallkonsultationen im Spital 

im März und April 2023) nicht beantworten können. Letztmals sei sie im 

April 2023 in der F._______ in Behandlung gewesen. Im Arztbericht vom 

20. April 2023 werde das weitere Vorgehen wie folgt festgehalten: «Erneute 

Vorstellung in der kardiologischen Sprechstunde zur Besprechung des wei-

teren Procederes (gegebenfalls Intervention der chronisch verschlossenen 

ostialen RCA) im Beisein G._______ oder H._______ im Abstand von 2-3 

Wochen unter Anwesenheit eines entsprechenden Dolmetschers.» Nach 

Auskunft einer Mitarbeiterin der F._______ vom 26. März 2023 werde die 

Beschwerdeführerin in den nächsten Wochen einen Konsultationsterm er-

halten. Es sei derzeit schwierig, ein Datum für beide Kardiologen zu finden. 

An dieser Konsultation sollte entschieden werden, ob eine Operation not-

wendig sei oder nicht. Die Beschwerdeführerin sei ebenfalls zu einer angi-

ologischen (gefässmedizinischen) Abklärung am 16. Juni 2023 eingeladen.  

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Seite 9 

Insbesondere aufgrund ihrer Gesundheitsprobleme (notfallmässige Spital-

aufenthalte im März und im April 2023, bevorstehende Abklärungen und 

wahrscheinliche Operation) sei die Beschwerdeführerin in der Schweiz vor-

läufig aufzunehmen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurück-

zuweisen, da diese bekanntlich im Zeitpunkt des Ergehens der Verfügung 

keine Kenntnisse vom genannten Bericht gehabt habe. 

7.3.6 Der medizinische Sachverhalt ist, soweit dieser bei Erlass der Verfü-

gung bekannt, vom SEM in der angefochtenen Verfügung zutreffend wie-

dergegeben worden. Nach einer Herzoperation in Georgien erhielt die Be-

schwerdeführerin wegen der Herzprobleme sowie wegen Schilddrüsen-

problemen und wegen des Cholesterins entsprechende Medikamente. In-

des seien gemäss der Beschwerdeführerin die Folgeprobleme der Her-

zoperation (Schmerzen beim Husten wegen nicht richtig zusammenge-

wachsener Knochen) in Georgien nicht behandelt worden. Bezüglich der 

Schmerzen im Brustkorb als Folge der Herzoperation wird im Bericht der 

E._______ Herzchirurgie vom 6. Januar 2023 festgehalten, dass aufgrund 

der durch die Computertomographie vom 5. Dezember 2022 festgestellten 

Pseudoarthrose des Corpus Sterni (nicht richtig verheilte Knochen an ei-

nem Teil des Brustbeins) keine Gefahr ausgehe. Aufgrund der Schmerzen, 

welche die Beschwerdeführerin vor allem beim Husten verspüre, sei eine 

Indikation zur Sanierung in nicht zwingender Weise gegeben. Die Be-

schwerdeführerin zeigte sich gegenüber einer allfälligen Operation un-

schlüssig und auch auf eine entsprechende Anfrage des SEM blieb eine 

konkrete Auskunft aus. Davon ausgehend, dass unklar sei, ob sich die Be-

schwerdeführerin einer Operation unterziehen werde, bejahte die Vo-

rinstanz auch bei einer allfälligen Durchführung einer (nicht zwingenden) 

Operation die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs.  

Aus den auf Beschwerdeebene eingereichten ärztlichen Berichten des 

F._______ geht hervor, dass die Beschwerdeführerin am 2. März 2023 auf-

grund von Schmerzen im Brustbereich dort vorstellig wurde und eine nä-

here Untersuchung am 14. April 2023 den Befund eines chronischen Ver-

schlusses der ostialen RCA (rechten Herzkranzarterien) ergab. Es wurde 

eine erneute Vorstellung in der kardiologischen Sprechstunde zur Bespre-

chung des weiteren Procederes (gegebenfalls Intervention der chronisch 

verschlossenen ostialen RCA) vereinbart. Die Rechtsvertretung gab im 

Weiteren an, dass die Beschwerdeführerin in den nächsten Wochen einen 

Konsultationstermin erhalten werde, an diesem entschieden werden sollte, 

ob eine Operation notwendig sei oder nicht. Die Beschwerdeführerin sei 

E-3108/2023 

Seite 10 

ebenfalls zu einer angiologischen (gefässmedizinischen) Abklärung am 16. 

Juni 2023 eingeladen. 

7.3.7 Die auf Beschwerdeebene eingereichten ärztlichen Berichte ändern 

nichts an der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs, da auch mit Bezug auf die aktuelle gesundheit-

liche Situation der Beschwerdeführerin in Georgien der Zugang zu medizi-

nischer Versorgung grundsätzlich gewährleistet ist. 

Georgien verfügt mittlerweile über ein funktionierendes Gesundheitssys-

tem, welches vor allem in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht 

hat. Es ist (bereits seit geraumer Zeit) grundsätzlich fast jede Krankheit 

behandelbar, auch komplizierte neurologische und kardiologische Operati-

onen (vgl. D-A-CH Analyse der Staatendokumentation Georgien: Medizini-

sche Versorgung – Behandlungsmöglichkeiten, Juni 2011, GEO-med-ver-

sorgung-d.pdf, S3) und es stehen auch alle Arten von Medikamenten des 

westeuropäischen Marktes als Originalpräparate oder Generika zur Verfü-

gung (vgl. beispielsweise Urteile des BVGer E-5563/2021 vom 6. Januar 

2022 E. 7.3.2.4, E-6340/2018 vom 14. November 2018 E. 8.2.3, D-

1160/2017 vom 19. Februar 2018 E. 8.4.6, D-2325/2015 vom 20. April 2016 

E. 6.3 und 6.4, je m.w.H.). Aufgrund der medizinischen Infrastruktur in Ge-

orgien ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre medizini-

schen Beschwerden dort behandeln lassen kann. Ferner steht es der Be-

schwerdeführerin frei, medizinische Rückkehrhilfe in Anspruch zu nehmen.  

Bei dieser Sachlage ist in antizipierter Beweiswürdigung die Notwendigkeit 

weiterer Abklärungen hinsichtlich allfälliger Notwendigkeit einer Operation 

zu verneinen, da diese an der Einschätzung der Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nichts ändern würden. 

7.3.8 Schliesslich sind auch keine anderen individuellen Gründe ersicht-

lich, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen wür-

den. Die Beschwerdeführerin lebte nach eigenen Angaben vor ihrer Aus-

reise zusammen mit ihrer Nichte in einem Haus in C._______, das ihr zur 

Hälfte selber gehört. Überdies bezieht sie seit mehreren Jahren eine Al-

tersrente. Weiter kann sie auch offenkundig auf die Hilfe von Bekannten 

zurückgreifen. So war es ihr beispielsweise möglich, sogar während ihrer 

Reise in die Schweiz finanzielle Mittel durch Drittpersonen zu akquirieren 

(vgl. Act. 15 F47). Ferner ist mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass 

die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren angab, gar nicht in 

E-3108/2023 

Seite 11 

der Schweiz bleiben, sondern nach Durchführung der operativen Eingriffe 

wieder in ihr Heimatland zurückkehren zu wollen (vgl. Act 15 F58). 

7.3.9 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Georgien 

ist schliesslich möglich, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 

Abs. 2 AIG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei der Beschaffung 

gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu 

beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. Nach dem Gesagten be-

steht kein Anlass, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen; das Even-

tualbegehren ist ebenfalls abzuweisen. 

9.  

9.1 Mit dem vorliegenden Direktentscheid ist das Gesuch um Verzicht auf 

das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. Die Be-

schwerde hat sich als von vornherein aussichtslos erwiesen, weshalb die 

mit der Beschwerdeschrift gestellten Gesuche um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und der amtlichen Rechtsverbeiständung abzu-

weisen sind. 

9.2 Als Folge der Abweisung der Beschwerde sind die Kosten des Verfah-

rens somit der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 

VwVG). Die Kosten sind auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 

Abs. 1 Bst. a VGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-3108/2023 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der 

amtlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Daniel Merkli 

 

 

Versand: