# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0938e127-ad31-58af-92ed-592b53d60522
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-14
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 14.03.2025 SSG 2024/DO/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-DO-22_2025-03-14.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/DO/22 - SSI v. A._____ 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Gabriel Nigon, Advokat, Basel 

Richterin:   Pascale Gola, Rechtsanwältin, LL.M., Zürich 

Richter:   Loris Baumgartner, Rechtsanwalt, Zürich 

 

 

In der Sache 

 

 

zwischen 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Jessica Brühlmann und Nicolas Chardonnens, Rechtsdienst 

 

 

- Antragstellerin - 

 

und 

 

A._____ 

vertreten durch Olivia Curiger, Rechtsanwältin, Pachmann AG, Zürich 

 

- Angeschuldigte Person - 

 

 

 

 
  

 

 2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach 

schweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als 

Nationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) 

als auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer 

Sport (Art. 72f SpoFöV) zuständig. 

 

2. A._____ ("angeschuldigte Person"), geb.  2005, verfügt als Unihockeyspieler seit dem 8. 

Oktober 2014 über eine Spielerlizenz in der 3. Liga beim Verein B._____. 

 

3. SSI und A._____ werden im Folgenden gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Vorbemerkungen 

4. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potentiellen Dopingverstoss gemäss Doping-Statut. 

 

5. Nachfolgend ist vorab die Prozessgeschichte aufgezeichnet, gefolgt von einer 

Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts gemäss den Schilderungen 

der Parteien in deren schriftlichen Eingaben sowie basierend auf den von SSI überwiesenen 

Akten. Für weiterführende Details wird auf die Verfahrensakten verwiesen respektive im 

nachfolgenden Entscheid dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung der 

betreffenden Fragen relevant ist. Sodann werden im Rahmen der Erwägungen des Schweizer 

Sportgerichts die Argumente der Parteien rechtlich gewürdigt. Abschliessend wird der 

Entscheid des Schweizer Sportgerichts wiedergegeben. 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

A. Eröffnungsverfügung vom 2. Oktober 2024 

6. Mit Eröffnungsverfügung des Direktors Stiftung Schweizer Sportgericht vom 2. Oktober 2024 

wurde der angeschuldigten Person mitgeteilt, dass die SSI am 18. September 2024 die 

Anklageschrift betreffend eines allfälligen Verstosses gegen das Doping-Statut durch die 

angeschuldigte Person beim Schweizer Sportgericht eingereicht hat. Zusammen mit der 

Anklageschrift reichte SSI dem Sportgericht die Stellungnahme und den Antrag auf 

Anhörung vor Sportgericht der angeschuldigten Person beides datierend vom 17. 

September 2024 ein. 

 

7. Der Direktor Stiftung Schweizer Sportgericht teilte den Parteien in der Eröffnungsverfügung 

vom 2. Oktober 2024 ausserdem die Bestellung des Gerichts, die zuständige Kammer sowie 

die Sprache des vorliegenden Verfahrens mit. Darüber hinaus wurden den Parteien die 

Verfahrensakten zur Verfügung gestellt und über die Kommunikationsmittel mit dem 

Schweizer Sportgericht sowie die Möglichkeit eines Beistands und die unentgeltliche 

Rechtspflege informiert. Des Weiteren wurde der Swiss Unihockey als nationaler 

Sportverband der angeschuldigten Person eine Frist von 10 Arbeitstagen gesetzt, um die 

Parteistellung in vorliegendem Verfahren beantragen zu können. Schliesslich wurden die 

Parteien darüber informiert, dass sie bis zum 23. Oktober 2024 das Recht haben würden, in 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 

 

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schriftlicher oder mündlicher Form Stellung zu nehmen sowie Anträge zu stellen. 

Die Parteien wurden ferner dazu eingeladen, ihre Zustimmung zu einem Zirkularentscheid 

gemäss Art. 20 des Verfahrensreglements ebenfalls bis zum 23. Oktober 2024 abzugeben.  

 

8. Die Swiss Unihockey hat innert der mit Eröffnungsverfügung vom 2. Oktober 2024 

angesetzten Frist von 10 Arbeitstagen keine Parteistellung beantragt. 

B. Stellungnahme der angeschuldigten Person vom 17. September 2024 

9. Mit Stellungnahme vom 17. September 2024 nahm die Rechtsvertreterin der 

angeschuldigten Person gegenüber der SSI zur Anklageschrift der SSI vom 30. August 2024 

Stellung.  

C. Eingabe der angeschuldigten Person vom 15. Oktober 2024 

10. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2024 beantragte die Rechtsvertreterin der angeschuldigten 

Person dem Schweizer Sportgericht die Einsicht in einen anonymisierten Entscheid der 

Disziplinarkammer des Schweizer Sports in einem ähnlich gelagerten Fall. Der Entscheid 

wurde der Rechtsvertreterin in anonymisierter Form am 17. Oktober 2024 per Email 

zugestellt und im SharePoint Ordner auch der SSI zugänglich gemacht.  

D. Eingabe der angeschuldigten Person vom 17. Oktober 2024 

11. Mit Eingabe vom 17. Oktober 2024 beantragte die Rechtsvertreterin der angeschuldigten 

Person eine Fristerstreckung von drei Wochen bis zum 13. November 2024 bezüglich der 

Stellungnahme zur Verfahrenseröffnung gegen die angeschuldigte Person.  

E. Verfügung des Sportgerichts vom 18. Oktober 2024 

12. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2024 gewährte der Direktor des Schweizer Sportgerichts 

eine Fristerstreckung bis zum 30. Oktober 2024. Diese neue Frist galt für alle Parteien.  

F. Eingabe der SSI vom 29. Oktober 2024 

13. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2024 nahm SSI gestützt auf die Eröffnungsverfügung vom 

2. Oktober 2024 bzw. die gewährte Fristerstreckung gemäss Verfügung vom 18. Oktober 

2024 fristgerecht zum Schreiben der angeschuldigten Person vom 17. September 2024 

sowie zur Frage der Zustimmung zu einem Zirkularentscheid Stellung. 

G. Eingabe der angeschuldigten Person vom 30. Oktober 2024 

14. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2024 nahm die angeschuldigte Person durch ihre 

Rechtsvertreterin Stellung zur Anklageschrift vom 30. August 2024 und beantragte, der 

Freizeitsportler sei freizusprechen, eventualiter sei er mit einer Verwarnung ohne Sperre zu 

sanktionieren. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt.) zu Lasten von SSI. 

 

15. Die angeschuldigte Person erklärte sich ebenfalls mit einem Zirkularentscheid 

einverstanden.  

H. Verfügung des Sportgerichts vom 1. November 2024 

16. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 1. November 2024 bestätigte das Schweizer 

Sportgericht den Erhalt der Stellungnahme der SSI vom 29. Oktober 2024 sowie der 

 

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angeschuldigten Person vom 30. Oktober 2024. Den Parteien wurde eine Frist von 10 

Arbeitstagen, d.h. bis zum 15. November 2024 zur Stellung von kurz begründeten 

Ergänzungsbegehren angesetzt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die beiden 

Parteien in ihren jeweiligen Stellungnahmen einem Zirkularentscheid zugestimmt haben 

und die Verhältnisse klar seien, sodass das Gericht einen Zirkularentscheid fällen werde. 

Dem vorsitzenden Richter wurde die Leitung des Verfahrens übertragen.  

I. Eingabe der angeschuldigten Person vom 14. November 2024 

17. Mit Eingabe vom 14. November 2024 erklärte die angeschuldigte Person, dass sie an ihren 

Rechtsbegehren gemäss Stellungnahme vom 30. Oktober 2024 festhalte und sämtliche 

Ausführungen in der Stellungnahme der SSI vom 29. Oktober 2024 bestreite.  

J. Eingabe der SSI vom 15. November 2024 

18. Mit Eingabe vom 15. November 2024 erklärte SSI, dass sie an ihren Rechtsbegehren 

festhalte und nahm zur Stellungnahme der angeschuldigten Person vom 30. Oktober 2024 

Stellung. 

K. Verfügung des Sportgerichts vom 4. Dezember 2024 

19. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 4. Dezember 2024 bestätigte das Schweizer 

Sportgericht den Erhalt der Eingabe der angeschuldigten Person vom 14. November 2024 

sowie der Eingabe der SSI vom 15. November 2024 und teilte den Parteien mit, dass das 

Gericht das Verfahren für spruchreif erachte und einen Zirkularentscheid fällen wird. 

 

20. Mit Email vom 21. Januar 2025 beantragte der vorsitzende Richter dem Direktor des 

Schweizer Sportgerichts eine Fristverlängerung der in Art. 19 Abs. 3 VerfRegl vorgesehenen 

viermonatigen Frist zur Entscheidbegründung.  

L. Verfügung des Sportgerichts vom 3. Februar 2025 

21. Mit Verfügung vom 3. Februar 2025 genehmigte der Direktor des Sportgerichts den Antrag 

des vorsitzenden Richters um Verlängerung des Verfahrens im Sinne von Art. 19 Abs. 3 

VerfRegl um einen Monat bis zum 2. März 2025. 

IV. Positionen der Parteien 

A. Die Position der Antragstellerin 

22. Mit Anklageschrift vom 30. August 2024 beantragt die Stiftung Swiss Sport Integrity dem 

Schweizer Sportgericht sinngemäss, was folgt:  

"1.  Es sei ein Verstoss wegen versuchter Anwendung der verbotenen Substanz 

RAD140 gemäss Art. 2.2 des Doping-Statuts von Swiss Olympic und Besitz der 

verbotenen Substanz RAD140 gemäss 2.6 des Doping-Statuts von Swiss 

Olympic festzustellen.  

2.  A._____ sei für vier Jahre zu sperren.   

3.  Es sei eine Geldbusse in der Höhe von CHF 100.00 gegen A._____ 

auszusprechen. 

 

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4.  Es sei die Veröffentlichung der Sanktion ohne Namensnennung (anonym) 

durch die Stiftung Swiss Sport Integrity gemäss Art. 14.3 Doping-Statut von 

Swiss Olympic vorzunehmen." 

23. Zur Begründung führt die Antragstellerin zusammengefasst das Folgende aus: 

 

24. Sie sei am 22. November 2023 von der Zollstelle Zoll Nord, Basel Flughafen informiert 

worden, dass eine an A._____ adressierte Sendung von 180 RAD140 à 10mg von Best Supps 

LTD zurückbehalten wurde. Am 8. Februar 2024 habe SSI die angeschuldigte Person mittels 

Vorbescheides über die geplante Einziehung und Vernichtung von Dopingmitteln informiert 

und ihm eine Frist zur Stellungnahme bis am 28. Februar 2024 angesetzt. Die angeschuldigte 

Person habe in ihrer Stellungnahme sich für den unbewussten Importversuch entschuldigt 

und erklärt, dass der Vorfall auf einem Missverständnis beruhe. Er sei davon ausgegangen 

das Produkt sei legal. Er werde die Verantwortung für seine Handlungen wahrnehmen und 

werde mit den entsprechenden Behörden zusammenarbeiten.  

 

25. Am 13. März 2024 habe SSI der angeschuldigten Person schliesslich die Verfügung über die 

Einziehung und Vernichtung von Dopingmitteln zugestellt und die Vernichtung der 

eingezogenen Mittel, sowie die Auferlegung der Vernichtungsgebühr von CHF 400.00 

verfügt. Dadurch sei das verwaltungsrechtliche Verfahren beendet worden. 

 

26. Mit Schreiben vom 26. Juni 2024 habe die SSI der angeschuldigten Person mitgeteilt, dass 

aufgrund der Erkenntnisse des verwaltungsrechtlichen Verfahrens ein Verstoss gegen 

Art. 2.2 (versuchte Anwendung) und 2.6 (Besitz) Doping-Statut von Swiss Olympic (Doping-

Statut) vermutet werde und habe der angeschuldigten Person eine Frist zur Stellungnahme 

bis zum 15. Juli 2024 eingeräumt.  

 

27. Am 2. Juli 2024 habe die angeschuldigte Person in ihrer Stellungnahme erklärt, dass sie erst 

mit dem Vorbescheid vom 8. Februar 2024 erfahren habe, was sie bestellt habe. Sie habe zu 

keinem Zeitpunkt an Doping oder Leistungssteigerung gedacht und habe keinen Vorsatz 

bezüglich "bescheissen" gehabt. Die Bestellung sei aus jugendlichem Leichtsinn und Naivität 

geschehen. Sie sei überrascht, dass illegale Substanzen ohne weiteres bestellt werden 

könnten und sie sei davon ausgegangen, dass sie ein Mittel zur Muskeldefinition, analog 

anderer legaler Nahrungsergänzungsmittel bestellt habe. Er sei ein begeisterter 

Freizeitsportler ohne sportliche Ambitionen, weshalb ihn die Benachrichtigung über einen 

potentiellen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen getroffen habe. Aufgrund dessen 

sei er der Meinung, dass eine mögliche dreijährige Sperre nicht verhältnismässig sei. Er habe 

durch Internet-Recherchen mittlerweile erfahren, wie gefährlich solche Substanzen seien 

und sei daher froh, dass diese Stoffe im Rahmen des verwaltungsrechtlichen Verfahrens 

eingezogen worden seien.  

 

28. SSI habe die angeschuldigte Person mit Email vom 9. Juli 2024 kontaktiert und aufgefordert 

bis am 15. Juli 2024 mitzuteilen, wie oft er trainiere und an welchen Wettkämpfen er 

teilnehme, dies um zu beurteilen, ob er als Freizeitsportler im Sinne des Doping-Statuts 

beurteilt werden könne. Am 14. Juli 2024 habe die angeschuldigte Person angegeben, 

einmal pro Woche ein Mannschaftstraining, jeweils am Donnerstagabend, zu absolvieren. 

Er nehme zudem an der regulären Saison der 3. Liga teil, welche 14 Meisterschaftsspiele 

beinhalte. Am 15. Juli 2024 habe SSI mit Frist bis am 22. Juli 2024 um Informationen zur 

Beurteilung des Vorsatzes bezüglich der Bestellung der zurückbehaltenen Substanzen 

ersucht. Sie habe folgende Fragen unterbreitet: 

Was wussten Sie über die Substanz, als Sie das Produkt bestellt haben? 

Wie haben Sie sich für diese Substanz entschieden? 

 

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Konsumieren Sie sonstige Nahrungsergänzungsmittel? 

 

29. Gleichentags habe die angeschuldigte Person geantwortet, dass sie bis zur Information von 

SSI nicht genau gewusst habe, was sie bestellt habe. Er habe gedacht, dass es ein Mittel sei, 

das den Testosteronspiegel auf natürliche Art und Weise steigere, ähnlich Ashwagandha 

(Schlafbeere). Er könne nicht mehr nachvollziehen, wieso er sich für dieses Produkt 

entschieden habe, und habe nur wenig Zeit und Aufwand in die Bestellung investiert. Er 

nehme phasenweise Creatin und Omega 3 Kapseln.  

 

30. Die angeschuldigte Person habe mit ihren Ausführungen zugegeben, 180 Kapseln RAD140 à 

10mg bestellt zu haben, um seine Muskeln zu definieren und seinen Testosteronspiegel auf 

natürliche Art und Weise zu steigern. 

 

31. Die angeschuldigte Person sei zum Zeitpunkt der Bestellung Spieler der 3. Liga des Vereins 

B._____ gewesen, weshalb er zu diesem Zeitpunkt als Athlet den geltenden Anti-Doping-

Bestimmungen und somit dem Doping-Statut unterstellt war.  

 

32. SSI führt weiter aus: Es sei aufgrund der Meldung des Zolls erstellt, dass die angeschuldigte 

Person RAD140 bestellt habe. RAD140 falle unter die Kategorie der Anabolika, genauer unter 

die sog. anderen anabolen Substanzen. Es handle sich um sogenannte nicht-spezifische 

Substanzen, die jederzeit (im und ausserhalb des Wettkampfes) verboten seien (vgl. S1 

Ziff. 2, Seite 5 der Dopingliste 2023). Die angeschuldigte Person habe in ihrer Stellungnahme 

bestätigt die verbotene Substanz RAD140 bestellt zu haben, um seine Muskeln zu definieren 

und seinen Testosteronspiegel auf natürliche Art und Weise zu steigern. Damit habe er die 

versuchte Anwendung einer verbotenen Substanz zugegeben, womit in Übereinstimmung 

mit Art. 2.2 Doping-Statut ein Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vorliege. 

 

33. Die angeschuldigte Person habe zugegeben, die verbotene Substanz RAD140 erworben bzw. 

online bestellt zu haben, damit habe sie implizit den Besitz dieser Substanzen eingeräumt. 

Denn gemäss der Definition des Besitzes im Anhang des Doping-Statuts bzw. dem 

dazugehörigen Kommentar stelle schon allein der Kauf einer verbotenen Substanz Besitz 

dar, selbst wenn das Produkt bspw. nicht ankomme, von jemand anderem angenommen 

oder an die Adresse eines Dritten geliefert werde. In Übereinstimmung mit Art. 2.6 Doping-

Statut liege somit ein Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vor.  

 

34. Die angeschuldigte Person habe keine früheren Verstösse gegen Anti-Doping-

Bestimmungen begangen, daher beantrage SSI eine Sperre von vier Jahren, eine Geldbusse 

in der Höhe von CHF 100.00 und die Veröffentlichung der Sanktion ohne Namensnennung 

(anonym). 

 

35. Art. 10.2.1.1. Doping-Statut sehe für nicht-spezifische Substanzen eine Sperre von vier 

Jahren vor, wenn der Athlet nicht nachweisen könne, dass der Verstoss nicht vorsätzlich 

begangen wurde. Gemäss Art. 10.2.3. Doping Statut werde der Begriff vorsätzlich in Art. 10.2 

Doping Statut für Athleten verwendet, die ein Verhalten an den Tag legten, von dem sie 

wussten, dass es ein Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstelle bzw. dass ein 

hohes Risiko bestehe, dass dieses Verhalten einen Verstoss gegen Anti-Doping-

Bestimmungen darstelle bzw. zu einem solchen Verstoss führen könne und sie dieses Risiko 

bewusst eingingen. 

 

36. Die angeschuldigte Person habe gegenüber SSI angegeben, die fragliche Substanz nicht zur 

Erlangung einer Leistungssteigerung im Unihockey bestellt zu haben, sondern dass er 

 

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dadurch seine Muskeln definieren und seinen Testosteronspiegel auf natürliche Art und 

Weise habe steigern wollen. 

 

37. Allein die Tatsache, dass die angeschuldigte Person nach eigenen Angaben zu keiner Zeit an 

Doping oder Leistungssteigerung gedacht habe und nicht den Vorsatz hatte zu 

«bescheissen» genüge nicht, um den Vorsatz der Bestellung zu verneinen. Gemäss 

konstanter Rechtsprechung der Disziplinarkammer des Schweizer Sports sei die 

Argumentation, eine Substanz nicht im Zusammenhang mit der ausgeübten Sportart, 

sondern lediglich der Förderung bzw. Definierung des Muskelaufbaus und der Kraft wegen 

gekauft zu haben, bezüglich der Vorsatzfrage nicht relevant. Entscheidend sei einzig und 

allein, was der Käufer zum Bestellzeitpunkt wusste bzw. habe wissen müssen.  

 

38. Auch ein Athlet, der angebe zum Bestellzeitpunkt keinerlei Ahnung vom Verbot der 

bestellten Substanz gehabt zu haben und bezüglich der Dopingproblematik nicht 

sensibilisiert worden zu sein, könne nicht ohne Weiters vom Vorwurf der vorsätzlichen 

Tatbegehung befreit werden. Ein Athlet der seine Substanz bewusst bestellt und damit eine 

Verbesserung seiner körperlichen Situation angestrebt habe, ohne dabei primär eine 

Leistungssteigerung in seiner spezifischen Sportart anzustreben, nehme mithin dennoch 

eine generelle Leistungssteigerung in Kauf. Dass dies nicht primär im Hinblick auf die 

sportliche Tätigkeit, sondern aus optischen oder gesundheitlichen Gründen passierte, sei 

dabei unerheblich, weil durch das Verhalten auch eine sportliche Leistungssteigerung 

zumindest in Kauf genommen werde und damit ein eventualvorsätzlicher Verstoss gegen 

Art. 2.2 Doping-Statut vorliege. 

 

39. Die angeschuldigte Person habe die fragliche Substanz gemäss eigener Aussage gekauft, 

ohne viel Zeit und Aufwand in die Bestellung investiert zu haben. Bereits einfachste 

Suchanfragen im Internet hätten ihn jedoch darauf hinweisen müssen, dass RAD140 eine 

verbotene Substanz sei. Auf diversen Websiten werde das Produkt zwar zum Verkauf 

angepriesen, in den allermeisten Fällen jedoch unter dem klaren Hinweis, dass das Produkt 

nur für Labor- und Forschungszwecke verkauft werde und nicht für den direkten Verzehr 

bestimmt sei. Auch eine kurze Abfrage der Substanz auf der Homepage von SSI hätte 

ergeben, dass die Substanz RAD140 sowohl im als auch ausserhalb des Wettkampfes 

verboten sei. Unter diesen Umständen habe es der angeschuldigten Person bewusst sein 

müssen, dass dieses Produkt dopingrelevant ist. Mit anderen Worten hätten also bereits 

elementarste Abklärungen, welche die angeschuldigte Person aufgrund der konkreten 

Umstände hätte vornehmen müssen, dazu geführt, dass er das Risiko im Zusammenhang 

mit RAD140 erkannt hätte. Sein dermassen nachlässiges Handeln könne nicht anders 

ausgelegt werden, als dass er mit der Bestellung von RAD140 einen Verstoss gegen Anti-

Doping-Bestimmungen in Kauf genommen habe und somit mindestens eventualvorsätzlich 

gehandelt habe. Zumal er auch noch selber zugebe, dass er das Produkt gekauft habe, um 

dadurch seine Muskeln definieren zu können und einen erhöhten Testosteronspiegel zu 

erhalten. Damit nehme er eine Leistungssteigerung im Unihockey explizit in Kauf und handle 

ebenfalls mindestens eventualvorsätzlich, wenn nicht sogar vorsätzlich. Denn mehr Kraft 

führe auch im Unihockey unweigerlich zu einer Leistungssteigerung.  

 

40. Die angeschuldigte Person werde als Freizeitsportler qualifiziert. In der Zumessung der 

Sperre sei dies jedoch irrelevant, da Art. 10.6.1.3 Doping-Statut, der eine Reduktion der 

Sperre aufgrund fehlenden groben Verschuldens vorsehe, bei Vorsatz nicht anwendbar sei. 

Die angeschuldigte Person habe nicht nachweisen können, dass sie den Verstoss nicht 

vorsätzlich begangen habe. Deshalb würden weitere Möglichkeiten zur Reduktion der Dauer 

der Sperre ausser Betracht fallen und die angeschuldigte Person sei für vier Jahre zu sperren, 

beginnend ab dem 21. Tag nach Erhalt dieser Anklageschrift. 

 

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41. Gemäss Art. 10.12 Doping-Statut könne SSI zusätzlich zu einer Sperre eine dem Einkommen 

angemessene Geldbusse aussprechen, in der Höhe von bis zu CHF 200'000.00. Im 

vorliegenden Fall halte es SSI für angemessen, dass die angeschuldigte Person mit einer 

Geldstrafe von CHF 100.00 belegt werde. Werde der Fall vor das Schweizer Sportgericht 

gebracht, würde sich SSI das Recht vorbehalten, Informationen über das Einkommen der 

angeschuldigten Person einzufordern und die Geldbusse dementsprechend nach oben 

anzupassen. 

 

42. Nach Art. 14.3.6 Doping-Statut sei die Veröffentlichung nicht verpflichtend, wenn der Athlet, 

der einen Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen begangen habe, Freizeitsportler 

sei. Eine etwaige Veröffentlichung erfolge diesfalls in einem angemessenen Verhältnis zu 

den Tatsachen und Umständen des Falls, ohne Namen der betroffenen Person. 

 

43. Die angeschuldigte Person sei Freizeitsportler, deshalb solle die Sanktion ohne Nennung des 

Namens anonym veröffentlicht werden.  

B. Die Position der angeschuldigten Person 

44. Die angeschuldigte Person beantragte mit Stellungnahme vom 30. Oktober 2024 dem 

Schweizer Sportgericht: Der Freizeitsportler sei freizusprechen, eventualiter sei er mit einer 

Verwarnung ohne Sperre zu sanktionieren. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 

MWSt.) zu Lasten von SSI. 

 

45. Zusammengefasst macht die angeschuldigte Person im Wesentlichen das Nachfolgende 

geltend: 

 

46. Nachdem er immer wieder von Freunden von Ashwagandha gehört und schliesslich auch im 

Internet über die positiven Wirkungen gelesen hatte, besprach er seinen Wunsch 

Ashwagandha zur Förderung des Muskelaufbaus und zur Reduzierung seines 

Körperfettanteils auszuprobieren auch zu Hause mit seinen Eltern. Die Familie war 

gemeinsam davon überzeugt, dass Nahrungsergänzungsmittel eine positive Sache seien. Die 

angeschuldigte Person und seine Familie seien sich nicht bewusst gewesen, dass Doping im 

regulären Onlinehandel erhältlich sei, vielmehr seien sie der Ansicht gewesen, dass solche 

Substanzen nur im Darkweb oder auf dem Schwarzmarkt erhältlich seien. 

 

47. Er sei beim Onlinehändler fatburner.at auf das Produkt gestossen, nachdem er bei Google 

mit den Suchbegriffen "ashwagandha fatburners" gesucht habe. Er habe dann ohne weitere 

Recherche und in der festen Überzeugung, ein mit Ashwaganda vergleichbares Produkt 

bestellt zu haben, da bei beiden Produktarten die gleichen positiven Wirkungen auf den 

Muskelaufbau und den Körperfettabbau aufgeführt waren, das Produkt bestellt. Es sei der 

angeschuldigten Person nicht einmal bewusst gewesen, dass es sich bei dem auf der 

Verpackung angegebenen Begriff "RAD140" um eine Substanz handle, sondern habe dies 

für den Namen des Produkts gehalten. Die Produktbeschreibung habe ausschliesslich 

positive Eigenschaften des Produkts enthalten ohne Warnhinweise oder 

Risikoinformationen. Hinzu komme, dass das Angebot von einer seriösen Website eines 

direkten Nachbarlandes der Schweiz stamme und er der Ansicht gewesen sei, dass ein 

Online-Händler aus der EU die gleichen ethischen und rechtlichen Standards einhalte wie 

ein Online-Händler aus der Schweiz. 

 

48. Als aktiver Unihockeyspieler und sportbegeisterte Person habe die angeschuldigte Person 

zwar gewusst, dass Doping verboten sei. Doping sei im Verein jedoch höchstens im 

Zusammenhang mit Drogen, insbesondere Cannabis thematisiert worden. Die Dopingliste 

 

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der SSI sei bei Freizeitsportlern schlichtweg nicht bekannt. Die fehlende Aufklärung habe 

dazu geführt, dass die angeschuldigte Person die potentiellen Risiken und rechtlichen 

Konsequenzen nicht erkannt habe, was für einen Freizeitsportler vollkommen normal sei. 

 

49. Weil der Wille nachweislich auf das Produkt Ashwagandha gerichtet war und er nur 

aufgrund des aggressiven Marketings der Website fatburners.at und aus Unachtsamkeit ein 

anderes Produkt bestellt habe, liege kein Vorsatz hinsichtlich der versuchten Anwendung 

vor RAD140 vor. Es fehle somit an einem notwendigen Tatbestandsmerkmal, weshalb er in 

diesem Punkt freizusprechen sei. 

 

50. Sollte das Gericht wider Erwarten die Auffassung vertreten, es liege ein Verstoss gegen Art. 

2.2 und/oder Art. 2.6 Doping-Statut vor, sei er gemäss den nachfolgenden Ausführungen 

höchstens mit einer Verwarnung ohne Sperre zu sanktionieren. 

 

51. Das Verschulden der angeschuldigten Person sei in Bezug auf den Verstoss gegen die Anti-

Doping-Bestimmungen weder signifikant noch grobfahrlässig. 

 

52. Die angeschuldigte Person habe sich als Freizeitsportler und aufgrund der fehlenden 

Sensibilisierung, der Seriosität des Anbieterlandes und der Homepage nicht zu weiteren 

Recherchen veranlasst gesehen, so dass sein Handeln eine Unachtsamkeit ohne unlautere 

Absichten und insbesondere ohne die Absicht, das bestellte Produkt zu erwerben und sich 

einen unrechtmässigen Leistungsvorteil zu verschaffen, darstelle. Es fehle damit sowohl die 

Willens- als auch die Wissenskomponente, um das Verfahren als vorsätzlich zu qualifizieren. 

Das Verschulden der angeschuldigten Person sei im untersten Bereich anzusetzen, womit 

kein grobes Verschulden vorliege und die angeschuldigte Person auch nicht grobfahrlässig 

gehandelt habe. 

 

53. Bei der Verhängung von Vereinsstrafen müsse stets das Verhältnismässigkeitsprinzip 

beachtet werden. Die SSI habe die Strafzumessung nicht nach den konkreten 

Gesichtspunkten des Einzelfalles vorgenommen, sondern habe sämtliche 

Strafmilderungsgründe nicht berücksichtigt. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände 

im vorliegenden Einzelfall, erweise sich eine Sperre von vier Jahren als unverhältnismässig 

und sei damit erheblich zu reduzieren. Eine Verwarnung würde dem Ausmass des 

Verschuldens der angeschuldigten Person entsprechen und ausreichen, um dem 

Unrechtsgehalt seiner Handlung Rechnung zu tragen. 

V. Zuständigkeit 

54. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 

gegründet wurde und den Zweck hat, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das bei 

Streitigkeiten im Sport oder möglichen Regelverstössen entscheidet. Als unabhängige 

Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a SpoFöV ist das Schweizer Sportgericht 

zuständig für die Beurteilung der ihr von der Meldestelle überwiesenen Fälle von 

mutmasslichem Fehlverhalten oder mutmasslichen Missständen.  

 

55. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 

Zuständigkeit. Das VerfRegl ist per 1. Juli 2024 in Kraft getreten und ersetzt das Reglement 

betreffend das Verfahren vor der DK vom 1. Juli 2022. Das VerfRegl vom 1. Juli 2024 findet 

auf sämtliche Verfahren Anwendung, für die Swiss Olympic und die nationalen 

Sportverbände auf die Zuständigkeit der bisherigen "Disziplinarkammer des Schweizer 

Sports" oder des Schweizer Sportgerichts verweisen (Art. 29 Abs. 1 VerfRegl). Gemäss 

Art.  1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olympic vom 24. November 2023 (mit Inkrafttreten 

 

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per 1. Juli 2024) ist die "Sanktionierung von potenziellen Verstössen gegen das Dopingstatut 

und das Ethik-Statut […] Aufgabe der Stiftung Schweizer Sportgericht". Weiter sieht Art. 1.2 

Abs. 10 vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht "zuständig ist für Dopingfälle, die ihr 

von den nationalen und internationalen Stellen zur Beurteilung unterbreitet werden". 

Ausserdem sieht Art. 10 Abs. 2 der Statuten von Swiss Olympic vor, dass die Stiftung 

Schweizer Sportgericht grundsätzlich ebenfalls "in noch nicht abgeschlossenen Verfahren im 

Zusammenhang mit dem Doping-Statut oder dem Ethik-Statut von Swiss Olympic 

[entscheidet], für die vor ihrer Gründung die Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

zuständig gewesen ist".  

 

56. Gemäss Art. 12.1 des Doping- Statuts von Swiss Olympic (Version mit Inkrafttreten per 1. 

Januar 2022) beurteilt die Disziplinarkammer potentielle Verstösse gegen Anti-Doping-

Bestimmungen durch Athleten und andere Personen sowie Verbände, für welche das 

Doping-Statut gilt. Schliesslich ist das Schweizer Sportgericht für sämtliche Verfahren 

zuständig, die gemäss den Vorschriften des VerfRegl eröffnet werden oder eröffnet worden 

sind (Art. 30 Abs. 2 VerfRegl). 

 

57. In casu geht es um potenzielle Verstösse aus dem Jahr 2023 gegen das Doping-Statut, 

welches am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, mithin um die Beurteilung und 

Sanktionierung von potenziellen Verstössen im Sinne von Art. 2.2 und Art. 2.6 des Doping- 

Statuts von Swiss Olympic (Version mit Inkrafttreten per 1. Januar 2022). Basierend darauf 

sowie den obigen Ausführungen ist die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur 

rechtlichen Beurteilung und möglichen Sanktionierung der vorliegend in Frage stehenden 

Vorfälle daher zu bejahen.  

 

58. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das Schweizer Sportgericht zur 

Beurteilung des vorliegenden Falles zuständig ist. Im Übrigen haben beide Parteien die 

Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts mit Unterzeichnung der Verfahrensverfügung 

vorbehaltslos anerkannt.  

VI. Anwendbares Recht 

59. Rechtsgrundlage zur Definition, Untersuchung, Beurteilung und Sanktionierung von 

Dopingverstössen bildet das Doping-Statut von Swiss Olympic und die dazu gehörenden 

Ausführungsbestimmungen sowie die Dopingliste. Das revidierte Doping-Statut von Swiss 

Olympic trat am 1. Januar 2025 in Kraft. Gemäss Art. 25.1 des Doping-Statuts gelten die 

Bestimmungen des Doping-Status ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens. Sie finden 

vorbehaltlich der in Art. 25.2 ff. des Doping-Statuts erwähnten Ausnahmen keine 

rückwirkende Anwendung. 

 

60. Das Doping-Statut von Swiss Olympic vom 26. November 2021 trat per 1. Januar 2022 in 

Kraft (vgl. Schlussbestimmungen des Doping-Statut). Die Bestimmungen des Doping-Statuts 

gelten ab dem Zeitpunkt seines Inkrafttretens (vgl. Art. 25.1 Doping-Statut). In casu geht es 

um die Beurteilung eines Vorfalls aus dem Jahr 2023 (somit nach Inkrafttreten des Doping-

Statuts vom 26. November 2021 und vor Inkrafttreten des Doping-Statuts vom 22. 

November 2024), weshalb der zeitliche Geltungsbereich des Doping-Statuts gültig ab 1. 

Januar 2022 im vorliegenden Verfahren gegeben ist. 

 

61. In einem weiteren Schritt ist der Geltungsbereich des Doping-Statuts in persönlicher 

Hinsicht zu prüfen. Das Doping-Statut gilt für alle Mitgliedsverbände von Swiss Olympic, 

deren Verbände, Vereine sowie für die in Art. 5.2. des Doping-Statuts genannten Athleten, 

 

 11 

Betreuungs-oder andere Personen, die eine der in Art. 5.2 des Doping-Statuts aufgestellte 

Voraussetzungen ebenfalls erfüllen. 

 

62. Der Verein B._____ ist ein Verein im Sinne von Art. 60 ff. ZGB und Mitglied der Swiss 

Unihockey. Swiss Unihockey ist Mitgliedsverband von Swiss Olympic. Sowohl Swiss 

Unihockey als auch dessen Mitgliedsverein B._____ unterstehen dem Doping-Statut. 

Gemäss Art. 5.2. des Doping-Statuts gilt als Athlet, wer einem Mitgliedsverband von Swiss 

Olympic oder einem letzteren angeschlossenen Verband, Verein oder Club angehört oder 

von einem solchen Verband, Verein oder Club lizenziert ist. Gemäss den Definitionen im 

Anhang des Doping-Statuts gilt eine Person, die im Hinblick auf Wettkämpfe Sport betreibt 

und/oder an Wettkämpfen teilnimmt, als Athlet. 

 

63. Die SSI führt in der Anklageschrift vom 30. August 2024 aus, dass die angeschuldigte Person 

zum Zeitpunkt der Bestellung der fraglichen Mittel Spieler in der 3. Liga des Vereins B._____ 

war, weshalb er den geltenden Anti-Doping-Bestimmungen und somit dem Doping-Statut 

als Athlet unterstellt ist.  

 

64. Die angeschuldigte Person bestätigt in ihrer Stellungnahme vom 30. Oktober 2024, dass er 

über eine Spielerlizenz in der 3. Liga des Vereins B._____ verfüge, wo er seit insgesamt 14 

Jahren ununterbrochen Unihockey spiele. Er nehme jeweils einmal wöchentlich an den 

Trainings teil und spiele in der Regel bei den 14 Meisterschaftsspielen der Saison mit.  

 

65. Die angeschuldigte Person verfügte unbestritten zum Zeitpunkt der hier zu beurteilenden 

mutmasslichen Dopingverstösse über eine Lizenz der 3. Liga des B._____. Als lizenzierter 

Spieler des Vereins B._____ zum Zeitpunkt des potentiellen Dopingverstosses untersteht die 

angeschuldigte Person in persönlicher Hinsicht dem Doping-Statut. SSI qualifizierte die 

angeschuldigte Person als Freizeitsportler, was ebenfalls unbestritten ist.  

 

66. Abschliessend gilt es noch den sachlichen und räumlichen Geltungsbereich des Doping-

Statuts zu prüfen.  

 

67. Das Doping-Statut ist auf jegliches Verhalten im In- und Ausland, dass gemäss Art. 2.1. bis 

2.11 Doping-Statut einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellt anwendbar. 

Gemäss Art. 5.1.1 Doping-Statut dürfen Dopingkontrollen und Ermittlungen für jegliche 

Zwecke der Dopingbekämpfung durchgeführt werden. Gemäss Art. 5.2 kann ein Athlet von 

SSI oder einer anderen Anti-Doping-Organisation, die zur Durchführung von 

Dopingkontrollen bei diesem Athleten befugt ist, zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Abgabe 

einer Dopingprobe aufgefordert werden.  

 

68. Der angeschuldigten Person wird vorliegend ein Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen 

vorgeworfen. Die angeschuldigte Person war zurzeit des angeblichen Verstosses bei einem 

Mitgliedsverband von Swiss Olympic lizenziert und bestellte die Produkte an seinen 

Wohnsitz in der Schweiz. Der sachliche und räumliche Geltungsbereich des Doping-Statuts 

sind somit vorliegend ebenfalls gegeben. 

 

69. Die anwendbaren Verfahrensvorschriften finden sich in Art. 12.2 Doping-Statut i.V.m. Art. 29 

Abs. 1 VerfRegl (Fassung vom 1. Juli 2024). Gemäss Art. 29 Abs. 1 VerfRegl findet das 

Verfahrensreglement auf alle Verfahren Anwendung, die im Zeitpunkt seines Inkrafttretens 

eröffnet sind oder danach eröffnet werden. Da das vorliegende Verfahren vor dem 

Schweizer Sportgericht am 2. Oktober 2024 eröffnet wurde, gilt damit die Fassung des 

VerfRegl vom 1. Juli 2024. 

 

 12 

VII. Materielles 

70. Vorab ist auf einzelne Punkte einzugehen, welche die angeschuldigte Person vorbringt.  

A. Verfahrensverfügung SSI 

71. Die angeschuldigte Person macht zunächst Verfahrensfehler der Antragstellerin geltend. Ein 

Mitarbeiter der Antragstellerin habe die angeschuldigte Person mit irreführenden Aussagen 

dazu veranlasst, Aussagen zu machen, welche sie sonst nicht gemacht hätte. Sie habe bei 

der angeschuldigten Person den Eindruck erweckt, das Verfahren werde bei 

wahrheitsgemässer Aussage ohne wesentliche Sanktionen abgeschlossen. Die 

Verfahrensführung der SSI sei durch die Irreführung der angeschuldigten Person geradezu 

rechtsmissbräuchlich, weshalb die gemachten Aussagen der angeschuldigten Person nicht 

verwertbar und aus den Akten zu entfernen seien. 

 

72. Die Beurteilung, ob das Vorgehen der Antragstellerin irreführend und allfällige Aussagen der 

angeschuldigten Person aus dem Recht zu weisen sind, kann vorliegend offenbleiben, da zur 

Beurteilung des vorliegenden Falles auf die Aussagen der angeschuldigten Person vom 2. 

Juli 2024, d.h. in zeitlicher Hinsicht vor der Emailkorrespondenz mit der Antragstellerin (15. 

Juli 2024) und einer potentiellen Irreführung bzw. auf die Aussagen seiner Rechtsvertreterin 

in den Stellungnahmen vom 17. September  2024 sowie 30. Oktober 2024 abgestellt wird.  

B. Untauglicher Versuch 

73. Die angeschuldigte Person bringt weiter vor, sollte das Gericht wider Erwarten von einem 

vorsätzlichen Vorgehen der angeschuldigten Person ausgehen, liege in analoger Anwendung 

des Strafgesetzbuches ein untauglicher Versuch vor, denn bei korrekter Deklaration der 

Bestellung habe diese gar nie zu ihr gelangen können. Als Inhalt (content) sei auf dem Paket 

"Nutrition Supplements" und als Absender die Best Supps Ltd in Bratislava Slovakai 

angegeben gewesen. Die Zollbehörden hätten so das Paket unweigerlich abgefangen und 

die Produkte auf die Inhaltsstoffe kontrolliert. Hätte die angeschuldigte Person die Absicht 

gehabt, ihre Leistungen durch unzulässige Inhaltsstoffe zu steigern, hätte sie das Produkt bei 

einem unseriösen Händler bestellt. Dort wäre eine korrekte Deklaration nicht zu erwarten 

gewesen und es hätte damit das Abfangen durch den Zoll verhindert werden können. 

 

74. Es ist der Antragstellerin beizupflichten, dass eine analoge Anwendung des Strafrechts 

vorliegend nicht möglich ist. Es kann insofern auch nicht den Ausführungen der 

angeschuldigten Person gefolgt werden, da es sich um unbelegte Behauptungen handelt. 

Schliesslich ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Bestellung eines Produktes bei 

einem unseriösen Händler die Ware von den Zollbehörden nicht hätte abgefangen werden 

sollen. Gerade bei einem unseriösen Absender ist unabhängig von der Deklaration zu 

erwarten, dass die Zollbehörden ein entsprechendes Paket abfangen. Ferner kann auch der 

Behauptung, dass bei einer korrekten Deklaration des Pakets mit der Herkunft Slowakei 

dieses unweigerlich von den Zollbehörden abgefangen wird, nicht gefolgt werden. Es ist 

auch diesfalls durchaus möglich, dass ein Paket mit illegalem Inhalt in die Schweiz gelangt.  

C. Besitz 

75. Die angeschuldigte Person bringt weiter vor, die sich im Doping-Statut befindendliche 

Definition "Besitz" widerspreche der privatrechtlichen Definition gemäss Art. 919 Abs. 1 

ZGB.  

 

 

 13 

76. Zudem sei eine solche Definition des Besitzes für einen Freizeitsportler nicht vorhersehbar. 

Es sei in diesem Zusammenhang auf das Legalitätsprinzip zu verweisen, wonach eine 

Sanktion nur aufgrund einer genügend bestimmten, generell-abstrakten Rechtsnorm 

ausgesprochen werden dürfe. Angesichts der in der Schweiz allgemein geltenden Definition 

des Besitzes in Art. 919 Abs. 1 ZGB sei Art. 2.6 Doping-Statut in Bezug auf den Kauf von 

Doping nicht hinreichend bestimmt und die Sanktion für die dem Doping-Statut 

unterstellten Personen nicht vorhersehbar, was insbesondere für Freizeitsportler gelte, die 

sich nicht bewusst seien, dass das Doping-Statut Definitionen enthalte, die eine völlig 

andere Auslegung des Besitzes enthalte als dies Art. 919 Abs.1 ZGB vorsehe. Eine 

Sanktionierung auf der Grundlage von Art. 2.6 Doping-Statut stelle somit einen Verstoss 

gegen das Legalitätsprinzip dar und sei unzulässig. Die angeschuldigte Person sei daher auch 

in diesem Punkt freizusprechen.  

 

77. Es gilt darauf hinzuweisen, dass es sich vorliegend um ein rein privatrechtliches Verhältnis 

handelt. Mit dem Doping-Statut von Swiss Olympic wird der Welt-Anti-Doping Code (WADC) 

in der Schweiz umgesetzt (vgl. Präambel des Doping-Statuts). Der WADC ist ein 

privatrechtliches Dokument, das von der WADA, einer Stiftung nach schweizerischem Recht 

gemäss Art. 80 ff. ZGB geschaffen und umgesetzt worden ist (vgl. CaS 2021, Björn Hessert, 

Rechtsnatur und Wirkung der Anerkennung des Welt Anti-Doping Codes, S. 59). Bei Swiss 

Olympic handelt es sich um einen Verein nach Art. 60 ff. ZGB. Das Doping-Statut stellt eine 

vereinsrechtliche Satzung dar.  

 

78. Es handelt sich deshalb vorliegend weder um ein staatliches Handeln, was eine Berufung 

auf das Legalitätsprinzip nach Art. 5 Abs. 1 BV voraussetzen würde, noch um ein 

strafrechtliches Verfahren, weshalb sich die angeschuldigte Person auch nicht auf das in Art. 

1 StGB verankerte Legalitätsprinzip berufen kann. Das Legalitätsprinzip findet im Privatrecht 

keine Anwendung, weshalb sich die angeschuldigte Person auch nicht darauf berufen kann.  

 

79. Ferner gilt es darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 24.6 des Doping-Statuts der Anhang 

integrierter Bestandteil des Statuts darstellt und die Kommentare zu den diversen Artikeln 

des Doping-Statuts deren Auslegung dienen (Art. 24.3 Doping-Statut). «Der Besitz» einer 

verbotenen Substanz ist in Art. 2.6 Doping-Statut, dem Kommentar zu den Art. 2.6.1. und 

2.6.2 sowie auf S. 56 f. des Anhanges und dem dazugehörigen Kommentar hinreichend 

bestimmt und eine Sanktionierung basierend darauf auch für einen Freizeitsportler 

vorhersehbar.  

 

80. Die angeschuldigte Person führt sodann aus, sollte das Gericht wider Erwarten keinen 

Verstoss gegen das Legalitätsprinzip feststellen, sei die Definition des Besitzes im Doping-

Statut so zu verstehen, dass nur der Kauf im Inland und nicht auch im Ausland erfasst sei. 

Dies entspreche zwar nicht dem Wortlaut der Definition, dürfte jedoch dem Sinn und Zweck 

entsprechen, da Bestellungen im Ausland mit der Deklaration "Nutrition Supplements" 

ohnehin vom Zoll abgefangen würden und somit nie in den Besitz der bestellenden Person 

im Sinne von Art. 919 Abs 1 ZGB gelangen könne, was den Widerspruch zwischen der 

Definition im Doping-Statut und Art. 919 Abs. 1 ZGB besonders deutlich mache. 

 

81. Der Argumentation der angeschuldigten Person kann nicht gefolgt werden. Zum einen ist 

das Doping-Statut auf jegliches Verhalten im In- und Ausland, das gemäss Art. 2.1. bis 2.11 

Doping-Statut einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellt, anwendbar. Zum 

anderen käme es, folgt man der Argumentation der angeschuldigten Person, wonach nur 

der Kauf im Inland einen Verstoss gegen das Doping-Statut darstellen soll, zu einer sachlich 

unbegründeten Ungleichbehandlung. Das Doping-Statut sieht vor, dass der Kauf von 

verbotenen Substanzen unabhängig davon, ob dieser im In- oder Ausland erfolgt, einen 

 

 14 

unzulässigen Besitz im Sinne von Art. 2.6 Doping-Statut darstellt. Es erschliesst sich nicht, 

weshalb Personen, welche im Ausland verbotene Substanzen bestellen, gegenüber 

Personen, welche im Inland eine solche Bestellung tätigen, privilegiert behandelt werden 

sollen. Es handelt sich um eine unbegründete Behauptung, dass Bestellungen im Ausland 

mit der Deklaration «Nutrition Supplements» ohnehin vom Zoll abgefangen werden. Auch 

eine solche Sendung kann in den Besitz der bestellenden Person gelangen. Es erschliesst 

sich daher nicht, weshalb ein Kauf von verbotenen Substanzen im Ausland keinen Verstoss 

gegen das Anti-Doping-Statut darstellen soll.  

D. Verstoss gegen Anti Doping-Bestimmungen 

82. Gemäss Art. 1 des Doping-Statuts gilt als Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen und 

damit als Doping jeder Verstoss gegen die in Art. 2.1 bis 2.11 abschliessend aufgeführten 

Tatbestände.  

1. Versuchte Anwendung einer verbotenen Substanz Art. 2.2 Doping Statut 

83. Den Tatbestand von Art. 2.2 erfüllt in den Worten des Doping-Statuts die "Anwendung oder 

versuchte Anwendung einer verbotenen Substanz oder Methode durch einen Athleten". 

Dabei ist nach Art. 2.2.2 "nicht relevant, ob die Anwendung oder der Versuch [der 

Anwendung] einer verbotenen Substanz […] eine Wirkung hatte oder nicht. Ein Verstoss 

gegen Anti-Doping-Bestimmungen liegt vor, sobald die verbotene Substanz oder Methode 

angewendet wurde oder ihre Anwendung versucht wurde". 

 

84. In seinem Anhang präzisiert das Doping-Statut, was unter "Anwendung" und "Versuch der 

Anwendung" verbotener Substanzen im Sinne von Art. 2.2 Doping-Statut zu verstehen ist: 

- Die "Anwendung" einer verbotenen Substanz ist definiert als "Verwendung, 

Verabreichung, Aufnahme, Injektion oder Einnahme auf jedwede Art und Weise 

einer verbotenen Substanz […]". 

- «Versuch» bedeutet gemäss Doping-Statut ein "vorsätzliches Verhalten, das einen 

wesentlichen Schritt im geplanten Verlauf einer Handlung darstellt, die auf einen 

Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen abzielt. Dies vorausgesetzt, stellt der 

alleinige Versuch, einen Verstoss zu begehen, noch keinen Verstoss gegen Anti-

Doping-Bestimmungen dar, wenn die Person von dem Versuch absieht, bevor Dritte, 

die nicht an dem Versuch beteiligt sind, davon erfahren".  

 

85. Gemäss Kommentar zu Art. 2.2.2 erfordert der Nachweis der "versuchten Anwendung" 

einer verbotenen Substanz oder Methode den Nachweis des Vorsatzes auf Seiten des 

Athleten. Eine versuchte Anwendung kann zudem gemäss Kommentar zu Art. 2.2 Doping-

Statut "durch jedes zuverlässige Mittel nachgewiesen werden", wobei dies durch die 

folgende beispielhafte Aufzählung illustriert wird: "ein Geständnis des Athleten, 

Zeugenaussagen, Belege, Schlussfolgerungen, die sich aus Langzeitprofilen ergeben, 

einschliesslich Daten, die für den biologischen Athletenpass erhoben wurden, oder andere 

analytische Informationen, die ansonsten nicht alle Anforderungen erfüllen, um das 

Vorhandensein einer Verbotenen Substanz nach Art. 2.1 zu begründen […]". 

 

86. Gemäss Art. 3.1.1 Doping-Statut trägt die Antragstellerin die Beweislast für Verstösse gegen 

Anti-Doping-Bestimmungen. Das Beweismass besteht darin, dass die Antragstellerin 

gegenüber dem Anhörungsorgan überzeugend darlegen kann, einen solchen Verstoss 

festgestellt zu haben, wobei die Schwere der Behauptung zu berücksichtigen ist. Die 

Anforderungen an das Beweismass sind in allen Fällen höher als die blosse 

Wahrscheinlichkeit, jedoch geringer als ein Beweis, der jeden Zweifel ausschliesst.  

 

 

 15 

87. Die Antragstellerin hat somit neben den objektiven Tatbestandsmerkmalen der versuchten 

Anwendung auch den Vorsatz der angeschuldigten Person zu beweisen.  

 

88. Gemäss den allgemeinen Grundsätzen handelt vorsätzlich wer eine Tat mit Wissen über den 

objektiven Tatbestand und mit Willen, diesen zu verwirklichen begeht. Das 

Unterscheidungskriterium zwischen direktem Vorsatz und Eventualvorsatz liegt im 

Willenselement.  

 

89. Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung für ernsthaft 

möglich hält und sich mit diesem abfindet, ihn mit anderen Worten in Kauf nimmt (vgl. BSK-

StGB, Niggli/Maeder, N 55a zu Art. 12 StGB). Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung, wird ein gesteigertes in Kauf nehmen dem Wollen gleichgestellt. Hingegen 

vertraut der bewusst fahrlässig handelnde Täter darauf, dass er von ihm als möglich 

vorausgesehene Erfolg nicht eintritt, sich das Risiko der Tatbestandserfüllung mithin nicht 

verwirklichen werde (vgl. BSK-StGB, Niggli/Maeder, N 55a zu Art. 12 StGB; BGE 130 IV 58, 

Erw. 8.3). Sowohl der eventualvorsätzliche als auch der fahrlässig handelnde Täter wissen 

um die Möglichkeit oder das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf der Schluss, der Täter habe die 

Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, nicht allein aus der Tatsache gezogen 

werden, dass sich dieser des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst war und 

dennoch handelte (vgl. BGE 130 IV 58, Erw. 8.4). 

 

90. Die Antragstellerin macht geltend, die angeschuldigte Person habe RAD140 bestellt, was 

aufgrund der Meldung des Zolls erstellt sei. Zudem habe sie in ihrer Stellungnahme vom 2. 

Juli 2024 sowie 15. Juli 2024 bestätigt, die verbotene Substanz RAD140 bestellt zu haben, 

um ihre Muskeln zu definieren und ihren Testosteronspiegel auf natürliche Art und Weise zu 

steigern. Es sei nicht glaubhaft, dass jemand bei der Bestellung von RAD140 behaupte, 

lediglich harmlose Nahrungsergänzungsmittel bestellen zu wollen. Bei RAD140 handle es 

sich um eine schwere Dopingsubstanz, welche im Milieu als solche bekannt sei. Dies fördere 

bereits eine einfache Google-Recherche zu Tage. Die Verwechslung, welche die 

angeschuldigte Person zwischen Ashwagandha und RAD140 herzustellen versuche, 

rechtfertige keinen fehlenden Vorsatz. Es liege mindestens Eventualvorsatz vor. Es gelte 

festzuhalten, dass die angeschuldigte Person von ihrem Vorsatz Ashwagandha zu bestellen, 

abgewichen sei und schlussendlich mit dem Produkt RAD140 ein verbotenes Dopingmittel 

bestellt habe. Es könne sich nicht um eine Verwechslung der beiden Produkte handeln. 

 

91. Weiter führt sie aus, dass die angeschuldigte Person bereits mit einfachsten Suchanfragen 

im Internet hätte feststellen können, dass es sich bei RAD140 um eine verbotene Substanz 

handle. Auch eine kurze Abfrage der Substanz auf der Homepage von Swiss Sport Integrity 

hätte ergeben, dass die Substanz RAD140 sowohl im als auch ausserhalb des Wettkampfes 

verboten sei. Unter diesen Umständen hätte der angeschuldigten Person bewusst sein 

müssen, dass dieses Produkt dopingrelevant ist. Dementsprechend hätten bereits 

einfachste Suchanfragen auf einschlägigen Websites ergeben, dass die Substanz verboten 

ist. Mit anderen Worten hätten bereits elementarste Abklärungen, die die beschuldigte 

Person aufgrund der konkreten Umstände hätte vornehmen müssen, dazu geführt, dass er 

das Risiko im Zusammenhang mit RAD140 erkannt hätte. Sein dermassen nachlässiges 

Handeln könne nicht anders ausgelegt werden, als dass er mit der Bestellung von RAD140 

einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen in Kauf genommen habe und somit 

mindestens eventualvorsätzlich gehandelt habe. 

 

92. Es ist der Antragstellerin beizupflichten, dass die angeschuldigte Person bereits mit 

einfachsten Suchanfragen im Internet hätte feststellen können, dass es sich bei RAD140 um 

 

 16 

eine verbotene Substanz handelt. Ebenfalls beizupflichten ist der Antragstellerin, dass die 

angeschuldigte Person verpflichtet gewesen wäre, diese Abklärungen vorzunehmen. Die 

Antragstellerin verkennt jedoch, dass sie mit ihrer Schilderung kein eventualvorsätzliches 

Verhalten beschreibt. Vielmehr beschreibt sie eine Sorgfaltspflichtverletzung der 

angeschuldigten Person und damit ein fahrlässiges Verhalten. Denn sowohl der direkte 

Vorsatz als auch der Eventualvorsatz setzen ein tatsächliches Bewusstsein voraus, wo 

hingegen bei der Fahrlässigkeit ein "wissen müssen" ausreicht (vgl. BSK-StGB, 

Niggli/Maeder, N 25 zu Art. 12 StGB; BSK-OR I, Kessler, N 45 zu Art. 41 OR).  

 

93. Wie die Antragstellerin richtig und mit Verweis auf die Rechtsprechung der ehemaligen 

Disziplinarkammer des Schweizer Sports ausführt, ist allein die Tatsache, dass die 

angeschuldigte Person nach eigener Aussage zu keiner Zeit an Doping oder 

Leistungssteigerung gedacht habe und nicht den Vorsatz hatte zu "bescheissen" nicht 

genügend, um den Vorsatz der Bestellung zu verneinen. Entscheidend ist einzig und allein, 

was der Käufer zum Bestellzeitpunkt wusste. Relevant ist, ob die bestellende Person wusste, 

dass ihr Verhalten ein Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellt, 

beziehungsweise dass ein hohes Risiko besteht, dass dieses Verhalten einen Verstoss gegen 

Anti-Doping-Bestimmungen darstellen oder zu einem solchen Verstoss führen könnte und 

sie dieses Risiko bewusst einging (vgl. Art. 10.2.3 Doping Statut). 

 

94. Dass die angeschuldigte Person vorliegend wusste, dass sie eine verbotene Substanz bestellt 

hat, ist nicht erstellt. Das Sportgericht ist sich der Beweisproblematik des Nachweises von 

inneren Tatsachen, wie was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, bewusst. Sofern der 

Täter nicht geständig ist, ist daher auf äusserlich feststellbare Indizien und Erfahrungsregeln 

abzustellen, um Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Täters ziehen zu können (vgl. 

BGE 130 IV 58, Erw. 8.4 f.).  

 

95. Gemäss den Ausführungen der Antragstellerin scheint diese davon auszugehen, dass die 

angeschuldigte Person zum Zeitpunkt der Bestellung nicht wusste, dass sie eine verbotene 

Substanz bestellt hat. Sie hätte dies jedoch mit den notwendigen Abklärungen ohne 

weiteres feststellen können. Das Schweizer Sportgericht vertritt aufgrund der festgestellten 

Tatsachen der Antragstellerin und der äusseren Umstände wie z.B. Beweggründe des Täters, 

Art der Tathandlung (auf welche nachfolgend noch detailliert eingegangen wird) die Ansicht, 

dass die angeschuldigte Person im Zeitpunkt der Bestellung nicht wusste, dass ihr Verhalten 

ein Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellt bzw. dass ein hohes Risiko besteht, 

dass ihr Verhalten einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellen oder zu 

einem solchen Verstoss führen könnte und sie dieses Risiko bewusst einging.  

 

96. Bei den von der Antragstellerin zitierten Entscheiden der Disziplinarkammer gestaltete sich 

der Sachverhalt anders, da in diesen Fällen der Vorsatz der angeschuldigten Person 

nachgewiesen werden konnte (Entscheid der Disziplinarkammer SSI v. M.H. vom 26. August 

2021 und Entscheid der Disziplinarkammer SSI v. M.J. vom 12. Juli 2019). In beiden Fällen 

handelte es sich bei der verbotenen Substanz um Testosteron, eine klassische 

Dopingsubstanz, welche regelmässig in den Medien thematisiert wird. Bei der 

angeschuldigten Person wurden Stechampullen sichergestellt und sie gestand Testosteron 

injiziert zu haben. Auf die Frage, ob sie nicht den Verdacht gehegt habe, dass die Einnahme 

von Testosteron falsch sein könnte, antwortete die angeschuldigte Person «ja, nein…, 

schon». Ferner war die angeschuldigte Person auch als Trainer tätig. Im zweiten Fall erklärte 

die angeschuldigte Person, dass sie relativ viel Kraftsport betrieben habe, sich durchaus auch 

entsprechend informiert und bei der Bestellung der Substanzen schon ihre Hintergedanken 

gehabt habe. Hinzu kommt, dass es sich um einen sehr erfahrenen Athleten handelte und 

 

 17 

er eine Unterstellungserklärung unterzeichnet habe und damit sein Einverständnis gegeben 

habe auf jede Form von Doping zu verzichten.  

 

97. In Bezug auf das Urteil der Disziplinarkammer vom 28. Juni 2024 gestaltet sich der 

Sachverhalt ähnlicher zum Vorliegenden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die 

angeschuldigte Person anders als vorliegend bewusst war, um was für ein Produkt es sich 

bei RAD140 handelte und auch bewusst dieses Produkt bestellt hatte. Selbst wenn er sich 

der Konsequenzen nicht bewusst war, wie er behauptete. 

 

98. Es gilt im Zusammenhang mit den erwähnten Entscheiden der Disziplinarkammer darauf 

hinzuweisen, dass aus einzelnen Entscheiden keine gefestigte Rechtsprechungspraxis 

abgeleitet werden kann und die konkreten Umstände des Einzelfalles zu würdigen sind. 

 

99. Nach dem Gesagten gelingt der Antragstellerin vorliegend der Nachweis eines vorsätzlichen 

Verhaltens der angeschuldigten Person nicht. Der Tatbestand der versuchten Anwendung 

gemäss Art. 2.2 Doping-Statut ist aufgrund des fehlenden Vorsatzes der angeschuldigten 

Person nicht erfüllt.  

2. Besitz einer verbotenen Substanz Art. 2.6 Doping-Statut 

100. Es gilt weiter zu prüfen, ob die angeschuldigte Person gegen Art. 2.6 Doping-Statut 

verstossen hat. 

 

101. Art. 2.6 Doping-Statut sanktioniert den "Besitz einer verbotenen Substanz […]". Verboten ist 

demnach u.a. "der Besitz von jeglichen verbotenen Substanzen […] durch einen Athleten", 

sofern der betroffene Athlet nicht einen Rechtfertigungsgrund, beispielsweise in Form einer 

Ausnahmebewilligung zu therapeutischen Zwecken (ATZ), vorlegen kann.  

 

102. Im Anhang des Doping-Statuts wird der Besitz wie folgt definiert: "Der tatsächliche, 

unmittelbare Besitz oder der mittelbare Besitz (der nur dann vorliegt, wenn die Person die 

ausschliessliche Verfügungsgewalt über die verbotene Substanz oder Methode oder die 

Räumlichkeiten, in denen eine verbotene Substanz oder Methode vorhanden ist, inne hat 

oder beabsichtigt, Verfügungsgewalt auszuüben), vorausgesetzt jedoch, dass wenn die 

Person nicht die ausschliessliche Verfügungsgewalt über die verbotenen Substanz oder 

Methode oder die Räumlichkeiten besitzt, in der eine verbotene Substanz oder Methode 

vorhanden ist, mittelbarer Besitz nur dann vorliegt, wenn die Person vom Vorhandensein 

der verbotenen Substanz oder Methode in den Räumlichkeiten wusste und beabsichtigte, 

Verfügungsgewalt über diese auszuüben. […] 

Ungeachtet anderslautender Aussagen in dieser Definition gilt der Kauf (auch auf 

elektronischem und anderem Wege) einer verbotenen Substanz oder Methode als Besitz 

durch die Person, die den Kauf tätigt." 

 

103. Der zur ebenzitierten Definition dazugehörige Kommentar fügt zudem an, "schon allein der 

Kauf einer verbotenen Substanz stellt Besitz dar, selbst wenn das Produkt beispielsweise 

nicht ankommt, von jemand anderem angenommen oder an die Adresse eines Dritten 

geliefert wird". 

 

104. Für den Nachweis eines Verstosses im Sinne des Art. 2.6 Doping-Statut genügt daher der 

Nachweis, dass der Angeschuldigte einen Kauf eines Produktes getätigt hat, das verbotene 

Substanzen enthält oder dass er den tatsächlichen, unmittelbaren Besitz oder der mittelbare 

Besitz über solche Substanzen oder Methoden ausüben konnte. 

 

 

 18 

105. Die Antragstellerin bringt vor, dass die angeschuldigte Person zugegeben habe, die 

verbotene Substanz RAD140 erworben bzw. online bestellt zu haben. Damit habe sie implizit 

den Besitz dieser Substanzen eingeräumt. In Übereinstimmung mit Art. 2.6 Doping-Statut 

liege somit ein Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vor. 

 

106. Im verwaltungsrechtlichen Verfahren wurde rechtskräftig erstellt, dass die angeschuldigte 

Person die verbotene Substanz RAD140 im Internet bestellt hat und diese an sie adressiert 

versandt wurde. Überdies gestand die angeschuldigte Person mit E-Mail vom 28. Februar 

2024 sowie in ihren Stellungnahmen vom 17. September 2024 und 30. Oktober 2024, dass 

sie das Produkt RAD140 beim Online-Händler fatburners.at zum Muskelaufbau und zur 

Reduzierung des Körperfettanteils bestellt hat. 

 

107. Indem die angeschuldigte Person den Kauf tätigte, war sie im Besitz der Substanz im Sinne 

der Definition des Dopingstatuts. 

 

108. Die angeschuldigte Person brachte nicht vor und wies demnach nicht nach, dass der Besitz 

der verbotenen Substanz auf Grund einer Ausnahmebewilligung zu therapeutischen 

Zwecken (ATZ) erfolgte. Damit war es ihr zu keinem Zeitpunkt gestattet, die verbotenen 

Substanzen zu besitzen. 

 

109. Die angeschuldigte Person erfüllt damit den Tatbestand des Besitzes einer verbotenen 

Substanz im Sinne von Art. 2.6 Doping-Statut. 

3. Konsequenzen und Massnahmen 

110. Für den Verstoss gegen Art. 2.1, 2.2 oder 2.6 Doping-Statut werden die unter Art. 10.2 

Doping-Statut aufgeführten Sperren verhängt, es sei denn, die Bedingungen für die 

Aufhebung oder Reduktion der Sperre nach Art. 10.5, 10.6 und 10.7 sind erfüllt. 

 

111. Demnach wird eine Sperre von vier Jahren verhängt, wenn der Verstoss gegen Anti-Doping- 

Bestimmungen keine spezifische Substanz betrifft und der Athlet oder eine andere Person 

nicht nachweisen kann, dass der Verstoss nicht vorsätzlich begangen wurde.  

 

112. Mit anderen Worten hat der Athlet nachzuweisen, dass er sich nicht vorsätzlich im Sinne 

von Art. 10.2.1.1 Doping-Statut resp. Art. 10.2.3 Doping-Statut verhalten hat. 

 

113. Art. 3.1 Doping Statut äussert sich zwar nicht explizit zu den Anforderungen an das 

Beweismass des durch den Athleten zu erbringenden Nachweises eines nicht-vorsätzlichen 

Verhaltens. Implizit geht jedoch aus dessen Art. 3.1.2 hervor, dass bei richtiger Auslegung 

auch für den Nachweis nicht-vorsätzlichen Verhaltens das Beweismass der 

Glaubhaftmachung gilt, das im Statut lediglich "für den Gegenbeweis bezüglich einer zu 

widerlegenden Vermutung oder für den Nachweis aussergewöhnlicher Tatsachen oder 

Umstände beim Athleten" explizit erwähnt wird. Dieses Beweismass verlangt nach 

allgemeiner Lehre und Rechtsprechung mehr als blosses Behaupten. Behauptungen müssen 

vielmehr mit konkreten Anhaltspunkten oder Indizien untermauert und durch Belege 

gestützt werden, sodass die urteilende Instanz auf der Grundlage der verfügbaren 

Beweismittel zur Überzeugung gelangt, dass mehr für als gegen die vom Beweispflichtigen 

vorgetragene Version spricht (vgl. Entscheid der Disziplinarkammer SSI v. M.J. vom 12. Juli 

2019, Erw. 7.5). 

 

114. Gemäss Art. 10.2.3 wird der in Art. 10.2 verwendete Begriff "vorsätzlich" für Athleten und 

andere Personen verwendet, die ein Verhalten an den Tag legten, von dem sie wussten, dass 

 

 19 

es einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellt, beziehungsweise dass ein 

hohes Risiko besteht, dass dieses Verhalten einen Verstoss gegen Anti-Doping-

Bestimmungen darstellen oder zu einem solchen Verstoss führen könnte und sie dieses 

Risiko bewusst eingingen.  

 

115. Im Gegensatz zu einem vorsätzlichen oder eventualvorsätzlichen Vorgehen charakterisiert 

sich die fahrlässige Begehung durch eine Sorgfaltspflichtverletzung. Der Täter bedenkt aus 

pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Folgen seines Verhaltens nicht oder nimmt keine 

Rücksicht auf diese. Weiter lässt sich die Fahrlässigkeit in bewusste und unbewusste 

Fahrlässigkeit unterteilen.  

 

116. Nach Definition des Doping-Statuts ist "Verschulden" eine Pflichtverletzung oder ein Mangel 

an Sorgfalt in einer bestimmten Situation. Dieser Begriff umfasst Vorsatz sowie 

Fahrlässigkeit. Bei der Bewertung der Schwere des Verschuldens eines Athleten oder einer 

anderen Person gilt es beispielsweise zu berücksichtigen, die Erfahrung des Athleten oder 

einer anderen Person; ob der Athlet oder eine andere Person eine schutzbedürftige Person 

ist; das Risiko, das ein Athlet hätte erkennen müssen; und die Sorgfalt und Prüfung durch 

einen Athleten in Bezug auf das Risiko, das hätte erkannt werden müssen. 

 

117. Vorliegend ist zunächst festzuhalten, dass es sich unbestritten bei der angeschuldigten 

Person um einen Freizeitsportler im Sinne des Doping-Statuts handelt und es sich bei 

RAD140 um keine Missbrauchssubstanz, sondern um eine nicht-spezifische Substanz 

handelt (vgl. Art. 4.2.4 Doping-Statut i.V.m. S. 3 und S. 5 Dopingliste). 

 

118. Die Antragstellerin vertritt den Standpunkt, dass die von der angeschuldigten Person 

behauptete Verwechslung zwischen Ashwagandha und RAD140, nicht einen fehlenden 

Vorsatz rechtfertige. Es liege mindestens Eventualvorsatz vor. Man könne der 

angeschuldigten Person allenfalls zugutehalten, dass sie zwar den ursprünglichen Willen 

hatte, ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen, jedoch könne sie nicht 

glaubwürdig darlegen, warum sie schliesslich einen selektiven Androgenrezeptor-Modulator 

und damit ein verbotenes Dopingmittel bestellt habe. Bei einer online-Bestellung seien 

immer mehrere Schritte notwendig bis zur definitiven Bestellung. Es hätte ihm auffallen 

müssen, dass er anstatt Ashwagandha das Produkt RAD140 in den Warenkorb gelegt hat. 

Zudem hätte die angeschuldigte Person mit einer einfachen Suchanfrage feststellen können, 

dass es sich um eine verbotene Substanz handle. 

 

119. Die angeschuldigte Person bringt vor, sie habe für den Muskelaufbau und die Verringerung 

des Körperfetts ein Produkt mit natürlichen Inhaltsstoffen, nämlich Ashwagandha kaufen 

wollen. Für ein Produkt, das die Leistung in unzulässigerweise erhöhe und auch 

gesundheitsgefährdend sei, habe die angeschuldigte Person als Freizeitsportler ohne 

sportliche Ambitionen schlicht keinen Bedarf und auch keinen Bestellwillen gehabt. Hätte 

die angeschuldigte Person die Absicht gehabt, seine Leistungen unzulässig zu steigern, hätte 

er das Produkt bei einem unseriösen Händler bestellt. Er habe das Produkt ohne weitere 

Recherche und in der festen Überzeugung, ein mit Ashwagandha vergleichbares Produkt 

bestellt zu haben bestellt, da bei beiden Produktarten die gleichen positiven Wirkungen auf 

den Muskelaufbau und den Körperfettabbau aufgeführt gewesen seien. Er sei sich nicht 

einmal bewusst gewesen, dass es sich bei dem auf der Verpackung angegebenen Begriff 

"RAD140" um eine Substanz handle, sondern habe dies für den Namen des Produkts 

gehalten, welches unter anderem von "Swiss Pharmaceuticals" in der Schweiz hergestellt 

werde und daher vertrauenswürdig erschien. Er habe weitere Nachforschungen 

unterlassen, weil ihm gar nicht bewusst war, dass Nahrungsergänzungsmittel teilweise 

verbotene und gesundheitsgefährdenden Substanzen enthalten und dass solche Substanzen 

 

 20 

auch bei harmlos erscheinenden Onlinehändlern erhältlich seien. Insbesondere dann nicht, 

wenn der Online-Händler aus Österreich und damit aus einem Nachbarland der Schweiz 

stamme. Er sei der Ansicht gewesen, dass ein Online-Händler aus der EU die gleichen 

ethischen und rechtlichen Standards einhalte wie ein Online-Händler aus der Schweiz. 

Weder aus der Produktbeschreibung noch aus dem Bestellvorgang sei ersichtlich gewesen, 

dass das Produkt aus der Slowakei versandt werde. Selbst heute werde noch auf der Website 

behauptet, dass es für Hobbysportler, die sich keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen 

wollten, erlaubt sei, das Produkt aus legalen Quellen in geringen Mengen in Deutschland zu 

besitzen und zu konsumieren.  

 

120. Zu berücksichtigen gelte ferner, dass die angeschuldigte Person völlig unerfahren bezüglich 

der Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln sei. Freizeitsportler seien weit weniger oder gar 

nicht sensibilisiert und hätten kaum Erfahrungen mit den geltenden Dopingbestimmungen 

und seien sich entsprechend auch nicht bewusst, dass bei der Bestellung von vermeintlich 

harmlosen Nahrungsergänzungsmitteln, die in keiner Weise mit dem sportlichen Hobby in 

Verbindung stehen, Vorsicht geboten sei. Eine wichtige Rolle würden auch die sozialen 

Medien spielen, welche nur die positiven Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln 

vermitteln würden.  

 

121. Ferner sei unverständlich, weshalb die Antragstellerin im Falle einer Freizeitsportlerin, die 

eine Recherche zum bestellten Produkt unterlassen hatte, lediglich eine Fahrlässigkeit 

annahm und vorliegend ein eventualvorsätzliches Handeln annimmt. Die Antragstellerin 

würde die unterschiedliche Wertung insbesondere auf die Produkte zurückführen.  

 

122. Was die angeschuldigte Person zum Zeitpunkt der Bestellung wusste und wollte, kann – 

soweit die angeschuldigte Person nicht geständig ist – in der Regel nur mittels Rückschlüssen 

von äusserlich feststellbaren Umständen und Erfahrungsregeln beurteilt werden (vgl. BGE 

130 IV 58, Erw. 8.4). 

 

123. Die angeschuldigte Person war zum Zeitpunkt der Bestellung im November 2023 knapp 

18 Jahre alt und verfügte über eine Spielerlizenz für die 3. Liga beim Verein B._____. Zudem 

hat sie nach eigenen Angaben seit 2022 eine grosse Freude am Krafttraining im Fitnessstudio 

entwickelt. Von Freunden sei ihr dann zur Unterstützung des Muskelaufbaus und zur 

Reduzierung des Körperfettanteils mehrfach das Produkt Ashwagandha empfohlen worden. 

Sie sei dann durch die Eingabe der Suchbegriffe "ashwagandha fatburners" bei Google auf 

den österreichischen Onlinehändler gestossen, welcher unter der gleichen Rubrik neben 

Ashwaganhda das Produkt RAD140 verkauft habe. Aufgrund der positiven 

Produktbeschreibung ohne Warnhinweise und Risikoinformationen habe sie ohne weitere 

Recherche und in der festen Überzeugung ein mit Ashwagandha vergleichbares Produkt 

bestellt zu haben, das Produkt bestellt.  

 

124. Es erscheint für das Sportgericht glaubhaft, dass die angeschuldigte Person sich den 

potentiellen Risiken bei der Bestellung von Nahrungsergänzungsmitteln nicht bewusst war. 

Es erscheint auch glaubhaft, dass sich die angeschuldigte Person wie in ihrer Stellungnahme 

vom 2. Juli 2024 ausgeführt, nicht bewusst war, dass sich verbotene Substanzen ohne 

weiteres im Internet bestellen lassen und ihr der Begriff SARM bzw. RAD140 nicht bekannt 

war. Es ist nachvollziehbar, dass die angeschuldigte Person als Freizeitsportler wenig oder 

gar nicht sensibilisiert ist hinsichtlich der Dopingbestimmungen oder sich zumindest bei der 

Bestellung von vermeintlich harmlosen Nahrungsergänzungsmitteln deren nicht bewusst ist. 

Ebenfalls glaubhaft erscheint, dass die angeschuldigte Person das Produkt bestellt hat ohne 

an ihre sportlichen Aktivitäten als Freizeit-Unihockeyspieler zu denken.  

 

 

 21 

125. Es erscheint jedoch nicht glaubhaft, dass die angeschuldigte Person wie von ihr behauptet, 

aus Versehen anstelle von Ashwagandha RAD140 bestellte. Es ist davon auszugehen, dass 

die angeschuldigte Person sich bewusst aufgrund der Wirkung in der Produktbeschreibung 

für RAD140 entschied, ohne zu wissen, um was für ein Produkt es sich handelt. Gibt man 

bei Google die Suchbegriffe "ashwagandha fatburners" ein, wird unter den ersten 

Suchtreffern die Website "fatburners.at" angezeigt. Klickt man auf den Link gelangt man 

direkt zum Produkt Ashwagandha auf der Website von fatburners.at. Unter der Rubrik 

Supplements findet man, anders als von der angeschuldigten Person dargestellt, jedoch 

nicht das Produkt RAD140. Wie und unter welcher Rubrik die angeschuldigte Person 

schliesslich das Produkt fand, lässt sich nicht mehr feststellen, da der Online-Händler das 

Produkt heute nicht mehr vertreibt. Ferner ist der Antragstellerin beizupflichten, dass es für 

eine Bestellung mehrerer Schritte bedarf. 

 

126. Die angeschuldigte Person erklärte, dass sie, nachdem sie von Freunden immer wieder von 

Ashwagandha gehört habe und schliesslich auch im Internet über die positive Wirkung 

gelesen habe, den Wunsch Ashwagandha zur Förderung des Muskelaufbaus auszuprobieren 

mit den Eltern besprochen habe. Die angeschuldigte Person scheint sich im Vorfeld zur 

Bestellung von Nahrungsergänzungsmitteln Gedanken gemacht zu haben. Es lässt sich 

deshalb nur schwer nachvollziehen und ist der angeschuldigten Person vorzuwerfen, dass 

sie schliesslich ein Produkt bestellte, ohne zu wissen, um was für ein Produkt es sich handelt 

bzw. leichtsinnig davon ausging es handle sich um ein natürliches und mit Ashwagandha 

vergleichbares Produkt. 

 

127. Es ist der Anzeigestellerin beizupflichten, dass mit einer einfachen Online-Recherche durch 

Eingabe des Suchbegriffs RAD140 zu erkennen gewesen wäre, dass es sich um eine 

unzulässige Substanz handelt. Auf der Website von fatburners.at gab es bereits 2023 (zum 

Zeitpunkt der Bestellung) einen Artikel mit Informationen zur Substanz RAD140. So wird 

unter dem Titel "Testolone in Deutschland: Ist RAD-140 legal?" darauf hingewiesen, dass 

sich der Kunde vor dem Kauf und Konsum von RAD-140 (Testolone) über die Gesetzeslage 

im eigenen Land informieren soll. In Bezug auf Deutschland wird sodann darauf aufmerksam 

gemacht, dass der Besitz und die Verwendung gewissen Vorschriften unterliege. Es wird 

sodann auf das Anti-Doping-Gesetz und die dazugehörige Verordnung verwiesen und 

ausgeführt, dass einem Hobbysportler, der sich keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen will, 

erlaubt sei, Testolone (RAD-140) aus legalen Quellen in geringer Menge – maximal 90 mg- 

in Deutschland zu besitzen und zu konsumieren. Der Besitz der von der angeschuldigten 

Person bestellten Menge von 180 Kapseln à 10mg wäre auch in Deutschland offensichtlich 

verboten gewesen.  

 

128. Allein aus dieser Information ergibt sich, dass es sich bei der Substanz RAD140 nicht um ein 

harmloses natürliches Nahrungsergänzungsmittel handeln konnte. Es ist jedoch nicht 

erstellt, dass die angeschuldigte Person von diesem Artikel auf der Website des Online-

Händlers fatburners.at zum Zeitpunkt der Bestellung Kenntnis erlangt hat. Die 

angeschuldigte Person bringt weiter vor, in der gleichen Rubrik sei ihr sowohl RAD140 von 

"Swiss Pharmaceuticals" als auch das von ihr bestellte Produkt von Dark Labs vorgeschlagen 

worden. Die Etikette des Produkts von "Swiss Pharamceuticals" würde ein grosses Wappen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft zeigen, was beim Konsumenten eindeutig den 

Eindruck erwecke, das Produkt werde in der Schweiz hergestellt und sei deshalb besonders 

vertrauenswürdig. Diese irreführende Produktvermarktung habe die angeschuldigte Person 

in ihrer Produktwahl überzeugt, da sie irrtümlich davon ausgegangen sei, die Produkte 

würden in der Schweiz hergestellt. Diese Behauptung erscheint unglaubhaft. Vermag eine 

Irreführung aufgrund der Verwendung des Schweizer Wappens in Bezug auf die 

Produktherkunft und eines vermeintlich legalen Besitzes des Produkts von Swiss 

 

 22 

Pharamceuticals noch nachvollziehbar sein, erschliesst sich nicht, weshalb die 

angeschuldigte Person sich dennoch für ein anderes Produkt entschied. Sie bestellte ein 

Produkt von Dark Labs, auf welchem kein Schweizer Wappen erkennbar ist. Der 

Behauptung, sie sei davon ausgegangen, dass auch dieses Produkt in der Schweiz hergestellt 

werde und damit unbedenklich sei, ist unglaubhaft. Der angeschuldigten Person ist jedoch 

zuzustimmen, dass auf der Website fatburners.at und bei der Produktbeschreibung im 

Webshop nicht ersichtlich ist, dass das Produkt aus der Slowakei versandt wird. Ebenfalls 

beizupflichten ist ihr, dass in der Produktbeschreibung des bestellten Produkts von Dark Lab 

keine direkten Warnhinweise oder Risikoinformationen bezüglich Doping enthalten waren.  

 

129. Insgesamt erscheint aufgrund der Umstände des jungen Alters und der Erfahrung der 

angeschuldigten Person, der Bestellung des Produkts auf der Website eines österreichischen 

Onlinehändlers, den in den sozialen Medien verbreiteten positiven Vermarktung von 

Nahrungsergänzungsmitteln, dem positiven Produktbeschrieb mit fehlenden direkten 

Warnhinweisen und Risikoinformationen, der glaubhaften Darlegung der angeschuldigten 

Person, dass sie sich im Zeitpunkt der Bestellung nicht bewusst war, dass es sich beim 

bestellten Produkt um eine unerlaubte Substanz handeln könnte und dass sich eine 

verbotene Substanz über einen regulären Onlinehändler bestellen lässt, den glaubhaften 

Ausführungen, dass die angeschuldigte Person sich für das Produkt aufgrund der in der 

Produktbeschreibung festgehaltenen ähnlichen Wirkungen (Muskelaufbau und 

Körperfettabbau) wie Ashwagandha entschieden hat, der glaubhaften Darlegung, dass sie 

als Freizeitsportler zum Zeitpunkt der Bestellung sich eines Verstosses oder hohen Risikos 

eines Verstosses gegen die Anti-Doping-Bestimmungen nicht bewusst war, glaubhaft, dass 

die angeschuldigte Person nicht vorsätzlich handelte.  

 

130. Die angeschuldigte Person vermag mit anderen Worten glaubhaft aufzuzeigen, dass sie kein 

Verhalten an den Tag gelegt hat, von dem sie wusste, dass es einen Verstoss gegen Anti-

Doping-Bestimmungen darstellt bzw. dass ein hohes Risiko besteht, dass dieses Verhalten 

einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellen oder zu einem solchen Verstoss 

führen könnte und dieses Risiko bewusst einging.  

 

131. Sind die Voraussetzungen von Art. 10.2.1. nicht erfüllt, beträgt die Sperre grundsätzlich zwei 

Jahre (vgl. Art. 10.2.2 Doping-Statut). Unter besonderen Umständen ist bei Verstössen 

gegen Art. 2.1, 2.2 oder 2.6 des Doping-Statuts eine Reduktion der Sperre möglich (vgl. 

Art. 10.6.1 Doping-Statut). Vorliegend ist eine Reduktion der Sperre aufgrund von 

Art. 10.6.1.3 zu prüfen. Demnach besteht die Sanktion je nach Schwere des Verschuldens 

der schutzbedürftigen Person oder des Freizeitsportlers mindestens in einer Verwarnung 

ohne Sperre und höchstens in einer Sperre von zwei Jahren, wenn eine schutzbedürftige 

Person oder ein Freizeitsportler einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen, der keine 

Missbrauchssubstanz betrifft begeht, und die schutzbedürftige Person oder der 

Freizeitsportler nachweisen kann, dass kein grobes Verschulden vorliegt.  

 

132. Gemäss Anhang zum Doping-Statut ist vom Fehlen eines groben Verschuldens auszugehen, 

wenn nachgewiesen wird, dass das Verschulden unter Berücksichtigung aller Umstände und 

der Kriterien für "kein Verschulden" in Bezug auf den Verstoss nicht zumindest 

grobfahrlässig war. "Kein Verschulden" heisst demnach nicht einmal Verschulden in Form 

einer Fahrlässigkeit, mithin der Nachweis durch den Athleten, dass er weder wusste noch 

vermutete noch unter Anwendung äusserster Sorgfalt hätte wissen oder vermuten können, 

dass er eine verbotene Substanz oder Methode angewendet hat oder dass ihm eine 

verbotene Substanz oder Methode verabreicht wurde oder dass er auf andere Weise gegen 

eine Anti-Doping-Bestimmung verstossen hat.  

 

 

 23 

133. Die angeschuldigte Person bringt vor, sie habe durch ihr Verhalten nicht einmal 

grobfahrlässig gehandelt. Es gilt daher zu prüfen, ob der angeschuldigten Person der 

Nachweis gelingt, dass ihr kein grobes Verschulden vorgeworfen werden kann, dass sie mit 

anderen Worten nicht grobfahrlässig handelte.  

 

134. Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die elementarsten Vorsichtsgebote ausser Acht gelassen 

werden und das Verhalten des Fehlbaren damit "schlechterdings unverständlich" erscheint. 

Grobfahrlässig handelt, wer Massnahmen nicht ergreift, die jedem verständigen Menschen 

in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen hätten einleuchten müssen. Bei der 

leichten Fahrlässigkeit hat der Schädiger zwar nicht die elementarsten Vorsichtsgebote 

verletzt, aber dennoch das Mass an Sorgfalt ausser Acht gelassen, welches die Verkehrssitte 

von einer mit dem Handelnden in gleichen Verhältnissen stehenden Person unter den 

konkreten Umständen gebietet (vgl. BSK OR I, Kessler, N 49 zu Art. 41 OR). Für die 

Beurteilung eines Sorgfaltsmangels, ist daher ein Vergleich zwischen dem tatsächlichen 

Verhalten der angeschuldigten Person und dem hypothetischen Verhalten eines 

durchschnittlich sorgfältigen Menschen in der Situation der angeschuldigten Person 

aufzustellen.  

 

135. Der Antragstellerin ist beizupflichten, dass grundsätzlich zur Beurteilung des subjektiven 

Tatbestands und damit auch bezüglich des Verschuldens einzig darauf abzustellen ist, was 

der Käufer zum Bestellzeitpunkt wusste bzw. hätte wissen müssen und es unbeachtlich ist, 

dass die verbotene Substanz nicht im Zusammenhang mit der ausgeübten Sportart, gekauft 

wurde (vgl. CAS 2023/A/9451, CAS 2023/A/9455, CAS 2023/A/9456 Erw. 350, Entscheid der 

Disziplinarkammer SSI v. M.J. vom 12. Juli 2019, Erw. 8.4: Entscheid der Disziplinarkammer 

SSI v. M.H. vom 26. August 2021, Erw. 12.5). Anders zu beurteilen wäre dies, wenn es sich 

um eine Missbrauchssubstanz handeln würde. Diesfalls könnte die Sperre reduziert werden, 

wenn der Athlet nachweist, dass er die Missbrauchssubstanz ausserhalb des Wettkampfes 

und nicht im Zusammenhang mit sportlicher Leistung konsumiert hat (vgl. Ziff. 10.2.4.1 

Doping-Statut). Die fehlende Absicht einer sportlichen Leistungssteigerung stellt nach der 

Rechtsprechung des CAS eine Bedingung für eine Reduktion einer Sperre dar, rechtfertigt 

für sich alleine jedoch keine Reduktion. Um eine Reduktion der Sperre zu rechtfertigen, gilt 

es die Gesamtumstände zu berücksichtigen (vgl. CAS 2012/A/2959, Erw. 8.23 f.). 

 

136. Die angeschuldigte Person macht geltend, dass unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren, 

welche gemäss Anhang des Doping-Statuts zur Beurteilung der Schwere des Verschuldens 

heranzuziehen seien, der angeschuldigten Person lediglich ein Verschulden im untersten 

Bereich vorgehalten werden könne. Das Handeln der angeschuldigten Person stelle eine 

Unachtsamkeit ohne unlautere Absichten und insbesondere ohne die Absicht, das bestellte 

Produkt zu erwerben und sich einen unrechtmässigen Leistungsvorteil zu verschaffen dar. 

 

137. Es gelte zu berücksichtigen, dass die angeschuldigte Person zum Zeitpunkt der Bestellung 

knapp volljährig und nicht fähig gewesen sei die Lage korrekt einzuschätzen. Zudem sei die 

angeschuldigte Person völlig unerfahren bezüglich der Risiken von 

Nahrungsergänzungsmitteln und er sei als Freizeitsportler weit weniger oder gar nicht 

sensibilisiert und habe kaum Erfahrungen mit den geltenden Dopingbestimmungen gehabt. 

Er sei sich dementsprechend auch nicht bewusst gewesen, dass bei der Bestellung von 

vermeintlich harmlosen Nahrungsergänzungsmitteln, die in keiner Weise mit dem 

sportlichen Hobby in Verbindung stehe, Vorsicht geboten sei. Es könne daher auch nicht von 

einem Freizeitsportler erwartet werden, dass er Nachforschungen (bspw. Suchabfragen) 

über konkrete Nahrungsergänzungsmittel vornehme. Hinsichtlich der Sorgfalt und Prüfung 

durch die angeschuldigte Person in Bezug auf das Risiko spiele das soziale Umfeld eine 

wesentliche Rolle. Viele Freunde in seinem Umfeld würden Nahrungsergänzungsmittel 

 

 24 

nehmen und positive Erfahrungen teilen. Es müsse beachtet werden, dass die 

angeschuldigte Person zu keinem Zeitpunkt Leistungssport betrieben habe und nicht 

erwartet werden könne, dass bei einem vermeintlichen Kauf von einem ähnlichen Produkt 

wie Ashwagandha weitergehende Recherchen getätigt werden. Die angeschuldigte Person 

habe ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel wie Ashwagandha bestellen wollen, das 

ihm von Freunden im Fitnesszentrum empfohlen worden sei. Aufgrund der geschilderten 

Umstände wäre eine Sperre von vier Jahren unverhältnismässig. Eine Verwarnung 

entspreche dem Ausmass des Verschuldens der angeschuldigten Person und sei vorliegend 

ausreichend um dem Unrechtsgehalt seiner Handlung Rechnung zu tragen. Die 

angeschuldigte Person sei durch das Verfahren auf die mit dem Erwerb von 

Nahrungsergänzungsmitteln verbundenen Risiken hingewiesen worden und nun hochgradig 

sensibilisiert. Er werde vom Kauf von unbekannten Nahrungsergänzungsmittel vollständig 

absehen. 

 

138. Weiter beanstandet die angeschuldigte Person, dass es unverständlich sei, warum im Falle 

einer Freizeitgolferin bei einer unterlassenen Recherche zum Produkt von der 

Anzeigestellerin fahrlässiges Handeln angenommen werde, während vorliegend von einem 

eventualvorsätzlichen Handeln ausgegangen werde. 

 

139. Die Antragstellerin begründet die unterschiedliche Beurteilung damit, dass DHEA primär als 

Anti-Aging-Produkt verwendet werde. Die Substanz für ihre Anti-Aging-Wirkung sehr 

bekannt sei und auch so vermarktet werde. RAD140 sei ein Androgenrezeptor-Modulator, 

welcher in der Sportszene ausschliesslich zu Dopingzwecken verwendet werde. Das Produkt 

sei in der Schweiz nicht zugelassen und werde aufgrund seiner konditions- und 

leistungssteigernden Wirkung im Internet und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Neben den 

Eigenschaften der betreffenden Substanzen liege der zentrale Unterschied der beiden Fälle 

in der Absicht der Verwendung der fraglichen Dopingmittel. Die Golferin sei über 60 Jahre 

alt gewesen und habe die Substanz als Anti-Aging-Mittel verwendet. Die angeschuldigte 

Person habe bestätigt, mit dem bestellten Produkt seine Muskelmasse erhöhen zu wollen, 

was zwangsläufig zu einer Verbesserung der physischen Verfassung und damit zu einer 

Leistungssteigerung im Sport führe. Selbst wenn bei der Bestellung der Substanz nicht an 

das Unihockeyspiel gedacht wurde. 

 

140. Es ist der Antragstellerin insofern beizupflichten, dass Substanzen, die primär nicht für ihre 

leistungssteigernde Wirkung bekannt sind, wie beispielsweise Anti-Aging Produkte oder 

Produkte gegen Wechseljahrbeschwerden und die angeschuldigte Person eine solche 

Verwendung glaubhaft darlegen kann, der Nachweis eher gelingt, dass sich die 

angeschuldigte Person eines Verstosses oder Risiko eines Verstosses nicht bewusst war und 

damit nicht vorsätzlich handelte.  

 

141. Hingegen dürfte man sich bei Muskelaufbaupräparaten oder Substanzen, welche für ihre 

leistungssteigernde Wirkung bekannt sind, sich des Risikos eines Dopingverstosses bewusst 

sein und eine Leistungssteigerung zumindest in Kauf nehmen, selbst wenn eine solche nicht 

beabsichtigt wird. Wie bereits erwähnt, ist die Frage einer vorsätzlichen Leistungssteigerung 

in Bezug auf die Erfüllung des Tatbestandes des Doping-Statuts nicht massgebend, sondern 

lediglich bei einer allfälligen Reduktion der Sperre zu berücksichtigen. 

 

142. Vorliegend gelingt es jedoch der angeschuldigten Person – wie bereits ausgeführt – 

glaubhaft darzulegen, dass sie nicht wusste, dass ihr Verhalten ein Verstoss gegen Anti-

Doping-Bestimmungen darstellt bzw. dass ein hohes Risiko besteht, dass dieses Verhalten 

einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellen oder zu einem solchen Verstoss 

führen könnte und dieses Risiko bewusst einging.  

 

 25 

143. Die angeschuldigte Person gesteht ein, dass er bei der Bestellung unachtsam gewesen sei 

und eine vertieftere Internetrecherche aufgezeigt hätte, dass es sich um eine verbotene 

Substanz handelte und nicht etwa um ein mit Ashwagandha vergleichbares Produkt. Der 

angeschuldigten Person ist zuzustimmen, dass er bei pflichtgemässer Vorsicht hätte 

erkennen müssen, dass es sich beim bestellten Produkt um eine verbotene Substanz 

handelt. 

 

144. Es ist der angeschuldigten Person vorzuhalten, dass sie ein Produkt bestellte, ohne genau zu 

wissen, um was für ein Produkt und mit welchen Inhaltsstoffen es sich handelt.  

 

145. Aufgrund der Produktbeschreibung des bestellten Produktes hätte eine sorgfältig handelnde 

Person Abklärungen zur Substanz RAD140 vorgenommen und mit einer einfachen 

Suchanfrage im Internet in Erfahrung gebracht, dass es sich um eine verbotene 

Dopingsubstanz handelt. Dies deshalb, weil sich in der Produktbeschreibung im Webshop 

klare Hinweise finden lassen, dass es sich nicht um ein natürliches und mit Ashwagandha 

vergleichbares Produkt handeln kann. Sätze in der Produktbeschreibung wie, "wir 

empfehlen wie nach jedem Steroid-, Prohormon- oder SARM-Zyklus eine Post Cycle Therapy. 

Der selektive Androgenrezeptor Modulator (kurz SARM) RAD140 richtet sich in erster Linie 

an leistungsorientierte Bodybuilder und Kraftsportler…" und "da die anabole Wirkung von 

RAD-140 höher ist als die von Testosteron, vereinfacht und verschnellert es den 

Muskelaufbau deutlich…" lässt eine sorgfältig handelnde Person aufhorchen, selbst wenn es 

sich bei dieser um einen Freizeitsportler handelt und diese nicht an ihre sportlichen 

Leistungen denkt und sich der geltenden Dopingbestimmungen nicht bewusst ist.  

 

146. Zu berücksichtigen ist, dass die angeschuldigte Person sehr jung und in Bezug auf 

Nahrungsergänzungsmittel glaubhaft unerfahren erscheint und dass in den sozialen Medien 

die positive Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln stark und häufig ohne Hinweise auf 

potentielle Risiken beworben wird. 

 

147. Ebenfalls in Erwägung zu ziehen ist, dass ein Freizeitsportler in Bezug auf die Bestellung von 

Nahrungsergänzungsmitteln oder vermeintlichen Nahrungsergänzungsmitteln nicht oder 

weitaus weniger auf einen potentiellen Dopingverstoss sensibilisiert ist als ein 

Leistungssportler oder ehemaliger Leistungssportler. Es muss dennoch darauf hingewiesen 

werden, dass es die Pflicht auch eines Freizeitsportlers ist, sich über die geltenden 

Dopingbestimmungen zu informieren. Ebenfalls glaubhaft erscheint für das Sportgericht, 

dass die angeschuldigte Person nicht wusste, dass sich verbotene Substanzen 

verhältnismässig einfach bei einem regulären Onlinehändler bestellen lassen und sie die 

Website des österreichischen Onlinehändlers fatburners.at als vertrauenswürdig erachtete. 

Aufgrund der fehlenden Information auf der Website von fatburners.at war denn auch nicht 

erkennbar, dass es sich beim bestellten Produkt, um ein Produkt aus der Slowakei handelt. 

 

148. Glaubhaft erscheint auch, dass die angeschuldigte Person mit der bestellten Substanz keine 

Absicht hatte, eine Leistungssteigerung im Unihockey zu erzielen. 

 

149. Das Sportgericht gelangt zusammengefasst zum Schluss, dass die angeschuldigte Person den 

behaupteten Irrtum über das bestellte Produkt bei pflichtgemässer Vorsicht hätte 

vermeiden können und somit fahrlässig handelte. Aufgrund der geschilderten Faktoren 

gelangt das Sportgericht zum Schluss, dass die angeschuldigte Person knapp nicht 

elementarste Vorsichtsgebote verletzt hat, jedoch das von ihm zu erwartende Mass an 

Sorgfalt ausser Acht gelassen hat. Es erscheint nicht ganz und gar unverständlich, dass die 

angeschuldigte Person aufgrund ihres doch sehr jungen Alters, ihrer Unerfahrenheit und 

dem fehlenden Bewusstsein, dass es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln, auch wenn sie 

 

 26 

auf einer europäischen Website online bestellt werden, um eine unzulässige Substanz 

handeln kann, keine näheren Abklärungen zum Produkt vorgenommen hat.  

 

150. Bei der Strafzumessung zu berücksichtigen gilt ferner, dass sich die angeschuldigte Person 

bisher keinen Dopingverstoss hat zuschulden lassen kommen. Das Verhalten der 

angeschuldigten Person liegt jedoch näher bei einem grobfahrlässigen Verhalten als bei 

keiner Fahrlässigkeit. Das Sportgericht erachtet daher aufgrund der Schwere des 

Verschuldens der angeschuldigten Person eine Sperre von einem Jahr als angemessene 

Sanktion. 

 

151. Gemäss Art. 10.13 Doping-Statut beginnt im Falle, dass keine Anhörung stattfand, die Sperre 

am Tag der Annahme oder ihrer Verhängung. Vorliegend beginnt die Sperre mit Eröffnung 

des vorliegenden Entscheides. 

 

152. Gemäss Art. 10.14.1 Doping-Statut ist es der angeschuldigten Person untersagt während der 

Sperre in keiner Eigenschaft 

- Weder an Wettkämpfen, organisierten Trainings oder anderen Aktivitäten 

teilzunehmen, die von einem Signatar des Codes, einer Mitgliederorganisation des 

Signatars, einem Verein oder einer anderen Mitgliedsorganisation der 

Mitgliedsorganisation des Signatars genehmigt oder organisiert wurde, 

- Noch an Wettkämpfen teilnehmen, die von einer Profiliga oder einem 

internationalen oder nationalen Ausrichter genehmigt oder organisiert wurden,  

- Noch an Aktivitäten des Spitzensports oder nationalen sportlichen Aktivitäten 

teilnehmen, die staatlich gefördert werden.  

 

153. Die Sperre gilt weltweit (Art. 15 Doping-Statut). 

4. Busse 

154. Art. 10.12 Doping-Statut hält fest, dass das Schweizer Sportgericht zusätzlich zu einer Sperre 

eine dem Einkommen angemessene Geldbusse aussprechen kann. Die Geldbusse darf 

grundsätzlich nicht dazu genutzt werden, die Dauer einer Sperre oder andere Sanktionen 

herabzusetzen. 

 

155. Ferner verzichtet das Schweizer Sportgericht praxisgemäss dann auf die zusätzliche 

Verhängung einer Geldbusse, wenn ein Athlet mit seinem Sport keine finanziellen Vorteile 

erzielt. Dies trifft auf den Angeschuldigten in vorliegendem Fall zu.  

 

156. Der Antrag der Anzeigestellerin die angeschuldigte Person zu einer Geldbusse in Höhe von 

CHF 100.00 zu verurteilen, erfolgte ohne Begründung und ist nach dem Gesagten 

abzuweisen. 

5. Öffentliche Berichterstattung 

157. Die Antragstellerin hat die Anordnung einer Veröffentlichung gemäss Art. 14.3 Doping-

Statut beantragt. 

 

158. Das Doping-Statut enthält Bestimmungen zur Veröffentlichung von Entscheiden, 

einschliesslich der Bedingungen und Modalitäten einer solchen Publikation. Allerdings 

besitzt das Schweizer Sportgericht keine Kompetenz, darüber zu entscheiden, ob und in 

welcher Form SSI einen Entscheid veröffentlichen darf oder muss. Ebenso wenig kann es SSI 

eine entsprechende Anordnung erteilen. 

 

 

 27 

159. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Feststellungen des Schweizer Sportgerichts keine 

Auswirkungen auf die öffentliche Berichterstattung haben. Indirekte Auswirkungen auf die 

Veröffentlichung ergeben sich insbesondere dann, wenn das Schweizer Sportgericht in 

seinem Entscheid feststellt, dass die betroffene Person minderjährig, schutzbedürftig oder 

als Freizeitsportler einzustufen ist. Gemäss Art. 14.3.6 Doping-Statut entfällt die in 

Art. 14.3.2 Doping-Statut vorgesehene verpflichtende Veröffentlichung, wenn die 

betroffene Person minderjährig, schutzbedürftig oder Freizeitsportler ist. In diesen Fällen 

muss eine etwaige Veröffentlichung in einem angemessenen Verhältnis zu den Umständen 

des Falls stehen und darf keine Namensnennung enthalten. 

 

160. Ebenso hat die Feststellung des Schweizer Sportgerichts, dass kein Verstoss gegen die Anti-

Doping-Bestimmungen vorliegt, unmittelbare Auswirkungen auf die Veröffentlichung des 

Entscheids. In einem solchen Fall darf eine Veröffentlichung nur mit Zustimmung der 

betroffenen Person erfolgen (vgl. Art. 14.3.3 Doping-Statut). Stellt das Schweizer 

Sportgericht hingegen einen Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen fest, ist SSI 

verpflichtet, über den Entscheid öffentlich zu berichten, unabhängig von der Zustimmung 

der betroffenen Person (Art. 14.3.2 Doping-Statut). 

 

161. Ferner bestimmt Art. 10.15 Doping-Statut, dass jede Sanktion mit einer automatischen, 

obligatorischen Veröffentlichung gemäss Art. 14.3 Doping-Statut einhergeht. 

 

162. Das Schweizer Sportgericht kann daher lediglich feststellen, ob ein Verstoss gegen die Anti-

Doping-Bestimmungen vorliegt oder nicht, ebenso wie beispielsweise die Tatsache, dass es 

sich bei der angeschuldigten Person um einen Amateursportler handelt. Im vorliegenden 

Fall hat das Schweizer Sportgericht einen solchen Verstoss festgestellt und dass A._____ ein 

Freizeitsportler im Sinne von Art. 14.3.6 Doping-Statut ist. 

 

163. Über die konkreten Auswirkungen dieser Feststellungen auf die Veröffentlichung des 

Entscheids verfügt das Schweizer Sportgericht nicht. Diese ergeben sich unmittelbar aus den 

geltenden Bestimmungen. Aufgrund dieser fehlenden Kompetenz kann das Schweizer 

Sportgericht weder über das Begehren der Antragstellerin zur Veröffentlichung des 

Entscheids befinden noch SSI diesbezüglich eine Anweisung erteilen. 

 

164. Folglich ist auf diesen Antrag nicht einzutreten. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht 

1. Verfahrenskosten 

165. Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid auch 

über die Kosten des Verfahrens.  

 

166. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Falles und angesichts dessen, dass 

der Fall sowohl in sachlicher wie auch rechtlicher Hinsicht vergleichsweise wenig 

Komplexität aufwies, werden die Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht auf 

CHF 500.00 festgelegt. Dabei ist festzuhalten, dass dieser Betrag bei Weitem nicht 

kostendeckend ist.  

 

167. In seinem Kostenentscheid hat das Schweizer Sportgericht insbesondere auch 

berücksichtigt, dass sich die angeschuldigte Person von Beginn an kooperativ gezeigt und die 

 

 28 

Durchführung des Verfahrens in keiner Weise erschwert hat, was letztlich zu einem 

vergleichsweise weniger aufwändigen Verfahren geführt hat. So gaben beide Parteien ihre 

Einwilligung zu einem Zirkularentscheid und es musste keine Hauptverhandlung 

durchgeführt werden. 

2. Verteilung der Verfahrenskosten 

168. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel 

der angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es nicht zu einer Verurteilung, so werden die 

Kosten dem betreffenden Sportverband oder SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht kann 

auch von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen, 

wenn die Umstände es rechtfertigen. Die Art. 107 und 108 der ZPO3 gelten sinngemäss 

(Art. 25 Abs. 2 VerfRegl). 

 

169. Die Antragstellerin hat zur Auferlegung der Verfahrenskosten kein Antrag gestellt. Die 

angeschuldigte Person beantragte hingegen, dass die Kosten des Verfahrens der 

Antragstellerin aufzuerlegen seien. 

 

170. Da es vorliegend zu einer Verurteilung der angeschuldigten Person kommt, sind dieser 

gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 500.00 aufzuerlegen. 

B. Parteienkostenersatz 

171. Gemäss Art. 25 Abs. 4 VerfRegl kann SSI ein Ersatz der Parteikosten zugesprochen werden. 

Die angeschuldigte Person hat im Falle eines Freispruchs Anspruch auf ganzen oder 

teilweisen Ersatz der Parteikosten, sofern sie nicht in rechtlich vorwerfbarer Weise das 

Verfahren veranlasst oder sonst dessen Durchführung erschwert hat (Art. 25 Abs. 5 

VerfRegl). 

 

172. Die Antragstellerin hat vorliegend keinen Antrag auf Ersatz ihrer Parteikosten gestellt. 

 

173. Da es vorliegend zu einer Verurteilung kommt und die angeschuldigte Person mit einer 

Sperre von einem Jahr sanktioniert wird, werden ihr keine Parteikosten ersetzt. Sie hat für 

ihre Parteikosten selbst aufzukommen.   

 
3  Schweizerische Zivilprozessordnung vom 29. Dezember 2008, SR 272 (ZPO). 

 

 29 

Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 
1. Die angeschuldigte Person wird eines Verstosses gegen Art. 2.6 des Doping-Statuts für 

schuldig erklärt. 
 
2. Die angeschuldigte Person wird im Sinne von Art. 10.2 i.V.m. Art. 10. 6.1.3 Doping-Statut zu 

einer Sperre von einem Jahr, beginnend ab Eröffnung des vorliegenden Entscheids. 
 
3. Die Verfahrenskosten vor dem Schweizer Sportgericht werden auf CHF 500.00 festgesetzt 

und der angeschuldigten Person auferlegt. 

 
4. Die weiteren Anträge werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

 

Bern, Schweiz 

Datum: 2. März 2025 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 
 

 

  Gabriel Nigon 

Vorsitzender Richter 

  

 

Pascale Gola 

Richterin 

  

Loris Baumgartner 

Richter 

   

 

  

  

 1 

 

 

SSG 2024/DO/22 - SSI v. A._____ / Wiedererwägungsgesuch 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Gabriel Nigon, Advokat, Basel 

Richterin:   Pascale Gola, Rechtsanwältin, LL.M., Zürich 

Richter:   Loris Baumgartner, Rechtsanwalt, Zürich 

 

 

In der Sache 

 

 

zwischen 

 

A._____ 

vertreten durch Olivia Curiger, Rechtsanwältin, Pachmann AG, Zürich 

 

- Gesuchsteller - 

 

und 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Jessica Brühlmann und Nicolas Chardonnens, Rechtsdienst 

 

- Gesuchsgegnerin - 

 

 

 

 
  

 

 2 

I. Entscheid vom 2. März 2025 

1. Am 2. März 2025 eröffnete das Schweizer Sportgericht im Verfahren SSG 2024/DO/22 

betreffend die Gesuchsgegnerin ("SSI") gegen den Gesuchsteller ("angeschuldigte Person") 

den Parteien den Entscheid. Gemäss diesem Entscheid stellte das Schweizer Sportgericht 

fest, dass sich die angeschuldigte Person eines Verstosses gegen Art. 2.6 des Doping-Statuts 

schuldig gemacht habe und die angeschuldigte Person deswegen im Sinne von Art. 10.2 in 

Verbindung mit Art. 10.6.1.3 des Doping-Statuts zu einer Sperre von einem Jahr, beginnend 

ab Eröffnung des Entscheids, verurteilt wird. 

 

2. Des Weiteren setzte das Schweizer Sportgericht die Verfahrenskosten auf CHF 500.00 fest 

und auferlegte diese vollumfänglich der angeschuldigten Person. Zudem stellte das 

Schweizer Sportgericht weiter fest, dass aufgrund der Verurteilung der angeschuldigten 

Person von einer Parteientschädigung abgesehen wird. 

II. Wiedererwägungsgesuch der angeschuldigten Person vom  
11. März 2025 

3. Mit Eingabe vom 11. März 2025 macht die angeschuldigte Person geltend, dass die 

Verfahrenskosten des Verfahrens SSG 2024/DO/22 an SSI auferlegt werden sollen und der 

angeschuldigten Person eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen sei. Zudem 

beantragt die angeschuldigte Person Einsicht in die vollständigen Akten des vorliegenden 

Verfahrens. 

 

4. Zur Begründung führt die angeschuldigte Person sinngemäs