# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d1709b8-8548-5d54-9456-7f9b96548927
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.06.2023 E-2087/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2087-2023_2023-06-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2087/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richterin Deborah D'Aveni,  

Richterin Constance Leisinger,    

Gerichtsschreiberin Tina Zumbühl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

ohne Zustellungsdomizil in der Schweiz,   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Datenschutz;  

Verfügung des SEM vom 6. April 2023 / N (…). 

 

 

 

E-2087/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste am 28. Dezember 2022 in die Schweiz ein. 

Bei der Einreise wurde er mangels gültiger Reisedokumente und Visum 

angehalten, wobei er den Grenzwächtern des Bundesamts für Zoll und 

Grenzsicherheit (BAZG) gegenüber angab, sein Geburtsdatum sei der 

(…). 

B.  

Gleichentags reichte er beim SEM ein Asylgesuch unter Angabe des Ge-

burtsdatums (…) ein. 

C.  

Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-

Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass er am 24. Dezember 

2022 in Österreich ein Asylgesuch eingereicht hatte.  

D.  

Am 4. Januar 2023 reichte die zugewiesene Rechtsvertretung eine Voll-

macht zu den Akten. 

E.  

Am 28. Februar 2023 teilte die Rechtsvertretung dem SEM mit, dass das 

Geburtsdatum des Beschwerdeführers der (…) und er seinen Aussagen 

zufolge volljährig sei. Es gebe somit keinen Anlass für eine Erstbefragung 

für UMA (unbegleitete minderjährige Asylsuchende). 

F.  

Am 2. März 2023 ersuchte das SEM die österreichischen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

Die österreichischen Behörden lehnten das Übernahmegesuch am 6. März 

2023 zunächst ab, mit der Begründung, der Beschwerdeführer sei in der 

Schweiz als UMA registriert worden, weshalb nunmehr die Schweiz zustän-

dig sei. In Österreich sei er im Übrigen mit dem Geburtsdatum (…) regis-

triert worden. 

E-2087/2023 

Seite 3 

G.  

Am 7. März 2023 fand die Personalienaufnahme statt. Der Beschwerde-

führer gab dort an, sein Geburtsdatum sei der (…) (Protokoll in den SEM 

Akten […] [nachfolgend A] 22). 

H. . 

Anlässlich des sogenannten Dublingesprächs vom 20. März 2023 (A 26) 

gab der Beschwerdeführer an, sein Geburtsdatum nicht zu kennen. In Ös-

terreich hätten die Behörden ihn nicht nach seinem Geburtsdatum gefragt, 

sondern sie hätten es ([…]) selber so eingetragen. Das Personalienblatt 

wiederum habe eine andere Person für ihn ausgefüllt und dabei den (…) 

notiert. Er erinnere sich nicht daran, den Grenzwächtern das Geburtsda-

tum (…) angegeben zu haben. Der Beschwerdeführer reichte eine Taskira 

ein, auf welcher das Geburtsdatum (…) ([…]) notiert ist. 

I.  

Am 15. März 2023 wurde zur Feststellung seines Alters eine forensisch-

medizinische Untersuchung am Institut für Rechtsmedizin im Kantonsspital 

B._______ durchgeführt. In seinem Gutachten vom 22. März 2023 kam 

das Institut zum Ergebnis, dass sich gestützt auf die Untersuchung der 

Hand und der Weisheitszähne ein durchschnittliches Lebensalter von 18 

bis 22 Jahren und ein Mindestalter von 17 Jahren ergebe. Das vom SEM 

in seinem Auftragsschreiben genannte Alter von (…) könne aufgrund des 

aus der Zahnentwicklung resultierenden Mindestalters zutreffen. Das 

Schlüsselbeinbrustgelenk könne wegen einer anatomischen Normvariante 

nicht zur Altersdiagnostik herangezogen werden. 

J.  

Am 23. März 2023 ersuchte das SEM die österreichischen Behörden er-

neut um Übernahme des Beschwerdeführers und führte aus, es gehe von 

der Volljährigkeit des Beschwerdeführers aus. Gleichentags stimmten die 

österreichischen Behörden dem Ersuchen gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. 

b Dublin-III-VO zu. 

K.  

Am 29. März 2023 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das rechtli-

che Gehör zum Altersgutachten und hielt fest, es gehe gestützt auf die Ak-

tenlage weiterhin von seiner Volljährigkeit aus und beabsichtige, das im 

Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) registrierte Geburtsda-

tum vom (…) zu belassen.  

E-2087/2023 

Seite 4 

L.  

In der Stellungnahme vom 4. April 2023 liess der Beschwerdeführer fest-

halten, das SEM habe zu wenig berücksichtigt, dass er als Analphabet von 

Zahlen und Geburtsdaten nichts verstehe und nicht wisse, wie alt er sei. Er 

wisse auch nicht, weshalb die österreichischen Behörden ihn mit dem Ge-

burtsdatum (…) erfasst hätten, man habe ihn nicht dazu befragt. Es sei 

nicht bekannt, wie es zu dieser Registrierung gekommen sei. Das Perso-

nalienblatt in der Schweiz habe er nicht selbst ausgefüllt. Dem Altersgut-

achten fehle es mit der Analyse der Schlüsselbeinbrustgelenke an einem 

wesentlichen Bestandteil der medizinischen Altersschätzung. Dennoch 

liege sowohl das ermittelte Skelettalter als auch das Zahnalter unter 18 

Jahren, was ein Indiz für seine Minderjährigkeit sei. Gemäss seiner Taskira 

sei er zwar volljährig, dies stelle aber nur ein Element der Beurteilung des 

Alters dar. Es bestünden Zweifel an seiner Volljährigkeit, weshalb von sei-

ner Minderjährigkeit auszugehen und das Geburtsdatum im ZEMIS auf den 

(…) anzupassen sei. 

M.  

Mit Verfügung vom 6. April 2023 (eröffnet am 11. April 2023) trat das SEM 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Über-

stellung nach Österreich an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, ansonsten er inhaftiert und unter 

Zwang in den für ihn zuständigen Dublin-Mitgliedstaat zurückgeführt wer-

den könne, wobei es den Kanton C._______ mit dem Vollzug der Wegwei-

sung beauftragte und festhielt, einer allfälligen Beschwerde komme keine 

aufschiebende Wirkung zu. Gleichzeitig stellte es fest, das Geburtsdatum 

im ZEMIS laute auf den (…). 

N.  

Am 12. April 2023 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat 

nieder. 

O.  

Mit Beschwerde vom 14. April 2023 (Poststempel) an das Bundesverwal-

tungsgericht beantragt der Beschwerdeführer, die Verfügung vom  

6. April 2023 sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei anzuerken-

nen und ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei festzustellen, dass der 

Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und 

die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht beantragt 

er, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren und ein amtlicher 

E-2087/2023 

Seite 5 

Rechtsbeistand einzusetzen, ausserdem sei die aufschiebende Wirkung 

wiederherzustellen. Gleichzeitig ersuchte er um Korrektur seines Geburts-

datums im ZEMIS auf den (…). 

P.  

Im Urteil E-2041/2023 vom 25. April 2023 stellte das Bundesverwaltungs-

gericht zunächst fest, die Beschwerde vom 14. April 2023 richte sich so-

wohl gegen den Nichteintretensentscheid gestützt auf die Dublin-III-Ver-

ordnung (Dispositivziffern 1 bis 4 der Verfügung) als auch gegen die Fest-

stellung des SEM, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS 

laute auf den (…) (mit Bestreitungsvermerk; Dispositivziffer 6). Es eröffnete 

sodann der Praxis entsprechend separate Verfahren für die beiden Fragen.  

Es beurteilte in der Folge im Verfahren E-2041/2023 die Frage, ob das 

SEM zu Recht gestützt auf Art. Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten war und seine Wegwei-

sung nach Österreich angeordnet hatte, bejahte dies und wies die Be-

schwerde betreffend die Dispositivziffern 1 bis 4 der Verfügung vom 6. April 

2023 ab. 

Q.  

Mit Verfügung vom 11. Mai 2023 wurde der Beschwerdeführer um Mittei-

lung ersucht, ob er unter Berücksichtigung des Urteils E-2041/2023 an sei-

ner Beschwerde betreffend die ZEMIS-Datenbereinigung festhalten oder 

diese allenfalls zurückziehen wolle. Der Beschwerdeführer nahm innert 

Frist keine Stellung dazu, weshalb davon ausgegangen wird, dass er an 

seiner Beschwerde festhalten will. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Da keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG vorliegt, ist es zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz 

teilgenommen und ist als Adressat des angefochtenen Entscheides von 

diesem betroffen, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 

E-2087/2023 

Seite 6 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte (Art. 50 und 52 VwVG) 

Beschwerde ist somit einzutreten. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat bezüglich der Anträge in der Be-

schwerdeschrift zwei Beschwerdeverfahren aufgenommen (E-2041/2023 

und E-2087/2023). Die Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG; vgl. Ziff. 1 bis 4 des Verfügungsdispositivs) 

wurde mit Urteil E-2041/2023 vom 25. April 2023 bereits rechtskräftig ab-

gewiesen. Vorliegender Prozessgegenstand ist nur noch die Frage, ob das 

SEM in der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2023 zu Recht festge-

stellt hat, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS laute auf 

den (…) (vgl. Ziff. 6 des Verfügungsdispositivs). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet hinsichtlich der ZEMIS-Berich-

tigung mit uneingeschränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene 

Verfügung somit auf die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie auf 

die Unangemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

3.  

Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 (e contrario) VwVG wird auf einen Schriften-

wechsel verzichtet, da sich die Beschwerde, wie nachfolgend aufgezeigt, 

als von vornherein unbegründet erweist. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde, es sei das im ZEMIS 

eingetragene Geburtsdatum (…) (mit Bestreitungsvermerk) auf den glaub-

haft vorgebrachten (…) abzuändern. 

4.2 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (SR 142.513; 

ZEMIS-Verordnung) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG. 

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Seite 7 

4.3 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 

Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein 

absoluter und uneingeschränkter Anspruch (vgl. die Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts [BVGer] A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 3.2 

und A-4313/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 3.2, je m.w.H.; vgl. ferner Ur-

teil des Bundesgerichts [BGer] 1C_224/2014 vom 25. September 2014 

E. 3.1). Die ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 ausdrück-

lich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 

4.4 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung zu beweisen, die Bundesbe-

hörde hat im Bestreitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbei-

teten Personendaten zu beweisen (Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 

13. August 2012 E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1; Urteile des BVGer 

A-4313/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 3.2 und A-1732/2015 vom 

13. Juli 2015 E. 4.2). Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG 

gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkennt-

nisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; un-

umstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Be-

richtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersu-

chungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzu-

klären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist aber gemäss Art. 13 

Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwirken (vgl. 

zum Ganzen Urteile des BVGer A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015 

E. 3.3, A-2291/2015 vom 17. August 2015 E. 4.3 und A-3555/2013 vom 

26. März 2014 E. 3.3, je m.w.H.).  

4.5 Kann bei einer verlangten beziehungsweise von Amtes wegen beab-

sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige 

der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder 

die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (Art. 5 Abs. 1 DSG). 

Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personenda-

ten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bear-

beitet werden. Dies gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und 

Geburtsdaten. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der 

Bearbeitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren 

Richtigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die 

Anbringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die 

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Seite 8 

Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei 

mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Daten zu-

nächst zu berichtigen und die neuen anschliessend mit einem derartigen 

Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben weiterhin 

abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätzlich der 

Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Rich-

tigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumin-

dest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem 

Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils von 

Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entsprechen-

der Antrag gestellt worden ist (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.4 m.w.H.). 

5.  

5.1 Nach dem Gesagten obliegt es demnach vorliegend grundsätzlich dem 

SEM zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum 

([…]) korrekt ist. Der Beschwerdeführer wiederum hat nachzuweisen, dass 

das von ihm im Datenänderungsgesuch geltend gemachte Datum ([…]) 

richtig beziehungsweise zumindest wahrscheinlicher ist als das im ZEMIS 

erfasste, ihm mithin eine höhere Glaubwürdigkeit zukommt als dem bishe-

rigen Eintrag (Urteil des BVGer A-3051/2018 vom 12. März 2019 E. 5.5). 

Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis, ist dasjenige Geburtsdatum im 

ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher 

ist. 

5.2 Die Vorinstanz stützt den bestehenden ZEMIS-Eintrag auf die vom Be-

schwerdeführer gemachten Angaben zu Beginn des Asylverfahrens. So-

wohl im Personalienblatt als auch in der Personalienaufnahme habe er den 

(…) als Geburtsdatum notiert (A1 und A22), weswegen dieses Datum im 

ZEMIS erfasst worden sei. Erst im Rahmen des rechtlichen Gehörs zum 

Altersgutachten habe er den (…) als sein Geburtsdatum genannt. Dieses 

habe er zwar auch gegenüber den Grenzwächtern angegeben. Anlässlich 

des Dublingesprächs sei er aber nicht in der Lage gewesen zu erklären, 

weshalb er von den Grenzwächtern als minderjährige Person erfasst wor-

den sei. Er habe nur gesagt, er könne sich nicht daran erinnern. Damit 

habe er signalisiert, dass der (…) nicht stimme. Da er in Österreich unter 

dem Geburtsdatum (…) und auch gemäss der eingereichten Kopie der Tas-

kira volljährig sei, sei das von ihm vorgebrachte Geburtsdatum (…), ge-

mäss welchem er minderjährig sei, nicht wahrscheinlicher als das vom 

SEM erfasste Datum (…). Hinzu komme, dass – auch wenn die vom Bun-

desverwaltungsgericht entwickelten Kriterien bezüglich der Aussagekraft 

der Altersgutachten nicht angewandt werden könne, da dem Gutachten nur 

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Seite 9 

eine der relevanten Analysen zugrunde gelegen habe – das Gutachten 

zum Schluss komme, dass ein Alter von (…) (und somit das dem Geburts-

datum […] entsprechende Alter) möglich sei. 

5.3 Der Beschwerdeführer hält dem in der Rechtsmitteleingabe im Wesent-

lichen entgegen, sowohl das Skelettalter als auch das Zahnalter liege ge-

mäss Altersgutachten unter 18 Jahren, was ein wichtiges Indiz für seine 

Minderjährigkeit sei. Gemäss Rechtsprechung könne jedenfalls nicht auf 

seine Volljährigkeit geschlossen werde. Seine widersprüchlichen Angaben 

zu seinem Alter seien mit seinem Analphabetismus zu erklären und er sei 

auf die Hilfe von Dritten angewiesen. Die österreichischen Behörden hätten 

ihn nicht nach seinem Alter gefragt, sondern einfach ein Geburtsdatum ein-

getragen. Ausserdem könnten die inkonsistenten Angaben auch als Hin-

weis für die Minderjährigkeit gesehen werden. 

5.4 Damit gelingt es dem Beschwerdeführer offensichtlich nicht, nachzu-

weisen (im Sinne des geltenden Beweismasses, vgl. oben E. 4.4), dass 

das von ihm behauptete Alter richtig, beziehungsweise zumindest wahr-

scheinlicher ist, als das derzeit im ZEMIS eingetragene. 

Das Bundesverwaltungsgericht kam in seinem Urteil E-2041/2023 vom  

25. April 2023 in Würdigung der gesamten Umstände zum Schluss, dass 

die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Minderjährigkeit nicht glaub-

haft sei. So habe der Beschwerdeführer zunächst gegenüber dem SEM 

angegeben, sein Geburtsdatum sei der (…), womit er volljährig wäre. Spä-

ter habe er demgegenüber vorgebracht, sein Geburtsdatum nicht zu ken-

nen, habe aber weder geltend gemacht, dass er minderjährig noch dass 

das vom SEM erfasste Geburtsdatum (…) falsch beziehungsweise zu kor-

rigieren sei. Die ausdrückliche Nachricht der Rechtsvertretung, der Be-

schwerdeführer sei volljährig, spreche schliesslich sehr stark für die Voll-

jährigkeit. Erst anlässlich seiner Stellungnahme zum rechtlichen Gehör zur 

Altersabklärung, mithin über drei Monate nach der Einreichung des Asyl-

gesuchs, habe er erstmals geltend gemacht, minderjährig zu sein. Aber 

auch in Österreich sei er als volljährige Person registriert worden. Zwar sei 

richtig, dass allein aufgrund des Altersgutachtens nicht auf seine Volljäh-

rigkeit geschlossen werden könne. Das SEM habe dies aber auch nicht 

getan, sondern eine Gesamtwürdigung vorgenommen und die geringe 

Aussagekraft des Gutachtens berücksichtigt. Demgegenüber könne das 

Gutachten – entgegen seiner Ansicht – auch nicht als wichtiges Indiz für 

seine Minderjährigkeit gewichtet werden, zumal es lediglich ein Mindestal-

ter von (…) Jahren feststelle, aber von einem durchschnittlichen 

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Seite 10 

Lebensalter von 18 bis 22 Jahren ausgehe. Hinzu komme sodann auch 

noch, dass der Beschwerdeführer sogar gemäss der eingereichten Taskira 

volljährig sei (ebd. E.6.4). 

Nachdem die geltend gemachte Minderjährigkeit auch nach dem tieferen 

Beweismass der Glaubhaftigkeit nicht gegeben ist, kann das geltend ge-

machte Geburtsdatum, der (…), nicht als bewiesen gelten oder zumindest 

wahrscheinlicher sein als das derzeit in ZEMIS eingetragene. 

5.5 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des im ZEMIS eingetrage-

nen Geburtsdatums ([…]) noch das vom Beschwerdeführer behauptete 

Datum ([…]) bewiesen. Weil jedoch die geltend gemachte Minderjährigkeit 

des Beschwerdeführers nicht glaubhaft ist, ist das bereits im ZEMIS fest-

gehaltene Geburtsdatum zumindest wahrscheinlicher als das behauptete 

Datum. Das Gericht gelangt daher zum Schluss, dass die Voraussetzun-

gen für eine Datenänderung im ZEMIS nicht gegeben sind. Der beste-

hende Eintrag ist daher mit entsprechendem Bestreitungsvermerk unver-

ändert zu belassen. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 49 

VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

In der vorformulierten Beschwerde wird ein Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung gestellt sowie eines um Beigabe eines 

amtlichen Rechtsbeistandes. Die Anträge werden weder begründet, noch 

hat der Beschwerdeführer seine Mittellosigkeit belegt. Ungeachtet dessen 

erweisen sich die Begehren als aussichtlos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG, weshalb die Gesuche abzuweisen sind. Demnach hat der Be-

schwerdeführer die Verfahrenskosten von Fr. 500.– zu tragen (Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

8.  

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-

schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 

zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-

nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt 

zu geben.  

E-2087/2023 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des Beschwerdeführers ([…]) 

und der Bestreitungsvermerk sind zu belassen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 500.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Publikation des vorliegenden Ur-

teils unter Angabe der Geschäftsnummer E-2087/2023 zu Gunsten der Ge-

richtskasse (IBAN-Nr. CH 54 0900 0000 3021 7609 6, SWIFT-Code PO-

FICHBEXXX) zu überweisen. 

4.  

Das Gesuch um amtliche Verbeiständung wird abgewiesen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM, das Generalsekre-

tariat EJPD und den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbe-

auftragten. 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tina Zumbühl 

  

E-2087/2023 

Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind beizulegen, soweit sie der 

Beschwerdeführer in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

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