# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95bdbf72-0e1f-51ee-bfe1-97bcb99529c3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.07.2020 200 2020 342
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-342_2020-07-28.pdf

## Full Text

200 20 342 UV
FUE/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Juli 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 1. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juli 2020, UV/20/342, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) war bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses per 30. Juni 2016 
bei der D.________ AG als Mitarbeiter ... angestellt und dadurch bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva bzw. Be-
schwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nicht-
berufsunfällen versichert (Akten der Suva [act. II] 1; 138 S. 2; 200 S. 2), als 
er am 11. Dezember 2013 auf dem Gehsteig ausrutschte und sich das 
rechte Handgelenk verstauchte (act. II 1). Der Versicherte klagte daraufhin 
über Beschwerden daselbst (act. II 6 S. 1). Die Suva erbrachte die gesetz-
lichen Leistungen, indem sie Taggelder ausrichtete und Heilbehandlung 
gewährte (act. II 2 f.). In der Folge traten in Zusammenhang mit einem Er-
eignis vom 21. Januar 2013 (bei dem der Versicherte auf vereistem Boden 
gestürzt war und sich dabei auf der linken Hand abgestützt hatte [act. II 
48]) zusätzlich Beschwerden im linken Handgelenk auf (act. II 12 S. 1), 
welche am 17. Juni 2014 operativ behandelt wurden (act. II 34 S. 2) und 
wofür die Suva ihre Leistungspflicht ebenfalls anerkannte (act. II 49). Am 
31. Oktober 2014 und am 3. Februar 2015 erfolgten operative Eingriffe an 
der rechten Hand (act. II 59 S. 2 f.; 77 S. 1 f.). Im weiteren Verlauf persis-
tierten Beschwerden in beiden Händen bzw. Handgelenken (act. II 85 S. 2; 
86 S. 1). Dr. med. E.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, beurteilte im Rahmen einer 
kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Juni 2015 eine uneingeschränkte 
Rückkehr in die Tätigkeit als ... als nicht mehr wahrscheinlich (act. II 102 S. 
4) und befürwortete eine berufliche Neuorientierung (S. 5). In der Folge 
gewährte die Eidgenössische Invalidenversicherung (IV) eine Umschulung 
zum diplomierten ...HF (act. II 144 S. 2 f.), welche der Versicherte im 
Sommer 2019 erfolgreich abschloss (act. II 154 S. 2). Nachdem die Suva 
die medizinischen Akten med. pract. F.________, Facharzt für Chirurgie, 
zur Beurteilung vorgelegt hatte (Bericht vom 9. Januar 2020 [act. II 176]), 
verneinte sie mit Verfügung vom 4. Februar 2020 (act. II 183) bei einem 
Invaliditätsgrad von "weniger als 10%" einen Anspruch auf eine Invaliden-
rente sowie mangels Vorliegens einer erheblichen Schädigung der körperli-

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chen Integrität einen Anspruch auf Integritätsentschädigung. Die dagegen 
vom Versicherten erhobene Einsprache (act. II 195) wies die Suva mit Ent-
scheid vom 1. April 2020 (act. II 200) ab. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch die B.________, diese ver-
treten durch G.________, dipl. Rechtsfachfrau HF, mit Eingabe vom 15. 
Mai 2020 Beschwerde erheben. Er stellt die folgenden Anträge: 

1. Der Einspracheentscheid vom 1. April 2020 sei aufzuheben.

2. Es sei dem Beschwerdeführer eine Rente von mindestens 13% zuzuspre-
chen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juni 2020 beantragt die Beschwerdegegne-
rin, vertreten durch Rechtsanwalt C.________, die Abweisung der Be-
schwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der die Verfügung vom 4. Februar 2020 (act. II 
183) bestätigende Einspracheentscheid vom 1. April 2020 (act. II 200). 
Streitig und zu prüfen ist im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 
21. Januar und 11. Dezember 2013 (vgl. lit. A vorne) der Anspruch auf eine 
Invalidenrente der obligatorischen Unfallversicherung (vgl. Rechtsbegehren 
Ziff. 2). In Bezug auf den ebenfalls verneinten Anspruch auf eine Inte-
gritätsentschädigung stellt der Beschwerdeführer kein Rechtsbegehren 
respektive hält ausdrücklich fest, eine allfällige Schädigung der körperli-
chen Integrität im rechtlichen Sinne gelte es "zu gegebener Zeit" prüfen zu 
lassen (Beschwerde, S. 9). Demnach ist der angefochtene Einspracheent-
scheid, soweit den verneinten Anspruch auf Ausrichtung einer Integritäts-
entschädigung betreffend, mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen 
(vgl. BGE 144 V 354 E. 4.3 S. 358). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 
832.202) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 
– wie vorliegend – vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 
2015 des UVG ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

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Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt 
(Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 
2015 des UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt zunächst das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 UVG) 
sowie eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 
und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder teilweise 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 
Abs. 1 UVG). Ferner hat er Anspruch auf die zweckmässige Behandlung 
von Unfallfolgen (Art. 10 UVG). 

Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehandlung 
und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und Inte-
gritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 143 V 
148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201).

2.4 Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid 
(Art. 8 ATSG), so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 
UVG in der bis am 31. August 2016 in Kraft gestandenen und vorliegend 
massgeblichen Fassung [vgl. E. 2.1 vorne]). Die Invalidenrente beträgt bei 
Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie 
entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG).

2.4.1 Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditäts-
grades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre. 

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2.4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am vor dem Unfall zu-
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent-
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 
134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1; THOMAS 
FLÜCKIGER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommen-
tar zum Unfallversicherungsgesetz, 2019, N. 20 zu Art. 18 UVG).

2.4.3

2.4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296; SVR 2019 IV N. 28 S. 88 E. 5.1.3).

2.4.3.2 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 297). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 

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Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1

3.1.1 Es ist unbestritten und steht fest, dass die Handgelenksbeschwer-
den links und rechts diagnostisch auf eine (jeweils operativ versorgte) beid-
seitige scapholunäre Bandverletzung (act. II 102 S. 4; 176 S. 2) 
zurückzuführen sind. Ferner steht ausser Diskussion, dass die verbleiben-
de verminderte Belastbarkeit beider Handgelenke (act. II 176 S. 2) in einem 
natürlichen (und adäquaten) Kausalzusammenhang zu den im Sinne von 
Art. 4 ATSG (zu Recht) als tatbestandsmässig anerkannten Ereignissen 
vom 21. Januar und 11. Dezember 2013 steht (vgl. E. 2.2 vorne). 

3.1.2 Im Weiteren waren im Zeitpunkt der Rentenprüfung (vgl. act. II 169 
ff.) die Voraussetzungen für den Fallabschluss (vgl. E. 2.3 vorne) gegeben: 
So war bereits im Oktober 2015 von weiteren medizinischen Massnahmen 
keine Besserung des (unfallbedingten) Gesundheitszustandes mehr zu 

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erwarten (act. II 127 S. 1). Sodann hatte die Beschwerdegegnerin das Er-
gebnis der von der IV im August 2016 begonnenen und bis Juli 2019 dau-
ernden Eingliederungsmassnahmen in Form einer Umschulung zum diplo-
mierten ...HF (act. II 144 S. 2 ff.) abzuwarten. Dass die 
Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen bereits per 31. Oktober 2015 – 
und damit vor dem Zeitpunkt des Fallabschlusses – einstellte, ist schliess-
lich dem Umstand geschuldet, dass ab dem 1. November 2015 die IV auf-
grund der von ihr gewährten Eingliederungsmassnahmen nach Massgabe 
ihrer in Art. 16 Abs. 3 UVG normierten absoluten prioritären Leistungspflicht 
(vgl. MARC HÜRZELER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], 
a.a.O., 2019, N. 85 zu Art. 16 UVG) für die Taggeldleistungen aufzukom-
men hatte (act. II 124; 133 S. 1). 

3.1.3 Schliesslich stellt der Beschwerdeführer das von med. pract. 
F.________ in der ärztlichen Beurteilung vom 9. Januar 2020 (act. II 176) 
formulierte Zumutbarkeitsprofil (S. 2) zu Recht nicht in Frage. Dessen Ein-
schätzung basiert auf und korreliert mit der handchirurgischen Abschluss-
untersuchung vom 20. November 2019 (act. II 167 S. 2 f.) von Prof. Dr. 
med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-
gie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, und lautet wie folgt: 
"Ganztägiger Einsatz. Nicht mehr zumutbar sind Arbeiten, verbunden mit 
einer Hebe- und Tragebelastung körpernah wie körperfern von mehr als 10 
- 15 kg und Arbeiten mit chronisch repetitiv-monotonen Bewegungen der 
Handgelenke oder Arbeiten, die mit einer erheblichen Vibrations-/Schlag- 
oder Druckbelastung der Handgelenke einhergehen. Keine endständigen 
Zwangshaltungen. Kein kräftiges Zupacken, keine besondere Geschick-
lichkeit." 

3.2 Massgeblicher Zeitpunkt für den potentiellen Rentenbeginn ist der 
1. August 2019, nachdem Ende Juli 2019 die Umschulung abgeschlossen 
(vgl. act. II 151 S. 3) und der Fallabschluss vorzunehmen war (vgl. E. 3.1.2 
vorne). Entsprechend sind Validen- und Invalideneinkommen auf diesen 
Zeitpunkt hin zu erheben. In der Folge legte die Beschwerdegegnerin der 
Prüfung des im Streit stehenden Rentenanspruchs ein Valideneinkommen 
von Fr. 74'735.-- sowie ein Invalideneinkommen von Fr. 68'044.-- zugrun-

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de, woraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 6'691.-- und ein Invaliditätsgrad 
von "weniger als 10%" respektive 9% resultierte (act. II 183 S. 1 f.). 

3.3 Das Valideneinkommen wird vom Beschwerdeführer zu Recht 
nicht in Frage gestellt (vgl. Beschwerde, S. 8): Dieses basiert auf den An-
gaben der D.________ AG, der letzten Arbeitgeberin des Beschwerdefüh-
rers vor dem Unfall vom 11. Dezember 2013 (act. II 1; vgl. E. 2.4.2 vorne). 
Danach hätte er im Jahr 2019 – unter Ausklammerung der Familienzulagen 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. August 2017, 8C_358/2017, 
E. 4), jedoch unter Berücksichtigung der Nachtzulagen – jährlich ein Ein-
kommen von Fr. 74'735.-- erzielt (act. II 170 S. 3). 

3.4 In Bezug auf das Invalideneinkommen folgt aus den Akten, dass 
der Beschwerdeführer nach erfolgter Umschulung zum ...HF (act. II 154 S. 
2) seit 1. November 2019 eine Tätigkeit als ... ausübt. Dieses Arbeitsver-
hältnis ist jedoch bis am 31. Oktober 2020 befristet (act. II 179 S. 1), womit 
mit der Beschwerdegegnerin (act. II 200 S. 7) nicht besonders stabile Ver-
hältnisse vorliegen (vgl. E. 2.4.3.1 vorne), die es rechtfertigten, das Invali-
deneinkommen gestützt auf den bei der aktuell ausgeübten Tätigkeit 
erzielten Verdienst zu ermitteln. Entsprechend sind dem Invalideneinkom-
men grundsätzlich Tabellenlöhne gemäss LSE zugrunde zu legen (vgl. E. 
2.4.3.2 vorne), was denn auch unbestritten ist. Einigkeit besteht zwischen 
den Parteien auch insoweit, als die LSE 2016 heranzuziehen ist, wurde die 
LSE 2018 doch erst am 21. April 2020 und damit nach Erlass des Einspra-
cheentscheides vom 1. April 2020 publiziert (vgl. www.bfs.admin.ch; BGE 
143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer vom 27. November 2019, 
8C_64/2019, E. 6.2.1). Während die Beschwerdegegnerin jedoch auf den 
Totalwert, Kompetenzniveau 2, Männer (Fr. 5'646.--) von Tabelle 
TA1_tirage_skill_level abstellt (act. II 200 S. 8), erachtet der Beschwerde-
führer die Position 86-88 "Gesundheits- und Sozialwesen", Kompetenzni-
veau 2, Männer (Fr. 5'451.--) von Tabelle TA1_tirage_skill_level als 
massgebend (vgl. Beschwerde, S. 8). 

3.5 Wird das Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen 
gemäss LSE ermittelt (vgl. E. 2.4.3.2 vorne), so wendet die Rechtspre-
chung in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile "Total 
Privater Sektor", an (Entscheid des BGer vom 10. April 2019, 

http://www.bfs.admin.ch

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8C_811/2018, E. 5.3). Es besteht auch vorliegend kein Anlass, von diesem 
Grundsatz abzurücken: 

So kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, wonach er eine "bran-
chenspezifische Umschulung zum dipl. ...HF" (Beschwerde, S. 8) im Rah-
men der Eingliederungsmassnahmen der IV absolviert hat, nichts zu seinen 
Gunsten ableiten. Denn deren Handeln kann nicht der Beschwerdegegne-
rin angerechnet werden (vgl. Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2019, 
8C_631/2019, E. 6.3.2.2). Auch hat die Beschwerdegegnerin zu keinem 
Zeitpunkt ausdrücklich festgehalten, das Ergebnis der Umschulung einer 
allfälligen späteren Rentenprüfung respektive dem zu ermittelnden Invali-
ditätsgrad zugrunde zu legen. Vielmehr hat sie nach Abschluss der Einglie-
derungsmassnahmen der IV das dem Beschwerdeführer verbliebene 
funktionelle Leistungsvermögen medizinisch neu beurteilen lassen (vgl. E. 
3.1.3 vorne) und damit zu verstehen gegeben, dass die Frage der Zumut-
barkeit unabhängig vom Ergebnis der Umschulung beurteilt wird. Das Vor-
gehen der Beschwerdegegnerin deckt sich somit mit der langjährigen 
Rechtsprechung, wonach eine versicherte Person sich bei der Invaliditäts-
bemessung die Einkünfte als Invalideneinkommen anrechnen lassen muss, 
die sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an einer zumutbaren Stelle erzie-
len könnte, dies selbst dann, wenn sie infolge günstiger Aussichten an der 
bisherigen Stelle von einem Berufs- oder Stellenwechsel absieht, kann sie 
doch nicht erwarten, dass die Unfallversicherung für einen wegen des Ver-
zichts auf zumutbare Einkünfte eingetretenen Minderverdienst aufkommt 
(BGer 8C_631/2019, E. 6.1). Es ist nicht ersichtlich, weshalb vorliegend, da 
für die Ermittlung des Invalideneinkommens aus anderen Gründen nicht auf 
das beim aktuellen Arbeitgeber erzielte Einkommen abgestellt werden kann 
(vgl. E. 3.4 vorne), anders verfahren werden sollte. Denn entscheidend ist 
allemal, dass dem Beschwerdeführer aufgrund des wenig restriktiv formu-
lierten Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3.1.3 vorne) sowie mit Blick auf die 
ausbildungsmässig sowie im Rahmen langjähriger beruflicher Erfahrung 
erworbenen Fertigkeiten auf dem als ausgeglichen unterstellten Arbeits-
markt (Art. 16 ATSG) nicht nur branchenspezifische Tätigkeiten nach 
Massgabe der beschwerdeweise angerufenen Tabellenposition 86-88 "Ge-
sundheits- und Sozialwesen" zur Verfügung stehen. Dies gilt umso mehr, 
als der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze 

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umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit ei-
nem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen kön-
nen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). 
Demnach ist – entsprechend dem angefochtenen Einspracheentscheid 
(act. II 200 S. 8) – dem Invalideneinkommen der Wert gemäss Tabelle TA1, 
Zeile "Total Privater Sektor", zugrunde zu legen. 

3.6 Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen von Tabelle TA1, Zeile 
"Total Privater Sektor", Kompetenzniveau 2 berücksichtigt. Wenn die versi-
cherte Person nach Eintritt der Invalidität – wie hier – nicht auf den ange-
stammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von 
LSE-Kompetenzniveau 2 praxisgemäss jedoch nur dann, wenn sie über 
besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Entscheid des BGer vom 
22. April 2020, 8C_5/2020, E. 5.3.2). 

Gemäss Lebenslauf (act. II 117) absolvierte der Beschwerdeführer nach 
sechs Jahren Primar- und drei Jahren Realschule von 1991 bis 1992 die 
Ausbildung zum …. 1997 besuchte er einen … Kurs des I.________. Von 
2008 bis 2009 liess er sich zudem zum ... EFZ ausbilden. In beruflicher 
Hinsicht war der Beschwerdeführer von 1992 bis 1994 sowie ab 2002 bei 
der D.________ in der … tätig; von 1994 bis 1997 sowie von 1998 bis 2000 
arbeitete er als … und … bei der damaligen J.________ AG. Von 1997 bis 
1998 sowie von 2000 bis 2002 war der Beschwerdeführer jeweils als … 
I.________ in einem … tätig. 

Die Beschwerdegegnerin bringt mit Blick auf diese Erwerbsbiographie zu 
Recht vor, der Beschwerdeführer sei "in verschiedenen Bereichen" beruf-
lich tätig gewesen (Beschwerdeantwort, S. 6). Indem der Beschwerdeführer 
über zwei Ausbildungen – so als … und zum ... EFZ (Eidgenössisches 
Fähigkeitszeugnis) mit allen dazu benötigten Fachprüfungen – sowie über 
eine langjährige berufliche Erfahrung in verschiedenen Bereichen verfügt, 
ist zu folgern, dass der Beschwerdeführer nicht nur zur Verrichtung ledig-
lich einfacher und repetitiver Tätigkeiten – mithin Hilfsarbeiten – fähig ist, 
was denn auch der Beschwerdeführer selber nicht geltend macht. Vielmehr 
kann er auch Arbeiten ausführen, die Berufs- und Fachkenntnisse voraus-
setzen. Unter diesen Umständen ist die Einstufung in das Kompetenzni-
veau 2, welches praktische Tätigkeiten wie 

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Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Ma-
schinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst beinhal-
tet, gerechtfertigt. 

3.7 Demnach ist dem Invalideneinkommen Tabelle TA1, Zeile "Total 
Privater Sektor", Kompetenzniveau 2, Männer, zugrunde zu legen. Bei der 
Anwendung von Tabellenlöhnen gilt es zu berücksichtigen, dass ihnen ge-
nerell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert 
etwas tiefer ist als die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit im Be-
reich der Tabellenposition Total, welche sich im Jahr 2019 auf 41.7 Wo-
chenstunden belief (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 77; BFS, 
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Position Total).

Entgegen dem Beschwerdeführer (Beschwerde, S. 4 – 7) besteht sodann 
kein Anlass, den von der Beschwerdegegnerin zugrunde gelegten leidens-
bedingten Abzug von 5% (act. II 200 S. 8) zu erhöhen. Nach der Recht-
sprechung zum leidensbedingten Abzug (vgl. E. 2.4.3.2 vorne) darf das 
kantonale Gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, die seine abweichende Ermessensausübung als 
naheliegender erscheinen lassen (Entscheid des BGer vom 18. Januar 
2018, 8C_552/2017, E. 4.3). Dies ist vorliegend nicht der Fall: Das Zumut-
barkeitsprofil ist – wie bereits dargelegt (vgl. E. 3.5 vorne) – nicht beson-
ders restriktiv formuliert und die (100%ige) Arbeitsfähigkeit erweist sich 
nicht als qualitativ dergestalt eingeschränkt, dass der Beschwerdeführer in 
Bezug auf die Chancengleichheit in Anstellungs- und Bewerbungsverfahren 
mit anderen Bewerbern "stark benachteiligt" (Beschwerde, S. 4) wäre. Ins-
besondere sind – nach dem Dargelegten (vgl. E. 3.5 vorne) und entgegen 
dem beschwerdeweisen Vorbringen (vgl. S. 4 ff.) – nicht allein branchen-
spezifische Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen referenziell. Fer-
ner bestehen über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum 
hinaus keine zusätzlichen Einschränkungen, wie beispielsweise ein ver-
mindertes Rendement pro Zeiteinheit wegen verlangsamter Arbeitsweise 
oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen, womit sich der von der 
Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 5% als eher grosszügig erweist, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juli 2020, UV/20/342, Seite 13

zumal die übrigen (invaliditätsfremden) Kriterien Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität und Beschäftigungsgrad vorliegend nicht relevant sind. 

3.8 Demnach beträgt das jährliche Invalideneinkommen pro 2019 un-
ter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 
Stunden, der statistischen Lohnerhöhungen (BFS, T1.1.10 Nominallohnin-
dex, Männer, 2011 - 2019, Abschnitt Total [vgl. Entscheid des BGer vom 
10. Mai 2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5]), einer Arbeitsfähigkeit von 100% so-
wie eines leidensbedingten Abzugs von 5% Fr. 68'324.55 (Fr. 5’646.-- x 12 
Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden /104.1 x 106 x 0.95). 

Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies eine Er-
werbseinbusse von Fr. 6'410.45 (Fr. 74'735.-- – Fr. 68'324.55) und damit 
einen Invaliditätsgrad von gerundet 9% (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 S. 123), womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht (vgl. 
E. 2.4 vorne). 

3.9 Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
1. April 2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für den unter-
liegenden Beschwerdeführer noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin 
ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juli 2020, UV/20/342, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.