# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f05907a3-8ccb-54e7-a15e-167f3c2ddac4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2020 E-6740/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6740-2019_2020-08-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6740/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler, 

Gerichtsschreiber Kevin Schori. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, 

Asyl und Integration, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 15. November 2019 / N (…). 

 

 

 

E-6740/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a  

Der Beschwerdeführer suchte am 17. Oktober 2016 in der Schweiz um Asyl 

nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 24. Oktober 2016 

und der Anhörung vom 26. September 2019 machte er im Wesentlichen 

Folgendes geltend: 

Er sei tamilischer Ethnie und stamme aus B._______, Distrikt Jaffna. Zu-

letzt habe er mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern in C._______ 

– ebenfalls im Distrikt Jaffna – gelebt. Die Schule habe er im Jahr (…) mit 

dem O-Level abgeschlossen. In der Folge habe er im Jahr (…) begonnen, 

für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) Aufgaben zu verrichten. Er 

habe beispielsweise Flugblätter und Essen verteilt und an Propaganda-An-

lässen teilgenommen. Daneben habe er geholfen, in Altersheimen und 

Waisenhäusern der LTTE die Insassen zu betreuen. In einem der Heime 

habe er seine zukünftige Frau kennengelernt. Nach der Heirat am (…) 

habe er ein Dreiradtaxi und einen Van gekauft, mit welchen er Fahrten für 

die Bewegung getätigt habe. Zudem sei er als Informant eingesetzt wor-

den, wobei er über die Situation in Jaffna hätte informieren müssen. Nach 

der Geburt seines ersten Sohnes sei er im Jahr 2007 für ungefähr ein Jahr 

nach D._______ gegangen, um sich von der Bewegung zu distanzieren. 

Dort habe er als (…) gearbeitet. Nach seiner Rückkehr (…) 2007 respektive 

im Jahr 2008 – wobei die Einreise völlig problemlos vonstattengegangen 

sei – habe er erneut für die LTTE gearbeitet. Später habe er für die Tamil 

National Alliance (TNA) Flugblätter verteilt und Personen transportiert. Da-

neben habe er im Geschäft seines Vaters gearbeitet.  

Im (…) 2016 habe er anlässlich eines Fussballturniers rein zufällig einen 

alten Bekannten, welcher mit ihm einst für die LTTE tätig gewesen sei, ge-

troffen. Etwa zehn Tage nach diesem Treffen hätten Beamte des Criminal 

Investigation Department (CID) respektive unbekannte Personen bei ihm 

zuhause nach ihm gesucht. Er habe zu diesem Zeitpunkt gearbeitet und 

sei nicht zuhause gewesen. In der Folge sei weitere Male bei ihm zuhause 

nach ihm gesucht worden, er sei jedoch jeweils nicht anwesend gewesen. 

Man habe ihn zudem für Befragungen vorgeladen. Aus Angst festgenom-

men und in ein Rehabilitationszentrum gebracht zu werden, habe er sich 

versteckt. In E._______ habe er Kontakt mit einem Schlepper aufgenom-

men, welcher seine Ausreise organisiert habe. Am (…) 2016 habe er Sri 

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Lanka mit seinem echten Reisepass über den Flughafen Colombo verlas-

sen und sei mit dem Flugzeug nach F._______ gereist. Nach weiteren Zwi-

schenlandungen sei er nach Europa gelangt. Mit dem Zug und einem Taxi 

sei er am 14. Oktober 2016 schliesslich in die Schweiz eingereist. Nach 

seiner Ausreise sei er wiederholt bei seinen Eltern und Schwiegereltern 

gesucht worden. Bei einem dieser Besuche habe man seiner (…) auf den 

Hinterkopf geschlagen, wobei sie ums Leben gekommen sei. 

A.b Mit schriftlicher Eingabe vom 21. Juni 2017 ergänzte der Beschwerde-

führer seine Asylgründe. Darin führte er aus, von (…) bis (…) behauptungs-

weise LTTE-Mitglied gewesen zu sein. Ab dem Jahr (…) sei er vom CID 

zuhause in unregelmässigen Abständen gesucht worden. Da er sich in ei-

ner anderen Ortschaft versteckt habe, sei er nie in Kontakt mit den Beam-

ten gekommen; seine Frau und sein Vater seien jedoch bedroht und auf-

gefordert worden, seinen Aufenthaltsort preiszugeben. Es sei auch zu 

Hausdurchsuchungen gekommen. Ab dem Jahr (…) hätten die Besuche 

des CID abgenommen und er sei wieder zu seiner Familie zurückgekehrt.  

A.c Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seine 

Identitätskarte im Original ein. Darüber hinaus reichte er Kopien seines 

Passes, seines Ehescheins, seines Geburtsregisterauszugs, der Geburts-

registerauszüge seiner Ehefrau und seiner Kinder sowie der Identitätskarte 

seiner Ehefrau zu den Akten. Als Beweismittel reichte er zudem einen Zei-

tungsartikel zum Vorfall betreffend seine (…) ein. 

Mit der Eingabe vom 21. Juni 2017 reichte er eine von der Polizei rappor-

tierte Zeugenaussage seines Vaters sowie eine Bestätigung eines Parla-

mentsmitglieds zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 15. November 2019 – eröffnet am 19. November 2019 

– verneinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-

rers und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte sie seine Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.  

C.  

Mit Beschwerde vom 19. Dezember 2019 an das Bundesverwaltungsge-

richt beantragte der Beschwerdeführer die vollumfängliche Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung unter Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die 

Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

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festzustellen und ihm die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewäh-

ren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege inklusive Kostenvorschussverzicht und die Beiordnung 

der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. Auf die 

Begründung wird – soweit relevant – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

D.  

Am 20. Dezember 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Be-

schwerdeführer den Eingang der Beschwerde und hielt fest, er könne den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. 

E.  

Mit Schreiben vom 20. Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer eine 

Fürsorgebestätigung zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft 

getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige 

Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG 

vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt 

auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen von Asylvorbringen 

in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. 

Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 

E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.), soweit nicht in den nachfolgenden 

Erwägungen noch spezifisch darauf Bezug zu nehmen ist. 

  

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5.  

5.1 Ihren Entscheid begründete die Vorinstanz im Asylpunkt mit der Un-

glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. Diese seien unsub-

stanziiert und insgesamt nicht überzeugend ausgefallen. Obschon er 

mehrfach zur detaillierten Erzählung seiner Asylgründe aufgefordert wor-

den sei, habe er sich knapp ausgedrückt und sich auf die Schilderung äus-

serst unsubstanziierter und pauschal gehaltener Handlungsabfolgen be-

schränkt. Fragen nach weiteren Asylgründen habe er mit den gleichen va-

gen Wiederholungen beantwortet. Dasselbe Erzählverhalten habe er fort-

gesetzt, als man ihn aufgefordert habe, im Detail von den Vorfällen nach 

dem Treffen mit seinem Bekannten auf dem Fussballplatz zu berichten. 

Seine Erzählung erwecke nicht den Eindruck, dass er das Geschilderte tat-

sächlich erlebt habe. Weitere Fragen zu den angeblichen Hausbesuchen 

habe er durchwegs knapp und mit pauschal gehaltenen Angaben beant-

wortet. Er sei nicht in der Lage gewesen, ausführlich und in persönlicher 

Weise darüber zu berichten. Ähnlich vage und einsilbig seien seine Aussa-

gen zum Grund der angeblichen Behördenbesuche nach ihm ausgefallen. 

Beispielsweise bleibe unklar, weshalb die sri-lankischen Behörden erst (…) 

Jahre nach seinen Tätigkeiten für die LTTE auf ihn hätten aufmerksam wer-

den sollen. Seine oberflächliche Erklärung, wonach ein Bekannter ihn im 

Nachgang zu einer Begegnung nach einem Fussballspiel verraten habe, 

weswegen er gesucht werde und befürchten müsse, eine Spritze zu erhal-

ten, überzeuge nicht. Insgesamt wiesen seine Aussagen nicht die Qualität 

auf, welche zu erwarten gewesen wäre, wenn eine Person ein solches Er-

eignis unter den geltend gemachten Umständen tatsächlich erlebt hätte. 

Im Übrigen seien auch die Besuche von maskierten Männern bei seiner 

Familie nach seiner Ausreise aufgrund seiner äusserst pauschalen und va-

gen Aussagen unglaubhaft, zumal wie ausgeführt nicht davon auszugehen 

sei, dass er in Sri Lanka eine gesuchte Person sei. Gleiches gelte für den 

Vorfall, wonach seine (…) bei einem dieser Hausbesuche getötet worden 

sei. Es sei ihm somit nicht gelungen, ein im Zeitpunkt der Ausreise beste-

hendes Verfolgungsinteresse an seiner Person seitens der sri-lankischen 

Behörden glaubhaft zu machen. 

Allfällige im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofaktoren im Sinne der 

Rechtsprechung (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 [als 

Referenzurteil publiziert], E. 8, 9.1) hätten kein Verfolgungsinteresse sei-

tens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht, zumal er nach 

Kriegsende noch rund sieben Jahre in seinem Heimatstaat gelebt habe. Es 

sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr 

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nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asyl-

relevanter Weise verfolgt werden sollte. Eine Gefährdung seiner Person 

könne deshalb nicht abgeleitet werden. Es bestehe demnach kein begrün-

deter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein würde.  

5.2 In seiner Beschwerdeeingabe äusserte sich der Beschwerdeführer zu-

nächst zur Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Seine Erzählweise könne zu-

gegebenermassen nicht als ausschweifend bezeichnet werden, was aber 

im Umkehrschluss nicht zu einer substanzlosen und erlebnisarmen Erzäh-

lung umzudeuten sei. Er habe seine Arbeit bei den LTTE während der 

Kriegszeit konkret geschildert und seine Tätigkeiten als Informant struktu-

riert erläutert sowie die Ereignisse räumlich und zeitlich verknüpft. Das 

Treffen mit seinem Bekannten habe er zutreffend geschildert und seine 

Aussagen im Laufe der weiteren Anhörung konkretisiert. Unter Berücksich-

tigung, dass er bei den geschilderten Hausbesuchen persönlich nicht an-

wesend gewesen sei, erschienen seine diesbezüglichen Schilderungen 

ausreichend substanziiert und kohärent. Dasselbe gelte betreffend den Tod 

der (…) im (…) 2018. Demzufolge seien seine Vorbringen als glaubhaft zu 

betrachten. 

Der Beschwerdeführer sei von seinem Bekannten an die sri-lankischen Be-

hörden verraten worden. Da er Informant der LTTE gewesen sei, bestehe 

seitens des sri-lankischen Staats ein Verfolgungsinteresse an seiner Per-

son. Die Furcht vor asylrelevanter Verfolgung sei daher auch objektiv be-

gründet. Diese Gefährdung gelte umso mehr seit dem Regierungswechsel 

im November 2019. Es sei anzunehmen, dass der Rajapaksa-Clan ver-

mehrt gegen zurückgeschaffte, abgewiesene Asylsuchende aus der 

Schweiz vorgehen werde. Es könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausge-

schlossen werden, dass ihnen Folter, Inhaftierung oder andere unmensch-

liche Behandlungen drohten. 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu stützen ist. Das SEM hat 

die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als zu wenig begründet 

und damit als den Anforderungen an die Glaubhaftmachung im Sinne von 

Art. 7 AsylG nicht genügend erachtet. Der Beschwerdeführer vermag den 

Argumenten der Vorinstanz in seiner Beschwerdeeingabe nichts entgegen-

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zusetzen, zumal sich diese im Wesentlichen in nicht stichhaltigen Gegen-

behauptungen betreffend die vorinstanzliche Würdigung seiner Sachver-

haltsvorbringen erschöpft. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann mit 

den nachfolgenden Ausführungen daher vollumfänglich auf die zutreffen-

den und ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz gemäss angefochtener 

Verfügung (dort E. II) und obiger Zusammenfassung (E. 5.1) verwiesen 

werden. 

6.2 Der Beschwerdeführer schilderte seine Asylgründe im Laufe des vo-

rinstanzlichen Verfahrens eindeutig widersprüchlich und inkonsistent. So 

erwähnte er anlässlich der BzP die mit schriftlicher Ergänzung seiner Asyl-

gründe vom 21. Juni 2017 (vgl. vorinstanzliche Akten A14) geltend ge-

machte hartnäckige Suche des CID nach ihm ab dem Jahr (…) und die 

damit einhergehende Bedrohung seiner Familienangehörigen nicht. In sei-

ner Eingabe führte er überdies aus, dass er all diese Asylgründe an der 

Anhörung ausführen werde. Aus nicht ersichtlichen Gründen erwähnte er 

diesen zentralen Sachverhaltsaspekt an der Anhörung dann aber nicht. Es 

ergeben sich auch weder aus dem Protokoll der BzP noch demjenigen der 

Anhörung entsprechende Hinweise, welche auf die in der erwähnten Ein-

gabe angeführten Geschehnisse hindeuten würden. Vielmehr lässt sich die 

Beschreibung, wonach er ab dem Jahr (…) immerzu in unregelmässigen 

Abständen zuhause vom CID gesucht worden sei, sich währenddessen in 

einer anderen Ortschaft versteckt habe und erst im Jahr (…) zu seiner Fa-

milie zurückgekehrt sei, nicht mit seiner Schilderung in Einklang bringen, 

wonach er (…) 2007 respektive im Jahr 2008 (vgl. A20, F28f. resp. F48 ff.) 

nach seiner Rückkehr aus D._______ in C._______ wieder bei seiner Fa-

milie gelebt und gearbeitet habe (vgl. A20, F30, F54, F58). Auf die Frage 

des SEM, wie er im Jahr 2007 – trotz seiner angeblichen Verbindungen zu 

den LTTE – gänzlich problemlos nach D._______ habe ausreisen und spä-

ter auch problemlos wieder einreisen können, antwortete er lapidar, dass 

«die anderen» nichts über seine Verbindung zu den LTTE gewusst hätten 

(vgl. A20, F131 und F137). Dass die Behörden im Jahr 2016 sodann plötz-

lich auf ihn aufmerksam geworden seien, begründete er damit, dass sein 

Bekannter ihn an die Behörden verraten habe (vgl. A20, F123, F127; Be-

schwerdeeingabe S. 6 Ziff. 5). Damit ergibt sich aus den Befragungsproto-

kollen nicht, dass er bereits vor dem Jahr 2016 ins Visier der Behörden 

geraten geschweige denn von ihnen gesucht worden wäre. Im Gegenteil: 

der Beschwerdeführer verneinte sowohl an der BzP als auch der Anhörung 

ausdrücklich, vor dem Jahr 2016 Probleme mit den Behörden gehabt zu 

haben (vgl. A7, Ziff. 7.01; A20, F79).  

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Im Weiteren erwähnte der Beschwerdeführer seinen angeblich knapp ein-

jährigen Aufenthalt in D._______ anlässlich der BzP nicht. Er gab vielmehr 

ausdrücklich an, vorher nie im Ausland gewesen zu sein oder jemals – ab-

gesehen von seinen Anträgen auf der Schweizer Botschaft in Colombo – 

ein Visum beantragt oder erhalten zu haben (vgl. A7, Ziff. 2.04 und 2.05). 

Zudem führte er an der BzP aus, dass die CID-Beamten seit dem (…) 2016 

die ersten vier Tage täglich und drei Tage später nochmals gekommen 

seien (vgl. A7, Ziff. 7.01). Demgegenüber gab er an der Anhörung zu Pro-

tokoll, dass die Beamten «sicher 25-30 Male, oder über 30 Male» zuhause 

nach ihm gesucht hätten (vgl. A20, F115). Darauf angesprochen erklärte er 

diesen Widerspruch damit, dass er an der BzP nur kurz habe berichten 

dürfen, weshalb er nicht alles genau habe schildern können (vgl. A20, 

F144). Diese Erklärung überzeugt nicht, zumal die Befragung mit einer 

Dauer von 90 Minuten (vgl. A7, Ziff. 9.03) einerseits ohne Zeitdruck erfolgte 

und andererseits seine Gesuchsgründe vergleichsweise ausführlich erho-

ben wurden (vgl. A7, Ziff. 7.01). Es wäre ihm zudem ohne Weiteres möglich 

gewesen, bei der entsprechenden Frage die angebliche Gesamtzahl CID-

Besuche zu erwähnen oder zumindest auf mehr Besuche hinzuweisen. Es 

ist nicht ersichtlich, inwiefern dies mehr Zeit hätte beanspruchen sollen. 

Damit sind bereits erhebliche Widersprüche und Unstimmigkeiten in zent-

ralen Punkten festzustellen. Vor diesem Hintergrund sind die hierzu einge-

reichten Beweismittel – die angeblich vom Vater im (…) aufgegebene An-

zeige bei der Polizei sowie das Bestätigungsschreiben eines Parlaments-

mitglieds – nicht geeignet, den vorgebrachten Sachverhalt zu untermau-

ern, zumal ihnen aufgrund ihrer leichten Fälschbarkeit (Anzeige) respektive 

dem Charakter eines Gefälligkeitsschreibens (Bestätigungsschreiben) ein 

äusserst geringer Beweiswert zukommt. 

6.3 Im Weiteren müssen die Schilderungen des Beschwerdeführers als 

auffallend unsubstanziiert, eindimensional und pauschal bezeichnet wer-

den. Trotz mehrfacher Nachfragen war er nicht in der Lage, seine Schilde-

rungen zu konkretisieren und mit Realkennzeichen zu versehen; seine Ant-

worten waren zusätzlich mehrfach ausweichend (vgl. bspw. A20, F65 ff., 

F70ff., F80 ff., F84, F86 ff., F91 f., F99 ff., F132f., F142 f.). Dies trifft auch 

auf seine Schilderungen zu seiner angeblichen Tätigkeit bei den LTTE zu, 

womit an der behaupteten LTTE-Mitgliedschaft / Anhängerschaft / Unter-

stützung erhebliche Zweifel anzubringen sind. Zur weiteren Begründung 

kann diesbezüglich vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden, denen das Gericht nichts anzufügen hat. 

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Mit seinen knappen Ausführungen auf Beschwerdeebene vermag der Be-

schwerdeführer nicht aufzuzeigen, weshalb seine – ohnehin schon wider-

spruchsbehafteten – Vorbringen substanziiert beziehungsweise glaubhaft 

sein sollten.  

6.4 Auch die Behauptung des Beschwerdeführers, wonach er – nachdem 

er jahrelang problemlos in Sri Lanka gelebt habe – im Nachgang zu einem 

Fussballspiel 2016 plötzlich behördlich behelligt worden sei, vermag nicht 

zu überzeugen. Die entsprechenden Schilderungen erschöpfen sich in auf-

fallend substanzlosen Angaben und in reinen Allgemeinplätzen. Vor dem 

Hintergrund, dass dieses angebliche Zusammentreffen mit einem ehema-

ligen Kollegen quasi der zentrale Moment darstellen soll, der seine behaup-

teten Probleme mit den Behörden überhaupt erst ausgelöst haben soll, ist 

nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer dieses Zusammen-

treffen und die genauen Umstände dieser Begegnung kaum substanziell 

auszuführen vermochte. Aus den Angaben des Beschwerdeführers geht in 

der Hauptsache nur hervor, dass er und sein Kollege sich 2016 angeblich 

an einem Fussballspiel rein zufällig getroffen und kurz über Belanglosig-

keiten gesprochen und zusammen eine Glacé gegessen hätten bezie-

hungsweise dass er sich an das genaue Datum dieses Zusammentreffens 

gar nicht mehr entsinnen könne (vgl. A20, F58, F89 -94, F123). Angesichts 

der zentralen Bedeutung, die der Beschwerdeführer diesem Ereignis bei-

misst, wäre indes zu erwarten gewesen, dass er sich den örtlichen, zeitli-

chen und sonstigen Umständen dieses Zusammentreffend detailliert erin-

nern und somit substanzielle Angaben hierzu machen kann. Das behaup-

tete Zusammentreffen ist daher ebenfalls als nicht glaubhaft einzustufen.  

6.5 Nach dem Ausgeführten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

eine asylrechtlich relevante Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG im Zeit-

punkt seiner Ausreise aus Sri Lanka glaubhaft zu machen. 

Bezüglich allfälliger Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (vgl. a.a.O. E. 8.5), deren Vorliegen zur 

Bejahung der Flüchtlingseigenschaft führen könnten, kann mit den nach-

folgenden Ausführungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

in der angefochtenen Verfügung (dort E. II Ziff. 2) verwiesen werden. Unter 

Berücksichtigung der für unglaubhaft befundenen Vorfluchtgründe ist nicht 

davon auszugehen, ihm drohten im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von 

Art. 3 AsylG. Weiter ist zu berücksichtigen, dass es dem Beschwerdeführer 

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problemlos möglich war, Sri Lanka mit seinem echten Reisepass per Flug-

zeug zu verlassen beziehungsweise wieder einzureisen (vgl. A20, F53, 

F15 ff.; A7, Ziff. 2.04). Vor diesem Hintergrund ist kaum davon auszugehen, 

dass er in einer „Stop-List“ eingetragen ist. Am fehlenden Risikoprofil des 

Beschwerdeführers vermögen auch die bloss schwach risikobegründen-

den Faktoren (tamilische Ethnie, längere Landesabwesenheit, Aufenthalt 

und Asylgesuch in der Schweiz) nichts zu ändern. Zudem weist er keine 

Narben am Körper auf. Auch im Sinne einer Gesamtwürdigung lässt sich 

eine Gefährdung des Beschwerdeführers im dargelegten Sinn nicht erken-

nen. Eine allfällige Strafe und Überprüfung respektive Befragung aufgrund 

der Einreise ohne ordentliche Identitätspapiere stellt keinen ernsthaften 

Nachteil im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG dar. Zu den in der Beschwerde-

schrift aufgeführten Umständen und Entwicklungen der allgemeinen politi-

schen Lage in Sri Lanka ist festzustellen, dass in keiner Weise erkennbar 

ist, wie sich diese zum heutigen Zeitpunkt auf den Beschwerdeführer aus-

wirken könnten.  

6.6 Folglich hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-

deführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

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Seite 12 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz befand den Vollzug der Wegweisung für zulässig, zu-

mutbar und möglich.  

Weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten ergäben sich Anhalts-

punkte dafür, dass ihm im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder 

Behandlung drohe. Seine Rückkehr nach Sri Lanka erweise sich somit im 

asyl- und völkerrechtlichen Sinn als zulässig.  

Weiter sei trotz der im April 2019 verübten Anschläge und des daraufhin 

ausgerufenen Notstands nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt im 

Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG auszugehen. Ferner lägen keine individuellen 

Gründe vor, welche der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs entge-

genstünden. Seinen Aussagen zufolge lebten seine Frau und seine Kinder 

nach wie vor in C._______. Seine Eltern und seine jüngere Schwester be-

fänden sich in G._______, ebenfalls im Distrikt Jaffna. Weitere Verwandte 

(Tanten) lebten ebenfalls noch in Sri Lanka. Demnach verfüge er über ein 

tragfähiges Beziehungsnetz, dass ihn bei einer Rückkehr unterstützen 

könne. Unter Berücksichtigung seiner schulischen Ausbildung und seiner 

Berufserfahrung als (…) sei davon auszugehen, dass er in der Lage sei, 

seinen Lebensunterhalt selbständig zu finanzieren.  

E-6740/2019 

Seite 13 

8.4 Der Beschwerdeführer hielt dem auf Beschwerdeebene entgegen, 

dass er bei einer Rückkehr gezwungen wäre, im Versteckten zu leben. Zu-

dem habe er seine Ausreise durch den Verkauf seines Vans finanziert, wel-

cher vor seiner Ausreise seine Haupteinnahmequelle gewesen sei. Er 

würde sich daher wohl kaum eine wirtschaftliche Existenz aufbauen kön-

nen. Überdies sei davon auszugehen, dass sich seine psychische Verfas-

sung im Falle einer Rückkehr in bedeutender Weise verschlechtern würde, 

so dass er konkret gefährdet wäre. 

8.5 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.).  

Die allgemeine Situation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des 

BVGer D-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 f. und BVGE 2011/24 

E. 10.4). Auch der EGMR hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell 

davon auszugehen sei, Rückkehrenden drohe in Sri Lanka eine un-

menschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall 

vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 

19. September 2013, 10466/11, § 37). Weder aus den Ausführungen des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhalts-

punkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort 

E-6740/2019 

Seite 14 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach EMRK oder FoK verbote-

nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Nach dem Gesagten ist der 

Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völker-

rechtlichen Bestimmungen zulässig.  

8.6 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.6.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Ge-

mäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ost-

provinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri-

terien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermögen die Gewalt-

vorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lanki-

schen Regierung verhängte und am 28. August 2019 aufgehobene Aus-

nahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammen-

hängenden gewalttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. dazu statt 

vieler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 

8.6.2 In individueller Hinsicht spricht ebenfalls nichts gegen die Zumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs. Da seine Asylgründe wie aufgeführt für un-

glaubhaft befunden wurden, ist nicht davon auszugehen, dass er – wie von 

ihm behauptet – bei einer Rückkehr nach Sri Lanka versteckt leben 

müsste. Wie die Vorinstanz richtigerweise festhielt, verfügt der Beschwer-

deführer in Sri Lanka über ein tragfähiges Beziehungsnetz. Er verfügt über 

eine abgeschlossene schulische Ausbildung und mehrjährige Arbeitserfah-

rung als (…) sowie in anderen Bereichen (bspw. als […]). Auch wenn er zur 

Finanzierung seiner Ausreise seinen Van verkauft haben sollte, ist ihm den-

noch zuzumuten, sich bei einer Rückkehr anderweitig eine Arbeit zu su-

chen um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Die in der Beschwerdeein-

gabe erwähnten mentalen Beeinträchtigungen sind weder aktenkundig 

noch im Beschwerdeverfahren seitens des Beschwerdeführers substanzi-

iert oder belegt worden (vgl. auch A20, F4 f.). 

E-6740/2019 

Seite 15 

Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer 

würde bei einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage geraten. Der Vollzug 

der Wegweisung erweist sich demnach auch als zumutbar. 

8.7 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG) und amtlicher Verbeiständung (vgl. 

aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG) sind unbesehen der finanziellen Verhält-

nisse des Beschwerdeführers abzuweisen, da die Beschwerde gemäss 

den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu bezeichnen ist und es 

daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu deren Gewährung fehlt. Auf 

das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist 

aufgrund des vorliegenden Endentscheides nicht mehr einzugehen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-6740/2019 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Kevin Schori 

 

 

Versand: