# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40916264-01ea-5f6d-86ca-e08381dd60e8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.06.2009 D-74/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-74-2009_2009-06-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-74/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration BFM,
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung / 
Wiederherstellung der Beschwerdefrist; Verfügung des 
BFM vom 7. November 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-74/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass das BFM mit Verfügung vom 7. November 2008 das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers abwies und ihm die Einreise in  die Schweiz 
nicht bewilligte,

dass die Schweizer Botschaft in Colombo die Verfügung des BFM dem 
Beschwerdeführer  alsdann am 18. November 2008 auf  postalischem 
Weg ("Registered Mail") übermittelte,

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit in deutscher Sprache 
abgefasster Beschwerde vom 26. Dezember 2008 (Eingang Botschaft: 
6.  Januar  2009;  Eingang  BFM:  6.  Januar  2009)  beim  Bundes-
verwaltungsgericht anfocht und sinngemäss um Wiederherstellung der 
Beschwerdefrist ersuchte,

dass  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG; SR 172.021)  beur-
teilt,

dass das BFM zu den Behörden nach  Art. 33 VGG gehört und daher 
eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts ist,

dass eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 
VGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht zuständig 
für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist und in diesem Be-
reich  endgültig  entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni 
1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

dass das Bundesverwaltungsgericht auch für die Behandlung von Ge-
suchen um Wiederherstellung von Fristen gemäss Art. 24 Abs. 1 VwVG 
zuständig  ist,  bei  denen es  im Falle  der  Wiederherstellung über  die 
nachgeholte Parteihandlung beziehungsweise Rechtsvorkehr zu befin-
den hat  (vgl.  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausserordentlichen Rechts-
mittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes  und  der  Kantone, 
Zürich 1985, S. 233),

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dass die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit der Eröffnung einzu-
reichen ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG),

dass schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Be-
hörde einzureichen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post 
oder  einer  schweizerischen diplomatischen oder  konsularischen Ver-
tretung zu übergeben sind (Art. 21 Abs. 1 VwVG),

dass die angefochtene Verfügung von der Schweizerischen Botschaft 
am 18. November  2008  an den  Beschwerdeführer  per  Einschreiben 
versendet wurde,

dass  die  angefochtene  Verfügung  dem  Beschwerdeführer  gemäss 
Rückschein  der  srilankischen  Post  am  22.  November  2008  eröffnet 
wurde, und demnach die 30-tägige Beschwerdefrist am 22. Dezember 
2008 abgelaufen ist (Art. 20 VwVG),

dass auch der Beschwerdeführer selber in seinem englischsprachigen 
Begleitschreiben zur Beschwerde diese als nicht rechtzeitig bezeichnet 
("So I couldn't send my appeal within the 30 days of your deadline") 
und  sinngemäss  um Wiederherstellung  der  verpassten  Beschwerde-
frist ersucht ("I hope you could understand my situation and accept my 
appeal for your consideration"), 

dass bei  dieser  Sachlage die am 6. Januar 2009 bei  der Schweize-
rischen Botschaft  in Colombo beziehungsweise die am gleichem Da-
tum beim BFM eingegangene Beschwerdeeingabe sich klarerweise als 
verspätet erweist, weshalb zu prüfen ist, ob entschuldbare Gründe im 
Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG vorliegen, welche eine Wiederherstel-
lung der Beschwerdefrist rechtfertigen würden,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Gesuchs um Wie-
derherstellung der Beschwerdefrist im Wesentlichen geltend macht, er 
habe  die  30-tägige  Beschwerdefrist  nicht  einhalten  können,  da  er 
Schwierigkeiten gehabt  habe, einen Dolmetscher zu finden ("I  found 
very difficulties to find a translator to read your letter and also to write 
appeal"),

dass gemäss Art. 24 Abs. 1 VwVG Voraussetzung für die Wiederher-
stellung  der  Beschwerdefrist  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  unver-
schuldet davon abgehalten worden ist, innert der Frist zu handeln und 

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dass er binnen 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses die versäumte 
Rechtshandlung nachholt,

dass  der  Beschwerdeführer  sein  Gesuch  um  Wiederherstellung  der 
Beschwerdefrist innert 30 Tagen seit Wegfall des genannten Hindernis-
ses  (Nichtverstehen  der  angefochtenen  Verfügung)  eingereicht  und 
gleichzeitig  die  versäumte  Rechtshandlung  (Einreichung  der  Be-
schwerde) innert Frist nachgeholt hat, weshalb auf das Fristwiederher-
stellungsgesuch einzutreten ist,

dass  die  Wiederherstellung  von Fristen dazu dient,  die  Rechtsnach-
teile  zu  beseitigen,  die  ein  Verfahrensbeteiligter  wegen  unverschul-
deter  Fristversäumnis  erleidet  (vgl.  STEFAN VOGEL in:  AUER/MÜLLER/ 
SCHINDLER [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver-
waltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N 1 zu Art. 24 VwVG),

dass ein Fristversäumnis dann unverschuldet ist, wenn dafür objektive 
Gründe vorliegen und der säumigen Partei bzw. ihrem Vertreter keine 
Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann wie etwa im Falle von Natur-
katastrophen oder schwerwiegender Erkrankung,

dass  daneben  auch  subjektive  Gründe  eine  Fristwiederherstellung 
rechtfertigen können, welche dann vorliegen, wenn der – objektiv be-
trachtet – Handlungsfähige lediglich deshalb untätig bleibt, weil er die 
Situation zufolge eines Irrtums oder auf Grund mangelnder Kenntnisse 
nicht richtig einzuschätzen vermag,

dass schliesslich auch eine Kumulation verschiedener Umstände, die 
je für sich betrachtet das Versäumnis nicht zu entschuldigen vermöch-
ten, die Voraussetzungen von Art. 24 VwVG erfüllen können (vgl. zum 
Ganzen STEFAN VOGEL, a.a.O. N 10 ff. zu Art. 24 VwVG),

dass den Nachweis, dass die Frist wegen eines unverschuldeten Hin-
dernisses  nicht  gewahrt  werden  konnte,  der  Gesuchsteller  zu  er-
bringen hat,  wobei  die  entsprechenden Umstände zu beweisen sind 
und  ein  blosses  Glaubhaftmachen  nicht  genügt  (vgl.  URSINA BEERLI-
BONORAND, a.a.O., S. 227 ff.),

dass  der  Beschwerdeführer  –  wie  bereits  festgestellt  –  nicht  be-
hauptet, er sei in Bezug auf die Frist zur Einreichung einer Beschwer-
de einem Irrtum unterlegen,

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dass er zur Begründung der Verspätung respektive der Schwierigkei-
ten,  einen  Dolmetscher  zu  finden,  einzig  ausführt,  er  lebe  in  einer 
ländlichen Gegend ohne Bewegungsfreiheit ("I live in a rural area wit-
hout free movement"),

dass der  Beschwerdeführer  mit  dieser  Begründung kein Unverschul-
den im Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG zu belegen vermag,

dass er nämlich in B._______ im Viertel C._______ lebt (A8 Ziff. 1.1 S. 
2), wo nach Kenntnissen des Gerichts viele NGO's ihr Büro haben,

dass er am 15. September 2008 auf der Schweizer Botschaft  in Co-
lombo persönlich zu seinen Asylgründen befragt worden ist und eige-
nen Angaben zufolge keine Schwierigkeiten hatte, sich mit dem Zug in 
die Hauptstadt zu begeben (A8 Ziff. 6.6 S. 10),

dass  der  Beschwerdführer  ferner  gemäss  seinen  Angaben  in  der 
Rechtsmittelschrift  über ein Faxgerät verfügt (S. 1) und aufgrund sei-
ner  angeblichen  Tätigkeit  (...)  mit  dem  Umgang  moderner 
Kommunikationsmittel vertraut sein müsste,

dass vor diesem Hintergrund die geltend gemachten Schwierigkeiten 
im Zusammenhang mit der Suche nach einem Dolmetscher nicht plau-
sibel erscheinen,

dass das Fristversäumnis des Beschwerdeführers nach dem Gesagten 
nicht als unverschuldet bezeichnet werden kann, womit es an einer der 
kumulativ  erforderlichen  Voraussetzungen  für  die  Wiederherstellung 
der Beschwerdefrist fehlt, 

dass das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist somit ab-
zuweisen ist,

(...)  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  7.  November  2008  nicht 
einzutreten ist (Art. 111 Bst. b AsylG),

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), in-
dessen auf  die Kostenerhebung in Anwendung von Art. 6 Bst. b  des 
Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu 
verzichten ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist wird abgewie-
sen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft in Colombo (...)

- die Schweizerische Botschaft  in  Colombo, mit  der  Bitte  um Eröff-
nung des Urteils an den Beschwerdeführer und um Zustellung der 
entsprechenden Bestätigung an das Bundesverwaltungsgericht (per 
EDA-Kurier, In Kopie)

- das BFM mit den Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand:

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