# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5828869b-b231-5f92-a503-fbd1681d6bc1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 20.07.2010 ST.2010.59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2010-59_2010-07-20.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
 DES KANTONS ZÜRICH 
 
 

 
1 ST.2010.59 
1 DB.2010.50 
 
 

Entscheid 
 
 

20. Juli 2010 
 
 

 
Mitwirkend: 

Einzelrichter Michael Ochsner und Sekretärin Nadja Obreschkow 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. A,   

 
2. B,   

 
 Rekurrenten/ 
 Beschwerdeführer,  
vertreten durch C,  

 
 

gegen 
 
 
1. Staa t  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
2. Schw e ize r ische  E idgenossenscha f t ,   
 Beschwerdegegnerin,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 

betreffend 

Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 
 

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hat sich ergeben: 
 

 

 A. A (nachfolgend der Pflichtige) war seit 1970 an diversen Kliniken in 

Deutschland und der Schweiz erwerbstätig. Ab dem 1. September 1970 war er Mitglied 

der Ärztekammer … und trat der von dieser eingerichteten … Ärzteversorgung bei, 

welcher Vorsorgeeinrichtung er auch nach seinem Zuzug in die Schweiz weiterhin als 

freiwilliges Mitglied angehörte und Beiträge bezahlte. Seit dem 1. September 2007 be-

zieht er eine staatliche Rente der Ärztekammer Deutschland; in diesem Jahr wurden 

ihm insgesamt Fr. 17'970.- ausbezahlt, welche er in der Steuererklärung 2007 nur zu 

40% als steuerbar deklarierte.  

 

 Mit Einschätzungsvorschlag vom 22. Juli 2009 stellte der Steuerkommissär in 

Aussicht, diese "gemäss Wegleitung" zu 80% zu besteuern. Der Pflichtige lehnte den 

Vorschlag am 7. August 2009 ab. Mit Einschätzungsentscheid bzw. Hinweis vom 

21. August 2009 teilte der Steuerkommissär dem Pflichtigen sowie seiner Ehefrau B 

folgende Einschätzungen mit:  

 

  Staats- und Gemeindesteuern direkte Bundessteuer 

  Einkommen Vermögen  Einkommen 

 Fr. Fr. Fr.  

steuerbar 147'600.- 1'819'000.- 156'800.- 

satzbestimmend 153'900.- 2'077'000.- 156'800.-. 

 

 Darin erfasste der Steuerkommissär die Rente zu 100%. Die Schlussrech-

nung/Veranlagungsverfügung für die direkte Bundessteuer wurde am 18. September 

2009 versandt.  

 

 

 B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 19. September bzw. 3. Oktober 2009 

je Einsprache erheben und beantragen, die Rente beim steuerbaren Einkommen nur 

zu 40% zu besteuern. Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 19. Januar 

2010 ab.  

 

 

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 C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 17./18. Februar 2010 erneuerten die 

Pflichtigen den Einspracheantrag. Sie machten geltend, die Besteuerung verstosse 

gegen den Vertrauensschutz. Bereits mit Schreiben vom 20. November 1992 hätten 

sie nämlich die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) angefragt, ob die bezahlten 

Prämien an die Ärztekammer … nebst den BVG-Prämien vom Einkommen abgezogen 

werden könnten, und wie es sich mit der späteren Steuerpflicht dieser Leistungen ver-

halte. Die EStV habe darauf die Auskunft erteilt, dass die Prämien nicht abgezogen 

werden könnten, andererseits die Renten nur zu 60% steuerbar wären. Diese Auskunft 

habe dazu geführt, dass der Pflichtige weiterhin freiwillige Beiträge an die Ärzteversor-

gung anstatt auf ein Bankkonto oder in eine Versicherung einbezahlt habe, womit er 

steuerlich nicht bestraft werden dürfe. Das kantonale Steueramt verhalte sich zudem 

widersprüchlich, wenn es die Beiträge nicht zum Abzug zugelassen habe, jetzt aber die 

Leistung voll besteuere. Der Pflichtige habe die Rente zu 91,2% selbst finanziert. Spä-

testens ab Zuzug in die Schweiz sei die Beitragsleistung freiwillig geworden, somit 

handle es sich ab diesem Zeitpunkt um eine selbstfinanzierte Rente.  

 

 Das kantonale Steueramt schloss am 3. März 2010 und die EStV am 9. April 

2010 auf Abweisung der Rechtsmittel. Mit Verfügung vom 6. Mai 2010 wurde ein  

zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Die Pflichtigen hielten in der Replik vom 19. Mai 

2010 an ihrem Antrag fest. Das kantonale Steueramt bzw. die EStV verzichteten auf 

Duplik.  

 

 

 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Der Einkommenssteuer unterliegen gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 

Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle wiederkehrenden und einmali-

gen Einkünfte. Zu diesen gehören gemäss Art. 22 Abs. 1 DBG bzw. § 22 Abs. 1 StG 

Leistungen aus der Vorsorge, die auf dem schweizerischen Dreisäulenkonzept beru-

hen, d.h. aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV, 

1. Säule), aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge gemäss Bundesgesetz über die 

berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG, 

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2. Säule) und aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge gemäss BVG 

(3. Säule a). Die Leistungen sind alle zu 100% steuerbar.  

 

 Davon abweichend unterwerfen Art. 22 Abs. 3 DBG bzw. § 22 Abs. 3 StG 

Leibrenten und Einkünfte aus Verpfründung nur zu 40% der Besteuerung. Unter einer 

Leibrente im Sinn von Art. 516 ff. OR versteht man die vom Leben einer Person  

(i. d. R. dem Leben des Rentengläubigers) abhängige Verpflichtung des Renten-

schuldners, dem Rentengläubiger zeitlich wiederkehrende Leistungen zu erbringen, die 

nicht auf eine Kapitalforderung angerechnet werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 22 N 59 DBG und Kommentar zum har-

monisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 22 N 58 StG; Peter Locher, Kommen-

tar zum DBG, 1. Teil, 2001, Art. 22 N 51). Die gesetzliche Konzeption für die reduzierte 

Besteuerung in Art. 22 Abs. 3 DBG bzw. § 22 Abs. 3 StG geht von der Überlegung aus, 

dass sich eine Leibrente aus einem Kapital- und einem Ertragsteil zusammensetzt, 

wovon der Kapitalteil von der steuerpflichtigen Person, ihren Angehörigen oder be-

stimmten Dritten stammt. Steuerbar soll beim Empfänger einzig die Ertragskomponen-

te sein, welche aus Gründen der Vereinfachung und Praktikabilität bewusst schema-

tisch festgesetzt wurde. Die Regelung gilt unabhängig davon, ob die Rente von einer 

Versicherungsgesellschaft, von einem sonstigen Geschäftsbetrieb oder von einer  

Privatperson ausgerichtet wird (Locher, Art. 22 N 52; Martin Steiner, in: Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 22 N 21 DBG). Die 

steuerbare Ertragskomponente von 40% bleibt auch ohne Rücksicht darauf konstant, 

ob die Leibrente vom Rentenbezüger selbst finanziert wurde oder ob das Kapital von 

einem Dritten aufgebracht wurde.  

 

 Nicht unter den Begriff der Leibrente fallen Renten, die im Rahmen der 

1. Säule, 2. Säule und Säule 3a ausbezahlt werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 22 N 62 DBG und § 22 N 62 StG). Mit Entscheid BGr, 17. März 2006, 2A.643/2005 

hat sich das Bundesgericht über die Besteuerung von Leistungen der Bundesversiche-

rungsanstalt für Angestellte in Berlin geäussert. In jenem Fall leistete ein Architekt, 

welcher in den 50er Jahren in Deutschland unselbstständig erwerbstätig war, zunächst 

Pflichtbeiträge an diese; später nahm er eine selbstständige Erwerbstätigkeit auf, leis-

tete aber bis 1977 weiterhin auf freiwilliger Basis Beiträge. 1980 nahm er Wohnsitz in 

der Schweiz. Das Bundesgericht hielt mit Bezug auf die Steuerperioden 2001/2002 

fest, dass die Leistungen der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte ungeachtet 

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der erheblichen freiwilligen Beitragsleistung nicht als Leibrente, sondern voll zu  

besteuern seien. Die Zahlungen an den Steuerpflichtigen repräsentierten Leistungen 

aus Sozialversicherung und nicht aus Leibrente (E. 3.3; Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 22 N 22 DBG bzw. § 22 N 21 StG; Locher, Art. 22 N 6). Im Ent-

scheid VGr SG, 11. Mai 2010, B 2009/156, E 4.2 (http://www.gerichte.sg.ch) wiederum 

hat das Verwaltungsgericht St. Gallen eine zum grössten Teil mit freiwilligen Beiträgen 

erworbene Rente der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte als solche der Säule 

3b, nicht aber als Leibrente qualifiziert. Die Steuerrekurskommission I hatte mit Ent-

scheid RK I, 2. Juni 2005, 1 ST.2005.120/1 DB.2005.52 eine ebenfalls teilweise mit 

freiwilligen Beiträgen erworbene Rente der Caisse Nationale D'Assurance Vieillesse in 

Paris zu beurteilen und kam zum Schluss, bei einer von einer öffentlichen Versiche-

rungseinrichtung geleisteten Rente handle es sich nicht um eine Leibrente. Insgesamt 

beurteilt die Rechtsprechung demnach Leistungen aus ausländischen öffentlich-

rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen der staatlichen Sozialversicherung, selbst wenn sie 

mit freiwilligen Beiträgen erworben wurden, einhellig nicht als Leibrenten.  

 

 b) aa) Die Altersrente von der … Ärzteversorgung ist nach dem Gesagten 

grundsätzlich als Einkommen bei den Staats- und Gemeindesteuern sowie der direkten 

Bundessteuer zu besteuern. Die Pflichtigen beanspruchen indessen die reduzierte Be-

steuerung als Leibrente im Sinn von § 22 Abs. 3 StG bzw. Art. 22 Abs. 3 DBG, da nur 

ein Anteil von 15,81% der Beiträge aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung kraft 

Wohnsitz und Erwerbstätigkeit in Deutschland geleistet worden sei. Beim Rest der Bei-

träge handle es sich um freiwillige Beiträge, welche der Pflichtige nach Wohnsitznahme 

in der Schweiz geleistet habe. Sie verweisen hierzu auf § 7 der Satzung der … Ärzte-

versorgung, gemäss welcher Bestimmung Versicherte, welche aus der Vorsorgeein-

richtung ausscheiden, die Mitgliedschaft freiwillig fortsetzen können, sowie die unun-

terbrochene Beitragsleistung seit 1970.  

 

 bb) Die … Ärzteversorgung ist eine Einrichtung der Ärztekammer … , Körper-

schaft des öffentlichen Rechts. Sie gilt als Ersatzanstalt der gesetzlichen Angestellten-

versicherung; angestellte Ärzte können sich zu Gunsten der Ärzteversorgung von der 

Angestelltenversicherung befreien lassen. Untersteht die … Ärzteversorgung demnach 

öffentlichem Recht und tritt sie an die Stelle der gesetzlichen Angestelltenversicherung, 

so stellt sie wie diese einen Zweig der staatlichen Sozialversicherung dar. Dieser 

Schluss wird dadurch untermauert, dass der Pflichtige mit seinen Beiträgen nicht nur 

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einen Anspruch auf eine Altersrente erworben hat, sondern gemäss § 8 der Satzung 

einen umfassenden Versicherungsschutz, d.h. auch Berufsunfähigkeitsrente, Hinter-

bliebenenrente, Kinderzuschuss, Beitragserstattung und Kapitalabfindung. Nach dem 

zitierten BGr, 17. März 2006, 2A.643/2005 sind aber Leistungen aus Einrichtungen der 

ausländischen staatlichen Sozialversicherung ungeachtet der freiwilligen Weiterführung 

des Vorsorgeverhältnisses mit solchen der AHV gleichzustellen und fallen in den An-

wendungsbereich von Art. 22 Abs. 1 DBG bzw. § 22 Abs. 1 StG. Ein Einschlag gestützt 

auf Art. 22 Abs. 3 DBG bzw. § 22 Abs. 3 StG kommt damit nicht in Betracht.  

 

 cc) Entgegen der Auffassung der Pflichtigen ist nicht massgebend, ob die Bei-

tragszahlungen von der Einkommenssteuer abgezogen werden konnten oder nicht. 

Grund für die bloss teilweise Besteuerung der Leibrente ist – wie bereits ausgeführt –

 der Umstand, dass die Rentenleistungen eine Kapitalrückzahlungskomponente enthal-

ten, welche nicht besteuert werden soll. Zugunsten einer verfahrensökonomischen 

Pauschalierung wird überdies für das Mass der Besteuerung nicht auf die effektive Art 

und Weise der Finanzierung abgestellt, sondern allein darauf, ob den steuerbaren Leis-

tungen ein Leibrenten- bzw. Verpfründungsvertrag im erwähnten privatrechtlichen Sinn 

zugrunde liegt. Nur noch in diesem Fall kann laut dem ab Steuerperiode 2001 gelten-

den Recht überhaupt eine privilegierte Besteuerung (zu 40%) zur Anwendung kom-

men. Die Art der Finanzierung, welche unter dem alten Recht noch von Bedeutung 

war, spielt bei diesen Leistungen keine Rolle mehr (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 22 N 52 DBG und § 22 N 52 StG). Dass der Pflichtige seine Beiträge gar nicht be-

ziehungsweise nur im beschränkten Rahmen im Umfang des Versicherungsabzugs 

abziehen konnte, spielt deshalb für die Frage der Besteuerung keine Rolle.  

 

 

 2. a) Der steuerlichen Erfassung der Leistungen durch die schweizerischen 

Steuerbehörden steht zudem das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutsch-

land und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteue-

rung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen vom 11. August 

1971 (SR 0.672.913.62; aZStB III A Nr. 82/06; nachfolgend DBA-D) nicht entgegen. 

Gemäss Art. 18 DBA-D werden Ruhegehälter und ähnliche Vergütungen, die einer in 

einem Vertragsstaat ansässigen Person für frühere unselbstständige Arbeit gezahlt 

werden, nur in diesem Staat besteuert. Art. 19 DBA-D macht eine Ausnahme zuguns-

ten des Schuldnerstaats bei Vergütungen, einschliesslich Ruhegehälter, welche auf-

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grund eines öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses von einer juristischen Person des 

öffentlichen Rechts gezahlt werden. Für alle anderen Einkünfte enthält Art. 21 DBA-D 

eine subsidiäre Generalklausel zugunsten des Ansässigkeitsstaats der die Leistung 

empfangenden Person. Der Umstand, dass die … Ärzteversorgung eine juristische 

Person des öffentlichen Rechts ist, genügt für die Anwendung von Art. 19 DBA-D für 

sich allein nicht; damit die Steuerhoheit dem Schuldnerstaat zusteht, muss die Leistung 

ihren Rechtsgrund zusätzlich in einer gegenwärtigen oder früheren öffentlichen Funkti-

on des Empfängers haben (Flick/Wassermeyer/Kempermann, Doppelbesteuerungsab-

kommen Deutschland-Schweiz, Art. 19 N 6; Locher/Meier/Siebenthal/ Kolb, Doppelbe-

steuerungsabkommen Schweiz-Deutschland 1971 und 1978, B 19.1 N 3). 

Dementsprechend werden auch Renten der Bundesversicherungsanstalt für Angestell-

te unter Art. 23 DBA-D subsumiert (Locher/Meier/Siebenthal/Kolb, B 19.1 N 7; unzu-

treffend deshalb Locher/Meier/Siebenthal/Kolb, B 19.1 N 13). Da es sich hier nicht um 

solche Leistungen aus einem früheren öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis handelt, 

kommt die Besteuerungsbefugnis der Schweiz zu.  

 

 b) Soweit die Pflichtigen sinngemäss geltend machen, die Versicherungsleis-

tungen würden auch in Deutschland besteuert, sodass eine Doppelbesteuerung resul-

tiere, vermag dies an alledem nichts zu ändern. Steht der Schweiz gemäss einem  

Doppelbesteuerungsabkommen mit einem anderen Staat das Besteuerungsrecht zu, 

hat sie darauf nicht zu verzichten, nur weil der andere Staat seinerseits ein Besteue-

rungsrecht in Anspruch nimmt. Für solche Fälle verbleibt dem betroffenen Steuerpflich-

tigen indes die Möglichkeit, dass sich die konkurrenzierenden Steuerhoheiten im  

Rahmen eines sogenannten Verständigungsverfahrens einigen (vgl. Art. 26 DBA-D). 

Für die Einleitung eines solchen sind die Steuerrekurskommissionen jedoch nicht zu-

ständig. Die Pflichtigen können sich diesbezüglich nach Rechtskraft der vorliegenden 

Veranlagung an die Eidgenössische Steuerverwaltung wenden.  

 

 

 3. Die Pflichtigen berufen sich weiter auf Vertrauensschutz. Sie verweisen auf 

ihre Anfrage vom 20. November 1992 an die Eidgenössische Steuerverwaltung, worin 

sie einerseits sich über die Abziehbarkeit der Prämien an die Ärztekammer … erkun-

digten, andererseits nach der späteren Steuerpflicht der Leistungen fragten. In ihrer 

Antwort stellte die EStV eine Besteuerung der Rente nur zu 60% gemäss Art. 21
bis

 des 

Bundesbeschlusses über die direkte Bundessteuer vom 9. Dezember 1940 (BdBSt) in 

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Aussicht, sofern "die Finanzierung ausschliesslich durch den Steuerpflichtigen erfolg-

te". Weiter wird die Regelung bei den Staats- und Gemeindesteuern als ähnlich be-

zeichnet. Die Pflichtigen machen geltend, sie hätten daraus auf die Qualifikation als 

Leibrente schliessen dürfen und nur deshalb weiterhin Beiträge bezahlt.  

 

 a) aa) Der in Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) statuierte 

Anspruch auf Treu und Glauben verleiht dem Bürger einen Anspruch auf Schutz seines 

berechtigen Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte  

Erwartungen begründendes Verhalten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu  

Art. 109 - 121, N 54 und 58 DBG und VB zu §§ 119 - 131, N 57 und 61 StG). Unrichti-

ge Zusicherungen, Auskünfte, Mitteilungen oder Empfehlungen von Behörden können 

Rechtswirkungen entfalten, wenn kumulativ  

- die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen ge-

handelt hat,  

- die Behörde für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn 

sie der Bürger aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten konnte,  

- der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte,  

- er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die 

nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, und  

- die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat.  

 

 bb) Art. 21
bis

 Abs. 1 BdBSt betraf gemäss Marginalie die Einkünfte aus Versi-

cherung. Gemäss dieser Bestimmung sind von den Renten und anderen wiederkeh-

renden Einkünften aus Versicherung und Vorsorge, ausgenommen aus beruflicher 

Vorsorge, steuerbar  

 a. drei Fünftel der Einkünfte, wenn die Leistungen (wie Einlagen, Beiträge, 

Prämienzahlungen), auf denen der Anspruch des Steuerpflichtigen beruht, aus-

schliesslich vom Steuerpflichtigen erbracht worden sind; 

 b. vier Fünftel der Einkünfte, wenn die Leistungen, auf denen der Anspruch 

des Steuerpflichtigen beruht, nur zum Teil, mindestens aber zu 20 Prozent vom  

Steuerpflichtigen erbracht worden sind;  

 (…).  

 b) Vorab ist festzuhalten, dass die Arbeitgeber des Pflichtigen in Deutschland 

ebenfalls Beiträge an die … Ärzteversorgung leisteten. Damit sind die Voraussetzun-

gen von Art. 21
bis

 lit. a BdBSt nicht erfüllt, sodass es bereits an einer tauglichen Ver-

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trauensgrundlage fehlt, zumal das Schreiben der EStV ja ausdrücklich auf die aus-

schliessliche Selbstfinanzierung verweist. Allenfalls käme eine reduzierte Besteuerung 

zu 80% gemäss lit. b der Bestimmung in Frage; da aber die Erwartung der Pflichtigen 

sich nicht auf eine 80%-ige Besteuerung bezog und überdies nicht feststeht, ob sie 

auch in Kenntnis dieser Bestimmung weiterhin Beiträge an die … Ärzteversorgung ge-

leistet hätten, fehlt es auch hier an einer tauglichen Vertrauensgrundlage.  

 

 Zudem ist der BdBSt mit Inkrafttreten des DBG per 1. Januar 1995 aufgeho-

ben worden (Art. 201 DBG). Mit Art. 22 Abs. 3 DBG in der Fassung nach dem Bundes-

gesetz über das Stabilisierungsprogramm 1998 vom 19. März 1999 (AS 1999 II 2374), 

in Kraft seit 1. Januar 2001, wurde die reduzierte Besteuerung auf Leibrenten und  

Einkünfte aus Verpfründung eingeschränkt und gleichzeitig auf 40% herabgesetzt, und 

zwar unabhängig davon, ob sie entgeltlich oder unentgeltlich erworben wurden.  

Entsprechend wurde auch Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung 

der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) 

geändert und vom Kanton Zürich durch entsprechende Neufassung von § 22 Abs. 3 

StG, gültig ab Steuerperiode 2001, übernommen. Mit der neuen Regelung wurde dem-

nach die Frage der Besteuerung von Renten umfassend umgestaltet. Da der Anwen-

dungsbereich von Art. 22 Abs. 3 DBG enger ist als derjenige von Art. 21
bis

 Abs. 1 

BdBSt, ist eine unter die letztere Bestimmung fallende Rente nicht notwendigerweise 

auch eine solche nach Art. 22 Abs. 3 DBG. Überdies hat die EStV in seinem Schreiben 

die zu erwartenden Leistungen der Ärzteversorgung ja auch nicht etwa eingehend  

analysiert und sie gestützt darauf ausdrücklich als Leibrente bezeichnet. Die Pflichtigen 

können sich damit nicht darauf berufen, die Gesetzesänderung habe für sie von vorn-

herein nichts geändert.  

 

 Dieselben Überlegungen treffen auch in Bezug auf das kantonale Recht zu. 

Überdies war die EStV im Bereich der Staats- und Gemeindesteuer ohnehin nicht zur 

Auskunftserteilung zuständig.  

 

 c) Die Auskunft der EStV vermag die Steuerbehörden deshalb nicht zu bin-

den.  

 

 

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 4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses bzw. der Be-

schwerde. Wegen des geringen Streitwerts kann dieser Entscheid als solcher des Ein-

zelrichters ergehen (§ 114 Abs. 1 StG, in der Fassung vom 10. Mai 2004). 

 

 Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen 

(§ 151 Abs. 1 StG bzw. Art. 144 Abs. 1 DBG).  

 

 

 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen.  

 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

[…]