# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27954786-0043-5369-a201-3ee8828311af
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Jahre nach dem Unfallereignis festgestellte Schulterpathologie ist weder direkte noch indirekte Unfallfolge
**Docket/Reference:** UV.2013.00099
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00099.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00099
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Gasser Küffer
Urteil
vom
28. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
Anwaltskanzlei
Kieser
Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Christian
Leupi
Grossenbacher
Rechtsanwälte AG
Zentralstrasse 44, 6003 Luzern
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1975 geborene
X.___
war als arbeitslose Person
bei
der Schweize
ri
schen Unfallversicherungsanstalt (S
uva
) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 1
0.
Juni 2000 mit ihrem Personenwagen
in
eine Frontal
kollision mit einem Motorrad
verwickelt wurde
(
Urk.
14/1, 14/13). Noch am selben Tag wurden die Verletzungen an beiden Füssen in der Klinik
Y.___
unter anderem
operativ versorgt (
Urk.
14/21,
14/5)
.
Nach einer
Metall
entfernung
rechts am 1
7.
Januar 2001 (
Urk.
14/35) persistierten
Belas
tungsschmerzen
im rechten
Vorfuss
(
Urk.
14/39, 14/42
, 14/59
)
, worauf
in der Klinik
Y.___
am 2
0.
Juli 2001 eine
Mortonneurom
-Exzision
am
rechte
n
Vorfuss
(
Urk.
14/63
)
und am 1
9.
September 2001 eine
Helal
-Osteotomie
Dig
II und II
I
(
Urk.
14/81) durchgeführt wurde.
Bei weiterhin unbefriedigendem Verlauf (vgl.
Urk.
14/102) unterzog sich die Versicherte am
4.
November 2002 einer
A
rthro
dese
der medialen
Lisfranc
gelenke
(TMT I-III) in der Privatklinik
Z.___
(
Urk.
14/125-126).
Nachdem sowohl dieser Eingriff wie die darauf folgende Metallentfernung vom 2
8.
April 2004 (
Urk.
14/186) letztli
ch zu keiner Verbesserung der
Me
tatarsalgien
geführt hatten
(
Urk.
14/193), ging die S
uva
vom Erreichen eines medizinisch-therapeutischen Endzustandes aus. Mit Verfügung vom 2
9.
November 2004 (
Urk.
14/226) und bestätigendem Einspracheentscheid vom 1
8.
März 2005
(
Urk.
14/240)
sprach sie der Versicherten eine Invalidenrente von
25
%
ab
1.
Dezember 2004 und eine Integritätsentschädigung ausgehend von einer Integritätseinbusse von 15
%
zu.
Am 2
0.
Januar 2009 bestätigte die S
uva
revi
sionsweise
die Weiterausrichtung der 25%igen Rente (
Urk.
14/269).
1.2
Bei Vorliegen einer
subacromialen
Impingement
-Problematik im linken Schulter
gelenk nach dreimaliger Infiltration unterzog sich die Versicherte am 1
8.
Juni 2009 im Spital
A.___
einer
arthroskopischen
Défilée
-Erweiterung, einer LBS-
Tenodese
und einer
Supraspinatussehnenreinsertion
sowie einer AC
Gelenksresertion
(
Urk.
16/1-4).
Gestützt auf die Beurteilung des Kreisarztes
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 2
5.
Mai 2010 (
Urk.
14/282) teilte
d
ie
S
uva
der Versicherten am 2
6.
Mai 2010 mit, dass zwi
schen den gemeldeten Schulterbeschwerden links und dem Unfall vom 1
0.
Juni 2000 kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe (
Urk.
14/283). Für eine weitere operative Versorgung des unfallversehrten rech
ten Fusses am 2
4.
November 2010 in der
Klinik C.___
(vgl.
Urk.
14/295) erbrachte die Suva
ebenso Leistungen, wie für eine
Osteosynthesematerialent
fernung
am
2
9.
April 2011
(
Urk.
14/306)
.
Mit Verfügung vom
2
6.
Oktober 2012 verneinte die Unfallversicherung
eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit de
n Schulter-/Nackenbeschwerden
(
Urk.
14/345). Die Einsprache der Versicherten vom 2
7.
November 2012 (
Urk.
14/347) wies sie mit Entscheid vom
8.
März 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X.___
am 2
3.
April 2013 Beschwerde erheben und die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen
im Zusammenhang mit den als Unfallfolgen anzuerkennenden Schulterbeschwerden
beantragen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin liess mit der Vernehmlassung vom 2
5.
Juni 2013 auf Abweisung der Beschwerde schliessen (
Urk.
8). Auf gerichtliche Aufforderung
hin
(
Urk.
11)
liess sie am 2
2.
August 2013 die Akten (
Urk.
14/1-375) unter Bei
lage einer, der neuen
Aktenreferenzierung
angepassten Beschwerdeantwort (
Urk.
13) systematisch und chronologisch geordnet einreichen.
Von Amtes we
gen wurden aus dem
invalidenversicherungsrechtlichen
Verfahren
IV.2013.00524
in Sachen der Beschwerdeführerin
ärztliche D
okumente beigezo
gen (
Urk.
16/0
-
8
), welche der Beschwerdeführerin und ihrer Rechtsvertretung bereits aus dem
inva
liden
versicherungs
rechtlichen
Verfahren bekannt sind.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin
hat die gesetzlichen Bestimmungen über den An
spruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Allgemei
nen (
Art.
6
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Unfallversicherung, UVG)
sowie die Grundsätze zu dem für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers voraus
gesetzten natürlichen
und adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1
mit Hinweisen), zum im Sozialversicherungsrecht geltenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hin
weisen) und zum Beweiswert sowie zur Beweiswürdigung medizinischer Berichte und Gutachten (vgl.
auch BGE 125 V 351 E. 3a
mit Hinweis)
sowie
von Berichten versicherungsinterner Ärzte
(BGE
125 V 351 E. 3b/
ee
)
richtig wieder
gegeben.
Ebenfalls zutreffend dargelegt
ist die Rechtsprechung, wonach in
der Sozial
versi
cherung kein Grundsatz besteht, dass die Verwaltung oder der Rich
ter im Zweife
l zu Gunsten der v
ersicherten
Person
entscheiden müssen
und dass im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte
(
BGE 117 V 261 E. 3b
). Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist,
dass d
ie Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfol
gen gewährt
werden
(
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversiche
rung, UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E.
2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfall
er
eignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
siche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesund
heitsschädigung
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Schulterbeschwerden der Beschwerdeführerin auf das Unfallereignis vom 1
0.
Juni 2000 zurückzuführen sind
, mithin eine
unmittelbare Unfallverletzung oder aber eine
Spätfolge
respektive eine indirekte Unfallfolge
desselben darstellen
. Die Beschwerdegegnerin verneinte
dies
gestützt auf die
Aktenlage
(
Urk.
2). Die Beschwerdeführerin lässt im Wesentli
chen gestützt auf ein von ihr eingeholtes Gutachten von
Dr.
med.
D.___
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Medizinischer Gutachter SIM, Unabhän
gige Medizinische Gutachterstelle Bewegungsapparat, vom
7.
Januar 2013 (
Urk.
3/4) die Kausalität der Schulterbeschwerden behaupten (
Urk.
1).
3.
3.1
Zu den Folgen des Unfalls vom 1
0.
Juni 2000 ist de
n Akten Folgendes zu ent
nehmen:
Gemäss Diagnose im Operationsbericht der Klinik
Y.___
vom
Unfall
tag
erlitt die Beschwerdeführerin ein Stauchungstrauma
am
Vorfuss
rechts
mit Luxa
tions-, Kompressions- und Trümm
erfraktur des Os
Cuneiforme
I, wenig dislozierte,
subcapit
ale
Stauchungsfrakturen
Metatars
ale
II und III rechter Fuss und wenig dislozierte,
subcapitale
Metatarsale
-Stauchungsfrakturen II, III
und IV links (
Urk.
14/5).
Weder dem Operationsbericht noch dem Bericht zur
Hospi
talisation
vom 2
6.
bis 2
8.
Juli 2000, welche zur Metallentfernung der
Transfi
xation
Basis
Metatarsale
I-III und der temporären
Kirschnerdraht-Arthrodese
Tarxo-Metatarsalgelenk
sowie zur Wundrandmobilisation erfolgte  (
Urk.
14/15), ist ein Hinweis auf eine anderweitige Verletzung zu entnehmen. In der
Unfall
meldung
vom 3
0.
Juni 2000
wurden als Unfallverletzungen multiple
Brüche an beiden Füssen angeführt
(
Urk.
14/1).
Eine Verordnung zur Physiotherapie der Klinik
Y.___
vom 1
3.
Juli 2000 erfolgte unter anderem auch zur Rückentherapie, da Probleme wegen des Stockgehens bestünden (
Urk.
14/16).
Anlässlich der ersten kreisärztlichen Untersuchung vom
3.
Oktober 2000, zu welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin ihre Füsse seit zirka einem Monat wieder voll belastete, erklärte sie, dass durch die Gurte ein Hämatom an der rechten Brust aufgetreten sei, welches immer noch etwas schmerze
(
Urk.
14/25)
.
Die erstmals in obiger Physiotherapieverordnung erwähnten
Hinweise auf
Rücken
probleme
finden sich in der Folge wiederholt in den medizinischen Akten. So erklärte die Beschwerdeführerin nach dem
Eingriff vom 1
9.
Sep
tember 2001 (
Helal
-Osteotomie DIG II und III rechter Fuss, vgl.
Urk.
14/82) in der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
1.
Dezember 2001, auf
grund des massiv veränderten Gangbildes Rückenschmerzen bekommen zu haben (
Urk.
14/88). Gemäss Beurteilung von Kreisarzt-Stellvertreter
E.___
vom 1
5.
März 2002 stande
n
seit einem Monat aufgetretene Lum
balgien im Vordergrund, deren Kausalität bei Schonung des rechten Fusses seit nunmehr fast zwei Jahren bejaht werden müsse (
Urk.
14/102
; vgl. auch
Urk.
14/117
, 14/193, 14/201
).
In einem Gutachten der MEDAS zuhanden der IV-Stelle Graubünden finden sich unter anderem
die Diagnosen eines chronischen
lumbovertebralen
Syndroms und eines chronischen
cervicovertebralen
Syndroms, letzteres mit
cervicoscapolaren
Tendomyalgien
(
Urk.
16/0 S. 14 f.).
3.2
Gemäss Anamnese im  Bericht der
Klinik F.___
, vom 2
7.
Mai 2009, litt die Beschwerdeführerin seit einigen Wochen unter eine
r
zunehmenden
sub
acromialen
Impingement
-Problematik links, welche sich unter konservativer Behandlung mit dreimaliger Infiltration nicht verbessert habe. A
namnestisch bestehe ein
Status nach Autounfall vor 9 Jahren mit multiplen Verletzungen, unter anderem auch Schulterbeschwerden links, die vernachlässig
bar gewesen seien (
Urk.
16/1). Bei Verdacht auf eine Läsion der
Supraspinatussehne
unterzog sich die Beschwerdeführerin eine
r
Schulterarthroskopie im Spital
A.___
,
anlässlich welcher die
Supraspinatussehnenläsion
und das ausgedehnte
Impin
gement
links einer
arthroskopischen
Défiléeerweiterung
, einer LBS
Tenodese
und
Supraspinatu
s
sehnenreinsertion
sowie einer AC
Gelenksresektion unterzo
gen wurden (
Urk.
16/4).
Anlässlich einer rheumatologischen Standortbestimmung in der
Klinik C.___
am 2
0.
Januar 2010 bei Schmerzen
nunmehr
in beiden Schultern sowie Hals/Nacken- und tieflumbalen Rückenschmerzen schilderte die Beschwerde
führerin den Beschwerdeverlauf dahingehend, dass sie seit dem Verkehrsunfall im Jahr 2000, bei welchem sie auch eine Schulterprellung erlitten habe, jeweils postoperativ an Unterarmstützen mobilisiert worden sei und an anhaltenden linksbetonten Schulterschmerzen leide.
Die diesbezügliche Diagnose lautete auf ein chronisches Schmerzsyndrom des Nackens und der linken Schulter bei einem Status nach
arthroskopischer
suba
c
romialer
Dekompression und
Supra
spina
t
ussehnen-Reinsertion
links
am
1
8.
Juni 2009 wegen gelenksseitiger
Sup
raspinatussehnenläsion
(
Urk.
16/5/2-3).
Eine Untersuchung in der Schulter-/Ellbogensprechstunde der
Klinik C.___
vom 1
2.
April 2010 führte zum Schluss, dass eine Reizung der
Supraspinatussehne
und der
Subscapularissehne
der linken Schulter vorliege (
Urk.
14/280).
Im A
uftrag der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wurde die Beschwerdeführerin am
8.
März 2010 im
Institut G.___
, psychiatrisch, orthopädis
ch und internistisch untersucht
.
Der Beschwerdeverlauf bezüglich der mittlerweile beidseitigen
Schulterschmer
zen
wurde in der orthopädischen Beurteilung dahingehend geschildert, dass, nachdem offenbar bereits zuvor intermittierend Beschwerden an beiden Schul
tern aufgetreten seien, sich diese ab 2009 akzentuiert hätten. Die im Juni 2009 durchgeführte Operation
habe
zu keinem wesentlichen Beschwerderückgang geführt (
Urk.
16/6 S. 27).
Eine erste hausärztliche Untersuchung habe in diesem Zusammenhang offenbar im November 2008 stattgefunden (
Urk.
16/6 S. 34). Die Zusatzfrage nach unfallfremden Faktoren wurde von den beteiligten Gut
achtern dahingehend beantwortet, dass die Pathologie der linken Schulter auf
grund der vorliegenden Unterlagen nicht in Zusammenhang mit dem
Unfaller
eignis
gebracht werden könne (
Urk.
16/6 S. 37).
Der Kreisarzt
Dr.
B.___
sprach sich in seiner Stellungnahme vom 2
5.
Mai 2010 gegen das Vorliegen einer strukturellen
organischen
Schulterverletzung im Nachgang zum Unfall vom 1
0.
Juni 2000 aus. Die Schulterbeschwerden stünden lediglich in einem möglichen Zusammenhang mit dem versicherten Ereignis (
Urk.
14/282)
.
Nach einem weiter
e
n operativen Eingriff am rechten Fuss in der
Klinik C.___
am 2
4.
November 2010 (
Urk.
14/295 mit beiliegendem
Operationsbe
richt
) erklärte die Beschwerdeführerin am 1
0.
März 2011 im Zusammenhang mit einer Physiotherapieverordnung
telefonisch
, dass die Schulterbeschwerden nach dem operativen Eingriff vom 2
4.
November 2010 aufgetreten seien (
Urk.
14/301).
Im Bericht der
Klinik C.___
vom 3
1.
März 2011 wurde aus
geführt, dass die Schulter vor allem in der Phase der Stockentlastung wieder symptomatisch geworden sei, weshalb neuerlich eine Infiltration geplant sei (
Urk.
16/7).
Am
7.
Juli 2011 suchte die Beschwerdeführerin wegen erneut auftretender
Vor
fussschmerzen
rechts nach einer Metal
lentfernung am 2
9.
April 2011 (vgl. dazu
Urk.
14/307)
die Rheumasprechstunde der
Klinik C.___
auf. Hinsichtlich der Schulterschmerzen
k
lagte sie
über
eine neuerliche Schmerzzunahme links mit gleichem Schmerzcharakter wie die Beschwerden vor
der letztmaligen
Infiltration im Oktober 201
0.
Die Schulterschmerzen seien
einerseits durch
Myogelosen
der Schultermus
kulatur bedingt, andererseits kön
ne es auch erneut zu einer Reizung der
p
artialrupturierten
Supraspinatu
ssehne
durch die
Geh
stützen
gekommen sein
(
Urk.
14/319). Die sodann am 3
0.
Sep
tember 2011 durchgeführte
subacromiale
Infiltration bewirkte
gemäss Bericht vom
4.
November 2011 lediglich e
ine zweitägige Schmerzreduktion
. Zur
Unfallkau
salität
nahm die Oberärztin
i.V.
der Rheumatologie der
Klinik C.___
am
4.
November 2011 dahingehend Stellung,
dass es beim Autounfall im Jahr 2000 gemäss der Beschwerdeführerin zu einer Schulterkontusion gekommen sei; die Beschwerdeführerin habe nach den wiederholten Fussoperationen mit
Geh
stützen
mobilisiert werden müssen, worauf sie an verstärkten
Schulterschmer
zen
gelitten habe. Auch aktuell
sei
es nach einer Mobilisation mit Gehstützen wieder zu einer Exazerbation gekommen (
Urk.
14/326).
Der Kreisarzt
Dr.
H.___
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabi
litation FMH, stellte in seiner Beurteilung vom 1
9.
September 2011 fest, dass allenfalls möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich sei, dass die am 1
8.
Juni 2009 operativ revidierte Läsion der
Supraspinatussehne
durch das wiederholte phasenweise Benutzen von Gehstöcken im Rahmen der
Fussopera
tionen
entscheidend mitbeeinflusst worden sei. Bei der Schulterpathologie der Beschwerdeführeri
n handle es sich um eine häufig
degenerati
ve Angelegenheit. Er sehe keine
ausreichenden kausalen Faktor
en für die Annahme, dass hier ent
weder operative Eingriffe an der Schulter oder sonstige
Behandlungsmass
nahmen
zu Lasten der Unfallversicherung geleistet werden müssten. Indirekte Unfallfolgen seien nicht mit der notwendigen überwiegenden Kausalität begründbar. Ihm sei nicht bekannt, dass das Benutzen von Gehstöcken die Strukturen des
Suba
c
rominalraumes
in irgendeiner Weise schädigen könne. Bei
der Benutzung von Walkingstöcken werde beschrieben, dass dies die ganze Schultergürtelmuskulatur kräftige und die Führung des Schultergelenks damit sogar verbessert werde (
Urk.
14/316).
Vom 1
0.
bis 1
2.
Oktober 2011 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der Invalidenversicherung neuerlich in der MEDAS-St
elle
polydis
ziplinär
begutachtet
. Der rheumatologische Teilgutachter
stellte neben der Diag
nose betreffend die Fussschmerzen rechts bei Status nach Polytrauma 2000 und diversen Operationen diejenigen einer
Periarth
r
opathia
humeroscapularis
beid
seits linksbetont und eines chronischen
Panvertebralsyndroms
mit linksseitiger
zervikolumbospondylogener
Komponente bei Wirbelsäulenfehlhaltung und
fehl
form
, Haltungsinsuffizienz und Adipositas. Zur Unfallkausalität der Beschwerden nahm er nicht Stellung (
Urk.
16/8/3 S. 8).
3.3
Dr.
D.___
untersuchte die Beschwerdeführerin in deren Auftrag am
4.
Oktober 201
2.
Seine Diagnosen lauteten wie folgt
(
Urk.
3/4 S. 19):
-
schwere posttraumatische Veränderungen des rechten Mittel- und
Vorfusses mit verminderter
Belastbarkeit
-
sekundäre Veränderungen der
Rotatorenmanschette
und des
Ak
r
omio
-
Klavikular-Gelenks links mit funktioneller Beeinträchtigung
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
.
Gemäss
Dr.
D.___
stehen die Schulterprobleme links in direktem Kausalzusam
menhang mit dem Unfall im Jahr 200
0.
Erstens habe die Beschwerdeführerin vor dem U
nfall keine Schulterbeschwerden
oder Einschränkungen gehabt und zweitens sei eine Schulterpathologie wie die vorgefundene ohne vorausgehen
des Trauma oder entsprechende berufliche Schulterüberbelastung in dieser Altersklasse unwahrscheinlich. Der Unfallmechanismus sei derart schwer
wiegend gewesen, dass auch eine Verstauchung oder
Kontusionierung
der Schulter beim Unfall plausibel wäre. Wegen der Schwere der Fussverletzung hätten aber sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Ärzte die
Schulterver
letzung
vorerst „verpasst“. Möglicherweise wäre die Schulterverletzung ausge
heilt, hätte die Beschwerdeführerin nicht so viel an Stöcken gehen müssen. Wegen des auch stockfrei unsymmetrischen Gangbildes bestehe auch ein indi
rekter Zusammenhang mit den multiplen Verspannungen. Über den gesamten zeitlichen Verlauf seit dem Unfall lägen anamnestisch Brückensymptome bezüglich der linken Schulter vor (
Urk.
3/4 S. 23 f., S. 27).
4.
4.1
Was zunächst die Frage nach einer unmittelbar beim Unfall vom 1
0.
Juni 2000 erlittenen Schulterverletzung
in Form einer Kontusion oder Prellung
anbelangt,
rechtfertigt sich der Schluss auf das Vorliegen einer solchen – entgegen der von
Dr.
D.___
vertretenen Meinung (
Urk.
3/4 S. 23) - gestützt auf die medizinische und übrige Aktenlage nicht.
Zwar erklärte die
Beschwerdeführerin
anlässlich
der polizeilichen Befragung zum Unfallhergang vom 2
1.
Juni 2000, sie habe sich einen Bruch am rechten Fuss und drei Zehenbrüche links
sowie verschieden
e
Prell
ungen
zugezogen (in
Urk.
14/17), doch findet sich in keine
m
der ärztlichen Berichte
bis Ende 2008
ein
Hinweis auf eine Prellung im Bereich der Schul
tern. Anlässlich der ersten kreisärztlichen Untersuchung vom
3.
Oktober 2000
beri
chtete die Beschwerde
führerin
über ein durch den Sicherheitsgurt verursachtes Hämatom auf der rechten Brust,
bezeichnenderweise aber nicht
von einer Schulterprellung links (
Urk.
14/25 S. 1).
Die sodann den medizinischen Akten ab 2009 zu entnehmen
den Hinweise auf eine erlittene Schulterprellung sind – abgesehen
von den Ausführungen von
Dr.
D.___
– ausschliesslich anamnestischer Natur (vgl.
Urk.
16/1, 16/5/2
).
Angesicht
s
gänzlich
fehlender zeitnaher Dokumente, welche auf eine beim Unfall vom 2
1.
Juni 2000 erlittene Schulterverletzung hinweisen, und
de
s
Umstand
es
, dass eine
Supraspinatussehnenläsion
– wie von
Dr.
H.___
richtig dargelegt (
Urk.
14/316;
vgl. auch:
Pschyrembel
, Klinisches Wörterbuch, Berlin 2014, 26
6.
Auflage, S. 1870 und 2057
)
– meist degenerativ bedingt ist, kann eine unmittelbare Unfallverletzung im Sinne einer Prel
lung/Kontusion, welche die Entwicklung der
späteren
Schulterpathologie ein
geleitet hätte, nicht erstellt werden.
4.2
Zu prüfen ist weiter,
ob die Schulterpathologie mit überwiegender Wahrschein
lichkeit in einem Zusammenhang mit der wiederholt notwendigen Benutzung der Gehstöcke nach den jeweiligen Fussoperationen steht und damit eine mit
telbare, mit dem Unfall natürlich und adäquat kausal verknüpfte
Unfallfolge
darstellt
.
Auch bei der Beurteilung dieser Frage
lässt der erstellbare
zeitliche
Beschwerde
verlauf
keinen über
wiegend
wahrscheinlichen
Zusammenhang erkennen:
Bis ins Jahr 2008 findet sich weder in den medizinisch
en noch den übrigen Akten
ein Hinweis auf Schulterschmerzen. Die Beschwerdeführerin thematisierte
zwar
wiederholt ihr
e
lumbalen Beschwerden
und liess diese auch physiothera
peutisch behandeln
(
Urk.
14/88 S. 1, 14/102 S. 1
, 14/106), nicht aber etwaige Schulterschmerzen. Weder in der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 1
6.
September 2004 (
Urk.
14/201), noch
in
der anschliessenden Besprechung
(
Urk.
14/202) gr
iff sie die Schultert
hematik auf. In
der
Einsprache(-begründung) vom 1
4.
Januar 2005 gegen die Verfügu
ng vom 2
9.
November 2004
liess
d
ie
Beschwerdeführerin
im Gegenteil
als auf die Fussverletzungen zurückzu
führende zusä
tzliche Beschwerden
lediglich
chronische Rückenschmerzen, Fett
leibigkeit und einen rezidivierenden Depressionszustand
geltend machen
(
Urk.
14/236 S. 5)
. Im unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Einsprache
entscheid vom 1
7.
Februar 2005
wurde sodann lediglich der
Status nach Frak
turen bei
der Füsse als kausale Restfolge
des versicherten Unfalls anerkannt (
Urk.
14/240).
Die spätere Behauptung der Beschwerdeführerin, dass sie seit etwa 2003 wegen ihrer Schulterbeschwerden in Behandlung stehe
und dass die Beschwerden
jeweils
im Zusammenhang mit
dem Gehen an Stöcken nach den Operationen aufgetreten seien (
Urk.
14/312), findet in den Akten keine einzige
rechtzeitliche
Bestätigung.
Der erste Hinweis auf eine Schulterproblematik in ei
nem ärztlichen Bericht ergibt
sich
aus dem
Aktenauszug
im Gutachten
des SAM vom 3
0.
November 2011 mit
der Erwähnung eines
ärztlichen Zwischenbericht
s
der
Ärzte des
Nofalldienstes
I.___
vom
1.
Februar
2008, welchem die Diagnose von
Myogelosen
N
acken/Schulter links
mit dem Hinweis, dass die Beschwerdeführerin seit diesem Nachmittag unter Schmerzen in Schulter und Nacken links leide und
analgetisch behandelt werde, zu entnehmen ist
(
Urk.
16/8/1 S. 4).
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Beschwerdeführerin seit vier Jahren keiner
Fussopera
tion
mehr unterzogen und war
in dieser Zeitspanne
dementsprechend
nicht auf Gehstöcke angewiesen.
Auch in der
Zwischenzeit bis zur Operation des Schul
tergelenks im Spital
A.___
am 1
8.
Juni 2009 stand kein Eingriff an den Füssen an.
Dass die Angaben der Beschwerdeführerin zum Beschwerdeverlauf für die
Kausa
litätsbeurteilung
nicht zuverlässig sind, ergibt sich auch aus weiter
e
n Aktenstücken. So erklärte sie am 1
0.
März 2011 telefonisch gegenüber der Beschwerdegegnerin, dass die neuerlichen Schulterbeschwerden nach der Ope
ration vom 2
4.
November 2010
und dem anschliessenden Gehen an Krücken entstanden seien (
Urk.
14/301). Wie dem Bericht der Rheumasprechstunde der
Klinik C.___
vom
7.
Juli 2011 zu entnehmen ist, unterzog sich die Beschwerdeführerin aber bereits im Oktober 2010 – mithin vor der neuerlichen
Fuss
operation
–
einer
glenohumeralen
Infiltration
der linken Schulter
(
Urk.
14/319 S. 2).  Empfohlen wurde dieser Eingriff
im Anschluss an eine
Untersuchung vom 2
6.
April 2010, anlässlich welcher die Reizung der
Supra
spinatussehne
und der
Subscapularissehne
der linken Schulter offensichtlich ein Ausmass angenommen hatte, w
elches eine weitere Intervention
notwendig
erscheinen liess (
Urk.
14/280). Auch zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerde
führerin nicht auf Gehstöcke angewiesen (vgl.
Urk.
14/279).
Angesichts
dieser A
ktenlage
lässt sich der von der Beschwerdeführerin behaup
tete Zusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden und dem jeweils not
wendigen Gehen an Stöcken nach den Fussoperationen nicht mit der notwendi
gen Wahrscheinlichkeit erstellen, was mit der überzeugenden Beurteilung von
Dr.
H.___
(
Urk.
14/316) und der im
G.___
-Gutachten vertretenen Meinung  (
Urk.
16/6 S. 37)
korrespondiert.
Lässt sich aber nicht einmal ein qualifizierter Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Schulterschmerzen und dem Gehen an den Stöcken feststellen,
steht
die Annahme des Stockgehens als aus
lösender oder zumindest teilkausaler Faktor für die strukturelle Pathologie
nicht mehr zur Diskussion.
Anzufügen bleibt, dass sich a
us dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall angeblich
keine entsprechenden Beschwerden auf
gewiesen hatte
,
k
ein kausaler Zusammenhang herleiten
lässt
, da dies auf einen beweisrechtlich unzulässigen "
P
ost
-
hoc
-
ergo
-
propter
-
hoc"-Schluss hinausliefe (SVR 2010 UV
Nr. 20, E. 3.2 mit Hinweis).
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als zutreffend. Die Beschwerde ist abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Susanne
Friedauer
unter Beilage von Kopien der
Urk.
16/0-16/8/4
-
Rechtsanwalt Christian
Leupi
unter Beilage von Kopien der
Urk.
16/0-16/8/4
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGasser Küffer