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**Case Identifier:** 596eae84-0ff1-5279-bec4-e0103e3a0ffb
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 08.03.2025 VBE.2024.363
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-363_2025-03-08.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2024.363 / mg / GM 
Art. 28 

 

Urteil vom 8. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Hausherr  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Güntert          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____  

vertreten durch Dr. iur. Markus Bachmann, Rechtsanwalt, 

Ruflisbergstrasse 46, Postfach, 6000 Luzern 6    

 

     
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8010 Zürich   

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 24. Mai 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1964 geborene Beschwerdeführerin war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie gemäss Bagatellunfall-

Meldung UVG vom 3. Dezember 2021 am 26. Oktober 2021 in der Toilette 

ausrutschte und sich das Knie verrenkte. Nach abgeschlossener ärztlicher 

Behandlung war sie wieder voll arbeitsfähig. Mit E-Mail vom 4. März 2022 

wurde der Beschwerdegegnerin ein Rückfall gemeldet. Die Beschwerde-

gegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem frag-

lichen Ereignis und erbrachte die entsprechenden Versicherungsleistungen 

in Form von Taggeld ab dem 24. Februar 2022 sowie durch die Übernahme 

der Kosten für die Heilbehandlung. In der Folge traf sie medizinische Ab-

klärungen und nahm in deren Rahmen Rücksprache mit ihrem beratenden 

Arzt. Mit Schreiben vom 16. Februar 2023 teilte sie der Beschwerdeführerin 

die Einstellung der Versicherungsleistungen per 13. September 2022 mit. 

Nachdem sich die Beschwerdeführerin damit nicht einverstanden erklärt 

hatte, nahm die Beschwerdegegnerin Rücksprache mit ihrem beratenden 

Arzt und hielt mit Verfügung vom 27. September 2023 an der Einstellung 

der Versicherungsleistungen mangels Unfallkausalität der noch geklagten 

Beschwerden per 13. September 2022 fest. Die dagegen erhobene Ein-

sprache wies die Beschwerdegegnerin nach erneuter Rücksprache mit  

ihrem beratenden Arzt mit Einspracheentscheid vom 24. Mai 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 27. Juni 2024 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

" 1. Die Beschwerde sei gutzuheissen, der Einspracheentscheid der Allianz 
Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG vom 24. Mai 2024 aufzuheben 
und der Beschwerdeführerin die Leistungen aus der Unfallversicherung 
(Taggeld à Fr. 186.74 pro Tag und die anfallenden Kosten der medizi-
nischen Versorgung) über den 13. September 2022 hinaus weiter zu 
erbringen.  

 
2. Eventuell sei die Beschwerde gutzuheissen, der Einspracheentscheid 

der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG vom 24. Mai 2024 
aufzuheben und die Sache im Sinne nachstehender Begründung zur 
Neubeurteilung an die Allianz Suisse-Versicherungsgesellschaft AG 
zurückzuweisen.  

 
3. Es sei ein 2. Schriftenwechsel durchzuführen.  
 
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Beschwerdeverfahren 

zu Lasten der Allianz Suisse-Versicherungsgesellschaft AG." 
 

 - 3 - 

 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 28. August 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit Replik vom 18. Oktober 2024 hielt die Beschwerdeführerin an den ge-

stellten Anträgen fest und beantragte zusätzlich die Einholung einer Exper-

tise. 

 

2.4. 

Mit Duplik vom 27. November 2024 nahm die Beschwerdegegnerin Stel-

lung zur Replik der Beschwerdeführerin. 

 

2.5. 

Mit Eingabe vom 10. Dezember 2024 nahm die Beschwerdeführerin Stel-

lung zur Duplik der Beschwerdegegnerin. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Vorab ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin einzugehen, wonach 

ihr die Stellungnahme des beratenden Arztes Dr. med. B._____, Facharzt 

für Orthopädie und Traumatologie, vom 15. Mai 2024 nicht zugestellt und 

damit ihr rechtliches Gehör verletzt worden sei (Beschwerde Rz. 12.2.). 

 

1.2. 

Die Parteien haben gemäss Art. 29 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 42 ATSG An-

spruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der 

Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-

wirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar. Dazu gehört insbeson-

dere das Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass eines solchen Ent-

scheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht 

in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden 

und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder 

sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, 

den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör um-

fasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräu-

men sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Gel-

tung bringen kann (vgl. statt vieler BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72). 

 

1.3. 

Es trifft zu, dass die Stellungnahme von Dr. med. B._____ vom 15. Mai 

2024 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 115), auf welche sich die Beschwer-

degegnerin im Einspracheentscheid vom 24. Mai 2024 massgeblich stützt, 

 - 4 - 

 

 

der Beschwerdeführerin nicht vorgängig unterbreitet wurde, womit ihr An-

spruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde. Allerdings ist von einer Hei-

lung der Verletzung des Gehörsanspruchs auszugehen. Das hiesige Ver-

sicherungsgericht verfügt über volle Kognition und der Beschwerdeführerin 

wurde mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 16. September 2024 der 

Bericht von Dr. med. B._____ zugestellt und ihr die Möglichkeit eingeräumt, 

eine Stellungnahme einzureichen, wovon sie mit Replik vom 18. Oktober 

2024 Gebrauch gemacht hat. Ohnehin käme die Rückweisung an die Be-

schwerdegegnerin einem formalistischen Leerlauf gleich, weshalb davon 

abzusehen ist. 

 

2. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Heilbe-

handlungs- und Taggeldleistungen mit Einspracheentscheid vom 24. Mai 

2024 per 13. September 2022 eingestellt hat (VB 118). 

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die ver-

sicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfall-

folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 

sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie infolge 

des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 

Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. 

 

3.2. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 

S. 406). 

 

 - 5 - 

 

 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 6. März 

2020 E. 8). 

 

3.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesge-

richts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2). Ebenso wie der leistungs-

begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je-

der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-

schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 

blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen 

des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer 

(BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im 

Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche 

Leistungsarten massgebend. Diese Rechtsprechung beschlägt dabei ein-

zig die rechtlichen Folgen der Abklärung, insofern als dem Unfallversiche-

rer die Beweislast zugewiesen wird für den Fall, dass ungeklärt bleibt, ob 

dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den andauernden Gesund-

heitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die Frage der Beweis-

last stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

richtig und vollständig zu klären (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 

E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

 - 6 - 

 

 

4. 

4.1. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 24. Mai 2024 (VB 118) führte die Be-

schwerdegegnerin aus, dass der Status quo am 14. September 2022 ein-

getreten sei. Sie stützte sich im Wesentlichen auf die Beurteilungen ihres 

beratenden Arztes Dr. med. B._____ vom 30. August 2023 (VB 87) und 

vom 15. Mai 2024 (VB 115).  

 

4.1.1. 

In seiner Beurteilung vom 30. August 2023 hielt Dr. med. B._____ fest, die 

tomographisch und arthroskopisch objektiv nachgewiesene Innenmenis-

kusläsion sei überwiegend wahrscheinlich abnutzungsbedingt. Durch das 

Ereignis sei es zu einer vorübergehenden Aktivierung eines degenerativ 

bedingten Vorzustandes ohne richtungsweisende Veränderung gekom-

men. Im Prinzip sei der Status quo sine bereits mit dem MRT vom  

2. Februar 2022 erreicht, welches überwiegend wahrscheinlich aus-

schliesslich abnutzungsbedingte strukturelle Läsionen zeige. Dies werde 

auch durch die Tatsache bestätigt, dass es nach dem Ereignis und einer 

ersten Konsultation am Ereignistag selbst zu einer Latenzzeit von fast drei 

Monaten gekommen sei und es in dieser Zeit dann gemäss der Anam-

neseerhebung von Dr. med. C._____ anlässlich der Konsultation vom 

7. März 2022 nach Abklingen der Akutsymptomatik einige Zeit ordentlich 

gegangen sei. Auch habe das Ereignis ausser Schmerzen keinen akuten 

Funktionsausfall im Bereich des Kniegelenkes zur Folge gehabt und kli-

nisch sei in den diversen Untersuchungen weder eine Blockade noch eine 

Instabilität je objektiviert worden. Sowohl Dr. med. D._____, Facharzt für 

Radiologie, wie auch Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chi-

rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wie auch Dr. med. 

E._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates, wie auch Dr. med. F._____, Facharzt Chirurgie und er 

selbst, würden die Innenmeniskusläsion ausschliesslich degenerativ be-

dingt beurteilen. Die arthroskopischen Bilder vom 15. September 2022 be-

stätigten diese Degeneration sowie weitere allesamt abnutzungs- bzw. er-

krankungsbedingte strukturelle Läsionen wie die prominente Plica medio-

patellaris mit einem Shelf-Syndrom mit Chondropathie dritt- bis viertgradig 

am medialen Femurkondylus in diesem Bereich (VB 87). 

 

4.1.2. 

In seiner Beurteilung vom 15. Mai 2024 nahm Dr. med. B._____ zum Be-

richt von Dr. med. G._____ vom 28. März 2023 (Operationsbericht vom 

24. März 2023; VB 104 S. 7) sowie den Vorbringen der Beschwerdeführerin 

in ihrer Einsprache vom 27. Oktober 2023 (VB 104) Stellung und führte aus, 

der Meniskusschaden könne durch die Kniegelenksdistorsion erklärt wer-

den, im Sinne von möglicherweise, nicht aber im Sinne von überwiegend 

wahrscheinlich und auch nicht so, als ob sich die strukturelle Meniskuslä-

sion ausschliesslich durch das gemeldete Ereignis erklären liesse und 

 - 7 - 

 

 

keine anderen Mechanismen in Frage kämen. Die Behauptung, es sei nicht 

möglich, den Meniskusschaden auf degenerative Veränderungen zurück-

zuführen, könne in keinster Weise durch medizinische Argumente begrün-

det werden. Diese Behauptung erweise sich zudem in Zusammenschau 

der Fakten, wie er sie in der Stellungnahme vom 30. August 2023 beschrie-

ben und mittels spezifischer MRT-Bilder unterlegt habe, als nicht plausibel 

(VB 115 S. 1). 

 

Über die subjektiv geltend gemachten Beschwerden auf die Pathoge-

nese/Ursache der MR-tomographisch objektivierten Innenmeniskusläsion 

schliessen zu wollen, sei nicht statthaft, denn die Beschwerden hingen 

nicht davon ab, ob sie auf einer Meniskusläsion beruhten, die überwiegend 

wahrscheinlich degenerativ oder aber traumatisch bedingt sei. Beide Me-

chanismen (akute Distorsion vs. über Jahre abgenutzt) könnten zu Schmer-

zen, Blockaden und Schwellung führen. Um dies zu beurteilen, müsse man 

sich zwingend mit dem klinisch erhobenen Befund, dem klinischen Verlauf 

und insbesondere den diagnostischen Zusatzuntersuchungen auseinan-

dersetzen, etwas, das Dr. med. G._____ nicht gemacht habe, denn er habe 

sich zu keinem Zeitpunkt zu den MRT-Bildern, die den Zustand des Knie-

gelenks vor dem ersten Eingriff widerspiegeln, geäussert. Und so wäre es 

interessant zu erfahren, wie Dr. med. G._____ die Bakerzyste, die immer 

Ausdruck einer chronischen Erkrankung des Gelenks sei, den Knorpel-

schaden am medialen Femurkondylus und die komplexe Signalalteration 

im Innenmeniskus bei der zum Unfallzeitpunkt 57-jährigen Versicherten er-

kläre. Gegen das Vorliegen einer überwiegend wahrscheinlich unfallkausa-

len Ursache der im Verlauf objektivierten strukturellen Veränderungen 

spreche auch, dass anlässlich der ärztlichen Erstkonsultation vom  

27. Oktober 2021 im Bereich des Innenmeniskus absolut keine klinische 

Symptomatik bestanden habe, sondern nur eine Druckdolenz im Verlauf 

des Aussenbandes, also auf der gegenüberliegenden Seite der später 

nachgewiesenen Innenmeniskusläsion. Das Ereignis sei seitens der be-

handelnden Ärztin Dr. med. H._____ offenbar als derart banal eingestuft 

worden, dass sie auf jegliche zusätzliche diagnostische Massnahme ver-

zichtet habe. Dr. med. H._____ habe anlässlich der ärztlichen Erstkonsul-

tation auch keinen akuten Funktionsausfall des Gelenkes dokumentiert. 

Das Ereignis habe initial keine Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen, und 

eine solche sei erst ab Februar 2022 attestiert worden. Die Versicherte 

habe sich erst mit einer Latenzzeit von drei Monaten nach der Erstkonsul-

tation erneut in ärztliche Behandlung begeben und dort gemäss der Anam-

neseerhebung von Dr. med. C._____ vom 7. März 2022 angegeben, dass 

es ihr nach Abklingen der Akutsymptomatik eine Zeit ordentlich gegangen 

sei. Dr. med. C._____ habe als Facharzt für Orthopädie am 7. März 2022 

einen absolut physiologischen Gelenkstatus erhoben, mit insbesondere ei-

ner völlig uneingeschränkten Beweglichkeit, indolenten Gelenkspalten und 

negativem Meniskus- und Pivot-Shift-Test (VB 115 S. 2). 

 

 - 8 - 

 

 

Dr. med. C._____ habe intrameniskale Signalalterationen im Bereich des 

Innenmeniskus beschrieben und keine Indikation für einen operativen Ein-

griff erkannt. Dr. med. E._____, welcher im Rahmen einer Zweitmeinung 

durch die Versicherte am 17. März 2022 konsultiert worden sei, habe eine 

degenerative, wenig symptomatische Innenmeniskusläsion diagnostiziert, 

und auch er habe keine Indikation für einen Eingriff erkannt (VB 115 S. 3). 

Dr. med. B._____ kam zum Ergebnis, dass an der bisherigen Beurteilung 

festgehalten werden könne und der Status quo sine spätestens am 

14. September 2022, also einen Tag vor dem ersten arthroskopischen Ein-

griff, erreicht war (VB 115 S. 4 f.). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2.2. 

Beratende Ärzte sind, was den Beweiswert ihrer ärztlichen Beurteilungen 

angeht, den versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (Urteile des Bun-

desgerichts 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E. 2.3; 8C_281/2018 vom 

25. Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis). Auch wenn die Rechtsprechung den 

Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen stets Be-

weiswert zuerkannt hat, kommt ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweis-

kraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 

vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zu (BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstel-

lungsverhältnis der versicherungsinternen Fachperson zum Versiche-

rungsträger allein nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit 

schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall 

jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so 

sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-

sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä-

rungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d 

S. 162 f.). 

 

4.2.3. 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteile des 

 - 9 - 

 

 

Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, auf die Beurteilungen von 

Dr. med. B._____ könne nicht abgestellt werden, da dieser als beratender 

Arzt der Beschwerdegegnerin befangen sei (Beschwerde Rz. 11.1.). Die 

Beschwerdegegnerin habe die Frage der Befangenheit nicht geprüft (Be-

schwerde Rz. 11.1.).  

 

5.1.1. 

Bereits in ihrer Einsprache brachte die Beschwerdeführerin vor, Dr. med. 

B._____ sei als beratender Arzt der Beschwerdegegnerin in einer Interes-

senkollision und daher befangen (VB 104 S. 2). Die Beschwerdegegnerin 

verwies in ihrem Einspracheentscheid auf die Rechtsprechung des Bun-

desgerichts zu versicherungsinternen Fachpersonen, wonach das Anstel-

lungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson beim Versiche-

rungsträger allein nicht auf fehlende Objektivität und Befangenheit schlies-

sen lasse, und verneinte das Vorliegen eines Befangenheitsgrundes 

(VB 118 S. 10). 

 

Das blosse Honorarverhältnis von Dr. med. B._____ begründet nach stän-

diger Rechtsprechung noch nicht den Anschein der Befangenheit (E. 4.2.2. 

hiervor). Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das 

Vorbringen der Beschwerdeführerin im Rahmen der Beweiswürdigung 

prüfte und nicht mittels Zwischenverfügung entschied, zumal von der Be-

schwerdeführerin in der Einsprache keine weiteren Befangenheitsgründe 

geltend gemacht wurden (vgl. VB 104). 

 

5.1.2. 

Die Beschwerdeführerin bringt im Beschwerdeverfahren vor, Dr. med. 

B._____ sei befangen, da er und die Sachbearbeiterin der Beschwerde-

gegnerin per Du seien und sich mit „lieber B._____“ und „liebe I._____“ 

anredeten, anstatt eine neutralere Anrede wie „Hallo“ oder „Geschätzter 

B._____“ bzw. „Geschätzte I._____“ zu verwenden (Beschwerde 11.2.). 

 

Als mögliche Ausstandsgründe gelten insbesondere enge Freundschaften 

oder Feindschaften, wobei objektive Umstände eine besondere Intensität 

der Beziehung belegen müssen. Regelmässige berufliche Kontakte genü-

gen hierfür grundsätzlich nicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2013 

vom 2. Dezember 2013 E. 5.2.1; STEPHAN BREITENMOSER/ROBERT 

WEYENETH, in: Waldmann, Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar Verwal-

tungsverfahrensgesetz, 3. Aufl., Zürich 2023, N. 86 zu Art. 10 VwVG). Auch 

das Duzen aufgrund einer Bekanntschaft begründet noch keine besondere 

Beziehungsintensität (BGE 144 I 159 E. 4.3 f. S. 162 ff.).  

 - 10 - 

 

 

 

Die Tatsache, dass sich die Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin und 

Dr. med. B._____ duzen und mit „Lieber/Liebe“ ansprechen, weist daher 

nicht auf eine besondere Beziehung hin. Es handelt sich dabei auch bei 

beruflichen Kontakten um eine gängige Anrede, weshalb das Vorbringen 

der Beschwerdeführerin nicht geeignet ist, den Anschein der Befangenheit 

zu begründen.  

 

5.1.3. 

Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, Dr. med. B._____ sei 

bekannt gewesen, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen einge-

stellt habe, weshalb er nicht mehr unbefangen gewesen sei (Beschwerde 

Rz. 11.2 S. 8). 

 

Mit Schreiben vom 27. Juni 2023 ersuchte die Beschwerdegegnerin den 

beratenden Arzt um eine Beurteilung, ob er sich der Einschätzung von 

Dr. med. F._____ vom 9. Dezember 2022 (VB 38) anschliessen könne und 

die Leistungseinstellung per 13. September 2022 zu Recht erfolgt sei 

(VB 85). Die Fragestellung bestand darin, zu prüfen, ob an der bisherigen 

Einschätzung, die zur Leistungseinstellung führte, festgehalten werden 

kann. Dass dem beratenden Arzt der Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

bekannt war, war für die Beurteilung erforderlich und stellt keinen Umstand 

dar, der den Anschein einer Befangenheit begründen könnte. 

 

5.1.4. 

Zusammenfassend nennt die Beschwerdeführerin keine objektiven Um-

stände, die den Anschein der Befangenheit oder eine Gefahr der Vorein-

genommenheit begründen könnten, und solche sind auch nicht ersichtlich. 

 

5.2. 

Die Aktenbeurteilungen von Dr. med. B._____ sind in sich schlüssig und 

nachvollziehbar begründet. Die Akten, auf die sie sich stützten, beruhen 

auf verschiedenen persönlichen Untersuchungen sowie Bildgebungen und 

ergeben ein vollständiges Bild betreffend den vorliegend relevanten medi-

zinischen Sachverhalt (vgl. E. 4.2.3. hiervor). Die Stellungnahmen von 

Dr. med. B._____ sind zudem umfassend, berücksichtigen die massgeben-

den Beschwerden sowie sämtliche Vorakten und sind in ihrer Beurteilung 

des medizinischen Sachverhalts einleuchtend begründet (vgl. E. 4.2.1. 

hiervor). Die Einschätzung stimmt ferner mit der Beurteilung der Ergeb-

nisse der MRI-Untersuchungen vom 2. Februar 2022 (VB 10) überein und 

Dr. med. B._____ lagen die Arthroskopie-Befunde vom 15. September 

2022 vor (VB 87). Mit Ausnahme der Einschätzung des behandelnden  

Chirurgen Dr. med. G._____ stehen der Aktenbeurteilung von Dr. med.  

B._____ keine anderslautenden Einschätzungen behandelnder Fachärzte 

entgegen. 

 

 - 11 - 

 

 

Die Beschwerdeführerin verweist auf den Bericht von Dr. med. G._____ 

vom 31. März 2023 (VB 59), wonach ein Zusammenhang zwischen dem 

Unfall vom 26. Oktober 2021 und ihren rechtsseitigen Kniebeschwerden 

beschrieben werde (Beschwerde Rz. 14.2.). Der Bericht von Dr. med. 

G._____ vom 31. März 2023 (VB 59) ist nicht geeignet, Zweifel an den Be-

urteilungen von Dr. med. B._____ zu begründen. Gemäss dem Wortlaut 

„kann durch die erlittene Kniegelenksdistorsion auch erklärt werden“ han-

delt es sich bei der Kausalitätseinschätzung von Dr. med. G._____ lediglich 

um eine Vermutung, die den erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nicht erreicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_701/2018 

vom 28. Februar 2019 E. 6.1.2). Darüber hinaus fehlt es der Einschätzung 

von Dr. med. G._____ an einer nachvollziehbaren Begründung.  

 

Andere von Dr. med. B._____ abweichende und hinreichend begründete 

medizinische Kausalitätseinschätzungen sind den Akten nicht zu entneh-

men. Soweit in den Berichten des behandelnden Arztes Dr. med. J._____ 

vom 7. Juni (VB 20) und 15. September 2022 (VB 35) im Rahmen der Di-

agnosen der Vermerk „posttraumatisch“ erscheint, wird damit die Kausali-

tätsfrage nicht beantwortet. Vielmehr muss die Ursächlichkeit eines Unfalls 

im Einzelfall näher begründet werden, damit die Bezeichnung „posttrauma-

tisch“ nicht lediglich einen zeitlichen Ablauf beschreibt, sondern auch eine 

kausale Verbindung anerkannt werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_856/2017 vom 2. Mai 2018 E. 5.3). 

 

Auch aus den Berichten von Dres. med. H._____ vom 8. Dezember 2021 

(VB 5), C._____ vom 7. März 2022 (VB 9) und F._____ vom 25. April 2022 

(VB 14) kann entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin (Be-

schwerde Rz. 16.2.6.) nicht entnommen werden, die Meniskusläsion sei 

unfallbedingt. 

 

5.3. 

Zusammenfassend ergeben sich damit keine auch nur geringen Zweifel an 

der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der Beurteilungen von Dr. med. 

B._____ (vgl. E. 4.2.2. hiervor). Der medizinische Sachverhalt erweist sich 

vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt, sodass auf die Einholung 

von weiteren Beweismitteln, in Form des beantragten Gutachtens (Replik 

Rechtsbegehren Ziffer 2) und der Zeugenbefragung von Dr. med. G._____ 

(Beschwerde Rz. 14.2), in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist, 

da von diesen keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 127 V 

491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4). 

 

Da demnach davon auszugehen ist, dass spätestens die vom Beschwer-

deführer noch über den 14. September 2022 hinaus geklagten rechtsseiti-

gen Kniebeschwerden in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum 

Ereignis vom 26. Oktober 2021 mehr standen, ist die Leistungseinstellung 

durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. 

 - 12 - 

 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 - 13 - 

 

 

   

Aarau, 8. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Güntert