# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 176fc1a8-f9e7-55ff-b7af-e3bc7a5cd742
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-27
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 27.02.2025 S1 24 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S1-24-104_2025-02-27.pdf

## Full Text

S1 24 104 

 

URTEIL VOM 27. FEBRUAR 2025 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Michael Steiner, Präsident; Candido Prada und Dr. Thierry Schnyder, 

Kantonsrichter; Renata Kreuzer, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Chantal Carlen, 

Brig-Glis 

 

gegen 

 

KANTONALE IV-STELLE, Beschwerdegegnerin 

und 

 

BVG-SAMMELSTIFTUNG SWISS LIFE, betroffene Dritte 

 

(Invalidenversicherung, Restarbeitsfähigkeit, Status, Rentenanspruch) 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Juni 2024 

  

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Sachverhalt 

A.  Die 1967 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 11. Oktober 2022 zur be-

ruflichen Integration/Rente an (IV-Dossier S. 8). Sie litt seit ca. 2008 an einer seronega-

tiven rheumatoiden Arthritis, zudem an chronischen Nuchalgien und progredienten Zer-

vikobrachialgien mit Kribbelparäshtesien beidseits, einer neu aufgetretenen Hemiparese 

links, langsam progredient, unklarer Ursache, persistierenden Rückfussbeschwerden 

USG/OSG links sowie an einem Asthma bronchiale. Der Hausarzt empfahl in seinem 

Bericht vom 11. März 2022 (a.a.O. S. 46ff.), eine Teilzeitarbeitsstelle in einem geschütz-

ten Rahmen anzustreben.  

Die IV-Stelle holte verschiedene Berichte behandelnder Ärzte ein und legte das Dossier 

dem Regionalen Ärztlichen Dienst RAD zur Beurteilung vor. Die zuständige RAD-Ärztin, 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, zertifizierte Gutachterin SIM, kam am  

6. April 2023 (a.a.O. S. 103ff.) zum Schluss, aufgrund der Fuss- und Handproblematik 

sei die angestammte Tätigkeit im Service dauerhaft nicht mehr möglich, eine angepasste 

Tätigkeit hingegen vollzeitig. Von März bis Juli 2022 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bestanden und mit der geplanten HWS-Operation im März 2023 sei mit einer Arbeitsun-

fähigkeit von ca. 3 Monaten zu rechnen. Es seien die entsprechenden Berichte einzuho-

len. Anlässlich einer Haushaltsabklärung (a.a.O. S. 117ff.) wurde die Beschwerdeführe-

rin am 11. Juli 2023 als Teilzeiterwerbstätige eingestuft und (nach Schadenminderungs-

pflicht durch den Ehemann) eine Einschränkung von 4.1% ermittelt. Der Hausarzt teilte 

mit Verlaufsbericht vom 26. August 2023 (a.a.O. S. 133f.) mit, die Situation im Nacken 

habe sich nach der Operation vom 29. März 2023 etwas beruhigt. Die Schmerzen in den 

Fingergelenken und im linken oberen Sprunggelenk (OSG) persistierten, ebenso die 

Schwäche der linken Seite, deren Ursache noch immer ungeklärt sei. Es bestünden so 

viele «Baustellen», dass trotz kleiner Verbesserungen insgesamt keine wesentliche Än-

derung eingetreten sein dürfte. Seinem Schreiben fügte der Hausarzt zahlreiche Berichte 

behandelnder Spezialisten bei. 

Die RAD-Ärztin schlussfolgerte am 5. September 2023 (a.a.O. S. 166ff.), die vernünf-

tigerweise zumutbaren medizinischen Behandlungen seien durchgeführt worden. In der 

angestammten Tätigkeit bestehe allerspätestens seit Dezember 2020 eine 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit. Ab dem selben Zeitpunkt habe in einer angepassten Tätigkeit (vorwie-

gend sitzend, kurze Gehstrecken in Ebene und Stehen an Ort möglich, ebenso seltenes 

Heben von Gewichten von maximal 10kg, keine schweren Arbeiten, kein Gehen in un-

ebenem Gelände, kein repetitives Treppensteigen, keine Schlechtwetterexposition, 

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keine höheren Anforderungen an die Handkraft oder Feinmotorik der Finger, keine repe-

titiven Handbewegungen, keine andauernde Kopfvor- oder -rückneigung) eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit bestanden, unterbrochen von einer vollen Arbeitsunfähigkeit vom  

9. März bis zum 22. Juli 2022 und vom 29. März bis zum 11. Mai 2023. Die Situation der 

HWS habe sich derart verbessert, dass keine Arbeitsunfähigkeit mehr gerechtfertigt sei. 

Die Fuss- und Handbeschwerden sowie die diskrete linksseitige Schwäche und die rheu-

matologische Situation, die bezüglich Schmerzen weiterhin nicht völlig im Griff sei, ver-

möchten entgegen der unbegründeten Ansicht des Hausarztes keine Arbeitsunfähigkeit 

zu bewirken, sondern lediglich Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit. 

Mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2023 (a.a.O. S. 175) teilte die IV-Stelle ihrer Versicher-

ten mit, ab dem 1. April 2023 (sechs Monate nach dem 11. Oktober 2022) bestehe der 

Anspruch auf eine Rente von 42% und ab dem 1. September 2023 entfalle ein Renten-

anspruch. Die Beschwerdeführerin wurde als im Gesundheitsfall 40% Erwerbstätige und 

60% Hausfrau eingestuft, die Rentenberechnung erfolgte nach der gemischten Methode. 

Die Beschwerdeführerin erhob am 2. November 2023 Einsprache gegen den Vorbe-

scheid (a.a.O. S. 189ff.). Sie beantragte die Zusprache einer vollen Invalidenrente ab 

dem 1. April 2023. Ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert. Vielmehr schreite 

die Rheumaerkrankung fort, was nicht nur jegliche Arbeitstätigkeit, sondern auch die 

Bewältigung des Alltages gänzlich verunmögliche. Es könne nicht mit einer Besserung 

der verschiedenen chronischen Krankheiten gerechnet werden. Zudem würde sie im 

Gesundheitsfall nicht bloss 40% arbeiten, sondern mehr. Unbesehen dieser Tatsache, 

sei der durch die IV ermittelte Invaliditätsgrad im Haushalt völlig unrealistisch. Eine Ree-

valuation des IV-Grades sei erforderlich, gemäss der Empfehlung des Hausarztes sei 

eine internistisch-rheumatologische Beurteilung einzuholen. 

Die zuständige RAD-Ärztin sah am 14. November 2023 keinen Grund, die medizinische 

Beurteilung zu ändern (a.a.O. S. 206ff.). 

Die IV-Stelle lud die Beschwerdeführerin zu einem Abklärungsgespräch am 7. Dezem-

ber 2023 ein (a.a.O. S. 211). Da diese sich nicht in der Lage fühlte, einen Arbeitsversuch 

zu wagen, wurde der Fall abgeschlossen. 

Am 4. März 2024 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid (a.a.O. S. 231ff.). In 

medizinischer Hinsicht wurde gestützt auf die RAD-Beurteilung an der bisherigen Ein-

schätzung festgehalten. Hingegen wurde die Teilzeiterwerbstätigkeit im Gesundheitsfall 

auf 50% hinaufgesetzt, dies aufgrund einer Nachfrage bei der ehemaligen Arbeitgeberin. 

Damit ergab sich neu ein Invaliditätsgrad von 52% für die Zeit vom 1. April bis zum  

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30. August 2023. Die Beschwerdeführerin erhob am 3. April 2023 Einsprache (a.a.O. S. 

247ff.). 

B.  Mit Verfügung vom 6. Juni 2024 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid. 

C.  Gegen die Verfügung wurde am 26. Juni 2024 bei der sozialversicherungsrechtlichen 

Abteilung des Kantonsgerichts Wallis Beschwerde erhoben. Die Beschwerdeführerin be-

antragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer vollen 

und unbefristeten Invalidenrente ab dem 1. April 2023. Eventualiter sei die Sache zur 

Neu-Festlegung des Invaliditätsgrades an die Vorinstanz zurückzuweisen. Erneut 

machte sie geltend, die Beurteilung der IV widerspreche sämtlichen hinterlegten Arztbe-

richten sowie den tatsächlichen Gegebenheiten. Die Sachverhaltsfeststellungen seien 

unvollständig und falsch. Wesentliche Beweismittel seien ausser Acht geblieben oder 

gar nicht erst abgenommen worden. Damit liege eine Verletzung der Untersuchungsma-

xime und des rechtlichen Gehörs vor. Ihr Hausarzt habe wiederholt dargelegt, welche 

Auswirkungen die chronischen Krankheiten, unter denen sie leide, auf ihren Alltag und 

die Arbeitsfähigkeit hätten. Im Weiteren habe er – ebenfalls wiederholt – empfohlen eine 

internistisch-rheumatologische Beurteilung durch einen Spezialisten einzuholen. Unge-

achtet dessen und ohne eine versicherungsinterne oder –externe persönliche Untersu-

chung durchzuführen, sei die RAD-Ärztin zum Schluss gelangt, aus den Berichten des 

Hausarztes liessen sich keine neuen Erkenntnisse ableiten, vielmehr könne von einer 

Verbesserung der gesundheitlichen Situation ausgegangen werden, ab Mai 2023 be-

stehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Diese Verbesserung 

des Gesundheitszustandes sei durch nichts belegt. Es sei zudem völlig unklar, was für 

eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgeübt werden könnte. Aufgrund der ge-

sundheitlichen Einschränkungen und ihres Alters könne eine Anstellung nicht mehr als 

realistisch bezeichnet werden. Auch unter diesem Gesichtspunkt müsse eine vorhan-

dene Restarbeitsfähigkeit verneint werden. Zudem sei das Arbeitspensum bereits vor 

Jahren aus gesundheitlichen Gründen auf 50% reduziert worden. Im Gesundheitsfall 

würde sie 100% arbeiten. Als Beweismittel wurde ein Bericht des Hausarztes vom  

18. Juni 2024 eingereicht. Dieser machte darauf aufmerksam, dass sich zunehmend 

psychische Probleme zeigten, die durch die massiven somatischen Beschwerden getrig-

gert würden. Eine psychiatrisch-psychologische Behandlung sei in Planung. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Juli 2024 hielt die IV-Stelle an ihrer Verfügung fest 

und beantragte die Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde. Die RAD-Beurtei-

lungen erfüllten sämtliche Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert von 

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Arztberichten. Die Differenzen zum Hausarzt bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähig-

keit lägen möglicherweise darin, dass dem Hausarzt das Modell des hypothetisch aus-

geglichenen Arbeitsmarktes, das in der Sozialversicherung zur Anwendung gelange und 

in dem eine ausreichende Anzahl angepasster Arbeitsplätze – zu denken sei hierbei an 

verschiedene Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten – zur Verfügung stünden, 

nicht bekannt sei. Die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit beruhe auf der Wirbelsäulen-

operation, die am 29. März 2023 und somit 3 Tage vor der Rentenzusprache, erfolgt sei. 

Diese Operation habe den Zustand der Beschwerdeführerin gemäss Bericht des Opera-

teurs vom 12. Mai 2023 (a.a.O. S. 150f.) massgeblich verbessert, es habe von der Wie-

dererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegan-

gen werden können, weshalb die Rente per 1. September 2023 eingestellt worden sei. 

Die vom Hausarzt mehrfach gewünschte Einholung eines bidisziplinären Gutachtens er-

übrige sich, der Gesundheitszustand sei umfassend abgeklärt. Sofern die Beschwerde-

führerin geltend mache, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig, könne dem 

nicht gefolgt werden. Gemäss IK-Auszug habe sie zu keinem Zeitpunkt 100% gearbeitet. 

Die Statuseinschätzung von 50% Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt erweise sich als 

korrekt. 

Die Beschwerdeführerin replizierte am 16. September 2024. Sie hielt an ihren bisherigen 

Anträgen und Ausführungen fest. Die Beurteilungen des behandelnden Hausarztes und 

des RAD widersprächen sich diametral, was nicht nur geringe, sondern erhebliche Zwei-

fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen aufkommen lasse und ergänzende Abklärungen unumgänglich mache. Trotz 

der unklaren gesundheitlichen Situation sei nie eine persönliche Untersuchung durchge-

führt worden. Der Hausarzt der Beschwerdeführerin machte in seiner Stellungnahme zur 

Vernehmlassung der IV-Stelle geltend, zusätzlich zu seinen bisherigen Feststellungen 

seien die psychischen Leiden der Patientin gänzlich ausser Acht gelassen worden. Diese 

sei in regelmässiger psychiatrisch-psychologischer Behandlung. Aus einem Bericht des 

behandelnden Psychiatriezentrums vom 15. Juli 2024 über das ambulante Erstgespräch 

vom 9. Juli 2024 gehe hervor, die Patientin berichte, dass sie seit etwa eineinhalb Jahren 

vermehrt missgestimmt sei. Es wurde die Diagnose einer leicht bis mittelgradig ausge-

prägten depressiven Episode (F32.0 bzw. F32.1) sowie einer chronischen Schmerzstö-

rung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) gestellt. 

Mit Duplik vom 1. Oktober 2024 hielt auch die IV-Stelle an ihren Anträgen und bisherigen 

Ausführungen fest. Die Erstkonsultation im behandelnden Psychiatriezentrum habe 

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nach Erlass der angefochtenen Verfügung stattgefunden und könne somit nicht Prozess-

gegenstand sein. Die Beschwerdeführerin vermöge aus den Stellungnahmen des offen-

sichtlich befangenen Hausarztes und der behandelnden Assistenzpsychologin jedenfalls 

nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. 

Auf weitere Sachverhaltsdarstellungen, Parteibehauptungen und Begründungen wird, 

soweit rechtlich von Bedeutung, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Erwägungen 

1.  Das Kantonsgericht hat die Prozessvoraussetzungen wie die Partei- und die Prozess-

fähigkeit, die Zulässigkeit des Rechtswegs, die Zuständigkeit der angerufenen Instanz, 

das Rechtsschutzinteresse sowie die formrichtige und rechtzeitige Rechtsvorkehr von 

Amtes wegen zu prüfen (BGE 131 V 202 E. 1, 130 V 514 E. 1, 126 V 30). In Abweichung 

von Art. 58 Abs. 1 ATSG sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem 

Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar (Art. 69 Abs. 1 IVG). In casu ist 

dies die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts (Art. 7 Abs. 2 

RPflG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 RVG und Art. 81a VVRG), die als kantonales Versicherungs-

gericht für die Behandlung von Beschwerden auf dem Gebiet des Sozialversicherungs-

rechts zuständig ist (vgl. BGE 127 V 176 E. 2). Die Beschwerdeführerin ist als Verfü-

gungsadressatin von der Verfügung der Beschwerdegegnerin berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 ATSG). Sie ist 

somit zur Beschwerde legitimiert. Auf die form- (Art. 61 lit. b ATSG) und fristgerecht 

(Art. 60 ATSG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

2. 

2.1  Die Beschwerdeinstanz hat nicht zu prüfen, ob sich der angefochtene Entscheid 

unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern im 

Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen zu untersuchen (Rügeprinzip). Von den 

Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden von der Beschwerde-in-

stanz nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichend Anlass besteht (BGE 119 V 347 E. 1a).  

2.2  Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Invalidenversicherung nach umfassender 

Abklärung der Restarbeitsfähigkeit und richtiger Statusfestsetzung den Invaliditätsgrad 

korrekt ermittelt hat. 

- 7 - 

3. 

3.1  Gegenstand der Invalidenversicherung ist nicht der Gesundheitsschaden an sich, 

sondern seine wirtschaftliche Auswirkung. In diesem Sinne ist der Invaliditätsbegriff ein 

juristischer und kein medizinischer Begriff (BGE 102 V 166). Dennoch sind Verwaltung 

und Richter zur Bemessung des Invaliditätsgrades auf die Angaben von Ärzten ange-

wiesen. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen (Befunderhebung, 

Diagnosestellung) und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte bilden 

sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 

dem Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 125 V 261 

E. 4, 115 V 134 E. 2).  

3.2  Aufgrund des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger 

und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweis-

regeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren 

bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabhängig davon, 

von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-

fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge-

statten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden medizinischen Berichten 

den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur-

teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind. Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten 

persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen (SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174 E. 

4.3.1; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, 

Nr. 5 zu Art. 59). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten, sondern deren Inhalt (BGE 134 

V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen; AHI 2001 S. 113 E. 3a). Soll ein Versiche-

rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur die geringsten 

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Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit versicherungsinterner ärztlicher Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Bun-

desgerichtsurteil 9C_661/2019 vom 26. Mai 2020 E. 4.2). 

4. 

4.1  Die IV-Stelle stützte sich für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die Berichte 

ihrer RAD-Ärztin. Diese erstattete ihre Stellungnahmen in Kenntnis der sich im Dossier 

befindenden Berichte der behandelnden Ärzte und kam zum Schluss, es bestehe seit 

Juli 2022 (und damit vor Ablauf des Wartejahres) eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leich-

ten angepassten Tätigkeit, die durch den operativen Eingriff und die Erholungszeit vom 

29. März bis zum 30. August 2023 unterbrochen werde. 

4.2  Die Beschwerdeführerin hingegen machte geltend, die Beurteilung der IV widerspre-

che sämtlichen hinterlegten Arztberichten sowie den tatsächlichen Gegebenheiten. Auf 

dem ersten Arbeitsmarkt bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. 

4.3  In den Akten befinden sich zahlreiche Arztberichte. Die behandelnde Rheumatolo-

gin teilte am 10. Januar 2023 (a.a.O. S. 57ff.) mit, ca. im Jahr 2008 sei durch den Haus-

arzt eine seronegative rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden. Diese sei medika-

mentös zu wenig gut supprimiert, die Medikamente müssten umgestellt werden. Der 

Hausarzt schrieb am 11. März 2023 (a.a.O. S. 46ff.), die Patientin leide an verschiede-

nen, zum Teil schweren Erkrankungen. Die rheumatischen Beschwerden hätten bisher 

nicht suffizient eingestellt werden können. Neu sei eine Hemiparese links aufgetreten, 

die sich in neurologischer Abklärung befinde. Wegen der Nackenschmerzen sei am  

21. März 2023 eine Operation geplant. Dazu persistierten Rückfussbeschwerden, die 

auch durch operative Eingriffe bisher nicht hätten behoben werden können. Zurzeit sei 

die Patientin arbeitslos, ein Teilzeitpensum in einer geschützten Arbeitsstelle wäre zu-

mutbar. Aus dem Verlaufsbericht der Rheumatologin über die Konsultation vom 20. März 

2023 (a.a.O. S. 129ff.) ergab sich, dass die Patientin unter argen Schmerzen leide und 

die Medikamente umgestellt werden müssten. Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 

11. Juli 2023 (a.a.O. S. 120ff.) berichtete die Beschwerdeführerin, seit der operativen 

Versteifung ihrer Halswirbelsäule gehe es ihr besser. Aber sie habe im ganzen Körper 

Schmerzen, vieles komme wahrscheinlich vom Rheuma. Feinmotorisch sei sie stark ein-

geschränkt. Dinge würden ihr einfach aus den Händen fallen. Im linken Bein habe sie 

nicht mehr viel Gefühl. Das verursache Gleichgewichtsstörungen, sie sei unsicher auf 

den Beinen. In der neurologischen Abklärung sei festgestellt worden, dass die ganze 

linke Seite nicht mehr so gut sei. Es seien noch weitere Abklärungen geplant. Der Haus-

arzt berichtete am 26. August 2023 (a.a.O. S. 133 f.) zuhanden der IV, leider bestünden 

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noch immer viele «Baustellen». Glücklicherweise habe sich zumindest die Situation am 

Nacken nach der Operation etwas beruhigt. Die rheumatischen Beschwerden hätten me-

dikamentös nach wie vor nicht eingestellt werden können. Die Schmerzen im Bereich 

des OSG persistierten. Im September sei eine OSG-Arthroskopie geplant. Ebenfalls die 

Schwäche der linken Seite bestehe noch immer. Deren Genese sei auch nach mehreren 

neurologischen Abklärungen unklar. 

4.4  Zwischen dem Hausarzt der Beschwerdeführerin und der zuständigen RAD-Ärztin 

bestehen grundlegende Divergenzen bezüglich der Auswirkungen der gesundheitlichen 

Einschränkungen der Beschwerdeführerin auf deren Restarbeitsfähigkeit. Die RAD-Ärz-

tin monierte, der Hausarzt begründe die aus seiner Sicht bestehende Arbeitsunfähigkeit 

auf dem ersten Arbeitsmarkt ungenügend, bzw. es fehle jegliche Begründung. Dies trifft 

nicht zu. Der Hausarzt hielt in seinen Berichten weitgehend zwar immer wieder dasselbe 

fest, aber er zeigte den Gesundheitszustand seiner Patientin und seine Sicht der Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf. Zudem reichte er Berichte der behandelnden Spe-

zialärzte ein, aus denen jedoch keine Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit hervorgeht. 

Weder der Hausarzt noch die zuständige RAD-Ärztin verfügen über eine Facharztaus-

bildung in Rheumatologie oder Neurologie. Der Hausarzt machte mehrmals auf die Not-

wendigkeit einer rheumatologischen Beurteilung aufmerksam. Eine solche wurde nie 

eingeholt. Im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung war eine reine Aktenbeur-

teilung der RAD-Ärztin in casu für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwer-

deführerin ungenügend (Bundesgerichtsurteil 9C_127/2021 vom 4. November 2021 E. 

4.2.2). Es wäre Aufgabe der IV-Stelle gewesen, im Rahmen der ihr obliegenden Unter-

suchungspflicht entsprechende fachärztliche Einschätzungen einzuholen oder wenn nö-

tig ein Gutachten erstellen zu lassen.  

Eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin rechtfertigt sich, da die unge-

nügende Abklärung einen streitigen Punkt betrifft, der im Verwaltungsverfahren vollstän-

dig ungeklärt blieb (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Für das erkennende Gericht ist es nicht 

möglich, über die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer optimal ange-

passten Tätigkeit mit dem im Sozialversicherungsrecht notwendigen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden. Die Beschwerde ist in dem Sinne gut-

zuheissen, als dass die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Vornahme der not-

wendigen Abklärungen und zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. 

5.  In einem weiteren Punkt bemängelte die Beschwerdeführerin, sie sei ausgehend von 

der gemischten Methode zu Unrecht zu 50% als Hausfrau und zu 50% erwerbstätig 

eingestuft worden. Die Reduktion des Arbeitspensums auf 50% sei bereits vor Jahren 

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erfolgt, da die gesundheitliche Situation sie dazu gezwungen habe und nicht, weil sie 

vermehrt im Haushalt habe tätig sein wollen. Im Gesundheitsfall wäre sie zu 100% 

erwerbstätig. Zudem sei die Haushaltsabklärung angesichts ihrer Einschränkungen 

völlig unrealistisch und die Schadenminderungspflicht des Ehemannes, der 100% 

erwerbstätig sei, zu hoch angesetzt. 

5.1  Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungs-

vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig 

oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich da-

nach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-

sundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Aus-

mass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer-

den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Für die 

hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit ist 

der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit erforderlich. Die Beantwortung der Statusfrage erfordert mithin zwangsläufig eine 

hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der ver-

sicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsa-

chen einer direkten Beweisführung wesensmässig nicht zugänglich und müssen in der 

Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Bundesge-

richtsurteil 8C_178/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2 mit Hinweisen). 

5.2  Anlässlich der Haushaltabklärung erklärte die Beschwerdeführerin, wenn sie nicht 

erkrankt wäre, würde sie noch in der Reinigung arbeiten (a.a.O. S. 124). Gestützt auf 

den Bericht der Arbeitgeberin (a.a.O. S. 221) und den Auszug aus dem Individuellen 

Konto der AHV (a.a.O. S. 21) ging die IV-Stelle von einem 50%-Pensum aus. Betrachtet 

man die in den Jahren 2012 bis 2014 erzielten Löhne der Beschwerdeführerin, dürfte 

deren Pensum mit dem im Sozialversicherungsrecht notwendigen Beweisgrad der über-

wiegenden Wahrscheinlichkeit eher bei 60% gelegen haben. Im Jahr 2014 verdiente sie 

CHF 30'188 für 1216h, im Jahr 2013 CHF 24'493 für 968h und im Jahr 2012 CHF 31'248. 

Die gearbeiteten Stunden für das Jahr 2012 sind nicht bekannt. Zudem gab die Be-

schwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung an, ihre Kinder seien ausgezogen, 

was ein Hinweis darauf sein könnte, dass sie ihr Arbeitspensum im Gesundheitsfall tat-

sächlich weiter erhöht hätte. Auch in dieser Hinsicht wird die Beschwerdegegnerin wei-

tere Abklärungen zu machen haben. 

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5.3  Im Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushalt ist nicht die medizinisch-

theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend, sondern wie sich der Gesundheits-

schaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was grundsätzlich durch 

die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (Bundesgerichtsurteil 9C_399/2016 vom 

18. Januar 2017 E. 4.7.1). Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung 

vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV) stellt für gewöhnlich die geeignete und 

genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt 

dar. Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, 

dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen 

Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch-

tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu 

berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen 

sind. Der Berichtstext muss schliesslich plausibel, begründet und angemessen detailliert 

bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein, sowie in Übereinstimmung mit den an 

Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Das Gericht greift diesfalls in das Ermessen 

der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhalts-

punkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Wider-

sprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich 

kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht, als das im Be-

schwerdefall zuständige Gericht. 

Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schaden-

minderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom 

Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenmin-

derungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der glei-

chen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die 

im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwi-

ckeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich 

reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haus-

haltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung ge-

wisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, 

so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von 

Familienangehörigen in Anspruch nehmen. 

Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit an-

genommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch 

Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen 

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dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnis-

mässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Haus-

frau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die 

ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um 

die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige 

Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwar-

ten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminde-

rungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushaltstätigkeit in einzelnen Funktionen 

oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass 

gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob 

sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der 

entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt.  

Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrundeliegen-

den, in Art. 159 Abs. 2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in Art. 272 ZGB zwischen 

Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen 

(d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, 

an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu 

ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende 

Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, 

unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Be-

zug auf den Haushaltsbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich 

und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (Urteil 

des Sozialversicherungsgerichts Zürich IV.2021.00419 vom 14. April 2022 E.1.8; BGE 

133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen). 

5.4  In casu führte die zuständige Abklärungsperson am 11. Juli 2023 die Haushaltsab-

klärung an Ort und Stelle durch. Sie hatte dabei unter Berücksichtigung der von der Be-

schwerdeführerin geklagten Leiden und Behinderungen sowie der Familien- und der 

Wohnverhältnisse, der technischen Einrichtungen und der örtlichen Lage eine Ein-

schränkung der Beschwerdeführerin von 39.99% festgestellt (a.a.O. S. 116) und diese 

aufgrund der Schadenminderungspflicht des Ehemannes auf 4.1% reduziert. Die Abklä-

rungsperson stellte in ihrem Bericht fest, der Ehemann habe keine grossen Hobbies, sei 

gesund und habe keine Einschränkungen. Er beginne seine Arbeit morgens um 6 Uhr 

und sei um 15/15.15 Uhr wieder zu Hause. Die ihm zumutbare Mithilfe im Haushalt sei 

maximal. 

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Weiter befasst sich der von der Abklärungsperson erstellte Bericht umfassend mit den 

einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualer Gewichtung. Er umschreibt die 

zu verrichtenden Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen 

in diesen Bereichen. Die Beschwerdeführerin führte selbst aus, dass sie sich ihre Zeit 

und Arbeit so einteilen würde, dass sie die Belastungen aushalten könne, wozu sie im 

Rahmen der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht auch gehalten ist.  

Der Abklärungsbericht ist weiter schlüssig und in nachvollziehbarer Weise begründet. 

Es sind vorliegend keine besonderen Umstände gegeben, welche den Abklärungsbe-

richt als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen liessen; vielmehr entspricht dieser den 

an ihn gestellten Anforderungen, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt wer-

den kann. 

5.5  Bezüglich der Statusfrage ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als dass 

die Sache zu ergänzenden Abklärungen bezüglich der im Jahr 2012 geleisteten Arbeits-

stunden und zum Pensum der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin im Gesundheits-

fall an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

6. 

6.1  Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu erneuter Abklärung gilt für die 

Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als 

vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende 

Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (BGE 141 V 281 E. 11.1 mit 

Hinweis). Dementsprechend wird die Beschwerdegegnerin kosten- und 

entschädigungspflichtig (Art. 89 Abs. 1 VVRG und Art. 61 lit. g ATSG). 

6.2  Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-

rung von IV-Leistungen vor dem Kantonsgericht ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Aufgrund des Verfahrensaufwandes werden die Kosten zu Lasten der IV-Stelle auf 

CHF 500 festgesetzt. Der Beschwerdeführerin ist der in derselben Höhe geleistete Kos-

tenvorschuss zurückzubezahlen. 

6.3  Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin einen Anspruch 

auf Parteientschädigung, die das Gericht unter Würdigung der Bedeutung und Schwie-

rigkeit der Streitsache, des Umstandes, des Umfangs der Arbeitsleistung, sowie der 

durch den Rechtstreit entstandenen Auslagen auf CHF 1’800 (inkl. Auslagen und Mehr-

wertsteuer) festsetzt (Art. 61 lit. g ATSG; Art. 4 GTar). 

 

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Demnach wird erkannt 

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als dass die Verfügung vom 

6. Juni 2024 aufgehoben und die Sache zur Vornahme der notwendigen Abklärun-

gen im Sinne der Erwägungen und gestützt darauf zu einer neuen Beurteilung an 

die IV-Stelle zurückgewiesen wird. 

2. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 500 gehen zu Lasten der 

IV-Stelle. Der Kostenvorschuss wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

3. Die IV-Stelle bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe 

von CHF 1’800 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer). 

Sitten, 27. Februar 2025