# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4ca7dd8-d1b0-5ef4-8f91-85110876ae69
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 22.03.2024 SK 2023 195
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-195_2024-03-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 195

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. März 2024 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Friederich Hörr,
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Imboden

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________ AG
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Betrug, ev. Veruntreuung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 16. März 2023 (PEN 20 752)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz ge-
nannt) fällte am 16. März 2023 folgendes Urteil (pag. 846 ff.; Hervorhebungen im 
Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Veruntreuung, begangen in der Zeit von März 2018 bis August 2018 in Bern, zum Nachteil der 
C.________ GmbH (neu C.________ AG), handelnd durch E.________, im Deliktsbetrag von 
CHF 120'000.00;

und in Anwendung der Art. 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 138 Ziff. 1 StGB, Art. 426 Abs. 1, 433 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

2. Zu den Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf CHF 8'791.40 (Gebühren von 
CHF 7'287.50, Auslagen von CHF 503.90 und schriftliche Begründung von CHF 1'000.00).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1’000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 7'791.40.

3. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von insgesamt CHF 27'523.30 an die C.________ 
GmbH (neu C.________ AG), handelnd durch E.________ (CHF 22'923.30 inkl. Auslagen und 
MWSt an Rechtsanwalt D.________; CHF 4’600.00 an Fürsprecher Dr. G.________). 

Der Betrag reduziert sich um die sich aus Ziff. IV.1 hiernach ergebende Verrechnung (Freigabe 
des beschlagnahmten Geldbetrags), und beträgt somit noch CHF 11'507.55. 

II.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ für die Zeit vom 13. Mai 2020 bis 16. März 2023 werden wie folgt 
bestimmt: […]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 15'142.75.

Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt B.________ bereits einen Vorschuss im Umfang von 
CHF 8'450.25 ausgerichtet worden ist. Dementsprechend sind Rechtsanwalt B.________ noch 
CHF 6'692.50 zu überweisen. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung von insgesamt 
CHF 15'142.75 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 5'854.55 zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaft-
lichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

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Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt F.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
vom 31. Oktober 2018 bis 12. Mai 2020 bereits eine amtliche Entschädigung von CHF 7'828.35 aus-
gerichtet worden ist. A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung 
zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

III.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt:

1. Es wird festgestellt, dass A.________ mit Vereinbarung vom 21./28. September 2021 anerkannt 
hat, der Straf- und Zivilklägerin C.________ GmbH (neu C.________ AG), handelnd durch 
E.________, einen Betrag von CHF 120'000.00 zu schulden. 

Die Zivilklage wird insoweit als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 16'015.75 wird an die Deckung der Parteientschädi-
gung der Straf- und Zivilklägerin C.________ GmbH (neu C.________ AG), handelnd durch 
E.________, angerechnet (oben Ziff. I.3), und der C.________ GmbH (neu C.________ AG) 
nach Rechtskraft des Urteils ausbezahlt. 

2. Die beschlagnahmten Gegenstände: 2 Postkarten A.________ (C1 und D3), 2 Ordner mit Ban-
kunterlagen (C2 und C6), 1 Kontoauszug (C3), 1 Maestro-Karte Raiffeisen (C4), 1 AEK-Net-
Vertrag (C5), 1 Bankkarte UBS (D1), 1 Quittung Einzahlung (D2), 1 MasterCard PostFinance 
(D4), 1 Transaktionsübersicht (D5), 1 Auftragsbestätigung (D6), werden nach Rechtskraft des 
Urteils dem Beschuldigten zurückgegeben.

3. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend auch Beschuldigter ge-
nannt), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, am 22. März 2023 frist-
gerecht Berufung an (pag. 853 f.). Daraufhin stellte die Vorinstanz den Parteien das 
begründete Urteil, datierend vom 18. April 2023, zu (pag. 906 f.).

Am 10. Mai 2023 erklärte der Beschuldigte vollumfänglich Berufung (pag. 911 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am 30. Mai 2023 mit, sie verzichte auf eine 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 927 f.). 

Die C.________ AG (ehemals C.________ GmbH; nachfolgend auch Privatkläge-
rin genannt), privat vertreten durch Rechtsanwalt D.________, verzichtete am 
5. Juni 2023 auf eine Anschlussberufung (pag. 929).

3. Oberinstanzliche Beweisanträge und -ergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 10. Mai 2023 ersuchte der Beschuldigte, folgende Un-
terlagen zu den Akten zu erkennen: E-Mailverkehr zwischen E.________ und 
A.________ vom 28. und 29. Juni 2018, E-Mailverkehr zwischen Frau M.________ 

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und A.________ vom 26. Juni 2018 und vom 6. Juli 2019, Aktienbuch der 
K.________ AG und Aktienzertifikat (pag. 912 ff.). Der Verfahrensleiter hiess den 
Beweisantrag am 7. Juni 2023 gut und bediente die Privatklägerin mit Kopien 
(pag. 932). 

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich vom Beschuldigten ein Strafregisteraus-
zug (datierend vom 11. März 2024, pag. 997 f.), Betreibungsregisterauszüge der 
Betreibungsämter N.________ (datierend vom 28. Februar 2024, pag. 993 f.) und 
O.________ (datierend vom 29. Februar 2024, pag. 990 ff.) sowie ein Bericht über 
die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 5. März 2024, pag. 995 f.) einge-
holt. Die Parteien wurden mit Kopien bedient (pag. 999).

Mit Schreiben vom 15. März 2024 legte der Beschuldigte weitere E-Mails ins Recht, 
die am 28. und 29. Juni 2018 zwischen ihm und E.________ versandt wurden 
(pag. 1000 ff.). Der Vorsitzende anerkannte diese an der Berufungsverhandlung zu 
den Akten (pag. 1009 f.). Die Privatklägerin wurde mit Kopien bedient (pag. 1010).

Die Privatklägerin reichte an der Berufungsverhandlung folgende Unterlagen ein: 
Buchungsbeleg betreffend «Rückzahlung Darlehen» vom 29. September 2021 über 
CHF 20'000.00 und Konkurspublikation/Schuldenruf der K.________ AG 
(pag. 1009 und pag. 1046 ff.). Diese wurden zu den Akten erkannt (pag. 1009). Der 
Beschuldigte verzichtete auf die Aushändigung von Kopien (pag. 1009).

Schliesslich wurden der Beschuldigte und der Vertreter der Privatklägerin, 
E.________, oberinstanzlich erneut einvernommen (pag. 1011 ff.).

4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigter

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete für den Beschuldigten an der Be-
rufungsverhandlung folgende Anträge (pag. 1038 und pag. 1049):

I.

A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Betruges resp. eventualiter der Veruntreuung 
gemäss Ziff. 1 der Anklageschrift vom 20. Oktober 2020. 

II.

Die erst- wie auch die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Staat Bern auf-
zuerlegen. 

III.

Die von der Privatklägerschaft geltend gemachte Parteikostenentschädigung sei sowohl für das erst- 
wie oberinstanzliche Verfahren abzuweisen. 

IV. 

Es sei festzustellen, dass der Zivilpunkt mit Vereinbarung vom 21./28. September 2021 erledigt wur-
de. Die Zivilklage ist insoweit als gegenstandslos abzuschreiben. 

V. 

1. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 16’015.75 sei der K.________ AG zurückzuerstatten. 

2. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gemäss eingereichter Kostennote zu bestimmen. 

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3. Es seien – soweit nötig – weitere Verfügungen zu treffen.

4.2 Privatklägerin

Rechtsanwalt D.________, substituiert durch MLaw I.________ (pag. 1045), stellte 
und begründete für die Privatklägerin folgende Anträge (pag. 1040 f. und 
pag. 1053; Hervorhebungen um Original):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären, der Veruntreuung, begangen in der Zeit ab 17.04.2018 bis 
heute in Bern und anderswo z.N. der C.________ GmbH (heute C.________ AG), handelnd durch 
E.________. 

A.________ sei zu verurteilen zu einer Strafe im richterlichen Ermessen. 

II.

A.________ sei zu verpflichten, der Privatklägerin für die notwendigen Aufwendungen im Verfahren 
eine Entschädigung zu leisten (CHF 27'523.30 für das erstinstanzliche Verfahren und für das 
Berufungsverfahren gemäss eingereichter Honorarnote). Das beschlagnahmte Guthaben im Be-
trag von total CHF 16’015.75 sei an die Entschädigung anzurechnen und als Parteikostenbeitrag an 
die C.________ AG zu überweisen. 

III.

Es sei festzustellen, dass am 21./28.09.2021 eine gerichtliche Vereinbarung abgeschlossen wur-
de. 

IV. 

Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen von Amtes wegen zu treffen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf den 
Schuldspruch wegen Veruntreuung sowie die entsprechenden Sanktions-, Kosten- 
und Entschädigungsfolgen angefochten (pag. 911 f.). Diese Punkte sind von der 
Kammer neu zu beurteilen. Weiter hat sie über den beschlagnahmten Geldbetrag 
zu befinden.

Die übrigen Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind unangefochten in Rechtskraft 
erwachsen. Es sind dies die Höhe der amtlichen Entschädigung für die amtliche 
Verteidigung des Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ in der Zeit vom 
13. Mai 2020 bis 16. März 2023 und die Feststellung, dass Rechtsanwalt 
F.________ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten in der Zeit vom 
31. Oktober 2018 bis 12. Mai 2020 eine amtliche Entschädigung von CHF 7'828.35 
ausgerichtet wurde, der Zivilpunkt sowie die weitere Verfügung betreffend die be-
schlagnahmten Gegenstände. 

In Bezug auf die angefochtenen resp. zu überprüfenden Punkte verfügt die Kam-
mer über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Weil weder die Generalstaatsan-
waltschaft noch die Privatklägerin (Anschluss-)Berufung erhoben hat, darf die 

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Kammer das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abän-
dern. Sie ist an das Verschlechterungsverbot gebunden (Art. 391 Abs. 2 StPO). Ei-
ne unzulässige reformatio in peius liegt namentlich vor bei zusätzlichen Schuld-
sprüchen. Hingegen darf das Berufungsgericht eine falsche rechtliche Qualifikation 
ändern, sofern die neue Qualifikation nicht eine höhere, maximale oder minimale 
Strafe vorsieht. Weil für den Betrug nicht eine höhere Strafandrohung vorgesehen 
ist als für die Veruntreuung (der Strafrahmen beträgt je Geldstrafe oder Freiheits-
strafe von bis zu fünf Jahren; Art. 138 Ziff. 1 Abs. 3 und Art. 146 Abs. 1 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.]), stünde es der Kammer vor-
liegend offen, das erstinstanzliche Urteil zugunsten einer Verurteilung wegen Be-
trugs abzuändern, ohne gegen das Verbot der reformatio in peius zu verstossen.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift

In der Anklageschrift vom 5. Oktober 2020 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, 
sich des Betrugs, ev. der Veruntreuung schuldig gemacht zu haben, begangen in 
der Zeit von ca. März 2018 bis August 2018 in Bern, ev. anderswo in der Schweiz, 
zum Nachteil der C.________ GmbH. Die Anklageschrift umschreibt den Sachver-
halt wie folgt (pag. 637 ff.; Hervorhebungen im Original):

Der Beschuldigte und E.________ (Vertreter der geschädigten C.________ GmbH) lernten sich ca. 
im März 2018 an einem Vorstellungsgespräch im Zusammenhang mit einer offenen Stelle bei der 
C.________ GmbH kennen. Anlässlich dieses Gesprächs oder kurze Zeit später, stellte der Beschul-
digte E.________ das durch ihn (den Beschuldigten) entwickelte Produkt „P.________“ 
(P3.________) vor. Dabei zeigte er E.________ eine PowerPoint-Präsentation und legte ihm diverse 
Unterlagen vor (u.a. ein Schreiben der T.________ Krankenkasse vom 29.03.2018 bzgl. Kostenüber-
nahme, ein Schreiben von Dr. med. Q.________ und des R.________ vom 18.03.2018, ein Schrei-
ben des Patienten S.________ vom 15.03.2018) aus denen hervorgeht, dass das Produkt einen 
kommerziellen Wert hat bzw. Interesse an dessen Vermarktung bestand. 

In der Folge setzte der Beschuldigte einen Vereinbarungsentwurf auf, welcher am 13.04.2018 durch 
den Beschuldigten und E.________ (als Vertreter der C.________ GmbH) unterzeichnet wurde. Darin 
wurde abgemacht, dass der Beschuldigte und die C.________ GmbH das Produkt „P.________“ – 
bestehend aus ________ – über eine gemeinsam zu gründende AG (K.________ AG) verkaufen. Der 
Vertrieb des Produkts soll über die bestehende Firma von E.________, die C.________ GmbH, erfol-
gen. Weiter wurde vereinbart, dass die C.________ GmbH 25 % der neu zu gründenden Aktien kauft 
und der C.________ GmbH bis am 30.05.2019 ein Vorkaufsrecht für weitere 24 % Aktien zusteht. Der 
Kaufpreis für 25 % der Aktien wurde auf CHF 100‘000.00 festgesetzt. Der Kaufpreis von 
CHF 100‘000.00 musste durch die C.________ GmbH bereits vor der Gründung der AG bezahlt wer-
den, da dieser Betrag als Stammeinlage diente. Mündlich wurde zwischen den Parteien zudem ab-
gemacht, dass der Erwerb des Aktienanteils von 25 % durch die C.________ GmbH unmittelbar nach 
der Firmengründung der K.________ AG erfolgt. Gestützt auf diese Vereinbarung vom 13.04.2018 
überwies die C.________ GmbH am 17.04.2018 sowie am 02.05.2018 je einen Betrag von 
CHF 10‘000.00 auf das Privatkonto des Beschuldigten. 

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Bezüglich des in der Vereinbarung vom 13.04.2018 erwähnten Vertriebs des Produkts wurde gemein-
sam durch den Beschuldigten und E.________ ein Vertrag ausgearbeitet, anschliessend durch den 
Beschuldigten aufgesetzt und am 18.05.2018 durch die beiden unterzeichnet (Vertriebspartnervertrag 
vom 18.05.2018). 

Anlässlich eines Treffens vom 18.05.2018 in Bern, übte der Beschuldigte Druck auf E.________ aus, 
indem er geltend machte, dass die zu gründende AG (K.________ AG) mehr Geld benötige, da der 
gemäss Vereinbarung vom 13.04.2018 vereinbarte Betrag von CHF 100‘000.00 nicht reichen würde. 
Anstelle der mit Vereinbarung vom 13.04.2018 abgemachten 25 % der Aktien und angesichts der be-
reits bestehenden Option (Vorkaufsrecht der C.________ GmbH für weitere 24 % der Aktien), soll die 
C.________ GmbH von Anfang an 50 % der Aktien der neu zu gründenden AG (K.________ AG) zu 
einem Preis von CHF 200‘000.00 übernehmen. Am darauffolgenden Tag unterbreitete der Beschul-
digte E.________ bereits einen neuen Vertrag, welcher nach gemeinsamer Besprechung gleichen-
tags, am 19.05.2018, von den Parteien unterzeichnet wurde. Neben dem Erwerb von 50 % der Aktie-
nanteile der neu zu gründenden AG (K.________ AG) für CHF 200‘000.00 wurde darin weiter festge-
halten, dass E.________ und der Beschuldigte im Handelsregister je als Geschäftsführer mit Einzel-
unterschrift und Letzter als Verwaltungsratspräsident der neuen AG (K.________ AG) eingetragen 
werden. Hinsichtlich des Geldflusses wurde vereinbart, dass die C.________ GmbH dem Beschuldig-
ten ein Darlehen von CHF 120'000.00 gewährt, u.a. als Stammkapital für die Gründung der AG 
(K.________ AG). Anschliessend würden der C.________ GmbH 50 % der Aktien der K.________ 
AG für CHF 200'000.00 übertragen und der Beschuldigte zahlt das Darlehen von CHF 120’00.00 so-
fort nach Überweisung des Aktienkaufpreises an die C.________ GmbH zurück und gewährt Letzterer 
überdies ein Darlehen von CHF 50'000.00 (aus Liquiditätsüberlegungen). 

Infolgedessen überwies die C.________ GmbH am 07.06.2018 dem Beschuldigten CHF 100'000.00. 
Nach dieser Überweisung kontaktierte der Beschuldigte E.________ erneut, und es kam zu einem 
weiteren Treffen in Bern. Dabei teilte der Beschuldigte E.________ mit, dass erneut mehr Geld 
benötigt werde, da Studien in Auftrag gegeben werden müssten. Er (der Beschuldigte) habe Investo-
ren gefunden, welche für 10 % der Aktien der K.________ AG CHF 300‘000.00 bezahlen würden. 
Aus diesem Grund sei er nicht mehr bereit, der C.________ GmbH – wie im Kaufvertrag vom 
19.05.2018 festgehalten – 50 % der Akten zu übergeben, sondern lediglich noch 37.5 %. 

Am 18.06.2018 gründete der Beschuldigte die K.________ AG, welche am 22.06.2018 im Handelsre-
gister des Kantons U.________ eingetragen wurde. Entgegen dem Kaufvertrag vom 19.05.2018, liess 
er sich als einziges Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift eintragen. 

Mit E-Mail vom 29.06.2018 bat die C.________ GmbH (vertreten durch E.________) den Beschuldig-
ten um Übertragung der Aktien gemäss Kaufvertrag vom 19.05.2018. Der Beschuldigte teilte der 
C.________ GmbH gleichentags per E-Mail mit, dass er der C.________ GmbH keine Aktien der 
K.________ AG verkaufe. 

Mit Schreiben vom 02./11.07.2018 verlangte die C.________ GmbH vom Beschuldigten 
CHF 120‘000.00 zurück. Mit Schreiben vom 04.11.2018 wurde der Beschuldigte durch die 
C.________ GmbH zudem ermahnt, keine Handlungen im Namen der K.________ AG vorzunehmen, 
die zu einer Verminderung des Nettovermögenswertes der K.________ AG führen könnten, ausser 
Zahlungen für Steuern, öffentliche Abgaben und ähnliches sowie Zahlungen für den ordentlichen ad-
ministrativen Aufwand der K.________ AG. 

Der Beschuldigte täuschte die C.________ GmbH bzw. dessen Vertreter E.________ durch seine 
(oben beschriebene) Vorgehensweise arglistig, namentlich indem er E.________ diverse Unterlagen 

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zu dem von ihm entwickelten Produkt vorlegte, innert kurzer Zeit von lediglich ein paar Wochen ins-
gesamt 3 Verträge aufsetzte, diese kurze Zeit nach dem unterzeichnen jeweils wieder abänderte bzw. 
abändern wollte, weil er von E.________ mehr Geld forderte als dies im letzten Vertrag abgemacht 
worden war, durch diese zeitliche Komponente Druck auf E.________ ausübte und vorgab, gewillt 
und in der Lage zu sein mit E.________ zusammen eine gemeinsame AG je mit Einzelunterschrift zu 
gründen und das Produkt gemeinsam zu vermarkten. Da Erfüllungsfähigkeit und Erfüllungswille für 
E.________ nicht (ohne besondere Mühen) überprüfbar waren, wurde er arglistig in die Irre geführt. 
Wegen dieser Täuschung schloss er mit dem Beschuldigten die obgenannten Verträge datiert vom 
13.04.2018, 18.05.2018 und 19.05.2018 und überwies ihm insgesamt CHF 120'000.00, wodurch er 
sich bzw. die C.________ GmbH in diesem Umfang schädigte, da der Beschuldigte nie in der Lage 
war oder die Absicht hatte, die Verträge zu erfüllen und E.________ an der K.________ AG teilhaben 
zu lassen. 

Eventualiter Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 StGB)

Der Beschuldigte verwendete das ihm gemäss oben aufgeführtem Sachverhalt durch die C.________ 
GmbH bzw. durch deren Vertreter E.________ in 3 Tranchen – am 17.04.2018 und am 02.05.2018 je 
CHF 10'000.00 sowie am 07.06.2018 CHF 100‘000.00 – überwiesene und anvertraute Darlehen von 
CHF 120'000.00 entgegen seiner gegenüber der C.________ GmbH übernommenen Verpflichtung, 
das Darlehen für die Gründung der gemeinsamen AG (K.________ AG) bzw. für geschäftliche Zwe-
cke der gemeinsamen AG zu verwenden, dieses für die Gründung seiner eigenen AG (K.________ 
AG; Beschuldigter ist einzelzeichnungsberechtigt) und mindestens CHF 20'000.00 für private Rech-
nungen, ohne in der Lage oder gewillt zu sein, der C.________ GmbH den Gesamtbetrag von 
CHF 120'000.00 jederzeit herausgeben zu können. 

7. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 864 f.). 

8. Beweismittel

Auf eine Zusammenfassung der Beweismittel wird verzichtet. Soweit für das vorlie-
gende Verfahren notwendig, wird direkt im Rahmen der konkreten Würdigung dar-
auf eingegangen. Im Übrigen wird vollumfänglich auf die korrekte Zusammenfas-
sung der Vorinstanz (S. 13 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 870 ff.) 
und die amtlichen Akten verwiesen.

9. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Das Rahmengeschehen und der chronologische Ablauf sind unbestritten. Unstreitig 
ist namentlich, dass A.________ und E.________, Vertreter der privatklägerischen 
C.________ GmbH, ab ca. März 2018 Gespräche darüber führten, das von 
A.________ entwickelte Produkt «P.________» gemeinsam auf den Markt zu brin-
gen. Diesbezüglich wurden in den Folgewochen drei Verträge geschlossen: Die 
Vereinbarung vom 13. April 2018, der Vertriebspartnervertrag vom 18. Mai 2018 
und der Kaufvertrag vom 19. Mai 2018. A.________ streitet auch nicht ab, dass die 
C.________ GmbH CHF 20'000.00 auf sein Privatkonto und CHF 100'000.00 auf 
das Kapitaleinzahlungskonto der K.________ AG überwiesen hat. Ferner aner-

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kennt er, eine eigene Aktiengesellschaft gegründet zu haben, d.h. sich zum alleini-
gen Verwaltungsrat der K.________ AG gewählt und im Handelsregister eingetra-
gen sowie die C.________ GmbH nicht zur Mitaktionärin der K.________ AG ge-
macht zu haben. 

Hingegen bestreitet A.________, sich in strafrechtlich relevanter Weise verhalten 
zu haben. Weder will er E.________ mit falschen Informationen getäuscht oder im 
Hinblick auf die Überweisung der CHF 120'000.00 unter Druck gesetzt haben, noch 
will er gegen vertragliche Abmachungen verstossen und das ihm von der 
C.________ GmbH gewährte Darlehen über CHF 120'000.00 zweckwidrig verwen-
det haben. Rechtsanwalt B.________ führte an der Berufungsverhandlung zu-
sammengefasst aus, die Privatklägerin (und nicht sein Mandant) sei für den aus-
bleibenden Vollzug des Kaufvertrags vom 19. Mai 2018 verantwortlich. Indem diese 
am 2. Juli 2018 einseitig vom Kaufvertrag zurückgetreten und die sofortige Rück-
zahlung des Darlehens verlangt habe, habe sie nicht nur den Vollzug des Kaufver-
trags verhindert, sondern auch Art. 318 OR (betreffend den Zeitpunkt der Rückzah-
lung von Darlehen) und Art. 107 OR (betreffend Vertragsrücktritt) verletzt. Zufolge 
des rechtswidrigen Vertragsrücktritts der Privatklägerin sei sein Mandant nicht wei-
ter verpflichtet gewesen, die Privatklägerin zur Gesellschafterin zu machen. Indem 
sich die Privatklägerin geweigert habe, den Kaufpreis für die Aktien der 
K.________ AG zu bezahlen, habe sie selbst verhindert, dass es zur gemeinsamen 
Aktiengesellschaft kommen konnte. Auch aus der Tatsache, dass sich sein Man-
dant als alleiniges Verwaltungsratsmitglied der K.________ AG ins Handelsregister 
habe eintragen lassen, könne nichts zu dessen Ungunsten abgeleitet werden. Eine 
Einzelzeichnungsberechtigung von E.________ sei erst nach der Aktienübertra-
gung (und nicht bereits bei der Firmengründung) vorgesehen gewesen (pag. 1038 
ff.). 

10. Erwägungen der Kammer

10.1 Chronologische Übersicht

Zur besseren Übersicht seien nachfolgend die wichtigsten (und grundsätzlich un-
bestrittenen) Eckpunkte des zu beurteilenden Geschehens aufgelistet. Insbesonde-
re mit Blick auf das für die Strafzumessung relevante Nachtatverhalten von 
A.________ werden auch die nach dem zu beurteilenden Deliktszeitraum erfolgten 
Partei- und Verfahrenshandlungen bis zum erstinstanzlichen Urteil resp. der Kon-
kurseröffnung aufgeführt.

13.04.2018 Unterzeichnung Vereinbarung. A.________ und E.________ halten 
fest, gemeinsam eine Aktiengesellschaft [die spätere K.________ 
AG] gründen zu wollen, um gemeinsam das Produkt 
«P.________» zu kommerzialisieren. Die C.________ GmbH soll 
in drei Raten CHF 100'000.00 an A.________ überweisen und im 
Gegenzug 25 % Aktienanteile der K.________ AG erhalten. Die 
K.________ AG soll so konzipiert sein, dass Entscheide der schrift-
lichen Genehmigung beider Inhaber, A.________ und E.________, 
erfordern (pag. 13 ff.).

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17.04.2018 Die C.________ GmbH überweist CHF 10'000.00 auf das Privat-
konto von A.________ (pag. 27).

30.04.2018 A.________ und E.________ treffen sich mit einer Drittperson 
zwecks Findung eines steuergünstigen Firmensitzes in der Inner-
schweiz (pag. 60 f. und pag. 230 Z. 256 ff.).

02.05.2018 Die C.________ GmbH überweist CHF 10'000.00 auf das Privat-
konto von A.________ (pag. 28).

04.05.2018 E-Mail eines Mitarbeiters der C.________ GmbH an E.________, 
wonach für das Produkt «P.________» kein Patent besteht 
(pag. 272).

07.05.2018 E-Mail von A.________ an E.________: «Nach unserem Termin 
bei Herrn J.________ müssen wir das Kapital auf einem Sperrkon-
to einzahlen und danach kann die Firma beim Notar gegründet 
werden» (pag. 608).

09.05.2018 A.________ und E.________ treffen sich mit Treuhänder 
J.________, um die Firmengründung zu besprechen (pag. 813 
Z. 29).

16.05.2018 A.________ schickt E.________ ein von Treuhänder J.________ 
erhaltenes Muster eines Aktionärsbindungsvertrags (pag. 68).

18.05.2018 Unterzeichnung Vertriebspartnervertrag. Dieser sieht vor, dass der 
Vertrieb des Produkts «P.________» in der Schweiz durch die 
C.________ GmbH erfolgt (pag. 16 ff.).

18.05.2018 A.________ und E.________ treffen sich zwecks Feier ihrer Zu-
sammenarbeit in Bern. Bezüglich des Gesprächsinhalts gehen die 
Aussagen auseinander: Laut E.________ setzte ihn A.________ 
unter Druck, 50 % Aktienanteile für CHF 200'000.00 zu überneh-
men (pag. 229 Z. 197 ff.). Gemäss A.________ wollte E.________ 
nunmehr 49 % Aktienanteile (pag. 169 Z. 233 ff. und 
pag. 170 Z. 264 f.).

19.05.2018 Unterzeichnung Kaufvertrag. Dieser sieht vor, dass die 
C.________ GmbH 50 % Aktienanteile der K.________ AG für 
CHF 200'000.00 erwirbt. E.________ und A.________ sollen Ge-
schäftsführer mit Einzelunterschrift der K.________ AG werden. 
Ein Aktionärsbindungsvertrag soll später erstellt werden 
(pag. 20 ff.).

07.06.2018 Die C.________ GmbH überweist CHF 100'000.00 auf das Kapi-
taleinzahlungskonto der K.________ AG (pag. 29).

dazwischen A.________ und E.________ treffen sich in der Länggasse. Laut 
E.________ teilte A.________ mit, er wolle der 
C.________ GmbH nicht 50 % Aktienanteile der K.________ AG 
übertragen, sondern lediglich 37.5 %, denn er habe Investoren ge-
funden, die für 10 % CHF 300'000.00 bezahlten. Gemäss 

11

E.________ war dies der Anfang des Konflikts (pag. 246 Z. 62 ff. 
und pag. 259 Z. 553 ff.).

________ (X. Juni 2018) Gründung der K.________ AG durch A.________, der 
sich zum alleinigen Verwaltungsratsmitglied wählt 
(pag. 30 ff.).

22.06.2018 Eintragung der K.________ AG im Handelsregister (pag. 34).

29.06.2018 E-Mail von E.________ an A.________: «Der von uns am 
19. Mai 2018 abgeschlossene Aktienkaufvertrag sollte nun endlich 
vollzogen werden. Die Vorgehensweise ist darin beschrieben. 
Nach Übertragung der Aktien können wir dann schauen, wie die 
Zusammenarbeit zur Zufriedenheit beider Seiten weitergehen soll. 
Ich bitte Sie höflich, bei Rechtsanwalt H.________ in U.________ 
nächste Woche einen Termin zu vereinbaren, um die Aktien zu 
übertragen» (pag. 24).

29.06.2018 Antwort-Mail von A.________ an E.________: «Aufgrund der Si-
tuation werde ich keine Aktien verkaufen» (pag. 24).

02.07.2018 Schreiben von Rechtsanwalt G.________ an A.________: «Wie im 
Kaufvertrag vorgesehen, überwies Ihnen die C.________ GmbH 
eine Darlehenssumme von insgesamt CHF 120'000.00. […] Das 
Darlehen erfolgte zur Gründung einer Aktiengesellschaft. […] Mit 
vorliegendem Brief, verlange ich im Namen meiner Klientin 
C.________ GmbH von Ihnen die sofortige Rückzahlung des Dar-
lehens in Höhe von CHF 120'000.00» (pag. 35 f.).

 A.________ nahm das Schreiben nicht entgegen (pag. 37). Ein 
identisches Schreiben konnte ihm am 12. Juli 2018 zugestellt wer-
den (pag. 38 ff.).

04.07.2018 Schreiben von Rechtsanwalt G.________ an A.________: «Hiermit 
ermahne ich Sie ausdrücklich, keine Handlungen im Namen der 
K.________ AG vorzunehmen, die zu einer Verminderung des Net-
tovermögenswertes der K.________ AG führen könnten, ausser 
Zahlungen für Steuern, öffentliche Abgaben und ähnliches der 
K.________ AG sowie Zahlungen für den ordentlichen administra-
tiven Aufwand der K.________ AG» (pag. 41). 

Das Schreiben wurde A.________ am 6. Juli 2018 zugestellt 
(pag. 43).

05.07.2018 Saldierung des Kapitaleinzahlungskontos der K.________ AG 
(pag. 287) und Überweisung der sich darauf befindlichen 
CHF 100'000.00 auf das Kontokorrentkonto der K.________ AG 
(pag. 421).

05.07.2018 Erstmaliger (Bar-)Bezug ab dem Bankkonto der K.________ AG 
(pag. 421).

12

05.07.2018 E-Mail von A.________ an E.________: «VB war zuerst interes-
siert, 25 % von K.________ AG zu erwerben, dann sind weitere 
Diskussionen für weitere 24 % (total 49 %) dazu gekommen. VB 
hätte gerne das Vorkaufsrecht innert 12 Monaten für 24 % – ohne 
Geschäftsführerfunktion. Um den Verkauf der 24 % Aktien einzu-
schränken, hat VB das Angebot gemacht, diese gleich zu kaufen, 
aber als Darlehen wieder von FW zurück zu bekommen und innert 
der nächsten 12 Monate zurückzuerhalten. Dieses Verhalten zeigt, 
dass VB den Verkauf von FW an Dritte unterbinden möchte und VB 
sich die 24 % zu einem sehr günstigen Preis sichern wollte» 
(pag. 25).

03.08.2018 E-Mail von A.________ an E.________: «Kunden haben bei mir 
schon Bestellungen aufgegeben und diese warten auf die Ausliefe-
rung. K.________ AG muss jetzt auch die 400 Stück P1.________ 
und 50 Stück P.________ bestellen bzw. produzieren lassen. Im 
Rahmen dessen, müsste C.________ GmbH jetzt eine Bestellung 
bei K.________ AG auslösen, um danach dann auch die Kunden 
beliefern zu können» (pag. 44).

03.08.2018 E-Mail von A.________ an E.________: «Laut Vertriebsvereinba-
rung bestellt die C.________ GmbH für das Jahr 2018: 360 Stück 
P4.________ und 36 Stück P.________. Die Bestellung von 
C.________ ist noch ausstehend und muss bis zum 7. Au-
gust 2018 erfolgen, weiteres Vorgehen nach der Vertriebsvereinba-
rung» (pag. 45).

04.08.2018 E-Mail von Rechtsanwalt G.________ an A.________: «Das Kern-
problem liegt darin, dass C.________ GmbH Ihnen (faktisch 
treuhänderisch) das Geld (insgesamt CHF 120'000.00) für die 
Gründung der K.________ AG überwiesen hat. Solange Sie Herrn 
E.________ (Geschäftsführer und Eigentümer der C.________ 
GmbH) nicht Rechenschaft (und zwar mit schriftlichen Belegen) 
über die geschäftlichen und finanziellen Aktivitäten der K.________ 
AG (und dies seit Gründung der K.________ AG) ablegen, kann 
auf Ihre erneuten Wünsche nicht eingegangen werden» (pag. 46).

06.08.2018 Strafanzeige der K.________ AG (pag. 3 ff.).

07.08.2018 E-Mail von A.________ an E.________: «Sie äussern sich nicht 
zum Vertriebspartner-Vertrag. Die K.________ AG erwartet die Er-
füllung des Vertriebspartner-Vertrages. Seit Juni 2018 ist die Be-
stellung von C.________ GmbH ausstehend. Für das Jahr 2018 
wurden 360 Stück P1.________ und 36 P2.________ verein-
bart. Die K.________ AG ist bereits deren Verpflichtung für die Be-
stellung über 400 P1.________ eingegangen und hat die 
P2.________ für die Produktion beauftragt. Bei Verzögerung der 
Bestellung durch C.________ GmbH, führt das zu schwerwiegen-
den finanziellen Konsequenzen für die K.________ AG, bis zur 

13

Zahlungsunfähigkeit. Die K.________ AG erwartet den Eingang 
der Bestellung bis zum 10. August 2018. Sollte C.________ GmbH 
die Bestellung nicht ausführen, so wird die K.________ AG sich 
rechtliche Schritte und eine Schadenersatzklage vorbehalten» 
(pag. 156).

09.08.2018 E-Mail von A.________ an E.________: «Sie können bisher nicht 
direkt kommunizieren, was für eine Lösungsfindung in Ihrem Inter-
esse ist. Das Problem ist, dass sie mit einem minimalen Investment 
(25 %) keine Kontrolle über das ganze Projekt bekommen können. 
Bei den 49 % könnten Dinge im ABV gleichwertig geregelt werden» 
(pag. 685).

10.08.2018 Geplante Hausdurchsuchung bei A.________. Nachdem weder auf 
Klingeln noch auf Rufe reagiert worden sei, hätten sich die Polizei-
kräfte wieder entfernt (pag. 51 f.).

16.08.2018 Hausdurchsuchung bei A.________. Nachdem weder auf Klingeln 
noch auf Rufe reagiert worden sei, habe die Haustüre mittels 
Schlüsseldienst geöffnet werden müssen. A.________ sei im Haus 
angetroffen worden (pag. 51 f.).

18.08.2018 E-Mail von A.________ an E.________: «Anbei sende ich Ihnen 
den ABV. Bitte beachten Sie, dass als Grundlage zum ABV auch 
die ordentliche Erfüllung des Vertriebspartnervertrages zählt» 
(pag. 133).

27.09.2018 Delegierte Einvernahme von E.________ (pag. 225 ff.).

09.10.2018 Eröffnung Strafverfahren gegen A.________ (pag. 1).

22.11.2018 Delegierte Einvernahme von A.________ (pag. 164 ff.).

17.12.2018 Ergänzende Strafanzeige der K.________ AG (pag. 91 ff.).

09.05.2019 Staatsanwaltliche Einvernahme von E.________ (pag. 244 ff.).

09.05.2019 Staatsanwaltliche Einvernahme von A.________ (pag. 203 ff.).

14.05.2019 Rechtsanwalt F.________ erkundigt sich bei der Staatsanwalt-
schaft nach dem weiteren Vorgehen und signalisiert, A.________ 
sei an einer aussergerichtlichen Lösung interessiert (pag. 552).

26.07.2019 Rechtsanwalt D.________ teilt der Staatsanwaltschaft mit, in der 
Vergangenheit und im Nachgang an die Einvernahmen vom 
9. Mai 2019 sei vergeblich versucht worden, eine gütliche (zivil-
rechtliche) Einigung zu finden. Es sei davon auszugehen, dass 
A.________ nicht gewillt und/oder in der Lage sei, die finanziellen 
Ansprüche seiner Mandantin zu erfüllen. Mit einer gütlichen Eini-
gung sei nicht zu rechnen (pag. 605).

06.03.2020 Rechtsanwalt D.________ teilt der Staatsanwaltschaft mit, auch in 
den letzten Monaten hätten keinerlei Bemühungen seitens 
A.________ und/oder der K.________ AG stattgefunden, dass die 

14

C.________ AG [ehemals C.________ GmbH] die ihr zustehenden 
Rechte innerhalb der K.________ AG wahrnehmen könne 
und/oder das Geld zurückbezahlt erhalte (pag. 609).

09.07.2020 Mitteilung nach Art. 318 StPO (pag. 623).

28.09.2020 Rechtsanwalt B.________ ersucht die Staatsanwaltschaft bezug-
nehmend auf laufende aussergerichtliche Vergleichsverhandlungen 
um eine vierte Verlängerung der Frist zur Stellungahme von weite-
ren Beweisanträgen (pag. 633).

30.09.2020 Rechtsanwalt B.________ teilt der Staatsanwaltschaft mit, die Ver-
gleichsverhandlungen seien gescheitert (pag. 636).

05.10.2020 Anklageerhebung (pag. 637).

24.11.2020 Rechtsanwalt B.________ ersucht die Vorinstanz unter Bezug-
nahme auf laufende aussergerichtliche Vergleichsverhandlungen 
um Verlängerung der Frist zur Stellungahme von weiteren Beweis-
anträgen (pag. 654).

03.12.2020 Kündigung Vertriebspartnervertrag durch die K.________ AG. 
A.________ teilt E.________ mit, «aufgrund der Tatsache, dass 
Sie den zwischen der K.________ AG und der C.________ GmbH 
abgeschlossenen Vertriebspartnervertrag vom 18. Mai 2018 in 
keinster Weise erfüllt haben, kündigt die K.________ AG mit die-
sem Schreiben mit Wirkung auf den 31. Dezember 2020 den Ver-
triebspartnervertrag. Wir informieren Sie weiter, dass wir den An-
spruch aus dem Vertriebspartnervertrag an Herrn A.________ ab-
getreten haben, der entsprechende Abtretungsvertrag liegt bei. Im 
Weiteren erhebt A.________ die der K.________ AG zustehenden 
Ansprüche auf Schadenersatz gemäss der Aufstellung in der Bei-
lage in der Höhe von CHF 380'480.00» (pag. 659).

09.12.2020 Schreiben von A.________ an E.________: «Mit Bedauern habe 
ich festgestellt, dass Sie das Vergleichsangebot betreffend Rück-
zahlung des Darlehens und Aufhebung des Aktienkauf- und Ver-
triebspartnervertrags abgelehnt haben. Wie Ihnen mitgeteilt wurde, 
hat die K.________ AG mir ihre Ansprüche aus dem zwischen der 
K.________ AG und der C.________ GmbH abgeschlossenen 
Vertriebspartnervertrag vom 18. Mai 2018 abgetreten. Diese An-
sprüche verrechne ich hiermit mit allen möglichen und bestrittenen 
Ansprüche der L.________ AG [Gesellschaft von E.________] ge-
genüber mir. Die entsprechende Verrechnungserklärung liegt bei» 
(pag. 662).

25.08.2021 Erstinstanzliche Hauptverhandlung inkl. Vergleichsgesprächen. Es 
wird eine sämtliche Fragen beinhaltende Vereinbarung aufgesetzt 
(pag. 705 ff.).

15

21./28.09.2021 Unterzeichnung der gerichtlichen Vereinbarung. A.________ ver-
pflichtet sich, der C.________ GmbH in drei Raten bis am 31. De-
zember 2021 total CHF 120'000.00 zu bezahlen (pag. 723).

29.09.2021 A.________ leistet die erste Ratenzahlung/Rückzahlung von 
CHF 20'000.00 (pag. 1046).

04.05.2022 Rechtsanwalt D.________ teilt der Vorinstanz mit, A.________ sei 
der zweiten und der dritten Ratenzahlung nicht nachgekommen. Er 
ersuche um Aufhebung der Sistierung und baldmöglichste Fortset-
zung der Hauptverhandlung (pag. 741).

26.10.2022 Zweite erstinstanzliche Hauptverhandlung inkl. Vergleichsge-
sprächen. Die Hauptverhandlung wird nach den Einvernahmen ab-
gebrochen, um A.________ erneut Gelegenheit zu geben, das 
Darlehen bis Ende Jahr zurückzuzahlen (pag. 761 ff.).

10.01.2023 Rechtsanwalt D.________ teilt der Vorinstanz mit, A.________ ha-
be keine weiteren Zahlungen geleistet. Es führe kein Weg daran 
vorbei, eine Hauptverhandlung durchzuführen (pag. 784).

16.03.2023 Dritte erstinstanzliche Hauptverhandlung (pag. 812).

________ (X. Januar 2024) Konkurseröffnung über die K.________ AG 
(pag. 1047).

10.2 Aussageverhalten des Beschuldigten

Einleitend ist festzuhalten, dass sich die Kammer der vorinstanzlichen Einschät-
zung anschliesst, wonach die Erklärungsversuche von A.________ nicht überzeu-
gen (S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 887). Wie die nachfolgen-
den Erwägungen und insbesondere jene unter E. II.10.7 hiernach zeigen, weisen 
die Erklärungsbemühungen von A.________ unauflösbare Widersprüche auf und 
dienen sie weitgehend der Stimmungsmache gegen E.________, dem Vertreter 
der privatklägerischen C.________ GmbH. A.________ arbeitet mit einer Täter-
Opfer-Umkehr, indem er eigenes Fehlverhalten leugnet, die Tatsachen zu seinen 
Gunsten verdreht und E.________ für das Scheitern des gemeinsamen Projekts 
verantwortlich macht. Dies war auch an der Berufungsverhandlung zu sehen. So 
führte A.________ etwa auf die Frage, warum er private Bezüge ab dem Ge-
schäftskonto der K.________ AG getätigt habe, auffallend ausweichend und in den 
Gegenangriff übergehend aus: «Hm… Ehm… Aus heutiger Sicht würde ich es nicht 
mehr so machen. Und auch das Darlehen. Es ist die Frage, ob es… Wieso habe 
ich das Darlehen erhalten? Herr E.________ hätte die Firma direkt selber gründen 
können. Warum habe ich die CHF 100'000.00 erhalten? Warum hat er nicht sel-
ber…? Warum wurde ich in die Verantwortung geschoben, die Firma zu gründen? 
Es wäre einfacher gewesen, wenn er die Firma gegründet hätte» (pag. 1024 
Z. 4 ff.). 

10.3 Ausgangslage

A.________ arbeitet seit Jahren an der Entwicklung des Produkts «P.________». 
Dabei handelt es sich um eine P4.________ mit P3.________ zwecks Überwa-

16

chung der Belastung nach ________ Operationen (pag. 139 ff.). Eine frühere Ge-
sellschaft von A.________ ging (ebenfalls) Konkurs. Sein damaliger Geschäfts-
partner betrieb ihn im Mai 2018 im Zusammenhang mit einem gewährten Darlehen 
auf CHF 44'900.00 (pag. 162 und pag. 215 Z. 442 ff.). Per 6. Dezember 2018 hatte 
A.________ Betreibungen über CHF 140'581.90 und Verlustscheine über 
CHF 66'932.75 (pag. 157 ff.).

Im März 2018 lernte A.________ E.________ kennen, als er sich (erfolglos) bei 
dessen Handelsfirma C.________ GmbH als Aussendienstmitarbeiter bewarb 
(pag. 165 Z. 13 ff., pag. 225 Z. 14 ff. und pag. 774 Z. 32 ff.). Während des Vorstel-
lungsgesprächs erwähnte er, sehr viel Geld in die Entwicklung des Produkts 
«P.________» investiert zu haben, weshalb er auf der Suche nach einer Teilzeit-
stelle sei (pag. 165 Z. 25 f.). E.________ bekundete Interesse am besagten Pro-
dukt und schlug vor, dieses gemeinsam auf den Markt zu bringen. Laut eigenen 
Angaben war er schon immer an einem eigenen Produkt interessiert, welches er 
über die C.________ GmbH verkaufen könne (pag. 165 Z. 27 ff., pag. 226 Z. 19 ff., 
pag. 765 Z. 34 ff. und pag. 774 Z. 38 ff.). Als Händler sei er abhängig von den Her-
stellern und habe «auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, habe viel investiert 
und dann wählten Hersteller z.B. jemand anderen. Darum wollte ich ein Eigenpro-
dukt um auch selber Kontrolle darüber zu haben […]. Er kam eigentlich im richtigen 
Moment mit seinem Produkt» (pag. 765 Z. 37 ff.). Auch für den zu diesem Zeitpunkt 
hochverschuldeten und stellensuchenden A.________ scheint E.________ zum 
richtigen Zeitpunkt gekommen zu sein, fand er mit diesem resp. dessen Handels-
firma doch jemanden, der sich bereit erklärte, ihm neben dem Startkapital für die 
Gründung einer neuen Firma auch teilweise den Lebensunterhalt zu finanzieren 
(siehe hiernach).

Laut E.________ gewann A.________ sein Vertrauen, indem er ihm das funktionie-
rende Produkt inkl. App vorführte und ihm diverse Dokumente vorlegte (u.a. eine 
17-seitige PowerPoint-Präsentation inkl. Schreiben einer Krankenkasse betreffend 
Kostenübernahme, Referenzschreiben eines Patienten und Interessensbekundung 
eines Spezialisten für ________; pag. 56, pag. 94 f., pag. 139 ff., pag. 227 Z. 82 ff. 
und pag. 246 Z. 88 ff.). Mit der Vorinstanz geht die Kammer von echten Dokumen-
ten aus (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 876 ff.). A.________ 
täuschte E.________ mithin nicht durch Vorlage falscher Unterlagen. Das Produkt 
«P.________» existierte und am Markt bestand offenbar ein gewisses Interesse 
daran. Wie aussagekräftig die vorgelegten Dokumente im Hinblick auf die von 
E.________ erhoffte Markteinführung des Produkts indessen waren, ist mit Blick 
auf die rechtliche Würdigung des zu beurteilenden Sachverhalts irrelevant und da-
her von der Kammer nicht zu beurteilen. 

10.4 Vereinbarung vom 13. April 2018 und Überweisung von CHF 20'000.00

Am 13. April 2018 schlossen die C.________ GmbH, vertreten durch E.________, 
und A.________ eine Vereinbarung, beinhaltend u.a. was folgt (pag.13 ff.):

Einleitung

Herr A.________ und Herr E.________ (Inhaber der Firma C.________ GmbH) möchten gemeinsam 
das Produkt P.________ (P3.________, Patentnummer: ________), welches von Herr A.________ 

17

entwickelt wurde, gemeinsam kommerzialisieren und möchten deshalb gemeinsam eine neue Firma 
gründen («neue Firma AG»).

§ 1 C.________ erwirbt 25 % Aktienanteile für eine zu gründende Firma für 100'000 CHF. Die 
neue Firma wird gemeinsam von C.________ und A.________ in der Wirtschaftsregion 
«V.________» gegründet, der Prozess zur Gründung beginnt Ende April und wird 
im Mai 2018 mit der Firmengründung abgeschlossen. C.________ und A.________ werden 
gemeinsame Termine zur Beratung bei einem Treuhänder und dem Büro der Wirtschaftsre-
gion «V.________» vereinbaren. Im Anschluss an diese Termine, werden C.________ und 
A.________ gemeinsam den Standort der neuen Firma festlegen und den Gründungspro-
zess einleiten. 

[… ]

§ 2 Die Zahlungstermine sind wie folgt:

10 % von der Gesamtsumme (10'000 CHF) am 16.4.2018

10 % von der Gesamtsumme (10'000 CHF) am 02.5.2018

80 % (die Reststumme von 80'000.00 CHF) im Rahmen des Gründungsprozesses

Der Betrag wird mittels einer Banküberweisung von C.________ an A.________ ausgeführt.

§ 3 Verwendungszweck der 100'000 CHF

54'000.00 CHF zur freien Verfügung von A.________ (auch als Lebensunterhalt), die restli-
chen 46'000.00 CHF werden als langfristiges Darlehen (mindestens bis 13.04.2021) mit 0 % 
Zins an die neue Firma geliehen.

Entwicklungskosten (ca. 25'000.00 CHF) werden von der neuen Firma AG übernommen.

§ 5 Vorkaufsrechte weiterer Firmenanteile

C.________ ([…]) hat das Vorkaufsrecht auf weitere 24 % der Aktien bis am 30.5.2019 für 
96'000.00 CHF.

§ 6 Gemeinsame Entscheidfindung

Die neue Firma AG soll so konzipiert werden, dass Entscheide die schriftliche Genehmigung 
der beiden Inhaber, Herr A.________ und Herr E.________, erfordert. Insbesondere für Ent-
scheide bzgl. der Lohnentschädigungen, Preispolitik (z.B. bzgl. der Distributoren), Persona-
lentscheide, Investitionen und strategischen Ausrichtungen der Firma (ev. neue Investoren). 

§ 7 Lohnanteil von Herr A.________

Der Lohnanteil von Herr A.________ wird wie folgt berechnet: 

Herr A.________ erhält 

a) 60% vom Gesamtumsatz der neue Firma AG, bis zum Jahresumsatz von 
CHF 100'000.- 

b) 50% vom Gesamtumsatz der neuen Firma AG, ab einem Jahresumsatz von 
CHF 100'000.-

[…]

§ 8 Vertrieb Schweiz

Der Vertreib in der Schweiz wird exklusive über die Firma C.________ GmbH abgewickelt, 
dafür wird ein Distributionsvertrag aufgesetzt. […] 

18

Laut A.________ wurden diese Vereinbarung und die später abgeschlossenen Ver-
träge vom 18. und 19. Mai 2018 gemeinsam entworfen und von Treuhänder 
J.________ überprüft (pag. 169 Z. 223 ff.). Gemäss E.________ hingegen wurden 
sämtliche Verträge zwar zusammen ausgehandelt/besprochen, aber von 
A.________ allein aufgesetzt (pag. 248 Z. 150 ff. und pag. 765 Z. 15 ff.) und erfolg-
te keine Überprüfung durch einen Treuhänder (pag. 248 Z. 153 ff.); mit Treuhänder 
J.________ seien der Standort und die Gründung der Firma besprochen worden, 
nicht aber die Verträge (pag. 266 Z. 789 f.). Diese Ausführungen von E.________ 
werden von Treuhänder J.________ bestätigt. Jener erwähnte, er habe mit 
A.________ und E.________ die möglichen Gesellschaftsformen (GmbH oder AG) 
besprochen (pag. 814 Z. 8 ff.). Mit der Erstellung der Vereinbarung habe er hinge-
gen nichts zu tun gehabt (pag. 814 Z. 33 ff.). Die Kammer erachtet diese Darstel-
lungen von Treuhänder J.________ als glaubhaft, zumal kein Motiv für eine 
Falschaussage ersichtlich ist. Mithin geht sie beweismässig davon aus, dass 
A.________ die drei Verträge abgefasst hat.

Die Vereinbarung erwähnt in der Einleitung drei Mal das Wort «gemeinsam». Be-
reits deshalb steht für die Kammer beweismässig klar fest, dass (zumindest ur-
sprünglich) beidseits die gemeinsame Gründung einer gemeinsamen Aktiengesell-
schaft vorgesehen war. Untermauert wird diese Annahme durch die Formulierun-
gen in § 1 und § 6 der Vereinbarung, wonach das Produkt «gemeinsam kommerzi-
alisiert» und deshalb «gemeinsam eine neue Firma» gegründet wird und Entschei-
de der Genehmigung von «beiden Inhabern» erfordern. Sodann hätte die 
C.________ GmbH bei Ausübung des in § 5 der Vereinbarung statuierten Vor-
kaufsrechts letztlich 49 % Aktienanteile der K.________ AG halten können. Erwäh-
nenswert ist an dieser Stelle auch die Aussage von A.________, wonach 
E.________ vorschlug, «dass wir eine Firma gründen und das Produkt gemeinsam 
auf den Markt bringen könnten» (pag. 774 Z. 38 ff.). Insofern steht für die Kammer 
zweifelsfrei fest, dass A.________ ganz genau wusste, dass eine gemeinsame Ak-
tiengesellschaft gegründet werden sollte. Man wollte – in den Worten von 
E.________ ausgedrückt – «zusammen ein Geschäft aufziehen, er als Erfinder, ich 
habe Erfahrung im Produktvertrieb» (pag. 245 Z. 52 f.).

Laut § 1 der Vereinbarung sollte die C.________ GmbH für 25 % Aktienanteile der 
zu gründenden K.________ AG CHF 100'000.00 bezahlen. Dieser Betrag rührt da-
her, dass A.________ gemäss eigenen Angaben bereits CHF 400'000.00 in das 
Produkt «P.________» investiert hatte und sich E.________ mit 25 %, entspre-
chend CHF 100'000.00, daran beteiligen wollte (pag. 229 Z. 187 ff.). Hinsichtlich 
des Zeitpunkts der Übertragung der Aktienanteile erhellt aus den übereinstimmen-
den Auskünften von A.________ und E.________, dass mündlich vereinbart war, 
dass die C.________ GmbH die Aktienanteile der K.________ AG nach deren 
Gründung erwirbt (pag. 206 Z. 92 ff., pag. 209 Z. 215 ff. und pag. 231 Z. 295 ff.). 
Ein originärer Erwerb der Aktienanteile zum Zeitpunkt der Gesellschaftsgründung 
wurde nicht in Betracht gezogen.

In Erfüllung von § 2 der Vereinbarung, überwies die C.________ GmbH am 17. 
April 2018 und am 2. Mai 2018 je CHF 10'000.00 auf ein Privatkonto von 
A.________ (pag. 27 f.).

19

Hinsichtlich des Verwendungszwecks der von der C.________ GmbH an 
A.________ privat zu zahlenden insgesamt CHF 100'000.00 wurde in § 3 der Ver-
einbarung explizit festgehalten, dass A.________ CHF 46'000.00 der K.________ 
AG als langfristiges zinsloses Darlehen gewährt und ihm die restlichen 
CHF 54'000.00 zur freien Verfügung stehen. Gemäss übereinstimmenden Schilde-
rungen von A.________ und E.________ sollte dem zu diesem Zeitpunkt arbeitslo-
sen und in angespannten finanziellen Verhältnissen lebenden A.________ 
während knapp einem Jahr monatlich rund CHF 4'500.00 zur Verfügung stehen, 
damit er seine ganze Zeit und Energie in die gemeinsame Gesellschaft investieren 
kann (pag. 206 Z. 99 ff., pag. 230 Z. 226 ff., pag. 250 Z. 232 ff. und pag. 1016 
Z. 1 ff.). Laut E.________ war die Idee, «dass ich ihn Privat bezahle, er hat ja seine 
Leistung zum Produkt beigesteuert, eben diese von ihm erwähnten ca. 
Fr. 400’000.-. Man kann sich vorstellen, wenn er eine eigene Firma hätte und ich 
ihm 25 % davon abkaufe, dann geht ja das Geld an ihn privat, und da sagte er 
eben, dass er auch etwas brauchen würde zum Leben, was ich verstand und er 
sagte dann, dass er einen Teil davon, eben diese Fr. 46'000.- als Darlehen wieder 
in die Firma investieren würde» (pag. 239 Z. 217 ff.). Auf Frage, ob für die 
CHF 54'000.00 eine Gegenleistung vereinbart gewesen sei, antwortete 
E.________ mit: «Natürlich würde er [A.________] sich für die Firma einsetzen. 
Das war die Meinung. Dass er seine Energie in die Firma stecken würde» 
(pag. 250 Z. 238 ff.). Gestützt auf das in § 3 der Vereinbarung Verbriefte sowie die 
nachvollziehbaren und schlüssigen Ausführungen von E.________ steht für die 
Kammer fest, dass die CHF 100'000.00 A.________ zweckgebunden überlassen 
werden sollten. Sie sollten im Umfang von CHF 46'000.00 direkt und im Betrag von 
CHF 54'000.00 indirekt der K.________ AG zufliessen. A.________ sollte die 
CHF 54'000.00 als eine Art Entlohnung für seine bereits in das Produkt 
«P.________» investierte Arbeitskraft resp. dafür erhalten, dass er seine Arbeits-
kraft weiterhin vorbehaltlos in die (zu gründende) K.________ AG und die Weite-
rentwicklung des Produkts «P.________» investieren kann. Die Zweckbindung war 
für die C.________ GmbH unabdingbare Voraussetzung für die Geldüberweisung. 
E.________ wollte nicht die K.________ AG an sich gründen, sondern eine Aktien-
gesellschaft, bei der er (als Verwaltungsratsmitglied einerseits und Vertreter der 
Aktien haltenden C.________ GmbH andererseits) Mitspracherechte hat und deren 
Produkt er über die C.________ GmbH vertreiben kann (siehe auch E. II.10.5 hier-
nach). 

Das in § 4 der Vereinbarung aufgeführte Patent existierte nicht. Es wurde von 
A.________ am 17. Mai 2011 beantragt (pag. 22 f.), aber am 8. Juli 2014 zurück-
gewiesen, weil die Prüfungsgebühr nicht rechtzeitig bezahlt wurde (pag. 80). Zwi-
schen den Parteien ist strittig, auf wessen Wunsch hin das nicht-existierende Pa-
tent in die Vereinbarung aufgenommen wurde. Laut E.________ war es die Idee 
von A.________ (pag. 251 Z. 273 ff.) und orientierte ihn jener erst nach Vereinba-
rungsunterzeichnung über die Zurückweisung des Patentantrags (pag. 228 
Z. 132 f.). A.________ demgegenüber behauptet, E.________ habe das Patent ins 
Spiel gebracht: «Er hat meine Anmeldung bei der Patentrecherche gefunden und 
fragte mich, was damit wäre und dann habe ich gesagt und habe ihm erklärt, dass 
die Aussicht auf das Patent nicht gegeben wäre, aber der Stand der Technik damit 

20

veröffentlich wurde» (pag. 167 Z. 118). E.________ lüge, wenn er behaupte, erst 
nach der Unterzeichnung der Vereinbarung über das fehlende Patent informiert 
worden zu sein (pag. 116 Z. 85 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, lässt sich 
nicht klären, ob E.________ zum Zeitpunkt der Vereinbarungsunterzeichnung 
wusste, dass kein Patent existiert (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 876). Als erstellt kann gestützt auf die aktenkundige 
E-Mailkorrespondenz und die Auskünfte von E.________ jedoch gelten, dass 
E.________ am 12. April 2018 einen seiner Mitarbeiter damit beauftragte, das Pa-
tent zu prüfen, und spätestens am 4. Mai 2018 erfuhr, dass dieses zurückgewiesen 
wurde (pag. 228 Z. 134 ff., pag. 251 Z. 307 ff. und pag. 272 f.). Folglich unterzeich-
nete E.________ die Vereinbarung während der hängigen Patentrecherche. Dies 
und der Umstand, dass E.________ nachträglich nicht mehr sagen konnte, ob es 
für ihn zum Zeitpunkt der Vereinbarungsunterzeichnung wichtig war, dass ein Pa-
tent besteht (pag. 252 Z. 291), legt nach Ansicht der Kammer nahe, dass der Be-
stand eines gültigen Patents aus seiner Sicht nicht essentiell war. 

Der Gedanke hinter dem in § 5 der Vereinbarung verbrieften Vorkaufsrecht war, 
dass die C.________ GmbH die Option hat, innerhalb eines Jahres weitere 24 % 
Aktienanteile der K.________ AG für CHF 96'000.00 zu erwerben. Gemäss eige-
nen Angaben wollte E.________ als Kleinunternehmer nicht sogleich 
CHF 200'000.00 einwerfen (pag. 248 Z. 140 ff.), sich aber die Option offen halten, 
die Beteiligung später zu erhöhen (pag. 1012 Z. 10 ff.).

Betreffend die Entscheidfindung wurde in § 6 der Vereinbarung geregelt, dass die 
zu gründende Aktiengesellschaft so konzipiert wird, dass Entscheide der schriftli-
chen Genehmigung ihrer beiden Inhaber, A.________ und E.________, erfordern. 
Letzterem war es gemäss eigenen Aussagen wichtig, dass «gewisse Entscheide 
zusammen getroffen werden […]. Ich investiere nicht in eine Firma so viel Geld und 
kann dann nichts sagen» (pag. 229 Z. 193 ff.). Er habe sich eine Partnerschaft mit 
voller Gleichberechtigung vorgestellt, in die jeder seine Stärken einfliessen lässt 
(pag. 246 Z. 72 ff.). 

10.5 Vertriebspartnervertrag vom 18. Mai 2018

Am 18. Mai 2018 schlossen die (noch zu gründende) K.________ AG, vertreten 
durch A.________, und die C.________ GmbH, vertreten durch E.________, einen 
Vertriebspartnervertrag ab. Dieser sah u.a. folgendes vor (pag. 17 ff.):

§ 3 Gegenstand des Vertriebpartnervertrags

Der Distributor [C.________ GmbH] vertreibt das Produkt für den Hersteller [K.________ 
AG] in der gesamten Schweiz.

§ 7 Exklusivität des Distributors

Der Distributor erhält eine exklusives Verkaufsrecht in folgenden Regionen […] dafür werden 
folgende Mindestabnahmen vereinbart: […].

Der Umstand, dass die K.________ AG zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des 
Vertriebspartnervertrags noch nicht existierte und daher noch gar keine Verpflich-
tungen eingehen konnte, ist mit Blick auf die rechtliche Würdigung des Anklage-
sachverhalts irrelevant und daher nicht näher zu erörtern.

21

In Umsetzung von § 8 der Vereinbarung vom 13. April 2018 regelt der Vertriebs-
partnervertrag die Distribution des Produkts «P.________» durch die C.________ 
GmbH. Mithin ersetzt/ändert der Vertriebspartnervertrag die Vereinbarung vom 
13. April 2018 nicht. A.________ selbst sagte denn auch: «Die Vereinbarung vom 
13.04.2018 entstand am Anfang unseres Kennenlernens […], es war eine Ab-
sichtserklärung. […] Das andere, die Dokumente vom 18. und 19.5. waren dann 
Konkretisierungen. Es waren eine Art Rahmenverträge» (pag. 781 Z. 15 ff.). Ohne-
hin betreffen die Verträge vom 13. April 2018 und vom 18. Mai 2018 unterschiedli-
che Vertragsparteien. So wurde die Vereinbarung vom 13. April 2018 zwischen 
A.________ und der C.________ GmbH geschlossen, während der Vertriebspart-
nervertrag die K.________ AG und die C.________ GmbH verpflichtet. Dies ver-
kennt die Anklageschrift, wenn sie A.________ unterstellt, er habe die drei Verträ-
ge jeweils kurze Zeit nach der Unterzeichnung jeweils wieder abgeändert resp. 
abändern wollen. Die drei Verträge ergänzten/präzisierten sich, weshalb von einer 
(vollständigen) Abänderung nicht die Rede sein kann. Entgegen dem Anklage-
sachverhalt kann A.________ auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, zeitlichen 
Druck auf E.________ ausgeübt zu haben, indem er ihm «innert kurzer Zeit von le-
diglich ein paar Wochen insgesamt 3 Verträge aufsetzte». Die Vereinbarung vom 
13. April 2018 sah in § 2 explizit vor, dass der Gründungsprozess im Mai 2018 en-
det. Zudem hielt sie in § 8 fest, dass betreffend den Vertrieb ein separater Ver-
triebspartnervertrag abgeschlossen wird. Demnach beabsichtigten A.________ und 
E.________ von Anfang an ein schnelles Vorgehen mit mehreren abzuschliessen-
den Verträgen; mehre Verträge waren aufgrund der unterschiedlichen Vertrags-
partner und -inhalte auch zweckmässig. Auch der restliche, die angebliche (arglisti-
ge) Täuschung begründende Anklagesachverhalt (siehe zweitletzter Absatz der 
Anklageschrift, E. II.6 hiervor) kann in weiten Teilen nicht als erstellt gelten. So ver-
leitete A.________ E.________ nicht mit irreführenden Informationen zur Zusam-
menarbeit. Das Produkt «P.________» existierte und am Markt bestand ein gewis-
ses Interesse daran (siehe auch E. II.10.3 hiervor). Als erfahrener Geschäftsmann, 
der keine Erkundigungen über A.________ einholte, den er erst seit wenigen Wo-
chen kannte, agierte E.________ im Vorfeld der Geldüberweisungen doch eher ris-
kant bis naiv. Schliesslich täuschte A.________ auch nicht über seine Erfüllungs-
fähigkeit. Diese bestand vorliegend einzig darin, mit dem von der 
C.________ GmbH erhaltenen Darlehen die gemeinsame K.________ AG zu 
gründen, und war grundsätzlich gegeben. 

Auf Frage, warum er den Vertriebspartnervertrag unterzeichnet habe, erklärte 
E.________, der Vertrieb habe über seine bestehende Firma [die C.________ 
GmbH] erfolgen sollen (pag. 254 Z. 375 f.). Er habe eine grosse Summe in die zu 
gründende K.________ AG investiert und es sei ihm wichtig gewesen, einen Ge-
winn reinholen zu können, auch als Sicherheit für ihn; er habe ja seine Leute, die 
Infrastruktur etc. bezahlen müssen (pag. 254 Z. 362 f.). Die Idee sei gewesen, dass 
der Verkauf in der Schweiz über die C.________ GmbH laufe und so die getätigten 
Investitionen an ihn zurückflössen. Das sei auch der Grund für die Zusammenarbeit 
gewesen (pag. 767 Z. 6 ff. und pag. 770 Z. 22 ff.). Für ihn sei es natürlich Teil des 
Deals gewesen, dass er den Vertrieb machen und so einen Teil seiner Investitio-
nen zurückholen könne (pag. 1013 Z. 36 ff.). A.________ bestätigte diese Darstel-

22

lung von E.________ insofern, als er aussagte, der Vertriebspartnervertrag sei ab-
geschlossen worden, weil E.________ «Exklusivität für das Produkt» wollte 
(pag. 169 Z. 223 ff.). Mithin war (auch) A.________ bekannt, dass die C.________ 
GmbH mit der Absicht in die K.________ AG investiert, durch den Vertrieb des 
Produkts «P.________» Geld zu verdienen. Dass die C.________ GmbH durch 
den Vertrieb des Produkts Geld verdient, ist nach Ansicht der Kammer als Pendant 
des in § 7 der Vereinbarung vom 13. April 2018 normierten umsatzabhängigen 
Lohns von A.________ zu sehen und ein weiteres gewichtiges Indiz dafür, dass auf 
eine gemeinsame Aktiengesellschaft hingearbeitet wurde, mit der beide Beteiligten 
Geld verdienen können.

10.6 Kaufvertrag vom 19. Mai 2018 und Überweisung von CHF 100’000.00

Schliesslich unterzeichneten die C.________ GmbH, vertreten durch E.________, 
und A.________ am 19. Mai 2018 eine als Kaufvertrag titulierte Vereinbarung, be-
inhaltend u.a. was folgt (pag. 20 f.): 

C.________ erwirbt 50 % der Aktienanteile für die zu gründende Firma K.________ AG für 50 % für 
200'000.00 CHF. Der Gründungsprozess läuft und die Firmengründung wird im Juni 2018 abge-
schlossen. 

E.________ und A.________ werden Geschäftsführer mit Einzelunterschrift in der Firma K.________ 
AG. Ein ABV wird separat ausgestellt und vereinbart. A.________ bekommt die Funktion als VR-
Präsident im Verwaltungsrat.

[Tabelle]

C.________ gibt A.________ ein Darlehen zur Gründung der K.________ AG, nach Gründung und 
Einzahlung des Stammkapitals werden 50 % der Aktien an C.________ verkauft, das vorherige Dar-
lehen wird von A.________ an E.________ zurückgezahlt, A.________ gibt ein Darlehen über 50'000 
CHF an C.________, das Darlehen an C.________ wird bis zum 31.5.2019 an A.________ zurück-
gezahlt. 

Wenngleich der Kaufvertrag in einigen Punkten von der Vereinbarung vom 13. 
April 2018 abweicht (siehe hiernach), ersetzt er diese nicht. Dafür spricht neben 
dem dahingehend geäusserten Verständnis von A.________ (pag. 781 Z. 15 ff. 
und pag. 1026 Z. 10 ff.) und E.________ (pag. 258 Z. 525 ff.) etwa auch der Um-
stand, dass sich A.________ befugt sah, einen Teil des von der C.________ 
GmbH überlassenen Geldes für private Zwecke zu verwenden (siehe E. II.10.810.8  
hiernach), was nur in § 3 der Vereinbarung vom 13. April 2018 so vorgesehen war. 
Hinzu kommt, dass die im Kaufvertrag abgebildete (und hiervor abgedruckte) Ta-
belle auch die am 17. April 2018 und am 2. Mai 2018 auf das Privatkonto von 
A.________ überwiesenen CHF 20'000.00 erwähnt, die Vertragsbestandteil der 
Vereinbarung vom 13. April 2018 sind. Demnach wurde die Vereinbarung vom 13. 
April 2018 durch den Kaufvertrag vom 19. Mai 2018 nicht ersetzt, sondern präzi-
siert resp. den veränderten Umständen angepasst.

Eine erste Abweichung zur Vereinbarung vom 13. April 2018 betrifft den Umstand, 
dass die C.________ GmbH nunmehr 50 % Aktienanteile der K.________ AG für 
CHF 200’00.00 erwerben sollte; und nicht 25 % Aktienanteile für CHF 100'000.00. 
Wie es dazu kam, ist zwischen den Parteien strittig. Laut A.________ wollte 

23

E.________ auf einmal «gerne 49 % oder fing mit 50 % an und dann sagte er, er 
bezahle alles, er möchte gerne 50 % haben […]. Er hat mich dann gedrängt, dass 
ich ihm 50 % gebe» (pag. 169 Z. 233 f.; siehe auch pag. 170 Z. 262 ff., pag. 204 
Z. 45 ff., pag. 207 Z. 156 ff. und pag. 1034 Z. 11 ff.). E.________ habe sich 50 % 
Aktienanteile sichern wollen, weil zu erwarten gewesen sei, dass der Firmenwert 
innerhalb eines Jahres steige (pag. 208 Z. 167 f.); er habe billig zu 50 % Aktienan-
teilen kommen wollen (pag. 776 Z. 31 f.). Gemäss E.________ hingegen schlug 
A.________ am 18. Mai 2018 vor, «dass ich 50 % der Aktien übernehmen soll, da 
er ja kein Geld hatte und ich fühlte mich wirklich nicht sehr wohl dabei. Er übte 
Druck auf mich aus und ich wurde überredet. Denn ich habe somit den schlech-
teren gemacht. Für mich war es nicht unbedingt besser, aber ich habe nachgege-
ben und dies wohlverstanden, nachdem wir bereits ein Bierchen getrunken hatten» 
(pag. 229 Z. 197 ff.). Er habe sich vor den Kopf gestossen und unter Druck gesetzt 
gefühlt (pag. 255 Z. 392 ff.). Auf Bitte, den erwähnten Druck näher zu beschreiben, 
führte E.________ aus: «Einfach, indem er gedrängt hat und die CHF 100'000.00 
nicht reichen würden» (pag. 256 Z. 445 ff.). A.________ habe auch immer wieder 
andere Investoren erwähnt, die sehr interessiert seien. Das habe bei ihm den 
Druck aufbaut, zuschlagen zu müssen, bevor andere zuschlagen (pag. 232 
Z. 343 ff. und pag. 766 Z. 7 ff.). Im Nachhinein sei er sich bewusst, dass er 
A.________ zu viel Vertrauen geschenkt und zu wenig überprüft habe, etwa ob 
A.________ Betreibungen habe. Er sei zu euphorisch und motiviert gewesen 
(pag. 247 Z. 106 ff., pag. 262 Z. 674 ff. und pag. 766 Z. 11 ff.). Die Kammer goutiert 
diese kritische Selbsteinschätzung. Insbesondere angesichts des in § 3 der Ver-
einbarung vom 13. April 2018 auf Wunsch von A.________ vorgesehenen Betrags 
zur freien Verfügung (insbesondere Lebensunterhalt) über CHF 54'000.00 musste 
für E.________ von Anfang an klar sein, dass bei A.________ kaum/kein Vermö-
gen und Einkommen vorhanden ist, und das gewährte Darlehen folglich einem ge-
wissen Rückzahlungsrisiko ausgesetzt ist. Vor diesem Hintergrund erstaunt, mit 
welcher Unbedachtheit die C.________ GmbH agierte. Sodann teilt die Kammer 
die vorinstanzliche Einschätzung, dass sich die im Anklagesachverhalt umschrie-
bene Drucksituation nicht rechtsgenüglich nachweisen lässt (S. 23 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung, pag. 880). Wenngleich A.________ mit seinen Schilde-
rungen möglicherweise eine gewisse Taktik verfolgte, war E.________ letztlich frei 
in der Entscheidung, den neuen Konditionen zustimmen. Er setzte sich aus Angst, 
ein anderer Investor könnte die Aussicht auf das lang ersehnte eigene Produkt zu-
nichtemachen, im Vorfeld der Überweisung der CHF 100'000.00 selbst unter 
Druck. Mit Blick auf die rechtliche Würdigung des Anklagesachverhalts ist irrele-
vant, wessen Idee es war, dass die C.________ GmbH (sogleich) 50 % Aktienan-
teile der K.________ AG erwirbt. Die Kammer erachtet die Sachverhaltsdarstellung 
von E.________ jedoch schlüssiger, wonach die Idee von A.________ stammte. 
Aufgrund des in § 3 der Vereinbarung vom 13. April 2018 vorgesehenen Vorkaufs-
rechts war es für die C.________ GmbH nicht attraktiv, von Anfang an 50 % Aktie-
nanteile zu halten. Ein Abwarten mit dem Kaufentscheid bis zur Kenntnis der Ent-
wicklung der K.________ AG hätte viel eher deren Interessenlage entsprochen.

Eine zweite Abweichung betrifft den Umstand, dass die C.________ GmbH 
A.________ zur Gründung der K.________ AG ein Darlehen über insgesamt 

24

CHF 120’000.00 gewähren sollte; und ihm nicht lediglich den Kaufpreis für die Ak-
tienanteile bezahlen sollte. Dies rührt laut E.________ daher, dass A.________ 
nach Erhalt der ersten zwei Raten über CHF 20'000.00 weitere CHF 100'000.00 als 
Stammeinlage für die zu gründende K.________ AG benötigte (pag. 257 Z. 492 ff.). 
Gemäss E.________ war die Idee hinter der im Kaufvertrag abgebildeten (und 
hiervor abgedruckten) Tabelle, dass die C.________ GmbH A.________ das Geld 
für die Gründung der K.________ AG darlehensweise zur Verfügung stellt (insge-
samt CHF 120'000.00; sich zusammensetzend aus den bereits auf ein Privatkonto 
von A.________ einbezahlten CHF 20'000.00 und des noch auf das Kapitaleinzah-
lungskonto der K.________ AG zu überweisenden Stammkapitals von 
CHF 100'000.00) und nach der Gründung von A.________ 50 % Aktienanteile der 
K.________ AG für CHF 200'000.000 erwirbt (pag. 1014 Z. 14 ff.). Sofort nach Er-
halt des Kaufpreises von CHF 200'000.00 sollte A.________ der C.________ 
GmbH das gewährte Darlehen von CHF 120'000.00 zurückzahlen und ihr zwecks 
Vermeidung eines Liquiditätsengpasses ein Darlehen von CHF 50'000.00 ge-
währen. So hätte die C.________ GmbH effektiv CHF 200'000.00 für 50 % Aktien-
anteile bezahlt (pag. 256 Z. 451 ff., pag. 257 Z. 465 ff., pag. 258 Z. 499 ff.). Er habe 
A.________ «geholfen, weil er kein Geld hatte. Er hätte die Firma nicht gründen 
können ohne mich» (pag. 258 Z. 502 f.). Diese Abweichung ändert nach Ansicht 
der Kammer nichts an der unter E. II.10.410.4 hiervor abgehandelten Zweckbin-
dung der von der C.________ GmbH getätigten Geldüberweisung. Sagte 
E.________ auf Frage, ob er A.________ das Darlehen auch gewährt hätte, wenn 
er das exklusive Vertriebsrecht für das Produkt «P.________» in der Schweiz er-
halten hätte, nicht aber zusätzlich Aktionär und Geschäftsführer mit Einzelunter-
schrift der K.________ AG geworden wäre, doch aus: «Nein. Das ist klar. Das 
gehört zusammen. Da ist das Gesamtpaket. Das habe ich ja schon gesagt» 
(pag. 262 Z. 660). Auch A.________ scheint der in § 3 der Vereinbarung vom 13. 
April 2018 normierte Verwendungszweck weiterhin für gültig erachtet zu haben, 
fühlte er sich doch berechtigt, die sich auf dem Geschäftskonto der K.________ AG 
befindlichen CHF 100'000.00 teilweise für private Zwecke zu verwenden (siehe 
E. II.10.8 hiernach).

Eine dritte Abweichung betrifft die Zeichnungsberechtigung. Während in § 6 der 
Vereinbarung vom 13. April 2018 implizit Kollektivunterschrift zu zweien vorgese-
hen war (insbesondere für Entscheide bezüglich Lohn, Preispolitik, Personal, In-
vestitionen und strategischer Ausrichtung) wurde im Kaufvertrag je Einzelzeich-
nungsberechtigung vereinbart. Darauf angesprochen erklärte E.________: «Wir 
haben besprochen, dass kleinere Ausgaben nicht zusammen besprochen werden 
sollen, dass wenn er für CHF 1'000.- etwas einkaufen wollte, er das nicht mit mir 
besprechen muss. Oder wenn ich für CHF 100.- Kugelschreiber einkaufe, dass wir 
dann nicht beide unterschreiben müssen. Unter der Voraussetzung des ABV aber 
die wichtigen Entscheide/Aufgaben zusammen fällen» (pag. 259 Z. 540 ff.). Dass 
A.________ Verwaltungsratspräsident habe werden wollen, habe ihn nicht gestört: 
«Mir war die Funktion nicht wichtig. Ich wollte mitreden und wichtige Entscheidun-
gen zusammen fällen» (pag. 259 Z. 535 f.). Diese Aussage bestätigte er an der Be-
rufungsverhandlung wie folgt: «Aber wenn ich mich recht erinnere, meinte er ein-
mal, für kleinere Ausgaben (wie Kugelschreiber) wolle er nicht jedes Mal meine Un-

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terschrift einholen müssen. Das war ein Input von ihm. Aber grössere Investitionen 
sollten als Geschäftspartner zusammen besprochen werden. Das war für mich klar. 
[…] Für mich ist es so, dass wenn ich mit jemandem ein Geschäft mache und beide 
zu 50 % beteiligt sind, dann fällt man wichtige Entscheide zusammen» (pag. 1014 
Z. 20 ff.). A.________ seinerseits erklärte an der Berufungsverhandlung, man habe 
«über Dinge ab einem bestimmten Betrag… Also nicht, dass wir über Kugelschrei-
ber diskutieren müssen. Aber dass man ab einem bestimmten Betrag… Dass man 
da gemeinsam entscheidet» (pag. 1024 Z. 45 ff.). Wenngleich im Kaufvertrag an-
ders/unpräzise formuliert, bestand zwischen A.________ und E.________ mithin 
nach wie vor Einigkeit darüber, dass zumindest grössere Entscheide gemeinsam 
gefällt werden sollten. A.________ und E.________ sollten dem Verwaltungsrat 
der K.________ AG angehören.

In Erfüllung des Kaufvertrags, zahlte die C.________ GmbH am 7. Juni 2018 die 
für das Stammkapital erforderlichen CHF 100'000.00 auf das Kapitaleinzahlungs-
konto der K.________ AG ein (pag. 27 ff. und pag. 286). Gemäss E.________ teil-
te ihm A.________ nach der Überweisung mit, er werde der C.________ GmbH 
nur 37.5 % Aktienanteile der K.________ AG übertragen/verkaufen. Er habe einen 
Investor gefunden, der für 10 % Aktienanteile CHF 300'000.00 bezahle. Er 
(E.________) habe sich hinters Licht geführt gefühlt und darauf bestanden, dass 
die C.________ GmbH vereinbarungsgemäss 50 % Aktienanteile erwerbe. Er habe 
«ein ungutes Gefühl [gehabt], jetzt wie er mein Geld hat, hat er mich an der Angel, 
kann Pläne ändern». Das sei der Anfang des Konflikts gewesen und habe ihn ver-
anlasst, einen Anwalt einzuschalten (pag. 231 Z. 272 ff., pag. 247 Z. 101 ff., 
pag. 259 Z. 550 ff. und pag. 1012 Z. 31 ff.). Anders als A.________ (siehe 
E. II.10.710.7  hiernach) kann E.________ somit genau und nachvollziehbar sagen, 
wann und weshalb es zum Bruch gekommen ist. 

10.7 Gründung der K.________ AG mit A.________ als alleinigem Geschäftsführer und 
ausbleibender Aktienverkauf an die C.________ GmbH

Am ________ (X. Juni 2018) gründete A.________ die K.________ AG. Als alleini-
ges Verwaltungsratsmitglied bestimmte er sich selbst (pag. 30 ff.). Am 29. Juni 
2018 teilte er E.________ per E-Mail mit: «Aufgrund der Situation werde ich keine 
Aktien verkaufen» (pag. 24). Damit konfrontiert, weshalb er sich nicht an das in den 
drei Verträgen Vereinbarte hielt, d.h. E.________ nicht zum Verwaltungsratsmit-
glied (mit Einzelzeichnungsberechtigung) der K.________ AG machte und der 
C.________ GmbH die verkaufsweise Übertragung der Aktienanteile der 
K.________ AG verweigerte, wartete A.________ im Verfahrensverlauf mit diver-
gierenden Erklärungen auf:

So stellte er sich etwa auf den Standpunkt, es sei so vereinbart gewesen (pag. 168 
Z. 155 ff.). Auf anschliessenden Vorhalt der Vereinbarung vom 13. April 2018 führte 
er aus: «Zuerst war es so geplant und ich habe das so geschrieben. Das war der 
erste Gedanke, dass wir gemeinsam die Firma gründen. Den Ablauf haben wir 
dann mit dem Treuhänder besprochen» (pag. 168 Z. 175 f.). Treuhänder 
J.________ habe vorgeschlagen, dass die C.________ GmbH «ein Darlehen gibt 
und damit eine Stammeinlage gemacht wird, um die Firma gründen zu können und 
nach der Gründung erfolgt die Übergabe der Aktien» (pag. 168 Z. 186 ff.). An der 

26

Berufungsverhandlung meinte A.________: «Mein Verständnis war, dass man das 
noch anschliessend machen kann» (pag. 1026 Z. 34 ff.). Es mag sein, dass die 
Parteien irrtümlich davon ausgingen, die Aktien der K.________ AG könnten erst 
nach deren Gründung auf die C.________ GmbH übertragen werden. Das ändert 
indessen nichts daran, dass eine gemeinsame Aktiengesellschaft gegründet wer-
den sollte, auf die E.________ (als Verwaltungsratsmitglied und Vertreter der Akti-
en haltenden C.________ GmbH) Einfluss nehmen kann. Diesen Wunsch äusserte 
E.________ von Anfang an; er wurde denn auch sinngemäss in § 1 und § 6 der 
Vereinbarung vom 13. April 2018 sowie im Kaufvertrag vom 19. Mai 2018 festge-
halten. Zwar waren die Verträge laienhaft formuliert und war das gewählte Vorge-
hen (in einem ersten Schritt die Gründung der K.________ AG und in einem zwei-
ten Schritt die Übertragung der Aktienanteile an die C.________ GmbH) eher um-
ständlich gewählt, gleichwohl war (auch) für A.________ klar, was man wollte – 
nämlich eine gemeinsame Aktiengesellschaft gründen. Wie die Vorinstanz zutref-
fend ausführte, ist für die Interpretation und Umsetzung von § 1 und § 6 der Ver-
einbarung vom 13. April 2018, wonach man «gemeinsam eine neue Firma» grün-
det, die C.________ GmbH 25 % Aktienanteile dieser neuen Firma erwirbt und 
Entscheide von deren «beiden Inhabern» getroffen werden, kein fundiertes Fach-
wissen erforderlich (S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 888). Glei-
ches gilt für die Umsetzung des Kaufvertrags vom 19. Mai 2018, wonach 
A.________ und E.________ «Geschäftsführer mit Einzelunterschrift in der Firma 
K.________ AG» werden. Die Beteiligung von E.________ resp. der C.________ 
GmbH an der K.________ AG war von Anfang elementarer Bestandteil sämtlicher 
Gespräche (sowohl zwischen A.________ und E.________ als auch mit Treuhän-
der J.________) und Vereinbarungen. Anders als mit der Absicht, eine gemeinsa-
me Aktiengesellschaft gründen zu wollen, lässt sich auch nicht erklären, dass 
A.________ und E.________ am 30. April 2018 gemeinsam in die Innerschweiz 
fuhren, um sich gemeinsam über die Gründung einer neuen Firma beraten zu las-
sen (pag. 60 f. und pag. 230 Z. 256 ff.), und gemeinsam Treuhänder J.________ 
aufsuchten und mit diesem u.a. über einen Aktionärsbindungsvertrag sprachen. 
Wie Treuhänder J.________ auf Ergänzungsfrage von Rechtsanwalt D.________ 
vollkommen richtig ausführte, macht ein Aktionärsbindungsvertrag nur bei mehre-
ren Aktionären Sinn (pag. 815 Z. 33 ff.). Hätte die 
C.________ GmbH nicht Aktionärin der K.________ AG werden wollen und sollen, 
wäre es sinnwidrig gewesen, über einen Aktionärsbindungsvertrag zu sprechen. 
Dass mit Treuhänder J.________ über einen Aktionärsbindungsvertrag beraten 
wurde, ist somit ein weiteres gewichtiges Indiz dafür, dass A.________ genau 
wusste, dass die C.________ GmbH Aktionärin der K.________ AG werden wollte 
und sollte und sie ihm das Darlehen nicht für die Gründung einer eigenen Firma 
gewährte. Die Gesamtumstände lassen beweismässig keinen anderen Schluss zu, 
als dass A.________ bekannt war, wie die – nota bene von ihm selbst aufgesetzten 
– drei Verträge umzusetzen sind. Ein Missverständnis schliesst die Kammer mit der 
Vorinstanz klar aus (S. 19 und S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 876 und pag. 888). Augenfällig ist in diesem Zusammenhang auch, dass 
A.________ ein Dokument betreffend die bei der Gründung einer Aktiengesell-
schaft auftretenden Fehler ins Recht legte, dem folgender Tipp zu entnehmen ist: 

27

«Schliessen Sie mit Ihren Co-Foundern einen Aktionärsbindungsvertrag (ABV) ab. 
Ziehen Sie dabei für die Ausarbeitung oder Prüfung einen Rechtsanwalt bei. Nur so 
ist gewährleistet, dass eine auf die Parteien zugeschnittene Lösung gewählt wird» 
(pag. 921). Das wirft die Frage auf, warum A.________ von einem Co-Founder 
ausgeht, wenn E.________ resp. die C.________ GmbH auf einmal nur noch Dar-
lehensgeberin sein sollte. Mit einer Darlehensgeberin gibt es keinen Aktionärsbin-
dungsvertrag abzuschliessen.

Weiter berief sich A.________ darauf, dass E.________ bei der Gründung der 
K.________ AG nicht habe dabei sein wollen. Deshalb sei er allein zum Notar nach 
U.________ gefahren und habe er die Gesellschaft mit dessen Hilfe allein gegrün-
det. Zur Gründung müsse man persönlich zum Notar gehen und sich ausweisen; 
E.________ sei jedoch nicht mitgekommen (pag. 167 Z. 167 ff., pag. 210 Z. 239 
und Z. 264 ff., pag. 775 Z. 31 ff., pag. 776 Z. 8 und pag. 1026 Z. 37 ff.). An der Be-
rufungsverhandlung ergänzte A.________, er habe «das» zum ersten Mal gemacht 
und nicht gewusst, was ihn beim Notar erwarte. Für ihn sei es «nicht das endgülti-
ge» gewesen. Es sei vorgesehen gewesen, dass E.________ im Handelsregister 
eingetragen werde, wenn alle Unterlagen vorlägen (pag. 1032 Z. 12 ff.). Als erstellt 
kann gelten, dass E.________ den Beurkundungstermin aus geschäftlichen Grün-
den nicht wahrnahm. So bekundete dieser: «Es ging mir terminlich nicht, also habe 
ich ihm die Aufgabe überlassen» (pag. 767 Z. 36 ff.; siehe auch pag. 259 Z. 565). 
Jedoch bezweifelt die Kammer, dass A.________ irrtümlich davon ausging, 
E.________ könne mangels persönlicher Anwesenheit an der Gründungsversamm-
lung nicht zum Verwaltungsratsmitglied der K.________ AG gewählt werden, hätte 
er sich durch ein blosses Nachfragen beim Notar über die Möglichkeit einer Vertre-
tung informieren können. Jedenfalls erachtet es die Kammer klar als nachgescho-
bene Schutzbehauptung, dass E.________ erst nach der Gründung der 
K.________ AG Verwaltungsrat werden und – wie von Rechtsanwalt B.________ 
an der Berufungsverhandlung vorgebracht (pag. 1038 ff.) – gar erst nach Übertra-
gung der Aktienanteile Einzelzeichnungsberechtigung erhalten sollte. Das wurde in 
keinem der Verträge so vereinbart. Im Übrigen steht für die Kammer beweismässig 
fest, dass A.________ eher spontan agierte und nicht von Anfang an plante, die 
K.________ AG allein zu gründen, d.h. die drei Verträge nicht einzuhalten. Viel-
mehr ist davon auszugehen, dass er im Vorfeld der Geldüberweisungen durchaus 
gewillt war, die C.________ GmbH (als Aktionärin) und E.________ (als Verwal-
tungsratsmitglied) an der K.________ AG teilhaben zu lassen. Er teilte E.________ 
den Beurkundungstermin vorgängig mit und reiste nur deshalb allein zum Notar, 
weil E.________ verhindert war und auch nicht um Verschiebung des Gründungs-
termins bat. Hätten die Herren den Gründungstermin gemeinsam wahrgenommen, 
wäre die Aktiengesellschaft wohl wie vorgesehen mit E.________ als Verwaltungs-
ratsmitglied gegründet worden.

Sodann machte A.________ geltend, E.________ angeboten zu haben, am 
29. Juni 2018 gemeinsam zum Notar zu gehen, um die Aktien auf die C.________ 
GmbH zu übertragen. E.________ habe jedoch abgelehnt (pag. 167 Z. 148 f., 
pag. 210 Z. 236 ff. und pag. 170 Z. 284 ff.). Darauf angesprochen erläuterte 
E.________: «Ich nehme an, das war nach der Geschichte im Kafi in der Länggas-
se. Da habe ich meinen Anwalt eingeschaltet. Das lief über den Anwalt, diese 

28

nächsten Schritte. Das Vertrauen war dann weg gegenüber ihm. Ich merkte, man 
kann ihm nicht vertrauen» (pag. 260 Z. 581 ff.). Die chronologische Übersicht 
(E. II.10.1 hiervor) zeigt, dass A.________ E.________ vorschlug, am 26. Juni 
2018 einen Notar zwecks Aktienübertrags aufzusuchen und dass dieser Termin 
E.________ nicht passte, woraufhin er A.________ namentlich am 26. und 29. Ju-
ni 2018 bat, mit dem Notar einen anderen Termin zu vereinbaren. Sodann teilte 
A.________ am 29. Juni 2018 mit, der C.________ GmbH keine Aktien übertragen 
zu wollen. Folglich war es A.________ und nicht – wie von diesem behauptet – 
E.________, der den Aktien(ver)kauf boykottierte. Nichts Gegenteiliges ergibt sich 
auch aus der von A.________ mit Eingabe vom 15. März 2024 angeblich chronolo-
gisch eingereichten E-Mailkorrespondenz (pag. 1000 ff.). Wie der Vorsitzende be-
reits an der Berufungsverhandlung antönte (pag. 1009), stimmt die Chronologie der 
eingereichten E-Mails nicht. So wurde die E-Mail gemäss Beilage 5 (pag. 1007) vor 
der E-Mail gemäss Beilage 4 (pag. 1006) versandt, wie ein Blick auf die von der 
C.________ GmbH mit Strafanzeige vom 6. August 2018 eingereichte Beilage 7 
(pag. 24) zeigt. Die erwähnte Eingabe vom 15. März 2024 ist für die Kammer be-
zeichnend für das Verhalten von A.________, der sich als eigentliches Opfer der 
Geschehnisse betrachtet und bis heute jegliche Schuld von sich weist und 
E.________ für das Scheitern des gemeinsamen Projekts verantwortlich macht, 
und dabei auch nicht davor zurückschreckt, die Tatsachen zu verdrehen. 

Ferner monierte A.________, E.________ habe den Aktionärsbindungsvertrag 
nicht unterzeichnet; dieser sei Eintragungsbedingung (pag. 211 Z. 273 ff.): «Es 
entstand ein grosses Chaos. Er unterschrieb den Aktionärsbindungsvertrag nicht. 
Dort drin muss ein Aktionär Rahmenbedingungen unterzeichnen, wenn er dazu 
kommt und das hat er nicht getan» (pag. 170 Z. 291 ff.). «Für eine gemeinsame 
Entscheidungsfindung müsste er Mitglied im Verwaltungsrat sein und Herr 
E.________ hat dem ABV nicht zugestimmt» (pag. 173 Z. 436 ff.). «Jeder Aktionär 
muss den ABV unterzeichnen, das ist ein K.O.-Kriterium. Wäre er reingekommen, 
ohne dass er den ABV unterzeichnet hätte, hätten wir nun grössere Probleme, 
dann gäbe es die Firma gar nicht mehr» (pag. 210 Z. 241 ff.). «Es steht auch auf 
der Seite 1 [des Kaufvertrags vom 19. Mai 2018], dass er den ABV unterzeichnet» 
(pag. 210 Z. 247). Treuhänder J.________ habe gesagt, ein Aktionärsbindungsver-
trag sei zwingend bei der Firmengründung nötig (pag. 777 Z. 9 f.). Damit konfron-
tiert, die K.________ AG sei jedoch ohne Vorliegen eines Aktionärsbindungsver-
trags gegründet worden, insistierte A.________: «Jetzt wollen Sie mir das so… das 
ist suggestiv» (pag. 777 Z. 20 ff.). An der Berufungsverhandlung sodann führte er 
auf Frage, warum die Abmachung, dass vor dem Firmeneintritt ein Aktionärsbin-
dungsvertrag zu unterzeichnen sei, nur für E.________ gegolten habe, aus: «Hm… 
Ich kann das nicht»; er könne es nicht erklären (pag. 1028 Z. 13 ff.). Bereits diese 
zwei ausweichenden Antworten legen nahe, dass A.________ den fehlenden Akti-
onärsbindungsvertrag nur vorschiebt. Dafür spricht auch, dass er E.________ den 
Aktionärsbindungsvertrag am 18. August 2018 und damit erst zwei Monate nach 
der Gründung der K.________ AG zur Unterzeichnung zusandte (pag. 133). Selbst 
wenn E.________ gewollt hätte, hätte er den Aktionärsbindungsvertrag somit nicht 
vor der Gesellschaftsgründung unterzeichnen können. Folglich wird die Rechtferti-
gung von A.________, E.________ sei mangels unterzeichnetem Aktionärsbin-

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dungsvertrag nicht Verwaltungsratsmitglied der K.________ AG geworden, bereits 
aufgrund der Chronologie entkräftet. Ohnehin ist ein Aktionärsbindungsvertrag 
nicht Gründungsvoraussetzung, wie dies Treuhänder J.________ an der Einver-
nahme vom 16. März 2023 zutreffend ausführte (pag. 815 Z. 7 f. und pag. 816 
Z. 24 ff.). Insofern schliesst die Kammer auch aus, dass Treuhänder J.________ – 
wie von A.________ behauptet – gesagt haben soll, ein Aktionärsbindungsvertrag 
sei Gründungsvoraussetzung. Der Vollständigkeit halber ist betreffend den von 
A.________ aufgesetzten und E.________ am 18. August 2018 zugesandten Akti-
onärsbindungsvertrag (pag. 135) festzuhalten, dass jener wenig mit der Grundidee 
eines Aktionärsbindungsvertrags zu tun hatte. Er wich denn auch massiv von dem 
von Treuhänder J.________ zur Verfügung gestellten Mustervertrag (pag. 69 ff.) 
ab. Wie Treuhänder J.________ auf Vorhalt des von A.________ aufgesetzten Ak-
tionärsbindungsvertrags betonte (pag. 815 Z. 42 ff.), fehlten wesentliche Elemente 
und wurden arbeitsrechtliche Aspekte geregelt, die nicht in einen Aktionärsbin-
dungsvertrag gehören. Daher erstaunt nach Ansicht der Kammer nicht, dass 
E.________ dessen Unterzeichnung verweigerte. E.________ sagte denn auch 
aus, der ihm von A.________ vorgelegte Aktionärsbindungsvertrag sei für ihn nicht 
akzeptabel gewesen und habe nicht dem entsprochen, was besprochen worden sei 
(pag. 768 Z. 30 ff.). Man habe mündlich besprochen, wie der Aktionärsbindungs-
vertrag auszugestalten sei. Nach der Überweisung des Geldes habe A.________ 
jedoch nichts mehr davon wissen wollen. Das sei auch so etwas, das ihn ärgere 
(pag. 264 Z. 737 ff.). Der Umstand, dass A.________ den von Treuhänder 
J.________ erhaltenen Mustervertrag komplett und zu seinen Gunsten abänderte, 
zeigt nach Ansicht der Kammer, dass er genau wusste, was er tat. A.________ war 
mitnichten ein – von Rechtsanwalt B.________ als «Nerd» bezeichneter 
(pag. 1402) – unerfahrener Geschäftsmann. Dahin geht auch die Einschätzung von 
Treuhänder J.________, der auf Frage von Rechtsanwalt B.________, wie er das 
vertrags- und aktienrechtliche Wissen von A.________ und E.________ einschät-
ze, betonte: «Sie hatten sicher gewisse Grundkenntnisse, das ergibt sich auch aus 
dem Vertrag vom 13.4.2018, falls sie diesen selber erstellt haben. […] Beide waren 
erfahrene Geschäftsleute mit einer gewissen Berufserfahrung» (pag. 816 Z. 10 ff.).

Schliesslich rechtfertigte A.________ sein vereinbarungswidriges Verhalten damit, 
dass E.________ den Vertriebspartnervertrag nicht habe einhalten wollen: «Er hat 
sich nicht an unsere Abmachungen mit dem Vertriebspartnervertrag gehalten. Er 
kann ja mit eingebunden werden, wenn er in der Firma drin ist. […] Er musste den 
Verträgen zustimmen und einhalten, das hat er nicht getan. Ich habe ihn mehrfach 
aufgefordert, denn Vertriebspartnervertrag einzuhalten» (pag. 167 Z. 141 ff; siehe 
auch pag. 175 Z. 525 f. und pag. 780 Z. 4 f.). Der aktenkundigen 
E-Mailkorrespondenz ist zu entnehmen, dass A.________ die C.________ GmbH 
am 3. und 7. August 2018 aufforderte, die in § 7 des Vertriebspartnervertrags vom 
18. Mai 2018 festgelegte Mindestabnahme zu tätigen (pag. 44 f. und pag. 156). 
Darauf angesprochen bemerkte E.________: «Das war ein Witz für mich, dass er 
noch verlangt, dass ich das Produkt bestellen sollte bei K.________ AG, nachdem 
mir 50 % gehören, welche er mir nicht gegeben hatte und sollte dann noch Geld 
überweisen. Es ist unakzeptabel das zu verlangen, nachdem er sich nicht seine 
Abmachung hält» (pag. 232 Z. 361 ff.). Er habe es als Frechheit empfunden, dass 

30

ihm A.________ CHF 120'000.00 abknöpfe und ihm «nichts von der Firma über-
gibt, wie wir dies vereinbart hatten und dann noch mehr Geld will» (pag. 263 
Z. 704 ff.). Auf Frage, was er daraufhin unternommen habe, führte E.________ 
aus, er selbst habe nichts mehr unternommen, sondern seinen Anwalt eingeschal-
tet (pag. 263 Z. 711 ff.). «Mein Vertrauen war weg. […] Für mich kam nicht in Fra-
ge, noch etwas an ihn zu überweisen. Ich hatte keine Aktien übertragen erhalten, 
er hat sich nicht an den Vertrag gehalten. Ich wusste ja auch nicht ob er die Ware 
überhaupt liefern würde» (pag. 264 Z. 744 ff.; siehe auch pag. 1013 Z. 5 ff.). Nach 
Ansicht der Kammer konnte A.________ – nachdem er sich am 18./22. Juni 2018 
vereinbarungswidrig zum alleinigen Verwaltungsrat der K.________ AG ernannte 
und E.________ am 29. Juni 2018 mitteilte, der C.________ GmbH keine Aktien zu 
übertragen – Anfang August 2018 nicht mehr ernsthaft erwarten, dass sich die 
C.________ GmbH ihrerseits an den Vertriebspartnervertrag hält und durch Ausü-
bung einer Produktbestellung noch mehr Geld in die K.________ AG stecken wür-
de. Ohnehin verpflichtete der Vertriebspartnervertrag die C.________ GmbH nicht, 
die Mindestbezugsmenge des Jahres 2018 (wie von A.________ gefordert) bis am 
7. resp. 10. August 2018 zu tätigen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass A.________ nicht nachvollziehbar er-
klären konnte, weshalb das gemeinsame Projekt scheiterte und er sich nicht an das 
Vereinbarte hielt. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, äusserte er sich über alle 
Einvernahmen hinweg selbstoptimierend und wich er Fragen zu seiner Vorge-
hensweise aus (S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 887). Umge-
kehrt belastete er E.________ nicht nur geschäftlich, sondern auch auf persönli-
cher Ebene verletzend und völlig unangebracht (beispielhaft: «Warum ziehen Sie 
Herrn E.________ nicht in die Entscheidfindung ein […]? – Weil er dazu nicht fähig 
ist. Er ist ein Lügner, Aufschneider. Er hat das nötige Know-how nicht»; pag. 214 
Z. 401 ff.). Seine Erklärungen sind nicht geeignet, sein Vorgehen zu rechtfertigen 
oder die Aussagen von E.________ in Frage zu stellen. Entgegen den Ausführun-
gen von Rechtsanwalt B.________ an der Berufungsverhandlung (pag. 1038 ff.) ist 
der ausbleibende Vollzug des Kaufvertrags vom 19. Mai 2018 nicht von der 
C.________ GmbH zu verantworten, sondern von A.________. Dieser hielt sich 
wissentlich und willentlich nicht an das im Vorfeld Vereinbarte. Sobald das erforder-
liche Stammkapital auf das Kapitaleinzahlungskonto der K.________ AG einbe-
zahlt war, sah sich A.________ nicht weiter veranlasst, seinen grundlegendsten 
Verpflichtungen nachzukommen. So teilte er E.________ nach Erhalt des Geldes 
zunächst mit, der C.________ GmbH nur noch 37.5 % Aktienanteile der 
K.________ AG übertragen zu wollen und sträubte er sich schliesslich gar, dieser 
überhaupt Aktienanteile zu veräussern. Sodann bestimmte er sich am ________ 
(X. Juni 2018) zum alleinigen Verwaltungsrat der K.________ AG und setzte er 
E.________ am 18. August 2018 einen völlig einseitigen Aktionärsbindungsvertrag 
vor, der nicht dem zuvor mündlich Besprochenen entsprach. Angesichts all dessen 
ist es dreist, dass A.________ bis heute jegliches Fehlverhalten von sich weist.

10.8 Geldfluss

Die C.________ GmbH überwies am 17. April 2018 und am 2. Mai 2018 je 
CHF 10'000.00 auf ein Privatkonto von A.________. Am 7. Juni 2018 zahlte sie 

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das Stammkapital von CHF 100'000.00 auf das Kapitaleinzahlungskonto der 
K.________ AG ein (pag. 27 ff. und pag. 286). Letzteres wurde per 5. Juli 2018 
saldiert (pag. 287) und die darauf befindlichen CHF 100'000.00 wurden auf das 
Kontokorrentkonto der K.________ AG überwiesen (pag. 421). Neben diesen 
CHF 100'000.00 verzeichnete das Kontokorrentkonto der K.________ AG kaum 
Eingänge (pag. 395 ff.).

Die Bankauszüge des Kontokorrentkontos der K.________ AG weisen für die Zeit 
vom 10. Juli 2018 bis 5. November 2018 Bezüge von CHF 30'180.00 aus 
(pag. 295 ff.). Die besagten Bankauszüge wurden A.________ an der Einvernahme 
vom 22. November 2018 vorgelegt und er wurde aufgefordert, sämtliche geschäftli-
chen Bezüge gelb zu markieren (pag. 171 Z. 326 ff. und pag. 177 ff.). Die nicht-
markierten, d.h. nicht-geschäftlichen Bezüge belaufen sich auf total CHF 35'750.00 
(pag. 177 ff.). Für die Zeitspanne vom 5. bis 10. Juli 2018 sowie vom 5. bis 30. No-
vember 2019 verzeichnet das Kontokorrentkonto der K.________ AG Bezüge über 
CHF 2’800.00 (pag. 395 ff.). 

Insofern ist davon auszugehen, dass A.________ ab dem Konto der K.________ 
AG mindestens die zugestandenen CHF 35'750.00 für geschäftsfremde resp. eige-
ne Zwecke bezog, etwa für Ferien in Stresa und im Schwarzwald (siehe pag. 1031 
Z.3 ff.). Dies obgleich ihn Rechtsanwalt G.________ Anfang Juli 2018 aufforderte, 
keine Handlungen vorzunehmen, die zu einer Verminderung des Nettovermögens-
wertes der K.________ AG führen könnten (pag. 41). Wofür A.________ die ihm 
auf sein Privatkonto überwiesenen CHF 20'000.00 verwendete, ist nicht bekannt. 
Mit Blick auf den Anklagesachverhalt ist betreffend die privaten Geldbezüge von 
A.________ anzumerken, dass er mehr als die in der Anklageschrift erwähnten 
CHF 20'000.00 für private Rechnungen verwendete, ihm gemäss § 3 der Vereinba-
rung vom 13. April 2018 indessen ursprünglich CHF 54'000.00 zur freien Verfügung 
stehen sollten.

10.9 Beweisfazit / Erstellter Sachverhalt

Gestützt auf die vorangegangenen Ausführungen ist für die Kammer folgender 
Sachverhalt erstellt:

A.________ und E.________ lernten sich im März 2018 kennen, als sich Ersterer 
(erfolglos) bei der C.________ GmbH als Aussendienstmitarbeiter bewarb und da-
bei auf das von ihm entwickelte Produkt «P.________» zu sprechen kam. In der 
Folge nahmen die Herren Gespräche betreffend eine Zusammenarbeit auf. Am 
13. April 2018 unterzeichneten sie eine Vereinbarung, wonach A.________ und die 
C.________ GmbH das Produkt «P.________» über eine gemeinsam zu gründen-
de Aktiengesellschaft (die spätere K.________ AG) kommerzialisieren. Es wurde 
vereinbart, dass Entscheide der K.________ AG durch die «beiden Inhaber, Herr 
A.________ und Herr E.________» erfolgen sowie dass die C.________ GmbH 
nach der Gründung der K.________ AG 25 % Aktienanteile der K.________ AG 
erhält und A.________ dafür vorgängig (d.h. vor der Gründung der Aktiengesell-
schaft) CHF 100'000.00 bezahlt. Betreffend den Verwendungszweck dieses Be-
trags war vorgesehen, dass A.________ CHF 46'000.00 als langfristiges zinsloses 
Darlehen an die K.________ AG leiht und ihm die restlichen CHF 54'000.00 «zur 

32

(freien) Verfügung» stehen. Der arbeitslose und hochverschuldete A.________ er-
hielt die CHF 54'000.00 in der Absicht, dass er seine Arbeitskraft vorbehaltlos in die 
gemeinsame Aktiengesellschaft und die Weiterentwicklung des Produkts 
«P.________» investiert. Ergo waren die gesamten CHF 100'000.00 zweckgebun-
den angedacht. Sie sollten von A.________ im Interesse der gemeinsamen 
K.________ AG verwendet werden.

In Erfüllung der Vereinbarung vom 13. April 2018 überwies die C.________ GmbH 
am 17. April 2018 und am 2. Mai 2018 je CHF 10'000.00 auf ein Privatkonto von 
A.________.

Zwecks Regelung des in § 8 der Vereinbarung vom 13. April 2018 vorgesehenen 
Vertriebs des Produkts «P.________» durch die C.________ GmbH, wurde am 
18. Mai 2018 ein Vertriebspartnervertrag zwischen der (noch zu gründenden) 
K.________ AG und der C.________ GmbH geschlossen. Gleichentags kam die 
Idee auf, dass die C.________ GmbH anstelle von 25 % doch 50 % Aktienanteile 
der K.________ AG erwerben soll. In der Folge unterzeichneten A.________ und 
die C.________ GmbH am 19. Mai 2018 einen (Aktien-)Kaufvertrag. Jener hielt 
neben dem Erwerb von 50 % Aktienanteilen der K.________ AG für 
CHF 200‘000.00 durch die C.________ GmbH insbesondere fest, dass die 
C.________ GmbH A.________ für die Gründung der K.________ AG ein Darle-
hen über total CHF 120'000.00 gewährt (sich zusammensetzend aus den bereits 
auf ein Privatkonto von A.________ einbezahlten CHF 20'000.00 und des noch auf 
das Kapitaleinzahlungskonto der K.________ AG zu überweisenden Stammkapi-
tals von CHF 100'000.00). Dieses Darlehen sollte A.________ der C.________ 
GmbH sofort nach Erhalt des Aktienkaufpreises von CHF 200'000.00 zurückzahlen. 
Weiter wurde vereinbart, dass A.________ und E.________ im Handelsregister je 
als «Geschäftsführer mit Einzelunterschrift» eingetragen werden. 

In Erfüllung des Kaufvertrags vom 19. Mai 2018 überwies die C.________ GmbH 
am 7. Juni 2018 die für das Stammkapital erforderlichen CHF 100'000.00 auf das 
Kapitaleinzahlungskonto der K.________ AG. Bei der Überweisung dieses Betrags 
wie auch der vorangegangen CHF 20'000.00 war für E.________ als Vertreter der 
C.________ GmbH entscheidend, dass das Geld für die Gründung einer gemein-
same Aktiengesellschaft aufgewendet wird. Er wollte nicht die K.________ AG an 
sich gründen, sondern eine Aktiengesellschaft, bei der er als Verwaltungsratsmit-
glied mit Zeichnungsberechtigung und Vertreter der Aktien haltenden C.________ 
GmbH Mitspracherechte hat. Er wollte sich den langersehnten Wunsch eines eige-
nen Produkts erfüllen und dieses über seine Handelsfirma vertreiben. Die Zweck-
bindung war für ihn conditio sine qua non für die Gewährung des Darlehens, was 
A.________ auch bekannt war.

Nach Einzahlung der CHF 100'000.00 auf das Kapitaleinzahlungskonto der 
K.________ AG, teilte A.________ E.________ mit, er habe Investoren gefunden, 
die für 10 % Aktienanteile CHF 300'000.00 bezahlten. Daher sei er nicht länger be-
reit, der C.________ GmbH 50 % Aktienanteile zu übergeben, sondern lediglich 
37.5 %. Damit offenbarte er, sich nicht an den Kaufvertrag vom 19. Mai 2018 halten 
zu wollen. Der Konflikt nahm seinen Lauf. 

33

Am ________ (X. Juni 2018) gründete A.________ die K.________ AG, die am 
22. Juni 2018 ins Handelsregister eingetragen wurde. Vereinbarungswidrig liess er 
sich als alleiniges Verwaltungsratsmitglied eintragen. Am 29. Juni 2018 ersuchte 
E.________ A.________ um Vollzug des Kaufvertrags vom 19. Mai 2018, d.h. um 
Übertrag von 50 % Aktienanteile der K.________ AG an die C.________ GmbH. 
A.________ teilte gleichentags mit, der C.________ GmbH «aufgrund der Situati-
on» keine Aktien zu verkaufen. 

Mit Anwaltsschreiben vom 2./11. Juli 2018 verlangte die C.________ GmbH die so-
fortige Rückzahlung des Darlehens von CHF 120'000.00. Am 4. Juli 2018 ermahnte 
sie A.________, keine Handlungen im Namen der K.________ AG vorzunehmen, 
die zu einer Verminderung deren Nettovermögenswertes führen könnten. Am 3. 
und 7. August 2018 forderte A.________ (namens der K.________ AG) 
E.________ auf, den Vertriebspartnervertrag vom 18. Mai 2018 einzuhalten und 
die dort vereinbarte Mindestmenge des Produkts «P.________» zu bestellen. Am 
18. August 2018 sandte A.________ (namens der K.________ AG) E.________ 
einen vorbereiteten – und inhaltlich vom vorgängig Besprochenen abweichenden – 
Aktionärsbindungsvertrag zur Unterzeichnung zu. Gleichzeitig ersuchte er erneut 
um Erfüllung des Vertriebspartnervertrags. 

Mit gerichtlicher Vereinbarung vom 21./28. September 2021 anerkannte 
A.________, der C.________ GmbH CHF 120'000.00 zu schulden; er verpflichtete 
sich zur ratenweisen Rückzahlung bis am 31. Dezember 2022. Am 29. Septem-
ber 2021 überwies er der C.________ GmbH CHF 20'000.00. Der Restbetrag ist 
bis heute offen. Am ________ (X. Januar 2024) wurde über die K.________ AG 
der Konkurs eröffnet.

Summa summarum gebrauchte A.________ das von der C.________ GmbH erhal-
tene Darlehen über CHF 120'000.00 vereinbarungswidrig für die Gründung einer 
eigenen anstelle einer gemeinsamen Aktiengesellschaft, ohne finanziell in der Lage 
und gewillt gewesen zu sein, der C.________ GmbH diesen Betrag zurückzuerstat-
ten. A.________ wusste sehr genau, dass er sich vereinbarungswidrig verhält, als 
er sich als alleiniger Verwaltungsrat der K.________ AG eintragen liess und die 
verkaufsweise Übertragung der Aktienanteile an die C.________ GmbH verweiger-
te. Er handelte wissentlich und willentlich; seine anderslautenden Erklärungsversu-
che sind als Schutzbehauptungen zu qualifizieren. A.________ war bekannt, dass 
die C.________ GmbH mit ihm eine gemeinsame Aktiengesellschaft gründen woll-
te und ihm die CHF 120'000.00 einzig zwecks Gründung einer gemeinsamen 
K.________ AG überliess.

III. Rechtliche Würdigung

11. Betrug

11.1 Rechtliche Grundlagen

Einen Betrug begeht, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu 
bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen 
arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu 

34

einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Ver-
mögen schädigt (Art. 146 Abs. 1 StGB). Für die allgemeinen Ausführungen zum 
objektiven und subjektiven Tatbestand wird auf die korrekten Ausführungen der 
Vorins