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**Case Identifier:** 5b390a80-1687-5b27-8238-f61fa9df0c0d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 29.06.2021 810 21 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-49_2021-06-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 29. Juni 2021 (810 21 49) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Rechtspflege 
 
 
Revisionsgrund der neuen Tatsachen und Beweismittel / Unzulässigkeit echter Noven als 
neue Beweismittel für vorbestandene Tatsachen 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Hans Furer, 

Daniel Ivanov, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiber 
Stefan Suter 
 
 

Beteiligte A.____, Gesuchstellerin, vertreten durch B.____ 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Gesuchsgegner 
 
Sozialhilfebehörde C.____, Gesuchsgegnerin 
 

  
  
Betreff Beendigung der Unterstützung (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung 

Verfassungs- und Verwaltungsrecht, vom 29. Juli 2020) / Revisionsge-
such 

 
 
 
 

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A. A.____ wurde ab dem 1. Februar 2019 von der Sozialhilfebehörde C.____ (SHB) unter-
stützt. Mit Verfügung vom 14. August 2019 stellte die SHB die Unterstützung wegen unklarer 
Bedürftigkeit im Sinne von § 4b Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes (SHG) vom 21. Juni 2001 per 
31. August 2019 ein. Die SHB begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, dass A.____ 
es unterlassen habe, notwendige Belege hinsichtlich ihrer Teilhabereigenschaft an der D.____ 
GmbH sowie des Verkaufs ihres Fahrzeugs einzureichen, und somit ihre Mitwirkungspflichten 
schuldhaft verletzt habe. Die dagegen erhobene Einsprache wies die SHB am 25. September 
2019 ab. 
 
B. Gegen den Einspracheentscheid führte A.____ erfolglos Beschwerde beim Regierungs-
rat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsratsbeschluss [RRB] Nr. 1740 vom 17. Dezem-
ber 2019). 
 
C. Mit Eingabe vom 30. Dezember 2019 erhob A.____, vertreten durch B.____, Beschwer-
de beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Das 
Kantonsgericht wies ihre Beschwerde mit Urteil vom 29. Juli 2020 ab (Verfahren Nr. 810 20 4). 
Begründet wurde die Abweisung im Wesentlichen damit, dass es die Beschwerdeführerin im 
Verfahren unterlassen habe, bei der Wertbestimmung ihrer Stammanteile an der D.____ GmbH 
mitzuwirken. Die Gesellschaft sei nicht offensichtlich wertlos. Namentlich habe die Beschwerde-
führerin keine Bewertung des Gesellschaftswerts durch die Steuerverwaltung eingereicht. Mit 
dieser Bewertung hätten ein zumindest ungefährer Verkehrswert der Stammanteile festgelegt 
und allfällige Unklarheiten bei der Bedürftigkeit beseitigt werden können. 
 
D. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 26. Januar 2021 Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht (Verfahren 8C_82/2021). 
 
E. Mit Eingabe vom 25. Februar 2021 ersucht A.____, weiterhin vertreten durch B.____, 
am Kantonsgericht um Revision des Urteils vom 29. Juli 2020. Sie beantragt, das Urteil vom 
29. Juli 2020 sei aufzuheben, weil erhebliche Beweismittel aufgetaucht seien, an deren Gel-
tendmachung sie im früheren Verfahren ohne Verschulden verhindert gewesen sei. Sie macht 
geltend, die Steuerverwaltung habe ihr die Steuerbewertung der D.____ GmbH per 31. Dezem-
ber 2019 (mit einem ausgewiesenen Gesellschaftswert von Fr. 0.--) erst am 30. November 2020 
eröffnet. Es sei der Gesuchstellerin folglich nicht möglich gewesen, dieses rechtserhebliche 
Beweismittel vor dem Urteil des Kantonsgerichts vom 29. Juli 2020 zu den Akten zu geben. Die 
Gesuchstellerin beantragt weiter die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. 
 
F. Den in der Revisionseingabe vom 25. Februar 2021 gestellten Verfahrensantrag, das 
Revisionsverfahren sei während der Dauer des am Bundesgericht hängigen Beschwerdeverfah-
rens zu sistieren, wies das Kantonsgericht unter Hinweis auf die Unzulässigkeit eines solchen 
Vorgehens (BGE 138 II 386) mit Verfügung vom 8. März 2021 ab. In der Folge sistierte das 
Bundesgericht seinerseits das bei ihm hängige Verfahren bis zum Entscheid des Kantonsge-
richts über das vorliegende Revisionsgesuch (Verfügung vom 29. März 2021). 
 

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G. Die Sozialhilfebehörde C.____ beantragt in der Vernehmlassung vom 10. März 2021 die 
Abweisung des Revisionsgesuchs. 
 
H. Der Regierungsrat stellt mit Vernehmlassung vom 22. April 2021 das Rechtsbegehren, 
auf das Revisionsgesuch sei unter o/e-Kostenfolge nicht einzutreten, eventualiter sei das Revi-
sionsgesuch abzuweisen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Die Revision bezweckt die Korrektur formell rechtskräftiger Urteile. Sie ist ein ausseror-
dentliches Rechtsmittel und nicht blosser Rechtsbehelf. Die Beschwerdeinstanz, deren Ent-
scheid angefochten wird, ist bei gegebenen Voraussetzungen verpflichtet, auf das Revisions-
begehren einzutreten (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwal-
tungsrecht [KGE VV], vom 21. November 2018 [840 18 234] E. 3.1). § 23 Satz 1 des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ver-
weist für die Revision von Urteilen auf die Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes 
Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988. Die Revision kann aber nur aus den in § 40 
Abs. 2 lit. a und lit. c VwVG BL genannten Gründen verlangt werden (§ 23 Satz 2 VPO). Eine 
Revision ist demzufolge nur möglich, wenn ein Verbrechen oder Vergehen den Erlass der Ver-
fügung beeinflusst hat (§ 40 Abs. 2 lit. a VwVG BL) oder wenn erhebliche Tatsachen oder Be-
weismittel aufgetaucht sind, an deren Geltendmachung die Partei im früheren Verfahren ohne 
Verschulden verhindert gewesen ist (§ 40 Abs. 2 lit. c VwVG BL). Die Aufzählung der Revisi-
onsgründe ist abschliessend (vgl. KGE VV vom 20. Mai 2020 [810 20 23] E. 3.1; URSINA 
BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des 
Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 89). Die Revision rechtskräftiger Verwaltungsjustiz-
entscheide ist unter engeren Voraussetzungen zulässig als die Revision von Verfügungen der 
Verwaltungsbehörden, da das Verfahren, in dem sie ergehen, grössere Gewähr für ihre Richtig-
keit abgibt und das Rechtssicherheitsinteresse angesichts dessen vom Gesetzgeber stärker 
gewichtet wird (KGE VV vom 20. Mai 2020 [810 20 23] E. 3.1; THOMAS MERKLI/ARTHUR 
AESCHLIMANN/RUTH HERZOG, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG] im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 95 VRPG Rz. 8). 
 
2.1 Für Fragen, die in § 39 und § 40 VwVG BL nicht behandelt werden, sind die allgemeinen 
Bestimmungen der Verwaltungsprozessordnung anwendbar. Rechtsmitteleingaben müssen 
gemäss § 5 Abs. 1 VPO ein klar umschriebenes Begehren enthalten. Bei einem Revisionsge-
such ist anzugeben, welche Änderung des früheren Entscheids verlangt wird (KGE VV vom 
20. Mai 2020 [810 20 23] E. 3.2). Die Gesuchstellerin stellt vorliegend lediglich einen Aufhe-
bungsantrag. Ihre Eingabe enthält keinen Antrag, inwiefern das Dispositiv des Urteils vom 
29. Juli 2020 geändert werden soll. Damit genügt die Eingabe den Formerfordernissen an ein 
Revisionsgesuch grundsätzlich nicht. Im Verfahren Nr. 810 20 4 hatte die heutige Gesuchstelle-
rin indes das Rechtsbegehren gestellt, der Regierungsratsbeschluss vom 16. Dezember 2019 
sei aufzuheben und ihr sei eine Parteientschädigung zuzusprechen. Es ist vorliegend zu ihren 

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Gunsten davon auszugehen, dass sie für den Fall der Gutheissung ihres Revisionsgesuchs an 
diesen Rechtsbegehren festhält. 
 
2.2 Das Urteil des Kantonsgerichts vom 29. Juli 2020 ist zurzeit vor Bundesgericht ange-
fochten und deswegen nicht formell rechtskräftig. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung hat das Kantonsgericht allerdings ein während der Hängigkeit des bundesgerichtlichen 
Beschwerdeverfahrens bei ihm eingereichtes Revisionsgesuch auf der Grundlage des massge-
blichen Prozessrechts allseitig zu prüfen und seinen Entscheid allenfalls zu revidieren (vgl. BGE 
138 II 386 E. 6.4). Das Erfordernis der formellen Rechtskraft kommt in der vorliegenden Kon-
stellation demnach nicht zum Tragen, weshalb ein zulässiges Revisionsobjekt vorliegt. 
 
2.3 Die Gesuchstellerin war als Beschwerdeführerin Partei des Verfahrens Nr. 810 20 4. Sie 
ist zur Stellung des Revisionsgesuchs legitimiert (§ 39 Abs. 2 VwVG BL) und hat ein schutz-
würdiges Interesse an der Änderung des Urteils. 
 
2.4 Revisionsbegehren müssen nach § 40 Abs. 3 VwVG BL innerhalb von 90 Tagen seit 
Entdeckung des Revisionsgrundes gestellt werden, andernfalls der Anspruch auf Neubeurtei-
lung verwirkt. Die Bewertung der Vermögenssteuerwerte per 31. Dezember 2019 durch die 
Steuerverwaltung wurde der D.____ GmbH am 30. November 2020 mitgeteilt. Das Revisions-
gesuch vom 25. Februar 2021 wurde demnach innert Frist gestellt. 
 
3. Fraglich ist aber, ob ein zulässiger Revisionsgrund angerufen wird. 
 
3.1 Die Gesuchstellerin beruft sich auf den klassischen Revisionsgrund der neuen Tatsa-
chen und Beweismittel. Bei der Bewertung der Steuerverwaltung vom 30. November 2020, wel-
che den Wert ihrer Stammanteile der D.____ GmbH beziffere, handle es sich um ein rechtser-
hebliches neues Beweismittel, das im ursprünglichen Verfahren nicht habe eingereicht werden 
können. Der Gesuchsgegner macht hierzu geltend, im Revisionsverfahren könnten nur Tatsa-
chen berücksichtigt werden, die zur Zeit des Beschwerdeverfahrens bereits vorhanden gewe-
sen seien, aber aus entschuldbaren Gründen nicht hätten vorgebracht werden können (neu 
bekannte Tatsachen). Tatsachen, die aus der Zeit nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens 
stammten, würden dagegen keine Grundlage für eine Revision bilden. 
 
3.2 Die Beschwerdeinstanz tritt auf ein Revisionsbegehren ein, wenn erhebliche Tatsachen 
oder Beweismittel aufgetaucht sind, an deren Geltendmachung die Partei im früheren Verfahren 
ohne Verschulden verhindert gewesen ist (§ 40 Abs. 2 lit. c VwVG BL). Der Revisionsgrund 
bezieht sich auf den Nachweis, dass die tatbeständliche Entscheidungsgrundlage von Anfang 
an unrichtig war. Die neuen Tatsachen und Beweismittel, welche zur Revision legitimieren, 
müssen den im ursprünglichen Verfahren beurteilten Sachverhalt in einem anderen Licht er-
scheinen lassen und geeignet sein, gestützt auf die veränderte sachliche Grundlage bei zutref-
fender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung zu führen (KGE VV vom 20. Mai 
2020 [810 20 23] E. 3.5). Zu unterscheiden ist zwischen neuen Tatsachen und neuen Beweis-
mitteln. Neue Tatsachen im Sinne der Revisionsbestimmung sind Umstände und Ereignisse, 
die geeignet sind, gemäss einer richtigen juristischen Beurteilung den Sachverhalt, der dem 

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Urteil zu Grunde liegt, zu ändern und zu einem anderen Urteil zu führen, und sich vor dem letz-
ten Zeitpunkt verwirklicht haben, in welchem es im Beschwerdeverfahren prozessual noch zu-
lässig war, sie vorzubringen (vgl. BGE 143 III 272 E. 2.2; BGE 134 IV 48 E. 1.2). Im vom Unter-
suchungsgrundsatz beherrschten verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren (§ 12 Abs. 1 
VPO) fällt dieser Zeitpunkt grundsätzlich mit dem Entscheiddatum zusammen. Neue Beweismit-
tel erhärten entweder neue erhebliche Tatsachen oder dienen dem Beweis von Tatsachen, die 
zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Person 
unbewiesen geblieben sind (vgl. BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 95 ff.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE 
HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 
3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 1332 f.). 
 
3.3 Die Gesuchstellerin hatte im Beschwerdeverfahren geltend gemacht, ihre Stammanteile 
an der D.____ GmbH seien faktisch wertlos. Das Kantonsgericht erachtete diese behauptete 
Tatsache in seinem Urteil als unbewiesen. Mit dem vorliegenden Revisionsgesuch wird ein 
neues Beweismittel für diese vorbestehende Tatsache eingereicht. Revisionsbegründende Be-
weismittel müssen neu sein. Als neu gelten nach allgemeinem Verständnis solche Beweismittel, 
die schon zur Zeit des vorangegangenen Verfahrens vorhanden waren und mit denen die Par-
tei - wären sie ihr bekannt gewesen - den Beweis bereits damals hätte erbringen können (sog. 
unechte Noven, vgl. BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 104). Die Bewertung des Vermögensteuer-
werts der Stammanteile der D.____ GmbH durch die Steuerverwaltung datiert vom 30. No-
vember 2020 und ist erst nach dem Abschluss des Beschwerdeverfahrens erstellt worden. Im 
vorliegenden Verfahren ist demnach zu entscheiden, ob auch nach dem ordentlichen Be-
schwerdeentscheid entstandene Beweismittel (echte Noven) als neue Beweismittel für vorbe-
standene Tatsachen unter § 40 Abs. 2 lit. c VwVG BL subsumiert werden können. Mit dieser 
Thematik hat sich das Kantonsgericht in seiner Rechtsprechung soweit ersichtlich noch nicht 
auseinandergesetzt. 
 
4. Da die Antwort auf die Frage nicht eindeutig aus dem Gesetz hervorgeht, ist der Sinn-
gehalt der Norm mittels Auslegung zu ermitteln. 
 
4.1 Die Gesetzesauslegung hat zum Ziel, den rechtsverbindlichen Sinn eines Rechtssatzes, 
über dessen Tragweite Unklarheiten bestehen, zu ermitteln. Ausgangspunkt jeder Auslegung 
bildet der Wortlaut der massgebenden Norm. An einen klaren Gesetzeswortlaut ist die rechts-
anwendende Behörde gebunden. Abweichungen vom klaren Wortlaut sind indessen zulässig 
oder sogar geboten, wenn triftige Gründe zur Annahme bestehen, dass er nicht dem wahren 
Sinn der Bestimmung entspricht. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsgeschichte 
der Norm, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften 
ergeben. Vom klaren Wortlaut kann ferner abgewichen werden, wenn die grammatikalische 
Auslegung zu einem Ergebnis führt, das der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann (BGE 144 
IV 240 E. 2.3.2; BGE 144 IV 97 E. 3.1.1; je mit Hinweisen). Die Gesetzesauslegung hat sich im 
Übrigen vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, son-
dern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sach-
lich richtige Entscheidung im normativen Gefüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis 
der ratio legis. Dabei ist einem pragmatischen Methodenpluralismus zu folgen und sind die ein-

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zelnen Auslegungselemente keiner hierarchischen Ordnung zu unterstellen, sondern nebenei-
nander zu berücksichtigen. Es muss dann im Einzelfall abgewogen werden, welche Methode 
oder Methodenkombination geeignet ist, den wahren Sinn der auszulegenden Norm wiederzu-
geben (BGE 144 IV 168 E. 1.2; BGE 144 V 138 E. 6.3; KGE VV vom 13. November 2019 [810 
19 81] E. 5.2; KGE VV vom 31. Oktober 2018 [810 18 158] E. 4.5; ULRICH HÄFELIN ET AL., 
Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 10. Aufl., Zürich 2020, Rz. 128 ff.). 
 
4.2 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet die grammatikalische Auslegungsmethode. Diese 
stellt auf Wortlaut, Wortsinn und Sprachgebrauch ab. Unter Sprachgebrauch ist dabei in der 
Regel der allgemeine Sprachgebrauch zu verstehen (HÄFELIN ET AL., a.a.O., Rz. 91). § 40 
Abs. 2 lit. c VwVG BL spricht nicht ausdrücklich von neuen Beweismitteln, sondern erlaubt die 
Revision, wenn erhebliche Beweismittel aufgetaucht sind. "Auftauchen" bedeutet im hier ver-
wendeten übertragenen Sinn "unerwartet, plötzlich auftreten, da sein". Wörtlich wird darunter 
"aus dem Wasser hervorkommen, über dem Wasser sichtbar werden" verstanden (vgl. 
GERHARD WAHRIG, Deutsches Wörterbuch, 7. Aufl., Gütersloh 2000, S. 209; Duden online, "auf-
tauchen", abrufbar unter <https://www.duden.de/rechtschreibung/live> [zuletzt besucht am 
22. Juni 2021]). Aufschlussreich ist der vom Duden angeführte Beispielsatz "keine Sorge, die 
Akte wird schon wieder auftauchen (gefunden werden)." Darin kommt zum Ausdruck, dass im 
allgemeinen Sprachgebrauch nur auftauchen kann, was bereits vorher vorhanden, aber verbor-
gen geblieben war. Die Verwendung des Wortes Auftauchen impliziert, dass nur vorbestehen-
de, neu entdeckte Beweisstücke vom Sinn der Norm erfasst sind und neu entstandene Be-
weismittel nicht mitgemeint sind. 
 
4.3 Ein klarer Wille des Gesetzgebers lässt sich den Gesetzesmaterialien für die vorliegend 
interessierende Fragestellung nicht entnehmen. Weder die Materialien zur Verwaltungspro-
zessordnung noch zum Verwaltungsverfahrensgesetz enthalten Hinweise, die zur Klärung bei-
tragen könnten. In der Vorlage des Regierungsrats vom 24. Juni 1986 betreffend Erlass eines 
neuen Verwaltungsverfahrensgesetzes (86/119) wird lediglich ausgeführt, dass vom Versuch 
einer präziseren Umschreibung der Revisionsgründe abzusehen sei, da die Rechtsprechung 
auf diesem Gebiet noch zu wenig gefestigt sei (S. 37). 
 
4.4 In systematischer und teleologischer Hinsicht gilt es zu bedenken, dass die Revision ein 
ausserordentliches Rechtsmittel darstellt und eine Ausnahmefunktion wahrnimmt. Da die Revi-
sion dazu bestimmt ist, ein rechtskräftiges Urteil aufzuheben oder abzuändern, steht sie in ei-
nem Spannungsverhältnis zu den hoch zu gewichtenden Geboten der Rechtssicherheit und des 
Vertrauensschutzes. Deshalb drängen sich bei der Anwendung von Revisionsbestimmungen 
generell Zurückhaltung und eine restriktive Auslegung auf (vgl. AUGUST MÄCHLER, in: Auer/
Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 
2. Aufl., Zürich 2019, Rz. 11 zu Art. 66 VwVG). Dies beginnt bei der als abschliessend zu quali-
fizierenden Aufzählung der Revisionsgründe (vgl. oben E. 1) und soll sich im Sinne der Kohä-
renz auch bei der Auslegung der einzelnen Revisionsgründe fortsetzen. Das Wort "Auftauchen" 
ist demnach restriktiv, streng am Wortlaut und Wortsinn orientiert, zu interpretieren. Mit einer 
engen Beschränkung der Zulassung der Revision soll dem Grundsatz der Rechtssicherheit, der 
aus dem Prinzip des Rechtsstaates hergeleitet wird, Nachachtung verschafft werden. Aus 

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Rechtssicherheitsgründen sollen deshalb nur bereits im vorangehenden Verfahren vorhandene 
Beweismittel für die Begründung eines Revisionsgesuches zugelassen werden (so auch 
BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 105). Diese Überlegungen führen zum Schluss, dass neu ent-
standene Beweismittel für vorbestehende Tatsachen nicht vom Sinn der Norm erfasst werden. 
 
4.5 Als Ergebnis der Auslegung ergibt sich, dass unter aufgetauchten Beweismitteln nur 
solche Beweisstücke zu verstehen sind, die zur Zeit der Entscheidung bereits existierten (un-
echte Noven). Echte Noven zu vorbestehenden Tatsachen berechtigen nicht zur Revision. 
 
5. Nachdem die Gesuchstellerin im vorliegenden Revisionsverfahren ein erst nach dem 
revisionsweise angefochtenen Urteil entstandenes Beweismittel für eine vorbestehende Tatsa-
che als Revisionsgrund anruft, ist auf das Revisionsgesuch im Sinne des vorstehend Dargeleg-
ten auf dem Zirkularweg (§ 1 Abs. 4 VPO) nicht einzutreten. 
 
6. Selbst wenn von einem zulässigen Revisionsgrund ausgegangen würde, wäre der Ge-
suchstellerin im vorliegenden Fall nicht geholfen. Voraussetzung einer Revision ist in jedem Fall 
stets, dass die Partei trotz pflichtgemässer Sorgfalt die erforderlichen Beweise für ihre Tatsa-
chenbehauptungen im ursprünglichen Verfahren nicht beibringen konnte oder ihr dieser Nach-
weis unzumutbar war. Dass es einer um Revision ersuchenden Partei nicht möglich war, Be-
weise bereits im früheren Verfahren beizubringen, ist nur mit Zurückhaltung anzunehmen, soll 
doch das Revisionsverfahren nicht dazu Hand bieten, bisherige Unterlassungen in der Beweis-
führung nachzuholen (vgl. KGE VV vom 20. Mai 2020 [810 20 23] E. 3.4; BGE 144 V 245 
E. 5.2; BGE 127 V 358 E. 5b; BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 96; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., 
Rz. 1332). Die Steuerverwaltung erstellt jährlich eine Bewertung von Wertpapieren ohne Kurs-
wert. Es wäre der Gesuchstellerin im ursprünglichen Verfahren ohne Weiteres möglich gewe-
sen, die per 31. Dezember 2018 (oder allenfalls früher) erfolgte Bewertung der Stammanteile 
der D.____ GmbH ins Recht zu legen. Anderes behauptet sie auch in der Revisionseingabe 
nicht. Die Beweislosigkeit im damaligen Verfahren war auf eine Verletzung der Mitwirkungs-
pflicht zurückzuführen (vgl. KGE VV vom 29. Juli 2020 [810 20 4] E. 4.4) und damit selbstver-
schuldet, was die Gesuchstellerin nicht nachträglich mittels Revision korrigieren kann. Das Re-
visionsgesuch wäre dementsprechend abzuweisen gewesen. 
 
7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die 
Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass 
auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in der Höhe von 
Fr. 1'200.-- der Gesuchstellerin aufzuerlegen. 
 
7.2 Die Gesuchstellerin beantragt die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. Ge-
mäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ihr Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskos-
ten und der Kosten von Beweismassnahmen befreit, sofern ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr 
Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos erscheint. Zumindest im Zeitpunkt der Gesuchs-
einreichung bezog die Gesuchstellerin weiterhin Sozialhilfeleistungen, so dass wie bereits im 
revisionsweise angefochtenen Urteil von einer Mittellosigkeit im Sinne der unentgeltlichen 

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Rechtspflege ausgegangen werden kann. Näher zu prüfen sind indes die Erfolgsaussichten des 
Rechtsmittels. Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten 
beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeich-
net werden können. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel ver-
fügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll 
einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb an-
strengen können, weil er sie nichts kostet (vgl. KGE VV vom 25. November 2020 [810 20 209] 
E. 9.2; BGE 142 III 138 E. 5.1; BGE 139 III 475 E. 2.2). Da sich die Frage, ob echte Noven zu 
vorbestandenen Tatsachen zur Revision berechtigen, nicht eindeutig aus dem Gesetz ergab 
und sich im vorliegenden Verfahren zum ersten Mal stellte, kann das Revisionsgesuch in dieser 
Hinsicht zwar nicht als aussichtslos taxiert werden. Wie die vorstehende Erwägung 6 aufzeigt, 
wäre dem Revisionsgesuch aber in jedem Fall aufgrund selbstverschuldeter Beweislosigkeit im 
ursprünglichen Verfahren nicht zu entsprechen gewesen. Beim prozessualen Sorgfaltserforder-
nis handelt es sich um eine im Gesetz verankerte sowie nach Rechtsprechung und Lehre all-
gemein bekannte Voraussetzung der Revision, so dass sich das Revisionsgesuch im Ergebnis 
als aussichtslos präsentiert. Dies führt zur Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Prozess-
führung. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten. 
   
 2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 
   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- werden der Gesuch-

stellerin auferlegt. 
   
 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber