# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9cd5aff-adff-5c20-b9c8-16f149e779b9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-03-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 31.03.2006 AC050082
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AC050082_2006-03-31.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AC050082/U/mb

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Andreas Donatsch,

Paul Baumgartner, die Kassationsrichterin Yvona Griesser und

der Kassationsrichter Reinhard Oertli sowie der Sekretär Christof

Tschurr

Zirkulationsbeschluss vom 31. März 2006

in Sachen

X.,
Rekurrent und Beschwerdeführer
verteidigt durch Rechtsanwalt

gegen

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,
Rekursgegnerin und Beschwerdegegnerin
vertreten durch den Leitenden Staatsanwalt Dr.iur. Ulrich Weder, Staatsanwaltschaft IV des Kan-

tons Zürich, Molkenstr. 15/17, Postfach 1233, 8026 Zürich

betreffend Kostenauflage

Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der III. Strafkammer des
Obergerichts des Kantons Zürich vom 23. April 2005 (UK040125/U/ml)

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Das Gericht hat in Erwägung gezogen:

 I.

1. Die Kantonspolizei Zürich ermittelte im Jahre 2002 unter dem Aktions-

namen "Golfer" gegen Drogenhändler. In einem Rapport vom 28. Oktober 2002

hielt die Kantonspolizei fest, dass sich im Verlaufe dieser Ermittlungen u.a.

schwerwiegende Belastungen gegen X. (Beschwerdeführer) und einen Komplizen

namens Z. ergeben hätten. Anlässlich von Telefonkontrollen hätten Gespräche

aufgezeichnet werden können, welche aufzeigten, dass der Beschwerdeführer

und Z. gemeinsam massiv in den Drogenhandel verwickelt seien. Deshalb seien

gezielte Ermittlungen gegen den Beschwerdeführer und Z. aufgenommen worden

(BG act. 1 S. 4).

Am 5. November 2002 erliess der Bezirksanwalt einen Vorführungsbefehl

gegen den Beschwerdeführer u.a. mit der Begründung, es bestehe der dringende

Verdacht, dieser handle mit grossen Mengen harter Drogen (BG act. 21/1). Am

gleichen Tag wurde der Beschwerdeführer verhaftet (BG act. 21/2). Am

6. November 2002 beantragte der Bezirksanwalt beim Haftrichter die Anordnung

von Untersuchungshaft. Aus den Ermittlungen gehe hervor, dass der Beschwer-

deführer während längerer Zeit einem gewissen Z. in der Wohnung seiner Mutter

Unterschlupf gewährt habe. Aus den Telefonüberwachungen bestehe insbeson-

dere der Verdacht, dass Z. zusammen mit dem Beschwerdeführer am 24. April

2002 an A. 1 Kilogramm Kokain übergeben habe. Ferner habe am 19. Juli 2002

B. verhaftet werden können, der kurz zuvor von Z. und dem Beschwerdeführer

100 Gramm Kokain bezogen habe. Sodann werde der Beschwerdeführer ver-

schiedener Drogengeldübergaben verdächtigt. Es bestehe der Verdacht, dass er

Teil einer international operierenden Drogenhändlerbande sei (BG act. 21/6).

2. Mit Verfügung vom 16. April 2004 stellte der Bezirksanwalt die Unter-

suchung gegen den Beschwerdeführer betreffend Übergabe von ca. 1 Kilogramm

Heroin an A. ein. Ferner verfügte der Bezirksanwalt, dass für diese Verfügung

keine Kosten erhoben würden und über die restlichen Kosten- und Entschädi-

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gungsfolgen das Bezirksgericht Zürich mit im gleichen Verfahren ergehenden

Urteil befinden werde (BG act. 24). Am gleichen Tag erhob der Bezirksanwalt eine

Anklage gegen den Beschwerdeführer. Mit dieser warf er dem Beschwerdeführer

einerseits als fahrlässige Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die

Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) vor, Z. die Wohnung

seiner Mutter zur Verfügung gestellt zu haben, der diese Wohnung auch zum

Aufbewahren und Strecken von grossen Mengen harter Drogen benutzt habe.

Ferner warf der Bezirksanwalt dem Beschwerdeführer als Geldwäscherei ver-

schiedene Übernahmen und Übergaben von Geldern vor, die aus Drogenhandel

stammten (BG act. 25).

3. Mit Urteil vom 17. Juni 2004 sprach das Bezirksgericht Zürich,

7. Abteilung, den geständigen (BG act. 34 S. 2 Ziff. I.) Beschwerdeführer schuldig

der fahrlässigen Widerhandlung gegen das BetmG und der mehrfachen Geld-

wäscherei und bestrafte ihn mit 9 Monaten Gefängnis. Ferner stellte es in Dispo-

sitiv Ziffer 4 unter anderem Fr. 1'548.-- "Kanzleikosten Untersuchung" und

Fr. 19'119.20 "Auslagen Untersuchung" fest und auferlegte die Kosten in Dispo-

sitiv-Ziffer 5 dem Beschwerdeführer (BG act. 34 S. 9 f.).

4. Mit Eingabe vom 30. August 2004 an das Bezirksgericht hielt der

Beschwerdeführer fest, es mache den Anschein, als ob das Bezirkgericht ihm mit

dem Urteil vom 17. Juni 2004 auch die Kosten der eingestellten Strafunter-

suchung auferlegt habe. Er beantragte, Dispositiv Ziffer 4 in Wiedererwägung zu

ziehen und die Höhe der Untersuchungskosten unter Ausscheidung der Kosten

des eingestellten Strafverfahrens angemessen festzusetzen und die Urteils-

begründung insoweit zu ergänzen, dass Gegenstand, Höhe und Rechtsgrundlage

der Kosten nachvollziehbar würden. Ferner beantragte er, über die Kosten- und

Entschädigungsfolgen der eingestellten Verfahren zu befinden und ihm eine

angemessene Umtriebsentschädigung auszurichten (BG act. 36).

5. Mit Eingabe vom 31. August 2004 an das Obergericht des Kantons Zürich

reichte der Beschwerdeführer einen Rekurs ein. Mit diesem beantragte er, Dispo-

sitiv Ziffern 4 und 5 des bezirksgerichtlichen Urteils vom 17. Juni 2004 seien

aufzuheben (Antrag Ziff. 1), die Kosten des mit Verfügung vom 16. April 2004

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eingestellten Strafverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen (Antrag

Ziff. 2), dem Beschwerdeführer sei für das eingestellte Strafverfahren eine

angemessene Umtriebsentschädigung auszurichten (Antrag Ziff. 3), und die

Kosten des mit Urteil vom 17. Juni 2004 beurteilten Strafverfahrens seien (unter

Ausscheidung der Kosten für das eingestellte Strafverfahren) gesetzeskonform

festzusetzen, wobei nur Kosten zu berücksichtigen seien, die entweder aktenmä-

ssig belegt seien oder sich unmittelbar auf Gesetzesvorschrift stützten (Antrag

Ziff. 4) (OG act. 1).

6. Mit Beschluss vom 1. Oktober 2004 trat das Bezirksgericht auf das

Wiedererwägungsgesuch vom 30. August 2004 zum Urteil vom 17. Juni 2004

nicht ein. Das Gericht sei an sein Urteil gebunden. Das einmal verkündete oder

zugestellte Erkenntnis dürfe die zuständige Instanz nicht widerrufen, d.h. weder

aufheben noch ergänzen. Was die beantragte Beurteilung der Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen der eingestellten Verfahren anbelange, sei dazu die Behörde

zuständig, welche das Verfahren eingestellt habe (BG act. 37).

7. Das Obergericht, III. Strafkammer, wies den am 31. August 2004 erhobe-

nen Rekurs mit Beschluss vom 23. April 2005 ab, soweit es auf ihn eintrat (KG

act. 2).

8. Gegen diesen obergerichtlichen Beschluss vom 23. April 2005 erhob der

Beschwerdeführer rechtzeitig (OG act. 13, 14, 11 = Prot. S. 4, act. 19, KG act. 1)

Nichtigkeitsbeschwerde. Damit beantragt er die Aufhebung des angefochtenen

Beschlusses und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu neuer

Entscheidung (KG at. 1 S. 2). Die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehm-

lassung (KG act. 9), die Staatsanwaltschaft auf eine Beschwerdeantwort (KG

act. 10).

 II.

1. Vorab stellt sich die Frage, ob die Nichtigkeitsbeschwerde überhaupt

zulässig ist:

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a) Gemäss § 428 StPO ist die Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassations-

gericht nur zulässig gegen Urteile und Erledigungsbeschlüsse des Geschwore-

nengerichts und des Obergerichts als erster Instanz. Beim angefochtenen

Beschluss handelt es sich demgegenüber um einen solchen zweiter Instanz. Die

Vorinstanz brachte denn auch keine Rechtsmittelbelehrung an (angefochtener

Beschluss KG act. 2 S. 8).

b) Gleichwohl hält der Beschwerdeführer unter Verweisung auf § 3 der

Schlussbestimmungen des Gesetzes über die Teilrevision der Strafprozess-

gesetzgebung vom 27. Januar (SchlB) die Nichtigkeitsbeschwerde für zulässig

(Beschwerde KG act. 1 S. 2 f.). Zu Recht:

c) Gemäss § 3 Abs. 2 SchlB ist die Nichtigkeitsbeschwerde gegen Entschei-

de des Obergerichts als Berufungsinstanz in Verfahren zulässig, in denen die

Berufung im Zeitpunkt des Inkrafttretens bereits erklärt worden ist. Dies gilt auch

für Entscheide des Obergerichts als Rekursinstanz, wenn der Rekurs vor dem

Inkrafttreten des neuen Rechts erhoben wurde (Kass.-Nr. AC050070 vom

21.7.05, Erw. 4b/bb mit Verweisung auf Donatsch/Weder/Hürlimann, Die Revision

des Zürcher Strafverfahrensrechts vom 27. Januar 2003, Zürich 2003, S. 75, und

Viktor Lieber, Nur noch eine Rechtsmittelinstanz im Zürcher Strafprozess, plädoy-

er 2/05, S. 38).

d) Das neue Recht trat am 1. Januar 2005 in Kraft. Der Rekurs wurde am

31. August 2004 erhoben. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist deshalb zulässig, und

es ist darauf einzutreten.

2. Der Beschwerdeführer macht unter anderem geltend, er habe vor Vor-

instanz beantragt, es seien die Kosten des Strafverfahrens, in welchem das

Bezirksgericht sein Urteil vom 17. Juni 2004 gefällt habe, gesetzeskonform zu

erheben, unter Ausscheidung der Kosten für die mit Einstellungsverfügung vom

16. April 2004 eingestellten Strafuntersuchungen. Die Vorinstanz habe diese

Anträge mit der Erwägung zurückgewiesen, dass die entstandenen Unter-

suchungskosten durch das Kostenblatt der Untersuchungsbehörde ausgewiesen

seien. Das treffe indes nicht zu. Der Bezirksanwalt habe lediglich notiert, die

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Untersuchungskosten betrügen Fr. 16'669.20. Welche Kosten in welcher Höhe

und von welchem Leistungserbringer entstanden seien, lasse sich dem Kosten-

blatt nicht entnehmen. Es handle sich um eine reine Behauptung des Bezirks-

anwalts. Es sei deshalb unüberprüfbar, ob die geltend gemachten Kosten im

Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer ständen,

und bejahendenfalls, ob sie im Zusammenhang mit den eingestellten Strafunter-

suchungen oder im Zusammenhang mit den Delikten ständen, die vom Bezirks-

gericht mit Urteil vom 17. Juni 2004 sanktioniert worden seien. Indem die Vor-

instanz die Anträge auf Abklärung der effektiv angefallenen Kosten abgewiesen

habe, habe sie den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers und die Unter-

suchungsmaxime und Dokumentationspflicht verletzt (Beschwerde KG act. 1

S. 3 - 5).

Die Rüge ist berechtigt:

2.1. Die Vorinstanz erwog, die Höhe und die Zusammensetzung der Kosten

seien auf dem Kostenblatt der Untersuchungsbehörde vom 16. April 2004 aus-

gewiesen (angefochtener Beschluss KG act. 2 S. 5 Ziff. 4.a mit Verweisung auf

BG act. 23).

2.2. Im "Kostenblatt im Verfahren gegen ___ (X)." der Bezirksanwaltschaft

vom 16. April 2004, auf welches die Vorinstanz verweist, sind unter dem Titel

"2. Barauslagen" vier Positionen enthalten, nämlich "Untersuchungskosten"

Fr. 16'669.20, Fotokopien Fr. 800.--, Telefon/Telefax Fr. 50.--, 16 Transporte à

Fr. 100.-- Fr. 1'600.-- (BG act. 23). Insbesondere welche Kosten und Aufwendun-

gen die mit mehr als Fr. 16'000.-- erhebliche Position "Untersuchungskosten" be-

trifft, ist darin in keiner Weise detailliert. Das ergibt sich auch nicht aus den weite-

ren Akten, sondern bleibt völlig unsubstantiiert.

2.3. Gemäss § 188 Abs. 1 Satz 1 StPO - auf welchen auch die Erstinstanz

zur Begründung der von der Vorinstanz mit dem angefochtenen Beschluss

bestätigten Kostenauflage verwies (BG act. 34 S. 9 Ziff. VI) - hat der Angeklagte

im Fall seiner Verurteilung in der Regel die Kosten des Prozesses zu tragen.

Denn der Verurteilte hat das Verfahren, d.h. das Tätigwerden der Justiz durch

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sein strafbares Verhalten verursacht und muss deshalb die gesamten dadurch

bewirkten Kosten, bestehend in den besonderen Kosten der Untersuchung und

des Gerichtsverfahrens, tragen (Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozess-

ordnung des Kantons Zürich, Zürich 1996 ff., N 1 zu § 188). Massgebend ist

dabei, ob die Kosten die adäquate Folge des deliktischen Handelns des

Angeklagten sind. Mangels Adäquanz sind unnötige Kosten dem Verurteilten

deshalb nicht aufzuerlegen (Donatsch/Schmid, a.a.O., N 1 zu § 188; Kass.-Nr.

99/445 S vom 29.10.2000 Erw. II.7.5.a). Voraussetzung für die Auferlegung von

Kosten ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen Handeln des Ange-

klagten und den aufzuerlegenden Kosten. Der adäquate Kausalzusammenhang

setzt einen natürlichen Kausalzusammenhang voraus. Das gilt sowohl bezüglich

der einem verurteilten Angeklagten aufgrund von § 188 Abs. 1 StPO aufzuerle-

genden Kosten wie bezüglich der einem freigesprochenen Angeklagten gemäss §

189 Abs. 1 StPO oder einem Angeschuldigten, gegen den eine Untersuchung ein-

gestellt wird, gemäss § 42 Abs. 1 StPO aufzuerlegenden Kosten, wenn er die

Untersuchung durch ein verwerfliches oder leichtfertiges Benehmen verursacht

hat (vgl. auch Donatsch/Schmid, a.a.O., N 12 zu § 42).

2.4. Geltend gemachte Kosten, die dem Angeschuldigten oder Angeklagten

auferlegt werden sollen, sind zumindest soweit zu detaillieren und zu substantiie-

ren, dass überhaupt geprüft werden kann, ob die Voraussetzung des Kausalzu-

sammenhangs erfüllt ist. Das trifft auf die von der Bezirksanwaltschaft im Kosten-

blatt BG act. 23 geltend gemachten Untersuchungskosten von Fr. 16'669.20 nicht

zu. So kann insbesondere nicht geprüft werden, ob diese Kosten aus Telefon-

überwachungen stammen, bejahendenfalls aus welchen, ob diese Telefonüber-

wachungen in einem kausalen Zusammenhang mit Handlungen des Beschwer-

deführers stehen, für welche er verurteilt wurde oder welche verwerflich oder

leichtfertig waren (vgl. Beschwerde KG act. 1 S. 8 f. Ziff. 6.1 - 6.4) etc.

2.5. Der Entscheid über die Kostenauflage ist den allgemeinen Grundsätzen

entsprechend zu begründen (Donatsch/Schmid, a.a.O., N 59 zu § 42 StPO

bezüglich nach § 42 StPO aufzuerlegende Kosten, was aber ebenfalls für nach

§§ 188 f. aufzuerlegende Kosten gilt). Ob ein Entscheid im Einklang mit der Sach-

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und Rechtslage steht und auch im Übrigen vernunftgemäss zu vertreten ist, soll

nicht nur für die Verfahrensbeteiligten, sondern auch für allfällige Rechtsmittel-

instanzen überprüfbar sein, was ohne Kenntnis der Entscheidungsgründe nicht

möglich ist. Diese Begründungspflicht bezieht sich auch auf die Nebenfolgen

(Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, Rz 214 f.).

2.6. Zwar begründete die Vorinstanz, weshalb sämtliche Kosten insgesamt

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen seien (damit ist nicht gesagt, dass diese

Begründung auch richtig ist; vgl. z.B. nachfolgend Ziff. 3). Sie unterliess aber jede

Auseinandersetzung mit den einzelnen Untersuchungskosten und jede Be-

gründung für die Auferlegung der einzelnen Untersuchungskosten - obwohl der

Beschwerdeführer mit seinem Rekurs beantragt hatte, es seien nur Kosten zu

berücksichtigen, die entweder aktenmässig belegt seien oder sich unmittelbar auf

Gesetzesvorschrift stützten (OG act. 1 S. 3 Ziff. 4 zweiter Absatz), und diesen

Antrag damit begründete, die Erstinstanz habe Höhe und Rechtsgrundlage ihres

Kostenentscheides nicht begründet, aus den Akten lasse sich nichts gewinnen

("vgl. act. 23"), und der Kostenentscheid sei mangels Aktenlegung und mangels

Begründung nicht verteidigungsfähig (OG act. 1 S. 4 Ziff. 5).

2.7. Indem die Vorinstanz die erstinstanzliche Auflage auch der von der

Bezirksanwaltschaft geltend gemachten Untersuchungskosten von Fr. 16'669.20

bestätigte, obwohl weder aus dem bezirksanwaltschaftlichen Kostenblatt noch

aus den übrigen Akten noch aus dem erstinstanzlichen Urteil noch aus dem an-

gefochtenen Rekursentscheid ersichtlich ist, wofür diese Kosten entstanden sein

sollen (womit auch nicht überprüfbar ist, ob sie, und ggfs. welche davon zu Recht

dem Beschwerdeführer auferlegt wurden oder nicht), verletzte sie die Be-

gründungspflicht und damit den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers. Dies ist

ein Nichtigkeitsgrund im Sinne von § 430 Abs.1 Ziff. 4 StPO. Der angefochtene

Beschluss ist schon deshalb aufzuheben, und die Sache ist an die Vorinstanz

zurückzuweisen, damit diese - bzw. bei einer allfälligen vorinstanzlichen Rück-

weisung an die Erstinstanz diese - sich insbesondere mit den einzelnen geltend

gemachten Untersuchungskosten auseinandersetzt und neu entscheidet.

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3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens müssen die weiteren Rügen nicht

mehr geprüft werden. Immerhin kann im Hinblick auf den neuen Entscheid auf

Folgendes hingewiesen werden:

Während die Bezirksanwaltschaft in der Einstellungsverfügung vom 16. April

2004 festgehalten und verfügt hatte, dass für diese Verfügung keine Kosten zu

erheben seien und über die weiteren Kosten- und Entschädigungsfolgen das

Bezirksgericht Zürich mit im gleichen Verfahren ergehenden Urteil zu befinden

haben werde (BG act. 24 S. 1 unten, S. 2 Ziff. 2), hielt das Bezirksgericht fest,

was die beantragte Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen der ein-

gestellten Verfahren anbelange, sei dazu die Behörde zuständig, welche das

Verfahren eingestellt habe (BG act. 37 S. 3 mit Verweisung auf §§ 42 ff. StPO und

Schmid, a.a.O., N 802). Die Vorinstanz erwog in Erw. II.3. des angefochtenen

Beschlusses, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen einer eingestellten

Untersuchung habe die Untersuchungsbehörde zu befinden. Die Erstinstanz habe

sich deshalb zu Recht nicht mit allfälligen Kostenfolgen des eingestellten Teils der

Strafuntersuchung befasst (angefochtener Beschluss KG act. 2 S. 4 unten). Mit

dieser Erwägung - deren Richtigkeit an dieser Stelle nicht zu prüfen ist - ist die

Auflage sämtlicher Untersuchungskosten durch die Gerichte im mit Anklage der

Bezirksanwaltschaft vom 16. April 2004 (BG act. 25) eingeleiteten gerichtlichen

Strafprozess nicht vereinbar. Hat allein die Untersuchungsbehörde über die all-

fälligen Kostenfolgen des eingestellten Teils der Strafuntersuchung zu befinden,

steht eine gerichtliche Auflage sämtlicher Untersuchungskosten, damit auch der-

jenigen Kosten, welche den eingestellten Teil der Strafuntersuchung betreffen, in

unverträglichem Widerspruch dazu und ist nicht zulässig. Hat allein die Unter-

suchungsbehörde über die allfälligen Kostenfolgen des eingestellten Teils der

Strafuntersuchung zu befinden, kommen die Vorinstanzen nicht umhin, die auf

diesen eingestellten Teil der Strafuntersuchung entfallenden Kosten auszuschei-

den (oder zumindest eine quotenmässige Aufteilung vorzunehmen), da sie ja

darüber nicht entscheiden können. Hat allein die Untersuchungsbehörde über die

allfälligen Kostenfolgen des eingestellten Teils der Strafuntersuchung zu befinden,

sind zudem die vorinstanzlichen Erwägungen, dass die dem eingestellten Teil der

Untersuchung zugeordneten Kosten dem Beschwerdeführer wegen verwerflichem

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oder leichtfertigem Benehmen aufzuerlegen gewesen wären (angefochtener

Beschluss KG act. 2 S. 7), verfehlt, da ja die Vorinstanzen darüber gerade nicht

zu befinden haben, die Untersuchungsbehörde aber nichts dergleichen befunden

hatte. Die vom Beschwerdeführer gerügten vorinstanzlichen Erwägungen, dass

dem Beschwerdeführer auch die den eingestellten Teil der Strafuntersuchung be-

treffenden Kosten aufzuerlegen sind (angefochtener Beschluss KG act. 2

S. 5 - 7 Ziff. 4), sind bei der vorinstanzlichen Erwägung, dass darüber allein die

Untersuchungsbehörde zu befinden hat (angefochtener Beschluss KG act. 2 S. 4

Ziff. 3), nicht haltbar.

 III.

Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die

Gerichtskasse zu nehmen. Ferner ist dem Beschwerdeführer für die anwaltlichen

Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine angemessene Entschädigung aus

der Gerichtskasse zuzusprechen.

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Das Gericht beschliesst:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Beschluss der III. Strafkammer des

Obergerichts des Kantons Zürich vom 23. April 2005 aufgehoben und die

Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz

zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen.

3. Dem Beschwerdeführer wird für das Kassationsverfahren eine Entschädi-

gung von Fr. 2'200.-- (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse zugesprochen.

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die III. Strafkammer des Obergerichts

des Kantons Zürich, die 7. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich, je gegen

Empfangsschein und die Kasse des Kassationsgerichts.

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KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH
Der juristische Sekretär: