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**Case Identifier:** e115c43f-3969-5a96-aa3d-05b2c52876b6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.12.2014 100 2013 363
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-363_2014-12-22.pdf

## Full Text

100.2013.363/364U
HAT/SBE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 22. Dezember 2014

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Streun

A.________ und B._________
Beschwerdeführende 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2010 
(Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 17. September 2013; 
100 12 345, 200 12 298)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.12.2014, Nrn. 100.2013.363/
364U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 15. Februar 2012 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Bern (nachfolgend: 
Steuerverwaltung), Region …, A.________ und B.________für das Steuerjahr 2010 in 
Abweichung von deren Selbstdeklaration auf ein steuerbares Einkommen von 
Fr. 57'000.-- bei den Kantons- und Gemeindesteuern bzw. von Fr. 55'700.-- bei der 
direkten Bundessteuer. Die Abweichung beruhte im Wesentlichen auf einer Ein-
kommensaufrechnung von Fr. 20'000.--, welche sich aus einer Vergleichsberechnung 
von Vermögensentwicklung und Lebensaufwand ergab. 

Gegen diese Veranlagungen erhoben A.________ und B.________am 7. März 2012 
Einsprachen, welche die Steuerverwaltung mit Entscheiden vom 13. Juni 2012 abwies. 

B.

Hiergegen gelangten A.________ und B.________am 12. Juli 2012 mit Rekurs und 
Beschwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Mit 
Entscheiden vom 17. September 2013 wies diese die Rechtsmittel ab und erhöhte die 
Einkommensaufrechnung – gestützt auf eine eigene Vermögensvergleichsberechnung 
– im Rahmen einer reformatio in peius auf Fr. 25'400.--. 

C.

Am 18. Oktober 2013 haben A.________ und B.________gegen die Entscheide der 
StRK in einer einzigen Rechtsschrift Verwaltungsgerichtsbeschwerden erhoben. Sie 
beantragen sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Entscheide und den 
Verzicht auf eine Einkommensaufrechnung. 

Mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 hat der Abteilungspräsident die Verfahren 
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 
vereinigt.

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In ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 11. November 2013 bzw. Be-
schwerdeantwort vom 10. Januar 2014 schliessen die StRK und die Steuerverwaltung 
je auf Abweisung der Beschwerden.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. 
auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und 
Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte 
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 
2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Beim 
angefochtenen Rückweisungsentscheid handelt es sich um einen Endentscheid, 
verbleibt der Steuerverwaltung doch kein Entscheidungsspielraum mehr; die Rück-
weisung dient nur noch der (rechnerischen) Umsetzung des Angeordneten (vgl. statt 
vieler BGE 134 II 124 E. 1.3; für das kantonale Verfahren auch BVR 2012 S. 558, nicht 
publ. E. 1.2 [VGE 2011/324 vom 16.5.2012]). Die zusätzlichen Voraussetzungen von 
Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 VRPG für die Anfechtung von Zwischenentscheiden 
müssen daher nicht erfüllt sein. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, sind durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 
Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten. 

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch 
der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwaltungsgericht – da es sich 
um zwei verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen 
und in getrennten Verfahren veranlagt werden – zwei Entscheide fällen. Diese können 
jedoch in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 
E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Vorliegend ist eine ermessensweise vorgenommene Ein-

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kommensaufrechnung umstritten. Da die einschlägigen Normen des kantonalen und 
eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, rechtfertigt sich die gemeinsame 
Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer 
Steuern. 

1.3 Eine Gutheissung der Beschwerden hätte für die Beschwerdeführenden sowohl 
bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch bei der direkten Bundesteuer eine 
Ersparnis von deutlich unter Fr. 20'000.-- zur Folge, weshalb die Streitigkeit in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 119 VRPG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes 
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). 

2. 

2.1 Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen 
Einkünfte, die nicht ausdrücklich von der Besteuerung ausgenommen sind (Art. 19 
Abs. 1 StG; Art. 16 i.V.m. Art. 24 DBG; vgl. auch Art. 7 Abs. 1 und 4 des 
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten 
Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]). Die Veranlagungsbehörde 
stellt zusammen mit der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige 
Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest (Art. 166 
Abs. 2 StG; Art. 123 Abs. 1 DBG). Aus dem Untersuchungsgrundsatz ergibt sich die 
Pflicht (und das Recht) der Veranlagungsbehörde, den rechtserheblichen Sachverhalt 
von Amtes wegen abzuklären; sie hat insbesondere die Steuererklärung zu prüfen und 
die erforderlichen Untersuchungen vorzunehmen, um den materiell wahren 
Sachverhalt zu erforschen (vgl. Art. 166 Abs. 3 Satz 1, Art. 174 Abs. 1 StG; Art. 123 
Abs. 2 Satz 1, Art. 130 Abs. 1 DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 1 StHG; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Art. 130 N. 3 
ff.; Martin Zweifel, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 
Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 130 DBG N. 2; Zweifel/Casanova, 
Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, 2008, § 14 N. 4). Die steuer-
pflichtige Person hat ihrerseits alles zu tun, um eine vollständige und richtige 

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Veranlagung zu ermöglichen (Art. 167 Abs. 1 StG; Art. 126 Abs. 1 DBG; vgl. auch 
Art. 42 Abs. 1 StHG). Sie muss insbesondere die Steuererklärung und Einlageblätter 
wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen, persönlich unterzeichnen und samt den 
vorgeschriebenen Beilagen fristgerecht bei der zuständigen Behörde einreichen 
(Art. 170 Abs. 2 Satz 1 StG; Art. 124 Abs. 2 DBG). Natürliche Personen mit 
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit müssen der Steuererklärung die 
unterzeichneten Jahresrechnungen (Bilanzen, Erfolgsrechnungen) der Steuerperiode 
oder, wenn eine kaufmännische Buchhaltung fehlt, Aufstellungen über Aktiven und 
Passiven, Einnahmen und Ausgaben sowie Privatentnahmen und Privateinlagen 
beilegen (Art. 171 Abs. 2 StG; Art. 125 Abs. 2 DBG; vgl. auch Art. 42 Abs. 3 StHG).

2.2 Hat die steuerpflichtige Person trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht 
erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht 
einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerverwaltung die Veranlagung nach 
pflichtgemässem Ermessen vor (Art. 174 Abs. 2 Satz 1 StG; Art. 130 Abs. 2 Satz 1 
DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 3 StHG). Anlass zu einer Ermessensveranlagung bietet 
jede nicht zu beseitigende Ungewissheit im Sachverhalt, welche es der 
Veranlagungsbehörde verunmöglicht, die Steuerfaktoren oder Teile davon einwandfrei 
zu ermitteln. Die Ungewissheit über den massgebenden Sachverhalt kann, muss aber 
nicht auf einer Nicht- bzw. Schlechterfüllung von Verfahrenspflichten beruhen 
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 26, 30, 38, 41; Martin Zweifel, 
a.a.O., Art. 130 DBG N. 30, 42; Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 10, 16; Markus 
Berger, Voraussetzungen und Anfechtung der Ermessensveranlagung, in ASA 75 
S. 185 ff., 196, 200). Bevor eine Ermessensveranlagung vorgenommen werden darf, 
ist im Beweisverfahren anhand der angebotenen oder anhand anderer geeigneter 
Beweismittel zu prüfen, ob die geltend gemachten Tatsachen ausgewiesen sind (vgl. 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 24 f.; Martin Zweifel, a.a.O., Art. 130 
DBG N. 43; Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 16; Markus Berger, a.a.O., S. 198). Die 
Anforderungen an das einwandfreie Vorliegen des steuerlich relevanten Sachverhalts 
dürfen nicht überspannt werden. Hat die steuerpflichtige Person alle 
Mitwirkungspflichten erfüllt, findet bei ungewissem Sachverhalt grundsätzlich die 
allgemeine Beweislastregel Anwendung, wonach die Veranlagungsbehörde für die 
steuerbegründenden bzw. -erhöhenden Tatsachen, die steuerpflichtige Person für die 
steueraufhebenden bzw. -mindernden Tatsachen die Beweislast trägt. Die Ver-
anlagungsbehörde darf nur dann eine Schätzung vornehmen, wenn das Beweis-
verfahren genügend Anhaltspunkte für einen steuerbegründenden bzw. -mehrenden 

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oder steueraufhebenden bzw. -mindernden Sachverhalt ergeben hat, ohne dass im 
Quantitativen eine eindeutige Abklärung möglich war. Die Ungewissheit über die Höhe 
der Steuerfaktoren muss so gross sein, dass der korrekt handelnden steuerpflichtigen 
Person zugemutet werden darf, in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren das 
Gegenteil der Schätzung zu beweisen (vgl. zum Ganzen VGE 2013/361/362 vom 
5.11.2014, E. 2.2; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 23, 41; vgl. auch 
Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 9; Markus Berger, a.a.O., S. 201). 

2.3 Die Ermessensveranlagung besteht in einer Schätzung der Steuerfaktoren oder 
einzelner Einkommens- bzw. Gewinnbestandteile und beruht auf einer 
Sachverhaltsfeststellung durch Wahrscheinlichkeitsschluss. Ziel der ermessensweisen 
Schätzung ist die bestmögliche Annäherung an den wirklichen Sachverhalt. Die 
Veranlagungsbehörde hat die amtliche Schätzung pflichtgemäss vorzunehmen. Sie 
kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand der 
steuerpflichtigen Person berücksichtigen (Art. 174 Abs. 2 StG; Art. 130 Abs. 2 DBG; 
vgl. auch Art. 46 Abs. 3 StHG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 61 f.; 
Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N. 18 f.). Der steuerpflichtigen Person steht allerdings 
der Nachweis offen, dass sie besonders sparsam gelebt hat oder ihren 
Lebensunterhalt durch Vermögensverzehr oder steuerfreie Einkünfte bestritten hat (vgl. 
Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 71). 

2.4 Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen kann die steuerpflichtige 
Person nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten; die Einsprache ist zu 
begründen und muss allfällige Beweismittel nennen (Art. 191 Abs. 3 und 5 StG bzw. 
Art. 132 Abs. 3 DBG; vgl. auch Art. 48 Abs. 2 StHG). Diese gegenüber der Einsprache 
im ordentlichen Verfahren qualifizierte Anforderung folgt aus der besonderen Natur der 
Ermessensveranlagung. Weil sich der betragsmässige Umfang der zu bestimmenden 
Steuerfaktoren nicht genau feststellen lässt, ist er zu schätzen. Die Schätzung beruht 
notwendigerweise auf Annahmen und Vermutungen. Weil die Ermessensveranlagung 
deshalb zwangsläufig gewisse Ungenauigkeiten aufweist, ist die Möglichkeit, sie 
anzufechten, entsprechend eingeschränkt. Mithilfe eines umfassenden 
Unrichtigkeitsnachweises hat die steuerpflichtige Person die bestehende Ungewissheit 
bezüglich des Sachverhalts zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen nicht. In der 
Begründung der Einsprache ist daher der Sachverhalt in substanziierter Weise 
darzulegen, und es sind die Beweismittel für diese Sachverhaltsdarstellung zu nennen. 
Es reicht nicht aus, die Einschätzung in pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich 

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einzelne Positionen der Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen (vgl. zum Ganzen 
VGE 2013/361/362 vom 5.11.2012, E. 2.4; vgl. auch BGer 2C_136/2011 vom 
30.4.2012, E. 4.2.1. mit Verweis auf 2C_279/2011 und 2C_280/2011 vom 17.10.2011, 
in StE 2012 B 93.5 Nr. 26 E. 3.2; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 132 
N. 54; Martin Zweifel, a.a.O., Art. 132 DBG N. 42). Offensichtlich unrichtig ist eine 
Schätzung dann, wenn sie an einem in die Augen springenden, qualifizierten Fehler 
leidet. Dies ist der Fall, wenn ein wesentlicher erwägenswerter Gesichtspunkt 
übergangen oder falsch gewürdigt worden ist (statt vieler BGer 2C_260/2014 und 
2C_261/2014 vom 2.4.2014, E. 4.1 mit Verweis auf 2C_279/2011 und 2C_280/2011 
vom 17.10.2011, in StE 2012 B 93.5 Nr. 26 E. 3.1) oder wenn die Schätzung sachlich 
nicht begründbar, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert ist, sich auf 
sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder aus sons-
tigen Gründen mit den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls nicht vereinbar ist 
(BVR 2008 S. 181 E. 4.3 mit Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 
Art. 132 N. 68; Martin Zweifel, a.a.O., Art. 132 DBG N. 52). 

3.

Vorab ist zu klären, ob die Voraussetzungen für die Vornahme einer Er-
messensveranlagung erfüllt waren.

3.1 Die Beschwerdeführenden haben für das Jahr 2010 steuerbare Einkünfte von 
Fr. 74'423.-- und ein Reinvermögen von Fr. 292'982.-- deklariert, welches die Steuer-
verwaltung auf Fr. 292'291.-- korrigierte (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4B], 
pag. 1 ff., 18 und 20 ff.). Ihr Reinvermögen war im Jahr 2009 auf Fr. 254'014.-- 
veranlagt worden (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4B], pag. 110), womit 2010 
im Vergleich zum Vorjahr ein (Rein-)Vermögenszuwachs von Fr. 38'277.-- resultiert. 
Vor diesem Hintergrund gelangte die Steuerverwaltung zum Schluss, dass es den Be-
schwerdeführenden mit dem deklarierten Einkommen nicht möglich gewesen sei, 
sowohl den Vermögenszuwachs (bereinigt Fr. 37'555.--) als auch ihren 
Lebensunterhalt zu finanzieren, ohne über zusätzliche nicht deklarierte Mittel zu ver-
fügen. Aus diesem Grund erstellte sie eine Vermögensvergleichsberechnung, in 
welcher sie zunächst die effektive Veränderung im Vermögen berechnete und diesem 
Betrag anschliessend das (um einzelne Aufwendungen und gewisse nicht 
liquiditätswirksame Abzüge) bereinigte deklarierte Reineinkommen gegenüberstellte. 

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Daraus ergaben sich die zur Verfügung stehenden Mittel, von welchen die Steuer-
verwaltung die Lebenshaltungskosten gemäss den Erhebungen des Bundesamtes für 
Statistik sowie die weiteren Aufwendungen gemäss den Angaben der 
Beschwerdeführenden in Abzug brachte. Dieser Berechnungsvorgang ergab einen 
unerklärten Fehlbetrag von Fr. 34'305.-- (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4B], 
pag. 61 f.). 

3.2 Mit Schreiben vom 28. November 2011 forderte die Steuerverwaltung die 
Beschwerdeführenden auf, den Einkommensfehlbetrag zu erklären und diesbezügliche 
Belege einzureichen (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4B], pag. 60). Am 
21. Dezember 2011 teilten die Beschwerdeführenden mit, dass sie einen «günstigen 
Lebensstil» pflegen würden, weshalb die «Normalwerte», mit denen die Steuerver-
waltung operiere, auf sie nicht angewendet werden könnten. Zudem wiesen sie darauf 
hin, dass im ausgewiesenen Geschäftsaufwand Haushaltskosten von Fr. 7'140.-- ent-
halten seien (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4B], pag. 63 und 17). Die Steuer-
verwaltung prüfte die Angaben der Beschwerdeführenden und nahm – unter teilweiser 
Berücksichtigung von deren Vorbringen – sowohl bei den Kantons- und Gemeinde-
steuern als auch bei der direkten Bundessteuer auf dem Einkommen aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit einen (reduzierten) Ermessenszuschlag von Fr. 20'000.-- vor (vgl. Ver-
anlagungsverfügungen vom 15.2.2012, Vorakten Steuerverwaltung [in act. 4B], 
pag. 20 ff.). 

3.3 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass Steuerverwaltung und 
StRK eine Ermessensveranlagung vorgenommen haben: Vorliegend hatten die 
Beschwerdeführenden Einkünfte deklariert, die nach allgemeiner Erfahrung nicht 
ausreichen, um – nebst dem ermittelten Vermögenszuwachs – ihr notwendiges 
Auskommen zu finanzieren, was zur natürlichen Vermutung führte, dass sie über 
zusätzliche (steuerbare) Einkommensquellen verfügt haben mussten. Es lagen damit 
genügend Anhaltspunkte für einen steuerbegründenden Sachverhalt vor und es wäre 
Sache der Beschwerdeführenden gewesen, diese zu widerlegen (vorne E. 2.2), was 
ihnen jedoch mit den nicht näher belegten Behauptungen zu dem von ihnen geführten, 
sehr bescheidenen Lebensstil nicht gelungen ist. Soweit die Beschwerdeführenden in 
diesem Zusammenhang vorbringen, die Vorinstanzen hätten nicht ohne «ihre Art des 
Lebens an Ort und Stelle zu besichtigen», auf «administative, nicht reale» Zahlen 
abstellen dürfen, geht ihre Rüge fehl: Es wäre an ihnen gelegen, substantiiert 
darzulegen, wie sich ihre Lebenshaltungskosten zusammensetzen und entsprechende 

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Belege beizubringen (vgl. vorne E. 2.4). Angesichts des von den Steuerbehörden 
festgestellten Fehlbetrags konnten sie sich nicht darauf beschränken, von diesen die 
Durchführung eines Augenscheins zu verlangen, zumal ein solcher die betragliche 
Festlegung ihrer Lebenshaltungskosten wohl kaum erlaubt hätte. 

4.

Es bleibt zu prüfen, ob die vorgenommene Ermessensveranlagung – wie von den 
Beschwerdeführenden sinngemäss geltend gemacht – offensichtlich unrichtig ist.

4.1 Die StRK hat in der von ihr erstellten Vermögensvergleichsberechnung für die 
ermessensweise Bestimmung des Lebensaufwands im Sinne einer Schätzungshilfe 
auf den nach den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe 
berechneten fürsorgerechtlichen Grundbetrag abgestellt (SKOS-Richtlinie; 
4. überarbeitete Ausgabe, April 2005, einsehbar unter: <http://www.skos.ch>, Rubriken 
«SKOS-Richtlinien/Richtlinien Konsultieren/Frühere Ausgaben»). Zu dem so 
ermittelten Grundbedarf für den Lebensunterhalt in der Höhe von Fr. 21'432.-- wurden 
die tatsächlichen Mietkosten von Fr. 5'400.-- (Fr. 8'400.-- minus Geschäftsanteil von 
Fr. 3'000.--), die ausgerichteten Vergabungen von Fr. 1'550.-- sowie die weiteren in der 
Steuererklärung ausgewiesenen Berufsauslagen von Fr. 1'880.-- addiert (vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung [in act. 4B], pag. 5 f., 15, 83), was zu einem Gesamtprivataufwand 
von Fr. 30'262.-- führte. – Die Beschwerdeführenden bringen – wie bereits in den 
vorinstanzlichen Verfahren – auch vor Verwaltungsgericht vor, dass sie besonders 
sparsam gelebt hätten, weshalb die in der Vermögensvergleichsberechnung berück-
sichtigten durchschnittlichen Lebenshaltungskosten zu hoch bemessen seien. Im 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren legen sie erstmals eine Aufstellung über ihre 
Lebenshaltungskosten im Jahr 2010 vor und beziffern diese auf rund Fr. 1'270.-- pro 
Monat (bzw. Fr. 15'240.-- pro Jahr; vgl. act. 1C).

4.2 Die von den Beschwerdeführenden eingereichte Aufstellung ihrer 
Lebenshaltungskosten erscheint lückenhaft und stimmt mit den von ihnen selber 
gemachten Angaben bzw. den in der Steuererklärung aufgeführten Zahlen nicht 
überein, weshalb erhebliche Zweifel an ihrer Richtigkeit bestehen. So werden bloss 
monatliche Mietkosten von Fr. 250.-- (zuzüglich Kosten für Arbeiten am Haus von 
Fr. 200.--) angegeben, obwohl aktenkundig ist, dass bereits der Mietzins allein (ohne 
Geschäftsanteil) Fr. 450.-- pro Monat beträgt (vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in 

http://www.skos.ch/

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act. 3B], pag. 83; E-Mail vom 14.4.2011, unpag. Vorakten Steuerverwaltung [in 
act. 3B]). Weiter fehlen die in der Steuererklärung ausgewiesenen Vergabungen von 
Fr. 1'550.-- sowie die weiteren deklarierten Berufsauslagen von Fr. 1'880.-- (Fr. 1'716.-- 
plus Fr. 164.--; vgl. Vorakten Steuerverwaltung [in act. 3B], pag. 5 f.). Ebenfalls nicht 
aufgeführt werden die Kosten für den Kaminfeger, obschon die Beschwerdeführenden 
angegeben haben, dass dieser die Reinigung des Zentralheizungsofens sowie des 
Kamins vornehme (vgl. Vorakten StRK, [in act. 4B], pag. 42). Ebenso unerwähnt ge-
blieben sind in der Aufstellung die Anschaffungen für den Haushalt und die Auslagen 
für das (erste) Kind (vgl. Vorakten StRK, [in act. 4B], pag. 42). Ferner erscheinen 
einige der Kostenpositionen – selbst unter Berücksichtigung der Behauptung, dass die 
Beschwerdeführenden offenbar in sehr bescheidenen Verhältnissen leben und einen 
aussergewöhnlichen Sparsinn beweisen – als unwahrscheinlich tief. Insbesondere ist 
nicht plausibel, dass dem Beschwerdeführer überhaupt keine Kosten für Bekleidung 
und Schuhe, Körperpflege sowie weitere persönliche Auslagen angefallen sein sollen 
(vgl. Vorakten StRK, [in act. 4B], pag. 42). Nicht nachvollziehbar ist zudem, dass zwar 
die Kosten für ein Halbtaxabo aufgeführt werden, darüber hinaus aber keinerlei 
Ausgaben für den öffentlichen Verkehr entstanden sein sollen. Auch dass gar keine 
Mittel für die Freizeitgestaltung aufgewendet wurden, ist wenig glaubwürdig. Jedenfalls 
vermögen die Beschwerdeführenden mit ihrer Aufstellung und den beigelegten 
lückenhaften Belegen (vgl. act. 1D-1L) den Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit 
der Ermessenseinschätzung nicht zu erbringen. Die Vorinstanz hat der sparsamen 
Lebensweise der Beschwerdeführenden dadurch Rechnung getragen, dass sie zur 
Ermittlung der Lebenshaltungskosten vom fürsorgerechtlichen Grundbedarf 
ausgegangen ist, was nicht zu beanstanden ist. Insoweit kann der Vorinstanz auch 
nicht vorgeworfen werden, sie habe die Darstellungen der Beschwerdeführenden nicht 
(genügend) gewürdigt. 

4.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Ermessenseinschätzung zu Recht 
vorgenommen wurde und deren Höhe nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerden 
erweisen sich somit als unbegründet und sind abzuweisen.

5.

Bei diesem Ausgang der Verfahren werden die Beschwerdeführenden kostenpflichtig 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). 

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Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 
Abs. 1 und 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 
172.021]).

Demnach entscheidet der Einezlrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2010 wird 
abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2010 wird abgewiesen.

3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden den Beschwerdeführenden auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden.