# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce9e0bf2-5c49-5de9-8d49-112da8b1506d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2009 E-3805/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3805-2009_2009-06-24.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3805/2009/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 0 9

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richter Hans Schürch, Richterin Emilia Antonioni;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
Irak,
lic. iur. vertreten durch Donato De Luca, Rechtsanwalt,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Mai 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3805/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein irakischer Staatsangehöriger sunniti-
schen  Glaubens  und  kurdischer  Volkszugehörigkeit  aus  B._______, 
sein Heimatland eigenen Angaben am 15. Juli 2008 verliess und von 
der  Türkei  her  kommend  am  30. Juli 2008  illegal  in  die  Schweiz 
gelangte, gleichentags erstmals um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  (...)  zur  Begründung  seines 
Asylgesuchs  geltend  machte,  in  seiner  Heimatstadt  gebe  es  keine 
Sicherheit,

dass er in B._______ als Mechaniker in einer Autogarage gearbeitet 
und  in  dieser  Funktion  am  18.  respektive  20. Juni 2008  die  Räder 
eines Polizeiautos gewechselt habe,

dass  "die  Terroristen" eine  Zusammenarbeit  mit  den  Ordungskräften 
nicht akzeptieren würden und er am selben Nachmittag den Besitzer 
der Garage tot aufgefunden habe,

dass  verschiedene  Personen  ihm hierauf  zur  Flucht  geraten  hätten, 
worauf er kurz nach Hause zurückgekehrt und in der Folge bei einem 
Freund in einem anderen Stadtteil untergetaucht sei, seine Flucht vor-
bereitet und den Irak etwa zehn Tage später über die Grenze zur Tür-
kei verlassen habe,

dass das BFM mit Beschluss vom 6. Oktober 2008 feststellte, der Be-
schwerdeführer sei seit dem 4. September 2008 unbekannten Aufent-
halts und das Asylgesuch als gegenstandslos geworden abschrieb,

dass  der  Beschwerdeführer  am  16. Februar 2009  erneut  in  der 
Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung (...) zur Begründung seines Asyl-
gesuchs angab, er habe den Irak wegen der schlechten allgemeinen 
Lage verlassen, habe dort aber persönlich keine Probleme gehabt,

dass er auf Vorhalt seiner Ausführungen im Rahmen des ersten Asyl-
verfahrens  angab,  er  wisse  gar  nicht  mehr,  was  er  damals  gesagt 
habe,

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dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  im 
Rahmen des rechtlichen Gehörs mitteilte, Abklärungen bei den griechi-
schen Behörden hätten ergeben, dass er sich vor seiner erstmaligen 
Einreise  in  die  Schweiz  in  Griechenland  aufgehalten  habe  und  dort 
daktyloskopiert worden sei,

dass ausserdem ein Eurodac-Treffer vom 25. August 2008 mit der Mel-
dung vorläge, er habe auch in Deutschland ein Asylgesuch gestellt,

dass  aufgrund  des  positiven  Fingerabdruckvergleichs  mutmasslich 
Griechenland für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah-
rens zuständig sei, weshalb gegebenenfalls auf sein Asylgesuch nicht 
eingetreten werde,

dass der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme auf entsprechen-
de  Fragen  antwortete,  es  entspreche  der  Wahrheit,  dass  er  sich  in 
Griechenland und in Deutschland aufgehalten habe, es würde nichts 
gegen eine Wegweisung nach Griechenland sprechen, da er dort  ge-
gen keine Gesetze verstossen habe,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  27. Mai 2009  –  eröffnet  am 
12. Juni 2009 unter gleichzeitiger Aushändigung der editionspflichtigen 
Akten  – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 
sofortige Wegweisung aus der Schweiz nach Griechenland sowie den 
Vollzug  anordnete  und  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen 
diese Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  anführte,  Abklärungen  hätten 
ergeben, dass der Beschwerdeführer in Griechenland daktyloskopiert 
worden sei, 

dass er zudem anlässlich des rechtlichen Gehörs zu Protokoll  gege-
ben habe, er sei über die Türkei nach Griechenland gereist, wo er we-
gen  illegalen  Aufenthalts  festgenommen  und  daktyloskopiert  worden 
sei und er sich während etwa eineinhalb Monaten in Griechenland auf-
gehalten habe, bevor er über Italien illegal in die Schweiz gereist sei,

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dass Griechenland gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäi-
schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 
des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat 
oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsab-
kommen [DAA, SR 0.142.392.68]) und auf  das Übereinkommen vom 
17.  Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen  gestellten  Asylantrags  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens 
zuständig  sei  und  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  am 
23. April 2009 zugestimmt habe,

dass  dem  Beschwerdeführer  am  26. Februar 2009  das  rechtliche 
Gehör  gewährt  worden  sei  und  er  keine  Gründe  geltend  gemacht 
habe,  die  gegen  eine  Rückführung  nach  Griechenland  sprechen 
würden,

dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe 
vom  12. Juni 2009  (Poststempel)  Beschwerde  beim  Bundesverwal-
tungsgericht erhob und beantragte, es sei die Verfügung des BFM auf-
zuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihr Recht zum Selbsteintritt 
auszuüben und sich zur Behandlung des Asylgesuchs zuständig zu er-
klären, 

dass in  prozessualer  Hinsicht  unter  Verzicht  auf  Vollzugshandlungen 
bis zum Vorliegen des rechtskräftigen Urteils die Wiederherstellung der 
aufschiebenden Wirkung, die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 AsylG und der Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses beantragt wurde,

dass  der  stellvertretende  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  am  12. Juni 2009  den  Vollzug  der  Wegweisung  vorsorglich 
aussetzte bis zum definitiven Entscheid über die aufschiebende Wir-
kung,

dass  mit  Faxeingabe  vom 16. Juni 2009  eine  Beschwerdeergänzung 
einging,

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dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Juni 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

 und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

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dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass aufgrund der Abklärungen des BFM bei den griechischen Behör-
den feststeht, dass der Beschwerdeführer am 18. Juni 2008 bei seiner 
illegalen Einreise nach Griechenland daktyloskopiert wurde,

dass somit Griechenland für die Prüfung seines am 16. Februar 2009 
in  der  Schweiz  eingereichten  Asylantrags  zuständig  ist  (vgl.  vorste-
hend  S. 4  DAA  sowie  die  Verordnung [EG] Nr. 343/2003  des Rates 
vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 
Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist [VO Dublin] und die Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der 
Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen 
zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin], insbes. Art. 
10 Abs. 1 VO Dublin),

dass  die  griechischen  Behörden in  Beantwortung  einer  Anfrage des 
BFM vom 11. März 2009 am 23. April 2009 gestützt auf Art. 10 Abs. 1 
VO Dublin der Aufnahme des Beschwerdeführers zustimmten,

dass  im  Rahmen  der  Harmonisierung  des  europäischen  Asylrechts 
(Schaffung  gemeinsamer  Mindeststandards)  zwar  festgestellt  wurde, 
dass in der Praxis Divergenzen zwischen den Mitgliedstaaten der EU 
bestehen, wobei insbesondere Griechenland als "Sorgenkind" erachtet 
wird,

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dass einige EU-Mitgliedstaaten daher Asylsuchende nicht mehr nach 
Griechenland zurückweisen, sondern von der Möglichkeit des Selbst-
eintrittsrechts Gebrauch machen, wonach Staaten ein Asylgesuch prü-
fen können, auch wenn nach der Dublin II Verordnung (Art. 3 Abs. 2) 
ein anderer Staat zu dessen Behandlung zuständig wäre,

dass ferner die EU-Kommission gegen Griechenland bereits ein Ver-
fahren am Europäischen Gerichtshof eingeleitet hat (vgl. zum Gesam-
ten auch UNHCR-Positionspapier zur Überstellung von Asylsuchenden 
nach  Griechenland  nach  der  "Dublin-II-Verordnung"  vom  15.  April 
2008),

dass  jedoch  im  vorliegenden  Fall  keine  konkreten  und  fundierten 
Hinweise  darauf  bestehen,  Griechenland  halte  sich  nicht  an  die 
massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an das 
Refoulementverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK,

dass gemäss UNHCR eine Rücküberstellung nach Griechenland ins-
besondere dann an Bedingungen zu knüpfen ist, wenn die asylsuchen-
de Person dort bereits ein Asylgesuch gestellt und seinen Aufenthalts-
ort während des hängigen Verfahrens verlassen hat, ohne die zustän-
digen griechischen Behörden darüber zu informieren, da diesfalls pra-
xisgemäss eine Rücknahme des Gesuchs fingiert und das Asylverfah-
ren abgebrochen werden könne ("Die Rückführung von Asylsuchenden 
nach Griechenland vor dem Hintergrund des „Abbruchs“ von Asylver-
fahren"),

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Aussagen  zufolge  in  Griechen-
land bislang nicht um Asyl nachgesucht hat (B10 S. 5) und die griechi-
schen  Behörden  am 23. April 2009  explizit  zugesichert  haben,  dass 
dem Beschwerdeführer diese Möglichkeit offenstehe (B21 S. 1), 

dass damit der in der Beschwerdeverbesserung vom 16. Juni 2009 ge-
äusserten Befürchtung des Beschwerdeführers,  im Falle einer  Rück-
führung  nach  Griechenland  ohne  Überprüfung  seiner  Asylgründe  in 
den Irak ausgeschafft zu werden, die Grundlage entzogen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  17. Juni 2009  unter 
irrtümlicher Anrufung von Art. 10 Abs. 2 (recte: Art. 19 Abs. 2) Dublin II 
Verordnung zu Recht rügte, die angefochtene Verfügung sei mangel-
haft,

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dass  nämlich  gemäss  dem  sinngemäss  geltend  gemachten  Art.  19 
Abs. 2 Dublin II Verordnung das BFM verpflichtet gewesen wäre, die 
Frist für die Durchführung  der Überstellung anzugeben, und allenfalls 
den Zeitpunkt und den Ort zu nennen, zu dem sich der Beschwerde-
führer im Falle einer Rückkehr auf eigene Initiative zu melden habe,

dass  bei  der  Berechnung  der  Frist  für  die  Durchführung  der 
Überstellung gegebenenfalls – im Falle des Eintreffens einer formellen 
Zustimmung  (Art.  18  Abs.  1  Dublin  II  Verordnung)  nach  bereits 
eingetretener  Verfristung  (Art.  18  Abs.  7  Dublin  II  Verordnung)  – 
vorfrageweise der Beginn des Fristenlaufs festzulegen wäre, 

dass dies vorliegend aber nicht erforderlich war, da keine Verfristung 
im Sinne von Art. 18 Abs. 7 Dublin II Verordnung eingetreten ist, mithin 
die griechischen Behörden dem Rückübernahmeersuchen auf Anfrage 
vom 11. März 2009 innerhalb der in Art. 18 Abs. 1 Dublin II Verordnung 
verbrieften Frist  von zwei  Monaten am 23. April 2009 förmlich  zuge-
stimmt haben,

dass jedoch in der Verfügung vom 27. Mai 2009 der letztmögliche Zeit-
punkt  für  die  Durchführung  einer Überstellung  nach  Griechenland 
anzugeben gewesen wäre  und eine entsprechende Angabe gänzlich 
fehlt,

dass  dieser  Mangel  jedoch  nicht  die  Nichtigkeit  der  Verfügung  zu 
bewirken vermag, da es sich hierbei lediglich um eine fehlende Erläu-
terung  zu  den  Vollzugsmodalitäten  handelt,  welche  nicht  Teil  des 
Urteilsdispositivs  und  entsprechend  auch  nicht  Anfechtungsgegen-
stand der vorliegenden Beschwerde sein kann,

dass jedoch im Sinne eines obiter dictum festzustellen ist, dass eine 
fehlende Berechnung der Frist für die Durchführung  der Überstellung 
behördenintern  weit  reichende  Konsequenzen  zeitigen  kann,  wobei 
inbesondere  auf  ausländerrechtliche  Haftverfahren  hinzuweisen  ist 
(vgl.  hierzu  das  Urteil  des  Rekursgerichts  im  Ausländerrecht  vom 
15. Juni 2009 betreffend den Beschwerdeführer),

dass die  Frage, ob Art. 19 Abs. 2 Dublin II  Verordnung eine Schutz-
norm  zugunsten  der  asylsuchenden  Person  darstellt,  offengelassen 
werden kann, da der vorliegende Mangel durch die Beschwerdeinstanz 
geheilt werden kann, 

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dass ausgehend vom Datum der Zustimmung der griechischen Behör-
den (23. April 2009) und in Anwendung Art. 19 Abs. 2 Dublin II Verord-
nung  festzustellen  ist,  dass  die  Rückführung  des  Beschwerdeführer 
nach  Griechenland  –  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung 
(Art. 19 Abs. 3 Dublin II Verordnung) respektive Verlängerung (Art. 19 
Abs. 4 Dublin II Verordnung) bis zum 22. Oktober 2009 zu erfolgen hat, 

dass  es  sich  angesichts  dieser  Sachlage  erübrigt,  auf  die  weiteren 
Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, zumal diese nicht  ge-
eignet sind, eine andere Beurteilung herbeizuführen,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, weil der Beschwerdeführer nach Griechenland ausreisen kann, wo 
er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet,

dass  Griechenland  unter  anderem Signatarstaat  der  FK,  der  EMRK 
und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder 
andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  ist  und  keine  konkreten  Anhaltspunkte 
dafür  bestehen,  die  griechischen Behörden hielten  sich nicht  an die 
daraus resultierenden Verpflichtungen,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass kein Grund für die Annahme besteht, die Aufenthaltsbedingungen 
für sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Griechenland aufhaltende 
Personen  stellten  eine konkrete  Gefährdung des  Beschwerdeführers 
dar,

dass sich aus den Akten auch keine individuellen Gründe ergeben, die 
gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Griechenland 
sprechen, und insbesondere von der Reisefähigkeit des Beschwerde-
führers ausgegangen werden kann, 

dass  diesbezüglich  die  erstmals  in  der  nachträglichen  Eingabe vom 
16. Juni 2009 geäusserten psychischen Beschwerden des Beschwer-
deführers als nachgeschoben zu qualifizieren sind, zumal sie schon in 
der Heimat bestanden haben sollen, den Akten jedoch keine entspre-
chenden Hinweise zu entnehmen sind, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Griechenland faktisch möglich ist, weil die griechischen Behörden ei-
ner  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  zugestimmt  haben  (Art. 83 
Abs. 2 AuG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass es sich mit vorliegendem Urteil erübrigt, über die aufschiebende 
Wirkung der Beschwerde zu entscheiden, weshalb das entsprechende 
Gesuch des Beschwerdeführers gegenstandslos geworden ist,

dass auch das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) abzuweisen und 
bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1-3 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.− werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM, C._______ und D._______.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

Seite 12