# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43ec39e0-faaa-518b-9c9b-8291df6f07f9
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.06.2023 CA.2022.12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2022-12_2023-06-30.pdf

## Full Text

Urteil vom 30. Juni 2023 
Berufungskammer 

Besetzung  Richterin Andrea Blum, Vorsitzende 
Richterin Brigitte Stump Wendt und Richter Thomas 
Frischknecht 
Gerichtsschreiber Sandro Clausen  
 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwältin 
des Bundes Yvonne Ramjoué Wicki,     

Berufungsführerin / Anklagebehörde 
Anschlussberufungsgegnerin 

 
und 

  
FALCON PRIVATE AG, erbeten verteidigt durch Rechts-
anwalt Dr. Andrea Taormina,      

Berufungsführerin / Beschuldigte 
Anschlussberufungsgegnerin 

 
gegen   
 
A.,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Peter Bettoni,     

 Berufungsgegner / Beschuldigter 
Anschlussberufungsführer 

   

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2022.12 

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Gegenstand 
 

Berufungen (teilweise) vom 18. und 23. Mai 2022 so-
wie Anschlussberufung (teilweise) vom 20. Juni 2022 
gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts SK.2020.21 vom 15. Dezember 2021 
 
Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 und 2 
StGB); Strafbarkeit des Unternehmens (Art. 102 Abs. 2 
StGB) 

  

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Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil  

A.1 Die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) eröffnete im August 2015 im Zusam-
menhang mit den Vorgängen rund um den malaysischen Staatsfonds «1 Malay-
sia Development Berhad» (nachfolgend: 1MDB) unter der Verfahrensnummer 
SV.15.0969 ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Korruption, ungetreuer 
Amtsführung und Geldwäscherei (BA pag. 7.103-0003). In der Folge wurde das 
Strafverfahren unter anderem auf D. und E. wegen Verdachts der ungetreuen 
Geschäftsbesorgung, Betrugs und Urkundenfälschung ausgedehnt (BA 
pag. 7.103-0003). Im Rahmen dieses Verfahrens ersuchte die BA die Vereinigten 
Arabischen Emiraten (nachfolgend: VAE) am 3. August 2017 zwecks Abklärung 
des Aufenthaltsortes von D. und E. um Rechtshilfe (vgl. BA pag. 18.102-0003 ff.; 
BA pag. 18.102-0020 ff.). Bezüglich mehrerer mit dem Staatsfond «1 Malaysia 
Development Berhard (1MDB)» assoziierter Geschäftsbeziehungen stellte die 
Eidgenössische Finanzaufsicht FINMA (nachfolgend: FINMA) mit Verfügung vom 
7. Oktober 2016 die schwerwiegende Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestim-
mungen durch die Falcon Private Bank AG (nachfolgend: Falcon) fest (BA 
pag. 18.201-0001 ff.). Unter anderen gestützt auf diese Feststellungen eröffnete 
die BA mit Verfügung vom 12. Oktober 2016 die Strafuntersuchung SV.16.1646 
gegen die Falcon und Unbekannt wegen Strafbarkeit des Unternehmens (vgl. BA 
pag. 7.103-0004). Aus den in den beiden Strafverfahren erhobenen Unterlagen 
ergaben sich Ungereimtheiten hinsichtlich des Kaufs und Verkaufs von Bezugs-
rechten und Aktien der K. S.P.A. über die Falcon im Jahre 2012.  

Die BA eröffnete am 3. März 2017 gegen D. und gegen Unbekannt ein Strafver-
fahren (Verfahrensnummer SV.17.0335) wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung 
und Geldwäscherei (vgl. BA pag. 16.400-0544). Für dieses Verfahren stellte die 
BA am 18. Juni 2019 in den VAE ein ergänzendes Rechtshilfeersuchen zwecks 
Einvernahme von D. (BA pag. 18.103-0089 ff.), welches allerdings erst am 
13. März 2023, also mehr als dreieinhalb Jahre später, an die zuständigen Be-
hörden der VAE übermittelt wurde (vgl. CAR pag. 3.101.003). Das Rechtshilfe-
verfahren blieb jedoch ergebnislos. Mit Verfügungen vom 16. April 2018 eröffnete 
die BA schliesslich eine Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten A. wegen 
qualifizierter Geldwäscherei (BA pag. 1.101.0001 f.) sowie gegen die Falcon we-
gen Strafbarkeit des Unternehmens (BA pag. 1.102.0001 f.). Mit Eingabe vom 
9. Mai 2019 konstituierten sich die B. PJS und die B. Sarl im gegen A. und Falcon 
geführten Strafverfahren als Strafklägerinnen (BA pag. 15.102-0100 f.). Mit Verfü-
gung vom 17. Juni 2019 liess die BA einzig die B. Sarl als Privatklägerin im Strafver-
fahren zu (BA pag. 15.102-0120 ff.). 

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A.2 Im Verlauf des Vorverfahrens nahm die BA umfangreiche Untersuchungshandlun-
gen vor. Es fanden mehrere Einvernahmen mit dem Vertreter von Falcon (BA 
pag. 13.101-0001 ff.; 13.102-0001 ff.; 13.103-0001 ff.; 13.104-0001 ff.; 13.302-0001 
ff.; 13.402-0001 ff.) und mit A. (BA pag. 13.201-0001 ff.; 13-202-0001 ff.; 13.203-
0001 ff.; 13.204-0001 ff.; 13.205-0001 ff.; 13.302-0001 ff.; 13.402-0001 ff.) sowie mit 
Zeugen und Auskunftspersonen statt (BA pag. 12.100-0001 ff.; 12.200-0001 ff.; 
12.300-0001 ff.; 12.400-0001 ff.; 12.500-0001 ff.; 12.600-0001 ff.; 12.700-0001 ff.; 
12.800-0001 ff.; 12.900-0001 ff.). Die BA veranlasste ausserdem eine Reihe von 
Editionen und Beschlagnahmungen von Unterlagen bei Falcon (BA pag. 7.101-
0001 ff.; 7.103-0001 ff.; 8.100-0001 ff.; 8.200-0001 ff.; 8.300-0001 ff.) sowie bei Dritt-
personen (BA pag. 7.102-0001 ff.). Es erfolgten zahlreiche Aktenbeizüge aus ande-
ren Strafverfahren (BA pag. 7.000-0001 ff.; 10.000-0001; 11.000-0001 f.; 15.000-
0001 ff.; BA Aktenrubrik pag. 18.000; 23.000-0001 ff.) sowie aus von der FINMA ge-
führten Verwaltungsverfahren (BA pag. 18.201-0001 ff.). Schliesslich veranlasste 
die BA internationale Rechtshilfemassnahmen zur Erhebung von Unterlagen der F. 
& Co. in Grossbritannien (BA pag. 18.101-0001 ff.). Dieses Rechtshilfeersuchen 
blieb bis zum Abschluss der Strafuntersuchung unbeantwortet.  

A.3 Am 25. Juni 2020 erhob die BA bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
(nachfolgend: Strafkammer oder Vorinstanz) Anklage gegen den Beschuldigten 
A. wegen qualifizierter Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB 
sowie gegen die Falcon wegen Strafbarkeit des Unternehmens gemäss Art. 102 
Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB (TPF pag. 79.100.001 
ff.). 

A.4 Im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens lud die vorinstanzliche Verfahrens-
leitung die Parteien mit Verfügung vom 13. Juli 2020 zur Stellung von Beweisan-
trägen ein und zog bezüglich A. und Falcon diverse Unterlagen (Straf- bzw. Be-
treibungsregisterauszug, Steuerunterlagen etc.) bei (TPF pag. 79.400. 002; 
79.231.1. 004; 79.231.3.004; 79.231.2.141 ff.; 79.232.3.005 f.;  
79.232.2. 002 ff.). Die BA (TPF pag. 79.510.001 f.) und die vormalige Privatklä-
gerschaft verzichteten auf das Stellen von Beweisanträgen. Falcon und A. lies-
sen diverse Beweisanträge und weitere Anträge zum Verfahren stellen (TPF 
pag. 79.522. 007 ff.; 79.521.003 ff.). Mit Verfügung vom 18. November 2020 
wies die vorinstanzliche Verfahrensleitung den Antrag der Falcon auf Rückwei-
sung der Anklage ab (TPF pag. 79.250.001). Darüber hinaus entschied sie über 
die erstinstanzlich gestellten Beweisanträge (TPF pag. 79.250.001 ff.). Dabei 
wurde unter anderem die parteiöffentliche Befragung von D. und E. mittels Vor-
ladung durch öffentliche Publikation (sofern die VAE keine Rechtshilfe leisten 
würden) angeordnet (TPF pag. 79.250.002). Weiter wurden zahlreiche Unterla-
gen aus dem Verwaltungsverfahren der FINMA zu den Akten erkannt sowie die 
Befragung von Auskunftspersonen und Zeugen verfügt  

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(TPF pag. 79. 250.002). Im Hinblick auf die vorgesehene Einvernahme von D. 
und E. traf die Vorinstanz Abklärungen bezüglich deren Aufenthaltsorte, ohne 
diese ausfindig machen zu können (TPF pag. 79.262.3.003 f.; 79.262.3.005) und 
liess deren Vorladungen schliesslich im Bundesblatt publizieren (TPF 
pag. 79.372.006 ff.). Am 2. Februar 2021 revozierte die Vorinstanz das bezüglich 
Edition der Unterlagen von F. & Co. von der BA gestellte Rechtshilfeersuchen an 
die VAE (TPF pag. 79. 261.1.011).  

A.5 Mit Beschluss vom 12. April 2021 wies die Vorinstanz das Handelsregisteramt 
des Kantons Zürich an, das Handelsregister für eine Auflösung, Löschung, Fu-
sion, Spaltung und Umwandlung der Falcon zu sperren (TPF pag. 79.256. 
001 ff.). Mit gleichentags ergangenem Beschluss ersuchte die Vorinstanz die 
FINMA um Aufschub der Rücknahme der finanzmarktrechtlichen Bewilligung für 
Falcon und um Verzicht auf die Anordnung einer Liquidation (TPF 
pag. 79.262.1.411 ff.). Mit Schreiben vom 16. April 2021 wies die FINMA die Vo-
rinstanz darauf hin, dass sie diesem Ersuchen nicht stattgeben könne (TPF 
pag. 79.262.1.419 f.). Falcon führte gegen beide Beschlüsse der Vorinstanz Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (TPF 
pag. 79.922.1.001 f. und TPF pag. 79.922.2.001 f.). Mit Beschluss vom 4. Mai 
2022 schrieb die Beschwerdekammer die gegen die Anordnung der Handelsre-
gistersperre gerichtete Beschwerde als gegenstandslos ab (Geschäftsnummer 
BB.2021.109 [CAR pag. 2.201.002 ff.]). Auf die Beschwerde gegen das vor-
instanzliche Ersuchen um Aufschiebung der Rücknahme der finanzmarktrechtli-
chen Bewilligung trat die Beschwerdekammer mit Beschluss BB.2021.110 vom 
4. Mai 2022 unter Kostenfolgen zulasten der Falcon nicht ein (CAR 
pag. 2.201.010 ff.). 

A.6 Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, die vom 27. bis 30. Septem-
ber 2021 in Anwesenheit der BA, des Beschuldigten A., des Vertreters von Fal-
con und der vormaligen Privatklägerin B. Sarl sowie den jeweiligen Rechtsver-
tretern am Sitz des Bundesstrafgerichts in Bellinzona stattfand, wurden A. und 
der Unternehmensvertreter der Falcon einvernommen. Zusätzlich wurden I. und 
H. jeweils als Zeugen einvernommen (TPF pag. 79.761.001 ff.; 79.762.001 ff.). 

A.7 Mit gleichentags mündlich eröffnetem Urteil der Strafkammer SK.2020.21 vom 
15. Dezember 2021 wurde A. vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 
305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB) freigesprochen, während Falcon der strafrechtli-
chen Verantwortlichkeit (Art. 102 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 305bis Ziff. 1 und 
Ziff. 2 StGB) schuldig gesprochen und zur Bezahlung einer Busse von CHF 3.5 
Mio. verurteilt wurde. Die Entschädigungsbegehren der B. Sarl bzw. deren An-
trag auf Vormerknahme des Rechts auf Abtretung der Ersatzforderung wurden 
abgewiesen (TPF pag. 79.720.025 ff.).  

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A.8 Nach erfolgten Berufungsanmeldungen durch Falcon (am 17. Dezember 2021 
[TPF pag. 79.940.001]) sowie durch die BA und die vormalige Privatklägerin B. 
Sarl (beide am 23. Dezember 2021 [TPF pag. 79.940.002 f.; 79.940.004]) wurde 
das begründete Urteil am 28. April 2022 an die Parteien versandt und von der 
BA, der seinerzeitigen Privatklägerin B. Sarl und dem Beschuldigten A. jeweils 
am 29. April 2022 (CAR pag. 1.100.207; CAR pag. 1.100.210; CAR 
pag. 1.100.208) sowie von Falcon am 2. Mai 2022 (CAR pag. 1.100.209) in Emp-
fang genommen. 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Am 29. April 2022 übermittelte die Strafkammer der Berufungskammer des Bun-
desstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskammer) das begründete Urteil 
SK.2020.21 mit den vollständigen Akten und den eingegangenen Berufungsan-
meldungen (CAR pag. 1.100.003). 

B.2 Mit Berufungserklärung vom 18. Mai 2022 stellt die BA folgende Anträge (CAR 
pag. 1.100.223): 

1. A. sei schuldig zu sprechen wegen qualifizierter Geldwäscherei gemäss Art. 305bis 
Ziffer 1 und Ziffer 2 StGB. 

2. A. sei zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten, sowie einer Geldstrafe von 90 Tagess-
ätzen zu je CHF 1'000 zu verurteilen, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe und der 
Geldstrafe bei einer Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben sei. 

3. Zulasten von A. und zu Gunsten des Staates sei eine Ersatzforderung in der Höhe 
von CHF 85'609.00 zu begründen. 

 
Beweisanträge stellte die BA nicht (CAR pag. 1.100.223). 

B.3 Mit Berufungserklärung vom 23. Mai 2022 liess Falcon folgende Anträge stellen 
(CAR pag. 1.100.227):  

1. [Die Falcon] sei vom Vorwurf der strafrechtlichen Verantwortlichkeit gemäss Art. 102 
Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB freizusprechen.  

2. [Der Falcon] sei eine angemessene Entschädigung zuzusprechen. 
3. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 
4. Die Handelsregistersperre beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich betreffend 

[die Falcon] sei aufzuheben.   
 
Die Falcon wiederholte die bereits vormals gestellten Beweisanträge und bean-
tragte insbesondere auch im Berufungsverfahren die Einvernahmen von D., E. 
und L. (CAR pag. 1.100.227 ff.). 

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B.4 Mit Eingabe vom 23. Mai 2022 erklärte die B. Sarl ihren Verzicht auf die Einrei-
chung einer Berufungserklärung (CAR pag. 1.300.001). Gestützt darauf wurde 
das betreffende Berufungsverfahren mit Beschluss CA.2022.15 vom 15. August 
2022 vom Hauptverfahren abgetrennt und auf die Berufung der B. Sarl nicht ein-
getreten (CAR pag. 1.300.002 ff.). 

B.5 Mit Eingabe vom 21. Juni 2022 erklärte die BA bezüglich der von der Falcon 
erhobenen Berufung ihren Verzicht auf die Geltendmachung des Nichteintretens 
und auf eine über die eigenen Anträge hinausgehende Anschlussberufung (CAR 
pag. 1.400.006). 

B.6 A. erklärte mit Eingabe vom 20. Juni 2022, dass bezüglich der Berufung der Fal-
con kein Antrag auf Nichteintreten gestellt werde, und erklärte seinerseits An-
schlussberufung mit folgenden Anträgen (CAR pag. 1.400.003 f.): 
 
1. Gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO sei A. für die Verteidigungskosten im erstin-

stanzlichen Verfahren auf der Basis der vor Vorinstanz eingereichten Kostennote eine 
angemessene Entschädigung auszurichten, einschliesslich die Kosten für die Verpfle-
gung und die Unterkunft in der Zeit zwischen dem 26. September 2021 und dem 1. 
Oktober 2021 für sich und die Verteidigung (Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO). 

2. Es seien die Verfahrenskosten soweit es A. betrifft auf die Staatskasse zu nehmen. 
 
Auch A. erneuerte die schon im Vorverfahren und erstinstanzlichen Verfahren 
gestellten Beweisanträge und beantragte neben der Edition zahlreicher Unterla-
gen namentlich die Einvernahme von D. und E. (CAR pag. 1.400.004). 

B.7 Mit in französischer Sprache verfasster Eingabe vom 22. Juni 2022 liess die B. 
Sarl Anschlussberufung erklären (CAR pag, 1.400.007 f.). Gerichtlich aufgefor-
dert (CAR pag. 1.400.009), liess die B. Sarl eine deutsche Übersetzung der An-
schlussberufung einreichen und darin folgende Anträge stellen: 
 
Vor der Berufungskammer beantragt die B. SARL, dass 
- Herr A. der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 und 2 StGB für schuldig befun-

den wird; 
-  der B. SARL eine angemessene Entschädigung im Sinne von Art. 433 StPO zuge-

sprochen wird, wie sie in ihrem Antrag vom 28. September 2021 beziffert hat (d.h. 
mindestens ein Betrag von CHF 334'838.-). 

- der B. SARL eine angemessene Entschädigung im Sinne von Art. 433 StPO für die 
durch das vorliegende Berufungsverfahren entstandenen Kosten zugesprochen wird.
  

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B.8 Mit Verfügung vom 27. Juni 2022 wurde den Parteien unter anderem Gelegen-
heit zur Stellungnahme zu den bislang im Berufungsverfahren gestellten Beweis-
anträgen gegeben (CAR pag. 1.400.009, 016 ff. und 020 ff.;  
CAR pag. 2.104. 001 ff.; CAR pag. 2.102.002 ff. und 014 ff.). Im Rahmen ihrer 
Stellungnahmen wies Falcon auf die per 16. Dezember 2021 erfolgte Auflösung 
der B. Sarl hin bzw. auf die Frage nach dem Verlust deren Privatklägerinnen- 
bzw. Geschädigtenstellung (CAR pag. 2.102.002 f.). In der Folge wurde diesbe-
züglich ein Schriftenwechsel durchgeführt (CAR pag. 2.100.005; CAR 
pag. 2.101.004; CAR pag. 2.102.131 ff.; CAR pag. 2.104.011 ff.). Mit im Namen 
und schriftlicher Vollmacht der B. Holdings (vgl. CAR pag. 2.103.006) eingereich-
ter Eingabe vom 9. März 2023 ersuchte der bisher die B. Sarl vertretende Rechts-
anwalt um Zulassung der B. Holdings als Rechtsnachfolgerin der B. Sarl als Pri-
vatklägerin (CAR pag. 2.103.001 ff.). Mit Beschluss CN.2023.13 vom 13. April 
2023 wurde festgestellt, dass die Parteistellung der B. Sarl mit ihrer per 16. De-
zember 2021 wirksamen Auflösung entfallen ist und sie wurde als Privatklägerin 
aus dem Rubrum des vorliegenden Berufungsverfahrens gestrichen. Weiter 
wurde die B. Holdings nicht als Privatklägerin zugelassen und die von der B. Sarl 
erklärte Anschlussberufung als gegenstandslos abgeschrieben (CAR 
pag. 8.101.001). Dieser Beschluss erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. 
Rechtskraftvermerk [CAR pag. 8.101. 001]). 

B.9 Im Zusammenhang mit den im Berufungsverfahren beantragten Beweisergän-
zungen tätigte die Verfahrensleitung der Berufungskammer diverse Abklärungen 
im Hinblick auf eine allenfalls auch rechtshilfeweise Einvernahme. Auf Anfrage 
der Verfahrensleitung vom 27. Januar 2023 zum Aufenthalt von D., der stattfin-
denden Kommunikation sowie der Einschätzung bezüglich möglicher Kontakt-
aufnahme/Vorladung durch das Gericht (CAR pag. 2.202.001 und CAR 
pag. 2.202.002) erklärte Rechtsanwalt IIII., Schweizer Rechtsvertreter von D., mit 
Schreiben vom 30. Januar 2023 im Wesentlichen, dass sich sein Klient noch im-
mer in Abu Dhabi (VAE) in Haft befinde und seitens der dortigen Behörden kei-
nerlei Kontakt mit der Verteidigung zugelassen werde. Seinerseits werde von der 
grundsätzlichen Aussagebereitschaft von D. ausgegangen, die für eine Zufüh-
rung notwendige Rechtshilfe mit den VAE sei zudem zwischenzeitlich suspen-
diert gewesen (CAR pag. 2.202.003). Mit Schreiben vom 22. März 2023 erkun-
digte sich die Verfahrensleitung zudem beim BJ nach dem Stand des Rechtshil-
feersuchens bzw. dem zeitlichen Horizont, innerhalb dessen realistischerweise 
mit einer Antwort seitens der Behörden der VAE gerechnet werden könne (CAR 
pag. 3.101.001). Mit Antwortschreiben vom 4. April 2023 äusserte sich das BJ 
dahingehend, dass sich die Rechtshilfe mit den VAE als sehr schwierig erweise, 
die Erfolgsaussichten bescheiden seien und sämtliche Bemühungen zur Verbes-
serung der Zusammenarbeit mit den VAE bislang nicht gefruchtet hätten. So 
seien sämtliche Rechtshilfeersuchen der vergangenen drei Jahre unbeantwortet 

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geblieben (CAR pag. 3.101.003). In diesem Zusammenhang wurden im Hinblick 
auf die Berufungsverhandlung zudem einzelne Dokumente betreffend die Kom-
munikation der BA mit dem BJ in den konnexen Verfahren SV.17.0335 und 
SV.15.0969 ediert (CAR pag. 2.101.006 ff. und 2.300.008). 

B.10 Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurde mit Beweisverfügung der Ver-
fahrensleitung vom 17. Mai 2023 die Befragung von A. und dem Vertreter der 
Falcon angeordnet und die gestellten Beweisanträge auf Einvernahme von D. 
und E. insofern gutgeheissen, als diese rechtshilfeweise veranlasst würde, so-
fern sich dazu innert einer mit dem Beschleunigungsgebot zu vereinbarender 
Frist eine Möglichkeit ergäbe. Es wurden seitens des Gerichts Bemühungen um 
die Wiederaufnahme des von der BA am 21. Juni 2018 zwecks Edition sachdien-
licher Unterlagen bei der Bank F. & Co. gestellten Rechtshilfeersuchens in Aus-
sicht gestellt und die übrigen Beweisanträge abgewiesen (CAR pag. 4.200.001 
ff.). Im Nachgang erfolgten seitens des Gerichts Erkundigungen bei den engli-
schen Rechtshilfebehörden (UK Central Authority, International Criminality Direc-
torate) darüber, ob und unter welchen förmlichen Bedingungen das ursprünglich 
von der BA deponierte und von der Vorinstanz revozierte Rechtshilfeersuchen 
betreffend die Edition von Unterlagen bei F. & Co. wiederaufgenommen werden 
könne (CAR pag. 3.101.005 ff.). Bis zur Berufungsverhandlung und der Urteils-
fällung führten die Bemühungen zu keinen neuen Erkenntnissen. 

B.11 Im Rahmen der Vorbereitung der Berufungsverhandlung holte die Berufungs-
kammer von A. und Falcon einen aktuellen Strafregister- und Betreibungsregis-
terauszug sowie die letztverfügbaren Steuerunterlagen ein (CAR pag. 4.200.001; 
4.401.002 ff.; 4.402.003 ff.). Mit Eingabe vom 22. Mai 2023 äusserte sich Falcon 
vorgängig unter Einreichung mehrerer Unterlagen zu Fragen der Beweiswürdi-
gung, des Rechtshilfeverfahrens und zur rechtlichen Würdigung (CAR 
pag. 4.200.008 ff. und 024 ff.).  

B.12 Die Berufungsverhandlung fand am 13. Juni 2023 in Anwesenheit der BA, des 
Vertreters der Falcon und ihres Verteidigers sowie des Beschuldigten A. und des-
sen Verteidigers statt (CAR pag. 5.100.001 ff.). Nach Behandlung der von den 
Beschuldigten aufgeworfenen Vorfragen (CAR pag. 5.100.00 ff.; CAR 
pag. 5.200.001 ff.; vgl. auch CAR pag. 5.100.005 f.) und der Einvernahmen von 
A. und des Vertreters der Falcon (CAR pag. 5.300.001 ff. und CAR 
pag. 5.300.007) stellte und begründete die BA Im Rahmen des Parteivortrags 
folgende Anträge (CAR pag. 5.200.073 f.): 
 
 
 
 

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«I. A. 
 1. A. sei in Abänderung des Urteils der Strafkammer vom 15. Dezember 2021 schul-

dig zu sprechen wegen qualifizierter Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziffer 1 und 
2 StGB. 

 2. A. sei in Abänderung des Urteils der Strafkammer vom 15. Dezember 2021 zu ei-
ner Freiheitsstrafe von 21 Monaten sowie einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 
je Fr. 1'000.00 zu verurteilen, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geld-
strafe bei einer Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben sei. 

 3. Zulasten von A. und zu Gunsten des Staates sei in Abänderung des Urteils der 
Strafkammer vom 15. Dezember 2021 eine Ersatzforderung in der Höhe von 
Fr. 85'609.00 zu begründen. 

 4. Von den Verfahrenskosten von total Fr. 63'606.80 sei A. in Abweisung der An-
schlussberufung ein Drittel, d.h. Fr. 21'202.30 aufzuerlegen. 

 
 II. Falcon Private AG 
 1. Die Falcon Private AG sei unter Abweisung der Berufung der strafrechtlichen Ver-

antwortung gemäss Art. 102 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 305bis Ziffer 1 und Ziffer 2 
StGB schuldig zu sprechen. 

 2. Die Falcon Private AG sei unter Abweisung der Berufung zur Bezahlung einer 
Busse von Fr. 3'500'000.00 zu verurteilen. 

 3. Als Vollzugskanton sei unter Abweisung der Berufung der Kanton Zürich zu be-
stimmen. 

 4. Zulasten der Falcon Private AG und zugunsten der Eidgenossenschaft sei unter 
Abweisung der Berufung eine Ersatzforderung von Fr. 7'204'915.25 zzgl. Zins von 
5 % seit 3. Oktober 2014 zu begründen. 

 5. Das Entschädigungsbegehren der Falcon Private AG sei unter Abweisung der Be-
rufung abzuweisen. 

 6. Der Falcon Private AG seien unter Abweisung der Berufung von den Verfahrens-
kosten von total Fr. 63'606.80 zwei Drittel, d.h. Fr. 42'404.50 aufzuerlegen. 

 7. Die Handelsregistersperre beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich betref-
fend die Falcon Private AG sei unter Abweisung der Berufung bis zur Rechtskraft 
des Urteils aufrechtzuerhalten. 

 
 III. Kosten Berufungsverfahren 
 1. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien den Beschuldigten hälftig aufzuerle-

gen. 
 2. Den Beschuldigten sei keine Entschädigung für das Berufungsverfahren auszu-

richten.» 
 
Im Rahmen des Parteivortrags liess Falcon folgende Anträge stellen und begrün-
den (CAR pag. 5.200.136): 
 

- 11 - 

«1. Meine Klientin sei vollumfänglich freizusprechen. 
  2. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 
  3. Es sei auf die Erhebung einer Ersatzforderung zu verzichten. 
  4. Die Handelsregistersperre beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich betref-

fend meine Klientin sei aufzuheben. 
  5. Meiner Klientin sei eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen im 

Zusammenhang mit der Ausübung ihrer Verfahrensrechte zuzusprechen.» 
 
Im Rahmen des Parteivortrags liess A. folgende Anträge stellen und begründen 
(CAR pag. 5.200.192 f.): 
 
«1.  Die Ziffern I/1. und 2. des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 15. Dezember 2021 

(SK.2020.21) betreffend A. seien zu bestätigen und A. sei vom Vorwurf der quali-
fizierten Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziffer 1 und 2 StGB freizusprechen. 

 2. Ziffer I/3. des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 15. Dezember 2021 
(SK.2020.21) sei aufzuheben und A. sei gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO für 
das erstinstanzliche Verfahren im Umfang der entstandenen Verteidigungskosten 
aus der Staatskasse eine angemessene Entschädigung auszurichten. Überdies 
seien meinem Mandanten gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO für sich und die Ver-
teidigung die Kosten für die Verpflegung und die Unterkunft in der Prozesswoche 
vom 26. September 2021 (Sonntag) bis und mit 1. Oktober 2021 zu ersetzen. 

 3. Ziffer IV. des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 15. Dezember 2021 
(SK.2020.21) sei in Bezug auf die A. auferlegten Verfahrenskosten aufzuheben 
und es seien die Kosten der Untersuchung und des vorinstanzlichen Verfahrens 
auf die Staatskasse zu nehmen. 

 4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 
 5. A. sei gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO für das Berufungsverfahren im Um-

fang der entstandenen Verteidigungskosten aus der Staatskasse eine angemes-
sene Entschädigung auszurichten. Überdies seien meinem Mandanten gemäss 
Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO für sich und die Verteidigung die Kosten für die Verpfle-
gung und die Unterkunft in der Prozesswoche für die Berufungsverhandlung zu 
ersetzen.» 

 
Nachdem die Parteien je einen zweiten Parteivortrag erstattet hatten (CAR 
pag. 5.100.007 ff.), hielten A. und der Vertreter der Falcon das letzte Wort (CAR 
pag. 5.100.009). Auf Nachfrage des Gerichts erklärten die Parteien ihren Ver-
zicht auf die mündliche Urteilseröffnung im Sinne von Art. 84 Abs. 3 StPO (CAR 
pag. 5.100.009).  

B.13 Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung und 
wurde den Parteien zunächst am 3. Juli 2023 im Dispositiv (CAR pag. 9.100. 

- 12 - 

001 ff.) mit Kurzbegründung (CAR pag. 9.100.007 ff.) schriftlich eröffnet und spä-
ter mit vollständiger Begründung postalisch an die Parteien versandt. 
 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

Die Berufungsanmeldungen und -erklärungen der BA und der Falcon sowie die 
Anschlussberufungserklärung von A. erfolgten jeweils fristgerecht (Art. 399 Abs. 
1-3 StPO). Die Bundesgerichtsbarkeit ist vorliegend gestützt auf Art. 24 Abs. 1 
lit. a, Art. 112 Abs. 4 und Art. 26 Abs. 2 StPO gegeben. Die Berufungen / An-
schlussberufung richten sich gegen das Urteil der Strafkammer SK.2020.21 vom 
15. Dezember 2021, mit welchem A. vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäsche-
rei (Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB) freigesprochen, dessen Entschädigungs-
begehren jedoch abgewiesen bzw. Falcon der strafrechtlichen Verantwortlichkeit 
(Art. 102 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB) schuldig 
gesprochen und zur Bezahlung einer Busse von CHF 3.5 Mio. verurteilt wurde. 
Entsprechend sind A. und die Falcon durch das vorinstanzliche Urteil beschwert, 
an dessen Aufhebung bzw. Änderung interessiert und zur Berufung legitimiert 
(Art. 104 Abs. 1 lit. a, Art. 111 Abs. 1 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Die BA unterlag 
in erster Instanz mit ihrem Antrag auf Schuldigsprechung von A., womit auch sie 
zur Berufung legitimiert ist (Art. 104 Abs. 1 lit. c, Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Be-
rufungskammer ist in der Besetzung mit drei Richterpersonen für die Beurteilung 
der vorliegenden Berufungen örtlich und sachlich zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a 
StPO, Art. 33 lit. c, Art. 38a und Art. 28b StBOG). Die übrigen Eintretensvoraus-
setzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Verfahrenshindernisse liegen 
keine vor. Es ist auf die Berufungen einzutreten. 

2. Verfahrensgegenstand / Kognition (reformatio in peius teilweise möglich) 

2.1 Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-
bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils entsprechend 
gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in 
den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das Berufungs-
gericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein insge-
samt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 
Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile BGer 6B_482/2012 
vom 3. April 2013 E. 5.3. und 6B_99/2012 vom 14. November 2012 E. 5.3; EUG-
STER, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 402 StPO N. 2; HUG, Zürcher Kom-
mentar, 3. Aufl. 2020, Art. 401 StPO N. 2).  

- 13 - 

 Die BA ficht mit ihrer Berufung den Freispruch des Beschuldigten A. vom Ankla-
gevorwurf der qualifizierten Geldwäscherei an und beantragt einen anklagege-
mässen Schuldspruch unter entsprechenden Straffolgen und Begründung einer 
Ersatzforderung (CAR pag. 1.100.223). Die von der BA geforderten umfassen-
den Schuldsprüche würden sich zwingend auf die Regelung der Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen auswirken, weshalb auch die entsprechenden Dispositiv-Zif-
fern I.3 und II.4 und IV. des vorinstanzlichen Urteils als mitangefochten gelten. 
Die Falcon verlangt berufungsweise einen Freispruch von Schuld und Strafe, un-
ter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates (CAR pag. 1.100. 
225). Von der Anfechtung ausdrücklich ausgenommen wurde der erstinstanzli-
che Entscheid über das Entschädigungsbegehren und weitere Anträge der vor-
maligen Privatklägerschaft (Dispositiv-Ziffer III.1 und III.2 des angefochtenen Ur-
teils) sowie über die Verwendung von Dokumenten und Gegenständen (Disposi-
tiv-Ziffer V des angefochtenen Urteils). A. beschränkt seine Anschlussberufung 
auf die teilweise Kostenauflage und die Nichtzusprechung einer Entschädigung 
(CAR pag. 1.400.004). Damit ist das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts SK.2020.21 vom 15. Dezember 2021 bezüglich den Dispositiv-Ziffern III.1 
und III.2 (Abweisung Anträge der vormaligen Privatklägerschaft auf Entschädi-
gung und Vormerknahme des Rechts auf Abtretung von Ersatzforderungen) so-
wie der Dispositiv-Ziffer V (Verwendung von beschlagnahmten und in den Ziffern 
4.2 und 4.3 der Anklageschrift aufgeführten Dokumenten und Gegenständen) in 
Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist. Im Übrigen steht das vo-
rinstanzliche Urteil zur Disposition. 

2.2 Die Berufung nach Art. 398 ff. StPO ist im Umfang der angefochtenen Punkte 
des erstinstanzlichen Urteils ein reformatorisches Rechtsmittel. Gemäss Art. 391 
Abs. 1 StPO ist die Rechtsmittelinstanz bei ihrem Entscheid weder an die Be-
gründung (lit. a) noch - mit Ausnahme einer vorliegend nicht interessierenden 
Beurteilung von Zivilklagen - an die Anträge (lit. b) der Parteien gebunden. Das 
Berufungsgericht verfügt insoweit über umfassende Kognition in tatsächlicher 
und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO) und fällt, soweit es auf die 
Berufung eintritt, ein neues, den erstinstanzlichen Entscheid ersetzendes Urteil 
(Art. 408 StPO; BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteile BGer 6B_658/2018 vom 19. De-
zember 2019 E. 3.3; 6B_853/2016 vom 18. Oktober 2017 E. 2.1). Das Berufungs-
urteil steht jedoch unter dem Vorbehalt des in Art. 391 Abs. 2 StPO verankerten 
Verbots der reformatio in peius. Danach darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide 
nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Person abändern, wenn 
das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 2 Satz 
1 StPO). Vorbehalten bleibt eine strengere Bestrafung aufgrund von Tatsachen, 
die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten (Art. 391 Abs. 2 
Satz 2 StPO). Für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vorliegt, ist 
einzig das Urteilsdispositiv massgebend (BGE 148 IV 89 E. 4.3; BGE 147 IV 167 

- 14 - 

E. 1.5.2; Urteil BGer 6B_1399/2021 vom 7. Dezember 2022 E. 1.2). Weil die 
Bundesanwaltschaft gegen den vorinstanzlich ergangenen Freispruch des Be-
schuldigten A. selbständig Berufung erhoben hat, liegt diesbezüglich ein zu des-
sen Ungunsten ergriffenes Rechtsmittel vor. Deshalb greift das Verschlechte-
rungsverbot nicht und kann die Berufungsinstanz das vorinstanzliche Urteil so-
wohl im Schuld- und Strafpunkt sowie den damit zusammenhängenden Neben-
folgen zum Nachteil des Beschuldigten abändern. Anders präsentiert sich die 
prozessuale Ausgangslage für Falcon. Die BA beantragt im Berufungsverfahren 
die Bestätigung des erstinstanzlichen Strafurteils (vgl. CAR pag. 5.200.074). Da-
mit fällt eine für Falcon nachteiligere rechtliche Qualifikation ausser Betracht. Auf-
grund des Verschlechterungsverbots ist dem Berufungsgericht eine Strafver-
schärfung selbst im Falle der Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs 
untersagt. 

3. Formelle Vorbemerkungen  

Vorliegend handelt es sich um ein umfangreiches Verfahren. Die Parteien haben 
entsprechend aufwändig prozessiert. Auf die Ausführungen und Argumente der 
Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen dennoch nur einzuge-
hen, sofern dies für die Urteilsfindung relevant ist. Konkret auf bestimmte Ankla-
gesachverhalte bezogene prozessuale Einzelfragen werden – soweit erforderlich 
– ebenfalls im konkreten Sachzusammenhang zu erörtern sein. Bezüglich den in 
dieser Hinsicht gestellten Beweisanträgen ist vorauszuschicken, dass aus dem 
Grundsatz des rechtlichen Gehörs zwar die Pflicht zur Berücksichtigung rechtzei-
tig und formrichtig gestellter Beweisanträge folgt, dies indessen nicht bedeutet, 
dass sämtliche angebotenen Beweise abgenommen werden müssen. Weiter ist 
an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör die 
Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Dabei muss sich die 
Berufungsinstanz nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und je-
dem rechtlichen Einwand befassen, sondern kann sich auf die seiner Auffassung 
nach wesentlichen und massgeblichen Parteivorbringen beschränken. Die Be-
gründung muss so abgefasst sein, dass sich die Parteien über die Tragweite des 
Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an eine 
höhere Instanz weiterziehen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz 
die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen 
und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 148 III 30 E. 3.1; BGE 143 III 65 
E. 5.2; BGE 141 IV 249; BGE 138 IV 81 E. 2.2; BGE 136 I 229 E. 5.2). Folglich 
wird sich auch die Berufungsinstanz in Übereinstimmung mit Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
nur mit denjenigen Einwänden auseinandersetzen, welche die relevanten Ankla-
gesachverhalte betreffen und für die rechtliche Beurteilung wesentlich sind, ohne 
einen unverhältnismässigen Motivationsaufwand zu betreiben (vgl. dazu etwa Ur-
teil BGer 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen). Soweit 

- 15 - 

nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ver-
wiesen wird, erfolgt dies schliesslich in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. 
dazu etwa Urteile BGer 6B_570/2019 vom 23. September 2019 E. 4.2 und 
6B_712/2020 vom 22. Februar 2023 E. 1.2; NYDEGGER, Der Verweis auf die Ent-
scheidbegründung der Vorinstanz gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, 
S. 15 ff.) auch ohne, dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. 

II. Materielle Erwägungen 

A) SCHULDPUNKT 

1. Ausgangslage  

1.1 Anklagevorwürfe 

1.1.1 Die Anklage wirft dem Beschuldigten A. zusammengefasst vor, in seiner Funktion 
als CEO sowie «Global Head Private Banking» der Falcon, im Zeitraum vom 
16. Januar 2012 bis 10. Februar 2016 an seinem Arbeitsplatz in Zürich, evtl. von 
seinem Wohnort in Z./ZH, Vermögenswerte im Betrag von EUR 133 Mio. auf in- 
und ausländische Geschäftsverbindungen transferiert zu haben. Zudem habe er 
zu Gunsten des in einem separaten Verfahren verfolgten D. Zahlungen im Betrag 
von EUR 61 Mio. vorgenommen bzw. diese Transfers durch ihm unterstellte und 
ihm gegenüber weisungsgebundene Bankmitarbeiter in seinem Auftrag vorneh-
men lassen. Die genannten Vermögenswerte (EUR 61 Mio. und EUR 133 Mio.) 
sollen dabei von D. zuvor unrechtmässig i.S.v. ungetreuer Geschäftsführung 
(Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB) erlangt worden sein. Dies indem er als 
Verwaltungsratspräsident des staatlichen Investitionsfonds B. PJS sowie als Or-
gan der B. Sarl entgegen seiner gesetzlichen und statutarischen Pflichten die B. 
PJS am 21./27. Februar 2012 über deren 100%ige Tochtergesellschaft B. Sarl 
mit der zwischengeschalteten O. Inc. zur Unterzeichnung eines Kaufvertrags 
über den Erwerb von 14'616'544 K.-Aktien sowie von wertlosen Zusatzrechten 
(Certain Rights) zum überhöhten Preis von EUR 210 Mio. veranlasst habe. B. 
PJS soll den Kaufpreis schliesslich auf eine Geschäftsbeziehung der Falcon bei 
der Bank P. SA, Brüssel, überwiesen haben. In Tat und Wahrheit seien die K.-
Aktien und Zusatzrechte vom separat verfolgten D. über zwischengeschaltete 
Gesellschaften zu einem nicht marktkonformen Preis veräussert worden, 
wodurch B. Sarl ein Vermögensschaden in der Höhe von rund EUR 148 Mio. 
entstanden sei. D. soll die Handlungen zur Erzielung eines unrechtmässigen Ver-
mögensvorteils vorgenommen haben. Anschliessend habe er die Vermögens-
werte zur Verschleierung der verbrecherischen Herkunft abgebucht bzw. über 
mehrere Bankverbindungen transferiert bzw. transferieren lassen. A. soll dabei 
gewusst haben, dass die Vermögenswerte aus einer schweren Straftat stammten 
und sich dadurch in Mittäterschaft zum separat verfolgten D. der qualifizierten 

- 16 - 

Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 und 2 StGB schuldig gemacht haben 
(AKZ 1.1). 

1.1.2 Der verfahrensgegenständliche Anklagevorwurf gegen die Falcon lautet zusam-
mengefasst dahingehend, die ihr bzw. ihren Organen zukommende, in Ge-
setz/Verordnung stipulierte Pflicht zur Sicherstellung eines wirksamen Kontroll-
systems verletzt zu haben. So habe Falcon nicht innert angemessener Zeit alle 
erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren getroffen, um die in 
ihrem Unternehmen in Ausübung geschäftlicher Verrichtung im Rahmen des Un-
ternehmenszwecks begangene Geldwäscherei zu verhindern. So habe sie keine 
geeignete Funktionentrennung, unabhängige Compliance oder wirksame Über-
wachung von risikobehafteten Geschäftsbeziehungen sichergestellt, Interessen-
konflikte nicht vermieden und kein wirksames und unabhängiges Kontrollsystem 
unterhalten. Dadurch sei die Begehung der umschriebenen Anlasstat (qualifi-
zierte Geldwäscherei durch A. und D. in Mittäterschaft) ermöglicht worden. Dies 
sei für Falcon bzw. deren Organe vorhersehbar gewesen und hätte vermieden 
werden können, wenn Falcon zeitgerecht die erforderlichen und ihr zumutbaren 
organisatorischen Vorkehren getroffen hätte. Falcon habe sich daher als Unter-
nehmen strafbar gemacht wegen der bei ihr begangenen qualifizierten Geldwä-
scherei (Art. 102 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 305bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB) (AKZ 
1.2). 

1.2 Vorinstanzliches Urteil und Parteistandpunkte im Berufungsverfahren 

1.2.1 Die Vorinstanz kommt nach gesamtheitlicher Würdigung der vorliegenden Be-
weise zum Schluss, dass das Verhalten von D. im Zusammenhang mit dem Ver-
kauf von Aktien der K. und von Certain Rights an B. PJS den Tatbestand der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfülle und 
eine Geldwäschereivortat zu bejahen sei (Urteil SK.2020.21 E. 2.4.5.7). Ebenso 
ist für die Vorinstanz erstellt, dass D. die deliktisch erlangten Gelder in der Höhe 
von EUR 194 Millionen gewaschen habe (Urteil SK.2020.21 E. 2.4.9.1). A. spricht 
die Vorinstanz vom Geldwäschereivorwurf frei, weil sie in Bezug auf den subjek-
tiven Tatbestand dafürhält, A. hätte den verbrecherischen Hintergrund der EUR 
194 Millionen nicht gekannt und auch nicht erkennen müssen (Urteil SK.2020.21 
E. 2.4.7.3 e). Betreffend den gegen Falcon ausgesprochenen Schuldspruch we-
gen strafrechtlicher Verantwortlichkeit des Unternehmens hält die Vorinstanz 
fest, dass mit der von D. begangenen Geldwäscherei eine Katalogtat im Sinne 
von Art. 102 Abs. 2 StGB vorliege (Urteil SK.2020.21 E. 3.4.1). Auch die weiteren 
Tatbestandsvoraussetzungen (Begehung im Unternehmen / Ausübung geschäft-
licher Verrichtung / Defizite in der Organisationsstruktur / Erforderlichkeit und Zu-

- 17 - 

mutbarkeit der organisatorischen Vorkehren / Vorhersehbarkeit und Vermeidbar-
keit der Anlasstat / Zurechnungszusammenhang) erachtet die Vorinstanz als er-
füllt (Urteil SK.2020.21 E. 3.4.5 – E. 3.4.12). 

1.2.2 A. bestritt im Rahmen des Vorverfahrens, wie auch vor Vorinstanz, konstant so-
wohl das Vorliegen einer Vortat als auch den Willen, deliktische Gelder zu trans-
ferieren (TPF pag. 79.721.161 ff. Rz. 31 ff., 189 ff.). Seines Erachtens sei nicht 
nachvollziehbar, dass er in der vorliegenden Konstellation die Vortat gekannt und 
billigend in Kauf genommen haben soll, ohne der Vortat selber angeklagt zu sein. 
Im Wesentlichen stellt er sich auf den Standpunkt, im Rahmen der K.-Transakti-
onen davon ausgegangen zu sein, dass F. & Co. die B. PJS vertrete und die 
Certain Rights bewertet habe. Eine Pflicht zur Prüfung eines allfälligen persönli-
chen Interesses von D. bzw. eines Interessenkonflikts seinerseits mit Verpflich-
tung, sich in den Ausstand zu begeben, habe er nicht gehabt. In die internen 
Vorgänge und Überlegungen der B.-Gesellschaft habe er keinen Einblick gehabt. 
D. (wie auch E.) habe 2009 in der europäischen Geschäftswelt hohen Respekt 
genossen (Auszeichnung als «Arabischer Geschäftsmann des Jahres» in den 
VAE, 2011 in den Top 50 der «Oil & Gas Power Middle East» und 2014 einer der 
100 einflussreichsten Araber der Welt), Die beiden hätten aufgrund ihrer Organ-
stellung bei der Falcon als von der FINMA anerkannte Gewährspersonen gegol-
ten, auf deren Integrität und Vertrauenswürdigkeit hätte geschlossen werden dür-
fen. Er habe nicht um die Wertlosigkeit der Certain Rights gewusst – immerhin 
habe nicht einmal die B. PJS selbst innert fünf Jahren seit den Vorkommnissen 
die angebliche Vortat erkannt (TPF pag. 79.721.161 ff. Rz. 29 ff., 34 ff., 191 ff.).  

1.2.3 Auch Falcon bestreitet das Vorliegen der Vortat bzw. konkret ein unrechtmässi-
ges Erlangen der Vermögenswerte durch D. (BA pag. 16.400-0379 Ziff. 2; TPF 
pag. 79.721.293 ff. bzw. -296).  

1.2.4 Bei dieser Ausgangslage gelten die Anklagevorwürfe gegen A. und Falcon im 
Berufungsverfahren weiterhin als bestritten. Insbesondere deshalb ist nachfol-
gend anhand der vorhandenen Beweismittel zu klären, ob sich die zur Anklage 
erhobenen Sachverhalte rechtsgenügend erstellen und unter einen Straftatbe-
stand subsumieren lassen. In allgemeiner Weise ist an dieser Stelle anzumerken, 
dass die Einvernahmen von D. und E. für eine valide Beurteilung des angeklag-
ten Sachverhaltes sachdienlich gewesen wären. Entgegen der Auffassung der 
BA (CAR pag. 5.200.068 f.), kann auf deren Befragungen nicht deshalb verzich-
tet werden, weil sich die Anklagevorwürfe auch anhand der vorhandenen Be-
weismittel angeblich rechtsgenüglich erstellen liessen. Über die von D. und E. 
allenfalls zu deponierenden Aussagen können letztlich nur Mutmassungen ange-
stellt werden. Deshalb verbietet sich auch eine endgültige Aussage dahinge-

- 18 - 

hend, dass ihre Einlassungen das Beweisergebnis in keiner Weise zu beeinflus-
sen vermöchten. Es liegt auf der Hand, dass die Bedeutung der vorliegenden 
indirekten Beweismittel und Indizien verglichen mit allfälligen Aussagen von D. 
und E. potenziell in den Hintergrund tritt. Angesichts dessen weckt die von der 
Vorinstanz verfolgte Begründungslinie, wonach D. der Vortäter des angeklagten 
Geldwäschereidelikts und sachlogisch Anlasstäter im Zusammenhang mit dem 
Vorwurf der Strafbarkeit des Unternehmens sein soll, ohne dass dieser im Verlauf 
des Strafverfahrens je Gelegenheit gehabt hätte, sich zu den ihn belastenden 
Elementen zu äussern, grundsätzliche prozessrechtliche Bedenken. Eine ange-
messene Beurteilung der Angelegenheit setzt eine besonders sorgfältige und 
vorsichtige Würdigung der vorhandenen Beweismittel voraus.   

 Die für die Beurteilung der Angelegenheit relevanten Tat- und Rechtsfragen über-
schneiden sich teilweise, weshalb sie entsprechend im selben Kontext abzuhan-
deln und zu würdigen sind. Mit Blick auf den Ausgang des Berufungsverfahrens 
erscheint es zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen zudem angezeigt, die 
Tatvorwürfe gegen den Beschuldigten A. und Falcon gemeinsam zu beurteilen. 

2. Rechtliche Ausführungen zu den angeklagten Straftatbeständen 

2.1 Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) 

2.1.1 Objektive Tatbestandselemente 

 Entsprechend der zeitlichen Einordnung der angeklagten Tathandlungen ist 
Art. 305bis Ziff. 1 StGB in der bis zum 31. Dezember 2015 geltenden Fassung 
anwendbar (vgl. Urteil SK.2020.21 E. 1.2.2). Danach macht sich der Geldwä-
scherei schuldig, wer eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung 
der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögenswerten zu ver-
eiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, unter anderem aus einem Verbre-
chen herrühren (BGE 145 IV 335 E. 3.1, BGE 124 IV 274 E. 2; Urteil BGer 
6B_367/2020 vom 17. Januar 2022 E. 12.1; Urteil BGer 6B_224/2017 vom 
17. November 2017 E. 4.2.1). Durch die strafbare Handlung wird der Zugriff der 
Strafbehörde auf die aus einem Verbrechen stammende Beute behindert. Das 
strafbare Verhalten liegt in der Sicherung der durch die Vortat unrechtmässig er-
langten Vermögenswerte. Der Tatbestand schützt in erster Linie die Rechtspflege 
in der Durchsetzung des staatlichen Einziehungsanspruchs bzw. das öffentliche 
Interesse an einem reibungslosen Funktionieren der Strafrechtspflege (BGE 129 
IV 322 E. 2.2.4). Der Täter wird auch bestraft, wenn die Haupttat im Ausland 
begangen wurde und diese auch am Begehungsort strafbar ist (Art. 305 bis Ziff. 
3 StGB). Die Bestimmung dehnt den Schutz auf die ausländische Strafrechts-
pflege und damit auf die ausländischen Einziehungsansprüche aus, soweit je-

- 19 - 

denfalls die Schweiz dem fraglichen Staat Rechtshilfe gewährt, um sein Einzie-
hungsrecht auszuüben (BGE 145 IV 335 E. 3.3; 136 IV 179 E. 2.3.4; 126 IV 255 
E. 3b/bb). Ob die im Ausland begangene Tat als Verbrechen zu qualifizieren ist, 
beurteilt sich nach schweizerischem Recht (BGE 145 IV 335 E. 3.3). Nicht erfor-
derlich ist demgegenüber die Strafbarkeit der Geldwäscherei nach dem Recht 
des Begehungsorts (BGE 145 IV 335 E. 3.3). Als Vereitelungshandlung qualifi-
ziert hat die Rechtsprechung bisher unter anderem das Verstecken von aus Be-
täubungsmittelhandel herrührenden Geldern (BGE 119 IV 59 E. 2e), das Anlegen 
von Bargeld (BGE 119 IV 242 E. 1.d), das Umwechseln von Bargeld in kleiner 
Stückelung in grössere Banknoten der gleichen Währung oder den Umtausch in 
eine andere Währung. Nach der Rechtsprechung dient der Tatbestand in Fällen, 
in denen die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte aus Delikten gegen 
das Vermögen herrühren, neben dem Einziehungsinteresse des Staates auch 
dem Schutz der individuell durch die Vortat Geschädigten (BGE 145 IV 335 E. 3.1 
mit Hinweisen).  

 Es handelt sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt; der Nachweis einer kon-
kreten Vereitelungsgefahr oder einer gelungenen Vereitelung ist nicht erforder-
lich (BGE 136 IV 188 E. 6.1; BGE 127 IV 20 E. 3a; Urteil BGer 6B_295/2019 vom 
8. August 2019 E. 1.3). Den Tatbestand der Geldwäscherei kann nach ständiger 
Rechtsprechung auch erfüllen, wer Vermögenswerte wäscht, die er selber durch 
ein Verbrechen erlangt hat. Tathandlung der Geldwäscherei ist jeder Vorgang, 
der geeignet ist, die Ermittlung, Auffindung oder Einziehung von kontaminierten 
Vermögenswerten zu vereiteln (BGE 145 IV 335 E. 3.1; BGE 144 IV 172 E. 7.2; 
BGE 128 IV 117 E. 7a). Nach der Rechtsprechung schliesst die Vereitelung der 
Einziehung als pars pro toto auch die Ermittlungs- und Auffindungsvereitelung 
mit ein; entscheidend ist mithin, ob ein Verhalten vorliegt, welches geeignet ist, 
die Einziehung der verbrecherisch erlangten Vermögenswerte zu vereiteln (BGE 
144 IV 172 E. 7.2.2 mit Hinweisen). Der Tatbestand der Geldwäscherei um-
schreibt ein abstraktes Gefährdungsdelikt; der Nachweis einer konkreten Verei-
telungsgefahr oder einer gelungenen Vereitelung ist nicht erforderlich (BGE 136 
IV 191 E. 6.1; BGE 127 IV 25 f. E. 3a; Urteil BGer 6B_97/2019 vom 6. November 
2019 E. 2.2; je mit Hinweisen).  

 Nach Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB liegt ein schwerer Fall insbesondere vor, wenn 
der Täter durch gewerbsmässige Geldwäscherei einen grossen Umsatz oder ei-
nen erheblichen Gewinn erzielt. Der Täter handelt gewerbsmässig, wenn sich 
aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus 
der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus 
den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit 
nach der Art eines Berufes ausübt. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich 

- 20 - 

darauf einrichtet, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnah-
men zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensge-
staltung darstellen, und dass er die Tat bereits mehrfach begangen hat. Ein gros-
ser Umsatz liegt ab Fr. 100'000.00, ein grosser Gewinn ab Fr. 10'000.00 vor. Aus 
der Formulierung des Gesetzes ("insbesondere") ergibt sich, dass es sich nicht 
um eine abschliessende Aufzählung handelt. Auch andere als die aufgezählten 
schweren Fälle sind denkbar. Dabei müssen die Taten in objektiver und subjek-
tiver Hinsicht gleich schwer wiegen wie die im Gesetz genannten Beispiele (BGE 
129 IV 188 E. 3.1.3; Urteile BGer 6B_993/2017 vom 20. August 2019 E. 4.2.3 
und 4.3.4; 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 6.2). 

2.1.2 Subjektive Tatbestandselemente 

 In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand Vorsatz, wobei Eventualvorsatz 
genügt. Nach Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vor-
sätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, 
wer den Eintritt des Erfolgs bzw. die Verwirklichung der Tat für möglich hält, aber 
dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und 
sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 134 IV 26 
E. 3.2.2; BGE 133 IV 222 E. 5.3; BGE 131 IV 1 E. 2.2; BGE 130 IV 58 E. 8.2, je 
mit Hinweisen). Der Geldwäscher muss mithin wissen oder annehmen, dass die 
Vermögenswerte aus einem Verbrechen - bzw. nach der Parallelwertung in der 
Laiensphäre - aus einer schweren Straftat herrühren. Ein strikter Nachweis der 
Vortat ist nicht erforderlich. Es genügt, dass der Geldwäscher die Umstände 
kennt, die den Verdacht nahelegen, dass das Geld einer verbrecherischen Vortat 
entstammt. Ist nach dem Beweisergebnis davon auszugehen, dass der Täter 
nicht eine bestimmte Vorstellung von der Art der Vortat hatte, ist entscheidend, 
ob er zumindest für möglich hält, dass die Vermögenswerte auf ein Verbrechen 
zurückgehen und er dies aus Gleichgültigkeit in Kauf nimmt (BGE 119 IV 242 
E. 2b; vgl. Jürg-Beat Ackermann, in: Kommentar Einziehung, organisiertes Ver-
brechen und Geldwäscherei, Bd. I, 1. Aufl. 1998, § 5/StGB 305bis N 397). Der 
Täter muss weder Natur noch Hergang genau kennen, aber die Umstände, die 
den Verdacht nahelegen, das Geld stamme aus einer verbrecherischen Vortat. 
Diese Umstände müssen ihm die konkrete Vorstellung eines Sachverhalts vor 
Augen führen, das unter den Tatbestand eines Verbrechens zu subsumieren ist 
(Urteil BGer 6S.66/1999 vom 24. Februar 1999 E. 2b). Wenn der Geldwäscher 
mit einiger Wahrscheinlichkeit annimmt, dass es sich um Vermögenswerte aus 
Verbrechen handelt, jedoch möglichst jede Nachforschung vermeidet, um die 
Wahrheit nicht erfahren zu müssen, handelt er eventualvorsätzlich. Erkennt er 
lediglich leichtfertig nicht, dass die Vermögenswerte verbrecherischer Herkunft 
sind, ist der Tatbestand nicht erfüllt (Ackermann, a.a.O., § 5 N. 393 und 398).  

- 21 - 

Ist beweismässig davon auszugehen, dass der Geldwäscher nicht eine be-
stimmte Vorstellung über die Art des Vordeliktes hatte, genügt es, dass er mit der 
Möglichkeit rechnete, das Geld könne aus einem Verbrechen (wie Diebstahl oder 
Betrug) stammen und dies in Kauf nahm (vgl. BGE 119 IV 242 E. 2/b mit Hinwei-
sen.; Urteil BGer 6S.492/2000 vom 23. Januar 2001, E. 2/b). Weil eine genaue 
Kenntnis der Vortat nicht erforderlich ist, reicht es zur Annahme einer eventual-
vorsätzlichen Geldwäscherei aus, wenn Verdachtsgründe dem Täter die Mög-
lichkeit einer (zumindest nach der Parallelwertung eines juristischen Laien) 
schwerwiegenden Vortat nahelegen, mithin sich ihm die Überzeugung von der 
deliktischen Herkunft der Sache aufdrängen musste und er trotzdem im Sinne 
des objektiven Tatbestandes der Geldwäscherei handelte (vgl. hinsichtlich der 
Hehlerei: Urteil BGer 6B_691/2014 vom 8. Dezember 2014, E. 2.2; PIETH, Basler 
Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 305bis StGB N. 59). Der Geldwäscher muss die 
Umstände kennen, die den Verdacht nahelegen, das Geld stamme aus einer ver-
brecherischen Vortat (BGE 119 IV 242 E. 2/b mit Hinweisen). 

2.2 Strafbarkeit des Unternehmens (Art. 102 StGB) 

 Was die Vorinstanz zu den Tatbestandsvoraussetzungen der strafrechtlichen 
Verantwortung eines Unternehmens dargelegt hat (Urteil SK. 2020.21 E. 3.3.1 – 
E. 3.3.4), erweist sich als zutreffend. Auf diese Rechtserläuterungen kann vorab 
verwiesen werden. Im Sinne einer Rekapitulation und Hervorhebung sei an die-
ser Stelle darauf hingewiesen, dass es beim Tatbestand der Strafbarkeit des Un-
ternehmens um die Zurechnung einer Straftat einer natürlichen Person an eine 
juristische Person geht. Bei Abs. 1 von Art. 102 StGB handelt es sich um eine 
subsidiäre Verantwortlichkeit des Unternehmens, bei Abs. 2 von Art. 102 StGB 
um eine originäre und kumulative Strafbarkeit des Unternehmens. Bei beiden 
Tatbestandsvarianten muss die Straftat in einem Unternehmen begangen wor-
den sein, wobei als Unternehmen gemäss Art. 102 Abs. 4 StGB insbesondere 
juristische Personen des Privatrechts, Gesellschaften oder Einzelfirmen gelten. 
In diesem Unternehmen muss ein Verbrechen oder Vergehen begangen worden 
sein, was den Nachweis der Erfüllung der objektiven und subjektiven Tatbe-
standsmerkmale einer Straftat bedeutet. Gelingt dieser Nachweis nicht, entfällt 
die Strafbarkeit des Unternehmens (BGE 142 IV 336 E. 4.1; NIGGLI/GFELLER, 
Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 102 StGB N. 56; DIT-BRESSEL, Das Desor-
ganisationsdelikt in Finanzleistungsunternehmen, Strafrechtliche Verantwortlich-
keit des Unternehmens gemäss Art. 102 Abs. 2 StGB, SZW 6/2002, S. 572 ff., 
576). Ob der Anlasstäter bekannt ist, ob er tangiert werden kann oder er schuld-
haft gehandelt hat, ist irrelevant (DIT-BRESSEL, a.a.O., 576). Der Strafgrund für 
eine Sanktionierung nach Art. 102 Abs. 1 StGB liegt darin, dass die mangelhafte 

- 22 - 

Organisation die Zurechnung einer Straftat zu einer natürlichen Person verhin-
dert (NIGGLI/GFELLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 102 StGB N. 52 und 
N. 214).  

 Demgegenüber gründet die Strafbarkeit gemäss Art.102 Abs. 2 StGB im Vorwurf, 
dass das Unternehmen seine Pflicht zur Verhinderung von Straftaten ungenü-
gend wahrgenommen hat (NIGGLI/GFELLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, 
Art. 102 StGB N. 244). Dies ergibt sich aus dem Gesetzespassus, wonach ein 
Unternehmen strafbar wird, wenn es nicht alle erforderlichen und zumutbaren 
organisatorischen Massnahmen getroffen hat, um eine solche Straftat zu verhin-
dern (NIGGLI/GFELLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 102 StGB N. 244). 
Die Bestimmung von Art. 102 Abs. 2 StGB statuiert im Bereich der genannten 
Katalogtaten eine Deliktsverhinderungspflicht (BGE 142 IV 337 E. 4.1). Bei bei-
den Varianten von Art. 102 StGB ist darüber hinaus Voraussetzung für die Ver-
antwortlichkeit, dass im Unternehmen in Ausübung geschäftlicher Verrichtung im 
Rahmen des Unternehmenszwecks eine Straftat begangen wurde. Die Strafbar-
keit des Unternehmens setzt weiter voraus, dass das Delikt aus dem Unterneh-
men begangen wurde, weshalb der Anlasstäter organisatorisch in das Unterneh-
men eingebunden sein muss (NIGGLI/GFELLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, 
Art. 102 StGB N. 65; DIT-BRESSEL, a.a.O., 576). Weiter muss die Anlasstat in 
«Ausübung geschäftlicher Verrichtung» begangen worden sein. Es wird dem-
nach ein funktionaler Zusammenhang zwischen der Anlasstat und der geschäft-
lichen Betätigung des Unternehmens verlangt (NIGGLI/GFELLER, Basler Kommen-
tar, 4. Aufl. 2019, Art. 102 StGB N. 78). Straftaten, die lediglich anlässlich, also 
bei Gelegenheit der geschäftlichen Verrichtung begangen werden, lösen keine 
Unternehmensstrafbarkeit aus. Ob eine geschäftliche Verrichtung ausgeübt wird, 
muss im Einzelfall gesondert geprüft werden (NIGGLI/GFELLER, Basler Kommen-
tar, 4. Aufl. 2019, Art. 102 StGB N. 78). Erforderlich ist darüber hinaus ein Zu-
rechnungszusammenhang zwischen Organisationsdefizit und Anlasstat. Dass 
ein entsprechendes Delikt begangen wurde, genügt für sich alleine noch nicht als 
Beweis dafür, dass das Unternehmen seinen Pflichten nicht nachgekommen 
wäre. Es muss vielmehr nachgewiesen sein, dass konkrete Organisationsmass-
nahmen erforderlich gewesen wären und tatsächlich nicht bestanden haben. 

3. Grundsätze der Sachverhaltserstellung 

 Bei der Beantwortung der Frage, ob sich der dem Beschuldigten in der Anklage-
schrift vorgeworfene Sachverhalt wie umschrieben zugetragen hat, ist das Ge-
richt keinen Beweisregeln verpflichtet. Vielmehr gilt der Grundsatz der freien rich-
terlichen Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO), wonach das Gericht sein Urteil 
nach seiner freien, aus den vorhandenen Beweismitteln geschöpften Überzeu-
gung fällt. Im Berufungsverfahren berücksichtigt es die im Vorverfahren und im 

- 23 - 

Hauptverfahren erhobenen Beweise (vgl. Art. 350 Abs. 2 StPO). Diese Bestim-
mung operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsver-
mutung («in dubio pro reo»; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Hat sich 
die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten zu stützen, ist anhand sämtli-
cher Umstände zu prüfen, welche Darstellung überzeugend ist. Eine strafrechtli-
che Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten mit hin-
reichender Sicherheit erwiesen ist. Bestehen nach abgeschlossener Beweiswür-
digung erhebliche oder unüberwindbare Zweifel, so sind diese zu Gunsten des 
Beschuldigten zu werten (BGE 145 IV 154 E. 1.1; BGE 144 IV 345 E. 2.2.1). Auf-
gabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver 
Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von einem be-
stimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen 
Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 2 StPO; BGE 127 I 38 E. 2a; BGE 
124 IV 86 E. 2a; BGE 120 1a 31 E. 2c). Es liegt in der Natur der Sache, dass mit 
menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisführung 
erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis über 
jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel 
dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind (BGE 138 
V 74 E. 7; BGE 124 IV 86 E. 2a; BGE 120 Ia 31 E. 2c; Urteil BGer 6B_46/2014 
vom 9. Oktober 2014 E. 2.2). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der 
Schuld ausgeschlossen werden können. Hingegen darf ein Schuldspruch nie auf 
blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach 
der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig.  

 Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar 
rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittel-
bar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche 
für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine be-
stimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, 
können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen 
rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile BGer 6B_173/2022 
vom 27. April 2022 E. 1.1; 6B_295/2021 vom 31. März 2022 E. 3.3.3; 
6B_390/2021 vom 18. März 2022 E. 1.2.2; je mit Hinweisen). Der Indizienbeweis 
ist dem direkten Beweis gleichwertig (Urteile BGer 6B_824/2016 vom 10. April 
2017 E. 12.1; 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8; je mit Hinweisen). 
Soweit das Urteil auf der Grundlage von Indizien ergeht, ist nicht die isolierte 
Betrachtung jedes einzelnen Beweises, sondern deren gesamthafte Würdigung 
massgebend. Erforderlich ist, dass bei objektiver Würdigung des ganzen Beweis-
ergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdrü-
ckende Zweifel an der Täterschaft zurückbleiben (Urteile BGer 6B_1077/2013 
vom 22. Oktober 2014 E. 1.1.2; 6B_217/2012 vom 20. Juli 2012 E. 2.2.2; 

- 24 - 

6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 3.2 und 3.4, je mit Hinweisen). Ange-
sichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der verfol-
gende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestand-
selemente nachzuweisen und nicht der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 
I 38 E. 2a; BGE 120 Ia 31 E. 2c). 

4. Beweismittel und deren Verwertbarkeit 

 Die Vorinstanz hat die massgeblichen Beweismittel genannt sowie den für die 
Beurteilung der Anklagevorwürfe relevanten Inhalt ausführlich und richtig wieder-
gegeben (Urteil SK.2020.21 E. 2.3.1 – E. 2.3.18.11). Auf alle diese Erwägungen 
kann uneingeschränkt verwiesen werden. Ebenso hat sich die Vorinstanz einge-
hend mit der Verwertbarkeit der vorliegenden Beweismittel befasst (Urteil 
SK.2020.21 E. 1.11.1 – E. 1.11.7). Die Vorinstanz liess offen, ob die den identi-
schen Sachverhaltskomplex betreffenden vorliegenden Urteile der Gerichte in 
Abu Dhabi (BA pag. 23.500-0026 ff.) entgegen den rechtsstaatlichen Einwänden 
der Falcon und des Beschuldigten A. «verwertbar» seien, da von einer inländi-
schen Vortat auszugehen sei und nicht auf das ausländische Urteil abgestellt 
werden müsse (Urteil SK.2020.21 E. 1.11.5).  

Die Strafbehörden haben bei Geldwäschereidelikten nachzuweisen, dass die 
umstrittenen Vermögenswerte aus einer verbrecherischen Vortat herrühren 
(ACKERMANN/ZEHNDER, in: Ackermann [Hrsg.], Kommentar Kriminelles Vermö-
gen – Kriminelle Organisationen: Einziehung, Kriminelle Organisation, Finanzie-
rung des Terrorismus, Geldwäscherei, Bd. II, Zürich/Basel/Genf 2018, Art. 305bis 
StGB N. 902). Die Beweiswürdigung hat sich bei ausländischen Urteilen entge-
gen dem inländischen Vortatverfahren nicht nur auf die Kraft des Inhalts der Be-
weismittel zu beschränken, sondern hat auch im Hinblick auf das Beweiserhe-
bungsverfahren und die rechtsstaatlichen Anforderungen des Strafverfahrens als 
solche zu erfolgen. Nur so ist garantiert, dass für den Nachweis der Auslandvortat 
dieselben Grundsätze gelten wie für den Nachweis der Inlandvortat (ACKER-
MANN/ZEHNDER, a.a.O., Art. 305bis StGB N. 922). Die im Verlauf des vorliegenden 
Strafverfahrens von Falcon und A. wiederholt geäusserten Bedenken hinsichtlich 
der Rechtsstaatlichkeit der in Abu Dhabi gegen D. und E. wegen im Zusammen-
hang mit dem vorliegend relevanten Verkauf von Aktien der K. an B. PJS angeb-
lich begangenen Vermögens- und Rechtspflegedelikten («Betrug und Schwinde-
lei» / Geldwäscherei / Veruntreuung und Schädigung öffentlicher Geldvermögen 
[vgl. BA pag. 23.500-0026]) geführten Strafverfahren (vgl. nur CAR 
pag. 4.200.024 ff., TPF pag. 79.721.304 ff.) sind gewichtig und ernst zu nehmen. 
Sie lassen sich nicht ausräumen, ohne D. und E. einvernommen oder Einsicht in 
die ausländischen Verfahrensakten genommen zu haben. Auf die verurteilenden 
Straferkenntnisse der Gerichte in Abu Dhabi kann daher nicht abgestellt werden. 

- 25 - 

Einer eigentlichen Bindungswirkung bezüglich der Geldwäschereivortat kommt 
einem ausländischen Urteil allerdings ohnehin nicht zu (ACKERMANN/ZEHNDER, 
a.a.O., Art. 305bis StGB N. 920). Auf weitere Einzelfragen bezüglich der Verwert-
barkeit wird im Folgenden nur insoweit eingegangen, als das aufgrund substan-
tiierter Beanstandungen und Entscheiderheblichkeit notwendig ist. 

5. Beweiswürdigung 

5.1 Die Beschuldigten und die involvierten Gesellschaften 

 Die Falcon wurde im Jahre 1965 als Überseebank AG gegründet und per De-
zember 1998 in AIG Private Bank umfirmiert. Im Nachgang zur Finanzkrise wurde 
die AIG Private Bank an die «Q. Company» verkauft und in Falcon Private Bank 
AG umfirmiert (BA pag. 11.101-0008). A. arbeitete seit Juli 1998 bis zu seinem 
Rücktritt im Dezember 2016 und damit auch im vorliegend massgeblichen Zeit-
raum in der Funktion des Vorsitzenden der Geschäftsleitung (CEO) bei der Fal-
con (BA pag. 11.101-0010 ff.; BA pag. 13.201-0008). Q. war ein Staatsfonds aus 
Abu Dhabi und Mehrheitsaktionärin der B., über welche Tochtergesellschaft sie 
die Anteile an der damaligen Falcon Private Bank AG hielt. Die B. PJS hielt als 
Tochtergesellschaft die B. Sarl, welche zum Halten von Beteiligungen gegründet 
wurde (BA pag. 11.101-0006 f.; BA pag. 18.201-0003). Über die B. Sarl hielt B. 
PJS insbesondere eine namhafte Beteiligung an der italienischen Bank «K. 
S.P.A.». D. fungierte zwischen April 2008 und April 2015 als Präsident des Ver-
waltungsrates der B. PJS und wirkte zwischendurch auch als CEO bei der Q. Bei 
B. Sarl war D. vom 24. August 2009 bis 24. Juli 2012 Mitglied des Verwaltungs-
rates. E. seinerseits fungierte von März 2010 bis August 2015 als CEO der B. 
PJS und vom 24. August 2009 bis 24. Juli 2012 Mitglied des Verwaltungsrates 
der B. Sarl (BA pag. 11.101-0006 ff.; BA pag. 18.201-0003 f.; BA pag. 15.101-
0017). Als Eigentümerin der Falcon entsandte B. PJS nach der Übernahme der 
Bank verschiedene Vertreter in den Verwaltungsrat. Insbesondere wechselten 
sich D. und E. in der Funktion des Verwaltungsrats der Falcon ab. Vom 25. Juni 
2010 bis 6. Februar 2012 amtete D. als Präsident des Verwaltungsrates, wäh-
rend E. Mitglied im Verwaltungsrat der Falcon war (BA pag. 11.101-0009 f.). Ab 
6. Februar 2012 bis 5. September 2013 bekleidete E. das Amt des Verwaltungs-
ratspräsidenten (BA pag. 11.101-0010). Am 19. Mai 2009 wurde bei Falcon eine 
Nummernkontobeziehung eröffnet, deren wirtschaftlich Berechtigter D. war (BA 
pag. B07.101. 01.E-0002 ff.; BA pag. 11.101-0009). 

5.2 Veräusserung von Aktien der K. und Certain Rights an B. 

5.2.1 Vorbemerkung 

 Die in der vorliegenden Strafsache zu beurteilenden Anklagevorwürfe betreffen 
im Kern um den Kauf und den Verkauf von Aktien der K. und von Certain Rights. 

- 26 - 

Die Anklage gegen den Beschuldigten A. behandelt diesen Sachverhaltskomplex 
unter dem Titel «Kriminelle Herkunft der Vermögenswerte – Qualifizierte unge-
treue Geschäftsbesorgung» (Anklageziffer 1.1.3 [TPF pag. 79.100.016 ff.]) erst, 
nachdem die als Geldwäschereihandlungen qualifizierten Geldtransfers um-
schrieben wurden (Anklageziffern 1.1.1 [TPF pag. 79.100. 003 ff.] bis 1.1.2 [TPF 
pag. 79.100.014 ff.]). Angesichts der Deliktstruktur der Geldwäscherei hätte zwar 
durchaus die umgekehrte Reihenfolge vorgezogen werden können. Die Erwä-
gungen im vorliegenden Berufungsentscheid folgen jedenfalls dem Aufbau des 
Anklagevorwurfs in der Anklageschrift. In diesem Sinne wird auf einzelne As-
pekte des Verkaufs- und Übertragungsgeschäftes betreffend die Aktien der K. 
und der Certain Rights in einem späteren Rahmen der Beweiswürdigung immer 
wieder Bezug genommen werden. Die Zugehörigkeit sowohl der Aktien wie auch 
der Certain Rights wechselte im Rahmen von komplexen und mehrschrittigen 
Vertragskonstrukten wiederholt zwischen verschiedenen Rechtsträgern. Deren 
Strukturen und einzelne Phasen sollen zum besseren Verständnis vorab in den 
Grundzügen erläutert werden (vgl. dazu auch die umfassenden Darstellungen 
der BA [BA pag. 11.101-0063 und BA pag. 11.101-0064).  

5.2.2 Übertragung von Aktien der K. und Certain Rights von D. auf O. Inc. 

 Am 16. Februar 2012 bevollmächtigte D. die Falcon, seine 14'616'544 Aktien der 
K. und gewisse Rechte (Certain Rights) an die G.1 Ltd. zu übertragen (BA pag. 
B07.101.004.07-0015). Gleichentags wurde die O. Inc. mit einem Aktienkapital 
von USD 50'000 auf den Britischen Jungferninseln (BVI) gegründet. Die Aktien 
der K. lauteten auf die Falcon. Für die K. wurde bereits am 15. Februar 2012 eine 
Kontobeziehung bei Falcon beantragt, wobei als wirtschaftlich Berechtigter der 
Kontobeziehung D. genannt wurde (BA pag. B07.101.002.01.E-0022 f.). Am 
16. Februar 2012 wurde ein Share Contribution Agreement zwischen K. und der 
Falcon abgeschlossen. Darin verpflichtete sich Falcon im Namen eines Klienten 
(«on behalf of the client»), 14'616'544 Aktien der K. auf die K. zu übertragen (BA 
pag. B07.101.004.07-0002 ff.). Ebenfalls am 16. Februar 2012 schloss die Falcon 
mit der K. ein Rights Assignment Agreement ab, worin sie sich wiederum «im 
eigenen Namen, aber handelnd für einen Kunden» zur Übertragung von Certain 
Rights auf die K. verpflichtete (BA pag. B07.102.014.07-0008 ff.). Am 17. Februar 
2012 wurden 14'616'544 Aktien der K. auf die Kontobeziehung der K. bei Falcon 
übertragen (BA pag. B07.101.002.01.01-0022). 

5.2.3 Übertragung der Aktien der K. von Falcon auf G.1 Ltd. 

 Mit am 21. Februar 2012 unterzeichnetem Share Purchase Agreement verpflich-
tete sich Falcon gegenüber G.1 Ltd., dieser für einen Preis von EUR 195 Millio-
nen sämtliche Aktien der K. zu übertragen und die Certain Rights zu veräussern. 

- 27 - 

Im Vertrag wurde erwähnt, dass die K. über 14'616'544 Aktien der K. verfügte 
(BA pag. B07.101.004.06-0002 ff.; vgl. auch BA pag. 11. 101-0035 f.). Als An-
hang war diesem Vertrag das Rights Assignment Agreement zwischen der Fal-
con und der K. angefügt (BA pag. B07.101. 004.06-0011 ff.). Ebenfalls am 
20. Februar 2012 unterzeichneten Falcon und G.1 Ltd. ein «Instrument of Trans-
fer», welches festhält, dass 1'000 Aktien der K. von Falcon an die G.1 Ltd. trans-
feriert werden sollen. Die Aktien der K. wurden umgehend auf die G.1 Ltd. über-
tragen (BA pag. B07.101.002.01.E-0022). Die Geschäftsbeziehung zwischen 
Falcon und K. wurde anschliessend beendet und die entsprechende Kontobezie-
hung geschlossen (BA pag. 11.101-0035 f.). 

5.2.4 Übertragung der Aktien der K. und der Certain Rights von der K. auf B. 

 Am 21. Februar 2012 schlossen die K. als Verkäuferin und B. PJS als Käuferin 
ein Share Purchase Agreement über den Verkauf von 14'600'000 Aktien der K. 
zum Preis von EUR 210 Millionen ab (BA pag. 15.101-0048 ff.; BA pag. 15.101-
0066 ff.). Der Vertrag wurde für die B. PJS von GG. und E. unterzeichnet (BA 
pag. 15.101-0054 f.). Am 27. Februar 2012 wurde ein Amendment Agreement zu 
besagten Share Purchase Agreement zwischen der K. und B. PJS erstellt, ge-
mäss welchem 14'616'544 Aktien der K. übertragen werden sollen (BA 
pag. 11.101-0041). Am 27. Februar 2012 schlossen K. und B. PJS ein Rights 
Assignment Agreement über die Übertragung der Certain Rights zum Preis von 
EUR 1, wobei der Vertrag für die B. PJS von E. unterzeichnet wurde (BA pag. 
15-101-0076 ff.). Am 22. Februar 2012 hat die B. PJS den Kaufpreis von EUR 
210 Millionen an die Kontobeziehung der Falcon bei der Bank P. SA in Brüssel 
überwiesen (BA pag. 11.101-0042). Für den Kauf der Aktien der K. gewährte B. 
PJS der B. Sarl ein Darlehen (BA pag. 15.101-0072 ff.; BA pag. 11.101-0045). 
Am 24. Februar 2012 wurden auf Anweisung von B. PJS an G.1 Ltd. hin 
14'600'000 Aktien der K. auf die Kontobeziehung der B. PJS bei der G.1 Ltd. 
übertragen (BA pag. 11.101-0044). Am 27. Februar 2012 schliesslich wurden 
weitere 16'544 Aktien der K. auf die Kontobeziehung der B. PJS bei G.1 Ltd. 
transferiert (BA pag. 11.101-0044). 

5.3 Verteilung und weitere Verwendung des Verkaufserlöses 

5.3.1 Verteilung des Verkaufserlöses 

 Aus den im Vorverfahren erhobenen Bankunterlagen und interner Korrespon-
denz der Falcon ist zu ersehen, dass von dem von B. PJS bezahlten Verkaufs-
preis am 22. Februar 2012 EUR 61 Millionen auf das auf D. lautende Nummern-
konto 10 transferiert wurden (BA pag. B07.101.001.02-0025; vgl. auch BA 
pag. 11.101-0043). Gleichentags wurde ein Betrag von EUR 133 Millionen an die 
Kontobeziehung der G.1 Ltd. bei der Falcon transferiert (BA 

- 28 - 

pag. B07.101.007.01.01-0003; vgl. auch BA pag. 11.101-0043). Ebenfalls am 
22. Februar 2012 wurden weitere EUR 15 Millionen an eine vorliegend nicht nä-
her interessierende Kontobeziehung der G.1 Ltd. bei Bank HH. in London über-
wiesen (BA pag. B07.101.004.06-0003; BA pag. 11.101-0043). Einen Betrag von 
EUR 1 Million vereinnahmte Falcon als Kommission für sich (BA 
pag. B07.101.007.01.01-0018 f.; BA pag. 11.101-0043). 

5.3.2 Überweisung auf Escrow Account und weitere Investitionen 

 Am 26. März 2012 unterzeichnete D. eine Vollmacht für Falcon, worin diese unter 
anderem beauftragt wurde, ein Management Escrow Account Agreement zwi-
schen der G.1 Ltd. und H. oder einer anderen als Escrow Agent geeignet erach-
tete Person abzuschliessen (BA pag. B07.101. 004.06-0037). Am 7. Mai 2012 
wurde ein solches Management Escrow Account Agreement zwischen der Fal-
con, der G.1 Ltd. und H. als Escrow Agent abgeschlossen, wobei Falcon im Na-
men eines nicht näher genannten Klienten handelte (BA pag. B07.101.004.06-
0019 ff.; BA pag. 11.101-0047 f.). Am 9. Mai 2012 eröffnete Falcon eine auf H. 
lautende Kontobeziehung. D. wurde als wirtschaftlich berechtigte Person an den 
darauf eingebuchten Werten aufgeführt (BA pag. B07.101.005.01.E-0002 ff.; BA 
pag. B07.101.005. 01.E-0004; BA pag. 11. 101-0046). Von der Bankbeziehung 
der G.1 Ltd. wurde am 9. Mai 2012 der Betrag von EUR 133 Millionen auf das 
auf H. lautende Konto überwiesen (BA pag. B07.101.007.01.01-001; BA 
pag. 11.101-0049). Von diesem Konto wurden in der Folge am 19. Juli 2012 ins-
gesamt EUR 133'700'250 in einen von Falcon verwalteten Fond (Fonds MM.) 
investiert (BA pag. B07.101. 005.01.01-0003). Die Fondstitel wurden dem Depot 
der Kontobeziehung von H. gutgeschrieben (BA pag. B07.101.005.01.01-0014). 
Zwischen dem 8. November 2012 und dem 18. Juni 2015 erfolgten aus Fonds-
mittel mehrere Investitionen in die QQ. Ltd. (vgl. TPF pag. 79. 100.007 ff.; Urteil 
SK.2020.21 E. 2.3.12.3). Der Beschuldigte fungierte als Direktor der QQ. Ltd. 
(vgl. BA pag. B07.101.003.01.E-0061). Mit den in die QQ. Ltd. investierten Geld-
mitteln wurden im Zeitraum zwischen dem 13. November 2012 und dem 18. Juni 
2016 wiederum diverse Investitionen (AAA. Ltd. / CCC. / Stiftung DDD.) getätigt 
(vgl. TPF pag. 79.100.012; Urteil SK.2020.21 E. 2.3.12.4). Der Sachverhalt ist 
insoweit unbestritten und durch die edierten Bankunterlagen hinreichend doku-
mentiert. In allen der aufgeführten Überweisungen und Investitionen erblickt die 
Anklageschrift geldwäschereirelevante Tathandlungen (Anklageziffern 1.1.1.1. 
bis 1.1.1.4 [TPF pag. 79.100.003 ff.]). Am 7. Dezember 2016 wurden die sich auf 
dem Escrow-Konto eingestellten Vermögenswerte auf die Kontobeziehung von 
D. bei Falcon transferiert (BA pag. B07.101.005.01.V-0044 ff.; BA 
pag. B07.101.005. 01.02-0011 ff.). 

- 29 - 

5.3.3  Abbuchungen vom auf D. lautenden Nummernkonto bei Falcon 

 Gemäss Anklageschrift soll es auch bezüglich des auf das Nummernkonto von 
D. bei Falcon transferierten Betrages von EUR 61 Millionen zu diversen Geldwä-
schereihandlungen gekommen sein. Der an den Beschuldigten A. gerichtete Vor-
wurf lautet dahin, dass er Zahlungsanweisungen von D. bestätigt und genehmigt 
habe oder durch ihm unterstellte und weisungsgebundene Mitarbeiter der Falcon 
habe genehmigen lassen (vgl. Anklageziffer 1.1.2.1 [TPF pag. 79.100.014 ff.]). 
Im Einzelnen soll es sich um 78 Überweisungen gehandelt haben, die in einem 
Zeitraum vom 13. März 2013 bis zum 11. Februar 2016 veranlasst worden sein 
sollen. Auch insoweit ist der Anklagesachverhalt nicht umstritten. Die einzelnen 
Abbuchungen sind in einem Anhang der Anklageschrift (TPF pag. 79.100.048 ff.) 
und im erstinstanzlichen Urteil (Urteil SK.2020.21 E. 2.3.11.1) detailliert aufgelis-
tet. Es kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die jeweiligen Dar-
stellungen verwiesen werden. 

5.4 Kriminelle Herkunft der Vermögenswerte 

5.4.1 Massgebliche Beweisthemen 

 Die Anklage beruht auf einem angeblich von D. begangenen Verbrechen in Ge-
stalt einer ungetreuen Geschäftsbesorgung. Es ist unbestritten, dass D. als Prä-
sident des Verwaltungsrates der B. PJS und als Organ der B. Sarl deren Vermö-
gensinteressen uneingeschränkt zu wahren hatte (TPF pag. 79.721.311; BA 
pag. 15.101-0356 f.; BA pag. 15.101-0121 ff.; BA pag. 23.300-0066 f.; vgl. auch 
Urteil SK.2020.21 E. 2.4.5.3 a). Der Vorwurf besteht gerade im Vorhalt, dass D. 
die ihm obliegenden Vermögensfürsorgepflichten verletzt habe, indem er von ihm 
gehaltene Aktien der K. sowie wertlose Certain Rights an B. PJS veräussert 
habe, ohne dabei seine persönlichen Interessen an dieser Transaktion offenge-
legt zu haben. Dadurch habe D. der B. PJS einen Vermögensschaden zugefügt 
(TPF pag. 79.100.019 f.). Im Mittelpunkt der Beweiswürdigung stehen damit die 
Fragen, wie es sich mit der Werthaltigkeit der Certain Rights verhält und ob und 
gegebenenfalls inwiefern diese im Vorfeld einer Bewertung unterzogen wurden 
(vgl. nachfolgend II.A.5.4.2). Im Weiteren muss geklärt werden, ob sich die 
Certain Rights für die B. PJS tatsächlich als wertlos erwiesen haben (vgl. nach-
folgend II.A.5.4.3). Von besonderer Relevanz ist sodann die Frage, ob D. mit der 
Veräusserung von Aktien der K. und der Certain Rights an B. PJS ein unzulässi-
ges Insichgeschäft abgeschlossen hat (vgl. nachfolgend II.A.5.4.4). Schliesslich 
ist zu prüfen, ob der B. PJS tatsächlich ein Vermögensschaden entstanden ist 
(nachfolgend II.A.5.4.5). 

- 30 - 

5.4.2 Bewertung der Certain Rights 

5.4.2.1 Beweiswürdigung im vorinstanzlichen Urteil 

 Für die Vorinstanz steht fest, dass die an die B. PJS veräusserten Certain Rights 
vor Vertragsabschluss nicht bewertet wurden. Als einziges im Zusammenhang 
mit den Certain Rights relevant beurteiltes Aktenstück erwähnt sie ein Memoran-
dum über eine am 7. Februar 2012 in Mailand durchgeführte Besprechung (so-
genanntes Mailand-Memorandum). Dessen Inhalt lässt nach der Überzeugung 
der Vorinstanz ebenso wenig auf eine Bewertung der Certain Rights schliessen 
wie die einschlägige E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Beschuldigten A., CC. 
und R. Das Mailand-Memorandum halte lediglich fest, dass der Wert der Certain 
Rights signifikant sein könne, was verdeutliche, dass in jenem Zeitpunkt keine 
offizielle Bewertung vorgelegen habe. Andernfalls hätte festgehalten werden 
können, dass der Wert der immateriellen Rechte signifikant [sei]. Das Mailand-
Memorandum halte somit lediglich eine Vermutung fest, wonach die Certain 
Rights sehr wertvoll sein [könnten]. Auch in der Korrespondenz zwischen Falcon 
und den G.1 Ltd.-Gesellschaften fänden sich keine Hinweise, wonach eine dieser 
Gesellschaften die Certain Rights bewertet habe. Die Aussage von FFF., wonach 
möglicherweise die G.1 Ltd. eine Bewertung vorgenommen habe, stelle bloss 
eine Vermutung dar, was A. selber anerkannt habe.  

 Als Zwischenfazit sei festzuhalten, dass trotz umfassender Erhebung der Unter-
lagen zu D.’s Nummerngeschäftsbeziehung sich in den Bankunterlagen kein Pri-
cing befinde. Hätte eine offizielle Bewertung bestanden, so hätte Falcon diese 
ohne Weiteres zu den Akten genommen. Dass E. das Mailand-Memorandum 
dem Beschuldigten A. zugestellt und jener es für die bankinterne Dokumentation 
entgegengenommen habe, verdeutliche, dass darüber hinaus nichts Weiteres 
bestanden habe. Dass F. & Co. keine Bewertung der Certain Rights vorgenom-
men habe, sei auch von FFF. anlässlich seiner Einvernahme im Vorverfahren 
bestätigt worden. Dies indem er angegeben habe, dass es sich beim Verkauf der 
Aktien der K. und der Certain Rights um eine Transaktion zwischen verbundenen 
Parteien gehandelt habe und eine Involvierung für F. & Co. zu heikel gewesen 
wäre. Es sei zudem festzuhalten, dass A. im Vorverfahren bloss ausgesagt habe, 
F. & Co. habe ihm die Certain Rights erläutert. Dass er je ein offizielles Pricing 
gesehen habe, sei von ihm hingegen nicht behauptet worden. Vielmehr habe er 
angegeben, dass es Aufgabe von JJ., R. und CC. gewesen wäre, die Existenz 
der Certain Rights zu überprüfen. JJ. habe anlässlich seiner Einvernahme be-
zeugt, dass ihm gegenüber nie ein Pricing für die Certain Rights erwähnt worden 
sei. Auch S. habe erklärt, von einem offiziellen Pricing nichts zu wissen und auch 
I. habe sich im Vorverfahren nicht an ein Pricing erinnern können. Zusammenge-
fasst würden lediglich A. und R. geltend machen, dass die Certain Rights offiziell 

- 31 - 

bewertet worden seien. Die genannten Personalbeweise würden hingegen einzig 
den Schluss zulassen, dass die Certain Rights nicht bewertet worden seien (Ur-
teil SK.2020.21 E. 2.4.5.3 b/aa [Hervorhebungen jeweils im Original]). 

5.4.2.2 Das sogenannte Mailand-Memorandum  

 Bei den Akten liegt eine schriftliche Zusammenfassung einer am 7. Februar 2012 
stattgefundenen Besprechung mit dem Titel «Information Memorandum following 
meeting in Milan of February7th, 2012» (BA pag. B8.300-0203 ff.). Die Teilnehmer 
der Besprechung werden im Dokument nicht genannt. Es ist jedoch unbestritten 
geblieben und gilt beweismässig als erstellt, dass neben A. mindestens noch E. 
und FFF. daran teilnahmen und E. schliesslich das Memorandum verfasste (vgl. 
TPF pag. 79.721.197; CAR pag. 5.200.109). Da in diesem Memorandum eine 
«Arab Italian Investment Company» erwähnt wird, ist nicht auszuschliessen, 
dass weitere delegierte Personen von B. PJS und K. zugegen waren (vgl. TPF 
pag. 79.721.329). E. war zu diesem Zeitpunkt Mitglied des Verwaltungsrats der 
B. Sarl und CEO der B. PJS sowie Mitglied bzw. Präsident des Verwaltungsrates 
der Falcon (vgl. BA pag. 11.101-0071 ff., 0100 und 0171). Dieses Memorandum 
skizziert den Hintergrund und den Zweck der beabsichtigten Transaktion und er-
wähnt namentlich, dass sich zur K. in den vergangenen 18 Monaten eine Ge-
schäftsbeziehung angebahnt habe und beabsichtigt sei, durch eine Kapitalbetei-
ligung eine strategische Beziehung zu K. einzugehen, um gemeinsame Investiti-
onsprojekte zu entwickeln (BA pag. B8.300-0203 [«Background»]). Dass im Rah-
men dieser strategischen Allianz ein Sitz im Verwaltungsrat der K. angestrebt 
werden sollte, ist dem Memorandum ebenfalls zu entnehmen. Ausserdem wird 
in diesem Zusammenhang auf frühere Gespräche verwiesen, welche aufgrund 
von Wechseln im Management der K. ausgesetzt wurden (BA pag. B8.300-0203 
[«[…] the […] considerations were put on hold»]). Zudem wird erwähnt, dass eine 
Vereinbarung bestehe, wonach entsprechende Gespräche wieder aufgenommen 
würden (BA pag. B8.300-0203 [«There is agreement for discussion on this topic 
to be renewed at a later date»]). Aus diesem Gesamtkontext sowie der konkret 
gewählten Wortwahl im Mailand-Memorandum ergibt sich bezüglich des Verwal-
tungsratssitzes bei der K. zwanglos, dass es sich dabei nicht um einen einforder-
baren Anspruch handelte (BA pag. B8.300-0203 [«Potential for LLLL. manage-
ment representation on Bank K. Group board»]; BA pag. B8.300-0204 [«a poten-
tial board seat»). Unterstützt wird diese Betrachtungsweise dadurch, dass im 
Mailand-Memorandum kein bestimmter zeitlicher Horizont genannt wird (BA 
pag. B8.300-0203 [«at a certain point of time» / «at a later date»]).  

 Im Mailand-Memorandum werden schliesslich diverse gemeinsame Investitions-
projekte wie die Erlangung einer Kontrollbeteiligung am italienischen Fussball-
verein AS Roma oder Immobilienprojekte im italienischen Gastgewerbe und 

- 32 - 

sonstigen Sportbereich aufgeführt und weiter konkretisiert (BA pag. B8.300-0203 
[«Comitment by Bank K. through its participation in PPPP.S.p.A. to work with 
LLLL. to gain direct or indirect control of Italian football club AS Roma on an ex-
clusive basis» / «Preferential access to Italian real estate projects in the hospital-
ity and sports sector» / «Other joint initiatives»]). Auch aus dieser Umschreibung 
ergibt sich nicht, dass und inwiefern bestimmte Rechtsansprüche bestünden 
oder begründet werden sollten. Was die finanziellen Aspekte anbelangt, wird im 
Mailand-Memorandum darauf hingewiesen, dass sich der Gesamtwert aus dem 
Wert der zu übertragenden Aktien und dem Wert der immateriellen Werte zusam-
mensetze, wobei bezüglich letzterem angemerkt wurde, dass dieser signifikant 
sein könne (BA pag. B8.300-0203 [«The value of the intangible assets can be 
significant, particularly the joint initiatives regarding AS Roma»]). Es wird der Vo-
rinstanz darin zugestimmt, dass das Mailand-Memorandum keine substantiierte 
Bewertung der zu übertragenden Certain Rights erwähnt. 

5.4.2.3 Involvierung von F. 

 a) Falcon und A. gehen übereinstimmend davon aus, dass sich B. PJS vor 
Vertragsabschluss über den Wert auch der Certain Rights im Klaren war. Es sei 
schlicht unvorstellbar, dass ein geschäftserfahrenes Unternehmen wie B. PJS 
EUR 133 Millionen für «Rechte» ausgebe und den Inhalt dieser Rechte nicht 
kenne (vgl. CAR pag. 5.200.162). A. erklärte in seiner Einvernahme im Vorver-
fahren, dass er mit E. als Vertreter der Käuferschaft über die Preisvorstellungen 
und die Struktur der Transaktion gesprochen habe (BA pag. 13.201-0017). Auch 
mit F. & Co. habe er Kontakt gehabt. F. & Co. sei von B. PJS mandatiert worden, 
um die Transaktion zu strukturieren sowie um das Pricing festzulegen und abzu-
wickeln (BA pag. 13.201-0017). Das Pricing der Aktien sei eigentlich klar gewe-
sen, da die Aktien einen Marktpreis gehabt hätten. Es sei zudem über das Pricing 
der zusätzlichen Rechte gesprochen worden, wobei er aber nicht direkt beteiligt 
gewesen sei (BA pag. 13.201-0017). Die zusätzlichen Rechte seien von F. & Co. 
auf EUR 133 Millionen «gepriced» worden (BA pag. 13.201-0018). Bereits im 
Rahmen des gegen die Falcon geführten Verwaltungsverfahrens sagte A. aus, 
dass die detaillierte Struktur für die Transaktion von F. & Co. vorgegeben worden 
sei. Die Investmentbank habe den Ablauf und den Inhalt definiert und die ent-
sprechenden Transfers initiiert. Neben den Aktien der K. seien auch gewisse 
Rechte an die B. PJS verkauft worden. Die Transaktion sei von F. & Co. «gepri-
ced» worden. Er habe den Preis der Certain Rights nicht hinterfragt, weil er von 
F. & Co. berechnet und festgelegt worden sei. Für ihn sei das ein «Package» 
gewesen und es sei nicht seine Aufgabe gewesen, das im Detail zu überprüfen 
(Einvernahme des Beschuldigten A. durch die FINMA vom 13. Juni 2017 S. 14 f. 
[TPF pag. 79.262.1.388 ff.). Die gleichbleibenden Aussagen des Beschuldigten 

- 33 - 

A. weisen F. & Co. im Rahmen des Veräusserungsgeschäfts und damit auch bei 
der Bewertung der Certain Rights eine tragende Rolle zu. 

 b) Die Aussagen des Beschuldigten A. decken sich mit den Angaben 
 anderer Personen, die im Vorverfahren einvernommen wurde. Auch R., General 
Counsel bei Falcon (BA pag. 12.300-0011), sagte aus, dass gemäss seinem Ver-
ständnis F. & Co. die Transaktion strukturiert habe. Es sei seine Aufgabe gewe-
sen sicherzustellen, dass das «Legal Framework» gemäss den Vorgaben der 
Käufer/Verkäufer bzw. von F. & Co. fristgerecht umgesetzt werde. Verkäufer sei 
D. gewesen und Käufer die B. Es sei sein Verständnis gewesen, dass F. & Co. 
die Transaktion strukturiere. Die Transaktion sei dem Verwaltungsrat der Falcon 
schriftlich zur Kenntnis gebracht worden. Dadurch hätten insbesondere auch L., 
der als CFO von Q.   Vorgesetzter von D. gewesen sei, von der Transaktion 
Kenntnis gehabt. T., der General Counsel von Q.   gewesen sei, sei im Übrigen 
im direkten Kontakt mit F. & Co. gewesen. Er habe T. selber über die Transaktion 
informiert. Es sei Tatsache, dass F. & Co. die Struktur der Transaktion im Auftrag 
der Käuferschaft vorgegeben habe. Welchen Auftrag F. & Co. konkret gehabt 
habe, wisse er nicht. F. & Co. habe aber ein «Memorandum of Understanding» 
verlangt, was keinen Sinn machen würde, wenn es auf ihrer Seite keine Verant-
wortlichkeit gegeben hätte. Die Transaktionsstruktur sei von Anfang vorgegeben 
gewesen. Er wisse nicht, ob die Certain Rights offiziell bewertet worden seien. 
Falcon habe aber keinen Auftrag gehabt, eine Bewertung vorzunehmen. Es sei 
richtig, dass im Rights Assignment Agreement vom 16. Februar 2012 der Wert 
der Certain Rights nicht festgehalten werde. Der Grund sei gewesen, dass die 
Transaktion aus rechtlichen und strukturellen Gründen ohne Gegenleistung habe 
erfolgen müssen, weshalb auch keine Wertangabe erfolgt sei. Er habe nicht über-
prüft, ob es zusätzlich zu den Certain Rights Verträge oder andere Unterlagen 
gegeben habe, weil sein Auftrag in der rechtlichen Umsetzung der Transaktion 
bestanden habe und es faktisch keine Möglichkeit gegeben habe, innerhalb der 
zur Verfügung stehenden Zeit Dokumente zu verlangen und zu sichten. Er habe 
auch das Know-How nicht gehabt, um die Certain Rights zu bewerten. Mit A. 
habe er nicht über den Wert der Certain Rights gesprochen (BA pag. 12.300-
0017 ff.).  

 Befragt wurde ebenfalls J., der von Januar bis Juni 2012 und damit im vorliegend 
massgeblichen Zeitpunkt Leiter des Investment Bankings der G.1 Ltd. war (BA 
pag. 12.900-0012). Er gab an, die G.1 Ltd. sei von F. & Co. gebeten worden, 
diese bei einigen Transaktionen bezüglich der Positionen der B. PJS bei der K. 
zu unterstützen. Er habe als Verbindungsperson zwischen F. & Co. und G.1 Ltd. 
fungiert. Die Struktur der Transaktion sei der G.1 Ltd. von F. & Co. vorgegeben 
worden (BA pag. 12.800-0018 f.). FFF. erklärte zwar, dass F. & Co. keine unab-

- 34 - 

hängige Bewertung vorgenommen habe – es könne aber sein, dass G.1 Ltd. ei-
nen Wert geboten habe. Aufgrund der ihm vorliegenden Beschreibung der 
Rechte gehe er davon aus, dass es sich um eine Form von Bewertung oder Do-
kumentierung handle, die von der G.1 Ltd. gemacht worden zu sein scheine (BA 
pag. 12.500-0037). 

 c) Mit den soeben wiedergegebenen Aussagen liegen konkrete Anhalts-
punkte dafür vor, dass F. & Co. in den Verkaufsprozess von Aktien der K. und 
der Certain Rights über die Gesellschaften K. und G.1 Ltd. involviert gewesen 
und von der B. PJS mit der Abwicklung beauftragt worden sein könnte. Diesen 
Standpunkt haben Falcon und A. über das gesamte Verfahren hinweg eingenom-
men (vgl. TPF pag. 79.721.320 ff; TPF pag. 7.721.161 ff.) und in dieser Hinsicht 
wiederholt auch Beweisanträge gestellt. Die BA geht demgegenüber davon aus, 
dass F. & Co. nicht spezifisch für die vorliegend umstrittene Transaktion manda-
tiert worden sei (vgl. TPF pag. 79.721.022 ff; CAR pag. 5.200.204). Am 27. Ja-
nuar 2012 erschien ein Presseartikel, gemäss welchem B. PJS bei ihren Bemü-
hungen zur Erhöhung des Aktienkapitals bei K. von F. & Co. beraten werde (BA 
pag. B8.300-0170). Diese Pressepublikation thematisierte in erster Linie den Er-
werb von Bezugsrechten im Rahmen der von K. beschlossenen Kapitalerhöhung 
(BA pag. B8.300-0170). Das bedeutet aber noch nicht, dass F. & Co. auch die 
Veräusserung von Aktien der K. und der Certain Rights begleitet hätte. Es spricht 
jedoch einiges dafür, dass F. & Co. auch in dieser Transaktion involviert war. In 
einer von ihm am 8. Februar 2012 an A. und CC. versandten E-Mail kommen-
tierte R. das ihm vom Beschuldigten A. zugestellte und unbestrittenermassen von 
E. verfasste Memorandum (vgl. TPF pag. 79. 721.161 ff.; CAR pag. 5.200.109) 
dahingehend, dass es grossmehrheitlich demjenigen Memorandum entspreche, 
dass die Falcon eine Woche zuvor von F. & Co. erhalten hätte (BA pag. B8.300-
0197 [«That’s more or less the wording of the Memo we got from F. in our meeting 
last week»]; vgl. auch TPF pag. 79.721.198). Die Bemerkung von R. in dieser E-
Mail kann nicht anders verstanden werden, als dass F. & Co. in die umstrittene 
Transaktion involviert gewesen war. Wenn nun aber im Mailand-Memorandum 
der Wert der Certain Rights angesprochen wurde und bereits zuvor von F. & Co. 
ein inhaltlich im Wesentlichen identisches Memorandum verfasst worden war, 
drängt sich die Annahme auf, dass die Bewertung der Certain Rights auch von 
F. & Co. diskutiert worden war. Die Vermutung der BA, wonach F. & Co. wohl 
das gleiche Memorandum von E. zugestellt erhalten habe (CAR pag. 5.200.024), 
lässt sich nicht mit stichhaltigen Gründen unterlegen. Auf eine Involvierung von 
F. & Co. weist ferner die von A. an mehrere Adressaten versandte E-Mail vom 
16. Januar 2012 hin, wonach F. & Co. ein «Memorandum of understanding» und 
Angaben darüber benötige, wie der Kaufvertrag strukturiert werden solle (BA 
pag. 13.201-0114). Als besonders eindeutig erweisen sich sodann die Aussagen 
von FFF., der seinerzeit als Vizepräsident für F. & Co. amtete (BA pag. 12.500-

- 35 - 

0031). FFF. führte aus, dass F. & Co. schon sehr früh herausgefunden habe, 
dass es «diese Rechte und Vermögenswerte im Zusammenhang mit K. gegeben 
habe», und dass F. & Co. empfohlen habe, die Thematik der Certain Rights zu 
bereinigen, um die Aktien zu erhalten (BA pag. 12.500-0036). Zudem sagte FFF. 
aus, dass er glaube, er oder andere von F. & Co. hätten mit A. diskutiert, dass 
«dieses Thema gelöst werden müsse» (BA pag. 12.500-0036). 

 d) Aktenkundig gemacht wurde eine Vielzahl von E-Mail-Nachrichten, die den 
Eindruck verstärken, F. & Co. habe bei der Vorbereitung und Abwicklung der 
Transaktion über die Aktien der K. und die Certain Rights eine massgebliche 
Funktion übernommen. Hervorzuheben ist vorab, dass die entsprechende E-
Mail-Korrespondenz zeitlich allesamt nach der im Januar 2012 erfolgten Trans-
aktion über Bezugsrechte einzuordnen ist. Am 26. Januar 2012 etwa versendete 
eine Mitarbeiterin von F. & Co. per E-Mail an R. mit der Bitte um ein Treffen, um 
mit ihm die Einzelheiten eines Special Purpose Vehicle (SPV) sowie die weiteren 
Schritte abzustimmen (BA pag. B8.300-0155). Daraufhin bestätigte R. gegen-
über F. & Co. am gleichen Tag, dass eine Sitzung durchgeführt werden und an 
dieser der extern beigezogene Rechtsanwalt teilnehmen sollte (BA pag. B8.300-
0155). Am 29. Januar 2012 meldete sich FFF. per E-Mail bei A. und brachte sei-
nen Wunsch zum Ausdruck, noch in derselben Woche eine Besprechung zwi-
schen F., G.1 Ltd. und Falcon abzuhalten (BA pag. B8.300-168). Ein solches 
Treffen soll dann am 1. Februar 2012 tatsächlich stattgefunden haben, wobei 
Vertreter der F., der G.1 Ltd. sowie der Falcon und ein externer Rechtsvertreter 
anwesend waren (vgl. BA pag. B8.300-0167). Mit E-Mail vom 30. Januar 2012 
teilte FFF. dem Beschuldigten A. mit, dass er noch am gleichen Tag E. treffen 
werde. Gleichzeitig erkundigte er sich beim Beschuldigten A., wann er mit ihm 
über die bei Falcon eingestellten Aktien der K. sprechen könne (BA pag. B8.300-
0158). Am 6. Februar 2012 teilte A. CC. und R. per E-Mail mit, dass er über das 
Wochenende erneut mit FFF. gesprochen habe und dass F. & Co. wolle, dass 
das Special Purpose Vehicle von der G.1 Ltd. aufgesetzt werde. Die Angelegen-
heit werde am nächsten Tag mit FFF. und E. in Mailand besprochen (BA 
pag. B8.300-0179). Im Zusammenhang mit dem Share Purchase Agreement in-
formierte A. CC. und R. am 8. Februar 2012, dass er D. telefonieren und auch 
FFF. zu kontaktieren versuchen werde (BA pag. B8.300-0212). Am 13. Februar 
2012 bat FFF. den Beschuldigten A., um die Erreichbarkeit der Rechtsanwälte 
der Falcon besorgt zu sein. Die G.1 Ltd. habe den ganzen Tag erfolglos versucht, 
diese zu erreichen. Darauf antwortete A., dass der General Counsel der Falcon 
ihm mitgeteilt habe, ständig mit der G.1 Ltd. in Kontakt zu stehen (BA 
pag. B8.300-0261). Mit E-Mail vom 14. Februar 2012 erkundigte sich FFF. 
schliesslich bei A., ob etwas getan werden müsse, um die Erstellung des Special 
Purpose Vehicle zu beschleunigen, sodass es noch in derselben Woche erstellt 
werden könne (BA pag. B8.300-0267). 

- 36 - 

 e) Auf ein substantielles Engagement von F. & Co. bei der Durchführung der 
Transaktion über die Aktien der K. und der Certain Rights weisen schliesslich die 
Aussagen von FFF. hin. Dieser erklärte, dass sowohl der Vertrag über die Ver-
äusserung der Aktien als auch die Vereinbarung über die Übertragung der 
Certain Rights Bestandteil eines von F. & Co. für B. PJS durchgeführten Projek-
tes gewesen seien. F. & Co. habe intensiv mit MMMM. (CFO von B.) zusammen-
gearbeitet und B. PJS geraten, die Aktienbeteiligung an K. zu erhöhen. B. PJS 
habe damals bereits Aktien gehalten und Rechte zum Erwerb zusätzlicher Aktien 
kaufen müssen. Soweit er sich erinnere, habe B. PJS auch Aktien besessen, die 
bei Falcon gehalten worden seien. F. & Co. habe kein Pricing von Certain Rights 
vorgenommen. Es habe aber Vermögenswerte und Rechte gegeben. Es sei 
möglich, dass A. mit Mitgliedern des Projektteams von F. & Co. darüber gespro-
chen habe. F. & Co. habe auch empfohlen, die Thematik der Certain Rights zu 
bereinigen, um die Aktien zu erhalten. F. & Co. habe gewusst, dass diese weite-
ren Vermögenswerte existierten und dass die Thematik gelöst werden müsse. Er 
erinnere sich nicht, dass er gegenüber A. oder anderen Mitarbeitern der Falcon 
erwähnt hätte, dass die Certain Rights EUR 133 Millionen wert seien. Es habe 
aber mehrere Diskussionen mit dem CEO und dem CFO von B. PJS über den 
erwarteten Wert dieser Rechte gegeben. Diese hätten im Namen von D. gespro-
chen, der diese Beziehungen mit K. gehabt habe. Es habe Aktien der K. bei Fal-
con gegeben und es habe auch weitere Rechte und Vermögenswerte gegeben, 
deren Wert diskutiert worden sei. Wenn er sich richtig erinnere, habe die Zahl 
von EUR 133 Millionen dem diskutierten Wert entsprochen. Dass die Certain 
Rights zu einem Preis von 133 Millionen Euro auf B. PJS transferiert worden 
seien, sei von den Vertragsparteien wahrscheinlich so vereinbart worden (BA 
pag. 12.500.0033 f.).  

 Die vorzitierten Aussagen von FFF. können durchaus dahingehend gewürdigt 
werden, dass F. & Co. bei der Umsetzung des Investitionsvorhabens von B. PJS 
und damit auch bei der Ausführung der umstrittenen Transaktion nicht bloss eine 
unbeteiligte Rolle spielte. Zur Verdeutlichung kann angeführt werden, dass sich 
FFF. beim Beschuldigten A. zur Bestätigung über den Aktienbestand nach einem 
Memorandum of Understanding erkundigt (vgl. BA pag. 12.500-0040) und auf 
entsprechenden Hinweis von A. versichert hat, dass er gewissen Unstimmigkei-
ten betreffend das Escrow Agreement nachgehen werde (vgl. BA pag. B8.300-
0299; CAR pag. 5.200.173). Es handelt sich dabei um Rückfragen, wie sie zu 
den Aufgaben einer im Kontext von solchen Transaktionen mit Beratungsdienst-
leistungen betrauten Unternehmung gehören. Insgesamt reihen sich die Darle-
gungen von FFF. in die bereits angeführten Aussagen ein, welche F. & Co. eine 
durchaus wesentliche Stellung zuweisen. Dass FFF. in einer E-Mail vom 15. Feb-
ruar 2012 an A. F. & Co. als blossen «Observer» bezeichnete (BA pag. B8.300-

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0299), lässt deren Involvierung in die umstrittene Erwerbstransaktion nicht in ei-
nem anderen Licht erscheinen. In Bezug auf den inhaltlichen Gehalt der Aussa-
gen von FFF. ist bereits die Vorinstanz mit Recht zu den gleichen Schlüssen 
gelangt (vgl. Urteil SK.2020.21 E. 2.4.7.3 c/cc). 

5.4.2.4 Wertangaben in den Kaufverträgen 

Ein eindeutiger Wert der Certain Rights wird in den zahlreichen mit deren Über-
tragung assoziierten Verträgen nicht ausgewiesen. Der Marktwert der 14'616'544 
Aktien der K. betrug im Zeitpunkt des Abschlusses des Aktienkaufvertrages am 
21. Februar 2012 gemäss den Erhebungen der BA-Abteilung Finanzanalyse 
EUR 61'667'199 (BA pag. 11.101-0055). Wie seitens der Verteidigung von A. zu-
treffend angeführt wurde (CAR pag. 5.200.161), entspricht dieser Betrag ziemlich 
exakt des im Share Purchase Agreement vom zwischen G.1 Ltd. und Falcon un-
ter der Bezeichnung «Instalment 1» angeführten Anteils des gesamten Kaufprei-
ses, der freigegeben und dem Kunden der Falcon überwiesen werden sollte (BA 
pag. B07.102.014.06-0003 und 0005 [Ziffer 2.5.3.1]; vgl. auch BA pag. 11.101-
0039 und 12.300-0025). Diese zahlenmässige Annäherung lässt sich im Übrigen 
auch feststellen, wenn auf der Grundlage des von A. angegebenen Marktpreises 
gerechnet wird (BA pag. 13.201-00018: EUR 4.25 pro Aktien, was einen Ge-
samtwert von rund EUR 62'120'030 ergibt). Kommt hinzu, dass in diesem Vertrag 
ausdrücklich festgehalten wurde, das