# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e6f64f6-9781-518c-9e6b-729919d266d0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.11.2010 E-3768/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3768-2010_2010-11-05.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3768/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______,
Pakistan,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 29. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3768/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  mit  der  Hilfe 
eines Schleppers am 7. Juli  2009 sein Heimatland auf  dem Luftweg 
verliess und über Saudi-Arabien mit einem gefälschten Pass gleichen-
tags in die Schweiz gelangte, wo er am 13. Juli 2009 um Asyl nach-
suchte,

dass  er  anlässlich  der  Befragung  im  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum  Kreuzlingen  vom  17.  Juli  2009  sowie  der  ergänzenden 
Anhörung durch das BFM vom 19. Oktober 2009 zur Begründung des 
Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  gehöre  der 
Glaubensgemeinschaft der Ahmadi an und sei in seinem Heimatland 
aufgrund  seiner  Glaubenszugehörigkeit  behördlichen  Behelligungen 
ausgesetzt gewesen und fürchte um sein Leben,

dass er immer wieder von Polizisten und Mullahs bedroht und im Juli 
2007 mit  der Beschuldigung,  gepredigt  zu haben, von Polizisten auf 
den  Posten  gebracht  und  dort  geschlagen  und  misshandelt  worden 
sei,

dass  er  nach  drei  Tagen  nach  Bezahlung  einer  Geldsumme  frei-
gelassen, jedoch in der Folge mehrmals - in seiner Abwesenheit - von 
Polizisten  zu  Hause  gesucht  worden  sei  und  er  sich  in  dieser  Zeit  
mehrheitlich bei Verwandten versteckt aufgehalten habe,

dass er im April  2009 erneut von Polizisten festgenommen und nach 
drei Tagen gegen Bezahlung wieder freigelassen worden sei,

dass  er  infolge  der  behördlichen  Behelligungen  keiner  Arbeit  mehr 
habe  nachgehen  können  und  es  ihm  auch  nicht  mehr  möglich 
gewesen sei, seine Religion auszuüben,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 29. April 2010 - eröffnet am 3. Mai 2010 - ablehnte und die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung ausführte,  die Vor-
bringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) nicht stand,

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dass in  Würdigung der  teils  unsubstanziierten und unplausiblen Vor-
bringen  die  geltend  gemachte  Verfolgung  als  Ahmadi  durch  die 
pakistanischen  Behörden  und  die  Mullahs  nicht  geglaubt  werden 
könnte,

dass im Weiteren allein die Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zur 
Glaubensgemeinschaft  der  Ahmadi  die  Anforderungen  an  die  Zu-
erkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  nicht  zu 
erfüllen vermöge,

dass  -  unter  anderem  -  zu  beachten  sei,  dass  es  nicht  der 
pakistanische  Staat  sei,  der  Gebrauch von den  einschlägigen  Straf-
gesetzbestimmungen  mache,  sondern  vielmehr  islamische 
Gruppierungen  und  orthodoxe  Muslime  sich  dieser  Gesetzesartikel 
bedienen würden, um persönliche Gegner zu schikanieren, 

dass  bislang  noch  nie  ein  Ahmadi  aufgrund  des  „Blasphemie-Para-
graphen“ rechtskräftig zum Tode verurteilt worden sei, 

dass  Ahmadi  in  Pakistan  aufgrund  der  Agitation  religiöser  Fanatiker 
zwar belästigt,  schikaniert  und in  seltenen Fällen gar  ermordet  wür-
den, 

dass  die  Übergriffe  sich  meist  gegen  bekannte  Vertreter  der 
Ahmadiyya-Bewegung  richten  würden,  während  die  Mehrheit  der 
Ahmadi in Pakistan ungestört ihren Glauben ausüben könne und nicht 
in nennenswerter Weise behelligt werde, 

dass derzeit  keine Anhaltspunkte  dafür  bestünden,  es seien landes-
weite Ausschreitungen gegen Ahmadi  zu befürchten,  und auch nicht 
von einer Kollektivverfolgung der Ahmadi  gesprochen werden könne, 
weshalb  die  blosse  Zugehörigkeit  zur  Ahmadiyya-Bewegung  die 
Wahrscheinlichkeit einer asylrelevanten Verfolgung nicht zu begründen 
vermöge,

dass daher einem Mitglied der Ahmadiyya-Bewegung die Flüchtlings-
eigenschaft nur dann zuerkannt werde, wenn es eine individuelle Ver-
folgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen könne, was dem 
Beschwerdeführer jedoch nicht gelinge,

dass  demnach  das  Asylgesuch  abzulehnen  sei  und  daraus  in  der 
Regel die Wegweisung aus der Schweiz folge,

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dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass die Zugehörigkeit zur Ahmadiyya-Gemeinschaft nach der Recht-
sprechung  ein  starkes  Indiz  für  die  Unzumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzuges  darstelle,  jedoch  für  die  Annahme der  Unzumut-
barkeit  ein  zusätzliches  -  das  heisse  über  die  schwierige  Alltags-
situation  der  Ahmadis  hinausgehendes  -  individuelles  Gefährdungs-
indiz vorausgesetzt werde,

dass  sich  vorliegend  jedoch  kein  solches  zusätzliches  individuelles 
Gefährdungsindiz  ergäbe,  da  aus  den  Angaben  des  Beschwerde-
führers  nicht  hervorgehe,  dass  er  innerhalb  der  Ahmadiyya-
Gemeinschaft  eine besondere Stellung innegehabt hätte und er sich 
auch  im  politischen  und  gesellschaftlichen  Leben  in  Pakistan  nicht 
exponiert habe,

dass auch keine medizinischen Vollzugshindernisse gegeben seien, da 
die  Krankheit  des  Beschwerdeführers  in  Pakistan  behandelt  werden 
könne, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  26.  Mai  2010  gegen 
diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob 
und beantragt, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, es sei ihm die 
Flüchtlingeigenschaft zuzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren,

dass  er  weiter  beantragt,  er  sei  infolge  Unzumutbarkeit  sowie  Un-
zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges vorläufig aufzunehmen, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei ihm die Bezahlung 
des Kostenvorschusses sowie der Verfahrenskosten zu erlassen und 
es sei ihm eine Parteientschädigung auszurichten,

dass ihm für  das  Nachreichen von Beweismitteln eine Frist  von vier 
Wochen zu gewähren sei,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  entscheid-
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

dass der Beschwerdeführer der Rechtsmitteleingabe eine Zusammen-
fassung seiner Krankengeschichte vom 28. Februar 2010 beilegt,

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dass mit der Rechtsmitteleingabe verschiedene Berichte insbesondere 
zur Lage der Ahmadiyya-Gemeinschaft in Pakistan zu den Akten ge-
reicht werden,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 31. Mai 2010 
den  Eingang  der  Beschwerde  bestätigte  und  feststellte,  der  Be-
schwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz 
abwarten,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 31. Mai  2010 mehrere 
Presseberichte  über  den  Terroranschlag  auf  zwei  Moscheen  der 
Ahmadiyya-Gemeinschaft vom 28. Mai 2010 in Lahore einreicht, 

dass mit gleicher Eingabe eine Bestätigung eingereicht wird, wonach 
der  Beschwerdeführer  für  die  Lebenshaltungskosten  gemäss 
Richtlinen unterstützt werde,

dass der Beschwerdeführer ein ärztliches Zeugnis vom 7. Juni  2010 
nachreicht (Eingang Bundesverwaltungsgericht am 16. Juni 2010),

und zieht in Erwägung,

dass  das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist,  so  dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  1  AsylG  sowie 
Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG und  Art.  48  Abs.1  VwVG sowie 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  den Antrag auf  Ansetzung einer Frist  von vier  Wochen zur 
Nachreichung  von Beweismitteln  und  auf  den  Antrag auf  Ansetzung 
einer Frist  von drei  Wochen zur Nachreichung einer Bestätigung der 
Ahmadi Bewegung Islam in Zürich nicht weiter einzugehen ist, da der 
Beschwerdeführer  in  der  Zwischenzeit  weitere  Beweismittel  ein-
gereicht hat und die vier Wochen ohnhin längst verstrichen sind,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtlinge  Personen  gelten,  die  in  ihrem 
Heimatstaat  oder  im Land,  in  dem sie  zuletzt  wohnten,  wegen ihrer 
Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten 
sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernst-
haften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass die Einschätzung und Folgerung des BFM, wonach die Angaben 
bezüglich die Behelligungen durch die pakistanische Polizei in der vom 

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Beschwerdeführer  geltend  gemachten  und  angeblich  gegen  ihn 
persönlich gerichteten Form den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 
nicht genügen würden, im Resultat zu bestätigen sind,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht ausführte, bei  
den angeführten Festnahmen und Behelligungen müsste es sich um 
wichtige  Geschehnisse  im  Leben  des  Beschwerdeführers  gehandelt 
haben,  weshalb  er  diesbezüglich  genauer  hätte  informiert  und  im 
Stande  sein  müssen,  spontan  Einzelheiten  wiedergeben zu  können, 
demgegenüber  die  Ausführungen  jedoch  vage  geblieben  seien  und 
nicht zu überzeugen vermöchten,

dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  einzelnen 
Erwägungen des BFM verwiesen werden kann,

dass die  entsprechenden Entgegnungen in  der  Rechtsmitteleingabe, 
wonach  die  vagen  Angaben  des  Beschwerdeführers  durch  seinen 
kulturellen Hintergrund zu erklären seien, nicht stichhaltig erscheinen,

dass  es  unter  anderem  nicht  nachvollziehbar  ist,  wenn  der  Be-
schwerdeführer  nicht  imstande  ist,  die  geltend  gemachte  dreitägige 
Festnahme vom April 2009 zeitlich konkreter einzuordnen, zumal diese 
letztlich  ausschlaggebend  für  die  kurz  darauf  erfolgte  Ausreise  aus 
dem Heimatland gewesen sein soll, 

dass entgegen dem Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe die in der 
angefochtenen  Verfügung  erkannten  Ungereimtheiten  in  der  Be-
schwerde nicht plausibel aufgelöst wurden,

dass  nach  Prüfung  der  Anhörungsprotokolle  das  Gericht  feststellt, 
dass  es  den  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  auf  Nachfragen 
der  konkreten  Abläufe  der  Geschehnisse  regelmässig  an  Real-
kennzeichen  mangelt  und  dies  zur  Überzeugung  führt,  dass  er  die 
geltend gemachten  Übergriffe  durch  die  pakistanische  Polizei  in  der 
geltend gemachten Form nicht tatsächlich erlebt hat,

dass  der  Darstellung  in  der  Rechtsmitteleingabe,  der  Beschwerde-
führer  habe  die  Ereignisse,  insbesondere  die  erlittenen  Miss-
handlungen während der Haft, äusserst realitätsnah schildern können, 
nicht gefolgt werden kann,

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dass  aufgrund  der  Aktenlage  darauf  zu  erkennen  ist,  dass  der  Be-
schwerdeführer  persönlich  nicht  über  das  Mass  an  Misstrauen  und 
Unduldsamkeit  hinaus  betroffen  war,  das  den  Anhängern  der 
Ahmadiyya-Gemeinschaft  seitens der religiösen Mehrheit  in Pakistan 
im Allgemeinen entgegen gebracht wird,

dass  auch  das  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe,  wonach  der 
Beschwerdeführer über eine vergleichsweise hohe Position innerhalb 
der Ahmadiyya-Gemeinschaft verfügt habe, in den Akten keine Stütze 
findet (Akten BFM A23/20 F 141-F145),

dass  allein  mit  der  Zugehörigkeit  des  Beschwerdeführers  zur  Glau-
bensgemeinschaft  der  Ahmadi  und  den  damit  verbundenen  Be-
nachteiligungen  durch  die  andersgläubigen  Muslime  oder  gewisser 
Behördenmitglieder  noch  keine  ernsthaften  Nachteile  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG dargetan werden, da es dem Beschwerdeführer  -  unter 
Berücksichtigung  der  allgemeinen  Situation  der  Ahmadi  und  seiner 
konkreten Umstände - zumutbar und möglich gewesen wäre, die ihm 
in  seinem Heimatland zur  Verfügung stehende Schutzinfrastruktur  in 
Anspruch  zu  nehmen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D-6551/2006 vom 18. August 2008 E. 4.2), zumal auch zum heutigen 
Zeitpunkt  eine  Kollektivverfolgung  der  Ahmadi  auszuschliessen  ist 
(siehe  in  diesem  Zusammenhang  bereits  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2002 Nr. 3 S. 23 f.),

dass  im  Sinne  der  diesbezüglich  zutreffenden  (Beschwerde-) 
Vorbringen und eingereichten Beweismittel (diverse Presseartikel, Be-
richte über die Lage der Ahmadis in Pakistan) unbestritten ist,  dass 
Ahmadis  als  religiöse  Minderheit  in  Pakistan  Nachteilen  ausgesetzt 
sein können,

dass sich die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft  der Ahmadis mit 
zum  Teil  schwerwiegenden,  von  Seiten  der  Glaubensmehrheit  der 
Sunniten ausgeübten Anfeindungen und Übergriffen konfrontiert sehen 
müssen, 

dass sie in der freien und öffentlichen Ausübung ihres Glaubens be-
schränkt sind und immer wieder schikanöser Behandlung durch Teile 
der übrigen Bevölkerung unterliegen,

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dass es in der Vergangenheit zu massiven Übergriffen gekommen ist,  
so  auch  bei  einem  blutigen  Anschlag  vom  28.  Mai  2010  auf  zwei 
Moscheen  der  Ahmadiyya-Gemeinschaft  in  Lahore,  zu  dem  sich 
pakistanische Taliban-Milizen bekannt hatten,

dass  pakistanische  Polizeieinheiten  -  ihrereseits  unter  Einsatz  ihres 
Lebens  -  zirka  2000  Ahmadiyya-Gläubige  befreien  konnten,  die  die 
Attentäter in den beiden Moscheen als Geiseln festgehalten hatten,

dass die  Gemeinschaft  der  Ahmadis  wegen ihres  Glaubensbekennt-
nisses zwar auch von staatlicher Seite sanktioniert wird, die einzelnen 
Mitglieder  jedoch  von  den  Behörden  nicht  systematisch  verfolgt 
werden,

dass auf das Vorliegen einer Kollektivverfolgung auch weiterhin nicht 
geschlossen werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  nach  dem  Gesagten  die  Flüchtlings-
eigenschaft nicht nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen 
vermag, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt 
hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die im Heimatstaat droht,

dass nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts nicht von ei-
ner  generellen  relevanten  Gefährdung  oder  unmenschlicher  Be-
handlung  von  in  Pakistan  ansässigen  Ahmadi  gesprochen  werden 
kann  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-7054/2006  vom 
1. Februar 2008 E. 5.4), weshalb der Wegweisungsvollzug als zulässig 
zu beurteilen ist,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  des  Beschwerde-
führers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im 
Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der besonderen Situation der Ahmadi in Pakistan praxisgemäss 
dadurch Rechnung getragen wird,  dass  bereits  die  Zugehörigkeit  zu 
dieser Glaubensgemeinschaft als „starkes Indiz“ für die Annahme der 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gewertet wird (vgl. EMARK 
1996 Nr. 22 E. 6.c S. 229),

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dass indessen keine individuellen Gründe vorliegen, die gegen die Zu-
mutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs sprechen,  da der Beschwerde-
führer  keine besonders  exponierte  Stellung  in  der  Glaubensgemein-
schaft der Ahmadi inne hatte,

dass  den  eingereichten  Arztzeugnissen  nicht  zu  entnehmen ist,  der 
Beschwerdeführer sei bei einer Rückkehr in sein Heimatland aufgrund 
seines gesundheitlichen Zustandes konkret gefährdet, 

dass  die  entsprechend  benötigte  medizinische  Behandlung  auch  in 
Pakistan gewährleistet ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1  VwVG)  und  das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  anzuweisen  ist,  da  sich  die  Rechtsbegehren  als  aus-
sichtslos erwiesen (Art. 65 Abs. 1 VwVG),

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  auch  keine  Parteient-
schädigung auszurichten ist,

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  die  zu-
ständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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