# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af76eca6-b52f-5683-9f33-b5091abc187c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.09.2017 UV 2015/91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-91_2017-09-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/91

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 19.09.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 19.09.2017
Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG. Abklärung der Arbeitsfähigkeit und Bemessung 
einer Invalidenrente (Einkommensvergleich) (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. September 2017, UV 
2015/91).

Entscheid vom 19. September 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz)

und Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja 

Meili            

Geschäftsnr.                                                                                                                 

UV 2015/91          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 

11a, 8280 Kreuzlingen, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

SWICA Gesundheitsorganisation, Römer-strasse 38, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen (Rente - Einkommensvergleich)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Koch bei der B.___ AG tätig und dadurch 

bei der Swica Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Swica) gegen die Folgen von 

Unfällen und Berufskrankheiten obligatorisch versichert, als er am 5. April 2011 einen 

Motorradunfall erlitt (UV-act. 1, 14). Der Versicherte befand sich vom 5. bis 26. April 

2011 stationär in der Abteilung für chirurgische Intensivbehandlung des Kantonsspitals 

St. Gallen (nachfolgend: KSSG). Die dort behandelnden Ärzte diagnostizierten mit 

Bericht vom 26. April 2011 ein Schädelhirn-, Thorax- und Wirbelsäulentrauma, einen 

Verschluss der Arteria subclavia und proximal der Arteria Axillaris links, eine Läsion des 

Plexus axillaris links, eine dislozierte Fraktur der Scapula links und eine Thrombose im 

Bereich des Coolgards. Klinisch lag eine Plexie des linken Armes vor. Am 5. April 2011 

war eine ICP Sonde eingelegt und eine dorsale Spondylodese TH1-6 durchgeführt 

worden. Ab 26. April 2011 wurde der Versicherte in der Klinik für Neurochirurgie des 

KSSG stationär weiterbehandelt und bis auf weiteres als zu 100% arbeitsunfähig 

erachtet (UV-act. 8, 17). Vom 26. Mai bis 16. Juni 2011 erfolgte eine stationäre 

Neurorehabilitation in der Klinik C.___ (vgl. UV-act. 16, 72). Die Swica entrichtete 

Taggelder und übernahm die Heilungskosten (UV-act. 2 f., vgl. UV-act. 118).

A.b  Da eine chirurgische Rekonstruktion der kompletten Ausrissverletzung des linken 

Plexus brachialis nicht möglich war, unterzog sich der Versicherte am 21. Juni 2011 in 

der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG einer 

Interkostalnervenneurotisation zur Reanimation der Korakobrachialis- und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bizepsmuskulatur (UV-act. 24, 29, 37). Prof. Dr. med. D.___, Chefarzt der Klinik für 

Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG, diagnostizierte mit 

Bericht vom 30. Juni 2011 zusätzlich zu den bereits bekannten Unfallfolgen eine 

beidseitige Trochlearisparese und eine Oculomotoriusparese rechts (UV-act. 37). Am 7. 

Juli 2011 befand Prof. D.___, die Gesamtregeneration der Nerven des linken Armes 

werde sicher 1,5 bis 2 Jahre in Anspruch nehmen. Der Versicherte werde langfristig 

wesentliche funktionelle Einbussen haben und einer beruflichen Tätigkeit in gewohntem 

Masse nicht mehr nachgehen können. Derzeit sei er noch zu 100% arbeitsunfähig (UV-

act. 29).

A.c  Vom 19. September bis 27. Oktober 2011 befand sich der Versicherte stationär in 

der Klinik Valens. Mit Austrittsbericht vom 18. November 2011 führten die 

behandelnden Ärzte aus, er habe bei Eintritt eine beginnende Sensibilität bis ca. zum 

proximalen Drittel des linken Oberarmes angegeben. Distal davon bestehe eine 

Anästhesie, und aktive Bewegungen des linken Armes seien komplett unmöglich. 

Zudem bestünden aus neuropsychologischer Sicht insgesamt mittelschwere 

Einschränkungen (vgl. dazu auch Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 25. 

Juli 2011; UV-act. 43). Sie erachteten ihn vom 19. September bis 31. Dezember 2011 

als zu 100% arbeitsunfähig (UV-act. 72). Ab Eintritt in die Klinik Valens hatte der 

Versicherte an einer praktischen beruflichen Rehabilitation im Rahmen des Programms 

E.___ im Bereich Büro teilgenommen, welche er nach Austritt aus der Klinik bis 23. 

Dezember 2011 ambulant weiterführte (UV-act. 64, 66, 70, 74).

A.d  Die IV-Stelle übernahm mit Mitteilung vom 8. Juni 2012 die Kosten für eine 

Umschulung  zum Technischen Kaufmann vom 13. Februar 2012 bis 28. März 2013 

(UV-act. 100, vgl. UV-act. 77). Im Frühjahr 2013 bestand der Versicherte die 

schulinternen Prüfungen (act. G1.7), worauf die IV-Stelle die Kostengutsprache für den 

Zeitraum vom 22. April bis 5. Oktober 2013 zur Absolvierung eines 

Vorbereitungskurses und eines Praktikums verlängerte (Mitteilung vom 20. August 

2013; UV-act. 151). Die Berufsprüfung 2013 zum Technischen Kaufmann mit 

eidgenössischen Fachausweis schloss der Versicherte “nicht erfolgreich“ ab 

(Schreiben vom 17. Oktober 2013; act. G5.3).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e  Da sich die rechtsseitige Trochlearisparese nicht zurückgebildet hatte, hatte sich 

der Versicherte am 9. Juli 2012 in der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen einer 

Operation unterzogen, bei der eine Faltung des Musculus obliquus superior erfolgt war 

(UV-act. 96). Prof. D.___ hatte am 6. Dezember 2012 berichtet, elektromyographisch 

finde sich kein Hinweis auf eine neuronale Regeneration des linken Arms. Die Prognose 

sei sehr ungünstig, eine Regeneration könne nicht mehr erwartet werden. Man müsse 

mit der kompletten Armparese zeitlebens rechnen (UV-act. 114). Auch Dr. med. F.___ 

und Dr. med. G.___, Klinik für Neurologie des Universitätsspitals Zürich, waren am 11. 

Dezember 2012 von geringen Chancen auf eine funktionelle Wiederherstellung 

ausgegangen (UV-act. 151). Am 11. April 2013 hatte Prof. D.___ sodann festgehalten, 

ein chirurgisches Vorgehen bezüglich des linken Armes sei derzeit nicht 

erfolgsversprechend (UV-act. 120).

A.f  Der Versicherte meldete sich per 1. November 2013 beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) als zu 100% vermittelbar an (UV-act. 134). Ab 1. 

Februar 2014 trat er eine 20%-Anstellung in der Buchhaltung der H.___ AG an und half 

zudem bei Bedarf im elterlichen Betrieb in der Administration mit (UV-act. 140, vgl. UV-

act. 172, 182).

A.g  Im Auftrag der Swica (vgl. UV-act. 155, 174) wurde der Versicherte im Oktober und 

November 2014 durch Ärzte der SMAB AG polydisziplinär (Neurologie, 

Neuropsychologie, Orthopädie/Traumatologie, Ophthalmologie) abgeklärt. In ihrem 

Gutachten vom 1. Dezember 2014 hielten diese als unfallrelevante Diagnosen eine 

vollständige schlaffe Lähmung der linken oberen Extremität, eine leichte bis 

mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung bei Status nach 

Schädelhirntrauma, ein neuropathisches Schmerzsyndrom des linken Arms bei 

kompletter Schädigung des Plexus brachialis links, einen geringen posttraumatischen 

Kopfschmerz, ein thoracospondylogenes Schmerzsyndrom, eine beidseitige 

Trochlearisparese, eine innere und diskrete äussere Okulomotoriusparese rechts sowie 

ein Parinaud-Syndrom fest. In der letzten beruflichen Tätigkeit als Metzger und Koch 

gingen sie von einer Arbeitsfähigkeit von 0% seit dem Unfalltag aus. In einer 

leidensadaptierten Tätigkeit erachteten die Gutachter den Versicherten seit 1. 

November 2013 in der Grössenordnung von integral 60% als arbeitsfähig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(eingeschränkte Präsenzzeit und Leistungsfähigkeit sowie zusätzlicher Pausenbedarf). 

Den Integritätsschaden schätzten sie auf 100% (UV-act. 176).

A.h  Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (UV-act. 186, 189) stellte die Swica mit 

Verfügung vom 30. Juni 2015 die Taggeldleistungen per 30. November 2014 ein und 

kündigte eine Nachzahlung von Fr. 9‘598.80 an. Weiter sprach sie dem Versicherten ab 

1. Dezember 2014 eine monatliche Rente von Fr. 651.-- bei einem Invaliditätsgrad von 

20% und eine Integritätsentschädigung von Fr. 126‘000.-- basierend auf einem 

Integritätsschaden von 100% zu (UV-act. 190).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 30. Juni 2015 erhob die Agrisano Krankenkasse AG, 

Krankenversicherer des Versicherten, am 15. Juli 2015 vorsorglich Einsprache (UV-act. 

192), zog diese jedoch nach Akteneinsicht am 7. September 2015 zurück (UV-act. 198).

B.b  Auch der Versicherte hatte am 27. August 2015 Einsprache erhoben und die 

Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% sowie die Abrechnung der nachträglich zu erbringenden Taggelder auf der Basis 

einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit und die rückwirkende Erhöhung des Taggelds auf 

den Unfallzeitpunkt beantragt. Eventuell seien hinsichtlich der beruflichen 

Leistungsfähigkeit weitere Abklärungen zu tätigen (UV-act. 199). Mit 

Einspracheentscheid vom 12. November 2015 wies die Swica die Einsprache des 

Versicherten ab, soweit sie darauf eintrat (UV-act. 201).

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 12. November 2015 richtet sich die 

vorliegende Beschwerde vom 14. Dezember 2015. Rechtsanwalt lic. iur. D. Studer, 

Kreuzlingen, beantragt darin namens des Versicherten (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) dessen Aufhebung und die Zusprache einer Rente von mindestens 

50%; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er bringt vor, der Beschwerdeführer sei 

nicht als Technischer Kaufmann zu betrachten, da er keinen eidgenössischen 

Fähigkeitsausweis habe und damit nicht von einer reellen Vermittelbarkeit auf dem 

ersten Arbeitsmarkt gesprochen werden könne. Der Beschwerdeführer habe einige Zeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitslosenentschädigung beziehen müssen, habe die Wirteprüfung absolviert und an 

einem Kurs über Administration in der Gastronomie teilgenommen. Derzeit besuche er 

einen Lehrgang zum Sachbearbeiter Rechnungswesen. Beim Valideneinkommen sei 

auch der Naturallohn, welchen der Beschwerdeführer durch regelmässige Einnahme 

der Mahlzeiten im Betrieb erhalten habe, zu berücksichtigen. Sein Lohn sei auch 

deshalb tief gewesen, weil er im Betrieb seiner Eltern gearbeitet habe und dieser in 

einem Gebiet mit allgemein tiefem Lohnniveau stehe. Die Gesamtarbeitsunfähigkeit der 

SMAB-Gutachter sei äusserst knapp bemessen, was sich zumindest in der Gewährung 

eines invaliditätsbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen niederschlagen müsste. 

In der Praxis werde beim Invalideneinkommen von funktionell einarmigen Personen 

regelmässig ein Abzug von 25% vorgenommen. Auch aufgrund der multifaktoriellen 

Beeinträchtigung des Beschwerdeführers sei ein angemessener Tabellenlohnabzug 

inklusive eines “Teilzeiterabzugs“ vorzunehmen. Der Beschwerdeführer sei beim Unfall 

am Anfang seiner Berufskarriere gestanden und habe die Absicht gehabt, zumindest 

bald einmal die Ausbildung zum Küchenchef zu machen (act. G1).

C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2016 beantragt die Swica 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge. Sie macht geltend, der Beschwerdeführer habe mit der 

Wirteprüfung, der Ausbildung zum Technischen Kaufmann sowie der zusätzlichen 

Erfahrung und Weiterbildung in der Administration und im Rechnungswesen genügend 

Grundlagen, um eine Verweistätigkeit im Rahmen der bestehenden Arbeitsfähigkeit von 

80% auszuüben. Beim Valideneinkommen sei vom zuletzt vor dem Unfall erzielten 

Einkommen auszugehen. In der Verfügung sei sie beim Invalidenlohn vom Tabellenlohn 

gemäss LSE 2012, Total, Kompetenzniveau 2, Männer, ausgegangen. Durch die 

Absolvierung von Weiterbildungen habe der Beschwerdeführer seine Qualifikationen 

gegenüber dem Zeitpunkt der Verfügung erhöht. Es sei daher davon auszugehen, dass 

der verfügungsweise angenommene Invalidenlohn zu tief ausgefallen sei. Dem 

ermittelten Tabellenlohn habe sie sodann eine Leistung von lediglich 60% zugrunde 

gelegt, obwohl gemäss SMAB-Gutachten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

Verweistätigkeit bestehe (act. G3).

C.c Mit Replik vom 16. Februar 2016 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

festhalten und ausführen, gemäss Konsenbeurteilung der SMAB-Gutachter liege eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit von 60% vor. Er habe nur die schulinterne Prüfung bestanden und den 

eidgenössischen Fachausweis leider nicht erlangt, weshalb seine Berufsperspektiven 

als Technischer Kaufmann schlecht seien. Die Wirteprüfung stelle keine vertiefte 

Ausbildung dar. Dem Faktum des vor dem Unfall tiefen Lohnes sei dadurch Rechnung 

zu tragen, dass für die Ermittlung des Invalideneinkommens mittels LSE-Lohntabellen 

nicht auf das Kompetenzniveau 2, sondern auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen sei. 

Dies dränge sich umso mehr auf, als er trotz grossem Einsatz die doch recht 

niederschwellige Ausbildung zum Technischen Kaufmann nur knapp bestanden habe. 

Der Einarmigkeit und dem verlangsamtem Arbeitstempo sei zumindest mit der 

Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von 25% Rechnung zu tragen (act. G5).

C.d In ihrer Duplik vom 9. März 2016 hält die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen 

fest. Sie bringt vor, der Beschwerdeführer sei trotz seiner gesundheitlichen 

Einschränkungen in der Lage gewesen, Weiterbildungen zu absolvieren. Dies zeige, 

dass eine Erwerbstätigkeit grundsätzlich möglich sei. Die Invalidenversicherung habe 

mit dem beigelegten Entscheid vom 25. Februar 2016 (vgl. act. G7.1) den Anspruch auf 

berufliche Massnahmen mit der Begründung abgelehnt, dass der Beschwerdeführer als 

Mitarbeiter der Kreditorenbuchhaltung bei der H.___ AG sowie als Sachbearbeiter bei 

der I.___ tätig und damit angemessen eingegliedert sei. Dies deute darauf hin, dass 

auch die ihm zugesprochene UV-Rente von 20% zu hoch sei. Das Verfahren sei bis 

zum Vorliegen eines Rentenentscheids der Invalidenversicherung zu sistieren (act. G7).

C.e Das Versicherungsgericht St. Gallen verzichtete am 10. März 2016 vorläufig auf 

eine formelle Sistierung des Verfahrens (act. G8). Der Beschwerdeführer teilte am 10. 

November 2016 (act. G9) mit, laut dem beigelegten Schreiben der IV-Stelle vom 4. 

November 2016 (vgl. act. G9.1) beabsichtige diese nicht, vor dem Vorliegen des 

Entscheids in der UVG-Sache über die IVG-Rente zu verfügen.

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher 

die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

Im vorliegenden Verfahren einzig noch umstritten ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung. Dabei sind sich die 

Parteien über die massgebenden Validen- und Invalideneinkommen (insbesondere 

auch Arbeitsunfähigkeitsgrad und Tabellenlohnabzug) uneinig. Die 

Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer mit Einspracheentscheid vom 12. 

November 2015 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 20% zu (UV-act. 

201). Der Beschwerdeführer beantragt dagegen eine solche basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% (act. G1). Unbestritten und nicht zu beanstanden 

ist der Zeitpunkt des Fallabschlusses bzw. eines allfälligen Rentenbeginns per 1. 

Dezember 2014 (Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. dazu UV-act. 176, S. 18 ff., UV-act. 151, act. 

G7.1).

3.   

3.1  Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10% invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad der für den 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch 

einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte 

Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des 

Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung und die 

Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zumutbaren Tätigkeiten. Um das Ausmass der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist 

die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

3.2  Vorerst ist der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers zu beurteilen.

3.2.1      Der neurologische SMAB-Teilgutachter ging aufgrund der durch das 

neuropathische Schmerzsyndrom bei vollständiger Parese des Plexus brachialis links 

und ein Schmerzsyndrom im Bereich der Brustwirbelsäule bedingten 

Leistungseinschränkung von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit bei einem 100%-Pensum 

in einer adaptierten Tätigkeit aus. Die gleiche Einschätzung findet sich im 

orthopädischen Teilgutachten. Die Neuropsychologin befand, beim Beschwerdeführer 

sei aufgrund seiner kognitiven Defizite von einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit von 

30 bis 40% sowohl als Koch als auch für die Tätigkeit als Technischer Kaufmann 

auszugehen (UV-act. 176, S. 12 ff., vgl. neuropsychologisches Teilgutachten vom 20. 

Oktober 2014, S. 8). Die SMAB-Gutachter schlossen daraus in ihrer 

Konsensbeurteilung nachvollziehbar, der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen 

Tätigkeit als Metzger und Koch seit 5. April 2011 zu 100% arbeitsunfähig. In einer 

leidensadaptierten Tätigkeit bestehe jedoch seit dem 1. November 2013 eine 

Arbeitsfähigkeit von 60% (UV-act. 176, S. 16 f.). Als adaptiert erachteten sie eine 

leichte Tätigkeit in wechselnder Körperhaltung mit ausschliesslicher Beanspruchung 

des rechten Armes. Zu vermeiden seien auch Tätigkeiten unter 

Nachtschichtbedingungen sowie unter ungünstigen Witterungsverhältnissen (Nässe, 

Kälte, Staub). Rückenbelastende Arbeiten in Zwangshaltungen wie vornüber gebeugt 

stehend, kniend, hockend oder kauernd seien nicht zumutbar. Das Heben, Tragen und 

Bewegen von Lasten mit dem rechten Arm sei auf 10 bis maximal 15 kg limitiert. 

Sämtliche Tätigkeiten mit einem durchgängig hochgradigen Anspruch an die 

Konzentrationsfähigkeit bzw. das Gedächtnis und das Durchhaltevermögen seien nicht 

zumutbar. Verbunden mit der erhöhten Ermüdbarkeit führe dies zu Einschränkungen 

bei allen Aufgaben mit hohen kognitiven Anforderungen. Es sei je nach 

Anforderungsprofil der Tätigkeit mit einem erhöhten Lern- und Kontrollaufwand sowie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zusätzlichen Pausen zu rechnen. Insofern kämen vor allem Tätigkeiten ohne 

Anforderungen an verbale Gedächtnisfähigkeiten in Frage (UV-act. 176, S. 17).

3.2.2      Wie der Beschwerdeführer richtig vorbringt (act. G1), sind die Ausführungen 

im Einspracheentscheid (UV-act. 201, Ziff. 3.4 f.), wonach denkbar wäre, aufgrund des 

SMAB-Gutachtens statt von einer 60%igen von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen und dafür einen Tabellenlohnabzug von 25% (vgl. dazu E. 3.3.3) 

vorzunehmen, nicht überzeugend. Die neuropsychologische Teilgutachterin hielt zwar 

ein 90% Pensum mit einer Leistung von 65-75% zumutbar, schloss jedoch daraus, die 

Arbeitsfähigkeit betrage 60 bis 70% (vgl. neuropsychologisches Teilgutachten vom 20. 

Oktober 2014, S. 9; UV-act. 176). Auch den Vorbringen der Beschwerdegegnerin (act. 

G3, G7), wonach eigentlich von einer 80% oder gar 100%igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen wäre, ist nicht zu folgen, zumal sie die kognitiven Beeinträchtigungen des 

Beschwerdeführers, welche gemäss der überzeugenden Einschätzung der SMAB-

Gutachter zu einer 30-40%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. 

neuropsychologisches Teilgutachten vom 20. Oktober 2014, S. 8; UV-act. 176), ausser 

Acht lassen. Allfällige nach dem Einspracheentscheid eingetretene gesundheitliche 

Verbesserungen, wie sie die Beschwerdegegnerin mit ihren Ausführungen zur Fähigkeit 

zur Absolvierung von Weiterbildungen und des Antretens eines neuen Jobs 

sinngemäss geltend macht (act. G3, G7), sind sodann vorliegend nicht relevant, da nur 

der Sachverhalt, wie er sich bis zur Verfügung vom 30. Juni 2015 entwickelt hat, zu 

berücksichtigen ist (vgl. BGE 121 V 366 E. 1.b; Urteil des Bundesgerichts vom 30. 

Oktober 2009, 8C_447/2009 E. 3.5). Die allenfalls bereits zuvor absolvierte 

Wirteprüfung und der Kurs zur Administration in der Gastronomie deuten zudem nicht 

auf eine geringere Arbeitsunfähigkeit hin, zumal diese gemäss nachvollziehbaren 

Ausführungen des Beschwerdeführers (act. G5) keine vertieften Ausbildungen 

darstellen und für ihn, der in der Gastronomie tätig gewesen war, lediglich eine 

“Formsache“ darstellten. Die Beschwerdegegnerin selbst geht schlussendlich von 

einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 60% in einer adaptierten Tätigkeit aus (UV-act. 201, 

act. G3). Von einer zu “grosszügigen“ Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit der Folge 

einer “reformatio in peius“ (vgl. act. G7) kann angesichts der dargelegten Beurteilung 

der SMAB-Gutachter jedenfalls nicht gesprochen werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2.3      Es ist damit von einer Arbeitsfähigkeit von 60% für eine leidensangepasste 

Tätigkeit entsprechend den Adaptionskriterien der SMAB-Gutachter (vgl. E. 3.2.1) 

auszugehen.

3.3  Schliesslich ist basierend auf dem Arbeitsfähigkeitsgrad von 60% im Rahmen 

eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

3.3.1      Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person 

aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des 

allfälligen Rentenbeginns (vorliegend per 1. Dezember 2014) verdient hätte. Für die 

Bestimmung des Valideneinkommens wird grundsätzlich am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; 

Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 

2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Ausnahmen müssen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss den im Recht 

liegenden Lohnabrechnungen erzielte der Beschwerdeführer zwischen April 2010 und 

April 2011 ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 4‘000.--. Darin enthalten war ein 

Pauschalbetrag von Fr. 50.-- für Verpflegung (UV-act. 178, vgl. UV-act. 90). Selbst 

wenn dieser Betrag die effektiven Kosten der Arbeitgeberin für die vom 

Beschwerdeführer konsumierte Nahrung nicht gedeckt haben sollte, ist der Nachweis 

nicht erbracht, dass ein – im Übrigen unbelegter – den Pauschalbetrag von Fr. 50.-- 

übersteigender Anteil als Naturallohn zu betrachten und zum monatlichen Einkommen 

von Fr. 4‘000.-- hinzuzuzählen wäre. Eine Grundlage bzw. Rechtfertigung für die 

Anrechnung von Fr. 18.-- pro Tag gemäss dem Antrag des Beschwerdeführers ist 

jedenfalls nicht ersichtlich. Folglich ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 52‘000.-- 

(13 x 4‘000.--) für das Jahr 2011 und angepasst an die branchenspezifische 

(Beherbergung und Gastronomie) Nominallohnentwicklung bis 2014 bei den Männern 

(+ 1.9%, + 0.7%, + 0.8%) resultiert für den massgeblichen Zeitpunkt 2014 ein 

Jahreseinkommen von Fr.  53‘786.--. Vorliegend besteht kein Grund für eine 

Heraufsetzung des Valideneinkommens im Sinne einer Parallelisierung (vgl. BGE 135 V 

297 E. 5.1). Entgegen der Auffassung der Parteien (vgl. act. G1, G3) kann nicht gesagt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

werden, der vom Beschwerdeführer vor dem Unfall im Betrieb seiner Eltern erzielte 

Verdienst sei vergleichsweise gering. Laut den vom Bundesamt für Statistik periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE 2014) belief sich der Tabellenlohn des 

Wirtschaftszweigs Gastgewerbe für Männer, Kompetenzniveau 2, auf Fr. 4‘261.-- 

monatlich bzw. Fr. 51‘132.-- jährlich, und betrug damit gar leicht weniger als der vom 

Beschwerdeführer erzielte Lohn. Gemäss dem Lohnrechner “Salarium“ des 

Bundesamtes für Statistik (BfS; abrufbar unter www.lohnrechner.bfs.admin.ch) liegt der 

Medianwert für einen 25-jährigen Koch (Branche 56, Berufsgruppe 51, ohne 

Kaderfunktion, 42 Wochenstunden) bei 4‘201.-- monatlich, bzw. 54‘613.-- jährlich, was 

in etwa dem teuerungsangepassten Einkommen des Beschwerdeführers entspricht. 

Konkrete Anhaltspunkte für die angeblich geplante Ausbildung zum Küchenchef (vgl. 

act. G1) liegen nicht vor.

3.3.2      Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches 

Einkommen. Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der 

Beizug von Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund. Nur unter 

besonderen Voraussetzungen wird das Invalideneinkommen dem nach Eintritt der 

gesundheitlichen Einbusse noch erzielten Einkommen gleichgesetzt. Dabei wird 

kumulativ vorausgesetzt, dass ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis den Bezug auf 

den allgemeinen Arbeitsmarkt erübrigt, dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit 

zumutbar voll ausgeschöpft wird und dass nicht ein Soziallohn ausgerichtet wird (UELI 

KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 2015, Art. 4 N 46 ff.). Diese Voraussetzungen 

sind vorliegend nicht erfüllt, zumal der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des 

Fallabschlusses im Dezember 2014 messbar (Tätigkeit bei Eltern ist nicht 

quantifizierbar) nur zu einem Pensum von 20% tätig war und damit seine 60%ige 

Restarbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpfte (UV-act. 140). Es rechtfertigt sich daher, das 

Invalideneinkommen gestützt auf die LSE (vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3, 129 V 475 E. 

4.2.1) zu ermitteln, und zwar anhand des über den Durchschnitt des Sektors 3, 

Dienstleistungen, in der Privatwirtschaft von Männern des Kompetenzniveaus 2 

erzielten Lohnes, der sich im Jahr 2014 auf Fr. 5‘339.-- pro Monat belief (LSE 2014, 

Bundesamt für Statistik, Tabelle TA1, Sektor Dienstleistungen, Kompetenzniveau 2). 

Daraus ergibt sich ein Jahreseinkommen von 64‘068.--. Aufgerechnet auf die 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (2014, total) ergibt sich ein 

Jahreseinkommen von Fr. 66‘791.--, bzw. bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

60% ein solches von Fr. 40‘075.--. Der Einbezug anderer Wirtschaftssektoren 

rechtfertigt sich nicht, da der Beschwerdeführer ausserhalb des Dienstleistungssektors 

wohl kaum besondere Kompetenzen hat, die ihn vom Hilfsarbeiter abheben. Es ist 

anzunehmen, dass die für den Beschwerdeführer eher nicht geeigneten Tätigkeiten wie 

Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst und 

Fahrdienst im Produktionssektor stärker vertreten sind als im Dienstleistungssektor. 

Der Beschwerdeführer kann seine verbleibenden Fähigkeiten daher im Sektor 

Dienstleistungen insgesamt wohl besser verwerten als (auch) im Produktionssektor. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen, da 

sein Lohn vor dem Unfall am Anfang seiner Berufskarriere entsprechend tief gewesen 

sei und er die doch recht niederschwellige Ausbildung zum Technischen Kaufmann 

trotz grossem Einsatz nur knapp bestanden habe (act. G5). Dem ist jedoch nicht zu 

folgen, zumal der Beschwerdeführer zwar die eidgenössische Prüfung zum 

Technischen Kaufmann nicht bestanden hat, die Ausbildung aber dennoch durchlaufen 

und dadurch praxisrelevante Kenntnisse erlangt hat, die es ihm ermöglichen sollten, 

sich erfolgreich für eine kaufmännische Stelle zu bewerben (vgl. UV-act. 165, 167, 169). 

Dass er seine Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich verwerten kann, zeigt sich dadurch, 

dass er seit 1. Februar 2014 in einer 20%-Anstellung in der Buchhaltung der H.___ AG 

tätig ist (vgl. UV-act. 140), diese Tätigkeit gemäss Angaben der Arbeitgeberin trotz 

leicht eingeschränkter Leistungsfähigkeit sehr gut erledigt (vgl. UV-act. 182) und 

inzwischen offenbar eine weitere Anstellung als Sachbearbeiter bei I.___ gefunden hat 

(vgl. act. G7.1).

3.3.3      Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Tätigkeiten behindert sind, im 

Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 

weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Beim Beschwerdeführer sind unfallbedingt 

diverse qualitative Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit zu beachten 

(wechselbelastende Tätigkeit, keine ungünstige Witterungsverhältnisse, Heben von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Lasten nur unter 10 bzw. 15kg, keine Zwangshaltungen, keine Schichtarbeit etc.). 

Dabei ist insbesondere auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer seinen 

linken Arm für keinerlei Tätigkeiten (auch nicht zum Halten) mehr einsetzen kann, sein 

Arbeitstempo dadurch verlangsamt ist und er unter Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen leidet. Es ist daher mit einem erhöhten Lern- und 

Kontrollaufwand zu rechnen, was ein grösseres Entgegenkommen von Seiten des 

Arbeitgebers bedingt als allgemein üblich (UV-act. 176, vgl. E. 3.2). Der 

Beschwerdeführer ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit 

lohnmässig benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen. 

Weiter zu berücksichtigen ist der Umstand, dass er nur noch als Teilzeitbeschäftigter 

(60% Pensum) tätig sein kann (vgl. PHILIPP GEERTSEN, Der Tabellenlohnabzug, in 

Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 

139 ff.). Es rechtfertigt sich damit, den Tabellenlohnabzug auf 15% festzusetzen. 

Folglich reduziert sich das massgebliche Invalideneinkommen auf Fr. 34‘064.--

3.4  Ausgehend von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

und unter Berücksichtigung eines 15%igen Tabellenlohnabzugs resultiert bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 53‘786.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 34‘064.-- 

ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37%.

4.   

4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 12. November 2015 aufgehoben und dem 

Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2014 eine Invalidenrente entsprechend einem 

Invaliditätsgrad von 37% zugesprochen wird. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Leistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.3  Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung 

gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese wie 

in vergleichbaren Fällen üblich auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzulegen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 

12. November 2015 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, dem 

Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2014 eine Invalidenrente auf der Basis eines 

Invaliditätsgrades von 37% auszurichten. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Leistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.09.2017
	Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG. Abklärung der Arbeitsfähigkeit und Bemessung einer Invalidenrente (Einkommensvergleich) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. September 2017, UV 2015/91).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T06:58:46+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen