# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 290894aa-e025-514d-aa25-7f5fcea5c339
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.10.2020 UV 2019/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-7_2020-10-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/7

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 14.05.2021

Entscheiddatum: 19.10.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2020
Art. 28 f. UVG. Art. 37 Abs. 1 UVG. Art. 48 UVV. Der adäquate 
Kausalzusammenhang zwischen den beiden Unfällen und dem später 
begangenen Suizid des Versicherten ist zu verneinen. Die Fragen des 
natürlichen Kausalzusammenhangs und des Vorliegens einer res iudicata 
können offenbleiben. Die Witwe hat damit keinen Anspruch auf eine 
Hinterlassenrente. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2020, UV 
2019/7).

Entscheid vom 19. Oktober 2020

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.

UV 2019/7

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Baumgardt Rechtsanwälte & Notare, 

Rothaldenstrasse 21, 9055 Bühler,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen / Hinterlassenenrente

(in Sachen B.___, sel.)

Sachverhalt

A.  

B.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der C.___ AG als Logistiker tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) 

gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch versichert, als er am 10. März 2009 bei der 

Arbeit von einer herunterfallenden Spanplatte und zwei Fensterscheiben am Kopf 

getroffen bzw. gestreift wurde (Suva-act. II/29 f.). Die gleichentags erstbehandelnden 

Ärztinnen des Spitals D.___ diagnostizierten eine Schädelkontusion mit Prellung 

parietal. Sie führten eine Desinfektion der Schnittwunde am Kopf durch und 

verordneten körperliche Schonung sowie Bedarfsanalgesie. Vom 10. bis 13. März 2009 

attestierten sie dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. II/1, II/

30). Ein am Unfalltag durchgeführtes CT des Schädels hatte keinen Anhalt für eine 

intracerebrale Blutung, ein sub- oder epidurales Hämatom sowie keine Anhaltspunkte 

für eine Fraktur des Hirn- oder Gesichtsschädels ergeben (Suva-act. II/9). Dr. med. 

E.___, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, attestierte dem Versicherten weiterhin 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. II/2 ff., vom 23. bis 27. März 2009 

vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit von 50%). Ab 16. April 2009 ging Dr. E.___ von 

einer Arbeitsunfähigkeit von 75%, ab 20. April 2009 sodann von 50% aus (Suva-act. II/

6 f.).

A.a. 

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Ab 4. Mai 2009 befand sich der Versicherte in Behandlung bei Dr. med. F.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Diese diagnostizierte eine 

Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: 

F43.23), Differentialdiagnose: beginnende posttraumatische Stress-Symptomatik 

(PTSD), und attestierte dem Versicherten ab 4. Mai 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 

100% (Suva-act. II/8, II/36). Med. pract. G.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, hielt am 25. Mai 2009 fest, nach Ansicht 

der gesamten Fallakten bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 

Unfallkausalität der psychischen Beschwerden (Suva-act. II/35). Ab 14. Juli 2009 

attestierte Dr. F.___ dem Versicherten wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100% (Suva-

act. II/17, vgl. auch Suva-act. II/44).

A.b. 

Im Auftrag des Rechtsvertreters des Versicherten war dieser am 8. Juli 2009 

konsiliarisch durch Dr. med. H.___, Rheumatologie FMH, untersucht worden. In seinem 

Bericht vom 19. August 2009 hielt Dr. H.___ als Diagnosen unter anderem ein 

chronisches cervikothorakovertebrales Syndrom mit anamnestisch cervikocephaler 

und linksseitiger cervikospondylogener Komponente bei Verdacht auf eine 

Anpassungsstörung und eine arterielle Hypertonie fest. Die klinischen Befunde im 

Sinne eines cervikothorakovertebralen Syndroms seien aufgrund der Schwere des 

Unfallereignisses mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als unfallkausal einzustufen. 

Aus somatischer Sicht könne vom Erreichen eines Status quo ante innerhalb der 

folgenden drei Monate ausgegangen werden (Suva-act. II/41).

A.c. 

Am 1. Dezember 2010 war der Versicherte arbeitslos (Beginn des 

Arbeitslosenversicherungsanspruchs am 2. August 2010) und dadurch bei der Suva 

gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch versichert, als er als Autofahrer mit einem 

Radschützenpanzer der Schweizer Armee kollidierte (Suva-act. I/1, I/24-2 ff.). Die 

gleichentags erstbehandelnden Ärzte des Interdisziplinären Notfalls des Spitals I.___ 

diagnostizierten eine Prellung der rechten Hüfte, des rechten Knies und der 

Brustwirbelsäule (BWS). Radiologisch zeigte sich kein Anhalt für eine frische knöcherne 

Verletzung (Suva-act. I/4). Dr. E.___ behandelte den Versicherten am 2. Dezember 2010 

und stellte eine nach dem Unfall eingetretene Panikstörung fest. Sie attestierte dem 

Versicherten vom 2. bis 6. Dezember 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 7. 

A.d. 

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bis 13. Dezember 2010 eine solche von 50% (Arztzeugnis vom 15. Dezember 2010; 

Suva-act. I/3). Die Suva kam für die Folgen des Unfalls auf (Suva-act. I/99, I/103).

Dr. med. J.___, Oberarzt Klinik K.___, berichtete am 22. Dezember 2010 über eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig depressive Episode (ICD-10: F33.1), 

sowie eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion gemischt mit Angst (ICD-10: 

F43.2) (Suva-act. I/9). Er attestierte dem Versicherten vom 20. Dezember 2010 bis 10. 

Januar 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 50%, ab 11. Januar 2011 eine solche von 

100% (Suva-act. I/14). Vom 17. Januar bis 25. Februar 2011 befand sich der 

Versicherte in einer ambulanten Rehabilitationsbehandlung in der Klinik K.___. Die 

zuständigen Ärzte Dr. J.___ und Dr. med. L.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

hielten am 3. März 2011 fest, der Versicherte sei beim Austritt zu 100% arbeitsunfähig 

gewesen und werde weiter durch sie psychiatrisch-psychotherapeutisch betreut (Suva-

act. I/25).

A.e. 

Ab 14. September 2011 wurde der Versicherte in der Tagesklinik des Psychiatrie-

Zentrums M.___ behandelt. Der dort tätige Dr. med. N.___ hielt am 22. November 2011 

als Diagnose eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1) und 

einen Status nach einem schweren Verkehrsunfall fest. Derzeit bestehe eine schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2). Aufgrund der 

Verschlechterung des psychischen Zustandes werde der Versicherte zu einer 

stationären Behandlung in die Klinik O.___ überwiesen (Suva-act. I/85). Dort befand 

sich der Versicherte vom 29. November 2011 bis 28. Januar 2012. Die zuständige 

Oberärztin berichtete am 3. Februar 2012 über Anpassungsstörungen mit schwerer 

depressiver Reaktion und ausgeprägter Somatisierung (ICD-10: F43.2) (Suva-act. I/

121).

A.f. 

Am 12. März 2012 wurde der Versicherte durch med. pract. G.___ untersucht. 

Dieser befand am 16. Juli 2012, zum Untersuchungszeitpunkt sei von einer PTBS und 

einer gemischten Angststörung auszugehen. Das Weiterbestehen einer natürlichen 

Teilkausalität sei anzunehmen. Die Einweisung in eine auf Traumata spezialisierte 

Einrichtung zur Abklärung und gegebenenfalls Behandlung sei notwendig (Suva-act. I/

164). Im Auftrag der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: 

Allianz) als Haftpflichtversicherung der Schweizerischen Eidgenossenschaft erstellte Dr. 

A.g. 

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med. P.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 18. August 2012 eine 

Aktenbeurteilung. Er führte aus, das Unfallereignis vom 1. Dezember 2010 sei nicht 

geeignet, den psychischen Verlauf, wie er vom Versicherten dargelegt werde, 

hervorzurufen. Die natürliche Kausalität der Stimmungsstörung sei aus psychiatrischer 

Sicht nur möglich. Seit Ende Mai/Anfang Juni 2011 bestünden klinisch psychiatrisch 

keine Gründe mehr zur Annahme, dass der Versicherte aufgrund von Unfallfolgen in 

seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre (Suva-act. I/176).

Vom 20. September 2012 bis 17. Januar 2013 befand sich der Versicherte 

stationär in der Psychiatrie Q.___. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen 

hielten in ihrem Austrittsbericht vom 18. Januar 2013 als Diagnosen eine PTBS 

(ICD-10: F43.1), eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), eine beidseitige 

Diskushernie HWK 5/6 und eine Hypothyreose unklarer Ätiologie fest (Suva-act. I/233).

A.h. 

Dr. med. R.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, hatte am 19. Dezember 2012 gestützt 

auf die Akten befunden, die Schlussfolgerungen in der Stellungnahme von Dr. P.___ 

könnten nicht nachvollzogen werden. Die ab dem Unfall vom 1. Dezember 2010 

beklagten psychischen Beschwerden stünden überwiegend wahrscheinlich in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

bestehe unfallkausal eine PTBS. Weiter gebe es Hinweise für eine depressive sowie 

eine generalisiert-ängstliche und sozial phobische Komorbidität (Suva-act. I/212).

A.i. 

Mit Verfügung vom 29. Januar 2013 stellte die Suva die Leistungen bezüglich der 

Folgen des Unfalls vom 1. Dezember 2010 per 1. März 2013 ein. Die Adäquanz der 

noch geklagten Beschwerden sei zu verneinen, weshalb auch kein Anspruch auf eine 

Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung bestehe (Suva-act. I/217). Auf 

die vom Versicherten verspätet dagegen erhobene Einsprache (vgl. Suva-act. I/225) 

trat die Suva mit Einspracheentscheid vom 15. März 2013 nicht ein (Suva-act. I/230).

A.j. 

Am 16. September 2013 legte sich der Versicherte in suizidaler Absicht auf ein 

Bahngleis und liess sich von einem durchfahrenden Schnellzug überrollen. Er erlitt 

dabei tödliche Verletzungen (Suva-act. II/48-2 ff.).

A.k. 

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B.  

Im Auftrag der Allianz erstellte Dr. med. S.___, Leitender Arzt am Departement 

Innere Medizin, Klinik für Psychosomatik, Kantonsspital St. Gallen, am 10. August 2016 

ein Aktengutachten. In diesem hielt er fest, die psychische Störung sei zumindest 

teilweise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Folge des Unfalls vom 1. 

Dezember 2010 gewesen. Zwischen diesem Unfall und dem Suizid vom 16. September 

2013 bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest eine natürliche 

Teilkausalität (Suva-act. I/252-7 ff.).

A.l. 

A.___, die Witwe des Versicherten, teilte der Suva am 7. Februar 2018 mit, der 

Versicherte sei am 16. September 2013 an den Folgen des Unfalls vom 1. Dezember 

2010 verstorben. Sie ersuche um Ausrichtung einer Hinterlassenenrente (Suva-act. I/

252-1).

A.m. 

Dr. med. T.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie von der 

Versicherungsmedizin der Suva, beurteilte am 15. August 2018, ein natürlicher, 

teilkausaler Zusammenhang zwischen dem Unfall vom 1. Dezember 2010 und dem 

Suizid vom 16. September 2013 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen. 

Ohne den zweiten Unfall, also nur alleine aufgrund des ersten Unfalls vom 10. März 

2009, wäre es überwiegend wahrscheinlich nicht zum Suizid gekommen. Der Suizid 

habe damit überwiegend wahrscheinlich nicht die Folge des Unfalls vom 10. März 2009 

dargestellt (Suva-act. II/52).

A.n. 

Mit Verfügung vom 30. August 2018 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht, da 

die Selbsttötung des Versicherten keine eindeutige Folge eines versicherten Unfalles 

gewesen sei. Am Todestag habe zudem keine Versicherungsdeckung bestanden 

(Suva-act. I/260).

A.o. 

Dagegen erhob die Witwe des Versicherten am 20. September 2018 Einsprache 

(Suva-act. I/261).

B.a. 

Mit Entscheid vom 20. Dezember 2018 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-

act. I/264).

B.b. 

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C.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Hinterlassenenrente.

Gegen den Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2018 erhob die Witwe 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 24. Januar 2019 die vorliegende Beschwerde. 

Sie beantragte darin dessen Aufhebung und die Anweisung der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin), ihr die gesetzlichen Rentenleistungen auszurichten; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie brachte vor, die beiden Unfälle hätten zum 

Suizid geführt, der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang sei zu bejahen (act. 

G1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. April 2019 die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führte aus, es sei auf die Beurteilung von Dr. T.___ abzustellen. 

Bezüglich des Unfalls vom 10. März 2009 könne die Frage des adäquaten 

Kausalzusammenhangs mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs 

offengelassen werden. In Bezug auf den Unfall vom 1. Dezember 2010 sei die Frage 

der Adäquanz bereits rechtskräftig verneint worden. Darauf sei nicht zurückzukommen 

(act. G5).

C.b. 

Mit Replik vom 8. Mai 2019 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 

Sie machte geltend, bezüglich der Frage der Adäquanz liege keine res iudicata vor (act. 

G7).

C.c. 

In ihrer Duplik vom 13. Juni 2019 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

fest (act. G9).

C.d. 

Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 4. Juli 2019 Stellung zur Duplik 

(act. G11).

C.e. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) setzt die Zusprechung von Versicherungsleistungen das Vorliegen eines Unfalls 

1.1. 

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2.  

oder einer Berufskrankheit voraus. Stirbt der Versicherte an den Folgen des Unfalles, 

so haben der überlebende Ehegatte und die Kinder Anspruch auf Hinterlassenenrenten 

(Art. 28 UVG). Hat der Versicherte den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich 

herbeigeführt, so besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Versicherungsleistungen, mit 

Ausnahme der Bestattungskosten (Art. 37 Abs. 1 UVG). Wollte sich der Versicherte 

nachweislich das Leben nehmen oder sich selbst verstümmeln, so findet Art. 37 Abs. 1 

UVG jedoch keine Anwendung, wenn der Versicherte zur Zeit der Tat ohne Verschulden 

gänzlich unfähig war, vernunftmässig zu handeln, oder wenn die Selbsttötung, der 

Selbsttötungsversuch oder die Selbstverstümmelung die eindeutige Folge eines 

versicherten Unfalles war (Art. 48 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 

832.202]). Der Tatbestand von Art. 48 UVV (zweite Variante) setzt einen natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Suizid oder 

Suizidversuch voraus. Die Adäquanz ist dabei aufgrund der für psychische Unfallfolgen 

geltenden Kriterien (BGE 115 V 133) zu beurteilen (vgl. BGE 120 V 352, E. 5; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 15. November 2004, U 306/03, E. 

2.1).

Der Versicherte war unbestritten zum Zeitpunkt des Suizids vom 16. September 

2013 nicht obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (vgl. Suva-act. II/50). 

Da es sich beim Suizid folglich nicht um einen bei der Beschwerdegegnerin 

versicherten eigenständigen Schadenfall gehandelt hat, muss die damalige 

Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht beurteilt werden. Es ist damit vorliegend 

einzig zu prüfen, ob der Suizid vom 16. September 2013 natürlich und adäquat kausal 

auf die Unfälle vom 10. März 2009 bzw. vom 1. Dezember 2010 zurückzuführen ist.

1.2. 

Dr. T.___ beurteilte am 15. August 2018, nach dem ersten Unfallereignis vom 10. 

März 2009 sei es zwar zu einem vorübergehenden ungünstigen Verlauf gekommen, der 

Versicherte habe aber vor dem zweiten Unfall wieder eine volle Arbeitsfähigkeit 

erreicht. Ohne den zweiten Unfall, also nur allein aufgrund des ersten Unfalls vom 10. 

März 2009, wäre es überwiegend wahrscheinlich nicht zum Suizid gekommen. Deshalb 

sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Suizid keine 

Folge des Unfalls vom 10. März 2009 dargestellt habe (Suva-act. II/52). Aufgrund 

dieser überzeugenden Beurteilung ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall vom 10. März 2009 und dem Suizid vom 16. September 2013 entgegen der 

Ansicht der Beschwerdeführerin (act. G1) grundsätzlich zu verneinen. Die Frage des 

natürlichen Kausalzusammenhangs kann letztlich jedoch offenbleiben, da, wie sich 

nachfolgend ergibt, der adäquate Kausalzusammenhang ohnehin zu verneinen ist.

2.1. 

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Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall 

und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung 

der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom 

Unfallereignis auszugehen. Wie erwähnt (E. 1.1) ist diese Rechtsprechung auch für die 

Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einem 

nachfolgenden Suizid anwendbar. Bei der Beurteilung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs hat im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der 

rechtsgleichen Behandlung der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise Platz 

zu greifen (BGE 115 V 135 E. 4b). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem 

Suizid und dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die 

Begehung des Suizids zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die 

Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden (und 

schliesslich einen Suizid) zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, 

schwere Unfälle andererseits und in einen dazwischen liegenden Bereich der 

mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang 

in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen 

Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher Unfall nicht 

geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden mit 

nachfolgendem Suizid zu verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der 

adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen, denn nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche 

Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei 

gelten als schwer nur solche Unfälle, bei denen sämtliche Umstände, insbesondere die 

Dramatik des Unfallereignisses und die Dauer desselben wie auch die somatischen 

Unfallfolgen eine für die versicherte Person aussergewöhnliche Eindrücklichkeit 

aufweisen.

2.2. 

Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig 

beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar 

mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon 

erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind 

dabei besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit 

des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere 

ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine 

ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die 

2.3. 

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Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133 E. 6). Um die 

adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. 

Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren 

Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonderes bzw. 

ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien 

herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist (SVR 1999 UV Nr. 

10 S. 32). Mit Urteil vom 29. Januar 2010 (8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht 

die Rechtsprechung zur Anzahl der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei 

mittelschweren Unfällen insofern präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren 

Sinn drei Adäquanzkriterien genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter 

oder auffallender Weise vorliegen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. 

Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis).

Vorliegend wurde der Versicherte gemäss Angaben im Bericht der 

erstbehandelnden Ärztinnen des Spitals D.___ vom 10. März 2009 gleichentags von 

einer Spanplatte und zwei Fensterscheiben, welche aus ca. 4 Metern Höhe 

herunterfielen, am Kopf gestreift. Laut Bericht waren die Spanplatte und die 

Fensterscheiben insgesamt ca. 70kg schwer (Suva-act. II/29 f.). Gegenüber Dr. H.___ 

gab der Versicherte am 19. August 2009 an, er habe zusammen mit einem 

Staplerführer einen Aluminiumrahmen mit eingelegten 6cm dicken Spanplatten und 

Fenstereinlagen disloziert. Dabei sei der rund 1x2m grosse, ca. 80kg schwere Rahmen 

aus einer Höhe von 80-100cm auf seinen Kopf geprallt und die Fenstereinlage 

geborsten (Suva-act. II/41). Somit ergeben sich gewisse Diskrepanzen bezüglich des 

genauen Geschehensablaufs. Es rechtfertigt sich jedoch jedenfalls höchstens von 

einem mittelschweren Ereignis im engeren Sinn auszugehen.

2.4. 

Bei einem mittelschweren Ereignis im engeren Sinn müssen für die Bejahung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein 

einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung 

dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 8C_654/2009, E. 4.2 mit Hinweisen).

2.5. 

Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht 

was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll 

entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr 

psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten 

ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit 

2.5.1. 

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eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann 

(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Es bestehen entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin (act. G1) keine Hinweise auf besonders dramatische 

Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vom 10. März 2009.

Der Versicherte erlitt beim Unfall vom 10. März 2009 eine Schädelkontusion mit 

einer Prellung parietal und einer 2cm breiten, wenige mm tiefen Schnittwunde parietal 

(Suva-act. II/30). Dr. E.___ berichtete am 15. April 2009 zudem über eine Commotio 

cerebri (Suva-act. II/31). Eine CT-Untersuchung des Schädels hatte am Unfalltag 

jedoch keinen Anhalt für eine intracerebrale Blutung, ein Hämatom oder eine Fraktur 

des Hirn- oder Gesichtsschädels ergeben (Suva-act. II/9). Eine am 7. Mai 2009 

durchgeführte MR-Untersuchung der Hals- und Brustwirbelsäule erbrachte keinen 

Nachweis von Traumafolgen. Sichtbar war eine kleine flache Diskushernie im Segment 

HWK 5/6, jedoch ohne Tangierung neuraler Strukturen (Suva-act. II/32). Dr. H.___ 

berichtete am 19. August 2009 über ein chronisches cervikothorakovertebrales 

Syndrom, welches überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sei (Suva-act. II/41). Diese 

Beeinträchtigung kann weder als besonders schwer, noch als solche besonderer Art 

eingestuft werden. Auch sind syndromale Beeinträchtigungen in der Regel nicht 

geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.

2.5.2. 

Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein 

der zeitliche Massstab massgeblich. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die Art 

und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine Besserung 

des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3; BGE 134 V 128, E. 

10.2.3). Die am Unfalltag erstbehandelnden Ärztinnen des Spitals D.___ führten eine 

Wunddesinfektion durch, legten einen Wundverband an, verordneten körperliche 

Schonung sowie eine Bedarfsanalgesie (Suva-act. II/30). Neben Physiotherapie ist 

sodann keine weitere somatische Behandlung aktenkundig (vgl. Suva-act. II/10). Dr. 

H.___ hielt am 19. August 2009 fest, es könne mit dem Erreichen des Status quo ante 

innerhalb der folgenden drei Monate gerechnet werden. Er schlug weitere 

Behandlungsmöglichkeiten vor (Suva-act. II/41), die jedoch - soweit aktenkundig - 

nicht durchgeführt wurden. Das Kriterium der langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

ist damit nicht als erfüllt zu erachten.

2.5.3. 

In den Akten finden sich keine Hinweise auf ausgeprägte, längerdauernde 

Schmerzen des Versicherten aufgrund des Unfalls vom 10. März 2009, weshalb das 

Kriterium der Dauerschmerzen zu verneinen ist.

2.5.4. 

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3.

Bezüglich des am 1. Dezember 2010 erlittenen Unfalls stellte die Beschwerdegegnerin 

mit Verfügung vom 29. Januar 2013 die Leistungen mangels Adäquanz der noch 

geklagten Beschwerden per 1. März 2013 ein. Weiter verneinte sie einen Anspruch auf 

eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung (Suva-act. I/217). Auf die 

vom Versicherten verspätet dagegen erhobene Einsprache trat die 

Beschwerdegegnerin mit Entscheid vom 15. März 2013 nicht ein (Suva-act. I/225, I/

230). Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, es liege bezüglich des adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 1. Dezember 2010 und dem Suizid 

vom 16. September 2013 eine res iudicata vor (act. G5, G9). Die Beschwerdeführerin 

bestreitet dies und ist der Ansicht, die Adäquanz sei erneut zu prüfen und zu bejahen 

(act. G1, G7, G11). Die Frage, ob eine res iudicata vorliegt, kann insofern offenbleiben, 

als - wie sich nachfolgend ergibt - ein adäquater Kausalzusammenhang ohnehin zu 

verneinen ist. Damit muss auch nicht geklärt werden, ob zwischen dem Unfall vom 1. 

Dezember 2010 und dem Suizid ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist 

(Urteil des Bundesgerichts vom 16. August 2013, 8C_317/2013, E. 7.4 mit Hinweis auf 

BGE 135 V 472 E. 5.1), wie dies Dr. S.___ und Dr. T.___ annehmen (vgl. Suva-act. I/

252-7 ff., Suva-act. II/52).

Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den 

Parteien geltend gemacht. Ebenso deutet nichts auf einen schwierigen Heilungsverlauf 

hin.

2.5.5. 

Der Versicherte war vom 10. bis 22. März 2009 zu 100% arbeitsunfähig 

geschrieben. Vom 23. bis 27. März 2009 wurde ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 50%, 

vom 28. März bis 15. April 2009 eine solche von 100% attestiert. Ab 16. April 2009 war 

er sodann zu 25%, ab 20. April 2009 zu 50% arbeitsfähig (Suva-act. II/34). Ab 14. Juli 

2009, mithin vier Monate nach dem Unfall, war er schliesslich wieder zu 100% 

arbeitstätig. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit schon zuvor 

primär psychisch bedingt war (vgl. Suva-act. II/31). Das Kriterium der langen Dauer der 

physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist folglich zu verneinen.

2.5.6. 

Da somit keines der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt ist, ist der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 10. März 2009 und dem Suizid vom 

16. September 2013 zu verneinen.

2.5.7. 

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4.  

Gemäss dem Rapport der Militärpolizei wollte der Lenker eines nicht 

vortrittsberechtigten Radschützenpanzers an einer Kreuzung links abbiegen. Nach 

Einlegen eines Sicherheitshalts fügte er sich in den Verkehr ein und überquerte die 

erste Fahrbahn. Dabei stellte er fest, dass sich auf der zweiten Fahrbahn ein 

Personenwagen näherte. Er bremste ab und kam mit dem Panzer auf der zu 

überquerenden Fahrbahn zum Stehen. Der Versicherte, welcher den erwähnten 

Personenwagen lenkte, versuchte mit einer Geschwindigkeit von ca. 40km/h um den 

Radpanzer herumzusteuern, um eine Kollision zu verhindern. Der Personenwagen 

prallte jedoch mit seiner vorderen rechten Fahrzeugseite in die Front des stehenden 

Panzers. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Personenwagen auf die 

Gegenfahrbahn geschleudert und kam dort zum Stehen (Suva-act. I/24-2 ff.). Am 

Personenwagen des Versicherten entstand ein Totalschaden (vgl. Suva-act. I/51). Am 

10. März 2011 gab der Versicherte gegenüber der Beschwerdegegnerin an, er habe 

gesehen, wie sich der Panzer der von ihm befahrenen Hauptstrasse genähert habe. Als 

er an der Einmündung vorbeigefahren sei, habe sich der Panzer plötzlich in die 

Hauptstrasse hinein bewegt, habe seinen Personenwagen auf der rechten Seite 

getroffen und ihn quer zu seiner Fahrtrichtung über die vereiste Einspurstrecke und die 

Gegenfahrbahn über die Strassenbegrenzung der Gegenfahrbahn hinaus geschoben. 

Die vorne geneigte Front des Panzers sei seitlich rechts auf ihn zugekommen und es 

sei ihm so vorgekommen, als ob ihn der Panzer überrollen würde (Suva-act. I/27). Laut 

der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 25. Juli 2011 erfuhr der Personenwagen 

des Versicherten sowohl eine Verzögerung in Längs- als auch eine Beschleunigung in 

Querrichtung zum Fahrzeug. Die daraus resultierende Geschwindigkeitsänderung 

(delta-v) dürfte gesamthaft unterhalb oder innerhalb eines Bereichs von 20 bis 30 km/h 

gelegen haben. Der Versicherte habe sich dadurch relativ zu seinem Fahrzeug nach 

vorne rechts bewegt. Bei einer Kollision, welche vorwiegend eine Bewegung des 

Insassen nach vorne und nur in geringerem Masse zur Seite bewirke, ergebe sich in 

Bezug auf die Halswirbelsäule (HWS) ein günstigerer Bewegungsablauf und eine 

geringere HWS-Belastung als bei Heckkollisionen. Es sei schwierig zu entscheiden, ob 

die anschliessend an das Ereignis festgestellten, von der HWS ausgehenden 

Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung erklärbar seien 

(Suva-act. I/64). Für den Hergang des Unfalls finden sich in den Akten leicht 

unterschiedliche Versionen. Es erscheint jedoch jedenfalls gerechtfertigt, von einem 

mittelschweren Unfall im engeren Sinn auszugehen.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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Bei einem solchen müssen wie erwähnt für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein einzelnes 

Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein (BGE 115 V 133 E. 6c/aa).

4.2. 

Der Versicherte ging offenbar davon aus, dass er vom Panzer überrollt werden 

würde (vgl. Suva-act. I/27). Gegenüber den behandelnden medizinischen 

Fachpersonen der Psychiatrie Q.___ gab der Versicherte an, er habe beim Unfall 

Todesangst gehabt (Suva-act. I/233). Auch anlässlich der Untersuchung durch med. 

pract. G.___ vom 12. März 2012 berichtete der Versicherte, er habe gedacht, er müsse 

sterben. Med. pract. G.___ hielt dementsprechend fest, der Versicherte habe einen 

beeindruckenden Unfall erlitten, bei dem ein Militärpanzer sein Auto gerammt habe. 

Dagegen habe der Versicherte nichts unternehmen können und er habe sich in 

Todesgefahr gesehen (Suva-act. I/164-8, 164-11). Dr. T.___ beurteilte am 15. August 

2018 aufgrund der Akten, der Panzer habe den Versicherten von der rechten Seite her 

gerammt und mindestens zehn, wenn nicht über zwanzig Meter vor sich hergeschoben. 

Der Radschützenpanzer wiege je nach Ausführung 12 bis 25 Tonnen. Falls das Auto 

des Versicherten nicht dank der schnee- und eisbedeckten Strasse gut gerutscht wäre, 

hätte der Panzer das Auto möglicherweise überrollt und zerquetscht. Es sei also 

nachvollziehbar, dass der Versicherte als erfahrener LKW-Chauffeur in diesem Moment 

Todesangst gehabt habe (Suva-act. II/52-20). Das Kriterium der besonders 

dramatischen Begleitumstände oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist 

damit zu bejahen, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (act. G1) jedoch nicht 

in besonders ausgeprägter Weise. Es ist darauf hinzuweisen, dass im Zusammenhang 

mit dem hier streitigen Kriterium nicht an das (subjektive) Unfallerlebnis anzuknüpfen 

ist. Massgebend ist vielmehr das objektiv erfassbare Unfallereignis selbst (Urteil des 

EVG vom 6. September 2005, U 270/05, E. 5). Das Ereignis ist nicht vergleichbar mit 

den seltenen Fällen, in denen die Rechtsprechung das Kriterium als in besonderer 

Weise erfüllt betrachtete (vgl. Urteil des EVG vom 6. Mai 2008, U 382/06, E. 4.3.1, mit 

Hinweis). Auch in einem Fall, als ein Sattelschlepper auf der Autobahn bei einem 

Spurwechsel in einen Personenwagen prallte und diesen über eine Distanz von ca. 

300m vor sich herschob, erachtete das Bundesgericht das Kriterium zwar als erfüllt, 

jedoch nicht in besonderer Weise (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 

2008, 8C_508/2008, E. 5.3, 5.9).

4.2.1. 

Die am Unfalltag behandelnden Ärzte des Spitals I.___ diagnostizierten eine 

Prellung der Hüfte rechts, des rechten Knies und der BWS. Radiologisch habe sich 

kein Anhalt für eine frische knöcherne Verletzung gezeigt (Suva-act. I/4). Eine MR-

Untersuchung der HWS vom 13. April 2011 brachte multisegmentäre Chondrosen aller 

4.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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Zervikalsegmente mit flachbogiger links mediolateraler bis knapp lateraler Diskushernie 

bei HWK 5/6, mässige epidurale Kompressionen und eine leichte Einengung des 

entsprechenden Neuroforamens zur Darstellung (Suva-act. I/31). Ob die Diskushernie 

auf den Unfall vom 1. Dezember 2010 zurückzuführen war, lässt sich aufgrund der 

vorhandenen Akten nicht abschliessend beurteilen (vgl. Suva-act. I/64). Insgesamt 

können die Verletzungen aber ohnehin weder als besonders schwer, noch als 

Verletzungen besonderer Art eingestuft werden. Auch sind derartige Verletzungen in 

der Regel nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.

Die erstbehandelnden Ärzte verschrieben dem Versicherten lediglich Analgesie 

nach Bedarf (Suva-act. I/4). Bereits am 8. Dezember 2010 berichtete Dr. E.___, dem 

Versicherten gehe es rein körperlich sehr gut, es bestünden keine Frakturen oder 

grössere Hämatome. Die aufgelistete Medikation betraf einzig die psychischen 

Beschwerden (Suva-act. I/5). Am 28. Januar 2011 hielt Dr. E.___ sodann fest, rein 

körperlich habe der Versicherte beim Unfall keinen Schaden erlitten (Suva-act. I/19). 

Der Versicherte gab am 10. März 2011 gegenüber der Beschwerdegegnerin an, er habe 

noch Probleme am Nacken und am Kopf. Auch der linke Ellbogen schmerze seit dem 

Unfall (Suva-act. I/27). Abgesehen von Physiotherapie finden sich in den Akten jedoch 

keine Hinweise auf eine somatische Behandlung (vgl. Suva-act. I/11, I/28, I/59, I/72, I/

90, I/155, I/205, I/234, I/237). Inwiefern und bis wann die bis mindestens Januar 2013, 

mithin gut zwei Jahre nach dem Unfall, durchgeführte Physiotherapie unfallkausale 

Beschwerden betraf, ist nicht aktenkundig. Ebenso erscheint fraglich, ob noch eine 

Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten war. Das Kriterium der 

langdauernden ärztlichen Behandlung ist damit zu verneinen.

4.2.3. 

Der Versicherte klagte verschiedentlich über Schmerzen, vor allem am linken 

Arm, am Nacken und am Kopf (vgl. Suva-act. I/27, I/58, I/63, I/85). Die psychischen 

Beschwerden standen jedoch stets im Vordergrund. Das Kriterium der körperlichen 

Dauerschmerzen ist als nicht erfüllt zu betrachten.

4.2.4. 

Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den 

Parteien geltend gemacht. Auch bestehen keine Anhaltspunkte für einen schwierigen 

Heilungsverlauf.

4.2.5. 

Dr. E.___ attestierte dem Versicherten vom 2. bis 6. Dezember 2010 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 7. bis 12. Dezember 2010 eine solche von 50%. In 

ihrem Bericht vom 8. Dezember 2010 hielt sie fest, dem Versicherten gehe es rein 

körperlich sehr gut, ab dem 13. Dezember 2010 werde er wieder zu 100% arbeiten 

4.2.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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5.  

6.  

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend 

von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39ter Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

(Suva-act. I/5). Ab 20. Dezember 2010 attestierte ihm Dr. J.___ aus psychiatrischer 

Sicht wieder eine Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. I/14). Dr. E.___ verwies am 28. Januar 

2011 bezüglich der Beurteilung der weiteren Arbeitsfähigkeit auf die Klinik K.___ (Suva-

act. I/19). Die weitere Behandlung, die Beschwerden und die Arbeitsunfähigkeit waren 

geprägt von den psychischen Einschränkungen. Es liegt zwar ein unter anderem von 

Dr. med. U.___, Facharzt Allgemeinmedizin FMH, I.___, ausgefüllter Unfallschein, 

welchem eine Arbeitsunfähigkeit bis 25. August 2011 zu entnehmen ist, im Recht 

(Suva-act. I/66). Arztberichte von Dr. U.___, welche diese Arbeitsunfähigkeit begründen 

würden, sind jedoch nicht aktenkundig. Die bis mindestens Januar 2013 durchgeführte 

Physiotherapie (vgl. Suva-act. I/237) lässt sodann ebenfalls nicht auf eine somatisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit schliessen. Es ist somit von einer nur relativ kurze Zeit 

bestehenden somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Selbst wenn diese 

entsprechend dem Attest von Dr. U.___ bis 25. August 2011 gedauert hätte, wäre das 

Kriterium der langdauernden Arbeitsunfähigkeit zu verneinen.

Da somit nur eines der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt ist, dieses jedoch 

nicht in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 1. Dezember 2010 und dem Suizid vom 16. September 2013 

zu verneinen.

4.2.7. 

 Nach dem Gesagten ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Hinterlassenenrente mangels adäquatem Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen 

vom 10. März 2009 und 1. Dezember 2010 sowie dem Suizid vom 16. September 2013 

zu verneinen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 20. Dezember 2018 ist nicht 

zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).5.2. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2020
	Art. 28 f. UVG. Art. 37 Abs. 1 UVG. Art. 48 UVV. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den beiden Unfällen und dem später begangenen Suizid des Versicherten ist zu verneinen. Die Fragen des natürlichen Kausalzusammenhangs und des Vorliegens einer res iudicata können offenbleiben. Die Witwe hat damit keinen Anspruch auf eine Hinterlassenrente. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2020, UV 2019/7).

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