# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05cf8dd4-3b23-550a-a41b-307154f21d52
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2021 E-2079/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2079-2021_2021-05-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2079/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, Richterin Susanne Genner,    

Gerichtsschreiber Peter Jaggi. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Karin Fischli, Rechtsschutz für Asylsu-

chende, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 22. April 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2079/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 26. Februar 2021 in der Schweiz um 

Asyl. Auf dem Personalienblatt (act. 1089376-1/2 [nachfolgend: A1/2]) gab 

er den (…) als sein Geburtsdatum an. Ein Abgleich mit der europäischen 

Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac, ZEMIS) ergab, dass er 

am (…). November 2020 in B._______ und am (…). Januar 2021 in Rumä-

nien um Asyl ersucht hatte. Am 11. März 2021 fand die Erstbefragung UMA 

(Unbegleiteter Minderjähriger Asylsuchender) statt (EB; Protokoll in den 

SEM-Akten 1089376-18/16 [nachfolgend: A18/16]). Dabei bestätigte der 

Beschwerdeführer seinen vorgängigen Aufenthalt in B._______ sowie Ru-

mänien. Er sei am (…) geboren und somit noch minderjährig. Dieses Ge-

burtsdatum stehe in seiner Tazkira, die er zuhause gelassen habe. Eine 

Kopie davon habe er auf seiner Reise in die Schweiz verloren. Das SEM 

teilte dem Beschwerdeführer mit, es bestünden insgesamt Zweifel an sei-

ner Minderjährigkeit. Er werde deshalb möglicherweise zu einer medizini-

schen Altersabklärung beim Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals 

C._______ geschickt. Dem Beschwerdeführer wurden Zusatzfragen zur Al-

tersabklärung gestellt. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur allfälligen 

Zuständigkeit B._______ oder Rumäniens für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens, zu einem Nichteintretensentscheid des SEM 

auf das Asylgesuch und zu einer Wegweisung in einen dieser Signatar-

staaten führte er aus, er möchte nicht dorthin zurück. Er sei in B._______ 

und Rumänien schlecht behandelt und geschlagen worden. In Rumänien 

habe er in Ruinen und verlassenen Häusern übernachten müssen, weil es 

im Camp keinen Platz für ihn gegeben habe. Zu seinem Gesundheitszu-

stand gab er an, er (…) wegen den Taliban, die ihn in Afghanistan verfolgt 

hätten. Er habe hier Medikamente bekommen, die er jeden Tag einnehme.  

B.  

Das vom SEM am 17. März 2021 in Auftrag gegebene rechtsmedizinische 

Gutachten des Rechtsinstituts des Kantonsspitals C._______ vom 

(…). März 2021 über die Ergebnisse der forensischen Altersdiagnostik 

vom (…). März 2021 ergab, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der 

Untersuchung am (…). März 2021 das (…)zehnte Lebensjahr (Mindestal-

ter) sicher vollendet habe. Das vom Betroffenen angegebene Geburtsda-

tum ([…]) könne somit aufgrund der Ergebnisse der forensischen Alters-

schätzung zutreffen. 

 

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Seite 3 

C.  

C.a Mit Schreiben vom 29. März 2021 teilte das SEM der Rechtsvertretung 

mit, der Beschwerdeführer habe keine Identitätspapiere zu den Akten ge-

reicht, die seine geltend gemachten Personalien belegen würden. Es gehe 

davon aus, dass er die schweizerischen Behörden über sein Alter täusche. 

Anlässlich der Erstbefragung vom 11. März 2021 seien seine Angaben zum 

Alter, Geburtsdatum, zur Schulbildung, zu den Identitätspapieren und zur 

Registrierung in anderen Dublin-Mitgliedstaaten in weiten Teilen unglaub-

haft, unplausibel oder widersprüchlich ausgefallen, zumal er auf zahlreiche 

Fragen ausweichend geantwortet habe. Das Vorbringen, sein Geburtsda-

tum entspreche nach afghanischem Kalender dem Jahr (…), das genaue 

Datum nach afghanischem Kalender habe er jedoch vergessen, er könne 

sich den (…) einfacher merken als das Datum nach afghanischem Kalen-

der, überzeuge nicht, zumal es sich bei ihm um eine gebildete Person mit 

einer achtjährigen Schulbildung handle. Gleich verhalte es sich mit seinen 

weiteren Aussagen, er sei (…) Jahre alt, er wisse aber nicht, wann er (…) 

geworden sei, er wisse auch nicht genau, wie alt er sei respektive er habe 

bei seiner Ankunft in der Schweiz nicht gewusst, wie alt er sei. Sie seien 

angesichts dessen, dass er sein angebliches Geburtsdatum im europäi-

schen Kalender kenne und im Rahmen der Erstbefragung auch das aktu-

elle Jahr und den aktuellen Monat genannt habe, unplausibel, zumal er in 

der Folge mehrfach betont habe, (…) Jahre alt zu sein. Sodann habe er 

die Frage verneint, ob das Alter vor der Ankunft in der Schweiz je ein 

Thema gewesen sei. Es sei nicht so wichtig gewesen und keiner habe da-

nach gefragt. Später habe er jedoch geltend gemacht, er kenne sein Ge-

burtsdatum von einer Geburtskarte, die im Krankenhaus anlässlich seiner 

Geburt ausgestellt worden sei. Dort sei sein Geburtsdatum nach europäi-

schem Kalender sowie das Jahr (…) vermerkt gewesen. Auch in der Schule 

habe man ihm gesagt, wie alt er sei, und er habe sich das seither gemerkt. 

Auf seine widersprüchlichen Angaben angesprochen habe er sie nicht 

plausibel zu erklären vermocht. 

Des Weiteren habe er das Jahr seiner Einschulung nicht nennen und auch 

nicht angeben können, in welchem Alter er begonnen habe zu arbeiten. 

Aufgrund seiner langjährigen Schulbildung und seiner Vertrautheit mit Da-

ten dürften von ihm genauere Angaben zu diesen Punkten erwartet wer-

den. Seine weiteren Aussagen, man habe ihm in B._______ und Rumänien 

die Fingerabdrücke abgenommen, ohne dass er in diesen Ländern Asyl 

beantragt hätte, seien tatsachenwidrig, zumal er dort als asylsuchende 

Person registriert worden sei. Die Aussage, die Fingerabdrücke seien mit 

Gewalt abgenommen worden, wirke in diesem Zusammenhang stereotyp. 

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Seite 4 

Die Frage, ob er in B._______ sein korrektes Alter genannt habe, habe er 

zunächst wiederholt ausweichend beantwortet. Darauf angesprochen, 

dass er gemäss dem angegebenen Geburtsdatum zum Zeitpunkt seines 

Asylgesuchs in B._______ erst (…) Jahre alt gewesen sei, habe er geant-

wortet, auf der Flucht überall gesagt zu haben, (…) zu sein. Damit habe er 

sich erneut in einen offensichtlichen Widerspruch zu früheren Aussagen 

begeben, den er auf Nachfrage hin in keiner Weise zu erklären versucht 

habe. Die Frage, welches Geburtsdatum er den (…) Behörden genannt 

habe, habe er zunächst wiederum ausweichend beantwortet. Anschlies-

send habe er erklärt, er wisse dies nicht mehr, weil er verletzt gewesen sei 

und nicht gewusst habe, wann er geboren sei. Diese Erklärung überzeuge 

nicht. Des Weiteren seien auch seine Angaben zu einer ärztlichen Alters-

untersuchung in B._______ realitätsfremd. In Bezug auf Rumänien habe 

er geltend gemacht, dort nicht nach seinem Alter gefragt worden zu sein. 

Der Dolmetscher sei ein Panjabi gewesen und habe für ihn das Personali-

enblatt ausgefüllt. Was er eingetragen habe, wisse er nicht. Er wisse auch 

nicht, ob er in Rumänien als minder- oder volljährige Person gelte. Diese 

Angaben seien realitätsfremd und durch nach der Erstbefragung eingegan-

gene Auskünfte der rumänischen Behörden zur Registrierung widerlegt. Er 

sei dort nämlich gestützt auf seine eigenen Angaben mit dem Geburtsda-

tum (…) registriert worden. 

In Bezug auf seine Geschwister falle auf, dass der Beschwerdeführer nicht 

habe angeben können, wie alt und in welcher Klasse er bei der Geburt 

seines Bruders D._______ gewesen sei. Aufgrund des Altersunterschieds 

von angeblich ungefähr (…) Jahren wäre anzunehmen, dass er an dieses 

Ereignis Erinnerungen habe und in diesem Zusammenhang auch Angaben 

zum eigenen Alter machen könne. Zum Verbleib seiner Tazkira habe er die 

stereotype Aussage gemacht, eine Kopie davon in griechischen Gewäs-

sern verloren zu haben. Eine Kopie habe sich zudem auf seinem Handy 

befunden, das von den (…) Behörden konfisziert worden sei. Das Original 

befinde sich in Afghanistan. Das SEM stelle zunächst fest, dass er bis dato 

keine Kopie seiner Tazkira zu den Akten gereicht habe, obwohl er diese in 

Aussicht gestellt habe. Die Angaben zum Inhalt der Tazkira würden sodann 

zahlreiche Widersprüche aufweisen. So habe er zunächst erklärt, er wisse 

nicht, was für ein Alter in der Tazkira vermerkt sei. Später habe er vorge-

bracht, in der Tazkira stehe, dass er (…) Jahre alt sei. Zu einem früheren 

Zeitpunkt habe er hingegen noch zu Protokoll gegeben, in der Tazkira 

stehe, dass er (…) Jahre alt sei. Des Weiteren seien seine Angaben zum 

Ausstellungszeitpunkt ungenau ausgefallen. Er habe weder sagen können, 

wann genau er seine Tazkira erhalten habe, noch wie alt oder in welcher 

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Seite 5 

Klasse er damals gewesen sei. Dies erstaune, weil er präzise Angaben zu 

den Umständen des Erhalts der Tazkira gemacht und die Ausstellung der 

Tazkira aufgrund seiner Aussagen zum darin vermerkten Alter nur wenige 

Jahre zurückliegen müsste. Dem Beschwerdeführer sei bereits in der Erst-

befragung das rechtliche Gehör gewährt worden. Dabei habe er nichts vor-

gebracht, was an der Einschätzung des SEM etwas zu ändern vermöchte. 

Die zusammenfassende Beurteilung des Altersgutachtens stütze sich – da 

die Ergebnisse der zahnärztlichen Untersuchung und der Untersuchung 

der Schlüsselbeine vorliegend nicht hätten herangezogen werden können 

– ausschliesslich auf die Untersuchungen der Hand, die ein abgeschlosse-

nes Skelettwachstum aufweise. Gestützt auf das Gutachten liessen sich 

mithin keine verlässlichen Angaben zur Frage machen, ob er das acht-

zehnte Lebensjahr überschritten habe. Somit sei für die Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Minderjährigkeit eine Gesamtwür-

digung der übrigen Indizien vorzunehmen. Diese ergäben – wie bereits 

ausgeführt worden sei – dass der Beschwerdeführer seine Minderjährigkeit 

weder glaubhaft gemacht noch belegt habe. Er werde deshalb zum Zeit-

punkt des Asylgesuchs in der Schweiz und für das weitere Verfahren als 

volljährig betrachtet. Aufgrund dieser Erkenntnisse beabsichtige das SEM, 

das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS von Amtes wegen 

auf den 1. Januar 2002 anzupassen. Dieses Datum erscheine – nachdem 

er seine Minderjährigkeit weder belegt noch glaubhaft gemacht und sich in 

Rumänien als volljährige Person mit dem besagten Geburtsdatum habe 

registrieren lassen – als das wahrscheinlichste Geburtsdatum. Der Eintrag 

werde dabei mit einem Bestreitungsvermerk versehen, sofern er mit der 

Anpassung der Daten nicht einverstanden sei. Die Identitätsangaben, die 

er bis jetzt gemacht habe, würden als Zweitidentität aufgeführt. Der Be-

schwerdeführer erhalte im Rahmen des rechtlichen Gehörs die Gelegen-

heit, sich innert Frist zum Abklärungsergebnis, zu den Zweifeln des SEM 

an der vorgebrachten Identität und zur beabsichtigen Anpassung der Daten 

im ZEMIS schriftlich zu äussern. 

C.b In Ihrer Stellungnahme vom 6. April 2021 teilte die Rechtsvertretung 

mit, ihr Mandant sei mit der geplanten Altersanpassung im ZEMIS nicht 

einverstanden. Es treffe zu, dass das Altersgutachten keine verlässlichen 

Angaben dazu enthalte, ob er das achtzehnte Lebensjahr bereits über-

schritten habe oder nicht. Festgehalten werde aber auch, dass das vom 

Beschwerdeführer angegebene Geburtsdatum von (…) zutreffen könne. 

Das SEM berücksichtige dies zwar, stütze sich indessen in der Folge 

hauptsächlich auf die angebliche Unglaubhaftigkeit seiner Ausführungen 

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Seite 6 

zum Alter. Dem seien die nachfolgenden Indizien respektive Belege entge-

genzuhalten, die stark für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 

sprechen würden. Er habe dank der Unterstützung seiner Familie seine 

Tazkira ausfindig machen können. Das beiliegende Foto der Tazkira bestä-

tige das von ihm angegebene Geburtsdatum auf den Tag genau. Er habe 

angegeben, am (…) geboren zu sein, was umgerechnet exakt dem in der 

Tazkira eingetragenen Datum ([…]) entspreche. Seine Familie habe das 

Original der Tazkira auf sein Ersuchen hin per Post verschickt. Nach Ein-

treffen werde es unverzüglich nachgereicht. Es sei nicht nachvollziehbar, 

inwiefern die Aussagen zum Alter als derart widersprüchlich ausgelegt wür-

den. Der Beschwerdeführer habe generell präzisiert, dass es sich bei sei-

nen Ausführungen um ungefähre Angaben handle. Ferner sei zu berück-

sichtigen, dass er ein unbegleiteter Minderjähriger sei, der eine strapaziöse 

monatelange Flucht hinter sich habe. Es könne nicht erwartet und von ihm 

auch nicht verlangt werden, dass er sich an jedes Detail zu jedem Zeitpunkt 

erinnere. Zur Registrierung in Rumänien habe er bereits bei der Erstbefra-

gung ausgeführt, dass er den Dolmetscher vor Ort nicht verstanden habe, 

weil dieser ein Panjabi gewesen sei. Er wisse aufgrund der Verständi-

gungsprobleme nicht, was dort für ein Geburtsdatum aufgeschrieben wor-

den sei. Er habe nie ein anderes Datum als sein tatsächliches – den (…) – 

angegeben. Das in Rumänien vermerkte Datum basiere folglich auf einer 

falschen Angabe als Folge der unmöglichen Kommunikation mit dem Dol-

metscher. 

Zusammenfassend sei im Sinne einer Interessenabwägung und in Hinsicht 

auf den Grundsatz «in dubio pro minore » das Interesse des Beschwerde-

führers an der Führung des wahrscheinlicheren Geburtsdatums vom (…) 

höher zu gewichten als das öffentliche Interesse an der Änderung seines 

Geburtsdatums auf den 1. Januar 2002. Gegen eine Anpassung des Alters 

auf neunzehn Jahre sprächen insbesondere die erheblichen drohenden 

Rechtsnachteile bei einer Feststellung der Volljährigkeit, wie etwa der Weg-

fall der prioritären Behandlung des Asylgesuchs, der höheren Anforderun-

gen an die Unterbringung und Betreuung sowie der höheren Anforderun-

gen an die Wegweisung.  

Das vom Beschwerdeführer angegebene Geburtsdatum sei aus diesen 

Gründen im ZEMIS zu belassen. Eine allfällige Anpassung wäre mit einem 

Bestreitungsvermerk zu versehen und mittels einer separaten Dispositiv-

ziffer im Endentscheid zu verfügen. 

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Seite 7 

C.c Am 7. April 2021 wurde das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im 

ZEMIS mit einem Bestreitungsvermerk auf den 1. Januar 2002 angepasst. 

D.  

Mit Eingabe vom 9. April 2021 reichte die Rechtsvertretung einen ärztlichen 

Kurzbericht der (…) vom 8. April 2021 ein. Gemäss Bericht habe sich der 

Beschwerdeführer bei ihnen vorgestellt, weil er (…). Die ihm abgegebenen 

pflanzlichen Medikamente würden nicht helfen, weshalb er gerne eine ärzt-

liche, eventuell psychiatrische Abklärung möchte. Im Kurzbericht wurden 

der Verdacht auf (…) und (…) diagnostiziert. Als Medikament wurde (…) 

verschrieben. 

E.  

Am 9. April 2021 ersuchte das SEM die rumänischen Behörden gestützt 

auf Eurodac-Daten um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss 

Art. 18 Abs. 1 Bst. c der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO). Die rumänischen Behörden stimmten dem 

Übernahmeersuchen am 21. April 2021 zu. 

F.  

Mit Eingabe vom 19. April 2021 reichte die Rechtsvertretung das Original 

der Tazkira des Beschwerdeführers ein. Damit liege ein offizieller Beleg für 

sein Alter vor. Das in der Tazkira eingetragene Datum ([…]) entspreche um-

gerechnet genau jenem Datum, das er als sein Geburtsdatum ([…]) ange-

geben habe. Hinsichtlich der vorgenommenen Altersanpassung werde voll-

umfänglich auf die Ausführungen in der Stellungnahme vom 6. April 2021 

verwiesen. Aufgrund der neuen Aktenlage und insbesondere in Bezug auf 

den Grundsatz «in dubio pro minore» sei das Interesse des Beschwerde-

führers an der Führung des wahrscheinlicheren und vorliegend effektiv be-

legten Geburtsdatums vom (…) höher zu gewichten als das öffentliche In-

teresse an der Beibehaltung seines kürzlich geänderten Geburtsdatums (1. 

Januar 2002).  

Demzufolge werde darum ersucht, das Geburtsdatum im ZEMIS zurück 

auf sein eigentliches – den (…) – anzupassen. 

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Seite 8 

G.  

Mit am 26. April 2021 eröffneter Verfügung vom 22. April 2021 trat das SEM 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Wegweisung aus 

der Schweiz nach Rumänien an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig beauftragte es 

die zuständige kantonale Behörde mit dem Vollzug der Wegweisung, hän-

digte dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Akten-

verzeichnis aus und stellte fest, eine allfällige Beschwerde gegen die vor-

liegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung. 

Für die Begründung wird auf die Akten und, soweit für den Entscheid rele-

vant, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. 

H.  

Mit Beschwerde vom 3. Mai 2021 an das Bundesverwaltungsgericht bean-

tragt der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin die Aufhebung 

dieser Verfügung mit der Anweisung an die Vorinstanz, auf das Asylgesuch 

einzutreten und sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) anzupassen. 

Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zwecks vollstän-

diger Abklärung des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht ersucht er um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde, um Erlass vorsorglicher Massnahme (Vollzugs-

stopp) mit der unverzüglichen Anweisung an die Vorinstanz und die Voll-

zugsbehörden, bis zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von 

jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen. Des Weiteren ersucht er unter 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung. Als Beilagen reichte er Kopien der ange-

fochtenen Verfügung, der Empfangsbestätigung der Vorinstanz, der Voll-

macht und einen Konsultationsbericht von E._______ vom 28. April 2021 

zu den Akten. 

Auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Beilagen 

wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

 

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Seite 9 

I.  

I.a Mit superprovisorischer Massnahme vom 4. Mai 2021 wurde der Voll-

zug der Überstellung des Beschwerdeführers nach Rumänien gestützt auf 

Art. 56 VwVG per sofort einstweilen ausgesetzt. 

I.b Gleichentags lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vorinstanzli-

chen Akten in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägung 1.4 – einzu-

treten. 

1.4 Soweit der Beschwerdeführer beantragt, sein Geburtsdatum sei im 

ZEMIS auf den (…) anzupassen, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, 

weil das SEM darüber nicht entschieden hat. Hingegen ist festzustellen, 

dass der Beschwerdeführer bereits in seiner Stellungnahme vom 6. April 

2021 mit entsprechender Begründung ausgeführt hat, das von ihm ange-

gebene Geburtsdatum sei im ZEMIS zu belassen. Eine allfällige Anpas-

sung sei mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen und mittels einer se-

paraten Dispositivziffer im Endentscheid zu verfügen. Die Vorinstanz ist 

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Seite 10 

daher darauf hinzuweisen, dass sie formell in einer anfechtbaren Verfü-

gung über einen Antrag auf Änderung der Personendaten im ZEMIS zu 

entscheiden und dies vorliegend nachzuholen hat.  

2.  

Mit asylrechtlicher Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-

richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG wird in der Regel auf Asylgesuche 

nicht eingetreten, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen kön-

nen, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

staatsvertraglich zuständig ist. Zur Bestimmung des staatsvertraglich zu-

ständigen Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien nach der Dub-

lin-III-VO. Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitglied-

staat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nach-

dem der betreffende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstel-

lung zugestimmt hat – oder bei fingierter Zustimmung – auf das Asylgesuch 

grundsätzlich nicht ein. 

3.2 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat, wobei von der Situation zum Zeitpunkt der 

ersten Antragstellung in einem Mitgliedstaat ausgegangen wird (vgl. Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO). Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger un-

ter achtzehn Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Min-

derjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZ-

WIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8, m.H.). Vor-

liegend bestünde deshalb bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 

eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Rumäniens vor-

rangige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. unter anderen: Urteile des BVGer 

F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4; F-5625/2020 vom 18. Novem-

ber 2020; F-3255/2020 vom 2. Juli 2020 E. 5.2). 

 

 

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Seite 11 

4.  

4.1 Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer minderjäh-

rig und mithin die Schweiz für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens zuständig ist. Die Vorinstanz geht von der Volljährigkeit 

des Beschwerdeführers aus. Der Beschwerdeführer macht dagegen gel-

tend, er sei minderjährig. 

4.2 Im Asylverfahren ist die Minderjährigkeit – der allgemeinen asylrechtli-

chen Beweisregel folgend – von der beschwerdeführenden Person zumin-

dest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3 und 4.2.3). 

4.3 Vorab ist festzuhalten, dass sich aus den Akten keine Hinweise darauf 

ergeben, der Beschwerdeführer könnte versucht haben, die Vorinstanz 

über seine Identität zu täuschen. In der Beschwerde wird zutreffend aus-

geführt, die Beurteilung des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals 

C._______ ([…]) im Altersgutachten vom (…). März 2021 stütze sich vor-

liegend alleine auf die Untersuchungen der Hand. Demnach hat der Be-

schwerdeführer das (…) Lebensjahr im Zeitpunkt der Untersuchung ([…]. 

März 2021) sicher vollendet (Mindestalter) und sein angegebenes Geburts-

datum ([…]) kann aufgrund der Ergebnisse der forensischen Altersschät-

zung zutreffen. Das Altersgutachten bestätigt somit die Angabe des Be-

schwerdeführers zu seinem Alter und seiner Minderjährigkeit. Es ist als In-

diz zu seinen Gunsten zu werten. Daran ändert nichts, dass gemäss BVGE 

2018 VI/3 von den in der Schweiz angewandten Methoden der medizini-

schen Altersabklärung nur die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersana-

lyse und die zahnärztliche Untersuchung (nicht jedoch die Handknochen-

altersanalyse und die ärztliche körperliche Untersuchung) zum Beweis der 

Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Person geeignet sind und 

sich anhand der medizinischen Altersabklärung keine Aussage zur Minder- 

beziehungsweise Volljährigkeit einer Person machen lässt, wenn das Min-

destalter bei der zahnärztlichen Untersuchung und der Schlüsselbein- res-

pektive Skelettaltersanalyse unter achtzehn Jahren liegt (vgl. a.a.O. 

E. 4.2.1 f.). 

Des Weiteren liegt die Tazkira des Beschwerdeführers im Original vor. Die-

ser ist zu entnehmen, dass das eingetragene Datum ([…]) umgerechnet 

jenem Datum entspricht, das der Beschwerdeführer bei der Vor-instanz als 

sein Geburtsdatum ([…]) angegeben hat. Bei der Tazkira handelt es sich 

zwar nicht um ein fälschungssicheres Dokument, weshalb hinsichtlich der 

Frage der Identität von Inhabern eines solchen Dokuments praxisgemäss 

von einem reduzierten Beweiswert auszugehen ist. Indessen ist es nicht 

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Seite 12 

statthaft, eine Tazkira pauschal als gefälscht zu deklarieren (vgl. BVGE 

2013/30 E. 4.2.2). Die eingereichte Tazkira stellt vorliegend vielmehr ein 

Indiz für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers dar (vgl. statt vieler: 

Urteil des BVGer D-3375/2016 vom 10. August 2016 E. 5.7). Der Be-

schwerdeführer machte bereits auf dem Personalienblatt und in der Befra-

gung geltend, am (…) (umgerechnet in den gregorianischen Kalender) ge-

boren und mithin am (…) (Zeitpunkt der Untersuchung) sechzehn Jahre 

und einen Monat alt zu sein, was mit den Angaben auf der mit Eingabe vom 

19. April 2021 eingereichten Tazkira im Original übereinstimmt. Die Bemer-

kung auf der Tazkira (Ausstellungsdatum […], gregorianisch: […]) gemäss 

der sich bei den Akten befindlichen Übersetzung, der Beschwerdeführer 

sei nach persönlichem Erscheinungsbild im Jahr (…) (gregorianisch: […]) 

(…) Jahre alt, widerspricht dem eingetragenen Geburtstag nicht. Der Ein-

wand in der angefochtenen Verfügung, der Beschwerdeführer wäre zum 

Ausstellungszeitpunkt erst (…) Jahre alt gewesen, verfängt nicht, zumal es 

sich um sein persönliches Erscheinungsbild handelt und er gemäss ver-

merktem Geburtsdatum zu diesem Zeitpunkt bereits (…) alt war. Eine sol-

che minimale Abweichung ist vertretbar. 

Zudem erscheinen seine Erklärungen zum Alter nachvollziehbar. Im afgha-

nischen Kontext ist es für im ländlichen Gebiet aufwachsende Jugendliche 

(vorliegend: Dorf F._______ in der Provinz Kabul im Distrikt Mussawi) 

durchaus üblich, dass sie ihr Alter nicht mit Sicherheit angeben können und 

dieses von Drittpersonen im Verlauf ihres Lebens erfahren, wird es doch 

häufig nicht einmal in der Tazkira – dem einzigen amtlichen Dokument in 

deren Besitz – genau aufgeführt (vgl. Urteil des BVGer D-3375/2016 vom 

10. August 2016 E. 5.2). Auch nicht von der Hand zu weisen ist, dass sich 

einer asylsuchenden Person aus Afghanistan der Sinn von differenzierten 

Fragestellungen nach Alter und Geburtsdatum nicht unbedingt erschliesst 

und auch eine mehrjährige Schulbildung nicht unbedingt mit einer solchen 

in der westlichen Welt vergleichbar ist. Des Weiteren ist den Ausführungen 

in der Rechtsmitteleingabe auch darin beizupflichten, dass der Beschwer-

deführer bereits bei der EB darauf hingewiesen hat, es handle sich bei sei-

nen Aussagen zum Alter um ungefähre Angaben. Zudem ist zu berücksich-

tigen, dass er eine strapaziöse monatelange Flucht hinter sich hat. Es kann 

nicht erwartet und von ihm verlangt werden, dass er sich an jedes Detail 

zu jedem Zeitpunkt erinnert. Zur Registrierung in Rumänien mit dem Ge-

burtsdatum 1. Januar 2002 ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer 

bereits bei der EB ausgeführt hat, er habe den Dolmetscher dort nicht ver-

standen, weil dieser ein Panjabi gewesen sei. Es ist deshalb aufgrund der 

Verständigungsschwierigkeiten mit dem Dolmetscher nachvollziehbar, 

E-2079/2021 

Seite 13 

dass er nicht weiss, mit welchem Geburtsdatum er in Rumänien registriert 

worden ist. Der Eintrag spricht vor diesem Hintergrund nicht gegen die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zum Alter. Hinzu kommt, dass das SEM 

im Zusammenhang mit seinen Abklärungen zu B._______ ausser Acht ge-

lassen hat, dass der Beschwerdeführer von den dortigen Behörden – wenn 

auch mit abweichendem Datum – als UMA registriert wurde. Auch dieser 

für die Minderjährigkeit sprechende Aspekt hätte in die Gesamtwürdigung 

einfliessen müssen.  

Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Gesamt-

würdigung vorzunehmen. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist fest-

zustellen, dass die Indizien, welche für die Minderjährigkeit des Beschwer-

deführers sprechen, überwiegen. Das Gericht kommt daher insgesamt be-

trachtet und entgegen der Vorinstanz zum Schluss, dass die Minderjährig-

keit des Beschwerdeführers wahrscheinlicher ist als dessen Volljährigkeit. 

4.4 Nach dem Gesagten ist von der Minderjährigkeit des Beschwerdefüh-

rers auszugehen, mit der Folge, dass die Schweiz für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständig ist (Art. 8 Abs. 4 Dublin-

III-VO). Bei dieser Ausgangslage ist auf die weiteren Ausführungen zur 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks rechtsgenüglicher Fest-

stellung des Sachverhalts und zum Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers nicht näher einzugehen. Es wird Sache der Vorinstanz sein, sich 

bei der materiellen Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers 

(auch) mit seinem Gesundheitszustand zu befassen. 

5.  

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die 

Verfügung des SEM vom 22. April 2021 ist aufzuheben. Das SEM ist an-

zuweisen, auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutreten und for-

mell mittels einer anfechtbaren Verfügung über den Antrag des Beschwer-

deführers auf Änderung seiner Personendaten im ZEMIS zu entscheiden. 

6.  

Mit vorliegendem Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses hinfällig. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 

erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung 

E-2079/2021 

Seite 14 

der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ge-

genstandslos wird. 

7.2 Es ist keine Parteientschädigung auszurichten, da es sich vorliegend 

um eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von 

Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von 

Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111aterAsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2079/2021 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 22. April 2021 wird aufgehoben. Das SEM 

wird angewiesen, auf das Asylgesuch einzutreten. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, formell mittels einer anfechtbaren Verfügung 

über den Antrag des Beschwerdeführers auf Änderung seiner Personen-

daten im ZEMIS zu entscheiden. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Peter Jaggi 

 

 

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