# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69b371ff-c1e4-5cf7-a7a9-8dca6fea598c
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1997-07-25
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 25.07.1997 JAAC 62.66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_028_JAAC-62-66--_1997-07-25.pdf

## Full Text

JAAC 62.66

Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der
Rekurskommission EVD vom 25. Juli 1997 in Sachen
H. gegen Bundesamt für Wohnungswesen; 96/CC-003

Encouragement à la construction et à l’accession à la propriété du
logement. Abaissement supplémentaire du loyer II. Compétence.
Destinataire de la décision. Délai pour faire valoir l’abaissement.

Art. 42 al. 1 en relation avec l’art. 57 al. 1 LCAP et l’art. 71 de
l’ordonnance d’exécution. Compétence.

L’Office fédéral du logement est compétent pour décider en matière
d’abaissement supplémentaire des loyers (consid. 3.1).

Art. 42 al. 2 en relation avec l’art. 14 et l’art. 27a al. 2 de l’ordonnance
d’exécution. Destinataire de la décision.

Bien que l’abaissement supplémentaire constitue une aide financière en
rapport avec son objet (logement), le locataire a le droit de demander
une telle subvention (consid. 3.3).

Art. 42 et 60 LCAP en relation avec les art. 2, art. 11 et art. 32 al. 2 LSu.
Droit applicable. Délai pour faire valoir l’abaissement supplémentaire
du loyer.

L’octroi, le calcul, le versement et la prescription sont régis par la loi
fédérale sur les aides financières et les indemnités (consid. 5.1).

La loi fédérale encourageant la construction et l’accession à la
propriété de logement ne prévoit pas de délai pour demander un
abaissement, lacune que le juge doit combler (consid. 5.3.1 ss).

La pratique de l’Office fédéral du logement qui consiste à accorder des
prestations au début du semestre au cours duquel les documents ont été
déposés, est conforme à la loi (consid. 5.3.5).

1

Wohnbau- und Eigentumsförderung. Zusatzverbilligung II.
Zuständigkeit. Verfügungsadressat. Frist zur Geltendmachung von
Zusatzverbilligungen.

Art. 42 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 WEG und Art. 71
Verordnung WEG. Zuständigkeit.

Über Gesuche um Ausrichtung einer Zusatzverbilligung II entscheidet
das Bundesamt für Wohnungswesen (E. 3.1).

Art. 42 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 14 und Art. 27a Abs. 2 Verordnung
WEG. Verfügungsadressat.

Obwohl die Zusatzverbilligung eine objektbezogene Finanzhilfe ist, sind
Mieter gesuchsberechtigt (E. 3.3).

Art. 42 und 60 WEG in Verbindung mit Art. 2, Art. 11 und Art. 32
Abs. 2 SuG. Anwendbares Recht. Frist zur Geltendmachung einer
Zusatzverbilligung.

Das Vorgehen bei der Gewährung, der Bemessung, der Auszahlung und
der Verjährung richtet sich nach dem Bundesgesetz über Finanzhilfen
und Abgeltungen (E. 5.1).

Betreffend die Frist zur Geltendmachung der Verbilligungen weist das
WEG eine Lücke auf, die durch den Richter zu schliessen ist (E. 5.3.1 ff.).

Die Praxis des Bundesamtes für Wohnungswesen, die Leistungen ab
Beginn jenes Semesters zu gewähren, in dem die Unterlagen eingereicht
worden sind, erweist sich als gesetzmässig (E. 5.3.5).

Promovimento della costruzione di abitazioni e dell’accesso alla loro
proprietà. Riduzione suppletiva II. Competenza. Destinatario della
decisione. Termine per far valere il diritto a riduzioni suppletive.

Art. 42 cpv. 1 in relazione con l’art. 57 cpv. 1 LCAP e l’art. 71
dell’ordinanza LCAP. Competenza.

L’Ufficio federale delle abitazioni decide in merito alle domande volte a
ottenere una riduzione suppletiva II (consid. 3.1).

Art. 42 cpv. 2 in relazione con gli art. 14 e art. 27a cpv. 2 dell’ordinanza
LCAP. Destinatario della decisione.

Sebbene la riduzione suppletiva sia un aiuto finanziario in relazione
con l’oggetto (abitazione), i locatari hanno diritto di chiedere un tale
sussidio (consid. 3.3) .

Art. 42 e 60 LCAP in relazione con gli art. 2, art. 11 e art. 32 cpv. 2 LSu.
Diritto applicabile. Termine per far valere la riduzione suppletiva.

Concessione, calcolo, versamento e prescrizione sono retti dalla legge
federale sugli aiuti e le indennità. (consid. 5.1).

La legge federale che promuove la costruzione di abitazioni e
l’accesso alla loro proprietà non prevede termini per far valere una
riduzione: si tratta di una lacuna che deve essere colmata dal giudice
(consid. 5.3.1 segg.).

2

La prassi dell’Ufficio federale delle abitazioni di accordare prestazioni
all’inizio del semestre nel corso del quale i documenti sono stati
inoltrati, è conforme alla legge (consid. 5.3.5).

Aus dem Sachverhalt:

H. ist seit 1. Oktober 1989 Mieter einer 3½-Zimmer-Wohnung, die
der Gesetzgebung betreffend Wohnbau- und Eigentumsförderung
untersteht. Die Hausverwaltung informierte H. am 4. November 1994,
dass sich der Mietzins für seine Wohnung per 1. Januar 1995 um den
«Zusatzverbilligungsanspruch II» verbillige. In der Folge gelangte das
Amt für Sozialbeiträge der Stadt Y. ans Bundesamt für Wohnungswesen
(BWO, hiernach: Bundesamt) mit der Anfrage, ob eine Ausrichtung der
Zusatzverbilligung II rückwirkend auf den 1. Dezember 1990 möglich
sei, da H. seit 1. Dezember 1990 die Voraussetzungen dafür erfülle. Das
Bundesamt antwortete, es sei bereit, die Zusatzverbilligung II rückwirkend
ab dem 1. Januar 1993 auszurichten. Ein von H. eingereichtes Gesuch
um rückwirkende Ausrichtung der Zusatzverbilligung II per 1. Dezember
1990 lehnte das Bundesamt mit Verfügung vom 30. April 1996 ab. Dagegen
erhob H. mit Eingabe vom 3. Juni 1996 Verwaltungsbeschwerde bei der
Rekurskommission EVD und beantragt sinngemäss die rückwirkende
Ausrichtung der Zusatzverbilligung II ab 1. Dezember 1990.

Aus den Erwägungen:

(...)

2. Das Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetz vom 4. Oktober 1974 (WEG,
SR 843) bezweckt unter anderem, den Bau von Wohnungen zu fördern und
die Wohnkosten, vorab die Mietzinse, zu verbilligen (vgl. Art. 1 Abs. 1 WEG).
Im Bereich des gemeinnützigen Wohnungsbaus unterstützt der Bund durch
gezielte Massnahmen (d. h. durch Ausrichtung einer Grundverbilligung und
von Zusatzverbilligungen) den Bau von Wohnungen zu besonders günstigen
Mietzinsen (vgl. Art. 35 Abs. 1 und 2 WEG). Beitragsgesuche sind dem
Bundesamt einzureichen (Art. 57 Abs. 1 WEG). Übernimmt der Gesuchsteller
die an die Beitragszusicherung geknüpften Verpflichtungen, so wird dadurch
ein nach der Verfügung des Bundesamtes umschriebenes öffentlichrechtliches
Vertragsverhältnis begründet (Art. 57 Abs. 3 WEG). Die aufgrund des
WEG verbilligten Mietzinse unterliegen bis zur vollständigen Tilgung der
Bundesvorschüsse und Zinsbeträge einer amtlichen Mietzinsüberwachung (vgl.
Art. 45 WEG).

Der Mietzins- und Finanzierungsplan wird für 25 Jahre erstellt (vgl.
Art. 21 Abs. 1 der Verordnung vom 30. November 1981 zumWohnbau-
und Eigentumsförderungsgesetz [Verordnung WEG], SR 843.1). Der
Eigentümer hat dem jeweiligen Mieter die vom Bundesamt nach Massgabe
des Finanzierungsplanes genehmigten Mietzinse schriftlich mitzuteilen. Bei
Überschreitung der genehmigten Mietzinse oder bei Zweckentfremdung ist

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dem Eigentümer eine Frist von drei Monaten zur Rückzahlung der zuviel
bezogenen Leistungen an die Mieter zu setzen. Das Bundesamt fordert die
zuviel bezogenen Beträge samt Zins zum Satz der zweiten Hypotheken zu
Handen der Mieter zurück (Art. 17 Abs. 3 Verordnung WEG).

Die Zusatzverbilligung besteht in jährlich gleichbleibenden, nicht
rückzahlbaren Zuschüssen des Bundes. Sie setzt die Grundverbilligung voraus
(vgl. Art. 42 Abs. 1 und 2 WEG). Die mit der Zusatzverbilligung erstellten und
erneuerten Wohnungen dürfen nur an Personen vermietet werden, deren
Einkommen die vom Bundesrat festzusetzenden Grenzen nicht übersteigen
(Art. 42 Abs. 3 WEG).

In der Verordnung WEG hat der Bundesrat die übrigen Voraussetzungen für
die Zusatzverbilligungen festgesetzt. Die Zusatzverbilligung II erhalten, sofern
sie die Einkommens- und Vermögensgrenzen nicht überschreiten, Betagte,
Pflegepersonal und Personen in Ausbildung, wenn sie eine Wohnung von
höchstens drei Zimmern bewohnen (Art. 27a Abs. 2 Bst. a Verordnung WEG).
Zusatzverbilligungen werden für Wohnungen gewährt, deren Bewohner ein
steuerbares Einkommen haben, das Fr. 42 000.- nicht übersteigt (Art. 28 Abs. 1
Verordnung WEG). Das Vermögen darf Fr. 121 000.- nicht übersteigen (Art. 29
Abs. 1 Verordnung WEG).

3. Vorweg ist von Amtes wegen zu prüfen, ob das Bundesamt zu Recht die
Sachurteilsvoraussetzungen als gegeben annahm, um einen Entscheid
über die Gewährung der Zusatzverbilligung II zu treffen (vgl. Fritz Gygi,
Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 73, mit Hinweisen).

3.1. Ob das Bundesamt auf das Gesuch eintreten und einen materiellen
Entscheid treffen durfte, hängt zunächst einmal davon ab, ob es zuständig ist
für den Erlass einer Verfügung über die Ausrichtung der Zusatzverbilligung II.

Zum Erlass einer Verfügung ist das Bundesamt nur zuständig, wenn die
Frage der Gewährung der Zusatzverbilligung II an H. beziehungsweise
zur Verbilligung der von ihm bewohnten Wohnung nicht Gegenstand des
öffentlichrechtlichen Vertrages vom 11. August 1983 zwischen der Y. SA
und dem Bund betreffend die Objekte (...)strasse (...), (...)strasse (...) und
(...)strasse (...) (in X.) ist. Denn bei Streitigkeiten über öffentlich-rechtliche
Verträge im Sinne der Art. 56 Abs. 2 und Art. 57 Abs. 3 des WEG entscheidet die
Rekurskommission EVD als Schiedskommission (vgl. Art. 75a Verordnung
WEG). Daraus folgt, dass das Bundesamt nicht zuständig ist, um mittels
Verfügung eine durch den Vertrag erfasste Streitfrage zu regeln (vgl. Art. 5
Abs. 3 des BG vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG],
SR 172.021; VPB 61.39 E. 3.4).

3.1.1. Im erwähnten öffentlichrechtlichen Vertrag wurde unter anderem
eine Zusatzverbilligung II provisorisch auf Fr. 1 335 000.- festgesetzt. Bei der
definitiven Festsetzung der Bundeshilfe am 17. Dezember 1986 ist aufgrund
der genehmigten Abrechnung gestützt auf die im Zeitpunkt der Abrechnung
geltenden persönlichen finanziellen Verhältnisse der Berechtigten die
Zusatzverbilligung II auf Fr. 240 000.- festgesetzt worden, verbunden mit
dem ausdrücklichen Hinweis, dass Veränderungen der Verhältnisse dem
Bundesamt unverzüglich mitzuteilen sind.

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003470.pdf?ID=150003470

Zusatzverbilligungen sind mit Gesuch beim Bundesamt geltend zu machen
(Art. 57 Abs. 1 WEG). Sie fallen weg, wenn Meldepflichten verletzt werden oder
die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen des Mieters nicht mehr gegeben
sind (Art. 32 Verordnung WEG). Deren Höhe könnte sich also von Monat zu
Monat ändern.

Daraus ist ersichtlich, dass wohl der Grundsatz, dass Zusatzverbilligungen
erhältlich sind und die Verpflichtungen, die sich daraus für den Empfänger
ergeben, Gegenstand des öffentlich-rechtlichen Vertrages zwischen Bund und
Vermieter bilden, nicht aber die zahlenmässige Festsetzung im Einzelfall.

3.1.2. Der Anspruch auf Zusatzverbilligung richtet sich wie jener auf
Grundverbilligung (Art. 36 ff. WEG) gegen den Bund (Art. 42 Abs. 1 WEG).
Auf Gesuch hin trifft das Bundesamt nach Abklärung der Voraussetzungen
und finanziellen Möglichkeiten eine Verfügung (Art. 57 Abs. 1 WEG). Wird
diese Verfügung vom Gesuchsteller angenommen, so wird dadurch ein
öffentlich-rechtliches Vertragsverhältnis begründet (Art. 57 Abs. 3 WEG).

Die Höhe der allfälligen Zusatzverbilligungen ist wie dargelegt nicht
vertraglich fixiert. Der Umfang der Zusatzverbilligungen muss, je nachdem, ob
ein Mieter die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt oder nicht, neu festgesetzt
werden. Damit liegt grundsätzlich dieselbe Situation vor wie bei der
erstmaligen Gesuchstellung um Grundverbilligung. Auf ein solches Gesuch
hat das Bundesamt zunächst eine Verfügung zu erlassen. Beim Gesuch
um eine Zusatzverbilligung entsteht eine analoge Situation. Es wird ein
Begehren an den Bund gestellt und das Bundesamt hat zu entscheiden, ob
die Voraussetzungen erfüllt sind, um dem Begehren zu entsprechen. Das
Bundesamt hat demgemäss nach Art. 57 WEG eine Verfügung zu treffen.

Es kann somit festgehalten werden, dass die Frage der Ausrichtung von
Zusatzverbilligungen Gegenstand eines Verwaltungsverfahrens sein kann,
das in eine Verfügung ausmündet.

3.2. Die Voraussetzungen zur Eröffnung eines Verfahrens sind durch
die angerufene Behörde von Amtes wegen zu prüfen. Als allgemeine
Sachurteilsvoraussetzungen sind insbesondere erforderlich: die Partei- und
Prozessfähigkeit des Betroffenen, das Rechtsschutzinteresse, die Zuständigkeit
der entscheidenden Behörde, keine Rechtshängigkeit der Streitsache
beziehungsweise kein rechtskräftiger Entscheid über die Streitsache
sowie gegebenenfalls die Vertretungsbefugnis des Parteivertreters. Im
erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren stehen in der Regel die Zuständigkeit,
das Rechtsschutzinteresse und gegebenenfalls die Beachtung von Formalien
im Zusammenhang mit der Gesuchseinreichung im Vordergrund (vgl.
René A. Rhinow / Heinrich Koller / Christina Kiss, Öffentliches Prozessrecht
und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel / Frankfurt am Main 1996,
Rz. 947-954; Peter Saladin, Das Verwaltungsverfahrensrecht des Bundes,
Basel 1979, S. 95; Alfred Kölz / Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1993, Rz. 94 und 184
mit Hinweisen; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, a. a. O., S. 71 ff.;
unveröffentlichter Beschwerdeentscheid der REKO/EVD vom 21. Mai. 1996 i. S.
A. gegen BFK [95/AC-001] E. 4.2.1).

Das durch ein Gesuch bei der zuständigen Behörde ausgelöste
Verwaltungsverfahren begründet - aus Gründen der Rechtssicherheit -
grundsätzlich einen Anspruch auf formellen Abschluss des Verfahrens durch

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Erlass einer Verfügung (Prozess- oder Sachurteil) nach den allgemeinen
Verfahrensgrundsätzen des VwVG (Art. 7-43 VwVG; vgl. Kölz/Häner, a. a. O.,
Rz. 84, 94; André Grisel, Traité de droit administratif, Neuchâtel 1984, S. 368;
Blaise Knapp, Précis de droit administratif, Bâle 1991, Rz. 632 ff.).

Dementsprechend war das Bundesamt gehalten, auf das Gesuch des
Beschwerdeführers hin einen Entscheid zu treffen.

3.3. Das Bundesamt ist die für den Entscheid über die Gewährung
von Zusatzverbilligungen zuständige Stelle (Art. 57 Abs. 1 WEG in
Verbindung mit Art. 71 Verordnung WEG). Formalien, die im Sinne einer
Eintretensvoraussetzung zwingend zu beachten wären, gehen aus demWEG
und der Verordnung WEG nicht hervor.

Der Kreis der möglichen Gesuchsteller ist nicht ausdrücklich geregelt. Wohl
werden Zusatzverbilligungen nach Art. 42 WEG und Art. 14 Verordnung WEG
Eigentümern gewährt. Folglich fallen diese zweifelsohne als Gesuchsteller
in Betracht. Anderseits nennt Art. 27a Verordnung WEG als «Empfänger der
Zusatzverbilligung II»: Betagte, Pflegepersonal und Personen in Ausbildung,
wenn sie eine Wohnung von höchstens 3 Zimmern bewohnen (Abs. 2 Bst. a),
sowie Invalide und Pflegebedürftige (Abs. 2 Bst. b). Daraus könnte geschlossen
werden, dass sie ebenfalls als Gesuchsteller auftreten können.

3.3.1. Die Zusatzverbilligung II nach Art. 42 WEG und Art. 27a Verordnung
WEG ist eine Finanzhilfe im Sinne des Bundesgesetzes vom 5. Oktober
1990 über Finanzhilfen und Abgeltungen (Subventionsgesetz [SuG], SR
616.1; vgl. Art. 3 Abs. 1 SuG und Botschaft vom 15. Dezember 1986 zu einem
Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen, BBl 1987 369, Anhang
S. 430). Finanzhilfen sind geldwerte Vorteile, die Empfängern ausserhalb der
Bundesverwaltung gewährt werden, um die Erfüllung einer vom Empfänger
gewählten Aufgabe zu fördern oder zu erhalten (Art. 3 Abs. 1 SuG).

In diesem Sinne unterstützt der Bund durch gezielte Massnahmen den Bau
von Wohnungen zu besonders günstigen Mietzinsen (vgl. Art. 35 Abs. 1
WEG). Nach Art. 42 Abs. 2 WEG und Art. 14 Verordnung WEG wird die
Zusatzverbilligung Eigentümern gewährt. Die mit der Zusatzverbilligung
erstellten und erneuerten Wohnungen dürfen nur an Personen vermietet
werden, deren Einkommen die vom Bundesrat festzusetzenden Grenzen
nicht übersteigen (Art. 42 Abs. 3 WEG). Der nicht rückzahlbare Zuschuss
beträgt 1,2% der Anlagekosten pro Jahr bei der Zusatzverbilligung II
und wird in der Regel während der ganzen Laufzeit der Bundeshilfe
von 25 Jahren ausgerichtet (vgl. Art. 27 Abs. 1 und 3 Verordnung WEG).
Nach diesen Bestimmungen ist offenbar der Eigentümer des Mietobjektes
anspruchsberechtigter Empfänger der Zusatzverbilligung.

Daraus ist ersichtlich, dass der Gesetzgeber die Zusatzverbilligung im Rahmen
der Konzeption des WEG als objektbezogene Finanzhilfe ausgestalten wollte.
Zwar kommt sie über die Verrechnung mit dem Mietzins ausschliesslich
einem bestimmten Mieter zugute, dessen persönliche Verhältnisse für die
Anspruchsberechtigung massgebend sind, und nicht dem Vermieter. Dies
ändert aber nichts daran, dass im Kern der Eigentümer des Mietobjektes
subventionsrechtlich gesehen Empfänger der Finanzhilfe und damit
materieller Verfügungsadressat ist. Dementsprechend kommt als Gesuchsteller
und gegebenenfalls als Beschwerdeführer in erster Linie der Eigentümer eines
demWEG unterstehenden Mietobjektes in Frage.

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3.3.2. Indessen anerkennen Doktrin und Praxis den Anspruch auf Erlass
einer Verfügung, wenn ein schutzwürdiges Interesse geltend gemacht werden
kann. Die antragstellende Person muss sich grundsätzlich über ein dem
Rechtsschutzinteresse in Anfechtungsstreitigkeiten vergleichbares Interesse
ausweisen (Kölz/Häner, a. a. O., Rz. 94, mit Verweis auf BGE 98 Ib 58 ff.).

In Anfechtungsstreitigkeiten kann ein schutzwürdiges Interesse an der
Aufhebung oder Änderung einer angefochtenen Verfügung rechtlicher oder
tatsächlicher Natur sein.

Rechtlicher Natur ist das verfolgte Interesse, wenn der Verfügungsadressat
im materiellen Sinne Beschwerde führt, also das Subjekt des materiellen
Rechtsverhältnisses, das die Verfügung regeln will (vgl. Gygi,
Bundesverwaltungsrechtspflege, a. a. O., S. 132 undWalter Kälin, Das
Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, Bern 1984, S. 226). Im
Zusammenhang mit der Zusatzverbilligung II ist, wie soeben dargelegt, der
Vermieter Subjekt des zu regelnden Rechtsverhältnisses. Nur er könnte als
anspruchsberechtigter Empfänger des Beitrages unmittelbar ein Interesse
rechtlicher Natur geltend machen.

Ein schutzwürdiges tatsächliches Interesse macht geltend, wer durch den
angefochtenen Entscheid stärker als jedermann betroffen ist und in einer
besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht (vgl.
BGE 116 Ib 321 E. 2a). Ist in einem solchen Fall ein unmittelbares Berührtsein,
eine spezifische Beziehungsnähe gegeben, so hat der Beschwerdeführer ein
ausreichendes Rechtsschutzinteresse daran, dass der angefochtene Entscheid
aufgehoben oder geändert wird. Dieses Interesse besteht im praktischen
Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem Beschwerdeführer eintragen
würde, das heisst in der Abwendung eines materiellen oder ideellen Nachteils,
den der angefochtene Entscheid für ihn zur Folge hätte (BGE 113 Ib 225 E. 1c;
112 Ib 154 E. 3, je mit Hinweisen).

3.3.3. Dem Beschwerdeführer könnte folglich als Mieter die Legitimation
zur Gesuchstellung und gegebenenfalls Beschwerdeführung zuerkannt
werden, wenn er im vorstehend dargelegten Sinn ein besonderes tatsächliches
Interesse geltend machen kann.

In scheinbaremWiderspruch zumWEG nennt Art. 27a Verordnung WEG
als «Empfänger der Zusatzverbilligung II»: Betagte, Pflegepersonal und
Personen in Ausbildung, (...) (Abs. 2 Bst. a) sowie Invalide und Pflegebedürftige
(Abs. 2 Bst. b). Der (mit Blick auf die Einkommensgrenze) massgebende
Betrag zur Bestimmung der Anspruchsberechtigung wird aufgrund einer
Bescheinigung der Steuerbehörde festgestellt, die der Empfänger der
Zusatzverbilligung beibringen muss (vgl. Art. 28 Abs. 2 Verordnung WEG).
Die Zusprechung einer Zusatzverbilligung richtet sich ausschliesslich nach den
persönlichen Verhältnissen des Mieters (vgl. Art. 32 Abs. 1 Verordnung WEG).
Der Mietertrag des Vermieters bleibt von einer allfällige Ausrichtung von
Zusatzverbilligungen unberührt. Nach demWortlaut von Art. 27a Verordnung
WEG erscheint der Mieter als Empfänger der Zusatzverbilligung.

In diesem Sinne werden denn auch die nicht rückzahlbaren
Zusatzverbilligungen - im Gegensatz zur rückzahlbaren Grundverbilligung,
die allein objektbezogen ausgestaltet ist - vom Bundesamt als Subjekthilfe
für wirtschaftlich schwächere Mieter betrachtet, um die Mieten über

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_116_Ib_321&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_113_Ib_225&resolve=1

die Grundverbilligung hinaus senken zu können (Christian Hanser /
Jürg Kuster / Peter Farago, Die Bundeshilfen für den Mietwohnungsbau,
Vollzug und Wirkungen des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes
[WEG], Bd. 59, herausgegeben vom Bundesamt für Wohnungswesen, Bern
1995, S. 4 und 25 f.). Demgegenüber relativiert das Bundesamt in seiner
Vernehmlassung vom 3. Oktober 1996 diese Konzeption, indem es betont,
dass die Förderungsmassnahmen des WEG als Objekthilfen ausgestaltet seien.
Deshalb sehe das WEG keine direkte Auszahlung von Beiträgen an Mieter vor.

In der Stellungnahme vom 7. April 1997 führte das Bundesamt aus, die
Zusatzverbilligung, welche Teil der imWEG verankerten Objekthilfe ist,
sei als unechte Subjekthilfe ausgestaltet. Sie könne nicht von jedermann
beansprucht werden, sondern sie komme nur im Rahmen der Objekthilfe
zur Anwendung. Sie sei daher eine objektgebundene Hilfe, die nicht nach
individuellen Bedürfnissen, sondern schematisch nach einem bestimmten
Prozentsatz der Anlagekosten ausgerichtet werde. Die Beträge würden auch
nicht direkt an den Mieter ausbezahlt, sondern an den Vermieter überwiesen,
der in der entsprechenden Höhe den Mietzins reduziere.

Dessen ungeachtet ist der Mieter, weil letztlich nur er finanziell von einer
Zusatzverbilligung profitiert, durch einen Entscheid, ob und in welchem
Umfang eine Zusatzverbilligung zugesichert wird, ausschliesslich und damit
stärker als jedermann betroffen. Demgegenüber ist der formellrechtlich
berechtigte Vermieter von einem solchen Entscheid insofern nicht berührt, als
sich die Zusprechung oder Verweigerung einer Zusatzverbilligung nicht auf
seine Ertragslage auswirkt. Er hätte also kein eigenes Interesse, die Verfügung
des Bundesamtes anzufechten. Aus diesem Grund muss der betroffene Mieter
die Möglichkeit haben, seine Interessen selbst wahrnehmen zu können. Das
Bundesamt akzeptiert denn auch unter gewissen Umständen, dass der Mieter
selber das ausgefüllte Formular einreicht. Weil die zu treffende Verfügung
über eine Zusatzverbilligung im Ergebnis ausschliesslich die finanziellen
Interessen des Mieters betrifft, befindet sich dieser in einer besonderen,
beachtenswerten, nahen Beziehung zum Begehren auf Zusprechung einer
Zusatzverbilligung.

Entsprechend den vorstehenden Ausführungen ist ein schutzwürdiges
Interesse tatsächlicher Natur des Mieters an einem Entscheid in der
Sache anzuerkennen. Die vorstehenden Überlegungen vermöchten ein
ausreichendes Rechtsschutzinteresse in einem Beschwerdeverfahren zu
begründen. Wie einleitend ausgeführt (E. 3.2), gilt dieselbe Interessenlage auch
im erstinstanzlichen Gesuchsverfahren.

3.4. Somit ist festzuhalten, dass das Bundesamt zu Recht die
Sachurteilsvoraussetzungen als gegeben annahm, indem es ohne weiteres auf
das Gesuch des Beschwerdeführers eintrat, und den angefochtenen Entscheid
über die Nicht-Gewährung der Zusatzverbilligung II traf.

4. (Streitgegenstand)

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4.2. (...) Streitgegenstand bildet somit ausschliesslich die Frage, ob das
Bundesamt die mit dem Gesuch des Beschwerdeführers im Jahre 1996 geltend
gemachte rückwirkende Ausrichtung der Zusatzverbilligung II ab 1. Dezember
1990 zu Recht verweigert hat.

5. Das Bundesamt begründete seinen Entscheid im wesentlichen damit,
die Zusatzverbilligung werde auf Gesuch hin ausgerichtet. Nach ständiger
Praxis werde der Beitrag rückwirkend auf den Beginn jenes Semesters
gewährt, in welchem das Gesuch gestellt worden sei. Dies stehe im Einklang
mit der Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzgebung; die Fristen des
Obligationenrechts fielen nicht in Betracht.

Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, er erfülle
unbestrittenermassen die Voraussetzungen für die Zusatzverbilligung II,
er habe einen Rechtsanspruch darauf und dieser verjähre nach Art. 128
des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220) mit Ablauf von fünf
Jahren.

Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, auf welche Bestimmungen
gegebenenfalls abzustellen ist, und sodann ist die Frage einer allfällig
rückwirkenden Zusicherung zu klären.

5.1. Die Zusatzverbilligung II nach Art. 42 WEG und Art. 27a Verordnung
WEG ist eine Finanzhilfe im Sinne des SuG (vgl. E. 3.3.1). Das SuG gilt für alle
im Bundesrecht vorgesehenen Finanzhilfen und Abgeltungen (Art. 2 Abs. 1
SuG). Das dritte Kapitel ist anwendbar, soweit andere Bundesgesetze oder
allgemeinverbindliche Bundesbeschlüsse nichts Abweichendes vorschreiben
(Art. 2 Abs. 2 SuG). Danach gilt insbesondere, dass Finanzhilfen nur auf Gesuch
hin (Art. 11 Abs. 2 SuG) und in der Regel durch Verfügung (Art. 16 Abs. 1 SuG)
gewährt werden. Ein Rechtsanspruch auf Bundeshilfe entsteht erst mit der
rechtskräftigen Verfügung über ihre Zusicherung (Art. 58 WEG). Forderungen
aus Finanzhilfe- und Abgeltungsverhältnissen verjähren nach fünf Jahren
(Art. 32 Abs. 1 SuG).

Damit steht von vornherein fest, dass das Obligationenrecht - entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers - nicht zur Anwendung kommt. Wohl
verweist Art. 60 WEG auf die Bestimmungen des Zivilrechts (Schweizerisches
Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 [ZGB], SR 210, und Obligationenrecht)
als ergänzendes Recht. Indessen bezieht sich dieser Verweis auf die Ordnung
von Rechtsverhältnissen zwischen Bund, Gesuchstellern und Dritten wie
Darlehen, Bürgschaften und Pfandbestellungen.

Die Zusatzverbilligung II hat ihre gesetzliche Grundlage einzig imWEG. Das
Vorgehen bei der Bemessung, Gewährung und Zahlung sowie die Verjährung
richten sich nach den allgemeinen Bestimmungen über Finanzhilfen und
Abgeltungen im 3. Kapitel des SuG.

5.2. (Ausführung betreffend Verjährungsproblematik: vorliegend geht es nicht
um Verjährung).

5.3. Wer Anspruch auf die Zusatzverbilligung II erhebt, muss in materieller
Hinsicht die Voraussetzungen nach den Art. 27a-30 Verordnung WEG
erfüllen. In formeller Hinsicht muss ein Gesuch eingereicht werden, und der
zuständigen Behörde sind alle erforderlichen Auskünfte zu erteilen (Art. 11
Abs. 1 und Art. 2 SuG).

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Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer die materiellen Voraussetzungen
für die Zusatzverbilligung II schon seit dem 1. Dezember 1990 erfüllt. Davon
erfahren hat er indessen erst im Zusammenhang mit der Überprüfung der
Verhältnisse durch das Bundesamt im Jahre 1994. Ein formelles Gesuch für
die Beitragsjahre 1990 bis 1992 ist im März 1996 beim Bundesamt eingereicht
worden. Mit den Eingaben des Beschwerdeführers vom März / April 1996 an
das Bundesamt liegt somit das in formeller Hinsicht erforderliche Gesuch vor.

Zu prüfen bleibt im folgenden, ob der Beschwerdeführer trotz des verspäteten
Einreichens des formellen Gesuchs einen Anspruch auf rückwirkende
Auszahlung der Zusatzverbilligung ab dem Zeitpunkt hat, seit welchem er die
materiellen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, oder ob die entsprechenden
Ansprüche verwirkt sind.

5.3.1. Es geht also um die Frage, ob das Bundesamt aufgrund des eingereichten
Gesuchs grundsätzlich nur Zusatzverbilligungsansprüche für kommende
Mietperioden begründen kann oder auch betreffend bereits zurückliegender
Mietperioden und damit bereits bezahlter Mietzinsen.

Weder imWEG noch in der dazugehörigen Verordnung finden sich
Vorschriften über eine Frist zur Geltendmachung der Zusatzverbilligung II.
In der Praxis richtet sich das Bundesamt nach der Regelung, wonach
die Beiträge ab Beginn jenes Semesters bezahlt werden, in welchem die
Unterlagen eingereicht worden sind, sofern die übrigen Voraussetzungen
erfüllt sind. Wird eine Anspruchsberechtigung nicht auf Gesuch hin, sondern
aufgrund einer Überprüfung durch das Bundesamt festgestellt, so wird die
Zusatzverbilligung auf Beginn des der Prüfung folgenden Semesters gewährt.

Nach den Ausführungen des Bundesamtes wurde dabei vor allem auf
Sinn und Zweck des WEG abgestellt. Durch die Bundeshilfe sollten die
aktuell anfallenden Wohnkosten vermindert und nicht das Vermögen oder
Einkommen des Gesuchstellers erhöht werden. Es stellt sich nun die Frage, ob
diese Praxis mit dem Bundesrecht in Einklang steht.

5.3.2. Wenn eine Rechtsfrage, die der Einzelfall aufgibt, gesetzlich nicht
geregelt ist, das Gesetz also unvollständig ist, so besteht dem Begriff nach
eine Lücke (BGE 103 Ia 501 E. 7). Bevor eine ausfüllungsbedürftige Lücke
angenommen werden darf, ist durch Auslegung zu ermitteln, ob das Fehlen
einer ausdrücklichen Anordnung nicht eine bewusste, negative Antwort
des Gesetzgebers bedeutet und damit ein qualifiziertes Schweigen vorliegt.
Diesfalls wäre für Analogie und richterliche Lückenfüllung kein Platz (vgl.
Ulrich Häfelin / Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts,
Zürich 1993, N. 192; Fritz Gygi, Verwaltungsrecht, Bern 1986, S. 83; René A.
Rhinow / Beat Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel
1990, Nr. 23 B III, S. 73 f.; vgl. BGE 115 II 97 E. 2b).

Betreffend die Frage der Frist für die Gesuchseinreichung liegen keinerlei
Hinweise vor, dass der Gesetzgeber sie bewusst offen gelassen hätte. Somit
ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber keine negative Entscheidung
getroffen hat (vgl. Rhinow/Krähenmann, a. a. O., Nr. 23 B III, S. 73 f., mit
Hinweisen).

5.3.3. Die Gesetzeslücke ist nach Art. 1 Abs. 2 ZGB, der auch im
Verwaltungsrecht analog anzuwenden ist, durch den Richter zu schliessen
(Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, a. a. O., S. 52). Dieser hat nach

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_103_Ia_501&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_II_97&resolve=1

objektiven Kriterien eine generelle, abstrakte Regel aufzustellen, wie er es
als Gesetzgeber tun würde. Dabei hat sich der Richter soweit als möglich
an das bestehende, objektive Recht anzulehnen, denn er schafft kein neues
Gesetz, sondern vervollständigt es nur. Unvollständigkeiten des Gesetzes
werden vorwiegend durch Analogie behoben, also auf die Weise, dass für
vergleichbare Sachverhalte auf geltende Vorschriften zurückgegriffen wird
und diese sinngemäss, also unter Berücksichtigung der Besonderheiten der
verwaltungsrechtlichen Sachlage, angewendet werden (Rhinow/Krähenmann,
a. a. O., Nr. 23 B VI, S. 74 f.; Gygi, Verwaltungsrecht, a. a. O., S. 84; vgl. auch
REKO/EVD 93/8B-001 E. 4.2, publiziert in: VPB 59.103).

Das Bundesgericht stellt Subventionen (vgl. Botschaft vom 15. Dezember
1986 zu einem Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen, BBl
1987 369, Ziff. 213.2, S. 382) und Sozialleistungen auf die gleiche Stufe (vgl.
unveröffentlichter BGE vom 22. Januar 1988; vgl. auch BGE 118 Ia 46 E. 5b).
Bei regelmässig wiederkehrenden staatlichen Leistungen bedürfe es für
den sachgerechten und rechtsstaatlich befriedigenden Einsatz der Mittel
meist einer spezialgesetzlichen Normierung, welche Voraussetzungen und
Zweck dieser Leistungen detailliert umschreibe. Dies gelte insbesondere
für Sozialleistungen und Subventionen (vgl. auch Gygi, Verwaltungsrecht,
a. a. O., S. 217; Thomas Fleiner-Gerster, Grund-züge des allgemeinen und
schweizerischen Verwaltungsrechts, Zürich 1980, § 12 Rz. 26, S. 74; Grisel,
a. a. O., S. 316 f.). Somit rechtfertigt es sich, im Rahmen der Lückenfüllung
unter anderem auf die Gesetze im Bereich der Sozialversicherung
zurückzugreifen.

5.3.4. Im Sozialversicherungsrecht muss in der Regel die anspruchsberechtigte
Person ein Gesuch um Leistungen stellen oder sich anmelden,
damit ein Verfahren in Gang kommt (Thomas Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, Bern 1994, S. 321 ff.).

Nach dem Bundesgesetz vom 19. März 1965 über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG, SR 831.30;
Art. 2) werden Ergänzungsleistungen ausgerichtet, wenn das anrechenbare
Jahreseinkommen von Personen, welche bestimmte Leistungen der
AHV/IV beziehen, einen Grenzbetrag nicht erreicht (Art. 5 Abs. 1 ELG).
Der Anspruch besteht nach der Verordnung vom 15. Januar 1971 über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(ELV, SR 831.301) erstmals für den Monat, in dem die Anmeldung eingereicht
worden ist und sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 21
Abs. 1 ELV).

Ein Arbeitgeber, der für seine Arbeitnehmer Kurzarbeitsentschädigung
geltend machen will, hat diese Absicht der kantonalen Amtsstelle mindestens
zehn Tage vor Beginn schriftlich zu melden (Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und
die Insolvenzentschädigung [AVIG], SR 837.0). Nach der Rechtsprechung
des Bundesgerichts hat die zehntägige Voranmeldefrist den Charakter
einer Verwirkungsfrist (BGE 110 V 334 E. 3c). Dies bedeutet, dass der
Arbeitsausfall bei verspäteter Voranmeldung oder Meldung nicht vergütet wird.
Der - ohne entschuldbaren Grund geltend gemachte - Arbeitsausfall wird erst

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002369.pdf?ID=150002369
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_118_Ia_46&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_110_V_334&resolve=1

anrechenbar, wenn die für die Meldung vorgeschriebene Frist abgelaufen ist
(Art. 58 Abs. 4 der Verordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV], SR 837.02).

Ein Arbeitgeber, der Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung erhebt, muss
den wetterbedingten Arbeitsausfall spätestens am fünften Tag des folgenden
Kalendermonats auf dem Formular des BIGA melden (vgl. Art. 69 Abs. 1 AVIV).
Hat er ihn ohne entschuldbaren Grund verspätet gemeldet, so wird der Beginn
des Anspruchs um die Dauer der Verspätung verschoben (vgl. Art. 69 Abs. 2
AVIV).

Nach Art. 95 Abs. 1 AVIV in Verbindung mit Art. 81 Abs. 3 AVIV muss
das Gesuch um einen Pendlerkostenbeitrag oder einen Beitrag an
Wochenaufenthalter spätestens zehn Tage vor Arbeitsbeginn eingereicht
werden. Ansonsten können die Leistungen erst von diesem Zeitpunkt an
ausgerichtet werden.

Nur ausnahmsweisewird das Verwaltungsverfahren im Leistungsbereich
ohne formelle Anmeldung von Amtes wegen eingeleitet und werden die
Beiträge rückwirkend ausbezahlt. Die Verordnung vom 31. Oktober 1947
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101; Art. 77)
sieht dies vor, wenn eine Ausgleichskasse davon Kenntnis erhält, dass eine
anspruchsberechtigte Person keine oder eine zu tiefe Rente bezieht. Allerdings
sind die Voraussetzungen für die Bezahlung der Beiträge im Bundesgesetz
vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHVG, SR 831.10) anders geregelt als beispielsweise im ELG, wonach
Ergänzungsleistungen nur dann geschuldet sind, wenn eine Anmeldung
erfolgt ist und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. Art. 21 Abs. 1
ELV).

Ergänzungsleistungen sind nicht rückzahlbare Beiträge des Bundes und
werden ohne Gegenleistungen des Versicherten ausbezahlt (Alfred Maurer,
Bundessozialversicherungsrecht, Basel / Frankfurt am Main 1993, § 10.E;
S. 184, mit Hinweisen). Hiefür bezahlt die anspruchsberechtigte Person,
anders als bei der AHV-Rente, nicht jahrelang Beiträge, um dann entsprechend
der Höhe der Beiträge die Leistungen zu erhalten. Im Umstand, dass bei der
AHV - und auch bei der Unfallversicherung (vgl. Art. 66 der Verordnung
vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV], SR 832.202) -
die Leistungen nicht generell von einer Anmeldung abhängig sind und
gegebenenfalls rückwirkend ausbezahlt werden, kann somit noch keine
wegleitende Ausnahme vom Grundsatz der Nicht-Rückwirkung erblickt
werden, wie er in den übrigen erwähnten Beispielen gilt.

5.3.5. Es stellt sich nun die Frage, ob die den vorstehenden Beispielen aus dem
Sozialversicherungsrecht zu entnehmende Regel, wonach Beiträge für einen
vor der Anmeldung liegenden Zeitabschnitt nicht ausgerichtet werden, auch
für das WEG gelten soll.

Im Bereich des Subventionsrecht wird diese Regel ebenfalls verfochten.
Schindler vertritt die Ansicht, dass in der Regel im Gesetz, in der
Vollziehungsverordnung oder in einem Kreisschreiben der jährliche Zeitpunkt
festgelegt werde, bis zu welchem der Gesuchsteller das Subventionsgesuch
einzureichen und den Nachweis der erfüllten Voraussetzungen zu erbringen
habe. Werde dieser Termin verpasst, so sei der Anspruch auf die Subvention

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verwirkt. Eine Geltendmachung von Beitragsforderungen aus früheren Jahren
komme in der Regel der Ordnung wegen - aus administrativen Gründen
müssten Voranschlag und Staatsrechnung auf einen bestimmten Zeitpunkt
fertiggestellt sein - nicht in Frage (Dietrich Schindler, Die Bundessubvention als
Rechtsproblem, Diss. Zürich 1951, S. 242 f.).

Matti stellte fest, der Bund suche nicht nach zu Subventionierenden; er warte,
bis diese an ihn gelangen, das heisst ein Gesuch um Subventionierung stellen,
was der im Subventionswesen vorherrschenden Rechtslage entspreche (Alfred
Matti, Die

Bundessubvention als Rechtsinstitut des schweizerischen Bundesrechts, Diss.
Zürich 1929, S. 129).

Angesichts der in wesentlichen Punkten vergleichbaren Situation, namentlich
dessen, dass die Zusatzverbilligung ähnlich wie die Ergänzungsleistungen
nichtrückzahlbare Leistungen des Bundes darstellen, welche ohne
Gegenleistungen des Empfängers erbracht werden, rechtfertigt sich ein
Analogieschluss.

Die vom Beschwerdeführer geforderten Zusatzverbilligungsleistungen sind
somit - entgegen seiner Ansicht - nicht rückwirkend auszubezahlen. Vielmehr
erweist sich die Praxis des Bundesamtes, die Leistungen ab Beginn jenes
Semesters zu gewähren, in dem die Unterlagen eingereicht worden sind,
als gesetzmässig. Im übrigen sind die hier geltend gemachten Ansprüche
verwirkt.

(...)

(Die Rekurskommission EVD weist die Beschwerde ab)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 62.66 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 25.

Juli 1997 in Sachen H. gegen Bundesamt für Wohnungswesen; 96/CC-003

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1998
Année

Anno

Band 62
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Ref. No 150 003 992

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 25. Juli 1997 in Sachen H. gegen Bundesamt für Wohnungswesen; 96/CC-003
	Aus dem Sachverhalt:
	Aus den Erwägungen: