# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10419839-26a9-5d1a-96a0-2e89d23b203c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.10.2014 IV 2012/263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-263_2014-10-28.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/263

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 28.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2014
Art. 28 IVG. Teilweise Gutheissung der Beschwerde. Aufgrund der hohen 
Anforderungen des Berufes eines Oberstufenlehrers an die psychische 
Belastbarkeit, die Konzentration, die geistige Flexibilität, die Ausdauer, die 
psychische Belastbarkeit und die sozialen Kompetenzen begründet 
vorliegend bereits eine leichte depressive Störung eine Arbeitsunfähigkeit im 
angestammten Beruf. Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin 
zur Prüfung und Durchführung beruflicher Massnahmen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28.10.2014, IV 2012/263).

Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 28. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und Beratung GmbH, 

Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, wurde am 22. Januar 2009 von seiner Krankentaggeldversicherung zur 

Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen gemeldet (IV-act. 1). Beim 

Früherfassungsgespräch am 2. Februar 2009 (IV-act. 3) gab der Versicherte an, dass er 

seit Anfang Januar 2009 arbeitsunfähig sei. Im Vordergrund stehe eine Depression. Er 

sei aber überzeugt, dass er die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit in absehbarer 

Zeit überwinden könne. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 3. Februar 2009 mit, 

dass zurzeit keine formale IV-Anmeldung nötig sei (IV-act. 4).

A.b  Am 23. September 2009 meldete sich der Versicherte dann selbst zum Bezug von 

IV-Leistungen an (IV-act. 11). Er gab an, unter den folgenden gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen zu leiden: Schmerzen und Empfindungsstörungen im rechten Fuss 

(Unfall im Jahr 1999), Dickdarmoperation (2003), Depression und Burnout (2008). Vom 

1. Januar 2009 bis am 9. August 2009 sei er zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit 

dem 10. August 2009 sei er bis auf Weiteres zu 50 % arbeitsunfähig.

A.c  Die Schule B.___ berichtete am 23. Oktober 2009, dass sie den Versicherten seit 

1978 als Reallehrer beschäftige. Seit dem 1. August 2005 arbeite er in einem 80 %-

Pensum. Von Januar bis Juli 2009 habe er pro Monat Fr. 8'976.75 verdient (zzgl. 

13. Monatslohn). Seit dem 1. August 2009 betrage sein Jahreslohn Fr. 113'279.-- (ohne 

Klassenlehrerzulage). Der Versicherte sei vom 4. Januar 2009 bis am 9. August 2009 zu 

100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 19. August 2009 sei er bis auf Weiteres zu 

40 % arbeitsunfähig (Fragebogen für Arbeitgebende; IV-act. 28).

A.d  Der Hausarzt Dr. med. D.___, FMH Allgemeine Medizin, berichtete am 2. No­

vember 2009 (IV-act. 31), dass eine rezidivierende mittelgradige depressive Episode 

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mit somatischem Syndrom und der Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinflussten. Keine Auswirkungen auf seine 

Arbeitsfähigkeit habe der Senkfuss (rechts mehr als links) mit Varisation Calcaneus, 

beginnendem Hallux und Spreizfuss. Der Versicherte leide unter Zerfahrenheit, 

Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Die 

Tätigkeit als Lehrer sei ihm allenfalls noch in einem reduzierten Pensum zumutbar. Seit 

dem 10. August 2009 sei er zu 50 % arbeitsfähig.

A.e  Gemäss dem Bericht der Klinik E.___ vom 8. Mai 2009 (IV-act. 36) hatte der Ver­

sicherte vom 16. März bis 24. April 2009 einen ambulanten Rehabilitationsaufenthalt 

absolviert. Dr. med. E.___, FA Psychiatrie und Psychotherapie, hatte eine An­

passungsstörung mit Angst und Depression gemischt im Rahmen eines Burnout-

Syndroms diagnostiziert. Der Versicherte sei als Reallehrer seit Monaten massiv über­

fordert gewesen und habe unter einem depressiven Morgentief, fehlendem Antrieb und 

Motivation, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, innerer Unruhe, Aufgewühltheit, 

innerem Zittern, massiven Schlafstörungen, fehlender Erholung und Lebensfreude, 

Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, Grübeln, Selbstkritik mit mangelndem 

Selbstwertgefühl, Appetitlosigkeit, sozialem Rückzug und Schamgefühlen gelitten. 

Nach zusammenfassend positivem Behandlungsverlauf habe der Versicherte am 24. 

April 2009 aus der Rehabilitationsbehandlung entlassen werden können. Aktuell nehme 

er ein Antidepressivum ein. Der Versicherte sei bis 3. Juli 2009 zu 100 % arbeitsunfähig 

gewesen. Nach den Schulferien sollte er in seinem 80 %-Pensum zu 100 % 

arbeitsfähig sein.

A.f   Dr. D.___ attestierte dem Versicherten am 23. November 2009 weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % (IV-act. 41 S. 8). Am 29. Dezember 2009 verfügte das 

Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen, dass das Dienstverhältnis zwischen dem 

Versicherten und der Schule B.___ aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 

2009 zu 40 % aufgelöst werde (IV-act. 41 S. 1 f.). Am 12. Januar 2010 teilte die IV-

Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 38).

A.g  Der Versicherte wurde am 25. März 2010 vom RAD-Arzt Dr. med. G.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht (IV-act. 52 und 54). Es sollte geklärt 

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werden, ob beim Versicherten eine Alkoholproblematik vorliege, nachdem dieser der 

Aufbietung durch den Hausarzt zur Blutabnahme nicht nachgekommen war. Der 

Versicherte gab anlässlich der Untersuchung an, dass er jeweils morgens von Montag 

bis Freitag unterrichte (50 %). Nachmittags sei er müde und lege sich zwei bis drei 

Stunden hin. Das frühere Pensum traue er sich nicht mehr zu. Dr. G.___ befand, dass 

vom Aspekt her keine Zeichen für aktiven Substanzgebrauch (Alkohol) bestünden. Als 

Diagnosen gab Dr. G.___ eine depressive Episode, derzeit leichte Ausprägung, sowie 

eine abgeklungene Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (Geldverluste infolge 

der Wirtschafts- und Finanzkrise zu Jahresbeginn 2009) an. Von der körperlichen 

Verfassung her lägen auf den ersten Blick keine Leistungseinschränkungen vor. Die 

perforierenden Dickdarmdivertikel mit Dickdarmteilresektion hätten keine 

invalidisierenden Folgen hinterlassen. Die Depression schränke die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten in der Tätigkeit als Reallehrer zu 20 bis allenfalls 30 % ein, da diese 

Tätigkeit eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit, Konzentrationsbelastbarkeit wie auch 

Aufmerksamkeit voraussetze. Der Gesundheitszustand sei noch nicht ganz stabil. Nach 

Rücksprache mit der IV-Stelle erklärte der RAD, dass der Versicherte bei voller 

Leistung zu 80 % arbeitsfähig sei bzw. dass bei einem Arbeitspensum von 100 % eine 

Leistungsverminderung von 20 % bestehe (IV-act. 55).

A.h  Im August/September 2010 reichte die Psychiatrische Klinik H.___ den 

einverlangten Austrittsbericht vom 13. Januar 2009 ein (IV-act. 58 und 61). Gemäss 

diesem Bericht war der Versicherte wegen einer depressiven Episode mit latenten 

Suizidgedanken vom 5. bis am 13. Januar 2009 in der Psychiatrischen Klinik H.___ 

hospitalisiert gewesen (IV-act. 61). Die behandelnden Ärzte hatten die folgenden 

Diagnosen angegeben: Rezidivierende mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom und Verdacht auf ein Alkoholabhängigkeitssyndrom. Am 13. 

Januar 2009 habe der Versicherte in gebessertem Zustand in die weitere hausärztliche 

Betreuung entlassen werden können. Beim Austritt seien die Auffassung und die 

Konzentration noch leicht beeinträchtigt gewesen und er habe mittelgradige 

Gedächtnisstörungen gehabt. Im Affekt habe er nach unten ausgelenkt gewirkt, sei 

affektarm, affektstarr und leicht ratlos gewesen. Sein Antrieb sei noch leicht vermindert 

gewesen.

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A.i   Am 29. Oktober 2010 fand ein Gespräch zwischen der Eingliederungsverantwort­

lichen und dem Versicherten statt (IV-act. 65). Dieser gab an, dass ihn die ganze 

Situation mit dem Darm etc. "so müde mache" und er viele Male am Tag auf die 

Toilette gehen müsse. Er habe ein Burnout gehabt, weil ihm einfach alles ‒ die Schüler, 

der ganze Stress ‒ zu viel geworden sei. Er könne sich nicht mehr vorstellen, mehr als 

50 % zu arbeiten und beanspruche deshalb eine halbe IV-Rente. Er wolle keine 

Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung, sondern nur eine Rentenprüfung. Am 27. 

Januar 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung 

abgeschlossen werde, da berufliche Massnahmen nicht erfolgsversprechend seien (IV-

act. 69).

A.j   Dr. G.___ vom RAD erklärte am 2. März 2011 (IV-act. 71), dass der Versicherte als 

Lehrer von Januar bis August 2009 zu 100 %, ab August 2009 bis am 25. März 2010 

(RAD-Untersuchung) zu 50 % und ab dann zu 20 % arbeitsunfähig gewesen sei.

A.k  Am 10. Mai 2011 berichtete Dr. D.___, dass sich der Gesundheitszustand des 

Versicherten verschlechtert habe (IV-act. 74). Seit dem 25. März 2011 sei er wegen 

psychischer Überforderung mit deutlich somatischen Beschwerden (Schlaflosigkeit, 

Zittern) zu 100 % arbeitsunfähig. Die Tätigkeit als C.___ wie auch andere Tätigkeiten 

seien ihm nicht mehr zumutbar. Dr. med. I.___, Chefarzt der Klinik E.___, berichtete am 

30. Mai 2011 (IV-act. 75), dass der Gesundheitszustand stationär sei. Unter 

Weiterführung der therapeutischen Massnahmen sei mit der intermittierenden Stabili­

sierung des psychischen Zustandes auf niedrigem Niveau zu rechnen. Der Versicherte 

leide unter einer reduzierten Konzentrationsfähigkeit, einer ausgeprägten reduzierten 

Belastbarkeit, einer reduzierten Ausdauer und Antriebsstörungen. Die bisherige 

Tätigkeit als Reallehrer wie auch andere Tätigkeiten seien ihm nicht mehr zumutbar. Dr. 

D.___ attestierte dem Versicherten am 8. August 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 

% vom 8. August 2011 bis am 30. September 2011 (IV-act. 83 S. 39).

A.l   Am 9. September 2011 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr. 

med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet (IV-act. 83). Der 

Versicherte gab an, dass ihm der Mumps mit Hodenentzündung im Alter von 20 Jahren 

sehr zugesetzt habe. Dies habe sicherlich seine depressive Verstimmung ausgelöst. 

Vor vier Jahren habe es damit begonnen, dass er bei den Eröffnungsfeiern des neuen 

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Schuljahres Schweissausbrüche gehabt habe. Er sei jeweils sehr nervös gewesen. Es 

sei vermutlich die Angst vor dem Ungewissen und Neuen und die Angst, die 

Erwartungen nicht erfüllen zu können, gewesen. Er sei überfordert gewesen. Nach der 

stationären Behandlung in der Klinik H.___ sei er nur dreimal im Ambulatorium in K.___ 

zum Gespräch gewesen, da er gemerkt habe, dass es nicht reiche. Nach dem 

Aufenthalt in der Klinik E.___ sei es im März 2011 mit dem Unterricht wieder 

einigermassen gegangen. Zuletzt habe er eine Kleinklasse unterrichtet, was zu Beginn 

angenehm gewesen sei. Aber mit der Zeit seien die Schüler immer frecher geworden. 

Er habe Mühe gehabt, sich durchzusetzen. Die Schüler von heute seien nicht mehr 

vergleichbar mit früher. Der Schulleiter habe ihn bei einem Schulbesuch in diesem Jahr 

gefragt, ob die Schüler ihn überhaupt ernst nähmen. Er habe den Eindruck gehabt, 

dass der Schulleiter mit seinem Unterricht nicht zufrieden gewesen sei. Da er sowieso 

schon angeschlagen gewesen sei, habe ihm dies "total den Bogen gegeben". Er habe 

vielleicht im Unterricht zu wenig Neues eingebracht, sei im gleichen Trott verharrt und 

zu wenig mit den Veränderungen mitgegangen. Auch habe er etwas Mühe mit dem 

Computer gehabt; er sei viel zu spät eingestiegen. Die Schüler hätten dies natürlich 

auch gemerkt. Das Ohnmachtsgefühl sei immer stärker geworden. Im März habe er 

wieder Schlafstörungen und Schweissausbrüche gehabt, er habe keine Motivation 

gehabt, Schule zu geben, und er habe gewisse Ängste gehabt. Die Schüler hätten 

gemerkt, dass es ihm nicht gut gegangen sei, und dies ausgenutzt. Seit März 2011 

gehe es ihm schon etwas besser, da der Stress der Schule weggefallen sei. In der 

Klinik sei er seither nicht mehr gewesen. Im Moment sei er unruhig, habe 

Schwankungen. Er denke, dass er nicht mehr werde unterrichten können. Er wüsste 

nicht, was es anderes für ihn geben könnte. Er sei im 58. Lebensjahr, könne nicht 

mehr, sei schnell ermüdbar. Wenn er wieder Schule geben würde, hätte er wieder die 

gleichen Probleme. Die Gründe dafür seien fehlendes Durchsetzungsvermögen, 

fehlende Sachkompetenz und fehlende innere Ruhe. Er habe Ängste, die Erwartungen 

‒ auch der Eltern der Schüler ‒ nicht erfüllen zu können. Dr. J.___ befand, dass die 

depressive Symptomatik nur leicht sei, so dass allerhöchstens die Diagnose einer 

leichten depressiven Episode gerechtfertigt sei. Die aktuell leichte depressive Episode 

begründe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von höchstens 30 % bei jeder in 

Frage kommenden Tätigkeit. Es sei davon auszugehen, dass seit dem Austritt aus der 

Klinik H.___ durchgehend eine diskrete bis leichte depressive Verstimmung bestanden 

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habe. Die Weiterführung der therapeutischen Massnahmen sei sinnvoll, werde sich 

aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr positiv auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirken. Es sei offensichtlich, dass es dem Versicherten ‒ wohl in erster Linie 

aufgrund seines Alters ‒ schwergefallen sei, sich den gesellschaftlichen Umwälzungen 

anzupassen. Dadurch seien zunehmend Probleme mit den Schülern aufgetreten. In der 

Folge sei er an einem Burnout erkrankt. Diese reaktive depressive Verstimmung sei 

Folge und nicht Ursache seiner zunehmenden Schwierigkeiten bei der Tätigkeit als 

Lehrer. Nun, da er nicht mehr unterrichte, gehe es ihm auch gut. Aktuell könne keine 

psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt 

werden. Es sehe danach aus, dass hier von den behandelnden Ärzten ein primär nicht 

medizinisches Problem medizinialisiert worden sei. Der Versicherte selber begründe 

seine Arbeitsunfähigkeit als Lehrer nicht in erster Linie mit medizinischen Gründen, 

sondern eher mit psychosozialen Faktoren; diese vermöchten jedoch keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Die Klinik H.___ habe die Diagnose 

einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt. Die Anamnese spreche nicht 

wirklich für eine solche Diagnose. Es erstaune auch, dass eine eindeutige 

Entzugssymptomatik beschrieben worden sei, man aber nur den Verdacht auf ein 

Alkoholabhängigkeitssyndrom geäussert habe. Die Diagnose der Klinik E.___ 

(Anpassungsstörung) sei gerechtfertigt gewesen. Nicht ganz nachvollziehbar sei, 

weshalb mit dieser Diagnose und der beschriebenen deutlichen Verbesserung des 

Zustandes eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis weit über das Ende des 

Rehabilitationsaufenthaltes hinaus attestiert worden sei. Vor allem die Wendung "nach 

den Schulferien sollte eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bei einem 80 %-Pensum als 

Reallehrer möglich sein" deute darauf hin, dass diese attestierte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit nicht wirklich medizinisch-theoretisch begründet sei. Es sei unklar, 

weshalb der Versicherte in der Folge nur zu 50 % als Lehrer gearbeitet habe respektive 

weshalb ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden sei. Auch die von Dr. 

D.___ am 10. Mai 2011 attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit sei nicht 

nachvollziehbar. Es sei nicht klar, wie die genannten Symptome (Schlaflosigkeit, 

Zittern) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % begründen könnten. Die Situation sei durch 

den Verlaufsbericht von Dr. I.___ nicht wirklich klarer geworden. Wäre der 

Gesundheitszustand seit der ambulanten Rehabilitation tatsächlich stabil gewesen, 

liesse sich damit kaum eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 100 % begründen. 

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Hinzu komme, dass Dr. I.___ damals selber nicht wirklich von einer anhaltenden 

Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei, habe er doch eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nur bis Ende der Sommerferien attestiert. 

Medizinisch-theoretisch seien diese widersprüchlichen Einschätzungen nicht 

nachvollziehbar.

A.m RAD-Arzt Dr. L.___ erklärte am 10. Oktober 2011 (IV-act. 84), dass auf die 

psychiatrische Begutachtung mit einer Ausnahme vollständig abgestellt werden könne: 

Die Begründung der Arbeitsunfähigkeit von 30 % als Lehrer sei 

versicherungsmedizinisch nicht korrekt. Auf den Seiten 33 f. des Gutachtens habe Dr. 

J.___ ausgeführt, dass ein psychosoziales Problem für das depressive Leiden 

ursächlich sei. IV-rechtlich sei es jedoch so, dass sobald eine psychiatrische Diagnose 

nach ICD gestellt werden könne, die Ursache für dieses Leiden irrelevant sei. Der 

Versicherte sei folglich seit dem 25. März 2011 als Lehrer zu 100 % arbeitsunfähig. In 

einer adaptierten Tätigkeit sei er seit Mai 2011, sicher aber seit der Begutachtung im 

September 2011, für Tätigkeiten ohne direkte Lehrtätigkeit mit Schülern und 

Jugendlichen zu 30 % arbeitsunfähig.

B.    

B.a  Mit Vorbescheid vom 2. März 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 89). Zur Begründung führte 

sie an, dass es dem Versicherten aus medizinischer Sicht noch zumutbar sei, seine 

Tätigkeit als Reallehrer zu 70 % auszuüben. Es seien hauptsächlich psychosoziale 

Faktoren für die leichte depressive Episode verantwortlich (z.B. spätes Einsteigen in die 

PC-Arbeit, zu wenig mit Veränderungen mitgegangen, fehlendes 

Durchsetzungsvermögen). Psychosoziale Faktoren seien IV-rechtlich aber nicht 

relevant und eine leichte depressive Verstimmung stelle kein schweres psychisches 

Leiden dar, welches eine Invalidität begründen könnte.

B.b  Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 24. April 2012 einen Einwand 

erheben (IV-act. 92 S. 1-14). Zur Begründung brachte sein Rechtsvertreter 

zusammengefasst folgendes vor: Neben der Depression schränkten die Fussverletzung 

(kein Turnunterricht, kein längeres Stehen während dem Unterricht, keine grösseren 

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Wanderungen während Schulreisen) und die Darmproblematik den Versicherten 

zusätzlich in seiner Tätigkeit als Lehrer ein. Seit der Dickdarmoperation müsse der 

Versicherte mindestens 5 bis 8 Mal wegen Stuhlgang die Toilette aufsuchen. Unter 

Stress leide er unter permanentem Durchfall. Dies führe zu entsprechender Ermüdung, 

weshalb er sein Pensum als Reallehrer auf 80 % reduziert habe. Die häufigen 

Toilettengänge während des Schulunterrichts hätten seine Autorität gegenüber den 

Schülern untergraben. Unter Berücksichtigung aller Einschränkungen erscheine jede 

Tätigkeit als unmöglich. Der Versicherte habe im Jahr 2009 ein Jahreseinkommen von 

Fr. 124'318.80 erzielt. Wenn wider Erwarten von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen werde, müsse berücksichtigt werden, dass 

ein Lehrer aufgrund der spezialisierten Ausbildung generell in anderen Tätigkeiten nur 

eine Hilfsarbeiterfunktion übernehmen könnte. Weiter verfüge der Versicherte nur über 

sehr einfache Computerkenntnisse. Da er in einer adaptierten Tätigkeit wegen der 

häufigen Toilettengänge sowie der Fussverletzung immer wieder umfangreiche Pausen 

einlegen müsse, sei ein Leidensabzug von 25 % vorzunehmen. Für die Bemessung des 

Invalideneinkommens sei auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 

(LSE) abzustellen. Demnach betrage das Jahreseinkommen eines Hilfsarbeiters Fr. 

59'979.--. Aufgrund des Leidensabzugs von 25 % betrage das Jahreseinkommen noch 

Fr. 45'000.--. Gehe man von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus, betrage das 

Invalideneinkommen Fr. 22'500.--. Das Valideneinkommen betrage Fr. 155'000.-- (Fr. 

124'318.-- = 80 %). Der IV-Grad betrage somit 85.5 %, was einer vollen Rente (richtig: 

ganzen Rente) entspreche. Dr. J.___ habe in seinem Gutachten keinerlei Bezug auf das 

Anforderungsprofil eines Realschullehrers genommen. Ebenfalls sei falsch, dass die 

reaktive depressive Stimmung Folge des fehlenden Durchsetzungsvermögens und der 

allgemeinen Veränderungen im Lehrberuf sei. Sofern ein Lehrer gesund sei, lasse sich 

als C.___ eine Schulklasse ohne Weiteres ohne eingehende PC-Kenntnisse führen. 

Sodann sei der Versicherte mit dem Verdacht auf Alkoholabusus zu Unrecht belastet 

worden; er habe nie die Durchführung einer Urin- oder Blutprobe verweigert. Dr. J.___ 

habe sich zum Autoritätsverlust aufgrund der rund fünfmaligen Toilettengänge am 

Morgen nicht geäussert. Dem Einwand legte der Rechtsvertreter diverse Dokumente 

bei (IV-act. 92 S. 15 ff.). Gemäss einem Schreiben des Amtes für Volksschule vom 26. 

März 2012 hatte das Amt für Volksschule beabsichtigt, das Dienstverhältnis aus 

gesundheitlichen Gründen per 24. März 2012 aufzulösen (IV-act. 92 S. 19). Am 19. April 

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2012 berichtete Dr. med. M.___, Facharzt Orthopädie, dass der Versicherte an einem 

Zustand nach Valgusstressverletzung des Rückfusses 1998 mit möglicher Läsion der 

Tibialis posticus-Sehne, einem Hallux valgus und beginnender Hallux rigidus rechts, 

einer Spreizfussproblematik mit Überlänge des zweiten und dritten Metatarsale und 

Balance-Störung der Zehen II und III leide (IV-act. 92 S. 20 f.). Aufgrund der relativ 

kurzen Frist sei eine weitere Abklärung des Rückfusses über eine MRI-Untersuchung 

nicht möglich gewesen. Der Versicherte sei möglicherweise aufgrund einer Verletzung 

der Tibialis posticus-Sehne in seiner Tätigkeit als Reallehrer eingeschränkt. Wäre die 

Tibialis posticus-Sehne verletzt, wäre er im Turnen/Sport allgemein und im allgemeinen 

Unterricht bei längerem Stehen eingeschränkt. Es wäre eine Rekonstruktion, eventuell 

eine Verstärkungsplastik der Sehne zu empfehlen. Auch die Vorfussveränderung 

könnte operativ korrigiert werden. Der Schulleiter der Schule B.___ berichtete am 18. 

April 2012 (IV-act. 92 S. 22), dass der Versicherte während seiner 50 %-Tätigkeit die 

Aufgaben eines Lehrers an der Oberstufe nicht mehr zu seiner und ihrer Zufriedenheit 

habe erfüllen können. Er habe sich bei seinen Schülern immer weniger durchsetzen 

können und sei von ihnen nicht mehr ernst genommen worden. Ideen für neue Impulse 

und Projekte hätten in den letzten Jahren fast vollständig gefehlt. Die Regeln, an die 

sich seine Schüler zu halten gehabt hätten, habe er selber nicht mehr einhalten können. 

So habe er mehrmals während des Unterrichts die Toilette aufsuchen müssen, was bei 

den Schülern für allgemeine Erheiterung und respektlose Äusserungen gesorgt habe. 

Im Interesse aller Beteiligten könne er daher einen Einsatz des Versicherten als Lehrer 

an der Oberstufe nicht mehr befürworten. Dr. med. O.___, Facharzt für 

Gastroenterologie und innere Medizin, berichtete am 4. April 2012 (IV-act. 92 S. 27 ff.), 

dass der Versicherte an einem Diarrhoe-dominanten Reizdarmsyndrom und einem 

Status nach anteriorer Sigmaresektion 2003 bei Divertikulitis leide. Endoskopisch habe 

sich keine Ätiologie im unteren Intestinaltrakt gefunden. Histologisch hätten sich weder 

für eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung noch für eine mikroskopische Kolitis 

Anhaltspunkte ergeben. Somit liege eine funktionelle Störung im Sinne eines 

Reizdarmsyndroms vor. Aus rein gastroenterologischer Sicht sollte bei einem freien 

Zugang zu einer Toilette keine Reduktion der Arbeitsfähigkeit bestehen. In seinem 

angestammten Beruf als Lehrer dürfte dies während der Unterrichtstätigkeit aber kaum 

zu realisieren sein. Es müsse von einer maximalen Arbeitsunfähigkeit von 50 % als 

Lehrer unter einer ausgebauten medikamentösen Therapie ausgegangen werden. 

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Gemäss einem Arztzeugnis von Dr. D.___ war der Versicherte vom 25. März 2011 bis 

am 30. April 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 92 S. 34). Dr. I.___ 

berichtete am 19. April 2012 (IV-act. 92 S. 35 f.), dass der Versicherte zurzeit an einer 

mittelgradigen depressiven Störung leide. Er habe ihm bereits bei leichter depressiven 

Symptomatik eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % als Lehrer attestiert, da die 

Lehrtätigkeit mit höchsten Anforderungen an die Konzentration, Ausdauer, psychische 

Belastbarkeit, geistige Flexibilität und sozialen Kompetenzen verbunden sei. Der 

Versicherte leide depressiv bedingt unter anhaltend reduzierter psychischer 

Belastbarkeit, reduzierter Ausdauer, Konzentrationsabfällen und reduzierter geistiger 

Flexibilität in Drucksituationen. Es könne eine Stabilisierung auf mittlerem Niveau 

erwartet werden. Eine Rückkehr in den Lehrerberuf sei dem Versicherten auch 

aufgrund der vorprogrammierten Verstärkung der depressiven Symptomatik nicht mehr 

zumutbar. Auch sei ein depressiver Lehrer den Schülern nicht zumutbar. Für 

behinderungsangepasste Tätigkeiten bzw. Tätigkeiten ohne sehr hohe Anforderungen 

an die Konzentration, die geistige Flexibilität, die Ausdauer und die sozialen 

Kompetenzen könne dem Versicherten auch aus seiner Sicht eine Arbeitsunfähigkeit 

von 30 % attestiert werden.

B.c  Mit Verfügung vom 1. Juni 2012 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass 

sein Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen abgewiesen werde 

(IV-act. 98). Zum Einwand hielt sie fest, dass der Auslöser der psychischen Störung 

nichts an der Tatsache ändere, dass die diagnostizierte leichte depressive Störung 

keine Invalidität begründe.

C.    

C.a  Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

9. Juli 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Er beantragte die Aufhebung der 

Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab dem 28. September 2009. 

Weiter habe die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) den Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt; das vorliegende Verfahren sei deshalb vorab im Rahmen 

eines einfachen Schriftenwechsels auf die Frage der Gehörsverletzung zu beschränken. 

Eventualiter beantragte der Rechtsvertreter die Erstellung eines unabhängigen inter-/

polydisziplinären Gutachtens; subeventualiter sei die Streitsache zwecks Klärung des 

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Umfanges der Erwerbsunfähigkeit sowie zwecks Durchführung weiterer medizinischer 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Neben den bereits im 

Vorbescheidverfahren angebrachten Gründen machte der Rechtsvertreter geltend, 

dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt habe, indem 

sie trotz der Fussverletzung und der Darmproblematik nur ein psychiatrisches 

Gutachten in Auftrag gegeben habe. Sollten die Einschätzungen der Spezialärzte Dr. 

O.___ und Dr. M.___ nicht wider Erwarten 1:1 übernommen werden, müsse daher ein 

inter- bzw. polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben werden. Die 

Beschwerdegegnerin gehe von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in der angestammten 

Tätigkeit als Lehrer aus, obwohl der RAD am 10. Oktober 2011 erklärt habe, dass der 

Beschwerdeführer als Lehrer vollständig arbeitsunfähig sei. Obwohl die 

Beschwerdegegnerin in einer adaptierten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 

% ausgegangen sei, habe sie keinen Einkommensvergleich vorgenommen. Die 

Beschwerdegegnerin habe sich mit den im Vorbescheidverfahren neu eingereichten 

medizinischen Berichten nicht auseinandergesetzt. Es liege somit eine 

Rechtsverweigerung und ein Verstoss gegen Art. 6 EMRK (Recht auf ein faires 

Verfahren) vor. Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin in der 

Verfügungsbegründung in keiner Weise auf die umfangreichen Ausführungen im 

Einwand eingegangen: Sie habe sich insbesondere nicht mit der Argumentation des 

Beschwerdeführers, dass ein Einkommensvergleich vorgenommen werden müsse, und 

mit dem geltend gemachten maximalen Leidensabzug auseinandergesetzt. Auch zu 

den eingereichten Arztberichten und zum Einwand, dass der Beschwerdeführer allein 

schon aus psychiatrischer Sicht bereits voll erwerbsunfähig sei, habe sie nicht Stellung 

genommen. Mit dieser Vorgehensweise habe sie den Anspruch auf rechtliches Gehör 

krass verletzt. Der Rechtsvertreter verwies zudem auf den Bericht des behandelnden 

Arztes Dr. med. P.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. Juli 2012 (act. 

G 1.1/5). Dr. P.___ hatte berichtet, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 11. Januar 

2012 bei ihm in seiner Spezialsprechstunde für Psychopharmakotherapie befinde und 

mit Trazodon retard 150 mg/d (= Trittico®) behandelt werde. Unter dieser Therapie sei 

es zu einer diskreten Verbesserung der depressiven Stimmung gekommen, allerdings 

persistierten die kognitiven Dysfunktionen. Der Beschwerdeführer leide unter einer 

massiven Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung. Die kognitiven Störungen 

seien mit grosser Wahrscheinlichkeit im Sinne einer Pseudodemenz als depressive 

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Symptome zu werten. Zusätzlich bestehe ein nicht unerheblicher Mangel an Belast­

barkeit und Anpassungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer zeige eine extreme 

Gehemmtheit, Unsicherheit und emotionale Labilität. Aufgrund des ängstlichen 

depressiven Syndroms, der kognitiven Störungen, der ängstlichen (vermeidenden) 

Persönlichkeitszüge sowie des rezidivierenden, chronischen Verlaufs der depressiven 

Störung sei kurz- bis mittelfristig nicht von einer auch nur teilweisen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen.

C.b  Die Verfahrensleitung ignorierte den Antrag des Rechtsvertreters, das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sei vorab im Rahmen eines einfachen Schriftenwechsels auf die 

Frage der Gehörsverletzung zu beschränken; sie forderte die Beschwerdegegnerin 

direkt auf, die Beschwerdeantwort einzureichen (vgl. act. G 3).

C.c  In der Beschwerdeantwort vom 24. August 2012 (act. G 4) erklärte die 

Beschwerdegegnerin, je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im 

Einzelfall in den Vordergrund träten und das Beschwerdebild mitbestimmten, desto 

ausgeprägter müsse eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 

Krankheitswert vorhanden sein (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a). Insofern seien die 

Ausführungen des RAD-Arztes Dr. L.___ in seiner Stellungnahme vom 10. Oktober 

2011 nicht korrekt. Der Beschwerdeführer sei spät in die Arbeit mit dem PC 

eingestiegen, immer im gleichen Trott verharrt, es fehle ihm die nötige Sachkompetenz, 

es mangle ihm an Durchsetzungsvermögen und er sei zu wenig mit den Veränderungen 

mitgegangen. Dies seien allesamt IV-fremde psychosoziale Faktoren, die im Hinblick 

auf die Berentung ausser Acht zu lassen seien. Wähle jemand den falschen Beruf oder 

bilde sich jemand nicht standesgemäss weiter, so habe nicht die IV für diesen 

Fehlentscheid oder diese Unterlassung aufzukommen. Sodann stelle eine leichte 

depressive Episode kein schweres Leiden dar, welches eine Invalidität im Rechtssinne 

zu begründen vermöchte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2010, 

9C_1040/2010). Es sei daher die Ansicht von Dr. J.___, der Beschwerdeführer sei in 

jeglicher Tätigkeit gleichermassen eingeschränkt, zu teilen. Aus IV-rechtlicher Sicht sei 

entgegen den Ausführungen von Dr. J.___ von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen. In einem gewissen Sinne bestätige Dr. J.___ die IV-rechtliche Sicht auf S. 

33 des Gutachtens, wo er erklärt habe, dass die reaktive depressive Verstimmung 

Folge und nicht Ursache der zunehmenden Schwierigkeiten des Beschwerdeführers 

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bei seiner Lehrtätigkeit sei. Nun, da er nicht mehr unterrichte, gehe es ihm auch gut. Es 

könne keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr 

gestellt werden. Diese Ausführung stelle einen gewissen Widerspruch zu seiner 

abschliessenden Arbeitsfähigkeitsschätzung dar. Daraus könne nur geschlossen 

werden, dass selbst der Gutachter IV-fremde Aspekte in seiner 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt habe. Selbst bei einer mittelgradigen 

Depression käme man nicht zu einem anderen Schluss. Das erwähnte 

Reizdarmsyndrom habe keinen Krankheitswert. Gemäss Dr. O.___ bestehe bei einem 

freien Zugang zu einer Toilette keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dies müsse 

entgegen seiner Ansicht auch ‒ oder gar erst recht ‒ für Lehrer gelten, da diese 

mehrheitlich nach jeder Lektion Pausen einlegen oder gar das Schulzimmer für einen 

Moment verlassen könnten, während die Schüler mit Selbststudium oder 

Gruppenarbeiten beschäftigt würden. Autorität gewinne man im Schulzimmer nicht nur 

durch physische Präsenz. Die mangelnde Autorität sei nicht durch das 

Reizdarmsyndrom, sondern durch seine eigene Person bedingt und somit IV-fremd. 

Insofern hätten die neu eingereichten Berichte auch nicht dem RAD zur Stellungnahme 

unterbreitet werden müssen, da keine neuen medizinischen Aspekte mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit eingereicht worden seien. Aus diesem Grund sei auch kein inter-/

polydisziplinäres Gutachten anzuordnen. Im Übrigen seien Dr. L.___ als 

Allgemeinmediziner sowohl die geltend gemachte Darm- als auch die Fussproblematik 

bewusst gewesen; diese seien an diversen Stellen thematisiert worden. Weitere 

Abklärungen habe er nicht für angezeigt erachtet. Selbst wenn man von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgehen würde, bestünde kein Anspruch auf eine Rente. 

Es sei hinlänglich bekannt, dass viele Lehrer aus ihrem erlernten Beruf ausstiegen, um 

sich einer anderen (kaufmännischen oder gar akademischen) Tätigkeit zu widmen. 

Üblicherweise werde ein gleich hohes oder höheres Salär erzielt, ansonsten der 

Wechsel wohl nicht lohnenswert wäre. Folglich müsse auch nicht über einen 

Leidensabzug und die Höhe der Vergleichseinkommen befunden werden. Die 

Beschwerde erweise sich als unbegründet und sei daher abzuweisen.

C.d  In der Replik vom 4. Oktober 2012 (act. G 7) machte der Rechtsvertreter geltend, 

dass Dr. L.___ seine Arbeitsfähigkeitsschätzung ohne das Wissen um die Darm- und 

Fussproblematik abgegeben habe. Ansonsten hätte er die Arbeitsunfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit höher angesetzt. Dem Beschwerdeführer werde vorgeworfen, 

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dass er spät in die Arbeit mit dem PC eingestiegen sei. Sofern dies überhaupt zutreffe, 

sei es im vorliegenden Fall völlig irrelevant, weil der er nicht in Informatik unterrichtet 

habe. Es treffe nicht zu, dass der Beschwerdeführer Dr. J.___ erklärt habe, er sei immer 

im gleichen Trott verharrt, es habe ihm die nötige Sachkompetenz gefehlt und er sei zu 

wenig mit Veränderungen mitgegangen. Der Beschwerdeführer habe keine falsche 

Berufswahl getroffen und habe sich immer ordnungsgemäss weitergebildet. Er werde 

weiterhin von verschiedenen Ärzten behandelt und therapiert. Es stimme daher nicht, 

dass es ihm wieder gut gehe, weil er nicht mehr unterrichte. Der mittelgradigen 

Depression lägen somit keine IV-fremden Aspekte zugrunde. Die Behauptung, dass die 

Autorität nicht nur durch physische Präsenz gewonnen werde, sei von rein 

akademischer Natur. Der Beschwerdeführer sei 37 Jahre als Lehrer tätig gewesen und 

habe somit grundsätzlich kein Autoritätsproblem gehabt. Die Autorität werde ‒ vor 

allem in der Realschule und in Kleinklassen (jugendliches Alter, Bildungsstand) ‒ auch 

durch die physische Präsenz gewonnen. Es werde bestritten, es sei hinlänglich 

bekannt, dass viele Lehrer aus ihrem erlernten Beruf ausstiegen und sich einer 

anderen, gleich gut oder besser bezahlten Tätigkeit widmeten. Dr. P.___ hatte am 3. 

Oktober 2012 (act. G 7.1/9) über den aktuellen Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers berichtet. Sodann lagen der Replik Atteste von Dr. D.___ bei (act. G 

7.1/10), gemäss welchen der Beschwerdeführer vom 1. Mai 2012 bis am 

30. September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen war.

C.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9).

C.f   Am 17. Juli 2013 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote über den Betrag von 

Fr. 5'054.40 (inklusiv Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 10). Dr. P.___ 

berichtete am 5. Dezember 2013 über die Entwicklung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers im Anschluss an den Bericht vom 3. Oktober 2012 (act. G 11.1.1). 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme zu diesem Bericht (vgl. 

act. G 12).

Erwägungen:

1.

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1.1  Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass die Beschwerdegegnerin die Be­

gründungspflicht und damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches 

Gehör verletzt habe. Zum einen habe sie sich nicht mit den zusammen mit dem 

Einwand eingereichten Berichten von Dr. M.___ und von Dr. O.___ auseinandergesetzt. 

Zum anderen sei die Beschwerdegegnerin in keiner Weise auf die umfangreichen 

Ausführungen im Einwand eingegangen, habe insbesondere keinen 

Einkommensvergleich vorgenommen und nicht zur fachärztlichen Einschätzung, dass 

der Beschwerdeführer allein schon aus psychiatrischer Sicht voll erwerbsunfähig sei, 

Stellung genommen.

1.2  Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll 

entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung soll die Begründungspflicht zum einen verhindern, dass sich die 

Verwaltungsbehörde von unsachlichen Motiven leiten lässt. Zum anderen soll sie es der 

betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht 

anzufechten. In der Entscheidbegründung müssen wenigstens kurz die Überlegungen 

genannt werden, von denen sich die Verwaltungsbehörde hat leiten lassen und auf 

welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich 

ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a, mit Hinweisen).

1.3  Der Verfügungsbegründung kann zwar indirekt entnommen werden, dass die Be­

schwerdegegnerin den im Einwand geltend gemachten somatischen Beschwerden 

keine invalidisierende Wirkung beigemessen hat. Aber die Beschwerdegegnerin hat 

darin nicht näher erläutert, weshalb die von Dr. M.___ und von Dr. O.___ attestierten 

Arbeitsunfähigkeiten sie nicht überzeugt haben. Dr. O.___ hat dem Beschwerdeführer 

in seiner angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Die 

Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund des Diarrhoe-dominanten Reizdarmsyndrom 

arbeitsunfähig ist, ist somit entscheidwesentlich: Würde auf das 

Arbeitsunfähigkeitsattest von Dr. O.___ abgestellt, hätte der Beschwerdeführer zu­

mindest Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen. Indem die 

Beschwerdegegnerin nicht begründet hat, weshalb auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

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von Dr. O.___ nicht abgestellt werden kann, hat sie ihre Begründungspflicht nach Art. 

49 Abs. 3 Satz 2 ATSG verletzt. Der Rechtsvertreter hat in der Beschwerdeschrift eine 

Verletzung der Begründungspflicht geltend gemacht und damit sinngemäss eine 

Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen verlangt. Sein Begehren, es sei vorab 

ein Schriftenwechsel zur Frage der Verletzung des rechtlichen Gehörs durchzuführen, 

hat die Verfahrensleitung ignoriert. Aus dem Umstand, dass der Rechtsvertreter in der 

Replik nicht mehr auf die geltend gemachte Verletzung der Begründungspflicht 

eingegangen ist, muss geschlossen werden, dass er an seinem Antrag, die Verfügung 

sei aus formellen Gründen aufzuheben, nicht mehr hat festhalten wollen. Dies bedeutet, 

dass das Gericht die Verletzung der Begründungspflicht ignorieren und in der Sache 

materiell entscheiden muss.

2.

2.1  Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung einen Anspruch 

des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint. Streitgegenstand des 

vorliegenden Verfahrens ist somit, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat oder nicht. Allerdings gilt im Leistungsbereich der 

Invalidenversicherung der Grundsatz "Eingliederung vor Rente". Dies bedeutet, dass 

eine Selbsteingliederung bzw. eine durch eine Sozialversicherung übernommene 

Eingliederung zu erfolgen hat, bevor eine Rente beansprucht werden kann (Ueli Kieser, 

ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 47 der Vorbemerkungen; Art. 28 Abs. 1 

lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Sollte das 

Gericht nachfolgend zur Überzeugung gelangen, dass der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten Tätigkeit als Lehrer teilweise oder vollständig arbeitsunfähig sei, wäre 

die Sache daher zur Abklärung bzw. Durchführung der beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver­

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 

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Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der 

Invaliditätsgrad grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

3.

3.1  In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere die Berichte des Hausarztes 

Dr. D.___ vom 2. November 2009 und vom 10. Mai 2011, die Austrittsberichte der 

Psychiatrischen Klinik H.___ und der Klinik E.___, der Abklärungsbericht des RAD-

Psychiaters Dr. G.___, die Berichte des Psychiaters Dr. I.___ (Chefarzt Klinik E.___) vom 

30. Mai 2011 und vom 19. April 2012, das Gutachten des Psychiaters Dr. J.___, der 

Bericht des Psychiaters Dr. P.___ vom 6. Juli 2012, der Bericht des Gastroenterologen 

Dr. O.___ sowie der Bericht des Orthopäden Dr. M.___ vor. Für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit ist auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt 

des Verfügungserlasses abzustellen. Die Verfügung datiert vom 1. Juni 2012. Die 

Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. P.___ vom 3. Oktober 2012 und vom 5. 

Dezember 2013 umschreiben den psychischen Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers nach Verfügungserlass und sind für die Beurteilung der Invalidität 

im vorliegenden Verfahren somit nicht relevant.

3.2  Die Psychiatrische Klinik H.___ hat im Januar 2009 einen Verdacht auf ein Alkohol­

abhängigkeitssyndrom diagnostiziert. Dr. G.___ hat bei der Untersuchung im März 

2010 jedoch keine Zeichen für einen aktiven Alkoholgebrauch finden können. Auch 

Dr. J.___ und die behandelnden Psychiater haben den Verdacht nicht bestätigen 

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können. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer nicht an einer Alkoholabhängigkeit leidet, die Einfluss auf seine 

Arbeitsfähigkeit hat.

3.3  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass die Be­

schwerdegegnerin gegen den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG 

verstossen hat, indem sie die geltend gemachten Fussbeschwerden nicht gutachterlich 

abgeklärt hat. Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Fussverletzung in seiner 

Tätigkeit als Lehrer eingeschränkt, da er stehenden Frontalunterricht wenn möglich 

vermeiden müsse, den Turnunterricht nicht mehr aktiv leiten könne und bei Schulreisen 

keine grösseren Wanderungen einplanen könne. Da der Beschwerdeführer in den 

letzten vier Jahren Mathematik, Geographie und Geschichte unterrichtet und sich für 

die Fachrichtung Mathematik entschieden hat (IV-act. 83 S. 20), ist das Argument, dass 

er den Turnunterricht aufgrund der Fussbeschwerden nicht mehr aktiv leiten könne, 

nicht stichhaltig. Auch das Vorbringen, der Beschwerdeführer könne bei Schulreisen 

keine grösseren Wanderungen mehr einplanen, geht fehl: Einerseits gehören 

Schulreisen nicht zu den regelmässigen Tätigkeiten eines Lehrers, sondern finden ca. 

ein- bis zweimal jährlich statt. Andererseits geniessen Lehrer bei deren Planung 

gewisse organisatorische Freiheiten. Es ist dem Beschwerdeführer daher ohne 

Weiteres möglich, auf Schulreisen auf grössere Wanderungen zu verzichten, ohne dass 

deren Qualität oder seine Stellung gegenüber den Schülerinnen und Schülern darunter 

zu leiden hätten. Somit bleibt noch das Argument zu prüfen, dass der 

Beschwerdeführer stehenden Frontalunterricht wegen den Fussbeschwerden wenn 

möglich vermeiden müsse. Der Orthopäde Dr. M.___ ist zum Schluss gekommen, dass 

der Beschwerdeführer bei einer Läsion der Tibialis posticus-Sehne bei längerem 

Stehen eingeschränkt wäre. Ob eine solche Sehnenverletzung vorliege, könnte mittels 

eines MRI nachgewiesen werden. Die Sehne könnte allerdings operativ rekonstruiert 

werden. Der Beschwerdeführer führt die Fussbeschwerden auf ein Unfallereignis im 

Jahr 1999 zurück. Es ist daher davon auszugehen, dass er sich die allfällige 

Sehnenverletzung zu diesem Zeitpunkt zugezogen hätte. Zwischen dem Unfall und der 

IV-Anmeldung liegen somit zehn Jahre, während denen der Beschwerdeführer ‒ trotz 

der möglicherweise bestehenden Sehnenverletzung ‒ als Lehrer tätig gewesen ist. 

Auch sein Hausarzt hat erklärt, dass die Fussbeschwerden keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit hätten. Hinzu kommt, dass er auch während des Unterrichts kurze 

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Entlastungspausen einplanen kann (z.B. während des Selbststudiums, während 

Gruppenarbeiten, durch entlastendes Abstützen auf dem Lehrerpult oder durch 

Hinsetzen auf das Lehrerpult, was bekanntlich viele Lehrer zwischendurch machen). 

Auch die regelmässigen Pausen dienen der Entlastung des Fusses. Schliesslich geht 

aus den Aussagen des Beschwerdeführers gegenüber der IV-Stelle und den Ärzten 

deutlich hervor, dass er sich nicht wegen der Fussbeschwerden, sondern wegen der 

depressiven Symptomatik und des Reizdarmsyndroms als im Lehrberuf nicht mehr 

arbeitsfähig fühlt. Die Beschwerdegegnerin hat es somit zu Recht unterlassen, den 

rechten Fuss gutachterlich abklären zu lassen. Daher ist mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Fussschmerzen den 

Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Lehrer nicht in relevanter Weise einschränken.

3.4  Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, dass der Beschwerdeführer aufgrund 

der häufigen Toilettengänge ‒ insbesondere auch während des Unterrichts ‒ in seiner 

Tätigkeit als Lehrer eingeschränkt sei. Die häufigen Toilettengänge hätten seine 

Autorität gegenüber den Schülern untergraben. Dr. O.___ hat keine organischen 

Ursachen für die häufig auftretende Diarrhoe finden können und deshalb ein Diarrhoe-

dominantes Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Er hat weiter angegeben, dass der 

Beschwerdeführer aus rein gastroenterologischer Sicht bei einem freien Zugang zur 

Toilette voll arbeitsfähig sei. In der Tätigkeit als Lehrer sei er unter einer ausgebauten 

medikamentösen Therapie maximal 50 % arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin ist 

demgegenüber zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer als Lehrer einen 

freien Zugang zur Toilette habe, da er mehrheitlich nach jeder Lektion Pausen einlegen 

und das Schulzimmer auch während des Unterrichts einen Moment verlassen könne. 

Autorität gewinne man im Schulzimmer nicht nur durch physische Präsenz. Bei 

Diarrhoe äussert sich der Drang, die Toilette aufsuchen zu müssen, spontan. Die 

Argumentation der Beschwerdegegnerin, dass aufgrund der regelmässigen Pausen ein 

freier Zugang zur Toilette gewährleistet sei, ist daher nicht stichhaltig. Zu klären bleibt, 

ob eine Lehrperson einer Realklasse auch während des Unterrichts einen freien Zugang 

zur Toilette hat. Schüler der Realschule befinden sich in der Adoleszenz, d.h. in einem 

emotionalen, moralischen und intellektuellen Entwicklungsprozess, in dem sie auch ihre 

Grenzen austesten. Eine gesunde Autorität der Lehrperson gegenüber den 

Jugendlichen ist für einen funktionierenden Unterricht daher zentral. Während des 

Unterrichts besteht für die Lehrpersonen grundsätzlich eine Präsenzpflicht. Unterbricht 

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eine Lehrperson den Schulunterricht regelmässig, indem sie das Klassenzimmer 

verlässt, sorgt dies bei den Schülern für Aufsehen und Unruhe, da sie nicht mehr 

beaufsichtigt sind. Verschärft wird die Situation im vorliegenden Fall durch den Grund 

der Abwesenheit: Diarrhoe wird als etwas "Ekliges" empfunden und löst beim 

Betroffenen häufig ein Schamgefühl aus. Es wäre realitätsfremd, anzunehmen, dass 

der (wahre) Grund für die häufigen, spontanen Abwesenheiten geheim gehalten werden 

kann. Einerseits machen häufige Abwesenheiten der Lehrperson die Schüler neugierig, 

andererseits ist nicht ersichtlich, wie eine regelmässige spontane Unterbrechung des 

Schulunterrichts anders zu rechtfertigen wäre. Es ist daher gut nachvollziehbar, dass 

regelmässige Toilettengänge zu einem Autoritätsverlust der Lehrperson gegenüber den 

Schülern führen. Haben die Schüler den Respekt und die Achtung vor der Lehrperson 

verloren, ist der regelgerechte Unterricht nicht mehr gewährleistet. Dass es sich im 

vorliegenden Fall genau so verhalten hat, bestätigt die Aussage der Arbeitgeberin, 

wonach die Toilettengänge während des Schulunterrichts bei den Schülern für 

allgemeine Erheiterung und respektlose Äusserungen gesorgt hätten. Daneben ist auch 

zu berücksichtigen, dass eine Lehrperson während Prüfungssituationen oder während 

Referaten der Schüler physisch stets präsent sein muss. Aus dem Gesagten lässt sich 

schliessen, dass ein Realschullehrer während des Unterrichts keinen freien Zugang zur 

Toilette hat und der Beschwerdeführer daher durch das Reizdarmsyndrom in seiner 

Tätigkeit als Lehrer eingeschränkt ist. Die Einschätzung von Dr. O.___, dass der 

Beschwerdeführer als Reallehrer zu 50 % eingeschränkt sei, erscheint plausibel. Es ist 

somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer aus allein gastroenterologischer Sicht in seiner angestammten 

Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig ist.

3.5  Der Rechtsvertreter hat weiter geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund seiner psychischen Probleme im angestammten Beruf als Lehrer wie auch in 

allen anderen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die Beschwerdegegnerin geht 

dagegen von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit im Lehrberuf aus, da die Arbeitsun­

fähigkeit durch psychosoziale Faktoren (z.B. spätes Einsteigen in die PC-Arbeit, zu 

wenig mit Veränderungen mitgegangen, fehlendes Durchsetzungsvermögen) ausgelöst 

worden sei, die IV-rechtlich nicht relevant seien. Die Invalidenversicherung ist eine 

finale Versicherung, das heisst, es wird nicht nach der Art und Genese eines 

Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der 

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Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine 

Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine 

soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der 

Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbständigtes 

psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit 

dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer 

Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014, 

8C_830/2013 E. 5.2.3; BGE 136 V 279 E. 3.2.1).

3.6  Als Erstes ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer an einer verselbständigten psy­

chischen Erkrankung leidet. Die Psychiatrische Klinik H.___ hat im Januar 2009 eine 

rezidivierende mittelgradige depressive Episode (F33.11) diagnostiziert, während die 

Klinik E.___ im Mai 2009 nur eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression ge­

mischt im Rahmen eines Burnout-Syndroms (F43.22) festgestellt hat. Dr. G.___ ist im 

März 2010 von einer leichten Depression ausgegangen (F33.0). Im Mai 2011 hat Dr. 

I.___ den Zustand des Beschwerdeführers als stationär bezeichnet (F33.22). Im April 

2012 hat Dr. I.___ berichtet, dass der Beschwerdeführer aktuell an einer rezidivierenden 

mittelgradigen depressiven Störung leide (F33.11). Der Gutachter Dr. J.___ hat im 

September 2012 erklärt, dass die Anamnese nicht für die von der Psychiatrischen 

Klinik H.___ diagnostizierte rezidivierende depressive Störung spreche, die Diagnose 

der Klinik E.___ aber gerechtfertigt gewesen sei. Es sei davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer seit Januar 2009 an einer leichten depressiven Störung (F33.0) 

gelitten habe. Diese Aussagen des Gutachters sind schlüssig und decken sich im 

Ergebnis mit den medizinischen Beurteilungen der behandelnden Ärzte und von Dr. 

G.___. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab Januar 2009 an 

einer depressiven Störung gelitten hat. Wie Dr. L.___ in seiner Stellungnahme vom 10. 

Oktober 2011 richtig aufgezeigt hat, ist die Ursache eines psychischen Leidens 

irrelevant, sobald eine psychiatrische Diagnose nach ICD (International Classification of 

Diseases) gestellt werden kann. Da es sich bei der leichten depressiven Störung um 

eine Diagnose nach ICD handelt, ist diese als verselbständigter psychischer 

Gesundheitsschaden zu qualifizieren. Ob die Ursache der depressiven Störung in 

psychosozialen Faktoren zu finden ist, spielt ‒ entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin ‒ für die Frage, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden 

vorliegt, somit keine Rolle. Diese Frage kann daher offen gelassen werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

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3.7  Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden 

Ärzte bzw. Gutachter überzeugen. Dr. F.___ von der Klinik E.___ hat die Arbeits­

unfähigkeit des Beschwerdeführers im Mai 2009 von Januar bis Juli 2009 auf 100 % 

geschätzt. Als Gründe gab er u.a. ein depressives Morgentief, fehlenden Antrieb und 

Motivation, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Aufgewühltheit, 

inneres Zittern, massive Schlafstörungen und sozialen Rückzug an. Im April 2012 hat 

Dr. I.___, ebenfalls von der Klinik E.___, erklärt, dass der Beschwerdeführer als Lehrer 

zu 100 % arbeitsunfähig sei, auch wenn er nur an einer leichten Depression leide. Er 

hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung damit begründet, dass die Lehrtätigkeit mit 

höchsten Anforderungen an die Konzentration, Ausdauer, psychische Belastbarkeit, 

geistige Flexibilität und an die sozialen Kompetenzen verbunden sei. Die anhaltend 

reduzierte psychische Belastbarkeit, die reduzierte Ausdauer, die Konzentrationsabfälle 

und die reduzierte geistlicher Flexibilität in Drucksituationen lasse sich mit dem 

Lehrberuf nicht vereinbaren. Dr. P.___ hat am 6. Juli 2012 berichtet, dass es seit 

Behandlungsbeginn am 11. Januar 2012 zwar zu einer diskreten Verbesserung der 

depressiven Stimmung gekommen sei, die kognitiven Dysfunktionen allerdings 

persistierten. Der Beschwerdeführer leide nach wie vor unter einer massiven 

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung. Die kognitiven Störungen seien mit 

grosser Wahrscheinlichkeit im Sinne einer Pseudodemenz als depressive Symptome zu 

werten. Zusätzlich bestehe ein nicht unerheblicher Mangel an Belastbarkeit und 

Anpassungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer zeige eine extreme Gehemmtheit, 

Unsicherheit und emotionale Labilität. Aufgrund des ängstlichen depressiven 

Syndroms, der kognitiven Störungen, der ängstlichen (vermeidenden) 

Persönlichkeitszüge sowie des rezidivierenden, chronischen Verlaufs der depressiven 

Störung sei kurz- bis mittelfristig nicht von einer auch nur teilweisen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen. Dagegen hat Dr. G.___ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als 

Lehrer im März 2010 für den Zeitraum Januar bis August 2009 auf 100 %, ab August 

2009 bis Ende März 2010 auf 50 % und ab dann (bei einem Vollpensum) auf 20 % 

geschätzt. Allerdings hat er den Gesundheitszustand als noch nicht ganz stabil 

bezeichnet. Dr. J.___ wiederum ist zum Schluss gekommen, dass der Be­

schwerdeführer in jeder Tätigkeit, auch als Lehrer, seit Januar 2009 zu 30 % arbeits­

unfähig sei. RAD-Arzt Dr. L.___ hat in seiner Stellungnahme zum Gutachten von 

Dr. J.___ festgehalten, dass die Begründung der 30 %igen Arbeitsunfähigkeit als Lehrer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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versicherungsmedizinisch nicht korrekt sei. Sobald eine psychiatrische Diagnose 

gestellt werden könne, sei die Ursache für das Leiden irrelevant. Der Beschwerdeführer 

sei folglich seit dem 25. März 2011 als Lehrer zu 100 % arbeitsunfähig. In einer 

adaptierten Tätigkeit sei er seit Mai 2011, sicher jedoch seit der Begutachtung im 

September 2011, zu 30 % arbeitsunfähig.

3.8  Bei der Schätzung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person in ihrer ange­

stammten Tätigkeit wird beurteilt, ob die versicherte Person die berufsspezifischen 

Anforderungen ihrer bisherigen Tätigkeit trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

noch ganz oder teilweise erfüllen kann. Bei psychischen Beeinträchtigungen ist zudem 

zu prüfen, ob die versicherte Person in der Lage ist, die Arbeitsunfähigkeit mit einer 

zumutbaren Willensanstrengung zu überwinden (siehe bspw. BGE 131 V 49 E. 1.2). Es 

ist Dr. I.___ zuzustimmen, dass die Lehrtätigkeit mit höchsten Anforderungen an die 

Konzentration, Ausdauer, psychische Belastbarkeit, geistige Flexibilität und an die 

sozialen Kompetenzen verbunden ist. Die Lehrperson stellt den Mittelpunkt einer 

Schulklasse dar, auf die alle Augen gerichtet sind. Sie muss sich jeden Tag von Neuem 

gegen eine Vielzahl von jugendlichen Schüler durchsetzen. Die Lehrperson muss sich 

nicht nur Respekt und Autorität gegenüber den Schülern verschaffen, sondern auch 

gedanklich stets präsent sein. Sie muss frei sprechen und Fragen prompt beantworten 

können. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer aufgrund der 

depressiven Störung insbesondere unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, 

vermindertem Antrieb und einer reduzierten psychischen Belastbarkeit leidet. Aufgrund 

der hohen Anforderungen des Lehrberufs an eben diese Eigenschaften muss die 

Unterrichtstätigkeit für den Beschwerdeführer auch schon bei einer leichten 

Ausprägung dieser Eigenschaften als nicht geeignet qualifiziert werden. Bezüglich der 

Frage, ob die psychische Erkrankung unter Aufbringung der zumutbaren 

Willensanstrengung überwunden werden kann, ist festzuhalten, dass jedermann 

einleuchtet, dass zwar vielleicht ein verminderter Antrieb und eine verminderte 

Motivation, nicht jedoch eine reduzierte psychische Belastbarkeit, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen willentlich überwindbar sind. Aus dem Gesagten lässt sich 

schliessen, dass der Beschwerdeführer seit Ausbruch der leichten depressiven 

Störung, d.h. seit Januar 2009, in seiner angestammten Tätigkeit als Lehrer zu 100 % 

arbeitsunfähig ist. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer von August 2009 

bis März 2011 zwischenzeitlich zu 50 % als Lehrer einer Kleinklasse (und nicht mehr als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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Klassenlehrer) tätig gewesen ist. Denn auch in dieser Funktion und mit reduziertem 

Pensum war er mit der Lehrtätigkeit überfordert. Dies bestätigt der Bericht der Schule 

B.___ vom 18. April 2012. Der Schulleiter berichtete darin, dass der Beschwerdeführer 

während der eineinhalb-jährigen 50 %-Anstellung die Aufgaben eines Lehrers an der 

Oberstufe nicht mehr zu seiner und ihrer Zufriedenheit habe erfüllen können. Er habe 

sich bei den Schülern immer weniger durchsetzen können und sei von ihnen deshalb 

nicht mehr ernst genommen worden. Folglich ist mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit bewiesen, dass der Beschwerdeführer seit Januar 

2009 in seiner angestammten Tätigkeit als Oberstufenlehrer zu 100 % arbeitsunfähig 

ist.

3.9  Bleibt noch zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit in 

seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre. Dr. J.___ ist davon ausgegangen, dass der 

Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 30 % arbeitsunfähig ist. Dr. L.___ 

hat diese Schätzung als nachvollziehbar erachtet und ergänzt, dass eine adaptierte 

Tätigkeit eine Tätigkeit ohne direkte Lehrtätigkeit mit Schülern und Jugendlichen be­

inhalten müsste. Auch Dr. I.___ hat erklärt, dass der Beschwerdeführer in Tätigkeiten 

ohne sehr hohe Anforderungen an die Konzentration, die geistige Flexibilität, die Aus­

dauer und die sozialen Kompetenzen zu 30 % arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten 

Tätigkeit ist folglich von einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Gemäss 

Dr. L.___ ist der Beginn der 70 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 

Mai 2011, spätestens aber auf den Zeitpunkt der Begutachtung im September 2011, 

festzusetzen. Dr. J.___ hat dagegen argumentiert, dass der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten Tätigkeit bereits seit dem Austritt aus der Klinik H.___, d.h. seit Januar 

2009, zu 70 % arbeitsfähig sei. Diese Einschätzung überzeugt nicht. Der 

Beschwerdeführer hat nach dem Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik H.___ bis im 

August 2009 nicht mehr gearbeitet. Dennoch hat sich sein Gesundheitszustand 

während dieser Zeit soweit verschlechtert, dass er sich im März/April 2009 in eine 40-

tägige intensive ambulante Tagesbehandlung begeben hat. Ende März 2011 hat der 

Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Reallehrer endgültig aufgegeben. Es liegt daher 

nahe, dass es ihm zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich wieder schlechter gegangen ist. 

Dies bestätigt der Bericht von Dr. D.___ vom Mai 2011, in welchem dieser eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit deutlichen psychosomatischen 

Beschwerden (Schlaflosigkeit, Zittern) angegeben hat. Dr. I.___ hat im selben Monat 

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zwar berichtet, dass der Zustand des Beschwerdeführers stationär sei. Er hat jedoch 

auch erklärt, dass ihm eine adaptierte Tätigkeit nicht zumutbar sei. Damit ist nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, ab wann der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig gewesen ist. Diese Frage wäre allenfalls im 

Anschluss an die beruflichen Eingliederungsmassnahmen noch rechtsgenüglich 

abzuklären.

3.10       Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit 

als Reallehrer ab Januar 2009 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist. Da die 

Beschwerdegegnerin eine invalidisierende Wirkung der Gesundheitsschäden verneint 

hat, hat sie keine beruflichen Massnahmen geprüft und durchgeführt. Die Sache ist 

daher zur Prüfung und Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen sowie zur 

allfälligen Rentenprüfung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.

4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Aus­

gang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

4.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An­

spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs­

gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter hat eine Kostennote über den Betrag von Fr. 5'054.40 eingereicht. Aus 

den eingereichten Unterlagen geht allerdings nicht hervor, wie sich das Honorar im 

Detail zusammensetzt. In einem Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad 

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Der 

vorliegend zu beurteilende Fall war vom Aufwand und vom Schwierigkeitsgrad her nur 

leicht überdurchschnittlich. Dies widerspiegelt sich u.a. in den relativ umfangreichen 

Rechtschriften. Bei einem nur leicht überdurchschnittlichen Fall erscheint eine 

Entschädigung von Fr. 4'000.-- als angemessen. Die vom Rechtsvertreter geltend 

gemachte Entschädigung in der Höhe von Fr. 5'054.40 ist daher übersetzt. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 1. Juni 2012 

aufgehoben und die Sache wird zur Prüfung und Durchführung beruflicher Mass­

nahmen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.10.2014
	Art. 28 IVG. Teilweise Gutheissung der Beschwerde. Aufgrund der hohen Anforderungen des Berufes eines Oberstufenlehrers an die psychische Belastbarkeit, die Konzentration, die geistige Flexibilität, die Ausdauer, die psychische Belastbarkeit und die sozialen Kompetenzen begründet vorliegend bereits eine leichte depressive Störung eine Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf. Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung und Durchführung beruflicher Massnahmen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28.10.2014, IV 2012/263).

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	"9001 St.Gallen"
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