# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c8557d1-965c-5937-9612-8fa88963a112
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 16.06.2020 S 2019 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2019-7_2020-06-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 7

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Pedretti 
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 16. Juni 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführerin
gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Sabine Baumann Wey,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____, wohnhaft in O.1._____, war Angestellte bei der Firma B._____ im 

Bereich C._____, in einem Teilzeitpensum von 60 %, und zuständig für die 

Instruktion der Geräte und die Kochkurse. Sie war bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) berufs- und nichtberufsunfallversichert. 

Sie erlitt am 23. April 2016 einen Autounfall in O.1._____, als sie mit ihrem 

Kleinwagen beim Ortseingang rechts abbiegen wollte, und dabei plötzlich 

und unerwartet einen Schlag von links erfuhr. Der Lenker des anderen 

Autos war von der Unterführung herkommend mit überhöhter 

Geschwindigkeit in ihren Kleinwagen gefahren. Durch die Kollision drückte 

er den Personenwagen von A._____ an den rechten Randstein. Nach dem 

Unfall fehlte ihr für ein paar Minuten die Erinnerung (Amnesie). Am 

Unfalltag begab sie sich in ärztliche Behandlung zum Hausarzt Dr. med. 

D._____, O.2._____. Tags darauf begab sie sich ins Spital E._____, wo 

nach Durchführung einer Computertomographie (CT) des Neurocraniums 

und der HWS eine leichte traumatische Hirnverletzung diagnostiziert 

wurde. Für die Folgen des Unfalls erbrachte die SUVA die gesetzlichen 

Leistungen (Heilkosten und Taggelder).

2. Am 17. Mai 2016 wurde A._____ durch Dr. med. F._____, Facharzt für 

Neurologie, untersucht, der von einer posttraumatischen Exazerbation 

einer zuvor asymptomatischen Migräne ohne Aura ausging und den 

Verdacht auf eine posttraumatische Innenohrschädigung äusserte, 

weshalb er eine otologische Untersuchung vorschlug.

3. Am 24. Mai 2016 untersuchte Dr. med. G._____, Facharzt für Hals-, Nasen- 

und Ohrenerkrankungen sowie für Allergologie und klinische Immunologie, 

A._____. Er hielt insbesondere fest, die aktuellen Befunde liessen ein 

unfallinduziertes persistierendes Trauma im Bereich des Innenohrs (rechts) 

weitgehend ausschliessen. Aufgrund der imponierenden Dysmetrie im 

Finger-Nase-Versuch hielt er aber eine MRI für notwendig.

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4. Gemäss Dr. med. H._____, Facharzt für Ohren-, Nasen- und 

Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, Allergologie, klinische 

Immunologie und Arbeitsmedizin, SUVA Arbeitsmedizin, zeige das 

Schädel-MRI vom 30. Mai 2016 eine ungewöhnliche Asymmetrie der 

Marklagerveränderungen rechts, insbesondere im Zentrum semiovale, was 

mit einer traumatischen Genese vereinbar sei. Diesbezüglich empfahl er 

eine neurologische Beurteilung. 

5. Am 21. Juni 2016 trat A._____ aufgrund von zunehmenden neurologischen 

Symptomen notfallmässig ins Kantonsspital Graubünden (KSGR) ein. In 

der Problemliste wurde u.a. eine Hyposmie erwähnt (Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 7). Im Überweisungsschreiben vom 27. Juni 

2016 an die Reha-Klinik in O.3._____ (Bf-act. 8) sowie im provisorischen 

Austrittsbericht vom 8. Juli 2016 wurde ebenfalls u.a. eine Hyposmie 

angegeben. Vom 20. Juli 2016 bis zum 9. August 2016 war die 

Beschwerdeführerin in der Klinik O.3._____. Sie übernahm auch Aufgaben 

in der Spitalküche, um u.a. den Geruch- und Geschmacksinn zu testen. Im 

Austrittsbericht vom 26. August 2016 stellten die Neurologen Dr. med. 

I._____ (Abteilungsarzt) und Dr. med. K._____ (Chefarzt) u.a. fest, dass 

eine Anosmie bestehen blieb. 

6. Am 24. August 2016 nahm Dr. med. L._____, Klinik für Neuroradiologie des 

Universitätsspitals O.4._____ zur MRI vom 30. Mai 2016 Stellung. Er kam 

zum Schluss, dass die erkennbaren Veränderungen unspezifisch seien, 

am ehesten mikrovaskulärer Natur. Bei dem Befund mit einem winzigen 

Hämosiderin-Rest würde man aspektmässig eher eine alte ischämische 

Läsion mit winzigen Blutresten annehmen als eine posttraumatische 

Läsion, obwohl diese nicht sicher ausgeschlossen werden könne. 

7. Daraufhin hielt der Versicherungsarzt Dr. med. M._____, Facharzt für 

Neurologie, am 14. September 2016 fest, dass die erkennbaren Läsionen 

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in der MRI des Kopfes krankheitsbedingter Natur seien und eben nicht im 

kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis stünden. Dass Dr. med. 

L._____ eine unfallbedingte Genese der kleinen Läsion im Marklager nicht 

definitiv ausschliessen konnte, bedeute, dass eine unfallbedingte Läsion 

möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich sei.

8. Am 24. April 2017 schrieb Dr. med. N._____, Facharzt für Neurologie, im 

Auftrag der Haftpflichtversicherung, dass bezüglich der Hyposmie unklar 

bleibe, inwiefern sie posttraumatisch sei. Zudem werde auch von einer 

Anosmie gesprochen. Es seien weitere Abklärungen unterblieben, um die 

Hyposmie zu quantifizieren. Ebenfalls sei zu bedenken, dass die Hyposmie 

und die Anosmie häufig im Zusammenhang mit neurodegenerativen 

Erkrankungen aufträten. Dies sei nicht in Erwägung gezogen und nicht 

diskutiert worden. Bei dem geringen DeltaV beim Unfall scheine u.a. die 

Hyposmie, zumindest entsprechend den Akten, nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit direkte Unfallfolge zu sein. Zur Klärung wäre aber eine 

spezifische Abklärung z.B. am Kantonsspital O.5._____ sinnvoll. 

9. Am 27. Juli 2017 wurde am Universitätsspital O.5._____ eine MRI des 

Neurokraniums durchgeführt, welche Dr. med. P._____, Oberarzt, als 

regelrecht beurteilte. Ihm zufolge bestand kein Hinweis auf eine Läsion 

oder Atrophie des Bulbus olfactorius. Er stellte im Übrigen eine 

intrakranielle Raumforderung oder eine Liquorzirkulationsstörung sowie 

eine singuläre T2-hyperintense Läsion im Zentrum semiovale rechts, 

unspezifisch, am ehesten mikrovaskulär bedingt fest. Nach dieser 

Voruntersuchung diagnostizierte Prof. Dr. med. Q._____, Leitende Ärztin 

der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsspitals O.5._____ 

gleichentags eine beidseitige Anosmie, am ehesten posttraumatisch nach 

dem Autounfall vom 23. April 2016.

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10. Am 30. November 2017 stellten die Versicherungsmediziner Dres. R._____ 

und S._____, Fachärzte für Neurologie, fest, dass die Hyposmie nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sei. In 

der erneut durchgeführten kranialen MRI vom 27. Juli 2017 hätten, ebenso 

wie in der kranialen MRI vom 30. Mai 2016, keine traumatisch bedingten 

Veränderungen nachgewiesen werden können. Insbesondere hätten 

bilddiagnostisch keine Läsionen oder Atrophie des Bulbus olfactorius 

bestanden. In beiden Bildbefunden habe keine strukturelle Hirnschädigung 

nachgewiesen werden können. Somit bestehe kein organisches Substrat 

für die geklagten vorwiegend kognitiven Störungen. Bei unauffälligen 

bilddiagnostischen Befunden des Bulbus olfactorius fehle ebenso die 

organische Grundlage für eine posttraumatisch bedingte Genese einer 

Anosmie. 

11. Mit Verfügung vom 8. Januar 2018 stellte die SUVA die 

Versicherungsleistungen per 31. Januar 2018 ein mit der Begründung, die 

noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend 

nachweisbar und die Adäquanz sei zu verneinen. Demnach bestehe auch 

kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente 

und/oder einer Integritätsentschädigung. Dagegen erhob A._____ am 8. 

Februar 2018 Einsprache. 

12. Am 2. August 2018 erfolgte eine erneute Untersuchung durch Prof. Dr. 

med. Q._____. Diese bestätigte am 13. August 2018 ihre Diagnose einer 

posttraumatischen Anosmie beidseits bei Status nach Autounfall vom 23. 

April 2016 und Contusio cerebri. Den Integritätsschaden bezifferte sie mit 

15 %. 

13. Am 1. Oktober 2018 hielt der Versicherungsarzt Dr. med. M._____, 

Facharzt für Neurologie, fest, dass an den Untersuchungsbefunden von 

Prof. Dr. med. Q._____ kein Zweifel bestehe. Sie lege jedoch nicht die 

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Unfallkausalität der Anosmie dar. Die vorbeurteilenden 

Versicherungsneurologen hätten umfänglich Stellung genommen. Insofern 

sei ihr Schluss korrekt, wonach die beklagte Anosmie nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine unfallkausale Folge des 

Verkehrsunfalles vom 23. April 2016 ist. An dieser Beurteilung ändere sich 

auch im Lichte der neuen Beurteilung von Prof. Dr. med. Q._____ nichts. 

Diese lege auch in der jetzigen Beurteilung nicht dar, warum sie zu dem 

Schluss gelangt ist, dass die entsprechende Geruchsminderung auf ein 

Unfallereignis zurückgeht. Differenzialdiagnostische Überlegungen seien 

von ihr zu dem Thema nicht dokumentiert, insbesondere setze sie sich 

auch nicht mit der Frage auseinander, wie sie sich die entsprechende Klinik 

mit Anosmie bei völlig intakten organischen Strukturen erklärt, die die 

Geruchssensationen detektieren, verarbeiten und weiterleiten. 

14. Mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2018 wies die SUVA die 

Einsprache ab und erkannte zusammengefasst, dass die 

Schulterbeschwerden und die Anosmie nicht unfallkausal seien und 

ansonsten bestünden keine objektivierbaren Folgen des Unfalls im Sinne 

von strukturellen Veränderungen. Es lägen höchstens sogenannte 

organisch nicht hinreichend erklärbare Beschwerden vor. Sodann prüfte 

die SUVA die Adäquanz anhand der Schleudertrauma-Praxis und 

verneinte diese.

15. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 22. 

Januar 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit folgenden Anträgen:

" 1. Der Einspracheentscheid vom 14.12.2018 sei aufzuheben soweit es die Anosmie 

betrifft.

2. Der Beschwerdeführerin sei für die Anosmie eine Integritätsentschädigung von 

15 %, mithin CHF 22'230.00 auszurichten.

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3. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um den 

Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu bestimmen.

4. Eventualiter sei ein gerichtliches medizinisches Kausalitätsgutachten zu erstellen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Suva."

Im Wesentlichen brachte die Beschwerdeführerin vor, entweder sei Prof. 

Dr. med. Q._____ als Zeugin einzuvernehmen oder bei ihr müsse ein 

gerichtliches Gutachten in Auftrag gegeben werden, damit sie begründe, 

weshalb die Anosmie ihrer Ansicht nach posttraumatisch sei. 

16. In der Beschwerdeantwort vom 25. März 2019 schloss die SUVA 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf die Abweisung der Beschwerde. 

Zusammenfassend führte sie aus, dass die Anosmie nicht als Unfallfolge 

zu berücksichtigen sei, weshalb auch kein Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung bestehe. 

Auf die weiteren Argumente der Parteien sowie den Einspracheentscheid 

wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 

vom 14. Dezember 2018. Ein solcher Entscheid kann gemäss Art. 1 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die 

versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Die 

versicherte Beschwerdeführerin wohnte im massgebenden Zeitpunkt in 

O.1._____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

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gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich 

aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist das angerufene 

Gericht für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig. Als 

formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Einspracheentscheides ist die Beschwerdeführerin durch diesen berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 

59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).

2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Integritätsentschädigung aufgrund einer Anosmie (ICD-10 R43.0; 

hochgradige Minderung oder völliges Fehlen der Geruchswahrnehmung). 

Unbestritten ist, dass bei der Beschwerdeführerin eine Anosmie besteht. 

Die Parteien streiten aber über deren Kausalität. Die Beschwerdegegnerin 

verneint einen überwiegend wahrscheinlichen, natürlichen (und 

adäquaten) Kausalzusammenhang zwischen der Anosmie und dem 

Autounfall vom 23. April 2016. Die Beschwerdeführerin erwidert darauf, 

dass die natürliche Kausalität gar nicht hinreichend geklärt sei. 

3.1. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat eine versicherte Person 

Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch 

einen Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung 

bezweckt somit den Ausgleich immaterieller Unbill, die die Versicherte über 

den Zeitraum der medizinischen Behandlung hinaus fortbestehend und 

voraussichtlich das Leben lang erleidet (Urteil des Bundesgerichts 

8C_326/2017 vom 13. Oktober 2017 E.4.4; BGE 133 V 224 E.5.1). Nach 

Art. 25 Abs. 1 UVG ist die Höhe der Integritätsentschädigung im Grundsatz 

nach der Schwere des Integritätsschadens zu bestimmen. Nach Art. 36 

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Abs. 2 UVV gelten für die Bemessung dieser Entschädigung die Richtlinien 

des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer nicht abschliessenden 

Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet 

(BGE 124 V 32 E.1b). In Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala hat 

die SUVA weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 

erarbeitet.

3.2. Wenn die Anosmie der Beschwerdeführerin unfallkausal wäre, was 

nachfolgend zu klären ist, würde sie gemäss Anhang 3 zur UVV ("Verlust 

des Geruchs- oder Geschmacksinnes") grundsätzlich zu einer 

Integritätsentschädigung von 15 % führen. 

4.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter 

anderem zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem 

eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 

werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 

alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 

genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten 

Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele (BGE 142 V 435 E.1; 129 V 177 E.3.1; Urteil des Bundesgerichts 

8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.1). Ob zwischen einem 

schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung 

bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden 

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Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E.3.1 m.w.H.). 

4.2. Die Begründung "post hoc ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine 

gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht 

gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, kann nach ständiger 

Rechtsprechung nicht als Beweis eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs mit dem im Unfallversicherungsrecht geforderten 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit betrachtet werden 

BGE 119 V 335 E.2b/bb; Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2009 vom 30. Juli 

2009 E.3 m.H.).

4.3. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale 

Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht 

dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 

erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben erhebliche 

Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen 

Tatsachenfeststellungen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen 

Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten 

sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1 

m.H.). 

4.4. Zur Abklärung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist die 

rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen von medizinischen 

Fachpersonen angewiesen (BGE 122 V 157 E.1b). Die medizinischen 

Unterlagen unterliegen wie sämtliche Beweismittel in 

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sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 

61 lit. c ATSG). Es gilt das gesamte Beweismaterial objektiv zu würdigen, 

bei sich widersprechenden medizinischen Berichten die Gründe 

anzugeben, warum auf die eine oder andere medizinische These 

abzustellen ist, und zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 

143 V 124 E.2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes ärztlicher 

Stellungnahmen ist entscheidend, ob diese auf allseitigen Untersuchungen 

beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu 

überzeugen vermögen (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen 

Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a). Dennoch 

hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

(Art. 61 lit. c ATSG) als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. So kommt den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärzte voller Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache 

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Arztes allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Bestehen auch nur geringe 

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Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 

ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 

(BGE 139 V 225 E.5.2; 135 V 465 E.4.4; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 8C_397/2012 vom 14. März 2013 E.5.1). 

4.5. Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten 

Person, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 

der ärztlichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in 

Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten 

Beweismittel stammen regelmässig von behandelnden Ärztinnen und 

Ärzten oder von anderen medizinischen Fachpersonen, die in einem 

auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sich die 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus diesen 

Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter 

im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine direkte 

Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen. Diese 

Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu 

einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten 

Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese sind 

daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und 

Ärzte wecken. Es würde einen Verstoss gegen die Waffengleichheit und 

somit eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) bedeuten, die 

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Eignung der Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte zur Weckung 

derartiger Zweifel von letztlich unerfüllbaren Anforderungen abhängig zu 

machen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 

versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren 

Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt deshalb 

der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung nicht, um 

solche Zweifel auszuräumen. Ebenfalls kann nicht bloss darauf verwiesen 

werden, diese Berichte erfüllten die Anforderungen an Gutachten gemäss 

BGE 125 V 351 E.3a nicht oder nur unvollständig. Damit die versicherte 

Person eine vernünftige Chance hat, ihre Sache dem Gericht zu 

unterbreiten, ohne gegenüber dem Versicherungsträger klar benachteiligt 

zu sein, darf bei Bestand solcher Zweifel nicht aufgrund der von der 

versicherten Person aufgelegten Berichte einerseits und der 

versicherungsinternen medizinischen Berichte andererseits eine 

abschliessende Beweiswürdigung vorgenommen werden. Um solche 

Zweifel auszuräumen, wird das Gericht vielmehr entweder ein 

Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 

zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 

Begutachtung veranlasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 

28. Oktober 2009 E.4.4 ff. m.H.). 

5. Vorliegend stellt sich die Frage nach dem natürlichen 

Kausalzusammenhang in Bezug auf die von Prof. Dr. med. Q._____ im 

Universitätsspital O.5._____ am 27. Juli 2017 sowie 13. August 2018 

festgestellte (und unbestrittene) beidseitige Anosmie.

5.1. Die Beschwerdeführerin trägt vor, aus der biomechanischen 

Kurzbeurteilung vom 20. Februar 2017 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-

act.] 4) ergebe sich, dass die Geschwindigkeitsänderungen beim Anprall in 

Quer- und auch in Rückwärtsrichtung eingetreten seien (was die Auslösung 

beider vorderen Airbags erkläre). Aus der Kollision sei eine deutliche 

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seitliche Komponente der Insassenbewegung resultiert. Die Anprallkräfte 

würden über den Schultergürtel und das Skelett auf den obersten Bereich 

der Brustwirbelsäule (BWS) übertragen. Dadurch entstehe, analog zum 

Heckanprall, zunächst eine s-förmige Verformung der Halswirbelsäule 

(HWS), hier allerdings in seitlicher Richtung. In der Folge gehe die HWS in 

eine seitliche Neigung über. Je nach Fahrzeug-Geometrie, Ausstattung 

(Seitenairbag) und Intensität der Kollision könne es zu einem Kopfanprall 

an die Dachkante und einem Abknickvorgang der HWS kommen. Die 

Anosmie sei nach dem Unfallereignis vom 23. April 2016 aufgetreten. Der 

von der Beschwerdegegnerin vorgebrachte Einwand "post hoc ergo propter 

hoc" sei angesichts des engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen dem 

Unfallereignis und dem Auftreten der Anosmie unbehelflich. Der 

Geruchssinn sei für die vor dem Unfall von der Beschwerdeführerin 

geleiteten Kochkurse ganz wesentlich gewesen. Ohne einen gut 

funktionierenden Geruchssinn hätte sie diese Arbeit nicht ausüben können. 

Die Kausalität der Anosmie sei lediglich von Neurologen beurteilt worden. 

Aus unerklärlichen Gründen habe die Beschwerdegegnerin auf den Beizug 

eines Oto-Rhino-Laryngologen verzichtet. Das von den 

Versicherungsneurologen vorgebrachte Argument des intakten Bulbus 

olfactorius sei hier nicht relevant. Denn Prof. Dr. med. Q._____ sei der 

Befund des regelrechten Bulbus olfactorius bekannt gewesen, sie habe 

aber trotzdem die Diagnose einer am ehesten posttraumatischen Anosmie 

gestellt. Für sie sei der regelrechte Bulbus olfactorius für die Beurteilung 

der Kausalität somit nicht entscheidend gewesen. Sie müsse aus anderen 

Gründen von einer posttraumatischen Anosmie ausgehen. Über Dr. med. 

G._____ sei vergeblich versucht worden, eine Begründung der Kausalität 

zu erhalten. Welche organisch nachweisbare Verletzung hierfür 

verantwortlich sei, sei noch nicht abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin habe 

ihre Abklärungspflicht verletzt. Zur Frage, weshalb Prof. Dr. med. Q._____ 

eine posttraumatische Anosmie diagnostiziere, sei entweder diese als 

Zeugin einzuvernehmen oder aber bei ihr ein gerichtliches medizinisches 

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Gutachten in Auftrag zu geben. Die Beschwerdeführerin habe keine andere 

Möglichkeit, die von Prof. Dr. med. Q._____ attestierte Unfallkausalität der 

Anosmie zu beweisen. Die Beschwerdeführerin schliesst sodann, dass die 

natürliche Kausalität der Anosmie noch gar nicht feststehe. Deshalb könne 

die Frage der Adäquanz noch nicht entschieden werden.

Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, die natürliche Kausalität sei 

mit den Stellungnahmen von Prof. Q._____ nicht überwiegend 

wahrscheinlich bewiesen. Es fehle eine Begründung, weshalb die Anosmie 

am ehesten posttraumatisch sei bzw. weshalb diese mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. Es sei 

demnach anzunehmen, diese folgere aus dem Auftritt der Anosmie nach 

dem Unfall, dass die Anosmie auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. 

Mit dieser "Post hoc ergo propter hoc"-Argumentation lasse sich aber kein 

natürlicher Kausalzusammenhang überwiegend wahrscheinlich 

nachweisen.

Unbestrittenermassen lägen völlig intakte Bulbi olfactorii vor. Gemäss 

Dres. R._____ und S._____ fehle bei unauffälligen bilddiagnostischen 

Befunden des Bulbus olfactorius die organische Grundlage für eine 

posttraumatisch bedingte Genese einer Anosmie. Prof. Dr. med. Q._____ 

setze sich damit in keiner Weise auseinander. Mit Schreiben vom 16. 

Januar 2018 sei sie durch Dr. med. G._____ explizit darauf hingewiesen 

worden, dass sie im Schreiben vom 31. Juli 2017 die Anosmie mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als Unfallfolge bezeichnet habe, 

bildmorphologisch jedoch keine Volumenminderung und keine Struktur-

Defekte nachgewiesen seien (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

178 S. 4). Sie sei auf diesen Einwand in ihrer erneuten Beurteilung vom 13. 

August 2018 mit keinem Wort eingegangen und habe den Befund 

betreffend Bulbi olfactorii auch nicht erwähnt. Demzufolge vermöchten ihre 

auch im Übrigen bezüglich Kausalzuordnung nicht begründeten 

Folgerungen an den schlüssigen, nachvollziehbar und in Kenntnis 

sämtlicher Akten verfassten Beurteilungen der Dres. med. R._____ und 

- 16 -

S._____ vom 30. November 2017 sowie von Dr. med. M._____ vom 1. 

Oktober 2018 keine Zweifel, auch nicht lediglich geringe, zu begründen. So 

führe Dr. med. M._____ aus, Prof. Dr. med. Q._____ lege auch in ihrer 

jetzigen Beurteilung nicht dar, warum sie zum Schluss gelange, dass die 

Geruchminderung auf ein Unfallereignis zurückgehe. Wie den 

versicherungsmedizinischen Beurteilungen zu entnehmen sei, sei eine 

Anosmie bei völlig intakten Strukturen aus medizinischer Sicht 

offensichtlich nicht plausibel. Somit bestehe auch kein Anlass für die 

Anordnung weiterer Abklärungen. Die Beschwerdegegnerin sei ihrer 

Abklärungspflicht mit der Einholung der diversen Beurteilungen 

vollumfänglich nachgekommen.

5.2. Die im Bericht vom 31. Juli 2017 (Bg-act. 159) von Prof. Dr. med. Q._____ 

geäusserte Diagnose einer Anosmie beidseits "am ehesten 

posttraumatisch nach Autounfall im April 2016" bzw. ihrer Ansicht nach "mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des Unfallereignisses" sowie die 

in ihrem späteren Bericht vom 13. August 2018 (Bg-act. 196) geäusserte 

Diagnose einer "posttraumatischen Anosmie beidseits bei Status nach 

Autounfall im April 2016 und Contusio cerebri" beschreiben einen 

möglichen Zusammenhang, beweisen aber nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit die Unfallkausalität. Eine Begründung zu ihrer 

Feststellung der Unfallkausalität hat Prof. Dr. med. Q._____ nicht erbracht. 

Dass die Beschwerdegegnerin auf die Einholung eines Gutachtens bei 

Prof. Dr. med. Q._____ verzichtete, obschon Dr. med. G._____ im 

Schreiben vom 16. Januar 2018 noch einmal um eine Stellungnahme zur 

Kausalität bat (vgl. Bf-act. 13) und Prof. Dr. med. Q._____ sodann mit 

Schreiben vom 7. Februar 2018 ein Gutachten vorschlug (vgl. Bf-act. 14), 

kann nicht zu einer entsprechenden Pflicht durch das Gericht führen, zumal 

Prof. Dr. med. Q._____ es trotz Aufforderung hierzu auch in ihrer zweiten 

Stellungnahme vom 13. August 2018 unterliess, die Unfallkausalität zu 

begründen. Aus einer Zeugenaussage oder einem Gutachten von ihr wäre 

- 17 -

somit nichts Entscheidrelevantes zu gewinnen, weshalb in antizipierter 

Beweiswürdigung (vgl. dazu BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 

90 E.4b, 122 V 157 E.1d) darauf verzichtet wird.

5.3. Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass auf die Berichte der 

versicherungsmedizinischen Neurologen Dres. M._____ (neurologische 

Beurteilungen vom 14. September 2016 und vom 1. Oktober 2018 [Bg-act. 

90 und 200]) sowie R._____ und S._____ (neurologische Beurteilung vom 

30. November 2017 [Bg-act. 169]) abgestellt werden kann, wonach bei 

unbestritten intaktem Bulbus olfactorius die organische Grundlage für eine 

posttraumatisch bedingte Anosmie fehlt. Deren Beurteilungen sind für den 

streitigen Belang der Anosmie bzw. der Unfallkausalität der

Anosmie umfassend und erfolgten in Kenntnis sämtlicher Akten, 

insbesondere auch der bildgebenden Abklärungen. Sie sind in der 

Darlegung der medizinischen Situation und in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die 

Versicherungsmediziner begründeten ihre Schlussfolgerungen 

nachvollziehbar und schlüssig. Die Beschwerdegegnerin kam ihrer 

Abklärungspflicht gemäss Art. 43 ATSG mit dem Beizug eines Facharztes 

für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen (vgl. Arztbericht von Dr. med. 

H._____ vom 13. Juni 2016 [Bg-act. 27]) und mehrerer neurologischer 

Stellungnahmen rechtsgenüglich nach. Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin war der erneute Beizug eines Facharztes für Hals-, 

Nasen- und Ohrenerkrankungen (bzw. Oto-Rhino-Laryngologie) nicht 

angezeigt, war es doch zunächst Dr. med. G._____, der im Mai 2016 eine 

zentral-vestibuläre Problematik und eine intrakranielle Läsion ausschloss 

und eine MRI als notwendig empfahl (Bg-act. 16 S. 3) und war es Dr. med. 

H._____, der im Juni 2016 ebenfalls eine neurologische Abklärung 

empfahl. Zudem figuriert die Anosmie als Riechstörung in der ICD-10-Liste 

unter  ICD-10 R43.x, d.h. unter den Hirnnervenerkrankungen  

(https://www.neurologienetz.de/fachliches/erkrankungen/hirnnervenerkran

https://www.neurologienetz.de/fachliches/erkrankungen/hirnnervenerkrankungen/riechstoerungen-hyposmieanosmie/#c3880

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kungen/riechstoerungen-hyposmieanosmie/#c3880; letztmals am 30. Juni 

2020 besucht). Die natürliche Unfallkausalität der Anosmie ist demnach 

überwiegend wahrscheinlich zu verneinen. Weitere Beweismassnahmen 

erscheinen nicht erforderlich. Die Beweisanträge der Beschwerdeführerin 

auf Einholung eines Gutachtens resp. Zeugeneinvernahme von Prof. Dr. 

med. Q._____ sind nach dem Gesagten abzuweisen.

6. Bei Fehlen der natürlichen Kausalität erübrigt sich die Adäquanzprüfung 

und es ist die Beschwerde abzuweisen, weil eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers nicht besteht. Nachfolgend wird jedoch im Sinne einer 

Eventual- bzw. Subsidiärbegründung auch auf den adäquaten 

Kausalzusammenhang eingegangen.

 6.1. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 

eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen 

Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 

Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 

129 V 177 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 129 V 177 E.3.3). Sie hat bei allen Gesundheitsschädigungen, die 

aus ärztlicher Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche 

Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die Frage der Adäquanz ist eine 

Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen, sondern 

vom Richter zu beurteilen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 

vom 14. Juni 2017 E.5.2; SVR 2003 UV Nr. 12 E.3.2.1 S. 36, 2002 UV 

Nr. 11 E.2b S. 31). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung 

der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 

Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend 

mit der natürlichen Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei natürlich 

https://www.neurologienetz.de/fachliches/erkrankungen/hirnnervenerkrankungen/riechstoerungen-hyposmieanosmie/#c3880

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unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen 

Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen 

Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere 

unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E.2, 117 V 359 

E.6). Nach der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten 

sogenannten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) werden diese 

Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während 

nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS 

sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren sogenannten Schleudertrauma-

Praxis (BGE 117 V 359, präzisiert in BGE 134 V 109) auf eine 

Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten 

verzichtet wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 

2010 E.3; BGE 134 V 109 E.2.1). 

6.2. Bei der Beschwerdeführerin traten infolge des Autounfalls organisch nicht 

hinreichend nachweisbare Beschwerden auf. Sie hat eine dem 

Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten und wies das hierfür 

typische Beschwerdebild auf. Zudem ist von einem Endzustand 

auszugehen. Der Unfall kann als mittelschwer eingestuft werden. Demnach 

sind in Anwendung der Schleudertrauma-Praxis folgende Kriterien zu 

berücksichtigen (vgl. dazu BGE 134 V 109 E.10.3):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;

- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;

- erhebliche Beschwerden;

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

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Bei einem mittelschweren Unfall, wie es vorliegend unbestrittenermassen 

vorliegt, müssten somit mindestens drei Kriterien – oder eines davon in 

besonders ausgeprägtem Ausmass – erfüllt sein (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 E.8.3). 

6.3. Vorliegend ist durch die Beschwerdeführerin nicht dargetan und aus den 

Akten nicht ersichtlich, dass mehrere Adäquanzkriterien – oder eines 

davon besonders ausgeprägt – erfüllt wären. Somit wäre auch die 

adäquate Unfallkausalität zu verneinen. Die Beschwerde wäre demnach, 

selbst bei Bejahung der natürlichen Kausalität, abzuweisen.

7. Beizufügen ist schliesslich noch, dass selbst die Krankenkasse zwar 

zunächst Einsprache einlegte, diese aber in der Folge zurückzog, weil sie 

anerkannte, dass die geklagten Beschwerden nicht überwiegend 

wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stünden (vgl. 

Bg-act. 174).

8. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2018 erweist 

sich demzufolge als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 

9. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 

lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. Die Beschwerdegegnerin hat keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

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3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Dagegen Weiterzug an Bundesgericht noch hängig.