# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b17d80b8-0eca-5c8c-ac0e-ae9619d8c491
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-25
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 25.11.2025 502 2025 326
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2025-326_2025-11-25.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2025 326

Urteil vom 25. November 2025

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Alessia Chocomeli
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Nadine Durot

Parteien A.________, Beschwerdeführerin

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Vorinstanz

und

B.________, Beschwerdegegner

Gegenstand Sistierung des Verfahrens (Art. 314 StPO)

Beschwerde vom 8. September 2025 gegen die Verfügung der Staats-
anwaltschaft vom 26. August 2025

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Sachverhalt

A. Am 27. Dezember 2024 (Postaufgabe) erstattete A.________ bei der Staatsanwaltschaft 
Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Lebenspartner und Vater ihres Sohnes, B.________, wegen 
Identitätsdiebstahls. Diese Person heisse in Wirklichkeit C.________ und werde von den polnischen 
Behörden gesucht. Er habe sich 2019 mit einem alten auf B.________ lautenden Pass im polnischen 
Konsulat in Bern einen neuen, biometrischen Pass auf diesen Namen ausstellen lassen. Er lebe in 
der Schweiz, benutze diese Identität seit einigen Jahren und habe damit auch vor den Schweizer 
Behörden gehandelt. 

In einem Schreiben vom 6. März 2025 an die Staatsanwaltschaft führte A.________ aus, 
B.________ habe einen Betrugsversuch begangen, indem er in ihrem Namen eine falsche 
Zahlungsaufforderung an die Kantonale Gebäudeversicherung (KGV) in Freiburg gestellt habe mit 
einer falschen Rechnung für nie durch ihn ausgeführte Dachreparaturen an ihrem Ferienhaus an 
der D.________ in E.________. 

Am 26. August 2025 verfügte die Staatsanwaltschaft die unbefristete Sistierung der Strafunter-
suchung gegen B.________, mit der Begründung, der Aufenthaltsort der Täterschaft sei unbekannt.

B. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 8. September 2025 Beschwerde bei der 
Strafkammer und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und die Weiterführung der 
Strafuntersuchung. Sie verwies in ihrer Beschwerde auf zwei Schreiben, die der Staatsanwaltschaft 
vorliegen würden und weitere Informationen enthielten, und reichte diese als Beschwerdebeilagen 
ein. Es handelt sich dabei um ein Schreiben vom 10. März 2025 (Postaufgabe: 11. März 2025) an 
die Staatsanwaltschaft und um ein Schreiben vom 20. Mai 2025 (Postaufgabe: 21. Mai 2025) an den 
Polizeiposten H.________.

Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 7. Oktober 2025, auf die Beschwerde 
sei nicht einzutreten. Die Identität von A.________ sei nicht missbraucht worden und betreffend 
Betrugsversuch zum Nachteil der KGV sei sie Anzeigerin, weshalb sie nicht zur Beschwerde befugt 
sei. Die Staatsanwaltschaft habe aufgrund von mehreren Eingaben von A.________ ein Verfahren 
gegen F.________ eröffnet, bei welchem es sich um den Sohn von B.________ resp. C.________ 
handeln soll. Die Eingabe von A.________ vom 20. Mai 2025 an den Polizeiposten H.________ 
bilde Gegenstand dieses Verfahrens, in welchem am 28. Juli 2025 ein Rechtshilfeersuchen an die 
Staatsanwaltschaft H.________ gestellt worden sei. Sollten sich in diesem Verfahren neue 
Erkenntnisse für das vorliegende Verfahren ergeben, werde eine Wiederanhandnahme des 
sistierten Verfahrens zu prüfen sein.

A.________ (im Folgenden: die Beschwerdeführerin) reichte am 8. Oktober 2025 eine Kopie ihres 
Schreibens vom gleichen Tag an die Staatsanwaltschaft sowie am 15. Oktober 2025 eine spontane 
Stellungnahme ein.

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Erwägungen

1.

1.1. Die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft können innerhalb 
von zehn Tagen mittels Beschwerde bei der Strafkammer angefochten werden (Art. 20 Abs. 1 Bst. b, 
393 Abs. 1 Bst. a und 396 Abs. 1 StPO; Art. 64 Bst. c und 85 Abs. 1 des Justizgesetzes vom 
31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1)]. Diese Frist wurde eingehalten.

1.2. Die Beschwerde muss eine Begründung enthalten (Art. 396 Abs. 1 StPO), d.h. die Beschwer-
deführerin muss genau angeben, welche Punkte des Entscheides sie anficht, welche Gründe einen 
anderen Entscheid nahelegen und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 StPO). Bei Laien-
beschwerden sind die Anforderungen an die Begründungspflicht nicht allzu hoch anzusetzen; die 
Eingabe muss allerdings selbst in diesen Fällen den Rechtsstandpunkt bzw. die Argumente der 
Beschwerdeführer hinreichend deutlich werden lassen und diese Argumente müssen sich in 
sachlicher sowie gebührender Form auf das vorliegende Verfahren beziehen (vgl. z.B. Urteil BGer 
6B_278/2013 vom 5. September 2013 E. 1). Die Beschwerdemotive müssen in jedem Fall, auch in 
Laienbeschwerden, bis zum Ablauf der zehntägigen Beschwerdefrist so konkret dargetan werden, 
dass ersichtlich ist, welche Punkte des angefochtenen Entscheids beanstandet werden und 
inwiefern dieser abgeändert werden soll. Auch die innert gesetzlicher Frist vorgebrachte 
Beschwerdebegründung hat sich zumindest ansatzweise mit den Erwägungen des angefochtenen 
Entscheides auseinanderzusetzen (Urteil BGer 6B_1450/2022 vom 20. Dezember 2022 E. 4 mit 
Hinweisen). Es ist eine allgemeine Verfahrensregel, dass die Begründung vollständig in der 
Beschwerdeschrift selbst enthalten sein muss. Diese kann somit nicht später ergänzt oder korrigiert 
werden, zumal die Anwendung von Art. 385 Abs. 2 StPO nicht dazu dienen darf, die Tragweite von 
Art. 89 Abs. 1 StPO, welcher das Erstrecken gerichtlicher Fristen verbietet, zu umgehen (Urteil BGer 
1B_113/2017 vom 19. Juni 2017 E. 2.4.3 mit Hinweisen).

Die Beschwerde der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin enthält grundsätzlich eine 
Begründung, wobei ebenfalls die Beschwerdebeilagen zu berücksichtigen sind, auch wenn in der 
Beschwerdeschrift nur pauschal darauf verwiesen wird, dass diese Beilagen weitere Informationen 
enthielten. Nicht zu berücksichtigen sind jedoch die Eingaben der Beschwerdeführerin vom 8. und 
15. Oktober 2025, soweit sie die Beschwerdebegründung ergänzen; sie sind verspätet.

1.3.

1.3.1. Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines 
Entscheids hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). Partei ist namentlich die 
Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als solche gilt die geschädigte Person, die im Sinne 
von Art. 118 StPO erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen, wobei 
der Strafantrag dieser Erklärung gleichgestellt ist. Als «geschädigt» gilt die Person, die durch die 
Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Unmittelbar verletzt 
und damit in eigenen Rechten betroffen ist, wer Träger des durch die verletzte Strafnorm 
geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsguts ist. Im Zusammenhang mit Strafnormen, 
die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten praxisgemäss nur diejenigen Personen als 
Geschädigte, die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt 
werden, sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen Handlung ist. 
Bei Straftaten gegen kollektive Interessen reicht es für die Annahme der Geschädigtenstellung im 

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Allgemeinen aus, dass das von der geschädigten Person angerufene Individualrechtsgut durch den 
Straftatbestand auch nur nachrangig oder als Nebenzweck geschützt wird. Werden durch Delikte, 
die (nur) öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mittelbar beeinträch-
tigt, so ist die betroffene Person nicht Geschädigte im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Bei den 
abstrakten Gefährdungsdelikten gibt es keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO, es 
sei denn, jemand werde als Folge der Begehung eines solchen Delikts konkret gefährdet (BGE 145 
IV 491 E. 2.3, 2.3.1 und 2.3.2 mit Hinweisen).

Eine Partei, die durch den Entscheid nicht direkt betroffen ist, ist daher nicht beschwerdelegitimiert 
und auf ihre Beschwerde kann nicht eingetreten werden. Die beschwerdeführende Person hat in der 
Beschwerdebegründung insbesondere auch ihr rechtlich geschütztes Interesse im Sinne von Art. 
382 StPO darzulegen, sofern dieses nicht offensichtlich gegeben ist (Urteil BGer 7B_112/2022 vom 
22. November 2023 E. 2.1 mit Hinweisen).

1.3.2. Des Identitätsmissbrauchs nach Art. 179decies StGB macht sich schuldig, wer die Identität 
einer anderen Person ohne deren Einwilligung verwendet, um dieser zu schaden oder um sich oder 
einem Dritten einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen. Geschütztes Rechtsgut ist die Persön-
lichkeit eines Individuums. Das Recht auf Respektierung und Achtung seiner Identität sollte mit der 
Einführung von Art. 179decies StGB unter strafrechtlichen Schutz gestellt werden, indem der Miss-
brauch der Identität als Teil seiner Persönlichkeit bestraft wird (Botschaft vom 15. September 2017 
zum Bundesgesetz über die Totalrevision des Bundesgesetzes über den Datenschutz und die 
Änderung weiterer Erlasse zum Datenschutz, BBl 2017 6941, 7127).

Im vorliegenden Fall wurde nicht die Identität der Beschwerdeführerin missbraucht, sondern gemäss 
ihren Angaben die Identität von B.________. Die Beschwerdeführerin ist somit nicht Trägerin des 
geschützten Rechtsguts und diesbezüglich nicht zur Beschwerde legitimiert.

1.3.3. Betreffend den mit Schreiben vom 6. März 2025 bei der Staatsanwaltschaft angezeigten 
Betrugsversuch, den B.________ begangen haben soll, indem er im Namen der 
Beschwerdeführerin eine falsche Zahlungsaufforderung an die Kantonale Gebäudeversicherung in 
Freiburg gestellt habe, führt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nicht aus, inwiefern sie 
dadurch unmittelbar verletzt und in ihren Rechten betroffen ist. Die diesbezüglichen Ausführungen 
in ihrer spontanen Stellungnahme vom 15. Oktober 2025 sind verspätet und somit nicht zu 
berücksichtigen (vgl. oben, E. 1.2).

1.3.4. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihr Sohn mit C.________ sei gemäss 
Geburtsurkunde ein Sohn von B.________, was falsch sei und korrigiert werden müsse. Es sei ein 
Verfahren vor dem Familiengericht in H.________ hängig. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie und ihr 9jähriger Sohn seien von den angezeigten 
Straftaten unmittelbar betroffen. C.________ habe sich der Urkundenfälschung schuldig gemacht, 
indem er die Identität von B.________ benutzt habe, um die Vaterschaft zu ihrem Sohn zu 
bestätigen. Er habe die Dokumente von B.________ auf dem Zivilstandsamt vorgelegt. Es sei somit 
eine falsche Person als Vater ihres Kindes in dessen Geburtsurkunde eingetragen und habe die 
Elternrechte für ihren Sohn. 

Urkundendelikte schützen in erster Linie die Allgemeinheit. Geschütztes Rechtsgut ist das beson-
dere Vertrauen, welches im Rechtsverkehr einer Urkunde als Beweismittel entgegengebracht wird. 
Daneben können auch private Interessen unmittelbar verletzt werden, falls die Urkundenfälschung 
auf die Benachteiligung einer bestimmten Person abzielt (BGE 140 IV 155 e. 3.3.3). 

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Die Beschwerdeführerin, die die Beschwerde in ihrem eigenen Namen und nicht als gesetzliche 
Vertreterin ihres Sohnes führt, hat nicht begründet, inwiefern die allfällig mit der Anerkennung der 
Vaterschaft durch B.________ resp. C.________ begangene Urkundenfälschung auf die 
Benachteiligung von ihr abgezielt hätte. 

1.3.5. Die Beschwerdeführerin macht zwar weiter geltend, die Sistierung ohne ausreichende Ermitt-
lungen verletzte ihr Recht auf wirksame Strafverfolgung und die Berücksichtigung ihrer berechtigten 
Interessen; sie habe Anspruch auf die vollständige Aufklärung der Tat und auf Nutzung aller verfüg-
baren Ermittlungsinstrumente. Dieses Vorbringen erfüllt die Anforderung an die Begründung ihres 
geschützten Interesses jedoch nicht. Ein solches ist aufgrund der neben dem möglichen Identitäts-
missbrauch und der möglichen Urkundenfälschung mit Bezug auf die Vaterschaftsanerkennung in 
Frage kommenden Straftatbeständen wie beispielsweise weitere Urkundenfälschung, Fälschung 
von Ausweisen oder Betrug auch nicht offensichtlich. Gleiches gilt für die von der Beschwerde-
führerin geltend gemachten «zahlreiche[n] Straftaten gegen öffentliche und private Institutionen in 
der Schweiz», insbesondere gegen das Migrationsamt, Zivilstandsamt, Sozialversicherungssystem, 
Krankenkassen und Banken. Ebenfalls nicht direkt betroffen ist die Beschwerdeführerin davon, dass 
B.________ gemäss ihren Angaben in einem Strafverfahren gegen G.________ per Strafbefehl für 
Handlungen verurteilt worden sei, die er nachweislich nicht begangen habe.

1.3.6. Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin ihr rechtlich geschütztes Interesse nicht 
dargelegt und ein solches ist auch nicht offensichtlich gegeben, so dass auf die Beschwerde nicht 
einzutreten ist.

2.

Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 500.- (Gebühr: 
CHF 400.-; Auslagen: CHF 100.-) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und 
von der von ihr geleisteten Sicherheit zu beziehen. Es sind keine Parteientschädigungen zuzu-
sprechen.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Die Kammer erkennt:

I. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

II. Die Verfahrenskosten von CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-; Auslagen: CHF 100.-) werden 
A.________ auferlegt und von der von ihr geleisteten Sicherheit bezogen. 

III. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-voraus-
setzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 25. November 2025/ndu

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin