# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39fc79cc-8a44-5017-8ce1-596b4aeb6cbc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.04.2016 IV 2014/387
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-387_2016-04-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/387

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 15.04.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 15.04.2016
Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG: Abstellen auf ein medizinisches 
Gutachten, das in den wesentlichen Punkten (insbesondere der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit) mit den übrigen Akten übereinstimmt. Qualifikation der 
Beschwerdeführerin als vollerwerbstätig, da sie an zwei Arbeitsstellen 
jeweils längere Zeit vollzeitlich arbeitete. Valideneinkommen: Das letzte vor 
Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen ist nicht massgebend, da die 
Beschwerdeführerin noch vor Eintritt der Invalidität eine zusätzliche 
Ausbildung abschloss, aufgrund derer sie an der aktuellen Stelle ohne 
gesundheitliche Einschränkung (bei Vollzeitpensum) ein bedeutend höheres 
Einkommen erzielen könnte als an der vor Eintritt der Invalidität 
innegehabten Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 15. April 2016, IV 2014/387).

Besetzung

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen

Christiane Gallati Schneider und Marie-Theres Rüegg Haltinner;

Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2014/387

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Géraldine Walker, advokaturbüro

kernstrasse, Kernstrasse 10, Postfach 1149, 8026 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 25. Juni 2009 bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an. Sie gab dabei an, seit November 2006 leide sie an sehr starker 

Migräne, die sich seit einem Unfall verstärkt habe, an starken Schmerzen an Nacken 

und Schulter (Schleudertrauma), sowie an einer Diskushernie (IV-act. 4). Die Versicherte 

hatte am 5. November 2006 bei einem durch eine fragliche Synkope verursachten 

Verkehrsunfall eine Commotio cerebri und eine HWS-Distorsion erlitten (Fremdakten, 

Kurzbericht Kantonsspital Glarus, Klinik für Chirurgie, vom 16. November 2006). Am 29. 

Januar 2007 hatte sie einen weiteren Verkehrsunfall erlitten (von hinten aufgefahrener 

Wagen, IV-act. 12). Am 26. Oktober 2008 hatte Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin 

FMH, der Unfallversicherung berichtet, dass die Versicherte nun praktisch vollständig 

rehabilitiert sei (Fremdakten).

A.b  Dr. med. C.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Beratungs- und 

Therapiestelle D.___, behandelte die Versicherte vom 8. Juni bis 18. November 2009. 

Er diagnostizierte eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome 

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(ICD-10: F32.2) und attestierte der Versicherten für die Behandlungszeit eine 

vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 51; Arztbericht vom 19. April 2010).

A.c  Zwischenzeitlich, vom 14. September bis 10. Oktober 2009, hatte sich die 

Versicherte in der Klinik Valens zur stationären Rehabilitation aufgehalten. Dabei 

wurden als Diagnosen unter anderem ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom 

linksbetont, ein chronisches cervicospondylogenes Syndrom beidseits, der Verdacht 

auf analgetika-induzierten Kopfschmerz, Migräne mit und ohne Aura sowie der 

Verdacht auf eine reaktive depressive Episode festgehalten. Es bestünden vor allem 

Defizite bei der lumbalen Stabilisationsfähigkeit und bei vorgeneigten Positionen. 

Aufgrund der psychosozialen Belastungssituation bestehe zusätzlich eine 

psychosomatische Komponente. Die als schwer einzustufende Arbeit als Betreuerin 

schwerstbehinderter Menschen sei nicht zumutbar. In leichten bis mittelschweren, 

wechselbelastenden Tätigkeiten bzw. in einer leichteren Pflegetätigkeit sei die 

Versicherte voll arbeitsfähig (Klinik Valens, Arztbericht zuhanden der IV vom 2. 

Dezember 2009, IV-act. 36-1 ff.).

A.d  Das Behindertenzentrum E.___, wo die Versicherte seit 1. September 2008 als 

Betreuerin (Agogin) mit Fachausbildung in einem seit 1. September 2009 auf 80 % 

reduziertem Pensum gearbeitet hatte, kündigte das Arbeitsverhältnis aufgrund des 

krankheitsbedingten Ausfalls auf den 30. September 2009 (IV-act. 11; IV-act. 15-2; IV-

act. 23).

A.e  Am 18. Dezember 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien die 

Möglichkeiten einer beruflichen Eingliederung zu prüfen (IV-act. 37). Nachdem am 9. 

Februar 2010 eine Bandscheibenoperation durchgeführt wurde, schloss die 

Eingliederungsverantwortliche den Fall am 16. Februar 2010 ab (IV-act. 43; vgl. auch 

Stellungnahme des RAD vom 17. Februar 2010, IV-act. 44). Die IV-Stelle teilte der 

Versicherten am 24. Februar 2010 mit, es seien zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 46).

A.f  Dr. med. F.___, Allgemeine Medizin FMH, verwies im Arztbericht vom 24. Mai 2010 

in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf die Einschätzung der 

Klinik Valens. Es sei trotz der Operation keine Besserung eingetreten. Die 

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Einschränkungen liessen sich durch die Umschulung auf einen Beruf ohne körperliche 

Belastung vermindern (IV-act. 55-1 ff.). Die IV-Stelle nahm daraufhin die berufliche 

Eingliederung am 1. Juli 2010 wieder auf (IV-act. 57, 61). In einem Assessment wurde 

übereingekommen, dass die Versicherte vom 1. Dezember 2010 bis 3. Mai 2011 an 

einem Eingliederungsprogramm des RAV beim G.___ teilnehmen werde 

(Ergebnisprotokoll nach Assessmentgespräch vom 22. November 2010, IV-act. 77; 

Assessmentprotokoll bis 13. Dezember 2010, IV-act. 78).

A.g  Die Versicherte trat am 1. Februar 2011 eine Stelle als Betreuerin mit Fachausweis 

im H.___ in einem 50 %-Pensum an (IV-act. 89).

A.h  Dr. med. I.___, Facharzt für Neurochirurgie, berichtete am 5. September 2011, der 

Gesundheitszustand habe sich seit 13. Oktober 2010 verschlechtert. Die Versicherte 

leide an einem lumbovertebralen Schmerzsyndrom, insbesondere mit Flankenschmerz 

links, sowie an Spannungskopfschmerz und zusätzlichen Migräneattacken. Eine höhere 

Arbeitsfähigkeit als 50 % sei voraussichtlich nicht zu erreichen (IV-act. 90). Da sich die 

Versicherte nicht mehr als 50 % arbeitsfähig fühlte, wurden weitere berufliche 

Massnahmen am 29. November 2011 mit Mitteilung an die Versicherte abgewiesen (IV-

act. 98; IV-act. 101).

A.i Am 23. Dezember 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es sei eine 

medizinische Abklärung im Zentrum für Medizinische Begutachtung Basel (ZMB) 

durchzuführen (IV-act. 104, 120). Der Arbeitgeber teilte der IV-Stelle am 6. Juni 2012 

mit, die Versicherte habe am 4. Juni 2012 während der Begutachtung einen 

psychischen Zusammenbruch erlitten und befinde sich aktuell in psychiatrischer 

Behandlung (IV-act. 111). Dr. med. J.___, Ärztin Psychiatrie, Kantonsspital Glarus, 

berichtete am 19. Juli 2012 der Hausärztin Dr. med. K.___, Allgemeine Innere Medizin, 

die Versicherte sei vom 4. Juni bis 13. Juli 2012 hospitalisiert worden. Die 

notfallmässige Aufnahme sei erfolgt nach Panikattacken bzw. Neigung zu 

hypochondrischem Dramatisieren und Agieren mit erregten, hoch emotionalen 

Auftritten in verschiedenen medizinischen Institutionen. Als Noxen sei tägliches Kiffen 

angegeben worden, da die Schmerzen sonst nicht auszuhalten seien. Offensichtlich sei 

das bei Bedarf verschriebene Xanax vermehrt eingenommen worden. Als Diagnosen 

nannte sie eine Angst- und Somatisierungsstörung bei Persönlichkeit mit histrionischen 

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und dependenten Zügen, eine chronische Lumboischialgie sowie Cannabiskonsum und 

Tranquilizermissbrauch (IV-act. 119).

A.j Vom 4. bis 8. Februar 2013 wurde die Versicherte im ZMB polydisziplinär 

(Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie) begutachtet 

(Gutachten vom 21. März 2013, IV-act. 126). Dabei wurden folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben: eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, differenzialdiagnostisch eine dissoziative Störung, gemischt 

(=Konversionsstörung), eine Angst- und depressive Störung, gemischt, eine 

Panikstörung, histrionisch-akzentuierte Persönlichkeitszüge, chronische 

cervikothorakale Schmerzen sowie ein chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom 

(IV-act. 126-41). Rein somatisch seien der Versicherten körperlich schwere, 

insbesondere rückenbelastende Tätigkeiten, sowie Arbeiten in Zwangshaltung nicht 

mehr zuzumuten. Alle übrigen Tätigkeiten könne die Versicherte rein somatisch 

betrachtet ohne jegliche Einschränkung ausüben. Die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit resultiere aus der chronischen Schmerzsymptomatik, welche dominant 

durch das psychosomatische Leiden bedingt sei. Hier sei der Versicherten eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % zuzubilligen, wovon 40 % auf den 

psychosomatischen Anteil und 10 % auf die somatische Komponente entfielen (IV-act. 

126-43). Diese Einschätzung gelte seit dem ersten Unfall von 2006 (IV-act. 126-44).

A.k  Die Versicherte bestritt am 2. Mai 2013 gegenüber der IV-Stelle, dass sie je täglich 

Cannabis konsumiert habe. Sie nehme Cannabis nur bei ausserordentlichen 

Schmerzen und in der Freizeit ein (IV-act. 132). Der psychiatrische Gutachter des ZMB, 

Dr. med. L.___, äusserte sich auf Anfrage der IV-Stelle am 3. Juni 2013, über den 

Konsum seien im Austrittsbericht des Kantonsspitals Glarus keine weitere Angaben, 

z.B. über dessen Ausmass, vermerkt. Die Versicherte habe einen Abusus psychotroper 

Substanzen verneint und es hätten klinisch auch keine Hinweise dafür bestanden. Ein 

allfällig wieder aufgenommener Cannabiskonsum würde nicht zu einer zusätzlichen 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen und damit an der Gesamtbeurteilung des 

Gutachtens nichts ändern (IV-act. 134).

A.l Der RAD befand am 8. Juli 2013, auf das Gutachten des ZMB könne nicht abgestellt 

werden. Der Bericht des Kantonsspitals Glarus beschreibe eine zeitweise ausgeprägte 

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Entzugssymptomatik des Tranquilizers Xanax. Der Beginn der Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit im Jahr 2006, die psychiatrisch attestierte 40 %ige Arbeitsunfähigkeit 

sowie die Diagnose der Panikstörung seien nicht nachvollziehbar bzw. plausibel 

begründet (IV-act. 135).

A.m Dr. med. M.___, Oberarzt, Leiter Tagesklinik Psychiatrie-Zentrum N.___, hielt im 

Arztbericht vom 3. Dezember 2013 fest, die Versicherte werde seit 5. Dezember 2012 

ambulant behandelt (zuvor durch Frau O.___, Ambulatorium P.___). Sie konsumiere 

keine psychotropen Substanzen. Es bestehe unter anderem eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) vor dem 

Hintergrund einer familiären Belastungssituation und eine aktuell mittelgradige 

depressive Episode (ICD-10: F32.1). Die Arbeitsunfähigkeit betrage 50 % (IV-act. 144).

A.n  Der RAD hielt am 9. Dezember 2013 dafür, sowohl der Gutachter als auch Dr. 

M.___ beschrieben ein im Wesentlichen vergleichbares psychisches Zustandsbild im 

Sinne einer mittelgradigen depressiven Symptomatik in Kombination mit einer 

gestörten Schmerzverarbeitung. Die Diagnosen des Behandlers seien nachvollziehbar 

und plausibel. Seit Beginn der Behandlung bei Dr. M.___ am 5. Dezember 2012 sei die 

Versicherte aus psychiatrischer Sicht zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 

(IV-act. 145).

A.o  Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens (Rentenanspruch) in Aussicht (IV-act. 148). In der 

Folge erhoben die Versicherte am 20. Februar 2014 (IV-act. 152; IV-act. 162) und die 

Personalvorsorge Q.___ am 16. Mai 2014 (IV-act. 160) gegen den Vorbescheid 

Einwand.

A.p  Mit Verfügung vom 11. Juli 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

(Anspruch auf eine Invalidenrente) bei einer Qualifikation von 80 % Erwerbstätigkeit 

und 20 % Tätigkeit im Haushalt und einem Invaliditätsgrad von 8 % ab. Eine 

mittelgradige depressive Episode stelle gemäss gängiger Rechtsprechung keinen 

invalidisierenden Gesundheitsschaden dar. Das Leiden sei grundsätzlich therapeutisch 

angehbar. Aus den vorliegenden Unterlagen gehe hervor, dass eine Intensivierung der 

Therapie indiziert wäre. Deshalb seien die Voraussetzungen zum Bezug einer IV-Rente 

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trotz Vorliegens einer medizinisch attestierten Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt (IV-act. 

166).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 11. Juli 2014 erhebt A.___ am 4. September 2014 

Beschwerde. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es sei ihr rückwirkend ab 22. Juni 2009 eine halbe 

IV-Rente zuzüglich Zins von 5 % auszurichten. Bei der Berechnung sei ein 

invaliditätsbedingter Abzug von 15 % einzusetzen. Es seien ihr die unentgeltliche 

Rechtspflege und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Die im 

MEDAS-Gutachten (vom 21. März 2013) aufgeführten Diagnosen, welche Einfluss auf 

ihre Arbeitsfähigkeit hätten, würden völlig ausser Acht gelassen. Es sei zudem nicht 

nachvollziehbar, wieso die Beschwerdegegnerin auf eine mittelgradig depressive 

Episode komme und diese als einziges relevantes psychisches Leiden für 

erwähnenswert halte. Gemäss dem psychiatrischen Gutachter bleibe offen, ob es 

gelinge, sie auf die Hintergründe und anschliessend auf eine Psychotherapie 

hinzuführen. Somit sei klar, dass eine Intensivierung der Therapie nicht zwingend zu 

einer Verbesserung des Zustandes führe. Der Verweis auf die Rechtsprechung zur 

mittelgradigen depressiven Episode sei unzutreffend (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Der RAD habe eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren sowie eine mittelgradige depressive Episode 

diagnostiziert und die Arbeitsfähigkeit angestammt sowie adaptiert auf 50 % 

festgelegt. Es sei möglich, aus juristischer Sicht von den medizinischen 

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen abzuweichen. Somatisch bedingt werde der 

Beschwerdeführerin sowohl von den Gutachtern als auch vom RAD eine lediglich 10 

%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten attestiert. 

Die Berichte wiesen die Depression zudem klar als therapeutisch angehbares reaktives 

Geschehen auf bestimmte belastende Lebensereignisse aus (schwierige familiäre 

Verhältnisse, Tod der Mutter). Aus den Berichten ergebe sich ferner, dass die 

zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht optimal und nachhaltig ausgeschöpft 

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worden seien. Es fehle somit an einer dauerhaften Depressionstherapie, deren 

Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde (act. G 4).

B.c  Mit Verfügung vom 5. Januar 2015 wies die Verfahrensleitung das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege ab (act. G 11).

B.d  Die Beschwerdeführerin verzichtet auf eine Replik (act. G 14).

B.e  Mit am 18. Februar 2016 beim Versicherungsgericht eingegangener Eingabe 

informiert die Beschwerdeführerin über stationäre Aufenthalte in den Kliniken R.___ 

vom 26. bis 27. März 2015 und Valens vom 14. September bis 10. Oktober 2015 und 

reicht aktuelle medizinische Unterlagen ein (act. G 15-15.4).

Erwägungen

1. 

1.1  Streit- und Anfechtungsgegenstand (vgl. dazu BGE 125 V 414 f. E. 1, 2a und 2b) 

des vorliegenden Verfahrens bildet das mit Verfügung vom 11. Juli 2014 abgewiesene 

Rentenbegehren. Die richterliche Überprüfung einer Verwaltungsverfügung ist 

grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung eingetretenen 

Sachverhalt beschränkt (BGE 131 V 243 E. 2.1; BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Die 

am 18. Februar 2016 (act. G 15) eingegangenen medizinischen Unterlagen (act. 15.1-4) 

gehören daher nicht zum im vorliegenden Verfahren massgeblichen Sachverhalt und 

können nur berücksichtigt werden, soweit sie sich auf den zurückliegenden relevanten 

Zeitraum beziehen.

1.2  Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) definiert Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Unter 

Erwerbsunfähigkeit versteht das Gesetz den durch die gesundheitliche 

Beeinträchtigung verursachten Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

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zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

1.3  Voraussetzung einer invalidisierenden Gesundheitseinschränkung ist zunächst, 

dass diese Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei 

diagnostiziert worden ist (BGE 130 V 396; BGE 141 V 285 E. 2.1). Dies bedeutet nicht, 

dass eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit gleichbedeutend mit dem 

Vorliegen einer Invalidität ist. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der 

Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der 

Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein (BGE 127 V 298 E. 4c; 

BGE 136 V 279 S. 281 E. 3.2.1).

1.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen).

1.5  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 141 V 14 E. 6.3.1; BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

2. 

2.1  Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt ausreichend abgeklärt ist, 

insbesondere ob auf das Gutachten des ZMB vom 21. März 2013 abgestellt werden 

kann.

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2.2  Das ZMB-Gutachten hält fest, für die geklagten neurologischen Beschwerden mit 

Gefühlsstörungen in beiden Beinen könnten neurologisch keine Erklärungen gefunden 

werden. Es handle sich um pseudoneurologische Phänomene. Die geklagte 

Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule habe bei den nicht orthopädischen und 

nicht neurologischen Untersuchungen nicht beobachtet werden können. Organisch 

finde sich kein Substrat, welches die geklagte Bewegungseinschränkung und 

Schmerzhaftigkeit der Halswirbelsäule erklären könnte (IV-126-42 f.). Rein aufgrund der 

somatisch erhebbaren Befunde seien der Beschwerdeführerin körperlich schwere, 

insbesondere rückenbelastende Tätigkeiten nach postoperativem Zustand nach 

Sequesterentfernung nicht mehr zuzumuten. Die Beschwerdeführerin sollte auch nicht 

in Zwangshaltung arbeiten müssen. Alle übrigen Tätigkeiten könne die 

Beschwerdeführerin rein somatisch beurteilt ohne jegliche Einschränkung ausüben (IV-

act. 126-43). Das dominante Problem der Beschwerdeführerin bestehe in einer 

erheblichen psychosomatischen Entwicklung. Diese könne man als anhaltende 

Schmerzstörung bei dominant muskulären Beschwerden vor allem im Rücken 

diagnostizieren. Diese Entwicklung könne man aber bei pseudoneurologischen 

Beschwerden, Phänomenen wie einer histrionisch anmutenden Panikstörung mit 

Zittern, unspezifischen Schwindelzuständen, Übelkeit, Erbrechen und so weiter auch 

als eine dissoziative Störung bzw. Konversionsstörung diagnostizieren. Aufgrund der 

chronischen, auch somatisch bedingten Schmerzproblematik bestehe eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %. Hiervon seien 40 % psychosomatisch 

und 10 % somatisch bedingt (IV-act. 126-43).

2.3  Die somatische Beurteilung der Gutachter stimmt im Wesentlichen mit derjenigen 

der Klinik Valens überein: Diese hatte am 2. November 2009 berichtet, es hätten sich 

im Jobmatch vor allem Defizite bei der lumbalen Stabilisationsfähigkeit und bei 

vorgeneigten Positionen gezeigt. Die aktuelle Belastbarkeit liege im Bereich einer 

leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit. Arbeiten über Schulterhöhe 

sowie vorgeneigtes Stehen sollten nur selten vorkommen. Somit sei die bisherige 

berufliche Tätigkeit als Betreuerin von schwerstbehinderten Menschen im Moment 

nicht zumutbar. Die Beschwerdeführerin sei jedoch voll arbeitsfähig für eine andere, 

leichtere Pflegetätigkeit (IV-act. 36-3). Der RAD nahm am 9. Dezember 2013 Stellung, 

aus rein somatischer Sicht könne vollumfänglich auf die entsprechenden Teilgutachten 

des ZMB abgestellt werden. Bei Status nach mikrochirurgischer Sequesterentfernung 

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könnten theoretisch Vernarbungen als Schmerzursache angenommen werden. Zudem 

liessen sich leichte degenerative Veränderungen feststellen. Für die weiteren geklagten 

Beschwerden wie Gefühlsstörungen in den Beinen, Flankenschmerzen links sowie 

Bewegungseinschränkung und Schmerzen der HWS finde sich kein organisches 

Substrat. Aufgrund dieser Befunde könne eine maximal 10 %ige Arbeitsunfähigkeit für 

leidensadaptierte Tätigkeiten (körperlich leichte bis mittelschwere, rückenadaptierte 

und wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ohne 

repetitive Gewichtsbelastungen von 10 kg oder mehr) bestätigt werden (IV-act. 145-3). 

Von diesen im Wesentlichen übereinstimmenden fachmedizinischen Beurteilungen 

weicht jene von Dr. I.___ vom 5. September 2011 ab. Er diagnostizierte ein 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie Spannungskopfschmerz und zusätzliche 

Migräneattacken und schätzte die Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten auf 

50 %. Dies begründete er im Wesentlichen mit dem Vorliegen einer 

Belastungsinsuffizienz und einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

gegenüber seinem Bericht vom 13. Oktober 2010, wo er noch - wenn überhaupt - eine 

Arbeitsunfähigkeit auf höchstens 50 % begrenzen wollte (IV-act. 76-2 f.; IV-act. 90). 

Der RAD beurteilte diese Einschätzung eines verschlechterten Gesundheitszustandes 

am 29. November 2011 als nicht nachvollziehbar, da die Versicherte seit Februar 2011 

in einem 50 %-Pensum die nicht optimal adaptierte Arbeitstätigkeit wieder 

aufgenommen habe. In einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit müsste eine ganztägige 

Arbeitsfähigkeit - gegebenenfalls mit reduzierter Leistungsfähigkeit aufgrund eines 

erhöhten Pausen-/Erholungsbedarfs - realisierbar sein; andernfalls sei eine 

Begutachtung angezeigt, die wie dargelegt durchgeführt wurde (IV-act. 102-3). Für 

diese Einschätzung spricht auch der Umstand, dass die Hausärztin am 24. Mai 2010 

dafür hielt, es sei nach der Operation vom 9. Februar 2010 durch Dr. I.___ wieder 

derselbe Zustand eingetreten, wie ihn die Klinik Valens beschrieben habe (IV-act. 55). 

Es erscheint zudem plausibel, dass Dr. I.___ in seine Beurteilung nicht nur organisch 

nachgewiesene somatische, sondern auch psychogene Beschwerden einbezogen hat, 

hoffte er doch am 8. Februar 2010 noch, dass sich das Beschwerdebild durch die 

Operation verbessern lasse und nicht bereits die sekundäre Somatisierung überwiege 

(IV-act. 55-10). Aus rein somatischer Sicht ist daher auf das ZMB-Gutachten 

abzustellen und von einer um 10 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit für adaptierte 

Tätigkeiten auszugehen.

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2.4 

2.4.1  Der psychiatrische Gutachter, Dr. L.___, hält fest, die Beschwerdeführerin habe 

ihre Stimmung als auf und ab gehend, als schwankend zwischen Traurigkeit, 

Resignation, Verzweiflung und Kämpfenwollen beschrieben. Sie sei einmal traurig, 

dann wieder eher wütend und frustriert. Objektiv entspreche der Affekt der 

Selbstbeschreibung. Grundsätzlich werde er getragen von einer eher dominant-

depressiven Stimmungslage, einmal im Sinne einer verzweifelten, ernsthaften, dann 

klagenden Berichterstattung. Immer wieder habe die Beschwerdeführerin Tränen in den 

Augen, deutlich werde ihre Auflehnung und Frustration über die Erfolglosigkeit aller 

Therapien. Durchschnittlich könne von einer leichten bis mittelschweren, vorwiegend 

apathisch gehemmten depressiven Stimmungslage gesprochen werden. An laviert-

depressiven Symptomen berichte die Versicherte, dass sie nur mit Seroquel gut 

schlafen könne. Der Appetit sei wechselnd, sozial habe sie sich zurückgezogen und 

ihre Hobbys, Turnen und Volleyball, aufgeben müssen. Beim inhaltlichen Denken zeige 

sich eine deutliche hypochondrische Komponente, die Beschwerdeführerin äussere 

Ängste, „durchzudrehen“ oder am liebsten sterben zu wollen, um alle gesundheitlichen, 

psychologischen und sozialen Probleme, den durch die Schmerzproblematik 

ausgelösten Druck, auf einen Schlag los zu sein. Aus Ängsten, einem Gefühl des Nicht-

mehr-schaffens, meide die Beschwerdeführerin grössere Menschenansammlungen. 

Auch das Alleinsein bereite ihr Ängste. Sie berichte weiter über Panikattacken, die ein 

Zittern, Hyperventilieren, ein Schlechtwerden und Bauchschmerzen auslösten. Sie 

habe Angst, in der Öffentlichkeit ohnmächtig zu Boden zu stürzen und keine Hilfe zu 

erhalten. Glücklicherweise habe sie jemanden gefunden, der sie ins ZMB begleitet 

habe (IV-act. 126-36 ff.). Beurteilend hielt der Gutachter fest, in der Lebensgeschichte 

liessen sich zwei wichtige belastende Faktoren feststellen: Zum einen sei die 

Beschwerdeführerin als Kind albanischstämmiger und muslimischer serbischer 

Emigranten in der Schweiz aufgewachsen, habe sich persönlich und kulturell als 

Schweizerin verstanden und sei damit in Konflikt mit den traditionellen Vorstellungen 

ihrer Eltern geraten. Sie habe für ihre Eigenständigkeit gekämpft und diese äusserlich 

erreicht, innerlich bestehe ein gewisser Konflikt zu den Massstäben ihrer Eltern und sie 

frage sich, ob sich in ihren gesundheitlichen Problemen eine Strafe Gottes 

manifestiere. Der zweite belastende Moment sei der unvermittelte Tod ihrer Mutter, die 

im Alter von 43 Jahren auf offener Strasse zusammengebrochen und an einem 

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Herzinfarkt verstorben sei (vgl. dazu IV-act. 126-33). Dies sei zweifellos für die 

Beschwerdeführerin ein Trauma und auch aktuell habe sie selbst Ängste, irgendwo auf 

der Strasse umzufallen, keine Hilfe zu erhalten und zu sterben. Der Umstand, dass sie 

in ihrem gegenwärtigen Leiden ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit eingebüsst 

habe, belaste sie auf bewusster Ebene stark. Sie sei mit sich selbst unzufrieden, lehne 

sich gegen ihre Behinderung auf, sei über sich enttäuscht und setze sich unter Druck. 

Gleichzeitig sei sie aber unbewusst von dieser Situation überfordert und trage Konflikte 

zwischen Selbständigkeit und Abhängigkeit, zwischen erwarteter Rolle und eigenen 

Lebensplänen in sich. Dieser unbewusste Konflikt bringe sich in einer deutlichen 

psychosomatischen Überlagerung möglicherweise somatisch begründbarer 

Beschwerden zum Ausdruck. Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4 [Differenzialdiagnose: 

dissoziative Störung gemischt, ICD-10: F41.2]) sowie eine Panikstörung (ICD-10: 

F41.0). In der interdisziplinären Beurteilung wurden zusätzlich histrionisch-akzentuierte 

Persönlichkeitszüge festgehalten (IV-act. 126-38 und 41). Gesamthaft schätzen die 

Gutachter die Arbeitsfähigkeit zu 50 % für eingeschränkt (IV-act. 126-43).

2.4.2  Der die Beschwerdeführerin seit 5. Dezember 2012 in der Tagesklinik des 

Psychiatrie-Zentrums N.___ behandelnde Dr. M.___ berichtete am 1. Oktober (IV-act. 

141) bzw. 3. Dezember 2013 (IV-act. 144), aufgrund der depressiven Symptomatik und 

der wiederholten Schmerzzustände bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Die 

Beschwerdeführerin befinde sich mit der Tätigkeit als Behindertenbetreuerin mit 50 % 

Pensum an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) vor dem Hintergrund einer familiären 

Belastungssituation sowie eine aktuell mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 

F32.1). Dr. M.___ beschreibt eine Störung der Affektivität, Affektarmut und eine 

deutliche Störung der Vitalgefühle. Die Beschwerdeführerin sei deutlich deprimiert, 

hoffnungslos, gereizt, innerlich unruhig und ausgeprägt klagsam. Es bestünden 

Anzeichen für Insuffizienzgefühle und Affektstarrheit und ein sozialer Rückzug (IV-act. 

144-2, 3).

2.4.3  Es erscheint fraglich, ob bei dieser Aktenlage als ausgewiesen angenommen 

werden kann, es liege keine Panikstörung vor, wie der RAD in den Stellungnahmen 8. 

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Juli 2013 und 9. Dezember 2013 annimmt (IV-act. 135-2, 145-1). Wesentlich erscheint 

aber, dass sowohl der Gutachter wie auch Dr. M.___ ein im Wesentlichen 

vergleichbares Zustandsbild im Sinne einer mittelgradigen depressiven Symptomatik in 

Kombination mit einer gestörten Schmerzverarbeitung beschreiben, wie der RAD am 9. 

Dezember 2013 festhält, und die Arbeitsunfähigkeit übereinstimmend auf 50 % 

einschätzen (IV-act. 145-2, 3). Dem ist zu folgen. Nachdem sowohl der psychiatrische 

Gutachter (Stellungnahme vom 3. Juni 2013, IV-act. 134) als auch Dr. M.___ (IV-act. 

144-2) einen relevanten Konsum psychotroper Substanzen verneinen, drängen sich 

auch keine weiteren Abklärungen auf.

2.5 

2.5.1  Rückblickend bezeichneten die Gutachter ihre Beurteilung als seit dem ersten 

Unfall 2006 geltend (IV-act. 126-44), allerdings ohne dies zu begründen oder auf die 

Vorakten einzugehen, wie der RAD zu Recht kritisch bemerkte (vgl. IV-act. 135-2). Der 

RAD führte zum Verlauf aus, die Schmerzen hätten 2006 begonnen. Eine psychische 

Komponente im Sinne einer Anpassungsstörung sei erst seit Juni 2009 beschrieben. 

Bei der Anpassungsstörung handle es sich in der Regel um eine leichte Symptomatik. 

Im Juni 2010 sei erstmals deutlich aus psychiatrischer Sicht der Beginn einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erwähnt worden. Die anhaltende 

Schmerzstörung habe zu einer zunehmenden depressiven Entwicklung geführt. Seit 

der Behandlung bei Dr. M.___ ab dem 5. Dezember 2012 sei eine mittelgradige 

depressive Symptomatik anzunehmen. Seither sei die Beschwerdeführerin in der 

bisherigen Tätigkeit als Agogin wie auch in einer angepassten Tätigkeit aus 

psychiatrischer Sicht zu 50 % eingeschränkt (IV-act. 145-2 f.).

2.5.2  Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist überwiegend durch dem 

Fachgebiet der Psychiatrie zuzuordnende Beschwerden eingeschränkt (IV-act. 126-43). 

In somatischer Hinsicht attestierte die Klinik Valens der Beschwerdeführerin eine volle 

Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (IV-act. 36-3, Bericht vom 2. 

Dezember 2009), welche Einschätzung die Gutachter praktisch übernahmen (IV-act. 

126-43). Das Psychiatrie-Zentrum N.___ erklärte die Beschwerdeführerin noch im 

Sommer 2010 aus psychiatrischer Sicht als Agogin zu 100 % arbeitsfähig; einzig 

wegen orthopädischer Beschwerden (Bandscheibenprolaps) habe an der letzten 

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Arbeitsstelle eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiert (IV-act. 64, 

Berichteingang am 2. Juli 2010; vgl. auch Austrittsbericht des Kantonsspitals Glarus 

vom 12. Februar 2010, IV-act. 55-5 f.). Ab September 2011 erfolgten verschiedene 

Abklärungen und Behandlungen (Kopfwehzentrum Klinik S.___ [IV-act. 126-62 ff.], 

Schmerzzentrum Kantonsspital St. Gallen [IV-act. 126-58 ff.], Behandlung im Spital 

T.___ wegen dreitägiger Migräneattacke [IV-act. 126-53 ff.], neurologische Abklärung 

durch Dr. med. U.___ [IV-act. 126-50 f.]). Diese überwiegend somatischen Abklärungen 

führten zu keiner Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit. Vom 

4. Juni bis 13. Juli 2012 wurde sodann nach einer Panikattacke ein längerer 

Spitalaufenthalt notwendig, wonach eine gestufte Wiederaufnahme der Arbeit im 

August vorgesehen war (IV-act. 119-3). Indessen schloss sich an den stationären 

Aufenthalt zunächst eine tagesklinische Behandlung an (vgl. IV-act. 126-45). Seither 

befindet sich die Beschwerdeführerin in anhaltender psychiatrischer Behandlung, wie 

aus dem Arztbericht von Dr. M.___ zu schliessen ist (IV-act. 144-2). Die erwartete 

Besserung trat trotz fortgesetzter Behandlung nicht ein. Das zeigt sich auch daran, 

dass die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2013 nur noch im Stundenlohn angestellt 

war und einen Beschäftigungsgrad von knapp 50 % erreichte (vgl. act. G 5.6). In 

Anbetracht dieses Verlaufes erscheint überwiegend wahrscheinlich, dass die von den 

Gutachtern geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit 4. Juni 2012 bestand.

3. 

3.1  Zu beurteilen bleibt die invalidisierende Wirkung der medizinisch festgestellten 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

3.2  Beim Zusammentreffen einer zuverlässig diagnostizierten depressiven Episode 

oder Störung mit einer Schmerzstörung sind in erster Linie die (fach-) ärztlichen 

Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit massgeblich. Dabei 

stellt sich insbesondere die Frage, ob es sich bei der depressiven Problematik um ein 

vom Schmerzgeschehen losgelöstes selbständiges Leiden von erheblicher Schwere, 

Intensität, Ausprägung und Dauer handelt. Dazu ist fachärztlicherseits Stellung zu 

nehmen wie auch zur Bedeutung psychosozialer und soziokultureller 

Belastungsfaktoren im Kontext (vgl. Urteil 8C_162/2013 vom 17. Juli 2013 E. 4.2). Das 

Bundesgericht hat die Vermutung, Schmerzsyndrome und vergleichbare 

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psychosomatische Leiden seien überwindbar, in BGE 141 V 381 aufgegeben. Das 

bisherige Regel-/Ausnahme-Modell wurde durch einen strukturierten, normativen 

Prüfungsraster ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f.). Das funktionelle Leistungsvermögen 

sei anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 296 f. E. 4.1 und S. 298 ff., E. 4.3). 

Diese betreffen den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung (zit. Urteil E. 4.3.1), die 

Persönlichkeit (zit. Urteil E. 4.1.3 ff.), den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.3) sowie die 

Konsistenz (zit. Urteil E. 4.4). Der medizinische Gutachter hat das Leistungsvermögen 

einzuschätzen und dabei den einschlägigen Indikatoren zu folgen. Die Rechtsanwender 

überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 

massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie 

ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die 

versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage 

erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn, 

je nach ihren fachlichen und funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und 

derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, 

getrennte Prüfung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (zit. Urteil, 

E. 5.2.2. und 5.2.3).

3.3  Hinsichtlich der invalidisierenden Wirkung führt das Gutachten aus, theoretisch 

könne aufgrund der Anamnese davon ausgegangen werden, dass tatsächlich ein 

psychischer Konflikt im Hintergrund die Hauptursache der gegenwärtigen 

psychosomatischen Problematik sei. Die Beschwerdeführerin habe einerseits ein 

Leben lang für ihre Unabhängigkeit und Loslösung aus ihrem primären kulturellen 

Umfeld gekämpft. Sie habe sich immer als Schweizerin verstanden und unbedingt ihre 

Unabhängigkeit verteidigen wollen, womit sie in einen Konflikt zu ihrer Familie 

gekommen sei. Als weiteres belastendes Moment finde sich der überraschende 

Todesfall der Mutter im Alter von 43 Jahren; die Beschwerdeführerin sei damals __ 

Jahre alt gewesen. Auch dieses Ereignis habe nicht adäquat verarbeitet werden 

können (IV-act. 126-44; vgl. auch IV-act. 126-38 f.). Die Ursachen der psychischen 

Konfliktverhältnisse werden ausführlich und plausibel begründet. Auch Dr. M.___ 

vermerkte, die belastende Familiensituation könnte in einem Zusammenhang mit der 

Schmerzverarbeitung der Beschwerdeführerin stehen (IV-act. 144-3). Gegenüber Dr. 

J.___ berichtete die Beschwerdeführerin, anders als die restlichen Familienmitglieder 

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„eine Schweizerin sein“ zu wollen. Ergänzend wird in dieser Anamnese festgehalten, 

die Beschwerdeführerin sei im Alter von 20 Jahren zur Eheschliessung mit einem 

albanischen Mann gezwungen worden, mit dem sie eine ganz kurze Begegnung gehabt 

habe. Nach kurzer Zeit habe sie die Trennung und Scheidung durchgesetzt. Sie lebe 

jetzt mit ihrem Schweizer Freund zusammen, was ihr Vater jedoch nicht wissen dürfe 

(IV-act. 119-2, Bericht Psychiatrie Kantonsspital Glarus, Psychiatrie, vom 19. Juli 2012).

3.4  Die schwierige familiäre Situation ist zwar gemäss den medizinischen Gutachten 

eine wesentliche Ursache dafür gewesen, dass die Beschwerdeführerin erkrankt ist. 

Dies ändert aber nichts daran, dass sie gemäss den Einschätzungen der Gutachter und 

der behandelnden Ärzte an einer Krankheit leidet, die eine Leistungspflicht der 

Invalidenversicherung auslösen kann. Weil es sich bei der Invalidenversicherung um 

eine finale Versicherung handelt, ist irrelevant, ob die Gesundheitsbeeinträchtigung die 

Folge einer Erkrankung, eines Unfalls, einer psychosozialen Belastung oder einer Sucht 

ist. Massgebend sind vielmehr die Schwere der Gesundheitsbeeinträchtigung 

respektive deren Auswirkungen. Vorliegend ist die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin durch eine psychosomatisch bedingte chronische 

Schmerzsymptomatik beeinträchtigt, für die die Invalidenversicherung grundsätzlich die 

gesetzlichen Leistungen zu erbringen hat. Die Sachverständigen haben zwar auf eine 

Abhängigkeit der Schwere der Erkrankung von der psychosozialen Belastungssituation 

hingewiesen. Daraus kann für die Prüfung des Rentenbegehrens der 

Beschwerdeführerin aber nichts abgeleitet werden. Eine psychosoziale Entlastung 

dürfte zwar die Erkrankung positiv beeinflussen und damit letztlich eine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit bewirken. Die belastende familiäre Situation der Beschwerdeführerin 

kann jedoch nicht in dem Sinne beeinflusst werden, als die Gründe für die 

psychosomatische Problematik durch eine Veränderung in ihrem Leben entfallen 

könnten. Es besteht lediglich die Möglichkeit einer therapeutischen Aufarbeitung der 

die Beschwerden verursachenden Konflikte. Der psychiatrische Gutachter führt hierzu 

aus, es bleibe offen, ob eine vertiefte Psychotherapie mit Aufdeckung der 

hintergründigen und auch unbewussten Konflikte möglich sei. Generell könne dazu 

angemerkt werden, dass eine Intensivierung der Therapie auf mindestens eine Sitzung 

pro Woche indiziert wäre (IV-act. 126-39). Dr. M.___ erwähnt in seinem Bericht vom 3. 

Dezember 2013, die Beschwerdeführerin habe sich motiviert gezeigt, die 

psychotherapeutische Behandlung wieder intensiver aufzunehmen. Eine 

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unterstützende antidepressive medikamentöse Therapie wäre aus psychiatrischer Sicht 

sinnvoll. Jedoch habe die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten gehabt, sich auf diese 

Form der Therapie einzustellen und regelmässig mit starken Nebenwirkungen reagiert 

und die Medikation jeweils frühzeitig beendet (IV-act. 144-3). In Anbetracht der 

aktenkundigen, ohne durchschlagenden Erfolg verlaufenen Therapieversuche kann 

nicht davon ausgegangen werden, die Beschwerden könnten durch eine intensivere 

Therapie ohne weiteres überwunden werden. Zusammenfassend ist die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund einer psychosomatischen 

Erkrankung beeinträchtigt, die ihre mögliche Ursache in psychosozialen 

Belastungsfaktoren findet. Da zur Zeit auch keine schadenmindernde Massnahme in 

Betracht fällt, die eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit infolge einer psychosozialen 

Entlastung versprechen würde, kommt der psychosozialen Belastungssituation in 

diesem Verfahren keine Relevanz zu. Mangels vorhandener Inkonsistenzen in den 

Angaben der Beschwerdeführerin erscheint insgesamt überwiegend wahrscheinlich, 

dass das von der Beschwerdeführerin ausgeübte rund 50 %ige Arbeitspensum der 

Grenze ihrer zumutbaren Leistungsfähigkeit entspricht. Es besteht daher - auch mit 

Blick auf die neue Rechtsprechung (E. 3.2) - kein Anlass, aus rechtlichen Gründen von 

der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen.

4. 

4.1  Die angefochtene Verfügung qualifiziert die Beschwerdeführerin als 80 % im 

Erwerb und 20 % im Haushalt tätig und begründet dies damit, dass die 

Beschwerdeführerin vor Eintritt der gesundheitlichen Einschränkungen zu 80 % 

erwerbstätig gewesen sei (IV-act. 166-2). Die Beschwerdeführerin wurde nie 

ausdrücklich nach dem hypothetischen Arbeitspensum im Gesundheitsfall gefragt. Die 

Angabe von 80 % bis 90 % im Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen (IV-act. 

126-59) bezieht sich auf die „nächsten Monate“. Die Beschwerdeführerin war im V.___ 

vom 1. September 2001 bis zum 31. August 2008 zunächst vollzeitlich beschäftigt. Sie 

reduzierte ihr Pensum auf den 1. Januar 2005 auf 80 % und ab 16. August 2007 auf 50 

% (IV-act. 18-3). Da sie am 4. Juli 2007 ihren Fähigkeitsausweis als Agogin erhielt, 

welcher in der dreijährigen Berufsausbildung 1‘200 Lektionen im schulischen Bereich 

voraussetzt (IV-act. 15-2 f.), ist davon auszugehen, dass diese Reduktion des Pensums 

auf 80 % wegen dieser Ausbildung erfolgte. Die Herabsetzung auf 50 % dürfte bereits 

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gesundheitsbedingt erfolgt sein. Vom 1. September 2008 bis 1. September 2009 

arbeitete die Beschwerdeführerin im Behindertenzentrum E.___ wiederum 100 % (IV-

act. 11). Es fehlen Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall nicht vollerwerbstätig wäre. Im Gegenteil gab sie bei der Begutachtung 

wiederholt an, ihr Wunsch sei es, wieder vollständig gesund zu werden und wieder zu 

100 % berufstätig zu sein (IV-act. 126-20, 34). Es erscheint insgesamt überwiegend 

wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

vollerwerbstätig wäre. Die Invalidität ist demnach mit einem allgemeinen 

Einkommensvergleich zu ermitteln (vgl. nachfolgend E. 4.2).

4.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

4.3  Die Beschwerdeführerin verdiente als Betreuerin in der Institution V.___ im Jahr 

2005 (dem Jahr vor ihrem Unfall im November 2006) Fr. 38‘725.-- (Auszug individuelles 

Konto, IV-act. 9-2). Dieses Einkommen erzielte sie ab der Pensumreduktion auf 80 % 

ab 1. Januar 2005 (IV-act. 18). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 

(Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T39, Index Frauen 2005: 2386, 

2012: 2630) bis zum massgeblichen Jahr 2012 (BGE 129 V 222; vgl. nachfolgend E. 

4.5) resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 42‘685.--. Hochgerechnet auf ein 

Vollpensum ergibt sich ein Jahreslohn von Fr. 53‘356.--. Indes erzielte die 

Beschwerdeführerin im Werkheim H.___ im Jahr 2011 ein monatliches Einkommen von 

Fr. 2‘884.-- (IV-act. 89-7). Infolge der Orientierung der Gehaltspolitik des Werkheims 

H.___ an den Anstellungsbedingungen für das Staatspersonal des Kantons Zürich ist 

von einem 13. Monatslohn auszugehen , (act. G 19 und http://www.pa.zh.ch/internet/

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finanzdirektion/personalamt/de/anstellungs bedingungen/lohn_leistungen.html, act. G 

18, eingesehen am 17. März 2016), woraus sich ein Jahreseinkommen von Fr. 

37‘492.-- bei einem ihrer Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungsgrad von 50 

% ergibt. Dies legt nahe, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkung ebenso von der 

mit der Ausbildung zur Agogin verbundenen Einkommensentwicklung profitiert hätte 

und bei vollzeitlicher Tätigkeit den Jahreslohn von Fr. 74‘984.-- erzielen könnte. Unter 

Berücksichtigung der Nettolohnentwicklung (Index Frauen 2011: 2604; 2012: 2630) 

beträgt das Valideneinkommen Fr. 75‘733.--. Das Valideneinkommen als Lohn, den die 

betroffene Person erreichen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, entspricht 

somit vorliegend nicht dem ansonsten grundsätzlich massgeblichen letzten Verdienst 

vor Eintritt des Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 

2008, 9C_189/2008, E. 4.2), sondern aufgrund der ausgewiesenen 

Einkommensentwicklung dem mutmasslichen Einkommen als Agogin.

4.4 

4.4.1  Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie 

nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders 

stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr 

verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare 

neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können die Tabellenlöhne der LSE 

herangezogen werden (BGE 135 V 301 E. 5.2; U. MEYER/M. REICHMUTH, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich 2014, Art.  28a Rz 79).

4.4.2  Nachdem die Beschwerdeführerin gemäss Angaben der Arbeitgeberin vom 29. 

September 2014 im Jahr 2013 bloss noch im Stundenlohn beschäftigt war, im Jahr 

2014 mit einem 60 %-Einsatz überfordert war und die Arbeitgeberin durchblicken liess, 

dass sie auf Dauer nur begrenzte Möglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung habe (vgl. 

act. G 5.6), fehlt es dem Arbeitsverhältnis beim Werkheim H.___ an der für ein Abstellen 

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auf das tatsächliche Einkommen notwendigen Stabilität. Das Invalideneinkommen ist 

daher aufgrund des Tabellenlohnes zu ermitteln. Die Beschwerdeführerin verfügt über 

einen Ausweis in Pflegeassistenz sowie einen Fähigkeitsausweis als Agogin (IV-act. 

15-1 und 15-2). Sie ist daher dem Kompetenzniveau 2 gemäss Lohnstrukturerhebung 

(LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) zuzuordnen. Gemäss Ziff. 86-88 

(Gesundheits- und Sozialwesen) LSE 2012, Tab. T1 beträgt der Tabellenlohn demnach 

Fr. 5‘152.--. Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,8 Std. 

(BFS, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit [BUA], Ziff. 87) resultiert ein 

Jahreseinkommen von Fr. 64‘606.--. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % beträgt es Fr. 

32‘303.--. Dies ergibt einen Invaliditätsgrad von 57 %. Ein Grund für einen 

Tabellenlohnabzug, welcher nicht gesundheitsbedingt und damit bereits bei der 

Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt ist, ist nicht ersichtlich. Die 

Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine halbe Rente.

4.5  Zum Zeitpunkt der Entstehung des Rentenanspruchs ist Folgendes festzuhalten: 

Die Beschwerdeführerin meldete sich am 25. Juni 2009 bei der IV zum Leistungsbezug 

an. Ein Rentenanspruch kann somit gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG frühestens ab 

Dezember 2010 bestehen, sofern zu diesem Zeitpunkt das Wartejahr gemäss Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG bestanden war und eine mindestens 40 %ige Invalidität vorlag (Art. 28 

Abs. 1 lit. c IVG). Die Klinik Valens, wo die Beschwerdeführerin vom 14. September bis 

10. Oktober 2009 stationär behandelt wurde, beurteilte im Arztbericht vom 2. 

Dezember 2009 die bisherige Tätigkeit - die Beschwerdeführerin arbeitete damals in 

einem 80 %-Pensum im Behindertenzentrum E.___ (IV-act. 11) - als nicht mehr 

zumutbar (IV-act. 36-3). Somit bestand zwar seit spätestens Dezember 2009 während 

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch eine volle Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit. Hingegen attestierten sowohl die Klinik Valens als auch das 

Psychiatriezentrum N.___ eine volle Arbeitsfähigkeit für leichtere Pflegetätigkeiten bzw. 

aus psychiatrischer Sicht (IV-act. 36-3; IV-act. 64-2 f.). Die Beschwerdeführerin war 

mithin am 1. Dezember 2009 in adaptierter Tätigkeit voll arbeitsfähig. Da - wie 

angeführt - das Einkommen aus adaptierter Tätigkeit als Agogin höher ist als jenes in 

der angestammten Tätigkeit als Pflegeassistentin/Behindertenbetreuerin (vgl. E. 4.3), 

lag bei Ablauf der einjährigen Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit keine 

Invalidität von mindestens 40 % (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) vor. Erst ab 4. Juni 2012 liegt 

auch in adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vor und aufgrund des 

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Einkommensvergleichs eine Invalidität von 57 % (E. 4.4). In Anbetracht der 

fortdauernden vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit war das 

Wartejahr am 1. Juni 2012 erfüllt. Die Beschwerdeführerin hat somit ab 1. Juni 2012 

Anspruch auf eine halbe Rente.

5. 

5.1  Die Beschwerde ist dahingehend gutzuheissen, dass die Verfügung vom 11. Juli 

2014 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Juni 2012 eine halbe 

Rente zuzusprechen ist. Die Beschwerdeführerin beantragte nebst einer halben Rente 

einen Zins von 5 % ab 22. Juni 2009. Darüber ist im Beschwerdeverfahren mangels 

Anfechtungsgegenstands nicht zu befinden. Es wird Sache der Beschwerdegegnerin 

sein, im Rahmen der Umsetzung dieses Entscheids als erste Instanz auch über die 

Zinspflicht zu entscheiden (vgl. Art. 26 ATSG und Art. 7 der Verordnung über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11). Zur Festsetzung 

und Ausrichtung der Rentenleistung samt allfälligen Zinsen ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

5.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden 

Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

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St.Galler Gerichte

1. 

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Verfügung vom 11. Juli 

2014 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Juni 2012 eine halbe 

Rente zugesprochen wird. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung samt 

allfälligen Zinsen wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von 

der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.04.2016
	Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG: Abstellen auf ein medizinisches Gutachten, das in den wesentlichen Punkten (insbesondere der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit) mit den übrigen Akten übereinstimmt. Qualifikation der Beschwerdeführerin als vollerwerbstätig, da sie an zwei Arbeitsstellen jeweils längere Zeit vollzeitlich arbeitete. Valideneinkommen: Das letzte vor Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen ist nicht massgebend, da die Beschwerdeführerin noch vor Eintritt der Invalidität eine zusätzliche Ausbildung abschloss, aufgrund derer sie an der aktuellen Stelle ohne gesundheitliche Einschränkung (bei Vollzeitpensum) ein bedeutend höheres Einkommen erzielen könnte als an der vor Eintritt der Invalidität innegehabten Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April 2016, IV 2014/387).

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		2025-07-19T08:18:05+0200
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