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**Case Identifier:** 9a9a5765-954c-553a-9856-cb3cd2dc51a1
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-10
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 10.08.2020 S 2017 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2017-124_2020-08-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L vom 10. August 2020 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung 

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2017 124

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Urteil S 2017 124

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Urteil S 2017 124

A. Der 1965 geborene A.________ leidet an Depressionen. Nach erfolgreicher 
Umschulung zum Berufsschullehrer im Rahmen einer von der Invalidenversicherung finan-
zierten Eingliederungsmassnahme wurde ihm ab August 2007 eine halbe Invalidenrente 
zugesprochen (IV-act. 67 und 72). Diese wurde in der Folge revisionsweise bestätigt, 
zuletzt im Oktober 2015 (IV-act. 114). 

Am 11. Mai 2016 machte der Versicherte eine Verschlechterung seines 
Gesundheitszustandes geltend (IV-act. 117). In der Folge tätigte die IV-Stelle Zug 
Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht. Insbesondere liess sie den 
Versicherten psychiatrisch begutachten. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens 
(IV-act. 160 ff.) hob sie mit Verfügung vom 27. Juli 2017 die Rente auf (IV-act. 181).

B. Dagegen erhob A.________ am 14. September 2017 Beschwerde mit dem 
Rechtsbegehren um Zusprache einer ganzen Invalidenrente und Auferlegung der Kosten 
für ein von ihm beabsichtigtes fachmedizinisches Gutachten an die IV-Stelle. Zur 
Begründung bestreitet er die Beweiskraft des Administrativgutachtens (act. 1). Mit 
Vernehmlassung vom 20. Oktober 2017 schloss die IV-Stelle Zug auf Abweisung der 
Beschwerde (act. 5). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an 
ihren Standpunkten fest, erklärten sich aber mit der Einholung eines Gerichtsgutachtens 
einverstanden (act. 7 und 9).

C. Am 7. Dezember 2018 legte der Beschwerdeführer das in Aussicht gestellte 
Parteigutachten ins Recht (act. 15). Dessen Beweiskraft wurde von der 
Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 29. Januar 2019 bestritten (act. 18), worauf 
der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Februar 2019 die Einholung eines 
psychiatrischen, neurologischen und neuropsychologischen Gerichtsgutachtens 
beantragte (act. 20). Um Rückmeldung gebeten, ob sie angesichts der Aktenlage eine 
Rückweisung zwecks Vornahme weiterer Abklärungen vorziehe (act. 21), hielt die 
Beschwerdegegnerin am 11. März 2019 am Abweisungsantrag fest (act. 22).

D. Am 3. Juni 2019 teilte das Verwaltungsgericht den Parteien die beabsichtigte 
Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens mit (act. 26). Nachdem sich die 
Parteien mit der in Aussicht gestellten Gutachterin einverstanden und ihre 
Ergänzungsfragen gestellt hatten (act. 27 f.), gab das Verwaltungsgericht am 1. Juli 2019 
die Begutachtung in Auftrag (act. 29). Auf Empfehlung der Gutachterin wurde die 
Abklärung – nach Gewährung der Parteirechte – durch eine neuropsychologische 

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Begutachtung ergänzt (act. 31, 35 und 37 f.). Zu den beiden Gutachten äusserten sich die 
Parteien am 14. April 2020 sowie am 2. und 19 Juni 2020 (act. 47, 50 und 52).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] in Verbindung mit § 77 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 des Einführungsgesetzes 
zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – 
gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung von der IV-Stelle Zug. Die Verfügung 
datiert vom 27. Juli 2017 (BF-act. 2) und ist frühestens am Folgetag im Herrschaftsbereich 
des Beschwerdeführers eingetroffen (vgl. act. 1 S. 3). In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 
lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift trägt das Datum des 14. September 2017, wurde 
gleichentags der Post übergeben und ging am darauffolgenden Tag beim 
Verwaltungsgericht ein. Damit gilt die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG unter 
Berücksichtigung des Fristenstillstandes vom 15. Juli bis und mit dem 15. August 2017 
(Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG) als gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der angefochtenen 
Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
einen verständlichen Antrag und eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen 
Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf 
dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO 
VG; BGS 162.11).

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu 
27. Juli 2017 eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch: BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind 
in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des 
zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 329 E. 2.2 f. und 

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130 V 445 E. 1.2.1; je mit Verweis auf BGE 129 V 1 E. 1.2; BGE 167 E. 1; 354 E. 1; je mit 
weiteren Hinweisen).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten 
oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für 
die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 
beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des 
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 

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haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen 
Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in 
seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile 
BGer 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). 
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im 
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für 
sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil 
BGer 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.1 mit Hinweis).

Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des 
Invaliditätsgrades bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 
Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch 
BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 
mit Hinweisen).

3.4 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in 
Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des 
Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit 
Hinweisen).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

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wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 115 V 133 E. 2 mit Hinweisen; 
AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).

3.6 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es 
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen 
allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit 
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt – was vor allem 
bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in 
Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der 
medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende 
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht 
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen 
erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1 
mit Hinweisen; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der 
Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche 
Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 25).

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe 
von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 
Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 
Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes 
Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine 
abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche 
Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die 
Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung 
durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, 
dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa).

4. Massgebender Referenzzeitpunkt für die Prüfung einer anspruchsrelevanten 
Änderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers (vgl. E. 3.3) bildet die 
Mitteilung vom 12. Oktober 2015, welche die letzte Rentenrevision mangels einer 
rentenwirksamen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse abgeschlossen hatte (IV-

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act. 114). Ihr lagen die Berichte von lic. phil. C.________, Fachpsychologin für 
Psychotherapie, vom 25. Juni 2015 (IV-act. 112/2-3) sowie von Dr. med. D.________, 
Chefärztin an der Klinik E.________, vom 23. Juli 2015 (IV-act. 109) zu Grunde. Darin 
wurden folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 109/1):

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig teilremittiert mit hohem Rezidivrisiko 
(ICD-10 F33.4), bestehend seit 2001

- Akzentuierte Persönlichkeit mit perfektionistischen, leistungsorientierten und 
narzisstischen Zügen (ICD-10 Z73.1), Erstdiagnose 2001

Trotz eines fragilen psychischen Gleichgewichts war der Beschwerdeführer mit 
flankierenden therapeutischen Massnahmen sowie Selbstregulationsmechanismen wie 
Achtsamkeitstraining, Sport und sozialer Unterstützung im Rahmen der Partnerschaft in 
der Lage, seiner Erwerbstätigkeit als Berufsschullehrer zu einem Pensum von 50 % 
nachzugehen (IV-act. 109/3–5; vgl. ferner die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes vom 6. Oktober 2015 [IV-act. 113]).

5.
5.1 Der vom Verwaltungsgericht mit einer neuropsychologischen Abklärung 
beauftragte lic. phil. F.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie, stellte im 
Gutachten vom 22. Januar 2020 die neuropsychologische Diagnose einer leichtgradigen 
neuropsychologischen Hirnfunktionsschwäche mit leichtgradigen Beeinträchtigungen in 
den Teilbereichen attentionaler und exekutiver Funktionen fest (act. 42 S. 15 f.). 

Weiter gab er an, der Beschwerdeführer habe über erhöhte Vergesslichkeit, 
Umstellschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsprobleme geklagt. Diese Beeinträchtigungen 
seien gut objektivierbar. Im interindividuellen Vergleich mit einer hirngesunden 
Altersreferenzpopulation mit vergleichbarer Ausbildung zeige sich die geklagte 
Vergesslichkeit allerdings nicht im angegebenen Mass. Im intraindividuellen 
Leistungsvergleich – in Relation zum überwiegend guten Leistungsniveau des 
Exploranden – könnten sich die festgestellten Instabilitäten beim Lernen von neuen 
Inhalten bei anspruchsvollen Inhalten ungünstig auswirken, insbesondere wenn dabei 
simultan verschiedene Inhalte zu koordinieren seien (z.B. anspruchsvolle Diskussionen 
oder Sitzungen etc.; act. 42 S. 15 f.). 

Der Gutachter beschrieb die Mitarbeit des Beschwerdeführers während der gesamten 
Untersuchung wiederholt als bemüht, kooperativ und aktiv (act. 42 S. 10 und 13). Die 

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Resultate sämtlicher durchgeführter Symptomvalidierungstests lägen durchwegs klar über 
dem von den Testautoren angegebenen kritischen Cut-off-Werten für suboptimales 
Leistungsverhalten. In der Analyse der neuropsychologischen Testbefunde auf Gültigkeit, 
Plausibilität und Konsistenz zeigten sich keine Auffälligkeiten, ebenso wenig Hinweise auf 
suboptimales Leistungsverhalten, Aggravation oder Simulation von kognitiven 
Beeinträchtigungen. Auch bei sämtlichen durchgeführten Forced-Choice-Testverfahren 
fänden sich durchwegs Resultate, welche inhaltlich plausibel und weit über dem Niveau 
einer zufälligen Beantwortung lägen (act. 42 S. 16).

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, in der beruflichen Tätigkeit als 
Berufsschullehrer seien die Anforderungen an die kognitiven Fähigkeiten, insbesondere 
der geteilten Aufmerksamkeit, eher hoch. Auch habe der Beschwerdeführer im beruflichen 
Alltag mit neuen Situationen zu tun und müsse sich auf verschiedene Problemstellungen 
einstellen. Vor dem Hintergrund der in der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung 
gezeigten Minderleistungen in der geteilten Aufmerksamkeit und in Teilbereichen der 
Exekutivfunktionen, insbesondere der Umstellfähigkeit, sei von Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit zwischen 10 % und 30 % auszugehen. Aus neuropsychologischer Sicht 
seien Tätigkeiten ideal, bei denen der Explorand seine guten kommunikativen Fähigkeiten 
einsetzen könne, sich die Inhalte nicht laufend veränderten und er sich nicht oft an neue 
Situationen anpassen müsse. Stabilere und konstantere Leistungen würde er zudem 
zeigen, wenn er Aufgaben/Inhalte jeweils sequenziell nacheinander erledigen könnte und 
nicht parallel verschiedene Prozesse verarbeiten müsste. Anpassungen bezüglich der 
Komplexität von Inhalten seien aus neuropsychologischer Sicht nicht notwendig (act. 42 
S. 14 f.).

Zum Verlauf gab lic. phil. F.________ an, neuropsychologische Befunde vor Erlass der 
angefochtenen Verfügung im Juli 2017 fänden sich in den Akten nicht. Aufgrund der 
schulischen und beruflichen Vorgeschichte sei davon auszugehen, dass das 
intellektuell/kognitive Fähigkeitsniveau des Exploranden schon immer mindestens 
alterskonform gewesen sei. Die in der aktuellen Untersuchung vor dem Hintergrund der 
normvarianten Intelligenz gezeigten Minderleistungen deckten sich funktionell-
hirnlokalisatorisch mit den in der Magnetresonanztomographie (MRI) des Schädels vom 
19. Oktober 2018 gefundenen Läsionen. Auch die Angaben des Exploranden, wonach er 
in der Schule eher Stärken im sprachlichen Bereich gehabt habe, deckten sich mit den 
aktuellen neuropsychologischen Befunden. Gemäss dem vom Exploranden verfassten 
Lebenslauf habe er in den Jahren darauf phasenweise auch exzessiv Alkohol konsumiert. 

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Schon zuvor hätten relevante psychische Belastungen bestanden. Eine 
neuropsychologische Untersuchung sei erstmals 2018 durchgeführt worden (act. 42 
S. 16). Die damals erhobenen neuropsychologischen Befunde deckten sich weitgehend 
mit den vorliegenden. Der Schweregrad der aktuellen Einschränkungen sei jedoch als 
leichtgradig zu interpretieren (act. 42 S. 14).

Zu dem vom Administrativgutachter festgestellten auffälligen Antwortverhalten beim durch-
geführten Beschwerdevalidierungsverfahren gab lic. phil. F.________ an, die 
Argumentation des psychiatrischen Gutachters sei inhaltlich korrekt. Auf explizite 
Nachfrage habe der Explorand das damals gezeigte Antwortverhalten damit erklärt, 
anlässlich der Begutachtung derart eingeschüchtert worden zu sein, dass er "am liebsten 
weggelaufen" wäre und die Antworten deshalb so rasch wie möglich ausgefüllt habe. Die 
damals gezeigten Resultate kontrastierten klar mit sämtlichen sechs aktuell 
durchgeführten Beschwerdenvalidierungstests. Aktuell zeige der Explorand durchwegs 
unauffällige Resultate, auch auf Befundebene fänden sich konsistente und plausible 
Resultate vor dem Hintergrund eines in der mehrstündigen neuropsychologischen 
Untersuchung bemühten und kooperativen Mitarbeitens (act. 42 S. 17).

5.2 Die psychiatrische Gerichtsgutachterin med. pract. G.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Gutachten vom 11. März 2020 folgende 
Diagnosen (act. 44 S. 48 und 62):

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig weitestgehend remittiert, allenfalls 
zeitweilig in Form einer leichten depressiven Episode (ICD-1O: F33.4)

- Dysthymia (ICD-10: F34.1)

- Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Anteilen (ICD-10: Z73.1)

Weiter gab sie an, die neuropsychologische Einschätzung von lic. phil. F.________ aus 
gutachterlich-psychiatrischer Sicht gut nachvollziehen zu können (act. 44 S. 62).

Dem Gutachten lässt sich weiter entnehmen, dass der Beschwerdeführer über zahlreiche 
Beschwerden klagt: morgendlicher Antriebsmangel, allgemeine Kraftlosigkeit, eine zeitlich 
begrenzte (verkürzte) Konzentrationsspanne, eine verminderte Umstellungsfähigkeit, 
Versagensängste, materielle Existenzängste und körperliche Beschwerden bei erhöhtem 
Stressempfinden (Magenbeschwerden, Reizhusten, Globusgefühl, Gefühl vom 
„schwammigen“ Körper und schweren Beinen und Hautekzeme; act. 44 S. 62).

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Gemäss seinen Angaben habe der Explorand seit der Jugend unter psychischen 
Beschwerden gelitten. Eine explizit psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei 
aber bis Ende 2001 nicht erforderlich gewesen. Anhand der Aktenlage sei zu eruieren, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund einer „mittelgradigen depressiven Episode“ vor dem 
Hintergrund eines partnerschaftlichen Konfliktes Ende 2001 das erste Mal in seinem 
Leben stationär psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt worden sei. Diese 
Behandlung sei in der Klinik E.________ erfolgt. In gebessertem psychischem Zustand 
habe der Beschwerdeführer aus der Klinik austreten können und sei in der Lage gewesen, 
im April 2002 eine Liebesbeziehung einzugehen, bzw. die aktuelle Partnerschaft zu 
gründen. Somit lasse sich eine deutliche Remission eruieren. Bei Konflikten im 
Zusammenhang mit dem neu begonnenen Familienleben (seine Partnerin habe zwei 
Kinder in die Beziehung mitgebracht) sei es beim Exploranden zu 
„Stimmungsschwankungen“ und in der Folge zu einer „Dekompensation“ und einem 
zweiten Aufenthalt in der Klinik E.________ gekommen. Das Ausmass der depressiven 
Symptomatik während des zweiten Klinikaufenthaltes im Herbst 2002 sei nicht bekannt, 
zumal die behandelnde Psychiaterin hierzu keine Angaben in ihrem Bericht vom 13. März 
2003 (IV-act. 8) gemacht habe. Während des berufsbegleitenden Studiums parallel zur 
Arbeitstätigkeit in einem neuen Beruf mit einem reduzierten Pensum in den Jahren 2003 
bis Sommer 2007 sei der Gesundheitszustand des Exploranden unter einer ambulanten 
psychiatrisch–psychotherapeutischen Behandlung soweit stabil geblieben. Der dritte 
Aufenthalt in der Klinik E.________ sei dann im Sommer 2007 erforderlich gewesen, 
zumal es erneut zur Entwicklung einer „mittelgradigen depressiven Episode“ gekommen 
sei. Seither seien keine stationären Klinikaufenthalte mehr erforderlich gewesen. Die 
ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei seit Januar 2008 
ausreichend. Im Zeitraum 2008 bis Frühjahr 2016 liessen sich beim Exploranden keine 
relevanten psychischen Probleme eruieren. Sein psychischer Gesundheitszustand sei in 
Bezug auf die depressive Problematik im Februar 2008 als subdepressiv mit einer 
Chronifizierungstendenz und im Sommer 2015 als teilremittiert beschrieben worden. 
Ebenfalls im Sommer 2015 sei von der Psychotherapeutin festgehalten worden, dass es 
dem Beschwerdeführer zwischenzeitlich gelungen sei, seine Stressregulationsfähigkeit zu 
verbessern (act. 44 S. 54 f.). 

Ab Mai 2016 habe die ambulante Behandlung vorübergehend intensiviert werden müssen, 
zumal es beim Beschwerdeführer zu einer erneuten Entwicklung einer depressiven 
Episode gekommen sei. Gemäss dem psychiatrischen Administrativgutachten von 

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Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. April 2017 (IV-
act. 156) habe der Explorand bereits Anfang 2017 auf diese Behandlungsintensivierung 
zumindest zeitweise verzichten können, indem er wohl eigenmächtig „Drug Holidays“ 
gemacht habe. Dr. H.________ habe beim Exploranden eine Remission der depressiven 
Symptomatik feststellen können. Diese Einschätzung lasse sich retrospektiv gut 
nachvollziehen. Dagegen lasse sich die diagnostische Einschätzung im psychiatrischen 
Parteigutachten von Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 18. November 2018 (BF-act. 5) aus aktueller gutachterlich-psychiatrischer Sicht 
retrospektiv nicht nachvollziehen. Die von Dr. I.________ ebenfalls diagnostizierte 
Dysthymia lasse sich wiederum gut nachvollziehen und anhand der eigenen 
Untersuchungsbefunde bestätigen. Die Dysthymia lasse sich unter Berücksichtigung der 
Aktenlage bis etwa Februar 2008 zurückverfolgen, zumal die behandelnde Psychiaterin 
damals von einer Chronifizierungstendenz auf einem subdepressiven Niveau berichtet 
habe (act. 44 S. 55). 

Bei der aktuellen gutachterlichen Untersuchung am 18. November 2019 sowie im Rahmen 
der weiteren telefonischen Kontakte, zuletzt am 7. März 2020 habe der Explorand 
zahlreiche Beschwerden geltend gemacht. Diese hätten in Bezug auf das geltend 
gemachte Ausmass nicht nachvollzogen werden können und auch in Diskrepanz zu dem 
zu eruierenden psychischen und psychosozialen Funktionsniveau des Exploranden 
gestanden. Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht sei festzuhalten, dass der Explorand 
ganztags als Berufsschullehrer arbeiten könne. Unter Berücksichtigung der menschlichen 
Chronobiologie liessen sich keine medizinischen Gründe finden, weshalb er mehrtägige 
Pausen während einer regulären fünftägigen Arbeitswoche benötigen sollte. Der 
Beschwerdeführer pflege einige Freundschaften und viele soziale Kontakte. Nach seinen 
Angaben habe er in den letzten zwölf Jahren zahlreiche spirituelle, meditative und 
paramedizinische Veranstaltungen und Kurse, mitunter auch im Ausland (siebenmal in 
Brasilien) absolviert. Seine Ideen und Gedanken schreibe der Explorand regelmässig auf. 
Inzwischen habe er diese sogar in Form eines Buchs herausgebracht, worüber er sich 
freuen konnte und worauf er stolz sei. Gemäss seinen Angaben und der Aktenlage 
verfolge der Explorand spätestens seit Mai 2016 das Ziel einer therapeutisch-
beraterischen Tätigkeit. Bei diesem Vorhaben sei ein zusätzlicher Raum, zusätzlich zur 4-
Zimmerwohnung gemietet worden, wo er gemeinsam mit seiner Frau regelmässig 
Meditationsabende anbiete. Die Ausführungen des Exploranden, dass seine meditativen 
Praktiken ausschliesslich aus „Ruhe und Stille“ bestünden und der Regeneration dienten, 
liessen sich nicht ganz nachvollziehen, zumal Ausmass und Umfang dieser Aktivitäten und 

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insbesondere die Organisation und Begleitung anderer als Co-Leiter oder in einer 
stellvertretenden Leitungsfunktion deutlich über das übliche Ausmass an Psychohygiene 
hinausgingen. Auf der gemeinsamen aktualisierten Homepage biete das Ehepaar 
verschiedene Leistungen an. Der Beschwerdeführer biete auch als Einzelperson 
Leistungen an und zwar spirituelles Coaching, psychologische Lebensberatung sowie 
auch astrologisch-psychologische Beratung. Die aktuellen Angaben des Exploranden über 
seine beraterisch-therapeutischen Aktivitäten erschienen widersprüchlich. Während er 
beim Termin vom 18. November 2019 angegeben habe, mit etwa vier bis fünf Personen 
jeweils etwa zwei bis drei Gespräche pro Person geführt zu haben, habe er beim Telefonat 
vom 7. März 2020 geltend gemacht, dass er bisher keine Termine als psychologisch-
astrologischer Lebensberater wahrgenommen habe. Die aktuellen Angaben des 
Exploranden, dass er diese Aktivitäten nur geplant habe, aber nicht praktiziere, liessen 
sich nicht nachvollziehen. Falls der Explorand diese Tätigkeiten nicht praktiziere, bleibe es 
unklar, warum er sie trotzdem anbiete. Auf widersprüchliche Angaben könne nicht 
abgestellt werden. Insgesamt liessen sich die aktuellen Ausführungen des Exploranden zu 
seinem psychischen und psychosozialen Funktionsniveau mit einer krankheitswertigen 
depressiven Störung nicht vereinbaren (act. 44 S. 55 f.).

Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung bei lic. phil. F.________ am 
17. Januar 2020 sei bei dem Exploranden eine leichte neuropsychologische 
Hirnfunktionsschwäche mit leichtgradigen Beeinträchtigungen in den Teilbereichen 
attentionaler (geteilte Aufmerksamkeit) und exekutiver Funktionen (Erfassen von 
nonverbalen Zusammenhängen, Umstellfähigkeit) bei einer normvarianten Intelligenz 
festgestellt worden. Diese Feststellung lasse sich aus aktueller gutachterlich-
psychiatrischer Sicht gut nachvollziehen. Sie lasse sich auch mit der bisherigen 
schulischen und beruflichen Vita des Exploranden vereinbaren (act. 44 S. 56).

Gesamthaft bestehe der psychiatrische Hauptbefund aktuell im Sinne einer Dysthymia. 
Die rezidivierende depressive Störung sei aktuell remittiert, wobei retrospektiv eine 
Remission seit Februar 2017 anzunehmen sei. Es liegt zudem eine etwas erhöhte 
persönlichkeitsstrukturelle Vulnerabilität bei akzentuierten Persönlichkeitszügen mit 
narzisstischen, histrionischen und auch perfektionistischen Zügen vor. Hinzu komme eine 
leichte neuropsychologische Hirnfunktionsschwäche mit leichtgradigen Beeinträchtigungen 
in den Teilbereichen attentionaler (geteilte Aufmerksamkeit) und exekutiver Funktionen 
(Erfassen von non verbalen Zusammenhängen, Umstellfähigkeit), welche retrospektiv 
wohl seit dem 16. Lebensjahr bestehe (act. 44 S. 56).

14

Urteil S 2017 124

Zum bisherigen Verlauf von Behandlungen, Rehabilitationen und 
Eingliederungsmassnahmen stellte die Gutachterin fest, gemäss der Aktenlage habe der 
Explorand bisher drei stationäre psychiatrische Aufenthalte absolviert. Die ersten zwei 
stationären Aufenthalte seien im Zeitraum von Ende 2001 bis Ende 2002 und im Herbst 
2007 sei der dritte Klinikaufenthalt erfolgt. Seither seien keine stationären oder 
teilstationären psychiatrischen Behandlungen mehr erforderlich gewesen. Die im Mai 2016 
diagnostizierte mittelgradige depressive Episode habe im ambulanten 
Behandlungsrahmen aufgefangen bzw. zur Remission gebracht werden können. Anhand 
der Aktenlage lasse sich nicht erkennen, dass beim Exploranden 2001/2002 und 2007 
schwere depressive Episoden vorgelegen hätten. Die antidepressive Medikation erscheine 
optimal, zumal damit eine Remission der rezidivierenden depressiven Störung habe erzielt 
werden können. Eine schlafanstossende Medikation benötige der Explorand seit langem 
nicht mehr (act. 44 S. 57). 

Die dem Exploranden von der früher behandelnden Psychiaterin Dr. D.________ 
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 4. Mai bis zum 21. August 2016 wegen einer 
mittelgradigen depressiven Episode (vgl. Arztzeugnisse vom 10. und 24. Mai 2016 [IV-
act. 117/2 und 119/2], 4. und 25. Juli 2016 [IV-act. 124 und 125/2] sowie Bericht vom 
19. September 2016 [IV-act. 128]) könne aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht 
retrospektiv nachvollzogen werden. Im Rahmen der weiter fortgeführten ambulanten 
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei es beim Exploranden zur 
allmählichen Remission der depressiven Episode und somit auch Verringerung der 
Arbeitsunfähigkeit gekommen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im psychiatrischen 
Gutachten von Dr. H.________ vom 3. April 2017 (IV-act. 156) könne aus aktueller 
gutachterlich-psychiatrischer Sicht nicht bestätigt werden. Da damals, wie im Gutachten 
von Dr. H.________ dargestellt und begründet, Simulation bzw. Simulationstendenzen 
vorgelegen hätten, sei es vermutlich äusserst schwierig gewesen, eine differenziertere 
Beurteilung der tatsächlich vorhandenen, sehr leichten psychischen und insbesondere der 
leichten kognitiven Einschränkungen vorzunehmen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im 
kurzen Bericht über die vertrauensärztliche Untersuchung von Dr. med. J.________, 
Chefarzt Stationäre Dienste der K.________, vom 21. Juni 2017 (GA-act. 2) lasse sich aus 
aktueller gutachterlich-psychiatrischer Sicht retrospektiv nicht nachvollziehen, zumal in 
diesem Bericht weder ein psychopathologischer Befund noch eine diagnostische 
Einschätzung angegeben worden seien. Die diagnostische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
im Privatgutachten von Dr. I.________ vom 18. November 2018 (BF-act. 5) könne 

15

Urteil S 2017 124

retrospektiv nicht nachvollzogen werden. Insbesondere die von Dr. I.________ 
diagnostizierte mittelgradige depressive Episode lasse sich retrospektiv anhand des zu 
eruierenden Aktivitätsniveaus des Exploranden (u.a. ganztägige Arbeitstätigkeit, 
zeitaufwendige private Freizeitaktivitäten) nicht nachvollziehen. Dr. I.________ habe 
zudem auch auf die Ergebnisse der neuropsychologischen/verhaltensneurologischen 
Untersuchung im Bericht von Dr. med. L.________, Fachärztin für Neurologie, und der 
Psychologin MSc. M.________, abgestellt. Es falle dabei auf, dass der Explorand im 
Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung (Arztbericht vom 4. Oktober 2018 
[BF 8]) in Bezug auf die depressive Problematik anders gewirkt habe (Antrieb leicht 
reduziert, Arbeitstempo intakt, Schwingungsfähigkeit reduziert, jedoch modulierbarer 
Affekt) als bei der Untersuchung bei Dr. I.________. Diese Diskrepanzen seien von 
Dr. I.________ genauso wenig diskutiert worden, wie die subjektive Einschätzung des 
Exploranden, welcher sich im Rahmen einer Selbstbeurteilung (Beck-
Depressionsinventar) gar als schwer depressiv eingeschätzt habe. Die diagnostische 
Beurteilung und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Bericht des aktuell behandelnden 
Dr. med. N.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. Juli 2019 
könne aus aktueller gutachterlich-psychiatrischer Sicht nicht nachvollzogen werden. In 
diesem Bericht fehle ein regulärer psychopathologischer Befund, welcher die 
diagnostische Einschätzung nachvollziehbar erscheinen liesse (act. 44 S. 57 f.).

Weiter stellte die Gutachterin fest, dass beim Beschwerdeführer folgende psychosoziale 
Belastungsfaktoren vorlägen: wiederholte Umstrukturierungsmassnahmen an der 
aktuellen Arbeitsstelle, mangelnde Motivation zu einer Vollzeittätigkeit bei einem 
eigenwilligen subjektiven Krankheitskonzept, Fokussierung auf eine zeitlich ausgedehnte 
Freizeitgestaltung und neue berufliche Pläne, angespannte finanzielle Situation, zumal die 
Ehefrau ebenfalls in Teilzeit tätig sei sowie ein weiterhin bestehender Rentenwunsch 
(act. 44 S. 58).

Zu den Ressourcen gab die Gutachterin an, der Beschwerdeführer verfüge über 
zahlreiche Ressourcen. Es lägen bei ihm gute intellektuelle, kognitive 
(Daueraufmerksamkeit, Konzentration und Auffassung) und mnestische Fähigkeiten vor. 
Er verfüge über eine gute Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, hohe 
Überzeugungskraft, hohe Empathie gegenüber Anderen, gute Führungsqualitäten, 
kreative Fähigkeiten und auch ein gutes Durchhaltevermögen, bzw. eine gute Ausdauer in 
Bezug auf verschiedene Aktivitäten und Arbeiten, welche seinen Interessen und Hobbies 

16

Urteil S 2017 124

entsprächen. Die behandelnde Psychotherapeutin habe bei ihm 2015 als Ressourcen 
zudem Humor, Strukturiertheit und Spiritualität angegeben (IV-act. 44 S. 58 f.).

Beim Exploranden liege eine gegenwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung 
und eine Dysthymia vor. Im Rahmen der einzelnen depressiven Episoden sei die 
Arbeitsfähigkeit qualitativ und gegebenenfalls quantitativ eingeschränkt gewesen, wobei 
das Ausmass der quantitativen Einschränkung aus dem Ausmass des Schweregrades der 
jeweiligen depressiven Symptomatik resultiert habe und zeitlich auf die einzelnen 
Episoden begrenzt gewesen sei. Im Rahmen einer Dysthymia, einer chronischen, aber 
sehr leichten bis leichten depressiven Problematik seien keine nennenswerten 
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Beim gleichzeitigen Vorliegen einer 
rezidivierenden depressiven Störung und einer Dysthymia sei aus aktueller gutachterlich-
psychiatrischer Sicht mit einer etwas erhöhten psychischen Vulnerabilität zu rechnen. 
Infolge der akzentuierten Persönlichkeitszügen könne eine geringgradige Erhöhung der 
persönlichkeitsstrukturellen Vulnerabilität angenommen werden. Gesamthaft lägen beim 
Exploranden eine geringgradig bis leichtgradig verminderte Stress- und 
Frustrationstoleranz sowie eine leichtgradig verminderte emotionale Belastbarkeit vor. Es 
handle sich hierbei um qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, welche sich bei 
einer unangepassten Tätigkeit auch quantitativ auswirken könnten. Der Hauptbefund 
bestehe im Sinne einer leichten neuropsychologischen Hirnfunktionsstörung mit 
leichtgradigen Beeinträchtigungen in Teilbereichen attentionaler und exekutiver 
Funktionen (act. 44 S. 59).

Weiter prüfte die Gutachterin das aktuelle psychische Aktivitätsniveau in Anlehnung an 
das ICF, Mini-ICF-APP (Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen bei psychischen 
Störungen) und kam zum Schluss, dass aus den gesamthaft gesehen sehr leichten bis 
leichten qualitativen Einschränkungen in nur wenigen Funktionsbereichen quantitative 
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit lediglich bei einer dem Leiden nicht optimal 
angepassten Tätigkeit resultieren könnten. Dazu verwies sie auf die Ausführungen von 
lic. phil. F.________ in seinem neuropsychologischen Gutachten vom 22. Januar 2020. 
Die ausgeübte angestammte Tätigkeit als Berufsschullehrer erscheine aus gutachterlich-
psychiatrischer Sicht weitgehend, aber nicht vollumfänglich leidensangepasst. Weiterhin 
sollte eine adäquate psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung im ambulanten 
Rahmen fortgeführt werden. Mit diesen medizinischen Massnahmen könne dem Auftreten 
von weiteren depressiven Episoden vorgebeugt werden (act. 44 S. 59-61). 

17

Urteil S 2017 124

Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht könne retrospektiv angenommen werden, dass seit 
der letzten Revision im Oktober 2015 vorübergehende Veränderungen eingetreten seien. 
Im Zeitraum Mai bis August 2016 habe beim Exploranden eine mittelgradige depressive 
Episode vorgelegen, welche im Rahmen einer adäquaten ambulanten psychiatrischen und 
psychotherapeutischen Behandlung remittiert sei. Retrospektiv sei anzunehmen, dass 
bereits im Februar 2017 die rezidivierende depressive Störung remittiert sei und ein 
vergleichbarer gesundheitlicher Zustand wie bei der letzten Revision im Oktober 2015 
habe erreicht werden können (act. 44 S. 64). Der psychische Zustand des Exploranden 
zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (27. Juli 2017) sei in etwa mit dem aktuellen 
Gesundheitszustand vergleichbar. Die von Dr. H.________ beschriebene Remission der 
rezidivierenden depressiven Störung lasse sich anhand der Ausführungen in seinem 
psychiatrischen Gutachten nachvollziehen. Da die leichte neuropsychologische 
Hirnfunktionsschwäche, wie von lic. phil. F.________ beschrieben, am ehesten auf einen 
Sturz im Alter von 16 Jahren zurückzuführen sei, habe sie zum Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung bereits vorgelegen (act. 44 S. 62).

Nach Prüfung der Standardindikatoren (act. 44 S. 63 f.) führte die Gutachterin mit Bezug 
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Berufsschullehrer aus, im Oktober 
2015 sei eine Teilremission im Rahmen der depressiven Störung beschrieben worden. 
Anhand der aktuellen Untersuchungsergebnisse könne retrospektiv angenommen werden, 
dass damals eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bedingt durch leichte psychische und leichte 
neuropsychologische Funktionseinschränkungen vorgelegen habe. Ab Mai bis August 
2016 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % wegen einer mittelgradigen depressiven 
Episode vorgelegen, welche dann schrittweise habe verringert werden können. Ab 
Februar 2017 sei retrospektiv unter Berücksichtigung der aktuellen psychiatrischen und 
der neuropsychologischen Untersuchungsbefunde von einer Arbeitsunfähigkeit von ca. 
30 % in der angestammten Tätigkeit als Berufsschullehrer auszugehen. Die Tätigkeit als 
Berufsschullehrer erscheine bei der langjährig erworbenen Routine und der Möglichkeit zu 
häufigen Pausen sowie unter Berücksichtigung der Fähigkeiten/Ressourcen des 
Exploranden weitgehend, aber nicht vollständig angepasst. In einer dem Leiden 
angepassten Tätigkeit sollte aus psychiatrischer Sicht und auch unter Berücksichtigung 
der aktuellen neuropsychologischen Untersuchungsbefunde eine Arbeitsfähigkeit von ca. 
80–90 % möglich sein (act. 44 S. 64).

6.

18

Urteil S 2017 124

6.1 Aufgrund der Akten, insbesondere dem Gutachten von med. pract. G.________ ist 
eine im Mai 2016 eingetretene Verschlimmerung der depressiven Symptomatik mit daraus 
folgender 100%iger Arbeitsunfähigkeit erstellt (vgl. act. 44 S. 64), weshalb die für die 
Prüfung der Neuanmeldung erforderliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
des Beschwerdeführers seit der letzten Rentenrevision im Oktober 2015 (vgl. E. 4) 
ausgewiesen ist. Liegt somit ein Rückkommenstitel vor, ist der Rentenanspruch in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine 
Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3).

6.2 Mit Bezug auf den weiteren Verlauf bestreitet der Beschwerdeführer den 
Beweiswert der beiden Gerichtsgutachten und rügt zunächst unter Hinweis auf eine 
Stellungnahme der Neurologin Dr. L.________ und der Psychologin MSc. M.________ 
vom 16. April 2020 (BF-act. 15) die fehlende Interpretation der MRI-Befunde. 
Insbesondere sei die eingeschränkte Belastbarkeit unter Alltagsbedingungen 
unzureichend diskutiert worden. Diese verminderte Belastbarkeit führten Dr. L.________ 
und MSc. M.________ auf die im MRI festgestellten Läsionen zurück. Sie könne im 
Rahmen einer kurzen und reizarm durchgeführten neuropsychologischen Untersuchung 
nicht beurteilt werden und widerspreche den Einschätzungen der ihn über Jahre hinweg 
begleitenden Therapeuten sowie des Arbeitgebers (act. 50 S. 2 f.).

Dem ist zunächst zu entgegnen, dass dem Beweiswert eines Gutachtens 
rechtsprechungsgemäss nicht abträglich ist, dass es sich um eine Momentaufnahme 
handelt. Denn zum einen berücksichtigten die Experten die Vorakten und den 
Einschätzungen der Gutachter liegt eine ausführliche und sorgfältige Anamnese zugrunde. 
Zum andern ist es Wesensmerkmal einer jeden Exploration, dass sie nicht auf einem 
derart langen Beobachtungszeitraum beruhen kann wie die Berichte behandelnder Ärzte 
(vgl. unter vielen Urteil BGer 9C_494/2018 vom 6. November 2018 E. 4.1). 

Weiter hielten sich Dr. L.________ und MSc. M.________ anlässlich der Abklärung im 
Oktober 2018 in der Lage, ohne Vornahme einer Belastbarkeitsprüfung unter 
Realbedingungen (vgl. BF-act. 15) zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers Stellung zu 
nehmen (vgl. Bericht vom 4. Oktober 2018 [BF-act. 8]). Die Notwendigkeit eines 
Belastbarkeitstests zur Vervollständigung der Abklärungen der Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers bestand sodann weder nach Vorliegen der Ergebnisse des Schädel-
MRI (vgl. ergänzender Bericht vom 29. Oktober 2018 [BF-act. 9]) noch anlässlich der im 
Rahmen des Beschwerdeverfahrens verfassten Stellungnahme vom 7. Februar 2019, 

19

Urteil S 2017 124

worin – lediglich – eine neurologische-neuropsychologische Begutachtung empfohlen 
wurde (BF-act. 10).

6.3 Unter Bezugnahme auf Dr. N.________s Stellungnahme vom 7. Mai 2020 (BF-
act. 16) bemängelt der Beschwerdeführer weiter, dass med. pract. G.________ die 
genetische Vorbelastung für affektive Erkrankungen sowie die neuropsychologischen 
Defizite nicht in einer Gesamtschau interpretiert habe (act. 50 S. 3). Dem kann nicht 
beigepflichtet werden. Im Rahmen der Indikatorenprüfung berücksichtigte die Gutachterin 
die aktuell remittierte rezidivierende depressive Störung, die Dystymia als leichte 
psychische Problematik, die leichte persönlichkeitsstrukturelle Vulnerabilität infolge der 
akzentuierten Persönlichkeitszüge sowie die leichte Hirnfunktionsstörung und schloss 
gesamthaft auf eine leichte Ausprägung der psychiatrisch-neurologischen Befunde (act. 44 
S. 63). 

6.4 Mit Bezug auf die Remission der depressiven Symptomatik stützt sich med. pract. 
G.________ auf die echtzeitlichen Angaben des Administrativgutachters Dr. H.________ 
(act. 44 S. 55), der zur Verfassung seines Gutachtens vom 3. April 2017 den 
Beschwerdeführer im Februar und März 2017 untersucht hatte (IV-act. 156/2). Sie verfügte 
im Zeitpunkt der Begutachtung über die vom Beschwerdeführer mitgebrachten 
Beurteilungen des Konsiliararztes Dr. J.________ vom 21. Juni 2017 und des 
behandelnden Psychiaters Dr. N.________ vom 25. Juli 2019 (GA-act. 2 f.; vgl. auch 
act. 44 S. 28 f.), welche den Schlussfolgerungen der beiden Gutachter widersprechen. 
Mangels Wiedergabe des psychopathologischen Befunds und der diagnostischen 
Einschätzung war med. pract. G.________ jedoch nicht in der Lage, differenziert dazu 
Stellung zu nehmen (vgl. act. 44 S. 58). Die anderslautenden Beurteilungen von 
Dr. J.________ und Dr. N.________ sind somit – entgegen der Meinung des 
Beschwerdeführers (act. 50 S. 4) – nicht geeignet, die von den Gutachtern ab August 
2016 angenommene Besserung der depressiven Symptomatik in Frage zu stellen.

6.5 Es trifft zu, dass die Lehrtätigkeit anspruchsvoll und fordernd ist (vgl. act. 50 S. 4 
f.). Dies berücksichtigen sowohl lic. phil. F.________ als auch med. pract. G.________ in 
ihren Gutachten, indem sie für diese Tätigkeit von einer tieferen Arbeitsfähigkeit ausgehen 
als der Beschwerdeführer im Rahmen einer optimal angepassten Tätigkeit erreichen 
könnte (vgl. act. 42 S. 14 und act. 44 S. 60 f.).

20

Urteil S 2017 124

In diesem Sinne erscheinen die Schlussfolgerungen der Gerichtsgutachterin und die 
Attestierung einer in angestammter Tätigkeit um 30 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit als 
begründet. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die ärztliche Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit, abhängig von der Gutachterperson und von den Umständen der 
Begutachtung, eine grosse Varianz aufweisen kann. Von der Natur der Sache her trägt die 
ärztliche Beurteilung unausweichlich Ermessenszüge, die es zu respektieren gilt. Auch 
unter diesem Aspekt genügt das Gutachten den Anforderungen an die Beweiskraft (Urteil 
BGer 9C_397/2015 vom 6. August 2015 E. 5.3 unter Hinweis unter anderem auf BGE 137 
V 210 E. 3.4.2.3).

6.6 Auch im Übrigen vermögen das psychiatrische Gerichtsgutachten von med. pract. 
G.________ vom 11. März 2020 (E. 5.2) und das neurologische Gerichtsgutachten von 
lic. phil. F.________ vom 22. Januar 2020 (E. 5.1) zu überzeugen. Sie entsprechen den 
praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. So sind sie für die 
streitigen Belange umfassend, beruhen sie doch auf einer eingehenden psychiatrischen 
und neuropsychologischen Untersuchung und beantworten in schlüssiger Weise die Frage 
nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers. Die beiden Gerichtsgutachter schilderten ausführlich die vom 
Beschwerdeführer erwähnten Leiden und Einschränkungen und setzten sich detailliert 
damit sowie mit dessen Verhalten und Lebensgeschichte auseinander. Damit konnten 
sowohl der vom Administrativgutachter Dr. H.________ erhobene Vorwurf der Simulation 
(IV-act. 156/34 f.) als auch die Auswirkungen der erst im Beschwerdeverfahren bekannt 
gewordenen Hirnläsion geklärt werden und die Schlussfolgerungen im Privatgutachten des 
Psychiaters Dr. I.________ sowie in den Abklärungsberichten der Neurologin 
Dr. L.________ und der Neuropsychologin MSc. M.________ richtig eingeordnet werden. 
Auf die beiden Gutachten darf somit abgestellt werden.

6.7 Unter Berücksichtigung der mit BGE 143 V 418 eingeführten 
Rechtsprechungsänderung, äusserte sich med. pract. G.________ ausführlich zu den 
Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 (act. 44 S. 63 f.). So befasste sie sich 
eingehend mit dem Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers, insbesondere mit den 
als geringgradig beurteilten psychopathologischen Befunden (vgl. E. 6.3). Weiter äusserte 
sie sich zur mangelnden Motivation zu einem höheren Arbeitspensum im angestammten 
Beruf bei zeitaufwändigen privaten Aktivitäten und Interessen zusammen mit der ebenfalls 
teilzeitlich erwerbstätigen Ehefrau sowie zum unangepassten Krankheits-, Schon- und 
Vermeidungsverhalten. Im Rahmen der Konsistenzprüfung berücksichtigte sie schliesslich 

21

Urteil S 2017 124

die teilweise unklaren und inkonsistenten Angaben zum aktuellen Aktivitätsniveau sowie 
den nur in Bezug auf die psychosozialen Belastungsfaktoren spürbaren Leidensdruck.

6.8 Zusammenfassend ist rückblickend aufgrund der echtzeitlichen Einschätzungen 
der behandelnden Psychiaterin Dr. D.________ im Bericht vom 19. September 2016 (IV-
act. 128) sowie der Angaben der Gutachterin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des 
Beschwerdeführers in den Monaten Mai bis August 2016 auszugehen. Anschliessend geht 
die Gutachterin von einer schrittweisen Besserung bis im Februar 2017 aus (act. 44 
S. 64). Zum genauen Verlauf dieser Besserung macht die Gutachterin keine genaueren 
Angaben. Obwohl die diesbezüglichen echtzeitlichen Einschätzungen von der Gutachterin 
als nicht nachvollziehbar erachtet wurden (act. 44 S. 65), ist mangels anderweitiger 
Angaben darauf zurückzugreifen. Für die Zeit vom 22. August 2016 bis Ende Januar 2017 
ist demzufolge auf die von Dr. D.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 87,5 % 
abzustellen (vgl. Berichte vom 19. September 2016 [IV-act. 128] und 2. Dezember 2016 
[IV-act. 143]). 

Ab Februar 2017 lässt sich in einer Gesamtwürdigung unter Berücksichtigung der 
Standardindikatoren (E. 6.7) auf eine lediglich leichtgradige versicherungsrechtlich 
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen. Damit erscheint die von 
med. pract. G.________ auf 30 % eingeschätzte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit als Berufsschullehrer seit Februar 2017 als plausibel. 

7.
7.1 Infolge der im Mai 2016 eingetretenen Verschlechterung wurde der 
Beschwerdeführer erwerbsunfähig. Demzufolge ist die ihm nach der Rentenrevision im 
Oktober 2015 ausgerichtete halbe Rente per 1. August 2016 auf eine ganze Rente zu 
erhöhen (Art. 29 Abs. 3 IVG i.V.m. Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

7.2 Am 22. August 2016 besserte sich der Gesundheitszustand soweit, dass der 
Beschwerdeführer seine Erwerbstätigkeit zu einem Pensum von 12,5 % wiederaufnehmen 
konnte. Ab 1. Februar 2017 wäre ihm ein Pensum von 70 % zumutbar gewesen. 
Demzufolge sind per 1. November 2016 und wiederum per 1. Mai 2017 je ein 
Einkommensvergleich durchzuführen (Art. 29 Abs. 3 IVG i.V.m. Art. 88a Abs. 1 IVV).

22

Urteil S 2017 124

7.2.1 Seit der Rentenzusprache im Jahr 2007 bemisst die Beschwerdegegnerin das 
Valideneinkommen anhand des vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Projektleiter in 
einer Bank erzielten Lohnes von Fr. 115'700.–, jeweils unter Anpassung an die 
Nominallohnentwicklung, zuletzt auf Fr. 136'498.– für das Jahr 2014 (IV-act. 114 und 115; 
vgl. ferner IV-act. 61 und 67, 94 und 95 sowie 104). Bereinigt um die 
Nominallohnentwicklung für Männer resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 137'666.– 
(Fr. 136'498.– / 2220 x 2239) für das Jahr 2016 und ein solches von Fr. 138'281.– 
(Fr. 136'498 / 2220 x 2249) für das Jahr 2017.

7.2.2 Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer infolge seiner 
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit zwischen Schuljahresbeginn im August 2016 und 
Februar 2017 von der aus Spargründen eingeführten Lohnkürzung im Sinne einer 
unterrichtsfreien und unbesoldeten Woche nach den Herbstferien 2016 nicht betroffen war 
(IV-act. 122). Demzufolge ist bei der Bemessung des Invalideneinkommens vom 
ungekürzten Lohn von Fr. 69'348.– auszugehen. Beim reduzierten Pensum von 12.5 % ab 
September 2016 resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 17'337.–. Mit dem seit Februar 
2017 zumutbaren Pensum von 70 % hätte der Beschwerdeführer ein Invalideneinkommen 
von Fr. 97'087.– erwirtschaften können.

7.2.3 Somit stehen für die Zeit ab 1. September 2016 ein Valideneinkommen von 
Fr. 137'666.– und ein Invalideneinkommen von Fr. 17'337.– gegenüber, woraus eine 
Erwerbseinbusse von Fr. 120'329.– (Fr. 137'666.– – Fr. 17'337.–) bzw. ein den weiteren 
Anspruch auf eine ganze Rente begründender Invaliditätsgrad von 87 % (Fr. 120'329.– 
/ Fr. 137'666.– x 100) resultiert.

Mit der gesundheitlichen Besserung ab Februar 2017 reduziert sich die Erwerbseinbusse 
bei einem Valideneinkommen von Fr. 138'281.– und einem Invalideneinkommen von 
Fr. 97'087.– auf Fr. 41'194.– (Fr. 138'281.– – Fr. 97'087.–), was einem nunmehr 
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 30 % entspricht (Fr. 41'194.– / Fr. 138'281.– 
x 100).

7.3 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 27. Juli 2017 insoweit 
abzuändern, als dem Beschwerdeführer vom 1. August 2016 bis 30. April 2017 eine ganze 
Invalidenrente zuzusprechen ist. Im Übrigen ist die Rentenaufhebung per 31. August 2017 
(Ende des der Zustellung der Verfügung am 28. Juli 2017 [vgl. act. 1 S. 3] folgenden 
Monats [IV-act. 181/2 und 184]) nicht zu beanstanden.

23

Urteil S 2017 124

8.
8.1
8.1.1 Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 1'000.– festzusetzen und den Parteien nach 
Massgabe ihres Unterliegens aufzuerlegen. Ausgangsgemäss sind sie vom 
Beschwerdeführer zu Dreivierteln (Fr. 750.–) und der Beschwerdegegnerin zu einem 
Viertel (Fr. 250.–) zu tragen (Art. 69 Abs. 1bis IVG und § 23 Abs. 2 VRG). Demzufolge ist 
der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– im Umfang von Fr. 50.– dem 
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

8.1.2 Mit BGE 139 V 496 E. 4.4 hat das Bundesgericht für den Bereich der Invalidenver-
sicherung Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage zu berücksichtigen sind, 
ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können. Es 
erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel 
seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies 
sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch 
zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, 
ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe 
(BGE 135 V 465 E. 4.4; siehe auch BGE 139 V 225 E. 4 sowie Urteil BGer 8C_71/2013 
vom 27. Juni 2013 E. 2) oder wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen 
Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt 
habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle 
(BGE 125 V 351 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz 
respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die 
Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der 
Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen 
Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer 
Arztberichte oder eines Privatgutachtens; vgl. zum Ganzen BGE 140 V 70 E. 6.1).

Aufgrund der erst im Beschwerdeverfahren entdeckten Hirnläsion erweist sich das 
Administrativgutachten von Dr. H.________ als unvollständig, konnte er sich damit, 
insbesondere mit Blick auf den erhobenen Vorwurf der Simulation nicht 
auseinandersetzen. Die im Raum stehende Frage nach einer Simulation, welche eine tiefe 
Diskrepanz zwischen dem Administrativgutachten und sämtlichen weiteren ärztlichen 
Stellungnahmen, insbesondere dem Privatgutachten von Dr. I.________, begründet, 
erheischte eine erneute, vertiefte Abklärung durch bisher nicht involvierte Fachpersonen. 

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Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, die Beschwerdegegnerin sei ihrer 
Pflicht zur Vornahme der notwendigen Abklärungen im Verwaltungsverfahren (vgl. Art. 43 
Abs. 1 ATSG) ungenügend nachgekommen. Damit sind die praxisgemässen Kriterien für 
die Überbindung der Gutachtenskosten an die Beschwerdegegnerin nicht erfüllt, weshalb 
sie auf die Gerichtkasse zu nehmen sind.

8.2 Nach der Rechtsprechung ist bei bloss teilweisem Obsiegen nur dann eine 
ungekürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im 
Grundsatz obsiegt und lediglich im Masslichen (teilweise) unterliegt. In Streitigkeiten um 
die Höhe einer Invalidenrente trifft dies zu, wenn nicht die beantragte ganze oder höhere 
Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen wird (Urteil BGer 9C_580/2010 
vom 16. November 2010 E. 4.1). Dahinter steht die Überlegung, dass eine "Überklagung" 
eine Reduktion der Parteientschädigung nicht rechtfertigt, soweit das Rechtsbegehren 
keinen Einfluss auf den Prozessaufwand ausübt (Urteil BGer 8C_478/2015 vom 
12. Februar 2016 E. 5 mit Hinweisen). Vorliegend unterliegt der Beschwerdeführer 
bezüglich des fortdauernden Anspruchs auf eine Rente. Der Wegfall des 
Rentenanspruchs unterscheidet sich insofern qualitativ massgeblich von der beantragten 
Leistungsfortsetzung, weshalb dem nur teilweise obsiegenden Beschwerdeführer zulasten 
der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten 
ist, welche – analog zur Spruchgebühr (vgl. E. 8.1.1) – auf einem Viertel zu kürzen und 
ermessensweise auf Fr. 1'050.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) festzusetzen ist.

Dem Antrag des Beschwerdeführers auf Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur 
Übernahme der Kosten der von ihm veranlassten Abklärungen (act. 1 S. 2) kann nicht 
entsprochen werden. Den Ausführungen im Privatgutachten von Dr. I.________ und in 
den Berichten von Dr. L.________ und MSc. M.________ kommt keine massgebende 
Bedeutung zu, denn weder waren sie für die Entscheidfindung notwendig, noch konnte 
das Verwaltungsgericht darauf abstellen. Dementsprechend besteht kein Anspruch auf die 
Vergütung der Kosten des Privatgutachtens (BF-act. 12; vgl. dazu Urteil BGer 
8C_546/2017 vom 27. Februar 2018 E. 5).

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Urteil S 2017 124

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Zug 
vom 27. Juli 2017 insoweit abgeändert, als dem Beschwerdeführer vom 1. August 
2016 bis 30. April 2017 eine ganze Invalidenrente zugesprochen wird. Im Übrigen 
wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 1'000.– erhoben, welche dem 
Beschwerdeführer zu Dreivierteln (Fr. 750.–) und der Beschwerdegegnerin zu 
einem Viertel (Fr. 250.–) auferlegt wird. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete 
Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 50.– zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine reduzierte 
Parteientschädigung im Betrag von Fr. 1'050.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu 
bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle des Kantons Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), an das 
Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im 
Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 10. August 2020
Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

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