# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5dd2a95-ef26-5bb2-b304-229bb34d12b0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 05.02.2013 ERZ 2012 510
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ERZ-2012-510_2013-02-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 5. Februar 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ERZ 12 510          3. April 2013

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 16. Juli 2013 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Verfügung
Einzelrichter in Zivilsachen

Vorsitz Pritzi
Aktuar Pers

In der Zivilsache

der A . _ _ _ _ _ , Klägerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. Thomas Audétat, Hartbertstrasse 1, 7001 Chur, 

gegen

den Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht Plessur vom 1. November 
2012, mitgeteilt am 12. November 2012, in Sachen der Klägerin und Beschwerde-
führerin gegen B._____, Beklagter und Beschwerdegegner,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. C._____ vom Dienstleistungsunternehmen A._____ und B._____ lernten 
sich anlässlich eines RAV-Kurses kennen, woraufhin Ersterer Letzteren Anfang 
April 2011 kontaktierte und bezüglich eines Einsatzes als Maschinenbau-
Konstrukteur bei der D._____ AG in Liechtenstein anfragte. Nachdem B._____ am 
vorgeschlagenen Arbeitseinsatz Interesse gezeigt hatte, organisierte die A._____ 
für diesen ein Vorstellungsgespräch bei der D._____ AG. In der Folge verständig-
ten sich die A._____ und B._____ mündlich über die Anstellungs- bzw. Lohnbe-
dingungen und am 3. Mai 2011 begann B._____ bei der D._____ AG zu arbeiten.

B. Am 4. Juli 2011 meldete die A._____ beim Vermittleramt des Bezirks Ples-
sur eine Klage gegen B._____ an. Da anlässlich der Schlichtungsverhandlung 
vom 22. September 2011 zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden 
konnte, wurde gleichentags die Klagebewilligung mit folgenden Rechtsbegehren 
ausgestellt:

„Rechtsbegehren der Klägerschaft:

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 
5‘000.- zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 4. Juli 2011 zu bezahlen.

2. Unter amtlicher, ausseramtlicher und vermittleramtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.

Rechtsbegehren der Klägerschaft:

1. Abweisung der Klage unter Kostenfolge zulasten der Klägerin.“

C. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2011 wurde die Klage mit unverändertem 
Rechtsbegehren frist- und formgerecht beim Bezirksgericht Plessur eingereicht. 
Dabei machte die A._____ geltend, infolge ungerechtfertigten Verlassens der Ar-
beitsstelle durch B._____, stünde ihr gestützt auf Art. 337d OR eine Entschädi-
gung bzw. ein Schadenersatzanspruch in der Höhe von Fr. 5‘000.-- zu. Dieser Be-
trag ergebe sich aus der Differenz des Nettolohns, den sie B._____ ab 1. Juni 
2011 hätte auszahlen müssen, und den Stunden, welche sie der D._____ AG in 
diesem Zeitraum hätte verrechnen können. 

In seiner Klageantwort vom 26. März 2012 bestritt B._____, eine Verletzung des 
bestehenden Arbeitsverhältnisses begangen zu haben. Der von der A._____ ein-
gereichte Arbeitsvertrag widerspiegle nicht den wirklichen Willen der Parteien, 
sondern sei nur unterzeichnet worden, um den Liechtensteiner Behörden etwas 
vorlegen zu können.

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D. Mit Entscheid vom 1. November 2012, mitgeteilt am 12. November 2012, 
erkannte die Einzelrichterin am Bezirksgericht Plessur was folgt:

„1. Die Klage wird abgewiesen.

2. a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 700.00 (Entscheidgebühr) 
gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

b) Die A._____ hat B._____ eine Umtriebsentschädigung von CHF 
200.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu leisten.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).“

E. Gegen diesen Entscheid liess die A._____ mit Eingabe vom 11. Dezember 
2012 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden mit folgendem Rechts-
begehren erheben:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 
den Betrag von CHF 5‘000 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 4. Juli 2011 
zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerde-
gegners für das Haupt- und Beschwerdeverfahren.“

F. Die Verfügung des Vorsitzenden der II. Zivilkammer betreffend Aufforde-
rung zur Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2012 konnte B._____ trotz dreier 
Versuche nicht zugestellt werden. Sowohl die eingeschriebene Sendung an die 
Adresse in Z._____ als auch die beiden eingeschriebenen Sendungen an die 
Adresse in Y._____ wurden von der Post als nicht abgeholt retourniert.

G. Das Bezirksgericht Plessur liess sich nicht vernehmen.

Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in der 
Beschwerdeschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a. Mit der Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO sind unter anderem nicht be-
rufungsfähige erstinstanzliche Endentscheide anfechtbar (Art. 319 lit. a ZPO). Der 
angefochtene Entscheid beendete das Verfahren durch Abweisung der Klage, 
mithin mittels Sachentscheid (Art. 236 Abs. 1 ZPO). Er ist zudem nicht berufungs-
fähig, da der Streitwert unter Fr. 10‘000.-- liegt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Be-
schwerde ist innert 30 Tagen seit der Zustellung des angefochtenen Entscheids 

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unter Beilage desselben schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz ein-
zureichen (Art. 321 Abs. 1 und 3 ZPO). Die vorliegende Beschwerde gegen den 
Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht Plessur vom 1. November 2012, 
mitgeteilt am 12. November 2012, erfolgte mit Eingabe vom 11. Dezember 2012 
fristgerecht. Da sie auch den übrigen Formerfordernissen entspricht, ist darauf 
einzutreten.

b. Gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) entscheidet das Kantonsgericht im 
Rechtsmittelverfahren in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 
5‘000.-- nicht übersteigt. Dieser wird durch das Rechtsbegehren bestimmt, wobei 
Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens nicht hinzugerechnet werden (Art. 
91 Abs. 1 ZPO). Wird wie vorliegend die Bezahlung eines Betrags von Fr. 5‘000.-- 
zuzüglich Zins zu 5% seit dem 4. Juli 2011 verlangt, fällt die Entscheidkompetenz 
somit dem Einzelrichter am Kantonsgericht zu.

c. Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die offen-
sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden (Art. 320 ZPO). 
Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung umfasst jeden Verstoss gegen ge-
schriebenes und ungeschriebenes Recht. Die Beschwerdeinstanz überprüft ent-
sprechende Rügen mit freier Kognition. Für die Beschwerde hinsichtlich der Sach-
verhaltsfeststellung gilt indessen eine beschränkte Kognition. Diesfalls ist eine 
qualifiziert fehlerhafte Feststellung des Sachverhalts erforderlich, wobei „offen-
sichtlich unrichtig“ gleichbedeutend mit willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (Die-
ter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., 
Zürich 2013, N 3 ff. zu Art. 320 ZPO; Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 1 
f. zu Art. 320 ZPO)

2. Die Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen betreffend Aufforderung zur 
Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2012 wurde dem Beschwerdegegner 
zunächst an seine Adresse in Z._____ zugestellt, woraufhin diese von der 
Schweizerischen Post mit dem Vermerk, dass der Empfänger unter der angege-
benen Adresse nicht ermittelt werden konnte, an das Kantonsgericht retourniert 
wurde (act. D.1-2). Anschliessend erfolgten am 20. Dezember 2012 sowie am 4. 
Januar 2013 zwei weitere Zustellungsversuche an die aus dem vorinstanzlichen 
Urteil hervorgehende Anschrift des Beschwerdeführers in Y._____, welche von 
diesem nicht abgeholt und deshalb ebenfalls an das Kantonsgericht retourniert 

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wurden (act. D.3 und D.5-7). Sämtliche Zustellungen erfolgten durch eingeschrie-
bene Postsendung, womit den zivilprozessualen Formvorschriften Genüge getan 
wurde (Art. 138 Abs. 1 ZPO). Zudem greift vorliegendenfalls die Zustellfiktion von 
Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO, zumal der Beschwerdegegner bei laufendem, noch nicht 
rechtskräftig abgeschlossenem Verfahren mit der Zustellung weiterer gerichtlicher 
Verfügungen rechnen musste.

3.a. Die Einzelrichterin am Bezirksgericht Plessur erachtete es als erstellt, dass 
die Parteien übereinstimmend stets von einer Entlohnung auf Stundenbasis aus-
gegangen seien. Der am 9. Mai 2011 auf den 19. April 2011 rückdatierte und un-
terschriebene Arbeitsvertrag mit einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 6‘500.-- sei 
offensichtlich lediglich für die Anmeldung beim zuständigen liechtensteinischen 
Amt ausgefertigt und unterschrieben worden. Keinesfalls habe es sich hierbei um 
den Willen beider Parteien gehandelt. Selbst wenn die Klägerin tatsächlich auf 
dieser Monatslohnbasis hätte abstellen wollen, so sei es doch klarerweise nicht 
der Wille des Beklagten gewesen, sich auf diesen Vertrag einzulassen. Einzig die 
offenbar herrschende Hektik und die Aussage von C._____, der zu unterzeich-
nende Vertrag diene lediglich der Anmeldung beim Amt, hätten ihn bewogen, das 
Schreiben zu unterzeichnen. Der Beklagte sei stets davon ausgegangen, einen 
anderen, auf Stundenlohn basierenden Vertrag geschlossen zu haben. Ein Ar-
beitsvertrag mit dem Inhalt des auf den 19. April 2011 rückdatierten Schriftstücks 
sei demnach aufgrund fehlenden Konsenses zwischen den Parteien nie zustande 
gekommen, womit die ursprüngliche mündliche und am 22. Mai 2011 per E-Mail 
festgehaltene Vereinbarung zwischen den Parteien Gültigkeit habe, keine Kündi-
gungsfrist vereinbart worden sei und der Beklagte demnach die Arbeitsstelle nicht 
ungerechtfertigt im Sinne von Art. 337d OR verlassen habe. Entsprechend habe 
die Klägerin keinen Anspruch aus Art. 337d OR auf Ersatz eines angeblichen 
Schadens (angefochtener Entscheid, E. 2.c.cc, S. 6 f.).

b. Die Beschwerdeführerin attestiert der Vorinstanz, zunächst richtig festge-
halten zu haben, dass sie (die Beschwerdeführerin) gemäss den allgemeinen Be-
weislastregeln von Art. 8 ZGB die rechtsbegründenden und -erzeugenden Tatsa-
chen zu beweisen habe, während der Beschwerdegegner die Beweislast für 
rechtsaufhebende und -hindernde Tatsachen trage. Anschliessend – so die Be-
schwerdeführerin weiter – gehe die Vorinstanz aber zu Unrecht davon, dass die 
beiden Parteien übereinstimmend stets von einer Entlohnung auf Stundenbasis 
ausgegangen seien, dass der unterzeichnete Arbeitsvertrag offensichtlich lediglich 
für die Anmeldung beim zuständigen liechtensteinischen Amt ausgefertigt und un-
terzeichnet worden sei und dass ein Arbeitsvertrag mit dem Inhalt des vorliegen-

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den Schriftstücks aufgrund fehlenden Konsenses zwischen den Parteien nie zu-
stande gekommen sei, womit die mündliche Vereinbarung zwischen den Parteien 
Gültigkeit habe. Damit übersehe die Vorinstanz, dass nichts für die Sachverhalts-
darstellung des Beschwerdeführers spreche und dieser auch keinerlei Beweise 
vorbringe. Indem sie ihr Urteil dennoch auf diesem äusserst unwahrscheinlichen, 
lebensfremden und durch nichts belegten Sachverhalt abstütze, verletze sie Art. 8 
ZGB (Beschwerde RA Audétat, act. A.1, S. 2 ff.).

c. Die Einzelrichterin am Bezirksgericht Plessur gelangte in Würdigung des 
Beweisergebnisses zur Auffassung, die Aussagen des Beklagten in der Klage-
schrift wie auch anlässlich der Hauptverhandlung würden grundsätzlich durch in-
nere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensab-
laufs überzeugen. Für die nicht wirkliche Ernsthaftigkeit des von den Parteien un-
terzeichneten Schriftstücks spreche denn auch die unsorgfältige Aufsetzung des 
schriftlichen Vertrags, insbesondere die „Falschplatzierung“ der Unterschriften von 
Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Aus der bei den Akten liegenden E-Mail vom 22. 
Mai 2011 gehe zudem hervor, dass die Parteien auch zwei Wochen nach Unter-
schreiben des anderslautenden Vertrags vom 19. April bzw. 9. Mai 2011 stets 
noch von einer Entlohnung auf Stundebasis gesprochen hätten und von einer 
Kündigungsfrist nie die Rede gewesen sei. Zwischen den Parteien sei offensicht-
lich klar und unwidersprochen gewesen, dass der Beklagte einen Stundenlohn von 
Fr. 60.-- zugute haben soll. Dieses im Vergleich zum im Recht liegenden schriftli-
chen Vertrag gegenteilige Bekenntnis nach Unterzeichnung des schriftlichen Ver-
trags könne im Rahmen der Würdigung der gesamten Umstände nicht unbeachtet 
bleiben und sei durchaus als Indiz für eine entsprechende, immer noch geltende 
Vereinbarung zwischen den Parteien zu werten. Aufgrund des gesamten Ablaufs 
der Geschehnisse erscheine es dem Gericht absolut plausibel, dass sich die Ver-
tragsunterzeichnung vom 9. Mai 2011 genau so, wie vom Beklagten aufgezeigt, 
abgespielt habe.

d. Im Rahmen der richterlichen Befragung durch die Vorderrichterin gab der 
Beschwerdegegner zu Protokoll, er sei von C._____ im April 2011 telefonisch an-
gefragt worden, ob er Lust hätte, für ca. einen Monat ein Projekt in Liechtenstein 
zu unterstützen. Mündlich hätten sie eine Stundenlohnbasis von Fr. 60.-- bis Fr. 
65.-- abgemacht. Bis zu seinem Stellenantritt habe er jedoch keine schriftliche 
Bestätigung erhalten. Später sei diese Abmachung dann in einer E-Mail bestätigt 
worden. Bei diesem ersten Zusammenkommen sei es um einen Zeitabschnitt von 
vier bis sechs Wochen (bei der D._____ AG) gegangen. C._____ sei dann im Lau-
fe des Monats einmal während der Arbeitszeit bei ihm im Büro aufgetaucht und 

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habe ihm einen Vertrag unter die Nase gehalten, welcher einen komplett anderen 
Inhalt gehabt habe, als sie mündlich abgemacht hätten. C._____ Begründung für 
diese Änderung sei gewesen, dass er ihn sonst in Liechtenstein nicht anmelden 
könne. Er sei stets davon ausgegangen, dass er ihm Ende Monat eine Rechnung 
mit der Aufzeichnung seiner geleisteten Stunden stelle. Bevor er den ihm vorge-
legten Vertrag unterschrieben habe, habe er bemängelt, dass er bei „Arbeitgeber“ 
unterschreiben sollte, weil C._____ bei „Arbeitnehmer“ unterschrieben habe. Des 
Weiteren habe er das falsche, rückdatierte Datum bemängelt. Er (C._____) habe 
gemeint, dieser Vertrag sei nur für die Anmeldung beim Amt, und habe ihm versi-
chert, er werde noch einen neuen ausarbeiten bzw. ihm den Rest über Bonus oder 
ähnliches vergüten, damit kein so krasser Unterschied zu ihrer Abmachung beste-
he. Von diesem Vertrag habe er nie eine Kopie erhalten (vgl. Protokoll der Haupt-
verhandlung vom 1. November 2012, act. II, S. 3).

e. Diese Aussagen des Beschwerdegegners lassen sich ohne weiteres mit 
den übrigen sich im Recht befindlichen Unterlagen in Einklang bringen, weshalb 
die vorinstanzliche Auffassung nicht zu beanstanden ist. Bereits in der E-Mail vom 
7. Mai 2011, welche der Beschwerdegegner C._____ nach den ersten Arbeitsta-
gen bei der D._____ AG zukommen liess, war die Rede davon, die im Zeitraum 
vom 3. – 6. Mai 2011 geleisteten Arbeitsstunden (33.5 h) nach Kostenstellen ein-
geteilt in der Abrechnung aufzulisten (kB 8). Dies macht deutlich, dass der Be-
schwerdegegner seiner zuvor zitierten Aussage entsprechend von Beginn weg 
davon ausging, er werde von der Beschwerdeführerin auf Stundenlohnbasis ent-
lohnt. Diese Auffassung wurde implizit auch von der Beschwerdeführerin in ihrer 
an den Beschwerdegegner gerichteten E-Mail vom 22. Mai 2011 bestätigt (bB 2 
und 9). Darin äusserte sich C._____ nämlich dahingehend, als er von einem 
Fachmann einen Vertrag vorbereiten lassen werde, der ihre (gemeinsame) Ge-
schäftsbeziehung klar und unmissverständlich regle, wobei es sich voraussichtlich 
um einen Dienstvertrag handeln werde. In Bezug auf die Vertragsinhalte wollte 
C._____ dem Beschwerdegegner die telefonisch vereinbarten Abmachungen 
bestätigen und hielt unter anderem fest, das Honorar betrage Fr. 60.-- pro Stunde, 
inklusive Autospesen, Fahrzeit und Verpflegung, solange der Einsatzort in der 
Schweiz oder in Liechtenstein liege. Des Weiteren sollte vertraglich festgehalten 
werden, dass der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin am Ende jeden 
Monats eine Rechnung zu stellen habe, die mit einer Zahlungsfrist von 15 Tagen 
auf das Konto des Beschwerdegegners überwiesen werden sollte. Diese nach 
Abschluss des auf den 19. April 2011 rückdatierten Arbeitsvertrags vom 9. Mai 
2011 (kB 10) von C._____ getätigten Äusserungen stehen in offensichtlichem Wi-

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derspruch zum Inhalt des wenige Tage zuvor unterzeichneten schriftlichen Ar-
beitsvertrags. Dies betrifft namentlich die Entlohnung, welche sich gemäss Ziffer 4 
des Vertrags auf monatlich Fr. 6‘500.-- brutto belaufen sollte, wohingegen in der 
E-Mail vom 22. Mai 2011 klar und unmissverständlich von einem Stundenlohn von 
Fr. 60.-- die Rede war (vgl. kB 2 und 9). In Bezug auf besagten Arbeitsvertrag sind 
indessen noch weitere Auffälligkeiten festzustellen, welche von der Beschwerde-
führerin zu verantworten sind und in ihrer Gesamtheit betrachtet den Schluss na-
helegen, dass sie diesen – wie vom Beschwerdegegner glaubhaft dargelegt und in 
Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Feststellungen – lediglich zum Zweck 
der Anmeldung beim zuständigen liechtensteinischen Amt ausgefertigt hat. Zum 
einen bezeichnete die Beschwerdeführerin den Arbeitsbeginn des Beschwerde-
gegners auf der Arbeitgeberbescheinigung für die Arbeitslosenversicherung mit 
dem 3. Mai 2011 (kB 23), während im Arbeitsvertrag der 2. Mai 2011 als Arbeits-
beginn festgehalten wurde (kB 10). Der Beschwerdegegner selbst nannte als Ar-
beitsbeginn ebenfalls den 3. Mai 2011 (vgl. act. I./1) und auch dessen E-Mail vom 
7. Mai 2011 (kB 8) sowie die Detailabrechnung vom 5. Juni 2011 (kB 17) sprechen 
klarerweise dafür, dass dieser seine Arbeit bei der D._____ AG entgegen der An-
gabe im Arbeitsvertrag tatsächlich erst am 3. Juni 2011 aufgenommen hat. Zum 
anderen deklarierte die Beschwerdeführerin in der Arbeitgeberbescheinigung für 
die Arbeitslosenversicherung in Bezug auf den Beschwerdegegner eine vertragli-
che Normalarbeitszeit von 42 Stunden pro Woche (kB 23). Abgesehen davon, 
dass eine derartige Regelung im Arbeitsvertrag gänzlich fehlt, geht selbst aus der 
rund zwei Wochen nach Vertragsabschluss verfassten E-Mail vom 22. Mai 2011 
(bB 2 und 9) nichts hervor, was darauf hindeuten würde, dass die Parteien eine 
wöchentliche Normalarbeitszeit hätten vereinbaren wollen. Im Gegenteil sollte die 
diesbezügliche Vertragsbestimmung zufolge C._____ sogar dahingehend lauten, 
als der Beschwerdegegner die Stundenzahl pro Tag und Woche jeweils direkt mit 
den Verantwortlichen des Kunden besprechen könne. Unüblich ist ferner auch der 
Umstand, dass der betreffende Arbeitsvertrag lediglich in einfacher Ausfertigung 
erstellt und der Beschwerdegegner nicht einmal mit einer Kopie bedient worden 
ist. Soweit die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss 
sodann geltend macht, bei der „Falschplatzierung“ der Unterschriften handle es 
sich um ein kleines Missgeschick, welches an der Gültigkeit des Vertrags nichts zu 
ändern vermöge, ist ihr darin zwar grundsätzlich zuzustimmen. Dennoch stellt die-
ser Umstand nebst den vorangegangenen Punkten ein weiteres Indiz für die 
Glaubhaftigkeit der beschwerdegegnerischen Sachverhaltsschilderung dar. Hinzu 
kommt, dass sich auch der E-Mail-Verkehr unter den Parteien Anfang Juni 2011 
nicht anders interpretieren lässt. So teilte C._____ dem Beschwerdegegner am 5. 

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Juni 2011 mit, dass er noch eine schriftliche Kündigung von diesem erwarte (kB 
16), woraufhin der Beschwerdegegner Tags darauf erwiderte, nicht zu wissen, 
was er kündigen solle, da er keinerlei Verträge bekommen habe und C._____ ihm 
deshalb erst die entsprechenden Unterlagen zukommen lassen müsste (bB 3). 
Dass die Beschwerdeführerin die letzte E-Mail des Beschwerdegegners in der 
Folge unbeantwortet liess, spricht für sich. Hätte sich die vorliegenden Angele-
genheit nämlich so abgespielt wie von der Beschwerdeführerin geschildert und der 
betreffende Arbeitsvertrag wäre in der Tat nicht bloss zwecks Anmeldung bei der 
zuständigen Amtsstelle abgeschlossen worden, so ist schlicht nicht nachvollzieh-
bar, weshalb die Beschwerdeführerin diesen Arbeitsvertrag dem Beschwerdegeg-
ner nicht entgegengehalten oder ihm zumindest eine Kopie desselben zugestellt 
hat, um ihn auf die entsprechenden Kündigungsmodalitäten hinzuweisen. Statt-
dessen hat sie es nicht einmal für nötig befunden, die entsprechende Äusserung 
des Beschwerdegegners mit einer Antwort zu würdigen. Ein solches Verhalten 
seitens der Arbeitgeberin entspricht nicht der allgemeinen Lebenserfahrung.

f. In Würdigung sämtlicher Umstände ist der Vorinstanz darin zu folgen, dass 
ein Arbeitsvertrag mit dem Inhalt des am 9. Mai 2011 abgeschlossenen Schrift-
stücks mangels Konsenses zwischen den Parteien nie zustande gekommen ist. 
Infolgedessen behielt die ursprüngliche und mit E-Mail vom 22. Mai 2011 festge-
haltene Vereinbarung ihre Gültigkeit. Da eine Kündigungsfrist darin nicht vorgese-
hen war, verliess der Beschwerdegegner die Arbeitsstelle auch nicht ungerechtfer-
tigt im Sinne von Art. 337d OR, womit der Beschwerdeführerin auch kein darauf 
gestützter Anspruch auf Ersatz des geltend gemachten Schadens zusteht. Die 
Vorinstanz hat die Klage mithin zu Recht abgewiesen. Entsprechend ist der ange-
fochtene Entscheid zu schützen, was die Abweisung der vorliegenden Beschwer-
de zur Folge hat.

4. Bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von Fr. 
30‘000.-- werden im Entscheidverfahren keine Gerichtskosten erhoben (Art. 114 
lit. c ZPO). Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gehen somit zu 
Lasten des Kantons Graubünden. Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerde-
gegner ist praxisgemäss keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen, zu-
mal ihm die Beschwerdeschrift – wie eingangs erwähnt – trotz mehrerer Versuche 
nicht zugestellt werden konnte und ihm demzufolge aufgrund des vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens auch kein Aufwand entstanden ist.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘500.-- gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 15'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechts-
frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fäl-
len ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfah-
ren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

4. Mitteilung an: