# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2a86f87-e55e-5b9b-8db4-aeb6a02514fa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2008 C-2355/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2355-2008_2008-12-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2355/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 0 8  

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Jürg Tiefenthal.

Z._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
S._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2355/2008

Sachverhalt:

A.
Die  marokkanische  Staatsangehörige  S._______  (geboren  1985, 
nachfolgend: Gesuchstellerin bzw. Eingeladene) beantragte am 19. Ja-
nuar 2008 bei  der Schweizerischen Botschaft  in Rabat die Erteilung 
eines Einreisevisums für die Dauer von sechs Wochen. Als Zweck der 
beabsichtigten  Reise  gab  sie  an,  ihre  im  Kanton  Wallis  wohnhafte 
Schwester M._______ und deren Ehemann Z._______ (nachfolgend: 
Beschwerdeführer bzw. Gastgeber) besuchen zu wollen. Nach formlo-
ser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch an 
die Vorinstanz zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Wallis bei dem Gastge-
ber ergänzende Auskünfte eingeholt  und mit  zustimmender Stellung-
nahme an das BFM weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Ein-
reisegesuch mit  Verfügung vom 14. März 2008 ab. Dies im Wesentli-
chen mit der Begründung, die Gesuchstellerin stamme aus einer Regi-
on, aus welcher als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und 
soziokulturellen  Verhältnisse  ein  starker  Zuwanderungsdruck  festzu-
stellen sei. Viele ihrer Landsleute versuchten – einmal in der Schweiz 
– ihren Aufenthalt durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel zu 
verlängern,  um  sich  so  in  Umgehung  der  bundesrätlichen  Begren-
zungsmassnahmen  eine  vermeintlich  bessere  Zukunft  aufzubauen. 
Der Gesuchstellerin oblägen im Heimatland weder zwingende berufli-
che oder gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwort-
lichkeiten, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr 
bieten könnten. 

C.
Mit  Beschwerde  vom  9. April  2008  beantragt  der  Beschwerdeführer 
die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung eines 
Besuchervisums an die Gesuchstellerin. Als Begründung bringt er ins-
besondere vor, die Gesuchstellerin sei bereits einmal – wie auch seine 
Schwiegereltern und eine seiner Schwägerinnen – in der Schweiz zu 
Besuch gewesen und bei Ablauf ihres Visums wieder fristgerecht aus-
gereist.  Ausserdem habe  er  sich  als  Gastgeber  auch  für  die  Unter-
haltskosten der Gesuchstellerin  während des geplanten Besuchsauf-
enthaltes verpflichtet und garantiere persönlich für deren fristgemässe 
Rückkehr.

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D.
Auf  Einladung  der  Instruktionsbehörde  hin  äusserte  sich  der  Be-
schwerdeführer  in  einer  Eingabe  vom 12. Mai  2008  ergänzend  zum 
früheren Besuchsaufenthalt (im August 1999) und zu den beruflichen 
Verhältnissen der Gesuchstellerin  und reichte hierzu eine sie betref-
fende Arbeitsbestätigung sowie aktuelle Passkopien zu den Akten.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 6. Juni 2008 beantragt die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde. Sie führt unter anderem aus, die Gesuch-
stellerin vermöge nicht genügend Gewähr für eine anstandslose und 
fristgerechte Wiederausreise nach Ablauf des Besuchsaufenthaltes in 
der Schweiz zu bieten, da es sich bei ihr um eine ledige Person ohne 
zwingende, verbindliche familiäre Verpflichtungen in Marokko handle. 

F.
Mit verfahrensleitender Anordnung vom 13. Juni 2008 wurde dem Be-
schwerdeführer die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der Vor-
instanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb ungenutzt.

G.
Am 22. August 2008 zog das Bundesverwaltungsgericht die Akten der 
Dienststelle  für  Zivilstandswesen und  Fremdenkontrolle  des  Kantons 
Wallis bei.

H.
Auf den übrigen Akteninhalt wird, sofern rechtserheblich, in den Erwä-
gungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungericht  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-

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waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- 
und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 48 ff. 
VwVG).

1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat,  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  E. 1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publ.  Urteils 
2A.451/2002 vom 28. März 2003).

2.
2.1 Die Schweiz ist – wie alle anderen Staaten – grundsätzlich nicht 
gehalten,  Ausländerinnen und Ausländern  die  Einreise  zu gestatten. 
Vorbehältlich der völkerrechtlichen Verpflichtungen handelt es sich da-
bei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002 
3774; BGE 133 I 185 E. 2.3). Dies bedeutet, dass die schweizerische 
Rechtsordnung weder ein allgemeines Recht auf Einreise kennt noch 
einen besonderen Anspruch auf  Erteilung eines Visums gewährt. Im 
Falle einer Einreisebewilligung kommt hinzu,  dass der Spielraum für 
das  behördliche Ermessen (vgl. Art. 96 Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
[AuG, SR 142.20]) umfangreicher ist, als beispielsweise bei der Verlän-
gerung  einer  Anwesenheitserlaubnis. Während  es  im  letztgenannten 
Fall zu bedenken gilt, dass ein bereits anwesender Ausländer auf sein 
Bleiberecht  vertraut  und  insoweit  einen  gewissen  Schutz  geniesst, 
kann  im  Falle  einer  Einreisebewilligung  jedes  gegen  den  Aufenthalt 
sprechende öffentliche Interesse entscheiderheblich sein. Dies gilt na-

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mentlich für die Beurteilung von Einreisegesuchen für touristische Auf-
enthalte von bis zu drei Monaten, die bewilligungsfrei sind, aber der Vi-
sumpflicht unterliegen.

2.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und ein 
Visum,  sofern  sie  nicht  von der  Visumpflicht  befreit  sind  (vgl. Art. 5 
Abs. 1 Bst. a AuG i.V.m. Art. 3 ff. der Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, SR 142.204]). Sie müs-
sen ferner die für den Aufenthalt notwendigen finanziellen Mittel besit-
zen (Art. 5 Abs. 1 Bst b AuG), dürfen keine Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit  und  Ordnung  sowie  die  internationalen  Beziehungen  der 
Schweiz darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG) und dürfen nicht von ei-
ner  Fernhaltemassnahme betroffen  sein  (Art.  5  Abs. 1  Bst. d  AuG). 
Schliesslich  müssen  sie  für  die  gesicherte  Wiederausreise  Gewähr 
bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist (Art. 5 
Abs. 2 AuG). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird das Visum 
verweigert (vgl. Art 16 Abs. 1 Bst. a VEV). Für die Visumerteilung ist – 
unter  Vorbehalt  der  Zuständigkeiten  des  Eidgenössischen  Departe-
ments  für  auswärtige  Angelegenheiten  (EDA)  sowie  der  kantonalen 
Ausländerbehörden – das BFM zuständig (vgl. Art. 23 Abs. 1 VEV).

3.
3.1 Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur Einrei-
se in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

3.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu  lassen  sich  in  der  Regel  keine  gesicherten  Feststellungen, 
sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durch-
aus,  Einreisegesuchen  von  Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten 
oder  Regionen mit  politisch  respektive wirtschaftlich  vergleichsweise 
ungünstigen Verhältnissen zum vornherein  mit  Zurückhaltung zu be-
gegnen,  da  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig 
nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreise-
bewilligung in Einklang steht.

3.3 Einen wichtigen Aspekt, der dagegen spricht, die Gesuchstellerin 
in  die Schweiz einreisen zu lassen,  stellt  im dargelegten Kontext  ihr 

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Herkunftsland dar. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 1460 Euro hat 
Marokko  die  Struktur  eines  Entwicklungslandes.  Obschon  sich  die 
nach  den  Wahlen  im  Jahre  2002  eingesetzte  Regierung  von  Driss 
Jettou  die  Bekämpfung  der  Armut  durch  dauerhaftes  hohes  Wirt-
schaftswachstum und Schaffung neuer Arbeitsplätze zum Ziel  setzte 
und  entsprechende  Reformen  einleitete,  ist  Einschätzungen  zufolge 
das derzeitige volatile Wirtschaftswachstum nicht ausreichend, um den 
Anteil der armen Bevölkerung dauerhaft zu senken. Die hohe Arbeits-
losigkeit  und  der  hohe  Anteil  von Unterbeschäftigten  stellt  ebenfalls 
weiterhin ein Problem dar. Von der Arbeitslosigkeit  insbesondere be-
troffen  ist  die  junge  urbane  Bevölkerung,  deren  Arbeitslosigkeit  auf 
33% geschätzt wird (Quellen: www.state.gov  , U.S. Department of State 
>  Countries  >  Background  Notes  >  Morocco  [Stand  Oktober  2007, 
besucht  am 25. November 2008];  www.auswaertiges-amt.de  ,  Länder- 
und  Reiseinformationen  >  Marokko  >  Wirtschaft  [Stand:  Dezember 
2007,  besucht  am  25. November  2008];  NZZ  vom  2./3.  Juni  2007 
S. 31).  Vor  allem  in  der  jüngeren  Bevölkerung  ist  aufgrund  der 
ungünstigen  Lebensverhältnisse  ein  starker  Migrationsdruck 
festzustellen.  Dabei  gilt  auch  die  Schweiz  als  Zielland  vieler 
Auswanderer im erwerbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren 
Lebensbedingungen eine neue Existenz aufbauen möchten. Der Trend 
zeigt sich erfahrungsgemäss dort  besonders stark, wo durch die An-
wesenheit  von  Verwandten  oder  Bekannten  bereits  ein  minimales 
soziales  Beziehungsnetz  im  Ausland  besteht.  Im  Falle  der  Schweiz 
führen  diese  Verhältnisse  angesichts  der  restriktiven 
Zulassungsregelung nicht  selten  zur  Umgehung ausländerrechtlicher 
Bestimmungen.  Es  gilt  nach  Möglichkeit  zu  verhindern,  dass 
Gesuchsteller  ihre  Anwesenheit  in  der  Schweiz  –  entgegen  der 
ursprünglichen  Absichtserklärung  –  dazu  nutzen,  ein  Asylgesuch 
einzureichen  oder  die  Pflicht  zur  fristgerechten  Wiederausreise  auf 
andere Weise zu umgehen. Solche Umstände und Erfahrungen sind 
beim Visumsentscheid zu berücksichtigen. Dies umso mehr, als dass 
es  um  die  Beurteilung  eines  künftigen  Verhaltens  geht,  bezüglich 
dessen in der Regel keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen.

4.
4.1 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
Einzelfalles  zu  berücksichtigen.  Obliegt  einem  Gesuchsteller  oder 
einer  Gesuchstellerin  im Heimatstaat  beispielsweise  eine  besondere 
berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser 

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http://www.state.gov/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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Umstand durchaus die Prognose für eine fristgerechte Wiederausreise 
begünstigen. Andererseits muss bei Gesuchstellern, die in der Heimat 
keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer mögli-
chen Emigration abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrun-
gen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Ver-
haltens  nach  bewilligter  Einreise  zu  einem  Besuchsaufenthalt  hoch 
eingeschätzt werden.

4.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 23-jährige, unver-
heiratete  Frau  aus  Meknès,  einer  mittelgrossen  Stadt  im  Norden 
Marokkos. Aus den Akten des BFM bzw. der kantonalen Behörde ist 
ersichtlich,  dass die Gesuchstellerin  bereits im Februar 2007 einmal 
einen  Visumantrag  für  eine  Aufenthaltsdauer  von  45  Tagen  an  die 
Schweizerische Botschaft  in  Rabat  gestellt  hatte,  der  jedoch sowohl 
von der Botschaft wie auch nachfolgend vom BFM abgewiesen wurde. 
Gemäss  nicht  belegten  bzw. nicht  verifizierbaren  Angaben  des  Be-
schwerdeführers  soll  die  Eingeladene  bereits  im  August  1999  –  im 
Alter von 14 Jahren – gemeinsam mit ihren Eltern bei ihm und seiner 
Familie  in  der Schweiz zu Besuch gewesen. Die Gesuchstellerin  sei 
damals  noch  nicht  im  Besitze  eines  eigenen  Passes  und  darum 
lediglich im Pass ihrer Mutter vermerkt gewesen sein. Die Mutter sei 
jedoch leider in der Zwischenzeit – vor drei Jahren – verstorben und 
deren Pass habe den Behörden retourniert werden müssen. Die Anga-
ben  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Rabat  hierzu  sind  hingegen 
gegensätzlich;  die  Gesuchstellerin  sei  nämlich  bisher  noch  nie  ins 
Ausland gereist. Welche Version nun zutrifft,  mag letztlich offen blei-
ben. So oder anders wäre die damalige Situation als Minderjährige mit 
der jetzigen nicht vergleichbar.

4.3 Gemäss Schreiben des Beschwerdeführers vom 4. März 2008 lebt 
die Familie der Gesuchstellerin – mit Ausnahme der älteren Schwes-
ter, der Frau des Beschwerdeführers – in Marokko. Den vorliegenden 
Akten können aber keine konkreten familiären Verpflichtungen entnom-
men werden,  welche die ledige Gesuchstellerin  in ihrem Heimatland 
wahrzunehmen hätte. Selbst wenn dem so wäre, bilden solche Verhält-
nisse (zurückbleibende Familienangehörige) für sich alleine aber noch 
keine  Garantie  für  eine  fristgerechte  Wiederausreise  nach  einem 
Besuchsaufenthalt.  Die  Erfahrung  zeigt  vielmehr,  dass  es  in  aller 
Regel  die  individuell  herrschenden,  wirtschaftlich-sozialen  und 
sicherheitspolitischen Verhältnisse sind, die letztlich über Verbleib oder 
Wegzug  entscheiden.  Unter  Umständen  wird  dabei  je  nach 

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Interessenlage sogar eine vorübergehende Trennung von der Familie 
in Kauf genommen.

4.4 Über die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sich die Gesuch-
stellerin befindet, ist nur wenig bekannt. Im Visumantrag vom 19. Janu-
ar  2008  hat  die  Eingeladene  keine  Berufsttätigkeit  angegeben,  was 
vom  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  vom  12. Mai  2008  damit 
erklärt  wird,  dass diese zum Zeitpunkt  der Ausstellung ihres Passes 
(am 11. September 2006) noch Studentin gewesen sei. Eine Bestäti-
gung der Universität Moulay Ismail (Meknès), ausgestellt per 8. Januar 
2008,  bescheinigt  aber  die  Immatrikulation  der  Gesuchstellerin.  In 
Bezug auf  die  berufliche Tätigkeit  verweist  der  Beschwerdeführer  in 
seiner Eingabe vom 12. Mai 2008 auf die Anstellung der Gesuchstelle-
rin  im  familieneigenen  Internetcafé  C._______  seit  1. Januar  2007; 
eine  beigelegte  Arbeitsbestätigung  bescheinigt  diese  Anstellung  der 
Gesuchstellerin  in  der  Funktion  als  Sekretärin,  gibt  jedoch  keinerlei 
Auskunft  über  deren Beschäftigungsgrad und Einkommen. Es  fehlen 
schriftliche  Nachweise  wie  beispielsweise  Bankauszüge  oder 
Lohnausweise, die über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse 
der Gesuchstellerin Aufschluss geben könnten. Der Hinweis des Be-
schwerdeführers,  die  Gesuchstellerin  besitze  Wohneigentum  im 
Zentrum der Stadt Meknès (Hochhaus, Neubau 2005), wird ebenfalls 
nicht  schriftlich belegt. Vor diesem Hintergrund erscheint  fraglich,  ob 
die  Gesuchstellerin  über  eine  massgebliche  berufliche  Verankerung 
bzw. eine gesicherte wirtschaftliche Existenz in ihrem Heimatland ver-
fügt.

4.5 Ausgehend von den vorstehenden Erwägungen durfte die Vorins-
tanz zu Recht annehmen, es bestehe zu wenig Gewähr für eine frist-
gerechte Wiederausreise der Eingeladenen. An der Richtigkeit dieser 
Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerde-
führer die rechtzeitige Rückkehr der Gesuchstellerin zugesichert  hat, 
wobei  es  an  dieser  Stelle  zu  betonen  gilt,  dass  die  Integrität  des 
Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft  als Gastgeber in keiner Art 
und Weise in Zweifel gezogen wird. Gastgeber können zwar für gewis-
se finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt – 
wie dies vorliegend durch die beglaubigte Verpflichtungserklärung des 
Beschwerdeführers zu Gunsten der Gesuchstellerin der Fall ist – nicht 
aber für ein bestimmtes Verhalten ihrer Gäste garantieren (vgl. anstelle 
vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6703/2007 vom 14. Juli 
2008 E. 5.4). 

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4.6 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, sämtliche bis-
her zu Besuch gewesenen Verwandten aus Marokko seien stets frist-
gerecht  in  ihr  Heimatland zurückgekehrt,  gilt  es darauf  hinzuweisen, 
dass  sich  mangels  näherer  Angaben  einerseits  nicht  eruieren  lässt, 
unter welchen Umständen diesen Personen in der Vergangenheit ein 
Einreisevisum erteilt  wurde. Andererseits  weist  jeder  Einzelfall  –  wie 
vorliegend belegt – eine ihm eigene und spezifische Konstellation auf, 
so dass er nicht ohne Weiteres mit anderen, angeblich gleich gelager-
ten Fällen verglichen werden kann. 

5.
Aus den dargelegten Gründen ist  somit  nicht  zu  beanstanden,  dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel-
tenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuchstel-
lerin die Einreise verweigerte. Die Behauptung, die Einreise der Ge-
suchstellerin  diene  erklärtermassen  einem bestimmten  Zweck,  näm-
lich dem Besuch von Verwandten, vermag jene Beurteilung denn auch 
keinesfalls umzustossen.

6.
Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung kein 
Bundesrecht  verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt  wurde richtig 
und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende 
Ermessen pflichtgemäss und zutreffend ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die 
Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

7.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
die Kosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 600.- 
festzusetzen  (Art. 1,  Art. 2  und  Art. 3  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- Dienststelle  für  Zivilstandswesen  und  Fremdenkontrolle  des  Kan-

tons Wallis 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Jürg Tiefenthal

Versand: 

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