# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2cea2abf-9ed6-505b-87c3-c8ebf10c5e45
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 11.06.2024 SST.2023.158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-158_2024-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2023.158 
(ST.2021.60; STA.2020.183) 

 

 

Urteil vom 11. Juni 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiberin Wanner 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

Privatkläger 1  A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwältin Sarah Brunner,  

[…] 

 

Privatkläger 2  B._____, 

[…]  

vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Bulaty,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   C._____,  

geboren am tt.mm.1982, von Villnachern, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Cornel Wehrli,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  mehrfache Freiheitsberaubung, Vergehen gegen das Bundesgesetz über 

den Schutz vor Gefährdung durch nichtionisierende Strahlung und Schall. 
 

 

  

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Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 26. Oktober 2021 fol-

gende Anklage gegen den Beschuldigten: 

 

[…] 
 
Vorbemerkungen: 
 
Der Beschuldigte lebt seit Mitte 2018 getrennt von seiner Ehefrau 
D._____, geb. tt.mm.1986. Die Beiden sind die Eltern von A._____, geb. 
tt.mm.2012, und E._____, geb. tt.mm.2015. D._____ hat mit B._____, 
geb. tt.mm.2010, einen weiteren Sohn, dessen Vater aber nicht der Be-
schuldigte ist. Die drei Kinder leben bei D._____. Nach der Trennung be-
suchten sie den Beschuldigten bis ca. Ende 2019, bzw. B._____ bis ca. 
Sommer 2019, an den Wochenenden regelmässig an seinem Wohnort 
[Adresse]. Bei diesen Wochenenden war teilweise auch die Freundin des 
Beschuldigten, F._____, anwesend, welche heute mit ihm zusammen an 
der genannten Adresse lebt.  
 
1. Sexuelle Nötigung, Art. 189 Abs. 1 StGB 
Der Beschuldigte hat eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen 
oder einer anderen sexuellen Handlung genötigt, namentlich indem er 
Gewalt angewendet hat. 
 
Als B._____ im Zeitraum von ca. Mitte 2016 bis Mitte 2019 am Wohnort 
des Beschuldigten einmal nackt aus der Dusche kam, kniete sich der Be-
schuldigte vor ihm hin und hielt ihn mit einer Hand wissentlich und willent-
lich am Fuss fest, um zu verhindern, dass B._____ weggehen konnte. Mit 
der anderen Hand fasste der Beschuldigte B._____ zu seiner geschlechtli-
chen Befriedigung wissentlich und willentlich an dessen Penis und beweg-
te diesen dabei hin und her. Obwohl B._____ den Beschuldigten aufforder-
te, damit aufzuhören, und probierte wegzugehen, setzte der Beschuldigte 
sein Tun noch einige Zeit fort, bis er dann von sich aus selbst von B._____ 
abliess.  
 
2. Mehrfach sexuelle Handlungen mit Kindern, Art. 187 Ziff. 1 Abs. 

1 StGB 
Der Beschuldigte hat mehrfach mit einem Kind unter 16 Jahren eine se-
xuelle Handlung vorgenommen. 
 
2.1. Der Beschuldigte nahm die besagte Handlung im Zeitraum von ca. 

Mitte 2016 bis Mitte 2019 mit B._____ (Sachverhalt Ziff. 1 vorste-
hend) in einem Zeitraum vor, in welchem dieser ca. sechs- bis 
neunjährig war, was dem Beschuldigten bewusst war. 

 
2.2. Im Zeitraum von ca. Mitte 2018 bis Ende 2019 zog der Beschuldig-

te an den Besuchswochenenden an seinem Wohnort insgesamt 
dreimal, einmal im Herbst, einmal im Winter und einmal im Früh-
ling, jeweils abends, A._____ aus dem Haus und begab sich mit 
ihm alleine auf eine Wiese, welche sich hinter dem Haus befindet. 
Dort zog der Beschuldigte seine eigene Unterhose aus oder zu-
mindest herunter. Danach fasste der Beschuldigte sich jeweils an 
seinen eigenen Penis und machte mit beiden Händen daran seit-

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lich reibende Bewegungen. Zudem fasste der Beschuldigte jeweils 
A._____ an dessen Penis und machte mit seinen Händen daran 
ebenfalls seitlich reibende Bewegungen. Der Beschuldigte forderte 
A._____ auch auf, sich selbst an den Penis zu fassen, was dieser 
jedoch nicht tat.  

 
Der Beschuldigte nahm mit A._____ sämtliche dieser Handlungen 
wissentlich und willentlich zur Befriedigung seiner geschlechtlichen 
Bedürfnisse vor.  

 
2.3. Im Zeitraum von ca. Mitte 2018 bis Ende 2019 forderte der Be-

schuldigte an seinem Wohnort auf der Wiese hinter dem Haus sei-
ne Tochter E._____ einmal auf, sich auszuziehen, was diese tat. 
Danach fasste er zu seiner geschlechtlichen Befriedigung wissent-
lich und willentlich an deren Vagina. Als der ebenfalls anwesende 
A._____ den Beschuldigten aufforderte damit aufzuhören, erklärte 
der Beschuldigte, dass er das tun dürfe, weil E._____ sein Kind 
sei.  
 
Im selben Zeitraum fasste der Beschuldigte an seinem Wohnort in 
E._____ Zimmer dieser einmal zu seiner geschlechtlichen Befrie-
digung wissentlich und willentlich an deren Vagina.  

 
3. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, Art. 187 Ziff. 1 

Abs. 3 StGB 
Der Beschuldigte hat mehrfach ein Kind unter 16 Jahren in eine sexuelle 
Handlung miteinbezogen. 
 
Im Zeitraum von ca. Mitte 2018 bis Ende 2019 begab sich der Beschuldigte 
zweimal abends um ca. 19:00 Uhr zusammen mit F._____ und seinen 
Kindern A._____ und E._____ an seinem Wohnort ins Schlafzimmer. Bei 
beiden Malen zogen der Beschuldigte und F._____ anschliessend ihre 
Kleider aus. Danach vollzog der Beschuldigte mit F._____ auf dem Bett in 
seinem Schlafzimmer unter der Decke den Geschlechtsverkehr oder ande-
re sexuelle Handlungen, während A._____ und E._____ sich in demselben 
Raum befanden und ihnen dabei zuschauten, was der Beschuldigte wuss-
te und von ihm gewollt war. Der Beschuldigte wies einmal A._____ und 
das andere Mal E._____ an, F._____ und ihn beim Geschlechtsverkehr 
bzw. den sexuellen Handlungen mit einem Mobiltelefon oder Tablet des 
Beschuldigten zu filmen, was die beiden Kinder taten.  
 
4. Mehrfache Freiheitsberaubung, Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
Der Beschuldigte hat mehrfach jemanden unrechtmässig die Freiheit ent-
zogen oder gefangen gehalten oder jemandem in anderer Weise un-
rechtmässig die Freiheit entzogen. 
 
4.1. Bei den beiden Malen, bevor der Beschuldigte im Schlafzimmer an 

seinem Wohnort in Anwesenheit seiner Kinder A._____ und 
E._____ mit F._____ den Geschlechtsverkehr oder andere sexuel-
le Handlungen vollzog (Sachverhalt Ziff. 3 vorstehend), schloss er 
wissentlich und willentlich die Zimmertüre ab und legte den 
Schlüssel unter das Kissen seines Bettes, sodass seine Kinder das 
Schlafzimmer nicht verlassen konnten, was ihm bewusst und von 
ihm gewollt war. 

 
4.2. Der Beschuldigte fesselte A._____ und B._____ im Zeitraum von 

ca. Mitte 2018 bis Mitte 2019 an seinem Wohnort insgesamt drei-

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mal wissentlich und willentlich mit einer Schnur oder einem Seil an 
ihren Händen für die Dauer von jeweils rund 20 Minuten ans Bett, 
nachdem sich diese aus einer Sicht ungebührlich verhalten hatten. 
Den Beiden war es während dieser Zeitdauer nicht möglich, sich 
zu lösen und wegzugehen, was der Beschuldigte wusste und woll-
te.  

 
4.3. Der Beschuldigte fesselte an seinem Wohnort im Zeitraum von ca. 

Mitte 2018 bis Ende 2019 auch E._____ wissentlich und willentlich 
mit einer Schnur oder Klebeband an eine Stange ihres Betts, so-
dass es ihr vorübergehend nicht möglich war, wegzugehen. Der 
ebenfalls anwesende A._____ forderte den Beschuldigten auf, 
damit aufzuhören, was der Beschuldigte jedoch ignorierte. 

 
5. Mehrfache wiederholte Tätlichkeiten, Art. 126 Abs. 2 lit. a StGB 
Der Beschuldigte hat mehrfach gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die 
keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge hatten, 
wobei er die Tat wiederholt beging an Personen, die unter seiner Obhut 
standen oder für die er zu sorgen hatte, namentlich an Kindern.  
 
5.1. Der Beschuldigte schlug an seinem Wohnort A._____ im Zeitraum 

von ca. anfangs 2019 bis Ende Dezember 2019 einmal mit seiner 
flachen Hand wissentlich und willentlich gegen dessen Stirnbe-
reich.  

 
5.2. Der Beschuldigte schlug an seinem Wohnort E._____ im Zeitraum 

von ca. anfangs 2019 bis Ende Dezember 2019 mehrmals eine 
unbestimmte Anzahl von Malen mit seiner flachen Hand wissent-
lich willentlich auf ihre Wange.  

 
5.3. Der Beschuldigte schlug an seinem Wohnort B._____ im Zeitraum 

von ca. anfangs 2019 bis Mitte 2019 mehrmals eine unbestimmte 
Anzahl von Malen mit seiner flachen Hand wissentlich willentlich 
auf dessen Hand, dessen Po und dessen Wange.  

 
Im Januar 2019 trug der Beschuldigte an seinem Wohnort B._____ 
in die Badewanne, leerte dort wissentlich und willentlich den Inhalt 
einer Flasche Rivella über B._____ Kopf, welcher dabei angeklei-
det war, und duschte ihn danach wissentlich und willentlich mit kal-
tem Wasser ab. 

 
Die Privatkläger A._____, E._____ und B._____ lassen je eine Zi-
vilforderung dem Grundsatz nach geltend machen. 

 
6. Vergehen gegen das Bundesgesetz über den Schutz vor Ge-

fährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall 
(NISGG), Art. 12 NISSG i.V.m. Art. 5 lit. a NISGG sowie Art. 22 
und Art. 23 V-NISSG 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich ein Produkt (Laserpointer) besessen, 
das einem Verbot nach Art. 5 NISGG unterlag. 
 
Der Beschuldigte besass seit mindestens Ende 2019 bis zur Hausdurch-
suchung am 26. August 2020 an seinem Wohnort wissentlich und willent-
lich ohne Bewilligung einen Laserpointer, welcher über keine Gefahren-
kennzeichnung und keine Kennzeichnung der Laserklasse verfügte. 
 
[…]  

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2. 

2.1. 

Mit schriftlich eröffnetem Urteil vom 22. November 2022 erkannte die Prä-

sidentin des Bezirksgerichts Brugg (GA [vorinstanzliche Gerichtsakten] 

318 ff.): 

 

1. 

Das Verfahren betreffend mehrfache wiederholte Tätlichkeiten gemäss 

Art. 126 Abs. 2 lit. a StGB (Anklageziffer 5) wird zufolge Verjährung ein-

gestellt. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen:  

- der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1) 

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2) 

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB (Anklageziffer 3) 

- der mehrfachen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Anklageziffern 4.1 und 4.3)  

 

3. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Anklageziffer 4.2) 

- des Vergehens gegen das BG über den Schutz vor Gefährdungen 

durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG) gemäss Art. 12 

NISSG. 

 

4. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 3 hiervor erwähnten 

Bestimmungen und gestützt auf Art. 34, 47 und 49 StGB zu 

180 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 60.00 

festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 10'800.00. 

 

5. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 für die Geldstrafe der be-

dingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 

StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 

 

6. 

Gestützt auf Art. 69 StGB wird der Laserpointer Agrilaser Nr. S200 3587 

inkl. Tragbox und Bedienungsanleitung eingezogen. 

 

7. 

Die nachfolgend erwähnten beschlagnahmten Gegenstände werden dem 

Beschuldigten nach Rechtskraft dieser Dispositivziffer auf erstes Verlan-

gen herausgegeben und sind innert 30 Tagen seit Rechtskraft abzuholen, 

anderenfalls darüber verfügt werden wird:  

 

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- ein Brillenputztuch (orange) 

- zwei kleine Schraubenzieher 

- ein Schlüssel 

 

8. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger 1 (A._____) 

Fr. 500.00 als Genugtuung zu bezahlen. 

 

9. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger 3 (B._____) 

Fr. 500.00 nebst Zins zu 5 % seit 1. Januar 2018 als Genugtuung zu be-

zahlen. 

 

10. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass für den Zivil- und Strafkläger 1 

(A._____) ein Nachklagerecht auf Ersatz für allfälligen künftigen Schaden 

ausdrücklich vorbehalten wird. 

 

11. 

Die Anklagegebühr wird gemäss § 15 Abs. 1bis VKD auf Fr. 2'100.00 

festgesetzt. Dem Beschuldigten wird diese im Umfang von 50%, ausma-

chend Fr. 1'050.00 auferlegt. 

 

12. 

Die Verfahrenskosten bestehen aus: 

a) der Gebühr von Fr. 5'000.00 

b) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  1'516.50 

c) Gutachten Fr.  8'841.30 

Total Fr.  15'357.80 

 

Dem Beschuldigten werden die Kosten gemäss lit. a - c im Umfang von 

50%, ausmachend Fr. 7'678.95 auferlegt. 

 

13. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der unentgeltlichen Vertreterin des Zi-

vil- und Strafklägers 1 eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 2'743.40 

(inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 

 

14. 

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, der unentgeltlichen Vertrete-

rin des Zivil- und Strafklägers 1 (A._____) und der Zivil- und Strafklägerin 

2 (E._____) eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 7'543.05 (inkl. 

Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 

 

15. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Vertreter des Zi-

vil- und Strafklägers 3 (B._____) eine Parteientschädigung in Höhe von 

Fr. 4'014.10 (inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 

 

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16. 

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter 

des Zivil- und Strafklägers 3 (B._____) eine Parteientschädigung in Höhe 

von Fr. 4'014.15 (inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 

 

17. 

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, dem freigewählten Verteidi-

ger Fr. 11'601.00 (inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 

 

18. 

Im Übrigen trägt der Beschuldigte seine Kosten selber. 

 

2.2. 

Mit Urteil vom 23. Dezember 2022 berichtigte die Präsidentin des Be-

zirksgerichts Brugg die Dispositivziffern 13-16 wie folgt (GA 352 ff.):  

 

13.  

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, der unentgeltlichen Vertrete-

rin des Zivil- und Strafklägers 1 (A._____) und der Zivil- und Strafklägerin 

2 (E._____) eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 10'286.45 (inkl. 

Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 

 

14.  

Der Beschuldigte hat dem Kanton die Kosten gemäss Ziffer 13 hiervor im 

Umfang von Fr. 2'743.40 zurückzubezahlen. 

 

15.  

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter 

des Zivil- und Strafklägers 3 (B._____) eine Parteientschädigung in Höhe 

von Fr. 8'028.25 (inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen. 

 

16.  

Der Beschuldigte hat dem Kanton die Kosten gemäss Ziffer 15 hiervor im 

Umfang von Fr. 4'014.10 zurückzubezahlen. 

 

2.3. 

Der Beschuldigte meldete am 6. Januar 2023 gegen das ihm am 

3. Januar 2023 zugestellte Urteil (GA 341 f.) bzw. das ihm am 6. Januar 

2023 zugestellte berichtigte Urteil (GA 364 f.) Berufung an (GA 372). Das 

begründete Urteil wurde ihm in der Folge am 5. Juli 2023 eröffnet 

(GA 443). 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 14. Juli 2023 beantragte der Beschuldigte 

zusammengefasst einen Freispruch von Schuld und Strafe, die Abwei-

sung sämtlicher Zivilansprüche sowie die Aushändigung der beschlag-

nahmten Gegenstände unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

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3.2. 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 26. Juli 2023 auf  

einen Nichteintretensantrag und eine Anschlussberufung. 

 

3.3. 

Der Privatkläger B._____ verzichtete mit Eingabe vom 27. Juli 2023 auf 

einen Nichteintretensantrag und eine Anschlussberufung. Er teilte mit, 

dass er als Partei am Berufungsverfahren teilnehmen werde. 

 

3.4. 

Die Privatkläger A._____ und E._____ verzichteten mit Eingabe vom 

8. August 2023 auf einen Nichteintretensantrag und eine Anschlussberu-

fung. Die Rechtsanwältin der beiden Privatkläger teilte mit, E._____ neh-

me am Berufungsverfahren nicht mehr teil.  

 

3.5. 

Vorgängig zur Berufungsverhandlung reichte der Beschuldigte am 

17. August 2023 eine kurze Berufungsbegründung ein. 

 

3.6. 

Mit Berufungsantwort vom 28. August 2023 beantragte die Staatsanwalt-

schaft die Abweisung der Berufung des Beschuldigten unter Kostenfolge 

und verwies auf die Erwägungen der Vorinstanz. 

 

3.7. 

Mit Berufungsantwort vom 8. September 2023 liess der Privatkläger 

B._____ die Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zulasten des Beschuldigten beantragen. Gleichentags liess er zu-

dem um Dispensation von der Teilnahme (B._____ und seines Vertreters) 

an der Berufungsverhandlung ersuchen.  

 

3.8. 

Mit Eingabe vom 11. September 2023 reichte der Privatkläger A._____ 

eine kurze Berufungsantwort ein. 

 

3.9. 

Mit Verfügung vom 18. September 2023 wurde das Gesuch des Privat-

klägers A._____ um Einsetzung von Rechtsanwältin Sarah Brunner als 

unentgeltliche Vertreterin im Berufungsverfahren abgewiesen. 

 

3.10. 

Mit Verfügung vom 20. September 2023 wurde das Gesuch des Privat-

klägers B._____ um unentgeltliche Rechtspflege und Einsetzung von 

Rechtsanwalt Oliver Bulaty als unentgeltlichen Vertreter im Berufungsver-

fahren abgewiesen. 

 

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3.11. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 

11. Juni 2024 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die Schuldsprüche 

wegen mehrfacher Freiheitsberaubung (Anklageziffer 4.2) sowie Verge-

hens gegen das Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch 

nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG) (Anklageziffer 6) und die 

damit zusammenhängenden Punkte (Abweisung sämtlicher Zivilansprü-

che sowie die Aushändigung der beschlagnahmten Gegenstände unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen). Der Beschuldigte beantragt, von 

Schuld und Strafe freigesprochen zu werden.  

 

Nicht angefochten und damit nach Art. 404 Abs. 1 StPO nicht zu prüfen 

sind demgegenüber die Verfahrenseinstellung betreffend die mehrfachen 

wiederholten Tätlichkeiten (Anklageziffer 5) sowie die Freisprüche in Be-

zug auf die sexuelle Nötigung (Anklageziffer 1), die mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit Kindern (Anklageziffer 2 und 3) sowie die mehrfache 

Freiheitsberaubung (Anklageziffern 4.1 und 4.3). 

 

2. 

2.1. 

Mit Anklageziffer 4.2 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe 

A._____ und B._____ im Zeitraum von ca. Mitte 2018 bis Mitte 2019 an 

seinem Wohnort insgesamt dreimal wissentlich und willentlich mit einer 

Schnur oder einem Seil an ihren Händen für die Dauer von jeweils rund 

20 Minuten ans Bett gefesselt, nachdem sich diese aus seiner Sicht un-

gebührlich verhalten hatten. Den Beiden sei es während dieser Zeitdauer 

nicht möglich gewesen, sich zu lösen und wegzugehen, was der Beschul-

digte gewusst und gewollt habe. 

 

Das Bezirksgericht kam zum Schluss, die Aussagen von A._____ und 

B._____ seien – anders als diejenigen des Beschuldigten, der sich im 

ganzen Verfahren nicht zur Sache geäussert habe – als glaubhaft einzu-

stufen. Gestützt darauf erachtete die Vorinstanz den angeklagten Sach-

verhalt als erstellt und verurteilte den Beschuldigten wegen mehrfacher 

Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (vgl. vorinstanzli-

ches Urteil E. 8.1.5.2 S. 33-36, E. 8.3 S. 37 f.). 

 

2.2. 

Der Beschuldigte bringt dagegen u.a. vor, die Vorinstanz habe eine fal-

sche Beweiswürdigung vorgenommen. Die von der aussagepsychologi-

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schen Forschung entwickelten Methoden, um zwischen erlebnisbasierten 

Aussagen und Falschaussagen zu unterscheiden, seien im konkreten Fall 

nicht richtig angewandt worden. Bei korrekter Anwendung ergebe sich, 

dass der Beschuldigte die ihm zur Last gelegten Straftaten nicht began-

gen habe bzw. keine rechtsgenüglichen Beweise hierfür vorliegen würden 

(vgl. Berufungsbegründung; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4 ff.).  

 

2.3. 

Der Privatkläger B._____ macht zusammengefasst im Wesentlichen gel-

tend, die Vorinstanz habe sich in einem ersten Schritt auf zahlreiche Re-

alkennzeichen gestützt, deren Detailreichtum und die untergeordnete 

Darstellung bejaht und diese gewürdigt (Berufungsantwort S. 4 f.). In ei-

nem zweiten Schritt habe die Vorinstanz geprüft, ob die durch B._____ 

gemachten Aussagen allenfalls durch Suggestion durch seine Mutter und 

den Therapeuten Lüthi hervorgerufen worden sein könnten und habe 

schliesslich eine solche Suggestion verneint (Berufungsantwort S. 5 f.). 

Die Vorinstanz habe die von der aussagepsychologischen Forschung 

entwickelten Methoden, um zwischen erlebnisbasierten Aussagen und 

Falschaussagen zu unterscheiden, in seinem Fall der mehrfachen Frei-

heitsberaubung korrekt angewandt (Berufungsantwort S. 6).  

 

2.4. 

Der Privatkläger A._____ legt dar, die Vorinstanz habe die Würdigung der 

Aussagen der drei Kinder auf deren Glaubhaftigkeit in Anwendung der in 

der aussagepsychologischen Forschung entwickelten Prüfungskriterien 

korrekt vorgenommen (Berufungsantwort S. 1 f.; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 8 ff.).  

 

3. 

3.1. 

Als Beweismittel stehen vorliegend die Aussagen der Beteiligten, d.h. des 

Beschuldigten (UA [Untersuchungsakten] 132 ff.; 142 ff.; GA 130 ff.), der 

Auskunftspersonen A._____ als Privatkläger 1 (UA 167 ff. [Videobefra-

gung vom 30. Juni 2020 und Bericht zur Videobefragung von der Opferhil-

fe]; UA 187 ff. [Videobefragung vom 20. Oktober 2020 und Bericht zur Vi-

deobefragung von der Opferhilfe]) und B._____ als Privatkläger 2 (UA 243 

ff. [Videobefragung vom 13. November 2020 und Bericht zur Videobefra-

gung von der Opferhilfe]) sowie diverse Aktenstücke, welche für die Beur-

teilung der Aussagen ebenfalls miteinbezogen werden, zur Verfügung.  

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Vorinstanz hat die Lehre und Rechtsprechung zur Prüfung der Glaub-

haftigkeit der Aussagen und zur Freiheitsberaubung (Art. 183 Ziff. 1 StGB) 

grundsätzlich korrekt zusammengefasst. Auf diese unbestrittenen und zu-

treffenden Ausführungen wird verwiesen (vorinstanzliches Urteil E. 4.1 

 - 11 - 

 

 

[vgl. zu den wiederholt dargelegten Grundsätzen der Aussageanalyse 

auch: BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1020/2021 vom 25. Januar 2022 E. 2.3.2] und E. 8.3 [vgl. 

zur Freiheitsberaubung auch: BGE 141 IV 10 E. 4.4.1]; Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

 

3.2.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-

fahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen un-

überwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 

der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; "in dubio pro reo"). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche 

immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann 

(BGE 145 IV 154 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_323/2021 vom 

11. August 2021 E. 1.3, nicht publ. in: BGE 147 IV 534).  

 

3.3. 

3.3.1. 

Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte und D._____ (Mutter der 

beiden Privatkläger) seit dem 16. September 2011 verheiratet waren. Aus 

der Ehe sind die beiden Kinder A._____ (geb. tt.mm.2012; Privatkläger 1) 

und E._____ (geb. tt.mm.2015; ehemals Privatklägerin vor Vorinstanz) 

hervorgegangen. B._____ (geb. tt.mm.2010; Privatkläger 2) stammt aus 

einer früheren Beziehung von D._____. Am 16. Juni 2018 kam es zur 

Trennung zwischen D._____ und dem Beschuldigten. Der Beschuldigte 

erhielt ein Besuchsrecht für die Kinder (UA 264 Rz. 45). Aus den Akten 

geht hervor, dass der Beschuldigte und D._____ seit längerer Zeit stark 

zerstritten sind (vgl. u.a. UA 343-769) und für die gemeinsamen Kinder 

A._____ und E._____ am 15. November 2018 eine Beistandschaft insbe-

sondere zur Unterstützung betreffend das Besuchsrecht errichtet wurde 

(UA 350 ff.).  

 

3.3.2. 

Der Beschuldigte gab anlässlich seiner Befragung vom 3. Juli 2020 an, er 

habe seine Kinder nie geschlagen oder verletzt. Er liebe seine Kinder 

über alles und würde diesen nie etwas machen (UA 134 Ziff. 10 und 56). 

Bei den weiteren Einvernahmen vom 23. November 2020 (UA 144 

Ziff. 10) und 22. November 2022 (GA 131 f.) bestätigte der Beschuldigte 

diese Aussagen. Weitere Angaben verweigerte der Beschuldigte bei allen 

drei Einvernahmen sowie anlässlich seiner Befragung vor Obergericht 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3). 

 

3.3.3. 

D._____ gab anlässlich ihrer Befragung vom 3. Januar 2020 zu Protokoll, 

der Beschuldigte habe B._____ beim Besuchswochenende nach den 

 - 12 - 

 

 

Weihnachtsferien im Januar 2019 an den Händen gefesselt und ihn wäh-

rend zehn Minuten im Zimmer gelassen. Der ganze Vorfall habe 20 Minu-

ten gedauert und es habe B._____ weh getan. Der Beschuldigte habe 

auch A._____ gefesselt, E._____ habe er die Hände nicht zusammenge-

bunden, sie aber im Zimmer gelassen. D._____ gab bei dieser Befragung 

ferner an, sie würde auf ihrem Telefon ein Video vom 8. Januar 2019 be-

sitzen, in dem B._____ dies erkläre (UA 265).  

 

Eine solche Fesselung von zehn oder 20 Minuten stellte einen erhebli-

chen Vorwurf dar, den B._____ bereits im Januar 2019 erhoben haben 

soll. Die Kindsmutter meldete dies der Polizei jedoch erst am 2. bzw. 

3. Januar 2020 (vgl. auch UA 2), mithin über ein Jahr später. Das leuchtet 

nicht ein. D._____ gab ferner bei dieser Befragung an, dass sie den 

gleichzeitig stattgefundenen Vorfall mit der Rivella Flasche – der Beschul-

digte soll diese B._____ über den Kopf geleert haben – der Beiständin der 

Kinder mitgeteilt habe (UA 265). Dass sie der Beiständin vom viel gravie-

renderen Vorwurf der Fesselung berichtet hat, erwähnte D._____ jedoch 

nicht und es gibt in den Akten dafür auch keine Anhaltspunkte. Ihren Aus-

sagen mangelt es sodann an jeglicher Detaillierung des Fesselvorfalls 

(wann, wer, wie oft und weshalb). Sie begnügte sich mit der Pauschal-

aussage, dass der Beschuldigte B._____ sowie A._____ gefesselt und 

E._____ im Zimmer gelassen habe. Die Glaubhaftigkeit der Aussage von 

D._____, bei der Dr. med. G._____ den Verdacht einer Pseudologia 

phantastica, also dem krankhaften Drang zum Lügen und Übertreiben 

formulierte (vgl. UA 464, 631; vgl. auch UA 553 f.), erscheint vor diesem 

Hintergrund eher wenig überzeugend.  

 

3.3.4. 

Bei der Würdigung der Aussagen von B._____ und A._____ ist zu beach-

ten, dass diese (wie auch E._____) von März 2020 bis November 2020 

vom Psychologen H._____ betreut wurden (UA 293 f., 295, 326). Dieser 

verfasste mehrere Schreiben an die Beiständin/Vertreterin von A._____ 

und E._____. Mit Schreiben vom 9. Mai 2020 gab H._____ an, er arbeite 

wöchentlich durchschnittlich zweimal mit den Kindern (UA 293). Alle drei 

Kinder, A._____, B._____ und E._____ sowie auch deren Mutter würden 

an einer ausgeprägten, komplexen Traumafolgestörung leiden (UA 294). 

Mit Schreiben vom 14. Mai 2020 machte H._____ alsdann erstmals gel-

tend, er habe einen Verdacht gegen den Beschuldigten auf sexuelle 

Handlungen und Tätlichkeiten gegenüber den Kindern (UA 295 ff.). Am 

7. Juli 2020 hielt H._____ an seinem Verdacht auf sexuellen Missbrauch, 

Schändung oder Nötigung fest (UA 298 f.). Im Schreiben vom 12. Juli 

2020 wiederholte H._____ erneut den Verdacht auf sexuelle Übergriffe 

durch den Beschuldigten gegenüber den Kindern (UA 300 f.) und erstmals 

wird in diesem Schreiben eine Fesselung kurz erwähnt: "Es scheint ihm 

[Anmerkung: dem Beschuldigten] vermutlich Lust zu bereiten, Menschen 

gefangen zu halten (die Kinder zu fesseln, sie einzusperren […])" (UA 300 

 - 13 - 

 

 

Rückseite). Mit Schreiben vom 20. November 2020 führte H._____ – 

nachdem der Mutter zuvor vom Familiengericht Lenzburg auferlegt wurde, 

die Kinder bei diesem Therapeuten abzumelden (UA 235 ff.) – aus, natür-

lich sei es für den Beschuldigten ziemlich frustrierend und ungünstig, dass 

die Kinder während des therapeutischen Prozesses bei ihm (H._____) 

immer mehr und mehr bewussten Zugang zu ihren verdrängten Inhalten 

bekommen hätten (UA 326).  

 

Es kann somit festgehalten werden, dass im Zeitpunkt der Einvernahmen 

von A._____ und E._____ am 30. Juni 2020 (UA 168 ff., 211 ff.) und 

20. Oktober 2020 (UA 188 ff., 224 ff.) bzw. von B._____ am 

13. November 2020 (UA 243 ff.) ein bereits länger andauernder und in-

tensiver Kontakt zum Therapeuten H._____ bestand. Die Kinder sollen 

zunächst offenbar nur verschiedene Auffälligkeiten gezeigt haben und 

erst im weiteren therapeutischen Prozess (vgl. Schreiben von H._____ 

vom 14. Mai 2020) kamen konkretere, zuvor offenbar verdrängte Vorhalte 

gegen den Beschuldigten zum Vorschein. Die Vorinstanz kam mit Blick 

darauf hinsichtlich der angeklagten sexuellen Nötigung und der mehrfa-

chen sexuellen Handlungen mit Kindern (Anklage-Ziffern 1-3, 4.1) und der 

Freiheitsberaubung zulasten von E._____ (Anklageziffer 4.3) zum nach-

vollziehbaren Schluss, dass hinsichtlich der belastenden Aussagen der 

Kinder eine Suggestion/Beeinflussung nicht ausgeschlossen werden kön-

ne (vorinstanzliches Urteil E. 5.1.4 S. 22, E. 6.1.4 S. 28, E. 7.1.1 S. 31, 

E. 8.1.5.3 S. 37).  

 

3.3.5. 

A._____ und B._____ führten zur Fesselung durch ihren Vater Folgendes 

aus:  

 

3.3.5.1. 

A._____ sagte anlässlich seiner Befragung vom 30. Juni 2020 aus, der 

Papi habe sowohl ihn als auch B._____ einmal an das Hochbett gefesselt 

(UA 176, 181). Er sei an einer runden Eisenstange (UA 181: "Ade Stange. 

Wo ufe chasch go.") und B._____ an einer Holzstange gefesselt worden 

(UA 176). Es sei so gewesen: B._____ und er hätten etwas gemalt, was 

"ned cool gsi isch" (UA 177) und dem Papi nicht gefallen habe und es im 

Zimmer aufgehängt (UA 176 f.). Sie hätten sich dann für einen Mittags-

schlaf ins Hochbett gelegt, wobei er oben geschlafen habe (UA 176; 181). 

Als er aufgestanden sei, sei er vom Hochbett an der Leiter heruntergeklet-

tert und der Papi habe ihn dann umgedreht und gefesselt (UA 176, 181). 

Nachdem B._____ aufgestanden sei, habe der Papi auch diesen "higfess-

let" (UA 176). Dieser habe dabei nichts gesagt. Er (A._____) habe zwan-

zig Minuten dort stehen müssen, wobei auch B._____ 20 Minuten gefes-

selt gewesen sei (UA 176). Er wisse die genaue Zeitdauer, da er sich die-

se auf einen Zettel notiert habe. Er sei mit einem Seil, "wo mega fest" sei, 

gefesselt worden. Es habe sich um ein Spannset gehandelt. Der Papi ha-

 - 14 - 

 

 

be es "echli" angezogen (UA 177). Sein Mami habe ihm gesagt, er solle 

das mit dem Fesseln erzählen ("S'Mami het gseit, du verzellsch das mit-

em fessle und so. Aber de Rest verzellt E._____"; UA 181 f.; vgl. auch 

UA 175: "S'Mami het gseit, ich tues einisch verzelle und E._____ tuets ei-

nisch verzelle. […]. Also ich einisch verzelle und wenn sis ned seid, denn 

han ichs eifach gseid"; Frage: Was hat dir Mami sonst noch gesagt, dass 

du sagen musst? "Dass E._____ ad Dings gefesslet worde isch mit de 

Füess […]").  

 

Anlässlich seiner Zweitbefragung vom 20. Oktober 2020 bestätigte 

A._____, dass der Beschuldigte ("Papi" / "C._____") ihn und B._____ 

einmal gefesselt habe (UA 189, 193).  

 

3.3.5.2. 

B._____ sagte anlässlich seiner Befragung vom 13. November 2020 aus, 

dass er vom Beschuldigten ("C._____") an das Bett gefesselt worden sei 

(UA 245), "mit de Händ wie die Polizei" (UA 247). Er und sein Bruder sei-

en mit einer weissen "Schwanzschnurr", die gut halte, gefesselt worden. 

Wenn man die Hände bewege, drücke die Schnur immer mehr zusam-

men, was dann weh tue. Sie seien ca. 20 Minuten im Zimmer so geblie-

ben (UA 247). Er habe eben eine Uhr angehabt, die er mit fünf Jahren von 

seiner Mutter erhalten habe (UA 247, 256). Der Beschuldigte habe sie 

dann gepackt, das Seil um die Hände gewickelt, dann die Hände auf dem 

Rücken angebunden ("zeigt Hände auf dem Rücken") und schliesslich an 

das Bett gefesselt. Dies sei zwei Mal, drei Mal vorgekommen (UA 247). 

Das erste Mal sei dies vorgekommen, weil sie herumgesprungen und da-

bei ausgerutscht seien. Der Beschuldigte habe sie dann gebeten, damit 

aufzuhören. Dann hätten sie "ok" gesagt und seien nach Draussen ge-

gangen. Dort seien sie Töff gefahren und ein Stein sei an die Scheibe der 

Terrassenschiebetüre gespickt (UA 247 f.; 255). Der Beschuldigte habe 

daraufhin gesagt, es sei genug und dann sei die Fesselung erfolgt 

(UA 247 f.). Der zweite Fesselvorfall sei erfolgt, nachdem sie mit dem Töff 

herumgefahren seien. Sie hätten Spuren gemacht und Steine seien ins 

Gras geflogen. Der Beschuldigte habe Rasen gemäht und ein Stein sei 

unter den Rasenmäher gelangt und dieser sei dann kaputt gegangen 

(UA 248). Beim Rasenmäher habe es sich um einen Rasenmähertraktor 

gehandelt und der Stein habe sich im Getriebe eingeklemmt. Den Ra-

senmäher hätten sie aber wieder reparieren können (UA 256). Beim drit-

ten Vorfall hätten sie "Fangis" gespielt. Sie seien eine Rutschbahn herab-

gerutscht, wobei sich unten in der Nähe ein Draht der Kuhweide befunden 

habe. Als sie nochmals die Rutschbahn heruntergerutscht seien, seien sie 

zu schnell gewesen und hätten den Draht berührt. In der Folge sei der 

"Hag" umgeflogen. Der Beschuldigte habe sie dann ins Zimmer einge-

sperrt (UA 248). 

 

 - 15 - 

 

 

3.3.5.3. 

Die Aussagen des am tt.mm.2012 geborenen A._____, der im Zeitpunkt 

seiner Befragung acht Jahre alt war und über einen Vorfall sprach, wel-

chen er mit ca. sechs bis sieben Jahre erlebt hatte, sind im Ablauf grund-

sätzlich nachvollziehbar und in einer Rahmengeschichte (Malen eines Bil-

des, Mittagsschlaf, Hinabklettern vom Hochbett, Umdrehen und schliess-

lich Fesselung) eingebettet. Dabei anzumerken ist, dass er bei seiner 

zweiten Einvernahme nur in allgemeiner Weise nochmals auf das Fesseln 

zu sprechen kam, jedoch die Art und Weise nicht erneut schilderte und er 

danach auch nicht gefragt wurde. Ein Vergleich betreffend die Konstanz 

ist bei den Aussagen daher nicht möglich. Auch der am tt.mm.2010 gebo-

rene B._____, der im Zeitpunkt der angeklagten Vorfälle zwischen acht 

und neun Jahre alt war, kann grundsätzlich in seiner Befragung vom 

13. November 2020 mit einem gewissen Detailreichtum die einzelnen 

Fesselvorfälle beschreiben und in einen Kontext von einzelnen Rahmen-

geschichten einbetten.  

 

Bei der ersten Einvernahme von A._____ erscheint auffällig, dass er 

gleich zu Beginn seiner Befragung in einem Redeschwall alle Vorwürfe 

(geschlagen, gefesselt, nackt fotografiert) auf einmal schilderte (UA 169) 

und dies wie eine Aufzählung wirkt. Als Grund für die Fesselung nennt er, 

dass er und B._____ etwas gezeichnet und im Zimmer aufgehängt hätten, 

was dem Beschuldigten nicht gefallen habe. Dies stellt kein gravierendes 

Unartigsein der beiden Buben dar, weshalb die Reaktion des Beschuldig-

ten mit einer Fesselung während 20 Minuten nicht nachvollzogen werden 

kann und völlig übertrieben erscheint. Es scheint zudem besonders 

harsch, den jüngeren der beiden Buben in stehender Position während 20 

Minuten zu fesseln. Unglaubwürdig erschient sodann, dass A._____, der 

im mutmasslichen Tatzeitpunkt erst sechs bis sieben Jahre alt war, die 

Dauer der Fesselung auf einem Zettel aufgeschrieben haben will. Weiter 

wird die Glaubhaftigkeit der Aussagen von A._____ auch dadurch in Fra-

ge gestellt, dass er mehrfach angab, seine Mutter habe ihm gesagt, er soll 

alles erzählen und offenbar auch abgemacht wurde, welches Kind was 

erzählen soll (UA 169, 171, 181).  

 

B._____ gab nach längerem Überlegen bei seiner Befragung zunächst zu 

Protokoll, ihm habe beim Beschuldigten alles Spass gemacht (UA 244 

[unten] f.). Dies erstaunt auf den ersten Blick doch, nachdem B._____ 

später von drei Fesselvorfällen (und weiteren schwerwiegenden Delikten; 

vgl. Anklage) durch den Beschuldigten berichtete. Die Vorwürfe gegen 

den Beschuldigten erzählte B._____ sodann erst auf Nachfrage und 

gleich wie A._____ schilderte er dann in einem Redeschwall die verschie-

denen Vorwürfe (Rivella über den Kopf geleert, geschlagen, an das Bett 

gefesselt, fotografiert) (UA 245). Auch hier erscheint die angegebene 

doch sehr krasse Reaktion des Beschuldigten (Fesselung ohne ein Wort 

der Erklärung) auf die von B._____ geschilderte auslösende Situation, 

 - 16 - 

 

 

welche als normales lebhaftes Verhalten von Kindern erscheint, wenig 

nachvollziehbar und logisch. B._____ konnte sodann die Dauer der Be-

strafung durch Fesselung mit 20 Minuten konkret angegeben. Er begrün-

dete, er habe eine Uhr gehabt. Dass der damals acht bis neunjährige 

B._____ auf die Uhr geschaut haben will, als sein – angesichts der Reak-

tion vermutlich wütender – Vater die beiden Buben bestrafte, erscheint 

wenig überzeugend. Zumal ein Blick auf die Uhr nicht möglich war, nach-

dem die Hände auf den Rücken gebunden waren. Weiter ist zu beachten, 

dass die Kindsmutter offenbar keine Verletzungen von diesen Fesselun-

gen festgestellt hat – solches erwähnt sie bei ihrer Einvernahme nicht –, 

obwohl B._____ berichtete, dass beim Bewegen der Hände die Schnur 

schmerzhaft immer mehr zusammengedrückt habe, mithin eine Fesselung 

von einer gewissen Intensität vorgelegen hat.  

 

Bei einem Vergleich der Aussagen der Kinder zu den Fesselvorfällen fällt 

auf, dass es nicht so scheint, als hätten die Buben – abgesehen von der 

20-minütigen Fesselung der Hände auf dem Rücken an das Bett – das 

Gleiche erlebt. B._____ schildert drei sich draussen abspielende Rah-

mengeschichten, die mit jener von A._____, die sich im Haus ereignet 

haben soll, in keiner Weise übereinstimmt. Diskrepanzen bestehen auch 

bei dem auf einem Bauernhof aufgewachsenen Buben beschriebenen 

Tatmittel. Während A._____ von einem Spannset sprach, das regelmäs-

sig flach und breit ist und mit einem Spanngurt zum Anziehen versehen 

ist, erwähnte B._____, dass der Beschuldigte eine "Schwanzschnur" ver-

wendet haben soll, wobei eine solche Schnur zum Hochbinden des Kuh-

schwanzes rund ist. Mithin ist sie nicht breit und hat auch keine Schnallen 

zum Anziehen.  

 

Festzuhalten ist weiter, dass die Fesselvorwürfe bei intensiver Behand-

lung der Kinder durch H._____ seit März 2020 erstmals im vierten Schrei-

ben des Therapeuten vom 12. Juli 2020 erwähnt wurden (UA 300 Rück-

seite) und dies auch nur eher beiläufig und ohne Details ("Es scheint ihm 

[Anmerkung: dem Beschuldigten] vermutlich Lust zu bereiten, Menschen 

gefangen zu halten (die Kinder zu fesseln, sie einzusperren […])"). Dies 

erstaunt, soll B._____ das Fesseln seiner Mutter gegenüber doch bereits 

im Januar 2019 erzählt haben.  

 

3.3.6. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sehr viele Unstimmigkeiten 

gibt und eine Beeinflussung der Kinder durch ihre Mutter und den Thera-

peuten H._____ nicht ausgeschlossen werden kann. Für das Obergericht 

bestehen deshalb nicht überwindbare Zweifel hinsichtlich des in der An-

klageziffer 4.2 festgehaltenen Sachverhalts, sodass dieser nicht erstellt 

werden kann. Von der Abnahme weiterer Beweise – beispielsweise einer 

erneuten Befragung der Kinder oder der Anfertigung eines Glaubhaftig-

keitsgutachens – sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, welche die-

 - 17 - 

 

 

ses Beweisergebnis umzustossen vermögen. Der Beschuldigte ist daher 

in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom Vorwurf der mehr-

fachen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizu-

sprechen. 

 

4. 

4.1. 

Weiter zu prüfen ist der vorinstanzliche Schuldspruch wegen eines Ver-

gehens gegen das Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen 

durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG; SR 814.71) ge-

mäss Art. 12 NISSG. Die Vorinstanz erachtete den in Anklageziffer 6 fest-

gehaltenen Sachverhalt als erstellt, wonach der Beschuldigte vorsätzlich, 

d.h. im Wissen um die entsprechende Gesetzesänderung und das daraus 

fliessende Verbot, einen Laserpointer der Klasse 3B auch nach Inkrafttre-

ten des NISSG und über die Übergangsfrist hinaus in seinem Besitz be-

halten habe (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 10). 

 

4.2. 

Der Beschuldigte lässt ausführen, es sei unbestritten, dass er den Laser-

pointer besessen habe, eine Bestrafung sei allerdings nur möglich, wenn 

es das Gericht als zweifelsfrei erstellt sehe, dass das Gerät der Klasse 3 

oder höher angehöre. Klasse 2 habe erst ab dem 1. Juli 2021 entsorgt 

werden müssen, damals sei der Beschuldigte allerdings schon nicht mehr 

im Besitz des Laserpointers gewesen (GA 150). Vor Obergericht liess er 

ausführen, dass der Vorsatz (Wissen und Willen) bestritten werde und 

Fahrlässigkeit nicht angeklagt worden sei (Protokoll der Berufungsver-

handlung S. 8)  

 

4.3. 

Gemäss Art. 12 NISSG i.V.m. Art. 5 NISSG sowie Art. 23 Abs. 1 lit. a und 

Abs. 2 V-NISSG (SR 814.711) wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr 

oder Geldstrafe bestraft, wer namentlich einen Laserpointer der Klassen 

1M, 2, 2M, 3R, 3B und 4 ohne Bewilligung der zuständigen Behörde be-

sitzt. Zulässig sind die Einfuhr und der Besitz der Klassen 1, 1M, 2, 2M, 

3R und 3B lediglich zum Zwecke der Vogelvergrämung auf Flugplatzpe-

rimetern, soweit dafür eine Bewilligung der zuständigen Behörde vorliegt 

(Art. 23 Abs. 2 V-NISSG). Gemäss Art. 29 Abs. 4 V-NISSG müssen die 

besagten Laserpointer bis spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten der V-

NISSG, d.h. bis zum 1. Juni 2020, fachgerecht entsorgt werden. 

 

4.4. 

Beim Beschuldigten wurde anlässlich der Hausdurchsuchung vom 

26. August 2020 der Laserpointer Agrilaser Nr. S200 3587 sichergestellt 

(vgl. UA 53 ff., 770 ff.). Der beschlagnahmte Laser befindet sich in einem 

silbernen Aufbewahrungskoffer. Auf dem Laser selber ist eine gelbe Ge-

fahrenkennzeichnung angebracht mit dem Hinweis "Class 3B Laser Pro-

 - 18 - 

 

 

duct". Zudem liegt dem Laser ein Benutzerhandbuch bei, welchem im Ka-

pitel 1 "Technische Spezifikationen" zu entnehmen ist, dass es sich um 

einen Laser der Klasse 3B handelt (vgl. Protokoll der Berufungsverhand-

lung S. 3). Es bestehen somit keine Zweifel, dass es sich um einen Laser 

der Klasse 3B handelt, für den die Entsorgungsfrist am 1. Juni 2020 abge-

laufen ist, mithin vor der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten am 

26. August 2020. Der objektive Tatbestand ist damit erfüllt.  

 

Bei der Hausdurchsuchung vom 26. August 2020 meinte der Beschuldigte 

im Rahmen der Begrüssung, die Polizisten würden sicher den Laserpoin-

ter suchen und er erklärte sich bereit, diesen den Polizisten zu zeigen und 

auszuhändigen (UA 771). Damit ist erwiesen, dass der Beschuldigte den 

Laserpointer mit Wissen und Willen besessen hat. Nachdem der Beschul-

digte sofort davon ausging, dass sich die Polizei für den Laserpointer inte-

ressierte, muss davon ausgegangen werden, dass er zumindest in Kauf 

nahm, dass es sich um ein Gerät handelt, welches er seit dem 1. Juni 

2020 mehr nicht besitzen darf. Anderes hat der die Aussage verweigern-

de Beschuldigte nie geltend gemacht (vgl. UA 771, GA 132, 150).  

 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe liegen nicht vor. Der 

Beschuldigte hat sich somit im Sinne von Art. 12 NISSG schuldig ge-

macht. Hierfür ist er angemessen zu bestrafen. 

 

5. 

5.1. 

Auf die vorinstanzliche Strafzumessung kann nicht abgestellt werden, da 

der Beschuldigte – wie aufgezeigt – vom Vorwurf der mehrfachen Frei-

heitsberaubung freizusprechen und einzig aufgrund von Art. 12 NISSG zu 

verurteilen ist.  

 

Für den Fall der teilweisen Gutheissung der Berufung im Schuldpunkt hat 

der Beschuldigte sich nicht zur Strafzumessung geäussert. Ebenso fehlt 

eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zur Strafzumessung.  

 

5.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 

ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; 144 IV 313; 141 IV 61 

E. 6.1.1; 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen 

werden.  

 

5.3. 

Der Strafrahmen von Art. 12 NISSG reicht von Freiheitsstrafe bis zu  

einem Jahr oder Geldstrafe. Ausführungen zur Wahl der Sanktionsart er-

übrigen sich, da es wegen des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 

StPO) bei einer Geldstrafe zu bleiben hat. 

 

 - 19 - 

 

 

5.4. 

Der Beschuldigte erwarb den Laserpointer zu einem Zeitpunkt, als dies 

gesetzlich noch zulässig war. Er hatte diesen in der Folge aber nicht frist-

gerecht entsorgt. Die Entsorgungsfrist war zum Zeitpunkt des Fundes erst 

seit knapp drei Monaten abgelaufen. Insgesamt ist das objektive Ver-

schulden als leicht einzuschätzen und es sind keine subjektiven Aspekte 

ersichtlich, die zu einer Erhöhung oder Verminderung des Verschuldens 

führen würden, sodass eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen angemessen 

ist. 

 

5.5. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

weist mittlerweile eine Verurteilung wegen Vernachlässigung der Unter-

haltspflichten auf. Diese ist nicht einschlägig und der Beschuldigte wurde 

zu einer relativ tiefen bedingten Strafe von 30 Tagessätzen Geldstrafe zu 

Fr. 30.00 und einer Verbindungsbusse von Fr. 180.00, Ersatzfreiheitsstra-

fe 6 Tage, verurteilt. Mit Blick darauf erscheint es nicht gerechtfertigt, die 

Einsatzstrafe aufgrund des objektiven Tatverschuldens von 

20 Tagessätzen Geldstrafe zu erhöhen. Der Beschuldigte ist sozial ein-

wandfrei integriert und selbständig auf seinem Hof tätig. Daraus ergeben 

sich keine Hinweise auf eine erhöhte Strafempfindlichkeit, zumal die 

Geldstrafe bedingt ausgesprochen wird (siehe dazu E. 5.7). Nach dem 

Gesagten wirkt sich die Täterkomponente insgesamt neutral aus. 

 

5.6. 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den per-

sönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters zum Zeitpunkt 

des Urteils (hier Berufungsurteil) zu bemessen. Massgebende Kriterien für 

die Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen 

und der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflich-

ten und persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 

IV 315 E. 5). Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das der Täter im 

Zeitpunkt des Urteils durchschnittlich erzielt bzw. alle geldwerten Leistun-

gen, die ihm zufliessen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). Das Verschlechterungs-

verbot gilt vorliegend nicht (BGE 144 IV 198). 

 

Eine erhebliche Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Beschul-

digten seit Erlass des vorinstanzlichen Urteils wurde nicht geltend ge-

macht und ist auch nicht ersichtlich (vgl. Protokoll der Berufungsverhand-

lung S. 2 ff.), so dass es mit der von der Vorinstanz auf Fr. 60.00 festge-

setzten Tagessatzhöhe sein Bewenden hat. 

 

5.7. 

Zur Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe und die Festset-

zung der Probezeit auf das Minimum von zwei Jahren (Art. 42 Abs. 1 

StGB) erübrigen sich Erörterungen, ist doch aufgrund des Verschlechte-

 - 20 - 

 

 

rungsverbots ein Zurückkommen auf das vorinstanzliche Urteil diesbezüg-

lich nicht möglich (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

 

5.8. 

Der Beschuldigte ist nach dem Dargelegten mit einer Geldstrafe von 

20 Tagessätzen à Fr. 60.00, d.h. total Fr. 1'200.00 zu bestrafen, deren 

Vollzug bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufzuschieben ist. 

 

6. 

Die Vorinstanz hat den beschlagnahmten Laserpointer in Anwendung von 

Art. 69 Abs. 1 StGB eingezogen, was nicht zu beanstanden ist (vgl. vor-

instanzliches Urteil E. 13.1). Es gilt als erwiesen, dass der Beschuldigte 

den Laserpointer der Klasse 3B unrechtmässig besessen hat (vgl. E. 4.4). 

Unbestritten stellt dies eine Gefahr für die Sicherheit von Menschen dar. 

Die Voraussetzungen von Art. 69 Abs. 1 StGB sind damit erfüllt, womit die 

Einziehung zu bestätigen ist. Die Berufung erweist sich in diesem Punkt 

somit als unbegründet. Der beschlagnahmte Laserpointer wird an die 

Kantonspolizei Aargau, Fachstelle Sicherheitsdienste, Waffen und 

Sprengmittel (SIWAS), überwiesen. Die Staatsanwaltschaft wird darum 

ersucht, die sachgemässen Verfügungen zu treffen. 

 

Im selben silbernen Aufbewahrungskoffer, in welchem sich auch der La-

serpointer befindet, sind auch folgende beschlagnahmten Gegenstände 

(vgl. UA 103) enthalten: 

- ein Brillenputztuch (orange) 

- zwei kleine Schraubenzieher 

- ein Schlüssel 

Diese sind dem Beschuldigten anlässlich der obergerichtlichen Verhand-

lung vom 11. Juni 2024 herausgegeben worden (vgl. Protokoll der Beru-

fungsverhandlung S. 2).  

 

7. 

Das Gericht entscheidet über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es 

die beschuldigte Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist 

(Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO).  

 

Vorliegend kann die Täterschaft des Beschuldigten betreffend die Frei-

heitsberaubung nicht erstellt werden, was zu einem Freispruch diesbe-

züglich führt. Damit entfällt die Grundlage für die Zusprechung einer Ge-

nugtuung/Zivilforderung zugunsten der Privatkläger, weshalb ihre Zivilfor-

derungen abzuweisen sind (ANNETTE DOLGE, in: Basler Kommentar zur 

Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 21 zu Art. 126 StPO). Dies gilt mit 

Blick auf die vorinstanzliche Erwägung 15.3 S. 47 auch betreffend die Pri-

vatklägerin E._____, was im vorinstanzlichen Dispositiv vergessen ging 

und zu berichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_254/2015 vom 

27. August 2015 E. 3.2).   

 - 21 - 

 

 

8. 

8.1. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga-

be ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). 

 

Der Beschuldigte dringt mit seinen Anträgen insofern durch, als er von 

dem im Berufungsverfahren strittigen Hauptvorwurf der mehrfachen Frei-

heitsberaubung freigesprochen wird und sich die Strafe entsprechend 

deutlich reduziert. Der Schuldspruch wegen eines Verstosses im Sinne 

von Art. 12 NISSG wird jedoch bestätigt. Die Privatkläger und die Staats-

anwaltschaft, welche die Abweisung der Berufung des Beschuldigten und 

Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids beantragt haben, unterlie-

gen mit ihrem Antrag vollumfänglich bzw. weitgehend. Bei diesem Aus-

gang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die obergerichtlichen Verfah-

renskosten von Fr. 2'000.00 zuzüglich zuzüglich Auslagen (§ 18 VKD) im 

Umfang von 1/5 dem Beschuldigten aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Staatskasse zu nehmen.  

 

8.2. 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder 

wird das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf die Ent-

schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer 

Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Dementsprechend hat der Beschuldigte seine eigenen Parteikosten 

ebenfalls zu 1/5 zu tragen. Im Übrigen (zu 4/5) sind diese auf die Staats-

kasse zu nehmen. 

 

Die vom Verteidiger des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Beru-

fungsverfahren geltend gemachten Aufwendungen von 20:05 Stunden er-

scheinen in Anbetracht der umfangreichen Akten als angemessen. Zu 

korrigieren ist allerdings der Stundenansatz. Dieser beläuft sich auf 

Fr. 220.00 bis Ende 2023 bzw. Fr. 240.00 ab 1. Januar 2024 (§ 9 Abs. 2bis 

AnwT in der bis zum 31. Dezember 2023 gültigen Fassung und neue 

Fassung ab 1. Januar 2024; vgl. als Leitentscheid publiziertes Urteil des 

Obergerichts SST.2023.62 vom 26. Januar 2024 E. 4.2.2).  

 

Unter Berücksichtigung der geltend gemachten Spesen sowie der korrekt 

angewandten Mehrwertsteuer von 7.7 % (bis 31. Dezember 2023) bzw. 

8.1 % (ab 1. Januar 2024) belaufen sich die gerichtlich anerkannten Auf-

wendungen des Beschuldigten für das obergerichtliche Verfahren somit 

auf Fr. 5'375.45 (bis 31. Dezember 2023: 3.083 h x Fr. 220.00 x 1.077; ab 

1. Januar 2024: 17 h x Fr. 240.00 + Fr. 216.90 x 1.081). 

 

Dementsprechend hat der Beschuldigte Fr. 1'075.10 (1/5) seiner Partei-

kosten zu tragen und die Obergerichtskasse wird angewiesen, den frei-

 - 22 - 

 

 

gewählten Verteidiger des Beschuldigten für den Verteidigungsaufwand 

im Berufungsverfahren mit Fr. 4'300.35 (4/5) zu entschädigen. 

 

8.3. 

Die Privatkläger haben ausgangsgemäss ihre Parteikosten selber zu tra-

gen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Ihre Gesu-

che um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung einer unentgeltlichen 

Rechtsbeistandschaft wurden mit den instruktionsrichterlichen Verfügun-

gen vom 18. und 20. September 2023 begründet abgewiesen.  

 

9. 

9.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet 

sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung 

(Art. 428 Abs. 3 StPO). Der Beschuldigte trägt im erstinstanzlichen Ver-

fahren die Verfahrenskosten, wenn er verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 

StPO; sog. Verschuldensprinzip). E contrario trägt er die Verfahrens-

kosten nicht, wenn er nicht verurteilt wird. Wird der Beschuldigte bei einer 

Mehrzahl strafbarer Handlungen teilweise schuldig gesprochen und teil-

weise freigesprochen, so sind die Verfahrenskosten anteilsmässig dem 

Beschuldigten, dem Staat und gegebenenfalls der Privatklägerschaft auf-

zuerlegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 7. August 

2023 E. 3.3). 

 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten – unter Berücksichtigung der Frei-

sprüche und der Verfahrenseinstellung – die Verfahrenskosten in der Hö-

he von Fr. 15'357.80 zzgl. Anklagegebühr von Fr. 2'100.00 hälftig, d.h. in 

der Höhe von Fr. 8'728.90 (Fr. 7'678.95 Verfahrenskosten und 

Fr. 1'050.00 Anklagegebühr), auferlegt und im Übrigen auf die Staatskas-

se genommen (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 17.2.1 S. 48 f.). Daran kann 

nachdem der Beschuldigte auch vom Vorwurf der Freiheitsberaubung be-

treffend die Anklageziffer 4.2 freizusprechen ist, nicht festgehalten wer-

den. Es ist nach dem Verfahrensausgang gerechtfertigt dem Beschuldig-

ten die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu 1/10, d.h. in der Höhe von 

Fr. 1'745.80, aufzuerlegen und im Übrigen (zu 9/10, d.h. mit 

Fr. 15'712.00) auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

9.2. 

Die Vorinstanz hat die Entschädigung des Verteidigers auf Fr. 23'202.00 

(inkl. Auslagen und MwSt.) festgesetzt und entschieden, dass die vor-

instanzliche Gerichtskasse dem Verteidiger die Hälfte davon zu bezahlen 

habe (vorinstanzliches Urteil E. 17.2.1 S. 48 f., Dispositiv-Ziffer 17). Die 

Höhe der Entschädigung des Verteidigers für das erstinstanzliche Verfah-

ren ist im Berufungsverfahren unbestritten geblieben, weshalb darauf 

nicht zurückzukommen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_936/2019 

vom 20. Mai 2020 E. 8.3.1 mit Hinweisen). Es rechtfertigt sich nach dem 

 - 23 - 

 

 

Verfahrensausgang, die festgesetzte Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 23'202.00 zu 9/10 auf die Staatskasse zu nehmen. Im Übrigen hat der 

Beschuldigte seine Parteikosten selbst zu bezahlen.  

 

9.3. 

Die Höhe der Entschädigungen der Vertreter der Privatkläger für das erst-

instanzliche Verfahren ist im Berufungsverfahren ebenfalls unbestritten 

geblieben, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.4).  

 

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, für das erstinstanzliche Ver-

fahren der unentgeltlichen Vertreterin des Privatklägers A._____ und der 

Privatklägerin E._____ eine Parteientschädigung in Höhe von 

Fr. 10'286.45 (inkl. Auslagen und MwSt.) und dem unentgeltlichen Vertre-

ter des Privatklägers B._____ eine solche in der Höhe von Fr. 8'028.25 

(inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen. Nach dem Ausgang des Verfah-

rens hat sich der Beschuldigte an diesen Kosten nicht zu beteiligen 

(Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario). 

 

10. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 

StPO, Art. 81 StPO).  

 
 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das Verfahren betreffend mehrfache wiederholte Tätlichkeiten gemäss 

Art. 126 Abs. 2 lit. a StGB (Anklageziffer 5) wird zufolge Verjährung ein-

gestellt. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen:  

- der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1) 

[in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2) [in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB (Anklageziffer 3) [in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Anklageziffern 4.1 und 4.3) [in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Anklageziffern 4.2) 

 

 - 24 - 

 

 

3. 

Der Beschuldigt ist schuldig des Vergehens gegen das Bundesgesetz 

über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und 

Schall (NISSG) gemäss Art. 12 NISSG. 

 

4. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 3 hiervor erwähnten Be-

stimmung und gestützt auf Art. 47 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 

StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 60.00, d.h. 

Fr. 1'200.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

verurteilt.  

 

5. 

5.1. 

Gestützt auf Art. 69 StGB wird der beschlagnahmte Laserpointer Agrilaser 

Nr. S200 3587 inkl. Tragbox und Bedienungsanleitung eingezogen und 

der Kantonspolizei, Fachstelle SIWAS, überwiesen. 

 

Die Staatsanwaltschaft wird darum ersucht, die sachgemässen Verfügun-

gen zu treffen. 

 

5.2.  

Es wird davon Vormerk genommen, dass dem Beschuldigten die nachfol-

gend erwähnten beschlagnahmten Gegenstände, welche sich in der 

Tragbox des Laserpointers befanden, ausgehändigt wurden:  

- ein Brillenputztuch (orange) 

- zwei kleine Schraubenzieher 

- ein Schlüssel 

 

6. 

Die Zivilforderungen der Privatkläger A._____, E._____ und B._____ 

werden abgewiesen. 

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 2'000.00 und den Auslagen von Fr. 208.00, d.h. insgesamt 

Fr. 2'208.00, werden dem Beschuldigten zu 1/5 mit Fr. 441.60 auferlegt 

und im Übrigen auf die Staatskasse genommen. 

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, den freigewählten Verteidiger 

des Beschuldigten, Rechtsanwalt Cornel Wehrli, für den Verteidigungs-

 - 25 - 

 

 

aufwand im Berufungsverfahren mit Fr. 4'300.35 (inkl. Auslagen und 

MwSt.) zu entschädigen. Im Übrigen hat der Beschuldigte seine Partei-

kosten selbst zu tragen.  

 

7.3. 

Der Privatkläger A._____ hat seine zweitinstanzlichen Parteikosten selbst 

zu tragen. 

 

7.4. 

Der Privatkläger B._____ hat seine zweitinstanzlichen Parteikosten selbst 

zu tragen. 

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten im Gesamtbetrag von 

Fr. 17'457.80 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 2'100.00) werden dem Be-

schuldigten zu 1/10 im Umfang von Fr. 1'745.80 auferlegt und im Übrigen 

(9/10, d.h. Fr. 15'712.00) auf die Staatskasse genommen. 

 

8.2. 

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, dem freigewählten Verteidiger 

des Beschuldigten, Rechtsanwalt Cornel Wehrli, für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 20'881.80 (inkl. Auslagen und 

MwSt.) zu bezahlen. Im Übrigen trägt der Beschuldigte seine Parteikosten 

für das erstinstanzliche Verfahren selber. 

 

8.3. 

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, der unentgeltlichen Vertreterin 

der Privatkläger A._____ und E._____, Rechtsanwältin Sarah Brunner, für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung in Höhe von 

Fr. 10'286.45 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen. 

 

8.4.  

Die Gerichtskasse Brugg wird angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter 

des Privatklägers B._____, Rechtsanwalt Olivier Bulaty, für das erstin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 8'028.25 

(inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

 - 26 - 

 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgescho-

ben. Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. 

Hat sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene 

Strafe nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht 

zu bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während 

der Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er 

weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe 

(Art. 46 Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweize-

rische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Be-

schwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 11. Juni 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss     Wanner