# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92eb1283-492b-576f-9bb2-0ad7cca85013
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.04.2024 100 2023 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-69_2024-04-09.pdf

## Full Text

100.2023.69/70U
HAT/COS/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 9. April 2024

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Corazza

A.________
Beschwerdeführer 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege (Verfügungen 
der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 16. Januar 2023; 
100 22 294, 200 23 2)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 09.04.2024, Nrn. 100.2023.69/70U, 
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Prozessgeschichte:

A.

A.________ gelangte mit Rekurs und Beschwerde vom 7. September 2022 
an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), nachdem die 
Steuerverwaltung des Kantons Bern ihm den Erlass der rechtskräftig veran-
lagten noch ausstehenden Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direk-
ten Bundessteuer des Jahres 2020 von insgesamt Fr. 3'403.35 (inkl. Zinsen) 
verweigert hatte. Für die Verfahren vor der StRK ersuchte er um unentgeltli-
che Rechtspflege. Mit Verfügungen vom 16. Januar 2023 wies die StRK 
diese Gesuche ab und setzte A.________ eine Frist zur Bezahlung des Kos-
tenvorschusses von Fr. 600.--.

B.

Hiergegen hat A.________ am 14. Februar 2023 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben mit den sinngemässen Anträgen, die angefochtenen 
Verfügungen seien aufzuheben und ihm sei in den Verfahren vor der StRK 
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

Mit gleicher Eingabe stellte der Beschwerdeführer ein Ablehnungsbegehren 
gegen die Vizepräsidentin der StRK. Die Abteilungspräsidentin leitete das 
Ablehnungsgesuch mit Verfügung vom 20. Februar 2023 zur Behandlung an 
die StRK weiter, die das Begehren mit Zwischenverfügung vom 17. März 
2023 abwies. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Verwaltungs-
gericht mit Entscheid vom 20. April 2023 im Verfahren 100.2023.120 nicht 
ein. 

Mit Verfügung vom 20. Februar 2023 hat die Abteilungspräsidentin die Ver-
fahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bun-
dessteuer vereinigt. 

Die Steuerverwaltung hat am 16. März 2023 auf eine Beschwerdeantwort 
verzichtet. Mit Beschwerdevernehmlassung vom 20. März 2023 beantragt 
die StRK die Abweisung der Beschwerden. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden gegen 
die Verfügungen vom 16. Januar 2023 betreffend die unentgeltliche Rechts-
pflege als letzte kantonale Instanz zuständig (Art. 112 Abs. 3 i.V.m. Art. 74 ff. 
des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]; vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 
2000 [StG; BSG 661.11]; Art. 145 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 
1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] und Art. 9 Abs. 3 der 
Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundes-
steuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerdeführer hat an den vorinstanzli-
chen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtenen Verfügungen be-
sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie 
Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Die Bestimmungen über Form 
und Frist sind eingehalten (Art. 151 StG i.V.m. Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 
VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 DBG). Auf die Beschwerden ist einzu-
treten. 

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeinde-
steuern als auch der direkten Bundessteuern angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten 
Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und 
derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 
135 II 260 E. 1.3.1 [Pra. 99/2010 Nr. 37], 130 II 509 E. 8.3 [Pra. 94/2005 
Nr. 114]). Da der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege vorab durch kan-
tonales Prozessrecht geregelt wird und die übrigen einschlägigen Bestim-
mungen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lau-
ten, rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich 
kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern. 

1.3 Die vorliegenden Entscheide fallen in die einzelrichterliche Zustän-
digkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. b des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Or-

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ganisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Verfügungen 
auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten ist, ob die StRK die unentgeltliche Rechtspflege zu Recht verwei-
gert hat. 

2.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 151 StG 
bzw. Art. 11 des Gesetzes vom 23. November 1999 über die Steuerrekurs-
kommission [StRKG; BSG 661.611] i.V.m. Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch 
Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
[Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, 
wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst wenn Ge-
winnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder 
jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind demgegenüber 
Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich 
geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft be-
zeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die 
nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess 
entschliessen oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Pro-
zess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht 
deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (statt vieler BVR 2019 
S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 E. 5.1; zum Ganzen Lucie von Büren, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 111 N. 29 ff.). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, 
beurteilt sich in objektivierter Weise aufgrund einer vorläufigen, summari-
schen Prüfung der Prozessaussichten, wie sie sich im Zeitpunkt des Ge-
suchs darstellen (BVR 2016 S. 369 E. 3.1).

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2.2 Die StRK hat das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege zunächst mit der Begründung abgewiesen, Rekurs und Be-
schwerde gegen die Steuererlassentscheide der Steuerverwaltung seien 
aussichtslos: Der Beschwerdeführer habe in den Erlassverfahren der Kan-
tons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer des Jahres 
2020 seine Mitwirkungspflicht verletzt, indem er die von der Steuerverwal-
tung verlangten, sachbezogenen Unterlagen zu seinen wirtschaftlichen Ver-
hältnissen nicht eingereicht habe. Die Steuerbehörden seien nicht gehalten, 
an seiner Stelle die erforderlichen Auskünfte von anderen Behörden amts-
hilfeweise einzuholen. Der Verweis des Beschwerdeführers auf sein Sozial-
hilfebudget und die Abklärungen der Sozialhilfebehörden seien unbehelflich, 
da diese andere Fragen zu beantworten hätten als die Steuerbehörden. Über 
den Erlass der Kantonssteuern 2016 sei sodann bereits rechtskräftig ent-
schieden worden, weswegen auf den erneut gestellten Antrag des Be-
schwerdeführers nicht eingetreten werde. Die Erfolgsaussichten in den Ver-
fahren vor der StRK seien daher deutlich geringer als die damit verbunde-
nen Verlustgefahren. Schliesslich habe der Beschwerdeführer auch im 
Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege seine aktuelle 
wirtschaftliche Gesamtsituation nicht vollständig offengelegt und sei somit 
seiner diesbezüglichen Mitwirkungspflicht ebenfalls nicht nachgekommen 
(angefochtene Verfügungen S. 2 f.). 

2.3 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, er sei nicht in der 
Lage für die Verfahrenskosten aufzukommen. Er verfüge über keine nen-
nenswerten Vermögenswerte und werde von der Sozialhilfe unterstützt. Wei-
ter habe er seine Mitwirkungspflicht nicht verletzt: Seine finanzielle Situation 
sei aus den monatlichen Sozialhilfebudgets ausreichend ersichtlich. Weitere 
Auskünfte hinsichtlich des ihm frei zur Verfügung stehenden «Essengelds» 
dürften nicht verlangt werden. Er habe keine Schulden und habe dies auch 
schriftlich «deklariert». Es könne ihm zudem nicht zugemutet werden, einen 
kostenpflichtigen Betreibungsregisterauszug zu bestellen. Die Steuerbehör-
den könnten diesen stattdessen kostenlos vom zuständigen Betreibungsamt 
erhalten. Die «ungültige, bereits verjährte […] Restschuld» aus dem Steuer-
jahr 2016, stelle sodann kein Ausschlussgrund gemäss Art. 240c Abs. 1 
Bst. c bzw. d StG dar (Beschwerden S. 2 f. [act. 1]). 

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3.

Streitig ist mithin, ob die StRK Beschwerde und Rekurs des Beschwerdefüh-
rers zu Recht als aussichtslos beurteilt hat: 

3.1 Von einem Steuererlass gemäss Art. 240 Abs. 1 StG bzw. Art. 167 
Abs. 1 DBG ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise abzuse-
hen, wenn die steuerpflichtige Person ihre Mitwirkungspflichten im Steuerer-
lassverfahren verletzt (Art. 240c Abs. 1 Bst. b StG bzw. Art. 167d Abs. 1 und 
2 DBG; BVR 2018 S. 376 E. 2.4, 2014 S. 197 E. 2.4). In einem solchen ob-
liegt es in erster Linie der steuerpflichtigen Person alles Notwendige und 
Zumutbare zu tun, um einen korrekten Erlassentscheid zu ermöglichen; ins-
besondere hat sie auf Verlangen der Behörden geeigneten Beweismittel ein-
zureichen, die sich in ihrem Besitz befinden oder von ihr beschafft werden 
können (Art. 20 Abs. 1 und 32 Abs. 2 VRPG; Art. 167 StG; Art. 167d Abs. 1 
und 2 i.V.m. Art. 126 Abs. 1 und 2 DBG; VGE 2020/450 vom 26.4.2021 
E. 3.2, 2015/71 vom 22.9.2015 E. 3.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 20 N. 1 ff., 
insb. 4; Zweifel/Hunziker, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum 
Schweizerischen Steuerrecht, DBG, 4. Aufl. 2022, Art. 126 N. 26 ff. und 31). 
Art und Umfang der Mitwirkungspflicht richten sich im Einzelfall nach dem 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit; entscheidend ist, ob die Mitwirkung den 
betroffenen Parteien möglich und zumutbar ist (BVR 2016 S. 65 E. 2.3; 
VGE 2022/52 vom 26.4.2023 E. 2.5). Die Mitwirkungspflicht bezieht sich 
insbesondere auf Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die 
Behörde und welche die Behörde ohne die Mitwirkung der Partei nicht oder 
nicht mit vernünftigem Aufwand erheben könnte (BVR 2018 S. 139 E. 4.4.3; 
VGE 2020/277/278 vom 26.7.2021 E. 7.1). 

3.2 Mit Blick auf die dem Beschwerdeführer im Steuererlassverfahren ob-
liegende umfassende Mitwirkungspflicht haben die Steuerbehörden ihn zu 
Recht aufgefordert, die für die Beurteilung seiner Erlassbegehren erforderli-
chen Dokumente einzureichen. Sie haben – u.a. mit dem Mietvertrag, den 
Krankenkassen- und sonstigen Versicherungspolicen, dem Betreibungsre-
gisterauszug sowie den aktuellen Bankauszügen – für die Ermittlung der Ein-
kommens- und Vermögenssituation sachdienliche Angaben und Unterlagen 

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einverlangt (vgl. Schreiben StV vom 1.6.2022 bzw. StRK 12.9.2022, Vorak-
ten [act. 4A] pag. 19 und 27). Es kann daher nicht gesagt werden, es seien 
unverhältnismässige Anforderungen an die Mitwirkung des Beschwerdefüh-
rers gestellt worden. Insbesondere die selbstständige Beschaffung des Be-
treibungsregisterauszugs erscheint auch bei knappen finanziellen Verhält-
nissen als tragbar (schriftlicher Auszug inkl. Zustellung für Fr. 18.--, Art. 12a 
Abs. 1 und 2 der Gebührenverordnung vom 23. September 1996 zum Bun-
desgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs [GebV SchKG; SR 281.35]). 
Wie die StRK zutreffend erwogen hat, ist es nicht an den Steuerbehörden, 
die für die Beurteilung der Erlassgesuche nötigen Unterlagen anstelle des 
Beschwerdeführers zu beschaffen (BVR 2022 S. 537 E. 2.6; 2018 S. 139 
E. 4.4.3; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Handkommentar zum DBG, 
4. Aufl. 2023, Art. 126 N. 29). Im Übrigen ist der Beschwerdeführer den Auf-
forderungen der Steuerbehörden unbestrittenermassen überhaupt nicht 
nachgekommen und hat nicht etwa nur den kostenpflichtig zu beschaffenden 
Betreibungsregisterauszug, sondern keinen der eingeforderten Belege ein-
gereicht. Daran ändert das vom Beschwerdeführer vor der Steuerverwaltung 
beigebrachte Sozialhilfebudget nichts (Sozialhilfebudget vom 25.7.2022, 
Vorakten [act. 4A] pag. 16): Zunächst handelt es sich dabei nicht um einen 
Nachweis von konkreten Auslagen, wird doch durch das Budget bloss die 
Tatsache direkt belegt, dass dem Beschwerdeführer für den Monat August 
2022 Fr. 1'670.45 an wirtschaftlicher Hilfe ausgerichtet wurde. Darüber hin-
aus ergibt sich aus dem Dokument bloss, welche Aufwendungen den dies-
bezüglichen Berechnungen zugrunde gelegt wurden. Sodann sind die Steu-
erbehörden ohnehin nicht an Einschätzungen von anderen Behörden gebun-
den, die in einem anderen Rechtsbereich gestützt auf andere gesetzliche 
Grundlagen andere Rechtsfragen entscheiden (vgl. etwa hinsichtlich Ergän-
zungsleistungen VGE 2017/274 vom 26.2.2018 E. 3.4). Es ist daher nicht zu 
beanstanden, dass die StRK – angesichts der Weigerung des Beschwerde-
führers, im Erlassverfahren Unterlagen zu seinen wirtschaftlichen Verhältnis-
sen einzureichen – eine Verletzung der Mitwirkungspflicht und damit das 
Vorliegen des Ausschlussgrunds gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. b StG bzw. 
Art. 167d Abs. 1 und 2 DBG für wahrscheinlich gehalten hat. 

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4.

Schliesslich hat die StRK auch in Bezug auf den Erlass der Kantons- und 
Gemeindesteuern 2016 zu Recht auf Aussichtslosigkeit geschlossen: Das 
Verfahren vor der StRK ist auf den Streitgegenstand beschränkt. Ausgangs-
punkt für dessen Bestimmung bildet die angefochtene Verfügung bzw. der 
angefochtene Entscheid, das sog. Anfechtungsobjekt. Dieses gibt den Rah-
men des Streitgegenstands vor (vgl. BVR 2020 S. 59 E. 2.2; 2017 S. 514 
E. 1.2; 2011 S. 391 E. 2.1; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommen-
tar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 60 N. 19), der sich im Verlauf 
des Verfahrens grundsätzlich nicht erweitern kann (Michel Daum, in Herzog/
Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a 
N. 4 ff.). Vor der StRK waren lediglich die Entscheide vom 18. August 2022 
angefochten, mit denen die Steuerverwaltung dem Beschwerdeführer den 
Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer 
des Jahres 2020 verweigert hatte (Vorakten [act. 4A] pag. 9 ff., vgl. vorne 
Bst. A). Soweit der Beschwerdeführer vor der StRK zudem den Erlass der 
Kantons- und Gemeindesteuern 2016 beantragt, gehen seine Rechtsbegeh-
ren daher über den Anfechtungsgegenstand hinaus (vgl. Rekurs und Be-
schwerde vom 7.9.2022, Vorakten [act. 4A] pag. 3). Das Nichteintreten auf 
dieses Begehren, das die StRK in Aussicht gestellt hat, erscheint daher be-
reits deshalb als wahrscheinlich. 

5.

Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die StRK Rekurs und 
Beschwerde gegen die Entscheide der Steuerverwaltung im Rahmen einer 
summarischen Prüfung der Prozessaussichten als aussichtslos bewertet 
hat. Dem Beschwerdeführer musste klar sein, dass seine Begehren gestützt 
auf sein Verhalten im Erlassverfahren (zur Möglichkeit einer Abweisung in-
folge mangelnder Mitwirkung bereits die Schreiben StV vom 1.6.2022 sowie 
StRK vom 12.9.2022, Vorakten [act. 4A] pag. 19 und 27 f.) kaum Aussicht 
auf Erfolg haben dürften. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, auf die 
umfassende Mitwirkungspflicht bezüglich Darlegung von Einkommens- und 
Vermögensverhältnissen im Verfahren betreffend unentgeltliche Rechts-

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pflege einzugehen (vgl. Art. 20 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 2 VRPG i.V.m. 
Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO; BVR 2016 S. 65 E. 3.2.4, 2016 S. 369 E. 4.3.2; 
Lucie von Büren, a.a.O., Art. 111 N. 28). Die Verweigerung der unentgeltli-
chen Rechtspflege hält der Rechtskontrolle ohnehin stand. Die Beschwerden 
erweisen sich als unbegründet und sind abzuweisen. 

6.

6.1 Für das Rechtsmittelverfahren betreffend Entscheide über Gesuche 
um unentgeltliche Rechtspflege werden keine Verfahrenskosten erhoben 
(Art. 112 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Abs. 1 VRPG; vgl. BVR 2002 S. 526 E. 5b; 
VGE 2022/177/178 vom 28.2.2023 E. 4.1). Für die verwaltungsgerichtlichen 
Verfahren sind somit keine Verfahrenskosten zu erheben. Parteikosten sind 
keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und 104 Abs. 3 
VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
[Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]). 

6.2 Dieses Urteil kann mit dem in der Hauptsache zulässigen Rechtsmit-
tel, hier grundsätzlich mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde gemäss 
Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110), angefochten werden (Grundsatz der Einheit 
des Verfahrens; vgl. BGE 143 II 425 E. 1.3 mit Hinweisen). Sollte die Gegen-
ausnahme von Art. 83 Bst. m BGG auf den vorliegenden Zwischenentscheid 
anwendbar sein (Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung, besonders 
bedeutender Fall), wäre gegebenenfalls Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten zu ergreifen. 

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gespro-
chen.

3. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer 
- Beschwerdegegnerin
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
- Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss 
Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesge-
richt (BGG; SR 173.110) geführt werden oder, falls sich eine Rechtsfrage von grund-
sätzlicher Bedeutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders 
bedeutenden Fall handelt, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG. Gegebenenfalls ist in der Begründung aus-
zuführen, warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder 
es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall handelt.