# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5d48cda-80da-5ee1-993c-6358e3a1be8a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.11.2017 UV 2015/82, UV 2015/83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-82--UV-2015-_2017-11-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/82, UV 2015/83

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 28.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2017
Art. 10, Art. 36 Abs. 1 UVG. Ist zur Heilung einer unfallbedingten Schädigung 
(Meniskusriss) eine weitere Operation indiziert (Korrektur einer 
Valgusstellung), ist die Unfallversicherung auch dafür leistungspflichtig 
(Entscheid des Versicherungsgerichts desKantons St. Gallen vom 28. 
November 2017, UV 2015/82 und UV 2015/83).

Entscheid vom 28. November 2017

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und a.o. Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle 

Frei; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi           

Geschäftsnr.                                                                                             

UV 2015/82, UV 2015/83          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Amanda Guyot, GN Rechts-anwälte, St. 

Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,

und

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Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern,

Beschwerdeführerin,

gegen

AXA Winterthur, General Guisan-Strasse 41, Postfach 357, 8400 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ als Software Entwickler 

angestellt und bei der AXA Winterthur (nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen die 

Folgen von Unfällen versichert, als er dieser am 15. Dezember 2014 melden liess, er 

habe sich am 28. November 2014 beim Hallenfussball das linke Knie verletzt (UV-act. 

A1). Anlässlich eines Gesprächs mit einer Mitarbeiterin der AXA führte der Versicherte 

am 6. März 2015 aus, er habe bei der Schussabgabe, ohne Fremdeinwirkung, ein 

Knacken im linken Knie verspürt. Es habe sich dabei nichts Aussergewöhnliches 

zugetragen (UV-act. 10).

A.b  Seit dem 10. Dezember 2014 war der Versicherte bei Dr. med. C.___, Facharzt 

FMH Innere Medizin, in Behandlung gewesen. Auf dessen Anraten war bei 

persistierenden Schmerzen (UV-act. M2) am 17. Februar 2015 eine MRI-Untersuchung 

des linken Knies durchgeführt (UV-act. M1) und der Versicherte Dr. med. D.___, 

Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates mit Fähigkeitsausweis in Sportmedizin SGSM, zugewiesen 

worden (UV-act. M3). Dieser empfahl aufgrund des radiologischen Befundes und der 

klinischen Untersuchung mit Berichten vom 18. und 27. März 2015 bei einer 

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Radiärläsion im Korpusbereich des Aussenmeniskus und begleitender Valgusachse 

operativ eine Varisierung des Kniegelenkes mittels medial zuklappender 

Femurosteotomie kombiniert mit einer – soweit aufgrund des Zeitablaufs noch möglich 

– Meniskusnaht oder andernfalls Teilmeniskektomie (UV-act. M3 f.). Dr. med. E.___, 

Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, welcher vom 

Versicherten für eine Zweitmeinung beigezogen wurde, unterstützte mit Bericht vom 

31. März 2015 die Empfehlung von Dr. D.___ zur Arthroskopie mit 

Rekonstruktionsversuch des Meniskus mit Knievarisierung (UV-act. M5).

A.c  Mit Telefonat vom 7. April 2015 teilte die AXA dem Versicherten mit, dass die 

Kosten für die Meniskusverletzung zu ihren Lasten gingen, die Osteotomie hingegen in 

den Zuständigkeitsbereich der Krankenkasse falle (UV-act. A21). Am 8. April 2015 fand 

der empfohlene operative Eingriff durch Dr. D.___ statt (UV-act. M10).

A.d  Mit Bericht vom 9. April 2015 führte Dr. med. F.___, Physikalische Medizin und 

Rehabilitation, spez. Rheumaerkrankungen FMH, beratender Arzt der AXA, aus, dass 

der Befund im Bereich des linken lateralen Meniskus nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 

28. November 2014 stehe. Viel wahrscheinlicher, auch wenn subjektiv die 

Beschwerden mit jenem Ereignis erstmals aufgetreten seien, würden die festgestellten 

Befunde einer Folge des Vorzustandes (valgisch-pathologische Beinachse und 

konsekutiver Verschleiss) ent¬sprechen. Bei einer Sanierung der Binnenläsionen des 

linken Kniegelenkes sei eine Beinachsenkorrektur zwar ein wesentlicher Teil einer 

sinnvollen Behandlungsstrategie, für die Beseitigung der Beschwerden des linken 

Kniegelenkes sei eine zweiseitige Beinachsenkorrektur aber nicht zwingend notwendig. 

Weiter führte Dr. F.___ in seinem Bericht aus, dass der Fall unter Vorlage der Akten am 

7. April 2015 mit Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Chirurgie, beratender Arzt der AXA, 

im Detail besprochen worden sei (UV-act. M9).

A.e  Am 17. April 2015 teilte die AXA dem Versicherten mit, dass keine 

Kostengutsprache für die Operation erteilt werden könne. Laut Stellungnahme von Dr. 

F.___ stehe der Schaden des linken lateralen Meniskus nicht überwiegend 

wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 28. 

November 2014, womit eine weitere Leistungspflicht aus der obligatorischen 

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Unfallversicherung entfalle (UV-act. A23). Trotz Einwandes des Versicherten vom 28. 

April 2015 (UV-act. A29) verfügte die AXA am 6. Mai 2015 im Sinne ihrer Mitteilung vom 

17. April 2015 (UV-act. A32).

B.   

B.a  Dagegen erhoben am 12. Mai 2015 die Krankenkasse des Versicherten (Arcosana 

AG, Unternehmen der CSS Gruppe; UV-act. A39) und am 3. Juni 2015 der Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Amanda Guyot, St. Gallen (UV-act. A41), 

Einsprachen.

B.b  Am 16. Oktober 2015 erstattete Dr. F.___ einen weiteren Bericht. Die zentrale 

Degeneration Grad III des Aussenmeniskus sowie die festgestellte, deutliche valgisch-

pathologische Beinachse und letztlich auch die interoperativ festgestellten tiefen 

Schleifspuren im tibialen Knorpel seien überwiegend wahrscheinlich dem Vorzustand 

zuzuordnen. Ein strukturell intakter, nicht wesentlich degenerierter und 

funktionstüchtiger Aussenmeniskus könne zwar möglicherweise im Rahmen des in den 

Akten festgehaltenen Ereignismechanismus entstanden sein, dies sei aber nicht 

überwiegend wahrscheinlich. Ein intakter lateraler Meniskus könne derartigen 

Belastungen ohne weiteres widerstehen. Anders seien die Verhältnisse bei einem 

vorgeschädigten Meniskus, wie er hier überwiegend wahrscheinlich vorliege. Ein 

solcher Meniskus sei fragilisiert und unterliege eher einer schädigenden Einwirkung im 

Rahmen einer quasi Normalbelastung (UV-act. M13).

B.c  Die AXA wies die Einsprachen mit Einspracheentscheid vom 5. November 2015 ab 

(UV-act. A49).

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 5. November 2015 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 4. Dezember 2015 durch seine Rechtsvertreterin 

Beschwerde erheben (UV 2015/82) mit den Rechtsbegehren: 1. Der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 5. November 2015 sei aufzuheben und die AXA 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, die versicherten Leistungen für 

das linke Knie des Beschwerdeführers, insbesondere für die Heilbehandlung, 

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auszurichten; 2. Eventualiter sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen; 3. 

Subeventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und zum Erlass einer neuen 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; 4. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 im Verfahren UV 

2015/82). Mit der Beschwerdeschrift reichte die Rechtsvertreterin eine Stellungnahme 

von Dr. D.___ vom 26. November 2015 ein (act. G 1.3 im Verfahren UV 2015/82, UV-

act. M14).

C.b Am 7. Dezember 2015 reichte auch die Arcosana AG (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) Beschwerde ein (UV 2015/83). Sie stellte folgende Begehren: 1. 

Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 5. November 2015 sei 

aufzuheben; 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für die Folgen des 

Ereignisses vom 28. November 2014 die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu 

erbringen, namentlich auch für die Operation vom 8. April 2015; 3. Eventualiter sei die 

Sache zur externen Abklärung und anschliessenden Neuverfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; 4. Subeventualiter sei vom Gericht ein 

Gutachten zur Einschätzung des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen den 

geklagten Beschwerden und dem Ereignis vom 28. November 2014 einzuholen; 5. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 im 

Verfahren UV 2015/83).

C.c In der Beschwerdeantwort vom 23. März 2016 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerden vom 4. und 7. Dezember 2015 seien in dem 

Sinne teilweise gutzuheissen, als die Anerkennung der Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der linksseitigen lateralen Meniskusläsion 

beantragt werde. Soweit weitergehend seien die Beschwerden abzuweisen (act. G 7 in 

beiden Verfahren).

C.d Mit Replik vom 14. April 2016 liess der Beschwerdeführer unverändert an seinen 

Anträgen und deren Begründungen festhalten (act. G 9 im Verfahren UV 2015/82). Die 

Beschwerdeführerin hat auf eine Replik verzichtet (act. G 10 im Verfahren UV 2015/83). 

Die Beschwerdegegnerin reichte am 18. Mai 2016 eine Duplik ein, wobei auch sie an 

den Anträgen gemäss Beschwerdeantwort festhielt (act. G 11 im Verfahren UV 

2015/82).

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C.e Mit Schreiben vom 24. Mai 2016 teilte das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen den Parteien mit, dass die Verfahren UV 2015/82 und UV 2015/83 vereinigt 

würden (act. G 12 im Verfahren UV 2015/82 und G 11 im Verfahren UV 2015/83).

C.f  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.   

Beide Beschwerden richten sich gegen denselben Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin. Es geht um dieselben Rechtsfragen und die Vorbringen des 

Beschwerdeführers und der Beschwerdeführerin sind in beiden Fällen im Wesentlichen 

dieselben. Es rechtfertigt sich daher, die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen 

Urteil zu erledigen (vgl. BGE 128 V 126 E. 1 und 128 V 194 E. 1, je mit Hinweisen).

2.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet 

haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall vom 28. November 2014 zur 

Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen 

Anwendung.

3.   

Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. 

November 2015 die allgemeinen rechtlichen Bestimmungen und Grundsätze 

(Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen, Beweismass/Beweislast, Beweiswert 

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Arztberichte, Unfallbegriff, unfallähnliche Körperschädigung, Kausalzusammenhang 

etc.) richtig dar (act. G 1.2). Darauf wird verwiesen.

4.   

Die Beschwerdegegnerin erklärt sich mit Beschwerdeantwort vom 23. März 2016 

bereit, die Kosten aus UVG für die Meniskusverletzung am linken Knie zu übernehmen. 

Sie beantragt die Gutheissung der Beschwerden in dem Sinne, als die Anerkennung 

der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der linksseitigen 

lateralen Meniskusläsion beantragt werde. Dem ist zu folgen und darüber grundsätzlich 

nicht mehr zu befinden. In Bezug auf die Meniskusverletzung ist damit zumindest von 

einer unfallähnlichen Körperschädigung, die in einem vorausgesetzten (teil)kausalen 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 28. November 2014 steht, auszugehen, womit 

die Beschwerdegegnerin dafür leistungspflichtig ist (Art. 6 Abs. 1 und 36 Abs. 1 UVG 

i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV). Dafür spricht insbesondere auch der Bericht von Dr. D.___ 

vom 26. November 2015, welcher die Radiärverletzung des Aussenmeniskus als 

typischerweise traumatisch bedingt qualifiziert und ausführt, dass degenerative 

Meniskusverletzungen ganz anders aussehen würden (UV-act. M14). Es sind keine 

Gründe ersichtlich, die an dieser Beurteilung Zweifel aufkommen liessen. Insbesondere 

ist Dr. D.___ – im Gegensatz zu Dr. F.___ – Kniespezialist. Dasselbe trifft zwar auch auf 

Dr. G.___ zu. Von ihm sind jedoch keine eigenen Berichte in den Akten. Dr. F.___ 

verweist lediglich darauf, dass Dr. G.___ mit seiner Einschätzung einig gehe (UV-act. 

M9). Dies reicht indes nicht, Zweifel an der Beurteilung von Dr. D.___ zu wecken. Einzig 

streitig bleibt damit die Frage, ob die Beschwerdegegnerin auch für die anlässlich der 

Operation vom 8. April 2015 operativ durchgeführte Osteotomie leistungspflichtig ist.

5.   

5.1  Der Versicherte hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, 

worunter auch die Behandlung im Spital zählt (Art. 10 Abs. 1 lit. c UVG). Besteht eine 

klare medizinische Indikation für eine Behandlung, kann von der Zweckmässigkeit 

ausgegangen werden (vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 99 f.). Die 

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Zweckmässikgeit der Operation am linken lateralen Meniskus mittels Meniskusnaht 

wird nicht (mehr) bestritten und ist gegeben. Streitig bleibt die Frage, ob die 

zweifelsohne nicht durch das Unfallereignis vom 28. November 2014 verursachte 

valgische Beinachse, welche mittels Osteotomie und kombiniert mit der Meniskusnaht 

operativ angegangen wurde, für die Heilung des unfallkausalen Meniskusrisses 

ebenfalls zweckmässig war bzw. eine Heilung des unfallkausalen Meniskusschadens 

ohne Osteotomie nicht gewährleistet gewesen wäre. Erfolgte die gleichzeitige 

Durchführung der Osteotomie dagegen lediglich aus medizinischen 

Zweckmässigkeitsüberlegungen, ist die Beschwerdeführerin dafür nicht 

leistungspflichtig (vgl. BGE 134 V 8 E. 8.2 per analogiam). Zur Beantwortung dieser 

Frage stützen sich die Parteien auf je unterschiedliche ärztliche Berichte bzw. 

interpretieren sie die ärztlichen Berichte je unterschiedlich.

5.2 

5.2.1      Dr. D.___ spricht von einer unglücklichen Kombinationspathologie mit 

Radiärläsion des Meniskus und begleitender Valgusachse. Falls die Valgusachse so 

belassen werde, sei dies prognostisch äusserst ungünstig und werde zu einer relativ 

schnellen Degeneration des Kompartimentes führen (UV-act. M3). Das Risiko, dass 

eine alleinige Meniskusoperation zu einer Beschwerdepersistenz führe, sei äusserst 

gross. Auch die Prognose betreffend Arthroseentwicklung sei äusserst ungünstig (UV-

act. M4). Die vorbestehende Valgusachse des Beschwerdeführers sei nicht 

unfallbedingt, spiele aber in der Kombination mit der vorliegenden Verletzung eine 

entscheidende Rolle. Ohne das Unfallereignis hätte das Knie noch eine unveränderte 

Funktion, wie es auch beim Gegenknie der Fall sei (act. G 1.3, UV-act. M14). Dr. E.___ 

unterstützt die Empfehlung von Dr. D.___ zur Arthroskopie mit Rekonstruktionsversuch 

des Meniskus mit Knievarisierung. Auch im Falle einer Nichtkonstruierbarkeit empfehle 

sich die Achsenkorrektur, um progredienten Schäden entgegen zu wirken (UV-act. M5).

5.2.2      Dr. D.___ und Dr. E.___ sprechen sich damit bei Gefahr persistierender 

Beschwerden und progredienter Schäden für die Zweck- und Notwendigkeit der 

Knievarisierung auch für die Heilung des unfallkausalen Meniskusschadens bzw. der 

Meniskusnaht aus. Gerade bei einer Meniskusnaht, welche trotz des Zeitablaufs noch 

möglich war (UV-act. M10), sprechen sich die beiden Spezialisten für die 

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Notwendigkeit der Osteotomie aus. Spielraum für eine andere Interpretation dieser 

Beurteilung, wie es die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik vom 18. Mai 2016 geltend 

macht (act. G 11 im Verfahren UV 2015/82), besteht nicht. Auch erweisen sich 

insbesondere die Beurteilungen von Dr. D.___ bei persönlichen Untersuchungen und 

umfassender Würdigung der Sachlage als schlüssig und nachvollziehbar. Daran ändert 

auch die auftragsrechtliche Vertrauensstellung zwischen dem behandelnden Facharzt 

und dem Beschwerdeführer nichts, nachdem im vorliegenden Fall die gebotene 

Objektivität und Distanz nicht in Zweifel zu ziehen ist und die Diagnosen und 

Einschätzungen auch von einer weiteren von ihm unabhängigen Fachperson gestellt/

abgegeben wurden.

5.2.3      Die Berichte von Dr. F.___ vermögen daran nichts zu ändern. Zwar erwähnt er 

im Bericht vom 9. April 2015, dass bezüglich der Beseitigung der Beschwerden des 

linken Kniegelenkes eine zweiseitige Beinachsenkorrektur nicht zwingend notwendig 

sei, spricht indes auf der anderen Seite davon, dass bei einer Sanierung der 

Binnenläsion eine Beinachsenkorrektur ein wesentlicher Teil einer sinnvollen 

Behandlungsstrategie sei (UV-act. M9). Mit Bericht vom 16. Oktober 2015 führt er im 

Sinne der Ausführungen von Dr. D.___ zudem aus, dass eine Osteotomie durchgeführt 

worden sei, um der vorbestehenden Valgisation varisierend entgegenzuwirken und das 

Operationsergebnis am lateralen Meniskus zu schützen, da aufgrund der vorbestehend 

deutlich valgischen Beinachse eine gesunderhaltende Operation des lateralen 

Meniskus stark gefährdet gewesen wäre (UV-act. M13). Damit hält auch Dr. F.___ die 

Osteotomie beim Beschwerdeführer für zweckmässig bei operativer Rekonstruktion 

des Meniskus mittels Naht. Für diese Beurteilung spricht weiter, dass bei beidseitig 

valgischen Beinachsen (UV-act. M3) lediglich die linke operativ angegangen wurde, 

nämlich aufgrund des erlittenen Meniskusrisses bzw. der Heilung desselben (vgl. dazu 

Ziff 5 in UV-act. M 14). Anders gesagt hätte die linke Beinachse ohne das Unfallereignis 

nicht operiert werden müssen.

5.3  Zusammengefasst ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die 

medizinischen Berichte erstellt, dass die durchgeführte Osteotomie für die Heilung des 

unfallbedingten Meniskusschadens im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG notwendig und 

zweckmässig war, womit die Beschwerdegegnerin auch dafür leistungspflichtig wird. 

Damit hat die Beschwerdegegnerin bis zum Zeitpunkt, in dem die Fortsetzung der 

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ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr 

erwarten lässt (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG), die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung 

[inkl. Kosten für die Operation vom 8. April 2015 sowie Operation zur 

Materialentfernung] und Taggelder [Art. 16 Abs. 1 UVG; vgl. zur Arbeitsunfähigkeit act. 

G 9.1 f.]) dafür zu erbringen. Über allfällige weitere Leistungen 

(Integritätsentschädigung und Rente) ist erst mit dem Erreichen des medizinischen 

Endzustandes zu entscheiden.

6.   

6.1  Gemäss den vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden unter Aufhebung 

des angefochtenen Einspracheentscheids vom 5. November 2015 gutzuheissen. Die 

Sache ist zur Prüfung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen (Heilbehandlung, 

Taggelder) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.3  Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, die Entschädigung – wie 

in vergleichbaren Fällen üblich – auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzulegen. Der Beschwerdeführerin, als einer mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Institution, steht keine Parteientschädigung zu (vgl. 

BGE 128 V 133 f. E. 5b).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerden werden unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 5. 

November 2015 gutgeheissen und die Sache zur Prüfung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

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Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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