# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c1c3e3a-efc5-5b08-8b1e-4e120180b66c
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.11.2011 RR.2011.205
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2011-205_2011-11-08.pdf

## Full Text

Zwischenentscheid vom 8. Novem-

ber 2011 
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Giorgio Bomio,  
Gerichtsschreiberin Marion Schmid  

   
 
Parteien 

  
A. 

Gesuchstellerin 1 
 
KONKURSMASSE VON B. 

 
Gesuchstellerin 2 

 
beide vertreten durch Rechtsanwalt Marcel C. 
Steinegger 
 

   

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Däne-
mark 
 
Parteistellung im Beschwerdeverfahren RR.2011.205 
C. Ltd. gegen Bundesanwaltschaft, betreffend 
Herausgabe von Beweismitteln und 
Vermögenswerten  

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2011.205 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 
- die dänischen Behörden gegen B. ein Strafverfahren führten wegen des Vor-

wurfs des betrügerischen Bankrotts; 
 
- die Bundesanwaltschaft am 11. August 2006 in einem eigenen Verfahren die 

Kundenbeziehungen von B. bei der Bank D. AG sperrte; 
 
- das dänische Justizministerium mit Rechtshilfeersuchen vom 4. Oktober 

2006 an die Schweiz gelangte und um Vermögenssperre des Depots Nr. 1, 
lautend auf die C. Ltd. bei der Bank D. AG, um Herausgabe der betreffenden 
Bankunterlagen sowie um Übermittlung von Ermittlungsakten der Schweize-
rischen Strafverfolgungsbehörden in der parallelen Ermittlungssache gegen 
B. ersuchte (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft Band I, Rubrik 1);  

 
- die Bundesanwaltschaft mit Eintretens- und Zwischenverfügung vom 14. De-

zember 2006 dem Rechtshilfeersuchen entsprach und unter anderem die 
Herausgabe von Bankunterlagen des Kontos Nr. 1, lautend auf die C. Ltd. 
sowie die Sperre dieses Kontos verfügte (Verfahrensakten Bundesanwalt-
schaft Band I, Rubrik 3); 

 
- die Staatsanwaltschaft in Kopenhagen der Bundesanwaltschaft mit Schrei-

ben vom 27. April 2010 mitteilte, B. sei wegen betrügerischem Bankrott so-
wie Falschaussage zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung 
verurteilt worden, und das Gericht habe erkannt, die bei der Bank D. AG ge-
sperrten Vermögenswerte der C. Ltd. seien an die Konkursmasse von B. 
auszuliefern (Verfahrensakten Bundesanwaltschaft Band I, Rubrik 4); diesel-
be Behörde am 5. Januar 2011 eine Kopie des Urteils des Oberlandesge-
richts vom 8. September 2010 – welches endgültig sei – einreichte, daraus 
hervorgeht, dass B. zu drei Jahren ohne Bewährung verurteilt wurde, das 
Gericht zudem die Herausgabe der Vermögenswerte der C. Ltd. bei der 
Bank D. AG an die Konkursmasse von B. beschloss (Verfahrensakten Bun-
desanwaltschaft Band I, Rubrik 4); 

 
- die Bundesanwaltschaft mit Schlussverfügung vom 12. Juli 2011 unter ande-

rem die Herausgabe der Vermögenswerte bezüglich Portfolio Nr. 1, lautend 
auf die C. Ltd. bei der Bank D. AG an die Konkursmasse von B. sowie die 
Herausgabe verschiedener Dokumente verfügte (act. 1.1); 

 
 

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- die C. Ltd. dagegen mit Eingabe vom 15. August 2011 bei der II. Beschwer-
dekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhob (act. 1); 

 
- der Rechtsvertreter der A. sowie der Konkursmasse von B. mit Schreiben 

vom 17. Oktober 2011 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts gelangte und geltend macht, er vertrete diese in den schweizerischen 
Verfahren, sie seien unmittelbar und direkt von den Rechtshilfemassnahmen 
betroffen und als Parteien im Beschwerdeverfahren zuzulassen, wobei ihnen 
gestützt auf Art. 102 Abs. 1 Bundesgerichtsgesetz (BGG; SR 173.110) Ak-
teneinsicht zu gewähren sowie eine Frist zur Stellungnahme anzusetzen sei 
(act. 14); 

 
- es sich beim Rechtshilfeverfahren, welches verwaltungsrechtlicher Natur ist, 

in erster Linie um ein Verfahren zwischen den beteiligten Staaten handelt 
und nicht um eine Ausweitung des im ersuchenden Staat eröffneten Strafver-
fahrens auf den ersuchten Staat; im Rechtshilfeverfahren die Interessen der 
geschädigten Zivilpartei grundsätzlich durch den ersuchenden Staat wahr-
genommen werden müssen (LAURENT MOREILLON [HRSG.], Entraide interna-
tionale en matière pénale, Basel 2004, N. 10 ad. Art. 80b IRSG);  

 
- gemäss Art. 80b Abs. 1 IRSG die Berechtigten am Rechtshilfeverfahren teil-

nehmen und Einsicht in die Akten nehmen können, soweit dies für die Wah-
rung ihrer Interessen notwendig ist, wobei als Berechtigter im Sinne von  
Art. 80b Abs. 1 IRSG zu gelten hat, wer gemäss Art. 80h lit. b IRSG zur Be-
schwerde legitimiert ist (LAURENT MOREILLON, a.a.O., N. 12 ad. Art. 80b 
IRSG; BGE 127 II 104 E. 4b S. 111; Entscheid des Bundesstrafgerichts 
RR.2007.14 vom 25. April 2007 E. 3.2); 

 
- die Beschwerdelegitimation gemäss Art. 21 Abs. 3 und 80h lit. b IRSG nur 

dem persönlich und direkt Betroffenen zukommt, der ein schutzwürdiges In-
teresse an der Aufhebung oder Änderung der Rechtshilfemassnahme hat;  

 
- als persönlich und direkt betroffen im Sinne von Art. 21 Abs. 3 und 80h lit. b 

IRSG bei der Erhebung von Kontoinformationen oder Kontensperre nament-
lich der Kontoinhaber gilt (Art. 9a lit. a IRSV; vgl. Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RR.2010.207 vom 17. Mai 2011, E. 2.2 m.w.H.); der Geschädigte, 
wie auch der bloss wirtschaftlich Berechtigte demgegenüber in der Regel 
nicht persönlich und direkt von einer Vermögensbeschlagnahme betroffen ist 
(Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.7 vom 8. Mai 2007); 

 
- daher der Geschädigte, welcher im ausländischen Verfahren als Zivilpartei 

zugelassene wurde, nicht ipso facto Parteistellung im schweizerischen 

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Rechtshilfeverfahren hat (BGE 127 II 104 E. 3d S. 108; LAURENT MOREILLON, 
a.a.O., N. 13 ad. Art. 80b IRSG); dasselbe für die Zivilpartei in einem 
schweizerischen Verfahren bezüglich eines in diesem Zusammenhang ge-
führten Rechtshilfeverfahrens gilt; zwar in wenigen Ausnahmefällen einem 
ersuchenden Staat, welcher im ausländischen Strafverfahren selbst Ge-
schädigter war, gestützt auf Art. 21 Abs. 2 IRSG im schweizerischen Rechts-
hilfeverfahren Parteirechte zuerkannt wurden (ROBERT ZIMMERMANN, La coo-
pération judiciaire internationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, 
S. 265 N. 286 und die dort zitierten Entscheide); diese Rechtsprechung je-
doch auf den ersuchenden Staat zugeschnitten und nicht auf die im auslän-
dischen Verfahren geschädigten Personen anwendbar ist (vgl. Entscheid des 
Bundesstrafgerichts RR.2007.7 vom 8. Mai 2007); 

 
- eine Ausnahme von diesem Grundsatz lediglich dann als gerechtfertigt er-

scheint, wenn es die Wahrung der Interessen des Geschädigten erfordert 
unter der Bedingung, dass – mit Blick auf Art. 21 Abs. 2 und Art. 80b IRSG – 
keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (BGE 127 II 104 E. 3d; 
Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2010.143 vom 29. Juli 2010, E. 3.1); 

 
- die Gesuchstellerin 1 ihren Bezug zu den von der Herausgabeverfügung er-

fassten Vermögenswerte in keiner Weise dargelegt hat, ein solcher und da-
mit eine mögliche Betroffenheit sich auch nicht aus den Akten ergibt; 

 
- zwar die Gesuchstellerin 2 unbestreitbar ein Interesse an der Herausgabe 

der beschlagnahmten Vermögenswerten von B. hat, jedoch weder sie noch 
die Gesuchstellerin 1 Inhaberin des betroffenen Kontos noch in anderer Wei-
se im Sinne von Art. 21 Abs. 3 und 80h lit. b. IRSG persönlich und direkt von 
den Rechtshilfemassnahmen betroffen sind; deren Teilnahme am Rechtshil-
fe- bzw. Beschwerdeverfahren zur Wahrung ihrer Interessen nicht erforder-
lich ist; insbesondere die Bundesanwaltschaft sowie das Bundesamt für Jus-
tiz zu den Ausführungen in der Beschwerdeschrift Stellung nehmen und da-
durch die Interessen der Gesuchstellerinnen hinreichend gewahrt sind; 

 
- sie daher im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesstrafgericht als Partei 

nicht zugelassen sind und ihr Gesuch demnach abzuweisen ist; 
 
- die Gesuchstellerinnen die Gerichtskosten von Fr. 800.-- des vorliegenden 

Entscheids zu tragen haben (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b 
StBOG); für die Berechnung der Gerichtsgebühren Art. 5 des Reglements 
des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren 
und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR [SR 173.713.162] 

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i.V.m. Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 63 Abs. 5 VwVG) zur Anwendung ge-
langt. 

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Gesuchstellerinnen haben im Beschwerdeverfahren RR.2011.205 keine 

Parteistellung. 
 
2. Das Gesuch um Zulassung als betroffene Parteien sowie um Akteneinsicht 

und Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme bezüglich des Beschwerdever-
fahrens RR.2011.205 wird abgewiesen. 

 
3. Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- des vorliegenden Entscheids werden den 

Gesuchstellerinnen auferlegt. 
 
 
 

Bellinzona, 10. November 2011 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin:      Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Marcel C. Steinegger 
- Bundesanwaltschaft, Postfach 
- Bundesamt für Justiz Fachbereich Rechtshilfe, 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete 
Vor- und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen 
Entscheide über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(vgl. Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid 
gemäss Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so 
sind die betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid 
anfechtbar, soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 

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Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die 
Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das 
Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).