# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7211b494-1763-578a-8d2f-e82de0c5f1e6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 24.08.2020 18-252
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_18-252_2020-08-24.pdf

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© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/11

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 18-252

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 07.09.2020

Entscheiddatum: 24.08.2020

BDE 2020 Nr. 80
Art. 18 NHG, Art. 45 Abs. 1 VRP. Gegenstand des Rekursverfahrens kann nur 
sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war. Einem 
Rekurrenten ist es verwehrt, im Rekursverfahren die Aufnahme eines 
Schutzobjektes in die Schutzverordnung zu rügen, gegen dessen Aufnahme 
er sich bei der Vorinstanz nicht ausgesprochen hatte (Erw. 1). Die Einstufung 
einer Hecke als Schutzobjekt wurde bejaht, weil diese bereits in einem 
früheren Zeitpunkt als Schutzobjekt ausgeschieden wurde und der 
Rekurrent in den vergangenen Jahren mit einer Ausholzung dazu 
beigetragen hat, dass diese heute nicht mehr im früheren Umfang 
vorhanden ist (Erw. 2). Die Erhaltung einer Hecke als ökologisch wertvoller 
Lebensraum steht im öffentlichen Interesse, zumal die Bewirtschaftung des 
landwirtschaftlichen Grundstücks dadurch nicht erschwert wird (Erw. 3).

BDE 2020 Nr. 80 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

18-252 

 

Entscheid Nr. 80/2020 vom 24. August 2020 

Rekurrent 

 

 A.___ 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Entscheid vom 4. Dezember 2017) 

 

 

Betreff  Schutzverordnung 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 2/10 

 

Sachverhalt 

A.  

a) A.___, Y.___, ist Eigentümer von Grundstück Nr. 001, 

Grundbuch Z.___, an der M.___strasse. Das Grundstück liegt gemäss 

geltendem Zonenplan der Gemeinde Z.___ vom 22. April 1997 in der 

Landwirtschaftszone. Im südöstlichen Bereich wird das Grundstück 

durch den M.___ Bach durchquert. Es ist dort bewaldet und fällt auf 

beiden Seiten zum Bach hin steil ab. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

Ausschnitt aus dem Zonenplan der Gemeinde Z.___ vom 22. April 1997 

 

b) Mit Schutzverordnung und Schutzplan der Gemeinde Z.___ vom 

22. April 1997 wurde auf dem Grundstück eine Hecke als Schutzobjekt 

H17 erfasst. Gemäss Schutzplan weist die Hecke eine Länge von rund 

110 m auf. In Anhang Nr. 6 zur Schutzverordnung ist zum 

Schutzobjekt H17 folgender Kurzbeschrieb enthalten: "Niederhecke 

entlang Rand zum Bacheinschnitt mit Waldanschluss an beiden 

Enden". 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Ausschnitt aus dem Schutzplan der Gemeinde Z.___ vom 22. April 1997 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 3/10 

 

B.  

a) Am 17. Juli 2017 erliess der Gemeinderat Z.___ eine revidierte 

Schutzverordnung samt Inventar der schützenswerten Natur- und 

Landschaftsschutzobjekte und dem Plan zur revidierten Schutzverord-

nung. Die vorstehend erwähnte Hecke wurde im Anhang zur revidier-

ten Schutzverordnung weiterhin im Verzeichnis der Hecken, Feld- und 

Ufergehölze als Schutzobjekt H17 mit dem Objektbeschrieb "Nieder-

hecke entlang Rand zum Bacheinschnitt" erfasst. Im Inventar der 

schützenswerten Natur- und Landschaftsschutzobjekte finden sich auf 

S. 73 folgende Angaben: 

 

 
 

Im Plan zur revidierten Schutzverordnung wurde die Lage des 

Schutzobjekts H17 folgendermassen eingezeichnet: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausschnitt aus dem Plan zur Schutzverordnung vom 17. Juli 2017 

 

b) Die öffentliche Auflage der Schutzverordnung erfolgte vom 

15. August bis 13. September 2017. Während der Auflagefrist erhob 

A.___ Einsprache gegen die Aufnahme des Schutzobjekts H17. Zur 

Begründung machte er im Wesentlichen geltend, die im Schutzplan 

eingezeichnete Hecke habe es nie gegeben. Vereinzelt 

vorzufindendes Niedergehölz in Abständen von 10 – 20 m stelle keine 

Hecke dar, so dass diese die entsprechende Bezeichnung nicht 

verdiene. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 4/10 

 

c) Mit Beschluss vom 4. Dezember 2017 wies der Gemeinderat 

Z.___ die Einsprache von A.___ ab. Er hielt fest, dass es sich beim 

Schutzobjekt H17 um eine 56 m lange Niederhecke handle, die bereits 

mit der geltenden Schutzverordnung rechtskräftig als Schutzobjekt 

ausgeschieden sei. Ein Orthofoto aus dem Jahr 1996 zeige das 

Vorhandensein der Hecke zum Zeitpunkt ihrer Ausscheidung als 

Schutzobjekt. Dementsprechend sei die Behauptung falsch, wonach 

seit fünfzig Jahren keine Hecke mit dem im Inventar aufgeführten 

Ausmass bestehe. Die Verantwortung für den geltend gemachten 

schlechten Zustand trage der Einsprecher. Bei alledem nenne er 

keinen Grund, warum die Hecke nicht schutzwürdig sein sollte. 

 

 
Orthofoto 1996 

 
Orthofoto 2013 

 

C.  

Gegen diesen Beschluss erhob A.___ mit Schreiben vom 10. sowie 

15. Januar 2018 Rekurs beim Baudepartement, wobei ausser der 

Entlassung des Schutzobjekts H17 nun auch die Entlassung des 

Schutzobjekts H12 verlangt wurde. Zur Begründung wird in Bezug auf 

das Schutzobjekt H17 geltend gemacht, dass es diese Hecke so noch 

nie gegeben habe. Weiter sei eine Linienführung der Hecke durch 25 

m hohe Tannen, die im Jahr 2007 abgeholzt worden seien, willkürlich. 

Einzelne Rotfichten würden auf jeden Fall keine Hecke darstellen. 

 

D.  

a) Mit Vernehmlassung vom 28. Februar 2018 beantragt die        

Vorinstanz den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird geltend ge-

macht, das Schutzobjekt H12 sei nicht Gegenstand des angefochte-

nen Entscheids gewesen und könne somit nicht Gegenstand des Re-

kursverfahrens sein. Bei der Hecke, Schutzobjekt H17, handle es sich 

um ein rechtskräftig ausgeschiedenes Schutzobjekt, deren Lage ge-

mäss Planungsbericht zur revidierten Schutzverordnung aufgrund ei-

ner Plandifferenz korrigiert worden sei. Das öffentliche Interesse am 

Schutz der Hecke sei höher zu gewichten als die privaten Interessen 

des Rekurrenten, welcher sich allem Anschein nach der Pflicht zur 

Pflege des Schutzobjekts entziehen wolle. 

 

b) Weil weitere Einspracheentscheide der Vorinstanz zur 

Schutzverordnung abgewartet werden mussten, wurde das 

Rekursverfahren in der Folge sistiert. Die Sistierung wurde am 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 5/10 

 

14. September 2018 aufgehoben und das Amt für Raumentwicklung 

und Geoinformation (AREG) zur Vernehmlassung eingeladen. 

 

c) Im Rahmen der koordinierten Vernehmlassung vom 1. Dezem-

ber 2018 führt das AREG im Wesentlichen aus, die Revision der 

Schutzverordnung sei angezeigt, weil diese mittlerweile rund 20 Jahre 

alt sei. Wegen der sachlichen Zuständigkeit sei das Amt für Natur, 

Jagd und Fischerei (ANJF) für die Vernehmlassung beigezogen wor-

den. Nach Auffassung des ANJF sei die Schutzwürdigkeit der Hecke 

gegeben. Überdies würden die Luftbilder zeigen, dass die Hecke 

nachweislich mit den im neuen Schutzplan eingetragenen Abmessun-

gen bis in das Jahr 2004 vorhanden gewesen sei. Die zwischenzeitlich 

vorgenommene Fällung von Bäumen sei ohne Bewilligung erfolgt. 

 

E.  

a) Das Baudepartement führte am 4. April 2019 in Anwesenheit 

von Vertretern der Vorinstanz und eines Mitarbeiters des ANJF einen 

Augenschein durch. Der Rekurrent blieb dem Augenschein fern. 

 

b) Der Rekurrent äusserte sich in der Folge nicht zum Augen-

scheinprotokoll. Mit Schreiben vom 15. Mai 2019 wurde ihm mitgeteilt, 

dass der Rekurs voraussichtlich keine Aussicht auf Erfolg habe. 

Gleichzeitig wurde ihm Gelegenheit geboten, den Rückzug des Rekur-

ses zu erklären. Hiervon hat er keinen Gebrauch gemacht. 

 

F.  

Am 12. August 2019 fasste der Gemeinderat Z.___ einen Beschluss 

über einige Änderungen zur revidierten Schutzverordnung. Die öffent-

liche Auflage erfolgte vom 16. September bis 15. Oktober 2019. Das 

Schutzobjekt H17 war nicht Gegenstand der Änderungen. Das Re-

kursverfahren wurde anschliessend bis zur rechtskräftigen Erledigung 

der Einsprachen gegen die Änderungen zur revidierten Schutzverord-

nung sistiert. 

 

G.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen. 

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; 

abgekürzt VRP). 

 

1.2 Zur Erhebung des Rekurses ist berechtigt, wer an der Änderung 

oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein eigenes 

schutzwürdiges Interesse dartut (Art. 45 Abs. 1 VRP). Verlangt sind 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 6/10 

 

somit ein (materielles) Rechtsschutzinteresse und eine (formelle) Be-

schwer (CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton 

St.Gallen, St.Gallen 2003, Rz. 386). Mit formeller Beschwer bezeich-

net man den Umstand, dass jemand mit seinem Rechtsbegehren nicht 

oder nicht vollständig durchgedrungen ist. 

 

1.3 Der Umfang des streitigen Verwaltungsverfahrens wird durch 

den Streitgegenstand festgelegt. Gegenstand des Rekursverfahrens 

kann nur sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfah-

rens war bzw. nach richtiger Gesetzesauslegung hätte sein sollen. Ge-

genstände, über welche die erste Instanz zu Recht nicht entschieden 

hat, fallen nicht in den Kompetenzbereich der Rekursbehörde. Wurde 

die erstinstanzliche Verfügung durch ein Begehren eines Beteiligten 

ausgelöst, bestimmt bereits dieses zusammen mit dem ihm zugrunde 

gelegten Sachverhalt den Streitgegenstand. Wird im Rekursantrag 

eine Rechtsfolgebehauptung aufgestellt, welche den Rahmen der erst-

instanzlichen Verfügung sprengt, so ist darauf nicht einzutreten 

(M. BERTSCHI, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich 2014, Vorbemer-

kungen zu §§ 19-28a, N 45 f.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsver-

fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Ba-

sel/Genf 2013, N 453; F. GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 

2. Aufl., Bern 1983, S. 44 ff.; CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 478 und 

579 f.). 

 

1.4 Aus der Einsprache vom 12. September 2017 ist zu entnehmen, 

dass sich der Rekurrent damals bloss gegen die Aufnahme des 

Schutzobjekts H17 aussprach. Ausserdem bezeichnete er seine da-

malige Einsprache ausdrücklich als "Einsprache gegen das Schutzob-

jekt H17". Dementsprechend setzte sich die Vorinstanz richtigerweise 

im angefochtenen Entscheid nur mit diesem Einwand auseinander. 

Dem Rekurrenten bleibt es somit verwehrt, im Rekursverfahren neu-

erdings die Aufnahme des Schutzobjekts H12 in die Schutzverordnung 

zu rügen. Mangels formeller Beschwer ist deshalb auf den Rekurs 

nicht einzutreten, soweit sich dieser gegen das Schutzobjekt H12 rich-

tet. 

 

1.5 Da die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und 

Art. 48 VRP erfüllt sind, ist im Übrigen auf den Rekurs einzutreten. 

 

2.  

Sowohl im Einsprache- als auch im Rekursverfahren führt der Rekur-

rent gegen die Unterschutzstellung der fraglichen Hecke bloss an, 

diese habe nie existiert. Den im heutigen Zeitpunkt noch vorhandenen 

Pflanzen ("einzelne Rotfichten") in dem mit Schutzobjekt H17 ausge-

schiedenen Bereich spricht der Rekurrent die Schutzwürdigkeit ab. 

Gleichzeitig wird seinerseits eingeräumt, er habe 25 m hohe Tannen 

im Jahr 2007 abgeholzt. 

 

2.1 Art. 18 Abs. 1 und 1bis des Bundesgesetzes über den Natur- und 

Heimatschutz (SR 451; abgekürzt NHG) verlangen den Schutz von  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 7/10 

 

Biotopen wie Hecken, die eine ausgleichende Funktion im Naturhaus-

halt erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für Lebensge-

meinschaften aufweisen, als Massnahmen zur Erhaltung von Lebens-

räumen für Tiere und Pflanzen. Der in Art. 18b Abs. 1 NHG verankerte 

Schutz von Biotopen von regionaler und lokaler Bedeutung ist nach 

der Rechtsprechung (statt vieler: BGE 121 II 161 Erw. 2b) eine vom 

Bund den Kantonen übertragene Bundesaufgabe. Gleichwohl wird 

nicht jede Hecke vom Bundesrecht erfasst. Die Formulierung "Erhal-

tung genügend grosser Lebensräume" in Art. 18 Abs. 1 NHG setzt 

eine gewisse Minimalgrösse der Hecke voraus. Das Erfordernis, dass 

der Lebensraum schutzwürdig sein muss, bewirkt eine zusätzliche 

Einschränkung. Anders als beim Wald (vgl. Art. 3 des Bundesgesetzes 

über den Wald, SR 921.0), bei der Ufervegetation (Art. 21 NHG) oder 

bei Mooren von nationaler Bedeutung sind die zu schützenden Le-

bensräume von regionaler oder lokaler Bedeutung nicht von Gesetzes 

wegen geschützt, sondern müssen von den zuständigen kantonalen 

bzw. kommunalen Behörden im einzelnen Fall unter Abwägung aller 

auf dem Spiel stehenden Interessen erst noch bezeichnet werden 

(WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar RPG, Bern 2006, Rz. 25 zu 

Art. 17 RPG). Bei Hecken wird wie bei den übrigen in der Aufzählung 

von Art. 18 Abs. 1bis NHG aufgeführten Biotopen die Schutzwürdigkeit 

vermutet. Um als Biotop schutzwürdig zu sein, müssen sie aber eine 

ökologische Qualität aufweisen (K. L. FAHRLÄNDER in: Keller/Zuffe-

rey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, Zürich 1997, Rz.15 f. zu 

Art.18 NHG). Art. 14 Abs. 3 der eidgenössischen Verordnung über den 

Natur- und Heimatschutz (SR 451.1; abgekürzt NHV) enthält Kriterien 

und Indikatoren zur Bezeichnung und Bewertung schutzwürdiger Bio-

tope. 

 

Hecken sind meist nur wenige Meter breite Gehölzstreifen, aufgebaut 

aus niedrigen und hohen Büschen, eventuell ergänzt bzw. durchsetzt 

mit hochstämmigen Bäumen (FAHRLÄNDER, a.a.O., Rz. 20 zu Art. 18 

NHG, mit Hinweis). Sie stellen wichtige Korridore für die Vernetzung 

von Lebensräumen dar (Art. 14 Abs. 3 Bst. e NHV). Im Gegensatz zu 

Waldbeständen herrscht in den verhältnismässig schmalen Hecken 

eine bedeutend grössere Lichtverfügbarkeit und somit grössere Arten-

vielfalt, womit ihnen nebst ihrer Vernetzungsfunktion auch ein hoher 

Stellenwert als Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten zukommt 

(Art. 14 Abs. 3 Bst. b NHV in Verbindung mit Art. 20 NHV in Verbin-

dung mit Anhang 2 und 3). Von allen Heckenarten ist die Baumhecke 

die grösste. Sie besteht aus einer Vielzahl von Bäumen, die sich be-

rühren oder auch einzeln stehen. In der Baumhecke sind zahlreiche 

verschiedene Pflanzenarten zu finden. Entsprechend gross ist die 

Vielfalt der Tiere, welche die Hecke als Lebensraum nutzen. Baumhe-

cken kommen in der Natur vor, können aber auch künstlich angelegt 

werden. Dazu kommt ihre nicht zu vernachlässigende landschaftsäs-

thetische Funktion (siehe Checkliste Wald und Einzelbäume, Ge-

schützte Gehölze – Wald, Hecken und Einzelbäume, 

https://www.ar.admin.ch/de/armasuisse-immobilien/technische-vor-

gaben-armasuisse-immobilien/naturschutz.detail.document.html; 

GVP 2011 Nr. 17). 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 8/10 

 

 

2.2 Bei einer Gegenüberstellung der beiden Orthofotos aus den 

Jahren 1996 und 2013 (diese wurden auch im Augenscheinprotokoll 

aufgeführt und sind unter www.geoportal.ch einsehbar) ergibt sich, 

dass bereits im Zeitpunkt des Erlasses der Schutzverordnung vom 

22. April 1997 eine durchgehende Bestockung im fraglichen Bereich 

des Grundstücks Nr. 001 vorhanden war und diese vor allem im östli-

chen Bereich (hangaufwärts) bis ins Jahr 2013 abgenommen hat. Auf 

dem Orthofoto 2013 ist keine durchgehende Bestockung mehr in der 

vormaligen Form eines Halbkreises zu erkennen. Der Rekurrent liegt 

deshalb mit seiner Behauptung, es habe im fraglichen Bereich nie eine 

Hecke existiert, offensichtlich falsch. Er hat bei alledem mit der von 

ihm angesprochenen Fällung im Jahr 2007 dazu beigetragen, dass die 

Hecke Nr. 17 heute nicht mehr in der ursprünglichen Ausprägung vor-

handen ist. Der Rekurrent verkennt ausserdem, dass die von ihm an-

gesprochene Fällung zumindest soweit unstatthaft war, als diese nicht 

auf einen Rückschnitt und Auslichtung beschränkt wurde. Entspre-

chend liegt darin ein Verstoss gegen Art. 12 Abs. 2 der Schutzverord-

nung vor. Gemäss Art. 12 Abs. 2 der Schutzverordnung vom 22. April 

1997 sind Hecken, Feld-, Ufergehölze und Alleen nämlich in ihrer Ar-

tenvielfalt und in ihrer flächenmässigen Ausdehnung geschützt. Peri-

odische, selektive und abschnittsweise Rückschnitte zur Verjüngung 

und Auslichtung sind erlaubt. Rückschnitte und Auslichtungen müssen 

so erfolgen, dass das Nachwachsen zeitlich und im Umfange gewähr-

leistet bleibt. 

 

Gemäss Kurzbeschrieb im Anhang 6 zur Schutzverordnung vom 

22. April 1997 soll es sich ursprünglich um eine Niederhecke entlang 

dem Rand zum Bacheinschnitt mit Waldanschluss an beiden Enden 

gehandelt haben. Obwohl die mit der aktuellen Schutzverordnung bei-

behaltene Einstufung als Niederhecke mit der Stellungnahme des 

ANJF vom 26. April 2018 relativiert wurde, wonach es sich ursprüng-

lich wohl eher um eine im fraglichen Gebiet typische Baumhecke mit 

hohem Fichtenanteil gehandelt habe, kann die Schutzwürdigkeit einer 

Baumhecke an der fraglichen Örtlichkeit nicht in Frage gestellt werden. 

 

Anlässlich des Augenscheins wurden neben mehreren Rottannen 

noch einige Sträucher und eine Grauerle (Alnus incana) vorgefunden. 

Hierbei äusserte der Vertreter des ANJF die Vermutung, dass der heu-

tige obere Bereich früher baumlos aber mit einigen Sträuchern ausge-

stattet war, was seitens des Rekurrenten nach dem Augenschein un-

bestritten geblieben ist. Auch das Orthofoto 1996 deutet darauf hin, 

dass früher ein etwas höherer Strauchanteil vorhanden war. Vor die-

sem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass im Inventar der schützens-

werten Natur- und Landschaftsschutzobjekte empfohlen wird, der 

Schutzstatus sei zu erhalten. Das ANJF kommt zum gleichen Schluss. 

Die weitere Bemerkung, wonach eine Wiederherstellung von rund 

20 m im Sommer 2015 gefordert worden sei, muss wohl dahingehend 

verstanden werden, dass die heute in der Artenvielfalt und im Aus-

mass stark dezimierte Hecke wenigstens wieder auf das Ausmass ei-

ner rund 56 m langen Hecke erweitert werden sollte und dies bei einer 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 9/10 

 

Baumhecke die ursprünglich rund 110 m lang gewesen sein dürfte. Die 

heute vorzufindende Bestockung ist nicht mehr mit einem Waldsaum 

vergleichbar und bietet dementsprechend kaum mehr einen anspre-

chenden Lebensraum für Kleinsäuger, Vögel, Amphibien, Schnecken 

und Insekten und ist als Verbindungsstruktur in der heute vorzufinden-

den Ausgestaltung als landschaftsprägendes Element nicht mehr 

wertvoll. Die vom ANJF in seiner Stellungnahme vorgeschlagene Wie-

derherstellung, sinnvollerweise als Niederhecke, wird sich deshalb zu 

gegebener Zeit aufdrängen. Im angefochtenen Einspracheentscheid 

hat sich die Vorinstanz darüber noch nicht geäussert. Dies erscheint 

sinnvoll, damit der Rekurrent vor einer entsprechenden Anordnung zu 

gegebener Zeit einen Vorschlag unterbreiten kann, wie die Hecke von 

ihm wiederhergestellt wird. 

 

3.  

Wie bei jeder staatlichen Massnahme bedarf es einer Interessenab-

wägung. Es ist zu prüfen, ob dem öffentlichen Interesse an der Erhal-

tung eines ökologisch wertvollen Lebensraums mittels Erlass einer 

Schutzverordnung überwiegende private Interessen entgegenstehen. 

 

Der Rekurrent bringt diesbezüglich allerdings nichts vor. Es ist denn 

auch nicht ohne weiteres ersichtlich, wie seine Interessen, allen voran 

die Bewirtschaftung des landwirtschaftlich genutzten Grundstücks im 

Berggebiet von M.___, mit einer Hecke am entsprechenden Standort 

über Gebühr erschwert würden. Am Augenschein wurde festgestellt, 

dass das Grundstück von Norden her hangabwärts vor dem Bereich 

der Hecke steil abfällt, was auch aus dem nachfolgendem Ausschnitt 

aus der Karte mit den Höhenkurven und dem darin grün eingezeich-

neten Schutzobjekt H17 entnommen werden kann. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Höhenkurven, Quelle: geoportal.ch 

 

Demzufolge liegen keine überwiegenden privaten Interessen vor, wel-

che gegen die Beibehaltung der Hecke als Schutzobjekt H17 in der 

revidierten Schutzordnung und deren Wiederherstellung in einem spä-

teren Zeitpunkt sprechen würden. Die Schutzwürdigkeit ist damit zu 

bejahen. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 80/2020), Seite 10/10 

 

 

4.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs unbegründet und 

damit abzuweisen ist, soweit darauf im Zusammenhang mit der 

angefochtenen Bestockung und deren Einstufung als Schutzobjekt 

H17 auf Grundstück Nr. 001 als schützenswerte Hecke eingetreten 

werden kann. 

 

5.  

5.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'500.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

amtlichen Kosten dem Rekurrenten zu überbinden. 

 

5.2 Der vom Rekurrenten am 31. Januar 2018 geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'000.– wird angerechnet. 

Entscheid 

1.  

Der Rekurs von A.___, wird abgewiesen soweit darauf einzutreten ist. 

 

2.  

a) A.___ bezahlt eine Entscheidgebühr von Fr. 3'500.–. 

 

b) Der am 31. Januar 2018 von A.___ geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 1'000.– wird angerechnet. 

 

 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

 

 

 

 

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