# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f56138c5-2b52-51b8-b866-da3727a35f5c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-17
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung; keine Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen.
**Docket/Reference:** IV.2012.00520
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00520.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00520
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Brügger
Urteil
vom
17. September 2013
in Sachen
X._
_
_
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Sintzel
Sintzel Hüsler Krapf Herzog, Rechtsanwälte
Löwenstrasse 54, Postfach 2028, 8021 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, g
eboren 1960, reiste
im Jahr 1990 aus politischen Gründen aus
Y.___
in die Schweiz
ein
und arbeitete ab dem 2
9.
Oktober 1990 bei den
Z.___
als Office-Mitarbeiter in der Mensa der
A.___
. Da er nur noch zu speziellen Zeiten arbeiten wollte, um sich besser dem Fussballspiel widmen zu können, löste die Arbeitgeberin dieses Arbeits
ver
hält
nis wegen ungenügender Arbeitshaltung per
3
0.
November 1993 auf (
Urk.
7/5
) und der Versicherte bezog in der Folge Leistungen der Arbeitslosenver
siche
rung. Am
2.
Oktob
er 1994 erlitt er beim Fussball
s
pielen ein Innenrotations
trauma am rechten Kniegelenk. Die
„
Zürich
“
Versicherungs-Gesellschaft er
brachte die obligatorischen Versicherungslei
stungen für diesen Unfall (Urk. 7/3
). Wegen der durch den Unfall erlittenen Schädigungen (vordere Kreuzbandruptur rechts, Korbhenkel-Läsion des medialen Meniskus rechts sowie Status nach Teilresektion des medialen Meniskus rechts
)
meldete sich der Versicherte am 13. Juni 1996 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug (Berufsbe
ra
tung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit, Arbeitsvermittlung) an (
Urk.
7/1
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der
„
Zürich
“
Versicherungs-Gesell
schaft
(
Urk.
7
/
3/1-39
) bei und holte
den Arbeitgeberbericht der
Z.___
vom 1
1.
Juli 1996 (
Urk.
7/5) sowie
die Arztberich
te von
B.___
, Allgemeine Medizin FMH,
C.___
, vom 26.
Juni 1996 (
Urk.
7/4/1-3,
unter Beilage von Berichten des Departements Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, des
D.___
vom 30.
November 1994,
6.
Juni 1995 und 22. Mai 1995
,
Urk.
7/4/4-8
) und vom Departement Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, des
D.___
vom 2
9.
Juli 1996 (
Urk.
7/6
) ein. Die Berufsberatung der IV-Stelle nahm Abklärungen über die Wiederein
gliederungsmöglichkei
ten vor (vgl. Bericht
vom 1
8.
Oktober 1996,
Urk.
7/9
). Mit Vorbescheid vom 2
4.
Ok
tober 1996 teilte die IV-Stelle
X.___
mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass er wegen den Folgen seines Sportunfalls vom
2.
Oktober 1994 bis zum 3
1.
Dezember 1995 ohne wesentli
chen Unterbruch in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich ein
geschränkt gewesen sei. Ab dem
1.
Januar 1996 sei ihm dagegen eine behin
derungsangepasste sitzende Tätigkeit wieder vollumfänglich zumutbar. Deshalb stehe ihm für die Zeit vom
2.
Oktober 1995 bis zum 3
0.
März 1996 eine ga
nze Invalidenrente zu (
Urk.
7/12
). Der Versicherte liess gegen diesen Vorbescheid
durch das Fürsorge
amt der Stadt Zürich
am 29
.
November 1996 Einwand
erheben (
Urk.
7/17
). Die IV-Stelle beauftragte die
E.___
mit der Vornahme einer stationä
ren beruflichen A
bklärung des Versicherten (vgl.
Abschlussbericht vom
9.
September 1997,
Urk.
7/27
). Mit Verfügung vom 27.
Oktober 1998 hielt sie
daran
fest, dass
X.___
für die Zeit vom 1.
Oktober 1995 bis zum 3
1.
März 1996 basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze I
nvalidenrente zustehe (
Urk.
7/44
). Nach
dem
X.___
gegen diese Verfü
gung am 2
6.
November 1998 (Urk.
7/48/3-9
) hatte Beschwerde beim hiesigen Gericht erheben lassen, überprüfte die IV-Stelle anhand des von der
„
Zürich
“
Versicherungs-Gesellschaft in Auftrag gegebenen Gutachtens von
F.___
, Orthopädische Chirurgie FMH, Zürich, vom 3
0.
Januar 1997 (
Urk.
7/20
) den Rentenanspruch von Neuem und
gelangte
zum Ergebnis, dass der Vers
icherte bis zum 31.
Dezember 1997 Anspruch auf eine ganze Invali
den
rente habe. Dement
sprechend sprach sie ihm mit Verfügungen vom 1
6.
März 1999 auch für die Zeit vom
1.
April 1996 bis zum 3
1.
Dezember 1997 eine g
an
ze Invalidenrente zu (
Urk.
7/51
). Da die IV
Stelle damit den in der Be
schwerde gestellten Anträgen des Versicherten vollum
fänglich nachgekommen war, zog dieser seine Beschwerde zurück, und das Verfahren wurde mit Verfü
gung vom 2
4.
Februar 1999 als e
rledigt abge
schrieben (Urk. 7/50
).
1.2
Am 1
4.
Mai 2002 teilte das Sozialdepartement der Stadt Zürich der IV-Stelle mit, es habe sich in den vergangenen Jahren seit Oktober 1997 gezeigt, dass sich der Gesundheitszustand von
X.___
tendenziell verschlechtert habe. Er sei von seiner Hausärztin
B.___
deshalb wiederholt zeitweise als zu 50
%
oder zu 100
%
arbeitsunfähig beurteilt worden. Eine erneute Knie
ope
ration lehne der Versicherte ab, da ihm das Risiko eines weiteren Misserfolgs zu hoch erscheine. Unter diesen Umständen dränge sich eine Neubeurteilung seines Zustands auf. Es sei davon auszugehen, dass er seit längerer Zeit massiv in sei
ner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, weshalb über den Rentenanspruc
h neu zu befinden sei (
Urk.
7/66
). Die IV-Stelle
holte die Arztberichte von
B.___
vom
6.
September 2002 (
Urk.
7/74/1-4
) und der
G.___
vom
7.
Oktober 2002 (
Urk.
7/75/2
, unter Beilage von
Berichten vom 12.
Juli 2002 und 1
6.
August 2002
,
Urk.
7/75/4-7
) ein. Sodann liess sie bei
F.___
das Gutachten vo
m 2
3.
Juni 2003 erstellen (Urk. 7/81
). Mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2004 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicher
ten, da der Invaliditäts
grad nur 32
%
betrage (
Urk.
7/85
). Die gegen diese Ver
fü
gung am 2
9.
März 2004 (
Urk.
7/86
)
durch das Sozialdepartement der Stadt Zürich
erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 1.
November 2004 (
7/92
) ab.
Das hiesige Gericht wies die gegen den Einspracheentscheid am
2.
Dezember 2004 (
Urk.
7/94/3-8) erhobene Beschwerde mit Urteil vom
9.
November 2005 ab, da sich der Gesundheitszustand von
X.___
in der Zeit vom 1
6.
März 1999 bis zum
1.
November 2004 nicht in anspruchsrele
vanter Weise verschlechtert habe (Urk. 7/98).
1.3
Am 1
4.
Oktober 2008 meldete sich
X.___
erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/104).
Die IV-Stelle holte die Arztberichte
von
B.___
vom 5. November 2008 (
Urk.
7/112/1-5) und vom 2
4.
Juli 2009 (
Urk.
7/126), von
H.___
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Zürich, vom 2
6.
August 2009 (
Urk.
7/128) sowie der
G.___
vom 22. September 2009 (
Urk.
7/130/6) ein.
Sodann liess sie das bidisziplinäre Gutachten (orthopädisch-psychiatrisch) des
I.___
vom 2
2.
Januar 2010 erstellen (
Urk.
7/134/1-40). Am
6.
März 2010 nahm
J.___
, Fachärztin für Chirurgie, vom
K.___
der IV-Stelle zum Gutachten Stellung (Urk. 7/138/2). Mit Vorbescheid vom 1
4.
September 2010 teilte die IV-Stelle
X.___
mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass keine weitere Ver
schlechterung seines Gesundheitszustands stattgefunden habe, weshalb sein neues Leistungsbegehren abgewiesen werden müsse (
Urk.
7/140).
Dagegen er
hob der Versicherte durch Rechtsanwältin Ursula Sintzel, Zürich, am 5. Oktober 2010 (
Urk.
7/143) bzw. am 1
1.
November 2010 (
Urk.
7/147) Einwand. Am 2
1.
Dezember 2010 (
Urk.
7/150) reichte
X.___
den Bericht der
G.___
vom 1
9.
November 2010 (
Urk.
7/149)
und a
m 8.
März 2011 (
Urk.
7/156) weitere Berichte derselben Klinik vom
1
1.
Februar 2011 (Urk.
7/155/1-2) und vom 2
8.
Februar 2011 (Urk. 7/155/3-4)
zu den Akten
. Die IV-Stelle liess daraufhin das Gutachten der
L.___
,
M.___
,
vom
1.
Dezember 2011 (
Urk.
7/16
1) ers
tellen. Am
4.
Januar 2012 (Urk.
7/166/4-5) nahm
K.___
-Arzt
N.___
, Facharzt Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologi
e, und am
5.
Januar 2012 (Urk.
7/166/5-6)
K.___
-Arzt
O.___
, FMH Psychiatrie und Psychiatrie, Stellung.
Der
Versicherte
liess zum Gutachten der
L.___
am
20.
März 2012 Ausführungen machen
(
Urk.
7/165).
Mit Verfügung vom 2.
April 2012 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung
erhob
X.___
durch Rechtsanwältin Sintze
l am 1
5.
Mai 2012 Beschwerde
mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Die angefochtene Verfügung vom
2.
April 2012 sei aufzuheben.
2.
Dem Beschwerdeführer sei mit Wirkung ab
1.
Oktober 2008 eine seiner Er
werbsunfähigkeit entsprechende IV-Rente zuzusprechen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und es sei ihm in der Person der Unterzeichneten eine unentgeltliche Rechts
vertre
terin zu bestellen.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juni 2012 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom
3.
Juli 2012 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihm Rechtsanwältin Sintzel als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (
Urk.
8). Mit Replik vom
4.
September 2012 liess der Beschwerdeführer vollumfänglich an seinen Anträgen festhalten (
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
2
5.
September 2012 auf
eine
Duplik (
Urk.
14), was dem Beschwerdeführer am 1. Oktober 2012 mitgeteilt wurde (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
des
ge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28
Abs. 1 IVG).
1.3
Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbei
trag entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung er
füllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbeding
ten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinwei
sen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der frühe
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1
.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim
Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers im Zeitraum zwischen dem Einspracheentscheid vom 1. November 2004
(
Urk.
7/92)
und der angefochtenen Verfügung vom
2.
April 2012
(Urk. 2)
in an
spruchs
relevanter Weise verschlechtert hat. Im Zeitpunkt des Einsprache
entscheids vom
1.
November 2004 lagen folgende Berichte vor:
2.1
Laut dem
Arztbericht von
B.___
vom 2
6.
Juni 1996 (
Urk.
7/4) leidet der Beschwerdeführer unter einer vorderen Kreuzbandruptur rechts, einer Korb
henkel-Läsion des medialen Meniskus rechts sowie einem Status nach Laser-Teil
resektion des medialen Meniskus rechts. In seiner angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe sei der Beschwerdeführer sei
t
dem 1
3.
März 1996 zu 100
%
arbeits
unfähig. In einer sitzenden Tätigkeit mit gelegen
tlichem Stehen und Gehen be
trage die
Arbeitsfähigkeit
dagegen
50
%
bis 100
%
.
2.2
F.___
hielt in seinem Gutachten vom 3
0.
Januar 1
997 (
Urk.
7/20) fest, es bestünden
beim Beschwerdeführer ein Status nach Distorsion des rechten Knies mit Restbeschwerden, leicht schmerzhafter Teilankylose, ein Status nach drei
ma
liger Arthroskopie mit Teilmeniskektomie und Resektion des VKB, ein Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie links sowie ein Verdacht auf reaktive Depression bei schwieriger psychosozialer Situation (ehemaliger Asylsuchender,
arbeitslos, grosse Familie). Anlässlich eines Fussballmatchs vor zwei Jahren sei es zu einer erheblichen Distorsion des rechten Knies gekommen, welche eine stärkere Schwellung zur Folge gehabt habe. Es hätten in der Folge Läsionen am medialen Meniskus und vorderen Kreuzband festgestellt werden können. Leider sei der Verlauf bei andauernder Schwellung und Schmerzen nicht befriedigend gewesen. So sei nach sechs Monaten eine zweite Arthroskopie erfolgt, wobei noch eine mediale Korbhenkelläsion behandelt worden sei. Leider habe der Be
schwer
deführer daraufhin die Durchführung einer stationären Rehabilitations
kur verweigert. Die Situation sei nach wie vor unbefriedigend, aber bevor die Indikation zu einem weiteren chirurgischen Eingriff diskutiert werden könne, müsse eine intensive und kontrollierte Rehabilitation, verbunden mit einer Stock
entwöhnung, durchgeführt werden. Als Office-Mitarbeiter sei der Be
schwer
deführer immer noch vollständig arbeitsunfähig. Es handle sich jedoch therapeutisch nicht um einen Endzustand.
2
.
3
Am 2
3.
Juni 2003 (
Urk.
7/82
) erstattete
F.___
ein weiteres Gutachten. Darin hielt er fest, bei unveränderter Diagnose klage der Beschwerdeführer über fort
dauernde Probleme mit dem rechten Knie, vor allem belastungsabhängige Schmerzen auf der Medialseite. Es bestehe auch eine Wetterfühligkeit. Der Be
schwerdeführer könne nicht mehr knien und nicht treppab gehen. Das Knie sei jedoch nur selten geschwollen. Keine Probleme bereiteten das linke Knie und der linke Arm. Einmal pro Monat gehe er zu seiner Hausärztin. Diese ver
schreibe ihm unter anderem Ponstan, welches er regelmässig einnehme. Dane
ben leide er
auch häufig unter Kopfschmerzen und
Vergesslichkeit, sei nervös und könne nicht gut schlafen. Er werde seit dem Jahre 2000 vom Sozialamt unterstützt. Seine Frau arbeite jetzt zu 100
%
in einem Restaurant, während er sich um den Haushalt und die Betreuung der vier Kinder (15, 13, 11 und 9 Jahre alt) kümmere. Er könne sich nicht vorstellen, wieder auf seinem früheren Beruf zu arbeiten. Das rechte Knie sei im Vergleich zur Gegenseite symmetrisch, ruhig und kaum verdickt. Im Bereich des rechten Ober- und Unterschenkels bestehe eine residuelle Muskelatrophie. Die Beweglichkeit des rechten Kniegelenks sei sichtbar eingeschränkt (v.a. Streckausfall). Forcierte Flexion und Extension ver
ursachten diffuse Schmerzen im ganzen Gelenk. Das Gelenk sei in Streckung stabil, in Flexion bestehe eine mässige anteromediale und anterolaterale Insta
bilität mit positivem Pivot-shift. Bei aktiven und passiven Bewegungen liessen sich im Kniegelenk medial, lateral und dorsal Schmerzen auslösen. Es bestehe kein freier Gelenkserguss, jedoch ein rundum leicht verdickter Kapsel
bandap
parat. Insgesamt handle es sich um eine spezielle gesundheitliche Pro
blematik, welche vor allem das rechte Knie betreffe. Die 2002 am linken Hand
gelenk erlittene Verletzung wirke sich dagegen derzeit nicht störend aus. Der Heilungs
verlauf am Knie müsse als ausgesprochen unbefriedigend be
zeichnet werden, was vor allem darauf zurückzuführen sei, dass der Beschwer
deführer über län
gere Zeiträume einer konsequenten Betreuung und Führung entglitten zu sein scheine. Heute habe man es mit einer radiologisch bereits deutlich mani
festen, klinisch auch mit einer gewissen Instabilität und erheb
lichen Bewegungsein
schränkung einhergehenden Gonarthrose zu tun. Der Be
schwer
de
führer habe die Hoffnung auf eine Besserung des Zustands seines rechten Kniegelenks aufgege
ben, weshalb die Behandlungsmöglichkeiten ziem
lich ein
ge
schränkt seien. Von weiteren Operationen könnten zwar prinzipiell Besse
rungen erwartet werden, der Beschwerdeführer lehne dies aber strikte ab, und offensichtlich sei auch kein Chirurg bereit, unter diesen Umständen das Risiko einzugehen, zumal sicher keine Beschwerdefreiheit garantiert werden könne. In letzter Zeit habe sich die persönliche Situation des Beschwerdeführers insoweit geändert, als seine Frau jetzt einer Erwerbstätigkeit nachgehe und er sich um den Haushalt und die Kinderbetreuung kümmere. Dafür und in jeder anderen leichteren, wechselnden und Ruhepausen erlaubenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bis gegen 100
%
.
3.
3.1
Im Bericht vom
5.
November 2008
(
Urk.
7/112/1-5)
diagnostizierte
B.___
eine Verletzung des rechten Knies beim Fuss
ball
spielen (bestehend seit 2.
Oktober 1994) sowie eine rezidivierende Lumbalgie (bestehend seit 2
9.
Mai 2008). Der Beschwerde
führer leide unter Schmerzen beim Gehen, Liegen, Stehen und Sitzen. Die Prognose sei ungünstig. In seiner angestammten Tätigkeit sei der Beschwerde
führer seit 1994 dauernd zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer behinderungs
angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
An dieser Einschätzung hielt
B.___
in ihrem Bericht vom 2
4.
Juli 2009 (Urk. 7/126) fest, wobei sie darauf verwies, dass die eingeschränkte Arbeits
fä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ebenfalls seit 1994 gelte.
3.2
Der Psychiater
H.___
führte am 2
6.
August 2009 (
Urk.
7/128) aus, der Be
schwerdeführer sei bei ihm schon lange nicht mehr in Behandlung, weshalb er keine
n
Bericht verfassen könne.
3.3
3.3.1
Die Ärzte der
G.___
, Abteilung Wirbelsäulenchirurgie, gaben am 22.
September 2009 (
Urk.
7/130/6) an, die einzige Konsultation in der wirbel
säulenchirurgischen Abteilung sei am 5. August 2008 erfolgt. Der Beschwerde
führer habe sich dabei zur Fortführung der konservativen Massnahmen ent
schieden. Weitere Konsultationen hätten nicht stattgefunden.
3.3.2
Am 1
9.
November 2010 (
Urk.
7/149) führten die Ärzte der
G.___
, Abteilung Obere Extremitäten, aus, der Beschwerdeführer leide unter unklaren Schulterschmerzen links bei Status nach Verkehrsunfall 2005 mit Verdacht auf Partialruptur
Supraspinatussehne, Verdacht auf
SLAP-Läsion und Status nach Rockwood III Verletzung Schulter links. Deutlich stehe eine AC-Gelenks
prob
lematik bei Status nach AC-Gelenks-Sprengung im Vordergrund. Es sei über längere Frist eine AC-Gelenks
-Stabilisierung zu diskutieren. Der Beschwerde
führer sei aufgrund einer beidseitigen Kniegelenksproblematik mit Verdacht auf Meniskuspathologie linksseitig in der Abteilung Untere Extremi
täten in Be
hand
lung. Eine operative Intervention an der Schulter wäre erst nach Behand
lung der Knieproblematik in Angriff zu nehmen, da eine Stockent
lastung sich nega
tiv auf das betroffene Schultergelenk auswirken könne.
3.3.3
Laut dem Bericht der Abteilung Untere Extremitäten der
G.___
vom 1
7.
Januar 2011 (
Urk.
7/152/1) leidet der Beschwerdeführer unter einer begin
nenden Varus-Gonarthrose beidse
its, links mehr als rechts bei o
steochondraler Läsion am medialen Femurkondylus und Knochenmarksödem im medialen Tibiaplateau Knie links. Es sei die Indikation zu
r
therapeutischen Infiltration beider Kniegelenke gestellt w
orden. Nach diesem Eingriff sei
nun eine Physio
therapie durchzuführen.
3.3.4
Am 1
1.
Februar 2011 (
Urk.
7/155/1) berichteten die Ärzte der Abteilung Obere Extremitäten
der
G.___
über die durchgeführte AC-Gelenks
infilt
ration. Der Beschwerde
führer beschreibe keinerlei
Infiltrationseffekt, so dass die Situation für ihn unverändert sei. Auch hinsichtlich des Kniegelenks seien subjektiv nur wenig
e
Fortschritte zu verzeichnen. Es müsse noch einmal ent
schie
den werden, ob eine operative Versorgung des linken Schultergelenks nicht vorgezogen werden sollte.
3.3.5
Am 2
3.
März 20
11
(
Urk.
7/157/15-16) stellten die Ärzte der Abteilung Obere Extremitäten fest, eine zweimalige AC-Gelenksinfiltration und eine suba
cro
miale Infiltration hätten keinerlei Infiltrationseffekt gehabt
.
H
ingegen
sei
bei rechtsseitiger AC-Gelenksarthrose ein deutlicher Infiltrationseffekt zu verzeich
nen gewesen. Auch die 3-Phasen Skelett-Szintigraphie habe eine Mehranrei
cherung im Bereich des rechten AC-Gelenkes gegeben, jedoch nicht im linken. Da bei einer etwaigen operativen Versorgung des linken AC-Gelenks nicht mit eine
r
Verbesserung der Symptomatik zu rechnen sei, müsse davon abgesehen werden.
Die Behandlung müsse damit abgeschlossen werden. Eine Funktions
einschränkung im Bereich der linken Schulter sei dem Beschwerde
führer schmerzbedingt nicht abzusprechen.
3.4
Gemäss dem orthopädisch-psychiatrischen Gutachten des
I.___
(
P.___
, Spezialarzt Orthopädie FMH;
Q.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie)
vom 22. Januar 2010 (
Urk.
7/134) leidet der Beschwerdeführer unter einer Spondylarthrose L3/4 und L4/5 mit birecessaler Stenos
e L4/5 sowie
einer
Spondylarthrose L5
/S1 mit Discusprotrusion und bire
cessaler Stenose links mehr als rechts
(
Urk.
7/134/6)
, einer chronischen depres
siven Verstimmung (Dysthymie) bei Zustand nach Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion, bestehend seit etwa 2000 (ICD-10: F34.1 und
F43.21) sowie einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vermeidenden und histrionischen Anteilen bestehend seit Jahren (ICD-10: F61.0)
(
Urk.
7/134/16)
. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ausserdem ein Status nach med
ialer und lateraler Teilmeniske
ktomie mit vorderer Kreuzbandinsuffi
zienz
rechts 1994 und 1995 sowie ein
Status nach medialer Teilmeniskektomie links 199
3.
Anlässlich der gemeinsamen orthopädisch-psychiatrischen Beurtei
lung sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Hilfskraft in der Mensa der Universität seit 2000 auf 80 % (Arbeitsunfähigkeit 20
%
) festgelegt worden, da bei Dysthymie und Zustand nach Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität und die Dauer
belastbarkeit leicht beeinträchtigt sei
en
.
Tätigkeiten ohne erhöhte emotio
nale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexi
bilität, ohne erforderliche erhöhte Konzentrationsfähigkeit, ohne vermehrte Kunden
kontakte und überdurchschnittliche
Dauerbelastung sowie körperlich
leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte und rekli
nierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssten, seien gesamthaft bei voller Stunden
präsenz seit 2000 zu 90
%
(Arbeitsunfähigkeit 10
%
) zumutbar
(
Urk.
7/134/22)
.
Die Gutachter des
I.___
hielten sodann fest,
i
n der orthopädischen Unter
suchung habe sich der Beschwerdeführer deutlich aggravierend gezeigt und sei deshalb kaum zu untersuchen gewesen. Er sei theatralisch an zwei Gehstöcken gelaufen und der Zehen- und Fersengang sei nicht möglich gewesen. Unter Ablenkung habe er mühelos a
uf den Beinen stehen können, da
s Messen der Kör
pergrösse ohne Stöcke sei dann aber wieder fast nicht möglich gewesen.
Die lumbalen Schmerzen könnten teilweise auf die im MRI dargestellt
e
Spondylar
throse L4/5 und L5/S1 zurückgeführt werden. Allerdings sei das Ausmass der beklagten Beschwerden nicht zu erklären, sondern müsse zu einem grossen Teil als Aggravation interpretiert werden. Die subjektiv massiven Kniegelenks
schmerzen beidseits und die „schmerzbedingt“ nicht zu untersuchenden Knie
gelenke rechts und links kontrastierten massiv mit den unauffälligen MRI-Befunden, wobei erwähnt werden müsse, dass die Aussagekraft der MRIs durch den bei der radiologischen Untersuchung ebenfalls deutlich unkooperativen Beschwerde
führer eingeschränkt sei. Ein massiver pathologischer Befund könne mit grosser Wahrscheinlichkeit aber ausgeschlossen werden, so dass die subjek
tiv invalidisierenden Kniegelenksschmerzen ebenfalls als Aggravation zu beur
teilen seien.
Im psychischen Zustand liessen sich seit etwa
ab dem Jahr
2000 Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion aufgrund der körper
li
chen Beschwerden und vor allem aufgrund der sozialen Problematik (anfangs Asylantenstatus, dann langjährige Arbeitslosigkeit und Abhängigkeit vom Sozi
alamt) erheben
, die inzwischen in eine chronisch depressive Verstimmung (Dysthymie) übergegangen seien. Daneben liessen sich keine depressiven Epi
so
den erheben, welche die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige depressive Störung erfüllten. Es fänden sich Hinweise für eine kombinierte Persönlich
keitsstörung mit vermeidenden und histrionischen Anteilen. Neben mangelnder Kooperation liessen sich auch ungenaue und widersprüchliche Angaben erhe
ben. Aufgrund der vorhandenen psychischen Einschränkungen erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität und die Dauerbelastbarkeit leicht beeinträchtigt. Beeinträchtigungen der Schmerz
verarbeitung und der Schmerzbewältigung seien dagegen nicht anzunehmen. Der Beschwerdeführer verfüge somit über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen, sofern diese nicht orga
nisch begründbar seien
,
und sie
seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung ausreichend überwindbar.
3.5
Gemäss der Stellungnahme von
K.___
-Ärztin
J.___
vom
6.
März 2010 (Urk. 7/13
8
/2) ist das Gutachten des
I.___
umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nach
vollziehbar. Zusammenfassend könne man analog dem Gutachten von einer ver
minderten psychischen Belastbarkeit und retrospektiv gemäss Konsens
be
spre
chung seit 2000 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit und 90%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgehen.
3.6
Laut dem Gutachten der
L.___
vom
1.
Dezember 2011 (
Urk.
7/161/30) besteh
en
beim Beschwerdeführer folgende Diagnose
n
:
„
1.
Chronische Gonalgien bds.
-
Status nach mehreren Kniegelenktraumata bds.
-
Status nach medialer Teilmeniskektomie links 1993
-
Status nach medialer und lateraler Teilmeniskektomie 1994 und 1995 sowie vorderer Kreuzbandinsuffizienz rechts
-
leichte medialbetonte Gonarthrose links, mehr als rechts
2.
Chronisches lum
bospondylogenes Schmerzsyndrom
-
muskuläre Dysbalancen und leichtgradige Wirbelsäulenfehlform
-
diskrete degenerative LWS-Veränderungen
3.
Status nach Verkehrsunfall 2005 mit
-
Status nach Rockwood III Verletzung Schulter links
-
Schultergelenksprengung links
-
Verdacht auf SLAP-Läsion
-
Verdacht auf Partialruptur der Supraspinatussehne
-
Status nach schraubenosteosynthetisch versorgter Os naviculare-Frak
tur linkes Handgelenk.“
Beim 51-jährigen Beschwerdeführer habe sich vor dem Hintergrund mehrerer Unfallereignisse
im Bereich beider Kniegelenke in den Jahren 1993 und 1994 mit mehrfachen konsekutiven orthopädisch-chirurgischen Interventionen unter anderem mit Teilmeniskektomien eine chronische bewegungs- und belastungs
abhängige Knieschmerzsymptomatik beidseits entwickelt bei radiologisch nach
gewiesener beginnender Gonarthrose links und weiteren leichtgradigen radio
logischen Hinweisen auf degenerative Verän
derungen im Bereich beider Knie
gelenke. Inspektorisch und palpatorisch zeigten sich beide Kniegelenke objektivierbar unauffällig, es bestehe jedoch subjektiv eine ausgeprägte Schmerz
symptomatik im Bereich des medialen Kniegelenkspalts beidseits sowie ein schmerzbedingtes Streckdefizit von 10° beidseits.
Klinisch gebe es beidseits ebenfalls keine Hinweise auf eine Kniegelenkinstabilität. Ferner bestehe seit Anfang 2008 eine chronische lumbospondylogene Schmerzsymptomatik vor dem Hintergrund dezenter degenerativer LWS-Veränderungen sowie einer leichtgradigen Wirbelsäulenfehlform und muskulärer Dysbalancen. Nach einem Verkehrsunfall 2005 habe sich zusätzlich eine chronische Schmerzsymptomatik im Bereich des linken Schulter- und Handgelenkes entwickelt. Objektivierbar
sei
en
im Bereich des linken Schultergelenkes ein deutlicher Claviculahochstand links sowie eine diskrete Verkalkungsfigur im Bereich des kaudalen Pfannen
randes links als radiologischer Hinweis bei Verdacht auf
eine
alte Slap-Läsion des linken Schultergelenkes. Die globale Schul
tergelenkbeweglichkeit zeige
sich beidseits frei, bei Elevation über 90° links jedoch schmerzhaft, gegebenenfalls vereinbar mit einer älteren Supraspinatussehnen-Partialruptur.
Im Bereich des linken Handgelenkes bestünden reizlose Narbenverhältnisse bei Status nach Schraubenosteosynthese im Bereich des Os naviculare links. Hier zei
ge sich insbesondere die Palmar
flexion objektivierbar eingeschränkt. Es bestehe eine leichtgradige Muskelatrophie im Bereich des linken Schulter
gelenkes sowie der
linken oberen Extremität. Im Bereich beider unterer Extremitäten fänden sich keine Hinweise auf Muskelatrophien. Der Neurostatus zeige sich soweit beur
teilbar bezüglich Motorik und Kraftentfaltung der grossen Kennmuskeln, Sensi
bilität und Reflexstatus unauffällig.
Die ursprüngliche berufliche Tätigkeit als Küchenmitarbeiter
in
der Kantine der
A.___
, welche vom Beschwerdeführer als schwer geschildert werde, sei aufgrund der objektivierbaren somatischen Befunde sowie der aktuell durch
geführten Röntgendiagnostik zu 50 - 70
%
zumutbar. Im Rahmen einer behin
derungsangepassten, leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit ohne repetitive Hebe- und Tragebelastungen der linken oberen Extremität sowie ohne spezielle Anforderungen an beide Kniegelenke sei eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
zumutbar, dies in Übereinstimmung mit der interdisziplinären Begut
ach
tung
des
I.___
von Dezember 200
9.
Die Beurteilung des zeitlichen Verlaufs seit 2004 sei im Allgemeinen schwierig. Die gesundheitlichen Ein
schränkungen im Bereich der linken oberen Extremität bestünden erst seit dem Unfallereignis aus dem Jahr 200
5.
Diese Änderung sei aber nicht relevant für die bisherige Tätig
keit. Im Übrigen hätten sich seit dem Jahr 2004 keine weiteren wesentlichen Veränderungen des Gesundheitszustandes ergeben
(
Urk.
7/1
61
/
31
32)
.
3.7
Laut der Stellungnahme von
K.___
-Arzt
N.___
vom
4.
Januar 2012 (Urk. 7/166/4-5) erfüllt das Gutacht
en der
L.___
die Anforderungen
an eine
beweiskräftige Expertise
, weshalb darauf abgestellt werden könne. Es sei damit von einer 60%igen
(gemittelt)
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit und von einer 90%igen in einer angepassten, wechselbelastenden leichten Tätigkeit ohne repetitive Hebe- und Tragebelastungen der linken oberen Extre
mität sowie ohne spezielle Anforderungen an beide Kniegelenke auszuge
hen. Der Gesundheits
zustand habe sich seit 2004 nicht wesentlich verändert.
3.8
K.___
-Arzt
O.___
beurteilte am
5.
Januar 2012 (
Urk.
7/166/5-6) die psy
chiatrische Situation. Dabei kam er zum Ergebnis, dass
sich
gegenüber der Beur
teilung
vom 6. März 2010
hinsichtlich der Einschätzung durch das
I.___
keine neuen psychiatrischen Sachverhalte
aus den seither angefertigten
Arzt
be
richte
n
ergeben hätten
,
weshalb daran festgehalten werden könne. Die fehlende Anwesenheit eines Dolmetschers sei in erster Linie rechtlich zu würdi
gen, aus versicherungspsychiatrischer Sicht sei allerdings anzumerken, dass im psychia
t
ri
schen Teilgutachten ausgeführt werde, der Beschwerdeführer habe die deut
sche Sprache ausreichend beherrscht.
4.
4.1
Das rheumatologische Gutachten der
L.___
(
R.___
, Chefarzt, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM) vom
1.
Dezember 2011 (
Urk.
7/161) beantwortet die gestellten Fragen um
fassend, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklag
ten Beein
trächti
gungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten er
stellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
folgerungen in nach
voll
ziehbarer Weise hergeleitet. Das Gutachten wird damit den von der Recht
sprechung entwickelten Anforderungen an eine beweis
kräftige medi
zini
sche Stellungnahme (E.
1.4
) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zu
zuerkennen, falls keine kon
kreten Indizien gegen die Zuverläs
sigkeit der Ex
per
tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
4.2
Der Beschwerdeführer bemängelt am Gutachten der
L.___
, dass der erhobene Befund unvollständig sei. Es seien nur die Knie-, Schulter- und Rückenschmerzen des Beschwerdeführers in die Beurteilung einbezogen worden, und diese auch nur unvollständig.
Die Handgelenkprobleme würden nur am Rande erwähnt und neurologische Aspekte (Diskushernien, Lumbalgien, HWS-Trauma, Kopfschmerzproblematik etc.) seien nicht abgeklärt worden, obwohl sich diesbezügliche Abklärungen und Untersuchungen aufgrund der Art der be
stehenden Leiden aufgedrängt hätten (
Urk.
1 S. 3). Hierzu
ist darauf hinzuwei
sen
, dass der Beschwerdeführer i
n der Anmel
dung vom 1
4.
Oktober 2008 (Urk.
7/104/7) angegeben
hat,
er leide an Problemen an beiden Knien nach diversen Operationen sowie an Rückenschmerzen. Angaben über weitere ge
sund
heitliche Probleme hat er nicht gemacht. Auch seine Hausärztin
B.___
, deren Einschätzung nach Ansicht des Beschwerdeführers die umfassendste ist (
Urk.
1 S. 7), diagnostiziert
e
in ihrem Bericht vom
5.
November 2008 (
Urk.
7/112) lediglich eine
Verletzung
am rechten Knie beim Fussballspiel sowie eine rezidivierende Lumbalgie. Hingegen
berichtet
e
B.___
nicht über Prob
leme an den Schultern und Handgelenken und es
finden sich
keine
Angaben über Diskush
ernien, ein HWS-Trauma
oder
eine Kopfschmerzproblematik. Die Einschätzung von
B.___
ist denn auch keinesfalls die umfassendste, sondern lediglich diejenige, welche dem Beschwerdeführer das höchste Ausmass einer Arbeitsunfähigkeit be
scheinigt.
Zu den Berichten der behandelnden Ärzte ist ausserdem grundsätzlich festzuhalten, dass bei deren Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass sie mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Im Gegensatz zu
B.___
setzt sich d
as Gutachten der
L.___
intensiv mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinan
der und es sind sämtliche Abklärungen und Untersuchungen vorgenommen w
orden, welche
sich aufgrund d
er Schilderungen des Beschwerdeführers und der Aktenlage aufgedrängt haben.
Was die vom Beschwerdeführer festgestellten Abweichungen zwischen der Be
urteilung der
L.___
und der
G.___
angeht
(
Urk.
1 S. 3
4)
, so ist festzu
halten, dass die
G.___
(
S.___
, Assistenzarzt Orthopädie) im Bericht vom
3.
Dezember 2010 (
Urk.
7/152/
4
5) zwar tatsächlich
von deutlichen arthrotischen Veränderungen spricht, indessen aber lediglich eine beginnende Gonarthrose
links
diagnostiziert, e
ntsprechend dem Bericht vom 19.
November 201
0
(
T.___
, Assistenzarzt Orthopädie
Urk.
7/152/2-3
).
Im Bericht vom 2
8.
Dezember 2010 (
U.___
, Assis
tenzarzt Orthopädie, Urk.
7/152/6
-
7
) ist sodann von einer Gonarthrose beidseits rechts mehr als links
und
im Bericht vom 1
7.
Januar 2011 (
Dr.
Nufer,
Urk.
7/152/1) wiederum von einer beginnenden Varus-Gonarthrose, link
s mehr als rechts
die Rede
.
Einerseits stellt
e
die
G.___
damit selber innerhalb
kurzer
Zeit drei
unter
schiedliche Diagnosen
,
a
ndererseits unterscheidet sich die von der
L.___
gestellte Diagnose einer leichten medial betonten Gon
arthrose links m
ehr als rechts
davon
nicht erheblich, insbesondere
mit Blick darauf
, dass auch die
G.___
mehrheitlich lediglich von einer begin
nenden Gonarthrose links mehr als rechts ausgegangen ist.
Ebenso wenig ver
mag der vom Beschwerdeführer erhobene Einwand hinsichtlich der von den Ärzten der
G.___
vorerst bloss als Verdachtsdiagnose ge
nannten
Partialruptur der Supraspinatussehne (Bericht vom 1
9.
November 2010,
Urk.
7/149/1-2)
die Einschätzung der
L.___
in Zweifel zu ziehen. Auch wenn in der Folge mittels Arthro-MRI vom
2.
Dezember 2010 eine
parti
el
le Unterflächenläsion der Supraspinatussehne erhoben worden war (
Urk.
7/157/8),
hat der orthopädische Gutachter der dadurch verbliebenen Funktions
einschrän
kung (vgl. E. 3.3.5) im Rahmen des Anforderungsprofils hinreichend Rechnung getragen (E. 3.6). Gleiches hat hinsichtlich der Frage der Schulterbe
weglichkeit zu gelten. Im Übrigen ist diesbezüglich
keine erhebliche Differenz in den Beur
teilungen vorhanden, wird doch im Gutachten der
L.___
festgehalten, dass die Abduktion/Elevation des linken Schultergelen
kes über 90° schmerzhaft und insofern die Schulter
beweglichkeit im Ergebnis ein
geschränkt ist (Urk. 7/161/29).
Da - wie aufgezeigt - keine erheblich anders lautende medizinische Akten
lage vorhanden
war
, erübrigt
e
sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesen Vorakten, sondern es genüg
t
e, dass sie sehr ausführlich un
d
detailliert aufgelis
tet wu
rden, mithin also umfassend von de
n
Gutachtern der
L.___
zur Kenntnis genommen worden sind. Insbesondere
fällt vorliegend ins Gewicht
, dass die Ärzte der
G.___
sich zur primär interessierenden Frage, nämlich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, gar nicht äusser
te
n,
mithin gab es
diesbezüglich
keine abweichende Meinung, mit welcher sich die Ärzte der
L.___
hät
ten auseinander setzen können.
4.3
Nachdem sich der Beschwerdeführer am 1
4.
Oktober 2008 wieder bei der Be
schwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hat, ist vorliegend der Ver
lauf in den Jahren 2004 bis 2006 von un
tergeordneter Relevanz.
Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdeführer sich erst drei Jahre nach dem Unfallereignis aus dem Jahr 2005 erneut bei der Beschwerdegegnerin angemeldet hat
.
I
n seiner in diesem Zusammenhang ein
ge
reichten Auflistung über den Verlauf nach 2004
wird
kein Unfall im Jahr 2005 erwähnt, sondern lediglich ein solcher vom 1
2.
September 2006, welcher eine Verletzung am linken Knie zur Folge hatte (vgl. Urk. 7/101/1).
Aus dem Bericht des
V.___
über die ambulante Behandlung vom 17. August 2005 (
Urk.
7/16
8
/1) ergibt sich sodann, dass es sich um kein gravierendes Unfaller
eignis
- insbesondere blieben sämtliche bildgebenden Abklärungen ohne Befund -
gehandelt hat und dem Beschwerdeführer deswegen lediglich für die Zeit vom 1
7.
bis zum 1
8.
August 2005 eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde.
Unbe
gründet
ist ausserdem
die Behauptung des
Beschwerdeführer
s, er
habe bei diesem Ereignis ein HWS-Trauma erlitten (Urk.
1 S. 4). Dies ist weder dem
vor
genannten Bericht no
ch dem
hierzu zum Beweis eingereichten Opferhilfe
formular vom 1
9.
August 2005 (
Urk.
3/3) noch dem Regressformular vom
3.
April 2012 (
Urk.
3/4) zu entnehmen. Aus dem Bericht des
V.___
(
Urk.
7/168)
ergibt sich
, dass es sich nicht um einen Verkehrsunfall gehandelt hat, welcher
grundsätzlich
geeignet ist, ein HWS-Trauma zu verursachen
(typi
scherweise ein
Auffahrunfall, bei welchem der
die
Kollision verursachende Fahrzeug
lenker
mit einer erheblichen Geschwindigkeit von hinten in das Fahr
zeug des Geschädigten hineinfährt)
, sondern der Beschwerdeführer
sei
auf einem Töff
mit eine
r Geschwindigkeit von 20 bis 30
km/h fahrend
von einem ausparkenden Auto von rechts an
gefahren worden, so dass er auf die linke Seite gestürzt
sei
. Ein Auftreten einer neurologischen Symptomatik wie Amnesie, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen
und somit der HWS-typischen Beschwerden
wurde dementsprechend von den Ärzten des
V.___
ausdrücklich verneint.
Das
weitere
Unfallereignis
aus dem
Jahre 2006 hat offensichtlich auch keine nachhaltigen Spuren hinterlassen, stellt
e
der Be
schwerdeführer
ein solches Vorkommnis
in der Beschwerde
vom 15.
Mai 2012 (
Urk.
1 S.
5)
doch
noch
gänzlich in Abrede und erwähnt
es als
hauptsächliches
Beispiel für
seine Behauptung, dass
aufgrund des fehlenden Dolmetschers zwi
schen ihm und
Q.___
erhebliche
Missv
erständnisse entstanden seien
.
M
it
hin will er
Q.___
unterstellen, er habe im Gutachten ein Unfallereignis erwähnt, welches es gar nicht gegeben habe.
In der Rep
lik vom
4.
September 2012 (Urk.
10 S. 4) lässt er wiederum
aus
führen,
dass doch in der Tat auch dieser Unfall stattgefunden habe
.
Insgesamt gab es damit keinen Grund, weitere medizinische Akten aus der Vergangenheit beizuziehen
.
Die Aktenlage erscheint ohne
w
eiteres als genügend, um zu beurteilen, ob zwischen dem
1. November 2004
und
dem
2.
April 2012
eine wesentliche Änderung des Gesundheits
zu
stands
des Beschwerdeführers
eingetreten ist.
Ebenso wenig drängten sich zu
sätzliche neurologische Abklärungen auf.
Die Rückenprobleme werden im Gutachten der
L.___
ebenfalls abge
handelt und sind in der Diagnose im Rahmen des chronischen lumbospondylo
genen Syndroms berücksichtigt.
4.4
In Bezug auf die psychiatrischen Abklärungen der Beschwerdegegnerin lässt d
er Beschwerdeführer
geltend machen, es sei fraglich, ob
Q.___
fachlich ge
nügend qualifiziert sei, da er
„nur“ über einen Ausbildungsabschluss in
W.___
und nicht über einen
s
chweizerischen FMH-Titel verfüge
. Inwiefern ein entsprechender Abschluss in
W.___
den Anforderungen nicht genügen
und gegenüber einer
s
chweizerischen Ausbildung minderwertig sein sollte, legt er aber nicht
dar. Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt
(Urk. 6 S. 2)
, ist
der Fachabschluss von
Q.___
in der Schweiz
vielmehr ausdrücklich
an
er
kannt
,
und er verfügt sei
t 2008 über die Berufsausübungs
bewilligung im Kan
ton St.
Gallen (vgl.
www.medregom.admin.ch
)
. Die Rüge des Beschwerde
führers bezüglich der mangelnden fachlichen Qualifikation von
Q.___
ist damit nicht stichhaltig.
Bezüglich der Rüge
,
es sei kein Dolmetscher anwesend gewesen, ist festzuhalten, dass es
Sache des Gutachters
ist
, zu beurteilen, ob eine genügende Kommuni
kation ohne Beizug eines Dolmetschers möglich ist.
Wie bere
its erwähnt, hat
Q.___
die
Sache mit dem Unfall im Schwimmbad, welche als Beispiel für
ein
Missvers
tändnis angeführt worden ist, offenbar
richtig verstanden.
Dass ein weiterer Unfall aus dem Jahr 2005 nicht im Gutachten erwähnt wird, lässt sich ohne weiteres damit erklären, dass der Beschwerdeführer darüber
Q.___
nichts gesagt
hat. Ein auf mangelnde Übersetzung zurückzuführendes Miss
ver
ständnis
muss
dafü
r nicht die zwingende Ursache
sein.
Q.___
hat jedenfalls ausdrücklich festgehalten, dass der Beschwerdeführer keine Ver
stän
digungsschwierigkeiten in der deutschen
Sprache
gezeigt
habe (Urk.
7/134/26).
Zum Einwand des Beschwerdeführers, die Beurteilung von
Q.___
sei veral
tet und genüge deshalb als Grundlage nicht, ist festzuhalten, dass weder ein Anzeichen ersichtlich noch vom Beschwerdeführer
substanti
i
ert geltend gemacht worden ist
, dass sich sein psychischer Zustand seit der Begutachtung durch
Q.___
erheblich verschlec
htert habe
.
Keine Verschlechterung ist insbeson
dere auch dadurch eingetreten, dass der Beschwerdeführer sich seit 2010 bei
einer gewissen
Frau
AA.___
in
BB.___
psychiatrisch (u.a. auch pharmakologisch) behandeln lässt, was von diesem im Übrigen zum ersten Mal in seiner Stellungnahme vom
2
0.
März 2012 (Urk.
7/165 S. 2) geltend gemacht wurde.
Es erscheint im Weiteren unklar, ob es sich bei Frau
AA.___
überhaup
t um eine Psychiaterin handelt und sie als geeignet erscheint, eine fachlich qualifizierte Meinung abzugeben. Der Beschwerdeführer hat von
AA.___
zwei unterschiedliche Schreibweisen ihres Namens verwendet,
mit Ausnahme, dass sie
in
BB.___
ansässig ist
, keine weiteren
Daten
genannt
(Vorname, Adresse, Facharzttitel)
und auch k
einen Bericht von ihr eingereicht, welcher Anlass dazu geben könnte, die bereits vorgenommen
en, umfassenden
Abklärungen der Beschwerdegegnerin
zu ergänzen
.
Der Umstand, dass der Be
schwerdeführer Psychopharmaka einnimmt, vermag im Übrigen für sich alleine keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
Endlich hat
Q.___
in genügender Weise dar
gelegt
, wie er zu seiner Diag
nose gelangt
ist
. Es erscheint nicht erforderlich, im Rahmen eines Gutachtens nicht gestellte Diagnosen explizit auszuschliessen
und der Beschwerdeführer legt auch nicht dar, welche naheliegenden Diagnosen von
Q.___
nicht gestellt worden sind und er hätte begründet ausschliessen müssen.
Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als Mitarbeiter in einer Mensa mag es zutreffen, dass
Q.___
die Anforderungen dieser Tätigkeit
abweichend
ein
ge
schätzt hat. Immerhin ist aber festzuhalten, dass d
as Ausgeben von Esse
n über Mittag in einer Mensa zwar
mit einer gewissen Hektik verbunden
ist
,
es sich aber doch um eine sehr einfache Tätigkeit
mit äusserst repetitiven Abläufen
handelt, welche keine grosse Flexibilität erfordert
.
Ein Widerspruch ist deswe
gen in der Beurteilung von
Q.___
nicht zu
erkennen
.
4.5
Die
Beschwerdegegnerin
ist
- unter anderem auch gestützt auf die überzeugende fachärztliche Stellungnahme von
K.___
-Arzt
O.___
vom 5.
Januar 2012 (
Urk.
7/166/5-6
, E. 3.8
) -
demnach zu Recht zum Ergebnis gelangt, dass das psychiatrische Gutachten von
Q.___
die Anforderungen vollum
fänglich erfüllt und darauf abgestellt werden kann.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers und die damit verbundene Arbeitsfähigkeit seit dem 1. November 2004 nicht wesentlich verschlechtert hat. Auch in den erwerb
li
chen Verhältnissen ist keine Änderung eingetreten
. I
nsbesondere rechtfertigt sich beim Invalideneinkommen kein höherer Abzug als 10
%
, da den Ein
schränkungen des Beschwerdeführer
s
mit der Festsetzung einer reduzierten
Arb
eitsfähigkeit bereits
Rechnung getragen wird. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
6
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61 lit. a ATSG das Be
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht kostenpflich
tig. Die Kosten werden nach dem Ver
fah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Fran
ken
festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Ausgangsgemäss ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin
des
Beschwerde
führers, Rechtsanwältin Ursula Sintzel, aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Mit Hono
rarnote vom
2
6.
August 2013
hat Rechtsanwältin Sintzel einen Auf
wand von
9,08
Stunden und Barauslagen von Fr.
40.90
geltend gemacht (Urk.
17
). Dies er
scheint
als den Umständen des Falles ange
messen. Die Ent
schädigung ist damit auf Fr.
2‘005.45
(inkl. Bar
auslagen und MWSt) festzu
le
gen.
6
.3
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche
Rechtspflege ver
pflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versiche
rungs
gericht [GSVGer]).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Ursula Sintzel, Zürich,
wird mit
Fr.
2‘005.45
(inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Ursula Sintzel
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstBrügger
RP/FB/MTversandt