# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b238b1a4-f8bd-5cb1-8688-fc870bd507be
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.05.2017 200 2017 219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-219_2017-05-16.pdf

## Full Text

200 17 219 IV
ACT/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 16. Mai 2017

Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
absolvierte die ... (Abschluss mit ... Berufsmaturität) und arbeitete danach 
im ... Bereich (Dossier der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 2, 
25). Sie meldete sich im März 2013 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen an wegen eines Magenkar-
zinoms (AB 2). Die IVB holte medizinische sowie erwerbliche Unterlagen 
ein und veranlasste berufliche Massnahmen (Schlussbericht vom 12. De-
zember 2014 [AB 51]). Seit dem 1. Januar 2015 ist die Versicherte für das 
C.________ AG tätig (AB 53). Mit Verfügung vom 18. September 2015 
sprach die IVB – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 60) – 
eine befristete ganze Rente vom 1. November 2013 bis 28. Februar 2014 
zu (AB 62). Gleichentags erfolgten eine Verfügung, mit welcher das IV-
Taggeld neu berechnet wurde (AB 63), und eine Rückerstattungsverfügung 
(AB 64). Diese Verfügungen blieben unangefochten.

B.

Die Versicherte meldete sich im September 2016 bei der IVB neu an (AB 
67) und reichte medizinische Berichte ein (AB 72, 73). Mit Vorbescheid 
vom 14. November 2016 stellte die IVB in Aussicht, dass auf das Neuan-
meldungsgesuch nicht eingetreten werde (AB 74). Hiergegen erhob die 
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Einwand und reich-
te dazu medizinische Berichte und eine Stellungnahme des Arbeitgebers 
ein (AB 78). Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD vom 24. Janu-
ar 2017 (AB 80) trat die IVB mit Verfügung vom 26. Januar 2017 auf das 
Neuanmeldungsgesuch nicht ein (AB 81).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 3

C.

Am 27. Februar 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 26. Januar 2017 sei aufzuheben und auf das Leistungsbegehren der 
Beschwerdeführerin sei einzutreten. Die Sache sei zur Vornahme der not-
wendigen Abklärungen und zum anschliessenden materiellen Entscheid an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei die Angelegen-
heit ohne materielle Prüfung zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. März 2017 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 4

tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. Januar 2017 
(AB 81). Streitig ist, ob die Verwaltung auf die Neuanmeldung vom 28. Sep-
tember 2016 (AB 67) zu Recht nicht eingetreten ist.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Nichteintretensverfügungen oder 
-entscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Be-
troffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch 
die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-
chen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181).

2.2 Der Rüge der Beschwerdeführerin, es liege eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs vor (Beschwerde S. 5 und 8 ff.), kann nicht gefolgt wer-
den: Die Verwaltung hat sich genügend mit den Vorbringen der Beschwer-
deführerin (AB 75 und 78) auseinandergesetzt; es ist klar ersichtlich, dass 
die Beschwerdegegnerin mit den eingereichten medizinischen Berichten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 5

eine Veränderung als nicht glaubhaft gemacht erachtet hat. Sie hat sich 
denn auch nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und 
jedem rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen, sondern sie kann sich 
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 
(E. 2.1 hiervor).

3.

3.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenom-
men werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Er-
höhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als rich-
tig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretens-
voraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit 
gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des 
Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 
108 E. 5.3.1 S. 112).

Die glaubhaft zu machende Änderung muss nicht gerade jenes Anspruchs-
element betreffen, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen 
Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr hat es zu genügen, wenn 
die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus 
dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum 
glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das 
neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher 
Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200).

3.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur 
Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt 
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere 
Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu 
berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 6

längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung 
höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein 
gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu re-
spektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung 
ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung die massgebliche Tat-
sachenänderung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach 
das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, spielt insoweit nicht. 
Wird in der Neuanmeldung kein Eintretenstatbestand geltend gemacht, 
sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, 
hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizu-
ziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Ein-
reichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, 
dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechen-
den Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass 
ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht eine 
Nichteintretensverfügung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das 
diesen Erfordernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der 
Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Über-
prüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot 
(BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 69).

3.3 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte 
Anforderungen an den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht 
nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend 
gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhalts-
punkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen 
ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdar-
stellung nicht erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftma-
chen weniger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss 
– im Gegensatz zum vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der 
behaupteten Sachdarstellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 7

vollständig und unter Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2014 IV Nr. 33 
S. 121 E. 2).

4.

4.1 Zu prüfen ist, ob eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
glaubhaft gemacht ist. Dabei ist der Sachverhalt zur Zeit der Verfügung 
vom 18. September 2015 (AB 62), mit welcher eine befristete Rente zuge-
sprochen worden war, zu vergleichen mit demjenigen, der sich bis zum 
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. Januar 2017 (AB 81) entwi-
ckelt hat (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112).

4.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor (Beschwerde S. 12 unten), sie 
leide in letzter Zeit immer wieder an zum Teil akuten Verdauungsproble-
men, Durchfällen und schweren Bauchkrämpfen sowie Kreislaufproblemen. 
Sie sei von Oktober 2015 bis Oktober 2016 insgesamt 35 Tage krankheits-
bedingt an der Arbeitsleistung verhindert gewesen. Der Arbeitgeber führte 
in der Stellungnahme vom 6. Januar 2017 u.a. aus, es sei der Beschwerde-
führerin aus gesundheitlichen Gründen vermehrt nicht möglich gewesen, 
ihrer Arbeitsverpflichtung nachzukommen. Es sei ihr zumindest eine Teil-
rente zuzusprechen, welches ihr ein reduziertes Pensum von 50 bis 60 % 
erlaube. Ohne Unterstützung durch die Invalidenversicherung sehe der 
Arbeitgeber keine Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis in der bestehenden 
Form weiterzuführen (AB 78 S. 10 f.).

Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin stellen Arbeitsausfälle für 
sich allein keinen Neuanmeldungsgrund dar, sondern diesen muss ein me-
dizinisches Leiden zu Grunde liegen, damit eine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes vorliegt respektive im aktuellen Verfahrensstadium 
glaubhaft gemacht ist. Aus diesem Grund kann allein mit dem Bericht des 
Arbeitgebers vom 6. Januar 2017 (AB 78 S. 10) von vornherein keine Ver-
änderung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 8

4.3 Die Verfügung vom 18. September 2016 (AB 62) stützte sich auf die 
Beurteilung des RAD vom 31. März 2014. Darin diagnostizierte Dr. med. 
D.________, Fachärztin für Allgemeine Medizin, ein Adenokarzinom des 
Magens, wenig differenziert, diffuser Typ nach Laurén, cT4, N0 M0, einen 
Status nach adjuvanter Chemotherapie, totaler Gastrektomie und Omen-
tektomie sowie einen Status nach psychiatrischen Diagnosen in der Ado-
leszenz und bis 2004 (AB 41 S. 3). Sie hielt fest, es sei eine volle Arbeits-
unfähigkeit für die Zeit der Krebstherapie und eine hohe Arbeitsunfähigkeit 
(60 bis 70 %) bis September 2013 nachvollziehbar, danach sei von einer 
allmählich steigenden Arbeitsfähigkeit auszugehen. Ende April 2014 sei 
eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100 % für eine leichte körperliche Tätigkeit 
und für eine administrative Tätigkeit zu erwarten (AB 41 S. 4). Im Arztzeug-
nis vom 15. Januar 2015 attestierte der Hausarzt Dr. med. E.________, 
Allgemeine Innere Medizin, denn auch ab dem 1. Januar 2015 eine Arbeits-
fähigkeit von 100 % (AB 56 S. 2).

4.4 Im Rahmen der Neuanmeldung vom 28. September 2016 (AB 67) 
liegen die folgenden Berichte vor:

4.4.1 Im Bericht des Spitals F.________ vom 6. Juli 2016 wurde ausge-
führt, das Befinden der Patientin sei gut. Sie berichte einzig über ein leich-
tes Druckgefühl thorakal/paravertebral, von wechselndem Charakter. Sie 
habe deswegen bisher keine analgetische Therapie durchgeführt. Es 
bestünden keine Passagestörungen und die Patientin sei bei gutem Appetit 
und gut leistungsfähig (AB 72 S. 4).

4.4.2 Im Bericht vom 19. Oktober 2016 führte der Hausarzt prakt. med. 
G.________, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, aus, es sei bei der Pati-
entin aufgrund einer Krebserkrankung eine Magenresektion vorgenommen 
worden. Dies habe zur Folge, dass sie an diversen Mangelzuständen mit 
entsprechenden Symptomen (Müdigkeit, Konzentrationseinschränkung) 
leide. Zusätzlich leide sie wiederholt an Kreislaufproblemen. Aufgrund der 
genannten Gründe sei die Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt (AB 72 S. 
3).

4.4.3 Am 3. November 2016 hielt die behandelnde Psychiaterin Dr. med. 
H.________ fest, beim letzten Antrag habe für sie – und wohl für alle Betei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 9

ligten – die Krebserkrankung im Vordergrund gestanden. Nun zeige sich, 
dass die Kumulation der vorbestehenden psychischen Probleme sowie die 
schwere somatische Erkrankung bzw. deren Folgen (insbesondere häufige 
Übelkeit, Erbrechen und Durchfall) den Alltag der Patientin so stark beein-
trächtigen, dass sie nur mehr eine Arbeitsleistung von ca. 60 % erbringen 
könne (AB 73 S. 1).

4.4.4 Im Bericht des Spitals F.________ vom 24. Mai 2016 wurde ausge-
führt, es bestehe in der Familie eine Änderung der Erbsubstanz, welche 
das Krebsrisiko deutlich erhöhe. Bei Trägern seien entsprechende Vorsor-
geuntersuchungen dringend empfohlen. Dies umso mehr, da es sich so-
wohl beim Magen-, als auch beim Brustkrebs um spezielle Formen handle, 
welche oft erst in einem späteren Stadium Symptome verursachen bzw. 
diagnostiziert würden (AB 78 S. 9).

4.4.5 Im Bericht des Spitals F.________ vom 3. Januar 2017 wurde fest-
gehalten, anlässlich der letzten Nachkontrolle habe die Patientin über eine 
zunehmende Leistungsverminderung in den letzten Monaten geklagt. Bei 
erschwerter Nahrungsaufnahme nach Gastrektomie mit Oberbauch-
schmerzen und teilweise Passagestörungen sei die Patientin im Alltag zu-
nehmend beeinträchtigt. Die Leistungsverminderung mit Passagestörungen 
und Schmerzexazerbationen führten zu vermehrten Arbeitsausfällen. Die 
Patientin sei seit dem 5. Dezember 2016 zu 40 % arbeitsunfähig. Die Er-
fahrung zeige, dass Patienten nach Gastrektomie mit den geschilderten 
Beschwerden die volle Leistungsfähigkeit kaum wiedererlangen. Der Arzt 
nahm an, dass im Langzeitverlauf von einer mindestens 50 %igen Arbeits-
unfähigkeit auszugehen sei (AB 78 S. 8).

4.5 Gestützt auf die im Verwaltungsverfahren eingereichten medizini-
schen Berichte ist – anders als in der Beschwerde (S. 12 ff.) angenommen 
– eine Veränderung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft gemacht. 
Eine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für sich allein ohne entspre-
chende medizinische Änderung im Gesundheitszustand oder ohne dass 
sich die Arbeitsfähigkeit wegen einer Angewöhnung oder Anpassung an die 
Behinderung verändert (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10), stellt keinen Neu-
anmeldungsgrund dar.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 10

Der Bericht des Spitals F.________ vom 6. Juli 2016 (AB 72 S. 4) enthält 
keinerlei Angaben über eine Veränderung des Gesundheitszustandes; 
vielmehr wird eine gute Leistungsfähigkeit attestiert. Es ist nicht erstellt, 
dass die im Bericht des Hausarztes prakt. med. G.________ vom 19. Ok-
tober 2016 (AB 72 S. 3) erwähnten Mangelzustände und Kreislaufprobleme 
erst seit der Neuanmeldung bestehen. Es lässt sich aus dem Bericht denn 
auch keine Änderung im Vergleich zu früheren Berichten erkennen. Der 
Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. H.________ vom 3. No-
vember 2016 (AB 73 S. 1) zeigt ebenfalls keine Veränderung, abgesehen 
davon, dass letztlich keine eigene Einschätzung der Ärztin vorliegt, sondern 
allein die Annahmen der Beschwerdeführerin wiedergegeben werden. Der 
Arzt des Spitals F.________ stellt im Bericht vom 3. Januar 2017 (AB 78 S. 
7) allein auf die Angaben der Beschwerdeführerin respektive ihre Leistung 
am Arbeitsplatz ab (AB 78 S. 8), ohne selber eine medizinische Verände-
rung zu nennen. Die angegebene Leistungsminderung mit Passagestörun-
gen steht zudem in Widerspruch zur Beurteilung vom 6. Juli 2016 (AB 72 S. 
4 unten), ohne dass dies medizinisch begründet wird. Allein mit der Fest-
stellung, dass in der Familie der Beschwerdeführerin ein erhöhtes Tumorri-
siko vorliege (Bericht des Spitals F.________ vom 24. Mai 2016; AB 78 S. 
9), ist keine Veränderung glaubhaft gemacht, welche sich auf den Invali-
ditätsgrad auswirken könnte. Dies abgesehen davon, dass das entspre-
chende Risiko bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom 18. September 2015 
(AB 62) vorlag, ist es doch genetisch bedingt.

Auf den Bericht des RAD vom 24. Januar 2017 (AB 80 S. 2) braucht des-
halb nicht weiter eingegangen zu werden; immerhin kann der Beschwerde 
(S. 9 f.) insoweit zugestimmt werden, als in den Akten keine Anhaltspunkte 
dafür zu finden sind, die Beschwerdeführerin würde sich nicht an Diätan-
weisungen halten.

4.6 Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte des Spitals 
F.________ vom 10. Februar 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 2) und der 
behandelnden Psychiaterin Dr. med. H.________ vom 22. Februar 2017 
(BB 3) sind für die Frage der Glaubhaftmachung einer Veränderung unbe-
achtlich, denn der Richter legt seiner beschwerdeweisen Überprüfung den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 11

Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot, da die entspre-
chenden Voraussetzungen hier erfüllt sind (vgl. E. 3.2 hiervor).

4.7 Auch in erwerblicher Hinsicht ist kein Neuanmeldungsgrund glaub-
haft gemacht. Da in der Verfügung vom 18. September 2015 ein Invaliden-
einkommen aufgrund von Tabellenlöhnen verwendet worden ist (AB 62 in 
Verbindung mit AB 60 S. 3), wäre im Übrigen auch der Verlust der Arbeits-
stelle kein Neuanmeldungsgrund.

4.8 Damit erweist sich die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 26. Januar 2017 (AB 81) als korrekt und die Beschwerde ist abzuwei-
sen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Mai 2017, IV/17/219, Seite 12

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.