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**Case Identifier:** 93ce1f69-243b-5a5f-b029-b436b85e4556
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.03.2024 100 2022 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-51_2024-03-08.pdf

## Full Text

100.2022.51U
DAM/GRS/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. März 2024

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Herzog
Gerichtsschreiber Grossrieder

1. A.________
handelnd durch den Gemeinderat

2. B.________
3. C.________
4. D.________

handelnd durch die statutarischen Organe
5. E.________

handelnd durch die statutarischen Organe
6. F.________

handelnd durch die statutarischen Organe
7. G.________

handelnd durch die statutarischen Organe
8. H.________

handelnd durch die statutarischen Organe
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion, 
Münsterplatz 3a, Postfach, 3000 Bern 8
Beschwerdegegner

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 2

betreffend Naturschutzgebiet «Fraubrunnenmoos»; kantonaler Schutzbe-
schluss (Verfügung der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des 
Kantons Bern vom 13. Januar 2022)

Prozessgeschichte:

A.

Die I.________ (Verein I.________, nachfolgend: I.________) ist 
Eigentümerin der Parzelle Fraubrunnen 1 Gbbl. Nr. 1________. Die Parzelle 
liegt in der Landwirtschaftszone und ist Teil des Fraubrunnenmoos, das sich 
zwischen Fraubrunnen und Schalunen befindet. Die Fläche zeichnet sich 
durch eine hohe Biodiversität aus und bietet Lebensraum für verschiedene 
Pflanzen- und Tierarten, insbesondere für den gefährdeten Kiebitz. Die 
I.________ hat das Grundstück im Jahr 2013 erworben und 2015 die 
Baubewilligung für verschiedene ökologische Aufwertungsmassnahmen auf 
der Parzelle erhalten. Im Rahmen des Grundstückerwerbs hat die Abteilung 
Naturförderung (ANF) des Amts für Landwirtschaft und Natur des Kantons 
Bern (LANAT) eine Absichtserklärung abgegeben, wonach die Fläche als 
kantonales Naturschutzgebiet ausgeschieden werden soll. Im Jahr 2017 
führte das LANAT das Mitwirkungsverfahren betreffend die vorgesehene 
Unterschutzstellung durch. Die Unterlagen zur Unterschutzstellung lagen 
vom 19. Oktober bis 23. November 2020 öffentlich auf. Es gingen mehrere 
Einsprachen ein, darunter jene der A.________, der E.________, 
F.________ und D.________, des G.________, des H.________ sowie von 
B.________ und C.________. Mit Beschluss vom 13. Januar 2022 stellte die 
Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern (WEU) das 
Fraubrunnenmoos mit einem Teil des benachbarten Waldgebiets «Erlen-
Ischlag» (Parzelle Fraubrunnen 1 Gbbl. Nr. 2________) unter den Schutz 
des Kantons. Gleichzeitig wies sie die Einsprachen ab, soweit sie darauf 
eintrat und diese nicht gegenstandslos geworden waren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 3

B.

Gegen den Schutzbeschluss haben die genannten Einsprecherinnen und 
Einsprecher (Bst. A hiervor) am 16. Februar 2022 gemeinsam Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, der Beschluss vom 13. Ja-
nuar 2022 sei aufzuheben und die Unterschutzstellung des Fraubrunnen-
moos mit dem benachbarten «Erlen-Ischlag» sei zu verweigern. Eventuell 
sei die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an die WEU zurückzuweisen. 
Mit Eingabe vom 1. März 2022 haben sie ihre Beilagen zur Beschwerde er-
gänzt.

Die WEU beantragt mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2022 namens des 
Kantons Bern die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten 
werden könne. Die Parteien haben sich in der Folge nochmals zur Sache 
geäussert und weitere Unterlagen eingereicht (Beschwerdeführende: 28.7. 
und 10.11.2022; WEU: 26.8.2022).

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig.

1.2 Zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist befugt, wer am vorinstanzli-
chen Verfahren teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung oder 
den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges 
Interesse an deren bzw. dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Alle Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Ver-
fahren teilgenommen. Die Beschwerdeführerin 6 ist Eigentümerin von meh-
reren Parzellen innerhalb des geplanten Schutzgebiets und damit vom 
Schutzbeschluss besonders berührt. Es handelt sich um eine privatrechtlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 4

verfasste Flurgenossenschaft, deren Statuten staatlich genehmigt sind (Bei-
lage 5 zur Beschwerde, act. 1C; vgl. Art. 20 Abs. 1 des Gesetzes vom 
28. Mai 1911 betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches [EG ZGB; BSG 211.1] und dazu Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 2 N. 17; BVR 2016 
S. 507 E. 1.2). Sie ist somit von der angefochtenen Verfügung besonders 
berührt und verfolgt schutzwürdige Interessen. Der Beschwerdeführer 2 ist 
Eigentümer der Parzelle Fraubrunnen 1 Gbbl. Nr. 3________, die 
unmittelbar an das Schutzgebiet angrenzt und die er als 
Landwirtschaftsfläche nutzt. Durch die Unterschutzstellung befürchtet er 
negative Auswirkungen auf seine landwirtschaftliche Tätigkeit, womit auch 
er vom Schutzbeschluss besonders berührt und in schutzwürdigen 
Interessen betroffen ist (Beschwerde S. 4; angefochtene Verfügung 
E. II/1b/ff).

1.3 Die Beschwerdeführerin 1 (A.________) ist von Bundesrechts wegen 
zur Beschwerde befugt, da das beschlossene Naturschutzgebiet auf ihrem 
Hoheitsgebiet liegt und es sich beim Biotopschutz um eine den Kantonen 
übertragene Bundesaufgabe handelt (Art. 79 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 12 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und 
Heimatschutz [NHG; SR 451]; BGE 139 II 499 E. 2.3, 138 II 281 E. 4.4; Peter 
M. Keller, in Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, 
2. Aufl. 2019, Art. 12 N. 9, je mit Hinweisen). Das gilt jedenfalls, soweit sich 
die Gemeinde für ihre Zuständigkeiten bei der Umsetzung des Biotopschut-
zes wehrt (insb. Koordination mit eigenen Planungen; vgl. Peter M. Keller, 
a.a.O., Art. 12 N. 18; BVR 2016 S. 507 E. 1.2 und 3; ferner Michael Pflüger, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 65 N. 56).

1.4 Da die Beschwerdeführenden 1, 2 und 6 beschwerdeberechtigt sind 
und die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemeinsam eingereicht wurde (ein-
fache Streitgenossenschaft; Art. 13 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 71 der Schwei-
zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessord-
nung, ZPO; SR 272]), braucht auf die Legitimation der übrigen Beschwerde-
führenden nicht näher eingegangen zu werden (vgl. zu diesem Vorgehen 
Michel Daum bzw. Michael Pflüger, a.a.O., Art. 20a N. 40 bzw. Art. 79 N. 2 

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i.V.m. Art. 65 N. 3). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich 
einzutreten. Der Kanton Bern nimmt im verwaltungsgerichtlichen Verfahren 
als planendes Gemeinwesen die Stellung der Gegenpartei ein (Beschwer-
degegner; vgl. dazu ausführlich BVR 2016 S. 507 E. 1.3).

1.5 Das Verwaltungsgericht hat die angefochtene Verfügung als einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz auf Rechtsverletzungen und Unangemessen-
heit hin zu überprüfen (Art. 80 Bst. a-c VRPG i.V.m. Art. 33 Abs. 3 Ziff. 3 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung 
[Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]). Dabei hat es allerdings zu berück-
sichtigen, dass dem Kanton als Planungsträger ein erhebliches Planungser-
messen zusteht und er selber darüber zu befinden hat, welche von mehreren 
gesetzmässigen und zweckmässigen Lösungen er wählen will. Es kann auch 
im Rahmen der vollen Überprüfungsbefugnis (Kognition) nicht Aufgabe des 
Verwaltungsgerichts als Rechtsmittelbehörde sein, sein eigenes Ermessen 
an die Stelle des rechtmässig ausgeübten Planungsermessens der Pla-
nungsbehörde zu setzen (BVR 2014 S. 327 E. 1.3, 2003 S. 114 E. 1c; 
BGE 135 II 286 E. 5.2, 127 II 238 E. 3b/aa). Zudem auferlegt sich das Ver-
waltungsgericht eine gewisse Zurückhaltung, soweit für die Beurteilung be-
sondere Sach- oder Fachkenntnisse erforderlich sind, über die es nicht 
gleichermassen verfügt wie die Verwaltungsbehörden mit ihren Fachleuten 
und -stellen (BVR 2014 S. 451 E. 1.3; zum Ganzen BVR 2016 S. 507 E. 1.4; 
Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 80 N. 20 und 53, Art. 66 N. 18, 65 und 68).

2.

2.1 Das knapp 5 ha grosse Gebiet Fraubrunnenmoos liegt in der land-
wirtschaftlich intensiv genutzten Ebene zwischen Fraubrunnen und Schalu-
nen. Es beherbergt die zweitgrösste Kiebitzkolonie der Schweiz. Der Kiebitz 
ist als gefährdete Art in der Roten Liste für Brutvögel verzeichnet (starke Ge-
fährdung [EN], Stand 2021; Liste einsehbar unter: <www.bafu.admin.ch>, 
Rubriken «Themen/Biodiversität/Publikationen und Studien/Rote Liste der 
Brutvögel»). Als Lebensraum für die Kiebitze besonders geeignet ist die 

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47'446 m2 grosse Parzelle Nr. 1________. Südöstlich davon befindet sich 
das Waldgebiet «Erlen-Ischlag» (Parzelle Nr. 11________). Die 
Waldparzelle ist insgesamt 246'082 m2 gross und befindet sich im Eigentum 
des Kantons Bern (vgl. Geoportal des Kantons Bern, Basiskarte, einsehbar 
unter: <www.map.apps.be.ch/pub>). Rund ein Drittel der Parzelle ist als 
Totalwaldreservat ausgeschieden. Das Waldgebiet ist zudem im 
Waldnaturinventar (WNI) verzeichnet, wo die aus Sicht der Waldbiodiversität 
bedeutenden, naturnahen Waldbiotope und Waldbestände erfasst und 
beschrieben sind. Östlich des Grundstücks Nr. 1________ und beidseits des 
Waldgebiets befindet sich die Bachparzelle Fraubrunnen 1 
Gbbl. Nr. 4________ (kleiner Wiesengraben). Der Bach bietet weiteren 
Lebensraum. Im Fraubrunnenmoos sind demnach Offenland, Wald und 
Gewässer eng miteinander vernetzt, was zu einer Vielfalt an wertvollen 
Lebensräumen für zahlreiche und teilweise prioritäre Tierarten führt. 
Entsprechend zeichnet sich das Gebiet durch eine hohe Biodiversität aus. 
So bietet die Parzelle Nr. 1________ nicht nur Lebensraum für den Kiebitz, 
sondern etwa auch für den gefährdeten Flussregenpfeifer. Der «Erlen-
Ischlag» weist sodann unter anderem ein Vorkommen seltener national pri-
oritärer Fledermausarten auf. Der Bach beherbergt beispielsweise Libellen, 
die ausschliesslich in kleinen Fliessgewässern vorkommen (geschützte Ar-
ten). Neben zahlreichen Tierarten befinden sich im Gebiet auch verschie-
dene und teilweise geschützte Pflanzenarten (zum Ganzen angefochtene 
Verfügung Sachverhalt I/1 und E. II/3b; Erläuterungsbericht zum Unter-
schutzstellungsverfahren Fraubrunnenmoos vom 28.7.2020 S. 4 ff., 
act. 7C3/3.2.4; Amtsberichte Naturschutz der ANF vom 6.12.2018, 
13.5.2019 und 29.4.2021, act. 7C4/4.3 ff.; Bewilligung zum Landerwerb vom 
9.12.2013, vgl. hinten E. 3.10.1; Beschwerdeantwort S. 1 f., 5 f.; zur Bedeu-
tung des WNI vgl. ANF und Amt für Wald [KAWA], Waldnaturinventar des 
Kantons Bern, Ergebnisbericht 1994 bis 2012, 2015, S. 2 [einsehbar unter: 
<www.weu.be.ch>, Rubriken «Themen/Umwelt/Wald/Informationen für 
Waldbesitzer/innen/Beratung»).

2.2 Der Perimeter des umstrittenen Naturschutzgebiets Fraubrunnen-
moos umfasst hauptsächlich die Parzelle Nr. 1________ («Kiebitzfläche») 
sowie einen Teil der Waldparzelle Nr. 11________ («Erlen-Ischlag»). 
Ebenfalls erfasst sind angrenzende Flurwege (Parzellen Fraubrunnen 1 

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Gbbl. Nrn. 5________, 6________ und teilweise 7________) sowie Teile 
der Bachparzelle Nr. 4________. Zwischen den Grundstücken 
Nrn. 1________ und 5 befindet sich weiter eine kleine Landwirtschaftsflä-
che, die ebenfalls Bestandteil des Schutzperimeters ist (Parzelle Fraubrun-
nen 1 Gbbl. Nr. 8________; vgl. gepunktete Linie im Schutzplan vom 
13.1.2021, act. 7C3/3.5.3, auch im Urteil wiedergegeben [Anhang]).

3.

Die Beschwerdeführenden machen zunächst geltend, der Schutzbeschluss 
sei unter Verletzung der Ausstandsregeln zustandegekommen.

3.1 Das LANAT ist die zuständige Stelle der WEU, die als kantonale 
Fachstelle für Naturschutz die Unterschutzstellungen des Kantons vorberei-
tet (Art. 15 Abs. 3 Bst. a des Naturschutzgesetzes vom 15. September 1992 
[NSchG; BSG 426.11] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 Bst. l der Verordnung vom 18. Ok-
tober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Wirtschafts-, 
Energie- und Umweltdirektion [Organisationsverordnung WEU, OrV WEU; 
BSG 152.221.111]). Es kann Einspracheverhandlungen durchführen und lei-
tet die Unterlagen für den Schutzbeschluss zusammen mit seiner Stellung-
nahme an die WEU weiter (Art. 39 Abs. 1 und 2 NSchG). Die Direktion ent-
scheidet über die unerledigten Einsprachen und beschliesst über die Unter-
schutzstellung (Art. 40 NSchG). Das LANAT (Amt) wird bei der Erfüllung 
seiner Aufgabe nach Art. 8 Abs. 1 Bst. l OrV WEU durch die ANF (Abteilung) 
unterstützt.

3.2 Es ist unbestritten, dass J.________ als Sachbearbeiterin der ANF 
bei den in die Zuständigkeit des LANAT fallenden Instruktionshandlungen für 
den Unterschutzstellungsbeschluss massgebend mitgewirkt hat. Ebenfalls 
nicht bestritten ist, dass sie zugleich Mitglied des Vorstands des Vereins 
I.________ ist. J.________ hat im Schreiben vom 17. Februar 2021 an die 
Gemeinde namens der ANF selber erläutert, dass die ANF seit langer Zeit 
«von Amtes wegen» im Vorstand dieses Vereins vertreten sei (Beisitz). Sie, 
J.________, sei als ANF-Vertreterin in den Vorstand gewählt worden; in 
dieser Funktion unterstütze und berate sie die I.________ (Schreiben vom 

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17.2.2021 S. 2, act. 7C3/3.4.5). Im Rahmen eines aufsichtsrechtlichen Ver-
fahrens ist das LANAT zum Schluss gekommen, J.________ könne kein 
Fehlverhalten vorgeworfen werden (Schreiben vom 29.6.2021, Beilage 14 
zur Beschwerde, act. 1C).

3.3 Nach Auffassung der Beschwerdeführenden hat J.________ eine un-
zulässige Mehrfachrolle ausgeübt, indem sie als Mitarbeiterin der ANF am 
Unterschutzstellungsverfahren mitgewirkt hat und zugleich Vorstandsmit-
glied der I.________ ist. Aus dieser Doppelrolle ergebe sich eine besondere 
Beziehungsnähe und zumindest ein objektivierter Anschein einer Vorbefas-
sung. Die Organfunktion in einer Interessengruppe sei problematisch, wenn 
es im Verfahren um zentrale Anliegen dieser Gruppe gehe oder diese selbst 
Parteistellung habe. Zumindest Ersteres sei hier der Fall. Eine Befangenheit 
ergebe sich sodann aufgrund von Ausführungen der ANF im Einsprachever-
fahren, die J.________ mitverantwortet habe. Es sei unerheblich, dass nicht 
die ANF, sondern die WEU über die Unterschutzstellung beschliesse; die 
Ausstandspflicht gelte auch für Personen, die an der Vorbereitung des frag-
lichen Verwaltungsakts beteiligt seien. Schliesslich hätten sie – die Be-
schwerdeführenden – diese Interessenkollision bereits mit ihren Schreiben 
vom 8. bis 11. Februar 2021 und damit rechtzeitig aufgezeigt. Erst Anfang 
Februar 2021 hätten sie zufällig von der Vorstandstätigkeit von J.________ 
in der I.________ erfahren. Der Vorsteher des LANAT habe im 
aufsichtsrechtlichen Verfahren zwar eine Befangenheit von J.________ 
verneint. Dabei habe es sich aber um keine anfechtbare Verfügung 
gehandelt. Das Ablehnungsbegehren sei somit erstmals in der hier 
angefochtenen Verfügung (implizit) beurteilt worden (Beschwerde S. 11 ff.; 
Replik vom 28.7.2022 S. 3 ff., act. 9).

3.4 Die Vorinstanz hat sich in der angefochtenen Verfügung nicht zur 
Frage der Befangenheit von J.________ geäussert. In seiner 
Beschwerdeantwort hat der Kanton indes ausgeführt, die 
Beschwerdeführenden hätten kein förmliches Ausstandsgesuch gestellt. 
Nachdem die angebliche Befangenheit in den Einspracheverhandlungen 
kein Thema mehr gewesen sei, habe nicht mit Einwänden der 
Beschwerdeführenden in diesem Zusammenhang gerechnet werden 
müssen. Ohnehin liege aber kein Ausstandsgrund vor. Die Unabhängigkeit 

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verwaltungsinterner Behörden bemesse sich nicht am gleich strengen 
Massstab wie jene von richterlichen Behörden. Der Einsitz von 
Kantonsangestellten in Gremien, Verbänden und Stiftungen sei nicht unüb-
lich. Es sei Aufgabe der ANF, die Natur zu schützen. Die ANF und Natur-
schutzorganisationen wie die I.________ würden somit gleichgerichtete Inte-
ressen verfolgen. J.________ sei daher als offizielle ANF-Vertreterin in den 
Vorstand der I.________ gewählt worden. Dieses Engagement sei rein funk-
tionsbezogen und bezwecke, dass die ANF ihren gesetzlichen Auftrag bes-
ser erfüllen könne. Gleich wie bereits ihr Vorgänger vertrete J.________ im 
Vereinsvorstand der I.________ ausschliesslich die Interessen des Kantons 
und verfolge keine persönlichen Interessen. Die Unterschutzstellung sei so-
dann nicht auf Gesuch der I.________ hin erfolgt und J.________ sei im Ver-
fahren stets als zuständige Mitarbeiterin der ANF tätig gewesen. Die Ein-
spracheverhandlungen habe grösstenteils der Leiter der ANF geführt, nicht 
J.________. Schliesslich wäre das Verfahren nicht anders ausgegangen, 
wenn jemand anderes aus der ANF an der Unterschutzstellung mitgewirkt 
hätte (Beschwerdeantwort S. 2 ff., act. 7).

3.5 Allfällige Ausstands- und Ablehnungsgründe müssen nach dem 
Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]) sofort nach Entdecken gerügt werden (vgl. auch Art. 9 Abs. 5 
VRPG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 ZPO). Ein Zuwarten während zwei oder drei Wo-
chen ist nicht zulässig (BVR 2005 S. 561 E. 4.1; VGE 2021/257 vom 
24.8.2021, 2020/28 vom 11.9.2020 E. 2.2 [bestätigt durch 
BGer 8C_659/2020 vom 20.4.2021]; Lucie von Büren, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 9 N. 55).

3.5.1 Die Angaben der Beschwerdeführenden, wonach sie bei Vorbespre-
chungen zu den Einspracheverhandlungen anfangs Februar 2021 von der 
Vorstandstätigkeit von J.________ erfahren haben, werden vom Kanton 
nicht bestritten. Auf die Ausführungen kann abgestellt werden, ohne dass 
eine Parteibefragung durchzuführen wäre (vgl. Replik vom 28.7.2022 S. 6 f., 
act. 9). Der Beweisantrag wird abgewiesen (antizipierte Beweiswürdigung; 
vgl. dazu statt vieler BGE 144 II 427 E. 3.1.3; BVR 2023 S. 407 E. 6.1; Michel 
Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27 f.). Die Beschwerdeführenden haben ihre Einga-
ben, in welchen sie die Doppelrolle von J.________ kritisieren, daraufhin zwi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 10

schen dem 8. und 11. Februar 2021 eingereicht. Sie haben die Bedenken 
damit rechtzeitig geäussert, was der Kanton denn auch nicht in Frage stellt.

3.5.2 Der Kanton stellt sich allerdings auf den Standpunkt, es seien gar 
keine formgerechten Ablehnungsbegehren gestellt worden. Die Beschwer-
deführenden 2-8 haben in ihren weitgehend gleichlautenden Eingaben vom 
Februar 2021 festgehalten, es sei nicht klar ersichtlich, welche Interessen 
J.________ im Unterschutzstellungsverfahren vertrete. Die «doppelte Funk-
tion» stelle eine Interessenkollision dar, die nach der «Rechtsordnung» un-
zulässig sei. J.________ sei befangen und sie, die Beschwerdeführenden, 
erwarteten, dass diese Interessenkollision bereinigt werde (act. 7C3/3.4.10, 
in separatem Unterordner; zudem Beilage 13 zur Beschwerde, act. 1C). Die 
Beschwerdeführenden 2-8 haben J.________ also ausdrücklich als 
befangen bezeichnet und angezweifelt, dass ihre Mitwirkung im 
Unterschutzstellungsverfahren rechtmässig sei. Auch haben sie die 
Erwartung geäussert, dass die Interessenkollision bereinigt werde. Obgleich 
die Beschwerdeführenden keinen förmlichen Antrag gestellt haben, geht aus 
ihren Ausführungen eindeutig hervor, dass sie J.________ als befangen 
ablehnen. Es ist daher überspitzt formalistisch (Art. 29 Abs. 1 BV; vgl. auch 
Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]), wenn die 
Vorinstanz festhält, die Schreiben seien nicht als Ausstandsgesuche zu 
verstehen (vgl. zum Verbot des überspitzten Formalismus BVR 2015 S. 301 
E. 3; Markus Müller, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 94; Michel Daum, a.a.O., Art. 32 N. 10). Die 
vorgesetzte Stelle von J.________ hätte somit mittels anfechtbarer 
Verfügung über die Ablehnungsbegehren befinden müssen (Art. 9 Abs. 2 
und Art. 49 Abs. 1 VRPG). Das wurde hier unterlassen. Die ANF hat sich 
lediglich in ihrem Schreiben vom 17. Februar 2021 und das LANAT am 
29. Juni 2021 auf eine aufsichtsrechtliche Anzeige des Beschwerdeführers 8 
hin zur Rolle von J.________ geäussert (vgl. vorne E. 3.2). Die 
Beschwerdeführenden waren zudem entgegen der Auffassung der 
Vorinstanz nicht gehalten, ihr unbehandeltes Ausstandsbegehren zu 
wiederholen; das behördliche Versäumnis darf nicht ihnen angelastet 
werden. Anzumerken bleibt, dass sich die Beschwerdeführerin 1 in ihrem 
Schreiben vom 11. Februar 2021 weniger eindeutig zur Frage der Vor-
befassung von J.________ geäussert hat als die Beschwerdeführenden 2-8 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 11

(Beilage 13 zur Beschwerde, act. 1C). Ob dieses Schreiben ebenfalls als 
Ausstandsbegehren anzusehen ist, kann mit Blick auf die rechtzeitig und 
formgerecht gestellten Gesuche der übrigen Beschwerdeführenden indes 
dahingestellt bleiben.

3.5.3 Der Grundsatz von Treu und Glauben steht der inhaltlichen Beurtei-
lung der strittigen Ausstandsfrage somit nicht entgegen.

3.6 Gemäss Art. 9 Abs. 1 VRPG tritt eine Person, die eine Verfügung zu 
treffen oder vorzubereiten oder als Mitglied einer Behörde zu amten hat, in 
den Ausstand, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse hat (Bst. a), 
an einem Vorentscheid mitgewirkt hat (Bst. b), mit einer Partei hinreichend 
nahe verwandt, verschwägert oder durch Ehe, Kindesannahme, eingetra-
gene Partnerschaft oder faktische Lebensgemeinschaft verbunden ist 
(Bst. c), eines gesetzlichen Erfordernisses für das Amt verlustig geht (Bst. d), 
eine Partei vertritt oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (Bst. e) 
oder aus andern Gründen in der Sache befangen sein könnte (Bst. f). Letz-
tere Generalklausel erfasst namentlich Eigeninteressen, Vorbefassungen, 
enge Beziehungen und Interessenbindungen, die keinen anderen Aus-
standsgrund erfüllen, aufgrund der konkreten Umstände aber doch auf man-
gelnde Unparteilichkeit schliessen lassen. Solche Umstände können entwe-
der in einem bestimmten persönlichen Verhalten oder in gewissen funktio-
nellen und organisatorischen Gegebenheiten begründet sein, wobei nicht auf 
das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen ist, sondern das Miss-
trauen in objektiver Weise begründet erscheinen muss. Nach der Praxis des 
Verwaltungsgerichts ist bei der Auslegung von Art. 9 Abs. 1 Bst. f VRPG 
auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 29 und 30 BV zu be-
rücksichtigen (BVR 2015 S. 213 E. 3.1, 2014 S. 216 E. 2.1; Lucie von Büren, 
a.a.O., Art. 9 N. 24).

3.7 Der Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung wird für die ver-
waltungsinterne Rechtspflege durch Art. 29 Abs. 1 BV gewährleistet. Im 
Kern geht es darum, dass sich die für einen Entscheid zuständigen Personen 
in Bezug auf die Beurteilung des Sachverhalts nicht bereits festgelegt haben. 
Die strengen für Gerichte geltenden Anforderungen an die Unbefangenheit 
gemäss Art. 30 BV bzw. Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention 
(EMRK; SR 0.101) können allerdings nicht unbesehen auf das Verwaltungs-

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verfahren übertragen werden. Gerade die systembedingten Unzulänglichkei-
ten des verwaltungsinternen Verfahrens haben zur Schaffung unabhängiger 
richterlicher Instanzen geführt (BGE 140 I 326 E. 5.2). Im Interesse einer be-
förderlichen Rechtspflege sind Ablehnungs- und Ausstandsbegehren gegen 
nicht richterliche Justizpersonen bzw. gegen Personen, die an einem Ver-
waltungsentscheid in irgendeiner Form beratend oder instruierend mitwirken, 
nicht leichthin gutzuheissen (BGE 137 II 431 E. 5.2). Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung haben nichtrichterliche Amtspersonen oder An-
gehörige der Verwaltung im Wesentlichen nur dann in den Ausstand zu tre-
ten, wenn sie an der zu behandelnden Sache ein persönliches Interesse 
haben, zu einem früheren Zeitpunkt gegenüber einer Partei ihre persönliche 
Geringschätzung oder Abneigung zum Ausdruck gebracht haben oder wenn 
ihnen Verfahrens- oder Ermessensfehler unterlaufen sind, die nach ihrer Na-
tur oder wegen ihrer aussergewöhnlichen Häufung besonders schwer wie-
gen und auf eine gravierende Verletzung ihrer Amtspflichten gegenüber der 
betroffenen Person hinauslaufen (zum Ganzen BGer 1C_647/2021 vom 
15.9.2022 E. 2.3 f., 1C_657/2017 vom 30.10.2018 E. 3.2; VGE 2021/338 
vom 22.8.2022 E. 4.3, 2021/209 vom 23.12.2021 E. 3.2; Lucie von Büren, 
a.a.O., Art. 9 N. 5).

3.8 Zunächst stellt sich die Frage, ob J.________ als im Unterschutzstel-
lungsverfahren mitwirkende Sachbearbeiterin einerseits und Vorstandsmit-
glied des Vereins I.________ andererseits ein persönliches Interesse in der 
Sache hat und daher nach Art. 9 Abs. 1 Bst. a VRPG ausstandspflichtig ge-
wesen wäre. Die I.________ bezweckt insbesondere den Vogelschutz. Der 
Verein ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 1________, das neben anderen 
unter Schutz gestellt werden soll. Die I.________ hat somit ein eigenes 
Interesse an der Unterschutzstellung der Parzelle. Daraus kann allerdings 
nicht ohne weiteres geschlossen werden, dass J.________ ein persönliches 
Interesse an der Unterschutzstellung hat: Sie ist zwar Beisitzerin im 
Vereinsvorstand. Dieses Amt nimmt sie allerdings in ihrer Funktion als 
Mitarbeiterin der ANF wahr, ist die Unterstützung der Tätigkeit von 
Naturschutzorganisationen doch Teil der öffentlichen Aufgabenerfüllung auf 
dem Gebiet des Naturschutzes (Art. 3 Bst. k NSchG). Vor ihr wirkte bis 2012 
ein anderer Mitarbeiter der ANF als Beisitzer mit. J.________ ist so gesehen 
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden kein «normales […] 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 13

Vorstandsmitglied» (Beschwerde S. 13). Vielmehr nimmt sie in ihrer 
Funktion als Angehörige der Verwaltung öffentliche und nicht private 
Interessen wahr. Sie ist daher gestützt auf Art. 9 Abs. 1 Bst. a VRPG nicht 
ausstandspflichtig, was auch die Beschwerdeführenden anzuerkennen 
scheinen (Replik vom 28.7.2022 S. 4, act. 9; vgl. etwa RR 22.5.1996, in 
BVR 1996 S. 501 E. 4b; BGE 107 Ia 135 E. 2b, 103 Ib 134 E. 2b; 
BGer 1P.316/2003 vom 14.10.2003, in ZBl 2005 S. 634 E. 3.6.1; 
Kiener/Rütsche/Kuhn, Öffentliches Verfahrensrecht, 3. Aufl. 2021, N. 539; 
Lucie von Büren, a.a.O., Art. 9 N. 13).

3.9 Weiter fragt sich, ob J.________ im Verfahren der 
Unterschutzstellung in den Ausstand hätte treten müssen, weil sie bereits an 
einem Vorentscheid mitgewirkt hat (Art. 9 Abs. 1 Bst. b VRPG). 
Ausstandsgrund ist hier die Vorbefassung im eng verstandenen Sinn, d.h. 
die Amtsperson muss am angefochtenen Entscheid bzw. der Verfügung oder 
an den (mitangefochtenen) vorangegangenen Akten mitgewirkt haben (Lucie 
von Büren, a.a.O., Art. 9 N. 18). Dies trifft im vorliegenden Fall nicht zu: Zwar 
hat die ANF bereits früher ihre Absicht betont, das Grundstück 
Nr. 1________ als kantonales Naturschutzgebiet ausscheiden zu wollen 
(vorne Bst. A; Bewilligung zum Landerwerb vom 9.12.2013, act. 7C1/1.1). 
Den Beschluss über die Unterschutzstellung trifft indes nicht die ANF, 
sondern die WEU (vorne E. 3.1). Dabei entscheidet die WEU als 
Verwaltungsbehörde im Verfahren auf Erlass einer Verfügung (Art. 50 ff. 
VRPG; vorne Bst. A). Eine Vorbefassung im engen Sinn fällt daher zum 
vornherein ausser Betracht. Ob sich eine Befangenheit wegen Vorbefassung 
im weiter verstandenen Sinn ergibt, ist nachfolgend zu prüfen.

3.10 Eine Befangenheit nach Bst. c-e von Art. 9 Abs. 1 VRPG wird nicht 
geltend gemacht (vgl. etwa Replik vom 28.7.2022 S. 4, act. 9) und ist auch 
nicht ersichtlich. Somit verbleibt eine Prüfung gestützt auf die Generalklausel 
nach Bst. f. Umstände, die nach dieser Bestimmung auf mangelnde Unpar-
teilichkeit schliessen lassen, können insbesondere bei Vor- oder Mehrfach-
befassung, in einem bestimmten persönlichen Verhalten, in einer besonde-
ren Beziehungsnähe zur Partei oder aufgrund äusserer Umstände begründet 
sein (Lucie von Büren, a.a.O., Art. 9 N. 24). Von vornherein keine Befangen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 14

heit zu begründen vermag das frühere Mitwirken in anderen Angelegenhei-
ten einer Partei.

3.10.1 Am 9. Dezember 2013 bewilligte der damalige stellvertretende Re-
gierungsstatthalter des Verwaltungskreises Bern-Mittelland den Erwerb der 
Parzelle Nr. 1________ nach bäuerlichem Bodenrecht durch die 
I.________. Zugleich erteilte er eine Ausnahmebewilligung vom 
Realteilungsverbot (act. 7C1/1.1). Am 9. November 2015 erteilte die 
damalige stellvertretende Regierungsstatthalterin der I.________ zudem die 
Bewilligung für ökologische Aufwertungsmassnahmen des 
Fraubrunnenmoos und die Erweiterung des Kiebitz-Schutzgebiets sowie für 
die Schaffung offener Wasserflächen (act. 7C2/2.1). Im Zeitpunkt beider 
Verfügungen war J.________ zwar Beisitzerin im Vorstand der I.________. 
Dennoch vermögen die zwei Verfahren keine Vorbefassung im weiteren Sinn 
zu begründen: Bewilligungsbehörde war jeweils die Regierungsstatthalterin 
oder der Regierungsstatthalter und nicht das LANAT bzw. die übergeordnete 
Direktion. J.________ war daher nicht als Amtsperson an diesen Verfahren 
beteiligt. Eine amtliche Mehrfachbefassung besteht nicht. Im Übrigen könnte 
selbst bei gegenteiliger Annahme nicht ohne weiteres auf Befangenheit 
geschlossen werden (vgl. jüngst BGer 1C_368/2020 vom 21.12.2022, in 
URP 2023 S. 187 E. 5.2 mit Bemerkungen von Daniela Thurnherr, insb. 
S. 204 ff.; ferner Lucie von Büren, a.a.O., Art. 9 N. 25).

3.10.2 Weiter ist zu prüfen, ob J.________ im Rahmen der Generalklausel 
wegen ihrer Doppelrolle als Mitarbeiterin der ANF und Beisitzerin im Vor-
stand der I.________ voreingenommen erscheint. Ihre Rolle erinnert an jene 
sog. staatlicher Doppelfunktionärinnen und -funktionäre. Dieser Begriff be-
zeichnet Behördenmitglieder bzw. Amtspersonen, die von Amtes wegen 
dem Organ einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder des Pri-
vatrechts angehören (vgl. etwa Breitenmoser/Weyeneth, in Wald-
mann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 10 
N. 48). Die Rechtsprechung geht davon aus, dass eine Ausstandspflicht in 
solchen Fällen nur dann besteht, wenn das Behördenmitglied ein persönli-
ches Interesse an dem zu behandelnden Geschäft hat, nicht aber, wenn es 
aufgrund der behördlichen Tätigkeit ausschliesslich öffentliche Interessen 
wahrt (vgl. etwa BGE 125 I 119 E. 3d [Pra 88/1999 Nr. 165]; Lucie von Büren, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 15

a.a.O., Art. 9 N. 13 mit weiteren Hinweisen). Nach einem Teil der Literatur 
ist die Frage allerdings differenzierter zu beantworten und wirkt das Verfah-
ren insbesondere dann nicht mehr offen, wenn sich das Behördenmitglied 
bereits in der Rolle als Vertreterin oder Vertreter des Gemeinwesens mit der-
selben Angelegenheit befasst hat und dabei ähnliche oder qualitativ gleiche 
Fragen zu beurteilen hatte (Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Ver-
waltung, Diss. Bern 2002, S. 149 f., 171 ff.; ferner Breitenmoser/Weyeneth, 
a.a.O., Art. 10 N. 50 ff.; Daniela Thurnherr, Verfahrensgrundrechte und Ver-
waltungshandeln, 2013, N. 387; Isabelle Häner, Die Beteiligten im Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsprozess, 2000, N. 447 ff.; Daniel Arn, in 
Kommentar zum bernischen Gemeindegesetz, 1999, Art. 47 N. 11). – Im 
vorliegenden Fall hat sich J.________ in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied 
nicht mit der Unterschutzstellung befasst: Weder bei der Bewilligung zum 
Landkauf vom 9. Dezember 2013 noch bei der Baubewilligung vom 9. No-
vember 2015 handelt es sich um dieselbe Angelegenheit wie beim Schutz-
beschluss. Nicht nur der Zweck der Verfahren, sondern auch die Zuständig-
keiten und die rechtlichen Grundlagen unterscheiden sich. Die Unterschutz-
stellung war denn auch nicht Voraussetzung für das Erteilen der erwähnten 
Bewilligungen. Trotz eines gewissen Zusammenhangs sind die Fragen somit 
inhaltlich und qualitativ zu unterschiedlich, als dass von einer ausstandsbe-
gründenden Vorbefassung im weiter verstandenen Sinn auszugehen wäre.

3.10.3 Eine Ausstandspflicht kann weiter aufgrund einer besonderen Bezie-
hungsnähe entstehen. Dieser Befangenheitsgrund umfasst insbesondere 
das Verhältnis der Person, die eine Verfügung vorzubereiten hat, zur Partei 
sowie zur Parteivertretung. Die Zugehörigkeit zu einer Interessengruppe 
(Verein, politische Partei, Religionsgemeinschaft) ist erst dann problema-
tisch, wenn es im Verfahren um zentrale Anliegen dieser Gruppe geht oder 
diese selber Partei ist und zudem das Behördenmitglied in der Vereinigung 
(bzw. in einer in Konkurrenz stehenden Interessensgruppe) eine Organfunk-
tion innehat oder sich besonders engagiert (vgl. BVR 2001 S. 284 E. 3b und 
c; Lucie von Büren, a.a.O., Art. 9 N. 29; Benjamin Schindler, a.a.O., 
S. 126 ff.). – Die I.________ ist nicht Partei im 
Unterschutzstellungsverfahren und sie hat die Unterschutzstellung auch 
nicht beantragt, obwohl sie dies hätte tun können (vgl. auch Art. 36 
Abs. 4 NSchG). Gleichwohl hat die I.________ ein offenkundiges Interesse 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 16

an der Unterschutzstellung. Dasselbe gilt indes auch für das LANAT bzw. 
die ANF, die im Kanton Bern für den Naturschutz, insbesondere den Art- und 
Biotopschutz und die Unterschutzstellung, zuständig ist und für die 
J.________ als Sachbearbeiterin tätig ist. Demnach besteht zwischen den 
beiden Rollen von J.________ keine Interessenkollision; im Gegenteil hat 
sie jeweils dieselben (öffentlichen) Interessen zu wahren. Hinzu kommt, dass 
der Schutzbeschluss selbst und damit die Interessenabwägung nicht der 
ANF bzw. dem LANAT obliegt, sondern der übergeordneten Direktion (vgl. 
vorne E. 3.1).

3.10.4 Gestützt auf Art. 9 Abs. 1 Bst. f VRPG kann schliesslich das persön-
liche Verhalten der Behördenmitglieder oder Verwaltungsangestellten von 
Bedeutung sein. Von einer Voreingenommenheit aufgrund des persönlichen 
Verhaltens ist namentlich auszugehen, wenn die Äusserungen oder Hand-
lungen der betroffenen Person vermuten lassen, sie habe sich vorzeitig be-
reits eine feste Meinung zum Verfahrensausgang gebildet (Lucie von Büren, 
a.a.O., Art. 9 N. 28). In diesem Zusammenhang bemängeln die Beschwer-
deführenden insbesondere das Einladungsschreiben der ANF vom 17. Feb-
ruar 2021 zur Einspracheverhandlung (act. 7C3/3.4.10). Im Anhang zu die-
sem Brief habe sich J.________ bzw. die ANF unmissverständlich und ab-
schliessend zu den in den Einsprachen aufgeworfenen Punkten festgelegt. 
Zudem sei auf die Rügen nur rudimentär eingegangen worden und manche 
Vorbringen seien als für das Verfahren nicht relevant bezeichnet worden. 
Dies sei sachlich nicht vertretbar. – Das erwähnte Schreiben enthält eine 
sachliche Einschätzung der ANF zu den in den Einsprachen erhobenen Rü-
gen. Im besagten Anhang hat die ANF eine «Orientierungshilfe» mit zwei 
Tabellen erstellt. In der einen Tabelle hat sie die Einsprachepunkte aufge-
führt, die das Unterschutzstellungsverfahren betreffen und die an der Ein-
spracheverhandlung behandelt werden können; in der anderen Tabelle hat 
sie jene Rügen aufgeführt, die sich auf den Kauf der Parzelle Nr. 1________ 
durch die I.________ und auf das Baubewilligungsverfahren mit den 
Aufwertungsmassnahmen beziehen. Die ANF bzw. J.________ als 
Verfasserin des Briefs hat ausgeführt, dass die in der zweiten Tabelle 
aufgeführten Punkte im Unterschutzstellungsverfahren nicht mehr behandelt 
werden könnten. In beiden Tabellen hat die ANF jeweils auch Stellung zu 
den Einsprachepunkten genommen und ihre Sicht dargelegt. Solche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 17

Rechtsbelehrungen und rechtliche Einschätzungen sind grundsätzlich 
unproblematisch, zumal den Beteiligten klar sein musste, dass es nur um 
eine vorläufige Stellungnahme zu den aufgeworfenen Fragen im Hinblick auf 
die Verhandlung ging (vgl. dazu BGE 134 I 238 E. 2.4; ferner für 
Vergleichsverhandlungen BVR 2014 S. 216 E. 3.3). Nur besonders krasse 
oder wiederholte Irrtümer, die als schwere Verletzung der Amtspflichten 
beurteilt werden müssen, können auf Voreingenommenheit hindeuten (Lucie 
von Büren, a.a.O., Art. 9 N. 28 mit Hinweisen). Davon kann hinsichtlich des 
Schreibens vom 17. Februar 2021 keine Rede sein. Anders als die 
Beschwerdeführenden meinen (vgl. etwa Replik vom 28.7.2022 S. 4 f., 
act. 9), lassen die Äusserungen der ANF bzw. von J.________ als 
zuständige Sachbearbeiterin nicht auf eine Voreingenommenheit schliessen 
und erwecken auch nicht den Anschein einer solchen. 

3.11 Zusammenfassend ergibt sich weder aus der Doppelrolle von 
J.________ noch aus anderen Gründen eine tatsächliche Befangenheit oder 
den Anschein einer solchen. Eine Verletzung der Ausstandspflicht liegt somit 
nicht vor. Die angefochtene Verfügung leidet damit nicht an einem Verfah-
rensmangel. Für eine Kassation von Amtes wegen (Art. 40 VRPG) besteht 
kein Raum (vgl. Beschwerde S. 16). 

4.

Umstritten ist weiter, ob mit der Unterschutzstellung Fruchtfolgeflächen 
(FFF) beansprucht werden dürfen.

4.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend, innerhalb des Schutzpe-
rimeters befänden sich FFF. Diese Fläche hätte ihres Erachtens kompensiert 
werden müssen. Eine Ausnahme von der Kompensationspflicht komme nicht 
in Betracht, weil die Kantone bei der Festlegung des Schutzperimeters ein 
weites Ermessen geniessen würden. Weiter sei mit den im Jahr 2015 bewil-
ligten ökologischen Aufwertungsmassnahmen ebenfalls FFF beansprucht 
worden. Eine Kompensation sei damals unterblieben. Weil beim Einreichen 
des Baugesuchs bereits klar gewesen sei, dass eine planerische Unter-
schutzstellung der Parzelle Nr. 1________ zur Diskussion stehe, hätten das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 18

Baubewilligungs- und das Unterschutzstellungsverfahren koordiniert werden 
müssen. Die mit der erteilten Baubewilligung einhergegangene 
Beanspruchung von FFF sei deshalb im Unterschutzstellungsverfahren 
ebenfalls zu berücksichtigten und die Fläche sei zu kompensieren 
(Beschwerde S. 20 ff.; Replik vom 22.7.2022 S. 8 ff., act. 9).

4.2 Die Vorinstanz hat erwogen, die bisherige Nutzung der betroffenen 
Landwirtschaftsflächen ändere sich durch die Unterschutzstellung nicht (an-
gefochtene Verfügung E. II/3c/bb). Die Unterschutzstellung habe mithin 
keinen Einfluss auf die FFF-Qualität des Bodens. Die im Jahr 2015 bewillig-
ten ökologischen Aufwertungsmassnahmen seien für das Unterschutzstel-
lungsverfahren sodann nicht massgebend, wobei die Vorgaben zur Bean-
spruchung von FFF damals eingehalten worden seien. Zudem sei ein Fach-
gutachten zum Schluss gelangt, dass die landwirtschaftliche Nutzung erheb-
lich eingeschränkt sei und dass dank des Bauprojekts ein beachtlicher Teil 
der benachbarten, minderwertigen Fläche für die landwirtschaftliche Produk-
tion aufgewertet werden könne (Beschwerdeantwort S. 4 f.).

4.3 Gemäss Art. 3 Abs. 2 Bst. a RPG achten die mit Planungsaufgaben 
betrauten Behörden darauf, dass der Landwirtschaft genügende Flächen ge-
eigneten Kulturlands, insbesondere FFF, erhalten bleiben. Im Rahmen des 
Gegenvorschlags zur Kulturland-Initiative hat der bernische Gesetzgeber be-
sondere Regelungen zum Schutz des landwirtschaftlichen Kulturlands erlas-
sen. Landwirtschaftliche Nutzflächen und FFF sind möglichst zu schonen 
und zu erhalten (Art. 8a-8c des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; 
BSG 721.0]; zu den Begriffen Art. 11a der Bauverordnung vom 6. März 1985 
[BauV; BSG 721.1]). Die Voraussetzungen zur Beanspruchung von FFF er-
geben sich aus Art. 8b BauG. Sie gelangen zur Anwendung, wenn FFF ein-
gezont oder durch «andere bodenverändernde Nutzungen» beansprucht 
werden (Art. 8b Abs. 2 und 3 BauG; vgl. auch Art. 30 Abs. 1bis der Raum-
planungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]). Die Unterschutz-
stellung von FFF fällt unter keinen dieser Tatbestände (einlässlich dazu hin-
ten E. 4.4.2 ff.). Selbst wenn mit den Beschwerdeführenden aber davon aus-
gegangen würde, die Unterschutzstellung von FFF stelle eine «andere bo-
denverändernde Nutzung» dar, liegt keine unzulässige Beanspruchung vor: 
Die Beschwerdeführenden legen nicht substanziiert dar, inwiefern in diesem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 19

Fall die Voraussetzungen zur Beanspruchung von FFF fehlen würden (vgl. 
Beschwerde S. 16 f., 22; ferner Replik vom 28.7.2022 S. 8 f., act. 9; Eingabe 
vom 10.11.2022 S. 4, act. 14). Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, 
lässt sich die Erhaltung und Aufwertung der Lebensräume geschützter Tier- 
und Pflanzenarten, insbesondere der Kiebitze, ohne die Unterschutzstellung 
jedenfalls nicht sinnvoll erreichen (vgl. Art. 8b Abs. 3 Bst. a BauG). Aufgrund 
der Schutzbestimmungen ist zudem gewährleistet, dass der Boden für den 
Tier- und Pflanzenschutz optimal genutzt wird (vgl. Art. 8b Abs. 3 
Bst. b BauG). Weil die veränderte Nutzung reversibel und die landwirtschaft-
liche Bewirtschaftung auch nach der Unterschutzstellung nicht ausgeschlos-
sen ist, stehen der angefochtenen Anordnung zudem keine überwiegenden 
Interessen entgegen (vgl. Art. 11b Abs. 3 BauV).

4.4 Die Beschwerdeführenden stören sich in erster Linie daran, dass für 
die unter Schutz gestellte FFF keine Kompensation vorgesehen ist. Dazu 
ergibt sich Folgendes:

4.4.1 Nach Art. 8b Abs. 4 BauG sind eingezonte oder durch andere boden-
verändernde Nutzungen beanspruchte FFF grundsätzlich zu kompensieren. 
Ausnahmen von der Kompensationspflicht bestehen nur in den in Art. 8b 
Abs. 4 Bst. a-c BauG abschliessend aufgeführten Fällen (BVR 2021 S. 55 
E. 3.4 mit Hinweis [bestätigt durch BGer 1C_235/2020 vom 16.12.2020, in 
ZBl 2022 S. 138]). In einem ersten Schritt stellt sich also die Frage, ob mit 
der Unterschutzstellung eine Einzonung oder eine «andere bodenverän-
dernde Nutzung» im Sinn von Art. 8b Abs. 4 BauG einhergeht. Nur wenn 
dies zutrifft, entsteht eine grundsätzliche Pflicht, die beanspruchte FFF zu 
kompensieren.

4.4.2 Unter einer Einzonung wird die Umzonung von der Landwirtschafts-
zone oder einer anderen Nichtbauzone in eine Bauzone verstanden 
(Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, 
Art. 8a-8c N. 8). Eine solche findet durch die hier interessierende Unter-
schutzstellung unbestrittenermassen nicht statt. Eine «andere bodenverän-
dernde Nutzung» liegt vor, wenn durch ein Vorhaben landwirtschaftlich nutz-
bare Flächen ebenso verloren geht wie durch eine Einzonung. Dazu gehören 
etwa die Schaffung einer Nutzungszone nach Art. 18 RPG, die keine 
Bauzone darstellt, aber zu einer Veränderung des Bodens führt (z.B. Abbau 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 20

und Deponie), ferner landwirtschaftliche und nichtlandwirtschaftliche Bauten 
und Anlagen einschliesslich Strassen, Wege, Terrainveränderungen und 
dergleichen sowie die Aufforstung von Wald auf Kulturland (Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 8a-8c N. 9; Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons 
Bern [AGR; Hrsg.], Umgang mit Kulturland in der Raumplanung, Arbeitshilfe 
zu Art. 8a und 8b Baugesetz, Fassung vom Juni 2023, Ziff. 3 S. 8 [nachfol-
gend: Arbeitshilfe AGR; einsehbar unter: <www.raumplanung.dij.be.ch>, 
Rubriken «Arbeitshilfen/Kulturland/Fruchtfolgeflächen»]). Ist die Änderung 
der Nutzung dagegen reversibel und bleibt das FFF-Potenzial der betroffe-
nen Flächen erhalten, besteht keine Kompensationspflicht (vgl. 
BGer 1C_338/2021 vom 25.1.2022, in URP 2022 S. 664 E. 9.2; Bundesamt 
für Landwirtschaft [BLW]/Bundesamt für Raumentwicklung [ARE], Fakten-
blätter: ergänzende Informationen betreffend Sachplan Fruchtfolgeflächen 
vom 30.1.2018, Ziff. 2.2 S. 18 [nachfolgend Faktenblätter BLW/ARE, ein-
sehbar unter: <www.are.admin.ch>, Rubriken «Raumentwicklung & Raum-
planung/Strategie und Planung/Konzepte und Sachpläne/Sachpläne des 
Bundes/Fruchtfolgeflächen [FFF]).

4.4.3 Der angefochtene Schutzbeschluss nennt in Ziff. II die Ziele, die mit 
der Unterschutzstellung des Fraubrunnenmoos erreicht werden sollen. Da-
nach bezweckt das Naturschutzgebiet, die Lebensräume geschützter und 
gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und aufzuwerten. Weiter soll 
das vielfältige Mosaik an wertvollen Lebensräumen (extensiv genutzte 
Feucht- und Magerwiesen, Wasserläufe, Tümpel und Teiche, Hochstauden-
flure, Gehölz- und Baumbestände, Pionierstandorte sowie reich strukturierte 
Waldränder) als Vernetzungselement und Trittstein in einer intensiv genutz-
ten Kulturlandschaft erhalten und gefördert werden. Schliesslich wird die 
vollständig natürliche Entwicklung des Waldökosystems in allen Sukzessi-
onsstadien (Altern, Zerfall, Erneuerung) angestrebt. Zum Erreichen dieser 
Ziele enthält der Schutzbeschluss mehrere Schutzbestimmungen (Ziff. IV). 
So sind im Schutzgebiet grundsätzlich sämtliche Veränderungen, Vorkehren 
und Störungen untersagt, die den Schutzzielen zuwiderlaufen (Ziff. IV/4). In 
der sog. «Zone A» (schraffierte Fläche im Schutzplan, vgl. act. 7C3/3.5.3 
bzw. Anhang zum Urteil) gelten zusätzliche Einschränkungen und ist das 
Betreten ebenso untersagt wie das Verwenden von Düngern und Pflanzen-
behandlungsmitteln (Ziff. IV/5, insb. Bst. a und c). In begründeten Fällen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 21

kann die ANF Ausnahmen von den Schutzbestimmungen bewilligen 
(Ziff. IV/6). Ziff. IV/7 nennt schliesslich Tätigkeiten, die keiner Ausnahmebe-
willigung durch die ANF bedürfen. Dazu gehört namentlich die landwirt-
schaftliche Nutzung gemäss Vertrag mit der ANF (Bst. b).

4.4.4 Aus dem soeben Gesagten erhellt, dass die Schutzziele und
-bestimmungen bezwecken, die Bedeutung des Bodens als landwirtschaftli-
che Produktionsfläche zu schwächen und dafür dessen Funktion für andere 
Ökosystemleistungen, insbesondere den Schutz bedrohter Tierarten, zu 
stärken. Mit der Unterschutzstellung geht somit eine Änderung der Nut-
zungsart einher. Diese Änderung ist allerdings nicht mit Eingriffen in den Bo-
den verbunden; im Gegenteil sollen Eingriffe gerade verhindert werden (vgl. 
auch Beschwerdeantwort S. 6). Obgleich die landwirtschaftliche Bewirt-
schaftung des Bodens gewisse Einschränkungen erfahren mag (vgl. Replik 
vom 28.7.2022 S. 9 f., act. 9), bleiben der Boden als Kulturland und das FFF-
Potenzial der Flächen zumindest mittelfristig erhalten. Die Nutzungsände-
rung ist daher grundsätzlich reversibel (vgl. auch Faktenblätter BLW/ARE, 
Ziff. 2.2 S. 18). Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführenden se-
hen die Schutzbestimmungen auch keine Behandlung der Gebiete «mit ho-
hen Mengen Wasser» oder die Vornahme vom «Abtragungen» vor (Be-
schwerde S. 17 f.). Der Zweck der FFF –  der dauerhafte Erhalt von beson-
ders wertvollen landwirtschaftlichen Gebieten – wird durch den Schutzbe-
schluss somit nicht vereitelt. Dies gilt umso mehr, als die landwirtschaftliche 
Nutzung gemäss Vertrag mit der ANF selbst nach der Unterschutzstellung 
weiterhin möglich bleibt (Ziff. IV/7 Bst. b; E. 4.4.3 hiervor). Die strittige Unter-
schutzstellung stellt somit keine «andere bodenverändernde Nutzung» von 
FFF im Sinn von Art. 8b Abs. 4 BauG dar. Nichts anderes ergibt sich aus 
dem Richtplan des Kantons Bern 2030 (Stand: 13.9.2023) und namentlich 
dem Massnahmenblatt A_06 «Fruchtfolgeflächen schonen» (vgl. etwa Be-
schwerde S. 20 und Eingabe der Beschwerdeführenden vom 10.11.2022 
S. 2, act. 14). Die Unterschutzstellung löst folglich keine Kompensations-
pflicht aus. Der Schutzbeschluss entbindet im Übrigen nicht davon, für künf-
tige bauliche Massnahmen eine Baubewilligung einzuholen und die durch 
das Vorhaben allfällig beanspruchte FFF zu kompensieren, sofern die ge-
setzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind (vgl. Beschwerde S. 18).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 22

4.4.5 Im Übrigen müsste die betroffene FFF entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführenden selbst dann nicht kompensiert werden, wenn eine 
«andere bodenverändernden Nutzung» vorläge: Nach Art. 8b Abs. 4 BauG 
wird von einer Kompensation namentlich abgesehen, wenn die Beanspru-
chung in Erfüllung einer gesetzlich vorgeschriebenen Aufgabe erfolgt 
(Bst. a). Dies setzt voraus, dass es sich um eine zwingend zu erfüllende Auf-
gabe handelt; blosse gesetzliche Ermächtigungen oder «Kann-Bestimmun-
gen» fallen ausser Betracht. Weiter muss nachgewiesen werden, dass das 
Vorhaben standortgebunden ist, d.h. die gesetzlich vorgeschriebene Auf-
gabe nur erfüllt werden kann, wenn das Vorhaben die Beanspruchung von 
FFF bedingt (Arbeitshilfe AGR, Ziff. 5.6.1 S. 24). Dies trifft hier zu: Nach 
Art. 18 Abs. 1 NHG ist dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenar-
ten durch die Erhaltung genügend grosser Lebensräume (Biotope) und an-
dere geeignete Massnahmen entgegenzuwirken; bei diesen Massnahmen 
ist schutzwürdigen land- und forstwirtschaftlichen Interessen Rechnung zu 
tragen. Art. 18 NHG ist eine Grundnorm des Biotop- und Naturschutzes und 
beauftragt die zuständigen Instanzen des Bundes, der Kantone sowie der 
Gemeinden, die erforderlichen Schutzvorkehren zu treffen (Karl Ludwig 
Fahrländer, in Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, 
2. Aufl. 2019, Art. 18 N. 2). Für den Schutz und Unterhalt der Biotope von 
regionaler und lokaler Bedeutung sorgen gemäss Art. 18b Abs. 1 NHG die 
Kantone (zur Bedeutung des Naturschutzgebiets Fraubrunnenmoos vorne 
E. 2 und hinten E. 5.5). Anders als die Beschwerdeführenden anzunehmen 
scheinen, bezieht sich diese Schutz- und Unterhaltspflicht nicht lediglich auf 
eine Pflege ohne weitere Massnahmen (vgl. Beschwerde S. 25). Vielmehr 
hat die Sicherung des hier interessierenden, schutzwürdigen Biotops durch 
Vertrag oder Unterschutzstellungsbeschluss zu erfolgen (weiterführend dazu 
hinten E. 9). Der gewählte Perimeter ist für den Schutz der Biodiversität zu-
dem zwecktauglich und erforderlich (dazu hinten E. 5.6 und 6). Somit wird 
nicht mehr FFF unter Schutz gestellt als nötig. Der Schutzbeschluss zum 
Fraubrunnenmoos erfolgte demnach in Erfüllung einer gesetzlichen Auf-
gabe. Dabei ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden uner-
heblich, dass der Kanton über einen Ermessensspielraum bei der Aufgaben-
erfüllung verfügt (vgl. Beschwerde S. 22 f.). Dieser Spielraum bezieht sich 
nicht auf die Frage, ob der Kanton Massnahmen zu ergreifen hat, sondern 
auf die Auswahl der Instrumente, mit denen er für den Schutz der Biotope 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 23

sorgt (Nina Dajcar, in Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, 
2. Aufl. 2019, Art. 18b N. 6; BGer 1C_663/2020 vom 2.11.2021, in URP 
2023 S. 22 E. 5.1, 1C_134/2014 vom 15.7.2014 E. 3.3). Selbst wenn sich 
der Schutzbeschluss materiell als rechtswidrig erweisen sollte, ändert dies 
nichts daran, dass der Kanton formell in Erfüllung einer bundesrechtlichen 
Aufgabe tätig geworden ist. Dass das Erfordernis der Standortgebundenheit 
ebenfalls erfüllt ist, bedarf keiner weiteren Erklärung.

4.4.6 Die Beschwerdeführenden sind schliesslich der Ansicht, eine Kom-
pensationspflicht ergebe sich aus dem Baubewilligungsverfahren aus dem 
Jahr 2015, weil dieses mit dem Unterschutzstellungsverfahren unzureichend 
koordiniert worden sei (Beschwerde S. 22). Dabei gehen sie davon aus, dass 
das damals bewilligte Aufwertungsprojekt planungspflichtig gewesen wäre 
(vgl. Replik vom 28.7.2022 S. 10 f., act. 9). – Die Baubewilligung vom 9. No-
vember 2015 ist längstens rechtskräftig. Rügen zur Planungs- und Kompen-
sationspflicht betreffend das Aufwertungsprojekt hätten im seinerzeitigen 
Baubewilligungsverfahren vorgebracht werden müssen. Der Beschwerde-
führer 3 hat zudem erfolglos ein Verfahren zum Widerruf der Baubewilligung 
aus dem Jahr 2015 angestrengt und dabei unter anderem eine Verletzung 
der Planungspflicht geltend gemacht (vgl. unangefochten gebliebener Ent-
scheid der BVD vom 29.6.2022, act. 11A). Der angefochtene Schutzbe-
schluss hat einen anderen Regelungsinhalt. Fragen im Zusammenhang mit 
der Baubewilligung bilden deshalb nicht Verfahrens- bzw. Streitgegenstand 
im vorliegenden Unterschutzstellungs-  und Beschwerdeverfahren (vgl. all-
gemein BVR 2020 S. 59 E. 2.2, 2017 S. 514 E. 1.2; Ruth Herzog, a.a.O., 
Art. 72 N. 12 f., Art. 84 N. 5; zu den Begriffen Michel Daum, a.a.O., Art. 20a 
N. 4 ff.). Sie können hier nicht (erneut) zur Diskussion gestellt werden.

4.5 Die Bestimmungen zur Beanspruchung von FFF sind somit nicht ver-
letzt. Dies gilt unabhängig von der Qualität der betroffenen FFF, weshalb 
sich Abklärungen dazu erübrigen. Der Antrag der Beschwerdeführenden, die 
Frage mit einem Fachbericht zu klären, wird abgewiesen (Beschwerde S. 19; 
Replik vom 28.7.2022 S. 17, act. 9; Eingabe vom 10.11.2022 S. 3 f., act. 14).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 24

5.

Die Beschwerdeführen beanstanden weiter, die Unterschutzstellung bewirke 
einen rechtswidrigen Eingriff in die Eigentumsgarantie.

5.1 Die Vorinstanz hat ausgeführt, die Flurwegparzellen Nrn. 6________ 
und 7________ sowie die Bachparzelle Nr. 4________ stellten die nördliche 
und östliche Grenze des Schutzgebiets dar. Dies sei mit Blick auf eine klar 
sichtbare Abgrenzung sinnvoll. Betreffend die nördlichen und östlichen 
Flurwege sei ein Betretverbot für den Bruterfolg der Kiebitze massgeblich. 
Hundehalterinnen und -halter, ornithologische Besucherinnen und Besucher 
sowie Naturfotografinnen und -fotografen würden mit ihrer «Distanzlosigkeit» 
Störungen verursachen. Das Betretverbot für die Allgemeinheit soll diesem 
Verhalten entgegenwirken. Die Landwirtschaft werde dadurch nicht 
beeinträchtigt, weil das Befahren der Wege im Rahmen der land- und 
forstwirtschaftlichen Nutzung keiner Ausnahmebewilligung bedürfe. Die 
Bachparzelle Nr. 4________ sei neben dem Wald und der 
Landwirtschaftsfläche eine wichtige Ergänzung des Lebensraums. Auch die 
Aufnahme der Bachparzelle in den Schutzperimeter sei daher geboten, 
zumal der Gewässer- und Uferunterhalt sowie Ufersicherungsarbeiten nach 
naturschützerischen Gesichtspunkten auch nach der Unterschutzstellung 
möglich blieben. Auf der Landwirtschaftsparzelle Nr. 8________ schliesslich 
befinde sich derzeit ein kleiner Aussichtshügel für Besucherinnen und 
Besucher des Gebiets, der fälschlicherweise von vielen Leuten als Parkplatz 
genutzt werde (wildes Parkieren). Mit dem Integrieren der Fläche in den 
Schutzperimeter werde die Öffentlichkeit gelenkt und den unhaltbaren 
Zuständen ein Riegel geschoben. Die landwirtschaftliche Infrastruktur 
einschliesslich der Drainageleitungen würde indes nicht beeinträchtigt 
(angefochtene Verfügung E. II/3/c, insb. Bst. dd; Beschwerdeantwort 
S. 5 ff.).

5.2 Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber geltend, der 
Schutzperimeter sei nicht nachvollziehbar und das teilweise geltende Betret-
verbot gehe zu weit. Als Eigentümerin der Wegparzellen Nrn. 6________ 
und 7________ werde die Beschwerdeführerin 6 «massiv» in ihrer 
Eigentumsgarantie eingeschränkt, komme doch das Betretverbot auf diesen 
Parzellen einer materiellen Enteignung zumindest nahe. Dass die ebenfalls 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 25

im Schutzperimeter liegende Wegparzelle Nr. 12________ nicht mit einem 
Betretverbot belegt sei, zeige zudem, dass ein solches auch für die übrigen 
betroffenen Wegparzellen nicht nötig sei. Bei der Wegparzelle 
Nr. 7________ wirke im Übrigen bereits der dortige Bach der befürchteten 
«Distanzlosigkeit» entgegen. Weiter seien keine milderen Massnahmen wie 
zum Beispiel gut sichtbare Hinweisschilder oder ein Leinenzwang für Hunde 
erprobt worden. Stattdessen greife die Vorinstanz mit dem planerischen 
Betretverbot zum «juristischen Zweihänder». Die im Eigentum der 
Beschwerdeführerin 6 stehende Parzelle Nr. 8________ sei zwar nicht mit 
einem Betretverbot belegt, jedoch ebenfalls Teil des Schutzgebiets, was eine 
weitere Eigentumsbeschränkung darstelle. Ebenfalls im Eigentum der 
Beschwerdeführerin 2 (richtig: Beschwerdeführerin 6) sei die Bachparzelle 
Nr. 4________. Die Vorinstanz lege nicht dar und es sei auch nicht 
ersichtlich, weshalb der Bachabschnitt Teil des Schutzgebiets sei 
(Beschwerde S. 26 f.; Eingabe vom 1.3.2022, act. 4; Replik vom 28.7.2022 
S. 13 ff., act. 9).

5.3 Art. 26 Abs. 1 BV und Art. 24 Abs. 1 KV gewährleisten das Eigentum. 
Die Bestandesgarantie als Teilgehalt der Eigentumsgarantie schützt die kon-
kreten Vermögensrechte der Eigentümerinnen und Eigentümer, d.h. das 
Recht, das Eigentum zu bewahren, zu nutzen oder zu veräussern (BVR 2020 
S. 17 E. 7.1 mit Hinweis auf BGE 131 I 333 E. 3.1 [Pra 95/2006 Nr. 75]). 
Eingriffe in die Eigentumsgarantie sind zulässig, wenn sie auf einer gesetzli-
chen Grundlage beruhen, im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig 
sind und den Kerngehalt des Grundrechts nicht verletzen (Art. 36 BV und 
Art. 28 KV). Nicht zur Diskussion steht hier eine Verletzung des Kerngehalts.

5.4 Nutzungsplanänderungen wie der Beschluss, ein privates Grund-
stück in den Schutzperimeter eines Naturschutzgebiets aufzunehmen, stel-
len grundsätzlich einen Eingriff in die Bestandesgarantie dar, weil damit die 
aus dem Eigentum fliessenden rechtlichen Befugnisse berührt und die freie 
Nutzung des Grundstücks eingeschränkt werden (vgl. etwa VGE 2015/165 
vom 24.5.2016 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen [betreffend Festsetzung einer 
Zone für öffentliche Nutzung auf privatem Grund]). Die Beschwerdeführen-
den bestreiten zu Recht nicht, dass für den Unterschutzstellungsbeschluss 
eine genügende gesetzliche Grundlage besteht (vgl. vorne E. 4.4.5 und hin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 26

ten E. 9). Sie sind vielmehr der Ansicht, am Eigentumseingriff bestehe kein 
hinreichendes öffentliches Interesse und dieser sei unverhältnismässig.

5.5 Das Fraubrunnenmoos beherbergt das zweitgrösste Kiebitzvorkom-
men der Schweiz. Der Kiebitz ist in der Roten Liste der Brutvögel verzeichnet 
(vorne E. 2.1). Landwirtschaftsfläche, wertvoller Waldbestand («Erlen-
Ischlag») und Gewässer bilden zusammen ein für den Naturschutz bedeu-
tendes Lebensraummosaik und Kerngebiet der ökologischen Infrastruktur 
des Kantons Bern. Auf der Parzelle Nr. 1________ fanden zur 
artenschützerischen Aufwertung zudem Renaturierungsmassnahmen statt. 
Aufgrund des sehr hohen naturschützerischen Werts des Gebiets gelangte 
die Vorinstanz zum Schluss, dass es sich um ein Biotop von mindestens 
regionaler Bedeutung handelt (zum Ganzen vorne E. 2; angefochtene 
Verfügung E. I/1, II/3b). Auf diese nachvollziehbare, fachlich abgestützte 
Beurteilung der verfügenden Behörde kann abgestellt werden (vgl. zur 
Zurückhaltung bei der gerichtlichen Überprüfung vorne E. 1.5; zu den 
Kriterien für die Schutzwürdigkeit von Biotopen Art. 14 Abs. 3 der 
Verordnung vom 16. Januar 1991 über den Natur- und Heimatschutz [NHV; 
SR 451.1] und dort insb. Bst. d betreffend gefährdete und seltene Pflanzen- 
und Tierarten, die in den Roten Listen aufgeführt sind; BGer 1A.29/2003 vom 
9.7.2003 E. 5.2; VGE 2012/342 vom 19.5.2014 E. 5.2.1; Karl Ludwig 
Fahrländer, a.a.O., Art. 18 N. 22; Nina Dajcar, a.a.O., Art. 18b N. 14 ff.). Dies 
gilt umso mehr, als die Beschwerdeführenden die regionale Bedeutung des 
Biotops nicht bzw. nicht substanziiert bestreiten und Vorkommen von 
Vogelarten auf der Roten Liste sowie die naturschutzrechtlich wertvolle 
Verbindung der Landwirtschaftsfläche auf der Parzelle Nr. 1________ zum 
Wald anerkennen. Entsprechend lehnen sie naturschützerische 
Massnahmen auch nicht «kategorisch» ab (Beschwerde S. 11, 26, ferner 
S. 8 f.; Replik vom 28.7.2022 S. 2 und 12, act. 9). Damit liegt ein gewichtiges 
öffentliches Interesse an der Sicherung des schutzwürdigen Gebiets vor. Zu-
ständig hierfür ist die WEU und nicht die A.________ (Art. 14 Abs. 2 NSchG; 
vgl. auch vorne E. 3.1). Allfällige kommunale Schutzvorschriften im Rahmen 
einer laufenden Ortsplanungsrevision stellen die Notwendigkeit der 
kantonalen Unterschutzstellung daher nicht in Frage (vgl. Replik vom 
28.7.2022 S. 16 f., act. 9).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 27

5.6 Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der Massnahme, insbeson-
dere die Notwendigkeit, die Wegparzellen Nrn. 8________ und 6________ 
sowie teilweise die Grundstücke Nrn. 7________ und 4________ in den 
Schutzperimeter einzubeziehen und teilweise mit einem Betretverbot zu 
belegen.

5.6.1 Kiebitze sind nach den unbestrittenen Ausführungen der Vorinstanz 
störungsempfindlich und haben eine Fluchtdistanz von bis zu 100 m (Be-
schwerdeantwort S. 7). Die Parzelle Nr. 1________, die für die Kiebitze 
besonders wertvoll ist, wird von Wald und Landwirtschaftsland umgeben. Sie 
misst von Nord nach Ost rund 240 m und von West nach Ost zwischen ca. 
243 m an der breitesteten Stelle und ca. 150 m an der schmalsten Stelle (vgl. 
Geoportal des Kantons Bern, Basiskarte, einsehbar unter: 
<www.map.apps.be.ch/pub>). Bei diesen Gegebenheiten ist nachvollzieh-
bar, dass die Vorinstanz den Bruterfolg der störungsanfälligen Kiebitze als 
gefährdet erachtet, wenn die dem Grundstück entlangführenden Wege (Par-
zellen Nrn. 12________, 6________, 7________) für die Öffentlichkeit 
zugänglich bleiben. An der Eignung des Schutzperimeters ändert zudem 
nichts, dass die südliche Wegparzelle Nr. 12________ im Unterschied zu 
den Wegparzellen Nrn. 6________ und 7________ nicht mit einem 
Betretverbot belegt ist und die westliche Wegparzelle Nr. 14________ ganz 
ausserhalb des Perimeters liegt: Ursprünglich war ein grösserer 
Schutzperimeter vorgesehen, der auch die westliche Umgebung des Grund-
stücks Nr. 1________ samt der Wegparzelle Nr. 14________ umfasste. Auf 
der südlichen Wegparzelle Nr. 12________ sollte zudem ein Betretverbot 
gelten (vgl. ursprünglicher Schutzplan vom 17.7.2017, act. 7C3/3.1.1). Nach 
dem Mitwirkungs- und Einspracheverfahren wurde der Perimeter mehrmals 
verkleinert (angefochtene Verfügung E. II/3c/bb). Dass die Behörden im 
Rahmen des Unterschutzstellungsverfahrens Zugeständnisse machten und 
namentlich die Parzelle Nr. 12________ vom Betretverbot ausgenommen 
haben, lässt entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden nicht ohne 
weiteres darauf schliessen, dass die Einschränkungen auch auf den 
Parzellen Nrn. 6________ und 7________ entbehrlich sind. Im Gegenteil 
dürfte die ursprünglich vorgesehene Lösung mit einem grösseren Perimeter 
und einem Betretverbot auf der Parzelle Nr. 12________ dem Naturschutz 
(noch) besser entsprochen haben. Die Beschwerdeführenden verlangen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 28

aber nicht mehr, sondern weniger Schutz, womit sie aus der bereits vor-
genommenen Verkleinerung des Perimeters nichts zu ihren Gunsten abzu-
leiten vermögen. Die Vorinstanz hat denn auch überzeugend ausgeführt, 
dass eine noch weitergehende Reduktion nicht mehr zweckmässig sei (vgl. 
angefochtene Verfügung E. II/3c/bb; Beschwerdeantwort S. 5).

5.6.2 Das Integrieren des umstrittenen Bachabschnitts (Parzelle 
Nr. 4________) in den Schutzperimeter ist ebenfalls geeignet, den 
angestrebten Natur- und Artenschutz zu erreichen. Der Bach beherbergt 
nach den Ausführungen der Vorinstanz geschützte Libellen, die 
ausschliesslich in kleinen Fliessgewässern vorkommen. Bereits im 
Erläuterungsbericht zum Unterschutzstellungsprojekt (öffentliche Auflage) 
vom 28. Juli 2020 wird auf das bedeutende Zusammenspiel zwischen Wald, 
Offenland und Gewässer hingewiesen. Das Wasservorkommen ist Teil des 
Lebensraummosaiks im Fraubrunnenmoos und stellt neben der 
Landwirtschaftsfläche und dem Wald ein wichtiges, zusätzliches 
Naturelement dar (vorne E. 2). Der betroffene Bachabschnitt auf der Parzelle 
Nr. 4________ verläuft sowohl entlang des naturschützerisch besonders 
wertvollen Grundstücks Nr. 1________ als auch der Waldparzelle 
Nr. 11________. Entsprechend ist er für zahlreiche Arten eine wichtige 
Ergänzung des Lebensraums (Erläuterungsbericht S. 6 Ziff. 2.3.3, 
act. 7C3/3.2.4; Beschwerdeantwort S. 5 f.). Die Aufnahme des betroffenen 
Bachabschnitts in den Schutzplan ist demnach nicht zu beanstanden.

5.6.3 Schliesslich ist auch der Einbezug der Parzelle Nr. 8________ 
geeignet, den Naturschutz sicherzustellen: Das lediglich rund 440 m2 grosse 
Grundstück ist der Landwirtschaftszone zugeordnet. Die Vorinstanz hat 
allerdings darauf hingewiesen, dass die Parzelle nicht als Produktionsfläche 
dient, sondern sich darauf ein kleiner Aussichtshügel («Herrenhügel») 
befindet und die Besucherschaft, die mit dem Fahrzeug anreist, dort wild 
parkiert (angefochtene Verfügung E. 3c/bb; Erläuterungsbericht S. 7 
Ziff. 2.6, act. 7C3/3.2.4; vgl. auch vorne E. 5.1). Dies wird von den 
Beschwerdeführenden nicht in Abrede gestellt; im Gegenteil hat die 
Gemeinde Fraubrunnen offenbar Kenntnis von der Situation und toleriert 
diese (Schreiben der Gemeinde an die ANF vom 11.2.2021, 
pag. 7C3/3.4.30). Die Parzelle liegt zwischen den Grundstücken Nrn. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 29

1________ («Kiebitzfläche») und 5 («Erlen-Ischlag»). Sie verbindet die 
beiden naturschützerisch wertvollen Flächen; sie ist mithin für die 
Vernetzung wichtig (vgl. Art. 14 Abs. 3 Bst. e NHV). Die Aufnahme der Par-
zelle Nr. 8________ in das Schutzgebiet hat zur Folge, dass diese nicht 
mehr mit Motorfahrzeugen angefahren werden darf und dass das Parkieren 
dort verboten ist (Schutzbeschluss Ziff. IV/4a). Diese Massnahmen sind zur 
Förderung des Naturschutzes im Fraubrunnenmoos ohne weiteres geeignet.

5.6.4 An der Eignung des Schutzperimeters und der Schutzbestimmungen 
ändert auch der Eindruck der Beschwerdeführenden nichts, wonach sich der 
Tierbestand «soweit ersichtlich gedeihlich» entwickle (Beschwerde S. 26 f.). 
Es trifft zu, dass sich die Kiebitzkolonie im Fraubrunnenmoos in den letzten 
Jahren so entwickelt hat, dass sich der Bestand aus eigener Kraft halten und 
vergrössern konnte (Erläuterungsbericht S. 5 Ziff. 2.3.1, act. 7C3/3.2.4). 
Dennoch ist die Vogelart noch immer in der Roten Liste der gefährdeten 
Brutvögel verzeichnet. Der Schutzbeschluss ist mit Blick auf das Gesagte 
geeignet, die störungsempfindliche und gefährdete Vogelart vor Beeinträch-
tigungen durch Menschen zu schützen und den Bruterfolg zu fördern. Für 
genauere Abklärungen zum Bruterfolg der Kiebitze besteht daher kein An-
lass (vgl. Beschwerde S. 26 f.).

5.6.5 Die Beschwerdeführenden sind weiter der Ansicht, es gäbe mildere 
Mittel als ein Betretverbot, beispielsweise Hinweisschilder oder einen Lei-
nenzwang für Hunde. – An bestimmten Stellen innerhalb des Schutzgebiets 
gilt ein Betretverbot («Zone A», im Schutzplan schraffiert dargestellt [vgl. 
act. 7C3/3.5.3 bzw. Anhang zum Urteil]; Schutzbeschluss Ziff. IV/5 Bst. a; 
vorne E. 4.4.3). Davon betroffen sind auch Parzellen der Beschwerdeführe-
rin 6. Nach der Erfahrung der ANF in anderen Schutzgebieten ist eine örtlich 
begrenzte Leinenpflicht sehr schwierig umzusetzen. Zudem liessen sich Fo-
tografinnen und Fotografen sowie Ornithologinnen und Ornithologen nicht 
durch einfache Hinweistafeln lenken (Beschwerdeantwort S. 6). Das Verwal-
tungsgericht hat keinen Anlass, an den Erfahrungen der Fachbehörde bzw. 
den überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz zu zweifeln (vgl. vorne 
E. 1.5). Weshalb es sich im Fraubrunnenmoos ausnahmsweise anders ver-
halten sollte, ist nicht ersichtlich, zumal offenbar bereits Flugblätter mit ent-
sprechenden Hinweisen verteilt wurden und diese Massnahme nicht den ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 30

wünschten Erfolg brachte (Beschwerdeantwort S. 6; Eingabe der WEU vom 
26.8.2022 S. 2, act. 11). Eine Leinenpflicht für Hunde oder Hinweistafeln 
sind damit nicht gleich geeignet wie ein Betretverbot, um die Öffentlichkeit 
zu lenken und die Schutzziele zu erreichen. Die beanstandeten Massnah-
men sind daher erforderlich, um den angestrebten Naturschutz zu gewähr-
leisten.

5.6.6 Schliesslich sind der Einbezug der Parzellen im Eigentum der Be-
schwerdeführenden sowie das teilweise Betretverbot zumutbar: Die Unter-
schutzstellung hat keinen Einfluss auf die Biotopqualität des Fraubrunnen-
moos (vgl. Karl-Ludwig Fahrländer, a.a.O., Art. 18 N. 24; ferner 
VGE 2021/245 vom 3.5.2022 E. 7.5.2), weshalb die Vorschriften zum Bio-
topschutz auch ohne Schutzbeschluss zu beachten sind. Massgebend sind 
daher nur die durch die Schutzbestimmungen zusätzlich entstehenden 
Nachteile. Diesbezüglich ist zu beachten, dass das Befahren der Flurwege 
im Rahmen der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung selbst für die in der 
Zone A (Betretverbot) liegenden Abschnitte zulässig bleibt, ohne dass es ei-
ner Ausnahmebewilligung der ANF bedarf (Schutzbeschluss Ziff. IV/7 Bst. f; 
vgl. angefochtene Verfügung E. II/3c/bb). Weiter bleibt auf der Parzelle 
Nr. 8________ das Betreiben von Landwirtschaft im Rahmen einer 
vertraglichen Vereinbarung mit der ANF erlaubt (Dispositiv-Ziff. IV/7 Bst. b). 
Bestehende Nutzungen werden also nicht vollständig untersagt. Gemäss 
Eingabe vom 10. November 2022 befürchten die Beschwerdeführenden 
alsdann Einschränkungen durch einen vergrösserten Gewässerraum, der 
aus der teilweisen Unterschutzstellung der Bachparzelle Nr. 4________ 
resultiere (S. 3, act. 14; vgl. Art. 41a Abs. 1 der Gewässerschutzverordnung 
vom 28. Oktober 1998 [GSchV; SR 814.201]). Von einem allfällig 
verbreiterten Gewässerraum wäre insbesondere der Beschwerdeführer 3 als 
Eigentümer der Parzelle Nr. 13________ betroffen. Eine konkrete 
Einschränkung seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit machen die 
Beschwerdeführenden jedoch nicht geltend, sondern verweisen lediglich 
abstrakt auf Art. 41c Abs. 3 GSchV, wonach im Gewässerraum keine 
Dünger und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden dürfen. Das 
47'796 m2 grosse Grundstück Nr. 13________ grenzt nur im südwestlichen 
Teil an das Schutzgebiet mit der Bachparzelle Nr. 4________ an (vgl. 
Geoportal des Kantons Bern, Basiskarte, einsehbar unter: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 31

<www.map.apps.be.ch/pub>). Der überwiegende Teil der Parzelle wäre von 
einem allfällig vergrösserten Gewässerraum nicht betroffen. Den vorge-
brachten Einschränkungen stehen sodann gewichtige öffentliche Interessen 
des Naturschutzes gegenüber (vgl. vorne E. 5.5; vgl. ferner vorne E. 2 und 
4.4.5). Die Interessen an der naturschutzrechtlichen Sicherstellung dieses 
besonders wertvollen Gebiets überwiegen die geltend gemachten Nachteile. 
Soweit die Beschwerdeführenden zudem entgegenstehende öffentliche In-
teressen in der Form von Beanspruchung von (ihnen gehörenden) FFF gel-
tend machen, wurde bereits dargelegt, dass die Unterschutzstellung in Ein-
klang mit den entsprechenden Bestimmungen steht (vorne E. 4). Der Eingriff 
ist somit zumutbar und insgesamt verhältnismässig.

5.7 Die Integration der Parzellen Nrn. 8________, 6________ und 
7________ im Eigentum der Beschwerdeführerin 6 in den Schutzperimeter 
erweist sich somit als recht- und zweckmässig. Eine Untersuchung durch 
eine «unabhängige Fachstelle», ob der Einbezug dieser Grundstücke 
erforderlich ist, ist entbehrlich. Der entsprechende Beweisantrag wird 
abgewiesen (Replik vom 28.7.2022 S. 12 und 17, act. 9; zu den 
Voraussetzungen vorne E. 3.5.1).

6.

Die Beschwerdeführenden kritisieren sodann den Einbezug von nicht in ih-
rem Eigentum stehenden Parzellen in den Schutzperimeter, insbesondere 
die Aufnahme der Strassenparzelle Nr. 12________.

6.1 Die Vorinstanz hat ausgeführt, die Integration der Strassenparzelle 
Nr. 12________ diene der konzeptionellen Besucherlenkung. Wer Vögel 
beobachten möchte, solle nicht mit dem Auto anreisen und auf der Parzelle 
Nr. 8________ parkieren. Zudem sei die Aufnahme der Flurwegparzelle mit 
Blick auf die klar sichtbare Abgrenzung sinnvoll (vgl. angefochtene 
Verfügung Ziff. II/3c/bb). Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber 
geltend, Fotografinnen und Fotografen sowie Ornithologinnen und 
Ornithologen würden zu Fuss zum Schutzgebiet kommen. Es bestehe daher 
kein Grund, die Wegparzelle ins Schutzgebiet aufzunehmen. Zudem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 32

befürchtet insbesondere die Gemeinde, dass Besuchende des Gebiets den 
nahegelegenen Parkplatz beim Schwimmbad in der Nähe benutzen, was 
dort zu Nutzungskonflikten führe (Beschwerde S. 29.; Replik vom 28.7.2022 
S. 13, 15, act. 9).

6.2 Die Parzelle Nr. 12________ steht im Eigentum der I.________ und 
nicht der Beschwerdeführenden. Das Verhältnismässigkeitsprinzip gilt 
allerdings nicht nur im Bereich der Grundrechte, sondern gebietet als 
Grundsatz rechtsstaatlichen Handelns (Art. 5 Abs. 2 BV) allgemein ein 
angemessenes und massvolles Handeln des Staates (BVR 2022 S. 202 
E. 4.1 mit Hinweisen; Giovanni Biaggini, BV Kommentar, 2. Aufl. 2017, Art. 5 
N. 20 f.). Der Unterschutzstellungsbeschluss, mithin die Aufnahme der 
Strassenparzelle Nr. 12________, hat daher in jedem Fall dem 
Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu genügen.

6.3 Die Parzelle Nr. 12________ ist eine Zufahrtstrasse, die sowohl der 
Erschliessung der beiden hauptsächlich vom Schutzbeschluss betroffenen 
Parzellen Nrn. 1________ und 5 als auch des Grundstücks Nr. 8________ 
mit dem Aussichtshügel dient (Beschwerdeantwort S. 8). Indem die Strasse 
Teil des Schutzperimeters ist und daher ein grundsätzliches Fahrverbot gilt, 
kann der motorisierte Verkehr im betroffenen Gebiet verhindert bzw. 
reduziert werden. Dies dient angesichts des wertvollen Lebensraums und 
der dort brütenden, störungsempfindlichen Kiebitze der Förderung des 
Naturschutzes im Fraubrunnenmoos. Die Parzelle Nr. 12________ befindet 
sich entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführenden nicht in der 
Zone A, weshalb sie betreten werden darf; zudem ist das Befahren zu 
Landwirtschaftszwecken ebenfalls zulässig (Beschwerde S. 29; schraffierte 
Fläche im Schutzplan vom 13.1.2021, act. 7C3/3.5.3 bzw. Anhang zum 
Urteil; Beschwerdeantwort S. 8). Damit erweist sich die Massnahme auch 
als erforderlich (kein gleich wirksames milderes Mittel). Schliesslich gebietet 
die Interessenabwägung ebenfalls die Aufnahme der Parzelle 
Nr. 12________ in den Schutzperimeter: Die Beschwerdeführenden 
bestreiten nicht, dass sich auf der Parzelle Nr. 12________ bzw. dem Grund-
stück Nr. 8________ keine bewilligten Parkplätze befinden; vielmehr wird 
das «Wildparkieren» durch die Gemeinde lediglich toleriert (vorne E. 5.6.3). 
Durch die Unterschutzstellung werden somit keine bewilligten Parkierungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 33

möglichkeiten aufgehoben. Der von der Gemeinde befürchtete Nutzungs-
konflikt besteht so gesehen nicht. Insgesamt überwiegen die Interessen des 
Naturschutzes die gegenläufigen Befürchtungen der Beschwerdeführenden.

6.4 Im Übrigen scheinen sich die Beschwerdeführenden auch am Einbe-
zug der Westseite der Parzelle Nr. 1________ in den Schutzperimeter zu 
stören (Replik vom 28.7.2022 S. 9, act. 9; Eingabe vom 10.11.2022 S. 4 f., 
act. 14). Die Parzelle Nr. 1________ steht ebenso wie das Grundstück 
Nr. 12________ nicht im Eigentum der Beschwerdeführenden. Weshalb der 
Einbezug der Westseite der Parzelle dennoch unverhältnismässig sein soll, 
legen sie nicht schlüssig dar. Die Aufnahme der gesamten Parzelle 
Nr. 1________ in das Schutzgebiet ist mit Blick auf die wertvolle 
Offenlandfläche und dem bisher Gesagten geeignet und erforderlich, um 
naturschützerischen Anliegen Rechnung zu tragen. Die Vorgaben zum 
Schutz von FFF sind eingehalten (vorne E. 4). Der Perimeter verstösst 
bezüglich der Aufnahme der gesamten Parzelle Nr. 1________ mithin 
ebenfalls nicht gegen den Verhältnismässigkeitsgrundsatz. Der Beweisan-
trag, hinsichtlich der Zweckmässigkeit des Perimeters sei ein Gutachten ein-
zuholen, wird auch im Zusammenhang mit den Parzellen Nrn. 12________ 
und 1________ abgewiesen (Replik vom 28.7.2022 S. 12 und 17, act. 9; 
vorne E. 5.7).

7.

Die Beschwerdeführenden befürchten weiter, dass Nutzungskonflikte zwi-
schen der Unterschutzstellung und der Landwirtschaft entstehen.

7.1 Die gerügten Konflikte beziehen sich insbesondere auf die Parzelle 
Nr. 3________. Diese befindet sich im Eigentum des Beschwerdeführers 2 
und liegt ausserhalb des Schutzgebiets. Sie grenzt südlich unmittelbar an 
das Schutzgebiet an und ist lediglich durch die Flurwegparzelle 
Nr. 6________ vom Grundstück Nr. 1________ getrennt (Schutzplan vom 
13.1.2021, act. 7C3/3.5.3 bzw. Anhang zum Urteil). Obgleich das 
Grundstück Nr. 3________ nicht vom Schutzperimeter erfasst ist, können 
negative Auswirkungen der Unterschutzstellung auf die landwirtschaftliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 34

Nutzung dennoch eine Beschränkung des Eigentums bedeuten (vgl. 
allgemein Giovanni Biaggini, a.a.O., Art. 26 N. 15; Bernhard Waldmann, in 
Basler Kommentar, 2015, Art. 26 BV N. 23) oder sich anderweitig 
unverhältnismässig auswirken.

7.2 Die Beschwerdeführenden machen zunächst geltend, die landwirt-
schaftliche Bewirtschaftung auf der Parzelle Nr. 3________ werde 
beeinträchtigt, weil der Schutzbeschluss für die Parzelle Nr. 1________ 
fälschlicherweise keine Pufferzonen vorsehe. Auf der landwirtschaftlich 
genutzten Parzelle soll gedüngt werden. Zudem soll der Grundwasserstand 
tief gehalten werden. Demgegenüber sei aus naturschutzrechtlicher Sicht 
ein hoher Wasserstand erwünscht. Akzentuiere sich der Nutzungskonflikt, 
sei zu befürchten, dass die Beschwerdeführenden zum Errichten von 
Pufferzonen auf ihren eigenen Grundstücken verpflichtet würden. Zwar habe 
die Vorinstanz zugesichert, dass sie auf ihren Landflächen keine 
Pufferzonen einrichten müssten. Diese Zusicherung sei jedoch nicht im 
Dispositiv des Schutzbeschlusses abgebildet, weshalb die 
Beschwerdeführenden rechtlich nicht hinreichend abgesichert seien 
(Beschwerde, S. 23 f.).

7.2.1 Gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. d NHV werden Biotope insbesondere 
durch die Ausscheidung ökologisch ausreichender Pufferzonen geschützt. 
Pufferzonen sollen den betroffenen Lebensraum vor einer Gefährdung durch 
umgebende Nutzungen und den davon ausgehenden Belastungen schützen 
(Karl-Ludwig Fahrländer, a.a.O., Art. 18a N. 40).

7.2.2 Anders als die Beschwerdeführenden anzunehmen scheinen, soll mit 
den Pufferzonen also nicht die umliegende Nutzung – hier die landwirtschaft-
liche Tätigkeit –, sondern der Schutz des betroffenen Biotops sichergestellt 
werden (vgl. z.B. VGer ZH 24.8.1995, in URP 1996 S. 363 [Hinweis]). Ihre 
Rüge, wonach die landwirtschaftliche Tätigkeit durch fehlende Pufferzonen 
erschwert werde, stösst daher ins Leere. Abgesehen davon wurde die Frage 
bereits im Baubewilligungsverfahren für die ökologischen Aufwertungsmass-
nahmen thematisiert und seitens der Fachbehörde nicht übersehen (Be-
schwerdeantwort S. 6; Beschwerde S. 26; Beilage 29 zur Beschwerde, 
act. 1C). Soweit die Beschwerdeführenden befürchten, sie würden zu einem 
späteren Zeitpunkt dennoch verpflichtet, auf ihren eigenen, umliegenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 35

Parzellen nachträglich Pufferzonen errichten zu müssen, geht die Rüge über 
den Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens hinaus. Es braucht im 
vorliegenden Fall daher nicht weiter darauf eingegangen zu werden, wie es 
sich mit der rechtlichen Verbindlichkeit einer entsprechenden «Zusicherung» 
der ANF verhält (Beschwerde S. 24; angefochtene Verfügung E. II/3c/cc). 
Schliesslich wird von den Beschwerdeführenden nicht näher begründet und 
ist auch nicht ersichtlich, weshalb der Schutzperimeter verkleinert werden 
könnte, wenn auf der Parzelle Nr. 1________ Pufferzonen errichtet worden 
wären (vgl. Beschwerde S. 26).

7.3 Die Beschwerdeführenden bringen weiter vor, auf der Parzelle 
Nr. 1________ befinde sich eine Flurleitung, die zum Grundstück 
Nr. 3________ führe. Nutze der Beschwerdeführer 2 diese Leitung, sei ein 
Konflikt absehbar, weil dadurch ein unzulässiger Eingriff in den 
Wasserhaushalt auf dem Grundstück Nr. 1________ entstehen könne 
(Beschwerde S. 23). – Es ist unbestritten, dass zwischen den beiden 
erwähnten Grundstücken eine Flurleitung verläuft (vgl. auch Beilage 26 zur 
Beschwerde, act. 1C). Die Schutzbestimmungen sehen unter anderem vor, 
dass im Schutzgebiet das Eingreifen in den Wasserhaushalt untersagt ist 
(Schutzbeschluss Ziff. IV/4 Bst. h). Die Schutzbestimmungen gelten jedoch 
nur innerhalb des Perimeters des Schutzgebiets (vgl. Schutzbeschluss Ziff. 
IV/4 einleitend). Die Parzelle Nr. 3________ befindet sich ausserhalb des 
Schutzgebiets. Die dortige Nutzung der Drainageleitung bleibt somit auch 
nach der Unterschutzstellung wie bisher erlaubt. Darauf hat bereits die 
Vorinstanz zu Recht hingewiesen und ausgeführt, dass die Drainageanlagen 
nicht in Zusammenhang mit der Unterschutzstellung stehen (angefochtene 
Verfügung E. II/3c/dd). Soweit die Beschwerdeführenden neben einer 
Einschränkung der Landwirtschaft auch befürchten, die Benützung der 
Flurleitung habe negative Auswirkungen auf den Naturschutz, ist darauf 
hinzuweisen, dass die fachkundige Vorinstanz Kenntnis von der Drainage-
leitung hat und diese als unproblematisch erachtet (angefochtene Verfügung 
E. II/3c/dd). Die Ausführungen der Beschwerdeführenden vermögen diese 
Einschätzung nicht in Zweifel zu ziehen. Somit ist insoweit nicht von einem 
Nutzungskonflikt auszugehen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 36

7.4 Die Beschwerdeführenden machen zudem geltend, seit Umsetzung 
der im Jahr 2015 bewilligten ökologischen Aufwertungsmassnahmen sei 
eine zunehmende Vernässung der Parzelle Nr. 3________ festzustellen 
(Beschwerde S. 23). – Der Schutzbeschluss bzw. dessen Massnahmen sind 
noch nicht rechtskräftig und damit nicht umgesetzt. Die von den Beschwer-
deführenden erwähnten, bereits früher umgesetzten Massnahmen stehen im 
vorliegenden Verfahren nicht zur Diskussion. Massgebend ist hier einzig, 
welche konkreten Bestimmungen des Schutzbeschlusses zu einer potenzi-
ellen Vernässung führen könnten. Dies legen die Beschwerdeführenden 
nicht dar und ist auch nicht ersichtlich: Die Vorinstanz hat ausgeführt, dass 
das Gebiet aufgrund natürlicher Gegebenheiten einen hohen Grundwasser-
stand aufweise. Technisch könne der Grundwasserstand nur durch «Ein-
stauungen» oder ähnliche Massnahmen hochgehalten werden, wobei das 
Unterschutzstellungsverfahren nichts mit solchen Massnahmen zu tun habe 
(Beschwerdeantwort S. 2 und 6, act. 7; ferner angefochtene Verfügung 
E. II/3c/ff). Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und das Verwaltungs-
gericht hat keine Veranlassung, sie infrage zu stellen (vgl. auch vorne 
E. 1.5). Die Unterschutzstellung birgt somit nicht die Gefahr, dass Parzellen 
ausserhalb des Schutzgebiets zusätzlich vernässt würden.

7.5 Die Beschwerdeführenden befürchten weiter, dass aufgrund der Un-
terschutzstellung eine bestehende Wassernutzungskonzession nicht erneu-
ert werden könnte.

7.5.1 Die Vorinstanz hat ausgeführt, gemäss der fraglichen Bewässerungs-
konzession seien die Beschwerdeführenden berechtigt, aus dem Grundwas-
servorkommen und den Oberflächengewässern Wasser zu entnehmen. Die 
Unterschutzstellung habe auf die bestehende Konzession keinen Einfluss. 
Zudem könne ein positiver Amtsbericht für eine Konzessionsverlängerung in 
Aussicht gestellt werden, wenn die hydrologischen Voraussetzungen und 
Rahmenbedingungen sowie die Nutzung gleichblieben (angefochtene Ver-
fügung E. II/3c/gg). Nach Ansicht der Beschwerdeführenden lässt die Vor-
instanz dagegen unberücksichtigt, dass die Unterschutzstellung Massnah-
men zur Förderung der Biodiversität verlange. Diese hätten einen Einfluss 
auf die Rahmenbedingungen und könnten sich daher negativ auf die Erneu-
erung der Konzession auswirken (Beschwerde S. 24 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 37

7.5.2 Der Beschwerdeführer 7 verfügt über eine Gebrauchswasserkonzes-
sion in Fraubrunnen (Gesamtkonzession Nr. 15________ vom 1.9.1993), die 
seine Mitglieder dazu berechtigt, Wasser aus dem Grund- und 
Oberflächenwasser zu entnehmen und zur Bewässerung 
landwirtschaftlicher Kulturen zu verwenden. Die bestehende Konzession 
läuft am 31. Dezember 2033 aus. Im Jahr 2018 bzw. 2019 ersuchte die 
Beschwerdeführerin 5 darum, die laufende Konzession zu ändern. 
Insbesondere sollten der Bewässerungsperimeter erhöht und an zwei 
Entnahmebrunnen eine maximale Fördermenge von total 3'000 l/min (je 
1’5000 l/min) erreicht werden (Verfügung Amt für Wasser und Abfall des 
Kantons Bern [AWA] vom 21.11.2019 S. 2, Akten 7C4/4.1). Die ANF hat in 
der Folge ein Ingenieurbüro damit beauftragt, die Auswirkungen der 
Grundwasserentnahme auf die bestehenden aquatischen Biotope im 
Fraubrunnenmoos zu untersuchen. Gemäss dem daraufhin erstellten 
Fachgutachten ist mit keiner negativen Beeinträchtigung des Was-
serhaushalts im Naturschutzgebiet zu rechnen. Die ANF stimmte dem Vor-
haben daher zu (Amtsberichte Naturschutz vom 13.5.2019 und 29.4.2021, 
Akten 7C4/4.4 f.; Bericht Kellerhals und Haefeli AG vom 24.3.2020, Ak-
ten 7C4/4.8). In der Folge genehmigte das AWA die Konzessionsänderung 
mit Beschluss vom 21. November 2019 (Akten 7C4/4.1). 

7.5.3 Die Beschwerdeführenden räumen selbst ein, dass die ANF im Ver-
fahren auf Änderung der Konzession ihre Zustimmung erteilt hat (Be-
schwerde S. 24). Sie befürchten einzig, die Rahmenbedingungen könnten 
sich bis zum Ablauf der Konzession am 31. Dezember 2033 so verändern, 
dass die dereinstige Konzessionserneuerung nicht gesichert sei. Hierfür ver-
mögen sie indes keine konkreten Anhaltspunkte zu nennen. Solche sind 
denn auch nicht ersichtlich, zumal sich die Brunnen ausserhalb des umstrit-
tenen Schutzgebiets befinden. Die Vorinstanz hat somit zu Recht festgehal-
ten, dass die Unterschutzstellung nicht im Zusammenhang mit der Konzes-
sion steht. Im Übrigen haben die Beschwerdeführenden keinen Anspruch auf 
gleichbleibende Verhältnisse, die ihnen eine dereinstige Konzessionserneu-
erung garantieren. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 38

7.6 Nach dem Gesagten sind keine rechtlich massgebenden Konflikte 
zwischen der Unterschutzstellung und der landwirtschaftlichen Bewirtschaf-
tung erkennbar.

8.

Umstritten ist weiter, ob die Schutzbestimmungen mit den Regeln der Be-
sitzstandsgarantie für die ARA-Leitung, die über das Grundstück 
Nr. 1________ verläuft, vereinbar sind.

8.1 Die Beschwerdeführenden (insb. die Gemeinde) machen geltend, 
über die Parzelle Nr. 1________ verlaufe eine Leitung der ARA Region 
Fraubrunnen (Gemeindeverband). Die Leitung sei mittels 
Überbauungsordnung öffentlich-rechtlich gesichert. Die entsprechenden 
Überbauungsvorschriften schütze die Leitung in ihrem Bestand, womit eine 
Erneuerung im Sinn der baurechtlichen Besitzstandsgarantie zulässig sei. 
Die Erneuerung gehe über den blossen Unterhalt hinaus und sei 
fälschlicherweise im Schutzbeschluss nicht erwähnt. Der Beschluss müsse 
insoweit angepasst werden (Beschwerde S. 27 f.). Dem hält die Vorinstanz 
entgegen, der Unterhalt umfasse gemäss Praxis der ANF auch eine 
zeitgemässe Erneuerung, um eine fortwährende Benutzung zu ermöglichen. 
Der Schutzbeschluss entspreche daher den massgebenden 
Überbauungsvorschriften (Beschwerdeantwort S. 7).

8.2 Ziff. IV/6 des Schutzbeschlusses sieht vor, dass die ANF in begrün-
deten Fällen Ausnahmen von den Schutzbestimmungen gewähren kann. 
Keiner Ausnahmebewilligung bedürfen die in Ziff. 7 aufgeführten Vorgänge. 
Dazu gehört namentlich die Nutzung und der Unterhalt von bestehenden be-
willigten Bauten, Werken und Anlagen bei unveränderter Nutzung (Bst. g). 
Die Regelung hat also nicht die Zulässigkeit eines Vorhabens zum Gegen-
stand, sondern bestimmt lediglich, ob eine Ausnahmebewilligung der ANF 
erforderlich ist oder nicht. Die Besitzstandsgarantie, welche die Beschwer-
deführenden verletzt sehen, verleiht keinen Anspruch darauf, Vorhaben 
ohne das Einholen der notwendigen Bewilligungen zu realisieren 
(Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 1c, u.a. mit Hinweis auf VGE 2017/287 vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 39

23.8.2018 E. 3.3, je im Zusammenhang mit der Baubewilligung). Ein allfälli-
ger Bestandesschutz wird durch die Verpflichtung zum Einholen einer Bewil-
ligung somit nicht tangiert. Die Besitzstandsgarantie wäre erst verletzt, wenn 
die Bewilligung für allfällige bauliche Massnahmen unrechtmässig verweigert 
würde. Ziff. IV/7 Bst. g des Schutzbeschlusses steht somit von vornherein 
nicht im Widerspruch zu den Regeln des Besitzstandschutzes.

8.3 Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern der Gemeindever-
band ARA Region Fraubrunnen als Eigentümer der Werkleitung von der Un-
terschutzstellung des Fraubrunnenmoos im Sinn von Art. 14 Abs. 1 VRPG 
indirekt betroffen sein könnte. Der Antrag auf Beiladung des Verbands wird 
daher abgewiesen (Beschwerde S. 28), zumal die Beschwerdeführenden 
dessen Verfahrensbeteiligung nicht mit eigenen schutzwürdigen Interessen 
begründen (vgl. BVR 2018 S. 99 E. 1.6 mit Hinweisen). 

9.

Die Beschwerdeführenden kritisieren, die Unterschutzstellung hätte durch 
Vertrag und nicht durch Beschluss erfolgen müssen.

9.1 Die Vorinstanz hat ausgeführt, ein Vertrag sei nicht zweckmässig. Die 
umstrittene Unterschutzstellung betreffe einen störungsempfindlichen 
Raum, der vor der Öffentlichkeit geschützt werden solle. Es soll verhindert 
werden, dass Hunde spazieren geführt oder Fotografinnen und Fotografen 
zu nahe an die brütenden Kiebitze gelangten. Diese Anliegen liessen sich 
mit einfachen vertraglichen Lösungen nicht umsetzen (Beschwerdeantwort 
S. 7). Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber geltend, im Nor-
malfall erfolge der Schutz durch einen Vertrag mit der jeweiligen Grundei-
gentümerschaft. Ein solcher Vertrag wäre im vorliegenden Fall ohne weite-
res möglich gewesen, da der Perimeter primär Grundstücke umfasse, die im 
Eigentum der I.________ (Parzelle Nr. 1________) und des Kantons 
(Waldparzelle Nr. 11________) stünden. Für die jeweilige 
Grundeigentümerschaft wäre es bereits aufgrund sachenrechtlicher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 40

Prinzipen ein Leichtes, den Zutritt zu ihren Parzellen zu beschränken 
(Beschwerde S. 25; Replik vom 28.7.2022 S. 14, act. 9).

9.2 Nach bernischem Recht sollen schutzwürdige Gebiete und Objekte 
wenn möglich einvernehmlich, d.h. vertraglich, gesichert werden. Nur wo 
dies nicht gelingt oder nicht durchführbar ist, sollen behördliche Anordnun-
gen Platz greifen (Vortrag der Forstdirektion betreffend NSchG, in Tagblatt 
des Grossen Rates 1991, Beilage 14 [nachfolgend: Vortrag NSchG], S. 3 f.). 
Entsprechend sieht Art. 4 Abs. 1 Satz 1 NSchG vor, dass die Sicherung von 
schutzwürdigen Gebieten und Objekten grundsätzlich durch Vertrag erfolgt. 
Ist in schutzwürdigen Gebieten von nationaler oder regionaler Bedeutung 
eine vertragliche Regelung nicht möglich oder nicht wirksam, erfolgt die Si-
cherung durch Unterschutzstellung mit entsprechendem Beschluss (Art. 6 
Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 36 Abs. 1 NSchG).

9.3 Es ist nicht zu beanstanden, dass die Sicherung des Naturschutzge-
biets Fraubrunnenmoos nicht durch Vertrag, sondern durch Unterschutzstel-
lungsbeschluss erfolgen soll: Angesichts der erhobenen Beschwerde hätte 
die angefochtene Regelung nicht mit allen Grundeigentümerinnen und -ei-
gentümern einvernehmlich getroffen werden können. Auch wenn der Schutz-
perimeter flächenmässig «primär» aus den Parzellen der I.________ und 
des Kantons Bern besteht, ist dennoch der Einbezug sämtlicher 
vorgesehenen Parzellen für einen wirksamen Schutz notwendig. 
Langwierige Vertragsverhandlungen mit der Beschwerdeführerin 6 als 
ebenfalls betroffene Grundeigentümerin hätten daher den angestrebten 
Schutz stark erschweren können (vgl. für diese Würdigung 
BGer 1C_338/2021 vom 25.1.2022, in URP 2022 S. 664 E. 8.3). Hinzu 
kommt, dass sich Vorgaben gegenüber der Bevölkerung wie etwa ein 
Leinenzwang für Hunde nur durch einen allgemeinverbindlichen 
Schutzbeschluss und nicht mittels lediglich zweiseitigen Vertrags mit der 
Grundeigentümerschaft statuieren lassen, wie die Vorinstanz zu Recht 
festhält (Eingabe vom 26.8.2022 S. 2, act. 11; vgl. dazu BVR 2016 S. 507 
E. 4.1 mit Hinweisen; ferner VGE 2017/154 vom 17.1.2018, in URP 2018 
S. 236 E. 3.6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 41

10.

Die Beschwerdeführenden machen in verschiedener Hinsicht eine unzu-
reichende Koordination mit anderen Verfahren geltend.

10.1 Zunächst sind sie der Auffassung, das Unterschutzstellungsverfah-
ren hätte mit dem Baubewilligungsverfahren aus dem Jahr 2015 für die Auf-
wertungsmassnahmen auf der Parzelle Nr. 1________ koordiniert werden 
müssen (Beschwerde S. 22). Diesbezüglich kann auf das in E. 4.4.6 
Gesagte verwiesen werden; auf diese Rüge ist nicht weiter einzugehen.

10.2 Weiter bringen sie vor, die Unterschutzstellung hätte mit der Entwid-
mung der Strassenparzelle Nr. 12________ koordiniert werden müssen. 
Zwar habe der Kanton das Wegstück im Jahr 2019 an den Verein I.________ 
verkauft. Der Verkauf habe aber nichts am bestehenden Gemeingebrauch 
geändert. Die Gemeinde habe die Strasse denn auch unterhalten und 
gepflegt. Die Strassenparzelle Nr. 12________ sei gemäss Schutzbeschluss 
Teil der Zone A, womit ein Betretverbot gelte. Damit werde der 
Gemeingebrauch aufgehoben. Eine solche Entwidmung bedürfe einer 
Baubewilligung, wobei das Baubewilligungsverfahren mit der 
Nutzungsplanung koordiniert werden müsse (Beschwerde S. 29; ferner 
Replik vom 28.7.2022 S. 18 f., act. 9). Dem hält die Vorinstanz entgegen, die 
Parzelle Nr. 12________ liege entgegen den Ausführungen der Be-
schwerdeführenden nicht in der Zone A. Zudem spiele der Weg gemäss dem 
kommunalen Richtplan Verkehr keine Rolle. Im Übrigen werde die Widmung 
der Strasse zum Gemeingebrauch erstmals in der Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde vorgebracht, wobei keine Verfügung zur Widmung vorgelegt 
werde und im Grundbuch keine entsprechende Dienstbarkeit eingetragen sei 
(Beschwerdeantwort S. 8).

10.2.1 Die Aufhebung des Gemeingebrauchs einer Strasse setzt einen 
förmlichen Entwidmungsakt voraus (BVR 2011 S. 341 E. 5.4). Massgebend 
ist insoweit grundsätzlich das Baubewilligungsverfahren (sog. kleines Stras-
senbauvorhaben; vgl. Art. 43 Abs. 2 des Strassengesetzes vom 4. Juni 2008 
[SG; BSG 732.11] i.V.m. Art. 23 Bst. k der Strassenverordnung vom 29. Ok-
tober 2008 [SV; BSG 732.111.1]). In Betracht kommt auch ein anderes zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 42

lässiges Verfahren wie namentlich ein Planerlassverfahren (vgl. BVR 2013 
S. 282 E. 3.1).

10.2.2 Die Vorinstanz bezweifelt, dass die Strassenparzelle Nr. 12________ 
überhaupt als dem Gemeingebrauch gewidmet gilt. Ob tatsächlich eine 
Widmung erfolgt ist, kann allerdings dahingestellt bleiben, denn selbst wenn 
von einer solchen auszugehen ist, kann diese im Rahmen des 
Unterschutzstellungsbeschlusses aufgehoben oder geändert werden: Es 
spricht nach dem Gesagten nichts dagegen und ist für die 
Beschwerdeführenden mit keinen Nachteilen verbunden, wenn anstelle des 
Baubewilligungsverfahren das ordentliche, höherstufige Planerlassverfahren 
durchgeführt wird. Zwar wurde im vorliegenden Fall keine 
Überbauungsordnung erlassen (vgl. für Neubau und Änderung von 
Gemeindestrassen und Privatstrassen Art. 43 Abs. 1 SG). Der 
Unterschutzstellungsbeschluss stellt der Sache nach aber – wie die 
Überbauungsordnung (VGE 21284 vom 3.12.2001 E. 3a) – einen Nut-
zungsplan nach Art. 14 RPG dar (BGer 1C_484/2012 vom 27.5.2013, in 
URP 2013 S. 726 E. 4.1; BVR 2016 S. 507 E. 1.3; Zaugg/Ludwig, a.a.O., 
Art. 9-10 N. 38 mit weiteren Hinweisen). Unterschutzstellungsbeschluss und 
Überbauungsordnung sind hinsichtlich der Rechtswirkungen also gleichwer-
tig. Die Aufhebung oder Änderung der Widmung kann daher im Rahmen des 
Unterschutzstellungsverfahrens erfolgen. Dies gilt umso mehr, als der 
Schutzbeschluss dem Kanton bzw. den Gemeinden ebenfalls das Enteig-
nungsrecht verleiht (Art. 48 NSchG). Koordinationsrechtliche Fragen mit ei-
nem separaten Baubewilligungsverfahren stellen sich somit nicht.

10.3 Die Beschwerdeführenden sehen die Koordinationspflicht weiter in 
Bezug auf ein kommunales Richtplanverfahren Verkehr verletzt.

10.3.1 Insbesondere die Gemeinde macht geltend, sie habe einen Richtplan 
Verkehr erlassen. Darin sollen auch Konflikte zwischen Freizeit- und Land-
wirtschaftsverkehr geregelt werden. Der Schutzbeschluss stehe im Wider-
spruch zu diesem kommunalen Planungsinstrument und bedeute einen un-
koordinierten naturschutzrechtlichen Eingriff in ein bestehendes Gesamtge-
füge (Beschwerde S. 29 f.). Die Vorinstanz ist dagegen der Auffassung, mit 
dem Erlass des Schutzbeschlusses hätte nicht auf unbestimmte Zeit zuge-
wartet werden können, zumal das Verkehrskonzept noch nicht ausgearbeitet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom , Nr. 100.2022.51U, Seite 43

sei. Zudem widerspräche der Schutzbeschluss den Richtplaninteressen 
nicht (Beschwerdeantwort S. 8 f., act. 7).

10.3.2 Das Bundesrecht und das kantonale Recht verlangen eine Koordina-
tion, wenn die Errichtung oder Änderung einer Baute oder Anlage Verfügun-
gen mehrerer Behörden erfordert (Art. 25a Abs. 1 RPG; Art. 1 des Koordina-
tionsgesetzes vom 21. März 1994 [KoG; BSG 724.1]). Die Koordinations-
pflicht gilt sinngemäss auch für das Nutzungsplanverfahren (Art. 25a Abs. 4 
RPG) und somit ebenfalls für den Erlass von Überbauungsordnungen (vgl. 
Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 25a N. 74; Beat Stalder, 
Raumplanungsrecht, in Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwaltungsrecht, 
3. Aufl. 2021, S. 405 ff., S. 437 f. N. 69 ff.). Dies gilt auch für das vorliegende 
Unterschutzstellungsverfahren, das zum Erlass eines (Sonder-)Nutzungs-
plans führt (vorne E. 10.2.2). Eine Pflicht zur Koordination besteht demnach, 
wenn die Vorhaben einen derart engen sachlichen Zusammenhang haben, 
dass sie nicht sinnvoll getrennt voneinander beurteilt werden können. Pla-
nungsmassnahmen können sich regelmässig immer nur auf einen bestimm-
ten Planungsperimeter beziehen. Die Koordinationspflicht kann allenfalls ge-
bieten, dass der Perimeter nicht sachfremd festgelegt wird; sie kann aber 
nicht zur Folge haben, dass sämtliche Aspekte, die ausserhalb des Pla-
nungsperimeters liegen, in die Koordination einbezogen werden müssen, 
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