# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1cdf75e-dd89-59fc-93e7-2055ac5e91b5
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-01-06
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2004 und Direkte Bundessteuer 2004
**Docket/Reference:** ST.2009.179
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_179_mn.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2009.179 
2 DB.2009.98 

Entscheid 

6. Januar 2010 

Mitwirkend: 

Vizepräsident W. Balsiger, die Mitglieder R. Oesch, R. Schircks Denzler und Sekretär 
M. Ochsner 

A,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent/  
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2004 und Direkte Bundessteuer 2004 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

 A.  Der  1963  geborene  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  ist  als  Malermeister 

selbstständig  erwerbstätig.  Im  Veranlagungsverfahren  betreffend  die  Steuerperiode 

2004  erlangte  der  Steuerkommissär  gestützt  auf  eine  Grundstückgewinnsteuerveran-

lagung  der  Stadt  Zürich  Kenntnis  davon,  dass  der  Pflichtige  zusammen  mit  C  am 

24. August 2004 Stockwerkeigentum an der Liegenschaft … in D zum Preis von Fr. 2.9 

Mio. verkauft hatte. Seinen Anteil an der letzteren Liegenschaft hatte der Pflichtige we-

der in der Steuererklärung 2004 noch in früheren Steuererklärungen deklariert.  

Mit Auflage vom 10. März 2006 (gemahnt am 12. April 2006) untersuchte der 

Steuerkommissär den Sachverhalt rund um diese Liegenschaft.  

Der  Auflageantwort  des  Pflichtigen  vom  18. April  2006  liess  sich  Folgendes 

entnehmen: Die fragliche Liegenschaft sei im Jahr 2002 von ihm und C zum Preis von 

Fr. 2 Mio. erworben worden. Die Finanzierung habe der Letztere übernommen. In der 

Liegenschaft  hätten  sich  damals  Geschäftsräumlichkeiten  einer  Bank  sowie  Mietwoh-

nungen  befunden.  Diese  seien  ab  Kaufdatum  nicht  mehr  genutzt  worden  bzw.  seien 

sie in der Periode 2002/2004 in Mietwohnungen umgebaut worden; die stark reduzier-

ten  Mieteinnahmen  2002/2004  hätten  sich  auf  total  Fr. 23'000.-  belaufen  und  seien 

vollumfänglich  von  C  vereinnahmt  worden.  Auch  die  gesamte  Umbaufinanzierung  sei 

über den Letzteren gelaufen. Der Ertrag  aus dem Verkauf per 2004 (Verkaufspreis ./. 

Kaufpreis,  Umbaukosten,  Grundstückgewinnsteuer)  sei  zwischen  den  Parteien  aufge-

teilt  worden.  C  sei  in  diesem  Sinn  für  die  Finanzierung  und  er  "für  sein  Wissen  zum 

Kauf  dieser  Liegenschaft"  entschädigt  worden.  Sein  Malergeschäft  habe  in  der  Um-

bauperiode 2002/2003 Malerarbeiten im Betrag von Fr. 47'243.- ausgeführt, wobei der 

entsprechende  Ertrag  erst  pro  2005  bezahlt  und  verbucht  worden  sei.  Neben  diesen 

Erklärungen  wurden  die  öffentlich  beurkundeten  Verträge  betreffend  An-  und  Verkauf 

der fraglichen Liegenschaft sowie ein Schreiben der E vom 27. März 2006 eingereicht. 

Letzterem  liess  sich  entnehmen,  dass  C  beim  Kauf  der  Liegenschaft  per  1. Februar 

2002 das Eigenkapital von Fr. 500'000.- eingebracht habe, weshalb ihm auch die Miet-

einnahmen ausbezahlt worden seien.  

Auf  weitere  Auflage  des  Steuerkommissärs  vom  4. Mai  2006  hin  liess  der 

Pflichtige am 19. Mai 2006 mitteilen, dass zwischen ihm und C kein Gesellschaftsver-

trag existiere.  

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Mit  Einschätzungsvorschlag  für  die  direkte  Bundessteuer  2004  vom  12. Juni 

2006 sah der Steuerkommissär vor, den hälftigen Gewinnanteil aus dem Liegenschaf-

tenverkauf  in  Höhe  von  Fr. 335'056.-  als  Einkommen  aus  gewerbsmässigem  Liegen-

schaftenhandel aufzurechnen. 

Der Pflichtige liess diesen Vorschlag mit Eingabe vom 30. August 2006 ableh-

nen.  Dabei  wies  er  (in  Widerspruch  zur  eingereichten  Bestätigung  der  vorgenannten 

Immobilienverwaltung)  darauf hin, dass der Vermögenswert der Liegenschaft  und de-

ren Ertrag den Eigentumsverhältnissen entsprechend jeweils hälftig versteuert worden 

seien.  Weiter  stellte  er  seine  Qualifikation  als  Liegenschaftenhändler  in  Abrede  und 

beantragte, den bisher nicht deklarierten hälftigen Verlust aus der Verwaltungsabrech-

nung 2004 in der Höhe von Fr. 17'588.- bei der Einschätzung zu berücksichtigen. So-

dann machte er geltend, dass während der Besitzesdauer neben den ordentlichen Un-

terhaltskosten noch weitere (im Einzelnen aufgelistete) Aufwendungen in der Höhe von 

Fr. 185'279.50  getätigt  worden  seien;  hiervon  seien  bei  der  Grundstückgewinnsteuer 

75% (= Fr. 138'959.60) als wertvermehrend deklariert worden.  

Einer  telefonischen  Aufforderung  des  Steuerkommissärs  Folge  leistend,  liess 

der  Pflichtige  am  18. September  2006  die  Verwaltungsabrechnungen  2002  und  2003 

der streitbetroffenen Liegenschaft sowie die Kontoblätter aus der Buchhaltung 2002 bis 

2004 einreichen.  

Nach  Studium  dieser  Unterlagen  verlangte  der  Steuerkommissär  mit  Auflage 

vom 22. September 2006 den lückenlosen Nachweis der  pro 2004 aufwandseitig ver-

buchten Umbaukosten in der Höhe von Fr. 150'000.-. Daraufhin liess der Pflichtige am 

16. Oktober 2006 eine detaillierte Aufstellung (samt Belegen) über zwischen 2002 und 

2004 angefallene Umbaukosten im Gesamtumfang von Fr. 149'776.90 einreichen.  

Mit  Einschätzungsentscheid  vom  19. April  2007  nahm  der  Steuerkommissär 

die  Veranlagung  der  Staats-  und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2004,  mit  einem 

steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 288'000.-  (statt  deklariert  Fr. 218'200.-)  und  einem 

steuerbaren Vermögen von Fr. 197'000.- (statt deklariert Fr. 166'000.-) vor; die Abwei-

chungen gegenüber der Selbstdeklaration gründeten insbesondere in der Aufrechnung 

eines  liegenschaftenbezogenen  Einkommens  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  im 

Betrag  von  Fr. 70'621.-  (Verlust  2004  von  Fr. -  17'688.-  +  verbuchte  periodenfremde 

Umbaukosten  von  Fr. 75'000.-  +  verbuchte  wertvermehrende  Aufwendungen  von 

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Fr. 13'309.-). Mit Hinweis vom gleichen Tag sah er sodann die Veranlagung der direk-

ten  Bundessteuer,  Steuerperiode  2004,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 623'800.-  (statt  deklariert  Fr. 219'000.-)  vor.  Dabei  nahm  er  u.a.  die  gleichen  Kor-

rekturen  vor  und  rechnete  zusätzlich  einen  Gewinn  aus  Liegenschaftenhandel  im Be-

trag  von  Fr. 335'056.-  auf.  Die  Bundessteuerveranlagung  wurde  mit  Schlussrechnung 

vom 14. Mai 2007 formell eröffnet.  

B.  Mit  Einsprachen  vom  21. Mai  2007  bzw.  12. Juni  2007  liess  der  Pflichtige 

beantragen,  die  Aufrechnung  von  periodenfremdem  Liegenschaftenaufwand  von 

Fr. 75'000.-  auf  Fr. 27'756.60  zu  reduzieren,  die  Aufrechnung  von  wertvermehrenden 

Aufwendungen  im  Betrag  von  Fr. 13'309.-  fallen  zu  lassen  und  auf  die  Aufrechnung 

des  hälftigen  Gewinns  aus  Liegenschaftenverkauf  zu  verzichten.  In  der  Begründung 

wurde vorab geltend gemacht, dass kein gewerbsmässiger Liegenschaftenhandel vor-

liege,  weshalb  weder  der  Gewinn  aus  dem  Liegenschaftenverkauf  noch  wertvermeh-

rende Aufwendungen aufzurechnen seien. Sodann sei die Aufrechnung von perioden-

fremdem Aufwand um die vom Pflichtigen 2002 und 2003 geleisteten Malerarbeiten in 

der Höhe von Fr. 47'243.40 zu reduzieren, weil diese 2005 als Ertrag verbucht worden 

seien.  

Mit Veranlagungsvorschlägen vom 28. Oktober 2008 unterbreitete der Steuer-

kommissär  dem  Pflichtigen  einkommensseitige  Höhertaxationen  im  Umfang  von 

Fr. 37'794.-. Diese begründete er damit, dass die  Eigenleistungen des Pflichtigen aus 

den Jahren 2002 und 2003 steuerlich im Verkaufsjahr 2004 zu erfassen seien (Maler-

arbeiten  von  Fr. 47'243.-  ./.  anteilsmässiger  Abzug  von  Unterhaltskosten  an  diesen 

Malerarbeiten von Fr. 5'905.-). Der Pflichtige liess sich dazu nicht vernehmen.  

Mit Entscheiden vom 5. Juni 2009 wies das kantonale Steueramt die Einspra-

chen  in  der  Folge  ab;  dies  unter  Vornahme  der  zuvor  unterbreiteten  Höhertaxationen 

bzw.  unter  Festsetzung  der  steuerbaren  Einkommen  auf  Fr. 329'300.-  (Staats-  und 

Gemeindesteuern) bzw. Fr. 665'200.- (direkte Bundessteuer). In den Erwägungen wur-

de insbesondere am Vorliegen von  steuerbarem  Einkommen  aus  Liegenschaftenhan-

del festgehalten.  

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C.  Mit  Beschwerde  vom  2. Juli  2009  liess  der  Pflichtige  beantragen,  bei  der 

Bundessteuerveranlagung auf die Aufrechnung eines Gewinns aus gewerbsmässigem 

Liegenschaftenhandel in der Höhe von Fr. 335'056.- zu verzichten und das steuerbare 

Einkommen  auf  Fr. 330'100.-  festzusetzen;  nicht  mehr  beanstandet  wurden  alle  übri-

gen  Korrekturen.  Eventualiter  wurde  beantragt,  auf  dem  aufgerechneten  Einkommen 

aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  (Liegenschaftengewinn  von  Fr. 335'056.-  plus 

Malerarbeiten  von  Fr. 47'243.-)  Rückstellungen  für  AHV-Beiträge  in  der  Höhe  von 

Fr. 47'000.- (Fr. 38'000.- zuzüglich Zinsen von ca. Fr. 9'000.-) in Abzug zu bringen.   

Mit  Rekurs  vom  3. Juli  2009  liess  der  Pflichtige  sodann  beantragen,  bei  der 

Einkommensveranlagung der Staats- und Gemeindesteuern eine gleiche Rückstellung 

für AHV-Beiträge steuermindernd zu berücksichtigen. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  26. August  2009  auf  Abweisung  des 

Hauptantrags  der  Beschwerde.  Gutzuheissen  seien  die  Rechtsmittel  indes  mit  Bezug 

auf die steuermindernde Berücksichtigung  einer AHV-Rückstellung, wobei diese unter 

Berücksichtigung  der  ebenfalls  aufgerechneten  Mieterträge  aus  der  Geschäftsliegen-

schaft … auf insgesamt Fr. 44'700.- zu beziffern sei und bei den Staats- und Gemein-

desteuern  auch  vermögensseitig  durchschlage.  Nicht  abzugsfähig  seien  indes  Zinsen 

auf den AHV-Beiträgen.  

Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Mit  Verfügung  vom  31. August  2009  wurde  ein  zweiter  Schriftenwechsel  an-

geordnet. Der Pflichtige liess sich nicht vernehmen.  Mit E-Mail vom 13. Oktober 2009 

zog  er  den  Antrag  auf  steuermindernde  Berücksichtigung  der  Zinsen  auf  den  AHV-

Beiträgen 2004 zurück. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. Strittig ist allein noch, ob der Gewinn, welchen der Pflichtige (zusammen mit 

C)  beim  Verkauf  von  Stockwerkeigentum  an  der  Liegenschaft  …  in  D  erzielt  hat,  als 

Einkommen  aus  gewerbsmässigem  Liegenschaftenhandel  zu  qualifizieren  ist.  Einig 

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sind  sich  die  Parteien,  dass  im  bejahenden  Fall  entsprechende  AHV-Rückstellungen 

steuermindernd zu berücksichtigen sind.  

2. a)  Der  direkten  Bundessteuer  unterliegen  gemäss  Art. 16  Abs. 1  des  Bun-

desgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990  (DBG)  alle  wie-

derkehrenden  und  einmaligen  Einkünfte;  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von 

Privatvermögen  sind  hingegen  nach  Art. 16  Abs. 3  DBG  steuerfrei.  Art. 18  DBG  um-

schreibt die steuerbaren Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit. Dazu gehören 

gemäss  Abs. 2  auch  alle  Kapitalgewinne  aus  Veräusserung,  Verwertung  oder  buch-

mässiger  Aufwertung  von  Geschäftsvermögen.  Als  Geschäftsvermögen  gelten  alle 

Vermögenswerte, die ganz  oder vorwiegend  der selbstständigen Erwerbstätigkeit  die-

nen (Abs. 2 Satz 3). 

b) Gemäss bundesgerichtlicher Praxis liegt steuerbarer Liegenschaftenhandel 

vor, wenn der Steuerpflichtige An- und Verkäufe von Liegenschaften nicht nur im Rah-

men  der  privaten  Vermögensverwaltung  bei  zufällig  sich  bietender  Gelegenheit  tätigt, 

sondern wenn er dies systematisch und mit der Absicht der Gewinnerzielung tut, d.h. 

wenn er eine Tätigkeit entfaltet, die in ihrer Gesamtheit auf Erwerb gerichtet ist (BGE 

104 Ib 164; BGE 112 Ib 79; BGE 125 II 113 = StE 1999 B 23.1 Nr. 41 = ASA 67, 644 = 

ZStP 1999, 70, auch zum Folgenden). Zur Abgrenzung zwischen privater Vermögens-

verwaltung  und  (selbstständiger)  Erwerbstätigkeit  haben  Lehre  und  Rechtsprechung 

verschiedene Kriterien entwickelt. Ob eine Erwerbstätigkeit vorliegt, ist immer nach der 

Gesamtheit der Umstände zu beurteilen. Als Indizien für eine selbstständige Erwerbs-

tätigkeit können bei Liegenschaftengewinnen wie bisher etwa die (systematische bzw. 

planmässige)  Art  und  Weise  des  Vorgehens,  die  Häufigkeit  der  Liegenschaften-

geschäfte, der enge Zusammenhang eines Geschäfts mit der beruflichen Tätigkeit des 

Steuerpflichtigen,  der  Einsatz  spezieller  Fachkenntnisse,  die  Besitzesdauer,  der  Ein-

satz  erheblicher  fremder  Mittel  zur  Finanzierung  der  Geschäfte  oder  die  Realisierung 

im  Rahmen  einer  Personengesellschaft  in  Betracht  kommen.  Jedes  dieser  Indizien 

kann zusammen mit andern, im Einzelfall jedoch unter Umständen auch bereits allein 

zur  Annahme  einer  Erwerbstätigkeit  ausreichen  (vgl.  BGE  122  II  446).  Liegt  eine  Er-

werbstätigkeit  in  diesem  Sinn  vor,  gehört  nach  konstanter  Rechtsprechung  lediglich 

das  selbstbewohnte  Eigenheim  eines  Liegenschaftenhändlers – jedenfalls  im  Regel-

fall – nicht  zu  dessen  Geschäftsvermögen 

(vgl.  BSt-RK,  21. August  2003, 

4 DB.1999.72). 

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3. a) Die Vorinstanz schliesst im vorliegenden Fall auf gewerbsmässigen Lie-

genschaftenhandel,  weil  der  Pflichtige  die  Liegenschaft  nur  rund  zweieinhalb  Jahre 

gehalten und nicht selbst bewohnt habe, weil er von Beruf Maler sei und damit Baunä-

he vorliege, weil er nach deren Kauf Malerarbeiten in der Höhe von Fr. 47'243.40 habe 

ausführen können und weil er beim seinerzeitigen Erwerb kein Eigenkapital beigesteu-

ert habe, weshalb Vermögensverwaltung gar nicht vorliegen könne. 

b) Der Pflichtige begründet seine gegenteilige Ansicht damit, dass er im Sinn 

einer sich zufällig bietenden Gelegenheit zum ersten  Mal eine  Liegenschaft erworben 

habe  und  dass  auch  die  Gründe  für  die  Veräusserung  rein  zufälliger  Natur  gewesen 

seien;  der  Käufer  habe  mit  Fr. 2.9  Mio.  eine  derart  "orbitante"  Summe  geboten,  dass 

die  ursprüngliche  Absicht  der  langfristigen  privaten  Vermögensverwaltung  habe  über 

Bord  geworfen  werden  müssen.  Zudem  habe  man  im  Verkaufszeitpunkt  von  steigen-

den Zinsen gesprochen, was in seinen Augen zu einem Wertverlust geführt hätte. Von 

einer  kurzen  Haltedauer  könne  bei  einem  Verkauf  nach  gut  zwei  Jahren  nicht  mehr 

gesprochen werden. Sodann liege auch keine Häufung von Liegenschaftengeschäften 

vor.  Insgesamt  sei  mithin  darauf  zu  schliessen,  dass  beim  Erwerb  und  beim  Verkauf 

schlichte Verwaltung von Privatvermögen betrieben worden sei.  

c) Entgegen der Auffassung des Pflichtigen ist bei Immobilienbesitz eine Hal-

tedauer von gut zwei Jahren als sehr kurz zu bezeichnen. Wer sein Geld im Sinn von 

privater Vermögensanlage in Immobilien investiert, hat regelmässig einen langfristigen 

Anlagehorizont, denn neben einer allfälligen Wertsteigerung  steht primär das Erzielen 

einer  dauerhaften  und  sicheren  Rendite  in  Form  von  Mietzinseinnahmen  im  Vorder-

grund (vgl. auch VGr, 4. April 2007, SB.2006.00081, in welchem Entscheid eine Halte-

dauer von gut drei Jahren als sehr kurz eingestuft worden ist). Anders als beispielswei-

se bei einem Architekten oder Liegenschaftenverwalter ist die  allgemeine  Berufsnähe 

(im Sinn von Einbringen von Fachwissen beim Kauf und Verkauf) bei einem Maler ein 

weniger starkes Indiz für das Vorliegen von gewerbsmässigem Liegenschaftenhandel; 

ein Zusammenhang zur beruflichen Tätigkeit besteht im vorliegenden Fall aber gleich-

wohl  insofern,  als  der  Pflichtige  durch  den  Liegenschaftenkauf  für  sein  Malergeschäft 

ein  Auftragsvolumen  von  gegen  Fr. 50'000.-  hat  generieren  können.  Im  gleichen  Zu-

sammenhang offenbart sich vorliegend auch ein planmässiges Vorgehen, indem näm-

lich bereits beim Liegenschaftenkauf 2002 die Absicht bestanden hat, die von der Bank 

nicht mehr benötigten Geschäftsräumlichkeiten mit baulichen Massnahmen der Wohn-

nutzung zuzuführen. Die Planmässigkeit zeigt sich zudem auch im gemeinsamen Vor-

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gehen des Pflichtigen mit C im Rahmen einer einfachen Gesellschaft, wobei er neben 

seinen  Möglichkeiten,  beim  anstehenden  Umbau  die  Malerarbeiten  zu  übernehmen, 

nach  eigenen  Angaben  auch  das  "Wissen  zum  Kauf  der  Liegenschaft"  beigesteuert 

hat,  während  seinem  Geschäftspartner  die  Rolle  des  Financiers  zukam.  Der  letztere 

Umstand ist im vorliegenden Fall zugleich das gewichtigste Abgrenzungskriterium:  

Das  beim  Liegenschaftenkauf  eingesetzte  Eigenkapital  in  der  Höhe  von 

Fr. 500'000.- wurde unbestrittenermassen vollumfänglich von C zur Verfügung gestellt; 

die Restfinanzierung  mittels Hypotheken in der Höhe von  Fr. 1'500'000.- übernahmen 

die Banken. Unbestrittenermassen hat damit der Pflichtige seinen 50%-Anteil am frag-

lichen  Stockwerkeigentum  in  der  Liegenschaft  …  zu  100%  fremdfinanziert.  Er  hat  mit 

anderen  Worten  beim  Ankauf  kein  Eigenkapital  eingesetzt  und  also  keinen  einzigen 

Franken in das Kaufobjekt investiert. Hat er mithin keine Vermögensanlage getätigt, so 

bleibt  von  vornherein  kein  Raum  für  die  Annahme,  es  gehe  hier  um  private  Vermö-

gensverwaltung.  Vielmehr  liegt  offensichtlich  gewerbsmässiger  Liegenschaftenhandel 

vor.  Abgerundet  wird  diese  Schlussfolgerung  durch  die  Tatsache,  dass  der  Pflichtige 

gemäss den unbestrittenen Erwägungen der Einsprachebehörde den in Frage stehen-

den  Gewinn  per  1. Dezember  2005  in  die  Liegenschaft  …  in  F  reinvestierte,  wobei 

auch  dieses  Objekt  am  28. Februar  2006  bereits  wieder  weiterveräussert  worden  ist. 

Dass der Pflichtige seinen 50%-Stockwerkeigentumsanteil im Rahmen einer (erstmali-

gen) Erwerbstätigkeit als Liegenschaftenhändler verkauft hat, ist damit erstellt.   

d) Die Höhe des steuerbaren Liegenschaftengewinns ist unbestritten. Sie ent-

spricht  mit  Fr. 335'056.-  dem  hälftigen  steuerpflichtigen  Grundstückgewinn  (=  Ver-

kaufserlös  von  Fr. 2'900'000.-  ./.  Ankaufspreis  Fr. 2'000'000.-  ./.  Anlagekosten)  und 

wurde damit korrekt ermittelt.  

e) Als Zwischenresultat ist festzuhalten, dass die Vorinstanz bei der Veranla-

gung der direkten Bundessteuer 2004 zu Recht einen Gewinn aus gewerbsmässigem 

Liegenschaftenhandel  in  der  Höhe  von  Fr. 335'056.-  aufgerechnet  hat.  Die  übrigen 

(auch die Staats- und Gemeindesteuern betreffenden) Aufrechnungen von liegenschaf-

tenbezogenen  Einkünften  sind  ebenfalls  zu  Recht  erfolgt  und  werden  vom  Pflichtigen 

denn auch nicht mehr in Frage gestellt.  

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4. Für den nun eingetretenen Fall stellt der Pflichtige den Antrag, bei der Ein-

kommensveranlagung  steuermindernde  Rückstellungen  für  die  auf  dem  aufgerechne-

ten  Einkommen  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  geschuldeten  AHV-Beiträge  zu 

berücksichtigen;  dies  sowohl  bei  der  direkten  Bundessteuer  als  auch  bei  den  Staats- 

und Gemeindesteuern.  

Zu Recht stellt sich die Vorinstanz diesem Antrag nicht entgegen, ergibt sich 

doch  die  entsprechende  Abzugsfähigkeit  der  arbeitgeber-  und  arbeitnehmerseitigen 

Sozialversicherungsbeiträge aus Art. 27 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 27 

Abs. 1  und  § 31  Abs. 1  lit. d  StG  und  sind  bei  Vornahme  von  Aufrechnungen  beim 

steuerlich  massgebenden  Einkommen  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  im  Veran-

lagungsverfahren  entsprechende  (aufwandseitige)  Bilanzkorrekturen  zulässig  (vgl. 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.A.,  2009,  Art. 58  N 52 

mit Hinweis auf BGr, 12. Mai 1999, NStP 2001, 57). Ebenfalls zu Recht weist die Vor-

instanz in der Rekurs- und Beschwerdeantwort darauf hin, dass (zugunsten des Pflich-

tigen) die Rückstellung bei den Staats- und Gemeindesteuern auch vermögensseitig zu 

berücksichtigen ist. Unbestritten ist sodann, dass mit Bezug auf die Höhe der Rückstel-

lung nicht nur der Gewinn aus dem vorstehend geprüften Liegenschaftenhandel, son-

dern auch den übrigen Aufrechnungen im Zusammenhang mit Einkommen aus selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit Rechnung zu tragen ist.  

Die Höhe der Rückstellung berechnet sich damit wie folgt: 

Liegenschaftengewinn 

Eigenleistungen (Malerarbeiten) 

Erträge aus Geschäftsliegenschaft  

Zusatzeinkommen aus selbst. Erwerbstätigkeit 

Rückstellung für AHV/IV/EO (10%) 

       (Fr.)  

335'056.- 

47'243.- 

64'716.- 

447'015.- 

44'700.- 

b) Unter Berücksichtigung dieser Rückstellung ist der Pflichtige in der Steuer-

periode 2004 demnach wie folgt zu veranlagen:  

    Staats- und Gemeindesteuer 

direkte  Bundesteuer

                         (Fr.) 

             (Fr.) 

Steuerbares Einkommen  
(gemäss Einspracheentscheid) 

329'300.- 

665'200.- 

./. Rückstellung AHV-Beiträge  

44'700.- 

44'700.- 

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Steuerbares Einkommen neu 

284'600.- 

620'500.- 

Steuerbares Vermögen 
(gemäss Einspracheentscheid) 

197'000.- 

./. Rückstellung AHV-Beiträge  
  44'700.- 
Steuerbares Vermögen neu (abgerundet)152'000.-. 

5. Nach  alledem  ist  die  Beschwerde  teilweise  und  der  Rekurs  vollumfänglich 

gutzuheissen. Ausgangsgemäss sind die Beschwerdekosten den Parteien anteilsmäs-

sig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG); bei den Rekurskosten rechtfertigt sich die glei-

che Kostenauflage, weil hier das Obsiegen des Pflichtigen direkte Folge seines Unter-

liegens im Bereich der direkten Bundessteuer ist (§ 151 StG).   

Eine Parteientschädigung ist dem Pflichtigen im Bereich der direkten Bundes-

steuer (wo die entsprechenden Voraussetzungen vom Amts wegen zu prüfen sind) bei 

diesem Ausgang nicht zuzusprechen (vgl. Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1-3 

des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968);  im 

Bereich  der  Staats-  und  Gemeindesteuer  fehlt  es  diesbezüglich  schon  an  einem  ent-

sprechenden Antrag.  

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Staats- und Gemeinde-

steuer,  Steuerperiode  2004,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 284'600.- 

und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 152'000.-  eingeschätzt  (Tarif  gemäss 

§ 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

2.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2004, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 620'500.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif).  

[…] 

2 ST.2009.179 
2 DB.2009.98