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**Case Identifier:** 3427f838-bfff-5aae-969e-87f4811ce75e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.06.2010 IV 2008/414
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-414_2010-06-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/414

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 10.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 10.06.2010
Art. 16 ATSG; Art. 26 IVV. Leistet eine versicherte Person in einer adaptierten 
Tätigkeit während längerer Zeit ein medizinisch-theoretisch zumutbares 
Arbeitspensum von 80% zur vollen Zufriedenheit ihrer Arbeitgeberin, ist eine 
gutachterlich zusätzlich attestierte reduzierte Leistungsfähigkeit (30%) bei 
der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit unbeachtlich. Erhöht sich 
altersbedingt der anwendbare Prozentsatz des Medianwertes nach LSE (Art. 
26 Abs. 1 IVV), ist das Valideneinkommen im Rahmen einer Rentenrevision 
anzupassen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 10. Juni 2010, IV 2008/414).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Adrian Rothenberger

Entscheid vom 10. Juni 2010

in Sachen

W.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.  

A.a W.___, geboren 8. September 1973, leidet von Geburt an am sog. Turner Syndrom, 

einer Chromosomenstörung mit vielfältigen dauerhaften gesundheitlichen 

Auswirkungen. Sie besuchte die Primar- und Realschule und absolvierte von November 

1991 bis Juli 1992 mit Unterstützung der Invalidenversicherung (IV) während rund acht 

Monaten die Haushaltungsschule (IV-act. 45). Zwei Versuche, eine Berufslehre als 

Damencoiffeuse zu absolvieren, scheiterten (IV-act. 54, 67, 83). Nach einem 

verlängerten Pflegepraktikum schloss die Versicherte schliesslich im März 1996 eine 

Ausbildung zur Pflegeassistentin erfolgreich ab (IV-act. 133-11).

A.b Mit Schreiben vom 24. Dezember 2000 beantragte die Versicherte, die ihren 

Wohnsitz in der Zwischenzeit nach Zürich verlegt hatte (IV-act. 138), die Ausrichtung 

einer halben IV-Rente (IV-act. 155). Dieses Begehren lehnte die IV-Stelle Zürich mit 

Verfügung vom 21. November 2001 ab mit der Begründung, dass die Versicherte 

beruflich angemessen und rentenausschliessend eingegliedert sei (IV-act. 170).

A.c Per 1. Februar 2002 nahm die Versicherte eine Teilerwerbstätigkeit bei der A.___ 

auf und erzielte dabei in den Jahren 2002 und 2003 ein jährliches 

Bruttoerwerbseinkommen von Fr. 37'124.-- resp. Fr. 37'104.-- (IV-act. 196). Daneben 

besuchte sie eine Sekundarschule für Erwachsene (IV-act. 201).

A.d Nachdem die Versicherte ihren Wohnsitz wieder in den Kanton St. Gallen verlegt 

hatte, meldete sie sich am 17. November 2003 erneut zum Bezug einer Rente der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 179). Mit Verfügung vom 14. Juli 2004 (IV-act. 203) 

und Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2004 (IV-act. 218) wies die IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen das Leistungsbegehren der Versicherten ab. Zur Begründung führte 

sie an, dass die Versicherte im Rahmen ihrer Erwerbstätigkeit als Kassiererin bei der 

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A.___ ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erziele. Mit Schreiben vom 

27. August 2004 kündigte die Versicherte ihre Anstellung bei der A.___ (IV-act. 212).

A.e Die von der Versicherten am 19. Januar 2005 gegen den Einspracheentscheid vom 

9. Dezember 2004 erhobene Beschwerde (IV-act. 219) hiess das Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen mit Urteil vom 4. Oktober 2005 (IV 2005/10) gut, hob den 

angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen 

an die IV-Stelle zurück (IV-act. 225). Dieses Urteil bestätigte das Eidgenössische 

Versicherungsgericht (EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts) am 16. August 2006 (I 717/05) und führte an, dass die IV-Stelle den 

Sachverhalt mangelhaft abgeklärt und das Invalideneinkommen zu Unrecht ohne 

Weiteres mit dem von der Versicherten im Jahr 2003 tatsächlich erzielten 

Erwerbseinkommens als Kassiererin gleichgesetzt habe. Ebenfalls habe die IV-Stelle 

beim Valideneinkommen zu Unrecht auf den Verdienst einer vollzeitlich angestellten 

Kassiererin abgestellt. Das Valideneinkommen sei vielmehr nach der hypothetischen 

Lohnentwicklung im angestammten pflegerischen Tätigkeitsbereich festzusetzen, es 

sei denn, die Versicherte habe invaliditätsbedingt keine zureichenden beruflichen 

Kenntnisse erwerben können. In diesem Fall sei Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) anwendbar (IV-act. 233).

A.f Per 1. September 2006 nahm die Versicherte die bereits früher ausgeübte 

Teilerwerbstätigkeit als Kassiererin bei der A.___ wieder auf (IV-act. 236).

A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte vom 2. bis 4. April 2007 von der 

Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz polydisziplinär begutachtet. 

Dabei wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Turner 

Syndrom mit Status nach Pterygium colli-Korrektur-Operation beidseits, 

Schallleitungsschwerhörigkeit links, sensorineuraler Gehörstörung rechts, 

Kiefergelenksarthrose links, chronischer Rhinitis, stammbetonter Adipositas II, ein 

belastungsabhängiges lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine rechtskonvexe 

Skoliose bei Beckentiefstand rechts und Osteochondrose Th12/L1, eine verheilte OSG-

Fraktur rechts nach Osteosynthese, Metatarsalgie II/III beidseits, eine neurotische 

Depression, eine Zwangsstörung mit zwanghaft hypochondrischen Befürchtungen, 

Kontroll- und Waschzwang sowie Gedankenkreisen und eine ängstlich unreife 

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Persönlichkeit. Für Pflegeberufe erachteten die Gutachter die Versicherte aus 

polydisziplinärer Sicht als voll arbeitsunfähig. Als Hilfsverkäuferin in einer kleinen 

Grossverteilerfiliale bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 80%ige Einsetzbarkeit mit 

um circa 30% reduzierter Leistungsfähigkeit. An ihrer jetzigen Stelle sei die Versicherte 

optimal eingegliedert. Da die Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit in somatischer 

Hinsicht nicht eingeschränkt sei, betrage die Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit rund 50% seit 21. November 2001. Berufliche Massnahmen würden aus 

psychiatrischer Sicht nicht empfohlen, da jedem Arbeitsplatzwechsel die Gefahr von 

Leistungsdruck, Teamkonflikten und schwierigen Vorgesetzten inhärent sei, was die 

bestehende Arbeitsfähigkeit gefährden könne (IV-act. 245).

A.h Mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2007 (IV-act. 258) und Verfügung vom 19. 

August 2008 (IV-act. 276) sprach die IV-Stelle der Versicherten eine Viertelsrente ab 

1. Januar 2004 zu.

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Duri Poltera, St. Gallen, 

am 18. September 2008 für W.___ ans Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 

erhobene Beschwerde. Darin beantragt die Beschwerdeführerin die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer Dreiviertelsrente der 

Invalidenversicherung ab 1. Dezember 2002 unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

sowie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das 

Beschwerdeverfahren vor Versicherungsgericht. Zur Begründung bringt die 

Beschwerdeführerin insbesondere vor, dass sie in ihrer bisherigen Tätigkeit als 

Kassiererin bei der A.___ aus medizinischer Sicht lediglich zu 50% arbeitsfähig sei, was 

die MEDAS gutachterlich bestätigt habe. Das von ihr im Jahr 2007 ausgeübte 

Arbeitspensum von rund 77% resultiere alleine aus dem Umstand, dass sie dem 

Drängen ihrer Arbeitgeberin keinen Widerstand entgegensetzen könne; in diesem Sinne 

werde auch im psychiatrischen Teilgutachten festgestellt, dass infolge ihrer Unreife 

eine Tendenz zu dissimulieren, sich zu überfordern, bestehe. Sie habe immer über das 

ihr zumutbare Mass gearbeitet, was dazu geführt habe, dass sie sich beim 

Sozialpsychiatrischen Dienst in Behandlung habe begeben müssen. Beim 

Invalideneinkommen dürfe daher nicht ohne Weiteres auf das von ihr im Jahr 2007 

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erzielte Erwerbseinkommen abgestellt werden. Massgebend sei vielmehr das ihr unter 

medizinischen Gesichtspunkten längerfristig zumutbare Einkommen und damit der 

Verdienst, den sie im Jahr 2003 im Rahmen eines 50%-Pensums erzielt hätte. Unter 

Berücksichtigung von Teuerungszuschlägen, zeitweisen Mehrstunden oder 

Sonntagszulagen betrage das Invalideneinkommen somit höchstens Fr. 28'000.--. Das 

Valideneinkommen sei von der Beschwerdegegnerin demgegenüber zu Recht gestützt 

auf Art. 26 Abs. 1 IVV auf Fr. 72'500.-- gesetzt worden. Aus einem 

Einkommensvergleich resultiere deshalb ein Invaliditätsgrad von 61%. Sollte das 

Gericht jedoch die Ansicht der IV-Stelle teilen und das im Jahr 2007 tatsächlich erzielte 

Bruttoerwerbseinkommen als für das Invalideneinkommen massgeblich erachten, seien 

invaliditätsbedingte Gestehungskosten von Fr. 9'116.-- zu berücksichtigen. Für die 

Frage der anspruchserheblichen Änderung der Verhältnisse und damit auch für den 

Beginn des Wartejahres sei der 21. November 2001 massgebend, werde doch auch im 

MEDAS-Gutachten festgehalten, dass seitdem von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen sei. Eine Invalidenrente sei daher nicht erst ab 1. Januar 2004, sondern 

bereits ab 1. Dezember 2002 geschuldet (act. G 1).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich unter Berufung auf 

eine gleichzeitig ins Recht gelegte Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes 

der Invalidenversicherung (RAD) vom 19. November 2008 auf den Standpunkt, dass 

vorliegend nicht grundsätzlich von einer Überforderungssituation ausgegangen werden 

könne. Vielmehr liege eine Nischenarbeit vor, in der die Beschwerdeführerin eine 

höhere Leistungsfähigkeit als die medizinisch-theoretische aufweise. Dies bestätige 

auch die Tatsache, dass der von der A.___ ausbezahlte Lohn gemäss eingereichtem 

Arbeitgeberfragebogen vom 31. März 2008 der Arbeitsleistung entspreche, mit anderen 

Worten also kein Soziallohn ausbezahlt werde. Auch müsse nach einem erst kürzlich 

ergangenen Urteil des Bundesgerichts eine Entschädigung für regelmässig und 

vorbehaltlos geleistete Überstunden bei der Berechnung des Invalideneinkommens 

berücksichtigt werden, was auch gelten müsse, wenn regelmässig ein grösseres 

Pensum als vereinbart geleistet werde. Die eventualiter geltend gemachten 

Gewinnungskosten seien nicht als behinderungsbedingt notwendige Auslagen zu 

qualifizieren und daher bei der Berechnung des Invalideneinkommens nicht zu 

berücksichtigen (act. G 7). Betreffend Rentenbeginn verweist die Beschwerdegegnerin 

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auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung. Darin begründet sie den Beginn 

der Rentenzahlungen per 1. April 2004 (richtig: 1. Januar 2004) damit, dass erst im Jahr 

2003 eine durchschnittliche Erwerbseinbusse von 40% vorgelegen sei (vgl. IV-act. 

276/5).

B.c Am 5. Dezember 2008 bewilligte die Präsidentin der I. Abteilung des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen der Beschwerdeführerin die 

unentgeltliche Prozessführung (act. G 8).

Erwägungen:

1.   

Angefochten ist eine Verfügung, die nach dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 

1. Januar 2008 ergangen ist. Mangels einer spezifischen übergangsrechtlichen Norm 

sind nach allgemeinen temporalrechtlichen Grundsätzen für die vor diesem Zeitpunkt 

massgebenden Verhältnisse (Rentenanspruch mit Anspruchsbeginn bei Anmeldung 

unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis zum 31. Dezember 2003 resp. 

31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.

2.   

2.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgeblichen Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die 

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versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in der bis 31. Dezember 2003 gültigen Fassung 

hat eine versicherte Person Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn sie 

mindestens zu 66 2/3%, einen Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 

50% und einen solchen auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. 

Diese Bestimmung wurde im Rahmen der am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen 4. IV-

Revision dahingehend geändert, dass eine versicherte Person bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und erst bei 

einem solchen von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 

Hinsichtlich der halben Rente und der Viertelsrente ergaben sich keine Änderungen 

(50% resp. 40% Invalidität; Art. 28 Abs. 2 IVG resp. Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 

31. Dezember 2007 gültigen Fassung).

2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im 

Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die 

höchstrichterliche Rechtsprechung hat es aber mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen 

(BGE 125 V 351 E. 3b). Gemäss Bundesgericht besitzen daher im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).

2.3 Im Rahmen eines stationären Aufenthalts vom 2. bis 4. April 2007 wurde die 

Versicherte durch die MEDAS Ostschweiz polydisziplinär begutachtet. Im Gutachten 

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vom 23. Mai 2007 kommen die Experten zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in 

ihrer Tätigkeit als Hilfsverkäuferin im Umfang von 80 Stellenprozent einsetzbar sei, 

wobei aber von einer um ca. 30% verminderten Leistungsfähigkeit ausgegangen 

werden müsse. Die verminderte Leistungsfähigkeit erklären die Gutachter insbesondere 

mit durch Kontrollzwänge und Grübeln verursachten Produktivitätseinbussen. Die 

Beschwerdeführerin sei an der aktuellen Arbeitsstelle optimal eingegliedert. Sie habe 

wohlwollende Vorgesetzte, ein überblickbares Pflichtenheft und die Möglichkeit, die 

sozialen Kontakte zu regulieren, indem sie einerseits an der Kasse, aber auch am 

Gestell oder im Lager arbeiten könne. Die unverbindliche Distanz an der Kasse mit klar 

strukturierten Abläufen und meist freundlichen Kundenkontakten sei ebenfalls auf die 

Problematik der Beschwerdeführerin abgestimmt, was für eine gleiche Tätigkeit in 

einem grossen Einkaufszentrum nicht der Fall wäre. Die gutachterliche Einschätzung 

wurde nach eingehender Untersuchung der Beschwerdeführerin und in Kenntnis der 

Vorakten abgegeben. Sie ist nachvollziehbar und schlüssig, wovon auch der RAD 

ausgeht (IV-act. 248).

2.4 Aus dem Arbeitgeberfragebogen vom 22. April 2004 geht hervor, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Arbeitstätigkeit bei der A.___ im Jahr 2002 während 1'447 

Stunden, im Jahr 2003 während 1'476 Stunden ausübte. Ausgehend von einer 41 

Stundenwoche und einem Ferienanspruch von fünf Wochen (vgl. IV-act. 269-3) nahm 

die Beschwerdeführerin in besagten Jahren demnach ein Arbeitspensum von rund 

77% wahr. Diese Arbeitsleistung erbrachte sie zur vollen Zufriedenheit ihrer 

Arbeitgeberin, was einerseits daraus ersichtlich ist, dass der ausbezahlte Lohn nach 

Angaben der A.___ den tatsächlichen Leistungen der Beschwerdeführerin entspricht, 

anderseits aber auch daraus, dass die A.___ die Beschwerdeführerin im Jahr 2006 

nach einem zweijährigen Unterbruch der Tätigkeit wieder eingestellt hat. In 

tatsächlicher Hinsicht steht damit fest, dass die Beschwerdeführerin in der zu 

beurteilenden Zeit an ihrem konkreten Arbeitsplatz und unter den konkreten 

Umständen im Umfang von rund 80% arbeitsfähig war, ohne dass die gutachterlich 

attestierte 30%ige Leistungseinschränkung zum Tragen kam. Zu diesem Schluss 

kommt auch der RAD in seiner ausführlichen Stellungnahme vom 19. November 2008, 

äussert er sich doch dahingehend, dass die gutachterlich festgestellte ca. 50%ige 

Leistungsunfähigkeit den Defekten der Beschwerdeführerin ziemlich gerecht werde, "in 

Praxi [aber] glücklicherweise eine höhere Leistungsfähigkeit an diesem speziellen 

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Arbeitsplatz" bestehe. Es handle sich um einen Nischenarbeitsplatz, welcher einen 

höhergradigen Arbeitseinsatz als der medizinisch-theoretische ungefähre Schätzwert 

erlaube (act. G 7.1). Anzumerken ist aber, dass sich die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin bereits bei kleinen Veränderungen am konkreten Arbeitsplatz 

reduzieren kann. Solche Veränderungen, bspw. neue Vorgesetzte, können mit anderen 

Worten dazu führen, dass die Beschwerdeführerin lediglich noch im Umfang der ihr 

medizinisch-theoretisch attestierten 50% arbeitsfähig ist. Derartigen Veränderungen 

wären im Rahmen einer Rentenrevision Rechnung zu tragen.

3.   

3.1 Aufgrund dieser besonderen Verhältnisse ist für die Festsetzung des 

Invalideneinkommens grundsätzlich vom tatsächlich erzielten bzw. vom bei einem 

80%igen Einsatz erzielbaren Einkommen bei der A.___ auszugehen, und zwar bis 

Verfügungserlass (19. August 2008). In gesundheitlicher Hinsicht sind nämlich keine 

relevanten Veränderungen aktenkundig. Die Stelle bei der A.___ gab die 

Beschwerdeführerin am 27. April 2004 wegen Wohnortswechsel von Zürich nach St. 

Gallen und damit aus invaliditätsfremden Gründen auf (vgl. IV-act. 212-2). Per 1. 

September 2006 konnte sie die frühere Stelle bei der A.___ erneut aufnehmen. Sie war 

in der Folge auch erneut in einem Pensum von rund 80% tätig, wie den 

Stundenaufschrieben zu entnehmen ist (vgl. IV-act. 269-8). In quantitativer Hinsicht ist 

also das Erwerbseinkommen massgebend, das die Beschwerdeführerin im Rahmen 

einer 80%-Anstellung bei der A.___ erzielte. Nach Auskunft der A.___ hätte die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2004 im Rahmen einer vollen Erwerbstätigkeit einen 

Bruttojahreslohn von Fr. 43'628.-- (13 x Fr. 3'356.--; IV-act. 196-2) erwirtschaften 

können. Das Invalideneinkommen beträgt demnach Fr. 34'902.-- (Fr. 43'628.-- x 0,8). 

Für 2003 ist unter Berücksichtigung der Teuerung von 1.1% von einem 

Invalideneinkommen von Fr. 34'518.-- auszugehen. Invaliditätsbedingte 

Gestehungskosten, wie sie die Beschwerdeführerin für das erzielte Einkommen im Jahr 

2007 behauptet, sind nicht nachgewiesen.

3.2 Die Berechnung des Valideneinkommens nahm die Beschwerdegegnerin gestützt 

auf Art. 26 Abs. 1 IVV vor. Danach ist das Valideneinkommen einer versicherten 

Person, die als Folge ihrer Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse 

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erwerben konnte, anhand des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik statistisch festzulegen. Vor 

Vollendung des 21. Altersjahres beträgt das Valideneinkommen 70%, vom 21. bis 

25. Altersjahr 80%, vom 25. bis 30. Altersjahr 90% und ab dem 30. Altersjahr 

schliesslich 100% des besagten Medianwertes. Als Erwerb von zureichenden 

beruflichen Kenntnissen gilt im Allgemeinen die abgeschlossene Berufsausbildung. 

Dazu gehören nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung auch Anlehren, sofern sie 

auf einem besonders der Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen 

Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung und der 

versicherten Person praktisch die gleichen Verdienstmöglichkeiten eröffnen (Urteil des 

EVG vom 7. Juni 2005, I 108/05, E. 5.1.1 mit Hinweisen).

3.2.1  Bedingt durch das Turner Syndrom musste die Pubertät der Beschwerdeführerin 

durch eine Hormonbehandlung eingeleitet werden. Wie sich den Arztberichten von Dr. 

med. B.___, Kinderärztin FMH, vom 30. September 1989 und 16. November 1991 

entnehmen lässt, litt die Beschwerdeführerin als Folge der ausgebliebenen 

Sexualentwicklung lange Zeit an Infantilismus und wies schwere psychosoziale 

Probleme auf, so dass sie beim kinderpsychiatrischen Dienst ambulant behandelt 

werden musste (IV-act. 33, 35). Trotz dieser durch ihr Geburtsgebrechen 

hervorgerufenen, schwerwiegenden Probleme schloss die Beschwerdeführerin im Jahr 

1996 eine einjährige Ausbildung zur Pflegeassistentin erfolgreich ab. Im Hinblick auf die 

kurze Ausbildungsdauer ist davon auszugehen, dass es sich bei dieser Ausbildung um 

eine Anlehre im Pflegebereich handelt. Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob diese 

Ausbildung der Beschwerdeführerin die gleichen Kenntnisse vermittelt und 

Verdienstmöglichkeiten eröffnet wie eine eigentliche Lehre oder ordentliche 

Ausbildung.

3.2.2  Nachdem die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung im Jahr 1996 abgeschlossen 

hatte, war sie in der Folge von Mai 1997 bis Januar 2002 mit Unterbrüchen im 

gelernten Beruf tätig (vgl. IV-act. 133). Im Jahr 2001 und damit zu einer Zeit, als die 

Beschwerdeführerin bereits eine gewisse Berufserfahrung aufweisen konnte, erzielte 

sie als Pflegeassistentin ein jährliches Bruttoerwerbseinkommen von Fr. 47'100.-- (IV-

act. 250). Demgegenüber erwirtschaftete eine gelernte weibliche Angestellte im Bereich 

Gesundheits- und Sozialwesen im Jahr 2001 (an die Nominallohnentwicklung 

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angepasst und umgerechnet auf eine 41,7 Stundenwoche) durchschnittlich ein 

Erwerbseinkommen von Fr. 63'677.80 (vgl. LSE 2000, Weibliche Angestellte, 

Kategorie 3, Gesundheits- und Sozialwesen, Fr. 4966.-- x 12 + 2,5% 

Nominallohnentwicklung / 40 x 41,7). Damit hatte die Beschwerdeführerin aber nicht 

"praktisch gleiche Verdienstmöglichkeiten" wie Personen, die eine ordentliche 

Ausbildung im Pflegebereich abgeschlossen haben, weshalb das Valideneinkommen 

gestützt auf Art. 26 Abs. 1 IVV und damit anhand der nach Alter abgestuften 

Prozentsätze des jährlich aktualisierten Medianwertes nach LSE zu ermitteln ist (vgl. 

Urteil des EVG vom 7. Juni 2005, I 108/05, E. 5.1.2).

3.2.3  Im Jahr 2003 betrug der massgebliche Medianwert Fr. 69'500.--. Da die 

Beschwerdeführerin erst am 8. September 2003 das 30. Lebensjahr vollendete, ist der 

für das Valideneinkommen massgebliche Medianwert bis dahin um 10% zu reduzieren 

(Art. 26 Abs. 1 IVV). Damit beträgt das Valideneinkommen Fr. 62'550.--. Ab 

8. September 2003 ist nach Art. 26 Abs. 1 IVV der ungekürzte Medianwert für das 

Valideneinkommen massgeblich. Dieser beträgt auch für 2004 Fr. 69'500.--. Erweist 

sich die daraus resultierende Veränderung des Invaliditätsgrades als rentenrelevant, ist 

die Invalidenrente im Rahmen einer Rentenrevision anzupassen (Art. 17 Abs. 1 ATSG; 

vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 27. Mai 2005, IV.

2004.--702, E. 4.4; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 

17. Januar 2005, IV.2004.--224, E. 4.2.3).

4.   

4.1 In zeitlicher Hinsicht sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse zum 

Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns massgeblich (vgl. BGE 129 V 222 E. 

4.3.1 mit Hinweisen). Wenn die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass erstmals im 

Jahr 2003 eine durchschnittliche Erwerbseinbusse von 40% gegeben war und ein 

Anspruch auf eine Invalidenrente unter Berücksichtigung des Wartejahres daher erst 

per 1. Januar 2004 bestehe, verkennt sie, dass Art. 28 Abs. 1 IVG nicht eine 

mindestens 40%ige Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), sondern eine durchschnittlich 

mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres voraussetzt. 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf 

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oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 ATSG). Als bisheriger Beruf 

gilt derjenige, der vor Eintritt der zu beurteilenden Arbeitsunfähigkeit zuletzt ausgeübt 

wurde (vgl. BGE 129 V 460 E. 4.1; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, 

N11 zu Art. 6 ATSG). Im vorliegenden Fall ist als angestammte Tätigkeit 

unbestrittenermassen die Tätigkeit als Pflegeassistentin zu betrachten. Diese Tätigkeit 

hat die Beschwerdeführerin Ende 2001 aufgegeben. Die MEDAS-Gutachter attestieren 

ihr seither eine volle Arbeitsunfähigkeit in diesem Beruf (IV-act. 245-27). Das Wartejahr 

wurde mithin im Januar 2002 eröffnet, womit als frühestmöglicher Rentenbeginn der 

1. Januar 2003 resultiert. Bei einem massgebenden Valideneinkommen im Jahr 2003 

von Fr. 62'550.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 34'518.-- ergibt sich ein 

Erwerbsausfall von Fr. 28'032.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von gerundet 45%. Ab 

September 2003 erhöht sich der Invaliditätsgrad wegen des höheren 

Valideneinkommens auf 50% ([Fr. 69'500.-- - Fr. 34'518.--] / Fr. 69'500.--). Unter 

Berücksichtigung der dreimonatigen Wartefrist nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist die Rente 

ab 1. Januar 2004 zu erhöhen. Für die Folgezeit ist davon auszugehen, dass sich das 

Validen- und das Invalideneinkommen grundsätzlich parallel entwickeln. Die im 

Rahmen der Rentenrevision im September 2003 vorgenommene Invalidiätsbemessung 

behält damit ihre Gültigkeit auch für die Folgejahre.

4.2 Zusammengefasst hat die Beschwerdeführerin daher ab 1. Januar 2003 Anspruch 

auf eine Viertelsrente, ab 1. Januar 2004 Anspruch auf eine halbe Rente der 

Invalidenversicherung.

4.3 Nach den gesetzlichen Grundlagen wie sie bis Ende 2003 gegolten haben, besteht 

in wirtschaftlichen Härtefällen bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 

Anspruch auf eine halbe Rente (Art. 28 Abs. 1bis aIVG). Die Beschwerdegegnerin wird 

noch zu prüfen haben, ob bei der Beschwerdeführerin im Jahr 2003 ein solcher 

Härtefall gegeben war. Nachdem sich der IV-Grad ab 1. Januar 2004 auf 50 % erhöht, 

stellt sich keine übergangsrechtliche Frage.

5.   

5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 19. August 2008 ist aufzuheben und es ist festzustellen, 

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dass die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 

1. Januar 2004 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat. Die 

Sache ist zur Festlegung von Rentenhöhe, zur Prüfung des wirtschaftlichen Härtefalls 

im Jahr 2003 sowie zur neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdeführerin ist mit ihren Begehren nur teilweise 

durchgedrungen, so dass es insgesamt als angemessen erscheint, ihr einen Viertel der 

Gerichtskosten aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Prozessführung trägt jedoch der 

Staat den Kostenanteil der Beschwerdeführerin von Fr. 150.--. Die übrigen Kosten von 

Fr. 450.-- sind von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen.

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

reduzierte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem 

Ausmass des Obsiegens bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/

SG, sGS 951.1). Bei vollem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3'200.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Folglich hat die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin drei Viertel davon, also Fr. 2'400.--, zu 

bezahlen. Der Anteil der Parteientschädigung, den die Beschwerdeführerin aufgrund 

ihres teilweisen Unterliegens nicht von der Beschwerdegegnerin erhält, ist um einen 

Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG) und in diesem Umfang (Fr. 640.--) zufolge 

unentgeltlicher Prozessführung vom Staat auszurichten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 19. August 2008 aufgehoben und der Beschwerdeführerin 

ab 1. Januar 2003 eine Viertelsrente, ab 1. Januar 2004 eine halbe Rente der 

Invalidenversicherung zugesprochen. Die Sache wird zur Festlegung der Rentenhöhe, 

bis

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zur Prüfung des wirtschaftlichen Härtefalls und zur neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Der Staat trägt den Gerichtskostenanteil der Beschwerdeführerin im Umfang von 

Fr. 150.--. Die Beschwerdegegnerin hat einen Gerichtskostenanteil von Fr. 450.-- zu 

bezahlen.

3.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Der Staat entschädigt die 

Beschwerdeführerin zufolge unentgeltlicher Prozessführung zusätzlich mit Fr. 640.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.06.2010
	Art. 16 ATSG; Art. 26 IVV. Leistet eine versicherte Person in einer adaptierten Tätigkeit während längerer Zeit ein medizinisch-theoretisch zumutbares Arbeitspensum von 80% zur vollen Zufriedenheit ihrer Arbeitgeberin, ist eine gutachterlich zusätzlich attestierte reduzierte Leistungsfähigkeit (30%) bei der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit unbeachtlich. Erhöht sich altersbedingt der anwendbare Prozentsatz des Medianwertes nach LSE (Art. 26 Abs. 1 IVV), ist das Valideneinkommen im Rahmen einer Rentenrevision anzupassen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2010, IV 2008/414).

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