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**Case Identifier:** d52d572e-e869-5a9f-b129-a2e697e1dc14
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.08.2017 200 2017 289
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-289_2017-08-15.pdf

## Full Text

200 17 289 IV
KOJ/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. August 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Scheidegger 
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 10. November 1995 unter Hinweis auf psychische Affekti-
onen und Depressionen erstmals bei der Invalidenversicherung (IV) zum 
Rentenbezug an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwer-
degegnerin; AB] 1.1 S. 77 ff., Vorakten vor 1999). Die IVB nahm in der Fol-
ge Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht vor, liess die 
Versicherte psychiatrisch begutachten (AB 1.1 S. 34 ff.) und sprach ihr ge-
stützt auf das entsprechende Gutachten mit Verfügung vom 24. März 1998 
(AB 1.1 S. 4 ff.) bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 71 % ab Septem-
ber 1995 eine ganze Invalidenrente (IV-Rente) und ab Januar 1997 bei 
einem IV-Grad von 50 % eine halbe IV-Rente zu. Diese wurde im April 
2002 bei einem IV-Grad von 40 % und bei Vorliegen eines wirtschaftlichen 
Härtefalls bestätigt (AB 16). Im Rahmen der 4. IV-Revision wurde diese 
halbe IV-Rente ab Mai 2005 auf eine Viertelsrente reduziert (AB 33) und im 
weiteren Verlauf jeweils revisionsweise bei einem IV-Grad von 41 % 
bestätigt (2005 [AB 36]; 2009 [AB 63]; 2011 [AB 98]). Mit Verfügung vom 
29. September 2014 (AB 109) hob die IVB die bisher ausgerichtete Rente 
bei einem IV-Grad von 34 % per Ende Oktober 2014 auf. Die dagegen er-
hobene Beschwerde vom 1. Oktober 2014 (AB 110 S. 3) wies das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 5. Februar 2015, VGE 
IV/2014/928 (AB 115), ab und änderte die angefochtene Verfügung – nach 
vorgängigem Hinweis auf die Möglichkeit einer Schlechterstellung (reforma-
tio in peius) – insofern ab, als es die bisherige Rente bereits per 31. Januar 
2013 einstellte. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.

Am 11. Juni 2015 (AB 125) meldete sich die Versicherte erneut zum Leis-
tungsbezug an. Nach medizinischen und beruflichen Abklärungen legte die 
IVB die Akten dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor und liess die 
Versicherte gestützt auf dessen Bericht (AB 148) psychiatrisch begutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 3

(AB 149). Auf der Grundlage des entsprechenden Gutachtens vom 12. De-
zember 2016 (AB 153.1) stellte sie mit Vorbescheid vom 10. Januar 2017 
(AB 154) die Abweisung des Rentenbegehrens mangels invalidisierenden 
Gesundheitsschadens in Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte mit 
Einwand vom 9. Februar 2017 (AB 156) nicht einverstanden. Am 20. Fe-
bruar 2017 verfügte die IVB dem Vorbescheid entsprechend und wies das 
Leistungsbegehren ab (AB 158).

C.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 18. März 2017 Be-
schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Sie beantragt sinn-
gemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache 
einer IV-Rente. Am 4. April 2017 liess sie zudem weitere medizinische Be-
richte zu den Akten reichen.

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 4

und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Februar 2017 
(AB 158). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, 
die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her-
stellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses 

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Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden so-
matoformen Schmerzstörung bzw. eines vergleichbaren psychosomati-
schen Leidens so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen 
können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind 
(BGE 142 V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Dem diagnose-
inhärenten Schweregrad der somatoformen Schmerzstörung ist vermehrt 
Rechnung zu tragen (BGE 142 V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 
S. 286). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt sodann nur vor, wenn die Diagnose auch unter dem 
Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Da-
nach liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, so-
weit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Er-
scheinung beruht.

2.2.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer Willensanstren-
gung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist jedoch auch in 
Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-

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weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-
hen ist (E. 3.7.2) und die materielle Beweislast für Invalidität bei ihr liegt 
(BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell 
wird durch ein strukturiertes, normatives Prüfungsraster ersetzt. Anhand 
eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine ergebnisoffene symmetrische 
Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer 
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) 
anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 
E. 3.6 S. 294). Es gilt neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften 
systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in 
die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ eintei-
len lassen (E. 4.4). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die An-
erkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6).

2.3

2.3.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemach-
ten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.3.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 

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demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 11. Juni 2015 
(AB 125) eingetreten und hat den Leistungsanspruch der Beschwerdefüh-
rerin materiell geprüft. Die Eintretensfrage ist somit vom Gericht nicht zu 
beurteilen (vgl. BGE 109 V 108 E. 2b S. 114 f.).

Hingegen ist zu prüfen, ob zwischen der rentenaufhebenden Verfügung 
vom 29. September 2014 (AB 109) – welche mit Urteil des Verwaltungsge-
richts vom 5. Februar 2015, VGE IV/2014/928 grösstenteils bestätigt wurde 
bzw. dahingehend abgeändert wurde, als die Rente bereits per Ende Janu-
ar 2013 eingestellt wurde (AB 115) – und der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 20. Februar 2017 (AB 158) eine wesentliche Änderung in medi-
zinischer bzw. erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-
Grad und damit einen allfälligen Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 8

3.1 Im Urteil VGE IV/2014/928 vom 5. Februar 2015 (AB 115) hat das 
Verwaltungsgericht – gestützt auf den Bericht des behandelnden Arztes 
Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
22. Juli 2014 (AB 105) – festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin 
keine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei 
und dass sie zu 67.5 % (Durchschnittswert von 60 % bis 75 %) arbeits- und 
leistungsfähig sei (AB 115 S. 11 E. 4.4). Dr. med. B.________ hatte in sei-
nem Bericht vom 22. Juli 2014 (AB 105) keine Diagnosen genannt und le-
diglich vermerkt, dass die Beschwerdeführerin pro Woche mehrfache Kopf-
schmerzattacken habe (Migräne) habe, dass aber aktuell keine regelmäs-
sige psychiatrische Behandlung oder Medikation bestehe (S. 3). 

3.2 Der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 20. Februar 2017 
(AB 158) lagen folgende medizinischen Akten zu Grunde:

3.2.1 Im Bericht vom 24. Juli 2015 (AB 138) diagnostizierte Dr. med. 
B.________ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-
gradig bis schwere Episode ohne psychotische Symptomatik (ICD-10: 
F33.2), einen passageren Schwindel bei bekannter Migräne sowie eine 
Visusproblematik auf dem rechten Auge (S. 1). Im März 2015 sei es zu 
einer erneuten Dekompensation der bekannten rezidivierenden depressi-
ven Störung gekommen (S. 2). Im Rahmen der integrierten psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung habe sich das Zustandsbild wieder 
kompensiert, so dass aktuell auch die medikamentöse Behandlung habe 
sistiert werden können. Weiter empfahl Dr. med. B.________ eine Fortset-
zung der eingerichteten integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen 
Behandlung. Es bestehe eine erheblich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit 
durch verminderte Belastbarkeit und rasche Erschöpfbarkeit. Seit dem 
1. Juli 2015 bestehe bis auf weiteres eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit.

3.2.2 Im Bericht vom 2. November 2015 (AB 142) ergänzte Dr. med. 
B.________ die Diagnoseliste um eine rezidivierende Visusproblematik des 
rechten Auges sowie rezidivierende Migräneattacken mit zunehmender 
Intensität und passagerer Schwindelsymptomatik (S. 2). Die rezidivierende 
depressive Symptomatik gehe einher mit einer nicht völligen Rekompensa-
tion der depressiven Symptomatik, so dass es ausgehend von einer chro-
nischen Dysthymie immer wieder zur Verschlechterung der Symptomatik 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 9

mit depressiver Episode (ICD-10: F33.2) führe. Aufgrund der Restsympto-
matik bestehe die Arbeitsunfähigkeit bei eingeschränkter Belastbarkeit und 
deutlich rascherer Erschöpfbarkeit. Seit März 2015 bestehe eine gesund-
heitlich begründete Arbeitsunfähigkeit von 50 % (S. 3). Bei einer Belastung 
von 50 % mit wählbaren Arbeitseinsätzen befinde sich die Beschwerdefüh-
rerin weitgehend in einem euthymen und auch sonst ausgeglichenen Zu-
stand.

3.2.3 Im psychiatrischen Gutachten vom 12. Dezember 2016 (AB 153.1) 
diagnostizierte Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0) bei rezidivierender depressiver 
Störung (gegenwärtig remittiert, ICD-10: F33.4) und bei akzentuierten (hy-
pochondrisch/somatoform, histrionisch, phobisch/ängstlich-depressiv) Per-
sönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1 [S. 22]). Die Kriterien einer eigenständi-
gen depressiven Episode seien aber nicht mehr erfüllt und könnten insbe-
sondere nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der Angaben 
in den Akten nach Juli 2015 nachvollzogen werden (S. 27). Die mit der 
Neurasthenie (ICD-10: F48.0) verbundenen objektiven psychopathologi-
schen Befunde seien aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht nicht 
ausgeprägt (S. 28). Die Limitierung des Aktivitätsniveaus durch die Be-
schwerdeführerin sei in allen vergleichbaren Lebensbereichen weit über-
wiegend durch ihre Selbsteinschätzung zu begründen. Eine Willensan-
strengung zur Bewältigung dieser rein subjektiven Defizite sei medizinisch 
zumutbar und tatsächlich möglich. Eine relevante längerfristige Arbeitsun-
fähigkeit sei aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht (mehr) zu be-
gründen (S. 30). Aufgrund verminderter persönlicher Ressourcen könne 
eine Minderung um 10 % (von 100 %) angenommen werden. Auf diese 
Einschätzung könne ab Datum der Untersuchung am 10. November 2016 
abgestützt werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei bereits ab 
Juli 2014 davon auszugehen (S. 31).

3.2.4 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. D.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie an der Klinik E.________, diagnostizier-
te in ihrem Bericht vom 28. März 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 9) eine 
rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.2). Diese depressive 
Störung sei auch unter antidepressiver Medikation nicht vollständig rekom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 10

pensiert. Aufgrund der bestehenden Restsymptomatik bestehe die teilweise 
Arbeitsunfähigkeit bei eingeschränkter Belastbarkeit und deutlich rascherer 
Ermüdbarkeit. Eine Zunahme der Arbeitsbelastung über 50 % würde über 
kurz oder lang zu einer erneuten gesundheitlichen Dekompensation führen 
und einer Besserung der Symptomatik im Wege stehen: Vor diesem Hin-
tergrund sei die Erwerbsfähigkeit weiterhin auf 50 % festzusetzen (S. 2).

Dieser – im Beschwerdeverfahren eingereichte – Bericht ist, soweit den 
zeitlich massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung vom 
20. Februar 2017 (AB 158) beschlagend, grundsätzlich zu berücksichtigen 
(vgl. BGE 131 V 9 E. 1 S. 11, 121 V 362 E. 1b S. 366).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 20. Februar 2017 (AB 158) massgeblich auf das psychiatrische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 11

Gutachten von Dr. med. C.________ vom 12. Dezember 2016 (AB 153.1) 
gestützt.

Dieses Gutachten vom 12. Dezember 2016 (AB 153.1) erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.3 hiervor), weshalb ihm volle 
Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin ent-
haltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen des Sachver-
ständigen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand bzw. zu den ge-
stellten Diagnosen werden nachvollziehbar begründet. Die psychiatrische 
Begutachtung ist schlüssig und berücksichtigt die geklagten Beschwerden 
der Beschwerdeführerin. Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerde-
antwort vom 8. Mai 2017 zutreffend dargelegt hat, ist es Aufgabe des Gut-
achters, sich mit anderslautenden Arztberichten in den Vorakten auseinan-
der zu setzen und diese in seiner Würdigung zu berücksichtigen. Dies hat 
Dr. med. C.________ im Gutachten vom 12. Dezember 2016 (AB 153.1 
S. 22 ff.) ausführlich getan. Auf dieses Gutachten ist abzustellen.

3.5 Daran vermögen die Berichte der behandelnden Ärzte nichts zu 
ändern. Sowohl von Dr. med. B.________ (AB 138 und AB 142) wie auch 
von Dr. med. D.________ (BB 9) war eine rezidivierende depressive 
Störung diagnostiziert und mit der ICD-10-Kodierung „F33.2“ versehen 
worden. Diese Kodierung impliziert das Auftreten schwerer Episoden (vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [HRSG.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl. 2015, S. 179). Aufgrund der Aktenlage kann jedoch nicht von einer 
(durchgehend) schweren depressiven Störung ausgegangen werden, da 
hierzu gemäss den klinisch-diagnostischen Leitlinien unter anderem ver-
langt ist, dass die Patientin während einer schweren depressiven Episode 
mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage ist, soziale, häusliche und 
berufliche Aktivitäten fortzuführen, oder allenfalls nur sehr begrenzt (DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT, S. 174). Beschreibungen solcher Episoden finden 
sich in den Akten jedoch keine. Zudem beschreibt der behandelnde Arzt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 12

Dr. med. B.________ im Bericht vom 2. November 2015 vielmehr als 
Grundlage seiner Beurteilung eine chronische Dysthymie, bei welcher es 
immer wieder zu Verschlechterungen mit depressiven Episoden komme, 
wobei eine depressive Restsymptomatik verbleibe (AB 142 S. 2). Von einer 
schweren depressiven Störung kann auch hierbei nicht ausgegangen wer-
den. Schliesslich spricht auch die durch Dr. med. B.________ im selben 
Bericht (AB 142 S. 2) wie auch von Dr. med. D.________ im Bericht vom 
28. März 2017 (BB 9) bescheinigte 50 %ige Arbeitsunfähigkeit gegen das 
Vorliegen einer durchgängig schweren depressiven Symptomatik. Zusam-
menfassend ist damit auf die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters 
Dr. med. C.________ von 12. Dezember 2016 (AB 153.1) abzustellen und 
von einer 90 %igen Arbeitsfähigkeit (S. 37) bei Vorliegen der Diagnose 
einer Neurasthenie (ICD-10: F48.0) auszugehen (S. 34).

3.6 Ob mit der seit der Rentenaufhebung neu gestellten Diagnose 
einer Neurasthenie ein Revisionsgrund gegeben ist, kann offen bleiben. 
Immerhin ist diesbezüglich festzuhalten, dass praxisgemäss weder eine 
neu hinzugetretene Diagnose noch eine höhere Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit von nunmehr 90 % per se einen Revisionsgrund darzustellen 
vermöchten (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. April 2016, 
9C_894/2015, E. 5.1 mit Hinweisen). Entscheidend ist bei einer anderen 
Diagnosestellung vielmehr, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest-
steht, dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse in anspruchsrelevanter 
Weise geändert haben. 

Wenn Dr. med. C.________ in seinem Gutachten vom 12. Dezember 2016 
(AB 153.1 S. 37 f.) überzeugend festhält, dass mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit bereits ab Juli 2014 – und damit bereits im Zeitpunkt der Be-
urteilung von Dr. med. B.________ vom 22. Juli 2014 (AB 105), welche für 
die Rentenaufhebung per September 2014 massgeblich war (AB 115 S. 11 
E. 4.4) – von keiner relevanten Arbeitsunfähigkeit bzw. einer noch zumut-
baren Arbeitsfähigkeit von 90 % ausgegangen werden könne, ist von einer 
bloss anderen Beurteilung des gleichen Sachverhalts auszugehen. Eine 
solche unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich geblie-
benen Sachverhaltes ist unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel nach 
ständiger Praxis jedoch unerheblich (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2014 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 13

UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2) und stellt keinen Revisionsgrund dar (vgl. Entscheid 
des BGer vom 13. Februar 2013, 9C_955/2012, E. 3.3.1 und E. 3.3.4). Ent-
scheidend ist bei einer anderen Diagnosestellung vielmehr, ob mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass sich die gesundheitlichen 
Verhältnisse in anspruchsrelevanter Weise geändert haben. Eine andere 
Diagnose ist nur dann revisionsrelevant, wenn die veränderten Umstände 
den Rentenanspruch zu berühren vermögen (BGE 141 V 9 E. 3.2 und 
E. 5.2 S. 11 ff.). Dies ist hier nicht der Fall, wie nachfolgend darzulegen ist 
(vgl. E. 4 hiernach).

3.7 In erwerblicher Hinsicht ist eine rentenrelevante Veränderung nicht 
ausgewiesen. Die Beschwerdeführerin ist – wie im Zeitpunkt der rentenauf-
hebenden Verfügung vom 29. September 2014 (vgl. VGE IV/2014/829 
S. 14 E. 5.3.2 [AB 115]) – zwar erwerbstätig, schöpft aber mit einem Pen-
sum von 30 % auch in der neuen Stelle bei der F.________ AG ihre Resta-
rbeitsfähigkeit nicht voll aus (vgl. Arbeitsvertrag vom 12. Juni 2015 [AB 136 
S. 3]). 

4.

4.1 Selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin ein medizinisch 
begründeter Revisionsgrund angenommen würde und infolgedessen eine 
freie Prüfung zu erfolgen hätte (vgl. E. 2.3.3 vorstehend), wäre ein invalidi-
sierender Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen. Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung gelten psychische Störungen – wie die hier 
vorliegende Neurasthenie (vgl. BGE 139 V 346 E. 2 S. 347) – nur dann als 
invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar 
sind (vgl. E. 2.2 vorstehend).

Vorab ist dabei der Frage nachzugehen, ob die Diagnose der Neurasthenie 
aufgrund eines Ausschlussgrundes nach BGE 131 V 49 nicht als invalidi-
sierend gelten kann (vgl. E. 2.2.1 hiervor). Diesbezüglich hält der psychia-
trische Gutachter Dr. med. C.________ zwar mehrfach fest, dass bei der 
Beschwerdeführerin eine Verdeutlichungstendenz bestehe und sie selber 
auch ein (Teil-)Rentenbegehren nenne (AB 153.1 S. 32). Hierbei kann je-
doch nicht von einer eigentlichen Aggravation ausgegangen werden, denn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 14

blosses verdeutlichendes Verhalten ist nicht per se als Aggravation zu wer-
ten (BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 288). Ein Ausschlussgrund ist damit nicht 
gegeben.

4.2 Zu prüfen sind weiter die einzelnen Komplexe der Kategorie «funk-
tioneller Schweregrad» (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist – was die Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde und Symptome anbelangt (vgl. BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) – festzuhalten, dass Dr. med. C.________ die mit 
der Gesundheitsschädigung einer Neurasthenie verbundenen objektiven 
psychopathologischen Befunde als aus psychiatrisch-
psychotherapeutischer Sicht nicht ausgeprägt beschreibt (AB 153.1 S. 31). 
Die Limitierung des Aktivitätsniveaus sei in allen vergleichbaren Lebensbe-
reichen weit überwiegend durch die Selbsteinschätzung der Beschwerde-
führerin zu begründen. Bezüglich Behandlungserfolg bzw. -resistenz (vgl. 
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist anzumerken, dass sowohl der 
psychiatrische Gutachter (AB 153.1 S. 35) wie auch die behandelnden 
Ärzte Dr. med. B.________ im Bericht vom 24. Juli 2015 (AB 138 S. 2) und 
Dr. med. D.________ im Bericht vom 28. März 2017 (BB 9 S. 2) eine 
Weiterführung der bestehenden psychotherapeutischen Behandlung 
empfehlen. Eine Therapieresistenz ist damit nicht anzunehmen. 
Schliesslich hält der Gutachter Dr. med. C.________ im Gutachten klar und 
ausdrücklich fest, dass auch hinsichtlich des Indikators der 
„Psychiatrischen Komorbiditäten“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) 
neben der diagnostizierten Neurasthenie keine psychisch ausgewiesene 
erheblich schwere, ausgeprägte, dauerhafte und intensive Komorbidität 
begründet werden könne (AB 153.1 S. 29).

Dafür, dass der Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
einer Erwerbstätigkeit entgegensteht, bestehen keine Anhaltspunkte. Im 
Gutachten vom 12. Dezember 2016 (AB 153.1 S. 32) hat Dr. med. 
C.________ explizit festgehalten, dass sich in den Akten keine Hinweise 
auf eine Störung der Persönlichkeit befunden hätten. Zwar habe die 
Beschwerdeführerin sich sthenisch gezeigt und anlässlich der 
Untersuchung Angaben zu hypochondrisch/somatoformen, histrionischen 
und phobisch/ängstlich-depressiven Zügen gemacht. Doch würden diese 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 15

Aspekte mit Bezug zur ICD-10-Kodifizierung kein Attest einer 
Persönlichkeitsstörung/Persönlichkeitsänderung begründen. Hingegen 
konnte der Gutachter eine Verminderung der persönlichen Ressourcen 
beobachten.

Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) ist festzu-
halten, dass dieser bei der Beschwerdeführerin objektiv und subjektiv ge-
ordnet ist: sie pflegt regelmässige soziale Kontakte, besorgt den Haushalt 
selbstständig und beschreibt selber soziale Ressourcen wie beispielsweise 
regelmässige Erwerbstätigkeit und vielfältige Freizeitaktivitäten (AB 153.1 
S. 34). Damit bestehen durchaus mobilisierende Ressourcen, auf welche 
die Beschwerdeführerin zurückgreifen kann.

4.3 Zusammenfassend fehlt es nach dem Dargelegten in der 
Gesamtbetrachtung am erforderlichen funktionellen Schweregrad der 
diagnostizierten Neurasthenie. So zeigt die Indikatorenprüfung gemäss 
BGE 141 V 281 im Komplex Gesundheitsschaden (psychische/somatische 
Komorbidität; Behandlungs- und Eingliederungserfolg bzw. -resistenz) 
keine negative Beeinflussung. Vielmehr sind sich die behandelnden Ärzte 
und auch der psychiatrische Gutachter einig, dass die Beschwerdeführerin 
von einer Weiterführung der psychiatrischen Behandlung profitieren könnte. 
Selbst unter Berücksichtigung der leichten Verminderung der persönlichen 
Ressourcen im Komplex Persönlichkeit ist davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin im Bereich des sozialen Kontexts über genügend 
Ressourcen zur medizinisch zumutbaren Willensanstrengung zur 
Bewältigung dieser Defizite verfügt (AB 153.1 S. 33). Eine 
Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) erübrigt sich vor 
diesem Hintergrund (vgl. Entscheid des BGer vom 21. April 2016, 
9C_367/2015, E. 4).

4.4 Selbst wenn mit dem Vorliegen der Neurasthenie ein 
Revisionsgrund bejaht würde (vgl. E. 3.6 hiervor), besteht 
zusammenfassend in Bezug auf diese neue Diagnose unter Berücksichti-
gung der Rechtsprechung nach BGE 141 V 281 kein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 16

5.

Nach dem Dargelegten sind weder in erwerblicher noch in medizinischer 
Hinsicht anspruchsbegründende Veränderungen der erheblichen Tatsa-
chen erstellt, welche einen Neuanmeldungsgrund darzustellen vermöchten 
(vgl. E. 2.3 und E. 3.6 f. vorstehend). Selbst wenn zu Gunsten der Be-
schwerdeführerin mit der neu diagnostizierten Neurasthenie eine wesentli-
che Veränderung des Gesundheitszustandes angenommen würde, ist ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden nicht erstellt (E. 4 vorstehend). Die 
angefochtene Verfügung vom 20. Februar 2017 (AB 158) ist nicht zu bean-
standen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet 
und ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder die Beschwerdefüh-
rerin (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) noch 
die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt des 
Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 17

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2017, IV/17/289, Seite 18

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.