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**Case Identifier:** d57f1e42-d1c7-5b8d-9780-35ae59524f67
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 12.06.2019 BRGE III Nr. 0077/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nr--0077-20_2019-06-12.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

 

 

 

 

 
 
G.-Nr. R3.2018.00180 
BRGE III Nr. 0077/2019 

 
 
  Entscheid vom 12. Juni 2019 
 
 

 

Mitwirkende Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichter Martin Farner, Baurichter Ro-
land Fraefel, Gerichtsschreiberin Lisa Kälin     

 
 
 

in Sachen Rekurrierende 

1. S., […] 
2. Z., […] 
3. Sa., […] 

alle vertreten durch […] 

 

gegen Rekursgegnerschaft 

1. Bauausschuss X […] 

vertreten durch […] 

2. D. und E. R. H., […] 

vertreten durch […] 

 

 
betreffend Bauausschussbeschluss vom 22. Oktober 2018; teilweise nachträgliche 

Baubewilligung für Umnutzung Garage in Hühnerstall und gedeckten Aus-
lauf, […] 
_______________________________________________________ 

 

 

R3.2018.00180 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 22. Oktober 2018 erteilte der Bauausschuss X den D. 

und E. R. H. unter Auflagen die teilweise nachträgliche baurechtliche Bewil-

ligung für einen Hühnerstall mit gedecktem Auslauf für rund zehn Hühner 

und einen Hahn auf dem Grundstück Kat. Nr. 1 […] in X.  

B. 

Gegen diesen Entscheid erhoben K. und U.S., A. und M.Z. sowie D. und 

C.S. mit Eingabe vom 26. November 2018 Rekurs beim Baurekursgericht 

des Kantons Zürich und beantragten Folgendes: 

" 1. Es sei die Baubewilligung (Nr. 16/18) der Vorinstanz vom 22. Okto-
ber 2018 aufzuheben und die Haltung von Hähnen auf der Liegen-
schaft mit der Kat. Nr. 1 gänzlich zu untersagen. 

2. Alles unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenfolge zulas-
ten der Rekursgegner." 

C. 

Mit Verfügung vom 27. November 2018 wurde vom Rekurs Vormerk ge-

nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

Mit Verfügung vom 30. November 2018 wurde den Rekurrierenden der mit 

der Rekursschrift eingereichte USB-Stick retourniert und sie wurden aufge-

fordert, die darauf befindlichen Daten dreifach auf CD-ROM einzureichen. 

Die Rekurrierenden kamen dieser Aufforderung zwar nach, doch stellten 

sich die eingereichten CD-ROMs als fehlerhaft heraus (Protokoll S. 3), wo-

rauf ein zweiter Satz eingereicht wurde (act. 11), welcher mit Verfügung 

vom 13. Dezember 2018 der Vorinstanz und der privaten Rekursgegner-

schaft zur Stellungnahme zugestellt wurde. Beide äusserten sich in ihrer 

Vernehmlassung dazu. 

 

 

R3.2018.00180 Seite 3 

D. 

Mit Eingabe vom 20. und 21. Dezember 2018 beantragten sowohl die Vor-

instanz als auch die private Rekursgegnerschaft die Abweisung des Rekur-

ses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden, 

wobei die private Rekursgegnerschaft die Entschädigungsfolgen zuzüglich 

Mehrwertsteuer einzeln und solidarisch zulasten der Rekurrierenden 1–3 

beantragten.  

E. 

Mit Repliken vom 30. Januar 2019 bzw. Dupliken vom 6. und 13. Februar 

2019 hielten alle Parteien an ihren Anträgen fest.  

F. 

Am 19. März 2019 führte eine Delegation der 3. Abteilung des Baurekurs-

gerichts im Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

Im Anschluss wurde das Verfahren im gegenseitigen Einvernehmen sistiert 

(Protokoll S. 7), bis die Rekurrierenden mit Eingaben vom 4. und 5. April 

2019 die Fortsetzung verlangten. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Das Baugrundstück liegt gemäss geltender Bau- und Zonenordnung der 

Gemeinde X in der Wohnzone W1.4 mit Empfindlichkeitsstufe ES II in einer 

von Einfamilienhäusern mit grosszügigem Umschwung geprägten Umge-

bung. In nördlicher und nordwestlicher Richtung wird das Baugrundstück 

lediglich durch die rekurrentischen Liegenschaften und die Stichstrasse B. 

vom anschliessenden Wald abgegrenzt. In südlicher Richtung wird es 

ebenfalls durch nur eine Bautiefe und die das Baugebiet abschliessende 

G.-Strasse von der Landwirtschaftszone getrennt.  

 

 

R3.2018.00180 Seite 4 

Das Baugrundstück selber ist im nordöstlichen Teil mit einem Einfamilien-

haus überbaut. Westlich davon liegt das freistehende Garagengebäude 

Vers.-Nr. 1, in welchem der Hühnerstall untergebracht ist und in dessen 

Westfassade der Zugang zum Freilaufgehege für die zehn Hühner und den 

Hahn angebracht wurde.  

Mit der angefochtenen Bewilligung wurde unter anderem die nachträgliche 

Bewilligung für das Hühnerhaus und die damit verbundene Hühnerhaltung 

erteilt. Nebenbestimmungsweise wurden in Ziffer 3 die folgenden Auflagen 

statuiert: 

3.2 Der Hahn darf von werktags ab 08:00 Uhr und sonntags ab 09:00 Uhr 
bis jeweils 22:00 Uhr ins Freie gelassen werden. In der übrigen Zeit ist 
er in einem abgedunkelten Stall zu halten. 

3.3 Der Stall muss genügend schallisoliert sein. 

2. 

Die Rekurrierenden 1–3 sind direkte Anstösser und Eigentümer der in west-

licher und nördlicher Richtung direkt an das Baugrundstück angrenzenden 

Grundstücke Kat.-Nrn. 2, 3 und 4. Angesichts dieser nachbarlichen Bezie-

hungen und der vorgebrachten Rügen (insbesondere Lärmimmissionen) 

sind die Rekurrierenden mehr als beliebige Dritte von der angefochtenen 

Baubewilligung betroffen, so dass sie zur Rekurserhebung im Sinne von 

§ 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) ohne Weiteres legitimiert 

sind. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den 

Rekurs einzutreten. 

3. 

Zusammengefasst stören sich die Rekurrierenden am Lärm, der insbeson-

dere durch den Hahn verursacht werde. Bei sämtlichen Rekurrierenden 

seien die Gartensitzplätze gegen Süden und damit gegen das Freigehege 

ausgerichtet. Die Rekurrierenden haben selbständig Lärmmessungen, 

Stichproben und Videoaufnahmen getätigt. Gemäss der Rekurrentschaft 2 

habe der Hahn im Zeitraum vom 6.–11. September 2018 im Durchschnitt 

ca. zehnmal pro Stunde gekräht, an manchen Tagen bis zu 14,5-mal pro 

Stunde. Es scheine, dass der Hahn die neunte Stunde am Morgen zum 

Krähen bevorzuge. Diese Frequenz, auf die Minute heruntergerechnet, be-

deute, dass der Hahn in etwa alle fünf bis zehn Minuten krähe. Dies möge 

 

 

R3.2018.00180 Seite 5 

auf den ersten Blick als wenig erscheinen. Berücksichtige man die Tatsa-

che, dass der Hahn in manchen Stunden bis zu 44-mal gekräht habe, somit 

alle 1,5 Minuten, sei verständlich, dass das Ohr der Rekurrierenden sensi-

bilisiert werde und jedes weitere Krähen nerve. 

Der Rekurrent 1 hat mit einer App die Dezibel durch sein Küchenfenster 

gemessen, welches in einer Distanz von ca. 15 m zum Hühnergehege lie-

ge. Dabei seien Messwerte bis zu 84 dB(A) festgehalten worden. Auch auf 

den Videoaufnahmen der Rekurrentschaft 3 sei das Krähen des Hahns gut 

hörbar.  

Mit diesen Lärmimmissionen könnten sich die Rekurrierenden nicht abfin-

den. Das Krähen des Hahns sei objektiv erheblich störend im Sinne von 

Art. 15 des Umweltschutzgesetzes (USG) und eine erhebliche Belästigung 

im Sinne von Art. 20 Abs. 1 der kommunalen Polizeiverordnung (PolVO). 

Das Hühnergehege befinde sich in Lauflinie [vermutlich Luftlinie] ihrer Sitz-

plätze und störe erheblich. Eine Verlegung des Geheges in südöstlicher 

Richtung sei durchaus realisierbar. Es sei zwar verständlich, dass die pri-

vate Rekursgegnerschaft eine hobbymässige Hühnerhaltung zu betreiben 

wünsche. Ob sie aber dieselbe Hühnerhaltung betreiben würde, wenn das 

Hühnergehege auf deren Liegenschaft und Sitzplatz hin ausgerichtet wäre, 

werde bezweifelt.  

Zu ergänzen sei, dass der Hahn auch nachts zu hören sei, auch wenn dies 

bisher nur am Rande thematisiert und/oder das Gegenteil verstanden wor-

den sei. Das Krähen in der Nacht, wenn auch nur vereinzelt, wirke sich stö-

rend aus, weil der Hahn bereits tagsüber krähe und das nicht selten, wie 

die Stichproben gezeigt hätten. Mit der Auflage einer gehörigen Isolation 

gemäss Dispositivziffer 3.3 der Baubewilligung werde diesem Umstand 

Rechnung getragen. Die Rekurrierenden würden sich allerdings ausdrück-

lich vorbehalten, bei der Vorinstanz Anzeige zu erstatten, sofern sich die 

Schallisolierung als ungenügend erweisen sollte. 

4. 

In der Wohnzone sind Bauten, die Wohnraum enthalten, ohne Weiteres zo-

nenkonform. Dies gilt zudem für Bauten, die zum Wohnen zusätzlich nötig 

sind, wie Garagen oder Gartenhäuser. Ebenso fällt die Hobbynutzung unter 

 

 

R3.2018.00180 Seite 6 

den Begriff der Wohnnutzung im Sinne von § 52 Abs. 1 PBG (vgl. 

BEZ 1998 Nr. 32).  

Hobbynutzung ist grundsätzlich als Teil der Wohnnutzung anzusehen. Das 

Wohnen in einer dafür bestimmten Zone wird unter anderem gerade 

dadurch charakterisiert, dass deren Bewohner im allgemeinen die Möglich-

keit haben, in ihren Gärten verschiedenen Freizeitbeschäftigungen nach-

gehen zu können. Dies verhält sich auch dann nicht anders, wenn Nutztiere 

Gegenstand der hobbymässigen Beschäftigung bilden. Eine hobbymässige 

Hühnerhaltung fällt ebenso unter den Begriff der Wohnnutzung im Sinne 

von § 52 Abs. 1 PBG wie das Halten von Haustieren oder die Ausübung 

sportlicher oder kreativer Tätigkeiten und erweist sich daher als zonenkon-

form. 

Wann eine Tierhaltung noch als hobbymässig bezeichnet werden kann, 

hängt von der Zweckbestimmung der Tiere ab. Nur diejenige Tierhaltung ist 

zonenkonform, die rein privaten Zwecken, also der eigenen Freizeitbetäti-

gung dient (vgl. dazu Carmen Walker Späh in pbg-aktuell, 1/2004). 

Vorliegend ist die hobbymässige Hühnerhaltung unbestritten. Der Vollstän-

digkeit halber ist festzuhalten, dass der privaten Rekursgegnerschaft mit 

dem bewilligten Hühnerstall die Möglichkeit fehlt, eine für ein Gewerbe nö-

tige Anzahl Tiere zu halten. Es ist deshalb von einer in der Wohnzone ohne 

Weiteres zonenkonformen Hobbytierhaltung auszugehen. Zu beachten ist 

jedoch, dass neben der Zonenkonformität stets auch die baupolizeilichen 

und insbesondere aufgrund der zu erwartenden Immissionen bei Tierhal-

tungen auch die umweltschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein 

müssen, damit eine Bewilligung gesprochen werden kann. Dies ist im Fol-

genden zu prüfen. 

5.1. 

Die Haltung von Hühnern und insbesondere von Hähnen führt naturgemäss 

zu Immissionen. Die Tiere erzeugen durch Gackern und Krähen Lärm und 

produzieren Mist, der auch bei regelmässiger Abfuhr für eine gewisse Zeit 

gelagert werden muss. Die Frage, ob eine konkrete Hobbytierhaltung auf-

grund der durch sie verursachten Immissionen durch Lärm und Geruch 

nicht oder nur unter Nebenbestimmungen zulässig ist, betrifft nicht die Zo-

nenkonformität, sondern ist für sich anhand der einschlägigen Vorschriften 

 

 

R3.2018.00180 Seite 7 

der Umweltschutzgesetzgebung zu überprüfen und führt zu grossen Ein-

schränkungen. 

Vorliegend geben die Lärmimmissionen Anlass zu Streitigkeiten. Gemäss 

Art. 7 Abs. 1 der Lärmschutzverordnung (LSV) ist der aus dem Betrieb 

neuer ortsfester Anlagen resultierende Lärm so weit zu begrenzen, als dies 

technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a); zu-

dem dürfen die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Pla-

nungswerte nicht überschreiten (lit. b). Fehlen Belastungsgrenzwerte, so 

beurteilt die Vollzugsbehörde die Lärmimmissionen nach Art. 15 USG und 

unter Berücksichtigung der Art. 19 und 23 USG (Art. 40 Abs. 3 LSV). Im 

Rahmen einer solchen Einzelfallbeurteilung sind der Charakter des Lärms, 

Zeitpunkt und Häufigkeit seines Auftretens sowie die Lärmbelastung zu be-

rücksichtigen. Dabei ist nicht auf das subjektive Lärmempfinden einzelner 

Personen abzustellen, sondern es ist eine objektivierte Betrachtung unter 

Berücksichtigung von Personen mit erhöhter Empfindlichkeit vorzunehmen 

(vgl. Art. 13 Abs. 2 USG). 

5.2. 

Die Anzahl der gehaltenen Tiere ist vorliegend bereits durch die geringe 

Grösse des Hühnerhauses von 0,8 m x 2 m beschränkt.  

Neben quantitativen Einschränkungen durch Bestimmungen der maximal 

zulässigen Anzahl Tiere können die Baubehörden jedoch im Rahmen des 

Umweltrechts auch weitere konkrete Massnahmen anordnen, um die Im-

missionen in Grenzen zu halten. 

Das Gackern von Hühnern ist als von geringer Intensität zu bezeichnen, 

weshalb das Halten von wenigen Hühnern ohne Hahn von vornherein als 

unproblematisch erscheint. Das Krähen eines Hahnes indessen wird vom 

menschlichen Ohr als relativ intensiv empfunden. Insbesondere die früh-

morgendlichen Rufe wecken die Nachbarn zu unerwünschter Stunde. Häh-

ne sollten deshalb ihre Lautäusserungen in Wohngebieten nicht uneinge-

schränkt verbreiten können. Bei geeigneten baulichen Massnahmen und 

unter Berücksichtigung des konkreten Umfeldes bedeutet dies jedoch nicht, 

dass das Halten von Hähnen in der Wohnzone gänzlich zu untersagen ist. 

Als wichtigste Massnahme ist die Beschränkung der Zeit, in der sich die 

Tiere im Freien aufhalten – insbesondere der frühen Morgenstunden – zu 

betrachten. Verbringen Hühner und Hähne die Nacht in einem Gebäude, ist 

 

 

R3.2018.00180 Seite 8 

dies mit einer Haustierhaltung vergleichbar, etwa jener eines Hundes, der 

sich tagsüber regelmässig im Garten aufhält und dabei zeitweise bellt. Da 

die Hühner jedoch nicht ins Wohnhaus geholt werden, sind auch gewisse 

Anforderungen an das Hühnerhaus zu stellen, damit der Schall der krähen-

den Hähne in den Ruhezeiten entscheidend gedämmt wird.  

5.3.1. 

Beim streitbetroffenen Hühnerhaus handelt es sich um eine Kleinbaute ein-

facher Ausführung, die mit Schalungsplatten und Plexiglas gebaut und mit 

einer Luftpolsterfolie bedeckt wurde (Protokoll S. 6, 17 f. Fotos 20–22). Das 

Hühnerhaus liegt im "Dachgeschoss" des Garagengebäudes, welches zwar 

nicht besonders isoliert ist (das Dach besteht nur aus auf den Dachlatten 

aufliegenden Ziegeln), dennoch ist durch das geschlossene Haus um den 

Stall von einer positiven Beeinflussung des Geräuschpegels auszugehen. 

Der Ausgang vom Hühnerhaus ins Aussengehege ist durch ein einfaches 

Holztürchen verschliessbar, dessen schallisolierende Eigenschaften be-

zweifelt werden dürfen. Dies bestätigte sich auch anlässlich des Augen-

scheins, da der Hahn noch bevor er aus dem Stall gelassen wurde, zu hö-

ren war. Die Rekurrierenden anerkennen, dass die Vorinstanz sich dieser 

Problematik auflageweise angenommen hat. Die private Rekursgegner-

schaft ist entsprechend darauf hinzuweisen, dass die vorliegende Konstruk-

tion diesem Erfordernis bei weitem nicht genügend Rechnung trägt. Als ge-

nügend erachtet wurde beispielsweise das im von der Vorinstanz in der 

Bewilligung herangezogenen Entscheid BRKE I Nr. 0108 und 0109/2007 

vom 25. Mai 2007 (BEZ 2007 Nr. 36) streitbetroffene Hühnerhaus, welches 

über eine doppelte Holzwand mit 8 cm starker Isolationsschicht aus Stein-

wolle sowie über eine Doppelverglasung verfügte.  

Wird der bestehende Stall zusätzlich isoliert, wird möglicherweise eine zu-

sätzliche Öffnung zur Luftversorgung der Tiere notwendig. Zu deren Wohl 

kann vermutlich nicht auf ein Fenster oder eine sonstige Öffnung verzichtet 

werden. Dieses kann den Stall jedoch beispielsweise ins Innere der Garage 

entlüften und damit von den Rekurrierenden weg. Die von der Vorinstanz 

verfügte Auflage, der Stall müsse "genügend schallisoliert" sein, ist damit 

‒ wie dies auch die Rekurrierenden anerkennen – genügend. 

5.3.2. 

Was die Ruhezeiten betrifft, so genügen die gemäss der Polizeiverordnung 

in Art. 14 Abs. 2 festgelegten Nachtruhezeiten von 22:00 Uhr bis 7:00 Uhr 

 

 

R3.2018.00180 Seite 9 

bei einer regelmässigen Lärmbelastung durch das Halten eines Hahns im 

Garten nicht, weshalb die Vorinstanz bereits anordnete, der Hahn dürfe 

werktags erst ab 8:00 Uhr und sonntags ab 9:00 Uhr ins Freie gelassen 

werden.  

Bei der Festlegung der verbindlich einzuhaltenden Nachtruhezeiten sind die 

Interessen der Nachbarn zu berücksichtigen. Im Rahmen einer Interessen-

abwägung ist aber auch das Wohl der Tiere ist zu beachten, wobei festzu-

halten ist, dass das Tierschutzgesetz (TSchG) keine Grundlage bietet, 

Nachbarn zum Zwecke einer artgerechten Tierhaltung belästigen zu dürfen. 

Kann eine Tierhaltung unter den lärmschutzrechtlichen Auflagen nicht art-

gerecht eingerichtet werden, kann sie nicht aufrechterhalten werden.  

Bei der Festlegung der Stallzeiten empfehlen die im August 2012 durch die 

Baudirektion Kanton Zürich zur Stellungnahme zur Haltung von Hühnern 

und Hähnen im Wohngebiet eingeladenen relevanten Organisationen einen 

Auslauf von 7:00 Uhr bzw. 8:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr abends 

(http://www.laerm.ch/dokumente/laermsorgen/Tierlaerm_Huehner_Stellung

nahmen_Organisationen.pdf). Besonders in den heissen Sommermonaten 

seien die frühen und späten Stunden des Tages am wertvollsten für die 

Tiere. Dabei ist für das menschliche Wohlbefinden das Augenmerk insbe-

sondere auf die Morgenstunden zu richten, zumal sich die Zeiten, in denen 

die die Tiere in den Stall treibende Dämmerung erst zu späterer Stunde 

einsetzt, in unseren Breitengraden sehr in Grenzen halten und entspre-

chend eine Festlegung vor 22 Uhr unnötig erscheint, zumal insbesondere in 

den kälteren Jahreszeiten aufgrund der früh einsetzenden Dämmerung die 

Tiere den selbständigen Rückzug frühzeitig antreten. Dies auch wenn die 

II. Zivilabteilung des Bundesgerichts im Rahmen einer zivilrechtlichen Strei-

tigkeit im Jahre 1996 ein Verbot, einen Hahn zwischen 20 Uhr und 7 Uhr 

ins Freie zu lassen, als innerhalb des richterlichen Ermessensspielraums 

gelegen bestätigt hat, handelte es sich doch in jenem Fall um eine Tierhal-

tung in einem städtisch geprägten Wohnquartier (BGr 5C.249/1994 vom 

5. Januar 1996). Hingegen erweist sich ein für Menschen längeres Ruhe-

bedürfnis als dasjenige eines Hahns in den Morgenstunden als durchaus 

plausibel, wie auch eine starke Störung der schlafenden Nachbarn, wenn 

derselbe frühmorgens seine Präsenz durch Krähen markiert. Vorliegend 

wurde den nachbarlichen Interessen mit einem späteren Freilauf des 

Hahns, nämlich ab 8:00 Uhr bzw. sonntags ab 9:00 Uhr, genügend Rech-

nung getragen. 

 

 

R3.2018.00180 Seite 10 

5.4. 

Zu prüfen ist, ob mit einer allfälligen Verlegung des Stalls oder des Auslaufs 

ein besserer Immissionsschutz erreicht werden könnte, was jedoch aus den 

folgenden Gründen zu verneinen ist: Würde der Auslauf an die Nordfassa-

de der Garage verlegt, würde dies allenfalls lediglich zu einer geringen Ver-

schiebung zugunsten der Liegenschaft der Rekurrentschaft 1 und zulasten 

der Liegenschaften der Rekurrentschaften 2 und 3 führen. Eine Verlegung 

an die Südfassade erweist sich als nicht praktikabel, da dort die Zufahrt 

zum Garagengebäude liegt, und an der Ostfassade müsste das Gelände 

zuerst renaturiert werden (Protokoll S. 19 Fotos 23–24). Dies erscheint ins-

besondere unter dem Aspekt, dass damit höchstens eine geringfügige Än-

derung der Immissionen erreicht werden könnte, als nicht verhältnismässig. 

Zum einen ist nicht davon auszugehen, dass sich der Schall eines im 

Freien krähenden Hahns durch die Verschiebung seines Aufenthaltsortes 

um wenige Meter wesentlich abschwächen würde. Zum anderen würde 

durch diese Massnahme der Abstand zur Rekurrentschaft 3 und zu ande-

ren Nachbarn gegenüber dem heutigen Standort verkleinert. Noch weniger 

sinnvoll wäre es, das Hühnerhaus irgendwo sonst im Garten der privaten 

Rekursgegnerschaft aufzustellen, zumal hier mit dem Garagengebäude ein 

optimales Gebäude, das zudem für einen zusätzlichen Schallschutz sorgt, 

genutzt werden kann. 

Die Rekurrierenden monieren, dass der Hahn bis zu 47-mal pro Stunde ge-

kräht habe, wie sie in ihren Stichproben behaupten (act. 4.13). Anzumerken 

ist, dass es sich dabei – wie die Rekurrierenden selber festhalten – um 

Stichproben handelt, die im Übrigen von der Rekursgegnerschaft bestritten 

werden. Bemerkungsweise ist festzuhalten, dass der Augenschein mit Ab-

sicht auf die neunte Stunde des Tages, gemäss den Rekurrierenden die 

"aktivste" Stunde des Hahns, gelegt wurde, mit dem Hinweis an die private 

Rekursgegnerschaft, den Hahn erst nach Beginn des Augenscheins aus 

dem Stall zu lassen (act. 22). Anlässlich des Lokaltermins konnte entspre-

chend festgestellt werden, dass der Hahn im Stall hörbar krähte. Diesem 

Umstand wurde mit der verfügten Isolation Rechnung getragen. Sobald der 

Hahn um 8:10 Uhr ins Freie gelassen wurde, krähte er bis zum Schluss des 

Augenscheins um 8:50 Uhr lediglich zweimal. Auch hierbei handelt es sich 

selbstverständlich nur um eine Stichprobe. Gleiches gilt für die von den Re-

kurrierenden eingereichten Videoaufnahmen (act. 11): Einzig beim Katzen-

video ist das Krähen des Hahns gut zu hören, jedoch nur einmal. Bei den 

anderen Videos ist es in den Umgebungsgeräuschen kaum wahrnehmbar. 

 

 

R3.2018.00180 Seite 11 

Wie die Vorinstanz richtigerweise festhält, sind sie damit nicht geeignet, ei-

ne das Wohlbefinden störende Lärmbelastung zu dokumentieren. Auch die 

gemachten Lärmmessungen der Rekurrierenden sind nur bedingt tauglich: 

Fraglich ist zum einen die Genauigkeit von mit Mobiltelefonen durchgeführ-

ten Lärmmessungen. Zum anderen handelt es sich auch hier nur um nicht 

aussagekräftige Stichproben.  

In die Beurteilung mit einzubeziehen ist alsdann auch die konkrete Umge-

bung des Baugrundstücks. Wie bereits aufgezeigt, wird dieses gegen Sü-

den wie auch gegen Norden nur gerade durch je eine Bautiefe vom Nicht-

baugebiet getrennt. Der Augenschein zeigte eine äusserst ländliche Umge-

bung mit Wald und landwirtschaftlicher Nutzung im nächster Nachbar-

schaft. In einem solchen Umfeld erweist sich das Krähen eines tagsüber 

freilaufenden und nachts in einem isolierten Hühnerhaus untergebrachten 

Hahns in Übereinstimmung mit der geltenden Rechtsprechung als mit dem 

Zonencharakter durchaus verträglich ist; es wird vom durchschnittlich emp-

findlichen Menschen noch als jenes Mass an Belärmung erlebt wird, wel-

ches allgemein zu ertragen ist (Entscheid BRKE I Nr. 0108 und 0109/2007 

vom 25. Mai 2007 in BEZ 2007 Nr. 36, E. 7.4). 

Entsprechend ist festzuhalten, dass sich die streitbetroffene Hühnerhaltung 

mit Hahn mit den von der Vorinstanz statuierten Auflagen als bewilligungs-

fähig erweist. Weitere Massnahmen erscheinen weder zweck- noch ver-

hältnismässig. 

5.5. 

Geruchsimmissionen wurden von den Rekurrierenden nicht substanziiert 

vorgebracht und waren anlässlich des Augenscheins auch nicht feststell-

bar. 

6. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen. 

7.1. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Rekurrierenden aufzuer-

legen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

 

 

R3.2018.00180 Seite 12 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwal-

tungsgerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt 

wie hier ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3 Abs. 3 GebV VGr). Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der 

Rekursinstanz ein grosser Ermessensspielraum zu (Kaspar Plüss, in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'200.-- festzusetzen. 

7.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner angemessenen Entschädigung für die Umtriebe der Gegenpartei ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung einer Umtriebsentschädigung einzustufen (VB.2003.00093 vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1). Demnach sind die Rekurrentschaften 1–3 unter 

solidarischer Haftung zu verpflichten, der privaten Rekursgegnerschaft eine 

Umtriebsentschädigung von je Fr. 700.-- (insgesamt Fr. 2'100.--) zu bezah-

len. Da die Umtriebsentschädigung pauschal festgelegt wird, entfällt die 

Zusprechung eines Mehrwertsteuerzusatzes von vornherein (BRKE II 

Nrn. 0247 und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-

zh.ch).  

Die Vorinstanz beantragt die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung 

(§ 17 Abs. 2 VRG). Stehen sich im Verfahren private Parteien mit gegen-

sätzlichen Begehren gegenüber, so wird die Gemeinde im Falle des Unter-

liegens in der Regel nicht entschädigungspflichtig (§ 17 Abs. 3 VRG). Um-

gekehrt entfällt im Falle des Obsiegens auch ein entsprechender Entschä-

digungsanspruch. Gründe, von dieser Regel abzuweichen, sind vorliegend 

nicht gegeben. Demnach ist der Vorinstanz keine Umtriebsentschädigung 

http://www.baurekursgericht-zh.ch/
http://www.baurekursgericht-zh.ch/

 

 

R3.2018.00180 Seite 13 

zuzusprechen. Ausgangsgemäss steht auch den Rekurrierenden keine 

Umtriebsentschädigung zu.  

[…]