# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5410bc24-e87c-5645-9799-8c9562fbe33d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-05-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 09.05.2006 B 2006/56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2006-56_2006-05-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2006/56

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 09.05.2006

Entscheiddatum: 09.05.2006

Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 9. Mai 2006
Ausländerrecht, Ordre Public Art, 17 Abs. 2 ANAG (SR 142.20), Art. 36 BVO 
(SR 823.21). Rechtmässigkeit der Verweigerung der Einreise und der 
Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat an 
eine srilankische Staatsangehörige mangels hinreichender finanzieller Mittel 
des Gesuchstellers, keine indirekte Diskriminierung aufgrund der 
Behinderung des Gesuchstellers, Verstoss gegen den Ordre Public durch die 
beabsichtigte Heirat einer Frau, die dem Gesuchsteller noch nie persönlich 
begegnet ist (Verwaltungsgericht, B 2006/56).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

T. N.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Helena Falk, Oberer Graben 44, 9000 St. Gallen,

 

gegen

 

Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen,

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Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

 

betreffend

 

Einreise von M. K. zur Vorbereitung der Heirat

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ T.N., geboren 1968, ist Staatsangehöriger von Sri Lanka. Er reiste 1989 illegal in die 

Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Dieses wurde mit Verfügung vom 31. Mai 1990 

abgewiesen. Der Gesuchsteller erhob gegen den ablehnenden Entscheid Beschwerde 

bei der Schweizerischen Asylrekurskommission. 1996 verfügte das Bundesamt für 

Flüchtlinge die vorläufige Aufnahme. T.N. ist in St. Gallen wohnhaft. Am 18. März 2004 

erteilte ihm das Ausländeramt eine Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen.

Am 20. Januar 2005 beantragte die srilankische Staatsangehörige M. K., geboren 

1971, bei der Schweizer Botschaft in Colombo ein Visum für die Einreise in die Schweiz 

zwecks Vorbereitung der Heirat mit ihrem Verlobten T. N. und dem anschliessenden 

Verbleib beim Ehemann.

Mit Verfügung vom 5. April 2005 wies das Ausländeramt das Gesuch von M. K. ab. Zur 

Begründung führte es im wesentlichen aus, die Vorbereitung der Heirat könne einen 

wichtigen Grund für die Erteilung einer befristeten Aufenthaltsbewilligung darstellen, 

wenn mit einer Heirat innert vernünftiger Frist zu rechnen sei und die allgemeinen 

Voraussetzungen für einen Familiennachzug als gegeben erscheinen würden. 

Vorliegend fehlten aber die für eine Eheschliessung erforderlichen Dokumente, und die 

finanziellen Mittel für den Familiennachzug seien nicht ausreichend, zumal T. N. 

vollumfänglich vom Sozialamt unterstützt werde.

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B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob T. N. durch seine Rechtsvertreterin 

Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Zur Begründung machte er im 

wesentlichen geltend, er sei vor Erlass der angefochtenen Verfügung nicht angehört 

worden. Die Vorbereitung der Heirat sei ein wichtiger Grund für eine 

Aufenthaltsbewilligung an nicht erwerbstätige Ausländer. Dabei werde in der Praxis 

eine befristete Bewilligung erteilt, sofern glaubhaft gemacht sei, dass innert einiger 

Monate mit der Papierbeschaffung und der Heirat gerechnet werden könne. Er sei 

seinen Pflichten zur Besorgung der Papiere vollumfänglich nachgekommen und habe 

die erforderlichen Dokumente eingereicht. Es fehle einzig noch der positive 

Prüfungsentscheid des Zivilstandsamts, welcher in wenigen Monaten vorliegen sollte. 

Im weiteren verfüge er mit der eigenen Zweizimmerwohnung über angemessenen 

Wohnraum. Aus gesundheitlichen Gründen (Folgen einer Kinderlähmung) sei er auf die 

Unterstützung seiner in der Schweiz lebenden Verwandten und Bezugspersonen 

dringend angewiesen. Sein Aufenthalt erscheine gefestigt. Wegen eines 

schwerwiegenden Gesundheitsschadens könne er nicht arbeiten und werde 

vollumfänglich von der Sozialhilfe unterstützt. Seine zukünftige Ehefrau würde der 

Allgemeinheit finanziell nicht zur Last fallen, weil drei Brüder und ein Neffe 

vollumfänglich für sie aufkämen. Aufgrund seines Gesundheitszustands und der 

Tatsache, dass alle Verwandten in der Schweiz lebten, sei eine Heirat im Ausland nicht 

zumutbar. Wegen seiner Behinderung komme ihm ein verstärktes Recht auf 

Gemeinschaft zu.

Das Justiz- und Polizeidepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 6. März 2006 

ab. Es liess die Frage einer Verletzung des rechtlichen Gehörs offen und hielt fest, ein 

allfälliger Verfahrensmangel wäre im Rekursverfahren geheilt worden. Weiter erwog es, 

als Inhaber einer Jahresaufenthaltsbewilligung könne sich der Beschwerdeführer weder 

auf einen Staatsvertrag noch auf eine gesetzliche Bestimmung für einen Anspruch auf 

Familiennachzug berufen. Im übrigen seien die Voraussetzungen für den 

Familiennachzug nicht gegeben. Der Gesuchsteller verfüge nicht über genügend 

finanzielle Mittel für den Unterhalt der Familie. Die Zusicherungen der Brüder und des 

Neffen, ihn zu unterstützen, könnten vom allfällig betroffenen Gemeinwesen nicht 

durchgesetzt werden. Sodann überzeuge es nicht, dass die Heirat im Ausland 

unzumutbar sei. Soweit ersichtlich sei die Verlobte des Rekurrenten noch nie in der 

Schweiz gewesen, was nahelege, dass der Rekurrent in seiner Heimat gewesen und 

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mithin reisefähig sei. Im übrigen sei nicht ersichtlich, inwiefern eine Diskriminierung des 

behinderten Rekurrenten bestehe. Der Familiennachzug werde wegen fehlender 

finanzieller Mittel und nicht wegen der Behinderung verweigert. Auch eine indirekte 

Diskriminierung sei nicht ersichtlich. Im übrigen lägen Aufenthalt und Einreise 

ausserhalb des Geltungsbereichs des Bundesgesetzes über die Beseitigung von 

Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen.

C./ Mit Eingabe vom 20. März 2006 erhob T. N. durch seine Rechtsvertreterin 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid sei 

aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Erteilung einer Einreise- bzw. 

Aufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Heirat für M. K. an das Ausländeramt 

zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird unter 

anderem vorgebracht, der Beschwerdeführer leide seit der Kindheit an den Folgen 

einer Kinderlähmung. 1989 habe er sich zudem schwer verletzt, als er sich bei einem 

Wohnungsbrand mit einem Sprung aus dem Fenster habe retten müssen. Aufgrund 

seiner gesundheitlichen Beschwerden könne er keiner Arbeit nachgehen. Er sei zur Zeit 

vollumfänglich auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen. Sein Gesuch um IV-

Leistungen sei wegen Nichterfüllens der einjährigen Beitragsdauer abgewiesen worden. 

Im Juli 2005 habe er ein Gesuch um ausserordentliche Ergänzungsleistungen gestellt. 

Vor drei Jahren habe er M. K. kennengelernt. Er habe seine Verlobte noch nie 

persönlich getroffen, kenne sie aber aus zahlreichen Fotos, Videos, Telefonaten und 

Briefen. Sie pflegten regen Kontakt. Die Vorbereitung der Eheschliessung sei ein 

wichtiger Grund, nichterwerbstätigen Ausländern eine Aufenthaltsbewilligung zu 

erteilen. Die Verweigerung der Aufenthalts- bzw. Einreisebewilligung verstosse gegen 

das Recht auf Heirat bzw. die Ehefreiheit gemäss Art. 12 der Europäischen 

Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK). Ausserdem stelle der 

angefochtene Entscheid eine indirekte Diskriminierung dar. Auf die weiteren Vorbringen 

in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 3. April 2006 auf Abweisung der 

Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

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1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der 

Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 20. März 2006 wurde 

rechtzeitig eingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 

(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der 

gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen 

über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.

a) Ist ein Ausländer im Besitz einer Niederlassungsbewilligung, so hat sein Ehegatte 

Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die 

Ehegatten zusammenwohnen (Art. 17 Abs. 2 ANAG). Demgegenüber räumt das Gesetz 

Ausländern mit einer Aufenthaltsbewilligung keinen Rechtsanspruch auf 

Familiennachzug ein (BGE 122 I 46). Die Verwaltungsbehörden haben daher bei 

Familiennachzugsbegehren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung nach 

pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden, wobei insbesondere die geistigen und 

wirtschaftlichen Interessen sowie der Grad der Ueberfremdung des Landes zu 

berücksichtigen sind (Art. 16 ANAG und Art. 8 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung zum 

ANAG, SR 142.201).

b) Art. 36 der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (SR 823.21, 

abgekürzt BVO) bestimmt, dass anderen nicht erwerbstätigen Ausländern 

Aufenthaltsbewilligungen erteilt werden können, wenn wichtige Gründe es gebieten. 

Der Begriff "andere" bezieht sich auf Art. 31 ff. BVO, worin die Erteilung von 

Aufenthaltsbewilligungen an Schüler, Studenten, Rentner und Pflegekinder sowie für 

Aufenthalte für medizinische Behandlungen geregelt werden. Zur Vorbereitung einer 

Heirat mit einem Schweizer oder mit einem in der Schweiz lebenden ausländischen 

Staatsangehörigen kann ebenfalls eine befristete Bewilligung nach Art. 36 BVO erteilt 

werden, sofern mit einer Heirat innert vernünftiger Frist zu rechnen ist und die übrigen 

Voraussetzungen für einen Familiennachzug als erfüllt erscheinen (Uebersax/ Münch/

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Geiser/Arnold [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2002, Rz 5.142 mit Hinweis auf Ziff. 556.3 

der Weisungen des Bundesamts für Migration).

Weitere Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 36 

BVO sind eine angemessene Wohnung, ein gefestigtes Aufenthaltsrecht und 

hinreichende finanzielle Mittel des Gesuchstellers. Art. 37 BVO bestimmt, dass die 

Kantone die Zulassung von nicht erwerbstätigen Ausländern an strengere 

Voraussetzungen knüpfen können. Aus der BVO können ausserdem keine 

Rechtsansprüche auf Erteilung von Bewilligungen abgeleitet werden, welche nicht im 

Gesetz im formellen Sinn verankert sind (BGE 130 II 284).

c) Die Vorinstanz erwog, die erforderlichen Papiere für die Heirat würden nach rund 

einem Jahr seit der Einreichung des Gesuchs offenbar immer noch fehlen. Eine 

gefälschte Geburtsurkunde habe zu Verzögerungen geführt. Deshalb habe - aus 

heutiger Sicht - im Zeitpunkt des Gesuchs nicht von einer vernünftigen Frist bis zur 

Heirat ausgegangen werden können.

Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, es sei nicht der Sachverhalt bei der 

Gesuchseinreichung massgebend, sondern derjenige im Zeitpunkt des 

Rekursentscheids. Der Beschwerdeführer und seine Verlobte würden sobald als 

möglich, d.h. sobald sie über alle nötigen Dokumente verfügen würden, heiraten.

Festzuhalten bleibt, dass die Vorinstanz das Fehlen der erforderlichen Papiere nicht als 

ausschlaggebend für die Verweigerung der Bewilligung betrachtet hat. Es lässt sich 

jedenfalls nicht bestreiten, dass die erforderlichen Papiere rund ein Jahr nach 

Einreichung des Gesuchs um Erteilung einer Einreise- und Aufenthaltsbewilligung noch 

ausstehend waren. An dieser Tatsache ändert der Umstand nichts, dass der 

Sachverhalt im Zeitpunkt des Rekursentscheids massgebend ist und die Vorinstanz ein 

allfälliges Vorhandensein der erforderlichen Papiere im Zeitpunkt ihres Entscheids hätte 

berücksichtigen müssen. Dieser Umstand ist aber wie erwähnt im Streitfall nicht 

ausschlaggebend, weshalb auf weitere Erörterungen zu verzichten ist.

d) Fest steht, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer schwerwiegenden 

gesundheitlichen Beeinträchtigung keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und 

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vollumfänglich von der Sozialhilfe unterstützt wird. Die Erklärungen seiner drei Brüder 

und eines Neffen, für allfällige finanzielle Aufwendungen der Verlobten vollständig 

aufzukommen, können nach der ständigen Praxis des Verwaltungsgerichts nicht als 

Vorhandensein genügender finanzieller Mittel für den Unterhalt der Familie im Sinn von 

Art. 39 Abs. 1 lit. c BVO anerkannt werden. Das Verwaltungsgericht erwog, eine 

Garantieerklärung könne rechtlich insofern nicht bindend sein, als ein derartiges 

Dauerschuldverhältnis nicht unkündbar ausgestaltet werden könne. Daher dürften 

finanzielle Zusagen von Verwandten nur dann berücksichtigt werden, wenn sie im 

Rahmen der Verwandtenunterstützungspflicht gemäss Art. 328 Abs. 1 ZGB 

eingefordert werden können (vgl. VerwGE vom 13. Dezember 2001 i.S. K.P. und 

VerwGE vom 19. März 2002 i.S. N.M. mit Hinweis auf P. Kottusch, Zur rechtlichen 

Regelung des Familiennachzugs von Ausländern, in: ZBl 90/1989 S. 338; vgl. weiter 

VerwGE vom 19. Februar 2004 i.S. R.I., vom 6. Mai 2003 i.S. N.I. und vom 23. April 

2003 i.S. A.S.). Diese Erklärungen der Verwandten sind gegenüber dem Gemeinwesen 

rechtlich nicht verpflichtend, und das Gemeinwesen hätte keine Möglichkeit, 

gegenüber den Verwandten allfällige Leistungen durchzusetzen.

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er habe ein Gesuch um 

Ergänzungsleistungen eingereicht und dürfe gemäss telefonischer Auskunft der 

zuständigen Stelle guter Hoffnung sein, dereinst unabhängig von der Sozialhilfe leben 

zu können. Diese Ausführungen vermögen am Umstand, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund seiner Erwerbsunfähigkeit auch inskünftig vollumfänglich der öffentlichen 

Wohlfahrt zur Last fällt, nichts zu ändern.

e) Der Beschwerdeführer rügt ausserdem, der angefochtene Entscheid stelle eine 

indirekte Diskriminierung dar und verstosse somit gegen Art. 8 Abs. 2 der 

Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV). Diese Rüge ist im Lichte 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 126 II 392 ff.) unbegründet. Dem 

Beschwerdeführer wurde die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für seine Verlobte 

nicht wegen seiner Behinderung verweigert, sondern wegen seiner fehlenden 

finanziellen Mittel bzw. wegen seiner Sozialhilfeabhängigkeit. Eine Behinderung stellt 

überdies nicht notwendigerweise eine Erwerbsunfähigkeit dar. Die Erwerbsunfähigkeit 

gründet unter anderem auch darin, dass der Beschwerdeführer offenbar keine 

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spezifischen Fähigkeiten aufweist, welche ihn ungeachtet seiner körperlichen 

Beeinträchtigung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit befähigen würden.

f) Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, es liege ein Verstoss gegen das 

Recht auf Heirat bzw. die Ehefreiheit gemäss Art. 12 EMRK vor. Nach dieser 

Bestimmung haben Männer und Frauen mit Erreichen des heiratsfähigen Alters gemäss 

den einschlägigen nationalen Gesetzen das Recht, eine Ehe einzugehen und eine 

Familie zu gründen. Im vorliegenden Fall wird dem Beschwerdeführer nicht der 

Eheschluss bzw. die Gründung einer Familie untersagt. Vielmehr wurde seiner Braut die 

Einreise und der dauernde Aufenthalt in der Schweiz verweigert. Art. 12 EMRK 

verschafft einem ausländischen Staatsangehörigen keinen Rechtsanspruch auf Einreise 

und Aufenthalt in der Schweiz, und überdies kann daraus auch kein Rechtsanspruch 

eines an einer Behinderung leidenden Ausländers auf Familiennachzug abgeleitet 

werden. Hinzu kommt, dass Art. 12 EMRK einen Vorbehalt des nationalen 

Gesetzesrechts enthält. Dieser umfasst unter anderem auch materielle Bedingungen, 

unter anderem die Geltung des Ordre public (M.E. Villiger, Handbuch der Europäischen 

Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., Zürich 1999, Rz. 645).

Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerde erstmals ausgeführt, er habe seine 

Verlobte noch nie gesehen. Er habe sie vor drei Jahren kennengelernt. Er kenne sie aus 

zahlreichen Fotos, Videos, Telefonaten und Briefen. Sie pflegten regen Kontakt.

Art. 14 BV gewährleistet das Recht auf Ehe und Familie. Das Recht auf Ehe ist ein 

Individualrecht, das die Freiheit jeder Person schützt, im heiratsfähigen Alter zu 

heiraten, und es verbietet gleichzeitig Zwangsheiraten. Aus dem verfassungsmässigen 

Recht auf Ehe und Familie wird die Ehefreiheit abgeleitet. Diese ist ein 

höchstpersönliches Recht (vgl. Ruth Reusser, St. Galler Kommentar zu Art. 14 BV, Rz. 

12). Dem Recht auf Eheschliessung als höchstpersönliches Individualrecht widerspricht 

es, wenn ein Mann eine Frau heiratet, die er noch nie persönlich getroffen bzw. kennen 

gelernt hat. Eine solche Heirat missachtet den höchstpersönlichen Charakter des 

Rechts auf Ehe und lässt die Frau als Objekt von Fremdbestimmung erscheinen. 

Prägendes Merkmal der Eheschliessung ist der freie Wille der Brautleute und das 

Fehlen jeglichen Zwangs, eine im Grundsatz auf lebenslange Bindung angelegte 

Lebensgemeinschaft einzugehen. Heiratet ein Mann eine Frau, die er vorher nie 

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persönlich getroffen hat, so widerspricht dies dem Verständnis der Ehe als einer auf 

dem freien Willen zweier gleichberechtigter Personen beruhenden Gemeinschaft. Das 

Ansinnen des Beschwerdeführers verletzt die Würde der Frau und das 

Persönlichkeitsrecht von M. K. und verstösst gegen den Ordre public, womit die 

Berufung auf Art. 12 EMRK unzulässig ist.

g) Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Verweigerung der Einreise 

und des Aufenthalts von M. K. weder Rechtsnormen noch allgemeine 

Rechtsgrundsätze verletzt oder auf einem Missbrauch bzw. einer Ueberschreitung des 

Ermessens beruht. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.

3./ Der Beschwerdeführer hat ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung gestellt. Diesem Gesuch ist nicht stattzugeben, da die 

Beschwerde aufgrund des Verstosses gegen den Ordre Public als aussichtslos 

beurteilt werden muss (Art. 99 Abs. 1 und 2 VRP in Verbindung mit Art. 281 Abs. 2 lit. a 

des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2, abgekürzt ZPG; Art. 29 Abs. 3 BV). Nachdem die 

Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist, gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Gebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf 

die Erhebung ist wegen voraussichtlicher Uneinbringlichkeit zu verzichten (Art. 97 VRP).

Im weiteren ist dem Beschwerdeführer auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

zu verweigern (Art. 99 Abs. 1 und 2 VRP in Verbindung mit Art. 281 Abs. 2 lit. a ZPG; 

Art. 29 Abs. 3 BV), weshalb kein Kostenersatz zuzusprechen ist.

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung wird 

abgewiesen.

3./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt; auf die Erhebung wird verzichtet.

V. R. W.

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Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung

Soweit eine Verletzung von Bundesrecht bzw. eines Rechtsanspruchs auf Erteilung 

einer Bewilligung geltend gemacht wird (Art. 100 lit. b Ziff. 3 und Art. 104 lit. a und b 

OG), kann gegen diesen Entscheid innert dreissig Tagen seit der Eröffnung 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 

14, eingereicht werden.

den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwältin Helena Falk, 9000 St. Gallen)–

die Vorinstanz–

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