# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 582a0e6a-73a6-5ca7-9606-f9e0d64372c1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2014 E-5185/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5185-2013_2014-08-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5185/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richterin Sylvie Cossy;   

Gerichtsschreiber David Wenger. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Staat unbekannt, angeblich Volksrepublik China (Tibet), 

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 23. August 2013 / N (…). 

 

 

E-5185/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reichte am 29. April 2013 im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum Basel ein Asylgesuch ein, wo man ihn am 8. Mai 2013 

summarisch zur Person befragte. Durch einen Alltagsspezialisten wurde 

der Beschwerdeführer am 10. Juni 2013 zu seinem Alltagswissen über 

die geltend gemachte Herkunftsregion befragt. Eine Evaluation des All-

tagswissens erfolgte am 11. Juli 2013. Das Bundesamt für Migration hörte 

ihn am 9. August 2013 vertieft zu den Asylgründen an. Im Rahmen der 

Anhörung wurde ihm das rechtliche Gehör zum Resultat der Evaluation 

des Alltagswissens gewährt. Dabei wurde er auch über den Werdegang 

und die Qualifikation des Alltagsspezialisten informiert. Im Wesentlichen 

machte der Beschwerdeführer geltend, er habe von Geburt bis zur Aus-

reise in B._______ Tibet, gelebt. Er habe nie eine Schule besucht und im 

landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mitgearbeitet. Zusammen mit zwei 

Freunden habe er an einer Demonstration teilgenommen. Als die Militär-

polizisten gekommen seien, habe er fliehen können. Seine Freunde seien 

festgenommen worden, weswegen er sich versteckt gehalten habe und in 

der Folge ausgereist sei. Er sei mit einem Auto nach C._______ gefahren 

und habe dort zu Fuss die Grenze zu Nepal passiert. Von einem ihm un-

bekannten Ort sei er mit einem Auto nach D._______ gefahren. Von 

Kathmandu aus sei er in ein ihm unbekanntes arabisches Land geflogen. 

Dort sei er in ein anderes Flugzeug umgestiegen und wiederum in ein ihm 

unbekanntes Land geflogen. Dann sei er mit dem Auto nach Basel gefah-

ren. Der Beschwerdeführer reichte keine Reise- oder Identitätspapiere zu 

den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 23. August 2013 – eröffnet am 27. August 2013 – ver-

neinte das BFM die Flüchtlingseigenschaft, lehnte das Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung – mit Ausschluss in die Volksrepublik China – 

und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegwei-

sung. 

C.  

Mit Eingabe vom 5. September 2013 – vom BFM dem Bundesverwal-

tungsgericht überstellt und diesem am 17. September 2013 zugegangen 

– reichte der Beschwerdeführer Beschwerde ein und beantragte sinnge-

mäss, die Verfügung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling zu anerkennen 

und das Asylgesuch sei gutzuheissen. 

E-5185/2013 

Seite 3 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. September 2013 verlangte der Instrukti-

onsrichter die Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 600.–.  

E.  

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2013 reichte der Beschwerdeführer eine Un-

terstützungsbedürftigkeitserklärung des Kantons Aargau ein. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. Oktober 2013 hob der damals zuständi-

ge Instruktionsrichter die Ziffern 2 und 3 der Zwischenverfügung vom  

25. September 2013 auf und verzichtete wiedererwägungsweise auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. Zudem ersuchte er das BFM bis 

zum 4. November 2013 um die Einreichung einer Vernehmlassung.  

G.  

Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 29. Oktober 2013 fest, dass 

es sich bei den Widersprüchen um sachliche Diskrepanzen handle, die 

nicht durch ungenaue Übersetzungen des Dolmetschers erklärbar seien. 

In Bezug auf den vorgebrachten angeschlagenen psychischen Zustandes 

des Beschwerdeführers machte das BFM geltend, dass es Aufgabe der 

behandelnden Ärzte oder Psychiater sei, ihn auf eine allfällige Ausreise 

vorzubereiten.  

H.  

Mit Eingabe vom 18. November 2013 replizierte der Beschwerdeführer 

auf die Vernehmlassung des BFM. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutre-

ten. 

E-5185/2013 

Seite 4 

2.  

 

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 

AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) und mit summarischer Begründung zu 

behandeln (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.  

 

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei-

genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). 

Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr 

Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält 

(Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). 

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in einem Entscheid dargelegt und folgt dabei 

ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 

E. 2.2 und 2.3). 

 

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Seite 5 

4.  

 

4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch jenen an das 

Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG stand. 

Aufgrund der Zweifel an der geltend gemachten Herkunft sei von einem 

Experten ein Test über sein herkunftsspezifisches Alltagswissen durchge-

führt worden. Gemäss Resultat dieser Analyse bestehe nur geringe 

Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer im behaupteten geogra-

phischen Raum gelebt habe. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs zum All-

tagswissenstest habe er lediglich ausgeführt, dass er aus dem angege-

benen Gebiet stamme und Tibeter sei. Ferner seien die Angaben zur Aus-

reise und zum Reiseweg widersprüchlich. Aufgrund der fehlenden Chine-

sischkenntnisse, der fehlenden Identitätspapiere, des unglaubhaften Rei-

seweges, der unglaubhaften Asylgründe und der mangelhaften Länder-

kenntnisse sei auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer jemals in der 

von ihm angegebenen Region gelebt habe und es sich bei ihm um einen 

Flüchtling aus der Volksrepublik China handle. Vielmehr bestünden Indi-

zien auf eine Herkunft aus einer exiltibetischen Gemeinschaft ausserhalb 

der Volksrepublik China, insbesondere Nepal oder Indien.  

4.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, dass er 

aus B._______ (…) stamme, dort geboren und aufgewachsen sei und Ti-

bet wegen seiner politischen Betätigung verlassen musste. Seit seiner 

Flucht leide er psychisch, was sich mit dem negativen Asylentscheid ver-

stärkt habe. Er könne chinesisch weder sprechen noch schreiben und sei 

damit in seiner Heimatregion nicht allein. Die Widersprüche hätten mit 

seiner psychisch instabilen Situation, seiner Angst und Vergesslichkeit zu 

tun. In seiner Replik ergänzt der Beschwerdeführer, dass er als Tibeter 

aus der Volksrepublik China durch seine illegale Ausreise zum Flüchtling 

geworden sei. Gemäss Rechtsprechung habe er durch seine illegale Aus-

reise aus Tibet beziehungsweise China und die Asylgesuchseinreichung 

im Ausland einen Grund für zukünftige Verfolgung durch die chinesischen 

Behörden gesetzt und würde deshalb die Flüchtlingseigenschaft wegen 

subjektiver Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG erfüllen.  

 

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Seite 6 

5.  

 

5.1  

 

5.1.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Am-

tes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismit-

tel (Bstn. a–e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze indes-

sen an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 

VwVG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identi-

tätspapiere abzugeben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwir-

ken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismit-

tel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei 

der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 

E. 3.4). 

5.1.2 Die Behörden sind verpflichtet, Vorbringen tatsächlich zu hören, 

ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berück-

sichtigen. Nicht erforderlich ist jedoch, dass sich die Begründung mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 [S. 188]). 

5.1.3 Zunächst ist festzuhalten, dass die Identität des Beschwerdeführers 

nicht feststeht; diesbezüglich ist mit der Vorinstanz einig zu gehen. Der 

Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen Verfahren trotz ausdrücklicher 

Aufforderung weder Ausweispapiere noch irgendwelche Beweismittel, die 

geeignet wären, etwas zur Klärung seiner Identität und seines Herkunfts-

landes beizutragen, eingereicht. Auch auf Beschwerdeebene ist er dies-

bezüglich untätig geblieben und hat sich nicht darum bemüht, Papiere 

beizubringen. Dies stellt eine Verletzung der ihm obliegenden Mitwir-

kungspflicht gemäss Art. 8 AsylG dar, auf welche ihn die Vorinstanz be-

reits anlässlich der Befragung (BFM-Akten, A4/11 S. 2 und 6) und später 

erneut bei der Anhörung (BFM-Akten, A11/12 S. 2) hingewiesen hatte. An-

lässlich der Befragung hat er das Fehlen der Ausweise damit begründet, 

weder je eine Identitätskarte noch einen Pass besessen zu haben. Die 

Geburtsurkunde, welche sich bei ihm zu Hause befinde, habe er nicht 

mitgenommen. Zudem kenne er die Telefonnummer von zu Hause nicht, 

weshalb er von dort auch nichts beschaffen könne (BFM-Akten, A4/11 

S. 6). Es kann offen bleiben, ob dem tatsächlich so ist.  

Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass überwiegende Zweifel an der vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Herkunft bestehen. Diese werden 

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Seite 7 

dadurch erhärtet, dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelein-

gabe auf die in der angefochtenen Verfügung aufgezählten, zahlreichen 

Unstimmigkeiten mit keinem Wort eingegangen ist, sondern lediglich sei-

ne Herkunft aus dem behaupteten Gebiet beteuert. Die verschiedenen 

Widersprüche und die Unkenntnis lokaler Gegebenheiten will er pauschal 

nur mit seiner Vergesslichkeit und seiner psychischen Situation erklären. 

So bleibt im Einzelnen unwidersprochen, dass er keine detaillierte Be-

schreibung des Ortes geben konnte, in welchem er gemäss eigenen An-

gaben mehr als dreissig Jahre gelebt habe; dass er etwa die Existenz ei-

ner kommunalen Schule in der Befragung bejahte, in der Anhörung aber 

verneinte. Ebensowenig vermag er aufzuklären, weshalb in der Befra-

gung seine Mutter, in der Anhörung aber der Vater seine Ausreise organi-

siert haben soll. Auch trifft es zu, wie die Vorinstanz feststellt, dass der 

Beschwerdeführer weder die auf der Reise passierten Ortschaften nen-

nen, noch den Grenzübertritt nach Nepal fundiert beschreiben kann. 

Schliesslich ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass die Behauptung 

des Beschwerdeführers, er habe bei der Befragung Lhasa und Lhatse als 

Demonstrationsorte verwechselt, angesichts der besonderen Bedeutung 

Lhasas für das autonome Gebiet Tibet äusserst unglaubwürdig ist.  

5.2  

5.2.1 Die Alltagswissenstests des BFM sind keine Sachverständigengut-

achten (Art. 12 Bst. e VwVG; Art. 57 ff. des Bundesgesetzes vom 4. De-

zember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 

VwVG), sondern schriftliche Auskünfte einer Drittperson (Art. 12 Bst. c 

VwVG; Art. 49 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG). Sofern bestimmte Anforderun-

gen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des Exper-

ten wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit der 

Analyse erfüllt sind, ist solchen Analysen jedoch erhöhter Beweiswert 

beizumessen (vgl. EMARK 2003 Nr. 14 E. 7 S. 89; EMARK 1998 Nr. 34 

S. 284 ff.).  

5.2.2 Der vorliegend zu beurteilenden Evaluation über das Alltagswissen 

ist aufgrund der sorgfältigen, ausführlichen und ausgewogenen Begrün-

dung nach den erwähnten Kriterien erhöhter Beweiswert zuzumessen, 

zumal an der fachlichen Qualifikation des Experten keine Zweifel beste-

hen und auch nicht geltend gemacht werden. Ebensowenig vermag die 

Beschwerde Zweifel an der inhaltlichen Richtigkeit und Vollständigkeit der 

Analyse zu erwecken. Der Experte prüfte sowohl die sprachliche Kompe-

tenz des Beschwerdeführers, als auch seine Kenntnisse über die von ihm 

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Seite 8 

angegebene Herkunftsregion sowie das alltägliche Leben und gelangte 

zum Schluss, die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer im be-

haupteten geographischen Raum gelebt habe, sei klein (BFM-Akten, A7/6 

S. 3). Die Vorinstanz führt zutreffend aus, dass die Schlussfolgerungen 

des Experten vom Beschwerdeführer nicht glaubhaft hätten widerlegt 

werden können. So ist mit ihr aufgrund der Analyse einig zu gehen, dass 

der Beschwerdeführer wichtige geographische Anhaltspunkte und Wall-

fahrtsorte seines Gebietes nicht kannte oder dass er Begriffe benutzte, 

welche oft von Tibetern in Indien verwendet und teilweise in Tibet nicht 

verstanden werden.   

5.3 Dem Beschwerdeführer ist es ferner nicht gelungen, die Unglaubhaf-

tigkeit seiner Asylvorbringen zu widerlegen. Er beschränkt sich in der Be-

schwerde darauf, Angaben zu wiederholen oder pauschal und somit ohne 

nähere Begründung zu behaupten, die Erwägungen der Vorinstanz wür-

den nicht stimmen. Damit zeigt er nicht auf, inwiefern die Vorinstanz Bun-

desrecht verletzt haben soll, zumal diese die Widersprüche und Unglaub-

haftigkeitselemente in den Aussagen des Beschwerdeführers sorgfältig 

aufgezeigt hat. Um Wiederholungen zu vermeiden kann diesbezüglich 

ohne Einschränkung auf die ausführlichen und schlüssigen Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden. Aufgrund der Aktenlage ist davon aus-

zugehen, dass er hauptsächlich ausserhalb Chinas sozialisiert worden ist.  

5.4  

5.4.1 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-

von auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ankunft in der 

Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exiltibetischen 

Diaspora gelebt hat. Namhafte exiltibetische Gemeinschaften gibt es – 

nebst der Schweiz und Nordamerika – lediglich in Indien und Nepal. Es 

ist daher vermutungsweise anzunehmen, dass er in Indien oder Nepal 

aufgewachsen ist respektive dort gelebt hat. 

5.4.2 Folglich wäre grundsätzlich zu prüfen, ob er über die chinesische 

Staatsangehörigkeit verfügt, was eine Prüfung der Drittstaatenregelung 

im Sinne von Art. 31a Abs. 1 AsylG mit sich bringen würde, oder ob er die 

Staatsangehörigkeit von Indien oder Nepal erlangt hat, was zur Folge hät-

te, dass das Vorliegen asylrelevanter Gefährdung hinsichtlich eines jener 

Staaten zu prüfen wäre. 

E-5185/2013 

Seite 9 

5.4.3 Wie bereits in Erwägung 5.1.1 ausgeführt, ist das Gericht mit der 

Vorinstanz der Auffassung, dass der Beschwerdeführer die Mitwirkungs-

pflicht verletzt hat und dadurch den Behörden nähere Abklärungen und 

eine Rückschaffung in seinen tatsächlichen Heimatstaat verunmöglicht. 

Durch die Verletzung dieser Pflicht verunmöglicht er auch die Abklärung, 

welchen effektiven Status er in Indien respektive Nepal innehat. Er hat die 

Folgen dieses Verhaltens zu verantworten. In diesem Sinne ist im vorlie-

genden Fall die Rechtsprechung in "Entscheide und Mitteilungen der 

[vormaligen] Asylrekurskommission" (EMARK) 2005 Nr. 1 insoweit zu 

präzisieren, als auch bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Her-

kunft verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszuge-

hen ist, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe 

gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestehen (vgl. 

Urteil des BVGer E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.10). 

5.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer keine Ver-

folgung im Sinne von Art. 3 AsylG in Bezug auf die Volksrepublik China 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen vermag und deshalb 

nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Die Vorinstanz hat zu Recht 

die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

6.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen (Art. 44 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9). 

Die Wegweisung ist nicht zu beanstanden. 

7.  

 

7.1 Bezüglich des Wegweisungsvollzugs führt die Vorinstanz aus, da die 

vom Beschwerdeführer geltend gemachte Staatsangehörigkeit nicht 

glaubhaft sei, müsse diese als unbekannt gelten. Ein Vollzug der Weg-

weisung in die Volksrepublik China wurde im vorinstanzlichen Entscheid 

ausdrücklich ausgeschlossen (vgl. Ziff. 4 des Dispositivs der Verfügung 

vom 23. August 2013). Das Gericht folgt der Vorinstanz sowohl in diesem 

Punkt als auch hinsichtlich der weiteren diesbezüglichen Erwägungen. 

Zwecks Vermeidung von Wiederholungen kann auf den Entscheid des 

Bundesamtes verwiesen werden. 

E-5185/2013 

Seite 10 

7.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvoll-

zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchungs-

pflicht findet, wie bereits vorstehend in Erwägung 5.1.1 und 5.1.3 ausge-

führt, ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers. Es 

ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden, womöglich gezielt vorenthal-

tenen Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in 

hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Vermutungsweise ist vor-

liegend davon auszugehen, einer Wegweisung stünden keine Vollzugs-

hindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen, was insbesondere für Nepal 

und Indien gilt, welche als mögliche Herkunftsstaaten in Frage kommen 

(vgl. E. 5.4 vorstehend).  

Mit dem Vorenthalten von Informationen und dem Fehlen jeglicher Bemü-

hungen, Ausweispapiere und Beweismittel zu beschaffen, die seine Iden-

tität, Herkunft und seine Vorbringen beweisen könnten, ist der Beschwer-

deführer selber dafür verantwortlich, weshalb sich zuerst die Vorinstanz 

und nun auch das Gericht mit den Fragen der Wegweisung und deren 

Vollzugs nur in grundsätzlicher Hinsicht beziehungsweise gemäss den 

vorstehenden Ausführungen befasst. Er entzieht mit seinem Verhalten 

dem Gericht die für genauere Abklärungen erforderliche Grundlage, und 

es ist nicht Sache des Gerichts, sich in Mutmassungen und Spekulatio-

nen zu ergehen. 

Was die vorgebrachten psychischen Belastungen des Beschwerdeführers 

betrifft, welche einer Wegweisung entgegenstehen könnten, so sind dem 

Gericht diesbezüglich keine ärztlichen Befunde zugestellt worden, welche 

diese Behauptung spezifizieren oder überhaupt bestätigen könnten. 

7.3 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allen-

falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kos-

ten des vorliegenden Verfahrens zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die auf 

E-5185/2013 

Seite 11 

Fr. 600.– festzusetzen sind (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5185/2013 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger David Wenger 

 

 

Versand: