# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75af1a9b-b4c7-5f95-936e-26a8493c0ec5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2021 SB190206
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190206_2021-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB190206-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichter lic. iur. Stiefel und 

Oberrichterin lic. iur. Bertschi sowie Gerichtsschreiber MLaw Andres 

 
Urteil und Beschluss vom 15. September 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. Steinhauser,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 

betreffend mehrfache Freiheitsberaubung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 22. Oktober 
2018 (DG180009) 
 
 
  

-   2   - 

Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 29. Januar 

2018 (Urk. 104, mit handschriftlicher Nummerierung, vgl. dazu unten E. II.1.1. f.) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz 
(Urk. 181) 

Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der Beschimpfung (eventuali-

ter Tätlichkeiten) gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 der Anklageschrift ein-

gestellt.  

2. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der mehrfachen Sachentzie-

hung gemäss den Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der Anklageschrift 

eingestellt. 

[Mitteilungssatz und Rechtsmittel] 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen von 

den Vorwürfen  

− der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift),  

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhalts-

abschnitte 1, 3, 6, 13, 14, 15, 20 und 21 der Anklageschrift),  

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Sachver-

haltsabschnitte 4 und 5 der Anklageschrift).  

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− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitt 16 der Anklageschrift), 

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 8, 9 und 17 der Anklageschrift) und 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitt 7 der Anklageschrift).  

2. Die Zivilklage des Privatklägers 1 wird abgewiesen.  

3. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur vom 6. Juni 

2017 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich (TEU-Ass-Tri) ge-

lagerten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen 

nach Rechtskraft herausgegeben: 

− Mobiltelefon iPhone, keine SIM-Karte, kein Code (Asservat Nr.: 

A010'137'878), 

− Mobiltelefon Samsung, kein Code (Asservat Nr.: A010'137'889), 

− Mobiltelefon Blackberry, Code unbekannt (Asservat Nr.: A010'137'903), 

− Mobiltelefon Sony, Code unbekannt (Asservat Nr.: A010'137'914), 

− Diplom in arabischer Schrift (Asservat Nr.: A010'137'925),  

− Playstation 4, Passwort usw. unbekannt (Asservat Nr.: A010'137'936). 

Verlangt der Beschuldigte die betreffenden Gegenstände innert drei Mona-

ten nach Rechtskraft nicht heraus, werden sie vernichtet. 

4. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die übrigen Kosten (Fr. 10'000.– 

Gebühr Vorverfahren und Fr. 111.60 Entschädigung Zeuge und Dolmet-

scher), die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von insgesamt 

Fr. 43'194.80 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) sowie ein Zehntel der 

Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatkläger in der Höhe von 

Fr. 2'941.30 (insgesamt Fr. 29'412.40 inkl. Barauslagen und Mehrwertsteu-

er) werden auf die Gerichtskasse genommen.  

Dem Verteidiger wurde eine Akontozahlung von Fr. 15'000.– ausgerichtet.  

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5. Dem Beschuldigten werden Fr. 34'400.– als Genugtuung aus der Gerichts-

kasse zugesprochen. Die weitergehenden Zivilansprüche werden abgewie-

sen. 

[Mitteilungssatz und Rechtsmittel] 

Berufungsanträge 

Der Staatsanwaltschaft: 
(Urk. 184, S.  9; 197 S. 3) 

1.  Der Beschuldigte sei wie folgt schuldig zu sprechen: 

− der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift) 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhalts-

abschnitte 3, 6, 13, 14, 15, 20 und 21 der Anklageschrift) 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (gemäss 

Sachverhaltsabschnitte 4 und 5 der Anklageschrift) 

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB (Sachver-

haltsabschnitte 8 und 9 der Anklageschrift) 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsab-

schnitt 7 der Anklageschrift) 

2.  Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten sowie mit ei-

ner Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu CHF 80.00 (entsprechend 

CHF 3'600.00) sowie mit einer Busse von CHF 500.00 zu bestrafen. 

3.  Vollzug von 10 Monaten Freiheitsstrafe und Gewährung des bedingten Voll-

zuges der restlichen 20 Monate Freiheitsstrafe, unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von 2 Jahren. 

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4.  Gewährung des bedingten Vollzuges der Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 

CHF 80.00, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

5.  Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter Nicht-

bezahlung der Busse. 

6.  Kostenauflage. 

Des Beschuldigten: 
(Urk. 196 S. 1 f.) 

1 .   Die Berufung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland betreffend 

A._____ sei abzuweisen und der Freispruch gemäss Urteil des Bezirksge-

richts Winterthur vom 22. Oktober 2018 inklusive Abweisung der Zivilklage 

des Privatklägers 1 und die Zusprechung einer Genugtuung in der Höhe von 

CHF 34'400.00 zu bestätigen. 

2.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen plus MwSt. zu Lasten des 

Staates.  

Des Privatklägers: 

(keine Anträge) 

  

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Berufungsumfang und Strafantrag 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorliegende Strafverfahren gegen den Beschuldigten A._____ steht im 

Zusammenhang mit einem Vorfall, der sich am tt. November 2016 in der B._____ 

[Moschee] ereignet hat. Gestützt auf ihre Untersuchung dieses Vorfalls erhob die 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 29. Januar 2018 gegen den Be-

schuldigten sowie gegen die neun Mitbeschuldigten C._____ (SB190207), 

D._____ (SB190208), E._____ (SB190209), F._____ (SB190210), 

G._____(SB190211), H._____ (Jugendstrafverfahren, SB190212), I._____ 

(SB190213), J._____ (SB190214) und K._____ (SB190215) Anklage beim Be-

zirksgericht Winterthur (Urk. 104). Aufgrund des engen sachlichen Zusammen-

hangs zwischen diesen Verfahren führte das Bezirksgericht Winterthur für sämtli-

che zehn Beschuldigten eine gemeinsame Hauptverhandlung durch. Mit vorge-

nanntem Urteil und Beschluss vom 22. Oktober 2018 entschied die Vorinstanz 

über die in der Anklage gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe.   

1.2. Gegen dieses den Parteien am 23. Oktober 2018 mündlich eröffnete Urteil 

meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft (Berufungsanmeldung vom 23. Oktober 

2018, Urk. 172) als auch der Privatkläger M._____ (Berufungsanmeldung vom 

31. Oktober 2018, Urk. 174) fristgerecht Berufung an.  

1.3. Das begründete Urteil des Bezirksgerichts Winterthur (Urk. 178 bzw. 

Urk. 181) wurde von den Parteien am 3. April 2019 (Staatsanwaltschaft) bzw. am 

9. April 2019 (Privatkläger) entgegengenommen (Urk. 179). Am 24. April 2019 

(Postaufgabe am 23. April 2019) ging die Berufungserklärung der Staatsanwalt-

schaft (Urk. 184) fristgerecht beim Obergericht ein. Demgegenüber reichte der 

Privatkläger M._____ keine Berufungserklärung ein, weshalb mit Beschluss vom 

16. Mai 2019 (Urk. 185) auf seine Berufung nicht eingetreten wurde.     

1.4. Die Parteien erhoben weder Anschlussberufungen noch wurden Anträge 

auf Nichteintreten gestellt (Urk. 187 i.V.m. Urk. 188/1-3).   

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1.5. Vom 6. - 8. September 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, an wel-

cher die Verfahren gegen sämtliche zehn Beschuldigten (SB190206 - SB190215) 

gemeinsam verhandelt wurden. Am 6. Oktober 2021 fand die mündliche Ur-

teilseröffnung statt (Prot. II S. 6 ff.).  

2. Gegenstand der Berufung 

2.1. Das vorinstanzliche Urteil vom 22. Oktober 2018 wurde hinsichtlich der 

Freisprüche betreffend Nötigung gemäss Sachverhaltsabschnitt 1, betreffend ein-

facher Körperverletzung gemäss Sachverhaltsabschnitt 16 und betreffend Be-

schimpfung gemäss Sachverhaltsabschnitt 17 der Anklageschrift gemäss Disposi-

tivziffer 1 nicht angefochten. Unangefochten blieb ferner die Abweisung der Zivil-

klage (Dispositivziffer 2), der vorinstanzliche Entscheid betreffend beschlagnahm-

ter Gegenstände (Dispositivziffer 3) sowie der zusammen mit dem Urteil ergange-

ne Beschluss hinsichtlich Dispositivziffern 1 und 2 (Verfahrenseinstellungen be-

treffend Beschimpfung gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 und betreffend mehrfa-

cher Sachentziehung gemäss Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der Anklage-

schrift).  

2.2. Insoweit ist das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur folglich in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist.  

3. Rüge betreffend Strafantrag 

Die Verteidigung wendet ein, dass das Verfahren hinsichtlich der angeklagten An-

tragsdelikte einzustellen sei, weil auf den Strafantragsformularen der Privatklä-

gerschaft zwar verschiedene Mitbeschuldigte, jedoch nicht der Name des Be-

schuldigten A._____ aufgeführt sei (Urk. 196 S. 10 f.). Abgesehen von den ohne-

hin bereits rechtskräftig erfolgten Einstellungen (vgl. hiervor) sowie den rechts-

kräftigen Freisprüchen betreffend Körperverletzung (Sachverhaltsabschnitt 16) 

und Beschimpfung (Sachverhaltsabschnitt 17) kann auf die zutreffende Begrün-

dung der Vorinstanz verwiesen werden, mit welcher diese den Einwand unter 

Verweis auf die Unteilbarkeit der Strafanträge als unbegründet verwirft (vo-

rinstanzliches Urteil E. II.1.1. f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

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II. Sachverhaltsfeststellung 

1. Anklagevorwurf und Vorgehen 

1.1. Hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalts kann 

grundsätzlich auf die beigeheftete Anklageschrift vom 29. Januar 2018 verwiesen 

werden. In Anbetracht der starken Zerstückelung des Anklagesachverhalts in 

zahlreiche Unterabschnitte, hinsichtlich welcher die Beschuldigten gemäss Vor-

wurf der Staatsanwaltschaft in unterschiedlichen Konstellationen tätig geworden 

sein sollen, hat die Vorinstanz die einzelnen Anklagesachverhalte zur besseren 

Übersichtlichkeit in 22 nummerierte "Sachverhaltsabschnitte" unterteilt (A, 1 - 21) 

und diese Nummerierung in der Anklageschrift entsprechend gekennzeichnet (vgl. 

beigeheftete nummerierte Version der Anklageschrift). Diese für sämtlich 10 Be-

schuldigten einheitlich vorgenommene Nummerierung erscheint sinnvoll und wird 

zwecks besserer Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit der hier gemachten 

Ausführungen gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil beibehalten (jeweils mit 

"Sachverhaltsabschnitt XY" bezeichnet).  

1.2. Für einen Überblick über die von der Anklageschrift erfassten Geschehnis-

se kann vorweg auf die chronologische Aufarbeitung des gesamten Anklagesach-

verhalts durch die Vorinstanz in ihrem Urteil E. III.1.2. verwiesen werden.  

1.3. Zwecks einer übersichtlichen und chronologischen Aufarbeitung des Vor-

falls wird der Anklagesachverhalt im Rahmen der nachfolgenden Sachverhaltser-

stellung ferner grob in drei Teile (Sachverhaltsteile A, B und C) gegliedert:  

− Im Sachverhaltsteil A, der sich zu Beginn des Vorfalls und örtlich im 
Eingangsbereich der Moschee abspielte, waren gemäss Anklage zu-
nächst nur die Beschuldigten J._____, C._____, F._____ und der Ju-

gendliche und schliesslich dann auch die Beschuldigten D._____, 

K._____, G._____ und A._____ beteiligt (umfasst die Sachverhaltsab-

schnitte A, 1, 2, 4, 6 und 8).  

− Der diesem chronologisch nachgelagerte Sachverhaltsteil B umfasst 

das darauffolgende Geschehen im Gebetsraum, an welchem sich 

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gemäss Anklagevorwurf sämtliche acht vorgenannten Beschuldigten 

(J._____, C._____, F._____, der Jugendliche, D._____, K._____, 

G._____ und A._____) beteiligt haben. Sachverhaltsteil B umfasst ei-

nerseits die Sachverhaltsabschnitte 3, 5, 7, 9, 10, 11 und 12 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Privatklägers M._____, und andererseits die Sach-

verhaltsabschnitte 13 - 18 sowie Sachverhaltsabschnitt 19 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Geschädigten N._____. 

− Sachverhaltsteil C umfasst die letzte Phase des Vorfalls, welche sich 

im Büro des Vorstands abgespielt hat. Er umfasst die Sachverhalts-
abschnitte 12 (2. Hälfte) und 20 zum Nachteil des Privatklägers 

M._____ sowie die Sachverhaltsabschnitte 19 (2. Hälfte) und 21 zum 

Nachteil des Geschädigten N._____. An diesen Taten sollen gemäss 

Anklageschrift zusätzlich auch die Beschuldigten E._____ und I._____, 

mithin sämtliche zehn Beschuldigten, beteiligt gewesen sein.        

1.4. Auf die Erstellung des subjektiven Tatbestandes wird jeweils im Rahmen 

der rechtlichen Würdigung eingegangen.  

2. Qualität der Aussagen der Geschädigten 

2.1. Ausgangslage und Vorgehen 

2.1.1. Darüber, was genau sich am tt. November 2016 im Innern der B._____ ab-

gespielt hat, gehen die Aussagen der beiden Geschädigten und jene der 10 Be-

schuldigten in den entscheidenden Punkten diametral auseinander. Neben insge-

samt rund 40 Einvernahmen der Beschuldigten zu den Vorfällen in der B._____ 

liegen insbesondere je zwei Einvernahmen der beiden Geschädigten vor. Andere 

direkte Beweismittel als die Aussagen der Beschuldigten und Geschädigten lie-

gen – mit Ausnahme zweier Tonaufnahmen von Geständnissen der Geschädigten 

– mit Blick auf das Kerngeschehen nicht vor. Angesichts dessen, dass die Be-

schuldigten – mit wenigen Ausnahmen hinsichtlich einzelner Punkten – geschlos-

sen abstreiten, dass es an diesem Abend des tt. November 2016 zu gewaltsamen 

Übergriffen gegen die Geschädigten gekommen sei, basieren die Anklageschrif-

-   10   - 

ten denn auch weitestgehend auf den Aussagen der beiden Geschädigten. Der 

Frage nach der Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen und Vorwürfe gegen die 10 

Beschuldigten kommt entsprechend grosses Gewicht zu. 

2.1.2. Sowohl der Privatkläger M._____ als auch der Geschädigte N._____ gaben 

jeweils zu Beginn ihrer Einvernahmen in freier Schilderung wieder, was sich aus 

ihrer Sicht am Tatabend ereignet hatte. Nachdem die Aufspaltung der Ereignisse 

in 21 Sachverhaltsabschnitte der Anklageschrift zwangläufig eine isolierte Be-

trachtung einzelner Aussagen zum jeweiligen Sachverhaltsabschnitt erfordert, 

drängt es sich auf, zunächst einige Ausführungen über die Qualität der Aussage 

der Geschädigten als Ganzes, insbesondere unter Einbezug ihrer freien gesamt-

heitlichen Schilderung der Tathergänge, vorzunehmen. Schliesslich erlauben sol-

che längeren frei geschilderten Berichte über ein Ereignis aus aussagepsycholo-

gischer Sicht verlässlichere Analysen der Qualität der Aussagen, als dies bei kür-

zeren Antworten der Fall ist (LUDEWIG/TAVOR/ BAUMER, Wie können aussagepsy-

chologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, AJP 

11/2011, S. 1426). Demgegenüber liegen seitens der Beschuldigten kaum länge-

re, frei geschilderte Berichte über das am Tatabend Vorgefallene vor. Sie gaben 

sich – wie noch zu zeigen sein wird – in den zahlreichen durchgeführten Einver-

nahmen mit wenigen Ausnahmen grösstenteils wortkarg, machten von ihren Aus-

sageverweigerungsrechten Gebrauch bzw. beschränken sich weitestgehend auf 

die pauschale Bestreitung der ihnen gemachten Vorwürfe und Vorhalte. Eine ge-

samtheitliche Analyse ihrer Aussagen bietet sich somit vorliegend nicht an. Auf ih-

re Aussagen wird jedoch in den Ausführungen zu den Einzelvorwürfen noch nä-

her einzugehen sein.  

2.1.3. Im Rahmen der Aussageanalyse wird geprüft, ob die aussagende Person 

unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und 

ihrer Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund ma-

chen könnte. Als Analysemittel dienen vorab die so genannten Realkennzeichen. 

Dabei handelt es sich um wissenschaftlich definierte Qualitätsmerkmale für die 

Bewertung der Glaubhaftigkeit von Aussagen. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto 

glaubhafter erscheint die Aussage (vgl. etwa BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 

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128 I 81 E. 2; Urteile des Bundesgerichts 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2 

und 6B_793/2010 vom 14. April 2011 E. 1.3.1.). Zu diesen Realkennzeichen ge-

hören beispielsweise die logische Konsistenz, der quantitative Detailreichtum, 

raum-zeitliche Verknüpfungen, Interaktionsschilderungen, die Wiedergabe von 

Gesprächen oder die Schilderung von ausgefallenen Einzelheiten und Neben-

sächlichkeiten, von eigenen psychischen Vorgängen sowie psychischer Vorgänge 

des Täters, wie auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen (vgl. zu den Re-

alkennzeichen im Einzelnen etwa DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaus-

sagen, plädoyer 2/97, S. 33 ff.; FERRARI, Erkenntnisse aus der Aussagepsycholo-

gie, plädoyer 4/09, S. 35 f.; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, a.a.O., S. 1425). 

2.2. M._____ 

2.2.1. Der Privatkläger M._____ schildert die Geschehnisse in der B._____ so-

wohl in der polizeilichen Einvernahme vom 21. Dezember 2016 als auch in der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. April 2017 jeweils zunächst in ei-

ner längeren freien Erzählung (Urk. 20/1 S. 3 f.; Urk. 20/2 S. 6 ff.) und schliesslich 

im Rahmen der entsprechenden Detailbefragung. Seine Aussagen zum Kernge-

schehen blieben – wie sich auch in der nachfolgenden Sachverhaltserstellung 

zeigen wird – über beide Einvernahmen hinweg äusserst konstant und ohne grös-

sere Widersprüche. Die Aussagen weisen – insbesondere was das Kerngesche-

hen betrifft – einen hohen Detailgrad auf. Die Tathergänge werden von M._____ 

oft sehr bildhaft geschildert, wie zum Beispiel seine Darstellung der Situation im 

Gebetsraum kurz vor dem Eintreffen des Imams E._____ (Urk. 20/2 S. 7: "Man 

muss ich vorstellen, dass ich an der Wand sass und um mich herum wie ein 

Halbkreis war. Ich konnte mich nicht bewegen und alle waren über mir, dann kam 

eine Ohrfeige oder ich wurde bespuckt und gleichzeitig bedroht. Als der Imam 

kam und sah wie alle rumschreien, hat er versucht, rauszufinden, was los sei und 

warum es so laut sei und was passiert sei. […] Er fragte, was denn los sei. Dann 

hat er meine Hand genommen, während sie mich schlugen und bespuckten etc. 

und hat mich in das Büro reingenommen und die Tür glaublich abgesperrt. Das 

weiss ich nicht. Währenddessen waren die anderen draussen am Schreien."; wei-

tere Beispiele vgl. nachfolgende Erwägungen zu den einzelnen Sachverhaltsab-

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schnitten). Ferner ist er im Stande, relativ genau den Wortlaut gewisser Aussagen 

der Beschuldigten wiederzugeben, die ihn offenbar besonders beeindruckt haben 

müssen (vgl. etwa Urk. 20/2 S. 7 "Du verkaufst Deine Religion für Geld, […]"; "Wir 

reissen dir den Kopf ab"; "Du solltest nicht hier in der Moschee sterben, dein Blut 

ist zu dreckig... […]."; "Wir haben ihn, wir haben ihn."). Seine Aussagen zum 

Kerngeschehen sind teilweise auch mit nebensächlichen Einzelheiten versehen, 

wie etwa die Aussage, wonach der Imam ihm ein Glas Wasser gebracht hätte, 

worauf aber der Tunesier (der Jugendliche) gekommen sei, ihm das Glas weg-

nahm und gesagt habe, er hätte das nicht verdient (Urk. 20/1 S. 4; vgl. beispiels-

weise auch Urk. 20/2 S. 7 betreffend den beiläufigen Hinweis auf seinen Laptop: 

"Ich hatte meine kleine Laptoptasche dabei und sie haben meinen Laptop ge-

nommen und eingeschaltet, da war kein Passwort drauf."). Weiter sind in seinen 

Aussagen zahlreiche Elemente örtlich-zeitlicher Verknüpfung vorhanden: Der Pri-

vatkläger vermag den sich über mehrere Stationen erstreckende Sachverhalt in 

örtlicher Hinsicht detailliert zu schildern und hinsichtlich der verschiedenen einzel-

nen Tathandlungen jeweils anzugeben, in welchem Raum bzw. wo genau in die-

sem Raum der Moschee sich diese abgespielt haben sollen (z.B. Urk. 20/2 S. 6: 

"Wir gingen nach hinten zum Büro, also beim Eingang, da gibt es auch ein Sofa."; 

"Sie haben mich dann, […] geschleppt. In Richtung Gebetsraum und an die 

Wand."; Urk. 20/1 S. 3: "Sie zwangen mich neben die Bibliothek der Moschee zu 

sitzen."; vgl. sodann Urk. 20/2 S. 8 f.), und die einzelnen Stationen des Gesche-

hens schliesslich in einen Situationsplan einzutragen (vgl. Plan im Anhang zur 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme Urk. 20/2). Relativierend ist diesbezüglich 

allerdings anzufügen, dass der Privatkläger angab, die B._____ bereits seit An-

fang oder Mitte 2015 besucht zu haben, womit er mit den örtlichen Verhältnissen 

bereits vertraut gewesen sein dürfte und es ihm somit wohl grundsätzlich möglich 

gewesen wäre, solche örtlichen Begebenheiten in eine Lügengeschichte einzu-

binden. Diesfalls wäre aber aufgrund der Vielzahl und Komplexität der verschie-

denen Handlungsabläufe zu erwarten gewesen, dass sich der Privatkläger ver-

mehrt in Widersprüche verstricken würde. Wie die Vorinstanz jedoch bereits zu 

Recht festhielt, korrelieren seine Aussagen mit dem Blickwinkel von seinem jewei-

ligen Standort aus. So gibt er etwa an, er habe nur gehört, dass die Türen hätten 

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verriegelt werden sollen. Ob dies bei der Eingangstür tatsächlich der Fall gewe-

sen war, habe er jedoch von seinem damaligen Standort im Gebetsraum nicht 

beobachten können (Urk. 20/2 S. 14; vgl. dazu auch Grundrissplan im Anhang der 

Einvernahme Urk. 20/2). 

2.2.2. In seinen Aussagen finden sich ferner Schilderungen eigener psychischer 

Vorgänge, wie etwa, als er nach dem Bericht darüber, wie er durch G._____ ge-

zwungen worden sei, eine Zehnernote in den Mund zu nehmen, anfügte, dass er 

"da seinen Freund N._____ ein bisschen vermisst" habe. Er habe erst im Nach-

hinein erfahren, dass dieser auf der Toilette gewesen sei und die Polizei verstän-

digt habe (Urk. 20/1 S. 3). Oder dann seine Aussagen zur Anfangsphase, unmit-

telbar vor seiner Entdeckung: Er habe das Gefühl gehabt, dass C._____ ihn so 

komisch beobachtet habe. Normalerweise seien die Beschuldigten freundlich zu 

ihm, aber er habe da das Gefühl gehabt, dass etwas falsch gewesen sei 

(Urk. 20/2 S. 6). Auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen findet man in 

seinen Aussagen wieder. Darunter versteht man in der Aussagepsychologie die 

Schilderung von Handlungen, die dem Kerngeschehen ähnlich sind, die aber an-

derweitig, etwa zu anderer Zeit oder mit anderen Personen stattgefunden haben. 

M._____ beschreibt etwa, dass er sich, als die Schläge nicht aufgehört hatten, 

schliesslich komplett aufgegeben habe und dann plötzlich ganz ruhig geworden 

sei. Er denke sich, dass dies auch bei einer Hinrichtung so wäre. Man werde ganz 

ruhig und ergebe sich einfach seinem Schicksaal (Urk. 20/1 S. 3). Schliesslich 

wird an verschiedenen Stellen seiner Aussage sichtbar, dass M._____ auf nahe-

liegende Mehrbelastungen verzichtete. So zeigte sich M._____ vor allem in der 

zweiten Einvernahme sehr vorsichtig darin, hinsichtlich der verschiedenen Taten 

einzelne Beschuldigte zu belasten. Wie sich in der nachfolgenden Detailprüfung 

der einzelnen Sachverhaltsabschnitte noch zeigen wird, nennt er jeweils nur jene 

Beschuldigten, hinsichtlich welcher er sich sicher war, dass sie an der entspre-

chenden Tat mitgewirkt hatten, obwohl seiner Erinnerung nach insgesamt noch 

weitere Beschuldigte beteiligt gewesen sein mussten (vgl. nachfolgende Erwä-

gungen; beispielhaft an dieser Stelle: Urk. 20/2 S. 12: "Die Spucke kam von über-

all. Sicher bin ich mir aber bei der Nr. 16 und bei der Nr. 4.").  

-   14   - 

2.2.3. Nach dem Gesagten kann vorweg festgehalten werden, dass die Aussagen 

des Privatklägers M._____ zahlreiche Realkennzeichen aufweisen. Seine insge-

samt in sich stimmigen, detailreichen und plastischen Schilderungen zeugen von 

einer hohen Aussagequalität. Wie bereits erwähnt blieben seine Aussagen in der 

ersten, tatnächsten Einvernahme gegenüber der rund 5 Monate später durchge-

führten zweiten Einvernahme durchwegs konstant. Insbesondere ist in seinem 

Aussageverhalten über diese Zeit hinweg betrachtet keine Aggravation der Vor-

würfe gegen die Beschuldigten zu erkennen. Im Gegenteil zeigte sich der Privat-

kläger – wie soeben erwähnt – im Rahmen der zweiten Einvernahme zunehmend 

zurückhaltend, wenn es darum ging, die verschiedenen Beschuldigten der Mitwir-

kung an einzelnen Handlungen zu bezichtigen, was er weitgehend damit begrün-

dete, dass er sich nicht mehr an alles im Detail erinnern könne. Beispielhaft kann 

etwa auf die Frage nach der Bezeichnung jenes Beschuldigten, welcher im Zu-

sammenhang mit den ausgesprochenen Todesdrohungen nach einem Messer 

verlangt habe, verwiesen werden: Während er in der ersten Einvernahme noch 

angab, er sei sich "fast sicher", dass diese Aussage vom Jugendlichen gemacht 

worden sei, äusserte er sich in der zweiten Einvernahme auf entsprechende 

Nachfrage nach dem Täter jedoch zurückhaltender, indem er angab, er habe zwar 

eine Idee, welcher Beschuldigte das gesagt haben dürfte, er behalte das aber lie-

ber für sich, weil er sich da nicht ganz sicher sei (Urk. 20/1 S. 5; Urk. 20/2 S. 23). 

2.2.4. Seine Schilderungen zum Kerngeschehen halten sodann auch einem 

Strukturvergleich mit Aussagen zum Nebengeschehen stand, was weiter für die 

Erlebnisbasiertheit seiner Schilderungen spricht. Im Rahmen des Strukturver-

gleichs wird die Qualität der Aussage zum Kerngeschehen der Qualität der Schil-

derungen zu nicht tatbezogenen Inhalten gegenübergestellt (LUDEWIG/TAVOR/ 

BAUMER, a.a.O., S. 1428 ff.). Vorliegend weisen etwa die hinsichtlich der Tatvor-

würfe nebensächlichen, einleitenden Aussagen M._____s zum Geschehen vor 

dem Moscheebesuch (vgl. Urk. 20/2 S. 6 oben) einen vergleichbaren Detailgrad 

auf, wie seine späteren Aussagen zum Kerngeschehen.  

-   15   - 

2.3. N._____ 

2.3.1. Auch der Geschädigte N._____ schildert die Geschehnisse des Tatabends 

in zwei Einvernahmen zunächst jeweils in einer längeren freien Erzählung, wobei 

insbesondere seine erstmalige Schilderung wenige Tage nach dem Vorfall be-

sonders ausführlich ausfiel (Urk. 20/5 S. 2-4; Urk. 20/6 S. 7 f.). Auch seine Aus-

sagen zum Kerngeschehen blieben über beide Einvernahmen hinweg im Wesent-

lichen konstant und ohne grössere inneren Widersprüche. Ebenfalls weisen auch 

sie verschiedene Realkennzeichen auf. So verfügen auch seine Aussagen über 

einen erheblichen Detailgrad in der Gestalt von plastischen Schilderungen der 

Geschehnisse sowie teilweise Wiedergaben von Gesprächsteilen. Er beschreibt 

beispielsweise äusserst bildhaft, wie einer der Beschuldigten, und zwar der gröss-

te und stärkste von ihnen, sich vor M._____, der in dieser Situation am Boden ge-

sessen habe, hingestellt und ihn geschlagen habe. Es sei nicht nur eine Ohrfeige, 

sondern eine Ohrfeigenserie mit beiden Händen auf beide Gesichtshälften von 

M._____ gewesen (Urk. 20/5 S. 3). Ähnlich gestaltet sich seine Beschreibung des 

Faustschlags, den er erlitten habe. Der Schlag habe ihn am Hinterkopf getroffen. 

Er habe darauf ein "weisses Licht" gesehen und sei fast bewusstlos geworden. 

Etwas später beschrieb er, wie einer der Beschuldigten in einer Hand eine Geld-

note hielt, während er mit der anderen Hand den Mund von M._____ so aufge-

drückt habe, dass dieser den Mund habe öffnen müssen, wobei er zu M._____ 

gesagt habe, er habe ihre Religion verraten bzw. verkauft, weshalb er nun auch 

das Geld schlucken solle (Urk. 20/5 S. 3). Seine Aussagen enthalten schliesslich 

sowohl Schilderungen von Interaktionen von M._____ und von sich selber mit den 

Tätern als auch Wiedergaben von Gefühlen bzw. von psychischen Vorgängen – 

seien dies eigene oder solche bei den Tätern (z.B. Urk. 20/5 S. 3: "[..] haben die 

Leute, die das Telefon von M._____ kontrollierten, offenbar auf Grund der Fotos, 

die sie im Handy gesehen haben, sich gegen mich gewendet und mich gefragt, ob 

ich ihn kenne. Ich sagte, nein, weil ich von diesen Leuten Angst hatte und weil ich 

gesehen habe, was sie mit M.____ gemacht haben. Da begannen sie auch mich 

zu schlagen, weil sie offenbar aufgrund der Fotos dachten, dass wir Freunde sind 

und ich so wie er bin."; a.a.O.: "Wieso sie das dermassen aufbrachte, war für 

mich bizarr."). Auch finden sich in seinen Aussagen Schilderungen ausgefallener 

-   16   - 

Einzelheiten bzw. nebensächlicher Details, etwa als er beschreibt, wie er im Büro 

des Vorstands habe erdulden müssen, dass sie fotografiert wurden. Die vielen 

Fotos seien so absurd gewesen, wie etwa der Moment, als er sogar für ein Foto 

gelächelt und in einem anderen zwei Finger zum Victory-Zeichen gehoben habe, 

dies "aus einem merkwürdigen Gefühl heraus, in dieser zynischen Situation" 

(Urk. 20/5 S. 4). Auch in seinen Aussagen sind sodann die bereits erwähnten 

Elemente ort-zeitlicher Verknüpfung vorhanden, war doch auch er in der Lage, die 

sich über verschiedenen Stationen in der Moschee abspielenden Handlungsver-

läufe den örtlichen Gegebenheiten relativ genau zuzuordnen und in den ihm vor-

gelegten Situationsplan der Moschee einzuzeichnen (vgl. dazu Anhang Urk. 20/6; 

beispielhaft Urk. 20/6 S. 22: "Als man mir verwehrte, die Moschee zu verlassen, 

lief ich zurück und sprach weiter mit der Nr. 10, der Nr. 6 und der Nr. 11 und lief 

zurück in den Gebetsraum. Danach hatten sie mir das Handy abgenommen und 

im Büro befanden sich die Nr. 13 und M._____ und ein weiterer, der nicht hier ab-

gebildet ist. Danach hat die Nr. 13 das Büro für einige Schritte verlassen, sich 

maximal 2m vom Büro entfernt. Er hielt mich am Arm und sagte mir, er müsse mit 

mir sprechen und lief dann zu diesem Bereich, den ich mit Nr. 4 blau bezeichnete. 

Als ich mit diesem dann sprach, bekam ich plötzlich diesen Schlag gegen den 

Kopf versetzt."). Letzteres ist in Anbetracht der Tatsache, dass N._____ im Ge-

gensatz zu M._____ mit den örtlichen Begebenheiten der Moschee nicht beson-

ders gut vertraut gewesen sein dürfte (vgl. dazu auch nachfolgend E. II.2.4.4.), 

bemerkenswert und spricht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.  

2.3.2. Ferner verzichtet auch der Geschädigte N._____ an verschiedenen Stellen 

auf Mehrbelastungen, obwohl sich solche zur Anreicherung einer Lügengeschich-

te verschiedentlich angeboten hätten (vgl. z.B. Urk. 20/5 S. 3 "Die Gruppe hat 

mich von allen Seiten geschlagen. Es war aber nicht so schlimm wie bei M._____. 

Ich konnte es verkraften."; Urk. 20/6 S. 20: "Kam es in jener Situation Ihnen ge-

genüber auch zu Tätlichkeiten, bevor Sie den Code herausgaben? [Antwort Ge-

schädigter:] Nur verbal, nicht physisch."; Urk. 20/6 S. 23: "Erhielten Sie weitere 

Schläge von irgendjemandem irgendwohin? [Antwort Geschädigter:] Nein."). Al-

lerdings fällt in seinen Aussagen auch auf, dass er sich in seinem Ausdruck häufi-

ger Superlativen oder "verstärkenden" Adjektiven bedient (z.B. Urk. 20/6 S. 3: "Ich 

-   17   - 

habe grosse, starke Männer auf einmal gesehen."; "Jedenfalls hat der grösste 

und stärkste der Männer M._____ […] eine so heftige Ohrfeige gegeben, wie ich 

das noch nie erlebt habe."; "Zu dieser Zeit hat eine Person M._____ so stark an-

gefangen ins Gesicht zu spucken."; Urk. 20/5 S. 3 "Ohrfeigenserie"), was auf ei-

nen Hang zu Übertreibungen hindeuten könnte. Entsprechend sind solche Aus-

sagen des Geschädigten, insbesondere was die Intensität der beschriebenen 

Handlungen betrifft, mit besonderer Vorsicht zu würdigen. Gleiches gilt hinsicht-

lich seiner Aussagen zum Geschehen im Eingangsbereich (Sachverhaltsteil A), 

bestehen diesbezüglich aufgrund der räumlichen Verhältnisse in der Moschee 

und dem damaligen Standort des Geschädigten doch gewisse Zweifel, ob bzw. 

wie genau er dieses Geschehen von seiner Position aus hatte beobachten kön-

nen. Dies ändert aber nichts daran, dass seine Aussagen, insbesondere die in 

freier Erzählung gemachten Schilderungen des Tatgeschehens, insgesamt den-

noch zahlreiche Realkennzeichen aufweisen, die dafür sprechen, dass sie auf tat-

sächlich Erlebtem basieren. Ferner ist auch bei N._____ keine wesentliche Dis-

krepanz zwischen Schilderungen zum Kerngeschehen und solchen zu neben-

sächlichen Ereignissen erkennbar (vgl. etwa einleitende Erzählung zur Ankunft in 

der Moschee, Urk. 20/6 S. 7 Frage 21), womit auch seine Aussagen einem Struk-

turvergleich grundsätzlich standhalten.  

2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.) 

2.4.1. Die Vorinstanz verweist hinsichtlich der Frage nach der Verlässlichkeit der 

Aussagen der Geschädigten zunächst darauf, dass M._____ 2014 wegen ver-

suchten Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung verurteil worden sei 

(Urk. 165/5/6), was sie unter dem Titel der Glaubwürdigkeit des Privatklägers 

würdigt (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.1.). Der Glaubwürdigkeit einer Person 

kommt indes nur untergeordnete Bedeutung zu, da sie keine Rückschlüsse auf 

die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen erlaubt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.4 m.H.). Dies gilt hier umso mehr, 

nachdem es sich bei der besagten Vorstrafe nicht um "einschlägige" Vorstrafen 

im Sinne einer Verurteilung wegen falscher Anschuldigung oder Irreführung der 

Rechtspflege, sondern vielmehr um Vermögens- bzw. Urkundendelikte handelt. 

-   18   - 

Entsprechend ist dieser im Rahmen der vorliegenden Aussagewürdigung kein be-

sonderes Gewicht zuzumessen. Für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit einer 

Aussage drängt es sich vielmehr auf, nach möglichen Fehlerquellen zu forschen. 

Diese können etwa darin bestehen, dass die aussagende Person über ein Motiv 

zur Falschaussage verfügt oder Umstände vorhanden sind, welche die Aussage 

beeinflusst haben könnten. Was mögliche Falschbelastungsmotive seitens der 

Geschädigten betrifft, weist die Vorinstanz zu Recht auf eine "mögliche Zusam-

menarbeit" M._____s mit dem Journalisten O._____ hin (vgl. vorinstanzliches Ur-

teil E. III.8.4.1.). Letzterer war mit seiner Berichterstattung über radikal-islamische 

Tendenzen in der B._____ daran beteiligt, dass die Moschee bzw. ihre Besucher 

in den Fokus kritischer Medienberichte geriet. Die vorliegende Strafuntersuchung 

und die in diesem Rahmen geltend gemachten Zivilforderungen des Privatklägers 

brachten dabei hervor, dass der Privatkläger M._____ hinsichtlich der Fragen, 

was der wahre Grund für seine Anwesenheit in der B._____ an jenem Abend ge-

wesen ist, sowie über die Zusammenarbeit mit O._____ und ferner hinsichtlich 

der Frage, ob er dafür von diesem je Geld erhalten habe, die er in den Einver-

nahmen allesamt verneint bzw. abgestritten hatte, gelogen hatte. Aufgrund der 

aktenkundigen Aufnahmen von Auszügen aus WhatsApp-Konversationen zwi-

schen dem Privatkläger M._____ und O._____ sowie anhand der auf seinem Mo-

biltelefon gespeicherten Aufnahmen aus dem Innern der Moschee, welche er teil-

weise auch umgehend an O._____ schickte (Urk. 165/15/1-13, 24-28; weitere 

Aufnahmen auf CD-Rom betr. Mobiltelefon von I._____, Urk. 42/2), erscheint klar, 

dass M._____ den Journalisten mit Informationen und Bildmaterial aus der 

B._____ sowie zu den dort verkehrenden Personen versorgte und dass dies mit-

unter ein Grund für seinen Besuch in gerade dieser Moschee gewesen sein dürf-

te. Eine Zusammenarbeit mit O._____ wird sodann von diesem im Rahmen der 

vom Privatkläger 1 selber eingereichten schriftlichen ("eidesstattlichen") Erklärun-

gen grundsätzlich bestätigt (Urk. 163 f.), genauso wie deren Entgeltlichkeit. Die 

Tatsache, dass der Privatkläger M._____ offenbar bewusst darauf aus war, trotz 

klar signalisiertem Fotografierverbot die Moschee-Besucher heimlich bzw. gegen 

ihren Willen abzulichten, zeugt nicht gerade von einem respektvollen Umgang mit 

den Beschuldigten bzw. spricht dafür, dass M._____ den Beschuldigten mit einer 

-   19   - 

kritischen Haltung gegenüberstand. So gab er auf entsprechende Nachfrage in 

der polizeilichen Einvernahme auch an, dass seiner Meinung nach einige der in 

der B._____ verkehrenden Personen ziemlich radikal islamistisch gesinnt seien 

(Urk. 20/1 S. 8). Dies vermöchte zwar allenfalls seine Zusammenarbeit mit dem in 

diesem Bereich spezialisierten Investigativjournalisten O._____ zu erklären. Ein 

eigentliches Falschbelastungsmotiv hinsichtlich der zur Beurteilung stehenden 

Vorwürfe gegen die Beschuldigten begründet dieser Umstand für sich aber noch 

nicht. Relativierend ist anzufügen, dass M._____s Abstreiten dieser Umstände im 

Rahmen der Einvernahmen bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft wohl viel-

mehr aus Angst vor Vergeltung denn zum Zwecke der bewussten Irreführung der 

Untersuchungsbehörde erfolgte. Insgesamt schmälern diese von ihm geäusserten 

Unwahrheiten seine Glaubwürdigkeit zwar etwas, aber jedenfalls nicht entschei-

dend. 

2.4.2. Der zweite Geschädigte, N._____, gab zwar ebenfalls an, O._____ zu ken-

nen, bestritt aber, für diesen zu arbeiten oder von ihm Geld erhalten zu haben 

(Urk. 20/6 S. 37). Es bestehen denn auch keine Hinweise auf eine derartige Zu-

sammenarbeit. Insbesondere konnten von den Beschuldigten auf dem Mobiltele-

fon von N._____ – soweit ersichtlich – auch keine Aufnahmen im Zusammenhang 

mit der B._____ oder Hinweise auf Kontakte mit O._____ gefunden werden. 

Schliesslich ist auch anhand des entsprechenden Bildes, das M._____ am Tat-

abend vom betenden Geschädigten N._____ gemacht hatte (Urk. 165/15/8), er-

sichtlich, dass N._____ – im Gegensatz zu M._____ – auch tatsächlich zum Be-

ten in die Moschee gekommen war.  

2.4.3. Andere Motive für eine Falschbelastung wie persönliche Feindschaften zwi-

schen den beiden Geschädigten und den Beschuldigten sind ferner keine ersicht-

lich. Gleiches gilt hinsichtlich der Frage nach allfälligen monetären Motiven: Ob 

bzw. inwieweit M._____ oder gar auch N._____ letztlich von O._____ Geld  oder 

anderweitige finanzielle Unterstützung für die aus der Moschee übermittelten In-

formationen erhalten haben, lässt sich anhand der Akten nicht erstellen, kann vor-

liegend jedoch auch offen bleiben. Denn selbst wenn M._____ gewisse finanzielle 

Anreize gehabt hätte, Fotos und Informationen über die B._____ an den Journa-

-   20   - 

listen O._____ weiterzugeben, wäre dennoch nicht ersichtlich, inwiefern dies oder 

anderweitige monetären Motive ihn zu Falschaussagen in der vorliegenden Straf-

untersuchung bzw. zu derart gravierenden, erfundenen Vorwürfen hätten verleiten 

sollen. Ohnehin vermöchte dies nicht zu erklären, weshalb N._____, der wie ge-

sagt keine ersichtlichen Verbindungen zu O._____ unterhält, im Wesentlichen die 

gleichen Aussagen machte wie M._____.  

2.4.4. Wenngleich bei den Geschädigten also vordergründig kaum Falschbelas-

tungsmotive vorliegen, ist nachfolgend dennoch auf die Möglichkeit einer gegen-

seitigen Absprache bzw. Abstimmung ihrer Aussagen durch die beiden Geschä-

digten, welche nach eigenen Angaben gut befreundet seien (Urk. 20/1 S. 8; 

Urk. 20/5 S. 5), einzugehen, wird diese doch auch seitens der Verteidiger vorge-

bracht (vgl. Urk. 196 S. 7). Es trifft zu, dass diese Möglichkeit vorliegend faktisch 

bestanden hat, vergingen doch zum einen seit dem Vorfall am tt. November 2016 

bereits mehrere Tage bis zur ersten Einvernahme des Geschädigten N._____ am 

28. November 2016 (Urk. 20/5), und schliesslich noch einmal rund drei Wochen 

bis zur ersten Einvernahme des Privatklägers M._____ (Urk. 20/1). Die Vorinstanz 

hat diesbezüglich allerdings bereits überzeugend begründet, weshalb kaum von 

einer Absprache ausgegangen werden kann: Wie soeben erwähnt wurde N._____ 

von den beiden Geschädigten als Erster einvernommen. Dieser hatte vor dem 

Vorfall die B._____ erst ein- oder zweimal besucht (Urk. 20/6 S. 8). Er war somit 

weder mit den räumlichen Gegebenheiten in der Moschee besonders vertraut 

noch kannte er – im Gegensatz zu M._____ – die am Tatabend anwesenden Be-

schuldigten. Unter diesen Vorzeichen wäre eine detaillierte Absprache im Vorfeld 

zu dieser Einvernahme kaum möglich gewesen, hätte dies doch eine genaue Be-

zeichnung bzw. ein klares auseinanderhalten der 10 ihm unbekannten Beschul-

digten vorausgesetzt, die er in der Einvernahme dann anhand der Fotowahlkon-

frontation wiedererkennen und gemäss vorgängiger Absprache gezielt hätte be-

lasten müssen. Und selbst ohne diesen erschwerenden Umstand wäre es mit 

Blick auf beide Geschädigten bereits ausgesprochen schwierig gewesen, zu zweit 

einen derart komplexen, sich über mehrere Stationen erstreckenden Sachverhalt 

mit insgesamt 12 involvierten, gestaffelt und in unterschiedlichen Konstellationen 

auftretenden Personen zu erfinden bzw. gezielt zu verändern, diesen Personen 

-   21   - 

einzelne Handlungen zugeordnet, und dies dann in je zwei mehrstündigen Ein-

vernahmen, die sodann jeweils rund 5 Monate auseinanderlagen, ohne grössere 

interne und externe Widersprüche wiederzugeben, so dass sie auch noch den je-

weiligen Blickwinkeln der von ihnen angegebenen unterschiedlichen Standorte in 

der Moschee entsprechen. Dies würde eine enorme intellektuelle Leistung erfor-

dern, zu der die meisten Personen gar nicht in der Lage sein dürften. Die Tatsa-

che, dass – wie sich in der Detailanalyse zu den einzelnen Vorwürfen noch zeigen 

wird – die Aussagen der beiden Geschädigten darüber, welche Beschuldigten an 

welcher der verschiedenen Handlungen jeweils beteiligt gewesen seien, nicht 

überall übereinstimmen, spricht dabei einerseits bereits gegen eine solche Ab-

sprache. Andererseits ist mit Blick auf diese Inkongruenzen zu berücksichtigen, 

dass sich den Geschädigten eine aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebte, un-

übersichtliche Situation mit teilweise mehr als 10 beteiligten bzw. in unmittelbarer 

Nähe des Geschehens anwesenden Beschuldigten geboten hatte. Dass sie bei 

dieser Ausgangslage – wie sie selber angaben – im Nachhinein nicht mehr für je-

de Einzelhandlung in der Lage waren, sämtliche jeweils beteiligten Beschuldigten 

zu bezeichnen, erscheint nachvollziehbar. Entsprechend machen solche verein-

zelten Abweichungen in der Identifikation der jeweiligen Täterschaft die Aussagen 

der Geschädigten keineswegs per se unglaubhaft. Im Übrigen spricht auch gegen 

eine solche Absprache, dass die Beschuldigten selber gewisse Eingeständnisse 

machen, die – wie noch zu zeigen sein wird – sehr genau mit den Aussagen der 

Geschädigten übereinstimmen, und dies, obwohl diese Eingeständnisse nur ver-

einzelt bzw. punktuell verteilt auf den sich über fast zwei Stunden erstreckenden 

Sachverhalt erfolgen.   

2.4.5. Weitere Fehlerquellen hinsichtlich der Aussagen der Geschädigten sind so-

dann nicht zu erkennen. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte darauf, 

dass Alkoholkonsum am Tatabend die Aussagekompetenz bzw. das Erinne-

rungsvermögen der beiden Geschädigten in relevanter Weise beeinträchtigt hätte. 

Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

-   22   - 

2.5. Zwischenfazit 

 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die belastenden Aussagen der 

beiden Geschädigten zum Kerngeschehen, auf welchen die Anklage weitestge-

hend basiert, verschiedene Realkennzeichen sowie eine hohe Konstanz aufwei-

sen. Falschbelastungsmotive sind beim Privatkläger M._____ zwar nicht ganz 

auszuschliessen, erscheinen nach dem Gesagten jedoch als eher unwahrschein-

lich, während solche beim Geschädigten N._____ gar nicht ersichtlich sind. Die 

insofern hohe Qualität ihrer Aussagen lässt es somit grundsätzlich zu, mit ange-

messener Vorsicht auf ihre Aussagen abzustellen. Um ein abschliessendes Bild 

über die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu den einzelnen Vorwürfen zu erlangen, 

ist es jedoch unerlässlich, diese nachfolgend mit Blick auf die einzelnen Sachver-

haltsabschnitte detailliert zu überprüfen, ihre Aussagen einander und insbesonde-

re auch den Aussagen der Beschuldigten gegenüberzustellen (sog. externe Vali-

dierung) und schliesslich im Sinne einer Gesamtwürdigung zu bewerten. 

3. Zu den Vorwürfen gegen den Beschuldigten A._____   

3.1. Dem Beschuldigten A._____ wird in der Anklageschrift ursprünglich eine 

umfassende Beteiligung an den Übergriffen auf die beiden Geschädigten am Tat-

abend des tt. November 2021 vorgeworfen. Konkret soll A._____ unmittelbar 

nach der Wegnahme des Mobiltelefons des Privatklägers M._____ durch 

C._____, F._____, J._____ und den Jugendlichen im Eingangsbereich (Sachver-

haltsabschnitt A) zum dort festgesetzten M._____ und den übrigen Mitbeschuldig-

ten hinzugekommen sein und sich fortan an sämtlichen Übergriffen auf diesen 

und später auch auf N._____ beteiligt haben bzw. – sofern er nicht selber gehan-

delt habe – den Übergriffen beigewohnt und diese auch selber gewollt haben bzw. 

durch seine Anwesenheit zu diesen Unterstützung geleistet haben (Sachverhalts-

abschnitte 1- 21). Abgesehen von den bereits rechtskräftigen Freisprüchen 

(Sachverhaltsabschnitt 1, 16 und 17) sowie den mittlerweile rechtskräftig einge-

stellten Anklagevorwürfen (Sachverhaltsabschnitte 10, 11 und 18) hält die Staats-

anwaltschaft auch im Berufungsverfahren an den Vorwürfen gegen den Beschul-

digten A._____ fest.  

-   23   - 

3.2. Hinsichtlich der Aussagen von A._____ kann vorweg auf die zutreffende 
Darstellung der Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.11.2). 

Er gab von Beginn weg an, er habe von sämtlichen Vorfällen an diesem Abend 

bis zum Eintreffen der Polizei überhaupt nichts mitbekommen. Er sei in der Mo-

schee eingetroffen und habe sich danach in den Frauenraum begeben, wo er ge-

wartet habe, bis das Abendgebet beginne bzw. ausgerufen werde, was aber sehr 

lange nicht passiert sei. Schliesslich sei die Polizei gekommen. Er habe diese Zeit 

mit Koranlesen verbracht. Im Frauenraum gebe es einen Zugang zu einem weite-

ren Raum, der mit einer Tür hin vom Frauenraum zugänglich sei. Dort habe er 

sich aufgehalten. Er sei alleine in diesem Raum gewesen (Urk. 8/1 S. 2 ff.; 

Urk. 8/2 S. 3 f.).  

3.3. Dass der Beschuldigte A._____ seine Version, wonach er sich seit seiner 

Ankunft in der Moschee um ca. 19 Uhr bis zum Eintreffen der Polizei um 21.11 

Uhr (Urk. 36/10 S. 3) ununterbrochen in diesen vom Gebetsraum abgetrennten 

Räumlichkeiten aufgehalten und von allem nichts mitbekommen habe, über den 

ganzen Verfahrensverlauf hinweg konstant und ohne Widersprüche schilderte, ist 

zwar – wie die Vorinstanz festhielt (vorinstanzliches Urteil E. III.11.4.5.) – grund-

sätzlich als Indiz für die Glaubhaftigkeit seiner Aussage zu werten. Relativierend 

ist hier jedoch anzufügen, dass es sich bei seiner Sachverhaltsversion um keine 

besonders komplizierte Geschichte handelt, die grundsätzlich jeder, der einiger-

massen mit den räumlichen Verhältnissen in der B._____ vertraut ist, so wieder-

geben könnte, auch wenn er sie nicht wirklich erlebt hat. Wie die Vorinstanz zu 

Recht ausführt, ist es zudem nur schwer zu glauben, dass A._____ tatsächlich 

fast zwei Stunden im besagten abgeschiedenen Raum auf den Beginn des 

Abendgebets, welches bereits um ca. 19.30 Uhr hätte beginnen sollen, gewartet 

hat, ohne überhaupt einmal nachzufragen oder im Gebetsraum nachzuschauen, 

was der Grund für die lange Verzögerung war (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. III.11.4.5.). Dies vermag zwar Zweifel an seiner Version zu erwecken, macht 

sie aber für sich noch nicht gänzlich unglaubhaft.  

-   24   - 

3.4. Besonders ins Gewicht fällt jedoch, dass sich beide Geschädigten durchs 

Band unsicher waren, ob und inwiefern der Beschuldigte A._____ überhaupt an 

den Übergriffen beteiligt gewesen sei.  

3.4.1. Der Privatkläger M._____ gab in der Detailbefragung zu den Tatbeteiligun-
gen der einzelnen Beschuldigten zwar in der ersten Einvernahme ursprünglich 

noch an, A._____ habe ihn "geschlagen und bespuckt". Zudem habe dieser auch 

mal sein Mobiltelefon gehabt (Urk. 20/1 S. 6). Diesen pauschalen Vorwurf relati-

vierte er mit Blick auf den Beschuldigten A._____ letztlich aber immer wieder 

weitgehend. Zu den Tätlichkeiten im Gebetsraum gab er in der staatsanwalt-

schaftlichen Befragung zunächst in freier Erzählung zu Protokoll, er sei an der 

Wand des Gebetsraums gewesen und "sie" seien um ihn herum gestanden. Er 

sei bespuckt, beschimpft, erniedrigt und mit wahrscheinlich 50 Ohrfeigen und mit 

Fäusten belegt worden. Sie seien immer euphorischer geworden und die Schläge 

hätten immer mehr zugenommen (Urk. 20/2 S. 6 f.). Dabei fällt auf, dass M._____ 

neben anderen Beschuldigten zwar auch A._____ als einen jener aufzählt, die 

sich um ihn geschart hätten. Er fügte aber – im Gegensatz zu den anderen be-

zeichneten Beschuldigten – nur beim Beschuldigten A._____ jeweils an, sich bei 

diesem nicht sicher zu sein (vgl. Urk. 20/2 S. 12 F/A 42, S. 21 F/A 112, S. 22 F/A 

119). Weiter fällt auf, dass M._____, als er mit seinen in der ersten Einvernahme 

gemachten belastenden Aussagen hinsichtlich der einzelnen Beschuldigten (vgl. 

Urk. 20/1 S. 6 F/A 33) konfrontiert wird, bei A._____ als einzigen der zehn Be-

schuldigten anfügte, wenn er das damals so gesagt habe, müsse das wohl so 

sein, es sei aber eine chaotische Szene gewesen damals, weshalb es sein könne, 

dass er hier irgendwas verwechsle (Urk. 20/2 S. 34 F/A 229). In der Detailbefra-

gung gab M._____ entsprechend an, beim Standort im Gebetsraum seien die Be-

schuldigten K._____, G._____, C._____, der Jugendliche sowie "eventuell" 

A._____ um ihn herum gewesen. Danach befragt, welche der Anwesenden ge-

schrien, gespuckt und ihn geschlagen hätten, gab er weiter an, er hätte nicht alles 

sehen können, er habe meistens nicht hoch zu den Beschuldigten geschaut, da-

her wisse er nicht, woher bzw. von wem die Fäuste und die Spucke gekommen 

sei. Eine Identifizierung der Täter sei deshalb schwierig. Er habe jedoch noch ein 

paar Sachen im Kopf. Ohrfeigen und Schläge seien von C._____, J._____ und 

-   25   - 

vor allem vom Jugendlichen gekommen (Urk. 20/2 S. 12). Auf die Frage hin, ob in 

dieser Phase auch unbeteiligte Person im Gebetsraum anwesend gewesen seien, 

nannte der Privatkläger F._____ und D._____. Es sei eine unüberschaubare Situ-

ation gewesen. Er belaste deshalb keine Personen, bei denen er sich nicht sicher 

sei (Urk. 20/2 S. 14 f.). Als er von der befragenden Person damit konfrontiert wird, 

in der ersten Einvernahme mit Ausnahme von E._____ (und I._____) alle übrigen 

Beschuldigten bezichtigt zu haben, von ihnen geschlagen worden zu sein, antwor-

tete M._____ dann aber doch wieder, wenn er das damals bei der Polizei so ge-

sagt habe, dann sollte das auch stimmen (Urk. 20/2 S. 21). Betrachtet man diesen 

Verlauf des Aussageverhaltens des Privatklägers M._____ mit Blick auf die Tät-

lichkeiten, fällt auf, dass dieser den Kreis der Beschuldigten, die ihn geschlagen 

haben sollen, in der zweiten Einvernahme gegenüber der tatnächsten Einver-

nahme deutlich einschränkt, nämlich auf C._____, J._____ und den Jugendlichen. 

Dies könnte angesichts des grossen zeitlichen Abstands der zweiten Einvernah-

me zum Tattag (5 Monate) zwar grundsätzlich darauf zurückzuführen sein, dass 

ursprünglich gespeicherte Erinnerungen mit fortschreitender Zeit verblassen, wo-

mit der tatnäheren Einvernahme (rund einen Monat nach dem Vorfall) grösseres 

Gewicht zuzumessen wäre. Diese Diskrepanz hinsichtlich des Kreises der von 

ihm belasteten Beschuldigten könnte vorliegend jedoch auch andere Gründe ha-

ben. Anhand seiner Schilderung des Vorfalls wird ersichtlich, dass M._____ auf-

grund des Tumults und der sich überschlagenden Ereignisse um ihn herum offen-

bar das Gefühl hatte, dass von allen Seiten auf ihn eingeschlagen und gespuckt 

worden sei. Dies ist angesichts der von ihm glaubhaft geschilderten Ohnmacht 

und der Ausweglosigkeit, die er in dieser Situation empfunden habe, auch durch-

aus nachvollziehbar. Vor diesem Hintergrund ist es jedoch auch denkbar, dass er 

dieses Gefühl, von allen Seiten traktiert worden zu sein, im Rahmen der ersten 

Befragung zu den einzelnen Beschuldigten auf deren Tathandlungen übertragen 

haben könnte, ohne die jeweiligen Schläge der einzelnen Beschuldigten tatsäch-

lich beobachtet zu haben. Die teilweise sehr undifferenzierte, hinsichtlich aller Be-

schuldigten praktisch gleichlautende Beschreibung ihrer Tathandlung mit "be-

spuckt, geschlagen" könnte ein Hinweis darauf sein. Weitere Hinweise ergeben 

sich auch aus der zweiten Einvernahme. In der Detailbefragung zu den einzelnen 

-   26   - 

Tathandlungen der verschiedenen Beschuldigten beschreibt M._____ mehrfach, 

dass es ein "riesen Chaos" gewesen und entsprechend schwierig sei, alle einzel-

nen Tathandlungen zu rekonstruieren (Urk. 20/2 S. 12 und S. 13 unten). Dass er 

nicht alle Beschuldigten identifizieren könne, die ihn im Gebetsraum mutmasslich 

geschlagen hatten, begründet er in der zweiten Einvernahme entsprechend auch 

nicht damit, dass der Vorfall nunmehr bereits lange zurückliege, sondern vielmehr 

damit, dass er aufgrund seiner abwehrenden Körperhaltung am Boden des Ge-

betsraums oft nicht zu den Beschuldigten hochgeschaut habe. Vor dem Hinter-

grund dieser bildhaften, lebensnahen Beschreibung der Situation drängt es sich 

auf, hinsichtlich der Tätlichkeiten nicht primär auf seine Aussagen in der tatnächs-

ten, sondern vielmehr auf jene in der zweiten Einvernahme abzustellen. In dieser 

zeigt der Privatkläger, dass er von naheliegenden Mehrbelastungen und Übertrei-

bungen Abstand nimmt und zudem darum bemüht ist, nur jene Personen zu be-

zeichnen, hinsichtlich welcher er sich sicher ist, dass sie ihn geschlagen hatten. 

Das ist ein starkes Indiz dafür, dass seine diesbezüglichen Aussagen der Wahr-

heit entsprechen, wäre es ihm doch ein leichtes gewesen, trotz Unsicherheiten 

auch in der zweiten Einvernahme noch einmal sämtliche bereits zuvor belasteten 

Personen erneut als Schläger zu bestätigen. Hinsichtlich der Beschuldigten 

C._____, J._____ und des Jugendlichen erscheinen seine Aussagen folglich 

glaubhaft, gibt er doch sinngemäss an, von den Schlägen durch diese Personen 

noch konkrete Erinnerungen bzw. Bilder im Kopf zu haben. Was den Beschuldig-

ten A._____ betrifft, wird dieser von M._____ somit nicht mehr als Beteiligter iden-

tifiziert.  

3.4.2. Der Geschädigte N._____ äusserte sich im Rahmen der polizeilichen Ein-
vernahme wie dargelegt zunächst in freier Erzählung und schliesslich im Einzel-

nen zu den verschiedenen Beschuldigten, welche sich an den Übergriffen auf 

M._____ und ihn beteiligt hätten. Dies tat er anhand des ihm vorgehaltenen Foto-

wahlbogens, auf welchem mit Ausnahme von I._____ sämtliche hier beschuldig-

ten Personen, mitunter auch der Beschuldigte A._____ als Bild Nr. 11, abgebildet 

waren. Letzteren nannte N._____ in dieser Schilderung jedoch nicht. Vielmehr be-

lastete N._____ den Beschuldigten A._____ erst, als er von der befragenden Po-

lizistin spezifisch auf diesen aufmerksam gemacht wurde bzw. ihm offenbar 

-   27   - 

nochmals gezielt das Bild des Beschuldigten A._____ vorgehalten wurde, dies mit 

den Worten "Sie haben eigentlich alle erkannt. Es fehlt lediglich einer. Ich werde 

Ihnen noch ein Bild von ihm zeigen." Und selbst auf diesen – wie die Verteidigung 

zu Recht bemängelt (Urk. 196 S. 4) bedenklich suggestiven Hinweis hin sah 

N._____ noch von konkreten Belastungen des Beschuldigten ab und äusserte 

Zweifel über dessen Beteiligung an den Übergriffen (Urk. 20/5 S. 7 F/A 34: 

N._____: "Das kann schon sein. Ich denke es ist die Nr. 11. Ich bin mir aber nicht 

100ig sicher. Deshalb habe ich ihn nicht bezeichnet. Er hat mich nicht geschlagen 

und ich sah auch nicht, wie er M._____ schlug."). Er fügt einzig an, dieser habe 

den Laptop kontrolliert. In der nachfolgenden staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme hatte N._____ zwar an einer Stelle zum Beschuldigten A._____ noch er-

wähnt, dieser habe aber den Laptop von M._____ kontrolliert. Doch selbst letzte-

re, wenn überhaupt nur geringfügige Belastung hielt er in der Folge nicht mehr 

aufrecht. Von der Staatsanwältin damit konfrontiert, dass er früher einmal ange-

geben habe, der Laptop M._____s sei durch die Beschuldigten kontrolliert wor-

den, beschränkt sich die Identifikation N._____s auf die entsprechende Frage, 

welche Beschuldigten denn dies gewesen seien, einzig auf F._____. Den Be-

schuldigten A._____ bezeichnet er dagegen nicht mehr konkret (Urk. 20/6 S. 35 

"Auch die Nr. 6. [F._____]. Aber um diesen herum waren natürlich Leute."; so-

dann auf S. 37 wiederum nur zu F._____: "Er hatte eben das Handy kontrolliert, 

auch den Computer.").  

3.4.3. Eine der wenigen konkreten Erwähnungen A._____s durch den Geschädig-

ten N._____ findet sich schliesslich mit Blick auf das Aufhalten N._____s, als er 

im Begriff gewesen sei, die Moschee zu verlassen (Sachverhaltsabschnitt 13). 

Diesbezüglich beschrieb er, wie er beim Zurückgehen in den Gebetsraum mit den 

Beschuldigten J._____, F._____ und A._____ gesprochen habe. Schliesslich hät-

ten sich im Gebetsraum – ähnlich wie zuvor bei M._____ – in der Ecke im Bereich 

vor dem Büro mehrere Beschuldigte um ihn herum aufgestellt (Urk. 20/6 S. 22 f.). 

Diese Aussage für sich spricht zwar dafür, dass der Beschuldigte A._____ zumin-

dest anwesend war, als sich der Fokus der Beschuldigten im Gebetsraum auch 

auf N._____ zu richten begann. Die zuvor beschriebene Unsicherheit über die 

Anwesenheit des Beschuldigten A._____ vermag diese einmalige Erwähnung 

-   28   - 

A._____s, die N._____ im Rahmen der zweiten Einvernahme tätigte, im Ergebnis 

nicht aus der Welt zu schaffen, gab er in der tatnächsten Einvernahme doch noch 

zu Protokoll, hinsichtlich A._____ sei er sich nicht sicher; er könne nur mit Sicher-

heit sagen, dass dieser nicht geschlagen habe, weder ihn noch M._____ 

(Urk. 20/5 S. 7). Klar erscheint sodann, dass sich die dem Beschuldigten A._____ 

in der Anklageschrift vorgeworfene verbale Hinderung N._____s, die Moschee zu 

verlassen, alleine durch die Aussage, er habe "beim Zurückgehen" mit dem 

A._____ und F._____ "gesprochen", ohnehin noch nicht als erstellt erweist. Selbst 

wenn sich mit dieser Aussage zwar der Hinweis darauf ergibt, dass der Beschul-

digte A._____ zu diesem Zeitpunkt im Eingangsbereich bzw. im Gebetsraum zu-

mindest anwesend war, ergibt sich aus der Gesamtheit der Aussagen N._____s 

letztlich auch mit genügender Klarheit, dass er den Beschuldigten A._____ jeden-

falls nicht als Teil der Gruppe wahrnahm, die ihn im Gebetsraum bedrängt hatte. 

Dies auch deshalb, weil er A._____ im Zusammenhang mit den übrigen Ereignis-

sen, die sich danach abgespielt haben sollen, wiederum nicht mehr erwähnt. 

3.4.4. Letzteres gilt auch mit Blick auf die Aussagen N._____s zu den bereits 

mehrfach erwähnten Schlägen zum Nachteil von M._____. In seiner ersten freien 

Schilderung des Vorfalls beschrieb zwar auch N._____ die Situation so, dass – 

nachdem sie M._____ in eine Ecke gebracht hätten – "die ganze Gruppe" damit 

begonnen habe, M._____ anzugreifen (Urk. 20/5 S. 3), wobei nach der initialen 

Phase rund um die Wegnahme des Mobiltelefons von M._____ (Sachverhaltsteil 

A) "jeder" etwas getan habe. Es habe in einem Gerangel geendet, so dass man 

nicht mehr habe erkennen können, was genau jeder einzelne getan habe. Es ha-

be einen engeren Kreis um M._____ gegeben, und eine weitere Gruppe, die et-

was weiter weg gestanden sei (Urk. 20/6 S. 13; Urk. 20/6 S. 35). Letzteres wird 

auch vom Jugendlichen bestätigt (Urk. 17/8 S. 33). Bei N._____ ist allerdings un-

klar, wieviel er von den Schlägen im Gebetsraum mitbekommen hatte, gab er 

doch an, er sei – nachdem M._____ an den besagten Standort im Gebetsraum 

nahe der Bibliothek geschleppt worden war – auf die Toilette gegangen, um den 

Polizisten P._____ zu alarmieren (Urk. 20/6 S. 14). Er konnte lediglich bestätigen, 

dass nach der bereits erwähnten Ohrfeige J._____s in der Anfangsphase des 

Vorfalls (Sachverhaltsabschnitt 6) noch weitere Schläge von diesem erfolgten 

-   29   - 

(Urk. 20/6 S. 33). Er habe zudem kurz nach seiner Rückkehr von der Toilette ge-

sehen, wie auch der Jugendliche den am Boden sitzenden M._____ mehrmals 

geschlagen bzw. ihm Ohrfeigen verpasst habe (Urk. 20/6 S. 50). Den Beschuldig-

ten A._____, der gemäss Anklage ebenfalls auf M._____ eingeschlagen haben 

soll, identifizierte aber auch N._____ nicht konkret. Schliesslich wird A._____ 

auch nie von einem der übrigen Beschuldigten erwähnt bzw. von diesen teilweise 

gar entlastet (vgl. Aussage des Jugendlichen, wonach er A._____ den ganzen 

Abend nicht gesehen habe; dieser sei erst am Schluss, als die Polizei gekommen 

sei, irgendwie aufgetaucht (Urk. 18 S. 22 und 26). 

3.5. In den Schilderungen zu den übrigen Tatvorwürfen fand der Beschuldigte 

A._____ sodann jeweils keine weitere Erwähnung.  

3.6. Zusammenfassend ist somit Folgendes festzuhalten: Im Hinblick auf die 

Frage nach der Anwesenheit von A._____ bei den Vorfällen im Gebetsraum be-

stehen zwar durchaus gewisse Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Sachver-

haltsversion, wonach er sich während den angeklagten Handlungen die ganze 

Zeit im Frauenraum aufgehalten habe. Wenig wahrscheinlich erscheint auch, 

dass er vom ganzen Vorfall bis zum Eintreffen der Polizei gar nichts mitbekom-

men hatte. Dennoch erscheint seine Version aufgrund der vorliegenden Beweis-

lage nicht ausgeschlossen bzw. lässt diese sich jedenfalls nicht mit genügender 

Bestimmtheit widerlegen. Insbesondere angesichts der von beiden Geschädigten 

geäusserten auffälligen Unsicherheiten hinsichtlich seiner Anwesenheit und Betei-

ligung bei bzw. an sämtlichen vorgeworfenen Delikten verbleiben letztlich zu viele 

Zweifel daran, dass er sich mit den anderen Beschuldigten tatsächlich im Ein-

gangsbereich oder im Gebetsraum um den Privatkläger M._____ und später um 

N._____ geschart und die Handlungen seiner Mitbeschuldigten unterstützt bzw. 

überhaupt mitbekommen hatte. Bei diesem Beweisergebnis erübrigt es sich, auf 

die zahlreichen Vorwürfe im Einzelnen einzugehen. Entsprechend sind mit der 

Vorinstanz sowohl die ihm in der Anklageschrift vorgeworfenen Handlungen wie 

auch seine Anwesenheit bei sämtlichen Übergriffen in dubio pro reo als nicht er-

stellt zu erachten.   

-   30   - 

3.7. Der Beschuldigte A._____ ist entsprechend von sämtlichen Vorwürfen in 
dubio pro reo freizusprechen.  

III. Kosten und Entschädigungsfolgen 

1. Erstinstanzliches Verfahren 

Das vorinstanzliche Urteil ist vollumfänglich zu bestätigen. Es sind entsprechend 

an der vorinstanzlichen Kostenfestsetzung und -auflage (Urk. 181 E. VI.1. sowie 

Dispositivziffer 4) keine Änderungen vorzunehmen.  

2. Berufungsverfahren 

2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend wird der 

Beschuldigte vollumfänglich freigesprochen, womit die Staatsanwaltschaft mit ih-

rer Berufung unterliegt. Der Privatkläger hat im Berufungsverfahren keine Anträge 

gestellt. Ausgangsgemäss sind die Kosten für das Berufungsverfahren auf die 

Staatskasse zu nehmen. Für das im Beschluss vom 16. Mai 2019 mangels Beru-

fungserklärung beschlossene Nichteintreten auf die Berufung des Privatklägers, in 

welchem die Kostenregelung dem Endentscheid vorbehalten wurde (Urk. 185), 

sind keine Kosten zu erheben.  

2.2. Der amtliche Verteidiger ist durch die Gerichtskasse zu entschädigen 

(Art. 135 StPO i.V.m. Art. 426 StPO). Er machte mit Kostennote vom 

13. September 2021 einen Zeitaufwand für das obergerichtliche Verfahren in Hö-

he von gut 44 Stunden geltend (ohne Urteilseröffnung und Nachbesprechung; 

Urk. 198). Dieser Aufwand erscheint angemessen. Unter Einbezug des Zeitauf-

wandes für die mündliche Urteilseröffnung samt Weg sowie einer angemessenen 

Nachbearbeitungszeit ist der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt X._____, für das 

Berufungsverfahren insgesamt (inkl. MwSt. und Auslagen) mit pauschal 

Fr. 12'250.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Eine Rückzahlungspflicht 

des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO besteht nicht. 

-   31   - 

2.3. Der Privatkläger hat sich am Berufungsverfahren gegen den Beschuldigten 

A._____ nicht mehr beteiligt und auch keine Anträge gestellt. Entsprechend ist 

dem unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers für dieses Verfahren auch kein 

entschädigungspflichtiger Aufwand entstanden.  

3. Haftentschädigung 

Der Beschuldigte war vom 21. Februar 2017 um 6.00 Uhr bis zum 11. August 

2017 um 15.00 Uhr, mithin während 172 Tagen, in Untersuchungshaft (Urk. 58/2 

ff.), welche sich angesichts des nunmehr auch vor Berufungsinstanz bestätigten 

vollumfänglichen Freispruchs als unrechtmässig erweist. Für die von ihm erstan-

denen 172 Hafttage ist ihm entsprechend eine Genugtuung zuzusprechen. Es 

kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (vgl. vorinstanzliches Urteil E. VI.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die von der  

Vorinstanz zugesprochene Genugtuung in der Höhe von Fr. 34'400.– erscheint 

angemessen und ist zu bestätigen. Auf die Geltendmachung des vor Vorinstanz 

vom Beschuldigten noch geforderten Schadenersatz für angeblichen Verdienst-

ausfall hat der Beschuldigte im Berufungsverfahren abgesehen und entsprechend 

die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

22. Oktober 2018 bezüglich  

− Dispositivziffern 1 teilweise (Freisprüche betreffend Nötigung gemäss 

Sachverhaltsabschnitt 1, betreffend einfache Körperverletzung gemäss 

Sachverhaltsabschnitt 16 und betreffend Beschimpfung gemäss Sach-

verhaltsabschnitt 17 der Anklageschrift),  

− Dispositivziffer 2 (Abweisung Zivilklage Privatkläger 1) und  

− Dispositivziffer 3 (beschlagnahmte Gegenstände)  

-   32   - 

sowie der gleichentags ergangene Beschluss hinsichtlich Dispositivziffern 1 

und 2 (Verfahrenseinstellungen betreffen Beschimpfung gemäss Sachver-

haltsabschnitt 10 und betreffend mehrfacher Sachentziehung gemäss Sach-

verhaltsabschnitten 11 und 18 der Anklageschrift)  

in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner nicht schuldig und wird freigesprochen 
von den Vorwürfen  

− der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift),  

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhalts-

abschnitte 3, 6, 14, 15, 20 und 21 der Anklageschrift),  

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnit-

te 4 und 5 der Anklageschrift) 

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 8 und 9 der Anklageschrift) und 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitt 7 der Anklageschrift).  

2. Dem Beschuldigten werden für die erstandene Haft Fr. 34'400.– als Genug-

tuung aus der Gerichtskasse zugesprochen.  

3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 4) wird be-

stätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kos-

ten betragen: 

-   33   - 

Fr. 12'250.–   amtliche Verteidigung 

 
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genom-

men. Eine Rückzahlungspflicht des Beschuldigten besteht nicht.  

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben) 
− den Vertreter der Privatklägerschaft, dreifach für sich und die 

Privatkläger 1 und 2 (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− den Vertreter der Privatklägerschaft, dreifach für sich und die 

Privatkläger 1 und 2  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" sowie zur 
Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels 
Kopie von Urk. 183 

− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG). 

7. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   34   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 15. September 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Andres 
 

 

 

 

	Urteil und Beschluss vom 15. September 2021
	Anklage
	Urteil und Beschluss der Vorinstanz (Urk. 181)
	Es wird beschlossen:
	1. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der Beschimpfung (eventualiter Tätlichkeiten) gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 der Anklageschrift eingestellt.
	2. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der mehrfachen Sachentziehung gemäss den Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der Anklageschrift eingestellt.
	[Mitteilungssatz und Rechtsmittel]
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwürfen
	 der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift),
	 der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhaltsabschnitte 1, 3, 6, 13, 14, 15, 20 und 21 der Anklageschrift),
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5 der Anklageschrift).
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitt 16 der Anklageschrift),
	 der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 8, 9 und 17 der Anklageschrift) und
	 der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitt 7 der Anklageschrift).

	2. Die Zivilklage des Privatklägers 1 wird abgewiesen.
	3. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur vom 6. Juni 2017 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich (TEU-Ass-Tri) gelagerten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach Rechtskraft herausgegeben:
	 Mobiltelefon iPhone, keine SIM-Karte, kein Code (Asservat Nr.: A010'137'878),
	 Mobiltelefon Samsung, kein Code (Asservat Nr.: A010'137'889),
	 Mobiltelefon Blackberry, Code unbekannt (Asservat Nr.: A010'137'903),
	 Mobiltelefon Sony, Code unbekannt (Asservat Nr.: A010'137'914),
	 Diplom in arabischer Schrift (Asservat Nr.: A010'137'925),
	 Playstation 4, Passwort usw. unbekannt (Asservat Nr.: A010'137'936).

	Verlangt der Beschuldigte die betreffenden Gegenstände innert drei Monaten nach Rechtskraft nicht heraus, werden sie vernichtet.
	4. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die übrigen Kosten (Fr. 10'000.– Gebühr Vorverfahren und Fr. 111.60 Entschädigung Zeuge und Dolmetscher), die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von insgesamt Fr. 43'194.80 (inkl. Barauslagen und M...
	Dem Verteidiger wurde eine Akontozahlung von Fr. 15'000.– ausgerichtet.
	5. Dem Beschuldigten werden Fr. 34'400.– als Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen. Die weitergehenden Zivilansprüche werden abgewiesen.
	[Mitteilungssatz und Rechtsmittel]
	Berufungsanträge
	Der Staatsanwaltschaft: (Urk. 184, S.  9; 197 S. 3)
	 der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift)
	 der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhaltsabschnitte 3, 6, 13, 14, 15, 20 und 21 der Anklageschrift)
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (gemäss Sachverhaltsabschnitte 4 und 5 der Anklageschrift)
	 der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB (Sachverhaltsabschnitte 8 und 9 der Anklageschrift)
	 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitt 7 der Anklageschrift)

	Des Beschuldigten: (Urk. 196 S. 1 f.)
	Des Privatklägers:
	(keine Anträge)
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte und Berufungsumfang und Strafantrag
	1. Prozessgeschichte

	1.1. Das vorliegende Strafverfahren gegen den Beschuldigten A._____ steht im Zusammenhang mit einem Vorfall, der sich am tt. November 2016 in der B._____ [Moschee] ereignet hat. Gestützt auf ihre Untersuchung dieses Vorfalls erhob die Staatsanwaltscha...
	1.2. Gegen dieses den Parteien am 23. Oktober 2018 mündlich eröffnete Urteil meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft (Berufungsanmeldung vom 23. Oktober 2018, Urk. 172) als auch der Privatkläger M._____ (Berufungsanmeldung vom 31. Oktober 2018, Urk. 17...
	1.3. Das begründete Urteil des Bezirksgerichts Winterthur (Urk. 178 bzw. Urk. 181) wurde von den Parteien am 3. April 2019 (Staatsanwaltschaft) bzw. am 9. April 2019 (Privatkläger) entgegengenommen (Urk. 179). Am 24. April 2019 (Postaufgabe am 23. Apr...
	1.4. Die Parteien erhoben weder Anschlussberufungen noch wurden Anträge auf Nichteintreten gestellt (Urk. 187 i.V.m. Urk. 188/1-3).
	1.5. Vom 6. - 8. September 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, an welcher die Verfahren gegen sämtliche zehn Beschuldigten (SB190206 - SB190215) gemeinsam verhandelt wurden. Am 6. Oktober 2021 fand die mündliche Urteilseröffnung statt (Prot. II ...
	2. Gegenstand der Berufung

	2.1. Das vorinstanzliche Urteil vom 22. Oktober 2018 wurde hinsichtlich der Freisprüche betreffend Nötigung gemäss Sachverhaltsabschnitt 1, betreffend einfacher Körperverletzung gemäss Sachverhaltsabschnitt 16 und betreffend Beschimpfung gemäss Sachve...
	2.2. Insoweit ist das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur folglich in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist.
	3. Rüge betreffend Strafantrag

	Die Verteidigung wendet ein, dass das Verfahren hinsichtlich der angeklagten Antragsdelikte einzustellen sei, weil auf den Strafantragsformularen der Privatklägerschaft zwar verschiedene Mitbeschuldigte, jedoch nicht der Name des Beschuldigten A._____...
	II.  Sachverhaltsfeststellung

	1. Anklagevorwurf und Vorgehen
	1.1. Hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalts kann grundsätzlich auf die beigeheftete Anklageschrift vom 29. Januar 2018 verwiesen werden. In Anbetracht der starken Zerstückelung des Anklagesachverhalts in zahlreiche Unterabschnit...
	1.2. Für einen Überblick über die von der Anklageschrift erfassten Geschehnisse kann vorweg auf die chronologische Aufarbeitung des gesamten Anklagesachverhalts durch die Vorinstanz in ihrem Urteil E. III.1.2. verwiesen werden.
	1.3. Zwecks einer übersichtlichen und chronologischen Aufarbeitung des Vorfalls wird der Anklagesachverhalt im Rahmen der nachfolgenden Sachverhaltserstellung ferner grob in drei Teile (Sachverhaltsteile A, B und C) gegliedert:
	 Im Sachverhaltsteil A, der sich zu Beginn des Vorfalls und örtlich im Eingangsbereich der Moschee abspielte, waren gemäss Anklage zunächst nur die Beschuldigten J._____, C._____, F._____ und der Jugendliche und schliesslich dann auch die Beschuldigt...
	 Der diesem chronologisch nachgelagerte Sachverhaltsteil B umfasst das darauffolgende Geschehen im Gebetsraum, an welchem sich gemäss Anklagevorwurf sämtliche acht vorgenannten Beschuldigten (J._____, C._____, F._____, der Jugendliche, D._____, K.___...
	 Sachverhaltsteil C umfasst die letzte Phase des Vorfalls, welche sich im Büro des Vorstands abgespielt hat. Er umfasst die Sachverhaltsabschnitte 12 (2. Hälfte) und 20 zum Nachteil des Privatklägers M._____ sowie die Sachverhaltsabschnitte 19 (2. Hä...

	1.4. Auf die Erstellung des subjektiven Tatbestandes wird jeweils im Rahmen der rechtlichen Würdigung eingegangen.
	2. Qualität der Aussagen der Geschädigten
	2.1. Ausgangslage und Vorgehen

	2.1.1. Darüber, was genau sich am tt. November 2016 im Innern der B._____ abgespielt hat, gehen die Aussagen der beiden Geschädigten und jene der 10 Beschuldigten in den entscheidenden Punkten diametral auseinander. Neben insgesamt rund 40 Einvernahme...
	2.1.2. Sowohl der Privatkläger M._____ als auch der Geschädigte N._____ gaben jeweils zu Beginn ihrer Einvernahmen in freier Schilderung wieder, was sich aus ihrer Sicht am Tatabend ereignet hatte. Nachdem die Aufspaltung der Ereignisse in 21 Sachverh...
	2.1.3. Im Rahmen der Aussageanalyse wird geprüft, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und ihrer Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Als An...
	2.2. M._____

	2.2.1. Der Privatkläger M._____ schildert die Geschehnisse in der B._____ sowohl in der polizeilichen Einvernahme vom 21. Dezember 2016 als auch in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. April 2017 jeweils zunächst in einer längeren freien E...
	2.2.2. In seinen Aussagen finden sich ferner Schilderungen eigener psychischer Vorgänge, wie etwa, als er nach dem Bericht darüber, wie er durch G._____ gezwungen worden sei, eine Zehnernote in den Mund zu nehmen, anfügte, dass er "da seinen Freund N....
	2.2.3. Nach dem Gesagten kann vorweg festgehalten werden, dass die Aussagen des Privatklägers M._____ zahlreiche Realkennzeichen aufweisen. Seine insgesamt in sich stimmigen, detailreichen und plastischen Schilderungen zeugen von einer hohen Aussagequ...
	2.2.4. Seine Schilderungen zum Kerngeschehen halten sodann auch einem Strukturvergleich mit Aussagen zum Nebengeschehen stand, was weiter für die Erlebnisbasiertheit seiner Schilderungen spricht. Im Rahmen des Strukturvergleichs wird die Qualität der ...
	2.3. N._____

	2.3.1. Auch der Geschädigte N._____ schildert die Geschehnisse des Tatabends in zwei Einvernahmen zunächst jeweils in einer längeren freien Erzählung, wobei insbesondere seine erstmalige Schilderung wenige Tage nach dem Vorfall besonders ausführlich a...
	2.3.2. Ferner verzichtet auch der Geschädigte N._____ an verschiedenen Stellen auf Mehrbelastungen, obwohl sich solche zur Anreicherung einer Lügengeschichte verschiedentlich angeboten hätten (vgl. z.B. Urk. 20/5 S. 3 "Die Gruppe hat mich von allen Se...
	2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.)

	2.4.1. Die Vorinstanz verweist hinsichtlich der Frage nach der Verlässlichkeit der Aussagen der Geschädigten zunächst darauf, dass M._____ 2014 wegen versuchten Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung verurteil worden sei (Urk. 165/5/6), was sie unte...
	2.4.2. Der zweite Geschädigte, N._____, gab zwar ebenfalls an, O._____ zu kennen, bestritt aber, für diesen zu arbeiten oder von ihm Geld erhalten zu haben (Urk. 20/6 S. 37). Es bestehen denn auch keine Hinweise auf eine derartige Zusammenarbeit. Insb...
	2.4.3. Andere Motive für eine Falschbelastung wie persönliche Feindschaften zwischen den beiden Geschädigten und den Beschuldigten sind ferner keine ersichtlich. Gleiches gilt hinsichtlich der Frage nach allfälligen monetären Motiven: Ob bzw. inwiewei...
	2.4.4. Wenngleich bei den Geschädigten also vordergründig kaum Falschbelastungsmotive vorliegen, ist nachfolgend dennoch auf die Möglichkeit einer gegenseitigen Absprache bzw. Abstimmung ihrer Aussagen durch die beiden Geschädigten, welche nach eigene...
	2.4.5. Weitere Fehlerquellen hinsichtlich der Aussagen der Geschädigten sind sodann nicht zu erkennen. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte darauf, dass Alkoholkonsum am Tatabend die Aussagekompetenz bzw. das Erinnerungsvermögen der beiden Geschä...
	2.5. Zwischenfazit

	Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die belastenden Aussagen der beiden Geschädigten zum Kerngeschehen, auf welchen die Anklage weitestgehend basiert, verschiedene Realkennzeichen sowie eine hohe Konstanz aufweisen. Falschbelastungsmotive sind b...
	3. Zu den Vorwürfen gegen den Beschuldigten A._____
	3.1. Dem Beschuldigten A._____ wird in der Anklageschrift ursprünglich eine umfassende Beteiligung an den Übergriffen auf die beiden Geschädigten am Tatabend des tt. November 2021 vorgeworfen. Konkret soll A._____ unmittelbar nach der Wegnahme des Mob...
	3.2. Hinsichtlich der Aussagen von A._____ kann vorweg auf die zutreffende Darstellung der Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.11.2). Er gab von Beginn weg an, er habe von sämtlichen Vorfällen an diesem Abend bis zum Eintreffen...
	3.3. Dass der Beschuldigte A._____ seine Version, wonach er sich seit seiner Ankunft in der Moschee um ca. 19 Uhr bis zum Eintreffen der Polizei um 21.11 Uhr (Urk. 36/10 S. 3) ununterbrochen in diesen vom Gebetsraum abgetrennten Räumlichkeiten aufgeha...
	3.4. Besonders ins Gewicht fällt jedoch, dass sich beide Geschädigten durchs Band unsicher waren, ob und inwiefern der Beschuldigte A._____ überhaupt an den Übergriffen beteiligt gewesen sei.
	3.4.1. Der Privatkläger M._____ gab in der Detailbefragung zu den Tatbeteiligungen der einzelnen Beschuldigten zwar in der ersten Einvernahme ursprünglich noch an, A._____ habe ihn "geschlagen und bespuckt". Zudem habe dieser auch mal sein Mobiltelefo...
	3.4.2. Der Geschädigte N._____ äusserte sich im Rahmen der polizeilichen Einvernahme wie dargelegt zunächst in freier Erzählung und schliesslich im Einzelnen zu den verschiedenen Beschuldigten, welche sich an den Übergriffen auf M._____ und ihn beteil...
	3.4.3. Eine der wenigen konkreten Erwähnungen A._____s durch den Geschädigten N._____ findet sich schliesslich mit Blick auf das Aufhalten N._____s, als er im Begriff gewesen sei, die Moschee zu verlassen (Sachverhaltsabschnitt 13). Diesbezüglich besc...
	3.4.4. Letzteres gilt auch mit Blick auf die Aussagen N._____s zu den bereits mehrfach erwähnten Schlägen zum Nachteil von M._____. In seiner ersten freien Schilderung des Vorfalls beschrieb zwar auch N._____ die Situation so, dass – nachdem sie M.___...
	3.5. In den Schilderungen zu den übrigen Tatvorwürfen fand der Beschuldigte A._____ sodann jeweils keine weitere Erwähnung.
	3.6. Zusammenfassend ist somit Folgendes festzuhalten: Im Hinblick auf die Frage nach der Anwesenheit von A._____ bei den Vorfällen im Gebetsraum bestehen zwar durchaus gewisse Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Sachverhaltsversion, wonach er sich ...
	3.7. Der Beschuldigte A._____ ist entsprechend von sämtlichen Vorwürfen in dubio pro reo freizusprechen.

	III.  Kosten und Entschädigungsfolgen
	1. Erstinstanzliches Verfahren

	Das vorinstanzliche Urteil ist vollumfänglich zu bestätigen. Es sind entsprechend an der vorinstanzlichen Kostenfestsetzung und -auflage (Urk. 181 E. VI.1. sowie Dispositivziffer 4) keine Änderungen vorzunehmen.
	2. Berufungsverfahren

	2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend wird der Beschuldigte vollumfänglich freigesprochen, womit die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung unte...
	2.2. Der amtliche Verteidiger ist durch die Gerichtskasse zu entschädigen (Art. 135 StPO i.V.m. Art. 426 StPO). Er machte mit Kostennote vom 13. September 2021 einen Zeitaufwand für das obergerichtliche Verfahren in Höhe von gut 44 Stunden geltend (oh...
	2.3. Der Privatkläger hat sich am Berufungsverfahren gegen den Beschuldigten A._____ nicht mehr beteiligt und auch keine Anträge gestellt. Entsprechend ist dem unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers für dieses Verfahren auch kein entschädigungspf...
	3. Haftentschädigung

	Der Beschuldigte war vom 21. Februar 2017 um 6.00 Uhr bis zum 11. August 2017 um 15.00 Uhr, mithin während 172 Tagen, in Untersuchungshaft (Urk. 58/2 ff.), welche sich angesichts des nunmehr auch vor Berufungsinstanz bestätigten vollumfänglichen Freis...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 22. Oktober 2018 bezüglich
	 Dispositivziffern 1 teilweise (Freisprüche betreffend Nötigung gemäss Sachverhaltsabschnitt 1, betreffend einfache Körperverletzung gemäss Sachverhaltsabschnitt 16 und betreffend Beschimpfung gemäss Sachverhaltsabschnitt 17 der Anklageschrift),
	 Dispositivziffer 2 (Abweisung Zivilklage Privatkläger 1) und
	 Dispositivziffer 3 (beschlagnahmte Gegenstände)
	sowie der gleichentags ergangene Beschluss hinsichtlich Dispositivziffern 1 und 2 (Verfahrenseinstellungen betreffen Beschimpfung gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 und betreffend mehrfacher Sachentziehung gemäss Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der Ank...
	in Rechtskraft erwachsen sind.

	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwürfen
	 der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 12 inkl. 2 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift),
	 der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhaltsabschnitte 3, 6, 14, 15, 20 und 21 der Anklageschrift),
	 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5 der Anklageschrift)
	 der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 8 und 9 der Anklageschrift) und
	 der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitt 7 der Anklageschrift).

	2. Dem Beschuldigten werden für die erstandene Haft Fr. 34'400.– als Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 4) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen. Eine Rückzahlungspflicht des Beschuldigten besteht nicht.
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben)
	 den Vertreter der Privatklägerschaft, dreifach für sich und die Privatkläger 1 und 2 (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 den Vertreter der Privatklägerschaft, dreifach für sich und die Privatkläger 1 und 2
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" sowie zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 183
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG).

	7. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.