# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c25676a8-dd81-5c04-96a7-a939f7ed03cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2010 BVGE 2011/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2011-44_2010-10-18.pdf

## Full Text

2011/44 Mehrwertsteuer 

 

 

890 BVGE / ATAF / DTAF 

 

6 Finanzen 
Finances 
Finanze 

44 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i. S. X. gegen Eidgenössische Steuerverwaltung 

A–8794/2007 und A–8755/2007 vom 18. Oktober 2010 

Mehrwertsteuer. Steuerbemessungsgrundlage. 

Art. 26 Abs. 1, 2 und 4 MWSTV von 1994. Art. 33 Abs. 1, 2 und 4 

MWSTG von 1999. 

Ob neben einer Barleistung auch ein gebrauchter Gegenstand 

Teil des Entgelts für einen neuen Gegenstand bildet, beurteilt 

sich aus der Sicht des Leistungsempfängers (E. 3.1). Geht dieser 

davon aus, die Hingabe eines gebrauchten Gegenstandes sei nicht 

Teil des Kaufpreises für den neuen Gegenstand, sondern stelle 

eine Bedingung dar, um diesen zu einem reduzierten Kaufpreis 

kaufen zu können (Rabatt), zählt der hingegebene Gegenstand 

nicht zum Entgelt beziehungsweise zur Steuerbemessungsgrund-

lage. In diesem Fall bildet der vom Leistungsempfänger tat-

sächlich bezahlte Betrag die Steuerbemessungsgrundlage (E. 4.1).  

Taxe sur la valeur ajoutée. Base de calcul de l'impôt. 

Art. 26 al. 1, 2 et 4 OTVA de 1994. Art. 33 al. 1, 2 et 4 LTVA de 1999. 

La question de savoir si un bien d'occasion remis avec un paie-

ment en espèces constitue une partie de la contre-prestation pour 

un bien neuf doit être examinée du point de vue du destinataire 

(consid. 3.1). Si celui-ci considère que la remise d'un bien d'occa-

sion ne fait pas partie du prix de vente du bien neuf, mais cons-

titue une condition d'obtention d'un rabais sur le prix du bien 

neuf, le bien remis ne fait pas partie de la contre-prestation ni, 

par conséquent, de la base de calcul de l'impôt. Dans ce cas, c'est 

la somme effectivement payée par le destinataire qui constitue la 

base de calcul de l'impôt (consid. 4.1). 

Mehrwertsteuer 2011/44 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 891 

 

Imposta sul valore aggiunto. Base di calcolo dell'imposta. 

Art. 26 cpv. 1, 2 e 4 OIVA del 1994. Art. 33 cpv. 1, 2 e 4 LIVA del 

1999. 

La questione di sapere se oltre a una prestazione in contanti an-

che un oggetto d'occasione faccia parte della controprestazione 

versata per un oggetto nuovo va esaminata dal punto di vista del 

destinatario della prestazione (consid. 3.1). Se quest'ultimo ri-

tiene che la consegna di un oggetto d'occasione non faccia parte 

del prezzo d'acquisto versato per l'oggetto nuovo, ma costituisca 

invece una condizione per ottenere una riduzione di prezzo 

(sconto), l'oggetto consegnato non fa parte della contropresta-

zione e quindi neppure della base di calcolo dell'imposta. In tal 

caso, l'importo effettivamente pagato dal destinatario della pre-

stazione costituisce la base di calcolo dell'imposta (consid. 4.1).  

 

Aus den Erwägungen: 

3.   
3.1 Das Entgelt ist nicht nur Tatbestandsmerkmal des Steuerobjekts, 
sondern bildet auch die Bemessungsgrundlage. Die Steuer wird vom Ent-

gelt berechnet. Dazu gehört alles, was der Leistungsempfänger oder ein 

Dritter für ihn als Gegenleistung für die Leistung aufwendet (Art. 26 

Abs. 1 und 2 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer 

[Mehrwertsteuerverordnung, MWSTV], AS 1994 1464, nachfolgend: 

MWSTV von 1994, bzw. Art. 33 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 

2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, 

MWSTG], AS 2000 1300, nachfolgend: MWSTG von 1999). Nur jene 

Zuwendungen des Abnehmers gehören nicht zum steuerbaren Entgelt, 

die keinen ursächlichen Zusammenhang mit der steuerbaren Leistung 

aufweisen und ihren Rechtsgrund in einem selbständigen, von der 

Leistung unabhängigen Leistungsaustauschverhältnis haben. Entspre-

chend dem Wesen der Mehrwertsteuer als Verbrauchssteuer ist auch hier 

die Sicht des Verbrauchers massgeblich. So sieht denn das anwendbare 

Recht vor, zum Entgelt gehöre alles, was der Verbraucher für die Leis-

tung aufwendet, und nicht etwa, was der Erbringer dafür erhält (Art. 26 

Abs. 2 MWSTV von 1994 bzw. Art. 33 Abs. 2 MWSTG von 1999). 

Begriff und Umfang des Entgelts definieren sich folglich aus der Optik 

des Abnehmers: Berechnungsgrundlage ist letztlich, was der Verbraucher 

2011/44 Mehrwertsteuer 

 

 

892 BVGE / ATAF / DTAF 

 

(Abnehmer) bereit oder verpflichtet ist, für die erhaltene Leistung 

aufzuwenden beziehungsweise um die Leistung zu erhalten (statt vieler: 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A–1593/2006 vom 25. Januar 

2008 E. 2.3, Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A–1567/2006 vom 

28. Dezember 2007 E. 2.5, Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A–

1386/2006 vom 3. April 2007 E. 2.3 mit Hinweisen; DANIEL RIEDO, Vom 

Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den 

entsprechenden Wirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, 

S. 96, 228). 

3.2 Art. 26 Abs. 4 MWSTV von 1994 und Art. 33 Abs. 4 MWSTG 
von 1999 enthalten die Grundsätze zur Bemessung in den Sonderfällen 

des Tauschs (Satz 1) und der Erbringung einer Leistung an Zahlungs statt 

(Satz 2). 

3.2.1 Beim Tausch von Gegenständen oder bei tauschähnlichen Um-
sätzen gilt der Wert jeder Leistung als Entgelt für die andere Leistung 

(Satz 1 von Art. 26 Abs. 4 MWSTV von 1994 und Art. 33 Abs. 4 

MWSTG von 1999). Bei einem Tausch bestehen zwei separate Leis-

tungsaustausche mit zwei selbständigen Leistungen und je zwei Ent-

gelten, welche verrechnet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2A.150/2001 vom 13. Februar 2002 E. 7a; PASCAL MOLLARD/XAVIER 

OBERSON/ANNE TISSOT BENEDETTO, Traité TVA, Basel 2009, S. 581 

Rz. 53 f.; UELI MANSER, mwst.com, Kommentar zum Bundesgesetz über 

die Mehrwertsteuer, Basel 2000, N. 2 zu Art. 33 Abs. 4). Für die Bemes-

sung bedeutet dies, dass zwei selbständig zu beurteilende Leistungen 

vorliegen, deren Wert unabhängig voneinander zu beurteilen ist (Urteil 

des Bundesgerichts 2A.150/2001 vom 13. Februar 2002 E. 7a). Bemes-

sungsgrundlage ist der Marktwert der ausgetauschten Leistungen (Be-

richt der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats vom 

28. August 1996 zur Parlamentarischen Initiative Dettling « Bundes-

gesetz über die Mehrwertsteuer », BBl 1996 V 713 ff., 769, nachfolgend: 

Bericht WAK-N; Urteil des Bundesgerichts 2A.150/2001 vom 13. Fe-

bruar 2002 E. 7a, Urteil des Bundesgerichts 2C_506/2007 vom 13. Fe-

bruar 2008 E. 3.1 in fine; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A–

1431/2006 vom 25. Mai 2007 E. 2.4). 

3.2.2 Bei der Leistung an Zahlungs statt – von der Eidgenössischen 
Steuerverwaltung (ESTV) als « Eintauschgeschäft » bezeichnet – gilt als 

Entgelt der Betrag, der dadurch ausgeglichen wird (Satz 2 von Art. 26 

Abs. 4 MWSTV von 1994 und Art. 33 Abs. 4 MWSTG von 1999). 

Mehrwertsteuer 2011/44 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 893 

 

Von Hingabe an Zahlungs (oder Erfüllungs) statt ist zivilrechtlich die Re-

de, wenn die Parteien vereinbaren, eine Schuld solle durch eine andere 

(als die ursprünglich geschuldete) Leistung erfüllt werden. Die Schuld 

wird durch Erbringung der nicht geschuldeten Leistung getilgt, wenn der 

Gläubiger mit der neuen Leistung einverstanden ist (PETER GAUCH/ 

WALTER SCHLUEP/JÖRG SCHMID, Schweizerisches Obligationenrecht, 

Allgemeiner Teil, Bd. II, 9. Aufl., Zürich 2008, N. 2277). Diese Konstel-

lation ist auch in Art. 26 Abs. 4 MWSTV von 1994 und Art. 33 Abs. 4 

MWSTG von 1999, je Satz 2, gemeint, was insbesondere der französi-

sche Wortlaut illustriert: « Si une prestation est effectuée en paiement 

d'une dette, le montant de la dette ainsi éteinte vaut alors contre-presta-

tion ». Mehrwertsteuerlich entscheidend ist, dass – anders als beim 

Tausch – betreffend den an Zahlungs statt hingegebenen Gegenstand kein 

selbständiger Leistungsaustausch und keine selbständige Leistung vor-

liegen. Vielmehr stellt der hingegebene Gegenstand Teil des Entgelts im 

Rahmen eines bestehenden Leistungsaustauschs (betreffend eine andere 

Leistung) dar (vgl. hierzu MOLLARD/OBERSON/TISSOT BENEDETTO, 

a. a. O., S. 581 Rz. 51). 

Bei der Bewertung des an Zahlungs statt hingegebenen gebrauchten Ge-

genstandes gilt als Entgelt der Betrag, den die Parteien nach ihrer 

Vereinbarung auf den festgesetzten Lieferpreis anrechnen wollen. Nicht 

massgebend ist ein allfälliger « innerer » Wert (Marktwert) oder ein all-

fälliger späterer Verkaufserlös des hingegebenen Gegenstandes (Bericht 

WAK-N, a. a. O., BBl 1996 V 769; schon zur Warenumsatzsteuer 

[WUST]: Archiv für schweizerischen Abgaberechts [ASA], 59 S. 422 

E. 1 mit Hinweisen; zur Mehrwertsteuer: Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts A–4072/2007 vom 11. März 2009 E. 4.2, Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts A–5312/2008 und A–5321/2008 vom 19. Mai 2010 

E. 4.2). Die – in den erwähnten Urteilen gestützte – Praxis der ESTV 

präzisiert, dass sich der auf den hingegebenen Gegenstand entfallende 

Teil des Gesamtentgelts nach dem Betrag bestimmt, der in der Rechnung 

und im Liefervertrag für den an Zahlungs statt entgegengenommenen 

Gegenstand angerechnet wird (Wegleitung 1997 zur Mehrwertsteuer 

[nachfolgend: Wegleitung 1997], herausgegeben von der ESTV, Rz. 305, 

Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer [nachfolgend: Wegleitung 2001], 

herausgegeben von der ESTV, Rz. 219). Sollte in der Rechnung oder im 

Vertrag allerdings dieser (subjektive) Anrechnungswert nicht angegeben 

sein, ist nach der Praxis der Katalogpreis (bzw. Listen- oder offizieller 

Kaufpreis) steuerbares Entgelt (Wegleitung 1997, a. a. O., Rz. 307, Weg-

leitung 2001, a. a. O., Rz. 221). 

2011/44 Mehrwertsteuer 

 

 

894 BVGE / ATAF / DTAF 

 

4. (…)  

4.1 Die ESTV geht von einem « Eintauschgeschäft » beziehungs-
weise einer Entgegennahme von Gegenständen an Zahlungs statt im 

Sinne von Satz 2 von Art. 26 Abs. 4 MWSTV von 1994 und Art. 33 

Abs. 4 MWSTG von 1999 aus, wie sich aus ihren Ausführungen und 

dem Verweis auf die entsprechenden Rz. 305 der Wegleitung 1997 bezie-

hungsweise Rz. 219 der Wegleitung 2001 ergibt. Bei der Hingabe an 

Zahlungs statt liegt in Bezug auf den hingegebenen Gegenstand – anders 

als beim Tausch (vgl. E. 3.2.1) – kein selbständiger Leistungsaustausch 

und keine selbständige Leistung vor, sondern der Gegenstand ist in ei-

nem anderen Leistungsaustausch Teil des Entgelts (vgl. E. 3.2.2). Vor-

liegend müsste also nach Ansicht der ESTV im (hier unbestrittener-

massen bestehenden) Leistungsaustausch betreffend den neuen Staub-

sauger die an Zahlungs statt erbrachte Leistung – also die Hingabe des 

alten Staubsaugers – Teil des Entgelts darstellen. Dies wird von der Be-

schwerdeführerin bestritten. Im Streit liegt damit, ob neben dem bar zu 

bezahlenden Preis auch der hingegebene alte Staubsauger Steuerbemes-

sungsgrundlage bildet. Diese Frage ist anhand der allgemeinen Prinzipien 

betreffend die Bemessungsgrundlage beziehungsweise das Entgelt zu 

beantworten (E. 3.1). Satz 2 von Art. 26 Abs. 4 MWSTV von 1994 und 

Art. 33 Abs. 4 MWSTG von 1999 äussert sich lediglich zur Bewertung 

des hingegebenen Gegenstandes, wenn eine Hingabe an Zahlungs statt zu 

bejahen ist. 

Da massgeblicher Leistungsaustausch jener betreffend die neuen Staub-

sauger ist, sind die Kunden Leistungsempfänger und deren Sicht ist für 

die Frage, ob die Hingabe des alten Staubsaugers als Teil des Entgelts zu 

qualifizieren ist, entscheidend (E. 3.1). Es ist zu prüfen, wie die Kunden 

das Inserat der Beschwerdeführerin, welches einziges Beweismittel ist, 

verstehen konnten. Betitelt ist das Inserat mit « jetzt eintauschen ». 

Sodann sind vier Staubsauger abgebildet mit jeweils um Fr. (...) reduzier-

ten Preisen, z. B. Fr. (...) statt Fr. (...) Ausgeführt wird das Folgende: 

« Jetzt profitieren! Bringen Sie ihren alten Staubsauger zur fachgerechten 

Entsorgung beim Kauf eines neuen [...] Staubsaugers mit und Sie er-

halten mit Bon [...] Rabatt auf das aktuelle [...] Staubsauger-Sortiment! ». 

Der dem Inserat beigefügte Bon verspricht: « Geben Sie ihren alten 

Staubsauger und den Bon beim Kauf eines aktuellen [...] Staubsaugers ab 

und sie erhalten [...] Rabatt ». 

Diesem Inserat ist zu entnehmen, dass die Beibringung des alten Staub-

saugers zwar mit dem Kauf des neuen zusammenhängt, dies aber nicht in 

Mehrwertsteuer 2011/44 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 895 

 

dem Sinn, dass der alte Staubsauger (zusammen mit einer Barleistung) 

Entgelt für den neuen wäre. Der Grund für die Hingabe des alten Staub-

saugers ist ein anderer: Inhalt des Inserats ist eine Sonderaktion. Wie die 

Beschwerdeführerin nachvollziehbar erläutert, hat sie ihre Verpflichtung 

zur Rücknahme von Altgeräten und zur entsprechenden Information der 

Kunden dazu benutzt, die Kunden zu einem Neukauf zu bewegen, mit 

anderen Worten hat sie daraus eine Werbe- beziehungsweise Verkaufsför-

derungsaktion gemacht. Aus Sicht der Beschwerdeführerin ist klar, dass 

sie die Staubsauger nicht als Entgelt für die verkauften neuen Staub-

sauger entgegennahm, sondern um Kunden anzuwerben. Diese Optik der 

Leistungserbringerin ist zwar nicht entscheidend (E. 3.1), aufgrund der 

Formulierung des Inserats musste dieser Hintergrund aber auch den 

Kunden klar sein. Die Beschwerdeführerin versprach einen « Rabatt » 

bei Abgabe des Bons und eines alten Staubsaugers. Beides wird damit 

zur Bedingung gemacht, damit der Rabatt gewährt wird. Es kann dem-

nach nicht angenommen werden, dass die Kunden gestützt auf das 

Inserat davon ausgingen, mit der Hingabe des alten Staubsaugers würden 

sie einen Teil des Kaufpreises (des Entgelts) für den neuen erbringen. 

Der Grund für die Hingabe des alten Staubsaugers ist vielmehr die Erfül-

lung der Bedingung für den Erhalt des Rabatts. 

Beim hingegebenen Staubsauger handelt es sich also nicht um Teil des 

Entgelts und der Preisabschlag ist damit von vornherein kein « Anrech-

nungswert » für diesen, sondern – wie die Beschwerdeführerin geltend 

macht – ein eigentlicher Rabatt. Den Ausführungen in der Vernehm-

lassung, die Beschwerdeführerin habe mit ihren Kunden einen « Anrech-

nungswert » beziehungsweise « Eintauschwert » vereinbart (nämlich die 

Fr. ...), kann nicht zugestimmt werden. Eine solche Einigung liegt nicht 

vor. Im Gegenteil bezeichnet bereits das Inserat die Fr. (...) ausdrücklich 

als Rabatt und der Betrag war vom Kunden nicht als Anrechnungswert zu 

verstehen. Ferner wurde im Inserat explizit erwähnt, der Kunde solle den 

Staubsauger « zur fachgerechten Entsorgung » mitbringen, und auch des-

wegen musste dem Kunden klar sein, dass die Beschwerdeführerin dem 

alten Staubsauger keinen Wert beimass und sie den Preisabschlag von 

Fr. (...) nicht (im Sinne eines « Anrechnungswerts ») gewährte, weil sie 

einen alten Staubsauger erhält. 

Der alte Staubsauger wird damit nicht an Zahlungs statt geleistet und bil-

det nicht Entgelt. Entgelt für den neuen Staubsauger und Bemessungs-

grundlage ist nur der um den Rabatt reduzierte Preis, mit anderen Worten 

der vom Kunden tatsächlich bezahlte Betrag. 

2011/44 Mehrwertsteuer 

 

 

896 BVGE / ATAF / DTAF 

 

4.2 – 4.2.3 (…) 

4.2.4 Die ESTV stützte sich in ihren Erstentscheiden vom 15. Februar 
2007 massgeblich auf ein Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 

1972 (veröffentlicht in: ASA 41 S. 410). Dabei ging es um Verkäufe von 

neuen Waschmaschinen mit Rücknahme gebrauchter Maschinen. Die 

Steuerpflichtige hatte nur den bar bezahlten Aufpreis versteuert, 

weswegen die ESTV auf den Beträgen, welche die Steuerpflichtige ihren 

Kunden für die gebrauchten Maschinen angerechnet hatte, die WUST 

nachbelastete. Die Steuerpflichtige machte geltend, die gebrauchten 

Apparate seien wertlos und schrottreif und die angerechneten Rücknah-

mepreise stellten Rabatte dar. Das Bundesgericht stützte sich auf eine 

unter dem Regime der WUST geltende Bestimmung (welche der Rege-

lung betreffend die Mehrwertsteuer weitgehend entspricht, vgl. E. 3.2), 

wonach bei Eintauschgeschäften, bei welchen der Lieferer eine 

gebrauchte Maschine auf Anrechnung an den Preis für die gelieferte neue 

Maschine entgegennimmt (Hingabe an Zahlungs statt), sich die Gegen-

leistung aus dem Wert des Eintauschobjekts und dem noch zu zahlenden 

Aufpreis zusammensetzt. Es begründete dies damit, dass sich die Par-

teien für die Bewertung der gebrauchten Maschine auf einen bestimmten 

Rücknahmepreis geeinigt hätten. Diese Einigung über den Wert der an 

Zahlung gegebenen gebrauchten Maschinen, also den Anrechnungswert, 

habe ihren Niederschlag in den Kaufverträgen gefunden. Aufgrund der 

Kaufverträge hätten die Käufer den Preis für die Retourmaschinen nicht 

als Rabatt betrachtet. Die Umsatzsteuer sei daher auf den in den Kaufver-

trägen festgesetzten Rücknahmewerten zu entrichten. Dieses Urteil 

vermag nichts am Vorstehenden zu ändern, denn die Ausgangslage ist 

eine andere. Vorliegend wurden wie erläutert (E. 4.1) keine « Anrech-

nungswerte » oder « Rücknahmewerte » vereinbart. Im Inserat (dem 

einzigen Beweismittel) ist von einem Anrechnungswert nicht die Rede, 

sondern dieses spricht explizit von Rabatt. Erst recht gibt es keine indi-

viduellen Verträge mit Kunden oder individuelle Vereinbarungen über 

einen « Anrechnungswert ». Bei den konkreten Umständen ist kein Ent-

geltsbestandteil und keine Hingabe an Zahlungs statt gegeben (E. 4.1).