# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f03df17f-45a5-5652-920b-8cd5eda6cc53
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2011 E-6472/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6472-2011_2011-12-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6472/2011

U r t e i l   v om   7 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher,
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;  
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Russland,  
vertreten durch Herrn Andrea von Flüe, avocat­stagaire, 
Etude Oberson ­ Vouilloz ­ Könemann, (…),
Beschwerdeführer, 

in Begleitung seines minderjährigen Sohnes B._______, 
alias C._______, geboren (…), Russland (im Dublin­
Asylverfahren nicht eingeschlossen), 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
nach Österreich; Verfügung des BFM vom 
21. November 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  russischer  Staatsangehöriger  aus 
Grozny,  Tschetschenien,  seinen  Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge 
im Jahr 2004 verliess, sich anschliessend sieben Jahre lang in Österreich 
aufhielt und dort ein Asylgesuch stellte, welches seinen Angaben zufolge 
abgelehnt bzw. zurückgezogen worden sei,

dass er  nach muslimischem Brauch  verheiratet  gewesen sei, mit  seiner 
Partnerin zwei gemeinsame Kinder gehabt und gemeinsam in Österreich 
gelebt habe,

dass sein Sohn B._______ (…) in Österreich geboren worden sei, 

dass sein anderer Sohn, D._______, am (…)  in Österreich geboren und 
einen Tag nach seiner Geburt gestorben sei, 

dass er sich von seiner damaligen Partnerin (und Mutter von B._______) 
getrennt habe respektive von ihr geschieden sei,

dass  der  minderjährige  Sohn  des  Beschwerdeführers,  B._______, 
gemäss Schreiben des Bundesasylamtes Österreich vom 13. Juli 2011 in 
Österreich als Flüchtling anerkannt worden ist, 

dass  aufgrund  der  Verfahrensakten  davon  auszugehen  ist,  dass  die 
damalige Partnerin des Beschwerdeführers und Mutter von B._______  in 
Österreich als Flüchtling anerkannt und der  (mit  dem Beschwerdeführer 
gemeinsame)  Sohn  in  diese  Flüchtlingseigenschaft  einbezogen  worden 
ist,

dass  der  Beschwerdeführer  nach  einem  siebenjährigen  Aufenthalt  in 
Österreich  in  Begleitung  seines  (…)jährigen Sohnes  B._______  am  16. 
März  2011  in  die  Schweiz  gelangte  und  am  17.  März  2011  um  Asyl 
nachsuchte,

dass das BFM am 28. März 2011 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
Basel  anlässlich  einer  Kurzbefragung  die  Personalien  des 
Beschwerdeführers  (und  seines  Sohnes  B._______)  erhob  und  ihn 
summarisch  zum  Reiseweg  sowie  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen 
seines Heimatstaates befragte, 

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dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe 
aufgrund  von  Drohungen  und  Verfolgungen  nicht  mehr  in  Grozny, 
Tschetschenien, weiterleben können,

dass er zweimal in Abwesenheit von Maskierten aufgesucht worden sei,

dass  er  den  Krieg  –  mit  Ausnahme  von  etwa  zwei  Monaten,  die  er  in 
Inguschetien verbracht habe – in Grozny miterlebt habe, 

dass  diese  Schwierigkeiten  ihn  veranlasst  hätten,  nach  Österreich  zu 
reisen und dort ein Asylgesuch einzureichen,

dass  sein  Asylverfahren  in  Österreich  abgeschlossen  sei  respektive  er 
sein Asylgesuch zurückgezogen habe (vgl. Akte A2, S. 5),

dass er  nach der Ablehnung  seines Asylantrages  in Österreich anfangs 
2011 aufgefordert worden sei, Österreich zu verlassen, 

dass  ein  Fingerabdruckvergleich  mit  der  EURODAC­Datenbank  vom 
18. März  2011  ergab,  dass  der  Beschwerdeführer  von  den 
österreichischen Behörden am 14. Juli 2004 erkennungsdienstlich erfasst 
worden ist und am gleichen Tag ein Asylgesuch gestellt hat,

dass  dem Beschwerdeführer  im Rahmen  seiner  Erstbefragung  vom 28. 
März  2011  durch  das  BFM  im  Hinblick  auf  eine  allfällige  Zuständigkeit 
Österreichs für die Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens 
das rechtliche Gehör gewährt wurde, 

dass  er  hierzu  geltend  machte,  sein  Asylgesuch  sei  in  Österreich 
abgelehnt  worden,  weshalb  er  von  dort  sofort  nach  Tschetschenien 
ausgeschafft würde,

dass  für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  auf  die  Akten  verwiesen 
werden kann, 

dass das BFM am 1. Juli 2011 die österreichischen Behörden – aufgrund 
des  EURODAC­Treffers  vom  18.  März  2011  in  Österreich  –   um  eine 
Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. 
e der Verordnung EG Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Feststellung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den 

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ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat 
(Dublin­II­VO), ersuchte,

dass die österreichischen Behörden (Bundesasylamt) mit Schreiben vom 
13.  Juli  2011 dem Gesuch um Rückübernahme des Beschwerdeführers 
gestützt auf die Dublin­II­VO zustimmten,

dass  die  österreichischen  Behörden  (Bundesasylamt)  am  gleichen  Tag 
das  Ersuchen  um Rückübernahme  des Sohnes  B._______  im Rahmen 
eines Dublin­Verfahrens mangels Zuständigkeit ablehnten und dabei auf 
die Anerkennung dieses Sohnes als Flüchtling in Österreich verwiesen,

dass  die  österreichische  Sicherheitsdirektion  für  das  Bundesland 
Vorarlberg  (SID)  mit  Schreiben  vom  17.  August  2011  auf  die 
Anerkennung  B._______  als  Flüchtling  in  Österreich  verwies,  seiner 
Rückübernahme  zustimmte  und  dabei  festhielt,  B._______  könne 
gemeinsam mit seinem Vater – dem Beschwerdeführer – nach Österreich 
verbracht  werden,  wobei  die  Überstellungsmodalitäten  durch  die 
(österreichische)  Grundsatz­  und  Dublinabteilung  in  Wien  und  das 
(schweizerische) BFM festgelegt werden müssten, 

dass  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  mit  Eingabe  vom 
7. September  2011  dem  BFM  seine  Mandatierung  durch  den 
Beschwerdeführer anzeigte, 

dass  das  BFM  mit  Schreiben  vom  12.  September  2011  an  den 
Rechtsvertreter  dem  Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  gewährte 
zum  Umstand,  dass  sein  Sohn  B._______  in  Österreich  als  Flüchtling 
anerkannt  sei  und  daher  für  B._______  das Dublin­Verfahren  im  Sinne 
der Dublin­II­VO nicht zur Anwendung gelange,

dass  dem  Beschwerdeführer  gleichzeitig  Gelegenheit  gegeben  wurde, 
allfällige  Gründe,  die  gegen  eine  Wegweisung  des  Sohnes  B._______ 
nach Österreich sprechen würden, schriftlich vorzutragen,

dass  sich  der  Rechtsvertreter  bzw.  der  Beschwerdeführer  hierzu  nicht 
vernehmen liessen, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  18.  November  2011  –  am  23. 
November  2011  eröffnet  –  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  a  AsylG 
(Nichteintretenstatbestand des Vorliegens eines sicheren Drittstaates) auf 
das  Asylgesuch  des  (…)jährigen  Sohnes  des  Beschwerdeführers, 

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B._______, nicht eintrat,  ihn aus der Schweiz wegwies und den Kanton 
E._______ verpflichtete, die Wegweisung zu vollziehen, 

dass zur Begründung namentlich ausgeführt wurde, der Schweizerische 
Bundesrat habe Österreich als sicheren Drittstaat bezeichnet; B._______ 
habe  sich  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  in  Österreich  aufgehalten 
und  er  sei  dort  als  Flüchtling  anerkannt  worden,  und  die 
Ausnahmeklausel  von  Art.  34  Abs.  3  Bst.  b  AsylG  finde  praxisgemäss 
keine Anwendung, 

dass  dem  Rechtsvertreter  von  B._______  das  rechtliche  Gehör, 
namentlich  zur  Wegweisung  nach  Österreich  gewährt  worden  und  auf 
eine entsprechende Stellungnahme verzichtet worden sei, 

dass  diese  BFM­Verfügung  betreffend  den  Sohn  B._______ 
unangefochten  in  Rechtskraft  erwuchs  und  auch  nicht  Gegenstand  des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (des Vaters) bildet, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  November  2011  –  am  23. 
November  2011  eröffnet  –  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG 
(Nichteintretensentscheid  gestützt  auf  die  Dublin­II­VO)  auf  das  
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat und ihn nach Österreich 
wegwies,  ihn  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf 
der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  E._______  mit  dem 
Vollzug  der Wegweisung  beauftragte,  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen 
diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem 
Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis 
aushändigte,

dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  anführte,  der  Beschwerdeführer 
habe  nachweislich  unter  anderem  am  14.  Juli  2004  in  Österreich  ein 
Asylgesuch eingereicht,

dass Österreich daher gestützt auf die einschlägigen staatsvertraglichen 
Bestimmungen  (Dublin­Assoziierungsabkommen  vom  26.  Oktober  2004 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der Schweiz gestellten Asylantrags [SR 0.142.392.68, DAA], Dublin­II­VO 
und Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 
2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr. 

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343/2003  des  Rates  [DVO­Dublin])  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens zuständig sei,

dass die österreichischen Behörden (am 13. Juli 2011) das Ersuchen des 
BFM um Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 16 Abs. 1 
Bst. e Dublin II­VO gutgeheissen hätten,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 13. Januar 2012 zu erfolgen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe  geltend  mache,  die  eine 
Änderung der Zuständigkeit  der österreichischen Behörden zu bewirken 
vermöchten,

dass  keine  Hinweise  vorliegen  würden,  dass  Österreich  seinen 
völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nicht  nachgekommen  wäre  oder  das 
Asyl­ und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchgeführt hätte,

dass daher auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten 
sei,

dass  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  die Regelfolge  des Nichteintre­
tens auf ein Asylgesuch sei (Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  in  einen  Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  er 
Schutz vor Rückschiebung  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG  finde, und 
das Non­Refoulement­Gebot bezüglich des Heimatstaates nicht zu prüfen 
sei,

dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle 
einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Österreich  bestehen 
würden,

dass zudem weder die  in Österreich herrschende Situation noch andere 
Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung sprechen würden,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom 
29. November  2011  (Poststempel)  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  gegen  den  vorinstanzlichen  Entscheid  vom  21.  November 

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2011  erhob  und  sinngemäss  die  Aufhebung  der  Verfügung  und  den 
Verzicht auf den Wegweisungsvollzug nach Österreich beantragte,

dass zur Begründung im Wesentlichen auf den Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers  verwiesen  und  zwei  Schreiben  der  Psychiatrischen 
Klinik respektive des (…) eingereicht wurden,  

dass das Bundesverwaltungsgericht  am 30. November 2011  telefonisch 
(wegen  Störungen  im  elektronischen  Datenverarbeitungssystem  am 
Gericht,  bei  der  Vorinstanz  und  bei  den  zuständigen  kantonalen 
Behörden)  und  mit  Telefax  am  Folgetag  gestützt  auf  Art.  56  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) den Vollzug der Wegweisung 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme einstweilen bis zum Vorliegen 
der  Akten  und  zum  Entscheid  über  die  allfällige  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden Wirkung aussetzte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  2.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingingen,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. 
Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]);  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass auf das im Asylgesuch des Beschwerdeführers miteingeschlossene 
Asylgesuch  seines  (...)jährigen  Sohnes  B._______  mit  Verfügung  des 
BFM vom 18. November  2011 gestützt  auf Art.  34 Abs.  2 Bst.  a AsylG 
nicht  eingetreten  wurde  (vgl.  dazu  auch:  BVGE  2010/56)  und  diese 
Verfügung in Rechtskraft erwachsen ist,

dass  der  Sohn  B._______  in  das  Beschwerdeverfahren  des 
Beschwerdeführers  betreffend  Nichteintretensentscheid  gestützt  auf  die 
Dublin­II­VO nicht eingeschlossen ist,

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dass Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens daher einzig 
der  Nichteintretensentscheid  des  BFM  (Dublin­Wegweisung  nach 
Österreich) betreffend den Beschwerdeführer bildet,

dass  angesichts  des  Alters  von  B._______  der  Ausgang  des 
vorliegenden  Dublin­Beschwerdeverfahrens  indessen  direkte 
Auswirkungen  auf  den  Vollzug  der  seine  Person  betreffenden  BFM­
Verfügung  vom  18.  November  2011  mit  sich  bringt,  worauf  im 
Nachstehenden weiter einzugehen sein wird, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich 
Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32  ­  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

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dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheids stellen, 

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (vgl. Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als 
zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab 
auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, 

dass  aufgrund  der  Abklärungen  des  BFM  feststeht,  dass  der 
Beschwerdeführer  am  14. Juli  2004  in  Österreich  ein  Asylgesuch 
eingereicht hat, 

dass  die  in  der  Schweiz  geltend  gemachten  Asylgründe  daher  in 
Österreich,  welches  aufgrund  der  einschlägigen  Staatsverträge  (vgl. 
insbesondere  Art. 10  Abs.  1 Dublin­II­VO)  als  für  die Durchführung  des 
Asylverfahrens zuständig zu erachten ist, zu prüfen sein werden,

dass,  selbst  wenn  das  Asylverfahren  des  Beschwerdeführers  in 
Österreich bereits rechtskräftig abgeschlossen sein sollte und er deshalb 
kein Anrecht mehr auf Unterbringung oder weitergehende staatliche oder 
nichtstaatliche  Unterstützung  hätte,  Österreich  gemäss  Art. 16  Abs. 2 
Bst. e  Dublin­II­VO  weiterhin  für  das  Verfahren  des  Beschwerdeführers 
bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug zuständig ist (Art. 16 Abs. 4 
Dublin­II­VO  sowie  CHRISTIAN  FILZWIESER/ANDREA  SPRUNG,  Dublin  II­
Verordnung, 3., überarb. Aufl., Wien/Graz 2010, K 25 zu Art. 16 Abs. 4),

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dass  Österreich  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über 
die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  und  des  Übereinkommens  vom  10. 
Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche 
oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  ist,  und 
keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  wonach Österreich  sich 
nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen, 
insbesondere an das Rückschiebungsverbot, halten würde, 

dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im 
Rahmen  eines  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  in  Österreich 
aufhalten, würden aufgrund der dortigen Aufenthaltsbedingungen  in eine 
existenzielle Notlage versetzt, 

dass  sich  die  in  der  Rechtsmitteleingabe  vorgetragenen  psychischen 
Schwierigkeiten  nicht  als  akut  lebensgefährdend  oder  ­bedrohend 
erweisen und es dem Beschwerdeführer  bei Bedarf  zuzumuten  ist,  sich 
auch  in Österreich um eine entsprechende psychiatrische Betreuung zu 
bemühen, weshalb auch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen keinen 
Anlass zum Selbsteintritt bieten, 

dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  seiner  Befragung  und  der 
Rechtsmitteleingabe nichts weiter  vorträgt, was einer Wegweisung nach 
Österreich konkret im Wege stehen würde, 

dass  somit  für  das  Bundesverwaltungsgericht  keine  Gründe  ersichtlich 
sind,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrecht  (Art. 3  Abs. 2 
Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen, 

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist, 

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Österreich  der  Systematik 
des Dublin­Verfahrens – bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren 
in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt – 
entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG 
steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach 
der Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  regelmässig 
bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheids ist, 

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dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in 
einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen 
Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung,  soweit  notwendig, 
vielmehr  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der 
Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende 
Erwägungen), 

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom 
BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass  angesichts  des  Alters  des  Sohnes  B._______  seine Wegweisung 
und  Überstellung  nach  Österreich  und  die  entsprechenden 
Vollzugsmodalitäten  koordiniert  und  gemeinsam mit  dem  angeordneten 
Wegweisungsvollzug  des  Beschwerdeführers  (Vater  von  B._______) 
nach Österreich zu erfolgen haben,

dass  das  BFM  anzuweisen  ist,  geeignete  Massnahmen  dafür  zu 
ergreifen,  dass  die  österreichischen  Dublin­Behörden  (Grundsatz­  und 
Dublinabteilung  in Wien;  vgl.  dazu  Schreiben  des  österreichischen  SID 
vom 17. August  2011)  die  in Österreich  lebende Mutter  von B._______ 
über die Vollzugsmodalitäten orientieren, 

dass es dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten nicht gelungen  ist, 
darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt, 
den  rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 
600.–(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Österreich hat 
im  Sinne  der  Erwägungen  gleichzeitig  und  koordiniert  mit  dem 
Wegweisungsvollzug seines Sohnes B._______  erfolgen.

3. 
Das BFM wird  angewiesen,  geeignete Massnahmen  dafür  zu  ergreifen, 
dass  die  österreichischen  Dublin­Behörden  die  in  Österreich  lebende 
Mutter von B._______ über die Vollzugsmodalitäten orientieren.

4. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann

Versand: