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**Case Identifier:** 1b071b77-47c6-57c8-a0de-9fca51c9506d
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-17
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 17.02.2022 S 2021 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-59_2022-02-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 17. Februar 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA MLaw B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2021 59

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Urteil S 2021 59

A. Die Versicherte, A.________, Jahrgang 1995, ohne abgeschlossene Ausbildung, 
meldete sich am 14. Dezember 2015 aufgrund einer Borderline Störung erstmals zum 
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Am 4. Mai 2016 forderte 
die IV-Stelle die Versicherte im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht auf, wöchentliche 
Psychotherapiesitzungen wahrzunehmen und mindestens während drei Monaten einen 
Abstinenznachweis von allen illegalen Drogen zu erbringen (IV-act. 14). Beiden Auflagen 
kam die Versicherte in der Folge nach (vgl. IV-act. 18 und 20). Am 2. November 2016 
gewährte die IV-Stelle der Versicherten Berufsberatung und Abklärung der beruflichen 
Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 23). Danach folgte ab dem 1. Januar 2017 ein 
dreimonatiges Belastbarkeitstraining bei der D.________ (IV-act. 27 und 29), anlässlich 
dessen es der Versicherten aber nicht gelang, ihre Präsenzzeit von vier Tagen die Woche 
à drei Stunden pro Tag aufrechtzuerhalten, weshalb das Belastbarkeitstraining am 
23. Februar 2017 abgebrochen wurde (IV-act. 38). In der Folge erhielt die Versicherte eine 
Kostengutsprache für die Berufsvorbereitung im Hinblick auf eine erstmalige berufliche 
Ausbildung zur Hauswirtschaftspraktikerin EBA (IV-act. 44). Nachdem sie die 
Berufsvorbereitung bei der D.________ erfolgreich absolviert und das Pensum wie 
vereinbart hat steigern können, begann sie im August 2018 bei der D.________ eine 
entsprechende Ausbildung (IV-act. 51). Im Sommer 2019 musste die Versicherte die 
Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen jedoch unterbrechen und per 15. Oktober 2019 
wurde die berufliche Massnahme schliesslich abgebrochen, nachdem die behandelnde 
Psychiaterin die Ausbildungsfähigkeit in Frage gestellt hatte (vgl. IV-act. 82). Daraufhin 
schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung im Dezember 2019 ab (vgl. IV-act. 85). 
Da aufgrund der medizinischen Akten für die IV-Stelle nicht sicher erkennbar war, ob die 
Versicherte ausbildungsfähig ist oder nicht, gab sie zur Klärung dieser Frage ein 
psychiatrisches Gutachten in Auftrag (IV-act. 88). Das Gutachten von Dr. C.________ 
datiert vom 18. Dezember 2020. Darin kam Dr. C.________ zum Schluss, dass aus 
psychiatrischer Sicht eine Ausbildung im üblichen Vollzeitpensum möglich und zumutbar 
sei. Er stellte jedoch fest, dass die Leistungsfähigkeit um 10 bis 20 % reduziert sei (vgl. IV-
act. 101 S. 58). Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2021 (IV-act. 103) bzw. Verfügung vom 
11. März 2021 (IV-act. 108) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren schliesslich ab. 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 26. April 2021 liess A.________ 
beantragen, die Verfügung vom 11. März 2021 sei aufzuheben, ihr seien Leistungen nach 
IVG zuzusprechen und sie sei durch das Gericht begutachten zu lassen. Eventualiter sei 
die Sache zur Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer 

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Urteil S 2021 59

Hinsicht wurde die unentgeltliche Prozessführung und eine unentgeltliche 
Rechtsvertreterin verlangt. Materiell wurde im Wesentlichen die Verwertbarkeit des 
Gutachtens von Dr. C.________ gerügt (act. 1). 

C. Mit Verfügung vom 9. Juni 2021 bewilligte die Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch der 
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihr für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht in der Person von RA MLaw B.________ eine unentgeltliche 
Rechtsbeiständin bei (act. 5).

D. Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2021 beantragte die IV-Stelle die vollumfängliche 
Abweisung der Beschwerde (act. 6). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 11. März 2021) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 
V 364 E. 7.1).

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil die angefochtene 
Verfügung vor dem Inkrafttreten dieser IVG-Änderung datiert, finden die bis 31. Dezember 
2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung und werden in 
dieser Fassung zitiert.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 

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Urteil S 2021 59

Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort 
der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 11. März 
2021. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim 
zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 26. April 
2021 der Post übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss 
Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit unter 
Berücksichtigung von Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG – Fristenstillstand vom siebten Tag vor 
Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern – gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist 
von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen 
Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die 
Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Invalidität ist 
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 

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Urteil S 2021 59

entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Die 
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aber als vereinbar 
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So ist namentlich den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung grundsätzlich volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. 
Demgegenüber darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte von Hausärzten – wie auch 
von behandelnden Fachärzten (EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4) – der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 
aussagen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Berichte der behandelnden 
Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie grundsätzlich mit 
Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den 
behandelnden Spezialarzt und namentlich für den therapeutischen Psychiater mit seinem 
besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, welcher die geklagten Beschwerden als 
Faktum hinzunehmen hat (BGer 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3 mit 
Hinweisen). Immerhin verpflichtet aber jede substanziiert vorgetragene Einwendung den 
Richter, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung 
folgend zu prüfen, ob sie in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schluss-
folgerungen eines vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gutachters 
derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 
351 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen). 

4. Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Ausbildungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

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4.1 Zwei Jahre vor der Erstanmeldung bei der IV-Stelle wurde die Versicherte in der 
E.________ vom 26. November 2013 bis 6. Februar 2014 stationär behandelt. Die Ärzte 
gingen von einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10 
F60.31) und einer Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst] (ICD-10 F41.0) aus. Das 
erfolgreiche Absolvieren einer beruflichen Ausbildung in der freien Wirtschaft wurde bei 
der weiterhin bestehenden emotionalen Instabilität mit ausgeprägten Insuffizienzgefühlen 
prognostisch als eher ungünstig beurteilt, weshalb die Ärzte eine Ausbildung im 
geschützten Rahmen empfahlen (IV-act. 10 S. 8 ff.). 

4.2 Seit dem 13. November 2014 befand sich die Versicherte beim F.________ für 
Erwachsene in Behandlung. Nachdem es am 30. Januar 2015 offenbar zu einem längeren 
Therapieunterbruch gekommen ist, hat sie sich am 25. September 2015 erneut vorgestellt. 
Aufgrund ihrer bekannten psychischen Erkrankung und ihres damaligen psychischen 
Zustandes sahen die Ärzte eine Vermittelbarkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht als möglich 
an. Die Arbeitsfähigkeit im zweiten Arbeitsmarkt schwankte zum damaligen Zeitpunkt 
zwischen 50 bis 100 % (IV-act. 4). Im Verlaufsbericht zuhanden der IV-Stelle vom 
26. Januar 2016 bestätigten die Ärzte die Diagnose einer emotional instabilen 
Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typus. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit hielten sie einen Status nach psychische und Verhaltensstörung durch 
Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1) fest. Die Ärzte führten aus, dass die 
Versicherte diesmal zunehmendes Vertrauen zeige und sich in die ambulante 
Psychotherapie einbinden lasse. Das Arbeitspensum im H.________ habe schrittweise auf 
100 % angepasst werden können. Laut Betreuer des H.________ seien die Beziehungen 
mit den Arbeitskollegen bis jetzt unproblematisch. Trotzdem war aus Sicht der Ärzte eine 
Vermittelbarkeit im ersten Arbeitsmarkt ebenso wie eine Lehre an einem nicht geschützten 
Arbeitsplatz weiterhin nicht gegeben und die Ärzte sahen eine IV-unterstützende 
berufliche Integration aufgrund der Erkrankung der Versicherten als unabdingbar an (IV-
act. 12). 

4.3 Am 5. April 2016 nahm RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin, zum Fall Stellung und führte aus, die Versicherte leide 
unbestrittenermassen an einer psychischen Störung. Sie sei allerdings weder 
krankheitseinsichtig noch compliant und längst nicht adäquat therapiert, nicht glaubhaft 
abstinent und stehe unter Benzodiazepinen. Der Gesundheitszustand habe sich somit 
noch nicht stabilisiert. Unter diesen Voraussetzungen sei eine Eingliederung in die 
Arbeitswelt sehr schwierig und nicht unterstützungswürdig (IV-act. 13). Auf Empfehlung 

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der RAD-Ärztin forderte die IV-Stelle die Versicherte in der Folge im Rahmen ihrer 
Mitwirkungspflicht dazu auf, wöchentliche Psychotherapiesitzungen wahrzunehmen und 
mindestens während drei Monaten Abstinenznachweise zu erbringen (IV-act. 14). 

4.4 In der Folge begab sich die Versicherte wöchentlich in die Psychotherapie bei 
lic. phil. I.________, Fachpsychologin für Klinische Psychologie und Psychotherapie FSP, 
nachdem eine erste Behandlungstranche bei ihr bereits von April 2013 bis März 2014 
stattgefunden hatte. Während es der Versicherten zum damaligen Zeitpunkt noch nicht 
gelang, sich auf eine regelmässige psychotherapeutische Behandlung einzulassen, zeigte 
sie im Rahmen der ab Juni 2016 aufgenommenen Therapie Motivation und auch Willen, 
an der Selbsthilfe zu arbeiten. Die Psychologin ging von einer Borderline 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) aus und sah eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als 
möglich an. Unklar sei jedoch, wann die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden könne. Dies sei 
stark abhängig vom Aufbau von Hoffnung und Selbstvertrauen (IV-act. 20). Die 
Urinkontrollen vom 20. Juni, 4. Juli und 3. August 2016 fielen sodann negativ aus (IV-
act. 18). 

4.5 Ab dem 1. Januar 2017 folgte ein dreimonatiges Belastbarkeitstraining bei der 
D.________. Dem Bericht vom 5. April 2017 kann entnommen werden, dass die 
Versicherte zwar gewissenhaft und korrekt gearbeitet habe, es ihr aber nicht möglich 
gewesen sei, ihre Präsenzzeit von vier Tagen die Woche à drei Stunden pro Tag 
aufrechtzuerhalten. Mit Ausnahme der ersten Woche habe sie mindestens einen Tag pro 
Woche gefehlt. Zudem habe sie Schwierigkeiten gehabt, ihre Konzentration und 
Motivation während der Präsenzzeit aufrecht zu erhalten (IV-act. 38). 

4.6 Daraufhin erhielt die Versicherte eine Kostengutsprache für die Berufsvorbereitung 
im Hinblick auf eine erstmalige berufliche Ausbildung zur Hauswirtschaftspraktikerin EBA 
(IV-act. 44). Nachdem sie die Berufsvorbereitung bei der D.________ erfolgreich 
absolviert und das Pensum wie vereinbart hat steigern können, begann sie im August 
2018 bei der D.________ eine entsprechende Ausbildung (IV-act. 51). Im Sommer 2019 
musste die Versicherte die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen jedoch 
unterbrechen und per 15. Oktober 2019 wurde die berufliche Massnahme schliesslich 
abgebrochen (vgl. IV-act. 82).

4.7 Am 30. Januar 2020 berichtete die behandelnde Psychiaterin Dr. med. 
J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, über die ambulante 

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psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung seit dem 31. Oktober 2018. Als 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie eine emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung, Typ II-Borderline (ICD-10 F60.31), eine Angst- und Panikstörung 
(ICD-10 F41) und eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) fest. Als 
Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie rezidivierende 
Migräneattacken. Diese Diagnose sei 2013 in der E.________ gestellt worden. Was die 
Arbeitsfähigkeit anbelangt, hielt sie diverse Arbeitsunfähigkeiten zwischen 50 und 100 % 
zwischen dem 3. April 2019 und dem 27. Februar 2020 fest. Die Versicherte sei aufgrund 
der Krankheit nicht belastbar und bisher nie zu einer längeren und kontinuierlichen 
Tätigkeit in der Lage gewesen. Es sei zu psychischen Dekompensationen mit Ängsten, 
Selbstverletzungen, Suizidalität und Depressionen oder emotionaler Instabilität 
gekommen. Die Prognose sei ungünstig. Die Versicherte habe bereits eine IV Rente und 
eine Lehre im D.________ nicht geschafft. Sie sei zu krank für 
Wiedereingliederungsmassnahmen (IV-act. 86). 

4.8 Am 6. Februar 2020 nahm der für den vorliegenden Fall neu zuständige RAD-Arzt 
Dr. med. K.________, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, Stellung und führte aus, 
den Neuakten könne der Sachverhalt entnommen werden, dass die beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen Mitte Oktober 2019 angesichts einer Verschlechterung des 
psychischen Gesundheitszustandes und der behandlerseitig in Frage bzw. Abrede 
gestellten Ausbildungsfähigkeit erfolglos abgebrochen worden seien. Ein AMDP-konform 
erhobener psychopathologischer Untersuchungsbefund lasse sich dem aktuellen 
Arztbericht der behandelnden Psychiaterin nicht entnehmen. Aus diesem Grund schlug 
der RAD-Arzt eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vor (IV-act. 87). 

4.9 Die IV-Stelle beauftragte in der Folge Dr. C.________ mit der psychiatrischen 
Begutachtung der Versicherten (IV-act. 92). Doktor C.________ erstattete sein Gutachten 
am 18. Dezember 2020. Er stellte darin die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden 
Diagnosen des schädlichen Gebrauchs von Cannabis (ICD-10 F12.1) und von emotional 
instabil akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1). Zur Arbeitsfähigkeit gab er an, 
dass es der Versicherten aus psychiatrischer Sicht möglich und zumutbar sei, eine 
Ausbildung im üblichen Vollzeitpensum zu absolvieren. Die Leistungsfähigkeit sei aber 
durch die Dysfunktionalität der deutlich werdenden akzentuierten Persönlichkeitszüge 
herabgesetzt. Die Minderung der Leistungsfähigkeit liege je nach sozialem Kontext bei 
geschätzten 10 bis 20 %. Diese psychische (explizit nicht psychiatrische) 

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Leistungseinschränkung von 10 bis 20 % beziehe sich in Ermangelung der 
Vergleichsgrösse einer prämorbiden Leistungsfähigkeit auf die durchschnittliche 
Leistungsfähigkeit von Auszubildenden der hier in Frage kommenden Ausbildungsstufe. 
Sie liege im Rahmen normalpsychologischer Leistungsschwankungen bzw. 
interpersoneller Belastbarkeitsunterschiede. Der Verlauf der bisherigen 
Ausbildungsversuche/Massnahmen sei dadurch nicht erklärbar, sondern nur in 
Kombination mit der überwiegenden Bedeutung einer unzureichenden Motivation, wobei 
durch Aggravation der Belastungsreaktionen und Auswirkungen der akzentuierten 
Persönlichkeitszüge der Eindruck einer störungsbedingten Minderung der Arbeitsfähigkeit 
entstanden sei. Selbst unter der Annahme, die Kompensation der im Vergleich zum 
Durchschnitt, unterdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit werde durch die Folgen des 
Cannabisabusus erschwert, seien die Abbrüche der Ausbildungen bzw. Massnahmen 
psychiatrisch nicht erklärbar. Die herabgesetzte Kompensierbarkeit durch den 
Cannabiskonsum sei zudem leicht überwindbar, da ein Verzicht auf den Konsum möglich 
und zumutbar sei, ausserdem medizinisch-prognostisch sinnvoll (IV-act. 101). 

4.10 RAD-Arzt Dr. K.________ nahm am 12. Januar 2021 aus 
versicherungsmedizinischer Sicht Stellung zum Gutachten. Er hielt dazu fest, dass das 
Gutachten inhaltlich und formal korrekt sei und die an ein psychiatrisches Gutachten 
gestellten Qualitätskriterien vollumfänglich zu erfüllen vermöchte. Der Gutachter setze sich 
intensiv mit den Vorakten und den behandlerseitig gestellten Diagnosen auseinander und 
begründe die von der behandlerseits abweichende diagnostische Zuordnung und deren 
Konsequenzen in Bezug auf die Beurteilung bzw. Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in nachvollziehbarer Weise. Daher könne das Gutachten der IV-Stelle 
als Entscheidungsgrundlage empfohlen werden (IV-act. 102). 

5. Die Beschwerdegegnerin stellt in der Beurteilung des Leistungsbegehrens auf das 
Gutachten von Dr. C.________ vom 18. Dezember 2020 (IV-act. 101) ab, wonach die 
bisherigen Ausbildungsabbrüche aus psychiatrischer Sicht nicht erklärbar seien und es der 
Beschwerdeführerin möglich und zumutbar sei, eine Ausbildung im üblichen 
Vollzeitpensum zu absolvieren. Wie unter Erwägung 3.2 ausgeführt, ist den im Rahmen 
des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund 
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen.

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5.1 Das psychiatrische Gutachten von Dr. C.________ vom 18. Dezember 2020 ist 
umfassend, basiert auf Kenntnis sämtlicher Vorakten und beruht auf allseitigen 
Untersuchungen. Es berücksichtigt auch die von der Beschwerdeführerin geklagten 
Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 
der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die Schlussfolgerungen sind zudem 
begründet, einleuchtend und nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich 
voller Beweiswert zu. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin 
vorgebrachten Rügen und Einwendungen gegen das Gutachten stichhaltig sind und an 
dessen Beweiswert etwas zu ändern vermögen.

5.1.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich zunächst auf den Standpunkt, das Gutachten 
von Dr. C.________ imponiere von Anfang an durch seine Voreingenommenheit ihr 
gegenüber. Indem von Beginn weg sämtliche auch noch so unwesentlichen alltäglichen 
Inkonsistenzen herausgepickt und unterstrichen worden seien, sei eine objektive 
ausgewogene Beurteilung des Gesundheitsschadens von Anfang an nicht möglich 
gewesen. Dieser Vorwurf geht fehl. Das Gutachten enthält keine Anhaltspunkte, welche 
auf eine mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit von Dr. C.________ hinweisen 
würden. Medizinische Gutachter haben die Aufgabe, gezeigte Symptome und geltend 
gemachte Beschwerden auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen. Es ist gerade 
Aufgabe der Gutachter, allseitige Befunde zu erheben und deren Auswirkungen bei der 
Untersuchung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu zählen insbesondere Angaben 
zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Inkonsistenz und Vagheit der 
gemachten Angaben und über Hinweise, welche zur Annahme von Aggravation oder gar 
Simulation führen. Es ist somit gerade Pflicht eines Arztes, auf Inkonsistenzen, 
Widersprüche und Aggravation/Simulation hinzuweisen. Dies hat der Sachverständige 
denn auch getan. Entsprechend seiner Aufgabe als Gutachter wies er auf mehrere 
Inkonsistenzen in der Anamnese und betreffend die Angaben zum aktuellen Zustand hin 
(vgl. IV-act. 101 S. 17 und 31 ff.) und kam zum Schluss, dass die Angaben der 
Beschwerdeführerin, schwerwiegend psychisch beeinträchtigt zu sein, in einem deutlichen 
Widerspruch zu der Art, wie sie lebe und ihrem Verhalten gegenüber der Behandlung 
stehe (vgl. IV-act. 101 S. 34). In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die 
Falschangaben der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Cannabiskonsums (vgl. IV-
act. 101 S. 12) und stellte eine teilweise Malcompliance fest, war die Substanz des 
Medikaments Quetiapin sowie der länger nachweisbare wirksame Hauptmetabolit in der 
Blutuntersuchung doch nicht nachweisbar, obwohl die Beschwerdeführerin angegeben 

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hatte, dieses Medikament in einer Dosis von immerhin 300 mg einzunehmen (vgl. IV-
act. 101 S. 19 und 33). Nachvollziehbar konnte der Sachverständige damit belegen, dass 
die Beschwerdeführerin dieses Medikament bereits seit längerer Zeit nicht eingenommen 
hat. Zusammen mit der falschen Angabe zum Drogenkonsum sprach dies für den 
Gutachter gegen die uneingeschränkte Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen, was schlüssig 
erscheint. Daraus auf eine Voreingenommenheit zu schliessen, geht jedenfalls nicht an. 
Des Weiteren ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass der Gutachter nicht von 
Simulation, sondern nur, aber immerhin, von Aggravation gesprochen hat. Im Übrigen ist 
mit der Beschwerdegegnerin einig zu gehen, dass es gerade Aufgabe des 
Sachverständigen war, allfällige psychiatrische Ursachen für die Probleme bei der 
beruflichen Eingliederung zu finden. Dieser Aufgabe kam Dr. C.________ nach. 
Wesentliche gesundheitliche Probleme konnte der Sachverständige zwar nicht als 
Ursache finden, hingegen stellte er eine ungenügende Motivation der Beschwerdeführerin 
fest, was er plausibel und nachvollziehbar darlegte. 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin konkrete Vorhaltungen 
an den Sachverständigen, die objektiv auf eine Voreingenommenheit schliessen liessen, 
nicht darzutun vermochte. Schliesslich weist nichts darauf hin, dass die psychiatrische 
Begutachtung nicht sorgfältig oder der konkreten Fragestellung nicht angemessen 
vorgenommen worden wäre. 

5.1.2 Soweit die Beschwerdeführerin weiter einwendet, es fehle eine sachgerechte 
Auseinandersetzung mit den abweichenden Berichten der Behandler, kann ihr ebenso 
wenig gefolgt werden. Wie sich aus dem Gutachten ergibt, nahm Dr. C.________ zu den 
in psychiatrischer Hinsicht massgebenden Vorberichten – es handelt sich dabei im 
Wesentlichen um die Berichte der E.________, des F.________ und der behandelnden 
Psychiaterin Dr. J.________ – eingehend Stellung (vgl. IV-act. 101 S. 28 ff.) und 
diskutierte die seitens der Behandler bisher gestellten Diagnosen ausführlich und in 
Anlehnung an die anerkannten Klassifikationskriterien (vgl. IV-act. 101 S. 42 ff.). Dabei 
legte Dr. C.________ detailliert und nachvollziehbar dar, weshalb er die in den 
Vorberichten diagnostizierten Störungen – mittelschwere depressive Episode, Angst- und 
Panikstörung sowie posttraumatische Störung – nicht diagnostizieren kann (vgl. IV-
act. 101 S. 48 f.). 

Ebenfalls befasste er sich sehr ausführlich mit der vordiagnostizierten emotional instabilen 
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ. In diesem Zusammenhang stellte 

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Dr. C.________ fest, dass die in den Vorberichten beschriebenen emotional instabilen 
Persönlichkeitszüge zwar plausibel und nachvollziehbar seien. Gleichzeitig wies er aber 
auch darauf hin, dass sich eine überzeugende Begründung, weshalb sie tatsächlich im 
Rahmen der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung vorliegen würden, nicht finden liesse 
(vgl. IV-act. 101 S. 28). Insbesondere erwähne auch Dr. J.________ nicht, weshalb sie 
den berichteten ängstlichen Zuständen bzw. affektiven Verstimmungen, die sie 
beschreibe, eine eigenständige diagnostische Bedeutung beimesse. Eine Stellungnahme 
ihrerseits zur Abgrenzung akzentuierter Züge gegenüber einer Persönlichkeitsstörung 
fehle gerade (vgl. IV-act. 101 S. 29 f.). In der Folge ging der Sachverständige der Frage 
nach, ob die emotional instabilen Persönlichkeitseigenschaften der Beschwerdeführerin in 
einer Ausprägung vorliegen, welche die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit 
Krankheitswert rechtfertigen. Dabei wies er darauf hin, dass zu keinem Zeitpunkt ein 
überzeugender Beleg erbracht worden sei, dass die gegebenen 
Persönlichkeitseigenschaften so ausgeprägt seien, dass eine Persönlichkeitsstörung in 
Abgrenzung zu akzentuierten persönlichkeitsbildenden Zügen vorliege. Dies an der Stelle 
zu diskutieren, sei auch deswegen von Bedeutung und notwendig, weil die festgestellte 
Aggravation Anlass zu differenzierter Relativierung der Angaben geben müsse (vgl. IV-
act. 101 S. 43). Dementsprechend gab der Experte in der Folge die gemäss ICD-10 für die 
Diagnose der Persönlichkeitsstörung erforderlichen Klassifikationskriterien wieder (vgl. IV-
act. 101 S. 43 ff.) und kam würdigend zum Schluss, dass die bei der Beschwerdeführerin 
feststellbaren emotional instabilen Eigenschaften für eine Persönlichkeitsstörung zu gering 
ausgeprägt und zu wenig ubiquitär nachteilig wirksam seien. Sie seien aber Ausdruck 
einer affektiv-kognitiven Normabweichung und führten in ganz spezifischen Situationen zu 
einer Störung der Befindlichkeit. Bei der Beschwerdeführerin würden somit akzentuierte 
Persönlichkeitszüge vorliegen, welchen gemäss den Bestimmungen der psychiatrischen 
Diagnostik, insbesondere der ICD-10, aber kein Krankheitswert im Sinne einer 
psychiatrischen Störung zukomme (vgl. IV-act. 101 S. 48). Das soeben Ausgeführte zeigt, 
dass Dr. C.________ einleuchtend darzulegen vermochte, weshalb bei der 
Beschwerdeführerin "nur" akzentuierte Persönlichkeitszüge und keine 
Persönlichkeitsstörung vorliegt. Dabei setzte sich der Sachverständige insbesondere auch 
sehr eingehend mit sämtlichen Lebensbereichen der Beschwerdeführerin und eben 
gerade nicht nur mit ihrer beruflichen Entwicklung auseinander und zeigte auf, dass keine 
allgemeine Beeinträchtigung des Lebens erkennbar sei. Wiederholt stellte Dr. C.________ 
in diesem Zusammenhang fest, dass die Beschwerdeführerin seit längerem in einer 
stabilen, liebevollen und harmonischen Beziehung sei, dass sie mit ihrem Partner seit 
einem Jahr den eigenen Haushalt führe, wodurch die Beziehung zu ihrer Primärfamilie neu 

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reguliert worden sei und dass sie gemeinsam mit ihm auch Freundschaften ausserhalb 
des Familienkreises pflege und normal üblichen Alltagsaktivitäten wie Tierpark-, 
Kinobesuchen, Spaziergängen, Fischen oder Bräteln nachgehe (vgl. IV-act. 101 
beispielsweise S. 11, 36, 38, 46). Damit konnte der Sachverständige nachvollziehbar 
darlegen, dass in diesen Lebensbereichen keine wirklichen Einschränkungen erkennbar 
seien. Auswirkungen bzw. Krisen, die mit diesen Lebensbereichen interagieren, konnte 
der Sachverständige jedenfalls nicht erkennen (vgl. IV-act. 101 S. 28). Soweit die 
Beschwerdeführerin dagegen unter anderem vorbringt, es bestehe bei ihr ein sozialer 
Rückzug und es fehlten freundschaftliche Beziehungen, kann ihr nicht gefolgt werden, 
zeigt das soeben Ausgeführte doch auf, dass sich an mehreren Stellen im Gutachten 
gegenteilige Angaben finden lassen. Der Beschwerdeführerin ist des Weiteren zwar 
zuzustimmen, dass im Gutachten auch erwähnt wird, sie sei als Jugendliche gemobbt 
worden und es sei für sie schwierig gewesen, Freundschaften zu schliessen. Als Grund 
hierfür wurde jedoch angegeben, sie und ihre Mutter seien in der Kindheit insgesamt 10-
mal innerhalb des Kantons Zug umgezogen. An gleicher Stelle ist zudem nachzulesen, 
dass sie trotz des Mobbings auch Freundinnen gehabt habe (vgl. IV-act. 101 S. 11). 
Darüber hinaus setzte sich der Gutachter auch eingehend mit der Kindheit der 
Beschwerdeführerin auseinander und zeigte auf, dass die Lebensumstände sicher 
optimaler hätten sein können, sie allerdings keinesfalls so aussergewöhnlich gewesen 
seien, dass sie per se das Risiko der Entstehung einer psychischen Störung bedeuten 
würden. Es sei eine sehr häufige Realität, dass Kinder von Wanderarbeitern bei 
Grosseltern aufwachsen würden. Im gleichen Zusammenhang wies der Sachverständige 
sodann darauf hin, dass die Beschwerdeführerin nicht konkret habe angeben können, 
welchen negativen Einflüssen sie ausgesetzt gewesen sei, abgesehen von der nicht 
überprüfbaren, durch kein Beispiel näher beschriebenen Angabe, die Grossmutter hätte 
sich manipulativ verhalten. Eine nicht unübliche Kindheit konnte der Experte jedenfalls 
nicht erkennen (vgl. IV-act. 101 S. 31). Was schliesslich ihr Sozialverhalten und ihre 
Beziehungsgestaltung anbelangt, kam Dr. C.________ zum Schluss, dass dieses nicht 
auffällig normabweichend sei, auch wenn die Beschwerdeführerin über eine zumindest 
ambivalente Beziehung zur Mutter, vor allem aber zur Grossmutter berichte. Ein prinzipiell 
unflexibles, unangepasstes oder sonst unzweckmässiges Beziehungsverhalten liess sich 
nicht finden (vgl. IV-act. 101 S. 46 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
stellte der Sachverständige somit zu Recht fest, dass sie die anderen Bereiche des 
Lebens ohne erkennbare Krisen bewältigen könne und die Schwierigkeiten durchwegs im 
Kontext der beruflichen Integration nach Schulabschluss auftreten würden. 

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Urteil S 2021 59

5.1.3 Ebenfalls fehl geht der Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Gutachter habe sich 
vor allem mit allgemeinen Abhandlungen zu Persönlichkeitsstörungen begnügt und sich 
mit der eigentlichen Symptomatik der Borderline-Störung nicht auseinandergesetzt. 
Diesbezüglich scheint die Beschwerdeführerin zu übersehen, dass das Krankheitsbild der 
Borderline-Störung zu der Klassifikation der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.3-) gehört. In der ICD-10 werden nämlich zwei Erscheinungsformen der 
emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, worauf auch Dr. C.________ hingewiesen hat 
(vgl. IV-act. 101 S. 42), unterschieden: zum einen der impulsive Typ (ICD-10 F60.30) und 
zum anderen der Borderline-Typ (ICD-10 F60.31). Die emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung ist schliesslich wiederum eine Form der sogenannten spezifischen 
Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F60.-). Damit also eine emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ diagnostiziert werden kann, müssen – 
zusätzlich zu weiteren Kriterien – zunächst einmal die allgemeinen diagnostischen 
Kriterien einer Persönlichkeitsstörung vorliegen. Das soeben Ausgeführte erklärt nun aber 
auch, weshalb sich Dr. C.________ sehr ausführlich mit den allgemeinen Kriterien einer 
Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 F60 in Abgrenzung zu den akzentuierten 
Persönlichkeitszügen auseinandergesetzt hat. Konnte der Sachverständige den emotional 
instabilen Persönlichkeitseigenschaften aber gerade kein krankheitswertiger 
Störungscharakter beimessen, konnte er mithin keine Persönlichkeitsstörung im Sinne von 
ICD-10 F60 diagnostizieren, musste er sich in der Folge auch nicht mehr eingehender mit 
der Borderline-Störung auseinandersetzen. Immerhin ist in diesem Zusammenhang noch 
einmal darauf hinzuweisen, dass Dr. C.________ im Rahmen seiner diagnostischen 
Auseinandersetzung einleitend auch auf die zwei Erscheinungsformen der emotional 
instabilen Persönlichkeitsstörung – impulsiver Typ und Borderline-Typ – hinwies und die 
entsprechenden Merkmale insbesondere auch gerade diejenigen des Borderline-Typus 
darlegte (vgl. IV-act. 101 S. 42). Sodann zeigte er auch auf, dass sich das prototypische, 
zentrale Kernkriterium der Borderline Persönlichkeitsstörung – in vielen persönlichen und 
sozialen Situationen unflexibles, unangepasstes oder sonst unzweckmässiges 
Beziehungsverhalten – bei der Beschwerdeführerin gerade nicht finden lasse, sei doch ihr 
Sozialverhalten und ihre Beziehungsgestaltung nicht auffällig normabweichend trotz 
ambivalenter Beziehung zur Mutter bzw. vor allem zur Grossmutter (vgl. IV-act. 101 S. 46 
f.). Dem Gericht erschliesst sich nach dem soeben Ausgeführten jedenfalls nicht, inwiefern 
die Diagnoseherleitung des Sachverständigen falsch sein sollte. 

5.1.4 Auch dass Dr. C.________ bei der behandelnden Psychiaterin keine 
Fremdanamnese eingeholt hat, spricht nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens. 

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Doktor C.________ standen bei der Verfassung des Gutachtens sämtliche medizinischen 
Stellungnahmen und dabei insbesondere auch gerade der Bericht von Dr. J.________ 
vom 30. Januar 2020 (IV-act. 86) zur Verfügung. Dazu hat der Sachverständige 
ausführlich Stellung genommen und nachvollziehbar aufgezeigt, weshalb der 
Einschätzung der behandelnden Psychiaterin nicht gefolgt werden kann (vgl. IV-act. 101 
S. 29 f. und 48 f.). Ob der Gutachter weitere medizinische Berichte hätte hinzuziehen 
sollen, ob er Rücksprache mit den behandelnden Fachleuten hätte nehmen sollen oder ob 
er auch fremdanamnestische Abklärungen hätte tätigen sollen, liegt gemäss ständiger 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung alleine in seinem fachärztlichen Ermessen. Eine 
Expertise wird in Auftrag gegeben, soweit die vorhandenen medizinischen Akten nicht 
genügen, um ein vollständiges Bild über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
einer versicherten Person zu geben. Es ist daher nicht Aufgabe eines Gutachters, seine 
Diagnosen mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren (statt vieler BGer 8C_137/2018 vom 
20. August 2018 E. 4.2.2).

5.1.5 Des Weiteren stellte der Sachverständige nicht in Abrede, dass sich die 
Beschwerdeführerin aktuell in regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung befindet. 
Wie bereits unter Erwägung 4.1.1 angesprochen, stellte er aber zu Recht fest, dass eine 
medikamentöse Stimmungsstabilisierung entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin 
nicht stattfindet (vgl. IV-act. 101 S. 19). Sodann zeigte er auf, dass sich diese aktiv 
verschwiegene selektive Malcompliance stimmig in die anderen Informationen einfüge, die 
Rückschlüsse auf die subjektive Behandlungsbedürftigkeit erlaubten. So verwehre sich die 
Beschwerdeführerin relativ seit Beginn der Dokumentation 2014 und bis dato gegen alle 
Versuche, die Behandlung zu intensivieren, sei es, indem sie eine stationäre Behandlung 
antrete, die ambulante Psychotherapie intensiviere oder das Antidepressivum mit dem 
Stimmungsstabilisator kombiniere. Der Gutachter ging somit nur, aber immerhin und dies 
mit einer nachvollziehbaren Begründung davon aus, dass die Beschwerdeführerin die 
Intensivierung verweigere, nicht aber, dass sie die gesamte Behandlung von sich weise 
(vgl. IV-act. 101 S. 34). Dies wiederum spricht schliesslich aber für einen geringeren 
ausgeprägten Leidensdruck, als von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (vgl. dazu 
auch IV-act. 101 S. 33 f.). 

5.1.6 Zu guter Letzt darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Beschwerdeführerin 
ihre Einwände mit keinerlei medizinischen Ausführungen eines Arztes untermauert hat. 
Ohnehin liegen überhaupt keine ärztlichen Berichte oder Stellungnahmen vor, die sich 
zum Gutachten äussern und aufzeigen würden, weshalb darauf nicht abgestellt werden 

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kann. Es darf davon ausgegangen werden, dass der ausgewiesene gutachterliche 
Facharzt die Gesundheitsstörungen und die daraus abgeleiteten Einschränkungen in 
objektiver Hinsicht besser einzuschätzen vermag als die Beschwerdeführerin selbst als 
medizinische Laiin. Am Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens vermag die 
anderweitige Einschätzung der Beschwerdeführerin jedenfalls nichts zu ändern. 

5.2 Nach dem Dargelegten ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 
nicht geeignet sind, die ausschlaggebende Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens 
von Dr. C.________ in Frage zu stellen. Entgegen der Rüge der Beschwerdeführerin kann 
daher vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden, womit kein Raum für eine 
erneute psychiatrische Begutachtung bleibt und der entsprechende Antrag der 
Beschwerdeführerin in Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung abzuweisen ist.

6. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch 
der Beschwerdeführerin auf weitere Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht 
verneint hat, sich die angefochtene Verfügung vom 11. März 2021 mithin als rechtmässig 
erwiesen hat. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie 
vollumfänglich abzuweisen ist.

7. Nachdem der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 9. Juni 2021 die 
unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, sind ihr für das vorliegende Verfahren keine 
Kosten aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht 
auszurichten. Die von der Beschwerdeführerin beigezogene Rechtsvertreterin ist für ihren 
Aufwand ausgehend von einem Stundenansatz für Rechtsanwälte von Fr. 220.– und in 
Berücksichtigung des Umstandes, dass nur der notwendige Aufwand verrechnet werden 
kann, ermessensweise mit Fr. 1'700.– (inkl. Barauslagen und MWST) aus der Staatskasse 
zu entschädigen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren 
mit Fr. 1'700.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse entschädigt. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 17. Februar 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am