# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 045ea407-9814-55d6-80e4-3650956165ad
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 05.10.2009 ERZ 2009 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ERZ-2009-112_2009-10-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 5. Oktober 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ERZ 09 112 7. Oktober 2009

Verfügung
I. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichterin Michael Dürst
Redaktion Aktuarin Thöny

In der Zivilsache

der X., Gesuchstellerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, 
Quaderstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

Y., Gesuchsgegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, 
Goldgasse 11, 7002 Chur,

betreffend vorsorgliche Massnahmen

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X., geboren am 11. Februar 1962, und Y., geboren am 17. September 
1956, heirateten am 1. Juni 1990 vor dem Zivilstandsamt A.. Aus dieser Ehe ging 
der Sohn B., geboren am 21. Dezember 1994, hervor, der jedoch am Tag der 
Geburt verstarb. Ab dem Jahr 1996 beziehungsweise 1998 betreute das Ehepaar 
zwei Pflegekinder, C. und D., die inzwischen selbständig leben. Am 1. Juni 2005 
trennten sich die Parteien.

B. Am 10. Oktober 2005 liess X. beim Kreisgericht Werdenberg-Sargans ein 
Gesuch um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen einreichen, worin sie die 
Zuweisung der ehelichen Liegenschaft in E. an sich und die beiden Pflegekinder 
sowie die Verpflichtung von Y. zur rückwirkenden Zahlung von monatlichen 
Unterhaltsbeiträgen von mindestens Fr. 3'050.-- zuzüglich Ausbildungszulagen 
beantragte.

C. Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 25. Oktober 2005 erklärte sich 
Y. mit der Zuteilung der ehelichen Liegenschaft an X. einverstanden, sofern diese 
für sämtliche Kosten alleine aufkomme. Die Pflegetochter C. sei unter die Sorge 
von X. zu stellen, wobei ihm ein Besuchs- sowie ein Ferienrecht einzuräumen sei. 
Des Weiteren erklärte sich Y. bereit, an den Unterhalt von C. monatliche 
Unterhaltsbeiträge von maximal Fr. 1'000.-- zu leisten, wobei er davon ausgehe, 
dass er seiner Ehefrau keinen Unterhalt schulde. 

D. Nachdem weitere Vergleichsverhandlungen gescheitert waren, erkannte die 
Kreisgerichtspräsidentin Werdenberg-Sargans am 21. April 2006 wie folgt:

„1. Es wird festgestellt, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt 
sind und seit dem 1. Juni 2005 getrennt leben.

2. Mit Bezug auf die Kinder D. und C. wird festgestellt, dass sämtliche für 
die ausgerichteten IV- und BVG-Zusatzrenten sowie die Kinderzulagen 
für deren Unterhalt zu verwenden sind und der Gesuchsgegner 
dementsprechend die von ihm bezogenen Ausbildungszulagen von 
derzeit Fr. 210.00 pro Kind an die Gesuchstellerin weiterzuleiten hat. 

3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin den 
folgenden monatlichen und monatlich vorauszahlbaren 
Unterhaltsbeitrag zu bezahlen:

 von Juni 2005 bis September 2005 Fr. 2'650.00
 ab Oktober 2005 bis Februar 2006 Fr. 1'370.00 und 
 ab März 2006 Fr. 1'800.00.

Es wird festgestellt, dass dabei die Ehegatten-Zusatzrente der IV auf 
Seiten der Gesuchstellerin als Einkommen angerechnet wurde und ihr 
diese dementsprechend weiterhin zusteht. Die Kosten der ehelichen 

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Liegenschaft gehen von Juni 2005 bis Februar 2006 vollumfänglich zu 
Lasten der Gesuchstellerin, ab März 2006 richtet sich die Verteilung 
der Kosten nach den Bestimmungen über das Miteigentum.

4. Die Gesuchstellerin wird bei ihrer Zusage behaftet, die Liege für den 
Gesuchsgegner zur Abholung bereit zu halten. 

5. Es wird mit Wirkung ab 25. Oktober 2005 Gütertrennung angeordnet.

6. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner ihre 
Vermögensverhältnisse ab 1. Januar 2005 vollständig offen zu legen.

7. Die Begehren betreffend Alleinbenützung der ehelichen Liegenschaft 
werden zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

Im weiteren Umfang werden die Begehren abgewiesen, soweit darauf 
eingetreten wird.

8. Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.00 haben die Parteien je zur Hälfte zu 
bezahlen, die Gesuchstellerin unter Anrechnung der geleisteten 
Einschreibgebühr von Fr. 500.00.

9. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.“

Dieser Eheschutzentscheid bildete Gegenstand eines Rekursverfahrens vor dem 
Einzelrichter im Familienrecht des Kantonsgerichts St. Gallen. Am 15. und 17. 
August 2006 unterzeichneten die Parteien einen Vergleich, womit das 
Rekursverfahren am 21. August 2006 abgeschrieben werden konnte. Im Rahmen 
dieses Vergleiches verpflichtete sich Y., die monatlichen Unterhaltszahlungen 
gemäss Eheschutzentscheid wieder aufzunehmen, wobei er für berechtigt erklärt 
wurde, eine Verrechnung mit der Begleichung der Steuerschulden vorzunehmen. 
Die Parteien erklärten sich schliesslich zur gegenseitigen Offenlegung der 
Vermögensverhältnisse bereit und bekundeten die Absicht zum 
aussergerichtlichen Vollzug der güterrechtlichen Auseinandersetzung.

E. Mit Schreiben vom 3. Mai 2007 machte X. gestützt auf den 
Eheschutzentscheid vom 21. April 2006 Unterhaltsforderungen in Höhe von 
insgesamt Fr. 38'007.30 geltend. Nachdem innert der angesetzten Frist seitens 
von Y. keine Zahlung erfolgte, leitete X. am 18. Juni 2008 die Betreibung für einen 
Forderungsbetrag von Fr. 33'656.10 zuzüglich 5% Zins seit 1. März 2006 ein. Im 
anschliessenden Rechtsöffnungsverfahren erteilte der 
Bezirksgerichtsvizepräsident Landquart mit Entscheid vom 7. September 2007 für 
den Betrag von Fr. 30'284.05 die provisorische Rechtsöffnung.

F. Am 14./20. Juni 2007 einigten sich die Parteien auf ein gemeinsames 
Scheidungsbegehren. Hinsichtlich der Regelung der Nebenfolgen lag keine 
Ehescheidungskonvention vor, weshalb die Parteien das Bezirksgericht Landquart 
um eine entsprechende Beurteilung ersuchten. Diese erfolgte mit Urteil vom 11. 

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März 2009, mitgeteilt am 6. April 2009, welches Gegenstand zweier beim 
Kantonsgericht von Graubünden hängiger Berufungsverfahrens (ZK1 09 16/17) 
bildet.

G. Mit dem erwähnten Urteil hat das Bezirksgericht Landquart die Ehe der 
Parteien geschieden (Ziff. 1), Y. verpflichtet, an den Unterhalt von X. monatliche 
Beträge von Fr. 3'000.-- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 30. 
September 2021 und von Fr. 1'000.-- ab 1. Oktober 2021 bis Eintritt des 
ordentlichen AHV-Alters der Ehefrau zu bezahlen (Ziff. 2 und 3) sowie die strittigen 
güterrechtlichen Fragen einschliesslich BVG entschieden (Ziff. 4 und 5). Dagegen 
hat Y. am 23. April 2009 Berufung erklärt und unter anderem eine Reduktion des 
nachehelichen Unterhalts hinsichtlich Höhe und Dauer beantragt. Mit Berufung 
vom 6. Mai 2009 hat X. ihrerseits um Zusprechung eines höheren nachehelichen 
Unterhalts ersucht. 

H. Am 11. Mai 2009 liess X. sodann bei der Vorsitzenden der I. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden ein Gesuch um Erlass vorsorglicher 
Massnahmen stellen, worin sie beantragt, den Eheschutzentscheid der 
Gerichtspräsidentin Werdenberg-Sargans vom 21. April 2006 in der Weise 
abzuändern, dass Y. verpflichtet werde, seiner Ehefrau ab April 2009 monatliche, 
monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge in Höhe von Fr. 4'500.-- zu 
bezahlen. Mit Vernehmlassung vom 8. Juni 2009 liess Y. die Abweisung des 
Gesuchs unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuchstellerin beantragen.

Auf die Begründung des Antrags sowie die Ausführungen in der Vernehmlassung 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1. Die Gesuchstellerin und der Gesuchsgegner haben das im 
Ehescheidungsverfahren der Parteien ergangene Urteil des Bezirksgerichtes 
Landquart vom 11. März 2009, mitgeteilt am 6. April 2009, mittels Berufung 
angefochten. Im Berufungsverfahren vor Kantonsgericht sowie in der Zeit, 
während der die bundesrechtliche Berufungsfrist und ein allfälliges 
bundesgerichtliches Berufungsverfahren laufen, ist die Kammervorsitzende zum 
Erlass vorsorglicher Massnahmen nach Art. 137 ZGB zuständig (Art. 223 ZPO in 
Verbindung mit Art. 52 Abs. 2 ZPO sowie Art. 9 Abs. 1 GOG in Verbindung mit Art. 
8 Abs. 2 und Art. 15 lit. b KGV; Urs Gloor, Basler Kommentar zum ZGB I, 3. A., 
Basel 2006, N 16 zu Art. 137 ZGB). Auf das Gesuch kann demnach eingetreten 
werden.

2. In ihrem Gesuch anerkennt die Gesuchstellerin, dass der 
Eheschutzentscheid der Kreisgerichtspräsidentin Werdenberg-Sargans vom 21. 
April 2006 nach wie vor gilt. Ihres Erachtens ist dieser jedoch aufgrund der 
veränderten Verhältnisse beider Ehegatten abzuändern. Der Ehemann erziele, wie 
aus dem anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung vor Bezirksgericht 
Landquart eingereichten Lohnausweis hervorgehe, ein monatliches 
Nettoeinkommen von mindestens Fr. 11'500.-- und nicht nur von Fr. 7'265.--, wie 
dies die Eheschutzrichterin angenommen habe. Auch die 
Einkommensverhältnisse der Gesuchstellerin hätten sich geändert, da die 
Zusatzrente für Ehepartner weggefallen sei. Ihr Renteneinkommen betrage heute 
nur noch Fr. 3'068.--. Was ihren Bedarf angehe, seien nach Eintritt der Rechtskraft 
des Scheidungspunktes die Kosten für die Altersvorsorge zu berücksichtigen. 
Hinzu komme, dass die Krankenkassenprämien gestiegen seien und ihr zudem 
Autospesen in Höhe von Fr. 900.-- anfallen würden. Unter Berücksichtigung dieser 
Änderungen habe sie somit grundsätzlich Anspruch auf nachehelichen Unterhalt 
in Höhe von Fr. 5'000.--, wobei sie jedoch lediglich einen monatlichen Betrag von 
Fr. 4'500.-- geltend mache. Dem Ehemann würden somit Fr. 7'000.-- verbleiben, 
womit sein gebührender Unterhalt mehr als gedeckt sein dürfte.

3.a) Anordnungen, die das Eheschutzgericht vor Eintritt der Rechtshängigkeit 
der Scheidung getroffen hat, bleiben während des Scheidungsverfahrens in Kraft, 
solange sie nicht durch vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 137 Abs. 2 
ZGB abgeändert werden (BGE 129 III 60 E. 2 S. 61). Mit anderen Worten fallen 
Eheschutzmassnahmen mit der Einleitung des Scheidungsverfahrens nicht dahin, 

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sondern treten an Stelle vorsorglicher Massnahmen und behalten als solche ihre 
Wirkung während der ganzen Dauer des Verfahrens, auch wenn die Ehe aufgelöst 
ist, aber das Verfahren über die Scheidungsfolgen noch andauert. In letzterem Fall 
dauern bereits angeordnete Massnahmen bis zum rechtskräftigen Entscheid über 
die betreffenden Punkte im Hauptverfahren fort. Dies muss im ursprünglichen 
Entscheid weder ausdrücklich vorgesehen werden, noch müssen Massnahmen 
nach Eintritt der Rechtskraft im Scheidungspunkt neu angeordnet werden, es sei 
denn, es lägen die Voraussetzungen für die Abänderung der Massnahmen vor 
(Urteil des Bundesgerichts 5P.121/2002 vom 12. Juni 2002 E. 3.1). 

b) Schon in seiner Praxis zum alten Scheidungsrecht hat das 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden festgestellt, dass mit der rechtskräftigen 
Scheidung der Ehe zwar die eheliche Unterhaltspflicht erlösche, gemäss Lehre 
und Rechtsprechung aber von Bundesrechts wegen in jenen Bereichen, die noch 
Gegenstand eines Weiterzugsverfahrens sind, gewährleistet werden müsse, dass 
zu allen strittigen Punkten vorsorgliche Massnahmen verlangt und angeordnet 
werden könnten. Art. 145 ZGB bilde in solchen Fällen weiterhin Grundlage, um 
den einen Gatten vorsorglich zu Rentenzahlungen an den anderen zu verpflichten; 
allerdings nicht mehr in Erfüllung der ehelichen Unterhaltspflicht nach Art. 163 
ZGB, sondern in Verwirklichung des in den Art. 151 und 152 ZGB konkretisierten 
Gedankens der nachehelichen Solidarität. Im vorinstanzlichen Verfahren 
angeordnete Massnahmen würden daher auch im Weiterzugsverfahren ihre 
Gültigkeit behalten, den Interessen des pflichtigen Gatten sei jedoch dadurch 
Rechnung zu tragen, dass er nach der Rechtskraft der Scheidung grundsätzlich 
berechtigt sei, unter diesem Gesichtspunkt in einem allfälligen Berufungsverfahren 
eine Neuüberprüfung seiner Unterhaltsverpflichtung durch das 
Kantonsgerichtspräsidium zu erwirken. Aussicht auf Erfolg werde er mit einem 
derartigen Begehren vor allem dann haben, wenn die Vorinstanz einen 
Unterhaltsanspruch nach Art. 151 bzw. 152 ZGB verneint oder wesentlich tiefere 
Beträge zugesprochen habe, als dies der Massnahmerichter getan hatte, und 
wenn gleichzeitig angenommen werden dürfe, dass das angefochtene Urteil in 
diesem Punkt mit grosser Wahrscheinlichkeit der Überprüfung durch die 
Berufungsinstanz standhalten werde (PKG 1995 Nr. 50). Unter dem neuen 
Scheidungsrecht hat das Kantonsgerichtspräsidium unter Hinweis darauf, dass 
der vorsorglich zugesprochene Unterhaltsbeitrag bei Vorliegen der Teilrechtskraft 
im Scheidungspunkt nunmehr nicht mehr auf der ehelichen Unterhaltspflicht 
gemäss Art. 163 ZGB, sondern auf der nachehelichen Unterhaltspflicht gemäss 
Art. 125 ZGB beruhe und sich auch nach den Kriterien der genannten 

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Bestimmung richte, an dieser Praxis festgehalten (PZ 06 205). Diese steht denn 
auch im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. Urteil 
5P.121/2002 vom 12. Juni 2002; BGE 128 III 65).

4. Steht fest, dass die Gesuchstellerin auch nach Eintritt der Rechtskraft des 
Scheidungspunktes eine Abänderung der bestehenden Eheschutzverfügung 
verlangen kann, ist nachfolgend zu prüfen, ob die Voraussetzungen hierfür im 
vorliegenden Fall gegeben sind. 

a) Vorsorgliche Massnahmen kommen nur dann in Frage, wenn sie nötig sind. 
Keine Notwendigkeit für vorsorgliche Massnahmen besteht, wenn die Folgen des 
Getrenntlebens bereits aufgrund eines Eheschutzverfahrens geregelt worden sind. 
Einem Begehren auf Aufhebung, Änderung oder Ergänzung von 
Eheschutzmassnahmen ist somit nur dann stattzugeben und im Rahmen einer 
vorsorglichen Massnahme eine inhaltlich neue Entscheidung zu treffen, wenn sich 
die tatsächlich vorherrschenden Verhältnisse seit Erlass der 
Eheschutzmassnahmen wesentlich und dauernd geändert haben und wenn ein 
objektives Bedürfnis nach sofortigem Rechtsschutz besteht, beziehungsweise 
wenn ein erheblicher Nachteil droht und eine positive Hauptsachenprognose 
zumindest glaubhaft gemacht ist. Ansonsten fehlt es an der vorstehend 
beschriebenen Notwendigkeit für die Anordnung vorsorglicher Massnahmen (vgl. 
Urs Gloor, a.a.O., N. 4 zu Art. 137; Michel Czitron, Die vorsorglichen Massnahmen 
während des Scheidungsprozesses, Dissertation, St. Gallen 1995, S. 16; RBOG 
2001 Nr. 1 E. 2c). 

b) Gemäss bundesgerichtlicher Praxis muss ein zu viel bezahlter vorsorglicher 
Unterhalt nach geltendem Recht vom Unterhaltsgläubiger nicht mehr 
zurückbezahlt werden (vgl. BGE 128 III 121 E. 3c/bb S. 123). Dem 
Unterhaltspflichtigen, den der Scheidungsrichter im erstinstanzlichen Verfahren zu 
wesentlich tieferen Unterhaltsbeiträgen verpflichtet hat als noch der 
Massnahmerichter, erwächst daher ohne Abänderung der vorsorglichen 
Massnahme ein nicht wiedergutzumachender Nachteil, indem er die zuviel 
bezahlten Beträge nicht mehr einfordern kann. Im vorliegenden Fall verhält es sich 
jedoch derart, dass nicht der Unterhaltspflichtige im Hinblick auf voraussichtlich 
tiefere nacheheliche Unterhaltsbeiträge ein Gesuch um Anpassung stellt, sondern 
die Unterhaltsberechtigte veränderte Verhältnisse geltend macht. Es ist daher in 
einem ersten Schritt zu prüfen, ob die Voraussetzung der Notwendigkeit zum 
Erlass einer vorsorglichen Massnahme auch bei dieser Sachlage erfüllt ist. Dabei 
gilt es zu berücksichtigen, dass für den Fall, dass im Hauptverfahren höhere 

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Unterhaltsbeiträge zugesprochen werden als im Massnahmeverfahren, die 
Möglichkeit besteht, den Beginn der nachehelichen Beitragspflicht gestützt auf Art. 
126 ZGB auf den Zeitpunkt des Eintritts der Teilrechtskraft des 
Scheidungspunktes festzusetzen. Dies gilt unabhängig von der Frage, ob für die 
Zeit nach Eintritt der Teilrechtskraft schon gestützt auf einen 
Massnahmeentscheid eine Unterhaltspflicht besteht. Das Bundesgericht hat da-
rauf unter der Geltung des alten Scheidungsrechts ausdrücklich hingewiesen. 
Daran ändert auch nichts, dass das heutige Recht die Fortdauer der vorsorglichen 
Massnahmen über den Zeitpunkt der Teilrechtskraft im Gegensatz zu früher 
ausdrücklich vorsieht (vgl. zum Ganzen BGE 128 III 121 E. 3b S. 122 f. mit 
weiteren Hinweisen). Können somit höhere nacheheliche Unterhaltsbeiträge 
rückwirkend auf den Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungspunktes 
zugesprochen werden, ist bei Fortdauer der bisherigen vorsorglichen 
Massnahmen bis zum rechtskräftigen Entscheid über den nachehelichen Unterhalt 
für sich allein noch kein erheblicher Nachteil für die Gesuchstellerin zu erblicken, 
welcher eine Änderung der im Eheschutzverfahren zugesprochenen 
Unterhaltsbeiträge rechtfertigen würde.

c) Anders wäre zu entscheiden, wenn der vom Eheschutzrichter 
zugesprochene Unterhalt nicht ausreichen würde, um den Grundbedarf des 
Unterhaltsberechtigten zu decken und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein 
höherer nachehelicher Unterhalt zugesprochen werden würde. Dies ist vorliegend 
jedoch nicht der Fall. Zum einen ging die Gerichtspräsidentin Werdenberg-
Sargans im Eheschutzentscheid vom 21. April 2006 bei X. von einem monatlichen 
Bedarf in Höhe von Fr. 4'610.-- aus. Als Einkommen wurden ihr Fr. 3'630.-- 
angerechnet. Mit den zugesprochenen Unterhaltsbeiträgen von Fr. 1'800.-- ist ihr 
Grundbedarf damit hinreichend gedeckt. Selbst unter Berücksichtigung des 
Umstandes, dass die Zusatzrente der IV für den Ehepartner zwischenzeitlich 
weggefallen ist und ihr monatliches Renteneinkommen somit nurmehr Fr. 3'068.-- 
beträgt, ist keine Unterdeckung auszumachen, welche eine Anpassung des nach 
wie vor geltenden Eheschutzentscheides erforderlich machen würde. Zum 
anderen wird im hängigen Berufungsverfahren gegen das Scheidungsurteil des 
Bezirksgerichts Landquart vom 11. März 2009 zwar ein höherer Grundbedarf 
aufgrund der neu anfallenden Autospesen, der höheren Krankenkassenprämien 
sowie der Kosten für die Altersvorsorge geltend gemacht und eine hälftige 
Beteiligung am Überschuss beantragt, die Rechtslage ist jedoch nicht derart klar, 
dass darüber bereits im (summarischen) Massnahmeverfahren entschieden 
werden könnte. Vielmehr ist im Rahmen des Berufungsverfahrens eine 

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Überprüfung der vorinstanzlichen Grundbedarfsberechnung vorzunehmen, wobei 
den allenfalls veränderten Verhältnissen mit einer Zusprechung des 
nachehelichen Unterhalts mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungspunktes 
Rechnung getragen wird. 

5.a) Ist das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen demzufolge 
abzuweisen, gehen die Kosten des Verfahrens zu Lasten von X., welche Y. für 
das vorliegende Verfahren ausseramtlich mit Fr. 400.-- inklusive Mehrwertsteuer 
zu entschädigen hat.

b) Der Gesuchstellerin wird mit separater Verfügung heutigen Datums zu 
Lasten der Stadt Chur die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren 
(unter Einschluss der verschiedenen Nebenverfahren) bewilligt (ERZ 09 111). Die 
amtlichen Kosten des vorliegenden Verfahrens sowie die Kosten für den 
Rechtsbeistand werden daher unter dem Vorbehalt der Rückforderung nach Art. 
45 Abs. 2 ZPO der Stadt Chur in Rechnung gestellt. Der Rechtsvertreter von X. 
hat der Vorsitzenden der I. Zivilkammer nach Abschluss des Hauptverfahrens eine 
detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzureichen, damit die 
Honorarfestsetzung im Sinne von Art. 47 Abs. 4 ZPO erfolgen kann. Bei 
Nichteinhaltung dieser Frist wird der Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen 
festgesetzt. 

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III. Demnach wird erkannt

1. Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wird abgewiesen.

2.a) Die Kosten dieses Verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
Fr. 1'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 176.--, total somit Fr. 1'176.--, 
gehen zu Lasten von X., die zudem Y. für das vorliegende Verfahren 
ausseramtlich mit Fr. 400.-- inklusive Mehrwertsteuer zu entschädigen hat.

b) Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'176.-- sowie die vorliegend 
entstandenen Kosten der Rechtsvertretung werden gestützt auf die der 
Gesuchstellerin gewährte unentgeltliche Rechtspflege unter dem Vorbehalt 
des Rückforderungsrechts gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO der Stadt Chur in 
Rechnung gestellt.

Der Rechtsvertreter der Gesuchstellerin wird aufgefordert, nach Abschluss 
des Hauptverfahrens eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote 
einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird der Aufwand nach 
pflichtgemässem Ermessen festgelegt. 

3. Gegen diese Vefügung kann gemäss Art. 237 ZPO Beschwerde bei der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden geführt werden. Die 
Beschwerde ist innert 20 Tagen schriftlich unter Beilage der angefochtenen 
Verfügung einzureichen. 

4. Mitteilung an: