# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ace63185-74aa-57e3-bfd7-e038f11344c8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.06.2010 C-3623/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3623-2008_2010-06-01.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3623/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richterin Franziska Schneider, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Z._______ (Türkei),
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Theodor G. Seitz, 
Y._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
X._______,
Vorinstanz.

Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 17. April 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3623/2008

Sachverhalt:

A.
A._______,  geboren  am  (...)  1970,  türkische  Staatsangehörige, 
damals in der Schweiz niedergelassene Staatsangehörige, wuchs ab 
Herbst 1979 in W._______ auf. Von April 1988 bis Mai 1993 arbeitete 
sie  als  Hilfsarbeiterin  in  einer  Buchdruckerei  in  W._______  in  der 
Binderei  und  leistete  Beiträge  an  die  Alters-,  Hinterlassenen-  und 
Invalidenversicherung. Im  August  1991  heiratete  sie.  Ab  Mitte  März 
1992 war sie wegen Komplikationen in der Schwangerschaft zu 100% 
arbeitsunfähig. Nach der Geburt ihrer Tochter am (...) 1992 konnte sie 
ihre  Tätigkeit  wegen  schwerer  Rückenschmerzen  nicht  wieder 
aufnehmen. Am (...) 1994 wurde die zweite Tochter geboren (act. IV/2, 
4, 5, 6a, 9). 

B.
B.a Am 7. Mai  1993 (Eingang  bei  der  IV-Stelle  V._______  [nachfol-
gend:  IV  V.________])  stellte  die  Versicherte  einen  Antrag  auf  IV-
Leistungen für Erwachsene (act. IV/1). 

Die IV V.________ klärte die gesundheitliche Situation ab und holte 
einen Bericht des behandelnden Frauenarztes vom 16. Mai 1993, ein 
Gutachten der  Rheumatologischen Universitätsklinik  W._______ vom 
17. Dezember 1993, einen Bericht des regionalen Abklärungsdienstes 
vom 10. Mai 1994, einen Bericht des Hausarztes vom 21. Dezember 
1994 sowie einen psychiatrischen Abklärungsbericht vom 13. Februar 
1995 mit  Nachtrag vom 29. Mai  1995 ein (act. IV/7,  67 – 74). Darin 
wurde  ein  seit  1992  bestehendes  chronisches  lumbovertebrales 
Schmerzsyndrom  mit  Elementen  einer  Anpassungsstörung  (ICD: 
F 43.2),  einer  anhaltenden  somatoformen  Schmerzstörung  (F  45.4) 
sowie  einer  schweren  depressiven  Episode  ohne  psychotische 
Symptome (F 32.2) festgestellt, wobei der Hausarzt in seinem Bericht 
angab,  die  Extracerbation  (Verschlimmerung)  von  lumbalen  bis 
thorakalen Rückenschmerzen habe bereits im Oktober 1990 begonnen 
(act. 72 S. 2) .

Mit  Verfügung  vom  1.  September  1995  wurde  der  Versicherten  bei 
einem ermittelten Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Invalidenrente 
mit  Wirkung ab 1. Mai  1993 nebst  zwei  Kinderrenten zur  Rente der 
Mutter (ab [...] 1993 und [...] 1994) zugesprochen.

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B.b Aufgrund einer ab Januar 1997 durchgeführten Revision, bei der 
je ein Verlaufsbericht des Hausarztes und der Psychiaterin eingeholt 
wurde, verfügte die IV V.________ weiterhin einen Anspruch auf eine 
ganze Rente (act. 17 – 23, 75 – 76). 

Am (...) 1998 wurde das dritte Kind geboren. Mit Verfügung vom (...) 
1998  wurde  der  Versicherten  eine  zusätzliche  Kinderrente  per  (...) 
1998 zugesprochen (act. IV/24, 25). 

B.c Nach weiteren Revisionen teilte die IV V._______ der Versicherten 
am 2. August 1999 und am 18. Februar 2002 mit, sie habe weiterhin 
Anspruch auf eine ganze Rente (act. IV/26 – 28; 29 – 30, 34, 77). 

Am (...) 2002 kam das vierte Kind (act. IV/35, 38) zur Welt.

B.d Am 10. April 2003 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, sie ver-
lege ihren Wohnsitz zusammen mit den Kindern per 30. Juni 2003 in 
die  Türkei,  ihr  Ehemann werde vorerst  in  der  Schweiz  bleiben  (act.  
IV/35, 37). Der Ehemann zog per 1. November 2004 in die Türkei (act.  
IV/45).

Die IV V._______ übermittelte die Akten am 26. Juni 2003 zuständig-
keitshalber an die IV-Stelle für  Versicherte im Ausland IVSTA (nach-
folgend: Vorinstanz; vgl. Verfügung vom 2. Juni 2003, act. IV/38 – 41).

C.
C.a Am 24. Oktober 2006 leitete die IVSTA ein Revisionsverfahren ein 
(act. 51). Aufgrund der eingeholten Stellungnahme durch den regional-
ärztlichen Dienst (nachfolgend: RAD, act. IV/53) liess sie die Versicher -
te  bei  Dr.  B._______,  Spezialarzt  FMH  für  Rheumatologie,  und 
Dr. C._______, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 1. August 
2007 bzw. 31. Juli 2007 interdisziplinär begutachten (act. IV/78 – 80,  
82). Der RAD nahm am 17. September 2007 und am 4. Januar 2008 
nochmals Stellung (act. IV/83, 103).

Mit Verfügung vom 17. April 2008 teilte die Vorinstanz der Versicherten 
mit, sie habe ab 1. Juni 2008 nur noch Anspruch auf eine halbe Invali-
denrente (inklusive Kinderrenten; act. IV/106). Begründet wurde dieser 
Entscheid  damit,  die  Versicherte  sei  –  weil  die  depressive  Situation 
sich  zurückgebildet  habe – wieder in  der  Lage, eine ihrem Gesund-
heitszustand angepasste Tätigkeit auszuüben. Dabei könne sie mehr 

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als  40% des  Erwerbseinkommens  erzielen,  das  sie  heute  erreichen 
würde, wenn sie keinen Gesundheitsschaden erlitten hätte. Einer ge-
gen diese Verfügung gerichteten Beschwerde wurde die aufschieben-
de Wirkung entzogen.

C.b Mit  Schreiben  vom  10.  Mai  2008  an  die  IVSTA  (Postaufgabe) 
erhob die Beschwerdeführerin in eigenem Namen gegen diesen Ent-
scheid Beschwerde. Sie begründete diese damit, dass sie nicht in der 
Lage sei, irgend eine Tätigkeit auszuüben (act. 1.2).

Die Eingabe wurde am 28. Mai 2008 zuständigkeitshalber an das Bun-
desverwaltungsgericht weitergeleitet (act. IV/108, 109).

Am 2. Juni 2008 (Poststempel) erhob die Beschwerdeführerin – vertre-
ten durch Rechtsanwalt Theodor G. Seitz – nochmals Beschwerde. Sie 
beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 17. April  2008 und die 
weitere  Ausrichtung  der  bisherigen  Leistungen. Weiter  verlangte  sie 
Akteneinsicht und eine angemessene Nachfrist  zur Abgabe einer er-
gänzenden  Stellungnahme.  Eventualiter  sei  die  Sache  zur  vollstän-
digen  Sachverhaltsermittlung  und  rechtsgenüglichen  Begründung  an 
die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  alles  unter  Kosten-  und  Entschädi-
gungsfolgen zu Lasten des Staates (act. 1).

C.c Das Bundesverwaltungsgericht eröffnete aufgrund der zweimal er-
hobenen  Beschwerde  unter  abweichender  Namensgebung  zwei  Be-
schwerdeverfahren (C-3570/2008 und C-3623/2008).

Mit Eingabe vom 15. Oktober 2008 (Eingang beim Bundesverwaltungs-
gericht am 20. Oktober 2008) reichte die Vorinstanz dem Bundesver-
waltungsgericht die Vorakten mit dem sinngemässen Hinweis ein, das-
selbe  Verfahren  sei  unter  der  Verfahrensnummer  C-3570/2008  vor 
Bundesverwaltungsgericht hängig (act. 7). 

C.d Mit  Urteil  vom 14. Oktober 2008 trat das Bundesverwaltungsge-
richt  im Verfahren C-3570/2008 aus formellen Gründen nicht  auf  die 
Beschwerde ein  (Verfahren C-3570/2008,  act.  10). Das Urteil  wurde 
am 28. Oktober 2008 im Bundesblatt eröffnet. 

Mit Feststellungsverfügung vom 17. Februar 2009 stellte das Bundes-
verwaltungsgericht fest, wegen mangelhafter Eröffnung sei das im Ver-
fahren C-3570/2008 ergangene Urteil  vom 14. Oktober 2008 nichtig. 

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Weiter führte es aus, das Beschwerdeverfahren betreffend die Verfü-
gung vom 17. April  2008 werde durch den Instruktionsrichter im Ver-
fahren C-3623/2008 fortgesetzt (Verfahren C-3570/2008, act. 18).

C.e Am 25. März 2009 reichte die erneut zur Vernehmlassung aufge-
forderte  Vorinstanz  ihre  Stellungnahme ein  (act. 11).  Sie  beantragte 
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochte-
nen Verfügung. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, aufgrund 
der durchgeführten interdisziplinären Untersuchung vom 31. Juli  und 
1. August  2007  sei  festgestellt  worden,  dass  aus  somatischer  Sicht 
keine bzw. aus psychischer Sicht nur noch eine 50%-ige Arbeits fähig-
keit (recte: Arbeitsunfähigkeit) gegeben sei. Die im Jahr 1995 konsta-
tierte depressive Störung habe seit Anfang 2007 eine deutliche Bes-
serung erfahren, weshalb die Herabsetzung der Rente zu Recht erfolgt 
sei. 

Bezüglich der Rüge der Beschwerdeführerin, die Verfügung sei unge-
nügend begründet worden, stellte sie fest, gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung reiche es, wenn aus dem Entscheid kurz die Überle -
gungen genannt würden, von denen sich die Behörde habe leiten las-
sen und auf die sich die Behörde stütze, wobei sie sich auf die wesent-
lichen Gesichtspunkte beschränken könne. Ein allfälliger Mangel gelte 
als geheilt, sofern der Betroffene die Möglichkeit erhalte, sich vor einer 
Beschwerdeinstanz zu äussern, Beweise beizubringen, Einsicht in die 
Akten zu nehmen und die Beschwerdeinstanz den Sachverhalt sowie 
die  Rechtslage  frei  überprüfen  könne.  Die  Vorinstanz  äusserte  sich 
hingegen nicht dazu, ob die angefochtene Verfügung diesen Anforde-
rungen entsprochen habe.

C.f In ihrer Replik vom 18. Mai 2009 hielt die Beschwerdeführerin an 
ihren Anträgen vollumfänglich fest. Sie beantragte weiter die Einholung 
eines neutralen Gutachtens, welches sich insbesondere über das „psy-
chiatrische Moment“ der Arbeitsfähigkeit äussere. Sie rügte insbeson-
dere, aus den vorhandenen medizinischen Akten der Vorinstanz gehe 
in keiner Weise substantiiert  und schlüssig hervor, dass sich die de -
pressive Situation der Beschwerdeführerin verbessert habe. Die Akten 
seien  insgesamt  ungenügend.  Ausserdem  bestehe  kein  adäquater 
Kausalzusammenhang  zur  Arbeitsunfähigkeit.  Im  Übrigen  verstosse 
die Vorinstanz bei dieser Annahme auch gegen ihre Substanti ierungs-
pflicht.  Jedenfalls  könne  nicht  ohne  Weiteres  angenommen  werden, 
dass die – ohnehin bestrittene – Verminderung der depressiven Situa-

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tion zu einer verbesserten Arbeitsfähigkeit geführt habe (act. 16).

Die  Beschwerdeführerin  kam  fristgemäss  der  Aufforderung zur  Leis-
tung  eines Kostenvorschusses  nach  (act.  15)  und  erhielt  antragsge-
mäss Einsicht in die Verfahrensakten (act. 17).

C.g Die  Vorinstanz  hielt  in  ihrer  Duplik  vom 1.  September  2009  im 
Wesentlichen an ihren Ausführungen in der Vernehmlassung und an 
ihren Anträgen fest (act. 21). 

C.h Mit  Verfügung  vom  9.  September  2009  liess  das  Bundesver-
waltungsgericht der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung zugehen 
und schloss den Schriftenwechsel ab (act. 22). 

C.i Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  Verwaltungsgerichtsgesetz  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art.  69 
Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 
19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes über 
das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für  Ver-
sicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht vor. 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen; sie ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundes-
gesetzes  über  den  allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1]; entsprechend: Art. 48 Abs. 1 
VwVG).  Sie  ist  daher  zur  Beschwerde  legitimiert.  Sie  hat  Herrn 
Rechtsanwalt Theodor G. Seitz am 13. Mai 2008 mit der Wahrung ihrer 
Interessen beauftragt (act. 1.3). Der die Beschwerde unterzeichnende 
Theodor G. Seitz ist somit rechtsgültig bevollmächtigt.

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1.3 Die  Beschwerdeführerin  gibt  an,  die  eingeschrieben  mit  Rück-
schein an ihre Heimadresse in der Türkei verschickte Verfügung vom 
17. April 2008 am 1. Mai 2008 erhalten zu haben. Sie hat mit Eingabe 
vom 9. Mai 2008 (Eingang bei der Vorinstanz am 21. Mai 2008, vgl.  
act. 1 in Verfahren C-3570/2008) diese bei der Vorinstanz angefochten. 
Die  von  ihrem  Rechtsvertreter  eingereichte  Beschwerde  wurde  am 
Montag,  2. Juni  2008, der Post übergeben. Da aus den Akten keine 
Hinweise  für  eine  frühere  Zustellung  der  angefochtenen  Verfügung 
hervorgehen  und  die  Bescherdeführerin  ohnehin  bereits  am  9.  Mai 
2008 Beschwerde erhoben hat, ist die Beschwerdefrist gemäss Art. 60 
ATSG eingehalten. 

1.4 Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  auch  den  Formerfordernissen 
gemäss Art. 52 VwVG entspricht und der Kostenvorschuss innert der 
auferlegten  Frist  gemäss  Art.  63  Abs.  4  VwVG geleistet  wurde,  ist  
darauf einzutreten.

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz  (VwVG), 
soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 
das  Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG) anwendbar  ist. Nach Art. 1  Abs. 1  IVG sind die 
Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26 bis 

und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Ab-
weichung vom ATSG vorsieht.

2.2 Die  Beschwerdeführerin  ist  türkische Staatsangehörige,  weshalb 
das Abkommen vom 1. Mai 1969 zwischen der Schweiz und der Re-
publik Türkei über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.763.1; im Folgen-
den: Abkommen) Anwendung findet. Nach Art. 2 Abs. 1 des Abkom-
mens  sind  die  Staatsangehörigen  der  einen  Vertragspartei  in  ihren 
Rechten und Pflichten aus der Gesetzgebung der  anderen Vertrags-
partei – wozu auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die 
Invalidenversicherung gehört (vgl. Art. 1 lit. B Abs. 1 Bst. b des Abkom-
mens)  – einander  gleichgestellt,  soweit  nichts  anderes bestimmt ist. 
Insbesondere  steht  türkischen  Staatsangehörigen  bei  anwendbarem 
Schweizer  Recht  ein  Anspruch  auf  ordentliche Invalidenrenten unter 

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den  gleichen  Voraussetzungen  wie  Schweizer  Bürgern  zu  (Art.  10 
Abs. 1  des  Abkommens).  Vorbehalten  bleibt  die  Regelung,  dass  or-
dentliche  Renten  für  Versicherte,  die  weniger  als  zur  Hälfte  invalid 
sind, türkischen Staatsangehörigen, welche die Schweiz endgültig ver-
lassen, nicht ausgerichtet werden können (Art. 10 Abs. 2 Satz 1 des 
Abkommens).  Weitere,  im  vorliegenden  Verfahren  relevante  Abwei-
chungen vom Gleichbehandlungsgrundsatz finden sich weder im Ab-
kommen selbst  noch in  der  dazugehörigen Verwaltungsvereinbarung 
vom 14. Januar 1970 (SR 0.831.109.763.11). Demnach bestimmt sich 
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenver-
sicherung nach schweizerischem Recht, insbesondere dem IVG sowie 
der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 
(IVV, SR 831.201).

2.3 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der  
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt  des 
angefochtenen  Verwaltungsaktes,  hier  der  Verfügung  vom  17.  April 
2008, eingetretenen Sachverhalt abstellen (BGE 130 V 329, BGE 129 
V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), sind die ab 1. Januar 2003 geltenden Be-
stimmungen des ATSG anwendbar.

Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den 
neuen Normen zu prüfen (pro  rata  temporis;  BGE 130 V 445). Ent-
sprechend  ist  das  IVG für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  2004  bis 
31. Dezember 2007 in der Fassung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; 
AS 2003  3837,  nachfolgend  „aIVG“)  anwendbar,  ab  dem  1.  Januar 
2008 in der Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderungen vom 6. Okto-
ber 2006 [AS 2007 5129], nachfolgend „IVG“). Die IVV ist für den Zeit-
raum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in ihrer Fassung vom 
21.  Mai  2003  (4.  IV-Revision;  AS  2003  3859)  anwendbar,  ab  dem 
1. Januar  2008  in  der  Fassung  gemäss  5.  IV-Revision  (Änderungen 
vom 28. September 2007 [AS 2007 5155]).

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss der Über-
schreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder 

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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-
fern  das  Gesetz  nicht  etwas Abweichendes vorsieht,  nach  dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor-
derungen nicht. Das Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E.  2, je 
mit Hinweisen).

4.
Im vorliegenden Verfahren ist in der Hauptsache streitig und vom Bun-
desverwaltungsgericht  zu  prüfen,  ob  die  IV-Stelle  der  Beschwerde-
führerin zu Recht die bisher gewährte ganze Invalidenrente auf eine 
halbe gekürzt  hat. Ausserdem beantragt  die  Beschwerdeführerin  die 
Einholung  eines  neutralen  Gutachtens,  das  sich  insbesondere  aus 
psychiatrischer Sicht zu ihrer Arbeitsfähigkeit äussert. Eventualiter be-
antragt sie, die Angelegenheit zur vollständigen Ermittlung des Sach-
verhalts und zu rechtsgenüglicher Begründung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen, soweit dieser nicht aus prozessökonomischen Gründen 
vom  Bundesverwaltungsgericht  selbst  vorgenommen  werden  könne 
(act. 1 Rz. 20).

Betreffend die gerügte Verletzung des rechtlichen Gehörs ist  auf die 
Ausführungen in Erwägung 7.8 zu verweisen.

Zunächst sind jedoch zur Beurteilung der Streitsache massgebenden 
gesetzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickel-
ten Grundsätze darzulegen.

4.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat,  wer invalid im Sinn des Gesetzes ist  (Art. 7,  8,  16 ATSG; 

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Art. 4, 28, 29 aIVG, Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall 
mindestens während eines vollen Jahres (Art. 36 Abs. 1 aIVG) bzw. 
während drei Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hin-
terlassenen- und Invalidenversicherung geleistet  hat. Diese zwei Be-
dingungen müssen kumulativ erfüllt sein. 

Die Beschwerdeführerin hat seit 1. Mai 1993 eine ganze IV-Rente be-
zogen. Zu prüfen ist nachfolgend, ob sich der Anspruch begründende 
Invaliditätsgrad  in  einem Mass  vermindert  hat,  dass  ihr  seit  1. Juni 
2008 nur noch eine halbe Invalidenrente zusteht.

4.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist 
Invalidität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre-
chen,  Krankheit  oder  Unfall.  Erwerbsunfähigkeit  ist  gemäss  Art.  7 
ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge-
sundheit  verursachte  und nach zumutbarer  Behandlung und Einglie-
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 
Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperli -
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil -
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut-
bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit  in  einem anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt 
(Art. 6 ATSG).

4.3 Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität beurteilt sich nach Art.  29 
Abs. 1  aIVG. Der  Rentenanspruch  entsteht  frühestens  in  dem Zeit-
punkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbsun-
fähig geworden ist (Bst. a: Dauerinvalidität, Art. 7 ATSG) oder während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 40% arbeitsunfähig war (Bst. b: langdauernde Krankheit, Art. 6 
ATSG, vgl. BGE 121 V 264 E. 6). Neurechtlich haben nach Art. 28 Abs. 
1 IVG Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit 
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, 
erhalten oder verbessern können (Bst. a); während eines Jahres ohne 
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeits-
unfähig  gewesen  sind  (Bst. b);  und  nach  Ablauf  dieses  Jahres  zu 
mindestens 40 Prozent invalid sind (Bst. c). 

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4.3.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen 
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch 
auf  eine Viertelsrente,  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  60  Prozent  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente  und  bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine 
ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 aIVG, Art. 28 Abs. 2 IVG).

4.3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art.  16  ATSG in  Verbindung  mit  Art.  28  Abs.  2  aIVG bzw. Art.  28a 
Abs. 1 IVG). 

4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits -
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 
256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärz -
te und Ärztinnen besteht  darin,  sich  dazu zu äussern,  inwiefern  die 
versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen lei-
densbedingt eingeschränkt ist.

Die  Frage,  welche  konkreten  beruflichen  Tätigkeiten  auf  Grund  der 
medizinischen Angaben und unter  Berücksichtigung der  übrigen Fä-
higkeiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber 
nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. 
von  der  Berufsberatung  zu  beantworten  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössi-
schen  Versicherungsgerichts  I  457/04  vom  26.  Oktober  2004,  in: 
SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b).

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4.5 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismit-
tel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerde-
verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 
frei,  das  heisst  ohne  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und 
pflichtgemäss zu würdigen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich-
tigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden ist,  in 
der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Ex-
pertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be-
weiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels 
noch die  Bezeichnung der  eingereichten oder  in  Auftrag gegebenen 
Stellungnahme als  Bericht  oder  als  Gutachten  (vgl.  dazu  das  Urteil 
des Bundesgerichts vom 26. Januar 2006 [I 268/2005] E. 1.2, mit Hin-
weis auf BGE 125 V 352 E. 3a). In Bezug auf Berichte von Hausärzten 
darf  und  soll  der  Richter  der  Erfahrungstatsache  Rechnung  tragen, 
dass  Hausärzte  mitunter  im Hinblick auf  ihre  auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus-
sagen. Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, 
dass eine ärztliche Stellungnahme von einer  Partei  eingeholt  und in 
das  Verfahren  eingebracht  wird,  nicht,  Zweifel  an  ihrem Beweiswert  
(ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine) anzubringen. Den Berichten und Gut-
achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, 
sofern  sie  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  begründet  sowie  in 
sich  widerspruchsfrei  sind  und  keine  konkreten  Indizien  gegen  ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 
in  einem  Anstellungsverhältnis  zum  Versicherungsträger  steht,  lässt 
nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. 
Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 
die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 123 V 178 
E. 3.4  sowie  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2. Auflage,  Zürich 2009, 
Art. 43 Rz. 35). 

Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gut-
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 

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Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen,  so  sind  ergänzende  Abklärungen  vorzunehmen. Aus 
dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten 
Person,  mittels  eigener  Beweismittel  die Zuverlässigkeit  und Schlüs-
sigkeit  der ärztlichen Feststellungen der versicherungsinternen Fach-
personen in Zweifel zu ziehen. Diese Berichte behandelnder Ärzte ver-
folgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 
Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Ge-
sundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen An-
forderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a, weshalb 
im  Streitfall  eine  direkte  Leistungszusprache  einzig  gestützt  auf  die 
Angaben der behandelnden Ärzte denn auch kaum in Frage kommt. 
Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von sei-
ner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von 
der  versicherten  Person  aufgelegten  Berichte  mitzuberücksichtigen 
sind. Es würde einen Verstoss gegen die Waffengleichheit  und somit 
eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK bedeuten, die Eignung der Be-
richte  der  behandelnden  Ärzte  zur  Weckung  derartiger  Zweifel  von 
letztlich  unerfüllbaren  Anforderungen  abhängig  zu  machen.  Bei  Be-
stand von Zweifeln an den versicherungsinternen Berichten wird das 
Gericht vielmehr entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die 
Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit die-
ser eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 in fine und 
E. 4.5 f.).

Die fachliche Qualifikation des Experten spielt für die richterliche Wür-
digung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizini-
schen Stichhaltigkeit  eines  Gutachtens müssen sich  Verwaltung  und 
Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Des-
halb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten 
medizinischen Disziplin ein entsprechender, dem Nachweis der erfor-
derlichen Fachkenntnisse dienender, spezialärztlicher Titel des berich-
tenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausge-
setzt (Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2000 [I 178/00] E. 4a).

5.
Ändert  sich der  Invaliditätsgrad  eines  Rentenbezügers  erheblich,  so 
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 
entsprechend erhöht,  herabgesetzt  oder  aufgehoben (Art. 17  Abs. 1 
ATSG). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchs-
beeinflussende  Änderung  für  die  Herabsetzung  oder  Aufhebung  der 

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Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom-
men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. 
Sie ist  in  jedem Fall  zu berücksichtigen,  nachdem sie ohne wesent -
liche Unterbrechung drei  Monate angedauert  hat und voraussichtlich 
weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 

5.1 Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung 
der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet sind, den Invaliditätsgrad 
und  damit  den  Rentenanspruch  zu  beeinflussen  (BGE  130  V  343 
E. 3.5, mit weiteren Hinweisen, SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine 
Veränderung  der  tatsächlichen  Verhältnisse  bedeuten  eine  unter-
schiedliche  Beurteilung  eines  im Wesentlichen  unveränderten  Sach-
verhalts (zum Beispiel eine andere Einschätzung der zumutbaren Ar-
beitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). Das 
Eidgenössische Versicherungsgericht hat in seiner älteren Rechtspre-
chung jeweils festgehalten, dass ein Revisionsgrund, welcher zur Auf-
hebung oder Herabsetzung der Rente nach Art. 41 IVG (bzw. heute 
Art. 17 ATSG) führt, aktenmässig zuverlässig ausgewiesen sein muss 
(z.B. Urteil I 559/02 vom 31. Januar 2003 E. 3.2 mit weiteren Hinwei-
sen sowie  THOMAS LOCHER, a.a.O. § 38 Rz. 6 f. und  UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, Rz. 16 f. zu Art. 17). Die Revisionsbestimmungen dürfen 
nicht  als  Grundlage  für  eine  voraussetzungslose  Neuprüfung  des 
Rentenanspruchs verstanden werden (RUDOLF RÜEDI,  Die Verfügungs-
anpassung  als  verfahrensrechtliche  Grundfigur  namentlich  von  In-
validenrevisionen,  in:  RENÉ SCHAFFHAUSER/FRANZ SCHLAURI [HRSG.],  Die 
Revision  von  Dauerleistungen  in  der  Sozialversicherung,  St.  Gallen 
1999, S. 15 mit Verweis auf BGE 112 V 371 E. 4). 

5.1.1 In  seiner  neusten  Rechtsprechung  hält  das  Bundesgericht  an 
der bisherigen Praxis fest, dass eine geänderte Gerichts- und Verwal-
tungspraxis im Prinzip keinen Anlass dafür bilde, in eine laufende, auf 
einer formell rechtskräftigen Verfügung beruhenden Dauerleistung ein-
zugreifen. Sie kann aber ausnahmsweise zur Abänderung einer rechts-
kräftigen  Verfügung  (mit  Wirkung  für  die  Zukunft)  führen,  wenn  die 
neue Praxis in einem solchen Masse allgemeine Verbreitung erfährt,  
dass ihre Nichtbefolgung als Verstoss gegen das Gleichheitsgebot er-
schiene, insbesondere wenn die alte Praxis nur in Bezug auf eine ein-
zige versicherte Person oder eine geringe Zahl von Versicherten bei -
behalten würde. Die Rechtsprechung hat  bisher  einen Eingriff  in  ein 
Dauerrechtsverhältnis  zu  Lasten  einer  versicherten  Person  gestützt 
auf eine neue Rechtspraxis nur zugelassen, wenn es besonders kras-

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se,  stossende  Leistungszusprachen  zu  korrigieren  galt  (BGE 135  V 
201 E. 6.1.1 ff. mit Verweis auf BGE 112 V 387 und weiteren Hinwei -
sen). Das Bundesgericht fährt in BGE 135 V 201 E 6.4 fort, unter dem 
Aspekt der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes sei es sach-
lich nicht gerechtfertigt, die neue in BGE 130 V 352 entwickelte Praxis 
zur somatoformen Schmerzstörung auf alle rechtskräftig festgelegten 
Dauerleistungen anzuwenden. Dies entspreche im Ergebnis der Praxis 
der öffentlichrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts, welche nur 
einen Eingriff in ein Dauerverhältnis zulasse, wenn besonders wichtige 
öffentliche Interessen betroffen seien. 

5.1.2 Weiter prüfte das Bundesgericht in E. 7 die Frage, ob das Urteil  
BGE 130 V 352 eine Herabsetzung oder Aufhebung laufender Renten 
rechtfertige, welche zu einem früheren Zeitpunkt  versicherten Perso-
nen zugesprochen wurden,  die  an einer  somatoformen Schmerzstö-
rung leiden. Es kam zum Schluss, dass trotz der Praxisänderung frü-
here Rentenzusprachen aus der heutigen Perspektive nicht ohne wei-
teres  rechtswidrig,  sachfremd  oder  schlechterdings  nicht  vertretbar 
seien,  weshalb  der  Gesichtspunkt  der  gesetzmässigen  und sachlich 
vertretbaren Durchführung der Versicherung nicht verlange, die laufen-
den Renten anzupassen (BGE 135 V 201 E. 7.2.1 ff. mit weiteren Hin -
weisen). 

5.2 Zeitlicher  Referenzpunkt  für  die  Prüfung  einer  anspruchserheb-
lichen  Änderung  bildet  die  letzte  der  versicherten  Person  eröffnete 
rechtskräftige  Verfügung,  welche  auf  einer  materiellen  Prüfung  des 
Rentenanspruchs  mit  rechtskonformer  Sachverhaltsabklärung,  Be-
weiswürdigung  und  Durchführung  eines  Einkommensvergleichs  (bei 
Anhaltspunkten einer Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 
Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4). 

Eine materielle Abklärung findet sich vorliegend anlässlich der Renten-
zusprache per 1. September 1995 (act. 7, 16, 67 – 74). Bei der Annah-
me eines Invaliditätsgrades von 100% wurde kein Erwerbsvergleich er-
stellt.  Bei  der  ersten  Rentenrevision  im  Jahr  1997  holte  die  IV 
V._______ je einen Verlaufsbericht  des Hausarztes  (Formular  und 1 
Seite, act. IV/75) und der Psychiaterin (2 Seiten, act. IV/76 ein). Für 
die  weiteren  Revisionen  im  Jahr  1999  und  2002  wurden  nur  noch 
ausgefüllte Formulare der Versicherten bzw. des Hausarztes eingeholt 
(act. IV/26, 27, 29, 30, 77). Es ist somit auf die Abklärungsakten aus 
dem Jahr 1995 (Verfügung vom 1. September 1995) sowie – falls sich 

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daraus  konkretisierende  Angaben  ergeben  –  diejenigen  Akten  aus 
dem Jahr 1997 (Verfügung vom 6. Oktober 1997) abzustellen.

6.
6.1 Den Akten sind im Rahmen der ersten Schwangerschaft und Ge-
burt bei der Versicherten Komplikationen (Cerclage und Hospitalisation 
in  der  Früh-  und  Spätschwangerschaft  mit  Bettruhe;  Zangengeburt, 
manuelle Plazentalösung, Curettage; act. IV/67) zu entnehmen.

6.2 Bei der Begutachtung der Versicherten in der Rheumatologischen 
Universitätsklinik W._______ im Herbst 1993 (vgl. act. 71 S. 1) war sie 
mit  dem zweiten Kind im sechsten Monat  schwanger. In  dieser  Zeit 
weilte  ihr  seit  November  1992  arbeitsloser  Ehemann  wegen  eines 
Schädel-Hirn-Hämatoms im Spital.

Die Rheumatologen stellten tieflumbale Schmerzen mit  Ausstrahlung 
in den Unterbauch beidseitig sowie in das Gesäss, die Flanke und den 
Oberschenkel  rechts,  ohne  neurologische  Ausfälle,  bei  Schmerzver-
stärkung beim Bücken, Stehen und Sitzen, auch in der Nacht, fest. Als 
Befunde erhoben sie im Verlauf der beiden Konsultationen eine meis-
tens vollständige Wirbelsäulenbeweglichkeit mit in der rechten Flanke 
angegebenen Schmerzen, insbesondere bei Lateralflexionen, Reklina-
tion und Quadrantentestung und zeitweise Druckdolenz im thorakolum-
balen  Übergang  sowie  entlang  der  Lendenwirbelsäule,  der  Becken-
kämme,  um beide  Trochanteren majores  und den  Oberschenkelaus-
senseiten, bei einer Thoraxexpansion von 6 cm und im Übrigen alters-
entsprechendem normalem Rheumastatus.

Das Gutachten beruhte auf aktuellen Laborwerten und einem CT Tho-
rax und Abdomen vom 13. April 1993. Die Gutachter stellten die Diag-
nose chronisches,  mechanisches lumbovertebrales  Schmerzsyndrom 
mit  sekundären,  wechselnden  Polyinsertionstendinosen  im  Bereich 
des  Beckens  und  der  Oberschenkel  bei  psychischer  Überforderung 
durch die zweite ungewünschte Schwangerschaft, mit 1-jährigem Kind 
sowie unklarer operationsbedürftiger Hirnerkrankung des Ehemannes.

Bezüglich der Arbeitsfähigkeit gaben sie an, die Patientin befinde sich 
aktuell  offenbar in einer psycho-sozio-physischen Grenzsituation und 
vermöge  die  verschiedenen  offenen  Fragen  (2.  Kind,  Krankheit  des 
Ehemannes)  bezüglich  ihrer  Zukunft  nicht  in  eine  für  sie  günstige 
Form in ihr Leben zu integrieren. Sie mache einen hilflosen Eindruck.  

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Aus rheumatologischer Sicht sei sie bei beschwerdefreier Schwanger-
schaft zwar für eine leichte Arbeit (Lasten bis 10 kg) zu 100% arbeits-
fähig, aus gesamtmedizinischer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt aber ab 
dem 8. September  1993  zu  mindestens  70% arbeitsunfähig. Es  sei 
nicht  abzusehen,  wie  sich  die  Arbeitsfähigkeit  nach  der  Geburt  des 
zweiten Kindes entwickeln werde, rheumatologische Faktoren würden 
vermutlich weniger im Vordergrund stehen.

6.3 Im Bericht  des  regionalen Abklärungsdienstes  (act. IV/7)  stehen 
einerseits die gesundheitlichen Beschwerden (Rückenschmerzen) seit 
der ersten Schwangerschaft, die sich auch danach trotz Medikamen-
ten und Physiotherapie nicht besserten, und seit der Geburt des zwei -
ten Kindes in die Beine ausstrahlen würden, sowie die Überforderung 
durch  die  familiäre  und  finanzielle  Situation  (Erziehung  der  Kinder, 
Arbeitslosigkeit der Versicherten und ihres – mittlerweile ausgesteuer-
ten – Ehemannes, der kaum Deutsch spreche)  im Vordergrund. Auf-
grund der Schmerzen liege sie praktisch nur herum, während der Ehe-
mann den Haushalt besorge und die Schwägerin die Kinder betreue. 

6.4 Der Hausarzt Dr. D._______ stellte am 21. Dezember 1994 einen 
Gesundheitsschaden per Dezember 1991 (wobei die Rückenschmer-
zen bereits  im Oktober  1990 begannen)  und eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100% seit 1. Juni 1993 fest. Als Diagnosen gab er ein chronisches 
lumbovertebrales  Schmerzsyndrom,  mit  Polytendynosen,  im  Bereich 
des Beckens und der Oberschenkel beidseits und einen Verdacht auf 
psychosomatisches  Syndrom  mit  Verarbeitungsproblematik  an.  Die 
Schmerzen hätten sich  seit  der  zweiten Schwangerschaft  verschlim-
mert, die Patientin könne auch den Haushalt nicht mehr erledigen. Sie 
wirke hilflos und überfordert und könne die psychosomatische Erkran-
kungsdiagnose nicht akzeptieren, weshalb sie eher bei ihrer Vorstel-
lung bleibe, eine sehr kranke Frau zu sein (act. IV/72).

In seiner Stellungnahme vom 21. April 1997 (act. IV/75) beschrieb der 
Hausarzt  weiterhin  massive  Rücken-  und  Nacken-  und  migränöse 
Kopfschmerzen mit zum teil entzündlichen Komponenten und Abdomi-
nalbeschwerden mit starker psychischer Komponente (massive Ängs-
te,  Schlafstörungen).  Er  ging  von  einem vorläufig  nicht  besserungs-
fähigen Zustand aus, solange sich die Umstände, in denen die Versi-
cherte  sich  befinde (Überforderung  mit  zwei  Kindern  und  Ehemann, 
der nicht arbeite), nicht ändern würden. 

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6.5 Dr. E._______, Dr. med. FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 
stellte  in  ihrem  Gutachten  vom  13.  Februar  1995  (act.  IV/73)  ein 
bereits schwer chronifiziertes lumbovertebrales Schmerzsyndrom fest. 
Es sei unklar, ob eine positive Entwicklung der familiären Situation mit 
dem Grösserwerden der Kinder dieses noch lindern könne. Sie ging 
von einer Arbeitsunfähigkeit von über 70% aus und beschrieb weiter 
die  Diskrepanz,  dass  die  Versicherte  selbst  von  einem  rein  soma-
tischen  Krankheitsmodell  ausgehe,  so  treffend  sie  auch  indirekt  die 
möglichen psychischen Hintergründe andeute.

In ihrem Nachtrag vom 29. Mai 1995 (act. IV/74) gab sie an, es handle 
sich hier um ein sehr komplexes Zusammenwirken von körperlichen, 
psychischen und sozialen Faktoren, bei denen sehr schwer zu bezif-
fern sei, welcher dieser Faktoren in welchem Ausmass für die Arbeits-
unfähigkeit  mitverantwortlich  sei.  Gemäss  ICD  10  kämen  in  Frage: 
F 43.2  (Anpassungsstörung),  F  45.4  (anhaltende  somatoforme 
Schmerzstörung)  sowie  F  32.2  (schwere  depressive  Episode  ohne 
psychotische Symptome). Es dürfe davon ausgegangen werden, dass 
die Arbeitsunfähigkeit von 70% im Wesentlichen durch die Depression 
respektive die psychische Anpassungsstörung an die einschneidende 
Lebensveränderung bedingt sei. 

Im  Verlaufsbericht  vom  10.  Juli  1997  stellte  Dr.  E._______  eine 
weiterhin  bestehende  Arbeitsunfähigkeit  von mehr  als  75% fest. Die 
Elemente  des Konflikts  der  Versicherten  zwischen den Kulturen  und 
des  Gastlandes  und  der  schwierigen  familiären  Situation  seien 
eindeutig vorhanden, eine somatoforme Schmerzstörung sei gegeben 
und die Depressivität zeige sich noch deutlicher als im Jahr 1995.

6.6 Die  Ärztin  des  RAD  Rhône,  Dr.  F._______  (Fachärztin  für 
Allgemeinmedizin  FMH),  stellte  am 22. Januar  2007 zu Handen der 
IVSTA fest, der Patientin sei die Rente wegen der psychischen Situa-
tion zugesprochen worden. Es sei ein psychiatrischer Bericht inklusive 
Fragenkatalog zur somatoformen Schmerzstörung sowie die Stellung-
nahme eines Somatikers zum aktuellen Gesundheitszustand einzuho-
len (act. IV/53).

6.7 Dr. C._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 
stützte  sich  in  seinem  Gutachten  vom  3.  August  2007  auf  eine 
Untersuchung der  Versicherten,  die medizinischen Vorakten vom 17. 
Dezember 1993 – bis 10. Juli 1997 sowie die Besprechungen mit dem 

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Rheumatologen Dr. B._______ (act. IV/79, 80).

Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der Untersuchung Schmerzen 
am ganzen Körper an, sehr heftige Schmerzen im Nacken- und Arm-
bereich. Sie habe eine Haushaltshilfe, die auch die Kinder erziehe. Der 
Ehemann sei seit  der erlittenen Gehirnblutung auch erheblich behin-
dert. Sie  leide unter  Ängsten,  auf  der  Reise bewusstlos  zu werden, 
was in letzter Zeit immer wieder vorgekommen sei, deshalb habe ihre  
älteste Tochter sie in die Schweiz begleitet. Sie sei in der Schweiz und 
in der Türkei noch während zwei Jahren psychiatrisch behandelt wor-
den, das habe geholfen. Die Depression sei seit 2007 besser, sie habe 
keine Selbstmordimpulse mehr. Für die Angstzustände habe sie Medi-
kamente (Benzodiazepine) in Reserve. 

Dr. C._______ stellt die Diagnosen anhaltende somatoforme Schmerz-
störung  (ICD-10:  F  45.4),  Panikattacken  (F41.0),  sekundärer  Krank-
heitsgewinn und familiäre Schwierigkeiten (Z63). Er folgert weiter, die 
im Jahr 1997 festgestellte schwere depressive Episode habe sich seit 
Anfang 2007 in deutlichem Ausmass (angenehme Leistungsumstände 
aufgrund mehrerer  Renten,  die  die  Familie  erhält,  Aufgabe  der  psy-
chiatrischen Behandlung in der Türkei) zurückgebildet, eine ambulante 
psychiatrische Behandlung werde nicht mehr durchgeführt. Dafür habe 
sich eine neue Störung herausgebildet, die in ihrem Ausmass zu einer 
Panikkrankheit geworden sei (S. 7).

Die Patientin mache den Eindruck einer körperlich schwerst kranken 
Frau. Sie sei stark auf die körperlichen, sich ausdehnenden Schmer-
zen fixiert, sei sehr langsam und generell apathisch, sei bei der Unter-
suchung stark ermüdet und leide unter hypochondrischen Befürchtun-
gen. Es bestehe keine Suizidalität, bei subdepressiver Stimmungslage. 
Ihr Verhalten könne teilweise im Rahmen einer akuten Psychosomati-
sierung  gesehen  werden,  wobei  daneben  bewusstseinsnahe  Bestre-
bungen (appellative und demonstrative Tendenzen) eine Rolle spielen 
würden. Die somatoforme Schmerzstörung an sich sei  nicht  invalidi-
tätsrelevant. Es bestünden indessen Hinweise, dass die Beschwerde-
führerin ihre Schmerzen nicht vollständig überwinden könne, weshalb 
er  von einer  psychiatrischen Komorbidität  mittelgradigen Ausmasses 
ausgehe. Die Patientin habe ihre soziale Integration nicht verloren und 
leide nicht unter chronischen Begleiterkrankungen. Sie habe dadurch 
einen sekundären Krankheitsgewinn, dass sie von der Familie wie ein 
Kind  umsorgt  werde. Aus psychiatrisch-psychosomatischen  Gründen 

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sei  somit  die  Arbeitsfähigkeit  noch  zu  50%  eingeschränkt,  weil  die 
Depression weitgehend  verschwunden sei.  Er  stellt  jedoch  aufgrund 
der vorhandenen Chronifizierung keine optimistische Prognose. In der 
ausserhäuslichen  Arbeitsfähigkeit  (in  reduziertem  Ausmass,  wie  sie 
das früher getan habe) bestehe kaum eine zusätzliche Verbesserung, 
im Haushalt sei sie objektiv nicht eingeschränkt. 

6.8 Dr. B._______,  Spezialarzt  FMH für  Rheumatologie,  untersuchte 
die Beschwerdeführerin am 1. August 2007 und stützte sich weiter auf 
die IV-Akten und die Besprechung mit Dr. C._______ (act. IV/78, 79).  
Er stellte als aktuelle Beschwerden Kreuz- und Beinschmerzen, aus-
gehend vom seitlichen Beckenrand bis zu den Zehen, starke Schulter-
Arm-Schmerzen rechts, kalte Hände und Füsse sowie Nackenschmer-
zen mit Ausstrahlung bis ins Kreuz, sowie ein weiches, aber diffus ex-
trem dolentes Abdomen fest. Die Patientin gebe an, sie habe seit 1992 
überall  Schmerzen.  Dazu  kämen  Mundtrockenheit,  Wärme  im  Kopf, 
starke  Kopfschmerzen  bzw.  Migräne,  tiefer  Blutdruck  und  Bauch-
schmerzen.

Er stellt fest, der damalige Hausarzt in der Schweiz habe die Patientin 
seit 1990 (also noch vor der Schwangerschaft) wegen Rückenschmer-
zen behandelt. In seinem Bericht vom 21. April 1997 beschreibe er die 
Behandlung von somatischen Erkrankungen, die er teilweise der Fib-
romyalgie  zuschreibe. Aktuell  werde  die  Patientin  mit  Schmerz-  und 
Migränemitteln,  Benzodiazepin  und  gegen  Eisenmangel  behandelt, 
wobei unklar sei, welche Medikamente sie genau schlucke.

Während der Untersuchung sei die Versicherte wenig konzentriert ge-
wesen, die Angaben diffus und wenig verwertbar. Sie habe depressiv 
gewirkt. Sie habe den Eindruck einer frisch polytraumatisierten alten 
Frau  gemacht.  Eine  ordnungsgemässe  rheumatologische  Untersu-
chung sei nicht möglich gewesen, da dies ein Mindestmass an Mithilfe 
erfordern würde, was nicht vorhanden gewesen sei. 

Im Bereich  der  Halswirbelsäule  und der  Arme/Hände waren für  den 
Arzt  trotz  heftiger  Schmerzen und einer  Zwangshaltung des rechten 
Ellenbogens und der Finger der rechten Hand keine abnormen Befun-
de objektivierbar. Auffällig sei eine deutliche, rechtsbetonte Beschwie-
lung über dem Fingergrundgelenk IV gewesen. Ebenfalls seien im Be-
reich der unteren Extremitäten keine abnormen Befunde objektivierbar 
gewesen. Da die Patientin  nicht  habe stehen können,  habe sich die 

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Form der  Wirbelsäule  nicht  –  bzw. nur  indirekt  –  beurteilen  lassen. 
Insgesamt  stellte  der  Gutachter  Bewegungsschmerzen und  zum Teil 
atypische Schmerzprojektionen fest, daneben habe die Versicherte bei 
allen Lageveränderungen vor allem starke Rückenschmerzen angege-
ben. Palpatorisch habe sich eine generalisierte Druckdolenz der Kör-
peroberfläche von Kopf bis Fuss mit Betonung des Rückens und der 
rechten Körperhälfte gefunden. 

Dr. B._______ stützt sich einerseits auf bildgebende Untersuchungen 
der  Akten  aus  den  Jahren  1992/1993  sowie  auf  das  von  der 
Versicherten  mitgebrachte  Röntgenbild  LWS  ap/seitl.  vom  18.  Mai 
2007,  wobei  die  Bildqualität  dürftig  sei.  Die  Veränderungen  darauf 
würden in der altersüblichen Norm liegen. Zusätzliche Untersuchungen 
seien nicht erforderlich gewesen, da das klinische Bild derart typisch 
gewesen sei. Zudem wären radiologische Abklärungen wegen der ex-
tremen Hilfsbedürftigkeit  der  Versicherten  praktisch  nur  unter  Spital-
bedingungen möglich  gewesen. Bei  den Laboruntersuchungen stützt 
sich der Gutachter auf die in den Akten befindlichen Untersuchungen 
aus dem Jahr 1993.

Der  Rheumatologe  diagnostiziert  eine  Panalgie  (Ganzkörperschmer-
zen)  mit  Betonung  des Rückens  und  der  rechten  Körperhälfte  ohne 
erkennbare, ausreichend erklärende somatische Befunde (wahrschein-
lich schon seit  1992), ein lumbovertebrales, ev. lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom (erstmals  erwähnt  1990)  bei  minimer  Fehlhaltung, 
radiologisch  altersnormalen,  leichten  degenerativen  Veränderungen 
und klinisch keinen sicheren pathologischen Befunden. Das Schmerz-
syndrom manifestiere sich im Rahmen der Panalgie und habe vermut-
lich einen somatischen Kern. Der Gutachter stellt  im Weiteren anam-
nestisch eine Anämie und gastrointestinale Beschwerden fest. Die ge-
neralisierte Schmerzproblematik bestehe seit vielen Jahren (die Versi-
cherte  habe  gemäss  den  Akten  schon  im  Dezember  1992  keine 
Massagen vertragen, vgl. act. IV/65). Das schon vom Hausarzt im Jahr 
1994  beschriebene  demonstrative  Verhalten  habe  sich  noch  massiv 
verstärkt, die Versicherte könne ohne fremde Hilfe nicht mehr gehen, 
sich nicht an- und ausziehen, sich nicht selber auf ein Bett legen. Das 
Verhalten  habe  eine  ausgeprägt  demonstrativ-appellatorische  Note. 
Als Ursache sei die somatoforme Schmerzstörung wahrscheinlich, un-
ter Annahme einer aggravatorischen Komponente (laufend wechseln-
de  Befunde  in  kurzer  Zeit,  bessere  Beweglichkeiten  bei  Ablenkung, 
z.T. nicht nachvollziehbare Schmerzprojektionen). Es bestehe kein Fib-

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romyalgiesyndrom,  da  die  Diagnosekriterien  nicht  erfüllt  seien.  Eine 
massive, organisch bedingte Wirbelsäulensymptomatik sei nicht denk-
bar. Somit sei die Arbeitsunfähigkeit fast ausschliesslich vom Psychia-
ter festzulegen. Aus somatischer Sicht sei nie eine Arbeitsunfähigkeit 
von mindestens 20% eingetreten. Seit der rheumatologischen Begut-
achtung im Jahr 1993 sei aus somatischer Sicht keine Veränderung er-
kennbar.  Eine  grössere  Rückenbelastung  sei  allerdings  weder  nach 
der Vorgeschichte, noch nach dem Alter und Trainingszustand der Ex-
plorandin sinnvoll. Der  Gutachter  hält  es indessen für  zynisch,  noch 
zumutbare Tätigkeiten aufzuzählen,  da die Versicherte  sich wie eine 
schwerst behinderte Frau fühle und verhalte.

6.9 Dr. F._______ vom RAD übernahm am 17. September 2007 unter 
Zusammenfassung der eingeholten Gutachten sowie des ausgefüllten 
„Fragebogens bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen“ die 
von Dr. C._______ festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 50% sowohl in 
der bisherigen Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit sowie eine 
volle Arbeitsfähigkeit im Haushalt seit Anfang 2007 (act. IV/81 – 83).

6.10 Der  verantwortliche  Leiter  der  Poliklinik  „(...)“,  Dr.  G._______, 
bestätigte am 29. Oktober 2007, die Patientin sei seit dem Jahr 2003 
in  der  Poliklinik  in  Behandlung.  Sie  leide  unter  schwerwiegenden 
Rückenschmerzen,  regelmässigen  Hypotonieattacken,  Kopfschmer-
zen,  Anämie  und  Magenschmerzen.  Weiter  habe  sie  in  der  rechten 
Hand und den Fingerspitzen durchgehend Krämpfe sowie zusätzlich 
vorübergehende Gefühls-  und Bewegungsverluste. Aus diesen Grün-
den sei sie zu 100% arbeitsunfähig (act. 89, 91). 

Der  weiter  übermittelte  Röntgenbericht  von  Dr.  H._______  vom 
18. Mai 2007 lag Dr. B._______ für sein Gutachten vor (act. IV/78 S. 9,  
92, 96).

6.11 Der  RAD  stellte  am  4.  Januar  2008  abschliessend  fest,  die 
Arbeitsunfähigkeit beruhe rein auf der psychiatrischen Diagnose. Die-
se bestehe in erster  Linie aus einer grotesk anmutenden somatofor-
men Schmerzstörung. 1995 habe zudem eine schwere depressive Stö-
rung vorgelegen. Diese sei nun seit anfangs 2007 deutlich gebessert.  
Damit  liege  eine  deutliche  Verbesserung  des  Gesundheitszustandes 
vor.  Der  untersuchende  Psychiater  bescheinige  heute  eine  Arbeits-
fähigkeit  zu 50% ab anfangs 2007. Die eingereichten Akten aus der 

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Türkei enthielten keine neuen Gesichtspunkte, welche die Beurteilun-
gen von Dr. B._______ und Dr. C._______ verändern würden.

7.
Die Vorinstanz begründet die Kürzung der ganzen Rente im Wesent li-
chen damit, dass aufgrund der polydisziplinären Untersuchung und er-
stellten sorgfältigen und schlüssigen Gutachten feststehe, dass bei der 
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht  keine und aus psychiatri-
scher Sicht noch eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die im Jahr 
1995  festgestellte  depressive  Störung  habe  seit  Anfang  2007  eine 
deutliche Besserung erfahren. Demnach habe sich der Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin deutlich verbessert. Weil der Schmerz 
grundsätzlich  überwindbar  sei,  seien  trotz  Schmerzproblematik  der 
Haushalt unbeschränkt und praktisch alle Tätigkeiten zumutbar. 

7.1 Da es sich vorliegend um einen Revisionsfall handelt, bei welchem 
der Beschwerdeführerin im Jahr 1995 aufgrund psychogener, milieu-
reaktiver Störungen (vgl. act. IV/39.2) bzw. eines chronischen lumbo-
vertebralen  Schmerzsyndroms  mit  Elementen  einer  Anpassungsstö-
rung  und  einer  schweren  depressiven  Episode  bei  100% Arbeitsun-
fähigkeit  eine  ganze  Invalidenrente  zugesprochen  wurde,  ist  vorab 
abzuklären, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
seit der Rentenzusprache in einem Mass verbessert hat, dass ihr nur 
noch eine halbe Rente zusteht (BGE 130 V 343, siehe oben E. 5.1). 
Die in BGE 130 V 352 vom Bundesgericht begründete Rechtsprechung 
zur  somatoformen Schmerzstörung ist  demnach vorliegend nur  sehr 
bedingt  anwendbar  (BGE 135  V  201,  siehe  oben  E. 5.1  und  unten 
E. 7.3.2). 

7.2 Bezüglich  der  für  die  Vorinstanz  entscheidrelevanten  Gutachten 
von Dr. C._______ und Dr. B._______ ist vorab festzuhalten, dass es 
sich um verwaltungsexterne Gutachter gemäss Art. 44 ATSG handelt. 
Entscheidend ist  demnach, dass die Gutachten umfassend sind und 
den vollständigen Sachverhalt beurteilen, die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt  werden,  die  Darlegung  der  Zusammenhänge  und  die 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss-
folgerungen  der  Gutachter  begründet  sind  (ausführlich  siehe  oben 
E. 4.5).

7.3
7.3.1 Soweit  die  beiden  Gutachter  gestützt  auf  die  Rechtsprechung 
des Bundesgerichts gemäss BGE 130 V 352 festhalten, die Beschwer-

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deführerin sei aus somatischer Sicht nie zu 20% arbeitsunfähig gewor-
den (act. IV/78 S. 12) bzw. die anhaltende somatische Schmerzstörung 
sei für sich genommen noch kein Grund, eine definitive Einschränkung 
der  Arbeitsfähigkeit  anzunehmen (act.  IV/80  S. 7),  ist  unter  Anwen-
dung  der  zitierten  Rechtsprechung  entgegenzuhalten,  dass  der  Be-
schwerdeführerin die Rente im Jahr 1995 insbesondere aufgrund der 
Schmerzsymptomatik, verbunden mit psychiatrischen Erkrankungsele-
menten zugesprochen wurde (vgl. z.B. act. IV/72 S. 2, 74, 76). Vorlie-
gend ist nicht ersichtlich, dass ein Fall einer damals besonders kras-
sen,  stossenden  Leistungszusprache  vorliegen  könnte,  die  korrigiert 
werden  müsste.  Auch  erscheint  die  damalige  Rentenzusprache  aus 
der heutigen Perspektive nicht als rechtswidrig, sachfremd oder nicht 
vertretbar (vgl. oben E. 5.1.1 f.).

Deshalb bildet die – bis heute anhaltende und von den beiden Gutach-
tern in act. IV/78 und 80 ausführlich und eindrücklich beschriebene – 
chronifizierte  somatoforme  Schmerzstörung  vorliegend  weiterhin 
Grundlage für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin. Aus den Akten ist – bezüglich der Schmerzerkrankung – im 
Vergleich zu den Akten aus dem Jahr 1993 – 1997 auch keine Verbes-
serung der Situation ersichtlich (vgl. act. IV/78 S. 13 Rz. 5 und 7; 80 
S. 8 oben). 

7.3.2 Zu ergänzen bleibt bezüglich der auch von den beiden Gutach-
tern diagnostizierten schwerwiegenden und chronifizierten somatofor-
men Schmerzstörung, dass das Bundesverwaltungsgericht vorliegend 
unter Annahme der vom Bundesgericht aufgestellten Prüfkriterien zur 
somatoformen Schmerzstörung: psychische  Komorbidität,  chronische 
und körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsver-
lauf  bei  unveränderter  oder  progredienter  Symptomatik  ohne länger-
fristige Remission, ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen 
des Lebens, verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer inner-
seelischer  Verlauf  (sekundärer  Krankheitsgewinn),  unbefriedigende 
Behandlungsergebnisse (vgl.  ANDREAS BRUNNER/NOAH BIRKHÄUSER, Soma-
toforme Schmerzstörung – Gedanken zur Rechtsprechung und deren 
Folgen für die Praxis, insbesondere mit  Blick auf die Rentenrevision, 
BJM 4/2007 S. 169 ff., 176 f. mit Verweisen auf BGE 130 V 396 E. 5 ff. 
sowie  ULRICH MEYER-BLASER,  Der  Rechtsbegriff  der  Arbeitsunfähigkeit, 
namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung 
und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: RENÉ SCHAFFHAUSER/ 
FRANZ SCHLAURI [HRSG.],  Schmerz  und  Arbeitsunfähigkeit,  St.  Gallen 

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2003 S. 27 ff.), insbesondere aufgrund der hier bestätigten Komorbidi-
tät, der langen Dauer der Erkrankung seit 1992 mit progredientem Ver-
lauf, dem klaren sekundären Krankheitsgewinn und bezüglich der wei-
teren nicht abschliessend geklärten Kriterien (sozialer Rückzug auf die 
Familie,  Ausschluss  von  Begleiterkrankungen,  Behandlungsverlauf, 
siehe unten E. 7.5 ff. und 7.6 ff.) nicht von vornherein eine nach neuer 
Rechtsprechung rentenrelevante Schmerzstörung ausschliessen kann, 
weshalb diesbezüglich weitere Abklärungen zu treffen sind.

7.4 Zusätzlich bleibt abzuklären ob – wie von der Vorinstanz gestützt 
auf  das  Gutachten  von  Dr. C._______  festgestellt  wurde  –  sich  der 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hinsichtlich der im Jahr 
1995 bzw. 1997 festgestellten schweren depressiven Episode renten-
relevant verbessert hat.

7.4.1 Dr.  C._______  begründet  seine  Beurteilung,  die  depressive 
Episode  habe  sich  in  bedeutendem  Mass  seit  Anfang  2007 
zurückgebildet,  damit,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  der  Türkei 
angenehme Lebensumstände gefunden habe, da die Familie von den 
Versicherungsleistungen leben und sich eine Frau leisten könne, die 
ihr die Arbeit abnehme. Durch die Verbesserung des Zustandes habe 
sie  die  ambulante  psychiatrische  Behandlung  aufgeben  können.  Es 
habe  sich  indessen  eine  neue  Störung  herausgebildet,  die  sich  zu 
einer Panikkrankheit entwickelt habe.

7.4.2 Die Akten enthalten aus psychiatrischer Sicht nur die Beurteilun-
gen von Dr. E._______ aus den Jahren 1995 und 1997 sowie die Beur-
teilung  von Dr. C._______. Ein  Verlauf  der  psychischen Entwicklung 
zwischen 1997 und 2007 fehlt. Insbesondere liegen keine Belege über 
eine psychiatrische Behandlung in  der  Schweiz  oder  der  Türkei  vor. 
Dr. C._______ scheint sich einzig auf die Angaben der Explorandin so-
wie seinen Eindruck der Patientin anlässlich der Untersuchung zu stüt -
zen. Dabei thematisiert er nicht, dass die Beschwerdeführerin – jeden-
falls in Jahren 1994 bis 1997 – immer davon ausging, eine körperlich 
schwer kranke Frau zu sein und sich nicht mit einer psychischen Er-
krankung abfinden konnte (vgl. act. IV/72 S. 2, 73 S. 3, 76 S. 2 f., 78  
S. 13 Rz. 7 sowie 80 S. 3, Geistes- und Nervenkrankheiten kämen in 
der Familie nicht vor).

Gemäss dem Gutachten gibt  die Explorandin an,  die Psychiaterin  in 
der Schweiz habe ihr helfen können, nach ihrer Rückkehr in die Türkei 

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habe sie während zwei Jahren einen Psychiater besucht, der ihr Medi-
kamente abgegeben habe. Die Depression sei seither deutlich schwä-
cher ausgeprägt. Es sei nie mehr zu Selbstmordimpulsen gekommen, 
vermutlich  helfe dabei  mit,  dass  sie  von der  Familie  versorgt  werde 
(act. IV/80 S. 4).

7.4.3 Dr. E._______ erwähnt in ihrem Bericht vom 10. Juli 1997 (act.  
IV/76) zwar eine sich deutlich manifestierende Depressivität (schwere 
depressive  Episode),  aber  keine  Hinweise  auf  Suizidimpulse. 
Dr. C._______ führt  nicht aus, inwieweit  er im Rahmen der Untersu-
chung die angegebene weitgehende Rückbildung der Depression fest-
stellen konnte, oder ob er sich einzig auf die Angaben der Explorandin 
stützt, welche aussagt, psychiatrisch behandelt worden zu sein, selber 
von einer Verbesserung ausgeht und die Therapie aufgegeben hat. 

Somit  ist,  wie  auch  die  Beschwerdeführerin  in  der  Replik  (act.  17)  
ausführt,  weder  ausreichend  belegt  noch  begründet,  dass  sich  die 
depressive  Störung  relevant  verbessert  hat.  Auch  ist  nicht  nachvoll -
ziehbar dargelegt worden, inwieweit die behauptete Verbesserung der 
Depression  –  im  Zusammenwirken  mit  der  hauptsächlich  in  Frage 
stehenden  somatoformen  Schmerzstörung  –  einen  Einfluss  auf  die 
Arbeitsfähigkeit hat.

7.4.4 Was die von Dr. C._______ neu diagnostizierte Panikstörung be-
trifft, ist anzumerken, dass der Hausarzt die Patientin bereits im April  
1997 wegen Angststörungen behandelte, sich dahingehend beim psy-
chiatrischen Bericht aus dem Jahr 1997 jedoch keine Hinweise finden 
(act. IV/75 S. 3, 76). Offen bleibt, wie sich diese „Panikkrankheit“ bei 
der Beschwerdeführerin seit 1997 entwickelt hat.

7.4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass für das Bundesverwal-
tungsgericht  bezüglich der  Depression weder  belegt  noch ersichtlich 
ist,  ob und in welchem Mass sich diese verbessert  hat. Auch finden 
sich keine Hinweise auf die Auswirkungen der Panikstörung.

7.5 Ergänzend ist anzumerken, dass Dr. B._______ die Untersuchung 
anscheinend  am  1.  August  2007  in  der  psychiatrischen  Praxis  von 
Dr. C._______ durchführte  und es unter den gegebenen Umständen 
als  nicht  möglich  erachtete,  aktuelle  bildgebende  Daten  wie 
Röntgenbilder  von  akzeptabler  Qualität  und  eine  aktuelle 
Laboruntersuchung zu veranlassen (vgl. act. IV/78 S. 9). Die von ihm 
beurteilten Bilder und die Labordaten stammen jedoch aus dem Jahr 

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1993,  als  die  Beschwerdeführerin  23  Jahre  alt  und  schwanger  war. 
Zudem  führt  Dr. B._______  selber  aus,  das  aktuell  mitgebrachte 
Röntgenbild aus der Türkei sei von schlechter Qualität. Dass er aus-
serdem die aktuelle Diagnose Anämie aufgrund von Labordaten aus 
dem Jahr 1993 stellt, erstaunt.

Soweit die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung behauptet, es sei eine 
polydisziplinäre Begutachtung eingeholt worden, ist ihr entgegenzuhal-
ten, dass Dr. F._______ in ihrer ersten Stellungnahme eine Abklärung 
durch  einen  Somatiker  verlangt  hat  (siehe  oben  E.  6.6).  Die  Akten 
enthalten  einzig  die  interdisziplinäre  Begutachtung  des  Psychiaters 
und des Rheumatologen. Es fehlen jedoch Angaben zur geltend ge-
machten und seit 1988 bestehenden Migräne (vgl. act. IV/72, 75 S. 3, 
89,  91)  und  jegliche  internistischen  und  gynäkologischen  (Verlaufs- 
bzw.  Untersuchungs-)Akten,  obwohl  die  Beschwerdeführerin  in  der 
Schweiz mehrfach zur Abklärung (organischer) Krankheiten im Spital 
war (act. IV/75) und gemäss den Akten jedenfalls die erste Schwan-
gerschaft  und Geburt  komplikationsreich verliefen. Daneben fehlen – 
wie schon oben erwähnt – jegliche psychiatrische Verlaufsakten, allen-
falls  auch  im  Zusammenhang  mit  den  verschiedenen  Schwanger-
schaften.

7.6 Somit gelingt es der Vorinstanz nicht,  aufgrund des aus heutiger 
Sicht – bereits in den 90-er Jahren und der Revisionen bis zum Jahr 
2002  –  nur  bruchstückhaft  abgeklärten  Gesundheitszustandes  und 
dem Zeitablauf von über zehn Jahren bis zur neuen – ebenfalls unvoll -
ständigen und zudem widersprüchlichen – Begutachtung, eine wesent-
liche Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Beschwerdefüh-
rerin  rechtsgenüglich  darzulegen,  um  eine  Kürzung  der  bisherigen 
ganzen  Rente  zu  rechtfertigen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann 
jedoch  nicht  ausschliessen,  dass  der  Beschwerdeführerin  in  der 
Situation, in welcher sie sich heute befindet, mittlerweile wieder eine 
noch zu definierende – allenfalls im zeitlichen Rahmen zu steigernde – 
Betätigung zumutbar sein könnte. 

7.7 Zusammenfassend erweist sich die Verfügung vom 17. April 2008 
als bundesrechtswidrig und ist deshalb aufzuheben. Die Vorinstanz hat 
im Sinne der Erwägungen den Gesundheitszustand ergänzend zu er-
mitteln, indem die Beschwerdeführerin psychiatrisch, rheumatologisch 
und internistisch, inkl. Labor und entsprechender bildgeberischer Tech-
niken in der Schweiz umfassend (allenfalls stationär unter Spitalbedin-

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gungen)  zu  begutachten  ist,  unter  vorheriger  Einholung  der  nicht 
aktenkundigen  psychiatrischen  und  somatischen  Verlaufsakten  aus 
der Schweiz und der Türkei. Im Rahmen der Begutachtung ist arbeits-
medizinisch der Frage nachzugehen, ob, und wenn ja, welche Tätigkei-
ten in welchem zeitlichen Umfang (bzw. bei zumutbarer Steigerung des 
Tätigkeitsumfangs:  Zeitplan)  mit  welchen  begleitenden  Massnahmen 
der  Beschwerdeführerin  zumutbar  sind. Darauf  gestützt  hat  die  Vor-
instanz  einen  Erwerbsvergleich  zu  erstellen,  den  Invaliditätsgrad  zu 
berechnen und anschliessend neu zu verfügen.

7.8 Unter  diesen  Umständen  ist  auf  die  sinngemässen  Rügen,  das 
rechtliche Gehör sei ungenügend gewährt (soweit dieser gerügte Man-
gel  nicht  durch  die  Akteneinsichtnahme  im  Beschwerdeverfahren 
geheilt wurde) und die angefochtene Verfügung sei nicht gemäss ge-
setzlichen Voraussetzungen begründet worden, nicht  weiter  einzuge-
hen.

8.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei -
entschädigung.

8.1 Weder der unterliegenden Vorinstanz noch der obsiegenden Be-
schwerdeführerin sind Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 
und 2  VwVG). Der  geleistete  Kostenvorschuss von Fr.  300.--  ist  der 
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

8.2 Der obsiegenden Partei kann nach Massgabe ihres Erfolges von 
Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachse-
ne notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen wer-
den (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). 

Da keine Honorarnote eingereicht wurde, ist die Höhe der Entschädi-
gung aufgrund der Akten zu bestimmen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter 
Berücksichtigung des aktenkundigen Aufwands wird die Parteientschä-
digung  auf  Fr.  2'500.--  festgelegt.  Diese  ist  von  der  Vorinstanz  zu 
leisten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  in  dem Sinne gutgeheissen,  als  dass die  Ver-
fügung vom 17. April 2008 aufgehoben und die Angelegenheit an die 
Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung 
im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge. 

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben. Der  geleistete  Kosten-
vorschuss von Fr. 300.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'500.-- zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherung

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 30