# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6474574e-c468-5df1-8fbd-d16b01e05a93
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 20.12.2022 S 2022 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-112_2022-12-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 112

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 20. Dezember 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Procap Schweiz,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,IV-Stelle,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren B._____, war zuletzt als Verkäuferin bei C._____ tätig. 

Im August 2016 meldete sie sich bei der IV-Stelle des Kantons Graubün-

den (nachfolgend IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Diese tätigte erwerb-

liche und medizinische Abklärungen. Mit bei ihr am 8. September 2016 

eingegangenem Verlaufsbericht wiesen med. pract. D._____ und Dr. phil. 

E._____ eine erhebliche Störung der Aufmerksamkeit, eine erhebliche de-

pressive Episode sowie eine erhebliche Stressstörung als Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus. 

2. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ in der Fachdisziplin Psychiatrie 

und Psychotherapie sowie Neuropsychologie begutachten. In dem am 

12. Juni 2017 erstatteten Gutachten diagnostizierten Dr. med. F._____ 

und lic. phil. G._____ der Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) 

ein adultes ADHS vom kombinierten Typ, mittelgradig bis schwer ausge-

prägt (ICD-10: F90.0), sowie eine anankastische Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F60.5). Sie erachteten A._____ in ihrer angestammten Tätigkeit 

zu maximal 50 % arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit wie-

sen sie eine Arbeitsfähigkeit von 100 % aus, wobei je nach Tagesform eine 

um ca. 20 % reduzierte Leistungsfähigkeit bestehe. Die Gutachterinnen 

empfahlen eine Umschulung.

3. Ab dem 16. Oktober 2017 fand eine berufliche Abklärung in der H._____ 

in I._____ statt, wobei A._____ im Bereich Hauswirtschaft (Lingerie und 

Reinigung) eingesetzt wurde. Anschliessend erfolgte eine weitere berufli-

che Abklärung im Alterspflegeheim J._____, bevor wiederum eine solche 

in der H._____ im Bereich Behindertenbetreuung durchgeführt wurde. Da-

bei erreichte sie eine Leistungsfähigkeit von 60 % bei ganztätiger Präsenz. 

Daraufhin wurde A._____ eine Vorbereitungsmassnahme im Bereich Be-

treuung in der gleichen Institution zugesprochen. Mit Mitteilung vom 8. No-

vember 2018 schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab.

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4. Nach Einholung der Abschlussbeurteilung des Arztes des Regionalen 

Ärztlichen Dienstes (RAD) Ostschweiz, Dr. med. K._____, und durchge-

führtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle A._____ mit Verfügung 

vom 13. Februar 2019 eine Viertelsrente für die Zeit vom 1. Februar 2017 

bis zum 31. Oktober 2017 sowie wiederum für die Zeit ab dem 1. Oktober 

2018 zu. Ihr seien einfache Hilfs- und Betreuungstätigkeiten an einem Ni-

schenarbeitsplatz in einem Vollpensum mit einer Leistungsminderung um 

ca. 40 % möglich. Dabei könne ein Jahreseinkommen von CHF 31'200.-- 

erzielt werden, was in Gegenüberstellung mit dem als Verkäuferin Food 

ohne gesundheitliche Einschränkungen erwirtschafteten Einkommen von 

CHF 54'048.-- einen Invaliditätsgrad von 42 % ergebe. 

5. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2020 stellte A._____ ein Gesuch um Ar-

beitsvermittlung, woraufhin ihr mit Mitteilung vom 14. Januar 2021 Berufs-

beratung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ge-

währt wurde. 

6. Ab dem 1. Mai 2021 trat A._____ eine temporäre Stelle in einem Pensum 

von 60 % bis 100 % bei der L._____ AG an, die ab dem 1. Oktober 2021 

unbefristet weitergeführt wurde. Dabei wurde sie als Allrounderin Restau-

ration angestellt bei einem Bruttostundenlohn von CHF 26.90. Daraufhin 

wurden die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 1. Dezember 

2021 abgeschlossen. 

7. Mit Vorbescheid vom 2. Dezember 2021 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Einstellung der Invalidenrente in Aussicht. Laut ihren Abklärungen arbeite 

A._____ seit dem 1. Mai 2021 in einer unbefristeten Anstellung als Allroun-

derin Restauration bei der L._____ AG in einem Arbeitspensum von 60 % 

bis 100 %. Dabei erziele sie einen Stundenlohn von CHF 26.90, was bei 

einem durchschnittlichen Jahrespensum von 80 % einem Jahreslohn von 

ca. CHF 45'063.-- entspreche. In der Tätigkeit als Verkäuferin Food würde 

A._____ heute ohne gesundheitliche Einschränkungen ein Jahreseinkom-

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men von CHF 55'352.-- erwirtschaften. Der Einkommensvergleich per 

2021 ergebe einen Invaliditätsgrad von 19 %, weshalb ein Anspruch auf 

eine Invalidenrente nicht mehr ausgewiesen sei. Dagegen erhob A._____ 

am 22. Dezember 2021, 20. Januar 2022 und 31. Januar 2022 Einwand. 

Mit Verfügung vom 2. Februar 2022 entschied die IV-Stelle wie vorbe-

schieden und stellte die Invalidenrente auf das Ende des auf die Verfü-

gungszustellung folgenden Monats ein. Zudem entzog sie einer allfälligen 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung. 

8. Die dagegen am 4. März 2022 erhobene Beschwerde hiess das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 22 28 vom 7. Juni 2022 

wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör in Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung gut und wies die Angelegenheit im Sinne der 

Erwägungen zu neuem Entscheid an die IV-Stelle zurück, damit diese der 

Rechtsvertretung von A._____ eine neue Frist für die Einreichung der Ein-

wandbegründung ansetze und sodann neu über den Leistungsanspruch 

verfüge. 

9. In der Folge traf die IV-Stelle erwerbliche Abklärungen und gewährte der 

Rechtsvertreterin von A._____ neben der Akteneinsicht eine Nachfrist zur 

Einreichung der Einwandbegründung. Davon machte diese mit Eingabe 

vom 13. September 2022 Gebrauch. Darin brachte sie vor, dass das Vor-

liegen eines (erwerblichen) Revisionsgrunds bestritten werde, das im Vor-

bescheid ausgewiesene Invalideneinkommen zu hoch sei und mit Blick auf 

das Valideneinkommen eine Frühinvalidität vorliege. 

10. Mit Verfügung vom 21. September 2022 bestätigte die IV-Stelle die am 

2. Februar 2022 verfügte Einstellung der bisherigen Viertelsrente per 

31. März 2022. Dabei ging sie gestützt auf die aktuellen Lohnangaben der 

L._____ AG vom 25. Juli 2022 mit einer AHV-beitragspflichtigen Lohn-

summe für die Monate Dezember 2021 bis Juni 2022 von CHF 30'612.05 

von einem auf das ganze Jahr hochgerechneten (im Vergleich zum Vor-

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bescheid vom 2. Dezember 2021 höheren) Invalideneinkommen von 

CHF 52'477.80 aus, da besonders stabile Arbeitsverhältnisse vorlägen, 

die verbliebene Arbeitsfähigkeit im Sinne einer zumutbaren Erwerbstätig-

keit voll ausgeschöpft werde und das erzielte Einkommen den Arbeitsleis-

tungen entspreche. Es bestünden keine Hinweise darauf, dass es sich bei 

der aktuellen Tätigkeit um eine unzumutbare Tätigkeit handle. Da sich die 

erwerblichen Auswirkungen des (möglicherweise) gleich gebliebenen Ge-

sundheitszustands erheblich verändert hätten, liege ein Revisionsgrund 

vor. Die Frage, ob eine Frühinvalidität vorliege, könne offenbleiben, da 

selbst bei deren Annahme und einem gemäss IV-Rundschreiben Nr. 403 

ausgewiesenen Valideneinkommen von CHF 83'500.-- ein Invaliditätsgrad 

von 37.15 % resultiere. 

11. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 25. Okto-

ber 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

erheben und beantragen, die Verfügung vom 21. September 2022 sei auf-

zuheben und es sei festzustellen, dass sie weiterhin und über den 

31. März 2022 hinaus Anspruch auf Rentenleistungen habe. Eventualiter 

sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzu-

weisen. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, die Einstellung der 

Invalidenrente per Ende März 2022 sei verfrüht erfolgt, da sie erst ab Ok-

tober 2021 unbefristet angestellt gewesen sei, womit kein besonders sta-

biles Arbeitsverhältnis vorliege. Die Erwerbstätigkeit bei der L._____ AG 

entspreche auch nicht dem Zumutbarkeitsprofil gemäss Gutachten der 

PDGR vom 12. Juli 2017. Die gutachterlichen Einschätzungen hätten wei-

terhin Bestand. Ausserdem sei sie erst auf Verfügungsstufe mit dem darin 

angenommenen, im Vergleich zum Vorbescheid höheren Invalidenein-

kommen konfrontiert worden, was zu kritisieren sei. Der IV-Stelle sei dabei 

aber auch ein Berechnungsfehler unterlaufen, da die im AHV-pflichtigen 

Lohn enthaltene Ferienentschädigung bei der Hochrechnung nochmals 

eingerechnet worden sei. Bei einem Bruttolohn von CHF 26.90 (inkl. Feri-

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enentschädigung für fünf Ferienwochen) müssten die CHF 30'612.05 

durch 30.333 Wochen geteilt (entsprechend sieben Monate à 4.333 Wo-

chen) und auf die vertraglichen 47 Arbeitswochen hochgerechnet werden, 

was einen Betrag von CHF 47'432.40 ergebe. Zudem liege – wie bereits 

im Verfahren S 22 28 geltend gemacht – eine Frühinvalidität vor. Bei einer 

Gegenüberstellung des Einkommens ohne gesundheitliche Einschränkun-

gen von CHF 83'500.-- und einem solchen mit Invalidität von 

CHF 47'432.40 resultiere ein Invaliditätsgrad von 43 %. 

12. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Ver-

nehmlassung vom 1. November 2022 in erster Linie auf Abweisung der 

Beschwerde. Der Argumentation der Beschwerdeführerin hielt sie entge-

gen zu verkennen, dass sie in den Monaten April und Mai 2022 Ferien 

bezogen habe (ca. 15 Tage bzw. drei Wochen), womit die durch die unbe-

zahlten Ferientage bedingte Lohnreduktion bereits in dem von Dezember 

2021 bis Juni 2022 erzielten Einkommen berücksichtigt sei. Falls die Be-

schwerdeführerin weiterhin bestreiten sollte, dass sie ein auf ein Jahr 

hochgerechnetes Einkommen von CHF 52'477.80 erziele, werde bean-

tragt, die Lohnabrechnungen der Monate November 2021 und Juli 2022 

bis Oktober 2022 bei ihr einzuholen. 

13. Die Beschwerdeführerin replizierte am 14. November 2022 bei unverän-

derten Rechtsbegehren und vertiefte ihre Argumentation punktuell. 

14. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. November 2022 auf die Ein-

reichung einer Duplik.

Auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung sowie auf die weite-

ren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit ent-

scheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Vorliegend 

stellt die angefochtene Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

vom 21. September 2022 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 2, Akten 

der IV-Stelle [IV-act.] 169) ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Ver-

fahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die 

sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG; SR 830.1) zusammen mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der 

strittigen Verfügung ist die Beschwerdeführerin von dieser berührt und 

weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht (Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten. 

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die bishe-

rige Viertelsrente zu Recht revisionsweise per 31. März 2022 eingestellt 

hat. Uneins sind sich die Verfahrensbeteiligten hinsichtlich des Vorliegens 

eines Revisionsgrunds sowie der Bemessung des Invaliden- und Validen-

einkommens. 

3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. Ja-

nuar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) und 

der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft 

sind (Weiterentwicklung der IV). Der vorliegende Rechtsstreit gründet auf 

einer revisionsrechtlichen Fragestellung, bei der die Beschwerdegegnerin 

in der angefochtenen Verfügung aufgrund der Anstellung der Beschwer-

deführerin bei der L._____ AG ab dem 1. Mai 2021 von einem verbesser-

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ten Invalideneinkommen ausgeht. Da gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV eine 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Aufhebung der IV-Leistung 

spätestens zu berücksichtigen ist, nachdem sie ohne wesentliche Unter-

brechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andau-

ern wird, kommt die hier massgebliche Änderung noch vor dem 1. Januar 

2022 zu liegen, weshalb die Bestimmungen des IVG und der IVV in der 

bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung Anwendung fin-

den, auch wenn die Einstellung der Invalidenrente gemäss Art. 88bis Abs. 2 

lit. a IVV per 31. März 2022 erfolgt (vgl. Kreisschreiben über Invalidität und 

Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Stand: 1. Januar 2022, 

Rz. 5504 und Rz. 9102). Dies ergibt sich auch aus den allgemeinen 

Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden 

Sachverhalts (statt vieler: BGE 148 V 174 E.4.1, BGE 144 V 210 E.4.3.1 

und BGE 129 V 354 E.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_126/2022 vom 

7. April 2022 E.3.2 und 8C_521/2021 vom 22. März 2022 E.2.2).

4. In formeller Hinsicht ist zunächst auf die von der Beschwerdeführerin 

gerügte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör einzugehen.

4.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) umfasst als Mitwir-

kungsrecht all jene Befugnisse, die einer Betroffenen einzuräumen sind, 

damit sie ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 144 

II 427 E.3.1, BGE 135 II 286 E.5.1). Daraus folgt das Recht auf Einsicht in 

die Akten (BGE 144 II 427 E.3.1, BGE 132 II 485 E.3.1), sich vor Erlass 

eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus-

sern sowie der Anspruch auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig an-

gebotenen rechtserheblichen Beweismittel (BGE 144 II 427 E.3.1, 

BGE 140 I 99 E.3.4). Die Behörde hat die Vorbringen der vom Entscheid 

in ihrer Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich zu hören, zu prüfen und in 

der Entscheidfindung zu berücksichtigen (BGE 146 II 335 E.5.1, BGE 136 

I 229 E.5.2).

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4.2. Der Beschwerdeführerin ist zwar darin zuzustimmen, dass die Beschwer-

degegnerin erst in der angefochtenen Verfügung vom 21. September 2022 

gestützt auf die im Nachgang zum Urteil des Verwaltungsgerichts (VGU) 

S 22 28 vom 7. Juni 2022 getroffenen erwerblichen Abklärungen auf ein 

Invalideneinkommen im Betrag von CHF 52'477.80 abstellte (IV-act. 169), 

während sie im Vorbescheid vom 2. Dezember 2021 noch von einem Jah-

reslohn von ca. CHF 45'063.-- ausgegangen war (IV-act. 127). Zum höhe-

ren Invalideneinkommen, das gestützt auf die aktuellen Lohnangaben der 

L._____ AG vom 25. Juli 2022 ermittelt worden ist (vgl. IV-act. 164 S. 9 f.), 

konnte sich die Beschwerdeführerin somit nicht vorgängig im Rahmen des 

nachgeholten Einwandverfahrens äussern. Ebenfalls trifft zwar zu, dass 

sich die Beschwerdegegnerin nicht explizit mit dem Gutachten der PDGR 

vom 12. Juni 2017 und dem darin definierten Zumutbarkeitsprofil ausein-

andergesetzt hat. Allerdings ist sie rechtsprechungsgemäss auch nicht ge-

halten, sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderzusetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen (vgl. BGE 148 

III 30 E.3.1, BGE 141 III 28 E.3.2.4, BGE 141 V 557 E.3.2.1). Aus der an-

gefochtenen Verfügung vom 21. September 2022 geht denn auch hervor, 

dass die Beschwerdegegnerin der Ansicht ist, bei der aktuellen Tätigkeit 

der Beschwerdeführerin handle es sich um eine zumutbare Arbeit. Aus 

den Akten ergäben sich keine gegenteiligen Hinweise. Vielmehr entspre-

che das von der Beschwerdeführerin erzielte Einkommen ihrer Arbeitsleis-

tung und sie weise keine krankheitsbedingten Absenzen auf. Ebenso we-

nig gebe es Hinweise darauf, dass die aktuelle Tätigkeit die Kräfte der Be-

schwerdeführerin überfordern würde und es sei auch kein Arztbericht ak-

tenkundig, der die aktuelle Tätigkeit als unzumutbar einstufen würde. Das 

Gutachten der PDGR sei fünf Jahre alt und habe deshalb in Bezug auf die 

Zumutbarkeit der aktuell ausgeübten Tätigkeit keine Aussagekraft. Es sei 

daher festzustellen, dass es sich bei der seit Mai 2021 ausgeübten Tätig-

keit um eine behinderungsgeeignete Arbeit handle, welche die Beschwer-

deführerin trotz ihrer gesundheitlichen Beschwerden in einem hohen Pen-

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sum ausüben könne (vgl. IV-act. 169 S. 2). Insofern können die Überle-

gungen, von denen sich die Beschwerdegegnerin leiten liess, nachvollzo-

gen werden (vgl. BGE 148 III 30 E.3.1, BGE 145 III 324 E.6.1, BGE 143 III 

65 E.5.2 und BGE 142 III 433 E.4.3.2). Selbst wenn jedoch von einer 

Gehörsverletzung auszugehen wäre, wäre ein solcher nicht besonders 

schwerwiegender Mangel praxisgemäss einer Heilung zugänglich, wenn 

die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelin-

stanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage 

frei überprüfen kann (BGE 140 III 159, nicht publizierte E.3.2; BGE 137 I 

195 E.2.3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_177/2022 vom 13. Juli 2022 

E.7.2). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung wäre sodann 

selbst bei einer gravierenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzuse-

hen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf 

und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Inter-

esse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 

nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 195 E.2.3.2, BGE 136 V 117 

E.4.2.2.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_259/2021 vom 30. November 

2021 E.4.4.1, 2C_106/2021 vom 25. Juni 2021 E.2.3). Aufgrund der ein-

lässlichen Ausführungen der Beschwerdeführerin zu dem im Vergleich 

zum Vorbescheid höheren Invalideneinkommen sowie zum gutachterli-

chen Zumutbarkeitsprofil in ihrer Beschwerde vom 25. Oktober 2022 (vgl. 

dortige S. 7 ff.) und in der Replik vom 14. November 2022 (vgl. dortige S. 1 

f.) und der Stellungnahme der Beschwerdegegnerin dazu in ihrer Ver-

nehmlassung vom 1. November 2022 erwiese sich eine Rückweisung als 

solch formalistischer Leerlauf. Zudem kann das Verwaltungsgericht dies-

bezügliche Rechtsverletzungen und Sachverhaltsfeststellungen prüfen 

(vgl. Art. 61 Ingress ATSG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 VRG), weshalb hier kein 

Kognitionsgefälle besteht. Da sich die Beschwerdeführerin im vorliegen-

den Beschwerdeverfahren zur im Streit liegenden Angelegenheit umfas-

send äussern konnte, wäre ohnehin eine Heilung der Gehörsverletzung 

vorzunehmen.

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5. Hinsichtlich des Vorliegens eines Revisionsgrunds ist zu prüfen, ob eine 

wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, 

die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 

beeinflussen. Während die Beschwerdegegnerin von einer wesentlich er-

höhten Erwerbsfähigkeit ausgeht und somit einen Revisionsgrund bejaht, 

ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, es liege mangels Anrechenbarkeit 

eines in einer aus medizinischer Sicht ungeeigneten Tätigkeit erzielten 

Verdienstes keine wesentliche Veränderung vor.

5.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend 

erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. aArt. 17 

Abs. 1 ATSG, Art. 87, Art. 88a und Art. 88bis IVV). Anlass für eine solche 

Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die ge-

eignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-

flussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Ver-

änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch etwa dann revidier-

bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich geblie-

benen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (vgl. BGE 147 V 

167 E.4.1, BGE 144 I 103 E.2.1, BGE 141 V 9 E.2.3, BGE 134 V 131 E.3, 

BGE 133 V 545 E.6.1, BGE 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichts 

8C_220/2019 vom 26. Juni 2019 E.3.2, 8C_322/2018 vom 12. Dezember 

2018 E.2.2, 8C_192/2017 vom 25. August 2017 E.7.1, 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.1 und 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Gemäss 

Rechtsprechung genügt es bei Erwerbstätigen, deren Invalidität nach der 

Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) festzusetzen ist, für die 

Rentenrevision, dass seitens eines der beiden Vergleichseinkommen (Va-

liden- oder Invalideneinkommen) eine Änderung eintritt, die nunmehr den 

für den Umfang des Rentenanspruchs nach aArt. 28 Abs. 2 IVG massge-

blichen Invaliditätsgrad verändert (BGE 133 V 545 E.6.2). In Bezug auf 

das Invalideneinkommen gilt dies auch dann, wenn die Versicherte wider 

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Erwarten (gleichsam im Sinne eines Glückfalls) eine besser entlöhnte – 

oder überhaupt eine – Stelle gefunden hat, vorausgesetzt nur, es resultiert 

daraus eine dauerhafte und zumutbare Einkommenserzielung (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_728/2020 vom 23. Juni 2021 E.3.2, 8C_270/2013 vom 

29. August 2013 E.6.2, je mit Hinweisen; siehe auch MEYER, Bundesge-

setz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Auflage 2022, Rz. 23 zu 

Art. 30 IVG). Dagegen bildet die unterschiedliche Beurteilung der Auswir-

kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu-

standes auf die Arbeitsfähigkeit nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung für sich allein genommen keinen Revisionsgrund (vgl. BGE 112 V 

371 E.2b; Urteile des Bundesgerichts 9C_679/2019 vom 22. Januar 2020 

E.4.2, 8C_289/2019 vom 18. September 2019 E.3.1, 8C_114/2019 vom 

5. Juli 2019 E.3.1.1, 8C_133/2013 vom 29. Mai 2013 E.4.1 und 

9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2). 

5.2. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung 

des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Be-

weiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht 

(vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 17 

Rz. 49 sowie BGE 133 V 108 E.5; Urteile des Bundesgerichts 

8C_196/2020 vom 8. Juli 2020 E. 3.2.1, 9C_346/2019 vom 6. September 

2019 E.2.1.1, 9C_23/2019 vom 10. Mai 2019 E.4.2.2, 9C_800/2016 vom 

9. Mai 2017 E.4.2.2 und 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.3.1). Wird 

bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur 

Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung erfah-

ren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 8C_519/2015 vom 16. November 2015 E.3.2, 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorliegen eines Revisionsgrun-

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des zu bejahen und die zugesprochene Rente entsprechend der festge-

stellten Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: 

STAUFFER/CARDINAUX Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 

Zürich/Genf 2022, Art. 30 Rz. 13 ff.). Der Rentenanspruch ist dabei in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, 

wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 

E.2.3, 6.1 und 6.4, BGE 117 V 198 E.4b; Urteile des Bundesgerichts 

8C_198/2021, 8C_200/2021 vom 15. September 2021 E.6.2.3, 

9C_516/2020 vom 29. Dezember 2020 E.2, 9C_11/2019 vom 16. Juli 

2019 E.3.3 und 8C_825/2018 vom 6. März 2019 E.6.7).

5.3. Im hier zu beurteilenden Fall ist als Vergleichsbasis auf die rechtskräftige 

Verfügung vom 13. Februar 2019 abzustellen, in welcher der Beschwer-

deführerin für die Zeit vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Oktober 2017 so-

wie wiederum ab dem 1. Oktober 2018 eine Viertelsrente zugesprochen 

worden war. Dabei ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Be-

schwerdeführerin einfache Hilfs- und Betreuungstätigkeiten an einem Ni-

schenarbeitsplatz in einem Vollpensum mit einer Leistungsminderung um 

ca. 40 % möglich seien, wobei sie dabei ein Jahreseinkommen von 

CHF 31'200.-- erzielen könne (vgl. IV-act. 107 ff., IV-act. 106 S. 1, IV-

act. 99 S. 1). Aus der (medizinischen) Aktenlage ergibt sich hierzu was 

folgt:

5.3.1. In ihrem Gutachten vom 12. Juli 2017 diagnostizierten Dr. med. F._____ 

und lic. phil. G._____ der PDGR bei der Beschwerdeführerin ein adultes 

ADHS vom kombinierten Typ, mittelgradig bis schwer ausgeprägt (ICD-

10: F90.0), sowie eine anankastische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 

F60.5). Dazu führten sie namentlich aus, die Beschwerdeführerin zeige 

Symptome des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS). 

Sie sei leicht ablenkbar, habe grosse Schwierigkeiten, bei Unterhaltungen 

zuzuhören, könne nicht abwarten und lasse andere nicht ausreden. Sie 

habe Schwierigkeiten zu lesen, da sie keine Ruhe dafür habe. Sie fühle 

- 14 -

sich häufig gehetzt, innerlich unruhig und könne schlecht entspannen. Sie 

zeige eine deutlich erhöhte emotionale Überreagibilität (Stressintoleranz). 

Sie fühle sich leicht in die Ecke gedrängt, erdrückt und neige zu Überre-

aktionen auf Belastungen. Sie werde unter Belastung ängstlich und ver-

liere rasch den Kopf und den Überblick. Sie habe Schwierigkeiten, Aufga-

ben im Alltag zu bewältigen und die Dinge zu Ende zu bringen. Die Be-

schwerdeführerin habe Schwierigkeiten, ihre Zeit einzuteilen, sich an ein 

Zeitschema zu halten und Arbeiten zu planen. Arbeitsabläufe einzuhalten, 

mache ihr Probleme. Sie vergesse die Reihenfolge der Schritte. Es falle 

ihr schwer, die Zeit für Arbeitsaufträge bzw. häusliche Aufgaben einzutei-

len, aufgrund ihres Perfektionismus. Sie sei dann zu lange mit einer Auf-

gabe beschäftigt und gerate unter Zeitdruck. Sie habe Schwierigkeiten, 

angefallene Arbeiten zu Ende zu führen und beginne viele Arbeiten gleich-

zeitig (IV-act. 38 S. 21). Die Gutachterinnen erachteten gestützt auf die 

von ihnen durchgeführten Testverfahren, den eingeholten fremdanamnes-

tischen Auskünften und der klinischen Untersuchung die Kriterien für ein 

adultes ADHS vom kombinierten Typus als erfüllt (IV-act. 38 S. 21 ff.). Im 

Weiteren könne auch die Diagnose einer zwanghaften Persönlichkeitss-

törung gestellt werden (IV-act. 38 S. 24 f.). Als Belastungsfaktoren nann-

ten die Gutachterinnen ein sehr niedriges Arbeitstempo und grosse 

Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen. Ausserdem sei die Stressto-

leranz sehr gering ausgeprägt, vor allem unter Zeitdruck (IV-act. 38 S. 29). 

In erwerblicher Hinsicht führten die Gutachterinnen aus, aufgrund ihrer 

spezifischen Einschränkungen sei die Beschwerdeführerin nicht in der 

Lage, langfristig im Beruf als Büroangestellte, Verkäuferin oder Servicean-

gestellte zu arbeiten. Da das Talent und die Motivation im sozialen Bereich 

lägen, werde eine Umschulung bspw. zur Kleinkindbetreuerin, Betreuerin 

im Altersheim oder Behindertenbetreuerin empfohlen (IV-act. 38 S. 32). 

Als leidensangepasst erachteten sie Tätigkeiten mit gleichbleibenden An-

forderungen, ohne Stressspitzen, wenig Zeitdruck, wohlwollendem Arbeit-

- 15 -

geber bzw. wohlwollendem Team vorzugsweise im sozialen Bereich sowie 

viel Anleitung und Struktur (IV-act. 38 S. 33 f.).

5.3.2. Zu den beruflichen Abklärungen und Eingliederungsmassnahmen hielt die 

Eingliederungsfachperson zusammenfassend fest, die Arbeits- und Leis-

tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin seien mit Abklärungen in mehreren 

Bereichen (Hauswirtschaft, Hotellerie Alters-/Pflegeheim und Betreuung 

Behindertenbereich) geprüft worden. Es habe sich gezeigt, dass die Be-

schwerdeführerin aufgrund ihrer Einschränkung in jeglichen Arbeitsberei-

chen eine verminderte Leistungsfähigkeit aufweise. Dies wegen ihres Ar-

beitstempos bei einer ausserordentlichen, teils überhöhten Genauigkeit, 

komplizierter Arbeitsweise, teilweise erhöhtem Redefluss sowie teilweise 

erhöhter Ablenkbarkeit. Als Ressourcen seien v.a. ihre Empathie gegenü-

ber den zu betreuenden Personen sowie die Zuverlässigkeit und Pünkt-

lichkeit zu erwähnen. Die maximale Leistungsfähigkeit im Bereich Hilfsbe-

treuung Behinderte habe bei 60 % bei einer Präsenz von 100 % gelegen. 

Die Beschwerdeführerin werde auf einen Arbeitsplatz in einer Hilfs- oder 

Nischentätigkeit angewiesen sein (IV-act. 83 und IV-act. 84 S. 3).

5.3.3. In seiner RAD-Abschlussbeurteilung vom 20. November 2018 hielt 

Dr. med. K._____ fest, die Gutachterinnen der PDGR seien im September 

2017 recht "mutig" davon ausgegangen, dass bei angepassten Tätigkeiten 

im sozialen Bereich unter Berücksichtigung gleichbleibender Anforderun-

gen, Vermeidung von Stressspitzen und Zeitdruck, bei wohlwollendem 

verständnisvollem Arbeitgeber und Team, mit ausreichend Anleitung und 

Struktur eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar sei, während in den an-

gestammten Tätigkeiten in einem Büro oder im Verkauf eine deutlich ge-

ringere Arbeitsfähigkeit möglich sei. Dabei sei allerdings zu berücksichti-

gen, dass die im Gutachten erhobenen Defizite und Schwächen sich in 

jeglicher Tätigkeit auswirkten, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass. 

Dies habe sich nun deutlich beim Arbeitstraining in der H._____ und im 

Altersheim gezeigt. Im Gutachten würden folgende Schwächen beschrie-

- 16 -

ben: Aufmerksamkeitsdefizite, insbesondere der geteilten Aufmerksam-

keit, hohe Ablenkbarkeit, allfällige Stressintoleranz und Mühe im Umgang 

mit Zeitdruck; die Beschwerdeführerin habe grosse Schwierigkeiten, bei 

Unterhaltungen zuzuhören, wirke gehetzt und innerlich unruhig; die 

Stresstoleranz äussere sich auch in erhöhter emotionaler Überreagibilität; 

die Beschwerdeführerin fühle sich leicht in die Ecke gedrängt; sie neige 

zur Prokrastination bzw. Aufschieben fälliger Aufgaben. Insgesamt sei 

eine reduzierte Belastbarkeit, eine deutlich erhöhte Stressintoleranz sowie 

ein sehr geringes Arbeitstempo zu konstatieren. Im Lichte dieser gutach-

terlich festgestellten Defizite überraschten die jetzt im Rahmen des Ar-

beitstrainings beobachteten Schwächen nicht; sie würden in den Rückmel-

dungen der Betreuer vielmehr gespiegelt. Gerade beim Praktikum im Al-

tersheim habe sich ein erheblicher Aufwand an Betreuung und Begleitung 

ergeben. Eine Leistungsminderung im Umfang von 40 % erscheine des-

halb nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin sei auf eine wohlwollende 

und verständnisvolle Arbeitsumgebung in einem Nischenbereich angewie-

sen (IV-act. 101 S. 13 f.).

5.4. In erwerblicher Hinsicht legte die Beschwerdegegnerin in der Verfügung 

vom 13. Februar 2019 dem Einkommensvergleich ein Invalideneinkom-

men von CHF 31'200.-- zugrunde (vgl. IV-act. 107 ff., IV-act. 106 S. 1, IV-

act. 99 S. 1), das sich aus den Angaben aus der beruflichen Abklärung in 

der H._____ ergibt. Konkret stellte die Beschwerdegegnerin auf den Ab-

schlussbericht vom 4. Juli 2018 zur Auswertung der Leistungsfähigkeit mit 

Lohnangabe ab, gemäss dem die Beschwerdeführerin in der Lage sei, in 

einer ihrer Leistungsfähigkeit von 60 % bei ganztägiger Präsenz entspre-

chenden Tätigkeit einen Bruttolohn von monatlich CHF 2'400.-- x 13, d.h. 

CHF 31'200.--, zu erzielen (vgl. IV-act. 81 S. 2; vgl. ferner auch Eintrag 

vom 23. August 2018 im Verlaufsprotoll [IV-act. 82 S. 1], Case Report vom 

22. Januar 2019 [IV-act. 101 S. 16] sowie Invaliditätsbemessung vom 

22. November 2018 [IV-act. 93 S. 1]). Demgegenüber rechnete die Be-

- 17 -

schwerdegegnerin in der mit VGU S 22 28 vom 7. Juni 2022 aufgehobe-

nen Verfügung vom 2. Februar 2022 der Beschwerdeführerin aufgrund de-

ren neuen Anstellung als Allrounderin Restauration bei der L._____ AG ab 

dem 1. Mai 2021 ein Invalideneinkommen von ca. CHF 45'063.-- an (vgl. 

IV-act. 140). Dabei ging sie von einem durchschnittlichen Arbeitspensum 

von 80 % bzw. 1'675.2 Stunden (2'094 Jahresstunden x 80 %) pro Jahr 

und einem Stundenlohn von CHF 26.90 aus (vgl. IV-act. 127 S. 2, IV-

act. 143 S. 4 und Vernehmlassung vom 21. April 2022 im Verfahren S 22 

28 [IV-act. 151 S. 4]). Sodann legte die Beschwerdegegnerin in der ange-

fochtenen Verfügung vom 21. September 2022 dem Einkommensver-

gleich wiederum ein höheres Invalideneinkommen von CHF 52'477.80 zu-

grunde, wobei sie hierfür auf die aktuellen Lohnangaben der Arbeitgeberin 

der Beschwerdeführerin vom 25. Juli 2022 abstellte. Danach erzielte die 

Beschwerdeführerin von Dezember 2021 bis Juni 2022 einen Bruttolohn 

von CHF 30'612.05 (vgl. IV-act. 164 S. 9 f.). Diesen, der Lohnsumme von 

sieben Monaten entsprechenden Betrag rechnete die Beschwerdegegne-

rin anschliessend auf ein Jahr auf (CHF 30'612.05 : 7 x 12), was ein Brut-

tojahresgehalt von CHF 52'477.80 ergab (vgl. IV-act. 169 S. 2).

5.5. Fraglich ist jedoch, ob der Beschwerdeführerin dieser höhere Verdienst 

als Invalideneinkommen angerechnet werden kann. Denn wie bereits aus-

geführt (vgl. Erwägung 5.1), ist im Rahmen der Rentenrevision hierfür 

massgeblich, dass aus der neu angetretenen Stelle eine dauerhafte und 

zumutbare Einkommenserzielung resultiert. Diese Rechtsprechung lehnt 

sich an folgende an:

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret 

steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der 

– kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und an-

zunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-

- 18 -

beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 

der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches 

tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je-

denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen 

hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne der vom Bun-

desamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) her-

angezogen werden (vgl. BGE 143 V 295 E.2.2 und BGE 135 V 297 E.5.2; 

vgl. auch anstatt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_491/2021 vom 

20. Dezember 2021 E.4.2 und 9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E.4.4.2). 

Dabei wird in der Regel der Totalwert angewendet (vgl. BGE 144 I 103 

E.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_632/2021 vom 2. Dezember 2021 

E.6.3.2, 9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E.4.4.2 und 9C_237/2007 vom 

24. August 2007 E.5.1, nicht publ. in: BGE 133 V 545, aber in: SVR 2008 

IV Nr. 20 S. 63).

5.5.1. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin seit dem 1. Mai 2021 zunächst tem-

porär und sodann ab dem 1. Oktober 2021 bei der L._____ AG tätig. Dabei 

ist sie als Allrounderin in einem Pensum von 60 % bis 100 % in den Re-

staurants M._____ und N._____ tätig und erzielt gemäss Arbeitsvertrag 

vom 10. September 2021 seit dem 1. Oktober 2021 einen Stundenlohn 

von CHF 26.90 (vgl. IV-act. 121; vgl. auch IV-act. 122 S. 4), wobei sie be-

reits zuvor ab dem 1. Mai 2021 einen solchen von CHF 25.75 erhalten 

hatte (vgl. Arbeitsvertrag vom 27. April 2021 [IV-act. 119]). Anhaltspunkte 

dafür, dass dieser Lohn nicht den Arbeitsleistungen entsprechen sollte, 

sind keine ersichtlich (vgl. hierzu Fragebogen für Arbeitgebende vom 

19. November 2021 [IV-act. 122 S. 4] sowie vom 25. Juni 2022 [IV-

act. 164 S. 4]). Streitig ist hingegen in erster Linie, ob die Beschwerdefüh-

rerin ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit in medizinischer Hinsicht aus-

schöpft. Während die Beschwerdegegnerin dies bejaht, macht die Be-

schwerdeführerin geltend, das bei der L._____ AG erzielte Einkommen 

- 19 -

könne ihr nicht angerechnet werden, da die aktuelle Erwerbstätigkeit nicht 

den gutachterlichen Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit entspre-

che und über das hinausgehe, was ihr medizinisch zumutbar sei.

5.5.2. Dieser Argumentation der Beschwerdeführerin ist beizupflichten: Obwohl 

für die Festsetzung des Invalideneinkommens primär von der konkreten 

beruflich-erwerblichen Situation auszugehen ist, kann invalidenversiche-

rungsrechtlich gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts dafür 

nicht ein Lohn herangezogen werden, der durch eine für die Gesundheit 

offensichtlich schädliche Arbeit erzielt wird (Urteil des Bundesgerichts 

9C_648/2010 vom 10. August 2011 E.3.5). Vorliegend entspricht die aktu-

elle bei der L._____ AG ausgeübte Tätigkeit – zumindest soweit dies bis 

zum Verfügungszeitpunkt zu beurteilen ist – in mehrfacher Hinsicht nicht 

dem medizinisch ausgewiesenen Zumutbarkeitsprofil:

Gemäss Arbeitsvertrag vom 10. September 2021 ist die Beschwerdefüh-

rerin in einem Pensum von 60 % bis 100 % tätig (IV-act. 121). Wenngleich 

das Mindestpensum von 60 % rein vom Beschäftigungsgrad her aus me-

dizinischer Sicht noch zumutbar ist (vgl. RAD-Abschlussbeurteilung vom 

20. November 2018 [IV-act. 101 S. 14]), trifft dies auf ein höheres Pensum 

nicht mehr zu. Dabei ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

vor allem in der Hauptsaison wesentlich mehr als 60 % arbeiten wird (vgl. 

hierzu auch Zusammenstellung Jahreslohnkonto 2021/2022 vom 25. Juli 

2022 [IV-act. 164 S. 9 f.]). 

Zudem ist sie gemäss Arbeitsvertrag vom 10. September 2021 in den Re-

staurants M._____ und N._____ als Allrounderin Restauration tätig, wobei 

sie als Mitarbeiterin an der Kasse und beim Buffet sowie als Runner ein-

gesetzt wird (IV-act. 121). Dem Fragebogen für Arbeitgebende vom 

19. November 2021 ist dazu präzisierend zu entnehmen, dass folgende 

Aufgaben zu ihrem Tätigkeitsbereich gehören: Kasse, Bestellungen an-

nehmen, Buffet, Getränke machen, Reinigung Buffet und WC, Runner/Es-

- 20 -

sen und Getränke bringen sowie Eintritt N._____ (IV-act. 122 S. 3). Dieses 

Arbeitsprofil ist aus folgenden Gründen nicht mit den gesundheitlichen Be-

einträchtigungen der Beschwerdeführerin vereinbar:

- Eine Tätigkeit als Allrounderin in einem Gastronomiebetrieb verlangt 

namentlich ein hohes Mass an geteilter Aufmerksamkeit (Multitas-

king), Bearbeitung der Bestellungen unter Zeitdruck, hohes Arbeits-

tempo, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Merkfähigkeit, rasche Er-

ledigung der Aufgaben, mitunter in einer hektischen Arbeitsatmos-

phäre, sowie physische und psychische Belastbarkeit (vgl. Fragebo-

gen für Arbeitgebende des Gasthofs O._____ vom 9. Oktober 2016 

[IV-act. 22 S. 1 und IV-act. 22 S. 3]; Eintrag vom 11. Dezember 2017 

im Verlaufsprotokoll Eingliederung [IV-act. 58 S. 3]). Dies widerspricht 

diametral den gutachterlich ausgewiesenen Defiziten der Beschwer-

deführerin mit einer Stressintoleranz, vor allem unter Zeitdruck, und 

dem sehr niedrigen Arbeitstempo (vgl. Gutachten vom 12. Juli 2017 

[IV-act. 38 S. 29]), wobei sich gemäss der Beurteilung der Gutachte-

rinnen unter Zeitdruck auch die Aufmerksamkeitsdefizite, z.B. mit der 

geteilten Aufmerksamkeit, zeigten (IV-act. 38 S. 20). Abstellend auf 

das Gutachten wies auch RAD-Arzt Dr. med. K._____ auf die bei der 

Beschwerdeführerin bestehenden Aufmerksamkeitsdefizite, insbe-

sondere der geteilten Aufmerksamkeit, auf die hohe Ablenkbarkeit so-

wie die Stressintoleranz und Mühe im Umgang mit Zeitdruck hin (vgl. 

Abschlussbeurteilung vom 20. November 2018 [IV-act. 101 S. 13 f.]; 

vgl. so auch Begründung für die Kündigung einer Anstellung als Ki-

oskverkäuferin [IV-act. 52 S. 3]). Die aktuelle Tätigkeit lässt sich nicht 

mit dem gutachterlichen und von RAD-Arzt Dr. med. K._____ bestätig-

ten Zumutbarkeitsprofil einer leidensangepassten Tätigkeit vereinba-

ren, sollte eine solche doch gleichbleibende Anforderungen stellen, 

keine Stressspitzen und wenig Zeitdruck aufweisen sowie viel Anlei-

tung und Struktur bieten (IV-act. 38 S. 33 f.). In erwerblicher Hinsicht 

- 21 -

führten die Gutachterinnen denn auch explizit aus, dass die Beschwer-

deführerin aufgrund ihrer spezifischen Einschränkungen nicht in der 

Lage sei, langfristig im Beruf als Verkäuferin oder Serviceangestellte 

zu arbeiten (IV-act. 38 S. 32).

- Weshalb die aktenkundigen medizinischen Beurteilungen zum Ge-

sundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen erwerblichen 

Auswirkungen, auch mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil, veraltet 

bzw. nicht mehr zutreffend sein sollten, legt die Beschwerdegegnerin 

nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Da die Beschwerdegegnerin 

diesbezüglich denn auch trotz der ihr obliegenden Untersuchungs-

pflicht keine medizinischen Abklärungen getroffen hat, ist mangels ge-

genteiliger Hinweise von einem unveränderten Gesundheitszustand 

auszugehen, wovon die Beschwerdegegnerin letztlich denn auch 

selbst auszugehen scheint (vgl. angefochtene Verfügung vom 

21. September 2022 [IV-act. 169 S. 2 f.], Vernehmlassung vom 

21. April 2022 im Verfahren S 22 28 [IV-act. 151 S. 6]; Eintrag Ver-

laufsprotokoll vom 8. Januar 2020 [IV-act. 123 S. 2 und IV-act. 123 

S. 7]). Insofern greift es zu kurz, wenn die Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung ausführte, es sei kein Arztbericht aktenkun-

dig, der die aktuelle Tätigkeit als unzumutbar einstufen würde. Viel-

mehr geht gerade ebendies aus den vorgenannten medizinischen Un-

terlagen hervor. Ebenso wenig vermag es zu verfangen, soweit sich 

die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Arbeitgeberfragebogen vom 

25. Juli 2022 darauf berief, dass keine krankheitsbedingten Absenzen 

bekannt seien (vgl. IV-act. 164 S. 6), oder unter Nennung des Eintrags 

des IV-Berufsberaters im Verlaufsprotokoll vom 1. Dezember 2021 an-

merkte, es gebe keine Hinweise darauf, dass die aktuelle Tätigkeit die 

Kräfte der Beschwerdeführerin überfordern würde (vgl. IV-act. 169 

S. 2). Abgesehen davon, dass die Frage einer möglichen Überforde-

rung in diesem Protokolleintrag gar nicht thematisiert worden ist (vgl. 

- 22 -

IV-act. 123 S. 7), scheint die Beschwerdegegnerin zu übersehen, 

dass die Gutachterinnen der PDGR – wie hiervor ausgeführt – dafür-

hielten, die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer spezifischen Ein-

schränkungen nicht in der Lage, langfristig im Beruf als Verkäuferin 

oder Serviceangestellte zu arbeiten. Zudem hielten sie fest, dass die 

Beschwerdeführerin stark zu Diminution der vorhandenen Beschwer-

den neige (vgl. IV-act. 38 S. 32). Daher ist es nicht weiter verwunder-

lich, dass die Beschwerdeführerin seit dem Antritt ihrer unbefristeten 

Anstellung im Oktober 2021 bei der L._____ AG im Dezember dessel-

ben Jahres noch nicht über eine (stressbedingte) Überforderung oder 

eine damit einhergehende Leistungsminderung klagte und sich seither 

aufgrund dessen auch keine Fehltage ergeben haben. Zudem mag 

der Situation der Beschwerdeführerin zuträglich sein, dass sie gemäss 

ihren Angaben in der Beschwerde eine verständnisvolle Vorgesetzte 

hat und im Team ein enger Zusammenhalt mit gegenseitiger Rück-

sichtnahme und Sorgfalt in der Zusammenarbeit herrscht (vgl. dortige 

S. 7). Insofern ist der Beschwerdeführerin darin beizupflichten, dass 

sich eine Einstellung der Invalidenrente per Ende März 2022 als ver-

früht erweist, auch weil bis dahin aufgrund der erst kurzen (unbefriste-

ten) Anstellungsdauer noch nicht von einem besonders stabilen Ar-

beitsverhältnis ausgegangen werden durfte. 

- In dieser Hinsicht geht denn auch aus dem Gutachten vom 12. Juli 

2017 in anamnestischer Hinsicht hervor, dass die Beschwerdeführerin 

auch bei ihrer letzten Anstellung bei C._____ namentlich an der Kasse 

eingesetzt worden war, ihr die Anstellung jedoch vom Arbeitgeber 

gekündigt worden sei, weil sie die geforderte Leistung nicht erbracht 

habe und insbesondere das Arbeitstempo ungenügend gewesen sei 

(IV-act. 38 S. 8). Insofern erscheint es durchaus plausibel, wenn die 

Beschwerdeführerin in ihrem Einwand vom 22. Dezember 2021 ihre 

- 23 -

Sorge kundtat, wieder in die Arbeitslosigkeit fallen zu können (IV-

act. 129).

Da es sich bei der aktuellen Tätigkeit bei der L._____ AG demnach – zu-

mindest für den hier massgeblichen Zeitpunkt und den vorhandenen me-

dizinischen Abklärungen nach zu urteilen – um eine längerfristig für die 

Gesundheit der Beschwerdeführerin schädliche Arbeit handelt, kann ihr 

der dabei erzielte Verdienst nicht als Invalideneinkommen angerechnet 

werden. Somit ist auch das Vorliegen eines Revisionsgrunds mangels an-

spruchsrelevanter erwerblicher Veränderung zu verneinen. Dasselbe gilt 

– wie bereits dargelegt – in gesundheitlicher Hinsicht. Demnach steht der 

Beschwerdeführerin in Gutheissung der Beschwerde und Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 21. September 2022 weiterhin eine Vier-

telsrente zu.

5.6. Selbst wenn jedoch – wie die Beschwerdegegnerin annimmt – aufgrund 

des im Rahmen der Anstellung bei der L._____ AG von der Beschwerde-

führerin erzielten Einkommens von einem Revisionsgrund ausgegangen 

würde, womit der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht 

umfassend ("allseitig") zu prüfen wäre (vgl. Erwägung 5.2; BGE 141 V 9 

E.2.3, 6.1 und 6.4, BGE 117 V 198 E.4b; Urteile des Bundesgerichts 

8C_198/2021, 8C_200/2021 vom 15. September 2021 E.6.2.3, 

9C_516/2020 vom 29. Dezember 2020 E.2, 9C_11/2019 vom 16. Juli 

2019 E.3.3 und 8C_825/2018 vom 6. März 2019 E.6.7), ist was folgt zu 

beachten:

5.6.1. Für die Ermittlung des Valideneinkommens (vgl. Art. 16 ATSG) ist auf den 

während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst ab-

zustellen, wenn das zuletzt erzielte Einkommen starke und verhältnismäs-

sig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen aufweist. Vorbe-

halten bleibt lediglich, dass der zuletzt bezogene überdurchschnittlich 

hohe Lohn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden 

- 24 -

wäre (Urteile des Bundesgerichts 9C_341/2022 vom 8. November 2022 

E.4.3, 9C_551/2021 vom 6. Dezember 2021 E.4.3.3.2, 8C_329/2021 vom 

27. Oktober 2021 E.4.3.2, 8C_745/2020 vom 29. März 2021 E.6.3). Nach 

Ansicht des Bundesgerichts ist diese Rechtsprechung konsequenterweise 

auch beim Invalideneinkommen sinngemäss anzuwenden, wenn – wie 

hier – stark schwankende Einkommen erzielt werden (vgl. Urteile des Bun-

desgerichts 9C_341/2022 vom 8. November 2022 E.4.3, 9C_551/2021 

vom 6. Dezember 2021 E.4.3.3.2). Vorliegend legt die Beschwerdegegne-

rin nicht in rechtsgenüglicher Weise dar, dass das in der angefochtenen 

Verfügung vom 21. September 2022 auf ein Bruttojahresgehalt (für das 

Jahr 2022) von CHF 52'477.80 hochgerechnete Invalideneinkommen von 

der Beschwerdeführerin regelmässig in vergleichbarer Höhe generiert 

werden könnte. Hierfür fehlt es auch an entsprechenden Hinweisen in den 

Akten. Vielmehr liegt angesichts ihres auf Stundenlohnbasis im Gastrono-

miegewerbe gründenden Arbeitsverhältnisses mit mitunter Arbeitseinsät-

zen nach Bedarf und Absprache und in der Zwischensaison ohne Garantie 

jedweden Arbeitsangebots nahe (vgl. Arbeitsvertrag vom 10. September 

2021 [IV-act. 121]), dass das Bruttojahressalär – nicht zuletzt auch pande-

miebedingt – starken und verhältnismässig kurzfristigen Schwankungen 

unterworfen sein kann. Zudem geht aus dem Auszug aus dem individuel-

len Konto (IK-Auszug) vom 26. Juli 2022 hervor, dass die Beschwerdefüh-

rerin im Jahr 2021, während dem sie bereits bei der L._____ AG gearbeitet 

hatte, insgesamt ein Einkommen von CHF 47'684.-- (bzw. – ohne die 

Tätigkeit bei der P._____ AG – von CHF 45'748.--) erzielt hatte (IV-

act. 165 S. 2). Der (annäherungsweise ermittelte) Durchschnittsverdienst 

nur aus den beiden Jahren 2021 und 2022 beliefe sich somit auf ungefähr 

CHF 50'080.90 (= CHF 52'477.80 + CHF 47'684.-- : 2), womit von einem 

Invalideneinkommen auszugehen wäre, das – unter Berücksichtigung der 

nachstehenden Erwägungen – einen Anspruch auf eine Viertelsrente ver-

liehe (vgl. Erwägung 5.6.4). 

- 25 -

5.6.2. Mit Blick auf die ebenfalls umstrittene Frage der Frühinvalidität, welche im 

Rahmen einer revisionsrechtlichen umfassenden Überprüfung des Ren-

tenanspruchs ebenfalls zu berücksichtigen wäre, ist was folgt zu beachten: 

Nach Art. 26 Abs. 1 IVV (in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewe-

sen Fassung [nachfolgend aArt. 26 IVV]) entspricht bei Versicherten, die 

wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben 

konnten, das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könn-

ten, den in dieser Bestimmung genannten, nach dem Alter abgestuften 

Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss LSE. Ge-

burts- und Frühinvalide im Sinne von aArt. 26 Abs. 1 IVV sind Versicherte, 

die seit ihrer Geburt oder Kindheit an einem Gesundheitsschaden leiden 

und deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konn-

ten. Darunter fallen all jene Personen, die wegen ihrer Invalidität über-

haupt keine Berufsausbildung absolvieren können. Ebenso dazu gehören 

indes Versicherte, die zwar eine Berufsausbildung abschliessen, zu deren 

Beginn jedoch bereits invalid waren und die absolvierte Ausbildung wegen 

ihrer Invalidität auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht in gleicher 

Weise "ummünzen" können wie nichtbehinderte Personen mit derselben 

(ordentlichen) Ausbildung (Urteile des Bundesgerichts 8C_479/2021 vom 

5. Mai 2022 E.4.3.1, 9C_646/2021 vom 24. März 2022 E.2.2, 

8C_213/2020 vom 19. Mai 2020 E.6.3 und 9C_233/2018 vom 11. April 

2019 E.1.2 mit zahlreichen Hinweisen).

5.6.3. Vorliegend sprechen folgende aktenmässig erwiesene Umstände für die 

Annahme einer Frühinvalidität: Dem Bericht von lic. phil. Q._____ und 

lic. phil. R._____ vom 18. März 1994 zur neuropsychologischen Untersu-

chung im März 1994 ist anamnestisch zu entnehmen, dass die Beschwer-

deführerin ein faszinierendes Kind sei, ihr jedoch die Basis fehle, auf der 

schulisch aufgebaut werden könne. Ihre Denkabläufe seien eingleisig und 

es gelinge ihr nicht, dass sie zwei Dinge gleichzeitig berücksichtige. Sie 

sei hyperaktiv und fahrig in ihrem Verhalten, ausserdem noch sehr kindlich 

- 26 -

(IV-act. 21 S. 7). In der neuropsychologischen Untersuchung habe die Be-

schwerdeführerin ein leicht unterdurchschnittliches Gesamtleistungsni-

veau erreicht, wobei die Befunde ergeben hätten, dass sie allgemein 

schwankend arbeite, zum Teil unkontrolliert und ungeplant. Ausserdem 

bestünden Unsicherheiten im Bereich Sprachproduktion und auf der figu-

ral-räumlichen Ebene (u.a. Neugedächtnis, visuelle Wahrnehmung, 

Raumkonstruktion). Ihre Leistungen in der formalen Aufmerksamkeits-

messung wiesen zudem auf eine Konzentrationsschwäche hin. Es scheine 

wichtig, dass der damalige Stützunterricht sich nicht allein auf das Rech-

nen beschränke, sondern allgemeiner gehalten und eventuell auf zwei 

Stunden pro Woche ausgebaut werde (IV-act. 21 S. 10 f.). Dementspre-

chend sprachen auch med. pract. D._____ und Dr. phil. E._____ in dem 

am 8. September 2016 eingegangenen Verlaufsbericht davon, dass bei 

der Beschwerdeführerin bereits seit der Kindheit erhebliche Leistungs-

schwierigkeiten bestanden, die einer neurologischen Untersuchung bei 

Dr. med. S._____ bedurften. Gespräche mit der Mutter hätten gezeigt, 

dass die Schwierigkeiten bis zur Lehre und darüber hinaus anhielten. Der 

Lehrabschluss sei dank intensiver persönlicher Betreuung durch das pri-

vate und schulische Umfeld erfolgt (IV-act. 10 S. 1 f.). Dr. med. S._____ 

bestätigte in seinem Bericht vom 30. September 2016 zuhanden der IV-

Stelle, dass die Beschwerdeführerin als Kind gesundheitliche Einschrän-

kungen gehabt habe (IV-act. 21 S. 15). Im Gutachten vom 12. Juli 2017 

führten die Gutachterinnen Dr. med. F._____ und lic. phil. G._____ aus, 

dass bei der Beschwerdeführerin seit der Kindheit ein ADHS bestehe, wo-

bei das Aktivitätsniveau gleichbleibend gewesen sei (IV-act. 38 S. 32; vgl. 

auch IV-act. 38 S. 34). Die Beschwerdeführerin habe bereits in der Primar-

schule Schwierigkeiten gehabt mitzuhalten, trotz eines durchschnittlichen 

intellektuellen Niveaus. Die 6. Primarklasse habe sie wiederholen müssen. 

Nach dem Besuch der Realschule habe sie eine zweijährige Bürolehre in-

nerhalb von drei Jahren absolviert (IV-act. 38 S. 20). Insofern bestehen 

aufgrund der Krankengeschichte der Beschwerdeführerin und ihrer schu-

- 27 -

lischen Biografie konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie bereits im Zeit-

punkt der Berufswahl eingeschränkt war, womit nahe liegt, dass der seit 

Kindheit bestehende Gesundheitsschaden bereits auf die damalige Be-

rufswahl eingewirkt hat bzw. diese mithin krankheitsbedingt beeinflusst 

war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_479/2021 vom 5. Mai 2022 E.6.2 

und E.6.2.2 f.).

Zwar schloss die Beschwerdeführerin in der Folge zwei Lehren mit Fähig-

keitszeugnis ab, namentlich eine Lehre als Büroangestellte (vom 23. Au-

gust 1999 bis 22. August 2002) und eine als Detailhandelsfachfrau (vom 

20. August 2007 bis 25. Mai 2009) (IV-act. 2 S. 5 und IV-act. 5). Danach 

folgten aber, wie sich aus dem IK-Auszug (IV-act. 9 und IV-act. 165), dem 

Lebenslauf (IV-act. 13) und dem Evaluationsgespräch (IV-act. 16 S. 2) er-

gibt, meist nur kurze Anstellungen und es kam immer wieder zu Arbeits-

stellenwechsel, unterbrochen durch Phasen der Arbeitslosigkeit (vgl. so 

auch RAD-Beurteilung vom 21. September 2016 [IV-act. 101 S. 5]). Nach 

Zuweisung zur Abklärung eines ADHS ergab der Biomarker-Report von 

Dr. phil. E._____ vom 1. Dezember 2015, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin aktuell unter Druck fühle; vor allem in schwierigen Situationen be-

ginne bei ihr eine intensivste Hektik. Die neuropsychologische Untersu-

chung ergab Schwierigkeiten in Bezug auf komplexe Situationen (vermin-

derte Aufmerksamkeitsleistung) und die evidenzbasierte Untersuchung 

der neurophysiologischen Hirnfunktionen zeigten verschiedene Hinweise 

auf eine geringe Steuerung und geringe Modulation von Impulsen und Er-

regungen. Es scheine in Kombination mit erhöhter Sensitivität schnell zu 

einer Überforderung zu kommen, so dass sowohl die Aufmerksamkeit als 

auch Gedächtnisinhalte nicht zuverlässig abgerufen werden könnten. Die 

evozierten Potenziale wiesen zudem auf verschiedene Schwierigkeiten 

hin, die einerseits auf depressive Verarbeitung als auch auf unzuverläs-

sige Arbeitsweise schliessen liessen. In der Gesamtdiskussion kam 

Dr. phil. E._____ zum Schluss, dass aufgrund der neurophysiologischen 

- 28 -

Funktionen von Schwierigkeiten in komplexen Situationen ausgegangen 

werden könne. Es gelinge der Beschwerdeführerin nicht, eine innere Ruhe 

wiederherzustellen. Allerdings dürfe aufgrund der Leitlinien nach DMS 5 

kein ADHS diagnostiziert werden. Aufgrund der Untersuchung der Biomar-

ker ergäben sich jedoch verschiedene Hinweise auf Schwierigkeiten, wel-

che in der Regel mit einer Aufmerksamkeitsstörung assoziiert seien (IV-

act. 20 S. 5). 

Dementsprechend erfolgte auch die IV-Anmeldung vom 29. August 2016 

unter Hinweis auf die seit Beginn der Schulzeit, akut seit zwei Jahren, be-

stehenden erheblichen Störungen der Aufmerksamkeit, auf eine erhebli-

che depressive Episode und eine erhebliche Stressstörung (IV-act. 2 

S. 6). Auch mit bei der Beschwerdegegnerin am 8. September 2016 ein-

gegangenem Verlaufsbericht bestätigten med. pract. D._____ und 

Dr. phil. E._____ eine erhebliche Störung der Aufmerksamkeit, eine er-

hebliche depressive Episode sowie eine erhebliche Stressstörung als Dia-

gnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dazu führten sie aus, 

die Beschwerdeführerin habe im Dezember 2015 um Unterstützung er-

sucht, da sie seit viereinhalb Jahren mehrmals ihre Arbeitsstelle verloren 

(insgesamt sieben Stellenwechsel) und zunehmend unter Stress und Ver-

sagensängsten gelitten habe. Sie habe mehrmals eine Kündigung mit der 

Begründung erhalten, sie erbringe die gefragte Arbeitsleistung nicht (IV-

act. 10 S. 1 ff.). Gleichermassen erklärte die Beschwerdeführerin im Rah-

men des Evaluationsgesprächs vom 12. September 2016, sie verliere im-

mer wieder den Arbeitsplatz. Beim letzten Arbeitgeber (C._____) sei sie 

schnell unter Druck geraten, habe Stress verspürt und sei zu langsam ge-

wesen. Der Arbeitsvertrag sei während der Probezeit aufgelöst worden 

(IV-act. 16 S. 1). Die Kündigung sei per 31. August 2016 durch den Arbeit-

geber erfolgt, weil die geforderte Leistung nicht erbracht worden sei (IV-

act. 16 S. 3). Dies bestätigte auch der Arbeitgeber im Fragebogen vom 

13. September 2016 (IV-act. 18 S. 1). Mit Verlaufsbericht vom 30. Sep-

- 29 -

tember 2016 erklärte Dr. phil. E._____, durch die Dauerbelastung auf-

grund des permanent drohenden Stellenverlusts hätten sich die vorbeste-

henden Symptome massiv verschlechtert. Insbesondere betroffen seien 

die dysfunktionalen ADHD-Muster, v.a. Impulssteuerung und -kontrolle, 

Erregungssteuerung und -kontrolle, die Adaptation im Hinblick auf situa-

tive Herausforderungen sowie die Emotionsregulation (IV-act. 20 S. 1). Im 

Fragebogen für Arbeitgebende vom 9. Oktober 2016 erklärte die Arbeitge-

berin (Gasthof O._____), die Kündigung durch sie sei erfolgt, weil die Be-

schwerdeführerin namentlich überfordert gewesen sei mit der Vielfalt des 

Aufgabenbereichs und sie in hektischen Situationen nicht belastbar gewe-

sen sei (IV-act. 22 S. 1). In der Auftragserteilung zur Begutachtung vom 

28. Oktober 2016 konstatierte auch RAD-Arzt Dr. med. K._____, dass die 

Beschwerdeführerin eine Reihe von Abbrüchen ihrer Arbeitsverhältnisse 

u.a. wegen ungenügender Leistung erlebt habe (IV-act. 25 und IV-act. 101 

S. 8).

Im Gutachten vom 12. Juni 2017 führten Dr. med. F._____ und lic. phil. 

G._____ in ihrer Beurteilung aus, die Schwierigkeiten, welche die Be-

schwerdeführerin seit der Kindheit bis heute zeige, seien bedingt durch die 

Defizite im Rahmen eines Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitsätssyn-

droms. Die Beschwerdeführerin habe bereits in der Primarschule Schwie-

rigkeiten gehabt mitzuhalten, trotz eines durchschnittlichen intellektuellen 

Niveaus. Die 6. Primarklasse habe sie wiederholen müssen. Nach dem 

Besuch der Realschule habe sie eine zweijährige Bürolehre innerhalb von 

drei Jahren absolviert. Mithilfe von beständiger Unterstützung durch ihre 

Mutter, Fleiss und erlernter Kompensationsstrategien habe die Beschwer-

deführerin relativ gut funktionieren können. Um ihre ADHS-bedingten De-

fizite zu kompensieren, habe die Beschwerdeführerin verschiedene Kom-

pensationsstrategien entwickelt. So schreibe sie sich bspw. alles in einer 

Agenda auf, um Termine und Erledigungen nicht zu vergessen und zeige 

seit der Kindheit ein auffallend niedriges Arbeitstempo. Durch das lang-

- 30 -

same Arbeiten könne die Beschwerdeführerin zwar genau sein, jedoch 

habe dies vor allem in den letzten fünf Jahren zu Schwierigkeiten am Ar-

beitsplatz geführt, und der Beschwerdeführerin sei u.a. mit der Begrün-

dung, dass sie zu langsam arbeite, mehrmals gekündigt worden. Eine wei-

tere Schwierigkeit v.a. im beruflichen Kontext sei die deutlich erhöhte 

Stressintoleranz, so dass die Beschwerdeführerin in Stresssituationen am 

Arbeitsplatz rasch überfordert sei. Unter Zeitdruck sei es ihr nicht möglich, 

auf ihre Kompensationsstrategien zurückzugreifen und es kämen dann 

ihre Aufmerksamkeitsdefizite, z.B. mit der geteilten Aufmerksamkeit, zum 

Tragen bzw. arbeite die Beschwerdeführerin trotz Zeitdruck langsam und 

könne so die an sie gestellten Aufgaben in der geforderten Zeit nicht erfül-

len (IV-act. 38 S. 20). Die beschriebenen Defizite zeigten sich denn auch 

im Rahmen der beruflichen Abklärungen. So z.B. in der H._____ im Be-

reich Hauswirtschaft, wo sich zeigte, dass sich die Beschwerdeführerin 

aufgrund des sehr geringen Arbeitstempos und ihrer "Übergenauigkeit" 

nicht für eine Ausbildung in diesem Bereich eigne, und dass sich diese 

Einschränkungen auf jegliche Tätigkeit auswirken würden (IV-act. 58 S. 5, 

IV-act. 66). 

Nach dem Gesagten ist überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwer-

deführerin die erworbenen beruflichen Fähigkeiten auf dem ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt nicht im gleichen Ausmass verwerten kann wie eine 

nichtinvalide Person mit derselben ordentlichen Ausbildung.

5.6.4. Demnach wäre das Valideneinkommen gestützt auf das IV-Rundschrei-

ben Nr. 403 auf CHF 83'500.-- festzusetzen (vgl. ferner IV-Rundschreiben 

Nr. 393 für das massgebliche Einkommen ab dem 1. Januar 2020). Bei 

einer Gegenüberstellung mit dem obenerwähnten Invalideneinkommen 

von CHF 50'080.90 resultiert somit ein Invaliditätsgrad von 40 %, womit 

auch im Fall, dass von der konkreten erwerblichen Situation und somit ei-

nem höheren Invalideneinkommen auszugehen wäre (vgl. Erwägungen 

5.6 und 5.6.1), ein Anspruch auf eine Viertelsrente bestünde. 

- 31 -

6. Die Beschwerde erweist sich somit als begründet und ist in Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 21. September 2022 gutzuheissen. Der 

Beschwerdeführerin steht über den 31. März 2022 hinaus weiterhin eine 

Viertelsrente zu. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die 

weiteren Vorbringen und Anträge der Verfahrensparteien einzugehen.

7. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Beschwerde-

verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der Invalidenversicherung 

vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten wer-

den nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem 

vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, 

setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 

Kostenrahmens auf CHF 700.-- fest. Infolge des Ausgangs des Beschwer-

deverfahrens sind diese der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. 

Art. 73 Abs. 1 VRG).

8. Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die Bemes-

sung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, 

wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig von der 

Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird die Be-

messung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG nach 

dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 [in BGE 144 V 381 nicht publi-

zierte] E.9.2, 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.6.1 und 9C_688/2009 

vom 19. November 2009 E.3.1.1 f.). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der 

Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen 

und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Par-

teientschädigung nach Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es 

grundsätzlich von dem in der Honorarnote geltend gemachten (und als an-

- 32 -

gemessen zu betrachtenden) Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz 

ausgeht. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin machte in ihrer 

Eingabe vom 14. November 2022 ein Honorar von CHF 2'163.15 (10.5 

Stunden à CHF 185.71 [CHF 1'950.--] zzgl. 3 % Spesenpauschale 

[CHF 58.50] und 7.7 % MWST [CHF 154.65]) geltend. Zwar hält sich diese 

an die rechtsprechungsgemäss anzuerkennende Spesenpauschale von 

3 % des Honorars (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden S 21 117 vom 25. Januar 2022 E.9 und S 20 67 vom 8. De-

zember 2020 E.7); allerdings berücksichtigt sie den praxisgemäss gelten-

den, reduzierten Stundenansatz für Hilfsorganisationen, zu denen auch 

die Procap Schweiz zu zählen ist, von CHF 160.-- nicht (PVG 2010 Nr. 31 

und Nr. 32). Insgesamt erweist sich somit eine Entschädigung von 

CHF 1'863.65 (10.5 Stunden à CHF 160.-- [CHF 1'680.--] zzgl. 3 % Bar-

auslagen [CHF 50.40] und 7.7 % MWST [CHF 133.25]) als angemessen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 

21. September 2022 aufgehoben. Der Beschwerdeführerin steht über den 

31. März 2022 hinaus weiterhin eine Viertelsrente zu. 

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle. 

3. Die IV-Stelle entschädigt A._____ mit CHF 1'863.65. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]