# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca4defe4-bad6-554e-8af7-f1fda2a471d8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 24.09.2025 ZVE.2024.24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2024-24_2025-09-24.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 2. Kammer 

 

ZVE.2024.24 
(VZ.2023.6)  

 

 

Entscheid vom 24. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Vasvary  

Oberrichter Giese  

Gerichtsschreiberin Albert  

 

 
   

Klägerin   Zentrale Paritätische Kommission der 

Reinigungsbranche in der Deutschschweiz,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwältin Nathalie Müller,  

[…] 

substituiert durch Rechtsanwältin Concetta Costa Oreiller,  

[…]  

 

 
    

Beklagte   C._____ GmbH,  

[…]  

 

 
 

Gegenstand  Forderung aus kollektivem Arbeitsrecht 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Bei der Klägerin handelt es sich um das in der Form eines Vereins 

organisierte paritätische Vollzugsorgan des Gesamtarbeitsvertrags für die 

Reinigungsbranche in der Deutschschweiz (nachfolgend GAV) vom 

31. Oktober 2011. Diesem war infolge Allgemeinverbindlicherklärung 

gewisser Bestimmungen auch die Beklagte unterstellt, zumal sie gemäss 

Handelsregisterauszug unter anderem Gebäudereinigungen sowie Alt- und 

Neubaureinigungen anbietet. Im September 2021 wurde bei der Beklagten 

eine Lohnbuchkontrolle für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 

31. Januar 2020 durchgeführt, anlässlich welcher nach Auffassung der 

Klägerin verschiedene GAV-Verstösse festgestellt wurden. 

 

2. 

2.1. 

Mit Klage vom 19. April 2023 stellte die Klägerin beim Arbeitsgericht des 

Bezirks Brugg die nachfolgenden Rechtsbegehren:  

 

1. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Kontrollkosten in der Höhe von 
CHF 1'140.00 zuzüglich 5 % Zins seit 06.11.2021 zu bezahlen. 
 
2. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Konventionalstrafe in der Höhe von 
CHF 4'000.00 zuzüglich 5 % Zins seit 06.11.2021 zu bezahlen. 
 
3. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Konventionalstrafe in der Höhe von 
CHF 4'164.00 zuzüglich 5 % Zins seit 18.05.2022 zu bezahlen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten. 

 

2.2. 

Mit Klageantwort vom 8. Mai 2023 beantragte die Beklagte die kostenfällige 

Abweisung der Klage.  

 

2.3. 

Am 6. Oktober 2023 fand vor dem Arbeitsgericht des Bezirks Brugg die 

Hauptverhandlung statt, anlässlich welcher A._____ sowie D._____ befragt 

wurden. Die Parteien hielten im Rahmen von Replik und Duplik an den 

bereits gestellten Anträgen fest.  

 

Gleichentags verpflichtete das Arbeitsgericht des Bezirks Brugg die 

Beklagte in teilweiser Gutheissung der Klage zur Zahlung von Fr. 585.00 

zuzüglich Zins von 5 % seit dem 6. November 2021, auferlegte die 

Gerichtskosten der Klägerin und verzichtete auf die Zusprechung von 

Parteientschädigungen.  

 - 3 - 

 

 

2.4. 

Mit Eingabe vom 26. Oktober 2023 ersuchte die Klägerin um Begründung 

des ihr am 17. Oktober 2023 im Dispositiv eröffneten Entscheids. 

 

Das begründete Urteil wurde ihr in der Folge am 24. Mai 2024 zugestellt.  

 

3. 

3.1. 

Am 19. Juni 2024 reichte die Klägerin Beschwerde ein und beantragte die 

Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sowie die vollumfängliche 

Gutheissung der Klage, eventualiter dessen Rückweisung zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz. 

 

3.2. 

Die Beklagte liess sich im Beschwerdeverfahren nicht vernehmen.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Klägerin klagte im vorinstanzlichen Verfahren auf Zahlung der 

Kontrollkosten sowie einer Konventionalstrafe, da die Beklagte gegen Art. 4 

GAV, Art. 5.2, Art. 5.3, Art. 8.2 GAV sowie Art. 329d OR verstossen und 

ihrer einzigen Mitarbeiterin dadurch geldwerte Leistungen in Höhe von 

insgesamt Fr. 2'082.20 vorenthalten habe (Klage S. 5).  

 

Die Vorinstanz erachtete von den geltend gemachten Verstössen jenen 

gegen Art. 5.2 resp. Art. 5.3 des GAV als erstellt, weshalb der geldwerte 

Nachteil zulasten der Mitarbeiterin der Beklagten Fr. 929.15 betrage. Sie 

auferlegte der Beklagten deshalb die Kontrollkosten lediglich im Umfang 

von ¼ und reduzierte die von der Klägerin geforderte Konventionalstrafe 

auf Fr. 250.00. Im Übrigen wies die Vorinstanz die Klage ab (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. 4 f.).  

 

2. 

Gemäss Art. 357b Abs. 1 OR können die Vertragsparteien in einem 

zwischen Verbänden abgeschlossenen Gesamtarbeitsvertrag vereinbaren, 

dass ihnen gemeinsam ein Anspruch auf Einhaltung des Vertrages gegen-

über den beteiligten Arbeitgebern und Arbeitnehmern u.a. bezüglich des 

Inhalts des Arbeitsverhältnisses oder Beiträgen an Ausgleichskassen und 

andere das Arbeitsverhältnis betreffende Einrichtungen zusteht. Während 

der Anspruch hinsichtlich der normativen Bestimmungen des GAV nur auf 

Feststellung beschränkt ist, können die Parteien zur Durchsetzung ihres 

gemeinsamen Anspruchs Kontrollen, Kautionen sowie Konventionalstrafen 

vorsehen (Art. 357b Abs. 1 lit. a und c OR). Davon haben die Vertrags-

parteien des GAV in Art. 24.4, 24.7 und 24.8 Gebrauch gemacht und die 

 - 4 - 

 

 

Klägerin als gemeinsames Vollzugsorgan eingesetzt. Infolge Allgemein-

verbindlicherklärung dieser sowie weiterer Bestimmungen des GAV durch 

den Bundesrat ist die Klägerin folglich befugt, Kontrollen sämtlicher 

Betriebe, welche Unterhalts- und Spezialreinigungen an, in und um 

Gebäude und Fahrnisbauten ausführen, durchzuführen und Konventional-

strafen zu verhängen sowie nötigenfalls vor Gericht in eigenem Namen 

durchzusetzen (vgl. Bundesratsbeschluss vom 18. Oktober 2018, BBI 2018 

6747 ff. mit Verweis auf vorangehende Bundesratsbeschlüsse sowie BGE 

140 III 391 E. 2.1). 

 

Nachfolgend ist zunächst auf die einzelnen geltend gemachten Verstösse 

einzugehen und anschliessend die Auferlegung der Kontrollkosten sowie 

die Herabsetzung der Konventionalstrafe zu überprüfen. 

 

3. 

3.1. 

In Bezug auf den geltend gemachten Verstoss gegen Art. 4 sowie 

Anhang 1 des GAV ist unbestritten, dass die Beklagte mit ihrer einzigen 

Mitarbeiterin keinen schriftlichen Arbeitsvertrag abgeschlossen hat und 

entsprechend eine Einteilung in die Kategorien gemäss Art. 4 GAV 

unterblieben ist (vgl. Klage S. 9; Klageantwort S. 2).  

 

Entgegen der Vorinstanz liegt darin mit der Klägerin ein formeller Verstoss 

gegen die Bestimmungen des GAV, zumal die vorgesehene Einteilung 

unbestrittenermassen unterblieben ist. Allerdings rechtfertigt dieser 

Verstoss vorliegend keine Sanktionierung der Beklagten, da diese ihrer 

Mitarbeiterin mit Fr. 25.00 unbestritten einen höheren Stundenlohn bezahlt 

hat, als im GAV für die Kontrollperiode 2019 vorgesehen war (vgl. KB 8 und 

18 sowie Anhang 5 des GAV, BBl 2018 6747 ff.). Sinn und Zweck der als 

verletzt gerügten GAV-Bestimmung ist der Schutz der Arbeitnehmer sowie 

die Gewährleistung einer fairen Entlöhnung (vgl. BGE 116 II 302 E. 3). Er 

dient mithin nicht bloss einem bürokratischen Selbstzweck. Dieser Zweck 

war vorliegend zu keiner Zeit gefährdet, auch wenn eine entsprechende 

Einteilung nach GAV unbestritten unterblieben ist. Entsprechend hat es mit 

der Feststellung der diesbezüglichen Abweichung vom GAV sein 

Bewenden (vgl. dazu unten).  

  

 - 5 - 

 

 

3.2. 

Der von der Vorinstanz festgestellte Verstoss gegen Art. 5.2 und Art. 5.3 

GAV ist im Beschwerdeverfahren unangefochten geblieben und ist damit 

grundsätzlich nicht zu überprüfen (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4.2). Der 

Klägerin ist jedoch dahingehend zuzustimmen (vgl. Beschwerde Ziff. 7.3), 

als dass sich der daraus resultierende finanzielle Nachteil zulasten der 

Mitarbeiterin der Beklagten auf insgesamt Fr. 940.50 statt Fr. 925.15 

beläuft, zumal die Vorinstanz dem Stundenlohn den Feiertagszuschlag 

(1.2 % für das Jahr 2019, 1.5 % für das Jahr 2020, vgl. Art. 8.2 GAV sowie 

nachfolgend) zu Unrecht nicht hinzugerechnet hat. Darauf ist im Rahmen 

der Festsetzung der Konventionalstrafe zurückzukommen (vgl. unten).  

 

3.3. 

In Bezug auf den geltend gemachten Verstoss gegen Art. 8.2 des GAV ist 

unbestritten, dass auf den Lohnabrechnungen der Beklagten für den 

Kontrollzeitraum Januar 2019 bis Januar 2020 der im GAV vorgesehene 

Feiertagszuschlag nicht ausgewiesen ist (vgl. KB 18). Die Beklagte 

behauptete im vorinstanzlichen Verfahren, dass dieser im Stundenlohn von 

Fr. 25.00 bereits enthalten sei, was die Vorinstanz gestützt auf die 

eingereichte Bescheinigung über Zwischenverdienst vom 23. Januar 2018 

an die Arbeitslosenversicherung als erstellt erachtet hat (vgl. vorinstanz-

liches Urteil E. 4.3, Beilage zur Klageantwort). Dabei verkennt sie jedoch – 

wie die Klägerin zu Recht geltend macht (vgl. Beschwerde Ziff. 5.4) – dass 

nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Einzelarbeitsvertrag aus-

drücklich festzuhalten ist, dass die Feiertagsentschädigung im Stunden-

lohn bereits enthalten sei, wenn wie vorliegend eine solche gemäss GAV 

geschuldet ist. Ausserdem müsste ersichtlich sein, welcher Teil des dem 

Arbeitnehmer ausbezahlten Lohns die Vergütung für den Feiertag darstellt, 

wobei der blosse Vermerk «Feiertagsentschädigung inbegriffen» nicht 

ausreicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_72/2018 vom 6. August 2018 

E. 4.4.4). Da die Beklagte mit ihrer Mitarbeiterin unbestritten keinen 

schriftlichen Arbeitsvertrag abgeschlossen hat (vgl. oben) und auch auf den 

Lohnabrechnungen der entsprechende Zuschlag nicht ausgewiesen ist (KB 

18), sind die entsprechenden Zuschläge nach wie vor geschuldet (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 4A_72/2018 vom 6. August 2018 E. 5) und 

Art. 8.2 GAV folglich verletzt. Der sich daraus ergebende finanzielle 

Nachteil für die Mitarbeiterin der Beklagten beträgt Fr. 135.90 (vgl. Klage 

Ziff. 2.5.5, Art. 8.2 GAV, KB 18).  

 

3.4. 

Was den geltend gemachten Verstoss gegen Art. 329d OR betrifft, hat 

bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass zwar nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 329d OR ein Anspruch der 

Mitarbeiterin auf Auszahlung der Ferienentschädigung bestünde, da die 

Beklage diese unbestrittenermassen nicht betragsmässig in den Lohnab-

rechnungen ausgewiesen habe (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4.4; BGE 

 - 6 - 

 

 

118 II 136 E. 3b). Der GAV enthält in Art. 15 zwar eine entsprechende 

Regelung, indessen ist diese nicht von der erleichterten Allgemein-

verbindlicherklärung umfasst (vgl. BBl 2018 6752). Da sich die Kontroll-

befugnis der Klägerin gegenüber der Beklagten auf die allgemein-

verbindlich erklärten Bestimmungen des GAV beschränkt (vgl. BBl 2018 

6752), fehlt es ihr bezüglich des Verstosses gegen Art. 329d OR an der 

Aktivlegitimation, was sie im Beschwerdeverfahren auch nicht bestreitet 

(vgl. Beschwerde Ziff. 6). Obwohl der Mitarbeiterin der Beklagten unter 

diesem Titel geldwerte Leistungen zustünden, liegt nach dem Gesagten 

kein Verstoss gegen den GAV vor, welchen die Klägerin zur Verhängung 

von Sanktionen im Sinne von Art. 357b Abs. 1 lit. c OR berechtigen würde.  

 

3.5. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beklagte im Kontrollzeitraum in 

dreifacher Hinsicht gegen den GAV verstossen und ihrer Mitarbeiterin 

dadurch insgesamt Fr. 1'076.40 zu wenig ausbezahlt hat. 

 

4. 

4.1. 

Die Klägerin beantragt, aufgrund der festgestellten Verstösse gegen den 

GAV seien der Beklagten die Kontrollkosten in Höhe von Fr. 1'140.00 

aufzuerlegen.  

 

Im Beschwerdeverfahren ergibt sich, dass drei von vier gerügten 

Verstössen zu bestätigen sind (vgl. oben). Die Verlegung der Kontroll-

kosten hat sich entgegen der Klägerin jedoch nicht schematisch am Betrag 

des geldwerten Nachteils zulasten der Arbeitnehmer zu orientieren. 

Vielmehr haben auf Grundlage von Art. 357b Abs. 1 lit. c OR verhängte 

Sanktionen – wozu auch die Kontrollkosten gehören – sich an der Schwere 

der Vertragsverletzung und dem Verschulden sowie dem Zweck zu 

orientieren, durch wirksame Bestrafung künftige Vertragsverletzungen zu 

verhindern. Entsprechend ist entgegen den Einwänden der Klägerin unter 

dem Titel des Verschuldens sowie der Schwere der Vertragsverletzung 

auch das Ausmass der Bereicherung des fehlbaren Arbeitgebers bzw. der 

Schädigung der betroffenen Arbeitnehmer zu berücksichtigen (BGE 116 II 

302 E. 3). Da die Beklagte ihrer Mitarbeiterin auch unter Hinzurechnung 

des in den Lohnabrechnungen nicht ausgewiesenen 13. Monatslohns 

sowie der Feiertagsentschädigung stets einen höheren als den im GAV 

vorgeschriebenen Mindestlohn bezahlt hat, kann ihr nicht der Vorwurf einer 

Lohnunterschreitung gemacht werden. Die vorliegend festgestellten GAV-

Verletzungen sind folglich nicht auf eine eigentliche Bereicherungs- bzw. 

Schädigungsabsicht zulasten der Arbeitnehmerin zurückzuführen, sondern 

primär das Ergebnis eines in buchhalterischen Angelegenheiten 

ungenügend bewanderten Geschäftsführers (vgl. dazu act. 72, wonach 

dem Geschäftsführer der Beklagten nicht bewusst war, dass er dem GAV 

unterstellt ist), was das Verschulden sowie die Schwere der Verletzung 

 - 7 - 

 

 

geringer ausfallen lässt. Verschuldenserhöhend ist indessen zu berück-

sichtigen, dass die Beklagte sich bis zuletzt uneinsichtig gezeigt hat und 

nach wie vor nicht bereit ist, ihre Lohnausweise den Vorgaben des GAV 

anzupassen (vgl. act. 72). Unter diesen Gesichtspunkten rechtfertigt es 

sich, der Beklagten die ausgewiesenen sowie unbestrittenen Kontroll-

kosten (vgl. KB 10) im Umfang von ½, d.h. mit einem Betrag von Fr. 570.00, 

aufzuerlegen. 

 

Dieser Betrag ist antragsgemäss mit 5 % seit dem 6. November 2021 zu 

verzinsen, zumal unbestritten geblieben und deshalb erstellt ist, dass die 

Beklagte trotz Mahnung der Klägerin vom 26. Oktober 2021 (zugestellt am 

27. Oktober 2021) unter Fristansetzung bis zum 5. November 2021 keine 

Zahlung geleistet hat und sich folglich seit dem 6. November 2021 in 

Verzug befindet (vgl. Klage Ziff. 5.3; KB 11).  

 

4.2. 

Die Klägerin beantragt sodann, die Beklagte sei zur Zahlung einer 

Konventionalstrafe in Höhe von Fr. 4'000.00 zu verpflichten. Sie stützt sich 

dabei auf die von der Vollversammlung der Zentralen Paritätischen 

Kommission der Reinigungsbranche in der Deutschschweiz genehmigten 

Konventionalstrafentabelle (Klage Ziff. 5.2.8, KB 19).  

 

Die Beklagte hat mehrere geldwerte GAV-Bestimmungen verletzt und ihrer 

einzigen Mitarbeiterin dadurch geldwerte Leistungen in Höhe von 

insgesamt Fr. 1'076.40 vorenthalten (vgl. oben). Bei einer Lohnsumme im 

Kontrollzeitraum von Fr. 12'383.40 (inkl. 13. Monatslohn sowie Feiertags-

entschädigung) entspricht die Verfehlung 8.7 %, was gemäss der 

Konventionalstrafentabelle der Klägerin mit einer Konventionalstrafe von 

Fr. 1'500.00 zu ahnden ist. Diese Summe erweist sich auch unter den 

konkreten Umständen als angemessen. Entgegen den Vorbringen der 

Klägerin ist auch für die Bemessung der Konventionalstrafe nicht 

schlechthin auf die geldwerte Verfehlung abzustellen – sondern wie bereits 

im Kontext der Verlegung der Kontrollkosten ausgeführt (vgl. oben) – 

primär die Schwere der Vertragsverletzung, das Verschulden sowie der 

Zweck massgeblich (BGE 116 II 302 E. 3). Entsprechend kann an dieser 

Stelle grundsätzlich auf die vorstehenden Ausführungen zur Verlegung der 

Kontrollkosten verwiesen werden (vgl. oben), wonach von einer leichten, 

da lediglich formellen, Vertragsverletzung auszugehen ist und das 

Verschulden der Beklagten als geringfügig einzustufen ist. Was den Zweck 

der Konventionalstrafe betrifft, darf ebenfalls berücksichtigt werden, dass 

bei wirtschaftlich schwächeren Arbeitgebern wie der angeschlagenen 

Beklagten (vgl. act. 73) bereits kleinere Beträge geeignet sind, Verstösse 

gegen den GAV zu ahnden und von weiteren Verfehlungen abzuhalten (vgl. 

BGE 116 II 302 E. 4).  

 

 - 8 - 

 

 

Der Betrag von Fr. 1'500.00 ist sodann gleichermassen wie die 

Kontrollkosten mit 5 % seit dem 6. November 2021 zu verzinsen (vgl. oben 

sowie das vorinstanzliche Urteil E. 5.4). 

 

4.3. 

Die Klägerin beantragt sodann, die Beklagte sei gestützt auf Art. 24.6 GAV 

zur Zahlung einer weiteren Konventionalstrafe von Fr. 4'164.00 wegen 

unterlassener Wiedergutmachung zu verpflichten.  

 

Mit der Vorinstanz erscheint die Ausfällung einer zusätzlichen 

Konventionalstrafe nicht angezeigt (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 5.3). Wie 

bereits ausgeführt, treten die Ansprüche der Klägerin auf Zahlung der 

Kontrollkosten sowie der Konventionalstrafe zusätzlich zu den individuellen 

Ansprüchen der Arbeitnehmer hinzu (vgl. BGE 116 II 302 E. 3). Die 

Klägerin hat die Mitarbeiterin der Beklagten zwar über ihre Ansprüche 

informiert, diese scheint bisher jedoch noch keine Ansprüche geltend 

gemacht zu haben. Das bedeutet jedoch wiederum nicht, dass die Beklagte 

diese nicht mehr zu gewärtigen haben wird, insbesondere da – abgesehen 

von der Verfehlung betreffend den 13. Monatslohn – noch kein gerichtlicher 

Entscheid vorlag, der die Nachzahlungspflicht der Beklagten bestätigt hat. 

Der präventiven Funktion der Konventionalstrafe sowie der Schwere der 

Vertragsverletzung und dem Verschulden wurde bereits mit der 

Auferlegung der ersten Konventionalstrafe sowie den Kontrollkosten 

Genüge getan (vgl. oben), so dass es damit sein Bewenden haben muss. 

 

4.4. 

Im Ergebnis ist die Beschwerde der Klägerin im Umfang von Fr. 1'485.00 

gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen. 

 

5. 

5.1. 

Gemäss Art. 114 lit. c ZPO werden im Entscheidverfahren bei Streitigkeiten 

aus dem Arbeitsverhältnis sowie aus dem Arbeitsvermittlungsgesetz bis zu 

einem Streitwert von Fr. 30'000.00 keine Gerichtskosten gesprochen. Bei 

kollektivarbeitsrechtlichen Rechtsstreitigkeiten, die nicht individuelle 

Ansprüche eines einzelnen Arbeitnehmers betreffen, wie namentlich der 

vorliegenden Streitigkeit zwischen einem Vollzugsorgan eines Gesamt-

arbeitsvertrags und einer Arbeitgeberin, handelt es sich nicht um eine 

Streitigkeit aus dem Arbeitsverhältnis, womit die Kostenlosigkeit des 

Entscheidverfahrens entfällt (vgl. HOFMANN/BAECKERT, in: Basler Kommen-

tar Schweizerische Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2024, N. 19 zu Art. 113 

ZPO mit Verweis auf BGE 140 III 391 E. 1.3).  

 

Die Klägerin dringt im Beschwerdeverfahren im Umfang von Fr. 1'485.00, 

d.h. gerundet zu 17 % durch. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

Ausgehend vom Streitwert von Fr. 8'719.00 sind die Kosten für das 

 - 9 - 

 

 

Beschwerdeverfahren auf gerundet Fr. 1'800.00 festzusetzen (§ 29 

GebührD i.V.m. § 11 Abs. 1 VKD und § 7 Abs. 1 VKD) und ausgangs-

gemäss zu 83 %, d.h. mit Fr. 1'494.00, der Klägerin, und zu 17 %, d.h. mit 

Fr. 306.00, der Beklagten aufzuerlegen.  

 

5.2. 

Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 

auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 

Abs. 3 ZPO). Dieser Grundsatz gilt auch im Beschwerdeverfahren (vgl. 

SPÜHLER, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 2023, 

N. 6 zu Art. 327 ZPO).  

 

Die Klage wird nach Ausgang des Beschwerdeverfahren im Umfang von 

Fr. 2'070.00 gutgeheissen, was bei einem erstinstanzlichen Streitwert von 

Fr. 9'304.00 einem Obsiegen im Umfang von rund 22 % entspricht. 

Entsprechend sind die erstinstanzlichen Gerichtskosten, deren Höhe mit 

Fr. 1'978.45 unbestritten geblieben sind, der Klägerin lediglich zu 78 %, 

d.h. mit Fr. 1'543.20, und im Übrigen, d.h. mit Fr. 435.25, der Beklagten 

aufzuerlegen. 

 

5.3. 

In Streitigkeiten aus dem kollektiven Arbeitsrecht, für die erstinstanzlich das 

Arbeitsgericht zuständig ist, werden bis zu einem Streitwert von 

Fr. 30'000.00 keine Parteikosten ersetzt (§ 25 EG ZPO i.V.m. § 8 Abs. 1 

lit. b EG ZPO). Das gilt auch für das Rechtsmittelverfahren. 

  

 - 10 - 

 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde der Klägerin wird das vor-

instanzliche Urteil wie folgt neu gefasst:  

 

1. 
In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Klägerin den Betrag 
von Fr. 2'070.00 zuzüglich 5 % Zins seit 6. November 2021 zu bezahlen.  
 
2. 
Die Gerichtskosten von Fr. 1'978.45 werden mit Fr. 1'543.20 der Klägerin und mit 
Fr. 435.25 der Beklagten auferlegt. 

 

2. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.  

 

3. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 1'800.00 wird der Klägerin 

mit Fr. 1'494.00 und der Beklagten mit Fr. 306.00 auferlegt. Sie wird im 

Umfang von Fr. 1'380.00 mit dem von der Klägerin geleisteten 

Kostenvorschuss verrechnet. Im Übrigen haben die Klägerin dem 

Obergericht Fr. 114.00 und die Beklagten Fr. 306.00 nachzuzahlen.  

 

4. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG)  

 

Gegen Teilentscheide kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, wenn diese nur einen Teil der gestellten 

Begehren behandeln und diese Begehren unabhängig von den anderen beurteilt werden 

können oder wenn der Entscheid das Verfahren nur für einen Teil der Streitgenossen 

abschliesst. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, 

wenn der Streitwert in arbeits- und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in 

allen übrigen Fällen mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine 

Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des 

Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 91, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

 - 11 - 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 9'304.00. 

 

 
   

Aarau, 24. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 2. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Albert