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**Case Identifier:** 3259f972-2b35-59e7-a918-7e3d06cb5133
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.11.2022 A-1875/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1875-2021_2022-11-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 04.09.2023 (9C_18/2023) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1875/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Raphaël Gani (Vorsitz), 

Richter Keita Mutombo, Richterin Iris Widmer,    

Gerichtsschreiber Rafi Feller. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ Sàrl,  

vertreten durch  

Gerhard Hofmann, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,   
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Strafverfolgung,  

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Zoll; Nachforderung von Zollabgaben und Einfuhrsteuer. 

 

 

 

A-1875/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ Sàrl mit Sitz in (…), Kanton (seit dem 13. April 2021, früher 

Sitz in B._______ […]), bezweckt den Handel mit frischen und tiefgefrore-

nen Produkten. Sie wurde am 21. Januar (…) im Handelsregister eingetra-

gen (MWST Nr. CHE-[…]).  

B.  

Am 24. Januar 2017 wurde das von C._______ gefahrene Fahrzeug nach 

dem Grenzübertritt in Ligornetto von der Grenzwache angehalten und einer 

Zollkontrolle unterzogen. C._______, begleitet von seiner Frau, war von 

der Grenzwache schon früher mit einem anderen Fahrzeug bei der Grenze 

in Novazzano bemerkt worden. Bei der Kontrolle wurden 507,8 kg aus Ita-

lien importierte und nicht zur schweizerischen Zollbehandlung angemel-

dete Lebensmittelprodukte (z.B. Fleisch und Käse) entdeckt.  

C._______ war Geschäftsinhaber der Einzelfirma « D._______ » (nachfol-

gend: Einzelfirma) mit Sitz in (…), die im Handelsregister des Kantons (…) 

zwischen dem 22. September (…) und dem 22. Oktober (…) (Löschung) 

registriert war (CHE-[…]). Sie bezweckte unter anderem den Handel und 

den Vertrieb von Lebensmitteln und Konsumgütern.    

C.  

Eine Zollstrafuntersuchung wurde von der (damaligen) Eidgenössische 

Zollverwaltung EZV (seit dem 1. Januar 2022, Bundesamt für Zoll und 

Grenzsicherheit [BAZG]), Zollkreisdirektion Lugano, Sektion Zollfahndung 

(seit dem 1. Januar 2020 Direktionsbereich Strafverfolgung des BAZG, 

Zollfahndung Süd), eingeleitet. Die Untersuchung führte zur Feststellung, 

dass C._______ und seine Frau zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 

24. Januar 2017 (Zeitpunkt der Zollkontrolle) 30'905,10 kg Käse und Metz-

gerei- Fleischwaren ohne Zollanmeldung und ohne Einfuhrsteuer 

(Fr. 262'084.80 Zoll und Fr. 18'737.- Mehrwertsteuer [MWST]) aus Italien 

in die Schweiz importiert hatten.  

Diese in Italien gekauften italienischen Spezialitäten wurden hauptsächlich 

importiert, um Schweizer Kunden zu beliefern, die entweder direkt bei der 

Einzelfirma in (…) oder über einen ihrer drei Vertreter, die jeweils eine 

Sprachregion abdeckten, bestellt wurden. Die A._______ Sàrl betätigte 

ihre Bestellung bei der Einzelfirma. Die Lebensmittel wurden ihr direkt ge-

liefert und die von der Einzelfirma ausgestellten Rechnungen wurden von 

A._______ Sàrl beglichen.    

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Seite 3 

D.  

Aus der Prüfung der Buchhaltung der Einzelfirma, insbesondere der Rech-

nungen, die an die A._______ Sàrl adressiert worden waren, ergab sich, 

dass die A._______ Sàrl im fraglichen Zeitraum Waren aus Italien bestellt, 

bezahlt und geliefert bekommen hatte, die zu keinem Zeitpunkt der gesetz-

lich vorgeschriebenen Zollbehandlung unterzogen worden waren.  

Die EZV (BAZG) stütze sich auf folgende fünf Rechnungen betreffend die 

A._______ Sàrl: Nr. […] vom 24. Januar 2016, Nr. […] vom 14 Juni 2016, 

Nr. […] vom 21. Juni 2016, Nr. […] vom 19. September 2016, Nr. […] vom 

29. September 2016. Diese Rechnungen betrafen 1'039.80 kg italienische 

Fleischprodukte (u.a. Coppa, Salami, Speck, Bresaola, Culatello und Roh-

schinken) für einen Wert von Fr. 21'607.47.  

E.  

Mit Schreiben vom 15. Dezember 2020 gewährte die EZV (BAZG) der 

E._______ AG die Gelegenheit ihr rechtliches Gehör innerhalb von 20 Ta-

gen wahrzunehmen, welches diese am 14. Januar 2021 ausgeübt hat.  

F.  

Mit Verfügung vom 19. März 2021 verpflichtete die EZV (BAZG; nachfol-

gend: die Vorinstanz) die A._______ Sàrl zur Bezahlung von Fr. 12’312.85 

(bestehend aus Fr. 10'148.80 Zoll, Fr. 794.00 Mehrwertsteuer [Einfuhr-

steuer 2.5%] sowie Fr. 1'370.05 Verzugszinsen). 

G.  

Gegen diese Nachforderungsverfügung erhob die A._______ Sàrl (nach-

folgend: Beschwerdeführerin) am 22. April 2021 Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung der angefochtenen 

Nachforderungsverfügung unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zu-

sammengefasst begründet die Beschwerdeführerin die Beschwerde damit, 

dass die Identität zwischen nicht verzollter und an sie gelieferter Ware nicht 

erstellt sei. Zudem kämen die Zollbestimmungen betreffend den Zoll-

schuldner nicht zur Anwendung, da sie die Waren bei einer schweizeri-

schen Firma (Einzelfirma) bestellt habe, weshalb der Grenzübertritt bzw. 

die Einfuhr nicht auf ihre Rechnung erfolgt sei.  

 

H.  

In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juni 2021 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde und Auferlegung der Kosten an die Beschwer-

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Seite 4 

deführerin. In ihrer Begründung führt sie unter anderem aus, dass die Be-

schwerdeführerin als Auftraggeberin im Sinne des Zollrechts zu betrachten 

sei. 

 

I.  

Mit Eingabe vom 27. April 2022 teilt die Beschwerdeführerin dem Bundes-

verwaltungsgericht mit, dass die Beschwerde nicht zurückgezogen werde. 

 

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten 

wird – soweit dies für den Entscheid wesentlich ist – in den folgenden Er-

wägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesver-

waltungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Eine solche 

Ausnahme liegt hier nicht vor. Der angefochtene Entscheid ist eine Verfü-

gung im Sinne von Art. 5 VwVG. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicher-

heit ist zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 33 

VGG). Dieses ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

zuständig (vgl. auch Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 

[ZG, SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts ande-

res bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheids 

und schon deshalb zur Beschwerdeerhebung legitimiert 

(vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht ein-

gereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist daher 

einzutreten. 

2.  

Gemäss Art. 33a Abs. 1 VwVG wird das Verfahren in einer der vier Amts-

sprachen geführt, in der Regel in der Sprache, in der die Parteien ihre Be-

gehren gestellt haben oder stellen würden. Im Beschwerdeverfahren ist je-

doch grundsätzlich die Sprache des angefochtenen Entscheids massge-

bend, wobei dieses in einer anderen Amtssprache geführt werden kann, 

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Seite 5 

wenn die Parteien eine solche verwenden (Art. 33a Abs. 2 VwVG). Vorlie-

gend wurde der angefochtene Entscheid auf Französisch verfasst, die Be-

schwerde dagegen auf Deutsch eingereicht. Dieses Verfahren ist Teil eines 

grösseren Verfahren betreffend die Einzelfirma und viele Parteien aus den 

verschiedenen Sprachregionen der Schweiz. Da die Beschwerdeführerin 

durch einen deutschsprachigen Anwalt vertreten ist, wird das vorliegende 

Verfahren in deutscher Sprache geführt. Zudem hat die Vorinstanz in einem 

Parallelverfahren betreffend die E._______AG (A-1876/2021), die Verfü-

gung und die Vernehmlassung auf Deutsch verfasst. 

 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

sowie Unangemessenheit rügen (Art. 49 VwVG). 

 

3.2  

3.2.1 Das Verfahren vor der Vorinstanz wie auch jenes vor dem Bundes-

verwaltungsgericht wird von der Untersuchungsmaxime beherrscht. Da-

nach muss die entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachver-

halt von sich aus abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen 

(vgl. BGE 147 II 209 E. 5.1.3, 144 II 359 E. 4.5.1; Urteile des BVGer 

A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 1.4.1, A-3346/2020 vom 27. April 2022 

E. 1.7, A-746/2021 vom 14. April 2022 E. 2.2, A-2599/2020 vom 8. Dezem-

ber 2021 E. 2.2). 

 

3.2.2 Der Untersuchungsgrundsatz wird allerdings modifiziert durch die im 

Abgaberecht regelmässig gesetzlich vorgesehene Mitwirkungspflicht des 

Abgabepflichtigen (vgl. auch unten E. 4.2 ff.). 

 

3.2.3 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung bildet sich die Be-

hörde unvoreingenommen, gewissenhaft und sorgfältig ihre Meinung da-

rüber, ob der Sachverhalt als rechtsgenügend erstellt zu gelten hat. Sie ist 

dabei nicht an bestimmte förmliche Beweisregeln gebunden, die genau 

vorschreiben, wie ein gültiger Beweis zustande kommt und welchen Be-

weiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben 

(ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, 

Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, 

Rz. 3.140). 

 

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3.2.4 Die Beweiswürdigung endet mit dem Entscheid darüber, ob eine 

rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Be-

weis ist geleistet, wenn die Behörde gestützt auf die freie Beweiswürdigung 

zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand 

verwirklicht hat (BGE 140 III 610 E. 4.1; Urteile des BVGer A-4408/2021 

vom 6. Juli 2022 E. 1.4.4, A-1450/2021 vom 3. Mai 2022 E. 1.4). 

 

3.2.5 Gelangt das Gericht trotz genügender Abklärung des Sachverhalts 

unter Respektierung des Untersuchungsgrundsatzes und aufgrund der 

(freien) Beweiswürdigung (vgl. E. 3.2.3) nicht zur Überzeugung, eine 

rechtserhebliche Tatsache habe sich verwirklicht, so stellt sich die Frage, 

wer die Folgen der Beweislosigkeit trägt (Art. 8 des Schweizerischen Zivil-

gesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]; BGE 142 V 389 

E. 2.2). Im Abgaberecht gilt grundsätzlich, dass die Abgabebehörde die 

(objektive) Beweislast für Tatsachen trägt, welche die Abgabepflicht als sol-

che begründen oder die Abgabeforderung erhöhen (steuer- bzw. abgabe-

begründende und -erhöhende Tatsachen). Demgegenüber ist die steuer-

pflichtige Person für die steuer- bzw. abgabeaufhebenden und -mindern-

den Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsachen, welche 

eine Abgabenbefreiung oder -begünstigung bewirken (BGE 147 II 338 

E. 3.2, 140 II 248 E. 3.5; Urteile des BVGer A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 

E. 1.4.5, A-4848/2021 vom 1. April 2022 E. 2.3, A-1335/2014 vom 14. De-

zember 2015 E. 2.3). 

 

3.2.6 Selbstveranlagungsprinzip und Mitwirkungspflicht (dazu E. 4.2 ff.) 

ändern grundsätzlich nichts an der Beweislastverteilung. Jedoch kann eine 

Verletzung der Mitwirkungspflicht mit der Folge einer Beweisnot der Steu-

erbehörde gegebenenfalls zu einer Umkehr der Beweislast führen (aus-

führlich dazu: Urteile des BVGer A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 1.4.6,    

A-4447/2019 vom 20. Januar 2022 E. 2.3.2, A-629/2010 vom 29. April 

2011 E. 3.4 [nicht publiziert in: BVGE 2011/45]). 

 

4.  

4.1 Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-

sätzlich zollpflichtig und nach dem Zollgesetz sowie nach dem Zolltarifge-

setz zu veranlagen (Art. 7 ZG). Solche Waren unterliegen zudem grund-

sätzlich der Einfuhrsteuer (Art. 50 ff. des Bundesgesetzes vom 12. Juni 

2009 über die Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 

641.20]). Vorbehalten bleiben Zoll- und Steuerbefreiungen, die sich aus 

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besonderen Bestimmungen von Gesetzen und Verordnungen oder Staats-

verträgen ergeben (Art. 2 Abs. 1 und Art. 8 ff. ZG, Art. 1 Abs. 2 des Zollta-

rifgesetzes vom 9. Oktober 1986 [ZTG, SR 632.10], Art. 53 MWSTG). 

 

4.2 Zur Gewährleistung der allgemeinen Zollpflicht muss, wer eine Ware 

ins Zollgebiet verbringt, verbringen lässt oder sie danach übernimmt, sie 

unverzüglich und unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuführen 

oder zuführen lassen (Art. 21 Abs. 1 ZG). Zum so umrissenen Kreis der 

zuführungspflichtigen Personen gehören gemäss der präzisierenden Fest-

legung der Zollverordnung insbesondere der Warenführer, die mit der Zu-

führung beauftragte Person, der Importeur, der Empfänger, der Versender 

und der Auftraggeber (Art. 75 der Zollverordnung vom 1. November 2006 

(ZV, SR 631.01). Die Zuführungs- respektive die Zollmeldepflicht besteht 

unabhängig von der wirtschaftlichen oder privatrechtlichen Berechtigung 

an der Ware (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer A-3680/2012 vom 

21. März 2013 E. 2.1.1 m.w.H.).  

4.3 Die zuführungspflichtigen Personen sind gleichzeitig – neben den mit 

der Zollanmeldung beauftragten Personen – auch anmeldepflichtige Per-

sonen (Art. 26 ZG; vgl. Urteil des BVGer A-5407/2020, A-5409/2020,                        

A-5410/2020 vom 28. September 2021 E. 2.3.1 m.w.H.). Sie müssen die 

der Zollstelle zugeführten Waren gestellen und summarisch anmelden 

(Art. 24 Abs. 1 ZG). Sodann muss die anmeldepflichtige Person die zuge-

führten, gestellten und summarisch angemeldeten Waren innerhalb der 

von der Zollverwaltung bestimmten Frist zur Veranlagung anmelden und 

die Begleitdokumente einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). In der Zollanmeldung 

ist die zollrechtliche Bestimmung der Waren festzulegen (Art. 25 

Abs. 2 ZG). Waren, die in ein Zollverfahren überführt werden sollen, sind 

zum betreffenden Verfahren anzumelden (Art. 47 Abs. 1 ZG).  

4.4 Die Zollanmeldung basiert auf dem Selbstdeklarationsprinzip, wonach 

von der anmeldepflichtigen Person eine vollständige und richtige Deklara-

tion der Ware verlangt wird. Hinsichtlich der diesbezüglichen Sorgfalts-

pflicht werden an die anmeldepflichtige Person hohe Anforderungen ge-

stellt (BARBARA SCHMID, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Handkommen-

tar zum Zollgesetz, 2009 [nachfolgend: Zollkommentar], Art. 18 N. 3 f.; Bot-

schaft vom 15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 567, 

601). Die Zollpflichtigen müssen sich vorweg über die Zollpflicht sowie die 

jeweiligen Abfertigungsverfahren informieren und die Waren entsprechend 

zur Veranlagung anmelden. Unterlassen sie dies, haben sie dafür prinzipi-

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ell selber die Verantwortung zu tragen. Die Mitwirkungs- und Sorgfalts-

pflichten des Zollverfahrens gelten auch für die Erhebung der Einfuhrsteuer 

(vgl. Art. 50 MWSTG; Urteile des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2021 

E. 2.2, A-6635/2018 vom 7. Januar 2020 E. 3.3, A-2764/2018 vom 23. Mai 

2019 E. 2.3.2). Nicht angemeldete Waren werden von Amtes wegen ver-

anlagt (Art. 18 Abs. 3 ZG). 

 

4.5 Mit der Annahme der Zollanmeldung oder (unter anderen) im Falle der 

unterlassenen Anmeldung im Zeitpunkt der Verbringung der Ware über die 

Zollgrenze, entsteht die Zollschuld (Art. 69 ZG). Die Zollzahlungspflicht ob-

liegt der Zollschuldnerin bzw. dem Zollschuldner (Art. 70 Abs. 1 ZG). Zum 

entsprechenden Kreis gehören die Person, die Waren über die Zollgrenze 

bringt oder bringen lässt (Art. 70 Abs. 2 Bst. a ZG), die zur Zollanmeldung 

verpflichtet oder damit beauftragt ist (Art. 70 Abs. 2 Bst. b ZG) oder auf 

deren Rechnung die Waren ein- oder ausgeführt werden (Art. 70 Abs. 2 

Bst. c ZG). Der Gesetzgeber hat den Kreis der Zollschuldner in Art. 70 

Abs. 2 ZG bewusst weit gezogen. Der Zweck dieser weit gefassten Rege-

lung über die Zollzahlungspflicht liegt im öffentlichen Interesse, die Ein-

bringlichkeit der Zollabgaben zu garantieren, für welche die Zollschuldne-

rinnen und Zollschuldner denn auch solidarisch haften. Sie ist aber auch 

Ausdruck des im Zollrecht geltenden und streng verstandenen Selbstde-

klarationsprinzips (MICHAEL BEUSCH, Zollkommentar, Art. 70 ZG N. 4; Ur-

teile des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 7.2, A-3680/2012 vom 

21. März 2013 E. 2.1.1 f, je m.w.H.). Die Zollzahlungspflicht besteht im Üb-

rigen sowohl für natürliche wie auch für juristische Personen. Das Verbrin-

gen der Ware als Realakt ist jedoch nur durch eine natürliche Person mög-

lich. Abgesehen davon stehen aber natürliche und juristische Personen 

zoll- und abgaberechtlich in den gleichen Rechten und Pflichten. Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind natürliche Personen selbst dann 

Zollschuldner, wenn diese als Organ einer juristischen Person gehandelt 

haben (Urteil des BGer 2C_747/2009 vom 8. April 2010 E. 5.3, mit Hinweis 

auf die Urteile des BGer 2A.585/1998 und 2A.586/1998, beide vom 7. Juli 

1999; eingehend: Urteil des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 2019 

E. 7.2 m.w.H.).  

4.6  

4.6.1 Steuerobjekt der Einfuhrsteuer ist die Einfuhr von Gegenständen, 

einschliesslich der darin enthaltenen Dienstleistungen ins (Zoll-)Inland 

(Art. 52 Abs. 1 Bst. a MWSTG). 

 

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Seite 9 

4.6.2 Die Steuer auf der Einfuhr wird im Normalfall auf dem von den Par-

teien vereinbarten und vom Importeur zu entrichtenden Entgelt erhoben 

(Art. 54 Abs. 1 Bst. a – f MWSTG). Kann nicht auf das Entgelt abgestellt 

werden, wird die Steuer auf dem Marktwert berechnet. Als Marktwert gilt, 

was der Importeur oder die Importeurin auf der Stufe, auf der die Einfuhr 

bewirkt wird, an einen selbständigen Lieferanten oder eine selbständige 

Lieferantin im Herkunftsland der Gegenstände zum Zeitpunkt der Entste-

hung der Einfuhrsteuerschuld unter den Bedingungen des freien Wettbe-

werbs zahlen müsste, um die gleichen Gegenstände zu erhalten (Art. 54 

Abs. 1 Bst. g MWSTG). In die Bemessungsgrundlage sind zudem unter 

anderem die ausserhalb des Inlandes sowie der Einfuhr geschuldeten 

Steuern, Zölle und sonstigen Abgaben, mit Ausnahme der zu erhebenden 

Mehrwertsteuer, einzubeziehen, soweit sie noch nicht darin enthalten sind 

(Art. 54 Abs. 3 Bst. a MWSTG). 

 

4.6.3 Der Zollschuldner nach Art. 70 ZG ist auch für die Einfuhrsteuer steu-

erpflichtig (Art. 51 Abs. 1 MWSTG; vgl. Urteile des BVGer A-4510/2018 

vom 20. Mai 2019 E. 2.2, A-3322/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 3.2, je 

mit weiteren Hinweisen). 

 

4.6.4 Der Steuersatz für die Einfuhr von Fleisch und Käse zu Lebensmit-

telzwecken beträgt 2.5 % für die betroffene Steuerperiode (Art. 55 Abs. 2 

i.V.m. Art. 25 Abs. 2 Bst. a Ziff. 2 MWSTG). 

 

4.7  

4.7.1 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder 

Steuervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahrlässig 

Waren bei der Einfuhr nicht oder unrichtig anmeldet, begeht eine Wider-

handlung gegen die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzgebung 

(vgl. Art. 118 ZG und Art. 96 MWSTG). Sowohl die Zoll- als auch die Mehr-

wertsteuergesetzgebung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bun-

des. Entsprechend findet bei Widerhandlungen in den jeweiligen Bereichen 

grundsätzlich das Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwal-

tungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) Anwendung (Urteile des BVGer 

A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.1, A-4077/2021 vom 11. Mai 2021 

E. 2.8.1, A-1552/2021 vom 21. Dezember 2021 E. 4.2.4, A-4966/2018 vom 

26. Oktober 2020 E. 3.5, A-5576/2018 vom 5. Dezember 2019 E. 4.9). 

 

4.7.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR sind Abgaben nachzuentrichten, 

wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzge-

bung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind. Dies gilt «ohne 

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Seite 10 

Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person» (Art. 12 

Abs. 1 VStrR). Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt we-

der von einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschul-

den oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielmehr genügt es, 

dass der durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstan-

dene unrechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung gegen die 

Verwaltungsgesetzgebung des Bundes gründet (BGE 141 II 447 E. 8.4, 

129 II 160 E. 3.2, 106 Ib 218 E. 2c, 104 Ib 280 E. 6; Urteile des BGer 

2C_822/2021 vom 26. Januar 2022 E. 5.1.1, 2C_867/2018 vom 6. Novem-

ber 2019 E. 6.2, 2C_382/2017 vom 13. Dezember 2018 E. 2.2; Urteile des 

BVGer A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.2, A-4077/2021 vom 11. Mai 

2021 E. 2.8.2; STEFAN OESTERHELT/LAETITIA FRACHEBOUD, in: Frank/Ei-

cker/Markwalder/Achermann [Hrsg.], Basler Kommentar, Verwaltungs-

strafrecht, 2020 [nachfolgend: BSK VStrR], Art. 12 N. 5). 

 

4.7.3 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen ge-

hört nach dem Gesetzeswortlaut «insbesondere der zur Zahlung der Ab-

gabe Verpflichtete», das heisst für die Zollabgaben jene Personen, welche 

dem Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 51 Abs. 1 

MWSTG i.V.m Art. 70 ZG entsprechen. Sie gelten ipso facto als durch die 

Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt. Sie bleiben selbst dann leistungs-

pflichtig, wenn sie nichts von der falschen bzw. fehlenden Deklaration ge-

wusst haben (BGE 107 Ib 198 E. 6c und d) und wenn sie selber aus der 

Widerhandlung keinen persönlichen Nutzen gezogen haben (Urteile des 

BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3, 2A.242/2006 vom 2. Februar 

2007 E. 2.2; BEUSCH, Zollkommentar, Art. 70 N. 12). Sie gelten als direkt 

unrechtmässig bevorteilt, weil sie die geschuldeten Abgaben infolge der 

Widerhandlung nicht entrichten mussten. Der Genuss dieses Vorteils soll 

den Leistungspflichtigen mit dem Institut der Nachleistungspflicht entzogen 

werden. Diese Personen – für welche die gesetzliche Vermutung eines un-

rechtmässigen Vermögensvorteils gilt – haften solidarisch für den gesam-

ten nicht erhobenen Abgabebetrag. Der Rückgriff unter ihnen richtet sich 

nach dem Obligationenrecht (Art. 70 Abs. 3 ZG; Urteile des BVGer 

A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.3, A-4077/2021 vom 11. Mai 2021 

E. 2.8.3, A-1497/2019 vom 7. Oktober 2020 E. 2.3.2). 

4.8 Werden Zollschuld und Einfuhrsteuerschuld nicht fristgerecht bezahlt, 

ist ab ihrer Fälligkeit ein Verzugszins geschuldet (Art. 74 Abs. 1 ZG, Art. 57 

Abs. 1 MWSTG). Die Höhe der Zinsen wird vom Eidgenössischen Finanz-

departement (EFD) festgelegt (Art. 74 Abs. 4 ZG, Art. 108 Bst. a MWSTG). 

A-1875/2021 

Seite 11 

Die Zollschuld wird mit ihrer Entstehung fällig (Art. 72 Abs. 1 ZG). Sie ent-

steht, soweit vorliegend relevant, im Zeitpunkt, in dem die Zollstelle die 

Zollanmeldung annimmt (Art. 69 Bst. a ZG) bzw., falls die Zollstelle die Zoll-

anmeldung vor dem Verbringen der Waren angenommen hat, im Zeitpunkt, 

in dem die Waren über die Zollgrenze verbracht werden (Art. 69 Bst. b ZG). 

Gleiches gilt für die Einfuhrsteuerschuld (Art. 57 Abs. 2 Bst. d i.V.m. Art. 56 

Abs. 1 MWSTG i.V.m. Art. 69 Bst. a und b ZG). Der Verzugszins beträgt 

4 % bis zum 31. Dezember 2021 (Art. 1 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 1 Abs. 1 

Bst. a und b der Verordnung des EFD vom 11. Dezember 2009 über die 

Verzugs- und die Vergütungszinssätze [SR 641.207.1], ab dem 1. Januar 

2022, durch die Verordnung des EFD vom 25. Juni 2021 über die Verzugs- 

und die Vergütungszinssätze auf Abgaben und Steuern [SR 631.014, Zins-

sattzverordnung EFD] aufgehoben). 

5.  

Das vorliegende Verfahren betrifft die Lieferungen an die Beschwerdefüh-

rerin in B._______ (…). 

   

5.1 Die Beschwerdeführerin lässt zuerst vorbringen, dass die Identität zwi-

schen den importierten Waren und den an sie gelieferten Waren nicht be-

legt sei. Dasselbe soll für das zeitliche Nacheinander von Bestellung und 

Einfuhr der betroffenen Ware gelten. Zudem hätte die Vorinstanz selbst 

ausgeführt, dass die Ware für die Einzelfirma eingeführt worden sei.    

 

Die Beschwerdeführerin lässt weiter vorbringen, dass die Verordnung vom 

12. Oktober 2011 über die Statistik des Aussenhandels (SR 632.14) keine 

Bedeutung für die Auslegung von Art. 70 ZG habe. Wäre eine Einfuhrzoll-

anmeldung erfolgt, wäre der Inhaber der Einzelfirma als Empfänger der 

Ware zu qualifizieren. Zudem käme Art. 70 Abs. 2 Bst. a-c ZG nicht zur 

Anwendung, weil sie nach eigenen Angaben mit dem physischen Grenz-

übergang und mit der Zollanmeldung nichts zu tun hatte und sie keine Be-

schaffung von Waren im Ausland mit Überführung in die Schweiz in Auftrag 

gegeben hatte. Die Identität zwischen nicht verzollter und gelieferter Ware 

stimme nicht überein. Im Übrigen sei die Beschwerdeführerin nicht zufüh-

rungspflichtig gemäss Art. 21 i.V.m 26 ZG, da sie die Ware weder über die 

Grenze gebracht noch die Ware nach dem Grenzübertritt übernommen 

habe. Aus diesen Gründen, insbesondere angesichts der Nichtanwendbar-

keit des Art. 70 ZG, sei sie nicht in den Genuss eines Vorteiles im Sinne 

von Art. 12 Abs. 2 VStrR gekommen.   

 

A-1875/2021 

Seite 12 

5.2 Zunächst anerkennt die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zurecht, 

dass die Frage der Anwendung von Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 

12. Oktober 2011 über die Statistik des Aussenhandels letztlich irrelevant 

ist. Jedenfalls hat die Vorinstanz die einschlägigen Normen in ihrer Verfü-

gung erwähnt, sodass die wenigen Ausführungen zur besagten Bestim-

mung keinen Einfluss auf das Ergebnis ihres Entscheids hatten, weshalb 

auf die dazu vorgebrachte Rüge nicht weiter einzugehen ist. 

 

5.3 Im Weiteren kann das Bundesverwaltungsgericht sich den Rügen der 

Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Auslegung der Art. 70 

Abs. 2 ZG (i.V.m Art. 51 Abs. 1 MWSTG) und 12 Abs. 2 VStrR aus den 

folgenden Gründen nicht anschliessen.   

 

5.3.1 Die Beschwerdeführerin schreibt « Die Ware selbst auf jeden Fall er-

hält beim Grenzübertritt keinen Stempel, welcher auf die Verzollung oder 

eben auf die fehlende Verzollung hinweist» (vgl. Beschwerde, Seite 5 

Ziff. 24). Dies würde bedeuten, dass sämtliche unverzollten Waren nie Ge-

genstand eines Nachforderungsverfahrens sein könnten, es sei denn diese 

Ware wurde direkt bei der Grenzkontrolle entdeckt. Dass diese Auffassung 

der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht dem Gesetz entspricht, bedarf 

keiner weiteren Ausführungen. 

 

Vorliegend ergibt sich aus den Akten – worauf die Vorinstanz zurecht hin-

weist (vgl. Sachverhalt, Bst. B) –, dass die Einzelfirma bzw. C._______ 

Produkte aus Italien importiert und über die Grenze geführt hat, ohne sie 

zu deklarieren. Dies, um sie danach an schweizerische Kunden weiter zu 

liefern, die diese Waren – wie die Beschwerdeführerin – direkt bei ihm be-

stellt hatten. Weiter ist nicht umstritten, dass die Waren von der Einzelfirma 

geliefert und verkauft worden sind, da die Beschwerdeführerin in ihrer Be-

schwerde selbst ausführt « Die Beschwerdeführerin als in der Schweiz tä-

tiges und domiziliertes Unternehmen hat einzig Waren von einem in der 

Schweiz tätigen und domizilierten Unternehmen (Firma […]) gekauft » (vgl. 

Beschwerde, Seite 6 Ziff. 35; unten E. 5.3.4). Zudem wurde die Ware – wie 

das Bundesverwaltungsgericht bereits in einem vorangegangenen Paral-

lelverfahren festgestellt hat – nicht im Tessin hergestellt (vgl. Sachverhalt 

Bst. C; Urteil des BVGer A-1552/2021 vom 21. Dezember 2021 Sachver-

halt Bst. C; Vernehmlassung, Seite 3, Ziff. 8).  

 

5.3.2 Weiter ist das Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht zutreffend, 

wenn sie behauptet, es existiere keine Identität zwischen den gelieferten 

und den nicht verzollten Waren. Im Gegenteil: C._______ hatte teilweise 

A-1875/2021 

Seite 13 

importierte Waren verzollt, und die Vorinstanz hatte diese explizit aus dem 

Verfahren ausgeschlossen (vgl. Vernehmlassung, Seite 4, Ziff. 15). Für den 

Nachweis der Identität der importieren und gelieferten Waren, hat sich die 

Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung insbesondere auf vier Rech-

nungen (vgl. Sachverhalt, Bst. D und Vernehmlassung, Seite 3 und 4, 

Ziff. 11), die zwischen dem 24. Januar und 29. September 2016 an die Be-

schwerdeführerin adressiert waren, sowie Produkte, die von der Einzel-

firma geliefert wurden, gestützt. Dass diese Fleischprodukte vorgängig von 

der Einzelfirma bzw. von C._______ über die Grenze gebracht worden 

sind, ist vorliegend erstellt und lässt sich nicht bestreiten (vgl. Urteil des 

BVGer A-1552/2021 vom 21. Dezember 2021 Sachverhalt Bst. C). Die 

Identität der Ware ist somit gegeben.  

 

Die von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde wiedergegebene 

Ausführung der Vorinstanz, « dass Herr […] die Produkte für die Einzel-

firma […] einführte », woraus die Beschwerdeführerin ableitet, dass zum 

Zeitpunkt der Einfuhr die Ware zur Lieferung an die Einzelfirma bestimmt 

gewesen sei (vgl. Beschwerde, Seite 5 Ziff. 24), ist unvollständig und trifft 

so nicht zu. Diese Ausführung der Vorinstanz betrifft nämlich ausschliess-

lich Waren, die deklariert worden sind (vgl. Verfügung vom 19. März 2021, 

Seite 3). Jedenfalls wurden diese Waren nicht für den Eigenverbrauch der 

Einzelfirma importiert, sondern um sie an die schweizerischen Kunden wei-

ter zu liefern. 

5.3.3 Die Leistungspflicht der Beschwerdeführerin hängt weder von einer 

strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder gar 

der Einleitung eines Strafverfahrens ab, sondern einzig von einer objekti-

ven Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes 

(vgl. E. 4.7.2).  

 

Vorliegend wurde festgestellt, dass für die 1'039,80 kg erhaltenen Lebens-

mittel keine Abgaben erhoben wurden, womit die Beschwerdeführerin im-

portierte und nicht verzollte Waren angenommen hat. Dass die Beschwer-

deführerin vom Umstand, dass die Waren nicht verzollt waren, nichts ge-

wusst haben will, ist unerheblich. Es liegt eine objektive Widerhandlung 

gegen die Bundesverwaltungsgesetzgebung vor.  

 

5.3.4 Aus diesem Grund ist die Beschwerdeführerin, entgegen ihrer Auf-

fassung, in den weiten Kreis der Zollschuldner einzubeziehen, und zwar 

als (juristische) Person, welche die Einfuhr der Ware wie beschrieben mit 

A-1875/2021 

Seite 14 

veranlasst hat (Auftraggeberin). Wenn die Ware im Zeitpunkt der Bestel-

lung bereits in der Schweiz ist, wird durch die generelle Bereitschaft der 

betreffenden Person, diese Ware abzunehmen, deren Einfuhr durch sie 

mitveranlasst (vgl. Urteile des BGer 2A.242/2004 vom 15. November 2004 

E. 3.1.2, 2A.602/2003 vom 10. Mai 2004 E. 4.3.2, betreffend einen Fall mit 

eingekauften Fleischwaren im Umfang von über 2'800 kg; vgl. Urteil des 

BVGer A-820/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 3.2.2 mit Hinweisen und Bei-

spielen). Diese weit gefasste Regelung über die Zollzahlungspflicht liegt im 

öffentlichen Interesse, die Einbringlichkeit der geschuldeten Zollabgaben 

zu garantieren (vgl. E. 4.5). Die Beschwerdeführerin gehört daher zum 

Kreis der Zollschuldner im Sinne von Art. 51 Abs. 1 MWSTG i.V.m Art. 70 

Abs. 2 Bst. a oder c ZG und haftet solidarisch mit C._______ für den Betrag 

von Fr. 10'942.80. zzgl. Verzugszins (bestehend aus Fr. 10'148.80 Zoll, 

Fr. 794.00 Mehrwertsteuer [Einfuhrsteuer 2.5%]). Der Rückgriff unter den 

Solidarschuldnern richtet sich nach dem Zivilrecht (E.4.7.3).  

 

5.4 In rechnerischer Hinsicht und bezüglich der mit der angefochtenen Ver-

fügung festgesetzten Verzugszinsfolgen wird die Nachforderung nicht be-

stritten. Es ergeben sich auch aus den Akten keine Anhaltspunkte, die an 

der vorinstanzlichen Berechnung oder den Verzugszinsfolgen Zweifel auf-

kommen lassen. Für die Zeit vom 20. März 2020 bis zum 31. Dezember 

2020 ist kein Verzugszins geschuldet. 

 

5.5 Damit ist die Beschwerdeführerin Nachleistungspflichtige im Sinne von 

Art. 12 Abs. 2 VStrR, zumal sie als Zollschuldnerin ipso facto als durch die 

Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt gilt. Entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin genügt es, dass die Ware nicht verzollt wurde, um zu 

vermuten, dass sie einen unrechtmässigen Vermögensvorteil erlangt hat. 

Dies selbst dann, wenn sie gutgläubig gehandelt haben sollte, was vorlie-

gend nicht umstritten ist.  

 

5.6 Nach der Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts können, wie 

oben erwähnt, die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin unbeurteilt blei-

ben. Insbesondere ist vorliegend irrelevant, ob die Beschwerdeführerin zu-

führungspflichtig im Sinne von Art. 21 i.V.m Art. 26 ZG war oder nicht 

(vgl.  E. 5.1), da sie zu den Zollschuldnern im Sinne von Art. 70 Abs. 2 ZG 

gehört.   

 

6.  

Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

abzuweisen. 

A-1875/2021 

Seite 15 

7.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese werden in 

Anwendung der massgeblichen Grundsätze (Art. 1 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht, [VGKE, SR 173.320.2]) auf Fr. 2’100.- festgesetzt und 

dem in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Eine 

Parteientschädigung steht der unterliegenden Beschwerdeführerin nicht zu 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

  

A-1875/2021 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Als Verfahrenssprache wird Deutsch festgelegt. 

2.  

Ein Exemplar des Schreibens der Beschwerdeführerin vom 27. April 2022 

geht an die Vorinstanz. 

3.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'100.- werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag wird dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss entnommen.   

5.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Raphaël Gani Rafi Feller 

 

 

A-1875/2021 

Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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