# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc29513f-52b3-54b9-9b35-6b30625d714d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2012 B-6762/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6762-2011_2012-01-26.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung II

Postfach
CH­3000 Bern 14
Telefon +41 (0)58 705 25 60
Fax +41 (0)58 705 29 80
www.bundesverwaltungsgericht.ch

Geschäfts­Nr. B­6762/2011
stm/bau/gys

Zw i s ch enen t s ch e i d
vom   2 6 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz),
Richterin Maria Amgwerd, Richterin Vera Marantelli, 
Gerichtsschreiberin Laura Melusine Baudenbacher.

Parteien A. _____ AG,  
vertreten durch lic. iur. Konrad Jeker, Rechtsanwalt, 
Bielstrasse 8, Postfach 663, 4502 Solothurn,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, 
Rechtsdienst, Fellerstrasse 21, 3003 Bern, 
Vergabestelle, 

Gegenstand Beschaffungswesen ­ Projekt Nr. 77270, WTO­Projekt 
(1124) 104 "Systematische Sammlung des Bundesrechts 
(SR), Nachträge"; Zuschlagsverfügung vom 25. November 
2011 / aufschiebende Wirkung

B­6762/2011

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A. 
Das  Bundesamt  für  Bauten  und  Logistik  BBL  (im  Folgenden: 
Vergabestelle)  schrieb  auf  der  Internetplattform  SIMAP  am  29. 
September  2011  einen  Lieferauftrag  für  den Druck  von Nachträgen  zur 
Systematischen Sammlung des Bundesrechts (SR) im offenen Verfahren 
aus  (Meldungsnummer  691049).  Gemäss  Ziffer  2.5  der  Ausschreibung 
wird  das  Papier  durch  die  Vergabestelle  geliefert.  In  Ziffer  3.5  wird 
festgehalten,  dass  Bietergemeinschaften  nicht  zugelassen  sind. 
Angebote waren gemäss der Ausschreibung bis zum 10. November 2011 
einzureichen (Ziffer 1.4).

B. 
Insgesamt  zwölf  Unternehmen  bezogen  die  Ausschreibungsunterlagen. 
Innert  Frist  gingen  zwei  Angebote  ein,  nämlich  dasjenige  der  dfmedia, 
Flawil, sowie dasjenige der A. _____ AG.

C. 
Am  25.  November  2011  publizierte  die  Vergabestelle  auf  SIMAP  unter 
der  Meldungsnummer  714825  die  Zuschlagserteilung  an  die  dfmedia, 
Flawil (im Folgenden: Zuschlagsempfängerin).

D. 
Gegen  den  Zuschlag  erhob  die  A.  _____  AG  (im  Folgenden: 
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 15. Dezember 2011 Beschwerde 
beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt  zur  Hauptsache  die 
Aufhebung der Zuschlagsverfügung sowie sinngemäss die Rückweisung 
an  die  Vergabestelle  zur  Neubeurteilung.  In  prozessualer  Hinsicht 
verlangt  sie  die Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung.  Im Rahmen der 
Begründung  macht  die  Beschwerdeführerin  insbesondere  geltend,  die 
Vergabestelle habe die Zuschlagskriterien falsch bewertet. Zudem sei der 
Zuschlag  an  eine  gemäss  Ausschreibungsunterlagen  nicht  zum 
Verfahren  zugelassene  Bietergemeinschaft  bzw.  an  "kein  zur  Offerte 
zugelassenes  Rechtssubjekt"  erteilt  worden.  Ausserdem  könne 
angesichts der geringen Preisdifferenz  zwischen den beiden Angeboten 
darauf  geschlossen  werden,  dass  die  Zuschlagsempfängerin  von  der 
Offerte  der  Beschwerdeführerin  Kenntnis  gehabt  und  ihre  Angebot 
preislich korrigiert habe.

E. 
Mit  superprovisorischer Anordnung  vom 16. Dezember  2011 untersagte 

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der  Instruktionsrichter bis zum Entscheid über den Antrag betreffend die 
Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  alle  Vollzugsvorkehrungen, 
namentlich  den  Vertragsschluss  mit  der  Zuschlagsempfängerin.  Zudem 
wurde die Vergabestelle aufgefordert, dem Bundesverwaltungsgericht bis 
zum  3.  Januar  2012  die  vollständigen  Akten  betreffend  das  in  Frage 
stehende Vergabeverfahren einzureichen und innerhalb der gleichen Frist 
zu  den  prozessualen  Anträgen  der  Beschwerdeführerin  Stellung  zu 
nehmen.

F. 
Innert  erstreckter  Frist  beantragt  die  Vergabestelle  in  ihrer 
Vernehmlassung  vom  9.  Januar  2012  die  Abweisung  des Gesuchs  auf 
Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  sowie  den  Entzug  der  bereits 
superprovisorisch gewährten aufschiebenden Wirkung.  In Bezug auf die 
gleichentags  eingereichten  Akten  wird  das  Bundesverwaltungsgericht 
ersucht,  der Beschwerdeführerin nur  insoweit Einsicht  zu gewähren, als 
der  Einsichtnahme  keine  Amtsgeheimnisse  oder  Berufs­  und 
Geschäftsgeheimnisse  Dritter  entgegen  stehen.  Ferner  stellte  sie  den 
Antrag auf superprovisorische Erlaubnis, die Leistungen bis zum Ergehen 
des Entscheids betreffend die aufschiebende Wirkung von der bisherigen 
Leistungserbringerin  zu  beziehen.  In  materieller  Hinsicht  trägt  die 
Vergabestelle vor, die Beschwerde erweise sich gestützt auf eine prima 
facie­Würdigung  als  aussichtslos,  weswegen  von  vorneherein  auf  eine 
Interessenabwägung  zu  verzichten  sei.  Insbesondere  könne  die 
Beschwerdeführerin  angesichts  der  klaren Vorgabe,  dass  das Papier  in 
Bogenform  geliefert  werde,  keine  Besserbewertung  ihrer  Offerte 
erstreiten mit der Begründung, der von ihr vorgesehene Rollendruck wäre 
vorteilhafter.  Selbst  wenn  die  Beschwerde  als  nicht  offensichtlich 
unbegründet  angesehen würde,  falle  eine  allfällige  Interessenabwägung 
zugunsten der Vergabestelle aus. Alle Betroffenen seien auf aktuelle und 
gültige Rechtsgrundlagen angewiesen.

G. 
Die  Zuschlagsempfängerin,  welcher  mit  Verfügung  vom  16.  Dezember 
2011  Frist  bis  zum  3.  Januar  2012  zur  freigestellten  Stellungnahme 
angesetzt worden war, verzichtete innert erstreckter Frist mit Faxeingabe 
vom 9. Januar 2012 auf eine Äusserung zu den prozessualen Anträgen 
der Beschwerdeführerin.

H. 
In  ihrer  Eingabe  vom  10.  Januar  2012  erhob  die  Beschwerdeführerin 

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keine  Einwände  gegen  den  Antrag  auf  einstweilige  Erteilung  der 
Erlaubnis  zum  Bezug  der  Leistungen  von  der  bisherigen 
Leistungserbringerin,  "soweit  dies  aus  der  Sicht  des  Instruktionsrichters 
als  notwendig  und  plausibilisiert"  erscheine.  Sie  bestritt  indessen  die 
Notwendigkeit  der  Anordnung  und  machte  sinngemäss  geltend,  die 
seitens der Vergabestelle behauptete Dringlichkeit sei – soweit gegeben 
– selbstverschuldet. 

I. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  gestattete  der  Vergabestelle  mit 
Verfügung  vom 10.  Januar  2012 antragsgemäss den  vorläufigen Bezug 
der  Leistungen  von  der  bisherigen  Leistungserbringerin  bis  zum 
Entscheid  über  die  aufschiebende  Wirkung.  Ausserdem  wurde  der 
Vergabestelle  ein  Abdeckungsvorschlag  betreffend  den 
Evaluationsbericht vom 21. November 2011 (insbesondere betreffend die 
Punkte  3.1  und  3.4)  zur  umgehenden  Stellungnahme  zugestellt.  Des 
Weiteren wurde die Vergabestelle ersucht, sich umgehend zur Zustellung 
des Aktenverzeichnisses an die Beschwerdeführerin zu äussern und dem 
Bundesverwaltungsgericht  nähere  Ausführungen  zu  machen  zur  in  Rn. 
34  der  Vernehmlassung  vom  9.  Januar  2012  genannten  internen 
Marktstudie.  Schliesslich  wurde  die  Zuschlagsempfängerin  um 
umgehende  Stellungnahme  ersucht  zur  Frage,  ob  das  Total  der 
Offertsumme (Position Total, 6 Jahre, 24 Nachträge) gemäss Seite 9 der 
Offerte vom 9. November 2011 offen gelegt werden kann.

J. 
Mit Faxeingabe vom 11. Januar 2012 erklärte die Zuschlagsempfängerin, 
dass  sie  nicht  gegen  die  Bekanntgabe  des  Totals  der  Offertsumme 
opponiere.

K. 
Am  12.  Januar  2012  beantragte  die  Vergabestelle,  der 
Beschwerdeführerin  sei  weder  die  Anzahl  potentieller  noch  die  Anzahl 
tatsächlich  offerierender  Anbieter  bekanntzugeben.  Ferner  sei  der 
Beschwerdeführerin  keine  Einsicht  in  die  von  der  Vergabestelle  als 
"Marktstudie"  bezeichnete  und  mit  der  Eingabe  vom  12.  Januar  2012 
eingereichte  Lieferantenliste  zu  gewähren.  Zuhanden  der 
Beschwerdeführerin  reichte  die  Vergabestelle  ein  überarbeitetes 
Verzeichnis  und  Ordnerregister  ein.  Diese  Unterlagen  wurden  der 
Beschwerdeführerin mit Zwischenentscheid vom gleichen Tag zusammen 
mit  denjenigen  Unterlagen,  in  Bezug  auf  welche  die  Gewährung  der 

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Akteneinsicht  unstrittig  ist,  zugestellt.  Zudem  verfügte  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Gewährung  der  Einsicht  in  den 
Evaluationsbericht  vom  21.  November  2011  gemäss  dem  gerichtlichen 
Abdeckungsvorschlag vom 10. Januar 2012, wobei die Zustellung dieses 
Dokuments  erfolge,  soweit  die  Vergabestelle  nicht  innert  fünf 
Kalendertagen  nach  postalischer  Zustellung  des  Zwischenentscheides 
anzeige,  dass  sie  eine  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  in  Erwägung  ziehe.  Schliesslich  gab  das 
Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  das  Einverständnis  der 
Zuschlagsempfängerin  die  Totaloffertsumme  in  Höhe  von  Fr. 
3'401'754.00 (6 Jahre, 24 Nachträge) bekannt.

L. 
Mit Verfügung vom 23. Januar 2012 stellte das Bundesverwaltungsgericht 
der Beschwerdeführerin den Evaluationsbericht vom 21. November 2011 
gemäss  dem  gerichtlichen  Abdeckungsvorschlag  vom  10.  Januar  2012 
zu. Zudem wurde der Vergabestelle ein Abdeckungsvorschlag betreffend 
das mit  Eingabe  vom 12.  Januar  2012  eingereichte Dokument  "Auszug 
aus dem Verzeichnis für die 'Technische Ausrüstung' der BBL­Lieferanten 
als  Marktstudie"  zur  umgehenden  Stellungnahme  zugestellt.  Des 
Weiteren wurde die Vergabestelle ersucht, sich umgehend zur Frage zu 
äussern,  ob  der  Beschwerdeführerin  der  amtsinterne  Vermerk  vom  16. 
September 2011, welcher die Begründung "keine Varianten" sowie "keine 
Bietergemeinschaften"  enthält,  offen  gelegt  werden  kann.  Schliesslich 
wurde  die  Zuschlagsempfängerin  aufgefordert,  umgehend  zur  Frage 
Stellung  zu  nehmen,  ob  der  Beschwerdeführerin  die  Titelseite  des 
Geschäftsberichts der Druckerei Flawil AG  für das Jahr 2010, die SQS­
Bescheinigung  betreffend  Managementsysteme  gemäss  den 
Anforderungen  von  ISO  9001  und  14001  sowie  die  der  Offerte 
beiliegende Briefumschlagskopie offen gelegt werden können.

M. 
Mit Faxeingabe vom 24. Januar 2012 erklärte die Zuschlagsempfängerin, 
dass  sie  nicht  gegen  die  Bekanntgabe  des  Geschäftsberichts  der 
Druckerei  Flawil  AG  für  das  Jahr  2010,  der  SQS­Bescheinigung 
betreffend  Managementsysteme  gemäss  den  Anforderungen  von  ISO 
9001 und 14001  sowie die der Offerte  beiliegende Briefumschlagskopie 
opponiere.  Im  Übrigen  erklärte  die  Zuschlagsempfängerin,  sie  biete 
ausserdem  an,  der  Beschwerdeführerin  die  Beteiligungsquoten  im 
Anhang  zur  Jahresrechnung  auf  S.  24  des  Geschäftsberichts  der 
Druckerei Flawil AG für das Jahr 2010 offen zu legen.

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N. 
Nachdem sich die Vergabestelle mit Stellungnahme vom 25. Januar 2012 
mit  dem  Abdeckungsvorschlag  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
23. Januar 2012 für das Dokument "Auszug aus dem Verzeichnis für die 
'technische  Ausrüstung'  der  BBL­Lieferanten"  und  der  Offenlegung  der 
Akte  mit  der  Überschrift  "Begründung  'keine  Varianten'  sowie  'keine 
Bietergemeinschaften'"  einverstanden  erklärt  hat,  stellte  das 
Bundesverwaltungsgericht  der  Beschwerdeführerin  die  soeben 
genannten  sowie  die  folgenden  Unterlagen  zu:  die  Titelseite  des 
Geschäftsberichts der Druckerei Flawil AG  für das Jahr 2010, die SQS­
Bescheinigung  betreffend  Managementsysteme  gemäss  den 
Anforderungen  von  ISO  9001  und  14001,  die  der  Offerte  der 
Zuschlagsempfängerin  beiliegende  Briefumschlagskopie  und  die  S.  24 
des Geschäftsberichts der Druckerei Flawil AG für das Jahr 2010.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1 Gegen die Erteilung  des Zuschlages durch  die Vergabestelle  ist  im 
Anwendungsbereich  des  Bundesgesetzes  über  das  öffentliche 
Beschaffungswesen  vom  16.  Dezember  1994  (BöB,  SR  172.056.1)  die 
Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  zulässig  (Art.  29  Bst.  a 
i.V.m.  Art.  27  Abs.  1  BöB).  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet 
auch  über  Gesuche  um  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  (Art.  28 
Abs. 2 BöB).

1.2 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO­Über­
einkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 
(Government  Procurement  Agreement  [GPA,  SR  0.632.231.422])  unter­
stellt sind (BVGE 2004/48 E. 2.1 mit Hinweisen). Es ist anwendbar, wenn 
die  Auftraggeberin  dem  Gesetz  untersteht  (Art.  2  Abs.  1  BöB),  der 
geschätzte  Wert  des  zu  vergebenden  öffentlichen  Auftrages  die 
Schwellenwerte  von  Art.  6  Abs.  1  BöB  erreicht  und  keiner  der 
Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 

1.3 Die  Vergabestelle  ist  als  Bundesamt  Teil  der  allgemeinen 
Bundesverwaltung  und  untersteht  damit  dem BöB  (Art.  2  Abs.  1  Bst.  a 
BöB).  Die  Vergabestelle  geht  in  Ziffer  1.8  der  Ausschreibung  vom  29. 
September 2011 von einem Lieferauftrag aus. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. a 
BöB  bedeutet  der  Begriff  "Lieferauftrag"  einen  Vertrag  über  die 
Beschaffung beweglicher Güter,  namentlich durch Kauf,  Leasing, Miete, 
Pacht oder Mietkauf. Die zu beurteilende Vergabe umfasst den Druck von 
Nachträgen  zur  Systematischen  Sammlung  des  Bundesrechts  und wird 
vom  BöB  erfasst.  Der  Preis  des  berücksichtigten  Angebots  von  Fr. 
3'401'754.00  überschreitet  zweifelsfrei  den  für  Lieferungen  geltenden 
Schwellenwert gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. a BöB bzw. Art. 6 Abs. 2 BöB 
i.V.m.  Art.  1  Bst.  a  der  Verordnung  des  EVD  über  die  Anpassung  der 
Schwellenwerte  im  öffentlichen  Beschaffungswesen  für  das  zweite 
Semester des Jahres 2010 und das Jahr 2011 (AS 2010 2647). Demnach 
fällt  die  Beschaffung  in  casu  in  den  Anwendungsbereich  des 
Bundesgesetzes  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen,  wovon  im 
Übrigen auch die Vergabestelle ausgeht.

1.4 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  bestimmt  sich 
nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs­
verfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  BöB  und  das 

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Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) nichts 
anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 
31 BöB kann die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht 
gerügt werden.

1.5 Über  das  Begehren  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  im 
Rahmen  der  Anfechtung  eines  Zuschlags  entscheidet  das 
Bundesverwaltungsgericht  gemäss  ständiger  Praxis  in  Dreierbesetzung 
(Zwischenentscheid  des  BVGer  B­3402/2009  vom  2.  Juli  2009, 
auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19 E. 1.2 mit Hinweisen).

2. 
Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheides bildet allein der An­
trag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 
Abs.  1  VwVG  sieht  Art.  28  Abs.  1  BöB  vor,  dass  der  Beschwerde  von 
Gesetzes  wegen  keine  aufschiebende  Wirkung  zukommt.  Diese  kann 
vom Bundesverwaltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werden (Art. 28 
Abs.  2  BöB).  Vorliegend  enthält  die  Beschwerde  ein  entsprechendes 
Begehren.

2.1 Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung 
oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. 
Es  können  indes  die  Grundsätze  übernommen  werden,  die 
Rechtsprechung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt 
haben. Danach  ist  anhand einer  Interessenabwägung  zu prüfen,  ob die 
Gründe, die für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind 
als  jene,  die  für  die  gegenteilige  Lösung  angeführt  werden  können 
(BGE 129 II 286 E. 3; Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts 
B­6837/ 2010 vom 16. November 2010 E. 2.1 mit Hinweisen). Dass der 
Gesetzgeber  im  BöB  den  Suspensiveffekt  in  Abweichung  zum  VwVG 
nicht von Gesetzes wegen gewährte,  zeigt, dass er sich der Bedeutung 
dieser Anordnung im Submissionsrecht bewusst war und eine individuelle 
Prüfung dieser Frage als notwendig erachtete, nicht aber, dass er diesen 
nur  ausnahmsweise  gewährt  haben  wollte  (vgl.  zum  Ganzen  den 
Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B­3402/2009 vom 2. 
Juli  2009,  auszugsweise  publiziert  in  BVGE  2009/19,  E.  2.1  mit 
Hinweisen).

2.2 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor,  so 
ist  im  Sinne  einer  prima­facie­Würdigung  der  materiellen  Rechtslage  in 
einem  ersten  Schritt  zu  prüfen,  ob  aufgrund  der  vorliegenden  Akten 

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davon auszugehen  ist,  dass die Beschwerde offensichtlich  unbegründet 
ist.  Ist dies der Fall,  ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht 
zu  gewähren.  Werden  der  Beschwerde  hingegen  Erfolgschancen 
zuerkannt oder bestehen darüber Zweifel, so  ist über das Begehren um 
aufschiebende Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu 
befinden. In die Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis 
der  Eidgenössischen  Rekurskommission  für  das  öffentliche 
Beschaffungswesen  (BRK),  die  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  mit 
dem Entscheid BVGE 2007/13  (E. 2.2)  im Grundsatz zu eigen gemacht 
hat,  einerseits  die  Interessen  der  Beschwerdeführerin  an  der 
Aufrechterhaltung  der  Möglichkeit,  den  Zuschlag  zu  erhalten,  wobei 
zugleich  ein  gewichtiges  öffentliches  Interesse  an  der  Gewährung 
effektiven  Rechtsschutzes  besteht  (Zwischenentscheid  des 
Bundesverwaltungsgerichts  B­6177/2008  vom  20.  Oktober  2008  E.  2). 
Diesen  gegenüber  stehen  die  öffentlichen  Interessen,  die  die 
Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der GATT­Botschaft 2 vom 
19. September 1994 namentlich  festgehalten, gegen den automatischen 
Suspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzögerungen und erheblichen 
Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; vgl. auch S. 1199; vgl. 
zum Ganzen den Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B­
3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert  in BVGE 2009/19, 
E. 2.1). Entsprechend hält das Bundesgericht im Rahmen der Auslegung 
von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche 
Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB; SR 172.056.4) fest, dass 
dem  öffentlichen  Interesse  an  einer  möglichst  raschen  Umsetzung  des 
Vergabeentscheides  von  vornherein  ein  erhebliches  Gewicht  zukommt 
(Urteil  des Bundesgerichts  2P.103/2006  vom 29. Mai  2006 E.  4.2.1 mit 
Hinweisen;  in  diesem  Sinne  auch  BVGE  2008/7  E. 3.3).  Auch  allfällige 
Interessen  Dritter,  namentlich  der  übrigen  an  einem 
Beschaffungsgeschäft  Beteiligten,  sind  nach  der  ständigen  Praxis  zu 
berücksichtigen.  Ausgangspunkt  muss  dabei  –  insbesondere  auch  in 
Anbetracht  der  Zielsetzung  von Art.  XX  Ziff.  2  und  7  Bst.  a GPA  –  die 
Gewährung  eines  effektiven  Rechtsschutzes  und  die  Verhinderung  von 
Zu­ständen  sein,  welche  das  Rechtsmittel  illusorisch  werden  lassen 
(BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweisen).

3. 
3.1 Die  Beschwerdeführerin  rügt  in  ihrer  Beschwerdeschrift  zum  einen 
eine  falsche Bewertung  der  Zuschlagskriterien.  Zum anderen macht  sie 
geltend,  die  Vergabestelle  habe  den  Zuschlag  an  "kein  zur  Offerte 
zugelassenes Rechtssubjekt" bzw. an eine gemäss Ausschreibung nicht 

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zugelassene Bietergemeinschaft erteilt (Beschwerde, S. 4). Dazu trägt sie 
insbesondere  vor,  die  gemäss  Zuschlag  berücksichtigte  Anbieterin 
existiere  im  Handelsregister  nicht  unter  der  von  der  Vergabestelle 
genannten Firma "dfmedia". Es gehe folglich aus der Zuschlagsverfügung 
nicht hervor, um wen es sich bei der berücksichtigten Anbieterin handle. 
Gemäss Internetauftritt der Zuschlagsempfängerin würden zwei rechtliche 
voneinander unabhängige Aktiengesellschaften unter der Firma "dfmedia" 
auftreten:  einerseits  die  "Druckerei  Flawil  AG"  und  andererseits  die 
"dfmedia Druckerei Frauenfeld AG". Die Beschwerdeführerin gehe davon 
aus,  dass  der  Zuschlag  an  eine  Bietergemeinschaft  erfolgt  sei,  wofür 
auch die Medienmitteilung vom 24. November 2011 auf der Website der 
Zuschlagsempfängerin  spreche,  wonach  letztere  die  Druckerei  per  1. 
Januar 2012 an eine gemeinsame Tochtergesellschaft auslagern werde.

3.2 Die  Vergabestelle  hält  zur  Identität  der  Zuschlagsempfängerin  mit 
Stellungnahme vom 9. Januar 2012 fest, diese sei im Handelsregister als 
"Druckerei  Flawil  AG,  Burgauerstrasse  50,  9230  Flawil,  Schweiz" 
eingetragen  und  eine  der  grössten  Druckereien  der  Ostschweiz.  Sie 
verwende die Bezeichnung "dfmedia" als Dachmarke aller Aktivitäten der 
Druckerei  Flawil  AG,  was  insbesondere  aus  der  auf  der  Offerte 
angegebenen Anschrift sowie dem Titelblatt des Geschäftsberichts 2010 
ersichtlich sei.  In der Zuschlagsverfügung sei die Zuschlagsempfängerin 
als  "dfmedia, Burgauerstrasse  50,  9230 Flawil"  aufgeführt,  weil  sie  sich 
auf der Plattform SIMAP unter dieser Bezeichnung angemeldet habe und 
das  System  diese  Angaben  für  das  gesamte  Beschaffungsverfahren 
automatisch  übernehme.  Es  sei  für  die  Verfahrensteilnehmer  klar 
ersichtlich  gewesen  welches  Unternehmen  im  Markt  als  "dfmedia, 
Burgauerstrasse  50,  9230  Flawil"  auftrete,  was  im  Übrigen  auch  die 
Beschwerdeführerin  eingestehe,  wenn  sie  vorbringe,  die 
Zuschlagsempfängerin sei  ihr als bisherige Lieferantin der Vergabestelle 
bekannt.  Auch  könne  nicht  gesagt  werden,  bei  der  "dfmedia, 
Burgauerstrasse  50,  9230  Flawil"  handle  es  sich  um  eine 
Bietergemeinschaft. Die Zuschlagsempfängerin sei als Muttergesellschaft 
zu  100%  an  fünf  Unternehmungen  beteiligt,  wozu  auch  die  dfmedia 
Druckerei  Frauenfeld  AG  gehöre.  Die  Zuschlagsempfängerin  führe  in 
Flawil  eine  eigene  Druckerei  und  habe  ihr  Angebot  getrennt  und 
unabhängig  von  anderen  Mitgliedern  der  Gruppe  eingereicht,  was 
vergaberechtlich zulässig sei. Wie das Eignungskriterium EK02 verlange, 
habe  die  Zuschlagsempfängerin  schriftlich  bestätigt,  dass  sie  alleinige 
Vertragspartnerin werde. Schliesslich sei in diesem Zusammenhang auch 
die  von  der  Beschwerdeführerin  behauptete,  allenfalls  bevorstehende 

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Umstrukturierung  nicht  relevant,  da  die  Gründung  einer  gemeinsamen 
Tochtergesellschaft für die Druckerei noch nicht vollzogen sei und für das 
Beschaffungsverfahren  nur  die  Verhältnisse  zum  Zeitpunkt  der 
Eingabefrist der Angebote vom 10. November 2011 massgebend seien.

3.3 Zunächst  ist  einleitend  festzustellen,  dass  Bietergemeinschaften 
einfache  Gesellschaften  i.S.v.  Art.  530  des  Obligationenrechts  vom 
30. März 1911 (OR, SR 220) darstellen. Sie sind Arbeitsgemeinschaften 
aus  zwei  oder  mehreren  Firmen,  welche  (im  offenen  Verfahren)  durch 
Einreichung  eines  gemeinsamen  Angebots  sich  gemeinsam  um  einen 
Auftrag  bewerben.  Ein  allfälliger  Zuschlag  wird  denn  auch  nicht  der 
einfachen Gesellschaft erteilt, sondern fällt auf das gemeinsame Angebot 
und  damit  an  alle  beteiligten  Unternehmen  gemeinsam  (vgl.  PETER 
GAUCH/HUBERT  STÖCKLI,  Vergabethesen  1999,  Thesen  zum  neuen 
Vergaberecht  des  Bundes,  Freiburg  i.  Ue.  1999,  S.  43  ff.).  Ausserdem 
hält die Beschwerdeführerin zu Recht fest, dass die Vergabestelle zwar in 
Ziffer 3.6 der Ausschreibung vom 29. September 2011 Subunternehmer 
mit  dem  Hinweis  "Die  Beteiligten  sind  mit  Ihrer  Rolle  aufzuführen" 
zugelassen,  Bietergemeinschaften  aber  gemäss  Ziffer  3.5  der 
Ausschreibung  ausdrücklich  ausgeschlossen  hat  (vgl.  zur 
Wettbewerbsrelevanz  derartiger  Einschränkungen BVGE  2010/58 E.  6). 
Zur  Begründung  wurde  mit  amtsinternem  Vermerk  vom  16.  September 
2011 ausgeführt, mit Blick auf das Terminprogramm müsse der Workflow 
so  ablaufen,  dass  Druck  und  Ausrüstarbeiten  (falzen)  parallel  erfolgen 
können,  weshalb  es  –  so  die  Vergabestelle  sinngemäss  –  gelte,  sich 
durch  Bietergemeinschaften  ergebende  Schnittstellen  in  Bezug  auf  die 
Koordination  dieser  Arbeitsgänge  zu  vermeiden.  Diese  Zielsetzung  des 
Ausschlusses von Bietergemeinschaften gilt es im Folgenden im Auge zu 
behalten.

3.4 Anbieterin  ist  in  casu gemäss Ziff.  3.2  des  am 25. November  2011 
publizierten  Zuschlags  die  "dfmedia,  Burgauerstrasse  50,  9230  Flawil, 
Schweiz". Es ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, als diese 
Angaben  tatsächlich  auf  den  ersten  Blick  verwirren  können,  da  sich  an 
der  im Zuschlagsentscheid publizierten Adresse die Druckerei Flawil AG 
findet,  welche  rechtlich  wohl  tatsächlich  nicht  identisch  ist  mit  der 
dfmedia,  soweit  dieser  über  den  "Charakter  einer  Dachmarke"  hinaus 
Rechtspersönlichkeit  zukommt.  Nach  der  Auffassung  der 
Beschwerdeführerin  ist  in  der  dfmedia  "eine  Gruppe  rechtlich 
selbständiger Aktiengesellschaften"  zu sehen  (Beschwerde, S. 4). Ganz 
unabhängig  von  der  Tatsache,  ob  eine  solche Gruppe  vorliegt  und wie 

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diese allenfalls ausgestaltet ist, ist die Sparte "Produktion Print" jedenfalls 
durch die Druckerei Flawil AG abgedeckt, auf welche – oder genauer auf 
die  "dfmedia  Druckerei  Flawil  AG"  ­  auch  die  Zertifikate  ISO  9001  und 
ISO 14001 ausgestellt sind. Prima facie ist wohl die Druckerei Flawil AG 
Vertragspartnerin  der  Vergabestelle,  worauf  auch  der  als 
Offertbestandteil eingereichte Geschäftsbericht 2010 derselben hindeutet 
(vgl.  dazu  auch  den  als  Beschwerdebeilage  7  eingereichten 
Handelsregisterauszug  der  Druckerei  Flawil  AG).  Sollte  dies  zutreffen, 
wäre  der  Beschwerdeführerin  allenfalls  insoweit  beizupflichten,  als  sie 
geltend  macht,  korrekterweise  hätte  die  Druckerei  Flawil  AG  als 
Zuschlagsempfängerin bezeichnet werden sollen.  Inwieweit  eine  falsche 
Bezeichnung  der  Zuschlagsempfängerin  aus  vergaberechtlicher  Sicht 
schadet,  kann hier offenbleiben. Sicher  ist aber, dass eine solche allein 
keine  Begründung  darstellen  kann  für  die  Gewährung  der 
aufschiebenden Wirkung. 

3.5 Die  Beschwerdeführerin  macht  unter  Verweis  auf  www.dfmedia.ch 
weiter  geltend,  es  sei  seitens  der  Zuschlagsempfängerin  die  Gründung 
einer  Neuen  Druck­  und  Verlag  AG  angekündigt,  welche  eine 
Tochtergesellschaft  der  dfmedia  einerseits  und  der  B.  _____  AG 
andererseits  sein  werde  (vgl.  dazu  Beschwerdebeilagen  8  und  9, 
insbesondere  die  Medienmitteilung  der  dfmedia  vom  24.  November 
2011). Soweit die Vergabestelle dazu im Ergebnis ausführt, massgebend 
sei der Zeitpunkt des Zuschlags, was  jede weitere Erörterung zu dieser 
Frage überflüssig mache  (vgl. E. 3.2 hiervor),  kann  ihr prima  facie nicht 
uneingeschränkt beigepflichtet werden, jedenfalls soweit bereits absehbar 
wäre,  dass  sich  Fragen  stellen  in  Bezug  auf  die  Erfüllung  der 
Eignungskriterien oder etwa fraglich wäre, ob sich die neue Firma, soweit 
die Zuschlagsempfängerin  in  ihr aufgeht, um die Zertifizierung ISO 9001 
und/oder 14001 bemüht, obwohl  im Rahmen der Umstrukturierung nach 
den  Vorgaben  der  zertifizierenden  Stelle  eine  Rezertifizierung  erfolgen 
müsste. Solches ergibt  sich  aber weder  aus den Akten noch macht  die 
Beschwerdeführerin  dazu Ausführungen. Vielmehr macht  diese  geltend, 
es  liege durch das Zusammengehen der dfmedia und der B. _____ AG 
eine  gemäss  der  Ausschreibung  unzulässige  Bietergemeinschaft  vor. 
Diese Rüge erweist sich indessen als unbegründet. Denn – immer unter 
der  Prämisse,  dass  die  Druckerei  Flawil  AG  in  der  neuen 
Tochtergesellschaft  von dfmedia und B. _____ AG aufgeht – wird diese 
Tochtergesellschaft  dadurch  nicht  zur  Bietergemeinschaft;  vielmehr  gibt 
es keinerlei  Indizien dafür, dass die Leistungen nicht weiterhin aus einer 
Hand  erbracht  werden.  Demnach  ist  der  Zielsetzung  des  Verbots  von 

http://www.dfmedia.ch

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Bietergemeinschaften  (vgl.  dazu  E.  3.3  hiervor  und  die 
Zwischenverfügung  B­1470/2010  vom  24.  März  2010,  E.  4.3  mit 
Hinweisen) prima facie so oder anders Rechnung getragen worden. 

4. 
4.1 Bezüglich der Evaluation der Angebote trägt die Beschwerdeführerin 
vor,  die  Vergabestelle  habe  ihre  Offerte  in  Bezug  auf  die 
Zuschlagskriterien Z1 (Gesamtkosten), Z3 (Qualität und Arbeitssicherheit) 
sowie Z4 (Termin) "objektiv falsch" bewertet (vgl. dazu insb. Beschwerde, 
S. 6 ff.). Die Vergabestelle hebt zu Recht hervor, dass die Beschreibung 
"objektiv  falsch"  in  diesem  Zusammenhang  nicht  der  einschlägigen 
Terminologie  entspricht  (Stellungnahme  vom  9.  Januar  2012,  S.  9). 
Vielmehr  ist  diesbezüglich  festzuhalten,  dass  der  Vergabestelle  im 
Rahmen  der  Offertbewertbewertung  ein  grosser  Ermessensspielraum 
zukommt,  in welchen  das Bundesverwaltungsgericht  nicht  eingreift  (Art. 
31 BöB). Eine Korrektur der Noten­ bzw. Punktgebung kommt daher nur 
in  Betracht,  soweit  sich  diese  nicht  nur  als  unangemessen,  sondern 
vielmehr  als  rechtsfehlerhaft  erweist  (Zwischenentscheid  B­4621/2008 
vom 6. Oktober 2008 E. 6.3 mit Hinweisen). 

4.2 Hinsichtlich  des  Zuschlagskriteriums  Z1  (Gesamtkosten)  führt  die 
Beschwerdeführerin aus, sie habe zwar die höchste Bewertung erhalten. 
Es  sei  indessen nicht  nachvollziehbar, wie  das Angebot  der Zuschlags­
empfängerin  lediglich  Fr.  24'228.00  bzw.  weniger  als  1  %  über 
demjenigen der Beschwerdeführerin liegen könne. Zum einen sei das von 
der  Beschwerdeführerin  angebotene  Verfahren  im  Rollendruck  mit  voll 
integrierter  Weiterverarbeitung  für  die  ausgeschriebenen  Publikationen 
effizienter  und  deutlich  wirtschaftlicher  als  das  von  der 
Zuschlagsempfängerin  offerierte  Offset­Druckverfahren.  Die 
Vergabestelle  hätte  in  Bezug  auf  das  Zuschlagskriterium  Z1 
mitberücksichtigen  müssen,  dass  gemäss  dem  durch  die 
Beschwerdeführerin  vorgeschlagenen  Druckverfahren  ein  Zuschneiden 
des Druckbogens überflüssig wird und die Vergabestelle somit das Papier 
in  Rollen  liefern  könnte.  Zum  anderen  sei  bekannt,  dass  die 
Zuschlagsempfängerin den gleichen Auftrag  in den Vorjahren zu massiv 
höheren  Preisen  angeboten  und  zugeschlagen  erhalten  habe.  Daraus 
könnte  –  so  die  Beschwerdeführerin  –  geschlossen  werden,  dass  die 

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Zuschlagsempfängerin  vom  Angebot  der  Beschwerdeführerin  Kenntnis 
hatte und ihre Offerte "preislich korrigiert" habe (Beschwerde, S. 6).

4.3 Die  Vergabestelle  trägt  zur  Bewertung  des  Zuschlagskriteriums  Z1 
(Gesamtkosten)  vor,  sie  sei  bei  der  Evaluation  der  Angebote  an  die 
bekannt  gegebene  Bewertungsmatrix  gebunden  und  es  sei  mit  den 
Grundsätzen  der  Gleichbehandlung  der  Anbieter  und  der  Transparenz 
nicht  vereinbar,  wenn  die  allfällig  niedrigeren  Beschaffungskosten  des 
Rollenpapiers bei  der Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin 
berücksichtigt würden. Ein Angebot auf der Basis von Rollenpapier würde 
zwar jährlich die Kosten der Vergabestelle um rund 4.2 % reduzieren. Der 
Bogendruck  habe  hingegen  den  Vorteil,  dass  die  einzelnen 
Arbeitsschritte  parallel  ablaufen,  was  sich  bei  der  Termineinhaltung 
auswirke. Auch entbehre der Vorwurf der Beschwerdeführerin betreffend 
die  nachträgliche  Möglichkeit  zur  Preiskorrektur  jeder  sachlicher 
Grundlage.  Zum  einen  seien  die  Angebote  am  16.  November  2011 
geöffnet  und  der  Evaluationsbericht  vom  Projektleiter  drei  Tage  später 
unterzeichnet  worden,  weswegen  schon  aus  zeitlichen  Gründen  keine 
Preisverhandlung  habe  stattfinden  können.  Zum  anderen  habe  die 
Zuschlagsempfängerin  ihr  Angebot  gemäss  Öffnungsprotokoll  vom  16. 
November  2011  einen  Tag  vor  der Beschwerdeführerin  eingereicht  und 
somit gar keine nachträgliche Möglichkeit zur Preiskorrektur gehabt. Was 
die  monierte  Preissenkung  im  Vergleich  zum  früheren  Vertrag  mit  der 
Zuschlagsempfängerin  anbelange,  weist  die  Vergabestelle  darauf  hin, 
dass  eine  solche  üblich  sei,  wenn  eine  Leistung  durch  eine  öffentliche 
Ausschreibung  unter  Wettbewerbsverhältnissen  angeboten  werden 
müsse.

4.4 Zunächst  ist  auf  den  Vorwurf  einzugehen,  wonach  der  Zuschlags­
empfängerin  allenfalls  in  vergaberechtswidriger  Weise  Gelegenheit  zu 
einer  Preiskorrektur  gegeben  worden  ist.  In  diesem  Zusammenhang 
kommt dem Argument der Vergabestelle,  schon aus zeitlichen Gründen 
hätten  keine  Preisverhandlungen  stattfinden  können,  bestenfalls  eine 
untergeordnete  Bedeutung  zu.  Entscheidend  ist  vielmehr,  dass  die 
Offerte  der  Zuschlagsempfängerin  nicht  nur  auf  den  9. November  2011 
datiert,  sondern  gemäss  der  beiliegenden Kopie  des Einschreibens, mit 
welchem sie eingereicht worden ist, gemäss Poststempel sowie Track & 
Trace­Proto­koll gleichentags versandt worden ist. Demgegenüber datiert 
die Offerte der Beschwerdeführerin vom 10. November 2011. Ausserdem 
ist  mit  Verfügung  vom  12.  Januar  2012  nach  Einwilligung  der 
Zuschlagsempfängerin  die  Gesamtoffertsumme  offen  gelegt  worden, 

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welche  "total  (6  Jahre,  24  Nachträge)"  auf  "Fr.  3'401.754.−"  lautet  und 
damit  mit  demjenigen  Betrag  identisch  ist,  zu  welchem  der  Zuschlag 
gemäss Ziffer 3.2 der SIMAP­Publikation vom 25. November 2011 erteilt 
worden  ist.  Damit  sind  prima  facie  entgegen  den  Mutmassungen  der 
Beschwerdeführerin  keine  Anzeichen  für  eine  "Beeinflussung  des 
Verfahrens"  (Beschwerde,  S.  6)  erkennbar.  Der  Vergabestelle  ist  im 
Übrigen auch insoweit beizustimmen als sie festhält, dass der Zielsetzung 
der Regulierung auch dann nachgelebt wird, wenn der bisherige Anbieter 
zum  Zug  kommt,  dies  aber  aufgrund  der  Schaffung  der 
Wettbewerbssituation zu  für die öffentliche Hand wesentlich günstigeren 
Bedingungen.

4.5 Die  Beschwerdeführerin  macht  zum  Zuschlagskriterium  Z1  in  der 
Hauptsache  geltend,  sie  habe  ein  Verfahren  (Druck  ab  Rolle  gemäss 
Angebot  vom  10.  November  2011;  Dokument  E_B)  offeriert,  das  die 
Gesamtkosten  massiv  reduziere,  weil  der  von  der  Vergabestelle  zu 
liefernde Bedruckstoff  in Rollenform günstiger zu beschaffen sei als das 
bisher  verwendete  Bogenpapier  (Beschwerde,  S.  6).  Die  Vergabestelle 
führt dazu sinngemäss aus, wenn dem so wäre, müsste das Angebot der 
Beschwerdeführerin  als  nicht  der  Rahmenbedingung  "Bogendruck" 
vereinbar  ausgeschieden  werden,  womit  bereits  deren  Anfechtung  zur 
Legitimation des Zuschlags in Frage zu stellen sei (Stellungnahme vom 9. 
Januar  2012,  S.  5).  Im  Sinne  der  Ausführungen  der  Vergabestelle  ist 
zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss  Ziffer  2.8  der  Ausschreibung  vom 
29. September 2011 keine Varianten zugelassen waren. Richtig ist auch, 
dass  das  Papier  nicht  von  der  Auftragnehmerin,  sondern  von  der 
Vergabestelle  mittels  separater  Beschaffung  eingekauft  und  der  im 
strittigen Verfahren  auszuwählenden Druckerei  geliefert wird. An diesen 
Liefervertrag  sei  die  Vergabestelle  ausserdem  bis  ins  Jahr  2014 
gebunden  (Stellungnahme  vom  9.  Januar  2012,  S.  6).  Dazu  wird  im 
Anhang  1  zum  Werkvertragsentwurf  unter  dem  Titel  "Papier"  wörtlich 
festgehalten:  "70  mg2,  Z­Script  natural,  sat.,  62/88  SB  (vom  BBL 
geliefert)". Aus dem Aufgabenbeschrieb "Ausführungsmuster / Ausrüsten" 
war, wie die Vergabestelle ebenfalls zutreffend ausführt, erkennbar, dass 
das Papier  in Form von Bogen beigestellt wird. Denn anders macht die 
dort  beschriebene  Aufgabe  "Bogen  falzen  und  zusammentragen"  prima 
facie keinen Sinn.

4.6 Soweit  die  Beschwerdeführerin  verlangt,  ihre Offerte  sei  unter  dem 
Kriterium  Preis  unter  der  Berücksichtigung  der  Ausgangslage 
"Bedruckstoff  in  Rollenform"  besser  zu  bewerten  als  geschehen,  dringt 

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sie  mit  dieser  Rüge  nicht  durch.  Sie  verwechselt  hier  technische 
Spezifikation  und  Rahmenbedingungen  mit  Zuschlagskriterien.  Denn 
aufgrund der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen  ist klar, 
dass der "Bogendruck" bei Lieferung des Papiers durch die Vergabestelle 
als  technische  Sepzifikation  bzw.  nicht  verhandelbare 
Rahmenbedingungen  zu  verstehen  ist.  Soweit  die  Beschwerdeführerin 
ausführt,  die  Vergabestelle  könnte  das  Papier  in  Rollen  liefern,  was  im 
Rahmen der Ausschreibung möglich sei (Beschwerde, S. 6), verkennt die 
Beschwerdeführerin  die  Ausgangslage.  Da  eine  Variante  gemäss 
Ausschreibung  ausgeschlossen war,  könnte  der  Beschwerdeführerin  im 
vorliegenden  Verfahren  höchstens  Erfolg  beschieden  sein,  wenn  sie 
geltend  machen  würde,  die  technische  Spezifikation  "Bogendruck"  sei 
unzulässig. Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass die anwaltlich 
vertretene Beschwerdeführerin dies sinngemäss getan hat, indem sie von 
einem Preisvorteil des "Bedruckstoffs in Rollenform" ausgeht, kann dieser 
Rüge  prima  facie  kein  Erfolg  beschieden  sein.  Denn  die  Vergabestelle 
weist in diesem Zusammenhang zu Recht auf den Zwischenentscheid B­
822/2010  vom 10. März 2010 E.  4.2  f.  hin, wonach die Zielsetzung der 
wirtschaftlichen Verwendung der öffentlichen Mittel gemäss Art. 1 Abs. 1 
Bst.  c  BöB  dem  Anbieter  keinen  Rechtsanspruch  darauf  gibt,  die 
Beschaffung  des  "richtigen"  Produkts  zu  erstreiten.  Vielmehr  muss 
grundsätzlich  die  Vergabestelle  darüber  bestimmen  können,  welche 
Leistungen  sie  benötigt  und  welche  konkreten  Anforderungen  sie  stellt 
und  was  im  einzelnen  Gegenstand  der  Submission  ist.  Richtig  ist  aber 
auch,  dass  technische  Spezifikationen  nicht  derart  eng  umschrieben 
werden  dürfen,  dass  nur  ein  ganz  bestimmtes  Produkt  oder  nur  ein 
einzelner Anbieter bzw. nur wenige Anbieter für die Zuschlagserteilung in 
Frage  kommen  (Zwischenentscheid  B­822/2010  vom  10. März  2010  E. 
5.1). Das macht aber die Beschwerdeführerin  im vorliegenden Fall nicht 
geltend. Auch scheint  prima  facie ein hinreichender Anbieterwettbewerb 
gegeben,  wenn  die  Vergabestelle  ausführt,  ihr  seien  62  Druckereien 
bekannt,  welche  unter  diesen Vorgaben  liefern  könnten.  Auch wenn  es 
weniger  wären,  kann  nicht  von  einem  Restwettbewerb  ausgegangen 
werden,  welcher  den  rechtlichen  Mindestvorgaben  nicht  mehr  genügen 
würde  (vgl.  dazu  BVGE  2010/58  E.  6.8).  Demnach  sind  auch  keine 
besonders  hohen  Anforderungen  an  die  Begründung  für  die  Wahl  des 
Bogendrucks  erforderlich,  welchen  die  Vergabestelle  insofern  als 
vorteilhaft  beschreibt,  als  die  einzelnen Arbeitsschritte  parallel  ablaufen, 
was  sich  bei  der  Termineinhaltung  auswirke  (Stellungnahme  vom  9. 
Januar  2012,  S.  10).  Dieses  Argument  ist  auch  mit  dem  Umstand 
kohärent, dass ein Zuschlagskriterium Termin definiert worden ist. Damit 

B­6762/2011

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erweist  sich  die  entsprechende  Vorgabe  als  rechtskonform,  was  die 
Berücksichtigung  einer  anderen  Vorgehensweise  im  Rahmen  der 
Preisbewertung  ausschliesst.  Demnach  kann  offen  bleiben,  ob  die 
Beschwerdeführerin  die  Vorgabe  "Bogendruck"  gemäss 
Werkvertragsentwurf  in  einem  früheren  Verfahrensstadium  hätte 
beanstanden  oder  gar  zum  Gegenstand  einer  Beschwerde  machen 
müssen  (vgl.  dazu  etwa  den  Zwischenentscheid  B­1172/2011  vom  31. 
März 2011 E. 4.2.2 f.).

B­6762/2011

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4.7 Somit  ist  im  Sinne  eines  Zwischenfazits  festzuhalten,  dass  die 
Punktevergabe  im  Rahmen  der  Bewertung  des  Zuschlagskriterium  Z1 
(Preis)  rechtskonform  erfolgt  ist.  Damit  gestaltet  sich  der 
Punktezusammenzug  unter  Berücksichtigung  der  nicht  beanstandeten 
Evaluation  mit  Blick  auf  die  Zuschlagskriterien  Z2 
(Nachhaltigkeit/Ökologie) und Z5 (Aufbau und Form) bisher wie folgt: 

Zuschlagskriterien Zuschlagsempfängerin  Beschwerdeführerin 

Z1 Preis 779 790

Z2 Nachhaltigkeit/
Ökologie 
(inkl. ISO 14001) 

150 80

Z3 Qualitäts­ und 
Arbeitssicherheitsm
anagement 
ISO 9001

[noch nicht beurteilt] [noch nicht beurteilt]

Z4 Termin  [noch nicht beurteilt] [noch nicht beurteilt]

Z5 Aufbau/Form des 
Angebotes

20 20

Total 949 890

 

5. 
5.1 Im  Rahmen  des  Zuschlagskriteriums  Z3  wurde  die  unter  dem  Titel 
"Bewertung  Qualitäts­/Arbeitssicherheitsmanagementsysteme"  die 
Zertifizierung  der  Qualitätssicherung  bewertet.  Die  Beschwerdeführerin 
beanstandet  den  Umstand,  dass  ihr  Angebot  überhaupt  keine  Punkte 
erreicht  habe,  obwohl  aus  diesem  klar  hervorgehe,  dass  das 
Druckverfahren  und  die  eingesetzten  hochmodernen  Maschinen  für 
Qualität  und  Arbeitssicherheit  garantieren.  Die  Tatsache,  dass  die 
Beschwerdeführerin  nicht  nach  ISO  9001  zertifiziert  sei,  vermöge  diese 
Bewertung  nicht  zu  begründen.  Eine  objektive  Auswertung  des 
beschwerdeführerischen Angebots hätte zur Vergabe von mindestens 40 
Punkten führen müssen (Beschwerde, S. 7).

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5.2 Die  Vergabestelle  führt  dazu  aus,  die  ISO­Zertifizierung  9001  lege 
Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem fest, welchen 
eine Organisation  zu genügen habe, um Produkte und Dienstleistungen 
bereitstellen  zu  können.  Für  diese  gelten  nach  den  Ausführungen  der 
Vergabestelle  die  folgenden  Grundsätze:  Kundenorientierung, 
Verantwortlichkeit  der  Führung,  Einbeziehung  der  beteiligten  Personen, 
prozessorientierter Ansatz, kontinuierliche Verbesserung, sachbezogener 
Entscheidfindungsansatz  sowie  Lieferantenbeziehungen  zum 
gegenseitigen  Nutzen  (Stellungnahme  vom  9.  Januar  2012,  S.  11  Rz. 
59).  Gleichwertigkeit  (gemeint  mit  der  ISO­Zertifizierung  9001) 
interpretiere  die  Vergabestelle  regelmässig  so,  dass  es  sich  beim 
Nachweis  um  eine  Bescheinigung  handeln  müsse,  welche  von  einem 
unabhängigen  und  anerkannten  Dritten  ausgestellte  werde.  Ausserdem 
müsse  das  gleichwertige  Zertifikat  vergleichbare Anforderungen wie  die 
ISO­Zertifizierung  9001  als  erfüllt  bestätigen.  Die  Darstellung  der 
Verhältnisse durch die Beschwerdeführerin selbst vermöge ein von einer 
unabhängigen  Stelle  ausgestelltes  und  anerkanntes  Zertifikat  nicht  zu 
ersetzen. Da die Vergabestelle  in Bezug auf  das Zuschlagskriterium Z3 
keine  Taxonomie  veröffentlicht  habe,  könne  das  Zuschlagskriterium  nur 
entweder erfüllt oder nicht erfüllt – und nicht, wie die Beschwerdeführerin 
behaupte, teilweise erfüllt – sein. Weil die Beschwerdeführerin weder eine 
ISO­Zertifizierung  9001  noch  ein  anderes  gleichwertiges  Zertifikat  eines 
Dritten beigebracht habe, müsse das Zuschlagskriterium Z3 als klar nicht 
erfüllt angesehen werden (Stellungnahme vom 9. Januar 2012, S. 11 Rz. 
60 ff.).

5.3 Zunächst  ist  der  Vergabestelle  beizupflichten,  wenn  sie  davon 
ausgeht,  es  stehe  in  ihrem Ermessen,  ob  sie  nur  für  eine Zertifizierung 
ISO  9001  oder  eine  gleichwertige  Qualitätssicherung  –  zugunsten  der 
Beschwerdeführerin  hypothetisch  angenommen,  auch  eine  selbst 
ausführlich  dokumentierte  Qualitätssicherung  genüge  –  anerkennt  oder 
für  nur  teilweise  dokumentierte  Qualitätssicherungsbemühungen  oder 
einen  begonnenen  Zertifizierungsprozess  ebenfalls mit  Punkten  belohnt 
(vgl.  dazu  das  Urteil  B­4717/2010  vom  1.  April  2011  E.  7).  In  der  mit 
diesem Entscheid zu beurteilenden Beschaffung hatte die Vergabestelle 
– wie  von  der  Beschwerdeführerin  im  vorliegenden  Fall  verlangt – 
angenommen, das entsprechende Kriterium sei "teilweise erfüllt" (a.a.O., 
insb.  E.  7.2).  Entscheidend  ist  mit  Blick  auf  den  Grundsatz  der 
Transparenz, dass die angewandte Taxonomie dem entspricht, was aus 
den  Ausschreibungsunterlagen  als  Bewertungsschema  erkennbar  war. 
Idealerweise  wird  die  Taxonomie,  wie  sie  die  Vergabestelle  vorliegend 

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anwenden  will  ­  die  Thematik  der  gleichwertigen  Nachweise  einmal 
ausgeklammert  ­  so  erläutert,  wie  dies  etwa  im  Rahmen  des 
Zuschlagskriteriums 2  in Bezug auf das Zertifikat  ISO 14001 geschehen 
ist: "Zertifikat vorhanden = 50 Punkte, ansonsten 0 Punkte". Eine solche 
Erläuterung  liegt  zum  Zuschlagskriterium  3  so  nicht  vor.  Indessen  führt 
die  Vergabestelle  zu  Recht  aus,  dass  sie  bei  den  einzelnen 
Zuschlagskriterien  eine  unterschiedliche  Taxonomie  verwendet  habe, 
wobei in Bezug auf diejenigen Kriterien oder Subkriterien, welche besser 
oder  schlechter  erfüllt  werden  konnten,  angegeben  wurde,  wie  die 
Wertung  erfolgen  würde.  So  wurde  zum  Beispiel  für  das 
Zuschlagskriterium Z4 zur Bewertung Folgendes vermerkt:  "Angebot mit 
dem kürzesten Termin = 80 Punkte;  jeder weitere Arbeitstag = 5 Punkte 
Abzug." Obschon aus dem Umstand allein, dass beim Zuschlagskriterium 
Z3  nichts  Entsprechendes  vermerkt  ist,  auf  die  offensichtliche 
Unbegründetheit der Rüge der Beschwerdeführerin geschlossen werden 
kann, wie die Vergabestelle ausführt, kann offen bleiben. Wenn nebst der 
Vorgabe  "ISO­Zertifizierung  9001  (oder  gleichwertig)"  indessen  zudem 
ausgeführt wird, es sei eine  "Kopie von aktuellem Zertifikat" beizulegen, 
ist es  jedenfalls  rechtlich wohl nicht zu beanstanden, dass unter diesem 
Kriterium nur 60 oder 0 Punkte vergeben werden. Selbst wenn zugunsten 
der  Beschwerdeführer  anzunehmen  wäre,  dass  die  Vergabestelle 
aufgrund  der  Art  der  in  den  Ausschreibungsunterlagen  enthaltenen 
Erläuterungen  zur  Bewertung  auch  einen  angefangenen 
Zertifizierungsvorgang  oder  gar  ein  hausinternes,  entsprechend 
dokumentiertes  Qualitätssicherungssystem  (Qualitätshandbuch  etc.) 
genügen  lassen müsste,  kann die Beschwerdeführerin  daraus nichts  zu 
Ihren Gunsten ableiten.  Im vorliegenden Fall  sind die Ausführungen der 
Beschwerdeführerin  zu  diesem  Punkt  nämlich  viel  zu  dürftig  und  nicht 
hinreichend  dokumentiert.  Die  Beschwerdeführerin  hat  ein  dreiseitiges 
Papier  zur  Qualitäts­  und  Arbeitssicherheit  eingereicht.  Sie  hält  darin 
beispielsweise  zur  "laufenden  Produktion"  fest:  "A.  _____  AG  arbeitet 
nach  einem  eigenen  Qualitätssicherungssystem",  ohne  dass  dieses 
näher erläutert würde. Da hilft auch die Feststellung, es werde für  jeden 
Auftrag  ein  Kontrollblatt  ausgefüllt,  nicht  weiter,  auch  wenn  dieses 
beigelegt ist. Selbst für das teilweise Zuerkennen von Punkten, wie es die 
Beschwerdeführerin  vorliegend  erstreiten  will,  muss  im  Rahmen  der 
behaupteten  hausinternen  Qualitätssicherung  und  dann  auch  für  die 
Offertstellung  ein  ganz  anderer  Dokumentationsaufwand  betrieben 
werden.  Somit  erweist  sich  selbst  unter  der  Annahme,  dass  die 
Vergabestelle  nicht  die  Fremdevaluierung  als  Standard  definieren  darf, 

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auch  die  gegen  das  Zuschlagskriterium  3  erhobene  Rüge  als 
offensichtlich unbegründet.

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Seite 22

6.  
Nach  dem  Gesagten  gestaltet  sich  der  Punktezusammenzug  der 
Beschwerdeführerin  und  der  Zuschlagsempfängerin  ohne 
Berücksichtigung des Zuschlagskriteriums Z4 (Termin) wie folgt:

Zuschlagskriterien Zuschlagsempfängerin  Beschwerdeführerin 

Z1 Preis 779 790

Z2 Nachhaltigkeit/
Ökologie 
(inkl. ISO 14001) 

150 80

Z3 Qualitäts­ und 
Arbeitssicherheitsm
anagement 
ISO 9001

60 0

Z4 Termin  [nicht beurteilt] [nicht beurteilt]

Z5 Aufbau/Form des 
Angebotes

20 20

Total 1'009 890

Die Differenz zwischen den beiden Angeboten beträgt folglich auch ohne 
Berücksichtigung  des  Zuschlagskriteriums  Z4  (Termin)  bereits  119 
Punkte (vgl. mutatis mutandis den Zwischenentscheid B­3311/2009 vom 
16.  Juli  2009  E.  8.5  und  E.  10).  Selbst  wenn  das 
Bundesverwaltungsgericht  demnach  zum  Schluss  käme,  dass  dem 
Angebot der Beschwerdeführerin hier die volle Punktzahl von 80 und dem 
der  Zuschlagsempfängerin  0  Punkte  zu  verleihen  wären,  läge  das 
Angebot  der  Zuschlagsempfängerin  mit  39  Punkten  noch  immer  vor 
demjenigen  der  Beschwerdeführerin.  Eine  Prüfung  der  Bewertung  des 
Zuschlagskriteriums Z4  (Termin) erübrigt sich daher. Demzufolge  ist auf 
die  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin,  wonach  aufgrund  der 
Erfahrungen  mit  der  Zuschlagsempfängerin  nicht  von  einer  Einhaltung 
der angebotenen Termine ausgegangen werden könne (Beschwerde, S. 
7), nicht näher einzugehen.

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Seite 23

7. 
Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Beschwerde aufgrund einer 
prima  facie­Würdigung  als  offensichtlich  unbegründet  erweist,  weshalb 
das Ersuchen um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen ist, 
ohne  dass  eine  Interessenabwägung  vorzunehmen  wäre  (vgl.  E.  2.2 
hiervor).

8. 
In  Bezug  auf  die  Akteneinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführerin  mit  Verfügung  vom  12.  Januar  2012  die 
Totaloffertsumme  der  Zuschlagsempfängerin  offen  gelegt  worden  ist. 
Ausserdem verfügt sie bisher nebst Aktenverzeichnis und Ordnerregister 
insbesondere  über  den  teilweise  abgedeckten  Evaluationsbericht  in  der 
Version  gemäss  Verfügung  vom  23.  Januar  2012,  aus  welchem  sich 
insbesondere  ergibt,  dass  nur  die  Beschwerdeführerin  und  die 
Zuschlagsemfpängerin  eine Offerte  eingereicht  haben.  Schliesslich  sind 
der  Beschwerdeführerin  das  teilweise  abgedeckte  "Verzeichnis  für  die 
'Technische  Ausrüstung'  der  BBL­Lieferanten  als  Marktstudie",  der 
amtsinterne  Vermerk  der  Vergabestelle  vom  16.  September  2011 
betreffend den Ausschluss von Varianten und Bietergemeinschaften, die 
Titelseite  des  Geschäftsberichts  der  Druckerei  Flawil  AG  für  das  Jahr 
2010 zuzüglich der Seite 24 (Anhang zur Jahresrechnung enthaltend die 
Beteiligungsquoten), die auf die  "dfmedia Druckerei Flawil AG"  lautende 
SQS­Bescheinigung  betreffend  Managementsysteme  gemäss  den 
Anforderungen  von  ISO  9001  und  14001  sowie  die  der  Offerte 
beiliegende  Briefumschlagskopie  zugestellt  worden.  Da  das 
Zuschlagskriterium Z4 "Termin"  im Rahmen der vorliegenden Verfügung 
nicht erörtert worden  ist,  ist es mit der Garantie des  rechtlichen Gehörs 
vereinbar,  ihr  insoweit  –  insbesondere  was  die  ausserhalb  der 
eigentlichen  Vergabeakten  liegenden  Dokumente  betreffend  die 
bisherigen  Lieferungen  der  Zuschlagsempfängerinnen  betrifft  –,  die 
Akteneinsicht  zumindest  einstweilen  zu  verweigern  (Zwischenentscheid 
B­2197/2011 vom 19. Mai 2011 E. 5). Die Beschwerdeführerin kann sich 
aufgrund der  ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen ohne weiteres ein 
Bild  machen  von  der  Ausgangslage  namentlich  mit  Blick  auf  die 
Anfechtung  des  vorliegenden  Entscheids  (Zwischenentscheid  des 
Bundesverwaltungsgerichts B­1470/ 2010 vom 24. März 2010 E. 7). Die 
weitergehende  Gewährung  der  Akteneinsicht  im  Hauptverfahren  bleibt 
vorbehalten.

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Seite 24

9. 
Über  die  Feststellung  und  Verlegung  der  Kosten  des  vorliegenden 
Zwischenentscheides  ist mit dem Endentscheid zu befinden. Die weitere 
Instruktion des Hauptverfahrens erfolgt mit separater Verfügung.

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Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  Erteilung  der  aufschiebenden 
Wirkung wird abgewiesen.

2. 
Die Akteneinsichtsanträge der Beschwerdeführerin werden, soweit diesen 
nicht  bereits  im  Rahmen  der  Instruktion  entsprochen  worden  ist, 
einstweilen abgewiesen.

3. 
Die  Instruktion  des  Schriftenwechsels  im  Hauptverfahren  erfolgt  mit 
separater Verfügung.

4. 
Über  die  Kostenfolgen  des  vorliegenden  Zwischenentscheides  wird  mit 
dem Endentscheid befunden.

5. 
Dieser Entscheid geht an:

– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, vorab per 
Fax)

– die  Vergabestelle  (Ref­Nr.  SIMAP  Nr.  714825;  Gerichtsurkunde, 
vorab per Fax)

– die  Zuschlagsempfängerin  (Rechtsvertreter;  Einschreiben,  vorab  per 
Fax)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin

Marc Steiner Laura Melusine Baudenbacher

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Zwischenentscheid  kann  innert  30 Tagen nach Eröffnung 
beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­
rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100 
des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]), 
soweit  er  einen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil  bewirken  kann 
(Art.  93  Abs.  1  Bst.  a  BGG)  und  sich  eine  Rechtsfrage  von 
grundsätzlicher  Bedeutung  stellt  (Art.  83  Bst.  f  Ziff.  2  BGG).  Die 
Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 
Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand:
Faxversand: 26. Januar 2012
Postversand: 27. Januar 2012