# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6560efa1-e31a-50b9-b3de-5288a328d175
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.02.2025 SB240277
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240277_2025-02-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240277-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. M. Langmeier 

und lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiberin MLaw A. Sieber

Urteil vom 20. Februar 2025

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____ 

vertreten durch Beiständin B._____

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Raub etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Meilen 
vom 21. November 2022 (DG220002)

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Antrag auf Anordnung einer Massnahme für eine schuldunfähige Person:
(Urk. 21)

Der Antrag auf Anordnung einer Massnahme für eine schuldunfähige Person der 

Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 20. Januar 2022 (Urk. 21) ist diesem Urteil 

beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 90 S. 51 ff.)

Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ folgende Tatbestände im Zustand der 
nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt hat:

 Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;

 Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 

StGB;

 Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB.

2. Eine Strafe entfällt.

3. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB angeordnet und 

vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte A._____ seit 17. Februar 2022 im vorzeitigen Mass-
nahmevollzug befindet.

4. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ wird abgewiesen.

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

CHF 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 2'500.–   Gebühr für das Vorverfahren

CHF 11'490.–   Auslagen (Gutachten)

CHF 840.–   Auslagen Polizei

CHF 171.70   Entschädigung Zeuge

CHF 30'156.–   Entschädigung amtlicher Verteidiger 

CHF 49'657.70   Kosten Total

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6. Die Kosten und Auslagen des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfahrens und der 

amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Staatskasse genommen.

7. Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____, D._____, wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten in der Zeit vom 11. Mai 2021 bis 24. Januar 2022 (Vorverfah-

ren) sowie für das erstinstanzliche Verfahren mit total CHF 30'156.– (inkl. MwSt. und Bar-

auslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.

Die Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an Rechtsanwalt 

Dr. iur. HSG X._____ auszuzahlen.

8. (Mitteilungen)

9. (Rechtsmittel)

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 3 f.)

a) Des Beschuldigten:

(Urk. 111 S. 1)

1. Es sei in Aufhebung von Dispositiv Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteils der 

Berufungskläger von sämtlichen Vorwürfen (Raub i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB; Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte i.S.v. 

Art. 285 Ziff. 1 StGB und Beschimpfung i.S.v. Art. 177 StGB) zu entlasten 

bzw. freizusprechen;

2. Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger im Zustand der nicht 

selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit den Tatbestand des geringfügigen 

Diebstahls i.S.v. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB erfüllt hat;

3. Es sei in Aufhebung von Dispositiv Ziff. 3 des vorinstanzlichen Urteils die 

gegen den Berufungskläger angeordnete stationäre Massnahme i.S.v. 

Art. 59 Abs. 1 StGB aufzuheben;

4. Es sei der Berufungskläger für den erlittenen Freiheitsentzug angemes-

sen zu entschädigen;

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5. Es seien sämtliche Verfahrenskosten (Untersuchung und beide Gerichts-

instanzen) inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung auf die Staats-

kasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 98)

Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids.

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang

1. Prozessgeschichte

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 21. November 2022 wurde den 

Parteien schriftlich eröffnet (Urk. 85; Prot. I S. 37 ff.; Urk. 85A). Der Beschuldigte 

meldete am 14. Dezember 2022 innert Frist Berufung an (Urk. 87).

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 88 und Urk. 89/2) reichte der 

Beschuldigte am 5. Juni 2024 fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 92; 

Urk. 93). Mit Präsidialverfügung vom 26. Juni 2024 wurde die Berufungserklärung 

in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO der Staatsanwaltschaft 

und der Privatklägerschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu 

erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 

(Urk. 96). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Anschlussberufung (Urk. 98). Die 

Privatklägerschaft liess sich nicht vernehmen. 

1.3. Am 20. November 2024 wurde auf den 20. Februar 2025 zur Berufungsver-

handlung vorgeladen. Die Staatsanwaltschaft wurde von der Berufungsverhand-

lung dispensiert (Urk. 98; Urk. 102).

1.4. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 17. Februar 2022 im vorzeitigen 

Massnahmenvollzug (Urk. 32). Am 17. Dezember 2024 genehmigten die Bewäh-

rungs- und Vollzugsdienste (BVD) für den Beschuldigten Vollzugslockerungen 

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(gruppenbegleitete Ausgänge schweizweit und unbegleitete Ausgänge bis auf das 

Heimareal E._____; Urk. 105A).

1.5. Am 20. Februar 2025 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschien der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. 

X._____. Vorfragen waren keine zu entscheiden und abgesehen von der 

Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 110) waren auch keine Beweise 

abzunehmen (Prot. II S. 4 f.). Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsver-

handlung und wurde mündlich eröffnet (Prot. II S. 6 ff.).

2. Umfang der Berufung

2.1. Der Beschuldigte wendet sich gegen die Feststellung, verschiedene Delikte 

(Raub, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Beschimpfung) im Zu-

stand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt zu haben (Dispositiv-

ziffer 1) sowie gegen die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von 

Art. 59 Abs. 1 StGB (Dispositivziffer 3). Als mitangefochten gilt Dispositivziffer 2. 

Unangefochten blieben die Abweisung des Genugtuungsbegehrens des Privatklä-

gers (Dispositivziffer 4), die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 5), die Übernahme 

der Kosten auf die Staatskasse (Dispositivziffer 6) und die Entschädigung der amt-

lichen Verteidigung (Dispositivziffer 7). Der vorinstanzliche Entscheid ist insoweit in 

Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschlusses vorzumerken ist (Art. 399 

Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO). 

2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.

II. Prozessuales

Am 1. Januar 2024 traten die revidierten Bestimmungen der StPO in Kraft (AS 2023 

468; BBl 2019 6697). Gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO werden Rechtsmittel gegen 

Entscheide, die vor Inkrafttreten der neuen Regelungen gefällt wurden, nach 

bisherigem Recht beurteilt. Infolgedessen ist für das vorliegende Rechtsmittelver-

fahren das frühere Prozessrecht massgebend.

- 6 -

III. Sachverhalt

1. Allgemeines 

1.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung dargelegt (Urk. 90 S. 7 f.). Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Das Konzept einer "allgemeinen Glaubwürdigkeit" wird in der Aus-

sagepsychologie als wenig brauchbar bewertet. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit 

im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft einer Person kommt nach 

heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von Aussagen daher kaum mehr relevante 

Bedeutung zu (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3 S. 538 f., 409 E. 5.4.3 S. 422; je mit Hin-

weisen). Dies bedeutet, dass Auskunftspersonen und Zeugen nicht von vornherein 

glaubwürdiger sind als der mit den Vorwürfen konfrontierte Beschuldigte. In diesem 

Sinne legt denn auch die Vorinstanz zu Recht den Fokus auf die Aussagenanalyse 

(Urk. 90 S. 8 ff.). 

1.2. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 

Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tat-

sächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich 

ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für 

den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7 

S. 308; 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hinweisen). 

2. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

2.1. Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft habe sich der Beschuldigte am 

23. August 2020 an der F._____-strasse in G._____ einer polizeilichen Personen-

kontrolle entzogen. Der Privatkläger habe sich gegenüber dem Beschuldigten mit 

seinem Polizeiausweis als Polizist zu erkennen gegeben. Darauf sei der Beschul-

digte davongerannt. Während der Verfolgung habe der Beschuldigte plötzlich 

gestoppt, sich in Richtung des ihm nacheilenden Privatklägers umgedreht und ver-

sucht, ihm mit seiner rechten Hand einen Faustschlag ins Gesicht zu versetzen. 

Dem Privatkläger sei es jedoch knapp gelungen, dem Faustschlag auszuweichen 

(Urk. 21 S. 3).

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2.2. Der Beschuldigte räumte vor Vorinstanz ein, er habe den Privatkläger, als 

dieser anfänglich an ihn herangetreten sei, als Polizisten erkannt. Er habe ihn in 

Notwehr treffen wollen, ihn aber nicht getroffen. Der Privatkläger komme immer und 

drohe ihm mit dem Kastenwagen (Prot. I S. 26 f.). 

2.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im 

Wesentlichen den bereits geschilderten Standpunkt. Der Beschuldigte gab zu 

Protokoll, dass er mit dem Privatkläger bereits vor dem Vorfall zu tun gehabt habe. 

Es sei immer der gleiche Polizist gewesen, der ihn holen gekommen sei. Ferner 

gab er an, den Privatkläger in Notwehr geschlagen zu haben, als er von diesem 

gepackt worden sei (Urk. 110 S. 8 f.). Ergänzend führte die Verteidigung aus, das 

Vorgehen des Privatklägers sei nicht rechtmässig gewesen, da kein Grund für eine 

Verhaftung bestanden habe. Der Privatkläger hätte sich milderen Massnahmen 

bedienen sollen, wie die Schwester oder die Beistandschaft zu kontaktieren. Mit 

seinem Vorgehen habe der Privatkläger gegen das Polizeigesetz des Kantons 

Zürich sowie gegen das Übereinkommen der UNO über die Rechte von Menschen 

mit Behinderungen verstossen (Urk. 111 S. 7 ff.).

2.4. Zum Vorwurf der Staatsanwaltschaft wurde der Beschuldigte vor Vorinstanz 

befragt (Prot. I S. 26 f.). Weiter wurde der Privatkläger einmal polizeilich 

(Urk. D3/3/4) und einmal staatsanwaltschaftlich einvernommen (Urk. D1/4/7). 

H._____ wurde ebenfalls einmal polizeilich (Urk. D3/3/3) und einmal staatsanwalt-

schaftlich einvernommen (Urk. D1/4/9).

2.5. Unangefochten blieb und erstellt ist, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 

einen Faustschlag verpassen wollte, ihn aber verfehlte.

2.6. Die Vorinstanz setzt sich mit der Behauptung des Beschuldigten auseinan-

der, in Notwehr gehandelt zu haben. Sie fasst die Aussagen des Beschuldigten wie 

auch die übrigen Personalbeweise zutreffend zusammen, worauf verwiesen 

werden kann (Urk. 90 S. 8 ff.). Die Aussagen des Beschuldigten bezüglich der 

behaupteten Notwehrsituation qualifiziert die Vorinstanz als Schutzbehauptung. 

Gestützt auf die glaubhaften und übereinstimmenden Aussagen des Privatklägers 

und der Zeugin H._____ lasse sich eine solche Notwehrsituation nicht erstellen. 

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Damit sei der Sachverhalt, wie er im Antrag der Staatsanwaltschaft vom 20. Januar 

2022 formuliert sei, dem Urteil zugrunde zu legen (Urk. 90 S. 11). 

2.7. Die zutreffende vorinstanzliche Beweiswürdigung kann übernommen 

werden. Die folgenden Erwägungen (zur Erkennbarkeit des Privatklägers als 

Polizeibeamten, was der Beschuldigte vor Vorinstanz bestreiten liess) verstehen 

sich als Ergänzung zur vorinstanzlichen Beweiswürdigung.

2.7.1.  Der Privatkläger führte die Personenkontrolle zivil gekleidet aus (Urk. D3/3/1 

S. 3; Urk. D3/3/4 F/A 8). Zur Frage, ob und wann er sich gegenüber dem Beschul-

digten als Polizeibeamten auswies, gab der Privatkläger an, der Beschuldigte sei 

ihm beim Busbahnhof entgegengekommen. Er habe sich mit seinem Dienstaus-

weis ausgewiesen und ihm gesagt, er sei von der Polizei (Urk. D3/3/4 F/A 8 und 

12; Urk. D1/4/7 F/A 15). Nachdem er in der Folge nach einer kurzen Verfolgung 

einen Schlag habe abwehren können, habe er zum Beschuldigten geschrien, er sei 

Polizist. Dabei habe er seinen Dienstausweis erneut hervorgenommen (Urk. D3/3/4 

F/A 8, 19 und 22; Urk. D1/4/7 F/A 15). Er gehe davon aus, dass der Beschuldigte 

am Bahnhofplatz realisiert habe, dass ihm ein Funktionär der Polizei gegenüber 

gestanden habe (Urk. D1/4/7 F/A 20). H._____ konnte die Szene (erst) ab der Ver-

folgung beobachten. Sie gab an, gesehen zu haben, wie der Polizist seinen 

Dienstausweis gezeigt habe (Urk. D3/3/3 F/A 4). Als er dem Beschuldigten nach-

gerannt sei, habe er "Stopp Polizei" gerufen und den Dienstausweis hervorgeholt 

(Urk. D3/3/3 F/A 13 ff.). Den Dienstausweis habe der Privatkläger gezeigt, bevor 

der Beschuldigte den Schlag ausgeführt habe. Ob der Privatkläger "Stopp Polizei" 

vor oder nach dem Schlag gesagt habe, wisse sie nicht mehr (Urk. D3/3/3 

F/A 16 ff.). Davon abweichend hielt H._____ gegenüber der Staatsanwaltschaft 

fest, der Privatkläger habe seinen Dienstausweis hervorgenommen, nachdem er 

den Beschuldigten zu Boden geführt habe (Urk. D1/4/9 F/A 27).

2.7.2.  Die Verteidigung brachte vor Vorinstanz vor, der Beschuldigte habe den 

Privatkläger nicht von Anfang an als Polizisten erkannt, sondern erst nach der Ver-

folgung. Deshalb liege ein Sachverhaltsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB vor 

(Urk. 66 S. 5 ff.). Diese Argumentation dringt nicht durch und es kann auf die 

konkreten und anschaulichen Aussagen des Privatklägers abgestellt werden. 

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Danach zeigte er seinen Dienstausweis bereits beim Busbahnhof respektive Bahn-

hofplatz und damit noch vor der Verfolgung und vor dem Faustschlag. Gleichzeitig 

teilte er dem Beschuldigten mit, dass er von der Polizei sei. Seine weiteren Anga-

ben, sich nach der Verfolgung ein zweites Mal ausgewiesen zu haben, werden von 

H._____ im Grundsatz bestätigt. Dabei kann dahingestellt bleiben, wann genau 

(vor oder nach dem Schlag) sich der Privatkläger ein zweites Mal als Polizeibeamte 

auswies. Dass der Privatkläger bereits in der ersten Phase als Polizist erkennbar 

war, räumte schliesslich auch der Beschuldigte vor Vorinstanz ein. Er habe den 

Privatkläger, als er anfänglich an ihn herangetreten sei, als Polizisten erkannt 

(Prot. I S. 27). Dies spiegelt sich auch in einer weiteren Aussage des Beschuldigten 

zur geltend gemachten Notwehrsituation wider, wonach der Privatkläger immer 

komme und ihm mit dem Kastenwagen drohe (Prot. I S. 26). Augenscheinlich 

meinte der Beschuldigte damit den Privatkläger als Polizisten und nicht als gewöhn-

lichen Passanten. Auch der Privatkläger hielt in diesem Zusammenhang fest, der 

Beschuldigte habe beim Busbahnhof gesagt, "dass wir schuld seien, dass er im 

Spital vergiftet werde und Medikamente nehmen müsse. Dabei geht er davon aus, 

weil wir (Polizei) schuld an seiner Situation sind, weil wir ihn immer wieder in die 

Klinik zurückführen" (Urk. D3/3/4 F/A 14). Auch aus diesen Schilderungen geht her-

vor, dass der Beschuldigte, als der Privatkläger ihm gegenüberstand, von Anfang 

an auf die Polizei zu sprechen kam und damit den Privatkläger in einen entspre-

chenden Kontext setzte. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung gab er zu, den 

Privatkläger bereits vor dem Vorfall gekannt zu haben (Urk. 110 S. 8 f.). Die Vertei-

digung führte ausserdem aus, dass sich der Beschuldigte beim Vorfall vom 23. Au-

gust 2020 vor der Verhaftung gefürchtet und sich dieser aus diesem Grund wider-

setzt habe (Urk. 111 S. 7). Der Beschuldigte wusste mithin ab der ersten Begeg-

nung beim Bahnhof, dass es sich beim Privatkläger um einen Polizisten handelte, 

worauf er flüchtete und einen Faustschlag in Richtung des Polizisten austeilte. Ent-

gegen der Darstellung der Verteidigung bestanden rechtmässige Gründe für die 

Personenkontrolle und die anschliessende Verhaftung des Beschuldigten. Gemäss 

Polizeirapport war der Beschuldigte im Ripol aufgrund seines Entweichens zur Ver-

haftung ausgeschrieben (vgl. Urk. D3/3/1 S. 2 und 5), was der Privatkläger – in 

Wahrnehmung seiner Fürsorgepflichten – nachgeschaut habe (Urk. D3/3/4 F/A 8). 

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Angesichts der Umstände, dass sich der zur Verhaftung ausgeschriebene Beschul-

digte der Personenkontrolle widersetzte und dem Privatkläger einen Faustschlag 

zu versetzen versuchte, lagen – entgegen der Darstellung der Verteidigung – die 

Voraussetzungen für eine Verhaftung vor. Unter diesen Gesichtspunkten ist auch 

die geltend gemachte Diskriminierung eines Invaliden völlig haltlos (vgl. Urk. 111 

S. 9).

2.7.3.  Der Sachverhalt gemäss Antrag der Staatsanwaltschaft vom 20. Januar 

2022 ist in diesem Sinne erstellt. 

3. Beschimpfung

3.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, anlässlich der Polizei-

kontrolle vom 23. August 2020 den Privatkläger als "Scheiss-Schweizer" bezeich-

net zu haben (Urk. 21 S. 3).

3.2. Anlässlich der Verhandlung vor Vorinstanz zeigte sich der Beschuldigte 

geständig (Prot. I S. 27). Dabei blieb es auch im Berufungsverfahren (Urk. 110 

S. 9). Auf dieses Geständnis, welches sich mit den weiteren Beweismitteln deckt 

(Urk. D3/3/4 F/A 8; Urk. D1/4/7 F/A 15), ist abzustellen. Damit ist der Sachverhalt 

entgegen der Verteidigung (Urk. 66 S. 8) gemäss dem Antrag der Staatsanwalt-

schaft vom 20. Januar 2022 in diesem Sinne erstellt.

4. Raub

4.1. Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft habe der Beschuldigte am 11. April 

2021 in I._____ J._____ von hinten gepackt, dessen Hals mit seinem Arm in einer 

Art Würgegriff umfasst und mittelfest frontal gegen den Hals des Geschädigten ge-

drückt. Gleichzeitig habe der Beschuldigte mit der freien Hand aus der rechten Ge-

sässtasche des Geschädigten dessen Portemonnaie entnommen. Dies sei nur 

möglich gewesen, weil der Beschuldigte den Geschädigten wie umschrieben fest-

gehalten habe. Kaum habe der Beschuldigte das Portemonnaie des Geschädigten 

nach wenigen Sekunden in seinen Besitz gebracht und noch bevor sich der über-

rumpelte Geschädigte habe zur Wehr setzen können, habe er den Geschädigten 

wieder losgelassen und sich fluchtartig vom Tatort entfernt. Der Beschuldigte habe 

- 11 -

das Portemonnaie behändigt, um das darin befindliche Bargeld oder die Bankkar-

ten für die Bezahlung eigener Konsumation einzusetzen (Urk. 21 S. 2 f.).

4.2. Der Beschuldigte hielt vor Vorinstanz fest, er erinnere sich nicht. Die Leute 

hätten ihn gepackt. Er habe niemanden gepackt. Er habe nichts gemacht (Prot. I 

S. 25 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung bestritt der Beschuldigte den 

Vorwurf (Urk. 110 S. 7). Die Verteidigung führte aus, es müsse als erstellt erachtet 

werden, dass der Beschuldigte das Portemonnaie des Geschädigten entwendet 

habe (Urk. 66 S. 2). Der kurze Griff des Beschuldigten an den Hals des Geschä-

digten sei jedoch ein Ablenkungsmanöver und keine Gewaltanwendung gewesen, 

um den Widerstand des Opfers zu brechen (Urk. 66 S. 3 ff.; Urk. 111 S. 3 ff.).

4.3. Zum Vorwurf der Staatsanwaltschaft wurde der Beschuldigte einmal staats-

anwaltschaftlich (Urk. D1/4/3 F/A 5 ff.) und vor Vorinstanz befragt (Prot. I S. 25 f.). 

J._____ wurde einmal polizeilich (Urk. D1/4/1) und einmal staatsanwaltschaftlich 

einvernommen (Urk. D1/4/4), ebenso dessen beim Vorfall anwesende Ehefrau 

(Urk. D1/4/2; Urk. D1/4/5). Weiter liegen die Protokolle der staatsanwaltschaftli-

chen Befragungen von K._____ (Urk. D1/4/6) und L._____ im Recht (Urk. D1/4/8). 

4.4. Die Vorinstanz fasst die Aussagen des Beschuldigten wie auch die übrigen 

Personalbeweise zutreffend zusammen, worauf verwiesen werden kann (Urk. 90 

S. 8 ff.). Wie die Vorinstanz richtig erwägt, sind die Schilderungen von J._____ kon-

stant, authentisch und lebensnah (Urk. D1/4/1; Urk. D1/4/4). Gleiches gilt betref-

fend die Aussagen der Ehefrau M._____, die das Geschehen und damit das Pa-

cken respektive Würgen des Geschädigten aus nächster Nähe miterlebte 

(Urk. D1/4/2; Urk. D1/4/5). L._____, der dem Beschuldigten auf Aufforderung nach-

eilte und ihn zusammen mit J._____ bis zum Eintreffen der Polizei festhielt, gab 

ebenfalls das Erlebte detailreich und nachvollziehbar wieder. Seine Aussagen wie 

auch die Depositionen von K._____ fügen sich ohne Weiteres in die Erzählungen 

des Geschädigten und dessen Ehefrau ein. Wenn die Vorinstanz darauf abstellt 

und den Sachverhalt im Sinne des Antrags der Staatsanwaltschaft vom 20. Januar 

2022 als erstellt betrachtet, so ist dem beizupflichten. 

- 12 -

Daran vermögen auch die weiteren vorgebrachten Einwände der Verteidigung 

nichts zu ändern. Diese stellte sich vor Vorinstanz auf den Standpunkt, es sei nur 

zu einem kurzen und völlig überraschenden Körperkontakt gekommen, wobei es 

sich nicht um ein Würgen, sondern um eine Ablenkung gehandelt habe und der 

Geschädigte sich nicht gewehrt habe (Urk. 66 S. 3 ff.; Urk. 111 S. 3 ff.). Der Vertei-

digung kann, soweit sie in tatsächlicher Hinsicht ein Würgen bestreitet und darin 

einzig ein harmloses Ablenkungsmanöver sieht, nicht gefolgt werden. Zwar ist rich-

tig, dass der Geschädigte als Motiv ein Ablenkungsmanöver vermutete (Urk. D1/4/1 

F/A 37). Gleichwohl hielt der Geschädigte fest, er sei von hinten am Hals gewürgt 

respektive umklammert worden (Urk. D1/4/1 F/A 5; Urk. D1/4/4 F/A 17 und 24). Der 

Beschuldigte habe mit dem rechten Arm um seinen Hals gegriffen und frontal gegen 

den Hals gedrückt, dies mit einer Stärke von fünf auf einer Skala von eins bis zehn 

(Urk. D1/4/1 F/A 13 und 15). Der Beschuldigte habe ihn etwa während drei Sekun-

den festgehalten (Urk. D1/4/1 F/A 17). Diese Schilderungen lassen sich – entgegen 

der Ansicht der Verteidigung (Urk. 111 S. 4) – auch mit den Erzählungen der 

Ehefrau gegenüber der Polizei (der Beschuldigte habe dem Geschädigten von 

hinten über die Schulter um die Partie zwischen Hals und Brust gegriffen, dies 

während zwei bis drei Sekunden, Urk. D1/4/2 F/A 13 und 29) und der Staatsanwalt-

schaft (der Beschuldigte habe den Geschädigten mit dem Arm gewürgt, Urk. D1/4/5 

F/A 14 und 20) in Einklang bringen. Mithin bestehen am Vorwurf der Staatsanwalt-

schaft keine erheblichen Zweifel. Danach umfasste der Beschuldigte den Geschä-

digten von hinten mit dem Arm und drückte den Arm frontal und mittelfest während 

mehreren Sekunden gegen den Hals. Gleichzeitig erfasste er aus der rechten 

Gesässtasche das Portemonnaie. Soweit die Verteidigung unterstreicht, der 

Geschädigte habe sich nicht gewehrt bzw. sei widerstandsfähig gewesen, ist darauf 

im Rahmen der rechtlichen Subsumption näher einzugehen.

IV. Rechtliche Würdigung

1.

1.1. Gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied 

einer Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer Handlung 

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hindert, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, zu einer Amtshandlung nötigt oder 

während einer Amtshandlung tätlich angreift. Eine Amtshandlung hindert, wer den 

Amtsträger in der Weise behindert, dass die Amtshandlung unterbleibt oder ihre 

Durchführung in nicht unerheblicher Weise verzögert oder erschwert wird (BGE 133 

IV 97 E. 4.2 S. 100; Urteile des Bundesgerichts 6B_1424/2021 vom 5. Oktober 

2023 E. 8.3; 6B_361/2017 vom 2. November 2017 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Die 

Begriffe des tätlichen Angriffs gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB und der Tätlichkeit im 

Sinne von Art. 126 StGB stimmen überein. Ein (vollendeter) tätlicher Angriff im 

Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB liegt auch vor, wenn der Beamte ausweicht, wenn 

mithin lediglich ein Versuch einer Tätlichkeit vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 

6B_551/2020 vom 24. September 2020 E. 3.3.2 mit Hinweisen).

1.2. Die Vorinstanz hat in ihrer rechtlichen Würdigung theoretische Erwägungen 

zum Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemacht 

und den Faustschlag respektive die versuchte Tätlichkeit zutreffend als tätlicher 

Angriff während einer Amtshandlung qualifiziert. Sie hält zusammengefasst fest, 

der Beschuldigte habe durch den beabsichtigten Faustschlag eine unmittelbare, auf 

den Körper zielende Aggression manifestiert, welche die für einen tätlichen Angriff 

nötige Intensität aufweise. Dabei habe der Beschuldigte den objektiven Tatbestand 

erfüllt. Da der Beschuldigte den Privatkläger habe schlagen wollen im Wissen, dass 

es sich beim Privatkläger um einen Polizisten in Ausübung seiner Funktion gehan-

delt habe, sei auch der subjektive Tatbestand erfüllt (Urk. 90 S. 20 f.). Darauf kann 

grundsätzlich verwiesen werden. Wie bereits aufgeführt, waren die Voraussetzun-

gen für eine Verhaftung erfüllt und es lag keine Notwehrlage vor (vgl. voranstehend 

E. III.2.7.2.), weshalb auch kein rechtfertigender oder ein entschuldbarer Notwehr-

grund angenommen werden kann (vgl. die Verteidigung in Urk. 111 S. 9). Für die 

Erfüllung des subjektiven Tatbestands ist bei der dritten Tatbestandsvariante von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB nicht vorausgesetzt, dass sich der Vorsatz des Täters auch 

auf die Behinderung der Amtshandlung bezieht (vgl. TRECHSEL/VEST, in: Schweize-

risches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 8 und 12 zu Art. 251 

StGB). Nicht geprüft werden muss hier, ob der Beschuldigte die erste Tatbestands-

variante erfüllte, da der Antrag der Staatsanwaltschaft vom 20. Januar 2022 zumin-

- 14 -

dest die dritte Tatbestandsvariante umschreibt, nämlich einen tätlichen Angriff 

während einer Amtshandlung. 

1.3. Der Beschuldigte hat den Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 aZiff. 1 StGB erfüllt. Die seit 1. Juli 

2023 geltende Harmonisierung der Strafrahmen für Gewalttaten (Bundesgesetz 

vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen; AS 2023 259, 

BBl 2018 2827) wirkt sich auf den Beschuldigten nicht milder aus. Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte sah altrechtlich einen Strafrahmen von 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor (Art. 285 aZiff. 1 StGB), 

während neurechtlich eine Geldstrafe in leichten Fällen möglich ist (Art. 285 Ziff. 1 

StGB). Wie noch zu zeigen sein wird, ist keine Strafe festzusetzen. Deshalb gelangt 

hier das alte Recht zur Anwendung.

2.  

2.1. Nach Art. 177 Abs. 1 StGB macht sich der Beschimpfung schuldig, wer 

jemanden in anderer Weise – als durch üble Nachrede oder Verleumdung – durch 

Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeit in seiner Ehre angreift. Gegenstand 

der Beschimpfung ist entweder eine üble Nachrede oder Verleumdung gegenüber 

dem Verletzten selbst oder eine sogenannte Formalinjurie (Werturteil). Ob Wert-

urteile dem Verletzten oder Dritten gegenüber abgegeben werden, ist nicht von 

Belang (vgl. FRANZ RIKLIN, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 4. Aufl. 2019, 

N. 1 zu Art. 177 StGB).

Die Ehrverletzungstatbestände gemäss Art. 173 ff. StGB schützen nach ständiger 

Rechtsprechung den Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu 

benehmen, wie nach allgemeiner Anschauung ein charakterlich anständiger 

Mensch sich zu verhalten pflegt (BGE 148 IV 409 E. 2.3 S. 414; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1028/2023 vom 21. Oktober 2024 E. 3.3.3; je mit Hinweisen).

Die Strafnorm der Beschimpfung ist ein Auffangtatbestand, in den sämtliche 

ehrverletzenden Äusserungen fallen, die sich nicht als Tatsachenbehauptungen 

gegenüber Dritten darstellen lassen. Darunter sind primär die alltäglichen Schimpf-

- 15 -

worte einzuordnen (Urteil des Bundesgerichts 6B_463/2019 vom 6. August 2019 

E. 4.4 mit Hinweis).

2.2. Der Beschuldigte bezeichnete den Privatkläger, als dieser ihn ins Polizei-

fahrzeug setzte, als "Scheiss-Schweizer". Mit dieser herabsetzenden Beleidigung 

drückte der Beschuldigte dem Privatkläger seine Missachtung aus, versagte ihm 

die ihm geschuldete Achtung und griff ihn in seiner Ehre an. 

2.3. Der Beschuldigte hat den Tatbestand der Beschimpfung im Sinne von 

Art. 177 StGB erfüllt.

3.  

3.1. Gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich des Raubes schuldig, wer 

mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib 

und Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht 

hat, einen Diebstahl begeht. Einen Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

begeht, wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, 

um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern.

Unter dem Begriff der Gewalt von Art. 140 Ziff. 1 StGB ist die unmittelbare physi-

sche Einwirkung auf den Körper des Opfers zu verstehen. Nicht erforderlich ist, 

dass der Täter das Opfer durch die Anwendung von Gewalt zum Widerstand 

unfähig macht. Den Tatbestand des Raubes von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt 

bereits, wer das Opfer durch Gewalt veranlasst, die Wegnahme einer Sache zu 

dulden (BGE 133 IV 207 E. 4.3.1 S. 211). Die Gewalt muss darauf gerichtet sein, 

den Widerstand des Opfers zu brechen. Massgeblich ist die Intensität der Gewalt. 

Die Einwirkung auf den Körper muss einen Schweregrad erreicht haben, der 

normalerweise genügt, um dem Opfer eine wirksame Gegenwehr zu verunmög-

lichen oder doch wesentlich zu erschweren (BGE 133 IV 207 E. 4.3.2 S. 211). 

In subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand – über die Diebstahlsabsicht 

hinaus – Vorsatz, der sich auf die Ausführung der Nötigungshandlung gegenüber 

dem Opfer zum Zwecke eines Diebstahls bezieht. Der Täter muss die Wegnahme 

der Sache erzwingen wollen oder zumindest in Kauf nehmen, dass er den Wider-

- 16 -

stand des Opfers durch die ausgeübte Gewalt bricht (BGE 133 IV 207 E. 4.3.3 

S. 211 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 E. 1.2.2, 

nicht publ. in BGE 148 IV 124).

In BGE 133 IV 207 äusserte sich das Bundesgericht zur Abgrenzung des Raubes 

zum Entreissdiebstahl (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Typisches Merkmal des Entreissdieb-

stahls ist das Ausnutzen eines Überraschungsmoments. Der Täter, der sein Opfer 

mit einem unerwarteten Handstreich verblüfft oder überrascht und damit versucht, 

einem Widerstand desselben zuvorzukommen und diesem den anvisierten Wert-

gegenstand ohne Anwendung unmittelbarer physischer Einwirkung auf den Körper 

zu entreissen, begeht nach der Rechtsprechung mangels Gewalt gegen eine 

Person keinen Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB. Anders verhält es sich, wenn 

sich der Täter über den erwarteten oder tatsächlich geleisteten Widerstand des 

Opfers mit Gewalt hinwegsetzt, um diesem den anvisierten Gegenstand wegzu-

nehmen. Den Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 StGB erfüllt gemäss der zuvor zitierten 

Rechtsprechung bereits, wer das Opfer durch Gewalt veranlasst, die Wegnahme 

einer Sache zu dulden. Dass das Opfer Widerstand leistet, ist demnach keine zwin-

gende Tatbestandsvoraussetzung. Der Tatbestand ist vielmehr auch erfüllt, wenn 

das Opfer wegen der Gewaltanwendung keinen Widerstand leisten kann oder will 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 E. 1.5, nicht publ. 

in BGE 148 IV 124, unter Hinweis auf BGE 133 IV 207 E. 4.3.1, 4.4 und 5).

3.2. Der Beschuldigte packte den älteren, ihm körperlich unterlegenen Geschä-

digten unvermittelt von hinten, umfasste dessen Hals mit seinem Arm und drückte 

während mehreren Sekunden mittelfest frontal gegen den Hals des Geschädigten. 

Gleichzeitig erfasste er mit der freien Hand aus der rechten Gesässtasche das Por-

temonnaie. Noch bevor sich der überrumpelte und derart fixierte Geschädigte zur 

Wehr setzen konnte, liess der Beschuldigte von ihm ab und rannte mit seiner Beute 

davon. Indem der Beschuldigte den Geschädigten derart von hinten mit seinem 

Arm gegen den Hals umfasste und mittelfest zudrückte, wirkte er in Bezug auf Art 

und Stärke intensiv auf den Körper des Geschädigten ein und wendete er Gewalt 

im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB an. Zwar hielt der Geschädigte fest, sich 

nicht gewehrt zu haben, weil "es überraschend kam und es zu schnell ging" 

- 17 -

(Urk. D1/4/1 F/A 22). Dies ändert aber nichts daran, dass eine derartige Einwirkung 

auf den Körper in aller Regel genügt, um dem Opfer eine Gegenwehr wesentlich 

zu erschweren oder gar zu verunmöglichen. Darauf war die Ausführung der Tat 

denn auch ausgelegt. Dass der Vorgang darauf ausgerichtet war, den Widerstand 

zu brechen, geht – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 111 S. 4 f.) – auch 

aus dem Antrag der Staatsanwaltschaft hervor. Darin wird umschrieben, dass die 

Entnahme des Portemonnaies nur möglich war, weil der Beschuldigten den Ge-

schädigten wie umschrieben ("Würgegriff" und mittelfestes Drücken gegen den 

Hals) festhielt (Urk. 21 S. 3). Der Beschuldigte nahm dem Geschädigten gewaltsam 

und von Beginn an die Möglichkeit zur Gegenwehr, selbst wenn der Geschädigte 

den Angriff nicht erwartete und deshalb überrascht wurde. Das Moment der Gewalt 

steht hier im Vordergrund und ermöglichte die Wegnahme des Portemonnaies. 

Darin unterscheidet sich die Tat von einem Entreissdiebstahl, bei dem der Täter 

durch Überrumpelung versucht, einem Widerstand zuvorzukommen. Der Beschul-

digte aber setzte sich über den erwarteten Widerstand gewaltsam hinweg. Daran 

lassen auch die Aussagen des Geschädigten und dessen Ehefrau keine Zweifel, 

wonach der Geschädigte keine Möglichkeit gehabt habe, sich zu befreien 

(Urk. D1/4/4 F/A 48; Urk. D1/4/2 F/A 32). Wie es auch die Verteidigung explizit fest-

hielt, handelte es sich beim Geschädigten um einen 74-jährigen, dem Beschuldig-

ten gegenüber körperlich weit unterlegenen Mann (vgl. Urk. 111 S. 5). Entgegen 

der Verteidigung würde aber auch der Umstand, dass sich der Geschädigte angeb-

lich noch hätte wehren können (Urk. 111 S. 4), die Tatbestandsmässigkeit nicht 

ausschliessen. Wie ausgeführt ist der Widerstand des Opfers keine zwingende Tat-

bestandsvoraussetzung. Nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen ging 

die vom Beschuldigten ausgeübte gewaltsame Nötigung eindeutig über das hinaus, 

was notwendig gewesen wäre, um einen Überraschungseffekt zu erzeugen 

(Urk. 90 S. 23 f.). Sie erschöpfte sich nicht etwa in ein kurzes Packen am Arm, ein 

Anrempeln oder einen blossen Griff an die Gesässtasche.

In subjektiver Hinsicht wollte der Beschuldigte durch den körperlichen Übergriff die 

Wegnahme des Portemonnaies erzwingen, weshalb er insoweit vorsätzlich 

handelte. Indem er das Portemonnaie behändigte, brach er den Gewahrsam des 

Geschädigten daran und begründete er (zumindest vorübergehend) eigenen 

- 18 -

Gewahrsam. Die Wegnahme beging der Beschuldigte in der Absicht, sich das Por-

temonnaie anzueignen, selbst wenn er es wenig später auf der Flucht entsorgte. 

Ausschlaggebend ist der Zeitpunkt der Tat und nachträglich beschlossene oder 

unfreiwillige Dereliktion vermag an der Aneignung nichts zu ändern (NIGGLI/RIEDO, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 4. Aufl. 2019, N. 42 zu Art. 137 StGB). 

Gestützt auf das Beweisergebnis warf der Beschuldigte das Portemonnaie auf der 

Flucht weg. Im Zeitpunkt der Wegnahme wollte er hingegen wie ein Eigentümer 

darüber verfügen. Mit der Aneignungsabsicht Hand in Hand ging die Absicht des 

Beschuldigten, sich unrechtmässig zu bereichern. Aneignungs- und Bereiche-

rungsabsicht liegen deshalb vor. 

3.3. Der Beschuldigte hat den Tatbestand des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. 

V. Schuldfähigkeit

1.  

1.1. Die Vorinstanz ging mit der Staatsanwaltschaft von Tatbegehungen im 

Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit aus. Dies wird von der 

Verteidigung nicht in Abrede gestellt (Urk. 66 S. 1; Urk. 111 S. 2).

1.2. War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat einzusehen 

oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht strafbar (Art. 19 Abs. 1 

StGB). Einsichtsfähigkeit ist die Fähigkeit, das Unrecht seiner Tat einzusehen. 

Unter Steuerungsfähigkeit versteht man die Fähigkeit, gemäss der Einsicht in das 

Unrecht zu handeln (Urteil des Bundesgerichts 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 

E. 4.2.1 mit Hinweis).

1.3. Gemäss Art. 20 StGB ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht 

die Begutachtung des Täters durch einen Sachverständigen an, wenn ernsthafter 

Anlass besteht, an dessen Schuldfähigkeit zu zweifeln.

1.4. Das Gutachten von Dr. med. N._____ vom 5. Oktober 2021 diagnostiziert 

beim Beschuldigten eine Exazerbation (deutliche Verschlechterung) einer chronifi-

- 19 -

zierten und komplexen psychischen Störung, eine Intelligenzminderung auf der 

Grundlage einer hirnorganischen Schädigung mit zusätzlichen Verhaltensauffällig-

keiten sowie eine schizophrene Störung mit hebephrenen Merkmalen (Urk. D1/5/15 

S. 63). Zur Frage der Schuldfähigkeit hält der Gutachter zusammengefasst fest, 

trotz seiner psychischen Störung sei der Beschuldigte mit grundlegenden Gesetzen 

oder Moralvorstellungen vertraut. Es stelle sich aber die Frage, ob der Beschuldigte 

zu den Tatzeitpunkten in der Lage gewesen wäre, gemäss der grundsätzlich vor-

handenen Einsicht in das Unrecht der Taten zu handeln. Von grösster Bedeutung 

sei die deutlich eingeschränkte Impulskontrolle. Seine Handlungen würden unter 

dem Einfluss einer gestörten Realitätswahrnehmung und Beurteilung verlaufen. 

Der Beschuldigte sei nicht in der Lage, die Realität und seine eigene Stellung rea-

litätsgerecht wahrzunehmen und zu interpretieren. Eine verminderte Frustrations-

toleranz mit Gewaltbereitschaft und reduzierter Impulskontrolle würden ihm verun-

möglichen, angemessene Handlungsalternativen oder zumindest Anpassungsleis-

tungen zu erbringen. Aufgrund der krankheitsbedingt massiv eingeschränkten 

Steuerungsfähigkeit sei auch bei gegebener Einsichtsfähigkeit von einer gesamt-

haften Schuldunfähigkeit auszugehen. Zusammenfassend könne für die Tatzeit-

räume eine psychopathologisch bedingte massive Störung der Steuerungsfähigkeit 

festgestellt werden. Diese münde aus forensisch-psychiatrischer Sicht in eine ge-

samthafte Schuldunfähigkeit (Urk. D1/5/15 S. 57 f. und 63).

1.5. Die gutachterliche Einschätzung einer gesamthaften Schuldunfähigkeit 

wird von keiner Seite kritisiert. Triftige Gründe, die ein Abweichen von der 

Expertise nahelegen würden (vgl. dazu BGE 150 IV 1 E. 2.3.3 S. 5 mit Hinwei-

sen), sind keine ersichtlich. Aufgrund der tatsächlichen Feststellungen des 

Gutachters ist von einer vollständigen Schuldunfähigkeit auszugehen. 

2.

Der Beschuldigte hat die Tatbestände des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 aZiff. 1 StGB und der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB in nicht 

selbst verschuldeter Schuldunfähigkeit erfüllt. Eine Strafe entfällt (Art. 19 Abs. 1 

StGB).

- 20 -

VI. Massnahme

1.  

1.1. Die Vorinstanz ordnet eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 

Abs. 1 StGB an unter Vormerknahme, dass sich der Beschuldigte seit dem 

17. Februar 2022 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet. 

1.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt, die vorinstanzliche Anordnung einer 

stationären Massnahme zu bestätigen (Urk. 98).

1.3. Die Verteidigung stellte sich vor Vorinstanz zusammengefasst auf den 

Standpunkt, dass der Beschuldigte auf Hilfe angewiesen sei, aber nicht im Rahmen 

einer stationären Massnahme. Unter der Annahme, dass der Beschuldigte keinen 

Raub begangen habe und auch die Tatbestände der Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte sowie der Beschimpfung nicht erfüllt seien, fehle es an einer 

Anlasstat und auch an einer Rückfallgefahr. Abgesehen davon ging die Verteidi-

gung davon aus, dass kein substanzieller Therapieerfolg zu erwarten sei, zumal 

der Gutachter Dr. N._____ von einer Therapieresistenz des Beschuldigten spreche. 

Angesichts der Schwere der Vorwürfe und unter Beachtung des Umstandes, dass 

eine im Jahr 2014 angeordnete stationäre Massnahme mangels Eignung wieder 

aufgehoben worden sei, sei die Anordnung einer stationären therapeutischen 

Massnahme auch nicht verhältnismässig (Urk. 66 S. 8 ff.). Vor dem 

Berufungsgericht verwies die Verteidigung auf ihre Ausführungen vor Vorinstanz 

und hielt fest, dass der Beschuldigte keine stationäre Massnahme im Pflegezen-

trum E._____, sondern auf eine offene Abteilung der Klinik O._____ verlegt werden 

möchte (Urk. 111 S. 10 f.; so auch der Beschuldigte in Urk. 110 S. 3 ff. und Prot. II 

S. 6). 

2.  

2.1. Nach Art. 56 Abs. 1 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, wenn eine 

Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begeg-

nen (lit. a), ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche 

- 21 -

Sicherheit dies erfordert (lit. b) und die Voraussetzungen der Artikel 59 - 61, 63 oder 

64 erfüllt sind (lit. c). 

Ist der Täter psychisch schwer gestört, kann das Gericht gemäss Art. 59 Abs. 1 

StGB eine stationäre Behandlung anordnen, wenn der Täter ein Verbrechen oder 

Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang 

steht (lit. a) und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner 

Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (lit. b).

2.2. Das Gericht stützt sich bei seinem Entscheid über die Anordnung einer 

Massnahme auf eine sachverständige Begutachtung (Art. 56 Abs. 3 StGB), die sich 

über die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Behandlung des Täters 

(lit. a), die Art und die Wahrscheinlichkeit weiterer möglicher Straftaten (lit. b) und 

die Möglichkeiten des Vollzugs der Massnahme äussert (lit. c).

Die stationäre Massnahme muss verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV; 

Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, dass die Mass-

nahme geeignet ist, beim Betroffenen die Legalprognose zu verbessern. Weiter 

muss die Massnahme notwendig sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich 

geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen 

würde. Dieses Kriterium trägt dem Aspekt des Verhältnisses zwischen Strafe und 

Massnahme bzw. der Subsidiarität von Massnahmen Rechnung. Schliesslich muss 

zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Zweck eine vernünftige Relation 

bestehen (Verhältnismässigkeit i.e.S.). Dies bedeutet, dass die betroffenen Inter-

essen gegeneinander abgewogen werden müssen. Bei einer Prüfung des Zweck-

Mittel-Verhältnisses fallen im Rahmen der Gesamtwürdigung auf der einen Seite 

insbesondere die Schwere des Eingriffs in die Freiheitsrechte des Betroffenen in 

Betracht. Auf der anderen Seite sind das Behandlungsbedürfnis sowie die Schwere 

und die Wahrscheinlichkeit künftiger Straftaten relevant (vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.4 

S. 111 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2024 vom 11. Dezember 2024 E. 5.2; 

je mit Hinweisen).

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verspricht eine therapeutische 

Massnahme Erfolg, wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit über die Dauer von 

- 22 -

fünf Jahren eine deutliche Verringerung der Gefahr weiterer Straftaten erzielt 

werden kann. Die bloss vage Möglichkeit einer Verringerung der Gefahr und die 

Erwartung einer lediglich minimalen Verringerung reichen nicht aus (BGE 140 IV 1 

E. 3.2.4 S. 9; 134 IV 315 E. 3.4.1 S. 321 f.).

3.

3.1. Im Gutachten von Dr. med. N._____ vom 5. Oktober 2021 wird beim Be-

schuldigten wie ausgeführt eine chronifizierte und komplexe psychische Störung, 

eine Intelligenzminderung auf der Grundlage einer hirnorganischen Schädigung mit 

zusätzlichen Verhaltensauffälligkeiten sowie eine schizophrene Störung mit hebe-

phrenen Merkmalen diagnostiziert. Die Verteidigung stellt dies nicht in Abrede und 

hält fest, der Beschuldigte sei schwer krank und leide unter anderem an einer In-

telligenzminderung sowie an einer schweren hebephrenen schizophrenen Störung 

(Urk. 66 S. 9). 

3.2. Der Gutachter beurteilt, dass einzig durch die konsequente stationäre 

Behandlung im Untersuchungshaftstatus eine Stabilisierung auf sehr niedrigem 

Niveau bei weiter sehr deutlicher Psychopathologie habe erreicht werden können. 

Ohne eine solch eng strukturierende und kontrollierende Umgebung sei es keine 

Frage, ob es zu Rückfällen insbesondere im Bereich Eigentum und Gewalt komme, 

sondern vielmehr innerhalb welchen Zeitraumes. Dieses sehr ungünstige legalpro-

gnostische Bild habe mit zwei Prognoseinstrumenten (Fotres [Forensische 

Operationalisiertes Therapie-Risiko-Evaluations-System] und HCR-20 [Historical, 

Clinical and Risk Management]) bestätigt werden können. Eine Rückfälligkeit sei 

klar wahrscheinlicher als eine langfristige Rückfallfreiheit. Beim Beschuldigten 

bestünde ein Hochrisikoprofil für neuerliche Delikte aus dem Bereich Eigentum und 

Gewalt (Urk. D1/5/15 S. 60 und 64).

3.3. Zur Indikation einer Massnahme geht aus dem Gutachten hervor, dass zum 

Tat- und Untersuchungszeitraum eine sehr komplexe und therapieresistente 

psychische Störung mit akuter Symptomatik bestanden hat. Der Gutachter hält fest, 

zwischen der komplexen psychischen Störung und den Tatvorwürfen bestehe ein 

Zusammenhang, was in der Vergangenheit schon mehrfach beschrieben und 

- 23 -

bestätigt worden sei. Die vorgeworfenen Straftaten stünden zweifelsfrei in direktem 

Zusammenhang mit dem psychiatrischen Krankheitsbild. Nur durch eng strukturie-

rende und kontrollierende Therapien respektive Unterbringungen habe eine Stabi-

lisierung auf niedrigem Niveau erreicht werden können. Der Beschuldigte bedürfe 

einer langfristigen stationären forensisch-psychiatrischen Behandlung bzw. Betreu-

ung. Er sei zweifelsfrei massnahmebedürftig. Hinsichtlich der Massnahmenfähig-

keit seien jedoch erhebliche Einschränkungen festzustellen. Eine Vielzahl thera-

peutischer Optionen hätten zu keiner grundlegenden Verbesserung geführt. Dies 

könne (beim vorliegenden Krankheitsbild mit einer Kombination aus Intelligenzmin-

derung, organisch bedingten Verhaltensauffälligkeiten und Erkrankung aus dem 

schizophrenen Formenkreis) auch zukünftig nicht erwartet werden. Ziel der 

Behandlung müsse sein, die aktuell erzielte Stabilisierung auf niedrigem Funktions-

niveau zu sichern, den Beschuldigten in einem forensisch kontrollierten Rahmen 

zu unterstützen und nach Möglichkeit eine Tagesstruktur zu etablieren. Ein weite-

res Ziel sei die Vermeidung von Behandlungsunterbrüchen (Entweichen, Substanz-

konsum etc.), welche in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Krankheits-

schüben und neuerlichen Delikten geführt hätten. Dazu sei einzig eine langfristige 

Betreuung und Behandlung in einem forensischen Wohnheim wie etwa dem 

Pflegezentrum E._____ geeignet. Im Rahmen der Begutachtung habe sich der 

Beschuldigte bereit erklärt, in eine forensisch-psychiatrische Klinik respektive ein 

entsprechendes Wohnheim überzutreten. Wohl sei der Beschuldigte aufgrund 

seines schweren Erkrankungsbildes mit allgemeiner Enthemmung und gestörter 

Impulskontrolle nicht zur vorausschauenden und realitätsgerechten Beurteilung 

seiner Situation oder der notwendigen Therapie in der Lage. Jedoch sei es grund-

sätzlich möglich, die notwendige Behandlung auch gegen den Willen des Beschul-

digten durchzuführen. Es sei zu erwarten, dass im Verlauf der Therapie die 

Motivation schrittweise gesteigert werden könne. Angesichts der Komplexität der 

Störung, der Chronifizierung der Erkrankung, der vielen gleichartigen Vordelikte 

und des Hochrisikoprofils für neuerliche Delikte sei lediglich eine stationäre 

Behandlung geeignet, um der Gefahr weiterer Straftaten erfolgreich entgegenzu-

treten (Urk. D1/5/15 S. 61 f. und 64 ff.).

- 24 -

4.

4.1. Zur Frage einer therapeutischen Massnahme beleuchtet die Vorinstanz un-

ter dem Titel "Vorgeschichte" diverse Eckpunkte des Krankheits- und Delinquenz-

verlaufs. Zusammengefasst verweist sie auf ein bereits im Jahre 1997 erstelltes 

kinderpsychiatrisches Gutachten über den damals neunjährigen Beschuldigten 

(Urk. D1/6/27). Im Jahre 2009 sei der Beschuldigte wegen mehrfacher Übertretung 

des Betäubungsmittelgesetzes sowie Raubes, mehrfachen Diebstahls, Hehlerei, 

Angriffs, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu einer zweijährigen Frei-

heitsstrafe verurteilt worden. Im Rahmen dieses Strafverfahrens habe Dr. P._____ 

ein psychiatrisches Gutachten vom 7. Mai 2008 verfasst (Urk. D1/6/26). Eine vor-

zeitig angetretene Massnahme habe nach nur zwei Monaten wieder aufgehoben 

werden müssen, weil der Beschuldigte die Zusammenarbeit beharrlich verweigert 

habe. Dr. P._____ sei zum Schluss gekommen, dass eine Massnahme nach Art. 61 

StGB wohl weitere Straftaten verhindern könne, die Massnahmefähigkeit des 

Beschuldigten aber erheblich beeinträchtigt gewesen sei. In der Folge thematisiert 

die Vorinstanz unter anderem einen Therapiebericht von Dr. med. Q._____ vom 

16. November 2010 (Beizugsakten Verfahren DG140002, Bezirksgericht Dietikon, 

Urk. 12/10), eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. R._____ vom 

15. Juni 2012 (Beizugsakten Verfahren DG140002, Bezirksgericht Dietikon, 

Urk. 12/30), ein Gutachten der PUK Zürich vom 31. August 2012 (Urk. D1/6/17) 

und einen Austrittsbericht der PUK Zürich (nach der 15. stationären Behandlung) 

vom 17. April 2013 (Beizugsakten Verfahren DG140002, Bezirksgericht Dietikon, 

Urk. 12/19). Im Zuge einer erneuten Strafuntersuchung wegen Raubes und 

Drohung (der Beschuldigte habe den ihm klar unterlegenen Geschädigten von 

hinten in den Schwitzkasten genommen, ihm in die Hosentasche gefasst und ein 

Portemonnaie gestohlen, sowie eine weitere Person mit dem Tode bedroht) habe 

Dr. med. S._____ ein psychiatrisches Gutachten vom 1. Dezember 2013 verfasst 

und dabei nur einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB intakte Erfolgsaus-

sichten zur Besserung der Legalprognose zugerechnet (Urk. D1/6/16). Eine darauf 

angeordnete stationäre Massnahme sei schliesslich am 7. Januar 2016 aufgrund 

des fehlenden Behandlungserfolgs aufgehoben worden, worauf der Beschuldigte 

wegen einer widerrufenen Niederlassungsbewilligung nach Serbien ausgeschafft 

- 25 -

worden sei. Nachdem der Beschuldigte rechtswidrig wieder in die Schweiz einge-

reist sei, sei ihm am 5. Februar 2020 wegen seines Gesundheitszustands erneut 

eine Aufenthaltsbewilligung erteilt worden. Im Zuge einer fürsorgerischen Unter-

bringung in die PUK Zürich habe Dr. med. T._____ am 3. Juli 2018 ein Gutachten 

erstellt. Danach sei der Beschuldigte hinsichtlich seiner Gesundheit nicht urteilsfä-

hig und er habe keine Behandlungseinsicht (Urk. D1/6/14). Dr. med. U._____, die 

im Auftrag der KESB eine ärztliche fürsorgerische Unterbringung geprüft habe, 

habe in ihrem Gutachten vom 14. Januar 2020 eine Weiterbehandlung in einem 

sehr engen und geschützten Rahmen empfohlen. Sobald der Beschuldigte in einer 

psychiatrischen Klinik habe stabilisiert werden können, könne er ins Pflegezentrum 

E._____ übertreten (Urk. D1/6/13). Dazu hält die Vorinstanz fest, zu einer Unter-

bringung ins Pflegeheim E._____ sei es (soweit ersichtlich) bis anhin nie gekom-

men. Weiter verweist die Vorinstanz auf eine Expertise von Dr. med. U._____ vom 

10. Januar 2021. Für eine niederschwellige Betreuung, wahrscheinlich nach einer 

Anfangszeit in einer geschlossenen Station, kämen das Pflegezentrum E._____ 

und das Pflegeheim V._____ in Frage (Urk. D1/6/8). Gemäss Stellungnahme der 

PUK Zürich vom 12. Januar 2021 habe mit zwei Medikamenten in Depot-Form (Tre-

victa und Zuclopenthixol) eine Verbesserung des Zustands beobachtet werden 

können. Eine weitere Besserung durch rein pharmakologische Mittel sei aber nicht 

zu erwarten (Urk. D1/6/7). Schliesslich verweist die Vorinstanz auf einen Entscheid 

der KESB vom 18. Februar 2021 (Urk. D1/6/4) sowie auf eine Aktennotiz der KESB 

vom 26. März 2021 nach der Durchführung eines runden Tisches zwischen ver-

schiedenen Behörden und der Familie des Beschuldigten. Bei dieser Gelegenheit 

habe die Polizei erläutert, dass sie im Verlaufe des Jahres 2020 gesamthaft 63 

Einsätze betreffend den Beschuldigten gemacht hätten. Die den Beschuldigten ver-

haftenden Polizisten würden von einer Zunahme der Gewalt des Beschuldigten ih-

nen gegenüber berichten, wobei sie den Beschuldigten auch schon zu sechst hät-

ten festnehmen müssen (Urk. D1/6/2; Urk. 90 S. 28 ff.). 

4.2. Unter Wiedergabe der gutachterlichen Ausführungen von Dr. med. N._____ 

bejaht die Vorinstanz eine schwere psychische Störung, den Zusammenhang zwi-

schen der psychischen Störung und der Anlasstat, eine massiv belastete Legalpro-

gnose mit Hochrisikoprofil für neuerliche Eigentums- und Gewaltdelikte, die Eig-

- 26 -

nung der Massnahme sowie deren Erforderlichkeit (Urk. 90 S. 39-45). Auf diese 

eingehenden Ausführungen kann verwiesen werden. Die folgenden Erwägungen 

sind lediglich wiederholender und teilweise ergänzender Natur.

4.3. Das Gutachten von Dr. med. N._____ vom 5. Oktober 2021 bildet eine 

rechtsgenügende Entscheidgrundlage im Sinne von Art. 56 Abs. 3 StGB. Eine in-

haltliche Mangelhaftigkeit des Gutachtens ist nicht erkennbar. Dieses legt offen, auf 

welche Grundlagen es sich stützt, setzt sich mit einer Vielzahl von bereits 

vorliegenden Begutachtungen und Berichten auseinander, beschreibt Art und 

Weise der erfolgten psychiatrischen Untersuchungen und enthält gestützt auf zahl-

reiche Fremdberichte eine detaillierte Anamnese. Der Gutachter hält fest, dass die 

Informationsgrundlage (da der Beschuldigte krankheitsbedingt nur zu undifferen-

zierten Angaben über Lebensgeschichte, Krankheitsentwicklung und den hier 

interessierenden Delikten in der Lage sei) eingeschränkt, aber ausreichend sei. Die 

Expertise erklärt die Anwendung der Prognoseinstrumente Fotres und HCR-20 und 

enthält eine Befunderhebung, eine Beurteilung der Diagnose, der Schuldfähigkeit, 

der Legalprognose und der möglichen Massnahmen sowie die Beantwortung der 

Beweisfragen. Die Expertise spricht sich zum psychischen Gesundheitszustand 

des Beschuldigten, zur Deliktskausalität der psychischen Störungen, zur Rückfall-

gefahr, zur Therapierbarkeit und zu den Erfolgsaussichten einer stationären und 

ambulanten Behandlung aus (Urk. D1/5/15). Die Schlussfolgerungen sind kriterie-

norientiert, sachlich und nachvollziehbar. Auch laut Therapiezwischenbericht der 

PUK vom 9. Januar 2025 ergeben sich keine Anhaltspunkte, die Diagnosen des 

Gutachtens von Dr. med. N._____ in Frage zu stellen (Urk. 109/3 S. 1). Soweit die 

Verteidigung beanstandet, das Gutachten würde die einschlägige Vorgeschichte 

des Beschuldigten nicht hinreichend berücksichtigen (Urk. 66 S. 12), kann ihr nicht 

gefolgt werden. Die Darstellung der Vorgeschichte ist wesentlicher Bestandteil der 

Expertise und das Gutachten nimmt eine eingehende Würdigung vor. Meint die Ver-

teidigung, für ein umfassendes und umsichtiges Gutachten wäre es notwendig ge-

wesen zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte "Hunger und kein Geld hatte, 

weshalb er etwa Salami mitgehen liess" (Urk. 66 S. 11), vermag sie keinen triftigen 

Grund anzurufen, der ein Abweichen vom Gutachten nötig machen würde.

- 27 -

4.4. Als Anlasstat wird nach dem Wortlaut von Art. 59 StGB ein Verbrechen oder 

Vergehen vorausgesetzt. Eine Anlasstat liegt hier vor, nachdem der Beschuldigte 

unter anderem den Tatbestand des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB erfüllt hat (E. IV.3. vorstehend). Die Verteidigung erhebt die Rüge, bereits die 

Voraussetzung einer ausreichenden Anlasstat sei nicht gegeben, da der Beschul-

digte keinen Raub begangen habe, deshalb ohne Grund (Urk. 66 S. 9; Urk. 111 

S. 11).

4.5. Richtig ist, soweit die Vorinstanz betreffend die schwere psychische 

Störung, den Zusammenhang zwischen dieser Störung und der Anlasstat und die 

Legalprognose die Einschätzung von Dr. med. N._____ übernimmt (Urk. 90 S. 39 

f.). Zur Legalprognose hält die Verteidigung fest, mit Ausnahme eines leichten Fal-

les einer Körperverletzung im Jahre 2019 habe sich der Beschuldigte seit 2014 

bewährt. Der Vorwurf des Raubes spiele für das Gutachten eine wesentliche Rolle, 

sei aber nicht erstellt. Gestützt auf eine falsche Grundlage könne keine korrekte 

Begutachtung ergehen. Das Gutachten leide an gravierenden Mängeln (Urk. 66 

S. 10 f.). Diese Kritik geht mit Blick auf die Verurteilung wegen Raubes wie ausge-

führt an der Sache vorbei. Ebenso kann von einer Bewährung seit 2014 keine Rede 

sein (Urk. 95). Im Übrigen sind die gutachterlichen Erwägungen nachvollziehbar 

und überzeugend. Zur Legalprognose unterstreicht Dr. med. N._____, diese sei in 

Vergangenheit bereits mehrfach thematisiert worden. Die frühe Einschätzung im 

kinder- und jugendpsychiatrischen Gutachten aus dem Jahre 1997 wie auch im 

Gutachten von Dr. P._____ aus dem Jahre 2008 habe sich eindrücklich bewahr-

heitet und sei von anschliessenden Behandlern mehrfach bestätigt worden. In ei-

nem im Jahre 2021 erstellten Gutachten sei auf mögliches fremdaggressives Ver-

halten hingewiesen worden sowie auf eine Selbstgefährdung durch Verwahrlosung, 

falls keine Weiterbehandlung in einem geschützten Rahmen erfolge. In anderen 

Stellungnahmen sei auf die hohe Bedeutung an tagesstrukturierenden 

Massnahmen zusätzlich zur medikamentösen Therapie und Betreuung hinge-

wiesen worden. Diese ungünstigen Prognosen hätten sich im weiteren Verlauf 

bestätigt, wobei deutlich geworden sei, dass auch eine stationäre Behandlung 

keinen substanziellen Therapieerfolg erbracht habe. Ohne eine eng strukturierende 

und kontrollierende Umgebung sei es keine Frage, ob es zu Rückfällen insbeson-

- 28 -

dere im Bereich Eigentum und Gewalt komme, sondern vielmehr innerhalb welchen 

Zeitraumes. Der Gutachter hält weiter fest, dass dieses sehr ungünstige legalpro-

gnostische Bild durch zwei Prognoseinstrumente (Fotres und HCR-20) bestätigt 

worden sei. Im HCR-20 zeige sich eine Vielzahl von ungünstigen Risikofaktoren 

sowohl im historischen und klinischen Bereich sowie im zukünftigen Risikomana-

gement. In Beantwortung der Gutachterfragen hält Dr. med. N._____ fest, es be-

stünde ein Hochrisikoprofil für neuerliche Delikte aus dem Bereich Eigentum und 

Gewalt (Urk. D1/5/15 S. 59 f. und 64). Gründe, auf diese schlüssige Expertise nicht 

abzustellen, sind weder aufgezeigt noch erkennbar.

4.6. Der Beschuldigte ist unzweifelhaft massnahmebedürftig, was auch die 

Verteidigung (wonach der Beschuldigte schwer krank und auf Hilfe angewiesen sei, 

dies jedoch nicht im Rahmen einer stationären Massnahme) nicht in Frage stellt 

(Urk. 66 S. 9).

4.7. Zur Massnahmefähigkeit äussert sich der Gutachter tendenziell zurück-

haltend. Es sei mehrfach von den behandelnden Kliniken darauf hingewiesen 

worden, dass eine Vielzahl therapeutischer Optionen zu keiner grundlegenden Ver-

besserung geführt hätten, was beim vorliegenden Krankheitsbild auch zukünftig 

nicht erwartet werden könne. Ziel der Behandlung müsse sein, die aktuell erzielte 

Stabilisierung auf niedrigem Funktionsniveau zu sichern, den Beschuldigten in 

einem forensisch kontrollierten Rahmen zu unterstützen und nach Möglichkeit eine 

Tagesstruktur zu etablieren. Ziel sei auch die Vermeidung von Behandlungsunter-

brüchen, welche in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Krankheits-

schüben und neuerlichen Delikten geführt hätten (Urk. D1/5/15 S. 61 f. und 65). Am 

13. Juni 2022 hielt die PUK Zürich, Zentrum für Stationäre Forensische Therapie, 

nach einem rund viermonatigen Aufenthalt des Beschuldigten zusammengefasst 

Folgendes fest. In den ersten Wochen hätten die krankheitsbedingten, wahnhaften 

Verfolgungs- und Beeinträchtigungsideen im Vordergrund der Symptomatik 

gestanden, die sich mit einer teils deutlichen Dynamik auf sein Verhalten ausge-

wirkt hätten. Der Beschuldigte habe anfangs einen Teil der verordneten Medikation 

abgelehnt und habe nur mühsam in den regulären strukturierten Tagesablauf der 

Abteilung eingebunden werden können. Dem Behandlungsteam sei es dann gelun-

- 29 -

gen, mit dem Beschuldigten die Einstellung auf ein potenziell hochwirksames 

Medikament (Clozapin) umzusetzen. Das Ausmass und die Intensität der Psycho-

pathologie hätten sich im Vergleich zur Eintrittsphase zurückgebildet, jedoch 

bestehe weiterhin eine deutliche Symptombelastung. Der Beschuldigte nehme 

inzwischen sporadisch an einem Teil der angebotenen Spezialtherapien teil und 

zeige vergleichsweise häufiger prosoziale Verhaltensweisen. Die Verbesserung 

der klinischen Symptomatik würden die behandelnden Ärzte zu einem grossen Teil 

auf die etablierte Pharmakotherapie zurückführen. Eine komplette Remission (dau-

erhaftes Nachlassen) der Symptomatik erscheine angesichts der langen Vorge-

schichte hochgradig unwahrscheinlich. Es sei davon auszugehen, dass ohne ein 

hochstrukturiertes Behandlungssetting die Behandlungsadhärenz rasch vermin-

dern würde (Urk. 64). In der Folge berichtete die Klinik am 15. Juli 2022 ergänzend 

über einen am 5. Juli 2022 durchgeführten Schnuppertag im Pflegezentrum 

E._____. Der Schnuppertag und der Transport seien ohne Komplikationen verlau-

fen. Der Beschuldigte habe sich kooperativ, psychomotorisch weitgehend ruhig und 

affektiv vergleichsweise ausgeglichen verhalten. Er habe ein Beispielzimmer auf 

der geschlossenen Massnahmenstation besichtigt und sich dabei über die Lebens-

verhältnisse positiv überrascht und interessiert gezeigt. In Ergänzung zum Ver-

laufsbericht vom 13. Juni 2022 sei zu bemerken, dass der Beschuldigte weitgehend 

auf stabilem Niveau geblieben sei. Im Nachgang zum Schnuppertag habe er sich 

häufiger ungeduldig und etwas frustriert gezeigt, da er einen negativen Bescheid 

befürchtet habe. Die Compliance betreffend die aktuelle Medikation habe lückenlos 

aufrechterhalten werden können. Im Verlauf der bisherigen Behandlung mit 

Clozapin fluktuiere die Symptombelastung auf stabilem Niveau und eine komplette 

Remission sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Der bisherige Verlauf werde 

als eine positive Entwicklung beurteilt (Urk. 73). Am 6. Juli 2022 stimmte das 

Pflegezentrum E._____ (unter der Voraussetzung eines weiterhin stabilen Ver-

laufs) einer Aufnahme zu (Urk. 72). In der Folge wies das Amt Justizvollzug und 

Wiedereingliederung (JUWE), Bewährungs- und Vollzugsdienste, den Beschuldig-

ten per 6. Dezember 2022 in das Pflegezentrum E._____ ein (Urk. 85B). Der von 

der PUK Zürich geschilderte positive Verlauf konnte offensichtlich aufrechterhalten 

werden, was sich in einem Entscheid des JUWE vom 17. Dezember 2024 wider-

- 30 -

spiegelt. Dieses verfügte auf Antrag des Pflegezentrums E._____ für den Beschul-

digten Vollzugslockerungen (gruppenbegleitete Ausgänge schweizweit und unbe-

gleitete Ausgänge bis auf das Heimareal E._____). Zur Begründung verwies das 

JUWE auf den Antrag des Pflegezentrums E._____ vom 15. November 2024 und 

3. Dezember 2024. Der Beschuldigte habe sich mehrheitlich als zuverlässig und 

absprachefähig erwiesen und sich in den bisher bewilligten Vollzugsöffnungen po-

sitiv bewähren können. Er lasse sich auf die wöchentlichen Therapiegespräche ein 

und werde psychopathologisch als ausreichend stabil eingeschätzt. Der Beschul-

digte zeige Interesse an einzelnen Aktivitäten, die über die umliegenden Ortschaf-

ten hinausgehen würden. Flucht- und Rückfallgefahr würden im aktuell stützenden 

Setting und in Anbetracht des bisherigen positiven Verlaufs als gering eingeschätzt. 

Die Vollzugsöffnungen würden mit dem Beschuldigten in sehr kleinen Schritten er-

arbeitet, was auch für den weiteren therapeutischen Beziehungsaufbau als signifi-

kant erachtet werde (Urk. 104 und Urk. 105A). 

Wie ausgeführt verspricht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine 

therapeutische Massnahme Erfolg, wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit 

über die Dauer von fünf Jahren eine deutliche Verringerung der Gefahr weiterer 

Straftaten erzielt werden kann. Die bloss vage Möglichkeit einer Verringerung der 

Gefahr und die Erwartung einer lediglich minimalen Verringerung reichen nicht aus 

(BGE 140 IV 1 E. 3.2.4 S. 9; 134 IV 315 E. 3.4.1 S. 321 f.). Mit Blick auf die 

gutachterliche Einschätzung, wonach Ziel der Behandlung eine Stabilisierung auf 

niedrigem Funktionsniveau sowie die Vermeidung von Behandlungsunterbrüchen 

sei, muss festgestellt werden, dass sich die Erreichung dieses Zieles als realistisch 

erwiesen hat. Nach der Einstellung auf das Medikament Clozapin bildeten sich 

Ausmass und Intensität der Psychopathologie im Vergleich zur Eintrittsphase in die 

PUK zurück. Der Beschuldigte zeigte in der Folge prosoziale Verhaltensweisen und 

Interesse an Spezialtherapien und durch die Ärzte konnte eine Verbesserung der 

klinischen Symptomatik festgestellt werden. Mit einer Symptombelastung auf sta-

bilem Niveau verlief die Entwicklung in der PUK positiv. Diese positive Entwicklung 

konnte im Pflegezentrum E._____ offensichtlich fortgeführt werden, indem sich der 

Beschuldigte mehrheitlich als zuverlässig und absprachefähig erwies und sich in 

den bisher bewilligten Vollzugsöffnungen positiv bewähren konnte. Zu unterstrei-

- 31 -

chen gilt, dass auch Straftäter, bei welchen erst längerfristig ein Behandlungserfolg 

zu erreichen ist, im Sinne des Gesetzes als therapierbar gelten (BGE 140 IV 1 

E. 3.2.4 S. 9). Im Zeitpunkt der Anordnung einer therapeutischen Massnahme 

muss nicht hinreichend wahrscheinlich sein, dass schon nach einer stationären 

Behandlung von fünf Jahren ein Zustand erreicht werden kann, der es rechtfertigt, 

dem Täter die Gelegenheit zu geben, sich in der Freiheit zu bewähren, und ihn 

daher aus der stationären Massnahme bedingt zu entlassen (BGE 134 IV 315 

E. 3.4.1 S. 322). Insgesamt ist der Beschuldigte therapierbar respektive massnah-

mefähig. Dies zeigt sich auch in einem aktuellen Verlaufsbericht des Pflegezen-

trums E._____ vom 19. Dezember 2024. Die Beziehung zum Betreuungsteam 

scheine stabil zu sein. Der Beschuldigte habe sich gut eingelebt, zeige sich aber 

durchgehend in chronisch-wahnhaftem Zustandsbild. Die Medikamentencompli-

ance sei sehr brüchig und müsse jeden Tag aufs Neue aufrecht erhalten werden 

(Urk. 109/1 S. 2 und 5 f.). Im Therapiezwischenbericht der PUK vom 9. Januar 2025 

wird weiter bemerkt, dass sich der psychische Befund stabiler zeige und sich der 

Beschuldigte auf längere und teils auch geordnete Gespräche einlasse. Der Verlauf 

der Massnahme werde als zufriedenstellend angesehen. Psychopathologisch 

zeige sich eine weitere Stabilisierung im Alltag, was sich auf die Legalprognose 

(moderates Risiko für erneute Straffälligkeit) günstig auswirke (Urk. 109/3 S. 6 und 

9). Der zufriedenstellende Massnahmenverlauf wurde im Übrigen auch von der 

Verteidigung registriert (Urk. 111 S. 10 f.). Ferner räumte auch der Beschuldigte 

– trotz seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer stationären Massnahme – an-

lässlich der Berufungsverhandlung ein, dass er sich während seines Aufenthalts im 

Pflegezentrum in E._____ beruhigt habe und die "Tabletten" ihm helfen würden 

(Urk. 110 S. 10 f.).

4.8. Zur Therapiewilligkeit geht aus der Expertise hervor, der Beschuldigte sei 

aufgrund seines schweren Erkrankungsbildes nicht zur vorausschauenden und 

realitätsgerechten Beurteilung seiner Situation oder der notwendigen Therapie in 

der Lage. Gleichwohl hält der Gutachter fest, dass die notwendige Behandlung 

grundsätzlich auch gegen den Willen des Beschuldigten durchgeführt werden 

könne. Zu erwarten sei, dass im Verlaufe der Therapie die Motivation schrittweise 

gesteigert werden könne (Urk. D1/5/15 S. 65). Letzterer Einschätzung geben die 

- 32 -

jüngsten Entwicklungen Recht. Die Berichte der PUK Zürich sowie die Anträge des 

Pflegezentrums E._____ vom 15. November 2024 und 3. Dezember 2024 lassen 

auf eine gewisse Bereitschaft des Beschuldigten zu einer stationären Behandlung 

im Pflegezentrum E._____ schliessen. Die Vorinstanz verweist zutreffend auf die 

Bitte des Beschuldigten anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, in das 

Pflegezentrum E._____ verlegt zu werden (Prot. I S. 27). Auch im aktuellen Ver-

laufsbericht des Pflegezentrums E._____ vom 19. Dezember 2024 wird festgehal-

ten, dass der Beschuldigte an den Therapiegesprächen aktiv teilnehme. Die Medi-

kamente nehme er unter Aufsicht des Pflegepersonals ein (Urk. 109/1 S. 5). Laut 

Therapiezwischenbericht der PUK vom 9. Januar 2025 sei die Motivation zur 

Behandlung in erster Linie extrinsisch (von aussen) motiviert, werde aber ebenso 

wie die Einnahme der antipsychotischen Medikation nicht wesentlich in Frage 

gestellt (Urk. 109/3 S. 6). An die Therapiewilligkeit im Zeitpunkt des richterlichen 

Entscheids dürfen bei der stationären Behandlung von psychischen Störungen 

nach Art. 59 StGB keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden. Die für eine 

deliktorientierte Therapiearbeit hinsichtlich einer positiven Legalprognose wesent-

liche, aber oftmals zunächst fehlende Einsicht und Motivierbarkeit kann zum 

typischen Krankheitsbild gehören (Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2024 vom 

11. Dezember 2024 E. 5.3 mit Hinweisen). Eine solche Motivierbarkeit ist hier zu 

bejahen und genügt. Von der Anordnung der Massnahme ist nicht bereits deshalb 

abzusehen, nur weil der Beschuldigte sie im Berufungsverfahren ablehnt (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1287/2017 vom 18. Januar 2018 E. 1.4.3 mit Hinweisen). Der 

Kritik der Verteidigung (Therapieresistenz des Beschuldigten, kein substanzieller 

Erfolg einer stationären Therapie, fehlende gutachterliche Beantwortung der Frage 

der gegenwärtigen Eignung der Massnahme im Vergleich zu früheren Jahren, als 

eine stationäre Massnahme habe abgebrochen werden müssen) ist die Vorinstanz 

mit überzeugender Begründung nicht gefolgt (Urk. 90 S. 43 f.). 

4.9. Aus der Expertise ergibt sich, dass einzig eine stationäre Behandlung 

geeignet ist, um der Gefahr weiterer Straftaten erfolgreich entgegenzutreten 

(Urk. D1/5/15 S. 66). Bei einer Vielzahl von Versuchen, den Beschuldigten in einem 

offenen stationären oder ambulanten Setting in allgemein-psychiatrischem 

Rahmen zu behandeln oder zu betreuen, sei es regelmässig zu Entweichungen, 

- 33 -

Abbrüchen von Massnahmen oder Unterbringungen sowie neuerlichen Delikten 

gekommen. Die Unterbringung bzw. Behandlung in allgemeinpsychiatrischen 

Kliniken, Wohnheimen oder Wohngemeinschaften böten nicht die notwendige 

Intensität und Kontrolle. Beim vorliegenden Störungs- und Risikoprofil seien rein 

ambulante Behandlungsansätze obsolet (Urk. D1/5/15 S. 61 f.). Die gutachterliche 

Einschätzung fällt mithin eindeutig aus. Auch die PUK Zürich findet klare Worte und 

unterstreicht am 13. Juni 2022 die Notwendigkeit eines hochstrukturierten Behand-

lungssettings (Urk. 64). Die Schlüssigkeit der gutachterlichen Einschätzung von 

Dr. med. N._____ vom 5. Oktober 2021 vermag die Verteidigung nicht in Zweifel 

zu ziehen, indem sie auf ein Gutachten von Dr. U._____ vom 10. Januar 2021 und 

eine Stellungnahme der PUK vom 12. Januar 2021 verweist. Die Vorinstanz the-

matisiert zu Recht die Raubtat vom 11. April 2021, als der Beschuldigte im W._____ 

(betreutes Wohnen) untergebracht war, sowie die neue Medikation (Clozapin) an-

lässlich des Aufenthalts in der PUK im Jahre 2022 (Urk. 90 S. 45 f.). Gründe vom 

Gutachten von Dr. med. N._____ vom 5. Oktober 2021 (und die Einschätzung der 

PUK Zürich vom 13. Juni 2022) abzuweichen, liegen auch hier keine vor.

4.10. Der Beschuldigte beging unter anderem wiederholt Raubtaten. Die Anord-

nung einer stationären Massnahme respektive der damit verbundene Eingriff in die 

Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten ist angesichts des sehr hohen Rückfall-

risikos für Eigentumsdelikte wie auch für Gewaltdelikte gerechtfertigt. Der Sachver-

ständige geht von einer sehr ungünstigen Prognose aus. Die Verhältnismässigkeit 

der Anordnung einer stationären Massnahme ist demnach zu bejahen.

4.11. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen sind die Voraussetzungen für die 

Anordnung einer stationären Massnahme gemäss Art. 59 StGB gegeben. Der 

Beschuldigte befindet sich seit dem 17. Februar 2022 im vorzeitigen Massnahmen-

vollzug, wovon Vormerk zu nehmen ist. Die vom Beschuldigten ausgestandene 

Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 282 Tagen (Urk. D1/10/13; Urk. D1/10/18; 

Urk. D1/10/23; Urk. D1/10/33; Urk. 24; Urk. 32) sowie die Dauer des vorzeitigen 

stationären Massnahmenvollzugs von 1'100 Tagen sind an den Massnahmenvoll-

zug anzurechnen (Art. 51 StGB; BGE 141 IV 236 E. 3). Hingegen ist die Anrech-

nung angesichts des präventiven Charakters der Massnahme nicht rechnerisch im 

- 34 -

Sinne einer Verkürzung der Massnahme um die Dauer des anzurechnenden 

Freiheitsentzugs zu verstehen (BGE 145 IV 65 E. 2.3.4 S. 72; 141 IV 236 E. 3.8 

S. 242). Für den Beginn der (Fünfjahres-)Frist im Sinne von Art. 59 Abs. 4 StGB ist 

auf das Datum des vorliegenden Entscheids abzustellen (vgl. BGE 145 IV 65 

E. 2.2-2.7). 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren

Wie bereits ausgeführt, ist die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsrege-

lung in Rechtskraft erwachsen (Dispositivziffern 5, 6 und 7).

2. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren

2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens. Bei schuldunfähigen Personen kann eine Kos-

tenauflage nur in den Schranken von Art. 419 StPO erfolgen (THOMAS DOMEISEN, 

in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 3. Aufl. 2023, 

N. 22 ff. zu Art. 375 StPO und N. 46 zu Art. 426 StPO; JOSITSCH/SCHMID, Schweize-

rische Strafprozessordnung [StPO], Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, N. 6 zu 

Art. 375 und N. 13 zu Art. 426 StPO). Gemäss dieser Bestimmung können der 

schuldunfähigen Person Kosten auferlegt werden, wenn dies nach den gesamten 

Umständen billig erscheint. Aus Billigkeitsgründen ist eine Kostenauflage gerecht-

fertigt, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der beschuldigten schuldunfähigen 

Person so gut sind, dass eine Kostenübernahme durch den Staat als stossend 

erscheint (DOMEISEN, a.a.O., N. 7 zu Art. 419 StPO). Angesichts der engen finan-

ziellen Situation des Beschuldigten sind die Kosten des Berufungsverfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu 

nehmen.

2.2. Für das Berufungsverfahren beantragte der Beschuldigte eine Entschädi-

gung von Fr. 9'193.75 (inkl. Barauslagen und MwSt.; Urk. 112). Nachdem Rechts-

anwalt Dr. iur. HSG X._____ den Beschuldigten bereits im Vor- und Hauptverfah-

ren verteidigt hat und der Standpunkt des Beschuldigte im Berufungsverfahren 

- 35 -

– abgesehen von einer neuen Argumentation im Zusammenhang mit dem Vorwurf 

der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte – unverändert blieb, was 

sich auch aus dem einigermassen knappen Parteivortrag (von zehn Seiten) ergibt, 

erweist sich eine Entschädigung in dieser Höhe nicht als gerechtfertigt. Auch wenn 

die Auswirkungen des Falles schwerwiegend sind, handelt es sich vorliegend um 

keinen besonders komplexen Fall. Der Verteidigung ist indes zuzubilligen, dass ein 

erhöhter Aufwand aufgrund erschwerter Kommunikation mit dem Beschuldigten 

angefallen ist als bei einem Beschuldigten ohne psychische Auffälligkeiten. Mit 

Blick auf die Komplexität des Falls und die Verantwortung des Anwalts erweist sich 

im Berufungsverfahren eine Entschädigung von pauschal Fr. 6'500.– (inkl. Baraus-

lagen und MwSt.) als angemessen (§ 2 Abs. 1 i.V.m. § 18 Abs. 1 und § 17 Abs. 1 

lit. b AnwGebV).

- 36 -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 

21. November 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

Es wird erkannt:

1.-3. (…)

4. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ wird abgewiesen.

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

CHF 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 2'500.–   Gebühr für das Vorverfahren

CHF 11'490.–   Auslagen (Gutachten)

CHF 840.–   Auslagen Polizei

CHF 171.70   Entschädigung Zeuge

CHF 30'156.–   Entschädigung amtlicher Verteidiger 

CHF 49'657.70   Kosten Total

6. Die Kosten und Auslagen des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfahrens und 

der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Staatskasse genommen.

7. Rechtsanwalt Dr. iur. HSG X._____, D._____, wird für seine Bemühungen als amtli-

cher Verteidiger des Beschuldigten in der Zeit vom 11. Mai 2021 bis 24. Januar 2022 

(Vorverfahren) sowie für das erstinstanzliche Verfahren mit total CHF 30'156.– (inkl. 

MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.

Die Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an Rechtsan-

walt Dr. iur. HSG X._____ auszuzahlen.

8. (Mitteilungen)

9. (Rechtsmittel)

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

- 37 -

Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ die folgenden Tat-

bestände im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt 

hat: 

 Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB

 Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 aZiff. 1 StGB

 Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB.

2. Eine Strafe entfällt.

3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. An die 

stationäre Massnahme werden 1'382 Tage Haft bzw. vorzeitiger Mass-

nahmenvollzug angerechnet.

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 6'500.–   amtliche Verteidigung (inkl. MwSt. und Barauslagen).

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Beiständin B._____ (versandt)
 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)
 den Privatkläger C._____ (versandt)

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangen.)

- 38 -

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Beiständin B._____
 die Staatsanwaltschaft See/Oberland

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
 das Migrationsamt des Kantons Zürich
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

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Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 20. Februar 2025

Der Präsident:

lic. iur. Ch. Prinz

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Sieber