# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f06c989-09a6-5774-87fc-06f765a6a6bb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2014 C-4739/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4739-2013_2014-02-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4739/2013 

 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  F e b r u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Michael Peterli, 

Gerichtsschreiberin Barbara Camenzind. 

 

 
 

Parteien 

 
Kanton Thurgau, Schlossmühlestrasse 9, 8510 Frauenfeld,   

handelnd durch Departement für Finanzen und Soziales, 

Schlossmühlestrasse 9, 8510 Frauenfeld, 

Beschwerdeführer, 

 
 

 
gegen 

 

 Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über 

die hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan), 

Speichergasse 6, Postfach 684, 3000 Bern, 

vertreten durch lic. iur. Andrea Gysin, Advokatin, 

Dufour Advokatur Notariat, Dufourstrasse 49, 4010 Basel, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM) im Bereich 

der grossen seltenen viszeralchirurgischen Eingriffe:  

Pankreasresektion, Leberresektion, komplexe bariatrische 

Chirurgie, tiefe Rektumresektion, Oesophagusresektion;  

Entscheide des HSM-Beschlussorgans  

vom 4. Juli 2013. 

 

 

C-4739/2013 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über die 

hochspezialisierte Medizin (HSM-Beschlussorgan) mit fünf Beschlüssen 

vom 4. Juli 2013, publiziert im Bundesblatt am 10. September 2013, ent-

schied, medizinische Eingriffe im Bereich der grossen seltenen Viszeral-

chirurgie (Pankreasresektion, Oesophagusresektion, Leberresektion, tiefe 

Rektumresektion, bariatrische Chirurgie) schweizweit auf einzelne Leis-

tungserbringer zu konzentrieren und diesen provisorische oder definitive 

Leistungsaufträge zu erteilen, 

dass der Kanton Thurgau (im Folgenden: Kanton bzw. Beschwerdefüh-

rer), handelnd durch das Departement für Finanzen und Soziales, mit ei-

ner Eingabe vom 9. Oktober 2013 beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde gegen die fünf Beschlüsse des HSM-Beschlussorgans vom 

4. Juli 2013 erhob, die Aufhebung der angefochtenen Beschlüsse bean-

tragte und um Sistierung des Verfahrens bis zur Beendigung eines allfäl-

ligen Streitbeilegungsverfahrens ersuchte (act. 1, Verfahren C-4739/2013, 

C-5730/2013, C-5731/2013, C-5733/2013, C-5734/2013), 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 

die fünf Verfahren vereinigte, darauf hinwies, dass die Beschwerdeverfah-

ren unter der Verfahrensnummer C-4739/2013 weitergeführt würden und 

die Vorinstanz einlud, zum Antrag auf Sistierung des Verfahrens Stellung 

zu nehmen (act. 2), 

dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 7. November 2013 Stellung nahm, 

die Abweisung des Sistierungsgesuchs beantragte und zudem geltend 

machte, dass das Beschlussorgan vorliegend Spitallistenentscheide ge-

troffen habe, wofür ein spezieller Rechtsmittelweg, welcher dem Streitbei-

legungsverfahren nach Art. 11 IVHSM vorgehe, bestehe, (act. 3), 

und zieht in Erwägung, 

dass gemäss Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 

über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) gegen Beschlüsse des 

HSM-Beschlussorgans im Sinne von Art. 39 Abs. 2
bis

 KVG beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde geführt werden kann (BVGE 2012/9 

E. 1), 

C-4739/2013 

Seite 3 

dass die vorliegend angefochtenen Beschlüsse gestützt auf Art. 39 KVG 

erlassen wurden und das Bundesverwaltungsgericht deshalb zur Beurtei-

lung der Beschwerde zuständig ist (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG), 

dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gemäss 

Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 

173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem Bundes-

gesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021) richtet, wobei allfällige Abweichungen des VGG und die be-

sonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG vorbehalten bleiben, 

dass im Zusammenhang mit Spitallistenentscheiden Anfechtungsgegen-

stand einer Beschwerde nicht die Spitalliste als solche sein kann, son-

dern nur die Verfügung, welche das individuelle Rechtsverhältnis eines 

betroffenen Leistungserbringers regelt (BVGE 2012/9 E. 3.3), 

dass vorliegend nicht ein betroffener Leistungserbringer Beschwerde 

führt, sondern die Regierung eines Kantons, welcher seine Zuständigkeit 

gemäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste im Bereich 

der HSM an das HSM-Beschlussorgan übertragen hat (vgl. Art. 9 IVHSM) 

und sich die Frage nach der Legitimation zur Beschwerdeführung stellt, 

dass Art. 48 Abs. 2 VwVG die Beschwerdelegitimation einer Behörde nur 

bei einer spezialgesetzlichen Ermächtigung vorsieht und eine entspre-

chende Ermächtigungsnorm weder dem KVG noch der IVHSM entnom-

men werden kann, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ausführt, der Kanton 

sei von den angefochtenen Beschlüssen betroffen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem Entscheid BVGE 

C-5634/2013 vom 9. Januar 2014 die Beschwerdelegitimation des Kan-

tons Glarus betreffend die fünf Beschlüsse des HSM-Beschlussorgans 

verneint hat, 

dass es zur Begründung insbesondere ausgeführt hat, das zu beschrei-

tende Verfahren gemäss anwendbarem Konkordatsrecht - Streitbeile-

gungsverfahren mit anschliessender Klage an das Bundesgericht - sei 

vorliegend nicht eingehalten worden, weshalb die funktionelle Zuständig-

keit des Bundesverwaltungsgerichts nicht gegeben sei (E. 3.2.2.5, 

E. 3.2.2.9) und ein Kanton weder gestützt auf Bundesrecht noch auf 

Konkordatsrecht dazu legitimiert sei, gegen einen Spitallistenentscheid 

C-4739/2013 

Seite 4 

des HSM-Beschlussorgans Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt zu erheben (E.3.2), 

dass die Beschwerdelegitimation des Kantons Thurgau aus den gleichen 

Gründen zu verneinen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens auf die in der Beschwerde ge-

stellten Anträge und erhobenen Rügen des Beschwerdeführers nicht nä-

her einzugehen ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-

5634/2013 vom 9. Januar 2014 E. 3.5), 

dass der Antrag auf Sistierung des Verfahrens mit dem Nichteintretens-

entscheid gegenstandslos wird, 

dass somit gemäss Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG im einzelrichterlichen Ver-

fahren auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, 

dass die unterliegende Partei gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Regel 

die Verfahrenskosten trägt; anderen als Bundesbehörden, die Beschwer-

de führen und unterliegen, die Verfahrenskosten nur auferlegt werden, 

soweit sich der Streit um vermögensrechtliche Interessen von Körper-

schaften oder autonomen Anstalten dreht (Art. 63 Abs. 2 zweiter Halbsatz 

VwVG), 

dass vorliegend nicht (direkte) Vermögensinteressen des Kantons betrof-

fen sind, weshalb der unterliegenden Beschwerdeführerin keine Verfah-

renskosten aufzuerlegen sind (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL 

BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, Basel 2008, S. 209, Rz. 4.49 m.w.H.), 

dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 

von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-

sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE); jedoch Bundesbehörden 

und, in der Regel, andere Behörden, die – wie vorliegend die Vorinstanz – 

als Parteien auftreten (Art. 7 Abs. 3 VGKE), keinen Anspruch auf Partei-

entschädigung haben, weshalb der obsiegenden Vorinstanz keine Partei-

entschädigung zuzusprechen ist (vgl. BVGE 2012/9, nicht publizierte 

E. 5.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-5634/2013 vom 

9. Januar 2014 E. 4.2 und C-5305/2010 vom 16. Mai 2013 E. 8.2), 

C-4739/2013 

Seite 5 

dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das 

Bundesgericht gemäss Art. 83 Bst. r BGG im vorliegenden Fall unzulässig 

und der vorliegende Entscheid endgültig ist. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. BBl 2013 6792/6801/6809/6817/6826;  

Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Gesundheit 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Michael Peterli Barbara Camenzind 

 

 

 

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