# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5c695df-2d62-50e7-9504-95e21cdb0430
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2008 C-5114/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5114-2008_2008-12-01.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5114/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Jürg Kölliker (Vorsitz),
Richter Michael Peterli,
Richter Stefan Mesmer,
Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV; Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5114/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  sich  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer),  geboren  am 
(...) 1954, am 2. Mai 2007 bei der österreichischen Sozialversicherung 
zum Bezug von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung 
anmeldete (act. 1, 3 - 5);

dass  die  Anmeldung  bei  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland 
(nachfolgend: Vorinstanz) am 7. September 2007 einging und diese in 
der Folge den Beschwerdeführer mehrmals schriftlich aufforderte, not-
wendige Unterlagen einzureichen (act. 6 - 10);

dass der Beschwerdeführer diesen Aufforderungen nicht nachkam und 
die Vorinstanz ihn mit Mahnung vom 23. April 2008 nochmals bat, die 
für die Prüfung des Leistungsgesuchs unerlässlichen Unterlagen ein-
zureichen. Zudem wies die  Vorinstanz  den Beschwerdeführer  darauf 
hin,  dass auf  sein  Leistungsgesuch nicht  eingetreten werden könne, 
wenn er seiner Auskunftspflicht innert der gesetzten Frist nicht nach-
komme (act. 17);

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 10. Juli 2008 auf das Gesuch 
des Beschwerdeführers vom 2. Mai 2007 nicht eintrat (act. 21);

dass der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben vom 18. Juli  2008 an die 
Vorinstanz um eine "Wiederaufnahme der Angelegenheit" ersuchte, da 
er von Oktober 2007 bis Juli 2008 nicht in Österreich anwesend gewe-
sen sei; dies habe er vor seiner Abreise telefonisch einer Mitarbeiterin 
der Vorinstanz mitgeteilt; in der Beilage übermittelte er diverse Unter-
lagen (act. 22);

dass der Beschwerdeführer mit  Beschwerde vom 5. August  2008 an 
das  Bundesverwaltungsgericht  gelangte  und  sinngemäss  die  Aufhe-
bung der Verfügung vom 10. Juli 2008 sowie die materielle Beurteilung 
seines Leistungsgesuchs beantragte;

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 13. November 2008 
beantragte, es sei die Beschwerde gutzuheissen und die Akten seien 
zur Prüfung des Leistungsgesuches vom 2. Mai 2007 an sie zurückzu-
weisen;

Seite 2

C-5114/2008

dass  der  Instruktionsrichter  mit  Verfügung  vom  18. November  2008 
den Schriftenwechsel abschloss;

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung 
mit  Art. 69 Abs. 1 lit. b  des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR 831.20)  zur  Beurteilung  von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 und 
34 VGG zuständig ist;

dass die  IV-Stelle  eine Vorinstanz gemäss Art. 33  lit. d  VGG ist  und 
hier keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 
vom 6. Oktober  2000 über  den Allgemeinen Teil  des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht beim Bundes-
verwaltungsgericht  eingereicht  wurde (Art. 60  ATSG und Art. 52  des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren [VwVG, SR 172.021]) und somit darauf einzutreten ist;

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ausführt, dass sie spätes-
tens ab dem 14. Februar 2008 (telefonische Nachfrage der Vorinstanz 
bei der Mutter des Beschwerdeführers) Kenntnis von der Landesabwe-
senheit des Beschwerdeführers hatte;

dass  es  ab  jenem  Zeitpunkt  nicht  mehr  sachgerecht  war,  weiterhin 
Anfragen und Mahnungen an die Anschrift des Beschwerdeführers in 
Österreich  zu  versenden,  sondern  es  sich  stattdessen  aufgedrängt 
hätte, den genauen Aufenthaltsort des Beschwerdeführers zu ermitteln 
und  die  Mahnungen  an  die  neue  Anschrift  zu  senden  oder  die 
Rückkehr des Beschwerdeführers nach Österreich abzuwarten;

dass die angefochtene Nichteintretensverfügung daher zu Unrecht er-
gangen, diese mithin aufzuheben ist und die Vorinstanz das Leistungs-
gesuch des Beschwerdeführers materiell zu prüfen hat;

dass die Beschwerde in diesem Sinne gestützt auf den übereinstim-
menden Antrag der Parteien gutzuheissen ist;

Seite 3

C-5114/2008

dass bei  diesem Verfahrensausgang praxisgemäss keine Verfahrens-
kosten zu erheben sind (Art. 63 VwVG) und der Instruktionsrichter auf 
das Einholen eines Kostenvorschusses verzichtet hat;

dass dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigug zuzusprechen 
ist,  da  seine  Kosten  verhältnismässig  gering  waren (Art. 64  VwVG; 
Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der IV-Stelle für 
Versicherte im Ausland vom 10. Juli 2008 wird aufgehoben. Die Akten 
gehen zurück an die Vorinstanz zur materiellen Prüfung des Gesuchs 
vom 2. Mai 2007.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (...)
- das Bundesamt für Sozialversicherung

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Jürg Kölliker Christine Schori Abt

Seite 4

C-5114/2008

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Die Rechtsschrift  hat die Begehren, deren Begründung 
mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art. 42 
BGG).

Versand:

Seite 5