# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b5ae569-1e08-541a-b448-73d4399bcdf6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.03.2012 SB110628
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110628_2012-03-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB110628-O/U/eh 
 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie der Gerichtsschreiber  

lic. iur. T. Walthert 

 

Urteil vom 29. März 2012 

in Sachen 
 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. A. Knauss,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin (Rückzug) 
 

sowie 
 

A._____,  

Privatklägerin und II. Berufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 

B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

betreffend 
Gefährdung des Lebens etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung,  

vom 6. Mai 2011 (DG100625) 

-   2   - 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

7. Dezember 2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24). 

 

Entscheid der Vorinstanz: 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB (Anklage-

ziffer 1), 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a 

StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1 und Anklage-

ziffer 2 Abs. 2) sowie 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1). 

2. Vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens und der Nötigung (gemäss Anklageziffer 1), der 

mehrfachen Freiheitsberaubung (gemäss Anklageziffer 2 Abs. 1) sowie der Drohung und 

der Nötigung (gemäss Anklageziffer 3) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 211 Tage durch Haft 

erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-

setzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 2 Tagen. 

6. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, das Lernprogramm "Partnerschaft ohne  

Gewalt" beim Justizvollzug Kanton Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, zu absolvie-

ren. Er hat sich spätestens innerhalb eines Monats nach Rechtskraft dieses Entscheides 

beim Justizvollzug Kanton Zürich für das Lernprogramm anzumelden. 

-   4   - 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____, … [Adresse], Fr. 3'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. August 2010  

beschlagnahmte Damenunterwäsche wird nach Eintritt der Rechtskraft der Privatklägerin 

A._____, … [Adresse], auf erstes Verlangen herausgegeben. 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'600.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'260.--   Kosten Kantonspolizei 

Fr.         Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 23'037.80   Auslagen Untersuchung 

Fr.    amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Fr.    unentgeltliche Vertr. Privatklägerschaft (ausstehend) 
 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

10.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

zu 3/4 auferlegt und zu 1/4 auf die Gerichtskasse genommen. Die dem Beschuldigten aufer-

legten Kosten werden zudem zur Hälfte definitiv abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf  

die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135  

Abs. 4 StPO." 

Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Privatklägerin: 

(schriftlich, Urk. 73 S. 2) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 6. Mai 2011 sei in Ziffer 7 

(Genugtuung) aufzuheben; 

2. Der Beschuldigte sei zur Zahlung einer Genugtuung gemäss Art. 47 

OR in Höhe von mindestens CHF 18'000.– an die Geschädigte zu ver-

pflichten; 

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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(schriftlich, Urk. 78 S. 2) 

1. Die Berufung sei abzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der 

Berufungsklägerin. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang / Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Am 9. Mai 2011 meldete die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

gegen das eingangs erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, 

vom 6. Mai 2011 Berufung an (Urk. 44). Am 11. Mai 2011 liess die Privatklägerin 

selbständig ebenfalls Berufung anmelden, wobei sie eine Neubeurteilung der vor-

instanzlich festgelegten Genugtuung beantragte (Urk. 45). 

1.2. Nachdem die Parteivertreter das schriftlich begründete Urteil (Urk. 46 =  

Urk. 52) am 16. bzw. 19. September 2011 in Empfang genommen hatten  

(Urk. 50/1-3), zog die Staatsanwaltschaft ihre Berufung mit Schreiben vom  

28. September 2011 wieder zurück (Urk. 53), was vorab vorzumerken ist. Die  

Privatklägerin liess mit Schreiben vom 6. Oktober 2011 innert Frist die Berufungs-

erklärung einreichen (Urk. 54). 

1.3. Am 6. Oktober 2011 wurde ein aktueller Strafregisterauszug über den  

Beschuldigten eingeholt (Urk. 56). 

1.4. Mit Präsidialverfügung vom 17. Oktober 2011 wurde dem Beschuldigten und 

der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung der Privatklägerin zugestellt und 

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eine Frist angesetzt, um schriftlich zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben 

werde, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen.  

Zudem wurde sämtlichen Parteivertretern eine Frist angesetzt, um bekannt zu 

geben, ob sie mit der schriftlichen Durchführung des Berufungsverfahrens einver-

standen seien, wobei bei Stillschweigen oder Nichteinhalten der Frist von einer 

Zustimmung zur schriftlichen Durchführung des Berufungsverfahrens ausge-

gangen würde (Urk. 57). 

1.5. Mit Eingabe vom 20. Oktober 2011 liess der Beschuldigte innert Frist  

beantragen, es sei auf die Berufung der Privatklägerschaft nicht einzutreten, 

eventualiter sei das Berufungsverfahren schriftlich durchzuführen (Urk. 59). Am  

8. November 2011 liess die Privatklägerin mitteilen, dass sie mit der Durchführung 

des schriftlichen Berufungsverfahrens einverstanden sei (Urk. 61). Die Staatsan-

waltschaft liess sich innert Frist nicht vernehmen, was als Einverständnis zur 

schriftlichen Durchführung des Berufungsverfahrens zu verstehen ist. 

1.6. Mit Präsidialverfügung vom 16. November 2011 wurde der Privatklägerin 

und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt zur Stellungnahme zum Nichtein-

tretensantrag des Beschuldigten (Urk. 66). Mit Eingabe vom 13. Dezember 2011 

liess die Privatklägerin beantragen, es sei auf die Berufung einzutreten und das 

Berufungsverfahren schriftlich durchzuführen (Urk. 68). Die Staatsanwaltschaft 

liess sich innert Frist nicht vernehmen. Am 19. Dezember 2011 beschloss die  

erkennende Kammer, dass auf die Berufung der Privatklägerin eingetreten und 

das Berufungsverfahren schriftlich durchgeführt werde. Zudem wurde der Privat-

klägerin eine Frist angesetzt, um schriftlich ihre Berufungsanträge zu stellen und 

zu begründen (Urk. 71). 

1.7. Innert Frist liess die Privatklägerin am 11. Januar 2012 die eingangs  

erwähnten Berufungsanträge stellen und begründen (Urk. 73). Mit Präsidial-

verfügung vom 13. Januar 2012 wurde dem Beschuldigten und der Vorinstanz die 

Berufungsbegründung der Privatklägerin zugestellt und dem Beschuldigten Frist 

für die Einreichung einer Berufungsantwort angesetzt sowie der Vorinstanz  

Gelegenheit zur freigestellten Vernehmlassung einberaumt (Urk. 75). Die Vo-

rinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung (Urk. 77), während der Beschuldig-

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te mit Schreiben vom 20. Januar 2012 innert Frist seine Berufungsantwort mit den 

eingangs erwähnten Anträgen einreichen liess (Urk. 78). 

2. Umfang der Berufung 

Die Berufung der Privatklägerin beschränkt sich wie gezeigt lediglich auf  

die Dispositivziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils. Es ist deshalb vorab festzu-

stellen, dass das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Dispositivziffer 7  

(Genugtuungsregelung) in Rechtskraft erwachsen ist und nicht Gegenstand des 

Berufungsverfahrens bildet (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und 437 

StPO). 

 

II.  Genugtuung 

1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten zur Zahlung einer  

Genugtuung in der Höhe von Fr. 3'000.– an die Privatklägerin. Im Mehrbetrag 

wies sie das Genugtuungsbegehren ab. 

2. Dagegen monierte die Privatklägerin, die Vorinstanz habe, indem sie der 

Privatklägerin bei deren Aussageverhalten grundsätzlich eine Tendenz zur Über-

treibung unterstellt habe, in aktenwidriger Weise die zugegebenermassen vagen 

Aussagen der Privatklägerin über die regelmässigen Tätlichkeiten resp. Nötigun-

gen des Beschuldigten in der Zeit vom Juli 2009 bis zum 12. Juni 2010 auch auf 

den im Zentrum stehenden Vorfall am 12. Juni 2010 übertragen. Die Vorinstanz 

habe übersehen, dass sich auch die Aussagen der Privatklägerin unmittelbar 

nach der Tat gegenüber dem begutachtenden Arzt des Institutes für Rechts-

medizin im Wesentlichen mit allen ihren vor- und nachfolgenden Aussagen und 

insbesondere mit dem medizinischen Gutachten vom 9. Juli 2010 decken würden. 

Die Vorinstanz mache es sich daher leicht, die Schilderungen der Privatklägerin 

als unglaubwürdig darzustellen, bloss weil sie sich nicht mehr an einzelne  

Ereignisse konkret erinnern könne. Im Verhältnis zur Schwere der "Haupttat" wür-

den die (typischen) Vortaten des Beschuldigten aber ohnehin in den Hintergrund 

rücken. Nach der Auffassung der Privatklägerin sei es im Hauptpunkt nur dem  

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Zufall zuzuschreiben, dass der Beschuldigte von ihr abgelassen und das Würgen 

der arteria carotis kein irreversibles Trauma - allenfalls mit Todesfolge - verur-

sacht habe. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände und der Gerichtpra-

xis in vergleichbaren Fällen erachte die Privatklägerin eine Genugtuungssumme 

von Fr. 3'000.– als eine willkürliche und damit rechtswidrige Unterschreitung des 

richterlichen Ermessens (Urk. 73 S. 2 f.). Die Privatklägerin sei als Ehefrau über 

längere Zeit (August 2009 bis Juni 2010) wiederholt den Gewaltausbrüchen ihres 

Ehemannes ausgesetzt gewesen. Die Drohungen, Nötigungen und Freiheits-

beraubungen hätten schliesslich in den Streit vom 12. Juni 2010 kulminiert, bei 

dem der Beschuldigte seine Ehefrau zuerst durch sein Gewicht bewegungs-

unfähig gemacht, sie mehrfach und lebensgefährlich gewürgt und mit dem Messer 

gedroht habe, die Halsschlagader durchzuschneiden oder die Privatklägerin zu-

mindest zu entstellen. Die Privatklägerin habe als Folge dieser Gewalterfahrung 

typische posttraumatische Störungen gezeigt. Die belastenden Bilder des Über-

griffes seien unter Tags immer wieder aufgetaucht und hätten unwillkürlich 

Schweissausbrüche und Tremor verursacht. Überall habe die Privatklägerin  

Gefahr gesehen, wieder in eine vergleichbare Situation zu geraten. Trotzdem  

habe sie diese körperlichen Symptome anfänglich nicht wahr genommen, da sie 

diese typischerweise verdrängt habe. Sie habe abgenommen, habe sich sozial 

sehr zurück gezogen und ihre Wohnung während Wochen nur noch selten ver-

lassen. Über Monate hinweg habe sie nur sehr wenig schlafen können, weil sie 

entweder durch die belastenden Bilder wach gehalten worden sei oder Albträume 

gehabt habe (Urk. 54 S. 3). 

3.1.1. Die Vorinstanz hat sich in ihrem Urteil zutreffend zu den theoretischen 

Aspekten der Genugtuung geäussert, worauf, um Wiederholungen zu vermeiden, 

vorab verwiesen werden kann (Urk. 52 S. 43 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). In Ergän-

zung dazu jedoch folgende, ebenfalls theoretischen Ausführungen: 

Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wurde, hat Anspruch auf  

Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung 

es rechtfertigt und diese nicht anders wieder gut gemacht worden ist (Art. 49 

Abs. 1 OR). Die Ausrichtung einer Geldleistung bezweckt einen (schadenersatz-

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unabhängigen) Ausgleich für einen erlittenen physischen und/oder seelischen 

Schmerz. Diese Geldleistung soll beim Geschädigten ein materielles Gegen-

gewicht für den erlittenen immateriellen Schaden darstellen. Da eine Genugtu-

ungssumme unter Würdigung der besonderen Umstände zuzusprechen ist, hat 

der Richter gemäss Art. 4 ZGB die Frage, ob eine Genugtuung auszusprechen ist 

und wie hoch sie sein soll, nach Recht und Billigkeit zu entscheiden. Bei der  

Bemessung der Genugtuungssumme kommt es auf die Art und Schwere der  

Verletzung, die Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit des 

Betroffenen sowie auf den Grad des Verschuldens an, das den Schädiger trifft. Je 

schwerwiegender die Umstände sind und je intensiver die Unbill auf den  

Anspruchsteller eingewirkt hat, umso höher ist grundsätzlich die Genugtuungs-

summe. Schwer betroffen ist eine Person dann, wenn die erlittene Verletzung der 

Integrität einen erheblichen Grad erreicht und nicht nur vorübergehender Natur ist 

(Schnyder in: BSK OR I, 4. Aufl., Basel 2007, N 11 zu Art. 47 OR; Brehm in:  

BK OR, a.a.O., N 166 ff. zu Art. 47 OR; Hütte/Ducksch/Guerrero, Die Genugtu-

ung, Ziff. I/59; BGE 123 III 13). 

3.1.2. Die Vorinstanz hielt zudem fest, dass auf die Genugtuungsforderung 

nicht eingetreten werde, soweit sie sich auch auf diejenigen Straftaten beziehe, 

von denen der Beschuldigte freigesprochen werde (Urk. 52 S. 44 Ziff. 4). Wie  

gezeigt wurde der Beschuldigte vorinstanzlich vom Vorwurf der Gefährdung des 

Lebens und der Nötigung (gemäss Anklageziffer 1), der mehrfachen Freiheits-

beraubung (gemäss Anklageziffer 2 Abs. 1) sowie der Drohung und der Nötigung 

(gemäss Anklageziffer 3) freigesprochen, was von der Privatklägerin im  

Berufungsverfahren nicht angefochten wurde. Wenn der Vertreter der Privatkläge-

rin im Zusammenhang mit der geforderten Genugtuung im Berufungsverfahren 

nun aber ausführt, der Beschuldigte habe die Privatklägerin mehrfach und  

lebensgefährlich gewürgt (Urk. 54 S. 3 Ziff. 4 Abs. 2), so ist dies nicht zu hören, 

widerspricht dies doch dem unangefochtenen vorinstanzlichen Teilfreispruch. 

Gleiches gilt mit der Verteidigung im Zusammenhang mit der Darstellung des  

Vertreters der Privatklägerin (Urk. 78 S. 2 Rz 2), diese sei in der Zeit zwischen  

Juli 2009 bis zum Vorfall am 12. Juni 2010 unbestritten regelmässig Opfer  

häuslicher Gewalt gewesen (Urk. 73 S. 2 Ziff. 3). Auch dies widerspricht dem  

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vorinstanzlichen Urteil. Dass es über das in der Anklageschrift vom 7. Dezember 

2010 Festgehaltene hinaus im genannten Zeitraum zu häuslicher Gewalt  

gekommen sein sollte, ergibt sich nicht aus den Akten und wäre, da eben nicht in 

der Anklageschrift aufgeführt, ohnehin nicht als Grundlage für die Bemessung der 

Genugtuung tauglich. 

3.1.3. Auf der anderen Seite argumentiert aber auch die Verteidigung im  

Widerspruch zum unangefochtenen Urteil der Vorinstanz, indem sie darlegt, es 

habe keine Drohung mit dem Messer stattgefunden und die Drohungen, für  

welche der Berufungskläger verurteilt worden sei, hätten nicht im Zusammenhang 

mit dem Ereignis vom 12. Juni 2010 stattgefunden und könnten deshalb nicht als 

ernst bezeichnet werden (Urk. 78 S. 3 Rz 11). Die Vorinstanz sprach den  

Beschuldigten der Drohung schuldig, und dies ganz klar und explizit auch im  

Zusammenhang mit dem Vorfall vom 12. Juni 2010 und der Verwendung des  

Küchenmessers (Urk. 52 S. 32 Ziff. 4.).  

3.1.4. Es ist in aller Deutlichkeit festzuhalten, dass Grundlage der vorliegend 

von der Privatklägerin geltend gemachten Genugtuungsforderung einzig der von 

der Vorinstanz im diesbezüglich in Rechtskraft erwachsenen Urteil als erstellt  

betrachtete Sachverhalt und der entsprechende Schuldspruch sein können. Dies 

liegt in der Natur einer adhäsionsweise erhobenen Zivilklage.  

3.2.1. Die Verteidigung machte jedoch zutreffend geltend, das ärztliche 

Zeugnis von Dr. C._____ (Urk. 64) sei aus dem Recht zu weisen (Urk. 78 S. 4 Rz 

13). Mit Eingabe vom 17. November 2011 hat die Vertretung der Privatklägerin 

das besagte ärztliche Zeugnis über die Privatklägerin von Dr. med. C._____ und  

Dr. phil. klin. psych. D._____ eingereicht (Urk. 63 und 64). Dieses ärztliche Zeug-

nis datiert jedoch vom 18. Oktober 2010, mithin wurde es über ein halbes Jahr vor 

dem am 6. Mai 2011 gefällten erstinstanzlichen Urteil erstellt. Wie in  

diesem Berufungsverfahren bereits erwähnt (vgl. Urk. 71 S. 5 Ziff. 2.2.3.), gilt  

aufgrund des Rückzugs der Erstberufung der Staatsanwaltschaft und der klaren 

Beschränkung der Zweitberufung der Privatklägerin auf die Zivilforderung gestützt 

auf Art. 398 Abs. 5 StPO die eidgenössische Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272); 

es handelt sich vorliegend folglich um einen reinen Zivilprozess (Hug in:  

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Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, Zürich - Basel - Genf 2010, Art. 398 N 28). Dadurch wird verhindert, 

dass ein Adhäsionskläger gegenüber dem Kläger, der seine Ansprüche auf zivil-

prozessualem Wege durchsetzt, bezüglich des Rechtmittels besser gestellt ist 

(Schmid, StPO-Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, Art. 398 N 14). Zivil-

prozessual hat die Erhebung einer Berufung zwar zur Folge, dass der Prozess vor 

der Berufungsinstanz weitergeführt wird, indes liegt immer noch derselbe Streit-

gegenstand vor. Daher können Tatsachen und Beweismittel, welche die Parteien 

im erstinstanzlichen Verfahren überhaupt nicht oder nicht rechtzeitig vorgebracht 

haben, trotz freier Kognition der Berufungsinstanz grundsätzlich nicht mehr  

berücksichtigt werden (Reetz/Hilber in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

(Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), Zürich 

2010, Art. 317 N 10). Eine Ausnahme davon ist in Art. 317 Abs. 1 ZPO geregelt. 

Danach werden neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur 

noch berücksichtigt, wenn sie (a) ohne Verzug vorgebracht werden und (b) trotz 

zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. 

Ein offenes Novenrecht, d.h. ohne die Beschränkung von Art. 317 Abs. 1 ZPO, gilt 

nur in Verfahren, in denen die Untersuchungsmaxime greift, mithin das Gericht 

den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat. Das ist vorliegend aber nicht 

der Fall, weshalb es nach der Verhandlungsmaxime Sache der Parteien ist, dem 

Gericht die Tatsachen und Beweismittel, auf die sie ihre Rechtsbegehren stützen, 

darzulegen (a.a.O., Art. 317 N 13 f.). Dabei hat die Partei, welche vor der  

Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen will, zu substantiieren und zu 

beweisen, dass sie die entsprechenden Noven unverzüglich (nach der Ent-

deckung) vorgebracht hat und dass sie die Noven trotz Anwendung zumutbarer 

Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz hat vorbringen können, wobei Letzteres 

Schuldlosigkeit voraussetzt. Ein blosses Glaubhaftmachen genügt dabei jedoch 

nicht; erforderlich ist der Vollbeweis (a.a.O., Art. 317 N 34, 60). Dies betrifft selbst-

redend insbesondere die unechten Noven, wie eines hier vorliegt, da das von der 

Privatklägerin eingereichte ärztliche Zeugnis bereits vor Ende der Hauptverhand-

lung des erstinstanzlichen Verfahrens entstanden war (vgl. a.a.O., Art. 317 N 58). 

Es lag vorliegend folglich an der Privatklägerin, detailliert darzulegen bzw. zu  

-   12   - 

substantiieren, dass und inwiefern sie vor erster Instanz mit der zumutbaren  

Sorgfalt prozessiert habe, indes trotzdem nicht in der Lage bzw. gehalten  

gewesen sei, das Beweismittel - das ärztliche Zeugnis - in das erstinstanzliche 

Verfahren einzubringen (vgl. a.a.O., Art. 317 N 61). 

3.2.2. Die Privatklägerin liess die "verspätete" Eingabe des ärztlichen  

Zeugnisses durch ihren Vertreter wie folgt begründen (Urk. 73 S. 3 Ziff. 5 Abs. 3): 

"Infolge Zahlungsausstände (des Beschuldigten) bei der Krankenkasse 
(Familienpolice des Ehepaares) konnte die Privatklägerin das ärztliche 
Gutachten von Frau Dr. C._____ (nunmehr doch in den obergerichtli-
chen Prozessakten) damals nicht fristgemäss beibringen." 

Es kann dabei offen bleiben, ob es - so die Verteidigung (Urk. 78 S. 4 Rz 13) - 

überhaupt so etwas wie eine Familienpolice gibt. Tatsache ist, dass diese Aus-

führungen des Vertreters der Privatklägerin überhaupt nicht näher substantiiert 

wurden. Es lässt sich in keinster Weise nachvollziehen, ob es damals tatsächlich 

Zahlungsausstände bei der Krankenkasse gab, und noch viel weniger, ob diese 

dazu führen konnten, dass ein mit 18. Oktober 2010 datiertes ärztliches Zeugnis 

der Privatklägerin bis zur vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2. Mai 2011 

bzw. zur vorinstanzlichen Urteilsberatung und Entscheidfällung am 6. Mai 2011 

nicht verfügbar war. Dieses ärztliche Zeugnis wurde anhand zweier Vorgespräche 

mit der Privatklägerin vom 4. resp. 16. September 2010 erstellt (Urk. 64). Die  

Privatklägerin hat es unterlassen, substantiiert darzulegen, warum sie erst mit der 

Berufungserklärung vom 6. Oktober 2011, mithin über ein Jahr nach besagten 

Gesprächen, erstmals dieses ärztliche Zeugnis erwähnte und warum dieses im 

gesamten erstinstanzlichen Verfahren in keiner Weise thematisiert worden ist  

(vgl. Urk. 38 und Prot. I S. 5 f., 9 f.). 

3.2.3. Das ärztliche Zeugnis vom 18. Oktober 2010 (Urk. 64) hat deshalb für 

die Beurteilung der vorliegend strittigen Genugtuungsforderung unberücksichtigt 

zu bleiben. 

3.3.1. Die Ausführungen der Vorinstanz zur Bemessung der Höhe der  

Genugtuung wurden vom Vertreter der Privatklägerin konkret nicht bemängelt. 

Seine Ausführungen zielen vielmehr gegen die vorinstanzliche Aussage-

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würdigung, und er bringt wie gezeigt Argumente vor, die Sachverhaltselemente 

betreffen, bei denen es vorinstanzlich zu unangefochtenen Freisprüchen  

gekommen ist, weshalb sie nicht zu hören sind. Die Höhe der Genugtuung hat 

sich klarerweise nur an denjenigen Vorwürfen auszurichten, bei denen es  

vorinstanzlich auch zu einem Schuldspruch kam (vgl. dazu Erw. 3.1.4 vor-

stehend); mithin der einfachen Körperverletzung gemäss Anklageziffer 1, der 

mehrfachen, teilweise versuchten Drohung gemäss Anklageziffer 1 und Anklage-

ziffer 2 Abs. 2 sowie der Tätlichkeiten gemäss Anklageziffer 1. 

3.3.2. Die Vorinstanz führte dazu zutreffend aus, dass allein die körperlichen 

Beeinträchtigungen der Privatklägerin für sich alleine noch keine Genugtuung 

rechtfertigen würden, da es sich dabei allesamt um innert kurzer Zeit und ohne 

aufwändige Behandlungen abgeklungene Verletzungen handle. Zu beachten sei 

jedoch, dass diese Verletzungen lediglich Begleiterscheinungen mehrerer gewalt-

samer mit Todesdrohungen verbundener Übergriffe gegenüber der Privatklägerin 

gewesen seien. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass diese  

Drohungen verbunden mit der Gewaltanwendung sich sowohl körperlich wie auch 

psychisch stark auf die Privatklägerin ausgewirkt hätten, da diese ihr sehr real 

hätten vorkommen müssen. Die Vorinstanz bejahte deshalb zu Recht und auch 

von der Verteidigung unbestritten (so jedenfalls sinngemäss in Urk. 78 S. 5 Rz 13 

[recte: 15]) das Vorliegen einer immateriellen Unbill. Die Vorinstanz hielt jedoch 

fest, dass die Genugtuungsforderung der Privatklägerin doch um einiges zu hoch 

erscheine, zumal von ihrer Seite keinerlei Unterlagen und Zeugnisse eingereicht 

worden seien, welche die von ihr geltend gemachten psychischen Beeinträchti-

gungen belegen würden, weshalb für die geltend gemachten posttraumatischen 

Störungen keine Genugtuung zugesprochen werden könne. Somit würden die 

unmittelbar durch die Gewalttat und die Drohungen erlittenen Ängste verbunden 

mit den durch das Würgen und die Schläge erlittenen Schmerzen bleiben, welche 

immer noch eine beträchtliche immaterielle Unbill für die Privatklägerin darstellen 

würden (Urk. 52 S. 44 f. Ziff. 4.). 

3.3.3. Diese Ausführungen der Vorinstanz sind nicht zu beanstanden  

und können vollumfänglich übernommen werden. Die von der Vorinstanz festge-

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haltene Genugtuung für die der Privatklägerin entstandene immaterielle Unbill in 

der Höhe von Fr. 3'000.– ist entgegen der Ansicht des Vertreters der Privatkläge-

rin weder willkürlich noch wurde dabei in rechtswidriger Weise das richterliche 

Ermessen unterschritten (vgl. Urk. 73 S. 3 Ziff. 5.). Sie liegt im Übrigen im  

Rahmen der vom Obergericht des Kantons Zürich für ähnliche Fälle ausge-

sprochenen Genugtuungen und erweist sich auch mit Blick in die Sammlung von 

Hütte/Ducksch/Guerrero (Die Genugtuung, 3. A., Stand August 2005, Ziffer VIII) 

als nicht zu tief. 

a) So sprach beispielsweise das Obergericht des Kantons Zürich am  

27. Februar 2009 in einem Stalking-Fall, wo es zu einfacher Körperverletzung, 

mehrfacher Drohung, Nötigung, Nötigungsversuch, Tätlichkeiten sowie Miss-

brauch einer Fernmeldeanlage gekommen war und die Geschädigte einer  

intensiven Belästigung über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten ausgesetzt  

gewesen war, der Geschädigten eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zu (Urteil der  

II. Strafkammer, SB080530). 

b) Im Jahre 2004 sprach das Bezirksgericht Münchwilen einer Geschädigten 

eine Genugtuung von Fr. 1'100.– zu, welche von ihrem Mann aufgrund ihrer 

Trennungsabsicht mehrfach mit dem Tode und mit Entführung bedroht worden 

war sowie einmal von ihm eine kräftige Ohrfeige erhalten hatte, wodurch sie ein 

Ohr-Knalltrauma und eine Kontusion erlitten hatte (Hütte/Ducksch/Guerrero, 

a.a.O., Zeitraum 2003-2005, Tabelle VIII/8, Nr. 21). Ebenfalls im Jahre 2004 

sprach das Bezirksgericht Winterthur einer Geschädigten Fr. 4'000.– zu, welche 

infolge einer Eifersuchtsgeschichte in der Beziehung von ihrem Mann einen 

Faustschlag ins Gesicht erhalten hatte, von ihm an den Haaren gezogen und mit 

einer Pistole bedroht worden war (Hütte/Ducksch/Guerrero, a.a.O., Zeitraum 

2003-2005, Tabelle VIII/11, Nr. 29). Fr. 5'000.– sprach das Bezirksgericht Zürich 

im Jahre 2004 einer Geschädigten zu, die unter tätlichen Übergriffen und 

Morddrohungen ihres Mannes gelitten, diesen deshalb verlassen hatte, worauf er  

sie zu entführen plante (Hütte/Ducksch/Guerrero, a.a.O., Zeitraum 2003-2005, 

Tabelle VIII/12, Nr. 31). Darüber hinaus gehende Genugtuungen waren sodann 

allesamt Folge von weit gravierenderen Verletzungen (sowohl physischen als 

-   15   - 

auch psychischen), als sie - ohne die Delikte des Beschuldigten zu bagatellisieren 

- vorliegend bei der Privatklägerin eintraten (vgl. Hütte/Ducksch/Guerrero, a.a.O., 

Zeitraum 2003-2005, Tabelle VIII/13 ff. in Verbindung mit Urk. 7/3 S. 2 ff. und  

Urk. 5/2 S. 2 bis 15). Dies gilt namentlich auch für den einzigen vom Vertreter der 

Privatklägerin angeführten Vergleichsfall (Entscheid des Bundesgerichts 

6B_384/2008 vom 11. September 2008, Urk. 73 S. 3): Entgegen der vorliegenden 

Sachlage litt dort nämlich die Geschädigte noch drei Jahre nach dem letzten Vor-

fall an beachtlichen psychischen Beeinträchtigungen, derentwegen sie in  

ärztlicher Behandlung stand und Medikamente einnehmen musste - und schon 

dort bezeichnete das Bundesgericht die von den kantonalen Instanzen zuge-

sprochene Genugtuung von Fr. 20'000.– als "am oberen Rand des Vertretbaren" 

(a.a.O. E. 5.1). 

4. Auf Grund der massgebenden Umstände im vorliegend zu beurteilenden 

Fall und der vorstehend aufgeführten Praxis in vergleichbaren und ähnlichen  

Fällen erweist sich die von der Vorinstanz festgelegte Genugtuung in der Höhe 

von Fr. 3'000.– durchaus als angemessen. Die vorinstanzliche Regelung der  

Bezahlung der Genugtuung ist zu bestätigen, weshalb der Beschuldigte zu  

verpflichten ist, der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 3'000.– zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren abzuweisen. 

 

III. Kostenfolge 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Privatklägerin unterliegt 

mit ihren Anträgen im Berufungsverfahren vollumfänglich, weshalb sie die Kosten 

des Rechtsmittelverfahrens zu bezahlen hat. Hinsichtlich der Kosten der  

amtlichen Verteidigung ist festzuhalten, dass eine analoge Anwendung von 

Art. 426 Abs. 1 StPO für die Kostentragungspflicht der Privatklägerschaft gesetz-

lich nicht vorgesehen ist. Denn bereits für das erstinstanzliche Verfahren ist  

Art. 427 StPO für die Privatklägerschaft anwendbar und nicht Art. 426 StPO. Aber 

auch unter Berücksichtigung der zivilprozessualen Kostenregelung, welche vor-

-   16   - 

liegend aufgrund Art. 398 Abs. 5 StPO durchaus auch bei der Kostenregelung zu 

berücksichtigen sind, ergibt sich eine Kostenauflage der amtlichen Verteidigung 

auf die Privatklägerin: Gemäss Art. 118 Abs. 3 ZPO und Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO 

befreit die unentgeltliche Rechtspflege nicht von der Bezahlung einer Parteient-

schädigung an die Gegenpartei. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind des-

halb vorliegend der Privatklägerin aufzuerlegen. Die Kosten der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerin sind unter Hinweis auf Art. 138 Abs. 1 StPO in Ver-

bindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, 

jedoch bleibt eine Nachforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

Die Gerichtsgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist auf Fr. 1'800.– anzu-

setzen. 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

wird Vormerk genommen. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 6. Mai 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB  

(Anklageziffer 1), 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. 

a StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1 und 

Anklageziffer 2 Abs. 2) sowie 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1). 

2. Vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens und der Nötigung (gemäss Anklage- 

ziffer 1), der mehrfachen Freiheitsberaubung (gemäss Anklageziffer 2 Abs. 1)  

-   17   - 

sowie der Drohung und der Nötigung (gemäss Anklageziffer 3) wird der Beschuldigte 

freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 211 Tage durch 

Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine  

Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

6. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, das Lernprogramm "Partnerschaft ohne 

Gewalt" beim Justizvollzug Kanton Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, zu  

absolvieren. Er hat sich spätestens innerhalb eines Monats nach Rechtskraft dieses 

Entscheides beim Justizvollzug Kanton Zürich für das Lernprogramm anzumelden. 

7. … . 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. August 2010 

beschlagnahmte Damenunterwäsche wird nach Eintritt der Rechtskraft der Privat-

klägerin A._____, … [Adresse], auf erstes Verlangen herausgegeben. 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'600.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'260.--   Kosten Kantonspolizei 

Fr.         Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 23'037.80   Auslagen Untersuchung 

Fr.    amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Fr.    unentgeltliche Vertr. Privatklägerschaft (ausstehend) 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

 

10.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten zu 3/4 auferlegt und zu 1/4 auf die Gerichtskasse genommen. Die dem 

Beschuldigten auferlegten Kosten werden zudem zur Hälfte definitiv abgeschrieben. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der 

-   18   - 

Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO." 

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ 

Fr. 3'000.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtu-

ungsbegehren abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 

Fr.     unentgeltliche Geschädigtenvertretung 
  

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen 

Verteidigung des Beschuldigten aber exklusive derjenigen unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerin, werden der Privatklägerin auferlegt. Die  

Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden einstweilen 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbe-
halten. 

4. Schriftliche Mitteilung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz [mit dem Ersuchen um Vornahme der notwendigen  
Mitteilungen an die Behörden, inkl. Formular A und DNA-Formular an 
die KOST Zürich] 

-   19   - 

 

5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Zivil-
sachen im Sinne von Art. 72 ff. BGG bzw. subsidiäre Verfassungsbe-

schwerde im Sinne von Art. 113 ff. BGG erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen,  

begründeten Ausfertigung an gerechnet, beim Schweizerischen Bundes-

gericht (1000 Lausanne 14) einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 29. März 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 
 

Oberrichter Dr. F. Bollinger 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 
 

lic. iur. T. Walthert 
 
 

	Urteil vom 29. März 2012
	 Anklage:
	Entscheid der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB (Anklageziffer 1),
	 der mehrfachen, teilweise versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1 und Anklageziffer 2 Abs. 2) sowie
	 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1).

	2. Vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens und der Nötigung (gemäss Anklageziffer 1), der mehrfachen Freiheitsberaubung (gemäss Anklageziffer 2 Abs. 1) sowie der Drohung und der Nötigung (gemäss Anklageziffer 3) wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 211 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	6. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, das Lernprogramm "Partnerschaft ohne  Gewalt" beim Justizvollzug Kanton Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, zu absolvieren. Er hat sich spätestens innerhalb eines Monats nach Rechtskraft dieses Entsc...
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____, … [Adresse], Fr. 3'000.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. August 2010  beschlagnahmte Damenunterwäsche wird nach Eintritt der Rechtskraft der Privatklägerin A._____, … [Adresse], auf erstes Verlangen herausgegeben.
	9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten zu 3/4 auferlegt und zu 1/4 auf die Gerichtskasse genommen. Die dem Beschuldigten auferlegten Kosten werden zudem zur Hälfte definitiv abgeschrieben. Die Kosten ...
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang / Prozessuales
	II.  Genugtuung
	III.  Kostenfolge

	Es wird beschlossen:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB  (Anklageziffer 1),
	 der mehrfachen, teilweise versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1 und Anklageziffer 2 Abs. 2) sowie
	 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1).

	2. Vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens und der Nötigung (gemäss Anklage- ziffer 1), der mehrfachen Freiheitsberaubung (gemäss Anklageziffer 2 Abs. 1)  sowie der Drohung und der Nötigung (gemäss Anklageziffer 3) wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 211 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine  Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	6. Dem Beschuldigten wird die Weisung erteilt, das Lernprogramm "Partnerschaft ohne Gewalt" beim Justizvollzug Kanton Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, zu  absolvieren. Er hat sich spätestens innerhalb eines Monats nach Rechtskraft dieses Entsc...
	7. … .
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. August 2010 beschlagnahmte Damenunterwäsche wird nach Eintritt der Rechtskraft der Privatklägerin A._____, … [Adresse], auf erstes Verlangen herausgegeben.
	9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  Beschuldigten zu 3/4 auferlegt und zu 1/4 auf die Gerichtskasse genommen. Die dem Beschuldigten auferlegten Kosten werden zudem zur Hälfte definitiv abgeschrieben. Die Kosten...
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ Fr. 3'000.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten aber exklusive derjenigen unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden der Privatklägerin auferlegt. Die  Kosten der unentgeltlichen Vert...
	4. Schriftliche Mitteilung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz [mit dem Ersuchen um Vornahme der notwendigen  Mitteilungen an die Behörden, inkl. Formular A und DNA-Formular an die KOST Zürich]

	5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Zivilsachen im Sinne von Art. 72 ff. BGG bzw. subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 113 ff. BGG erhoben werden.