# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a971c0d-2ce4-57ed-886b-127f2f2a81ac
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.12.2021 IV 2020/140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-140_2021-12-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/140

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 04.05.2022

Entscheiddatum: 13.12.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2021
Faktische Einhändigkeit des Beschwerdeführers. Die anlässlich einer 
BEFAS-Abklärung ermittelte Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten 
widerspricht derjenigen, welche der Rentenablehnung zugrunde gelegt 
wurde. Rückweisung zur Ermittlung konkreter Beschäftigungen, 
handchirurgischer und neurologischer Festlegung der Arbeitsfähigkeit sowie 
Durchführung von beruflichen Massnahmen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2021, IV 
2020/140).

Entscheid vom 13. Dezember 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2020/140

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Silvan Meier Rhein, advokatur rechtsanker, 

Ankerstrasse 24, Postfach 9822, 8036 Zürich,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente (Befristung)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) erlitt am ___ während seiner Tätigkeit als Z.___ 

für die B.___ GmbH (nachfolgend: Arbeitgeberin) eine Fräsenverletzung seiner rechten 

Hand (vgl. Schadenmeldung in Suva-act. 1 und Austrittsbericht des Kantonsspitals 

C.___ vom 4. Juni 2014 in Suva-act. 13). Dabei zog er sich eine traumatische 

Amputation von Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger rechts zu. Nach einer 

Replantation kam es im Verlauf zu einem Wundinfekt. Bei zusätzlich nicht vollständig 

konsolidierter Fraktur des Grundgliedes des Zeigefingers wurde am 12. August 2014 

eine Plattenosteosynthese durchgeführt (vgl. Bericht des Kantonsspitals D.___ vom 15. 

Oktober 2014 in IV-act. 8-3 f.).

A.a. 

Im September 2014 meldete der Versicherte sich unter Hinweis auf beim Unfall 

vom ___ erlittene gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Eidgenössischen 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 3). Dabei erklärte er, die 

Schule und eine abgebrochene Lehre als Koch in seinem Heimatland E.___ absolviert 

zu haben und im Jahr 1996 in die Schweiz eingereist zu sein (IV-act. 3-1 und 3-4).

A.b. 

Am 4. November 2014 berichtete die Rehaklinik Bellikon über eine von der 

zuständigen Unfallversicherung, der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva), in Auftrag gegebene berufliche Standortbestimmung mit dem 

Versicherten vom 17. Oktober 2014 (IV-act. 15). Am 12. November 2014 fand ein 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gespräch zwischen dem Versicherten und einer Eingliederungsberaterin der IV statt 

(IV-act. 19).

Am 2. Februar 2015 unterzog sich der Versicherte in der Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie am Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: 

Klinik für Handchirurgie) einer Strahlresektion IV und Handverschmälerung (Suva-act. 

64).

A.d. 

Am 11. September 2015 teilte die IV dem Versicherten mit, dass aufgrund seines 

Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien. Es werde die Operation vom September 2015 abgewartet (IV-act. 24).

A.e. 

Am 14. September 2015 unterzog sich der Versicherte in der Klinik für 

Handchirurgie einer Arthrodese MCP III-Gelenk rechts mit Aptus Medartis 2.0 

winkelstabiler Leiterplatte (IV-act. 26-2 f. sowie IV-act. 26-4 f.).

A.f. 

 Am 1. März 2016 wurde der Versicherte im Auftrag der Suva von Dr. med. F.___, 

Facharzt für Neurochirurgie, kreisärztlich untersucht (IV-act. 37). Dieser kam zum 

Schluss, dass aus den gesamten Operationen und der Verletzung eine massiv 

schmerzhafte rechte Hand mit völliger Gebrauchsunfähigkeit resultiere (IV-act. 37-6 f.). 

Bezüglich des aktuellen Zumutbarkeitsprofils sei der Versicherte als einhändig, in der 

nicht dominanten Hand, zu beurteilen. Die rechte Hand sei nicht nur nicht einsetzbar, 

erschwerend sei sie auch von einem ausgeprägten hyperpathischen Schmerzsyndrom 

geprägt. Der Versicherte sei für eine einhändige, linksseitige Tätigkeit bei leichten, 

gelegentlich mittelschweren Arbeiten ganztags einzusetzen. Der Heilungszustand 

könne noch nicht als stabil betrachtet werden (IV-act. 37-7). Am 30. März 2016 wurde 

der Versicherte im Auftrag der Suva zusätzlich von Dr. med. G.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, Konsiliararzt, untersucht (IV-act. 36). Dieser stellte die 

Diagnosen längere depressive Reaktion sowie posttraumatische Belastungsstörung, 

aktuell leichtgradige Ausprägung (IV-act. 36-11). In therapeutischer Hinsicht wäre eine 

möglichst rasche Einleitung von Schritten zur beruflichen Wiedereingliederung von 

höchster Bedeutung. Die berufliche Zumutbarkeit in angepassten Tätigkeiten werde 

durch das vorliegende, psychiatrische Krankheitsbild nicht eingeschränkt. Nicht 

angepasst seien aus psychiatrischer Sicht Tätigkeiten mit gefährlichen und/oder lauten 

A.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Maschinen, insbesondere, wenn diese eine Ähnlichkeit mit den beim Unfall involvierten 

Bohrmaschinen aufweisen würden (IV-act. 36-12).

Am 19. April 2016 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem 

Versicherten per 30. Juni 2016 auf, da sie leider nicht in der Lage sei, ihm eine 

geeignete Arbeitsstelle anzubieten (Suva-act. 126).

A.h. 

Am 18. Mai 2016 unterzog sich der Versicherte in der Klinik für Handchirurgie einer 

(rechtsseitigen) Rearthrodese und einer Zuggurtung MCP (III)-Gelenk (Suva-act. 130 

und 132; vgl. IV-act. 70-1; vgl. auch Suva-act. 88).

A.i. 

Am 20. September 2016 teilte die IV dem Versicherten mit, dass die Kosten für eine 

berufliche Abklärung in der H.___ vom 3. bis 28. Oktober 2016 übernommen würden 

(IV-act. 60). Gleichentags verfügte die IV-Stelle die Zusprache eines Taggeldes für 

diesen Zeitraum (IV-act. 62).

A.j. 

In einem am 3. Oktober 2016 bei der IV-Stelle eingegangenen Bericht nannten die 

behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums I.___, wo der Versicherte bis zum 12. 

September 2016 in Behandlung gestanden hatte (vgl. IV-act. 95-1), die Diagnosen 

posttraumatische Belastungsstörung sowie Anpassungsstörung bei Status nach 

schwerer Verletzung der rechten, dominanten Hand bei einem Arbeitsunfall - massiv 

schmerzhafte Hand mit völliger Gebrauchsunfähigkeit nach acht durchgeführten 

Operationen. Laut den zuständigen Fachpersonen litt der Versicherte zu Beginn der 

Behandlung stark unter Ängsten, innerer Unruhe, Gereiztheit, Schlafstörungen, 

Schwitzen, Zittern und Intrusionen. Die Beschwerden liessen sich einer 

posttraumatischen Belastungsstörung zuordnen. In den psychotherapeutischen 

Gesprächen standen inhaltlich der Umgang mit der Verletzung der rechten Hand, die 

Bewältigung der Traumatisierung durch den Arbeitsunfall, die Schmerzsymptomatik 

und die funktionalen Einschränkungen im Vordergrund. Ziele der Therapie waren das 

Annehmen des Schicksals und die Entwicklung einer neuen Zukunftsperspektive. 

Obwohl es dem Versicherten im Verlauf gelungen sei, emotional ausgeglichener und 

ruhiger zu werden, leide er aufgrund unklarer beruflicher Perspektive unter 

Zukunftsängsten. Neben der stark eingeschränkten Funktionalität der Hand und 

Schmerzen bestehe eine starke psychische Belastung durch erhebliche Probleme in 

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Erziehung des __-jährigen Sohnes. Weiterhin bestünden Affektlabilität, Ratlosigkeit, 

Gereiztheit und gedrückte Stimmung. Ebenso leide der Versicherte unter 

lnsuffizienzgefühlen und Schlafstörungen, Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, 

die Erinnerungen an den Unfall wachrufen könnten. Die therapeutischen Erfolge seien 

vor allem zu Beginn der Behandlung erzielt worden, zu signifikanten Veränderungen sei 

es in den letzten zwölf Monaten nicht gekommen (IV-act. 63-3 f.).

Am 17. November 2016 erstattete die H.___ ihren Schlussbericht über die 20-

tägige Abklärung des Versicherten (IV-act. 74). Die zuständigen Abklärungspersonen 

schätzten dessen durchschnittliche Leistungsfähigkeit mit 50 % ein. Je nach konkret 

ausgeführter Arbeit habe die Leistungsfähigkeit etwas höher oder tiefer gelegen, wobei 

zusammenfassend festzustellen gewesen sei, dass auch bei sogenannten 

Einhändertätigkeiten Einschränkungen vorhanden seien und der Versicherte nirgends 

ganz selbständig gewesen sei, da er gewisse Arbeitsschritte nur mit Hilfe habe 

ausführen können. Naheliegend seien Arbeitsfelder, in denen lediglich ein einhändiger 

resp. gar kein Handeinsatz notwendig sei, also leichte Kurierdienste, 

Überwachungsaufgaben, Sitzwache und damit Vergleichbares. Verschiedene 

Telefonate mit potentiellen Arbeitgebern resp. bereits die Angaben in den 

entsprechenden Stellenausschreibungen hätten jedoch ergeben, dass diese 

Tätigkeiten für den Versicherten ebenfalls nicht in Frage kommen würden. Insgesamt 

sei festzustellen, dass Tätigkeiten, welche der Versicherte ausüben könnte, auf dem 

freien Arbeitsmarkt kaum bzw. nicht zu finden seien. Es wäre notwendig, dass die 

entsprechende Arbeit völlig ohne Handeinsatz oder aber mit ausschliesslich einer Hand 

ausführbar wäre (IV-act. 74-9). Abgesehen von den migrationsbedingt knappen 

deutschsprachlichen als auch schulischen Kenntnissen hätten keine 

behinderungsfremden Faktoren festgestellt werden können (IV-act. 74-10).

A.l. 

Am 23. November 2016 notierte Dr. med. J.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD), die Schlussfolgerungen der Abklärungsstelle bezüglich Gebrauchs der 

dominanten rechten Hand könnten zumindest für die Zeit der H.___ hinreichend 

nachvollzogen werden. Der Versicherte sei als funktioneller Einhänder zu betrachten. 

Rein medizinisch- theoretisch gesehen, wäre er in einer entsprechend adaptierten 

Tätigkeit voll arbeitsfähig. Berücksichtigt werden müsse natürlich, dass der linke 

adominante Arm/die Hand entsprechend trainiert werden müsse, was zum Zeitpunkt 

A.m. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der H.___ sicherlich noch nicht ausreichend der Fall gewesen sei. Auch müsse 

berücksichtigt werden, dass die vormals dominante rechte Hand möglicherweise durch 

Gewöhnung wie aber auch durch weitere therapeutische Massnahmen soweit 

hergestellt werden könnte, dass sie zumindest als Zudienhand brauchbar werde. Aber 

ob dies geschehe, werde der Verlauf zeigen. Bezüglich der laut H.___ fehlenden 

Verwertbarkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nicht der RAD zuständig (IV-act. 76-2).

Am 28. November 2016 schloss die zuständige Eingliederungsberaterin der IV das 

Dossier des Versicherten und leitete es an die Rentenprüfung weiter. Dies aufgrund des 

Abklärungsergebnisses der H.___, welches gezeigt habe, dass Tätigkeiten, die der 

Versicherte ausüben könne, auf dem freien Arbeitsmarkt kaum (absolute Nische) bzw. 

nicht zu finden seien (IV-act. 77-2 f.).

A.n. 

Anlässlich einer medizinischen Beurteilung vom 28. November 2016 schätzte 

Kreisarzt Dr. F.___ den vom Versicherten erlittenen Integritätsschaden auf 35 %. Dabei 

ging er davon aus, dass die Situation des Versicherten mit noch vorhandener, aber 

nicht einsatzfähiger Hand analog des Verlustes einer Hand zu betrachten sei. Das 

Schmerzsyndrom wirke als zusätzlicher Störfaktor und verunmögliche den Einsatz der 

rechten Hand selbst als Hilfshand (Suva-act. 155-2). Am 29. November 2016 befand 

Dr. F.___ hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Versicherten, es seien keine Ergänzungen 

zur Einschätzung vom 1. März 2016 zu machen. Es sei aber daran zu erinnern, dass 

nicht nur die fehlende Funktion der Hand zu beachten sei, sondern auch das 

Schmerzsyndrom. Selbst bei Nicht-Einsatz der Hand erzeuge Kontakt/Berührung 

starke Beschwerden, welche auch die restliche Arbeitsfähigkeit einschränkten (Suva-

act. 154).

A.o. 

Mit Verfügung vom 13. Dezember 2016 sprach die Suva dem Versicherten ab 1. 

Februar 2017 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 70 % eine Rente und eine auf 

einer Integritätseinbusse von 35 % basierende Integritätsentschädigung zu (Suva-act. 

159). Sie ging davon aus, dass der Versicherte für eine einhändige, linksseitige 

Tätigkeit bei leichten, gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten mit einer Einschränkung 

von 50 % einsetzbar sei (Suva-act. 159 S. 2).

A.p. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit Mitteilung vom 3. Januar 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des 

Versicherten um berufliche Massnahmen gestützt auf die Einschätzung der IV-

Eingliederungsberaterin vom 28. November 2016 (vgl. vorstehend Sachverhalt A.n) ab 

(IV-act. 85).

A.q. 

RAD-Arzt Dr. J.___ notierte am 23. Februar 2017, er bleibe dabei, dass aus rein 

medizinisch-theoretischer Sicht der Versicherte als funktioneller Einhänder in einer 

leidensangepassten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig sei. Welche Einschätzung (H.___ 

Suva, RAD) anerkannt werde, liege allein in der Kompetenz des Rechtsanwenders (IV-

act. 96-3).

A.r. 

Mit Vorbescheid vom 13. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

er bei einem Invaliditätsgrad von 15 % keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. 

Dabei ging sie von einer vollen Einsatzfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten aus und 

berücksichtigte einen leidensbedingten Abzug von 15 % (IV-act. 101).

A.s. 

Der zuständige Case Manger der Suva bekundete am 16./17. März 2017 

Unverständnis hinsichtlich diverser Aspekte der Invaliditätsbemessung der IV (IV-act. 

102; vgl. auch IV-act. 107). Rechtsanwältin lic. iur. U. Reger-Wyttenbach, advokatur 

Rechtsanker, Zürich, erhob als Vertreterin des Versicherten am 27. April 2017 Einwand 

gegen den Vorbescheid und beantragte die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 

1. Mai 2015 (IV-act. 110). In Ergänzung zu diesem Einwand liess die Rechtsvertreterin 

des Versicherten der IV-Stelle einen ärztlichen Bericht von Dr. med. K.___, Klinik für 

Handchirurgie, vom 26. April 2017 zukommen, gemäss welchem sich funktionell ein 

vollständiger Ausfall der rechten Hand finde. Die Hand könne nicht als Hilfshand 

eingesetzt werden. Da die vorhandene Situation mit immer auftretenden Schmerzen bei 

Belastung und auch in Ruhe die Gesamtarbeitsfähigkeit zusätzlich behindere, sei der 

Invaliditätsgrad von 70 % sicher angemessen. Unter anderem aus diesem Grund sehe 

er eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten sehr leichten Tätigkeit von ca. 50 % 

gegeben (IV-act. 114).

A.t. 

Am 26. Juli 2017 teilte die IV-Stelle nach Durchführung eines Strategiegesprächs 

(vgl. Strategie-Protokoll in IV-act. 115) dem Versicherten mit, dass eine polydisziplinäre 

medizinische Untersuchung notwendig sei (IV-act. 120). In der Folge erteilte die IV-

A.u. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stelle der estimed AG, Zug, den Auftrag für eine polydisziplinäre Begutachtung 

(Allgemeine Innere Medizin, Handchirurgie, Neurologie, Neuropsychologie, Psychiatrie; 

IV-act. 129). Nachdem der Versicherte von Oktober bis Dezember 2017 abgeklärt 

worden war, erstattete die estimed AG am 19. Februar 2018 ihr Gutachten (IV-act. 

138). Diesem zufolge bestehe in der angestammten Tätigkeit aus neurologischer und 

handchirurgischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und in einer Verweistätigkeit 

aus handchirurgischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % (IV-act. 138-53 f.). Dem 

handchirurgischen Teilgutachten ist zu entnehmen, dass eine permanente 

Schmerzhaftigkeit der rechten Hand bei allen Bewegungen und Belastungen vorliege, 

sodass diese nicht mal mehr als Hilfshand eingesetzt werden könne. Es würden 

sodann im Alltag nur leichteste Bewegungen ausgeführt (IV-act. 138-90).

RAD-Arzt Dr. J.___ notierte am 23. Februar 2018, dass er die gutachterlich 

festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 70 % in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht 

hinreichend plausibel nachvollziehen könne. Soweit es ihm bekannt sei, gehe auch die 

Rechtsprechung davon aus, dass ein funktioneller Einhänder sehr wohl in einer 

leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sein könne. Das Gutachten erfülle 

grundsätzlich die versicherungsmedizinischen Voraussetzungen; ob die gutachterliche 

Einschätzung anerkannt werde, liege in der Kompetenz des Rechtsanwenders, nicht 

des RAD (IV-act. 141). Am 29. März 2018 bat die IV-Stelle die estimed AG um eine 

"detaillierte und begründete Stellungnahme zur medizinisch theoretischen 

Arbeitsfähigkeit unter Ausschluss der verletzten Extremität, sprich: Wie beurteilen Sie 

die Arbeitsfähigkeit […] als funktioneller Einhänder?" (IV-act. 143). Die Antwort datiert 

vom 9. April 2018 und bekräftigt die früher getätigten Feststellungen (IV-act. 145). RAD-

Arzt Dr. J.___ befand am 16. April 2018, das Antwortschreiben der estimed AG sei für 

ihn nicht plausibel. Er gehe davon aus, dass der Versicherte unter Berücksichtigung der 

funktionellen Einhändigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Gerade noch zu akzeptieren 

wäre aus seiner Sicht, wenn man dem Versicherten zur Schonung der linken 

(gesunden) Hand einen vermehrten Pausenbedarf von 20 % zubilligen würde. 

Ausgegangen werden müsse sowieso von einer Tätigkeit, welche die linke Hand/das 

linke Handgelenk nicht wesentlich beanspruche (IV-act. 148-1; vgl. auch IV-

Besprechungsprotokoll vom 8. Mai 2018 in IV-act. 149 und eine weitere RAD-

Stellungnahme von demselben Datum in IV-act. 156). Vor diesem Hintergrund 

A.v. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

informierte die IV-Stelle den Versicherten mit Mitteilung vom 13. Juli 2018 darüber, 

dass eine weitere handchirurgische Abklärung unumgänglich sei. Das 

Gutachtensinstitut asim des Universitätsspitals Basel werde damit beauftragt (IV-act. 

162). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ersuchte am 16. August 2018 um 

Durchführung eines Einigungsverfahrens und schlug drei andere Gutachter vor (IV-act. 

167). Mit Zwischenverfügung vom 27. August 2018 hielt die IV-Stelle an der 

vorgesehenen Abklärungsstelle fest (IV-act. 171; zur entsprechenden RAD-

Stellungnahme vom 17. August 2018 vgl. IV-act. 168).

Nach einer am 17. Januar 2019 durchgeführten Untersuchung des Versicherten 

erstattete Dr. med. L.___, Facharzt Handchirurgie und Plastische Chirurgie, asim, am 

10. Mai 2019 unter Berücksichtigung des Testbefunds der Ergotherapie Abteilung 

Handrehabilitation vom 30. November 2018 (IV-act. 203) ein handchirurgisches 

Gutachten (IV-act. 187). Darin attestierte er dem Versicherten in der angestammten 

Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und in leidensangepassten Tätigkeiten 

eine vollständige Arbeits- und Leistungsfähigkeit ab März 2018. Die 70%ige 

Arbeitsunfähigkeit sei rein handchirurgisch schwierig zu begründen. Die Schmerzen 

hätten seit April 2017 weiter nachgelassen und der Versicherte sei nicht mehr 

regelmässig auf Schmerzmittel angewiesen. Die linke Hand könne voll eingesetzt 

werden. Die rechte Hand gelte als passive Hilfshand mit einem House Score von 1-2. 

Da keine sinnvolle Kontrolle des bimanuellen Griffs möglich sei, könne der Versicherte 

als funktioneller Einhänder gelten (IV-act. 187-11). Dr. J.___ vom RAD hielt am 15. Mai 

2019 fest, das asim-Gutachten erfülle die versicherungsmedizinischen Anforderungen. 

Die administrative Entscheidung könne darauf abgestützt werden (IV-act. 188-1).

A.w. 

Mit dem den Vorbescheid vom 13. März 2017 ersetzenden Vorbescheid vom 6. 

September 2019 teilte die IV-Stelle dem nunmehrigen Rechtsvertreter des 

Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. S. Meier Rhein, advokatur rechtsanker, Zürich, mit, 

dass der Versicherte vom 1. Mai 2015 bis 31. Mai 2018 Anspruch auf eine ganze Rente 

der IV habe. Anschliessend bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 32 % kein Anspruch 

auf eine Rente. Für die Festsetzung des Invaliditätsgrades ging sie von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten und einem leidensbedingten Abzug 

von 25 % aus (IV-act. 192).

A.x. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Gegen die Befristung der ganzen Rente wandte sich Rechtsanwalt Meier Rhein mit 

Einwand vom 10. Oktober 2019 (IV-act. 198). Am 27. Februar 2020 liess er der IV-Stelle 

eine chirurgisch-versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. M.___, Fachärztin 

für Chirurgie, N.___ AG, vom 28. Januar 2020 zukommen, welche dem Versicherten für 

einarmige, angepasste Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % attestierte 

(IV-act. 211). Dr. J.___ vom RAD notierte am 5. März 2020, Dr. M.___ bringe keinerlei 

neue medizinische Erkenntnisse vor, die es notwendig machen würden, die 

Einschätzung von Dr. L.___ in irgendeiner Form abzuändern (IV-act. 213).

A.y. 

Mit Verfügung vom 26. Mai 2020 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

entsprechend dem Vorbescheid vom 1. Mai 2015 bis 31. Mai 2018 eine befristete 

ganze Invalidenrente zu und verneinte einen darüberhinausgehenden Rentenanspruch 

(IV-act. 219 und 214).

A.z. 

Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Meier Rhein, vom 6. 

März 2020, mit welcher unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Ausrichtung einer 

ganzen Invalidenrente über den 31. Mai 2018 hinaus beantragt wird (act. G1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 15. September 2020 ersucht die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) um Abweisung der Beschwerde (act. G4).

B.b. 

Mit Replik vom 19. November 2020 lässt der Beschwerdeführer an den Anträgen 

gemäss Beschwerde festhalten (act. G8).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1. Dezember 2020 auf die Erstattung 

einer Duplik (act. G10).

B.d. 

Am 13. Oktober 2021 informierte das Versicherungsgericht die Parteien darüber, 

dass es die Akten der Suva beigezogen habe (act. G14). Beide Parteien verzichteten 

stillschweigend auf Einsicht in diese Akten und auf die Erstattung einer Stellungnahme.

B.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers.

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht 

Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf 

eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine 

Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze 

Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1).

Den medizinischen Abklärungen kommt gegenüber denjenigen der Fachleute der 

Berufsberatung/beruflichen Eingliederung ein grösseres Gewicht zu. Indessen darf 

Ergebnissen leistungsorientierter beruflicher Abklärungen nicht jegliche Aussagekraft 

für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden. Steht eine 

medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher 

Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen 

Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv 

realisiert (wird) und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, 

vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das 

Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar 

(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2012, 9C_737/2011, E. 3.3). Die 

arbeitsmedizinischen Einschätzungen sind grundsätzlich den Fachleuten der 

Berufsberatung zur Bezeichnung konkreter Berufe zu unterbreiten. Indessen bedarf die 

Beurteilung des Leistungsanspruches nicht zwingend immer einer zusätzlichen 

berufsberaterischen Einschätzung. Von einer solchen kann im Einzelfall abgesehen 

werden, wenn aus medizinischer Sicht körperlich leichte Tätigkeiten ohne 

weitreichende Einschränkungen generell zumutbar sind und aus den ärztlichen 

Abklärungen und Beschreibungen hinreichend klar hervorgeht, dass dem Versicherten 

auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend zumutbare Tätigkeiten offen stehen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2006, I 797/05, E. 3 mit Hinweisen).

1.4. 

Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf 

nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere 

kann von einer Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare 

Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine 

Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als 

1.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausgeschlossen erscheint. Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der 

Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner 

Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie 

auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt 

sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche 

Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen vermag oder nicht. Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch 

im Rahmen der der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen 

stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr 

Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und 

subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind. […] An die 

Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss 

nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur soweit zu gehen, 

als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. 

Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person 

unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig 

darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn 

die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden 

(Urteil des Bundesgerichts vom 22. November 2006, I 654/05, E. 7.2.1 f. mit 

Hinweisen). Die Gerichtspraxis geht davon aus, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur 

noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische 

Betätigungsmöglichkeiten bietet. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, 

Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von 

(halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die nicht den Einsatz 

beider Arme und beider Hände voraussetzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 8. 

September 2009, 8C_207/2009, E. 3.2, und vom 27. August 2008, 8C_635/2007, E. 4.2 

mit Hinweisen).

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der 

entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die 

Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 111 zu Art. 61).

1.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Die Parteien sind sich darin einig, dass der Beschwerdeführer seine angestammte 

Tätigkeit als Z.___ seit dem Unfall vom ___ nicht mehr ausüben kann (IV-act. 219 i.V.m. 

214 sowie act. G1). Darüber hinaus gehen sie einig, dass der Beschwerdeführer bis 

März 2018 aufgrund der beim Unfall an seiner rechten Hand erlittenen Verletzungen, 

welche diverse Operationen nach sich zogen, auch in leidensangepassten Tätigkeiten 

vollständig arbeitsunfähig war. Dies ist aufgrund der medizinischen Akten 

nachvollziehbar (vgl. nachfolgend E. 3). Währenddem die Beschwerdegegnerin der 

Ansicht ist, der Beschwerdeführer könnte seit März 2018 mit einer vollzeitlich 

ausübbaren angepassten Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen 

erwirtschaften, stellt dieser sich auf den Standpunkt, dass er über März 2018 hinaus 

auch in leidensadaptierten Tätigkeiten zu 50 % arbeitsunfähig sei und unter 

Berücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin gewährten leidensbedingten 

Abzugs von 25 % ein Anspruch auf eine ganze Rente resultiere (act. G1). Es gilt also zu 

prüfen, ob der medizinische Sachverhalt bei der gegebenen Aktenlage feststeht (vgl. 

nachfolgend E. 3) und ob gestützt darauf die adaptierte Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers festgelegt werden kann (vgl. nachfolgend E. 4).

3.  

Dr. F.___ kam anlässlich einer kreisärztlichen Beurteilung vom 1. März 2016 zum 

Schluss, dass die rechte Hand des Beschwerdeführers nicht nur nicht einsetzbar, 

sondern auch von einem ausgeprägten hyperpathischen Schmerzsyndrom geprägt sei. 

Er erachtete den Beschwerdeführer als für eine einhändige, linksseitige Tätigkeit mit 

leichten, gelegentlich mittelschweren Arbeiten ganztags einsetzbar, wobei er am 28. 

November 2016 darauf hinwies, dass selbst bei Nicht-Einsatz der rechten Hand 

Kontakt/Berührung starke Beschwerden erzeuge, welche auch die restliche 

Arbeitsfähigkeit einschränkten. Der Heilungszustand sei noch nicht als stabil 

anzusehen (IV-act. 37-7 und Suva-act. 154).

3.1. 

Der behandelnde Handchirurg Dr. K.___, Klinik für Handchirurgie, erklärte am 26. 

April 2017, die bei Belastung und auch in Ruhe immer auftretenden Beschwerden 

würden die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zusätzlich behindern. Unter 

anderem aus diesem Grund sehe er eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten sehr 

leichten Tätigkeit von ca. 50 % gegeben. Eine höhergradige Arbeitsfähigkeit werde 

realistischerweise nicht zu erreichen sein (IV-act. 114).

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die estimed AG attestierte dem Beschwerdeführer mit Gutachten vom 19. Februar 

2018 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit für Verweistätigkeiten (IV-act. 138-53 f.). Auf 

Nachfrage der IV-Stelle hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als 

funktioneller Einhänder erklärte der handchirurgische Teilgutachter der estimed AG; Dr. 

med. O.___, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie sowie diplomierter 

Gesundheitsökonom, am 9. April 2018, dass die Arbeitsfähigkeit in angepassten 

Tätigkeiten 30 % betrage. Problematisch sei die Gestaltung des Arbeitsplatzes. 

Dadurch, dass die rechte Hand nicht einmal als Hilfshand eingesetzt werden könne, 

seien nur Tätigkeiten zumutbar, die für den Beschwerdeführer und dessen Umgebung 

sicher seien. Des Weiteren müssten Pausen eingeräumt werden, da bereits jetzt auf 

Grund der Überbelastung der linken Hand Zeichen der chronischen Tendinitis und 

Tendovaginitis nachzuweisen seien. Funktionell sei die linke Hand im Übrigen nicht 

eingeschränkt und für die Tätigkeiten, die den oben beschriebenen Anforderungen 

entsprechen würden, einsetzbar. Pausen sollten möglich sein, um entsprechende 

Erholung der für den Beschwerdeführer extrem wichtigen linken Hand zu ermöglichen 

und nicht dort eine Progredienz der Beschwerden herbeizuführen. Aus medizinischen 

Erwägungen heraus sei die linke Hand so jedoch uneingeschränkt nutzbar, woraus sich 

die oben beschriebene Arbeitsfähigkeitseinschätzung ableite (IV-act. 145).

3.3. 

Dr. L.___ vom asim erachtet den Beschwerdeführer laut handchirurgischem 

Gutachten vom 10. Mai 2019 als 100% arbeitsfähig für angepasste Tätigkeiten (IV-act. 

187-11). Er führte unter anderem an, die vielen Eingriffe an der rechten Hand des 

Beschwerdeführers hätten ein CRPS zur Folge, welches sich ab Höhe Mittelhand 

manifestiere und vor allem den Zeige- und Mittelfinger betreffe. Die klinische 

Untersuchung und die angegebenen Beschwerden würden korrelieren. Der 

Beschwerdeführer könne seine rechte Hand nur noch für leichteste Tätigkeiten zum 

Halten nutzen. Selbst das Halten eines Pinch Gauge (Gerät zum Messen der 

Fingerstärke) sei unmöglich. Sämtlicher Druck vom Daumen auf die Finger führe zu 

einschiessenden neuropathischen Beschwerden. Ein Gegendruck mit der radialen 

Hand (Daumen) gegen die linke Hand sei noch möglich. Die Finger würden mit livider 

Verfärbung und vegetativer Dysfunktion reagieren. Die rechte Hand könne nicht die 

Aufgabe einer Basic Hand (Sensibler, kontrollierbarer Daumen, weite Griffspanne und 

stabiler Gegenpfosten) wahrnehmen und eine Opposition sei nur bis zur Zeigfinger- 

resp. Mittelfingerkuppe möglich. Für handwerkliche Berufe qualifiziere der 

Beschwerdeführer aufgrund der erhobenen Befunde nicht mehr. Haltende Tätigkeiten 

mit rechts seien nicht mehr möglich. Ein bimanueller Griff sei nur noch in 

eingeschränktem Mass mit der radialen rechten Hand gegen die Linke möglich (IV-act. 

187-10). Eine berufliche Tätigkeit sei einhändig auch höherprozentig theoretisch 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

denkbar. Bereits in den Vorgutachten werde die Arbeitsvermittlung und die 

Ausgestaltung des Arbeitsplatzes als schwierig beurteilt. Der Beschwerdeführer könne 

für manuelle Tätigkeiten seine linke adominante Hand voll einsetzen. Die rechte Hand 

könne als Gegenhaltehand genutzt werden. Häufige Ortswechsel mit damit 

verbundenen warm/kalt Wechseln seien mit den Beschwerden nicht vereinbar. Die 

70%ige Arbeitsunfähigkeit der Vorgutachter und auch der Suva seien rein 

handchirurgisch schwierig zu begründen. Die Schmerzen hätten seit April 2017 weiter 

nachgelassen und der Beschwerdeführer sei nicht mehr regelmässig auf Schmerzmittel 

angewiesen. Die linke Hand könne voll eingesetzt werden. Die rechte Hand gelte als 

passive Hilfshand mit einem House Score von 1-2. Der Erhalt des Karpus und des 

Daumens ermögliche die rechte Hand als gute Gegenhaltehand nutzbar zu machen bei 

zweihändiger Tätigkeit. Versicherungsmedizinisch könne dies jedoch als funktionelle 

Einhändigkeit ausgelegt werden, da keine sinnvolle Kontrolle dieses bimanuellen Griffs 

möglich sei. Deshalb werde eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in 

angepasster Tätigkeit festgelegt. Diese Einschätzung gelte ab ca. drei Monaten nach 

Metallentfernung, also ab März 2018. Vorgängig sei eine genauere Einschätzung nicht 

möglich. Da die Schmerzen ohne Belastung soweit gut kontrolliert seien, werde auch 

eine weiterführende Schmerztherapie keine Änderung der Arbeitsfähigkeit zur Folge 

haben (IV-act. 187-11).

Dr. M.___ erklärt in ihrem aktenbasierten Gutachten vom 28. Januar 2020, medizin-

theoretisch sei der Beschwerdeführer unter der formulierten Einschränkung eines 

adominanten Einhänders links voll arbeitsfähig. Es liege jedoch keine aktive 

Gegenhalte- oder Hilfshand vor, sondern eine passive, nicht korrekt zu kontrollierende 

Hilfshand. Der Zustand entspreche einer amputierten rechten Hand. Es sei in diesem 

Fall nicht realistisch, dass auf berufliche Tätigkeiten abgestellt werde, welche im 

Rahmen einer funktionellen Einhändigkeit nach einer funktionellen Hilfshand verlangten. 

Beim Beschwerdeführer bestehe keine Möglichkeit eines regelmässigen kontrollierten 

Zudienens mit der dominanten rechten Hand. Die Funktion rechts sei derart 

rudimentär, dass bei jeglicher Tätigkeit, sei es beruflich oder zu Hause, eine 

beträchtliche Leistungseinbusse resultiere infolge einer deutlich einschränkenden 

Verlangsamung bei Ausführung dieser Tätigkeit. Die IV-Stelle berücksichtige in ihren 

Beurteilungen weder die resultierende Verlangsamung noch die unter anderem damit in 

Zusammenhang stehende Leistungsreduktion (IV-act. 211-5). Zum Schutz vor 

Missempfindungen werde eine Schutzschiene getragen. In einer einhändigen Tätigkeit 

mit der linken adominanten Hand ohne Hitze-, Kälte-, Nässe- und Vibrations-Exposition 

sei dem Beschwerdeführer eine Leistung von maximal 50 % zumutbar. In dieser 

Formulierung sei die Verlangsamung im Vergleich mit einer gesunden Person 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

Hinsichtlich der vorstehend in Erwägung 1.5 aufgeführten bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung sind für funktionell Einarmige auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

Arbeitsstellen vorhanden. Genannt werden in der Rechtsprechung insbesondere 

einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie die Bedienung und 

Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die 

berücksichtigt und die funktionelle Testung der H.___ integriert, welche nachgewiesen 

habe, dass der Beschwerdeführer auch bei sogenannten Einhändertätigkeiten 

Einschränkungen aufweise in dem Sinne, dass er keine Tätigkeit vollständig 

selbständig durchführen könne, sondern jeweils gewisse Arbeitsschritte innerhalb der 

Einhändertätigkeit nur mit Hilfe Dritter ausführen könne. Basierend auf der 

dokumentierten Leistungsreduktion von 50 % auch in einer einhändigen Tätigkeit 

ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % in einer strikt adaptierten Tätigkeit 

als links-adominanter Einhänder (IV-act. 211-6).

Betreffend die Funktionsfähigkeit der rechten dominanten Hand lässt sich in einer 

Gesamtschau der medizinischen Akten (vgl. vorstehend E. 3.1 bis 3.5) festhalten, dass 

der Beschwerdeführer diese - jedenfalls bis zum vorliegend massgeblichen 

Verfügungszeitpunkt am 26. Mai 2020 (vgl. BGE 143 V 411 E. 2.1; 121 V 366 E. 1b 

m.H.; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2020, 8C_505/2020, E. 5.1) - nicht 

einmal mehr als Hilfshand einzusetzen vermochte und folglich als funktioneller 

Einhänder zu gelten hatte. Die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten lässt sich 

demgegenüber aufgrund von Widersprüchlichkeiten und einer teilweise von den 

medizinischen Fachpersonen vorgenommenen Vermischung der Beurteilung der 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit und der Verwertbarkeit dieser 

Arbeitsfähigkeit anhand der vorhandenen medizinischen Akten nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachvollziehen. Vor diesem 

Hintergrund wäre grundsätzlich ein weiteres Obergutachten in Form eines 

Gerichtsgutachtens einzuholen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, 

Art. 44 N 70 f. mit Hinweisen). Da vorliegend jedoch eine medizinische Einschätzung 

ohne vorgängige erwerbliche Abklärung (welche die Beschwerdegegnerin 

durchzuführen haben wird) nicht zielführend ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 4), erfolgt 

ausnahmsweise eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin. Diese wird zunächst 

festzulegen haben, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer tatsächlich zumutbar 

sind. Basierend auf den erwerblich eruierten und klar umschriebenen Tätigkeiten wird 

sie sodann eine weitere handchirurgische sowie eine neurologische Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzuholen haben.

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 8. September 2009, 8C_207/2009, E. 3.2 und vom 27. August 

2008, 8C_635/2007, E. 4.2, je mit Hinweisen). Hinsichtlich dieser Tätigkeiten erklärt Dr. 

M.___ in ihrem Gutachten, es handle sich dabei nicht um Tätigkeiten für funktionell 

Einhändige ohne funktionelle Hilfshand (IV-act. 211-5), was plausibel erscheint. 

Betreffend den Beschwerdeführer liegt darüber hinaus eine berufliche Abklärung bei 

den Akten, welche zum Schluss führte, dass für sämtliche für den Beschwerdeführer in 

Frage kommenden Tätigkeiten ein Ausschlussgrund gegeben sei. Die H.___-Abklärung 

zeigte laut Abschlussbericht, dass der Computer als Arbeitsinstrument für den 

Beschwerdeführer lediglich für einfachste Daten-Eingaben in Frage komme (IV-act. 

74-5). Streichen von Markierungspfosten, verschiedene Mess-, Sortier- und 

Zählarbeiten, Lagereingangskontrolle, Gravieren mit dem PC waren die einzigen 

handwerklichen/praktischen Tätigkeiten, welche in Frage kamen. Auch bei diesen 

Aufgaben sei der Beschwerdeführer jedoch noch eingeschränkt gewesen, so dass er 

nur verlangsamt habe vorankommen können und überall auf kleine Hilfestellungen 

angewiesen gewesen sei: der Durchschnitt der Einzelleistung sei bei 50 % gelegen (IV-

act. 74-6). Leichte Kurierdienste seien näher abgeklärt worden. Da jedoch Pakete von 

rund 20 kg zu transportieren wären, seien solche dem Beschwerdeführer 

behinderungsbedingt nicht möglich. Als Mitarbeiter im Sicherheitsdienst komme der 

Beschwerdeführer mangels "guter körperlicher und geistiger Verfassung" und mangels 

beidhändiger Einsatzmöglichkeit nicht in Frage (IV-act. 74-8). Als Sitzwache komme der 

Beschwerdeführer mangels sehr guter Deutschkenntnisse nicht in Frage (IV-act. 74-9). 

Basierend auf diesen ausführlichen und nachvollziehbaren beruflichen Abklärungen 

wurden die beruflichen Massnahmen von Seiten der IV am 3. Januar 2017 mangels 

Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

abgeschlossen (IV-act. 85 i.V.m. 77-2). Vor diesem Hintergrund ist es mehr als 

stossend, das Rentenbegehren des Versicherten ab dem 1. Juni 2018 mit der dieser 

Einschätzung diametral entgegenstehenden Begründung abzuweisen, er könne eine 

leidensangepasste Tätigkeit mit vollzeitlichem Pensum ausüben und damit ein 

rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Es ist aber auch nicht ohne weiteres auf 

die Einschätzung der H.___ und der Eingliederungsberatung abzustellen und aufgrund 

der festgehaltenen vollständigen Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eine ganze 

Rente zuzusprechen. Denn der Zustand der Hand hat sich seit jener Abklärung gemäss 

den medizinischen Akten noch massgeblich verbessert (vgl. E. 4.3 f.) Vielmehr erweisen 

sich weitere Abklärungen als unentbehrlich. Steht eine medizinisch-theoretische 

Einschätzung im Gegensatz zu einer Einschätzung gestützt auf berufliche Abklärungen, 

ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei diesem Widerspruch das Einholen 

einer klärenden ergänzenden medizinischen Stellungnahme unabdingbar (vgl. zitiertes 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Urteil in vorstehender E. 1.4 am Schluss). Dr. L.___s handchirurgisches Gutachten 

wurde zwar nach der H.___-Abklärung erstellt, er setzte sich in seinem Gutachten mit 

der beruflichen Abklärung jedoch nicht auseinander - er brachte einzig den Hinweis an, 

dass die Arbeitsvermittlung und die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes als schwierig 

beurteilt worden seien. Ob dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung seiner 

fehlenden Ausbildung, seiner Validenkarriere und der konkreten, aus seinem 

Gesundheitsschaden resultierenden Einschränkungen tatsächlich Tätigkeiten 

offenstehen, kann das Gericht anhand der vorhandenen Akten und Abklärungen nicht 

beurteilen. Die Beschwerdegegnerin hat die Bejahung dieser Frage auf die 

Einschätzung des zuständigen Sachbearbeiters und des zuständigen Mitarbeiters des 

Rechtsdienstes gestützt (vgl. Feststellungsblatt in IV-act. 191); ihre Sachverständigen 

aus dem Bereich der Eingliederung hat sie jedoch nach Beendigung der beruflichen 

Massnahmen am 3. Januar 2017 (IV-act. 85) nicht mehr beigezogen. Dies wäre jedoch 

notwendig gewesen, um die Frage zu beantworten, ob auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt wirklich Arbeitsstellen existieren, die als ideal 

leidensadaptiert für den Beschwerdeführer qualifiziert werden können. Eine 

Fachperson aus der Berufsberatung hat mögliche Tätigkeiten samt ihren 

behinderungsrelevanten Anforderungen und dem jeweiligen Lohnniveau zu 

beschreiben. Ohne eine berufsberaterische Abklärung und Einschätzung der Situation 

des Beschwerdeführers und eine im Nachgang dazu erfolgte konkrete Einschätzung 

seiner Arbeitsfähigkeit durch Fachärzte der Handchirurgie und der Neurologie erweist 

sich der Sachverhalt in diesem konkreten Fall als ungenügend abgeklärt. Die von der 

Fachperson aus der Berufsberatung festgelegten Tätigkeitsprofile werden einem 

handchirurgischen Facharzt, beispielsweise Dr. L.___, asim, in Form einer Rückfrage zu 

seinem Gutachten vom 10. Mai 2019, vorzulegen sein mit der Frage nach der 

Leistungsfähigkeit in den konkret in Frage kommenden Tätigkeiten. Die angefochtene 

Verfügung ist in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen 

und muss folglich aufgehoben werden. Im Rahmen der weiteren Abklärungen werden 

grundsätzlich auch Eingliederungsmassnahmen erneut zu prüfen sein, zumal letztere, 

wie gesagt, am 3. Januar 2017, mithin fast drei Jahre vor Erlass der vorliegend 

angefochtenen Verfügung, mit der Begründung abgelehnt wurden, dass keine für den 

Beschwerdeführer in Frage kommenden Tätigkeiten vorhanden seien (vgl. IV-act. 85 

i.V.m. 77-2). Dies widerspricht jedoch - wie ebenfalls bereits ausgeführt - dem im 

Verfügungszeitpunkt von der Beschwerdegegnerin vertretenen Standpunkt, dass der 

Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit 100 % arbeits- und leistungsfähig und 

diese Arbeitsfähigkeit verwertbar sein soll. Dafür, dass der Beschwerdeführer 

Eingliederungsmassnahmen nicht zugänglich sein könnte, bestehen keinerlei 

Anhaltspunkte. Im Gegenteil wird der Beschwerdeführer in den Akten als arbeitswillig, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gar bei der Arbeit aufblühend, beschrieben (vgl. beispielsweise IV-act. 74-4 und 77-2). 

Er erklärte denn auch gegenüber den Gutachtern der estimed AG Ende 2017 - und 

damit nach Erhalt der einen Anspruch auf berufliche Massnahmen verneinenden 

Mitteilung vom 3. Januar 2017 - explizit, dass er "allfällig die Hilfestellung zur 

Umschulung oder Aufnahme einer Tätigkeit, die er noch ausführen könnte, erwarte" (IV-

act. 138-88).

5.  

6.  

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend 

von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten dahingehend gutzuheissen, dass die 

angefochtene Verfügung vom 26. Mai 2020 aufgehoben und die Sache zur Vornahme 

ergänzender Abklärungen im Sinn der vorstehenden Erwägungen und zu 

entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm 

zurückzuerstatten.

5.2. 

bis

Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der 

Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. 

5.3. 

ter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Verfügung vom 26. Mai 

2020 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen sowie neuer Entscheidung 

im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2021
	Faktische Einhändigkeit des Beschwerdeführers. Die anlässlich einer BEFAS-Abklärung ermittelte Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten widerspricht derjenigen, welche der Rentenablehnung zugrunde gelegt wurde. Rückweisung zur Ermittlung konkreter Beschäftigungen, handchirurgischer und neurologischer Festlegung der Arbeitsfähigkeit sowie Durchführung von beruflichen Massnahmen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2021, IV 2020/140).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:11:52+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen