# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** faee10a2-9f59-54ea-8523-52f797d0a31c
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-31
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2006 sowie Steuerhoheit (1.1.2007 - 31.12.2011)
**Docket/Reference:** ST.2014.42
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2014_42_43_oq.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2014.42 + 43 

Entscheid 

 31. Oktober 2014 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

A   A G ,    
Steuergemeinde B,   

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2006 sowie  
Steuerhoheit (1.1.2007 - 31.12.2011) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  A  AG  (vor  dem …  2013  A  AG,  nachfolgend  die Pflichtige)  hatte ihren 

statutarischen Sitz bis … 2006 in D (ZH), anschliessend in E (OW). Als Präsident und 

Delegierter  des  Verwaltungsrats  amtet  F,  und  als  Vizepräsidentin  seine  Ehefrau  G, 

welchen beiden die Pflichtige auch gehört. Entsprechend der Sitzverlegung reichte die 

Pflichtige am 12. März 2008 ihre Steuererklärung 1.1. - 31.12.2006 im Kanton Obwal-

den  ein.  Gemäss  Erfolgsrechnung  bildete  sie  in  dieser  Steuerperiode  neu  eine  Rück-

stellung von Fr. 250'000.- für Prozessrisiken.  

Am  2.  Juni  2010 führte das kantonale  Steueramt  eine  Revision  der  Buchhal-

tung 2006 der Pflichtigen durch. Mit Auflage vom 3. Juni 2010 verlangte die Bücherre-

visorin u.a. eine geschäftsmässige Begründung der Rückstellung samt Nachweis. Die 

Pflichtige antwortete am 23. Juni 2010. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2011 legte die 

Bücherrevisorin  die  Gründe  dar,  welche  dafür  sprächen,  dass  2006  die  tatsächliche 

Leitung  der  Pflichtigen  am  Wohnort  der  Vizepräsidentin  des  Verwaltungsrats  erfolgt 

sei, und setzte der Pflichtigen Frist an, um den Gegenbeweis zu erbringen. Mit Eingabe 

vom 30. März 2012 wandte sich diese gegen die steueramtliche Betrachtungsweise.  

Im  Revisionsbericht  vom  3.  April  2012  zur  Staatssteuereinschätzung  1.1.  - 

31.12.2006  kam  die  Bücherrevisorin  zum  Schluss,  dass  die  tatsächliche  Leitung  der 

Gesellschaft  am Wohnort  der  Geschäftsführerin  in  B  (ZH)  liege.  Zudem  beurteilte  sie 

die  Rückstellung  nur  teilweise  als  geschäftsmässig  begründet.  In  der  Folge  traf  der 

Steuerkommissär  am  12.  September  2012  einen  Einschätzungsentscheid  für  die 

Staats-  und  Gemeindesteuern  1.1.  -  31.12.2006,  worin  er  die  Steuerhoheit  über  die 

gesamte Steuerperiode für den Kanton Zürich beanspruchte, da der statutarische Sitz 

in E bloss formell sei. Materiell rechnete er die Rückstellung in Abweichung vom Revi-

sionsbericht in voller Höhe auf. Zudem erliess er am selben Datum einen Vorentscheid 

über  die  Beanspruchung  der  Steuerhoheit  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  vom 

1.1.2007 bis 31.12.2011.  

B.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  15.  Oktober  2012  Einsprache  erheben 

und  u.a.  beantragen,  auf  die  Aufrechnung  der  Rückstellung  zu  verzichten  sowie  den 

Vorentscheid  über  die  Steuerhoheit  aufzuheben.  Das  kantonale  Steueramt  verlangte 

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darauf am 6. Februar 2013 u.a. weitere Unterlagen sowie eine substanziierte Sachdar-

stellung  im  Zusammenhang  mit  der  Rückstellung,  worauf  die  Pflichtige  am  11.  März 

und 30. April 2013 diverse Dokumente einreichte und Ausführungen machte.  

Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache am 21. Januar 2014 betreffend 

die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2006 in einem nicht mehr streitigen Punkt gut und wies 

sie im Übrigen ab. Dies ergab eine Einschätzung für die Staats- und Gemeindesteuern 

1.1.  -  31.12.2006  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr.  266'400.-  und  einem 

steuerbaren  Kapital  von  Fr.  1'284'000.-.  Mit  Bezug  auf  die  Steuerhoheit  1.1.2007  bis 

31.12.2011 wies es die Einsprache in einem separaten Entscheid ab.  

C. Mit Rekurs vom 24. Februar 2014 liess die Pflichtige die Einspracheanträge 

wiederholen,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen.  Das  kantonale  Steueramt 

schloss am 4. April 2014 auf Abweisung des Rechtsmittels. Die Pflichtige hielt mit Rep-

lik vom 30. Juni 2014 und das kantonale Steueramt in der Duplik vom 24. Juli 2014 an 

den Anträgen fest.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Die Pflichtige macht vorab geltend, der Kanton Zürich habe mit Bezug auf 

die Steuerhoheit das Recht auf Einschätzung verwirkt.  

a)  Ein  Kanton,  der  die  für  die  Steuerpflicht  massgeblichen  Tatsachen  kennt 

oder kennen kann, verwirkt sein Recht auf Besteuerung, wenn er mit der Erhebung des 

Steueranspruchs ungebührlich lange zuwartet und ein anderer Kanton zur Rückerstat-

tung von Steuern verpflichtet werden müsste, die er in guten Treuen und in Unkenntnis 

des kollidierenden Steueranspruchs bezogen hat (BGr, 17. August 2012, 2C_92/2012, 

mit  weiteren  Hinweisen,  auch  zum  Folgenden).  Unter  der  einjährigen  Gegenwartsbe-

messung gilt eine Veranlagung für periodische Steuern in der Regel dann als verspä-

tet, wenn sie später als ein Jahr nach Ablauf der auf die Steuerperiode folgenden Ver-

anlagungsperiode erfolgt (BGE 132 I 29 E. 3.3 S. 33 ff.). Die Verwirkung bezweckt, den 

die  Einrede  erhebenden  Kanton  davor  zu  bewahren,  schon  bezogene  Steuern  auf-

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grund  eines  an  sich  vorrangigen,  aber  erst  ungebührlich  spät  erhobenen  Steueran-

spruchs  des  anderen  Kantons  zurückerstatten  zu  müssen.  Deshalb  kann  die  Verwir-

kung auch nur durch den anderen Kanton und nicht durch die steuerpflichtige Person 

geltend gemacht werden. 

b) Auf die Verwirkungseinrede der Pflichtigen ist damit nicht einzutreten. Diese 

räumt denn auch ein, dass sie selber zur Einrede nicht berechtigt sei, gibt aber zu be-

denken, dass aufgrund der zu erwartenden Einrede des Kantons  OW ein verfahrens-

mässiger  Leerlauf  vermieden  werden  könne.  Dem  ist  entgegen  zu  halten,  dass  der 

Kanton OW gegenüber dem kantonalen Steueramt Zürich auf die Verwirkungseinrede 

verzichtet hat.  

2. a) aa) Juristische Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuer-

pflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton befindet (§ 55 

des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Die Steuerpflicht endet u.a. mit der Verle-

gung des Sitzes oder der tatsächlichen Verwaltung aus dem Kanton (§ 59 Abs. 2 StG).  

Unter Sitz ist der zivilrechtliche bzw. statutarische Sitz zu verstehen. Die steuer-

rechtliche Zugehörigkeit bestimmt sich vorab nach diesem, sofern er nicht nur formeller 

Natur  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz, 

3. A.,  2013,  § 55  N  7  f.  StG,  auch  zum  Folgenden).  Im  letzteren  Fall  (so  genanntes 

Briefkastendomizil) ist auf den Ort der tatsächlichen Geschäftsführung abzustellen. Für 

einen bloss formellen Charakter des statutarischen Sitzes sprechen folgende Umstän-

de:  

-  die  Gesellschaft  unterhält  am  statutarischen  Sitz  keine  Büros  oder  sonstigen  Ein-

richtungen und ist auch telefonisch nicht erreichbar;  

-   die Gesellschaft besitzt am Sitz keine wesentliche Infrastruktur; 

-   am  statutarischen  Sitz  befinden  sich  weder  Leitung  noch  Geschäftseinrichtungen 

(Büroräumlichkeiten, Personal usw.). Vielmehr stellt ein Beauftragter der juristischen 

Person  seine  Geschäftsadresse  zur  Verfügung,  nimmt  allenfalls  die  für  diese  be-

stimmte Post entgegen und leitet sie an die Gesellschaft weiter;  

-   Anfragen an die Gesellschaft am statutarischen Sitz werden von einem anderen Ort 

aus erledigt;  

-   die Sitzungen der Gesellschaftsorgane werden nicht am statutarischen Ort durchge-

führt.  

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Der Ort der tatsächlichen Verwaltung liegt nach der Rechtsprechung des Bun-

desgerichts  dort,  wo  eine  Gesellschaft  ihren  wirtschaftlichen  und  tatsächlichen  Mittel-

punkt hat bzw. wo die normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung be-

sorgt  wird  (BGr,  16.  Mai  2013,  2C_1086/2012,  E  2.2,  mit  Hinweisen,  auch  zum  Fol-

genden; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 55 N 11 ff. StG). Massgebend ist somit die 

Führung  der  laufenden  Geschäfte im  Rahmen  des  Gesellschaftszwecks.  Dabei  ist  es 

kaum denkbar, dass die tatsächliche Verwaltung im Auftragsverhältnis von Dritten aus-

geübt  wird  (BGr,  8. September  2003,  2A.560/2002,  E. 5.2.2).  Das  Bundesgericht 

grenzt  die Geschäftsleitung  ab  von  der  blossen administrativen  Verwaltung  einerseits 

und der Tätigkeit der obersten Gesellschaftsorgane anderseits, soweit letztere sich auf 

die  Ausübung  der  Kontrolle  über  die  eigentliche  Geschäftsleitung  und  gewisse 

Grundsatzentscheide  beschränkt.  Entscheidend  ist  jener  Ort,  wo  die  Fäden  der  Ge-

schäftsführung  zusammenlaufen  und  die  wesentlichen  Unternehmensentscheide  fal-

len. Abzustellen ist somit auf den Ort der Führung der laufenden Geschäfte im Sinn der 

obersten Leitung der operationellen Betriebsführung (vgl. Übersicht in Heilinger/Maute, 

Der  Begriff  der  tatsächlichen  Verwaltung  im  interkantonalen  und  internationalen  Ver-

hältnis bei den direkten Steuern, StR 2008, 742, 752).  

Findet  die  Geschäftsleitung  in  diesem  Sinn  an  verschiedenen  Orten  statt,  so 

kommt  es  auf  das  Zentrum,  d.h.  den  Mittelpunkt  dieser  Tätigkeit  an.  Nicht  entschei-

dend  ist  in der  Regel  der  Ort  der  Verwaltungsratssitzungen,  der Generalversammlun-

gen oder der Wohnsitz der Aktionäre. Liegt die Geschäftsführung und Verwaltung einer 

Gesellschaft aber ausschliesslich in den Händen eines einzigen Aktionärs und Verwal-

tungsrats, kann auch sein Wohnsitz als Mittelpunkt der geschäftlichen Tätigkeiten gel-

ten, wenn die Handlungen, die im Rahmen der Geschäftsführung und Verwaltung vor-

genommen  werden,  auf  verschiedene  Orte  entfallen  und  die  Gesellschaft  nicht  über 

feste Einrichtungen und Personal verfügt (Heilinger/Maute, 757).  

Liegt der Ort der wirklichen Leitung im Ausland und steht dem nur der formelle 

schweizerische Sitz und damit kein Ort der wirklichen Leitung in einem anderen Kanton 

gegenüber, so ist nur der formelle statutarische Sitz in der Schweiz massgebend, auch 

wenn  in  einem  anderen  Kanton  gewisse  untergeordnete  Tätigkeiten  wahrgenommen 

werden (Heilinger/Maute, 747, mit Verweis auf einen älteren bundesgerichtlichen Ent-

scheid). Dieser Grundsatz wird dadurch untermauert, dass Art. 20 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 

vom 14. Dezember 1990 (StHG) für die persönliche Zugehörigkeit von juristischen Per-

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sonen nur die beiden Anknüpfungskriterien Sitz und Ort der tatsächlichen Verwaltung 

nennt;  diese  Aufzählung  ist  abschliessend  (Athanas/Widmer,  in:  Kommentar  zum 

Schweizerischen Steuerrecht, 2. A., 2002, Art. 20 N 23 StHG). Soweit die Vorausset-

zungen keines dieser beiden Kriterien vorliegen, fehlt es an der rechtlichen Grundlage 

für die Beanspruchung der Steuerhoheit durch einen Kanton.  

bb)  Es  obliegt  der  Steuerbehörde,  jene  Umstände  darzutun  und  zu  beweisen, 

aus denen folgt, dass sich der Sitz im Kanton befindet. Denn gemäss dem generellen 

Grundsatz über die Beweislastverteilung (Art. 8 ZGB) haben im Allgemeinen die Steu-

erbehörden die steuerbegründenden Tatsachen zu beweisen, mithin auch jene, welche 

die  Steuerhoheit  begründen.  Der  Steuerpflichtige  ist  jedoch  zur  Mitwirkung  und  na-

mentlich zu umfassender Auskunftserteilung über die für die Besteuerung massgeben-

den Umstände verpflichtet (vgl. §§ 133 ff. StG). Eine Wohnsitzverlegung ist vom Steu-

erpflichtigen  im  Rahmen  seiner  Mitwirkungspflicht  darzulegen.  Dazu  gehört  nicht  nur 

die endgültige Lösung der Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz, sondern auch die 

Darstellung  der  Umstände,  welche  zur  Begründung  des  neuen  Wohnsitzes  geführt 

haben (BGr, 18. Januar 2010, 2C_472/2010 E. 2.2, mit weiteren Hinweisen). Dieselben 

Grundsätze müssen auch gelten, wenn es um die Sitzverlegung einer juristischen Per-

son geht.  

b) Laut Auszug aus dem zürcherischen Handelsregister befand sich der statu-

tarische Sitz der Pflichtigen bis zur Löschung am … 2006 an der …strasse 4 in D (ZH), 

während das Handelsregister OW den Eintrag per … 2006 an der Adresse am … 5 in 

E vermerkt. Unstreitig ist, dass der Sitz ab Wegzug sich nicht mehr in D befand, hinge-

gen  gehen  die  Meinungen  auseinander,  ob  der  neue  statutarische  Sitz  in  E  massge-

bend ist oder nicht. Indem das kantonale Steueramt nicht mehr an den früheren Sitz D 

anknüpft,  sondern  einen  neuen  Sitz  kraft  tatsächlicher  Geschäftsleitung  am  Wohnort 

der  Verwaltungsrätin  in  B  behauptet,  kann  es  sich  nicht  auf  den  Grundsatz  berufen, 

dass  der  Steuerpflichtige  die  Beweislast  für  einen  Sitzwechsel  trägt,  da  es  ja  selber 

auch einen solchen behauptet. Mithin obliegt ihm hierfür die Beweislast. Die Pflichtige 

ist demgegenüber dafür beweispflichtig, dass der Sitz in E massgebend ist.  

c)  Massgebend  ist  nach  dem  Gesagten  das  Kriterium  des  Orts  der  Führung 

der laufenden Geschäfte im Sinn der obersten Leitung der operationellen Betriebsfüh-

rung.  Die  Tätigkeit  der  Pflichtigen  bestand  darin,  Grossgrundstücke  vornehmlich  im 

nahen Ausland zu vermitteln. Die Geschäftsleitungstätigkeit lässt sich nur schwer von 

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der eigentlichen Geschäftstätigkeit abgrenzen; sie dürfte wohl in den Entscheiden ge-

legen  haben  über  die  Kriterien,  nach  welchen  nach  Objekten  und  Käufern  gesucht 

wurde,  über  das  Wirkungsgebiet,  über  die  einzusetzenden  Mittel,  über  die  allfällige 

Anstellung  von  Personal  sowie  die  Vertragsbedingungen,  zu  welchen  die  Pflichtigen 

bereit war, tätig zu werden. 

Träger dieser Aktivitäten war in erster Linie F als Hauptaktionär und Präsident 

des Verwaltungsrats. Nach Sachdarstellung der Pflichtigen handelt es sich bei ihm um 

einen Immobilienfachmann, der einzig über die Kontakte im nahmen Ausland verfügte 

und  für  die  Pflichtige  die  Geschäfte  akquirierte,  verhandelte  und  abschloss.  Er  allein 

verfügte über Einzelzeichnungsbefugnis. Seine in B wohnhafte Ehefrau war Vizepräsi-

dentin des Verwaltungsrats mit Kollektivunterschrift zu zweien. Nach der Sachdarstel-

lung  der  Pflichtigen  gingen  ihre  Aufgaben  nicht  über  administrative  Arbeiten  hinaus. 

Demnach war sie für die Weiterleitung von Nachrichten und Korrespondenzen an ihren 

Ehemann oder allenfalls für die Protokollführung bei Geschäften im Ausland bzw. der 

Generalversammlungen  und  Verwaltungsratssitzungen  zuständig.  Der  ebenfalls  im 

Handelsregister  als  kollektivzeichnungsberechtigtes  Mitglied  des  Verwaltungsrats  ver-

zeichnete  L  war  nach  Sachdarstellung  der  Pflichtigen  von  F  lediglich mandatiert  wor-

den und durfte einzig auf dessen Anweisungen handeln. Dies wird dadurch untermau-

ert,  dass  er  auch  für  die  Steuervertreterin  tätig  war,  und  deshalb  wohl  bloss 

treuhänderisch  auftrat.  Weitere  Angestellte  hatte  die  Pflichtige  nicht.  Diesen  Ausfüh-

rungen wird vom kantonalen Steueramt nicht widersprochen, weshalb darauf abzustel-

len ist.  

F hatte 2006 unbestritten seinen Wohnsitz in Luxemburg und hielt sich meis-

tens im Ausland auf. Erst ab der Steuerperiode 2008 beansprucht das kantonale Steu-

eramt  die  Steuerhoheit  über  ihn;  diesbezüglich  ist  ein  (paralleles)  Rechtsmittelverfah-

ren hängig. 

d)  Stellt  man  auf  das  massgebende  Kriterium  des  Orts  der  obersten  Leitung 

der  operationellen  Betriebsführung  ab,  so  ergibt  sich,  dass  diese  sich  mit  Sicherheit 

nicht in E abgespielt hat:  

aa) Gemäss Mietvertrag vom … 2006 besteht das Mietobjekt am … 5 in E aus 

einem Büro mit Mitbenützung von Infrastrukturräumen und Sitzungszimmer. Der Miet-

zins beträgt Fr. 500.- monatlich. Vermieterin ist die M AG, E, welche 2006 von densel-

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ben  Personen  wie  die  Steuervertreterin  der  Pflichtigen  geleitet  wurde.  Gemäss  den 

Abklärungen des Revisors vom 28. Juni 2010 zerfällt die Liegenschaft in E in zwei Ad-

ressen  5a  und  5b.  Das  Gebäude  ist  Bestandteil  einer  kleinen  Ferienwohnungs-

Siedlung,  die als  "N"  (Eingangsschild)  bezeichnet  wird.  Das  Haus  5a  und 5b  umfasst 

insgesamt  24  Wohnungen,  dabei  fanden  sich  Klingel-Schilder  nur  von  drei  Firmen, 

darunter der Vermieterin, nicht aber der Pflichtigen.  

Gemäss  Sachdarstellung  der  Pflichtigen  hierzu  in  der  Auflageantwort  vom 

30. März 2012 erbrachte sie ihre Dienstleistungen gegenüber Kunden (Vermittlung und 

Begutachtung  von  Immobilien)  im  Ausland,  weshalb  rund  90%  der  Arbeitszeit  der 

Pflichtigen dort angefallen sei. Der Gedanke zum Umzug in eine Bergregion sei einer 

Affinität des Ehepaars zum Wandern entsprungen. Insbesondere strategische Gedan-

ken für  das  Geschäft,  aber  auch  Ideensammlungen  und Konzeptansätze etc.  würden 

oft  beim  Wandern  diskutiert  und  anschliessend  im  Büro  auf  dem  Computer  konkreti-

siert. Der Pflichtigen sei ein Büroraum zugeordnet worden, auch wenn dies explizit im 

Mietvertrag nicht aufgeführt wurde. In der grosszügigen Überbauung hätten 40 Firmen 

ihre  Büros.  Der  Umstand,  dass  die  Siedlung  als  Wohnsiedlung  erscheine,  sei  ohne 

Belang, da in einem Bergdorf wie E starke Auflagen der Baubehörde in Bezug auf die 

Erscheinung  der  Gebäude  bestünden.  Ein  Firmenschild  sei  nicht  angebracht  worden, 

da kein Kundenverkehr stattfinde. Am Sitz würden strategische Gedanken gefasst und 

die  strategischen  Sitzungen  (Generalversammlungen,  Verwaltungsratssitzungen)  ab-

gehalten. Umzugskosten seien keine angefallen, da das frühere Büro in D bereits ein-

gerichtet  gemietet  worden  sei.  Gewisse  Büroutensilien  seien  neu  privat  gekauft  wor-

den. Teile der Infrastruktur befänden sich in K.  

bb)  Gestützt  auf  diese  Umstände  erscheint  aber  der  Sitz  in  E  in  der  Tat  als 

rein formell:  

Eine  örtliche  Aufteilung  der  Aktivitäten  des  Hauptaktionärs  und  Präsidenten 

des Verwaltungsrats auf verschiedene Orte ist bereits im Ansatz realitätsfremd; es ist 

davon auszugehen, dass die operativ wichtigen Entscheide laufend dort getroffen wur-

den, wo er sich jeweils gerade aufhielt und von wo aus er seinen geschäftlichen Tätig-

keiten  nachging.  Eine  Zuweisung  des  Orts  der  tatsächlichen  Geschäftsführung  muss 

demnach  dorthin  erfolgen.  Nachdem  er  sich  2006  unbestritten  in  K  aufhielt  und  dort 

ansässig war, muss demnach auch der  Schwerpunkt seiner Aktivitäten und damit der 

Ort  der  tatsächlichen  Geschäftsführung  dort  angesiedelt  werden.  Vor  diesem  Hinter-

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grund  sind  die  Ausführungen  der  Pflichtigen,  man  habe  jeweils  in  E  beim  Wandern 

strategische Gedanken für das Geschäft diskutiert und anschliessend im Büro auf dem 

Computer  konkretisiert,  konstruiert  und  unglaubwürdig.  Nach  den  vorhandenen  Hin-

weisen ist vielmehr davon auszugehen, dass wohl in E ein Büroraum gemietet wurde, 

sich  dort  aber  keine  Geschäftstätigkeit  abgespielt  hat.  Darauf  deutet  insbesondere 

auch  hin,  dass  man  es  unstreitig  nicht  einmal  für  nötig  befunden  hat,  entsprechende 

Türschilder anzubringen, und dass die Post in ein Postfach ging. Auch die Feststellung 

des  kantonalen  Steueramts,  dass  Anrufe  auf  die  Telefonnummer  gemäss  Telefon-

bucheintrag  an  einen  Telefon-Dienstleistungsanbieter  gingen,  welcher  diese  an  Kun-

den weiterleitete, bestätigt die Annahme, dass die Adresse in E lediglich formelle Be-

deutung hatte.  

Als Ergebnis ist damit festzuhalten, dass ab Ende 2006 der statutarische Sitz 

in  E  lediglich  formell,  der  tatsächliche  Sitz  hingegen  am Wohnort  des  Hauptaktionärs 

und Präsidenten des Verwaltungsrats in K lag. 

cc)  Das kantonale Steueramt  siedelt  indessen  den  Ort  der tatsächlichen  Lei-

tung  bei  der  Vizepräsidentin  an.  Ihre  Tätigkeit  reicht  nach  dem  Gesagten  aber  nicht 

aus, um die Annahme eines tatsächlichen Sitzes zu begründen. Untergeordnete Tätig-

keiten vermögen zudem keinen eigenen Anknüpfungspunkt für eine hiesige Steuerho-

heit zu begründen, wenn der Ort der tatsächlichen Leitung im Ausland liegt.  

dd)  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  unterliegt  somit  die  Pflichtige  2006  ab 

Sitzverlegung per … 2006 nicht mehr der Steuerhoheit des Kantons Zürich.  

e)  Streitig  ist  ferner  die  Steuerhoheit  über  die  Pflichtige  vom  1.1.2007  - 

31.12.2011,  welche  das  kantonale  Steueramt  mit  Vorentscheid  vom  12.  Septem-

ber 2012  beansprucht  hat.  Es  begründet  dies  mit  den  bereits  im  Zusammenhang  mit 

der Steuerhoheit 2006 vorgebrachten Argumenten.  

aa)  Nach  dem  Gesagten  hängt  der  Ort  der  tatsächlichen  Verwaltung  der 

Pflichtigen  entscheidend  vom  Aufenthaltsort  des  Hauptaktionärs  ab.  Da sich  2007  an 

den  Verhältnissen  im  Vergleich  zu  Ende  2006  nichts  geändert  hat,  gelten  die  vorste-

hend  gemachten  Ausführungen  auch  für  dieses  Jahr.  Insbesondere  fällt  in  Betracht, 

dass  das  kantonale  Steueramt  für  2007  nicht  die  Steuerhoheit  über  F  beansprucht. 

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Dies führt dazu, dass auch hier die Voraussetzungen für die Beanspruchung der Steu-

erhoheit über die Pflichtige nicht gegeben sind.  

bb)  Indessen  hat  das  kantonale  Steueramt  mit  Vorentscheid  ebenfalls  vom 

12. September  2012  die  Steuerhoheit  über  F  vom  1.  Januar  2008  bis  31.  Dezem-

ber 2011  beansprucht  mit  der  Begründung,  dass  er  sich  ab  dieser  Steuerperiode  am 

Wohnort der Ehefrau aufgehalten habe.  F hat diesen Vorentscheid angefochten, wor-

über im Verfahren 1 DB.2014.39/1 ST.2014/48 ebenfalls am heutigen Tag entschieden 

worden ist. Dabei kommt das Rekursgericht zum Schluss, dass die Steuerhoheit kraft 

Wohnsitz  im  Kanton  Zürich  für  die  Steuerperioden  2008  und  2009  zu  bestätigen  ist, 

während das Verfahren in Bezug auf die Steuerperioden 2010 und 2011 an das kanto-

nale Steueramt zur weiteren Untersuchung zurückzuweisen ist.  

Damit liegen aber für die Steuerperioden 1.1. - 31.12.2008 und 2009 geänder-

te Verhältnisse vor. Mit der Ansässigkeit von F ist auch von einer tatsächlichen Verwal-

tung der Pflichtigen im Kanton Zürich auszugehen. Das kantonale Steueramt hat damit 

für diese Steuerperioden  die Steuerhoheit zu Recht beansprucht.  

Für  die  Steuerperioden  2010  und  2011  hingegen  sind  die  Verhältnisse  nicht 

liquid. Diesbezüglich ist es erforderlich, das Ergebnis der Untersuchung mit Bezug auf 

den  Wohnsitz  von  F  abzuwarten  und  dann  neu  zu  entscheiden.  Dies  rechtfertigt  es, 

den  steueramtlichen  Vorentscheid  diesbezüglich  aufzuheben  und  die  Sache  an  die 

Vorinstanz zurückzuweisen.  

3.  Streitig  ist  mit  Bezug  auf  die  Steuerperiode  1.1.  -  31.12.2006  die  Bildung 

einer Rückstellung für Prozessrisiken von Fr. 250'000.-.  

a)  Verlegt  eine juristische  Person  während  der Steuerperiode  ihren Sitz  oder 

die tatsächliche Verwaltung von einem Kanton in einen anderen, so ist sie in den betei-

ligten  Kantonen  für  die  gesamte  Steuerperiode  steuerpflichtig.  Veranlagungsbehörde 

ist  diejenige des  Kantons  des  Sitzes oder  der tatsächlichen Verwaltung am  Ende der 

Steuerperiode  (Art.  22  Abs.  1  StHG;  Grundsatz  der  Einheit  der  Steuerperiode).  Der 

Gewinn  und  das  Kapital  werden  zwischen  den  beteiligten  Kantonen  in  sinngemässer 

Anwendung  der  Grundsätze  des  Bundesrechts  über  das  Verbot  der  interkantonalen 

Doppelbesteuerung ausgeschieden (Abs. 3). Bei Wechsel der unbeschränkten Steuer-

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pflicht bedeutet dies, dass der in der fraglichen Steuerperiode erzielte Gewinn bzw. das 

steuerbare Kapital zwischen dem Weg- und Zuzugskanton in der Regel pro rata tem-

poris ausgeschieden wird. Die Ermächtigung des Sitzkantons am Ende der Periode zur 

Vornahme der Einschätzung nimmt dem Wegzugskanton aber nicht das Recht, eben-

falls die Einschätzung für die Periode vorzunehmen und hierzu die erforderlichen Un-

tersuchungen  durchzuführen  (vgl.  Ziff.  22  des  Kreisschreibens  der  Schweizerischen 

Steuerkonferenz  vom  31.  August  2001  zur  Verordnung  des  Bundesrates  vom 

9. März 2001 über die Anwendung des Steuerharmonisierungsgesetzes im interkanto-

nalen  Verhältnis;  Botschaft  des  Bundesrats  zur  Koordination  und  Vereinfachung  der 

Veranlagungsverfahren  für  die  direkten  Steuern  im  interkantonalen  Verhältnis  vom 

24. Mai 2000, S. 3908, www.admin.ch).  

Mit  Mitteilung  vom  4.  Februar  2010  hat  das  kantonale  Steueramt  H  die  Aus-

scheidung vorgenommen. Darin hat es die vorliegend streitige Rückstellung nicht auf-

gerechnet.  Nach  dem  Gesagten  ist  indessen  das  kantonale  Steueramt  Zürich  nicht 

daran gebunden, sondern steht es ihm frei, Korrekturen vorzunehmen.  

b) Gemäss § 64 Abs. 1 Ziff. 1 StG bildet der Saldo der Erfolgsrechnung unter 

Berücksichtigung des Saldovortrags Ausgangspunkt für die Bestimmung des steuerba-

ren Reingewinns. Das Steuergesetz verweist damit ausdrücklich auf den handelsrecht-

lichen Erfolgsausweis. Aus dieser expliziten Anknüpfung wird der Grundsatz der Mass-

geblichkeit  der  Handelsbilanz  für  die  Steuerbilanz  abgeleitet.  Dieses  sogenannte 

Massgeblichkeitsprinzip gilt jedoch nur dann, wenn der Erfolgsausweis nicht unter Ver-

letzung zwingender Bestimmungen des Handelsrechts zustande kam und sofern nicht 

spezielle  steuerrechtliche  Vorschriften  für  die  Gewinnermittlung  zu  beachten  sind 

(Grundsatz  der  Massgeblichkeit  der  Handelsbilanz  für  die  Steuerbilanz;  BGr,  16.  Au-

gust  2012,  2C_29/2012,  E.  2.1;  BGr,  13.  September  2011,  2C_515/2010;  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 64 N 7 StG).  

Rückstellungen sind neu in Art. 960e Abs. 3 OR (in der Fassung vom 23. De-

zember 2011, in Kraft seit 1. Januar 2013) definiert, welcher aber für das vorliegende 

Jahr  2006  noch  nicht  zur  Anwendung  gelangt.  Nach  früherer  Praxis  und  Rechtspre-

chung werden Rückstellungen gebildet für Verluste oder für Verbindlichkeiten, die am 

Bilanzstichtag  wahrscheinlich  oder  sicher,  aber  hinsichtlich  ihrer  Höhe  noch  unbe-

stimmt sind (BGr, 15. Januar 2013, 2C_787/2012, 2C_788/2012, mit zahlreichen Hin-

weisen, auch zum Folgenden). Sie müssen gemäss Art. 669 Abs. 1 OR insbesondere 

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vorgenommen werden, um ungewisse Verpflichtungen oder um drohende Verluste aus 

schwebenden  Geschäften  zu  decken.  Ungewisse  Verpflichtungen  sind  solche,  deren 

Bestand noch fraglich oder bei denen Höhe und Zeitpunkt der Fälligkeit noch unklar ist; 

mit  der  Rückstellung  für  drohende  Verluste  aus  schwebenden  Geschäften  wird  nach 

dem  Imparitätsprinzip  eine  Verschlechterung  im  laufenden  Geschäftsjahr  berücksich-

tigt.  Es  ist  aber  nicht  zulässig,  eine  Pauschalrückstellung  für  drohende  Verluste  aus 

allgemeinem  Unternehmerrisiko  zu  bilden,  weil  damit  eine  fiktive  Verpflichtung  in  die 

Bilanz aufgenommen würde. 

Für die Beurteilung, ob eine verbuchte Rückstellung bzw. Wertberichtigung im 

Einzelfall  geschäftsmässig  begründet  ist,  sind  grundsätzlich  die  Verhältnisse  am  Bi-

lanzstichtag  massgebend  (Art.  958  Abs. 1  i.V.m.  Art. 960  Abs. 2  OR,  in  der  bis  am 

31. Dezember 2012 geltenden Fassung). Indessen können alle bis zum Zeitpunkt der 

Bilanzerrichtung  erhaltenen  Informationen  in  der  Jahresrechnung  verwendet  werden, 

sofern  dadurch  Verhältnisse  des  Bilanzstichtags  offenkundig  werden  (Karl  Käfer,  in: 

Berner Kommentar, 1981, Art. 960 N 328 f, auch zum Folgenden; RB 1986 Nr. 41). Die 

Entscheidung darüber, ob ein nachträgliches Ereignis rückwirkend den Abschluss per 

Bilanzstichtag  beeinflusst,  hängt  von  der  am  Bilanzstichtag  bestehenden  Datenlage 

und den damit  verknüpften  Auswirkungen  auf  die  künftigen  Ereignisse ab.  Das nach-

trägliche Ereignis ist zu berücksichtigen, wenn und soweit die Verhältnisse am Bilanz-

stichtag adäquate Ursache dafür waren.  

Tatsachen,  die  Rückstellungen  als  geschäftsmässig  begründet  erscheinen 

lassen,  sind  steuermindernd  und  deshalb  vom  Steuerpflichtigen  nachzuweisen 

(RB 1975 Nr. 55). Dieser ist gehalten, an der Abklärung der solchen Aufwendungen zu 

Grunde liegenden Tatsachen mitzuwirken (vgl. RB 1987 Nr. 35). 

c) aa) Gemäss Sachdarstellung der Pflichtigen steht die streitige Rückstellung 

im  Zusammenhang  mit  einem  Engagement  bei  der  O  AG  in  den  Jahren  2003  und 

2004.  Diese  beabsichtigte,  im  nahen  Ausland  eine  Altersresidenz  zu  erstellen.  Die 

Pflichtige nahm durch F Einsitz in deren Verwaltungsrat. Für dessen Tätigkeiten wurde 

sie  von  der  O AG  entschädigt,  darunter  ein  Vermittlungshonorar  von  Fr.  500'000.- für 

ein  Grundstück  sowie  Entschädigungen  für  Verwaltungsrats-/Managementstätigkeit 

von insgesamt rund Fr. 350'000.-. Die Pflichtige hat alle diese Beträge als Ertrag ver-

bucht.  Die  für  das  Bauprojekt  benötigten  Darlehen  von  Dritten  wurden  durch  eine 

Bürgschaft der P abgesichert. Das Projekt kam indessen nicht zur Ausführung, worauf 

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ein Anleger erfolglos einen Forderungsprozess gegen die O AG führte. Mit Schreiben 

vom  23.  Januar  2007  forderte  er  darauf  die  P  auf,  ihrer  Bürgschaftsgarantie  nachzu-

kommen.  Im  folgenden  Forderungsprozess  gegen  die  P  trat  F  als  Nebenintervenient 

auf.  Der  Sachverhalt  geht  in  den  Grundzügen  aus  dem  Entscheid  BGr,  4.  Februar 

2010,  4A_423/2009  hervor,  worin  die  P  zur  Bezahlung  der  Bürgschaftssumme  ver-

pflichtet  wurde,  sowie  aus  einem  Zirkulationsbeschluss  des  Kassationsgerichts  vom 

29. Juni 2009 in derselben Streitsache. 

Die Pflichtige begründet die Rückstellung damit, dass bei dieser Situation da-

mit  habe  gerechnet  werden  müssen,  dass  zivilrechtliche  Ansprüche  gegen  sie  selbst 

geltend gemacht würden und sie das Vermittlungshonorar von Fr. 500'000.- sowie die 

Entschädigungen  für  Verwaltungsrats-/Managementstätigkeit  von  insgesamt  rund 

Fr. 350'000.- wieder zurückzahlen müsse.  

bb)  Entscheidend  ist  bei  dieser  Sachlage,  ob  am  Bilanzstichtag  31.  Dezem-

ber 2006 mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Rückleistung der Kommissionen bzw. 

Verwaltungsratshonorare hat gerechnet  werden  müssen,  wobei  bis  zur  Erstellung der 

Bilanz  eingetretene  Tatsachen  zu  berücksichtigen  sind,  soweit  sie  die  Umstände  am 

Bilanzstichtag lediglich weiter erhellen. Wann der Jahresabschluss 2006 erstellt wurde, 

geht aus den Akten nicht hervor, da er nicht datiert (und auch nicht unterzeichnet) wur-

de, indessen wurde er zusammen mit der am 4. Dezember 2007 datierten Steuererklä-

rung eingereicht, weshalb er spätestens zu diesem Zeitpunkt erstellt wurde.  

Unstreitig  ist,  dass  die  einer  allfälligen  Rückleistung  zugrunde  liegenden 

Handlungen  bereits  in  den  Jahren  2003/4  erfolgt  waren;  indessen  ist  unklar,  ob  per 

31. Dezember 2006 ernsthaft mit einer entsprechenden Klage zu rechnen war. Hierzu 

ist vorab festzuhalten, dass gegen die Pflichtige selber nie eine Forderungsklage ein-

gereicht wurde; nicht einmal ein an sie adressiertes Schreiben, in welchem gegen sie 

konkrete  Rückforderungsansprüche gestellt  wurden,  ist  aktenkundig.  Mithin wurde sie 

bisher nie schriftlich um Rückzahlung angegangen.  

Aber auch aus den weiteren Umständen ergeben sich keine klaren Hinweise, 

dass gegen sie begründete Ansprüche gestellt worden sind. Zwar trifft es zu, dass zwi-

schen  Anleger,  O  AG  und  P  bereits  2006  rechtliche  Auseinandersetzungen  im  Gang 

waren. Gemäss dem von der Pflichtigen vorgelegten Artikel aus dem Tages-Anzeiger 

wurden  die  Anleger  von  der  O  AG  im  Herbst  2006  darüber  informiert,  dass  sich  die 

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Realisierung  des  Projekt  verzögere,  weshalb  die  Ausfallbürgschaft  zum  Tragen  kom-

me.  Gleichzeitig  seien  die  O  AG-Aktien  an  die  P  übertragen  worden  und  seien  die 

Verwaltungsräte zurückgetreten. Aus dem allein ergibt sich indessen kein Anhaltspunkt 

für eine drohende Rückleistung von Kommissionen und Honoraren durch die Pflichtige, 

war sie doch in diese Auseinandersetzungen nicht direkt,  d.h. im eigenen Namen, in-

volviert.  

Die  Pflichtige  macht  weiter  geltend,  dass  die  P  im  November  2006  sich  mit 

dem Argument geweigert habe, ihre Bürgschaftsverpflichtung zu erfüllen, dass die Ho-

norare für  Vermittlungen  zu  hoch gewesen seien,  und  sie  die  Rückführung  von  Kom-

missionen und ähnlichen Bezügen seitens der Verantwortlichen in das  Vermögen der 

O AG verlangt habe. Als Beweis legt sie einen Brief der P an die Darlehensgeber vor. 

Indessen verweist sie sogar darauf, dass sie nicht Adressatin des Schreibens war. Ob 

gegen  sie  ernsthaft  solche  Forderungen  gestellt  wurden,  ist  mit  dem  Schreiben  nicht 

bewiesen. Zudem werden im Schreiben der P mit keinem Wort rechtliche Schritte ge-

gen  die  Pflichtige  angedroht;  vielmehr  stellte  die  P  darin  zwei  Lösungsvorschläge  für 

die Entschädigung der Investoren zur Diskussion und formulierte Bedingungen, darun-

ter  die  "Rückführung  von  Kommissionen  und  ähnlichen  Bezügen  seitens  der  Verant-

wortlichen in  das  Vermögen  der  O  AG  (…),  insbesondere,  wenn  sich solche  generell 

oder im Einzelnen und im Verhältnis zur erbrachten Gegenleistung als nicht gerechtfer-

tigt  erweisen  sollten.  (…)  nicht  honoriert  werden  sollten  dagegen  Entgelte an  Verwal-

tungsräte,  Vermittlung  von  Investoren,  etc.".  Das  Aufstellen  von  Bedingungen  durch 

den  Bürgen  vor  Erfüllung  seiner  Bürgschaftsverpflichtung  vermag  für  sich  allein  noch 

keinen Rückstellungsbedarf zu begründen.  

Weiter  liegt  bei  den  Akten  eine  "Aktivitätenliste"  vom  19.  Oktober  2006  auf 

Briefpapier der O AG. Gemäss dieser sei im Zusammenhang mit "Anzahlungen ETW's" 

als  "Vorschlag"  die  "Rückführung  Verkaufskomm.  ETW"  diskutiert  worden.  Unklar  ist, 

was  unter  ETW  zu  verstehen  ist.  Selbst  wenn  damit  die  von  der  Pflichtigen  verein-

nahmten Leistungen gemeint waren, sind aus dem Papier keinerlei nachteilige Folgen 

zu  Lasten  der  Pflichtigen  ersichtlich,  geht  doch  daraus  nicht  hervor,  was  konkret  be-

schlossen wurde. Die Pflichtige macht weiter geltend, es seien mündliche Drohungen 

auf  Haftung  und  strafrechtliche  Verfolgung  bereits  Mitte  2006  ausgesprochen  worden 

(R-act. 15 S. 6). Solche – zudem nur mündlich vorgetragene – Äusserungen allein rei-

chen  indessen  nicht  aus,  um  eine  Rückzahlung  als  ernsthaft  erscheinen  zu  lassen. 

Hierzu  ist  vielmehr  zu  verlangen,  dass  die  Drohungen  auch  mit  einer  rechtlichen 

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Grundlage  unterlegt  werden  und  dadurch  ein  gewisser  Druck  auf  Bezahlung  besteht. 

Solche Umstände hat die Pflichtige indessen nicht dargetan.  

2007 führte ein Anleger gegen die P im Zusammenhang mit der Bürgschafts-

garantie einen Prozess, welcher mit Klage vor dem Handelsgericht Zürich vom … 2007 

eingeleitet  wurde.  Die  P  verkündete  am  …  2007  F  den  Streit,  worauf  dieser  am 

… 2008 als Nebenintervenient auf der Seite der P in den Prozess eintrat. Auch in die-

sem Zusammenhang sind aber keine Folgen für die Pflichtige ersichtlich, wurde doch 

der Streit eben gerade nicht ihr verkündet. Damit ist aber nicht erkennbar, inwiefern die 

Nebenintervention  von  F  persönlich die  Pflichtige  betroffen  haben  soll.  Sie selbst  war 

am Prozess nicht beteiligt.  

Schliesslich  verweist  die  Pflichtige  auf  das  gegen  F  eingeleitete  Strafverfah-

ren.  Hierzu  liegt  ein  Einvernahmeprotokoll  vom  …  2012  vor.  Gemäss  diesem  wird  F 

beschuldigt, als Vertreter der O AG in Zusammenarbeit mit Vertretern der P in der Zeit 

von Dezember 2003 bis November 2005 zum Nachteil von mehreren Darlehensgebern 

insgesamt über EUR 6 Mio. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erhältlich gemacht 

zu haben, um so in den Besitz von angeblichen Versicherungsprämien bzw. Kommis-

sionen zu gelangen. Daraus lässt sich aber noch kein Rückstellungsbedarf per 31. De-

zember 2006 der Pflichtigen begründen. Über den Zeitpunkt der Einleitung des Straf-

verfahrens  macht  die  Pflichtige  zwar  keine  Angaben;  gemäss  dem  Tages-Anzeiger 

wurde nach Anzeige wegen Verdachts auf Betrug Ende September 2007 ein entspre-

chendes Strafverfahren eröffnet; indessen war F – soweit aus dem Artikel erkennbar – 

damals  noch  nicht  betroffen,  aber  dafür  der  andere  Verwaltungsrat.  Damit  stellte  die 

Einleitung des Strafverfahrens ein nachträgliches Ereignis dar und muss von vornher-

ein ausser Acht bleiben.  

d) Somit ist die getroffene Rückstellung geschäftsmässig nicht begründet und 

hat die Vorinstanz diese zu Recht aufgerechnet. Dies führt für die Steuerperiode 1.1. - 

31.12.2006 zu folgender Einschätzung:  

Anzahl Tage  

Total  

365 

100%  

E (OW) 

80 

21,9%  

D (ZH) 

285 

78,1% 

Kapital 

Fr.  

Fr. 

Fr.  

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gerundet 

Reingewinn 

gerundet 

1'284'928.- 

1'284'000.- 

281'399.- 

281'000.- 

1'003'528.- 

1'003'000.- 

266'409.-  

266'400.- 

58'343.-  

58'300.- 

208'065.- 

208'000.-. 

4. Gestützt  auf  diese  Erwägungen  ist  der  Rekurs  teilweise gutzuheissen.  Bei 

diesem im Ergebnis ausgeglichenem Verfahrensausgang sind die Kosten den Parteien 

anteilsmässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und steht der 

Pflichtigen keine Parteientschädigung zu (§ 152 StG i. V. m. § 17 Abs. 2 des Verwal-

tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997, VRG).  

Soweit  eine  Partei  den  vorliegenden  Entscheid  einzig  mit  Bezug  auf  die 

Rückweisung  mit  Beschwerde  beim  Verwaltungsgericht  anfechten  will,  ist  darauf  hin-

zuweisen, dass dies nur möglich ist, soweit der Entscheid einen nicht wiedergutzuma-

chenden Nachteil bewirken könnte oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen 

Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten 

für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (§ 19a Abs. 2 VRG i.V.m. Art. 93 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG]). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen.  

a)  Es  wird 

festgestellt,  dass  die  Rekurrentin 

für  die  Steuerperiode  

1.1.  -  31.12.2006  ab  dem  13.  Oktober  2006  sowie  für  die  Steuerperiode  

1.1. - 31.12.2007 der Steuerhoheit des Kantons Zürich nicht unterliegt.  

b)  Für die Steuerperiode 1.1.  - 31.12.2006 (steuerbar bis 12. Oktober 2006) wird 

sie  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr.  208'000.-  (Gewinnsteuer-

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satz 8%) und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 1'003'000.- (Kapitalsteu-

ersatz 0,75‰) eingeschätzt.  

c)  Mit  Bezug  auf  die  Beanspruchung  der  Steuerhoheit  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern 1.1. - 31.12.2008 und 1.1. - 31.12.2009 wird der Rekurs abge-

wiesen.  

d)  Mit  Bezug  auf  die  Beanspruchung  der  Steuerhoheit  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern 1.1. - 31.12.2010 und 1.1. - 31.12.2011 wird der Einspracheent-

scheid vom 21. Januar 2014 aufgehoben und die Sache im Sinn der Erwägun-

gen an das kantonale Steueramt ins Einspracheverfahren zurückgewiesen.  

[…] 

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