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**Case Identifier:** 4c68f23e-901d-5386-8ff5-95d7106e1e11
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2008 A-1518/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1518-2006_2008-11-06.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1518/2006 und A-1519/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, 
Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, 
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 1997 bis 4. Quartal 2000 und 
1. Quartal 2001 bis 3. Quartal 2002).
Leistungen einer Tochter- an die Muttergesellschaft im 
Zusammenhang mit der Führung des Konzerns; 
Ermittlung des Drittpreises (3 Promill-Pauschale).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1518/2006

Sachverhalt:

A.
Die X. AG ist seit dem 1. Januar 1995 als Steuerpflichtige im Register 
der Mehrwertsteuerpflichtigen der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
(ESTV) eingetragen. 

Nach  einer  Kontrolle  machte  die  ESTV  gegenüber  der  X.  AG  ver-
schiedene Steuerforderungen geltend. Unter anderem forderte sie für 
die  Steuerperioden  1. Quartal  1995  bis  4.  Quartal  2000  mit  Ergän-
zungsabrechnung (EA) vom 28. Februar 2003 Nr. 252'533 Fr. ... und 
mit EA Nr. 252'535 Fr. .... Weiter machte sie für die Steuerperioden 1. 
Quartal 2001 bis 3. Quartal 2002 mit EA Nr. 252'534 Fr. ... und mit EA 
Nr. 252'536 Fr. ... geltend. Als Nachträge zu den EA Nr. 252'533 und 
252'534 erliess  die  ESTV am 14. August  2003  zwei  weitere  EA Nr. 
252'563 und 252'564 über Steuerforderungen von Fr. ... und Fr. .... In 
allen EA wurde zudem ein Verzugszins ab 31. Oktober 2000 (mittlerer 
Verfall)  geltend  gemacht.  Die  Steuerforderungen  wurden  sämtliche 
unter Vorbehalt beglichen.

Bei allen vorgenannten Nachforderungen ging es um Leistungen zwi-
schen der X. AG und deren Muttergesellschaft, der Y. Holding AG (im 
Folgenden  auch  kurz  "Holding").  Sie  ist  im  Register  der 
Mehrwertsteuerpflichtigen ebenfalls  eingetragen. Die  EA Nr. 252'533 
und 252'534 und  die  zugehörigen Nachträge in  EA Nr. 252'563 und 
252'564 betrafen Leistungen der X. AG an die Muttergesellschaft  im 
Zusammenhang mit  der  Führung des Konzerns,  deren Wert  anhand 
einer  Pauschale  von  2  Promill  des  durchschnittlichen  Holdingver-
mögens abzüglich von konzernfremden Unternehmen bezogenen Ver-
waltungsleistungen  annäherungsweise  ermittelt  wurde.  Die  EA 
Nr. 252'535 und 252'536 sodann bezogen sich auf die Ermittlung des 
Werts  von  Managementdienstleistungen  der  X.  AG  an  die 
Muttergesellschaft. 

B.
Die ESTV bestätigte mit zwei Entscheiden vom 20. November 2003 die 
Steuerforderungen im Sinn der vorerwähnten EA (und weitere bereits 
nicht mehr bestrittene Forderungen). Dagegen liess die X. AG am 5. 
Januar  2004  zwei  Einsprachen  erheben  mit  dem  Begehren,  die 
Entscheide in Bezug auf die EA Nr. 252'533, 252'563, 252'535 sowie 
die EA Nr. 252'534, 252'564 und 252'536 aufzuheben. 

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C.
Mit zwei Einspracheentscheiden vom 24. Oktober 2004 wies die ESTV 
die Einsprachen ab, stellte die Rechtskraft der Entscheide im Umfang 
von Fr. ... und Fr. ... fest und bestätigte die Steuerforderungen für die 
Zeit vom 1. Quartal 1995 bis 4. Quartal 2000 im Umfang von Fr. ... (EA 
Nr. 252'533, 252'563, 252'535) und für  die Zeit  vom 1. Quartal  2001 
bis  3. Quartal  2002 im Umfang von Fr. ... (EA Nr. 252'534,  252'564, 
252'536).  Zudem  wurde  der  Antrag  auf  Vereinigung  der  beiden 
hängigen Verfahren abgewiesen. 

In Bezug auf die Leistungen im Zusammenhang mit der Führung des 
Konzerns legte die ESTV im Wesentlichen dar, jede Holding habe un-
abhängig von den ihr konkret zugeteilten Aufgaben einen gewissen Mi-
nimalaufwand,  damit  sie  existieren  könne,  wie  etwa  den  Unterhalt 
eines  Büros  mit  allem  was  dazu  gehöre.  Finanzielle  Transaktionen 
seien zu entscheiden, zu veranlassen und zu kontrollieren. Das Rech-
nungswesen sei zu erledigen, die Generalversammlung zu organisie-
ren  und  die  Veröffentlichungspflichten einschliesslich  der  Konsolidie-
rung seien zu erfüllen. Weiter seien die "Kosten aus Anteilseignertätig-
keit" im Normalfall von der Holding zu tragen und dürften nicht an die 
Tochtergesellschaften  verrechnet  werden,  was  e  contrario  zum 
Schluss führe, dass bei einer Holding ohne Personal jemand die diese 
Kosten  verursachenden  Leistungen  zwingend  für  die  Holding  zu  er-
bringen habe (hierzu Verweis auf  OECD-Verrechnungspreisgrundsät-
ze). Als Leistungserbringerin all dieser Leistungen habe die X. AG zu 
gelten, was der Inspektor der ESTV bei seiner Kontrolle vor Ort habe 
feststellen können. Zudem hätten die beiden Gesellschaften den Sitz 
an derselben Adresse. Die X. AG gestehe zumindest ein, Buchhaltung, 
Schreibarbeiten und die Berichterstattung für die Muttergesellschaft zu 
erledigen.  Sie  habe  diese  Leistungen  jedoch  weder  aufgezeichnet 
noch  verbucht  und  nehme  diesbezüglich  ebenfalls  nur  eine 
(Gegen-)Schätzung vor. Die ESTV habe die Leistungen zu Recht an-
hand der 3‰-Formel  gemäss  Ziff. 7.6.3  Bst. a  der Spezialbroschüre 
Nr.  06  "Kürzung  des  Vorsteuerabzugs  bei  gemischter  Verwendung" 
vom September 2000 ermittelt, wobei im vorliegenden Fall einer Fami-
lienholding, bei denen die Kosten in der Regel geringer ausfielen, der 
Satz auf 2‰ gesenkt werden könne. Die ESTV habe sich bei der Fest-
setzung  dieser  Pauschale  an  den  Gebühren  für  Vermögensverwal-
tungsmandate  im  Bankensektor  orientiert.  Sie  lägen  etwa  zwischen 
0.25% und  1.5%  des  verwalteten  Vermögens.  Auch  einige  Kantone 
stützten sich zur Berechnung der Verwaltungskosten für das bewegli-

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che  Privatvermögen  auf  pauschalisierte  Werte  in  Höhe  von  2  oder 
3 Promill  des Vermögens. Ziehe man in  Betracht,  dass mit  der Pau-
schale  der  ESTV  von  3  Promill  des  durchschnittlichen  Vermögens 
einer Holdinggesellschaft nicht nur ein beschränkter Umfang von Leis-
tungen (wie z.B. bei Banken etwa nur die reine Depotverwaltung) er-
fasst  werde,  sondern sämtliche "Verwaltungsleistungen" der Holding, 
so sei dieser Ansatz mehr als gerechtfertigt. 

Die  X.  AG  behaupte,  dass  die  strategische  Führung  des  Konzerns 
einzig  dem  Verwaltungsrat  obliege.  Unter  anderem  hob  die  ESTV 
hierzu hervor,  dass  diese Angabe nicht  belegt  worden sei  und  eine 
genaue  Aufstellung  darüber  gemacht  werden  müsste,  wann  A.  in 
seiner  Funktion  als  Verwaltungsrat  der  Holding  und  wann  als 
Verwaltungsrat der X. AG amte. Unter dem Blickwinkel, dass sich die 
Holding  an  ...  Tochtergesellschaften  beteilige,  was  wohl  einiges  an 
Aufwand verursache, erscheine es nicht sehr wahrscheinlich, dass der 
Verwaltungsrat  alle  Aufgaben ohne Hinzunahme weiterer  personeller 
Hilfe  erledigen könne. Abzulehnen sei  ferner auch der  (sinngemäss) 
verlangte Abzug der Verwaltungsratshonorare von den 2 Promill  des 
Holdingvermögens.

Es folgte die Begründung zur Ermittlung des Werts der Leistungen der 
Tochtergesellschaft im Zusammenhang mit Managementdienstleistun-
gen bzw. Lizenzen.

Schliesslich korrigierte die ESTV – von Amtes wegen – den in den EA 
sowie den Entscheiden vom 20. November 2003 auf 31. Oktober 2000 
festgesetzten mittleren Verfall  für  die Berechnung der Verzugszinsen 
betreffend die Steuerperioden 1. Quartal 1995 bis 4. Quartal 2000 auf 
den  31.  August  1999  und  betreffend  die  Steuerperioden  1.  Quartal 
2001 bis 3. Quartal 2002 auf den 28. Februar 2002. 

D.
Am 24. November 2005 lässt die X. AG (Beschwerdeführerin) gegen 
die  beiden  Einspracheentscheide  zwei  Beschwerden  bei  der  Eidge-
nössischen  Steuerrekurskommission  (SRK) einreichen  mit  den  Be-
gehren, diese seien, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu ihren 
Gunsten, aufzuheben und es sei festzustellen, dass die noch zu ent-
richtende Mehrwertsteuer für  die Steuerperioden 1. Quartal  1995 bis 
4. Quartal 2000 Fr. ... und für die Steuerperioden 1. Quartal 2001 bis 3. 
Quartal  2002 Fr. ... betrage.  Weiter  stellt  sie  den Antrag,  die beiden 
Verfahren zu vereinigen. 

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In Bezug auf die Aufrechnung anhand der 3 bzw. 2 Promill-Formel wird 
im Wesentlichen das Folgende vorgebracht: Es treffe zu, dass die Be-
schwerdeführerin  der  Holding  bestimmte  Leistungen  erbracht  habe, 
ohne diese zu verrechnen und auch ohne Aufzeichnungen über den 
Zeitaufwand vorzunehmen. Die Annahme der ESTV, dass jede Holding 
einen  gewissen  Minimalaufwand  habe,  damit  sie  existieren  könne, 
stimme  zwar,  nicht  aber,  dass  dieser  Aufwand  pro  Jahr  bei  über 
Fr. ... Mio. liegen solle. Die Übernahme von Domizilfunktionen werde 
etwa für wenige Tausend Franken offeriert. Nur bescheidener Aufwand 
bedeute die Buchhaltung der Holding, die Durchführung der pro Jahr 
zwei bis drei Generalversammlungen, die Veröffentlichungen, genauer 
die ... Einträge in das Handelsregister in den betroffenen Jahren sowie 
die  Konzernrechnung,  denn  in  der  kontrollierten  Periode  habe  die 
Gruppe  nur  eine  obligationenrechtliche  Konsolidierung  (und  noch 
keine nach IAS/IFRS-Standards) vorgenommen. Die strategische Füh-
rung des Konzerns sodann sei entgegen der Ansicht der ESTV nicht 
von  der  Beschwerdeführerin,  sondern  von  A.,  Verwaltungsrat  der 
Holding, vorgenommen worden. Die dem Verwaltungsrat zustehenden 
Aufgaben seien nicht an die Beschwerdeführerin delegiert worden. Die 
ESTV habe sich insgesamt nicht mit den Besonderheiten der Holding 
auseinandergesetzt  und  die  Bedeutung  der  von  der  Beschwerde-
führerin erbrachten Leistungen völlig überschätzt. Weiter wird bemän-
gelt, dass die ausgerichteten Verwaltungsratshonorare im Rahmen der 
Pauschale nicht abgezogen worden seien. 

Sodann wird die Schätzungsmethode als solche unter verschiedenen 
Gesichtspunkten  kritisiert.  Sowohl  die  Bemessungsgrundlage  (Höhe 
des verwalteten Vermögens)  wie  auch der  pauschale Ansatz  sei  als 
ungeeignet, ja geradezu willkürlich zu betrachten. Die Beschwerdefüh-
rerin schätze einen Aufwand von Fr. ... pro Jahr für die Wahrnehmung 
der  Domizilführung  (Postfach),  der  Buchführung  und  des  Reporting 
und  weiteren  kleineren  Verwaltungsarbeiten  bzw.  administrativen 
Tätigkeiten  durch  die  Beschwerdeführerin.  Der  von der  ESTV ange-
nommene Aufwand belaufe sich auf Fr. ... Mio. pro Jahr. Damit könne 
ein  ganzer  Stab  qualifizierter  Mitarbeiter  eingestellt  werden,  was 
offensichtlich nicht erforderlich sei. 

Schliesslich wird in Bezug auf die Verzugszinsen die neue Festsetzung 
des  mittleren  Verfalls  beanstandet.  Bei  der  Eruierung  des  mittleren 
Verfalls seien nicht zwei Zeitabschnitte zu unterscheiden, sondern die 

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ganze  Kontrollperiode  massgeblich.  Es  sei  somit  für  die  gesamte 
Steuerschuld auf den 31. Oktober 2000 als Verfalltag abzustellen. 

E.
Mit Vernehmlassungen vom 30. Januar 2006 beantragt die ESTV die 
Abweisung der  beiden Beschwerden,  soweit  darauf  eingetreten wer-
den könne. Im Hinblick auf den Streitgegenstand hält die ESTV dafür, 
die Beträge gemäss EA Nr. 252'533 (Fr. ...) und 252'534 (Fr. ...) seien 
in  der  Beschwerde nicht  mehr  angefochten worden und diese seien 
nicht  mehr  strittig.  In  der  Beschwerdebegründung  seien  jedoch  nur 
Erläuterungen  zur  3  Promill-Pauschale  erfolgt,  also  zu  den 
anerkannten EA Nr. 252'533 und 252'534,  die gar nicht  mehr Streit-
gegenstand bildeten. Eine Stellungnahme der ESTV würde sich damit 
im  Grunde  erübrigen.  Die  ESTV  nimmt  (trotzdem)  Stellung  zu  den 
Ausführungen  in  der  Beschwerde. Was die  (gemäss  Beschwerdean-
trag zwar eigentlich bestrittenen) EA Nr. 252'535 und 252'536 anbelan-
ge,  so  erfolge  in  der  Beschwerde  keine  Argumentation,  womit  eine 
Stellungnahme  durch  die  ESTV  nicht  notwendig  bzw.  möglich  sei. 
Auch in Bezug auf die Berechnung des mittleren Verfalls seien die Ein-
spracheentscheide zu bestätigen.

F.
Mit zwei Eingaben vom 22. November 2006 beantragt die Beschwerde-
führerin  im  Hauptantrag  die  Durchführung  eines  zweiten  Schriften-
wechsels. Sie begründet diesen mit dem Inkrafttreten von Art. 45a der 
Verordnung vom 29. März 2000 zum Bundesgesetz über die Mehrwert-
steuer (MWSTGV, SR 641.201) sowie der von der ESTV am 31. Okto-
ber 2006 veröffentlichten Praxismitteilung "Behandlung von Formmän-
geln" (Ziff. 2.7), welche rückwirkend auf sämtliche pendente Fälle an-
zuwenden seien. Zudem sei der Beschwerdeführerin eine Stellungnah-
me zu den Vernehmlassungen zu gewähren.  Dem wird von der SRK 
am 24. November 2006 entsprochen und die Beschwerdeführerin zur 
Einreichung einer Replik aufgefordert. 

G.
Am 28. Februar  2007 wird  die  Replik  eingereicht  und hauptsächlich 
beantragt,  in  Aufhebung  der  Einspracheentscheide  sei  festzustellen, 
dass  die  zu  entrichtende  Mehrwertsteuer  für  die  Steuerperioden 
1. Quartal 1997 bis 4. Quartal 2000 Fr. ... und für die Steuerperioden 
1. Quartal 2001 bis 3. Quartal 2002 Fr. ... betrage. In Bezug auf den 
Streitgegenstand  präzisiert  die  Beschwerdeführerin,  in  ihrer 

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Beschwerde habe sie nur einen Teil  der Nachforderungen der ESTV 
angefochten,  nämlich  die  Aufrechnung  im  Zusammenhang  mit  der 
Verwaltung der Holding (Verwaltungskosten); diese seien somit strittig. 
Die  Aufrechnungen  für  Managementleistungen  sollten  in  der  Be-
schwerde nicht  mehr  bestritten werden. Diesbezüglich  habe sie sich 
über  Weiterverrechnungen  an  die  Holding  –  zumindest  teilweise  – 
schadlos  halten  wollen.  In  der  Beschwerde  seien  jedoch  die  EA 
Nr. 252'533 und 252'535 bzw. 252'534 und 252'536 verwechselt  und 
entsprechend die Anträge falsch berechnet worden. Die ESTV gehe in 
der Vernehmlassung jedoch davon aus, dass die Aufrechnungen des 
Bereichs Managementleistungen bestritten seien. Aufgrund dieser Si-
tuation  werde nun in  der  Replik  neu auch dieser  Bereich  bestritten. 
Weiter folgen Ausführungen materieller Art zur Aufrechnung aufgrund 
der Vermögensverwaltungsleistungen. Betreffend die Aufrechnung der 
Managementdienstleistungen schliesslich  sei  Art. 45a MWSTGV und 
die  zugehörige  Praxismitteilung  der  ESTV,  Ziff. 2.7,  auf  den  vorlie-
genden pendenten Fall anzuwenden. 

H.
Mit zwei Eingaben vom 20. April 2007 erstattet die ESTV Duplik und 
beantragt insbesondere, soweit die Beschwerdeführerin nebst der Auf-
rechnung gemäss den EA Nr. 252'563/4 Aufrechnungen gestützt  auf 
mehr als eine EA (Nr. 252'535/6 oder Nr. 252'533/4) zum Streitpunkt 
erkläre, sei auf die Replik nicht einzutreten. Im Übrigen seien die An-
träge  der  Replik  abzuweisen.  Am  Antrag  gemäss  Vernehmlassung 
werde  festgehalten.  Es  folgen  Erläuterungen  zum  Streitgegenstand 
und  eine  Stellungnahme  zu  den  materiellen  Ausführungen  der  Be-
schwerdeführerin.  Betreffend  Managementleistungen  sei  die  ESTV 
nach wie  vor der Ansicht,  dass die Aufrechnungen Streitgegenstand 
bildeten. Damit würde sich die Frage der Anwendbarkeit von Art. 45a 
MWSTGV stellen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin än-
dere sich durch die Inkraftsetzung von Art. 45a MWSTGV und Ziff. 2.7 
der Praxismitteilung aber nichts an ihrem Fall. 

I.
Auf die weiteren Ausführungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit  entscheidrelevant  –  in  den  nachstehenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.

1.1 Auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer konnten Einspracheentschei-
de der ESTV nach Art. 65  des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. Sep-
tember 1999 (MWSTG, SR 641.20) bzw. Art. 53 der  Verordnung vom 
22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464)  mit 
Beschwerde bei der SRK angefochten werden. Die SRK ist per 31. De-
zember 2006 aufgelöst worden und das Bundesverwaltungsgericht hat 
am 1. Januar 2007 unter Übernahme der bei der SRK hängigen Fälle 
seine  Tätigkeit  aufgenommen. Gemäss  Art.  31  des  Bundesgesetzes 
vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  dieses  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach 
Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach 
Art. 32 VGG gegeben ist. Im Bereich der Mehrwertsteuer liegt eine sol-
che Ausnahme nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Be-
urteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig.  Es  wendet  das 
neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Auf die Beschwerden 
ist einzutreten. 

1.2 Am 1. Januar 2001 sind das MWSTG sowie die zugehörige Ver-
ordnung  in  Kraft  getreten.  Der  zu  beurteilende  Sachverhalt  bezieht 
sich  auf  die  Jahre  1997  bis  2002,  so  dass  auf  die  vorliegende  Be-
schwerde betreffend den Sachverhalt bis Ende 2000 noch damaliges 
Recht  und für  die restliche Zeit  neues Recht  anwendbar  ist  (Art. 93 
und 94 MWSTG). 

1.3 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbstän-
diges Anfechtungsobjekt  und ist  deshalb  einzeln  anzufechten. Es ist 
gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung 
in  einem  gemeinsamen  Verfahren  zuzulassen,  wenn  die  einzelnen 
Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen und 
sich  in  allen  Fällen  gleiche oder  ähnliche  Rechtsfragen  stellen  (vgl. 
BGE 123 V 215 E. 1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] 
A-1435/2006  und  A-1584/2006  vom  8. Februar  2007  E. 1.2;  ANDRÉ 
MOSER,  in  MOSER/UEBERSAX,  Prozessieren vor eidgenössischen Rekurs-
kommissionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, S. 89 f. Rz. 3.12). 
Diese  Voraussetzungen  sind  vorliegend  erfüllt,  ist  in  beiden  Fällen 
doch  dasselbe  Steuersubjekt  und  (abgesehen  von  den  Steuerperio-
den)  der  gleiche  Sachverhalt  betroffen  und  stellen  sich  dieselben 
Rechtsfragen. Die beiden Einspracheentscheide wurden zwar mit zwei 

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separaten Beschwerden angefochten,  welche sich aber im Wesentli-
chen nur in den Anträgen unterscheiden und keine separaten Ausfüh-
rungen für die Zeit unter dem Geltungsbereich der MWSTV bzw. des 
MWSTG  enthalten.  Die  Verfahren  A-1418/2006  und  A-1419/2006 
können vereinigt werden.

1.4 Vorab  ist  der  Streitgegenstand  im  vorliegenden  Verfahren  zu 
klären.

1.4.1 Streitgegenstand ist das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der 
angefochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt. Bezieht sich 
die Beschwerde nur auf einen Teil des durch die Verfügung bestimm-
ten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht beanstandeten Teilaspekte 
nicht  zum  Streitgegenstand  (statt  vieler:  Entscheid  der  SRK  vom 
23. April  2003,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehör-
den [VPB]  67.123 E. 2a; Urteil  des BVGer A-1391/2006 vom 16. Ja-
nuar 2008 E. 1.4.2). 

1.4.2 Im Einspracheverfahren vor der ESTV waren Steuerforderungen 
von Fr. ... gestützt auf EA Nr. 252'533, 252'563 und 252'535 betreffend 
den Geltungsbereich der MWSTV und solche von Fr. ... gestützt  auf 
EA Nr. 252'534, 252'564 und 252'536 betreffend den Geltungsbereich 
des MWSTG strittig. 

Aufgrund der in den Beschwerdeanträgen genannten Beträge und der 
Ausführungen in den Beschwerden (S. 16 und S. 30), wonach die Auf-
rechnungen beanstandet würden, welche auf die EA Nr. 252'535 und 
252'563 bzw. Nr. 252'536 und 252'564 zurückzuführen seien, wären im 
Prinzip  hauptsächlich  die  Aufrechnungen  wegen  Managementdienst-
leistungen der Beschwerdeführerin (EA Nr. 252'535 und 252'536) an-
gefochten worden. Aufgrund der Beschwerdebegründung, die sich mit 
keinem Wort zu den Managementleistungen, sondern nur zur Aufrech-
nung betreffend Leistungen im Zusammenhang mit  der Führung des 
Konzerns (3 Promill-Pauschale, EA Nr. 252'533, 252'534 und Nachträ-
ge EA Nr. 252'563, Nr. 252'564) äussert, ergibt sich jedoch klar, dass 
die  Beschwerdeführerin  Letzteres  anfechten  wollte. Dies  wird  in  der 
Replik explizit bestätigt: In den Beschwerden sei nur ein Teil der Nach-
forderungen der  ESTV angefochten worden,  nämlich jene betreffend 
Verwaltung der Holding (3 Promill-Pauschale), die EA seien verwech-
selt (vgl. S. 16 und 30 Beschwerden) und die Anträge falsch berechnet 
worden. Der Streitgegenstand muss somit wie folgt festgelegt werden: 
Die  Aufrechnung  betreffend  Managementleistungen  (EA  Nr. 252'535 

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und 252'536) wurde in der Beschwerde nicht mehr angefochten. Streit-
gegenstand bilden vorliegend aufgrund der Beschwerde lediglich noch 
die Aufrechnungen im Zusammenhang mit den Leistungen betreffend 
Konzernführung. In  betraglicher  Hinsicht  sind für  die  Steuerperioden 
1. Quartal 1997 bis 4. Quartal 2000 noch Fr. ... (Fr. ... gemäss EA Nr. 
252'533  und  Fr.  ...  gemäss  EA  Nr.  252'563  abzüglich  der  von  der 
Beschwerdeführerin  anerkannten  Forderung  von  Fr.  ...)  und  für  die 
Steuerperioden  1.  Quartal  2001  bis  3.  Quartal  2002  Fr. ...  (Fr.  ... 
gemäss EA Nr. 252'534 und Fr. ... gemäss EA Nr. 252'564 abzüglich 
der von der Beschwerdeführerin anerkannten Fr. ...) strittig.

1.4.3 In der Replik ändert die Beschwerdeführerin nun aber ihre Be-
schwerdeanträge  über  die  vorstehend  behandelte  Korrektur  blosser 
Verwechslungs- bzw. Schreib- und Rechenfehler hinaus zusätzlich ab. 
Neu bestreitet  sie  auch die  Aufrechnung  in  Bezug  auf  die  Manage-
mentleistungen  (EA  Nr.  252'535  und  252'536)  und  beantragt  eine 
entsprechende zusätzliche Reduktion der Steuerforderung. 

Diese  Ausweitung  des  Streitgegenstandes  im  Rahmen  des  zweiten 
Schriftenwechsels ist nicht statthaft. Wie vorstehend ausgeführt, wurde 
in der Beschwerde auf die Anfechtung der Aufrechnung aufgrund der 
Managementdienstleistungen klar verzichtet und der Streitgegenstand 
somit eingeengt (vorn E. 1.4.1, 1.4.2). Die Begehren einer Beschwerde 
können  jedoch  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  nicht  erweitert, 
sondern höchstens präzisiert werden (MOSER, a.a.O., Rz. 2.88). 

Die Beschwerdeführerin beruft  sich auf die Rechtsprechung, wonach 
Antragsänderungen  und  -erweiterungen,  die  im  Zusammenhang  mit 
dem  Streitgegenstand  stehen,  aus  prozessökonomischen  Gründen 
ausnahmsweise zugelassen werden, wenn einerseits ein (sehr) enger 
Bezug  zum  bisherigen  Streitgegenstand  besteht  und  anderseits  die 
Verwaltung im Laufe des Verfahrens Gelegenheit hatte, sich zu dieser 
neuen  Streitfrage  zu  äussern  (Entscheid  der  SRK vom 20. Oktober 
2000, veröffentlicht in VPB 65.58 E. 1b; BGE 125 V 413 E. 2a). Diese 
Rechtsprechung bezieht sich primär auf Fälle, wo über eine Frage im 
angefochtenen  Entscheid  nicht  verfügt  wurde,  dem  Betroffenen  auf-
grund  des  Konnexes  mit  dem  verfügten  Teil  aber  ein  Interesse  an 
einem Entscheid an dieser Frage zugestanden wird. Die vorliegende 
Situation verhält  sich anders. Die Beschwerdeführerin hat in der Be-
schwerde bewusst auf die Bestreitung eines Teils des Anfechtungsob-
jekts  (Managementdienstleistungen)  verzichtet.  Die  Ausdehnung  des 

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Streitgegenstandes wird  in  der  Replik  nur  deswegen beantragt,  weil 
mittlerweile  (also  nach  Einreichung  der  Beschwerde  im  Jahr  2005) 
Art. 45a MWSTGV in Kraft getreten ist und nicht etwa, weil die vorheri-
ge Nichtanfechtung auf einem Irrtum beruht hätte. Dass der Verzicht 
auf die Anfechtung in der Beschwerde ein bewusster war, wird auch in 
der Replik bestätigt (oben E. 1.4.2). An den sich aus der Beschwerde 
klar  ergebenden  Anfechtungsumfang  ist  die  Beschwerdeführerin  ge-
bunden und der Streitgegenstand darf im Verlauf des Beschwerdever-
fahrens nicht mehr ausgedehnt werden. Ferner wäre auch der in der 
Rechtsprechung mit Bezug auf Erweiterungen des Streitgegenstandes 
verlangte  enge  Bezug  zum  bisherigen  Streitgegenstand  nicht  gege-
ben, denn die Aufrechnung unter dem Titel Leistungen im Zusammen-
hang mit der Führung des Konzerns und jene unter dem Titel Manage-
mentdienstleistungen stehen nicht in einem näheren Konnex, sondern 
sind  unabhängig  voneinander.  Es  bleibt  beim  vorstehend  (E.  1.4.2) 
festgehaltenen Umfang des Streitgegenstandes. 

2.
Ist  der  Steuerpflichtige  seinen  aus  dem  Selbstveranlagungsprinzip 
fliessenden Pflichten nicht nachgekommen und hat die ESTV demzu-
folge eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen 
(Art. 48 MWSTV, Art. 60 MWSTG), hat sie eine Schätzungsmethode 
zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb des Steuer-
pflichtigen soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen Angaben 
beruht  und  deren  Ergebnis  der  wirklichen  Situation  möglichst  nahe 
kommt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2A.522/2006 vom 1. Fe-
bruar 2007 E. 3.3). Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation 
erfüllt, obliegt es dem Steuerpflichtigen, den Beweis für die Unrichtig-
keit der Schätzung zu erbringen, d.h., dass die Verwaltung dabei Bun-
desrecht verletzt hat bzw. ihr erhebliche Ermessensfehler unterlaufen 
sind (statt  vieler: Urteil  des BVGer A-1379/2006 vom 10. September 
2007 E. 2.6.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts kann eine zu Recht erfolgte Ermessensveranlagung nur we-
gen  offensichtlicher  Unrichtigkeit  angefochten  werden,  wofür  der 
Steuerpflichtige die Beweislast trägt (Urteil 2A.109/2005 vom 10. März 
2006 E. 2.3  mit  Hinweisen und E. 4). Als offensichtlich unrichtig  gilt 
eine Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar ist, sich auf 
sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt 
oder sonst mit den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalles unve-
reinbar ist (Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2005, veröffentlicht in 
VPB 70.41 E. 4c, 4e/aa mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

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A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 2.1, 2.2 mit Hinweisen). Bei 
der  Überprüfung  von  Ermessensveranlagungen  auferlegt  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht  eine  gewisse  Zurückhaltung,  soweit  die 
Zweckmässigkeit der Entscheidung in Frage steht (Urteile des BVGer 
A-1398/2006  vom  19. Juli  2007  E. 2.1;  A-1535/2006  vom  14. März 
2007 E. 2.1). Die Zulässigkeit  dieser zurückhaltenden Prüfung wurde 
vom Bundesgericht bestätigt (Urteil  2C_426/2007 vom 22. November 
2007 E. 4.3).

3.

3.1 Gemäss Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV sowie Art. 33 Abs. 2 Satz 3 
MWSTG gilt im Fall einer Lieferung oder Dienstleistung an eine nahe-
stehende Person als Entgelt der Wert, der unter unabhängigen Dritten 
vereinbart  würde. Dieser sogenannte Dritt(vergleichs)preis oder auch 
Fremdpreis entspricht in aller Regel dem Marktwert (ausführlich: Urteil 
des BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 3.1, 3.3, 4.4.1 mit 
zahlreichen Hinweisen). Der Drittpreis bzw. Fremdpreis (als Marktwert) 
ist  in  den  meisten Fällen  ein  Schätz-  bzw. Vergleichswert,  der  nicht 
exakt, sondern nur annäherungsweise bestimmt werden kann. Hat die 
ESTV diesen Wert  zu  schätzen,  sind  die  für  die  Ermessensveranla-
gung  im  Sinn  von  Art. 48  MWSTV  bzw. Art. 60  MWSTG  geltenden 
Grundsätze  zu  beachten,  namentlich  in  Bezug  auf  die  Pflichten  der 
ESTV bei der Vornahme der Schätzung, die Möglichkeiten des Steuer-
pflichtigen, eine solche Schätzung anzufechten und die Zurückhaltung 
des  Bundesverwaltungsgerichts  in  der  Überprüfung  der  Schätzung 
(Urteil  des  BVGer  A-1376/2006  vom 20. November  2007  E. 4.3  mit 
Hinweisen). 

3.2 Steuerbare Umsätze unter Konzerngesellschaften als nahestehen-
de Personen sind zum Drittpreis nach Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV 
bzw. Art. 33 Abs. 2 Satz 3 MWSTG zu fakturieren. In Bezug auf die 
sachgerechte Verrechnung der steuerbaren Leistungen einer Tochter- 
an die Holdinggesellschaft hat die ESTV mit Inkrafttreten des MWSTG 
eine – bereits unter dem Geltungsbereich der MWSTV ohne Publika-
tion  geübte  –  Praxis  veröffentlicht  (Ziff.  7.6.3  der  Spezialbroschüre 
Nr. 06  "Kürzung  des  Vorsteuerabzugs  bei  gemischter  Verwendung" 
vom September 2000 [SB Kürzung]). Für den Fall, dass über die Leis-
tungserbringung detaillierte Aufzeichnungen fehlen und unter der Vo-
raussetzung, dass die Holding über kein eigenes Personal verfügt oder 
das  eigene  Personal  die  Leistungen  nicht  selbst  erbringt,  sind  zwei 

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Berechnungsmethoden  zur  annäherungsweisen  Bestimmung  der 
Leistungen vorgesehen:

3.2.1 Bst. a der Ziff. 7.6.3 der SB Kürzung (3 Promill-Pauschale) lautet 
wie folgt:
Annäherungsweise Ermittlung des Werts der Leistungen im Zusammen-

hang mit der  Führung des Konzerns  (strategische Führung, Aktionariat, 

Betreuung  und  Unterstützung  der  Tochtergesellschaften,  Verwalten  der 

Beteiligungen usw.):

3‰ des durchschnittlichen Holdingvermögens (Total Aktiven) 

- von konzernfremden Unternehmen bezogenen Verwaltungsleistungen *

= Total der von einer Tochtergesellschaft erbrachten Dienstleistungen **.

*  nur  die  regelmässigen,  ordentlichen  Leistungen  von  konzernfremden 

Unternehmen  für  die  Konzernführung,  die  bei  der  Holdinggesellschaft 

direkt angefallen sind,

**  Wert,  der  von  der  Tochtergesellschaft  zu  versteuern  ist;  die 

Holdinggesellschaft darf andererseits keinen Vorsteuerabzug vornehmen, 

da die Leistungen für nicht der Steuer unterliegende Zwecke verwendet 

werden. 

Damit  werden  nur  die  regelmässigen,  ordentlichen  Leistungen  für  die 

Konzernführung berücksichtigt. Ausserordentliche Leistungen wie z.B. im 

Zusammenhang mit dem Neuaufbau einer Gesellschaft im Ausland oder 

mit Umstrukturierungen sind darin nicht enthalten. 

Auch mit  der  neusten,  ab 1. Januar  2008 geltenden Version der SB 
Kürzung (im Folgenden SB Kürzung 2008) wird diese Praxis weiterge-
führt (Ziff. 7.4.3.1). Zudem wird (was schon zuvor von der ESTV prakti-
ziert wurde) festgehalten, in begründeten Fällen könne betreffend den 
Prozentsatz  von  3  Promill  nach  oben  oder  nach  unten  abgewichen 
werden,  z.B.  werde  bei  Familiengesellschaften  eine  Pauschale  von 
2 Promill angewendet, da der Aufwand verglichen mit Publikumsgesell-
schaften normalerweise wesentlich geringer sei (Fn. 15). 

Diese Praxis wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Bezug auf einen 
konkreten Anwendungsfall bereits geschützt (Urteil  A-1376/2006 vom 
20. November 2007 E. 4.4). 

3.2.2 Die zweite Methode zur Bestimmung des Drittpreises für  Leis-
tungen  von  Tochter-  an  Holdinggesellschaften  ist  in  Bst.  b  der 
Ziff. 7.6.3 SB Kürzung niedergelegt:
Annäherungsweise Ermittlung des Werts der Leistungen im Zusammen-

hang  mit  den  Managementdienstleistungen  resp.  Lizenzen  (allgemeine 

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Verwaltung sowie Erarbeitung des Know-Hows): 

Einnahmen der Holdinggesellschaft für Managementdienstleistungen und 

Lizenzen (105%) 

abzüglich Wertschöpfung der Holdinggesellschaft (5%)

= erbrachte Leistungen der Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit 

den von der Holdinggesellschaft vereinnahmten Entgelten (100%) **.

** Wert, der von der leistungserbringenden Gesellschaft zu versteuern ist 

(...).

3.3 Im Hinblick auf die je unter die beiden Pauschalen zu subsumie-
renden Leistungen kann das Folgende festgehalten werden:

3.3.1 Die beiden Praxisfestlegungen definieren die Art der jeweils er-
fassten Leistungen nicht abschliessend. Ein Abgrenzungsmerkmal er-
gibt sich aber aus der folgenden Unterscheidung der ESTV: Im Fall der 
Leistungen im Zusammenhang mit der Führung des Konzerns (3 Pro-
mill  Pauschale)  sind  Aufwendungen  angesprochen,  welche  die  Hol-
dinggesellschaft zu tragen hat und die sie nicht an die Tochtergesell-
schaften weiterfakturieren darf (Ziff. 7.6.3 Bst. a, Ziff. 7.6.2 mit Bsp. 1 
der  SB  Kürzung;  vgl.  auch  Urteil  des  BVGer  A-1376/2006  vom 
20. November  2007  E. 4.5.2).  Dies  ergibt  sich  auch  explizit  aus  der 
seit  Januar  2008  geltenden  Version  der  SB  Kürzung  (Ziff.  7.4.3.1 
Fn. 16).  Bei  der  zweiten  Methode  betreffend  Managementleistungen 
resp. Lizenzen geht  es um Aufwendungen der Holding,  welche über 
Management  Fees  auf  die  Tochtergesellschaften  überwälzt  werden 
können (Bst. b der Ziff. 7.6.3 und Bsp. 2 in Ziff. 7.6.2 SB Kürzung). Die 
ESTV unterscheidet damit für die Frage, welche der beiden Methoden 
zur  Anwendung  gelangt,  danach,  ob  die  Muttergesellschaft  die  von 
einer Tochter bezogenen Leistungen sodann aufgrund eines weiteren 
steuerbaren  Austauschverhältnisses  an  die  Tochtergesellschaften 
weiterfakturieren  kann  (zur  Entstehung  eines  steuerbaren  Umsatzes 
bei Weiterfakturierung vgl. statt vieler: Urteil  des BVGer A-1376/2006 
vom 20. November 2007 E. 7.2 mit Hinweisen). 

3.3.2 Zur Beantwortung der Frage, welche Leistungen weiterfakturier-
bar  sind  und  welche  nicht,  kann  hilfsweise  auf  die  für  die  direkten 
Steuern  geltenden  Abgrenzungen  Bezug  genommen  werden  (wenn 
auch  aufgrund  der  andersartigen  Steuersysteme  mit  der  gebotenen 
Vorsicht, vgl. ausführlich: BVGE 2007/23 E. 2.3.3 mit Hinweisen). 

Die  Verrechenbarkeit  an  Tochtergesellschaften  wird  bei  der  Gewinn-
steuer bejaht, wenn eine entgeltliche Leistung der Muttergesellschaft 

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an jene besteht  (Leistungsaustausch),  d.h. wenn der  empfangenden 
Tochtergesellschaft  ein  direkter  wirtschaftlicher  oder  kommerzieller 
Wert verschafft wird (sog. "Benefit test"). Demgegenüber erfolgen bei 
den sogenannten Shareholder bzw. Stewardship Activities (auch Aktio-
närs-/Gesellschafterleistungen)  keine  entgeltlichen  Leistungen  der 
Mutter- an die Tochtergesellschaften. Die entsprechenden Kosten sind 
bei der Muttergesellschaft betrieblich veranlasst, von ihr zu tragen und 
nicht verrechenbar; dies gilt  namentlich auch, wenn eine Konzernge-
sellschaft  diese Leistungen an die Muttergesellschaft  erbringt (je mit 
Hinweisen auf die Verrechnungspreisgrundsätze der OECD 1995/1996 
für multinationale Unternehmen: RICHARD ALLEMANN, Die Gestaltung der 
Konzernspitze unter steuerlichen Aspekten, Bern/Stuttgard/Wien 1997, 
S. 221-224; DANIEL LEHMANN/MARTIN ARZETHAUSER, Bausteine einer steuer-
effektiven Internationalen Konzernstruktur, Teil 2,  Steuer Revue [StR] 
2006 S. 603, 605, 621 f.;  URS BRÜGGER/NICOLAS BONVIN,  Kreisschreiben 
Nr. 4 der ESTV vom 19. März 2004 zur Besteuerung von Dienstleis-
tungsgesellschaften: Konsequente Anwendung des Arm's Length-Prin-
zips, StR 2004 S. 340; ebenso betr. Mehrwertsteuer: WILLI LEUTENEGGER, 
Schweizer MWST bei Holdinggesellschaften, Der Schweizer Treuhän-
der [ST] 2006 S. 460 f.). Als Shareholder Activities bezeichnet werden 
unter  anderem:  Tätigkeiten  im  Zusammenhang  mit  der  juristischen 
Struktur  der  Obergesellschaft,  z.B.  das  Abhalten  ihrer  Generalver-
sammlungen,  die  Ausgabe  ihrer  Aktien,  die  Tätigkeit  ihres  Verwal-
tungsrats; die Erfüllung der Veröffentlichungspflichten der Muttergesell-
schaft einschliesslich Erstellen der konsolidierten Jahresrechnung; die 
Leitung  und  Organisation  des  Konzerns,  Konzernstrategie;  der  Kon-
zernspitze dienende Kontrollen und Revisionen; Verwaltung der Beteili-
gungen usw. (ALLEMANN, a.a.O., S. 225 und [betr. Konzernleitung] S. 34, 
304 f.;  BRÜGGER/BONVIN,  a.a.O.,  S. 340;  LEUTENEGGER,  a.a.O.,  S. 460,  je 
mit  Verweis  auf  die  OECD-Richtlinien;  LEHMANN/ARZETHAUSER,  a.a.O., 
S. 621 f. und Fn. 170). 

Die soeben aufgezählten Leistungen (Shareholder Activities) sind, da 
es zu keinen keinen mehrwertsteuerlichen Leistungen der Mutter- an 
die  Tochtergesellschaften  kommt,  auch  in  mehrwertsteuerlicher  Hin-
sicht weitgehend nicht an die Tochtergesellschaften (weiter-)fakturier-
bar  (die  Prüfung  im  Einzelfall  vorbehalten).  Wenn  die  Muttergesell-
schaft  solche  Leistungen  durch  eine  Tochtergesellschaft  erbringen 
lässt,  wird  die  Mutter  folglich  regelmässig  (letzte)  Empfängerin  sein 
(zur Bestimmung des Leistungsempfängers nach wirtschaftlichen, tat-
sächlichen Kriterien vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.202/2006 vom 

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27. November 2006 E. 3.2, 4.2; 2A.304/2003 vom 14. November 2003 
E.  3.6.1;  Entscheid  der  SRK  vom  20.  März  2006  [CRC  2005-021], 
E. 3b, 4b). Solche Leistungen im Sinn von Shareholder Activities kön-
nen – da nicht weiterfakturierbar (E. 3.3.1) – folglich grundsätzlich un-
ter die 3 Promill Pauschale subsumiert werden (so auch  LEUTENEGGER, 
a.a.O., S. 460 f., 462; ebenso offenbar die ESTV: Einspracheentschei-
de S. 9 f. betr. die sog. "Kosten aus Anteilseignertätigkeit" und mit Ver-
weis  auf  die  OECD-Verrechnungspreisgrundsätze). Sie  können denn 
auch weitgehend den in der Praxis zur 3 Promill Pauschale umschrie-
benen Leistungen (oben E. 3.2.1) zugeordnet werden. Zu präzisieren 
ist allerdings zweierlei. Erstens ist bei der Konzernleitung, die auch als 
Shareholder Activity genannt wird, zu beachten, dass Konzernleitungs-
aktivitäten auch entgeltliche Leistungen der Muttergesellschaft an die 
Töchter  beinhalten  können (vgl. Urteil  des  BVGer  A-1376/2006 vom 
20.  November  2007  E.  7.2;  ALLEMANN,  a.a.O.,  S. 34,  304  f.)  und  die 
3 Promill Pauschale insofern nicht zum Tragen käme (E. 3.3.1). Zwei-
tens  können  die  Leistungen  des  Verwaltungsrats  der  Muttergesell-
schaft nicht unter die – Leistungen einer Tochtergesellschaft erfassen-
de – Pauschale fallen. Die Tätigkeit des Verwaltungsrats ist im Übrigen 
mehrwertsteuerlich  als  unselbständige  Erwerbstätigkeit  zu  qualifizie-
ren und der  Muttergesellschaft  selbst  zuzurechnen (siehe Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.326/2002 vom 2. Juni 2003, Archiv für Schweizeri-
sches Abgaberecht [ASA] 74 679 E. 4.3, 5.3.1). Soweit eine Tochterge-
sellschaft  hingegen im Zusammenhang mit  der Tätigkeit  des Verwal-
tungsrats Leistungen erbringt, ist eine Subsumtion unter die Pauschale 
wiederum denkbar (vgl. auch SB Kürzung 2008 Ziff. 7.4.3.1 S. 63).

3.3.3 Daneben ist davon auszugehen, dass von der 3 Promill Formel – 
soweit sie nicht ohnehin unter die Umschreibung der Shareholder Acti-
vities fallen – auch Leistungen erfasst sind, die eine Tochter- der Mut-
tergesellschaft für deren Selbstverwaltung und die Führung ihres eige-
nen Betriebs erbringt. Entsprechende Kosten kann die Holding eben-
falls nicht weiterfakturieren, weil diesbezüglich keine steuerbaren Leis-
tungen  der  Mutter-  an  die  Tochtergesellschaften  erfolgen  (E.  3.3.1). 
Genannt werden können für den Betrieb der Holdinggesellschaft nöti-
ge  administrative  Arbeiten,  Buchhaltung  der  Holding  (vgl.  auch  SB 
Kürzung 2008 Ziff. 7.4.3.1 S. 63) sowie die Verwaltung des (auch über 
die  Beteiligungen  hinausgehenden)  Vermögens,  insbesondere  etwa 
der Wertschriften des Umlaufvermögens (vgl. hierzu auch Urteil  des 
BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 4.5.2/3). Ferner stellt 
auch  die  Vermögensanlage  am  Kapitalmarkt  eine  nur  der  Holding 

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selbst dienende Tätigkeit dar. Unter die 3 Promill  Formel kann dabei 
allerdings nur fallen, was nicht nach Art. 14 Ziff. 15 Bst. e MWSTV bzw. 
Art. 18 Ziff. 19 Bst. e MWSTG von der Steuer ausgenommen ist.

4.

4.1 In einem Konzern fasst eine Gesellschaft durch Stimmenmehrheit 
oder auf andere Weise mehrere Gesellschaften unter einheitlicher Lei-
tung zusammen (Art. 663e des Obligationenrechts vom 30. März 1911 
[OR, SR 220]).

Einheitliche Leitung (Konzernleitung) bedeutet im Normalfall insbeson-
dere die Oberleitung, d.h. die Festlegung der Konzernpolitik, der Kon-
zernstrategie und der Konzernziele sowie die Überprüfung der von der 
Konzernleitung gemachten Zielvorgaben, die Übernahme operationel-
ler  Aufgaben  (Geschäftsführung  im  Konzern),  die  Bestimmung  der 
Konzernorganisation  und  der  Konzernstruktur,  die  Finanzplanung, 
-führung und das Controlling, die personelle Führung hinsichtlich der 
obersten Managementebenen und schliesslich die Überwachung des 
Konzerns im Sinn der Oberaufsicht, d.h. die Aufsicht über die Überwa-
cher und die Verantwortung für das System der Überwachung (PETER 
BÖCKLI,  Schweizer Aktienrecht,  3. Aufl.,  Bern  2004,  S. 1169 ff.;  KARIN 
BEYELER,  Konzernleitung im schweizerischen Privatrecht,  Zürich 2004, 
S. 118 ff.).

4.2 In Bezug auf die Frage, wer die einheitliche Leitung des Konzerns 
ausübt, ist folgendes zu beachten:

Dem  Verwaltungsrat  einer  Aktiengesellschaft  kommen  zwingend  die 
unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben nach Art. 716a Abs. 1 
OR zu (zu diesen Aufgaben im Einzelnen: BÖCKLI, a.a.O., S. 1533 ff.). 
Gleichermassen obliegen dem Verwaltungsrat einer konzernleitenden 
Gesellschaft die nicht delegierbaren Aufgaben nach Art. 716a Abs. 1 
OR in Bezug auf den Gesamtkonzern (BÖCKLI,  a.a.O., S. 1171, 1534; 
ALLEMANN, a.a.O., S. 300; BEYELER, a.a.O., S. 129 ff.). Soweit nicht Kern-
kompetenzen nach Art. 716a Abs. 1 OR betroffen sind, kann der Ver-
waltungsrat die Geschäftsführung (unter Einhaltung bestimmter Form-
vorschriften) delegieren (Art. 716b OR). Dies gilt auch im Konzern; so 
können etwa operationelle  Aufgaben an eine "Konzernleitung"  inner-
halb der Muttergesellschaft oder an Dritte, etwa eine Managementge-
sellschaft,  übertragen  werden  (BÖCKLI,  a.a.O.,  S.  1169,  N.  244  f., 
S. 1615 f.; ALLEMANN, a.a.O., S. 12 ff., 298). Als nicht delegierbar gelten 

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hauptsächlich die Grundsatzentscheide betreffend die verschiedenen 
in Art. 716a Abs. 1 Ziff. 1-6 OR genannten Bereiche (Oberleitung) und 
die Oberaufsicht. Der Verwaltungsrat braucht hingegen nicht selber die 
Aufsicht auszuüben und die Beschlüsse vorzubereiten; er muss etwa 
nicht selbst die Entwürfe und Varianten für die Organisation, die Un-
terlagen für eine strategische Umorientierung, die Ausgestaltung des 
Rechnungswesens  und  der  Finanzplanung zusammenstellen  (BÖCKLI, 
a.a.O., S. 1574, S. 1533 ff.).

5.

5.1 Vorliegend  ist  unbestritten,  dass  die  Beschwerdeführerin  ihrer 
Muttergesellschaft  bestimmte Leistungen erbracht  hat,  ohne diese in 
Rechnung zu stellen. Soweit die Beschwerdeführerin selbst einräumt, 
Leistungen erbracht zu haben, ist unstrittig, dass die Voraussetzungen 
eines Leistungsaustauschs gegeben sind (anders noch in der Einspra-
che S. 14 Ziff. 47), die Leistungen der Mehrwertsteuer unterliegen und 
zum Drittpreis nach Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV bzw. Art. 33 Abs. 2 
Satz 3 MWSTG zu versteuern sind. Ferner sind sich die Parteien auch 
darin einig, dass die Bemessungsgrundlage geschätzt werden muss, 
weil  die  erbrachten  Leistungen  nicht  fakturiert  wurden  und  über  sie 
auch sonst keinerlei Aufzeichnungen bestehen. 

Dagegen gehen die Meinungen auseinander bezüglich des Umfangs 
und Werts  der  Leistungen. Die ESTV hat  die Bemessungsgrundlage 
annäherungsweise  anhand  der  3  Promill  Methode (oben  E.  3.2.1) 
eruiert,  wobei  sie  einen reduzierten  Satz  von 2  Promill  angewendet 
hat. Aufgrund der Höhe des durchschnittlichen Holdingvermögens (...) 
und  unter  Abzug  der  von  konzernfremden Unternehmen  bezogenen 
Verwaltungsleistungen (Revisions-/Rechtskosten) im Umfang von we-
nigen Tausend Franken ergaben sich als  Resultat  Beträge zwischen 
Fr. ... Mio. und Fr. ... Mio., die den Wert der von der Beschwerdeführe-
rin  erbrachten  Dienstleistungen  darstellen  sollten  und  von  welchem 
von ihr die Steuer nachgefordert wurde (EA Nr. 252'533 und 252'534). 
Der ursprünglich vorgenommene Abzug der Verwaltungsratshonorare 
wurde mit den beiden Nachträgen in EA Nr. 252'563 und Nr. 252'564 
wieder rückgängig gemacht. Die Beschwerdeführerin hingegen veran-
schlagt den Wert der erbrachten Dienstleistungen nach ihrer eigenen 
Schätzung auf Fr. ... pro Jahr. 

5.2 Zum Sachverhalt ist festzuhalten, dass vorliegend unbestrittener-
massen  ein  Konzern  besteht,  in  welchem  die  Y.  Holding  AG 

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konzernleitende Gesellschaft ist. Diese hat weder eigene Räumlichkei-
ten  noch  eigenes  Personal.  Die  Beschwerdeführerin  ist  100%-ige 
Tochtergesellschaft  der  Holding.  Zudem  hält  die  Holding  auch  eine 
100%-Beteiligung  an  der  B.  und  eine  grössere  Anzahl  weiterer 
Mehrheitseteiligungen. Die Beschwerdeführerin hält ihrerseits mehrere 
Tochtergesellschaften.  Die  Holding  wird  zu  100%  von  A.  gehalten. 
Dieser  ist  zudem  Präsident  des  Verwaltungsrats  der  Holding  und 
einziger  Verwaltungsrat  sowie  Geschäftsleitungsmitglied  der 
Beschwerdeführerin  (zum  Ganzen  vgl.  Beschwerde  S.  17  f., 
Beschwerdebeilagen 25, 26). 

5.3 Die Zulässigkeit der Schätzung anhand der 3 bzw. 2 Promill-Pau-
schale  bedingt,  dass  die  Beschwerdeführerin  der  Holding überhaupt 
Leistungen der von der Pauschale erfassten Art erbracht hat. 

5.3.1 Wie erläutert sollen mit der fraglichen Pauschale die umschrie-
benen sogenannten Shareholder Activities (E. 3.3.2) sowie – falls nicht 
schon unter Letztere zu subsumieren –  die weiteren oben genannten 
Aktivitäten zur Sicherstellung des Betriebs der Holding und Verwaltung 
ihres Vermögens (E. 3.3.3) ermittelt werden. Bei diesen Aktivitäten ist 
– wie die ESTV zu Recht vertritt – typisch, dass sie im Prinzip bei je-
der  Muttergesellschaft  aufgrund  ihrer  Stellung als  Aktiengesellschaft 
oder als konzernleitende Gesellschaft und zur Erfüllung ihres Zwecks 
des  Haltens  und  Verwaltens  von  Beteiligungen  zwingend  ausgeübt 
werden  müssen.  Die  von  der  Pauschale  erfassten  Leistungen  fallen 
also grundsätzlich, wenn auch – je nach Grösse und Struktur des Kon-
zerns, Höhe des Vermögens, Stabilität oder Veränderungen in den Be-
teiligungen, Intensität der Konzernleitung – nicht in gleichem Mass, bei 
jeder konzernleitenden Holdinggesellschaft an. Dies gilt entgegen der 
Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 25) nicht nur für 
Publikumsgesellschaften,  sondern  prinzipiell  auch  für  eine 
Privatholding. 

Zu untersuchen ist im Hinblick auf die 3 Promill-Pauschale hauptsäch-
lich noch, ob die Holding selbst diese für ihren eigenen Zweck unab-
dinglichen  Aufgaben  erledigt  oder  ob  sie  die  Besorgung  aussenste-
henden Dritten oder einer Tochtergesellschaft überlassen hat. Die Hol-
ding verfügt über kein Personal und konnte die Aufgaben – soweit sie 
nicht  durch  den  Verwaltungsrat  erfüllt  wurden  (hierzu  sogleich 
E. 5.3.3.2) – damit nicht persönlich wahrnehmen. Die ESTV hat bei der 
Berechnung  der  Pauschale  nur  wenige  von  konzernfremden  Dritten 

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bezogene Leistungen abgezogen ("Revisions-/Rechtskosten"). Die Be-
schwerdeführerin ihrerseits behauptet nicht, dass Leistungen von aus-
senstehenden Dritten oder von anderen Konzerngesellschaften, etwa 
einer Managementgesellschaft, erbracht worden seien. Die Annahme 
der ESTV, dass die von der Pauschale erfassten Leistungen von der 
Beschwerdeführerin  erbracht  wurden,  ist  (wiederum  unter  Vorbehalt 
der Leistungen des Verwaltungsrats) nicht zu beanstanden.

5.3.2 Zum grössten Teil räumt die Beschwerdeführerin ohnehin selbst 
ein, solche unter die 3 Promill Pauschale fallende Leistungen erbracht 
zu haben (sie bestreitet hauptsächlich die Höhe des von der ESTV an-
genommenen  Aufwands  hierfür),  nämlich  die  "Domizilführung",  die 
Buchhaltung im Sinn  des  "Einzelabschlusses"  für  die Holding selbst 
sowie  die  konsolidierte  Konzernrechnung,  Leistungen  betreffend 
Durchführung bzw. Organisation der  Generalversammlungen,  die Er-
füllung  von  Veröffentlichungspflichten,  Revisionsleistungen,  "kleinere 
Verwaltungsarbeiten"  bzw.  "administrative  Tätigkeiten",  "Reporting" 
(bzw. "Berichterstattung") (vgl. Beschwerde S. 21-23, 28 f.). 

5.3.3 Auch insofern als sie dies nicht explizit anerkennt, ist von der Er-
bringung der von der Pauschale anvisierten Leistungen (wie in E. 3.3.2 
und E. 3.3.3  aufgezählt)  durch die  Beschwerdeführerin  auszugehen. 
Dies betrifft namentlich noch die folgenden Bereiche:

5.3.3.1 Wie erläutert erfasst die 3 Promill Pauschale auch Leistungen 
für die Anlage und Verwaltung des Vermögens (vorn E. 3.3.3). Es fällt 
auf,  dass  die  Beschwerdeführerin  solche  Leistungen  nicht  erwähnt 
(ausser sie subsumiere sie unter den Begriff "kleinere Verwaltungsar-
beiten"),  obwohl bei ihrer Muttergesellschaft  offensichtlich solche an-
fallen mussten und zwar in nicht bloss untergeordnetem Mass. Neben 
den Beteiligungen (Anlagevermögen) verfügt die Holding über weitere 
massgebliche Aktiven, so einen grösseren Wertschriftenbestand (Um-
laufvermögen) von rund Fr. ... Mio., welcher Verwaltungs- und Verwah-
rungsaufwand bedeutet und zudem von einer gewissen Anlagetätigkeit 
zeugt. Aus den Akten ergibt sich nicht und es wird nicht geltend ge-
macht,  dass  die  Holding  entsprechende  Leistungen  von  aussenste-
hender Seite, z.B. einer Bank, bezogen hat. Damit liegt nahe, dass die 
Beschwerdeführerin diese übernahm bzw. ihrerseits eine Bank damit 
beauftragte, dies aber nicht als direkte Stellvertreterin der Holding (im 
Sinn von Art. 10 Abs. 1 MWSTV bzw. Art. 11 Abs. 1 MWSTG), andern-
falls  ja  im Rahmen der  Pauschale  abziehbare  Drittleistungen  (siehe 

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E. 3.2.1) vorgelegen hätten, was nicht behauptet wird. Folglich muss 
die Beschwerdeführerin der Holding gegenüber als Leistungserbringe-
rin  der  fraglichen  (wenn  auch  allenfalls  "physisch"  von  einer  Bank 
erbrachten) von der Pauschale erfassten Dienstleistungen gelten. 

5.3.3.2 Zu den Shareholder Activities zählt sodann auch die Konzern-
leitung,  soweit  sie  unentgeltliche Tätigkeit  beinhaltet,  die  nicht  direkt 
den einzelnen Töchtern, sondern vielmehr der Konzernspitze dient und 
somit nicht weiterfakturierbar ist (E. 3.3.2). Insofern können Konzern-
führungsleistungen – falls von einer Tochtergesellschaft erbacht – un-
ter die 3 Promill-Pauschale fallen (E. 3.3.1 f.). Soweit der Verwaltungs-
rat der Muttergesellschaft selbst die Konzernleitung wahrnimmt, kann 
aber wiederum keine Leistung einer Tochtergesellschaft vorliegen und 
die Pauschale nicht zum Tragen kommen (E. 3.3.2). Dies betrifft  na-
mentlich die gemäss Art. 716a Abs. 1 OR zwingend vom Verwaltungs-
rat  der  Muttergesellschaft  auszuübende Konzernoberleitung (E. 4.2). 
Alles, was der Verwaltungsrat nicht nach Art. 716a Abs. 1 OR selbst 
vorzukehren hat, kann jedoch delegiert werden (E. 4.2) und unter die 
Pauschale fallen.

Nach Angaben der Beschwerdeführerin hat A. in seiner Funktion als 
Verwaltungsrat  der  Holding  die  gesamte  strategische  Führung  über-
nommen. Dies  kann  nach  dem soeben  Gesagten  nicht  angezweifelt 
werden,  soweit  die  unter  Art.  716a  OR  fallende  Konzernoberleitung 
betroffen ist. In Bezug auf delegierbare Konzernleitungsfunktionen ist 
die Angabe insofern glaubwürdig, als damit gesagt werden soll, dass 
A.  die  wichtigsten  Entscheide  betreffend  die  strategische  Leitung 
gefällt  hat.  Dies  spricht  aber  nicht  gegen  die  Anwendung  der  Pau-
schale. Auch wenn der Verwaltungsrat einer Familienholding gegebe-
nenfalls  etwas  weitergehende  Aufgaben  im  Bereich  Konzernleitung 
übernimmt, wird dies soweit ersichtlich mit der Reduktion des Satzes 
auf 2 Promill  berücksichtigt. Dass A. hingegen in grösserem Rahmen 
Aufgaben, die über die Fällung der Grundsatzentscheide hinausgehen, 
selbst  erledigt  hätte,  wurde  von  der  Beschwerdeführerin  weder 
dokumentiert  noch  nachvollziehbar  erläutert  und  ist  angesichts  der 
Grösse des Konzerns mit zahlreichen (direkt und indirekt gehaltenen) 
Mehrheitsbeteiligungen  im  In-  und  Ausland  (oben  E. 5.2)  und  unter 
praktischen  Gesichtspunkten  (zeitliche  Kapazität  einer  einzigen  Per-
son, übliche Arbeitsteilung in Bezug auf administrative Arbeiten) nicht 
anzunehmen.  Es  kann  mangels  Nachweisen  sowie  plausiblen 
Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  davon  ausgegangen  werden, 

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dass  er  zwar  die  wichtigsten  Entscheide  fällte,  sie  aber  nicht  auch 
selbst vorbereitete und umsetzte, dass er also für die Wahrnehmung 
seiner  Funktionen in der Holding und im Gesamtkonzern namentlich 
auf  vorbereitende  Arbeiten  (z.B.  Zusammentragen  von  Grundlagen 
und Erstellen von Vorschlägen für die Entscheide über die Ausrichtung 
der  Konzernstrategie)  und  administrative  Unterstützung  angewiesen 
war und die Beschwerdeführerin solche unter die 3 Promill Pauschale 
fallende Leistungen (siehe E. 3.3.2 in  fine; vgl. auch Ziff. 7.4.3.1 der 
SB  Kürzung  2008  betr.  "Aufbereitungsarbeiten,  die  der  Entscheid-
ungsfindung für den Verwaltungsrat dienen") erbracht hat. 

5.3.4 Insgesamt  ist  zu  schliessen,  dass  die  Beschwerdeführerin  der 
Holding  Leistungen  der  von  der  Pauschale  erfassten  Art  weitestge-
hend erbracht  hat. Die Anwendung der Pauschale  ist  folglich  grund-
sätzlich zulässig. 

5.4 Die Beschwerdeführerin hält  die  fragliche Pauschale sodann ge-
nerell für unzulässig, das Abstellen auf die Höhe des Vermögens der 
Holding und insbesondere der Satz von 2 bzw. 3 Promill sei ungeeig-
net bzw. gar willkürlich. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass diese Para-
meter vom Bundesverwaltungsgericht – in Bezug auf einen konkreten 
Fall – bereits geschützt wurden (Urteil  A-1376/2006 vom 20. Novem-
ber  2007  E.  4.4.1,  4.4.2).  Es  rechtfertigt  sich  trotzdem,  auf  einige 
Kritikpunkte der Beschwerdeführerin einzugehen.

Einerseits wird kritisiert, dass die Pauschale auf die Summe der Akti-
ven der Holding zurückgreift. Dies sei für die Bewertung der "kleineren 
Verwaltungsarbeiten"  geradezu absurd  (Beschwerde S. 28  Rz. 137). 
Auch die Bemerkung, dass sich die Schwankungen im von der ESTV 
geschätzten  Aufwand  für  den  praktisch  gleich  bleibenden  Konzern 
nicht erklären liessen (S. 29 Rz. 141), betrifft diesen Aspekt, denn die 
Schwankungen ergeben sich aus der veränderten Vermögenslage bei 
der Holding. Die Höhe des Vermögens der Holding kann jedoch unter 
verschiedenen Gesichtspunkten durchaus Einfluss auf die mit der Pau-
schale  zu  eruierenden Aufwände haben. So ist  der  Aufwand für  die 
Vermögensanlage  und  die  Verwaltung  des  Wertschriftenvermögens 
(E. 3.3.3) durchaus (wenn auch nicht unbedingt in allen Fällen direkt 
proportional) abhängig von dessen Höhe, wie etwa die Preisgestaltung 
von  Banken  für  Vermögensverwaltungsleistungen  zeigt  (hierzu  Ein-
spracheentscheide S. 10 f.). Soweit  der  Anstieg  des Vermögens der 
Holding  auf  die  Akquirierung  weiterer  Beteiligungen  zurückzuführen 

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ist,  ist  ein  gewisser  Mehraufwand (wenn auch wiederum nicht  zwin-
gend proportional)  namentlich  in  Bezug auf  die  Konzernleitung (und 
damit für die in diesem Zusammenhang von der Beschwerdeführerin 
erbrachten  Leistungen,  oben  E.  5.3.3.2)  und  Verwaltung  der  Beteili-
gungen ebenfalls zu erwarten. Dass sich vorliegend der zeitliche Auf-
wand im Lauf der Jahre nicht geändert  habe, bleibt im Übrigen eine 
unbelegte Behauptung. 

Bemängelt wird sodann hauptsächlich die Höhe des Satzes von 3 bzw. 
vorliegend 2 Promill (Beschwerde S. 26 f.). Der Beschwerdeführerin ist 
zuzustimmen, dass bei der Vermögensverwaltung von höheren Vermö-
gen durch Banken von geringeren Ansätzen als 3 bzw. 2 Promill aus-
zugehen  ist  bzw. die  Preise  allenfalls  individuell  verhandelt  werden 
können. Ebenfalls trifft  zu,  dass die bei  den direkten Steuern vorge-
nommene pauschalisierte Berechnung der Verwaltungskosten für das 
bewegliche Privatvermögen, wo ebenfalls eine Pauschale von 3 Pro-
mill  des Vermögens verwendet  wird,  tatsächlich nicht  ohne Weiteres 
vergleichbar ist mit der Verwaltung des Vermögens einer Holding von 
insgesamt über einer Milliarde. Fehl geht die Beschwerdeführerin in ih-
rer Argumentation, der Vergleich der ESTV mit Gebühren von Banken 
für die Vermögensverwaltung und mit der erwähnten Praxis betreffend 
Gewinnungskosten sei deswegen ungeeignet, weil es hier um Portfo-
liobeteiligungen oder festverzinsliche Papiere (Obligationen) gehe und 
somit  um  Leistungen,  welche  bei  der  Betreuung  von  Beteiligungen 
nicht anfielen. Entgegen dieser Annahme umfasst die Pauschale sehr 
wohl unter anderem auch die Verwaltung von Wertschriften des Um-
laufvermögens (also eben gerade von Aktien, Obligationen usw.) und 
Leistungen betreffend die Anlage des Vermögens (E. 3.3.3,  5.3.3.1). 
Insofern  ist  die  Orientierung  der  ESTV  an  diesen  Ansätzen  nicht 
abwegig, auch wenn die Pauschale weit mehr Leistungen erfasst als 
die blosse Verwaltung und Anlage von Vermögen bzw. Wertschriften. 

Generell  ist  daran  zu  erinnern,  dass  die  Pauschale  nur  zum  Zug 
kommt, wenn die Leistungen nicht zum Drittpreis fakturiert wurden und 
über diese genügende Aufzeichnungen fehlen. Die ESTV darf in einer 
solchen Situation, wenn sie den mutmasslichen Drittpreis (als Schätz- 
bzw. Vergleichswert, oben E. 3.1) schätzen muss, auf Erfahrungswerte 
abstellen  und  eine  schematische  Formel  herausschälen  (Urteil  des 
BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 4.4, 2.2).  Die ESTV 
musste hierfür  auf  existierende Vergleichswerte abstellen,  weswegen 
die von ihr gezogenen Vergleiche insgesamt nicht beanstandet werden 

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können. Die Pauschale stellt eine schematische Lösung für die annä-
herungsweise Ermittlung des Drittpreises für ganz verschiedene Arten 
von  Leistungen  dar,  die  grundsätzlich  (abgesehen  vom  reduzierten 
Satz  namentlich  für  Familienholdings)  für  alle  Holdinggesellschaften 
unabhängig von der Grösse des Konzerns und von der Höhe der Akti-
ven  der  Holding  gleichermassen  Geltung  beansprucht.  Eine  solche 
Methode  ist  zwangsläufig  mit  Ungenauigkeiten  behaftet  (vgl.  auch 
E. 4.4.1,  4.4.2  des  zitierten  Urteils).  Der  Satz  von  2  oder  3  Promill 
kann nicht als willkürlich oder für eine Schätzung unzulässig angese-
hen und vom Bundesverwaltungsgericht (das sich in Schätzungsfragen 
praxisgemäss  zurückhält,  vorn  E.  2,  3.1)  nicht  aufgehoben  werden. 
Vorbehalten bleibt allerdings der Einzelfall, in welchem die Pauschale 
nachgewiesenermassen nicht zu einem sachgerechten Ergebnis führt. 
Insofern wäre es auch unproblematisch oder vielmehr richtig, wenn die 
ESTV, wie die Beschwerdeführerin in der Replik (S. 11) geltend macht, 
in (solchen) Einzelfällen von der Anwendung der Pauschale absehen 
und eine individuelle Lösung treffen würde. 

Die Pauschale ist somit – erneut – zu bestätigen.

5.5 Was den konkreten Fall anbelangt, liegt es an der Beschwerdefüh-
rerin, die Unrichtigkeit der – zu Recht vorgenommenen – Schätzung 
zu  beweisen  (vorn  E.  2,  3.1;  Urteil  des  BVGer  A-1376/2006  vom 
20. November 2007 E. 4.5).

5.5.1 Der Nachweis des  effektiven Werts  der  erbrachten Leistungen 
könnte namentlich dadurch erbracht werden, dass anhand genügender 
Aufzeichnungen  der  effektive  Arbeitsaufwand  belegt  wird  (vgl.  Urteil 
des BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 4.5.4).  Der vom 
Personal der Beschwerdeführerin für die Holding tatsächlich geleistete 
Zeitaufwand  wurde  nicht  erfasst.  Es  existieren  auch  sonst  keinerlei 
Aufzeichnungen über die tatsächlich erbrachten Leistungen. Nament-
lich beruht die von der Beschwerdeführerin angestellte eigene Schät-
zung auf keinerlei konkreten Nachweisen, so dass auf diese nicht ab-
gestellt werden kann. Darüberhinaus ist fraglich, ob in der Schätzung 
sämtliche von der Beschwerdeführerin erbrachten und unter die Pau-
schale fallenden Leistungen abgedeckt sind (siehe v.a. E. 5.3.3.1/2). 

5.5.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen die Unrichtig-
keit der Schätzung in ihrem Fall nicht glaubhaft darzutun.

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5.5.2.1 Die Beschwerdeführerin verweist auf den speziellen Charakter 
der  Holding als  "Privatholding". Die  Tatsache,  dass  A. Alleinaktionär 
der  Holding  ist,  vermag  den  Verwaltungsaufwand  beispielsweise  in 
Bezug auf die Organisation der Generalversammlung und den Verkehr 
mit  den Aktionären in gewissem Mass zu beeinflussen. Zudem kann 
wie  erläutert  (E.  5.3.3.2)  davon  ausgegangen  werden,  dass  A.  als 
Verwaltungsrat  der  Holding  die  Konzernleitung  (im  Hinblick  auf  die 
wichtigsten Entscheide) übernommen hat,  ohne diese zu delegieren. 
Diese Besonderheiten einer Privatholding können jedoch als durch die 
Reduktion  des  anwendbaren  Satzes  auf  2  Promill  berücksichtigt 
gelten. Weitere (gegenüber  anderen Holdinggesellschaften)  spezielle 
Auswirkungen  der  Tatsache,  dass  eine  Familienholding  gegeben  ist, 
sind nicht vorgebracht worden und nicht zu sehen, zumal ein grosser 
Teil der von der Pauschale erfassten Aufwände in keiner Verbindung 
mit  der  Aktionärsstruktur  der  Holding  steht  und  vorliegend  eine 
Holdinggesellschaft  mit  hohem Vermögen  und  einer  grossen  Anzahl 
von Beteiligungen sowie  ein weitreichender  Konzern  mit  zahlreichen 
Konzerngesellschaften im In- und Ausland besteht. 

5.5.2.2 Bei  den  einzelnen  Leistungen,  deren  Erbringung  die  Be-
schwerdeführerin selbst einräumt, betont sie, ohne dies aber zu bele-
gen, sie hätten nur wenig Aufwand erfordert. Es wurde bereits erläu-
tert, dass geringere Aufwände aufgrund der Aktionärsstruktur der Hol-
ding durch die Reduktion des Satzes auf 2 Promill berücksichtigt wur-
de. Ebenfalls kann von einem untergeordneten Aufwand für Veröffentli-
chungspflichten (Handelsregistereinträge) ausgegangen werden. Dies 
wird aber auch bei anderen Holdinggesellschaften nicht anders sein. 
Dass der Aufwand für die Domizilführung, verschiedene administrative 
Leistungen (welche nicht näher bezeichnet werden), Revisionsleistun-
gen, die Buchhaltung für die Holding selbst ("Einzelabschluss") sowie 
die konsoliderte Rechnung nur sehr gering gewesen sei, wurde nicht 
dokumentiert  oder plausibel erläutert. Namentlich betreffend die kon-
solidierte Rechnung ist angesichts der Grösse des Konzerns diese An-
gabe zweifelhaft. Insgesamt sind jedenfalls keine speziellen Verhältnis-
se ersichtlich, welche zu einem im Vergleich mit  anderen Holdingge-
sellschaften besonders geringen Aufwand geführt hätten. 

Die Versuche der Beschwerdeführerin, mangels Belegen zu den kon-
kreten Gegebenheiten ihre Angaben mit Vergleichen plausibel zu ma-
chen, schlagen ebenso fehl. Zur Erläuterung der geringen Kosten für 
die  Domizilführung  etwa  wird  auf  die  im  Internet  offerierten  Preise 

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einer Firma verwiesen (Beschwerdebeilage 27), die den Interessenten 
zum  Zweck  von  bestimmten  "Transaktionen"  die  Gründung  einer 
steuerbegünstigten Gesellschaft in der Schweiz, genauer in Zug offe-
riert,  ohne dass die Interessenten selbst in Erscheinung treten müs-
sen. Was dies mit dem vorliegenden Fall zu tun haben soll, ist nicht er-
kennbar. Dass die Preise – wobei es sich im Übrigen um Mindestprei-
se handelt – gering sind, ist angesichts der angesprochenen Art von 
Gesellschaften  auch  nicht  weiter  verwunderlich.  Auch  die  weiteren 
Vergleiche  mit  einer  anderen  Gesellschaft  vermögen  offensichtlich 
nicht  zu belegen,  dass die Schätzung im konkreten Fall  zu falschen 
Ergebnissen  führt  und  darauf  braucht  nicht  weiter  eingegangen  zu 
werden. 

5.5.3 Folglich wurde der Nachweis nicht erbracht, dass die Schätzung 
der  ESTV  unter  Berücksichtigung  der  konkreten  Verhältnisse  offen-
sichtlich  falsch  ist  und  die  tatsächlichen  Aufwände  bedeutend  unter 
der Schätzung der ESTV lagen. Die Schätzung anhand der 2 Promill-
Formel kann damit nicht als unzulässig gelten.

5.6 Schliesslich  bleibt  auf  den  Standpunkt  der  Beschwerdeführerin 
einzugehen,  die  von  der  Holding  ausgerichteten  Honorare  an  die 
Verwaltungsräte  (von  insgesamt  rund  Fr.  ...  pro  Jahr)  seien  vom 
anhand der 2 Promill-Pauschale ermittelten Wert abzuziehen, wie dies 
die ESTV in den ersten EA noch getan, mit  den beiden Nachträgen 
(EA Nr. 252'563 und Nr. 252'564) aber wieder rückgängig gemacht hat.

Aufgrund  der  Ausgestaltung  der  Pauschale  ist  ein  solcher  Abzug 
grundsätzlich nicht möglich, die Praxis sieht nur den Abzug von Leis-
tungen von "konzernfremden Unternehmen"  vor  (Ziff. 7.4.3.1  der  SB 
Kürzung  2008  zählt  die  Verwaltungsratshonorare  im Übrigen  explizit 
als  nicht  abziehbar  auf).  Es  ist  auch  davon  auszugehen,  dass  die 
ESTV die Tatsache, dass der Verwaltungsrat der Holding gewisse Leis-
tungen der von der Pauschale erfassten Art erbringt, bei der Schaffung 
der Pauschale in Betracht gezogen hat (auch wenn die Angaben der 
ESTV im vorliegenden  Verfahren  diesbezüglich  nicht  schlüssig  sind, 
vgl. Einspracheentscheide Ziff. 5.2 S. 16 f., Vernehmlassungen S. 9). 
Ein  Abzug  der  Verwaltungsratshonorare  im  Rahmen  der  Pauschale 
wäre wenig sachgerecht, weil, wie auch die ESTV anmerkt, die Höhe 
der Entschädigungen das Ausmass der vom Verwaltungsrat erbrachten 
Leistungen nicht unbedingt reflektiert, wie gerade das vorliegende Bei-
spiel zeigt, wo der Verwaltungsrat, der nach Angaben der Beschwerde-

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führerin die strategische Führung des Konzerns inne hat, keinerlei Ent-
schädigung erhielt. Denkbar sind auch in Relation zu den erbrachten 
Leistungen zu hohe Honorare. Sollte der Verwaltungsrat einer Holding 
nachgewiesenermassen in einem über das übliche Mass hinausgehen-
den Umfang Arbeiten übernehmen, wäre dies anders als durch einen 
Abzug von der Pauschale zu berücksichtigen. Dem kann etwa durch 
die  Reduktion  des  Promillsatzes  Rechnung getragen werden (schon 
oben E. 5.3.3.2 und 5.5.2.1). Sollte in einem – hier nicht gegebenen – 
speziellen Fall (was vorab bei kleineren Verhältnissen denkbar ist) ein 
Verwaltungsrat einer Holding tatsächlich sämtliche oder zumindest den 
grössten Teil (etwa abgesehen von der Buchhaltung) der von der Pau-
schale erfassten Leistungen selbst erbringen, müsste von deren An-
wendung ganz abgesehen werden (hierzu auch oben E. 5.4 in fine). 

5.7 Die  Ermittlung  des  Drittpreises  (Art.  26  Abs. 2  Satz  3  MWSTV, 
Art. 33 Abs. 2 Satz 3 MWSTG) durch die ESTV ist nicht zu beanstan-
den, die Nachforderungen der ESTV zu bestätigen und die Beschwer-
den insoweit abzuweisen. 

5.8 Zu  erwähnen  bleibt  schliesslich  der  –  rückwirkend  anwendbare 
(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_614/2007 vom 17. März 
2008 E. 3.5; Urteil des BVGer A-1438/2006 vom 11. Juni 2007 E. 3.3) 
– Art. 45a MWSTGV.

Die Anwendung von Art. 45a MWSTGV wurde von der Beschwerde-
führerin nur in Bezug auf die Managementdienstleistungen beantragt 
(vgl.  Replik).  Da  diese  vorliegend  nicht  Streitgegenstand  bilden 
(E. 1.4.3) kann darauf nicht eingegangen werden. 

Betreffend die Aufrechnung aufgrund von Konzernführungsleistungen 
kann  Art.  45a  MWSTGV (wovon  wohl  auch  die  Beschwerdeführerin 
ausgeht,  da sie dessen Anwendung auf diesen Teil der Aufrechnung 
nicht  verlangt)  nicht  greifen. Diese Bestimmung kommt nur zum Tra-
gen, wenn Nachforderungen der ESTV auf blossen Formfehlern beru-
hen. Dies ist  vorliegend nicht  der Fall,  denn die Beschwerdeführerin 
hat  die konzerninternen,  steuerbaren Leistungen in  gesetzeswidriger 
Weise nicht der Mehrwertsteuer unterstellt, was als materieller Fehler 
zu qualifizieren ist (dasselbe wäre im Übrigen auch betreffend die Ma-
nagementleistungen  festzustellen).  Die  zweite  Voraussetzung  dieser 
Bestimmung, nämlich das Nichtvorliegen eines Steuerausfalls, braucht 
damit  nicht  geprüft  zu  werden.  Immerhin  kann  angemerkt  werden, 
dass sie soweit ersichtlich ebenfalls nicht erfüllt wäre, weil die Holding 

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mangels Verwendung der fraglichen Eingangsleistungen für steuerbare 
Ausgangsumsätze (vgl. vorn E. 3.3.1 f.) nicht zum Vorsteuerabzug be-
rechtigt  war (siehe Ziff. 7.6.3 Bst. b  SB Kürzung). Ebensowenig wie 
Art. 45a MWSTGV ist bei diesen Gegebenheiten die – sich auf diese 
Bestimmung stützende – Ziff. 2.7 der Praxismitteilung der ESTV vom 
27. Oktober  2006  "Behandlung  von  Formmängeln"  anwendbar  (zum 
Ganzen ausführlich: Urteil des BVGer A-1501/2006 vom heutigen Tag 
E. 8.6).

6.

6.1 Schliesslich  ist  die  Berechnung der  Verzugszinsen umstritten. In 
den EA sowie den Entscheiden vom 20. November 2003 hat die ESTV 
für  sämtliche  vorliegend  strittigen  Steuerforderungen  den  für  den 
Beginn der Verzugszinspflicht massgeblichen mittleren Verfall auf den 
31. Oktober 2000 festgelegt. Im Einspracheentscheid korrigierte sie – 
von Amtes wegen – den mittleren Verfall betreffend die Steuerperioden 
1.  Quartal  1995  bis  4.  Quartal  2000  auf  den  31.  August  1999  und 
betreffend die Steuerperioden 1. Quartal 2001 bis 3. Quartal 2002 auf 
den 28. Februar 2002. Sie erläuterte diesbezüglich, der mittlere Verfall 
sei  ursprünglich  (EA,  Entscheide)  irrtümlich  auf  Grund  der  ganzen 
kontrollierten  Steuerperiode  (1.  Quartal  1997  bis  3.  Quartal  2002) 
berechnet worden anstatt, was richtig wäre, auf Grund der je von den 
beiden EA erfassten unterschiedlichen Perioden. 

Diese neue Berechnung wird von der Beschwerdeführerin angefoch-
ten. Sie hebt dabei hervor, dass sich aufgrund der in den Einsprache-
entscheiden definierten mittleren Verfällen ein Gesamtbetrag von Fr. ... 
Verzugszinsen  (bis  zur  Einzahlung)  ergäbe,  also  ein  Mehrbetrag 
gegenüber der Höhe der Zinsen aufgrund der – ihrer  Meinung nach 
richtigen  –  Festlegung  des  mittleren  Verfalls  gemäss  EA  bzw.  den 
Entscheiden vom 20. November 2003 (Fr. ...). 

6.2 Die Zulässigkeit  der Berechnung der  Verzugszinsen anhand des 
mittleren Verfalls ist vorliegend nicht prinzipiell  umstritten. Die Recht-
sprechung hat  dieses Vorgehen auch bereits geschützt. In Fällen,  in 
denen mehrere Steuerperioden in Frage stehen, darf der Beginn des 
Zinsenlaufs für die gesamte Steuerforderung auf das mittlere Verfalls-
datum angesetzt werden (Urteile des Bundesgerichts 2C_11/2008 vom 
16. Mai 2008 E. 3.5; vom 9. Januar 1987, ASA 58 S. 163; vom 1. Fe-
bruar 1963, ASA 31 S. 519 E. 4). Nicht zu entscheiden war dabei, wie 
vorzugehen ist, wenn die ESTV die betroffenen Steuerperioden in zwei 

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Zeitabschnitte (Geltungsbereich MWSTV bzw. MWSTG) unterteilt. An-
gesichts  der  Rechtsprechung  erscheint  die  ursprüngliche  Berech-
nungsweise, also die Berechnung anhand sämtlicher in Frage stehen-
der Steuerperioden, jedenfalls nicht als unzulässig. 

Mit der Neuberechnung des Verzugszinses hat die ESTV eine reforma-
tio in peius vorgenommen. Nach Art. 62 Abs. 2 VwVG ist eine solche 
nur zulässig, wenn die vorherige Verfügung Bundesrecht verletzt hat, 
oder auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des Sach-
verhalts  beruht.  Dies  war  nach  dem  Gesagten  vorliegend  nicht  der 
Fall, die ursprüngliche Berechnung gemäss den Entscheiden war nicht 
bundesrechtswidrig. Es braucht damit nicht geprüft zu werden, ob die 
neue Berechnung gemäss Einspracheentscheid allenfalls die "richtige-
re"  oder  "sachgemässere"  gewesen wäre. Selbst  wenn dies der  Fall 
wäre,  hätte  die ESTV ihre vorherigen Entscheide zu  Ungunsten der 
Beschwerdeführerin  nicht  abändern  dürfen,  denn  eine  reformatio  in 
peius wegen Unangemessenheit der ersten Verfügung ist nach Art. 62 
Abs. 2 VwVG unzulässig. Die Rechtsprechung lässt  im Übrigen eine 
reformatio  in  peius nur  sehr  restriktiv  zu,  wenn der betreffende Ent-
scheid  offensichtlich  unrichtig  und die  Korrektur  von  erheblicher  Be-
deutung ist (Urteil  des Bundesgerichts 2A.19/2002 vom 3. Dezember 
2002, E. 4; BGE 119 V 249 f. E. 5; 108 Ib 228 E. 1b; Urteil des BVGer 
A-1348/2006 vom 30. Mai 2007 E. 6.4). Diese Voraussetzungen sind 
erst recht nicht gegeben.

Die Beschwerde ist  somit  in Bezug auf die Festlegung des mittleren 
Verfalls gutzuheissen und die Sache zur Berechnung der Verzugszin-
sen unter  Berücksichtigung eines  mittleren Verfalls  vom 31. Oktober 
2000 an die ESTV zurückzuweisen.

7.
Dem Gesagten zufolge ist  die Beschwerde teilweise (Verzugszinsen, 
E. 6) gutzuheissen, im Übrigen aber abzuweisen. Die Beschwerdefüh-
rerin dringt mit ihren Anträgen nur zu einem geringen Teil durch (Diffe-
renz  zwischen  der  Höhe  der  Verzugszinsen  bei  den  verschiedenen 
mittleren Verfällen, vgl. E. 6.1). Die Verfahrenskosten des Beschwerde-
verfahrens,  die  nach  Art. 4  des  Reglements  vom  28.  Februar  2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 12'000.-- festgesetzt werden, wer-
den ihr  im Umfang von Fr. 11'500.-- auferlegt  (Art. 63 Abs. 1 VwVG) 
und mit den Kostenvorschüssen von total Fr. 12'000.-- (Fr. 5'000.-- und 

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Fr. 7'000.--) verrechnet. Der Überschuss von Fr. 500.-- ist ihr zurückzu-
erstatten.  Der  Beschwerdeführerin  als  teilweise  obsiegende  Partei 
steht eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- zu (Art. 64 
Abs. 1 VwVG bzw. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Verfahren A-1518/2006 und A-1519/2006 werden vereinigt.

2.
Die  Beschwerde  wird  in  Bezug  auf  die  Verzugszinsen  gutgeheissen 
und die Sache zur Berechnung der geschuldeten Verzugszinsen an die 
ESTV zurückgewiesen.

3.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

4.
Die Verfahrenskosten werden der Beschwerdeführerin im Umfang von 
Fr. 11'500.-- auferlegt. Sie werden mit den geleisteten Kostenvorschüs-
sen  von  insgesamt  Fr. 12'000.--  verrechnet.  Der  Überschuss  von 
Fr. 500.-- ist ihr nach Rechtskraft des Entscheids zurückzuerstatten. 

5.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von Fr. 1'000.-- auszurichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

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Markus Metz Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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