# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9ff8698-1545-5ae3-b76c-607e6c74f7a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.09.2014 C-6111/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6111-2010_2014-09-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-6111/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  11 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Michael Peterli (Vorsitz), 

Richter Vito Valenti, Richter Beat Weber, 

Gerichtsschreiberin Barbara Camenzind. 

 

 
 

Parteien 

 
X._______, 

Beschwerdeführerin, 

 
 

 
gegen 

 

 
Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Rechtsdienst, 

Weststrasse 50, Postfach, 8036 Zürich, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Beitragsverfügung und Aufhebung des Rechtsvorschlags - 

Anschluss Nr. 17809 (Verfügung vom 27. Juli 2010 und Wie-

dererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2010). 

 

 

C-6111/2010 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die X._______ (nachfolgend: Arbeitgeberin oder Beschwerdeführerin) 

schloss sich mit Anschlussvereinbarung vom 23. April 2001 zur Durchfüh-

rung der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge für 

die von ihr beschäftigten Arbeitnehmer per 1. April 2001 der Stiftung Auf-

fangeinrichtung BVG (nachfolgend: Vorinstanz) an (Akten der Auffangein-

richtung [im Folgenden: BVG-act.] 1). 

B.  

Mit Zahlungserinnerung vom 31. März 2009 (BVG-act. 2) liess die Vorin-

stanz der Arbeitgeberin einen Kontoauszug per 31. Dezember 2008 des 

Beitragskontos zukommen, auf dem ein offener Saldo von Fr. 8'120.25 

ausgewiesen war. Die Arbeitgeberin unterbreitete daraufhin der Vorin-

stanz einen Abzahlungsvorschlag (BVG-act. 3, S. 3) für sämtliche Betrie-

be in (…). In der Folge unterzeichnete die Arbeitgeberin am 2. Oktober 

2009 eine Schuldanerkennung für den Betrieb in (…); die Parteien ver-

einbarten einen Tilgungsplan über eine Forderung von Fr. 11'113.- zuzüg-

lich Fr. 100.- für die Kosten des Tilgungsplans mit monatlichen Raten von 

Fr. 1'000.- von Oktober 2009 bis August 2010. Für September 2010 wur-

de eine Rate in Höhe von Fr. 113.- vereinbart (BVG-act. 3, S. 1). 

C.  

Gemäss Auszug aus dem laufenden Debitorenkonto vom 4. Mai 2011 der 

Vorinstanz (act. 21, Beilage 2) sowie den von der Beschwerdeführerin mit 

Beschwerde eingereichten Bankbelegen (act. 1) zahlte die Beschwerde-

führerin folgende Beiträge ein: am 13. November 2009 Fr. 1'000.-, am 

30. Dezember 2009 Fr. 2'000.-, am 5. Februar 2010 Fr. 1'000.-, am 

25. März 2010 Fr. 2'000.-, am 11. Mai 2010 Fr. 1'000.-, am 15. Juni 2010 

Fr. 2'000.- und am 13. Juli 2010 Fr. 2'113.-; insgesamt also Fr. 11'113.-. 

D.  

Am 14. Juni 2010 stellte die Vorinstanz beim Betreibungsamt Dienststelle 

(…) ein Betreibungsbegehren (BVG-act. 16) für einen Betrag von 

Fr. 12'157.- nebst Zins zu 5% seit 15. Juni 2010, zuzüglich Zinsen 

(Fr. 541.50), Mahnkosten (Fr. 300.-) und Inkassokosten (Fr. 100.-). Gegen 

den vom Betreibungsamt (…) am 8. Juli 2010 zugestellten Zahlungsbe-

fehl (Betreibungs-Nr. […]) erhob die Arbeitgeberin am 13. Juli 2010 

Rechtsvorschlag (BVG-act. 20). 

C-6111/2010 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 27. Juli 2010 (BVG-act. 21) hob die Vorinstanz den 

von der Arbeitgeberin erhobenen Rechtsvorschlag gegen den Zahlungs-

befehl Betreibungs-Nr. (...) im Umfang von Fr. 9'085.50 inkl. der Betrei-

bungskosten von Fr. 100.- zuzüglich 5% Sollzinsen auf dem Betrag von 

Fr. 7'963.- seit dem 28. Februar 2009, Fr. 1'618.80 seit dem 31. März 

2009, Fr. 1'618.80 seit dem 30. Juni 2009, Fr. 1'618.80 seit dem 

30. September 2009, Fr. 1'718.80, seit dem 31. Dezember 2009 und 

Fr. 1'618.80 seit dem 31. März 2010 unter Auferlegung der Kosten für die 

Verfügung von Fr. 450.- auf und stellte fest, dass der Beitragsausstand in 

diesem Umfang nach wie vor bestehe (BVG-act. 21). 

F.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

27. August 2010 (act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

und beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und Gutheissung ihrer Beschwerde. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, sie habe den laut Til-

gungsplan und Schuldanerkennung per 30. September 2009 geschulde-

ten Betrag von Fr. 11'113.- bis zum 12. Juli 2010 vollständig zurückbe-

zahlt. Aus der AHV-Abrechnung gehe hervor, dass die Arbeitsverhältnisse 

von A._______ und B._______ aufgelöst worden seien. In den Rechnun-

gen ab 1. Juli 2009 seien diese Mitarbeiteraustritte trotz mehrfacher Ein-

reden nicht berücksichtigt worden, deshalb habe die Beschwerdeführerin 

diese per Einschreiben retourniert. Korrigierte Rechnungen seien nicht 

zugestellt worden. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. September 2010 (act. 3) forderte der zu-

ständige Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin auf, einen Kostenvor-

schuss von Fr. 900.- in Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu 

leisten, welcher am 13. September 2010 bei der Gerichtskasse einging 

(act. 8). 

H.  

Im E-Mail vom 8. September 2010 (act. 6) an die Beschwerdeführerin 

(Kopie an das Bundesverwaltungsgericht) gab die Vorinstanz an, die Ver-

sicherungsdaten der beiden ehemaligen Arbeitnehmerinnen A._______ 

und B._______ überprüft und korrigiert zu haben. Dabei seien die effekti-

ven und von der Beschwerdeführerin gemeldeten Jahresbruttolöhne be-

C-6111/2010 

Seite 4 

rücksichtigt, mit den definitiv abgerechneten Jahresbruttolohndaten ver-

glichen und im Anschluss beide Austrittsmutationen vorgenommen wor-

den. Der daraus zu erwartende Gutschriftsbetrag in der Quartalsabrech-

nung IV/2010 belaufe sich auf Fr. 1'141.40 zu Gunsten der Beschwerde-

führerin, was einen restlichen Gesamtausstand gemäss BVG in Höhe von 

Fr. 11'231.70 zur Folge habe. Einziger aktiv erfasster und abgerechneter 

Versicherter sei noch C._______ mit einem Jahresbruttolohn von 

Fr. 40'000.-. Die Vorinstanz wies zudem darauf hin, dass rückwirkende 

Daten- und Lohnkorrekturen aller BVG-Versicherten – wie dereinst münd-

lich mit der Beschwerdeführerin vereinbart – kategorisch ab einer Abwei-

chung von über oder unter 20% vorgenommen würden, da gegebenfalls 

zu einem späteren Zeitpunkt auch andere Korrekturmutationen vorge-

nommen werden müssten, sofern sich ehemalige Angestellte mit berech-

tigten (Korrektur-)Ansprüchen melden würden. Dies hätte unter Umstän-

den zusätzliche Nachbelastungs- oder Gutschriftsbeiträge zuzüglich reg-

lementarischer Umtriebskosten zur Folge. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. Oktober 2010 (act. 9) forderte der zu-

ständige Instruktionsrichter die Vorinstanz auf, dem Bundesverwaltungs-

gericht die mit E-Mail vom 8. September 2010 angekündigte Wiederer-

wägung in Verfügungsform zuzustellen. 

J.  

In ihrer Stellungnahme vom 22. Oktober 2010 (act. 10) gab die Vorinstanz 

an, die mit E-Mail vom 8. September 2010 angekündigten Korrekturen 

mittlerweile in ihrem System vorgenommen zu haben und reichte das 

Beiblatt "Fakturavorschau per Dezember 2010" ein. Die Korrekturen wür-

den der Beschwerdeführerin in der nächsten Quartalsrechnung gutge-

schrieben. Da die Rechnungsbeträge in den von der Betreibung erfassten 

Fakturen unverändert bleiben würden, werde die Vorinstanz im genann-

ten Verfahren keine Wiedererwägungsverfügung erlassen. 

K.  

Mit Schreiben vom 2. November 2010 (act. 12) hielt die Beschwerdefüh-

rerin an ihrer Beschwerde fest und gab an, für B._______ (Austritt: 

31. August 2009) und A._______ (Austritt: 30. November 2009) bereits 

dreimal Austrittsmeldungen eingereicht zu haben. Diese seien jedoch 

nicht bearbeitet worden. Obwohl die Vorinstanz im E-Mail vom 

8. September 2010 bestätigt habe, dass in der Quartalsrechnung IV/2010 

die Gutschriften aufgeführt würden, sei die Rechnung diesbezüglich nicht 

C-6111/2010 

Seite 5 

korrigiert worden. Die Beschwerdeführerin habe die Rechnung umgehend 

mit der Bitte um Zustellung einer korrekten und nachvollziehbaren Rech-

nung retourniert, jedoch keine neue Rechnung erhalten. Die Schuld ge-

genüber der Vorinstanz betrage Fr. 6'661.20. Es sei ein Rätsel, weshalb 

die Vorinstanz am 15. Juni 2010 eine Betreibung über einen Betrag von 

Fr. 13'098.50 eingeleitet habe, ohne vorher die Mutationen berücksichtigt 

und die Rechnungen korrekt bearbeitet zu haben. 

L.  

Mit Verfügung vom 10. Dezember 2010 (act. 15) zog die Vorinstanz die 

angefochtene Verfügung vom 27. Juli 2010 in Wiedererwägung (Disposi-

tiv-Ziffer 3 und 6 betreffend die Forderungssumme von Fr. 9'085.50 und 

Aufhebung des Rechtsvorschlags in gleicher Höhe) und verfügte neu 

über eine Forderungsschuld von Fr. 8'097.90 sowie die Aufhebung des 

Rechtsvorschlages gleichen Umfangs. Zur Begründung wurde ausge-

führt, dass sich aufgrund falsch erfasster Daten der Mitarbeiterinnen 

A._______ und B._______ eine Gutschrift von Fr. 1'096.10 ergebe. Die 

Forderung betrage nun Fr. 7'597.90 zuzüglich Zins zu 5% seit 15. Juni 

2010. 

M.  

In ihrem Schreiben vom 30. Januar 2011 (act. 17) hielt die Beschwerde-

führerin an der Beschwerde fest und stellte den Antrag, die Vorinstanz zu 

veranlassen, ihr eine korrekte und nachvollziehbare Abrechnung zuzu-

stellen. Sie führte weiter aus, ihre Schuld gegenüber der Vorinstanz 

betrage per 31. Dezember 2010 lediglich Fr. 6'661.20. Die Vorinstanz ha-

be ihr einen Kontoauszug per 31. Dezember 2010 mit einem Saldo von 

Fr. 16'503.15 sowie eine Rechnung für das letzte Quartal 2010 in Höhe 

von Fr. 4'080.05 zugestellt. Diese Faktura bestehe zur Hälfte aus Gebüh-

ren. Es seien bis ins Jahr 2000 zurückreichende Mutationen vorgenom-

men worden, welche nicht mehr nachvollziehbar seien. 

N.  

Die Vorinstanz stellte in ihrer Duplik vom 4. Mai 2011 (act. 21) den Antrag, 

die Beschwerde in dem Umfang abzuweisen, in welchem sie nicht durch 

Wiedererwägung gegenstandslos geworden sei. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass wohl die im Til-

gungsplan anerkannten Forderungen beglichen, jedoch zwischenzeitlich 

weitere Beitragsforderungen aufgelaufen und in Rechnung gestellt wor-

den seien. Da diese jedoch nicht rechtzeitig bezahlt worden seien, sei die 

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Betreibung eingeleitet worden. In der Wiedererwägungsverfügung vom 

10. Dezember 2010 seien jedoch anstelle der aufgelaufenen Zinsen irr-

tümlicherweise die Mahn-, Inkasso-, und Betreibungskosten in Höhe von 

Fr. 500.- erfasst worden. Der Forderungsbetrag beziffere sich auf insge-

samt Fr. 7'864.15 zuzüglich Zins zu 5% seit 15. Juni 2010. Die Beitrags-, 

respektive deren Wiedererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2010 

beziehe sich nur auf das Jahr 2009 und das erste Quartal 2010. Der per 

31. Dezember 2010 ausgestellte Kontoauszug beinhalte weitere Beitrags-

rechnungen; die nach dem 1. Quartal 2010 erhobenen Fakturen seien 

nicht Gegenstand des Verfahrens. Die Beschwerdeführerin habe es un-

terlassen, Austritte rechtzeitig zu melden, deshalb seien die Korrekturen 

nicht zu Beginn des Folgejahres vorgenommen worden; aus demselben 

Grund rechtfertige sich die Kosten- und Gebührenauflage. 

O.  

In ihrer Stellungnahme vom 17. August 2011 (act. 25) führte die Be-

schwerdeführerin aus, dass die Fakturen des ersten, zweiten und dritten 

Quartals in der Schuldanerkennung mit Saldo per 30. September 2009 

enthalten seien. Die Rechnung des vierten Quartals sei zurückgeschickt 

worden, da die von ihr eingereichten Mutationen nicht bearbeitet worden 

seien. Die Mutationen seien rechtzeitig gemeldet, aber nicht behoben und 

ausserdem Gebühren doppelt erfasst worden. Die Schuld gegenüber der 

Vorinstanz betrage im hängigen Verfahren ohne Zinsen und Gebühren 

insgesamt Fr. 2'446.10. 

P.  

Die Vorinstanz liess sich nicht mehr vernehmen. 

Q.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unter-

lagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen. 

  

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern kein Aus-

nahmetatbestand erfüllt ist (Art. 31, 32 des Bundesgesetzes über das 

Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwaltungsgerichts-

gesetz, VGG, SR 172.32]). Zulässig sind Beschwerden gegen Verfügun-

gen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG, sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG vorliegt. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG ist eine Vorin-

stanz im Sinn von Art. 33 Bst. h VGG, zumal diese im Bereich der berufli-

chen Vorsorge öffentlich-rechtliche Aufgaben des Bundes erfüllt (Art. 60 

BVG). 

1.1.1 Die Vorinstanz hat die Dispositiv-Ziffern 3 und 6 der angefochtenen 

Verfügung vom 27. Juli 2010 während des hängigen Beschwerdeverfah-

rens mit Verfügung vom 10. Dezember 2010 in Wiedererwägung gezogen 

und die Beitragsforderung reduziert. 

1.1.2 Erlässt die Verwaltung lite pendente eine Wiedererwägungsver-

fügung im Sinne von Art. 58 Abs. 1 VwVG, so tritt diese an die Stelle der 

früheren Verfügung (ANDREA PFLEIDERER, in: Waldmann/Weissenberger 

[Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungs-

verfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, N. 44 zu Art. 58). Sofern diese neue 

Verfügung die Begehren der beschwerdeführenden Person nur teilweise 

erfüllt, ist eine Abschreibung infolge Gegenstandslosigkeit unzulässig und 

die neue Verfügung gilt als mitangefochten im fortzusetzenden Verfahren 

(vgl. dazu AUGUST MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen-

tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 

2008, N. 18 zu Art. 58; PFLEIDERER, a.a.O., N. 52 zu Art. 58). Anfech-

tungsobjekt bilden somit die Beitragsverfügung der Vorinstanz vom 

27. Juli 2010, soweit sie durch die Wiedererwägungsverfügung vom 

10. Dezember 2010 nicht ersetzt worden ist, sowie die Wiedererwägungs-

verfügung selbst. 

1.1.3 Sowohl die Beitrags- als auch die Wiedererwägungsverfügung stel-

len Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Bundesgesetzes über das Ver-

waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrens-

gesetz, VwVG, SR 172.021) dar. Da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG 

gegeben ist, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde zuständig. 

https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F172.021%2F58&SP=6|yufknd
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F172.021%2F58&SP=6|yufknd
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F172.021%2F58&SP=6|yufknd
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F172.021%2F58&SP=6|yufknd

C-6111/2010 

Seite 8 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 

hat an dessen Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG), und die Beschwerdeführerin hat den einver-

langten Kostenvorschuss innert der gesetzten Frist bezahlt (BVGer act. 

4). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

1.3 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt 

werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (einschliess-

lich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe auf einer 

unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 

Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den 

angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, 

die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwal-

tungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212; vgl. BGE 128 II 145 

E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b). 

2.  

2.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt im Wesentlichen die Berechnung 

der Beitragsforderung. Die Vorinstanz habe zu ihren Meldungen über den 

Austritt von Mitarbeitern die entsprechenden Mutationen nicht vorge-

nommen und Forderungen nicht reduziert. Obwohl sie der Vorinstanz 

mehrmals mitgeteilt habe, dass die Beitragsberechnung nicht korrekt sei, 

habe nie eine entsprechende Berichtigung stattgefunden. Zudem fordert 

sie in all ihren Eingaben die Zustellung einer korrekten und vor allem 

nachvollziehbaren Abrechnung. Sinngemäss rügt die Beschwerdeführerin 

damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

2.1.1 Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; vgl. auch Art. 26 ff. 

VwVG) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das recht-

liche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es 

aber auch ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass 

C-6111/2010 

Seite 9 

von Verfügungen dar, welche in die Rechtsstellung des Einzelnen ein-

greifen. Dazu gehört insbesondere das Recht der Parteien, sich vor Er-

lass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu 

äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu neh-

men, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Er-

hebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest 

zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Ent-

scheid zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 3/05 vom 17. Juni 

2005 E. 3.1.3 und BGE 132 V 368 E. 3.1). 

Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des 

rechtlichen Gehörs führt – ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be-

schwerde in der Sache selbst – zur Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung 

im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von 

Bedeutung ist, das heisst, die Behörde zu einer Änderung ihres Ent-

scheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 127 V 

431 E. 3d/aa). Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders 

schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise 

als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich 

vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie 

die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 115 

V 297 E. 2h, RKUV 1992, U 152 S. 199 E. 2e). Gemäss Art. 35 Abs. 1 

VwVG müssen schriftliche Verfügungen grundsätzlich immer begründet 

werden. 

2.1.2 Die Begründungspflicht ist ein Teilgehalt des verfassungsmässigen 

Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, 

SR 101; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 VwVG sowie ULRICH HÄFELIN/WALTER 

HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zü-

rich 2012, Rz. 838). Sie soll verhindern, dass sich die verfügende Behör-

de von unsachlichen Motiven leiten lässt, und es den Betroffenen ermög-

licht, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können. 

Die sachgerechte Anfechtung einer Verfügung ist nur dann möglich, wenn 

sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz ein Bild über 

deren Tragweite machen können. Somit müssen in jedem Fall die Über-

legungen angeführt werden, von denen sich die zuständige Behörde hat 

leiten lassen und auf die sie ihre Verfügung stützt. Dabei darf sie sich je-

doch auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die Anforderun-

gen an die Begründungsdichte sind je nach Komplexität des Sachverhalts 

C-6111/2010 

Seite 10 

und/oder des der Behörde eingeräumten Ermessensspielraums unter-

schiedlich (vgl. zum Ganzen BGE 136 V 351 E. 4.2, BGE 124 V 180 E. 

1a, BVGE 2012/23 E. 6.1.2, je mit Hinweisen). 

2.1.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil C-1899/2011 

vom 15. Oktober 2013, E.4.3 ausgeführt, welche Angaben eine Beitrags-

verfügung zu enthalten hat, damit die Anforderungen an die Begrün-

dungspflicht erfüllt sind, nämlich 

– die relevante Beitragsperiode; 

– die Gesamtprämiensumme pro Jahr bzw. vierteljährlich, sofern die 

Rechnungsstellung vierteljährlich erfolgt; 

– pro versicherte Person pro Jahr: die Versicherungsdauer, den AHV-

Lohn, den relevanten koordinierten Lohn, die Beitragssätze und die 

hieraus errechnete Beitragssumme; 

– pro versicherte Person: die Höhe des Verzugszinses, unter Hinweis 

auf: die Zinsperiode, den Zinssatz, die rechtliche Grundlage für die 

Höhe des Zinssatzes und die jeweils gestellten Rechnungen und er-

folgten Mahnungen; 

– eine Auflistung der erhobenen Kosten/Gebühren unter Hinweis auf die 

diesen zugrunde liegenden Massnahmen; 

– die bereits geleisteten Zahlungen des Arbeitgebers mit Valutadatum 

und hieraus eine Abrechnung mit Angabe der noch ausstehenden 

Prämienbeträge und Zinsen für ausstehende Beiträge (ab Forde-

rungsvaluta). 

Vorliegend sind sowohl die Beitragsverfügung vom 27. Juli 2010 als auch 

die Wiedererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2010 sehr rudimentär 

gehalten. Es ist lediglich eine Forderungssumme von total Fr. 7'597.90 für 

Beiträge des 1. Quartals 2009 bis zum 1. Quartal 2010 angegeben, je-

doch nicht genügend belegt, wie sich der eingeforderte Beitrag berech-

net. Es fehlen Angaben zur Versicherungsdauer, zu den AHV-Löhnen, 

den koordinierten Löhnen und zu den Beitragssätzen der versicherten 

Personen. Mit dem pauschalen Verweis auf die Höhe des Verzugszinses 

und auf Sollzinsen seit Fälligkeitsdatum sowie die Höhe der Mahn-, In-

kasso- und Betreibungskosten ist diesen Anforderungen jedenfalls nicht 

Genüge getan. Die Vorinstanz hat ihrer Verfügung auch keine detaillierte 

Übersicht darüber, wie sich die Beiträge zusammensetzen, beigelegt. Die 

angefochtene Verfügung erfüllt die Erfordernisse an eine Beitragsverfü-

C-6111/2010 

Seite 11 

gung nicht ansatzweise. Der Beschwerdeführerin war es damit nicht mög-

lich, die Tragweite des Entscheides zu erkennen, indem ihr lediglich die 

angeblich geschuldeten Beiträge mitgeteilt wurden. Dies erlaubt es der 

Beschwerdeführerin zudem nicht, die Verfügung sachgerecht anzufech-

ten. Die Vorinstanz ist ihrer Begründungspflicht daher nicht nachgekom-

men, worin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken ist (vgl. 

dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-7809/2009 vom 29. März 

2012 E. 2.3). 

2.1.4 Nach ständiger Praxis kann eine nicht besonders schwerwiegende 

Verletzung des rechtlichen Gehörs wie erwähnt geheilt werden, wenn die 

betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdein-

stanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei 

überprüfen kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Aus-

nahme bleiben (BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 126 V 130 E. 2b). Von einer 

Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die 

Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer 

schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, 

wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 

damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse 

der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht 

zu vereinbaren wären (BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen ausführlich Ur-

teil des BGE 132 V 387 E. 5.1). Ein Anspruch auf einen materiellen Ent-

scheid der Rechtsmittelinstanz besteht im Falle einer Gehörsverletzung 

aber nicht. Zudem darf die Heilung nicht dazu dienen, (systematisch) Ver-

fahrensmängel im Gerichtsverfahren zu beheben (BGE 116 V 182 E. 1b). 

Eine Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs steht vorliegend aus-

ser Frage, zumal die Berechnung der Beitragsforderung aufgrund der vor-

handenen unvollständigen Akten sich auch im Beschwerdeverfahren nicht 

schlüssig und widerspruchsfrei herleiten lässt. In diesem Zusammenhang 

ist die Vorinstanz auf ihre Aktenführungspflicht als Teilaspekt des An-

spruchs auf rechtliches Gehör aufmerksam zu machen (vgl. Urteile des 

Bundesverwaltungsgerichts C-7924/2009 vom 4. Januar 2012 E. 6 und 

C-7868/2009 vom 19. März 2012 E. 4.2). 

Im Übrigen ist die Vorinstanz daran zu erinnern, dass sie in ihrer Rolle als 

Rechtsöffnungsrichterin im Sinne von Art. 60 Abs. 2
bis

 BVG die Be-

schwerdeführerin als Gegenpartei nach Eingang des Rechtsöffnungsge-

suchs zu einer Stellungnahme einzuladen hat (vgl. Urteil des Bundesver-

waltungsgericht C-3802/2012 vom 17. Juli 2013 E. 9.1). 

C-6111/2010 

Seite 12 

3.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Forderung der Vorinstanz 

gemäss den angefochtenen Verfügungen mangels hinreichender Begrün-

dung und mangels vollständiger Akten nicht nachvollzogen werden kann. 

Die Vorinstanz hat ihre Begründungspflicht in schwerwiegender Weise 

verletzt, und eine Heilung ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht 

möglich. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die Verfügungen vom 

27. Juli 2010 und 10. Dezember 2010 sind aufzuheben und die Sache ist 

zum Erlass einer neuen, ausreichend detailliert und nachvollziehbar be-

gründeten Verfügung betreffend die von der Beschwerdeführerin ge-

schuldeten BVG-Beiträge an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4.  

4.1 Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 

VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine 

Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden 

Partei (BGE 132 V 215 E. 6), sodass der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 900.- der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-

genden Urteils auf ein von ihr anzugebendes Konto zurückzuerstatten ist. 

Der Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

5. Der obsiegenden, jedoch nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdefüh-

rerin sind keine verhältnismässig hohe Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 

VwVG entstanden, weshalb ihr keine Parteientschädigung auszurichten 

ist. Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Parteient-

schädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

  

C-6111/2010 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügungen vom 

27. Juli 2010 sowie vom 10. Dezember 2010 aufgehoben und die Sache 

zur neuen Beurteilung und zu einem Entscheid mit einer den gesetzlichen 

Anforderungen genügenden Begründung im Sinne der Erwägungen an 

die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 900.- wird der Beschwerdeführerin nach Ein-

tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Rück-

erstattungsformular) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

– die Oberaufsichtskommission BVG (Einschreiben) 

 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Michael Peterli Barbara Camenzind 

 

 

C-6111/2010 

Seite 14 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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