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**Case Identifier:** 0dfb2d57-91cd-511e-bc80-57e00465aa68
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.09.2023 200 2023 275
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-275_2023-09-28.pdf

## Full Text

200 23 275 UV
KNB/PES/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. September 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Peter

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 15. März 2023 (Referenz: 
13.606.620/2308)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA bzw. 
Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfäl-
len sowie Berufskrankheiten versichert, als ihr gemäss Schadenmeldung 
vom 4. Juli 2022 (Akten der AXA, [act. II] A1) am 21. Mai 2022 beim Bela-
den eines Handzugwagens dessen ʺHandhebel auf den Kopf schlugʺ (eine 
Kiste sei mit Wucht Richtung Handgriff geschoben worden, dieser sei nicht 
gesichert gewesen und sie sei genau darunter gestanden; vgl. act. II A3).

Mit Verfügung vom 1. Dezember 2022 verneinte die AXA einen Anspruch 
auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung. Angesichts des 
Zeitablaufs zwischen dem gemeldeten Ereignis und dem erstmaligen 
dokumentierten Auftreten von Beschwerden sowie unter Würdigung der 
medizinischen Befunde könne nicht mit dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die betreffenden 
Beschwerden im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 21. Mai 2022 
stünden (act. II A16). Gegen diese Verfügung erhoben die B.________ 
Kranken- und Unfallversicherung AG (act. II A17) sowie die Versicherte 
(act. II A19) je Einsprache. Mit Entscheid vom 15. März 2023 wies die AXA 
die Einsprachen ab (act. II A24).

B.

Gegen diesen Einspracheentscheid (act. II A24) erhob die Versicherte am 
13. April 2023 Beschwerde mit den sinngemässen Anträgen, der angefoch-
tene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verur-
teilen, ihr die gesetzlichen Leistungen nach UVG auszurichten.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2023 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 3

Erwägungen:

1

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 15. März 2023 (act. II A24). Streitig und zu prüfen ist ein Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf Leistungen nach UVG im Zusammenhang mit dem 
gemeldeten Ereignis vom 21. Mai 2022.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 4

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 148 V 356 E. 3 S. 358, 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 
und 3.2 S. 181).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 5

Steht aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung fest, dass ein allfällig 
bestehender natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit 
nicht rechtsgenüglich wäre, braucht die Frage, ob der natürliche Kausalzu-
sammenhang tatsächlich besteht, nicht geprüft zu werden (BGE 148 V 301 
E. 4.5.1 S. 309, 147 V 207 E. 6.1 S. 211, 135 V 465 E. 5.1 S. 472).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 148 V 356 E. 3 S. 358, 129 V 177 E. 3.2 S. 181).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; 
SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2). Objektivierbar sind Untersuchungser-
gebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden 
und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv 
ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, 
wenn die erhobenen Befunde mit apparativen, insbesondere bildgebenden 
Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersu-
chungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 
S. 251; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die Beur-
teilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 6

und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule 
sowie Schädel-Hirntraumen wird dabei auf eine Differenzierung zwischen 
physischen und psychischen Komponenten verzichtet (vgl. BGE 134 V 109 
E. 2.1 S. 112; SVR 2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2).

Nach der ʺSchleudertrauma-Praxisʺ ist analog zu den bei psychischen Feh-
lentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 133) für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlan-
gen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähig-
keit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er 
eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Ge-
wicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzu-
knüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den 
sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 E. 5.1 S. 359; SVR 2019 
UV Nr. 41 S. 157 E. 8.1) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einer-
seits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen lie-
genden mittleren Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen 
Verletzungen Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt 
haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der 
adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne 
Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich 
die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf-
grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zu-
sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei-
nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 
S. 126; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 44 E. 8.2.1). Der Katalog der – abschlies-
send aufgezählten (BGE 134 V 109 E. 10.2 S. 127) – adäquanzrelevanten 
Kriterien lautet (BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130; SVR 2017 UV Nr. 41 
S. 143 E. 6.1):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 7

- erhebliche Beschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-

schlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einer-
seits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den 
schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall 
zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten 
mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders 
ausgeprägter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich kei-
nes der Einzelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise 
vor, so müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
drei Kriterien erfüllt sein (SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich 
um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen 
müssen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 
2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.4). Diese Würdigung des Unfalles zusammen 
mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 
369 E. 4c S. 384). 

3.

3.1 Auch wenn das Ereignis vom 21. Mai 2022 (vgl. act. II A1 und A3) 
in verschiedenen Versionen (vgl. dazu angefochtener Entscheid E. 1.1) 
geltend gemacht wird, erfüllt das Anschlagen des Kopfes an einer Eisen-
stange die kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs 
gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hiervor). Dies ist ebenso unbestritten 
(vgl. Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2023, S. 1), wie, dass dieses zu 
keiner unmittelbaren medizinischen Behandlungsbedürftigkeit geführt hat 
(vgl. Beschwerde, S. 8). 

3.1.1 Zu einer medizinischen Befunderhebung nach dem Ereignis vom 
21. Mai 2022 kam es erstmals am 22. Juni 2022 – d.h. einen Monat 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 8

später – in der Klinik C.________. Gemäss Bericht vom 4. August 2022 
gab die Beschwerdeführerin damals an, sich seit drei Tagen schwach und 
müde zu fühlen. Sie habe Kreislaufprobleme und Gleichgewichtsstörungen. 
Ein Kollege, der bis vor zwei Tagen bei ihr gewesen sei, sei positiv auf Co-
rona getestet worden. Sie habe kein Fieber oder Schüttelfrost. Am 10. Juni 
2022 (gemeint war wohl der 21. Mai 2022; vgl. E. 3.2 hiernach) habe sie 
den Kopf an einer Eisenstange angeschlagen. Die klinische Untersuchung 
am 22. Juni 2022 ergab keine Auffälligkeiten und der Laborbefund war 
bland. In der Folge wurde entschieden, den Verlauf abzuwarten. Als Dia-
gnosen wurden ein unklarer Schwindel, Gleichgewichts- und Sehstörungen 
sowie ein Status nach leichtem Schädelhirntrauma der Kategorie 1 am 
10. Juni 2022 (sic!) festgehalten (act. IIA M1).

3.1.2 Am 30. Juni 2022 erfolgte eine notfallmässige Selbstzuweisung ins 
Spital D.________. Gemäss Bericht gleichen Datums gab die Versicherte 
wiederum an, am 10. Juni 2022 (sic!) eine Eisenstange auf den Kopf be-
kommen zu haben. Damals habe weder eine Ereignisamnesie noch eine 
Bewusstlosigkeit vorgelegen. Seit zehn bis elf Tagen habe sie nun zuneh-
mende Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Wahrnehmungs-
störungen. Die klinischen Befunde am 30. Juni 2022 waren unverändert 
unauffällig. Es wurde eine Computertomographie des Schädels veranlasst. 
Diese ergab weder Hinweise auf eine zurückliegende intrakranielle Blutung 
oder eine Contusio Cerebri noch den Nachweis einer Fraktur. Es fand sich 
ein altersentsprechender unauffälliger CT-Befund des Neurokraniums. Zum 
sicheren Ausschluss einer zurückliegenden intrakraniellen Blutung oder 
einer diffusen axonalen Scherverletzung wurde eine Magnetresonanz-
tomographie empfohlen (act. IIA M2 und M4).

3.1.3 Am 14. Juli 2022 wurden die empfohlene Magnetresonanztomo-
graphie des Schädels sowie eine Angiographie Carotis im Spital 
D.________ durchgeführt. Diese Abklärungen ergaben eine beginnende 
flächige Leukenzephalopathie des supratentoriellen Marklagers akzentuiert 
im Centrum semiovale beidseits bei ansonsten normalem kraniozerebralem 
Magnetresonanztomogramm (act. IIA M5). Traumafolgen waren keine 
nachweisbar. Es erfolgte eine Überweisung an Dr. med. E.________, 
Facharzt für Neurologie (vgl. act. IIA M1 und M3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 9

3.1.4 Dr. med. E.________ hielt in seiner neurologischen Beurteilung 
vom 12. August 2022 unter ʺDiagnoseʺ einen Unfall am 21. Mai 2022 
während der Arbeit im … auf einem … mit Anschlagen des Kopfes an einer 
Eisenstange am Essenswagen fest. Es bestehe der Verdacht auf ein post-
commotio-Syndrom. CT und MRI Schädel seien normal ausgefallen – bis 
auf eine beginnende flächige Leukenzephalopathie im supratentoriellen 
Marklager, akzentuiert im Centrum semiovale (anamnestisch gebe die Ver-
sicherte an, ca. im Alter von 15 bis 16 Jahren viel Cannabis geraucht zu 
haben; aktuell bestehe kein Drogenmissbrauch). Initial sei die Versicherte 
nicht bewusstlos gewesen. Sie habe eine kleine Beule frontal rechts ge-
habt. Mit ca. zwei- bis dreiwöchiger Latenz (richtig: vierwöchiger Latenz; 
siehe act. II A3 S. 1 Ziff. 3; act. IIA M1 S. 1, M2 S. 1 und M4) seien Be-
schwerden mit diffusem Schwindel, Unsicherheit beim Gehen sowie einer 
allgemeinen zerebralen ʺÜberlastungʺ aufgetreten (act. IIA M3 S. 1). Alle 
am 12. August 2022 durchgeführten Untersuchungen (Neurostatus, neuro-
vaskulärer Ultraschall, Elektroenzephalographie) fielen normal aus 
(vgl. act. IIA M3 S. 2 - 5). In seiner zusammenfassenden Beurteilung hielt 
Dr. med. E.________ in der Folge fest, die geschilderten, verzögert aufge-
tretenen Symptome passten für ihn gut zu einem postcommotionellen Syn-
drom. Richtigerweise sei im Verlauf auch mittels Bildgebung eine verzögert 
einsetzende Blutung ausgeschlossen worden. Die im MRI sichtbare, er-
wähnte flächige Leukenzephalopathie sei für ihn schwierig zuordenbar; er 
sehe hier keinen Zusammenhang mit dem aktuellen Unfallgeschehen. Je-
denfalls nehme die Läsion kein Kontrastmittel auf. Da es der Versicherten 
eher wieder besser gehe (seit vergangener Woche arbeite sie wieder zu 
70%), rate er insgesamt zu einem eher abwartenden Verlauf (act. IIA M3 
S. 2).

3.2 Am 4. Juli 2022 erfolgte eine Unfallmeldung an die Beschwerde-
gegnerin, wobei das Ereignisdatum abweichend von den Angaben der Be-
schwerdeführerin bei der medizinischen Erstvorstellung in der Klinik 
C.________ (vgl. act. IIA M1 sowie E. 3.1.1 hiervor) und der notfallmässi-
gen Selbstzuweisung ins Spital D.________ (vgl. act. IIA M2 und M4 sowie 
E. 3.1.2 hiervor) – offenbar aufgrund eines Beweisfotos und von Zeugen-
aussagen (vgl. act. II in fine) – auf den 21. Mai 2022 korrigiert wurde. Beim 
Beladen eines Handlastwagens sei der Versicherten der Handhebel mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 10

voller Wucht auf den Kopf geschlagen. Der Handhebel sei nicht gesichert 
gewesen. Ab dem 22. Juni 2022 habe die Versicherte die Arbeit ausgesetzt 
(act. II A1). Hinsichtlich des Beginns und des weiteren Verlaufs der Be-
schwerden gab die Versicherte am 22. Juli 2022 gegenüber der Beschwer-
degegnerin an, diese seien erstmals am Sonntag, 19. Juni 2022 aufgetre-
ten und seither sehr zunehmend. Nach dem Unfall habe sie eine riesige 
Schwellung (Beule) am Kopf gehabt. Früher habe sie unter keinen gleichen 
oder ähnlichen Beschwerden gelitten (act. II A3 Ziff. 3 und 4).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin verneint einen Anspruch der Beschwer-
deführerin auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung. An-
gesichts des Zeitablaufs zwischen dem Ereignis vom 21. Mai 2022 und 
dem erstmaligen dokumentierten Auftreten der geklagten Beschwerden 
sowie unter Würdigung der medizinischen Befunde könne nicht mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 
werden, dass diese in einem Zusammenhang mit dem versicherten Ereig-
nis stünden. Dabei bezieht sich die Beschwerdegegnerin u.a. auf die 
Rechtsprechung, wonach zur Bejahung eines Schädel-Hirntraumas ohne 
organisch nachweisbare (objektivierbare) Funktionsausfälle ausschlagge-
bend ist, ob sich innert einer Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden nach dem 
Unfall im Rahmen des typischen bunten Beschwerdebildes auch Kopf-
schmerzen manifestieren (vgl. Entscheide des BGer vom 3. Mai 2021, 
8C_14/2021, E. 4.2.1, vom 28. März 2011, 8C_890/2010, E. 4.1 und vom 
3. November 2010, 8C_1021/2009, E. 5.2).

4.2 Unbestritten ist, dass sich die Beschwerdeführerin beim geltend 
gemachten Ereignis vom 21. Mai 2022 – abgesehen von einer Beule – kei-
ne organisch objektiv nachweisbare Verletzung zuzog (vgl. act. IIA M1 - 
M4). Ebenso ist erstellt, dass sie vor der Leistungsabweisung durch die 
Beschwerdegegnerin zum Beginn und weiteren Verlauf der Beschwerden 
durchwegs angab, diese seien am 19. Juni 2022 erstmals aufgetreten. So 
explizit am 22. Juli 2022 im Rahmen des Fragebogens zum Ereignis vom 
21. Mai 2022 (act. II A3 Ziff. 3), aber auch bereits anlässlich der medizini-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 11

schen Erstvorstellung in der Klinik C.________ am 22. Juni 2022 (die Be-
schwerden bestünden seit drei Tagen; vgl. act. IIA M1) und anlässlich der 
notfallmässigen Selbstzuweisung ins Spital D.________ und der Computer-
tomographie des Schädels vom 30. Juni 2022 (die Beschwerden bestün-
den seit 10 - 11 Tagen; act. IIA M3 und M4). Damit übereinstimmend hat 
die Beschwerdeführerin ihre Arbeit erst ab dem 22. Juni 2022 ausgesetzt 
(act. II A1 S. 2; vgl. act. IIA M1 S. 1).

4.3 Dass Kopfschmerzen und Unwohlsein bereits viel früher bestan-
den hätten und sie einfach trotzdem weitergearbeitet habe, macht die Be-
schwerdeführerin erstmals in ihrer Einsprache vom 10. Dezember 2022 in 
Kenntnis der versicherungsrechtlichen Konsequenzen ihrer bisherigen An-
gaben geltend (vgl. act. II A19). Dass dem tatsächlich so gewesen ist, er-
scheint zwar möglich, angesichts der bis dahin explizit und übereinstim-
mend anderslautenden Angaben in den Akten (vgl. E. 4.2 hiervor) aber 
nicht überwiegend wahrscheinlich. Dabei ist auch der Beweismaxime 
Rechnung zu tragen, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der 
ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47). Daran än-
dern auch die nachträglich eingereichten Zeugenaussagen (vgl. act. I 3) 
nichts. Abgesehen davon, dass diese ohnehin nur die objektive Tatsache 
des Unfallhergangs (und keine subjektive Schmerzwahrnehmung) zu bele-
gen vermögen, erfolgten die Zeugenaussagen allesamt fast ein Jahr nach 
dem gemeldeten Ereignis und es ist davon auszugehen, dass die Zeugin-
nen in dieser Zeit mit der Beschwerdeführerin Kontakt hatten und auch 
über den Gesundheitsschaden und das versicherungsrechtliche Verfahren 
gesprochen haben, was allenfalls die Erinnerung an den damaligen Tag 
und insbesondere die folgenden Wochen – durchaus nachvollziehbar – 
verfälschen kann (vgl. Entscheid des BGer vom 6. September 2010, 
8C_868/ 2009, E. 4.2 sowie Entscheide des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 16. Januar 2006, U 227/05, 
E. 3.6 und vom 29. August 2005, U 104/05, E. 2.2.1). Es ist somit mit dem 
hier erforderlichen Beweisgrad (vgl. dazu E. 2.2.1 hiervor) erstellt, dass die 
geklagten Beschwerden erst am 19. Juni 2022 – gut vier Wochen nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 12

dem geltend gemachten Ereignis vom 21. Mai 2022 – aufgetreten sind. 
Damit hat die Beschwerdegegnerin einen natürlichen Kausalzusammen-
hang zwischen dem Ereignis vom 21. Mai 2022 und den geklagten Be-
schwerden vom 19. Juni 2022 zu Recht als nicht überwiegend wahrschein-
lich erachtet (vgl. E. 4.1 hiervor) und in der Folge einen Leistungsanspruch 
der Beschwerdeführerin in nicht zu beanstandender Weise verneint. 

4.4 Es bleibt darauf hinzuweisen, dass selbst wenn ein natürlicher 
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 21. Mai 2022 und den 
ab Behandlungsaufnahme geklagten Beschwerden mit dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen wäre, sich am Ergebnis 
nichts änderte, fehlt es vorliegend doch auch am ebenfalls erforderlichen 
adäquaten Kausalzusammenhang. Das Ereignis vom 21. Mai 2022 kann 
nicht als schwerer, sondern maximal als mittelschwerer Unfall im Grenzbe-
reich zu den leichten Unfällen qualifiziert werden, soll doch die Beschwer-
deführerin beim Unfall bloss eine Beule erlitten haben. Damit müssen für 
die Bejahung der Adäquanz grundsätzlich vier der in E. 2.2.2 hiervor ge-
nannten Kriterien gegeben sein (vgl. SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.4). 
Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalls liegen klarerweise nicht vor. Auch das Kriterium der 
Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist nicht erfüllt, 
hat sich die Beschwerdeführerin beim Ereignis vom 21. Mai 2022 doch le-
diglich eine Beule und – wenn überhaupt – maximal ein leichtes Schäde-
lhirntrauma in Form einer Gehirnerschütterung zugezogen (vgl. act. IIA M1 
- M5), was für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums genügt (vgl. 
BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5). 
Gemäss den Akten fand keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche 
Behandlung statt und auch das Kriterium der ohne wesentlichen Unter-
bruch bestehenden erheblichen Beschwerden ist zu verneinen, hat sich die 
Beschwerdeführerin – gemäss eigenen Angaben – zwischenzeitlich im Ur-
laub doch sehr gut gefühlt (siehe Bericht der Klinik C.________ vom 
30. November 2022 [act. II in fine]). Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche 
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, ist nicht ersichtlich. Ebenso 
wenig ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen. Aus 
der blossen Dauer der geklagten Beschwerden darf im Übrigen nicht schon 
auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 13

schlossen werden. Vielmehr bedarf es hierzu besonderer Umstände, wel-
che die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. BGE 140 V 356 E. 5.6.3 S. 367, 
134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 85 E. 8.5, 2007 UV 
Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Für solche Umstände finden sich vorliegend keinerlei 
Anhaltspunkte. Auch das Kriterium einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit 
trotz ausgewiesener Anstrengungen ist hier nicht erfüllt. Eine volle Arbeits-
unfähigkeit ist lediglich für einen Monat ausgewiesen und auch erst einen 
Monat nach dem Unfall eingetreten (vgl. act. II A1 S. 2 und A7 sowie 
act. IIA M1 S. 1). Sodann war die Beschwerdeführerin offenbar bereits ab 
Anfang August 2022 wieder zu 70% arbeitsfähig (act. IIA M3 S. 1). Damit 
ist keines der Adäquanzkriterien erfüllt. 

4.5 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin einen Leistungs-
anspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint. Der angefochtene 
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 15. März 2023 (act. II 
A24) ist nach dem Dargelegten nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG 
[Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Sept. 2023, UV/23/275, Seite 14

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- AXA Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.