# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2fff91a-5576-5c95-8a04-4237bd4f68fd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.05.2017 D-7588/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7588-2016_2017-05-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7588/2016 

plo 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler; 

Gerichtsschreiber Patrick Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

China (Volksrepublik),   

vertreten durch Dr. iur. Luzia Vetterli,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft; 

Verfügung des SEM vom 10. November 2016 / N (…). 

 

 

 

D-7588/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein chinesischer Staatsangehöriger tibetischer 

Ethnie – wurde am (…) 2006 in der Schweiz als Flüchtling anerkannt. Sein 

Asylgesuch wurde gleichzeitig abgewiesen.  

B.  

Im Hinblick auf eine eventuelle Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft 

teilte ihm das SEM mit Schreiben vom 22. September 2016 unter Frist-

ansetzung zwecks Stellungnahme mit, den Akten sei zu entnehmen, dass 

er sich am (…) Juni 2016 vom chinesischen Generalkonsul in der Schweiz 

ein chinesisches Reisedokument habe ausstellen lassen. Weiter weise die 

Aktenlage darauf hin, dass er am (…) Juli 2016 einen Flug von B._______ 

nach C._______ in China auf seinen Namen gebucht habe.  

C.  

Mit Eingabe vom 29. September 2016 legte der Bescherdeführer dar, er 

sei sich nicht bewusst gewesen, welche weitreichenden Konsequenzen 

sein Verhalten haben werde. Vor langer Zeit habe er Tibet wegen der 

dortigen Lage verlassen müssen. 2013 habe er vom Tod seines Vaters 

erfahren. Im Frühjahr 2016 sei seine betagte Mutter vor Ort schwer 

erkrankt. Da er sehr an ihr hänge, habe er ein Flugticket nach C._______ 

gekauft. Bei der Einreise habe er seinen Pass auf der Polizeistation des 

Flughafens abgeben müssen. Er habe den Grund für seinen Besuch im 

Heimatland genannt, worauf man ihm Auflagen für die Zeit seines dortigen 

Aufenthalts gemacht habe. Es sei ihm unter anderem verboten worden, 

C._______ zu verlassen oder über Politik zu sprechen, ansonsten die 

Konfiskation des Reisepasses gedroht hätte. Diese strikten Regelungen 

hätten ihm gezeigt, wie unerwünscht Tibeter in China nach wie vor seien. 

Nach der Begegnung mit der Mutter sei er sehr froh gewesen, wieder in 

die Schweiz zurückkehren zu können.  

D.  

Mit Verfügung vom 10. November 2016 aberkannte das SEM dem Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gestützt auf Art. 63 Abs. 1  

Bst. b AsylG (SR 142.31) i.V.m Art. 1 C Ziff. 1 des internationalen Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flüchtlinge (FK,  

SR 0.142.30).  

Das SEM erwog, vorliegend seien die von der Rechtsprechung definierten 

Voraussetzungen für die Aberkennung gegeben. Der Beschwerdeführer 

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Seite 3 

sei offensichtlich freiwillig ins Heimatland zurückgekehrt. Die legale Ein-

reise über den Flughafen von C._______ sei von ihm in der Absicht, sich 

erneut unter den Schutz des Heimatstaates zu stellen, erfolgt. Die legale 

Einreise sei ohne Schwierigkeiten im Sinne von Art. 3 AsylG möglich ge-

wesen. Die geltend gemachte Befragung durch die Polizei habe keine asyl-

rechtliche Intensität erreicht. Entsprechend sei von einer Schutzgewährung 

durch China auszugehen. Grundsätzlich sei nicht nachvollziehbar, dass ein 

anerkannter Flüchtling in den geltend gemachten Verfolgerstaat zurück-

kehre. Die Erkrankung eines engen Familienmitglieds sei keine überzeu-

gende Erklärung für das eingegangene Risiko bei der Rückkehr.  

Mit der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft entfalle der ursprüngliche 

Grund für die vorläufige Aufnahme als Flüchtling beziehungsweise das da-

mit verbundene Vollzugshindernis der Unzulässigkeit. Da der Wegwei-

sungsvollzug aber als unzumutbar erscheine, werde die vorläufige Auf-

nahme beibehalten.  

E.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 7. Dezember 2016 beantragte 

der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung betreffend Asylwiderruf und Aberkennung der 

Flüchtlingseigenschaft. Es sei festzustellen, dass er weiterhin als Flüchtling 

anerkannt und asylberechtigt sei. Eventualiter sei die Sache zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formeller Hinsicht ersuchte er 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses und um 

Verbeiständung (Art. 110a Abs. 1 AsylG). Ferner seien die vorinstanzlichen 

Akten verbunden mit Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeergänzung zu 

edieren.  

Zur Begründung machte die Rechtsvertreterin geltend, die Voraussetzun-

gen für die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft seien nicht erfüllt. Ihr 

Mandant befinde sich seit (…) Jahren in der Schweiz und habe in diesem 

Zeitraum seine Eltern nie gesehen. 2013 sei sein Vater gestorben, ohne 

dass er ihn vorher noch habe treffen können. Seine (…)jährige Mutter sei 

schwer erkrankt und habe sich ein letztes Wiedersehen mit ihrem Sohn 

gewünscht. Nur aus diesem Grund sei er ein einziges Mal ins Heimatland 

zurückgekehrt. Gemäss Rechtsprechung rechtfertige eine einmalige Ein-

reise zum Zweck des Abschiednehmens von engen Familienangehörigen 

aus Pietätsgründen verbunden mit einem kurzen Aufenthalt die Aberken-

nung der Flüchtlingseigenschaft nicht. Im Weiteren habe er offensichtlich 

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Seite 4 

nicht effektiv staatlichen Schutz erhalten, zumal Personen tibetischer Eth-

nie in China weitgehenden Repressalien und Diskriminierungen unterwor-

fen seien. Auch ihm seien strenge Auflagen gemacht worden. Für den Fall 

einer Nichtbeachtung seien ihm verschiedene Massnahmen angedroht 

worden. In seinem Heimatland habe er weiterhin begründete Furcht vor 

ernsthaften Nachteilen. Sodann erweise sich die Aberkennung der Flücht-

lingseigenschaft auch als unverhältnismässig, da er nach dem Verlust des 

Flüchtlingsstatus in verschiedenen Bereichen schlechter gestellt sei.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2016 verzichtete das Bundes-

verwaltungsgericht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und for-

derte das SEM auf, das Akteneinsichtsgesuch zu behandeln. Dem Be-

schwerdeführer wurde Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung 

angesetzt. Für den Entscheid über weitere Verfahrensanträge wurde auf 

einen späteren Zeitpunkt verwiesen.  

G.  

Am 20. Dezember 2016 übermittelte der Beschwerdeführer dem Gericht 

eine Bescheinigung als Beleg für den Tod seines Vaters im Jahre 2013. 

Einer weiteren eingereichten Bescheinigung (von seiner Mutter und einer 

Schwester) sei zu entnehmen, dass er lediglich nach China zurückgekehrt 

sei, um die kranke Mutter zu besuchen. Seine Angehörigen hätten sich für 

ihn verbürgen müssen.  

H.  

Am 27. Dezember 2016 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer Akten-

einsicht.  

I.  

Mit Eingabe vom 29. Dezember 2016 erklärte die Rechtsvertreterin den 

Verzicht auf Einreichung einer weiteren Beschwerdeergänzung. Gleichzei-

tig hielt sie fest, dass den ihr nicht edierten Akten C 4/2 und C 6/1 kein 

Beweischarakter zukomme und diese im vorliegenden Verfahren nicht ver-

wendet werden dürften.  

 

 

 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist – mit 

nachfolgender Einschränkung – einzutreten.  

1.4 Dem Beschwerdeführer wurde in der Schweiz nie Asyl erteilt. Der An-

trag auf Feststellung der nach wie vor bestehenden Asylberechtigung liegt 

mithin ausserhalb des Prozessgegenstands, weshalb darauf nicht einzu-

treten ist.  

2.  

Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorlie-

gend handelt es sich um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

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Seite 6 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel 

verzichtet. 

4.  

Die Akteneinsicht hat gemäss den Bestimmungen von Art. 26 bis Art. 28 

VwVG zu erfolgen. Die vom Beschwerdeführer erwähnten Akten C 4/2 und 

C 6/1 wurden vom SEM zutreffend als intern qualifiziert, da sie die Mei-

nungsbildung vor Entscheiderlass beziehungsweise die administrative Ver-

buchung der ergangenen Verfügung betreffen. Entsprechend waren sie 

nicht zu edieren.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG wird die Flüchtlingseigenschaft ab-

erkannt und das Asyl widerrufen, wenn Gründe nach Art. 1C Ziffern 1–6 FK 

vorliegen.  

Art. 1C FK beinhaltet die Beendigungsklauseln betreffend den Flüchtlings-

status. Die Beendigungsgründe in den Ziffern 1-4 der genannten Bestim-

mung beruhen im Gegensatz zu jenen in den Ziffern 5 und 6 auf einer Ver-

änderung in der Situation des Flüchtlings, welche dieser selber herbeige-

führt hat. Namentlich fällt eine Person unter anderem dann nicht mehr unter 

die Bestimmungen der FK, wenn sie sich freiwillig wieder unter den Schutz 

des Landes, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, gestellt hat (Art. 1C 

Ziff. 1 FK). Diese Ziffer dient als Grund- und Auffangtatbestand, während 

die Ziffern 2-4 Unterkategorien der Ziffer 1 darstellen. Solche Verhaltens-

weisen des Flüchtlings, die im Bestreben auf eine Normalisierung der Be-

ziehungen zum Heimatland erfolgen, sind jedoch bloss als Indizien für 

möglicherweise eingetretene objektive Änderungen zu werten, welche die 

Asylbehörden nicht von der Prüfung der konkreten Umstände im Heimat-

land entbinden. Zudem muss in jedem Fall die Verhältnismässigkeit beach-

tet werden (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre-

kurskommission [EMARK] 1993 Nr. 22 E. 4b). 

5.2 Vorliegend ist zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer mit seiner im 

Jahr 2016 unbestrittenermassen erfolgten Reise in die Volksrepublik China 

freiwillig unter den Schutz des Landes, dessen Staatsangehörigkeit er be-

sitzt, gestellt hat (Art. 1C Ziff. 1 FK). Dafür müssen kumulativ drei Voraus-

setzungen erfüllt sein: Der Beschwerdeführer muss erstens freiwillig in 

Kontakt mit seinem Heimatland getreten sein, er muss zweitens beabsich-

tigt haben, von seinem Heimatland Schutz in Anspruch zu nehmen, und 

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drittens muss ihm dieser Schutz auch tatsächlich gewährt worden sein 

(BVGE 2010/17 E. 5.1.1 f.). 

Heimatreisen von Flüchtlingen müssen restriktiv beurteilt werden. Grund-

sätzlich stellt der Umstand, dass sich jemand zurück in den Verfolgerstaat 

begibt, ein starkes Indiz dafür dar, dass die frühere Verfolgungssituation 

oder die Furcht vor Verfolgung nicht mehr bestehen. Trotzdem stellt nicht 

jeder Kontakt mit den Heimatbehörden und damit auch nicht jede Heimat-

reise einen Aberkennungsgrund dar. Deshalb dürfen eine Aberkennung der 

Flüchtlingseigenschaft und ein Widerruf des Asyls erst dann ausgespro-

chen werden, wenn die erwähnten drei Voraussetzungen in ihrer Gesamt-

heit erfüllt sind. Entfällt eine dieser drei Voraussetzungen, ist von der Aber-

kennung der Flüchtlingseigenschaft und vom Widerruf des Asyls abzuse-

hen (BVGE 2010/17 E. 5.1.2; EMARK 1996 Nr. 7 E. 10a S. 62). 

5.3 Die Beweislast für die Voraussetzungen einer Aberkennung der Flücht-

lingseigenschaft liegt nach den allgemeinen Regeln des Verwaltungsrechts 

bei den asylrechtlichen Behörden, da diese aus den zu beweisenden Tat-

sachen Rechtsfolgen ableiten wollen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts E-7605/2007 vom 10. August 2009 E. 5.2.5). Dies gilt für alle drei 

der genannten Voraussetzungen zur Aberkennung der Flüchtlingseigen-

schaft. 

5.4 Bezüglich des Beweismasses ist festzuhalten, dass die Asylbehörden 

die relevanten Tatsachen grundsätzlich zu beweisen haben. Soweit sich 

relevante Tatsachen nur mit unverhältnismässigem Aufwand oder mit den 

den Behörden zur Verfügung stehenden Mitteln gar nicht beweisen lassen, 

müssen sie mindestens überwiegend wahrscheinlich gemacht werden 

(analog Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Vorauszuschicken ist, dass praxisgemäss bereits die Ausstellung hei-

matlicher Reisepapiere in der Regel als freiwillige Unterschutzstellung zu 

qualifizieren ist (vgl. EMARK 1998/29). Dies wäre nur dann zu verneinen, 

wenn besondere Umstände vorliegen würden, die jedoch zu verneinen 

sind, zumal der Beschwerdeführer mit dem am 15. Juni 2016 ausgestellten 

heimatlichen Reisepass auch eine längere Heimreise unternommen hat.   

6.2 Der Beschwerdeführer begründete seine Reise in die VR China im We-

sentlichen damit, er habe dort seine schwer kranke Mutter ein letztes Mal 

besuchen wollen.  

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6.2.1 Es soll an dieser Stelle nicht verkannt werden, dass es gewiss eine 

schwierige Situation darstellt, als Flüchtling über viele Jahre getrennt von 

nahen Familienangehörigen zu leben, ohne die Möglichkeit zu haben, 

diese in der Heimat zu besuchen, auch wenn in Anbetracht der fortgeschrit-

tenen Digitalisierung gewisse technische Möglichkeiten der Kontaktauf-

nahme eine gewisse Erleichterung bringen dürften. Gleichwohl ist daran zu 

erinnern, dass der Schutz desjenigen Staates, der einer Person den Flücht-

lingsstatus gewährt, ein subsidiärer ist. Reist der Betroffene zu einem Be-

such seiner Angehörigen in seinen Heimatstaat, bringt er damit grundsätz-

lich zum Ausdruck, dass er keiner flüchtlingsrechtlichen Gefährdung sei-

tens seines Heimatstaates mehr ausgesetzt ist und den subsidiären Schutz 

nicht mehr benötigt, weshalb der entsprechende Status, bei gegebenen 

Voraussetzungen, zu entziehen ist.  

6.2.2 Die (damalige) schwere Krankheit der Mutter wurde weder im erstin-

stanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene konkretisiert. Dass sie 

nicht zuletzt in Anbetracht ihres Alters unter wesentlichen gesundheitlichen 

Einschränkungen litt und mutmasslich nach wie vor leidet, soll indes nicht 

in Abrede gestellt werden. Der Beschwerdeführer weist denn auch zu 

Recht darauf hin, dass eine einmalige Rückkehr in den Verfolgerstaat aus 

Pietätsgründen nahen Angehörigen gegenüber noch nicht zwingend zur 

Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft führen muss. Vorliegend ist aber 

zu beachten, dass seine Mutter trotz der gesundheitlichen Probleme offen-

bar in der Lage war, ihre Herkunftsregion zu verlassen und sich mit ihrem 

Sohn zu treffen (vgl. S. 5 der Beschwerde), weshalb die Dringlichkeit des 

Besuches nicht offensichtlich wird. Ohnehin weist aber auch die Dauer des 

Aufenthaltes von einem Monat deutlich auf die Freiwilligkeit der Reise hin 

(vgl. A C1).  

6.2.3 Hinsichtlich des Kriteriums der Absicht der Unterschutzstellung unter 

den Heimatstaat ist festzuhalten, dass die Inkaufnahme von Schutzgewäh-

rung durch den Heimatstaat grundsätzlich zur Erfüllung dieser Vorausset-

zung als ausreichend erachtet wird. Unternimmt der Flüchtling indessen 

heimlich eine Reise in das Heimatland (unter Umgehung der Grenzkontrol-

len und weitgehend verstecktem Aufenthalt), zeigt er durch dieses Verhal-

ten unter Umständen an, dass ein Kontakt mit Organen des Staates ver-

mieden werden soll. Dies kann zur Annahme führen, dass eine Unter-

schutzstellung durch den Flüchtling gerade nicht in Kauf genommen wird. 

Im vorliegenden Fall ist aufgrund der Akten indes erstellt, dass der Be-

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schwerdeführer ein heimatliches Reisedokument ausstellen liess und da-

mit legal, das heisst kontrolliert über den chinesischen Flughafen 

C._______ in seinen Heimatstaat ein- und wieder ausgereist ist. 

6.2.4 Das Kriterium der effektiven Schutzgewährung ist sodann erfüllt, 

wenn objektive Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die betreffende Person 

tatsächlich im Heimatland nicht mehr gefährdet ist. Diese Anhaltspunkte 

können vorwiegend in entsprechenden Handlungen des Heimatstaates be-

ziehungsweise dessen Organen gesehen werden. Aufgrund der Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer problemlos einen heimatlichen Pass erhielt, in 

die VR China einreisen, sich dort besuchshalber aufhalten und in der Folge 

wieder ungehindert aus dem Land ausreisen konnte, bestehen objektive 

Anhaltspunkte dafür, dass er in der VR China nicht (mehr) gefährdet, son-

dern effektiv geschützt war. An dieser Einschätzung ändern die oben er-

wähnten, von ihm behaupteten Restriktionen insofern nichts, als damit 

noch nicht eine andauernde und flüchtlingseigenschaftlich relevante Ge-

fährdung dargetan ist. 

6.2.5 Der Beschwerdeführer hat sich diesen Erwägungen gemäss durch 

die Ausstellung des Reisepasses und der damit erfolgten Heimreise frei-

willig unter den Schutz seines Heimatstaates begeben und hat diesen 

Schutz auch erhalten. 

6.3 Anzumerken bleibt, dass der Aufenthalt des Beschwerdeführers in der 

Schweiz durch die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft derzeit nicht 

beeinträchtigt ist, kann die vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit 

doch erst nach eingängiger Überprüfung der Voraussetzungen gemäss  

Art. 84 Abs. 2 AuG (in Verbindung mit Art. 83 Abs. 1 ff. AuG) aufgehoben 

werden. Allfällige, wie in der Beschwerde auch vorgebrachte wirtschaftliche 

Gründe für das Absehen von der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft 

fallen dabei nicht entscheidend ins Gewicht. Vor diesem Hintergrund er-

weist sich die Aberkennung auch als verhältnismässig. 

6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die in Art. 1 C Ziffer 1 FK sta-

tuierten Voraussetzungen erfüllt sind, weshalb die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer zu Recht gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG die Flücht-

lingseigenschaft aberkannte. Die nicht stichhaltigen Beschwerdevorbrin-

gen und die Beweismittel rechtfertigen keine andere Einschätzung.  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 

8.  

8.1 Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 1 AsylG ist abzuweisen. Vor-

liegend fiel nämlich beim Beschwerdeeingang aufgrund summarischer 

Prüfung die klare Beweislage auf, insbesondere hinsichtlich der Tatsachen, 

dass ein chinesischer Reisepass beantragt und ausgestellt worden war 

und der Beschwerdeführer damit die Ein- und Ausreise in die VR China 

problemlos erfolgte. Somit sind die Begehren als aussichtslos zu bezeich-

nen, womit eine der kumulativen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 

VwVG nicht erfüllt ist. 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten war. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. Die Verfah-

renskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser 

Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichts-

kasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber 

 

 

Versand: