# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31f49fad-cdb4-558c-93c8-bcd1e813924f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.06.2023 KV-Z 2022/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-Z-2022-7_2023-06-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/21

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2022/7

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 21.08.2023

Entscheiddatum: 27.06.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2023
Da die Arbeitgeberin des Klägers nach dessen eigenen Angaben bis zum 31. 
Januar 2022 den Lohn ausgerichtet hat, ist bis zu diesem Zeitpunkt keine 
Lohneinbusse, mithin kein Schaden ausgewiesen. Für den Zeitraum vom 1. 
Februar bis 23. Mai 2022 hat die Beklagte dem Kläger Taggeldleistungen auf 
der Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszurichten. Teilweise 
Gutheissung der Klage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 27. Juni 2023, KV-Z 2022/7).

Entscheid vom 27. Juni 2023

Besetzung

Versicherungsrichterin Tanja Petrik-Haltiner (Vorsitz), Versicherungsrichterin Marie 

Löhrer und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

KV-Z 2022/7

Parteien

A.___,

Kläger,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rtwp rechtsanwälte & notare, 

Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,

gegen

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AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beklagte,

Gegenstand

Forderung aus Krankentaggeldversicherung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem ___ als […] bei der B.___ angestellt 

und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: Axa) 

krankentaggeldversichert (act. G 7.1-3 und 1.2-1).

A.a. 

Aufgrund einer zweimaligen Episode von Hämatemesis stellte sich der Versicherte 

am __ September 2020 in der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vor, wo er anschliessend bis zum __ September 2020 

hospitalisiert wurde. Im Austrittsbericht vom __ September 2020 wurden als Diagnosen 

eine schwergradige Refluxösophagitis bei axialer Hiatushernie, eine akute Blutanämie, 

eine leichte Leberfibrose, eine chronische Alkoholabhängigkeit, eine Thrombozytopenie 

unklarer Ätiologie, eine Hypokaliämie, eine Protein-Energie-Mangelernährung, ein 

Asthma bronchiale sowie eine Vitamin D-Insuffizienz mit Verdacht auf Osteoporose 

genannt. Weiter heisst es im Bericht, dass der Versicherte dazu ermahnt worden sei, 

den aktiven Alkoholkonsum zu reduzieren, optimalerweise im Rahmen einer stationären 

Entzugsbehandlung (act. G 7.1-2 und 1.2-6).

A.b. 

Am ___ 2020 ging bei der Axa eine Krankmeldung ein, wonach beim Versicherten 

am __ September 2020 aus psychosomatischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit 

eingetreten sei (act. G 7.1-3 und 1.2-9).

A.c. 

Am 4. November 2020 trat der Versicherte zur Alkoholkurzzeittherapie ins Spital 

C.___ ein, wo er bis zum 2. Dezember 2020 hospitalisiert wurde. Im Austrittsbericht 

vom 10. Dezember 2020 wurde als zusätzliche Diagnose Psychische und 

Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent in 

A.d. 

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beschützender Umgebung, genannt. Dem Versicherten wurde zwischen dem 4. 

November und 6. Dezember 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 

7.1-5 und 1.2-7).

In einer Aktenbeurteilung vom 16. Dezember 2020 hielt der beratende Arzt der 

Axa, Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass als 

Diagnose ein Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent, vorliege, das die aktuelle 

Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöge. Es handle sich um eine reine 

Suchtproblematik (act. G 7.1-6).

A.e. 

Mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 teilte die Axa dem Versicherten mit, aus 

den medizinischen Akten gehe hervor, dass keine Arbeitsunfähigkeit mit einem 

Krankheitswert im Sinne der allgemeinen Geschäftsbedingungen bestehe. 

Entgegenkommenderweise wäre die Axa ohne Präjudiz jedoch bereit, das 

Krankentaggeld bis zum 2. Dezember 2020 zu übernehmen. Aufgrund der geltenden 

Wartefrist von 90 Tagen könne sie jedoch keine Taggeldleistungen erbringen (act. G 

7.1-7 und 1.2-10).

A.f. 

Am __ Januar 2021 berichtete Dr. med. E.___, Klinik für Gastroenterologie und 

Hepatologie, KSSG, über eine beim Versicherten am 15. Dezember 2020 durchgeführte 

Gastroskopie. Sie hielt fest, dass sich der Versicherte inzwischen zu einer 

Alkoholentzugstherapie entschieden habe und seit der Entzugstherapie eine totale 

Alkoholabstinenz bestehe. In der Verlaufskontrolle habe sich eine vollständige 

Regredienz der Refluxösophagitis gezeigt. Allerdings bestehe eine mittelschwere 

Hiatushernie von 3 cm sowie ein Barrettösophagus mit einer maximalen Ausdehnung 

von 4 cm mit dafür typischen histologischen Veränderungen. Bezüglich der 

Lebersituation werde der Versicherte im September 2021 wieder zu einer 

Jahreskontrolle aufgeboten, bezüglich der Barrettmukosa seien regelmässige 

gastroskopische Verlaufskontrollen empfohlen. Da in kurzem Intervall bereits 

mehrfache Gastroskopien erfolgt seien und zwar jeweils ohne Dysplasie, könne mit der 

nächsten Kontrolle drei Jahre gewartet werden. Als neue Diagnosen wurden in dem 

Bericht eine im November 2020 diagnostizierte Polymyalgia rheumatica und ein 

Barrett-Ösophagus aufgeführt (act. G 7.1-8).

A.g. 

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Am 26. Februar 2021 teilte der Versicherte der Axa mit, dass er mit ihrem 

Entscheid vom 17. Dezember 2020 nicht einverstanden sei (act. G 7.1-9).

A.h. 

Mit Bericht vom 1. März 2021 erklärte Dr. med. F.___, Arzt für Allgemeinmedizin, 

dass der Versicherte über Jahre hinweg aus Scham seine Alkoholsucht verheimlicht 

habe. Aufgrund der hohen Ansprüche an sich selbst sei es im Verlauf zu zunehmenden 

Belastungssituationen gekommen. Der Alkohol sei initial entspannend und beruhigend 

gewesen, im Verlauf habe das Konsumverhalten zugenommen. Der Versicherte habe 

sich für eine Entzugstherapie im Spital C.___ entschieden und sei seither 

alkoholabstinent. Er habe die Arbeit als […] wieder aufgenommen. Nach […] Monaten 

Arbeit sei der Versicherte psychisch erneut an seine Grenzen gestossen, sodass er 

eine Belastungsreaktion zeige. Er fühle sich komplett erschöpft, müde und leer. In 

Zusammenschau der Anamnese sei die Alkoholsucht die Folge einer 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vor dem Hintergrund 

psychosozialer Belastungsfaktoren und somit Folge eines geistigen 

Gesundheitsschadens. Da der Versicherte seit dem __ März 2021 aufgrund der oben 

erwähnten Erkrankung wieder arbeitsunfähig sei, erfolge eine Überweisung an die 

Psychiatrie G.___. Dr. F.___ attestierte dem Versicherten vom __ September 2020 bis 

__ Januar 2021 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (zu den teils echtzeitlichen 

Arbeitsunfähigkeitsattesten vgl. act. G 1.2-8 ff.), vom __ Januar bis __ Februar 2021 

eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem __ März 2021 bis voraussichtlich zum 18. 

April 2021 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 7.1-10; zur gestellten Diagnose und 

der attestierten Arbeitsunfähigkeit vgl. ferner act. G 7.1-14 und 1.2-11).

A.i. 

Am ___ 2021 erfolgte die Krankmeldung für die ab dem __ März 2021 erneut 

eingetretene Arbeitsunfähigkeit (act. G 7.1-11 und 1.2-12).

A.j. 

In einer Aktenbeurteilung vom 10. März 2021 kam Dr. D.___ zum Schluss, dass die 

Argumentation von Dr. F.___ nicht nachvollziehbar sei. Eine Anpassungsstörung mit 

längerer depressiver Reaktion könne gemäss ICD-10 maximal zwei Jahre andauern. 

Darüber hinaus sei eine derartige Diagnose im Austrittsbericht des Spitals C.___ nicht 

genannt worden. Allerdings sei nicht auszuschliessen, dass der Versicherte aufgrund 

einer neu aufgetretenen psychischen Erkrankung nicht arbeitsfähig sei. Hierzu sollte ein 

entsprechender Bericht von der Psychiatrie G.___ angefordert werden. Da die 

A.k. 

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Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion bisher nicht erhoben worden sei, könne 

nicht von einem Rückfall gesprochen werden. Initial habe eine Alkoholerkrankung 

bestanden, welche auch zu körperlichen Schädigungen geführt habe (act. G 7.1-12 

und 1.2-13).

Mit Schreiben vom 12. März 2021 teilte die Axa dem Versicherten mit, dass sie 

nach eingehender medizinischer Prüfung an ihrem Entscheid vom 17. Dezember 2020 

festhalte. Es sei allerdings nicht auszuschliessen, dass er aufgrund einer neu 

aufgetretenen psychischen Erkrankung aktuell arbeitsunfähig sei. Diesbezüglich habe 

sie jedoch einen neuen Schadensfall zu eröffnen. Eine entsprechende Bestätigung 

folge in den nächsten Tagen (act. G 7.1-13 und 1.2-14).

A.l. 

Am 5. Mai 2021 wurde der Versicherte im Auftrag der Axa von Dr. med. H.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. In seiner Expertise vom 12. Mai 2021 

kam dieser zum Schluss, dass beim Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Abgesehen von der Alkoholabhängigkeit, wobei der Versicherte gegenwärtig 

weitgehend abstinent sei, könne von keinen weiteren psychischen Störungen mit 

Krankheitswert ausgegangen werden. Die vom Versicherten geklagte körperliche 

Müdigkeit könne bei sonst unauffälligen psychiatrischen Befunden und fehlenden 

Hinweisen auf Persönlichkeitsdefizite im Sinne einer Persönlichkeitsstörung oder 

posttraumatischen Belastungsstörung keiner psychischen Störung nach ICD-10 

zugeordnet werden. Der Versicherte habe ganz unauffällige psychokognitive 

Funktionen aufgewiesen und bei vollständig erhaltenen sozialen Fertigkeiten könne ihm 

aus psychiatrischem Fachgebiet keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert 

werden (act. G 7.1-15 und 1.2-15).

A.m. 

Mit E-Mail vom 17. Mai 2021 teilte die Axa dem Versicherten mit, dass er in seiner 

bisherigen Tätigkeit wieder arbeitsfähig sei. Sie werde das Taggeld 

entgegenkommenderweise noch bis zum 31. Mai 2021 im bisherigen Umfang 

überweisen (act. G 1.2-16).

A.n. 

Am __ Juni und __ Juli 2021 wurde der Versicherte in der Klinik für Neurologie des 

KSSG untersucht (act. G 7.1-17 und 1.2-17). In der Beurteilung des Abklärungsberichts 

vom __ Juli 2021 wurde festgehalten, der Versicherte habe klinisch-neurologisch einen 

A.o. 

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feinschlägigen, irregulären Haltetremor sowie unsichere Gangprüfungen, die am 

ehesten mit dem chronischen Alkoholkonsum in Zusammenhang stünden, gezeigt. In 

der neuropsychologischen Testung hätten sich nur geringe Auffälligkeiten in der 

Aufmerksamkeit und der Handlungsplanung ergeben. Zusammenfassend bestünden 

minimale kognitive Störungen im Rahmen einer chronischen Suchterkrankung. Aus 

neurologischer Sicht sei keine weitere Diagnostik angezeigt. Eine erneute 

psychiatrische Anbindung sei dringend empfohlen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

habe bei bekannter Suchterkrankung aus psychiatrischer Sicht zu erfolgen (act. G 

7.1-17 S. 4 f. und 1.2-17 S. 4 f.).

Am 22. September 2021 berichtete Dr. F.___, dass der Versicherte im 

angestammten (…)-beruf weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die Frage, wie es zur 

Alkoholsucht gekommen sei, habe nicht vollständig geklärt werden können. Es sei 

unklar, ob initial eine Anpassungsstörung bestanden habe, die zur Alkoholsucht geführt 

habe, oder ob dies umgekehrt gewesen sei (act. G 7.1-18 und 1.2-19).

A.p. 

In einem Bericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des KSSG vom 

__ Oktober 2021 hielt die behandelnde Ärztin fest, dass eine Verlaufskontrolle bei 

bekannter Lebersteatose stattgefunden habe, die am ehesten multifaktoriell sei. Im 

Vordergrund stehe ein regelmässiger Alkoholkonsum. Leider sei es dem Versicherten 

nach der Entzugstherapie nicht gelungen, seine Alkoholabstinenz fortzuführen (act. G 

7.1-19).

A.q. 

Am 26. Oktober 2021 berichtete Dr. med. univ. I.___, Psychiatrie-Zentrum J.___, 

dass der Versicherte am 24. März 2021 zum Erstgespräch erschienen sei, anlässlich 

dessen er betont habe, dass Alkohol für ihn nicht mehr so eine belastende Rolle spiele, 

vielmehr setze ihn die Arbeit in der (…) unter Druck. Als Diagnosen nannte Dr. I.___ 

Anpassungsstörungen, einen Status nach psychischer und Verhaltensstörung durch 

Alkohol: Abhängigkeitssyndrom, aktuell moderater Konsum, eine gastroösophageale 

Refluxkrankheit mit Ösophagitis und eine Leberfibrose. Aus psychiatrischer Sicht sei 

die Arbeitsfähigkeit um ca. 50 % reduziert. Die limitierenden Faktoren lägen eher im 

Rahmen der somatischen Erkrankungen. Psychiatrisch spiele die Anpassungsstörung 

auch im Kontext des allgemein geschwächten Gesundheitszustandes eine 

arbeitslimitierende Rolle. Es lägen Störungen der Konzentration und Aufmerksamkeit 

A.r. 

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sowie Ein- und Durchschlafstörungen, eine daraus resultierende erhöhte 

Tagesmüdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit vor (act. G 7.1-20).

Am ___ 2021 sprach die Arbeitgeberin gegenüber dem Versicherten die Kündigung 

aus per Ende (…) (act. G 7.1-21)

A.s. 

Mit Schreiben vom 8. November 2021 ersuchte der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. J. Jakob, St. Gallen, die Axa darum, ihm ab dem 1. Juni 2021 ein 

Taggeld basierend auf einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszurichten und 

die ab dem __ März 2021 aufgetretene Arbeitsunfähigkeit als Rückfall zu werten, 

sodass keine neue Wartefrist zu berechnen sei, sondern die Krankentaggeldleistungen 

ab dem __ März 2021 aufzunehmen seien (act. G 7.1-22).

A.t. 

In seiner Aktenbeurteilung vom 19. November 2021 hielt Dr. H.___ fest, dass die 

neuropsychologische Untersuchung minimale kognitive Einschränkungen ergeben 

habe, sodass die postulierten Konzentrationsstörungen nicht objektiviert worden seien. 

Demnach halte er an seiner Beurteilung fest, wonach beim Versicherten – abgesehen 

von der Alkoholabhängigkeit (teilweise abstinent) – keine weiteren psychischen 

Störungen mit Krankheitswert festzustellen seien. Folglich halte er auch an seiner 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom 5. Mai 2021 fest (act. G 7.1-23).

A.u. 

Mit E-Mail vom 30. November 2021 teilte die Axa dem Versicherten mit, dass im 

Einwand gegen den Entscheid bezüglich der seit dem __ März 2021 bestehenden 

Arbeitsunfähigkeit keine neuen medizinischen Erkenntnisse vorgebracht worden seien, 

welche den spezialärztlichen Bericht in Zweifel ziehen könnten. Aus diesem Grund 

werde am Entscheid festgehalten und es könnten keine Leistungen erbracht werden 

(act. G 1.2-20).

A.v. 

Am 30. Januar 2022 beschrieb Dr. F.___ einen unveränderten 

Gesundheitszustand des Versicherten, der psychisch und physisch für den beruflichen 

Alltag als (…) nicht mehr ausreichend belastbar sei. In einer der Krankheit angepassten 

Tätigkeit könne der Versicherte probatorisch eingesetzt werden mit einer beginnenden 

Arbeitsfähigkeit von 20 % und einer langsamen Steigerung bis maximal 50 % (act. G 

1.2-21; vgl. ferner den Bericht an die IV-Stelle vom 9. Februar 2022; act. G 7.1-25).

A.w. 

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In zwei Berichten an die IV-Stelle vom 17. Februar 2022 attestierten die 

Behandelnden des Psychiatrie-Zentrums J.___ dem Versicherten für sämtliche 

Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 

50 % oder vier Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche bei einer diagnostizierten 

Psychischen Verhaltensstörung durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom und einer 

Anpassungsstörung. Die bisherige Tätigkeit sei ebenfalls für vier Stunden täglich 

zumutbar, wobei eine unklare Leistungsfähigkeit bestehe. Vom Hausarzt sei der 

Versicherte diesbezüglich zu 100 % krankgeschrieben. Der schlechte somatische 

Zustand stehe einer Eingliederung entgegen (act. G 7.1-27).

A.x. 

In einem Bericht vom 7. März 2022 erläuterten die Behandelnden des Psychiatrie-

Zentrums J.___, dass der Versicherte sich erstmals am 24. März 2021 bei ihnen in 

Behandlung begeben habe. Er habe damals betont, dass Alkohol für ihn nicht mehr so 

eine belastende Rolle spiele, sondern ihn vor allem die Arbeit in der (…) unter Druck 

setze, zumal er rasch erschöpfe und dann müde sei und den ganzen (…) nicht mehr 

durchhalten könne. Im weiteren Therapieverlauf habe sich jedoch gezeigt, dass 

weiterhin eine Alkoholabhängigkeit bestehe und eine Abstinenz bzw. ein kontrolliertes 

Trinken nicht eingehalten werden könne. Der Versicherte beschreibe, dass er körperlich 

nicht mehr belastbar und auch psychisch labil sei. Es komme auch wieder zu Phasen, 

in denen er viel Alkohol trinke, sich sozial zurückziehe, nichts mehr esse, viel an 

Gewicht verliere und sich niedergeschlagen fühle. Als Diagnosen nannten die 

Behandelnden eine Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol: 

Abhängigkeitssyndrom, Anpassungsstörungen, eine gastroösophageale 

Refluxkrankheit mit Ösophagitis sowie eine Leberfibrose. Der Alkoholkonsum trage 

massgeblich zur Entstehung der somatischen Folgekrankheiten bei und stehe aktuell in 

direktem Zusammenhang mit dem Erschöpfungszustand. Aufgrund der bestehenden 

Funktionseinschränkungen sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht um 

mindestens 50 % reduziert (act. G 7.1-27 und 1.2-22).

A.y. 

In einer Aktenbeurteilung vom 13. April 2022 zu Handen der IV-Stelle kam Dr. med. 

K.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom regionalen ärztlichen Dienst 

(RAD) zum Schluss, dass beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht in der 

angestammten Tätigkeit eine 100%gie Arbeitsunfähigkeit bestehe. In adaptierter 

Tätigkeit wäre eine Präsenzzeit von vier Stunden bei reduzierter Leistungsfähigkeit 

A.z. 

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B.  

möglich. Eine stabile Arbeitsfähigkeit sei nur bei Abstinenz zu erwarten. Aus 

somatischer Sicht sei in adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 20 % gegeben. 

Die fachärztlich diagnostizierte schwere Abhängigkeitserkrankung sei durch die 

somatischen Folgeschäden bestätigt. Es bestünden eine erhöhte Unfallgefahr und 

Fehleranfälligkeit sowie eine deutlich verminderte Leistungsfähigkeit. Auch sei mit 

gehäuften Fehlzeiten zu rechnen. Zudem bestünden eine reduzierte 

Konzentrationsfähigkeit, eine reduzierte Durchhaltefähigkeit, eine Diskontinuität, eine 

Neigung zu Rückzug und Isolation sowie eine Einschränkung in der Selbstorganisation 

und Strukturierung. Gemäss Psychiatrie-Zentrum J.___ könne der Versicherte zwar vier 

Stunden präsent sein, jedoch sei mit Ausfällen im Rahmen von akuter Intoxikation oder 

Entzugssymptomen zu rechnen (act. G 7.1-28). Mit Verfügung vom 29. August 2022 

sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem 1. Juli 2022 eine ganze Invalidenrente 

zu, da (bei theoretischer 50%iger Arbeitsfähigkeit mit reduzierter Leistungsfähigkeit) die 

Aufnahme einer angepassten Tätigkeit aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht mehr 

zumutbar sei (act. G 7.1-29).

Am 23. Mai 2022 reichte der weiterhin durch Rechtsanwalt Jakob vertretene 

Versicherte (nachfolgend: Kläger) Klage beim Versicherungsgericht ein (act. G 1). Darin 

beantragte er, es sei festzustellen, dass am 28. Oktober 2021 zumindest eine 

Teilarbeitsunfähigkeit bestanden habe (Ziff. 1). Weiter sei die Axa (nachfolgend: 

Beklagte) zu verpflichten, ihm basierend auf einem versicherten Lohn von Fr. ___ vom 

___ 2020 bis __ Januar 2021 sowie ab dem __ März 2021 bis zum Tag der 

Klageeinleitung Krankentaggeldleistungen in Höhe von insgesamt Fr. 77'268.60 nebst 

Zins zu 5 % ab 23. Mai 2022 (Tag der Klageeinleitung) zu bezahlen (Ziff. 2). Eventualiter 

sei die Beklagte zu verpflichten, ihm basierend auf einem versicherten Lohn von Fr. ___ 

mit Wirkung ab 30. Mai 2021 bis zum Tag der Klageeinleitung 

Krankentaggeldleistungen von Fr. 56'357.-- nebst Zins zu 5 % ab 23. Mai 2022 (Tag 

der Klageeinleitung) zu bezahlen (Ziff. 3). Subeventualiter sei er betreffend seinen 

Gesundheitszustand und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit ab dem __ 

September 2020 in den Fachbereichen Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie 

polydisziplinär zu begutachten (Ziff. 4); unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 

1 S. 2).

B.a. 

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Erwägungen

1.  

In ihrer Klageantwort vom 5. Oktober 2022 beantragte die Beklagte, die Klage vom 

23. Mai 2022 sei im Betrag von Fr. 1'086.20 teilweise gutzuheissen, darüber hinaus 

jedoch abzuweisen unter Verlegung der entsprechenden Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 7).

B.b. 

Nachdem die Parteien auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung 

zugunsten eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet hatten (act. G 8 ff.), ordnete das 

Versicherungsgericht am 16. November 2022 einen solchen an (act. G 10).

B.c. 

In seiner Replik vom 18. Januar 2023 nahm der Kläger von der Anerkennung der 

Forderung im Betrag von Fr. 1'086.20 Kenntnis und zog Ziff. 1 und 4 seines mit 

Klageeinleitung vom 23. Mai 2022 gestellten Rechtsbegehrens zurück. Den Rückzug 

begründete er damit, dass die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. August 2022 ihm 

rückwirkend ab dem 1. Juli 2022 eine ganze Rente zugesprochen habe, weshalb […]. 

Ziff. 1 seines in diesem Klageverfahren gestellten Rechtsbegehrens sei somit mangels 

Rechtsschutzinteresses gegenstandslos geworden. Mit der Zusprache der 

Invalidenrente sei nach seiner Auffassung auch eine Arbeitsunfähigkeit zumindest ab 

dem 1. Juli 2021 ausgewiesen und eine Begutachtung damit nicht mehr erforderlich 

(act. G 13).

B.d. 

In ihrer Duplik vom 28. März 2023 änderte die Beklagte die mit Klageantwort vom 

5. Oktober 2022 gestellten Anträge dahingehend ab, dass die Klage vom 23. Mai 2022 

im Betrag von Fr. 2'986.95 teilweise gutzuheissen, darüber hinaus jedoch abzuweisen 

sei, unter Verlegung der entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 

19).

B.e. 

Gemäss Art. F1 der vorliegend unbestrittenermassen anwendbaren Allgemeinen 

Versicherungsbedingungen der Beklagten (nachfolgend: AVB), Ausgabe Juli 2010 

(act. G 1.2-2), steht dem Versicherungsnehmer bzw. dem Anspruchsberechtigten bei 

Streitigkeiten wahlweise der Gerichtsstand an seinem schweizerischen Wohnort, an 

seinem schweizerischen Arbeitsort oder derjenige in Winterthur zur Verfügung (vgl. 

auch Art. 32 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]). Der 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/21

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2.  

Kläger hat das für seinen Wohnort zuständige Gericht angerufen. Die örtliche 

Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ist damit gegeben.

Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) i.V.m. Art. 7 ZPO als 

einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen 

Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 

832.10). Darunter werden praxisgemäss auch Zusatzversicherungen wie die vorliegend 

zu beurteilende Kollektivtaggeldversicherung subsumiert, auf die das Bundesgesetz 

über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. etwa 

BGE 138 III 2 E. 1.1). Damit sind vorliegend auch die Voraussetzungen der sachlichen 

und funktionellen Zuständigkeit erfüllt.

1.2. 

Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren 

gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 558 E. 4.6).

1.3. 

Die prozessualen Voraussetzungen sind erfüllt und auf die Leistungsklage ist 

einzutreten. An dem zunächst gestellten Feststellungsbegehren (vgl. act. G 1 S. 2) hat 

der Kläger nicht mehr festgehalten (vgl. act. G 13 S. 2), womit sich diesbezüglich 

weitere Ausführungen erübrigen.

1.4. 

Klagen aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind gemäss 

Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren 

zu behandeln, wobei gemäss Art. 219 ZPO die Bestimmungen über das ordentliche 

Verfahren sinngemäss gelten (vgl. Christoph Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler, 

Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2016, Rz. 11.154 und 11.157). Art. 247 Abs. 

2 ZPO sieht vor, dass das Gericht in solchen Streitigkeiten den Sachverhalt von Amtes 

wegen feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder soziale 

Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, bei der Feststellung des 

Sachverhalts und der Beweiserhebung insbesondere durch entsprechende Fragen 

mitzuwirken. Die Parteien werden dadurch aber nicht von der Pflicht zur Mitwirkung an 

der Erhebung der Beweise und der Erstellung des Sachverhalts entbunden. 

Grundsätzlich bleibt es Sache der Parteien, die wesentlichen Tatsachen vorzutragen 

und die Beweismittel zu bezeichnen (vgl. Stephan Mazan, N 3 ff. zu Art. 247, in: Karl 

Spühler/Luca Tenchio/Dominik Infanger [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 

Basler Kommentar, 3. Aufl. 2017 [nachfolgend zitiert: BSK ZPO], BSK ZPO-Guyan, N 3 

ff. zu Art. 153; vgl. Franz Hasenböhler, N 5 ff. zu Art. 153, in: Thomas Sutter-Somm/

2.1. 

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Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016).

Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das 

Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten 

Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Dementsprechend hat die Partei, 

die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, 

während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder 

rechtshindernden Tatsachen bei derjenigen Partei liegt, die den Untergang des 

Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 

141 III 241 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Da der Nachweis rechtsbegründender 

Tatsachen im Bereich des Versicherungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten 

verbunden ist, genoss die anspruchsberechtigte Person nach der früheren 

Rechtsprechung des Bundesgerichts insofern eine Beweiserleichterung, als sie nur 

eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten 

Versicherungsanspruchs darzutun hatte. Allerdings konnte der Versicherer im Rahmen 

des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaubwürdigkeit des 

Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen erwecken 

konnten. Gelang der Gegenbeweis, durften die vom Anspruchsberechtigten 

behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahrscheinlich und damit nicht als 

bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis war vielmehr gescheitert (BGE 130 III 

321 E. 3.4). Mit BGE 148 III 105 E 3.3.1 hat das Bundesgericht diese langjährige Praxis 

dahingehend geändert, dass die Herabsetzung des Beweismasses für eine behauptete 

Arbeitsunfähigkeit nicht gelte, da diese ohne weiteres mit einem entsprechenden 

Zeugnis bewiesen werden könne. Diesbezüglich gelte das ordentliche Beweismass der 

vollen Überzeugung (ebenso im Urteil des Bundesgerichts vom 13. September 2021, 

4A_144/2021, E. 5.2).

2.2. 

An der Beweislast der anspruchsberechtigten Person ändert nichts, dass die 

Versicherung zunächst Taggelder ausbezahlt hat. Macht letztere geltend, die 

Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht 

erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig, so hat die 

anspruchsberechtigte Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und 

daher Anspruch auf Taggelder hat. Im Falle der Beweislosigkeit trägt mithin nicht die 

Versicherung, sondern die anspruchsberechtigte Person die Beweislast (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. August 2015, 4A_246/2015, E. 2.2 mit Hinweis).

2.3. 

Im Zivilprozess stellt ein Privatgutachten kein Beweismittel, sondern eine blosse 

Parteibehauptung dar. Bewiesen werden müssen nur Tatsachenbehauptungen, die 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/21

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3.  

ausdrücklich bestritten sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich 

bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen damit bestritten werden. Erforderlich 

ist eine klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten 

gegnerischen Behauptung infrage gestellt wird. Parteibehauptungen, denen ein 

Privatgutachten zugrunde liegt, sind meist besonders substantiiert. Entsprechend 

genügt eine pauschale Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu 

substantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine 

Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen 

Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als 

Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit – durch Beweismittel 

nachgewiesenen – Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch 

Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen 

erachtet werden (vgl. zum Ganzen ausführlich BGE 141 III 433 f. E. 2.6).

Der Kläger fordert von der Beklagten infolge behaupteter Arbeitsunfähigkeit 

Taggeldleistungen für den Zeitraum vom __ 2020 bis __ Januar 2021 und vom __ März 

2021 bis zum Tag der Klageeinleitung vom 23. Mai 2022 (vgl. act. G 1 S. 2 und 13 S. 2).

3.1. 

Die Beklagte anerkennt zwar aufgrund echtzeitlich ausgestellter 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse das Bestehen einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der 

Zeit vom __ bis __ September 2020 sowie vom __ Oktober 2020 bis _ Januar 2021 und 

damit grundsätzlich auch eine entsprechende Leistungspflicht für diese Zeiträume (act. 

G 19 S. 3). Auch hat sie eine Leistungspflicht im Zeitraum zwischen dem __ März und 

31. Mai 2021 grundsätzlich anerkannt (vgl. dazu act. G 7 S. 13), wobei sie aufgrund der 

neu berechneten Wartezeit keine Leistung erbracht hat (vgl. act. G 1.2-20). Sie ist 

jedoch der Ansicht, dass es dem Kläger aufgrund der Lohnfortzahlung durch die 

ehemalige Arbeitgeberin bis zum 31. Januar 2022 ohnehin an einem 

krankheitsbedingten Erwerbsausfall fehle. Würde sie, die Beklagte, Taggelder bis zum 

31. Januar 2022 bezahlen, wäre der Kläger überentschädigt, da er diesfalls den 

ordentlichen Lohn und gleichzeitig Taggelder erhalten würde. Daraus würde eine 

Überentschädigung resultieren, welche dem Schadenversicherungsprinzip 

zuwiderlaufen würde. Wegen dieser drohenden Überentschädigung sei sie, die 

Beklagte, selbst bei ausgewiesener Arbeitsunfähigkeit bis zum 31. Januar 2022 nicht 

leistungspflichtig (act. G 19 S. 12).

3.2. 

Der Kläger ist demgegenüber der Auffassung, dass ihm gegenüber der Beklagten 

gestützt auf Art. 95a VVG ein direktes Forderungsrecht zustehe, unabhängig davon, 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

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4.  

wem die Krankentaggelder letztlich zufliessen würden. Bis zum 31. Januar 2022 habe 

die Arbeitgeberin eine Lohnfortzahlung erbracht, sodass die Krankentaggeldleistungen 

an diese auszurichten wären. Die Geltendmachung obliege dennoch ihm als Kläger. Bei 

ausgewiesener Arbeitsunfähigkeit habe die Beklagte demnach die entsprechenden 

Taggelder zu entrichten, wobei ihn gegebenenfalls gegenüber Dritten eine 

Rückerstattungspflicht treffe (act. G 13 S. 18).

Nach Art. B1 Ziff. 1 AVB erbringt die Beklagte die in der Police aufgeführten 

Leistungen für die wirtschaftlichen Folgen der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit. 

Allfällige Leistungen Dritter werden dann angerechnet, wenn eine 

Schadensversicherung vereinbart wurde; nicht hingegen, wenn eine 

Summenversicherung vereinbart wurde (Art. B6 Ziff. 2 AVB). Die Nichtanrechnung von 

Drittleistungen, mithin eine Summenversicherung, muss ausdrücklich vereinbart 

werden (Art. B10 Ziff. 1 AVB). Dass Leistungen aus Schadensversicherungen nicht mit 

anderen schadensausgleichenden Leistungen kumulierbar sind, bestimmt überdies 

auch die zwingende Gesetzesbestimmung von Art. 95c Abs. 1 VVG i.V.m. Art. 97 VVG.

3.4. 

Aus Art. B1 Ziff. 1 AVB folgt, dass die Beklagte nicht bei jeder krankheitsbedingten 

Arbeitsunfähigkeit Leistungen zu erbringen hat, sondern nur dann, wenn die 

Arbeitsunfähigkeit wirtschaftliche Folgen nach sich zieht, mithin ein Schaden 

entstanden ist. Eine als Schadensversicherung ausgestaltete 

Krankentaggeldversicherung, als solche die vorliegend zu beurteilende mangels 

anderweitiger Abmachungen in der Police (vgl. act. G 1.2-1) einzustufen ist, setzt denn 

auch immer einen Schaden, konkret den Nachweis einer tatsächlich erlittenen 

Erwerbseinbusse voraus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2007, 5C.

21/2007, E. 3; vgl. BGE 104 II 44 f. E. 4c ff.). Da die Arbeitgeberin des Klägers nach 

dessen eigenen Angaben bis zum 31. Januar 2022 den Lohn ausgerichtet hat (vgl. act. 

G 13 S. 18), ist bis zu diesem Zeitpunkt keine Lohneinbusse, mithin kein Schaden 

ausgewiesen. Art. 95a VVG, der im Bereich der kollektiven Unfall- oder 

Krankenversicherung ein selbständiges Forderungsrecht des Versicherten gegenüber 

der Versicherung statuiert, ändert nichts daran, dass zur Bejahung einer 

Leistungspflicht der Beklagten sämtliche Leistungsvoraussetzungen erfüllt sein 

müssen. Solange ein Schaden mangels Erwerbseinbusse nicht ausgewiesen ist, ist 

auch keine Leistungspflicht der Beklagten erstellt.

3.5. 

Weiter zu prüfen ist, ob die Beklagte für die Zeit ab dem 1. Februar bis zum 23. 

Mai 2022 eine Leistungspflicht trifft.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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Zwar anerkennt die Beklagte, dass der Kläger ab Anfang Februar 2022 zumindest 

teilweise arbeitsunfähig gewesen sei. Dennoch ist sie der Ansicht, dass sie auch für 

den eingeklagten Zeitraum vom 1. Februar bis 23. Mai 2022 keine Taggelder schulde, 

da der Kläger in diesem Zeitraum bereits Arbeitslosentaggelder im Umfang von Fr. 

22'547.50 erhalten habe. Entsprechend Art. B10 Ziff. 1 AVB habe sie, die Beklagte, die 

Arbeitslosentaggelder lediglich bis zur Höhe des versicherten Taggeldes zu ergänzen. 

Da im entsprechenden Zeitraum den eingeklagten Taggeldern von Fr. 15'209.60 

Arbeitslosengelder von Fr. 22'547.50 gegenüber stünden, bestehe kein Raum mehr für 

weitere Krankentaggeldzahlungen (act. G 7 S. 15 f.).

4.2. 

Demgegenüber stellt sich der Kläger auf den Standpunkt, dass er sich aufgrund 

der […] seines Anstellungsverhältnisses und der strittigen Arbeitsunfähigkeit bei der 

Arbeitslosenversicherung anmelden musste, um Leistungen im Rahmen deren 

Vorleistungspflicht zu erhalten. Wenn sich rückwirkend herausstelle, dass im Zeitraum, 

in dem er Arbeitslosentaggelder bezogen habe, eine Arbeitsunfähigkeit bestanden 

habe, sei die Beklagte für diesen Zeitraum unweigerlich leistungspflichtig und ihn treffe 

gegebenenfalls eine Rückerstattungspflicht gegenüber der Arbeitslosenversicherung 

(act. G 13 S. 18).

4.3. 

Art. B10 Ziff. 1 AVB lautet wie folgt: "Hat der Versicherte für die gleiche Periode 

Anspruch auf Geldleistungen der Invalidenversicherung (IVG), der Unfallversicherung 

(UVG), der Militärversicherung (MVG), der Arbeitslosenversicherung, der beruflichen 

Vorsorge, entsprechender ausländischer Versicherungen oder von einem 

haftpflichtigen Dritten, ergänzt die AXA diese Leistungen im Rahmen ihrer eigenen 

Leistungspflicht bis zur Höhe des versicherten Taggelds. Bei Alters- oder 

Hinterlassenenrenten der AHV erfolgt keine Anrechnung. Generell keine Anrechnung 

von Drittleistungen erfolgt, sofern dies ausdrücklich vereinbart wurde 

(Summenversicherung)."

4.4. 

Wie bereits erwähnt, ist vorliegend von einer Schadensversicherung auszugehen. 

Die Beklagte kann sich indessen nicht mit dem Argument, der Kläger sei bereits durch 

die Arbeitslosenversicherung entschädigt worden, ihrer Leistungspflicht entziehen. 

Denn aufgrund des in Art. 28 Abs. 2 und 4 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) verankerten 

Prinzips der Subsidiarität der Arbeitslosenversicherung ist letztere subsidiär zur 

privaten Versicherung, die den Erwerbsausfall infolge Krankheit deckt (vgl. BGE 144 III 

136 ff. E. 4 mit vielen Hinweisen; vgl. ferner Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 16. März 2023, KV-Z 2022/1, E. 4.12.2). Folglich trifft die 

Beklagte für den Zeitraum vom 1. Februar bis 23. Mai 2022 eine Leistungspflicht.

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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5.  

Zu prüfen bleibt der Umfang der Leistungspflicht. Der Kläger verlangt ein Taggeld 

basierend auf einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. G 1 S. 13).

5.1. 

Gemäss Art. B1 Ziff. 1 AVB erbringt die Beklagte die in der Police aufgeführten 

Leistungen für die wirtschaftlichen Folgen der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit. 

Nach Art. A4 Ziff. 1 der AVB ist Krankheit jede Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine 

medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert und eine Arbeitsunfähigkeit zur 

Folge hat. Unter Arbeitsunfähigkeit wird nach Art. A4 Ziff. 2 AVB die durch eine 

Krankheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder 

Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten, verstanden. Bei langer Dauer wird auch 

die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. 

Ist die versicherte Person nach ärztlicher Feststellung arbeitsunfähig, bezahlt die 

Beklagte nach Art. B8 Ziff. 1 AVB das Taggeld nach Ablauf der vereinbarten Wartefrist 

längstens während der in der Police aufgeführten Leistungsdauer. Art. B8 Ziff. 2 AVB 

bestimmt sodann, dass die Beklagte bei voller Arbeitsunfähigkeit das in der Police 

aufgeführte Taggeld bezahlt, während sich die Höhe bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit 

nach dem Ausmass der Arbeitsunfähigkeit richtet, wobei weniger als 25 % keinen 

Anspruch ergeben. Krankheiten, die mit früheren von der Beklagten oder anderen 

Versicherern entschädigten Versicherungsfällen zusammenhängen, gelten gemäss Art. 

B5 Ziff. 1 AVB als Rückfälle. Als neue Krankheiten werden sie nur dann behandelt, 

wenn die versicherte Person vor der neuen Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen während 

mindestens 365 Tagen wieder voll arbeitsfähig gewesen ist.

5.2. 

Die Definition der Arbeitsunfähigkeit in den AVB gleicht dem Wortlaut nach der in 

Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) enthaltenen Definition. Deshalb und mangels erkennbarer 

gegenteiliger Gesichtspunkte rechtfertigt es sich, bei der Auslegung von Art. A4 Ziff. 2 

der AVB die im Sozialversicherungsrecht herrschende Interpretation zu beachten.

5.3. 

Die Beklagte anerkennt, dass der Kläger ab Anfang Februar 2022 wieder eine 

"komplette" Alkoholabhängigkeit mit fast täglichem Konsum in schädlichen Mengen 

entwickelt hat, was dazu geführt hat, dass die für die Existenz der krankheitswertigen 

psychiatrischen Diagnose einer Alkoholabhängigkeit notwendigen Kriterien erfüllt 

gewesen waren. Daraus hatten verschiedene gesundheitliche Einschränkungen 

resultiert, welche gemäss Einschätzung der behandelnden Fachpersonen des 

Psychiatrie-Zentrums J.___ aus psychiatrischer Sicht zu einer Arbeitsunfähigkeit des 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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Klägers von 50 % geführt hatten. Entsprechend hat die RAD-Ärztin Dr. K.___ als primär 

relevante psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit jene von 

psychischen Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert, 

während der Anpassungsstörung, welche zur Arbeitsunfähigkeit ab dem __ März 2021 

geführt habe, nur noch subsidiären Charakter zuerkannt worden ist (act. G 7 S. 15). Die 

Beklagte anerkennt, dass die Arbeitsunfähigkeit, die im hier relevanten Zeitraum vom 1. 

Februar bis 23. Mai 2022 vorgelegen hat, einen Zusammenhang zur Arbeitsunfähigkeit, 

die im September 2020 eingetreten ist, aufweist, mithin ein Rückfall vorliegt (vgl. dazu 

auch act. G 7 S. 17 und 19 S. 7). Demnach ist für die ab dem 1. Februar 2022 

auszurichtenden Taggeldleistungen keine erneute Wartezeit zu berücksichtigen.

Was die Höhe der ab dem 1. Februar 2022 bestehenden Arbeitsunfähigkeit betrifft, 

ist festzuhalten, dass die Beklagte die Einschätzung von RAD-Ärztin Dr. K.___ im 

Grundsatz akzeptiert hat (vgl. act. G 19 S. 9), jedoch nicht deren Einschätzung einer 

80%igen Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht. Als Ärztin aus dem Fachbereich 

Psychiatrie sei sie nicht dazu prädestiniert, die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht 

festzusetzen (vgl. act. G 7 S. 15).

5.5. 

Dr. K.___ ist in ihrer Beurteilung vom 13. April 2022 zum Schluss gekommen, dass 

beim Kläger aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestehe. In adaptierter Tätigkeit wäre eine Präsenzzeit von vier 

Stunden bei reduzierter Leistungsfähigkeit möglich. Eine stabile Arbeitsfähigkeit sei nur 

bei Abstinenz zu erwarten. Aus somatischer Sicht sei eine Arbeitsfähigkeit von 20 % 

gegeben. Die fachärztlich diagnostizierte schwere Abhängigkeitserkrankung sei durch 

die somatischen Folgeschäden bestätigt. Es bestünden eine erhöhte Unfallgefahr und 

Fehleranfälligkeit sowie eine deutliche verminderte Leistungsfähigkeit. Es sei mit 

gehäuften Fehlzeiten zu rechnen. Auch bestünden eine reduzierte 

Konzentrationsfähigkeit, eine reduzierte Durchhaltefähigkeit, eine Diskontinuität, eine 

Neigung zu Rückzug und Isolation sowie eine Einschränkung in der Selbstorganisation 

und Strukturierung. Gemäss Psychiatrie-Zentrum J.___ könne der Kläger zwar vier 

Stunden präsent sein, jedoch sei mit Ausfällen im Rahmen von akuter Intoxikation oder 

Entzugssymptomen zu rechnen (act. G 7.1-28).

5.6. 

Zwar ist es richtig, dass es sich bei Dr. K.___ um eine Ärztin aus dem Fachbereich 

der Psychiatrie handelt. Allerdings hat sie die Einschätzung der somatischen 

Arbeitsunfähigkeit gestützt auf die vorliegenden Berichte der behandelnden Ärzte 

abgegeben. Ihre Einschätzung der somatischen Situation stimmt mit derjenigen des 

Hausarztes Dr. F.___ vom 30. Januar 2022 überein, der den Kläger für den beruflichen 

Alltag als (…) nicht mehr als ausreichend belastbar einstufte, in einer der Krankheit 

5.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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angepassten Tätigkeit jedoch die probatorische Einsetzung des Klägers mit einer 

beginnenden Arbeitsfähigkeit von 20 % bei einer langsamen Steigerung bis maximal 50 

% für möglich hielt (act. G 1.2-21). Schliesslich ist anzunehmen, dass sich bei einer 

über Jahre hinweg entwickelten Alkoholabhängigkeit die somatischen und psychischen 

Beschwerden nicht immer zuverlässig trennen lassen, wie die Beklagte denn auch 

selber einräumt (vgl. act. G 19 S. 3). Aus den Berichten des Psychiatrie-Zentrums J.___ 

geht denn auch hervor, dass sich selbst die medizinisch-theoretische Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht beim konkret vorliegenden 

Suchtgeschehen mit Wechselwirkung auf den somatischen Zustand nicht einfach 

gestaltet. Einerseits haben die Behandelnden die Arbeitsunfähigkeit in 

leidensangepasster Tätigkeit aus rein psychiatrischer Sicht im Februar 2022 auf 50 % 

eingeschätzt, andererseits dann aber auch auf vier Stunden täglich an fünf Tagen pro 

Woche, was nicht exakt 50 % entsprechen dürfte. Im März 2022 sind sie dann von 

einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % auch in leidensangepasster Tätigkeit 

ausgegangen. Daneben haben sie, wie bereits erwähnt, auch auf somatische 

Einschränkungen hingewiesen, deren Beurteilung dem Hausarzt obliege (act. G 7.1-27). 

Wenn die Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit aus rein psychiatrischer 

Sicht bei über 50 % liegt, ist die von Dr. F.___ gesamtheitlich attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 80 % überwiegend wahrscheinlich, nachdem auch 

zahlreiche somatische Leiden wie eine ausgeprägte Steatosis hepatis Stadium II-III, ein 

Barrett-Ösophagus, eine axiale Hiatushernie 3 cm, eine Polymyalgia rheumatica und 

ein Asthma bronchiale vorliegen (act. G 7.1-8 und 7.1-19). Davon abgesehen stellen die 

von Dr. K.___ beschriebenen Auswirkungen der substanzindizierten Störung wie 

erhöhte Unfallgefahr und Fehleranfälligkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, reduzierte 

Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltefähigkeit, Diskontinuität, Neigung zu Rückzug 

und Isolation, Einschränkung in der Selbstorganisation und Strukturierung, 

einzukalkulierende Fehlzeiten und Ausfälle im Rahmen von akuter Intoxikation sowie 

Entzugssymptome die Verwertbarkeit einer allfällig medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit im hier relevanten Zeitraum vom 1. Februar bis 23. Mai 2022 in Frage, 

zumal auch das Psychiatrie-Zentrum J.___ wiederholt auf den schlechten somatischen 

Zustand des Klägers hingewiesen hat und im Februar/März 2022 davon ausgegangen 

ist, dass dieser einer Eingliederung entgegenstehe (vgl. act. G 7.1-27). Jedenfalls ist 

aufgrund der zahlreichen Einschränkungen und des fortgeschrittenen Alters des 

Klägers mit der IV-Stelle anzunehmen, dass letzterem der Wechsel von der 

angestammten in eine leidensangepasste Tätigkeit i.S.v. Art. 6 Satz 2 ATSG nicht mehr 

zumutbar gewesen ist (vgl. act. G 7.1-29), zumal an die Zumutbarkeit im Bereich der 

Krankentaggelder höhere Anforderungen als im Bereich der IV-Rente zu stellen sind 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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6.  

(vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 100 ff. zu Art. 6 ATSG mit 

Hinweisen).

Nach dem Gesagten hat die Beklagte dem Kläger für den Zeitraum vom 1. Februar 

bis 23. Mai 2022 Taggeldleistungen auf der Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

auszurichten.

5.8. 

Die vom Kläger berechnete Taggeldhöhe von Fr. 271.55 (vgl. act. G 1 S. 12) stimmt 

im Wesentlichen mit dem von der Beklagten berechneten Taggeldbetrag von Fr. 271.54 

(act. G 19 S. 3) überein. Die leicht abweichenden Beträge ergeben sich aus einer 

Rundungsdifferenz. Für eine möglichst exakte Taggeldberechnung wird auf den von 

der Beklagten genannten, ungerundeten Taggeldwert von Fr. 271.54 abgestellt. Darauf 

basierend ergibt sich für den Zeitraum vom 1. Februar bis 23. Mai 2022 ein 

Taggeldanspruch von gerundet Fr. 30'412.50 (112 x Fr. 271.54; zur Anzahl der 

Taggelder vgl. act. G 7 S. 16, oben). Da dieser Betrag weder die seitens des Klägers 

eingeklagte Summe von Fr. 77'268.60 (vgl. act G 1 S. 2) übersteigt noch die seitens der 

Beklagten anerkannte Forderung von Fr. 2'986.95 (vgl. act. G 19 S. 2) unterschreitet, ist 

die Beklagte folglich zu verpflichten, dem Kläger Fr. 30'412.50 zu bezahlen nebst dem 

geforderten Verzugszins von 5 % (Art. 100 Abs. 1 VVG i.V.m. Art. 104 Abs. 1 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220]) ab 

dem 23. Mai 2022 (vgl. act. G 1 S. 2 und 13 S. 2).

5.9. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Klage dahingehend gutzuheissen, 

dass die Beklagte verpflichtet wird, dem Kläger Fr. 30'412.50 zuzüglich Verzugszins zu 

5 % seit dem 23. Mai 2022 zu bezahlen.

6.1. 

Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei 

auferlegt. Bei einem Nichteintreten oder bei einem Klagerückzug gilt die klagende 

Partei, bei einer Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend. Hat keine 

Partei vollständig obsiegt, so werden die Kosten nach dem Ausgang des Verfahrens 

verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Der Kläger dringt mit seiner Leistungsklage im Umfang 

von rund 40 % durch. Vor diesem Hintergrund hat die Beklagte die Prozesskosten 

(Gerichtskosten- und Parteientschädigung; Art. 95 Abs. 1 ZPO) im Umfang von 4/10 zu 

übernehmen. Dass die Beklagte einen Teil der Forderung des Klägers anerkannt hat, 

ändert an der Kostenverteilung nichts, da die Beklagte im Umfang der anerkannten 

Forderung ebenfalls als unterliegend gilt (vgl. Art. 106 Abs. 2 ZPO).

6.2. 

Gerichtskosten sind gemäss Art. 114 lit. e ZPO keine zu erheben.6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 des sankt-gallischen Reglements über 

Organisation und Geschäftsgang des Versicherungsgerichtes (OrgR; sGS 941.114)

1.

Die Klage wird dahingehend gutgeheissen, dass die Beklagte verpflichtet wird, dem 

Kläger Fr. 30'412.50 zuzüglich Verzugszins zu 5 % seit dem 23. Mai 2022 zu bezahlen. 

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

 6.4. 

Die Parteientschädigung spricht das Gericht nach den kantonalen Tarifen zu (Art. 

105 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 ZPO). Das mittlere Honorar im Zivilprozess beträgt nach Art. 

14 Abs. 1 lit. c der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) Fr. 3'500.-- bei einem 

Streitwert von über Fr. 30'000.-- bis Fr. 100'000.-- zuzüglich 9 % des Streitwerts. Bei 

einem Streitwert bei Klageeinreichung von Fr. 77'268.60.-- (vgl. BSK ZPO-Rüegg/

Rüegg, N 7 zu Art. 91 mit Hinweisen) resultiert damit ein Honorar von gerundet Fr. 

10'454.15 (Fr. 3'500.-- + Fr. 6'954.15).

6.4.1. 

Aufgrund des Obsiegens des Klägers im Umfang von 4/10 hat die Beklagte 

diesen mit gerundet Fr. 4'181.65 (Fr. 10'454.15 / 10 x 4) zuzüglich Barauslagen von 

gerundet Fr. 167.25 (4 % von Fr. 4'181.65 gemäss Art. 28 Abs. 1 HonO), d.h. mit 

gerundet Fr. 4'348.90 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7 % (Art. 29 Abs. 1 HonO) zu 

entschädigen.

6.4.2. 

bis 

Die im Umfang von 6/10 obsiegende Beklagte hat zwar mit ihrem Antrag implizit 

ebenfalls die Zusprache einer Parteientschädigung beantragt (vgl. act. G 19 S. 2). 

Dieses Verfahren ist allerdings von Angestellten von ihr geführt worden, die nicht als 

berufsmässige Vertreter i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO gelten (vgl. BSK-ZPO-Rüegg/

Rüegg, N 18 zu Art. 95; Benedikt A. Suter/Cristina von Holzen, in: Thomas Sutter-

Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N 36 und 43 zu Art. 95 mit 

Hinweisen). Ferner liegt auch kein begründeter Fall i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO vor, 

wonach der Beklagten eine angemessene Umtriebsentschädigung zuzusprechen wäre. 

Ersatz für notwendige Auslagen gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO wird ebenso wenig 

geltend gemacht. Die Beklagte hat daher keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

6.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beklagte hat den Kläger mit Fr. 4'348.90 (inkl. Barauslagen) zuzüglich 

Mehrwertsteuer von 7.7 % zu entschädigen.

4.

Der Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2023
	Da die Arbeitgeberin des Klägers nach dessen eigenen Angaben bis zum 31. Januar 2022 den Lohn ausgerichtet hat, ist bis zu diesem Zeitpunkt keine Lohneinbusse, mithin kein Schaden ausgewiesen. Für den Zeitraum vom 1. Februar bis 23. Mai 2022 hat die Beklagte dem Kläger Taggeldleistungen auf der Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszurichten. Teilweise Gutheissung der Klage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Juni 2023, KV-Z 2022/7).

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		2025-07-19T00:56:34+0200
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