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**Case Identifier:** 73710c12-953d-58c3-a123-39fb59a5a9c7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 05.03.2013 DB.2012.173
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_DB-2012-173_2013-03-05.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.173 
1 ST.2012.195 
 
 
 

Entscheid 
 
 

5. März 2013 
 
 

 
Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. A,   

 
2. B,  

 
 Beschwerdeführer/ 
 Rekurrenten,  
 
 
 

gegen 
 
 
 
1. Schw e ize r ische  E idgenossenscha f t ,   
 Beschwerdegegnerin,  
2. Staa t  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 
 

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2009 
 

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1 ST.2012.195 

 

 
hat sich ergeben: 

 

 

 A. 1. A und B (nachfolgend die Pflichtigen) erwarben in der Gemeinde C eine 

Eigentumswohnung, worin sie vom Ausland her kommend per 1. Juli 2005 Wohnsitz 

nahmen. Der 1941 geborene Pflichtige war zum damaligen Zeitpunkt bereits pensio-

niert – er hatte zuvor bei der Unternehmung D AG aus Z eine Kaderposition inne ge-

habt – und verfügte über ein in Euro ausbezahltes Renteneinkommen, welches umge-

rechnet rund Fr. 155'000.- betrug (Zahlen gemäss Selbstdeklaration für die 

Steuerperiode 2006; u.a. staatliche Altersrente und eine Firmenpension der D AG). 

Rund neun Monate nach seinem Zuzug in die Schweiz begann er sich nach eigener 

Darstellung ab 1. April 2006 als "Consultant" (Berater) zu betätigen. In den für die 

Steuerperioden 2006 bis 2010 eingereichten Steuererklärungen machte er im Zusam-

menhang mit dieser Tätigkeit jeweils unter dem Titel "selbstständige Erwerbstätigkeit" 

einen Verlust geltend, den er mit den übrigen Einkünften verrechnet haben wollte. Bis 

und mit Steuerperiode 2008 akzeptierte der Steuerkommissär die von ihm geltend ge-

machten Kosten unbesehen als Geschäftsaufwand.  

 

 Der Pflichtige war nach eigenem Bekunden daneben auf der Suche nach ei-

nem Verwaltungsratsmandat und zog in der Steuererklärung 2009 unter Ziff. 11.1. (Be-

rufsauslagen) Aufwendungen für die Stellensuche ab. 

 

 

 2. Mit Entscheid vom 14. Oktober 2011 schätzte das kantonale Steueramt die 

Pflichtigen – u.a. unter Aufrechnung des deklarierten Verlusts aus Beratertätigkeit und 

der Auslagen für die Stellensuche – für die Staats- und Gemeindesteuern der Steuer-

periode 2009 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 151'800.- und einem steuer-

baren Vermögen von Fr. 0.- ein. Gleichzeitig erging der Hinweis betreffend die direkte 

Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen in Höhe von Fr. 151'500.-. Die Bun-

dessteuer-Veranlagung wurde mit Rechnung vom 29. November 2011 formell eröffnet.  

 

 

 B. Die gegen Einschätzung bzw. Veranlagung erhobene Einsprache hiess das 

kantonale Steueramt mit Entscheiden vom 29. Juni 2012 teilweise gut und schätzte die 

Pflichtigen für dir Staats- und Gemeindesteuern neu mit einem steuerbaren Einkom-

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men von Fr. 116'100.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.- ein. Das steuerba-

re Einkommen bei der direkten Bundessteuer setzte er auf Fr. 115'800.- fest. Es ver-

weigerte den Pflichtigen dabei erneut den Abzug für Verlust aus selbstständiger Er-

werbstätigkeit ("Consulting") ebenso wie den Berufskostenabzug. 

 

 

 C. Am 16./17. Juli 2012 erhoben die Pflichtigen hiergegen Beschwerde und 

Rekurs mit dem Antrag, es seien der Verlust aus selbstständiger Erwerbstätigkeit von 

Fr. 35'161.- und die Berufskosten von Fr. 2'966.- zum Abzug zuzulassen. 

 

 Das kantonale Steueramt schloss in der Beschwerde- bzw. Rekursantwort 

vom 27. August 2012 auf kostenpflichtige Abweisung der Rechtsmittel.  

 

 Der Pflichtige liess sich am 20. September 2012 zur Beschwerde- bzw. Re-

kursantwort vernehmen und reichte weitere Unterlagen ein.  

 

 

 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) aa) Nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 25 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) 

werden zur Ermittlung des Reineinkommens von den gesamten steuerbaren Einkünf-

ten die zur Erzielung notwendigen Aufwendungen abgezogen. Abzugsfähig im Bereich 

der unselbstständigen Erwerbstätigkeit sind (neben den Auslagen für den Arbeitsweg, 

den Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung und den mit dem Beruf zusammenhän-

genden Weiterbildungs- und Umschulungskosten) die "übrigen für die Ausübung des 

Berufes erforderlichen Kosten" (Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG bzw. § 26 Abs. 1 lit. c StG). 

Notwendig bzw. erforderlich sind Kosten, die ihren Grund in der beruflichen Tätigkeit 

haben, unbekümmert darum, ob sie objektiv unvermeidbar gewesen sind. Verlangt wird 

dabei ein qualifiziert enger, d.h. rechtlich erheblicher (wesentlicher) Zusammenhang 

zwischen Art, Grund und Zweck der Ausgabe einerseits und der Natur der beruflichen 

Tätigkeit anderseits. [...] Die Ausgaben müssen wesentlich durch ein beruflich begrün-

detes oder Erwerbszwecken diendendes Handeln verursacht oder bewirkt werden. 

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Dementsprechend sind die Gewinnungskosten im Zusammenhang mit einer (selbst-

ständigen oder unselbstständigen) Erwerbstätigkeit vor allem von den Lebenshal-

tungskosten abzugrenzen, also von den Aufwendungen, die nicht der Einkommenser-

zielung, sondern der Befriedigung von persönlichen Bedürfnissen dienen und damit 

Einkommensverwendung darstellen. Dementsprechend sind Ausgaben nicht abzugs-

fähig, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung zusammenhängen (vgl. hier-

zu ausführlich Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, 

Art. 26 N 2 und 4 DBG sowie Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 

2. A., 2006, § 26 N 3 und 5 StG, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Zu den Le-

benshaltungskosten gehören gemäss langjähriger gerichtlicher Praxis insbesondere 

Repräsentations- und Standeskosten, wie Einladungskosten (Geschenke, Blumen, 

Trinkgelder usw.), Anschaffung kostspieliger Kleidung, Vereinsbeiträge usw. Diese 

Auslagen beruhen im Wesentlichen auf der sozialen Stellung der steuerpflichtigen Per-

son und sind daher überwiegend privat bedingt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 34 

N 20 DBG und § 33 N 21).  

 

 bb) Bei Auslagen für die Stellensuche fehlt bei Erwerbstätigen und Rentenbe-

zügern der qualifiziert enge rechtliche Konnex zu einer gegenwärtig oder in Zukunft 

ausgeübten beruflichen Tätigkeit, denn der Steuerpflichtige entschliesst sich in dieser 

Situation aus freien Stücken und ohne Not zu einem Stellenwechsel bzw. zur Aufnah-

me einer Arbeit. Eine solche Neuorientierung steht – wie der Entschluss, an einen an-

deren Wohnort zu ziehen – überwiegend im Zusammenhang mit dem ganz persönli-

chen Lebensplan bzw. der privaten Lebensführung, weshalb die entsprechenden 

Kosten nicht als Berufskosten abziehbar sind. Bei Arbeitslosen mag dies anders sein, 

denn dort ist der Bezüger des Arbeitslosengelds verpflichtet, sich um eine neue Ar-

beitsstelle zu bemühen, ansonsten er unter Umständen seine Ansprüche gegen die 

Arbeitslosenkasse verliert (vgl. StE 1999 B 27.7 Nr. 14 und StE 1985 B 22.3 Nr. 5). 

 

 cc) Berufskosten sind im Weitern nur abzugsfähig, wenn ihnen in derselben 

Steuerperiode ein entsprechendes unselbstständiges Erwerbseinkommen der steuer-

pflichtigen Person oder zumindest Erwerbsersatzeinkommen im Sinn von Art. 23 lit. a 

DBG bzw. § 23 lit. a StG (insbesondere Leistungen der Arbeitslosenversicherung; nicht 

Vorsorgeeinkünfte) gegenüber steht (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 26 N 11 

und Art. 23 N 5 DBG, mit weiteren Hinweisen auf die Gerichtspraxis, insbesondere RB 

1999 Nr. 136).  

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 b) aa) Der Pflichtige bemühte sich in der fraglichen Steuerperiode 2009 nach 

eigener Darstellung um eine Position als Verwaltungsrat einer Firma, wo er seine Er-

fahrung als ehemaliger Direktor bei der D AG einbringen konnte. Um zu diesem Zweck 

Kontakte mit Vertretern möglicher zukünftiger Arbeitgeber zu knüpfen, begab er sich an 

zahlreiche, entweder von der Handelskammer Z-Schweiz oder von verschiedenen an-

deren privaten Anbietern organisierte, kostenpflichtige Referate mehr oder minder be-

kannter Wirtschaftsgrössen. An den Veranstaltungen war für die jeweils zu entrichten-

de Teilnahmegebühr – soweit aus den Akten ersichtlich – immer auch für das leibliche 

Wohl der zuhörenden Teilnehmer gesorgt (Getränke und kleine Mittagessen oder gar 

ganze Mahlzeiten). Daneben traf sich der Pflichtige mit verschiedenen Personen im 

Raum Zürich, aber auch im Kanton Y, in öffentlichen (Speise-) Lokalen, wobei er of-

fenbar regelmässig ganz oder zumindest teilweise für die Kosten der Bewirtung auf-

kam. So dinierte er beispielsweise am 26. Oktober 2009 abends mit jemandem im Ho-

tel X Zürich (Lasagne und Focaccia mit Pommes Frites und Salat; Fr. 151.-) oder am 9. 

April  2009 im Restaurant W in Zürich (Zanderfilet, Trüffelrisotto und Felchenfilets, Fr. 

241.-; vgl. Couvert mit ungeordneten, losen Originalquittungen). Belegt sind weiter Be-

suche im Restaurant V in Zürich (20. Februar 2009; Cappuccino, Kaffee und eine klei-

ne Flasche Rhäzünser), in der Brasserie U in Zürich (24. November 2009; Henniez, 

Bitter Lemon, Brunello, Rioja Vega sowie eine Käseplatte), im Hotel T (3. März 2009; 

Grüntee, Kaffee und Schwarztee) und im Restaurant S (7. August 2009; Zanderfilet, 

Rehpfeffer sowie zwei Flaschen Mineralwasser; Fr. 90.40). 

 

 Unter Berücksichtigung der im Zusammenhang mit all diesen Tätigkeiten an-

fallenden Fahrt- Arbeitsmittel- und Telefonkosten beliefen sich die Auslagen des Pflich-

tigen auf insgesamt Fr. 2'966.-, welchen Betrag er im Rahmen der Stellensuche als 

Berufskosten geltend macht.  

 

 bb) Der Pflichtige hat – wie dies das kantonale Steueramt im Einspracheent-

scheid richtigerweise festgehalten hat – im Jahr 2009 weder Einkünfte aus unselbst-

ständiger Erwerbstätigkeit noch Ersatzeinkünfte im Sinn von Art. 23 lit. a DBG bzw. § 

23 lit. a StG erzielt, weshalb der von ihm verfochtene Berufskostenabzug mangels ent-

sprechenden innerhalb der Steuerperiode verrechenbaren Einkünften von vornherein 

nicht in Frage kommt.  

 

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 cc) Der im Rentenalter stehende Pflichtige hat in der Steuerperiode 2009 Vor-

sorgeeinkünfte von umgerechnet insgesamt über Fr. 165'000.- bezogen und hatte 

demnach in seiner Lebenssituation an sich keine Veranlassung, eine Stelle zu suchen. 

Die zu diesem Zweck getätigten Auslagen sind damit überwiegend dem Bereich der 

persönlichen Lebensgestaltung zuzuordnen und stellen schon aus grundsätzlichen 

Überlegungen – ungeachtet der Art der Kosten – keine Berufsauslagen dar.  

 

 dd) Die geltend gemachten Kosten wären mangels genügenden beruflichen 

Bezugs aber auch dann nicht abziehbar, wenn sich der Pflichtige wegen Arbeitslosig-

keit auf Stellensuche befunden hätte: 

 

 Die Kontaktsuche bzw. Kontaktpflege (im heutigen Sprachgebrauch soge-

nanntes "Networking"), wie sie der Pflichtige durch den Besuch von interessanten Ver-

anstaltungen (Vorträgen) und das Vereinbaren von unverbindlichen, informellen Tref-

fen bei Speis und/oder Trank auf eigene Kosten betrieb, dient einerseits dem 

Kennenlernen von interessanten Mitmenschen und durch den persönlichen Austausch 

der Erweiterung des eigenen Horizonts. Es ist anderseits nicht zu verkennen, dass der 

Aufbau eines persönlichen Beziehungsnetzes dem beruflichen Fortkommen förderlich 

sein kann. Doch weisen die vom Pflichtigen beschriebenen, nicht auf eine bestimmte 

Arbeitstätigkeit oder eine konkrete offene Position abzielenden, informellen Kontakte 

nicht den gesetzlich geforderten engen Bezug zu einer inhaltlich durch ein entspre-

chendes Stellenprofil definierten Arbeitstätigkeit auf. Anders wäre dies nur, wenn es 

sich um eigentliche Vorstellungsgespräche im Hinblick auf konkrete offene, noch zu 

besetzende Verwaltungsratsmandate gehandelt hätte, was der Pflichtige indes nicht 

behauptet und auch nicht zutrifft. Bezeichnenderweise fanden die Gespräche denn 

auch nicht – wie üblich – in den Räumlichkeiten potentieller künftiger Arbeitgeber statt. 

Zudem hat der Pflichtige jeweils die Kosten für die Bewirtung selber getragen, was 

ebenfalls ein starkes Indiz dafür ist, dass private Motive im Vordergrund standen.  

 

 Die angefallenen Kosten für die Kontaktpflege und Bewirtung wären jedenfalls 

– wie dies etwa auch bei Vereinsmitgliedschaften der Fall ist – als Lebenshaltungs- 

bzw. Standeskosten vom Pflichtigen zu tragen.  

 

 ee) Nach alledem muss dem Pflichtigen der beantragte Berufskostenabzug 

versagt bleiben, was zur Abweisung des entsprechenden Antrags führt. 

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 2. a) aa) Nach Art. 18 Abs. 1 DBG bzw. § 18 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus 

einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem 

freien Beruf sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Bei 

selbstständiger Erwerbstätigkeit werden von diesen Einkünften gemäss Art. 27 Abs. 1 

DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten ab-

gezogen. Verluste aus einer solchen Tätigkeit können mit übrigen Einkünften verrech-

net werden (vgl. zum sogenannten Nettoprinzip: Markus Reich, in: Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 25 N 5 DBG).  

 

 Abzugsfähig ist der gesamte Aufwand, der für die selbstständige Erwerbstä-

tigkeit notwendig ist. Die Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf die notwendigen Aus-

gaben soll lediglich bewirken, dass der Abzug nur für jene Auslagen gestattet wird, die 

einen geschäftlichen Grund haben, und dass alle Aufwendungen unberücksichtigt blei-

ben, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung eines Selbstständigerwerben-

den zusammenhängen. In der Einschätzungspraxis wird weniger auf die Zumutung der 

Vermeidung abgestellt, sondern vielmehr darauf, ob der Aufwand geschäftsmässig 

begründet ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 27 N 3 StG).  

 

 In jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende 

Aufwand zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von 

Art. 18 DBG bzw. § 18 StG darstellt (RK, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108).  

 

 bb) Der steuerrechtliche Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit ist auf-

grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert 

(BGE 125 II 113, E. 5 S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei 

der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer 

frei gewählten Organisation und mit der Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschafts-

verkehr teilnimmt (vgl. BGE 121 I 259, E. 3c 263; Blumenstein/Locher, System des 

Steuerrechts, 6. A., 2002, S. 176; Cagianut/Höhn, Unternehmenssteuerrecht, 3. A., 

1993, § 1 N 17 ff. und 34 ff.; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 9. A., 2001, § 14 N 36; 

Ernst Höhn, Interkantonales Steuerrecht, 4. A., 2000, § 13 N 5 ff., S.194 f.; Reich, 

Art. 18 N 14 DBG mit weiteren Hinweisen).  

 

 Eine selbstständige Erwerbstätigkeit kann haupt- oder nebenberuflich, dau-

ernd oder temporär ausgeübt werden. Ob eine solche Tätigkeit vorliegt, ist stets nach 

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den gesamten Umständen des Einzelfalls zu beurteilen (vgl. BGE 112 Ib 79, E. 2a 

S. 81; 122 II 446, E. 3b S. 449); die einzelnen Merkmale des Begriffs der selbstständi-

gen Erwerbstätigkeit dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unter-

schiedlicher Intensität auftreten (Reich, Art. 18 N 15 DBG). Auch wenn der Begriff im 

Normalfall die oben genannten Elemente umfasst, so bedeutet dies nicht, dass eine 

Tätigkeit, bei der einzelne dieser Elemente fehlen, automatisch nicht mehr selbststän-

dig wäre. Umgekehrt kann eine Tätigkeit unter Umständen selbst bei Vorliegen mehre-

rer dieser Faktoren nicht als Erwerbstätigkeit gelten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn 

eine Tätigkeit im Sinn einer Liebhaberei bzw. eines Hobbys ausgeübt wird (BGr, 

11. Juli 2001, NStP 2001, 76 - 83, E. 4 h/cc, auch zum Folgenden). Die steuerrechtli-

che Qualifikation einer Tätigkeit als selbstständiger Erwerb im erwähnten Sinn oder als 

Liebhaberei hängt grundsätzlich davon ab, ob sie ausschliesslich oder vorwiegend im 

Hinblick auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens ausgeübt wird (BGr, 2. Oktober 

1992, NStP 1993, 7, E. 2b; Raoul Oberson, Les pertes commerciales fiscalement dé-

ductibles, ASA 48, 113). Unterscheidungskriterium ist also der Beweggrund für die 

Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um eine subjektive Voraussetzung, auf 

deren Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstände) geschlossen 

werden kann. Eine zusätzliche Erschwernis liegt darin, dass es Grenzfälle gibt, bei 

denen sich Liebhaberei und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf 

der einen oder andern Seite liegen kann.  

 

 Zur Erwerbs- oder Geschäftstätigkeit gehört, dass tatsächlich ein  

Einkommen erzielt wird: Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts ein-

bringt oder dauernd einen finanziellen Aufwandüberschuss erfordert, betreibt diese 

nicht als Erwerbstätigkeit, sondern als Liebhaberei oder aus einem andern nicht kom-

merziellen Grund. Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit aus-

übt, wird sich in der Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs  

von der Zwecklosigkeit seines Unterfangens überzeugen lassen und die betreffende 

Tätigkeit aufgeben (Roman Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftli-

cher Verluste, StR 1981, 236). Allerdings muss nicht jedes einzelne mit einem Verlust 

abgeschlossene Jahr oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust 

erzielt worden ist, zum Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei 

(Höhn/Waldburger, § 14 Rz 45). Ob sich nämlich eine Tätigkeit lohnt, lässt sich metho-

disch richtig nur nach Betrachtung des Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit 

von deren Aufnahme bis zu ihrer Beendigung beurteilen (sogenannter Totalgewinn, 

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vgl. Theisen, Die Liebhaberei – ein Problem des Steuerrechts und der betriebswirt-

schaftlichen Steuerlehre, Steuer und Wirtschaft [StuW], 1999, 259; StRK II, 17. Februar 

2000, 2 ST.1999.419, E. 6a). Der Entscheid über den steuerlichen Charakter einer 

Tätigkeit hängt deshalb von einer Prognose über den zu erwartenden Totalgewinn ab. 

Ergibt die Prognose ein positives Gesamtergebnis, ist dies ein gewichtiges Indiz für die 

Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negativer Prognose die Schlussfolgerung nahe, 

dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um die Erzielung eines Erwerbseinkom-

mens gegangen wäre, sich wegen des in Aussicht stehenden finanziellen Misserfolgs 

von der Weiterführung des Betriebs abbringen lassen würde. Die steuerrechtliche Qua-

lifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grundsätzlich für jede Veranlagungsperiode 

neu überprüft werden kann, wobei unter Umständen die Verhältnisse in den Vorjahren 

bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren gewisse Anhaltspunkte liefern können 

(BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, www.bger.ch, mit Hinweisen zum Gan-

zen).  

 

 Zu den Lebenshaltungskosten gehören – wie oben unter E.1/a/aa ausführlich 

dargestellt – auch Repräsentations- und Standeskosten. Diese Kosten sind nicht in 

erster Linie geschäftsbedingt. 

 

 Qualifiziert sich die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten 

Kriterien vorzunehmenden Prüfung als Liebhaberei oder produziert sie reine Lebens-

haltungskosten (vgl. Art. 34 lit. a DBG und § 33 lit. a StG), können die entstandenen 

Verluste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden.  

 

 cc) Nach Art. 123 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehörden 

zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteuerung 

massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dabei gilt die allgemei-

ne Regel der Beweislastverteilung, dass die Steuerbehörde die steuerbegründenden 

oder -erhöhenden Tatsachen nachzuweisen hat, der Steuerpflichtige dagegen jene 

Umstände, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Blumenstein/Locher, 

S. 416 [mit Verweisungen] und 454). Dementsprechend obliegt der Nachweis, dass 

eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist da-

gegen streitig, ob eine bestimmte verlustbringende Betätigung (überhaupt) eine selbst-

ständige Erwerbstätigkeit darstellt (oder ob nicht z.B. eine Liebhaberei vorliegt), ist 

hierfür der Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993, StE 1995 B 23.1 

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Nr. 30). Denn er leitet hieraus die steuermindernde Verrechnung dieses Verlusts mit 

übrigen Einkünften ab. Zur Beweisleistung gehört in erster Linie und in jedem Fall, 

dass eine substanziierte Sachdarstellung gegeben wird, die ohne weitere Untersu-

chung, aber unter dem Vorbehalt der Beweiserhebung, die Beurteilung der massge-

benden Qualifikationsfrage ermöglicht. Für die von ihm verfochtene, hinreichend  

substanziierte Sachdarstellung hat der Steuerpflichtige sodann beweiskräftige Unterla-

gen einzureichen oder zumindest unter genauer Bezeichnung Beweise anzubieten. 

 

 b) aa) Am 1. April 2006 entschloss sich der Pflichtige dazu, eine selbstständi-

ge Tätigkeit als Berater (in seinem eigenen Sprachgebrauch "Executive Consultant") 

aufzunehmen. Sein erklärtes Ziel war es, Firmen aus Z zu beraten, falls sie eine Ge-

schäftstätigkeit in die Schweiz verlegen wollten. Hierfür stand ihm gemäss den Ausfüh-

rungen in der Geschäftsabrechnung für die Steuerperiode 2006 in seiner Eigentums-

wohnung in der Gemeinde C ein Büro zur Verfügung (Beilage zur Steuererklärung 

2006). Er wollte für die geplante Tätigkeit seine Bekanntschaften und Kontakte in Z 

nutzen und via Mitgliedschaft u.a. in der Handelskammer Z-Schweiz in der Schweiz 

bestehende Geschäftsbeziehungen pflegen und intensivieren sowie neue aufbauen 

("Aufbau eines Netzwerkes mit Führungskräften"). Die Erfolgsrechnung für das Jahr 

2006 zeigt auf der Aufwandseite Bürokosten von total Fr. 10'189.- (u.a. Anteil Miete der 

Privatwohnung, Abschreibungen auf Büromöbeln und Computer- sowie Kommunikati-

onsausrüstung, laufende Büro- und Telefonkosten). Daneben verbuchte der Pflichtige 

Reisekosten mit seinem privaten Motorfahrzeug (13'500 km à Fr. 0.65, was der Hälfte 

der Fahrleistung entsprach), Kosten für Informationsveranstaltungen sowie Auslagen 

für den Besuch von zwei Referaten, welche die Handelskammer Z-Schweiz organisier-

te. Umsätze erzielte der Pflichtige keine. Der Verlust belief sich bis zum Jahresende 

auf Fr. 23'687.-.  

 

 Für das Jahr 2007 ergaben sich keine grösseren Änderungen. Neben den 

Büro- und Fahrkosten verbuchte der Pflichtige u.a. 13 Konsumationen in verschiede-

nen Lokalen. Wiederum war der Geschäftsgang schwierig, und der Pflichtige verzeich-

nete keinerlei Einnahmen, was zu einem Verlust von Fr. 34'148.- führte.  

 

 Im Jahr 2008 nahm der Pflichtige vermehrt an Veranstaltungen (insgesamt 11 

Referate und Vorträge) teil. Auch die Zahl der Konsumationen stieg auf 16 an. Wieder-

um erzielte er keine Umsätze, was er auf die allgemeine, wegen der Finanzkrise er-

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schwerte Wirtschaftslage zurückführte; der Jahresverlust sank geringfügig auf 

Fr. 33'141.-. Aufgrund des schlechten Geschäftsgangs begann der Pflichtige darüber 

nachzudenken, das Netzwerk von Kontakten anders zu nutzen und den Schwerpunkt 

seiner Tätigkeit als Berater ("Executive Consultant") auf die Vermittlung von Personal 

zu verlegen. 

 

 Im Geschäftsjahr 2009 richtete der Pflichtige das Augenmerk seiner Beratertä-

tigkeit ("Executive Consultant") nach eigener Darstellung neu auf den Bereich der Per-

sonalvermittlung. Er erklärte, er wolle sich auf die Suche nach Personal im oberen 

Segment spezialisieren (erste und zweite Managementebene). In der Beschwerde- 

bzw. Rekursschrift präzisierte er, sein Ziel sei es (neu) gewesen, Personal zu rekrutie-

ren und zu beraten ("Personal Search" bzw. "Personal Consulting").  

 

 Dabei entfaltete er zur Hauptsache dieselben oder ähnliche Aktivitäten wie in 

den Vorjahren, um seine Bekanntschaften und Kontakte in den entsprechenden Kun-

densegmenten auszubauen. Die Strategie ähnelte dabei stark derjenigen, welche er –

parallel – im Rahmen der Suche nach einem Mandat als Verwaltungsrat verfolgte (vgl. 

E.1/b/aa). So nahm er acht Mal an Referaten teil, die von der Handelskammer Z-

Schweiz organisiert wurden. Insgesamt fünf Mal besuchte er unter der Bezeichnung 

"International Business Networking Zürich" angebotene Vorträge. Die Geschäftstätig-

keit bestand einerseits darin, Personen, die er bei den Veranstaltungen getroffen hatte, 

anzuschreiben (vgl. etwa die vom Pflichtigen als Beispiel angeführten Dokumente aus 

dem Jahr 2011). Daneben führte er Telefongespräche und traf sich mit verschiedenen 

Personen (seinen "Kontakten"), nicht etwa in der Privatwohnung bzw. im dort einge-

richteten Büro, sondern offenbar des öftern in öffentlichen Speiselokalen (vgl. etwa das 

Schreiben betreffend ein späteres Jahr, in welchem der Pflichtige als Besprechungslo-

kal die Lounge im Hotel R vorschlägt). Teilweise besuchte er nach eigener Aussage 

Firmen. Neben den zahlreichen Konsumationen zog er wie in den Vorjahren Aufwen-

dungen für das in der Privatwohnung eingerichtete Büro (u.a. Anteil Miete, Telefonkos-

ten, Reinigung, Heizung, Strom, Wasser) sowie Transportkosten für Fahrten im eige-

nen Auto und für ein SBB Abonnement ab. Seine Tätigkeiten waren in der 

Steuerperiode 2009 jedoch erneut nicht von Erfolg gekrönt: Er erzielte keinen einzigen 

Franken Umsatz und musste einen Verlust von Fr. 35'161.- hinnehmen, den er vorlie-

gend steuerlich zum Abzug bringen will. 

 

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 Der Pflichtige erwirtschaftete schliesslich im Folgejahr 2010 unbestrittener-

massen wiederum keinen Umsatz, der Verlust betrug per 31. Dezember 2010 dagegen 

über Fr. 40'000.-. In diesem Jahr schloss er mit zwei Firmen in englischer Sprache ab-

gefasste Personalvermittlungs-Verträge ab, nach welchen er bei Vermittlung einer sei-

ner eigenen Kunden an eine der Firmen offenbar eine Provision ("Finders Fee") zugute 

gehabt hätte.  

 

 bb) aaa) Die Situation des Pflichtigen ist insofern bemerkenswert, als er auf-

grund seines fortgeschritteneren Alters und seiner hohen Rentenbezüge auf ein zu-

sätzliches Einkommen nicht angewiesen ist. Es fehlt damit bei ihm ein besonders aus-

sagekräftiges Indiz dafür, dass die Tätigkeit als "Consultant" bzw. Berater mit der 

ernsthaften Absicht aufgenommen wurde, die hohen Anfangsverluste wettzumachen 

und längerfristig Gewinn zu erzielen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Aktivitäten 

des Pflichtigen einen starken Bezug zur privaten Lebensführung aufweisen. Bei der 

reinen Kontaktpflege etwa, deren Kosten der Pflichtige als Geschäftsaufwendungen 

verstanden haben will, stehen grundsätzlich persönliche Motive im Vordergrund (vgl. 

die Ausführungen hierzu unter E.1/b/cc). Der Pflichtige machte für seine Tätigkeit einen 

hohen Aufwand für private Infrastruktur (Privatwohnung, Privatfahrzeug) geltend, wel-

che er ohnehin unterhalten musste und aufgrund seines Renteneinkommens zu unter-

halten auch in der Lage war. Das persönliche Risiko sowie das eingesetzte Kapital 

hielten sich demnach in engen Grenzen. Bei solcher Lage der Dinge (fehlendes Risiko, 

Einsatz der eigenen, privaten Infrastruktur sowie finanzielle Unabhängigkeit) ist bei der 

Prüfung der Voraussetzungen (vor allem betreffend Planmässigkeit und Gewinnerzie-

lungsabsicht) für das Vorliegen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit im Sinn von 

Art. 18 Abs. 1 DBG bzw. § 18 Abs. 1 StG ein besonders strenger Massstab anzuset-

zen.  

 

 Derjenige, der unter diesen Umständen eine selbstständige Tätigkeit aufneh-

men und dabei steuerlich Verluste zur Anrechnung bringen will, muss entweder von 

Beginn weg oder bald danach Umsätze erzielen. Ist dies nicht der Fall, sollte er sich 

vor Eröffnung seines Geschäfts in nachvollziehbarer, in der Regel schriftlicher Form 

über das Geschäftsmodell, die Geschäftsaktivitäten und die langfristigen finanziellen 

Konsequenzen vertiefte Gedanken gemacht haben (sogenannter "Businessplan"). Der 

Pflichtige als zukünftiger Geschäftsinhaber durfte sich nicht einfach darauf verlassen 

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bzw. darauf hoffen, er werde durch das Ausnützen von zufälligen Gelegenheiten (in 

diesem Fall sogenannte "Kontakte") Einkünfte irgendwelcher Art generieren können.  

 

 bbb) Der Pflichtige hat in den ersten fünf Geschäftsjahren keine Umsätze er-

wirtschaftet und – wie dies das kantonale Steueramt im Einspracheentscheid richtiger-

weise festhielt – weder vorgängig noch im Laufe seiner Tätigkeit als "Consultant" einen 

schriftlichen, detaillierten Plan verfasst, der die Art der Beratungstätigkeit, den ange-

nommenen Kapitalbedarf, eine allfällig zu erwartende anfängliche Durststrecke und die 

in den kommenden Jahren zu erwartenden Kosten und Umsätze umschrieben hätte. 

Des weitern fehlen Ausführungen zu den Risiken, zum Ausstiegsszenario und den Be-

dingungen, die zu einer Aufgabe des Geschäfts hätten führen müssen.  

 

 Die eben erläuterten Anforderungen an einen Businessplan gelten selbstver-

ständlich für jedermann, auch für ehemalige Direktoren grösserer Firmen. Der sinnge-

mässe Hinweis, ein pensionierter Direktor der D AG habe seine diesbezüglichen Ge-

danken nicht in der vorgeschriebenen Form festzuhalten, hilft dem Pflichtigen nicht 

weiter (vgl. die handschriftliche Randnotiz des Pflichtigen).  

 

 ccc) Die fehlende Gewinnerzielungsabsicht zeigt sich weiter in den über den 

Zeitraum 2006 bis 2010 verbuchten und steuerlich geltend gemachten kumulierten 

Verlusten von insgesamt über Fr. 160'000.-. Der mittlerweile über 70jährige Pflichtige 

müsste bei gleichbleibenden Aufwendungen Umsätze in weit grösserer Höhe generie-

ren, um diesen Betrag innert nützlicher Frist wieder wettzumachen und die Unterneh-

mung zum finanziellen Erfolg zu führen, was als illusorisch erscheint. An dieser Fest-

stellung ändert auch die Provisionszahlung im Jahr 2011 von Fr. 12'375.- nichts, die 

angesichts der erheblichen Anfangsinvestitionen als gering anmutet. Jeder vernünftig 

handelnde Unternehmer hätte seine Tätigkeit unter den geschilderten Umständen 

längst eingestellt. 

 

 ddd) Die Einwendungen des Pflichtigen sind nicht geeignet, den Nachweis der 

Planmässigkeit auf andere Art und Weise zu erbringen.  

 

 Zunächst ist festzuhalten, dass die vom Pflichtigen angeführten Beispiele für 

seine Geschäftstätigkeit zum Teil völlig ausserhalb des Firmenzwecks liegen: 

 

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 So konzentrierte sich der Pflichtige nicht etwa ausschliesslich auf sein erklär-

tes Kerngebiet (Ansiedlung der Geschäftstätigkeit von Firmen aus Z in der Schweiz), 

auf welchem er möglicherweise ein gewisses Fachwissen mitbrachte oder sich zumin-

dest innert nützlicher Frist rudimentäre Kenntnisse und Erfahrungen hätte aneignen 

können. Die von ihm angeführte Korrespondenz mit einem Professor vom 2. April 2008 

zeigt im Gegensatz dazu auf, dass er sich vielfach gar nicht darüber im Klaren war, 

was er denn genau beraten wollte. Im erwähnten Schreiben soll sich seine Dienstleis-

tung ganz allgemein auf "operative Fragen" und die "Akquisition von Spendengeldern" 

beziehen. Statt indes im Schreiben zunächst die konkrete Beratungstätigkeit näher zu 

umschreiben, beschränkte er sich mehrheitlich auf Ausführungen zu seinem eigenen 

Honorar, zu Spesenentschädigungen, der Unfall- und Haftpflichtversicherung und ei-

genen Visitenkarten. 

 

 Auch das von ihm erwähnte Projekt, bei welchem Fertighäuser in Q geplant 

und verkauft werden sollten, liegt ausserhalb des erklärten Firmenziels der Ansiedlung 

von Firmen aus Z in der Schweiz. Es bleibt dabei völlig offen, welche Rolle der Pflichti-

ge bei dieser letztlich gescheiterten Unternehmung einnahm und welche Beratungs-

dienstleistungen er hätte einbringen sollen. Vom Businessplan hat er nur die ersten 

Seiten mit Titelblatt und Inhaltsverzeichnis eingereicht. Dass er sich gar selber mit ei-

genem Kapital hätte beteiligen wollen, wird nicht behauptet.  

 

 Schliesslich versäumte es der Pflichtige zumindest in den in der Beschwerde-/ 

Rekursschrift aufgeführten Beispielen, verbindliche Beratungsverträge über seine Ho-

norare abzuschliessen, was den Eindruck erhärtet, dass sich seine Tätigkeit – ob be-

wusst oder unbewusst – nicht primär auf der geschäftlichen Ebene abspielte, sondern 

viel eher der unverbindlichen Kontaktpflege diente. Zu einem ernsthaften Geschäftsge-

baren gehört vornehmlich, dass durchsetzbare, rechtlich verbindliche, in der Regel 

schriftliche Verträge über den Umfang und Inhalt sowie über die Abgeltung der gebote-

nen Dienstleistungen abgeschlossen werden: 

 

 Der Vertreter der Firma E AG aus Z hielt am 19. Oktober 2007 im Hinblick auf 

ein Treffen bei einer schweizerischen Bank in Zürich unmissverständlich fest, dass er 

nicht gewillt sei, Beratungsdienstleistungen zu bezahlen und nur ein unverbindliches, 

kostenfreies Gespräch wünsche. Aus der Korrespondenz geht mit keinem Wort hervor, 

dass besagte Firma überhaupt in Betracht zog, zu einem späteren Zeitpunkt mit dem 

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Pflichtigen einen rechtlich verbindlichen Beratungsvertrag abzuschliessen und auch 

noch ein Honorar zu vereinbaren.  

 

 Genau gleich verhält es sich beim persönlichen Kontakt mit Herrn F, dem Ver-

treter der Firma F AG aus Z, mit welchem der Pflichtige im Jahr 2006 mehrere Gesprä-

che geführt haben will. Herr N erklärte, nachdem er vom Pflichtigen auf das offenbar 

lediglich mündlich angetönte Beratungshonorar (sogenannte "Consulting Fee") ange-

sprochen worden war, in einem unwirsch gehaltenen Schreiben vom 11. März 2006, er 

lehne die Zahlung der entsprechenden Rechnung ab. Der Pflichtige habe von ihm nie-

mals einen Auftrag erhalten, irgendwelche Besprechungen für die F AG durchzuführen, 

noch habe er ihm dafür ein Angebot gemacht. 

 

 Die bereits erwähnten Verträge zur Personalvermittlung vermögen die Plan-

mässigkeit des Vorgehens des Pflichtigen ebenfalls nicht zu belegen. Es handelt sich 

um völlig unverbindliche Absichtserklärungen über die gegenseitige Vermittlung von 

potentiellen Kunden, welche sich auf der Suche nach einer Arbeitsstelle befinden. Ein 

Honorar ist nur bei einer erfolgreichen Vermittlung geschuldet. 

 

 eee) Nach dem Gesagten sind die Aktivitäten des Pflichtigen mangels ernst-

hafter Gewinnerzielungsabsicht nicht als selbstständige Erwerbstätigkeit, sondern als 

Liebhaberei anzusehen. Die Vorinstanz hat den deklarierten Verlust demnach zu Recht 

nicht zum Abzug zugelassen, was zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs auch in 

diesem Punkt führt.  

 

 

 3. Die Kosten des Verfahrens sind ausgangsgemäss von den vollständig un-

terliegenden Pflichtigen zu tragen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).  

 

 

 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

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2. Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

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