# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aac4a352-4f54-5448-9ffb-07502af83172
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.02.2021 720 20 347/42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-347-42_2021-02-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 11. Februar 2021 (720 20 347 / 42) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Indikatorenprüfung: Eine Überprüfung und Abweichung von der gutachterlichen Zumut-
barkeitsbeurteilung kann nur dann zulässig sein, wenn die gutachterliche Einschätzung 
mit den objektiven Umständen ganz offensichtlich nicht in Einklang zu bringen ist. 
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Martin Lutz, Advokat, 
Falknerstrasse 3, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Der 1980 geborene A.____, gelernter Servicefachangestellter, war Geschäftsführer und 
Inhaber eines Bistrots, Berater, Moderator, interkultureller Vermittler und Überset-
zer/Dolmetscher. Am 15. Juni 2009 meldete er sich unter Hinweis auf Hüftgelenksbeschwerden 
und eine Muskelathrophie bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs-

 

 
 
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bezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die Verhältnisse abgeklärt hatte, 
eröffnete sie dem Versicherten mit Verfügung vom 28. September 2009, er habe keinen An-
spruch auf berufliche Massnahmen, da keine Invalidität ausgewiesen sei.  
 
A.2 Am 9. Mai 2011 reichte A.____ bei der IV-Stelle ein weiteres Leistungsgesuch ein, wo-
rauf diese ihm eine Umschulung zum Sozialbegleiter sowie Unterstützung bei der Stellensuche 
gewährte (Mitteilungen vom 21. Februar 2013 und 5. April 2013). Mit Verfügung vom 27. Febru-
ar 2014 schloss sie die Arbeitsvermittlung ab. 
 
A.3 Am 30. September 2016 meldete sich A.____ abermals bei der IV zum Leistungsbezug 
an. Die IV-Stelle klärte erneut die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab, wobei sie 
bei der Swiss Medical Assessement and Business-Center AG Bern (SMAB) ein Gutachten in 
den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie veranlass-
te. Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) verneinte sie mit Verfügung 
vom 4. August 2020 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 20 % einen Rentenanspruch. 
Begründend hielt sie fest, die beim Versicherten diagnostizierte affektive Störung und die attes-
tierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit seien mangels psychiatrischer Komorbiditäten und therapeuti-
scher Behandlung resp. aufgrund der vorhandenen Ressourcen nicht invalidisierend. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Martin Lutz, am 14. September 2020 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er be-
antragte unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung der Verfügung vom 4. August 2020 und die Aus-
richtung einer Dreiviertelsrente ab 1. März 2017. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen 
vor, dass die Auffassung der IV-Stelle nicht zutreffe, wonach kein invalidisierendes psychisches 
Leiden im Sinne der Rechtsprechung vorliege. Zudem sei der Einkommensvergleich nicht kor-
rekt durchgeführt worden. 
 
C. Mit Eingabe vom 22. September 2020 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht des 
Spitals B.____ vom 15. September 2020 zu den Akten. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Oktober 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung des RAD-Arztes 
Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Oktober 2020 bei. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-

 

 
 
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tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene 
Beschwerde vom 14. September 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. August 2020 entwickelt 
hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Pro-

 

 
 
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zentvergleichs (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode 
(vgl. BGE 128 V 29). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-
gemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
5.1 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines 
anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 
141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychi-
sche Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi-

 

 
 
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tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhän-
gig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem 
Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu er-
bringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je 
mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
5.2 Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem 
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. BGE 143 V 409 
E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in 
welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserhebli-
chen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). 
 
5.3 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei den genannten Gesundheitsschäden be-
achtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert: Der erste Indika-
toren-Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. Darunter sind die Ausprägung 
der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffen-
den Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsentwicklung und der -struktur gefragt, 
und es sind die persönlichen Ressourcen der versicherten Person zu eruieren. Im dritten Indika-
toren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressourcen 
anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich 
die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen verhaltensbezogene Kategorien wie die Indikatoren 
einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei-
chen und eines behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks 
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4). 
 
5.4 Gemäss BGE 141 V 281 ergibt sich hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, 
dass sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwen-
dung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientie-
ren haben; die Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung 
(vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei ins-
besondere daraufhin, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditäts-
fremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 
mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind 
(vgl. BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei 
der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (vgl. BGE 141 V 281 
E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2018, 8C_582/2017, E. 5, 
vom 3. Februar 2016, 8C_746/2015, E. 2.2 und vom 19. Januar 2016, 9C_146/2015, E. 3.1). Es 
soll indes keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten 
Beweisverfahrens stattfinden (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.3), sondern im Rahmen der Beweis-
würdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indika-
toren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben 
Rechnung tragen (vgl. BGE 141 V 281 E. 6; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2018, 

 

 
 
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8C_628/2018, E. 4.3 und vom 1. Dezember 2017, 8C_260/2017, E. 4.2.4). Entscheidend bleibt 
letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des 
Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. 
Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesund-
heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der 
massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Ge-
samtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer 
Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, 
was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zu Ungunsten der rentenanspre-
chenden Person auswirkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2018, 8C_628/2018, 
E. 4.3; BGE 144 V 50 E. 4.3). 
 
6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
7.2 Die IV-Stelle veranlasste bei der SMAB ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 
14. Juni 2019 erstattet wurde. Darin wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittel-
schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) und eine Muskeldystrophie vom Gliedergürtel-Typ 
diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein obstruktives 
Schlafapnoesyndrom (OSAS), eine bronchiale Hyperreagibilität mit Tendenz zu asthmatischer 
Reaktion, episodische Spannungskopfschmerzen, ein chronisch lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom, eine Laktoseintoleranz, ein Status nach Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und 
eine funktionelle Hyperprolaktinämie leichten Grads. In neurologischer Hinsicht sei aufgrund der 
Anamnese und der Befunde sehr wahrscheinlich von einer Gliedergürteldystrophie auszuge-
hen. Diese Muskelerkrankung verursache Schwächen und Einbussen im Gehen, beim Trep-
pensteigen und in der allgemeinen Kraft. Auch in einer körperlich angepassten Tätigkeit sei die 
Arbeitsfähigkeit um 20 % eingeschränkt. Demgegenüber hätten die Kopfschmerzen, das OSAS, 
die angegebenen Gefühlsstörungen im Gesicht und die chronischen Rückenschmerzen keinen 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Weder aus internistischer noch aus orthopädischer Sicht seien 
Diagnosen mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen. Es zeige sich eine leicht statisch 
ungünstige Hyperlordose der Lendenwirbelsäule (LWS) bei leichtem Beckenschiefstand links. 
Gemäss MRI vom Jahr 2016 bestünde eine WK5/S1 Chondrose mit flacher Diskushernie medi-

 

 
 
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olateral links ohne Tangierung neuraler Strukturen. Eine radikuläre Ausfallsymptomatik finde 
sich aber nicht und die in der Untersuchung gezeigten Funktionsstörungen seien nicht plausi-
bel. In psychiatrischer Hinsicht zeige der Versicherte eine vermehrte Beschäftigung mit Selbst-
zweifeln, Schamgefühlen, depressiven Kognitionen und negativen Grübeleien. Das inhaltliche 
Denken sei überwiegend depressiv-negativistisch geprägt. Die emotional-affektive Schwin-
gungsfähigkeit und die Fähigkeit, Freude zu empfinden, seien eingeschränkt. Ein vollständiger 
Interessenverlust oder eine Persönlichkeitsstörung/-änderung würden aber nicht vorliegen. Der 
Versicherte weise Defizite in den psychischen Grundfunktionen auf und es mangle an Proaktivi-
tät und Antrieb. Die Entscheidungs- und die Urteilsfähigkeit seien teilweise beeinträchtigt. Auch 
die Flexibilität und die Umstellfähigkeit würden leichte Einschränkungen aufweisen. Problema-
tisch würden sich aber die Bereiche Durchhalte- und die Selbstbehauptungsfähigkeit zeigen. 
Zudem seien die Interaktion und die Kontakt- und Gruppenfähigkeit depressiv bedingt einge-
schränkt. Demgegenüber bestünden in den Bereichen Selbstpflege, Selbstversorgung und Ver-
kehrsfähigkeit keine Defizite. Die geklagten Symptome und Funktionseinbussen seien durchaus 
konsistent. Es bestünde eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in vergleich-
baren Lebensbereichen. Der Versicherte stehe meist erst gegen Mittag auf. Nach dem Mittag-
essen schaue er fern, wobei er keine besonderen Interessen habe. Gelegentlich surfe er im 
Internet. Die Beschäftigung mit der Tochter falle ihm schwer, da er antriebslos sei. Hobbies ha-
be er keine mehr. Früher sei er politisch aktiv gewesen, habe sich in sozialen und interkulturel-
len Projekten engagiert. Von seinen Kollegen habe er sich weitgehend zurückgezogen. Der 
Haushalt werde von der Ehefrau geführt. Eine längerfristige, kontinuierliche psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung erfolge aber nicht und er nehme auch keine Psychopharma-
ka ein. Die mangelnde Kooperation bzw. Bereitschaft zur Teilnahme an einer kontinuierlichen 
Fachbehandlung sei hauptsächlich krankheits- und ressourcenbedingt. Sie lasse sich zu einem 
überwiegenden Teil auch mit Schamgefühlen und dem Antriebsmangel erklären. Eine Behand-
lung sei aber dringend anzuraten. Der Versicherte sei in der Lage, eine angepasste Tätigkeit im 
Umfang von 50 % auszuüben. Retrospektiv sei eine mittelgradige depressive Episode mit Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit seit März 2016 dokumentiert. Aus gesamtmedizinischer Sicht 
sei der Versicherte sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % 
arbeitsfähig. Gegen die Annahme einer Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang spreche nicht, dass 
er bis April 2018 an einem Kurs zum Migrationsfachmann teilgenommen habe. 
 
7.3 Am 1. Juli 2019 nahm der RAD-Arzt D.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, zum Gut-
achten der SMAB vom 14. Juni 2019 Stellung. Er führte aus, dass die Schlussfolgerungen 
nachvollziehbar, medizinisch begründet und widerspruchsfrei seien. Zudem seien alle wesentli-
chen Standartindikatoren ausreichend erfasst und diskutiert worden. Die im Gutachten festge-
stellte Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % seit circa März 2016 sei nach Prüfung der Standart-
indikatoren vollumfänglich nachvollziehbar. Sie könne für die Beurteilung des Rentenanspruchs 
übernommen werden. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig. 
 
7.4 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens führte der RAD-Arzt Dr. C.____ am 19. Mai 
2020 aus, die Erklärung im Gutachten der SMAB vom 14. Juni 2019, wonach die mangelnde 
Kooperation resp. Bereitschaft des Versicherten, sich einer Fachbehandlung zu unterziehen, 
überwiegend auf Schamgefühle und Antriebsmangel zurückzuführen sei, aus versicherungs-

 

 
 
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medizinischer Sicht nicht plausibel sei. Schamgefühle und Antriebsmangel würden keinesfalls 
ein Krankheitsausmass erreichen, welches jegliche Behandlungen als unzumutbar erscheinen 
liessen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb dem Versicherten eine fachgerechte Psychothe-
rapie und Psychopharmakologie aus medizinischen Gründen nicht zumutbar sein soll.  
 
7.5 Am 27. Juli 2020 suchte der Beschwerdeführer die Klinik E.____ auf. Im gleichentags 
erstellten Bericht über das Vorgespräch wurde eine schwere depressive Episode ohne psycho-
tische Symptome (ICD-10 F32.2) diagnostiziert und darauf hingewiesen, dass sich der Versi-
cherte für einen Eintritt in die Klinik entschieden habe. Es zeige sich ein niedergestimmter, 
blasser und am Ende seiner Kraft wirkender Patient. Er sei bewusstseinsklar und allseits orien-
tiert. Die Konzentration sei mittelgradig gestört, das Denken gehemmt, verlangsamt, umständ-
lich, eingeengt und grübelnd. Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen bestünden nicht. 
Der Versicherte sei misstrauisch, rat- und gefühllos, affektarm und -starr, hoffnungslos, depri-
miert, dysphorisch, gereizt, innerlich unruhig, antriebsarm und leicht aggressiv. Er habe Insuffi-
zienz-, Schuld- und Verarmungsgefühle. Der soziale Rückzug sei mittelgradig und die Schlaf-
störungen seien massiv. Eine umfassende diagnostische Beurteilung der Krankheit und deren 
Auswirkungen sei nur stationär möglich bzw. besser realisierbar. Zudem könnten die alltagsre-
levanten krankheitsbedingten Defizite und Ressourcen besser erfasst und genutzt werden. 
 
7.6 Am 14. September 2020 diagnostizierte der behandelnde Arzt Dr. med. F.____, 
FMH Allgemeine Innere Medizin, eine ausgeprägte Myopathie und Leistungsintoleranz multifak-
torieller Aetiologie, eine Muskeldysthrophie vom Gliedergürteltyp, ein OSAS, eine chronisch 
infektiöse Rhinosinusitis beidseits, ein Asthma bronchiale, einen Tinnitus, migräniforme Kopf-
schmerzen, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und 
eine Insomnie. Es bestünde eine deutlich reduzierte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, 
weshalb dem Versicherten auch einfache und körperlich leichte Arbeiten nicht zumutbar seien. 
 
7.7 Am 9. September 2020 wurde im Spital B.____, eine neurologische Standortbestim-
mung durchgeführt. Im Bericht vom 15. September 2020 wurden eine proximale Myopathie, 
eine depressive Verstimmung, ein leichtes OSAS und migräniforme Kopfschmerzen diagnosti-
ziert sowie weitere Untersuchungen und Therapieoptionen erörtert. Die Experten hielten fest, 
dass der Versicherte als Kellner vollständig arbeitsunfähig sei. Auch bei der Tätigkeit als Dol-
metscher bestünden Einschränkungen. 
 
7.8 Am 12. Oktober 2020 nahm Dr. C.____ zu den Berichten der Klinik E.____ vom 27. Juli 
2020, von Dr. F.____ vom 14. September 2020 und des Spitals B.____ vom 9. September 2020 
Stellung. Er hielt fest, dass sich der psychopathologische Befund seit der Begutachtung durch 
die SAMB nur geringfügig verändert habe. Entscheidend sei, dass der Versicherte über Jahre 
keine fachgerechte Behandlung aufgenommen habe. Die fehlende Mitwirkung könne mit Blick 
auf die IV-gesetzlich inhärente Mitwirkungspflicht kein Grund sein, von einer höheren Arbeitsun-
fähigkeit auszugehen als die im Gutachten attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine mas-
sgebliche Verschlechterung würden objektive Befunde fehlen. So gehe auch Dr. F.____ weiter-
hin von einer mittelgradigen depressiven Episode aus. Auch hinsichtlich der Nebendiagnosen 
hätte sich keine Verschlechterung eingestellt.  

 

 
 
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8.1 Wie oben (vgl. E. 4.3 hiervor) dargelegt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten der SMAB vom 14. Juni 
2019 erfüllt sowohl in formeller Hinsicht als auch inhaltlich die bundesgerichtlichen Anforderun-
gen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage. Die Gutachter hatten Kennt-
nis von sämtlichen medizinischen Vorakten, sie setzten sich in angemessener Weise mit den 
geäusserten Beschwerden auseinander und begründeten die Schlussfolgerungen in nachvoll-
ziehbarer Weise. In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu überzeugen, dass beim Beschwer-
deführer aufgrund der Muskeldystrophie vom Gliedergürtel-Typ und der mittelschweren depres-
siven Episode seit März 2016 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auszuge-
hen ist. Insgesamt bestehen keine Anhaltspunkte, dass die klinische Untersuchung mit Anam-
neseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gut-
achtlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen nicht lege artis erfolgt wäre (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hinweis, in: SVR 2016 IV 
Nr. 53 S. 178). Zwar weist das psychiatrische Teilgutachten gewisse Schwächen auf. Nament-
lich ist die Erfassung und Diskussion der Standartindikatoren und die Beurteilung des Krank-
heitsverlaufs eher knapp ausgefallen. Diese Unzulänglichkeiten vermögen aber letztlich am 
Beweiswert des Gutachtens nichts zu ändern, weshalb darauf abgestellt werden kann. Die Be-
weiskraft des Gutachtens der SMAB vom 14. Juni 2019 wurde auch vom RAD bejaht (vgl. Stel-
lungnahme von Dr. D.____ vom 1. Juli 2019) und ist unter den Verfahrensbeteiligten zu Recht 
unbestritten. 
 
8.2 Soweit die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass der bestehenden psychiatrischen 
Erkrankung keine invalidisierende Wirkung zukomme, kann ihr nicht beigepflichtet werden. 
Vielmehr steht aufgrund des zuverlässigen Gutachtens der SMAB vom 14. Juni 2019 fest, dass 
der Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht eine mittelschwere depressive Episode (ICD-
10 F32.1) und damit ein objektiv begründbares krankheitswertiges Leiden aufweist. Die Fach-
ärzte legten schlüssig dar, dass sich die funktionellen Einschränkungen durch die Merkmale 
einer mittelgradigen depressiven Störung, die sich insbesondere durch eine Beeinträchtigung 
der Stimmung, des Antriebs, der Aktivität sowie durch Interessenverlust, Freudlosigkeit, ein 
herabgesetztes Selbstwertgefühl, Schamgefühlen und Grübeleien manifestieren. Damit ist eine 
erhebliche Ausprägung der Symptomatik durch objektive Befunde dargetan. Zwar trifft zu, dass 
beim Versicherten keine kontinuierliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung erfolg-
te. Daraus kann aber entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht auf einen geringen Leidens-
druck und Schweregrad der Störung geschlossen werden. Vielmehr wertete der psychiatrische 
Gutachter die mangelnde Kooperation bzw. Bereitschaft zur Teilnahme an einer kontinuierli-
chen Fachbehandlung hauptsächlich als krankheits- und ressourcenbedingt. Soweit Dr. C.____ 
diese Beurteilung in Frage stellt, ist darauf hinzuweisen, dass er den Beschwerdeführer nie per-
sönlich untersuchte, weshalb seine Einschätzung die Beurteilung des Gutachters nicht in Zwei-
fel zu ziehen vermag. In Bezug auf die Komplexe “Persönlichkeit“ und “sozialer Kontext“ stellte 

 

 
 
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der psychiatrische Gutachter diverse Defizite in den psychischen Grundfunktionen fest. So be-
stünden Einschränkungen bei der Entscheidungs-, Urteils-, Umstell-, Durchhalte- und Selbstbe-
hauptungsfähigkeit, der Flexibilität sowie im Bereich der Interaktion und der Kontaktfähigkeit. 
Eine psychiatrische Komorbidität ist – wie die IV-Stelle zurecht anführt – zwar nicht gegeben. 
Indes bestehen aufgrund der Angaben im Gutachten, wonach der Beschwerdeführer seine bis-
herigen politischen, sozialen und interkulturellen Aktivitäten aufgab und nunmehr nur noch den 
Kontakt zu seiner Herkunftsfamilie pflegt, die meiste Zeit des Tages fern sieht, im Internet surft 
und gelegentlich zusammen mit seiner Tochter spielt, klare Hinweise für erheblich beeinträch-
tigte Ressourcen und eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver-
gleichbaren Lebensbereichen. Daran ändert für den hier zu beurteilenden Zeitraum auch die 
Vermutung der involvierten Fachärzte nichts, wonach bei einer kontinuierlichen psychiatrisch-
psychotherapeutischen Fachbehandlung einschliesslich Psychopharmakotherapie mit einer 
günstigen Prognose gerechnet werden könne. Ob und gegebenenfalls wann eine solche Ent-
wicklung eintreten wird, war bei Verfügungserlass und ist auch heute völlig ungewiss. Nach der 
Rechtsprechung ist dann, wenn ein medizinisches Gutachten die versicherte Person als (teil-
weise) arbeitsunfähig erklärt, aber gleichzeitig festhält, dass nach durchgeführter erfolgreicher 
Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, der Anspruch 
auf eine Rente für die zurückliegende Zeit so lange nicht ausgeschlossen, als die bestehende 
Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsäch-
lich behoben oder in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert werden konn-
te. Folglich steht die bis anhin nicht erfolgte psychiatrische Behandlung einem Rentenanspruch 
nicht entgegen. Da die medizinischen Experten davon ausgehen, dass nach durchgeführter 
psychiatrischer Behandlung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, 
kann dem Versicherten aber allenfalls eine Schadenminderungspflicht auferlegt werden (vgl. 
ANDREAS BRUNNER/DORIS VOLLENWEIDER, in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozial-
versicherungsrechts, 2020, N. 99-101 zu Art. 21 ATSG). Insgesamt sind keine Gründe ersicht-
lich, die dazu Anlass geben könnten, an den Ergebnissen des Gutachtens zu zweifeln, zumal 
auch der RAD-Arzt Dr. D.____ das Gutachten als beweistaugliche Beurteilungsgrundlage quali-
fizierte und die darin veranschlagte Arbeitsunfähigkeit als nachvollziehbar beurteilte. Auch der 
RAD-Arzt Dr. C.____ stellt in seiner Stellungnahme vom 12. Oktober 2020 die im Gutachten 
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht in Frage. Es ist zwar zu beachten, dass der Rechts-
anwender gemäss bundesgerichtlicher Praxis die Indikatoren und ihre Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit frei überprüfen darf. Da die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aber eine medizini-
sche und keine juristische Frage ist, kann eine Überprüfung und Abweichung von der gutachter-
lichen Zumutbarkeitsbeurteilung nur dann zulässig sein, wenn die gutachterliche Einschätzung 
mit den objektiven Umständen ganz offensichtlich nicht in Einklang zu bringen ist (vgl. BGE 141 
V 281; Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2017, 8C_260/2017, E. 4.2.1 ff.), was hier 
aber nicht der Fall ist. Demnach ist aufgrund der Angaben im massgebenden Gutachten der 
SMAB vom 14. Juni 2019 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit März 2016 aus 
psychischen Gründen eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit um 50 % aufweist. Diese Beur-
teilung der Gutachter erfolgte im Wissen um die Weiterbildungen und bisherigen beruflichen 
Tätigkeiten des Beschwerdeführers, weshalb auch der Einwand der Beschwerdegegnerin, wo-
nach der Beschwerdeführer bis ins Jahr 2017 zu 100 % gearbeitet habe, an den Schlussfolge-
rungen im Gutachten nichts zu ändern vermag. 

 

 
 
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8.3 Neuere fachärztliche Berichte, die im hier zu beurteilenden Zeitraum bis 4. August 2020 
nach der Begutachtung durch die SMAB eine massgebliche Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes beschreiben würden oder an den Feststellungen im aktuellen Gutachten Zweifel 
zu begründen vermögen, liegen nicht vor. Zwar wurde im Bericht der Klinik E.____ vom 27. Juli 
2020 eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) diagnos-
tiziert. Gleichzeitig wurde aber darauf hingewiesen, dass eine umfassende diagnostische Beur-
teilung der Erkrankung und deren Auswirkungen im Rahmen des bevorstehenden stationären 
Aufenthalts erfolge, weshalb die Diagnose einer schweren affektiven Erkrankung im Zeitpunkt 
des Vorgesprächs am 27. Juli 2020 nicht hinreichend gesichert war. Es kommt hinzu, dass der 
behandelnde Hausarzt Dr. F.____ in seinem Bericht vom 14. September 2020 in psychiatri-
scher Hinsicht (weiterhin) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode, bestätigte, was gegen eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands 
spricht. Eine solche wäre aber im Rahmen einer Rentenrevision zu berücksichtigen. 
 
9.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver-
sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die von der IV-Stelle vorge-
nommene Bemessung der Vergleichseinkommen aufgrund der Lohnstrukturerhebung (LSE) 
des Bundesamtes für Statistik (BfS) hat der Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Da 
beide Vergleichseinkommen von den identischen Faktoren – wie etwa bezüglich statistischer 
Lohnentwicklung – beeinflusst werden, erübrigt sich eine detaillierte Darstellung der Berech-
nung derselben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2010, 8C_538/2010, 
E. 7.4.3). Demnach beträgt das Valideneinkommen Fr. 63'164.-- und die Basis für das Invali-
deneinkommen – unter Berücksichtigung des zumutbaren Pensums von 50 % – Fr. 31‘582.-- 
(Fr. 63'164.-- x 50 %).  
 
9.2 Der Beschwerdeführer verlangt aufgrund der Teilarbeitsfähigkeit und seiner somatischen 
Einschränkungen eine Reduktion des Invalideneinkommens um 20 %. Mit dem Abzug vom Ta-
bellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche 
und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Na-
tionalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe 
haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Ar-
beitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem er-
werblichem Erfolg verwerten kann (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 
11. Juli 2017, 8C_114/2017, E. 3.1). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter 
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät-
zen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2). 
 
9.3 Aus dem SMAB-Gutachten ergibt sich, dass der Versicherte in einer überwiegend sit-
zenden Position ohne hohe Ansprüche an die Motorik und körperliche Belastung (kein Heben 
und Tragen von Lasten von über 10 kg, keine lange Gehstrecken) und der Möglichkeit, zwi-
schendurch aufzustehen um die Muskulatur zu lockern, zu 80 % arbeitsfähig ist. Die Tatsache 
allein, dass dem Versicherten nur noch körperlich angepasste Arbeiten zumutbar sind, stellt 

 

 
 
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aber auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit keinen Grund für einen Abzug dar, weil der 
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl solcher Tätigkeiten umfasst (vgl. Ur-
teile des Bundesgerichts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.2 und vom 16. Juli 2014, 
8C_97/2014, E. 4.2). Ferner ist nicht ersichtlich, dass körperliche Limitierungen bestehen, die 
nicht bereits im gutachterlichen Anforderungs- und Belastungsprofil enthalten sind. Insbesonde-
re darf der Umstand, dass dem Beschwerdeführer nur noch körperlich angepasste Tätigkeiten 
zumutbar sind, nicht durch einen Abzug vom Tabellenlohn und damit doppelt berücksichtigt 
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2017, 9C_264/2016, E. 5.2.2). Zudem ist bei 
einem Beschäftigungsgrad zwischen 50 % und 74 % statistisch nicht mit einer relevanten Lohn-
einbusse zu rechnen (vgl. LSE 2016 Tabelle T18), weshalb auch aus diesem Grund ein Abzug 
vom Tabellenlohn entfällt. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens keinen Abzug vom Tabellenlohn vornahm. 
 
8.4 Aus einer Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 63'164.-- mit diesem In-
valideneinkommen von Fr. 31‘582.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 50 %, was Anspruch auf 
eine halbe Rente gibt. 
 
9. Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass gestützt auf das beweiskräftige Gutachten des 
SMAB vom 14. Juni 2019 seit März 2016 von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % auszugehen ist. 
Unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Anmeldung zum Leistungsbezug am 
30. September 2016 hat der Beschwerdeführer demnach ab 1. März 2017 Anspruch auf eine 
halbe Rente. Die Beschwerde ist in dem Sinne teilweise gutzuheissen. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend hat die IV-Stelle als unterliegende Partei 
die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- zu tragen. Dem Beschwerdeführer wird der 
geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 
 
10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Fraglich ist, ob die Parteientschädigung allenfalls wegen bloss teilwei-
sen Obsiegens zu reduzieren ist. In diesem Zusammenhang ist vorab klarzustellen, dass es 
bundesrechtswidrig wäre, die Parteientschädigung ausschliesslich nach dem anteilsmässigen 
Prozesserfolg zu bemessen. Mit einem solchen Vorgehen würde in unzulässiger Weise von den 
bundesrechtlichen Bemessungskriterien der „Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit 
des Prozesses“ (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG) abgewichen (vgl. BGE 117 V 407 E. 2c). Gegen 
eine Reduktion der Parteientschädigung wegen bloss teilweisen Obsiegens sprechen zudem 
folgende Überlegungen: Der Beschwerdeführer hätte sich damit begnügen können, in seinem 
Rechtsbegehren die Zusprechung einer Rente zu verlangen (vgl. BGE 101 V 223 E. 4). In die-

 

 
 
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sem Fall wäre der Prozesserfolg nicht anteilsmässig quantifizierbar und dem Beschwerdeführer 
würde wegen Obsiegens eine volle Parteientschädigung zugesprochen (vgl. BGE 117 V 406 
E. 2b). Zu beachten ist sodann, dass praxisgemäss selbst dann eine volle Parteientschädigung 
ausgerichtet wird, wenn das kantonale Gericht in einem Rentenverfahren keinen materiellen 
Entscheid trifft, sondern die Sache zu ergänzender Abklärung und anschliessender Neubeurtei-
lung an den Versicherungsträger zurückweist (vgl. BGE 117 V 406 f. E. 2b mit Hinweisen). Be-
rücksichtigt man diese Überlegungen, so rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer für das 
vorliegende Verfahren eine volle Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
Der Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 13. November 2020 für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 6,42 Stunden geltend gemacht, was umfangmässig 
in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen ist. Dieser 
Aufwand ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu 
vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 
2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von 
Fr. 204.10. Somit ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'948.40 (6,42 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen 
von Fr. 204.10 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzuspre-
chen. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die 
angefochtene Verfügung vom 4. August 2020 aufgehoben und festge-
stellt wird, dass der Beschwerdeführer ab 1. März 2017 Anspruch auf 
eine halbe Rente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 1'948.40 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) auszurichten. 

 

 
Mitteilung an Parteien 
  Bundesamt für Sozialversicherungen 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht