# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60dbb7fe-fc6b-5d1a-a38e-03d841f56b84
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 26.09.2023 R 2022 100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2022-100_2023-09-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 22 100

5. Kammer 

Vorsitz Stöhr

RichterIn Brun und Audétat

Aktuar Gross

URTEIL

vom 26. September 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____,

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde C._____,

Beschwerdegegnerin

und

D._____ und E._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Anita Brassel,

Beschwerdegegner

betreffend Baueinsprache

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I. Sachverhalt:

1. D._____ und E._____ sind Eigentümer der Parzelle 575 in der Wohnzone 

für Einheimische (WE) im Gebiet F._____ in der Gemeinde C._____. Ihr 

Grundstück ist bereits mit einem Einfamilienhaus überbaut und wird 

südwestlich über die Quartierstrasse G._____ erschlossen. Unmittelbar im 

Norden davon liegt die Parzelle 576 der Nachbarn A._____ und B._____, 

welche ebenfalls bereits mit einem Einfamilienhaus überbaut ist und über 

dieselbe Quartierstrasse erschlossen wird. Weiter südöstlich dieses 

Quartiers befinden sich die Parzellen 574, 551 und 518, die ebenfalls 

bereits mit einem EFH (sowie Umbauten) bestückt sind und allesamt über 

dieselbe Quartierstrasse erschlossen werden. Nördlich dieser 

Quartierparzellen verläuft die Verbindungsstrasse H._____.   

2. Am 9. Juli 2021 bewilligte die Gemeinde C._____ im (vereinfachten) 

Meldeverfahren ein Baugesuch der Eheleute D._____ auf deren Parzelle 

575, wonach östlich der Garageneinfahrt eine bestehende Böschung 

gegen die Quartierstrasse durch eine Stützmauer zu befestigen und diese 

Mauer mit Erde zu hinterfüllen sei. Auf der Mauer sollte ein Zaun 

angebracht werden. Sie sollte entlang der Garagenzufahrt talseitig (U-

förmig) nördlich ca. 3.68 m, südwestlich ca. 4.2 m parallel zur 

Quartierstrasse und noch südlich parallel zur Grundstücksgrenze 

zwischen den Parzellen 575/574 verlaufen. Der hinterfüllte Teil der Stütz-

/Futtermauer war bis auf das Niveau des Balkons über der 

Garageneinfahrt beim EFH geplant und somit ca. 3.13 m ab dem 

gewachsenen Terrain/Boden. Der Abstand zur Quartierstrasse sollte ca. 

4.13 m betragen. An die Mauer angelehnt sollte über die ganze Länge ein 

ca. 1.4 m breites und 0.9 m hohes Hochbeet erstellt werden. Dieses halte 

gegenüber der Quartierstrasse einen Abstand von ca. 2.85 m ein. In der 

Folge realisierten die Eheleute D._____ das im Meldeverfahren bewilligte 

Vorhaben (U-förmige Mauer) auf Parzelle 575 nahe ihrer Garageneinfahrt. 

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3. Aufgrund verschiedener Anzeigen, wonach auf Parzelle 575 ohne 

Baubewilligung gebaut worden sei, prüfte die kommunale Baubehörde die 

Angelegenheit nochmals, insbesondere die Art des gewählten 

Baubewilligungsverfahrens, und kam dabei zum Schluss, es müsse 

nachträglich das ordentliche Baubewilligungsverfahren für die Erstellung 

der Stütz-/Füllmauer mit Zaunanlage (Umgebungsgestaltung) 

durchgeführt werden. Die Bauherrschaft (Eigentümer Parzelle 575) wurde 

daher entsprechend aufgefordert, noch ein ordentliches Baugesuch für ihr 

Vorhaben beim Bauamt einzureichen. Eine Einsprache wegen illegaler 

Bautätigkeit stammte von den Nachbarn im Norden auf Parzelle 576 

(A._____ und B._____).  

4. Mit ordentlichem Baugesuch vom 20. Mai 2022 Nr. 108/2022 ersuchte die 

Bauherrschaft anhand von Plänen und weiteren Bauunterlagen um die 

Bewilligung der in weiten Teilen bereits ausgeführten Aussenanlage (U-

förmige Mauer mit Erde hinterfüllt). Gegen das vom 3. Juni bis 23. Juni 

2022 aufgelegte Baugesuch erhoben die Nachbarn auf Parzelle 576 

(abermals) Einsprache bei der Baubehörde. Es folgte ein weiterer 

Schriftenwechsel zwischen der Bauherrschaft (mit Stellungnahme vom 12. 

Juli 2022; Duplik vom 3. August 2022) und den Einsprechern (mit Replik 

vom 29. Juli 2022). 

5. Mit Einspracheentscheid und Baubewilligung je vom 20. September 2022 

wies die Gemeinde C._____ die (erneute) Einsprache der Nachbarn auf 

Parzelle 576 gegen die bereits ausgeführte Stütz-/Füllmauer auf Parzelle 

575 talwärts entlang der Garageneinfahrt ab und erteilte die nachgesuchte 

Baubewilligung für die südlich des EFH erfolgten Terrassierungsarbeiten. 

Die Kosten des Einspracheverfahrens gingen zulasten der 

Baugesuchsteller. Ausseramtlich wurden keine Kosten gesprochen. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass den Einsprechern 

durch die fehlende Profilierung kein Nachteil entstanden sei, weil die 

bewilligte Baute bereits bestehe und die Einsprecher anhand der selbst 

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erstellten Fotos genau im Bilde seien, was auf Parzelle 575 verwirklicht 

worden sei. Soweit die Einsichtnahme in die Akten des Meldeverfahrens 

verlangt worden sei, würden die Einsprecher verkennen, dass hier einzig 

die Pläne und Unterlagen des Baugesuchs vom 20. Mai 2022 zur 

Diskussion stünden bzw. gestellt werden könnten. Die Bauvorschrift, 

wonach Bauten und Anlagen so zu gestalten und einzuordnen seien, dass 

mit der Umgebung und der Landschaft eine Gesamtwirkung entstünde, sei 

nicht verletzt. Die bauliche Umgebung im Quartier F._____ zeichne sich 

durch Wohnbauten entlang der Quartierstrasse aus, wobei die Grundrisse, 

Fassadengestaltung, Materialisierung und dgl. individuell ausfalle. Die zur 

Debatte stehende Stütz-/Futtermauer sei in Beton gehalten und weise 

einen Zaun auf. Der Bauteil übernehme die Parallelität der Anlagen zur 

Quartierstrasse und unterstreiche die allerorts vorhandenen Vorplätze vor 

den nach Süden ausgerichteten Fassaden. Auch wenn der Abschluss 

mittels einer verhältnismässig hohen Stütz-/Futtermauer ein Novum 

darstelle, werde dadurch die gute Gesamtwirkung nicht beeinträchtigt. Aus 

Sicht der Baubehörde seien Art. 93 BauG und Art. 73 KRG eingehalten. 

Nicht zu hören sei zudem der Einwand der Einsprecher, ihre Aussicht auf 

die Quartierstrasse werde durch den Bau eingeschränkt und führe zu einer 

Wertverminderung ihrer Liegenschaft. Einerseits gehe der Schutz der 

Aussicht und Besonnung von Nachbarliegenschaften über die Einhaltung 

der Baumasse des Bauvorhabens. Eine Verletzung der Längs-, Höhen- 

oder Abstandsvorschriften sei vorliegend nicht ersichtlich und sei zu Recht 

auch nicht geltend gemacht worden. Die Rüge ziele daher ins Leere, 

zumal die Einsprecher ihre Behauptung, der Wert ihrer Liegenschaft sei 

durch das Bauvorhaben gesunken, mit keinem amtlichen Nachweis (z.B. 

mittels amtlicher Gebäudeschätzung) belegten.  

6. Dagegen erhoben die Nachbarn auf Parzelle 576 (A._____ und B._____ 

[Beschwerdeführer]) am 20. Oktober 2022 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit folgenden Anträgen: Der 

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Entscheid sei zu korrigieren oder ggf. aufzuheben und zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung wurde einleitend 

festgehalten, dass es sich hier um einen qualifizierten Ermessensfehler 

sowie um betrugsähnliche Zustände bzw. eine erhebliche Missachtung der 

Aufsichtspflicht der Baubehörde handle. Unter "I. Präambel" brachten sie 

zum Sachverhalt vor, dass sie nach der Rückkehr aus ihrem 

Auslandaufenthalt im Frühjahr 2022 festgestellt hätten, dass ihre 

Nachbarn auf Parzelle 575 angrenzend an ihr EFH einen über 3 Meter 

hohen U-förmigen Baukörper erstellt hätten (Masse ca. 3.00/3.68 x 

4.00/4.20 m). Darauf hätten sie den Rückbau gefordert und – mittels 

Einsprache gegen das nachträgliche Baugesuch – folgende Einwände (als 

Laien/-eingabe) geltend gemacht:

a) Die Stützmauer, resp. U-förmige Baute sei vor Baubeginn nicht publiziert worden. 

b) Die Stützmauer/Zaun sei im einfachen Meldeverfahren am 9. Juli 2021 bewilligt 

worden, wobei die Gemeinde in ihrer öffentlichen Publikation/Vorstandsbeschlüsse 

2. Quartal 2021 lediglich auf die Erstellung des Zaunes hingewiesen habe. Eine 

Bewilligung für eine Stützmauer sei durch die Gemeinde C._____ nicht publiziert 

worden. Folglich hätten die Beschwerdeführer zu jenem Zeitpunkt auch nicht 

Einspruch erheben können.

c) Die Stützmauer mit darauf erstelltem Zaun, resp. heute Geländer und Hochbeet 

beeinträchtige massgeblich die Aussicht und Sicht der Beschwerdeführer auf die 

Quartierstrasse. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz seien die Baumasse nicht 

eingehalten, weshalb der entsprechende Einwand sehr wohl zu hören sei. Im Übrigen 

werde auf die Ausführungen in der Replik verwiesen. 

d) Mit diesen illegalen Bauten sei die Liegenschaft der Beschwerdeführer (Parzelle 576) 

nicht mehr ins Quartier F._____ eingebunden, resp. die Fluchtlinie sei damit eindeutig 

durchbrochen worden. Im Übrigen werde auf die Ausführungen in der Replik 

verwiesen. Die Vorinstanz gehe in der Begründung nicht auf diese massgeblichen 

Gesichtspunkte ein und handelte dadurch willkürlich bzw. rechtsungleich.  

Ausserdem sei das rechtliche Gehör verletzt worden.

e) Die bereits widerrechtlich erstellte Baute (weil beim Bau keine rechtsgültige 

Baubewilligung/Profilierung vorlag) könne mitunter eine negative Auswirkung auf den 

Wert der Liegenschaft der Beschwerdeführer haben.

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f) In der Beschwerde hätten die Beschwerdeführer auch eine Verletzung von Art. 97 

Abs. 1 Baugesetz gerügt. Zur entsprechenden Begründung werde auf die 

Ausführungen in der beiliegenden Replik verwiesen. Die Vorinstanz habe diese 

Gesetzesbestimmung nicht berücksichtigt und dadurch unrechtmässig gehandelt. 

Ausserdem sei erneut das rechtliche Gehör verletzt worden. 

Ergänzend wurde vorgebracht, dass die Baubewilligung vom 9. Juli 2021 

im einfachen Meldeverfahren und die daraufhin erstellte Stützmauer samt 

Zaun nicht mit den eingereichten Plänen übereinstimmten. Die Baumasse 

hätten nicht 3.00 x 4.00 m, sondern effektiv 3.68 x 4.20 m betragen. Die 

Baubehörde habe die Erweiterung der Baute nachträglich bewilligt. 

Aufgrund der Historie mit dem ursprünglich falschen 

Baubewilligungsverfahren, der Nicht-Publikation der Stützmauer bzw. der 

Nicht-Profilierung und der Begründung der Vorinstanz im 

Einspracheverfahren sei davon auszugehen, dass sie die Baubewilligung 

nachträglich ohne Prüfung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen 

erteilt habe und diesen Entscheid nun zu recht biegen wolle. Zur 

Gesamtwirkung gelte es festzuhalten, dass die Hauptfassade der 

Bauherrschaft (Parzelle 575) als einzige gegen Süd-Osten ausgerichtet 

sei. Schon dieser Umstand grenze ihre eigene Parzelle (576) vom 

restlichen Quartier ab und störe das Quartierbild. Die Nachbarn auf 

Parzelle 574 (angrenzend südlich) hätten lediglich auf dem Bauplan 

unterschrieben, was materiell kein qualifiziertes Einverständnis zum Bau 

der Stützmauer bestätige. Gesamthaft betrachtet, habe die Gemeinde und 

deren Bauamt ihre (elementare/baupolizeiliche) Aufsichtspflicht verletzt.   

7. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Oktober 2022 beantragte die Gemeinde 

(Beschwerdegegnerin), unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid, 

die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der 

Beschwerdeführer. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern der angefochtene 

Entscheid geltendes Recht verletzen sollte. Weder werde in der Eingabe 

an das Verwaltungsgericht der Sachverhalt noch die Begründung in Frage 

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gestellt. In der Beilage wurden dem Gericht noch die Unterlagen zum 

Meldeverfahren Juni/Juli 2021 (Ziff. 1-7) und zum ordentlichen Baugesuch 

Mai-September 2022 (Ziff. 8-18) eingereicht.

8. In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2022 beantragte die 

Bauherrschaft auf Parzelle 575 (Beschwerdegegner) die vollumfängliche 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf überhaupt eingetreten werden 

könne; unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST 

zulasten der Beschwerdeführer. Inhaltlich wurde zu den Einwänden in der 

Beschwerde betreffend falsches Baubewilligungsverfahren (Ziff. 2.1.2. 

Rzn. 20-22), Ausrichtung Hauptfassade (Ziff. 2.2.1. Rzn. 23-24), falsche 

Masse (Ziff. 2.2.2. Rz. 25), Nichteinhaltung baugesetzlicher Vorgaben 

(Ziff. 2.2.3. Rzn. 26-27), Ausführung nicht gemäss bewilligten Bauplänen 

(Ziff. 2.2.4 Rz. 28), und gegen die Baubewilligung 108/22 (Ziff. 2.3. Rz. 29) 

betreffend falsches Baubewilligungsverfahren und fehlende Profilierung 

(Ziff. 2.3.1. Rzn. 30-32), falsche Masse und Bauausführung nicht laut 

Baubewilligung vom 9. Juli 2021 (Ziff. 2.3.2. Rz. 33), Amtspflichtverletzung 

der Gemeinde und deren Bauamt (Ziff. 2.3.3. Rz. 34), Missachtung der 

baugesetzlichen Vorgaben (Ziff. 2.3.4. Rzn. 35-36) sowie zu weiteren 

Vorbringen (Ziff. 2.4. Rz. 37) Stellung genommen. Im Fazit (Ziff. 3. Rzn. 

38-40) hielten die Beschwerdegegner zusammenfassend fest: Die 

Beschwerde komme ohne überzeugende Gründe daher. Die 

Beschwerdeführer vermöchten weder formell noch materiell darzulegen, 

weshalb die hier gegenständliche Baute nicht rechtmässig und 

bewilligungsfähig sein sollte. Tatsache sei, für die in Frage stehende Baute 

bestehe eine ordentliche Baubewilligung (Baubewilligung 108/22 vom 20. 

September 2022). Die baugesetzlichen Vorschriften seien von der 

zuständigen Gemeinde (Beschwerdegegnerin) vorgängig geprüft und für 

in Ordnung befunden worden. Massgebend für ein bewilligungsfähiges 

Projekt sei, dass sowohl die formellen als auch die materiellen 

Bauvorschriften eingehalten worden seien. Dies sei vorliegend der Fall. 

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Das Bauprojekt sei mittels nachträglich durchgeführtem ordentlichen 

Baubewilligungsverfahren bewilligt worden. Somit habe auch der Fehler 

des zuerst falsch angewendeten Meldeverfahrens geheilt werden können. 

Die ausgeführte Baute entspreche den bewilligten Bauplänen; die Längs-

, Höhen- und Abstandsvorschriften seien eingehalten. Was die subjektive 

Erscheinung der Baute anbelange, so sei dazu festzuhalten, dass der 

Beschwerdegegnerin diesbezüglich ein grosses Ermessen zukomme. 

Abschliessend könne gesagt werden, dass es sich bei der in Frage 

stehenden Baute problemlos um ein bewilligungsfähiges Bauprojekt 

handle.  

9. Mit Replik vom 12. Dezember 2022 wiederholten, ergänzten und vertieften 

die Beschwerdeführer nochmals ihre Einwände gegen das Bauvorhaben 

auf der Nachbarparzelle 575 (Verletzung der Art. 93 und 97 BauG). Unter 

"Neue Beweismittel" (Replik, S. 3) wurde noch bestritten, dass die jetzigen 

Masse der strittigen Baute mit der bewilligten Baute übereinstimmten, was 

folglich noch einer Überprüfung bedürfe. Dies betreffe sowohl den 

Grenzabstand zu ihrer Parzelle 576 als auch den Abstand vom streitbaren 

Anbau (Stützmauer) zur Quartierstrasse. Unter "Rechtsbegehren" 

formulierten sie: Die erteilte Baubewilligung […] sei vollumfänglich 

abzuweisen und der nicht plankonforme und illegal erstellte Anbau (mit 

über 3 Meter hohen Stützmauern und einer jederzeit ausbaubaren 

Betondecke) sei auf das ursprüngliche Terrain zurückzuführen. Unter 

Beilagen (1-4) wurde angefügt: (1) Foto mit Sicht auf Sitzplatz [Parzelle 

576]; (2) E-Mail 28.11.2022 an Bauamt Gemeinde; (3) Parzellenplan aus 

GEO, datiert 28.11.2022; (4) Parzellenplan aus GEO, datiert 08.12.2022 

(Auflistung Replik, S. 4).

10. Mit Duplik vom 12. Januar 2023 hielten die Beschwerdegegner 

unverändert an den bisherigen Begehren in ihrer Vernehmlassung (Ziff. 8, 

hiervor) fest. Sie bestritten erneut eine Verletzung von Art. 93 oder Art. 97 

BauG und bekräftigen ihre Darstellung mit Fotos und Plänen (Urkunden 5: 

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Bewilligter Plan Südfassade; 12: Bewilligte Fotoansicht Stützmauer; 13: 

Foto Ansicht Stützmauer; 14: Aktueller Situationsplan vom 9. Januar 

2023). Hinsichtlich "Neue Beweismittel" wurde entgegnet (Duplik, Rzn. 16 

ff. S. 5): Die bewilligten Baupläne stimmten mit den Massen der 

ausgeführten Stützmauer und dem aktuellen GIS-Eintrag überein. 

Gemäss Informationen des Geometers sei bei der erstmaligen 

Vermessung ein kleiner Fehler unterlaufen.  Dadurch habe es minimale 

Abweichungen zwischen GIS-Eintrag und bewilligten Bauplänen gegeben. 

Mittlerweile habe jedoch eine Nachmessung stattgefunden und der Eintrag 

sei korrigiert worden, sodass dieser nun mit den bewilligten Bauplänen 

übereinstimme. Dass die Stützmauer als Gartengestaltung und nicht als 

Anbau dargestellt werde, sei korrekt, da es sich bei einer Stützmauer nicht 

um eine Anbaute handle. Was die weiteren Grenzabstände zum 

Grundstück der Beschwerdeführer angehe, so beträfen diese die 

Wohnbauten an sich und nicht die Stützmauer, weshalb sie für das 

vorliegende Verfahren nicht von Belang seien. Unter 'Beweismittel' wurden 

mehrere Urkunden (1-14) eingereicht, so insbesondere Parzellenplan 

GeoGR (1), Baubewilligung 507/21 vom 9. Juli 2021 (3), bewilligter 

Grundriss (4), bewilligte Pläne Süd-, West-, Ostfassade (5-7), 

Baubewilligung 108/22 vom 20. September 2022 (10). Als weiteres 

Beweismittel wurde ein Augenschein vor Ort beantragt (Duplik, S. 6). 

11. Am 2. Februar 2023 antworteten die Beschwerdegegner auf ein Schreiben 

des Gerichts wie folgt: In obenerwähnter Streitsache (Verfahren R 22 100) 

habe man ihnen die E-Mail Korrespondenz der Beschwerdeführer mit dem 

Verwaltungsgericht sowie die per E-Mail übermittelte Replik inkl. Anlagen 

zur Kenntnisnahme zukommen lassen. Gestützt darauf werde unverändert 

an ihrer Vernehmlassung (Ziff. 8, hiervor) und Duplik (Ziff. 10, hiervor) 

festgehalten, mit dem Hinweis, dass die Replik der Beschwerdeführer (Ziff. 

9, hiervor) das Eingangsdatum 20. Dezember 2022 trage, somit gemäss 

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Art. 8 VRG verspätet eingegangen und daher aus dem Recht zu weisen 

sei.

12. Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Juni 2023 forderte der zuständige 

Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) auf, eine 

Baukontrolle gemäss Art. 61 KRVO durchzuführen (falls nicht bereits 

erfolgt) und dem Gericht die im Rahmen der Baukontrolle festgestellten 

Masse der Stützmauer, inklusive Angaben über die Grenzabstände, bis 

spätestens am 14. Juli 2023 (auf Antrag der Beschwerdegegnerin mit 

Eingabe vom 5. Juli 2023 verlängert bis am 16. August 2023) schriftlich 

mitzuteilen. 

13. Mit Schreiben der Beschwerdegegnerin (Gemeinde) vom 7. August 2023 

wurde dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mitgeteilt, dass 

die Baukontrolle am 19. Juli 2023 durch das Geometerbüro I._____ in 

J._____ durchgeführt worden sei. Die Parteien seien zu diesem Termin 

eingeladen worden. Ein Beschwerdeführer (A._____) sei am 

Besprechungstermin anwesend gewesen. Als Beilage wurde der "Plan 

Bestandesaufnahme Situation mit Höhenkoten, Parzelle 575" beim 

Gericht eingereicht.

14. Tags darauf, am 8. August 2023, wurde das Ergebnis der Baukontrolle 

inkl. Planbeilage vom Gericht allen Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt. 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in ihren Rechtsschriften, den 

angefochtenen Einspracheentscheid mit Baubewilligung (beide vom 20. 

September 2022) wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.     

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons 

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Graubünden Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden, soweit 

diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können oder 

nach kantonalem oder eidgenössischen Recht endgültig sind. Der 

vorliegende (Einsprache-) Entscheid vom 20. September 2022 wie auch 

die zeitgleich erteilte Baubewilligung Nr. 108/22, in denen die 

Beschwerdegegnerin (Gemeinde) die Einsprache der Beschwerdeführer 

abwies und gleichzeitig die nachgesuchte Baubewilligung an die 

Beschwerdegegner (Eigentümer auf Parzelle 575) erteilte, sind weder 

endgültig noch können sie bei einer anderen Instanz angefochten werden. 

Folglich stellen sie ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein 

Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden dar. Als unmittelbare Adressaten des angefochtenen 

Einspracheentscheids sowie der gestützt darauf erteilten Baubewilligung 

an die Beschwerdegegner sind die Beschwerdeführer als Nachbarn im 

Norden auf Parzelle 576 aufgrund ihrer räumlichen Nähe zum Bauprojekt 

(Entfernung weniger als 100 m) offensichtlich berührt und haben somit ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, weshalb 

sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind (Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die 

zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist infolgedessen 

einzutreten (vgl. Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VRG). 

2. Nachfolgend gilt es zunächst die verfahrensrechtlichen Fragen zu klären:

2.1. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde der Antrag auf Durchführung eines 

Augenscheins gestellt (vgl. Ziff. 10, hiervor mit Verweis auf Duplik, S. 6). 

Nach Auffassung des Gerichts kann darauf im Einklang mit Art. 12 Abs. 1 

lit. e VRG verzichtet werden. Einerseits ergibt sich der rechtliche relevante 

Sachverhalt mit hinreichender Klarheit aus den Akten (vgl. dazu Beilagen 

Beschwerdeführer [Bf-act. 1-4], Urkunden Beschwerdegegnerin [Bg-act. 

1-14] und Resultat Baukontrolle mit "Plan Bestandsaufnahme Situation mit 

Höhenkoten, Parzelle 575") und es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die 

Abnahme weiterer Beweise faktisch zusätzliche entscheidwesentliche 

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Erkenntnisse liefern könnte. Andererseits gilt es vorliegend ausschliesslich 

Rechtsfragen zu beantworten, welche sich anhand der eingereichten 

Dokumente und Bauunterlagen, dem konkret massgebenden kantonalen 

Raumplanungsgesetz (KRG; BR 801.100), der zugehörigen 

Raumplanungsverordnung (KRVO; BR 801.110), dem kommunalen 

Baugesetz der Beschwerdegegnerin (BauG) und der dazu entwickelten 

Rechtsprechung zuverlässig und abschliessend beantworten lassen. Der 

Antrag auf die Erhebung weiterer Beweismittel – wozu auch der 

Augenschein zählt – erweist sich folgerichtig zur Sachverhaltsermittlung 

und Fallbeurteilung nicht notwendig. Das Gericht verzichtet in antizipierter 

Beweiswürdigung auf die Durchführung einer Ortsbegehung (BGE 141 I 

60 E.3.3, 136 I 229 E.5.3, sowie Urteil des Bundesgericht 1C_646/2018 

vom 13. Juni 2019 E.1.4).

2.2. Die Beschwerdeführer machen zunächst eine Gehörsverletzung geltend. 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

umfasst als Mitwirkungsrechte all jene Befugnisse, die einer Betroffenen 

einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirksam zur Geltung 

bringen kann (BGE 144 II 427 E.3.1, 135 II 286 E.5.1). Daraus folgt das 

Recht auf Einsicht in die Akten (BGE 144 II 427 E.3.1, 132 II 485 E.3.1), 

sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur 

Sache zu äussern sowie der Anspruch auf Abnahme der rechtzeitig und 

formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel (BGE 144 II 427 

E.3.1, 140 I 99 E.3.4). Die Behörde hat die Einwände der vom Entscheid 

in ihrer Rechtstellung Betroffenen tatsächlich zu hören, zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung zu berücksichtigen (BGE 146 II 335 E.5.1, 136 I 

229 E.5.2; Urteile des Verwaltungsgerichts R 21 118 vom 14. März 2023 

E.1.2 und S 22 112 vom 20. Dezember 2022 E.4.1). Weiter folgt aus Art. 

29 Abs. 2 BV die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu 

begründen. Dabei ist nicht erforderlich, dass sie sich mit allen 

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Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so 

abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des 

Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an 

die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens 

kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat 

leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 146 II 335 E.5.1, 

143 III 65 E.5.2, 141 III 28 E.3.2.4, 138 IV 81 E.2.2, 136 I 229 E.5.2, 134 I 

83 E.4.1; vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_336/2022 vom 29. November 

2022 E.4.1, 2C_942/2021 vom 2. März 2022 E.4.1; Urteile des 

Verwaltungsgerichts R 21 47 vom 13. September 2022 E.4.1, S 21 89 vom 

7. September 2022 E.4.1, A 21 11 vom 25. Januar 2022 E.3.1 sowie U 21 

89 vom 8. Februar 2022 E.3.1). 

Im konkreten Fall wird in der Beschwerde unter Ziff. d) und f) jeweils 

behauptet, 'ausserdem sei [erneut] das rechtliche Gehör verletzt worden', 

ohne aber zu spezifizieren, worin die Gehörsverletzung bestanden haben 

soll. Tatsache ist vielmehr, dass die heutigen Beschwerdeführer bereits 

mit ihrer Einsprache im (vereinfachten) Meldeverfahren gehört wurden und 

daher die Baubehörde die Art des Bewilligungsverfahren nochmals 

überprüfte und dabei zum Schluss kam, dass ein ordentliches 

Bewilligungsverfahren anzuordnen sei. In das vom 3. Juni bis 23. Juni 

2022 öffentlich aufgelegte Baugesuch konnten die Beschwerdeführer 

Einsicht nehmen und sich dagegen zur Wehr setzten, was sie mit 

(erneuter) Einsprache vom 22. Juni 2022 (Bf-act. 13) auch taten. Daran 

ändert nichts, dass laut Auszug 'Vorstandsbeschlüsse 2. Quartal 2021' 

bloss von der Erstellung eines Zaunes auf Parzelle 575 die Rede war, kam 

die Beschwerdegegnerin doch auf das ursprünglich gewählte 

Meldeverfahren zurück und schrieb das ordentliche 

Baubewilligungsverfahren vor, womit neu dieses Verfahren komplett an 

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die Stelle des früheren Meldeverfahrens trat (vgl. Einwände in 

Beschwerde lit. a) und lit. b) sind damit zeitlich überholt). Die Informations- 

und Anfechtungsrechte im ordentlichen Baubewilligungsverfahren wurden 

sodann aber umfassend gewahrt, was der Einspracheentscheid und die 

Baubewilligung, je vom 20. September 2022, bestätigen und wogegen sich 

die Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht sowohl mit Beschwerde 

vom 20. Oktober 2022 als auch mit Replik vom 12. Dezember 2022 – im 

Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels – gebührend zur Wehr setzen 

konnten. Für das Gericht ist daher nicht ersichtlich, worin die 

Gehörsverletzung bestehen könnte, begründete die Beschwerdegegnerin 

ihren angefochtenen (Einsprache-) Entscheid (inkl. Baubewilligung) doch 

verständlich und ging sie dabei auf die von den Beschwerdeführern 

vorgebrachten Rügen ein. Abgesehen davon konnten sich die 

Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren uneingeschränkt abermals 

zu sämtlichen Punkten zweimal vor dem Verwaltungsgericht, dem volle 

Kognition (Überprüfungsbefugnis) zukommt, äussern. Eine allfällige 

Verletzung des rechtlichen Gehörs im Vorverfahren auf Stufe Gemeinde 

wäre daher auch als geheilt zu qualifizieren.

2.3. Zum Einwand der Verletzung von Ausstands-/Befangenheitsvorschriften 

gilt es klarzustellen: Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) 

garantieren für gerichtliche Verfahren einen Anspruch auf ein durch 

Gesetz geschaffenes, unabhängiges und unparteiisches Gericht. Der 

Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung nach Art. 29 Abs. 1 BV 

umfasst nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch das Gebot 

der Unbefangenheit als Teilgehalt des Anspruchs auf ein faires Verfahren 

(BGE 140 I 326 E.5.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_382/2018 vom 15. 

März 2019 E.2.3). Auch in Verfahren vor nicht gerichtlichen Behörden 

besteht folglich insofern ein Anspruch auf Unparteilichkeit der 

Verwaltungsbehörde, als am Entscheid kein befangenes 

- 15 -

Behördenmitglied mitwirken darf. In Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV 

verpflichtet Art. 29 Abs.1 BV eine Amtsperson zum Ausstand, wenn 

Umstände vorliegen, die nach objektiven Gesichtspunkten geeignet sind, 

den Anschein der Befangenheit zu erwecken (BGE 144 I 234 E.5.2, 141 

IV 178 E.3.2.1, 139 I 121 E.5.1). Kern der Garantie der Unbefangenheit 

bildet sowohl für Behördenmitglieder wie für Mitglieder der Gerichte, dass 

sie sich in Bezug auf die Beurteilung eines Sachverhalts nicht bereits 

festgelegt haben (Urteil des Bundesgerichts 6B_457/ 2020 vom 20. Juli 

2020 E.2.2.2). Nach Art. 33 Abs. 1 des Gemeindegesetzes des Kantons 

Graubünden (GG; BR 175.050) haben Mitglieder einer Gemeindebehörde 

bei der Behandlung einer Angelegenheit in Ausstand zu treten, wenn sie 

selbst oder eine mit ihnen im Ausschlussverhältnis im Sinne von Art. 32 

GG stehende Person daran ein unmittelbares persönliches Interesse 

haben. Im Bereich der Rechtspflege richtet sich der Ausstand nach den 

Bestimmungen des VRG (Art. 33 Abs. 3 GG). Art. 6b Abs. 1 VRG schreibt 

diesbezüglich vor: Liegt ein Ausstandgrund vor, teilt die betroffene Person 

dies unverzüglich der oder dem Vorgesetzten bzw. der oder dem 

Vorsitzenden mit. In Art. 6b Abs. 3 VRG wird dazu eine Frist von 10 Tagen 

– seit Kenntnis des (angeblichen) Ausstandgrunds – gesetzt. 

Vorliegend machten die Beschwerdeführer geltend, dass die 

Beschwerdegegnerin den Nachweis zu erbringen habe, dass die im 

Rahmen der erstmaligen Bewilligung (im Meldeverfahren) involvierten 

Personen nicht auch bei der Erteilung der nachträglichen Bewilligung (im 

ordentlichen Baubewilligungsverfahren) involviert gewesen seien. 

"Entsprechende Personen hätten aufgrund von Befangenheit in den 

Ausstand treten müssen" (vgl. Replik, S. 2 unten bzw. S. 3 oben). Allein 

die Tatsache, dass das gesetzlich dafür zuständige Bauamt im Laufe des 

Verfahrens selbst zur Einsicht gelangte, dass das Bauvorhaben nicht im 

vereinfachten Verfahren genehmigt werden kann, sondern eines 

ordentlichen Verfahrens bedarf, genügt noch nicht für die Annahme der 

- 16 -

Befangenheit der jeweils verantwortlichen Gemeindevertreter. Für das 

Verwaltungsgericht sind aus den Akten jedenfalls keine Indizien oder 

Anhaltspunkte erkennbar, die tatsächlich den Anschein einer 

Befangenheit zu begründen oder gar zu erhärten vermöchten. Hinzu 

kommt, dass die Verletzung von allfälligen Ausstandvorschriften 

unverzüglich nach Kenntnisnahme gerügt werden muss. Zwischen dem 

Meldeverfahren (Genehmigt am 28. Juni 2021/9. Juli 2021) und der 

Baubewilligung im ordentlichen Verfahren (am 20. September 2022) liegt 

mehr als ein Jahr respektive zwischen der erteilten Baubewilligung und 

der erhobenen Beschwerde (am 20. Oktober 2022) ein Monat, womit die 

gesetzliche Frist von 10 Tagen nach Art. 6b Abs. 3 VRG klar verpasst 

wurde. Die Einwände der Beschwerdeführer betreffend 

Ausstand/Befangenheit erweisen sich folglich als einerseits verspätet und 

anderseits inhaltlich unbegründet. 

2.4. Zur Verletzung der Amtspflicht bzw. der Aufsichtspflicht der 

Beschwerdegegnerin bringen die Beschwerdeführer lediglich vor 

(Beschwerde Ziff. 4, S. 4): "Die Gemeinde und deren Bauamt hat ihre 

Aufsichtspflicht verletzt." Unmittelbar im Anschluss daran wird unter Ziff. 5 

noch festgehalten: "Die Gemeinde hat aufgrund dem nachträglich 

eingereichten Baugesuch ein Bauobjekt am 20. September 2022 bewilligt, 

welches nicht mit den ursprünglich bewilligten Ausführungsplänen aus 

dem einfachen Meldeverfahren/Bewilligung vom 9. Juli 2021 

übereinstimmte, und will die Sache nun unter Missachtung der 

baugesetzlichen Vorgaben zurechtbiegen." Ihren Unmut über das 

Verhalten/Vorgehen der Beschwerdegegnerin geben die 

Beschwerdeführer auch einleitend in der Beschwerde Ausdruck, indem sie 

ausführen, es handle sich hier "um einen qualifizierten Ermessensfehler 

sowie um betrugsähnliche Zustände bzw. eine erhebliche Missachtung der 

Aufsichtspflicht der Baubehörde der Gemeinde [...]". Dazu ist aus Sicht 

des streitberufenen Gerichts (als neutrale Gerichtsinstanz) festzuhalten: 

- 17 -

Die Aufgaben und Befugnisse der Beschwerdegegnerin sind im 

Gemeindegesetz (GG) des Kantons Graubünden geregelt. Laut Art. 35 

Abs. 1 GG ist der Gemeindevorstand die leitende Behörde der Gemeinde. 

Er plant und koordiniert ihre Tätigkeiten. Laut Abs. 2 derselben 

Bestimmung führt und beaufsichtigt er die Gemeindeverwaltung. Der 

Gemeindevorstand hat die Verwaltungstätigkeit nach zweckmässigen 

Organisationsgrundsätzen auszurichten (Art. 36 Abs. 2 GG). Er erfüllt alle 

Aufgaben, die nicht durch übergeordnetes Recht oder durch das Recht der 

Gemeinde einem anderen Organ zugewiesen sind. 

Im konkreten Fall vermag das Gericht nicht zu erkennen, worin die Amts- 

bzw. Aufsichtspflichtverletzung der Beschwerdegegnerin bestehen sollte. 

Es haben die zuständigen Behörden über das Baubewilligungsverfahren 

entschieden und der angefochtene Entscheid wie auch die Baubewilligung 

wurde korrekt von dem dafür zuständigen Gemeindevorstand 

(Gemeindepräsident und Gemeindeschreiber) unterschrieben. Mangels 

genügender Substantiierung wird auf diese Rüge daher nicht weiter 

eingegangen. Daran ändert auch der Zusatzeinwand in Ziff. 5 der 

Beschwerde nichts, weil die ursprüngliche Genehmigung im vereinfachten 

Meldeverfahren ja ausdrücklich durch die Beschwerdegegnerin 

zurückgenommen und durch das ordentliche Baubewilligungsverfahren 

vollständig ersetzt wurde. Allfällige Abweichungen zwischen den darin 

enthaltenden Angaben/Masse sind daher zum vornherein ohne Belang, da 

einzig auf die ordentliche Bewilligung abzustellen ist und nur diese 

vorliegend für die Überprüfung in Betracht fällt. Im Übrigen sei in diesem 

Zusammenhang nur noch darauf hingewiesen, dass die 

Beschwerdegegnerin der Aufforderung des Instruktionsrichters auf 

Durchführung einer Baukontrolle nach Art. 60 KRVO anstandslos und 

zeitnah Folge leistete und damit klarerweis kundtat, dass sie ihrer 

Verpflichtung zur korrekten Sachverhaltsermittlung und der damit intern 

verbundenen Überprüfung/Kontrolle des eigenen Bauamts durch ein 

- 18 -

externes und neutrales Geometer-/Vermessungsbüro zustimmte. Eine 

Verletzung der gesetzlichen Aufsichts- oder Kontrollpflichten liegt 

demnach nicht vor, weshalb die Rüge der Amtspflichtverletzung 

(eindeutig) unbegründet ist.

3. In materieller Hinsicht gilt es als Nächstes die gestellten Kernfragen in 

Bezug auf die ursprünglich fehlerhafte Verfahrensart (Meldeverfahren 

anstatt ordentliches Baubewilligungsverfahren; hiernach E.3.1), das 

Fehlen eines Baugespanns (E.3.2), die Rüge der Verwendung falscher 

Masse (E.3.3 f.), die geltend gemachten Verstösse gegen Art.  93 BauG 

(Architektur) bzw. Art. 97 BauG (Terrainveränderungen, Böschungen und 

Mauern; E.3.4) sowie die Vorbringen des Aussichtsverlustes und der 

Wertverminderung der Beschwerdeführer (E.3.5) im Detail auf ihre 

Rechtmässigkeit zu prüfen. 

3.1. Nach Art. 86 Abs. 1 KRG dürfen Bauten und Anlagen (Bauvorhaben [inkl. 

Umgebungsgestaltung]) nur mit schriftlicher Baubewilligung der 

kommunalen Baubehörde errichtet werden. Die Gemeinden können im 

Baugesetz nicht bewilligungspflichtige Bauvorhaben dem vereinfachten 

Baubewilligungsverfahren unterstellen (Art. 86 Abs. 2 KRG). Art. 60 BauG 

regelt die Anzeigepflicht von Bauvorhaben. Diese sind vorgängig 

ausnahmslos der Baubehörde zu melden (Abs. 1). Die Baubehörde 

registriert das Vorhaben und die Bauherrschaft (Abs. 2). Nach Art. 61 

BauG (Titel: Entscheid über Bewilligungspflicht und Art des Verfahrens) 

entscheidet die Baubehörde, ob das angezeigte Vorhaben unter die 

bewilligungsfreien Vorhaben gemäss Art. 40 KRVO fällt oder ob eine 

Baubewilligungspflicht besteht. Sie entscheidet zugunsten der 

Baubewilligungspflicht, wenn sie dies im öffentlichen Interesse oder zur 

Wahrung von Rechten Dritter für notwendig oder angemessen hält (Art. 61 

Abs. 1 BauG). Bezüglich der baubewilligungspflichtigen Vorhaben 

entscheidet die Baubehörde sodann, ob das ordentliche 

Baubewilligungsverfahren durchzuführen ist oder ob die Voraussetzungen 

- 19 -

für das Meldeverfahren gemäss Art. 50 KRVO erfüllt sind. Für Vorhaben 

gemäss Art. 40 KRVO, die nach Absatz 1 einer Bewilligungspflicht 

unterstellt werden, kommt ausschliesslich das Meldeverfahren gemäss 

Art. 50 und 51 KRVO zur Anwendung (Art. 61 Abs. 2 BauG). Weder melde- 

noch baubewilligungspflichtig sind die in Art. 61 Abs. 3 lit. a-m) BauG 

aufgelisteten Bauvorhaben. Nur melde- und nicht bewilligungspflichtig sind 

die in Art. 61 Abs. 4 lit. a-i) BauG aufgezählten Projekte. Die vorliegend 

mit Erde hinterfüllte Stütz-/Futtermauer auf Parzelle 575 fällt aufgrund ihrer 

Dimensionen (3.68 [Länge] x 4.20 [Breite] x 3.13 m [Höhe ab 

gewachsenem Terrain/Boden]) offenkundig nicht mehr unter Art. 40 Abs. 

1 Ziff. 18 KRVO, wonach Einfriedungen bis zu 1.0 m Höhe sowie Stütz- 

und Futtermauern bis zu 1.0 m Höhe keiner Baubewilligung bedürfen. 

Folglich hätte hier von Anfang an das ordentliche 

Baubewilligungsverfahren laut Art. 61 Abs. 1 BauG zur Anwendung 

kommen müssen. Weil die U-förmige Mauer aber bereits nach Erhalt der 

(ersten) Genehmigung im Meldeverfahren erstellt wurde, hat es sich dabei 

aber formell um eine rechtswidrige Anlage gehandelt, da damals noch 

keine ordentliche Baubewilligung vorlag. Für solche Fälle sieht Art. 60 Abs. 

4 KRVO ausdrücklich vor, dass nachträglich ein ordentliches Baugesuch 

eingereicht werden kann, um dann zu prüfen, ob die Baute oder Anlage 

materiell nicht doch bewilligt werden kann. Gerade dies ist im konkreten 

Fall geschehen, wurde doch nachträglich eigens ein ordentliches 

Baubewilligungsverfahren durchgeführt und damit der ursprüngliche 

Mangel in formeller Hinsicht (Melde- anstatt ordentliches 

Baubewilligungsverfahren gewählt) geheilt. Damit wurden von der 

Beschwerdegegnerin weder Vorgaben des KRG, der KRVO noch des 

BauG verletzt. 

3.2. Nach Art. 43 KRVO ist bei Bauvorhaben, die nach aussen in Erscheinung 

treten, gleichzeitig mit der Einreichung des Baugesuchs ein Baugespann 

aufzustellen. Dieses muss die Lage, Höhe und Gestalt der Baute klar 

- 20 -

erkennen lassen. Aufschüttungen und Böschungen von mehr als 0.8 m 

Höhe sind ebenfalls zu profilieren (Abs. 1). Das Baugespann darf vor der 

rechtskräftigen Erledigung des Baugesuchs nur mit Bewilligung der 

kommunalen Baubehörde entfernt werden. Es ist in jedem Falle während 

der Dauer der öffentlichen Auflage stehen zu lassen. Nach Eintritt der 

Rechtskraft des Bauentscheids ist das Baugespann sofort zu entfernen 

(Abs. 3). Der Sinn und Zweck von Baugespannen dient damit offenkundig 

dazu, die Dimensionen einer geplanten Baute darzustellen. Ist die Baute 

bereits erstellt, sind deren Dimensionen aber real ersichtlich und müssen 

somit nicht mehr durch Bauprofile erkenntlich gemacht werden. Die 

Notwendigkeit der Informations- und Profilierungspflicht entfällt bei 

Realerfüllung der Baute. Vorliegend ist dieses baurechtliche Versäumnis 

dadurch entstanden, dass die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) den 

Beschwerdegegnern (Bauherren) zunächst (irrtümlich) das vereinfachte 

Meldeverfahren bewilligte anstatt (korrekt) das ordentliche 

Baubewilligungsverfahren durchzuführen. In der Zwischenzeit erkannten 

die Beschwerdeführer auf der benachbarten Parzelle 576 aber selbst, 

dass auf Parzelle 575 eine Mauer erstellt werden sollte, weshalb sie 

dagegen auch (ein erstes Mal) Einsprache erhoben. Mit zunehmenden 

Baufortschritt und Fertigstellung der U-förmigen Mauer auf Parzelle 575 

wurde das Baugespann offensichtlich durch die real erstellte 

Befestigungsmauer ersetzt und damit für die Beschwerdeführer auch Glas 

klar ersichtlich, wogegen sie sich zur Wehr setzen wollten, was sie mit der 

(zweiten) Einsprache gegen die nachträgliche ordentliche Baubewilligung 

selbst demonstrierten. Zudem konnten sich die Beschwerdeführer mit der 

öffentlichen Auflage des Bauvorhabens vom 3. Juni bis 23. Juni 2022 ein 

genügend gutes Bild darüber zu verschaffen, welche Dimensionen die 

bereits erstellte Baute hat und wogegen sie sich konkret wehren möchten. 

Im Übrigen kann der Beschwerde selbst gegen den Einspracheentscheid 

inkl. Baubewilligung Nr. 108/22 entnommen werden, dass die 

Beschwerdeführer sehr wohl ein ausreichendes Bild über die Lage und 

- 21 -

Ausmasse der in Frage stehenden Stützmauer hatten, um das erstellte 

Bauwerk gezielt anfechten und dessen gerichtliche Überprüfung 

verlangen zu können. Aus dem Gesagten folgt, dass keine Verletzung von 

Art. 43 KRVO vorliegt.

3.3. Nach Art. 85 KRG ist das Bauwesen Sache der Gemeinden, soweit dieses 

Gesetz oder die Spezialgesetzgebung nichts anderes bestimmen (Abs. 1). 

Die Gemeinden organisieren das Bauwesen so, dass ein fachlich 

kompetenter, wirksamer, zeitgerechter und koordinierter Vollzug 

gewährleistet ist (Abs. 3). Laut Art. 118 Abs. 1 BauG vollzieht die 

Baubehörde die ihr nach diesem Gesetz, den darauf beruhenden Erlassen 

und der übergeordneten Gesetzgebung überbundenen Aufgaben. Sie 

sorgt für eine rechtzeitige und sachgerechte Erfüllung aller gesetzlichen 

Obliegenheiten. Aus diesen Vorgaben ergibt sich hinsichtlich der Rüge der 

Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) habe "falsche 

Masse" bei der Bewilligung des ordentlichen Baugesuchs angewandt, die 

Kontroll- und Überprüfungspflicht der Baubehörde, ob die angegebenen 

Baumasse auch wirklich von den Beschwerdegegnern (Bauherrschaft) 

eingehalten wurden. Die Baubehörde der Beschwerdegegnerin hat die 

Masse zu kontrollieren und allfällige Abweichungen von den eingereichten 

Plänen festzuhalten und – in Wahrung des Prinzips der 

Verhältnismässigkeit – korrigieren zu lassen. Im konkreten Fall gilt es die 

im Rahmen des nachträglich durchgeführten ordentlichen 

Baubewilligungsverfahrens eingereichten Baupläne und Massangaben 

mit den Kontrollresultaten des externen und unabhängigen 

Geometerbüros I._____ zu vergleichen sowie allfällige Abweichungen 

zum "Plan Bestandesaufnahme Situation Höhenkoten, Parzelle 575", zu 

benennen. 

3.3.1. Aus dem mit dem ordentlichen Baugesuch eingereichten Plan vom 15. Mai 

2020 im Massstab 1:500 (Bg-act. 9) sind die durch die 

Beschwerdegegnerin (Gemeinde) bewilligten Ausmasse der Stützmauer 

- 22 -

wie folgt ersichtlich: Deren Länge beträgt 3.68 m und deren Breite 4.20 m. 

Der Grenzabstand der Stützmauer zur Quartierstrasse (G._____) sollte 

danach 4.16 m betragen. Aus dem Querschnittsplan (Bg-act. 10) ist 

ersichtlich, dass die Höhe der Stützmauer an der Ost- und Westfassade 

3.16 m ab gewachsenem Terrain/Boden betragen sollte. Die 

entsprechenden Masse ergeben sich auch aus den übrigen 

Planunterlagen (Bg-act. 11).

3.3.2. Die Beschwerdeführer machen zunächst nicht die Abweichungen gemäss 

den bewilligten Plänen im ordentlichen Baubewilligungsverfahren geltend, 

sondern Abweichungen von den im Meldeverfahren angegeben Massen. 

Aufgrund der eingereichten Unterlagen gibt es aber aus Sicht des Gerichts 

keine Hinweise darauf, dass die damaligen Masse nicht eingehalten 

wurden. Die Beschwerdeführer bestreiten vorliegend jedoch, dass die 

jetzigen Masse mit der bewilligten und schon ausgeführten Baute 

übereinstimmen.

3.3.3. Bestehen Anzeichen dafür, dass die Masse der erstellten Stütz-/Füllmauer 

nicht denjenigen der bewilligten Pläne entsprechen, hat die 

Beschwerdegegnerin (Gemeinde) laut Art. 61 KRVO nach erfolgter 

Vorankündigung eine nachträgliche Baukontrolle durchzuführen. Diese 

Kontrolle ist – auf Anweisung des zuständigen Instruktionsrichters (s. Ziff. 

12-14, hiervor) – im konkreten Fall erfolgt und hat laut beigezogenem 

Geometerbüro I._____ nachfolgende Messresultate und Eckwerte 

(Länge/Breite/Höhe) ergeben: Die Mauerkrone (hin zur Quartierstrasse) 

weist eine Breite von 4.10 m auf; gemessen ab Knotenpunkt 1287.52 [4.10 

m], ab Punkt 1287.53 [4.07 m]. Der Mauerfuss (hin zur Quartierstrasse) 

weist eine Breite von 4.09 m auf; gemessen ab Knotenpunkt 1284.38 [4.09 

m], ab Punkt 1284.43 [4.16 m]. Die Höhe der Stützmauer beträgt zur 

Garage hin 2.84 m; gemessen ab Knotenpunkt Mauerfuss 1284.72 bis 

Knotenpunkt Mauerkrone 1287.56). Die Mauerhöhe zur Quartierstrasse 

hin beträgt 3.09 m; gemessen ab Knotenpunkt Mauerfuss 1284.43 bis 

- 23 -

Knotenpunkt Mauerfuss 1287.52). Die nachgemessenen und 

kontrollierten Messwerte in der Breite und Höhe erreichen die Masse in 

den bewilligten Plänen nicht, weil dort eine Breite von 4.20 m und eine 

Höhe von 3.16 m bewilligt wurden, nachweislich aber nur eine tiefere 

Breite ab Mauerkrone von 4.10 m [4.07 m] und ab Mauerfuss von 4.09 m 

[4.16 m] und eine geringere Höhe ab Garage von 2.84 m sowie zur 

Quartierstrasse von 3.09 m effektiv in Anspruch genommen wurden. Die 

Länge der Stützmauer (West-Süd) beträgt rund 3.35 m (Anm. Gericht: 

Nachgemessen ab Mauerfuss Knotenpunkt 1284.72 bis Punkt 1287.52). 

Die ermittelte Länge entspricht somit den bewilligten Plänen von 3.68 m. 

Die Baukontrolle hat folglich keine Überschreitungen (Rechtswidrigkeiten) 

gegenüber den im ordentlichen Verfahren bewilligten Plänen ergeben. In 

Bezug auf die Einhaltung des gesetzlichen Grenzabstands der Hochbeete 

zur Quartierstrasse wurden Distanzen von 2.89 m bzw. 2.85 m gemessen. 

3.3.4. Nach Art. 76 Abs. 2 KRG sowie Art. 97 Abs. 4 BauG dürfen freistehende 

Mauern, hinterfüllte Mauern (Futtermauern), Böschungen und dergleichen 

an der Grenze errichtet werden, sofern sie nicht höher als 1.00 m sind. 

Überstreiten sie diese Höhe haben sie einen Grenzabstand im Ausmass 

der Mehrhöhe, jedoch maximal 2.50 m einzuhalten. Da die 

nachgemessenen Grenzabstände von den Hochbeeten 2.89 m bzw. 2.85 

m zur Strasse betragen, wird der Mindestabstand von 2.50 m ebenfalls 

klar eingehalten.

3.3.5. Die Höhe des erstellten Geländers auf der Stützmauer weicht im Übrigen 

bloss geringfügig von der ordentlichen Baubewilligung ab. Bei der Garage 

beträgt die Höhe des Geländers 1.02 m ermittelt; gemessen ab 

Knotenpunkt Mauerkrone 1287.56 bis Knotenpunkten Geländer 1288.58. 

Bei der Ecke West/Süd beträgt die Höhe ebenfalls 1.02 m; gemessen ab 

Knotenpunkt Mauerkrone 1287.52 bis Knotenpunkt Geländer 1288.54. Bei 

der Ecke vorne Richtung Hang beträgt die Höhe 1.03 m; gemessen ab 

Knotenpunkt Mauerkrone 1287.53 bis Knotenpunkt Geländer 1288.56; bei 

- 24 -

der Ecke hinten Richtung Hang ebenso eine Höhe von 1.03 m; gemessen 

ab Knotenpunkt Mauerkrone 1287.53 bis Knotenpunkt Geländer 1288.56. 

In Kenntnis dieser Kontrollwerte kann objektiv aber lediglich von 

geringfügigen Abweichungen von der Baubewilligung im 

Zentimeterbereich (0.2 bis 0.3) die Rede sein, welche im Bereich der 

zulässigen Messtoleranz liegt.

3.3.6. Zusammengefasst ergibt sich, dass die ordentliche Baubewilligung korrekt 

erteilt und vollzogen wurde, da die bewilligten Masse (Länge, Breite, Höhe 

Stützmauer; Grenzabstand Hochbeete zur Strasse; Höhe des Geländers 

auf U-förmiger Stützmauer) allesamt eingehalten wurden.           

3.4. Nach Art. 73 Abs. 1 KRG sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den 

Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der 

Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Die 

Beschwerdegegnerin kennt fast wörtlich eine identische Bestimmung mit 

Art. 93 Abs. 1 BauG, wobei dort bloss von Gesamtwirkung und nicht von 

guter Gesamtwirkung die Rede ist und somit die Erfordernisse an die 

Gestaltung und Einfügung ins bestehenden Orts- und Landschaftsbild 

weniger hoch angesetzt sind als bei Art. 73 KRG. Über das bestehende 

Siedlungsbild und die Einordung der Stütz-/Futtermauer auf Parzelle 575 

ins Gebiet F._____ liegen zahlreiche Bildaufnahmen (Fotos) im Recht. 

Besonders hervorzuheben gilt es dazu die aktuellsten Bildaufnahmen laut 

Situationsplan mit Höhenkoten vom 7. August 2023, worauf einerseits der 

Blick auf die Stützmauer in südliche Richtung (mit Parzelle 574 im 

Hintergrund/Garageneinfahrt samt Terrassengeländer) und andererseits 

in nördliche Richtung zur Parzelle 576 der Beschwerdeführer (mit 

überhängendem Anbau im OG) mit Farbfotos dokumentiert ist. Diese – 

wie weitere Bildaufnahmen in den Akten – zeigen die Stützmauer von 

verschiedenen Seiten, wobei sie sich zurzeit in grauer Farbe ohne 

Umfassung darstellt. Aufgrund der im Recht liegenden Unterlagen entsteht 

jedoch nicht der Eindruck, dass die Stützmauer als Fremdkörper 

- 25 -

wahrgenommen wird bzw. diese sich nicht in das Ortsbild und die 

Umgebung einordnet. Die Gesamtwirkung wird durch die U-förmige Mauer 

mit Natursteinblöcken und hinterfülltem Erdreich jedenfalls nicht gestört 

oder gar für das fragliche Quartier untypisch verändert. Wie bereits 

dargelegt, findet sich auf der südlichen Nachbarparzelle 574 bereits eine 

Garage, auf der eine vorgelagerte Terrasse besteht. Auch auf der noch 

weiter südlich anschliessenden Parzelle 551 ist ein Betonanbau 

ersichtlich, welcher der Liegenschaft ebenfalls vorgelagert ist. Ausserdem 

haben die Beschwerdeführer selbst auf Parzelle 576 einen auskragenden 

Anbau realisiert, indem sie im OG eine überdeckte Terrasse erstellt haben. 

Auf der gegenüberliegenden Strassenseite der Beschwerdegegner 

(Bauherrschaft) liegt zudem die Parzelle 572 (Keilförmige 

Grundstückform), die einen vorgelagerten, im Beton realisierten 

Treppenaufgang aufweist (Bg-act. 13). Aus der Beschreibung der 

charakteristischen Eigenschaften des Gebiets F._____ ergibt sich 

selbsterklärend, dass vorgelagerte Mauern, Treppenaufgänge, Terrassen, 

überdeckte Balkone und Garagen als in dieser Siedlung keineswegs stil- 

oder wesensfremd sind, weshalb auch die hier in Frage stehende Stütz- 

und Futtermauer in die Gesamtwirkung vor Ort passt und sicherlich keinen 

absonderlichen Fremdkörper darstellt. Dem ist umso mehr zuzustimmen, 

als jener Baukörper mit Natursteinen eingefasst ist und optisch gut 

gegliedert in einzelne Steinblöcke aufgeteilt ist, die jeweils untereinander 

leicht versetzt übereinander aufgeschichtet sind. Aus demselben Grund 

liegt auch keine Verletzung von Art. 97 Abs. 1 BauG vor, wonach 

Veränderungen des bestehenden Geländeverlaufs nur zulässig sind, 

soweit sie das Orts- und Landschaftsbild nicht beeinträchtigen. In 

Kombination mit dem bestehenden Vorplatz und der Garageneinfahrt auf 

Parzelle 575 lässt sich hier sagen, dass keine übermässige und deshalb 

zwingend wieder rückgängig zu machende Terrainveränderung vorliegt. 

Es ist weder eine Verletzung von Art. 93 noch Art. 97 BauG zu bejahen.

- 26 -

Dasselbe gilt auch mit Bezug auf das Vorbringen der Beschwerdeführer, 

dass durch die strittige Stützmauer die Fluchtlinie der Nachbargrundstücke 

erheblich unterbrochen werde. Für das in Frage stehende Gebiet F._____ 

besteht weder ein Quartierplan noch anderweitige Quartier- oder 

Grundstück spezifische Vorschriften, die eine Fluchtlinie vorsehen bzw. 

eine solche eingehalten werden müsste. Entscheidend ist einzig, ob die 

Stützmauer den baurechtlichen Vorschriften (laut KRG, KRVO, BauG) 

entspricht. Tut sie dies – was hier offensichtlich der Fall ist – ist sie 

bewilligungsfähig und es besteht dann ein Anspruch, die beantragte 

Baubewilligung zu erhalten.

3.5. Zur Rüge des Aussichtsverlustes und eines allfälligen Minderwertes ihrer 

eigenen Liegenschaft auf Parzelle 576 ist den Beschwerdeführern 

entgegenzuhalten, dass es keinen öffentlich-rechtlichen Anspruch auf 

Erhalt der bisherigen Aussichts- und Besonnungsverhältnisse gibt. 

Solange die massgebenden Zonen- und Bauvorschriften respektiert 

werden, ist innerhalb der Bauzone im Sinne von Art. 27 KRG jederzeit mit 

der zonenkonformen Überbauung und Nutzung benachbarter 

Grundstücke und damit künftigen Beeinträchtigungen der eigenen 

Aussicht zu rechnen. Entspricht also eine benachbarte Baute oder Anlage 

den gesetzlichen Vorgaben, besteht für die Bauherrschaft ein Anspruch 

auf Erhalt der Baubewilligung. Sind die formellen und materiellen 

Voraussetzungen erfüllt, steht die Rechtmässigkeit der Baute fest. 

Entsprechend ist umgekehrt eine allfällige Beeinträchtigung der Aussicht 

hinzunehmen, zumal kein Recht auf uneingeschränkte Aussicht besteht. 

Diese Thematik hat sich durch die raumplanerische Siedlungsentwicklung 

nach innen verschärft. Diese Entwicklung führt zwangsläufig zu höheren 

Gebäuden und vermehrten Beeinträchtigungen bestandener 

Aussichtsverhältnisse. Die Parzelle 576 der Beschwerdeführer befindet 

sich ab deren Sitzplatz immerhin in einer Luftdistanz von rund 17 m von 

der Stützmauer talwärts der Garageneinfahrt auf Parzelle 575 entfernt und 

- 27 -

verfügt gegen Süden (wegen des eigenen Vorplatzes und der 

Strassenzüge F._____/G._____) stets noch über eine beachtliche 

Aussicht. Mit ihrer Kritik des Aussichtverlustes und inakzeptablen 

Riegelwirkung der Mauer stossen die Beschwerdeführer demzufolge ins 

Leere. Bezüglich eines allfälligen Minderwertes ihrer Liegenschaft 

brachten die Beschwerdeführer ferner keine stichhaltigen Beweise oder 

Nachweise vor, die ihre diesbezüglichen Behauptungen zu stützen 

vermocht hätten. Sieht man hiervor ab, gilt es auch in dieser Hinsicht 

festzuhalten, dass ein allfälliger durch eine gesetzeskonforme Baute eines 

Nachbarn verursachter Minderwert der eigenen Liegenschaft öffentlich-

rechtlich hinzunehmen ist.       

4. Über die Kosten- und Entschädigungsfolge ist damit wie folgt zu befinden:

4.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG anteilsmässig (zu je ½), unter solidarischer Haftung für 

das Ganze, den Beschwerdeführern (A._____ und B._____) aufzuerlegen. 

Gemäss Art. 75 Abs. 1 VRG bestehen die Verfahrenskosten aus der 

Staatsgebühr, welche für die Beanspruchung der Behörde erhoben wird 

(lit. a); den Gebühren für die Ausfertigung und Mitteilung des Entscheids 

(lit. b) und den Barauslagen (lit. c). Die Staatsgebühr beträgt dabei gemäss 

Art. 75 Abs. 2 Satz 1 VRG höchstens 20'000 Franken. Sie richtet sich nach 

dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse 

und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen. 

Vorliegend erachtet das streitberufene Verwaltungsgericht 

ermessensweise eine Staatsgebühr von insgesamt CHF 3'000.-- (zzgl. 

Kanzleiauslagen) für angemessen und gerechtfertigt.  

4.2. Der Beschwerdegegnerin (Gemeinde) steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

keine Parteientschädigung zu, da sie lediglich im Rahmen ihres amtlichen 

Wirkungskreises obsiegt hat.

- 28 -

4.3. Den anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnern (D._____ und E._____) 

sind dagegen aussergerichtlich gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG noch die 

durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. 

Ausgangspunkt bildet dazu die eingereichte Honorarnote der damaligen 

Rechtsvertreterin (RA'in MLaw Selina Adank-Janett) vom 16. Januar 2023 

in der Höhe von CHF 3'992.50 (bestehend aus: Zeit- und Arbeitsaufwand 

13.33 Stunden à CHF 270.-- [= CHF 3'599.10], plus 3 % Spesen [CHF 

107.95] und Mehrwertsteuer 7.7 % [MWST CHF 285.45]). Gemäss Art. 3 

Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; BR 

310.250) beträgt der übliche Stundenansatz im Durchschnitt CHF 240.--. 

Liegt eine Honorarvereinbarung nach Art. 4 HV vor, ist ein Stundenansatz 

von maximal CHF 270.-- zulässig. Eine entsprechende 

Honorarvereinbarung wurde am 2. November 2022 eingereicht, weshalb 

der in Rechnung gestellte Stundenansatz von CHF 270.-- ausgewiesen 

ist. Die Beschwerdeführer haben die Beschwerdegegner somit 

anteilsmässig (je zur Hälfte) aussergerichtlich mit gesamthaft CHF 

3'992.50 (inkl. MWST) zu entschädigen, unter solidarischer Haftung auf 

das Ganze.    

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 644.--

zusammen CHF 3'644.--

gehen solidarisch zulasten von A._____ und B._____.

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3. Aussergerichtlich haben A._____ und B._____ solidarisch zu gleichen 

Teilen D._____ und E._____ mit total CHF 3'992.50 (inkl. MWST und 

Spesen) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]