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**Case Identifier:** 031587a8-a5cc-5af8-9e2a-5018a7087a05
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 29.03.2016 460 15 167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-15-167_2016-03-29.pdf

## Full Text

Seite 1    http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

 

 

Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 29. März 

2016 (460 15 167) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

Räuberischer Diebstahl / Strafzumessung / Kostenauferlegung 

 

 

Besetzung Vizepräsident Stephan Gass, Richter Markus Mattle (Ref.), Richter 

Edgar Schürmann; Gerichtsschreiber Stefan Steinemann 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabtei-

lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 

 

 

Privatklägerschaft 

  

 

gegen 

 

 

 A._____,  

vertreten durch Advokat Patrick Frey, Solothurnerstrasse 21, Post-

fach 2110, 4002 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

B._____,   

vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg, Hauptstrasse 

104, 4102 Binningen,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

Berufungen und Anschlussberufung gegen das Urteil des Strafge-

richts vom 16. April 2015 

 

 
 

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A. Mit Urteil vom 16. April 2015 entschied das Strafgericht unter anderem Folgendes: 

 

„I. A._____ 

1. A._____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des räuberischen Diebstahls, des 

mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen 

Hausfriedensbruchs, des vollendeten und mehrfach versuchten betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der Entwendung eines Fahrzeuges 

zum Gebrauch, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Haftpflicht-

versicherung sowie des mehrfachen Missbrauchs von Kontrollschildern schuldig 

gesprochen und verurteilt zu 

 

einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, 

 

unter Anrechnung der vorläufigen Festnahme vom 8. Juli 2010, vom 21. August 

2010 und vom 12. Dezember 2011 bis zum 14. Dezember 2011 sowie der vom 

10. September 2010 bis zum 2. Februar 2011 ausgestandenen Untersuchungshaft 

von insgesamt 150 Tagen,  

 

sowie zu einer Geldstrafe von 3 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, 

 

im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und deren Uneinbringlichkeit auf dem 

Betreibungsweg tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 

Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 147 Abs. 1 StGB (teilweise i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB), aArt. 94 Ziff. 1 SVG, aArt. 96 Ziff. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 Abs. 1 und 

Abs. 7 SVG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 StGB, Art. 51 

StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 

 

2. a) 

 

 

 

 b) 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 StGB aufge-

schoben und es wird gemäss Art. 61 StGB eine stationäre Massnahme für junge 

Erwachsene angeordnet.  

 

Es wird festgestellt, dass sich A._____ vom 21. März 2011 bis zum 27. Februar 

2015 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befand (Art. 236 StPO i.V.m. Art. 220 

Abs. 1 StPO) und mit Verfügung der Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft vom 

24. Februar 2015 bedingt aus dem Vollzug entlassen worden ist. 

 

3. Die gegen A._____ am 12. März 2008 vom Jugendstrafgericht Basel-Stadt bedingt 

ausgesprochene Freiheitsstrafe von 60 Tagen, unter Anrechnung der vom 27. Au-

gust 2007 bis zum 28. August 2007 ausgestandenen Untersuchungshaft von einem 

Tag, bei einer Probezeit von 2 Jahren (durch Urteil des Jugendstrafgerichts Basel-

 
 

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Stadt vom 23. März 2010 um 1 Jahr verlängert), wird unter Hinweis auf den Ent-

scheid des Jugendgerichts Basel-Stadt vom 23. März 2011 in Anwendung von 

Art. 35 Abs. 2 JStG i.V.m. Art. 31 Abs. 5 JStG, Art. 89 StGB und Art. 46 Abs. 5 

StGB für nicht vollziehbar erklärt.  

 

4.  a) 

 

 

 

 

 

 b) 

 

 

 

 

 

 

 c) 

 

Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden in Anwendung von Art. 69 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen: 

(beim Fund- und Verwertungsdienst) 

- Pos. 2: 1 Mobiltelefon Nokia N95, ohne SIM-Card 

- Pos. 26 : 2 Minigrip mit grünem Aufdruck Coffee Shop 1 

 

Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden zu Handen wes Rechts ein-

gezogen:  

- Pos. 16: 1 Damenarmbanduhr Carvel, gold, römische Zahlen auf Zifferblatt 

- Pos. 17: 1 Damenarmbanduhr Mondia, gold, Armband mit Schlangenmuster 

- Pos. 21: Schmuckset (Halskette und 2 Ohrclips, gold mit verschiedenen far-

bigen Rubinen besetzt) 

 

Die beschlagnahmte Taschenlampe (rot/schwarz, beschriftet B._____; Pos. 23) 

wird nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf Art. 267 

Abs. 1 und Abs. 3 StPO an B._____ zurückgegeben. 

 

B._____ wird unter Androhung der Vernichtung des Gegenstandes im Unterlas-

sungsfalle eine Frist von drei Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils ge-

setzt, um die Taschenlampe nach telefonischer Vorankündigung beim Fund- und 

Verwertungsdienst der Sicherheitsdirektion BL abzuholen. 

 

5. A._____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die ihn betreffenden Verfah-

renskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 25‘781.05, den 

Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 250.--, den Expertisekosten des 

gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von Fr. 400.-- und der Gerichtsgebühr von 

Fr. 5‘500.--. 

 

6. Über das Honorar des amtlichen Verteidigers Advokat P. Frey wird separat ent-

schieden. 

 

II. B._____ 

1. B._____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des räuberischen Diebstahls, der 

mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, des Füh-

rens eines Motorfahrzeuges ohne Haftpflichtversicherung sowie des mehrfachen 

Missbrauchs von Kontrollschildern schuldig gesprochen und verurteilt  

 
 

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zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je Fr. 100.--, bei 

einer Probezeit von 2 Jahren,  

 

unter Anrechnung der vom 10. September 2010 bis zum 8. Oktober 2010 ausge-

standenen Untersuchungshaft von insgesamt 29 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 StGB, Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, Art. 144 

Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, aArt. 96 Ziff. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 7 

SVG, Art. 34 StGB, Art. 42 StGB, Art. 44 StGB, Art. 49 StGB, Art. 51 StGB sowie 

Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 

 

2. B._____ wird vom Vorwurf der Hehlerei gemäss Ziff. 1.5 der Anklageschrift (Faszi-

kel-Nr. 11) freigesprochen. 

 

3. Die B._____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vor-

verfahrens von Fr. 11‘298.50 und der Gerichtsgebühr von Fr. 2‘500.--, gehen in 

Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2 StPO zu acht Neunteln zu Lasten von 

B._____ und zu einem Neuntel zu Lasten des Staates.  

 

Wird in Sachen B._____ mangels Berufung oder entsprechenden Antrags keine 

nachträgliche schriftliche Urteilsbegründung ausgefertigt, wird die Gerichtsgebühr 

auf Fr. 1‘250.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

 

4. Die Kosten des amtlichen Verteidigers Advokat Dr. Ch. von Wartburg in Höhe von 

 Honorar und Auslagen im Jahr 2010:  

 8.5 Std. à Fr. 180.-- + 7.6% MWST  Fr.  1‘818.45 

 Honorar und Auslagen von 2011 bis und mit HV:  

 2.33 Std. à Fr. 180.-- + 8% MWST  Fr.     453.60 

 17.09 Std. à Fr. 200.-- + 8% MWST  Fr. 3‘691.45 

 Auslagen + 8% MWST  Fr.     385.50 

 Abzüglich Vorschuss Fr. 90.55 + 8% MWST  Fr.      -97.80 

 HV: 10.25 Std. à Fr. 200.-- + 8% MWST Fr.  2‘214.00 

 Total  Fr.     8‘465.20 

werden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von B._____ nach Art. 135 

Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet.“ 

 

B. Gegen dieses Urteil meldete B._____ mit Schreiben vom 29. April 2015 und A._____ mit 

solchem vom 30. April 2015 Berufung an. 

 

C. In der Berufungserklärung vom 7. Juli 2015 begehrte B._____, er sei in Abänderung des 

angefochtenen Urteils vom Vorwurf gemäss Anklageziffer 1.3 („Räuberischer Diebstahl, Sach-

beschädigung und Hausfriedensbruch begangen durch A._____ und B._____ zum Nachteil von 

 
 

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C._____ und D._____ sowie E._____“) freizusprechen und stattdessen wegen versuchten 

Diebstahls zu verurteilen; entsprechend sei er in Abänderung des angefochtenen Urteils zu ei-

ner angemessen reduzierten Geldstrafe von 170 Tagessätzen bei einer Probezeit von zwei Jah-

ren zu verurteilen und zufolge Verletzung des Beschleunigungsgebots und aufgrund von Art. 48 

lit. d und e StGB sei diese Strafe weiter zu reduzieren; die Strafe sei in jedem Fall unter 180 

Tagessätzen festzulegen; es seien die von der Vorinstanz festgesetzten Kosten um 30% zu 

reduzieren; es sei ihm eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen und es sei ihm im 

Berufungsverfahren die notwendige amtliche Verteidigung zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. 

 

D. In der Berufungserklärung vom 20. Juli 2015 beantragte A._____, es seien die ihm von 

der ersten Instanz auferlegten Verfahrenskosten von Fr. 31‘931.05 wegen Verletzung des Be-

schleunigungsgebots um 30%, d.h. um Fr. 9‘579.30, zu reduzieren; es seien ihm die Kosten für 

das forensisch-psychiatrische Gutachten von Fr. 7‘339.35 zu erlassen und auf die Staatskasse 

zu nehmen sowie es sei ihm für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung zu gewäh-

ren; unter o/e-Kostenfolge. 

 

E. Mit Eingabe vom 24. Juli 2015 erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung mit 

den Anträgen, A._____ sei in Abänderung der Dispositiv-Ziffer I.1 des angefochtenen Urteils zu 

einer Freiheitsstrafe von drei Jahren sowie zu einer Geldstrafe von drei Tagessätzen zu je Fr. 

70.-- zu verurteilen; B._____ sei in Abänderung von Dispositiv-Ziffer II.1 des angefochtenen 

Urteils zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten bei einer Probezeit von 

zwei Jahren zu verurteilen; im Übrigen sei das angefochtene Urteil zu bestätigen.  

 

F. Mit Schreiben vom 2. September 2015 verlangte die Staatsanwaltschaft, B._____ sei 

neben der in der Anschlussberufungserklärung begehrten Strafe zusätzlich noch eine bedingt 

vollziehbare Geldstrafe von zwei Tagessätzen zu je Fr. 100.-- aufzuerlegen.  

 

G. In der Berufungsbegründung vom 21. September 2015 bestand A._____ auf seinen An-

trägen.  

 

H. In der Berufungsbegründung vom 20. Oktober 2015 hielt B._____ an seinen Begehren 

fest. 

 

I. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2015 wurde A._____ und B._____ die amtliche Verteidi-

gung mit ihrem jeweiligen Rechtsvertreter für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. 

 

J. Mit Stellungnahme vom 9. November 2015 beantragte die Staatsanwaltschaft, es seien 

die Berufungen von A._____ und B._____ abzuweisen und hielt im Übrigen an den von ihr ge-

stellten Anschlussberufungsbegehren fest. 

 

K. In der Anschlussberufungsantwort vom 9. Dezember 2015 begehrte A._____ sinnge-

mäss die Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft. 

 
 

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L. In der Anschlussberufungsantwort vom 18. Dezember 2015 beantragte B._____ die Ab-

weisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft, unter o/e-Kostenfolge. 

 

M. Zur heutigen Verhandlung erscheinen A._____ mit Advokat Patrick Frey, B._____ mit 

Advokat Dr. Christian von Wartburg und Staatsanwalt Mark Balke. An der heutigen Verhand-

lung halten die Parteien an ihren Anträgen fest. Die Staatsanwaltschaft ergänzt ihren Antrag auf 

Ausfällung einer Geldstrafe von zwei Tagessätzen gegenüber B._____ insoweit, als sie ver-

langt, es sei die Probezeit hierfür auf zwei Jahre festzulegen. 

 

 

 

 

Erwägungen 

 

I. FORMELLES 

(…) 

 

 

II. TATSÄCHLICHES UND RECHTLICHES 

A. Räuberischer Diebstahl 

B._____ verlangte in der Berufungserklärung einen Freispruch von den Vorwürfen des räuberi-

schen Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs. Aus seiner Berufungs-

begründung ergibt sich indessen, dass er einzig den Schuldspruch wegen räuberischen Dieb-

stahls im Anklagepunkt 1.3 anficht. Nachfolgend bleibt deshalb lediglich zu prüfen, ob dieser 

Schuldspruch wegen räuberischen Diebstahls zu Recht ergangen ist. 

 

a. Sachverhalt 

Die Feststellungen der Vorinstanz zum äusseren Geschehensablauf (E. II.2.1 und III.2.4.3) sind 

unbestritten. Es ist mithin von folgendem objektiven Sachverhalt auszugehen: Am 17. April 

2010, zirka um 02:56 Uhr, brachen A._____ und B._____ mit Hilfe eines unbekannten Werk-

zeugs die Türe des Kiosks von C._____ und D._____ an der F._____ 1 in G._____ auf. Da-

raufhin betrat A._____ den Kiosk, durchsuchte diesen nach Geld, Wertsachen, Alkohol und Ta-

bakwaren. Er hatte bereits Fr. 125.-- Bargeld und 320 Lotterielose im Wert von Fr. 920.-- aus 

dem Eigentum von C._____ und D._____ in seiner Kleidung sowie weiteres Deliktsgut in der 

mitgeführten Sporttasche verstaut, als er um zirka 03:04 Uhr von dem durch die Alarmanlage 

über den Einbruch informierten E._____ überrascht wurde. A._____ rief den vor dem Kiosk 

Schmiere stehenden B._____ um Hilfe. B._____ lief zu E._____ hin, schubste diesen zur Seite 

und verpasste ihm zwei Faustschläge ins Gesicht. E._____ war deswegen nicht mehr in der 

Lage, A._____ und B._____ aufzuhalten. A._____ und B._____ nutzten diese Gelegenheit und 

flüchteten, wobei A._____ das Deliktsgut in Form von Fr. 125.-- Bargeld und 320 Lotterielosen 

 
 

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davontrug. Präzisierend ist anzumerken, dass nachdem B._____ dem E._____ die beiden 

Faustschläge ins Gesicht versetzte, A._____ zunächst das Weite suchte, jedoch auf Zurufen 

von B._____ wieder in die Nähe des Kiosks zurückkehrte. Eine Weile standen A._____ und 

B._____ mit E._____ beim Kiosk zusammen, bevor A._____ und B._____ vor der heranrü-

ckenden Polizei flüchteten (act. 2371). 

 

b. Objektiver Tatbestand 

ba. Allgemeines 

1. Den objektiven Tatbestand des räuberischen Diebstahls gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB verwirklicht, wer bei einem Diebstahl auf frischer Tat ertappt, Nötigungshandlungen 

begeht, um die gestohlene Sache zu behalten. Ein räuberischer Diebstahl kann nur durch eine 

Nötigungshandlung verwirklicht werden, die erst nach der Vollendung des Diebstahls verübt 

wird (DONATSCH, Strafrecht III, 10. Aufl. 2013, S. 174; TRECHSEL/CRAMERI, Praxiskommentar 

StGB, 2. Aufl. 2013, Art. 140 N 12; ALEXANDER/RIEDO, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, 

Art. 140 N 47). Vollendet ist der Diebstahl mit der Herstellung eines neuen, nicht notwendiger-

weise eigenen Gewahrsams nach dem Willen des Täters (TRECHSEL/ CRAMERI, a.a.O., Art. 139 

N 11). Bei handlichen und leicht zu bewegenden Gegenständen reicht hierfür ein blosses Er-

greifen und Festhalten aus, wenn der Berechtigte seine ungehinderte Verfügungsgewalt nur 

noch gegen den Willen des Täters und unter Anwendung von körperlicher Gewalt wiedererlan-

gen könnte (BGH 3 StR 180/10 vom 6. Juli 2010 E. 1b). Ein Dieb gilt als auf frischer Tat ertappt, 

wenn eine hinzukommende Person Zeuge der Wegnahme des Deliktsguts, der Vorbereitung 

des Abtransports der Beute oder des Abtransports selbst wird. Die Nötigungshandlungen müs-

sen sich nicht notwendigerweise gegen den Zeugen richten, sondern können sich auch gegen 

eine von ihm orientierte Drittperson wenden. Es reicht, wenn der Betreffende mindestens über 

die Möglichkeit verfügt, gegen das Behalten der Beute einzuschreiten; nicht notwendig ist, dass 

er effektiv interveniert. Als „frisch“ gilt die Tat bis zu ihrer Beendigung, d.h. bis zur endgültigen 

Sicherung der Beute durch die Täterschaft. Eine Nötigungshandlung kann in der Ausübung von 

Gewalt gegen eine Person, einer Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder der 

Herbeiführung von Widerstandsunfähigkeit bestehen. Die Nötigungshandlung muss objektiv 

darauf gerichtet sein, den Gewahrsam des Diebs am Deliktsgut zu erhalten (DONATSCH, a.a.O., 

S. 174 f.; STRATENWERTH/WOHLERS, Handkommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 140, N 8; 

TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., Art. 140 N 12; BGE 92 IV 153 E. 1 S. 155; BGE 83 IV 66 S. 68). 

 

2. Mittäterschaft setzt in objektiver Hinsicht voraus, dass jeder Beteiligte in massgebender 

Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt und sein Tatbeitrag für die Deliktsbegehung derart 

wichtig ist, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht (FORSTER, Basler Kommentar StGB, Vor Art. 

24 N 9). In der Regel übt keiner der Mittäter Herrschaft über die gesamte Tat aus, sondern ist 

daran - obwohl sie ihm als Ganzes zugerechnet wird - lediglich beteiligt. Entscheidend ist, ob 

der jeweilige Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falls und dem Tatplan für die Aus-

führung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (BGer. 6B_818/2015 

vom 8. Februar 2016 E. 4.3).  

 

 
 

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bb. In Concreto 

A._____ und B._____ brachen am 17. April 2010, zirka um 02:56 Uhr, mit Hilfe eines unbe-

kannten Werkzeugs die Türe des Kiosks von C._____ und D._____ an der F._____ 1 in 

G._____ auf. A._____ begab sich in diesen Kiosk und hatte bereits Fr. 125.-- Bargeld und 320 

Lotterielose im Wert von Fr. 920.-- aus dem Eigentum von C._____ und D._____ in seiner Klei-

dung verstaut, als er um zirka 03:04 Uhr von E._____ überrascht wurde. Die Wegnahme dieses 

Deliktsguts war damit bereits vollendet, als A._____ von E._____ überrascht wurde. Denn um 

die ungehinderte Verfügungsgewalt über diese Sachen zu erlangen, hätte E._____ ihm diese 

gegen dessen Widerstand entwinden müssen. A._____ wurde von E._____ auf frischer Tat 

ertappt, da der Abtransport der Beute vom Tatort gerade bevorstand. Als A._____ von E._____ 

überrascht wurde, rief er B._____ um Hilfe. B._____ versetzte aufgrund dieses Hilferufs 

E._____ zwei Faustschläge ins Gesicht. Die Wirkung der Faustschläge war so erheblich, dass 

E._____ nicht mehr fähig war, A._____ und B._____ festzuhalten. Da durch diese Gewaltaus-

übung der Widerstand von E._____ gebrochen wurde, stellen diese beiden Faustschläge eine 

Nötigungshandlung im Sinne des Gesetzes dar. Bei der Tatausführung hatte jeder der beiden 

Beschuldigten einen eigenen Aufgabenbereich: A._____ drang in den Kiosk ein, behändigte 

Bargeld und Lotterielose, verstaute dieses Deliktsguts in seiner Kleidung und trug es davon, 

während B._____ beim Kiosk Schmiere stand und durch die Anwendung von Gewalt gegen 

E._____ die Sicherung des Diebesguts in Form von Bargeld und Lotterielosen ermöglichte. Der 

Beitrag jedes Beteiligten war für die Tatausführung unabdingbar. Bei der Tatausführung wirkten 

sie mittäterschaftlich zusammen, in dem jeder mit seinen Handlungen in massgebender Weise 

zum erstrebten Taterfolg beitrug. Bloss der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass A._____ 

und B._____ die Beute teilten (act. 2143, 2331), was ein Indiz für eine wesentliche Beteiligung 

von A._____ und B._____ an der Straftat darstellt (BGer. 6S.203/2005 vom 6. September 2005 

E. 2.1). Aufgrund all dessen erhellt, dass A._____ und B._____ in Mitttäterschaft den objektiven 

Tatbestand des räuberischen Diebstahls verwirklichten.  

 

c. Subjektiver Tatbestand 

ca. Allgemeines 

Eine Mittäterschaft zum räuberischen Diebstahl setzt Vorsatz der Mittäter hinsichtlich aller ob-

jektiven Tatbestandmerkmale voraus; dieser muss sich somit auf die Wegnahme einer fremden 

beweglichen Sache und die Vornahme einer Nötigungshandlung bei einem Betroffensein auf 

frischer Tat richten. Ausserdem bedarf es eines gemeinsamen Tatentschlusses, der nicht aus-

drücklich zu sein braucht; dieser kann auch bloss konkludent bekundet werden, wobei Eventu-

alvorsatz genügt. Mittäterschaft ist mithin auch an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder 

unkoordinierten Straftaten möglich (BGer. 6B_852/2015 vom 10. Februar 2016 E. 2.2). Dass 

der Mittäter bei der Fassung des gemeinsamen Tatentschlusses mitwirkt, ist nicht erforderlich; 

es genügt, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht (BGer. 

6B_1091/2009 vom 29. April 2010 E. 3.3). Für die Annahme von Mittäterschaft ist überdies ge-

fordert, dass bei den Mittätern die übrigen subjektiven Tatbestandselemente, d.h. Beuteerhal-

 
 

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tungsabsicht sowie Aneignungs- und Bereicherungsabsicht vorliegen (ALEXANDER/RIEDO, 

a.a.O., Art. 140 N 55 f.). 

 

cb. In Concreto 

cba. Vorsatz bezüglich der objektiven Tatbestandsmerkmale 

B._____ gab bei der Einvernahme vom 27. September 2010 zu Protokoll, die Verübung des 

Einbruchs in den Kiosk vom 17. April 2010 an der F._____ 1 in G._____ sei die Idee von 

A._____ gewesen. Er habe sich jedoch damit einverstanden erklärt (act. 2295). A._____ führte 

bei der Einvernahme vom 20. Januar 2011 aus, B._____ und er seien auf die Idee gekommen, 

dass sie zusammen noch einmal in diesen Kiosk einbrechen könnten (act. 2141). Demzufolge 

hatten A._____ und B._____ wechselseitig den Willen, den Einbruch vom 17. April 2010 in den 

Kiosk zusammen zu verüben. Anlässlich der Befragung vom 15. Oktober 2010 machte B._____ 

geltend, beim Einbruch vom 17. April 2010 in den Kiosk hätten sie sich besser vorbereitet als 

bei jenem vom 11. April 2010 in den gleichen Kiosk; so hätten sie eine Sporttasche mitgenom-

men und eine Sturmmaske getragen, um nicht erkannt zu werden, falls etwas passiere (act. 

2331). Für die Begehung dieser Tat trafen sie auch eine gewisse Planung bezüglich des Ein-

bruchs, indem sie insbesondere den besagten Kiosk als Einbruchsobjekt, die Mitnahme einer 

Sporttasche und das Tragen von Sturmmasken vorsahen. Angesichts all dessen steht fest, 

dass A._____ und B._____ gemeinsam den Tatentschluss für den streitbetroffenen Einbruch 

fassten. Bei der Befragung vom 5. Oktober 2010 führte A._____ aus, da der erste Einbruch in 

der Kiosk funktioniert habe, hätten sie gedacht, dass auch der zweite Einbruch vom 17. April 

2010 in diesen Kiosk erfolgreich verlaufe (act. 2015). Anlässlich der Einvernahme vom 20. Ja-

nuar 2011 gab A._____ als Grund für den Einbruch vom 17. April 2010 an, sie hätten wie beim 

Einbruch in diesen Kiosk vom 11. April 2010 das Gleiche entwenden wollen (act. 2141). Bei der 

Befragung vom 23. März 2011 sagte B._____ aus, sie hätten das Gleiche wie beim ersten Ein-

bruch in den Kiosk entwenden wollen (act. 2365). A._____ und B._____ wollten mithin diesmal 

wie beim ersten Einbruch in den Kiosk Tabakwaren, Lotterielose und Bargeld stehlen. Bei der 

Planung des Einbruchs in den Kiosk konnten A._____ und B._____ dessen Ablauf nicht in allen 

Details voraussehen. Da sie sich bei diesem Einbruch mit Sturmmasken tarnten, waren sie sich 

bewusst, dass sie sich bei der Tatausführung dem Risiko des Entdecktwerdens aussetzen. Sie 

mussten damit rechnen, dass es zu einer Auseinandersetzung mit einem Beobachter des Ein-

bruchs kommen könnte. Als B._____ nach den Hilferufen von A._____ aus dem Innern des Ki-

osk E._____ die beiden Faustschläge verpasste, war er sich im Klaren, dass A._____ auf fri-

scher Tat von einer Drittperson betroffen wurde und versetzte in diesem Moment vorsätzlich 

E._____ die beiden Faustschläge, um dessen Widerstand zu brechen. A._____ war sich be-

wusst, dass er von einer Drittperson bei der Verübung des Diebstahls im Kiosk auf frischer Tat 

ertappt wurde und billigte in dieser Situation, dass B._____ gegenüber E._____ Gewalt anwen-

dete, um den Widerstand des Letzteren zu brechen. Damit muss er sich den Vorsatz von 

B._____ in Bezug auf Verübung dieser Gewalt anrechnen lassen. Aufgrund all dessen erhellt, 

dass A._____ und B._____ einen wechselseitigen Vorsatz in Bezug auf alle objektiven Tatbe-

standselemente des räuberischen Diebstahls hatten.  

 

 
 

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cbb. Beuteerhaltungsabsicht 

1. B._____ macht geltend, die Tätlichkeiten gegenüber E._____ habe er einzig und allein 

zur Sicherung der Flucht von A._____ begangen. Das Strafgericht nehme zu Unrecht an, er 

habe aufgrund des ersten Einbruchs wissen müssen, dass A._____ im Moment, als er E._____ 

die Faustschläge versetzt habe, schon Deliktsgut auf sich getragen habe. Dieser Annahme der 

Vorinstanz könnte im Übrigen ohnehin nur gefolgt werden, wenn A._____ bereits beim ersten 

Einbruch vom 11. April 2010 das Diebesgut auch effektiv in den Jacken- und Hosentaschen 

verstaut gehabt hätte. Gemäss der Aussage von B._____ sei dies indessen nicht der Fall ge-

wesen, da dieses bei der ersten Tat nämlich im Helmfach des Scooters transportiert worden 

sei. Vorliegend trifft zwar zu, dass B._____ bei der Befragung vom 23. März 2011 ausführte, er 

und A._____ hätten beim ersten Einbruch in den Kiosk vom 11. April 2010 das Deliktsgut im 

Helmfach seines Scooters transportiert (act. 2847). Bei dieser Aussage handelt es sich aller-

dings um eine pauschale und detailarme Deposition von B._____. Es kann durchaus sein, dass 

B._____ bei der Beantwortung der Frage nach dem Transport des Deliktsguts einfach nur an 

das sperrige im Helmfach des Scooters transportierte Deliktsgut dachte und nicht auch noch an 

das kleine in den Kleidern verstaute Deliktsgut wie das Bargeld und die Lotterielose. Überdies 

ist zu beachten, dass B._____ selbst nicht behauptet, sie hätten vereinbart, A._____ solle das 

Bargeld und die Lotterielose in der Sporttasche abtransportieren. In Anbetracht all dessen kann 

es nicht als erwiesen gelten, B._____ habe beim Einbruch in den Kiosk vom 17. April 2010 an-

nehmen können, A._____ habe das Bargeld und die Lotterielose in der Sporttasche verstaut. 

B._____ musste zumindest damit rechnen, dass A._____ während des rund achtminütigen Auf-

enthalts im Kiosk bereits kleines, einfach verstaubares Diebesgut, wie Bargeld und Lotterielose, 

in seine Kleidung eingesteckt hatte. Dies muss umso mehr angenommen werden, als ein Ab-

transport des besagten kleinen Diebesguts in einer Sporttasche nicht als lebensnah erscheint, 

da sich Bargeld und Lotterielose in der Kleidung einfacher und sicherer abtransportieren lassen 

als in einer Tasche, welche im Falle eines Betroffenseins bei der Tatbegehung unter Umstän-

den zurückgelassen werden muss.  

 

2. B._____ bringt weiter vor, gemäss den Aussagen aller Beteiligten sei A._____ nach 

dem Einschreiten von B._____ zunächst vom Tatort geflüchtet, aufgrund der Zurufe von 

B._____ wieder an den Tatort zurückgekommen und erst nach dem Eintreffen der Polizei sei er 

mit ihm geflüchtet. A._____ und er hätten somit mehrere Gelegenheiten gehabt, die Sportta-

sche mitzunehmen. Dass sie dies jedoch unterlassen hätten, bilde einen Anhaltspunkt dafür, 

dass es ihnen letztlich nur um die Fluchtsicherung gegangen sei und nicht darum, die Beute 

mitzunehmen. Vorliegend ist zu beachten, dass die Bergung der Sporttasche aus dem Innern 

des Kiosks angesichts der Präsenz von E._____ nicht gefahrlos möglich gewesen wäre. Dage-

gen konnte A._____ ohne Weiteres die in seiner Kleidung verstaute Beute in Form von Bargeld 

und Lotterielosen davontragen. Angesichts dessen kann aus der unterlassenen Mitnahme der 

Sporttasche nicht einfach geschlossen werden, dass am Bargeld und an den Lotterielosen kei-

ne Beuteerhaltungsabsicht bestand.  

 

 
 

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3. Unstrittig ist aus den überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz (E. III.2.4.3/aa) 

davon auszugehen, dass A._____ die Gewaltanwendung von B._____ gegenüber E._____ 

neben der Fluchtsicherung auch billigte, um den Besitz an dem Bargeld von Fr. 125.-- und 

den 320 Lotterielosen erhalten zu können. Nachdem A._____ und B._____ die Tür zum Kiosk 

aufgebrochen hatten, vergingen zirka acht Minuten, bis E._____ am Tatort erschien. A._____ 

hatte also bereits einige Zeit zur Verfügung, um Bargeld und Lotterielose in seiner Kleidung 

einzustecken. B._____ musste demnach damit rechnen, dass A._____ schon Bargeld und 

Lotterielose in seiner Kleidung verstaut hatte. Überdies ist hervorzuheben, dass das Motiv für 

die Beteiligung von B._____ an diesem Einbruch insbesondere die Entwendung von Bargeld 

und Lotterielosen war. Auch hoffte er darauf, dass A._____ aus der Beute die Schulden bei 

ihm zurückbezahlt (act. 2327). Vor diesem Hintergrund und da sich B._____ mitten in der 

Nacht mit A._____ zum Tatort am Stadtrand in G._____ begab, kann ihm nicht abgenommen 

werden, er habe aufgrund des Erscheinens von E._____ das Ziel des Einbruchs, nämlich die 

Erlangung von Bargeld und Lotterielosen, plötzlich aus den Augen verloren. Überdies ist zu 

bemerken, dass nachdem B._____ durch die beiden Faustschläge den Widerstand von 

E._____ brach, A._____ zwar vorerst die Flucht ergriff, sich indes auf Zurufen von B._____ 

wieder in die Nähe des Kiosks zurückbegab. Eine Weile waren A._____ und B._____ sowie 

E._____ beim Kiosk zusammen zugegen, ehe A._____ und B._____ vor der herannahenden 

Polizei das Weite suchten. Vor dem Eintreffen der Polizei hätte der die Übersicht bewahrende 

B._____ die Möglichkeit gehabt, A._____ aufzufordern, sich der Beute zu entledigen. Dass er 

dies nicht tat, spricht für eine Besitzerhaltungsabsicht am Diebesgut. Überdies ist festzuhal-

ten, dass sich B._____ aufgrund des gemeinsamen Tatentschlusses zum Stehlen von Bargeld 

und Lotterielosen im besagten Kiosk den Vorsatz von A._____ bezüglich des in Frage stehen-

den Diebesguts ohnehin anrechnen lassen muss.  

 

cbc. Aneignungs- und Bereicherungsabsicht 

Die Aneignungsabsicht von A._____ und B._____ ist gegeben, da sie das Bargeld und die Lot-

terielose aus dem Kiosk mitnahmen, um selbst über diese Sachen wie ein Eigentümer verfügen 

zu können. Da A._____ und B._____ keinen Rechtsanspruch darauf hatten, handelten sie in 

unrechtmässiger Bereicherungsabsicht.  

 

d. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. 

 

e. Fazit 

Dem Gesagten zufolge steht fest, dass sich B._____ in Mittäterschaft mit A._____ des räuberi-

schen Diebstahls im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig machte. 

 

B. Konkurrenzen 

Die von B._____ erfüllten Tatbestände stehen in echter Konkurrenz, da unterschiedliche 

Rechtsgüter verletzt wurden und keine straflosen Vor- oder Nachtaten vorliegen. Demzufolge ist 

 
 

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er wegen gewerbsmässigen Diebstahls, räuberischen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädi-

gung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Führens eines Motorfahrzeuges ohne Haftpflichtversi-

cherung sowie mehrfachen Missbrauchs von Kontrollschildern schuldig zu erklären.  

 

 

III.  STRAFZUMESSUNG 

A. Allgemeines 

a. Grundsätze für die Festsetzung der Strafe 

Das Strafgericht legte die Grundsätze zur Festsetzung der Strafe in seinen Erwägungen 

(E. IV.1) korrekt dar, weshalb zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich 

darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

b. Art der Begründung der Strafzumessung 

1. Die Staatsanwaltschaft rügt, das Strafgericht habe in seinem Urteil nicht transparent 

gemacht, inwieweit welcher Faktor sich konkret auf die Bemessung der Strafe auswirke. 

 

2. Gemäss Art. 50 StGB hat das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen 

Umstände und deren Gewichtung festzuhalten. Es muss die Überlegungen, die es bei der Be-

messung der Strafe vorgenommen hat, in den Grundzügen wiedergeben, sodass die Strafzu-

messung nachvollziehbar ist (BGE 134 IV 17 E. 2.1 S. 20). Das Gericht ist indes nicht gehalten, 

in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berück-

sichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61). Aus den Erwägungen im angefochtenen Urteil geht klar 

hervor, dass das Strafgericht die massgebenden Strafzumessungsfaktoren beachtete und plau-

sibel würdigte. Es legte seine Überlegungen klar nachvollziehbar dar und kam somit seiner Be-

gründungspflicht im Sinne von Art. 50 StGB nach.  

 

B. Strafe vor Reduktion wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots 

a. A._____ 

aa. Parteistandpunkte 

1. Die Staatsanwaltschaft bringt vor, das Strafgericht habe gegenüber A._____ eine zu 

milde Strafe verhängt, zumal es nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen sei. 

Bei einer angemessenen Berücksichtigung seines Tatverschuldens, seiner Dreistigkeit, seiner 

Beharrlichkeit und Unbeirrbarkeit sowie seiner wiederholten Delinquenz trotz Vorstrafen und 

während des laufenden Strafverfahrens sowie der Dauer des Verfahrens erscheine eine Frei-

heitsstrafe von drei Jahren als angebracht.  

 

2. A._____ wendet demgegenüber ein, aus den zutreffenden von der Vorinstanz ange-

führten Gründen sei die von ihr ausgefällte Freiheitsstrafe zu bestätigen. Die Staatsanwaltschaft 

unterlasse es im Übrigen aufzuzeigen, weshalb seine Dreistigkeit, seine Beharrlichkeit und sei-

ne Unbeirrbarkeit bei der Strafzumessung nicht gebührend berücksichtigt worden sein sollen.  

 

 
 

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ab. Strafzumessung i.e.S. 

Das Strafgericht stufte das Tatverschulden als beträchtlich und das tatbezogene Verhalten von 

A._____ als äusserst dreist ein. Auch berücksichtigte es die Beharrlichkeit und Unbeirrbarkeit 

von A._____, so legte es ihm nämlich zur Last, dass er trotz Konfrontationen weiter delinquierte 

und sogar trotz der Auseinandersetzung mit E._____ beim zweiten Einbruch in den Kiosk gar 

noch ein drittes Mal dort einbrach. Irgendwelche Fehler bei der Würdigung der Strafzumes-

sungsgründe und der Festlegung der Strafe vor Berücksichtigung der Verletzung des Be-

schleunigungsgebots durch die Vorinstanz sind nicht ersichtlich. Um unnötige Wiederholungen 

zu vermeiden, ist deshalb auf die entsprechenden Ausführungen der ersten Instanz (E. IV.2.1) 

zur Strafzumessung zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Somit ist nicht zu beanstanden, dass 

das Strafgericht vor Berücksichtigung der Reduktion wegen Verletzung des Beschleunigungs-

gebots eine unbedingte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren und eine Geldstrafe von drei 

Tagessätzen als angebracht ansah. Unstrittig sind diese Strafen aus den überzeugenden vom 

Strafgericht genannten Gründen (E. IV.2.1.4) unbedingt auszufällen. 

 

b. B._____  

ba. Parteistandpunkte 

1. Die Staatsanwaltschaft trägt vor, die erste Instanz habe die Strafzumessungsgründe 

weitestgehend korrekt dargelegt. Angesichts des anwendbaren Strafrahmens, der begangenen 

Taten sowie der tat- und täterrelevanten Strafzumessungsfaktoren und unter Berücksichtigung 

der Dauer des Verfahrens erscheine eine bedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von 16 Monaten 

als angemessen.  

 

2. B._____ wendet dagegen ein, die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe sei zu 

reduzieren, weil im Anklagepunkt 1.2 der vorinstanzliche Schuldspruch wegen räuberischen 

Diebstahls aufzuheben und er stattdessen lediglich wegen versuchten Diebstahls zu verurteilen 

sei. Da er sich seit über fünf Jahren wohl verhalten habe, sei überdies aufgrund von Art. 48 lit. e 

StGB eine Strafreduktion vorzunehmen. Weil er sämtliche Schadenersatzforderungen aner-

kannt und sich bei E._____ entschuldigt habe, sei zudem in Anwendung von Art. 48 lit. d StGB 

die Strafe herabzusetzen. Sein korrektes Verhalten in den letzten fünf Jahren zeige seine Ein-

sicht. Mit der Vorinstanz sei ihm hoch anzurechnen, dass er seine strafbare Phase aus eigenem 

Antrieb beendet habe. Aus all diesen Gründen sei lediglich eine Geldstrafe von 170 Tagessät-

zen auszusprechen. Da eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von sechs oder mehr Mona-

ten resp. einer Geldstrafe von 180 oder mehr Tagessätzen praxisgemäss einen Hinderungs-

grund für eine Armeerekrutierung darstelle, sei in jedem Fall eine Geldstrafe von unter 180 Ta-

gessätzen auszusprechen, um ihm das Absolvieren des Militärdiensts zu ermöglichen. 

 

bb. Strafzumessung i.e.S. 

1. Das Kantonsgericht bestätigt sämtliche von der Vorinstanz gegenüber B._____ ausge-

fällten Schuldsprüche. Aufgrund dessen und weil das Strafgericht den Strafrahmen korrekt ab-

steckte, alle hier massgeblichen Strafzumessungskriterien berücksichtigte und zutreffend wür-

 
 

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digte, kann zur Vermeidung überflüssiger Wiederholungen vorab auf die entsprechenden Erwä-

gungen im angefochtenen Urteil (E. IV.2.2) verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), unter Vor-

behalt der nachfolgenden Ergänzungen.  

 

2. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 

das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben 

des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Nach dieser Gesetzvorschrift ist bei der Strafzumessung auch 

belastenden Folgen Rechnung zu tragen, welche die Straftat für den Verurteilten hat oder noch 

haben wird. Weil jede Strafe Folgen für den Täter hat, sind von vornherein nur solche zu beach-

ten, welche den Täter überdurchschnittlich treffen. Die Gesamtheit aller den Täter belastenden 

Straftatfolgen muss dem Unrechts- und Schuldgewicht der Tat entsprechen (OGer. ZH 

SB120547 vom 16. August 2013 E. II.2.7.1). Sollte B._____ aufgrund der im vorliegenden Ver-

fahren ausgesprochenen Strafe als nicht militärdiensttauglich eingestuft werden, stellt dies kei-

nen aussergewöhnlichen Umstand dar, welcher eine Strafreduktion gebieten würde.  

 

3. Laut Art. 48 lit. d StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn der Täter aufrichtige Reue 

betätigt, namentlich den Schaden, soweit es ihm zuzumuten war, ersetzt hat. Nach der Recht-

sprechung genügt nicht jede Wiedergutmachung des Schadens als Betätigung aufrichtiger 

Reue. Verlangt wird eine besondere Anstrengung seitens des Fehlbaren, die er freiwillig und 

uneigennützig weder nur vorübergehend noch allein unter dem Druck des drohenden oder hän-

gigen Strafverfahrens erbringen muss. Der Täter muss Einschränkungen auf sich nehmen und 

alles daran setzen, das geschehene Unrecht wieder gut zu machen. Aufrichtige Reue setzt vor-

aus, dass er die Schwere seiner Verfehlung einsieht und die Tat gesteht (BGer. 6B_94/2012 

vom 19. April 2012 E. 2.2). Nicht gefolgt werden kann dem Vorbringen von B._____, dass auf-

grund des Anerkennens von Schadenersatzforderungen gemäss Art. 48 lit. d StGB die Strafe 

zu mildern sei. Denn gemäss dem eindeutigen Wortlaut kommt diese Gesetzesbestimmung nur 

in Betracht, wenn der Täter den Schaden nicht bloss anerkannt, sondern, soweit es ihm zumut-

bar ist, bereits ersetzt hat. Ebenso wenig kann B._____ aufgrund der Entschuldigung bei 

E._____ eine Strafmilderung nach Art. 48 lit. d StGB gewährt werden. Denn bei dieser handelt 

es sich bloss um eine verbale Äusserung. Eine besondere Bemühung, das von ihm begange-

nem Unrecht wieder gut zu machen, kann darin nicht erblickt werden. Damit besteht kein Raum 

für eine Strafmilderung nach Art. 48 lit. d StGB. 

 

4. Gemäss Art. 48 lit. e StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in 

Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser 

Zeit wohl verhalten hat. Gemäss der Rechtsprechung ist verhältnismässig lange Zeit verstri-

chen, wenn zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1 S. 147 f.). 

B._____ beging die der Verurteilung zugrunde liegenden Taten in der Zeit zwischen dem 

2. Januar 2010 und 30. Mai 2010 und liess sich danach nichts mehr zu Schulden kommen. 

Demnach ist von einem Wohlverhalten von fast sechs Jahren auszugehen, weshalb die Vor-

aussetzungen, unter welchen in Anwendung von Art. 48 lit. e StGB eine Strafmilderung zu er-

folgen hat, grundsätzlich nicht gegeben sind (BGer. 6B_827/2010 vom 24. Januar 2011 

 
 

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E. 8.4.2, 6B_664/2015 vom 18. September 2015 E. 1.1). An dieser Stelle ist hervorzuheben, 

dass B._____ indes strafmindernd zugutezuhalten ist, dass er aus eigenem Antrieb seine delik-

tische Phase beendet und sich seit den letzten Straftaten nichts mehr zu Schulden kommen 

lassen hat. Zu Recht veranschlagte dies die Vorinstanz bei der Festsetzung der Freiheitsstrafe 

strafmindernd. Diesem Umstand ist überdies dadurch Rechnung zu tragen, als auf die von der 

Staatsanwaltschaft begehrte Ausfällung einer Geldstrafe wegen Führens eines Motorfahrzeu-

ges ohne Haftpflichtversicherung am 23./24. Mai 2010 zu verzichten ist.  

 

5. Als Fazit kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz in Berücksichtigung aller  

massgebenden tat- und täterrelevanten Faktoren sowie den persönlichen Verhältnissen von 

B._____ zu Recht von einem erheblichen Verschulden ausging und eine Freiheitsstrafe von 16 

Monaten (vor Berücksichtigung der Reduktion wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots) 

als angemessen betrachtet. Korrekt und unbestritten ist überdies, dass das Strafgericht eine 

sehr günstige Prognose annahm und die Voraussetzungen für den bedingten Vollzug der Strafe 

als gegeben erachtete. 

 

C. Reduktion der Strafe wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots 

a. Allgemeines 

Das in Art. 5 Abs. 1 StPO verankerte Beschleunigungsgebot verpflichtet die Strafbehörden, die 

Strafverfahren unverzüglich an die Hand zu nehmen und sie ohne unbegründete Verzögerung 

zum Abschluss zu bringen. Entscheidend für die Beurteilung der Angemessenheit der Verfah-

rensdauer ist eine Gesamtbetrachtung des konkreten Einzelfalls unter Berücksichtigung der 

Komplexität des Falls sowie des Verhaltens der beschuldigten Person und der zuständigen Be-

hörde (BGE 124 I 139 E. 2c S. 141). Von den Behörden und Gerichten kann nicht verlangt wer-

den, dass sie sich ständig einem einzigen Fall widmen. Zeiten, in denen das Verfahren still-

steht, sind unumgänglich und grundsätzlich hinzunehmen (BGer. 6B_51/2013 vom 12. März 

2013 E. 2.2). Sind die Strafverfolgungsbehörden im Stadium der Untersuchung indes während 

etwa 13 oder 14 Monaten untätig, ist dies zu sanktionieren (BGer. 6B_390/2012 vom 18. Feb-

ruar 2013 E. 4.4; BGE 130 IV 54 E. 3.3.3 S. 56). Die Würdigung der Verletzung des Beschleu-

nigungsgebots ist aufgrund einer Gesamtschau aller bedeutsamen Umstände des Einzelfalls 

vorzunehmen (BGer. 6B_676/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.4.1). 

 

b. In Concreto 

Von der Verhaftung von A._____ am 8. Juli 2010 und von B._____ am 10. September 2010 

(act. 973) vergingen bis zur Anklageerhebung am 19. Mai 2014 gegen vier Jahre und bis zum 

heutigen Urteil über fünfeinhalb Jahre. Als Grund für die Dauer des Vorverfahrens nennt die 

Staatsanwaltschaft unter anderem, dass das streitbetroffene Verfahren zum Aktionskomplex 

H._____ mit 27 Beschuldigten und 200 zu untersuchenden Vorfällen gehöre. Erst hätten die 

dieser Gruppierung anzulastenden Taten eruiert werden müssen. Problematisch sei gewesen, 

dass die Delikte in wechselnden Zusammensetzungen begangen worden seien. Weiter habe 

untersucht werden müssen, wem welche Taten zuzuschreiben seien. Vorliegend sei die Unter-

 
 

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suchung zudem durch die mehrfach geänderten und teilweise irreführenden Ausführungen von 

I._____ in Bezug auf die Anklagepunkte 1.6 bis 1.9 erschwert worden. A._____ und B._____ 

waren schon sehr früh im Vorverfahren geständig, weshalb die von den Ermittlungsbehörden 

vorzunehmende Arbeit zur Sachverhaltsabklärung begrenzt war. Weil der A._____ und B._____ 

anzulastende Sachverhalt bereits nach kurzer Zeit festgestellt werden konnte bzw. hätte wer-

den können, hätten die gegen A._____ und B._____ geführten Strafverfahren schon kurz nach 

Eröffnung dieser Verfahren vom Aktionskomplex „H._____“ abgetrennt werden können. Davon 

ist umso mehr auszugehen, als A._____ und B._____ nur in der Tatnacht vom 23./24. Mai 2010 

mit den Drahtziehern im Aktionskomplex H._____, I._____ und J._____, straffällig geworden 

waren und eine Anklage der Straftaten all dieser Beschuldigten in der gleichen Anklage nicht 

erforderlich war sowie A._____ und B._____ ansonsten keinerlei strafbare Handlungen mit 

I._____ und J._____ verübten. In Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft ist festzuhalten, 

dass die wesentlichen Beweiserhebungen, insbesondere die Einvernahmen, im Fall von 

B._____ im Mai 2011 (act. 2415 ff.) und im Fall von A._____ im Februar 2011 (act. 2201 ff.) 

bzw. nach erneuter Delinquenz im vorzeitigen Massnahmenvollzug im Dezember 2011 (act. 

2227) beendet waren und die entsprechenden Verfahrensakten betreffend die Straftaten von 

A._____ im vorzeitigen Massnahmenvollzug von den thurgauischen Behörden der Staatsan-

waltschaft am 13. Februar und 2. März 2012 übermittelt wurden (act. 4177, 4243, 4281, 4297). 

Angesichts des überschaubaren Aktenumfanges des Vorverfahrens von neun Bundesordnern 

und des Anklagevorwurfes von 25 Sachverhalten von durchschnittlicher Komplexität erscheint 

die Dauer zwischen der Beendigung der wesentlichen Beweiserhebungen bzw. des Erhalts der 

letzten Strafakten aus dem Kanton Thurgau (2. März 2012) und der Anklageerhebung (19. Mai 

2014) von über zwei Jahren als zu lange. Auch muss die Gesamtverfahrensdauer von über 

fünfeinhalb Jahren als insgesamt übermässig taxiert werden. Dies ist umso mehr anzunehmen, 

als die Unsicherheit, welche von einem laufenden Strafverfahren ausgeht, sich in Bezug auf die 

berufliche und persönliche Weiterentwicklung der im jungen Erwachsenenalter stehenden 

A._____ und B._____ als enorm belastend erweist. Aus diesen Gründen ist eine Verletzung des 

Beschleunigungsgebots zu bejahen und deswegen bei A._____ und B._____ je eine Reduktion 

der Freiheitsstrafe von sechs Monaten vorzunehmen.  

 

D. Ergebnis 

a. A._____ 

Unter Berücksichtigung einer Reduktion der Freiheitsstrafe um sechs Monate wegen Verletzung 

des Beschleunigungsgebots reduziert sich die gegenüber A._____ auszufällende Freiheitsstrafe 

auf zwei Jahre. Ausserdem ist ihm eine Geldstrafe von drei Tagessätzen zu je Fr. 70.-- aufzuer-

legen. Die Strafen sind unstrittig aus den überzeugenden Erwägungen des Strafgerichts 

(E. IV.4.1) unbedingt auszufällen. 

 

b. B._____ 

Aufgrund der Verletzung des Beschleunigungsgebots reduziert sich die gegenüber B._____ 

bedingt auszufällende Freiheitsstrafe um sechs Monate auf zehn Monate. Aus den überzeu-

 
 

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genden vom Strafgericht dargelegten Gründen ist statt einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn 

Monaten eine bedingte Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je Fr. 100.-- auszusprechen. Die 

Probezeit ist unstrittig auf zwei Jahre festzulegen.  

 

 

IV. GERICHTSKOSTEN UND ENTSCHÄDIGUNG  

A. Verfahrenskosten (ohne Kosten der amtlichen Verteidigung) 

a. Vorverfahren und erstinstanzlicher Prozess 

1. Zunächst ist zu prüfen, ob A._____ von den ihm vom Strafgericht auferlegten Gutach-

terkosten zu befreien ist.  

 

1.1 A._____ macht geltend, Dr. med. K._____ habe das 30-seitige Gutachten vom 13. Ja-

nuar 2011 erstellt und sei zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung erschienen. Die Kosten für 

die Bemühungen von Dr. med. K._____ von total Fr. 7‘339.35 seien ihm von der Vorinstanz 

vollumfänglich auferlegt worden. Dies sei jedoch nicht richtig. Denn das Strafgericht führe in 

seinem Entscheid aus, es sei von den Ausführungen von Dr. med. K._____ nicht überzeugt und 

verneine den vom Gutachter festgestellten Strafmilderungsgrund der verminderten Zurech-

nungsfähigkeit. Da es ausdrücklich von den Schlussfolgerungen des Gutachters abweiche, sei 

es nicht angebracht, ihm die vollen Kosten der Gutachtertätigkeit zu überbinden. Dies sei umso 

mehr anzunehmen, als das Strafgericht nur in untergeordnetem Mass bei der Strafzumessung 

auf das Gutachten abstelle. Freilich könne die Begutachtung nicht als unnötig bezeichnet wer-

den, zumal die Vorinstanz doch einige Überlegungen in sein Urteil aufgenommen habe. Da die 

Gutachterkosten indessen einen beträchtlichen Teil der gesamten Verfahrenskosten darstellten, 

müsse der Aufwand dafür als unverhältnismässig bezeichnet werden. Aus diesem Grund sei er 

von der Tragung dieser Kosten zu befreien. 

 

1.2  In seiner Honorarrechnung vom 13. Januar 2011 stellte Dr. med. K._____ für Explora-

tionsgespräche und die Schlussbesprechung, das Einholen von Auskünften, Aktenstudium, das 

Erstellen des Gutachtens vom 13. Januar 2011 und Psychodiagnostik insgesamt Fr. 7‘339.35 in 

Rechnung (act. 4543). Soweit A._____ vom Strafgericht verurteilt wurde, hat er nach Art. 426 

Abs. 1 StPO die Kosten für die Gutachtertätigkeit von Dr. med. K._____ zu tragen. In dem Um-

fang, als er von den Anklagevorwürfen freigesprochen wurde, sind ihm diese aufgrund von Art. 

426 Abs. 2 StPO aufzuerlegen, da er die Einleitung des Verfahrens durch sein Verhalten 

rechtswidrig und schuldhaft bewirkte. Die Gutachterkosten können vorliegend auch nicht ge-

stützt auf Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO auf die Staatskasse genommen werden, da diese weder als 

unnötige noch als fehlerhafte Verfahrenshandlung bezeichnet werden können. Eine sachver-

ständige Begutachtung von A._____ war vorliegend bereits für den Entscheid der Staatsanwalt-

schaft über die Bewilligung des vorzeitigen Vollzugs der Massnahme für junge Erwachsene 

gemäss Art. 61 StGB vom 3. Februar 2011 (act. 931 ff.) erforderlich. Überdies ist zu beachten, 

dass sich das Strafgericht in seinem Urteil bei der Strafzumessung und dem Entscheid über die 

Massnahme für junge Erwachsene mitunter auf dieses Gutachten abstellte. Im Weiteren trifft es 

zwar zu, dass das Strafgericht in seinem Urteil eine Einschränkung der Steuerungsfähigkeit von 

 
 

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A._____ verneinte. In seinem Gutachten sprach Dr. K._____ lediglich von einer allenfalls vor-

handenen leichten Einschränkung der Steuerfähigkeit von A._____ (act. 210) und anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung attestierte er A._____ eine leichte Verminderung der Steue-

rungsfähigkeit (act. 5119). Da die Abweichung der ersten Instanz von der Auffassung des Gut-

achters bloss geringfügig ist und nur einen von mehreren begutachteten Aspekten betrifft, be-

steht vorliegend keine Veranlassung, die Kosten für die Gutachtertätigkeit in Anwendung von 

Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO ganz oder teilweise auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

2. Nachfolgend ist weiter zu beurteilen, ob die A._____ und B._____ von der Vorinstanz 

überbundenen Verfahrenskosten aufgrund der Verletzung des Beschleunigungsgebots zu 30% 

auf die Staatskasse zu nehmen sind.  

 

2.1 A._____ bringt vor, aufgrund der Verletzung des Beschleunigungsgebots sei eine Re-

duktion der Verfahrenskosten um 30% angezeigt. Dies zumal ein langes Strafverfahren negati-

ve Auswirkungen auf das persönliche Leben, insbesondere das Berufsleben zeitige. Die vor-

instanzliche Argumentation, durch die Strafreduktion sei der Bonus des verletzten Beschleuni-

gungsgebots aufgebraucht, sei nicht nachvollziehbar. Es spreche nämlich nichts dagegen, die 

Verletzung des Beschleunigungsgebots auch noch einmal im Rahmen der Kostenverteilung zu 

berücksichtigen. 

 

2.2 B._____ führt aus, der langen Verfahrensdauer habe das Strafgericht mit einer Strafre-

duktion Rechnung getragen. Nicht genügend beachtet habe es jedoch die dadurch verursach-

ten Auswirkungen auf ihn. Seit über fünf Jahren sei er nicht mehr straffällig geworden. Während 

er in beruflicher und privater Hinsicht ein geordnetes Leben habe führen können, habe er sich 

während der ganzen Dauer des Verfahrens im Ungewissen über den Ausgang des Strafverfah-

rens befunden. Dieser Umstand habe nicht nur in persönlicher Hinsicht zu einer enormen Unsi-

cherheit geführt, sondern auch die Militärdienstrekrutierung verhindert. Dies zeige, dass durch 

die Reduktion der Freiheitsstrafe vorliegend der Verletzung des Beschleunigungsgebots nicht 

genügend Rechnung getragen worden sei. Die Verfahrenskosten seien deshalb um 30% zu 

reduzieren.  

 

2.3 Folgen einer Verletzung des Beschleunigungsgebots sind die Strafreduktion, allenfalls 

der Verzicht auf Strafe. In Extremfällen kommt eine Verfahrenseinstellung in Betracht, wenn die 

Verfahrensverzögerung dem Betroffenen einen Schaden von aussergewöhnlicher Schwere 

verursachte (BGer. 6B_544/2012 vom 11. Februar 2013 E. 8.2). Können die durch die Verlet-

zung des Beschleunigungsgebots dem Beschuldigten entstandenen Nachteile nicht in der be-

schriebenen Weise ausgeglichen werden, kann die Wiedergutmachung in Form einer finanziel-

len Entschädigung erfolgen (WOHLERS, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 5 N 12). 

Im vorliegenden Fall wird der Verletzung des Beschleunigungsgebots bereits mit einer Redukti-

on der Freiheitsstrafe Rechnung getragen. Damit werden die A._____ und B._____ durch diese 

Verletzung entstandenen Nachteile bereits genügend ausgeglichen. Eine Reduktion der Verfah-

renskosten zufolge der Verletzung des Beschleunigungsgebots ist daher nicht angezeigt. 

 
 

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3. Nach alledem erhellt, dass der Entscheid des Strafgerichts betreffend die Kosten des 

Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Prozesses nicht zu beanstanden ist. 

 

b. Zweitinstanzlicher Prozess 

Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder 

Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird 

oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). A._____ sowie B._____ unterlie-

gen mit ihren Berufungen und die Staatsanwaltschaft vermag mit ihrer Anschlussberufung nicht 

durchzudringen. Es erscheint deshalb anzeigt, die Kosten des Berufungsverfahrens von total 

Fr. 6‘900.-- (bestehend aus einer Urteilsgebühr von Fr. 6‘750.-- und Auslagen von pauschal Fr. 

150.--) zu einem Drittel A._____ und zu einem Drittel B._____ aufzuerlegen sowie zu einem 

Drittel auf die Staatskasse zu nehmen.  

 

B. Entschädigung der amtlichen Verteidiger 

 

(…) 

 

 

 

 
 

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichts vom 16. April 2015, lautend: 

 

„I. A._____ 

1. A._____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des räuberischen Dieb-

stahls, des mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des 

mehrfachen Hausfriedensbruchs, des vollendeten und mehrfach versuchten 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der Entwen-

dung eines Fahrzeuges zum Gebrauch, des mehrfachen Führens eines 

Motorfahrzeuges ohne Haftpflichtversicherung sowie des mehrfachen Miss-

brauchs von Kontrollschildern schuldig gesprochen und verurteilt zu 

 

einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, 

 

unter Anrechnung der vorläufigen Festnahme vom 8. Juli 2010, vom 

21. August 2010 und vom 12. Dezember 2011 bis zum 14. Dezember 2011 

sowie der vom 10. September 2010 bis zum 2. Februar 2011 ausgestande-

nen Untersuchungshaft von insgesamt 150 Tagen,  

 

sowie zu einer Geldstrafe von 3 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, 

 

im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und deren Uneinbringlichkeit auf 

dem Betreibungsweg tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 

Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 147 Abs. 1 StGB (teilweise 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), aArt. 94 Ziff. 1 SVG, aArt. 96 Ziff. 2 SVG, aArt. 

97 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 7 SVG, Art. 34 StGB, Art. 36 Abs. 1 StGB, Art. 40 

StGB, Art. 49 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 

 

2.a) 

 

 

 

b) 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 StGB 

aufgeschoben und es wird gemäss Art. 61 StGB eine stationäre Massnah-

me für junge Erwachsene angeordnet.  

 

Es wird festgestellt, dass sich A._____ vom 21. März 2011 bis zum 

27. Februar 2015 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befand (Art. 236 

StPO i.V.m. Art. 220 Abs. 1 StPO) und mit Verfügung der Sicherheitsdirek-

tion Basel-Landschaft vom 24. Februar 2015 bedingt aus dem Vollzug ent-

lassen worden ist. 

 
 

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3. Die gegen A._____ am 12. März 2008 vom Jugendstrafgericht Basel-Stadt 

bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 60 Tagen, unter Anrechnung 

der vom 27. August 2007 bis zum 28. August 2007 ausgestandenen Unter-

suchungshaft von einem Tag, bei einer Probezeit von 2 Jahren (durch Urteil 

des Jugendstrafgerichts Basel-Stadt vom 23. März 2010 um 1 Jahr verlän-

gert), wird unter Hinweis auf den Entscheid des Jugendgerichts Basel-Stadt 

vom 23. März 2011 in Anwendung von Art. 35 Abs. 2 JStG i.V.m. Art. 31 

Abs. 5 JStG, Art. 89 StGB und Art. 46 Abs. 5 StGB für nicht vollziehbar er-

klärt.  

 

4.  a) 

 

 

 

 

 

 b) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 c) 

 

Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden in Anwendung von 

Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen: 

(beim Fund- und Verwertungsdienst) 

- Pos. 2: 1 Mobiltelefon Nokia N95, ohne SIM-Card 

- Pos. 26 : 2 Minigrip mit grünem Aufdruck Coffee Shop 1 

-  

Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden zu Handen wes 

Rechts eingezogen:  

- Pos. 16: 1 Damenarmbanduhr Carvel, gold, römische Zahlen auf Zif-

ferblatt 

- Pos. 17: 1 Damenarmbanduhr Mondia, gold, Armband mit Schlan-

genmuster 

- Pos. 21: Schmuckset (Halskette und 2 Ohrclips, gold mit verschie-

denen farbigen Rubinen besetzt) 

 

Die beschlagnahmte Taschenlampe (rot/schwarz, beschriftet B._____.; 

Pos. 23) wird nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme ge-

stützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO an B._____ zurückgegeben. 

 

B._____ wird unter Androhung der Vernichtung des Gegenstandes im Un-

terlassungsfalle eine Frist von drei Monaten ab Rechtskraft des vorliegen-

den Urteils gesetzt, um die Taschenlampe nach telefonischer Vorankündi-

gung beim Fund- und Verwertungsdienst der Sicherheitsdirektion BL abzu-

holen. 

 

5. A._____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die ihn betreffenden 

Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 25‘781.05, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 250.--, 

den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens in der Höhe von Fr. 400.-- 

und der Gerichtsgebühr von Fr. 5‘500.--. 

 

 

 
 

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6. Über das Honorar des amtlichen Verteidigers Advokat P. Frey wird separat 

entschieden. 

 

II. B._____ 

1. B._____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, des räuberischen Dieb-

stahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedens-

bruchs, des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Haftpflichtversicherung 

sowie des mehrfachen Missbrauchs von Kontrollschildern schuldig gespro-

chen und verurteilt  

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 

Fr. 100.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren,  

 

unter Anrechnung der vom 10. September 2010 bis zum 8. Oktober 2010 

ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 29 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 StGB, Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 

Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, aArt. 96 Ziff. 2 SVG, aArt. 97 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 7 SVG, Art. 34 StGB, Art. 42 StGB, Art. 44 StGB, Art. 49 

StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 

 

2. B._____ wird vom Vorwurf der Hehlerei gemäss Ziff. 1.5 der Anklageschrift 

(Faszikel-Nr. 11) freigesprochen. 

 

3. Die B._____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten 

des Vorverfahrens von Fr. 11‘298.50 und der Gerichtsgebühr von  

Fr. 2‘500.--, gehen in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2 StPO zu 

acht Neunteln zu Lasten von B._____ und zu einem Neuntel zu Lasten des 

Staates.  

 

Wird in Sachen B._____ mangels Berufung oder entsprechenden Antrags 

keine nachträgliche schriftliche Urteilsbegründung ausgefertigt, wird die Ge-

richtsgebühr auf Fr. 1‘250.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

 

4. Die Kosten des amtlichen Verteidigers Advokat Dr. Ch. von Wartburg in 

Höhe von 

 Honorar und Auslagen im Jahr 2010:  

 8.5 Std. à Fr. 180.-- + 7.6% MWST  Fr.  1‘818.45 

 Honorar und Auslagen von 2011 bis und mit HV:  

 2.33 Std. à Fr. 180.-- + 8% MWST  Fr.     453.60 

 
 

Seite 23    http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

 17.09 Std. à Fr. 200.-- + 8% MWST  Fr. 3‘691.45 

 Auslagen + 8% MWST  Fr.     385.50 

 Abzüglich Vorschuss Fr. 90.55 + 8% MWST  Fr.      -97.80 

 HV: 10.25 Std. à Fr. 200.-- + 8% MWST Fr.  2‘214.00 

 Total  Fr.     8‘465.20 

werden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von B._____ nach 

Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet. 

 

III. Zivilforderungen 

a) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b) 

 

 

 

c) 

 

 

 

 

 

 

 

d) 

 

A._____ wird bei seiner Anerkennung der nachfolgend genannten Zivilforde-

rungen behaftet:  

- C._____ und D._____: Fr. 500.--; in solidarischer Verbindung mit 

B._____ (Faszikel-Nr. 7) 

- C._____ und D._____: Fr. 500.-- (Faszikel-Nr. 8) 

- L._____: Fr. 1‘050.-- (Faszikel-Nr. 21) 

- N._____ und M._____: Fr. 811.20 (Faszikel-Nr. 26) 

 

 

 

A._____ wird dazu verurteilt, N._____ und M._____ eine Genugtuung von 

je Fr. 500.-- (Faszikel-Nr. 26) zu bezahlen. Die Genugtuungsmehrforderung 

wird abgewiesen. 

 

B._____ wird bei seiner Anerkennung der nachfolgend genannten Zivilfor-

derungen behaftet:  

- O._____, vertreten durch P._____: Fr. 3‘364.40 (Faszikel-Nr. 3); in so-

lidarischer Verbindung mit Q._____ – sofern dieser ebenfalls haftet – 

unter Vorbehalt bereits geleisteter Zahlungen  

- C._____ und D._____: Fr. 500.--; in solidarischer Verbindung mit 

A._____ (Faszikel-Nr. 7) 

 

Folgende Zivilforderungen werden in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO 

auf den Zivilweg verwiesen: 

- R._____, vertreten durch T._____: Fr. 70‘000.-- bis Fr. 80‘000.-- (Fas-

zikel-Nr. 13 bis 17) 

- S._____: unbeziffert (Faszikel-Nr. 19)“ 

 

 wird in Abweisung der Berufungen der Beschuldigten und der Anschlussberufung der 

Staatsanwaltschaft vollumfänglich bestätigt. 

 
 

Seite 24    http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Urteilsgebühr von 

Fr. 6‘750.-- und Auslagen von pauschal Fr. 150.--, total somit Fr. 6‘900.--, gehen zu 

einem Drittel (Fr. 2‘300.--) zulasten von A._____, zu einem Drittel (Fr. 2‘300.--) zulasten 

von B._____ und zu einem Drittel (Fr. 2‘300.--) zulasten der Staatskasse. 

 

III.a. Das Honorar des amtlichen Verteidigers von A._____, Advokat Patrick Frey, wird aus 

der Staatskasse entrichtet. Über die Höhe des auszurichtenden Honorars wird in einem 

separaten Beschluss entschieden. 

 

    b. 

 

Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird das Honorar des Verteidigers von 

B._____, Advokat Dr. Christian von Wartburg, von Fr. 5‘084.40 (inkl. Auslagen und 

Fr. 376.60 MWST) aus der Staatskasse ausgerichtet. 

 

B._____ ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Umfang 

von Fr. 3‘389.60 an den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, sobald es seine wirt-

schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

 

Vizepräsident 

 

 

 

 

Stephan Gass 

Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

Stefan Steinemann 

 

 

 

(Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 6B_934/2016 vom 13. 

Juli 2017 ab)