# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cddec4f-01ba-5800-80ca-718468124b2b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.01.2014 IV 2012/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-41_2014-01-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/41

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 08.01.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 08.01.2014
ATSG. Die Ergebnisse einer von der Unfallversicherung veranlassten 
Observation, welche rechtmässig war, sind auch im IV-Verfahren als 
Beweismittel verwertbar. Die Observationsergebnisse zusammen mit einer 
ärztlichen Beurteilung sind grundsätzlich geeignet, eine genügende Basis 
zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person zu bilden. 
Vorliegend Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen in zwei 
Fachgebieten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 8. Januar 2014, IV 2012/41).

Entscheid Versicherungsgericht, 08.01.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 8. Januar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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IV-Leistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___ meldete sich am 1. November 2009 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie gab als 

gesundheitliche Beeinträchtigungen Schwindel mit Sturzgefahr, Kopfschmerzen sowie 

Angstzustände an. Diese Beschwerden bestünden seit einem Unfall am 12. Februar 

2009 (IV-act. 1). 

A.b   Gemäss einem FI-Gesprächsprotokoll des IV-internen Regionalen Ärztlichen 

Dienstes (RAD) vom 13. November 2009 hatte der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. 

B.___, Allgemeinmedizin FMH, als Diagnose insbesondere einen posttraumatischen 

Schwindel nach einer Commotio labyrinthi angegeben. Diese habe sich die Versicherte 

nach einem Sturz auf den Hinterkopf am 12. Februar 2009 zugezogen. In der Folge sei 

die Mobilisation anfänglich nur mit einem Rollator möglich gewesen, aktuell könne die 

Versicherte aber auch den Wänden entlang gehen. Unter Schwindeleinwirkung sei die 

Versicherte am 10. März 2009 erneut gestürzt. Dabei habe sie sich eine 

Orbitadachfraktur rechts zugezogen, welche operativ versorgt worden sei (vgl. Ope­

rationsbericht vom 3. Juni 2010, gemäss welchem bei der Beschwerdeführerin am 

25. März 2009 eine Orbitabodenrevision mit Ethisorbmembraneinlage durchgeführt 

wurde; IV-act. 25-9). Als weitere Diagnose nannte der Hausarzt laut Protokoll eine 

posttraumatische depressive Störung mit Angst und Panikattacken. Diesbezüglich sei 

die Versicherte seit Oktober 2009 in psychiatrischer Behandlung. Betreffend die 

Arbeitsfähigkeit sei die Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin 

durch den schweren Schwindel immer noch vollumfänglich eingeschränkt. Auch in 

einer angepassten Tätigkeit bestehe zurzeit keine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 5, 10). 

Gemäss den vom Hausarzt eingereichten weiteren Arztberichten war die Versicherte 

otologisch und kardiologisch untersucht und beurteilt worden, wobei keine Ursache für 

die beklagten Beschwerden hatte gefunden werden können (vgl. IV-act. 7-1, 7-13). 

Dr. med. C.___, Neurologie FMH, hatte gemäss seinem Bericht vom 16. August 2009 

folgende Diagnosen erhoben: Commotio cerebri und commotio labyrinthi nach 

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Treppensturz am 12. Februar 2009, ausgedehnte Marklagergliosen beider 

Hemisphären unklarer Ätiologie, Migräne ohne Aura sowie arterielle Hypertonie. Zur 

Beurteilung hatte er festgehalten, dass in der klinisch-neurologischen Untersuchung 

vor allem eine erhebliche Gangunsicherheit aufgefallen sei, ansonsten aber keine 

offenkundigen neurologischen Defizite vorlägen. Auffällig pathologisch seien allerdings 

die kortikalen SEP Latenzen gewesen, passend zu den im MRI beschriebenen 

Marklagergliosen (IV-act. 7-9). Nach einer Liquor-Untersuchung im Mai 2010 konnte 

Dr. C.___ eine entzündliche ZNS-Erkrankung sicher ausschliessen. Im Weiteren führte 

er aus, dass es sich bei den Marklagerläsionen um unspezifische Gliosen handle, 

welche entweder mikroangiopathisch bedingt seien oder allenfalls auch als Folge des 

Schädelhirntraumas aufgetreten seien. Eine ursächliche Therapie gebe es hierfür 

allerdings nicht (IV-act. 21-1).

A.c   Gemäss einer Aktennotiz des RAD vom 11. Januar 2010 berichtete der Hausarzt 

Dr. B.___ bezüglich des Verlaufs telefonisch, dass sich der Schwindel praktisch nicht 

zurückgebildet habe. Die Versicherte gehe zwar nicht mehr den Wänden entlang, lasse 

aber ein übervorsichtiges Gangbild erkennen und berichte über eine anhaltende Sturz­

gefahr sowie über vereinzelt Stürze. Weiter hielt der RAD fest, der Hausarzt habe die 

Versicherte dem Psychiater Dr. D.___ zugewiesen, welcher einerseits eine An­

passungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion und andererseits eine erhebliche 

Benzodiazepinabhängigkeit diagnostiziert habe. Dem vom Psychiater vorgeschlagenen 

Benzodiazepinabbau stehe der Hausarzt skeptisch gegenüber, da er ihn nicht für um­

setzbar halte. Der RAD kam zum Schluss, dass sich der Gesundheitsschaden der Ver­

sicherten längst chronifiziert habe. Als wichtigstes Element sei nicht der Schwindel zu 

betrachten, sondern die psychische Störung sowie die Benzodiazepinabhängigkeit (IV-

act. 13).

A.d   Mit einer Mitteilung vom 28. Mai 2010 lehnte die IV-Stelle einen derzeitigen 

Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen mit Verweis auf den 

Gesundheitszustand der Versicherten ab (IV-act. 23).

A.e   Am 3. Juni 2010 erstattete Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

einen Bericht. Als psychiatrische Diagnosen führte er ein organisches Psychosyndrom 

nach Schädel-Hirn-Trauma, differentialdiagnostisch eine Anpassungsstörung mit Angst 

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und depressiver Reaktion, sowie eine Benzodiazepinabhängigkeit auf. Zur Beurteilung 

hielt er fest, die Versicherte habe nach dem Sturz und den damit verbundenen 

Beschwerden eine depressive Verstimmung mit ängstlicher Vermeidungshaltung 

entwickelt. Sie habe sich von der Vorgesetzten des Pflegeheims unter Druck gesetzt 

gefühlt, möglichst schnell wieder arbeiten zu gehen, und sei in Panik geraten, weil ihre 

Gehfähigkeit trotz Rehabilitationsmassnahmen weiter eingeschränkt geblieben sei. Er 

habe nach der Zuweisung durch den Hausarzt mit der Versicherten begonnen, deren 

schwere Lebensereignisse (Tod des Sohnes, der Eltern, des Ehemannes) aufzu­

arbeiten. Im Weiteren sei eine antidepressive Medikation erfolgt. Ein Abbau der wegen 

der möglichen Verstärkung des Schwindels und möglichen Suchtentwicklung ungünsti­

gen Benzodiazepine habe bisher nicht bis zum Absetzen des Medikaments fortgesetzt 

werden können, da die Versicherte immer wieder panikartige Ängste gehabt habe. Ins­

gesamt habe die psychiatrische Behandlung die Symptomatik nur unwesentlich be­

einflussen können. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit oder die Bereitschaft zu 

einem Arbeitsversuch hätten sich nicht erarbeiten lassen. Aufgrund der vorliegenden 

objektiven Befunde und der Tatsache, dass die Versicherte ungenügend auf die anti­

depressive Medikation und die psychotherapeutischen Interventionen angesprochen 

habe, halte er die zunächst gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und 

depressiver Reaktion nicht mehr für zutreffend und beurteile die Symptomatik als 

organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma. Eine Prognose sei zurzeit 

nicht möglich, da die Sturzursachen und die Ursache des Schwindels nicht genügend 

abgeklärt worden seien. Die Arbeitsfähigkeit könne auf längere Sicht nicht gesteigert 

werden, weshalb er eine Berentung für angebracht halte. Alternativ kämen umfang­

reiche berufliche Massnahmen mit dem Versuch einer schrittweisen Erhöhung der 

Arbeitsfähigkeit bei vorhandender Motivation theoretisch in Frage. Es bestehe eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 12. Februar 2009 bis auf Weiteres (IV-act. 25).

A.f    Die Versicherte wurde auf Veranlassung der Unfallversicherung Helsana (nach­

folgend: UV) vom 18. Juni bis 9. August 2010 observiert. Gemäss dem entsprechenden 

Bericht vom 9. August 2010 hätten während der Überwachungen zu keiner Zeit 

Beschwerden wie Schwindel, Sehstörungen, Gangunsicherheiten oder psychische 

Probleme festgestellt werden können. Es wurde festgehalten, dass die Versicherte 

beim Autofahren beobachtet worden sei, wobei sie keine Mühe gehabt habe. Im 

Weiteren sei sie beim Einkaufen ohne ersichtliche Beschwerden beobachtet worden. 

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Weder beim Spazieren mit dem Hund noch auf dem Hundetrainingsplatz, wo die 

Versicherte teilweise während längerer Zeit in gebückter Stellung und auch kniend 

gesehen worden sei, hätten Beschwerden oder Bewegungseinschränkungen 

festgestellt werden können (Fremdakten der UV).

A.g   Mit einem Arbeitgeberbericht vom 20. August 2010 teilte die Verantwortliche des 

Pflegeheims E.___ mit, dass die Versicherte seit dem 13. Oktober 2008 als 

Pflegeassistentin mit einem 90%-Pensum angestellt sei. Seit dem 10. März 2009 sei 

die Versicherte bis auf Weiteres vollständig arbeitsunfähig. In einem dem Bericht 

beigelegten Schreiben führte die Verantwortliche aus, dass sich die Kommunikation mit 

der Versicherten als äusserst schwierig erweise. Sie sei seit Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit nicht mehr im Betrieb erschienen, habe sich nicht gemeldet und sei 

nicht bereit gewesen, ihre Tätigkeit teilweise, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, wieder 

aufzunehmen (IV-act. 32-8).

A.h   Der RAD stellte am 21. September 2010 fest, dass sich der Gesundheitszustand 

der Versicherten auf einem relativ tiefen Niveau stabilisiert habe. Der behandelnde 

Psychiater halte zu Recht fest, dass die psychiatrische Therapie nicht in der Lage sei, 

den Gesundheitsschaden so günstig zu beeinflussen, dass mit einer Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne. Entgegen der Empfehlung von Dr. D.___ 

bedürfe es vorläufig keiner weiteren internistischen Abklärung betreffend die Sturz­

ursache, da die Versicherte bereits umfassend (otologisch, neurologisch, kardiologisch) 

abgeklärt worden sei und keine neuen Ergebnisse zu erwarten seien. Während 

Dr. D.___ von einer erst seit Juni 2009 bestehenden Benzodiazepinabhängigkeit aus­

gehe, habe die erstuntersuchende Psychiaterin Dr. F.___ in ihrem Bericht (vom 12. Ok­

tober 2009, Fremdakten der UV) ausgeführt, dass die Versicherte als Reaktion auf den 

Tod ihres Ehemannes seit 1996 hohe Dosen von Lexotanil einnehme. Es sei daher nicht 

auszuschliessen, dass der gesamte Gesundheitsschaden, einschliesslich des Sturz­

ereignisses vom 12. Februar 2009, im Lichte dieser möglicherweise schweren Ab­

hängigkeit zu betrachten sei. Dr. D.___ werde in den nächsten Monaten wohl eine 

vollständige Abstinenz anstreben, womit sich der Einfluss der Benzodiazepinabhängig­

keit auf die Arbeitsfähigkeit verringern dürfte (IV-act. 33).

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A.i     Der Vertrauensarzt Dr. med. G.___, Rechtsmedizin FMH, nahm im Auftrag der 

Unfallversicherung am 18. Oktober 2010 Stellung zu den Videoaufnahmen, welche 

anlässlich der Observation der Versicherten erstellt worden waren. Er hielt zur 

Beurteilung fest, dass sich die geklagten Beschwerden und die Feststellungen der 

Ärzte, namentlich werde von einer anhaltenden Schwindelsymptomatik gesprochen, 

vorliegend nicht im Alltag der Versicherten auswirkten. Der beobachtete Gang sei zwar 

auffällig, plump und watschelig wirkend, aber durchaus immer sicher und zielgerichtet. 

Ein Schwanken könne weder beim Gehen noch beim Stehen gesehen werden, obwohl 

die Mehrzahl der Aufnahmen gerade diese Tätigkeiten umfassten. Es würden sogar 

üblicherweise Schwindel auslösende Handlungen vorgenommen wie rasches Kopf­

schütteln, abrupte Drehbewegungen, in die Knie gehen und Bücken, ohne dass danach 

eine Reaktion zu erkennen wäre. Im Weiteren ergäben sich auch keine Hinweise für 

eine sich ungünstig auswirkende Psychopathologie. Die Versicherte sei in der Lage, ein 

Auto zielgerichtet zu lenken, zielgerichtet Einkäufe zu tätigen und sich auch über eine 

lange Zeitspanne intensiv mit einer Aufgabe (Hundeschule) zu beschäftigen. Sie pflege 

Sozialkontakte in Form von Gesprächen mit Dritten. Zusammengefasst ergäben sich 

aus den wiederholt beobachteten Alltagssituationen keine Hinweise auf das Vorliegen 

einer behindernden gesundheitlichen Problematik, insbesondere keine Hinweise auf 

eine chronische Schwindelsymptomatik mit Schwankschwindel. Auch eine alltags­

relevante Psychopathologie lasse sich aus dem Verhalten nicht ableiten. Somit sei es 

nicht nachvollziehbar, weshalb die Versicherte mit einer ihr sicherlich zumutbaren 

Willensanstrengung nicht wieder ihre berufliche Tätigkeit aufnehmen könne. Aufgrund 

des gezeigten Verhaltens müsse von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit 

im Stammberuf von 100% ausgegangen werden (Fremdakten der UV).

A.j     Am 17. November 2010 erstattete Dr. D.___ einen Verlaufsbericht. Er führte aus, 

dass er die Diagnose eines ausgeprägten organischen Psychosyndroms aufgrund der 

Videobeobachtungen nicht mehr für sehr wahrscheinlich halte. In Anbetracht aller Um­

stände müsse die psychiatrische Diagnose wohl weiter gefasst und neben einer An­

passungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion eine Persönlichkeitsstörung 

postuliert werden. Aufgrund der unklaren Stürze mit mindestens einer 

schwerwiegenden Verletzung (Orbitabodenfraktur) und der emotionalen Instabilität 

denke er dabei an eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-

Typus. Die psychische Symptomatik habe sich gegenüber dem Vorbericht vom 3. Juni 

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2010 nicht grundsätzlich verändert. Bezüglich der Benzodiazepinabhängigkeit 

erscheine ein gänzliches Absetzen der Medikamente in nächster Zeit als wenig 

wahrscheinlich. Grund seien die massiven Ängste, welche die Versicherte immer 

wieder die Dosis von Lexotanil erhöhen liessen, wobei sie eine Abhängigkeit klar 

verleugne. Die Sturztendenz und der Schwindel dürften aber eher Ausdruck einer 

dissoziativen Komponente im Rahmen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 

sein als eine Folge der Lexotanil-Medikation, so dass der Erfolg einer 

Entzugsbehandlung unsicher und nicht voraussagbar sei  (IV-act. 39).

A.k   Am 23. Februar 2011 stellte der RAD fest, dass die gemäss den Abklärungen 

wenigen Arztkontakte der Versicherten in den Jahren vor dem Auftreten des aktuellen 

Gesundheitsschadens Zweifel an der von Dr. D.___ gestellten Diagnose einer emotional 

instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ aufkommen liessen. Es sei kaum 

anzunehmen, dass dieses Krankheitsbild nach dem Unfall vom 12. Februar 2009 nun 

erstmals in Erscheinung trete, ohne in den Jahren zuvor jemals aufgefallen zu sein. 

Dagegen spreche auch die wissenschaftlich gesicherte Erfahrung, dass diese Affektion 

in der Pubertät auftrete, im Alter um 20 Jahre ihren Höhepunkt erreiche und ab dem 

35. Altersjahr in eine sozial verträgliche Form übergehe. Differentialdiagnostisch rücke 

die Benzodiazepinabhängigkeit in den Vordergrund. Ein Abhängigkeitssyndrom sei 

einerseits nicht auszuschliessen und erklärte andererseits einen grossen Teil der seit 

2009 bekannten Verhaltensauffälligkeiten (IV-act. 45).

A.l     Gemäss den eingereichten Akten der Unfallversicherung hatte diese am 

1. November 2010 mit der Versicherten einen Vergleich geschlossen. Laut diesem 

Vergleich hatten die Abklärungen der Unfallversicherung ergeben, dass aus den Folgen 

der Ereignisse vom 12. Februar und 10. März 2009 ab dem 19. Juni 2010 weder eine 

Arbeits- noch eine Erwerbsunfähigkeit resultierten, weshalb sämtliche Geldleistungen 

eingestellt würden. Bezüglich der zu Unrecht bezogenen Taggelder wurde keine Rück­

forderung gestellt (Fremdakten der UV). Gemäss einer Aktennotiz vom 6. Mai 2011 

teilte ein Mitarbeiter der Unfallversicherung auf Nachfrage der IV-Stelle (IV-act. 51) 

telefonisch mit, dass mit der Versicherten nach der Observation eine Befragung bei ihr 

zu Hause durchgeführt worden sei. Anschliessend sei sie mit den Observationsergeb­

nissen konfrontiert worden, wovon es jedoch kein Protokoll gebe. Die Konfrontation 

habe direkt vor Ort zu einem Vergleich geführt. Auf eine Rückforderung der Taggeld­

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leistungen sei verzichtet worden, weil man den Fall zum Abschluss habe bringen 

wollen, so dass keine weiteren Leistungen mehr hätten ausgerichtet werden müssen. 

Der Grund für den Verzicht sei nicht gewesen, dass die Observationsergebnisse nicht 

ausreichend dokumentiert worden seien. Die Aufzeichnungen seien eindeutig gewesen 

und die Versicherte habe nach anfänglichem Bestreiten den unterbreiteten Vergleich 

akzeptiert (IV-act. 52). Anlässlich eines telefonischen Gesprächs mit der Versicherten 

vom 16. Mai 2011 erklärte diese gemäss einer Aktennotiz, dass sie dem Vergleich der 

Unfallversicherung nur zugestimmt habe, weil sie unter Druck gesetzt worden sei und 

Angst vor einer finanziellen Notlage gehabt habe, wenn sie die Taggelder hätte zurück­

zahlen müssen (IV-act. 54).

A.m  Der RAD kam am 5. Juli 2011 zum Schluss, dass sich die durch den Sturz vom 

12. Februar 2009 aufgetretene Schwindelsymptomatik aktuell nicht mehr auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirke. Es gebe keinen Grund, sich bei der Beurteilung dieser 

Problematik nicht auf die sorgfältige und mit Akribie durchgeführte, video-assistierte 

Expertise von Dr. G.___ zu stützen. Dieser sei zum lapidaren und völlig nach­

vollziehbaren Schluss gelangt, dass aufgrund des gezeigten Verhaltens der Ver­

sicherten im Alltag mit nie beobachtbarer eindeutig und relevant beeinträchtigender 

Symptomatik von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit im Stammberuf ausgegangen 

werden müsse. Der Sturz sei am ehesten durch die zu diesem Zeitpunkt aktenkundige 

Benzodiazepinabhängigkeit hervorgerufen worden. Weitere Abklärungen des 

Schwindels bedürfe es zurzeit nicht. Die von Dr. D.___ seit dem 12. Februar 2009 

bestätigte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit könne spätestens seit Beginn der von der 

Unfallversicherung in Auftrag gegebenen Observation nicht nachvollzogen werden. Die 

von ihm diagnostizierte emotional instabile Persönlichkeitsstörung sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit schon früher vorhanden gewesen, habe sich jedoch 

– wie es dem von der Versicherten eingereichten Lebenslauf zu entnehmen sei – nicht 

einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt. Als Fazit sei bei der Versicherten 

sowohl in der angestammten als auch einer angepassten Tätigkeit – unter Ausblendung 

der Benzodiazepinabhängigkeit – seit Juni 2010 von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen (IV-act. 62).

A.n   Mit einem Vorbescheid vom 10. August 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten 

die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. Zur Begründung führte sie an, die 

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Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden zu 90% 

ihrer bisherigen Tätigkeit als Pflegeassistentin und zu 10% der Haushaltführung 

nachgehen würde. Da der Versicherten aus ärztlicher Sicht die Ausübung der 

bisherigen Erwerbstätigkeit sowie einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich zumutbar 

sei, könne sie das bisherige Einkommen weiterhin generieren. Im Haushalt bestehe 

ebenfalls keine Einschränkung. Daher ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 0% und kein 

Anspruch auf eine Rente (IV-act. 65).

A.o    Am 29. August 2011 wendete die Versicherte gegen den Vorbescheid ein, sie sei 

nicht mehr in der Lage, ihren Beruf als Pflegeassistentin auszuüben. Zwar habe sie die 

Schwindelsymptomatik besser im Griff, aber eine Tätigkeit mit Stehen, Laufen und 

Heben könne sie nicht mehr ausüben. Das Knie und die Schulter seien überdies seit 

dem Unfall defekt und sie benötige selbst für leichte Tätigkeiten Schmerzmittel. Eine 

sitzende Tätigkeit erachte sie unter der Einnahme von Schmerzmitteln für möglich. 

Einer Umschulung im Rahmen ihrer Möglichkeiten würde sie zustimmen (IV-act. 66). 

Mit ihrem Schreiben reichte die Versicherte orthopädische Berichte betreffend ihre 

Knie- und Schulterbeschwerden ein. Gemäss einem Bericht des Spitals H.___, 

Departement Chirurgie und Orthopädie, vom 4. August 2010 war bei der Versicherten 

ein Impingement-Syndrom an der Schulter rechts (posttraumatisch) festgestellt 

worden. Die durchgeführte Infiltration habe zu einer deutlichen Beschwerdebesserung 

geführt (IV-act. 66-2). Gemäss einem Folgebericht vom 30. September 2010 war der 

Verdacht auf eine Frozen shoulder rechts erhoben worden. Der behandelnde Arzt hatte 

festgehalten, dass sich keine Rotatorenmanschettenläsion oder Bizepssehnenläsion 

nachweisen lasse, weshalb er von einer Frozen shoulder ausgehe, wobei die 

Versicherte in das Stadium II übergehe mit einer Reduktion der Beschwerden und einer 

zunehmenden Bewegungseinschränkung (IV-act. 66-3). Anlässlich der Untersuchung 

vom 3. März 2011 hatte der behandelnde Arzt zusätzlich eine Varus-Gonarthrose am 

Knie rechts festgestellt. Aufgrund der angegebenen Beschwerden und dem 

radiologischen Befund war der Versicherten zu einer prothetischen Versorgung geraten 

worden (IV-act. 66-5). Der RAD hielt am 18. Oktober 2011 fest, dass die Versicherte im 

Rahmen ihres Einwands erstmals orthopädische Berichte eingereicht habe. Die von 

den Orthopäden beschriebenen funktionellen Einschränkungen seien nicht plausibel 

nachvollziehbar und stünden in krasser Weise den Ergebnissen der Video-Observation 

entgegen. Die Versicherte habe beobachtet werden können, wie sie beim Öffnen ihrer 

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Autoheckklappe den rechten Arm senkrecht nach oben gestreckt habe und wie sie 

bezüglich der Knie eine volle Mobilität aufgewiesen habe (IV-act. 67). Auf Nachfrage 

des RAD wurde noch das Resultat des vom Orthopäden veranlassten Arthro-MRIs der 

Schulter vom 27. September 2010 eingereicht (IV-act. 70-2). Bezüglich der 

Kniebeschwerden teilte der behandelnde Arzt dem RAD mit, dass die Versicherte den 

OP-Termin auf unbestimmte Zeit verschoben habe (IV-act. 72-2). Daraufhin stellte der 

RAD am 28. Oktober 2011 fest, dass die MR-Arthrographie des rechten 

Schultergelenks mit Ausnahme der AC-Arthrose mit geringem Impressionseffekt 

normale Befunde erkennen lasse. Insgesamt bildeten die Befunde die anlässlich der 

Observation beobachtete Funktionstüchtigkeit der rechten Schulter gut ab. Ein 

Impingement könne angesichts der intakten Rotatorenmanschette ausgeschlossen 

werden. Dafür spreche auch die Tatsache, dass die Versicherte nach dem 

30. September 2010 keine Konsultation mehr wahrgenommen habe. Der Leidensdruck 

seitens der im März 2011 diagnostizierten Kniegelenksarthrosen sei offenbar so gering, 

dass es sich die Versicherte leisten könne, den Termin für die von den Orthopäden 

vorgeschlagenen Totalprothese auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die beiden 

genannten Gesundheitsschäden seien somit nicht von gravierendem Ausmass, so dass 

es der Versicherten zugemutet werden könne, in ihrer bisherigen Tätigkeit als 

Pflegeassistentin oder in einer anderen Tätigkeit ein 90%-Pensum wahrzunehmen (IV-

act. 71).

A.p   Mit einer Verfügung vom 28. Dezember 2011 wies die IV-Stelle einen 

Rentenanspruch der Versicherten ab (IV-act. 73).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 26. Januar 

2012. Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss berufliche Massnahmen in Form 

einer Umschulung, da sie als Pflegeassistentin aufgrund der Schwindelanfälle nicht 

mehr arbeitsfähig sei. Im Alltag habe sie gelernt, mit den ab und zu auftretenden 

Schwindelanfällen zu leben, wobei sie jedoch auch starke Schmerzmittel und Anti­

depressiva einnehme. Sie würde gerne eine sitzende Tätigkeit, beispielsweise im Büro, 

ausüben (act. G 1).

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B.b   Am 4. April 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der medizinische Sachverhalt als 

Basis für den ablehnenden Rentenentscheid ausreichend abgeklärt sei. Es sei noch­

mals ein Bericht des Hausarztes Dr. B.___ einverlangt worden, welcher jedoch trotz 

einer Mahnung vom 15. März 2012 nicht eingegangen sei. Der Hausarzt habe aber 

schon früher Angaben gemacht und spezialärztliche Berichte eingereicht. Es werde da­

her an der Einschätzung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der 

bisherigen wie einer angepassten Tätigkeit festgehalten. Die Beschwerdeführerin be­

antrage in der Beschwerde explizit keine Rentenleistungen (mehr), sondern (wohl 

eventuell) berufliche Massnahmen. Nachdem sich der Gesundheitszustand als schlecht 

und instabil präsentiert habe, sei auf die Durchführung von beruflichen Massnahmen 

verzichtet und vorderhand nur der Rentenanspruch geprüft worden. Grundsätzlich 

noch offen und durchzuführen wären allfällige berufliche Massnahmen. Der 

Versicherten sei es unbenommen, zu erklären, dass sie eine solche Prüfung wünsche. 

Dies setze einerseits voraus, dass sich die Versicherte selbst zu mindestens 50% 

arbeits- bzw. eingliederungsfähig sehe und andererseits, dass sie die gemäss den 

Akten vorhandene Medikamentenabhängigkeit angehe (act. G 4).

B.c   Mit einer Replik vom 5. Mai 2005 hält die Beschwerdeführerin fest, nach wie vor 

eine Rente zu beantragen. Zudem wünscht sie sinngemäss die Hilfe der 

Beschwerdegegnerin bei der beruflichen Wiedereingliederung. Zur Begründung führt 

sie aus, dass sie nach wie vor an Schwindelanfällen leide, welche sich zwar verbessert 

hätten, aber nie gänzlich verschwunden seien. Die Knieoperation habe sie nicht wegen 

geringer Beschwerden, sondern aufgrund der grossen Risiken und der ungewissen 

Erfolgsaussichten zurückgestellt. Ihr Ziel sei es, mit Hilfe der Invalidenversicherung 

wieder eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten sitzenden Tätigkeit zu 

erreichen. Die Antidepressiva nehme sie nicht mehr ein, da sie diese nicht brauche, 

wenn sie nur zu Hause sei. Sie habe lediglich vermehrt Medikamente genommen, wenn 

sie nach draussen habe gehen müssen. Da sie in diesen Situationen immer unter dem 

Einfluss von Schmerz- und Beruhigungsmitteln gestanden habe, seien auch die 

Videoaufnahmen nicht aussagekräftig. Den Vergleich mit der Unfallversicherung habe 

sie unter Zwang und aus Angst, in eine Schuldenfalle zu geraten, unterschrieben. In 

den Jahren vor den Unfällen sei sie nie ernsthaft krank gewesen und habe daher auch 

keinen Arzt gebraucht (act. G 6).

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B.d   Mit einem Schreiben vom 16. Mai 2012 hat die Beschwerdegegnerin auf die 

Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9).

Erwägungen:

1.      

Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 0% abgelehnt. Die 

Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerde berufliche Massnahmen in Form 

von Umschulungsmassnahmen. Aus der Replik geht jedoch ausdrücklich hervor, dass 

sie an ihrem Rentenbegehren festhält. Strittig und zu prüfen ist daher entsprechend 

dem Gegenstand der angefochtenen Verfügung der Rentenanspruch der Beschwerde­

führerin. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen eine Rentenan­

spruch in Frage steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die 

Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und ent­

sprechende berufliche Massnahmen geprüft hat.

2.      

2.1    Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die 

Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die 

ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen).

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2.2    Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in 

diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast. Rechts­

erheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen 

Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

3.      

3.1    Zu klären ist vorerst die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die 

Beschwerdegegnerin geht von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Pflegeassistentin als auch in 

einer leidensangepassten Tätigkeit aus. Dabei stützt sie sich im Wesentlichen auf die 

Observationsergebnisse sowie den Bericht von Dr. G.___ zu Handen der 

Unfallversicherung vom 18. Oktober 2010.

3.2    Auf Veranlassung der Unfallversicherung ist die Beschwerdeführerin in der Zeit 

vom 18. Juni bis 9. August 2010 an verschiedenen Tagen durch Privatdetektive 

überwacht worden. Da sich die Beschwerdegegnerin vorliegend wesentlich auf die 

Observationsergebnisse abstützt, ist zunächst zu prüfen, ob die erfolgte Überwachung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/25

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rechtmässig war und die Ergebnisse der von der Unfallversicherung veranlassten 

Observation als Beweismittel im IV-Verfahren verwertbar sind. Durch die 

privatdetektivliche Observation einer versicherten Person sollen Tatsachen, welche 

sich im öffentlichen Raum verwirklichen und von jedermann wahrgenommen werden 

können, systematisch gesammelt und erwahrt werden. Die beauftrage 

Überwachungsperson hat sich insbesondere an den durch Art. 179  des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) vorgegebenen Rahmen zu 

halten. Vorliegend hat sich die Überwachung der Beschwerdeführerin auf den 

öffentlichen Raum beschränkt und es sind keine Hinweise auf eine Verletzung des 

strafrechtlich geltenden Rahmens ersichtlich. Dennoch beschlägt sowohl die 

Anordnung der Observation als auch die Verwertung der Ergebnisse grundsätzlich den 

Schutzbereich des Grundrechts des Schutzes der Privatsphäre gemäss Art. 13 Abs. 1 

der Bundesverfassung (BV; SR 101). Für eine Rechtfertigung der 

Grundrechtseinschränkung ist gemäss Art. 36 BV erforderlich, dass eine gesetzliche 

Grundlage vorliegt (Abs. 1), ein öffentliches Interesse an der Einschränkung besteht 

(Abs. 2), die Einschränkung verhältnismässig ist (Abs. 3) und der Kerngehalt des 

Grundrechts nicht angegriffen wird (Abs. 4). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung stellt Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), wonach dem Versicherungsträger die 

Vornahme der notwendigen Abklärungen obliegt, in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 

ATSG, welcher eine allgemeine Auskunftspflicht der versicherten Person statuiert, eine 

genügende gesetzliche Grundlage für die Anordnung einer Observation dar (BGE 135 I 

169 E. 4). Das öffentliche Interesse an der Einschränkung des Schutzes der 

Privatsphäre liegt darin, keine nicht geschuldeten Leistungen zu erbringen, um die 

Gemeinschaft der Versicherten nicht zu schädigen. Bezüglich der Verhältnismässigkeit 

ist die Anordnung einer Observation zur Erreichung des angestrebten Ziels (wirksame 

Bekämpfung von Missbräuchen) geeignet. Im Hinblick auf die Erforderlichkeit ist 

rechtsprechungsgemäss vorauszusetzen, dass die unmittelbare Wahrnehmung durch 

eine Observation aufgrund der Umstände objektiv geboten ist, um Erkenntnisse in 

Bezug auf das Ausmass der tatsächlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu 

erlangen. Die objektive Gebotenheit ist gegeben, wenn konkrete Anhaltspunkte 

vorliegen, die Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder 

der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen. Solche Anhaltspunkte 

qutater

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können beispielsweise bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person, bei 

Zweifel an ihrer Redlichkeit (eventuell gestützt auf Angaben und Beobachtungen 

Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen Untersuchung, bei 

Aggravation, Simulation, Selbstschädigung oder bei ähnlichen Sachverhalten gegeben 

sein (BGE 137 I 327 E. 5.4.2.1). In den Akten der Unfallversicherung findet sich ein Be­

richt von Dr. med. I.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 14. Mai 2010. 

Dieser hat ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin trotz eines angeblichen 

Schwindels beim Stehen und Gehen fähig sei, selbstständig Auto zu fahren und 

kleinere Einkäufe zu tätigen, was darauf hinweise, dass die angegebenen 

Schwindelbeschwerden hinterfragt werden müssten. Beim Autofahren sei sie gemäss 

den Akten offensichtlich von zwei ehemaligen Mitarbeitern beobachtet worden. Die 

Annahme einer Aggravation oder gar Simulation sei aufgrund solcher Beobachtungen 

naheliegend (Fremdakten der UV). Gemäss einem Bericht von Dr. G.___ vom 4. Juni 

2010 hat dieser festgehalten, dass eine massive Inkonsistenz in Bezug auf den 

Schweregrad der Auswirkungen des Schwindels unter den definierten 

Umgebungsbedingungen der Praxis bzw. des Spitals bestehe. Während nach dem 

ersten Unfall der Schwindel bis auf den zweiten Sturz am 10. März 2009 keine 

relevante Behinderung beim Stehen und Gehen hervorgerufen zu haben schien, habe 

die Beschwerdeführerin ab dem 25. März 2009 mit einem Rollator mobilisiert werden 

müssen. Weiter sprächen die Ergebnisse der Steh- und Gehversuche der Fachärzte im 

Mai und Juni 2009 sogar gegen einen Stockeinsatz als stabilisierende Gehhilfe, 

während die Beschwerdeführerin gemäss dem Hausarzt erst im Oktober 2009 wieder 

vom Rollator entwöhnt worden sei. Ein Bezug zum effektiv gelebten Alltag werde von 

keinem der Ärzte gemacht. Es sei beispielsweise völlig unklar, wie die Beschwer­

deführerin mit angeblich schwerem Schwindel und einer Gehbeeinträchtigung 

überhaupt Arzttermine im entfernten Ort J.___ habe wahrnehmen können. Eine erneute 

neurologische Begutachtung dürfte aufgrund der bisherigen Widersprüche kaum zur 

Klärung der Diskrepanzen beitragen (Fremdakten der UV). Vor diesem Hintergrund 

lagen genügend Anhaltspunkte vor, welche an den von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachten Beschwerden zweifeln liessen. Das Bundesgericht hat im Übrigen 

verschiedentlich zum Ausdruck gebracht, dass es an die Zulässigkeit einer Observation 

im Einzelfall keine hohen Anforderungen stellt (vgl. etwa BGE 137 I 327 mit Hinweisen 

auf weitere Urteile). Auch erachtet es eine auf den öffentlichen Raum beschränkte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/25

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regelmässige Observation als einen relativ geringfügigen Eingriff in die grundrechtliche 

Position der überwachten Person. Dem gegenüber steht das höherwertige öffentliche 

Interesse einer wirksamen Missbrauchsbekämpfung, womit die Anordnung einer 

Observation auch im engeren Sinn verhältnismässig ist. Da schliesslich auch der 

Kerngehalt von Art. 13 BV durch die Anordnung einer solchen Überwachung nicht 

angetastet wird (BGE 135 I 169 E. 5.4; 129 V 323 E. 3.3.3), ist die erfolgte 

Überwachung der Beschwerdeführerin als rechtmässig zu qualifizieren. Die 

Observationsergebnisse können folglich auch im vorliegenden Verfahren gestützt auf 

Art. 61 lit. c ATSG als Beweismittel verwertet werden (vgl. BGE 132 V 241 E. 2.5.1).

3.3    Zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung sind Observationsergebnisse 

grundsätzlich geeignet, eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen 

betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person zu 

bilden (SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 8C_239/2008 E. 7; Urteil des Bundesgerichts vom 

31. Dezember 2010, 9C_891/2010, E. 5.2). Dr. G.___ hat in seinem Bericht vom 

18. Oktober 2010 die Observationsergebnisse aus medizinischer Sicht gewürdigt. 

Dafür hat er ausführlich und detailliert die für die medizinische Beurteilung relevanten 

Videosequenzen schriftlich wiedergegeben. Zusammenfassend hat er dazu festge­

halten, dass die Beschwerdeführerin an vier Wochentagen observiert worden sei, 

wobei sich teilweise sehr lange Sequenzen fänden, bei denen sie intensiv in der 

Hundeschule beschäftigt sei. Sie könne mit einer Ausnahme sicher gehen und stehen. 

Sie könne rasche und teils abrupt eingeleitete Bewegungen  mit dem ganzen Körper 

und auch mit dem Kopf ausführen. Sie könne absitzen, sich bücken und auch 

niederknien sowie ohne grössere Probleme wieder aufstehen. Sie könne auch mit 

beiden Händen ohne Schwierigkeiten Tätigkeiten über dem Kopf ausführen 

(Gegenstände aus Regalen nehmen, Heckklappe öffnen und schliessen). Die 

Bewegungsabläufe seien immer flüssig und würden nie unerwartet und unerklärlich 

abgebrochen. Der Gang sei zwar auffällig, behindere die Beschwerdeführerin aber im 

Alltag nicht in der Fortbewegung. Lediglich in einer Szene im rund vier Stunden 

umfassendem Videomaterial hätten zwei Unsicherheiten beim Gehen beobachtet 

werden können, als die Beschwerdeführerin auf einem recht schmalen Trottoir einer 

Personengruppe begegnet sei. Aus dem Kontext erkläre sich die Unsicherheit am 

ehesten durch ein Ausweichen auf unebenem Untergrund. Ein kurzer Schwindelanfall 

könne aber nicht sicher ausgeschlossen werden. Kurz danach könne ein eher 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/25

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vorsichtiges, aber dennoch sicheres Treppenabsteigen gesehen werden. Auffallend 

seien die je über eine Stunde dauernden Trainingseinheiten auf dem 

Hundeübungsplatz. Dabei sehe man an zwei verschiedenen Tagen, dass sich die Be­

schwerdeführerin intensiv mit einer Sache beschäftige, welche sie sowohl intellektuell 

als auch körperlich fordere. Sie müsse sich auf den Hund und die Übungen kon­

zentrieren. Daneben würden zahlreiche Bewegungen ausgeführt und immer wieder für 

den Alltag eher ungewöhnliche Körperpositionen problemlos und spontan 

eingenommen wie längeres Bücken und auch einseitiges Knien. Einzig beim Aufstehen 

aus der knienden Position müsse sich die Beschwerdeführerin jeweils kurz mit den 

Händen abstützen. Während des gut einstündigen Trainings seien keine Ermüdungser­

scheinungen zu beobachten. Im Übrigen sei es der Beschwerdeführerin auch möglich, 

sich ohne speziellen Schutz längere Zeit in der Sonne aufzuhalten. Zur Beurteilung hat 

Dr. G.___ ausgeführt, dass gemäss den medizinischen Akten eine anhaltende 

Schwindelsymptomatik in Form eines Schwankschwindels beim Stehen und Gehen 

beschrieben werde. Dem gegenüber stünden die Observationsergebnisse, wo ein 

Schwanken weder beim Gehen noch beim Stehen zu sehen sei. Der beobachtete Gang 

sei zwar auffällig, plump und watschelig wirkend, aber durchaus immer sicher und ziel­

gerichtet. Die medizinische Ursache des auffälligen Gangbildes, welches die 

Beschwerdeführerin jedenfalls nicht behindere, könne anhand der Videos nicht 

festgestellt werden. Im einfachsten Fall sei es auf das Übergewicht mit beginnenden 

Verschleisserscheinungen der unteren Gelenke zurückzuführen. Die 

Beschwerdeführerin habe nie sichtbar Ausfallschritte neben der eingeschlagenen 

Gehrichtung durchgeführt, welche als stabilisierende Massnahme bei einem 

Schwindelanfall dienen würden. Sie habe sich mit einer Ausnahme (Laternenpfahl bei 

Kreuzung einer Personengruppe auf schmalen Gehweg) nie abstützen oder festhalten 

müssen. Es würden sogar üblicherweise Schwindel auslösende Handlungen 

vorgenommen wie rasches Kopfschütteln, abrupte Drehbewegungen, in die Knie gehen 

und Bücken, ohne dass danach eine Reaktion zu erkennen wäre. Die einmalig gezeigte 

Unsicherheit beim Kreuzen einer Gruppe auf einem engen Gehweg könne nicht 

eindeutig interpretiert werden. Selbst wenn es sich bei diesem Vorfall um eine 

Schwindelattacke gehandelt haben sollte, so sei diese angesichts der Einmaligkeit 

während der Observationsphase von völlig untergeordneter Bedeutung. Im Weiteren 

ergäben sich auch keine Hinweise für eine sich ungünstig auswirkende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/25

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Psychopathologie. Die Versicherte sei in der Lage, ein Auto zielgerichtet zu lenken, 

zielgerichtet Einkäufe zu tätigen und sich auch über eine lange Zeitspanne intensiv mit 

einer Aufgabe zu beschäftigen. Sie pflege Sozialkontakte in Form von Gesprächen mit 

Dritten. Zusammengefasst ergäben sich aus den wiederholt beobachteten 

Alltagssituationen keine Hinweise auf das Vorliegen einer behindernden 

gesundheitlichen Problematik und insbesondere keine Hinweise auf eine chronische 

Schwindelsymptomatik mit Schwankschwindel. Auch eine alltagsrelevante Psycho­

pathologie lasse sich aus dem Verhalten nicht ableiten. Somit sei es nicht nachvollzieh­

bar, weshalb die Versicherte mit einer ihr sicherlich zumutbaren Willensanstrengung 

nicht wieder ihre berufliche Tätigkeit aufnehmen könne. Aufgrund des gezeigten Ver­

haltens müsse von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit im Stammberuf 

von 100% ausgegangen werden (Fremdakten der UV).

3.4    Der Bericht von Dr. G.___ vom 18. Oktober 2010 ist ergänzend zu seinem Bericht 

vom 4. Juni 2010 erfolgt, mit welchem er bereits eine Beurteilung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung sämtlicher 

medizinischer Vorakten vorgenommen hat. Während er gemäss seinem Bericht vom 

4. Juni 2010 noch weitergehende medizinische Abklärungen für notwendig gehalten 

hat, ist er nach Würdigung der Observationsergebnisse auch ohne weitere Abklärungen 

zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit zu 

100% arbeitsfähig ist. Diese Einschätzung lässt sich im Hinblick auf die 

Schwindelsymptomatik gut mit den übrigen medizinischen Akten vereinbaren. In 

seinem Bericht vom 4. Juni 2010 hat Dr. G.___ festgehalten, dass sich aufgrund der 

medizinischen Aktenlage ein organisches Leiden, welches die Schwindelzustände 

auslöse oder erklären würde, mit praktischer Gewissheit ausschliessen lasse 

(Fremdakten UV). Die Beschwerdeführerin ist umfassend, namentlich otologisch, 

kardiologisch und neurologisch, abgeklärt worden. Jedoch hat keine der Abklärungen 

eine Ursache für den Schwindel ergeben (vgl. IV-act. 7-1, 7-3, 7-9). Bezüglich der im 

Rahmen der neurologischen Untersuchung durch Dr. C.___ festgestellten 

Marklagerläsionen hat eine entzündliche Erkrankung mittels einer Liquor-Untersuchung 

sicher ausgeschlossen werden können. Dr. C.___ hat die Läsionen schliesslich als 

unspezifische Gliosen qualifiziert (vgl. IV-act. 21-1). Gestützt auf die 

Observationsergebnisse, die Einschätzung von Dr. G.___ sowie die übrigen 

diesbezüglichen medizinischen Akten kann eine Schwindelsymptomatik mit einer 

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relevanten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgeschlossen werden. Diese Schlussfolgerung lässt sich aufgrund des 

aufschlussreichen und sehr sorgfältigen Berichts von Dr. G.___ vom 18. Oktober 2010 

auch ohne eine Sichtung der Original-Observationsvideos, welche sich nicht bei den 

dem Gericht vorliegenden Akten befinden, ziehen.

3.5    In psychiatrischer Hinsicht hat sich die Beschwerdeführerin im  August 2009 

wegen zunehmender Angstzustände und Stimmungsschwankungen selbst in 

Behandlung begeben. Die erstuntersuchende Psychiaterin Dr. med. F.___, Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, hat anlässlich der Untersuchung am 21. August 2009 die 

vorläufigen Diagnosen einer Panikstörung, Angst und depressiven Störung gemischt, 

differentialdiagnostisch einer organischen depressiven und Angststörung sowie eines 

Verdachts auf Störungen durch Sedativa (Benzodiazepine), gegenwärtig 

Substanzgebrauch, eventuell iatrogen, gestellt. Dazu hat Dr. F.___ festgehalten, es sei 

anamnestisch eine Phase längerer Benzodiazepineinnahme nach dem plötzlichen Tod 

des Ehemannes der Beschwerdeführerin im Jahr 1996 und nach dem tragischen 

Unfalltod ihres Sohnes, welcher im Alter von 16 Jahren erstickt sei, bekannt 

(Fremdakten der UV). Der Hausarzt hat die Beschwerdeführerin in der Folge Dr. D.___ 

zugewiesen, welcher am 16. Dezember 2009 eine Anpassungsstörung mit Angst und 

depressiver Reaktion sowie eine Benzodiazepinabhängigkeit diagnostiziert hat (vgl. IV-

act. 15-1). Gemäss seinem Bericht vom 3. Juni 2010 hat er die Diagnose einer 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion nicht mehr für zutreffend 

gehalten. Er hat ausgeführt, dass er aufgrund der vorliegenden (somatischen) Befunde, 

des ungenügenden Ansprechens auf die antidepressive Medikation und der 

psychotherapeutischen Interventionen die Symptomatik als organisches 

Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma beurteile. Die Benzodiazepine, welche sich 

möglicherweise verstärkend auf den Schwindel und die Sturzgefahr auswirkten, hätten 

bisher nicht abgesetzt werden können, da die Versicherte immer wieder panikartige 

Ängste gehabt habe. Es bestehe ab dem 12. Februar 2009 eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit bis auf Weiteres und wahrscheinlich dauernd. Diese Einschränkung 

ergebe sich dadurch, dass übermässiger emotionaler Stress bei der 

Beschwerdeführerin zu panikartigen Ängsten, emotionaler Erschöpfung, massiven 

Überforderungsgefühlen, Reizbarkeit, impulsiven Ausbrüchen sowie depressiven Ver­

stimmungen und Suizidgedanken führe. Es komme bei der Arbeit daher zu Konflikten 

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mit Mitarbeitern und Vorgesetzten, zu Fehlern bei der Arbeit durch verminderte 

Konzentrationsfähigkeit, zu einem verminderten Durchhaltevermögen und zu 

emotionaler Instabilität (vgl. IV-act. 25-4). Im Verlaufsbericht vom 17. November 2010 

hat Dr. D.___ festgehalten, dass er nach Sichtung der Observationsergebnisse die 

Diagnose eines ausgeprägten organischen Psychosyndroms nicht mehr für sehr 

wahrscheinlich halte. Die Beurteilung gestalte sich schwierig. Einerseits lägen klare 

medizinische Befunde wie die ausgedehnten Gliosen, die verzögerten SEP-Latenzen 

sowie die Orbitabodenfraktur rechts vor, welche nicht simuliert werden könnten. 

Zudem wirke die psychische Symptomatik mit Verzweiflung, Hilflosigkeit, Depression, 

Ängsten, Ratlosigkeit und gelegentlicher Wut nicht aufgesetzt, sondern scheine dem 

Befinden der Beschwerdeführerin zu entsprechen. Andererseits widersprächen dieser 

Annahme die Videobeobachtungen der Beschwerdeführerin im Alltag. In Anbetracht 

aller Umstände müsse die psychiatrische Diagnose wohl weiter gefasst werden. Neben 

einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion sei aufgrund der 

unklaren Stürze und der emotionalen Instabilität von einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus auszugehen. Die Sturztendenz und der 

Schwindel erachte er eventuell eher als Ausdruck einer dissoziativen Komponente im 

Rahmen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung denn als eine Folge der immer 

noch bestehenden Benzodiazepinabhängigkeit (vgl. IV-act. 39). Dr. D.___ hat im 

Verlaufsbericht keine ausdrückliche Arbeitsfähigkeitsschätzung vorgenommen. Da er 

jedoch davon ausgegangen ist, dass sich die psychische Symptomatik der 

Beschwerdeführerin seit seinem Bericht vom 3. Juni 2010 nicht grundsätzlich verändert 

habe, hat er wohl trotz der geänderten Diagnose weiterhin eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit angenommen.

3.6    RAD-Arzt Dr. med. K.___, Facharzt für Innere Medizin, hat gemäss seiner 

Stellungnahme vom 23. Februar 2011 die Diagnose einer emotional instabilen Persön­

lichkeitsstörung in Zweifel gezogen und ausgeführt, es sei angesichts der 

wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Krankheitsverlauf sehr unwahrscheinlich, dass 

diese Erkrankung erstmals nach dem Unfall vom 12. Februar 2009 in Erscheinung 

getreten und in den Jahren davor nie aufgefallen sei. Es stehe vielmehr die 

Benzodiazepinabhängigkeit im Vordergrund (vgl. IV-act. 45). Am 5. Juli 2011 hat Dr. 

K.___ ausgeführt, dass die von Dr. D.___ seit dem 12. Februar 2009 bestätigte 100%-

ige Arbeitsunfähigkeit spätestens seit Beginn der von der Unfallversicherung in Auftrag 

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gegebenen Observation nicht nachvollzogen werden könne. Die von ihm 

diagnostizierte emotional instabile Persönlichkeitsstörung sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit schon früher vorhanden gewesen, habe sich jedoch gemäss dem 

eingereichten Lebenslauf der Beschwerdeführerin nie einschränkend auf ihre 

Arbeitsfähigkeit ausgewirkt. Der Sturz sei am ehesten durch die zu diesem Zeitpunkt 

aktenkundige Benzodiazepinabhängigkeit hervorgerufen worden. Unter Ausblendung 

dieser Abhängigkeit sei seit Juni 2010 sowohl in der bisherigen wie auch in einer 

angepassten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Versicherten auszugehen 

(vgl. IV-act. 62; zu den Voraussetzungen, unter denen auch ein schädlicher 

Substanzgebrauch [Sucht] Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben kann vgl. Urteil 

des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 22. Oktober 2012, IV 2010/443, E. 2.2).

3.7    Aus den psychiatrischen Berichten ergibt sich zunächst, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine Benzodiazepinabhängigkeit besteht. Der Beginn der 

Abhängigkeit kann nicht klar eruiert werden (vgl. IV-act. 33). Ob der Schwindel und die 

Sturztendenz – wie von Dr. K.___ geltend gemacht – auf die 

Benzodiazepinabhängigkeit zurückzuführen sind oder nicht, kann vorliegend offen 

bleiben. Die Observationsergebnisse und der Bericht von Dr. G.___ haben 

nachvollziehbar gezeigt, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass die 

Beschwerdeführerin im Alltag aufgrund einer Schwindelsymptomatik eingeschränkt ist, 

womit sich der Schwindel auch überwiegend wahrscheinlich nicht relevant auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt. Neben der 

Benzodiazepinabhängigkeit hat die Beschwerdeführerin jedoch offenbar eine weitere 

psychische Symptomatik gezeigt. Gemäss Dr. D.___ besteht diese aus Verzweiflung, 

Hilflosigkeit, Depression, Ängsten, Ratlosigkeit, gelegentlicher Wut und 

Suizidgedanken (vgl. IV-act. 39-3). Eine klare Diagnosestellung anhand dieser 

Symptomatik ist wohl nicht möglich gewesen, weshalb Dr. D.___ im Verlauf seine 

Diagnosen bei grundsätzlich stationärem Befund mehrfach geändert hat. Zuletzt ist er 

davon ausgegangen, dass die Symptomatik mit Ängsten, depressiven Verstimmungen 

und emotionalen Ausbrüchen am ehesten Ausdruck einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus sei. Diese Erkrankung werde überlagert 

von einer Anpassungsstörung an tatsächliche medizinische Störungen (Commotio, 

Orbitafraktur rechts) mit Angst und depressiver Reaktion (vgl. IV-act. 29-2). Dr. K.___ 

hat eine Auswirkung der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung auf die 

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Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit der Begründung verneint, dass diese sich 

in den Jahren zuvor nie einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe. Dies 

lässt sich jedoch allein anhand des eingereichten Lebenslaufs der Beschwerdeführerin 

sowie des Umstands, dass sie vor dem ersten Unfall wohl nur wenige Male beim Arzt 

gewesen war, nicht abschliessend sagen. Im Weiteren hat Dr. D.___ nebst der 

Persönlichkeitsstörung auch eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver 

Reaktion diagnostiziert, welche erst nach dem Unfall aufgrund der erlittenen 

Verletzungen aufgetreten ist. Zwar hat Dr. G.___ bei der Auswertung der 

Observationsergebnisse keine Hinweise auf eine alltagsrelevante Psychopathologie 

erkennen können, jedoch erscheinen Videoaufnahmen – wenn überhaupt – nur bedingt 

geeignet, eine solche Pathologie festzustellen. Dr. G.___ hat auch ausdrücklich 

festgehalten, dass er die Mimik der Beschwerdeführerin infolge fehlender 

Nahaufnahmen nicht beurteilen könne (vgl. Fremdakten der UV, S. 14 des Berichts vom 

18. Oktober 2010). Aufgrund der Observationsergebnisse kann daher eine psychische 

Erkrankung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht ausgeschlossen werden. 

Die Berichte von Dr. D.___ sind im Gegensatz zu den Stellungnahmen von Dr. K.___, 

welcher eine fachfremde Beurteilung vorgenommen und die Beschwerdeführerin nie 

selbst untersucht hat, fundiert und ausführlich begründet. Dennoch erscheint eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin allein aufgrund der aufge­

führten Symptomatik nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Vor diesem Hintergrund 

wären weitergehende Abklärungen des psychischen Gesundheitszustandes der Be­

schwerdeführerin angezeigt gewesen.

3.8    Im Vorbescheidverfahren hat die Beschwerdeführerin erstmals orthopädische 

Berichte betreffend ihre Schulter- und Kniebeschwerden eingereicht. Aus diesen ergibt 

sich, dass der Orthopäde von einer Frozen shoulder rechts ausgegangen ist, welche 

gemäss einem Bericht vom 30. September 2010 in das Stadium II mit einer Reduktion 

der Beschwerden und zunehmender Bewegungseinschränkung übergegangen ist (IV-

act. 66-3). Bezüglich der Kniebeschwerden ist anlässlich der Untersuchung vom 

3. März 2011 eine Varus-Gonarthrose am rechten Knie festgestellt worden. Der 

behandelnde Orthopäde hat festgehalten, dass die Beschwerdeführerin 

belastungsabhängige Schmerzen im rechten Kniegelenk und nächtliche Ruhe- und 

Anlaufschmerzen angegeben habe, womit sie in ihrer Mobilität deutlich eingeschränkt 

sei. Aufgrund der angegebenen Beschwerden und dem radiologischen Befund hat er 

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der Beschwerdeführerin zu einer Prothese geraten (vgl. IV-act. 66-5). RAD-Arzt 

Dr. K.___ hat festgestellt, dass die vom Orthopäden beschriebenen 

Funktionseinschränkungen in krasser Weise den Ergebnissen der Videoobservation 

entgegenstünden, wo ein volle Mobilität der Arme und Knie habe beobachtet werden 

können (vgl. IV-act. 67). Dazu ist festzuhalten, dass die Observationsergebnisse 

bezüglich der orthopädischen Probleme nur Indiziencharakter haben. Zwar hat 

Dr. G.___ in den beobachteten Alltagssituationen keinerlei Hinweise darauf gesehen, 

dass eine behindernde gesundheitliche Problematik bestünde, jedoch ist seine 

Beurteilung auf die geltend gemachte Schwindelsymptomatik und Psychopathologie 

ausgerichtet gewesen. Über die vorliegenden orthopädischen Probleme hat er mangels 

entsprechender Berichte in den Akten keine Kenntnis gehabt und hat die 

Videoaufnahmen nicht unter diesem Gesichtspunkt würdigen können. Immerhin hat er 

festgehalten, dass sich die Beschwerdeführerin beim Aufstehen aus kniender Position 

jeweils mit einer oder beiden Händen kurz habe abstützen müssen (vgl. Fremdakten 

der UV, S. 14 des Berichts vom  18. Oktober 2010), was auf eine gesundheitliche 

Einschränkung hindeuten könnte. Die Beschwerdeführerin hat in der Beschwerde 

vorgebracht, dass die Videobeobachtungen nicht aussagekräftig seien, da sie 

draussen immer unter dem Einfluss von Schmerz- und Beruhigungsmitteln gestanden 

habe (vgl. act. G 6). Dieser Einwand ist in Bezug auf die orthopädischen Probleme 

durchaus zu beachten und mindert den Beweiswert der Observationsergebnisse dies­

bezüglich zusätzlich. Gestützt auf die Videoüberwachung lässt sich eine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht jedenfalls nicht abschliessend verneinen. 

Auf Nachfrage des RAD ist das Resultat des vom Orthopäden veranlassten Athro-MRIs 

der Schulter vom 27. September 2010 eingereicht worden. Dieses hat ergeben, dass 

das Labrum und die gesamte Rotatorenmanschette einschliesslich der langen Bizeps­

sehne intakt sind. Es hat sich jedoch eine AC-Arthrose mit geringem Impressionseffekt 

auf den musculoligamentären Übergang sowie ein muskulär strassenförmiges Ödem 

des Musculus supraspinatus gezeigt (vgl. IV-act. 70-2). Dr. K.___ hat dazu festgestellt, 

dass die bis auf eine Ausnahme unauffälligen Befunde mit der anlässlich der Obser­

vation beobachteten Funktionstüchtigkeit der rechten Schulter gut zu vereinbaren 

seien. Bezüglich der Kniebeschwerden hat der behandelnde Orthopäde dem RAD 

mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin den OP-Termin auf unbestimmte Zeit 

verschoben habe (IV-act. 72-2). Daraus hat Dr. K.___ geschlossen, dass der 

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Leidensdruck der Beschwerdeführerin nur gering sein könne. Zusammengefasst hat er 

festgehalten, dass die orthopädischen Gesundheitseinschränkungen somit nicht von 

gravierendem Ausmass seien, so dass der Beschwerdeführerin eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder einer anderen Tätigkeit zugemutet werden könne 

(vgl. IV-act. 71). Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Insbesondere die vom 

Orthopäden wegen der Kniebeschwerden als indiziert erachtete Totalprothese lässt auf 

eine doch weit fortgeschrittene Arthrose mit entsprechenden Beschwerden schliessen, 

was zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen kann. Die 

Beschwerdeführerin erklärt die Aufschiebung der Operation mit Bedenken wegen der 

hohen Risiken und der fehlenden Erfolgsgarantie, was nachvollziehbar erscheint. Unter 

diesen Umständen wäre eine fachärztliche orthopädische Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit vor Erlass der angefochtenen Verfügung erforderlich gewesen.

3.9    Zusammengefasst lässt sich eine relevante Auswirkung der 

Schwindelsymptomatik auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gestützt auf 

die Observationsergebnisse sowie die medizinischen Akten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ausschliessen. Ob und in welchem Ausmass aus psychiatrischer 

und orthopädischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben ist, lässt 

sich anhand der vorliegenden Akten nicht abschliessend beurteilen. Eine 

Einschränkung kann diesbezüglich jedenfalls nicht mit Verweis auf die 

Observationsergebnisse verneint werden. Es wären weitere Abklärungen vor Erlass der 

angefochtenen Verfügung, etwa in Form einer psychiatrischen und orthopädischen 

Begutachtung, jeweils unter Berücksichtigung der Observationsergebnisse, angezeigt 

gewesen. Dies wird die Beschwerdegegnerin nachzuholen haben. Folglich ist die 

Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.      

Neben der erfolgten medizinischen Abklärung ist auch der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen, welchen sie im Beschwerdeverfahren 

erneut geltend gemacht hat, neu zu prüfen.

5.      

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5.1    Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 28. Dezember 2011 teilweise gutzuheissen und die 

Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und 

entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2    Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat 

deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der 

Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr 

zurückzuerstatten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

28. Dezember 2011 aufgehoben; die Sache wird zur weiteren medizinischen Abklärung 

im Sinne der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

Beschwerdeführerin ist der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

zurückzuerstatten.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.01.2014
	ATSG. Die Ergebnisse einer von der Unfallversicherung veranlassten Observation, welche rechtmässig war, sind auch im IV-Verfahren als Beweismittel verwertbar. Die Observationsergebnisse zusammen mit einer ärztlichen Beurteilung sind grundsätzlich geeignet, eine genügende Basis zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person zu bilden. Vorliegend Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen in zwei Fachgebieten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Januar 2014, IV 2012/41).

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