# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 568449a8-735a-5711-968a-f31e887d84fd
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2003-10-28
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 28.10.2003 JAAC 68.51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_016_JAAC-68-51--_2003-10-28.pdf

## Full Text

JAAC 68.51

Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission
vom 28. Oktober 2003 [ZRK 2003-016]

Trafic de perfectionnement. Demande d’une modification ultérieure
du genre de dédouanement. Application de la PA dans la procédure de
dédouanement.

- Le présent litige est en état d’être jugé; il n’y a pas de procédure
pendante dont l’issue aurait valeur de précédent pour le litige de
l’espèce, de sorte qu’il convient de renoncer à une suspension de la
procédure (consid. 2a).

- Sous réserve de certaines dispositions de procédure, un allègement
douanier ou une franchise douanière sont accordés, sur demande,
lorsque la marchandise importée a été exportée dans le délai
prescrit sous forme ouvrée ou transformée (consid. 3a). Lors d’un
dédouanement en cas d’exportation définitive, si une autorisation
d’allègement douanier n’a pas été accordée, une modification ultérieure
du genre du dédouanement peut avoir lieu lorsque l’envoi se trouve
encore sous contrôle officiel de la douane, de la poste ou du chemin de
fer (consid. 3b/4a).

- Lors d’un recours contre un dédouanement, une rectification du genre
de dédouanement peut être demandée (consid. 3c). Le délai en vigueur
est de 60 jours dès le dédouanement, de sorte qu’en dehors de ce délai,
un recours relatif à des marchandises dédouanées est considéré comme
tardif (consid. 4b).

- La PA n’est pas applicable en matière de procédure de dédouanement,
ce qui ne signifie pas que lors d’une telle procédure, les garanties
constitutionnelles de procédure ne doivent pas être observées
(consid. 3c). Dès lors qu’il suffit, selon les dispositions spéciales de la
législation douanière, que l’acceptation de la déclaration, relevant de
la puissance publique, soit constatée par une apposition du sceau de la
douane, la question de savoir si une déclaration douanière a caractère
de décision ne se pose pas (consid. 5b).

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Veredlungsverkehr. Nachträgliche Änderung der Abfertigungsart.
Anwendbarkeit des VwVG im Zollabfertigungsverfahren.

- Die vorliegende Streitsache ist spruchreif; es ist kein Verfahren hängig,
dessen Ausgang für die vorliegende Streitsache von präjudizieller
Bedeutung wäre, so dass von einer Sistierung des Verfahrens abzusehen
ist (E. 2a).

- Eine Zollermässigung oder -befreiung kann auf Antrag und unter
Beachtung bestimmter Verfahrensvorschriften gewährt werden,
wenn die eingeführte Ware innerhalb der vorgeschriebenen Frist
in bearbeiteter oder verarbeiteter Form ausgeführt worden ist
(E. 3a). Wurde in der definitiven Ausfuhrzollabfertigung nicht auf die
Bewilligung der Zollbegünstigung hingewiesen, kann eine nachträgliche
Änderung der Abfertigungsart nur stattfinden, wenn sich die Sendung
zum Zeitpunkt des nachträglichen Antrags noch unter zoll-, post- oder
bahnamtlicher Kontrolle befindet (E. 3b/4a).

- Im Sinne einer Beschwerde gegen die Zollabfertigung kann zwar
eine Berichtigung der Abfertigungsart verlangt werden (E. 3c). Die
Frist für eine solche beträgt jedoch 60 Tage ab dem Zeitpunkt der
Zollabfertigung, weshalb eine solche Beschwerde für Warensendungen
ausserhalb dieser Frist zu Recht als verspätet betrachtet wird (E. 4b).

- Das VwVG findet keine Anwendung auf das Verfahren der
Zollabfertigung, was nicht bedeutet, dass im Zollabfertigungsverfahren
aus der Bundesverfassung abgeleitete Verfahrensgarantien nicht zu
beachten wären (E. 3c). Genügt jedoch nach den spezialgesetzlichen
Vorschriften des Zollrechts für die hoheitliche Annahme der
Zolldeklaration eine Beisetzung des Amtsstempels, kommt der Frage
nach dem Verfügungscharakter einer Zolldeklaration keine Bedeutung
zu (E. 5b).

Traffico di perfezionamento. Domanda di una modifica ulteriore del
genere di sdoganamento. Applicazione della PA nella procedura di
sdoganamento.

- Il presente litigio può essere giudicato; non vi è una procedura
pendente, il cui esito potrebbe avere valore di precedente per il litigio
in questione, per cui occorre rinunciare ad una sospensione della
procedura (consid. 2a).

- Fatta riserva di determinate disposizioni di procedura, una
facilitazione doganale o una franchigia doganale sono accordate,
su domanda, quando la merce importata è stata esportata entro il
termine prescritto sotto forma aperta o trasformata (consid. 3a). In
caso di uno sdoganamento per esportazione definitiva, se non è stata
accordata un’autorizzazione di facilitazione doganale, una modifica
ulteriore del genere di sdoganamento può avere luogo se l’invio è
ancora sotto controllo ufficiale della dogana, della posta e delle ferrovie
(consid. 3b/4a).

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- In caso di un ricorso contro uno sdoganamento, può essere chiesta
una rettifica del genere di sdoganamento (consid. 3c). Il termine in
vigore è di 60 giorni a partire dallo sdoganamento, per cui un ricorso
relativo alle merci sdoganate e presentato al di fuori di tale termine è
considerato come tardivo (consid. 4b).

- La PA non è applicabile alla procedura di sdoganamento, ciò che non
significa che in caso di una tale procedura le garanzie costituzionali di
procedura non devono essere osservate (consid. 3c). Poiché è sufficiente,
secondo le disposizioni speciali della legislazione doganale, che
l’accettazione della dichiarazione doganale da parte dell’autorità sia
confermata con l’apposizione di un sigillo della dogana, non si pone
la questione di sapere se una dichiarazione doganale ha carattere di
decisione (consid. 5b).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A.Mit Bewilligung vom 19. Oktober 2000 berechtigte die Eidgenössische
Oberzolldirektion (OZD) die Anstalt O. bis zum 30. Juni 2001, 1’850’000 kg
Weizenmehl Typ 550, Weizenmehl Typ 2000 sowie Hartweizennachmehl
HM 1 der Tarifnummer 1101.0029 für den aktiven Eigenveredlungsverkehr im
bedingten Nichterhebungsverfahren einzuführen. Die Bewilligung war mit
nachfolgenden ausdrücklichen Auflagen verbunden: «Diese Zollbegünstigung
ist im Nichterhebungsverfahren zu beantragen (Abfertigungscode Einfuhr:
15 / Ausfuhr: 30). […] Sofern nicht spätestens 60 Tage nach Ablauf dieser Frist
bei der Oberzolldirektion eine Abrechnung über diesen Veredlungsverkehr
eingereicht wird, werden die Einfuhrabgaben unter Berechnung eines
Verzugszinses definitiv erhoben». In der Folge erteilte die OZD der Anstalt O.
eine gleichlautende Bewilligung letztlich für die Zeit bis zum 30. September
2002.

In der Zeit zwischen 2. Januar und 15. Oktober 2001 beantragte die
Anstalt O. für eine Vielzahl von Sendungen aus Tiernahrungskonserven
und Trockentiernahrung ohne Hinweis auf die Bewilligungen die
Ausfuhrzollabfertigung unter der Tarifnummer 2309.1029. Die zuständigen
Zollämter fertigten die Sendungen antragsgemäss definitiv zur Ausfuhr ab.

B.Mit Brief vom 17. bzw. 23. Oktober 2001 ersuchte die Anstalt O.
unter Hinweis auf die Bewilligungen um nachträgliche Änderung der
Ausfuhrdeklarationen, d. h. um Zollbegünstigung für den Veredelungsverkehr
im Nichterhebungsverfahren mit Ausfuhrcode 30.

C. Die Zollkreisdirektion Schaffhausen nahm dieses Schreiben als Beschwerde
gegen die Zollabfertigungen entgegen und entschied am 28. Januar 2002,
darauf werde für die vor dem 18. August 2001 ausgeführten Sendungen
nicht eingetreten; für die am 18. August 2001 und später ausgeführten
Sendungen werde die Beschwerde gutgeheissen, die entsprechenden
Ausfuhrabfertigungen seien zu berichtigen. Zur Begründung hielt die
Zollkreisdirektion imWesentlichen dafür, die fraglichen Abfertigungen
seien auf Grund der verbindlichen Anträge der Beschwerdeführerin
erfolgt. Deshalb könne eine Berichtigung der Abfertigungsart nur auf

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demWeg der Beschwerde erfolgen und das Schreiben vom 17. Oktober
2001 sei als Beschwerde zu betrachten. Die Beschwerdefrist gegen eine
Zollabfertigung betrage 60 Tage und könne nicht erstreckt werden. Sie sei für
die Ausfuhrsendungen, die vor dem 18. August 2001 zur Ausfuhr angemeldet
wurden, abgelaufen.

Dagegen liess die Anstalt O. am 27. Februar 2002 Beschwerde bei der OZD
führen und beantragen, den angefochtenen Entscheid aufzuheben, soweit
er auf Nichteintreten lautete. Eventuell sei festzustellen, dass die fehlenden
Angaben auf den Ausfuhrformularen keine Zollnachzahlungspflicht auslösen.

D. Am 16. Januar 2003 wies die OZD die Beschwerde ab. Gegen diesen
abweisenden Entscheid lässt die Anstalt O. am 14. Februar 2003 Beschwerde
bei der Eidgenössischen Zollrekurskommission (ZRK) führen und beantragen,
den angefochtenen Entscheid aufzuheben sowie das Verfahren zu sistieren, bis
feststeht, ob eine Zollnachforderung erhoben wird. Mit Vernehmlassung vom
7. Mai 2003 beantragt die OZD, die Beschwerde sei abzuweisen.

Aus den Erwägungen:

1.a. (Formelles)

b. Bei der Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid kann nur geltend
gemacht werden, die verfügende Behörde habe zu Unrecht das Bestehen
der Eintretensvoraussetzungen verneint. Damit wird im vorliegenden
Verfahren das Anfechtungsobjekt auf die Eintretensfrage beschränkt (s. André
Moser, in André Moser/Peter Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen
Rekurskommissionen, Basel 1998, Rz. 2.63 und 2.13). Überdies waren
Bestand, Begründetheit und Höhe einer allfälligen Zollnachforderung nicht
Gegenstand der vorinstanzlichen Entscheide, weshalb hier die ZRK auch
funktional unzuständig wäre. Aus diesen Gründen ist auf die Beschwerde
nicht einzutreten, soweit mit ihr über die Eintretensfrage hinaus auch die
Rechtmässigkeit einer allfälligen Zollnachforderung bestritten wird. Im
Übrigen ist auf die Beschwerde aber einzutreten.

2.a. Bei Vorliegen besonderer Gründe kann die ZRK ein Verfahren bis auf
weiteres bzw. bis zu einem bestimmten Termin oder Ereignis sistieren;
dies namentlich dann, wenn sich unter den gegebenen Umständen ein
sofortiger Entscheid über die Beschwerde mit Blick auf die Prozessökonomie
nicht rechtfertigen würde. Als Grund für die Sistierung des Verfahrens
kommt die Hängigkeit eines anderen Verfahrens, dessen Ausgang für
das vorliegende Verfahren von präjudizieller Bedeutung ist, in Betracht.
Beim Entscheid darüber, ob ein Verfahren sistiert werden soll, kommt den
Verwaltungsjustizbehörden allgemein ein erheblicher Beurteilungsspielraum
zu (vgl. André Moser, a.a.O., Rz. 3.11 mit Hinweisen).

Die Beschwerdeführerin beantragt, das vorliegende Verfahren zu sistieren,
bis feststeht, ob eine Zollnachforderung erhoben wird. Als Begründung
ihres Eventualantrages trägt die Beschwerdeführerin vor, sie sei durch
den angefochtenen Entscheid nur beschwert, wenn tatsächlich eine
Zollnachforderung erhoben werde. Werde aber darauf verzichtet, spiele es
im Ergebnis keine Rolle, ob die Verwaltung auf den Antrag auf nachträgliche
Änderung der Ausfuhrdeklarationen eingetreten sei oder nicht.

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Die Beschwerdeführerin verkennt zunächst, dass sie bereits dadurch
rechtswesentlich beschwert ist, dass die angefochtene Verfügung der OZD
den Nichteintretensentscheid der Zollkreisdirektion stützte. Abgesehen
davon ist hier entscheidend, dass die vorliegende Streitsache spruchreif ist.
Da weder beim Bundesgericht noch bei der ZRK ein Verfahren hängig ist,
dessen Ausgang für die vorliegende Streitsache von präjudizieller Bedeutung
wäre, ist von einer Sistierung des Verfahrens abzusehen. Es drängt sich
auch keine Sistierung aus anderen Gründen auf. Entgegen der offenbaren
Auffassung der Beschwerdeführerin wird die zu beurteilende Eintretensfrage
nicht präjudiziert durch die Frage, ob allenfalls eine Zollnachforderung zu
erheben ist. Vielmehr wirkt das vorliegende Verfahren präjudizierend für
ein allfälliges Zollnacherhebungsverfahren: Ist die vorliegende Beschwerde
mit Bezug auf die Eintretensfrage gutzuheissen, erhebt die Zollverwaltung
keine Nachforderung (s. Entscheid der Zollkreisdirektion, Dispositiv
Ziff. 2). Überdies wäre die vorliegende Prozesserledigung mit einer nicht zu
verantwortenden übermässigen Verzögerung verbunden, wollte die Festlegung
der Zollnachforderung antragsgemäss zunächst anhand genommen und durch
den gesamten verwaltungsinternen Instanzenzug hindurch geprüft werden.
Aus diesen Gründen ist der Sistierungsantrag abzuweisen.

3.a. Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt
grundsätzlich der Zollpflicht (Allgemeine Zollpflicht: Art. 1 Abs. 1 des
Zolltarifgesetzes vom 9. Oktober 1986 [ZTG], SR 632.10; Art. 1 Abs. 1 des
Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 [ZG], SR 631.0). Gemäss Art. 1 Abs. 2 ZG
umfasst die Zollpflicht die Befolgung der Vorschriften für den Verkehr über
die Grenze (Zollmeldepflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben
(Zollzahlungspflicht). Ausnahmen von der allgemeinen Zollpflicht bedürfen
einer ausdrücklichen gesetzlichen oder staatsvertraglichen Grundlage (s. Art. 1
Abs. 2 ZTG).

Art. 17 ZG nennt Ausnahmen von der generellen Zollpflicht und
beauftragt den Bundesrat, Zollbegünstigung oder -befreiung für den
Veredlungsverkehr vorzusehen. Auftragsgemäss hat der Bundesrat die
Ausführungsbestimmungen erlassen: Im Veredlungsverkehr von Waren
bedarf es zur Zollermässigung oder -befreiung einer Bewilligung der OZD
(Art. 39b Abs. 1 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [ZV], SR
631.01). Die Bewilligung kann mit Auflagen versehen und mengenmässig
sowie zeitlich beschränkt werden (Art. 39b Abs. 2 ZV). Die Bewilligung
kann die bedingte Nichterhebung der Zölle nach den allgemeinen
Verfahrensbestimmungen vorsehen, anstelle etwa des Freipassverfahrens
(Art. 39b Abs. 3 ZV). Im aktiven Veredlungsverkehr wird die Zollermässigung
oder -befreiung nach den allgemeinen Verfahrensbestimmungen auf Antrag
endgültig gewährt, wenn die eingeführte Ware oder die Ersatzware innerhalb
der vorgeschriebenen Frist in bearbeiteter oder verarbeiteter Form ausgeführt
worden ist (Art. 39c Abs. 1 Bst. a ZV).

b. Als Grundlage der Zollberechnung dient die tarifmässige Deklaration
des Zollpflichtigen, soweit sie nicht durch die amtliche Revision berichtigt
wird (Art. 24 Abs. 1 ZG). Der Zollmeldepflichtige hat den Abfertigungsantrag
zu stellen und die Zolldeklaration einzureichen (Art. 31 Abs. 1 ZG). Die
angenommene Zolldeklaration ist für den Aussteller verbindlich und bildet
vorbehältlich der Revisionsergebnisse, die Grundlage für die Festsetzung
des Zolls und der weiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 ZG). Sie darf nur ersetzt,

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ergänzt, berichtigt oder vernichtet werden, wenn vor Anordnung der Revision
und vor Ausstellung der Zollausweise darum nachgesucht wird. Ist der
Zollausweis ausgestellt, so kann das Zollamt dem Gesuch um Zollbegünstigung,
Zollbefreiung oder Änderung der Abfertigungsart entsprechen, wenn die
Sendung noch unter zoll-, post- oder bahnamtlicher Kontrolle steht (Art. 49
Abs. 2 ZV; Entscheid der ZRK vom 13. Februar 2002 [ZRK 2001-037], E. 2a,
publiziert in Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 65 409 f.).

c. Die Frist für die erste Beschwerde gegen die Zollabfertigung beträgt
60 Tage und läuft von der Zollabfertigung an (Art. 109 Abs. 2 ZG). Das
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG,
SR 172.021) findet keine Anwendung auf dieses Verfahren der Zollabfertigung
(Art. 3 Bst. e VwVG), was nicht bedeutet, dass im Zollabfertigungsverfahren
aus der Bundesverfassung abgeleitete Verfahrensgarantien wie die
Gesetzmässigkeit des Verwaltungshandelns, das Willkürverbot sowie der
Anspruch auf rechtliches Gehör, nicht zu beachten wären (Remo Arpaghaus,
Das schweizerische Zollrecht, Rz. 68, in Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli,
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Basel/Genf/München 1999; s. auch
BGE 101 Ib 104 E. 2b). Massgebend sind dennoch die spezialgesetzlichen
Bestimmungen des Zollrechts bezüglich Zollverfahren (s. Art. 29 ff. ZG).
So hat das Bundesgericht die Anwendbarkeit von Formvorschriften
über die Eröffnung und Begründung von Verfügungen und deren
Rechtsmittelbelehrung (Art. 34 f. VwVG) ausdrücklich vom Zollverfahren
ausgeschlossen (BGE 100 Ib 11 E. 2a; s. auch Entscheid der ZRK vom
13. Februar 1995 [ZRK 1994-008], E. 3b, publiziert in VPB 61.18 S. 178).

d. Das Zollverfahren ist vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt (Art. 24 ZG).
Dem Zollpflichtigen obliegt die Verantwortlichkeit für die rechtmässige und
richtige Deklaration seiner grenzüberschreitenden Warenbewegungen (vgl.
Entscheid des Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, publiziert in ASA 70 334
mit Hinweisen).

4.a. Die Beschwerdeführerin hat für die fraglichen Sendungen bestehend
aus Tiernahrungskonserven und Trockentiernahrung die definitive
Ausfuhrzollabfertigung unter der Tarifnummer 2309.1029 beantragt.
Unbestrittenermassen ersuchte sie dabei nicht um Zollbegünstigung
im Nichterhebungsverfahren und wies nicht auf die entsprechenden
Bewilligungen hin. Die zuständigen Zollämter fertigten die Sendungen
antragsgemäss definitiv zur Ausfuhr ab. In der Folge ersuchte die
Beschwerdeführerin um eine nachträgliche Änderung der Abfertigungsart,
indem sie die Ausfuhrdeklarationen nachträglich ergänzte, für die fraglichen
Sendungen nunmehr Zollbegünstigung im Nichterhebungsverfahren
beantragte und dabei auf die auf Weizenmehl Typ 550, Weizenmehl
Typ 2000 sowie Hartweizennachmehl HM 1 der Tarifnummer 1101.0029
lautenden Bewilligungen hinwies. Da sich die Sendungen zum Zeitpunkt
des nachträglichen Änderungsantrages nicht mehr unter zoll-, post-
oder bahnamtlicher Kontrolle, sondern im Ausland befanden, hat die
Zollverwaltung eine Zollbegünstigung bzw. eine Änderung der Abfertigungsart

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_101_Ib_104&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_100_Ib_11&resolve=1
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003392.pdf?ID=150003392

zu verweigern (E. 3b hievor; s. auch Entscheid der ZRK vom 13. Februar 2002,
a.a.O., E. 2a, publiziert in ASA 65 410). Die ursprünglichen Zollabfertigungen
bleiben für die Beschwerdeführerin verbindlich (E. 3b hievor).

b. Es bleibt der Beschwerdeführerin eine Überprüfungsmöglichkeit der
Zollabfertigungen einzig auf dem Beschwerdeweg gemäss Art. 109 Abs. 2
ZG. Unter diesem Gesichtspunkt müsste das Gesuch der Beschwerdeführerin
vom 17. Oktober 2001 um nachträgliche Änderung der Ausfuhrdeklarationen
als Beschwerde in diesem Sinn entgegengenommen werden, was die
Zollverwaltung auch tat. Die gesetzliche Frist zur Einreichung der Beschwerde
gegen die Zollabfertigung beträgt jedoch 60 Tage und läuft von der
Zollabfertigung an (E. 3c hievor). Mit Recht betrachtet die Vorinstanz
folglich das als Beschwerde entgegengenommene Gesuch als verspätet
eingereicht mit Bezug auf all jene Warensendungen ins Ausland, die vor dem
18. August 2001 erfolgten. Ebenso rechtmässig erweist sich der vorinstanzliche
Entscheid, als er das Nichteintreten im Entscheid der Zollkreisdirektion auf
die Beschwerde (bzw. auf das Gesuch vom 17. Oktober 2001) mit Bezug auf die
vor dem 18. August 2001 ausgeführten Sendungen schützte. Die vorliegende
Beschwerde ist folglich abzuweisen.

5. Es bleibt auf die übrigen Argumente der Beschwerdeführerin einzugehen,
soweit sie nicht bereits durch die vorangehenden Erwägungen ausdrücklich
oder implizite widerlegt sind.

a. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Zollverwaltung habe ihr Gesuch
vom 17. Oktober 2001 zu Unrecht als Beschwerde entgegengenommen.
Denn Beschwerden müssten sich notwendigerweise gegen Verfügungen
richten. Die bei der Ausfuhr abgestempelten Formulare stellten jedoch
keine Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Selbst wenn es sich dabei
um Verfügungen handeln sollte, sei die Beschwerde in Anwendung von
Art. 35 VwVG gutzuheissen. Die bei der Ausfuhr abgestempelten Formulare
seien nämlich weder als Verfügung bezeichnet noch enthielten sie eine
Rechtsmittelbelehrung. Überdies bedeute das Fehlen von bestimmten Angaben
auf den Ausfuhrdeklarationen einen verbesserlichen und überdies auch
erkennbaren Mangel. Lasse die Verwaltung es nicht zu, verbesserte Formulare
nachzureichen, erschwere sie die Durchsetzung des materiellen Rechts
ohne sachlich vertretbaren Grund und verstosse damit gegen das Verbot
des überspitzten Formalismus. Schliesslich wären die Ausfuhrdeklarationen,
wenn es sich dabei denn um formgültige Verfügungen handeln würde, in
Wiedererwägung zu ziehen im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a und b VwVG. Die
Beschwerdeführerin bringe nämlich als neue erhebliche Tatsache vor, dass
die Ausfuhr der Sendungen im Nichterhebungsverfahren erfolgen müsse. Es
sei auch aktenkundig, dass die verfügende Behörde selbst zunächst übersehen
habe, die Ausfuhr sei im Nichterhebungsverfahren erfolgt.

b. Die Beschwerdeführerin übersieht zunächst, dass das VwVG auf
Grund einer klaren und zwingenden Gesetzesvorschrift auf das
Verfahren der Zollabfertigung keine Anwendung findet (E. 3c hievor). Die
Zollabfertigung unterliegt einem besonderen Verfahren, bei dem die durch
das Selbstdeklarationsprinzip getragenen spezialgesetzlichen Vorschriften
des Zollrechts dem VwVG vorgehen. Beispielsweise wird die Zolldeklaration
durch die Beisetzung des Amtsstempels bestätigt (Art. 35 Abs. 1 ZG). Dies
genügt für die hoheitliche Annahme der Zolldeklaration. Ob es sich bei

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diesem Hoheitsakt um einen solchen handelt, der den Anforderungen an
eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG genügt oder nicht, hat folglich -
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - für den Rechtsanwender
keine Rolle zu spielen. Das Zollgesetz geht hier als lex specialis vor. So hat die
Rechtsprechung etwa auch Art. 35 VwVG, auf den sich die Beschwerdeführerin
ebenfalls beruft, ausdrücklich vom Zollverfahren ausgeschlossen (E. 3c
hievor). Nichts anderes hat unter diesem Blickwinkel für die geltend gemachte
Revision zu gelten (Art. 66 Abs. 2 Bst. a und b VwVG). Die nachträgliche
Berichtigung der (angenommenen) Zolldeklaration hat sich nach den
spezialgesetzlichen Vorschriften zu richten, deren Voraussetzungen die
Beschwerdeführerin nicht erfüllt (s. hiezu E. 3b und 4a hievor). Abgesehen
davon ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass es ihr nicht einzig
um eine formelle Korrektur der Zolldeklaration geht, wie sie vorzugeben
versucht, sondern um eine Änderung der Abfertigungsart (E. 4a hievor), was
von vornherein nicht als erhebliche Tatsache im Sinne von Art. 66 Abs. 2
VwVG gelten kann.

Massgebend ist, dass nach den spezialgesetzlichen Zollvorschriften eine
nachträgliche Änderung des abgestempelten Ausfuhrformulares bzw. der
Abfertigungsart grundsätzlich ausgeschlossen ist, wenn sich die fraglichen
abgefertigten Ausfuhrsendungen zum Zeitpunkt des entsprechenden Antrages
nicht mehr unter zoll-, post- oder bahnamtlicher Kontrolle befinden. Die
akademische Frage, ob einer durch das Zollamt angenommenen Deklaration
überhaupt Verfügungscharakter im Sinne von Art. 5 VwVG zukommt, ist dabei
irrelevant. Genau so unmassgeblich ist die Behauptung, das Gesuch vom
17. Oktober 2001 könne gar nicht als Beschwerde entgegengenommen werden,
da sich diese notwendigerweise gegen Verfügungen richtet, was die bei der
Ausfuhr abgestempelten Formulare nicht seien. Die Beschwerdeführerin
bestreitet nicht, dass die fraglichen Sendungen definitiv zur Ausfuhr
abgefertigt worden sind. Das Zollgesetz schreibt vor, gegen Abfertigungen
sei innert 60 Tagen Beschwerde zu erheben. Die Frage, ob nun dem
abgestempelten Ausfuhrformular (oder vielmehr sodann der antragsgemässen
definitiven Ausfuhrabfertigung) Verfügungscharakter beizumessen ist, bleibt
gleichermassen rein akademisch. Denn die rechtsanwendenden Behörden
haben sich an die gesetzliche Vorschrift von Art. 109 Abs. 2 ZG zu halten.

Hat die Zollverwaltung dieses zwingende Recht zu beachten, kann ihr auch
kein überspitzter Formalismus zum Vorwurf gemacht werden, ohne an dieser
Stelle die Behauptung zu bestätigen, die entsprechenden Voraussetzungen
seien erfüllt. Überdies führt die Beschwerdeführerin als Begründung
für diese Rüge an, die Verwaltung lasse es nicht zu, dass sie verbesserte
Formulare nachreiche und erschwere dadurch die Durchsetzung des
materiellen Rechts ohne sachlich vertretbaren Grund. Sie versucht dabei
wiederum vorzugeben, sie ersuche nur um eine formelle Verbesserung der
Ausfuhrdeklarationsformulare. Vielmehr geht es ihr um eine Änderung der
Abfertigungsart, was das einschlägige Zollrecht zwingend ausschliesst, so dass
der Vorwurf des überspitzten Formalismus auch unter diesem Gesichtspunkt
nicht zu hören ist.

Zwar sind trotz des Anwendbarkeitsausschlusses des VwVG vom
Zollabfertigungsverfahren die aus der Bundesverfassung abgeleiteten
Verfahrensgarantien wie die Gesetzmässigkeit des Verwaltungshandelns,

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das Willkürverbot sowie der Anspruch auf rechtliches Gehör zu beachten
(E. 3c hievor). Inwiefern die Zollverwaltung im vorliegenden Verfahren solche
oder andere Verfahrensgarantien verletzt hat, ist jedoch nicht ersichtlich.

6. Auf Grund dieser Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist. Die Beschwerdeführerin hat als unterliegende Partei
die Verfahrenskosten, bestehend aus Spruch- und Schreibgebühren, zu
tragen. Die Beschwerdeinstanz hat im Dispositiv den Kostenvorschuss mit
den Verfahrenskosten zu verrechnen und einen allfälligen Überschuss
zurückzuerstatten (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 ff., insbesondere
Art. 5 Abs. 3 der Verordnung vom 10. September 1969 über Kosten und
Entschädigungen im Verwaltungsverfahren [VwKV], SR 172.041.0).

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 68.51 - Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 28. Oktober 2003

[ZRK 2003-016]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2004
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Band 68
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