# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5272d4ff-e65d-5c50-93c3-7f849e543c0e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LB230032-O8
**Docket/Reference:** LB230032-O8
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LB230032-O8.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LB230032-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. B. Schärer und Oberrichter lic. iur. K. Vogel 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw E. Tvrtkovic

Beschluss vom 1. April 2025

in Sachen

A._____, 

Kläger und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ und / oder 

Rechtsanwalt MLaw X2._____

gegen

B._____, 

Beklagter und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____

betreffend Forderung

Berufung gegen ein Urteil Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, im 
ordentlichen Verfahren vom 14. Juli 2023 (CG200068-L)

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Rechtsbegehren:
(Urk. 2 S. 2)

"1.  Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger einen Betrag von 

CHF 934'775.29 zzgl. Zins zu 10% p.a. seit dem 21. Juli 1994 zu bezahlen.

2.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten des Be-
klagten."

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 14. Juli 2023:
(Urk. 85 S. 47)

Die Klage wird abgewiesen.

Die Entscheidgebühr wird auf CHF 20'600.– festgesetzt. Allfällige weitere 

Auslagen bleiben vorbehalten.

1.

2.

3.

Die Gerichtskosten werden der klagenden Partei auferlegt und mit dem von 

ihr geleisteten Vorschuss verrechnet. Der darüber hinaus gehende Betrag 

von CHF 8'846.– wird der klagenden Partei zurückerstattet.

4.

Die klagende Partei wird verpflichtet, der beklagten Partei eine Parteient-

schädigung von CHF 49'146.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

5.

6.

(Schriftliche Mitteilung) 

(Rechtsmittel) 

Berufungsanträge:

des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 84 S. 2; Urk. 97 S. 2):

"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Juli 2023 sei aufzuheben.

2.

3.

Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger einen Be-
trag von CHF 934'775.29 zzgl. Zins zu 10% p.a. seit dem 21. Juli 1994 zu 
bezahlen.

Eventualiter zu Ziff. 2: Die Sache sei zur Neubeurteilung und zur Ergänzung 
des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen.

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4.

5.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten des 
Berufungsbeklagten.

Eventualiter zu Ziff. 1-4: Es sei die von der Vorinstanz dem Berufungsbe-
klagten zugesprochene Parteientschädigung gemäss Urteilsdispositiv Ziff. 4 
in Höhe von CHF 49'146.00 (inkl. MwSt.) auf CHF 45'632.00 zu reduzieren." 

des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 89 S. 2):

"1. Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2 des Berufungsklägers seien vollumfänglich ab-

zuweisen.

2.

3.

Eventualiter sei Rechtsbegehren Ziff. 3 des Berufungsklägers vollumfänglich 
abzuweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklä-
gers."

Erwägungen:

I.

1.

Die Parteien unterzeichneten am 21. Dezember 1990 ein mit "Darlehensver-

trag" überschriebenes Dokument, gemäss welchem der Beklagte und Berufungs-

beklagte (Beklagter) vom Kläger und Berufungskläger (Kläger) tags zuvor ein Dar-

lehen von Fr. 2'200'000.– erhalten und am Tag der Unterzeichnung 

Fr. 1'000'000.– zurückbezahlt hatte; der Beklagte anerkannte, dem Kläger noch 

Fr. 1'200'000.– zu schulden. Die Parteien erklärten ferner, sich über die Verzin-

sung und Rückzahlung dieses Betrags separat verständigen zu wollen. Die Rück-

zahlung sollte jedoch spätestens bis 30. Juni 1991 erfolgen. Eine Verrechnung 

wurde ausgeschlossen (Urk. 3/6). Ob sich die Parteien noch separat über die Ver-

zinsung einigten, ist umstritten (Urk. 2 Rz 21; Urk. 15 Rz 12, 14). Während der fol-

genden Jahre kam der Beklagte seiner Zahlungsverpflichtung nach Auffassung 

des Klägers nur ungenügend nach (Urk. 2 Rz 24-40). 

2.1 Am 31. Januar 2002 erhob der Kläger in Jamaika, wo er den Wohnsitz des 

Beklagten verortete, eine Klage auf Darlehensrückzahlung (Urk. 2 Rz 41-48; 

Urk. 3/15; vgl. auch Urk. 15/92). Am 22. Januar 2020 schlossen die Parteien an-

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lässlich einer Gerichtsverhandlung eine Prozess- und Gerichtsstandsvereinba-

rung, gemäss welcher das Verfahren in Jamaika gestützt auf forum non conveni-

ens sistiert werde und die Streitigkeit von einem zuständigen Schweizer Gericht 

zu beurteilen sei (Urk. 2 Rz 84; Urk. 3/37; Urk. 15 Rz 98). Darauf machte der Klä-

ger das Verfahren mit seinem Schlichtungsgesuch vom 22. Januar 2020 in Zürich 

anhängig. Für die weitere Prozessgeschichte kann auf den vorinstanzlichen Ent-

scheid verwiesen werden (Urk. 85 E. II). Mit Urteil vom 14. Juli 2023 wies die Vor-

instanz die Klage schliesslich unter Regelung der Kosten- und Entschädigungsfol-

gen ab (Urk. 85 S. 14 ff.).

2.2 Gegen das vorinstanzliche Urteil liess der Kläger mit den eingangs erwähn-

ten Anträgen Berufung erheben (Urk. 84; vgl. auch Urk. 97 S. 2). Mit Verfügung 

vom 18. September 2023 wurde ihm Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses 

von Fr. 29'450.– angesetzt (Urk. 86), der in der Folge rechtzeitig geleistet wurde 

(Urk. 86 f.). Innert der mit Verfügung vom 6. Oktober 2023 angesetzten Frist er-

stattete der Beklagte unter dem 7. November 2023 seine Berufungsantwort mit 

den eingangs zitierten Anträgen (Urk. 89). Der Kläger machte am 10. Januar 2024 

(Urk. 97) und der Beklagte am 12. Februar 2024 (Urk. 102; vgl. auch Urk. 99 f.) 

vom Replikrecht Gebrauch. Die letzte beklagtische Eingabe wurde dem Kläger 

am 15. Februar 2024 zur Kenntnis zugestellt (Urk. 103). Weitere Parteieingaben 

erfolgten nicht mehr. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-83). 

Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

II.

1.

Die Vorinstanz begründete die Abweisung der Klage damit, dass die Darle-

hensrückforderung, wie vom Beklagten einredeweise geltend gemacht, verjährt 

sei (Urk. 85 E. IV.5.8). Im Einzelnen erwog sie dazu nach prozessualen Ausfüh-

rungen (Urk. 85 E. III) sowie nach der Darstellung der Parteistandpunkte (Urk. 85 

E. IV.5.1) und allgemeinen rechtlichen Ausführungen zur Verjährung von Darle-

hensforderungen (Urk. 85 E. IV.5.2.1) zusammengefasst, dass die entscheidende 

Frage sei, ob die Klageeinleitung in Jamaika zu einer Unterbrechung der Verjäh-

rung geführt habe. Sei diese zu verneinen, wäre die Forderung gemäss den im 

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Ergebnis übereinstimmenden Darstellungen der Parteien bei Klageeinleitung am 

Bezirksgericht Zürich verjährt gewesen (Urk. 85 E. IV.5.2.1 und IV.5.2.3). Die 

Klage in Jamaika stelle eine verjährungsunterbrechende Handlung im Sinne von 

Art. 135 Ziff. 2 OR dar, sofern die jamaikanischen Gerichte nach den Regeln des 

IPRG zuständig gewesen seien (Urk. 85 E. IV.5.2.3). Die indirekte Zuständigkeit 

sei in Art. 26 IPRG geregelt. Sie setzte im vorliegenden Fall voraus, dass der Be-

klagte seinen Wohnsitz im Zeitpunkt der Anhängigmachung des Verfahrens in Ja-

maika gehabt habe (Urk. 85 E. IV.5.2.3). Gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG, des-

sen Wohnsitzbegriff mit demjenigen in Art. 23 Abs. 1 ZGB übereinstimme, befinde 

sich der Wohnsitz einer Person dort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Ver-

bleibens aufhalte (Urk. 85 E. IV.5.2.3). Zu prüfen sei folglich, ob dem beweisbe-

lasteten Kläger der Nachweis für die umstrittene Behauptung gelinge, dass der 

Beklagte am 31. Januar 2002 Wohnsitz in Jamaika gehabt habe (Urk. 85 

E. IV.5.2.2 und IV.5.2.4). In der Folge prüfte die Vorinstanz die einzelnen vom 

Kläger ins Recht gelegten und von ihr als Beweismittel zugelassen Urkunden dar-

auf, ob mit ihnen der Beweis erbracht werde, dass der Beklagte am 31. Januar 

2002 Wohnsitz in Jamaika gehabt habe. Sie kam zum Schluss, dass aus diesen 

auf die zu beweisende Tatsache nicht geschlossen werden könne. Zwar lägen 

einzelne Indizien vor, die auf einen Wohnsitz des Beklagten in Jamaika, verbun-

den mit der Absicht des dauernden Verbleibs, hindeuten könnten. Diese Indizien 

könnten indessen den erforderlichen, strikten Nachweis eines Wohnsitzes des 

Beklagten in Jamaika zum relevanten Zeitpunkt nicht erbringen. Auch eine Herab-

setzung des Beweismasses auf eine überwiegende Wahrscheinlichkeit würde zu 

keinem anderen Ergebnis führen. Denn die Darstellung des Beklagten, wonach er 

zum fraglichen Zeitpunkt als Geschäftsmann in Europa und darüber hinaus an an-

deren Orten der Welt unterwegs gewesen sei und sein Lebensmittelpunkt nicht 

Jamaika gewesen sei, erscheine ebenso wahrscheinlich und überzeugend wie die 

Gesamtheit der klägerischen Indizien. Ferner wäre es dem durch Rechtsanwälte 

vertretenen Kläger zumutbar gewesen, schon bei Klageeinleitung des Verfahren 

in Jamaika den Nachweis zu beschaffen, dass der Beklagte damals seinen Wohn-

sitz in Jamaika gehabt und er sich dort in der Absicht des dauernden Verbleibs 

aufgehalten habe. Spätestens mit der Eingabe des Beklagten vom 24. Januar 

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2003, mit welcher die Zuständigkeit des jamaikanischen Gerichts bestritten wor-

den sei, hätte Anlass bestanden, die nötigen Beweismittel zu beschaffen, welche 

die örtliche und sachliche Zuständigkeit des vom Kläger angerufenen Gerichts 

hätten nachweisen können. Beweismittel welche - in ihrer Gesamtheit - einen ja-

maikanischen Wohnsitz hätten beweisen können (Anmeldung beim schweizeri-

schen Generalkonsulat, Aufenthaltsgenehmigung für den Beklagten, Belege über 

Steuerzahlungen, Zeugenaussagen über die Dauer und die Art des Aufenthalts 

des Beklagten zum fraglichen Zeitpunkt), wären durchaus beibringbar gewesen 

(Urk. 85 E. IV.5.2 ff.). Den Gegenbeweis des Beklagten, dass er an einem ande-

ren Ort als Jamaika seinen Wohnsitz gehabt habe, erachtete die Vorinstanz eben-

falls als gescheitert. Die Beweismittel enthielten zwar teilweise Hinweise darauf, 

dass sich der Beklagte ab dem Jahr 2002 nicht in Jamaika aufgehalten habe, je-

denfalls nicht mit der Absicht dauernden Verbleibens. Diese Indizien wären indes-

sen nicht geeignet, einen allfälligen Beweis des Klägers, sollte er als erbracht be-

trachtet werden, umzustossen. Dazu würde es an einer an Sicherheit grenzenden 

Wahrscheinlichkeit des Nachweises eines anderen Wohnsitzes fehlen (Urk. 85 

E. IV.5.7). Zusammenfassend hielt die Vorinstanz schliesslich fest, dass der 

Hauptbeweis des Klägers, wonach der Beklagte am 31. Januar 2002 seinen 

Wohnsitz im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG in Jamaika gehabt habe, nicht 

erbracht sei. Demzufolge sei der Beweis des Klägers für eine Unterbrechung der 

Verjährungsfrist als gescheitert zu betrachten. Die Darlehensrückforderung habe 

als verjährt zu gelten, womit die Klage abzuweisen sei (Urk. 85 E. IV.5.8). 

2.1 Der Kläger rügt, die Vorinstanz habe beim Beweis des jamaikanischen 

Wohnsitzes des Beklagten zu Unrecht das Regelbeweismass des direkten, strik-

ten Beweises angewendet. Die Vorinstanz hätte maximal den indirekten Indizien-

beweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit genügen lassen müssen. Mit die-

sem reduzierten Beweismass setze sich die Vorinstanz nicht bzw. in ihrer Eventu-

albegründung nur ganz spärlich und unzutreffend auseinander (Urk. 84 Rz 22, 28-

48). Sie habe sich ferner, statt eine Gesamtwürdigung vorzunehmen, auf eine 

Einzelwürdigung beschränkt und dabei verkannt, dass sich bei einer Gesamtwür-

digung der Beweise unter Berücksichtigung von Logik und allgemeiner Lebenser-

fahrung insgesamt das stimmige Bild ergebe, dass der Beklagte sich physisch 

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während mehrerer Jahre in Jamaika aufgehalten, eine Familie mit Ehefrau und 

Kind sowie ein Wohnhaus gehabt habe (Urk. 84 Rz 23, 51-54, 55-80). Hätte die 

Vorinstanz das korrekte Beweismass angewandt und die Beweise richtig gewür-

digt, so hätte sie zum Schluss kommen müssen, dass der Indizienbeweis der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines Wohnsitzes des Beklagten in Jamaika 

im Zeitpunkt 31. Januar 2002 erbracht worden sei. Dieser könne auch nicht durch 

die Parteiaussage des Beklagten, der entgegen der Vorinstanz jegliche Beweis-

kraft abzusprechen sei, umgestossen werden (Urk. 84 Rz 24, 81-95). Damit seien 

die jamaikanischen Gerichte aus schweizerischer Sicht im Zeitpunkt der Klageein-

leitung international indirekt zuständig und die Klageeinleitung habe verjährungs-

unterbrechende Wirkung gehabt. Die von ihm geltend gemachte Forderung sei 

damit nicht verjährt (Urk. 84 Rz 25, 92-95). Die Vorinstanz habe sich ausschliess-

lich mit der Frage der Verjährung seiner Forderung auseinandergesetzt und diese 

zu Unrecht bejaht. Die restlichen, materiellen Anspruchsvoraussetzungen, mithin 

den wesentlichen Teil der Klage, habe sie nicht geprüft. Es liege daher nahe, die 

Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 84 Rz 96 f.). Werde reformatorisch 

entschieden, seien sämtliche materiellen Anspruchsvoraussetzungen zu bejahen 

und die Klage gutzuheissen (Urk. 84 Rz 98-111). Für den Fall, dass der vorin-

stanzliche Entscheid bestätigt würde, macht der Kläger ferner geltend, dass die 

Zusprechung der Mehrwertsteuer auf der Parteientschädigung falsch sei, weil es 

einerseits an einem entsprechenden Antrag des Beklagten gefehlt habe und an-

dererseits die Leistungen seiner Anwälte nicht mehrwertsteuerpflichtig seien 

(Urk. 84 Rz 112-116). 

2.2 Der Beklagte hält dagegen, dass die Vorinstanz korrekt entschieden habe 

und dass die vom Kläger geltend gemachte Forderung verjährt sei, weshalb über 

ihren bestrittenen Bestand nicht mehr zu befinden gewesen sei (Urk. 89 Rz 1). Er 

trägt zusammengefasst vor, für die Frage seines Wohnsitzes in Jamaika zum 

Zeitpunkt der dortigen Klageeinleitung gelange das Regelbeweismass zur Anwen-

dung (Urk. 89 Rz 7-11, 113). Die Vorinstanz habe aber zutreffend entschieden, 

dass der Kläger selbst bei Anwendung des reduzierten Beweismasses mit seinem 

Beweis gescheitert wäre (Urk. 89 Rz 12, 113). Sie habe eine Gesamtwürdigung 

der klägerischen Beweismittel vorgenommen. Wenn die Beweismittel aber für sich 

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alleine keinen Wohnsitz beweisen könnten und in den meisten Fällen gar keinen 

relevanten Bezug zur Wohnsitzfrage hätten, ändere auch eine gesamthafte Be-

trachtung am Beweisergebnis nichts (Urk. 89 Rz 14, 138). Die Vorinstanz habe 

die Beweise jedenfalls im Ergebnis richtig gewürdigt (Urk. 89 Rz 17-19, 86, 120-

124, 135, 139). Mit den vom Kläger im Berufungsverfahren erwähnten und den 

weiteren von der Vorinstanz abgenommenen Hauptbeweismitteln könne kein 

Wohnsitznachweis erbracht werden. In den Letzteren fänden sich im Gegenteil 

zahlreiche Indizien für das Fehlen eines solchen (Urk. 89 Rz 20-85, 88-92, 112-

115, 145 f.). Zumindest bei einer Gesamtwürdigung würden seine Gegenbeweis-

mittel zudem den Nachweis erbringen, dass er seinen Lebensmittelpunkt am 

31. Januar 2002 in Europa und folglich nicht in Jamaika gehabt habe. Er habe 

schlüssig aufgezeigt, dass sich sein privates und geschäftliches Leben in Europa 

abgespielt habe und sein Lebensmittelpunkt am 31. Januar 2002 in Europa gele-

gen habe. Ein jamaikanischer Wohnsitz, für welchen es weder direkte Beweise 

noch einschlägige Indizien gebe, könne damit ausgeschlossen werden (Urk. 89 

Rz 93-110, 116-124, 136 f., 148). Sollte das Obergericht wider Erwarten gleich-

wohl von einem jamaikanischen Wohnsitz seinerseits am 31. Januar 2002 ausge-

hen und somit die Verjährung der geltend gemachten Forderung verneinen, er-

scheine es zweckmässig, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 89 

Rz 125). Werde reformatorisch entschieden, seien die materiellen Anspruchsvor-

aussetzungen zu verneinen und die Klage abzuweisen (Urk. 89 Rz 150-153). 

Sollte das Obergericht zum Schluss kommen, dass der einzige Fehler der Vorin-

stanz in der Berechnung der Parteientschädigung bzw. der Berücksichtigung der 

Mehrwertsteuer gelegen habe, wäre die Berufung diesbezüglich wohl gutzuheis-

sen, allerdings ohne Kostenfolgen für ihn, habe er doch, wie der Kläger zu Recht 

darlege, gar nie eine Entschädigung zuzüglich Mehrwertsteuer verlangt (Urk. 89 

Rz 128). 

3.1 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz hat sich - abgesehen von offensichtlichen Mängeln - grundsätzlich 

auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungs-

schrift selber in rechtsgenügender Weise erhoben werden (BGE 142 III 413 

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E. 2.2.4; BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016 

E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom 21.Oktober 2015 E.2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 

1. September 2014 E. 3.1 und 5; BGer 4A_651/2012 vom 7. Februar 2013 E. 4.2; 

vgl. auch zum diesbezüglich analogen bundesgerichtlichen Verfahren BGer 

4A_498/2021 vom 21. Dezember 2021 E. 2.1; BGer 5A_563/2021 vom 18. Okto-

ber 2021 E. 2.3). Die Berufung erhebende Partei muss sich mit den einschlägigen 

Erwägungen im angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und darf sich nicht 

darauf beschränken, ihre vor Vorinstanz vorgetragene Auffassung vor Rechtsmit-

telinstanz schlicht zu wiederholen, auf frühere Vorbringen bzw. Prozesshandlun-

gen zu verweisen oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise zu kri-

tisieren (BGer 5A_580/2021 vom 21. April 2022 E. 3.3; BGer 4A_651/2012 vom 

7. Februar 2013 E. 4.2; vgl. auch BGE 144 III 394 E. 4.1.4 und 4.2). Sie muss die 

vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die sie anficht, sich argumentativ mit 

diesen auseinandersetzen und mittels genügend präziser Verweisungen auf die 

Akten aufzeigen, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitun-

gen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der gel-

tend gemachte Berufungsgrund ergeben soll (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_247/2013 vom 15.Oktober 2013 E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 

E. 2.1). Eine inhaltliche Ergänzung der Begründung in späteren Rechtsschriften 

als der Berufungsbegründung ist grundsätzlich unzulässig. Vorbehalten bleiben 

sich im Rahmen des Streitgegenstandes bewegende neue juristische Argumente, 

wenn der Prozessgegner zulässigerweise neue Tatsachen oder Beweismittel in 

das Berufungsverfahren eingebracht hat (BGer 5A_7/2021 vom 2. September 

2021 E. 2.2). Diese Begründungsanforderungen gelten sinngemäss auch für den 

Inhalt der Berufungsantwort. Soweit den Rügeerfordernissen Genüge getan ist, 

erfolgt die Überprüfung in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht mit unbeschränk-

ter Kognition ohne Bindung an die Argumentation der Vorinstanz oder der Par-

teien (BGE 147 III 176 E. 4.2.1; BGE 144 III 394 E. 4.1.4; BGer 4A_397/2016 vom 

30. November 2016 E. 3.1; KUKO ZPO-Oberhammer/Weber, Art. 57 N 2). Im Be-

rufungsverfahren neu vorgetragene Behauptungen sind dabei nur unter den Vor-

aussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zu berücksichtigen, wobei diejenige Par-

tei, die sich auf (insbesondere unechte) Noven beruft, deren Zulässigkeit darzutun 

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hat (BGer 5A_266/2015 vom 24. Juni 2015 E. 3.2.2; BGer 5A_330/2013 vom 

24. September 2013 E. 3.5.1). Als Noven gelten neue Tatsachen und neue Be-

weismittel (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 31; BK ZPO-Sterchi, Art. 317 N 3). 

Neue rechtliche Begründungen stellen keine Noven dar (BGer 4A_519/2011 vom 

28. November 2011 E. 2.1). 

3.2 Im Folgenden ist in diesem Rahmen auf die Vorbringen des Klägers 

(Urk. 84; vgl. auch Urk. 97) und des Beklagten (Urk. 89; vgl. auch Urk. 102) einzu-

gehen, soweit dies für die Entscheidfindung notwendig ist. 

III.

1.

Die zivilrechtlichen Verjährungsvorschriften des schweizerischen Rechts 

wurden seit dem Abschluss des prozessgegenständlichen Darlehensvertrags am 

21. Dezember 1990 verschiedentlich revidiert (zur Anwendbarkeit des Schweizer 

Rechts vgl. Urk. 85 E. IV.2). Die vorliegend umstrittene Frage der verjährungsun-

terbrechenden Wirkung der Klageeinleitung in Jamaika am 31. Januar 2002 ent-

scheidet sich nach dem bis Ende 2010 in Kraft stehenden Art. 135 Ziff. 2 aOR 

(Art. 1 SchlT ZGB i.V.m. Art. 49 aSchlT ZGB; vgl. BK OR-Wildhaber/Dede, Vor-

bem. zu Art. 127-142 OR N 128 f.), der jedoch, soweit er vorliegend von Belang 

ist, der heute geltenden Regelung entspricht (vgl. BK OR-Wildhaber/Dede, 

Art. 135 OR N 54-67, 118-126, 137; BSK OR I-Däppen, Art. 135 N 5a und N 15). 

Gemäss dieser Bestimmung wird die Verjährung u.a. durch Klage vor einem Ge-

richt unterbrochen. Gefordert ist ein Gesuch mit einem bestimmten oder bestimm-

baren und individualisierten Rechtsbegehren. Erfolgt die Klageanhebung vor ei-

nem ausländischen staatlichen Gericht, so kommt ihr Unterbrechungswirkung zu, 

wenn das angerufene ausländische Gericht nach den Regeln des schweizeri-

schen internationalen Zivilprozessrechts zuständig ist (BK OR-Wildhaber/Dede, 

Art. 135 OR N 137; BSK OR I-Däppen, Art. 135 N 15; ZK OR-Berti, Art. 135 

N 119). Die insoweit massgebliche indirekte internationalen Zuständigkeit (Aner-

kennungszuständigkeit) beurteilt sich nach dem Schweizer IPRG, sofern wie vor-

liegend keine Staatsverträge zu beachten sind. Sie ist zu bejahen, wenn das aus-

ländische Gericht (aus Schweizer Sicht) im Zeitpunkt der Klageanhebung interna-

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tional zuständig war (Art. 25 lit. a IPRG; BGE 116 II 9 E. 5; BSK IPRG-Däp-

pen/Mabillard, Art. 25 N 40 f.). Gemäss Art. 26 lit. a IPRG ist die Zuständigkeit ei-

nes ausländischen Gerichts dabei u.a. dann begründet, wenn der Beklagte - wie 

die Vorinstanz richtig erwog - seinen Wohnsitz im massgeblichen Zeitpunkt im Ur-

teilsstaat hatte (BSK IPRG-Däppen/Mabillard, Art. 26 N 6 ff.). Die weiteren An-

wendungsfälle von Art. 26 IPRG oder eine Anwendbarkeit von Art. 149 Abs. 1 

IPRG stehen vorliegend nicht zur Diskussion (vgl. dazu Urk. 85 E. III.5.2.3).

2.1 Gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG befindet sich der Wohnsitz einer natürli-

chen Person dort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Die 

Auslegung der Bestimmung hat sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

eng an jener von Art. 23 Abs. 1 ZGB zu orientieren (BGE 120 III 7 E. 2a; BGE 119 

II 167 E. 2b; BGer 4A_443/2014 vom 2. Februar 2015 E. 3.4; BGer 5A_663/2009 

vom 1. März 2010 E. 2.2.1; ZK IPRG-Kren Kostkiewicz, Art. 20 N 16). Dabei ist 

aber stets der kollisionsrechtliche Charakter von Art. 20 IPRG zu beachten. An-

ders als das ZGB kennt das IPRG etwa keine (positiven) Vermutungen, welche ei-

nen Wohnsitz begründen, und sind fortgesetzte Wohnsitze nach Art. 24 Abs. 1 

ZGB und abgeleitete Wohnsitze nach Art. 25 ZGB ausgeschlossen (BGE 133 III 

252 E. 4; BGE 119 II 64 E. 2aa; OK-Stucki, Art. 20 IPRG N 29 [https://onlinekom-

mentar.ch/de/kommentare]), wodurch die Aufgabe eines einmal begründeten 

Wohnsitzes im internationalen Verhältnis wesentlich einfacher ist als im inner-

staatlichen. Die Wohnsitzverlegung setzt jedoch (auch) im Anwendungsbereich 

des IPRG voraus, dass der vorherige Wohnsitz aufgegeben worden ist, was eine 

gewisse Änderung der Verhältnisse verlangt; besonders im internationalen Ver-

hältnis gilt es zu verhindern, dass einer missbräuchlichen Wohnsitzverlegung zur 

Begründung eines günstigen Gerichtsstandes Vorschub geleistet wird (BGE 119 II 

64 E. 2b; BGer 5A_235/2012 vom 31. August 2012 E. 5.2 f.). 

2.2.1  Zur Wohnsitzbegründung ist zunächst objektiv die tatsächliche physische 

Anwesenheit an einem Ort erforderlich; deren Dauer ist grundsätzlich nicht rele-

vant (BGer 5A_270/2012 vom 24. September 2012 E. 4.2.1 und 4.3; BGer 

5A_659/2011 vom 5. April 2012 E. 2.3; BGer 5A_30/2015 vom 23. März 2015 

E. 4.1.1.; ZK IPRG-Kren Kostkiewicz, Art 20 N 19). Zur Aufrechterhaltung des ein-

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mal begründeten Wohnsitzes ist die physische Anwesenheit an einem Ort nicht 

notwendig (BK ZGB-Bucher Art. 23 N 15). Subjektiv setzt die Wohnsitzbegrün-

dung die Absicht dauernden Verbleibens voraus. Auf die Zeitspanne des Verwei-

lens kommt es dabei nicht wesentlich an, solange der Aufenthalt nur nicht bloss 

als ein von vornherein ganz vorübergehender gedacht ist; entscheidend ist nicht 

das Zeitmoment, sondern der Zweck, zu welchem der Aufenthalt erfolgt. Der 

Wohnsitz hat einem Selbstzweck, dem Leben, zu dienen und nicht bloss einem 

Sonderzweck (BGE 108 Ia 252 E. 5; BGer 5A_419/2020 vom 16. April 2021 

E. 3.2.2; BGer 5A_30/2015 vom 23. März 2015 E. 4.1.1; BGer 5A_659/2011 vom 

5. April 2012 E. 2.3; OK-Stucki, Art. 20 IPRG N 13, 16, 27; BSK IPRG-Westen-

berg, Art. 20 N 18; ZK IPRG-Kren Kostkiewicz Art. 20 N 19; ZK ZGB-Egger, 

Art. 23 N 26, vgl. auch N 21 ff.; BK ZGB-Bucher, Art. 23 N 15 ff.). Er ist der Ort 

des persönlichen Lebensmittelpunkts (BK ZGB-Bucher, Art. 23 N 3). Hält sich 

eine Person in mehr als einem (potentiellen Wohnsitz-)Staat auf, ist für die Wohn-

sitzbestimmung festzustellen, zu welchem Ort in welchem Staat die engste Bezie-

hung besteht und in welchem Land eine Person mit Rücksicht auf die Gesamtheit 

ihrer Lebensbeziehungen am stärksten integriert ist (BGer 5C.247/2004 vom 

10. Februar 2005 E. 4.2 f.), denn eine Person kann nicht an mehreren Orten zur 

gleichen Zeit Wohnsitz im Sinn von Art. 20 IPRG haben (OK-Stucki, Art. 20 IPRG 

N 9). Massgeblich ist letztlich die Intensität der Beziehung zu einem gewissen Ort, 

wie sie sich aus der Summe der objektiven Elemente gegen aussen erkennbar er-

gibt (BGE 125 III 100 E. 3). 

2.2.2  Bei der Bestimmung des persönlichen Lebensmittelpunkts kommt es nicht 

auf den inneren Willen an. Gefordert sind vielmehr objektive, für Dritte erkennbare 

Umstände dafür, dass der Betreffende einen bestimmten Ort zu seinem Lebens-

mittelpunkt gemacht hat. Dieser Mittelpunkt ist regelmässig dort zu suchen, wo 

die familiären Interessen und Bindungen am stärksten lokalisiert sind (BGE 148 II 

285 E. 3.2.2; BGE 120 III 7 E. 2.a; BGE 119 II 64 E. 2b/bb; BGE 115 II 120 E. 4c; 

BGer 5A_663/2009 vom 1. März 2010 E. 2.2.2; OK-Stucki, Art. 20 IPRG N 16; 

BSK IPRG-Westenberg, Art. 20 N 17; ZK IPRG-Kren Kostkiewicz, Art. 20 N 20 f.). 

Familiäre Bindungen können jedoch zugunsten überwiegender beruflicher und fi-

nanzieller Interessen in den Hintergrund treten, namentlich wenn eine Person 

- 13 -

keine oder nur lockere Beziehungen zu Familie und Verwandtschaft hat (BGE 148 

II 285 E. 3.2.2; BGE 125 I 54 E. 2b/cc; BGE 119 II 64 E. 2b; BGer 2C_270/2012 

vom 1. Dezember 2012 E. 2.4; BGer 5A_917/2018 vom 20. Juni 2019 E. 4.1; 

BGer 5A_235/2012 vom 31. August 2012 E. 5.13; ZK IPRG-Kren Kostkiewicz, 

Art. 20 N 4, 21; OK-Stucki, Art. 20 N 18). Öffentlich-rechtliche Aspekte (Ausweise, 

Wohnsitzbescheinigungen, Aufenthaltsberechtigungen etc.) können Indizien für 

die Absicht dauernden Verbleibens sein. Sie schliessen aber nicht aus, dass der 

Lebensmittelpunkt aufgrund der weiteren Umstände des Einzelfalls davon abwei-

chend lokalisiert wird (BGE 136 II 405 E. 4.3; BGE 125 III 100 E. 3.; BGE 120 III 7 

E. 2.a; BGer 4A_558/2017 vom 6. April 2018 E. 3.2.1; BGer 5A_812/2015 vom 

6. September 2016 E. 5.1.2; BGer 5A_30/2015 vom 23. März 2015 E. 4.1.2; BGer 

4A_443/2014 vom 2. Februar 2015 E. 3.4). Und auch ihr Fehlen vermag den 

Wohnsitz im Sinne von Art. 20 IPRG nicht auszuschliessen (BGer 5A_609/2011 

vom 14. Mai 2012 E. 4.2.4; ZK ZGB-Egger, Art. 23 ZGB N 22). Ferner ist es irrele-

vant, ob nach dem national-autonomen Recht des (angeblichen) Wohnsitzstaates 

ebenfalls Wohnsitz besteht (OK-Stucki, Art. 20 IPRG N 19). 

2.3 Die Behauptungs- und Beweislast für die wohnsitzbegründenden Tatsachen 

trägt vorliegend unbestritten der Kläger, der sich als Gläubiger darauf beruft, die 

Verjährung unterbrochen zu haben (Art. 8 ZGB). Der Beklagte trägt als nicht be-

hauptungsbelastete Partei lediglich aber immerhin die Bestreitungslast (Art. 222 

Abs. 2 ZPO). Gefordert ist eine klare Äusserung, der Wahrheitswert welcher klä-

gerischen Behauptung in Frage gestellt wird. Eine Begründung, weshalb eine be-

strittene Behauptung unrichtig ist, ist dagegen grundsätzlich nicht erforderlich 

(BGE 117 II 113; BGE 115 II 1 E. 4). Ein begründetes (qualifiziertes) Bestreiten 

kann aber unter gewissen Voraussetzungen bei Sachverhalten verlangt werden, 

die Gegenstand eigener Handlungen oder Wahrnehmungen der bestreitenden 

Partei bilden (BGer 4A_402/2023  vom 26. Februar 2024 E. 4.2.5; BGer 

4A_36/2021 vom 1. November 2021 E. 5.1.3; BGer 4A_251/2020 vom 29. Sep-

tember 2020 E. 3.7.1). Wenn die bestreitende Partei eine eigene, abweichende 

Sachdarstellung behauptet, ist ein erweitertes Gegenbeweisthema gegeben. Eine 

Überwälzung der Beweislast ist damit nicht verbunden (BGE 130 III 321 E. 3.4).  

- 14 -

3.1 Die Vorinstanz erwog, es sei zu prüfen, ob dem Kläger der Beweis, wonach 

der Beklagte am 31. Januar 2002 Wohnsitz in Jamaika gehabt habe, mit an Si-

cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit oder, falls ihm Beweiserleichterungen zu-

gebilligt werden könnten, von mindestens überwiegender Wahrscheinlichkeit ge-

lungen sei (Urk. 85 E. 5.2.4). In ihren Erwägungen IV.5.3.1 bis 5.3.38 ging sie so-

dann auf die von ihr mit Referentenverfügung vom 16. Dezember 2022 als Haupt-

beweismittel des Klägers für die "Tatsachenbehauptung", dass der Beklagte im 

Zeitpunkt der Klageeinleitung am 31. Januar 2002 "Wohnsitz" in Jamaika hatte, 

abgenommenen Urkunden ein (Urk. 85 E. 5.3; vgl. auch Urk. 70, Dispositivziffer 

2). Dies tat sie jeweils weitgehend ohne Bezugnahme auf die konkrete Sachdar-

stellung der Parteien und folgerte dabei regelmässig in verschiedenen Abwand-

lungen, dass der Inhalt eines bestimmten Dokuments den Wohnsitznachweis 

nicht erbringe. Unter dem Titel "Würdigung der Hauptbeweismittel" (E. IV.5.4) 

nahm sie im Anschluss daran in vergleichbarer Weise auf den Schlussvortrag des 

Klägers und in Erwägung IV.5.6 auf den Gegenbeweis des Beklagten Bezug und 

fasste schliesslich zusammen, dass der Hauptbeweis des Klägers, wonach der 

Beklagte am 31. Januar 2002 seinen Wohnsitz in Jamaika gehabt habe, nicht 

habe erbracht werden können (E. IV.5.8). Die Parteien schliessen mit ihrer Argu-

mentation im Berufungsverfahren daran an: Der Kläger, indem er kurzgefasst ei-

nerseits die Anwendung des Regelbeweismasses des direkten, strikten Beweises 

"beim Beweis des jamaikanischen Wohnsitzes des Berufungsbeklagten" kritisiert 

(Urk. 84 Rz 22, 28 ff.) und andererseits eine unerlaubte, isolierte Einzelwürdigung 

der Beweismittel rügt (Urk. 84 Rz 23, 49 ff.), die dazu geführt hätten, dass die 

Vorinstanz zum falschen Schluss gekommen sei, dass sein Hauptbeweis geschei-

tert sei. Werde richtigerweise vom reduzierten Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausgegangen und würden die Beweise gesamthaft anstatt ein-

zeln gewürdigt, so hätte die Vorinstanz zum Schluss kommen müssen, dass der 

Indizienbeweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines Wohnsitzes des Be-

klagten in Jamaika im Zeitpunkt 31. Januar 2002 erbracht worden sei (Urk. 84 Rz 

24, 81 ff.). Der Beklagte tut dies, indem er mit konträren Schlussfolgerungen 

ebenfalls vom Beweisthema "Wohnsitz" ausgeht (Urk. 89 Rz 2 ff.). 

- 15 -

3.2.1  Es drängt sich daher zunächst die Bemerkung auf, dass es sich beim 

Wohnsitz im Sinn von Art. 20 IPRG nicht um eine Tatsachenbehauptung handelt. 

Die Definition des Wohnsitzes umfasst wie erwogen ein objektives Element (phy-

sischer Aufenthalt an einem Ort) und ein subjektives (Absicht dauernden Verblei-

bens, Lebensmittelpunkt). Während das objektive Element des Wohnsitzes Tat-

frage ist, sind es hinsichtlich des subjektiven Elements nur die verwendeten Indi-

zien. Die daraus zu folgernde objektivierte Niederlassungsabsicht (und damit 

letztlich der Wohnsitz) stellt hingegen eine Rechtsfrage dar (BGE 148 II 285 

E. 3.2.2; 136 II 405 E. 4.3; BGE 120 III 7 E. 2a; BGer 5A_267/2012 vom 21. No-

vember 2012 E. 6.3.3; BGer 5A_270/2012 vom 24. September 2012, E. 4.2.3; 

BGer 5A_230/2007 vom 7. Juli 2008 E. 6.2). Entsprechend ist auch nicht der 

Wohnsitz des Beklagten Gegenstand des Beweises, sondern es sind nebst seiner 

physischen Anwesenheit die Tatsachen, aus denen in einer Gesamtschau (vgl. 

BGer 4A_558/2017 vom 6. April 2018 E. 3.2.1; BGer 5A_235/2012 vom 31. Au-

gust 2012 E. 5.2 f.) bewertend auf seinen Lebensmittelpunkt geschlossen werden 

kann. Fragen der Behauptungs- und Beweislast sowie beweisrechtliche Fragen, 

einschliesslich der Problematik des Beweismasses (Urk. 85 E. IV.5.2.3; Urk. 84 

Rz 28 ff.; Urk. 89 Rz 7 ff.), stellen sich nur hinsichtlich der Tatsachen, nicht hin-

sichtlich der darauf beruhenden rechtlichen Schlussfolgerungen, und dies auch 

nur, soweit die Tatsachen rechtserheblich sind. Unter letzterem Aspekt erweist 

sich beispielsweise die Frage einer tatsächlich "dauerhaften" physischen Präsenz 

des Beklagten in Jamaika oder seines tatsächlichen Aufenthalts am 31. Januar 

2002 in Jamaika (vgl. etwa Urk. 89 Rz 36) als irrelevant. 

3.2.2  Soweit die Tatsachen in den Prozess eingebracht worden sind, steht es 

dem Gericht sodann frei, eher auf die einen als auf die anderen abzustellen, um 

sich ein Urteil zu bilden; es spielt im Hinblick auf die Verhandlungsmaxime keine 

Rolle, ob die Tatsachen von der einen oder anderen Partei behauptet wurden 

(BGE 143 III 1 E. 4.1; BGer 4A_566/2015 vom 8. Februar 2016 E. 4.2.1). Nicht 

bestrittene oder zugestandene Tatsachen sind der Beurteilung dabei ohne Weite-

res zugrunde zu legen; sie sind nicht beweisbedürftig (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Bei 

der Beurteilung, ob sich bestrittene Tatsachen verwirklicht haben, ist das Gericht 

sodann nicht an die Beweisangebote gebunden, die von einer Partei zur Stützung 

- 16 -

einer Behauptung vorgebracht wurden. Es kann vielmehr alle Beweise berück-

sichtigen, unabhängig davon, von welcher Partei sie angeboten wurden (BGer 

4A_31/2023 vom 11. Januar 2024 E. 4.1.3 und E. 5.1; BGer 4A_566/2015 vom 

8. Februar 2016 E. 4.4). Es kann zudem auch nicht behauptete, aber durch das 

Beweisverfahren erwiesene Tatsachen berücksichtigen, sofern sie im Rahmen 

dessen liegen, was behauptet wurde bzw. den behaupteten Tatsachen im Ergeb-

nis gleichwertig ist (BGer 4A_539/2016 vom 6. März 2017 E. 5; BGer 

4A_195/2014 und 4A_197/2014 vom 27. November 2014 E. 7.1 ff.; BK ZPO-

Hurni, Art. 55 N 36; ZK ZPO-Hasenböhler/Yañez, Art. 157 N 17).

3.2.3  Die Beweiswürdigung hat frei von der Bindung an feste Regeln zu erfolgen 

(Art. 157 ZPO), wobei die Beweismittel auch in ihrem gegenseitigen Verhältnis 

und in ihrer Gesamtheit sowie unter Berücksichtigung des Verhaltens der Parteien 

im Verfahren zu würdigen sind (KUKO ZPO-Baumgartner, Art. 157 N 2; ZK ZPO-

Hasenböhler/Yañez, Art. 157 N 16, 19; BSK ZPO-Guyan, Art. 157 N 3; BK ZPO-

Brönnimann, Art. 157 N 18 ff.; so auch die Parteien in Urk. 84 Rz 51 f. und Urk. 89 

Rz 138). Bei der Würdigung von Aussagen steht deren inhaltliche Glaubhaftigkeit 

im Zentrum (vgl. zur Inhaltsanalyse BSK ZPO-Guyan, Art. 157 N 6a, 6e). Für den 

Hauptbeweis gilt grundsätzlich das Regelbeweismass des strikten Beweises. Er 

gilt demnach als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von 

der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Der Gegenbeweis ist ge-

glückt, wenn er erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Gegenstand des Haupt-

beweises bildenden Sachbehauptungen zu wecken vermag bzw. wenn die von 

der nicht beweisbelasteten Partei alternativ behauptete Version ebenso ernsthaft 

in Frage kommt oder sogar näher liegt als die Sachdarstellung des Hauptbeweis-

belasteten. Hingegen ist es für das Gelingen des Gegenbeweises nicht erforder-

lich, dass das Gericht von der Schlüssigkeit der Gegendarstellung ausgeht (BGE 

140 III 610 E. 4.1; BGE 130 III 321 E. 3.1 und 3.4). Die Frage der Beweislast wird 

gegenstandslos, wenn das Gericht aufgrund eines Beweisverfahrens zum Ergeb-

nis gelangt, eine bestimmte Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt 

(BGE 118 II 142 E. 3a; BGer 4A_443/2014 vom 2. Februar 2015 E. 4).

- 17 -

3.3 Kurzgefasst erfordert die Bestimmung des Wohnsitzes einer Person folglich 

sowohl bei der Ermittlung des (umstrittenen, rechtlich erheblichen) Sachverhalts 

als auch auf der Ebene der rechtlichen Würdigung desselben eine (je spezifische) 

Gesamtschau. Eine solche hat die Vorinstanz, die den Wohnsitz als Sachverhalts-

frage und die von ihr abgenommenen Beweismittel je einzeln als Gegenstand der 

Beweiswürdigung betrachtet hat, weder auf der einen noch auf der anderen 

Ebene vorgenommen. Die unzutreffende Annahme, der Wohnsitz als solcher sei 

Beweisthema, führte zudem dazu, dass sie Urkunden als Beweismittel abnahm 

und sie mit negativem Ergebnis darauf prüfte, ob sie etwas über den Aufenthalts-

ort oder Wohnsitz des Beklagten zum fraglichen Zeitpunkt besagten, die der Un-

termauerung von im Schriftenwechsel letztlich unbestritten gebliebener, rechtlich 

relevanter Tatsachen dienten. Das gilt etwa für die Urk. 33/15 und 33/16 

(vgl. Urk. 70 S. 17 und Urk. 85 E. IV.5.3.8 f.). Sie wurden vom Kläger (auch entge-

gen dem Beklagten; vgl. Urk. 89 Rz 19, 58) nicht unspezifisch als Beweismittel für 

den Wohnsitz des Beklagten in Jamaika, sondern als solche für die - nach dem 

Erwogenen rechtlich relevanten (E. III.2.2.2) - Behauptungen offeriert, dass der 

Beklagte seit vielen Jahren mit der jamaikanischen Anwältin C._____ verheiratet 

sei und mit ihr eine 26-jährige Tochter (geb. 1994) habe (Urk. 32 Rz 78). Sowohl 

die langjährige Ehe mit der jamaikanischen Anwältin C._____ als auch die Tatsa-

che, dass der Beklagte mit dieser eine 1994 geborene Tochter hat, blieben im 

erstinstanzlichen Verfahren unbestritten (vgl. Urk. 44 Rz 12, 19, 99-104) und sind 

es bis heute (vgl. Urk. 89 Rz 24 ff.). Der Beklagte führt lediglich ins Feld, dass er 

(auch) stets engste persönliche Beziehungen zur Schweiz, England und Ungarn 

gehabt habe (Urk. 89 Rz 24). Der vorinstanzliche Entscheid krankt folglich an ei-

nem grundsätzlichen Problem. Die vom Kläger berufungsweise erhobene Rüge, 

die Vorinstanz habe anstelle einer Gesamtwürdigung der Beweismittel unter Ein-

bezug des Verhaltens der Parteien eine unerlaubte, isolierte Einzelwürdigung der 

Beweismittel vorgenommen (Urk. 84 Rz 22 ff.), benennt dieses zwar nicht exakt, 

weil sie ebenfalls auf der Vorstellung beruht, der Wohnsitz an sich sei Be-

weisthema, ist im Ergebnis aber berechtigt. Nämliches gilt für die Rüge des Be-

klagten, die Vorinstanz habe es unterlassen, die Gegenbeweismittel gesamthaft 

zu würdigen (Urk. 89 Rz 93, 104). 

- 18 -

3.4 Die Gesamtschau ist nachfolgend in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht 

neu vorzunehmen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das IPRG wie erwogen 

zwar keine fortgesetzten Wohnsitze nach Art. 24 Abs. 1 ZGB kennt, wodurch die 

Aufgabe eines einmal begründeten Wohnsitzes im internationalen Verhältnis we-

sentlich einfacher als im innerstaatlichen ist. Die Wohnsitzverlegung setzt jedoch 

(auch) im Anwendungsbereich des IPRG voraus, dass der vorherige Wohnsitz 

aufgegeben worden ist, was eine gewisse Änderung der Verhältnisse verlangt 

(E. III.2.1). Zur Wohnsitzbegründung ist sodann zwar die tatsächliche physische 

Anwesenheit an einem Ort erforderlich. Zur Aufrechterhaltung des einmal begrün-

deten Wohnsitzes ist eine solche jedoch nicht notwendig. Es genügt, dass der 

Aufenthalt nur nicht bloss als ein von vornherein ganz vorübergehender gedacht 

ist; entscheidend ist nicht das Zeitmoment, sondern der Zweck, zu welchem der 

Aufenthalt erfolgt (E. III.2.2.1). Daraus folgt, dass die Annahme, der Beklagte 

habe am 31. Januar 2002 in Jamaika Wohnsitz gehabt, weder den Nachweis vor-

aussetzt, dass der Beklagte damals physisch in Jamaika anwesend war noch 

denjenigen, dass er an diesem Tag seine Absicht dauernden Verbleibens in Ja-

maika äusserte. Es genügt kurzgefasst vielmehr, dass für irgendeinen Zeitpunkt 

davor von seiner physischen Anwesenheit in Jamaika und seiner Absicht dauern-

den Verbleibens ausgegangen werden kann und sich in der Folge bis zum 31. Ja-

nuar 2002 keine relevanten Veränderungen der Verhältnisse ergeben haben. Die 

Positionen und Beweismittel beider Parteien sind mit diesem Fokus zu prüfen. Die 

von der Vorinstanz abgenommenen Beweismittel sind dabei zu berücksichtigen, 

soweit deren Abnahme oder Berücksichtigung im Endentscheid von den Parteien 

im Berufungsverfahren nicht zu Recht aus formellen Gründen gerügt wird (nach-

folgend E. III.4). 

4.1 Mit Verfügung vom 16. Dezember 2022 nahm die Vorinstanz einerseits die 

in Dispositivziffer 3a aufgezählten Urkunden als Hauptbeweismittel des Klägers 

und andererseits die in Dispositivziffer 3b aufgezählten Urkunden und die Partei-

befragung des Beklagten als Gegenbeweismittel des Beklagten ab. Die Abnahme 

der in Dispositivziffer 4 erwähnten Urkunden und der Zeugeneinvernahme von 

Rechtsanwältin Z._____ als Beweismittel verweigerte sie (Urk. 70). Ihren Ent-

scheid betreffend die Nichtberücksichtigung einzelner Beweismittel begründete 

- 19 -

sie mit Ausführungen zum Novenrecht, die sie im angefochtenen Urteil bekräftigte 

und namentlich auch hinsichtlich der den Beweisofferten zugrundeliegenden Tat-

sachbehauptungen ergänzte (Urk. 85 E. III.4). 

4.2 Hinsichtlich (u.a.) Urk. 53/1-3 weichen die Erwägungen der Vorinstanz in der 

Verfügung vom 16. Dezember 2022 (Urk. 70 E. 4.1) vom massgeblichen Disposi-

tiv, in dem die Nichtabnahme dieser Dokumente verfügt wurde (Urk. 70 S. 18 

[Dispositivziffer 4]), ab. Im angefochtenen Endentscheid erwog die Vorinstanz un-

ter dem Titel "Noven" im Ergebnis im Einklang mit dem Dispositiv der Verfügung 

u.a., der Kläger reiche in seiner Stellungnahme zu den Dupliknoven (Urk. 52) 

neue Beilagen ein. Die Beilagen Nr. 2 und 3 [entsprechend Urk. 53/2 und 

Urk. 53/3] sollten belegen, dass der Kläger Wohnsitz in Jamaika gehabt habe. Mit 

der Beilage Nr. 1 (Urk. 53/1) wolle der Kläger die Aussage des Beklagten, wonach 

er in AO._____ [Ortschaft in England] wohnhaft gewesen sei, widerlegen und da-

mit dessen Aussagen zu seinem Wohnsitz insgesamt als widersprüchlich darstel-

len. Der Kläger begründe nicht näher, weshalb es ihm nicht möglich gewesen sein 

sollte, diese Dokumente bereits in einem früheren Prozessstadium einzureichen. 

Es handle sich offensichtlich um solche, welche bereits vor Abschluss des zwei-

ten Schriftenwechsels vorhanden gewesen seien, weshalb sie unechte Noven bil-

deten. Wie der Kläger richtig anmerke, lege der Beklagte in der Duplik zwar erst-

mals detailliert vor, wo sich sein Lebensmittelpunkt im fraglichen Zeitraum sowie 

davor und danach befunden habe. Die neuen, auf Beilagen 1-3 gestützten Be-

hauptungen des Klägers als direkte Reaktion und Entgegnung auf die Duplikno-

ven des Beklagten zu betrachten, ginge indes zu weit. Im Übrigen könnte auch ar-

gumentiert werden, dass die weiterführenden Ausführungen des Beklagten zu sei-

nem Wohnsitz vorhersehbar gewesen seien. Der Kläger habe es versäumt, in sei-

ner Triplik darzulegen, inwiefern erst die Ausführungen des Beklagten in der Du-

plik Anlass zur Einreichung weiterer Beweismittel gegeben hätten bzw. dass diese 

der Entkräftung neuer, vom Beklagten erstmals in der Duplik geltend gemachten 

Ausführungen gedient hätten (Urk. 85 E. III. 4.2). Bei der Darstellung der Partei-

behauptungen gab die Vorinstanz dann gleichwohl die Abschnitte aus der Triplik 

wieder, in denen der Kläger Behauptungen mit den (auch als Beweismittel offe-

rierten) Urk. 53/2 und 53/3 verbunden und aus diesen wörtlich zitiert hatte 

- 20 -

(Urk. 85 S. 18 Mitte), und befasste sich in der Folge in ihren Ausführungen zu den 

jamaikanischen Gerichtsdokumenten (Urk. 85 S. 33 ff.) mit den Urk. 53/1-3. Zu 

Urk. 53/1 führte sie aus, die Mitteilung der Wohnsitzadresse vom 10. Juli 2012 

habe keinen Bezug zum fraglichen Zeitpunkt im Jahr 2002 (Urk. 85 E. IV.5.3.27). 

Zu der mit dem 14. April 1997 datierten Urk. 53/2 erwog sie, dass darin über den 

Beklagten angegeben werde: "Petitioner is a Swiss National resident in Jamaica". 

Der Begriff "resident" könne jedoch nicht mit dem IPRG-Begriff "Wohnsitz" gleich-

gesetzt werden. Selbst wenn man unter dem Begriff "resident" jedoch einen 

Wohnsitzbegriff im Sinn des IPRG verstehen würde, sage das nichts über einen 

solchen Wohnsitz des Beklagten am 31. Januar 2002 aus (E. IV.5.3.17). Zu 

Urk. 53/3 stellte sie fest, dass dieser Entscheid am 18. Juli 2016 vom Court of Ap-

peal von Jamaica aufgehoben worden sei (E. IV.5.3.28). Der Beklagte weist in 

seiner Berufungsantwort zu Recht auf den (offensichtlich bestehenden) Wider-

spruch hin (Urk. 89 Rz 68, 78 f.; vgl. auch Urk. 102 Rz 16). 

4.3 Der Kläger kritisierte in der Berufungsbegründung weder die Beweisanord-

nungen der Vorinstanz in der Verfügung vom 16. Dezember 2022 noch die damit 

zusammenhängenden Erwägungen zur Novenfrage im angefochtenen Entscheid 

(Urk. 84). Zu den von der Vorinstanz widersprüchlich behandelten Gerichtsdoku-

menten aus Verfahren, an denen er nicht beteiligt war, äusserte er sich lediglich 

inhaltlich (Urk. 84 Rz 77). In seiner unaufgeforderten Berufungsreplik rügte der 

Kläger dann neu auch den Umgang der Vorinstanz mit Urk. 53/3 bzw. seiner da-

mit zusammenhängenden Behauptung (Urk. 97 Rz 15). Diese Rüge ist verspätet. 

Mangels einer Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen zur No-

venfrage (Urk. 85 E. III. 4.2) erfüllt sie im Übrigen auch die inhaltlichen Anforde-

rungen an eine Rechtsmittelrüge nicht; der (blosse) Verweis auf seinen eigenen 

abweichenden Standpunkt genügt nicht. Sollte der Kläger seine Rüge, die Vorin-

stanz habe sein Vorbringen fälschlicherweise als unzulässiges Novum erachtet, 

auch auf die Urk. 53/1 und 53/2 und die damit zusammenhängenden Behauptun-

gen beziehen wollen (vgl. Urk. 97 Rz 56, 68), gilt im Zusammenhang mit Urk. 53/1 

das Gleiche. Betreffend die auf Urk. 53/2 gestützten Behauptungen und Urk. 53/2 

als Beweismittel würde sein Einwand jedenfalls den inhaltlichen Anforderungen 

an eine Rechtsmittelrüge nicht genügen. Es bleibt damit bei den prozessualen 

- 21 -

Feststellungen der Vorinstanz, dass die Urk. 53/1-3 und die damit zusammenhän-

genden Behauptungen als unzulässige Noven zu qualifizieren sind. Ihre diesen 

widersprechenden Erwägungen in der Sache (Urk. 85 E. IV.5.3.17 und IV.5.3.27 

f.) sind unbeachtlich. Auf sie und die diesbezüglichen Ausführungen der Parteien 

im Berufungsverfahren ist nicht weiter einzugehen. 

4.4 Der Beklagte kritisiert im Rahmen seiner Ausführungen zur Frage der Be-

weisnot zunächst, dass die Vorinstanz Urk. 60/1, aus der wie von ihm behauptet 

hervorgehe, dass er nie eine Daueraufenthaltsbewilligung beantragt und/oder er-

halten habe, mit der unzutreffenden Begründung, es handle sich um ein unzuläs-

siges Novum, nicht berücksichtigt habe. Tatsächlich hätten erst die Ausführungen 

des Klägers in der Triplik Anlass zu seinen Ausführungen und zu dieser Beilage 

gegeben (Urk. 89 Rz 10). Er nimmt dabei jedoch weder konkret Bezug auf be-

stimmte Ausführungen der Vorinstanz, noch legt er die Bedeutung der Urkunde 

für die Beurteilung des Rechtsstreits in der Sache dar. Vielmehr hält er dafür, 

dass die Beilage im Berufungsverfahren eine neue Bedeutung erfahre, weil sie 

die Behauptung des Klägers zu seiner Beweisnot widerlege, indem sie beweise, 

dass es selbst heute noch möglich sei, Unterlagen für die sich hier stellenden Fra-

gen zu besorgen (Urk. 89 Rz 10). Mit seinen Ausführungen zielt der Beklagte mit-

hin nicht auf eine Korrektur des vorinstanzlichen Entscheids, sondern darauf, 

Urk. 60/1 im Zusammenhang mit der (im Ergebnis irrelevanten) Frage der Be-

weisnot als Novum in das Berufungsverfahren einzuführen. Gleichwohl ist zu be-

merken, dass die Vorinstanz Urk. 60/1 mit zutreffender Begründung und zu Recht 

als unzulässiges Novum eingestuft hat (Urk. 85 E. 4.3 [S. 13]). 

4.5.1  Weiter trägt der Beklagte vor, dass der Kläger einige der im vorinstanzli-

chen Urteil in Erwägung IV.5.3 behandelten Beweismittel gar nicht im Zusammen-

hang mit der umstrittenen Wohnsitzfrage als Beweis offeriert und/oder sich nicht 

dazu geäussert habe, inwiefern die Beweismittel für die Klärung der Wohnsitz-

frage relevant sein sollten. Indem die Vorinstanz diese Beweismittel ohne entspre-

chende Behauptung des Klägers zur Prüfung des Vorhandenseins eines jamaika-

nischen Wohnsitzes heranziehe, habe sie die Verhandlungsmaxime verletzt. Kon-

kret zielt der Beklagte damit auf die Urk. 3/15-35 und 3/37, die der Kläger einge-

- 22 -

reicht habe, um den Prozessablauf zu schildern und nicht etwa als Belege für den 

bestrittenen jamaikanischen Wohnsitz des Beklagten (Urk. 89 Rz 19, 63 mit [sinn-

gemässem] Verweis auf Urk. 78 S. 3, vgl. auch Rz 139). 

4.5.2 Die Parteien müssen nebst den relevanten Tatsachen auch ihre Beweismit-

tel für jede der behaupteten Tatsachen formgerecht vorbringen (Art. 55 Abs. 1 

ZPO; Art. 152 Abs. 1 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO). Ein Beweismittel ist nur 

dann als formgerecht angeboten zu betrachten, wenn sich die Beweisofferte ein-

deutig der damit zu beweisenden Tatsachenbehauptung zuordnen lässt und um-

gekehrt (Prinzip der Beweisverbindung). Wenn zu einem konkreten Beweisthema 

keine Beweismittel angeboten werden, ist das Gericht auch nicht gehalten, diese 

abzunehmen, wenn sie in einem anderen Zusammenhang angeboten worden 

sind (BGE 144 III 67 E. 2.1; BGer 4A_574/2015 vom 11. April 2016 E. 6.6.4; BGer 

4A_56/2013 vom 4. Juni 2013 E. 4.4). Vorbehalten bleibt die Beweiserhebung von 

Amtes wegen in Anwendung von Art. 153 Abs. 2 ZPO, die vorliegend aber nicht 

zur Diskussion steht. 

4.5.3  Der Kläger reichte die erwähnten Urkunden als Beilage zu seiner Klagebe-

gründung ein. Auf Urk. 3/17 nahm er im Rahmen seiner Ausführungen zur Frage, 

wo der Beklagte lebte, Bezug (Urk. 2 Rz 41-46 und 50). Urk. 3/34 wurde vom Be-

klagten zusammen mit Urk. 3/36 ebenfalls im Zusammenhang mit der Wohnsitz-

frage (Angabe zu seinem Wohnsitz am 31. Dezember 2019) als Beweismittel ge-

nannt (Urk. 2 Rz 81). Ihre Abnahme als Beweismittel erweist sich vor dem Hinter-

grund des Prinzips der Beweismittelverbindung folglich als unproblematisch. Die 

Urk. 3/15-16, 3/18-33, 3/35 und 3/37 dienten hingegen ausschliesslich dem Be-

weis der klägerischen Darstellung des Prozessverlaufs in Jamaika (Urk. 2 Rz 47-

81). Diese mündete kurzgefasst in die Schlussfolgerungen, seine Forderung sei 

u.a. aufgrund des Verhaltens des Beklagten auch nach rund 18-jähriger Prozess-

führung noch nicht materiell beurteilt (Urk. 2 Rz 77 f.) und das Verfahren in Ja-

maika sei aufgrund einer Parteivereinbarung sistiert worden, nachdem der Be-

klagte einen formellen Antrag gestellt habe, dieses basierend auf der forum-non- 

conveniens-Doktrin zu sistieren (Urk. 2 Rz 79-86). In seiner Replik nahm er auf 

die Urkunden im Rahmen seiner Ausführungen zum Wohnsitz des Beklagten kei-

- 23 -

nen Bezug (Urk. 32 Rz 72-79). Er tat dies einzig im Zusammenhang mit seiner 

Behauptung, dass das jamaikanische Gericht sich nach seinem Recht, unabhän-

gig von der Frage eines Wohnsitzes des Beklagten in Jamaika, definitiv für zu-

ständig erklärt habe (Urk. 32 Rz 80-92), was für die Beurteilung der Frage des 

Wohnsitzes des Beklagten im Sinn von Art. 20 IPRG aber unerheblich ist 

(vgl. E. II.5.2.2). Betreffend die Lebenssituation des Beklagten leitete er aus die-

sen Dokumenten nichts ab und machte entsprechend auch nicht einzelne Passa-

gen derselben zur Grundlage von mit Beweisofferten versehenen Behauptungen 

über den Aufenthalt bzw. die Aufenthaltsabsichten des Beklagten. Die Rüge des 

Beklagten, die Vorinstanz habe fälschlicherweise Beweismittel abgenommen, die 

nicht im Zusammenhang mit der Wohnsitzfrage offeriert worden seien, ist bezo-

gen auf die Urk. 3/15-16, 3/18-33, 3/35 und 3/37 damit berechtigt. Auf sie bzw. die 

diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 85 E. IV.5.3.4, E. IV.5.3.18 -

5.3.20, E. IV.5.3.22-5.3.26, E. IV.5.3.29-5.3.35, E. IV.5.3.37) und der Parteien 

dazu ist bei der Neubeurteilung der Wohnsitzfrage im Berufungsverfahren nicht 

weiter einzugehen. 

4.6 Der Vollständigkeit halber ist schliesslich festzuhalten, dass die Vorinstanz 

die vom Beklagten anlässlich seiner Parteibefragung als Beweismittel einge-

reichte Passkopie als unzulässiges Novum qualifizierte (Urk. 85 E. III.5.7 [S. 45]). 

Das blieb zu Recht unbeanstandet. Auf diese, die diesbezügliche Eventualbe-

gründung der Vorinstanz und die entsprechende Bemerkung des Beklagten in sei-

ner Berufungsantwort (Urk. 89 Rz 108) ist nicht weiter einzugehen. 

IV.

1.

Der Beklagte hielt sich ab den 1990er-Jahren zugestandenermassen wie-

derholt in Jamaika auf (Urk. 40 Rz 19 f., 100; Prot. I S. 31 ff.) und tat dies nach-

weislich und unbestritten jedenfalls auch rund zwei Monate vor der Klageeinlei-

tung am 31. Januar 2002, als er am 22. November 2001 seine Unterschrift auf 

dem Schweizer Konsulat in Jamaika beglaubigen liess (Urk. 53/4 zweitletztes 

Blatt; Urk. 59 Rz 36; Urk. 89 Rz 37 f.). Das Fehlen einer Aufenthaltsbewilligung für 

das Land steht der Annahme eines dortigen Wohnsitzes nicht entgegen 

- 24 -

(vgl. E. III.2.2.2). Zumindest die objektive Voraussetzung der Wohnsitzbegrün-

dung ist für Jamaika damit ohne Zweifel gegeben. Der Kläger ist der Auffassung, 

dass auch das subjektive Element erfüllt ist. Er schliesst dies aus Urkunden, aus 

denen geschlossen werden müsse, dass der Beklagte sich ab Mitte der 1990er-

Jahre bis mindestens zur Klageeinleitung dauernd und nicht nur jeweils temporär 

in Jamaika aufgehalten habe, und aus dem Umstand, dass der Beklagte in Ja-

maika Ehefrau, ein Kind und ein Haus gehabt habe. Sämtliche Kernelemente des 

Wohnsitzbegriffs seien erfüllt. Zu anderen Orten gebe es keine solchen Beziehun-

gen. Geschäftliche Beziehungen im Zeitpunkt der Klageeinleitung, die stärker ge-

wesen seien als die familiären Beziehungen in Jamaika, lägen nicht vor. Solche 

seien, wenn überhaupt, erst später aufgenommen worden (Urk. 84 Rz 57, 61 f., 

66, 79 f., 83 f.). Der Beklagte bestreitet hingegen bis heute, je Wohnsitz in Ja-

maika gehabt zu haben, und macht geltend, sich jeweils lediglich ferienhalber 

bzw. wegen Prozessen in Jamaika aufgehalten zu haben (Urk. 89 Rz 23, 102, 

106; vgl. auch Urk. 40 Rz 19; Urk. 78 Rz 5). Seinen Lebensmittelpunkt habe er 

ausserhalb Jamaikas gehabt (zu seinen Behauptungen im Einzelnen E. IV.6.5.1). 

Dass er in Jamaika die engsten familiären Beziehungen bzw. die stärksten Bezie-

hungen zu Jamaika gehabt habe, treffe nicht zu (Urk. 89 Rz 21). Das Haus, das 

seiner Ehefrau gehöre, habe er in den Ferien bei vorübergehenden Aufenthalten 

genutzt. Es habe ihm nie für einen langfristigen Aufenthalt gedient (Urk. 89 Rz 22 

f.). Er habe stets engste Beziehungen zur Schweiz, England und Ungarn gehabt. 

Die Annahme des Klägers, dass eine Familie zwingend zusammenwohne, sei un-

zutreffend und zeuge von einer veralteten Sichtweise. Dies gerade in einer Famili-

enkonstellation wie der vorliegenden, wo die Ehepartner unterschiedliche Natio-

nalitäten und Familie (insbes. nicht gemeinsame Kinder) in unterschiedlichen Län-

dern hätten und wo sich seine Geschäftstätigkeit hauptsächlich auf die Schweiz 

(Zürich), England (AO._____) und auch Ungarn konzentriert habe. Er habe nach 

dem Horror in Jamaika (unrechtmässige Verhaftung und Prozess Mitte der 

1990er-Jahre) auch kein Interesse daran gehabt, sich jemals in diesem Land nie-

derzulassen (Urk. 89 Rz 24). 

2.

Unbestritten und durch die von der Vorinstanz als Beweismittel abgenomme-

nen Urk. 3/11 f. auch belegt ist, dass der Beklagte (spätestens) ab dem 1. April 

- 25 -

1990 an verschiedenen Orten im Raum Zürich angemeldet war, bevor er sich am 

25. September 1992 nach AO._____ abmeldete. Ab dem 8. Mai 2002 war er so-

dann bei der Schweizer Vertretung in London gemeldet (Urk. 40 Rz 15 [anders 

noch Urk. 15 Rz 85]; Urk. 41/11; Urk. 52 Rz 13; vgl. auch Urk. 85 E. IV.5.6.10 f.). 

Weitere Meldedaten aus dem Zeitraum von Ende September 1992 bis Anfang Mai 

2002 liegen ihn betreffend nicht vor. Dass solche existieren könnten oder er in ir-

gendeinem Land über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt oder steuerpflichtig ge-

wesen wäre, behauptete der Beklagte in seinen (Grundlage des Verfahrens bil-

denden; vgl. dazu auch E. IV.6.4) Rechtsschriften nie. Insoweit zielt - vom Kläger 

zu Recht moniert (Urk. 84 Rz 31, 45) - auch die Bemerkung der Vorinstanz ins 

Leere, es wäre dem Kläger zumutbar gewesen, Aufenthaltsgenehmigungen, An-

meldungen beim schweizerischen Generalkonsulat und Belege über Steuerzah-

lungen des Beklagten in Jamaika zu besorgen (Urk. 85 E. IV. 5.5). Da der Be-

klagte auch nicht geltend macht, im Zeitraum fehlender Meldedaten über keinen 

Lebensmittelpunkt verfügt zu haben, sondern diesen lediglich ausserhalb Jamai-

kas verortet, erweisen sich die Meldedaten in concreto (im Übrigen 

vgl. E. III.3.2.1) lediglich als Indiz dafür, dass sich in der Lebenssituation des Be-

klagten um den 25. September 1992 und um den 8. Mai 2002 etwas änderte. Die 

Tatsache, dass sich der Beklagte nach AO._____ abmeldete, spricht, zumal kein 

Grund ersichtlich ist, warum er falsche Angaben hätte machen sollen, grundsätz-

lich dafür, dass er nach dem 25. September 1992 jedenfalls zunächst auch dort 

wohnte. 

3.1 Der Beklagte ist zugestandenermassen seit Jahrzehnten mit der jamaikani-

schen Anwältin C._____ verheiratet und hat mit ihr eine (am tt. Dezember) 1994 

geborene Tochter. Sie folgten dem Beklagten gemäss seinen Angaben (zusam-

men mit den beiden Kindern der Ehefrau aus erster Ehe) im Juni 2002 nach 

AO._____, wo die Familie in der Folge zusammenlebte. Heute lebt der Beklagte 

zusammen mit seiner jamaikanischen Ehefrau in Dubai (Urk. 15 Rz 97; Urk. 32 

Rz 78; Urk. 33/15 f.; Urk. 40 Rz 12, 19, 99-104; Urk. 78 S. 4 [2. Absatz]; Prot. I 

S. 22, 29, 32 f.; vgl. auch Urk. 85 E. IV.5.3.1, IV.5.3.8). Aus diesen äusseren Um-

ständen und den Aussagen des Beklagten in der Parteibefragung ergibt sich so-

dann nichts, das darauf hinweisen würde, dass die familiären Verhältnisse nicht 

- 26 -

von Anfang an intakt und an traditionellen Vorstellungen, die auch das familiäre 

Zusammenleben einschliessen, ausgerichtet gewesen wären. Dem Beklagten war 

es sodann auch ohne Aufenthaltsbewilligung jedenfalls möglich, sich mit einer 

Stempelbewilligung (Touristenvisum) wochenweise in Jamaika bei seiner Familie 

im familieneigenen Haus aufzuhalten, von welcher Möglichkeit er auch Gebrauch 

machte (Prot. I S. 18 ff., siehe v.a. Fragen 16, 25a, 28 ff., 51, 59, 65, 69-72; vgl. 

auch Urk. 85 E. IV.5.3.1). Es besteht damit grundsätzlich kein Anlass, von damals 

lediglich lockeren Beziehungen des Beklagten zu seiner Ehefrau und seiner noch 

sehr jungen Tochter auszugehen.

3.2 Der Beklagte hat ferner einen Sohn, D._____, aus seiner früheren Ehe. Die-

ser lebte gemäss der unbestritten gebliebenen Behauptung des Beklagten bereits 

einige Zeit vor, im und nach Januar 2002 als Student in AO._____ (Urk. 40 Rz 12, 

15; Urk. 52 Rz 27 und 45 f.; Urk. 89 Rz 24, 38, 50, 109; Urk. 97 Rz 19 f.; richtig 

betreffend die fehlende Bestreitung Urk. 102 Rz 13). Sie lässt sich zudem mit den 

D._____ betreffenden Wohnortangaben in Urk. 53/3 in Einklang bringen. Aus letz-

terem Dokument lässt sich konkret schliessen, dass D._____ am 12. Mai 2001 

(noch) an der E._____-strasse 1, … Zürich (Urk. 53/4 Blatt 8), bei seiner Mutter 

(Urk. 40 Rz 13 zu Urk. 41/5 mit identischer Adressangabe; Urk. 89 Rz 99) und 

spätestens ab dem 4. Juli 2001 in AO._____ wohnte (Urk. 53/4 Blatt 5), wo er am 

28. November 2001 auch seine Unterschrift beglaubigen liess (Urk. 53/4 Blatt 7). 

Weiter ist dem Entscheid als unbestritten zugrunde zu legen, dass die Eltern des 

Beklagten im fraglichen Zeitraum in F._____ [Ortschaft in der Schweiz] (Vater) 

bzw. G._____ [Ortschaft in der Schweiz] (Mutter) lebten und der Beklagte zudem 

über (nicht näher bezeichnete) Verwandte in Ungarn verfügte (Urk. 40 Rz 12, 15, 

17; Urk. 52 Rz 27, 45, 50; Urk. 89 Rz 24, 109). Dass der Kläger die vom Beklag-

ten behaupteten Aufenthaltsorte und Alternativwohnsitze (bei seinen Verwandten) 

immer bestritt (Urk. 97 Rz 20 f.), trifft zwar zu, beschlägt aber nicht die Existenz 

der geltend gemachten verwandtschaftlichen Beziehungen an sich. Dass er auch 

diese erstinstanzlich bestritten hätte, macht der Kläger im Berufungsverfahren 

nicht geltend und ist nicht ersichtlich. Es ist folglich davon auszugehen, dass der 

Beklagte im relevanten Zeitraum nebst seiner Kernfamilie in Jamaika jedenfalls 

mit seinen Eltern und seinem erwachsenen Sohn über weitere prinzipiell wichtige 

- 27 -

familiäre Bindungen in der Schweiz und ab ca. Sommer 2001 in England verfügte. 

Die erst in der Quadruplik vorgebrachte und im Berufungsverfahren wiederholte 

Behauptung (Urk. 89 Rz 24, 109), er habe in Ungarn auch Freunde gehabt, er-

folgte verspätet und ist daher unbeachtlich. Sie ist für den Ausgang des Verfah-

rens aber auch unwesentlich.

4.1 Der Kläger behauptete vor Vorinstanz, der Beklagte sei zumindest in der 

fraglichen Zeit Eigentümer eines stattlichen Anwesens in Jamaika gewesen, das 

er auch zusammen mit seiner Familie bewohnt habe. Der Beklagte habe ihm sei-

nerzeit eine [als Beweismittel offerierte und abgenommene] Schätzung des Hau-

ses überlassen, die am 7. Februar 2001 in seinem Auftrag vorgenommen worden 

sei (Urk. 31 Rz 75). An diesem Standpunkt hält er unter Hinweis auf Urk. 33/9 und 

E. IV.5.3.1 der Vorinstanz auch im Berufungsverfahren fest (Urk. 84 Rz 61). 

4.2 Die Vorinstanz erwog am angeführten Ort im Zusammenhang mit der Schät-

zung der Liegenschaft in H._____, I._____, Jamaika, vom 7. Februar 2001 

(Urk. 33/9), diese führe als Eigentümer der Liegenschaft den Beklagten auf. Aus 

dem Dokument gehe nicht hervor, wie lange der Beklagte schon Eigentümer der 

Liegenschaft gewesen sei. Es sei unbestritten, dass der Beklagte Eigentümer der 

von seiner Gattin und seiner Tochter bewohnten Liegenschaft gewesen sei. Der 

Beklagte rügt, die Vorinstanz halte zu Unrecht fest, der Beklagte sei Eigentümer 

der Liegenschaft gewesen, denn er habe stets geltend gemacht, dass seine Ehe-

frau die Eigentümerin des Hauses sei (Urk. 89 Rz 22 mit Hinweis auf Urk. 40 

Rz 100). Er kritisiert damit die Annahme der Vorinstanz, es sei unbestritten, dass 

er Eigentümer der Liegenschaft in H._____, I._____, gewesen sei. Hingegen stellt 

er die Feststellung(en) der Vorinstanz nicht in Frage, die vom 7. Februar 2001 da-

tierende Schätzung der von seiner Ehefrau und Tochter bewohnen Liegenschaft 

führe ihn als Eigentümer auf. 

4.3 Der Beklagte trug im erstinstanzlichen Verfahren als Reaktion auf die ein-

gangs wiedergegebene Behauptung des Klägers vor, das angesprochene Haus 

stehe im Eigentum seiner Ehefrau. Die Schätzung dieser Liegenschaft in Jamaika 

stelle keinen Beweis für seinen Wohnsitz in Jamaika dar (Urk. 40 Rz 100). Es ist 

folglich richtig, dass der Beklagte duplicando bestritt, dass die Liegenschaft in sei-

- 28 -

nem Eigentum stehe. Allerdings tat er dies ausgehend vom Wortlaut seiner (Ge-

gen-)Behauptung für die Gegenwart. Auf den Inhalt der Schätzung, die ihn für de-

ren Zeitpunkt als Eigentümer der Liegenschaft auswies, ging er denn auch nicht 

ein, sondern betonte einzig, dass die Schätzung aus dem Jahr 2001 stamme 

(Urk. 40 Rz 101). Wenn die Vorinstanz vor diesem Hintergrund annahm, es sei 

unbestritten, dass der Beklagte Eigentümer der Liegenschaft gewesen sei, ist 

dem beizupflichten. Die Schätzung, die den Beklagten als Eigentümer nennt, er-

bringt allerdings auch den Beweis dafür, dass er dies in jenem Zeitpunkt war. Das 

gilt umso mehr, als diese Schätzung unbestrittenermassen vom Beklagten selber 

in Auftrag gegeben und dem Kläger zur Verfügung gestellt wurde. Die als Gegen-

beweismittel angebotene Aussage in der Parteiaussage geht über die blosse Be-

hauptung des Gegenteils nicht hinaus (Prot. I S. 32). Sie vermag keine (erhebli-

chen) Zweifel an der durch Urk. 33/9 belegten Sachbehauptung des Klägers zu 

wecken. Der Beklagte legt denn auch im Berufungsverfahren weiterhin nicht ein-

mal im Ansatz dar, weshalb an den Angaben zu seiner Eigentümerstellung in 

Urk. 33/9 gezweifelt werden müsste. Es bestünde vor diesem Hintergrund ge-

stützt auf Urk. 33/9 auch ausgehend von einer bestrittenen Behauptung kein 

Zweifel daran, dass die damals von seiner Ehefrau und seiner minderjährigen 

Tochter bewohnte Liegenschaft in H._____, I._____, bis zumindest ein Jahr vor 

der Einleitung der Klage durch den Kläger in Jamaika in seinem Eigentum stand 

(vgl. auch E. IV.5.4.3)

5.1  Der Kläger hält im Berufungsverfahren weiter daran fest, dass der Beklagte 

sich in den Jahren 1998 bis Mitte 2001 mehrmals schriftlich bei ihm gemeldet und 

dabei durchgehend eine jamaikanische Post- und Büroadresse auf seinem Brief-

papier benutzt habe, woraus geschlossen werden müsse, dass er sich während 

dieser Zeit dauernd und nicht nur jeweils temporär in Jamaika aufgehalten habe 

(Urk. 84 Rz 67 mit Hinweis auf Urk. 85 E. IV.5.3.2). Auch inhaltlich zeigten ge-

wisse Schreiben eindeutig, dass der Beklagte sich dauernd und mit der Absicht 

des Verbleibs in Jamaika aufgehalten habe, was die Vorinstanz zumindest für das 

Jahr 1999 anerkenne (Urk. 84 Rz 71 mit Hinweis auf Urk. 85 E. IV.5.3.2). Entge-

gen der Vorinstanz ergebe sich jedoch auch aus dem Inhalt und der Sprache des 

Schreibens vom 5. Juni 2001 (Urk. 33/11), dass sich der Beklagte dannzumal im-

- 29 -

mer noch in Jamaika aufgehalten habe (Urk. 84 Rz 71). Die physische Präsenz in 

Jamaika werde weiter durch öffentlich zugängliche Internetquellen untermauert, 

aus denen hervorgehe, dass der Beklagte während zehn Jahren und bis im Jahr 

2002 in Jamaika gelebt habe (Urk. 33/13 f.). Entgegen der Annahme der Vorin-

stanz handle es sich dabei um Urkundenbeweise, ganz unabhängig davon, wer 

diese verfasst habe. Sowohl Urk. 33/14 als auch Urk. 33/13 bewiesen zumindest 

im Sinne von gewichtigen Indizien, dass der Beklagte am 31. Januar 2002 noch in 

Jamaika gelebt habe. Den Ausführungen der Vorinstanz, wonach die Internetquel-

len keinen Wohnsitz des Beklagten am 31. Januar 2002 beweisen würden, könne 

entsprechend nicht gefolgt werden (Urk. 84 Rz 74-76 mit Hinweis auf Urk. 85 

E. IV.5.3.6 f.). 

5.2 In ihrer Erwägung IV.5.3.2 befasste sich die Vorinstanz mit den von ihr als 

Hauptbeweismittel des Klägers abgenommenen Urk. 3/10, 3/13, 3/14, 33/6 und 

33/10-12 und in den Erwägungen IV.5.3.6. f. mit den Urk. 33/13 und 33/14. Zu 

den Urk. 3/10, 3/13, 3/14, 33/6 und 33/10-12 erwog sie, dass das Schreiben des 

Beklagten an den Kläger vom 10. Juni 1999 nicht belege, dass jener in Jamaika 

geweilt habe, als er das Schreiben abgeschickt habe, werde als Absendeort doch 

G._____ angegeben. Die weiteren Schreiben wiesen alle die Mail- (d.h. die Post-

adresse) und Büroadresse (Office: J._____) des Beklagten in H._____, I._____, 

Jamaika, auf. Sie datierten vom 6. März 1998 (Urk. 3/13), 2. Juli 2001 (Urk. 3/14), 

4. März 1999 (Urk. 33/6), 21. Mai 2001 (Urk. 33/10), 5. Juni 2001 (Urk. 33/11) und 

11. Juni 2001 (Urk. 33/12). Dem Text der Schreiben sei nirgends zu entnehmen, 

dass sich der Beklagte am 31. Januar 2002 in Jamaika mit der Absicht dauernden 

Verbleibens aufgehalten habe. Einzig eine Passage im Schreiben vom 4. März 

1999 (Urk. 33/6 S. 2) könnte auf eine Absicht, noch einige Zeit in Jamaika zu blei-

ben, hindeuten: "Warum ich dann noch hier bin? Erstens weil ich es mir gar nicht 

leisten kann, wegzugehen. Zweitens, weil ich überhaupt nie was bekommen 

würde, wenn ich gehe, und das Haus dann mit Sicherheit zum Teufel wäre." 

Selbst wenn er, was vom Beklagten bestritten werde (Urk. 15 Rz 91), im Jahr 

1999 Wohnsitz in Jamaika gehabt hätte, könne daraus nicht gefolgert werden, 

dass der Wohnsitz auch noch im Jahr 2002 bestanden habe. Der Nachweis einer 

Absicht, über das Datum der Klageeinleitung hinaus in Jamaika zu bleiben, könne 

- 30 -

damit nicht erbracht werden. Zu den Urk. 33/13 und 33/14 hielt sie kurzgefasst 

fest, dass diese keinen Urkundenbeweis darstellten bzw. ihnen jeder Beweiswert 

abgehe, da deren Verfasser nicht bekannt sei. 

5.3 Die Annahme, der Beklagte habe am 31. Januar 2002 in Jamaika Wohnsitz 

gehabt, setzt wie erwogen weder den Nachweis voraus, dass der Beklagte da-

mals physisch in Jamaika anwesend war noch denjenigen, dass er an diesem 

Tag seine Absicht dauernden Verbleibens in Jamaika äusserte (E. III.3.4). Die von 

der Vorinstanz und den Parteien diskutierten Schreiben können daher unabhän-

gig von ihrem Entstehungszeitpunkt für die Beurteilung der Wohnsitzfrage rele-

vant sein. 

5.4.1 Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, datieren die von ihr als Beweismittel 

abgenommenen Schreiben vom 6. März 1998 (Urk. 3/13), 4. März 1999 

(Urk. 33/6), 10. Juni 1999 (Urk. 3/10; vgl. dazu auch E. II.7.3.1), 21. Mai 2001 

(Urk. 33/10), 5. Juni 2001 (Urk 33/11), 11. Juni 2001 (Urk. 33/12) und vom 2. Juli 

2001 (Urk. 3/14). Im Briefkopf oder -fuss der Schreiben Urk. 3/13, 33/6, 33/10, 

33/11 f. und 3/14 ist als Postadresse des Beklagten jeweils "POB 2 K._____ 

L._____ Jamaica, W.I." und als seine (Büro-)Adresse "J._____, H._____, I._____, 

Jamaika, W.I." angegeben (vgl. auch Urk. 85 E. IV.5.3.2.). Die damals von der 

Ehefrau und seiner Tochter bewohnte (ihm gehörende; E. IV.4.3) Liegenschaft 

befand sich in H._____, I._____, bzw. K._____ (Urk. 33/9; Prot. I S. 32). 

5.4.2 Die Vorinstanz bemerkte weiter richtig, dass das Schreiben vom 10. Juni 

1999 (Urk. 3/10) als Absendeort G._____ nenne und daher nicht belege, dass der 

Beklagte in Jamaika geweilt habe. Schlüsse auf einen Aufenthaltsort des Beklag-

ten in der Schweiz zog sie daraus entgegen dem Beklagten (Urk. 89 Rz 54) nicht. 

Tatsächlich hatte der Kläger Urk. 3/10 lediglich als Beweismittel für die Behaup-

tung offeriert, der Beklagte habe am 10. Juni 1999 seine Schuld anerkannt (Urk. 2 

Rz 37 f.). Auch der Beklagte bezog sich in seinen Ausführungen betreffend seine 

alternativen Wohnsitze bis zum Aktenschluss nicht auf Urk. 3/10. Die Vorinstanz 

hätte Urk. 3/10 daher nicht als Beweismittel zur Wohnsitzfrage abnehmen dürfen 

(vgl. E. IV.5.2). Indem sie sich später in der Sache auf die Feststellung be-

schränkte, Urk. 3/10 belege nicht, dass der Beklagte in Jamaika geweilt habe, zog 

- 31 -

sie daraus für den Kläger zumindest keine nachteiligen Schlüsse. Mangels recht-

zeitiger Rüge der Beweisabnahme durch den Kläger handelte es sich bei 

Urk. 3/10 jedoch um eine im Berufungsverfahren zu berücksichtigende Beweisur-

kunde, aus der das Gericht tatsächliche Schlüsse ziehen darf, soweit sie sich im 

Rahmen der Parteibehauptungen bewegen (E. III.3.2.2). Der Beklagte hatte dupli-

cando behauptet, gegen Ende der 1990er-Jahre in die Schweiz zurückgekehrt zu 

sein (Urk. 40 Rz 11), sich damals also in der Schweiz aufgehalten zu haben. Die 

Berücksichtigung der aus dem Jahr 1999 stammenden Urk. 3/10 erweist sich da-

her bezogen auf die Frage des damaligen Aufenthalts des Beklagten als prozes-

sual zulässig. Die in einer eigenen Zeile unter der Adresse des Empfängers (Klä-

ger) stehende Orts- und Datumsangabe in Urk. 3/10, die nach gängiger Vorstel-

lung über Ort und Zeitpunkt des Verfassens des Briefs Auskunft gibt, nennt 

G._____. Es ist daher mit dem Beklagten (Urk. 89 Rz 54) davon auszugehen, 

dass er sich in G._____ aufhielt, als er sein Schreiben vom 10. Juni 1999 an den 

Kläger verfasste und versandte. 

Was Urk. 33/11 betrifft, schrieb der Beklagte unbestritten (Urk. 32 Rz 76; Urk. 40 

Rz 99-105) und belegt (Urk. 33/11): "Herr M._____ hat mich gestern Montag 

(Pfingsten sind hier keine Feiertage) informiert, dass das Appellationsgericht "die-

ser Tage" seinen Entscheid in Sachen N._____ publizieren wird." Wenn der Klä-

ger daraus den Schluss zieht, dass der Beklagte damit zu verstehen gegeben 

habe, dass er sich in Jamaika aufhalte (Urk. 32 Rz 76; Urk. 84 Rz 71), ist ihm zu 

folgen. Die Ansicht des Beklagten, mit dem Wort "hier" könnte er auch die Worte 

seines jamaikanischen Anwalts M._____ wiedergegeben haben (Urk. 40 Rz 102; 

Urk. 89 Rz 34), überzeugt nicht. Das Wort "hier" bringt nach allgemeinem Sprach-

gebrauch die Beziehung des sich Äussernden zum Ort, an dem er sich befindet, 

zum Ausdruck. Hätte der Beklagte sich ausserhalb Jamaikas aufgehalten und 

sich auf eine Äusserung seines Anwalts zu Gegebenheiten in Jamaika bezogen, 

wäre zu erwarten, dass er formuliert hätte: "Pfingsten sind in Jamaika keine Feier-

tage." Es ist davon auszugehen, dass der Beklagte das Schreiben Urk. 33/11 vom 

5. Juni 2001 in Jamaika erstellte und versandte.

- 32 -

Bezüglich der weiteren Schreiben (Urk. 3/13-14, Urk. 33/6; Urk. 33/10; Urk. 33/12) 

blieb vor Vorinstanz unbestritten, dass der Beklagte sich mit diesen aus Jamaika 

beim Kläger gemeldet hatte (Urk. 32 Rz 72, 74, 76; Urk. 40 Rz 99-105). Wenn der 

Beklagte in der Berufungsduplik neu geltend macht, er habe Briefpapier mit der 

jamaikanischen Zustelladresse offensichtlich auch für in der Schweiz verfasste 

Schreiben verwendet, woran er sich aufgrund der inzwischen vergangenen Jahr-

zehnte nicht mehr erinnert habe (Urk. 102 Rz 29), ist seine Behauptung verspätet. 

Mit seiner Äusserung, er erinnere sich aus nicht weiter substantiierten Gründen 

inzwischen wieder an den Sachverhalt, legt er von vornherein keinen Ausnahme-

tatbestand im Sinn von Art. 317 Abs. 1 ZPO dar. Seine Behauptung/Bestreitung 

ist im Berufungsverfahren nicht zu hören. Weiterungen erübrigen sich. Es ist da-

von auszugehen, dass der Beklagte die Schreiben Urk. 3/13-14, Urk. 33/6, 

Urk. 33/10 und Urk. 33/12 in Jamaika erstellte und versandte. 

5.4.3 In seinem Schreiben vom 4. März 1999 formulierte der Beklagte unbestritten 

(Urk. 32 Rz 74; Urk. 40 Rz 100) und belegt (Urk. 33/6) u.a. Folgendes: "[…] Und 

Ihr in der Schweiz lebt - nicht nur wie der arme O._____ dies weiss auf einem an-

deren Planeten, wo tägliche Vorkommnisse, wie wir sie kennen, absolut unmög-

lich sind, und auch als solche abqualifiziert werden. […]. Warum ich dann noch 

hier bin? Erstens, weil ich es mir gar nicht leisten, wegzugehen. Zweitens, weil ich 

überhaupt nie was bekommen würde, wenn ich gehe, und das Haus dann mit Si-

cherheit zum Teufel wäre. Also muss ich alles riskieren, um nicht wieder bei Null 

beginnen zu müssen." Er brachte damit - wie der Kläger richtig betont (Urk. 32 

Rz 75; Urk. 84 Rz 71) - zum Ausdruck, dass er in Jamaika lebt und beabsichtigt, 

dort zu bleiben. Dass die Äusserungen vor dem Hintergrund der damals in Ja-

maika laufenden Verfahren zu betrachten sind (Urk. 40 Rz 100), bedeutet nicht, 

dass diese objektiv so zu verstehen wären, dass sein Aufenthalt in Jamaika dem 

Sonderzweck der Prozesse diente (so sinngemäss Urk. 40 Rz 100; Urk. 89 Rz 35, 

144). Der Beklagte hatte sich gemäss seiner vom 4. März 1999 stammenden Er-

klärung (trotz des erlebten Horrors; vgl. Prot. I S. 22; Urk. 89 Rz 24) vielmehr ent-

schieden, aus wirtschaftlichen Gründen, die auch "das Haus" (vgl. E. IV.4.3) be-

trafen, in Jamaika zu bleiben. Welche Emotionen er mit dem weiteren Verbleib im 

Land verband, ist mit Blick auf die Wohnsitzfrage nicht von Relevanz. 

- 33 -

5.4.4  Zusammengefasst ist festzustellen, dass sich der Beklagte am 6. März 

1998 (Urk. 3/13), am 4. März 1999 (Urk. 33/6), am 21. Mai 2001 (Urk. 33/10), am 

5. Juni 2001 (Urk 33/11), am 11. Juni 2001 (Urk. 33/12) und am 2. Juli 2001 

(Urk. 3/14) aus Jamaika brieflich beim Kläger meldete und dabei in seinen Schrei-

ben vom 6. März 1998 und denjenigen aus dem Jahr 2001 jeweils eine jamaikani-

sche Postadresse und (Büro-)Adresse mit Bezug zur damals von seiner Ehefrau 

und seiner Tochter bewohnten (ihm gehörenden) Liegenschaft verwendete. Nach 

seinem ersten und vor seinen Schreiben im Jahr 2001 brachte er in seinem 

Schreiben vom 4. März 1999 explizit zum Ausdruck, dass er in Jamaika lebe und 

beabsichtigte dort zu bleiben. Am 10. Juni 1999 kontaktierte der Beklagte den 

Kläger aus G._____. Am 22. November 2001 suchte der Beklagte das Schweizer 

Generalkonsulat in Jamaika auf, um seine Unterschrift beglaubigen zu lassen 

(E. IV.1). 

5.5 Die Urk. 33/13 und 33/14 stellen mit dem Kläger Beweisurkunden dar, was 

jedoch nichts über ihren Beweiswert aussagt. Insoweit gilt es festzuhalten, dass 

der Urheber der Inhalte und dessen Quellen nicht bekannt sind. Letzteres gilt be-

treffend die zehn Jahre, die der Beklagte in Jamaika gelebt haben soll, auch für 

Urk. 33/14. Die Inhalte, auf die sich der Kläger zur Untermauerung seines Stand-

punkts stützt, entsprechen in ihrem Wert daher unüberprüfbaren Aussagen unbe-

kannter Dritter. Sie stellen als solche nicht mehr als Hypothesen dar. Dass sie zu-

treffen, muss sich aus anderen Beweismitteln ergeben. Es besteht insofern keine 

Veranlassung, von der Einschätzung der Vorinstanz abzuweichen. Dass die Ur-

kunden keinen relevanten Beweiswert aufweisen, gilt auch soweit der Beklagte 

sich auf sie beruft (Urk. 84 Rz 44). 

6.1. In ihren Erwägungen IV.5.6.1-5.6.13 befasste sich die Vorinstanz mit den von 

ihr als Gegenbeweismittel des Beklagten abgenommenen Urk. 41/1-13 und 

Urk. 60/6, aus denen sich nach der Überzeugung des Beklagten ergibt, dass er 

sich in der Zeit zwischen Ende 2001 und Mitte 2002 entweder in der Schweiz, in 

England oder in Ungarn aufgehalten bzw. er sein Leben in der Schweiz und in 

AO._____ geführt habe (Urk. 40 Rz 13; Urk. 89 Rz 25, 27, 94-110). Sie kam dabei 

kurzgefasst zum Schluss, dass sich daraus zugunsten des Standpunkts des Be-

- 34 -

klagten nichts ergebe, auch wenn seine Beweismittel teilweise Hinweise darauf 

enthielten, dass er sich ab dem Jahr 2002 nicht in Jamaika aufgehalten habe, je-

denfalls nicht mit der Absicht dauernden Verbleibs (Urk. 85 E. IV.5.3-5.7). Zur 

Parteibefragung des Beklagten ist Erwägung IV.5.7 des angefochtenen Urteils so-

dann zu entnehmen, dass der Beklagte gemäss seinen Aussagen nie Wohnsitz in 

Jamaika gehabt habe. Er habe jeweils ein Touristenvisum von einem Monat erhal-

ten. Eine Aufenthaltsbewilligung habe er dort nie gehabt. Er sei vielleicht Ende 

2000 in Jamaika gewesen, Ende 2001 sei er sicherlich nicht dort gewesen und im 

Jahr 2002 sei er in Europa gewesen. Am 31. Januar 2002 sei er in P._____, Un-

garn angemeldet gewesen. Im Januar 2002 habe er zusammen mit seinem Sohn 

D._____ in AO._____, 3 Q._____, gewohnt, wo er eine Eigentumswohnung ge-

habt habe. Seine Gattin habe mit den drei Kindern in Jamaika gewohnt. In Ja-

maika habe er keine Zukunft mehr gehabt nach dem Horror, den er dort durchge-

macht habe. Er habe in der Schweiz seine Beratungsfirma aufgebaut, mit welcher 

er ab Januar 2002 aktiv gewesen sei. Der Mittelpunkt seiner geschäftlichen Tätig-

keit sei im Januar 2002 in Zürich gewesen, wo er alles aufgebaut habe. In der 

Folge habe er in England 2002 seine Firma gegründet. In Jamaika habe er nie 

eine geschäftliche Tätigkeit ausgeübt. Zusammengefasst lasse sich den Aussa-

gen des Beklagten kein einziges Zugeständnis entnehmen, welches die Behaup-

tungen des Klägers stützen könnten. Seine Angaben deckten sich im Wesentli-

chen mit den von ihm eingereichten Beweismitteln und erklärten diese zum gröss-

ten Teil, so z.B. bezüglich der Frage, wer in der Schweiz der Fahrer der verschie-

denen Fahrzeuge gewesen sei, die falsch geparkt worden seien. 

6.2.1  Der Beklagte hält daran fest, dass er mit den von der Vorinstanz abgenom-

menen Gegenbeweismitteln einschliesslich seiner Aussagen in der Parteibefra-

gung den Gegenbeweis (kein jamaikanischer Wohnsitz) erbracht habe. Zumindest 

bei einer Gesamtwürdigung erbrächten die Gegenbeweismittel den Nachweis, 

dass er seinen Lebensmittelpunkt am 31. Januar 2002 in Europa gehabt habe, 

was im Umkehrschluss bedeute, dass kein Wohnsitz in Jamaika vorgelegen ha-

ben könne (Urk. 89 Rz 93). Was seine Parteiaussage angeht, trägt er vor, dass 

die Vorinstanz korrekt festhalte, dass sich darin kein einziges Zugeständnis finde, 

welches die Behauptungen des Klägers stützen würde (Urk. 89 Rz 108, 114). Er 

- 35 -

habe in der Parteibefragung sehr lebensnah geschildert, was er in den letzten 

Jahrzehnten effektiv gemacht habe. Das sei bei der Würdigung seiner Aussagen 

zu berücksichtigen (Urk. 89 Rz 108 f.). Er habe schlüssig aufgezeigt, dass sich 

sein privates und geschäftliches Leben in Europa abgespielt und sein Lebensmit-

telpunkt am 31. Januar 2002 in Europa gelegen habe (Urk. 89 Rz 110). Seine 

Aussagen deckten sich mit den Gegenbeweismitteln und Ausführungen im vorin-

stanzlichen Verfahren. Dies wohlgemerkt obwohl es um einen Zeitraum von über 

drei Jahrzehnten gehe und er sehr viel herumgekommen sei (Urk. 89 Rz 117). 

Der Vorwurf des Klägers, wonach er sich in Widersprüche verstrickt habe, sei be-

reits im erstinstanzlichen Verfahren widerlegt und seine Aufenthaltsorte samt Be-

legen und Erklärungen präsentiert worden (Urk. 40 Rz 11 - 18 und 119 f.; Urk. 59 

Rz 13, 24-26 und 42). Dass er nach Jahrzehnten nicht mehr bis ins kleinste Detail 

rekonstruieren könne, wann er sich wo aufgehalten habe, sei einleuchtend. Wie 

auch im Schlussvortrag bereits erwähnt, sei weiter zu beachten, dass juristische 

Laien, wenn sie von Wohnsitz sprächen, damit in der Regel nicht von einem 

rechtlichen Wohnsitzverständnis ausgingen, sondern von einem Aufenthalt 

(Urk. 89 Rz 118). Letztlich müsse entscheidend sein, wo eine Person ihr Leben 

tatsächlich geführt habe. Bei ihm sei das nachweislich nicht Jamaika, sondern (bis 

zu seinem Wegzug nach Dubai im Jahr 2020) stets Europa gewesen. Seine ent-

sprechenden Ausführungen seien stimmig und belegt. Sofern es zeitliche Über-

schneidungen von Aufenthalten gebe, könne dies zwei Gründe haben: Zum einen 

sei er als international tätiger Geschäftsmann mit Unternehmen und Familie in 

verschiedenen europäischen Ländern viel gereist und es sei ohne weiteres mög-

lich, dass er sich innert kürzester Zeit in verschiedenen Ländern aufbehalten 

habe. Zum anderen könne der Kläger nicht ernsthaft erwarten, dass er für die 

letzten drei Jahrzehnte monatsgenaue Angaben dazu machen könne, wo er sich 

wann wie lange aufgehalten habe. Der Kläger lege seinen Fokus auf vermeintlich 

widersprüchliche Ausführungen seinerseits, welche sich aber durchwegs auf Auf-

enthalte in Europa bezögen. Dabei bleibe er selber aber jedweden Nachweis ei-

nes jamaikanischen Wohnsitzes schuldig, obwohl ihn die diesbezügliche Beweis-

last treffe (Urk. 89 Rz 119). 

- 36 -

6.2.2  Der Kläger hält dagegen, der Beklagte habe über die Jahre diverse, sich wi-

dersprechende Wohnsitze behauptet - sowohl im vorliegenden als auch in ande-

ren Gerichtsverfahren und gegenüber Behörden (Urk. 84 Rz 39). Seine Darstel-

lung sei nach objektiven Gesichtspunkten und im Vergleich mit anderen Beweis-

mitteln weder wahrscheinlich noch überzeugend. Die Aussagen seien vielmehr 

höchst widersprüchlich und unglaubwürdig gewesen, was die Vorinstanz aber un-

berücksichtigt lasse (Urk. 84 Rz 58 f., 65, 86). Die Vorinstanz finde die Aussage 

des Beklagten wahrscheinlich und überzeugend, dass er 2001 sicherlich nicht in 

Jamaika gewesen sei. Dies, obschon die Aussage mit Verweis auf Urk. 53/4 

nachweislich falsch sei (Urk. 84 Rz 87). Die Vorinstanz finde weiter die Aussage 

des Beklagten wahrscheinlich und überzeugend, dass er am 31. Januar 2002 in 

P._____ Ungarn gemeldet gewesen sei, gleichzeitig aber mit seinem Sohn in 

AO._____ gelebt haben wolle, während der Mittelpunkt seiner geschäftlichen Tä-

tigkeit in Zürich gewesen sei. Dass die Aussage weder wahrscheinlich noch über-

zeugend sei, verstehe sich von selbst. Hinzu komme, dass sie in Widerspruch mit 

weiteren Aussagen des Beklagten stehe. So habe er noch in seiner Duplik be-

hauptet, erst einige Jahre nach 2002 nach P._____ gezogen zu sein. An wieder 

anderer Stelle in seiner Befragung scheine er dann doch nicht in AO._____, son-

dern in Zürich oder F._____ gelebt haben zu wollen (Urk. 84 Rz 88). Inwiefern 

diese eklatant widersprüchlichen Aussagen als wahrscheinlich und überzeugend 

bezeichnet werden könnten, bleibe ein Rätsel (Urk. 84 Rz 89). Selbstredend gebe 

es für die behaupteten Wohnsitze und Geschäftstätigkeiten keine Belege, welche 

die Aussagen des Beklagten stützen würden (Urk. 84 Rz 41, 90). Es könne der 

Vorinstanz deshalb nicht gefolgt werden, wenn sie die Aussagen des Beklagten 

mit Bezug auf seinen Wohnsitz am 31. Januar 2002 als wahrscheinlich und über-

zeugend würdige. Ihnen sei vielmehr jegliche Beweiskraft abzusprechen (Urk. 84 

Rz 91). 

6.3 Zum Begriff des Wohnsitzes im rechtlichen Sinn ist auf E. III.2.1 f. vorste-

hend zu verweisen. Er deckt sich, wie der Beklagte grundsätzlich richtig geltend 

macht, nicht unbedingt mit der Verwendung des Begriffs in der Umgangssprache, 

in welcher er ausser für den Lebensmittelpunkt namentlich auch für den Meldeort 

verwendet wird; auch umgangssprachlich steht er jedoch nicht für jede, sondern 

- 37 -

immer für eine irgendwie qualifizierte Art des Aufenthalts an einem Ort. Wo der 

Wohnsitz im rechtlichen Sinn zu verorten ist, ist im Streitfall sodann Gegenstand 

einer Wertung, die von der Bezeichnung eines Orts als Wohnsitz durch die betrof-

fene Person unabhängig ist. Wo der Beklagte gemäss seinen Behauptungen oder 

Aussagen seinen "Wohnsitz" hatte, ist daher materiell weder im bejahenden noch 

im verneinenden Sinn erheblich. Entscheidend ist, dass ein Ort aufgrund seiner 

Darstellung als (alternativer) Lebensmittelpunkt ernsthaft (E. III.3.2.3) in Frage 

kommt; der blosse Aufenthalt an einem Ort genügt nicht. Dabei ist mit dem Be-

klagten im vorliegenden Fall zu berücksichtigen, dass die relevanten Sachverhalte 

sehr lange zurückliegen und deshalb nicht ohne Weiteres erwartet werden kann, 

dass er monatsgenaue Angaben zu seinen Lebensverhältnissen machen kann. 

Das bedeutet jedoch nicht, dass diesbezüglichen Angaben in den Rechtsschriften 

keine Bedeutung zukäme und an seine Aussagen in der Parteibefragung inhaltlich 

keine Anforderungen gestellt werden könnten. Der Prozessstoff wird auch bezo-

gen auf ein erweitertes Gegenbeweisthema durch die rechtzeitig vorgetragenen 

Parteibehauptungen abgesteckt. Als Prozesspartei wurde der Beklagte in der Par-

teibefragung sodann nicht unvorbereitet mit lange zurückliegenden Themen kon-

frontiert, sondern er kannte seine Parteibehauptungen und den Beweisgegen-

stand. Seine Angaben in den Rechtsschriften und seine Parteiaussage betrafen 

zudem sein eigenes Leben in einer Phase, die mit seiner Heirat, der Geburt eines 

Kindes, dem gegen ihn geführten Strafverfahren und dem Wiederaufbau seiner 

beruflichen Tätigkeit im Positiven wie im Negativen richtungsweisend war. Mit an-

deren Worten: Wer, wenn nicht er, wusste, wie und wo er damals sein Leben ge-

führt hatte? Von ihm konnte folglich zwar nicht unbedingt eine in allen Einzelhei-

ten präzise, aber eine hinsichtlich seiner damaligen Lebensverhältnisse gleich-

wohl einigermassen stringente und detailreiche Darstellung erwartet werden. Das 

gilt für seine Rechtsschriften und seine Parteiaussage gleichermassen und auch 

unabhängig davon, ob er zusätzlich noch über Dokumente verfügt(e), mit denen 

er seine Darstellung belegen könnte. 

6.4.1  Der Beklagte machte in seiner Klageantwort (im Sinn einer qualifizierten Be-

streitung) geltend, im Zeitpunkt der Klageeinleitung in Jamaika sei er bei der 

Schweizer Botschaft in London gemeldet gewesen. Er habe sich per 1992 in Zü-

- 38 -

rich abgemeldet und sei nach AO._____ gezogen, wo er auch im Zeitpunkt der 

Klageeinleitung in Jamaika gewohnt habe (Urk. 15 Rz 85, 91, 97). Der Kläger be-

stritt die Gegenbehauptung des Beklagten in seiner Replik (Urk. 32 Rz 129, 134, 

139). Die Behauptung, dass der Beklagte sich per 1992 in Zürich abgemeldet und 

nach AO._____ gezogen sei, wo er auch im Januar 2002 gewohnt habe, wider-

spreche dessen eidesstattlicher Erklärung, die er im Jahr 1996 in einem anderen 

Gerichtsverfahren in Jamaika abgegeben habe. Dort habe er angegeben, dass er 

sich zwar temporär in Jamaika aufhalte, aber eigentlich seinen Wohnsitz in der 

Schweiz habe (Urk. 32 Rz 140-142; Urk. 33/17). Duplicando führte der Beklagte 

dann aus, dass er nach der Abmeldung in Zürich per 1992 nach AO._____ gezo-

gen sei. In den 90er-Jahren sei er somit in England angemeldet gewesen. Gegen 

Ende der 90er-Jahre sei er in die Schweiz zurückgekehrt, wo er auch zu Beginn 

der 2000er-Jahre gewesen sei. Die Gründe für die Rückkehr in die Schweiz seien 

geschäftlicher und privater Natur gewesen. Er sei 2001 in der Schweiz (Zürich 

und G._____) gewesen. Mitte 2001 habe er die Gründung seines Vereins 

(R._____) in Zürich vorangetrieben; der Verein sei am tt.mm.2002 im Handelsre-

gister des Kantons Zürich eingetragen worden (Urk. 40 Rz 13 [S. 8]). Im August 

2001 habe er in der Schweiz eine Krankenversicherung für die ganze Familie ab-

geschlossen. Es sei nämlich vorgesehen gewesen, dass die Ehefrau und die drei 

Kinder sich regelmässig in der Schweiz aufhalten würden, auch wenn sie ab 2002 

vollzeitlich in AO._____ leben sollten (Urk. 40 Rz 13 [S. 9]). Im Dezember 2001 

und den vorangehenden Monaten sei er in der Schweiz bei seinem Vater 

(S._____-gasse 4, F._____) wohnhaft gewesen und habe sich um seine kranke 

Mutter in G._____ gekümmert (Urk. 40 Rz 12). Ab Anfang 2002 sei er in 

AO._____ wohnhaft gewesen (Urk. 40 Rz 11, 15). Er habe sein Unternehmen 

T._____ Ltd. im Jahr 2002 in AO._____ gegründet und sei regelmässig zwischen 

AO._____ und der Schweiz gependelt. Für den Aufbau seines Unternehmens 

habe er auf sein gutes Beziehungsnetzwerk in Zürich zurückgreifen und dadurch 

neue Mandate akquirieren können (Urk. 40 Rz 14, vgl. auch Rz 16). Bereits An-

fang 2002 habe er ein Beratungsmandat für die U._____ AG gehabt und seine 

beratende Tätigkeit für den V._____ [Verband] in Zürich habe er im März/April 

2002 begonnen (Urk. 40 Rz 15). Als der Kläger am 31. Januar 2002 die Klage in 

- 39 -

Jamaika eingereicht habe, habe er zusammen mit seinem Sohn, D._____, der in 

AO._____ studiert habe, in AO._____ an der Adresse 3 Q._____ gewohnt und 

dort seinen Lebensmittelpunkt gehabt. Diese Wohnkonstellation sei eine Überg-

angslösung gewesen, bis er für seine Familie ein Zuhause in AO._____ gefunden 

habe. Die offizielle Anmeldung in AO._____ sei dann im Mai 2002 erfolgt (Urk. 40 

Rz 11-13, 15). Ab Juni 2002 sei dann die gesamte Familie, also die Ehefrau, die 

Tochter und die zwei Stiefkinder, in AO._____ wohnhaft gewesen, und zwar an 

der W._____ in AA._____, knapp 200 Meter von der Wohnung 3 Q._____ ent-

fernt, wo sein Sohn während seines gesamten Studiums wohnhaft geblieben sei. 

Die Kinder seien allesamt in AO._____ zur Schule gegangen (Urk. 40 Rz 15). So-

weit der Beklagte mit diesen Ausführungen von seinem in der Klageantwort einge-

nommenen Standpunkt abrückte oder seine Darstellung ergänzte, waren seine 

Behauptungen in der Duplik neu. Auch sie wurden vom Kläger in seiner Stellung-

nahme zu den Dupliknoven bestritten, wobei er sich betreffend die Urk. 41/1-12, 

auf welche sich der Beklagte duplicando zum Nachweis seines Aufenthalts in der 

Schweiz, in England oder Ungarn in der Zeit zwischen Ende 2001 und Mitte 2002 

berufen hatte (Urk. 40 Rz 13), auf den Standpunkt stellte, dass sich daraus 

höchstens ergebe, dass der Beklagte ein international tätiger Geschäftsmann ge-

wesen sei, der regelmässig gereist sei und sich für wenige Tage an den besagten 

Orten aufgehalten habe (Urk. 52 Rz 8-10, 20, 25 ff.). 

6.4.2  Die Aussagen des Beklagten in der Parteibefragung sind primär an diesen 

spezifischen Behauptungen und nicht etwa an einem allgemeinen "Lebensmittel-

punkt in Europa" (Urk. 40 Rz 13 [S. 8 für die Dokumente des Handelsregister-

amts]; Urk. 78 Rz 7, 11; Urk. 89 Rz 109 f.) zu messen (vgl. E. IV.6.3). Bei deren 

Würdigung ist zu beachten, dass der Beklagte grundsätzlich ein Interesse daran 

hat, seinen Anwesenheiten ausserhalb Jamaikas eine bezogen auf die Frage sei-

nes Lebensmittelpunkts übertriebene Bedeutung zu verleihen, um seine Verbin-

dung zu Jamaika in den Hintergrund treten zu lassen. Lebensnahe Ausführungen 

zu den Umständen von behaupteten Aufenthalten ausserhalb Jamaikas sind des-

halb nicht nur aus materiellen Gründen (der blosse Aufenthalt begründet keinen 

Wohnsitz), sondern auch unter dem Aspekt der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

von Relevanz. Der blossen Behauptung, an einem Ort gewesen, dort gelebt, ge-

- 40 -

wohnt oder den Lebensmittelpunkt gehabt zu haben, kommt jedenfalls - auch 

wenn sie im Rahmen der Parteiaussage erfolgt - für sich alleine kein relevanter 

Beweiswert zu. Das gilt umso mehr, als nicht auflösbare Widersprüche in den 

Darstellungen des Beklagten in Gerichtsverfahren nachgewiesen sind. Der Kläger 

verweist nämlich zu Recht darauf, dass der Inhalt von Urk. 33/17 nicht mit dem 

vom Beklagten in seinen Rechtsschriften im vorliegenden Verfahren eingenom-

menen Standpunkt übereinstimmt, gemäss welchem er ab 1992 bis Ende der 

90er-Jahre in AO._____ gewohnt habe (Urk. 84 Rz 39 mit Verweis; Urk. 52 Rz 15; 

vgl. auch Urk 77 Rz 33). Dass der Beklagte sich mit falschen Angaben im jamai-

kanischen Verfahren strafbar gemacht hätte, wie die Vorinstanz ausführt (Urk. 85 

E. 5.3.16.), trifft zu, schliesst aber Falschangaben, für die der Beklagte aufgrund 

seiner fehlenden Aufenthaltsbewilligung für Jamaika auch ein Motiv gehabt hätte, 

nicht aus und ändert vor allem nichts an der offenkundig bestehenden Diskrepanz 

zu seiner Behauptung im vorliegenden Verfahren, in dem er, wenn auch aus an-

deren Gründen, wie erwogen grundsätzlich ebenfalls ein Interesse daran hat, 

seine Verbindungen zu Jamaika in den Hintergrund treten zu lassen. 

6.5.1 In der Parteibefragung gab der Beklagte zu den Orten seines Aufenthalts 

nach seiner Abmeldung in Zürich im Jahr 1992 zunächst an, er sei nach seiner 

Abmeldung nach AO._____ gezogen, wo er sich bei der Botschaft angemeldet 

habe und bis ca. 1994 bzw. Anfang 1995 angemeldet gewesen sei (Prot. I S. 18, 

21). Danach gefragt, wann er von AO._____ wieder in die Schweiz gezogen sei, 

gab er an, das sei 1998 gewesen. Da sei er die meiste Zeit in der Schweiz gewe-

sen. Gemeldet sei er aber in P._____ gewesen (Prot. I S. 19). Konkreter führte er 

für den Zeitraum ab ca. Anfang 1995 zu seinen hauptsächlichen privaten und be-

ruflichen Aufenthaltsorten aus, er habe 1995 einen Gerichtsfall in Jamaika gehabt, 

weshalb er dort habe sein müssen; das seien ein bis zwei Monate gewesen 

(Prot. I S. 21). 1996 sei er in erster Linie in Europa gewesen und sei nach Zürich 

gekommen und habe bei der AB._____ um einen Job gebeten und dann auch ein 

paar Aufträge erhalten. Dann sei er auch ein paar Mal in Jamaika gewesen 

(Prot. I S. 21). 1997 sei er sehr häufig in den USA gewesen, da er Präsident einer 

Gesellschaft gewesen sei, die an der New Yorker Börse registriert gewesen sei. 

Er sei auch regelmässig und während längerer Zeit in AC._____ [Ortschaft in den 

- 41 -

USA] gewesen. 1996 und 1997 sei er auch unfreiwillig sieben Monate in den USA 

gewesen, weil der jamaikanische Fall dort nochmals angeklagt worden sei. Als er 

alle Prozesse gewonnen gehabt habe, sei er nach P._____ geflogen; das sei 

1997 gewesen. Von P._____ sei er nach Jamaika geflogen und habe sich ent-

schieden, dass die ganze Familie die Zelte in Jamaika abbrechen und alle immer 

in Europa sein sollten (Prot. I S. 21). 1998 und 1999 sei er regelmässig bei sei-

nem Vater und seiner Mutter gewesen; sonst in P._____, wo er angemeldet ge-

wesen sei (Prot. I. S. 23, vgl. auch S. 34). 1999 seien sie [er und seine jamaikani-

sche Familie] relativ lang in Europa gewesen. 1999/2000 hätten sie den Milleni-

umswechsel in der Schweiz verbracht und bei seiner Mutter in G._____ gewohnt 

(Prot. I S. 18, 21). 

Für den Zeitraum nach dem Milleniumswechsel ist den Depositionen des Beklag-

ten sodann zunächst zu entnehmen, dass er ab dem Jahr 2000 in P._____ ge-

meldet und regelmässig bei seinem Vater in F._____ bzw. seiner Mutter in 

G._____ gewesen sei (Prot. I S. 20), bis er dann selber eine Wohnung an der 

E._____-strasse und später (nach der Firmengründung in AO._____ um das Jahr 

2003 herum) an der AD._____-gasse in Zürich gemietet habe (Prot. I S. 18, 20). 

Im weiteren Verlauf der Befragung danach gefragt, von wann bis wann er bei sei-

nem Vater in F._____ wohnhaft gewesen sei, erwähnte er einen Aufenthalt bei 

seinen Eltern in der Zeit ab dem Jahr 2000 jedoch nicht (Prot. I S. 23). Anfang 

2002 sei er - so der Beklagte weiter - wieder nach AO._____ gezogen (Prot. I 

S. 20). Er habe sich in der Schweizer Botschaft in London angemeldet. Die ganze 

Familie habe sich dort im Juni 2002 angemeldet (Prot. I S. 21 f.). Danach gefragt, 

an welcher Adresse er im Januar 2002 zusammen mit seinem Sohn D._____ ge-

lebt habe, nannte er AO._____ 3 Q._____ (Prot. I S. 22). Zu Beginn der Befra-

gung nach seinem Wohnsitz am 31. Januar 2002 gefragt, hatte er P._____ als 

solchen bezeichnet; er sei im Januar 2002 vor allem in P._____ gewesen und 

nachher bei seinem Vater und seiner Mutter [in F._____ bzw. G._____] (Prot. I 

S. 17). Als Mittelpunkt seiner geschäftlichen Tätigkeit im Januar 2002 bezeichnete 

er "absolut" Zürich; von hier aus habe er vor 20 Jahren alles aufgebaut (Prot. I 

S. 31). Zu den Gründen für seine vorgetragenen Anwesenheiten in Europa ab 

dem Jahr 2000 ergibt sich aus seinen Aussagen im Einzelnen, dass er im Januar 

- 42 -

ein grösseres Projekt in P._____ gehabt (Prot. I S. 25) und in der Schweiz aktiv 

seine neue Beratungsfirma aufgebaut habe, indem er auch Kunden in der 

Schweiz bekommen habe (Prot. I S. 22). Ab Januar 2002 sei er offiziell aktiv ge-

wesen. Er habe aber bereits zuvor Vorbereitungen getroffen, um Leute zu treffen, 

die er gekannt habe. Er habe sich ab Januar 2002 aktiv bei U._____ beworben 

und das Mandat bekommen, das dann wohl im Februar begonnen habe. Vorar-

beiten habe er im Dezember 2001 und Januar 2002 machen müssen. Erste Ge-

spräche hätten ein, zwei Monate vorher stattgefunden. Am Anfang sei es darum 

gegangen, das Marketing in der Schweiz zu verstärken, weshalb er zwischen 

G._____ und Zürich hin und her gefahren sei. Später sei das Mandat auf U._____ 

England ausgedehnt worden und er habe das Mandat in England ab Mai 2002 

formell betreut; am Anfang immer von der Schweiz aus (Prot. I S.22, 27 f.). Im 

März habe er das V._____- Mandat in der Schweiz erhalten. Vorbereitungen dafür 

hätten im Februar 2002 in der Schweiz stattgefunden; er sei damals bei seinem 

Vater gewesen (Prot. I S. 29). Ab September 2008 habe er das vollständige grös-

sere Mandat mit Fokus v.a. England betreut (Prot. I S. 28). In England seien dann 

weitere Mandate von Unternehmen wie beispielsweise der AE._____ [Verband in 

England] und der AF._____ [Verband in England] dazugekommen (Prot. I S. 31). 

6.5.2 Gemäss seinen Aussagen in der Parteibefragung hielt der Beklagte sich mit-

hin nach seiner Abmeldung in Zürich und vor Anfang 2002 lediglich bis ca. 1994 

bzw. Anfang 1995 in AO._____ auf. Zwar bezieht sich seine Aussage wörtlich auf 

die Dauer der Anmeldung in AO._____ (vgl. Prot. I S. 18, 21) und beantwortete er 

die (an seinen Behauptungen in den Rechtschriften orientierte) Frage danach, 

wann er von AO._____ in die Schweiz gezogen sei, ohne Einschränkung mit 

"1998". In seiner freien Schilderung betreffend seine hauptsächlichen privaten 

und beruflichen Aufenthaltsorte nach seiner Abmeldung in Zürich im Jahr 1992 

taucht AO._____ nach Ende 1994 jedoch nicht auf. Vielmehr erwähnt er 

AO._____ erst ab Anfang 2002 wieder. Seine auf die Anmeldung in AO._____ fo-

kussierte Aussage ist denn auch (wie seine entsprechende Parteibehauptung, die 

sich aber sogar auf die ganzen 1990er-Jahren bezieht) aktenwidrig; eine Anmel-

dung seinerseits erfolgte bei der Schweizer Botschaft in London erst am 8. Mai 

2002 (E. IV.2). Dass er sich um den Jahreswechsel 1994/95 lediglich in AO._____ 

- 43 -

abmeldete, aber dort weiterhin wohnte, ist gestützt auf seine Aussagen mithin we-

der wahrscheinlich noch erwiesen. Seine Behauptung, er sei nach seiner Abmel-

dung in Zürich und seinem Umzug nach AO._____ im Jahr 1992 bis zu seiner 

Rückkehr in die Schweiz Ende der 1990er-Jahre in AO._____ geblieben, bleibt 

folglich für den Zeitraum ab Anfang 1995 (auch im Rahmen eines Gegenbewei-

ses) beweislos. 

Dass der Beklagte sich, wie von ihm zu Protokoll gegeben, ab dem Jahr 1995 

ausser in Jamaika zeitweise auch in der Schweiz, in Amerika und in Ungarn auf-

hielt, kann sodann ohne Weiteres angenommen werden (und ist beispielsweise 

für den 10. Juni 1999 nachgewiesen; E. IV.5.4.4). Das ändert jedoch nichts daran, 

dass er in seinen Rechtsschriften einen Lebensmittelpunkt in der Schweiz vor "ge-

gen Ende der 90er-Jahre" nicht und einen solchen in Amerika oder in Ungarn 

überhaupt nicht behauptete, was einen "Wohnort Schweiz" angeht sogar trotz des 

vom Kläger replicando erfolgten Hinweises auf sein Affidavit aus dem Jahr 1996 

(Urk. 33/17; zu dessen Inhalt Urk. 85 E. IV.5.3.16.). Eine Anmeldung in P._____ 

machte er, obwohl er sich zu seinen Meldedaten äusserte, für den Zeitraum ab 

1992 bis Mai 2002 ebenso wenig geltend, sondern erwähnte Ungarn lediglich als 

Ort geschäftlicher Tätigkeit. Die von ihm in der Parteibefragung vorgetragene Dar-

stellung potentieller Wohnorte ausserhalb Jamaikas erschöpft sich jedenfalls bis 

zum Milleniumswechsel bei genauer Betrachtung denn auch in einer lückenhaften 

Aufzählung von Aufenthaltsorten. Soweit er dabei etwas über die Umstände der 

Aufenthalte berichtet, beschreibt er Aufenthalte zu Sonderzwecken (Zürich/Bemü-

hen um Job und einzelne Aufträge erhalten; USA/Geschäft, Prozess). Irgendet-

was, das einen der aufgezählten Orte ausserhalb Jamaikas als seinen Wohnort 

auch nur im Ansatz greifbar machen würde, ist seinen Aussagen nicht zu entneh-

men. Was den Familienaufenthalt in der Schweiz im Jahr 1999 angeht, ist 

schliesslich zu bemerken, dass der von ihm gemäss seinem Bekunden bereits 

1997 gefasste Entschluss der Verlagerung des Wohnorts seiner jamaikanischen 

Familie nach Europa (ausgehend von seinen Depositionen) tatsächlich erst Mitte 

2002 in die Tat umgesetzt wurde. Der gemeinsame Aufenthalt in der Schweiz 

fand, auch wenn er "relativ lang" war, nach dem Milleniumswechsel ein Ende, 

ohne dass die Familie in einer eigenen Familienwohnung gelebt hatte. Er qualifi-

- 44 -

ziert damit objektiv unabhängig von seiner kürzeren oder längeren Dauer als Feri-

enaufenthalt und nicht als Verlagerung des Wohnorts der Familie nach Europa 

oder als Vorbereitung darauf. 

Auch für den Zeitraum ab dem Milleniumswechsel bis gegen Ende 2001 gehen 

die Ausführungen des Beklagten zu seinen Aufenthalten in der Schweiz und in 

Ungarn nicht über blosse Behauptungen hinaus, an einem Ort gewesen bzw. sich 

als erwachsener Sohn bei seinen Eltern aufgehalten zu haben. In der Wohnung 

an der E.____-strasse in Zürich war seine Ex-Frau gemeldet; dort lebte bis längs-

tens 3. Juli 2001 auch sein Sohn D._____ (E. II.6.2); es handelte sich also nicht 

um den eigenen Wohnort des Beklagten. Die Wohnung an der AD._____ mietete 

er auch gemäss seinen Aussagen erst nach der Etablierung seiner Geschäftstä-

tigkeit in AO._____ Mitte 2002 in einem vorliegend nicht mehr relevanten Zeit-

punkt. An Konturen gewinnen seine Aussagen erst ab Ende 2001/Anfang 2002. 

Sie erschöpfen sich aber auch insoweit in der Darstellung geschäftlicher Notwen-

digkeiten der Aufenthalte, wobei seine Aktivitäten damals in der Schweiz erfolg-

ten, weil er hier über alte Geschäftskontakte verfügte, an die er anknüpfen konnte. 

Dass er seine kranke Mutter gepflegt hätte, wie er in seinen Rechtsschriften be-

hauptet hatte, erwähnte er gar nie. Ein "privates Leben", das sich in der Schweiz 

abgespielt hätte, wird in den Aussagen nicht greifbar. Die in seinen Rechtsschrif-

ten erhobene Behauptung, er habe am 31. Januar 2002 mit seinem Sohn in 

AO._____ gelebt und dort seinen Lebensmittelpunkt gehabt, bestätigte er sodann 

zwar an einer Stelle der Befragung, indem er angab, Anfang 2002 nach AO._____ 

gezogen und dort am 31. Januar 2002 mit seinem Sohn gewohnt zu haben, ver-

strickte sich damit aber in einen Widerspruch zu seiner ursprünglichen Aussage, 

er habe damals Wohnsitz in P._____ gehabt und sei im Januar 2002 vor allem 

dort und nachher bei seinem Vater und seiner Mutter in der Schweiz gewesen. 

Die Diskrepanz kann dabei nicht mit einer ungenauen oder laienhaften Verwen-

dung von Begriffen erklärt werden. Aus seinen detaillierteren Aussagen ergibt sich 

denn auch, dass er sich Ende 2001/Anfang 2002 von der Schweiz (und nicht wie 

duplicando zumindest sinngemäss behauptet von AO._____) aus um eine berufli-

che Neuorientierung bemühte, die jedenfalls im Januar 2002 keine Berührungs-

punkte zu AO._____ aufwies. Vielmehr verlagerte sich seine Tätigkeit gemäss 

- 45 -

seinen Aussagen erst nach Januar 2002 mit der Ausdehnung des Mandats 

U._____ auf England und dem V._____-Mandat nach AO._____ (Prot. I S. 22, 28, 

31). Dazu passt, dass er sein englisches Unternehmen T._____ Ltd. erst im Mai 

2002 gründete (Urk. 41/10; vgl. die unbeanstandet gebliebenen vorinstanzlichen 

Erwägungen IV.5.3.12-5.3.14 und IV.5.6.9 zur Gründung an sich). Dass er seinen 

Lebensmittelpunkt bereits am 31. Januar 2002 in AO._____ hatte, ist daher ge-

stützt auf seine Aussagen nicht einmal wahrscheinlich. Vielmehr sprechen seine 

eigenen Aussagen, die zudem mühelos mit der Gründung der T._____ Ltd. und 

seiner Anmeldung bei der Schweizer Botschaft in London im Mai 2002 

(Urk. 41/11; E. IV.2) vereinbar sind, gar dafür, dass er seinen Wohnsitz erst und 

zusammen mit seiner jamaikanischen Familie ab Mai 2002 nach AO._____ ver-

legte, als seine Beratungstätigkeit absehbar eine langfristige Perspektive in Eng-

land bot und in AO._____ ein Haus für die Familie gefunden war (vgl. zusätzlich 

Prot. I S. 22 [Frage 28]). 

6.6.1 Daran ändern auch die vom Beklagten zusätzlich angerufenen Beweisur-

kunden (Urk. 89 Rz 93-102, 104-106, 117; Urk. 41/1-9 und 41/11 f.) und sein wei-

terer Hinweis auf die als Hauptbeweismittel des Klägers abgenommenen 

Urk. 3/10, 33/17, 53/4, 53/5-8 (Urk. 89 Rz 38, 44, 54, 59-62, 67; zu Urk. 33/14 

vgl. E. IV.5.5) nichts. Dass der Beklagte sich im Mai 2002 in AO._____ bei der 

Schweizer Botschaft anmeldete, ist wie erwogen erstellt, dass er ab diesem Zeit-

punkt seinen Wohnsitz dort hatte, auch ausgehend von seinen Aussagen in der 

Parteibefragung wahrscheinlich (E. IV. 6.5.2). Aus den weiteren Beweisurkunden 

ergeben sich zwar - wie gezeigt (E. IV.2; E. IV.5.4.1) bzw. noch zu zeigen sein 

wird - bereits für den Zeitraum davor u.a. Aufenthalte des Beklagten in der 

Schweiz, in Ungarn und in England, Verbindungen zur Schweiz und Adressen in 

der Schweiz. Deren Bedeutung erschliesst sich jedoch aus den Aussagen des 

Beklagten. Ist aufgrund dieser nicht wahrscheinlich, dass der Beklagte zum fragli-

chen Zeitpunkt in der Schweiz oder England lebte/wohnte, ändern namentlich 

auch nachgewiesene Aufenthalte und die Verwendung von Adressen von Wohn-

orten von Mutter, Vater oder der Ex-Frau etc. durch ihn nichts an diesem Um-

stand. Dass er selber die von ihm in der Schweiz verwendeten Adressen auch im 

Berufungsverfahren noch als Zustelladressen bezeichnet (Urk. 89 Rz 35 mit Ver-

- 46 -

weis auf Urk. 40 Rz 21), sei nur nebenbei zusätzlich erwähnt. Mit dieser Vorbe-

merkung ist zu den vom Beklagten angerufenen Beweisurkunden im Einzelnen 

noch Folgendes auszuführen: 

6.6.2  Zu Urk. 41/1 erwog die Vorinstanz im Einzelnen, gemäss diesem Schreiben 

des Handelsregisteramtes des Kantons Zürich vom 4. Juli 2001 sei ein Rechtsan-

waltsbüro mit der Gründung des Vereins R._____ beauftragt worden. Weder die-

ses noch die beiliegende Rechnung vom tt.mm.2002 wiesen einen Bezug zum 

Wohnsitz des Beklagten auf (Urk. 85 E. IV.5.6.1.). Der Kläger liess diese Ausfüh-

rungen im Berufungsverfahren unkommentiert. Der Beklagte sieht in den Unterla-

gen einen klaren Hinweis bzw. ein klares Indiz für sein Engagement und seine 

Verbindung mit der Schweiz, den die Vorinstanz übergangen habe. Aus Urk. 41/1 

ergebe sich, dass er Mitte 2001 in Zürich die Gründung des Vereins vorangetrie-

ben habe (Urk. 89 Rz 94 mit Verweis auf Urk. 40 Rz 13; vgl. dazu der Kläger in 

Urk. 52 Rz 29 ff.). In den vom Kläger präsentierten vollständigen Gründungsunter-

lagen des Vereins (Urk. 53/4) sei für ihn - wie die Vorinstanz zutreffend festhalte - 

durchwegs eine … Adresse [in G._____] festgehalten, was seine Darstellung be-

stätige, dass er sich Ende 2001 nicht mehr in Jamaika aufgehalten habe, sondern 

in G._____ und Zürich wohnhaft gewesen sei und sich um seine kranke Mutter 

gekümmert habe (Urk. 89 Rz 50, 94 [zu den Ausführungen betreffend den Sohn 

D._____ vgl. E. IV.3.2]).

Den fraglichen Dokumenten lässt sich entnehmen, dass der Beklagte, vertreten 

durch die Anwaltskanzlei AG._____ in AH._____, am 29. Mai 2001 (unvollstän-

dige) Anmeldungsunterlagen betreffend die Neueintragung des Vereins R._____ 

beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich einreichen liess und dem Verein 

vom Handelsregisteramt des Kantons Zürich am 14. Januar 2002 Gebühren in 

Rechnung gestellt wurden (Urk. 41/1). Insofern ist in tatsächlicher Hinsicht ohne 

Weiteres davon auszugehen, dass der Beklagte im Mai 2001 die Gründung eines 

schweizerischen Vereins vorantrieb, was mit ihm für seine aktive Verbindung mit 

der Schweiz spricht. Soweit er mit der Formulierung, er habe die Gründung des 

Vereins in Zürich vorangetrieben, darüber hinaus vortragen will, aus den Unterla-

gen sei zu schliessen, dass er sich ab diesem Zeitpunkt in Zürich aufgehalten 

- 47 -

habe, ist ihm jedoch zu widersprechen. Die Gründung des Vereins brauchte sei-

nerseits keine dauerhafte oder auf Dauer ausgerichtete Anwesenheit in der 

Schweiz. Durch Urk. 53/4 ist einzig aber immerhin belegt, dass er sich am 12. Mai 

2001 für die konstituierende Generalversammlung der Gründer in Zürich aufhielt, 

er im diesbezüglichen Protokoll mit der Adresse seiner Mutter in G._____ 

(AI._____-weg 5, G._____) und in der Anmeldung zur Eintragung im Handelsre-

gister vom 4. Juli 2001 mit "in G._____" aufgeführt ist und (folgerichtig) am 

tt.mm.2002 auch so ins Handelsregister eingetragen wurde (Urk. 53/4, Blätter 1, 

5, 8 f.). Zur (fehlenden selbständigen) Bedeutung von nachgewiesenen Aufenthal-

ten und der Verwendung der Wohnadresse seiner Eltern ist auf E. IV.6.6.1 zu ver-

weisen. 

6.6.3 Zu Urk. 41/2 erwog die Vorinstanz, das Schreiben der AJ._____ vom 

31. August 2001 sei an den Beklagten und an die Adresse F._____ gerichtet wor-

den. Es beziehe sich auf die Police seiner Gattin C._____ (Urk. 85 E. IV.5.6.2). 

Der Kläger liess diese Feststellung im Berufungsverfahren unkommentiert 

(Urk. 84). Der Beklagte trug im Berufungsverfahren unter Bezugnahme auf 

Urk. 41/2 und mit Hinweis auf das Ergebnis der Parteibefragung soweit vorliegend 

interessierend dagegen vor, die Versicherungspolice sei an die Schweizer 

Adresse seines Vaters geschickt worden, wo er sich aufgehalten habe. Der Ab-

schluss der Versicherung für seine Familie zeige überdies, dass sich diese regel-

mässig in der Schweiz aufgehalten habe (Urk. 89 Rz 95 mit Hinweis auf Prot. I 

S. 23 [Frage 32 und 33], S. 24 [Frage 36]). Er verwies dabei zusätzlich auf Urk. 59 

Rz 37 [Quadruplik], wo er über die Feststellung der Vorinstanz hinausgehend aus-

geführt hatte, der Versicherungspolice sei zu entnehmen, dass seine Ehefrau seit 

dem 1. Juni 1999 bei der AJ._____ versichert gewesen sei. Das sei in etwa der 

Zeitpunkt, an welchem der Beklagte von AO._____ in die Schweiz zurückgekehrt 

sei und er für seine Familie in der Schweiz eine Krankenversicherung abgeschlos-

sen habe. Die Mutation "Reduktion auf gesetz. Versicherung" im Jahr 2001 sei 

vorgenommen worden, da der Umzug/Nachzug der gesamten Familie nach 

AO._____ bereits zu diesem Zeitpunkt geplant gewesen und schliesslich Mitte 

2002 erfolgt sei. 

- 48 -

Der Beklagte reichte Urk. 41/2 als Beilage zu seiner Duplik ins Recht und offe-

rierte sie zusammen mit seiner Parteibefragung als Beweismittel für seine dort 

neu erhobene Behauptung, er habe im August 2001 in der Schweiz eine Kranken-

versicherung für die ganze Familie abgeschlossen. Es sei nämlich vorgesehen 

gewesen, so der Beklagte weiter, dass die Ehefrau und die drei Kinder sich regel-

mässig in der Schweiz aufhalten würden, auch wenn sie ab 2002 vollzeitlich in 

AO._____ leben sollten. Der Versicherungspolice sei zu entnehmen, dass diese 

ihm an die Adresse seines Vaters, S._____-gasse 4, F._____, geschickt worden 

sei (Urk. 40 Rz 13). Der Kläger bestritt die Darstellung des Beklagten. Eine Kran-

kenkassenanmeldung der Ehefrau des Beklagten belege nichts. Aktenwidrig sei 

ferner die Behauptung, die Krankenkasse sei im August 2001 für die ganze Fami-

lie abgeschlossen worden. Erstens werde nur die Ehefrau des Beklagten erwähnt 

und zweitens handle es sich beim fraglichen Dokument nicht um einen Neuab-

schluss einer Police, sondern um eine Mutationsanzeige. Die fragliche Police sei 

offenbar im August 2001 auf die gesetzliche Versicherung reduziert worden 

(Urk. 52 Rz 32). Die Darstellung in der Quadruplik, auf die der Beklagte in seiner 

Berufungsantwort verweist, war eine Reaktion auf diese Bestreitung des Klägers. 

Soweit sie Noven enthält (Versicherungsabschluss für seine Ehefrau und die 

ganze Familie am 1. Juni 1999, Reduktion des Versicherungsschutzes, weil der 

Umzug nach AO._____ geplant war), erfolgte sie prozessual verspätet. Sie er-

schiene, soweit sie die ganze Familie und die behaupteten Hintergründe des Ver-

sicherungsabschlusses betrifft, im Licht der Aktenlage aber auch nicht als wahr-

scheinlich: 

Die vom 31. August 2001 datierende Versicherungspolice wurde nachweislich an 

den Beklagten gerichtet und ihm an die Adresse S._____-gasse 4, F._____, ge-

schickt (Urk. 41/2). Dass es sich bei der Adresse um die Wohnadresse des Vaters 

des Beklagten handelt, war im vorinstanzlichen Verfahren unbestritten. Hingegen 

lässt sich der allein die Ehefrau des Beklagten betreffenden Unterlage weder ent-

nehmen, dass der Beklagte im Juni 1999 eine Versicherung für die ganze Familie 

abschloss, noch dass er dies im August 2001 tat. Aus den Aussagen des Beklag-

ten in der Parteibefragung ergibt sich sodann, dass er im August 2001 in der 

Schweiz eine Krankenversicherung für die ganze Familie abschloss, weil sie re-

- 49 -

gelmässig in der Schweiz gewesen seien und weil er die AJ._____ gekannt habe 

und es für ihn logisch gewesen sei, weil sie einen engen Bezug zu seinem Hei-

matland gehabt hätten (Prot. I S. 24). Die Aussage entspricht seiner Behauptung 

in der Duplik, betont jedoch lediglich die unbestrittenen Verbindungen des Beklag-

ten und seiner Kernfamilie zur Schweiz. Sie widerspricht zudem seiner Behaup-

tung der Quadruplik und lässt sich nach dem Erwogenen mit Urk. 41/2 bezogen 

auf den Abschluss einer Krankenversicherung weder belegen noch plausibilisie-

ren. Belegt ist einzig der Abschluss einer Krankenversicherung für die Ehefrau 

des Beklagten per Juni 1999 und eine vom Beklagten in der Parteibefragung nicht 

thematisierte Reduktion ihres Versicherungsschutzes im Jahr 2001. Betrachtet 

man die zeitliche Einordnung der Ereignisse durch den Beklagten in der Parteibe-

fragung (aufgrund des Zeitablaufs) als Versehen und geht folglich davon aus, 

dass er den Abschluss einer Krankenversicherung für seine Familie im Juni 1999 

meinte, würde seine Aussage zwar insoweit mit seiner (in der Quadruplik) korri-

gierten Parteidarstellung übereinstimmen. Auch unter dieser Annahme ergibt sich 

daraus und aus seinen weiteren Depositionen in der Parteiaussage jedoch nicht, 

dass die Vorgänge rund um die Krankenversicherung der Familie den in der Du-

plik bzw. der Quadruplik dargestellten Zusammenhang mit dem Umzug der Fami-

lie nach AO._____ im Juni 2002 hatten. Der Abschluss einer Krankenversiche-

rung für die Familie erfolgte gemäss dem Beklagten wie erwähnt, weil sie regel-

mässig in der Schweiz gewesen seien und sie einen engen Bezug zur Schweiz 

gehabt hätten; mit einem Wohnort Schweiz hatte er nichts zu tun. Der von ihm ge-

mäss seinem Bekunden bereits 1997 gefasste Entschluss der Verlagerung des 

Wohnorts seiner jamaikanischen Familie nach Europa wurde im Übrigen erst 

Mitte 2002 in die Tat umgesetzt. Frühere Aufenthalte der Familie waren Ferien-

aufenthalte (E. IV.6.5.2). Der Umzug der Familie nach AO._____ hing mit dem 

V._____-Mandat zusammen, das er erst im März 2002 überhaupt bekam (Prot. I 

S. 22). Dass die behaupteten Vorgänge rund um die Schweizer Krankenversiche-

rung der Ehefrau und/oder der Familie des Beklagten etwas mit dem späteren 

Umzug nach AO._____ zu tun hatten, ist unter diesen Umständen von vornherein 

ausgeschlossen bzw. jedenfalls nicht wahrscheinlich. 

- 50 -

Es bleibt damit bei der Feststellung der Vorinstanz, das Schreiben der AJ._____ 

vom 31. August 2001 sei an den Beklagten und an die Adresse F._____ gerichtet 

worden. Es beziehe sich auf die Police seiner Gattin C._____. Das dokumentiert 

die (unbestrittene) Verbindung des Beklagten und seiner Familie zur Schweiz und 

die Verwendung der Wohnadressen seiner Eltern durch den Beklagten (zu deren 

Bedeutung vgl. E. IV.6.6.1). 

6.6.4  Zur Verfügung des Polizeirichters vom 11. Dezember 2001 (Urk. 41/3) er-

wog die Vorinstanz, sie beziehe sich auf den Halter des Fahrzeugs Land Rover 

ZH 6. Sie beweise nicht, dass der Beklagte das Fahrzeug falsch parkiert gehabt 

habe und bei den Personalien des Beklagten sei der Vermerk "OBW" (ohne be-

kannten Wohnsitz) angegeben worden (Urk. 85 E. IV.5.6.3). Zur Übertretungsan-

zeige der Kantonspolizei G._____ vom 18. April 2002 (Urk. 41/4) führte sie aus, 

diese sei an den nicht bekannten Lenker des Mietfahrzeuges Smart mit dem 

Kennzeichen VD 7 gerichtet. Ob der Beklagte der Lenker oder der Mieter des 

Fahrzeugs gewesen sei, sei nicht bekannt. Ob es der Beklagte gewesen war, der 

das Fahrzeug falsch parkiert hatte, liess die Vorinstanz letztlich offen (Urk. 85 

E. IV.5.6.4.). Die Urkunden über die vier Parkbussen vom 15. Februar 2002, 

26. Februar 2002, 14. März 2002 und 23. April 2002 (Urk. 41/8/1-3) seien - so die 

Vorinstanz schliesslich - alle auf den Smart mit dem Kennzeichen BL 8 ausgestellt 

und könnten belegen, dass der/die Lenker des Smart an den angegebenen Daten 

in Zürich Parkbussen erwirkt bzw. erhalten habe. Auf zwei der Übertretungsanzei-

gen sei die Adresse des Beklagten, E._____-strasse 1, Zürich, angegeben, was 

aber nicht beweise, dass er sich zur fraglichen Zeit in Zürich aufgehalten habe 

(Urk. 85 E. IV.5.6.7). 

Der Kläger kommentiert die Feststellungen der Vorinstanz in seiner Berufungsbe-

gründung nicht (Urk. 84). Der Beklagte trägt vor, Urk. 41/3 belege mit seinen hier-

für relevanten Aussagen in der Parteibefragung (Prot. I S. 24, Frage 37 und 38), 

dass er sich am 11. September 2001 in Zürich aufgehalten und bei seiner Mutter 

in G._____ gewohnt habe (Urk. 89 Rz 96 mit Hinweis auf Urk. 40 Rz 13). Und die 

Urk. 41/4 und 41/8/1- belegten zusammen mit seinen hierfür relevanten Aussagen 

- 51 -

(Prot. I S. 25, Fragen 39 und 44-50), dass er sich im Februar 2002 in G._____ 

bzw. in der Schweiz aufgehalten habe (Urk. 89 Rz 97, 101). 

Gemäss Urk. 41/3 wurde der Beklagte am 11. Dezember 2001 wegen Parkierens 

innerhalb eines Parkverbots am 11. September 2001 als Lenker des PWs ZH 6, 

Land Rover, gebüsst. Die Verfügung belegt die Anwesenheit des Beklagten am 

11. September 2001 in Zürich. Eine Adresse des Beklagten ist in der Verfügung 

nicht angegeben, was indiziert, dass er damals über eine solche im Sinn einer ei-

genen, den Behörden bekannten Wohnadresse nicht verfügte. Darüber, ob der 

Beklagte im September 2001 in der Schweiz im eigentlichen Sinn wohnte/lebte, 

sagt Urk. 41/3 nichts aus. Sie ist deshalb auch nicht geeignet, die hinsichtlich sei-

ner Lebensverhältnisse wenig aussagekräftigen Aussagen des Beklagten in der 

Parteibefragung, er habe damals bei seiner Mutter gewohnt (Prot. I S. 24), zu 

stützen oder zu ergänzen (vgl. auch E. IV.6.6.1). 

Die Übertretungsanzeige vom 18. April 2002 (Urk. 41/4) betrifft einen Verstoss am 

1. Februar 2002 am AI._____-weg 9 in G._____ mit dem Fahrzeug VD 10. Anga-

ben zum verantwortlichen Lenker des Fahrzeugs enthält sie nicht. In der Parteibe-

fragung auf die Übertretungsanzeige angesprochen, führte der Beklagte aus, 

dass er die Übertretung begangen habe. Er habe damals relativ wenig Geld ge-

habt und das kleinstmögliche Auto gemietet. Die Busse sei höher als die Miete 

des Autos gewesen. Er habe den Smart jeweils für die Strecke G._____-Zürich 

genommen (Prot. I S. 25). Es besteht keine Veranlassung, daran zu zweifeln, 

dass es sich beim Beklagten um den verantwortlichen Lenker handelte, zumal der 

Übertretungsort sich zwanglos mit der Wohnadresse seiner Mutter am AI._____-

Weg 3 in G._____ in Verbindung bringen lässt. Dass der Beklagte sich am 1. Fe-

bruar 2002 in G._____ aufhielt, kann mithin als erstellt gelten. 

Die Parkbussen (Urk. 41/8/3) betreffen Verstösse vom 15. und 26. Februar, 

14. März und 23. April 2002 in Zürich. Sie erfolgten mit einem gemieteten Smart 

mit basellandschaftlichen Kennzeichen. Die Übertretungsanzeigen betreffend die 

Verstösse im Februar wurden unter dem 4. und 5. Juni 2002 an den Beklagten mit 

der Adresse E._____-strasse 1, Zürich, versandt. Bei dieser handelt es sich um 

die Meldeadresse der Ex-Frau des Beklagten und Mutter von D._____, an der 

- 52 -

sich der Beklagte während Geschäftsaufenthalten in Zürich gelegentlich aufgehal-

ten habe. Unter weiterer Berücksichtigung der Aussagen des Beklagten in der 

Parteibefragung (Prot. I S. 24 ff.) besteht keine Veranlassung daran zu zweifeln, 

dass die Bussen ihm zugeordnet werden können. Es ist dem Entscheid mithin als 

erstellt zugrunde zu legen, dass der Beklagte sich am 15. und 26. Februar 2002 in 

Zürich aufhielt. Die Parkbusse vom 14. März 2002 enthält keine Informationen, 

die es erlauben würden, diese dem Beklagten zuzuordnen. Angesichts des Um-

standes, dass der Beklagte in seiner Parteibefragung geschäftliche Aktivitäten, 

die im Februar seine Anwesenheit in der Schweiz erforderten, im Grundsatz nach-

vollziehbar beschreibt, ist es allerdings zumindest wahrscheinlich, dass auch sie 

dem Beklagten zugeordnet werden kann. Die Parkbusse vom 23. April 2002 ent-

hält zwar keine Informationen, die eine direkte Zuordnungen an den Beklagten er-

lauben würde. Die Tatsache, dass sie einen gemieteten Smart mit baselland-

schaftlichen Kennzeichen betrifft, lässt jedoch unter Berücksichtigung seiner Aus-

sagen in der Parteibefragung auch insoweit den Schluss zu, dass sie (wahr-

scheinlich) von ihm verursacht wurden. 

Für die (fehlende selbständige) Bedeutung der mit diesen Parkbussen dokumen-

tierten Anwesenheiten des Beklagten in der Schweiz ist auf E. IV.6.6.1 zu verwei-

sen. 

6.6.5  Die Vorinstanz ging weiter davon aus, dass das Flugticket Swissair vom 

8. Februar 2002 samt Quittung (Urk. 41/6; Urk. 41/7) beweise, dass der Beklagte 

am 5. Februar 2002 in Zürich ein Flugticket von Zürich nach P._____ mit Abflug 

am 9. Februar 2002 und einem Rückflug am 13. Februar 2002 gekauft habe 

(Urk. 85 E. IV.5.6.6). Auch diese Feststellung blieb im Berufungsverfahren seitens 

des Klägers unbeanstandet. Der Beklagte geht ebenfalls von den Feststellungen 

der Vorinstanz aus mit der Ergänzung, dass er aufgrund eines grösseren Projekts 

in P._____ gewesen sei (Urk. 89 Rz 100). Das entspricht im Grundsatz seiner 

Aussage in der Parteibefragung. Gemäss diesen soll er das Projekt in Ungarn, 

das regelmässige Reisen erfordert habe, aber im Januar 2002 gehabt haben, was 

die Reise nach Ungarn im Februar 2002 an sich nicht erklärt. Ob die Diskrepanz 

auf einen aufgrund des Zeitablaufs verständlichen Irrtum zurückzuführen ist oder 

- 53 -

ob sie prozesstaktische Hintergründe hat, kann offenbleiben. Die Anwesenheit 

des Beklagten am 5. und 13. Februar 2002 in Zürich und vom 9. bis 13. Februar 

2002 in P._____ ist jedenfalls belegt (zu deren fehlender eigenständigen Bedeu-

tung vgl. E. IV.6.6.1). Dass er in P._____ geschäftliche Interessen hatte, ist ohne 

Weiteres denkbar und deshalb als wahr zu unterstellen. Soweit der Beklagte sich 

in seiner Berufungsantwort hier ferner auf den Standpunkt stellt, es sei auch er-

stellt, dass er in zeitlicher Nähe zur Klageeinleitung in Jamaika in Europa mit Fa-

milienmitgliedern gelebt habe, ist klarzustellen, dass sich aus seinen Aussagen le-

diglich ergibt, dass er im Zusammenhang mit geschäftlichen Verpflichtungen bei 

Familienmitgliedern wohnte, die nicht (mehr) zu seiner Kernfamilie gehörten 

(E. IV.3 und IV.6.5.2).

6.6.6 Der Mietvertrag AK._____ (Urk. 41/5) vom 31. März 2002 weise - so die 

Vorinstanz weiter - eine Adresse des Beklagten in Zürich auf. Der Fiat Brava sei 

in AO._____, AL._____, gemietet worden und sei gemäss Vertrag am 2. April 

2002 gleichenorts zurückzugeben gewesen. Da üblicherweise ein Ausweis vorge-

legt werden müsse, sei davon auszugehen, dass der Beklagte das Fahrzeug ge-

mietet und gefahren habe (Urk. 85 E. IV.5.6.5). Der Kläger kommentiert diese 

Ausführungen in der Berufungsbegründung nicht. Der Beklagte kritisiert sie 

ebenso wenig. Urk. 41/5 belege zusammen mit den hierfür relevanten Aussagen 

des Beklagten in der Parteibefragung (Prot. I S. 25, Frage 41 f.), dass er im März 

und April 2002 in AO._____ ein Mietauto genutzt habe. Er habe sich also in zeitli-

cher Nähe zur Klageeinleitung in AO._____ aufgehalten, wo er mit seinem Sohn, 

der dort studiert habe, gewohnt und wo er im Mai 2002 sein eigenes Unterneh-

men gegründet habe. Bei der in Urk. 41/5 angegebenen Zürcher Adresse handle 

es sich um die Wohnung, wo die Mutter seines Sohnes D._____ gemeldet gewe-

sen sei und er sich während Geschäftsaufenthalten in Zürich gelegentlich aufge-

halten habe (Urk. 89 Rz 98 f.).

Aus dem erwähnten Mietvertrag ergibt sich, dass der Beklagte vom 31. März bis 

zum 2. April 2002 bei AK._____ in AO._____ einen Fiat Brava mietete. Seine 

Adresse gab er dabei mit E._____-strasse 1 in Zürich an. Bei dieser handelt es 

sich gemäss seinen eigenen Angaben um die Adresse seiner Ex-Frau und der 

- 54 -

Mutter von D._____ (vgl. auch Prot. I S. 25). Bei D._____ ist wie erwogen davon 

auszugehen, dass er am 12. Mai 2001 (noch) an dieser Adresse seiner Mutter 

und (spätestens) ab dem 4. Juli 2001 in AO._____ wohnte, wo er studierte. Der 

Beklagte bestätigte in der Parteibefragung, dass er das gemietete Auto auch ge-

fahren habe (Prot. I S. 25). Es besteht keine Veranlassung, daran zu zweifeln. Es 

ist folglich ohne Weiteres davon auszugehen, dass er sich vom 31. März bis zum 

2. April 2002 in AO._____ aufhielt (zur [fehlenden selbständigen] Bedeutung er-

stellter Anwesenheiten an einem Ort vgl. E. IV.6.6.1). 

6.6.7 Bezüglich der Abrechnung VISA Card März 2002 (Urk. 41/9) hielt die Vorin-

stanz dafür, dass die Adresse des Beklagten in dieser mit S._____-gasse 4 in 

F._____ angegeben werde. Die auf den Beklagten lautende Karte sei gemäss 

dieser Rechnung zwischen dem 28. Februar 2002 und dem 14. März 2002 in 

AM._____/AG, Zürich, G._____ und AN._____ und am 15. und 17. März 2002 in 

AO._____ verwendet worden (Urk. 85 E. IV.5.6.8). Auch das kommentierte der 

Kläger in seiner Berufungsbegründung nicht. Der Beklagte trägt vor, dass 

Urk. 41/9 zusammen mit seinen hierfür relevanten Aussagen in der Parteibefra-

gung (Prot. I S. 26, Frage 51) belege, dass er sich im Februar und März 2002 in 

Zürich, G._____ und AO._____ aufgehalten habe. Selbst wenn seine Ehefrau mit 

ihrer Ehepartnerkarte diese Käufe getätigt hätte, würde das beweisen, dass sich 

seine Ehefrau in Europa aufgehalten habe. Die auf der Kreditkartenabrechnung 

angegebene Adresse sei diejenige seines Vater in F._____, wo er sich regelmäs-

sig aufgehalten habe und welche einer seiner Schweizer Zustelladressen dar-

stelle (Urk. 89 Rz 102). 

Die Kreditkartenabrechnungen datieren vom 16. März und vom 16. April 2002. Sie 

sind an den Beklagten mit der Adresse S._____-gasse 4 in F._____ gerichtet. Bei 

dieser Adresse handelt es sich um die Wohnadresse seines Vaters. Aus ihnen er-

geben sich Zahlungen und Barbezüge im Zeitraum zwischen dem 28. Februar 

und dem 15. April 2002, wobei die Zahlungen bis am 14. März 2002 in AM._____, 

Zürich, G._____ und AN._____ sowie Barbezüge am 15. und 17. März 2002 in 

AO._____ konkret ersichtlich sind. Sie lassen sich zumindest bei grosszügige Be-

trachtung mit den Schilderungen des Beklagten betreffend seine geschäftlichen 

- 55 -

Aktivitäten in Einklang bringen. In diesem Sinn ist es auch zumindest wahrschein-

lich, dass die Zahlungen und Bezüge dem Beklagten zugeordnet werden können 

und so wiederum seine Anwesenheit in der Schweiz und England zu den betref-

fenden Zeitpunkten belegen. Eine eigenständige über den Inhalt der Parteiaussa-

gen hinausgehende Bedeutung kommt den dokumentierten Anwesenheiten je-

doch wie erwogen wiederum nicht zu (E. IV.6.6.1). 

6.7 Schlussfolgernd ist festzuhalten, dass dem Beklagten der erweiterte Gegen-

beweis (alternativer Lebensmittelpunkt) für den Zeitraum von ca. Ende 1994/An-

fang 1995 bis zur Klageerhebung in Jamaika am 31. Januar 2002 nicht gelungen 

ist. 

7.1 Der Beklagte war ab dem ab dem 1. April 1990 an verschiedenen Orten im 

Raum Zürich angemeldet, bevor er sich am 25. September 1992 nach AO._____ 

abmeldete und dort bis Ende 1994/Anfang 1995 wohnte. Ende des Jahres 1994 

gründete er mit seiner jamaikanischen Ehefrau eine Familie. Im Jahr 1995 wurde 

er in Jamaika verhaftet. Am 6. März 1998 meldete er sich beim Kläger ein erstes 

Mal brieflich aus Jamaika, wobei er als Postadresse "POB 2 K._____ L._____ Ja-

maica, W.I" und als Büroadresse "J._____, H._____, I._____, Jamaica, WI" an-

gab (Urk. 3/13). In K._____ bzw. H._____, I._____, befand sich der damalige 

Wohnort seiner Frau und seiner Tochter, in einer ihm gehörenden Liegenschaft. 

Die familiären Verhältnisse waren (und sind bis heute) intakt. Mit Schreiben vom 

4. März 1999 wandte sich der Beklagte erneut schriftlich aus Jamaika an den Klä-

ger (Urk. 33/6). In seinem Schreiben brachte er explizit zum Ausdruck, dass er in 

Jamaika lebe und beabsichtige dort zu bleiben, wobei er auch "das Haus" er-

wähnte, das er nicht verlieren wolle. Spätestens ab Frühling 1999 lebte der Be-

klagte folglich mit seiner Ehefrau und seiner gut vierjährigen Tochter in Jamaika in 

seinem eigenen Haus und beabsichtigte erklärtermassen auch dort zu bleiben. 

Sein Lebensmittelpunkt befand sich bei einer bewertenden Betrachtung damit 

spätestens ab Frühling 1999 in Jamaika. Dass er das Land (auch) danach immer 

wieder für eine gewisse Zeit verliess, ist angesichts der fehlenden Aufenthaltsbe-

willigung für Jamaika, der internationalen Ausrichtung seiner Tätigkeiten sowie 

dem Umstand, dass er u.a. mit Mutter, Vater und seinem Sohn D._____ familiäre 

- 56 -

Beziehungen auch ausserhalb Jamaikas pflegte, ohne Weiteres anzunehmen. Die 

Umstände, die dazu führten, dass er Jamaika immer wieder (vorübergehend) ver-

liess, überwiegen jedoch die Tatsache nicht, dass seine engsten familiären Inter-

essen und Bindungen damals in Jamaika lokalisiert waren. Namentlich stammte 

sein (fast) volljähriger Sohn D._____ aus seiner ersten, geschiedenen Ehe und 

lebte nicht mit ihm. Er gehörte wie die Eltern in G._____ nicht (mehr) zur Kernfa-

milie des Beklagten. Die nicht näher bezeichneten Verwandten des Beklagten in 

Ungarn taten dies noch weniger. Die geschäftlichen Interessen des Beklagten be-

schränkten sich zu diesem Zeitpunkt zudem bestenfalls auf einzelne Projekte, 

ohne langfristige Perspektive, die seine familiären Bindungen (wie bei anderen in-

ternational tätigen Familienvätern) nicht in den Hintergrund treten lassen.  

Hinweise darauf, dass sich an dieser im Jahr 1999 bestehenden Situation in der 

Folge bis Ende Januar 2002 etwas Entscheidendes änderte, fehlen. Vielmehr 

meldete sich der Beklagte auch noch im Mai, Juni und Juli 2001 brieflich aus Ja-

maika, wobei er als seine Adresse die bereits früher verwendete ohne Zusatz "Of-

fice" (Urk. 33/10-12; Urk. 33/14) angab, die dem Familienwohnort zuzuordnen ist. 

Und noch am 22. November 2001 liess er die für die Eintragung des von ihm in 

Zürich gegründeten Vereins R._____ in das schweizerische Handelsregister not-

wendige Beglaubigung seiner Unterschrift in Jamaika und nicht etwa in der 

Schweiz vornehmen. Soweit über seine geschäftliche Tätigkeit etwas bekannt ist, 

fand diese zwar weiterhin ausserhalb Jamaikas statt, betraf aber immer noch nur 

einzelne Projekte oder Mandate in Ungarn und der Schweiz. Eine darüber hinaus-

gehende, schwergewichtig auf ein Land konzentrierte und auf längere Frist ange-

legte geschäftliche Tätigkeit ergab sich auch nach beklagtischer Darstellung erst 

ca. im Mai 2002 nach der Klageerhebung durch den Kläger in Jamaika. Sie führte 

dann (bezeichnenderweise) auch zur Verlegung des Wohnsitzes seiner jamaika-

nischen Familie nach AO._____. 

7.2 Die (nach dem Scheitern des erweiterten Gegenbeweises verbleibende) 

blosse Behauptung des Beklagten, seinen Lebensmittelpunkt nie in Jamaika ge-

habt zu haben, vermag dieses Ergebnis, auch wenn sie in der Parteibefragung er-

folgte, nicht in Frage zu stellen. Dies gilt angesichts der dargestellten Widersprü-

- 57 -

che zwischen seinen vorprozessualen und prozessualen und innerhalb seiner 

prozessualen Äusserungen zu seinem Lebensmittelpunkt, die grundsätzliche 

Zweifel an der Zuverlässigkeit diesbezüglicher Angaben seinerseits wecken, 

umso mehr (vgl. dazu auch E. IV.6.4.2). 

7.3 Der Wohnsitz des Beklagte befand sich am 31. Januar 2002 (noch) in Ja-

maika. 

8.

Die Klageerhebung am 31. Januar 2001 in Jamaika hatte folglich 

verjährungsunterbrechende Wirkung. Die vom Kläger geltend gemachten Ansprü-

che sind nicht verjährt. Über ihren bestrittenen Bestand hat die Vorinstanz noch 

nicht befunden. 

9.

Entsprechend ist das Urteil der Vorinstanz in Gutheissung der Berufung auf-

zuheben und der Prozess im Sinne der Erwägungen zur Fortsetzung des Verfah-

rens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Im Rahmen des neu zu fällenden Ent-

scheids wird die Vorinstanz auch über allenfalls zu leistenden Parteientschädigun-

gen für das erstinstanzliche Verfahren neu zu befinden haben. Mehrwertsteuer ist 

auf dieser nur geschuldet, soweit ein Mehrwertsteuerzusatz beantragt ist und die 

Leistungen des betreffenden Parteivertreters mehrwertsteuerpflichtig sind. 

V.

1.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens (Rückweisung) rechtfertigt es sich, le-

diglich eine Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren festzusetzen und die 

Verteilung der zweitinstanzlichen Prozesskosten (Art. 95 Abs. 1 lit. a und b ZPO) 

dem neuen Entscheid der Vorinstanz zu überlassen, d.h. diese (grundsätzlich) 

vom definitiven Ausgang des Verfahrens abhängig zu machen (Art. 104 Abs. 4 

ZPO). Dabei ist vorzumerken, dass der Kläger für die zweitinstanzlichen Gerichts-

kosten einen Vorschuss von Fr. 29'450.– geleistet hat.

2.

Der Streitwert des Berufungsverfahrens beträgt Fr.  934'775.29. Ausgehend 

von diesem ist die zweitinstanzliche Entscheidgebühr in Anwendung von § 4 

Abs. 1, § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebVO auf Fr. 20'000.– festzusetzen. 

- 58 -

Eine volle Parteientschädigung für das vorliegende Verfahren wäre auf 

Fr. 30'400.– (gegebenenfalls zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,7% für Bemühun-

gen bis zum 31. Dezember 2023 und 8,1% für solche ab dem 1. Januar 2024; 

vgl. E. IV.9) zu bemessen (§§ 4, 11 und 13 Abs. 1 AnwGebV). 

Es wird beschlossen:

1.

In Gutheissung der Berufung wird das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

4. Abteilung, vom 14. Juli 2023 aufgehoben und der Prozess im Sinne der 

Erwägungen zur Fortsetzung des Verfahrens und neuer Entscheidung an 

die Vorinstanz zurückgewiesen.

2.

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 20'000.– festgesetzt.

Die Regelung der Prozesskosten des Berufungsverfahrens wird dem neuen 

Entscheid der Vorinstanz vorbehalten. 

4.

Es wird vorgemerkt, dass der Kläger für die Gerichtskosten des Berufungs-

verfahrens einen Vorschuss von Fr. 29'450.– geleistet hat. 

5.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an die Vorinstanz, je gegen Emp-

fangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 92 BGG. 

- 59 -

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Haupt-
sache beträgt Fr. 934'775.29.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 1. April 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw E. Tvrtkovic 

versandt am:
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