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**Case Identifier:** 7121bc35-fc46-5a82-af34-2d73d9409010
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2014 100 2014 99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-99_2014-10-13.pdf

## Full Text

100.2014.99U
DAM/BDE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum und Häberli
Gerichtsschreiberin Baerfuss Klossner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Erziehungsdirektion des Kantons Bern
Sulgeneckstrasse 70, 3005 Bern

betreffend Nichtbestehen der Lehrabschlussprüfung (Entscheid der 
Erziehungsdirektion des Kantons Bern vom 12. März 2014; 4800.600.350.91/12, 
4800.600.350.107/12 [601322])

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________, geboren am … 1988, absolvierte die Ausbildung zum «Informatiker EFZ» 
(Informatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis). Im Jahr 2009 legte er an der 
Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (GIBB) die Abschlussprüfung erstmals ab, 
bestand diese jedoch nicht. Am 23. März 2010 hiess das kantonale Mittelschul- und 
Berufsbildungsamt, Abteilung Betriebliche Bildung, das Gesuch um Beschränkung der 
Prüfungswiederholung auf das «Modul MP-914-2-208» im Qualifikationsbereich 
«Schwerpunktbezogene Bildung» gut. Nachdem A.________ im Jahr 2010 ohne Erfolg 
von einer Wiederholungsmöglichkeit Gebrauch gemacht hatte, legte er am 25. Juni 
2012 die fragliche Prüfung zum dritten Mal ab. Mit Notenausweis vom 3. Juli 2012 teilte 
ihm die kantonale Prüfungskommission mit, er habe «die Abschlussprüfung leider nicht 
bestanden». Am 24. August 2012 stellte der Direktor der GIBB A.________ das 
Zeugnis betreffend den Qualifikationsbereich «Schwerpunktbezogene Ausbildung» 
aus. Darin wird dieser Qualifikationsbereich mit der Note 3,9 als «nicht bestanden» 
ausgewiesen. 

B.

Mit Eingaben vom 30. Juli und vom 17. September 2012 erhob A.________ sowohl 
gegen den Notenausweis vom 3. Juli 2012 als auch gegen das Zeugnis vom 
24. August 2012 Beschwerde bei der Erziehungsdirektion des Kantons Bern (ERZ) und 
ersuchte um unentgeltliche Rechtspflege (damals: unentgeltliche Prozessführung). Mit 
Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2012 vereinigte die ERZ die beiden 
Gesuchsverfahren und lehnte die unentgeltliche Prozessführung mangels Bedürftigkeit 
ab. Nachdem das Verwaltungsgericht (Einzelrichter) die Verfügung im zweiten Punkt 
aufgehoben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an die Vorinstanz 
zurückgewiesen hatte (VGE 2013/12 vom 26.8.2013), liess die ERZ die Akten 
ergänzen. Mit Entscheid vom 12. März 2014 vereinigte sie die Beschwerdeverfahren 
und wies die Rechtsmittel ab, soweit sie die Verfahren nicht als erledigt abschrieb. 
Gleichzeitig gewährte sie die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung des 
Rechtsvertreters von A.________ als amtlicher Anwalt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 3

C.

Hiergegen hat A.________ am 8. April 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht 
erhoben mit folgenden Anträgen: 

« Hauptbegehren

1. Der Entscheid der Erziehungsdirektion des Kantons Bern vom 12. März 
2014 sei aufzuheben. 

2. Die Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern sei anzuweisen, A.________ ein 
Zeugnis „Schwerpunktbezogene Ausbildung“ mit folgenden Inhalten auszustellen:

a) Modul „226 – Objektorientiert entwerfen und implementieren“: Erfahrungsnote 
3,0, Prüfungsnote 3,5, Modulnote 3,5.

b) Modul „944 – Englische Texte zu aktuellen Entwicklungen im IT Bereich 
verstehen“: Erfahrungsnote 4,0, Prüfungsnote 2,5, Modulnote 3,5.

c) Note Schwerpunktbezogene Ausbildung: 4,0.

3. Die Kantonale Prüfungskommission sei anzuweisen, A.________ das 
eidgenössische Fähigkeitszeugnis Informatiker EFZ (Applikationsentwicklung) zu 
erteilen und einen Notenausweis mit der Note 4,0 für die „Schwerpunktbezogene 
Bildung“ auszustellen. 

Eventualbegehren

4. Der Entscheid der Erziehungsdirektion des Kantons Bern vom 12. März 2014 sei 
aufzuheben und die Akten seien zur neuen Beurteilung an die Erziehungsdirektion 
des Kantons Bern zurückzuweisen. 

- Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge -»

Gleichzeitig ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seines 
Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt. Die ERZ beantragt mit Vernehmlassung vom 
1. Mai 2014 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege enthält sie sich eines Antrags. 

Nachdem der Instruktionsrichter die GIBB mit Verfügung vom 16. Mai 2014 ersucht 
hat, verschiedene Fragen zur Schulverwaltungsapplikation «Evento» im Allgemeinen 
und zu den Erfahrungsnoten von A.________ in den Modulen 226 und 944 im 
Besonderen zu beantworten, hat die GIBB am 9. Juli 2014 eine entsprechende 
Stellungnahme zu den Akten gegeben. Mit Eingaben vom 11. Juli und 8. August 2014 
halten die Beteiligten an ihren Anträgen fest. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 55 
Abs. 2 des Gesetzes vom 14. Juni 2005 über die Berufsbildung, die Weiterbildung und 
die Berufsberatung [BerG; BSG 435.11]). Der Beschwerdeführer hat an den vor-
instanzlichen Verfahren teilgenommen, ist infolge Nichtbestehens des Quali-
fikationsverfahrens und des damit verbundenen Nichterlangens des eidgenössischen 
Fähigkeitszeugnisses durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 
Das gilt – entgegen der Auffassung der ERZ (Vernehmlassung, Ziff. 3 [act. 5]) – auch, 
soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör 
geltend macht (vgl. dazu hinten E. 3.3).

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG; vgl. auch Art. 55 Abs. 4 BerG). Da hier 
verfahrensrechtliche Mängel und nicht die konkrete Bewertung einer Prüfungsleistung 
in Frage stehen, prüft das Verwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen im 
Rahmen seiner gesetzlichen Kognition (Rechtskontrolle) uneingeschränkt (vgl. 
BVR 2012 S. 152 E. 1.2, 2011 S. 324 E. 4.2; BGE 136 I 229 E. 5.4.1; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 80 N. 3, 
Art. 66 N. 4 f.).

2.

2.1 Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis erhält, wer die Lehrabschlussprüfung 
bestanden oder ein gleichwertiges Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat 
(Art. 38 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 13. Dezember 2002 über die Berufsbildung 
[Berufsbildungsgesetz, BBG; SR 412.10]). Der Bundesrat regelt die Anforderungen an 
die Qualifikationsverfahren (Art. 34 Abs. 1 Satz 1 BBG); die Kantone sorgen für deren 
Durchführung und stellen die Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisse aus (Art. 38 Abs. 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 5

und Art. 40 Abs. 1 BBG). Nach Art. 19 Abs. 1 der hier noch anwendbaren Verordnung 
vom 13. Dezember 2004 des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie (BBT; 
heute: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation, SBFI) über die 
berufliche Grundbildung Informatiker/Informatikerin (BiVo Informatik; AS 2005 S. 1589; 
aufgehoben am 1. Januar 2014) ist das Qualifikationsverfahren insgesamt bestanden, 
wenn jeder der vier Qualifikationsbereiche mit einer mindestens genügenden Fachnote 
bewertet wird. Der Beschwerdeführer erzielte abgesehen von dem mit der Note 3,9 
bewerteten Bereich «Schwerpunktbezogene Bildung» in den übrigen 
Qualifikationsbereichen genügende Noten und eine Gesamtnote von 4,3 
(Notenausweis vom 3.7.2012, Beschwerdebeilage [BB] 2).

2.2 Der Qualifikationsbereich «Schwerpunktbezogene Bildung» setzt sich aus 
verschiedenen Modulen zusammen; der auf eine Dezimalstelle gerundete Mittelwert 
der Modulnoten ergibt die Fachnote des Qualifikationsbereichs (Art. 11 BiVo Informatik 
i.V.m. Bildungsplan zur BiVo Informatik, Teil B, Ziff. 2.3, Teil C, Ziff. 5, einsehbar unter 
«http://www.i-ch.ch», Rubriken «Berufliche Grundbildung», «Informatiker/in EFZ»; vgl. 
auch Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB [Hrsg.], Handbuch für 
Prüfungsexpertinnen und Prüfungsexperten in Qualifikationsverfahren der beruflichen 
Grundbildung, 2. Aufl. 2012, S. 28). Die einzelne Modulnote ist das auf eine ganze 
oder halbe Note gerundete Mittel aus der Erfahrungs- und Prüfungsnote (vgl. 
«http://www.oda-ict-bern.ch», Rubriken «Berufe», «Informatiker/in EFZ», 
«Qualifikationsverfahren», «Schwerpunktbez. Bildung»). – Im vorliegenden Fall strittig 
sind nur noch die Noten der Module 226 («Objektorientiert entwerfen und 
implementieren») und 944 («Englische Texte zu aktuellen Entwicklungen im IT Bereich 
verstehen») des Qualifikationsbereichs «Schwerpunktbezogene Bildung». Mit Zeugnis 
vom 3. Juli 2008 wurde dem Beschwerdeführer im Modul 226 die Note 3,5 eröffnet, in 
den Zeugnissen vom 29. Juni 2009 und 24. August 2012 hingegen je die Note 3,0 
(BB 18-20, auch zum Folgenden). Im Modul 944 wurde die Modulnote im Zeugnis vom 
29. Juni 2009 mit 3,5 und in demjenigen vom 24. August 2012 mit 3,0 ausgewiesen. 
Die Differenzen ergeben sich in beiden Modulen aufgrund einer Änderung der 
Erfahrungsnote von 3,0 auf 2,0 (Modul 226) bzw. von 4,0 auf 3,5 (Modul 944). Zur 
Begründung für diese Änderung führt die GIBB an, dass infolge technischer Probleme 
der Schulverwaltungssoftware «Evento» die Erfahrungs- und somit auch die Modulnote 
bei den Modulen 226 und 944 in den Zeugnissen vom 3. Juli 2008 und 29. Juni 2009 
falsch aufgeführt worden seien (Stellungnahme vom 30.10.2012, Vorakten ERZ 5B, 
act. 4).  

http://www.oda-ict-bern.ch/

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2.3 Die mit den Zeugnissen vom 3. Juli 2008 und 29. Juni 2009 ausgewiesenen 
(höheren) Noten in den Modulen 226 und 944 wurden rechtsgültig eröffnet und innert 
Beschwerdefrist nicht angefochten; die (Erfahrungs-)Noten sind somit 
unbestrittenermassen in Rechtskraft erwachsen und sowohl für den Beschwerdeführer 
als auch für die GIBB inhaltlich grundsätzlich verbindlich geworden (vgl. BVR 2013 
S. 311 E. 5.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 1). Die ERZ ist indes unter 
Verweis auf Art. 56 Abs. 1 Bst. b VRPG zum Schluss gekommen, dass die GIBB auf 
die Zeugnisse der Jahre 2008 und 2009 habe zurückkommen und die tieferen 
Erfahrungsnoten von 2,0 im Modul 226 bzw. von 3,5 im Modul 944 habe einsetzen 
dürfen (angefochtener Entscheid, E. 2.3.2). Demgegenüber bringt der 
Beschwerdeführer vor, dass die Voraussetzungen von Art. 56 VRPG für eine 
Wiederaufnahme der rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren nicht erfüllt seien, 
zumal die GIBB gar keine solche Verfahren durchgeführt habe (Beschwerde, Ziff. 15, 
23). 

3.

3.1 Ein rechtskräftig erledigtes Verwaltungsverfahren kann nur unter besonderen 
Voraussetzungen «neu aufgerollt werden». Sind diese Voraussetzungen gegeben, darf 
bzw. muss die verfügende Behörde prüfen, ob die bereits in Rechtskraft erwachsene 
Verfügung zu ändern ist (Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 
2011, S. 122; vgl. auch Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 1). Gemäss 
Art. 56 Abs. 1 VRPG ist ein rechtskräftig erledigtes Verfahren auf Gesuch hin oder von 
Amtes wegen durch die Verwaltungsbehörde wiederaufzunehmen, wenn ein Straf-
verfahren ergeben hat, dass durch ein Verbrechen oder Vergehen zum Nachteil der 
Partei auf die Verfügung eingewirkt wurde (Bst. a), wenn die Partei nachträglich 
erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im 
früheren Verfahren nicht anrufen konnte, unter Ausschluss derjenigen, die nach der 
fraglichen Verfügung entstanden sind (Bst. b) oder wenn zwingende öffentliche 
Interessen es rechtfertigen (Bst. c). Unter Wiederaufnahme im Sinn von Art. 56 VRPG 
ist das Zurückkommen auf eine von Anfang an fehlerhafte oder fehlerhaft zustande 
gekommene, rechtsbeständig gewordene Verfügung zu verstehen (vgl. BVR 1993 
S. 244 E. 2c; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 3 f.). 

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3.2 Über die Wiederaufnahme ist in verschiedenen Schritten zu befinden. Zunächst 
hat die Behörde zu untersuchen, ob begründeter Anlass zur Wiederaufnahme eines 
Verfahrens besteht, d.h. ob einer der Wiederaufnahmegründe nach Art. 56 VRPG 
vorliegt. Beantwortet sie diese Frage positiv, hat sie in einem zweiten Schritt zu prüfen, 
ob auf die Verfügung materiell zurückzukommen ist. Ist auch diese Frage zu bejahen, 
so ändert sie in einem dritten Schritt die ursprüngliche Verfügung mit einer neuen 
Verfügung im erforderlichen Umfang ab (Art. 57 Abs. 1 VRPG; vgl. 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 57 N. 1 ff.; Markus Müller, a.a.O., S. 127 ff.). 
Diese neue Verfügung unterliegt den gleichen Rechtsmitteln wie die ursprüngliche 
Verfügung (Art. 57 Abs. 2 VRPG). Die Behörde ist auch ohne entsprechendes Gesuch 
gehalten, auf ein abgeschlossenes Verfahren zurückzukommen, wenn sie 
unberücksichtigt gebliebene erhebliche Tatsachen oder Beweismittel entdeckt 
(Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 13). 

3.3 Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass die GIBB nicht in erkennbarer 
Weise ein Wiederaufnahmeverfahren im Sinn von Art. 56 f. VRPG durchgeführt hat: Es 
ist weder aktenkundig noch dargetan, dass die GIBB das Vorliegen von 
Wiederaufnahme- und Änderungsgründen geprüft hätte. Sodann hat sie die fraglichen 
Erfahrungsnoten weder formell aufgehoben noch in der Folge formell neu verfügt. 
Aufgrund der Akten lässt sich zudem feststellen, dass die GIBB dem Beschwerdeführer 
keine Gelegenheit gegeben hat, sich vorgängig zur Änderung der Erfahrungsnoten zu 
seinen Ungunsten zu äussern; sie passte die Noten mit den Zeugnissen vom 29. Juni 
2009 (Modul 226) bzw. 24. August 2012 (Modul 944) vielmehr stillschweigend und 
ohne den Beschwerdeführer darauf hinzuweisen an. Damit hat sie den Anspruch des 
Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör und mithin eine grundlegende 
Verfahrensgarantie verletzt (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101], Art. 26 
Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1], Art. 21 Abs. 1 VRPG; BGE 
140 I 99 E. 3.4, 134 I 140 E. 5.3; BVR 1993 S. 341 E. 2c/bb; vgl. auch BVR 2010 
S. 157 E. 2.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 4). Dazu kommt, dass die 
GIBB die Änderung der beiden Erfahrungsnoten mit keinem Wort begründet und 
dadurch eine weitere Verletzung des Gehörsanspruchs des Beschwerdeführers 
begangen hat (Begründungspflicht; Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG; vgl. dazu statt vieler 
BGE 138 I 232 E. 5.1; BVR 2013 S. 407 E. 3.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., 
Art. 52 N. 5 ff.). Erst in den Verfahren vor der ERZ hat sie vorgebracht, dass die 
ursprünglich verfügten (Erfahrungs-)Noten in den Modulen 226 und 944 falsch 
gewesen seien. Anders als die Vorinstanz meint (Vernehmlassung, Ziff. 3 [act. 5]), sind 

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eindeutige und erhebliche Gehörsverletzungen wie die hier zur Diskussion stehenden 
auch ohne entsprechende Rüge von Amtes wegen aufzugreifen (Art. 27 Abs. 2 KV; 
VGE 2013/433 vom 15.7.2014 [zur Publ. bestimmt], E. 3.3; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 17, Art. 66 N. 14).

3.4 Mit ihrem Vorgehen hat die GIBB elementare Verfahrensvorschriften in krasser 
Weise verletzt. Dem Beschwerdeführer kann daher nicht entgegengehalten werden, 
dass er die (stillschweigend erfolgte) Änderung der Erfahrungsnote im Modul 226 nicht 
bereits nach Eröffnung des Zeugnisses vom 29. Juni 2009 angefochten hat. 
Angesichts der dargelegten Umstände ist sodann fraglich, ob überhaupt ein 
Anwendungsfall von Art. 56 f. VRPG vorliegt. Mit Blick auf die nachfolgenden 
Erwägungen kann diese Frage jedoch ebenso offenbleiben wie diejenige, ob die 
(schweren) Gehörsverletzungen geheilt werden könnten.

4.

Unter den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass der Wiederaufnahmegrund von 
Art. 56 Abs. 1 Bst. a VRPG betreffend Strafverfahren nicht gegeben ist. Hingegen 
bejaht die ERZ das Vorliegen eines Wiederaufnahmegrunds nach Art. 56 Abs. 1 Bst. b 
VRPG.

4.1 Fehlerhaft zustande gekommen im Sinn von Art. 56 Abs. 1 Bst. b VRPG ist eine 
Verfügung, wenn nicht alle wesentlichen Tatsachen und Beweismittel bekannt waren 
und einbezogen werden konnten. Solche Umstände rechtfertigen ein Zurückkommen 
namentlich, wenn die Behörde es seinerzeit aus entschuldbaren Gründen unterlassen 
hat, einen Sachumstand oder ein Beweismittel einzubringen. Was mit der zumutbaren 
Sorgfalt hätte mitgeteilt, vorgelegt oder beigebracht werden können, vermag keine 
Wiederaufnahme zu bewirken. Entschuldbare Gründe liegen vor, wenn ein Umstand 
nicht bekannt war und mit den damals gebotenen Abklärungen auch nicht bekannt 
geworden wäre, oder wenn aus objektiver Sicht keine Veranlassung bestand, diesen 
früher in das Verfahren einzubringen. Ob die neu geltend gemachten Tatsachen und 
Beweismittel bereits im Verfahren, das der rechtskräftigen Anordnung vorausging, 
hätten geltend gemacht werden können, ist unter Mitberücksichtigung der 
Untersuchungspflicht der Behörde zu beurteilen (vgl. Art. 18 VRPG). Tatsachen gelten 
dann als erheblich und Beweismittel dann als entscheidend, wenn sie eine für die be-

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troffene Partei günstigere Beurteilung herbeiführen können. Das Beweismittel muss 
sich zumindest auch auf die Sachverhaltsermittlung beziehen, nicht nur auf die 
Sachverhaltswürdigung (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 12 f., 
Art. 95 N. 8; Markus Müller, a.a.O., S. 128 f.; Martin Bertschi, in Alain Griffel [Hrsg.], 
Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, 
§ 86b N. 3; VGE 2011/452 vom 25.4.2012, E. 2.1, 22432 vom 25.1.2007, E. 2.4). 

4.2 Gemäss den Ausführungen der GIBB sind die im Zeugnis vom 3. Juli 2008 bzw. 
29. Juni 2009 ausgewiesenen Erfahrungsnoten in den Modulen 226 und 944 unrichtig, 
was auf ein technisches Problem von «Evento» zurückzuführen sei (Programmfehler in 
der «Reporterstellung»; Stellungnahme GIBB vom 9.7.2014 [act. 9]; Vorakten ERZ 5B, 
act. 4). Die Vorinstanz hat hierzu erwogen, zwar sei der GIBB allgemein bekannt ge-
wesen, dass das Informatiksystem «Evento» beim Erfassen von Noten Probleme 
geboten habe. Beim Ausstellen der Zeugnisse handle es sich aber um ein 
Massengeschäft, das es der GIBB nicht erlaube, auch ohne Hinweis auf eine konkrete 
Fehlerhaftigkeit generell und präventiv sämtliche Noten aller Auszubildenden zu 
überprüfen. Es lägen daher entschuldbare Gründe dafür vor, dass die Schule nicht 
bereits in den Jahren 2008 und 2009 die korrekten Noten ermittelt und in den 
Zeugnissen aufgeführt habe (angefochtener Entscheid, E. 2.3.2). – Dieser Auffassung 
kann nicht gefolgt werden: Die GIBB hat im verwaltungsgerichtlichen Verfahren 
ausgeführt, dass es nach der Einführung der Schulapplikationssoftware «Evento» im 
Jahr 2006 wiederholt technische Probleme bei der Erstellung von Zeugnisreports 
gegeben habe. Auf Frage des Instruktionsrichters, ob und allenfalls wann an der GIBB 
auch in anderen Fällen Zeugnisse mit nicht korrekten Noten ausgestellt worden seien, 
teilte die GIBB mit, dass in den Jahren 2008 und 2009 wiederholt generelle wie auch 
individuelle Fehler bei der Reporterstellung aufgetreten seien (Verfügung vom 
16.5.2014 [act. 7]; Stellungnahme GIBB vom 9.7.2014 [act. 9]). Das Problem mit den 
falschen Noten war demnach bereits im Zeitpunkt der Ausstellung der Zeugnisse vom 
3. Juli 2008 und 29. Juni 2009 hinreichend bekannt und die GIBB musste damit 
rechnen, dass in den Zeugnissen nicht korrekte Noten aufgeführt werden. Vor diesem 
Hintergrund wäre sie gehalten gewesen, zumindest die ungenügenden Noten auf ihre 
Richtigkeit zu überprüfen, da gerade diese einen entscheidenden Einfluss auf das 
Bestehen des Qualifikationsverfahrens haben können. Trotz der hohen Schülerzahl an 
der GIBB hätte diese Massnahme nicht zu einem unverhältnismässig grossen Aufwand 
geführt, wenn jede Lehrkraft nur die von ihr vergebenen ungenügenden (Modul-)Noten 
kontrolliert hätte. Indem die GIBB es trotz der bekannten Anwendungsprobleme mit 

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dem Schulverwaltungsprogramm «Evento» unterlassen hat, die (ungenügenden) 
Noten zu kontrollieren, hat sie es an der gebotenen Sorgfalt missen lassen. Entgegen 
der Auffassung der ERZ liegen somit keine entschuldbaren Gründe vor, die ein 
Zurückkommen auf die in den Jahren 2008 bzw. 2009 eröffneten (Erfahrungs-)Noten in 
den Modulen 226 und 944 rechtfertigen könnten. 

4.3 Weiteres kommt hinzu: Die GIBB belegt ihr Vorbringen, dass die im Zeugnis 
vom 24. August 2012 ausgewiesenen Erfahrungsnoten richtig seien, einzig mit 
Printscreens aus «Evento». Dem Beschwerdeführer ist auch darin beizupflichten, dass 
diese Datenbankeinträge die Richtigkeit der strittigen (tieferen) Erfahrungsnoten nicht 
zu beweisen vermögen. Da nach eigenen Angaben der GIBB die ursprünglich 
verfügten (falschen) Erfahrungsnoten in den Modulen 226 und 944 auf Probleme mit 
der Software «Evento» zurückzuführen sind, kann nicht mit hinreichender Sicherheit 
ausgeschlossen werden, dass die nun in ebendiesem Programm aufgeführten (neuen) 
Noten korrekt sind. Der Hinweis der GIBB, die in «Evento» eingetragenen Noten seien 
nie mutiert worden (vgl. Stellungnahme GIBB vom 9.7.2014 [act. 9]; Vorakten ERZ 5B, 
act. 4), führt zu keiner anderen Einschätzung; angesichts der bekannten 
Softwareprobleme ist es ohne weiteres denkbar, dass die «Mutationshistory» ebenfalls 
fehlerbehaftet ist. Ein Datenbankeintrag über eine Note stellt zwar ein Indiz für deren 
Korrektheit dar; im Streitfall vermag er die Richtigkeit aber kaum hinreichend zu be-
legen, sind doch Fehler bei der Übertragung oder der Berechnung nicht unüblich. Das 
gilt besonders, wenn das betroffene Programm wie hier unzuverlässig ist. Die 
vorgelegten Ausdrucke der Datenbankeinträge genügen daher entgegen der 
Auffassung der ERZ nicht, um die früheren Zeugniseinträge als objektiv mangelhaft 
erscheinen zu lassen. Erfahrungsnoten setzen sich aus dem Schnitt der 
Leistungsbeurteilungen wie Klausuren und Semesterarbeiten zusammen (vgl. 
Stellungnahme GIBB vom 9.7.2014 [act. 9]), so dass in erster Linie diese Schularbeiten 
für die Überprüfung der Notengebung heranzuziehen sind. Im heutigen Zeitpunkt 
können die Erfahrungsnoten in den Modulen 226 und 944 anhand der erbrachten 
Leistungen des Beschwerdeführers indes nicht mehr nachvollzogen werden; weder der 
Beschwerdeführer noch die GIBB verfügen noch über die entsprechenden Unterlagen 
(vgl. Stellungnahme GIBB vom 9.7.2014 [act. 9]; Stellungnahme Beschwerdeführer 
vom 11.7.2014 [act. 11]). Weitere Möglichkeiten, die korrekten Erfahrungsnoten 
festzustellen, sind weder dargetan noch ersichtlich. Anders als die ERZ meint 
(Vernehmlassung, Ziff. 6 [act. 5]; Schlussbemerkungen ERZ [act. 13]), kann dieser 
Umstand dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen, hat doch nach der all-

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gemeinen Beweislastregel die GIBB die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Sie will 
auf die rechtskräftigen Zeugnisnoten zurückkommen und nicht der Beschwerdeführer 
(vgl. den auch hier massgeblichen Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; 
SR 210]; BVR 2013 S. 311 E. 5.4, S. 497 E. 4.6, 2009 S. 415 E. 2.3.2; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 18 N. 6, Art. 19 N. 3).  

4.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Wiederaufnahmegrund von Art. 56 
Abs. 1 Bst. b VRPG nicht gegeben ist. Der GIBB wäre es mit der gebotenen Sorgfalt 
zumutbar gewesen, die (ungenügenden) Erfahrungsnoten in den Modulen 226 und 944 
bereits in den Jahren 2008 bzw. 2009 auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Sodann sind 
die von der GIBB vorgelegten Datenbankeinträge nicht geeignet, die angebliche 
Fehlerhaftigkeit der mit den Zeugnissen vom 3. Juli 2008 und 29. Juni 2009 eröffneten 
Erfahrungsnoten zu belegen und damit zu einer anderen Beurteilung zu führen. Bei 
diesem Ergebnis erübrigen sich weitere Beweismassnahmen, insbesondere die 
Einholung eines Gutachtens zur Software «Evento» (vgl. Beschwerde, S. 14). 

5.

Weiter ist zu prüfen, ob zwingende öffentliche Interessen die Wiederaufnahme des 
Verfahrens rechtfertigen (Art. 56 Abs. 1 Bst. c VRPG). 

5.1 Die ERZ hat diese Frage zwar offengelassen, jedoch bemerkt, dass die 
falschen Erfahrungsnoten das Ergebnis des Qualifikationsverfahrens insoweit 
verfälschten, als sie nicht die effektiven Fähigkeiten des Beschwerdeführers 
wiedergeben (angefochtener Entscheid, E. 2.3.2 am Ende). – Nicht jedes öffentliche 
Interesse vermag einen Wiederaufnahmegrund darzustellen. Vielmehr kommen nur 
zwingende öffentliche Interessen in Frage, also sehr bedeutende Anliegen der 
Öffentlichkeit wie der Schutz von Personen und ihrer Gesundheit, von Ruhe, Ordnung 
oder Eigentum und von wichtigen öffentlichen Gütern (z.B. schutzwürdige Landschafts-
bilder, Grundwasser). Das Vorliegen zwingender öffentlicher Interessen allein genügt 
für eine Wiederaufnahme jedoch noch nicht. Diese müssen zudem die gegenläufigen 
Interessen der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes überwiegen (BVR 2000 
S. 77 E. 4c; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 56 N. 14 f.; Markus Müller, a.a.O., 
S. 129; vgl. auch VGE 22667 vom 7.9.2006, E. 4.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 12

5.2 Eine korrekte Notenwiedergabe im Abschlusszeugnis bezweckt vorab den 
Schutz des Vertrauens potenzieller Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in die Qualität 
und Richtigkeit des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses. Dieses Vertrauen ist 
erschüttert, wenn Prüfungskandidatinnen und -kandidaten das Fähigkeitszeugnis erteilt 
wird, obwohl sie ungenügende Leistungen erbracht und das Qualifikationsverfahren 
nicht bestanden haben. Das Gewicht des öffentlichen Interesses nimmt zu, je 
deutlicher die Leistung unter den Bestehensanforderungen liegt. – Gemäss Noten-
ausweis vom 3. Juli 2012 erzielte der Beschwerdeführer zwar einen genügenden 
Gesamtnotendurchschnitt von 4,3, hingegen gilt die Abschlussprüfung aufgrund der 
ungenügenden Fachnote im Qualifikationsbereich «Schwerpunktbezogene Bildung» 
als nicht bestanden (vgl. vorne E. 2.1). Der Beschwerdeführer erzielte in diesem 
Qualifikationsbereich einen Notendurchschnitt von 3,9 und verfehlte damit die Schwelle 
für eine genügende Note so knapp wie nur möglich, nämlich um lediglich einen 
Zehntelpunkt. Demnach hätte er auch mit den für ihn ungünstigeren Erfahrungsnoten 
das Qualifikationsverfahren nur knapp nicht bestanden. Unter diesen Umständen 
liegen keine zwingenden öffentlichen Interessen im Sinn von Art. 56 Abs. 1 Bst. b 
VRPG vor, die ein Zurückkommen auf die Zeugnisse vom 3. Juli 2008 und 29. Juni 
2009 rechtfertigen würden (vgl. BVR 2008 S. 309 E. 4.3.2). Im Übrigen steht 
beweisrechtlich nicht fest, dass die tieferen Erfahrungsnoten richtig sind (vorne E. 4.4). 
Auch damit wird in Frage gestellt, ob ein hinreichendes oder gar zwingendes 
öffentliches Interesse besteht, das ein Zurückkommen auf die Noten rechtfertigen 
könnte.

6.

6.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die GIBB kein gesetzeskonformes 
Wiederaufnahmeverfahren gemäss Art. 56 f. VRPG durchgeführt und grundlegende 
Verfahrensvorschriften missachtet hat, indem sie die Erfahrungsnoten in den Modulen 
226 und 944 in den Zeugnissen vom 29. Juni 2009 und 24. August 2012 
stillschweigend nach unten angepasst hat. Im Übrigen liegen keine 
Wiederaufnahmegründe im Sinn von Art. 56 Abs. 1 VRPG vor, welche ein 
Zurückkommen auf die rechtskräftig eröffneten Zeugnisnoten in den Modulen 226 und 
944 rechtfertigen würden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 13

6.2 Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtsfehlerhaft und ist 
aufzuheben. Die Beschwerde ist gutzuheissen und die Sache ist zur weiteren 
Behandlung an die GIBB zurückzuweisen. Die Schule hat dem Beschwerdeführer 
antragsgemäss ein neues Zeugnis «Schwerpunktbezogene Ausbildung» auszustellen. 
Den Noten in den Modulen 226 und 944 sind die ursprünglich eröffneten 
Erfahrungsnoten von 3,0 (Modul 226) bzw. 4,0 (Modul 944) zugrunde zu legen. 
Dadurch erreicht der Beschwerdeführer in diesem Qualifikationsbereich einen 
Durchschnittswert von 3,96, welcher auf die Note 4,0 zu runden ist (vgl. vorne E. 2.2). 
Das Qualifikationsverfahren gilt damit insgesamt als bestanden (vgl. vorne E. 2.1) und 
die GIBB hat zu veranlassen, dass das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt 
dem Beschwerdeführer das eidgenössische Fähigkeitszeugnis erteilt (Art. 76 Abs. 1 
der Verordnung vom 9. November 2005 über die Berufsbildung, die Weiterbildung und 
die Berufsberatung [BerV; BSG 435.111] i.V.m. Art. 22 Abs. 1 BiVo Informatik).

7.

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben 
(Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 VRPG). Sodann hat der Kanton Bern (ERZ) dem im 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer die 
Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege ist zufolge Gutheissung der Beschwerde als 
gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 VRPG).

7.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verlangt in seiner Kostennote vom 
2. September 2014 ein Anwaltshonorar von Fr. 5'291.65 bei einem Aufwand von 21,16 
Stunden (vgl. act. 13B). Dieses Honorar erscheint im Licht der massgeblichen Kriterien 
von Art. 104 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 
28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) sowie Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Mai 
2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; 
BSG 168.811) als übersetzt: Die Prozessführung beschränkte sich hauptsächlich auf 
das Erarbeiten und Einreichen der Rechtsschriften. Der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers war durch sein Auftreten vor der Vorinstanz bereits mit der Sache 
vertraut, weshalb er im Wesentlichen auf die in den vorinstanzlichen Verfahren 
vorgebrachten sachverhaltlichen und rechtlichen Argumente zurückgreifen konnte. 
Insbesondere äusserte er sich bereits vor der ERZ zur Frage der Wiederaufnahme 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 14

nach Art. 56 f. VRPG (vgl. Vorakten ERZ 5B, act. 33). Die Bedeutung der Streitsache 
für den Beschwerdeführer wird zwar nicht verkannt; die Schwierigkeit des Prozesses 
ist aber höchstens als durchschnittlich einzustufen. Mit Blick auf den gebotenen 
Zeitaufwand, die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses 
erscheint ein Honorar von pauschal Fr. 4'000.-- angemessen. Zuzüglich Fr. 52.90 
Auslagen und Fr. 324.25 MWSt (8 % von Fr. 4'052.90) ist der Parteikostenersatz auf 
insgesamt Fr. 4'377.15 festzusetzen.

7.3 Die Kosten der vorinstanzlichen Verfahren sind entsprechend dem Ausgang 
des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu verlegen. Auch für diese Verfahren sind 
daher keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 VRPG) und hat 
der Kanton Bern (ERZ) dem Beschwerdeführer die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege 
sind als gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 VRPG). – Der 
Rechtsvertreter hat in seiner Kostennote vom 13. Februar 2014 für die vorinstanzlichen 
Verfahren Fr. 3'270.85 Honorar bei einem Aufwand von 13,08 Stunden ausgewiesen 
(vgl. Vorakten ERZ 5B, act. 34). Im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege hat die 
ERZ nur einen Aufwand von 3,66 Stunden anerkannt. Zur Begründung hat sie 
ausgeführt, dass im Zeitpunkt, als sich der Beschwerdeführer anwaltlich vertreten liess, 
die Instruktion in der Hauptsache bereits abgeschlossen gewesen sei; aus demselben 
Grund hat die ERZ die vom Rechtsvertreter verfassten Schlussbemerkungen vom 
13. Februar 2014 aus den Akten gewiesen (angefochtener Entscheid, E. 1.4 und 
3.2.4). Der ERZ ist zunächst entgegenzuhalten, dass sie das Beweisverfahren mit 
ihren prozessleitenden Verfügungen vom 29. Oktober und 28. November 2012 nicht 
förmlich geschlossen hat («Die Beschwerde wird dem Erziehungsdirektor zum 
Entscheid vorgelegt»; Vorakten ERZ 5A und 5B, act. 14 bzw. 7), so dass neue 
Tatsachen und Beweismittel ebenso wie ergänzende Sachvorbringen und rechtliche 
Argumentationen innerhalb des Streitgegenstands grundsätzlich zulässig waren (vgl. 
Art. 25 VRPG; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 25 N. 2 ff.; BVR 2005 S. 321 
E. 4.3, 2012 S. 326, nicht publ. E. 1.2.1 [VGE 2011/70 vom 18.10.2011]). Sodann 
erscheint es widersprüchlich, wenn die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im 
angefochtenen Entscheid zwar seinen Rechtsvertreter als amtlichen Anwalt beiordnet, 
diesem aber gleichzeitig verwehrt, sich zur (Haupt-)Sache zu äussern. Insoweit 
überzeugt die Kürzung der Kostennote mit den von der ERZ genannten Gründen nicht. 
Indes ist zu bemerken, dass das verlangte Honorar überhöht erscheint angesichts der 
Tatsache, dass der Rechtsvertreter erst im Verlauf der Verfahren in Erscheinung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 15

getreten ist und insbesondere keine Beschwerdeschrift verfassen musste. Im Licht der 
massgebenden Kriterien (vgl. vorne E. 7.2) ist der Parteikostenersatz für die 
vorinstanzlichen Verfahren auf pauschal Fr. 2'500.--, zuzüglich Fr. 32.70 Auslagen und 
Fr. 202.60 MWSt (8 % von Fr. 2'532.70), insgesamt Fr. 2'735.30, festzusetzen. 

8.

Gemäss Art. 83 Bst. t des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
(BGG; SR 173.110) ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen und anderen 
Fähigkeitsbewertungen, namentlich auf den Gebieten der Schule, der Weiterbildung 
und der Berufsausübung. – Im vorliegenden Fall geht es nicht um Prüfungsergebnisse 
im eigentlichen Sinn oder um einen Entscheid, der auf einer Bewertung der 
intellektuellen oder physischen Fähigkeit des Beschwerdeführers beruht. Im 
Vordergrund steht vielmehr die Frage, unter welchen Voraussetzungen auf 
rechtskräftig eröffnete Zeugnisnoten zurückgekommen werden kann; insoweit dürfte 
die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig sein (vgl. 
BGE 138 II 42 E. 1.1; VGE 2012/381 vom 17.12.2013, E. 10 mit Hinweisen und den in 
dieser Sache ergangene BGer 2C_134/2014 vom 13.2.2014, E. 2.1). In der 
Rechtsmittelbelehrung wird daher auf dieses Rechtsmittel verwiesen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Erziehungsdirektion des 
Kantons Bern vom 12. März 2014 wird aufgehoben und die Sache zur weiteren 
Behandlung im Sinn der Erwägungen an die Gewerblich-Industrielle Berufsschule 
Bern zurückgewiesen. 

2. a)Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Verfahrenskosten 
erhoben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.10.2014, Nr. 100.2014.99U, Seite 16

b) Der Kanton Bern (Erziehungsdirektion) hat dem Beschwerdeführer für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf 
Fr. 4'377.15 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

c) Das Gesuch vom 8. April 2014 um unentgeltliche Rechtspflege wird als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

3. a)Für die Verfahren vor der Erziehungsdirektion des Kantons Bern werden keine 
Verfahrenskosten erhoben. 

b) Der Kanton Bern (Erziehungsdirektion) hat dem Beschwerdeführer für die 
Verfahren vor der Erziehungsdirektion die Parteikosten, bestimmt auf 
Fr. 2'735.30 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

c) Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege vom 30. Juli und 17. September 
2012 werden als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Erziehungsdirektion des Kantons Bern
- der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern
- dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung 

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.