# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a3f17c7-11ce-506e-a02a-0e22eb2f500b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.10.2021 SB180506
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180506_2021-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB180506-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und Ober-

richterin lic. iur. R. Affolter sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. 

M. Keller 

Urteil vom 27. Oktober 2021 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Chr. Meier,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 
14. Februar 2018 (DG170006) 
  

-   2   - 

 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 10. Januar 

2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 1/11). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 89 S. 174 ff.) 

"Es wird erkannt: 
(berichtigte Fassung) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG sowie von Art. 19 Abs. 1 

lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG, je in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

1'003 Tage durch Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

3. Die sichergestellten Siebe mit Heroinrückständen (Ass.-Nr. A007'815'965 bzw. Lager-

Nr. B00021-2015) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

Alle weiteren sichergestellten Gegenstände gemäss act. 6/8 und act. 6/9 werden dem 

Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innert Jahresfrist auf erstes Ver-

langen herausgegeben; nach Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände der Lagerbe-

hörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 13. Januar 2015 

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 4'100.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwen-

det. 

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 12'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 40'480.55   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 104'777.45   amtl. Verteidigungskosten (Fr. 78'700.– Akonto + Fr. 26'077.45  
  Restbetrag; festgesetzt mit Nachtragsurteil vom 3. April 2018) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

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6. Die Auslagen des Vorverfahrens werden im Umfang von Fr. 20'000.– auf die Staatskasse 

genommen und im Übrigen dem Beschuldigten auferlegt. Die übrigen Kosten der Unter-

suchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon 

ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter 

dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

7. [Mitteilungen.] 

8. [Rechtsmittel.]" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 27) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 112 S. 1 und Urk. 144 S. 3, teilweise sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen vollumfäng-

lich freizusprechen.  

2. Für die erlittene Haft von 1'005 Tagen sei dem Beschuldigten eine 

angemessene Genugtuung von Fr. 200'100.-- zuzüglich Zins ab Verhaftstag 

zuzusprechen. 

3. Das sichergestellte Bargeld sei dem Beschuldigten herauszugeben. 

4. Die gesamten Kosten des Verfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen 

Verteidigung sowie des Vorverfahrens, seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 97; Urk. 113) 

Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten 

zu bestrafen. 

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Erwägungen: 

I. Standpunkte    

Dem Beschuldigten wird Betäubungsmittelhandel im Zeitraum von April 2013 bis 

Januar 2014 vorgeworfen (Urk. 1/11). Er selbst stellt dies in Abrede. Nach Auf-

fassung der Verteidigung seien die Beweismittel der Staatsanwaltschaft – im 

Wesentlichen abgehörte Telefongespräche und SMS-Verkehr sowie Mobilfunk-

Standortdaten und ein sichergestelltes Sieb mit Mikrospuren von Heroin – von der 

Vorinstanz willkürlich zu Lasten des Beschuldigten gewürdigt worden. In erster 

Linie macht die Verteidigung aber zahlreiche prozessuale Mängel geltend. Das 

gesamte Strafverfahren gegen den Beschuldigten – so die Verteidigung – sei 

nicht prozessrechtskonform (Urk. 112 S. 8; Urk. 144 S. 9 f.). 

II. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Erstinstanzliches Verfahren 

In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil wird auf die 

Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen (Urk. 89 S. 3 ff.). Ergänzend 

ist festzuhalten, dass im Vorfeld der vorinstanzlichen Hauptverhandlung der 

seitens der Verteidigung gestellte Beweisantrag gutgeheissen und mit Verfügung 

vom 22. Mai 2017 sämtliche im Zusammenhang mit der Kontrolle des Telefonan-

schlusses des Beschuldigten vorhandenen Verbindungs- und Standortdaten für 

den Zeitraum April 2013 bis Februar 2014 eingeholt wurden (Urk. 22 und 24). Die 

erstinstanzliche Hauptverhandlung wurde am 5. Oktober 2017 sowie am 

7. Oktober 2017 im Beisein der Mitbeschuldigten B._____ und C._____ sowie de-

ren amtlichen Verteidigern durchgeführt (Prot. I S. 20 ff.; Urk. 89 S. 2). Gegen den 

am 14. Februar 2018 mündlich im Dispositiv eröffneten Entscheid meldete der 

amtliche Verteidiger gleichentags Berufung an (Prot. I S. 137 ff.). Mit Urteil vom 

3. April 2018 wurde in Ergänzung des ergangenen Sachentscheids das Honorar 

der amtlichen Verteidigung festgelegt (Urk. 83). Die schriftlich begründete und 

hinsichtlich der Dispositiv-Ziff. 1 berichtigte Fassung des Urteils vom 14. Februar 

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2018 (Berichtigung: Keine Bestrafung des Beschuldigten gemäss Art. 19 Abs. 1 

lit. b BetmG; vgl. Urk. 89 S. 159), wurde sowohl der Staatsanwaltschaft als auch 

der amtlichen Verteidigung am 5. November 2018 zugestellt (Urk. 88).  

1.2. Berufungsverfahren 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten reichte mit Eingabe vom 

26. November 2018 fristgerecht die Berufungserklärung beim Obergericht ein 

(Urk. 91). Die Staatsanwaltschaft meldete nach entsprechender Fristansetzung 

mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 (hierorts eingegangen: 24. Dezember 2018) 

Anschlussberufung an (Urk. 97).  

Zur Berufungsverhandlung vom 12. Dezember 2019 erschienen der Beschuldigte 

in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie der Staatsanwalt (Prot. II S. 5). 

Die Verhandlung wurde zusammen mit jener gegen den Mitbeschuldigten 

C._____ durchgeführt (Prot. II S. 5). Im Anschluss an die Berufungsverhandlung 

erklärten sich die Parteien mit der schriftlichen Fortführung des Verfahrens 

einverstanden, da zunächst auf Antrag der Verteidigung ein Gutachten einzuholen 

war (Prot. II S. 17).  

1.3. Stimmengutachten 

Als Beweismittel wurden seitens der Staatsanwaltschaft Tonaufnahmen von 

Gesprächen in der Wohnung des Mitbeschuldigten C._____ eingereicht. Der 

Beschuldigte bestritt, jemals in der Wohnung von C._____ gewesen zu sein (statt 

vieler: Urk. 111 S. 8). Der amtliche Verteidiger beantragte deshalb im Zusam-

menhang mit diesen abgehörten Gesprächen, es sei ein Stimmanalyse-Gutachten 

einzuholen. Diesem Antrag wurde mit Beschluss vom 18. Dezember 2019 

stattgegeben (Urk. 112 S. 12; Urk. 117).  

Der Beschuldigte wurde vom Gutachter des Forensischen Instituts Zürich zwecks 

Abgabe von Stimmvergleichsproben vorgeladen. Dieser Vorladung leistete er 

unter Verweis auf sein Aussageverweigerungsrecht keine Folge (Urk. 131; 

Urk. 137 S. 12). Der Beweisantrag auf ein Stimmengutachten bzw. vielmehr die 

nachfolgende Verweigerung der Mitwirkung durch den Beschuldigten muss als 

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rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden. Allein die (nachgeschobene) Erklärung 

des amtlichen Verteidigers, der Beschuldigte habe eben wegen der mangelhaften 

Untersuchungsführung das Vertrauen in die Unabhängigkeit und Unvorein-

genommenheit der Gerichtsbehörden verloren, weshalb er eine Mitwirkung am 

Gutachten verweigert habe, ändert daran nichts (Urk. 144 S. 6). Dies sind Um-

stände, welche ihm im Zeitpunkt des Beweisantrags im Berufungsverfahren längst 

bekannt waren.  

1.4. Weiterer Fortgang des Berufungsverfahrens 

Das Gutachten des Forensischen Instituts ging am 3. März 2021 ein, worauf den 

Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Stellung von Ergänzungsfragen 

gegeben wurde (Urk. 137 und 138). Die Staatsanwaltschaft verzichtete darauf 

(Urk. 140). Die Verteidigung reichte ihre Eingabe am 10. Mai 2021 ein, worauf 

diese mit Verfügung vom 21. Mai 2021 der Staatsanwaltschaft zur schriftlichen 

Vernehmlassung zugestellt wurde (Urk. 144 und 147). Mit Eingabe vom 11. Juni 

2021 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Vernehmlassung (Urk. 149). Mit Ver-

fügung vom 22. Juni 2021 wurde diese Eingabe der Verteidigung zugestellt und 

Letztere um Zustellung ihrer Honorarnote ersucht (Urk. 150). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der amtliche Verteidiger beantragt einen vollumfänglichen Freispruch, die 

Herausgabe der sichergestellten Barschaft sowie eine angemessene Genugtuung 

für die erlittene Haft. Nicht angefochten werden einzig die vorinstanzliche Disposi-

tiv-Ziff. 3 betreffend die Einziehung der Siebe mit Heroinrückständen und Heraus-

gabe diverser Gegenstände an den Beschuldigten (Urk. 91 S. 2) sowie die 

Kostenfestsetzung durch die Vorinstanz (Dispositiv-Ziff. 5; Prot. II S. 8). Im 

Übrigen gilt das vorinstanzliche Urteil als angefochten, weshalb darüber neu zu 

entscheiden ist. 

2.2. Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberufung auf das Straf-

mass und beantragt anstelle der vorinstanzlichen Bestrafung mit 5 Jahren und 

3 Monaten eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten (Urk. 97; Urk. 113). 

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III. Prozessuales 

1. Aktenbeizug 

1.1. Die amtliche Verteidigung geht davon aus, dass die getrennte Verfahrens-

führung, die Verweigerung der Akteneinsicht in parallel geführten Verfahren und 

die Durchführung einer erstinstanzlichen Hauptverhandlung mit drei Beschuldig-

ten, ohne formelle Vereinigung der Verfahren respektive ohne formellen Beizug 

der Verfahrensakten der jeweils anderen Mitbeschuldigten zu einem nicht wieder-

gutzumachenden prozessualen Mangel an der gesamten Strafuntersuchung 

geführt habe (Urk. 112 S. 2).  

1.2. Der amtliche Verteidiger beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung 

sodann den Beizug der Akten des Strafverfahrens gegen D._____ und E._____ 

sowie B._____ und C._____ (Urk. 112 S. 9).  

1.3. Die Verfahren gegen den Beschuldigten, D._____, E._____, C._____ und 

B._____ wurden vor dem Bezirksgericht Bülach zunächst gemeinsam geführt und 

die Verteidigung hatte auch die Möglichkeit zur Einsicht in die Akten dieser Mitbe-

schuldigten (Urk. 89 S. 5). Da sich gemäss den Ausführungen des Bezirksgerichts 

Bülach jedoch keine wesentlichen Berührungspunkte zwischen den Anklagen ge-

gen D._____ und E._____ einerseits und jener gegen den Beschuldigten, 

C._____ und B._____ andererseits ergaben, wurde den Parteien vorgeschlagen, 

ohne Einschränkung des gegenseitigen Akteneinsichtsrechts auf eine formelle 

Vereinigung zu verzichten (Urk. 26 S. 6). Zudem wurde den Mitbeschuldigten un-

terbreitet, zwei erstinstanzliche Hauptverhandlungen mit demselben Spruchkörper 

durchzuführen. Einerseits eine Hauptverhandlung in den Verfahren gegen 

D._____ und E._____ und andererseits eine solche in den Verfahren des Be-

schuldigten, von B._____ und von C._____ (Urk. 26 S. 7). Den Parteien, auch 

dem Beschuldigten, wurde Frist angesetzt, um sich zu diesem Vorgehen der Vo-

rinstanz zu äussern, ausdrücklich unter der Androhung, dass ansonsten von einer 

Zustimmung zum Vorgehen ausgegangen werde (Urk. 26 S. 7). Die Verteidigung 

beantragte zwar wegen starker Arbeitsbelastung eine Fristerstreckung, verzichte-

te in der Folge aber auf Einwendungen gegen das Vorgehen der Erstinstanz (Urk. 

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33 und 34). Es ist deshalb widersprüchlich, wenn die Verteidigung heute die for-

mal getrennte Verfahrensführung bemängelt. Abgesehen davon anerkennt die 

Verteidigung, dass zwischen den Verfahren gegen D._____ und E._____ und je-

nen gegen den Beschuldigten und B._____ keine wesentlichen Berührungspunkte 

bestehen und macht einzig geltend, der Beizug sei wegen der gesamten Vorge-

schichte und den Stossrichtungen der Ermittlungen von Bedeutung, ohne dies al-

lerdings näher zu präzisieren (Urk. 112 S. 5).  

1.4. Ob Akten von Mitbeschuldigten beizuziehen sind, hängt in erster Linie da-

von ab, ob die Mitbeschuldigten Taten gemeinschaftlich verübten und somit im 

selben Verfahren zu behandeln sind. In zweiter Linie ist ein Aktenbeizug auch 

geboten, wenn sich aus dem jeweils anderen Strafverfahren entlastende Momen-

te ergeben, die nicht bereits aus den Akten im eigenen Strafverfahren hervor-

gehen. Ebenso, wenn Aktenstücke aus anderen Verfahren bereits in Kopie bei-

gezogen wurden. Straftaten werden gemeinsam verfolgt und beurteilt, wenn 

Mittäterschaft oder Teilnahme vorliegt (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO). Ist diese 

Voraussetzung gegeben, besteht selbstredend auch Anspruch auf Einsicht in alle 

Verfahrensakten aller Mitbeschuldigten im selben Verfahren. Bei Betäubungs-

mitteldelikten handelt es sich zwar um Delikte, die sich typischerweise durch 

Arbeitsteilung auszeichnen und von mehreren Personen in unterschiedlichen 

Rollen gemeinsam begangen werden (ALBRECHT, Die Strafbestimmungen des 

Betäubungsmittelgesetzes [Art. 19 - 28 BetmG], 3. Aufl. 2016, Art. 19 N 148 

m.w.H.). Angesichts der extrem weiten Fassung der Verbotsmaterie in Art. 19 

Abs. 1 BetmG ist jedoch zu beachten, dass verschiedene der aufgezählten ver-

botenen Handlungen den Charakter der Mittäterschaft oder einer Teilnahme an 

Drogengeschäften von Drittpersonen aufweisen können, gleichwohl aber als 

selbständige Straftatbestände einzustufen sind (ALBRECHT, a.a.O, Art. 19 N 149; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1026/2017 vom 1. Juni 2018 E. 1.2.2). Gemäss 

ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt demnach als Täter und unter-

steht als solcher der vollen Strafdrohung, wer in eigener Person alle Merkmale 

eines in Art. 19 Abs. 1 BetmG umschriebenen Tatbestandes objektiv und subjek-

tiv erfüllt (BGE 142 IV 401 E. 3.3.2; BGE 133 IV 187 E. 3.2; BGE 119 IV 266 

E. 3a; BGE 118 IV 397 E. 2c; BGE 106 IV 72 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 

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6B_1026/2017 vom 1. Juni 2018 E. 1.2.2). Sodann macht auch ein allfälliges 

Unterordnungsverhältnis einen Täter rechtlich nicht zum Gehilfen (BGE 133 

IV 187 E. 3.3). Überdies gelten Lieferanten und Abnehmer als Akteure verschie-

dener Hierarchiestufen und sind daher nicht als Mittäter zu betrachten (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1026/2017 vom 1. Juni 2018 E. 1.2.2). Und auch der Kurier, 

der zwar ausschliesslich durch den Transport der Drogen zu deren Umsetzung 

beiträgt und keine wesentlichen, über diesen Transport hinausgehenden Leist-

ungen erbringt, handelt als Täter im Sinne der illegalen Drogenbeförderung und 

nicht nur als Gehilfe einer fremden Tat, obschon er Beihilfe zum Handeltreiben 

leistet (HUG-BEELI, Kommentar zum BetmG, 2016, Art. 19 N 312). Insofern sind 

solche Mitwirkungen am Drogenhandel keine Mittäterschaften im Sinne von 

Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO, welche eine gemeinsame Verfahrens- und Aktenführung 

erheischen. Auch wenn jemand der Kopf einer ganzen Drogenhandelsorgani-

sation ist, bedeutet dies beispielsweise noch nicht, dass dessen Strafakten für 

jedes Verfahren gegen untergeordnete Drogenhändler formell beizuziehen wären.  

1.5. Soweit es D._____ und E._____ betrifft, war zwar im Laufe der Unter-

suchung noch offen, ob diese beim Drogenhandel mit dem Beschuldigten 

zusammengewirkt haben. Auch im heutigen Zeitpunkt kann letztlich nicht ausge-

schlossen werden, dass der Beschuldigte Drogen über bzw. unter Mitwirkung von 

D._____ und/oder E._____ bezogen hatte. Jedoch wurde mit vorliegender 

Anklage weder ein Delikt des Beschuldigten in Mittäterschaft mit oder unter 

Teilnahme von D._____ und E._____ angeklagt, noch war dies Gegenstand im 

erstinstanzlichen Verfahren (Urk. 89 S. 5). Mangels gemeinschaftlicher Verübung 

einer Straftat war somit auch kein formeller Aktenbeizug zwingend nötig.  

1.6. Offenbar hatte die Verteidigung denn auch Einsicht in die Strafakten von 

E._____ genommen, zitierte sie doch an der Berufungsverhandlung Vorwürfe und 

konkrete Aktenstücke unter Angabe der Actorennummern aus jenem Verfahren 

(Urk. 112 S. 11). Ihr Einwand, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich 

aus den Strafakten von E._____ entlastende Momente für seinen Klienten ergä-

ben, erscheint somit rein theoretischer Natur. 

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1.7. B._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Februar 2018 

wegen mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Be-

täubungsmittelgesetz zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (DG170020-C). Die 

dagegen erhobene Berufung wurde mit Eingabe vom 17. Dezember 2018 zurück-

gezogen, weshalb der Entscheid in Rechtskraft erwuchs (vgl. Verfahren 

SB180536-O). Inwieweit aus den Akten von B._____ für den Beschuldigten ent-

lastende Momente hervorgehen, begründete die Verteidigung nicht. Es ist daran 

zu erinnern, dass der amtlichen Verteidigung gestützt auf den Rückweisungsent-

scheid des Bundesgerichts vom 12. August 2016 (Urteil 6B_124/2016) das Recht 

auf Einsicht in die Akten der Mitbeschuldigten D._____ und E._____ sowie von 

C._____ und B._____ gewährt wurde. Insofern hatte sie die Möglichkeit, zu über-

prüfen, ob jene Verfahren Akten enthalten, welche im vorliegenden Verfahren feh-

len oder von Bedeutung wären. Darüber hinaus wurde der Beschuldigte von der 

Vorinstanz hinsichtlich aller angeklagten Verkäufe an B._____ rechtskräftig frei-

gesprochen (Anklageziffern A.1.2, A.1.b.bb, A.1.c.cc - A.1.c.ff und A.1.d.hh). Inso-

fern ist auch nicht nachvollziehbar, welche Bedeutung die Verteidigung den Akten 

B._____ im Berufungsverfahren gegen den Beschuldigten (noch) beimisst. 

1.8. Die Berufungsverfahren gegen den Beschuldigten und C._____ wurden 

auch am Obergericht unter zwei Prozessnummern geführt. Die Berufungsver-

handlungen in beiden Verfahren fanden, wie bereits vor Vorinstanz, gemeinsam 

im Beisein aller Beteiligter statt (Prot. II S. 5). Dies wurde den Parteien bereits mit 

Vorladung vom 9. Oktober 2019 ausdrücklich mitgeteilt (Urk. 100). Die Akten 

standen den jeweiligen Verteidigungen auch im Berufungsverfahren jederzeit zur 

Einsicht zur Verfügung. Der Vorwurf der Verteidigung, der Referent im Berufungs-

verfahren habe deshalb "Sonderwissen" aus dem Verfahren gegen C._____ 

gehabt, zielt ins Leere, wenn die Verteidigung selbst auf Einsicht in jene Ver-

fahrensakten verzichtet hat (Urk. 112 S. 9). Rechtlich zwar nicht ausschlaggebend 

aber trotzdem zu erwähnen ist, dass in dieser Urteilsbegründung keine Akten-

stücke aus dem Verfahren gegen den Mitbeschuldigten C._____ zitiert werden, 

da solche für das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung sind. Im Verfahren 

gegen C._____ gibt es keine Dokumente oder Beweismittel, auf welche abgestellt 

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werden könnte oder müsste, welche nicht ohnehin schon in diesem Verfahren 

ebenfalls zu den Akten genommen wurden. 

1.9. Nicht beigepflichtet werden kann dem Argument der Verteidigung, dass im 

Falle eines Weiterzugs der Sache an das Bundesgericht nicht auf Akten verwie-

sen werden könne, die nicht formell beigezogen worden seien (Urk. 112 S. 9). 

Zum einen ist es wegen der Novenbeschränkung von Art. 99 BGG nicht möglich, 

im Beschwerdeverfahren auf konkrete Aktenstücke zu verweisen, auf welche die 

Verteidigung im obergerichtlichen Verfahren nie Bezug genommen hat. Zum 

anderen hätten solche, wenn sie denn von der Verteidigung benannt worden 

wären, für das vorliegende Verfahren in Kopie zu den Akten genommen werden 

können.  

1.10. Es besteht somit kein Grund für einen rein formellen Entscheid über den 

Beizug von Akten, die der Verteidigung zur Einsicht zur Verfügung standen und 

aus welchen sie heute nichts zu Gunsten des Beschuldigten ableitet. 

2. Bewilligung von Zufallsfunden aus den Überwachungsmassnahmen 

Abgesehen von der Kritik an der Untersuchungsführung ist nicht ersichtlich, was 

der Verteidiger aus der Feststellung, wonach das Zwangsmassnahmengericht 

hinsichtlich der Verwertbarkeit von Zufallsfunden heute wohl anders entscheiden 

würde, konkret ableitet (Urk. 112 S. 6). 

3. Änderungen der Anklage 

3.1. Ebenso ist nicht erkennbar, was der Verteidiger aus den Änderungen der 

Anklagen gegen B._____ und C._____ ableiten will (Urk. 112 S. 6 in Verbindung 

mit Urk. 30). Der Beschuldigte ist davon nicht betroffen.  

3.2. Weiter bemängelt der Verteidiger, dass dem Beschuldigten wegen 

Handlungen mit C._____ und F._____ Anstaltentreffen zu Drogenhandel vorge-

worfen werde, während in den Anklageschriften gegen C._____ und F._____ da-

von nichts zu finden sei (Urk. 112 S. 7). Die Gründe für diese sinngemäss geltend 

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gemachte "Ungleichbehandlung" können offen bleiben, da nicht ersichtlich ist, in-

wieweit der Beschuldigte davon einen Nachteil erleidet. 

4. Beizug sämtlicher Videoaufzeichnungen betreffend den Garagenbetrieb  
"G._____ AG" 

4.1. Im Garagenbetrieb G._____, von welchem aus – gemäss Wortlaut der 

Staatsanwaltschaft – der "A._____-D._____-E._____-Clan" Drogenhandel be-

trieb, waren private Videoüberwachungskameras installiert. Gemäss Angaben der 

Verteidigung habe der Beschuldigte bis Herbst 2012 dort gearbeitet (Urk. 112 S. 

13). Die Vorinstanz ging davon aus, dass wenn in den abgehörten Gesprächen 

von demjenigen "aus der Garage" gesprochen werde, jeweils der Beschuldigte 

damit gemeint gewesen sei (Urk. 112 S. 14; Urk. 89 S. 54). Sinngemäss macht 

der Verteidiger geltend, anhand der Videoaufzeichnungen der privaten Überwa-

chungskameras lasse sich zeigen, welche Personen dort tätig gewesen seien, 

was wiederum Rückschlüsse darauf zuliesse, dass mit der Bezeichnung "der von 

der Garage" gar nicht zwingend der Beschuldigte gemeint gewesen sei (Urk.122 

S. 14).  

4.2. Auch von der Staatsanwaltschaft wurde nie geltend gemacht, dass nur der 

Beschuldigte in jener Garage verkehrt sei. Es kann zwanglos angenommen 

werden, dass auch weitere Personen von den Überwachungskameras erfasst 

wurden. Daraus lassen sich allerdings keinerlei Rückschlüsse darauf ziehen, wen 

die Gesprächsteilnehmer mit "jenem von der Garage" gemeint haben wollen. Es 

ist erwiesen und anerkannt, dass der Beschuldigte dort verkehrte. Der Antrag auf 

Beizug aller Aufnahmen – soweit diese denn überhaupt noch vorhanden wären – 

ist deshalb abzuweisen (Urk. 112 S. 13).  

5. Dokumentation der Überwachungsmassnahmen 

5.1. Im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren gegen den "A._____-

D._____-E._____-Clan" (abermals Wortlaut der Staatsanwaltschaft) wurden über 

einen längeren Zeitraum zahlreiche Überwachungsmassnahmen bewilligt. Der 

Verteidiger rügt, die Staatsanwaltschaft habe nur jene Erkenntnisse aus den 

Überwachungsmassnahmen zu den Akten genommen, welche den Beschuldigten 

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belasten (Urk. 112 S. 14). Daher sei der Antrag gestellt worden, dass die Staats-

anwaltschaft eine Liste sämtlicher Observationsmassnahmen, die im gesamten 

Sachverhaltskomplex aller Beschuldigten erfolgt seien, mit Angabe von Zeit, Ort 

und Datum der Observationen, zu erstellen habe (Urk. 112 S. 15). Diese Edition 

erlaube es der Verteidigung, zu überprüfen, welche Telefonate und Audio-

Aufzeichnungen seitens der Strafuntersuchungsbehörden als relevant eingestuft 

worden seien (Urk. 112 S. 15). Im Berufungsverfahren wurde seitens des Vertei-

digers ein solcher Beweisantrag aber nicht mehr ausdrücklich gestellt. Die Straf-

verfolgungsbehörden sind denn auch nicht verpflichtet, im Falle von geheimen 

Überwachungsmassnahmen selbst irrelevante Vorgänge zu den Akten zu neh-

men bzw. diese in einer detaillierten, lückenlosen und chronologischen Übersicht 

aller stattgefundener Überwachungsmassnahmen im Sinne eines sogenannten 

Logbuchs zu erfassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_403/2018 vom 14. Ja-

nuar 2019 E. 2.3. f.). Welche Überwachungsmassnahmen die Staatsanwaltschaft 

als relevant einstufte, ist zudem klar: Es sind jene, die sie zu den Akten genom-

men hat.  

5.2. Darüber hinaus ist an der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte festzuhalten, wonach von der beschuldigten Person verlangt 

werden darf, spezifische Gründe für ihr Gesuch auf Einsicht in möglicherweise 

sachdienliche Aktenteile ausserhalb der Ermittlungsakte zu erhalten (Urteil des 

EGMR Matanovi C v. Croatia vom 4. April 2017, Rz. 157, auch in: MEYER/ 

STAFFLER, Die Rechtsprechung des EGMR in Strafsachen im Jahr 2017, in: 

forumpoenale, 5/2018, S. 446 ff., S. 454). Solche Gründe, geschweige denn auch 

nur schwache Anhaltspunkte oder Vermutungen, aus welchen Gesprächen sich 

Entlastendes ergeben könnte, wurden von der Verteidigung nicht vorgebracht.  

6. Lange Dauer der geheimen Ermittlungen gegen den Beschuldigten 

6.1. Die Verteidigung rügt, dass die dem Beschuldigten vorgeworfenen 

Drogenhandelsaktivitäten das Jahr 2013 betreffen, der Beschuldigte jedoch erst 

am 7. Januar 2015 verhaftet worden sei (Urk. 112 S. 18). Es sei unzulässig, wenn 

Strafuntersuchungsbehörden einer Person jahrelang zuschauten, wie diese 

-   14   - 

Drogen verkaufe, um zu erreichen, dass eine grosse Drogenmenge zusammen-

komme, welche eine längere Haftstrafe rechtfertigen würde. 

6.2. Dieser Einwand kann in gewissen Fällen durchaus seine Berechtigung 

haben, insbesondere wenn die Strafuntersuchung in geradezu rechtsmiss-

bräuchlicher Weise verzögert wird. Davon kann vorliegend aber keine Rede sein. 

Ermittlungen gegen internationale Drogenbanden sind oftmals sehr aufwendig 

und kompliziert. Das Bestreben, nicht gleich beim ersten Delikt zu Verhaftungen 

zu schreiten, sondern zu versuchen, Hintermänner und Lieferketten zu ermitteln, 

ist völlig legitim. Es ist denn auch widersprüchlich, wenn die Verteidigung einer-

seits einen Freispruch mit der Begründung mangelnder Beweise verlangt, 

andererseits aber einen früheren Abbruch der Ermittlungen und eine schnellere 

Verhaftung des Beschuldigten fordert. 

7. Übersetzungsfehler 

7.1. Soweit die Rüge von Übersetzungsfehlern die abgehörten Gespräche in 

der Wohnung von C._____ betreffen (Urk. 144 S. 8), muss nicht weiter darauf 

eingegangen werden, weil ohnehin nicht auf diese Aufnahmen abgestellt werden 

kann, da die Identität des Beschuldigten mit einer der jeweils sprechenden Perso-

nen nicht rechtsgenügend nachgewiesen ist (siehe nachfolgende Ausführungen 

zum phonetischen Gutachten; E. III.8.).  

7.2. Da die Vorwürfe des Drogenverkaufs an B._____ nicht mehr Gegenstand 

des Berufungsverfahrens bilden, ist auch der Antrag auf Neuübersetzung des Ta-

gebuches von B._____ abzuweisen. Dieses Tagebuch hat für die im Berufungs-

verfahren verbleibenden Anklagepunkte keine Bedeutung mehr. 

7.3. Abzustellen ist vorliegend auf die SMS-Kommunikation des Beschuldigten. 

Sämtliche relevanten SMS hat die Vorinstanz in ihrem Entscheid in der deutschen 

Übersetzung zitiert. Hinsichtlich keiner dieser SMS legte der Beschuldigte dar, 

inwieweit ein sinnentstellender oder relevanter Übersetzungsfehler vorliege. 

Grundsätzlich sind nur fehlerhafte Verfahrenshandlungen zu korrigieren. Einen 

Anspruch auf erneute Übersetzung aller noch relevanten Überwachungsergebnis-

-   15   - 

sen besteht ebenso wenig wie ein Anspruch auf Wiederholung des ganzen 

Strafverfahrens infolge eines Fehlers. Deshalb ist auch dieser pauschale bzw. 

generelle Antrag der Verteidigung abzuweisen. 

8. Identifikation des Beschuldigten anhand des Stimmenvergleichs 

8.1. Der Beschuldigte liess bereits vor Vorinstanz bestreiten, die Person zu 

sein, welche auf den abgehörten Gesprächen zu hören sei (Prot. I S. 24). Daran 

hielt er auch im Berufungsverfahren fest und beantragte ein Stimmanalyse-

Gutachten (Urk. 111 S. 8; Urk. 112 S. 12; Urk. 117).  

8.2. Ein forensisches Stimmengutachten umfasst einerseits eine technische 

Analyse des Audiomaterials, andererseits aber auch eine linguistische Analyse 

auf den drei Betrachtungsebenen Stimme, Sprache und Sprechweise. Man unter-

scheidet zwischen akustischer und auditiver Methodik (s.a. Beilage 1 zu 

Urk. 138). Die wissenschaftlich zuverlässige Feststellung sprecherspezifischer 

Merkmale bedingt deshalb Analysematerial in guter Qualität, denn die Stimme ist 

kein eindeutiger Fingerabdruck; nur schon die Variabilität des Sprechers kann 

erheblich sein. Besondere Schwierigkeiten bietet dabei fremdsprachiges Audio-

material. Hier reicht nicht einfach eine Übersetzung aus, sondern die begutach-

tende Person muss über vertiefte linguistische Kenntnisse der betreffenden 

Fremdsprache verfügen, insbesondere um sprachliche Eigenheiten, wie bei-

spielsweise dialektspezifische Sprechweisen, zu identifizieren und zu differen-

zieren. Zur Dokumentation der Analyse sind deshalb absolut exakte Niederschrif-

ten in der betreffenden Sprache, sogenannte Transkriptionen (u.a. auch in phone-

tischer Schrift) nötig, sowie deren Übersetzungen, welche auch die linguistischen 

Eigenheiten der betreffenden Sprache und des Sprechers möglichst authentisch 

wiedergeben.  

8.3. Das Gutachten des Forensischen Instituts gelangte zum Schluss, dass 

eine eindeutige Sprecherzuordnung und Identitätsermittlung der Sprecher anhand 

des qualitativ schlechten Materials und aufgrund von fehlendem tauglichen 

Vergleichsmaterial nicht möglich sei (Urk. 137 S. 11). Es hielt auch fest, dass die 

polizeilichen Übersetzungen der abgehörten Gespräche in der Qualität sehr 

-   16   - 

variieren würden und insgesamt mangelhaft seien. So seien beispielsweise 

Passagen mit überlappenden Sprechsequenzen nicht als solche notiert und viele 

Stellen aufgrund der schlechten Aufnahmequalität als unverständlich markiert 

worden.  

8.4. Aus diesem Grund kann allein aufgrund des Audiomaterials der abgehör-

ten Gespräche aus der Wohnung von C._____ nicht rechtsgenügend geschlossen 

werden, dass es sich bei einem der Sprecher um den Beschuldigten handle.  

8.5. Die Tatsache, dass die Übersetzungen jener Audioaufnahmen bzw. 

Gespräche (teilweise) für eine forensische Analyse ungenügend waren, lässt aber 

nicht den Schluss zu, dass auch die Übersetzung der SMS-Kommunikation 

sinnentstellende Fehler enthalte. Zum einen waren diese nicht Gegenstand der 

Untersuchung des Forensischen Instituts, zum anderen handelt es sich dort um 

schriftliche Übersetzungen von geschriebenen Meldungen, weshalb die akusti-

sche Verständlichkeit gar keine Rolle spielte.  

8.6. Was abgehörte Telefongespräche betrifft, so ergibt sich die Identifikation 

des Sprechers im Nachfolgenden jeweils aufgrund der Übereinstimmung mit 

weiteren Beweisen, insbesondere Standortdaten des Mobiltelefons des Beschul-

digten oder inhaltlichen Angaben, die zwingend auf ihn schliessen lassen. Allein 

aufgrund der Stimme ist eine Identifikation des Beschuldigten aber vorliegend 

ebenfalls nicht rechtsgenügend möglich (dazu noch nachfolgend: E. IV.2 und 

IV.3.3.).  

8.7. Dass die Übersetzungen dieser Telefongespräche relevante sinnentstel-

lende Fehler enthalten, hat die Verteidigung ebenfalls nicht dargelegt. Immerhin 

standen die Dolmetscher unter der Androhung strafrechtlicher Konsequenzen bei 

wissentlich falscher Übersetzung. Abgesehen davon gibt es aufgrund des 

unterschiedlichen semantischen Verständnisses von Wörtern, insbesondere aus 

verschiedenen Sprachen, immer gewisse Differenzen in Übersetzungen. Der 

Umstand, dass die Übersetzungen der abgehörten Wohnungsgespräche für eine 

linguistische Analyse qualitativ nicht ausreichten, besagt daher noch nicht, dass 

die Übersetzungen der abgehörten Telefongespräche sinnentstellende Fehler 

-   17   - 

enthalten würden. Auch die Bemerkungen im forensischen Gutachten über die 

Qualität der polizeilichen Verdolmetschungen geben deshalb keinen Anlass, ohne 

nähere Anhaltspunkte im Sinne des Antrags der Verteidigung sämtliches fremd-

sprachiges Beweismaterial nochmals übersetzen zu lassen (Urk. 144 S. 9). 

IV. Sachverhalt 

1. Überprüfungsumfang 

Da die Staatsanwaltschaft das vorinstanzliche Urteil lediglich hinsichtlich der 

Strafzumessung anficht, stehen die teilweisen Freisprüche der Vorinstanz nicht 

mehr zur Disposition (Urk. 113). Zwar fanden diese teilweisen Freisprüche keine 

Erwähnung im vorinstanzlichen Dispositiv, was prozessual zu bemängeln und im 

Dispositiv des Berufungsentscheides zu korrigieren ist. Immerhin ist den 

Erwägungen der Vorinstanz aber klar zu entnehmen, in welchen Punkten sie den 

Anklagevorwurf als nicht erstellt erachtete. Deshalb wird nachfolgend nicht weiter 

im Detail auf die Anklagevorwürfe eingegangen, in welchen die Vorinstanz zu 

Freisprüchen gelangte.  

2. Verweis auf Erwägungen der Vorinstanz 

Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann die Rechtsmittelinstanz für die tatsächliche und 

rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vor-

instanz verweisen. Soweit nachfolgend auf Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil 

verwiesen wird, erfolgt dies im zustimmenden Sinne. Davon ausgenommen sind 

allerdings die Erwägungen der Vorinstanz hinsichtlich der Identifikation des 

Beschuldigten anhand der Stimme in den abgehörten Gesprächen (Urk. 89 S. 16 

- 19). Eine solche Übereinstimmung hätte man mittels forensischem Stimmengut-

achten nachzuweisen gehabt, was vorliegend mangels genügender Tonqualität 

nicht möglich war (Urk. 137). Der entsprechende Einwand der Verteidigung ist 

begründet. 

-   18   - 

3. Vorbemerkung 

3.1. Bei der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten handelt es sich um 

ein kleines Segment aus einer sehr grossen und komplexen Strafuntersuchung im 

Umfeld der Familie A._____-D._____-E._____ wegen Drogenhandels. Bei Durch-

sicht der Akten kann man sich des Verdachts kaum erwehren, dass auch der Be-

schuldigte ganz tief darin verwickelt war. Die Ermittlungsarbeiten waren zweifellos 

äusserst schwierig und aufwendig. Im Nachhinein fällt eine Kritik an der Untersu-

chungsführung natürlich immer leicht. Trotzdem ist festzustellen, dass es die 

Staatsanwaltschaft weitgehend der Verteidigung bzw. dem Gericht überliess, aus 

den umfangreichen Akten einzelne abgehörte Gespräche herauszusuchen und 

miteinander zu kombinieren sowie mit Standortdaten von Mobiltelefonen zu ver-

gleichen und daraus selbst vermeintliche Schlussfolgerungen zu ziehen, welche 

dann Ausgangspunkt für weitere Interpretationen von weiteren abgehörten Ge-

sprächen bilden. In ihrem Plädoyer vor Vorinstanz hielt die Staatsanwaltschaft zu-

treffend fest, dass die verschiedenen Vorgänge "puzzleartig" zusammengesetzt 

werden könnten. Dies allerdings, ohne darzulegen, welche der Puzzleteile sie für 

ihre Argumentationsketten als wesentlich erachtete und wie diese ihrer Ansicht 

nach zusammenzusetzen bzw. zu interpretieren seien (Urk. 66 S. 3). Auch die et-

was umständliche Nummerierung der Anklagevorwürfe – z.B. A.1.b) aa), teilweise 

durchgehende Nummerierung, teilweise neu beginnende Nummerierung – mit 

einem Rahmenvorwurf (A.1.1. - A.1.2.) und unklarer Abgrenzung zu den Detail-

vorwürfen ("Unter anderem handelt es sich um folgende Heroingeschäfte") samt 

Überschneidungen von Vorgängen (Vorgang 37/6 und 37/7) vereinfacht die Arbeit 

ebenso wenig, wie die Akturierung der Untersuchungsakten. Den polizeilichen 

Befragungen wurden beispielsweise zahlreiche Beilagen angeheftet, die teilweise 

unnummeriert, nicht fortlaufend nummeriert oder gar unleserlich nummeriert 

wurden (vgl. Urk. 1/2/18 Beilagen 15 - 102?). Auch ein Gesamtverzeichnis aller 

Akten fehlt.  

3.2. Die Beweisführung der Staatsanwaltschaft stützt sich weitgehend auf 

Niederschriften von abgehörten Gesprächen. Die Staatsanwaltschaft äusserte vor 

Vorinstanz selbst, dass dabei die Zuordnung des Beschuldigten als einer der 

-   19   - 

Gesprächspartner zentral in der Beweisführung sei (Urk. 66 S. 3). Die Staatsan-

waltschaft ging dann zwanglos davon aus, dass dem so sei, weil den Übersetzern 

der abgehörten Gespräche die markante Stimme des Beschuldigten aufgefallen 

sei (Urk. 66 S. 3). Die Einschätzung der Dolmetscher ist ein wertvoller Hinweis, 

allerdings kein rechtsgenügender Beweis. Es kommt hinzu, dass die Qualität der 

Übersetzungen in den Niederschriften gemäss Gutachten des Forensischen 

Institutes stark variiere und insgesamt als mangelhaft zu bezeichnen sei (Urk. 137 

S. 11 E. 6.2). Dies fällt auch dem laienhaften Leser auf, denn teilweise sind die 

auf Deutsch übersetzten Sätze inhaltlich und grammatikalisch nur schwer 

verständlich, sei es, weil bloss einzelne Worte und weniger der Sinn übersetzt 

wurde oder weil vielleicht unverständlich gesprochen worden war. Auch die 

Tonqualität war gemäss Forensischem Institut derart ungenügend, dass die 

Erstellung eines Stimmengutachtens nicht möglich war (Urk. 137). Wie bereits 

erwähnt ist allerdings nicht ersichtlich, dass geradezu sinnentstellende Über-

setzungen erfolgten, welche sich zum Nachteil des Beschuldigten auswirkten. 

Solches wurde von der Verteidigung denn auch nicht konkret dargelegt. 

3.3. Die Vorinstanz hat mit sehr grossem Aufwand und Akribie versucht, mittels 

Interpretation von abgehörten Gesprächen bzw. mit teilweise kaskadenhaft anmu-

tenden Spekulationen über die Bedeutung der Gesprächsinhalte in Kombination 

mit Querverweisen zu anderen Gesprächen und Standortdaten von Mobiltelefo-

nen sowie wenigen Observationsberichten die Anklagevorwürfe zu erstellen. 

Teilweise ist ihr dies gelungen. Zum Teil ist ihre Konklusion zwar sehr plausibel, 

genügt aber den Anforderungen an eine lückenlose Beweiskette nicht. So geht 

die Vorinstanz beispielsweise bei jedem transkribierten und übersetzten 

Gespräch, bei welchem die Dolmetscher einen der Gesprächsteilnehmer als 

"A'._____" gekennzeichnet haben, stets davon aus, dass es sich zweifelsfrei um 

den Beschuldigten handle. Das vorinstanzliche Gericht verschaffte sich in diesem 

Zusammenhang einen eigenen Eindruck von den Audioaufnahmen in albanischer 

Sprache und gelangte zum Schluss, dass eine Identifikation des Beschuldigten 

anhand seiner Stimme, des Tonfalles und der Sprechweise auch ohne Stimmen-

gutachten problemlos möglich sei (Urk. 89 S. 18). Diese Schlussfolgerung ist nicht 

haltbar, nachdem selbst die phonetische Abteilung des Forensischen Instituts 

-   20   - 

aufgrund des mangelhaften Untersuchungsmaterials an der Identifikation des 

Beschuldigten gescheitert ist (Urk. 137). Die Vorinstanz geht auch davon aus, 

dass sämtliche (Telefon-)Gespräche, welche unter Beteiligung der auf die Namen 

H._____, I._____, J._____ und K._____ registrierten Telefonnummern erfolgten, 

vom Beschuldigten geführt worden seien (Urk. 89 S. 121). Bei einzelnen Gesprä-

chen an einzelnen Tagen mag dies nachgewiesen sein, insgesamt erweist sich 

diese generelle Annahme aber als bloss wahrscheinlich. Es wird im Einzelnen 

nachfolgend noch darauf eingegangen. 

3.4. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die vorinstanzliche Akturierung 

bzw. Aktenzitierung Missverständnissen Vorschub leistet. Im Aktenverzeichnis 

und in der Urteilsbegründung stellt die Vorinstanz den Aktenstellen der Unter-

suchungsakten eine "1" voran, obschon jene Dokumente nicht so akturiert sind 

(bspw. wird die Anklageschrift mit "act. 1/11" anstatt mit "act. 11" bezeichnet). Die 

bezirksgerichtlichen Akten wurden darauf folgend mit "2, 3" etc. weitergeführt. 

Deshalb gibt es Aktenstücke aus dem Untersuchungsverfahren und Aktenstücke 

aus dem bezirksgerichtlichen Verfahren, welche dieselbe Actorennummer tragen. 

Nachfolgend wird die vorinstanzliche Akturierung verwendet, um nicht weitere 

Verwirrung zu schaffen. Mit Urkunde 1/2/12 ist somit beispielsweise das Doku-

ment 2/12 aus den Untersuchungsakten gemeint. 

4. Verstrickung des Beschuldigten in den Drogenhandel 

4.1. Die Vorinstanz hat ausführlich und detailliert geschildert, wie der Beschul-

digte im Drogenhandel verwickelt war. Insbesondere hat sie dargelegt, dass der 

Beschuldigte mehrere Kurzbesuche bei C._____ gemacht hat, welche sich 

aufgrund der gesamten Beweismittel und Indizien auch ohne Identifikation des 

Beschuldigten durch das Stimmengutachten zwanglos erstellen lassen. C._____ 

ist der Mitbeschuldigte, in dessen Wohnung man eine erhebliche Menge Heroin 

sicherstellen konnte (Urk. 89 S. 38 f.). Die abgehörten Gespräche zwischen 

C._____, dem Beschuldigten sowie mit weiteren am Drogenhandel beteiligten 

Personen ergeben im Kontext ein Gesamtbild, das eindeutig ist. Zwar sprachen 

die beteiligten Personen immer codiert, d.h. unter Vermeidung des Wortes "Hero-

in"; dies ist allerdings üblich in Drogenhandelskreisen und der Beschuldigte konn-

-   21   - 

te auch keine vernünftige Erklärung liefern, was ausser Drogen denn sonst das 

Gesprächsthema hätte gewesen sein sollen (Urk. 89 S. 40 f.).  

4.2. Der Beschuldigte berief sich während dem gesamten Verfahren praktisch 

ausnahmslos auf sein Aussageverweigerungsrecht und machte auf Vorhalt der 

belastenden Passagen der abgehörten Gespräche keine Aussagen (Urk. 1/2/1 - 

1/2/35). Insofern stehen die belastenden Momente ohne plausible Eventualerklä-

rung des Beschuldigten im Raum. Allein der Umstand, dass der Beschuldigte 

in Abrede stellte, C._____ zu kennen, obschon abgehörte Gespräche in Kombina-

tion mit Standortdaten das Gegenteil belegen (vgl. Urk. 112 S. 25 - 38), zeigt, 

dass seinen Bestreitungen keinen Glauben geschenkt werden kann.  

5. Anklageziffer A.1.a, Vorgang (= VG) 23 

5.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe vor dem 29. April 2013 

sowie am 17. Mai 2013 jeweils ein halbes Kilogramm Heroingemisch verkauft. Es 

handelt sich um eine Drogenübergabe an einen unbekannten Mann namens 

"L._____" aus der Region Genf.  

5.2. Die Vorinstanz würdigt zahlreiche abgehörte Telefongespräche in einem 

Gesamtzusammenhang und erachtet diese Lieferung als erwiesen. Dieser 

Auffassung ist beizupflichten, und es ist auf die Erwägungen der Vorinstanz zu 

verweisen (Urk. 89 S. 19 - 56 und S. 56 - 74). Wesentlich für die Beweisführung 

ist die SMS des Mitbeschuldigten C._____, worin er erwähnt, dass er den Korb, 

den ihm diese Garage gegeben habe, einem von unten für 35 Zoll Diameter 

gegeben habe (Beilage zu Urk. 1/2/10 [30. April 2013]). Die Vorinstanz hat einer-

seits überzeugend hergeleitet, dass der Mann von der Garage der Beschuldigte 

sein muss und insbesondere nicht E._____ sein kann (Urk. 89 S. 47 - 56, 

insbesondere S. 53 f.). Dies ergibt sich aus der Kohärenz mit Standortdaten, 

Gesprächsinhalten und Observationen des Beschuldigten sowie dem Umstand, 

dass erwiesen ist, dass die Mobiltelefonnummer ... dem Beschuldigten zuzuord-

nen und im fraglichen Zeitraum auch von ihm benutzt worden ist. Auch dies hat 

die Vorinstanz überzeugend hergeleitet (Urk. 89 S. 20 - 22). Die pauschale Be-

hauptung der Verteidigung, dass dieses Mobiltelefon bzw. diese Nummer im Jah-

-   22   - 

re 2013 nicht ausschliesslich vom Beschuldigten verwendet worden sei, blieb oh-

ne jegliche objektive Anhaltspunkte (Urk. 112 S. 19). Es kann deshalb zwanglos 

angenommen werden, dass es sich beim Sprecher unter dieser Nummer jeweils 

um den Beschuldigten handelt. Ebenso kein vernünftiger Zweifel besteht in der 

Annahme, dass es sich beim Mann "von unten" um "L._____" aus Genf handelt. 

Dies ergibt sich aus der zeitlichen Koinzidenz der Reise von L._____ zum Be-

schuldigten gemäss dem Telefongespräch zwischen den beiden am 29. April 

2013und den weiteren Gesprächen (Urk. 89 S. 57 f.). Schliesslich ergibt sich 

aus den späteren Telefonaten über die schleppende Bezahlung, dass L._____ 

Fr. 17'500.-- pro halbes Kilo bezahlte (für das eine halbe Kilo Fr. 11'000.-- und 

Fr. 6'500.--; vgl. insbesondere das Gespräch vom 19. Mai 2013, Beilage von 

Urk. 1/2/5). Diese Schlussfolgerung aufgrund dieser Kurzzusammenfassung mag 

auf den ersten Blick spekulativ erscheinen, sie lässt sich jedoch durch zahlreiche 

weitere Gespräche erhärten, welche als einzelne Mosaiksteine letztlich im 

Gesamtzusammenhang ein klares Bild ergeben. Um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden, ist auf die ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen 

(Urk. 89 S. 56 - 74). Dass die Vorinstanz den Geldfluss für die Bezahlung der 

Drogen als nicht rechtsgenügend erwiesen erachtete, ändert daran nichts (Urk. 89 

S. 70). Immerhin ist aber davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Drogen 

nicht gratis geliefert hat.  

6. Anklageziffer A.1.b) aa), VG 37/3 

6.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 5. Juni 2013 C._____ in 

dessen Wohnung in M._____ ein halbes Kilogramm Heroin zum Erwerb angebo-

ten (Urk. 1/11 S. 3).  

6.2. Dies ist aus dem abgehörten Gespräch zwischen dem Beschuldigten (in 

der Legende in Anlehnung an dessen Vorname A._____ als "A'._____" bezeich-

net) und C._____ abzuleiten, als der Beschuldigte C._____ fragt, ob er ein "Hal-

bes" wolle (Urk. 1/2/5 Beilage 53). C._____ verlangte hierauf zunächst eine Pro-

be. Im Übrigen dreht sich die Konversation unzweifelhaft um Drogengeschäfte. 

Dieser Anklagesachverhalt ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz rechtsge-

nügend erwiesen (Urk. 89 S. 74 - 77). Die Identität des Beschuldigten ergibt sich 

-   23   - 

aus seiner Mitteilung im Gespräch, wonach er am nächsten Tag "nach Hause ge-

he" und erst am Sonntag oder Montag wieder zurückkommen werde (Urk. 1/2/5 

Beilage 53b). Dies korreliert mit den Standortdaten seines Mobiltelefons, welche 

einen Abflug am Folgetag und hernach eine Ankunft am Montag auf dem Flugha-

fen Zürich dokumentieren (Urk. 89 S. 23).  

6.3. Die Verteidigung beruft sich zur Entlastung auf einen Standortnachweis 

des Mobiltelefons des Beschuldigten mit der Nummer .... Dieser dokumentiere, 

dass der Beschuldigte zur fraglichen Zeit in der Stadt Zürich gewesen sei (Urk. 

112 S. 11 i.V.m. Urk. 68/1). Allerdings ist die Vorinstanz bereits auf die Zeitanga-

ben der Standortdaten und die Differenzen zur Ortszeit eingegangen (Urk. 89 S. 

22 E. 3.2.2.). Der erwähnte Standortnachweis belegt deshalb gerade im Gegen-

teil, dass das Handy des Beschuldigten im Tatzeitpunkt (ca. 22 Uhr) bei Antennen 

in der Nähe des Wohnortes von C._____ eingeloggt war (Urk. 68/1). Wie bereits 

erwähnt, verweigerte der Beschuldigte eine Aussage dazu, was er oder sein Mo-

biltelefon denn sonst in jener Gegend im Tatzeitraum gemacht habe. 

6.4. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist zudem entgegen der Auf-

fassung der Verteidigung nicht zu erblicken, wenn die Anklageschrift bloss das 

Anbieten von Heroin nennt und an jener Stelle nicht die Worte des Anstalten 

Treffens erwähnt (Urk. 112 S. 22). Letzteres ist eine Frage der rechtlichen Wür-

digung und nicht des Anklagegrundsatzes. Ebenfalls ist nicht ersichtlich, was der 

Beschuldigte aus dem Umstand ableiten will, dass dieses Treffen in der Anklage 

gegen C._____ angeblich fehle.  

7. Anklageziffer A.1.c) gg), VG 37/4 

7.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe C._____ am 14. August 

2013 in dessen Wohnung 240 Gramm Heroingemisch übergeben.  

7.2. Der Vorhalt stützt sich auf ein abgehörtes Gespräch in der Wohnung von 

C._____, das im Wortlaut auch im vorinstanzlichen Urteil wiedergegeben wird 

(Urk. 89 S. 89). Daraus geht hervor, dass C._____ zunächst Geldscheine bis zum 

Betrag von Fr. 8'500.-- zählt. Dann wechseln die Anwesenden einige Worte und 

-   24   - 

plötzlich äussert C._____: "Das sind ja nur 240 Punkte, fuck!". Selbstverständlich 

liegt die Vermutung nahe, dass der Beschuldigte C._____ in dessen Wohnung 

aufsuchte, um einmal mehr Heroin zu liefern. Dafür, dass es sich beim 

Gesprächspartner von C._____ um den Beschuldigten gehandelt hat, liegen 

jedoch keine anderen Beweise vor als die Vermutung der dolmetschenden 

Person anhand der Stimme. An der Interpretation, dass der Ausruf von C._____ 

eine vom Beschuldigten gelieferten Drogenmenge betraf, bleiben zudem ebenfalls 

gewisse Zweifel. So ist beispielsweise anzunehmen, dass sich zwischen C._____ 

und der Person ein Gespräch darüber ergeben hätte, weshalb es denn "bloss" 

240 Gramm gewesen sind. Allerdings endet die Transkription des Gesprächs kurz 

nach dem Ausruf von C._____ (Urk. 1/2/7 Beilage 127). Insgesamt kann deshalb 

nicht rechtsgenügend erstellt werden, dass der Beschuldigte am 14. August 2013 

240 Gramm Heroingemisch geliefert hat, weshalb er in diesem Punkt freizu-

sprechen ist.  

8. Anklageziffer A.2.1., VG 37/5 

8.1. Gemäss Anklage habe der Beschuldigte am 21. November 2013 C._____ 

in dessen Wohnung ein Heroinmuster angeboten (Urk. 1/11 S. 4).  

8.2. Dieser Sachverhalt basiert auf einem abgehörten Gespräch vom 

21. November 2013 in der Wohnung von C._____, bei welchem zunächst drei 

Personen anwesend waren. Eine Person sagte zu C._____: "Ich habe dir ein 

Muster mitgebracht" (Urk. 1/2/9 Beilage 344). Aus dem gesamten Gespräch geht 

zwar zweifelsfrei hervor, dass sich die Personen über Drogengeschäfte unter-

halten, u.a. über Lieferungen und Zahlungsausstände. Standortdaten des Mobil-

telefons des Beschuldigten sind allerdings nicht vorhanden (Urk. 89 S. 32). Die 

Vorinstanz stützte ihren Schuldspruch, nebst der vermuteten Übereinstimmung 

der Stimme des Sprechenden mit derjenigen des Beschuldigten, auf zwei weitere 

Umstände. Zum einen lasse der Unterbruch des Antennenkontaktes in 

Oberengstringen von gut einer Stunde vermuten, dass der Beschuldigte sein 

Mobiltelefon während des Besuchs bei C._____ ausgeschaltet habe (Urk. 89 

S. 32). Zum anderen bezeichne C._____ gegenüber dem dort anwesenden 

Dritten den Beschuldigten als Neffen von "dem aus N._____ [Stadt in Nordmaze-

-   25   - 

donien]" (Urk. 89 S. 33). Der Beschuldigte ist zwar der Neffe des mutmasslichen 

Kopfes der Drogenhandelsorganisation in N._____, aber diese Äusserung er-

scheint zu spekulativ, um daraus eine Identifikation des Beschuldigten rechtsge-

nügend nachzuweisen. Der Beschuldigte ist deshalb von diesem Vorwurf freizu-

sprechen. 

9. Anklageziffer A.2.2., VG 37/5 

9.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 30. November 

2013 C._____ in dessen Wohnung 250 Gramm Heroin angeboten und rund eine 

Stunde später 244 Gramm geliefert zu haben (Urk. 1/11 S. 4). 

9.2. Bei den Akten ist die Niederschrift des abgehörten Gesprächs vom 

30. November 2013 zwischen dem Beschuldigten, einem unbekannten Mann 

namens "O._____" und C._____ in dessen Wohnung (Urk. 1/2/9 Beilage 372d). 

C._____ sagte gegenüber dem Beschuldigten, er werde 100 nehmen, worauf der 

Beschuldigte erwiderte: "um ehrlich zu sein, der Stoff geht bis 200, 300" 

(s.a. Urk. 89 S. 115). Darauf unterhalten sich die beiden über das Strecken von 

Drogen. Am Ende erklärt der Beschuldigte, dass er in einer halben Stunde wieder 

vorbei komme und verlässt die Wohnung, was gemäss Transkription des abge-

hörten Gespräches offenbar hörbar war (Urk. 2/9 Beilage 372 f.). Im Gespräch 

knapp eine Stunde später sagt O._____, sie sollten die Ware abwägen, worauf 

C._____ äussert, dass es 244 seien, obschon es 250 hätten sein müssen.  

9.3. Die Vorinstanz hat dargelegt, dass die Bewegung des Mobiltelefons des 

Beschuldigten anhand der Standortdaten eine äusserst auffällige Übereinstim-

mung mit dem Gesprächsinhalt, wonach er Drogen hole und wieder zurückkehre, 

aufweist (Urk. 89 S. 34 - 37). Dies kann nicht auf einen blossen Zufall zurückge-

führt werden. Der Sachverhalt ist in diesem Punkt erstellt. 

10. Anklageziffer B.1.1. - B.1.4. 

10.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 30. Oktober 2013 F._____ in 

P._____ [Ortschaft] getroffen und eine Heroinübergabe besprochen zu haben. Am 

2. November 2013 habe der Beschuldigte den von F._____ vermittelten Abneh-

-   26   - 

mer getroffen und diesem im Raum P._____ eine Heroinprobe übergeben. Nach-

dem der Abnehmer die Qualität der Heroinprobe als gut befunden habe, habe ihm 

der Beschuldigte am selben Abend eine unbekannte Menge im Bereich von 100 - 

1000 Gramm Heroin geliefert. Am 8. November 2013 hätten sich dann der 

Beschuldigte mit F._____ und dem Abnehmer "Q._____" getroffen, worauf der 

Beschuldigte dem Q._____ Heroin ausgehändigt habe (Urk. 1/11 S. 4). 

10.2. Die Verteidigung anerkennt, dass eine nachvollziehbare Kommunikations-

kette dokumentiert sei, welche auf einen Drogenhandel im Bereich von 1 - 

100 Gramm hinweise. Eine Übergabe von Drogen seitens des Beschuldigten sei 

jedoch nicht nachgewiesen (Urk. 112 S. 23). 

10.3. Die Mitteilung von Q._____ an F._____, wonach er schauen werde, wie 

das Auto laufe (Urk. 1/2/12 Beilage 28), genügt nicht für den Nachweis, dass der 

Beschuldigte diesem vorgängig eine Heroinprobe übergeben habe, die er nun 

prüfen müsse. Dies, auch wenn man aufgrund der SMS-Kommunikation davon 

ausgeht, dass sich der Beschuldigte und F._____ am betreffenden Abend getrof-

fen haben (Urk. 1/2/12 Beilagen 15 - 24). Eine der Mitteilungen vom 2. November 

2013 lautete übersetzt: "Komm heute Kaffee trinken, weil ich das Mädchen, über 

welche du mir erzählt hast, getroffen habe. Deswegen komme heute, damit wir 

Kaffee trinken können" (Urk. 1/2/12 Beilage 3). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, 

dass hier keine Zweifel bestehen, dass über Drogen gesprochen wurde. Auch der 

Verteidigung ist allerdings Recht zu geben, dass damit eine Drogenübergabe 

nicht rechtsgenügend erwiesen ist. Dies ist zwar wahrscheinlich, aber bloss eine 

Vermutung. 

10.4. Der Mitbeschuldigte F._____ hat in der Konfrontationseinvernahme mit 

dem Beschuldigten zugegeben, dass ein Treffen mit dem Beschuldigten und einer 

Person namens Q._____ am 8. November 2013 stattgefunden habe (Urk. 1/2/19 

S. 4). Der in unmittelbarer Abfolge erfolgte SMS-Verkehr von F._____ mit 

Q._____ und dem Beschuldigten belegt zudem, dass Q._____ einige Zeit 

"draussen" warten musste, weil der Beschuldigte Verspätung hatte, was der Be-

schuldigte auch vorgängig mitteilte (Urk. 1/2/12, Beilagen 40 - 44). Hernach fragte 

F._____ Q._____ per SMS, ob "er" (gemeint ist der Beschuldigte) gekommen sei, 

-   27   - 

was Q._____ bestätigte (Urk. 1/2/12 Beilage 47). Ebenso gab F._____ in seiner 

Einvernahme zu, dass ihm Q._____ mitgeteilt habe, dass er 100 Gramm bekom-

men habe (Urk. 1/2/19 Antwort 18). Wenn F._____ allerdings behauptet, er wisse 

nicht, von wem Q._____ diese 100 Gramm erhalten habe, ist dies angesichts der 

dargestellten SMS-Kommunikation eine offensichtliche Schutzbehauptung 

(Urk. 1/2/19 Antwort 16). Richtig ist, dass die Übergabe nicht unter den Augen 

von F._____ stattfand, sondern "draussen". In diesem Sinne ist die Behauptung 

von F._____ nicht falsch. 

10.5. Dieser Anklagesachverhalt ist deshalb im Umfang von 100 Gramm rechts-

genügend nachgewiesen, in Bezug auf eine höhere Menge nicht.  

11. Anklageziffer B.3. 

11.1. Dem Beschuldigten wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, er habe 

F._____ am 8. Dezember 2013 200 Gramm Heroin geliefert (Urk. 1/11 S. 5).  

11.2. Auch diesbezüglich brachte die Verteidigung vor, dass lediglich gesagt 

werden könne, dass der Beschuldigte mit F._____ gesprochen habe, es aber 

nicht zu einer Drogenübergabe gekommen sei (Urk. 112 S. 24).  

11.3. Es kann auf die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 89 S. 133 - 140). Wiederum ist aufgrund früherer Mitteilungen und 

des Gesamtzusammenhangs klar, dass mit den Codeworten "Kaffee trinken" ein 

Treffen zwecks Vereinbarung einer Drogenlieferung gemeint ist. Weiter legte die 

Vorinstanz dar, dass mit dem Code "++" die Lieferung von 200 Gramm Heroin 

gemeint war. Zum einen taucht dieser Code mehrfach auf, ohne dass ersichtlich 

ist, was es sonst bedeuten sollte. Zum anderen deckt sich dies mit der SMS von 

F._____ an Q._____, worin er diesem mitteilt, dass er dringend 200 Franken be-

nötige, wobei das Wort Franken hier Gramm bedeutet (Urk. 1/2/14 Beilage 4). Ein 

deutliches Indiz dafür ist beispielsweise auch die SMS vom 3. Dezember 2013, 

wo F._____ von einem Abnehmer gefragt wird, wie teuer "Fr. 50" seien (Urk. 

1/2/14 Beilage 10). 

-   28   - 

11.4. In der Folge kam es offenbar nicht zur Lieferung, weshalb sich F._____ in 

der SMS vom 5. Dezember 2013 beim Beschuldigten beklagte, dass er ihn habe 

hängen lassen (Urk. 1/2/15 Beilage 6). Die beiden vereinbaren dann am 

7. Dezember 2013 ein Treffen um 18 Uhr beim Coop in R._____ [Ortschaft] (Urk. 

1/2/15 Beilagen 27 - 30). Wiederum erscheint in den meisten Mitteilungen der 

Hinweis auf den Zweck des Treffens, "Kaffee trinken".  

11.5. Am 8. Dezember 2013 kam dann die folgende, im Gegensatz zu den 

hektischen SMS zuvor nahezu entspannte Mitteilung des Beschuldigten an 

F._____: "Mein Freund, geht es dir gut? Geht der Familie gut?" worauf F._____ 

antwortete: "Alles in Ordnung Freund. Der Familie geht gut. In Ordnung. Ciao" 

(Urk. 1/2/15 Beilage 67 und 68). Hier besteht kein Zweifel, dass F._____ damit 

bestätigte, dass die Heroinlieferung in Ordnung gewesen sei. Was an dieser Stel-

le lediglich zusammengefasst wiedergegeben wird, hat die Vorinstanz detailliert 

und überzeugend dargelegt. Auf ihre einleuchtenden Erwägungen kann verwie-

sen werden (Urk. 89 S. 133 - 140). Der Sachverhalt ist erstellt. 

12. Anklageziffer B.5. 

12.1. Unter dieser Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, F._____ 

am 18. Dezember 2013 in R._____ 200 Gramm Heroin geliefert zu haben 

(Urk. 1/11 S. 5).  

12.2. Die Verteidigung verweist in ihrer Berufungsbegründung diesbezüglich auf 

ihre Ausführungen vor Vorinstanz (Urk. 112 S. 24; vgl. Urk. 67 S. 46 - 50). 

12.3. Die Vorinstanz hat dargelegt, dass F._____ im abgehörten Gespräch vom 

15. Dezember 2013 dem Beschuldigten mit codierten Worten ankündigt, dass er 

am Mittwoch (18. Dezember 2013) seinen Drogenabnehmer treffen und ihm das 

Heroin übergeben werde (Urk. 89 S. 143; Urk. 1/2/18 Beilage 5). Weiter ist auf-

grund der SMS-Kommunikation nachgewiesen, dass sich der Beschuldigte am 

Mittwoch, 18. Dezember 2013, ca. um 20 Uhr, mit F._____ beim Coop in R._____ 

traf, wiederum um Kaffee zu trinken, was – wie bereits oben ausgeführt – eine 

Drogenübergabe bedeutet (Urk. 89 S. 144; Urk. 1/2/18 Beilage 15).  

-   29   - 

12.4. Ob die spätere SMS vom 20. Dezember 2013 einer unbekannten Person 

an F._____, wonach "die Braut sehr gut gewesen sei", diese Lieferung betraf, 

kann dahingestellt bleiben (Urk. 1/2/18 Beilage 27). Es kann ausgeschlossen 

werden, dass sich der Beschuldigte nach R._____ begab, bloss um mit F._____ 

ein Gespräch abzuhalten und ein Getränk zu konsumieren.  

12.5. Schliesslich überzeugen auch die Ausführungen der Vorinstanz zur Menge 

von 200 Gramm, was aus den zwei verräterischen Punkten in den SMS des 

Beschuldigten an F._____ vom 14. Dezember 2013, 09:59 Uhr (Urk. 1/2/18 Beila-

ge 1), sowie in jener vom 18. Dezember 2013, 13:59 Uhr, abzuleiten ist (Urk. 

1/2/18 Beilage 17; Urk. 89 S. 142 - 144). Auch F._____ und C._____ verwende-

ten das Codewort "Punkte" bzw. "Pluszeichen" für die Menge in hundert Gramm 

(vgl. oben E. IV.7.2.; E. IV.11.3. und E. IV.14.2. f.). 

12.6. Auch die Übergabe von 200 Gramm Heroin am 18. Dezember 2013 in 

R._____/LU ist deshalb rechtsgenügend nachgewiesen. 

13. Anklageziffer B.6. 

13.1. Am 27. Dezember 2013 habe der Beschuldigte aufgrund einer am Vortag 

erfolgten Bestellung 200 Gramm Heroin an F._____ ausgeliefert (Urk. 1/11 S. 5).  

13.2. Wiederum vereinbarten F._____ und der Beschuldigte ein Treffen um "Kaf-

fee zu trinken" (Urk. 1/2/18 Beilagen 51 - 67). F._____ sagte dem Beschuldigten, 

er solle 2 Telefone mitnehmen. Die Vorinstanz hat überzeugend dargelegt, dass 

damit einmal mehr in codierter Form mitgeteilt wurde, dass der Beschuldigte 

200 Gramm mitbringen solle (Urk. 89 S. 149 - 150). F._____ teilt dem Beschuldig-

ten dann mit, dass er sich um eine halbe Stunde verspäte, worauf der Beschuldig-

te ihm zunächst mitteilt, dass er wegen der Verspätung am morgigen Tag kom-

men solle, da er Besuch habe und nicht rausgehen könne (Urk. 1/2/18 Beilagen 

51 - 67). Nichts desto trotz teilte er dem Beschuldigten um 19:09 Uhr mit, dass er 

"hier" sei. Darauf erwiderte der Beschuldigte: "Ok, wenn du schon da bist, 

dann komme ich in zwei Minuten", was F._____ wiederum quittierte (Urk. 1/2/18, 

Beilagen-Nr. unleserlich, vermutlich 64).  

-   30   - 

13.3. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 89 S. 149 - 151). Der Anklagesachverhalt ist erstellt.  

14. Anklageziffer B.7. 

14.1. Dem Beschuldigten wird unter dieser Anklageziffer vorgeworfen, F._____ 

am 6. Januar 2014 eine Menge von 200 Gramm Heroin angeboten und diese am 

25. Januar 2014 in R._____ übergeben zu haben (Urk. 1/11 S. 5). Die Übergabe 

erachtete die Vorinstanz als nicht erwiesen (Urk. 89 S. 153), weshalb nur noch 

auf das eingeklagte Angebot von 200 Gramm Heroin am 6. Januar 2014 einzuge-

hen ist.  

14.2. Der Vorwurf stützt sich auf zwei SMS. Am 6. Januar 2014 fragte F._____ 

beim Beschuldigten an, ob sie am selben Tag gemeinsam Kaffee trinken wollen 

(Urk. 1/2/18 Beilage 75). Dies bestätigt der Beschuldigte mit seiner SMS rund 10 

Minuten später (Urk. 1/2/18 Beilage 76). Am selben Tag schrieb der Beschuldigte 

an F._____ eine weitere SMS mit folgendem Wortlaut: "Gruss.. Kann ich dir Ge-

schenk für Weihnachten bringen?" (Urk. 1/2/18 Beilage 77).  

14.3. Die Vorinstanz hat richtig hergeleitet, dass mit den Worten Kaffeetrinken 

wiederum ein Drogengeschäft angebahnt wurde, und mit der Ankündigung eines 

Weihnachtsgeschenks am 6. Januar 2014 sowie den bereits erwähnten codierten 

zwei Punkten nach dem Wort Gruss eine Lieferung von 200 Gramm Heroin in 

Aussicht gestellt wurde (Urk. 89 S. 151 - 152). Diesen Erwägungen ist nichts 

beizufügen. Es ist rechtsgenügend erstellt, dass der Beschuldigte dieses Angebot 

an F._____ gemacht hat.  

15. Zusammenfassung 

15.1. Es ist somit rechtsgenügend nachgewiesen, dass der Beschuldigte insge-

samt 1'944 Gramm Heroingemisch abgegeben und weitere 700 Gramm Heroin-

gemisch angeboten hat. 

15.2. Zum Reinheitsgrad kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen 

werden (Urk. 89 S. 155). Aufgrund der gehandelten Menge, der hierarchischen 

-   31   - 

Stellung des Beschuldigten im Drogenhandel sowie statistischer Erhebungs-

zahlen ist von einem durchschnittlichen Reinheitsgrad des vom Beschuldigten 

gehandelten Heroins von 30% auszugehen. 

V. Rechtliche Würdigung 

Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 89 S. 155 - 

160). Da die gehandelten Drogenmengen die bundesgerichtliche Grenze von 

12 Gramm reinem Wirkstoff für den qualifizierte Fall von Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG deutlich übertrafen, ist der Beschuldigte der mehrfachen Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und g BetmG 

(Veräusserung und Anstalten treffen) in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

schuldig zu sprechen. Da ein Fortsetzungs- bzw. Wiederholungszusammenhang 

besteht, hat bezüglich des Anbietens bzw. der Übergabe von Heroinproben kein 

separater Schuldspruch zu ergehen (BGE 112 IV 109). Die Verteidigung erhob 

eventualiter für den Fall eines Schuldspruchs zu Recht keine Einwendungen 

gegen die rechtliche Würdigung.  

VI. Strafzumessung 

1. Strafrahmen 

Aufgrund von Art. 19 Abs. 2 BetmG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 StGB ist eine 

Strafe zwischen 1 und 20 Jahren Freiheitsstrafe festzusetzen. 

2. Tatkomponenten 

2.1. Die Menge des reinen Heroinwirkstoffs beträgt knapp 800 Gramm, wobei 

allerdings rund ein Drittel lediglich angeboten wurde, es mithin in diesem Umfang 

zu keiner Drogenübergabe kam. Die Menge übersteigt die Grenze zu einem 

schweren Fall um ein Vielfaches, weshalb die Strafe auch deutlich über einem 

Jahr zu liegen kommen muss. Massgebend ist im vorliegenden Fall jedoch weni-

ger die Gesamtmenge, sondern vor allem die Art und Weise, wie der Beschuldigte 

den Drogenhandel betrieb. Wer so häufig mit solch beträchtlichen Mengen und 

über Monate hinweg handelt, bezeugt eine hohe kriminelle Energie und eine Stel-

-   32   - 

lung im mittleren bis oberen Bereich einer inländischen Drogenhandelshierarchie. 

Der Beschuldigte handelte als Teil einer Drogenhandelsorganisation mit intensi-

ven Beziehungen in den Balkan. Wie hoch der finanzielle Profit des Beschuldigten 

war, blieb im Dunkeln. Der Beschuldigte operierte mit verschiedenen, unter ver-

schiedenen Namen registrierten Mobiltelefonen und bediente sich einer codierten 

Sprache, was auf einen nicht unerheblichen Organisationsgrad hinweist. Dass der 

Beschuldigte aus finanzieller Bedrängnis heraus handelte, machte er nie geltend. 

Er ist selbst nicht süchtig (Prot. I S. 86) und handelte relativ eigenständig, aus 

reinem Gewinnstreben.  

2.2. Insgesamt ist eine Strafe für das Tatverschulden im Bereich von 5 Jahren 

angemessen (Urk 89 S. 161 - 167). Als grober Vergleich kann die Straf-

zumessungstabelle von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER herangezogen werden 

(FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OF-Kommentar BetmG, Zürich 2016, S. 547 f.). 

Diese sieht bei rund 800 Gramm reinem Heroin eine Einsatzstrafe von 45 Mona-

ten vor. Es erfolgt ein Zuschlag von 10-20% aufgrund der grossen Anzahl der 

Geschäfte. Ein Abzug von 30% hat für jenen Drittel zu erfolgen, bei dem es nur zu 

Vorbereitungshandlungen gekommen ist. Damit resultiert nach der empirischen 

Untersuchung von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER eine Strafe im Bereich von 

50 Monaten. Wie erwähnt, fällt vorliegend jedoch zu Lasten des Beschuldigten vor 

allem ins Gewicht, mit welcher Professionalität er das Drogengeschäft betrieb. 

Deshalb ist ein erhebliche Erhöhung dieser Strafe geboten. Dem mittelschweren 

Tatverschulden entsprechend ist eine Strafe von 5 Jahren bzw. 60 Monaten fest-

zulegen. 

3. Täterkomponenten 

3.1. Aufgrund der Angaben des Beschuldigten ist zu dessen persönlichen 

Verhältnissen Folgendes bekannt (Prot. I S. 81 ff.; Urk. 1/9/3; Urk. 111 S. 2 ff.): Er 

wuchs in Mazedonien auf und kam im Alter von 15 Jahren in die Schweiz, wo er 

bei seinem Onkel S._____ wohnte. Seine Eltern und sein Bruder blieben in Ma-

zedonien. Er besuchte die Berufswahlschule und machte eine Ausbildung als In-

formatiker und kaufmännischer Angestellter an den Privatschulen T._____ und 

U._____ in Zürich. Ab dem Jahre 2010 arbeitete er eine Zeit lang im Reisebüro 

-   33   - 

"V._____" von W._____ und, nachdem W._____ wegen Drogenhandels verhaftet 

worden war, bei seinem Onkel D._____ im G._____, sowie teilweise auch in des-

sen Garage in AA._____ [Ortschaft], bis diese aufgelöst wurden. Danach bezog 

der Beschuldigte zeitweise Arbeitslosengeld und arbeitete dann ab Oktober 2014 

bis zu seiner Verhaftung im Januar 2015 bei der Elektrofirma "AB._____". Ende 

2011 heiratete der Beschuldigte in Mazedonien seine nunmehr ebenfalls in der 

Schweiz wohnhafte und als Coiffeuse tätige Ehefrau. Der Beschuldigte hat einen 

heute rund dreijährigen Sohn, und seine Ehefrau war im Zeitpunkt der Berufungs-

verhandlung in Erwartung eines weiteren Kindes (Urk. 111 S. 2).  

3.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Ein Geständnis liegt nicht vor. Der 

Beschuldigte wurde nur durch seine Verhaftung davon abgehalten, sich weiterhin 

intensiv dem Heroinhandel zu widmen. Insgesamt sind die Täterkomponenten 

deshalb strafzumessungsneutral zu werten.  

4. Weitere Strafzumessungsgründe 

4.1. Das Ermittlungs- und das Untersuchungsverfahren dauerte sehr lange, 

was allerdings auf die notwendigen, weit verzweigten und aufwendigen Ermittlun-

gen zurückzuführen ist. Insofern trifft die Untersuchungsbehörde keine Schuld. 

Darüber hinaus verweigerte der Beschuldigte während des gesamten Verfahrens 

nennenswerte Aussagen zur Sache, was das Verfahren verlängerte und ihm unter 

dem Titel Verfahrensdauer bei der Strafzumessung nicht zu Gute gehalten 

werden kann. Auch die Verweigerung des Beschuldigten an der Mitwirkung des 

von ihm selber beantragten Stimmengutachtens führte zu einer Verfahrensver-

zögerung, die sich nicht strafmindernd auswirken kann. 

4.2. Demgegenüber gab es aber Verfahrensverzögerungen, welche nicht dem 

Beschuldigten anzulasten sind, insbesondere das bundesgerichtliche Verfahren, 

in welchem er teilweise obsiegte. Aber auch das Berufungsverfahren erweist sich 

als überlang, was allerdings auch auf die schwierige Terminfindung mit allen 

Beteiligten zurückzuführen ist. Es kann im Übrigen auf die vorinstanzlichen 

Erwägungen verwiesen werden (Urk. 89 S. 168 - 170). Insgesamt ist eine Straf-

reduktion um 5 Monate angemessen. 

-   34   - 

5. Konkretes Strafmass 

Unter Berücksichtigung sämtlicher tat-, täter- und täterunabhängigen Komponen-

ten rechtfertigt sich eine Strafe von insgesamt 4 Jahren und 7 Monaten. Davon 

hat der Beschuldigte insgesamt 1'004 Tage durch Untersuchungshaft bzw. vorzei-

tigen Strafvollzug bereits erstanden (Art. 51 StGB; Verhaftung am 7. Januar 2015, 

06:40 Uhr [Urk. 1/8/2], Entlassung aus vorzeitigem Strafvollzug am 6. Oktober 

2017, 17.15 Uhr [Urk. 70 und 73]).  

VII. Verwendung des sichergestellten Bargeldes 

Mit Verfügung vom 13. Januar 2015 wurden beim Beschuldigten Fr. 4'100.-- in 

bar beschlagnahmt (Urk. 1/6/11). Ein konkreter Zusammenhang mit deliktischer 

Tätigkeit ist nicht nachweisbar. Der Antrag der Verteidigung auf Freigabe dieses 

Betrages fusst auf seinem Antrag auf einen vollständigen Freispruch des 

Beschuldigten. Aufgrund des Schuldspruches ist dieser Betrag zur teilweisen 

Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden (Art. 268 StPO). 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Der Beschuldigte ist schuldig zu sprechen, weshalb er die Kosten der 

Untersuchung, soweit ihm diese vorinstanzlich auferlegt wurden (vgl. Urk. 89 

S. 175), und des erstinstanzlichen Verfahrens zu tragen hat (Art. 426 StPO). 

Somit ist die vorinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 6) zu bestätigen.  

2. Der amtliche Verteidiger reichte zwei Teilrechnungen sowie eine 

handschriftliche Aufwandaufstellung für die Zeit vom 7. Dezember 2019 bis zur 

Berufungsverhandlung am 12. Dezember 2019 ein (Urk. 107, 109 und 152). Der 

geltend gemachte Aufwand von total rund 57 Stunden (einschliesslich 4 ½ Stun-

den für die Berufungsverhandlung samt Weg) sowie Barauslagen ist aufgrund der 

Grösse und Komplexität des Falles angemessen. Der Verteidiger ist deshalb mit 

Fr. 13'725.-- (inkl. Auslagen und MwSt.) zu entschädigen. 

3. Im Berufungsverfahren unterliegt der Beschuldigte mit seinem Antrag auf 

einen vollumfänglichen Freispruch. Das geringfügige Obsiegen hinsichtlich dreier 

-   35   - 

Anklagepunkte sowie hinsichtlich der Strafhöhe fällt nur in geringem Umfang ins 

Gewicht. Die Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihrer Anschlussberufung auf Erhö-

hung der vorinstanzlichen Strafe um sechs Monate. Es rechtfertigt sich deshalb, 

im Verhältnis zum Gewicht dieser Abänderungsanträge, dem Beschuldigten die 

Kosten des Berufungsverfahrens zu vier Fünfteln aufzuerlegen und zu einem 

Fünftel auf die Gerichtskasse zu nehmen. Davon ausgenommen sind die Kosten 

der amtlichen Verteidigung, welche im Umfang von vier Fünfteln einstweilen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen sind, unter Vorbehalt einer Nachforderung vom 

Beschuldigten, soweit seine wirtschaftlichen Verhältnisse es erlauben (Art. 135 

Abs. 4 StPO). Ein Fünftel der Kosten der amtlichen Verteidigung sind definitiv auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 14. Februar 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 
(berichtigte Fassung) 

1.-2. […] 

3. Die sichergestellten Siebe mit Heroinrückständen (Ass.-Nr. A007'815'965 bzw. Lager-

Nr. B00021-2015) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen. Alle weiteren sichergestellten Gegenstände gemäss act. 6/8 und act. 6/9 wer-

den dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innert Jahresfrist auf 

erstes Verlangen herausgegeben; nach Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände 

der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

4. […] 

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 12'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 40'480.55   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 104'777.45   amtl. Verteidigungskosten (Fr. 78'700.– Akonto +  
  Fr. 26'077.45   Restbetrag; festgesetzt mit Nachtragsurteil vom 
  3. April 2018) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

-   36   - 

6. […] 

7. [Mitteilungen.] 

8. [Rechtsmittel.]" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen qualifizierten Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. 

c und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird von folgenden Vorwürfen in der korrigierten Anklage-

schrift vom 10. Januar 2017 freigesprochen:  

a) Besitz und Verkauf eine grossen Menge Heroin gemäss Anklageziffern 

A.1., A.1.1. und A.1.2., soweit diese Anklageziffern nicht von den 

Anklageziffern A.1.a) (VG 23), A.1.b) (VG 37/3), A.1.c) (VG 37/4) und 

A.1.d) (VG 37/5) umfasst sind; 

b) Erhalt eines Betrags von Fr. 28'000.-- für die Verkäufe vom 29. April 

2013 und vom 17. Mai 2013 gemäss Anklageziffer A.1.a), VG 23; 

c) Treffen mit unbekanntem "L._____" am 16. Mai 2013, wobei es nicht 

zu einer Heroinlieferung kam, gemäss Anklageziffer A.1.a), Absatz 2, 

VG 23; 

d) Abgabe einer Heroinprobe an C._____ am 5. Juni 2013 und Erhalt 

einer Teilzahlung von Fr. 4'500.-- gemäss Anklageziffer A.1.b) aa), 

VG  37/3; 

 

-   37   - 

e) Übergabe von 1 Kilogramm Heroin für Fr. 32'000.-- auf Kommission an 

C._____ am 9. Juli 2013 und Erhalt von Fr. 3'000.-- von B._____ am 

10. Juni 2013 gemäss Anklageziffer A.1.b) bb), VG 37/3; 

f) Verkauf von 250 Gramm Heroin an B._____ vor dem 20. Juli 2013 und 

Erhalt eines Erlöses von Fr. 4'500.-- und Fr. 3'500.-- am 28. Juli 2013 

gemäss Anklageziffer A.1.c) cc), VG 37/4; 

g) Verkauf von mehreren hundert Gramm Heroin an B._____ vor dem 20. 

Juli 2013 gemäss Anklageziffer A.1.c) dd), VG 37/4; 

h) Übergabe von 250 Gramm Heroin an C._____ am 28. Juli 2013 

gemäss Anklageziffer A.1.c) ee), VG 37/4; 

i) Übergabe von mindestens 50 Gramm Heroin an B._____ am 9. August 

2013 gemäss Anklageziffer A.1.c) ff), VG 37/4; 

j) Übergabe von 240 Gramm Heroin an C._____ am 14. August 2013 

gemäss Anklageziffer A.1.c) gg), VG 37/4; 

k) Verkauf von 1.5 Kilogramm Heroin an B._____ nach dem 27. August 

2013 und Erhalt von mindestens Fr. 300.-- und Fr. 1'800.-- gemäss An-

klageziffer A.1.d) hh), VG 37/5; 

l) Anbieten eines Heroinmusters an C._____ am 21. November 2013 

gemäss Anklageziffer A.2.1.; 

m) Übergabe einer Heroinprobe an einen Abnehmer im Raum P._____ am 

2. November 2013 gemäss Anklageziffer B.1.2.; 

n) Lieferung einer 100 Gramm Heroin übersteigenden Menge an einen 

unbekannten Abnehmer am 2. November 2013 auf Vermittlung von 

F._____ gemäss Anklageziffer B.1.3.; 

-   38   - 

o) Aushändigung einer nicht genauer bekannten Menge Heroin an einen 

unbekannten Abnehmer in P._____ am 8. November 2013 gemäss 

Anklageziffer B.1.4.; 

p) Übergabe einer nicht genauer bekannten Heroinmenge an F._____ am 

16. November 2013 und Erhalt einer ausstehenden Zahlung aus Hero-

inverkauf gemäss Anklageziffer B.2.; 

q) Erhalt einer Bestellung von 200 Gramm Heroin von F._____ per SMS, 

welches der Beschuldigte nicht beantwortete, gemäss Anklageziffer 

B.3., Absatz 1; 

r) Auslieferung von Heroin unbekannter Menge an F._____ am 

12. Dezember 2013 in Zug und Mahnung bzw. Einforderung der noch 

ausstehenden Heroinschulden am 10. und 14. Dezember 2013 gemäss 

Anklageziffer B.4.; 

s) Übergabe von 200 Gramm Heroin am 25. Januar 2014 an F._____ im 

Raum R._____ gemäss Anklageziffer B.7. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren und 7 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon 1'004 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.  

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

13. Januar 2015 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 4'100.-- wird zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

5. Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 13'725.--   amtliche Verteidigung 

Fr. 6'345.--   Kosten Gutachten. 

 

-   39   - 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 4/5 auferlegt und zu 

1/5 auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

werden zu 1/5 definitiv und zu 4/5 einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang 

von 4/5 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  
− das Bundesamt für Polizei  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 

Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− die Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage (gemäss erstinstanzlicher 
Dispositivziff. 3) 

− die Kasse des Bezirksgerichts Bülach (gemäss Dispositivziff. 4). 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   40   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 27. Oktober 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Keller 
 

	Urteil vom 27. Oktober 2021
	Anklage:
	"Es wird erkannt: (berichtigte Fassung)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG sowie von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG, je in Verbindun...
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 1'003 Tage durch Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die sichergestellten Siebe mit Heroinrückständen (Ass.-Nr. A007'815'965 bzw. Lager-Nr. B00021-2015) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. Alle weiteren sichergestellten Gegenstände gemäss act. 6/8 und act. 6/9 werden de...
	4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 13. Januar 2015 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 4'100.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Auslagen des Vorverfahrens werden im Umfang von Fr. 20'000.– auf die Staatskasse genommen und im Übrigen dem Beschuldigten auferlegt. Die übrigen Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davo...
	7. [Mitteilungen.]
	8. [Rechtsmittel.]"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 27)
	1. Der Beschuldigte sei von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen vollumfänglich freizusprechen.
	2. Für die erlittene Haft von 1'005 Tagen sei dem Beschuldigten eine angemessene Genugtuung von Fr. 200'100.-- zuzüglich Zins ab Verhaftstag zuzusprechen.
	3. Das sichergestellte Bargeld sei dem Beschuldigten herauszugeben.
	4. Die gesamten Kosten des Verfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung sowie des Vorverfahrens, seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I. Standpunkte
	II. Verfahrensgang und Umfang der Berufung
	1. Verfahrensgang
	1.1. Erstinstanzliches Verfahren
	1.2. Berufungsverfahren
	Zur Berufungsverhandlung vom 12. Dezember 2019 erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie der Staatsanwalt (Prot. II S. 5). Die Verhandlung wurde zusammen mit jener gegen den Mitbeschuldigten C._____ durchgeführt (Pr...
	1.3. Stimmengutachten
	Der Beschuldigte wurde vom Gutachter des Forensischen Instituts Zürich zwecks Abgabe von Stimmvergleichsproben vorgeladen. Dieser Vorladung leistete er unter Verweis auf sein Aussageverweigerungsrecht keine Folge (Urk. 131; Urk. 137 S. 12). Der Beweis...
	1.4. Weiterer Fortgang des Berufungsverfahrens

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Der amtliche Verteidiger beantragt einen vollumfänglichen Freispruch, die Herausgabe der sichergestellten Barschaft sowie eine angemessene Genugtuung für die erlittene Haft. Nicht angefochten werden einzig die vorinstanzliche Dispositiv-Ziff. 3 b...
	2.2. Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberufung auf das Strafmass und beantragt anstelle der vorinstanzlichen Bestrafung mit 5 Jahren und 3 Monaten eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten (Urk. 97; Urk. 113).

	III. Prozessuales
	1. Aktenbeizug
	1.1. Die amtliche Verteidigung geht davon aus, dass die getrennte Verfahrensführung, die Verweigerung der Akteneinsicht in parallel geführten Verfahren und die Durchführung einer erstinstanzlichen Hauptverhandlung mit drei Beschuldigten, ohne formelle...
	1.2. Der amtliche Verteidiger beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung sodann den Beizug der Akten des Strafverfahrens gegen D._____ und E._____ sowie B._____ und C._____ (Urk. 112 S. 9).
	1.3. Die Verfahren gegen den Beschuldigten, D._____, E._____, C._____ und B._____ wurden vor dem Bezirksgericht Bülach zunächst gemeinsam geführt und die Verteidigung hatte auch die Möglichkeit zur Einsicht in die Akten dieser Mitbeschuldigten (Urk. 8...
	1.4. Ob Akten von Mitbeschuldigten beizuziehen sind, hängt in erster Linie davon ab, ob die Mitbeschuldigten Taten gemeinschaftlich verübten und somit im selben Verfahren zu behandeln sind. In zweiter Linie ist ein Aktenbeizug auch geboten, wenn sich ...
	1.5. Soweit es D._____ und E._____ betrifft, war zwar im Laufe der Untersuchung noch offen, ob diese beim Drogenhandel mit dem Beschuldigten zusammengewirkt haben. Auch im heutigen Zeitpunkt kann letztlich nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschu...
	1.6. Offenbar hatte die Verteidigung denn auch Einsicht in die Strafakten von E._____ genommen, zitierte sie doch an der Berufungsverhandlung Vorwürfe und konkrete Aktenstücke unter Angabe der Actorennummern aus jenem Verfahren (Urk. 112 S. 11). Ihr E...
	1.7. B._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 14. Februar 2018 wegen mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 8 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (DG170020-C). Die dagegen erhobene Berufung wurde mi...
	1.8. Die Berufungsverfahren gegen den Beschuldigten und C._____ wurden auch am Obergericht unter zwei Prozessnummern geführt. Die Berufungsverhandlungen in beiden Verfahren fanden, wie bereits vor Vorinstanz, gemeinsam im Beisein aller Beteiligter sta...
	1.9. Nicht beigepflichtet werden kann dem Argument der Verteidigung, dass im Falle eines Weiterzugs der Sache an das Bundesgericht nicht auf Akten verwiesen werden könne, die nicht formell beigezogen worden seien (Urk. 112 S. 9). Zum einen ist es wege...
	1.10. Es besteht somit kein Grund für einen rein formellen Entscheid über den Beizug von Akten, die der Verteidigung zur Einsicht zur Verfügung standen und aus welchen sie heute nichts zu Gunsten des Beschuldigten ableitet.

	2. Bewilligung von Zufallsfunden aus den Überwachungsmassnahmen
	Abgesehen von der Kritik an der Untersuchungsführung ist nicht ersichtlich, was der Verteidiger aus der Feststellung, wonach das Zwangsmassnahmengericht hinsichtlich der Verwertbarkeit von Zufallsfunden heute wohl anders entscheiden würde, konkret abl...

	3. Änderungen der Anklage
	3.1. Ebenso ist nicht erkennbar, was der Verteidiger aus den Änderungen der Anklagen gegen B._____ und C._____ ableiten will (Urk. 112 S. 6 in Verbindung mit Urk. 30). Der Beschuldigte ist davon nicht betroffen.
	3.2. Weiter bemängelt der Verteidiger, dass dem Beschuldigten wegen Handlungen mit C._____ und F._____ Anstaltentreffen zu Drogenhandel vorgeworfen werde, während in den Anklageschriften gegen C._____ und F._____ davon nichts zu finden sei (Urk. 112 S...

	4. Beizug sämtlicher Videoaufzeichnungen betreffend den Garagenbetrieb  "G._____ AG"
	4.1. Im Garagenbetrieb G._____, von welchem aus – gemäss Wortlaut der Staatsanwaltschaft – der "A._____-D._____-E._____-Clan" Drogenhandel betrieb, waren private Videoüberwachungskameras installiert. Gemäss Angaben der Verteidigung habe der Beschuldig...
	4.2. Auch von der Staatsanwaltschaft wurde nie geltend gemacht, dass nur der Beschuldigte in jener Garage verkehrt sei. Es kann zwanglos angenommen werden, dass auch weitere Personen von den Überwachungskameras erfasst wurden. Daraus lassen sich aller...

	5. Dokumentation der Überwachungsmassnahmen
	5.1. Im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren gegen den "A._____-D._____-E._____-Clan" (abermals Wortlaut der Staatsanwaltschaft) wurden über einen längeren Zeitraum zahlreiche Überwachungsmassnahmen bewilligt. Der Verteidiger rügt, die Staatsanwa...
	5.2. Darüber hinaus ist an der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte festzuhalten, wonach von der beschuldigten Person verlangt werden darf, spezifische Gründe für ihr Gesuch auf Einsicht in möglicherweise sachdienliche Akten...

	6. Lange Dauer der geheimen Ermittlungen gegen den Beschuldigten
	6.1. Die Verteidigung rügt, dass die dem Beschuldigten vorgeworfenen Drogenhandelsaktivitäten das Jahr 2013 betreffen, der Beschuldigte jedoch erst am 7. Januar 2015 verhaftet worden sei (Urk. 112 S. 18). Es sei unzulässig, wenn Strafuntersuchungsbehö...
	6.2. Dieser Einwand kann in gewissen Fällen durchaus seine Berechtigung haben, insbesondere wenn die Strafuntersuchung in geradezu rechtsmissbräuchlicher Weise verzögert wird. Davon kann vorliegend aber keine Rede sein. Ermittlungen gegen internation...

	7. Übersetzungsfehler
	7.1. Soweit die Rüge von Übersetzungsfehlern die abgehörten Gespräche in der Wohnung von C._____ betreffen (Urk. 144 S. 8), muss nicht weiter darauf eingegangen werden, weil ohnehin nicht auf diese Aufnahmen abgestellt werden kann, da die Identität de...
	7.2. Da die Vorwürfe des Drogenverkaufs an B._____ nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden, ist auch der Antrag auf Neuübersetzung des Tagebuches von B._____ abzuweisen. Dieses Tagebuch hat für die im Berufungsverfahren verbleibenden Ankl...
	7.3. Abzustellen ist vorliegend auf die SMS-Kommunikation des Beschuldigten. Sämtliche relevanten SMS hat die Vorinstanz in ihrem Entscheid in der deutschen Übersetzung zitiert. Hinsichtlich keiner dieser SMS legte der Beschuldigte dar, inwieweit ein ...

	8. Identifikation des Beschuldigten anhand des Stimmenvergleichs
	8.1. Der Beschuldigte liess bereits vor Vorinstanz bestreiten, die Person zu sein, welche auf den abgehörten Gesprächen zu hören sei (Prot. I S. 24). Daran hielt er auch im Berufungsverfahren fest und beantragte ein Stimmanalyse-Gutachten (Urk. 111 S....
	8.2. Ein forensisches Stimmengutachten umfasst einerseits eine technische Analyse des Audiomaterials, andererseits aber auch eine linguistische Analyse auf den drei Betrachtungsebenen Stimme, Sprache und Sprechweise. Man unterscheidet zwischen akustis...
	8.3. Das Gutachten des Forensischen Instituts gelangte zum Schluss, dass eine eindeutige Sprecherzuordnung und Identitätsermittlung der Sprecher anhand des qualitativ schlechten Materials und aufgrund von fehlendem tauglichen Vergleichsmaterial nicht ...
	8.4. Aus diesem Grund kann allein aufgrund des Audiomaterials der abgehörten Gespräche aus der Wohnung von C._____ nicht rechtsgenügend geschlossen werden, dass es sich bei einem der Sprecher um den Beschuldigten handle.
	8.5. Die Tatsache, dass die Übersetzungen jener Audioaufnahmen bzw. Gespräche (teilweise) für eine forensische Analyse ungenügend waren, lässt aber nicht den Schluss zu, dass auch die Übersetzung der SMS-Kommunikation sinnentstellende Fehler enthalte....
	8.6. Was abgehörte Telefongespräche betrifft, so ergibt sich die Identifikation des Sprechers im Nachfolgenden jeweils aufgrund der Übereinstimmung mit weiteren Beweisen, insbesondere Standortdaten des Mobiltelefons des Beschuldigten oder inhaltlichen...
	8.7. Dass die Übersetzungen dieser Telefongespräche relevante sinnentstellende Fehler enthalten, hat die Verteidigung ebenfalls nicht dargelegt. Immerhin standen die Dolmetscher unter der Androhung strafrechtlicher Konsequenzen bei wissentlich falsche...

	IV. Sachverhalt
	1. Überprüfungsumfang
	2. Verweis auf Erwägungen der Vorinstanz
	Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann die Rechtsmittelinstanz für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen. Soweit nachfolgend auf Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen wir...

	3. Vorbemerkung
	3.1. Bei der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten handelt es sich um ein kleines Segment aus einer sehr grossen und komplexen Strafuntersuchung im Umfeld der Familie A._____-D._____-E._____ wegen Drogenhandels. Bei Durchsicht der Akten kann man s...
	3.2. Die Beweisführung der Staatsanwaltschaft stützt sich weitgehend auf Niederschriften von abgehörten Gesprächen. Die Staatsanwaltschaft äusserte vor Vorinstanz selbst, dass dabei die Zuordnung des Beschuldigten als einer der Gesprächspartner zentra...
	3.3. Die Vorinstanz hat mit sehr grossem Aufwand und Akribie versucht, mittels Interpretation von abgehörten Gesprächen bzw. mit teilweise kaskadenhaft anmutenden Spekulationen über die Bedeutung der Gesprächsinhalte in Kombination mit Querverweisen z...
	3.4. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die vorinstanzliche Akturierung bzw. Aktenzitierung Missverständnissen Vorschub leistet. Im Aktenverzeichnis und in der Urteilsbegründung stellt die Vorinstanz den Aktenstellen der Untersuchungsakten ein...

	4. Verstrickung des Beschuldigten in den Drogenhandel
	4.1. Die Vorinstanz hat ausführlich und detailliert geschildert, wie der Beschuldigte im Drogenhandel verwickelt war. Insbesondere hat sie dargelegt, dass der Beschuldigte mehrere Kurzbesuche bei C._____ gemacht hat, welche sich aufgrund der gesamten ...
	4.2. Der Beschuldigte berief sich während dem gesamten Verfahren praktisch ausnahmslos auf sein Aussageverweigerungsrecht und machte auf Vorhalt der belastenden Passagen der abgehörten Gespräche keine Aussagen (Urk. 1/2/1 - 1/2/35). Insofern stehen di...

	5. Anklageziffer A.1.a, Vorgang (= VG) 23
	5.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe vor dem 29. April 2013 sowie am 17. Mai 2013 jeweils ein halbes Kilogramm Heroingemisch verkauft. Es handelt sich um eine Drogenübergabe an einen unbekannten Mann namens "L._____" aus der Region Genf.
	5.2. Die Vorinstanz würdigt zahlreiche abgehörte Telefongespräche in einem Gesamtzusammenhang und erachtet diese Lieferung als erwiesen. Dieser Auffassung ist beizupflichten, und es ist auf die Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 89 S. 19 - ...

	6. Anklageziffer A.1.b) aa), VG 37/3
	6.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 5. Juni 2013 C._____ in dessen Wohnung in M._____ ein halbes Kilogramm Heroin zum Erwerb angeboten (Urk. 1/11 S. 3).
	6.2. Dies ist aus dem abgehörten Gespräch zwischen dem Beschuldigten (in der Legende in Anlehnung an dessen Vorname A._____ als "A'._____" bezeichnet) und C._____ abzuleiten, als der Beschuldigte C._____ fragt, ob er ein "Halbes" wolle (Urk. 1/2/5 Bei...
	6.3. Die Verteidigung beruft sich zur Entlastung auf einen Standortnachweis des Mobiltelefons des Beschuldigten mit der Nummer .... Dieser dokumentiere, dass der Beschuldigte zur fraglichen Zeit in der Stadt Zürich gewesen sei (Urk. 112 S. 11 i.V.m. U...
	6.4. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist zudem entgegen der Auffassung der Verteidigung nicht zu erblicken, wenn die Anklageschrift bloss das Anbieten von Heroin nennt und an jener Stelle nicht die Worte des Anstalten Treffens erwähnt (Urk. 11...

	7. Anklageziffer A.1.c) gg), VG 37/4
	7.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe C._____ am 14. August 2013 in dessen Wohnung 240 Gramm Heroingemisch übergeben.
	7.2. Der Vorhalt stützt sich auf ein abgehörtes Gespräch in der Wohnung von C._____, das im Wortlaut auch im vorinstanzlichen Urteil wiedergegeben wird (Urk. 89 S. 89). Daraus geht hervor, dass C._____ zunächst Geldscheine bis zum Betrag von Fr. 8'500...

	8. Anklageziffer A.2.1., VG 37/5
	8.1. Gemäss Anklage habe der Beschuldigte am 21. November 2013 C._____ in dessen Wohnung ein Heroinmuster angeboten (Urk. 1/11 S. 4).
	8.2. Dieser Sachverhalt basiert auf einem abgehörten Gespräch vom 21. November 2013 in der Wohnung von C._____, bei welchem zunächst drei Personen anwesend waren. Eine Person sagte zu C._____: "Ich habe dir ein Muster mitgebracht" (Urk. 1/2/9 Beilage ...

	9. Anklageziffer A.2.2., VG 37/5
	9.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 30. November 2013 C._____ in dessen Wohnung 250 Gramm Heroin angeboten und rund eine Stunde später 244 Gramm geliefert zu haben (Urk. 1/11 S. 4).
	9.2. Bei den Akten ist die Niederschrift des abgehörten Gesprächs vom 30. November 2013 zwischen dem Beschuldigten, einem unbekannten Mann namens "O._____" und C._____ in dessen Wohnung (Urk. 1/2/9 Beilage 372d). C._____ sagte gegenüber dem Beschuldig...
	9.3. Die Vorinstanz hat dargelegt, dass die Bewegung des Mobiltelefons des Beschuldigten anhand der Standortdaten eine äusserst auffällige Übereinstimmung mit dem Gesprächsinhalt, wonach er Drogen hole und wieder zurückkehre, aufweist (Urk. 89 S. 34 -...

	10. Anklageziffer B.1.1. - B.1.4.
	10.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 30. Oktober 2013 F._____ in P._____ [Ortschaft] getroffen und eine Heroinübergabe besprochen zu haben. Am 2. November 2013 habe der Beschuldigte den von F._____ vermittelten Abnehmer getroffen und diesem im...
	10.2. Die Verteidigung anerkennt, dass eine nachvollziehbare Kommunikationskette dokumentiert sei, welche auf einen Drogenhandel im Bereich von 1 - 100 Gramm hinweise. Eine Übergabe von Drogen seitens des Beschuldigten sei jedoch nicht nachgewiesen (U...
	10.3. Die Mitteilung von Q._____ an F._____, wonach er schauen werde, wie das Auto laufe (Urk. 1/2/12 Beilage 28), genügt nicht für den Nachweis, dass der Beschuldigte diesem vorgängig eine Heroinprobe übergeben habe, die er nun prüfen müsse. Dies, au...
	10.4. Der Mitbeschuldigte F._____ hat in der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten zugegeben, dass ein Treffen mit dem Beschuldigten und einer Person namens Q._____ am 8. November 2013 stattgefunden habe (Urk. 1/2/19 S. 4). Der in unmittelba...
	10.5. Dieser Anklagesachverhalt ist deshalb im Umfang von 100 Gramm rechtsgenügend nachgewiesen, in Bezug auf eine höhere Menge nicht.

	11. Anklageziffer B.3.
	11.1. Dem Beschuldigten wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, er habe F._____ am 8. Dezember 2013 200 Gramm Heroin geliefert (Urk. 1/11 S. 5).
	11.2. Auch diesbezüglich brachte die Verteidigung vor, dass lediglich gesagt werden könne, dass der Beschuldigte mit F._____ gesprochen habe, es aber nicht zu einer Drogenübergabe gekommen sei (Urk. 112 S. 24).
	11.3. Es kann auf die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 89 S. 133 - 140). Wiederum ist aufgrund früherer Mitteilungen und des Gesamtzusammenhangs klar, dass mit den Codeworten "Kaffee trinken" ein Treffen zwecks Vereinba...
	11.4. In der Folge kam es offenbar nicht zur Lieferung, weshalb sich F._____ in der SMS vom 5. Dezember 2013 beim Beschuldigten beklagte, dass er ihn habe hängen lassen (Urk. 1/2/15 Beilage 6). Die beiden vereinbaren dann am 7. Dezember 2013 ein Treff...
	11.5. Am 8. Dezember 2013 kam dann die folgende, im Gegensatz zu den hektischen SMS zuvor nahezu entspannte Mitteilung des Beschuldigten an F._____: "Mein Freund, geht es dir gut? Geht der Familie gut?" worauf F._____ antwortete: "Alles in Ordnung Fre...

	12. Anklageziffer B.5.
	12.1. Unter dieser Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, F._____ am 18. Dezember 2013 in R._____ 200 Gramm Heroin geliefert zu haben (Urk. 1/11 S. 5).
	12.2. Die Verteidigung verweist in ihrer Berufungsbegründung diesbezüglich auf ihre Ausführungen vor Vorinstanz (Urk. 112 S. 24; vgl. Urk. 67 S. 46 - 50).
	12.3. Die Vorinstanz hat dargelegt, dass F._____ im abgehörten Gespräch vom 15. Dezember 2013 dem Beschuldigten mit codierten Worten ankündigt, dass er am Mittwoch (18. Dezember 2013) seinen Drogenabnehmer treffen und ihm das Heroin übergeben werde (U...
	12.4. Ob die spätere SMS vom 20. Dezember 2013 einer unbekannten Person an F._____, wonach "die Braut sehr gut gewesen sei", diese Lieferung betraf, kann dahingestellt bleiben (Urk. 1/2/18 Beilage 27). Es kann ausgeschlossen werden, dass sich der Besc...
	12.5. Schliesslich überzeugen auch die Ausführungen der Vorinstanz zur Menge von 200 Gramm, was aus den zwei verräterischen Punkten in den SMS des Beschuldigten an F._____ vom 14. Dezember 2013, 09:59 Uhr (Urk. 1/2/18 Beilage 1), sowie in jener vom 18...
	12.6. Auch die Übergabe von 200 Gramm Heroin am 18. Dezember 2013 in R._____/LU ist deshalb rechtsgenügend nachgewiesen.

	13. Anklageziffer B.6.
	13.1. Am 27. Dezember 2013 habe der Beschuldigte aufgrund einer am Vortag erfolgten Bestellung 200 Gramm Heroin an F._____ ausgeliefert (Urk. 1/11 S. 5).
	13.2. Wiederum vereinbarten F._____ und der Beschuldigte ein Treffen um "Kaffee zu trinken" (Urk. 1/2/18 Beilagen 51 - 67). F._____ sagte dem Beschuldigten, er solle 2 Telefone mitnehmen. Die Vorinstanz hat überzeugend dargelegt, dass damit einmal meh...
	13.3. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 89 S. 149 - 151). Der Anklagesachverhalt ist erstellt.

	14. Anklageziffer B.7.
	14.1. Dem Beschuldigten wird unter dieser Anklageziffer vorgeworfen, F._____ am 6. Januar 2014 eine Menge von 200 Gramm Heroin angeboten und diese am 25. Januar 2014 in R._____ übergeben zu haben (Urk. 1/11 S. 5). Die Übergabe erachtete die Vorinstanz...
	14.2. Der Vorwurf stützt sich auf zwei SMS. Am 6. Januar 2014 fragte F._____ beim Beschuldigten an, ob sie am selben Tag gemeinsam Kaffee trinken wollen (Urk. 1/2/18 Beilage 75). Dies bestätigt der Beschuldigte mit seiner SMS rund 10 Minuten später (U...
	14.3. Die Vorinstanz hat richtig hergeleitet, dass mit den Worten Kaffeetrinken wiederu