# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d1c2630-4760-5a81-bc8b-af75c7282214
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-02
**Language:** de
**Title:** Statusänderung als Revisionsgrund: Überprüfung aller Sachverhaltslemente
**Docket/Reference:** IV.2012.01096
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.01096.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.01096
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
2. Dezember 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967 geborene
X.___
war hauptberuflich als Haus
frau und stundenweise als Alterspflegerin/Hauspflegerin tätig, als sie sich am
24. August 2001 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
7
/3). Die IV-Stelle klärte die er
werblichen (Urk.
7/4 und Urk. 7/8
) und medizinischen (Urk.
7/2 und Urk. 7/8
) Verhältnisse
ab
, führte eine Haushaltsabklärung durch (Abklärungsbericht vom 4. April 2002,
Urk.
7
/11)
und liess die Versicherte durch
Dr.
med.
Y.___
, FMH ortho
pä
dische Chirurgie, begutachten (Gutachten vom 9. November 2002, Urk.
7
/22 = Urk.
7
/23).
Mit Verfügung vom 6. Mai 2003 sprach die IV-Stelle gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 48 % mit Wirkung ab 1. Dezember 2000 eine halbe Rente
als Härtefallrente zu (Urk. 7/30 und Urk. 7/32).
Die
Invalidi
tätsbemessung
basierte auf der
gemischten Methode (je 50 % Erwerbs- und Haushaltstätigkeit).
1.2
Da
X.___
im Fragebogen für die amtliche Revision der
Invalidenrente vom 4. April 2004 angab, ihr Gesundheitszustand habe sich ver
schlech
tert (Urk. 7/33), klärte die IV-Stelle wiederum die erwerblichen (Urk. 7/3
7 und Urk. 7/43) und die medizinischen (Urk. 7/41) Verhältnisse ab und führte er
neut eine Haushaltsabklärung durch (Urk. 7/47).
Mit Verfügung vom 5. Januar 2005
lehnte die IV-Stelle eine Rentenerhöhung ab, da der Invaliditätsgrad nur bei 40 % liege (Urk. 7/49). Mit einer weiteren Verfügung vom
10. März 2005 re
du
zierte die IV-
Stelle die Invalidenrente per 1. Mai 2005
auf eine
Viertelsrente
, da kein Härtefall mehr gegeben sei (Urk. 7/50).
Auf die Einsprache der Versicherten vom 28. März 2005 (Urk. 7/54/20) trat die IV-Stelle in Bezug auf die Verfügung vom 5. Januar
2005 mit En
tscheid vom 19. April 2005 wegen Verspätung nicht ein, bezüglich der Verfügung vom 10. März 2005 stellte sie einen Entscheid zu
einem späteren Z
eitpunkt in Aus
sicht (Urk. 7/52). Die hiergegen erhobene Beschwerde von
X.___
vom 17. April 2005 (Urk. 7/54/3) hiess das hiesige Gericht mit Urteil
vom 14. November 2005
gut und wies die Sache an die IV
-Stelle zurück, damit sie
auf die Einsprache vom 28. März 2005 eintrete und materiell entscheide (Pro
zess-Nr. IV.2005.00570).
In der Folge holte die IV-Stelle den Arztbericht von
Dr.
Y.___
vom 4.
Mai 2006
(
Urk.
7
/
60) und 24. August 2006 (
Urk.
7
/63) sowie diverse
Verlaufsbe
richte
der Klinik
Z.___
(
Urk.
7
/61) ein und liess durch
Dr.
med.
A.___
, Or
tho
pädische Chirurgie FMH, ein Gutachten erstellen (Gutac
hten vom 4. Januar 2007,
Urk.
7
/66). Mit Vorbescheid vom 8. Februar 2007 stellte die IV-Stelle die Ein
stellung der Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
7
/70). Nachdem
X.___
hiergegen am 27. Februar 2007 Einwände erhoben hatte (
Urk.
7
/75), stellte die IV-Stelle die Rentenleistungen per Ende April 2007 ein, da der
Invali
ditätsgrad
nunmehr
26
%
betrage (Ver
fügung vom 1
2.
März 2007,
Urk.
7/77). Mit Eingabe vom 27. März 2007 erstattete die
Klinik Z.___
,
Wir
bel
säulen
zentrum
, Bericht über die Konsultation vom 20. März 2007 (
Urk.
7
/80).
Gegen die Einstellungsverfügung vom 12. März 2007 erhob
X.___
mit Ein
gabe vom 1. A
pril 2007 Beschwerde und beantragte die Aus
richtung einer In
validenrente (Urk. 7/81/3-4)
.
Mit Schreiben vom 24. August 2007 teilte
X.___
der IV-Stelle mit, dass sich ihr Gesundheitszustand
in psychischer Hinsicht
ver
schlechtert habe (Urk. 7/94). In der Folge wurde sie
a
m 12. Dezember 2007 von
Dr.
med.
B.___
, Spezialarzt Psychiatrie und Psychotherapie (FMH) und
FA psychoso
matische und psychosoziale Medizin (APPM), psychiatrisch-psy
chotherapeutisch begutachtet (Gutachten vom 15. Februar 2008, Urk. 7/107).
Gegen den Vorbe
scheid vom 14. Mai 2008 (Urk. 7/115), wonach
kein Anspruch auf eine IV-Rente bestehe und
das ausstehende Urteil des
Sozialversiche
rungs
ge
richtes
des Kan
tons Zürich abzuwarten sei,
erhob die Versicherte am 10. Juni 2008
Einwand (Urk. 7/117)
.
Mit Urteil vom 7. August 2008 hiess das hiesige Gericht die Beschwerde der Ver
sicherten gegen die Einstellungsverfügung vom 12. März 2007 teilweise gut (Urk. 7/122) und stellte in Aufhebung der angefochtenen Verfügung fest, dass
X.___
nach dem 30. April 2007 bei einem
Gesamt
in
va
liditätsgrad
von 49 % weiterhin Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Im Weiteren erfolgte eine Rückweisung, damit die IV-Stelle die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Härtefallrente über den 1. Mai 2005
hinaus
prüfe.
1.3
Am 29. August 2008 wurde
X.___
durch
Dr.
med.
C.___
, Prak
tische Ärztin, vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) un
ter
sucht (RAD-Untersuchungsbericht vom 9. Dezember 2008, Urk. 7/126).
Mit Schrei
ben vom 20. Juni 2009 (Urk. 7/135) ersuchte die Versicherte um die
Ge
währung von be
ruflichen Massnahmen
, worauf
die IV-Stelle
eine
Einglie
de
rungs
beratung
durch
führte
(Urk. 7/145).
1.4
Am 18. November 2009 ersuchte
X.___
um Erhöhung der Rente und machte geltend, sie würde
aufgrund der bevorstehenden Ehe
scheidung
(ohne Gesundheitsschaden) ab
Mai
2008
zu 100 % berufstätig sein
(Urk. 7/148
und Urk. 7/169/3
).
Die IV-Stelle zog daraufhin einen Arztbericht von
Dr.
med.
D.___
, FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie, vom 30. No
vember 2009
(Urk. 7/149) bei
und
liess die Versicherte
bidisziplinär
be
gut
achte
n. D
ie rheumatologische Begutachtung führte
das
E.___
durch
(Gutachten vom
1. Dezember 2010, Urk. 7/165
), welche
für die psychiatrische Beurteilung
Dr.
med.
F.___
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH
, zertifizierter medizi
ni
scher Gut
achter SIM,
von der Klinik
G.___
(
Gutachten vom 29. Oktober
2010,
Urk. 7/164)
bei
zog
. Am 2. Februar 2011 erfolgte eine erneute
Haushalts
ab
klä
rung
(Abklärungsbericht vom 10. Februar 2011, Urk. 7/169).
Mit Vorbe
scheid
vom 18. August 2011 stellte
die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente in Aus
sicht (Urk. 7/176). Nachdem
X.___
– vertreten durch
die
pro
infir
mis
H.___
– hiergegen am 19. September 2011 Einwände erhoben hatte (Urk. 7/180), stellte die IV-Stelle die Rentenleistu
ngen per Ende November 2012 ein. Sie qualifizierte
X.___
neu als zu 100 % erwerbstätig und errech
nete einen Invaliditätsgrad von 13 %
(Verfügung vom 12. Sep
tember 2012, Urk. 2).
2.
Gegen die
se
V
erfügung erhob
X.___
– vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
– mit Eingabe vom 10. Oktober 2012 Be
schwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei ihr weiterhin eine Invalidenrente auszu
richten
.
Zudem ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Be
stellung
von Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
zur
unentgeltliche
n
Rechts
bei
ständin
.
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
6. November 2012 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer
Akten Urk. 7/1-194). Mit Verfügung vom 27. November 2012 (Urk. 14) be
wil
ligt
e das hiesige Gericht der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozess
füh
rung
und bestellte Rechtsanwältin Sigg
Bonazzi
für das vorliegende Verfah
ren
zur
unentgeltliche
n
Rechtsvertreterin. Zudem wurde ein zweiter
Schriften
wech
sel
angeordnet. Mit Eingabe vom 18. März 2013 erstatte
te
die Beschwerde
füh
rerin innert erstreckter Frist Replik und stellte zusätzlich den Antrag
, es seien weitere
medizinische Abklärungen vorzunehmen
(Urk.
18
).
Die
Beschwerde
geg
nerin
ver
zichtete am 9.
April 2013 auf Duplik (Urk. 22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit er
forderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2
ATSG).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem
In
validitätsgrad
von mindestens 40
%
Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei ei
nem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
%
Anspruch auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
li
di
tätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
In
validität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
ent
gelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend
der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; ge
misch
te Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit
Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen
und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich
die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in sei
nen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
ge
richts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkung
en
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
an
spruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräf
tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder
welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechtskon
for
mer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE
133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009
vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprech
ung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 f. und 133 V 108 E. 5.4 S. 114 mit Hinweis). Nach der
bundesgerichtli
chen
Recht
sprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen
durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhält
nisse
festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f IVV) und die bisherige Invali
denrente da
her weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Ver
fügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichs
zeit
punkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
1.5
Um
den
In
validitätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
ge
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu neh
men, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Ar
beitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens is
t im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psy
chi
schen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
le
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind,
dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
per
t
e oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3.
Aufl. 1994, S.
24 f.).
2.
2.1
Zu prüfen ist, ob
sich der massgebliche Sachverhalt seit
der Verfügung vom
12. März 2007 (Urk. 7/77), welche mit
Urteil des hiesigen Gerichts vom 7. Au
gus
t
20
08
(Urk. 7/122)
materiell geprüft und
worin
festgestellt wurde, dass die Be
schwer
deführerin gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 49 % über den 30. April
2007 hinaus
Anspruch auf
eine
Viertelsrente
hat, bis zum Erlass der ange
foch
tenen Verfügung vom 12. September 2012 (Urk. 2) in einer für den Renten
an
spruch erheblichen Weise geändert hat
.
Auch eine
Qualifikationsän
derung
(so
ge
nannte Statusänderung)
und damit ein Wechsel der
Bemessungs
methode
stell
t
einen Revisionsgrund dar.
2
.2
Die Beschwerdeführerin selbst machte mit Schreiben vom 18. November 2009
(Urk. 7/148)
geltend, aufgrund der bevorstehen
den Ehescheidung würde sie o
hne
Gesundheitsschaden zu 100 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nach
gehen. L
aut Haushaltsabklärungsbericht
vom 10. Februar 2011 (Urk. 7/169)
er
scheint die 100%ige ausserhäusliche Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin durch
au
s na
c
hvollziehbar und plausibel. Auch die Beschwerdegegnerin geht rich
tigerweise von
die
se
r
veränderte
n
Qual
ifikation
aus
(Urk. 2 S. 3)
, weshalb
ein Revisionsgrund vorliegt.
3.
3
.1
Bei der Durchführung von Revisionen sind die Vollzugsorgane der Invaliden
ver
sicherung verpflichtet, den Untersuchungsgrundsatz zu wahren (Art. 43
Abs.
1
ATSG) beziehungsweise die versicherungsrelevanten
Sachverhaltsele
mente
abz
u
klären.
Liegt ein Revisionsgrund (hier: Statusänderung) vor, so hat eine umfass
en
de Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen, mithin auch eine neue ärztliche Beurteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähig
keit (
BGE
130
V 343 E. 3.5,
Urteil des Bunde
s
gerichts
8C_864/2011
vom
1. Februar
2012
E. 5.
1
mit Hinweisen)
.
3.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die Aufhebung des Rentenanspruchs
ge
stützt
auf das rheumatologische Gutachten des
E.___
vom 1. Dezember 2010 (Urk. 7/165)
im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführerin die ange
stamm
te mittelschwere bis schwere Tätigkeit in der Alterspflege nicht mehr mö
g
lich, ihr hingegen eine behinderungsangepasste (leichte bis mittelschwere
rücken
adaptierte
wechselbelastende Tätigkeit mit einer
Gewichtslimite
von 10 bis 15 Kilo
gramm)
zu 100 %
zumutbar sei
. Der Einkommensvergleich – bei ei
ner 100%igen
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall – ergebe unter Berücksichti
gung
eines Leidensabzuges von 10 % einen Invaliditätsgrad von 13 %.
Dabei berech
tige der Revisionsgrund der Statusänderung zu einer umfassenden
Neu
über
prü
fung
.
Es bestehe deshalb kein Rentenanspruch mehr (Urk. 2).
3.3
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber
der
Ansicht,
weder auf das rheuma
tologische
E.___
-Gutachten noch auf
das
psychiatrische Gutachten de
r Klinik
G.___
sei abzustellen. Das rheumatologische Gutachten vom 1. Dezember 2010 beruhe nicht auf allseitigen Untersuchungen, da keine neuen Röntgenbilder an
ge
fertigt und konsultiert worden seien.
Der neuste Röntgenbefund vom 1
2.
Sep
tember 2012 (Urk. 19/1, von der Beschwerdeführerin eingereicht) zeige dagegen
Höhenminderungen der Bandscheiben L2/3, L3/4 und L4/5, welche wahrschein
lich bereits im Begutachtungszeitpunkt im Jahre 2010 vorgelegen hätten und von
den
E.___
-Ärzten jedoch
mangels aktueller Röntgenbilder
nicht berücksichtigt
worden seien
, weshalb
die Beurteilung nicht korrekt erfolgt sei.
Ansonsten sei ge
stützt auf den neuen Röntgenbefund der Schluss zu ziehen, dass sich seit der Be
gutachtung im September 2010 der Gesundheitszustand der Beschwerde
füh
rerin massiv verschlechtert habe.
Auf das psychiatrische Gutachten dürfe nicht abge
stellt werden, da es sich bei der „Klinik“
G.___
um eine normale Arztpraxis handle
und dabei die Verwen
dung des Begriffes „Klinik“ als unlauter gelte
und gegen das Täuschungsverbot verstosse. Indem sich
Dr.
F.___
überdies als „Chefarzt“ bezeichne, erwecke er einen falschen Anschein, weshalb Zweifel an seiner Eignung als Gutachter an
gebracht seien. Da
Dr.
F.___
überdies von der
E.___
und nicht von der
Be
schwerdegegnerin
beauftragt worden sei,
seien die formellen Voraussetzungen für eine fachgerechte Beurteilung nicht eingehalten worden.
Den Gutachten sei
aus all diesen Gründen
der Beweisw
ert ab
zusprechen. Es seien
deshalb
weitere (medizinische) Abklärungen vorzunehmen.
Ausserdem dürfe auch
bei einer freien Überprüfung des Rentenanspruchs (im Rahmen eines
Methoden
wechsels
, der zur Revision berechtige) nicht
ohne Notwendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditätsschätzung zugrunde gelegten Kriterien ab
gewichen wer
den,
das heisst
einfach ein neues Gutachten an die Stelle früherer Gutachten
ge
stellt werden, ohne die früheren Gutachten zu berücksichtigen
(Urk. 1
und Urk. 18
)
.
4.
4.1
Zu prüfen ist deshalb
der Gesundheit
szustand der Beschwerdeführerin
.
4.2
In medizinischer Hinsicht massgebend für die
ursprüngliche
Rentenzusprache
war
das Guta
c
hten von Dr.
Y.___
vom 9. November 2002 (
Urk. 7/22
), worin fol
gen
de Diagnosen gestellt wurden:
L
2
/3:
Osteochondrose
, Diskushernie
L3/4:
Osteochondrose
,
Diskusprotusion
L4/5:
Osteochondrose
, Diskushernie
L4 bis S1:
Spondylarthrosen
.
Es bestünden Schmerzen und eine Veränderung der Statik der Wirbelsäule so
wie eine verminderte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule. Zudem bestehe ein ab
geschwächter Patellarsehnenreflex rechts. Ansonsten fänden sich keine kli
nischen Hinweise auf eine Kompression der Nervenwurzel lumbal. Im Röntgen zeigten sich
leichtgradige
degenerative Veränderungen und im MRI schwerwie
gende degenerative Veränderungen auf diversen Niveaus der
Lendenwirbel
säule
.
Im Szintigramm lasse sich eine
leichtgradige
pathologische Anreicherung an der Lendenwirbelsäule erkennen. Da keine neurologischen Ausfälle vorlägen und in den bildgebenden Verfahren keine Kompression der Nervenwurzeln sichtbar sei,
sei von einer Operation abzuraten. Konservative Massnahmen dürften keinen rich
tungsweisenden Einfluss auf das Gebrechen haben. Die
Be
schwerdeangaben
seien glaubhaft. Die Beschwerden seien mittels der aktuellen bildgebenden Ver
fahren klar objektivierbar. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei die Be
s
chwerdeführerin aus orthopädisch chirurgischer Sicht für immer höchstens zu 25
%
arbeitsfähig. Zumutbar sei eine körperlich leichte Er
werbstätigkeit von 2
bis 3 Stunden pro Tag. Nicht zumutbar seien das Heben von Gewichten und eine
vornübergeneigte
Haltung. Günstig sei eine wechsel
belastende Tätigkeit, proble
matisch eine rein sitzende Tätigkeit.
4
.
3
Im
Bericht vom 20. September 2007 über den Klinikaufenthalt vom 30. Juli bis 2
2.
August 2007 in der Klinik
I.___
(
Urk.
7/97)
diagnostizierten die behan
delnden Ärzte
eine
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion ge
mischt (ICD-10: F43.22) sowie
ein
chronisch rezidivierendes
Dorsolumbover
te
bralsyndrom
bei Flachrücken und sekundär degenerativen Veränderungen nach
Morbus Scheuermann. Die Beschwerdeführerin leide aus psychologisch-ärzt
licher
Sicht an einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reak
tion auf dem
Boden jahrelanger Rückenbeschwerden. Darüber hinaus kämen eine traumati
sie
re
nde familiäre Belastungssituation mit fraglichem Missbrauch durch den Gross
v
ater sowie ein konfliktreiches, angsterfülltes Verhältnis zum Vater als weitere
Einflussfaktoren hinzu. Im Rahmen der das körperliche
Auf
bauprogramm
be
gleitenden psychotherapeutischen Gespräche hätten neben dem chronischen
Schmerz
zustand
diverse Belastungsfaktoren familiärer und persön
licher Art
trans
parent gemacht werden können. Der Fokus sei hierbei vor allem auf
Kör
perwahrnehmung
, Förderung der Abgrenzungsfähigkeit sowie Auswege aus der Regression gelegt worden. Die Beschwerdeführerin sei dem integrierten psycho
somatischen Programm mit körperlichen, die Selbstwahrnehmung för
dernden
Tätigkeiten, mit Förderung der Entspannungskompetenz,
psychoedu
kativen
Vor
trä
gen, Physio- und Atemtherapie sowie Sozialberatung unterzogen worden. Sie
habe das körperliche Aktivierungsprogramm mit Wandern, Kraft- und Ausdauer
training,
Ergometertraining
, Gymnastik/Wassergymnastik und Schwimmen in einer altersentsprechend schwachen Belastungsgruppe durch
laufen, habe jedoch während des Aufenthaltes ihre Leistungsfähigkeit, insbe
sondere beim Gehen, steigern und in die nächst stärkere Gruppe aufsteigen können. Besonders habe
sie von diversen Entspannungsübungen, welche sich analgetisch auswirkten, pro
fitiert. Sie verlasse die Klinik in psychophysisch ge
stärktem und stabilisier
tem
Zu
stand mit der Einsicht, künftig in ihrer Tages
struktur mehr Raum für Be
wegung und Entspannung einzuräumen. Sie habe sich ausserdem motiviert gezeigt, eine medikamentöse antidepressive Therapie mit
Venlafaxin
(
Efexor
) zu beginnen. Die Arbeitsunfähigkeit habe im Zeitpunkt des Klinikaustritts bis ein
schliesslich 31. August 2007 100
%
betragen, danach sei eine Neubeurteilung notwendig.
4
.4
Der Gutachter
Dr.
B.___
hielt in seinem psychiatrisch-psychotherapeutischen Gutachten vom 15. Februar 2008 (
Urk.
7/107) fest, dass bei der Beschwerde
führerin zurzeit keine Störung gemäss ICD 10 (Kapitel V [F, psychische und Ver
haltensstörungen], WHO 1994) mit Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit vor
liege
. Bezüglich der körperlichen Erkrankungen verw
ies
er auf die Angaben in den beiden Gutachten von
Dr.
Y.___
vom 9. November 2002 (
Urk.
7/22) und von
Dr.
A.___
vom 4. Januar 2007 (
Urk.
7/66). Als weitere Diagnosen
erwähnte
er
(1)
einen
Sta
t
us nach Anpassungsstörung mit (a) Angst und depressiver Reak
tion gemischt (F.43.22) und (b) bei Ehekonflikt und Ende einer IV-Leistung, (2)
einen
Status nach Autounfall 1984 mit chronisch rezidivierendem
Dorso
lum
bo
ver
te
bralsyndrom
bei Flachrücken und sekundär degenerativen Ver
än
de
rungen bei
Morbus Scheuermann. Die im Arztbericht der Klinik
I.___
vom 20.
Sep
tem
ber
2007 genannte Anpassungsstörung mit Angst und depressi
ver Reak
tion ge
mischt
sei objektiv nicht mehr feststellbar. Der Verdacht auf eine anhaltende
soma
toforme
Schmerzstörung gemäss ICD 10 (F 45.4) könne aktuell nicht be
stätigt werden, da die Schmerzen ausreichend durch körperliche Er
kran
kungen
er
klär
bar seien und eine eindeutige Verstärkung der Schmerzen durch die ak
tuell
be
lastenden Lebensereignisse (unter anderem Ehekonflikt, fi
nanzielle
Sorgen) auf Nachfrage verneint werde. Die Präsentation der Störung könne auch
nicht als Simulation oder Aggravation beurteilt werden. Prognos
tisch sei bei an
ge
messener Fortführung der Behandlung von einer vollständigen Remission der depressiven Verstimmung auszugehen. Gegenwärtig bestehe aus psychia
trisch-psychotherapeutischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit für die bisherige und für eine angepasste Tätigkeit. Für Tätigkeiten im Haushalt bestehe ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, da die Beschwerde
führerin über eine freie Zeiteinteilung in einem gewohnten Umfeld verfüge. Berufliche Massnahmen könnten und sollten
per sofort eingeleitet wer
den.
4
.
5
Im RAD-Untersuchungsbericht vom 9. Dezembe
r 2008 (
Urk.
7/126) stellte Dr.
C.___
, welche
die Beschwerdeführerin am 29. August 2008 untersuchte,
die Hauptdiagnose eines chronisch rezidivierenden
Dorsolumbalsyndroms
mit/bei
Flachrücken und sekundären degenerativen Veränderungen bei Status nach
Mor
bus Scheuermann und als Nebendiagnose Status nach
Anpassungs
störung
mit
Angst und Depression gemischt (ICD-10: F 43.22). Die Wirbelsäule der Be
sch
werdeführerin sei abgeflacht und die Beweglichkeit eingeschränkt. Im Bereich
der Brust- und Lendenwirbelsäule verspüre sie bei Bewegungen Schmerzen. Die Muskulatur sei im Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich verhärtet und druckempfindlich. Die Beschwerdeführerin habe sich vorsichtig und verhalten fortbewegt, Gangunregelmässigkeiten seien während der Unter
suchung nicht zu beobachten gewesen. Beim
Lasègue
im Liegen habe sie bei 80° ein Ziehen an
ge
geben, links bei 90º. Der
Lasègue
im Sitzen habe vor der voll
ständigen Streck
ung
des Knies zu Schmerzen geführt. Für jedwede rückenbe
lastende Tätigkeit be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine angepasste Tätigkeit (leichte Tätig
keiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und T
ransportieren von Lasten
über 5
Kilogramm und ohne Verharren in
Zwangs
haltungen
) sei der Beschwer
de
führerin dagegen zu 100
%
zumutbar.
4.6
Grundlage für die rentenaufhebende Verfügung vom 1
2.
September 2012 bilden das rheumatologische Gutachten des
E.___
vom 1. Dezember 2010 (
Urk.
7/165) sowie das psychiatrische Gutachten der Klinik
G.___
vom 29. Oktober 2010 (
Urk.
7/164).
4.6.1
Im rheumatologischen Gutachten des
E.___
vom 1. Dezember 2010 (
Urk.
7/165) wurden folgende Diagnosen genannt:
Thorakovertebral
,
lumbospondylogenes
Syndrom beidseitig mit/bei:
-
m
ultisegmentalen, dehydrierten Bandscheiben auf Höhe Th9/10,
Th11/12
,
Th12/L1, L2/3, L3/4, L4/5 mit
mediolateral
gelegener, kleiner
Diskushernie L2/3 rechts (MRI vom 29. Oktober 2002) ohne eindeutige
Höhenverminderung oder
Modic
-Zeichen, noch Neurokompressionen
(MRI
vom 7. Juli 2006)
-
l
eicht
regredienter
Protusion
L2/3 2006 im Vergleich zu 2002
-
t
horakolumbalem
Flachrücken
-
g
eringfügig veränderten Wirbeln der Brustwirbelsäule (BWS), bei
Verdacht nach durchgemachtem Morbus Scheuermann (MRI der BWS
vom 18. März 2005)
-
m
uskulärer Insuffizienz
-
klinisch dringendem
Verdacht von Symptomausweitung mit
ausge
prägtem Angstv
ermeidungs- und Schonverhalten.
Die Leistungsbereitschaft sei fraglich und die Beobachtungen bei den Tests wie
sen auf eine Selbstlimitierung hin, so sei die Konsistenz bei den Tests mässig gewesen. Im Vergleich zu den beiden Gutachten in den Jahren 2002 und 2006 fänden sich derzeit objektiv somatisch keine wesentlichen Befundunterschiede beidseitig. So hätten sich klinisch nur wenig pathologische Befunde gefunden: nämlich ein Schulter- und Beckengeradstand, eine minime rechtskonvexe LWS-Skoliose, ein
thorakolumbaler
Flachrücken. Die Beschwerdeführerin habe ledig
lich eine Bewegungseinschränkung der LWS von einem Drittel des normalen Bewegungsumfanges gezeigt. Bei der Bewegungsprüfung der Wirbelsäule sei eine vollumfängliche, gute Entfaltung der Wirbelsäule im BWS- und HWS-Be
reich ersichtlich gewesen. Die LWS sei dagegen steif gehalten worden. Die Ro
tation der LWS, BWS und des ganzen Oberkörpers habe in der LWS gar keine
Schmerzen ausgelöst! Ausfälle der Patellarsehnenreflexe fänden sich keine, doch
habe die Beschwerdeführerin
auffälligerweise
darauf bestanden, zumindest rechts
einen Patellarsehnenreflexausfall zu haben. Die Beschwerdeführerin weise ein ausgesprochenes Schmerz-, Angst- und Vermeidungsverhalten auf. Mit Wahr
scheinlichkeit sei die Bewegungseinschränkung im Bereich der
Len
denwirbel
säule
(LWS) nicht somatischer Genese sondern auf dieses Schmerz-, Angst- und
Ver
meidungsverhalten
zurückzuführen. Die wiederholten
bildge
benden
Abklärung
en
ergäben keine medizinisch wirklich plausiblen nachvoll
ziehbaren strukturellen Veränderungen, die eine derartige Schmerzhaftigkeit und
Bewegungseinschrän
kung
der LWS erklärten. Die Beschwerdeführerin wirke auf Schmerzen in der LWS und in der unteren BWS stark fixiert. Seit der ersten Beurteilung im Jahre 2002 sei jedenfalls keine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes der Be
schwer
deführerin verifizierbar. Aufgrund der klinisch we
nig pathologischen Be
funde seien die Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durc
h die Gutachter
Dr.
Y.___
und
Dr.
A.___
– gestützt auf die damals vorhan
de
nen Bildgebungen der Wirbelsäule – nicht nachvoll
ziehbar. Es bestehe dagegen der Verdacht, dass sich diese Beurteilungen (25
%
arbeitsfähig gemäss
Dr.
Y.___
und 50
%
arbeitsfähig nach
Dr.
A.___
) über
wiegend auf die sub
jek
tive,
wahrscheinlich intensive Schmerz- und
Beschwer
deangabe
der Beschwer
deführerin, stützten.
Die bisherige Tätigkeit in der Alterspflege, welche als mittelschwer bis schwer zu taxieren sei, sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine leichte
rücken
adaptierte
wechselbelastende Tätigkeit (mit der speziellen Einschränkung: Heben Boden zu Taillenhöhe bis mindestens 10 Kilogramm, Heben Taillen zu Kopfhöhe
bis maximal 10 Kilogramm, Heben horizontal bis maximal 17.5 Kilogramm, Tra
gen rechte Hand bis mindestens 12.5 Kilogramm und Tragen linke Hand bis
mindestens 10 Kilogramm möglich) sei der Beschwerdeführerin ganztags zu
mut
bar.
4.6.2
Dr.
F.___
von der Klinik
G.___
legte im ps
ychiatrischen Gutachten vom 29.
Oktober 2010 (
Urk.
7/
1
64) dar, dass keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden könne. Der Status nach Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt, das sich im Verlauf 2007 schleichend ent
wickelt habe und spätestens im Februar 2008 abgeklungen sei (gemäss psychi
atrisch-psychotherapeutischem Gutachten von
Dr.
B.___
,
Urk.
7/107), wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Gemäss anamnestischen Angaben habe die Beschwerdeführerin schmerzbedingt immer wieder unter
Stimmungseinbrü
chen
, Ängstlichkeit und Nervosität gelitten, was aber sehr häufig bei chroni
schen Schmerzen auftrete und isoliert betrachtet die Kriterien einer psychiatri
schen Erkrankung nach ICD-10 nicht erfülle. Die wichtigsten psychokognitiven Funktionen (Gedächtnis, Gedankenfluss, Konzentrationsfähigkeit, Auffassungs
vermögen, Merkfähigkeit, psychische Belastbarkeit, geistige Flexibilität, Antrieb, Psychomotorik) seien intakt. In der bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdefüh
re
rin zu 100
%
arbeitsfähig; aus psychiatrischer Sicht sei sie nie über längere
Zeit arbeitsunfähig gewesen. Deshalb bestehe auch kein Bedarf nach angepass
ten
Tätigkeiten. Die berufliche Eingliederung könne jederzeit und ohne Ein
schrän
kung erfolgen.
5
.
5
.1
Das rheumatologische Gutachten des
E.___
vom 1. Dezember 2010 (Urk. 7/165)
basiert auf einer umfassenden rheumatologischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die begutachtenden Ärzte haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Be
schwerden
auseinandergesetzt. Zudem
haben sie
die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und
ihre
Schluss
folgerung nachvollziehbar begründet. Dem
E.___
-Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. Erwägung 1.6).
Die
E.___
-Gutachter stellten
schlüssig
fest, dass klinisch wenig pathologische Be
funde vorliegen
und
diese die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmer
zen und Bewegungseinschränkungen nicht erklärten, da die wiederholten
bild
ge
ben
den
Abklärungen keine d
erartige
Beschwerden verursachenden struktu
rellen Veränderungen zeigten.
So
ergaben
auch
die durchgeführten
Bewe
gungstests
grundsätzlich eine gute Beweglichkeit der Wirbelsäule
.
D
ie Rota
tion der LWS, BWS
sowie
des ganzen Oberkörpers
löste
keine Schmerzen in der LWS aus.
Es war
hin
gegen d
ie Beschwerdeführerin
selbst, welche
die LWS steif
hielt
und auf
Schmerzen in diesem Bereich fixiert
wirkte
.
Ausserdem beharrte sie auf dem Vor
liegen eines Patellarsehnenreflexausfalls rechts, obwohl kein solcher beobachtet
werden konnte.
Angesichts der Beobachtung
der
E.___
-Gutachter, wonach die Be
schwerdeführerin mit fraglicher Leistungsbereitschaft
und mässiger
Testkon
sis
tenz
sowie
selbstlimitierend
an der Evaluation mit
wirkte, erscheint
ihre
Schluss
folgerung, dass die Schmerzen und
Bewe
gungseinschränkungen
auf ein ausge
prägtes Angst-, Schmerz- und
Vermei
dungsverhalten
zurückzuführen sind, nach
vollziehbar
.
Bereits im Jahre 2002 stellte
Dr.
Y.___
degenerative Veränderungen auf di
versen Niveaus der LWS fest, doch lagen keine neurologischen Ausfälle oder Kom
pressionen der Nervenwurzel vor.
Wenn die
E.___
-Ärzte nun objektiv so
matisch keine eigentlichen Befundunterschiede zu den Gutachten aus den Jah
ren
2002 und 2006 finden
und keine Verschlechterung des Gesundheitszustan
des verifizierbar ist,
ist der geäusserte Verdacht, dass sich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von 25 % durch Dr.
Y.___
überwiegend auf die subjektive Schmerz- und Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin stütz
t
en
,
einleuch
tend. S
omit
stellt das aktuelle rheumatologische Gutachten des
E.___
vom 1. Dezember 2010 (Urk. 7/165)
unter
Einbezug
der früheren ärztlichen Beur
teilungen
überzeugend dar, dass aus somatischer Sicht keine derartigen struk
turellen Veränderungen der Wirbelsäule vorliegen, die eine
solche
Arbeits
un
fähigkeit zu begründen vermögen.
5.2
D
ie Beschwerdeführerin bringt
vor
, das Gutachten beruhe nicht auf all
seitigen
Untersuchungen, da keine neuen Röntgenbilder angefertigt worden seien (Urk. 18
S. 4 f.)
Es liegt
nun aber
im Ermessen der Ärzte, welche Untersuchungen sie für notwendig halten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_153/2013 vom 10. Mai 2013 E
.
3.2.1).
Das MRI der LWS vom 7. Juli 2006 in der
J.___
, welches den Gut
achtern zur Verfügung stand (Urk. 7/165/8), zeigte sogar eine
Re
gre
dienz
der im Jahre 2002 ersichtlichen
Bandscheibenprotusion
auf Höhe L2/3, weshalb das
E.___
keinerlei Veranlassung hatte, neue Röntgenbilder
her
zustellen
.
Im von der Beschwerdeführerin eingereicht
en
neusten
Röntgenbefund des
K.___
vom 12. September 2012 (Urk. 19/1)
wurden zwar
Höhenminderungen der Bandscheiben L2/3, L3/4 und L4/5 festge
halten
. Gleichzeitig konnte jedoch eine Diskushernie, ein Wirbelgleiten und eine spinale oder
neuroforaminale
Enge ausgeschlossen werden. V
ielmehr w
ur
d
e
die Ursache der Exazerbation in einer mechanischen Überbelastung durch musku
läre
Inbalance
vermutet.
So wurde denn auch lediglich eine Medizinische
Trai
ningstherapie
(MTT) empfohlen.
Diese Umstände führen
nicht dazu, dass
die Be
ur
teilung
durch das
E.___
, welches auf
das Erstellen neuer
Röntgenbilder
ver
z
ichtete
,
nicht korrekt erfolgt
e, nachdem
bei der
E.___
-
Begutachtung auf
fiel
, dass
die Beschwerdeführerin bei der Rotation der LWS, BWS und des ganzen Ober
kör
pers keine Schmerzen in der LWS hatte, was bei den relevanten
Rückenbe
schwerden
aber
zu erwarten gewesen wäre.
5.3
Im Übrigen stimmt die Beurteilung der
E.___
-Gutachter im Wesentlichen mit jener des RAD-Ärztin
Dr.
C.___
überein
, welche schon im Dezember 2008 eine angepasste Tätigk
eit für 100 % zumutbar erachtet hatte
(RAD-Unter
su
chungs
bericht vom 9. Dezember 2008, Urk. 7/126).
5.4
Demnach
ist auf das überzeugende rheumatologische Gut
achten des
E.___
vom 1. Dezember 2010 (Urk. 7/165) abzustellen.
6
.
6.1
Auch das psychiatrische Gutachten der Klinik
G.___
(Urk. 7/164) entspricht den erforderlichen Kriterien (vgl. Erwägung 1.6).
Der Gutachter
Dr.
F.___
g
ing
übereinstimmend mit dem Gutachter
Dr.
B.___
, welcher die Beschwerdefüh
rerin im Jahre 2008 begutachtet hatte
(Urk. 7/107), davon aus, dass sich die im Bericht der Klinik
I.___
vom 20. September 2007 (
E. 4.3
) diagnostizierte Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reak
tion
gemischt (ICD-10: F43.22) vor allem im Zusammenhang mit persönlichen Stress
situationen
(Zuspitzung der Eheprobleme und Auseinandersetzung mit trau
ma
tischen Kindheitsereignissen)
entwickelt hatte
und bereits im Jahre 2008 ab
geklungen
war
.
Aus dem Bericht der Ärzte der Klinik
I.___
geht im Ü
brigen
hervor, dass die Beschwerdeführerin die Klinik in psychophysisch gestärktem und
stabilisiertem Zustand verlassen habe und die Arbeitsfähigkeit anschlies
send
neu beurteilt werden müsse
.
Eine psychiatrische Erkrankung, welche sich auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkt, liegt
demnach
nicht
– oder jedenfalls zum Zeitpunkt der Rentenherabsetzung nicht mehr -
vor.
6.2
Die Beschwerdeführerin rügt, bei der
„
Klinik
“
G.___
handle es sich um eine
nor
male Arztpraxis, was al
s unlauter gelte und gegen das T
äuschungsverbot ver
stosse. Indem sich
Dr.
F.___
als Inhaber der Praxis
als „Chefarzt“ be
zeichne, obwohl er nebst dem „Chefarzt-Stellvertreter“ der einzige Arzt der Pra
xis sei, erwecke er einen falschen Anschein. Deshalb seien Zweifel an der Eig
nung von
Dr.
F.___
als Psychiater
für eine Begutachtung angebracht
(Urk. 18 S. 5)
.
Das Bundesgericht hat es zwar als zulässig erachtet, dass ein Kanton privaten Arztpraxen ohne stationäre Einrichtungen die Verwendung der Bezeichnung „Klinik“ untersage. Allerdings hat es im selben Urteil auch darauf hinge
wiesen, dass die Bezeichnung „Kl
inik“
in anderen Kantonen durchau
s zugelassen werde, weshalb nicht abgeleitet werden könne, dass die Verwendung der Bezeichnung „Klinik“ im Namen einer Arztpraxis generell irreführend se
i (Urteil des Bundes
gerichts 2C_
367/2008 vom 20. November 2008 E. 4). Da die Beschwerdeführerin nicht darlegen konnte, inwiefern die V
erwendung der Begriffe „Klinik“ und
„Chef
arzt“ zu einer mangelnden Verwertbarkeit der im Rahmen der Begut
ach
tung gewonnen Erkenntnisse führen soll, erweist sich die Rüge als unbegründet.
6.3
Die Beschwerdeführerin bemängelt überdies die Nicht-Einhaltung der formellen Voraussetzungen für eine fachgerechte Begutachtung, da
Dr.
F.___
offen
sichtlich vom
E.___
und nicht von der Beschwerdegegnerin beauftragt worden sei. Ein solches Vorgehen
sei rechtswidrig und widerspreche im Übrigen auch
den vom Bundesgericht aufgestellten
Leitlinien im BGE 137 V 210
(Urk. 18 S. 6).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es zulässig und üblich, dass ein von der Beschwerdegegnerin beauftragter Gutachter weitere Gutachter beizieht, vor allem, wenn ein polydisziplinäres Gutachten zu erstellen ist. Auch
die bundesgerichtlichen Vorgaben wurden vorliegend eingehalten: indem der Be
schwerdeführerin mit Schreiben vom 9. August 2010 seitens der
E.___
der Termin für die Begutachtungen mitgeteilt wurde, woraus sich der
Beizug
von
Dr.
F.___
für die
separate
psychiatrische Untersuchung ergibt (Urk. 7/162/3), wurden die Mitwirkungsrechte de
r Beschwerdeführerin als Partei, vor allem in Bezug auf
die
allfällige
Geltendmachung von
Ausstandsgründe
n
in der Person des Gutachters, gewahrt.
7.
Zusammenfassend entspricht das
bidisziplinäre
Gutachten den erforderlichen Kriterien und es ist
seit Dezemb
er 2010 (Begutachtungszeitpunkt
)
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leichten rückenadaptierten wechselbelastenden Tätigkeiten
(mit der speziellen Einschränkung: Heben Boden zu Taillenhöhe bis
mindestens 10 Kilogramm, Heben Taillen zu Kopfhöhe bis maximal 10 Kilo
gramm,
Heben horizontal bis maximal 17.5 Kilogramm, Tragen rechte Hand bis mindestens 12.5 Kilogramm und Tragen linke Hand bis mindestens 10 Kilo
gramm möglich)
auszugehen. Wenn die Beschwerdeführerin diese medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist sie trotzdem nach dieser, mit
hin nach dem ihr objektiv zumutbaren Arbeitsausmass, zu beurteilen (BGE 127 V 294 E. 4c mit Hinweisen und AHI 2001 S. 228 E. 2b).
8.
8.1
Die Beschwerdeführerin wendet – unter Berufung auf das bundesgerichtliche Urteil 8C_882/2010 vom 15. April 2011 E. 4.2 – ein, dass trotz Rentenrevision
aufgrund eines Methodenwechsels bei der Invaliditätsbemessung nicht ohne Not
wendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditätsschätzung zugrunde ge
legten Kriterien abgewichen werden dürfe. Auch wenn bei Vorliegen eines
Re
visions
grundes
alle Sachverhaltselemente überprüft werden könnten, bedeute dies nicht,
dass die früheren im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstellten Gut
achten über
haupt nicht mehr beachtet werden müssten, so dürfe nicht einfach ein neues Gutachten an die Stelle früherer Gutachten gestellt werden, ohne die früheren Gutachten zu berücksichtigen (
Urk.
18 S. 6 f.).
8.2
Die Beschwerdeführerin verkennt dabei, dass sich diese Einschränkung, dass auch
bei einer umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs nicht ohne begrün
de
te Not
wendigkeit von den ursprünglichen Bemessungskriterien abgewichen werden soll,
nur auf den eigentlichen Methodenwechsel als Revisionsgrund be
zieht. So kon
kretisiert das zitierte Urteil 8C_882/2010 vom 15. April 2011 in Erwägung 4.2 weiter: „Das Bundesgericht hat wiederholt entschieden, dass die in einem be
stimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsschätzung die kün
f
tige Rechtsstellung der Versicherten nicht präjudiziert, sondern das
s
die Kri
te
rien der Erwerbsunfähigkeit einerseits und der Unmöglichkeit der Betäti
gung im nichterwerblichen Aufgabenbereich andererseits (Art. 16 ATSG und Art. 28
Abs.
2bis IVG) im Einzelfall einander ablösen können (BGE 113 V 273 E. 1a).“ Demnach soll eben nicht ohne begründete Notwendigkeit ein Wechsel von der gemischten Methode zum Einkommens- oder Betätigungsvergleich vor
ge
nom
men werden (Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2.
Auf
lage,
Ziff.
III 1c. S. 376 zu Art. 30/31 IVG [Art. 17 ATSG]).
Vorliegend ist eine Qualifikationsänderung (Statusänderung) sowie folglich das Vorliegen eines Revisionsgrundes nach Art. 17 ATSG jedoch unbestritten (vgl. Erwägung 2). Deshalb ist auch eine freie Überprüfung aller
Sachverhaltsele
mente
, somit auch des Gesundheitszustandes, zulässig. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei bei der Neu-Beurteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das
E.___
-Gutachten.
8.3
Das aktuelle
E.___
-Gutachten vom
1.
Dezember 2010 (
Urk.
7/165) vermag – wie unter Erwägung 5 dargelegt –
zu überzeugen und es ist auf die darin gemachten Feststellungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin abzu
stellen. Die geklagten Beschwerden lassen sich aus rheumatologischer bezie
hungsweise somatischer Sicht nicht vollständig erklären: So ergaben die wie
derholten bildgebenden Abklärungen keine strukturellen Veränderungen, die eine derartige Schmerzhaftigkeit und Bewegungseinschränkung der LWS
plau
sibel
erklären. Diese sind vielmehr auf ein ausgesprochenes Schmerz-, Angst- und Vermeidungsverhalten der Beschwerdeführerin zurückzuführen (vgl. Erwä
gung 4.6.1 und 5.1).
8.4
Weil das geklagte Beschwerdebild der Beschwerdeführerin zumindest nicht voll
ständig erklärbar ist,
sei ergänzend darauf hingewiesen, dass eine
Neubeurtei
lung
auch
im Lichte
von
lit
. a
der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision, erstes
Massnahmepaket
)
-
womit bei
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
d
er Gesetzgeber
die Möglichkeit gewährt,
Renten inner
halb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung (
1.
Januar 2012) zu überprüfen und, sofern die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt sind, herabzusetzen oder aufzuheben, auch wenn kein Revisionsgrund im Sinne vo
n Art. 17
Abs.
1 ATSG vorliegt -
umso mehr als geboten erscheint, als ja ein Revisionsgrund vorliegt.
8.5
Zusammengefasst
dringen
die
Ei
nwä
nd
e
der Beschwerdeführerin nicht
durch
,
weshalb ohne Weiteres auf die Einsc
hätzung im
E.___
-Gutachten vom 1.
Dezem
ber
2010 (
Urk.
7/165) abzustellen ist, wonach die Beschwerdeführerin seit Dezember 2010 in leichten rückenadaptierten, wechselbelastenden Tätig
keiten zu 100
%
arbeitsfähig ist.
9.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung prüft das hiesige Gericht als Be
schwerdeinstanz den Streitgegenstand bestimmende, aber nicht beanstandete
Elemente nur, wenn
hierzu
aufgrund der Vorbringen der Parteien oder anderer sich
aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE
125 V 413 E. 2c mit Hinweisen).
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Bestimmung des
Invaliditäts
grades
ist von der Beschwerdeführerin nicht gerügt worden und gibt
nach Lage der Akten
zu keinen Beanstandungen Anlass.
Da bei einem Invaliditätsgrad von 13 % kein Rentenanspruch besteht (vgl. Erwägung 1.2), hat die
Beschwerdegeg
nerin
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente somit zu
Recht
per Ende Oktober 2012 (vgl. Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung)
aufgehoben,
weshalb
die Beschwerde abzuweisen ist.
10.
10.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a
ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und un
abhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge
legt. Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 700.-- anzusetzen und der B
eschwer
defüh
rerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zess
füh
rung
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
10.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin machte mit
Hono
rar
note
vom 16. April 2013 (Urk. 25) einen Aufwand von 14 Stunden und 10 Mi
nuten sowie Barauslagen von Fr.
89.70
geltend.
In Anbetracht der zu be
rücksichtigenden Akten und der zu behandelnden Rechtsfragen erscheint der geltend gemachte zeitliche Aufwand als angemessen. Bei einem
gerichtsübli
chen
Stundenansatz von Fr. 200.-- ist die unentgeltliche Rechtsvertreterin
des
halb inklusive Mehrwertsteuer und Auslagenersatz mit Fr. 3‘156.70 aus der Ge
richtskasse zu entschädigen.
10.3
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der
Lage ist (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
, Winterthur, wird mit Fr. 3‘156.70 (inklusive Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger