# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb4ac677-3e49-582b-be0e-289f3d241893
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.03.2024 SB230064
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230064_2024-03-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230064-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. C. Maira 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Jacomet

Urteil vom 11. März 2024

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Freiheitsberaubung und Entführung etc. 

Berufung gegen ein Urteils des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 2022 
(DG210019)

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Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. Juli 2021 

(Urk. 1/14) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 100 S. 137 ff.)

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 
Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 2 und 13),

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 
Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 4 und 14),

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkte 6, 7 und 10). 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkt 3.1),

 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklagepunkt 11).

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 29 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis heute 

590 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 15 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (14 Monate) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen.

5. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

6. Das mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

beschlagnahmte Mobiltelefon Apple iPhone (Asservat Nr. A013'926'277) sowie die 

sichergestellte SIM-Karte (Asservat Nr. A013'960'344) werden dem Beschuldigten 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren 

mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E 

auf Voranmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben. 

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Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obgenannten Urteile bei der für die Lagerung zuständigen Kantons-

polizei Zürich, Asservate-Triage, beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung 

durch diese vernichtet.

7. Die folgenden mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich beschlagnahmten Gegenstände werden dem Geschädigten, B._____, nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit 

den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E auf 

Voranmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben:

 1 Paar Herrenschuhe, schwarz (Asservat Nr. A013'149'763)
 1 ärmelloses T-Shirt, rosarot (Asservat Nr. A013'149'809)
 1 T-Shirt, grau (Asservat Nr. A013'149'810)
 1 Herrenhose, braun (Asservat Nr. A013'149'854)
 1 Herrenjacke, schwarz/grün (Asservat Nr. A013'149'912).

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obgenannten Urteile beim für die Lagerung zuständigen Forensi-

schen Institut Zürich beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch dieses 

vernichtet.

8. Die unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerten Spuren werden – soweit noch vorhanden und mit Ausnahme der 

in Dispositiv-Ziffern 6 und 7 genannten Asservate – nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

9. Das unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerte Messer (Asservat Nr. A014'211'531) wird eingezogen und nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit 

den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E 

durch dieses vernichtet.

10. Die unter den folgenden Referenznummern bei der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vate-Triage, gespeicherten Datensicherungen werden – soweit noch vorhanden – 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren 

mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E 

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durch diese gelöscht: 05692001N01, 05692001S01, 05692002N01, 05692002S01, 

05692003N01, 05692003S01, 05692003S02, 05692004N01 und 05692004S01.

11. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'000.00 Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 144.80 Auslagen (Gutachten)

Fr. 500.00 Auslagen Polizei

Fr. 28'081.05 Kosten amtliche Verteidigung, wovon bereits Fr. 14'025.35 a 
conto ausbezahlt wurden (inkl. Auslagen und 7.7 % MwSt).

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, inkl. die Kosten des 

Obergerichts des Kantons Zürichs, III. StrK. (UB210135/O) in Höhe von Fr. 1'200.– 

für das Beschwerdeverfahren in Haftsachen, ausgenommen diejenigen der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigen auferlegt. 

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen. 

Vorbehalten bleibt das Nachforderungsrecht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

14. [Mitteilung]

15. [Rechtsmittel]

16. [Rechtsmittel]"

Berufungsanträge
(Prot. II S. 3 f.)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 116 S. 2 f.)

1. Die Verurteilungen wegen Freiheitsberaubung, Entführung, einfachen Körper-

verletzung und Nötigung (Dispositiv Ziffer 1, 3 und 4 des angefochtenen 

Urteils) seien vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte freizu-
sprechen.

2. Es sei festzustellen, dass die Freisprüche wegen Nötigung und Drohung 

(Dispositiv Ziffer 2 des angefochtenen Urteils) in Rechtskraft erwachsen sind.

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3. Die erstinstanzliche Kostenauferlegung gemäss Dispositiv Ziffer 11 und 12 

seien aufzuheben und die Kosten endgültig auf die Staatskasse zu nehmen.

4. Die gemäss Ziffer 13 des Urteilsdispositivs dem Beschuldigten auferlegte Rü-

ckzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO sei aufzuheben und die Kos-

ten der amtlichen Verteidigung seien vollumfänglich endgültig auf die Staats-

kasse zu nehmen.

5. Dem Berufungskläger sei für das erstinstanzliche Verfahren eine Partei-

entschädigung für die Kosten der privaten Verteidigung in Höhe von 

CHF 21'196.35 zu Lasten der Staatskasse zuzusprechen.

6. Dem Berufungskläger sei für die unrechtmässige ausgestandene Unter-

suchungs- und Sicherheitshaft eine Genugtuung in der Höhe von CHF 200.00 

pro Tag, mindestens CHF 118'000.00 zzgl. 5% Zins seit wann rechtens, zu 
Lasten der Staatskasse zuzusprechen.

7. Weiter sei dem Berufungskläger eine Entschädigung u.a. für den Verlust 

der Arbeitsstelle, infolge der unrechtmässigen Haft, in der Höhe von 

CHF 110'000.00 zzgl. 5% Zins seit wann rechtens, zu Lasten der Staatskasse 
zuzusprechen.

8. Es sei festzustellen, dass das Beschleunigungsgebot massiv verletzt wurde.

9. Die Verfahrenskosten (inkl. Entschädigung der amtlichen Verteidigung) des 

Berufungsverfahrens seien vollumfänglich und endgültig auf die Staatskasse 

zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 108; schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 100 S. 4 f. E. A.). Der Beschuldigte wurde von der 

Vorinstanz am 3. Februar 2022 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv 

teilweise schuldig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 137 ff.). Innert Frist liess er 

Berufung anmelden (Urk. 94). Das begründete Urteil (Urk. 97 = Urk. 100) wurde 

dem Verteidiger bzw. dem Beschuldigten sodann am 5. Januar 2023 zugestellt 

(Urk. 98). Mit Präsidialverfügung vom 20. Januar 2023 wurden die Akten des 

Verfahrens zur Behandlung der Berufung dem Obergericht des Kantons Zürich zu-

geschickt (Urk. 99 = Urk. 102), wobei sie am 27. Januar 2023 bei der hiesigen 

Kammer eingingen (vgl. Aktenverzeichnis). 

1.2. Mit Verfügung vom 14. Februar 2023 wurde Rechtsanwalt X._____ als amtli-

cher Verteidiger des Beschuldigten bestellt und ging die Berufungserklärung vom 

25. Januar 2023 (Urk. 101) an die Staatsanwaltschaft und wurde dieser Frist ange-

setzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 106). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vor-

instanzlichen Entscheids (Urk. 108). Am 11. Dezember 2023 wurden die Beschul-

digten A._____ (Urk. 109), C._____ (Urk. 91, SB230062), D._____ (Urk. 109, 

SB230063) und E._____ (Urk. 82, SB230065) zur gemeinsamen Berufungsver-

handlung vom 11. März 2024 vorgeladen. Schliesslich wurden die Parteien am 

27. Februar 2024 über eine Änderung der Gerichtsbesetzung informiert (Urk. 112). 

1.3. Am 11. März 2024 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die 

Beschuldigten A._____, D._____ und E._____, je in Begleitung ihrer amtlichen Ver-

teidiger, sowie der amtliche Verteidiger des Beschuldigten C._____, erschienen 

(Prot. II S. 3). 

1.4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

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2. Umfang der Berufung

Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 2 sowie 5-10 des vorinstanzlichen 

Entscheids, in welchem Umfang dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss 

festzuhalten ist. Im übrigen Umfang steht der Entscheid zur Disposition. Es gilt das 

Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Prozessuales

3.1. Allgemeines

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sach-

verhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung 

findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf recht-

liches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhältnismässiger Moti-

vationsaufwand kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 

Ziff. 1 EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes 

Argument gefordert würde (vgl. dazu statt Weiterer Urteil des Bundesgerichtes 

6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

3.2. Örtliche Zuständigkeit, Anklagegrundsatz, Strafantrag

3.2.1. Der Verteidiger des Beschuldigten C._____ rügte – wie bereits vor Vorinstanz 

– die fehlende örtliche Zuständigkeit der Strafbehörden. Er begründete dies damit, 

dass im Kanton G._____ der Ort sei, wo die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat, nämlich die versuchte schwere Körperverletzung, begangen worden sei 

(Urk. 98 S. 5 ff., SB230062). 

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3.2.2. Zunächst kann ohne Weiteres auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 100 S. 6 f. E. B). Ergänzend ist festzuhalten, dass das Ver-

fahren vor den Zürcher Behörden letztlich nicht wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung geführt wurde, weshalb die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat nach wie vor die Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB und deshalb auch die Zuständigkeit der Zürcher Behörden 

begründet ist. Schliesslich wurde die Rüge der Unzuständigkeit – wie auch die 

Vorinstanz korrekt ausführte – nicht bereits bei der Staatsanwaltschaft, sondern 

erst vor Vorinstanz das erste Mal vorgebracht und ist damit verspätet erfolgt.

3.2.3. Ferner rügte die Verteidigung des Beschuldigten A._____ eine Verletzung 

des Anklagegrundsatzes sowie das Fehlen eines gültigen Strafantrags (Urk. 114), 

wobei sich die Verteidigung des Beschuldigten E._____ den Ausführungen zur Ver-

letzung des Anklagegrundsatzes anschloss (Prot. II S. 8 f.; Urk. 87 S. 4, 

SB230065). 

3.2.4. Zur Begründung führte die Verteidigung des Beschuldigten A._____ vor, 

dass der Sachverhalt in der Anklageschrift nicht genügend umschrieben und damit 

die Anforderungen von Art. 9 und 325 StPO nicht erfüllt seien. So sei bei den Vor-

würfen jeweils nicht klar, welche Rolle der Beschuldigte A._____ inne gehabt habe 

und fehle auch eine Auseinandersetzung mit dem objektiven sowie subjektiven Tat-

bestand (Urk. 114 S. 2-7). Die Verteidigung des Beschuldigten E._____ stellte sich 

auf den Standpunkt, dass die Anklageschrift keine konkreten Tathandlungen des 

Beschuldigten E._____ beschreibe und auch keine konkreten Hinweise für die Mit-

täterschaft geltend gemacht worden seien (Urk. 87 S. 4, SB230065; Prot. II S. 8 f.).  

3.2.5. Entgegen der Ansicht der Verteidigungen umschreibt die Anklage konkret, 

an welchem Datum, um welche Uhrzeit und an welchem Ort die Tatvorwürfe sich 

ereignet haben sollen. Ferner unterscheidet die Anklage einerseits zwischen dem 

ineinandergeflochtenen Zusammenwirken der Beschuldigten im Sinne einer Mit-

täterschaft und andererseits deren individuellen Tatbeiträgen. Die Beschuldigten 

wissen mithin, was ihnen jeweils vorgeworfen wird. Entgegen den Verteidigungen 

ist es im Übrigen bei Annahme einer Mittäterschaft nicht notwendig, den subjektiven 

Tatbestand bei jedem einzelnen Mittäter im Detail zu umschreiben. Wenn die Ver-

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teidigung des Beschuldigten A._____ sodann geltend macht, beim Tatvorwurf der 

Nötigung sei die tatsituative Zwangswirkung nicht ersichtlich (Urk. 114 S. 5 f.), kann 

ihr mitnichten gefolgt werden. Wie noch später aufzuzeigen sein wird, lässt sich die 

notwendige Zwangswirkung ohne Weiteres aus der Gesamtsituation herleiten, in 

welcher sich der Geschädigte vorfand (gewaltsame Verbringung in das Auto und 

nach H._____, zahlreiche Schläge und erhebliche Verletzungen; vgl. nachfolgend 

Ziff. II.). Im Übrigen kann auch hier auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 100 S. 7 f. E. B). Ob sich die Vorwürfe erstellen lassen, ist 

schliesslich keine Frage des Anklagegrundsatzes, sondern wird im Rahmen der 

Beweiswürdigung zu prüfen sein. 

3.2.6. Mit der Vorinstanz liegt damit keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor. 

3.2.7. Schliesslich monierte der Verteidiger des Beschuldigten A._____, es liege 

hinsichtlich den Anklageziffern 4 und 14 kein gültiger Strafantrag vor, da der Ge-

schädigte den Beschuldigten A._____ im Strafantrag nicht namentlich genannt 

habe, obwohl ihm dieser von Anfang an bekannt gewesen sei. So habe der Ge-

schädigte unter anderem in der ersten polizeilichen Einvernahme vom 25. Okto-

ber 2019 den Rufnamen des Beschuldigten A._____, "A'._____", genannt, weshalb 

dieser für den Geschädigten keinesfalls ein Unbekannter gewesen sei (Urk. 114 

S. 7 ff.). 

3.2.8. Die vom Verteidiger des Beschuldigten A._____ in diesem Zusammenhang 

aufgeführte bundesgerichtliche Rechtsprechung bezieht sich auf den Fall, in wel-

chem ein Delikt von einem Einzeltäter begangen wurde. Im hier zu beurteilenden 

Fall sind jedoch mehrere mutmassliche Täter involviert, weshalb diese Rechtspre-

chung nicht einschlägig ist. Wie auch die Verteidigung zu Recht ausführt, identifi-

zierte der Geschädigte den Beschuldigten A._____ bereits anlässlich der polizeili-

chen Einvernahme vom 25. Oktober 2019 als angeblichen Täter, indem er dessen 

Rufnamen nannte und erwähnte, dass er auch dessen Telefonnummer kenne 

(Urk. 2/1/1 F/A 31). Damit ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Geschä-

digte auch die Verfolgung des Beschuldigten A._____ beabsichtigte. Im Übrigen 

kann auch hier auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

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(Urk. 100 S. 8 f. E. B). Nach dem Gesagten liegt entgegen der Verteidigung ein 

gültiger Strafantrag vor. 

II. Schuldpunkt

1. Anklagevorwurf, Ausgangslage und Vorgehen

Der Anklagevorwurf ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift (Urk. 1/14 

S. 3 ff.), darauf kann verwiesen werden. Dem Beschuldigten wird zusammenge-

fasst vorgeworfen, den Geschädigten zusammen mit weiteren Mittätern in der 

Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2019 in I._____/J._____ unter Anwendung von 

Gewalt mit einem Auto entführt und an einen abgelegenen Grillplatz bei H._____ 

(G._____) verbracht zu haben, wo dieser von den Tätern in der Folge eine Nacht 

lang immer wieder geschlagen und unter Anwendung von körperlicher Gewalt zu 

erniedrigenden Handlungen gezwungen worden sei. Der Beschuldigte bestreitet – 

auch zuletzt im Berufungsverfahren – die Darstellung des Geschädigten und die 

eingeklagte Tatbeteiligung (vgl. Prot. I S. 80 ff. und Urk. 115 S. 3 ff.). Der Sachver-

halt ist zu erstellen. Die Vorinstanz hat die Beurteilung des Vorwurfs wie folgt ge-

gliedert: (1.) I._____/J._____ und Autofahrt zum Grillplatz "K._____" bzw. Freiheits-

beraubung und Entführung (Anklagepunkte 2 und 13), (2.) Grillplatz "K._____" (3.) 

Einfache Körperverletzung (Anklagepunkte 4 und 14) und (4.) Nötigungen (Ankla-

gepunkte 3.1, 6, 7 und 10). Diese Gliederung ist beizubehalten.

2. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend aufgeführt (Urk. 100 

S. 8 ff. E. C I.1.), darauf kann verwiesen werden. Die Vorwürfe stützten sich im 

Wesentlichen auf die Aussagen des Geschädigten.

3. Grundsätze der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die massgebenden Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend 

dargestellt (Urk. 100 S. 12 ff. E. C. I.2.), darauf kann verwiesen werden. Soweit 

sie Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der Befragten machte (a.a.O., S. 15 ff. 

E. C. I.2.3.), ist abermals darauf hinzuweisen, dass für die Sachverhaltserstellung 

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in erster Linie die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Befragten relevant ist. Die von 

der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit gemachten Ausführungen sind soweit zutref-

fend, jedoch vorliegend nicht ausschlaggebend. Wie die Vorinstanz richtig aus-

führte, finden mögliche Antipathien zwischen den Beteiligten gemeinhin in einem 

übertriebenen oder sonstige Lügensignale aufweisenden Aussageverhalten ihren 

Niederschlag, was bei der Glaubhaftigkeit der jeweiligen Darstellungen zu prüfen 

sein wird. Hinweise, die seitens des Geschädigten auf eine kalkulierte Falschaus-

sagen deuten würden, liegen nicht vor.

4. Freiheitsberaubung und Entführung (Anklagepunkte 2 und 13)

4.1. Standpunkt der Verteidigung

4.1.1. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz im Wesentlichen geltend, der 

Beschuldigte und der Mitbeschuldigte D._____ hätten am Nachmittag bzw. am frü-

hen Abend des 21. Oktober 2019 vereinbart, sich am Flughafen Zürich zu treffen. 

Daraufhin seien sie an den Hauptbahnhof Zürich gegangen, wo sie mit weiteren 

Kollegen zusammengetroffen seien und Bier konsumiert hätten. Die Kollegen hät-

ten dann die Ortschaft wechseln wollen und der Beschuldigte sei einfach mitgegan-

gen, ohne sich gross Gedanken zu machen. Er habe nur Party im Kopf gehabt und 

nur mitbekommen, wie jemand mit einem der Anwesenden am Telefon über die 

Örtlichkeit gesprochen habe. Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten sowie der 

Mitbeschuldigten stehe indes fest, dass sich dieser nicht bei der Gruppe aufgehal-

ten habe, als diese mit dem Geschädigten weggefahren sei, und nichts vom Ge-

rangel mitbekommen habe. So habe der Geschädigte nämlich selbst zu Protokoll 

gegeben, dass der Fahrer das Auto zunächst auf die Strasse gefahren und es erst 

später angehalten habe, um mit einer Person zu sprechen, die auf das Auto zuge-

kommen sei. Gemäss den Aussagen des Geschädigten habe es sich dabei um den 

Beschuldigten gehandelt. Es liege zudem wohl ein Missverständnis vor: Der Be-

schuldigte habe gesagt, dass er bei einem "Carparking" auf die anderen gewartet 

habe. Dabei handle es sich nicht um die Sammelstelle, sondern um einen Parkplatz 

bzw. ein Busparking. Dort habe er Bier konsumiert. Dann sei das Auto angefahren 

gekommen und der Beschuldigte D._____ habe ihm mitgeteilt, der Beschuldigte 

E._____ habe seinen Ehering die Strasse weiter oben verloren und ihn gefragt, ob 

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er diesen suchen helfen könne. Anschliessend habe der Beschuldigte D._____ den 

Beschuldigten darüber informiert, dass es später in V._____ bzw. H._____ eine 

Party geben werde und er auch kommen könne. Sie würden mit dem Auto fahren, 

allerdings habe es keinen freien Platz mehr. Da der Beschuldigte aber ohnehin ein 

Gleis-7-Abonnement habe, könne er doch mit dem Zug nachkommen. Weil der Be-

schuldigte an diesem Abend sowieso nichts vorgehabt habe, habe er beschlossen, 

an die Party zu gehen. Nach dem Gesagten habe der Beschuldigte weder einen 

Tatbeitrag geleistet noch sei ein Vorsatz bezüglich Entführung oder Freiheitsberau-

bung ersichtlich. Nur weil der Beschuldigte am Bahnhof M._____ gewesen sei, der 

vom angeblichen Tatort bei der Sammelstelle entfernt liege, könne er nicht verurteilt 

werden (vgl. Prot. I S. 143 ff. und Urk. 83 S. 4 ff.).

4.1.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung im 

Wesentlichen die vor Vorinstanz gemachten Ausführungen und stellte sich auf den 

Standpunkt, es könne dem Beschuldigten kein Vorwurf der Mittäterschaft bei der 

Freiheitsberaubung und Entführung gemacht werden. Weder habe der Beschul-

digte etwas von einer Entführung gewusst, noch habe er diese in Kauf genommen 

und es gebe auch keine Anhaltspunkte auf einen Tatbeitrag des Beschuldigten 

(Urk. 116 S. 6 f.).  

4.2. Aussagen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Beteiligten umfassend darge-

stellt (Urk. 100 S. 20 ff. E. 3.3.), darauf kann verwiesen werden.

4.3. Aussagen des Geschädigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Geschädigten zutreffend gewürdigt (Urk. 100 

S. 51 ff. E. 3.4.b), darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Teilweise rekapi-

tulierend und ergänzend ist festzuhalten, dass der Geschädigte detailliert, logisch-

konsistent und nachvollziehbar aussagte. Seine Darstellung wirkt erlebnisbasiert. 

Für sie spricht nicht zuletzt, dass er auch Aussagen zu seinen Ungunsten machte 

und namentlich erwähnte, selbst ein Messer gezogen zu haben, obschon offen 

bleiben kann, um was für ein Messer es sich dabei genau handelte. Weiter sind die 

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Aussagen insgesamt homogen, relativ konstant und im Wesentlichen wider-

spruchsfrei. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Einvernahmen in einem Zeit-

raum von mehr als zwei Jahren stattfanden und es sich um einen sehr dynamischen 

Handlungsablauf mit diversen Beteiligten handelte, der sich zudem teilweise im 

Dunkeln abspielte, was einzelne Ungereimtheiten erklärt. Die Aussagen zeichnen 

sich über die diversen Einvernahmen hinweg und trotz der zeitlichen Dauer des 

Verfahrens durch eine detaillierte, klar auf einen realen Erlebnishintergrund hinwei-

sende und sehr plausible Darstellung des inkriminierten Geschehens in stimmiger 

Abfolge aus. Darauf kann abgestellt werden.

4.4. Aussagen der Mitbeschuldigten und Drittaussagen

Die Vorinstanz hat weiter überzeugende Ausführungen zu den Aussagen der Mit-

beschuldigten sowie zu den vorliegenden Drittaussagen gemacht (Urk. 100 

S. 54 ff. E. 3.4. c-f und S. 59 f. E. 3.4.h), darauf kann vollumfänglich verwiesen wer-

den. Ergänzend ist zu den Drittaussagen anzuführen, dass diese zum eigentlichen 

Tatgeschehen nichts beizutragen vermögen, zumal die beiden Zeuginnen beim ein-

geklagten Vorgang nicht dabei waren. Bei ihren Aussagen geht es vor allem um die 

(möglichen) Hintergründe der Auseinandersetzung, was aber auch von der Staats-

anwaltschaft weitgehend offengelassen wurde (vgl. dazu Anklagepunkt 1).

4.5. Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zu den Aussagen des Beschuldigten ge-

macht (Urk. 100 S. 58 E. 3.4.g), auch darauf kann verwiesen werden. Mit der Vor-

instanz ist an dieser Stelle festzuhalten, dass sich die Aussagen des Beschuldigten, 

soweit er denn überhaupt solche zum Kerngeschehen machte, durch Unklarheiten 

und Widersprüche auszeichnen. Nicht anders verhält es sich mit den anlässlich der 

Berufungsverhandlung gemachten Ausführungen. So machte der Beschuldigte im 

Wesentlichen geltend, in I._____/M._____ lediglich Bier auf dem Parkplatz getrun-

ken, jedoch nichts von einer tätlichen Auseinandersetzung mit dem Geschädigten 

mitbekommen zu haben. Auch wisse er nichts darüber, dass ein Messer im Spiel 

gewesen sei. Er habe zu diesem Zeitpunkt bereits fünf oder sechs Biere konsumiert 

und sei betrunken gewesen (Urk. 115 S. 5). Insgesamt wirken die Aussagen vor 

-   14   -

dem Hintergrund des übrigen Beweisergebnisses nicht überzeugend. Es wird beim 

Rechtlichen, namentlich wenn es um die Frage der Mittäterschaft geht, im Einzel-

nen darauf zurückzukommen sein.

4.6. Ergebnis Aussagenanalyse

Im Gegensatz zu den Aussagen des Geschädigten bezüglich die Ereignisse an der 

L._____-strasse in I._____/J._____ und auf der Autofahrt zum Grillplatz "K._____" 

weisen die Aussagen des Beschuldigten und der Mitbeschuldigten diverse Wider-

sprüche sowohl in sich als auch untereinander auf, sind teilweise nicht nachvoll-

ziehbar oder wirken stellenweise konstruiert. Aus den Einvernahmeprotokollen er-

gibt sich deutlich, dass die Beschuldigten ihre Aussagen teilweise dem Untersu-

chungsergebnis bzw. anderen Aussagen anpassten. Umgekehrt finden sich aber 

auch immer wieder Aussagen der Beschuldigten, die jene des Geschädigten zum 

Kerngeschehen bestätigen und diese damit umso glaubhafter erscheinen lassen. 

Das aussageunabhängige Beweismittel der DNA-Untersuchung des vom Beschul-

digten D._____ eingereichten Messers bestätigt des Weiteren die Aussagen der 

Beschuldigten nicht, wonach das Messer entgegen den Aussagen des Geschädig-

ten in I._____/J._____ gegen sie eingesetzt worden sein soll (Urk. 5/1-6). Was für 

ein Messer der Geschädigte beim Vorfall in I._____/J._____ wirklich gezogen hat, 

erscheint angesichts der Vielzahl und der Qualität der Realkennzeichen in seinen 

Aussagen verglichen mit den sehr zweifelhaften Aussagen des Beschuldigten und 

seiner Mitbeschuldigten für die Aussagenwürdigung ohnehin nicht von entschei-

dender Bedeutung. Nicht nachvollziehbar ist jedoch die Darstellung, wonach sich 

der Geschädigte zunächst mit einem Messer gewehrt haben, in der Folge jedoch 

freiwillig ins Auto nach H._____ eingestiegen sein soll. Dies ist eine reine Schutz-

behauptung und nicht glaubhaft. Es erstaunt sodann nicht, dass der Beschuldigte 

und die Mitbeschuldigten den Geschädigten am erwähnten Parkplatz in 

I._____/J._____ und damit an einem abgelegenen und nicht häufig frequentierten 

Ort erwarteten, denn dort mussten sie offenkundig mit weniger Zeugen rechnen als 

beispielsweise am Bahnhof M._____. Ferner fällt auf, dass der Beschuldigte durch-

wegs versucht, seine Tatbeteiligung herunterzuspielen. So machte er in den ersten 

Einvernahmen im Wesentlichen geltend, er sei zwar in der Nähe der anderen Mit-

-   15   -

beschuldigten gestanden, habe jedoch nichts von einem Gerangel oder einer tätli-

chen Auseinandersetzung mitbekommen. An der Einvernahme vor Vorinstanz gab 

er dann jedoch zu Protokoll, dass er nicht in der Nähe gestanden sei und auch nicht 

gewusst habe, wo das Auto gestanden habe (Prot. I S. 90). Aus den glaubhaften 

Aussagen des Geschädigten ergibt sich jedoch, dass auch der Beschuldigte am 

Übergriff auf ihn beteiligt gewesen war. So führte Ersterer aus, dass, als sie bereits 

im Auto gesessen seien, zwei bis drei Personen noch draussen gewesen seien und 

zu den Personen im Auto gesagt hätten, wenn es Probleme gebe sollten sie wieder 

zurückfahren. "A'._____" habe zu ihm gesagt, er solle anständig sein, dann würden 

sie ihn zurückfahren (Urk. 2/1/1 F/A 21). Auf diese Aussagen kann nach dem Ge-

sagten abgestellt werden. Somit ist festzuhalten, dass die Qualität der Aussagen 

des Geschädigten deutlich höher ist als jene des Beschuldigten und der Mitbeschul-

digten und dass sie sehr glaubhaft sind. Schliesslich stimmen die Aussagen des 

Geschädigten mit dessen Verletzungsbild überein und stützen seine Ausführungen 

zusätzlich. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie dem tatsächlich Erlebten 

des Geschädigten entsprechen. Somit ist der eingeklagte Sachverhalt in diesem 

Punkt erstellt. 

4.7. Rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz hat eine sorgfältige und zutreffende rechtliche Würdigung vorge-

nommen (Urk. 100 S. 61 ff. E. 3.5.), darauf kann verwiesen werden. Mit überzeu-

gender Begründung und unter Abhandlung der Vorbringen der Verteidigung hat sie 

insbesondere eine Mittäterschaft des Beschuldigten bejaht (a.a.O., S. 64 ff. 

E. 3.5.2. f). Im Einzelnen:

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Beschuldigten den Geschä-

digten beim Parkplatz des Entsorgungsparks der W._____ AG an der L._____-

strasse … in I.____/J._____ abpassten. Gemäss den Aussagen des Geschädigten 

standen bei diesem Parkplatz Container (Urk. 2/1/1 F/A 12 f.) weshalb es sich 

(gestützt auf Google Maps) um den Parkplatz handeln muss, der von der 

AA._____-strasse her betrachtet nach den Gebäuden der Entsorgungsstelle liegt. 

Diesen Parkplatz, der mehrere Gehminuten von der nächsten Bushaltestelle an der 

-   16   -

AA._____-strasse I._____/M._____ entfernt liegt, erreicht man mit dem Auto, wenn 

man die L._____-strasse von der AA._____-strasse her befährt.

An der delegierten Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich gab der Ge-

schädigte am 25. Oktober 2019 wörtlich zu Protokoll: "Ich wurde linksseitig ins 

Fahrzeug eingeladen. Ganz links auf der Rückbank sass eine Person, daneben ich 

und von der rechten Seite kamen nochmals zwei Personen und pressten mich 

zusammen. Sie fuhren dann auf die Strasse. Ich konnte eine Person draussen 

sehen, zu welcher der Beifahrer in Plural sprach und fragte, ob sie im Besitz eines 

Gleis-7-Abonnement seien. […] Die Person, welche draussen stand wird A'._____ 

[= Beschuldigter A._____] genannt. Der Fahrer verriegelte dann alle Türen und die 

anderen Personen auf der Rückbank deckten die Türöffner ab. Dann fuhren wir 

los." (Urk. 2/1/1 F/A 14). Die Verteidigung leitet daraus ab, der Beschuldigte habe 

sich nicht bei der Gruppe auf dem im vorigen Absatz beschriebenen Parkplatz auf-

gehalten, sondern bei einem entfernt davon liegenden Busparking bzw. beim Bahn-

hof M._____. Er habe deshalb weder vom Gerangel etwas mitbekommen noch ge-

merkt, dass die übrigen Beschuldigten mit dem Geschädigten weggefahren seien. 

Erst beim Busparking seien die Beteiligten auf den Beschuldigten getroffen. Der 

Beschuldigte D._____ habe ihm dort mitgeteilt, dass der Beschuldigte E._____ die 

Strasse weiter oben seinen Ehering verloren habe (vgl. dazu vorne unter E. II.4.1.; 

vgl. auch Urk. 116 S. 7). 

Dieser Interpretation durch die Verteidigung kann nicht gefolgt werden. Einerseits 

widerspricht sie den konstanten und glaubhaften Aussagen des Geschädigten, 

wonach auch der Beschuldigte unter den Leuten gewesen sei, die ihn beim Park-

platz auf der L._____-strasse umringt und mit Gewalt ins Auto verbracht hätten (vgl. 

u.a. Urk. 2/1/3, F/A 10 ff. und Prot. I F/A 34 und 42). Andererseits widerspricht 

sie den Angaben des Beschuldigten selbst: So will dieser vom Beschuldigten 

D._____ telefonisch über die Party beim Grillplatz informiert worden sein (Prot. I 

F/A 50). Vor allem aber bestätigte der Beschuldigte bereits an der ersten 

Einvernahme, dabei gewesen zu sein bzw. in der Nähe gestanden zu haben, als 

man den Geschädigten abpasste (Urk. 2/2/1 F/A 63). Zudem sagte er auch aus, 

dass der Beschuldigte D._____ dem Geschädigten das Messer weggenommen 

habe (Urk. 2/7/2 F/A 54). Wäre der Beschuldigte nicht am Tatort gewesen, hätte er 

-   17   -

kaum solche Aussagen machen können. Schliesslich ist auch aufgrund der 

Aussagen der Mitbeschuldigten E._____ und Q._____ davon auszugehen, dass 

der Beschuldigte auf der L._____-strasse am Gerangel beteiligt war: So sagte der 

Beschuldigte E._____ in diesem Punkt glaubhaft aus, dass alle Personen inklusive 

der Beschuldigte anwesend gewesen seien, als es zum Gerangel gekommen sei 

(Urk. 2/7/1 F/A 42) und der Beschädigte Q._____ führte in gleichem Sinne aus, 

dass alle Anwesenden versucht hätten, dem Geschädigten das Messer 

wegzunehmen (Urk. 2/6/1 F/A 48 und 50). 

Plausibler als die Erklärung des Verteidigers für die oben zitierte Aussage des Ge-

schädigten zur Abfahrt von der L._____-strasse erscheint mit der Vorinstanz 

Folgendes: Nachdem der Geschädigte von den Beschuldigten mit vereinten 

Kräften und unter Beteiligung des Beschuldigten auf der L._____-strasse in 

I._____/J._____ ins Auto verbracht worden war und sich mindestens die 

Mitbeschuldigten Q._____ und E._____ (und wohl noch ein unbekannter Dritter) 

neben ihn auf die Rückbank gesetzt hatten, fand der Beschuldigte offenbar keinen 

Platz mehr im Auto und blieb deshalb anscheinend auf dem Parkplatz zurück. Es 

ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte C._____ hierauf zunächst vom 

Parkplatz auf die L._____-strasse fuhr, dort das Auto aber noch einmal kurz anhielt, 

damit der Beschuldigte D._____ mit dem Beschuldigten, der hierfür zum Auto ging, 

bezüglich dessen Reise zum Grillplatz "K._____" ob H._____ Rücksprache halten 

konnte. Erst hierauf verliess die Gruppe den Parkplatz mit dem Auto definitiv 

Richtung AA._____-strasse und der Beschuldigte machte sich zu Fuss in die 

gleiche Richtung auf den Weg zum Bahnhof M._____. Entscheidend ist letztlich 

aber vor allen Dingen, dass zweifelsfrei feststeht, dass der Beschuldigte wie 

eingeklagt tatkräftig mithalf, den Geschädigten gegen seinen Willen ins Auto zu 

verfrachten.

Zur Tatbeteiligung des Beschuldigten bleibt zu sagen, dass ihm, im Vergleich zu 

den Mitbeschuldigten D._____ und Q._____, die eine gewisse Anführerrolle über-

nahmen, eher eine untergeordnete Rolle zukam. Erstellt ist jedoch, dass es auf der 

L._____-strasse bzw. dem Parkplatz zu einem Gerangel kam, wobei der Geschä-

digte letztendlich infolge seiner heftigen Gegenwehr nur mit vereinten Kräften ins 

Auto verbracht werden konnte. Spätestens in diesem Zeitpunkt war auch dem Be-

-   18   -

schuldigten bewusst, was geschieht und nahm er auch eine aktive Rolle ein und 

leistete einen wesentlichen Tatbeitrag, der über eine blosse Hilfestellung hinaus-

ging. Selbst wenn die Entführung nicht von Anfang an geplant gewesen sein sollte, 

was offen bleiben kann, hat sich der Beschuldigte im entscheidenden Moment an 

der Tat beteiligt. Dementsprechend handelte auch er objektiv tatbeständlich als 

Mittäter. Zudem muss ihm aufgrund der Gegenwehr des Geschädigten zweifellos 

klar gewesen sein, dass dieser nicht ins Auto einsteigen wollte. Insofern handelte 

er auch subjektiv tatbeständlich.

Der Beschuldigte ist damit der Freiheitsberaubung und der Entführung im Sinne 

von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. Rechtfertigungs- 

und Schuldausschlussgründe für seine Tat liegen nicht vor.

5. Grillplatz "K._____"

5.1. Aussagen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Beteiligten umfassend darge-

stellt (Urk. 100 S. 67 ff. E. 4.), darauf kann verwiesen werden.

5.2. Aussagen des Geschädigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Geschädigten zutreffend gewürdigt (Urk. 100 

S. 103 f. E. 4.7.1.), darauf kann verwiesen werden. Teilweise rekapitulierend und 

ergänzend ist festzuhalten, dass – mutatis mutandis – das bereits weiter vorne zu 

seinen Aussagen Ausgeführte gilt. Die wiederum eine hohe Dichte an Realkenn-

zeichen aufweisenden Aussagen lassen sich zudem teilweise mit objektiven Be-

weismitteln zwanglos in Einklang bringen, namentlich den vorliegenden Bild- und 

Videodateien (Urk. 6/1-2 und Urk. 7/1-3) sowie dem gutachterlich festgestellten 

Verletzungsbild (Urk. 4/4). Auch diese Aussagen zeichnen sich über die diversen 

Einvernahmen hinweg und trotz der zeitlichen Dauer des Verfahrens durch eine 

detaillierte, klar auf einen realen Erlebnishintergrund hinweisende und sehr plausi-

ble Darstellung des inkriminierten Geschehens aus. Der Geschädigte schilderte die 

Geschehnisse sehr flüssig und erwähnte auch Nebensächlichkeiten (vgl. beispiel-

haft Urk. 2/1/1 S. 5). Entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 116 S. 16 f.) lässt sich 

-   19   -

zudem kein (nachvollziehbares) Motiv ausmachen, weshalb der Geschädigte den 

Beschuldigten falsch belasten sollte. Dazu hatte sich bereits die Vorinstanz über-

zeugend geäussert (vgl. Urk. 100 S. 17). Nach dem Gesagten kann auf die Aussa-

gen des Geschädigten abgestellt werden. 

5.3. Aussagen der Mitbeschuldigten

Die Vorinstanz hat weiter überzeugende Ausführungen zu den Aussagen der Mit-

beschuldigten gemacht (Urk. 100 S. 103 ff. E. 4.7.2. ff.), darauf kann vollumfänglich 

verwiesen werden. Die Ausführungen der Mitbeschuldigten zeichnen sich auch in 

diesem Punkt mehrheitlich durch Ungereimtheiten, Widersprüche und unglaubhafte 

Relativierungen aus und erscheinen weitgehend als Schutzbehauptungen, soweit 

sie sich nicht mit den glaubhaften Belastungen des Geschädigten decken.

5.4. Aussagen Beschuldigter

Die Vorinstanz machte richtige Ausführungen zu den Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 102 S. 108 E. 4.7.6.), auch darauf kann verwiesen werden. Mit ihr ist davon 

auszugehen, dass seine Darstellung, welche er anlässlich der Berufungsver-

handlung wiederholte (Urk. 115 S. 7), wonach er nicht mitbekommen haben will, 

was am Grillplatz passierte, weil er dort erst eingetroffen sei, als alles schon vorbei 

gewesen sei, völlig unglaubhaft ist. Auch in diesem Punkt weisen, wie von der 

Vorinstanz dargelegt, die Aussagen des Beschuldigten diverse Ungereimtheiten 

und Widersprüche auf. Vor allem aber widerspricht seine Darstellung nicht nur der 

glaubhaften Darstellung des Geschädigten, sondern auch den diesbezüglich 

stimmigen Schilderungen der Mitbeschuldigten C._____ (Urk. 2/5/3 F/A 71 und 

Prot. I F/A 115) und E._____ (Urk. 2/4/1 F/A 84 und 102). Die Bestreitungen des 

Beschuldigten sind damit im Sinne des Anklage bzw. des zu erstellenden 

Sachverhalts widerlegt. 

5.5. Ergebnis Aussagenanalyse

Die Aussagen der Beschuldigten zum eingeklagten Geschehen am Grillplatz 

weisen diverse erhebliche Widersprüche sowohl in sich als auch untereinander auf 

und wirken teilweise konstruiert und beschönigend. Offensichtlich belasten sie 

-   20   -

wenn immer möglich nicht angeklagte Drittpersonen, namentlich N._____ und 

O._____, und passen ihre Aussagen dem Untersuchungsergebnis an, selbst-

verständlich im Bestreben den eigenen Tatbeitrag möglichst herunterzuspielen. 

Demgegenüber decken sich die überzeugenden Aussagen des Geschädigten mit 

den vorliegenden objektiven Beweismitteln und weisen eine hohe Anzahl qualitativ 

hochwertiger Realkennzeichen auf. Entsprechend ist auch in diesem Punkt im 

Wesentlichen auf den vom Geschädigten geschilderten Geschehensablauf 

abzustellen.

6. Einfache Körperverletzung (Anklagepunkte 4 und 14)

6.1. Der Verteidiger führte vor Vorinstanz zusammengefasst aus, es gebe keinerlei 

Beweise dafür, dass der Beschuldigte den Geschädigten geschlagen oder sich in 

irgendeiner Art und Weise an dessen Schädigungen beteiligt habe. Der Beschul-

digte sei erst gegen 2.30 Uhr bei der Feuerstelle in H._____ angekommen, da er 

mit dem Zug angereist sei. Was davor bei der Feuerstelle geschehen sei, könne 

ihm nicht angelastet werden. Da die Party um 4.00 Uhr wieder aufgelöst worden 

sei, habe der Beschuldigte höchstens während 1.5 Stunden daran teilgenommen. 

In dieser Zeit habe er zusammen mit dem Geschädigten gegessen und einen Joint 

geraucht. Weitere Interaktionen zwischen ihm und dem Geschädigten hätten nicht 

stattgefunden. Er habe auch nicht gesehen, dass der Geschädigte geschlagen 

worden sei. Wenn überhaupt, seien wohl die übrigen bei der Feuerstelle an-

wesenden Personen, die nicht in der Anklageschrift erwähnt seien, für die Ver-

letzungen des Geschädigten verantwortlich. Die im rechtsmedizinischen Gutachten 

erfassten Verletzungen könnten zudem sowohl von Fausthieben und Fusstritten 

stammen als auch die Folge eines dynamischen Sturzgeschehens oder einer 

Schlägerei vom Vortag sein (Urk. 83 S. 5 und 10 ff.). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung wiederholte die Verteidigung im Wesentlichen ihre vor Vorinstanz 

gemachten Ausführungen und zweifelte die Glaubwürdigkeit des Geschädigten an. 

Dieser habe sich in einige Widersprüche verstrickt, als er die Vorkommnisse von 

der Oktobernacht geschildert habe (Urk. 116 S. 9 ff.). 

6.2. Zu den Ausführungen der Verteidigung kann mit der Vorinstanz (Urk. 100 

S. 111 f. E. 5.3.) festgehalten werden, dass, wie bereits erwähnt, die Aussagen des 

-   21   -

Geschädigten, wonach er von allen Beschuldigten, d.h. auch vom Beschuldigten 

A._____, bei der Feuerstelle geschlagen bzw. getreten wurde, glaubhaft sind. So 

sagte der Geschädigte explizit aus, dass "A'._____" ihn ins Gesicht geschlagen 

habe (Urk. 2/1/1 F/A 20) und auch der Beschuldigte E._____ belastete den 

Beschuldigten, indem er aussagte, dieser sei auf dem Grillplatz ebenfalls 

anwesend gewesen und habe den Geschädigten ebenfalls geschlagen (Urk. 2/4/1, 

F/A 84 und 102; vgl. dazu bereits vorne unter E. II.5.4.). Zudem führte dieser in 

Übereinstimmung mit dem übrigen Beweisergebnis glaubhaft aus, dass sich die 

Situation erst nach dem Essen zugespitzt habe und alle Anwesenden – N._____, 

D._____ und O._____ gar mit Hölzern – wahllos auf den Geschädigten 

eingeschlagen hätten (Urk. 2/4/2, Antworten auf die Fragen 22, 23, 26, 27 und 34). 

Zu diesem Zeitpunkt war der Beschuldigte zweifellos auf dem Grillplatz anwesend, 

gab er doch selber an, beim gemeinsamen Essen dabei gewesen zu sein (vgl. 

Urk. 2/2/3 F/A 10). Auch hat der Beschuldigte gemäss Aussagen des Geschä-

digten, und gemäss seinen eigenen Aussagen, dem Geschädigten Marihuana 

gegeben und ihm gesagt, er solle alles so machen, wie es verlangt werde 

(Urk. 2/1/1 F/A 18). Die räumlichen Verhältnisse am Grillplatz sind zudem 

überschaubar und es wurde unbestrittenermassen Feuer gemacht, weshalb es 

dort, wo auch die Schläge stattfanden, beleuchtet war. Damit ist völlig unglaubhaft, 

dass der Beschuldigte von den gewaltsamen Übergriffen auf den Geschädigten 

weder etwas mitbekommen noch dabei mitgewirkt hat. Vielmehr entwickelte sich 

eine Gruppendynamik, in welcher auch der Beschuldigte an den Handlungen mit-

wirkte und gegen den Geschädigten vorging. Dass die gutachterlich dokumen-

tierten Verletzungen des Geschädigten, wie von der Verteidigung vorgebracht, auf 

ein anderes Ereignis zurückzuführen wären, kann ausgeschlossen werden. 

6.3. Die Vorinstanz hat eine sorgfältige und zutreffende rechtliche Würdigung 

vorgenommen (Urk. 102 S. 112 ff. E. 5.4.), darauf kann verwiesen werden. Mit 

überzeugender Begründung hat sie gestützt auf das medizinische Gutachten und 

vor dem Hintergrund, dass der Geschädigte mit Cricketschlägern/Brennstöcken 

traktiert wurde, die Qualifikation im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 

StGB bejaht. Ebenso überzeugend ging sie von einer Handlungseinheit und 

Mittäterschaft des Beschuldigten aus. Der Beschuldigte ist damit der einfachen 

-   22   -

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig 

zu sprechen.

7. Nötigungen (Anklagepunkte 3.1, 6, 7 und 10)

7.1. Über Anklagepunkt 3.1 wurde bereits rechtskräftig befunden (vgl. dazu vorne 

unter E. I.2.), weitere Ausführungen dazu erübrigen sich deshalb.

7.2. Die Vorinstanz hat zunächst zutreffende allgemeine theoretische Ausfüh-

rungen zum relevanten Rechtlichen gemacht (Urk. 100 S. 115 f. E. 6.1.1. ff.), 

darauf kann verwiesen werden.

7.3. In sachverhaltlicher Hinsicht ist mit Blick auf die eingeklagten Nötigungshand-

lungen zunächst mit der Vorinstanz (Urk. 100 S. 116 E. 6.1.5.) festzuhalten, dass 

vorweg die Situation des Geschädigten in Erinnerung zu rufen ist: Nachdem er ge-

gen seinen Willen von I._____/J._____ zum Grillplatz verbracht worden war, sah 

er sich einer Vielzahl von Personen gegenüber, die ihn phasenweise "umzingelten" 

und Gewalt gegen ihn ausübten. In Anbetracht dieser Überzahl ihm feindlich ge-

sinnter Personen und der Abgeschiedenheit des Grillplatzes sind insbesondere 

seine Ausführungen, wonach er sehr ängstlich gewesen sei und keine Hoffnung 

gehabt habe, sich von seinen Widersachern befreien zu können (Urk. 2/1/4 

F/A 37 f.), objektiv ohne Weiteres nachvollziehbar. Der Geschädigte befand sich 

also in einer Situation, in der er bei eigener Willensbetätigung entgegen dem Willen 

der Beschuldigten jederzeit mit Gewalt ihrerseits rechnen musste und gemäss 

seinen glaubhaften Aussagen auch damit rechnete.

7.4. In Bezug auf die Anklagepunkte 6, 7 und 10 (Kniebeugen, Zehenlutschen und 

Geständnis) machte die Verteidigung vor Vorinstanz zusammengefasst geltend, 

der Beschuldigte sei später zum Grillplatz gekommen, als der Geschädigte zum 

Sammeln von Holz gezwungen worden sein soll, sei er noch nicht dort gewesen. 

Die übrigen Nötigungsvorhalte seien nicht erstellt. Insbesondere habe die Anklä-

gerin nicht dargelegt, dass eine tatsituative Zwangssituation gegenüber dem Ge-

schädigten geschaffen worden sei (Urk. 83 S. 16 f.). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung wiederholte die Verteidigung, die Anklage lege nicht dar, inwiefern 

-   23   -

die Beschuldigten eine tatsituative Zwangssituation geschaffen hätten (Urk. 116 

S. 15 f.).  

7.5. Wie bereits ausgeführt, ist die unglaubhafte Darstellung des Beschuldigten, 

wonach er bei den eingeklagten Geschehnissen nicht dabei gewesen sein und nicht 

mitgemacht haben will, widerlegt. Demgegenüber kommen die Aussagen des Ge-

schädigten auch was die eingeklagten Nötigungshandlungen betrifft sehr plastisch, 

plausibel und glaubhaft daher und lassen sich zwanglos mit den übrigen Gescheh-

nissen dieser Nacht in Einklang bringen lassen. Unter anderem geht sodann auch 

aus den Aussagen des Beschuldigten D._____ hervor, dass der Konflikt ausser 

Kontrolle geriet (Prot. I F/A 100) und seitens der Beschuldigten wie auch Dritter 

(insbesondere N._____) im Kollektiv Gewalt gegen den Geschädigten ausgeübt 

wurde. Auch wenn die Handlungen durch N._____ initiiert wurden, entwickelte sich 

offensichtlich eine Gruppendynamik, in welcher immer wieder die gesamte Gruppe 

gegen den Geschädigten vorging. Erniedrigende bzw. nötigende Handlungen wie 

sie vom Geschädigten berichtet und den Anklagepunkten 6, 7 und 10 zugrunde 

liegen, passen sehr gut in dieses Bild. Gemäss der Übersetzung von Video 1 und 

2 (act. 7/3) wurde denn auch über Gewalt, Lügen und Heirat gesprochen. Die vom 

Geschädigten geschilderten Übergriffe sind zudem recht speziell und es ist auch 

deshalb sehr unwahrscheinlich, dass er sie frei erfunden hat. Angesichts der 

Vielzahl sich überschlagender Ereignisse in der Tatnacht erscheint es sodann nicht 

weiter ungewöhnlich, dass nicht alle Vorfälle bereits bei der ersten Einvernahme 

kurz danach zur Sprache kamen. Wie bereits ausgeführt ist davon auszugehen, 

dass sich die eingeklagten Vorfälle erst nach der Rückkehr des Beschuldigten zum 

Grillplatz ereigneten, weshalb es höchst unglaubhaft ist, dass er davon nichts 

mitbekommen haben will. Der Sachverhalt ist in diesen Punkten zweifelsfrei erstellt.

7.6. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz trifft zu (Urk. 100 S. 119 E. 6.4.3.), 

darauf kann verwiesen werden. Sie ging richtigerweise von Handlungseinheit und 

Mittäterschaft aus. Der Beschuldigte ist damit in Bezug auf die Anklagepunkte 6, 7 

und 10 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu sprechen.

-   24   -

III. Strafpunkt

1. Strafzumessungsregeln und Strafrahmen

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den Strafzumessungsregeln und 

zum Strafrahmen gemacht (Urk. 100 S. 121 f. E. II.1. f.), darauf kann verwiesen 

werden. Teilweise ergänzend und rekapitulierend ist zu den Strafzumessungsre-

geln festzuhalten, was folgt: Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen 

die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das 

Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf 

jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhö-

hen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 

Abs. 1 StGB). Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei einer 

Mehrzahl von begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung der angemessenen 

Sanktion nach der sogenannten konkreten Methode vorzugehen und in diesem 

Zusammenhang grundsätzlich für jede konkrete Tat die angemessene Strafhöhe 

sowie die passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 IV 217 ff.). Dabei ist die 

Bildung einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen möglich, während un-

gleichartige kumulativ zu verhängen sind. Mehrere gleichartige Strafen liegen vor, 

wenn das Gericht im konkreten Fall für jede einzelne Straftat eine gleichartige 

Strafe ausfällt bzw. ausfällen würde. Nach der gesetzlichen Konzeption basiert die 

Gesamtstrafe begrifflich auf mehreren selbständigen Einzelstrafen, was voraus-

setzt, dass das Gericht zumindest gedanklich für sämtliche begangenen Taten eine 

konkrete Strafe gebildet hat (BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das Bundes-

gericht für bestimmte Konstellationen aber nach wie vor Ausnahmen von der 

konkreten Methode zu, dies insbesondere dann, wenn verschiedene Delikte zeitlich 

und sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auf-

trennen und für sich allein beurteilen lassen (Urteile des Bundesgerichts 

6B_483/2016 vom 30. April 2018, E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25. September 2017, 

E. 2.2.1; 6B_523/2018 vom 23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil des Obergerichts des 

Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 10. Januar 2019, SB180398, E.III./4.). Was 

die Strafrahmen betrifft, so ist weiter ergänzend zu bemerken, dass sich daran 

gemäss Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der 

-   25   -

Strafrahmen, in Kraft seit 1. Juli 2023 (AS 2023 259; BBl 2018 2827), nichts ge-

ändert hat.

2. Sanktionsart

Vorliegend ist eine Gesamtfreiheitsstrafe auszusprechen, da die zu sanktio-

nierenden Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und 

eine blosse Geldstrafe für die neben der Freiheitsberaubung und Entführung zu 

bestrafende einfache Körperverletzung und Nötigung nicht geeignet erscheint, in 

genügendem Mass präventiv auf den Beschuldigten einzuwirken (vgl. dazu 

statt Weiterer BGE 6B_244/2021 bzw. 6B_254/2021, Urteil vom 17. April 2023, 

E. 5.3.2., am Ende, mit Verweisen).

3. Einsatzstrafe für die Freiheitsberaubung und Entführung

3.1. Objektive Tatschwere

Der Beschuldigte leistete bei der Entführung und Freiheitsberaubung des Geschä-

digten einen wesentlichen Tatbeitrag und offenbarte damit eine beträchtliche Ge-

waltbereitschaft und eine nicht unerhebliche kriminelle Energie. Erschwerend wirkt 

zudem, dass die Beschuldigten dem Geschädigten zahlenmässig mit einer klaren 

Übermacht entgegentraten, gegen die er sich nicht wirksam zur Wehr setzen 

konnte. Etwas entlastend wirkt, dass der Beschuldigte an den Geschehnissen auf 

der Autofahrt zum Grillplatz "K._____" oberhalb von H._____ nicht unmittelbar be-

teiligt war. Der Grillplatz liegt abgelegen ob H._____ und befindet sich rund eine 

Autofahrstunde von I._____/J._____ entfernt. Somit war es dem Geschädigten be-

reits aufgrund der geografischen Gegebenheiten in der Tatnacht nicht möglich, 

selbständig an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren. Vielmehr war er auch dies-

bezüglich der Gunst der Beschuldigten ausgeliefert. Der Geschädigte gelangte erst 

in den frühen Morgenstunden des 22. Oktobers 2019 wieder in Freiheit. Die Frei-

heitsberaubung hatte damit in zeitlicher und räumlicher Hinsicht nicht bloss eine 

geringfügige Verletzung der Bewegungsfreiheit zur Folge, obschon mit Blick auf 

Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre dauernde Entführungen auf weitere 

Distanzen weit schwerere Fälle denkbar sind. Im Vergleich zu den Mitbeschuldigten 

-   26   -

D._____ und Q._____, die eine gewisse Anführerrolle übernahmen, kam dem Be-

schuldigten jedoch eher eine untergeordnete Rolle zu. In einer Gesamtbetrachtung 

rechtfertigt die objektive Tatschwere eine Strafe im mittleren Bereich des unteren 

Drittels des Strafrahmens. Für den Beschuldigten erscheint eine Einsatzstrafe von 

13 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen.

3.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus niederen Motiven, es ging um 

eine brutale Abrechnung mit dem Geschädigten (vgl. dazu sogleich auch nach-

folgend). Die subjektive Tatschwere relativiert die objektive nicht.

3.3. Zwischenfazit

Die Einsatzstrafe ist auf 13 Monate Freiheitsstrafe festzulegen. Eine Geldstrafe ist 

aufgrund der Schwere des Verschuldens ausgeschlossen.

4. Asperation aufgrund der einfachen Körperverletzung

4.1. Objektive Tatschwere

Der Geschädigte musste infolge der dem Beschuldigten und den Mitbeschuldigten 

zuzurechnenden Übergriffe vom 22. bis 24. Oktober 2019 mit Knochenbrüchen, 

diversen Blutergüssen etc. notfallmässig hospitalisiert werden (Urk. 4/2). Wie viele 

Male genau der Beschuldigte den Geschädigten beim Grillplatz geschlagen hat, 

lässt sich aus heutiger Sicht nicht mehr exakt eruieren, ebenso wenig welche Ver-

letzungen von welchen Schlägen stammen. Allerdings ist strafmindernd zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte den Geschädigten im Vergleich zum Beschul-

digten D._____ sowie N._____ und O._____ weniger geschlagen hat und ihm keine 

Schläge mit einem Cricketschläger/Brennstock nachgewiesen werden können. In-

folgedessen ist die objektive Tatschwere wie beim Mitbeschuldigten C._____ im 

unteren Bereich des mittleren Drittels anzusiedeln.

-   27   -

4.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und aus niederen Motiven. Auch wenn 

sich am Grillplatz eine gewisse Eigendynamik entwickelte und die Beteiligten als 

Gruppe gegenüber dem Geschädigten im Furor Gewalt ausübten, die der Beschul-

digte im Voraus wohl nicht im Detail geplant hatte, sind in subjektiver Hinsicht keine 

wesentlichen entlastenden Umstände auszumachen, da es auch ihm wie den 

übrigen Beteiligten infolge des vorbestehenden Konflikts mit dem Geschädigten 

letztlich darum ging, mit ihm abzurechnen und zwar unter Zufügung erheblichen 

Leids. Selbstredend handelt es sich hierbei um eine völlig inakzeptable Art der 

Konfliktlösung. 

4.3. Zwischenfazit

Für die einfache Körperverletzung ist aufgrund der objektiven und subjektiven 

Tatschwere eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten festzusetzen. Eine Geldstrafe ist 

aufgrund der Schwere des Verschuldens ausgeschlossen. Asperierend ist eine Er-

höhung der festgesetzten Einsatzstrafe um 10 Monate Freiheitsstrafe vorzuneh-

men. Die von der Vorinstanz unterlassene Asperation ist nicht nachvollziehbar.

5. Asperation aufgrund der Nötigung

5.1. Objektive Tatschwere

Gemäss Darstellung des Geschädigten schienen die Befehle überwiegend von 

N._____ ausgegangen zu sein (Urk. 2/1/3 F/A 64 und 68), wobei die übrigen Betei-

ligten, darunter der Beschuldigte, vor allem als Teil der Drohkulisse partizipierten. 

Gleichwohl leisteten sie damit einen wesentlichen Tatbeitrag. Die abgenötigten 

Handlungen sind zweifellos erniedrigend, im Rahmen des Denkbaren erscheinen 

aber weit Schlimmere möglich. Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten ist 

im unteren Drittel des Strafrahmen anzusiedeln. 

5.2. Subjektive Tatschwere

Hier kann vorab auf die bereits zu den anderen Taten gemachten Ausführungen 

verwiesen werden. Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und es ging den Betei-

-   28   -

ligten um die Demütigung des Geschädigten, was nieder und verwerflich ist. Die 

subjektive Tatschwere relativiert die objektive nicht. 

5.3. Zwischenfazit

Für die Nötigung ist aufgrund der objektiven und subjektiven Tatschwere eine 

Freiheitsstrafe von vier Monaten festzusetzen. Asperierend ist eine Erhöhung der 

festgesetzten Einsatzstrafe um drei Monate Freiheitsstrafe vorzunehmen. 

6. Einsatzstrafe Tatkomponente

Für die Tatkomponente resultiert insgesamt eine Einsatzfreiheitsstrafe von 

26 Monaten.

7. Täterkomponente

Auf die vorinstanzlichen Erwägungen zum Vorleben und zu den persönlichen Ver-

hältnissen des Beschuldigten kann verwiesen werden (Urk. 100 S. 127 E. II.6. und 

[im Zusammenhang mit der nicht mehr zur Diskussion stehenden Landesver-

weisung] S. 133 ff. E. IV.2.). Ergänzend ist in diesem Zusammenhang aufgrund der 

anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Ausführungen zu den aktuellen 

persönlichen Verhältnissen festzuhalten, dass der Beschuldigte in der AB._____ 

arbeitet und Fr. 4800.– brutto verdient. Aufgrund von politischen Problemen in 

Sri Lanka flüchtete er in die Schweiz und ist hierzulande anerkannter Flüchtling. 

Ferner ist er ledig und hat keine Kinder. Der Lebenslauf des vorstrafenlosen 

(Urk. 103) Beschuldigten ist insgesamt als strafzumessungsneutral zu werten. 

Der Beschuldigte zeigte sich im Strafverfahren weder besonders kooperativ noch 

reuig oder geständig. 

8. Beschleunigungsgebot

8.1. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren – wie bereits vor Vorin-

stanz – vor, dass eine Verletzung des Beschleunigungsgebots vorliege. So sei ins-

besondere Art. 5 Abs. 2 StPO verletzt worden, wonach bei einer inhaftierten 

beschuldigten Person das Verfahren vordringlich zu führen sei. Auch die Dauer für 

-   29   -

die Begründung des erstinstanzlichen Urteils sei ausserordentlich lang (Urk. 116 

S. 17). 

8.2. Der Verteidigung ist zuzustimmen, dass die gesamte Verfahrensdauer vor der 

Vorinstanz bis zur Urteilseröffnung im Berufungsverfahren in ihrer Kombination zu 

lange dauerte. Entsprechend ist auf eine leichte Verletzung des Beschleunigungs-

gebots zu erkennen, welche strafmindernd zu berücksichtigen ist. Es rechtfertigt 

sich eine Strafreduktion im Umfang von zwei Monaten. 

9. Ergebnis

Im Ergebnis erweist sich eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten als angemessen.

10. Vollzug

10.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die objektiven Voraussetzungen eines 

vollständigen Aufschubs sind bei einer auszusprechenden Freiheitsstrafe von 

24 Monaten vorliegend gegeben. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und es sind 

keine Anhaltspunkte erkennbar, wonach eine unbedingte Freiheitsstrafe notwendig 

wäre, um ihn von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Nach dem Ge-

sagten ist die Freiheitsstrafe aufzuschieben und die Probezeit auf das gesetzliche 

Minimum von zwei Jahren festzulegen. 

10.2. Der Anrechnung der erstandenen Haft im Umfang von 590 Tagen steht nichts 

entgegen, diesbezüglich kann ebenfalls auf die Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden.

-   30   -

IV. Kosten

1. Vorinstanzliches Verfahren

Die Verteidigung moniert, die Vorinstanz hätte die Kosten aufgrund der Teilfrei-

sprüche nicht vollumfänglich dem Beschuldigten auferlegen dürfen (Urk. 116 

S. 18). Ihre Argumentation geht fehl: Vorliegend stehen sämtliche dem Beschuldig-

ten zur Last gelegten Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang 

und waren alle Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes 

notwendig (vgl. BSK StPO-DOMEISEN, Art. 426 StPO N 6 m.w.H.). Damit ist die im 

angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

(Urk. 100 S. 136 f. E. V.) ausgangsgemäss zu bestätigen.  

2. Berufungsverfahren

Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'600.– festzusetzen. Der Beschuldigte unterliegt mit 

seiner Berufung – bis auf eine in Bezug auf die Kostenauflage zu vernachlässi-

gende Strafreduktion – vollumfänglich. Entsprechend sind ihm die Kosten des 

Berufungsverfahrens aufzuerlegen – mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Ver-

teidigung. 

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädigung 

in der Höhe von Fr. 9'940.25 (inkl. Barauslagen, MwSt. und Berufungsverhandlung) 

geltend (Urk. 113). Der geltend gemachte Aufwand ist ausgewiesen und ange-

messen und in dieser Höhe zu entschädigen. Insbesondere erweist sich auch der 

angewandte Stundenansatz von Fr. 240.– als angemessen, zumal der Verteidiger 

aufgrund der Beherrschung der tamilischen Sprache die Kosten für einen Über-

setzer sparen konnte. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 9'940.25 sind einst-

weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht der Beschul-

digten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

-   31   -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 

2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. […]

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkt 3.1),

 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklagepunkt 11).

3. f. […]

5. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

6. Das mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

beschlagnahmte Mobiltelefon Apple iPhone (Asservat Nr. A013'926'277) sowie die 

sichergestellte SIM-Karte (Asservat Nr. A013'960'344) werden dem Beschuldigten 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren 

mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E 

auf Voranmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben. 

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obgenannten Urteile bei der für die Lagerung zuständigen Kantons-

polizei Zürich, Asservate-Triage, beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung 

durch diese vernichtet.

7. Die folgenden mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich beschlagnahmten Gegenstände werden dem Geschädigten, B._____, nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den 

Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E auf Vor-

anmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben:

- 1 Paar Herrenschuhe, schwarz (Asservat Nr. A013'149'763)

- 1 ärmelloses T-Shirt, rosarot (Asservat Nr. A013'149'809)

- 1 T-Shirt, grau (Asservat Nr. A013'149'810)

- 1 Herrenhose, braun (Asservat Nr. A013'149'854)

- 1 Herrenjacke, schwarz/grün (Asservat Nr. A013'149'912).

-   32   -

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obgenannten Urteile beim für die Lagerung zuständigen Forensischen 

Institut Zürich beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch dieses vernichtet.

8. Die unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerten Spuren werden – soweit noch vorhanden und mit Ausnahme der in 

Dispositiv-Ziffern 6 und 7 genannten Asservate – nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-

E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

9. Das unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerte Messer (Asservat Nr. A014'211'531) wird eingezogen und nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit 

den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E durch 

dieses vernichtet.

10. Die unter den folgenden Referenznummern bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-

Triage, gespeicherten Datensicherungen werden – soweit noch vorhanden – nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den 

Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210020-E und DG210021-E durch 

diese gelöscht: 05692001N01, 05692001S01, 05692002N01, 05692002S01, 

05692003N01, 05692003S01, 05692003S02, 05692004N01 und 05692004S01.

11. ff. […]

14. [Mitteilungen]

15.-16. [Rechtsmittel]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 2 und 13),

-   33   -

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. 

Ziff. 2 Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 4 und 14),

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkte 6, 7 und 10). 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

heute 590 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 11-13) wird 

bestätigt.

-   34   -

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 9'940.25   amtliche Verteidigung

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz 
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mittels Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".
 R._____ AG (Referenz DG210017)

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

-   35   -

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 11. März 2024

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Jacomet

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. 

Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.