# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd6eb25b-110e-575a-99d2-bc6c0fc574e9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2023 E-3667/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3667-2023_2023-08-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3667/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli; 

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Lea Schlunegger, Rechtsanwältin, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 26. Mai 2023 / N (…). 

 

 

 

E-3667/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

I. 

dass der Beschwerdeführer am 31. Oktober 2015 in der Schweiz – zusam-

men mit seiner Ehefrau – ein Asylgesuch stellte, 

dass er gemäss Akten am (…) 2016 gegenüber seiner Frau massive Ge-

walt ausübte, 

dass er vom Kantonsgericht B._______ mit Urteil vom (…) 2018 wegen 

versuchter vorsätzlicher Tötung, versuchten strafbaren Schwangerschafts-

abbruchs, qualifizierter Vergewaltigung, mehrfacher Drohung, Freiheitsbe-

raubung, mehrfacher Tätlichkeiten und mehrfachen Hausfriedensbruchs 

zu neun Jahren Freiheitsstrafe und einer Busse verurteilt wurde, 

dass eine Berufung vom Obergericht des Kantons B._______ am (…) 2019 

abgewiesen wurde, das vom Beschwerdeführer angerufene Bundesgericht 

seine Beschwerde mit Urteil BGer 6B_1407/2019 vom 3. Juni 2020 abwies, 

dass das SEM mit Verfügung vom 13. Mai 2020 die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers verneinte, sein Asylgesuch vom 31. Oktober 2015 

ablehnte und seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an-

ordnete, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-3094/2020 vom 30. Juli 

2020 auf eine gegen den Asylentscheid erhobene Beschwerde nicht ein-

trat, nachdem der Beschwerdeführer den einverlangten Kostenvorschuss 

nicht überwiesen hatte, 

II. 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe an das SEM vom 26. Juli 2021 ein 

zweites Asylgesuch einreichte, 

dass das SEM diese Eingabe mit Verfügung vom 26. Mai 2023 – eröffnet 

am 30. Mai 2023 – als Mehrfachgesuch im Sinn von Art. 111c AsylG (SR 

142.31) entgegennahm, das Gesuch unter Verneinung der Flüchtlings- 

eigenschaft ablehnte und erneut die Wegweisung aus der Schweiz sowie 

den Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Juni 2023 gegen diese 

Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und die 

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Seite 3 

Anerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft unter Gewährung des Asyls, 

eventuell die Anordnung seiner vorläufigen Aufnahme als Flüchtling und 

subeventualiter die Anordnung seiner vorläufigen Aufnahme als Ausländer 

beantragte, 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Herstellung der aufschiebenden 

Wirkung, Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses und Beiordnung einer amtlichen 

Rechtsbeiständin ersucht wurde, 

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 7. Juli 2023 einer-

seits feststellte, dass das SEM der Verfügung vom 26. Mai 2023 die  

aufschiebende Wirkung nicht entzogen und die Beschwerde damit von  

Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung habe, weshalb auf den Antrag 

des Beschwerdeführers auf Herstellung der aufschiebenden Wirkung nicht 

einzutreten sei und er den Abschluss des Verfahrens in der Schweiz ab-

warten dürfe,  

dass er andererseits die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und Rechtsverbeiständung sowie um Befreiung von der Kos-

tenvorschusspflicht abwies und dem Beschwerdeführer Frist zur Leistung 

eines Vorschusses setzte, 

dass der Kostenvorschuss fristgerecht überwiesen wurde, 

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt, 

dass es auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – 

endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM 

entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

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dass – nachdem der Kostenvorschuss innert Frist geleistet worden ist – 

somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde als solche 

einzutreten ist (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG), 

dass dies der Fall ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält und Vorbringen insbesondere 

dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesentlichen Punkten zu wenig begrün-

det oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen 

oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt 

werden (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG), 

dass das SEM bei der Begründung der Ablehnung des Mehrfachgesuchs 

vorab darauf hinwies, dass es dem Beschwerdeführer in seinem ersten 

Asylverfahren nicht gelungen sei, die mit Bezug auf den Heimatstaat vor-

getragenen Asylgründe glaubhaft zu machen, 

dass der Beschwerdeführer nach wie vor keiner Personengruppe ange-

höre, die in Afghanistan aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten Ver-

folgungsrisiko ausgesetzt wäre, 

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Seite 5 

dass an dieser Feststellung auch die lange Landesabwesenheit, die lange 

Aufenthaltsdauer in der Schweiz von rund acht Jahren und die damit an-

geblich verbundenen "Verwestlichung" etwas zu ändern vermöchten, 

dass der Beschwerdeführer nie in Afghanistan gelebt habe und sozialisiert 

worden sei, sondern im Iran in einer afghanischen Familie aufgewachsen 

sei, und er sich in der Schweiz kaum um eine Integration in die hiesigen 

Lebensverhältnisse bemüht habe, 

dass das Vorbringen, die Verwandten seiner Ehefrau würden seine Gewalt-

ausübung zu rächen versuchen, flüchtlingsrechtlich nicht relevant und un-

ter Berücksichtigung aller Verfahrensumstände nicht von einer reellen Ge-

fahr einer Blutrache auszugehen sei,  

dass auch kein Grund zu Annahme bestehe, die Taliban, die zwischenzeit-

lich in Afghanistan die Macht übernommen hätten, würden den Beschwer-

deführer wegen seiner im Westen verübten Delikte verfolgen, zumal nicht 

dargelegt worden sei, warum die Taliban überhaupt Kenntnis von seinen 

Taten haben sollten, 

dass demnach nicht davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer 

bei der Rückkehr nach Afghanistan mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

und in absehbarer Zukunft flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt werde und sich seine subjektive Furcht, künftig 

Nachteile im Sinn von Art. 3 AsylG zu erleiden, nicht als objektiv begründet 

erweise, 

dass der Beschwerdeführer in seinem Rechtsmittel vorbringen lässt, die 

Ausführungen der Vorinstanz seien oberflächlich sowie teilweise spekulativ 

und es würden daraus Fehlschlüsse und Inkohärenzen resultieren, 

dass nach längerer Zeit aus dem Westen nach Afghanistan zurückkeh-

rende Menschen von den Taliban gemäss verschiedenen Berichten als 

"verwestlicht" angesehen würden und sich dem Generalverdacht ausge-

setzt sähen, ihr Land und ihre religiöse Pflicht verraten zu haben, 

dass in Afghanistan die Meinung verbreitet sei, nur Straffällige oder Terro-

risten würden aus den westlichen Staaten zurückgeführt, und rückkeh-

rende Personen von erheblichen Problemen mit Behörden oder Sicher-

heitskräften und Gewalterfahrungen berichten würden, 

dass er zwar die meiste Zeit seiner Anwesenheit in der Schweiz in Haft 

verbracht habe, in Afghanistan aber trotzdem als verwestlicht wahrgenom-

men würde, 

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Seite 6 

dass er sich den grössten Teil seines Lebens im Iran aufgehalten habe, wo 

der muslimische Glaube im Vergleich zu Afghanistan deutlich abweichend 

ausgeübt werde, was ihn bei einer Rückkehr in den Heimatstaat zusätzli-

cher Gefahr aussetzen würde, 

dass das SEM völlig ausser Acht gelassen habe, dass es sich bei ihm um 

einen schiitischen Hazara handle, der bereits wegen dieser beiden Persön-

lichkeitsmerkmale in Afghanistan mit Verfolgung rechnen müsse, 

dass der Geheimdienst der Taliban die Straffälligkeit des Beschwerdefüh-

rers mit Sicherheit herausfinden würde, 

dass er unter diesen Umständen die Flüchtlingseigenschaft erfülle und ihm 

Asyl zu gewähren sei, 

dass das Bundesverwaltungsgericht nach Durchsicht der Akten feststellt, 

dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu 

Recht verneint hat und zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die 

überzeugenden Erwägungen des SEM verwiesen werden kann, denen der 

Beschwerdeführer letztlich nichts Stichhaltiges entgegenzuhalten vermag, 

dass nicht nachvollziehbar dargetan worden ist, wieso beim Beschwerde-

führer, der den weit überwiegenden Teil seines knapp achtjährigen Aufent-

halts in der Schweiz in Haft- und Strafvollzugsanstalten verbracht hat, von 

einer originären Integration beziehungsweise einer sogenannten "Verwest-

lichung" (vgl. SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE, Afghanistan: Rückkehr-

gefährdung aufgrund von "Verwestlichung", 26. März 2021) auszugehen 

sein soll (vgl. Beschwerde S. 5 ff.), 

dass, abgesehen davon, das Bundesverwaltungsgericht bereits in mehre-

ren – nach der Machtübernahme in Afghanistan ergangenen – Urteilen 

festgestellt hat, dass allein der Aufenthalt in einem westlichen Land keine 

flüchtlingsrechtlich relevante Furcht vor einer Verfolgung durch die Taliban 

zu begründen vermag (vgl. etwa die Urteile des BVGer D-2179/2022 vom 

2. September 2022 E. 7.1.4, E-1567/2022 vom 10. August 2022 E. 5.3,  

E-2436/2022 vom 1. Juli 2022 S. 7 oder E-4624/2021 vom 11. November 

2021 E. 7.2; analog F-800/2022 vom 5. Juni 2023 E. 6.2 [betreffend  

Visum aus humanitärem Gründen]), 

dass auch nicht davon auszugehen ist, die Auswanderung des Beschwer-

deführers nach Europa würde von den Taliban "als ein Akt des politischen 

Widerstands, als eine Form des 'Überlaufens' verstanden" (vgl. Be-

schwerde S. 9), zumal er den heimatlichen Machthabern bei Bedarf 

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Seite 7 

problemlos darlegen könnte, dass er im Iran zur Welt gekommen ist, sich 

noch nie in Afghanistan aufgehalten hat und seinen Heimatstaat demnach 

gar nicht diesem Sinn "verraten" haben kann, 

dass angesichts seiner Sozialisierung in der afghanischen Diaspora des 

Irans aus Sicht der Taliban auch allfällige Besonderheiten der Glau-

bensausübung (vgl. Beschwerde S. 11 f.) oder im Sprachakzent des  

Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 21) selbsterklärend oder leicht er-

klärbar sein und demnach kaum zu relevanten Problemen führen dürften, 

dass die Ethnie und die schiitische Religionszugehörigkeit des Beschwer-

deführers bereits im ersten Asylverfahren bekannt waren und das Bundes-

verwaltungsgericht auch nach der Machtübernahme der Taliban keine Kol-

lektivverfolgung der – überwiegend schiitischen – Hazara in Afghanistan 

anerkennt (vgl. zuletzt etwa die Urteile des BVGer E-3278/2023 vom 

26. Juni 2023 E. 7.4.3, E-2318/2023 vom 16. Mai 2023 E. 5 und 6.4,  

D-3945/2021 vom 4. Mai 2023 E. 6.4 oder E-1578/2023 vom 6. April 2023 

E. 8.3), 

dass der Beschwerdeführer in Afghanistan unbestrittenermassen über 

mehrere Verwandte verfügt (vgl. Beschwerde S. 20) und im Zeitalter  

mobiler Telekommunikation von der Möglichkeit einer Kontaktaufnahme 

mit diesen ausgegangen werden darf (nötigenfalls über die im Iran verblie-

benen Angehörigen seiner Ursprungsfamilie, die den Beschwerdeführer 

bei seiner Rückkehr in den Heimatstaat vermutungsweise ebenfalls unter-

stützen könnten), 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

Staatssekretariat sein Mehrfachgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthalts- 

bewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom Staatssekretariat ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

  

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Seite 8 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen- 

stehen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass nach den vorstehenden Ausführungen keine Anhaltspunkte für eine 

im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende menschenrechtswidrige Be-

handlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des Übereinkommens 

vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-

che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), und der Vollzug nicht möglich ist, 

wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den 

Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht 

werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG), 

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Seite 9 

dass vorläufige Aufnahmen nach Art. 83 Abs. 2 und 4 AIG unter anderem 

dann nicht verfügt werden, wenn die weggewiesene Person zu einer län-

gerfristigen Freiheitsstrafe im In- oder Ausland verurteilt wurde (Art. 83 

Abs. 7 Bst. a AIG), 

dass dieses Ausschlusskriterium – nachdem die Dauer der Freiheitstrafe 

ein Jahr um ein Mehrfaches übersteigt (vgl. BVGE 2022 VII/1 E. 5.3 

m.w.H.) – beim Beschwerdeführer offenkundig gegeben ist, 

dass das SEM bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Anwen-

dung von Art. 83 Abs. 7 Bst. b AIG vorab auf die massive Delinquenz des 

Beschwerdeführers hinwies, 

dass es weiter im Wesentlichen ausführte (vgl. Verfügung S. 13 f.), in Af-

ghanistan würden Verwandte leben, die dem Beschwerdeführer – bei dem 

es sich um einen jungen gesunden Mann mit Arbeitserfahrung handle – bei 

einer Integration behilflich sein könnten und ihn weitere Verwandtschaft in 

mehreren westlichen Staaten nötigenfalls finanziell unterstützen könne, 

dass die Hauptsozialisation des Beschwerdeführers nicht in der Schweiz 

stattgefunden und er die acht Jahre seit seiner Einreise hauptsächlich in 

schweizerischen Haftanstalten verbracht habe, womit nicht von einer ge-

lungenen Integration in die Schweiz gesprochen werden könne, 

dass in Afghanistan auch nach der Machtübernahme durch die Taliban 

keine Situation allgemeiner Gewalt herrsche und sich auch die Pandemie-

Situation in diesem Land beruhigt habe, 

dass unter den gegebenen Umständen ein erhebliches öffentliches Inte-

resse am Vollzug der Wegweisung bestehe, welches das private Interesse 

des Beschwerdeführers überwiege, sich auf allfällige Wegweisungsvoll-

zugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG berufen zu können, 

dass vollumfänglich auf diese überzeugende Verhältnismässigkeitsprüfung 

des SEM verwiesen werden kann (vgl. auch BVGE 2022 VII/1 E. 8.2 

m.w.H.) und ergänzend festzuhalten bleibt, dass angesichts der massiven 

Straffälligkeit des Beschwerdeführers in der Schweiz insbesondere auch 

die von ihm im Strafvollzug besuchten Bildungsangebote und ein ihm ab-

gegebenes Jobangebot (vgl. Beschwerdebeilagen 3 und 4) diesbezüglich 

keine ausschlaggebende Rolle spielen können, 

dass es dem Beschwerdeführer obliegt, sich konkret auf das Leben in  

Afghanistan vorzubereiten (vgl. Beschwerde S. 13 f.), 

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dass nach dem Gesagten auch der vom SEM angeordnete Vollzug der 

Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1'500.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der 

in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zur Begleichung der Kosten 

zu verwenden ist. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer  

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Beglei-

chung der Kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Eveline Chastonay 

 

 

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