# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0eef397d-c2fd-5859-8a1a-601dd1b08fc1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.04.2022 E-5719/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5719-2019_2022-04-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5719/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen (Vorsitz),  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

Richter Markus König, 

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. September 2019 / N (…). 

 

 

 

E-5719/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 18. Januar 2016 in der Schweiz um 

Asyl. Am 20. Januar 2016 befragte das SEM ihn zu seiner Person, dem 

Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen (Befragung zur Person; 

BzP).  

Im Rahmen dieser Befragung machte der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen geltend, er sei ethnischer Tamile, hinduistischen Glaubens und 

stamme ursprünglich aus B._______, Distrikt C._______, Sri Lanka. Sein 

Vater habe 2008 Probleme mit Angehörigen der Karuna-Gruppe bekom-

men. Diese hätten Geld vom Vater verlangt. Einmal habe der Vater gezahlt. 

Am 10. Februar 2009 habe sich der Vater jedoch geweigert, ein weiteres 

Mal zu zahlen. Er sei an jenem Tag durch Angehörige der Karuna-Gruppe 

derart geschlagen worden, dass der Beschwerdeführer ihn ins Spital habe 

fahren müssen. Während dieser Fahrt sei sein Vater infolge einer Herzkrise 

verstorben.  

Im Jahr 2009 sei der Beschwerdeführer zwei Festnahmeversuchen durch 

die Karuna-Gruppe entgangen. Er und seine Mutter hätten in jener Zeit 

versucht, ein Visum für die Schweiz, wo seine Schwester wohnhaft sei, zu 

erhalten. Seiner Mutter sei die Einreise in die Schweiz bewilligt, sein Ersu-

chen hingegen abgelehnt worden. Nachdem seine Mutter in die Schweiz 

gereist sei, hätten Angehörige der Karuna-Gruppe ihn nach D._______ mit-

genommen, geschlagen und Geld von ihm verlangt. Acht Tage sei er inhaf-

tiert gewesen und gefoltert worden. Von der Folter seien sichtbare Narben 

(…) zurückgeblieben. Ein Mitglied der Gruppe habe ihm zur Flucht verhol-

fen und er sei zu seinem Cousin E._______ geflohen. Dieser habe ihm am 

10. November 2010 geholfen, Sri Lanka zu verlassen. Er sei auf dem Luft-

weg mit seinem sri-lankischen Pass nach F._______ gelangt. Den Pass 

habe er dem Schlepper gegeben. Seine Identitätskarte habe er den engli-

schen Behörden im Rahmen seines Asylverfahrens abgeben müssen.  

Die englischen Behörden hätten sein Asylgesuch vom 15. Februar 2011 

abgelehnt. Im Dezember 2013 sei er nach Sri Lanka zurückgeschafft wor-

den. Da er keine Identitätspapiere besessen habe, sei er nach seiner An-

kunft am Flughafen von Colombo verhört und geschlagen worden. Man 

habe ihm ein Foto, welches ihn an einer Teilnahme am Heldentag in 

F._______ zeige, sowie weitere Fotos von Kundgebungen, an denen er 

teilgenommen habe, gezeigt. Er sei der Zugehörigkeit zu den LTTE (Libe-

ration Tigers of Tamil Eelam) verdächtigt und in das Gefängnis im vierten 

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Stock gebracht worden. Sein Onkel habe einen Angestellten bestochen 

und so sei er im Juli 2014 freigekommen. Der Onkel habe ihn dann nach 

G._______, wo dessen Tochter wohnhaft gewesen sei, gebracht. Dort 

habe er sich zwei Wochen aufgehalten. Im Mai 2015 sei er mit gefälschten 

Papieren von H._______ aus auf dem Luftweg nach Moskau, von dort wei-

ter mit dem Auto in die Ukraine, anschliessend mit dem Flugzeug in die 

Türkei, von dort in einem Gummiboot in ein ihm unbekanntes Land und 

zuletzt in einem Camion versteckt in die Schweiz gelangt.  

B.  

B.a Am 9. Februar 2016 ersuchte das SEM das Vereinigte Königreich ge-

stützt auf die Dublin-Verordnung um Rückübernahme des Beschwerdefüh-

rers. Am 21. Februar 2016 stimmte das Dublin-Unit des Vereinigten König-

reichs dem Ersuchen der Vorinstanz zu.  

B.b Das SEM trat mit – unangefochten in Rechtskraft erwachsener – Ver-

fügung vom 22. Februar 2016 nicht auf das Asylgesuch des Beschwer-

deführers vom 18. Januar 2016 ein und ordnete dessen Überstellung in 

das Vereinigte Königreich an.  

B.c Mit Schreiben vom 26. August 2016 berief sich der Beschwerdeführer 

darauf, dass die Überstellungsfrist gemäss der Dublin-Verordnung abge-

laufen sei, weshalb die Schweiz zuständig sei, sein Asylgesuch zu prüfen. 

Das SEM stellte mit Verfügung vom 8. September 2016 fest, die Über-

stellungsfrist sei abgelaufen, hob die Verfügung vom 22. Februar 2016 auf 

und nahm das Asylverfahren des Beschwerdeführers wieder auf.  

C.  

Am 19. Juni 2017 wurde der Beschwerdeführer vertieft zu seinen Asylgrün-

den angehört.  

In Ergänzung zu seinen Ausführungen an der BzP brachte er im Wesentli-

chen vor, er sei 2006 von B._______ zu seinem Onkel mütterlicherseits 

nach I._______ umgezogen. Dieser habe ihn von B._______ weggeholt, 

da dort in jener Zeit das Militär präsent gewesen sei. Sein Onkel sei ein 

Sympathisant der LTTE gewesen und habe in I._______ ein Geschäft be-

trieben. Er habe dem Onkel im Laden geholfen. Eines Tages im Jahr 2008 

seien Mitglieder der LTTE im Laden gewesen. Diese hätten – wie schon 

oftmals zuvor – Pakete im Laden des Onkels abgeholt. Militärangehörige 

hätten ihn (den Beschwerdeführer) und seinen Onkel verhaftet und ins 

Camp (…) gebracht. Dort seien sie gefoltert worden. Vier Monate sei er in 

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Haft gewesen. Nach seiner Freilassung sei er nach C._______ zurückge-

kehrt, wo er von Unbekannten zu erwähnter Verhaftung in I._______ be-

fragt worden sei. Diese Festnahme sei wohl der Grund gewesen, warum 

sein Vater durch Angehörige der Karuna-Gruppe erpresst und im Februar 

2009 geschlagen worden sei.  

Im Mai 2009 habe sein Onkel zwei Freunde und zugleich Mitglieder der 

LTTE zu ihm nach C._______ gesandt und ihn darum gebeten, für die bei-

den eine Unterkunft zu organisieren. Er habe die zwei Personen zu Freun-

den von ihm gebracht. Ein Jahr später, im Mai 2010, sei eine dieser Perso-

nen namens J._______ durch das CID (Criminal Investigation Department) 

verhaftet und geschlagen worden. J._______ habe verraten, dass er ihm 

im Jahr zuvor geholfen habe, eine Unterkunft zu finden. In der Folge hätten 

Mitglieder der Karuna-Gruppe ihn nachts aufgesucht und ins Camp nach 

D._______ mitgenommen. Seine Mutter und seine Schwester hätten sich 

damals in der Schweiz befunden. In jenem Camp sei er von Angehörigen 

der Karuna-Gruppe, des CID und des Militärs zu den beiden Mitgliedern 

der LTTE verhört und dabei misshandelt worden. Acht Tage später sei er 

mit Hilfe eines Mitglieds der Karuna-Gruppe freigekommen. Er sei zu sei-

nem Cousin geflüchtet, der ihm geholfen habe, seine Ausreise zu organi-

sieren. Es sei ihm ein Pass (lautend auf seinen Namen) und ein Studen-

tenvisum besorgt worden. Am 8. November 2010 sei er legal auf dem Luft-

weg nach F._______ geflogen, wo er um Asyl ersucht habe. Nach seiner 

Ausreise aus Sri Lanka sei sein Cousin und Fluchthelfer E._______ durch 

Angehörige der Karuna-Gruppe zu seiner Person befragt und anschlies-

send vergiftet worden.  

Ausserdem gab der Beschwerdeführer an, nach seiner Rückkehr nach Sri 

Lanka im Dezember 2013 sei er zunächst nicht nur am (…) von H._______, 

sondern für kurze Zeit auch in C._______ in einem Gefängnis inhaftiert 

gewesen. Danach sei er zurück nach H._______ transferiert worden und 

habe dort die restlichen fünf Monate im Gefängnis verbracht. Nach seiner 

Freilassung aus dem Gefängnis in H._______ im Juli 2014 sei er zunächst 

zwei Wochen in C._______ im Spital gewesen, da er im Gefängnis – 

ebenso wie zuvor im Camp (…) – gefoltert worden sei. Er sei manchmal 

komplett ausgezogen und geschlagen worden. Ihm seien mit Zigaretten 

Brandmale zugefügt, seine linke Hand gebrochen ihm auf den Kopf ge-

schlagen worden und manchmal sei er auch sexuell misshandelt worden. 

Er sei mit dem Penis berührt oder dieser sei in seinen Mund gesteckt und 

auf ihn sei uriniert worden. Seinen Zellenkameraden, die aus Australien 

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nach Sri Lanka zurückgekehrt seien, sei es damals gleich ergangen. Wäh-

rend jener siebenmonatigen Haft seien ihm Fotos von LTTE-Mitgliedern 

gezeigt und nach deren Namen gefragt worden. Er sei mit den LTTE in 

Verbindung gebracht worden, da er zwei Mitgliedern der LTTE geholfen 

gehabt habe. Er sei auch nach dem Grund für seine Ausreise aus Sri Lanka 

(im Jahr 2010) gefragt und verdächtigt worden, dass er selber ein Mitglied 

der LTTE sei. Nach jenem Gefängnisaufenthalt (2014) habe er zwei Wo-

chen bei einem weiteren Onkel namens K._______ in B._______ ver-

bracht. Dieser habe ihn mittels der erwähnten Bestechung und auch des-

halb freibekommen, weil er einen Parlamentarier um Hilfe gebeten gehabt 

habe. Der Onkel habe ihn später bei verschiedenen Bekannten an ver-

schiedenen Orten im Distrikt C._______, zuletzt in L._______, unterge-

bracht, denn er wäre bei seinem Onkel nicht mehr sicher gewesen. Das 

CID habe nämlich nach dessen Schwiegersohn, einem Mitglied der Bewe-

gung TELO (Anmerkung des Gerichts: Tamil Eelam Liberation Organisa-

tion), gesucht. Die Tochter des Onkels sei deshalb durch Angehörige des 

CID zu ihrem Ehemann befragt worden. Dabei sei er (der Beschwerdefüh-

rer), erblickt worden, weshalb er durch die Hintertüre verschwunden sei. 

Die Angehörigen des CID hätten ihn noch rennen sehen, aber nicht er-

wischt, da es Nacht gewesen sei.  

Schliesslich brachte der Beschwerdeführer vor, er habe sich zwischen Juli 

2014 bis zu seiner erneuten Ausreise aus Sri Lanka im Mai 2015 einmal an 

seine ursprüngliche Wohnadresse in B._______ begeben. Ungefähr im 

März oder April 2015 sei er dorthin gegangen, um nach den beiden Häu-

sern, die seiner Familie gehörten, zu sehen. Ein Haus sei vermietet gewe-

sen; im anderen Haus, das nicht mehr bewohnt gewesen sei, habe er 

ebenfalls nicht leben können, denn er habe bereits 2014 eine Vorladung 

des CID erhalten, gemäss der er sich am 21. oder 23. August 2014 hätte 

melden müssen. Weil er Angst gehabt habe, erneut festgenommen zu wer-

den, habe er der Vorladung keine Folge geleistet. Er vermute, ein Grund 

für die Vorladung sei seine Teilnahme am Heldentag in F._______ gewe-

sen. Damals sei in M._______, anlässlich des Besuchs des damaligen Prä-

sidenten Mahinda Rajapaksha, eine Kundgebung durchgeführt. Die Fotos 

der Kundgebung seien auf der Internetseite (…) publiziert worden. Auch 

sei er sicher, dass er wegen seiner Freilassung gegen Bestechung vorge-

laden worden sei. Die Vorladung belege, dass er durch das CID gesucht 

worden sei. Ausserdem hätten ihn im vergangenen Jahr (2016) Militäran-

gehörige des CID an seinem ehemaligen Wohnsitz in G._______ gesucht.  

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Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer im Rahmen 

der Anhörung unter anderem die Fotokopie seiner Identitätskarte, eine Ge-

burtsurkunde, vier Fotos von Narben und Brandmalen an seinem Körper, 

die Todesurkunde des Vaters, ein Unterstützungsschreiben eines sri-lanki-

schen Parlamentsabgeordneten und Mitglied der TNA vom 15. Mai 2015, 

ein Schreiben des Grama Niladhari's Office (GS) in B._______ vom 27. Ja-

nuar 2016, eine am 10. August 2014 ausgestellte Vorladung des CID mit 

dem Aufgebot für eine Anhörung für den 21. August 2014 in H._______ 

betreffend terroristischer Aktivitäten, eine Todesurkunde seinen am 17. Mai 

2011 verstorbenen Cousin betreffend, einen medizinischen Bericht vom 

17.  Juni 2010 (betreffend einen Spitalaufenthalt in C._______ vom 10. 

Juni 2010 bis am 17. Juni 2010) und einen weiteren medizinischen Bericht 

vom 3.  August 2014 (betreffend einen Spitalaufenthalt des Beschwerde-

führers in C._______ vom 20. Juli 2014 bis am 3. August 2014) zu den 

vorinstanzlichen Akten.  

D.  

Am 3. Juli 2017 wurde beim SEM ein medizinischer Bericht vom 29. Juni 

2017 eingereicht. Darin wurde dem Beschwerdeführer durch eine Fachärz-

tin der Psychiatrie eine mittelschwere (…) und eine (…) attestiert sowie 

erwähnt, dass er seit anfangs Februar 2017 in medizinischer Behandlung 

sei und unter Medikation stehe. 

E.  

Das SEM forderte den Beschwerdeführer am 5. September 2019 auf, in-

nert Frist einen aktuellen Arztbericht einzureichen.  

F.  

Ein medizinischer Bericht, verfasst am 18. September 2019 durch Dr. med. 

N._______, wurde dem SEM postalisch am 25. September 2019 übermit-

telt. In diesem wurde dem Beschwerdeführer eine (…) attestiert und bestä-

tigt, dass der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht unter anderem un-

ter (…) leide und deswegen Unterstützung erhalte.  

G.  

Ein weiterer Arztbericht wurde dem SEM am 23. September 2019 zuge-

stellt. Dieser war am 19. September 2019 durch die Fachärztin der Psychi-

atrie verfasst worden. Darin wurde die Diagnose einer (…) gestellt und die 

bereits im Arztbericht von 2017 erwähnte (…) bestätigt.  

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Seite 7 

H.  

Mit Verfügung vom 27. September 2019 – eröffnet am 1. Oktober 2019 – 

erachtete das SEM die vom Beschwerdeführer dargelegten Fluchtvorbrin-

gen als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG (SR 142.31). Es verneinte 

die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch 

ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug der 

Wegweisung an. 

Auf die Ausführungen des SEM wird – sofern von Relevanz – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen.  

I.  

Mit Ersuchen des rubrizierten Rechtsvertreters vom 4. Oktober 2019 bean-

tragte der Beschwerdeführer beim SEM die vollständige Einsicht in die Ver-

fahrensakten.  

J.  

Mit Verfügung vom 9. Oktober 2019 gewährte das SEM dem Beschwerde-

führer die beantragte Akteneinsicht unter Ausnahme der im Sinne von 

Art.  27 VwVG nicht zu edierenden Aktenstücke oder solcher, bei denen es 

sich einzig um interne Notizen handle.  

K.  

Mit Eingabe vom 31. Oktober 2019 erhob der Beschwerdeführer durch sei-

nen Rechtsvertreter gegen die Verfügung des SEM vom 27. September 

2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Mit der Rechtsmitte-

leingabe wurden zahlreiche Artikel und allgemeine Berichte über Sri Lanka 

sowie eine Zusammenstellung von Länderinformationen (inkl. einer CD-

ROM, bestehend aus zahlreichen Berichten und Artikeln; Stand: 31. Okto-

ber 2019) eingereicht. 

In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, das Bundesverwaltungsgericht 

habe nach Eingang der Beschwerde unverzüglich darzulegen, welche Ge-

richtspersonen mit der Behandlung der Sache betraut seien. Gleichzeitig 

habe es zu bestätigen, dass diese Gerichtspersonen tatsächlich zufällig 

ausgewählt worden seien und andernfalls die objektiven Kriterien bekannt 

zu geben, nach denen die Gerichtspersonen ausgewählt worden seien (Zif-

fer 1). Im Weiteren wurde beantragt, die angefochtene Verfügung sei we-

gen der Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben und die Sache an 

die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziffer 2). Eventuell sei die angefochtene 

Verfügung wegen der Verletzung der Begründungspflicht aufzuheben und 

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die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziffer 3). Eventuell sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung des 

vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziffer 4). Eventuell sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers festzustellen und es sei ihm in der Schweiz Asyl 

zu gewähren (Ziffer 5). Eventuell sei die angefochtene Verfügung betref-

fend die Dispositivziffern 4 und 5 aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit 

oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustel-

len (Ziffer 6). 

Im Weiteren wurden die Anhörung des Beschwerdeführers durch ein Män-

nerteam und der Beizug der Akten der Mutter – unter anschliessender Ein-

räumung einer Frist zur Stellungnahme – sowie die fachärztliche Begut-

achtung der Herkunft der Narben des Beschwerdeführers beantragt. Aus-

serdem wurde um Offenlegung der Quellen, auf welche sich das SEM in 

der Verfügung gestützt habe, ersucht.   

Auf die Beschwerdebegründung wird, soweit für den vorliegenden Ent-

scheid massgeblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

L.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. November 2019 wurde dem Beschwerde-

führer durch die zuständige Instruktionsrichterin die damalige Zusammen-

setzung des Spruchkörpers bekanntgegeben. Der Beschwerdeführer wur-

de aufgefordert, bis zum 27. November 2019 einen Kostenvorschuss zu 

leisten.  

M.  

Der Kostenvorschuss ging am 27. November 2019 zu Gunsten der Ge-

richtskasse ein.  

N.  

Mit Eingabe vom gleichen Tag wurde durch den Rechtsvertreter die Höhe 

des Vorschusses als unverhältnismässig taxiert. Ausserdem wurde erklärt, 

die Akten der Mutter – welche in der Schweiz infolge fehlenden Bezie-

hungsnetzes in Sri Lanka vorläufig aufgenommen worden sei – würden 

dem Anwalt nun vorliegen. Durch die Aussagen der Mutter würden die Vor-

bringen des Beschwerdeführers teilweise gestützt. Schliesslich verwies der 

Rechtsanwalt auf die Wahl des neuen Präsidenten von Sri Lanka und die 

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daraus resultierende Erhöhung der Gefährdung für – wie den Beschwer-

deführer – Zugehörige zu einer Risikogruppe.  

Der Eingabe vom 27. November 2019 lagen zahlreiche Berichte zur aktu-

ellen Lage in Sri Lanka bei. 

O.  

Durch seinen Anwalt liess der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

27. April 2020 – unter Einreichung diverser Berichte (und einer CD-ROM) 

auf eine erneute Verschlechterung der Situation in Sri Lanka hinweisen und 

übermittelte hierzu einen Länderbericht vom 23. Januar 2020, ein Länder-

update vom 26. Februar 2020 sowie einen Zusatzbericht vom 10. April 

2020. Ausserdem wurde auf Berichte betreffend sexuelle Gewalt gegen 

Männer in Sri Lanka respektive entsprechende Foltermethoden verwiesen 

und hierzu entsprechende Unterlagen eingereicht.  

P.  

Die den Beschwerdeführer behandelnde Fachärztin für Psychiatrie reichte 

beim SEM am 18. Mai 2020 einen ausführlichen ärztlichen Bericht vom 

14.  Mai 2020 den Beschwerdeführer betreffend ein. Darin wurden die vor-

herigen Diagnosen wiederholt sowie sexuelle Übergriffe erwähnt, von de-

nen der Beschwerdeführer ihr erstmals erzählt habe.  

Q.  

Am 22. August 2021 wies der Anwalt auf eine erneute Verschlechterung 

der Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka hin. Ausserdem 

wurde eine mündliche Parteiverhandlung als zwingend erachtet. Zu den 

Akten wurde – nebst einem weiteren Länderbericht vom 16. August 2021 

– eine Kostennote gereicht.  

R.  

Mit Eingabe vom 4. November 2021 wurde dem Gericht ein Bericht der 

Fachärztin für Psychiatrie vom 2. September 2021 übermittelt. Darin wur-

den die bisherigen Diagnosen einer (…) und die (…) Belastungsstörung 

erneut bestätigt.  

S.  

Am 25. November 2021 wurde dem SEM Frist zur Einreichung einer Ver-

nehmlassung bis zum 10. Dezember 2021angesetzt. Das SEM reichte am 

6.  Dezember 2021 seine Stellungnahme ein, wobei es die Abweisung der 

Beschwerde beantragte.  

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Seite 10 

Auf die Ausführungen des SEM wird – sofern von Belang – in den Erwä-

gungen eingegangen.  

T.  

Dem Beschwerdeführer wurde die Vernehmlassung des SEM mit Instruk-

tionsverfügung vom 6. Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht und Frist zur 

Replik bis zum 30. Dezember 2021 angesetzt.  

U.  

Die Replik wurde – zusammen mit weiteren Beweismitteln und einer wei-

teren Kostennote – am 30. Dezember 2021 zu den Akten gereicht.  

Auf die darin enthaltenen Ausführungen wird, sofern massgeblich, in den 

Erwägungen eingegangen.  

 
 
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Asyl- und Wegweisungsverfügungen 

des SEM; dabei entscheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der 

Regel – und so auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Das Verfahren richtet sich 

dabei nach dem VwVG, dem VGG, dem BGG und dem AsylG (Art. 37 VGG 

und Art. 6 AsylG). 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des Asylgesetzes (AsylG, SR 

142.31) in Kraft getreten (AS 2016 3101). Für das vorliegende Verfahren 

gilt das bis dahin geltende Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen 

zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 11 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Insoweit die Bestätigung der Zufälligkeit der Zusammensetzung des 

Spruchkörpers beantragt wird, ist Folgendes festzuhalten:  

Dem Beschwerdeführer wurde mit Zwischenverfügung vom 12. November 

2019 mitgeteilt, dass die Spruchkörperbildung weiterhin aufgrund regle-

mentarischer Kriterien durch ein automatisiertes EDV-gestütztes Pro-

gramm erfolge und bei Eingang einer Beschwerde lediglich der Instrukti-

onsrichter oder die Instruktionsrichterin sowie der oder die Gerichtsschrei-

bende festgelegt würden. Die übrigen Mitglieder des Spruchkörpers aus 

den Abteilungen IV und V würden erst im Zeitpunkt der Zirkulation be-

stimmt. Die Mitglieder des Spruchkörpers würden sich beim vorliegenden 

Verfahren derzeit auf die Instruktionsrichterin Constance Leisinger und die 

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg beschränken.  

Aufgrund des objektiv zu berücksichtigenden Kriteriums der Entlastung 

musste der Spruchkörper jedoch vorliegend kurzfristig manuell angepasst 

werden, so dass rubrizierte Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen nun den 

Vorsitz führt. Die Gerichtsschreiberin ist die zuvor genannte. Richterin 

Jeannine Scherrer–Bänziger und Richter Markus König wurden – wie an-

gekündigt – nach In-Zirkulationssetzung mittels eines automatisierten 

EDV-Zuteilungssystems bestimmt.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Seite 12 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 

gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in 

wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 

sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 

oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Das SEM vertritt in der angefochtenen Verfügung die Ansicht, die 

Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Fluchtgründen seien stereotyp 

ausgefallen. Die von ihm beschriebenen Handlungen der sri-lankischen 

Behörden und Militärangehörigen sowie die geltend gemachten Umstände, 

die zur Suche nach seiner Person geführt hätten, seien daher als nicht 

glaubhaft zu erachten. Es erhelle beispielsweise nicht, weshalb die sri-

lankischen Behörden an der Person des Beschwerdeführers über eine 

derart lange Zeit ein Interesse hätten haben können, zumal er gemäss 

seinen Aussagen nie Mitglied bei den LTTE gewesen sei und in dieser 

Organisation auch nie eine wichtige Rolle innegehabt habe. Hätten das 

CID und Militärangehörige den Beschwerdeführer tatsächlich als gefährlich 

eingestuft, und sich deren Verdacht, dass er für die LTTE aktiv gewesen 

sei, bestärkt, so wäre er nach der von ihm beschriebenen Verhaftung im 

Mai 2010, bei der er angeblich wegen Gewährung des Unterschlupfs eines 

LTTE-Mitglieds im Jahr zuvor verhört worden sei, nicht wieder freigelassen 

worden. Wäre er damals im Fokus der Behörden gestanden, so wäre es 

für ihn zudem nicht möglich gewesen, Sri Lanka 2010 legal auf dem 

Luftweg zu verlassen.  

Unwahrscheinlich erscheine auch, dass der Beschwerdeführer lediglich 

wegen eines Fotos, das ihn an einer Kundgebung in London zeige, bei 

seiner Wiedereinreise drei Jahre später durch die sri-lankischen Behörden 

auf die von ihm geschilderte Weise festgenommen und misshandelt wor-

den sei. Die Angaben zu seiner anschliessenden siebenmonatigen Haft 

seien vage ausgefallen. Der Beschwerdeführer habe sich darauf be-

schränkt, von seinen Folterungen zu erzählen, den Gefängnisalltag habe 

er indes auch auf Nachfrage hin nicht konkret beschreiben können. Ihm sei 

es auch nicht gelungen, logische, kohärente Angaben zu seinem Alltag 

nach seiner Haftentlassung zu machen. So sei er nicht im Stande gewe-

sen, konkret die Orte zu benennen, an denen er sich während jener zehn 

Monate vor seiner erneuten Ausreise im Mai 2015 aus Sri Lanka aufgehal-

ten habe. Seine Erzählungen, wie er diese zehn Monate verbracht habe, 

seien lediglich allgemein gehalten. Zweifelhaft seien zugleich seine Aussa-

gen zur angeblichen Suche nach seiner Person in jenem Zeitpunkt. Er 

habe sich diesbezüglich auch widersprochen, indem er einmal erklärt habe, 

E-5719/2019 

Seite 13 

er sei vor den Angehörigen des CID, die seinen Onkel damals aufgesucht 

hätten, geflüchtet, nachdem er deren Stimmen gehört habe. An anderer 

Stelle habe er indes ausgesagt, er sei geflüchtet, nachdem die Leute des 

CID ihn erblickt hätten. Die entsprechenden Angaben seien ausserdem 

nicht detailreich.  

Zu den Beweismitteln hält das SEM fest, die Verletzungen, die auf den vier 

Fotos des Beschwerdeführers zu erkennen seien, seien kein Beleg dafür, 

dass deren Ursache in den von ihm geltend gemachten Umständen 

gründe. Gleiches gelte für den eingereichten medizinischen Bericht. Aus-

serdem sei ein solcher leicht fälschbar. Was die Vorladung des CID anbe-

lange, sei es notorisch, dass in Sri Lanka solche Dokumente aus Gefällig-

keit oder gegen Entgelt ausgestellt würden. Dasselbe könne auch zum 

Schreiben des Dorfvorstehers und Parlamentsmitglied gesagt werden; dies 

umso mehr, als der Beschwerdeführer angegeben habe, den Vorsteher 

nicht zu kennen. 

Selbst wenn die vom Beschwerdeführer erklärten Probleme mit der Ka-

runa-Gruppe als glaubhaft zu erachten wären, so würden diese Ereignisse 

neun Jahre vor der geltend gemachten (erneuten) Ausreise im Jahre 2015 

zurückliegen, weshalb diese nicht mehr kausal und damit asylrechtlich 

nicht beachtlich wären. Eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung 

verneint das SEM auch mit Blick auf eine mögliche Befragung des Be-

schwerdeführers am Flughafen in Sri Lanka bei einer (erneuten) Rückkehr. 

Weder eine solche Befragung noch eine allfällige Eröffnung eines Strafver-

fahrens wegen illegaler Ausreise aus Sri Lanka wären als asylrechtlich re-

levante Handlungen zu qualifizieren. Sri-lankische Bürger würden zwar ge-

mäss dem Lagebild des SEM nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland oft 

auch in ihrer Herkunftsregion befragt, wobei es sich allerdings lediglich um 

eine Kontrollmassnahme handle. Der Beschwerdeführer habe nach 

Kriegsende bis zu seiner Ausreise im Mai 2015 noch sechs Jahre in Sri 

Lanka gelebt, ohne dabei – wie aufgrund seiner nicht glaubhaften Angaben 

festgestellt worden sei – behelligt worden zu sein. Allfällige Risikofaktoren 

im Ausreisezeitpunkt seien somit nicht vorhanden gewesen. Es sei daher 

nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr ins Visier der sri-lan-

kischen Behörden gerate. 

Den Vollzug der Wegweisung würdigte das SEM sodann als zulässig, zu-

mutbar und möglich. 

E-5719/2019 

Seite 14 

4.4 In der Beschwerde wird gerügt, zwischen der BzP und der Anhörung 

habe ein zu grosser zeitlicher Abstand gelegen. Dieser Umstand hätte das 

SEM unter dem Aspekt der Glaubhaftigkeit berücksichtigten müssen, was 

es indes unterlassen habe, weshalb eine Gehörsverletzung vorliege. 

Dieser Anspruch sei auch aufgrund der zu lange dauernden Anhörung 

verletzt worden. Eine Gehörsverletzung ergebe sich sodann aus dem 

Umstand, dass die Befragung des Beschwerdeführers durch eine andere 

Person erfolgt sei, als jene, die später den Entscheid gefällt habe.  

Der Rückweisungsantrag wird zudem mit der Verletzung der Begründungs-

pflicht begründet und ausgeführt, das SEM thematisiere im Entscheid mit 

keinem Wort die auffälligen Folternarben des Beschwerdeführers an (…) 

oder aber seine psychiatrische Behandlung hier in der Schweiz. Diese Ri-

sikofaktoren seien nicht gewürdigt respektive nicht berücksichtigt worden 

(vgl. Beschwerde S. 12 f. und S. 63 ff.). Ausserdem habe das SEM keine 

ernsthafte Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers vorgenommen und sei auch deshalb seiner Begründungspflicht nicht 

nachgekommen (vgl. a.a.O. S. 13). Gerügt wird zudem, dass der Be-

schwerdeführer trotz geschlechtsspezifischer Verfolgungsvorbringen nicht 

durch ein Team gleichen Geschlechts angehört worden sei (vgl. a.a.O. und 

S. 62 f.). Nicht berücksichtigt habe die Vorinstanz in ihrer Begründung, 

dass die Mutter und die Schwester in der Schweiz ein Asylverfahren durch-

laufen hätten und dass sich der Beschwerdeführer für die TNA engagiert 

habe (vgl. a.a.O. S. 14).  

Damit habe das SEM zugleich gewichtige Sachverhaltselemente ausser 

Acht gelassen. Zudem habe es den Todesschein des Vaters falsch kopiert, 

so dass dessen Todesursache nicht mehr ersichtlich sei. Der Sachverhalt 

sei auch deshalb unvollständig wiedergegeben worden, da die Vorinstanz 

nicht erwähne, dass der Beschwerdeführer Verbindungen zu den LTTE 

aufweise und diese Tatsache zum Eintrag in der sogenannten "Stop-List" 

führe (vgl. Beschwerde S. 15 ff.). Ausser Acht lasse das SEM bei der Prü-

fung der Flüchtlingseigenschaft die beim Beschwerdeführer diagnostizier-

ten psychischen Probleme (vgl. a.a.O. S. 17), seine Unterstützungstätigkeit 

für die TNA (vgl. a.a.O. S. 18) sowie auch, dass er im Rahmen der Papier-

beschaffung für seine Rückschaffung durch das sri-lankische Generalkon-

sulat in Genf einer Überprüfung unterzogen werde, ob er auf der sogenann-

ten "Black-List" aufgeführt sei, womit Verfolgungsgründe geschaffen wür-

den (vgl. a.a.O. S. 18 f.). Ausserdem hätte das SEM die standardmässigen 

Background-Checks von zurückkehrenden Personen aus Sri Lanka thema-

tisieren sollen. 

E-5719/2019 

Seite 15 

Schliesslich wird dem SEM vorgeworfen, es hätte die aktuelle Lage in Sri 

Lanka berücksichtigen müssen, was es ebenfalls unterlassen habe 

(vgl. Beschwerde S. 21 ff.). Das von ihm erstellte Lagebild sei zudem feh-

lerhaft und dabei die konkreten Quellen nicht ersichtlich (vgl. a.a.O. S. 56 

ff.). Die veränderte allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage 

würde zu einer gravierend höheren Gefährdungslage für zurückkehrende 

abgewiesene asylsuchende Personen führen (vgl. a.a.O. S. 23 ff.). Tamilen 

würden auch ohne konkrete Anhaltspunkte der ehemaligen Zugehörigkeit 

zu den LTTE durch die Sicherheitsbehörden verdächtigt (vgl. a.a.O. S. 45).     

4.5 Das SEM wendet in seiner Vernehmlassung ein, weder der Beizug des 

Dossiers der Mutter noch die (weiteren) Ausführungen in der Beschwerde 

würden an seiner bisherigen Einschätzung etwas ändern. Dem 

Beschwerdeführer sei das rechtliche Gehör in Form der Anhörung gewährt 

worden, wo er nicht formell beantragt habe, von einem Männerteam 

angehört zu werden. Er habe erklärt, er habe seine Anliegen vorbringen 

können. Die Narben des Beschwerdeführers würden keinen – wie geltend 

gemacht – Risikofaktor im Sinne der Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts darstellen. Die medizinischen Berichte seien – wie in 

der Verfügung schon erwähnt – nicht zum Nachweis der dargelegten 

Fluchtvorbringen geeignet. Die zahlreichen Ungereimtheiten würden damit 

nicht widerlegt werden. Die geltend gemachten gesundheitlichen 

Probleme, die mittels ärztlichem Bericht vom 2. September 2021 

untermauert würden, würden zudem kein Vollzugshindernis darstellen, da 

in Sri Lanka Behandlungsmöglichkeiten bestünden. Auch die allgemeine 

aktuelle Lage in Sri Lanka ändere nichts daran, dass der Vollzug der 

Wegweisung als zumutbar und zulässig zu erachten sei. 

4.6 In der Replik wird hauptsächlich geltend gemacht, mit den Aussagen 

der Mutter werde bestätigt, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch 

andere Familienangehörige Opfer von Verfolgung geworden seien. Der 

Beschwerdeführer verfüge zudem in Sri Lanka nicht mehr über ein 

familiäres Netz. Aus den verschiedenen ärztlichen Berichten resultiere im 

Weiteren, dass er erst nach Aufbau eines Vertrauensverhältnisses über die 

sexuellen Misshandlungen habe erzählen können. Trotz der Anhörung in 

einem gemischten Team habe der Beschwerdeführer zwar schon damals 

einiges erzählt. Er habe aber gewisse Erinnerungen verdrängt und befinde 

sich nun seit mehr als viereinhalb Jahren in Therapie, in der er die 

Vergangenheit aufarbeite. Am Antrag, dass er in einem reinen Männerteam 

angehört werde, werde festgehalten, damit er seine geschlechtsspe-

zifischen Verfolgungsvorbringen vorlegen könne.  

E-5719/2019 

Seite 16 

Das SEM verkenne, dass der Beschwerdeführer über eigene Verbindun-

gen zu den LTTE verfüge, da er zwei Mitgliedern im Mai 2009 eine Unter-

kunft organisiert habe. Auch verfüge er mit dem Onkel, der ein Unterstützer 

der LTTE sei, über familiäre LTTE-Verbindungen. Sowohl sein Vater als 

auch der Cousin seien den paramilitärischen Verbündeten des Regimes 

von Sri Lanka zum Opfer gefallen. Diese Sachverhaltselemente seien vom 

SEM nicht bestritten worden. Ausserdem habe sich der Beschwerdeführer 

in England exilpolitisch betätigt und er habe sich insgesamt neun Jahre in 

zwei Ländern aufgehalten, die als Horte des tamilischen Separatismus gel-

ten würden. Seine Mutter und seine Schwester würden in der Schweiz le-

ben und er sei somit stark in die exilpolitische Diaspora eingebunden. Auf-

grund der Verhaftung unmittelbar nach seiner Rückkehr aus England sei 

zudem davon auszugehen, dass er in einer sogenannten "Stop-List" ein-

getragen worden sei. Die Ursache seiner Narben seien nicht nur aufgrund 

seiner ausführlichen Angaben, sondern auch aufgrund der medizinischen 

Berichte erstellt und demnach auf Folter und sexuelle Misshandlungen zu-

rückzuführen. Der Beschwerdeführer erfülle damit zahlreiche Hochrisiko-

faktoren im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts.  

Ausserdem wird vorgebracht, dass zwischenzeitlich Verwandte des Be-

schwerdeführers in Sri Lanka behelligt worden seien. So sei am 5. März 

2021 K._______ und dessen Ehefrau von zwei Unbekannten auf einem 

Motorrad heimgesucht, betreffend den Aufenthaltsort des Beschwerdefüh-

rers befragt und mit dem Tod bedroht worden. Drei Tage später hätten die 

Unbekannten erneut nach dem Beschwerdeführer gefragt und K._______ 

erneut mit dem Tod gedroht. K._______ habe sich zunächst an das Grama 

Niladhari's Office gewandt, man habe diesem jedoch geraten, sich an die 

Polizei zu wenden. Die entsprechenden Auszüge aus den Polizeiakten 

seien beigelegt. Ausserdem habe K._______ dem Beschwerdeführer ei-

nen Brief geschrieben, welcher ebenfalls als Beweismittel beigelegt werde.  

Im Weiteren wird argumentiert, das SEM habe den Gesundheitszustand zu 

wenig abgeklärt. Aus dem Arztbericht vom 4.  November 2021 gehe hervor, 

dass eine Rückschaffung nach Sri Lanka eine Retraumatisierung hervor-

rufen würde. Eine Selbstgefährdung sei nicht ausgeschlossen.  

Schliesslich wird in der Replik auf ein Länderupdate zu Sri Lanka vom 

9.  Dezember 2021 respektive auf die allgemein sich verschlechterte Lage 

hingewiesen, der das SEM nicht Rechnung getragen habe. 

 

E-5719/2019 

Seite 17 

5.  

5.1 Auf Beschwerdeebene werden demnach in der Hauptsache verschie-

dene formellen Rügen erhoben. Diese sind vorab zu prüfen, da sie allen-

falls geeignet sein könnten, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung 

zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, 

Rz. 1043 ff. m.w.H.). 

5.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e 

aufgelisteten Beweismittel. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen 

Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b 

AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein 

falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise 

falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den 

Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden 

(vgl.  KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). Gemäss Art. 8 AsylG 

hat die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht, an der Fest-

stellung des Sachverhaltes mitzuwirken (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2). 

5.3 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; 

BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der 

Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt 

(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

6.  

6.1 Unter dem Titel der Gehörsverletzung wird in der Beschwerde gerügt, 

zwischen der BzP vom 19. Januar 2016 und der Anhörung vom 19. Juni 

2017 sei zu viel Zeit verstrichen (vgl. Beschwerde S. 10 f.).  

Der vorliegende Zeitraum von fast eineinhalb Jahren stellt indes für sich 

genommen keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, zumal es sich bei 

der in der Beschwerde angerufenen Empfehlung, die Anhörung möglichst 

E-5719/2019 

Seite 18 

zeitnah zur BzP durchzuführen, um keine justiziable Verfahrenspflicht 

handelt. Bei dem vom Beschwerdeführer zitierten Rechtsgutachten 

(vgl. Beschwerde S. 11 und Beilage 2) handelt es sich lediglich um eine 

Empfehlung von Prof. Dr. Walter Kälin an das SEM, aus welcher der 

Beschwerdeführer keine Ansprüche für sich ableiten kann. Dasselbe gilt für 

die Medienmitteilung des SEM vom 26. Mai 2014 (vgl. a.a.O. und 

Beilage 3). Dem zwischen der BzP und Anhörung liegenden Zeitraum ist 

indessen bei der Würdigung der Aussagen durch die Asylbehörden 

Rechnung zu tragen (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer E- 1824/2018 vom 

7. Juli 2021 E. 4.4). 

6.2 Im Weiteren wird gerügt, die Anhörung sei durch eine andere Person 

erfolgt, als jene, die später den Entscheid gefällt habe (vgl. Beschwerde 

S. 10 f.).  

Dazu lässt sich feststellen, dass gesetzliche Vorgaben für die Vorinstanz, 

die Verfügung müsse durch die befragende Person verfasst werden, nicht 

bestehen. Denn letztlich beruht ein Entscheid auf der Auswertung der 

protokollierten Aussagen als solcher, die die Personen, die den Entscheid 

erlassen, zu berücksichtigen haben. Im Umstand, dass vorliegend nicht der 

Befrager, sondern die Fachreferentin den Entscheid verfasst hat, kann per 

se keine Gehörsverletzung erblickt werden.  

6.3 Ferner wird unter der Rubrik Gehörsverletzung eine zu lange dauernde 

Anhörung moniert (vgl. Beschwerde S. 10 f.).  

Auch hinsichtlich der Anhörungsdauer bestehen keine gesetzlichen 

Vorgaben oder Verpflichtungen. Fest steht, dass die Anhörung (inklusive 

Rückübersetzung) von 9.45 Uhr bis 19.20 Uhr dauerte, wobei gemäss dem 

Protokoll Pausen von insgesamt 110 Minuten eingelegt wurden. Damit 

belief sich die Dauer netto auf 7 Stunden und 45 Minuten (vgl. Akte SEM 

A20/26 S. 1, 7, 11, 15, 24 f.). Ob diese Dauer für den Beschwerdeführer im 

Gesamtkontext als zu lang zu werten wäre, zumal er im Rahmen der 

Anhörung auch auf gesundheitlichen Probleme hinwies (vgl. Akte SEM 

A20/26 Q96 ff., Q182, Q190 ff.), kann angesichts dessen, dass die 

Anhörung – wie nachstehend dargelegt – ohnehin an einem gravierenden 

Mangel leidet (vgl. E. 6.4 f.), offenbleiben.   

6.4  

6.4.1 Gemäss Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 der Asylverordnung 1 über 

Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) wird die 

E-5719/2019 

Seite 19 

asylsuchende Person von einer Person gleichen Geschlechts befragt, 

wenn konkrete Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen. 

Geschlechtsspezifisch ist die Verfolgung dann, wenn sie in der Form 

sexueller Gewalt stattfindet oder die sexuelle Identität des Opfers treffen 

soll (vgl. BVGE 2015/42 E. 5.2 unter Hinweis auf Entscheidungen und 

Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2003 Nr. 2 E. 5a und b S. 16 ff.).  

Das Geschlecht soll nach Möglichkeit auch bei der Auswahl der dol-

metschenden Personen eingesetzt werden und auch bei jenen Personen, 

die das Protokoll führen, berücksichtigt werden. Art. 6 AsylV 1 – der bei 

Frauen und Männern gleichermassen Anwendung findet – ist eine 

Ausgestaltung des rechtlichen Gehörs, mithin eine Schutzvorschrift, deren 

Zweck es ist, dass asylsuchende Personen ihre Sache angemessen 

vortragen, das heisst konkret erlittene Übergriffe möglichst frei und 

unbeeinträchtigt von Schamgefühlen schildern können. Gleichzeitig dient 

sie dazu, die Richtigkeit der Sachverhaltsabklärung zu gewährleisten. Da 

diese Schutzvorschrift nicht bloss ein Recht der asylsuchenden Person 

beinhaltet, eine solche Befragung zu verlangen, sondern die Behörde dazu 

verpflichtet, in der vorgesehenen Weise vorzugehen, sobald ent-

sprechende Hinweise vorliegen, ist sie von Amtes wegen anzuwenden. Ein 

Verzicht der betroffenen asylsuchenden Person auf die Befragung durch 

eine Person gleichen Geschlechts könnte höchstens dann angenommen 

werden, wenn dieser ausdrücklich erklärt wird (vgl. BVGE 2015/42 a.a.O. 

mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 2 E. 5b/dd und E. 5c S. 19 f.; vgl. auch 

Urteil des BVGer E-816/2020 vom 20. Dezember 2020 E. 5.2).  

6.4.2 Vorliegend lässt sich feststellen, dass die vertiefte Anhörung vom 

19. Juni 2017 durch eine männliche Person durchgeführt wurde und die 

Übersetzung durch eine Frau erfolgte. Der Anhörung wohnte eine Vertre-

tung eines Hilfswerks bei, wobei aus dem Protokoll nicht hervorgeht, ob 

männlich oder weiblich, und eine männliche Person fungierte als Protokoll-

führer (vgl. Akte SEM A20/26 S. 1 f., S. 25 f.). Während der Anhörung 

brachte der Beschwerdeführer vor, er sei sexuell gefoltert worden (vgl. Akte 

SEM A20/26 Q138). Im weiteren Verlauf wurde er durch den Befrager auf-

gefordert, konkreter über diese Erlebnisse zu sprechen. Darauf antwortete 

er, manchmal seien die Leute betrunken gewesen, hätten ihn ausgezogen, 

ihn mit ihrem Penis berührt und diesen in seinen Mund getan (vgl. a.a.O. 

Q144).   

E-5719/2019 

Seite 20 

Aufgrund dieser Sachlage hat der Befrager den Beschwerdeführer umge-

hend – und zu Recht – über sein Recht, dass er eine Anhörung zu den 

Asylgründen in einem reinen Männerteam verlangen könne, aufmerksam 

gemacht (vgl. a.a.O. Q145). Auf die anschliessende Frage, ob er von die-

sem Recht Gebrauch machen möchte, antwortete der Beschwerdeführer : 

"Was ich erlebt habe, ist, was ich gerade erzählt habe. Manchmal urinierten 

sie auf mich" (vgl. a.a.O. Q146). In dieser Antwort kann indes nach Auffas-

sung des Gerichts keine ausdrückliche Erklärung des Beschwerdeführers, 

dass er auf sein Recht verzichte, durch ein gleichgeschlechtliches Team 

befragt zu werden, erblickt werden. Diese Antwort erscheint – wie die Hilfs-

werkvertretung ebenso anmerkte (vgl. a.a.O. S. 26) – nicht genügend aus-

sagekräftig. Auch ist die weitere Frage des Befragers, ob der Beschwerde-

führer noch mehr darüber erzählen wolle, was er im Gefängnis erlebt habe 

(vgl. a.a.O. Q146), lediglich pauschal gehalten und beinhaltet nicht etwa 

eine konkrete Aufforderung dazu, die zuvor gestellte Frage, ob er von ei-

nem Männerteam angehört werden möchte, klar (mit ja oder nein) zu be-

antworten. Eine eindeutige Verzichtserklärung kann auch nicht der nach-

folgenden Erklärung des Beschwerdeführers, er habe all das gesagt, was 

er in den sieben Monaten Haft erlebt habe, und wenn er geblieben wäre, 

hätte er sterben können (vgl. a.a.O. Q146), entnommen werden. Denn da-

raus wird erneut nicht klar, ob er damit ausdrücklich auf sein Recht, von 

einem Männerteam angehört zu werden, verzichtet.  

Das SEM verkennt zudem, dass es nicht – wie in der Vernehmlassung an-

genommen (vgl. Vernehmlassung S. 1) – an der asylsuchenden Person 

liegt, explizit einen formellen Antrag auf Anhörung in einem gleichge-

schlechtlichen Team zu stellen, sondern das SEM hat – wie in der zitierten 

Rechtsprechung erwähnt – bei entsprechenden Anhaltspunkten auf ge-

schlechtsspezifische Verfolgung von Amtes wegen diese Frage aufzuwer-

fen. Ausserdem kann vorliegend nicht ohne Weiteres gesagt werden, der 

Beschwerdeführer hätte bei der Befragung durch ein Männerteam keine 

weitergehenden Angaben zu den sexuellen Übergriffen gemacht. Die An-

wesenheit einer Frau als Übersetzerin lässt überdies durchaus die Mög-

lichkeit zu, der Beschwerdeführer habe – wie er dies auch gegenüber der 

Fachärztin bekundete (vgl. der zu Handen des SEM am 18. Mai 2020 ein-

gereichte – nicht paginierte –  Arztbericht vom 14. Mai 2020; vgl. Beschwer-

debeilage 174 zur Replik S. 2) – aus Scham darauf verzichtet, ausführli-

cher über die sexuellen Übergriffe zu erzählen.  

6.4.3 Da somit keine eindeutige Verzichtserklärung seitens des Beschwer-

deführers vorlag, hätte die Vorinstanz die Anhörung abbrechen und diese 

E-5719/2019 

Seite 21 

mittels einem reinen Männerteam fortsetzen respektive den Beschwerde-

führer zu seinen Asylgründen in einer solchen Zusammensetzung ergän-

zend anhören müssen. Dies hat das SEM vorliegend unterlassen und da-

her – wie auf Beschwerdeebene unter anderem gerügt wird (vgl. Be-

schwerde S. 13, S. 52 und S.  62; vgl. Eingabe vom 27. April 2020 S. 12; 

vgl. Replik S. 3 f.) – den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt und zu-

gleich den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt. Die 

Verletzung fällt ins Gewicht, zumal das SEM die Unglaubhaftigkeit der 

Sachvorbringen des Beschwerdeführers unter anderem auch mit dessen 

angeblich unsubstantiierten Angaben zur Haft begründet (vgl. Verfügung 

S. 4).  

6.5  

6.5.1 Das SEM lässt zudem ausser Acht, dass der Beschwerdeführer im 

Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens mehrere ärztliche Zeugnisse 

respektive medizinische Berichte einreichte, darunter zwei Dokumente aus 

Sri Lanka, die seine Spitalaufenthalte dort belegen sollen sowie zwei 

Arztberichte, die seine ärztliche Behandlung in der Schweiz betreffen 

(vgl. Akte SEM A22 [Beweismittel Nr. 17 und 19], A21 und A24). In der 

angefochtenen Verfügung werden diese Dokumente pauschal als 

"medizinische Akten" ("actes médicaux") bezeichnet (vgl. Verfügung S. 3), 

ohne diese jedoch in den Erwägungen konkret zu bezeichnen und 

hinreichend zu würdigen. 

So spricht das SEM in seinen Erwägungen zur Glaubhaftigkeit lediglich von 

einem ärztlichen Bericht, der nicht geeignet sei, die vom Beschwerdeführer 

angegeben Ursachen seiner Narben zu belegen. Es stellt ausserdem dazu 

fest, solche Dokumente seien leicht fälschbar (vgl. Verfügung S. 5). Damit 

lässt das SEM nicht erkennen, auf welche konkreten ärztlichen Unterlagen 

es sich bei dieser Erwägung bezieht. Es ist indes davon auszugehen, dass 

es mit den leicht fälschbaren Dokumenten wohl die medizinischen Unter-

lagen aus Sri Lanka nicht aber die in der Schweiz verfassten Arztberichte 

meint, zumal es sich bei der Prüfung der Zumutbarkeit des Vollzuges der 

Wegweisung zumindest auf einen in der Schweiz verfassten Arztbericht 

beruft. So stützt sich das SEM in diesem Punkt auf einen ersten ärztlichen 

Bericht ("un premier rapport médical"), wobei es sich auf die Akte A24 und 

damit auf den medizinischen Bericht vom 18. September 2019 bezieht 

(vgl. Verfügung S. 8). Diese Feststellung (erster ärztlicher Bericht) trifft so 

jedoch nicht zu, da dem SEM bereits am 3.  Juli 2017 ein ärztlicher Bericht 

vom 29. Juni 2017 (SEM Akte A21) vorlag, der in der angefochtenen Ver-

fügung jedoch unerwähnt bleibt. Sowohl die Sachverhaltsfeststellung des 

E-5719/2019 

Seite 22 

SEM als auch dessen Begründung sind demnach in diesem Punkt als man-

gelhaft zu erachten.  

6.5.2 Im erwähnten medizinischen Bericht vom 29. Juni 2017, ausgestellt 

durch eine Fachärztin für Psychiatrie, werden Ausführungen zu dem vom 

Beschwerdeführer dargelegten Sachverhalt (Wegzug von zu Hause im 

Jahre 2006, Tod seines Vaters 2009, viermonatige Haft aufgrund der Un-

terstützungstätigkeit seines Onkels für die LTTE etc.) gemacht und dabei 

insbesondere Misshandlungen sowie erwähnt, dass er zahlreiche Narben 

und Brandmale habe (vgl. Akte SEM A22 S. 1 ff.).  

Wie erwähnt, lässt das SEM diesen Bericht in der Verfügung ausser Acht. 

Bei seinen Erwägungen stützt es sich – und dies lediglich im Vollzugspunkt 

– einzig auf genannten Arztbericht vom 18. September 2019, zu dessen 

Einreichung es den Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung aufgefor-

dert hatte (vgl. Akte SEM A23). Im Rahmen dieser Aufforderung unterliess 

es jedoch, darauf hinzuweisen, dass angesichts der ärztlichen Beurteilung 

vom 29. Juni 2017 insbesondere auch der aktuelle psychische Zustand des 

Beschwerdeführers von Interesse wäre. Der daraufhin eingetroffene Arzt-

bericht vom 18. September 2019 attestiert dem Beschwerdeführer zwar in 

psychischer Hinsicht ebenfalls eine (…); er ist indes nicht nur schlecht le-

serlich und äusserst kurzgehalten, sondern er wurde vor allem nicht von 

einem Facharzt oder einer Fachärztin für Psychiatrie, sondern von einem 

Arzt für Allgemeinmedizin verfasst (vgl. Akte SEM A24). Dessen ärztliche 

Beurteilung, die mittels dem üblichen Fragebogen des SEM erstellt wurde, 

gründete damit nicht in einer umfassenden psychischen Untersuchung des 

Beschwerdeführers. Eine solche Beurteilung hätte sich aber angesichts 

der Tatsache, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung von 

Folter, Misshandlungen und sexuellen Übergriffen berichtete sowie des 

Umstands, dass er ab 2017 bei einer Psychiaterin in Behandlung war, de-

ren erster umfassender Bericht dem SEM übermittelt worden war, aufge-

drängt.   

6.5.3 Bereits vor diesem Hintergrund erscheint die Begründung des SEM 

in seiner Vernehmlassung, die eingereichten Berichte (womit die Arztbe-

richte gemeint sein dürften) würden nichts an seiner Einschätzung ändern, 

dass die dargelegten Ursachen für die Narben des Beschwerdeführers als 

nicht glaubhaft erachtet würden (vgl. Vernehmlassung S. 2 f.), als unzu-

reichend.   

E-5719/2019 

Seite 23 

6.5.4 Das SEM verkennt zudem, dass nach Erlass der Verfügung respek-

tive im Verlauf des Beschwerdeverfahrens zwei weitere fachärztliche Be-

richte der behandelnden Psychiaterin übermittelt wurden. Einer datiert vom 

14. Mai 2020 und wurde zu Handen des SEM adressiert und am 18. Mai 

2020 übermittelt. Der andere datiert vom 2. September 2021 (vgl. Eingabe 

vom 4. November 2021) und wurde dem Bundesverwaltungsgericht über-

mittelt. Dem Arztbericht vom 14. Mai 2020, wo zu den sexuellen Übergriffen 

Ausführungen gemacht werden, trägt das SEM auf Vernehmlassungsstufe 

keine Rechnung. Den Arztbericht vom 2. September 2021, in dem die 

Übergriffe ebenfalls umschrieben werden, erwähnt es einzig explizit bei 

seiner Beurteilung zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Ver-

nehmlassung S. 2). Für die Beurteilung der Vorbringen zu den Asylgründen 

könnten die erwähnten fachärztlichen Ausführungen allerdings beachtlich 

sein. So kann die Einschätzung einer fachärztlichen Person in Bezug auf 

die Plausibilität von Vorkommnissen oder Ereignissen, die als Ursachen für 

ein Trauma respektive eine posttraumatischen Belastungsstörung in Be-

tracht fallen, durchaus ein Element sein, welches bei der Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit von Verfolgungsvorbringen im Rahmen der Beweiswürdi-

gung zu berücksichtigen wäre (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2 m.w.H).  

In den erwähnten Arztberichten, auch im aktuellsten vom 2. September 

2021, wird nicht nur die zuvor bereits bekannte Diagnose der (…) bestätigt, 

sondern darin werden auch die vom Beschwerdeführer geschilderten se-

xuellen Übergriffe erwähnt. Angesichts der genannten Rechtsprechung 

hätte das SEM den fachärztlichen Berichten daher auch bei der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdeführer dargelegten Ausreise-

gründe im Asylpunkt Rechnung tragen müssen. Dies hat die Vorinstanz 

unterlassen, weshalb es auch unter diesem Aspekt geboten scheint, den 

Beschwerdeführer noch einmal einlässlich zu seinen Asylgründen zu be-

fragen.  

6.6 Zusammenfassend ist eine Gehörsverletzung (unzureichende Anhö-

rung und zugleich mangelnde Begründung der Verfügung) sowie festzu-

stellen, dass der rechtserhebliche Sachverhalt nicht hinreichend erstellt ist. 

Eine ergänzende Anhörung des Beschwerdeführers zum geschlechtsspe-

zifischen Vorbringen in einem Männerteam erscheint unerlässlich. Ebenso 

hat das SEM sämtliche fachärztlichen Berichte, insbesondere jenen vom 

2. September 2021 zu berücksichtigen sowie – gegebenenfalls – einen ak-

tuelleren Arztbericht einzuholen, der über den psychischen Zustand Auf-

schluss gibt. Denn die ergänzende Anhörung sowie die Berücksichtigung 

(aktueller) fachärztlicher Berichte bilden die Grundlage für die Beurteilung, 

E-5719/2019 

Seite 24 

ob der geltend gemachte sexuelle Missbrauch im Heimatstaat glaubhaft 

erscheint und darin allenfalls Fluchtgründe zu erblicken sind (vgl. EMARK 

2006 Nr. 32 E. 8). Es erscheint demzufolge sachgerecht, das Verfahren an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die nötigen Abklärungen vor-

nimmt und sie im Rahmen eines neuen beschwerdefähigen Entscheids ei-

ner rechtlichen Würdigung unterzieht.  

 

7.  

7.1 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit damit die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung und Rückweisung der Sache bean-

tragt wird. 

7.2 Auf die im Beschwerdeverfahren vorgebrachten weiteren Rügen und 

deren Begründung sowie die zahlreichen Beweismittel ist bei diesem Ver-

fahrensausgang nicht einzugehen. Das SEM ist jedoch darauf aufmerksam 

zu machen, dass es seine Sache sein wird, sich im Rahmen des wieder-

aufzunehmenden erstinstanzlichen Asylverfahrens damit zu befassen. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Dem Beschwerdeführer ist der bereits geleis-

tete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.– zurückzuerstatten.  

8.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine 

Entschädigung für die ihm tatsächlich erwachsenen Vertretungskosten 

zuzusprechen.  

Der Rechtsvertreter macht in seinen Kostennoten vom 22. August 2021 

(vgl. Beilage 173) und vom 30. Dezember 2021 (vgl. Replik S. 14) geltend, 

seinem Mandaten Vertretungskosten von insgesamt rund Fr. 12’000.– in 

Rechnung zu stellen. Dabei weist er einen Stundenansatz von Fr. 240.– 

und einen Aufwand von insgesamt 46.25 Stunden aus.  

Der Stundenansatz erweist sich als reglementskonform (vgl. Art. 10 Abs. 2 

VGKE). Die Auslagen im Umfang von Fr. 79.– (gerundet) erscheinen an-

gemessen. Der zeitliche Aufwand von insgesamt 46,25 Stunden erscheint 

indes als zu hoch bemessen. So enthalten die zahlreichen Eingaben so-

wohl redundante Passagen als auch teils weitschweifige Ausführungen zur 

E-5719/2019 

Seite 25 

allgemeinen Lage in Sri Lanka (vgl. insbesondere die Beschwerdeschrift 

und die Eingaben vom 27. November 2019, 27. April 2020, 22. August 

2021 und 30. Dezember 2021), welche sich auch in den vielen Eingaben 

des Rechtsvertreters in anderen Beschwerdeverfahren finden. Die zudem 

steten Sachverhaltswiederholungen in den Folgeeingaben zur Be-

schwerde sind ebenfalls als unnötig zu erachten. Der zeitliche Aufwand 

wird daher entsprechend gekürzt. In Berücksichtigung des veranschlagten 

Stundenansatzes und aller massgeblichen Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. 

VGKE) ist die Parteientschädigung auf Fr. 4'000.– (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzu-

setzen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5719/2019 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung vom 27. September 2019 wird aufgehoben und die Akten 

werden zwecks neuer Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die           

Vorinstanz überwiesen.  

3.  

Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der am 

27. November 2019 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1500.– ist ihm zu-

rückzuerstatten. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 4000.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Camilla Mariéthoz Wyssen Claudia Jorns Morgenegg 

 

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