# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 530dfa56-c703-5bca-b634-8f1f6dd228f3
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-05
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 05.04.2024 S1 2023 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S1-2023-39_2024-04-05.pdf

## Full Text

20231127_072447_ANOM.docx

I. Strafabteilung S1 2023 39

Oberrichter A. Sidler, Abteilungspräsident
Oberrichter St. Dalcher
Ersatzrichterin C. Geissmann 
Gerichtsschreiber F. Eller

Urteil vom 5. April 2024

in Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch Staatsanwalt A.________, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

und

B.________, 
unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin C.________, 
Privatklägerin im Zivilpunkt und Berufungsbeklagte,

gegen

D.________, geb. tt.mm.1995, eritreischer Staatsangehöriger, wohnhaft in E.________,  
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt F.________,
Beschuldigter und Berufungskläger,

betreffend

mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern und Vergewaltigung

(Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Kollegialgericht, 
vom 19. September 2023; SG 2022 11)

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) wirft D.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) in der Anklageschrift vom 16. September 2022 (nachfolgend: 
Anklage) zusammengefasst vor, im Zeitraum von Oktober 2018 und Januar 2019 bei zwei 
Gelegenheiten in G.________ sexuelle Handlungen mit der damals 15-jährigen B.________ 
(nachfolgend: Privatklägerin) vorgenommen zu haben. Weiter sollen der Beschuldigte sowie 
eine unbekannte Täterschaft die Privatklägerin an einem nicht mehr bestimmbaren Abend 
zwischen dem 1. Februar 2019 und 31. März 2019 in H.________ jeweils vergewaltigt haben 
(GD 1/1).

2. Mit Erklärung vom 23. November 2020 teilte die Privatklägerin mit, dass sie sich nicht als 
Strafklägerin im Strafverfahren beteiligen möchte. Eine Beteiligung im Zivilpunkt liess sie of-
fen (act. 8/1). Am 20. April 2021 erklärte die Privatklägerin, dass sie sich als Privatklägerin im 
Straf- und Zivilpunkt am Strafverfahren beteilige. Schadenersatzforderungen würden später 
beziffert (act. 8/16). 

3. Nach Eingang der Anklage liess die Verfahrensleitung des Strafgerichts des Kantons Zug, 
Kollegialgericht (nachfolgend: Vorinstanz), einen Amtsbericht beim Amt für Migration einho-
len (SG GD 2/4; 7/4). Sodann zog die Verfahrensleitung die Akten des Verfahrens 1A 2018 
674 bei (SG GD 2/5; kopiert und abgelegt in OG GD 5). Überdies stellte die Verfahrenslei-
tung der Vorinstanz fest, dass die Anklage sowie die Akten ordnungsgemäss erstellt wurden, 
die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und keine Verfahrenshindernisse bestehen (SG GD 
2/2). 

4. Am 3. Juli 2023 fand die Hauptverhandlung bei der Vorinstanz in Anwesenheit des Beschul-
digten, seines amtlichen Verteidigers, des zuständigen Staatsanwalts sowie der unentgeltli-
chen Rechtsbeiständin der Privatklägerin statt. Die Parteien warfen keine Vorfragen auf. Der 
Beschuldigte wurde zur Person und zur Sache befragt und die Parteien verzichteten auf wei-
tere Beweisanträge. Nach den Parteivorträgen verzichtete der Beschuldigte auf ein Schluss-
wort. Die Parteien verzichteten auf eine mündliche Urteilseröffnung (SG GD 8/1). Das Urteil 
vom 19. September 2022 wurde der Staatsanwaltschaft am 20. September 2022 und der 
amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsbeiständin am 27. September 2022 
im Dispositiv zugestellt (SG GD 9/2 ff.). Mit Schreiben vom 4. Oktober 2023 meldete die amt-
liche Verteidigung Berufung an (SG GD 4/5). 

5. Das von der Vorinstanz am 16. Oktober 2023 versandte, schriftlich begründete Urteil wurde 
den Parteien am 17. Oktober 2023 zugestellt (SG GD 9/3/1 ff.). Der Urteilsspruch lautete wie 
folgt (OG GD 1): 

"1. Der Beschuldigte D.________ wird schuldig gesprochen:

1.1 der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 al. 1 StGB;

1.2 der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB.

2. Er wird dafür bestraft mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. 

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3.

3.1 Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB für die Dauer von sieben Jahren aus der 

Schweiz verwiesen. 

3.2 Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem angeordnet.

4. Dem Beschuldigten wird gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB lebenslänglich jede berufliche und jede or-

ganisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 

5.

5.1 Die amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt F.________, wird mit CHF 11'446.80 (inkl. MWST) aus der Staats-

kasse entschädigt. 

5.2 Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Rechtsanwältin C.________, wird für ihre Bemühun-

gen mit insgesamt CHF 3'763.35 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt. 

6.

6.1 Die Verfahrenskosten betragen

CHF 3'673.95 Untersuchungskosten

CHF 5'000.00 Entscheidgebühr 

CHF 540.00 Auslagen

CHF 9'213.95 Total

und werden dem Beschuldigten auferlegt.

6.2 Der Beschuldigte hat dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltliche Rechtsvertre-

terin der Privatklägerin zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung in Höhe von CHF 8'000.00 zu bezah-

len.

[Rechtsmittel]"

6. Mit Eingabe vom 3. November 2023 reichte die amtliche Verteidigung bei der Strafabteilung 
des Obergerichts des Kantons Zug (nachfolgend: Gericht) eine Berufungserklärung für den 
Beschuldigten ein. Die amtliche Verteidigung beantragte (OG GD 2): 

"1. Ziff. 1 bis Ziff. 4 seien vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizu-

sprechen. 

2. Ziff. 6 und 7 seien vollumfänglich aufzuheben und sämtliche Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu 

nehmen"

7. Mit Präsidialverfügung vom 6. November 2023 eröffnete die Verfahrensleitung die Beru-
fungserklärung der amtlichen Verteidigung den weiteren Parteien und setzte Frist für An-
schlussberufungen, Nichteintretensanträge und Beweisanträge (OG GD 3). 

8. Mit Präsidialverfügung vom 20. Dezember 2023 stellte die Verfahrensleitung fest, dass die 
Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin keine Anschlussberufung erhoben und keine An-
träge auf Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten gestellt hatten. Der Beweisan-
trag des Beschuldigten betreffend die erneute Einvernahme des Beschuldigten und der Pri-

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vatklägerin wurde gutgeheissen. Die weiteren Beweisanträge (Befragung von I.________ 
und J.________) wurden abgewiesen. Von Amtes wegen wurde die Zeugenvernehmung von 
K.________ angeordnet. Rechtsanwältin C.________ wurde ferner als unentgeltliche 
Rechtsbeiständin der Privatklägerin für das Berufungsverfahren ernannt (OG GD 8). 

9. Mit Präsidialverfügung vom 15. Januar 2024 wurde der Termin der Berufungsverhandlung 
festgesetzt und der Spruchkörper des Gerichts, welcher gemäss dem Antrag der Privatkläge-
rin mit einer Richterin besetzt wurde, bekannt gegeben (OG GD 12). 

10. Mit Präsidialverfügung vom 2. Februar 2024 wurde auf Antrag der Privatklägerin hin die Öf-
fentlichkeit vom Berufungsverfahren ausgeschlossen. Die Privatklägerin wurde ferner an-
tragsgemäss, bis auf ihre Vernehmung als Auskunftsperson, von der Berufungsverhandlung 
dispensiert. Bezüglich der Befragung der Privatklägerin wurde angeordnet, dass der Be-
schuldigte diese mittels Videoübertragung in einem separaten Raum verfolgt (OG GD 19). 

11. Der Beschuldige erschien am 13. März 2024 mit seinem amtlichen Verteidiger zur Beru-
fungsverhandlung. Ebenfalls anwesend war der zuständige Staatsanwalt sowie teilweise die 
Privatklägerin, deren unentgeltliche Rechtsbeiständin sowie die Schwester der Privatklägerin 
als Vertrauensperson. Die Parteien warfen keine Vorfragen auf. Im Beweisverfahren erfolgte 
die Einvernahme von K.________ als Zeuge. Die Einvernahme der Privatklägerin als Aus-
kunftsperson konnte der Beschuldigte zusammen mit der Dolmetscherin mittels Videoüber-
tragung verfolgen. Nach der anschliessenden Befragung des Beschuldigten stellten die Par-
teien keine weiteren Beweisanträge und das Gericht nahm auch keine weiteren Beweiser-
gänzungen von Amtes wegen vor. In seinem Plädoyer hielt der amtliche Verteidiger an den 
Anträgen gemäss der Berufungserklärung fest (OG GD 25/3). Die Staatanwaltschaft und die 
Privatklägerin beantragten die Abweisung der Berufung des Beschuldigten und die Bestäti-
gung des Urteils der Vorinstanz (OG GD 25 S. 38; OG GD 25/4). Nach den Plädoyers der 
Parteien hielt der Beschuldigte ein Schlusswort. Die Parteien erklärten sich daraufhin mit der 
schriftlichen Eröffnung des Berufungsurteils einverstanden (OG GD 25 S. 39). 

Erwägungen

I. Formelles 

1. Die in Art. 399 StPO für die Einlegung der Berufung vorgesehenen zwei Parteihandlungen 
(Berufungsanmeldung innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils und Berufungserklärung 
innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils) erfolgten von der amtlichen Ver-
teidigung fristgerecht. Nichteintretensgründe wurden nicht geltend gemacht und sind auch 
nicht ersichtlich. Auf die Berufung des Beschuldigten ist einzutreten. 

2. Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner Be-
rufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 399 
Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung verbind-
lich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, 
Bemessung der Strafe etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Beru-
fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 

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Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 
StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der Grund-
satz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung durch 
das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte werden, un-
ter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO, rechtskräftig. Eine spätere Ausdehnung der Be-
rufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu umfassend Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

3. Die amtliche Verteidigung hat das Urteil der Vorinstanz in sämtlichen Punkten ausser Dispo-
sitivziffer 5 (Entschädigung des amtlichen Verteidigers und der unentgeltlichen Rechtsbei-
ständin) angefochten. Die Privatklägerschaft und die Staatsanwaltschaft verzichteten auf 
Rechtsmittel. Betreffend Dispositivziffer 5 des Urteils der Vorinstanz ist folglich die Rechts-
kraft festzustellen. Da weder die Privatklägerschaft noch die Staatsanwaltschaft Berufung 
oder Anschlussberufung erhoben haben, gilt betreffend die Qualifikation der Straftaten, die 
Sanktionshöhe sowie die Dauer der Landesverweisung das Verschlechterungsverbot 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO. 

4. Anklagegrundsatz und Beweisverwertbarkeit gaben im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren 
zu keinen Bemerkungen Anlass. Auch die amtliche Verteidigung brachte keine Einwendun-
gen in diesen Bereichen vor. Die Anklage umschreibt die Vorwürfe gegen den Beschuldigten 
präzise und umfassend, so dass diesem jederzeit bekannt war, was ihm vorgeworfen wurde. 
Ferner wurden die Beweise rechtskonform erhoben. 

5. Die Privatklägerin hat gemäss ihrer Erklärung vom 23. November 2020 mitgeteilt, dass sie 
sich nicht als Strafklägerin im Strafverfahren beteiligen werde. Eine Beteiligung im Zivilpunkt 
liess sie offen (act. 8/1). Der entsprechende Verzicht auf eine Privatklägerstellung im Straf-
punkt ist gemäss Art. 120 Abs. 1 StPO endgültig. Da sich die Privatklägerin im Zivilpunkt am 
Strafverfahren beteiligte (act. 8/16), ist sie als Privatklägerin zuzulassen. 

6. Im Rahmen der Berufungserklärung vom 3. November 2023 beantragte die amtliche Vertei-
digung die Vernehmung des Beschuldigten, der Privatklägerin sowie von .________ (recte: 
I.________) und von .________ (recte: J.________) im Berufungsverfahren (OG GD 2). Die 
Verfahrensleitung hiess die Anträge auf erneute Befragung des Beschuldigten und der Pri-
vatklägerin gut und ordnete zudem von Amtes wegen die Einvernahme des Vaters der Pri-
vatklägerin, K.________, an. Die Beweisanträge auf erneute Einvernahme von J.________ 
und I.________ wies die Verfahrensleitung ab (OG GD 8). An der Berufungsverhandlung 
verzichtete die amtliche Verteidigung darauf, die Beweisanträge erneut zu stellen (OG GD 25 
S. 37). Es war auch kein Grund ersichtlich, die Beweisabnahmen von Amtes wegen anzu-
ordnen. I.________ und J.________ wurden bereits im Untersuchungsverfahren bei Anwe-
senheit der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatkläge-
rin als Auskunftspersonen befragt (act. 2/3/1; act. 2/3/15). Die Befragung erfolgte dabei zu 
einem Zeitpunkt, als dem Beschuldigten die Vorwürfe und die wesentlichen Beweismittel be-
reits im Detail bekannt waren. Es bestand die Möglichkeit, Ergänzungsfragen an die genann-
ten Auskunftspersonen zu stellen. Es wurden letztlich von der amtlichen Verteidigung keine 
sachlichen Gründe vorgebracht, welche für eine erneute Befragung von I.________ und 
J.________ sprechen könnten. Solche Gründe sind zum Zeitpunkt der Urteilsberatung auch 

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nicht ersichtlich. Mangels Beweiserheblichkeit waren I.________ und J.________ nicht er-
neut einzuvernehmen. 

II. Anklagevorwurf 

1. Rechtliche Grundlagen 

Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen der Beweiswürdigung (OG GD 1 E. I.5. 
Ziff. 5.1-5.2 S. 6) sowie der allgemein anerkannten aussagepsychologischen Grundlagen zur 
Aussagenwürdigung (OG GD 1 E. 6. Ziff. 6.1-6.4 S. 7-8) zutreffend dar. Darauf kann verwie-
sen werden. 

2. Beweiswürdigung 

2.1 Ausgangslage 

2.1.1 Die Aussagen der Privatklägerin im Verfahren wurden von der Vorinstanz zutreffend thema-
tisch dargestellt und im Wortlaut wiedergegeben (OG GD 1 E. II.2. Ziff. 2.1.1.1 S. 10-19). 
Ebenfalls legte die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten (OG GD 1 E. II.2. Ziff. 2.2 
S. 20-22) und die weiteren Beweismittel (OG GD 1 E. II.2.3 ff. S. 22-27) übersichtlich und zu-
treffend dar. Darauf kann verwiesen werden. 

2.1.2 Der Beschuldigte sagte zusammengefasst aus, dass er die Privatklägerin nur ab und zu auf 
der Strasse beim Vorbeilaufen getroffen habe bzw. diese nur von weitem gesehen habe (act. 
2/1/2 Ziff. 4). Er kenne diese nicht, habe mit ihr nichts gemacht und habe keine Ahnung, wie 
alt sie sei (act. 2/1/10 Ziff. 6; SG GD 8/1/1 S. 6; OG GD 25 S. 32 ff.).

2.1.3 Die Privatklägerin sagte zusammengefasst aus, dass der Beschuldigte damals zusammen 
mit ihrem Freund "I.________" in der gleichen Wohnung gelebt habe (act. 2/2/7 Ziff. 43 f.). 
Der Beschuldigte sei ein Kollege von ihr gewesen (act. 2/2/7 Ziff. 8). Sie hätten bereits im 
Oktober 2018 und im Dezember 2018/Januar 2019 jeweils Geschlechtsverkehr miteinander 
gehabt (act. 2/2/7 Ziff. 58 ff.). Beim zweiten Mal seien noch andere Männer in der Wohnung 
anwesend gewesen (act. 2/2/7 Ziff. 67 ff.). An einem Abend zwischen dem 1. Februar 2019 
und dem 31. März 2019 habe ihr der Beschuldigte angeboten, sie nach Hause zu fahren. Der 
Fahrer im Fahrzeug sei indessen ein unbekannter Mann gewesen, welcher sie am Nachmit-
tag in G.________ angesprochen habe. Sie seien dann in eine Wohnung in H.________ ge-
fahren, wo sie erst vom Beschuldigten und anschliessend vom unbekannten Mann vergewal-
tigt worden sei (act. 2/2/1 Ziff. 3). 

2.2 Glaubwürdigkeit der Parteien 

2.2.1 Zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er als direkt vom Strafverfahren 
Betroffener ein Interesse daran hat, Geschehnisse, Abläufe, Sachverhalte, Begebenheiten 
etc. in einem für ihn günstigeren Licht zu schildern bzw. eine Situation beschönigend darzu-
stellen, da er im Falle einer Verurteilung mit schwerwiegenden Nachteilen im Sinne einer 
Sanktion sowie einer Landesverweisung zu rechnen hätte. Dies allein bedeutet jedoch noch 

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nicht, dass seine Aussagen per se weniger glaubhaft wären als diejenigen von Drittpersonen. 
Sie sind aber unter diesem Gesichtspunkt mit der notwendigen Vorsicht zu werten.

2.2.2 Zur Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ist Folgendes zu erwägen: 

- Mit Strafbefehl vom 20. Februar 2018 wurde die Privatklägerin von der Staatsanwalt-
schaft des Kantons Zug wegen Pornographie verurteilt. Sie erstellte vom 12. Juli 2017 
bis am 17. Juli 2017 mit dem Mobiltelefon Fotos von sich mit nacktem Oberkörper und 
versandte diese per Whatsapp an eine unbekannte Person. Die Privatklägerin wurde 
deswegen zu einer ambulanten Behandlung gemäss Art. 14 JStG verpflichtet (act. 
2/16/R). 

- Aus dem entsprechenden Therapieverlaufsbericht vom 7. September 2018 der 
L.________ ergibt sich, dass die Privatklägerin normale IQ-Werte in den Bereichen 
Sprachverständnis und wahrnehmungsgebundenes logisches Denken aufweise. Ande-
rerseits seien bei der psychologischen Untersuchung beim Arbeitsgedächtnis sowie 
bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit unterdurchschnittliche Werte festgestellt worden 
(act. 3/17). Die Privatklägerin würde ein unabgegrenztes und riskantes Verhalten im 
sexuellen Bereich aufweisen. Der ungeschützte Geschlechtsverkehr mit Männern aus-
serhalb des legalen Schutzrahmens und ihre Einstellung dazu würden dies verdeutli-
chen. Sie sei zudem durch andere Personen und äussere Umstände leicht beeinfluss-
bar. Es falle ihr schwer, Grenzen zu setzen. Dass Männer sie sexuell ausnützen könn-
ten, scheine ihr bewusst zu sein, sie zeige jedoch Unwillen und Unfähigkeit, dies zu 
akzeptieren. Sie scheine es zu geniessen, unangemessen verführerisch in Erschei-
nung zu treten. Sie würde sich so verhalten, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen 
(act. 3/19/R). 

- Auch die Jugendstätte M.________ berichtete in der Standortbestimmung vom 22. Ok-
tober 2019 von Problemen der Privatklägerin, sich an Regeln zu halten. Der Bericht 
erwähnt die Unfähigkeit der Privatklägerin, vernunftgemäss eigene Auffassungen und 
Einsichten zu bilden; ihr Verhalten könne zurzeit primär nach dem Prinzip Stra-
fe/Belohnung gelenkt werden (act. 3/34). Die Privatklägerin sei in charakterlicher Hin-
sicht eine unbedarfte Person, der es sehr wichtig sei, vom Gegenüber gemocht zu 
werden. Sie ziehe sich aufreizend an und suche in den Komplimenten von fremden 
Männern Bestätigung, ohne damit verbundene Gefahren zu erkennen (act. 3/35 ff.). 
Erzieherisch könne indessen an den Defiziten gearbeitet werden und die Privatklägerin 
erziele aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit therapeutische Erfolge (act. 3/36). 

- Aus dem psychiatrisch-psychotherapeutischen Schlussbericht vom 25. August 2020 
von Dr. med. N.________ ergibt sich, dass die Privatklägerin während ihres Aufent-
halts in der Jugendstätte M.________ dysfunktionale Verhaltensweisen wie verbale 
Entgleisungen und Diebstähle von Kosmetikartikeln an den Tag gelegt habe, welche 
mit ihren ausgeprägten Autonomiebedürfnissen und ihrem Verlangen nach unmittelba-
rer Bedürfnisbefriedigung zusammenhängen würden (act. 3/49; vgl. dazu act. 3/35/R). 
Es sei im Verlauf der psychologischen Behandlung eine therapeutische Stabilität er-
reicht worden, diese sei aber noch nicht gefestigt. Die Privatklägerin reagiere stets 

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zugänglich und motiviert, wenn man ihr mit Wohlwollen und auf Augenhöhe begegnen 
würde (act. 3/48). 

- Der Vater der Beschuldigten, K.________, sagte als Zeuge aus, dass sich die damals 
15-jährige Privatklägerin im Tatzeitraum nicht an Abmachungen gehalten habe. Sie sei 
beispielsweise nicht wie abgemacht um 19.00 Uhr heimgekommen. Manchmal sei sie 
auch die ganze Nacht nicht nach Hause gekommen. Sie habe teilweise auch darüber 
gelogen, mit welchen Kollegen sie rausgehen würde (OG GD 25 S. 8 Ziff. 24 ff.). 

- Letztlich ergibt sich aus den Akten des Verfahrens 1A 2018 674 (OG GD 5), dass die 
Privatklägerin in den Einvernahmen vom 6. Oktober 2018 und vom 20. Februar 2019 
nicht kooperierte und sich damit nachträglich in Widerspruch zu den Vorwürfen setzte, 
welche sie ab dem 23. November 2020 gegen den Beschuldigten und eine unbekannte 
Person erhob (OG GD 5 act. 2/1, 2/4; vgl. dazu E. II.2.3.6-2.3.7). 

Zusammenfassend wich das Verhalten der Privatklägerin in den Jugendjahren 2017-2019 in 
psychologischer Hinsicht in einzelnen Bereichen vom üblichen Verhalten der Altersgenossen 
ab. Für eine psychisch oder sozial hinsichtlich der persönlichen Glaubwürdigkeit problemati-
sche Lebenssituation, wie beispielsweise eine psychische Erkrankung, Betäubungsmittel-
missbrauch oder hohe emotionale Labilität, gibt es indessen keine Hinweise. Gesamthaft 
gewürdigt ist die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin aufgrund ihrer kognitiven und erzieheri-
schen Defizite sowie von beobachteten dysfunktionalen Verhaltensweisen leicht einge-
schränkt. Ihre Aussagen sind vorsichtig zu prüfen und zu würdigen. 

2.2.3 Wie bereits die Vorinstanz überzeugend darlegte, fehlen darüber hinaus handfeste Interes-
sen der Privatklägerin, den Beschuldigten falsch anzuschuldigen. Auch das Aussageverhal-
ten der Privatklägerin indiziert keine möglichst weitgehende Belastung des Beschuldigten. 
Die Privatklägerin schilderte bezüglich der anschliessenden, zweiten Vergewaltigung durch 
den unbekannten Täter weder eine gemeinsame Planfassung noch wesentliche Beihilfehand-
lungen des Beschuldigten. Der geschilderte Tathergang ist somit eher atypisch und entlastet 
den Beschuldigten. Ferner ist eine deutliche Zurückhaltung der Privatklägerin bei der Belas-
tung des Beschuldigten hinsichtlich des Vorwurfs der sexuellen Handlungen mit einem Kind 
nach Art. 187 Ziff. 1 StGB ersichtlich. Die Privatklägerin mauerte diesbezüglich im eingestell-
ten Verfahren 1A 2018 674 und nannte im vorliegenden Verfahren erst bei der detaillierten 
zweiten Befragung auf Nachfrage hin zögerlich vorangehende sexuelle Kontakte mit dem 
Beschuldigten (act. 2/2/14 Ziff. 46-51). Dieses Aussageverhalten belegt den bereits im The-
rapiebericht vermerkten Umstand, dass die damals 15-jährige Privatklägerin ungeschützte 
sexuelle Kontakte im Schutzalter mit erwachsenen Männern nicht als problematisch erachte-
te, bzw. die darunter liegenden Konsequenzen nicht verstehen konnte (vgl. act. 3/19/R). Das 
beschriebene Aussageverhalten der Privatklägerin ist somit einerseits mit ihren Persönlich-
keitsmerkmalen erklärbar und deutet andererseits – da die Privatklägerin die Thematik mit 
dem Schutzalter kannte – darauf hin, dass sie sogar grundsätzlich gerechtfertigte Mehrbelas-
tungen nicht von sich aus vorbrachte. Zudem schilderte die Privatklägerin, dass sie beim 
zweiten (freiwilligen) sexuellen Kontakt mit dem Beschuldigten nach Oktober 2018, als noch 
weitere sie bedrängende Männer in der Wohnung anwesend waren, eigentlich zuerst nein zu 
sexuellen Handlungen gesagt habe, aber der Geschlechtsverkehr dann auf das Drän-
gen/Bitten des Beschuldigten hin für sie in Ordnung gewesen sei (act. 2/2/17 Ziff. 77-79; act. 

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2/2/42 Ziff. 276-280). Auch aus diesen Aussagen ist ersichtlich, dass die Privatklägerin selbst 
grenzwertige Situationen nicht übertreibend als Vergewaltigungen darstellte. Dieses Aussa-
geverhalten wirkt angesichts der dargelegten therapeutischen Befunde über die Privatkläge-
rin nicht nur authentisch und plausibel, sondern spricht gesamthaft gewürdigt gegen die The-
se einer falschen Anschuldigung. 

2.2.4 Auch weitere Motive für eine falsche Anschuldigung sind nicht ersichtlich. So war die Be-
schuldigte seit Ende März 2019 in der Jugendstätte M.________ und hatte ihre Beziehung 
mit I.________ beendet, weswegen in diesem Zusammenhang kein Grund erkennbar wäre, 
im November 2020 die Unwahrheit über sexuelle Kontakte mit dessen ehemaligen Mitbe-
wohner unwahr darzustellen, um sexuelle Handlungen ausserhalb der Beziehung zu vertu-
schen. Eine besondere Motivationslage, welche die Privatklägerin allenfalls dazu veranlas-
sen könnte, die Unwahrheit zu erzählen, liegt nicht vor. So kann auch der Beschuldigte nicht 
darlegen, wer ein Motiv haben könnte, die Privatklägerin gegen ihn zu instrumentalisieren 
(OG GD 25 S. 36). Auch mögliche Beeinflussungs- und Suggestionseffekte können ausge-
schlossen werden (vgl. unten, E. II.2. Ziff. 2.6.4. ff.). 

2.3 Prüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 

2.3.1 Im Gegensatz zu ihrer etwas eingeschränkten Glaubwürdigkeit sind die Aussagen der Privat-
klägerin zur Sache grundsätzlich überzeugend. Sie schilderte den Kernsachverhalt mitsamt 
der Vorgeschichte sowie dem Ablauf der Handlungen im Rahmen einer freien Erzählung in 
den Einvernahmen vom 23. November 2020 (act. 2/2/2 Ziff. 3-6) und vom 20. April 2021 (act. 
2/2/9 Ziff. 8) vom Ablauf her stringent und inhaltlich weitgehend konstant. 

2.3.2 Dass die Schilderung vom 20. April 2021 mit deutlich höherem Detailgrad erfolgte als die 
Erstaussage vom 23. November 2020, ist mit dem Verfahrensstadium gut erklärbar. So nahm 
die Regionalpolizei bei der kurzen Einvernahme vom 23. November 2020 den Sachverhalt 
gegen eine noch unbekannte Täterschaft entgegen (20 Fragen), während die Kriminalpolizei 
in der Einvernahme vom 20. April 2021 den Sachverhalt deutlich detaillierter prüfte und zahl-
reiche Nachfragen stellte (283 Fragen). Obwohl die Erstbefragung der Privatklägerin vom 
23. November 2020 kurz war, können ihre Aussagen nicht als detailarm oder karg qualifiziert 
werden. So waren diverse Details, welche die Privatklägerin in der Zweiteinvernahme erneut 
schilderte, bereits im freien Bericht der Ersteinvernahme enthalten (bspw. [1.] nasse Hose; 
[2.] abgeschlossene Tür; [3.] Fremdsprache; [4.] kein Kondom und halb ausgezogen; [5.] Hin 
und Her beim Öffnen/Schliessen der Hose; [6.] Vorschlag, einen Kaffee zu trinken; [7.] einer 
lief vorne, einer lief hinten [vgl. dazu act. 2/2/20 Ziff. 102 etc.]). Der freie Bericht der Privat-
klägerin an der Ersteinvernahme deckt bereits den Tathergang in zeitlicher Hinsicht wie auch 
die wesentlichen Elemente der späteren Aussagen ab. 

2.3.3 Auch an der Berufungsverhandlung am 13. März 2024 war die Beschuldigte in der Lage, die 
Ereignisse des Frühjahres 2019 und der Anzeigeerstattung im November 2020 mit hoher 
Konstanz erneut frei zu schildern (OG GD 25 S. 14-15). Den Tathergang legte sie vom 
grundsätzlichen Ablauf her wie bei den beiden polizeilichen Einvernahmen dar (OG GD 25 
S. 25 f.). Dabei konnte die Privatklägerin zahlreiche bereits früher erwähnte Nebensächlich-
keiten und Details des Geschehens stringent wiedergeben (bspw. [1.] Vorschlag, einen Kaf-
fee zu trinken; [2.] enge Sitzverhältnisse im Fahrzeug und Sitzpositionen des Beschuldigten 

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und des unbekannten Täters; [3.] Täter hätten versucht, ihren Freund schlecht zu machen 
[u.a. aufgrund dessen angeblicher Heirat in Eritrea]; [4.] Türe abgeschlossen und Jalousien 
runtergezogen; [5.] Hin- und Her beim Öffnen der Hose; [6.] Aussage des Beschuldigten, er 
wolle ihr nicht weh tun; [7.] mögliche Videoaufzeichnung durch den Beschuldigten und Sorge 
darüber; [8.] Sitzpositionen und der Austausch in unverständlicher Sprache bei der Rückfahrt 
[OG GD 25 S. 16]). Wie in der polizeilichen Einvernahme vom 20. April 2021 schilderte die 
Privatklägerin die Handlungen in der freien Erzählung stringent, nachvollziehbar und mehr-
heitlich strukturiert. Nach dem erstmaligen Vorhalt der Tatortfotos an der Berufungsverhand-
lung machte die Privatklägerin einen emotional aufgewühlten Eindruck, was authentisch wirk-
te und aufgrund der Konfrontation mit Fotoaufzeichnungen des vermuteten Tatorts nach so 
langer Zeit auch als plausibel erschien (OG GD 25 S. 18). Ferner konnte die Privatklägerin 
sowohl den Beschuldigten wie auch ihren Ex-Freund I.________ und deren Kollegen 
O.________ aufgrund von Fotos einwandfrei identifizieren (OG GD 25 S. 21-22). Gesamthaft 
hat die Privatklägerin mit ihren Aussagen an der Berufungsverhandlung einen überzeugen-
den und glaubhaften Eindruck hinterlassen. 

2.3.4 Die einzige wesentliche Passage, welche die Privatklägerin in der Zweiteinvernahme am 
20. April 2021 und an der Berufungsverhandlung am 13. März 2024 abweichend darstellte, 
ist die Hilfe des zweiten Mannes, der sie gemäss ihren Erstaussagen vom 23. November 
2020 bei den Händen gehalten haben soll, als ihr Kollege ihr die Hosen ausgezogen habe 
(act. 2/2/2 Ziff. 4). In der zweiten Einvernahme am 20. April 2021 schilderte die Privatklägerin 
einzig, dass der Beschuldigte ein paar Mal gegen ihren Widerstand versucht habe, die Hose 
zu öffnen. Er habe die Hose dann ausgezogen und dann ihre Hände festgehalten (act. 2/2/10 
Ziff. 8), während der andere Mann nur zugeschaut habe (act. 2/2/22 Ziff. 118). An der Beru-
fungsverhandlung am 13. März 2024 erklärte die Privatklägerin auf Nachfrage hin, dass der 
unbekannte Täter dem Beschuldigten geholfen habe. Er habe ihre Hände festgehalten oder 
ihre Beine. Auf Nachfrage präzisierte die Privatklägerin, dass der unbekannte Täter ein Bein 
runtergedrückt habe (OG GD 25 S. 37). 

Insgesamt schilderte die Privatklägerin zwei Mal die Mithilfe des unbekannten Täters, einmal, 
als er ihre Hände gehalten haben soll, als der Beschuldigte ihre Hose auszog und einmal, als 
er unmittelbar vor der Penetration durch den Beschuldigten ihr Bein runter gedrückt habe. 
Wie die Mithilfe des unbekannten Täters bei den Tathandlungen des Beschuldigten ausge-
staltet war, kann letztlich offenbleiben. So muss vorliegend weder dessen Beitrag noch eine 
gemeinsame Tatbegehung nach Art. 200 StGB beurteilt werden (letzteres wurde nie ange-
klagt und eine entsprechende rechtliche Qualifikation durch die Berufungsinstanz ist nach 
Art. 391 Abs. 2 StPO nicht möglich). Ferner ist der Beitrag des unbekannten Täters unterge-
ordnet, d.h. die Zwangselemente wurden auch (und primär) durch den Beschuldigten aus-
geübt und nicht ausschliesslich durch den unbekannten Täter. 

Wesentlich ist folglich einzig die Frage, ob die unterschiedliche Darstellung der Beteiligung 
des unbekannten Täters durch die Privatklägerin geeignet ist, an der Glaubhaftigkeit ihrer 
Aussagen generell zu zweifeln. Dies ist zu verneinen. Da die Privatklägerin eine Beteiligung 
des unbekannten Täters bereits in der ersten Einvernahme schilderte, handelt es sich bei 
den Aussagen an der Berufungsverhandlung nicht um eine wesentliche Ausweitung der Vor-
würfe. So wäre es allenfalls an der zweiten polizeilichen Einvernahme am 20. April 2021 an-
gemessen gewesen, diesen Punkt ausdrücklich mit einer Nachfrage zu klären. Auch kann 

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berücksichtigt werden, dass sich die Privatklägerin generell nur schlecht an den unbekannten 
Täter, den sie vorher nicht kannte, erinnerte. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der 
möglichen Mithilfe des nie identifizierten zweiten Täters ändert insgesamt nichts daran, dass 
das Kerngeschehen grundsätzlich in beiden Einvernahmen sowie während der Berufungs-
verhandlung durch die Privatklägerin ohne grössere Abweichungen stringent, überzeugend 
und mit zahlreichen Realkennzeichen geschildert wurde (vgl. nachfolgend Ziff. 2.3.5 ff.). 

2.3.5 Die Aussagen der Privatklägerin bei der Polizei enthalten zahlreiche Realkennzeichen. Ihre 
Schilderungen wirken authentisch und als vereinbar mit der Erzählung von tatsächlich erleb-
ten Sachverhalten. Der gleiche Eindruck entstand auch bei ihren Aussagen an der Beru-
fungsverhandlung. 

- Die Privatklägerin war an der Einvernahme vom 20. April 2021 in der Lage, auf Nach-
frage der einvernehmenden Polizistin hin logisch konsistente und zudem auch detail-
lierte weitere Angaben zu liefern. Sie beschrieb die örtlichen Verhältnisse (act. 2/2/22 
Ziff. 114-115 [Wohnung]; act. 2/2/19 Ziff. 93 [Fahrzeug]), ihre getragene Kleidung (act. 
2/2/23 Ziff. 119) und die wahrgenommenen Positionen und Bewegungen des Beschul-
digten und des unbekannten Mannes (act. 2/2/22 Ziff. 116). Insbesondere das Kernge-
schehen, d.h. die Position der Hände des Beschuldigten, ihr Widerstand, das Weg-
schieben des Tanga-Slips durch den Beschuldigten etc. legte die Privatklägerin strin-
gent und mit hohem Detailgrad dar (act. 2/2/24 Ziff. 130-133). Sie legte zudem detail-
liert dar, wie sich die Übergriffe jeweils körperlich in ihrem Intimbereich angefühlt ha-
ben (act. 2/2/28 Ziff. 164). 

- Die Privatklägerin konnte die entsprechenden Darlegungen zum Kerngeschehen auch 
erneut mit der gleichen detaillierten Abfolge wiedergeben, als die befragende Polizistin 
später auf das Thema zurückkam und die Privatklägerin zu einer erneuten Schilderung 
des Ablaufs veranlasste (vgl. act. 2/2/27 Ziff. 157). Sie war in der Lage, ihre Aussagen 
auf Nachfrage hin plausibel zu präzisieren, indem sie bspw. aussagte, dass die ausge-
zogene Hose noch so halb auf dem anderen Fuss gewesen sei (act. 2/2/23 Ziff. 127).

- Die Privatklägerin wirkte in den Videoaufzeichnungen der Einvernahme sachlich und 
emotional gefasst. Sie tätigte ihre Aussagen, ausser bei bestimmten Abschätzungen 
(bspw. der Grösse des Beschuldigten, vgl. act. 2/2/354 Ziff. 221), spontan und ohne 
grössere Pausen zum Nachdenken. Missverständnissen bei der Befragung wie bei-
spielsweise falsch verstandenen Fragen konnte sie auf angemessene Art und Weise 
begegnen, ohne nervös zu wirken. 

- Sie schilderte die Handlungen des Beschuldigten und ihre Reaktion darauf (act. 2/2/23 
Ziff. 124 f.). Die Privatklägerin stellte das Geschehen reaktiv dar, bspw. wie sie 
während der Penetration habe weinen müssen und der Beschuldigte ihr gesagt habe, 
er wolle ihr nicht wehtun (act. 2/2/24 Ziff. 129). In diesem Zusammenhang verbesserte 
sie die befragende Polizistin spontan, indem sie mitteilte, dass sie nicht nur nach, son-
dern auch während des Geschlechtsverkehrs mit dem Beschuldigten geweint habe 
(act. 2/2/29 Ziff. 174). Mehrfach schilderte die Privatklägerin den Austausch mit dem 
Beschuldigten, indem sie seine Worte auf Deutsch mit einem ausländischen Akzent 

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wiedergab (vgl. bspw. Videoaufzeichnung, act. 2/2/5, Zeitstempel [1.] ab 14:49:40; [2.] 
ab 14:18:40; [3.] ab 14:46:22).

- Die Privatklägerin beschrieb auch an mehreren Stellen spontan und von sich aus ihre 
damalige Verwirrung über bestimmte Situationen. So sei es ihr komisch reingekom-
men, wie die beiden Männer entblösst herumgelaufen seien, als "ob es keine Ahnung 
was wäre" (act. 2/2/24 Ziff. 134; vgl. Videoaufzeichnung, act. 2/2/5, Zeitstempel 
14:38:50) oder sie habe sich gefragt, woher der Beschuldigte das Auto haben könnte 
(act. 2/2/18 Ziff. 83). 

- Eindrücklich sind auch die Aussagen der Privatklägerin über ihre innere emotionale 
Lage im Tatzeitpunkt. Sie legte anschaulich dar, dass sie geweint und sich nichts mehr 
gedacht habe, sie habe es einfach [zu]gelassen, weil sie gewusst habe, dass sie es 
nicht schaffen würde und dann in Ruhe gelassen werde, wenn sie bekommen hätten, 
was sie wollten (act. 2/2/24 Ziff. 134; act. 2/2/25 Ziff. 140). Die Privatklägerin be-
schrieb, wie sie sich nach den Übergriffen dreckig und nicht gut gefühlt habe (act. 
2/2/29 Ziff. 170). Sie gab auch beim zweiten sexuellen Übergriff zu Protokoll, dass sie 
nur geweint habe, während sie den initialen Widerstand aufgegeben gehabt habe, da 
dies nichts bringe und sie machen würden, was sie wollten (act. 2/2/27 Ziff. 159); sie 
habe das Gefühl gehabt, die (beiden Täter) würden einfach etwas mit ihr machen, was 
sie nicht möchte, und sie würden das einfach nicht verstehen (act. 2/2/29 Ziff. 175). 
Sie beschrieb in diesem Zusammenhang den eher ungewöhnlichen Gedanken, sie ha-
be während der sexuellen Übergriffe überlegt, dass sie nach Hause müsse, weil ihre 
Eltern sonst wütend werden würden (act. 2/2/27 Ziff. 159). Dieser geschilderte Gedan-
ke wirkt zwar eher als ausgefallen im Zusammenhang mit einem sexuellen Übergriff, 
erscheint indessen trotzdem als plausibel, da die Privatklägerin zu Protokoll gab, dass 
damals ihr zu spätes Nachhausekommen ein dauerndes Reizthema bei ihren Eltern 
gewesen sei (act. 2/2/31 Ziff. 188). Dies wurde vom Vater der Privatklägerin auch 
bestätigt (OG GD 25 S. 8 Ziff. 14).

- Die Privatklägerin schilderte spontan auch verschiedene Nebensächlichkeiten, bspw. 
die Schliessverhältnisse der Wohnung und des Fahrzeugs bei der Hin- und Rückfahrt 
(act. 2/2/9 Ziff. 8; act. 2/2/19 Ziff. 92; act. 2/2/29 Ziff. 173; OG GD 25 S. 16). Sie legte 
dar, dass der Beschuldigte während des zweiten Übergriffs etwas an seinem Mobiltele-
fon gemacht und sie ihn gefragt habe, ob er ein Bild gemacht hätte (act. 2/2/28 
Ziff. 168 f.; OG GD 25 S. 17). Sie legte dar, weswegen ihre Hosen nass gewesen sei-
en und dass sie diese nach der Heimkehr in die Waschmaschine gelegt habe (act. 
2/2/29 Ziff. 170; act. 2/2/41 Ziff. 273). Auch die genannten Nebensächlichkeiten wur-
den von der Privatklägerin während der Einvernahme anschaulich und plausibel darge-
legt. Bei der Episode mit dem Mobiltelefon ist zudem nachvollziehbar, dass bei der Pri-
vatklägerin spontan die Angst aufkam, dass die Täter sie bei ihren Machenschaften 
zusätzlich noch filmten oder fotografierten, weswegen sie nachfragte. 

Die Schilderungen der Privatklägerin sind in erzählerischer Hinsicht qualitativ hochwertig. Die 
genannte Häufung von Realkennzeichen in den Aussagen der Privatklägerin deuten deutlich 
darauf hin, dass ihre Aussagen auf einem selbst erlebten und aus dem Gedächtnis wieder-
gegebenen Erlebnis basieren. 

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2.3.6 Eher ungenau ist die zeitliche Einordnung der Geschehnisse durch die Privatklägerin. So war 
diese bei der Einvernahme vom 23. November 2020 zuerst unsicher, ob der Vorfall im März 
2018 oder im März 2019 stattgefunden hatte (act. 2/2/2 Ziff. 2). Demgegenüber will ihr Vater 
am 19. Februar 2019 vom Vorfall erfahren haben, was er in einem E-Mail der zuständigen 
Polizistin mitteilte, weswegen es wahrscheinlich ist, dass entgegen der Angaben der Privat-
klägerin der Vorfall im Februar 2019 stattfand (vgl. E. II.2. Ziff. 2.5.3). Auch betreffend die 
Dauer des Vorfalles gibt es auf den ersten Blick gewisse Ungereimtheiten. So schilderte die 
Privatklägerin, dass der Geschlechtsverkehr jeweils drei bis vier Minuten gedauert habe, 
während sie ihre Verweildauer in der Wohnung mit einer bis eineinhalb Stunden einschätzte. 
Dies im Gegensatz zur Ersteinvernahme, bei der sie die Verweildauer mit einer halben Stun-
de schilderte (act. 2/2/3 Ziff. 11). So mag es die nachträgliche subjektive Einschätzung der 
Privatklägerin sein, dass sie sich eine halbe Stunde lang gegen das Aufknöpfen und Auszie-
hen der Hose gewehrt habe (act. 2/2/30 Ziff. 181-185), was allerdings in zeitlicher Hinsicht 
als deutlich zu lange erscheint. Gleichfalls erwähnte die Privatklägerin, dass sie den unbe-
kannten Mann zuerst am Abend am P.________-See angetroffen habe, während sie später 
im Rahmen der freien Erzählung fortfuhr und ausführte, das sei am Mittag gewesen (act. 
2/2/9 Ziff. 8). Zeitliche Inkonsistenzen sind somit in den Aussagen der Privatklägerin augen-
scheinlich. Bei den zeitlichen Dimensionen ist indessen nachvollziehbar, dass die jugendliche 
Privatklägerin Mühe hatte, retrospektiv mehr als eineinhalb Jahre nach den Vorfällen eine 
genaue Abschätzung der Zeitdauer und des genauen Tatzeitpunkts abzugeben. Es besteht 
bei den zeitlichen Angaben der Privatklägerin ein starker Kontrast zu den nachweislich sehr 
genauen Beschreibungen des Tatorts (vgl. E. II.2.5 Ziff. 2.5.1) oder der genauen Beschrei-
bung der anderen Handlungsorte (bspw. act. 2/2/18 Ziff. 84 [wo sie in G.________ ins Auto 
einstieg]; act. 2/2/11 Ziff. 19 [Treffen mit dem unbekannten Mann]). Dieser Kontrast trägt in-
dessen eher zur Glaubhaftigkeit der Schilderungen der Privatklägerin bei, zumal bei der Wie-
dergabe einer einstudierten Geschichte zu erwarten gewesen wäre, dass Daten und Zeit-
dauer von der Privatklägerin wie die Beschreibung des Tatortes gleichmässig präzise wie-
dergegeben werden könnten. Es ist auch nachvollziehbar, dass sich der Tatort in den Erinne-
rungen besser einprägte als eine Zeitdauer, welche die Privatklägerin nicht selber gemessen 
hatte, sondern mehr als eineinhalb Jahre später an der Einvernahme aufgrund ihrer subjekti-
ven Wahrnehmungen abschätzen bzw. betreffend den Zeitpunkt aus dem Gedächtnis rekon-
struieren musste. 

2.3.7 Ihrer generellen Glaubwürdigkeit abträglich, jedoch plausibel erklärbar, ist das widersprüchli-
che Aussageverhalten der Privatklägerin im Strafverfahren 1A 2018 674, welches von der 
Staatsanwaltschaft gegen eine unbekannte Täterschaft im Zusammenhang mit sexuellen 
Kontakten zur damals noch minderjährigen Privatklägerin geführt wurde. 

- Das genannte Strafverfahren wurde aufgrund von Meldungen der Abteilung Soziales 
der Gemeinde G.________ eingeleitet, wonach die damals 14-jährige Privatklägerin 
sexuelle Kontakte mit erwachsenen Männern gehabt haben soll (OG GD 5 act. 1/5). 
Die Privatklägerin wurde in diesem Zusammenhang am 6. Oktober 2018 und am 
20. Februar 2019 als Auskunftsperson einvernommen. An der Einvernahme vom 
20. Februar 2019 räumte die Privatklägerin sexuelle Kontakte mit ihrem Freund ein, 
dessen Namen sie indessen nicht nennen wollte. Die befragende Polizistin nannte 
daraufhin mehrere Namen und fragte nach, ob es sich dabei um ihren Freund handel-
te, mit dem sie als 15-jährige (bzw. ev. bereits als 14-jährige) sexuelle Kontakte gehabt 

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habe. Die Privatklägerin bestätigte in der Einvernahme vom 20. Februar 2019 nach 
Vorhalt der entsprechenden Namen (vgl. dazu das E-Mail des Vaters vom 7. Februar 
2019, OG GD 5 act. 12/6), dass "O.________", "D.________" und "I.________" Kolle-
gen von ihr seien, welche sie in G.________ treffe. Ihr Freund, dessen Namen sie 
nicht nennen wollte, sei aber nicht darunter. Sie habe keinen Geschlechtsverkehr mit 
den genannten Kollegen namens "O.________", "D.________" und "I.________" ge-
habt (OG GD 5 act. 2/4 Ziff. 11 ff.). Die Privatklägerin gab zu Protokoll, dass sie den 
Namen ihres Freundes nicht nennen könne, weil sie nicht wolle, dass er Ärger mit der 
Polizei kriege (act. 2/1 Ziff. 45). 

- Das Aussageverhalten der Privatklägerin im Verfahren 1A 2018 674 schliesst sexuelle 
Kontakte mit dem Beschuldigten und anderen aus Eritrea stammenden Personen nicht 
aus. Eine Schutzhaltung der Privatklägerin in diesem Themenbereich ist plausibel, 
zumal auch der Therapiebericht über die Privatklägerin sich dahingehend äussert, 
dass sie sich im sexuellen Bereich unabgegrenzt und riskant verhalte und sie 
grundsätzlich die Ausnützungs-Problematik mit sexuellen Handlungen mit älteren 
Männern im Schutzalter nicht akzeptieren würde (act. 3/19/R; vgl. auch OG GD 5 act. 
2/3 Ziff. 45). So bestätigte die Privatklägerin auch an der Einvernahme vom 20. April 
2021, dass sie die genannten Eritreer schützen wollte, da sie gewusst habe, dass sie 
im Schutzalter sei und sexuelle Kontakte mit ihr verboten seien (act. 2/2/19 Ziff. 254). 
Weil die Privatklägerin im Strafverfahren 1A 2018 674 nicht mit der Polizei kooperierte 
und unwahr aussagte, um ihren damaligen Freund zu schützen, können keine gültigen 
Schlüsse zur Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen im vorliegenden Fall gezogen werden. 

- Angesprochen auf das E-Mail ihres Vaters vom 20. Februar 2019, wonach die Privat-
klägerin ihrer Schwester gegenüber von einer Vergewaltigung, die sich wenige Tage 
zuvor ereignet haben soll, berichtet habe (OG GD 5 act. 12/7), sagte die Privatklägerin 
im Strafverfahren 1A 2018 674 in der Einvernahme vom 20. Februar 2019 aus, dass 
sie nichts darüber erzählen möchte. Auf Nachfrage, warum sie nichts erzählen möchte, 
sagte die Privatklägerin, sie wolle es nicht. Erst auf erneute Nachfrage, ob etwas ge-
gen ihren Willen geschehen sei, bestätigte die Privatklägerin, dass nichts gegen ihren 
Willen passiert sei (OG GD 5 act. 2/4 S. 8). 

- Die Privatklägerin setzt sich mit den damaligen Aussagen vom 20. Februar 2019 im 
Strafverfahren 1A 2018 674 in Widerspruch zu ihren späteren Aussagen im vorliegen-
den Strafverfahren. Sie wurde an der Einvernahme vom 20. April 2021 auf diesen Wi-
derspruch angesprochen. Sie sagte aus, dass sie sich am 20. Februar 2019 geschämt 
habe und nicht darüber habe sprechen wollen; sie sei nicht bereit gewesen, darüber zu 
sprechen (act. 2/2/19 Ziff. 257; vgl. auch OG GD 25 S. 14-15). Diese Aussage der Pri-
vatklägerin vom 20. April 2021 ist grundsätzlich glaubhaft, denn bereits an der Einver-
nahme vom 20. Februar 2019 mauerte die Privatklägerin und gab bei der Frage und 
der darauf folgenden Nachfrage zu erkennen, dass sie etwas über das von ihrem Vater 
aufgeworfene Thema wusste, aber nicht darüber sprechen wollte. Erst nachdem die 
befragende Polizistin bei der dritten Frage zu diesem Thema konkret wurde und fragte, 
ob etwas gegen ihren Willen passiert sei, sagte die Privatklägerin aus, dass dies nicht 
der Fall gewesen sei. Die Privatklägerin musste jedoch so aussagen, um weitere Er-
mittlungen und Nachfragen abzuwenden. Diese Antworten ändern nichts daran, dass 

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sie den Inhalt des E-Mails ihres Vaters vom 20. Februar 2019 initial nicht abstritt oder 
in einem anderen Licht darstellte, sondern zuerst einzig mitteilte, dass sie nicht darü-
ber sprechen wolle. 

- Das Aussageverhalten der Privatklägerin an der Einvernahme vom 20. Februar 2019 
schliesst damit eine Vergewaltigung wenige Tage vorher nicht aus. Vielmehr ist aus 
der Einvernahme vom 20. Februar 2019 deutlich zu erkennen, dass die Privatklägerin 
innerlich nicht bereit war, über dieses Thema zu sprechen. Ein solches Verhalten kann 
grundsätzlich plausibel sein. So hält das Bundesgericht unter Hinweis auf psychologi-
sche Fachliteratur fest, dass Angst und Scham häufig dazu führen, dass auf eine An-
zeige nach einem Sexualdelikt verzichtet wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 5.4.1; 6B_1377/2022 vom 20. Dezember 2023 
E. 2.4.1). Genau diese Motivation schilderte die Privatklägerin auch an der Berufungs-
verhandlung vom 13. März 2024 (OG GD 25 S. 14). So ist auch von der Privatklägerin 
aufgrund der Aufzeichnungen ihrer Therapeutin belegt, dass sie über längere Zeit hin-
weg keine Anzeige erstatten wollte (act. 3/51). Dass sie bei einer überraschenden 
Konfrontation mit dem Ereignis durch die Polizei wenige Tage danach überfordert war 
und nicht darüber sprechen wollte bzw. letztlich die diversen Nachfragen der Polizistin 
unwahr beantwortete, ist aufgrund der besonderen Lage der Privatklägerin insgesamt 
nachvollziehbar. 

Die geschilderten Umstände sprechen somit nicht gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
der Privatklägerin. 

2.3.8 Im Übrigen ergibt auch ein Vergleich der Aussagen der Privatklägerin vom 20. April 2021 im 
vorliegenden Strafverfahren und der Aussagen vom 20. Februar 2019 im Verfahren 1A 2018 
674 einen deutlichen Strukturbruch. In der Einvernahme vom 20. Februar 2019 im Verfahren 
1A 2018 674 beantwortete die Privatklägerin die Fragen oberflächlich (OG GD 5 act. 2/4 
Ziff. 5, 7, 8, 10, 11 ff.). Ihre Antworten beinhalteten deutliche Ausweichtendenzen und wirken 
wenig plausibel (bspw. OG GD 5 act. 2/4 Ziff. 15, 18). Demgegenüber erfolgten die Aussa-
gen der Privatklägerin an der Einvernahme vom 20. April 2021 bereits im freien Bericht de-
tailliert, gut strukturiert und stringent. Teilweise ist in der Einvernahme vom 20. April 2021 er-
kennbar, dass sich die Privatklägerin am Anfang der Einvernahme etwas geniert, sie beant-
wortete indessen während rund zwei Stunden die Fragen konzentriert und teilweise mit sehr 
hohem Detailgrad. Der Strukturvergleich der beiden Einvernahmen legt nahe, dass sich die 
Motivation der Beschuldigten, wahrheitsgetreue Aussagen zum Vorfall zu machen, zwischen 
dem 20. Februar 2019 und dem 20. April 2021 deutlich geändert hatte. Dies plausibilisiert die 
Aussagen der Privatklägerin vom 20. April 2021 zusätzlich. 

2.3.9 Letztlich sind die vom Beschuldigten behaupteten Widersprüche in den Aussagen der Privat-
klägerin nicht stichhaltig. So behauptete die Privatklägerin nie, sie hätte während dem er-
zwungenen Geschlechtsverkehr einen Orgasmus gehabt. Es wurden im Strafverfahren auch 
nie Aussagen der Privatklägerin protokolliert, bei denen sie von einer Drohung sprach. In den 
Einvernahmen sagte die Privatklägerin konstant aus, der Beschuldigte habe ihr gesagt, sie 
solle es niemandem erzählen (OG GD 25 S. 27; act. 2/2/2 Ziff. 6; act. 2/2/10 Ziff. 8; act. 
2/2/31 Ziff. 186-187). Ob die Privatklägerin entsprechende Angaben bezüglich einer Drohung 
gegenüber ihren Eltern oder ihrer Schwester machte, um diese von einer Anzeigeerstattung 

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abzuhalten, kann offenbleiben (vgl. OG GD 25 S. 7 Ziff. 19). Letztlich gab die Privatklägerin 
auch widerspruchsfrei zu Protokoll, dass sie in den Monaten vorher zweimal einvernehmli-
chen Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten hatte. Entgegen der Auffassung des Be-
schuldigten bringt sie die Ereignisse nicht durcheinander, sondern es ist aus den Befragun-
gen klar ersichtlich, dass die Privatklägerin die verschiedenen Vorkommnisse gut auseinan-
derhalten kann. Aus dem freiwilligen Geschlechtsverkehr in den Monaten davor lässt sich 
überdies nicht zwangsläufig schliessen, dass auch das dritte Mal einvernehmlich war, zumal 
(1.) beim dritten Mal ein unbekannter Mann im Raum anwesend war und (2.) die Privatkläge-
rin stringent und überzeugend darlegen konnte, warum sie an diesem Tag keinen Ge-
schlechtsverkehr mehr wollte (vgl. act. 2/2/27 Ziff. 153). 

2.3.10 Gesamthaft gewürdigt hinterlassen die Aussagen der Privatklägerin einen glaubhaften und 
überzeugenden Eindruck. Es wäre nur schwer denkbar, dass sich die in bestimmten kogniti-
ven Bereichen unterdurchschnittlich intelligente Privatklägerin derart stringente, konstante 
und detaillierte Aussagen spontan – aus ihrer Phantasie heraus – hätte ausdenken und an 
der Einvernahme vom 20. April 2021 und an der Berufungsverhandlung am 13. März 2024 
vortragen können. So ergibt sich zwar aus den eingeholten Therapie- und Heimberichten ei-
ne Tendenz für ein begrenztes dissoziales Verhalten der Privatklägerin wenn es um die ei-
gene Bedürfnisbefriedigung geht, indessen aber keinen Hang zu spontanen Phantastereien, 
komplexen Hochstaplereien und Lügengebilden (vgl. auch OG GD 25 S. 8). 

2.4 Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten 

2.4.1 Einleitend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte, wie dargelegt, einen Kontakt zur Privatklä-
gerin während des gesamten Verfahrens konstant bestritt; er habe diese nur ab und zu von 
weitem auf der Strasse gesehen. I.________ konnte nicht bestätigen, dass sich die Privat-
klägerin und der Beschuldigte kannten (act. 2/3/3 Ziff. 23). 

2.4.2 Der Wahrheitsgehalt der Aussagen des Beschuldigten ist auch ohne eingehende Würdigung 
der gegenteiligen Aussagen der Privatklägerin fraglich. Es gibt verschiedene Indizien, welche 
eine persönliche Bekanntschaft zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin nahele-
gen. 

- K.________, der Vater der Privatklägerin, wurde im Verfahren 1A 2018 674 gegen Un-
bekannt am 6. Oktober 2018 als Auskunftsperson einvernommen. Er schilderte, dass 
die Privatklägerin ihm und seiner Ehefrau immer wieder von sexuellen Beziehungen 
erzählt habe. Er berichtete zudem über längere Abwesenheiten der damals 15-jährigen 
Privatklägerin vom Elternhaus. Diese würde sie über ihre Beziehung belügen und wür-
de ihren Freund verteidigen. Er vermute, dass der Freund im Haus an der 
Q.________-Strasse in G.________ wohne und aus Afrika stamme (OG GD 5 act. 
2/3). Mit E-Mail vom 7. Februar 2019 teilte K.________ der zuständigen Polizistin mit, 
dass er das Zimmer der Privatklägerin durchsucht habe. Er habe in ihrem Tagebuch 
ein paar Namen gefunden, nämlich O.________ D.________ und I.________ (OG GD 
5 act. 12/6; OG GD 25 S. S 4 ff.). 

- Dieser von K.________ geschilderte Tagebucheintrag der Privatklägerin ist nicht an-
ders erklärbar, als dass sie die drei Eritreer O.________, D.________ und I.________ 

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(bzw. .________) namentlich kannte (vgl. E. II.2. Ziff. 2.5.3). Eine Verwechslung oder 
ein Irrtum erscheint diesbezüglich als ausgeschlossen; so war der Beschuldigte im 
Tatzeitraum gemäss den Abklärungen der Polizei der einzige Eritreer im R.________ 
[Region im Kt. Zug] bzw. im Kanton Zug, der D.________ hiess (OG GD 5 act. 12/4; 
act. 1/34 Ziff. 3.3.2; OG GD 25 S. S. 33 Ziff. 33). Die Privatklägerin konnte ferner den 
Beschuldigten, I.________ und O.________ auf sämtlichen vorgehaltenen Fotos zwei-
felsfrei identifizieren (OG GD 25 S. 21-22). 

- Zudem war die Privatklägerin zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte an der Q.________-
Strasse in G.________ wohnte, mit seinem Mitbewohner I.________ befreundet (act. 
2/3/2 Ziff. 10 f.). In diesem Zusammenhang fällt auf, dass der Beschuldigte seine Be-
ziehung zu seinem Mitbewohner I.________ sehr zurückhaltend als oberflächliche Be-
kanntschaft schilderte (act. 2/1/2 Ziff. 10), während mehrere Fotos aktenkundig sind, 
auf denen der Beschuldigte bei Freizeitaktivitäten mit Freunden zusammen mit 
I.________ abgebildet wurde (act. 2/3/7 [Foto mit zahlreichen Bierdosen auf dem 
Tisch], vgl. dazu act. 2/3/4 Ziff. 34; act. 2/3/9 [Foto an einem Bahnhof], vgl. dazu act. 
2/3/5 Ziff. 36, vgl. OG GD 25 S. 33-34). Die Fotos indizieren auch, dass O.________, 
der zuvor mit dem Beschuldigten an der Q.________-Strasse in G.________ wohnte 
(act. 2/1/2 Ziff. 6-7; vgl. act. 2/3/10 [Foto am Bahnhof] und act. 2/3/5 Ziff. 37) und 
später nach dem Einzug von I.________ nach H.________ umzog, ein gemeinsamer 
Freund des Beschuldigten und von I.________ war. 

- Ebenfalls deutet der Umstand, dass die Privatklägerin den korrekten Namen des Ins-
tagram-Profils des Beschuldigten nennen konnte (act. 2/2/2 Ziff. 10), auf einen persön-
lichen Kontakt hin. Ferner schilderte die Privatklägerin, dass der Beschuldigte ihr ge-
sagt habe, dass er ein neues Mobiltelefon habe, wobei die Beweisfotos der Heirat ih-
res Freundes I.________ in Eritrea mit einer anderen Frau noch auf dem alten Mobilte-
lefon seien (vgl. act. 2/2/19 Ziff. 91). Dieses Detail lässt sich aufgrund der forensischen 
Datenauswertung plausibilisieren. So hat der Beschuldigte sein neues Mobiltelefon am 
Wochenende vor dem wahrscheinlichen Tatzeitpunkt aktiviert (d.h. am 16./17. Februar 
2019, vgl. OG GD 5 act. 12/7; act. 1/33 Ziff. 3.2). 

- Auch weitere von der Privatklägerin genannte Details zu den Personalien des Be-
schuldigten stimmen mit den Akten überein (bspw. Eritreer, wohnte an der 
Q.________-Strasse in G.________, wohnte mit ihrem Freund I.________ zusammen, 
sowie deutlich älter, dünner und grösser als sie [act. 2/2/35 Ziff. 217-226, vgl. dazu act. 
1/28, act. 13/2] etc.). 

Dass die Privatklägerin die gennannten Umstände zufälligerweise erfuhr oder dass diese al-
lesamt auf Missverständnisse zurückzuführen sind, erscheint als ausgeschlossen. 

2.4.3 Die mehrheitlich akkurate Beschreibung des Beschuldigten sowie die Schilderung seines Ins-
tagram-Profils, seines neuen Mobiltelefons, seiner Wohngemeinschaft mit I.________ sowie 
der Vermerk in ihrem Tagebuch würden sich nicht erklären lassen, wenn der Beschuldigte 
die Privatklägerin nicht näher gekannt hätte. Entsprechend bestehen keine wesentlichen 
Zweifel, dass sich der Beschuldigte und die Privatklägerin persönlich kannten. So sprach der 
seit Juli 2014 in der Schweiz anwesende Beschuldigte bereits im Jahr 2017 ausreichend 

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Deutsch, um sich rudimentär zu verständigen (act. 13/46) und brachte im Verfahren auch 
nicht vor, dass er sich nicht mit der Privatklägerin hätte verständigen können. Gesamthaft 
gewürdigt sprechen die genannten Umstände gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des 
Beschuldigten. 

2.5 Weitere Indizien 

2.5.1 Die Privatklägerin beschrieb den Tatort an der S.________-Strasse in H.________ präzise. 
Sie benannte die Örtlichkeiten, die Einrichtung der Wohnung und die Eingänge zum Haus 
mehrheitlich zutreffend (act. 2/2/7 Ziff. 114 f.). Auch die Umgebung des Hauses, insbesonde-
re den Parkplatz auf der gleichen Strassenseite, schilderte die Privatklägerin stimmig (act. 
2/2/21 Ziff. 104 f.). Die Zeichnung des Grundrissplanes und der Einrichtung der Wohnung, 
welche die Privatklägerin an der Einvernahme anfertigte, stimmt im Wesentlichen mit der an-
getroffenen Situation in der Wohnung von J.________ überein (vgl. act. 2/2/44; act. 1/17 ff.). 
So sagte auch J.________ aus, dass die Privatklägerin seine Wohnung gut beschrieben ha-
be (act. 2/3/18 Ziff. 30 f.). An der Berufungsverhandlung konnte die Privatklägerin zudem 
aufgrund von Fotos der Wohnung den Tatort eindeutig identifizieren (OG GD 25 S. 18 
Ziff. 31-32). Gesamthaft gewürdigt erscheint es praktisch als ausgeschlossen, dass die Pri-
vatklägerin die Wohnung von J.________ an der Einvernahme vom 20. April 2021 derart de-
tailliert und genau hätte beschreiben können, wenn sie noch nie dort gewesen wäre. So 
wären höchstens oberflächliche und grobe Umschreibungen der Wohnung zu erwarten ge-
wesen, wenn die Privatklägerin den Tatort erfunden hätte. Die Schilderungen der Privatklä-
gerin zum Tatort lassen sich somit objektiv verifizieren. Sie stützen die Glaubhaftigkeit ihrer 
Aussagen. 

2.5.2 J.________, der Mieter der Tatortwohnung, sagte als Auskunftsperson aus, dass er den Be-
schuldigten gut kenne (act. 2/3/16 Ziff. 5). Er schilderte zudem, dass er die Privatklägerin 
nicht kenne und sie nie in seiner Wohnung gewesen sei (act. 2/3/17 Ziff. 18). J.________ 
gab zu Protokoll, dass er alleine in der Wohnung lebe und er über den Schlüssel zur Woh-
nung verfüge. Es könne sein, dass jemand die Wohnung hätte nutzen können, weil er diese 
wegen Umbauarbeiten teilweise offengelassen habe (act. 2/3/18 Ziff. 23 ff.; diese fanden in-
dessen nach dem Tatzeitraum ab Mai 2019 statt, vgl. act. 2/3/22). Der Beschuldigte gestand 
im Untersuchungsverfahren zu, dass er jemanden kennen würde, der im Haus S.________-
Strasse wohne (act. 2/1/4 Ziff. 29). Bei der Vorinstanz präzisierte der Beschuldigte, dass 
J.________ ein Kollege von ihm sei, mit dem er heute einen guten Kontakt habe. Damals 
habe er ihn indessen nicht gut gekannt. Er könne sich nicht erinnern, ob er zwischen dem 
1. Februar 2019 und dem 31. März 2019 in der Wohnung von J.________ gewesen sei (SG 
GD 8/1/1 S. 8). Aus den übereinstimmenden Aussagen von J.________ und des Beschuldig-
ten ergibt sich zumindest, dass der Beschuldigte mit dem Mieter der Wohnung an der 
S.________-Strasse in H.________ (und damit dem von der Privatklägerin identifizierten 
Tatort), J.________, in Zusammenhang gebracht werden kann. 

2.5.3 Die Privatklägerin berichtete zudem unmittelbar nach ihrem Vorfall ihrer Schwester 
T.________ von der Vergewaltigung. Diese erzählte es den Eltern weiter, welche den Vorfall 
per E-Mail an die Polizei meldeten. 

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- Mit E-Mail vom 20. Februar 2019 teilte K.________ der zuständigen Polizistin mit, die 
Privatklägerin habe zwei Tage zuvor weinend ihrer Schwester gesagt, dass sie von 
zwei Kollegen ihres Partners vergewaltigt worden sei. Die beiden hätten gesagt, sie 
würden die Privatklägerin heimfahren, hätten sie indessen in eine fremde Wohnung 
gebracht. Die beiden Kollegen hätten danach die Privatklägerin nach Hause gefahren 
und ihr gedroht, sie solle nichts ihren Eltern sagen, denn sie wüssten, wo sie wohne 
(OG GD 5 act. 12/7). 

- An der Berufungsverhandlung vom 13. März 2024 wurde K.________ als Zeuge be-
fragt. Er bestätigte auf Vorhalt von OG GD 5 act. 12/6 und 12/7, dass er die beiden 
E-Mails vom 7. Februar und 20. Februar 2019 verfasst habe. Er habe das Notizbuch 
der Privatklägerin gelesen und darin u.a. die Namen O.________, D.________ und 
I.________ erkannt. Ferner habe er von seiner jüngeren Tochter T.________ erfahren, 
dass die Privatklägerin von zwei Kollegen ihres Partners vergewaltigt worden sei. Er 
habe die Privatklägerin dazu befragt, aber diese habe ihm gegenüber nichts gesagt. Er 
habe das E-Mail vom 20. Februar 2019 an die Polizei geschrieben, weil er die Hoff-
nung gehabt habe, dass die Privatklägerin der Polizei vielleicht die Wahrheit über den 
gegenüber ihrer Schwester geschilderten Vorfall erzählen würde (OG GD 25 S. 4 ff.). 

- Auch das E-Mail vom 20. Februar 2019 und die Zeugenaussagen von K.________ in-
dizieren, dass die Privatklägerin am oder kurz vor dem 18. Februar 2019 ihrer Schwes-
ter T.________ von einer Vergewaltigung berichtete. Die Schwester berichtete dies ih-
ren Eltern, welche daraufhin das E-Mail vom 20. Februar 2019 an die zuständige Be-
amtin der Kriminalpolizei verfassten. Die Privatklägerin schilderte demnach ihrer 
Schwester bereits den groben Ablauf der Tat (d.h. [1.] zwei Kollegen des Freundes; 
[2.] wollten sie angeblich nach Hause bringen; [3.] Besuch einer fremden Wohnung; 
[4.] Vergewaltigung; [5.] Rückfahrt; [6.] sie solle Eltern nichts sagen [OG GD 5 act. 
12/7]). Dass es sich dabei um einen anderen, unbekannten Vorfall mit anderen Tätern 
handeln könnte, ist aufgrund der in den Grundzügen mit dem später beanzeigten se-
xuellen Übergriff übereinstimmenden Schilderung unwahrscheinlich. 

Insgesamt ist erstellt, dass die Privatklägerin am 18. Januar 2019 gegenüber ihrer Schwester 
von einer Vergewaltigung berichtete. Sie schilderte diese bereits in den wesentlichen Grund-
zügen, welche sie später konstant in den Einvernahmen vom 23. November 2020 und vom 
20. April 2021 sowie an der Berufungsverhandlung am 13. März 2024 wiedergab. 

2.6 Gesamtwürdigung der Vergewaltigungsvorwürfe 

2.6.1 Gesamthaft gewürdigt sind die Schilderungen der Privatklägerin, insbesondere betreffend 
den Tatort sowie die detaillierte und überzeugende Darlegung der Vorgeschichte und der 
Tathandlungen in erheblichem Ausmass belastend für den Beschuldigten. 

2.6.2 Eine gezielte falsche Anschuldigung durch die Privatklägerin ist vorliegend wie dargelegt aus 
mehreren Gründen nicht plausibel ([1.] kein Motiv; [2.] Verzicht auf Mehrbelastungen; 
[3.] keine Phantasie- oder Lügenmerkmale in den Aussagen). Zwar ist die Privatklägerin auf-
grund ihrer Persönlichkeit sowie ihrer unwahren Aussagen im Verfahren 1A 2018 674 als 
Person nicht vollends glaubwürdig, eine vorsätzlich geplante, aufwändig inszenierte falsche 

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Anschuldigung ohne nachvollziehbares Motiv gegen eine unbekannte Person erscheint in-
dessen vorliegend als ausgeschlossen. 

2.6.3 Dazu kommt, dass die Version des Beschuldigten, er kenne die Privatklägerin nicht, bereits 
ohne die vertiefte Würdigung der gegenteiligen Angaben der Privatklägerin als wenig plausi-
bel erscheint. Die entsprechende Schutzbehauptung des Beschuldigten kann so interpretiert 
werden, dass er von einem Verdacht ablenken wollte. 

2.6.4 Bei den Darlegungen der Privatklägerin handelt es sich um qualitativ hochwertige Aussagen. 
Damit steht indessen noch nicht fest, dass die Aussagen der Privatklägerin auch der Wahr-
heit entsprechen. So würden gemäss aussagepsychologischen Fachartikeln in begründeten 
Ausnahmefällen – häufig bei Kindern und bei lange zurückliegenden Ereignissen – auch 
durch psychologische Prozesse hervorgerufene, ganz oder teilweise unwahre Aussagen eine 
hohe Qualität aufweisen. Deswegen sei jeweils zu prüfen, ob im konkreten Fall psychologi-
sche Falschinformationseffekte oder Suggestionseffekte zu falschen Erinnerungen geführt 
hätten, welche als Alternative zu einer wahren Aussage die hohe Qualität der Aussagen er-
klären könnten (sog. Suggestionshypothese, vgl. Ludewig/Tavor/Baumer, Wie können aus-
sagepsychologische Erkenntnisse Richter, Staatsanwälten und Anwälten helfen, in: AJP 
11/2011 S. 1431; vgl. auch Niehaus, Zur Bedeutung suggestiver Prozesse für die Beurteilung 
der Glaubhaftigkeit von Aussagen in Sexualstrafsachen, forumpoenale 1/2012, S. 36 f.). 
Falschinformationseffekte betreffen ein Ereignis, das tatsächlich stattgefunden hat, zu dem 
spezifische nachträgliche Falschinformationen präsentiert werden, die zu einer Veränderung 
der Aussage führen (vgl. Ludewig/Tavor/Baumer, a.a.O. S. 1431). Die entsprechenden 
Falschinformationseffekte beziehen sich meistens auf periphere Elemente von effektiv statt-
gefundenen Ereignissen und setzen eine gezielte suggestive Beeinflussung über das Sach-
verhaltselement voraus (vgl. die Übersicht der jeweiligen psychologischen Studien bei Vol-
bert, Suggestion, in: Ludewig/Baumer/Tavor [Hrsg.], Aussagepsychologie für die Rechtspra-
xis, 2017, S. 415). Pseudoerinnerungen sind falsche Erinnerungen, welche von der befragten 
Person für wahr gehalten werden. Sie setzen jeweils einen längeren Suggestionsprozess 
voraus, welcher dazu führt, dass hoch spezifische Aussagen zu Konstellation getätigt werden 
können. Pseudoerinnerungen können mithin plausibilisiert werden, indem in der Aussage-
entwicklung mögliche Suggestionsprozesse nachgewiesen werden (Ludewig/Tavor/ Baumer, 
a.a.O., S. 1432). 

2.6.5 Fremdsuggestionen oder Pseudoerinnerungen sind vorliegend nicht plausibel. So ist belegt, 
dass die Privatklägerin kurz nach dem Vorfall ihrer Schwester von einer Vergewaltigung 
durch zwei Kollegen ihres Freundes berichtete. Sie schilderte dabei bereits den später zu 
Protokoll gegeben Tatablauf in den Grundzügen (OG GD 5 act. 12/7; OG GD 25 S. 5). Weiter 
ist vermerkt, dass die Privatklägerin am 8. Oktober 2019 im Erstgespräch im Rahmen ihrer 
psychologisch-psychiatrischen Betreuung Beziehungen zu älteren Männern und Übergriffe 
erwähnte. Am 14. Oktober 2019 berichtete die Privatklägerin gegenüber ihrer Therapeutin 
über eine Vergewaltigung durch zwei Kollegen des Ex-Freunds. Sie möchte aber keine An-
zeige machen (act. 3/51). Am 24. Oktober 2019 berichtete die Privatklägerin von Schuldge-
fühlen gegenüber den Tätern (act. 3/52). Im Verlauf des Jahres 2020 war dann primär die 
Ausbildung der Privatklägerin sowie die Auswirkungen der Corona-Epidemie Thema der The-
rapie (act. 3/52 ff.). Aufgrund der zeitnahen Schilderungen der sexuellen Übergriffe gegenü-
ber der Schwester T.________ in einem emotional aufgewühlten Zustand, welche den we-

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sentlichen Kern der späteren Vorwürfe bereits enthalten, erscheint es als wenig realistisch, 
dass mittels einer Therapie oder einer obsessiven Eigenbeschäftigung verfälschte Vorstel-
lungen hervorgerufen worden sein könnten. So hat die Beschuldigte die Vorwürfe in der The-
rapie zwar erwähnt, diese waren indessen soweit ersichtlich nicht ein Behandlungsschwer-
punkt. Gleichfalls sind suggestive Beeinflussungen von Drittpersonen nicht plausibel. So 
konnte die Privatklägerin die Dauer von ca. eineinhalb Jahren zwischen den Vorfällen und 
der Anzeigeerstattung plausibel erklären (OG GD 25 S. 14-15, insb. Ziff. 15). Überdies ist es 
naheliegend, dass ein Vorfall mit einem unbekannten Eritreer am Bahnhof Zug vom 22. No-
vember 2020 die Privatklägerin neben der in den Akten vermerkten Nachreifung bzw. Stabili-
sierung ihrer Persönlichkeit bewegte, entgegen ihren früheren Aussagen im Rahmen der 
psychologischen Behandlung trotzdem Anzeige wegen des Vorfalls aus dem Jahr 2019 zu 
erstatten (act. 2/2/3 Ziff. 15). 

2.6.6 Abschliessend ist zu prüfen, ob seitens der Privatklägerin eine Verwechslung des Beschul-
digten mit einer anderen Person möglich gewesen wäre. So spekulierte die amtliche Vertei-
digung, dass eine Verwechslung möglich wäre, da der Beschuldigte, I.________ und 
J.________ ähnlich aussehen würden. Es sei naheliegend, dass die Privatklägerin die ge-
nannten Personen verwechselt und dabei einfach den Namen des Beschuldigten genannt 
habe, da dieser am einfachsten auszusprechen sei (OG GD 2 S. 3). Diesen Argumenten 
kann indessen vorliegend aus mehreren Gründen nicht gefolgt werden. So ergibt sich bspw. 
aus dem Foto in act. 2/3/9 nicht, dass der Beschuldigte und I.________ ähnlich aussehen 
(vgl. dazu act. 2/3/5 Ziff. 36). Ferner wurden der Privatklägerin an der Berufungsverhandlung 
ca. fünf Jahre nach den Vorfällen die Bilder in act. 2/3/7, act. 2/3/9 und act. 2/3/10 nochmals 
vorgehalten, wobei sie sämtliche Personen auf den Fotos, u.a. auch den Beschuldigten, kor-
rekt identifizierte (OG GD 25 S. 21-22). Dass der zweisilbige Vorname D.________ einfacher 
auszusprechen wäre, als der ebenfalls zweisilbige Vorname I.________, ist ebenfalls unzu-
treffend. Die Privatklägerin schilderte zudem glaubhaft, dass I.________ über längere Zeit ihr 
Freund gewesen sei und der Beschuldigte dessen Mitbewohner. Dieser sei ein guter Kollege 
gewesen und sie habe gute Gespräche mit diesem führen können. Mit anderen Worten schil-
derte die Privatklägerin eine vertiefte Beziehung zu I.________ und dem Beschuldigten, was 
die These der amtlichen Verteidigung, sie hätte die beiden Personen verwechselt, widerlegt. 
Hinzu kommt, dass der Beschuldigte mit dem zweifelsfrei identifizierten Tatort über seinen 
Kollegen J.________, welcher die entsprechende Wohnung mietete, in Verbindung gebracht 
werden kann. Der Beschuldigte ist somit nicht eine unbeteiligte Drittperson. Angesichts der 
glaubhaften Darlegungen der Privatklägerin erscheint eine Verwechslung des Beschuldigten 
mit einem unbekannten Täter als ausgeschlossen. 

2.6.7 Unter Einbezug der genannten Erwägungen bestehen im Sinne einer Gesamtschau der Be-
weismittel keine unüberwindlichen Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten. Die Belas-
tungen durch die Privatklägerin sind wie dargelegt glaubhaft, während der Beschuldigte be-
treffend seine Beziehung zur Privatklägerin nicht wahrheitsgemäss antwortete. Da hypotheti-
sche Fehlerquellen wie eine Verwechslung, eine (bewusste) falsche Anschuldigung oder 
psychologische Effekte verlässlich ausgeschlossen werden können, kann auf die Aussagen 
der Privatklägerin abgestellt werden. Es ist mithin erwiesen, dass der Beschuldigte zu einem 
unbekannten Zeitpunkt in dem von der Anklage genannten Zeitraum (vermutlich wenige Tage 
vor dem 18. Februar 2019) mit der Privatklägerin in der Wohnung von J.________ in 
H.________ gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr vollzog. Es ist unter Berücksichti-

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gung von Art. 10 Abs. 3 StPO rechtsgenüglich erstellt, dass die Privatklägerin dem Beschul-
digten deutlich sagte und mittels des mehrfachen Wiederzuknöpfens ihrer Hose aufzeigte, 
dass sie keinen Geschlechtsverkehr wollte (act. 2/2/19 Ziff. 259; act. 2/2/23 Ziff. 123) und 
dass der Beschuldigte stattdessen die Hände der Privatklägerin, welche sie in Schutzhaltung 
hielt, wegdrückte, ihre Beine auseinanderdrückte, und ihr Weinen ignorierte, bevor (und teil-
weise während) er sie vaginal penetrierte (act. 2/2/24 Ziff. 129, 133, 134; act. 2/2/29 
Ziff. 174). Aufgrund der beschriebenen äusserlichen Handlungen der Privatklägerin wusste 
der Beschuldigte in subjektiver Hinsicht, dass die Privatklägerin keinen Geschlechtsverkehr 
wollte. Er setzte sich darüber hinweg, weil ihm die Befriedigung seines Geschlechtstriebs 
wichtiger war, als die Bedürfnisse und Wünsche der Privatklägerin in dieser Hinsicht zu re-
spektieren. 

2.7 Beweiswürdigung betreffend den Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern 

2.7.1 Die Vorinstanz fasst die Beweismittel betreffend die Vorfälle zwischen Oktober 2018 und Ja-
nuar 2019 zutreffend zusammen (OG GD II. 2. Ziff. 2.1.1.2 S. 17-19). Darauf kann verwiesen 
werden. 

2.7.2 Betreffend die äusseren Handlungen kann auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 
verwiesen werden. Die Schilderungen der Privatklägerin, wonach es zweimal zu einvernehm-
lichem Geschlechtsverkehr (vaginal und beim ersten Mal zusätzlich oral) mit dem Beschul-
digten gekommen sei (act. 2/2/16 Ziff. 63), sind überzeugend. Wie dargelegt, gab die Privat-
klägerin die entsprechenden Umstände nur zögerlich während der Einvernahme vom 20. 
April 2021 preis (act. 2/2/14 Ziff. 46-53). Bei der Angabe der jeweiligen Tatzeitpunkte konnte 
sie sich immerhin erinnern, dass die Vorfälle zwischen Herbst und Winter vor dem Übergriff 
im Jahr 2019 stattgefunden hatten. 

2.7.3 Der Beschuldigte gab an der ersten Einvernahme zu Protokoll, dass er am 1. Januar 2018 in 
G.________ eingezogen sei und dann erinnerlich zwischen Juli und September 2018 sein 
Auszug erfolgt sei (act. 2/1/2 Ziff. 5). Gemäss der Einwohnerkontrolle meldete sich der Be-
schuldigte indessen erst am 31. Oktober 2018 aus G.________ ab, während sich sein Mit-
bewohner I.________ am 12. September 2018 an der Adresse anmeldete (act. 1/34 
Ziff. 3.3.1). Die entsprechenden Meldedaten müssen indessen nicht mit den effektiven Ein- 
und Auszugsdaten übereinstimmen, zumal der Beschuldigte gemäss den Aussagen von 
I.________ über mehrere Monate hinweg mit ihm zusammengewohnt habe (act. 2/3/3 
Ziff. 15). Aufgrund der forensischen Datenauswertung steht aber mit Sicherheit fest, dass der 
Beschuldigte im Februar 2019 nicht mehr in G.________ wohnte (act. 3/8). Es kann somit 
festgehalten werden, dass der Beschuldigte zum ersten möglichen Zeitpunkt der sexuellen 
Handlungen mit der Privatklägerin mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in G.________ wohnte. 

2.7.4 Betreffend die zweite sexuelle Handlung, welche die Privatklägerin an der Einvernahme vom 
20. April 2021 in den Monaten Dezember 2018 oder Januar 2019 vermutete, bedeutet der 
wahrscheinlich mittlerweile erfolgte Auszug des Beschuldigten nicht zwingend, dass die Dar-
stellung der Privatklägerin unrichtig war. Erstens musste die Privatklägerin retrospektiv ei-
neinhalb Jahre später abschätzen, wann die sexuellen Kontakte stattgefunden hatten, wobei 
sie Herbst/Winter 2018 nannte. Sie konnte den genauen Zeitpunkt somit nicht mit Sicherheit 
nennen, wobei die Privatklägerin bei den zeitlichen Einschätzungen generell ungenau war 

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(vgl. E. II.2.3.6). Es ist somit nicht ausgeschlossen, dass die Privatklägerin das Datum der 
sexuellen Handlungen falsch einordnete. Ferner waren damals im R.________ [Region im 
Kt. Zug] viele Eritreer wohnhaft, so unter anderem zwei Kollegen des Beschuldigten, 
J.________ und O.________. Dass der Beschuldigte nach seinem Wegzug aus G.________ 
keinen Grund mehr hatte, ins R.________ [Region im Kt. Zug] zu reisen, ist folglich unzutref-
fend. Auch in dieser Hinsicht lassen die Angaben des Beschuldigten zu seinem Wohnort die 
Tatvorwürfe nicht als unplausibel erscheinen. Gesamthaft gewürdigt sind vorliegend die 
glaubhaften Schilderungen der Privatklägerin höher zu bewerten als die Einwendungen des 
Beschuldigten. Da sich wie dargelegt die beiden Varianten nicht zwingend ausschliessen, ist 
auf die Schilderungen der Privatklägerin abzustellen. 

2.7.5 Die Privatklägerin gab zu Protokoll, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Sexualkontakte 
gewusst habe, wie alt sie sei (act. 2/2/15 Ziff. 55). Sie habe den Beschuldigten gut gekannt 
und sowohl ihr Freund I.________ wie auch der Beschuldigte hätten gewusst, wie alt sie sei 
(act. 2/2/15 Ziff. 56). Auf die Frage, ob der Beschuldigte auch gewusst habe, dass es ein 
Schutzalter gebe, antwortete die Privatklägerin an der Berufungsverhandlung, sie gehe da-
von aus. Denn der Beschuldigte und seine Kollegen hätten sich in der Öffentlichkeit anders 
verhalten als im Privatbereich; sie könne sich das nur damit erklärten, dass der Beschuldigte 
und seine Kollegen um das Schutzalter wussten (OG GD 25 S. 24 Ziff. 74-77). Diese Darstel-
lungen der Privatklägerin sind schlüssig, zumal auch der Beschuldigte an der Berufungsver-
handlung aussagte, dass ihm schon bekannt sei, dass Geschlechtsverkehr mit Minderjähri-
gen Straffolgen habe (OG GD 25 S. 35 Ziff. 47). So ist auch die Gesetzeslage in Eritrea in 
diesem Punkt gleich wie in der Schweiz (vgl. Art. 305 des Strafgesetzbuches von Eritrea vom 
15. Mai 2015; abrufbar unter <https://www.refworld.org/legal/legislation/natlegbod/
2015/en/106143>, besucht am 5. April 2024). Entsprechend ist erstellt, dass der Beschuldig-
te wusste, dass die am 6. Juni 2003 geborene Privatklägerin zu den Zeitpunkten des Ge-
schlechtsverkehrs im Herbst/Winter 2018 fünfzehnjährig war. Ihm war zudem bewusst, dass 
Geschlechtsverkehr mit einer fünfzehnjährigen Jugendlichen in der Schweiz grundsätzlich 
strafbar ist.  

2.8 Rechtliche Würdigung 

2.8.1 Die Vorinstanz legte die rechtlichen Bestimmungen zur Vergewaltigung und zu den sexuellen 
Handlungen mit Kindern zutreffend dar (OG GD 1 E. III.1 Ziff. 1.1 und 1.2 S. 36-37). Darauf 
kann verwiesen werden.

2.8.2 Der zweifache vaginale (und ersten Fall zusätzlich orale) Geschlechtsverkehr der Privatklä-
gerin mit dem Beschuldigten an zwei unbekannten Zeitpunkten im Herbst/Winter 2018 war 
nach der glaubhaften Darstellung der Privatklägerin einvernehmlich. Indessen war die am 
6. Juni 2003 geborene Privatklägerin zu den Tatzeitpunkten erst 15-jährig und somit noch im 
Schutzalter gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB. Da der am tt.mm.1995 geborene Beschuldigte im 
genannten Zeitraum schon deutlich älter als 20-jährig war, greift die Ausnahmebestimmung 
von Art. 187 Ziff. 3 StGB nicht. Der Beschuldigte kannte zudem das Alter der Privatklägerin, 
weswegen er nicht in der irrigen Vorstellung über ihr Alter im Sinne von Art. 187 Ziff. 4 StGB 
handeln konnte. Der Beschuldigte handelte überdies wissentlich und willentlich und damit 
vorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB. 

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2.8.3 Der vaginale Geschlechtsverkehr zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten im Fe-
bruar 2019 erfolgte gegen den Willen der Privatklägerin und war mithin nicht einvernehmlich. 
Der Beschuldigte wusste von Anfang an, dass die Privatklägerin keinen Geschlechtsverkehr 
wollte. Ihr Widerstand äusserte sich, indem sie Nein sagte, ihre Hose wieder zuknöpfte, ihre 
Beine zusammenpresste, eine Schutzhaltung mit ihren Händen einnahm und bereits vor dem 
Geschlechtsverkehr zu weinen begann. Der Beschuldigte überwand diesen Widerstand im 
Wissen, dass die Privatklägerin keinen Geschlechtsverkehr wollte, indem er die Hose auf-
knüpfte, ihre Hände aus der Schutzhaltung wegdrückte und festhielt, ihre zusammengepress-
ten Beine auseinanderdrückte, sich mit seinem Gewicht auf sie legte (und damit in ihrer Be-
wegungs- und Widerstandsfähigkeit weiter beeinträchtigte) und ihr Weinen ignorierte. Da-
durch konnte der Beschuldigte den Geschlechtsverkehr gegen den deutlich manifestierten 
Widerstand der Privatklägerin erzwingen. Der Beschuldigte wirkte somit gesamthaft mit sei-
nen Handlungen mit einem Mass an körperlicher Kraft als Nötigungsmittel auf die Privatklä-
gerin ein, welche ansonsten bei (konsensualen) Beischlafhandlungen nicht zu erwarten wäre. 
Die dadurch demonstrierte körperliche Überlegenheit des Beschuldigten reicht in objektiver 
Hinsicht als ein Nötigungsmittel aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1037/2021 vom 
3. März 2022 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_1149/2014 vom 16. Juli 2015 E. 5.1.3). 
Wie die Privatklägerin eindrücklich schilderte, verfiel sie in einen Zustand der Hoffnungslo-
sigkeit und konnte die Handlungen nur noch weinend über sich ergehen lassen. Dies ist auch 
tatsituativ nachvollziehbar, befand sich die Privatklägerin doch allein mit zwei Männern in ei-
ner fremden Wohnung, wo sie nicht auf Hilfe hoffen konnte. Die verschiedenen Abwehrhand-
lungen der Privatklägerin waren von Anfang an darauf ausgerichtet, dem Beschuldigten un-
zweideutig zu erkennen zu geben, dass sie keinen Geschlechtsverkehr wollte. Der körperli-
che Widerstand durch Zusammenpressen der Beine und durch die Schutzhaltung der Arme 
zeigte dem Beschuldigten deutlich auf, dass die Privatklägerin seine Handlungen nicht wollte 
und sich diesen körperlich widersetzte. Der Beschuldigte ignorierte dies und führte trotzdem 
die Beischlafhandlungen wissentlich und willentlich aus. Er handelte mithin vorsätzlich. Der 
Beschuldigte handelte sowohl objektiv wie auch subjektiv tatbestandsmässig im Sinne von 
Art. 190 Abs. 1 StGB. 

2.8.4 Wie dargelegt, handelte der Beschuldigte im Zusammenhang mit der Vergewaltigung auch 
im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB tatbestandsmässig, da er wusste, dass die Privatklägerin 
fünfzehnjährig war. Es besteht aufgrund der unterschiedlichen geschützten Rechtsgüter Ide-
alkonkurrenz zwischen den Tatbeständen (BGE 124 IV 154 E. 3a). Der Beschuldigte erfüllt 
damit mit der gleichen Handlung auch die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale 
der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB. 

2.8.5 Rechtsfertigungsgründe und/oder Schuldausschlussgründe wurden von der amtlichen Ver-
teidigung nicht vorgebracht. Ein Verbotsirrtum des Beschuldigten nach Art. 21 StGB ist nicht 
erstellt. 

III. Sanktion 

1. Die Vorinstanz legte die Grundsätze der Sanktionsbemessung zutreffend dar (OG GD 1 
E. IV.1. Ziff. 1.1-1-8 S. 39-41). Darauf kann verwiesen werden. 

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2.1 Der Beschuldigte wurde der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig gespro-
chen. Die Straftat wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bestraft. Die Sankti-
on wurde durch die Strafrahmenrevision nicht geändert. Die objektive Tatschwere kann vor-
liegend nicht mehr im leichten Bereich angesetzt werden. Zwar war die Art und Weise der 
Gewalteinwirkung im Vergleich mit anderen Fällen im leichteren Bereich und liegt weit von 
der qualifizierten Tatbegehung nach Art. 190 Abs. 3 StGB entfernt. Trotzdem ergibt sich aus 
dem äusseren Tatablauf eine gravierende Verletzung der sexuellen Selbstbestimmungsfrei-
heit der Privatklägerin, welche vor und auch während der Tat durch mehrfache Äusserungen 
und Abwehrhaltungen deutlich machte, dass sie keine sexuellen Handlungen (und insb. kei-
ne Penetration) wollte. Der Tatablauf war zudem von qualifizierenden Elementen wie Aus-
nutzung und Vertrauensbruch geprägt. So wird es kein Zufall gewesen sein, dass der unbe-
kannte Eritreer die Privatklägerin am späteren Nachmittag am See ansprach, sexuell anzüg-
lich behandelte und dann erneut gegen Abend plötzlich wieder zusammen mit dem Beschul-
digten als Fahrer in Erscheinung trat. Dieser Ablauf indiziert eine Ausnützungskomponente 
bezüglich der Handlungen zum Nachteil der Privatklägerin, welche dem Beschuldigten auf-
grund der früheren sexuellen Kontakte für ihre geringe Widerstandsfähigkeit in sexuellen An-
gelegenheiten bekannt war. Zudem kannte die Privatklägerin den Beschuldigten und war mit 
diesem freundschaftlich verbunden, weswegen sie ins Fahrzeug des unbekannten Täters 
einstieg und diese zur Wohnung begleitete. Indem der Beschuldigte sie anschliessend sexu-
ell missbrauchte, nutzte er das ihm von der Privatklägerin entgegengebrachte Vertrauen aus. 
Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte, kann darüber hinaus aufgrund der Schilderungen der 
Privatklägerin keine gemeinsame Planfassung des Beschuldigten mit dem unbekannten Mit-
täter nachgewiesen werden. Trotzdem war letzterer bei der Vergewaltigung durch den Be-
schuldigten anwesend, was als zusätzliche Demütigung und Herabsetzung in objektiver Hin-
sicht als verwerflicher bewertet werden muss. Letztlich deutet auch der ungeschützt vollzo-
gene Geschlechtsverkehr und die damit verbundenen Nachteile für die Privatklägerin darauf 
hin, dass die Tatschwere nicht mehr im leichten Bereich angesiedelt werden kann. Diese 
wiegt bereits erheblich. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich, was 
neutral zu werten ist. Seine Handlungsfreiheit war sowohl vor wie auch während der Verge-
waltigung intakt. Die Privatklägerin brachte bereits frühzeitig mündlich und mit dem Zuknüp-
fen ihrer Hose zum Ausdruck, dass sie keine sexuellen Handlungen wollte. Ihr Widerstand 
war vor und während der Penetration unzweideutig und anhaltend. Sie förderte die sexuelle 
Erregung des Beschuldigten auch nicht vor der Penetration durch zweideutige Handlungen, 
welche allenfalls hätten missverstanden werden können. Es sind mithin keine subjektiven 
Gründe ersichtlich, welche das Tatverschulden mitigieren. Gesamthaft gewürdigt ist das Ver-
schulden als knapp erheblich einzustufen und die Einsatzstrafe im oberen Bereich des unte-
ren Drittels des ordentlichen Strafrahmens bei 30 Monaten Freiheitsstrafe anzusetzen. 

2.2 Der Beschuldigte wurde für die gleiche Handlung der sexuellen Handlung mit einem Kind 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB im Februar 2019 (Idealkonkurrenz mit Vergewaltigung) schuldig 
gesprochen. Die Straftat wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. 
In objektiver Hinsicht wiegt die Tatschwere dabei sehr leicht bis leicht. Der Tatbestand der 
sexuellen Handlungen mit Kindern schützt die Entwicklung von Minderjährigen (BGE 146 IV 
153 E. 3.5.2), weswegen aktiv gesuchte, vorbestehende sexuelle Kontakte sowie die alters-
mässige Nähe zum Schutzalter von 16 Jahren bedeutende Faktoren sind, um die Schwere 
der Rechtsgutverletzung und damit die Tatschwere einzustufen. Die Privatklägerin war zum 
Zeitpunkt der sexuellen Kontakte bereits über 15-jährig und stand damit kurz vor dem Ende 

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des Schutzalters. Der Beschuldigte war zum Tatzeitpunkt 23-jährig und damit acht Jahre äl-
ter. Dieser Altersunterschied erscheint nicht als besonders gross. Angesichts des Umstands, 
dass der genannte Tatbestand auch sexuelle Handlungen von pädophilen Straftätern mit 
Kindern oder Kleinkindern abdeckt, sind deutlich gravierendere Tatvarianten denkbar. Der 
modus operandi beinhaltete eine vaginale Penetration, was angesichts des Schutzzwecks 
von Art. 187 Ziff. 1 StGB als vergleichsweise schwere Tathandlung taxiert werden muss. 
Dies tritt aber vor dem Umstand, dass die Privatklägerin dreieinhalb Monate vor dem Ende 
des Schutzalters stand und zudem bereits seit längerer Zeit aktiv nach sexuellen Kontakten 
mit älteren Männern suchte (OG GD 5 act. 1/5 S. 4) und bereits mit anderen Männern ge-
schlechtlichen Umgang pflegte (OG GD 5 act. 2/1 Ziff. 32), deutlich in den Hintergrund. Das 
Doppelverwertungsverbot ist zudem nicht tangiert, da es sich bei sexuellen Handlungen mit 
Kindern und Vergewaltigung um zwei verschiedene Strafnormen (in Idealkonkurrenz) mit un-
terschiedlichen geschützten Rechtsgütern handelte. So blieb beim Vergewaltigungsvorwurf 
der Umstand, dass die Privatklägerin 15-jährig war, unberücksichtigt. Der Beschuldigte han-
delte in subjektiver Hinsicht direktvorsätzlich, was neutral zu werten ist. Gesamthaft gewür-
digt ist aufgrund des sehr leichten bis leichten Verschuldens eine Sanktion von 220 Strafein-
heiten im unteren Bereich des ersten Strafdrittels tatangemessen. 

2.3 Bezüglich der weiteren beiden Verurteilungen des Beschuldigten betreffend sexuelle Hand-
lungen mit der Privatklägerin vor dem Februar 2019 kann auf die Erwägungen in der vorste-
henden Ziffer verwiesen werden. Auch zu diesen Zeitpunkten stand die Privatklägerin kurz 
vor dem Ende des Schutzalters, weswegen die Tatschwere noch als deutlich im leichten Be-
reich eingestuft werden kann. Erneut kann zudem gewürdigt werden, dass die Privatklägerin 
schon seit längerer Zeit Sexualkontakte zu älteren Männern aktiv suchte und bereits im 
Sommer 2018 umfangreiche sexuelle Erfahrungen im Sinne von Geschlechtsverkehr (anal, 
vaginal, oral) mit ihrem Freund gesammelt hatte (OG GD 5 act. 2/1 Ziff. 32). Da der Ge-
schlechtsverkehr bei der ersten Tatbegehung vaginal und oral vollzogen wurde, wiegt die 
Tathandlung in objektiver Hinsicht etwas schwerer als die zweite Tathandlung. In subjektiver 
Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich, was neutral zu werten ist. Eine Sanktion von 
240 Strafeinheiten (erste Tathandlung) und 220 Strafeinheiten (zweite Tathandlung) sind ta-
tangemessen. 

2.4 Betreffend die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann auf die Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (OG GD 1 E. V.2 Ziff. 2.2 S. 46-47 sowie betreffend den Straf-
befehl vom 7. April 2021: OG GD 1 E. IV.3. Ziff. 3.3 S. 44). An der Berufungsverhandlung 
bestätigte der Beschuldigte seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Er ergänzte, 
dass seine Schwester nicht mehr in Äthiopien wohne und er diese nicht mehr unterstütze. 
Seine Familie sei weiterhin in der Landwirtschaft in Eritrea tätig. (OG GD 25 S. 28-30). Es 
ergeben sich aus den persönlichen Verhältnissen keine Hinweise auf eine besondere Straf-
empfindlichkeit des Beschuldigten. Die Delinquenz während eines laufenden Strafverfahrens 
ist nicht straferhöhend zu werten, da der Beschuldigte erst nach der Tatbegehung darüber in-
formiert wurde, dass ein Strafverfahren wegen Sexualdelikten gegen ihn eingeleitet worden 
ist. Ihm war somit nicht bewusst, dass er während einer bereits seit November 2020 laufen-
den Strafuntersuchung straffällig wurde. 

2.5 Sämtliche Sanktionen sind aufgrund der Sanktionshöhe als Freiheitsstrafe auszusprechen 
(Art. 34 Abs. 1 StGB; Art. 40 Abs. 1 und 2 StGB). Gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist die 

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schwerste Sanktion von 30 Monaten Freiheitsstrafe angemessen für die weiteren Verstösse 
zu erhöhen. Bei der tat- und täterangemessenen Sanktion von 220 Tagen Freiheitsstrafe, 
welche in Idealkonkurrenz zur Vergewaltigung steht, kommt der Asperationsgrundsatz stark 
ausgeprägt zur Anwendung. Tatort und Tatzeit waren identisch und es handelt sich bei bei-
den Vorwürfen um Sexualdelikte, wobei einzig das geschützte Rechtsgut eine unterschiedli-
che Schutzrichtung aufweist. Die Einsatzstrafe von 30 Monaten Freiheitsstrafe ist um einen 
Drittel der Zweitstrafe (abgerundet 70 Tage) zu erhöhen. Bei der Drittstrafe von 240 Tagen 
Freiheitsstrafe und Viertstrafe von 220 Tagen Freiheitsstrafe besteht einerseits ein zeitlicher 
Abstand von mehreren Monaten zum Erstdelikt. Ausserdem wurden die Tathandlungen, die 
zur Dritt- und Viertstrafe führten, an einem anderen Tatort ausgeführt. Es handelte sich bei 
beiden Gesetzesverstössen um sexuelle Handlungen mit einem Kind, somit zwar auch um 
eine Verurteilung wegen eines Sexualdelikts, indessen aber wegen eines anderen Tatbe-
stands als beim Erstdelikt. Es ist angemessen, die Einsatzstrafe jeweils um die Hälfte der 
Sanktion der Drittsanktion (120 Tage) und der Viertsanktion (110 Tage) zu erhöhen (total Er-
höhungen um 300 Tage bzw. 10 Monate). Tat- und täterangemessen ist mithin eine Sanktion 
von 40 Monaten Freiheitsstrafe. Ein teilbedingter Vollzug der Strafe ist damit gemäss Art. 43 
Abs. 1 StGB ausgeschlossen. 

IV. Landesverweisung 

1. Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen zum Landesverweis zutreffend dar (OG GD 
1 E. V.1. Ziff. 1.1-1.3 S. 44-46). Darauf kann verwiesen werden. Ebenfalls legte die Vor-
instanz die persönlichen Verhältnisse und den Bezug des Beschuldigten zu seinen Verwand-
ten und Bekannten zutreffend dar (OG GD 1 E. V.2. Ziff. 2.2.1-2.2.4 S. 46-57). Diese Ver-
hältnisse haben sich nur geringfügig geändert (OG GD 25 S. 28-31). Darauf kann verwiesen 
werden. 

2. Der Beschuldigte ist zum Zeitpunkt des Berufungsurteils von der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft als sog. Flüchtling im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes (SR 142.31; AsylG) aner-
kannt. 

2.1 Aus dem Asylentscheid vom 13. Juni 2016 ergibt sich, dass der aus Eritrea stammende Be-
schuldigte am 13. Juli 2014 in die Schweiz eingereist ist und ein Asylgesuch gestellt hat. Der 
Wahrheitsgehalt seiner Aussagen betreffend den Fluchtgrund aus Eritrea sei indessen zwei-
felhaft. So habe er bei der Anhörung die Aufforderung des eritreischen Staats, zum National-
dienst zu erscheinen, widersprüchlich geschildert. Der Beschuldigte habe die Widersprüche 
in seinen Aussagen nicht klären können. Seine Vorbringen über den Fluchtgrund würden 
somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. In-
dessen sei erstellt, dass der Beschuldigte Eritrea illegal verlassen habe und er deswegen 
vom eritreischen Staat bei einer Rückkehr eine sich durch ein hohes Mass an Brutalität aus-
zeichnende Strafmassnahme zu erwarten habe. Da der Beschuldigte bei einer Rückkehr 
nach Eritrea ernsthafte Nachteile zu erwarten habe, sei er als Flüchtling im Sinne von Art. 3 
AsylG zu qualifizieren. Die Gewährung von Asyl sei indessen ausgeschlossen, da der Be-
schuldigte in Eritrea vor seiner Ausreise nicht verfolgt wurde und nur durch seine illegale 
Ausreise (und der damit zusammenhängenden staatlichen Sanktion) als Flüchtling qualifiziert 
werden könne (act. 13/93). Der genannte Asylentscheid vom 13. Juni 2016 ist in Rechtskraft 

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erwachsen. Die damaligen Schlussfolgerungen der Asylbehörden erweisen sich vor dem Hin-
tergrund der Aussage des Beschuldigten an der Berufungsverhandlung, wonach er gar nie 
zum Nationaldienst aufgeboten worden sei, da er bereits als Minderjähriger aus Eritrea aus-
gereist sei (OG GD 25 S. 30 Ziff. 18), als korrekt. 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüfte im Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 umfang-
reiche Quellen zur politischen und tatsächlichen Lage in Eritrea und kam zum Schluss, dass 
die bisherige Praxis, wonach eine illegale Ausreise aus Eritrea per se zur Flüchtlingseigen-
schaft führe, nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Es sei nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Personen einzig aufgrund einer illegalen Aus-
reise aus Eritrea eine asylrechtlich relevante Verfolgung drohe (E. 5.1). Das Bundesverwal-
tungsgericht würdigte im Entscheid vom 30. Januar 2017 zahlreiche Anhaltspunkte, welche 
nahelegen, dass eine Rückkehr nach Eritrea trotz illegaler Ausreise entweder keine oder ein-
zig finanzielle Auswirkungen haben würde und eine Rückkehr problemlos möglich sei, sofern 
bestimmte Bedingungen erfüllt würden (E. 4.11; vgl. Urteil des Bundesgerichts E-5022/2017 
vom 10. Juli 2018 E. 6.1.8). 

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht prüfte auch im Urteil E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 umfang-
reiche Quellen zur politischen und tatsächlichen Lage in Eritrea und kam zum Schluss, dass 
nicht davon auszugehen sei, dass generell ein ernsthaftes Risiko einer krassen Verletzung 
des Verbots der Zwangs- und Pflichtarbeit gemäss Art. 4 EMRK während des eritreischen 
Nationaldienstes bestehe. Es gebe im Rahmen des Nationaldienstes zwar vereinzelte Miss-
handlungen, jedoch bestünden keine Hinweise, dass diese systematisch seien (E. 6.1.5). Der 
Vollzug der Wegweisung eines eritreischen Staatsangehörigen, der zum Nationaldienst ver-
pflichtet werden könnte, sei nicht unzumutbar (E. 6.2.5). 

2.4 Das European Asylum Support Office (EASO), eine Abteilung der Asylagentur der Europäi-
schen Union in Malta, erstellte im September 2019 einen Herkunftsländerbericht über Eritrea, 
insbesondere betreffend die Themenbereiche illegale Ausreise und Nationaldienst (u.a. ab-
rufbar unter: <www.sem.admin.ch/sem/de/home/international-
rueckkehr/herkunftslaender.html>, besucht am: 5. April 2024; nachfolgend: EASO-Bericht). 
Als Quellen für den EASO-Bericht wurden Herkunftsländerberichte von Behörden, Informati-
onen von Interessengruppen, Menschenrechtsberichte von Behörden und Interessengrup-
pen, UN-Berichte des Sicherheitsrats sowie der Sonderberichtserstattung zur Menschen-
rechtslage in Eritrea, Publikationen der eritreischen Regierung, wissenschaftliche Publikatio-
nen und Medienberichte verwendet. Die Qualität der verschiedenen Quellen des EASO-
Berichts wurde beurteilt und berücksichtigt. Gemäss dem EASO-Bericht wäre in rechtlicher 
Hinsicht ein Visum weiterhin notwendig für die Ausreise aus Eritrea, faktisch sei indessen für 
Reisen über Grenzübergange nach Äthiopien kein Visum mehr erforderlich. Eine Rückkehr 
nach Eritrea sei trotz illegaler Ausreise und Nicht-Leisten des Nationaldienstes möglich, 
wenn eine entsprechende Diaspora-Steuer von zwei Prozent bezahlt und ein Reueformular 
unterzeichnet würde. Faktisch würde auch ein Minimum an Loyalität gegenüber dem Regime 
verlangt. Wer diese Voraussetzungen bei der Rückkehr erfüllen würde, könne auch wieder 
aus Eritrea ausreisen und müsse keinen Nationaldienst mehr leisten. Ein Aufgebot zum Nati-
onaldienst könne indessen erfolgen, wenn sich die rückkehrende Person länger als 6-12 Mo-
nate in Eritrea aufhalten würde (EASO-Bericht, S. 9). 

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2.5 Der Beschuldigte wendete an der Berufungsverhandlung ein, dass nur er wisse, was er an-
treffen werde, wenn er nach Eritrea zurückkehre. Er zahle die Diasporasteuer nicht. Er sei 
auch keine anderen Kooperationen mit der Regierung von Eritrea eingegangen. Er habe ab 
und zu auf Facebook "ähnliche Sachen" (d.h. oppositionelle Tätigkeit) gepostet und zu sei-
nen Freunden auf Facebook würden auch politisch aktive Leute gehören. Es sei möglich, 
dass er sterben müsse, wenn er nach Eritrea zurückkehre (OG GD 25 S. 30-31 Ziff. 19-25).  

2.6 Zusammenfassend ergibt sich in rechtlicher Hinsicht, dass dem Beschuldigten von der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft die Flüchtlingseigenschaft (nicht aber der Asylstatus) im 
Jahr 2016 wegen seiner illegalen Ausreise aus Eritrea gewährt wurde. Die entsprechende 
Praxis der Asylbehörden, aufgrund derer dem Beschuldigten die Flüchtlingseigenschaft zu-
gestanden wurde, ist indessen bereits im Jahr 2017 vom Bundesverwaltungsgericht als 
rechtswidrig erkannt worden. So ist auch dem Staatssekretariat für Migration (SEM) bekannt, 
dass der Beschuldigte zwar "in formeller Hinsicht" ein von der Schweiz anerkannter Flücht-
ling sei, der in "materieller Hinsicht" aber die Flüchtlingseigenschaft nicht mehr erfülle (SG 
GD 7/4 S. 3). Warum trotz des genannten Urteils aus dem Jahr 2017 keine Neuqualifikation 
der Flüchtlingseigenschaft des Beschuldigten durch das SEM erfolgte, ist nicht dokumentiert. 
Obwohl zurzeit noch formell-rechtlich von der zuständigen Bundesbehörde als Flüchtling an-
erkannt, handelt es sich beim Beschuldigten nach der Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichtes nicht um eine Person, die bei einer Rückkehr nach Eritrea ernsthafte Nachtei-
le im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG erleiden würde. Solche Nachteile wurden durch den Be-
schuldigten auch nur oberflächlich bzw. gar nicht dargelegt. Einzig zu behaupten, er denke, 
er würde bei einer Rückkehr nach Eritrea sterben, ist nicht geeignet, einen Fluchtgrund 
glaubhaft darzutun. Auch die Hinweise des Beschuldigten, er habe "ähnliche Sachen" auf 
Facebook gepostet oder er habe Facebook-Freunde, die politisch aktiv seien, begründen 
noch keine Anhaltspunkte für eine politische Verfolgung. So gibt es keine Hinweise darauf, 
dass die Behörden des Staats Eritrea die Facebook-Einträge des Beschuldigten lasen oder 
darauf reagierten. Der Beschuldigte kann mithin keine Verfolgung durch den Staat Eritrea 
glaubhaft machen. Ein definitives Vollzugshindernis nach Art. 66d Abs. 1 StGB liegt beim 
Beschuldigten nicht vor.

2.7 Aus diesen Ausführungen folgt, dass der Beschuldigte auch nicht als Flüchtling im Sinne von 
Art. 1 A Ziff. 2 des Genfer Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge (SR 0.1.4.230; FK oder Flüchtlingskonvention) qualifiziert werden kann. Insbesondere 
wird der Beschuldigte nicht aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Re-
ligion, Staatszugehörigkeit, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen 
seiner politischen Überzeugung verfolgt. Subjektive Nachfluchtgründe werden zwar auch un-
ter der Flüchtlingskonvention anerkannt (vgl. Staatsekretariat für Migration SEM, Handbuch 
Asyl und Rückkehr, Artikel D3, S. 4). Die subjektiven Nachfluchtgründe, welche durch die il-
legale Ausreise des Beschuldigten im Jahr 2013 aus Eritrea entstanden sind, bestehen in-
dessen aufgrund der Einschätzung der Lage in Eritrea durch die EASO sowie das Bundes-
verwaltungsgericht wie dargelegt nicht mehr. Folglich ist der Beschuldigte nicht nach Art. 1 A 
Ziff. 2 FK oder nach Art. 3 AsylG als Flüchtling zu qualifizieren. Selbst wenn der Beschuldigte 
wider Erwarten nach seiner Rückkehr zum eritreischen Nationaldienst aufgeboten würde, 
bestünde darin gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts keine Verlet-
zung der Menschenrechtskonvention (bspw. von Art. 4 EMRK), weswegen dem Beschuldig-
ten eine Rückkehr auch unter diesem Aspekt völkerrechtlich zumutbar wäre. Dass das EJPD 

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bzw.