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**Case Identifier:** 712ef31d-e39b-5a05-a816-55c3ab824a35
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.02.2021 200 2020 832
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-832_2021-02-01.pdf

## Full Text

200 20 832 IV
SCI/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Februar 2021

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2021, IV/20/832, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
als … in der ... tätig und meldete sich erstmals im Februar 2008 bei der IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen an 
wegen Burnout und Depression (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 1, 
6, 10, 11). Die IVB veranlasste eine Untersuchung durch eine Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie des Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; 
Untersuchungsbericht vom 7. Januar 2010 [act. II 45]). Nach einer erfolg-
reichen Umschulung zum ... (act. II 55, 70, 74, 77) trat der Versicherte eine 
Festanstellung an (act. II 76). Die IVB beendete in der Folge mit der Fest-
stellung, der Beschwerdeführer sei rentenausschliessend eingegliedert, die 
beruflichen Massnahmen und schloss das Verfahren ab (act. II 81).

Am 13. März 2019 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB zum 
Bezug von Leistungen an (act. II 82). Die IVB gewährte Integrationsmass-
nahmen (act. II 111, 113, 115, 116, 118, 121, 136) und veranlasste eine 
psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. B.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie (act. II 162.1). Nach durchgeführtem Vor-
bescheidverfahren (act. II 163, 166) lehnte die IVB mit Verfügung vom 
6. Oktober 2020 das Leistungsbegehren mangels Gesundheitsschaden mit 
invalidisierender Wirkung ab (act. II 167).

B.

Am 5. November 2020 erhob der Versicherte beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde. Er beantragte sinngemäss, die angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben. Die Sache sei an die Verwaltung zurückzuwei-
sen zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts; danach habe die Ver-
waltung über den Rentenanspruch neu zu verfügen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2020 beantragte die IVB die 
Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2021, IV/20/832, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
6. Oktober 2020 (act. II 167). Streitig ist einzig der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf eine Rente. Umstritten ist insbesondere, ob der medi-
zinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2021, IV/20/832, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

2.1.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-

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lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder 
ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen 
fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein 
Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine 
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Er-
lass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren 
hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch 
zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine ren-
tenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, 
und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche mate-
rielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 
2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 

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Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.3.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Nach Umschulung und rentenausschliessender Eingliederung (der 
Beschwerdeführer trat eine Festanstellung im umgeschulten Bereich an) 
war das Dossier mit Verfügung vom 24. Mai 2013 geschlossen worden 
(act. II 81). Am 13. März 2019 meldete sich der Beschwerdeführer erneut 
bei der Beschwerdegegnerin an (act. II 82). Auf die Neuanmeldung ist die 
Beschwerdegegnerin eingetreten, weshalb das Eintreten praxisgemäss 
nicht zu überprüfen ist (vgl. BGE 109 V 108 E. 2b S. 114), und hat nach 
Abklärungen mit Verfügung vom 6. Oktober 2020 (act. II 167) einen Ren-
tenanspruch abgelehnt. Mit der psychischen Dekompensation (act. II 82/4, 
85, 101.2) ist im September 2018 eine gesundheitliche Änderung eingetre-

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ten. Mit Blick auf die bereits nach der rund sechswöchigen stationären Be-
handlung und damit vor Ablauf von drei Monaten (vgl. dazu Art. 88a Abs. 2 
IVV) eingetretene Remission (vgl. E. 3.2.1 und 3.2.6 nachfolgend) stellt die 
psychische Dekompensation grundsätzlich keine revisionsrechtlich relevan-
te Veränderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar und die Beschwerde 
ist deshalb bereits von daher ohne umfassende Neuprüfung abzuweisen 
(vgl. E. 2.3.2 vorstehend und E. 3.4 nachfolgend). Selbst wenn jedoch eine 
allseitig freie Prüfung ohne Bindung erfolgen würde (vgl. E. 2.3.3 vorste-
hend), würde sich am Ergebnis nichts ändern.

3.2 Aus medizinischer Sicht ist den Akten im Wesentlichen das Folgen-
de zu entnehmen:

3.2.1 Im Austrittsbericht vom 19. November 2018 – nach einem statio-
nären Aufenthalt vom 11. September bis 25. Oktober 2018 – diagnostizier-
ten die Ärzte der Klinik C.________ eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Störung (ICD-
10 F33.2), und Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbe-
wältigung (ICD-10 Z73; act. II 85/2). In der psychiatrischen Anamnese wur-
de festgehalten, der Erstkontakt habe 2006 mit einer Erschöpfungsdepres-
sion stattgefunden und zwei Jahre später sei eine erneute Erschöpfungs-
depression mit Aufenthalt in der Klinik D.________ erfolgt. Aktuell bestehe 
erneut eine depressive Episode. Bei Eintritt habe der Patient auf der Hamil-
ton-Depressions-Skala den Wert 17 von 22 Punkten aufgewiesen. Bei Aus-
tritt sei die Punktzahl noch bei sechs gewesen. Der Selbstbeurteilungsfra-
gebogen zur Depression, das Beck-Depressionsinventar, habe beim Pati-
enten einen Punktwert von 19 ergeben, was eine Depression reflektiere, 
bei Austritt seien es noch neun Punkte gewesen. In beiden Skalen habe 
sich eine deutliche Verbesserung des depressiven Affekts gezeigt mit einer 
bei Austritt bestehenden Remission (act. II 85/5). Um eine weitere nachhal-
tige Stabilisierung der Remission zu erwirken, habe der Patient mindestens 
sechs Monate die aktuelle Medikation in derselben Dosierung weiterzu-
führen. Ebenfalls sei eine intensive Psychotherapie empfehlenswert, mit 
der für die Veränderungen, welche der Beschwerdeführer erreichen konnte, 
eine bessere Nachhaltigkeit und weitere Vertiefung ermöglicht werde. Ein 
Gespräch mit dem Arbeitgeber sei erfolgt. Nach Erreichen der Stabilisie-

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rungsphase sei ein stufenweiser Einstieg beginnend bei 40 % zu empfeh-
len (act. II 85/6).

3.2.2 Im Bericht vom 17. Dezember 2018 diagnostizierten med. prakt. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und 
MSc  F.________, Psychologe, eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode, und Probleme mit Bezug auf Schwie-
rigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73). Bis zum 22. November 
2018 sei der Patient zu 100 %. Ab dem 23. November 2018 sei er zu 20 % 
und ab dem 7. Dezember 2018 zu 50 % arbeitsfähig. Konzentrationsfähig-
keit und Antrieb seien gestiegen. Ab Januar 2019 erfolge eine weitere Be-
urteilung der Arbeitsfähigkeit und bei positivem Verlauf sei eine sukzessive 
Erhöhung geplant (act. II 101.2/2). 

3.2.3 Im Bericht vom 20. März 2020 führte Dr. med. G.________, Fach-
arzt für Innere Medizin, aus, der Patient sei aktuell zu 60 % in einer … tätig, 
dieses Pensum könne er gerade noch bewältigen, allerdings nehme der 
Betrieb auf seine Bedürfnisse Rücksicht. Eine Steigerung dieser Tätigkeit 
sei aus ärztlicher Sicht nicht denkbar (act. II 130/2).

3.2.4 Im psychiatrischen Gutachten vom 18. August 2020 diagnostizierte 
Dr. med. B.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie-
rende depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F33.4), und akzentuier-
te leistungsorientierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Der Gutachter 
hielt in der Beurteilung fest, der Explorand habe seit 2006 dreimalig de-
pressive Dekompensationen erlitten, wobei jeweils eine berufliche Überlas-
tung als massgeblich für diese Zustände festgestellt worden sei. Während 
den Therapiemassnahmen, die primär stationär erfolgt seien, habe sich der 
Zustand jeweils rasch gebessert. Eine erneute Dekompensation werde im 
Herbst 2018 dokumentiert, wobei sich nur eine langsame Besserung erge-
ben habe, schliesslich mit Durchführung von beruflichen Massnahmen im 
Sinne eines Arbeitstrainings, was der Explorand dann nicht über 60 % habe 
steigern wollen. Er habe nun eine Festanstellung im gleichen Betrieb ge-
funden, wo er die Arbeitsmassnahme durchgeführt habe, und fühle sich bei 
diesem Pensum wohl und nicht mehr eingeschränkt. Der Explorand habe 
gemäss seinen Angaben bis August 2019 in einer ambulanten psychiatri-
schen Behandlung gestanden, die er dann abgeschlossen habe. In der 

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Folge habe er, im Rahmen von Eheproblemen und Trennungsabsichten 
der Ehefrau noch einige Paargespräche bei einem Psychiater wahrge-
nommen, dabei sei es nicht um seine im Vorfeld erlittene depressive 
Störung gegangen (act. II 162.1/7). Der Explorand sei zwischen September 
2018 und Oktober 2018 in der Klinik C.________ hospitalisiert gewesen 
wegen einer schweren depressiven Episode und Problemen bei der Le-
bensbewältigung. Er habe die Klinik in remittierten Zustand verlassen kön-
nen. Zurzeit zeigten sich keine Hinweise auf eine depressive Symptomatik. 
Subjektiv fühle sich der Explorand ebenfalls nicht mehr depressiv. Er sei in 
der Lage, sich zu aktivieren und den Tag zu strukturieren. Es sei deshalb 
von einer Remission der depressiven Störung auszugehen (act. II 162.1/8). 
Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung lägen nicht vor, die Persönlich-
keitszüge seien nicht derart pathologisch, als dass der Explorand dadurch 
im zwischenmenschlichen Bereich wesentliche Schwierigkeiten gehabt 
oder darunter selbst gelitten hätte. In den Unterlagen würden auch keine 
Hinweise auf derart auffallende Züge gemacht. In diesem Sinn könne allen-
falls eine akzentuierte Persönlichkeit mit leistungsorientierten Zügen ange-
nommen werden, ohne Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung (act. II 
162.1/8). Der Explorand aktiviere sich tagsüber, wobei er mittags eine Pau-
se einlege, doch zeigten sich keine Hinweise auf übermässige Ermüdungs-
zeichen. Der Explorand sei allerdings der Meinung, dass er nicht eine volle 
Leistung erbringen könne, aus Angst davor, wieder in eine Überlastung zu 
geraten. Es handle sich demnach eher um eine subjektive Einschätzung, 
wobei die hintergründigen Ängste durchaus nachvollziehbar seien (act. II 
162.1/9). Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielt der Gutachter 
fest, es sei schwierig, eine bisherige Tätigkeit zu definieren, da der Explo-
rand in der Vergangenheit verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen sei. 
Ungünstig seien Tätigkeiten, in denen der Explorand Verantwortung über-
nehmen müsse, komplexe Tätigkeiten planen oder Projekte erstellen müs-
se, die Arbeitszeiten nicht klar umrissen seien und der Explorand zu wenig 
Rückzugsmöglichkeiten habe (act. II 162.1/10). Zur Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte der Gutachter aus, bei Tätig-
keiten, die klar umrissen seien, auch die zeitlichen Vorgaben eingehalten 
werden könnten, wo der Explorand keine Alleinverantwortung übernehmen 
müsse, nicht planerisch und projektbezogen tätig sein müsse, weise er eine 
volle Arbeitsfähigkeit auf. Aufgrund des remittierten Zustandes bestehe 

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diesbezüglich keine Einschränkung mehr. Es sei unklar, seit wann wieder 
eine volle Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten bestehe, weswegen 
mindestens das heutige Untersuchungsdatum anzunehmen sei (act. II 
162.1/10).

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 Das psychiatrische Gutachten des Dr. med. B.________ vom 18. 
August 2020 (act. 162.1) erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert ei-
nes medizinischen Gutachtens. Die darin enthaltenen Ausführungen und 
Feststellungen sind in Kenntnis der Vorakten getroffen worden (act. II 
162.1/2), beruhen auf einer eingehenden fachärztlichen Abklärung (act. II 
162.1/6 ff.) und erfolgten unter Berücksichtigung der geklagten Beschwer-
den (act. II 162.1/3 ff.). Basierend darauf hat der Experte die medizinischen 
Befunde sowie die zu stellenden Diagnosen (act. II 162.1/6 ff.) nachvoll-

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ziehbar und einleuchtend dargestellt. Das Gutachten steht diesbezüglich 
mit den weiteren Akten in Übereinstimmung. Es liegen keine Indizien vor, 
die gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 
1.3.4 S. 227). Es ist dem psychiatrischen Gutachten somit volle Beweiskraft 
zuzuerkennen (BGE 125 V 351 E. 3b bb, S. 353). Der Experte hat über-
zeugend bestätigt, dass ein Zustand nach Depression besteht, wobei die 
noch bei Eintritt in die stationäre Behandlung bestehende depressive Sym-
ptomatik, welche im Bericht der Klinik C.________ vom 19. November 
2018 einer Erschöpfungsdepression zugeschrieben worden ist, bereits im 
Verlauf der dortigen Behandlung in eine Remission übergegangen ist. 
Nachvollziehbar hat der Experte schliesslich darauf hingewiesen, dass es 
die subjektive Überzeugung des Beschwerdeführers ist, nicht eine volle 
Leistung erbringen zu können (act. II 162.1/6), aus Angst wieder in eine 
Überlastung zu geraten (act. II 162.1/9). Dieses subjektiv empfundene Leis-
tungsvermögen ist, wie vom Experten selbst bereits festgehalten, invali-
denversicherungsrechtlich unbeachtlich. Mit der Remission der psychi-
schen Dekompensation war bereits im Verlauf der stationären Behandlung 
und vor der Neuanmeldung wiederum derjenige Gesundheitszustand ein-
getreten, wie er sich anlässlich des früheren Fallabschlusses präsentiert 
hatte und wie er bis zur Dekompensation Bestand hatte. 

Der Experte hat festgehalten, es sei schwierig eine bisherige Tätigkeit zu 
definieren. Insoweit er seine Ausführungen zur Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit auf dieser Unsicherheit aufgebaut hat, kann ihm jedoch nicht ge-
folgt werden. Die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers war die-
jenige des … in der .... Eine anspruchsvolle und belastende Tätigkeit. Nach 
den ersten Dekompensationen war die Beschwerdegegnerin zum Schluss 
gelangt, dass diese Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei und der Beschwerde-
führer wurde zum ... umgeschult. Eine Tätigkeit die zweifellos ebenfalls 
geistig anspruchsvoll ist. Anders jedoch als die ursprüngliche Tätigkeit mit 
der Verantwortung für eine grössere Zahl von Mitarbeitenden und das wirt-
schaftliche Gedeihen eines Unternehmens unter schwierigen Rahmenbe-
dingungen im …- und …bereich ist die vom Beschwerdeführer inzwischen 
ausgeübte Tätigkeit als ... ungleich weniger belastend und komplex. Der 
Beschwerdeführer war denn auch während Jahren in der umgeschulten 
Tätigkeit erfolgreich erwerbstätig. Insoweit kann dem Gutachter gefolgt 

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werden, wenn er für komplexe und anspruchsvolle Tätigkeiten Vorbehalte 
anbringt. Die Tätigkeit, in welche der Beschwerdeführer umgeschult wurde, 
fällt jedoch nicht hierunter und der Gutachter hat denn auch keine Gründe 
erwähnt, welche darlegten, dass der Beschwerdeführer bei Aufnahme der 
angestammten Tätigkeit als ... (act. II 86/2) bzw. als … (act. II 105/3) ge-
zwungenermassen sofort wieder dekompensieren würde. Vielmehr ist er-
stellt, dass der Beschwerdeführer seine (umgeschulte) Tätigkeit vor der 
Dekompensation während Jahren (von April 2013 bis Ende September 
2018; act. II 105/2) ohne Beanstandungen und ohne depressive Beschwer-
den ausführen konnte. Es ist nicht ersichtlich, weshalb dies nach der Re-
mission der depressiven Episode nicht wieder möglich sein sollte und wes-
halb sich diese Tätigkeit nicht innerhalb des vom Gutachter attestierten 
Profils für eine vollschichtige Tätigkeit bewegen sollte. Sollte der Be-
schwerdeführer subjektiv befürchten, er würde sich überfordern und in der 
Folge wieder depressive Symptome aufweisen, wäre es ihm allenfalls zu-
mutbar, eine stabilisierende psychiatrisch/psychotherapeutische Begleitung 
in Anspruch zu nehmen. Dass er zurzeit keine therapeutische Unterstüt-
zung sucht, bedeutet nicht, dass ein Einstieg in die angestammte Tätigkeit 
nicht möglich wäre. Im Gegenteil: Der Beschwerdeführer hat seit August 
2019 keine konsequenten Therapiemassnahmen mehr durchgeführt (vgl. 
act. II 162.1/9 Ziff. 7.2). Er ist vielseitig interessiert und aktiv (act. II 162.1/9 
Ziff. 7.1). Mit Blick auf diese zumindest für den privaten Bereich tatsächlich 
genutzten Ressourcen besteht keine Grundlage, von einer fehlenden Ver-
wertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

3.5 Als Zwischenfazit ist deshalb festzuhalten, dass laut schlüssigem 
Gutachten die bereits anlässlich der vormaligen Leistungsbeurteilung fest-
gestellte rezidivierende Depression remittiert ist und akzentuierte leistungs-
orientierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) bestehen, wobei die als Z-
codierte Diagnose keine rechtserhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung 
darstellt (vgl. Entscheid des BGer vom 28. Juni 2012, 8C_537/2011, E. 3.1, 
3.3). Mithin hat die Beschwerdegegnerin zu Recht festgestellt, dass 
grundsätzlich keine Invalidität besteht (vgl. auch Beschwerdeantwort, S. 2 
Ziff. 5). Nachdem sich der Beschwerdeführer im März 2019 neu angemel-
det hatte, hätte frühestens ab September 2019 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) 
eine Rente entstehen können. Mit der bereits im Verlauf der stationären 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2021, IV/20/832, Seite 13

Behandlung und damit spätestens Ende 2018 remittierten Depression bes-
serte sich der Gesundheitszustand bereits vor der Neuanmeldung und war 
der Vorzustand erreicht. Im August 2019 wurde schliesslich auch die stabi-
lisierende Therapie abgeschlossen. Es ist kein (auch nicht befristeter) An-
spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung entstanden und die Be-
schwerdegegnerin hat zu Recht weitergehende Leistungen verneint. Selbst 
wenn die Sachlage ergänzend anhand des strukturierten Beweisverfahrens 
nach BGE 141 V 281 geprüft würde, änderte sich – wie nachfolgend aufge-
zeigt – nichts am Ergebnis, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als 
..., in die er umgeschult worden war, zumutbar ist.

3.6

3.6.1 Dr. med. B.________ hat die klassifikatorischen Eingaben hinsicht-
lich der gestellten Diagnosen im psychiatrischen Gutachten eingehalten 
(act.  II 162.1/7 f.). Die Befunde waren unauffällig (act. II 162.1/7); der Be-
schwerdeführer gab an, sich nicht mehr deprimiert und hoffnungslos zu 
fühlen wie in der Vergangenheit (act. II 162.1/4). Es liegen keine Hinweise 
auf Aggravation vor. 

3.6.2 Auf der zweiten Ebene beim Komplex der Kategorie „funktioneller 
Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.), mit Bezug auf den Kom-
plex „Gesundheitsschädigung“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.), ergibt 
sich beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und 
Symptome (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.), dass keine Hinweise auf 
eine depressive Symptomatik (mehr) vorliegen und sich auch der Be-
schwerdeführer subjektiv nicht mehr depressiv fühlt (act. II 162.1/8); die 
Befunde sind laut Gutachten unauffällig und somit nicht (mehr) ausgeprägt. 
Sodann ist bezüglich des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) festzuhalten, dass der Beschwerde-
führer seit August 2019 keiner psychiatrisch/psychotherapeutischen Thera-
pie mehr folgt, sondern allenfalls bei Bedarf den Hausarzt konsultiert (act. II 
162.1/9) und einzig einige Tropfen einer selbst hergestellten Johannistink-
tur einnimmt (act. II 162.1/3). Laut Gutachten hätte er erst bei einer Ver-
schlechterung der psychischen Situation wieder Therapiemassnahmen 
aufzunehmen. Im Zeitpunkt des Austritts aus der stationären Therapie wa-
ren diese einzig zur Stabilisierung notwendig und im Zeitpunkt der Begut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2021, IV/20/832, Seite 14

achtung waren solche Massnahmen auch hierfür nicht mehr nötig. Mithin 
kann bezüglich der Depression von einem Behandlungserfolg ausgegan-
gen werden. Es ist keine Eingliederungsresistenz erstellt, denn der Be-
schwerdeführer übt eine Arbeit aus, auch wenn dies nicht in seiner umge-
schulten Tätigkeit sowie aus subjektiven Gründen in einem reduzierten 
Pensum von 60 % erfolgt (act. II 162.1/6). Zum Indikator Komorbidität 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) ist festzuhalten, dass sich die akzen-
tuierten leistungsorientierten Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) nicht in-
validisierend im Rechtsinne auswirken und damit keine Komorbidität zu 
begründen vermögen. Betreffend den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 
V 281 E. 4.3.2 S. 302) ist festzustellen, dass keine Persönlichkeitsstörung 
vorliegt (act. II 162.1/8). Zum Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3.3 S. 303) ist festzuhalten, dass ein gutes soziales Umfeld besteht; 
der Beschwerdeführer kann sich gut behaupten und pflegt Kontakte zu Drit-
ten und zu den erwachsenen Kindern (act. II 162.1/9).

3.6.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“, worun-
ter die verhaltensbezogenen Kategorien fallen (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303).

Bezüglich des Indikators der gleichmässigen Einschränkung des Akti-
vitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 
E. 4.4.1 S. 303 f.) ist festzustellen, dass der soziale Kontext nicht unter der 
Gesundheit des Beschwerdeführers leidet; er pflegt Kontakte zu Dritten, die 
Gruppenfähigkeit ist nicht eingeschränkt und es bestehen Beziehungen zu 
den erwachsenen Kindern (act. II 162.1/4). Der Beschwerdeführer ist in 
seiner Freizeit aktiv und unternimmt verschiedenste Aktivitäten (act. II 
162.1/4). Bezüglich der Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen 
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) hat der Beschwerdeführer seit August 
2019 keine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mehr in An-
spruch genommen, weshalb nicht von einem Leidensdruck auszugehen ist.

3.6.4 Nach Würdigung der Aktenlage im Lichte der Grundsätze zum 
strukturierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 ist gestützt auf die 
Indikatoren festzustellen, dass in psychischer Hinsicht kein invalidisieren-
der Gesundheitsschaden bzw. keine Invalidität im Rechtssinne vorliegt.

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Z-Diagnosen%2C+Invalidit%E4t&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-281%3Ade&number_of_ranks=0#page281

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2021, IV/20/832, Seite 15

3.7 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin das Leistungs-
begehren zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde gegen die Verfügung der 
IVB vom 6. Oktober 2020 (act. II 167) ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG 
[Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2021, IV/20/832, Seite 16

- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.