# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29cd547b-9b0e-5a00-8438-c958447797e8
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-01-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.01.2013 RH.2012.18
**Docket/Reference:** RH.2012.18
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RH-2012-18_2013-01-14

## Full Text

Auslieferung an Rumänien. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).;;Auslieferung an Rumänien. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).;;Auslieferung an Rumänien. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).;;Auslieferung an Rumänien. Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG).

Entscheid vom 14. Januar 2013  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

   
 

Parteien 

  

A., zur Zeit in Auslieferungshaft im Kanton Graubün-

den, vertreten durch Rechtsanwalt Guido Ranzi,  

 

Beschwerdeführer 1 

 

B., zur Zeit in Auslieferungshaft im Kanton Graubün-

den, vertreten durch Rechtsanwalt Guido Ranzi,  

 

Beschwerdeführerin 2 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS-

LIEFERUNG, 

 

          Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Auslieferung an Rumänien 

Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG) 

Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG) 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2012.18-19 + RP.2012.82-85 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Ausschreibungen im Schengener Informationssystem (SIS) vom 

8. Dezember 2012 ersuchten die rumänischen Behörden um Verhaftung 

und Auslieferung der Ehegatten A. und B. Die Ausschreibungen erfolgten 

gestützt auf die Haftbefehle vom 7. Dezember 2012 des Appellationsge-

richts in Oradea. Den Ehegatten wird vorgeworfen, die Mutter von B., Frau 

C., am 3. Dezember 2012 ermordet zu haben (act. 6.2).  

 

 

B. Mit Haftanordnungen vom 7. Dezember 2012 ordnete das Bundesamt für 

Justiz (BJ) die provisorische Auslieferungshaft gegen A. und B. an (act. 

6.3). Anlässlich der Einvernahmen vom 8. Dezember 2012 erklärten A. und 

B., mit einer vereinfachten Auslieferung nicht einverstanden zu sein (act. 

6.4). Das BJ verfügte am 10. Dezember 2012 die Auslieferungshaft gegen 

A. und B. (act. 6.6). Der Auslieferungshaftbefehl wurde A. und B. am 

12. Dezember 2012 eröffnet (act. 6.6). Mit Schreiben vom 

13. Dezember 2012 ersuchte das rumänische Justizministerium das BJ um 

Fristerstreckung für die Zustellung der formellen Auslieferungsersuchen 

(act. 6.7). Noch am selben Tag genehmigte das BJ das Gesuch um Frist-

erstreckung und verlängerte die Frist bis 15. Januar 2013 (act. 6.8).  

 

 

C. Mit Beschwerden vom 23. Dezember 2012 gelangen A. und B., beide ver-

treten durch Rechtsanwalt Guido Ranzi, an die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts und beantragen (act. 1): 

 

"1. Die beiden angefochtenen Auslieferungshaftbefehle (act. 1 und act. 2) vom 

10./12. Dezember 2012 des Bundesamts für Justiz seien aufzuheben. 

 

2. Die Beschwerdeführer seien auf freien Fuss zu setzen. 

 

3. Eventualiter seien anstelle der Auslieferungshaft geeignete Ersatzmassnah-

men zu verfügen (Reisesperre, Meldepflicht, Kaution, Schriftensperre etc.).  

 

Vorsorgliche Massnahmen 1: 

4. Die Freilassung gemäss vorstehend Ziffer 2 (sowie die allfälligen Ersatzmass-

nahmen) seien im Sinne von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich zu er-

lassen. 

 

Vorsorgliche – superprovisorisch zu verfügende – Massnahmen 2: 

- 3 - 

 

 

5. Eventualiter für den Fall, dass keine sofortige Freilassung erfolgt sei den Be-

schwerdeführern die in act. 5 und nachstehenden Ziffer II. 9 a-f geforderten 

Hafterleichterungen zu gewähren im Sinne von vorsorglichen Massnahmen 

unverzüglich und superprovisorische ohne Anhörung der Vorinstanz zu erlas-

sen. 

 

6. Es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als amtliche Verteidigung der Be-

schwerdeführer einzusetzen und den Beschwerdeführern die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren. 

 

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % MWSt) zulasten der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft." 

 

 

D. Mit Verfügung vom 27. Dezember 2012 entschied der Referent der Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts über das Gesuch um vorsorgli-

che bzw. superprovisorische Massnahmen. Er verfügte, dass über die vor-

sorglichen Massnahme im Rahmen des Endentscheids entschieden wird, 

auf den Antrag auf superprovisorische Massnahmen nicht eingetreten wird 

und die Kosten der Verfügung bei der Hauptsache bleiben (act. 3). 

 

 

E. Das BJ beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 31. Dezember 2012 

die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge (act. 6). Innert verlänger-

ter Frist halten die Beschwerdeführer mit Beschwerdereplik vom 11. Janu-

ar 2013 an ihren Anträgen 1-3 und 5-6 fest (act. 7), worüber das BJ mit 

Schreiben vom 14. Januar 2013 in Kenntnis gesetzt wurde (act. 8).  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Für den Auslieferungsverkehr und die vorläufige Auslieferungshaft zwi-

schen der Schweiz und Rumänien sind primär das Europäische Ausliefe-

rungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1), das 

zu diesem Übereinkommen am 15. Oktober 1975 ergangene erste Zusatz-

protokoll (1. ZP; SR 0.353.11) sowie das am 17. März 1978 ergangene 

zweite Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.353.12) massgebend. 

 

Wo Übereinkommen und Zusatzprotokolle nichts anderes bestimmen, fin-

det auf das Verfahren der Auslieferung und der vorläufigen Auslieferungs-

haft ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 

- 4 - 

 

 

EAUe), vorliegend also das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über inter-

nationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung 

vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen 

(IRSV; SR 351.11; Art. 1 Abs. 1 lit. a IRSG). Das innerstaatliche Recht ge-

langt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn die-

ses geringere Anforderungen an die Auslieferung stellt (BGE 137 IV 33 

E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1; 129 II 462 E. 1.1 S. 464). Vorbehalten bleibt die 

Wahrung der Menschenrechte (vgl. BGE 135 IV 212 E. 2.3 S. 215; 123 II 

595 E. 7c S. 616 ff.; je m.w.H.). 

 

 

2.  

2.1 Gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ kann der Verfolgte innert zehn 

Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 48 Abs. 2 IRSG i.V.m. 

Art. 47 IRSG; Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements für das Bundes-

strafgericht vom 31. August 2010 [BStGerOR; SR 173.713.161] i.V.m 

Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Or-

ganisation der Strafbehörden des Bundes [StBOG; SR 173.71]). Für das 

Beschwerdeverfahren gelten die Art. 379 – 397 StPO sinngemäss 

(Art. 48 Abs. 2 IRSG). Die vorliegend angefochtenen Auslieferungshaftbe-

fehle wurden den Beschwerdeführern am 12. Dezember 2012 schriftlich 

eröffnet. Ihre mit 23. Dezember 2012 datierten Beschwerden (Postaufgabe 

23. Dezember 2012) erweisen sich als fristgerecht. Die übrigen Eintretens-

voraussetzungen geben keinen Anlass zu weiteren Bemerkungen. Auf die 

Beschwerden ist demnach einzutreten. 

 

2.2 Die Beschwerdekammer ist bei ihrem Entscheid weder an die Anträge noch 

an die Begründungen der Parteien gebunden (Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie 

prüft die Auslieferungshaftvoraussetzungen mit freier Kognition, befasst 

sich jedoch nur mit Tat- und Rechtsfragen, die Streitgegenstand der Be-

schwerde bilden (vgl. BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 E. 1.4 sowie zuletzt 

u. a. der Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2012.17 vom 28. Dezem-

ber 2012; m.w.H.). 

 

 

3. Die Verhaftung des Beschuldigten während des ganzen Auslieferungsver-

fahrens bildet die Regel (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2 

S. 309). Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftent-

lassung rechtfertigen sich nur ausnahmsweise, wenn der Beschuldigte sich 

voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafuntersuchung 

nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den sogenannten Alibi-

http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-595
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-595

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beweis erbringt und ohne Verzug nachweisen kann, dass er zur Zeit der 

Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht hafterste-

hungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine weniger ein-

schneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn 

sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 

IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (BGE 130 II 306 E. 2.1; 

117 IV 359 E. 2a S. 361; vgl. zum Ganzen zuletzt u. a. die Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RH.2012.11 vom 3. Oktober 2012, E. 2.1; RH.2012.10 

vom 7. September 2012, E. 4). Offensichtlich unzulässig kann ein Ausliefe-

rungsersuchen sein, wenn ohne jeden Zweifel und ohne weitere Abklärun-

gen ein Ausschlussgrund vorliegt (vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a). Im Übrigen 

sind Vorbringen gegen die Auslieferung als solche oder gegen die Begrün-

detheit des Auslieferungsbegehrens nicht im vorliegenden Beschwerdever-

fahren, sondern im eigentlichen Auslieferungsverfahren zu prüfen (vgl. 

LAURENT MOREILLON / MICHEL DUPUIS / MIRIAM MAZOV, La pratique judiciaire 

du Tribunal pénal fédéral, in Journal des Tribunaux 2009 IV 111 Nr. 190 

und 2008 IV 66 Nr. 322 je m.w.H. auf die Rechtsprechung). Diese Rege-

lung soll es der Schweiz ermöglichen, ihren staatsvertraglichen Ausliefe-

rungspflichten nachzukommen. Die ausnahmsweise zu gewährende Haft-

entlassung ist deshalb an strengere Voraussetzungen gebunden als der 

Verzicht auf die gewöhnliche Untersuchungshaft in einem Strafverfahren 

oder die Entlassung aus einer solchen (vgl. BGE 130 II 306 E. 2.2 und 2.3; 

111 IV 108 E. 2).  

 

4.  

4.1 Gegen die Anordnung der Auslieferungshaft bringen die Beschwerdeführer 

sinngemäss vor, dass die rumänischen Haftbefehle begrenzt gültig und 10 

Tage nach erfolgter Festnahme - folglich am 17. Dezember 2012 - abgelau-

fen seien (act. 1, S. 13, Ziff. 10).  

 

4.2 Soweit die Beschwerdeführer die Gültigkeit der nach rumänischem Straf-

prozessrecht ergangenen Haftbefehle bestreiten, ist ihnen entgegen zu hal-

ten, dass die Gültigkeit von ausländischen Verfahrensentscheiden nur aus-

nahmsweise, wenn besonders schwere Verletzungen des ausländischen 

Rechts vorliegen, überprüft wird. Dies ist der Fall, wenn das Rechtshilfeer-

suchen rechtsmissbräuchlich erscheint und Zweifel aufkommen, ob die 

grundsätzlichen Verteidigungsrechte im ausländischen Verfahren gewahrt 

werden bzw. gewahrt worden sind (Urteil des Bundesgerichtes 1A.15/2002 

vom 5. März 2002, E. 3.2; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2008.257 

vom 4. Dezember 2008, E. 3.2). Was die Beschwerdeführer im Einzelnen 

in diesem Zusammenhang vorbringen, rechtfertigt eine nur ausnahmsweise 

- 6 - 

 

 

vorzunehmende Überprüfung der ausländischen Entscheide nach auslän-

dischem Recht nicht.  

 

4.3 Weiter bringen die Beschwerdeführer mit Hinweis auf Art. 50 Abs. 1 IRSG 

vor, dass am 25. Dezember 2012 zu prüfen sei, ob das rumänische Auslie-

ferungsersuchen eingetroffen sei. Sollte das Auslieferungsersuchen nicht 

bis 25. Dezember 2012 eintreffen, so sei ihre Freilassung zu verfügen 

(act. 1, S. 14, Ziff. 11).  

 

Die vorläufige Auslieferungshaft kann aufgehoben werden, wenn das Aus-

lieferungsersuchen und die in Art. 12 EAUe erwähnten Unterlagen dem er-

suchten Staat nicht innerhalb von 18 Tagen nach der Verhaftung vorliegen; 

sie darf in keinem Falle 40 Tage vom Zeitpunkt der Verhaftung an über-

schreiten (Art. 16 Ziff. 4 EAUe; vgl. auch Art. 50 Abs. 1 IRSG). Mit Geneh-

migung vom 13. Dezember 2012 hat das BJ die Frist zur Einreichung des 

Auslieferungsersuchens bis 15. Januar 2013 verlängert. Folglich kommt ei-

ne Aufhebung der Auslieferungshaft aus formellen Gründen gestützt auf 

Art. 16 Ziff. 4 EAUe zur Zeit nicht in Betracht. 

  

4.4 Die Beschwerdeführer bestreiten sodann die ihnen vorgeworfene Tat be-

gangen zu haben. In umfangreichen Ausführungen stellen sie den Sach-

verhalt so dar, wie er sich ihnen zufolge abgespielt haben soll (act. 1, S. 9, 

Ziff. 6 ff., act. 7, S. 5, Ziff. 2).  

 

Diese Bestreitung des Sachverhalts vermag keinen Haftentlassungsgrund 

zu begründen (s. supra Ziff. 3). Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbe-

fehls und eine Haftentlassung rechtfertigen sich in diesem Zusammenhang 

lediglich dann, wenn der Verfolgte den so genannten Alibibeweis erbringt. 

Einen solchen haben die Beschwerdeführer nicht erbracht.  

 

 

5. Die Beschwerdeführer machen in einem nächsten Punkt geltend, dass kei-

ne Fluchtgefahr aus der Schweiz besteht (act. 1, S. 9). Sinngemäss führen 

sie aus, dass es nicht ihre Absicht gewesen sei, aus Rumänien zu fliehen. 

Sie hätten sich mit ihrem Aufenthalt in der Schweiz lediglich erhofft, sich 

von den gefürchteten Methoden der rumänischen Strafuntersuchung und 

den dortigen Haftbedingungen in Sicherheit zu bringen. Der Umstand, dass 

die Polizei mit ihrem Einverständnis durch das Sozialamt bezüglich ihrer Si-

tuation angefragt worden sei und es im Zuge dieser Anfrage zur Festnah-

me gekommen sei, würde zeigen, dass sie sich nicht auf der Flucht wäh-

nen und gerne in der Schweiz bleiben würden.  

 

- 7 - 

 

 

Die Aufhebung eines Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung 

rechtfertigen sich ausnahmsweise unter anderem dann, wenn der Beschul-

digte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafun-

tersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG). Die Rechtsprechung 

ist hinsichtlich der Verneinung von Fluchtgefahr überaus restriktiv und misst 

der Erfüllung der staatsvertraglichen Auslieferungspflichten im Vergleich zu 

den Interessen des Verfolgten ausserordentliches Gewicht bei (vgl. BGE 

130 II 306 E. 2 S. 309 ff.; Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2012.17 

vom 28. Dezember 2012; m.w.H.). Bei drohenden, hohen Freiheitsstrafen 

ist eine Fluchtgefahr gemäss der Rechtsprechung in der Regel trotz 

Niederlassungsbewilligung und familiären Bindungen in der Schweiz gege-

ben. So wurde beispielsweise die Möglichkeit einer Verurteilung zu einer 

langen Freiheitsstrafe als ausreichend zur Verweigerung der Haftentlas-

sung betrachtet, obwohl der Verfolgte in diesem Fall über eine Niederlas-

sungsbewilligung verfügte, seit 18 Jahren in der Schweiz wohnte, mit einer 

Schweizer Bürgerin verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 3 und 

8 Jahren war, die beide die schweizerische Nationalität besassen und im 

Kanton Tessin eingeschult waren (Urteil des Bundesgerichts 8G.45/2001 

vom 15. August 2001, E. 3a). Wenn überhaupt, wurde die Haftentlassung 

eher bei Verfolgten höheren Alters gewährt, d.h. von 65 Jahren (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8G.66/2000 vom 5. Dezember 2000, E. 9c) und 68 

Jahren (Urteil des Bundesgerichts G.55/1993 vom 22. Oktober 1993; vgl. 

auch Entscheid des Bundesstrafgerichts BH.2005.8 vom 7. April 2005, E. 

2.3).  

 

Den Beschwerdeführern wird in Rumänien ein Tötungsdelikt vorgeworfen 

(s. supra lit. A). Es droht ihnen daher im Falle einer Auslieferung nach Ru-

mänien eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Es bestehen keine Bindungen der 

Beschwerdeführer zur Schweiz. Unter Berücksichtigung der bereits er-

wähnten restriktiven Rechtsprechung ist bei dieser Sachlage die Gefahr, 

dass sich die Beschwerdeführer einer Auslieferung an Rumänien durch 

Flucht entziehen, ohne weiteres zu bejahen, und dieser hohen Fluchtgefahr 

kann auch nicht durch Ersatzmassnahmen begegnet werden.  

 

 

6. Zusammenfassend ergibt sich, dass vorliegend keine Gründe auszuma-

chen sind, welche eine ausnahmsweise Aufhebung der Auslieferungshaft 

als angezeigt erscheinen lassen. Die Beschwerden erweisen sich somit als 

gesamthaft unbegründet und sind daher abzuweisen. Das Gesuch um vor-

sorgliche Massnahmen erweist sich damit als gegenstandslos. Für die su-

perprovisorisch beantragten Massnahmen kann ohne Weiteres auf den 

Entscheid des Referenten der Beschwerdekammer vom 

- 8 - 

 

 

27. Dezember 2012 verwiesen werden (act. 3). Weitere Ausführungen zu 

diesen Anträgen erübrigen sich.  

 

 

7. Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderli-

chen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, 

sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG) und bestellt dieser einen Anwalt, wenn 

dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. 

Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, wenn die Ge-

winnaussichten beträchtlich geringer erscheinen als die Verlustgefahren. 

Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaus-

sichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur we-

nig geringer sind als diese (BGE 138 III 217 E. 2.2.4; 134 I 92 E. 3.2.1; 

129 I 129 E. 2.3.1). 

 

Anhand des oben Ausgeführten erweisen sich die Beschwerden offensicht-

lich als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Die Einwendungen 

der Beschwerdeführer gegen die Aussichtslosigkeit verdeutlichen dies (vgl. 

act. 7, S. 3, Ziff. 4 und S. 6, Ziff. 4). Demzufolge ist das Gesuch der Be-

schwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ab-

zuweisen.  

 

 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Be-

schwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 

lit. b StBOG). Die Gerichtsgebühr ist auf gesamthaft Fr. 1'500.-- fest-

zusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG und 

Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundes-

strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR 173.713.162]) und den 

Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen.  

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.  

 

2. Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege werden abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird den Beschwerdeführern mit solida-

rischer Haftbarkeit auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 15. Januar 2013 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Vorsitzender: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Guido Ranzi 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- 10 - 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 
Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete 
Vor- und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen 
Entscheide über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(vgl. Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid 
gemäss Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so 
sind die betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid 
anfechtbar, soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die 
Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das 
Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).