# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52f07981-f1aa-5fa3-b221-08d19d8c3301
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-10-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 06.10.2004 BK 2004 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2004-41_2004-10-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 06. Oktober 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 04 41

(Auf die gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Be-
schwerde wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 07. September 2005 
(1P.370/2005) nicht eingetreten.)

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer und Rehli 
Aktuar Blöchlinger

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Robert K. Däp-
pen, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. Juni 
2004, mitgeteilt am 30. Juni 2004, in Sachen gegen Z., Beschwerdegegnerin, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, Postfach 545, Gäug-
gelistrasse 16, 7002 Chur, 

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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A. Am Nachmittag des 26. März 2003, um 13.30 Uhr, lenkte Z. ihren 
Personenwagen der Marke Peugeot von C. über die Kantonsstrasse in Richtung 
D.. Unterhalb C. folgte sie einem schwarzen Fahrzeug. Bei der Örtlichkeit E. 
überholte dieser unbekannte Personenwagenlenker auf einem übersichtlichen 
Strassenabschnitt mit einer Gesamtlänge von rund 550 Metern den vor ihm 
fahrenden A.. Beim nachfolgenden Überholmanöver desselben Fahrzeugs 
durch Z. kam es zur Kollision mit dem von X. gelenkten VW Golf. In Bezug auf 
das Unfallgeschehen liegen unterschiedliche Angaben der Beteiligten vor. Z. gibt 
im Wesentlichen an, sie habe, nachdem sie sich vergewissert habe, dass kein 
Gegenverkehr nahte, zum Überholen des Fahrzeugs von A. angesetzt. Kurz 
darauf habe sie aus einer Distanz von rund 60 Metern wahrgenommen, wie X. 
mit seinem VW Golf aus dem bergseitigen Ausstellplatz auf die Kantonsstrasse 
eingebogen sei, um in Richtung C. zu fahren. Obwohl beide Lenker ihre 
Fahrzeuge abgebremst hätten, sei es zur Kollision gekommen. X. gibt 
demgegenüber an, er sei schon zum Zeitpunkt, als der Lenker des schwarzen 
Personenwagens A. überholt habe, vollständig auf der Kantonsstrasse 
gestanden. A. will vor dem Unfall weder das Fahrzeug von Z. noch jenes von X. 
wahrgenommen haben. Seine Ehefrau, B., erklärte, zum Zeitpunkt, als sie am 
Ausstellplatz auf der linken Strassenseite vorbeigefahren seien, habe sich das 
Fahrzeug von X. vollständig in der oberen Hälfte gegen das obere Ende auf dem 
Ausstellplatz befunden. An den Unfallfahrzeugen entstand ein Gesamtschaden 
von rund Fr. 12'500.--; Personen wurden nicht verletzt.

B.1. Nach Durchführung des polizeilichen Ermittlungsverfahrens 
eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 19. Mai 2003 gegen Z. eine 
Strafuntersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 
Abs. 4 SVG sowie Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG. 

2. Mit von der Staatsanwaltschaft genehmigter Verfügung vom 23. 
Juni 2004, mitgeteilt am 30. Juni 2004, stellte der zuständige Untersuchungs-
richter das Verfahren ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, 
dass die genauen zeitlichen Abläufe gestützt auf die sich in den wesentlichen 
Punkten widersprechenden Aussagen der an der Kollision beteiligten Lenker 
bzw. Zeugen sowie die sichergestellten Unfallspuren nicht geklärt werden 
könnten. Es lasse sich nicht zweifelsfrei ermitteln, ob X. mit seinem Fahrzeug 
noch auf dem Ausstellplatz gestanden habe oder sich bereits auf der 
Kantonsstrasse befunden habe, als Z. zu ihrem Überholmanöver angesetzt 
habe. 

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C.1. Gegen diese Einstellungsverfügung liess X. am 26. Juli 2004 
Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts erheben, wobei 
folgende Anträge gestellt wurden: 

1. Es sei die Einstellungsverfügung des Untersuchungsrichteramtes 
Ilanz vom 23. Juni 2004 aufzuheben.

2. Es sei die Strafuntersuchung soweit erforderlich zu ergänzen und es 
sei gegen Z. Anklage zu erheben.

3. Unter gesetzlicher Kostenfolge und Zusprechung einer an-
gemessenen Entschädigung an den Beschwerdeführer.

Zur Begründung brachte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im 
Wesentlichen vor, das Untersuchungsrichteramt Ilanz habe sich nicht mit den 
festgestellten Spuren auseinandergesetzt, sondern sich kritiklos auf den Bericht 
der Kantonspolizei Graubünden abgestützt. Die Aussagen von Z. wie im Übrigen 
auch die Depositionen der Zeugen A. und B. würden durch die festgestellten 
Spuren jedoch in den wesentlichen Punkten widerlegt. Das Fahrzeug von X. sei 
im Gegensatz zu jenem von Z. - wie die Pneuabriebspuren und Endlage der 
Fahrzeuge zeigten - zum Zeitpunkt des Aufpralles still gestanden. Aufgrund der 
im Recht liegenden Akten sei erstellt, dass das Fahrzeug des Beschwerdefüh-
rers bereits auf der bergwärts führenden Fahrbahn gestanden habe, als Z. zu 
ihrem Überholmanöver angesetzt habe. Der Beschwerdeführer habe wider-
spruchsfrei ausgesagt. Die Aussagen von Z. seien hingegen bezüglich ihres 
Überholmanövers im obersten Streckenabschnitt, ihrer Position bei erster Wahr-
nehmung des Beschwerdeführers und Einleitung des Bremsmanövers und ihrer 
angeblichen Geschwindigkeit erwiesenermassen falsch. Aufgrund der Beweis-
lage sei davon auszugehen, dass Z. ca. 80 m vor dem Kollisionsort ausgeschert 
sei. Während dem Ausscheren habe sie das stehende Fahrzeug des Beschwer-
deführers zum ersten Mal gesehen. Sie habe eine Vollbremsung eingeleitet, wo-
bei sie sich - entgegen ihrer Aussage - zu diesem Zeitpunkt noch nicht neben 
dem Fahrzeug des A. und der B. befunden habe. Da sie die Bremsen zu heftig 
betätigt habe, sei ihr Fahrzeug nicht mehr steuerbar gewesen. Der Zeuge A. 
müsse den bereits auf der Fahrbahn stehenden Beschwerdeführer schlicht über-
sehen haben. Die Aussage der Zeugin B. sei nachweislich falsch. Die Einstel-
lungsverfügung sei aber auch deshalb rechtswidrig und unangemessen, weil Z. 
bezüglich gewisser Verkehrsregelverletzungen geständig sei. So habe sie zu-
mindest ihre Geschwindigkeitsübertretung, die sich auch durch die Bremsspuren 
belegen lasse, zugegeben. Weiter habe Z. erklärt, sie sei voll auf die Bremse ge-
treten, und da ihr Auto über kein ABS verfüge, habe sie es nicht mehr lenken 
können. Hätte sie die Bremsen losgelassen, hätte sie problemlos wieder nach 

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rechts hinter das Fahrzeug des A. und der B. einschwenken und damit die Kolli-
sion vermeiden können. 

2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 
11. August 2004 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

3. Z. liess am 29. September 2004 eine Stellungnahme einreichen, in 
welcher keine konkreten Anträge gestellt wurden. 

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und in 
den Rechtsschriften wird - soweit erforderlich - in den nachstehenden 
Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1. Der Entscheid der Beschwerdekammer im Verfahren nach Art. 138 
StPO ist - von hier nicht gegebenen Ausnahmen abgesehen - rein kassatori-
scher Natur. Vermögen die in der angefochtenen Einstellungsverfügung aufge-
führten Gründe die Einstellung des Verfahrens nicht zu rechtfertigen oder sind 
neue Beweismittel ersichtlich, die das Beweisergebnis in entscheidrelevanter 
Weise zu beeinflussen vermöchten, ist die angefochtene Verfügung aufzuheben 
und die Sache zur weiteren Behandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Als-
dann hat die Staatsanwaltschaft erneut in eigener Kompetenz zu entscheiden, 
ob anzuklagen oder mit anderer bzw. neuer Begründung einzustellen ist (vgl. W. 
Padrutt, Kommentar zur StPO des Kantons Graubünden, 2. ergänzte Auflage 
1996, S. 347 mit Hinweisen). Soweit der Beschwerdeführer mehr verlangt als die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung an die Vorin-
stanz (Anweisung zur Anklageerhebung gemäss Ziff. 2 des Rechtsbegehrens) 
ist auf die Beschwerde demnach nicht einzutreten.

2. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nimmt die Spurzeich-
nungen als Ausgangspunkt für umfangreiche Berechnungen, mit denen er dar-
zulegen versucht, dass nur seine Version vom Unfallgeschehen zutreffen könne. 
Er macht geltend, dass Z. demgemäss rund 80 m vor dem Kollisionsort ausge-
schert sein und 68 m davor die Vollbremsung eingeleitet haben müsse. In der 
für die Zurücklegung von 12 m benötigten Zeit von rund 0.5 Sekunden - so der 
Beschwerdeführer - sei es ihm gar nicht möglich gewesen, sein Fahrzeug vom 
Ausstellplatz auf die Kantonsstrasse oberhalb des oberen Endes des Ausstell-

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platzes zu lenken. Diese Berechnungen und damit auch die damit verbundenen 
Aussagen basieren allerdings in verschiedenen Punkten auf reinen Annahmen. 
So wird bei den Circa-Angaben der Beteiligten zu den gefahrenen Geschwindig-
keiten einfach auf den einen oder anderen Wert geschlossen. Weshalb etwa 
beim Lenker A., der angab, er sei mit 70 bis 80 km/h gefahren, einfach vom 
höheren Wert auszugehen ist, ist nicht ersichtlich. Ebenso wenig lässt sich aus 
den Angaben der Beschwerdegegnerin zur Gewissheit gelangen, sie habe das 
Überholmanöver effektiv mit 90 km/h durchgeführt. Auf einer reinen Vermutung 
basiert die Berechnung auch insoweit, als nicht nur der Punkt, wo Z. ihre Voll-
bremsung einleitete, sondern auch der Ort, wo sie zum Überholen ansetzte, auf 
einer Geraden als gedachte Verlängerung der Bremsspur gesetzt wird. Z. 
braucht ihr Überholmanöver keineswegs von Anbeginn völlig gleichmässig, das 
heisst kontinuierlich auf einer geraden Linie fahrend, ausgeführt zu haben. Sol-
ches lässt sich weder aus der anschliessenden Vollbremsung schliessen, noch 
ergibt sich dies aus ihren Aussagen. Eine solche auf Annahmen beruhende Be-
rechnung vermag schon grundsätzlich kaum eine ausreichende Gewissheit für 
einen bestimmten Geschehensablauf zu verschaffen. Hinzu kommt, dass mit der 
ganzen Rechnerei in erster Linie nur belegt werden soll, dass der Beschwerde-
führer tatsächlich schon zum Zeitpunkt, als der erste, unbekannt gebliebene Len-
ker überholte, auf der Oberlandstrasse stand. Gerade diesbezüglich liegen nun 
aber andere Beweise vor, die klar gegen die vom Beschwerdeführer vorge-
brachte Version sprechen. 

a) Der Beschwerdeführer führte anlässlich seiner polizeilichen Einver-
nahme vom 26. März 2003 (act. 3.9) aus, er sei vom Ausstellplatz rund fünf Me-
ter in die Oberlandstrasse gefahren, als er - für ihn unverhofft - gesehen habe, 
dass ein von C. nahender PW-Lenker zum Überholen des von A. gelenkten Fahr-
zeugs angesetzt habe. Er habe bis zum Stillstand abgebremst und dem Überho-
lenden sei es dadurch problemlos gelungen, vor seinem Fahrzeug wieder nach 
rechts einzubiegen. Alsdann habe aber auch noch Z. zum Überholen angesetzt. 
Anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 6. August 2003 
(act. 3.12) hielt X. im Wesentlichen an dieser Schilderung des Geschehens fest. 
Seiner Version stehen die Aussagen der beiden Zeugen B. und A. entgegen. Auf 
die Frage, wo sich das Fahrzeug des Beschwerdeführers befunden habe, als er 
vom ersten, unbekannt gebliebenen Fahrzeuglenker überholt worden sei, er-
klärte A., er habe vor dem Unfall weder das Fahrzeug von X. noch jenes von Z. 
bemerkt (act. 3.14 S. 2). B. erklärte, zum Zeitpunkt, als sie am linksseitigen 
Ausstellplatz vorbeigefahren seien, habe sich das Fahrzeug von X. in der oberen 

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Hälfte gegen das obere Ende auf dem Ausstellplatz befunden. Sie sei sich si-
cher, dass sich das Auto von X. nicht - auch nicht teilweise - auf der Strasse 
befunden habe (act. 3.15 S. 2). Diesen Zeugenaussagen kann nun sicherlich 
nicht weniger Bedeutung beigemessen werden als den Depositionen des Be-
schwerdeführers und seinen auf Annahmen beruhenden Berechnungen. Beide 
Zeugen haben - im Gegensatz zum Beschwerdeführer - kein besonderes Inter-
esse am Ausgang des Verfahrens und ihre Aussagen wirken nicht zuletzt durch 
die Eigenständigkeit der Schilderungen glaubhaft. Auch kann schwerlich davon 
ausgegangen werden, die beiden hätten ihn - wie der Beschwerdeführer be-
hauptet - einfach nur übersehen. Dazu besteht umso weniger Anlass, als A. aus-
drücklich erklärte, er habe während des Überholmanövers nach vorn geschaut 
und könne bestätigen, dass die linke Fahrbahnhälfte frei gewesen sei. Hinzu 
kommt, dass der Beschwerdeführer sein Fahrzeug ja deshalb angehalten haben 
will, weil er bemerkte, dass der erste, unbekannt gebliebene Fahrzeuglenker 
zum Überholen des Fahrzeugs des A. und der B. ansetzte. Grund für das Anhal-
ten war mit anderen Worten die Vermeidung einer gefährlichen Situation. Zumin-
dest in der Konfronteinvernahme mit Z. vom 1. Dezember 2003 (act. 3.16 S. 3) 
erklärte X. denn auch, das Einbiegemanöver des ersten Fahrzeuglenkers vor 
ihm sei "spitz" - also knapp - gewesen. Es ist nun ohne weiteres davon auszu-
gehen, dass dem Ehepaar A. und B. eine solche heikle Situation aufgefallen 
wäre, da sie sich durch diese ja ebenfalls gefährdet fühlen mussten. Ein auf der 
Oberlandstrasse stehendes Fahrzeug darf schon grundsätzlich als auffällig be-
zeichnet werden. Dass sich der Beschwerdeführer bereits vollumfänglich auf der 
Oberlandstrasse befand, als der erste Lenker sein Überholmanöver abgeschlos-
sen hatte, darf insofern mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen 
werden. Dann aber bestehen auch triftige Gründe zur Annahme, dass Z. zum 
Zeitpunkt, als X. auf die Strasse einfuhr, bereits zu ihrem Überholmanöver an-
gesetzt hatte. Z. will nämlich unmittelbar, nachdem der erste Lenker sein Manö-
ver beendet hatte, mit dem Überholvorgang begonnen haben. Bestätigt wird 
durch die Aussagen der beiden Zeugen demnach eindeutig die Version der Be-
schwerdegegnerin und nicht jene des Beschwerdeführers. 

b) Wohl bringt der Beschwerdeführer nun verschiedene Punkte vor, 
die seiner Auffassung nach gegen die Richtigkeit der Aussagen der beiden Zeu-
gen sprechen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er hätte - wäre er 
wirklich noch auf dem Ausstellplatz gestanden - wegen der leichten Rechtskurve 
nicht das Ausscheren und das ganze Überholmanöver des ersten Fahrzeuglen-
kers beobachten können, setzt er aber im Grunde genommen nur seine Aussage 

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an Stelle jener der ihm widersprechenden Zeugen. Zumindest der Abschluss des 
Überholmanövers war vom Abstellplatz - wie sich aus der Fotodokumentation 
ergibt - zu beobachten und dass er das ganze Überholmanöver gesehen hat, ist 
lediglich eine Behauptung, die ihren Ausgangspunkt wiederum auf der Beteue-
rung hat, er sei bereits mit dem ganzen Fahrzeug auf der Oberlandstrasse ge-
standen. Gerade diese Aussage erscheint nicht glaubhaft und es besteht denn 
auch kein Anlass, ihr mehr Glauben beizumessen als etwa den Aussagen von 
Z.. Sein Interesse am Ausgang des Verfahrens ist jedenfalls kaum geringer als 
jenes der Beschwerdegegnerin und ihre Aussagen sind auch keineswegs derart 
widersprüchlich, wie der Beschwerdeführer behauptet. So trifft es nicht zu, dass 
Z. nachweislich eine Falschaussage machte, indem sie erklärte, sie sei dem 
überholenden Fahrzeug im Abstand von 20 bis 30 Metern gefolgt. Diese Distan-
zangabe bezog sich - wie sich aus dem Gesamtzusammenhang ergibt - auf das 
Fahrzeug des Ehepaars A. und B. und nicht auf das Fahrzeug des unbekannt 
gebliebenen Lenkers. Auch die aus den Bremsspuren abgeleitete Behauptung 
des Beschwerdeführers, das Fahrzeug des A. und der B. müsse sich bei Ertönen 
des Bremslärms und damit zum Zeitpunkt, als Z. sein Fahrzeug schon bemerkt 
habe, noch oberhalb des Ausstellplatzes befunden haben, vermag die Aussagen 
der Beschwerdegegnerin und jener der Zeugen nicht zu entkräften. Sie basiert 
auf der Annahme, dass die Bremsgeräusche von Anfang an eine derartige In-
tensität hatten, dass sie vom Ehepaar A. und B. sofort wahrgenommen wurden. 
Gegen eine solche Annahme spricht nun nicht nur die über mehrere Meter nur 
einseitige Ausprägung der Bremsspur, sondern auch der Umstand, dass sich 
das Ehepaar - das im Übrigen keinen Grund hatte, besonders auf Bremslärm zu 
achten - in einem die Aussengeräusche dämmenden Fahrzeug wegbewegte. 
Zweifel ergeben sich jedoch in der Tat dann, wenn man zusätzlich das Spuren-
bild, die Angaben der Beschwerdegegnerin zum Abstand, den sie zum Fahrzeug 
des Ehepaars A. und B. zum Zeitpunkt der Wahrnehmung des Beschwerdefüh-
rers und die Beobachtungen des Ehepaars A. und B. mit einbezieht. Wenn sich 
Z. - wie diese erklärte - zum Zeitpunkt, als sie das Fahrzeug des Beschwerde-
führers wahrnahm, nämlich praktisch auf Höhe des vor ihr fahrenden Fahrzeugs 
des A. und der B. befunden hat, lässt die Spurzeichnung durchaus auch den 
Schluss zu, dass sich das Ehepaar A. und B. zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch 
vor dem Ausstellplatz befunden hat. Belegt wird damit aber letztlich nicht die 
Richtigkeit der einen Version, sondern lediglich die in der Einstellungsverfügung 
zum Ausdruck gebrachte Feststellung, dass sich nämlich weder ein strafbares 
Verhalten von Z. noch ein solches von X. belegen lässt. Ausgeschlossen werden 
kann nur - wie dargelegt wurde - mit grosser Wahrscheinlichkeit, dass sich der 

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Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Ausscherens tatsächlich schon vollum-
fänglich auf der Oberlandstrasse befand. Darüber hinaus sind aber verschiedene 
Möglichkeiten denkbar. Einerseits kann sich Z. in der Distanz zum Fahrzeug des 
Ehepaars A. und B. geirrt haben. Möglich ist auch, dass sich B. irrte und sich der 
Beschwerdeführer wenigstens teilweise auf der Oberlandstrasse befand, als das 
Ehepaar an ihm vorbeifuhr. Bereits diese Möglichkeit würde den Beschwerde-
führer allerdings nicht entlasten, weil damit noch keineswegs gesagt ist, dass 
das Überholmanöver erst nach dem teilweisen Einfahren in die Oberlandstrasse 
erfolgte. Möglich erscheint aber auch, dass das Ausscheren und das Anfahren 
praktisch zeitgleich erfolgten und der Beschwerdeführer unmittelbar, nachdem 
ihn B. noch auf dem Ausstellplatz wahrgenommen hatte, auf die Oberlands-
trasse einmündete und sich insofern gar kein Widerspruch ergibt. Für diese Mög-
lichkeit spricht insbesondere der Umstand, dass X. angab, er habe in der Mitte 
des Ausstellplatzes gestanden (vgl. act. 3.12 S. 1), währenddem B. den Wagen 
schon am oberen Ende des Ausstellplatzes wahrgenommen haben will (act. 3.15 
S. 2). Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass B. ihre Beobachtung wohl 
schon vor dem eigentlichen Passieren des Ausstellplatzes gemacht haben 
musste. Anderenfalls hätte sie ja extra - auf Höhe des Beschwerdeführers ange-
langt - ihre Blickrichtung ändern müssen, wozu sie letztlich gar keinen Grund 
hatte. Wie es sich tatsächlich verhalten hat, lässt sich unter diesen Umständen 
schlicht nicht sagen. Von einer völlig unklaren Sachlage ist vorliegend umso 
mehr auszugehen, als ein wesentlicher Teil des voraussehbaren Überholmanö-
vers nicht nur im Rahmen der Untersuchung, sondern auch bei allen Einwänden 
des Beschwerdeführers ausgeklammert blieb. Das Überholen ist als Richtungs-
änderung vorgängig durch Stellen des Blinkers anzuzeigen (Art. 39 SVG). Der 
nicht vortrittsberechtigte Lenker hat dieser den Überholvorgang ankündigenden 
Zeichengebung Rechnung zu tragen. Ohne Anzeichen für ein Fehlverhalten darf 
der vortrittsberechtigte Lenker grundsätzlich davon ausgehen, dass der Warte-
pflichtige sein Recht beachtet (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss des schweizeri-
schen Strassenverkehrsrecht, Band I, 2002, N. 793 und N. 893). Mithin ist nicht 
erst entscheidend, wann die Beschwerdegegnerin ausgeschert ist, sondern 
wann sie - für den Beschwerdeführer wahrnehmbar - ihr Überholmanöver durch 
das Stellen des Blinkers anzeigte. Z. gab - dies allerdings erst anlässlich ihrer 
untersuchungsrichterlichen Befragung - zu Protokoll, sie habe vor Einleitung des 
eigentlichen Überholmanövers den Blinker gestellt (act. 3.11 S. 1). Bereits ab 
diesem Zeitpunkt musste der Beschwerdeführer ihr grundsätzlich den Vortritt 
lassen und die Beschwerdeführerin durfte - zumindest solange keine Anzeichen 
für ein Fehlverhalten ersichtlich waren - zum Überholen ansetzen. Der Be-

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schwerdeführer erklärte hierzu - und dies ebenfalls erst in der zweiten Einver-
nahme - lediglich, er habe den Blinker gestellt (act. 3.12 S. 1). Weitere Beweise 
hierzu liegen nicht vor und würde man die Parteien zu diesem Punkt nachträglich 
noch befragen, würden sie sich auch in diesem Punkt widersprüchlich äussern. 
Nachdem somit in Bezug auf die Frage der Ankündigung wie auch die Durch-
führung des Überholmanövers völlig unklare und auch nicht durch nachträgliche 
Beweiserhebungen noch klärbare Verhältnisse vorliegen, kann gegenüber der 
an sich vortrittsberechtigten Beschwerdegegnerin offensichtlich nicht der Vor-
wurf erhoben werden, sie habe sich beim fraglichen Überholmanöver unauf-
merksam verhalten. Die Einstellungsverfügung erweist sich insofern weder als 
rechtswidrig noch als unangemessen. 

3. Sodann wehrt sich der Beschwerdeführer gegen die Einstellung 
des Verfahrens wegen Fahrens mit übersetzter Geschwindigkeit und - wie aus 
seinen Ausführungen zu schliessen ist - wegen Nichtbeherrschens des Fahr-
zeugs (Art. 31 SVG). In Bezug auf diese Verkehrsregelverletzung sei Z. - so der 
Beschwerdeführer - geständig. 

a) Gegenstand der angefochtenen Einstellungsverfügung bildete der 
Verdacht der Widerhandlung gegen Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2 SVG. 
Keine Erwähnung finden der Vorwurf der Geschwindigkeitsübertretung und des 
Nichtbeherrschens des Fahrzeugs. Insofern erscheint fraglich, ob in Bezug auf 
diese Rügen überhaupt eine anfechtbare Verfügung vorliegt und auf die Be-
schwerde eingetreten werden kann. Wie es sich damit verhält, kann offen ge-
lassen werden. Wäre auf die Beschwerde auch in diesen Punkten einzutreten, 
müsste sie ebenfalls abgewiesen werden. 

b) Auf die Frage, wie schnell sie zum Zeitpunkt des Überholmanövers 
gefahren sei, erklärte Z. anlässlich ihrer polizeilichen Befragung (act. 3.10 S. 1), 
ihre Fahrgeschwindigkeit habe zwischen 80 bis 90 km/h betragen. Bei der ersten 
untersuchungsrichterlichen Befragung bestätigte sie diese Angaben (act. 3.11). 
Als X. in der Konfronteinvernahme erklärte, die Geschwindigkeit von Z. müsse 
bis gegen 100 km/h betragen haben, gab Letztere zu Protokoll, sie sei sicherlich 
mit einem Tempo unter 100 km/h unterwegs gewesen (act. 3.16 S. 4). Gibt die 
Beschwerdegegnerin einen Geschwindigkeitsbereich an, der die höchstzuläs-
sige Geschwindigkeit mit umfasst, kann schon grundsätzlich nicht von einem 
Anerkenntnis einer Geschwindigkeitsübertretung ausgegangen werden. Darü-
ber hinaus gilt zu beachten, dass die Angaben der Beschwerdegegnerin sich 

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offensichtlich auf die vom Geschwindigkeitsmesser abgelesene Geschwindigkeit 
beziehen. Die am Geschwindigkeitsmesser angezeigte Fahrgeschwindigkeit 
darf nie unter, wohl aber - in einem gewissen Toleranzbereich - über der tat-
sächlichen Geschwindigkeit liegen (Art. 55 Abs. 2 VTS). Bei einer tatsächlich 
gefahrenen Geschwindigkeit von 80 km/h ist gemäss der in Art. 55 Abs. 2 VTS 
verwendeten Formel grundsätzlich eine Abweichung von 12 km/h zulässig. Wie 
genau der Tachometer des Fahrzeugs der Beschwerdegegnerin am fraglichen 
Tag die Geschwindigkeit anzeigte ist nicht bekannt und lässt sich auch nicht 
mehr nachträglich ermitteln. Insofern müsste der Beschwerdegegnerin in jedem 
Fall auch eine Toleranz zugestanden werden. Über die Spurzeichnung bzw. eine 
Bremswegberechnung lässt sich vorliegend eine Geschwindigkeitsübertretung 
nicht nachweisen, da zu viele der massgeblichen Faktoren unbekannt sind (vgl. 
zu den Anforderungen an den Nachweis einer Geschwindigkeitsüberschreitung 
anhand einer Bremswegberechnung PKG 2002 Nr. 35). Weitere aussagekräftige 
Beweise zur gefahrenen Geschwindigkeit liegen nicht vor. Eine Geschwindig-
keitsüberschreitung kann der Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen 
nicht rechtsgenüglich belegt werden. 

c) Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG hat der Führer sein Fahrzeug ständig 
so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Diese 
Vorschrift verlangt vom Fahrzeugführer, dass er alle relevanten Informationen 
über die Strasse, die Umwelt, das Verkehrsgeschehen, das Fahrzeug und sich 
selbst aufnimmt, verarbeitet und sein Verhalten nötigenfalls rasch und zweck-
mässig ändert (vgl. R. Schaffhauser, a.a.O., N. 541). Er hat auf eine einmal er-
kannte Gefahr situationsgerecht zu reagieren. Allerdings muss immer auch 
berücksichtigt werden, dass unvermutet auftretende Gefahren oft hohe An-
sprüche an die Reaktionsfähigkeit stellen. Dies ist namentlich dann der Fall, 
wenn die situationsgerechte Reaktion nicht der Spontanreaktion entspricht. So 
bleibt beim Durchschnittsfahrer das Bremsen auch dann die naheliegendste Re-
aktion, wenn er richtigerweise ein Ausweichmanöver machen müsste, um einen 
Zusammenstoss überhaupt noch vermeiden zu können (R. Schaffhauser, a.a.O., 
N. 559). Vorliegend lässt sich in Bezug auf den Ablauf des Geschehens keine 
eindeutige Aussage machen. Schon allein deshalb lässt sich schwerlich zur 
Feststellung gelangen, die Beschwerdegegnerin hätte anders, als sie es getan 
hat, reagieren müssen. Geht man von der nicht widerlegbaren Version der Be-
schwerdegegnerin aus, ist der Beschwerdeführer für sie völlig überraschend in 
einer Distanz von rund 60 m in die Oberlandstrasse eingefahren, als sie eben 
zum Überholen angesetzt hatte. Sie sah sich demnach unverhofft mit einer sehr 

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gefährlichen Situation konfrontiert, auf die sie sofort reagieren musste. Dass sie 
sich entschloss, eine Vollbremsung einzuleiten und dieses Manöver im Bestre-
ben, ihr Fahrzeug zum Stillstand zu bringen, durchzog, kann ihr in einem solchen 
Moment der äussersten Anspannung nicht zum Vorwurf gemacht werden. 

4. Ist die Beschwerde demnach vollumfänglich abzuweisen, gehen 
die amtlichen Kosten zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 Abs. 1 StPO). 
Von einer ausseramtlichen Entschädigung an die Beschwerdegegnerin ist man-
gels einer gesetzlichen Grundlage abzusehen (PKG 2000 Nr. 38). 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers. 

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar