# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e409768-5842-54f4-ae2e-5809edc4b2d8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 20.10.2022 ZK1 2019 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-98_2022-10-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 20. Oktober 2022

Referenz ZK1 19 98

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Richter, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Gabriel, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel
Kornplatz 2, Postfach 21, 7001 Chur 

Gegenstand Ehescheidung und Nebenfolgen

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Landquart vom 20.03.2019, mit-
geteilt am 10.05.2019 (Proz. Nr. 115-2016-39)

Mitteilung 24. Oktober 2022

2 / 34

Sachverhalt

A. A._____ (fortan: Ehefrau/Mutter; geb. 1975) und B._____ (fortan: Ehe-
mann/Vater; geb. 1987), heirateten im Oktober 2014. Der gemeinsame Sohn 
C._____ kam am 28. September 2015 zur Welt. 

B. Die Eltern reichten dem Bezirksgericht Landquart am 25. August 2015, d.h. 
vor der Geburt des Sohnes, ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Infolge 
offener Punkte – namentlich bezüglich der Kinderbelange und des nachehelichen 
Unterhalts – konnte die Scheidungskonvention vom Bezirksgericht Landquart nicht 
genehmigt werden und es folgte betreffend die Nebenfolgen der Scheidung der 
Wechsel ins kontradiktorische Verfahren. 

C.a. Während des Scheidungsverfahrens ersuchte die Ehefrau das Bezirksge-
richt Landquart erstmals im Oktober 2015 um Erlass vorsorglicher Massnahmen. 
Der Einzelrichter entschied am 28. September 2016 (Proz. Nr. 135-2015-314), 
C._____ – welcher seit Geburt mit dem Einverständnis der Mutter bei seinem Va-
ter lebt – unter der Obhut des Vaters zu belassen, sprach der Mutter ein wöchent-
liches Besuchsrecht von 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr sowie ein gerichtsübliches Ferien-
recht zu und verpflichtete diese zur Zahlung eines Kindesunterhaltsbeitrages in 
Höhe von CHF 1'220.00 (rückwirkend vom 1. Oktober 2015 bis 30. März 2016) 
bzw. CHF 1'000.00 (zuzüglich Kinderzulagen; ab 1. April 2016) sowie zur Leistung 
eines ehelichen Unterhalts in Höhe von CHF 1'900.00 (rückwirkend vom 1. Okto-
ber 2015 bis 30. März 2016) bzw. CHF 1'610.00 (rückwirkend vom 1. April 2016 
bis 31. Juli 2016) bzw. CHF 2'350.00 (ab 1. August 2016) an den Ehemann. 

C.b. Im Februar 2017 beantragte die Ehefrau beim zuständigen Gericht erneut 
den Erlass vorsorglicher Massnahmen (Abänderung des Entscheides vom 
28. September 2016) und verlangte die Aufhebung des ehelichen Unterhalts an 
den Ehemann, da sich infolge Verlusts ihrer Arbeitsstellen eine Veränderung ihrer 
Einkommensverhältnisse ergeben habe. Der Einzelrichter wies das Gesuch der 
Ehefrau (Aufhebung der Unterhaltspflicht) sowie auch die auf das Gesuch folgen-
den Anträge des Ehemannes (Anpassung der Unterhaltspflicht) mit Entscheid vom 
16. August 2017 ab (Proz. Nr. 135-2017-47). Die von der Ehefrau dagegen erho-
benen Rechtsmittel wurden vom Kantons- und Bundesgericht abgewiesen (vgl. 
KGer GR ZK1 17 146 v. 26.9.2018 u. BGer 5A_979/2018 v. 7.12.2018).

C.c. Im Juli 2018 stellte die Ehefrau beim Regionalgericht Landquart ein Gesuch 
betreffend Abänderung von vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren 
und verlangte die alternierende Obhut über C._____. Infolge Rückzugs des Ge-

3 / 34

suchs schrieb der Einzelrichter das Verfahren am 13./14. März 2018 ab 
(Proz. Nr. 135-2018-273).

D. Mit Entscheid vom 20. März 2019 schied das Regionalgericht Landquart die 
Ehe der Parteien und regelte die Nebenfolgen der Scheidung. Dabei beliess es 
namentlich C._____ unter der gemeinsamen elterlichen Sorge, übertrug die Obhut 
dem Vater und regelte das Besuchs- und Ferienrecht der Mutter. Eine bereits zu-
vor für C._____ errichtete Beistandschaft führte das Regionalgericht weiter. Zu-
dem verpflichtete das Regionalgericht die Mutter zur Zahlung eines Kindesunter-
haltsbeitrages (ab Rechtskraft bis zum 30. September 2025: CHF 2'117.00; ab 
1. Oktober 2025 bis zum 31. Juli 2028 CHF 1'995.00; ab 1. August 2028 bis zum 
30. September 2031 CHF 1'675.00; ab 1. Oktober 2031 bis zum Abschluss einer 
ordentlichen Erstausbildung CHF 1'842.00) sowie eines nachehelichen Unterhalts 
an den Vater (ab Rechtskraft bis zum 30. September 2025: CHF 377.00; ab 1. Ok-
tober 2025 bis zum 31. Juli 2028: CHF 439.00; ab 1. August 2028 bis zum 
30. September 2031: CHF 599.00). Im Weiteren nahm das Regionalgericht davon 
Vormerk, dass sich die Parteien güterrechtlich als auseinandergesetzt erklärt hät-
ten. Auf die Aufteilung der Gelder der beruflichen Vorsorge wurde verzichtet. Die 
Kosten auferlegte das Regionalgericht zu einem Fünftel dem Ehemann und zu vier 
Fünfteln der Ehefrau und verpflichtete demnach Letztere zur Bezahlung einer re-
duzierten Entschädigung an Ersteren. Beiden Ehegatten wurde überdies die un-
entgeltliche Rechtspflege gewährt. 

E. Gegen das Scheidungsurteil legte die Ehefrau am 18. Juni 2019 Berufung 
beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Es sei festzustellen, dass sie rückwir-
kend seit dem 20. März 2019 nicht in der Lage sei, Unterhaltsbeiträge zu bezah-
len. Die Gerichtskosten seien zu drei Vierteln dem Ehemann und zu einem Viertel 
ihr aufzuerlegen. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien gänzlich dem Ehe-
mann aufzuerlegen und der Ehefrau eine Entschädigung zuzusprechen.

F. Der Ehemann schloss auf kosten- und entschädigungspflichtige (zzgl. 
MwSt.) Abweisung der Berufung.

G. Mit Eingabe vom 27. August 2019 legte die Ehefrau die sie betreffende Ein-
stellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden betreffend Vernachlässi-
gung von Unterhaltspflichten vom 19. August 2019 ins Recht. Der Ehemann nahm 
hierzu am 24. Oktober 2019 Stellung.

H. Der Ehefrau wurde die unentgeltliche Rechtspflege gewährt (KGer GR ZK1 
19 99 v. 16.3.2020). Der Ehemann verzichtete infolge eines Vermögenszugangs 

4 / 34

auf die ihm ebenfalls gewährte unentgeltliche Rechtspflege mit Wirkung ab dem 
29. Oktober 2020 (KGer GR ZK1 19 118 v. 16.3.2020 u. ZK1 20 157 v. 
12.11.2020).

I. Die vorinstanzlichen Akten sind beigezogen (inkl. der bereits von der Vor-
instanz beigezogenen Akten betreffend vorsorgliche Massnahmen [Proz. Nr. 135-
2015-314]). Der Wechsel im Vorsitz wurde den Parteien angezeigt.

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Die Berufung richtet sich gegen ein erstinstanzliches Scheidungsurteil 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Sie wurde form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 
ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO [BR 320.100]; act. A.1; act. B.1; act. B.2). Von der 
Erhebung eines Kostenvorschusses wurde abgesehen (vgl. KGer GR ZK1 19 99). 
Der erforderliche Streitwert für die Berufung (Art. 92 und Art. 308 Abs. 2 ZPO; 
act. B.1; act. A.1) sowie derjenige für eine Beschwerde in Zivilsachen beim Bun-
desgericht (Art. 51 und 74 BGG) ist ohne Weiteres erreicht. Die übrigen Eintre-
tensvoraussetzungen geben zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Unter dem 
Vorbehalt rechtsgenügender Begründung ist auf die Berufung einzutreten. Deren 
Beurteilung fällt in die Zuständigkeit der erkennenden Kammer (Art. 6 Abs. 1 lit. a 
KGV [BR 173.100]). 

1.2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichti-
ge Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

1.3. Für den im Rahmen des Scheidungsverfahrens festzusetzenden nacheheli-
chen Unterhalt gilt grundsätzlich die Dispositions- und Verhandlungsmaxime 
(Art. 58 Abs. 1 und Art. 277 Abs. 1 ZPO). Für Kinderbelange gelten die Offizial- 
und die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1, 3 ZPO). Dabei 
können die kraft der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime für den Kindesun-
terhalt gewonnenen Erkenntnisse für den im gleichen Entscheid zu beurteilenden 
(nach-)ehelichen Unterhalt nicht einfach ausgeblendet werden (BGE 147 III 301 
E. 2). 

1.4. Die strenge Untersuchungsmaxime in Kinderbelangen durchbricht zudem 
das Novenregime von Art. 317 Abs. 1 ZPO mit der Folge, dass neue Tatsachen 
und Beweismittel im Berufungsverfahren selbst dann vorgebracht werden können, 
wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 
349 E. 4.2.1 = Pra 2019 Nr. 88; vgl. auch BGE 147 III 301 E. 2.2). 

5 / 34

2. Verfahrensgegenstand

Gegenstand der Berufung bilden zum einen der nacheheliche Unterhalt (nachste-
hend E. 3) sowie der Kindesunterhalt (nachstehend E. 4 ff.). Zum anderen wehrt 
sich die Ehefrau gegen die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung 
(nachstehend E. 8).

3. Nachehelicher Unterhalt

Umstritten ist die nacheheliche Unterhaltspflicht der Ehefrau als solche.

3.1. Die Vorinstanz qualifizierte die Ehe der Parteien als lebensprägend. Nach 
Darlegung der theoretischen rechtlichen Grundlagen erwog sie dazu: "Festzuhal-
ten ist, dass es sich vorliegend zwar um eine sehr kurze, aber aufgrund der Tatsa-
che, dass der Ehe ein Kind entsprungen ist, nichtsdestotrotz um eine lebensprä-
gende Ehe handelt" (act. B.1, E. 4.2). Im Rahmen der Unterhaltsberechnung führ-
te die Vorinstanz zudem aus, der Ehemann besitze Anspruch auf einen nacheheli-
chen Unterhaltsbeitrag, um seinen gebührenden Unterhalt inklusive Vorsorgeun-
terhalt zu erreichen (act. B.1, E. 4.5 in fine). In der Folge sprach sie dem Ehemann 
nachehelichen Unterhalt zu, und zwar bis zum 16. Altersjahr des Sohnes (act. B.1, 
E. 4.5 ff.). 

3.2. Mit Berufung bestreitet die Ehefrau, wie bereits im erstinstanzlichen Verfah-
ren, den Anspruch des Ehemannes auf nachehelichen Unterhalt. Sie führt diesbe-
züglich aus, obgleich die Ehe der Parteien nicht einmal zehn Monate gedauert 
habe, sei sie zur Bezahlung von nachehelichem Unterhalt verpflichtet worden. 
Dies verletze Art. 125 ZGB. Die Dauer der Ehe sei nämlich auf jeden Fall zu 
berücksichtigen (act. A.1, Ziff. III.B.11). 

Der Ehemann widersetzt sich den Einwänden der Ehefrau. Die Vorinstanz habe 
die Kriterien genannt, welche beim Entscheid, ob es einem Ehegatten zuzumuten 
sei oder nicht, für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer ange-
messenen Altersvorsorge selbst aufzukommen, zu berücksichtigen seien. Die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt fusse auf der 
Unterscheidung, ob eine Ehe lebensprägend gewesen sei oder nicht; bei fehlen-
der Prägung werde an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während die 
Partner bei der lebensprägenden Ehe Anspruch auf Fortführung der ehelichen 
Lebenshaltung hätten. Für oder gegen die Annahme einer Lebensprägung würden 
verschiedene Vermutungen spielen. So werde bei einer Kurzehe von weniger als 
fünf Jahren vermutet, dass keine Lebensprägung vorliege, während eine Ehe, die 
mehr als zehn Jahre gedauert habe, vermutungsweise lebensprägend gewesen 

6 / 34

sei. Unabhängig von der Dauer gelte die Ehe als lebensprägend, wenn aus ihr 
gemeinsame Kinder hervorgegangen seien. Wohl habe die Ehe der Parteien nur 
gerade rund zehn Monate gedauert. Entscheidend sei hingegen, dass aus der Ehe 
der gemeinsame Sohn C._____ hervorgegangen sei, weshalb es sich unabhängig 
von der Dauer um eine lebensprägende Ehe handle. Zu diesem Schluss sei die 
Vorinstanz gelangt. Die Ehefrau lege nicht dar, weshalb vorliegend von der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung abzuweichen sei. Somit habe der Ehemann ent-
gegen der Behauptung der Ehefrau sehr wohl Anspruch auf nachehelichen Unter-
halt, zumal es ihm nicht möglich sei, für den gebührenden Unterhalt selbst aufzu-
kommen (act. A.2, Rz. 47-51, insb. m.H.a. BGE 135 III 59 E. 4.1).

3.3. Ist es einem Ehegatten nicht zuzumuten, dass er für den ihm gebührenden 
Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufkommt, 
so hat ihm der andere Ehegatte nach Art. 125 Abs. 1 ZGB einen angemessenen 
Beitrag zu leisten. Für den Entscheid, ob ein Beitrag zu leisten ist und gegebenen-
falls in welcher Höhe und Dauer sind die in Art. 125 Abs. 2 ZGB genannten Krite-
rien entscheidend (BGE 147 III 293 E. 4.4; 138 III 289 E. 11.1.2). Bei der Unter-
haltsfestsetzung kommt dem Sachgericht weites Ermessen zu (BGE 134 III 577 
E. 4; BGer 5A_868/2021 v. 21.6.2022 E. 3.1; 5A_510/2021 v. 14.6.2022 E. 3.1.2; 
5A_568/2021 v. 25.3.2022 E. 4.1 [zur Publ.]; 5A_78/2020 v. 5.2.2021 E. 4.1).

Für die Festlegung des gebührenden Unterhalts nimmt die Rechtsprechung zum 
Ausgangspunkt, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei lebensprägenden 
Ehen ist das Vertrauen in den Fortbestand der Ehe bzw. in den Weiterbestand der 
bisherigen, frei vereinbarten Aufgabenteilung objektiv schutzwürdig und Art. 125 
Abs. 1 ZGB gibt deshalb bei genügenden Mitteln und unter Vorbehalt der Eigen-
versorgungskapazität Anspruch auf Fortführung des zuletzt gelebten gemeinsa-
men Standards bzw. bei zufolge scheidungsbedingter Mehrkosten ungenügenden 
Mitteln Anspruch auf beidseits gleiche Lebenshaltung. Kann dagegen nicht von 
einem schutzwürdigen Vertrauen auf Fortführung der Ehe ausgegangen werden, 
ist für den nachehelichen Unterhalt am vorehelichen Stand anzuknüpfen und der 
berechtigte Ehegatte so zu stellen, wie wenn die Ehe nicht geschlossen worden 
wäre (BGE 147 III 249 E. 3.4.1; BGer 5A_868/2021 v. 21.6.2022 E. 3.1; 
5A_510/2021 v. 14.6.2022 E. 3.1.2; 5A_568/2021 v. 25.3.2022 E. 4.1 [zur Publ.]; 
5A_93/2019 v. 13.9.2021 E. 3.1; 5A_907/2019 v. 27.8.2021 E. 3.1.1).

3.4. Wie das Bundesgericht betont, kommt dem Umstand, ob eine lebensprä-
gende oder eine nicht lebensprägende Ehe vorliegt, indes nicht die Funktion eines 
"Kippschalters" zu. Die bisher für das Vorliegen von Lebensprägung sprechenden 
Vermutungen (namentlich auch das Vorhandensein gemeinsamer Kinder der 

7 / 34

Ehegatten; dazu statt vieler: BGE 141 III 465 E. 3.1; 137 III 102 E. 4.1.2; 135 III 59 
E. 4.1) sind zu relativieren und haben keine absolute Geltung. Der nacheheliche 
Unterhalt ist vielmehr am ergebnisoffenen Katalog der Kriterien von Art. 125 
Abs. 2 ZGB auszurichten (BGE 147 III 249 E. 3.4.2; BGer 5A_568/2021 v. 
25.3.2022 E. 4.2 [zur Publ.]). Als lebensprägend ist eine Ehe jedenfalls dann ein-
zustufen, wenn ein Ehegatte aufgrund eines gemeinsamen Lebensplanes seine 
ökonomische Selbständigkeit zugunsten der Haushaltsbesorgung und Kinderbe-
treuung aufgegeben hat und es ihm nach langjähriger Ehe nicht mehr möglich ist, 
an seiner früheren beruflichen Stellung anzuknüpfen oder einer anderen Erwerbs-
tätigkeit nachzugehen, welche ähnlichen ökonomischen Erfolg verspricht, während 
der andere Ehegatte sich angesichts der ehelichen Aufgabenteilung auf sein be-
rufliches Fortkommen konzentrieren konnte (BGE 147 III 308 Regeste und E. 5.6; 
BGer 5A_868/2021 v. 21.6.2022 E. 3.1; 5A_510/2021 v. 14.6.2022 E. 3.1.2; 
5A_568/2021 v. 25.3.2022 E. 4.2 [zur Publ.]).

3.5. Die Vorinstanz und der Ehemann erachten die Ehe der Parteien aufgrund 
der Geburt des gemeinsamen Sohnes als lebensprägend. Ihnen ist insoweit zuzu-
stimmen, als bisher eine Lebensprägung regelmässig bejaht wurde, wenn 
während der Ehe ein gemeinsames Kind geboren wurde (vgl. statt vieler BGE 141 
III 465 E. 3.1; 137 III 102 E. 4.1.2). Zu betonen gilt jedoch, dass Ausnahmen auch 
unter früherer Rechtsprechung möglich blieben (vgl. etwa BGer 5A_177/2010 v. 
8.6.2010 E. 6.5). Unterdessen ist das Bundesgericht, wie soeben darlegt, in seiner 
neueren Rechtsprechung auf den Begriff der lebensprägenden Ehe zurückge-
kommen und hat insbesondere klargestellt, dass nicht abstrakte Dauervermutun-
gen, sondern die Umstände des Einzelfalles massgebend sind.

3.5.1. In einem (weiteren) zur Publikation vorgesehenen Urteil des Bundesge-
richts hält dieses nunmehr erstmals fest, dass aus dem Vorhandensein gemein-
samer Kinder der Ehegatten allein nicht (mehr) auf die Lebensprägung der Ehe 
geschlossen werden kann (ausführlich BGer 5A_568/2021 v. 25.3.2022 E. 4.3.1 
[zur Publ.]). Entgegen dem Standpunkt der Vorinstanz und des Ehemannes ist die 
Geburt des gemeinsamen Sohnes C._____ für sich genommen nicht als aus-
schlaggebendes, vertrauensbildendes Kriterium zu werten. Mit anderen Worten 
konnte alleine die Geburt des gemeinsamen Sohnes nicht genügen, um bei den 
Ehegatten ein Vertrauen auf die Fortführung der Ehe zu begründen. Dies gilt vor-
liegend umso mehr in Anbetracht der äusserst kurzen Ehedauer, der Geburt des 
Sohnes erst nach der Trennung der Parteien und sogar nach Einleitung des 
Scheidungsverfahrens (RG act. I.5: 25. August 2015) sowie der Tatsache, dass 
der Ehemann bereits seit April 2018 wieder im Umfang von 80 % erwerbstätig ist 

8 / 34

(vgl. dazu sogleich nachstehend). Dass der Ehemann verbleibende Betreuungs-
pflichten für den Sohn hat, vermag hier keine Lebensprägung zu begründen, da 
sich allfällige aus der Kinderbetreuung ergebende Nachteile vorliegend nicht mit 
einem für die Bejahung der Lebensprägung entscheidenden Fortwirken der eheli-
chen Gemeinschaft erklären lassen (vgl. BGE 147 III 249 E. 3.4.6 sowie nachste-
hend E. 3.6; BGer 5A_568/2021 v. 25.3.2022 E. 4.3.1 [zur Publ.]).

3.5.2. Die Ehegatten lernten sich im Sommer 2014 kennen. Kurz darauf – am 
14. Oktober 2014 – heirateten sie. Im Januar 2015 wurde die Ehefrau schwanger. 
Zur Trennung kam es im August 2015. Am 25. August 2015 reichten die Parteien 
ein gemeinsames Scheidungsbegehren beim Bezirksgericht Landquart ein. Rund 
einen Monat später, am 28. September 2015, kam der gemeinsame Sohn 
C._____ zur Welt. Die Ehe der Parteien dauerte mithin unbestrittenermassen le-
diglich rund zehn Monate, wobei der gemeinsame Haushalt bereits vor der Geburt 
des gemeinsamen Sohnes aufgehoben worden ist. Eine klassische Rollenteilung 
resp. eine Hausgattenehe im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wur-
de nie gelebt (zum Begriff vgl. BGE 147 III 249 E. 3.5.1). Lediglich der Vollständig-
keit halber ist anzumerken, dass sich auch unter allfälliger Berücksichtigung der 
vorehelichen Beziehung kein anderes Bild ergäbe. Lernten sich die Ehegatten, wie 
soeben erwähnt, doch erst im Sommer 2014, sprich wenige Monate vor der Ehe-
schliessung, kennen. Daraus erhellt, dass sich vorliegend auch nicht aus einem 
während der Ehe gelebten Rollenmodell eine Lebensprägung ergibt. Ebenso we-
nig liegt eine anderweitige, ehebedingte wirtschaftliche Abhängigkeit des Ehe-
mannes vor. 

3.5.3. Weitere Umstände, wonach die eheliche Gemeinschaft die Lebensumstän-
de des Ehemannes im Sinne der geltenden Rechtsprechung nachhaltig geprägt 
hätte, sind weder dargetan noch ersichtlich (zu den fortbestehenden Betreuungs-
pflichten des Ehemannes siehe nachstehend, E. 3.6).

3.5.4. Nach dem Gesagten qualifizierte die Vorinstanz die Ehe der Parteien zu 
Unrecht als lebensprägend. Die Vorinstanz verletzte damit Art. 125 ZGB. Die Be-
rufung der Ehefrau erweist sich in diesem Punkt als begründet. Dass der Vor-
instanz diesbezüglich ein Ermessen zukam, ändert daran nichts. Gleich verhält es 
sich mit der Tatsache, dass der angefochtene Entscheid vor den besagten (Leit-) 
Entscheiden des Bundesgerichts erging (vgl. dazu statt vieler BGE 142 V 551 
E. 4.1; 135 II 78 E. 3.2; 132 II 153 E. 5.1). Wie es sich mit der Frage der Lebens-
prägung in der vorliegenden Situation vor Erlass der massgeblichen neuen Recht-
sprechung verhielt, braucht nicht geprüft zu werden. Hervorzuheben sei indes er-
neut (vorstehend E. 3.5), dass auch unter alter Rechtsprechung keine der erwähn-

9 / 34

ten Vermutungsgrundlagen bezüglich der Vermutungsfolge absolute Gültigkeit 
hatten; vielmehr handelte es sich bereits damals um Grundsätze, die auf durch-
schnittliche Verhältnisse zugeschnitten waren; das Sachgericht hatte sie im Rah-
men des ihm zustehenden Ermessens auf den jeweiligen Einzelfall anzuwenden 
(BGer 5A_215/2018 v. 1.11.2018 E. 3.1 m.H. auf 5A_95/2012 v. 28.3.2012 E. 3.1; 
5A_177/2010 v. 8.6.2010 E. 6.4 i.f., 6.5). Dies gilt ungeachtet des Umstandes, 
dass die Vermutungsgrundlagen in der Praxis freilich oft beinahe absolut ange-
wandt wurden (vgl. hierzu auch BGE 147 III 249 E. 3.4.3 i.f.: "Indes ist mit Deut-
lichkeit festzuhalten, dass Richtlinien jedenfalls nie schematisch, d.h. losgelöst von 
den Besonderheiten des Einzelfalles gehandhabt werden dürfen"). 

3.6. Bei der Auflösung einer nicht lebensprägenden Ehe wird mit Blick auf einen 
allfälligen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt prinzipiell an den vorehelichen 
Verhältnissen angeknüpft, das heisst die Ehegatten sind so zu stellen, wie wenn 
die Ehe nie geschlossen worden wäre (BGE 141 III 465 E. 3.1; 135 III 59 E. 4.1). 
Damit besteht unter Umständen ein aus dem Gedanken der nachehelichen Solida-
rität fliessender Anspruch auf Ersatz einer Art negativen Interesses ("Heiratsscha-
den"; BGE 147 III 249 E. 3.4.1 und 3.4.6; BGer 5A_568/2021 v. 25.3.2022 E. 5 
[zur Publ.]).

Inwiefern vorliegend von den vorehelichen Verhältnissen ausgehend ein Unter-
haltsanspruch des Ehemannes in Betracht kommen könnte, ist nicht ersichtlich. 
Zwar hat der Ehemann die Obhut und die Betreuung des gemeinsamen Sohnes 
inne und arbeitet (noch) nicht in einem Vollzeitpensum. Aus der Kinderbetreuung 
stammende Nachteile können im Rahmen des nachehelichen Unterhalts (Art. 125 
Abs. 2 Ziff. 6 ZGB) im Einzelfall auch ohne Annahme einer lebensprägenden Ehe 
und Anknüpfung an den ehelichen Lebensstandard abgegolten werden (BGer 
5A_568/2021 v. 25.3.2022 E. 4.3.1 [zur Publ.]). Allerdings ist der Ehemann trotz 
seiner Betreuungspflichten bereits seit April 2018 wieder in einem Arbeitspensum 
von 80 % tätig. Ebenfalls zu beachten gilt, dass der Ehemann besagte Stelle an-
trat, nachdem er zuvor eine Zeit lang (nach eigenen Angaben seit Anfang 2015) 
auf selbständiger Basis mit seiner Firma D._____, über welche im Jahr 2017 der 
Konkurs eröffnet wurde, erwerbstätig war (vgl. RG act. I.2; RG act. II.3, Rz. 18 ff.), 
dort aber nur ein geringes Einkommen erzielte. In welchem Umfang der Ehemann 
nach der Geburt bis ins Jahr 2017 selbstständig erwerbstätig war bzw. in welchem 
Umfang er sich der Kinderbetreuung widmete, blieb strittig (RG act. II.2-8; 
RG act. X.1-2), kann jedoch offenbleiben. Denn eine wirtschaftliche Wiederein-
gliederung des Ehemannes ins Erwerbsleben – sofern denn überhaupt von einer 
"Wiedereingliederung" gesprochen werden kann – fand jedenfalls längst statt. 

10 / 34

Sein tatsächlich erzieltes Einkommen deckt alsdann seinen erweiterten familien-
rechtlichen Bedarf inklusive eines (unbestritten gebliebenen) Vorsorgeunterhalts 
(vgl. nachstehend E. 4.3, 4.6, 5.3; ferner act. B.1, E. 4.5 ff.). Dass der Ehemann 
bei dieser Ausgangslage Anspruch auf Deckung eines darüberhinausgehenden 
Unterhaltes, namentlich unter Einschluss eines Anteils am Überschuss, haben 
sollte, erhellt nicht (vgl. act. A.2, Rz. 47 ff.). Unter diesen konkreten Umständen ist 
kein nachehelicher Unterhalt an den Ehemann geschuldet. Am Rande sei er-
wähnt, dass sich der Sachverhalt in casu durch die früh erfolgte wirtschaftliche 
"Wiedereingliederung" des Ehemannes zu 80 % wesentlich von demjenigen 
gemäss BGer 5A_568/2021 v. 25.3.2021 unterscheidet. Letzterem lag eine Kon-
stellation zugrunde, bei welcher sich die betreuende Ehefrau dazu entschied, ei-
nen beruflichen Wiedereinstieg nicht einmal zu versuchen und sich gänzlich der 
Kinder zu widmen.

3.7. Betreffend den nachehelichen Unterhalt ist die Berufung der Ehefrau gutzu-
heissen. Dem Ehemann ist kein nachehelicher Unterhalt zuzusprechen. Dies gilt 
ab Rechtskraft dieses Erkenntnisses. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten die angeord-
neten vorsorglichen Massnahmen (Proz. Nr. 135-2015-314; 135-2017-47; KGer 
GR ZK1 17 146 v. 26.09.2018; BGer 5A_979/2018 v. 7.12.2018; vgl. dazu 
BGE 142 III 193 = Pra 2018 Nr. 18 E. 5.3). Es besteht keine Möglichkeit einer 
rückwirkenden Aufhebung, wie dies die Ehefrau beantragt (vgl. act. A.1).

4. Kindesunterhaltsbeiträge: Grundlagen

4.1. Berechnungsmethode

Dass bei den vorliegenden finanziellen Verhältnissen die zweistufige Berech-
nungsmethode zur Anwendung gelangt, steht ausser Frage (act. B.1, E. 4; 
BGE 147 III 265 E. 6.1 ff.; vgl. auch BGE 147 III 293 E. 4.5 und 147 III 301 E. 4.3). 

4.2. Unterhaltsphasen

Die Vorinstanz unterschied bei der Unterhaltsberechnung vier Phasen (Phase I: 
bis 30. September 2025 [10. Geburtstag C._____]; Phase II: vom 1. Oktober 2025 
bis 31. Juli 2028 [Eintritt Oberstufe]; Phase III: vom 1. August 2028 bis 30. Sep-
tember 2031 [16. Geburtstag C._____]; Phase IV: vom 1. Oktober 2031 bis zum 
Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung von C._____; act. B.1). Diese Unter-
haltsphasen sind dem Grundsatz nach zu übernehmen. Wie sich nachstehend 
ergibt (E. 5.1.2, 5.3.4 [kein Überschussanteil bei Volljährigenunterhalt]), drängt 
sich indes eine zusätzliche fünfte Phase ab Erreichen der Volljährigkeit von 

11 / 34

C._____ auf. Auf den Beginn der Unterhaltspflicht ist – ebenfalls nachstehend – 
zurückzukommen (E. 6.3).

4.3. Einkommen Ehemann

Die Vorinstanz legte den Unterhaltsphasen I-III ein Nettomonatseinkommen des 
Ehemannes von CHF 3'793.00 (80 %; inkl. 13. Monatslohn und Zivilschutzent-
schädigung; vgl. RG act. IV.58, IV.60 und X.3, Rz. 33) zugrunde. Für die Phase IV 
(ab Vollendung des 16. Lebensjahrs von C._____ bis zum Abschluss seiner or-
dentlichen Erstausbildung) ging sie in Anwendung des Schulstufenmodells (vgl. 
dazu BGE 144 III 481 E. 4.7.6) davon aus, dass dem Ehemann eine Ausdehnung 
seiner Erwerbstätigkeit auf 100 % zugemutet werden könne. Entsprechend rech-
nete sie dem Ehemann ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 4'732.00 (inkl. 
13. Monatslohn und Zivilschutzentschädigung; vgl. RG act. IV.60 und X.3, Rz. 33) 
an (act. B.1, E. 4.8). 

Die Ehefrau moniert in der Berufung, dass der Ehemann weit mehr als 
CHF 3'793.00 (inkl. 13. Monatslohn und Zivilschutzentschädigung) verdiene und 
beantragt berufungsweise die Edition sämtlicher Lohnabrechnungen des Ehe-
mannes ab 2019, Bankauszüge und die Steuererklärungen 2018 und 2019 
(act. A.1, Ziff. III.B. 12). Der Ehemann beantragt die Abweisung der Beweisanträ-
ge (act. A.2, Rechtsbegehren Nr. 2). Entgegen der Ansicht des Ehemannes 
(act. A.2, Rz. 52) steht die Novenschranke von Art. 317 Abs. 1 ZPO den erstmals 
in der Berufung erhobenen Beweisanträgen der Ehefrau nicht entgegen. Wie be-
reits ausgeführt (vorstehend E. 1.4), durchbricht die strenge Untersuchungsmaxi-
me in Kinderbelangen das Novenregime von Art. 317 Abs. 1 ZPO mit der Folge, 
dass neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren selbst dann vorge-
bracht werden können, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht 
erfüllt sind. Die beantragten Beweismittel sind indessen aus anderen Gründen 
nicht zu edieren. Die Einkommensverhältnisse des Ehemannes basieren auf dem 
Arbeitsvertrag zwischen dem Ehemann und der Armin Schneller AG (RG 
act. IV.56), deren Lohnausweis 2018 (RG act. IV.60) sowie dem Lohnausweis des 
Personalamts Graubünden 2017 betreffend Zivilschutzentschädigung (RG 
act. IV.62). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Angaben unzutreffend sein soll-
ten und es bestehen keine Hinweise, dass der Ehemann wie von der Ehefrau be-
hauptet ein höheres Einkommen erzielen würde. Die pauschale Vermutung und 
Behauptung der Ehefrau, der Ehemann dürfte weit mehr verdienen (act. A.1, 
Ziff. III.B. 12), findet keine Stütze in den Akten. Der Beweisantrag ist daher abzu-
lehnen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Ehemann, was sein Arbeits-
pensum in den Phasen I und II betrifft, bereits mehr arbeitet, als gemäss bundes-

12 / 34

gerichtlicher Rechtsprechung infolge der Kinderbetreuung gefordert wäre (vgl. 
BGE 144 III 481 E. 4.7.6). 

Das Nettomonatseinkommen des Ehemannes beträgt nach dem Gesagtem, wie 
von der Vorinstanz festgehalten, für die Phasen I-III CHF 3'793.00 (inkl. 13. Mo-
natslohn und Zivilschutzentschädigung; 80 %) und ab der Phase IV CHF 4'732.00 
(inkl. 13. Monatslohn und Zivilschutzentschädigung; 100 %).

4.4. Einkommen Ehefrau

4.4.1. Hypothetisches Erwerbseinkommen

Die Ehefrau absolvierte eine zweijährige Lehre als Büroangestellte und war da-
nach in verschiedenen Berufen erwerbstätig, insbesondere als kaufmännische 
Angestellte und im Verkauf. Ab April 2017 bezog sie Arbeitslosengelder und wurde 
später ausgesteuert. Sie bezieht seitdem Unterstützungsgelder ihrer Wohnsitzge-
meinde. Die Vorinstanz rechnete der Ehefrau ein hypothetisches monatliches Net-
toerwerbseinkommen in Höhe von CHF 5'500.00 (inkl. 13. Monatslohn; 100 %) an. 
Die Erzielung eines solchen sei sowohl möglich als auch zumutbar. Die vom Ehe-
mann ins Recht gelegten Stelleninserate zeigten, dass die Erzielung eines Ein-
kommens in dieser Grössenordnung möglich sei. Die Ehefrau habe keine Belege 
über ihre behaupteten Suchbemühungen eingereicht und damit nicht nachgewie-
sen, dass sie sich um geeignete Arbeitsstellen bemüht hätte, mit welchen sie ihre 
wirtschaftliche Leistungskraft in zumutbarer Weise ausschöpfen könnte. Eine 
Übergangsfrist sei ihr nicht zuzugestehen, zumal sie schon seit längerer Zeit habe 
damit rechnen müssen, Unterhaltsbeiträge zu leisten (act. B.1, E. 4.3.2 ff.). 

Gegen die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens in Höhe von monatlich 
CHF 5'500.00 (inkl. 13. Monatslohn) wehrt sich die Ehefrau berufungsweise 
(act. A.1, Ziff. III.B. 4 ff.).

4.4.1.1. Bei der Bemessung des Unterhaltsbeitrages ist grundsätzlich vom tatsäch-
lich erzielten Einkommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit dieses 
Einkommen allerdings nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, 
kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu errei-
chen zumutbar und möglich ist (BGE 137 III 118 E. 2.3). Dabei handelt es sich um 
zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt sein müssen. Damit ein Einkommen 
überhaupt oder höheres Einkommen angerechnet werden kann, als das tatsäch-
lich erzielte, genügt es nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen 
zugemutet werden können. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser 
Anstrengungen ein höheres Einkommen zu erzielen. Mit Bezug auf das hypotheti-

13 / 34

sche Einkommen ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar 
erscheint. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit mög-
lich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 137 III 118 
E. 2.3). Massgeblich ist eine konkrete Prüfung anhand der im Leitentscheid 
BGE 147 III 249 E. 3.4.4 genannten Kriterien (Alter, Gesundheit, sprachliche 
Kenntnisse, bisherige und künftige Aus- und Weiterbildungen, bisherige Tätigkei-
ten, persönliche und geographische Flexibilität, Lage auf dem Arbeitsmarkt 
u.Ä.m.). Mithin ist generell auf die konkreten Chancen abzustellen, in einem be-
stimmten Bereich, welcher nicht zwingend dem früheren Tätigkeitsfeld entspre-
chen muss, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. "Konkrete Prüfung" meint nicht, 
dass es ausschliesslich um die Feststellung von Tatsachen geht. Vielmehr ist auf 
der Basis der erhobenen Tatsachen weiterhin die Rechtsfrage zu prüfen, ob ins-
gesamt und in welchem Umfang die Aufnahme einer Erwerbsarbeit zumutbar ist. 
(BGE 147 III 308 E. 5.6; BGer 5A_7/2021 v. 2.9.2021 E. 4.2). Die für die Anrech-
nung eines hypothetischen Einkommens erforderlichen Voraussetzungen der 
tatsächlichen Möglichkeit und der Zumutbarkeit greifen ineinander und können 
nicht unter allen Titeln klar auseinandergehalten werden, zumal den soeben vor-
stehend genannten Kriterien stets ein Aspekt der Zumutbarkeit inhärent ist und es 
zumindest gedanklich um einen iterativen Prozess geht. Eine an sich mögliche 
Erwerbstätigkeit kann unzumutbar und umgekehrt eine an sich zumutbare Er-
werbstätigkeit tatsächlich nicht möglich sein. Massgebend ist letztlich das Ergeb-
nis des iterativen Prozesses. Damit ein hypothetisches Einkommen angerechnet 
werden kann, muss eine als tatsächlich möglich erachtete Erwerbstätigkeit auch 
zumutbar sein (BGer 5A_1049/2019 v. 25.8.2021 E. 5; 5A_7/2021 v. 2.9.2021 
E. 4.4).

4.4.1.2. Unbegründet ist die Rüge der Ehefrau, die Vorinstanz sei in unrichtiger 
Sachverhaltsfeststellung von einer eigenwilligen Kündigung bei der H._____ aus-
gegangen (act. A.1, Ziff. III.B. 5). Die Vorinstanz hielt vielmehr fest, dass die 
H._____ der Ehefrau per 31. Januar 2017 gekündigt habe, nachdem diese die 
geforderten Umsatzzahlen nicht erreicht hätte (act. B.1, E. 4.3.2). Nicht ersichtlich 
ist sodann, was die Ehefrau aus dem Einwand, sie habe ihre Arbeitsstelle nicht 
infolge eigenwilliger Kündigung verloren, ableiten will. Ein hypothetisches Ein-
kommen kann dem Unterhaltspflichtigen selbst bei unverschuldeter Einkommens-
verminderung angerechnet werden, da er alles in seiner Macht stehende unter-
nehmen und seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen muss, um 
das erforderliche Erwerbseinkommen zu erzielen (BGer 5A_340/2018 v. 
15.1.2019 E. 4; 5D_183/2017 v. 13.6.2018 E. 4.1). Es bleibt auch im Falle eines 
unfreiwilligen Verlusts der Arbeitsstelle zu prüfen, ob der Ehegatte alles unter-

14 / 34

nommen hat, eine der bisherigen Stelle einkommensmässig gleichwertige Arbeit 
zu finden (BGE 143 III 617 E. 5.4.1).

Die Ehefrau stellt sich auf den Standpunkt, ihre Suchbemühungen ergäben sich 
bereits aus der Tatsache, dass ihr eine Arbeitslosenentschädigung zugesprochen 
worden sei. Gemäss BGE 143 III 617 E. 5.2 sei dies zumindest als Indiz dafür zu 
würdigen, dass die Ehefrau tatsächlich und unfreiwillig arbeitslos sei und sich per-
sönlich um Arbeit bemühe. Der fortdauernde Bezug von Arbeitslosenentschädi-
gung setze gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG (SR 837.0) i.V.m. Art. 26 AVIV 
(SR 837.02) insbesondere voraus, dass der Versicherte den von der Amtsstelle 
monatlich überprüften Nachweis persönlicher Arbeitsbemühungen erbringe. Auch 
die Wohnsitzgemeinde der Ehefrau zahle nur Unterstützungsleistungen, wenn sich 
die Ehefrau um Arbeit bemühe (act. A.1, Ziff. III.B.5). Ob bei der Ehefrau die Vor-
aussetzungen für die Ausrichtung von Arbeitslosen- und Unterstützungsgeldern – 
darunter der Nachweis von Arbeitsbemühungen – gegeben sind, ist für die sich in 
casu stellende Frage des hypothetischen Einkommens irrelevant. Die im Zusam-
menhang mit der Arbeitslosenversicherung geltenden Kriterien können nicht un-
besehen übernommen werden. Namentlich ist die Tatsache, dass die Ehefrau ar-
beitslos war und trotz entsprechender Bemühungen keine Stelle fand, kein Beweis 
dafür, dass es ihr tatsächlich nicht möglich ist, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen 
(vgl. BGE 137 III 118 E. 3.1).

Auch wenn, wie die Ehefrau anführt (act. A.1, Ziff. III.B.5), der Bezug von Arbeits-
losengelder in ihrem Fall als Indiz dafür gewürdigt werden kann, dass sie sich per-
sönlich um Arbeit bemühte (vgl. dazu BGE 143 III 617 E. 5.2), entbindet dies die 
Ehefrau nicht vom entsprechenden Nachweis. Die Ehefrau wäre nämlich auch im 
vorliegenden Verfahren verpflichtet gewesen, nachzuweisen, dass sie Such-
bemühungen unternommen hat, und insbesondere auch welche. Dieser Nachweis 
gelingt ihr vorliegend nicht. Die Ehefrau reichte im vorinstanzlichen Verfahren mit 
Replik vom 24. Mai 2017 zwar einen Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühun-
gen zuhanden der Arbeitslosenversicherung betreffend die Monate April bis Au-
gust 2017 (RG act. III.5) sowie zwei weitere Absagen von der I._____ vom März 
2017 (RG act. III.5) bzw. von der E._____ vom Januar 2017 (RG act. III.6) ins 
Recht. Weitere Belege ihrer Suchbemühungen finden sich indessen in den Akten 
nicht, obwohl die Ehefrau mittels vorinstanzlicher Beweisverfügung vom 18. Mai 
2018 (RG act. II.9) zur Edition von Urkunden betreffend den Nachweis sämtlicher 
Arbeitsbemühungen seit Beginn der Arbeitslosigkeit bis zum Datum der Hauptver-
handlung (20. März 2019) aufgefordert worden war. Dass sich die Ehefrau auch 
nach August 2017 um Arbeit bemüht hätte, ist vor diesem Hintergrund nicht er-

15 / 34

stellt. Sie lässt es denn auch im Berufungsverfahren bei der Behauptung bewen-
den, sie habe sich nach einer entsprechenden Arbeit umgesehen aber keine ge-
funden. Es wäre ihr indessen ein Leichtes gewesen, Bewerbungsschreiben o.Ä. 
ins Recht zu legen, zumal sie eine Behauptungs- und Substanziierungsobliegen-
heit trifft, wenn sie in Abrede stellt, das strittige hypothetische Einkommen tatsäch-
lich erzielen zu können (vgl. BGer 5A_808/2018 v. 15.7.2019 E. 4.3 m.H. auf 
5A_96/2016 v. 18.11.2016 E. 3.1). 

4.4.1.3. Weiter wendet sich die Berufungsklägerin gegen die vorinstanzliche Fest-
stellung, dass ihr die Erzielung eines monatlichen Einkommens von CHF 5'500.00 
(inkl. 13. Monatslohn) möglich sei. Solche Stellen seien rar und die Ehefrau für 
diese zudem aufgrund ihrer Ausbildung (zweijährige Bürolehre) nicht gerade prä-
destiniert (act. A.1, Ziff. III.B.5). Auszugehen sei von einem Nettoeinkommen von 
CHF 1'187.10 (Unterstützungsgelder der Wohnsitzgemeinde), allerhöchstens aber 
in der Grössenordnung von CHF 3'000.00 bis CHF 3'500.00 (act. A.1, Ziff. III.B.7). 
Soweit die Ehefrau damit die Höhe des von der Vorinstanz angenommenen hypo-
thetischen Einkommens beanstandet, kann auf ihre Rüge nicht eingetreten wer-
den. Die Ehefrau hat sich als Berufungsklägerin sachbezogen mit der Begründung 
des angefochtenen Entscheids im Einzelnen auseinanderzusetzen. Ungenügend 
ist eine pauschale Kritik am angefochtenen Entscheid. Es ist konkret aufzuzeigen, 
weshalb und in welchen Belangen der angefochtene Entscheid als fehlerhaft er-
achtet wird und welche Dokumente diese Argumentation stützen (Peter 
Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-
mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, 
N 34 ff. zu Art. 311 ZPO m.w.H.). Die Ehefrau hat sich in ihrer Berufung mit den 
entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz und deren ausführlicher Begründung 
zur Höhe des hypothetischen Einkommens (act. B.1, E. 4.3.4) in keiner Weise 
auseinandergesetzt. Auf die Rüge ist daher mangels Begründung nicht einzutre-
ten.

Selbst wenn auf die Rüge eingetreten werden könnte, erweist sie sich als unbe-
gründet: Die Vorinstanz hat eingehend dargelegt (vgl. act. B.1, E. 4.3.2), weshalb 
sie von einem monatlichen Nettoeinkommen in Höhe von CHF 5'500.00 ausge-
gangen ist. Sie kam zum Schluss, dass – ausgehend vom bekannten Bruttoein-
kommen der Ehefrau bei der H._____ in Höhe von CHF 6'067.00 (inkl. 13. Mo-
natslohn, zuzüglich Bonus) – das monatliche Nettoeinkommen bei der H._____ 
mangels entsprechender Lohnabrechnungen auf CHF 5'500.00 festzusetzen sei. 
Die Erzielung eines solchen Einkommens sei auch zukünftig möglich, zum einen 
aufgrund der fundierten Berufserfahrung der Ehefrau, welche ihr insbesondere in 

16 / 34

der Vergangenheit die Erzielung eines noch höheren Einkommens ermöglich ha-
be, und zum anderen auch aufgrund der vom Ehemann ins Recht gelegten Stelle-
ninserate (RG act. IV.59). Bei der kaufmännischen Tätigkeit und dem Verkauf 
handelt es sich zudem nicht um Branchen, in welchen sich die Anforderungen in 
der Zeitspanne der Arbeitslosigkeit der Ehefrau massgeblich verändert hätten. 
Gegenteiliges wird von der Ehefrau denn auch nicht geltend gemacht. Dass sich 
die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwischenzeitlich anderweitig entscheiderheb-
lich geändert hätte, ist nicht ersichtlich und wird auch von der Ehefrau ebenfalls 
nicht geltend gemacht. Zu berücksichtigen ist im Weiteren, dass an die Erwerbs-
kraft der Ehefrau im Verhältnis zu minderjährigen Kindern, insbesondere bei en-
gen finanziellen Verhältnissen, besonders hohe Anforderungen zu stellen sind 
(BGE 147 III 265 E. 7.4; BGE 137 III 118 E. 3.1; BGer 5A_806/2016 v. 22.2.2017 
E. 4). Die Ehefrau hat daher alles daran zu setzen, auf dem Arbeitsmarkt wieder 
Fuss zu fassen und ein Einkommen im genannten Bereich zu erzielen. Dafür 
sprechen namentlich auch das Alter der Ehefrau (47 Jahre) sowie ihre bisherigen 
Aus- und Weiterbildungen und beruflichen Erfahrungen sowie die Tatsache, dass 
sie über ein maximales Mass an persönlicher und geographischer Flexibilität ver-
fügt, zumal C._____ beim Ehemann wohnt und, abgesehen von den gerichtsübli-
chen Besuchs- und Ferienzeiten der Mutter, auch von diesem betreut wird.

4.4.1.4. Wie ausgeführt, greifen die Kriterien der Möglichkeit und Zumutbarkeit bei 
der Beurteilung des hypothetischen Einkommens ineinander. Ob beide Vorausset-
zungen gegeben sind, ist letztlich, wie bereits dargelegt, das Ergebnis eines itera-
tiven Prozesses. Die Ehefrau macht in der Berufung nicht geltend, die Erzielung 
des von der Vorinstanz festgestellten hypothetischen Einkommens sei unzumut-
bar. Solches ist denn auch nicht ersichtlich, zumal die Zumutbarkeit aufgrund der 
genannten Kriterien – Alter, bisherige Aus- und Weiterbildungen, bisherige Tätig-
keiten, persönliche und geographische Flexibilität, Lage auf dem Arbeitsmarkt – 
ohne Weiteres zu bejahen ist. Dass insbesondere ihr Gesundheitszustand einer 
entsprechenden Tätigkeit entgegenstünde, macht die Ehefrau zu Recht ebenfalls 
nicht geltend.

4.4.1.5. An den vorstehenden Ausführungen ändert auch das Schreiben der Ehe-
frau vom 27. August 2019 (act. D.3), mit welchem diese die sie betreffende Ein-
stellungsverfügung wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten einreichte 
(act. B.3) nichts. Welche rechtserheblichen Tatsachen damit bewiesen werden 
sollen, ist unerfindlich. Hätte die Ehefrau damit die vorinstanzlichen Erwägungen 
kritisieren wollen, hätte sie auch im Anwendungsbereich der umfassenden Unter-
suchungsmaxime infolge der Begründungspflicht (Art. 310 lit. a und b sowie 

17 / 34

Art. 311 Abs. 1 ZPO) darlegen müssen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid 
rechtsfehlerhaft gewesen sein soll (BGer 5A_800/2019 v. 9.2.2021 E. 5.1, nicht 
publ. in: BGE 147 III 301).

4.4.1.6. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Ehefrau die Erzielung eines 
monatlichen Nettoeinkommens von CHF 5'500.00 sowohl möglich als auch zu-
mutbar ist und ihr entsprechend ein hypothetisches Erwerbseinkommen in dieser 
Höhe anzurechnen ist. 

4.4.2. Mietzinseinnahmen

Als weiterer Bestandteil des Einkommens der Ehefrau berücksichtigte die Vor-
instanz CHF 560.00 als Ertrag bzw. als Nettomietzinseinnahmen aus ihrer Liegen-
schaft in G._____ (act. B.1, E. 4.3.5 mit Verweis auf RG act. II.25, Formular 7 
[Proz. Nr. 135-2015-314]; Bruttoerlös von CHF 8'400.00 ./. Unterhaltskosten von 
CHF 1'680.00 / 12).

Hiergegen wendet die Ehefrau mit Berufung das Folgende ein: Der Ehemann ha-
be sie betreffend Unterhaltszahlungen betrieben. Die Arbeitslosengelder sowie die 
Mietzinseinnahmen an der Wohnung in G._____ seien gepfändet worden. Diese 
Beträge hätten nicht ausgereicht, um sämtliche Schulden abzutragen. Soweit ihre 
Grundstücke (Wohnhaus in F._____ und ½ Miteigentumsanteil in G._____) nicht 
bereits gepfändet seien, dürfte dies nächstens der Fall sein und würden dann zur 
Verwertung kommen. Von diesem Erlös werde die Ehefrau nach menschlichem 
Ermessen nichts erhalten; sie könne froh sein, wenn damit sämtliche Schulden 
gedeckt seien, was indessen eher unwahrscheinlich sei (act. A.1, Ziff. III.B.6).

Unbestritten ist, dass die Ehefrau Eigentümerin eines (selbstbewohnten) Wohn-
hauses in F._____ sowie zu ½ Miteigentümerin an einem Haus in G._____ (Ge-
meinde G._____) ist. Ebenfalls unstrittig ist, dass das Wohnhaus der Ehefrau in 
F._____ gepfändet wurde (vgl. act. A.2, Rz. 34). Die Ehefrau spricht selbst ledig-
lich von der Möglichkeit einer künftigen Pfändung des fraglichen Miteigentumsan-
teils am Haus in G._____. Näheres darzulegen unterliess sie. Diese Ausführungen 
reichen nicht aus, um von der vorinstanzlichen Anrechnung der entsprechenden 
Mietzinseinnahmen abzusehen. Dass eine Pfändung zwischenzeitlich erfolgt wäre, 
ist nicht geltend gemacht. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass die (anwalt-
lich vertretene) Ehefrau auch unter Geltung der Untersuchungsmaxime eine Mit-
wirkungspflicht trifft, insbesondere bei der Sachverhaltsabklärung. Entsprechend 
ist der vorinstanzliche Entscheid auch in Bezug auf die angerechneten Nettomiet-
zinseinnahmen als Einkommen der Ehefrau nicht zu beanstanden. Auf die Ein-

18 / 34

wände des Ehemannes, wonach es sich bei der entsprechenden Behauptung be-
treffend Wegfall der Mietzinseinnahmen um ein unzulässiges Novum handle und 
wonach der Ehefrau auch bei einem allfälligen selbstverschuldeten Verlust der 
Mietzinseinnahmen selbige hypothetisch anzurechnen wären (act. A.2, Rz. 35 f.), 
ist daher nicht weiter einzugehen (vgl. indes zur Zulässigkeit von Noven vorste-
hend E. 1.4, ferner E. 4.3).

4.4.3. Fazit Einkommen Ehefrau

Insgesamt ist der Ehefrau mit der Vorinstanz ein hypothetisches Einkommen von 
CHF 5'500.00 zzgl. CHF 560.00 an Nettomietzinseinnahmen anzurechnen. Mithin 
ist der Unterhaltsberechnung ein Einkommen seitens der Ehefrau von 
CHF 6'060.00 zugrunde zu legen. 

4.5. Einkommen C._____

Die Feststellungen der Vorinstanz in Bezug auf das Einkommen des Kindes blie-
ben unbeanstandet (vgl. act. A.1; act. B.1, E. 4.5 ff.). Sie erweisen sich denn auch 
als korrekt und sind zu übernehmen. Damit ist als Einkommen von C._____ die 
Familienzulage von CHF 220.00 (Kinderzulage) bzw. ab dem 1. Oktober 2031 von 
CHF 270.00 (Ausbildungszulage) zu berücksichtigen. 

4.6. Bedarf Ehemann

Die Vorinstanz berechnete den monatlichen Bedarf des Ehemannes in den Pha-
sen I bis III auf CHF 2'754.00 (Notbedarf: Grundbetrag CHF 1'350.00; Wohnkos-
ten(-anteil) CHF 900.00; Wohnnebenkosten(-anteil) CHF 67.00; Parkplatz 
CHF 0.00; Krankenkasse CHF 290.00; Zuschlag auswärtige Verpflegung 
CHF 147.00) bzw. auf CHF 3'324.00 (familienrechtliches Existenzminimum erwei-
tert um die laufende Steuerlast von CHF 400.00 und Vorsorgeunterhalt von 
CHF 170.00; act. B.1, E. 4.5 ff.). In der Phase IV erhöhte die Vorinstanz infolge 
der Ausdehnung der Erwerbstätigkeit des Ehemannes auf 100 % den Zuschlag für 
die auswärtige Verpflegung auf CHF 170.00 und die Steuerlast auf CHF 450.00. 
Zudem liess sie den Vorsorgeunterhalt entfallen. Neu belief sich der Bedarf des 
Ehemannes auf CHF 2'777.00 bzw. CHF 3'227.00 (erweitert um Steuerlast).

Sämtliche Bedarfspositionen des Ehemannes blieben im Berufungsverfahren un-
bestritten und sind zu übernehmen. Was die Steuern anbelangt, so sind allfällige 
Veränderungen – insbesondere aufgrund des Wegfalls des (eher) geringen nach-
ehelichen Unterhalts – vernachlässigbar, zumal es sich bei der berücksichtigten 

19 / 34

Steuerlast ohnehin lediglich um einen Annäherungswert handelt (vgl. act. B.1, 
E. 4.5).

4.7. Bedarf Ehefrau

Den Notbedarf der Ehefrau bezifferte die Vorinstanz in allen vier Phasen auf 
CHF 2'319.00 (Grundbetrag CHF 1'200.00; Wohnkosten CHF 480.00; Wohnne-
benkosten CHF 300.00; Krankenkasse CHF 216.00; Versicherungen i.Z.m. Haus 
CHF 123.00) und das um die laufenden Steuern (CHF 400.00) erweiterte familien-
rechtliche Existenzminium auf CHF 2'719.00 (act. B.1, E. 4.5 ff.).

Mit Berufung beanstandet die Ehefrau die Wohnkosten. Das Wohnhaus in 
F._____ "dürfte" nächstens zur Versteigerung gelangen. Sie habe dort somit aus-
zuziehen. Bei ihrem Bedarf seien deshalb höhere Wohnkosten zu berücksichtigen, 
und zwar in Höhe von CHF 1'200.00 (act. A.1, Ziff. III.B.8). Diesbezüglich kann 
vorab auf die Erwägungen zum Einkommen der Ehefrau verwiesen werden (vor-
stehend E. 4.4.2). Alsdann ist zwar unstrittig, dass das Wohnhaus in F._____ ge-
pfändet wurde (act. A.2, Rz. 34). Der Ehemann seinerseits machte indes geltend, 
keiner der Gläubiger habe die Verwertung verlangt. Dass diese mittlerweile erfolgt 
wäre, ist nicht geltend gemacht. Diesbezüglich ist wiederum darauf hinzuweisen, 
dass die (anwaltlich vertretene) Ehefrau auch unter Geltung der Untersuchungs-
maxime eine Mitwirkungspflicht trifft, insbesondere bei der Sachverhaltsabklärung. 
Die von der Vorinstanz berücksichtigten Wohnkosten und Wohnnebenkosten sind 
daher zu übernehmen. Auf die Ausführungen des Ehemannes zu den Wohnkosten 
braucht in der Folge nicht näher eingegangen zu werden (vgl. act. A.2, Rz. 37 ff.). 

Soweit die Ehefrau weiter pauschal vorträgt, "[b]ei richtiger Betrachtung liegt ihr 
Bedarf bei ca. CHF 3'100.00 bis CHF 3'500.00", ist darauf mangels Begründung 
nicht einzutreten (act. A.1, Ziff. III.B.8). 

Allerdings ist der Ehefrau aus Gründen der Gleichbehandlung von Amtes wegen 
ein Zuschlag für Berufsauslagen von mutmasslich CHF 170.00 pro Monat in ihrem 
Bedarf zuzugestehen, da ihr mit vorliegendem Erkenntnis (hypothetische) Ein-
nahmen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit anzurechnen sind. Alles andere wä-
re inkonsequent (vgl. zum Bedarf des Ehemannes vorstehend E. 4.6). Was die 
Steuern anbelangt, so gilt grundsätzlich das bereits Gesagte (vorstehend E. 4.6); 
allfällige Veränderungen aufgrund der Anpassungen bei den Unterhaltsbeträgen 
fallen geringfügig aus und sind daher vernachlässigbar, zumal es sich bei der 
berücksichtigen Steuerlast ohnehin lediglich um einen approximativen Annähe-

20 / 34

rungswert handelt (vgl. act. B.1, E. 4.5). Entsprechend beläuft sich der Bedarf der 
Ehefrau (inkl. Steuerlast) in allen Phasen auf CHF 2'889.00.

4.8. Bedarf C._____ Max

Den erweiterten Bedarf von C._____ bezifferte die Vorinstanz mit CHF 1'914.00 
(Phase I: Grundbetrag CHF 400.00; Wohnkosten(-anteil) CHF 450.00; Wohnkos-
tennebenkosten(-anteil) CHF 33.00; Krankenkasse CHF 78.00; Kita CHF 753.00; 
Steuern CHF 200.00), CHF 1'761.00 (Phase II: neu Grundbetrag CHF 600.00 und 
neu Kita bzw. Schultagesstruktur CHF 400.00) bzw. CHF 1'361.00 (Phase III und 
IV: neu Kita bzw. Schultagesstruktur CHF 0.00; act. B.1, E. 4.5 ff.).

Sämtliche Bedarfspositionen des Sohnes blieben im Berufungsverfahren unbestrit-
ten. Die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz sind zu übernehmen. Was 
die Steuerlast von C._____ betrifft, so schied die Vorinstanz korrekt einen eigenen 
Steueranteil für ihn aus (vgl. BGE 147 III 457 E. 4.2; 147 III 265 E. 7.2; ferner 
KGer GR ZK1 20 121 E. 4.8.7, 4.9). Betreffend allfällige geringe Änderungen im 
Unterhaltsbetrag gilt das Gesagte (vorstehend E. 4.6 f.; vgl. auch vgl. act. B.1, 
E. 4.5).

4.9 Vermögen der Familie

Das Vermögen der Familie ist für die Unterhaltsberechnung vernachlässigbar.

5. Konkrete Unterhaltsberechnung

5.1. Überschussverteilung

5.1.1. Beide Ehegatten erzielen, wie von der Vorinstanz errechnet, in allen Unter-
haltsphasen einen Überschuss; dies gilt auch nach Deckung des Mankos von 
C._____ (vgl. nachstehend E. 5.3; act. B.1, E. 4.5 ff.). Eine Sparquote wurde nicht 
geltend gemacht. Die Vorinstanz sprach dem Ehemann nachehelichen Unterhalt 
zu und verteilte in der Konsequenz den Überschuss folgerichtig nach grossen und 
kleinen Köpfen (act. B.1, E. 4.5 ff.). Ein derartiges (schematisches) Vorgehen, wie 
es bei verheirateten Eltern zur koordinierten Berechnung von Ehegatten- und Kin-
desunterhalt üblich ist, erscheint in casu allerdings nicht mehr sachgerecht. Denn 
dem Ehemann ist mit vorliegendem Erkenntnis kein nachehelicher Unterhalt mehr 
zuzugestehen (vorstehend E. 3). Er hat dementsprechend keinen Anspruch auf 
eine Beteiligung am Überschuss der Ehefrau, womit sich die Leistungsfähigkeit 
der Ehefrau erhöht, während diejenige des Ehemannes auf seinen eigenen Über-
schuss (CHF 469.00 [Phase I-III] bzw. CHF 1'505.00 [ab Phase IV]) beschränkt 

21 / 34

bleibt. Selbst nach Deckung des Mankos von C._____ verbleibt der Ehefrau ein 
Überschuss von CHF 1'477.00 (Phase I), CHF 1'630.00 (Phase II), CHF 2'030.00 
(Phase III) bzw. CHF 2'050.00 (ab Phase IV) was – zumindest in den Phasen I bis 
III dem drei- bis vierfachen des Überschusses des Ehemannes entspricht. Sie ist 
daher wesentlich leistungsfähiger als der Ehemann, der seinen Anteil am Unter-
halt durch die Betreuung bereits in natura erbringt. Somit besteht kein Anlass für 
eine Abweichung vom Grundsatz, dass der nicht die Obhut innehabende Elternteil 
alleine für den geldwerten Unterhalt des Kindes aufzukommen hat. Bei dieser 
Sachlage drängt es sich auf, wie bei unverheirateten Eltern den Überschussanteil 
des Kindes nur anhand des eigenen Überschusses des Unterhaltsschuldners zu 
bestimmen (BGer 5A_102/2019 v. 12.12.2019 E. 5.4; 5A_1032/2019 v. 6.9.2020 
E. 5.6). Der Ehemann muss sich mit seinem Überschuss (der seinen rechneri-
schen Anteil [2/5] am Gesamtüberschuss nota bene nicht erreicht) nicht am Bar-
unterhalt von C._____ beteiligen, weshalb er bei der Berechnung des Barunter-
halts für C._____ konsequenterweise unberücksichtigt bleiben muss. Im Gegen-
zug ist der verbleibende Überschuss der Ehefrau nur auf diese (2/3) und C._____ 
(1/3) zu verteilen. (vgl. zum Ganzen mit vertiefen Ausführungen KGer GR ZK1 18 
85 v. 22.12.2021 E. 2.1.5, 2.9, insb. auch 2.9.2).

Des Weiteren drängt sich auch mit Blick auf das gerichtsübliche Besuchs- und 
Ferienrecht der Mutter als barunterhaltspflichtiger Elternteil keine Anpassung der 
soeben dargelegten Überschussverteilung auf (vgl. hierzu auch 
KGer GR ZK1 18 85 v. 22.12.2021 E. 2.9.3). Ebenso wenig erscheint eine Limitie-
rung des zu verteilenden Überschusses aufgrund der Höhe desselben geboten, 
namentlich liegen keine weit überdurchschnittlich guten Verhältnisse vor (vgl. 
BGer 5A_52/2021 v. 25.10.2021 E. 3.1, 7.2 f.).

5.1.2. Anzumerken bleibt, dass die Vorinstanz C._____ zu Unrecht einen Über-
schussanteil auch über das Erreichen der Volljährigkeit hinaus zusprach (BGE 147 
III 265 E. 7.2 f.; act. B.1, E. 4.8). Dies ist von Amtes wegen zu korrigieren (nach-
stehend E. 5.3.4).

5.2. Betreuungsunterhalt

Betreuungsunterhalt sprach die Vorinstanz zu Recht nicht zu. Der Ehemann ver-
mag seine Lebenshaltungskosten mit seinem eigenen Einkommen stets ohne 
Weiteres zu decken (vgl. act. B.1, E. 4.5 ff.; vor- und nachstehend E. 4.3, 4.6, 5.3).

22 / 34

5.3. Konkrete Unterhaltsansprüche

Wenngleich die Berufung der Ehefrau in Bezug auf die Berechnungsparameter 
"Einkommen" und "Bedarf" abzuweisen ist, erfordert der Wegfall des nacheheli-
chen Unterhaltes eine neue Berechnung des Kindesunterhaltes. Unter Berücksich-
tigung des zuvor Ausgeführten ergeben sich damit folgende Unterhaltsansprüche 
(der Ehemann ist lediglich der Vollständigkeit halber ebenfalls aufzuführen):

5.3.1. Phase I (bis 30. September 2025 [Vollendung des zehnten Lebensjahrs von 
C._____]):

Ehemann C._____ Ehefrau total

Einkommen CHF 3'793 CHF 220 CHF 6'060 CHF 10'073

davon total Ehefrau / C._____ CHF 6'280

Bedarf CHF 3'324 CHF 1'914 CHF 2'889 CHF 8'127

davon total Ehefrau /C._____ CHF 4'803

Überschuss/Manko I CHF 469 -CHF 1'694 CHF 3'171 CHF 1'946

davon total Ehefrau / C._____ CHF 1'477

Barunterhalt
(ohne Überschussanteil)

CHF 1'694 CHF 1'694

Betreuungsunterhalt CHF 0 CHF 0

Überschuss/Manko II CHF 469 CHF 0 CHF 1'477 CHF 1'946

Anspruch Überschuss Ehefrau / 
C._____

CHF 492 CHF 985 CHF 1'477

Unterhaltsbeitrag
an C._____

CHF 2'186 CHF 2'186

5.3.2. Phase II (ab 01. Oktober 2025 bis 31. Juli 2028 [Eintritt C._____ in die 
Oberstufe]):

Ehemann C._____ Ehefrau total

Einkommen CHF 3'793 CHF 220 CHF 6'060 CHF 10'073

davon total Ehefrau / C._____ CHF 6'280

Bedarf CHF 3'324 CHF 1'761 CHF 2'889 CHF 7'974

23 / 34

davon total Ehefrau / C._____ CHF 4'650

Überschuss/Manko I CHF 469 -CHF 1'541 CHF 3'171 CHF 2'099

davon total Ehefrau / C._____ CHF 1'630

Barunterhalt
(ohne Überschussanteil)

CHF 1'541 CHF 1'541

Betreuungsunterhalt CHF 0 CHF 0

Überschuss/Manko II CHF 469 CHF 0 CHF 1'630 CHF 2'099

Anspruch Überschuss Ehefrau / 
C._____

CHF 543 CHF 1'087 CHF 1'630

Unterhaltsbeitrag
an C._____

CHF 2'084 CHF 2'084

5.3.2. Phase III (ab 01. August 2028 bis 30. September 2031 [Vollendung des 
16. Lebensjahrs von C._____]):

Ehemann C._____ Ehefrau total

Einkommen CHF 3'793 CHF 220 CHF 6'060 CHF 10'073

davon total Ehefrau / Kind CHF 6'280

Bedarf CHF 3'324 CHF 1'361 CHF 2'889 CHF 7'574

davon total Ehefrau /C._____ CHF 4'250

Überschuss/Manko I CHF 469 -CHF 1'141 CHF 3'171 CHF 2'499

davon total Ehefrau / C._____ CHF 2'030

Barunterhalt
(ohne Überschussanteil)

CHF 1'141 CHF 1'141

Betreuungsunterhalt CHF 0 CHF 0

Überschuss/Manko II CHF 469 CHF 0 CHF 2'030 CHF 2'499

Anspruch Überschuss Ehefrau / 
C._____

CHF 676 CHF 1'354 CHF 2'030

Unterhaltsbeitrag
an C._____

CHF 1'817 CHF 1'817

24 / 34

5.3.3. Phase IV (ab 01. Oktober 2031 bis zum 30. September 2033 [Erreichen der 
Volljährigkeit von C._____]):

Ehemann C._____ Ehefrau total

Einkommen CHF 4'732 CHF 270 CHF 6'060 CHF 11'062

davon total Ehefrau / C._____ CHF 6'330

Bedarf CHF 3'227 CHF 1'361 CHF 2'889 CHF 7'477

davon total Ehefrau / C._____ CHF 4'250

Überschuss/Manko I CHF 1'505 -CHF 1'091 CHF 3'171 CHF 3'585

davon total Ehefrau / C._____ CHF 2'080

Barunterhalt
(ohne Überschussanteil)

CHF 1'091 CHF 1'091

Betreuungsunterhalt – –

Überschuss/Manko II CHF 1'505 CHF 0 CHF 2'080 CHF 3'585

Anspruch Überschuss Ehefrau / 
C._____

CHF 693 CHF 1'387 CHF 2'080

Unterhaltsbeitrag
an C._____

CHF 1'784 CHF 1'784

Wie im Rahmen der Grundlagen der Unterhaltsberechnung erwähnt, begründete 
die Vorinstanz ab dem 1. Oktober 2031 (Vollendung des 16. Lebensjahres von 
C._____) bis zum Erreichen der Volljährigkeit von C._____ bzw. bis zum 30. Sep-
tember 2033 die vierte Phase. Diese Phase war in der vorinstanzlichen Berech-
nung wichtig, da sich ab diesem Zeitpunkt das Einkommen des Ehemannes von 
CHF 3'793.00 (80 %) auf CHF 4'732.00 (100 %) erhöhte, was sich wiederum auf 
den Überschuss der Familie auswirkte (vgl. act. B.1, E. 4.8). Nach Wegfall des 
nachehelichen Unterhaltsanspruches des Ehemannes und damit einhergehend 
dem Wegfall der Berücksichtigung seines Überschussanteiles (vorstehend 
E. 5.1.1) besteht im konkreten vorliegenden Fall die einzige Veränderung der 
Phase IV zur Phase III in der Erhöhung der Familienzulage von C._____ um 
CHF 50.00 (Wechsel zur Ausbildungszulage). Grundsätzlich könnte auf diese Er-
höhung verzichtet werden, um unnötige Phasenbildungen zu vermeiden. Da indes 
– entgegen der Vorinstanz – ohnehin eine zusätzliche Phase nach Erreichen der 
Volljährigkeit auszuscheiden ist (vgl. vor- und nachstehend E. 4.4.2, 5.1.2, 5.3.4) 

25 / 34

und in dieser Phase der Wechsel zur Ausbildungszulage immerhin die genannten 
CHF 50.00 pro Monat ausmacht, rechtfertigt es sich die Phase IV beizubehalten.

5.3.4. Infolge des Wegfalles des Anspruches von C._____ auf Beteiligung an ei-
nem Überschuss ab Erreichen der Volljährigkeit bzw. ab dem 1. Oktober 2033 bis 
zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung drängt sich die Bildung einer 
Phase V auf. In Letzterer verringert sich der Unterhalt für C._____ – unter Beibe-
haltung sämtlicher Parameter gemäss der Phase IV – ab Erreichen der Volljährig-
keit bzw. ab dem 1. Oktober 2033 um den Überschussanteil von CHF 693.00 auf 
CHF 1'091.00 (vgl. hierzu vorstehend E. 5.1.2 m.H.).

6. Modalitäten und Beginn der Unterhaltspflicht

6.1. Die Zahlungsmodalitäten sind grundsätzlich entsprechend der Vorinstanz 
zu übernehmen (vgl. act. B.1, Dispositivziffer 6).

6.2. Schliesslich ist die Indexklausel des vorinstanzlichen Entscheids angepasst 
an den aktuellen Stand (September 2022, 104.6 Punkte [Basis Dezember 2020 = 
100 Punkte]; erstmalige Anpassung 1. Januar 2024) grundsätzlich zu bestätigen 
(vgl. act. B.1, Dispositivziffer 7).

6.3. Alsdann ist der dies a quo für den Kindesunterhalt bzw. der Beginn der Un-
terhaltspflicht gemäss Phase I festzulegen. Grundsätzlich beginnt die Beitrags-
pflicht im Zeitpunkt des Eintritts der formellen Rechtskraft des Scheidungsurteils. 
Im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens kann das Sachgericht dem Pflichti-
gen rückwirkend auf den Zeitpunkt des Eintritts der Teilrechtskraft (im Schei-
dungspunkt) eine Unterhaltspflicht auferlegen, und zwar unabhängig von der Fra-
ge, ob für die Zeit nach Eintritt der Teilrechtskraft schon gestützt auf einen Mass-
nahmeentscheid eine Unterhaltspflicht besteht (vgl. BGE 142 III 193 E. 5.3 = 
Pra 2017 Nr. 18 m.H.). Bei Bestehen einer vorsorglichen Massnahme ist jedoch 
eine rückwirkende Zusprechung eines tieferen Unterhaltsbeitrages ausgeschlos-
sen. Wie eingangs erwähnt, besteht eine vorsorgliche Unterhaltsverpflichtung der 
Ehefrau gegenüber C._____ in Höhe von CHF 1'000.00 (vgl. Proz. Nr. 135-2015-
314; 135-2017-47; KGer GR ZK1 17 146 v. 26.9.2018; BGer 5A_979/2018 v. 
7.12.2018). Der Scheidungspunkt erwuchs am 22. August 2019 in Rechtskraft. Da 
der Unterhaltsbeitrag vorliegend höher ausfällt als im Rahmen des vorsorglichen 
Massnahmeentscheids bestünde theoretisch die Möglichkeit einer rückwirkenden 
Festlegung des dies a quo auf den 1. September 2019 zugunsten des minderjäh-
rigen Kindes. Hier ist allerdings bereits angesichts der Höhe des von der Ehefrau 
bis Rechtskraft dieses Urteils noch zu leistenden vorsorglichen Unterhalts an den 

26 / 34

Ehemann, trotz der langen Verfahrensdauer, nicht vom Grundsatz abzuweichen. 
Hinzu kommt, dass der Ehefrau – in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids 
und in Abweisung der Berufung der Ehefrau gegen diesen Punkt – ein hypotheti-
sches Einkommen anzurechnen ist. Die Unterhaltsregelung gemäss dem vorlie-
genden Urteil hat somit ab Eintritt der Rechtskraft desselben zum Tragen zu 
kommen. Dass vor diesem Hintergrund, mit der Vorinstanz, von der Gewährung 
einer Übergangsfrist für die Anrechnung des hypothetischen Einkommens der 
Ehefrau abzusehen ist, erklärt sich von selbst (vgl. act. B.1, E. 4.3.4).

6.4. Die Vorinstanz sprach den Kindesunterhalt bis zum Abschluss einer ordent-
lichen Erstausbildung von C._____ zu (act. B.1, E. 4.8). Es besteht kein Anlass die 
Unterhaltsdauer von Amtes wegen zu kürzen (vgl. auch KGer GR ZK1 19 101 v. 
23.12.2021 E. 4.5 m.H.; BGer 5A_382/2021 v. 20.4.2022 E. 8 [zur Publ.]). Dass 
C._____ allerdings ab Erreichen der Volljährigkeit entgegen der Vorinstanz kein 
Überschussanteil mehr zuzugestehen ist, ist bereits dargetan (vorstehend 
E. 5.1.2, 5.3.4 m.N.).

7. Fazit

Im Ergebnis ist die Berufung der Ehefrau teilweise gutzuheissen und die Ziffern 6, 
7 und 8 des angefochtenen Entscheids sind aufzuheben. Auf die zusätzlich bean-
standeten erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen ist sogleich nach-
stehend einzugehen. Im Übrigen ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf ein-
zutreten ist.

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.1. Erstinstanzliche Prozesskosten

8.1.1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 
ZPO). Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Ge-
richtskosten als auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der 
unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden 
die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 
ZPO). In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht von diesen Verteilungs-
grundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 
Abs. 1 lit. c ZPO).

8.1.2. Die Vorinstanz legte die Gerichtskosten auf CHF 18'040.00 fest (Verfah-
renskosten CHF 10'000.00, Gutachterkosten CHF 8'040.00), was die Parteien 

27 / 34

nicht beanstanden und zu bestätigen ist. Zur Kostenverteilung erwog die Vor-
instanz, der Ehemann obsiege sowohl mit seinen Anträgen bezüglich der Kinder-
belange, namentlich hinsichtlich der Obhut und des Unterhalts, wie auch mit sei-
nem Begehren im Zusammenhang mit dem nachehelichen Unterhalt mehrheitlich. 
Der Scheidungspunkt, das Güterrecht und die Regelung der beruflichen Vorsorge 
seien hingegen ausgeglichen. Unter Berücksichtigung der Kostenverteilung nach 
Ermessen, namentlich in familienrechtlichen Angelegenheiten, erachte das Gericht 
eine Verlegung der Kosten von einem Fünftel zulasten des Ehemannes und zu 
vier Fünfteln zulasten der Ehefrau für angemessen (act. B.1, E. 7.1, insb. mit Ver-
weis auf Art. 107 lit. c ZPO).

8.1.3. Für den Fall der Gutheissung der Berufung verlangt die Ehefrau eine Kos-
tenverteilung von ¾ (Ehemann) zu ¼ (sie selbst; act. A.1, Ziff. III.B.13). Darüber 
hinaus ficht die Ehefrau die Kosten- und Entschädigungsregelung der Vorinstanz 
unabhängig vom Ausgang des Berufungsverfahrens an. Sie hält dafür, die Vor-
instanz habe nicht beachtet, dass der Ehemann in güterrechtlicher Hinsicht noch 
anlässlich der Hauptverhandlung eine grössere Forderung gegenüber der Ehefrau 
gestellt habe, wie auch in Bezug auf die BVG. Auch wenn die Parteien sich darü-
ber anlässlich der Hauptverhandlung gütlich geeinigt hätten, sei dies bei der Kos-
tenverteilung zu berücksichtigen. Selbst wenn die Berufung abgewiesen werden 
sollte, seien die Kosten daher hälftig aufzuteilen (act. A.1, Ziff. III.B.13). Der Ehe-
mann verlangt die Bestätigung des erstinstanzlichen Kosten- und Entschädi-
gungsentscheids (act. A.2, Rz. 57 ff.).

8.1.4. Unter Berücksichtigung der im Berufungsverfahren erfolgten Korrekturen 
obsiegt die Ehefrau mit ihren erstinstanzlichen Anträgen neu betreffend nacheheli-
chem Unterhalt, betreffend Kindesunterhalt unterliegt sie demgegenüber nach wie 
vor. Was die übrigen Punkte anbelangt so gilt das Folgende: Zu Recht wertete die 
Vorinstanz das Obsiegen bzw. Unterliegen der Parteien im Scheidungspunkt als 
ausgeglichen. Was die güterrechtliche Auseinandersetzung und die berufliche 
Vorsorge anbelangt, so ist das Ergebnis ebenfalls mit der Vorinstanz als ausgegli-
chen zu betrachten. Daran ändern die Einwände der Ehefrau nichts. In Bezug auf 
das Güterrecht weist der Ehemann zu Recht darauf hin, dass die Ehefrau selbst 
bis zur Hauptverhandlung einen Betrag von CHF 20'000.00 forderte (RG act. II.4, 
II.6; ferner RG act. X.1, S. 2 ff.). Hinsichtlich der beruflichen Vorsorge verlangte 
der Ehemann bis zur Einigung der Parteien vor Schranken die gesetzliche Teilung 
(RG act. II.3, II.5, II.7; RG act. X.1, X.2); die Ehefrau beantragte stets einen Ver-
zicht auf Teilung (RG act. II.2, II.4, II.6; ferner RG act. X.1, S. 2 ff.). Wie die Vor-
instanz im Protokoll der Hauptverhandlung festhält (RG act. X.1, S. 4 f.), unterliess 

28 / 34

es die Ehefrau die diesbezüglich relevanten Unterlagen zu edieren (vgl. insb. Edi-
tionsbegehren RG act. II.7, Rz. 74; Beweisverfügung RG act. II.9; ferner 
RG act. III). Angesichts des ihr zustehenden Ermessens ist es mithin nicht zu be-
anstanden, wenn die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage nicht von einem Unter-
liegen des Ehemannes in besagtem Punkt ausging. Betreffend Obhutszuteilung 
unterliegt, wie die Vorinstanz zutreffend festhält, die Ehefrau. Zwar einigten sich 
die Parteien auch bezüglich der Obhutsfrage letztlich vor Schranken. Indessen 
hielt die Ehefrau ihre Anträge bezüglich Obhut bis zur Hauptverhandlung aufrecht, 
und zwar selbst nachdem ein umfassendes Gutachten der KJP Graubünden vor-
lag, dessen Ergebnis vollumfänglich mit dem Antrag des Vaters auf Zuteilung der 
alleinigen Obhut an ihn korrespondierte.

8.1.5. Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich, die vorinstanzlichen Prozesskos-
ten zu ¾ der Ehefrau (CHF 13'530.00) und zu ¼ dem Ehemann (CHF 4'510.00) 
aufzuerlegen. Zudem hat die Ehefrau dem Ehemann eine reduzierte Parteien-
tschädigung (½) zu bezahlen. Die vorinstanzlich zugesprochene Parteientschädi-
gung ist betreffend (gekürztem) Aufwand (72.33 Stunden) zu übernehmen, zumal 
sie denn auch nicht beanstandet wurde. Ebenso findet sich eine Honorarvereinba-
rung für den Stundenansatz bei den Akten (vgl. zum Ganzen act. B.1, E. 7.2; 
RG act. XI.7; RG act. XI.3-4). Dementsprechend ist die Ehefrau zu verpflichten, 
dem Ehemann eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 11'009.70 (inkl. ef-
fektive Spesen und MwSt. [8 % bzw. 7.7 %]) auszurichten.

8.1.6. Wenn wie vorliegend der kostenpflichtigen Partei die unentgeltliche Rechts-
pflege gewährt worden ist, gilt die von ihr zu leistende Parteientschädigung in der 
Regel von vornherein als uneinbringlich (Alfred Bühler; in: Hausheer/Walter 
[Hrsg.], Berner Kommentar zur ZPO, Band I, Bern 2012, N 67 zu Art. 122 ZPO). 
Für diesen Fall ist für die obsiegende unentgeltlich prozessführende Partei die 
vom Kanton zu bezahlende Entschädigung festzulegen (vgl. Art. 122 Abs. 2 Satz 1 
ZPO), was bei einem Stundenansatz von CHF 200.00 zu einer Entschädigung aus 
der Gerichtskasse von CHF 8'035.60 (½; inkl. Spesen und MwSt. [8 % bzw. 
7.7 %]) führt. Betreffend die Spesen rechtfertigt es sich wie die Vorinstanz für die 
unentgeltliche Rechtspflege nur die Pauschale von 3 % zu veranschlagen, indes-
sen sind entgegen der Vorinstanz nicht zusätzlich noch effektive Reisespesen zu 
vergüten (act. B.1, E. 7.2). Mit der Zahlung geht der Anspruch auf die Parteien-
tschädigung im entsprechenden Umfang auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 
Satz 2 ZPO). Infolge der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege gehen auch die 
weiteren nicht von der Parteienschädigung gedeckten Kosten der Rechtsvertre-

29 / 34

tung des Ehemannes von CHF 8'035.60 (½; inkl. Spesen und MwSt.) zulasten des 
Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

8.1.7. Der Ehefrau wurde ebenfalls vor Regionalgericht die unentgeltliche Rechts-
pflege gewährt. Die Entschädigung ihres Rechtsbeistandes ist gemäss der Vor-
instanz zu bestätigen (act. B.1, E. 7.5, Dispositivziffer 11 lit. e), zumal auch diese 
Entschädigung unangefochten blieb. Rechtsanwalt Pius Fryberg ist daher mit 
CHF 6'101.20 (inkl. Spesen und MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

8.2. Zweitinstanzliche Prozesskosten

8.2.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens belaufen sich auf CHF 6'000.00 (Art. 9 
VGZ [BR 320.210]). Die Ehefrau dringt mit ihrer Berufung im nachehelichen Un-
terhaltspunkt vollumfänglich durch. Die geringfügige Änderung im Kostenpunkt ist 
lediglich auf den Wegfall des nachehelichen Unterhalts zurückzuführen und nicht 
auf die selbständige Anfechtung der Kostenverteilung durch die Ehefrau. In Bezug 
auf den Kindesunterhalt unterliegt sie demgegenüber grundsätzlich, wobei zu ih-
ren Gunsten zu berücksichtigen ist, dass ab Erreichen der Volljährigkeit der Un-
terhaltsbeitrag deutlich tiefer ausfällt als noch vor Vorinstanz. Die übrigen Ände-
rungen im Betrag aufgrund der Neuberechnung sind für die Kostenverteilung ver-
nachlässigbar. Angesichts der Gegenüberstellung der jeweiligen beantragten und 
nunmehr zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge erscheint eine Kostentragung von 
¾ (Ehefrau) und ¼ (Ehemann) im Berufungsverfahren angemessen. Zudem hat 
die Ehefrau dem Ehemann eine reduzierte Parteientschädigung (½) zu bezahlen. 

8.2.2. Der Ehefrau wurde auch für das Berufungsverfahren unentgeltliche Rechts-
pflege gewährt (KGer GR ZK1 19 99). Daher gehen die ihr auferlegten Gerichts-
kosten zulasten des Kantons und sind aus der Gerichtskasse zu bezahlen 
(Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO). Vorbehalten bleibt die Rückforderung durch den Kos-
tenträger im Sinne von Art. 123 ZPO. 

Da die Ehefrau unterliegt, ist ihr unentgeltlicher Rechtsbeistand vom Kanton an-
gemessen zu entschädigen (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). Mangels Honorarnote ist 
der Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festzusetzen (Art. 5 Abs. 2 HV 
[BR 310.250]; Art. 105 Abs. 2 Satz 2 ZPO). Unter Berücksichtigung des notwendi-
gen Aufwands und der Schwierigkeit der Sache rechtfertigt es sich, den Aufwand 
für das Berufungsverfahren, inkl. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, auf 
15 Stunden zum reduzierten Ansatz von CHF 200.00 pro Stunde (Art. 5 HV 
[BR 310.250]) festzusetzten. Insgesamt resultiert damit eine Entschädigung von 
CHF 3'327.95 (inkl. 3 % Barauslagen und 7.7 % MwSt.). Diese geht zulasten des 

30 / 34

Kantons und ist aus der Gerichtskasse zu bezahlen. Vorbehalten bleibt die Rück-
forderung durch den Kostenträger im Sinne von Art. 123 ZPO.

8.2.3. Die unentgeltliche Rechtspflege befreit nicht von der Bezahlung einer Par-
teientschädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 2 ZPO; Art. 122 Abs. 1 lit. d 
ZPO), weshalb die unentgeltlich prozessführende und unterliegende Ehefrau dem 
Ehemann die durch die anwaltliche Vertretung entstandenen Kosten im Umfang 
von ½ zu ersetzen hat.

Der Rechtsvertreter des Ehemannes reichte eine Honorarnote ins Recht 
(act. G.1). Der Aufwand beläuft sich auf 25.58 Stunden à CHF 270.00 zzgl. effekti-
ve Spesen (CHF 205.20) und MwSt. Er erweist sich unter Berücksichtigung der 
umfangreichen Berufungsantwort und der Stellungnahme vom 24. Oktober 2019 
gerade noch als angemessen. Für den Stundenansatz liegt eine entsprechende 
Vereinbarung bei den Akten (RG act. XI.3-4). Die Ehefrau ist mithin zu verpflich-
ten, dem Ehemann eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 3'829.70 (½; 
inkl. Spesen und MwSt.) zu bezahlen.

Die dem Ehemann für das Berufungsverfahren mit Entscheid vom 16. März 2020 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege wurde auf dessen Antrag per 29. Oktober 
2020 (mit Wirkung ex nunc) widerrufen (KGer GR ZK1 19 118 u. ZK1 20 157). 
Hinsichtlich der Kosten des Berufungsverfahrens gilt zu beachten, dass der 
Hauptaufwand der Berufungsinstanz nach diesem Stichtag anfiel, weshalb es sich 
nicht rechtfertigt, die Gerichtskosten zulasten des Ehemannes einstweilen auf die 
Gerichtskasse zu nehmen. Demgegenüber sind die vorstehenden Aufwände des 
Rechtsvertreters des Ehemannes bereits im Zeitraum vom 13. Mai 2019 bis 
19. Februar 2020 entstanden (act. G.1). Da sich die Parteientschädigung voraus-
sichtlich als uneinbringlich erweist, ist daher die vom Kanton zu bezahlende Ent-
schädigung festzulegen (vgl. Art. 122 Abs. 2 Satz 1 ZPO), was bei einem Stun-
denansatz von CHF 200.00 zu einer Entschädigung aus der Gerichtskasse von 
CHF 2'867.55 (½; inkl. Spesen und MwSt.) führt. Betreffend die Spesen rechtfer-
tigt es sich, erneut für die unentgeltliche Rechtspflege nur die Pauschale von 3 % 
zu veranschlagen. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf die Parteientschädigung 
im entsprechenden Umfang auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 Satz 2 ZPO). 
Infolge der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege gehen auch die weiteren nicht 
von der Parteienschädigung gedeckten Kosten der Rechtsvertretung des Ehe-
mannes von CHF 2'867.55 (½; inkl. Spesen und MwSt.) zulasten des Kantons 
Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt. 

31 / 34

Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung von A._____ wird teilweise gutgeheissen und die Dispositivzif-
fern 6, 7, 8 und 11 des Entscheids des Regionalgerichts Landquart vom 
20. März 2019 werden aufgehoben.

2. A._____ wird verpflichtet, folgende monatliche Unterhaltsbeiträge für 
C._____  zu bezahlen:

- Phase I (ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils bis zur Vollendung des 
zehnten Lebensjahrs von C._____ bzw. bis zum 30. September 2025): 
CHF 2'186.00

- Phase II (ab 01. Oktober 2025 bis zum Eintritt von C._____  in die Ober-
stufe bzw. bis zum 31. Juli 2028): CHF 2'084.00

- Phase III (ab 01. August 2028 bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres 
von C._____  bzw. bis zum 30. September 2031): CHF 1'817.00

- Phase IV (ab Vollendung des 16. Lebensjahres von C._____ bzw. ab 
dem 01. Oktober 2031 bis zum Erreichen der Volljährigkeit von C._____  
bzw. bis zum 30. September 2033): CHF 1'784.00

- Phase V (ab 01. Oktober 2033 bis zum Abschluss einer ordentlichen 
Erstausbildung von C._____): CHF 1'091.00

Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils im Voraus auf den ersten Tag des An-
spruchsmonats an B._____ zu leisten.

3. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 2 dieses Urteils basieren auf 
dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, 
Stand Ende September 2022 von 104.6 Punkten (Basis Dezember 2020 = 
100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar jeden Jahres, erstmals auf 
den 1. Januar 2024, dem Stand des Indexes per Ende November des Vor-
jahres wie folgt anzupassen:

neuer UB = alter UB x neuer Index
alter Index

Weist A._____ nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfang der Teue-
rung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsäch-

32 / 34

lichen Einkommenssteigerung angepasst. Bei unverändertem Einkommen 
entfällt eine Anpassung.

4. B._____ wird kein nachehelicher Unterhalt zugesprochen.

5.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens vor Regionalgericht Landquart 
von CHF 18'040.00 (Verfahrenskosten CHF 10'000.00, Gutachterkosten 
CHF 8'040.00) gehen zu 3/4, d.h. im Umfang von CHF 13'530.00, zulasten 
von A._____ und zu 1/4, d.h. im Umfang von CHF 4'510.00, zulasten von 
B._____. Sie werden gestützt auf die beiden Parteien gewährte unentgeltli-
che Rechtspflege, unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 
ZPO, auf die Gerichtskasse genommen.

5.2. A._____ wird verpflichtet, B._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine 
reduzierte Parteientschädigung von CHF 11'009.70 (inkl. Spesen und 
MwSt.) zu bezahlen.

5.3. Da sich die Parteientschädigung voraussichtlich als uneinbringlich erweist, 
wird der Rechtsvertreter von B._____, Rechtsanwalt Wilfried Caviezel, für 
das erstinstanzliche Verfahren gestützt auf die vor Regionalgericht Land-
quart gewährte unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2015-299) zulas-
ten des Kantons Graubünden mit CHF 8'035.60 (inkl. Spesen und MwSt.) 
aus der Gerichtskasse entschädigt. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf 
die Parteientschädigung im entsprechenden Umfang auf den Kanton über 
(Art. 122 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

5.4. Der Rechtsvertreter von B._____, Rechtsanwalt Wilfried Caviezel, wird für 
das erstinstanzliche Verfahren gestützt auf die vor Regionalgericht Land-
quart gewährte unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2015-299) unter 
Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO durch den Kanton 
Graubünden des Weiteren mit CHF 8'035.60 (inkl. Spesen und MwSt.) aus 
der Gerichtskasse entschädigt.

5.5. Der Rechtsvertreter von A._____, Rechtsanwalt Pius Fryberg, wird für das 
erstinstanzliche Verfahren gestützt auf die vor Regionalgericht Landquart 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2015-312) unter Vor-
behalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO, durch den Kanton 
Graubünden mit CHF 6'101.20 (inkl. Spesen und MwSt.) aus der Gerichts-
kasse entschädigt.

33 / 34

6. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

7.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 6'000.00 gehen zu 3/4, d.h. 
im Umfang von CHF 4'500.00, zulasten von A._____ und zu 1/4, d.h. im 
Umfang von CHF 1'500.00, zulasten von B._____. Diejenigen Kosten zulas-
ten von A._____ werden gestützt auf die ihr gewährte unentgeltliche 
Rechtspflege, unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO, auf 
die Gerichtskasse genommen.

7.2. A._____ wird verpflichtet, B._____ für das Berufungsverfahren eine redu-
zierte Parteientschädigung von CHF 3'829.70 (inkl. Spesen und MwSt.) zu 
bezahlen.

7.3. Da sich die Parteientschädigung voraussichtlich als uneinbringlich erweist, 
wird der Rechtsvertreter von B._____, Rechtsanwalt Wilfried Caviezel, für 
das Berufungsverfahren gestützt auf die Verfügung vom 16. März 2020 
(ZK1 19 118) zulasten des Kantons Graubünden mit CHF 2'867.55 (inkl. 
Spesen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. Mit der Zahlung 
geht der Anspruch auf die Parteientschädigung im entsprechenden Umfang 
auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

7.4. Der Rechtsvertreter von B._____, Rechtsanwalt Wilfried Caviezel, wird für 
das Berufungsverfahren gestützt auf die Verfügung vom 16. März 2020 
(ZK1 19 118) unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO 
durch den Kanton Graubünden des Weiteren mit CHF 2'867.55 (inkl. Spe-
sen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

7.5. Der Rechtsvertreter von A._____, Rechtsanwalt Pius Fryberg, wird für das 
Berufungsverfahren gestützt auf die Verfügung vom 16. März 2020 
(ZK1 19 99) unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO, 
durch den Kanton Graubünden mit CHF 3'327.95 (inkl. Spesen und MwSt.) 
aus der Gerichtskasse entschädigt.

8. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 

34 / 34

und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 
Art. 90 ff. BGG.

9. Mitteilung an: