# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d39835d-46bf-5176-9dec-c6ef7c7d0086
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.05.2025 SB240534
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240534_2025-05-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240534-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. B. Amacker und 

die Oberrichterin lic. iur. V. Keller sowie der Gerichtsschreiber

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 5. Mai 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, 
Einzelgericht, vom 21. Juni 2024 (GG240035)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 4. März 2024 

(Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 29 S. 23 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Hinsichtlich des Vorwurfs der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB 

(Anklageziffern 3 und 4) wird das Verfahren eingestellt. 

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern 

im Sinne von Art. 187 StGB.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-

setzt.

5. Es wird für den Beschuldigten ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot (Verbot jeder berufli-

chen und jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt 

zu Minderjährigen umfasst) im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB angeordnet.

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Februar 2024 be-

schlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, lagernde Mobiltelefon, 

Marke "Empuria", mit Ladestecker (Asservat-Nr. A-017'831'662), wird dem Beschuldigten 

auf erstes Verlangen herausgegeben.

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheides ange-

setzt, um den herauszugebenden Gegenstand selbst (oder durch eine bevollmächtigte Per-

son) unter Vorlage dieses Entscheides und eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer 

Voranmeldung, bei der genannten Lagerbehörde abzuholen.

Wird der herauszugebende Gegenstand nicht innert Frist abgeholt, wird er vernichtet. Die 

Lagerbehörde wird angewiesen, diese Anordnung innert 30 Tagen zu vollziehen und zu 

dokumentieren.

- 3 -

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'100.– als Schadenersatz 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird der Privatkläger mit seiner Schadenersatzforderung auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ eine Genugtuung von 

Fr. 900.– zu bezahlen.

9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 800.00   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 6'250.40   Entschädigung amtliche Verteidigung   (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)

Fr. 8'850.40   Total
  
Verlangt keine der Parteien eine Begründung des Urteils, ermässigt sich die Entscheidge-

bühr auf zwei Drittel.

10. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden zu vier Fünfteln dem Beschuldigten auferlegt. Ein Fünf-

tel der Kosten wird auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

werden indessen einstweilen vollständig auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten 

bleibt die Verpflichtung des Beschuldigten, dem Kanton diese Entschädigung im Umfang 

von vier Fünfteln zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO).

11. [Mitteilungen]

12. [Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 46 und Prot. II S. 7 f.; vgl. auch Urk. 31)

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2024 
(GG240035-K) sei betreffend die folgenden Dispositivziffern aufzu-
heben:
- Ziffer 2 (Schuldspruch wegen mehrfacher sexueller Handlungen 

mit Kindern
- Ziffer 3 (Strafe)
- Ziffer 5 (Tätigkeitsverbot)

- 4 -

- Ziffer 10 (Kostenauflage).
2. Betreffend Anklagesachverhalt 1 sei das Verfahren einzustellen.
3. Der Berufungskläger sei der (einmaligen) sexuellen Handlung mit 

einem Kind i.S.v. Art. 187 StGB (Anklageziffer 2) schuldig zu 
sprechen.

4. Der Berufungskläger sei mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen 
zu CHF 100.00 zu bestrafen, bedingt vollziehbar mit einer Probe-
zeit von 2 Jahren.

5. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots sei abzusehen.
Eventualiter sei die aktuelle Tätigkeit des Berufungsklägers bei der 
C._____ AG im D._____ vom Tätigkeitsverbot auszunehmen.

6. Die Kosten und Gebühren des Vorverfahrens sowie des erstin-
stanzlichen Gerichtsverfahrens seien zu einem Drittel auf die 
Staatskasse zu nehmen und zu zwei Dritteln dem Berufungskläger 
aufzuerlegen. Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens seien 
vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 35)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c) Des Privatklägers:

Verzicht auf Anträge.

Erwägungen:

I.  Verfahrensgang und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1 Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts 

Winterthur, Einzelgericht in Strafsachen, vom 21. Juni 2024 meldete die Vertei-

digung mit Eingabe vom 1. Juli 2024 rechtzeitig Berufung an (Urk. 24). Nach Erhalt 

des begründeten Urteils reichte die Verteidigung am 25. November 2024 innert 

Frist die Berufungserklärung ein (Urk. 31).

- 5 -

1.2 Mit Präsidialverfügung vom 10. Dezember 2024 wurde dem Privatkläger 

sowie der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt 

und Frist für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt 

(Urk. 33). Mit Eingabe vom 12. Dezember 2024 verzichtete die Staatsanwaltschaft 

auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils; gleichzeitig ersuchte sie um Dispensation von der Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung (Urk. 35). Der Privatkläger liess sich nicht vernehmen. Mit 

Eingabe vom 20. Dezember 2024 liess der Beschuldigte das Datenerfassungsblatt 

samt Beilagen zu seinen aktuellen finanziellen Verhältnissen einreichen (Urk. 36 

und 37/1-5). Mit Präsidialverfügung vom 8. Januar 2025 wurde den Parteien Frist 

angesetzt, um sich zur Durchführung des schriftlichen Verfahrens zu äussern 

(Urk. 38); die amtliche Verteidigung zeigte sich mit Eingabe vom 30. Januar 2025 

nicht mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden, da im 

Rahmen der Berufung u.a. die Aufhebung des vorinstanzlich verhängten Tätigkeits-

verbots beantragt werde und es dafür sinnvoll bzw. gar erforderlich erscheine, dass 

sich das Gericht einen persönlichen Eindruck des Beschuldigten machen könne 

(Urk. 41).

1.3 Am 17. Februar 2025 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 5. Mai 2025 

vorgeladen. Heute nun erschien zur Berufungsverhandlung der Beschuldigte in 

Begleitung seines amtlichen Verteidigers. Vorfragen waren keine zu entscheiden 

und abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten waren auch keine 

Beweise abzunehmen (Prot. II S. 6 f.).

Das Verfahren ist spruchreif.

2. Umfang der Berufung

2.1 Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen die Verurteilung 

wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern (Dispositivziffer 2 [hinsicht-

lich der Anklageziffer 1]), die Sanktion (Dispositivziffer 3), das Tätigkeitsverbot 

(Dispositivziffer 5) sowie die Kostenauflage (Dispositivziffer 10). Gemäss Art. 402 

StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung 

gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft nur die angefochtenen Punkte des erst-

- 6 -

instanzlichen Entscheids (Art. 404 Abs. 1 StPO). Wohl blieb der Aufschub der 

Sanktion (Dispositivziffer 4) formell unangefochten, doch gilt dieser als Teil der 

Sanktion mitangefochten. Damit blieben die (teilweise) Einstellung des Verfahrens 

(Dispositivziffer 1), der Schuldspruch wegen (einmaliger) sexuellen Handlungen mit 

Kindern (Dispositivziffer 2 [hinsichtlich der Anklageziffer 2]), die Verfügung über 

beschlagnahmte Gegenstände (Dispositivziffer 6), die Entscheide über die Zivilfor-

derungen (Dispositivziffern 7 und 8) sowie die Kostenfestsetzung (Dispositiv-

ziffer 9) unangefochten (vgl. zum Ganzen auch Urk. 31 und Prot. II S. 6 f.). Mittels 

Vorabbeschluss ist festzustellen, dass in diesem Umfang das vorinstanzliche Urteil 

in Rechtskraft erwachsen ist.

2.2 Der Beschuldigte beantragte mit Bezug auf die Anklageziffer 2 die Verurtei-

lung wegen (einmaliger) sexueller Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 

StGB. Überdies wird eine Sanktion in Form einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen 

zu Fr. 100.–, unter Aufschub des Vollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren und 

das Absehen von einem Tätigkeitsverbot – eventualiter sei die aktuelle Tätigkeit 

des Beschuldigten bei der C._____ AG im D._____ vom Tätigkeitsverbot auszu-

nehmen – beantragt (Urk. 31 und Prot. II S. 5 und 7 f.). In prozessualer Hinsicht 

macht der Beschuldigte geltend, dass mangels Strafantrag das Verfahren hinsicht-

lich Anklageziffer 1, wie schon hinsichtlich der Anklageziffern 3 und 4, einzustellen 

sei, da diese Taten als sexuelle Belästigungen und nicht als sexuelle Handlungen 

zu qualifizieren seien (Urk. 31 S. 4; Prot. II S. 5 und 7 f.). Da dieser prozessuale 

Antrag von der rechtlichen Würdigung abhängt, ist in jenem Zusammenhang darauf 

einzugehen.

3. Formelles

3.1 Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

3.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c 

StPO) folgt die Pflicht des Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Die Begrün-

dung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das 

- 7 -

Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich aber 

auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrück-

lich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan-

dersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in 

der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert 

würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, mit Hinweisen).

II.  Rechtliche Würdigung

1. Zu überprüfen bleibt einzig die rechtliche Würdigung von Anklageziffer 1, 

nachdem sich der Beschuldigte mit Bezug auf den Sachverhalt vollumfänglich 

geständig gezeigt hat (Urk. 29 S. 5 m.H.; Urk. 45 S. 4 ff.).

2. Die Vorinstanz qualifiziert die Handlungen des Beschuldigten als sexuelle. 

Denn es bestünden aufgrund der Dauer von fünf oder zehn Sekunden und der 

Tatumstände, namentlich dass es lediglich zu Übergriffen gekommen sei, wenn 

keine weiteren Personen zugegen gewesen seien, keine Zweifel, dass es sich beim 

Verhalten des Beschuldigten nicht um blosse Ungeschicklichkeiten, Unbeholfen-

heiten oder einmalige Entgleisungen gehandelt habe. Vielmehr habe es sich aus 

der Sicht des aussenstehenden Betrachters um klar sexualbezogene Taten gehan-

delt. Auch der Altersunterschied und das Machtgefälle sprächen für eine Erheblich-

keit. Zudem habe er um das Unrecht seiner Taten gewusst, weshalb der Tatbe-

stand der sexuellen Handlungen mit Kindern erfüllt sei (Urk. 29 S. 8 f.).

3. Dem hielt die Verteidigung entgegen, dass die Berührung der Hosen eine 

sexuelle Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB darstelle. Unter Verweis auf einen 

Entscheid, in welchem das Berühren über den Kleidern nur deshalb als sexuelle 

Handlung qualifiziert worden sei, weil es bereits früher zu schwereren Übergriffen 

gekommen sei, müsse vorliegend im Umkehrschluss von einer sexuellen Belästi-

gung ausgegangen werden. Zudem hätte die tätliche sexuelle Belästigung fast 

keine denkbaren Anwendungsfälle mehr, wenn bereits das Berühren der Genitalien 

über den Kleidern als sexuelle Handlung qualifiziert werde (Urk. 20 S. 3; Urk. 46 

- 8 -

S. 3 ff.). Insgesamt halte er es – so der Verteidiger weiter unter Berücksichtigung 

der Gesamtumstände – mindestens für vertretbar, die Handlungen gemäss Ankla-

geziffer 1, also die Berührungen über der Kleidung, als sexuelle Belästigungen zu 

würdigen (Urk. 46 S. 5).

4. Die Vorinstanz hat den Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern um-

fassend dargestellt (Urk. 29 S. 7 f.). Darauf kann verwiesen werden. Die Verteidi-

gung wirft mit ihren Anträgen die Frage der Konkurrenz zwischen Art. 198 StGB 

und Art. 187 StGB auf. Aufgrund der Subsidiarität von Art. 198 StGB zu Art. 187 

StGB ist vorab zu überprüfen, ob die Handlungen des Beschuldigten unter den Tat-

bestand von Art. 187 StGB fallen.

5. Vorab kann dazu auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden, welche den Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern als 

erfüllt sieht. Ergänzend und teilweise rekapitulierend gilt es festzuhalten, dass nur 

Verhaltensweisen tatbeständlich sind, die im Hinblick auf das Rechtsgut erheblich 

sind (Urteile des Bundesgerichts 6B_1102/2019 vom 28. November 2019 E. 2.2; 

6B_1260/2019 vom 12. November 2020 E. 2.2.3; 6B_1/2021 vom 10. Mai 2021 

E. 2.2), wobei diese Erheblichkeit im Zweifelsfall etwa nach dem Alter des Opfers 

oder dem Altersunterschied zum Täter bestimmt wird (Urteile des Bundesgerichts 

6B_597/2007 vom 22. April 2008 E. 4.4.1; 7B_250/2022 vom 21. Februar 2024 

E. 2.3.1). Beurteilungskriterien für die Erheblichkeit bilden zudem qualitativ die Art 

und quantitativ die Intensität und Dauer der Handlung (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1260/2019 vom 12. November 2020 E. 2.2.3). Ambivalente Handlungen, die 

äusserlich weder neutral noch eindeutig sexualbezogen erscheinen, sind im Licht 

der gesamten Umstände zu beurteilen: Namentlich eine erhebliche Altersdifferenz 

zwischen Täter und Opfer, qualitativ die Art und quantitativ die Dauer sowie die 

Intensität des Vorgehens und weitere Umstände können äusserlich zunächst am-

bivalent erscheinende Handlungen eindeutig sexualbezogen erscheinen lassen 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_549/2021 vom 18. Mai 2022 E. 1.4; 6B_702/2009 

vom 8. Januar 2010 E. 5.4). So sind Zungenküsse von Erwachsenen an Kindern 

als sexuelle Handlungen zu qualifizieren, währenddem Küsse auf Mund, Wangen 

usw. grundsätzlich keine solchen Handlungen darstellen (BGE 125 IV 58 E. 3b; 

- 9 -

Urteile des Bundesgerichts 6B_1102/2019 vom 28. November 2019 E. 2.2; 

6B_1260/2019 vom 12. November 2020 E. 2.2.3). Annäherungsversuche oder 

Zudringlichkeiten, die noch nicht als sexuelle Handlungen erscheinen, etwa ein 

kurzer, feuchter, aber ohne Zunge vorgenommener Kuss gegenüber einem 

10-jährigen Mädchen (Urteil des Bundesgerichts 6B_7/2011 vom 15. Februar 2011 

E. 1.4) oder unerwünschte, kurz dauernde Berührungen insbesondere an Brust und 

Gesäss sowie Küsse mit geschlossenem Mund auf Mund, Hals, Wange, Stirn und 

Nase des 14-jährigen Opfers an einem frühen Abend in der Öffentlichkeit und in 

Anwesenheit zahlreicher Personen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1102/2019 vom 

28. November 2019 E. 2.4), können sexuelle Belästigungen i.S. von StGB Art. 198 

darstellen (BGE 137 IV 266 E. 3.1). Die Vornahme einer sexuellen Handlung erfor-

dert in jedem Fall einen körperlichen Kontakt mit dem Kind (BGE 131 IV 103 E. 7.1; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_727/2013 vom 7. Oktober 2014 E. 3.3). Neben dem 

Geschlechtsverkehr (nach BGE 77 IV 170 die «naturgemässe Vereinigung der 

Geschlechtsteile» ohne Notwendigkeit des Samenergusses) werden v.a. erfasst: 

Einführung des männlichen Gliedes in den After, in den Mund oder zwischen die 

Oberschenkel der Partnerin oder des Partners (vgl. BGE 86 IV 177, BGE 87 IV 124, 

BGE 91 IV 65), die manuelle oder anderweitige Reizung der Geschlechtsteile 

(vgl. BGE 87 IV 126), deren Belecken (vgl. BGE 84 IV 101) oder deren Betasten 

(i.d.R. auch über den Kleidern), Zungenkuss eines Erwachsenen oder anhaltendes 

Umarmen und An-sich-pressen, verbunden mit kräftigem Ergreifen des Gesässes 

und Küssen auf den Mund durch einen Unbekannten (BGE 125 IV 63; vgl. zur 

Qualifikation als sexuelle Handlung auch BSK StGB-MAIER, Art. 187 N 11), nicht 

aber weniger weitgehende Zärtlichkeiten, gemeinsames Nacktbaden oder ein 

kurzer, feuchter Kuss (Urteil des Bundesgerichts 6B_7/2011 vom 15. Februar 

2011), welcher indessen als sexuelle Belästigung i.S. von Art. 198 StGB zu quali-

fizieren ist. Als Vornahme einer sexuellen Handlung gilt auch das sich fesseln 

lassen eines nur in Unterhosen bekleideten, sexuell erregten Mannes durch leicht 

bekleidete Knaben, die teilweise das erigierte Glied des Täters sahen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_727/2013 vom 7. Oktober 2014 E. 3.4).

6. Im Lichte dieser Auslegeordnung sind die Taten des Beschuldigten klar als 

sexuelle Handlungen zu qualifizieren. So lautet der anerkannte Vorwurf auf Berüh-

- 10 -

ren des Geschlechtsteils. Dass diese Berührung über der Hose war ist lediglich ein 

gradueller Unterschied, ändert aber nichts am klar sexuellen Charakter der Berüh-

rung. Dies vor allem auch aufgrund der jeweiligen Dauer der Griffe von mehreren 

Sekunden. Die Beteuerungen des Beschuldigen anlässlich der Berufungsverhand-

lung –, dass es kaum eine Berührung gewesen sei und er ihm (dem Privatkläger) 

nur mit dem Finger an die Hose gekommen sei (Urk. 45 S. 4 f. [vgl. dazu insbe-

sondere die dem entgegenstehenden Aussagen des Beschuldigten anlässlich der 

ersten polizeilichen Einvernahme [Urk. 3/1 F/A 80 ff.]) – vermögen an dieser Ein-

schätzung nichts zu ändern. Damit haftete den Berührungen auch nichts Zufälliges 

an. Vielmehr handelt es sich dabei um gezielte und regelmässige Handlungen, 

welche ausschliesslich bei bestimmten Gelegenheiten, von fremden Blicken abge-

schirmt erfolgt sind. Insbesondere im Kontext des Altersunterschiedes und des 

Machtgefälles zwischen Täter und Opfer geht den Handlungen jegliche Ambivalenz 

ab. Sie sind vielmehr eindeutig, sexueller Natur und letztlich Ausdruck der sexuellen 

Anziehung, welche der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger verspürt hat. So 

bat er ihn mehrmals um Zusendung eines Penisbildes und gab ihm ebenso mehr-

mals zu verstehen, dass er gerne dessen Penis in den Mund nehmen und sein 

"Löchli" gerne lange lecken würde (Urk. 3/2 S. 6). Das Ganze gipfelte schliesslich 

darin, dass der Beschuldigte dem Privatkläger am 29. März 2023 in die Hose und 

an dessen nacktes Geschlechtsteil griff (Anklageziffer 2). Das Vorbringen des 

Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung, dass dieser Griff in die Hose 

des Privatklägers viel später gewesen sei und somit keinen Zusammenhang zu den 

mehreren Berührungen über den Kleidern gehabt habe (Urk. 45 S. 6; vgl. dazu 

auch die Vorbringen der Verteidigung in Urk. 46 S. 5), vermag daran nichts zu 

ändern, da dieser zwar am Ende aber ebenfalls in den Anklagezeitraum von ca. 

einem halben Jahr bezüglich Anklageziffer 1 fiel und somit sicherlich nicht viel 

später erfolgte. Am sexuellen Charakter der hier zu beurteilenden Handlungen 

bestehen somit nicht die geringsten Zweifel.

7. Wenn die Verteidigung ausführt, dass fast keine Anwendungsfälle der 

tätlichen sexuellen Belästigung von Kindern denkbar seien, so trifft dies nicht zu. 

Darunter fallen beispielsweise Streicheleien an den Extremitäten oder ein kurzer 

Kuss auf den Mund (Urteil des Bundesgerichts 6B_7/2011 vom 15. Februar 2011). 

- 11 -

Von dieser Art Berührungen unterscheiden sich diejenigen des Beschuldigten klar. 

Der Verweis der Verteidigung auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_1008/2010 

vom 8. September 2011 vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern, da dort 

eine völlig unterschiedliche Ausgangslage zu beurteilen war: Dort ging es um kurze, 

gegen aussen als zufällig erscheinende Berührungen der Geschlechtsteile über 

den Kleidern. Diese wurden als sexuelle Handlungen qualifiziert, weil es früher zu 

zahlreichen sexuellen Übergriffen gekommen war. Vorliegend ist die Ausgangslage 

jedoch eine ganz andere, geht es doch nicht um die Beurteilung von kurzen, gegen 

aussen auch als zufällige interpretierbare Berührungen, sondern um längere und 

mehrfache intensive Berührungen am Glied und damit um eindeutig sexuell moti-

vierte Taten geht.

8. In objektiver Hinsicht ist somit der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit 

Kindern erfüllt. 

9. Dies gilt auch in subjektiver Hinsicht. Der Beschuldigte hat eingestandener-

massen um die Minderjährigkeit des Privatklägers und um das Verbot seines Tuns 

gewusst und trotzdem mit Wissen und Willen gehandelt (Urk. 3/2 S. 4, 6). Damit ist 

der Tatbestand auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. Rechtfertigungs- und/oder 

Schuldausschlussgründe liegen nicht vor. Der Beschuldigte ist somit der mehr-

fachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 StGB (Anklage-

ziffer 1) schuldig zu sprechen.

Da es sich hierbei um Offizialdelikte handelt, ist auf die anwaltliche Rüge des 

mangelnden Strafantrags nicht weiter einzugehen (Urk. 31 S. 4 und Prot. II S. 5 

und 7 f., Art. 187 StGB).

III.  Sanktion

1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Strafzumessung umfassend und 

zutreffend dargestellt. Darauf kann vorab verwiesen werden (Urk. 29 S. 9 ff.). 

Ebenso kann vorab auf die ausführlichen und sorgfältigen Erwägungen der 

Vorinstanz zur Startart verweisen werden (Urk. 29 S. 12 ff.).

- 12 -

2. Ebenso wenig zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz für die mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit Kindern (Anklageziffer 1) eine Gesamtstrafe ausgefällt 

und nicht, wie grundsätzlich bei mehrfacher Tatbegehung vorgesehen, für jedes 

weitere einzelne Delikt eine Einzelstrafe festgesetzt und mit der Einsatzstrafe 

asperiert hat (Urk. 29 S. 15 f.).

2.1 Die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern stellen keinen eigenstän-

digen Tatbestand dar, welcher mehrere Einzeldelikte umfasst, wie dies etwa bei 

gewerbsmässigen Delikten der Fall ist. Vielmehr hat der Beschuldigte mit jeder 

Einzelhandlung, sprich jedem einzelnen Griff, den Tatbestand erfüllt und sich mithin 

mehrerer Einzeltaten schuldig gemacht.

Das Bundesgericht hat zu den Grundsätzen zur Gesamtstrafenbildung nach Art. 49 

Abs. 1 StGB bei mehrfacher Delinquenz festgehalten, dass eine Gesamtfreiheits-

strafe nur zulässig ist, wenn für jede einzelne Straftat, unter Berücksichtigung der 

Priorität der Geldstrafe (vgl. dazu Art. 41 StGB), eine Freiheitsstrafe erforderlich ist, 

weil der Täter im Rahmen von Art. 49 Abs. 1 StGB nicht strenger bestraft werden 

darf, als wenn die Straftaten einzeln abgeurteilt worden wären (konkrete Methode; 

BGE 144 IV 313 E. 1.1.1 und E. 1.1.3; BGE 134 IV 97 E. 4.2.1). Namentlich nicht 

zulässig ist deshalb, eine Gesamtgeldstrafe in eine Gesamtfreiheitsstrafe umzu-

wandeln, wenn die Asperation von mehreren im Einzelfall angemessenen Geld-

strafen das zulässige Höchstmass der Geldstrafe von 180 Tagessätzen übersteigt. 

Mit ausführlicher Begründung wandte sich das Bundesgericht im BGE 144 IV 217 

von den von ihm bis dahin diesbezüglich zugelassenen Ausnahmen ab und hielt 

ausdrücklich fest, dass der Gesetzgeber weder eine gesetzliche Grundlage zur 

Bildung einer Gesamtstrafe aus Geld- und Freiheitsstrafe geschaffen, noch einen 

Wechsel von der Gesamtstrafe aus mehreren Einzelstrafen zu einer Einheitsstrafe 

im Sinne einer Gesamtbetrachtung aller zu beurteilenden Delikte in Erwägung ge-

zogen habe. Dass das insbesondere bei mehrfach begangener leichter Kriminalität 

zu unbilligen Ergebnissen führen werde, sei hinzunehmen (a.a.O. E. 3.6; vgl. zum 

Ganzen auch Urteil des Obergerichts SB240139-O vom 20. Februar 2025 E. 6.4).

2.2 Die strikte Nachachtung dieser Grundsätze erweist sich indes gerade in 

Konstellationen wie der vorliegenden als nicht praktikabel, alleine schon deshalb, 

- 13 -

weil über den gesamten Zeitraum mehrere identische Taten begangen wurden. Es 

müssen in Konstellationen wie der vorliegenden deshalb weiterhin Ausnahmen 

vom strikten System der aus Einzelstrafen zusammengesetzten Gesamtstrafe 

möglich sein.

2.3 Das Bundesgericht hat diese Problematik in jüngerer Rechtsprechung auch 

erkannt und im Urteil 6B_432/2020 vom 20. September 2021 (E. 1.4) unter 

bestimmten Umständen die Festsetzung einer hypothetischen Strafe für eine 

Tatgruppe zugelassen. Diesem Entscheid lag ebenfalls eine Verurteilung wegen 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern zugrunde, wozu das Bundesgericht 

erwog: "Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern weist Züge eines 

Dauerdelikts auf, wenn die Handlungen, wie im vorliegenden Fall, in einer Paarbe-

ziehung erfolgen. Mit der Vorinstanz ist daher die Gesamtheit der (einvernehm-

lichen) Handlungen im Blick zu behalten. Die Beschwerdeführerin verlangt zu 

Recht nicht, dass für jede Handlung gesondert nach Art. 49 Abs. 1 StGB zu 

verfahren und etwa für jeden Kuss oder für jede Berührung eine separate Strafe 

festzusetzen sei. Jeden Kuss einzeln zu asperieren wäre auch deswegen gar nicht 

möglich, weil die Anzahl der einschlägigen Handlungen nicht bestimmbar ist. […]. 

Der Anklageschrift entsprechend sind indessen in qualitativer und zeitlicher Hin-

sicht zwei Tatgruppen (Handlungen in den Zeiträumen September 2015 bis Mitte 

Januar 2016 in Form von Küssen und ab Mitte Dezember 2016 in Form von Küssen 

und Berührungen) und eine Einzelhandlung (versuchter Geschlechtsverkehr vom 

7. Januar 2016) zu identifizieren. Die letztere Einzelhandlung hebt sich qualitativ 

ab, die Ersteren stellen sich infolge ihrer zeitlichen Distanz und der Intensität der 

Handlungen als zu unterscheidende Phasen dar […]". Diese Erwägungen gelten 

– mutatis mutandis – auch vorliegend. Auch die Griffe des Beschuldigten über den 

Kleidern an das Geschlechtsteil des Privatklägers, welche über ca. ein halbes Jahr 

immer wieder vorkamen, weisen in der vorliegenden Konstellation Züge eines 

Dauerdelikts auf. Es ist deshalb auch hier unerlässlich, die Gesamtheit aller Taten 

(hinsichtlich der Anklageziffer 1) im Blick zu behalten; nur so ist eine adäquate, 

schuldangemessene Sanktionierung möglich (vgl. zum Ganzen Urteil des Oberge-

richts SB240139-O vom 20. Februar 2025 E. 6.6.1).

- 14 -

2.4 Betreffend die Wahl der Strafart hat das Bundesgericht im Urteil 6B_93/2022 

vom 24. November 2022 ebenfalls erkannt, dass auch nach der neusten Recht-

sprechung eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden dürfe, wenn viele 

Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft seien und eine blosse 

Geldstrafe bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte 

geeignet sei, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken; das Urteil 

berücksichtigte damit bei der Wahl der Strafart die mehrfache und kontinuierliche 

gleichartige Delinquenz (a.a.O. E. 1.3.5 m.H.). Weiter erwog das Bundesgericht, 

dass eine "allzu abstrakte Lesart der einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung" zur Gesamtstrafenbildung den "Fundamentalsatz des materiellen Straf-

rechts" tangieren könnte, "das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden zu 

(Art. 47 Abs. 1 Satz 1 StGB)". Zwar bilde das Verschulden nicht das entscheidende 

Kriterium, wenn verschiedene Strafarten zur Wahl stehen, es sei aber neben den 

anderen bestimmenden Kriterien adäquat einzuschätzen ("doit être appréciée"; 

BGE 147 IV 241 E. 3.2; vgl. dazu auch Urk. 29 S. 12 ff.). Nur wenn sowohl eine 

Geldstrafe wie eine Freiheitsstrafe in Betracht kämen und beide Strafarten in 

äquivalenter Weise das Verschulden sanktionierten, sei generell dem Verhältnis-

mässigkeitsprinzip folgend der Geldstrafe die Priorität einzuräumen. Systemimma-

nent impliziere das StGB, dass das Verschulden die Wahl der Strafart beeinflusse, 

weil die schwersten Straftaten prinzipiell durch die Freiheitsstrafe und nicht durch 

die Geldstrafe zu sanktionieren seien. Zu diesen schwerwiegenden Straftaten 

zählen grundsätzlich die sexuellen Handlungen mündiger Personen mit Kindern im 

Schutzalter (Art. 187 Ziff. 1 StGB). Der Unrechtsgehalt dieser verbotenen Hand-

lungsweisen dürfe nicht bagatellisiert werden (a.a.O. E. 1.3.8 m.H.). Damit gibt es 

Konstellationen, bei welchen mehrfache Tatbegehungen aufgrund ihrer Gesamtheit 

eine Geldstrafe als der Schwere eines jeden der einzelnen Delikte nicht mehr 

angemessen erscheinen lassen (vgl. a.a.O. E. 1.4.6; vgl. zum Ganzen auch Urteil 

des Obergerichts SB240139-O vom 20. Februar 2025 E. 6.6.2).

Eine solche Sachlage ist vorliegend gegeben: Der Beschuldigte beging viele 

Einzeltaten, welche zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft waren. Zwar 

dürfte gerade beim nicht vorbestraften Beschuldigten ein einzelner Griff über den 

Kleidern an das Geschlechtsteil des sich damals im Schutzalter befindlichen 

- 15 -

Privatklägers mit einer Geldstrafe ausreichend geahndet sein. Dasselbe gilt für die 

weiteren (einzelnen) Griffe des Beschuldigten über den Kleidern an das 

Geschlechtsteil des Privatklägers. In einer Gesamtbetrachtung muss aber klar fest-

gehalten werden, dass für den Beschuldigten – der über ca. ein halbes Jahr hinweg 

den Privatkläger wiederholt an dessen Geschlechtsteil über den Kleidern fasste 

und diesem zuletzt auch in die Hose und an dessen nacktes Geschlechtsteils griff – 

nur eine Bestrafung mit Freiheitsstrafe verhältnismässig sein kann. Eine Geldstrafe 

würde angesichts der Gesamtheit der wiederholten sexuellen Handlungen mit 

Kindern der Schwere jeder Einzeltathandlung nicht gerecht.

Im Lichte dieser Grundsätze erweist sich die Ausfällung einer Sanktion für sämtli-

che Delikte gemäss Anklageziffer 1 – als eine "Tatgruppe" im Sinne der vorstehend 

wiedergegebenen Rechtsprechung – als korrekt. Für diese ist, als schwerste der 

begangenen Taten, vorab eine hypothetische Einsatzstrafe festzusetzen und 

danach für die weitere Tat (Anklageziffer 2) eine zu asperierende Einzelstrafe fest-

zusetzen. Aus der vorstehend wiedergegebenen Rechtsprechung und nach dem 

Dargelegten erhellt damit – mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 29 S. 12 ff.) – auch, dass 

der Beschuldigte für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern (Anklage-

ziffer 1 und 2) mit einer Freiheitsstrafe zu bestrafen ist.

3. Einsatzstrafe sexuelle Handlungen mit Kindern (Anklageziffer 1)

3.1 Vorab gilt es zu berücksichtigen, dass es sich bei den sexuellen Handlungen 

mit Kindern um ein schweres Delikt handelt, welches dementsprechend eine hohe 

Strafrahmenobergrenze von 5 Jahren hat. Auch deshalb gilt es bei der individuellen 

Strafzumessung innerhalb des Strafrahmens besonderes Augenmerk auf das Ver-

bot der Doppelverwertung zu richten. Innerhalb dieses weiten Strafrahmens kommt 

damit der Wertung der einzelnen Tatkomponenten grosse Bedeutung zu, umso 

mehr als bei den sexuellen Handlungen mit Kindern viele verschiede Erscheinungs-

formen mit sehr unterschiedlichen Schweregraden möglich sind, dies etwa im 

Gegensatz zu Tötungstatbeständen, welche erheblich spezifischer sind. In erster 

Linie gilt es zu berücksichtigen, dass die Handlungen innerhalb des sehr breiten 

Spektrums an möglichen sexuellen Handlungen im eher unteren Bereich der mög-

lichen Eingriffsintensitäten liegen. Wohl handelte es sich nicht um beischlafsähnli-

- 16 -

che Handlungen aber doch um solche unter Einbezug primärer Geschlechtsteile, 

wobei diese von vergleichsweise kurzer Dauer waren und über den Kleidern erfolg-

ten. Auf der anderen Seite fällt aber die hohe Anzahl – der Beschuldigte spricht von 

rund 10 Übergriffen (Prot. I S. 11), wovon im Rahmen der Strafzumessung zu 

seinen Gunsten auszugehen ist – auf. Dem Ganzen haftet mithin nichts Zufälliges 

an, vielmehr ist von einem planmässigen Handeln auszugehen, welches der 

Beschuldigte deshalb einstellte, weil der Privatkläger dem Ganzen ein Ende setzte. 

Wohl stand letzterer damals in seinem sechzehnten Lebensjahr und damit kurz vor 

Ende des Schutzalters. Trotzdem bestand ein erheblicher Altersunterschied und 

ein erhebliches Machtgefälle, insbesondere auch aufgrund des arbeitsrechtlichen 

Subordinationsverhältnisses. Zudem schien der Privatkläger das Ganze einfach zu 

erdulden, treibende Kraft war der Beschuldigte. Insgesamt ist mit der Vorinstanz 

von einem gerade noch leichten Tatverschulden auszugehen. Diese Qualifikation 

dient weder der Relativierung und schon gar nicht der Verharmlosung der Taten, 

sondern einzig der individuellen Verankerung des Tatverschuldens im weiten Straf-

rahmen. Eine hypothetische Einsatzstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe erscheint 

als angemessen.

3.2 Die subjektiven Elemente wirken sich nicht zu Gunsten des Beschuldigten 

aus. Der Beschuldigte spricht von einer gegenseitigen Faszination, kann sich aber 

seine Handlungen nicht erklären. Es sei einfach so passiert, was ihm sehr leid tue 

(Urk. 3/1 S. 11, Prot. I S: 12 ff.; Urk. 45 S. 4 ff. und Prot. II S. 8). In Anbetracht der 

ausgetauschten SMS-Nachrichten ist dies wenig überzeugend, den die Konversa-

tion wurde vonseiten des Beschuldigten oft sexualisiert. So schrieb der Beschul-

digte beispielsweise, dass er seinen Hotdog (denjenigen des Privatklägers) wolle 

(Urk. 1/3 S. 2) oder dass er ihn (den Privatkläger) wolle (Urk. 1/3 S. 4). Dies und 

die gezielte Handlungsweise lassen keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte 

vorsätzlich handelte und sich der Tragweite und des Unrechtsgehalts seiner Hand-

lungen bewusst war. So qualifizierte er im Rahmen einer Einvernahme sein eigenes 

Verhalten als jenseits von Gut und Böse (Urk. 3/2 S. 6). Damit steht ausser Zweifel, 

dass seine Handlungen sexuell motiviert waren. Insgesamt wirken sich die subjek-

tiven Tatkomponenten strafzumessungsneutral aus.

- 17 -

3.3 Täterkomponente

Der Beschuldigte ist als eines von 13 Geschwistern in E._____ aufgewachsen. Er 

hat dort die Schulen besucht. Eine berufliche Ausbildung oder weiterführende 

Schulen hat er nicht absolviert. Stattdessen hat er schweizweit als Monteur gear-

beitet und dann vor rund 20 Jahren seine Arbeit auf der Gokart-Bahn "D._____" 

begonnen. Er lebt alleine – in einer Wohnung im Haus seiner Schwester –, unter-

hielt aber immer wieder Beziehungen zu Männern und Frauen. Aktuell lebt er nicht 

in einer Beziehung. In seiner Jugend sei er während fast zehn Jahren sehr schwer 

sexuell missbraucht worden. Er sei nicht pädophil (Urk. 3/1 F/A 35 ff.; Prot. I S. 8 

ff.; Urk. 45 S. 1 ff.). Sein monatliches Einkommen beträgt Fr. 5'685.95 (x 13) und er 

verfügt über ein Vermögen von Fr. 60'000.– (Urk. 37/1). Im Strafregister sind keine 

Vorstrafen verzeichnet (Urk. 32). Seine persönlichen Verhältnisse wirken sich 

damit strafzumessungsneutral aus.

Der Beschuldigte hat sich von Anfang an vollumfänglich geständig und im ganzen 

Verfahren sehr kooperativ gezeigt (Urk. 3/1-3, Prot. I S. 11 ff.; Urk. 45 S. 4 ff.). 

Damit hat er das Verfahren erheblich vereinfacht. Dies ist ihm stark, vorliegend im 

Umfange von einem Drittel, anzurechnen. Eine darüber hinausgehende Reue oder 

ein anderweitiges strafreduzierendes Nachtatverhalten ist indes nicht zu erkennen.

Zusammenfassend ergibt sich somit eine Einsatzstrafe von 6 Monaten Freiheits-

strafe.

4. Asperation wegen sexuellen Handlungen mit Kindern (Anklageziffer 2)

4.1 In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden bereits erheblich. Wohl steht hier 

nur eine einmalige Handlung zur Beurteilung, doch wiegt diese erheblich schwerer 

als die unter E. III/3 beschriebene. Der Griff in die Hose und an das nackte 

Geschlechtsteil erfordert eine weit höhere Überwindung als das Ausgreifen über 

den Kleidern und damit auch eine höhere kriminelle Energie. Im Übrigen gilt das 

bereits oben unter E. III/3.1 Gesagte. Auch in diesem Punkt ist das Verschulden als 

gerade noch leicht zu qualifizieren, zumal eine einmalige Tatbegehung vorliegt. 

Trotzdem handelt es sich dabei nicht um einen einmaligen Ausrutscher, die Tat 

- 18 -

reiht sich vielmehr in die Serie der übrigen Handlungen ein. Auch für die subjektive 

Seite kann auf das vorstehend unter E. III/3.2 (zu Anklageziffer 1) Gesagte verwie-

sen werden. Eine Einzelstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe erscheint somit als 

angemessen.

4.2 Bezüglich der tatunabhängigen Strafzumessungsfaktoren kann ebenfalls auf 

das oben unter E. III/3.3 (zu Anklageziffer 1) Gesagte verweisen werden. Die Ein-

zelstrafe ist somit auf 6 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.

5. Festsetzung der Gesamtstrafe

5.1 Da für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern (Anklageziffer 1) 

und die sexuellen Handlungen mit Kindern (Anklageziffer 2) – wie vorstehend 

dargelegt – gleichartige Strafen, nämlich Freiheitsstrafen auszusprechen sind, ist 

in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB eine Gesamtstrafe auszufällen.

5.2 Vorliegend gilt es zu berücksichtigen, dass die Unterschiede der Handlungen 

der beiden Tatkomplexe rein gradueller Natur sind. Im Übrigen reiht sich die Tat 

gemäss Anklageziffer 2 nahtlos in die übrigen Taten gemäss Anklageziffer 1 ein. 

Die Einsatzstrafe (Anklageziffer 1) von 6 Monaten Freiheitsstrafe ist somit in 

Anwendung des Asperationsprinzips um 4 Monate Freiheitsstrafe (Anklageziffer 2) 

zu erhöhen.

6. Somit resultiert eine Gesamtstrafe von 10 Monaten Freiheitsstrafe.

IV.  Strafvollzug

Die Vorinstanz hat den Vollzug der Strafe aufgeschoben und eine Probezeit von 

2 Jahren festgesetzt (Urk. 29 S. 17). Die Erwägungen erweisen sich als in jeder 

Hinsicht zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann und der 

vorinstanzliche Aufschub samt Probezeit von 2 Jahren zu bestätigen ist.

V.  Tätigkeitsverbot

1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einem lebenslänglichen Tätigkeits-

verbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. b. StGB belegt. Dies mit der Begründung, 

- 19 -

dass sich der Beschuldigte der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im 

Sinne von Art. 187 StGB schuldig gemacht hat und es sich bei den zu beurteilenden 

Taten nicht um besonders leichte handelt, weshalb ein ausnahmsweises Absehen 

von einem Tätigkeitsverbot von vornherein nicht in Betracht falle (Urk. 29 S. 18 f.).

2. Die Verteidigung sah vor Vorinstanz im vorliegenden "gerade noch knapp" 

einen Bagatellfall. Diese Argumentation fusste jedoch auf der These, dass es einzig 

zu einer Bestrafung wegen dem Vorwurf gemäss Anklageziffer 2 kommt. Da der 

Beschuldigte nicht pädophil sei, er in den rund 20 Jahren seiner Tätigkeit bei der-

selben Kartbahn nie übergriffig geworden sei und er sein Fehlverhalten realisiert 

und bereut habe, sei es äusserst unwahrscheinlich, dass es wieder zu einer 

solchen Situation komme, zumal er auch um den guten Ruf seiner Arbeitgeberin 

besorgt sei. Er werde zudem bald pensioniert und mit einem Berufsverbot wäre es 

ihm kaum mehr möglich, eine Anstellung zu finden, weshalb er voraussichtlich bis 

zur Erreichung des Pensionsalters arbeitslos bleiben würde (Urk. 20 S. 8 f.; vgl. 

auch Urk. 46 S. 7 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidi-

gung ergänzend vor, dass es vorliegend wohl aber schwierig sei, den vorliegenden 

Fall als besonders leichten Fall im Sinne der Ausnahmebestimmung zu bezeich-

nen. Man könne aber ohne zu bagatellisieren sagen, dass dieser Fall im Rahmen 

aller denkbarer Konstellationen, die unter diesen Tatbestand fallen, im unteren Ver-

schuldensbereich anzusiedeln sei. Dennoch sprenge es wahrscheinlich den 

Rahmen, der nötig wäre, um von einem Tätigkeitsverbot Umgang zu nehmen. 

Dieses Resultat sei im vorliegenden Fall aber unbefriedigend. Das Tätigkeitsverbot 

würde niemandem etwas bringen, wäre für den Beschuldigten aber verheerend. Es 

dürfe hier in besonderem Mass darauf vertraut werden, dass an der aktuellen 

Arbeitsstelle des Beschuldigten keine Gefahr von Übergriffen durch den Beschul-

digten auf Jugendliche bestehe – nämlich aufgrund der Kenntnis des Arbeitgebers 

von den Taten des Beschuldigten, der Zusicherung, keine Aushilfsschüler mehr 

einzustellen, und auch der lediglich kurzen noch verbleibenden Dauer bis zur 

Pensionierung des Beschuldigten. Und auf der anderen Seite würde der Beschul-

digte – so der Verteidiger weiter – durch den Verlust dieser Arbeitsstelle auch 

besonders hart getroffen, indem er aller Voraussicht nach für den Rest seines 

Erwerbslebens arbeitslos werden und bleiben würde. Deshalb werde (eventualiter) 

- 20 -

beantragt – obwohl man eher nicht sagen könne, es liege eine besonders leichte 

Tat vor –, dass die aktuelle Tätigkeit des Beschuldigten bei der C._____ AG im 

D._____ vom Tätigkeitsverbot auszunehmen sei (Urk. 46 S. 11).

3. Wird jemand wegen sexuelle Handlungen mit Kindern (Art. 187 StGB) ver-

urteilt, so hat das Gericht gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB zwingend ein lebens-

längliches Tätigkeitsverbot auszusprechen, welches dem Täter lebenslänglich jede 

berufliche und organisierte ausserberufliche Tätigkeit verbietet, die einen regel-

mässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst.

4. In besonders leichten Fällen kann das Gericht ausnahmsweise von der 

Anordnung eines solchen Tätigkeitsverbots absehen, wenn ein solches nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer gleichartiger 

Straftaten abzuhalten (Art. 67 Abs. 4bis StGB). Von der Anordnung eines Tätigkeits-

verbotes darf jedoch nicht abgesehen werden, wenn der Täter wegen eines der in 

Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB aufgeführten Delikte verurteilt worden ist oder, wenn 

dieser gemäss den international anerkannten Klassifikationen pädophil ist (Art. 67 

Abs. 4bis lit. b). Die Voraussetzungen für das Absehen von einem zwingend lebens-

länglichen Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB sind eng ausgestaltet. 

Es muss sich kumulativ um einen besonders leichten Fall einer bestimmten Sexu-

alstraftat handeln, und das Tätigkeitsverbot darf nicht notwendig erscheinen, um 

den Täter von der Begehung weiterer einschlägiger Sexualstraftaten am geschütz-

ten Personenkreis abzuhalten. Nicht notwendig erscheint ein Tätigkeitsverbot 

gestützt auf die Botschaft dann, wenn dem Täter eine gute Prognose gestellt 

werden kann, weil Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr fehlen. Die 

Botschaft hält dazu fest, dass die Frage, ob ein Verbot nicht notwendig erscheine, 

um den Täter von der Begehung weiterer Sexualstraftaten abzuhalten, vom Gericht 

– wie bei der Frage des bedingten Strafvollzuges (Art. 42 Abs. 1 StGB) – aufgrund 

einer Gesamtwürdigung beantwortet werden müsse. Für eine Einschätzung des 

Rückfallrisikos sei ein möglichst vollständiges Bild der Täterpersönlichkeit 

unabdingbar; falls nötig, auch mittels eines psychiatrischen Gutachtens. Seien die 

Voraussetzungen erfüllt, so liege der ausnahmsweise Verzicht auf die Anordnung 

eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbotes im Ermessen des Gerichtes (BBl 2016 

- 21 -

6161 f.; Urteile des Obergerichts des Kantons Zürich SB210115-O E. IV/2; 

SB210131 E. V.1.). Die Botschaft nennt einige Konstellationen, in denen das 

Gericht gestützt auf Art. 67 Abs. 4bis StGB ausnahmsweise von einem Tätigkeits-

verbot nach Art. 67 Abs. 3 und 4 StGB absehen könnte (BBl 2016 6162 f.): Eine 

20-jährige Person hat im Rahmen einer Liebesbeziehung mit einer 15-jährigen 

Person einvernehmlich sexuelle Kontakte (z.B. Zungenküsse), eine Kioskverkäufe-

rin verkauft einem Minderjährigen ein "Sexheftli", in einer "WhatsApp-Gruppe" von 

mehreren 15- bis 18-jährigen Personen wird ein Kurzvideo mit pornografischem 

Inhalt, das von anderen, unter 16 Jahre alten Schulkollegen selbst gedreht wurde, 

geteilt und auf dem Mobiltelefon belassen oder eine Frau lässt zu, dass ihr Ehe-

mann sie vor der minderjährigen Babysitterin demonstrativ "begrapscht", bzw. 

wehrt sich nicht dagegen.

5. Der Beschuldigte wurde wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

Kindern verurteilt. Dies ist eine Katalogtat gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB. 

Entsprechend ist zwingend ein Tätigkeitsverbot auszusprechen. Zu prüfen bleibt 

jedoch, ob von einem solchen aufgrund von Art. 67 Abs. 4bis StGB abgesehen 

werden kann. 

Wie erwähnt wiegt zwar das objektive Tatverschulden gerade noch leicht. Doch 

weisen die Taten klarerweise keinen Bagatellcharakter auf, weder einzeln und 

schon gar nicht in ihrer Gesamtheit. Es handelt sich somit weder um einen einma-

ligen Ausrutscher noch sind sie auch nur im Ansatz vergleichbar mit den in der 

Botschaft aufgezählten Beispielfällen für das Absehen eines Tätigkeitsverbots. Es 

liegt kein besonders leichter Fall vor. Da die beiden Voraussetzungen für das 

Absehen vom Tätigkeitsverbot kumulativ erfüllt sein müssen und ein besonders 

leichter Fall vorliegend zu verneinen ist, erübrigt sich eine Prüfung, ob das lebens-

längliche Tätigkeitsverbot geeignet und erforderlich ist, den Beschuldigten von 

weiteren Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Anzufügen ist 

lediglich, dass das Tätigkeitsverbot allgemein den Schutz von Minderjährigen vor 

Sexualstraftätern vorsieht und grundsätzlich dazu geeignet ist, Sexualstraftaten zu-

lasten von Minderjährigen zu verhindern bzw. zu erschweren (BBl 2016 6158; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1027/2021 vom 5. Juni 2023 E. 2.5.1). Ob dem Beschul-

- 22 -

digten keine pädophile Neigung zu attestieren ist, wie von der Verteidigung und 

dem Beschuldigten vorgebracht, ist letztlich nicht geklärt und kann nach dem 

Gesagten offen bleiben.

Die von der Verteidigung vorgebrachten beruflichen und damit wirtschaftlichen 

Konsequenzen vermögen an dieser Beurteilung nichts zu ändern (vgl. Urk. 46 S. 7 

ff.). Weder aus Art. 67 StGB noch aus anderen Rechtsquellen kommt diesen 

Faktoren eine rechtfertigende Wirkung zu, zumal beim in eineinhalb Jahren pensio-

nierten Beschuldigten diesbezüglich gerade auch keine besondere Härte – wie von 

der Verteidigung vorgebracht – zu sehen ist. Auch das von der Verteidigung even-

tualiter beantragte Ausnehmen der aktuellen Tätigkeit des Beschuldigten vom Tä-

tigkeitsverbot ist nach dem Dargelegten nicht angezeigt, eine solche Ausnahme 

würde denn auch dem Schutzzweck von Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB zuwiderlaufen. 

Auch dem Vorbringen der Verteidigung, dass hier in besonderem Mass darauf ver-

traut werden dürfe, dass an der aktuellen Arbeitsstelle des Beschuldigten keine 

Gefahr von Übergriffen durch den Beschuldigten auf Jugendliche bestehe, ist nicht 

zu folgen, nachdem der Beschuldigte bei seiner aktuellen Tätigkeit – gemäss 

Aussagen an der Berufungsverhandlung (Urk. 45 S. 2 ff.) – täglich mit Kindern in 

Kontakt steht. Im Übrigen gilt anzufügen, dass es für eine solche – wie von der 

Verteidigung vorgeschlagene – Ausnahme denn auch keine Grundlage gäbe. Nach 

dem Gesagten liegt keine Ausnahme bzw. kein besonders leichter Fall im Sinne 

von Art. 67 Abs. 4bis StGB vor und es ist nach Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB zwingend 

ein lebenslanges Tätigkeitsverbot anzuordnen.

VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kosten- und Entschä-

digungsdispositiv (Dispositivziffer 10) zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).

2. Kosten des Berufungsverfahrens / Entschädigung der amtlichen Verteidigung

2.1 Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– festzu-

setzen (§ 16 Abs. 1 i.V.m. § 14 Abs. 1 GebV OG). Die Kosten des Rechtsmittelver-

- 23 -

fahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Berufungsanträgen 

vollumfänglich, weshalb ihm ausgangsgemäss die Kosten des Berufungsverfah-

rens aufzuerlegen sind.

2.2 Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten machte für das Berufungsver-

fahren einen Aufwand von Fr. 3'601.55 geltend (Urk. 44), welcher Aufwand ausge-

wiesen ist und angemessen erscheint, weshalb er antragsgemäss mit Fr. 3'601.55 

(inkl. 8,1 % MwSt. und Barauslagen) zu entschädigen ist.

2.3 Somit sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzel-

gericht in Strafsachen, vom 21. Juni 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen 

ist:

"Es wird erkannt:

1. Hinsichtlich des Vorwurfs der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 

StGB (Anklageziffern 3 und 4) wird das Verfahren eingestellt.

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der sexuellen Handlungen mit Kindern im 
Sinne von Art. 187 StGB (Anklageziffer 2).

3. […]

4. […]

5. […]

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Februar 2024 

beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, lagernde 

- 24 -

Mobiltelefon, Marke "Empuria", mit Ladestecker (Asservat-Nr. A-017'831'662), wird 

dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herausgegeben.

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheides 

angesetzt, um den herauszugebenden Gegenstand selbst (oder durch eine bevoll-

mächtigte Person) unter Vorlage dieses Entscheides und eines amtlichen Ausweises, 

nach telefonischer Voranmeldung, bei der genannten Lagerbehörde abzuholen.

Wird der herauszugebende Gegenstand nicht innert Frist abgeholt, wird er vernichtet. 

Die Lagerbehörde wird angewiesen, diese Anordnung innert 30 Tagen zu vollziehen 

und zu dokumentieren.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'100.– als Scha-

denersatz zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird der Privatkläger mit seiner Schadener-

satzforderung auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ eine Genugtuung von 

Fr. 900.– zu bezahlen. 

9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 800.00   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 6'250.40   Entschädigung amtliche Verteidigung   (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)

Fr. 8'850.40   Total

Verlangt keine der Parteien eine Begründung des Urteils, ermässigt sich die Ent-

scheidgebühr auf zwei Drittel.

10. […]

11. [Mittelungen]

12. [Rechtsmittel]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

- 25 -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist weiter schuldig der mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 StGB (Anklageziffer 1).

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.

4. Es wird für den Beschuldigten ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot (Verbot 

jeder beruflichen und jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die ei-

nen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst) im Sinne von Art. 67 

Abs. 3 lit. b StGB angeordnet.

5. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 10) wird 

bestätigt.

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'601.55   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MwSt.).

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
 die gesetzliche Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und zu-

handen des Privatklägers (versandt)

- 26 -

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
 die gesetzliche Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und zu-

handen des Privatklägers

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

- 27 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 5. Mai 2025

Der Präsident:

lic. iur. S. Volken

Der Gerichtsschreiber:

MLaw J. Stegmann

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.