# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50786ed4-ce9e-5bcf-9698-a9b87bb9f278
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.09.2009 UV 2008/106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-106_2009-09-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/106

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.04.2020

Entscheiddatum: 03.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 03.09.2009
Art. 6 UVG: Adäquate Unfallkausalität zwischen einem Sturz mit dem 
Oberbauch auf ein Messer und psychischen Beschwerden fünf Jahre nach 
dem Unfall verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 3. September 2009, UV 2008/106).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 3. September 2009

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121, 

9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

 betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1961 geborene B.___ war für die A.___ als Betriebsmechaniker tätig und 

dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 

16. Februar 2001 stolperte er während seiner Ferien in C.___ über einen 

Gartenschlauch und fiel mit dem Bauch voran auf ein Kokosnussspaltmesser (Suva-

act. 1). Nach einer Notoperation und einem ca. zehntägigen Aufenthalt im Hospital in 

C.___, suchte der Versicherte, zurück in der Schweiz, seinen Hausarzt Dr. med. D.___ 

Arzt für Allgemeine Medizin FMH, auf und liess weitere Abklärungen im Kantonalen 

Spital Rorschach vornehmen (Suva-act. 1, 2 und 3.6). Auf Grund von persistierenden 

rechtsseitigen Oberbauchschmerzen wurde am 3. April 2001 im Röntgeninstitut Dr. 

med. E.___ eine abdominale Computertomographie (CT) durchgeführt. Diese ergab den 

Verdacht auf eine entero-kutane Fistel (Suva-act. 6 und 3.6). Da die Beschwerden in 

der Folge jedoch abnahmen und die Laborwerte normale Befunde ergaben, wurde auf 

eine Revisions-Laparotomie verzichtet (Suva-act. 7). Die Suva erbrachte die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen). Am 14. Mai 

2001 konnte der Versicherte seine Arbeit wieder zu 100 % aufnehmen (Suva-act. 8.1).

A.b   Am 30. April 2007 meldete der Versicherte der Suva, dass er seit zwei Jahren 

wiederum an den Folgen des Unfallereignisses leide (Suva-act. 13). Mit 

Schadenmeldung vom 11. Mai 2007 machte seine neue Arbeitgeberin geltend, dass er 

ab dem 15. Juni 2006 erneut, zum Teil infolge des Unfalls aus dem Jahr 2001, 

arbeitsunfähig geworden sei. Seit dem 14. Dezember 2006 habe er Taggelder der 

Krankenkasse bezogen (Suva-act. 11). Per 28. Februar 2007 löste die Arbeitgeberin 

das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (Suva-act. 11 und 21 S. 13). Dr. 

med. F.___, neuer Hausarzt des Versicherten, machte gemäss Bericht vom 6. März 

2007 neben chronischen Abdominalbeschwerden bei Verwachsungsbauch eine 

anhaltend reaktive depressive Episode für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich (Suva-

act. 22). Eine Sonographie des Abdomens vom 23. Mai 2007 ergab keine Hinweise für 

eine schwerwiegende gastrointestinale Pathologie. Der untersuchende Arzt hielt als 

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Diagnose ein Colon irritabile (Reizdarm) sowie eine chronisch psychische 

Belastungssituation fest (Suva-act. 23 S. 5 f.). Im Zeugnis vom 1. Juni 2007 attestierte 

Dr. F.___ dem Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 15. Juni 2006; als Datum 

der Erstbehandlung gab er den 10. Januar 2007 an (Suva-act. 12). Mit Bericht vom 

2. Juli 2007 beurteilte Suva-Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt für Chirurgie, den 

geltend gemachten Rückfall gestützt auf die medizinischen Akten. Er kam zum 

Schluss, dass die Untersuchungsergebnisse vom 23. Mai 2007 keinerlei strukturelle 

Läsionen im Bauchraum erkennen liessen und auch die früheren sonographischen 

Veränderungen um die Gallenblase nicht mehr vorhanden seien. Somit zeigten sich 

keine strukturellen Veränderungen mehr, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

auf das Ereignis vom 16. Februar 2001 zurückgeführt werden könnten. Die im Rahmen 

des Rückfalls geltend gemachten Beschwerden seien aus medizinischer Sicht nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 16. Februar 2001 

zurückzuführen (Suva-act. 27). Mit Verfügung vom 4. September 2007 lehnte die Suva 

eine Leistungspflicht bezüglich der als Rückfall zum Unfall vom 16. Februar 2001 

gemeldeten Mittelbauchbeschwerden ab. Sie begründete dies damit, dass die 

aktuellen Beschwerden in keinem sicheren oder wahrscheinlichen 

Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stünden. Die geklagten Beschwerden seien 

vielmehr krankheitsbedingt (Suva-act. 28). Die Verfügung erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

A.c   Am 29. August 2007 wurde der Versicherte im Rahmen einer MEDAS-Abklärung 

psychiatrisch von Dr. med. H.___, FMH Psychiatrie Psychotherapie, begutachtet. Im 

Bericht vom 16. Oktober 2007 hielt Dr. H.___ als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD 10 - F32.2) 

und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10 - F43.1) sowie als Diagnose 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf episodischen 

Alkoholüberkonsum (ICD 10 - F10.26) in emotional belastenden Situationen fest. Dabei 

sei die vom Hausarzt festgelegte Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab Juni 2006 

nachvollziehbar. Gemäss dem Bericht des Röntgeninstituts und MR-Zentrums, 

St. Gallen, vom 17. September 2007 ergab eine CT von Abdomen-Becken einen Status 

nach Leberlazeration mit diskreten Strukturalterationen in den Segmenten IV und VIII 

der Leber, daneben jedoch keine Auffälligkeiten. Am 11. September 2007 wurde der 

Versicherte von Dr. med. I.___, Facharzt FMH Chirurgie, speziell Viszeralchirurgie, 

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untersucht. Ihm gegenüber äusserte der Versicherte, dass seine 

Abdominalbeschwerden nicht wesentlich zur Arbeitsunfähigkeit beitragen würden. Eine 

Operationsindikation sah der Arzt als nicht gegeben. Das MEDAS-Gutachten vom 14. 

November 2007 enthielt neben den bereits psychiatrisch festgestellten Diagnosen den 

Verdacht auf phasenweisen Äthylüberkonsum mit Lebersteatose als wesentliche 

Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Der Gutachter Dr. med. J.___ befand 

den Versicherten sowohl als Mechaniker wie auch in allen anderen Tätigkeiten auf 

Grund der psychischen Störungen aktuell als nicht arbeitsfähig. Da der Versicherte 

jedoch bereits zu einer Psychotherapie/Psychopharmakotherapie angemeldet und die 

Prognose für eine vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gut sei, empfahl 

er, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in spätestens einem Jahr einer Revision zu 

unterziehen (Suva-act. 34). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten erliess die IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen am 16. Juni 2008 die Mitteilung ihres Beschlusses, dass der 

Invaliditätsgrad des Versicherten ab 15. Juni 2007 100 % betrage (Suva-act. 37).

A.d   Mit Verfügung vom 3. Juli 2008 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass nach 

Prüfung der massgebenden Kriterien gemäss BGE 115 V 133 die Adäquanz zwischen 

seinen Beschwerden und dem früheren Unfallereignis zu verneinen sei, weshalb kein 

Anspruch auf Versicherungsleistungen bestehe.

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung erhob die CSS Versicherung als zuständige Krankenkasse 

mit Schreiben vom 9. Juli 2008 vorsorglich Einsprache (Suva-act. 39), zog diese am 

28. Juli 2008 aber wieder zurück (Suva-act. 45).

B.b   Am 30. Juli 2008 erhob auch Rechtsanwalt Daniel Küng, St. Gallen, für den 

Versicherten Einsprache (Suva-act. 44). Diese wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 3. September 2008 ab (Suva-act. 47).

C.       

C.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 3. September 2008 richtet sich die vom 

Rechtsvertreter im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom 1. Oktober 

2008. Der Rechtsanwalt beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids und der 

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diesem zu Grunde liegenden Verfügung vom 3. Juli 2008. Dem Beschwerdeführer seien 

aus dem Ereignis vom 16. Februar 2001 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 

Insbesondere sei eine ganze Invalidenrente zu entrichten und es seien die Kosten der 

medizinischen Massnahmen zu übernehmen. Eventualiter sei die Angelegenheit 

zwecks Vornahme weiterer Abklärungen im Sinn der Beschwerdeerwägungen und 

anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Beschwerdeergänzung sei ihm eine 

zusätzliche Frist einzuräumen. Zur Begründung bringt der Rechtsvertreter im 

Wesentlichen vor, dass von einem schweren Unfall auszugehen sei. Selbst wenn 

lediglich von einem mittelschweren Fall ausgegangen würde, reiche es für die Bejahung 

der Adäquanz aus, wenn ein einzelnes Kriterium erfüllt sei. Nachdem vorliegend bereits 

der Unfall selbst derart dramatisch abgelaufen sei, müsse die Adäquanz schon von da 

her bejaht werden. Mit Beschwerdeergänzung vom 29. Oktober 2008 beantragt der 

Rechtsvertreter zusätzlich die Entrichtung einer "Integritätsentschädigung basierend 

auf einem Invaliditätsgrad von 100 %". Ausserdem ersucht er um Beizug der IV-Akten 

und hält fest, dass nichts dagegen spreche, die Abklärungsergebnisse der MEDAS 

Zentralschweiz als medizinische Grundlage für das vorliegende Verfahren 

heranzuziehen. Da der Beschwerdeführer immer noch an unfallbedingten somatischen 

Beschwerden leide, könne auch nicht davon gesprochen werden, dass die 

somatischen Beeinträchtigungen lediglich von untergeordneter Bedeutung und im 

Vergleich zum psychisch erlittenen Schaden in den Hintergrund getreten seien. Zudem 

sei die Adäquanz auch auf Grund des erlittenen Schreckerlebnisses gemäss der 

Bundesgerichtspraxis BGE 129 V 177 erfüllt.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2008 beantragt Rechtsanwalt Dr. iur. 

Urs Glaus, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung führt er aus, dass es sich lediglich um einen mittelschweren Unfall handle 

und die Kriterien zur Adäquanzbejahung weder in besonders ausgeprägter noch in 

gehäufter oder auffallender Weise erfüllt seien. Schliesslich sei auch kein 

Schreckereignis, welches sich gemäss Rechtsprechung als seelische Einwirkung durch 

einen gewaltsamen Vorfall ohne körperliche Verletzung definiere, gegeben.

C.c   Mit Replik vom 11. März 2009 (act. G 13) und Duplik vom 23. Mai 2009 (act. G 15) 

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

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C.d   Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften und den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob für die Zeit ab 15. Juni 2006 ein 

Gesundheitsschaden auszumachen ist, der in natürlich- und adäquat-kausaler Weise 

auf den Unfall vom 16. Februar 2001 zurückzuführen ist und die Beschwerdegegnerin 

somit zur Ausrichtung von Versicherungsleistungen verpflichtet. Unbestritten dabei ist, 

dass die Beschwerdegegnerin den Grundfall vom 16. Februar 2001 anerkannte und die 

gesetzlichen Leistungen erbrachte. Nicht zu prüfen ist die Kausalität zwischen dem 

Unfallereignis und den erneut aufgetretenen Beschwerden im Mittelbauchbereich, da 

eine solche mit Verfügung vom 4. September 2007 bereits rechtskräftig verneint wurde 

(Suva-act. 28).

1.2    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

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Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der 

Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es 

dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu 

beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die 

Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine 

selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

1.3    Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle 

und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22 UVG; 

BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4.2). 

Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer 

vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise 

sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen dann 

gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit organische 

oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen 

können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich somit begrifflich an ein bestehendes 

Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) 

Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut vorgebrachten 

Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen 

Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; SVR 2003 UV 

Nr. 14 S. 43 E. 4 Ingress). Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass die für den 

Grundfall an sich massgebenden kausalen Faktoren mit der Zeit wegfallen können, 

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weshalb der Unfallversicherer bei einem Rückfall nicht automatisch an seiner 

damaligen Leistungszusage behaftet werden kann. Es obliegt vielmehr dem 

Leistungsansprecher, den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem neuen 

Beschwerdebild und dem ursprünglichen Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes 

wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 

zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat 

in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je 

mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen 

mithin die Parteien in der Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der 

Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit 

Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt die Beweislast bei 

anspruchsbegründenden Tatfragen demzufolge bei der Partei, welche den Anspruch 

geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfragen liegt sie bei der Partei, welche 

sich auf das Dahinfallen des Anspruchs beruft. Diese Beweisregel greift allerdings erst 

Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (RKUV 1994 U 206 S. 

327 f. E. 1 mit Hinweis und E. 3b). Ferner ist zu beachten, dass umso strengere 

Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zu stellen sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen 

Unfall und Eintritt gesundheitlicher Störungen ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c).

2.        

2.1    Sowohl nach dem MEDAS-Gutachten als auch gemäss dem Bericht von Dr. F.___ 

vom 6. März 2007 sind für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers im Wesentlichen psychische Beschwerden verantwortlich.

2.1.1           Hinsichtlich dieser psychischen Beschwerden lässt sich aus den Akten eine 

natürliche Unfall-Teilkausalität ableiten (Suva-act. 34 Konsiliarbericht vom 16. Oktober 

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2007 S. 9 f.). Gegenüber Dr. H.___ schilderte der Beschwerdeführer am 29. August 

2007 zum Unfallgeschehen, dass er stark geblutet und die Fahrt ins Krankenhaus nicht 

immer bei vollem Bewusstsein erlebt habe. In Wachphasen habe er Todesängste 

ausgestanden, weil er befürchtet habe, auf Grund der starken Blutungen das Spital 

nicht mehr lebend zu erreichen. Im Rahmen der MEDAS-Begutachtung durch Dr. J.___ 

berichtete der Beschwerdeführer ausserdem, dass der Chirurg nach der Operation 

blutüberspritzt gewesen sei, es auch an den Wänden Blut gehabt habe und um ihn 

herum mehrere Transfusionen gehangen hätten. Dr. H.___ befand auf Grund seiner 

Untersuchungen, dass es beim Beschwerdeführer im Rahmen des Unfallereignisses zu 

einer psychischen Traumatisierung gekommen sei. Er habe vom Zeitpunkt der 

Verletzung bis zur ersten wirkungsvollen Intervention unter Todesängsten gelitten und 

befürchtet, an den Folgen des starken Blutverlusts zu sterben. Der Beschwerdeführer 

erfülle die diagnostischen Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD - 

F43.1) und leide nach wie vor darunter. Dies äussere sich einerseits in intrusiven 

Erinnerungen in Form von Alpträumen und manifestiere sich andererseits in 

krampfartigen Oberbauchbeschwerden, die begleitet seien von wiederkehrenden 

Bildern des Unfallgeschehens, einem Gefühl von Todesangst und vegetativen 

Erscheinungen wie Herzrasen und Schweissausbrüchen.

2.1.2           Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf 

die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinn des 

geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche 

Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalls 

voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit 

einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss 

durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich 

abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet 

sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen 

Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag 

etc.) hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese Rechtsprechung bestätigt und dahin 

gehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines 

(psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem 

Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist 

(BGE 129 V 177 E. 2.1; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2). Die Beurteilung der Adäquanz 

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zwischen Schreckereignissen, bei welchen die versicherte Person zwar (auch) 

körperliche Beeinträchtigungen davon trägt, letztere indessen nicht entscheidend ins 

Gewicht fallen, und psychischen Schäden hat nach der allgemeinen Adäquanzformel 

(gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu erfolgen (SVR 2008 

UV Nr. 7 S. 22 E. 2.4 mit Hinweisen). An den adäquaten Kausalzusammenhang 

zwischen Schreckereignissen und nachfolgenden psychischen Beschwerden werden 

hohe Anforderungen gestellt. Andererseits ist der Versicherungsschutz einer weiten 

Bandbreite von Versicherten zu gewähren (BGE 129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen). Damit 

sind die strengen Anforderungen insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das 

Schreckereignis ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses 

sowie den entsprechenden psychischen Schock zu stellen. Aus der Formulierung, 

wonach das aussergewöhnliche Schreckereignis mit einem entsprechenden 

psychischen Schock verbunden sein muss, folgt, dass der psychische Schock eine 

unmittelbare Folge des Schreckereignisses sein muss. Die typischen Angst- und 

Schreckwirkungen haben in zeitlicher Nähe zum Unfallereignis aufzutreten (vgl. David 

Weiss, Die Qualifikation eines Schreckereignisses als Unfall nach Art. 4 ATSG, in: SZS 

51/2007 S. 47). Nach der Rechtsprechung besteht die übliche und einigermassen 

typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine 

Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert Wochen oder 

Monaten überwunden wird (BGE 129 V 177, SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.5, je mit 

Hinweisen).

2.1.3           In den Berichten des nachbehandelnden Hausarztes (Suva-act. 3.1, 3.2 

und 8.1) und des Spitals Rorschach (Suva-act. 3.6, 7 und 8.2) wurden weder ein 

psychischer Schock noch andere psychische Auffälligkeiten oder typische Angst- und 

Schreckwirkungen beschrieben. Auch von Seiten des Spitals in C.___, in welchem der 

Beschwerdeführer notfallmässig operiert worden war, sind keine diesbezüglichen 

Hinweise vorhanden, insbesondere kann dem relativ unleserlichen Operationsbericht, 

dem einzigen echtzeitlichen Aktenstück, nichts derartiges entnommen werden (Suva-

act. 5). Dass beim Beschwerdeführer eine Depression aufgetreten ist, wird erstmals im 

Bericht von Dr. F.___ vom 6. März 2007 erwähnt (Suva-act. 22), also sechs Jahre nach 

dem Unfallereignis. Dr. F.___ diagnostizierte dabei eine anhaltend reaktive depressive 

Episode und vermerkte, dass der Beschwerdeführer unter Antriebslosigkeit, Inappetenz 

(Appetitlosigkeit) und Angstzuständen leide. Gegenüber dem Psychiater Dr. H.___ 

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schilderte der Beschwerdeführer, an Schlaflosigkeit sowie unter Antriebs- und 

Freudlosigkeit zu leiden. Als Beginn der Depression nannte er zuerst das Frühjahr 

2006. Er beschrieb den Beginn als schleichend, kam dann jedoch auf den Unfall von 

2001 zu sprechen und äusserte den Eindruck, dass die psychischen Beschwerden 

bereits damals begonnen hätten. Ab jenem Zeitpunkt habe er immer wieder unter 

Alpträumen gelitten, aus denen er nachts schweissgebadet, mit Herzklopfen und 

starken Angstgefühlen erwacht sei (Suva-act. 34 Konsiliarbericht S. 2). Ungeachtet 

dieser Schilderungen kann auf Grund der Berichte, dem guten Heilungsverlauf (Suva-

act. 34 MEDAS-Gutachten vom 14. November 2007 S. 11) sowie der drei Monate nach 

dem Unfall erfolgten Wiederaufnahme der Arbeit nicht von einem Schreckereignis mit 

den qualifizierten Merkmalen eines Unfalls im dargelegten Sinn ausgegangen werden. 

Allein auf Grund der Angabe von Dr. H.___ im Konsiliarbericht, wonach eine 

posttraumatische Belastungsstörung bestehe, welche bei der Schmerzgenese der 

persistierenden andauernden leichten Abdominalschmerzen nach Unfall eine Rolle 

spiele, kann ein Schreckereignis im Rechtssinn nicht bejaht werden, zumal der 

Psychiater den Beschwerdeführer nie zuvor behandelt, sondern lediglich am 

29. August 2007 gutachterlich abgeklärt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. 

September 2008 [8C_720/2007] i/S S., E. 7.2).

2.1.4           Aber selbst wenn ein Schreckereignis im Rechtssinn vorliegen sollte, wäre 

die Adäquanz unter den gegebenen Umständen zu verneinen. Zwar ist dem 

Unfallgeschehen eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen und es ist auch 

nachvollziehbar, dass es vom Beschwerdeführer subjektiv als sehr bedrohlich 

wahrgenommen wurde. Dennoch erscheint es nach der allgemeinen Lebenserfahrung - 

auch unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite" von Versicherten - nicht 

geeignet, nach jahrelanger symptomfreier Zeit psychische Störungen mit einer 

vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszulösen (vgl. Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 30. November 2004 [U 31/03 und U 342/03] i/S P., E. 5.4), zumal 

an den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und 

Schreckereignissen wie bereits erwähnt hohe Anforderungen gestellt werden müssen 

(vgl. auch erwähntes Urteil vom 3. September 2008 E. 7).

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2.2    Zu prüfen ist somit die Adäquanz der jetzt (noch) vorliegenden Beschwerden des 

Beschwerdeführers gemäss Rechtsprechung zu psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 

133). Die Beschwerdegegnerin ist bezüglich der dabei vorzunehmenden 

Katalogisierung von einem mittelschweren Ereignis ausgegangen. Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers stufte demgegenüber den Unfall als schwer ein. Die Schwere 

des Unfalls bestimmt sich rechtsprechungsgemäss nach dem augenfälligen 

Geschehensablauf. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, 

ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im 

mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den 

leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige 

Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des 

Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet 

werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden 

Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt 

etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die 

versicherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders 

dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu 

prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder 

Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht 

(Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2009 [8C_519/2008] i/S M., E. 5.2.1; vom 

19. November 2007 [U 2/07] i/S Z., E. 5.3.1; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26). Nach der in 

RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 ff. enthaltenen Übersicht wurden als schwere Unfälle etwa 

qualifiziert: Eine Frontalkollision, bei welcher die versicherte Person schwere 

Verletzungen erlitt und ein anderer Fahrzeuginsasse starb (nicht veröffentlichtes Urteil I. 

vom 15. Dezember 1994 [U 145/94]), der Zusammenstoss einer Autofahrerin mit einem 

Zug mit Verlust des Unterschenkels (nicht veröffentlichtes Urteil T. vom 13. Dezember 

1994 [U 141/94]), ein Unfall auf der Autobahn mit schweren Verletzungen (nicht 

veröffentlichtes Urteil A. vom 11. Januar 1990 [U 77/89]) sowie der Fall eines Arbeiters, 

der von einem mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h vorbeifahrenden Lastwagen am 

Kopf getroffen und weggeschleudert wurde und dabei eine schwere Commotio cerebri 

erlitt (nicht veröffentlichtes Urteil F. vom 17. Oktober 1989 [U 53/86]). Demgegenüber 

hat das Bundesgericht bzw. das EVG im Fall eines Gipsers, der von einem Baugerüst 

kopfüber ein Stockwerk in die Tiefe fiel, wobei er mit dem Gesicht auf einem Gerät 

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aufschlug und sich eine Kieferfraktur zuzog (Urteil W. vom 9. April 2009 

[8C_825/2008]), bei einem Zweiradfahrer, der von einem Personenwagen frontal 

erfasst, auf die Motorhaube gehoben und auf das Trottoir geworfen wurde 

(unveröffentlichtes Urteil C. vom 23. Dezember 1991 [U 90/90]) sowie im Fall einer 

Mofafahrerin, die sich bei einem Zusammenstoss mit einem Personenwagen eine 

Tibiakopffraktur zuzog (unveröffentlichtes Urteil P. vom 14. Dezember 1989 [U 91/87]; 

vgl. auch die Zusammenstellung der Rechtsprechung in RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204 

E. 3.3.2) das Unfallereignis jeweils dem mittleren Bereich zugeordnet. In einem neueren 

Urteil hatte sich das Bundesgericht wie vorliegend ebenfalls mit einem Unfall mit 

Stichverletzungen in der Bauchgegend zu befassen (erwähntes Urteil vom 28. Januar 

2009 E. 5.2.2). Dabei hatte es eine tätliche Auseinandersetzung zu beurteilen, in deren 

Verlauf der versicherten Person ein grosses Fleischmesser in den Magen gestochen 

wurde. Das Bundesgericht erwog, dass mit einem erheblichen Schaden zu rechnen 

gewesen sei, da der Messerstecher in Tötungsabsicht oder zumindest unter 

Inkaufnahme einer Tötung des Versicherten zugestochen hatte. Unter diesen 

Voraussetzungen qualifizierte es das Ereignis, "wenn nicht als schwer, so doch als 

mindestens mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen". Im Unterschied 

zu jenem Sachverhalt verlief der hier zur Diskussion stehende Unfall ohne jegliche 

Tötungsabsicht oder Gewaltanwendung. Vielmehr stolperte der Beschwerdeführer im 

Garten über einen Gartenschlauch und stürzte auf einen am Boden liegenden 

Baumstamm, in dessen Oberseite ein Kokosnussspaltmesser steckte. Ohne dieses 

Messer würde man wohl von einem ziemlich harmlosen Geschehen ausgehen. Beim 

Sturz auf ein Messer kann man sich jedoch ganz erheblich verletzen. Allein deswegen 

kann das Ereignis beim gegebenen Unfallhergang aber noch nicht als ausserordentlich 

schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis eingestuft werden. 

Vielmehr ist es dem mittleren Bereich und auch hier wiederum dem mittleren Bereich, 

keinesfalls aber dem Grenzbereich zu den schweren Unfällen zuzuordnen.

2.2.1           Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu 

den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, 

als bei Unfällen im mittelschweren Bereich praxisgemäss grundsätzlich mehrere 

Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die 

Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt 

(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).

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2.2.2           Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund 

des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 

Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1). Zu 

beachten ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, 

welche somit allein noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreicht (Urteil 

8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.3 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer 

macht geltend, dass zwischen dem Unfallgeschehen und dem ersten ärztlichen 

Tätigwerden Stunden vergangen seien, während denen er zusätzlich viel Blut verloren 

und Todesängste ausgestanden habe. Angesichts dieser Umstände ist, obwohl 

ausschliesslich auf die Schilderungen des Beschwerdeführers abgestellt werden kann, 

durchaus von dramatischen Begleitumständen auszugehen; eine besondere 

Eindrücklichkeit des eigentlichen Unfallereignisses liegt bei objektiver Beurteilung aber 

nicht vor.

2.2.3           Die Verletzungen waren nicht von der Art, dass sie speziell geeignet wären, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Ein konkreter Nachweis für 

lebensbedrohliche Verletzungen bzw. eine konkrete Lebensgefahr waren vorliegend 

ebenfalls nicht gegeben. Gemäss den in der Schweiz erstellten Befunden (Stichwunden 

im Oberbauch mit Verletzung der Gallenblasenwand und des Lebergewebes; Suva-

act. 3.4) scheinen die erlittenen Verletzungen auch nicht besonders schwer gewesen zu 

sein. Dafür spricht auch, dass der Beschwerdeführer das brasilianische Spital bereits 

nach kurzer Zeit - er berichtete laut Mitteilung der Arbeitgeberin im Jahr 2001 zuerst 

von einem ca. zehn- und später während der MEDAS-Begutachtung im Jahr 2007 von 

einem vier- bis fünftägigen Spitalaufenthalt (Suva-act. 2 und 34 MEDAS-Gutachten 

S. 11) - wieder verlassen konnte. Selbst wenn das Kriterium der besonderen Schwere 

der erlittenen Verletzungen angesichts der betroffenen lebensnotwendigen Organe 

bejaht würde, würde sich am Ergebnis, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, nichts 

ändern. Die Frage der Erfüllung dieses Kriteriums muss hier daher nicht abschliessend 

beurteilt werden.

2.2.4           Gemäss Dr. D.___ erfolgte bereits am 21. Mai 2001, d.h. gut drei Monate 

nach den Stichverletzungen, keine Behandlung mehr (Suva-act. 8.1). Das Kriterium der 

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ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist somit ebenfalls nicht 

gegeben.

2.2.5           Im ärztlichen Zwischenbericht vom 21. Mai 2001 ging Dr. D.___ zwar noch 

davon aus, dass wohl zeitlebens Adhäsionsbeschwerden bestehen würden. Gemäss 

der ärztlichen Beurteilung von Kreisarzt Dr. G.___ vom 2. Juli 2007 zeigen sich jedoch 

heute keine strukturellen Veränderungen mehr, welche mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen wären (Suva-act. 27). Im 

Rahmen der MEDAS-Abklärungen beschrieb der Beschwerdeführer aktuell einen 

konstanten, oft eher leichten Schmerz, ein drückendes Gefühl ca. in der 

Gallenblasenregion, welches er jedoch als erträglichen Grundschmerz empfand. 

Daneben könne es bei gewissen Bewegungen aber auch zu Beschwerden kommen, 

welche "wie ein Blitz" einfahren würden, wobei der Krampf dann nur wenige Minuten 

daure (Suva-act. 34 MEDAS-Gutachten S. 11). Dass der Beschwerdeführer 

demgegenüber seit dem Unfallereignis dauernd an erheblichen Schmerzen leiden 

würde, geht aus den Akten nicht hervor. Zusammenfassend verursachen die organisch 

nachgewiesenen Unfallfolgen somit keine Dauerbeschwerden von solcher 

Erheblichkeit, dass sie den Beschwerdeführer im Lebensalltag massgeblich 

beeinträchtigen würden. Folglich ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt.

2.2.6           Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 

erheblich verschlimmert hat, sind aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich und 

werden auch nicht geltend gemacht. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass sich aus dem 

Bericht der Notfallchirurgie in C.___ weder die genauen Verletzungen noch die 

konkreten Operationshandlungen eruieren lassen. Obgleich der Beschwerdeführer 

nach seiner Rückkehr in die Schweiz weiter unter persistierenden Schmerzen litt, lässt 

sich allein daraus aber noch kein Schluss auf eine die Unfallfolgen erheblich 

verschlechternde ärztliche Behandlung schliessen.

2.2.7           Sodann lagen - aus somatischer Sicht - weder ein schwieriger 

Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen vor. Der Beschwerdeführer schilderte 

gegenüber dem MEDAS-Gutachter einen guten Heilungsverlauf nach der Operation. 

Auch konnte er das brasilianische Spital gemäss eigenen Angaben bereits nach vier 

bzw. zehn Tagen (vgl. E. 2.2.3 sowie Suva-act. 2 und 34 MEDAS-Gutachten S. 11) 

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wieder verlassen und nach vierzehn Tagen die Heimreise in die Schweiz antreten. Drei 

Monate nach dem Unfall ging er wieder ganztägig seiner Arbeit nach und in etwa zur 

selben Zeit wurde die ärztliche Behandlung abgeschlossen. Erst fünf Jahre später 

beklagte der Beschwerdeführer erneut Schmerzen im Bauchbereich und kamen die 

Ärzte schliesslich zur Feststellung einer psychiatrischen Behandlungsbedürftigkeit (vgl. 

Suva-act. 8.1, 12, 22, 34 Konsiliarbericht).

2.2.8           Ebenfalls nicht gegeben ist das Kriterium von Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit, da der Beschwerdeführer seine Arbeit als 

Betriebsmechaniker bereits am 14. Mai 2001 wieder voll aufnahm und bis zum 15. Juni 

2006 als vollständig arbeitsfähig galt.

2.3    Da vorliegend somit selbst bei Bejahung der besonderen Schwere der erlittenen 

Verletzungen höchstens zwei der massgebenden Kriterien erfüllt sind, allerdings nicht 

in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfallereignis vom Februar 2001 und den ab 15. Juni 2006 geklagten, 

psychischen Beschwerden klarerweise zu verneinen. Damit besteht weder ein 

Anspruch auf Taggelder und Heilkosten, noch auf eine Rente oder eine 

Integritätsentschädigung, auch wenn die Erwerbsunfähigkeit andauern sollte.

3.        

Dem Eventualbegehren, die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass 

weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten 

Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen und auf das schlüssige und nachvollziehbare 

MEDAS-Gutachten vom 14. November 2007 abgestellt werden kann, kann darauf 

verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 

117; SVR 1996 UV Nr. 62 S. 211). Auf Grund des Vorliegens des durch die IV-Stelle in 

Auftrag gegebenen MEDAS-Gutachtens, in welchem die medizinisch wesentlichen 

Unterlagen unbestrittenermassen nachvollziehbar wiedergegeben und zusammenfasst 

werden, kann von einem Beizug der übrigen IV-Akten abgesehen werden.

4.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.09.2009
	Art. 6 UVG: Adäquate Unfallkausalität zwischen einem Sturz mit dem Oberbauch auf ein Messer und psychischen Beschwerden fünf Jahre nach dem Unfall verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. September 2009, UV 2008/106).

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