# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a97a5ff-d34d-5f07-8169-a6a5896f0a1b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.06.2018 200 2016 662
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-662_2018-06-10.pdf

## Full Text

200 16 662 SCHG
SCI/SHE/SEE

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 10. Juni 2018

Vorsitzender Verwaltungsrichter Schwegler
Fachrichter Dr. med. Gubler und Fürsprecher Cadotsch
Gerichtsschreiber Schnyder

1. CSS Kranken–Versicherung AG (BAG Nr. 8)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

2. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
Av. de la Rasude 8, 1006 Lausanne

3. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

4. CONCORDIA 
Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

5. Atupri Gesundheitsversicherung, vormals Atupri Krankenkasse 
(BAG Nr. 312)
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65

6. Avenir Krankenversicherung AG (BAG Nr. 343)
Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

7. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376)
Wankdorfallee 3, Postfach, 3001 Bern

8. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

9. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel

10. Kolping Krankenkasse AG (BAG Nr. 762)
Wallisellenstrasse 55, 8600 Dübendorf

11. Easy Sana Krankenversicherung AG (BAG Nr. 774)
Group Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

12. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen 

13. Krankenkasse SLKK (BAG Nr. 923)
Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich

14. Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994) in eigener Sache und 
als Rechtsnachfolgerin der sansan Versicherungen AG (BAG Nr. 
1566)
Helsana-Gruppe, Postfach, 8081 Zürich

15. SWICA Krankenversicherung (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8401 Winterthur 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 2

16. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung (BAG Nr. 1386)
Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich

17. Mutuel Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1479)
Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

18. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509) in eigener Sa-
che und als Rechtsnachfolgerin der Wincare Versicherungen AG
(BAG Nr. 1060)
Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich

19. INTRAS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 1529)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

20. Philos Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1535)
Group Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

21. Assura-Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully

22. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

23. Agrisano Krankenkasse AG (BAG Nr. 1560)
Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG

24. Helsana Versicherungen AG (BAG Nr. 1562) in eigener Sache und 
als Rechtsnachfolgerin der avanex Versicherungen AG (BAG Nr. 
1565)
Helsana Gruppe, Postfach, 8081 Zürich

25. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

26. Arcosana AG (BAG Nr. 1569)
Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern

27. vivacare AG (BAG Nr. 1570)
Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

28. Compact Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1575)
Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich

alle vertreten durch den Verein santésuisse, Römerstrasse 20, 
4520 Solothurn und dieser vertreten durch advocat Dr. iur. A.________
Klägerinnen

gegen

B.________ 
vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. C.________ und 
D.________
Beklagter

betreffend Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Praxisführung 2014 und 
Honorarrückforderung für das Statistikjahr 2014

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 3

Sachverhalt:

Am 13. Juli 2016 reichten 31 Krankenversicherer (nachfolgend: Klägerin-
nen), vertreten durch den Verein santésuisse (nachfolgend santésuisse), 
gegen Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
(nachfolgend Beklagter), Klage ein. Sie stellen folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei der Betrag gerichtlich zu ermitteln, welchen der Beklagte den Klägerin-
nen wegen unwirtschaftlicher Behandlungsweise gemäss Rechnungssteller-
Statistik (RSS) 2014 zurückzuerstatten hat.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten.

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Juli 2016 forderte der Instruktions-
richter santésuisse u.a. auf, Vollmachten der Nicht-santésuisse-Mitglieder 
einzureichen. Gleichzeitig verlangte er von den Klägerinnen eine RSS Kan-
ton Bern betreffend das Geschäftsjahr 2014, Ärzte Allgemeine Innere Medi-
zin, Detailauswertung pro Leistungserbringer-Gruppe, sowie die Auflistung 
der Ärzte, deren Daten Eingang in diese Auswertung gefunden haben. Die 
verlangten Unterlagen gingen am 25. Juli bzw. 14. September 2016 beim 
Gericht ein.

Mit Klageantwort vom 11. November 2016 beantragt der Beklagte, vertre-
ten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. C.________ und D.________, die 
vollumfängliche Abweisung der Klage, unter Kosten und Entschädigungs-
folge.

Am 18. Januar 2017 zeigte advocat Dr. iur. A.________ dem Gericht sein 
Vertretungsverhältnis für santésuisse bzw. die Klägerinnen an.

Am 22. März 2017 reichten die Klägerinnen eine Replik ein mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei durch das Schiedsgericht zu verpflichten, jene Beträge den 
Klägerinnen zurückzuerstatten, die er für das Rechnungssteller-Statistikjahr 
2014 (RSS 2014) wegen unwirtschaftlicher bzw. gegebenenfalls nicht gesetzli-
cher Behandlungsweise den Klägerinnen gegenüber zu Unrecht einvernahmt 
hat.

Die Konkretisierung des Forderungsbetrages bleibt ausdrücklich vorbehalten.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 4

Der Beklagte reichte am 23. Juni 2017 eine Duplik ein mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Der „beweismässige Antrag“, die Überarztung sei anhand der statistischen Me-
thode zu prüfen, sei abzuweisen.

3. Verfahrensantrag: Es sei zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Behandlun-
gen des Beklagten eine Einzelfallprüfung vorzunehmen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Mit prozessleitender Verfügung vom 13. Juli 2017 schloss der Instruktions-
richter den Schriftenwechsel und das Beweisverfahren. Gleichzeitig gab er 
den Parteien die Besetzung des Schiedsgerichts im vorliegenden Verfah-
ren bekannt.

Am 14. Juli 2017 erhoben 26. Krankenversicherer gegen den Beklagten 
Klage betreffend Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Praxisführung 2015 
und Honorarrückforderung für das Statistikjahr 2015 (Verfahren 
SCHG/2017/670). Mit Urteil VGE SCHG/2017/670 vom heutigen Tag ent-
scheidet das Schiedsgericht auch über diese Klage.

Mit Eingabe vom 10. August 2017 beantragte der Beklagte im vorliegenden 
Verfahren sinngemäss die Wiedereröffnung des Beweisverfahrens.

Mit prozessleitender Verfügung vom 11. August 2017 führte der Instrukti-
onsrichter aus, es werde Sache des zuständigen Spruchkörpers sein, die 
bereits aktenkundigen Unterlagen zur Frage der anwendbaren Methode 
und die dabei auch in der Eingabe vom 10. August 2017 aufgeworfene 
Auslegungsvariante zu beurteilen. Der Antrag auf Wiedereröffnung des 
Beweisverfahrens wurde abgewiesen.

Am 1. Mai 2018 fand vor dem Schiedsgericht eine instruktionsrichterliche 
Vergleichsverhandlung betreffend das vorliegende Verfahren wie auch be-
treffend das auf Klage vom 14. Juli 2017 das Statistikjahr 2015 hin eröffne-
te Verfahren (SchG/2017/670) statt, welche ergebnislos blieb.

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Mai 2018 entschied der Instrukti-
onsrichter, keinen weiteren Schriftenwechsel durchzuführen, stellte es dem 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 5

Beklagten jedoch frei, sich bis zum 23. Mai 2018 abschliessend zu äus-
sern.

Die Klägerinnen reichten mit Eingabe vom 14. Mai 2018 dem Schiedsge-
richt neben ihrer Kostennote eine neue Rückforderungsberechnung ein. 
Die Eingabe inkl. Beilagen wurden dem Beklagten mit prozessleitender 
Verfügung vom 15. Mai 2018 zur Kenntnis zugestellt. 

Am 23. Mai 2018 gingen beim Gericht Schlussbemerkungen des Beklagten 
mit folgenden Verfahrensanträgen ein:

1. Die Wirtschaftlichkeit der Behandlungen des Beklagten sei anhand der analyti-
schen Methode (Einzelfallprüfung) durchzuführen.

2. Das Verfahren sei vorderhand auf die Frage zu beschränken, ob vorliegend zur 
Prüfung der Wirtschaftlichkeit die analytische Methode anzuwenden sei.

Die Schlussbemerkungen wurden mit prozessleitender Verfügung vom 23. 
Mai 2018 den Klägerinnen zur Kenntnis zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) sind Streitigkeiten zwi-
schen Versicherern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht zu 
entscheiden. Die Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem 
kantonalen Versicherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 Halb-
satz 1 KVG), was der Kanton Bern getan hat (Art. 40 des kantonalen Ge-
setzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze über 
die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung [EG KUMV; BSG 
842.11]).

1.2 Im vorliegenden Verfahren ist eine Streitigkeit zwischen Versiche-
rern und einem Leistungserbringer zu beurteilen, weshalb die sachliche Zu-
ständigkeit des Schiedsgerichts gegeben ist. Der Beklagte hat seine Praxis 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 6

im Kanton Bern, womit das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitig-
keiten des Kantons Bern auch örtlich zuständig ist (Art. 89 Abs. 2 KVG).

1.3 Die Vertretungsvollmacht von santésuisse für das vorliegende Ver-
fahren ergibt sich für diejenigen Krankenversicherer, die santésuisse-Mit-
glieder sind (vgl. Mitgliederverzeichnis von santésuisse, abrufbar unter 
www.santésuisse.ch), aus Art. 17 der santésuisse-Statuten (abrufbar unter 
www.santésuisse.ch). Bezüglich der klagenden Krankenversicherer, die 
nicht Mitglied von santésuisse sind, wurden entsprechende Prozessvoll-
machten vorgelegt (Akten der Klägerinnen [act. I] 5 - 15). Sodann ist der 
Rechtsvertreter von santésuisse ordnungsgemäss bevollmächtigt (act. I 16; 
Art. 15 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die Klage ist damit einzutreten.

1.4 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der Par-
teien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Er-
messen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten der 
klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen, als sie ver-
langt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 VR-
PG). Vorliegend ist zu prüfen, ob der Beklagte den Klägerinnen für das 
Jahr 2014 zu Unrecht erhaltene Vergütungen zurückbezahlen muss und 
gegebenenfalls wie hoch der entsprechende Betrag ist.

1.5 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) fin-
den gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem kantonalen 
Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG schreibt vor, 
dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das Schiedsgericht die 
für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwirkung der Parteien 
festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise erhebt und in der Be-
weiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kanton regelt das Weitere 
(Art. 89 Abs. 5 Halbsatz 1 KVG). Das Klageverfahren richtet sich vorbehält-

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lich abweichender Regelungen des EG KUMV (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) 
nach dem VRPG.

1.6 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied einer Abteilung des Ver-
waltungsgerichts als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin oder 
einem Vertreter der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. Diese 
werden von der oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 56 
Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; vgl. 
auch Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 KVG).

2.

2.1

2.1.1 Die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abge-
rechneten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Die Leistungserbringer haben sich in ihren Leis-
tungen auf das Mass zu beschränken, das im Interesse der Versicherten 
liegt und für den Behandlungszweck erforderlich ist (Art. 56 Abs. 1 KVG). 
Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung 
verweigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu 
Unrecht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Art. 56 Abs. 2 
KVG). Leistungserbringer und Versicherer legen vertraglich eine Methode 
zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit fest (Art. 56 Abs. 6 KVG).

2.1.2 Gemäss Art. 59 Abs. 1 KVG werden gegen Leistungserbringer, wel-
che gegen die im Gesetz vorgesehenen Wirtschaftlichkeits- und Qualitäts-
anforderungen (Art. 56 und 58 KVG) oder gegen vertragliche Abmachun-
gen verstossen, Sanktionen ergriffen. Diese umfassen die Verwarnung (lit. 
a), die gänzliche oder teilweise Rückerstattung der Honorare, welche für 
nicht angemessene Leistungen bezogen wurden (lit. b), eine Busse (lit. c) 
oder im Wiederholungsfall den vorübergehenden oder definitiven Aus-
schluss von der Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegever-
sicherung (lit. d). Über Sanktionen entscheidet das Schiedsgericht nach 

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Art. 89 KVG auf Antrag eines Versicherers oder eines Verbandes der Ver-
sicherer (Art. 59 Abs. 2 KVG).

Obschon die Rückerstattung der Honorare (Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG) neu 
unter dem Begriff "Sanktionen" (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 KVG) steht, bleibt die 
zu Art. 56 Abs. 2 KVG ergangene Rechtsprechung anwendbar, wonach 
(namentlich) kein Verschulden des Leistungserbringers vorausgesetzt wird 
(BGE 141 V 25 E. 8.4 S. 30).

2.2 Zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit kann rechtsprechungs-
gemäss sowohl die statistische Methode (Durchschnittskostenvergleich) als 
auch die analytische Methode (Einzelfallprüfung) – oder eine Kombination 
beider Methoden – zur Anwendung gelangen (BGE 135 V 237 E. 4.6.1 
S. 245; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.2). Voraussetzung für die Anwend-
barkeit der statistischen Methode ist, dass sich das Vergleichsmaterial hin-
reichend ähnlich zusammensetzt und sich der Vergleich über einen genü-
gend langen Zeitraum erstreckt, wodurch bloss zufällige Unterschiede mehr 
oder weniger ausgeglichen werden. Eine Überarztung liegt vor, wenn eine 
ins Gewicht fallende Zahl von Rechnungen desselben Arztes oder dersel-
ben Ärztin an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl von Rechnungen 
von Ärzten des gleichen Fachbereichs in geographisch gleichem Tätig-
keitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut im Durchschnitt erheblich 
höher ist, ohne dass den Durchschnitt beeinflussende Besonderheiten gel-
tend gemacht werden können. Falls die Wirtschaftlichkeit in Anwendung 
der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine Unwirtschaftlichkeit nicht 
schon bei Überschreitung des statistischen Mittelwertes (100 Indexpunkte) 
vermutet werden. Vielmehr ist den Ärzten und Ärztinnen einerseits ein To-
leranzbereich und zudem allenfalls ein Zuschlag zu diesem Toleranzwert 
(zu dem den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) zuzugestehen, um 
spezifischen Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen. Nach der Recht-
sprechung liegt der Toleranzbereich zwischen 120 und 130 Indexpunkten 
(BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.3).

2.3 In BGE 130 V 377 hat das Bundesgericht entschieden, dass bei der 
Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich die Vergütungen sämtlicher verur-
sachten (direkten und veranlassten) Kosten zu berücksichtigen sind, und 
zwar bei der Bestimmung der Indizes im Rahmen der statistischen Metho-

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de ebenso wie bei der Bemessung der Rückerstattungspflicht. In BGE 133 
V 37 hat es – in Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung – erkannt, 
dass bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich eine Gesamtbetrach-
tung Platz zu greifen hat und dementsprechend auf den die Arzt-, die Medi-
kamenten- und – soweit möglich – die veranlassten Kosten berücksichti-
genden Gesamtkostenindex abzustellen ist. Schliesslich hat das Bundes-
gericht in BGE 137 V 43 die Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 377 da-
hingehend geändert, dass von der Rückerstattungspflicht nach Art. 56 Abs. 
2 KVG nur die direkten Kosten (einschliesslich der abgegebenen Medika-
mente), nicht hingegen die vom Arzt veranlassten Kosten erfasst werden. 
Nach wie vor ist jedoch die Frage, ob das Wirtschaftlichkeitserfordernis 
erfüllt ist, aufgrund einer Gesamtbetrachtung im Sinne von BGE 133 V 37 
zu beantworten, wobei ein überdurchschnittlicher Anteil an selber erbrach-
ten – bei unterdurchschnittlich ausgelagerten – Leistungen zumindest im 
Sinne einer Praxisbesonderheit zu berücksichtigen ist (Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 5. Juli 2012, 9C_110/2012, E. 2.2). Massgebend ist 
somit der Gesamtkostenindex. Liegt dieser innerhalb des Toleranzbereichs, 
ist das Wirtschaftlichkeitsgebot nicht verletzt. Andernfalls ist – in einem 
zweiten Schritt – zu prüfen, ob die direkten Kosten den Toleranzwert über-
treffen. Trifft das nicht zu, besteht trotz Überarztung keine Rückerstat-
tungspflicht. Es können sich jedoch allenfalls Massnahmen nach Art. 59 
Abs. 1 lit. a, c oder d KVG aufdrängen (SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.4).

2.4 Der von den Krankenversicherern gestützt auf die statistische Me-
thode um Rückerstattung angegangene Arzt hat aus Gründen des rechtli-
chen Gehörs einen Anspruch darauf, in die für den Wirtschaftlichkeitsver-
gleich herangezogenen Daten Einsicht zu nehmen. Bei Anwendung der 
statistischen Methode der Wirtschaftlichkeitsprüfung hat der Verband der 
Krankenversicherer deshalb die Namen der Ärzte, welche die Vergleichs-
gruppe bilden, sowie – in anonymisierter Form – deren individuelle Daten 
aus dem "santésuisse-Datenpool" offenzulegen (SVR 2011 KV Nr. 15 S. 59 
E. 4.4).

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 10

3.

3.1

3.1.1 Die Aktivlegitimation der klagenden Krankenversicherer ergibt sich 
aus Art. 56 Abs. 2 bzw. Art. 59 Abs. 2 KVG (vgl. E. 2.1.1 und 2.1.2 hiervor). 
Als Klägerinnen treten vorliegend Krankenkassen auf, die im Jahr 2014 
vom Beklagten ausgestellte Rechnungen vergütet und santésuisse zur Auf-
nahme in die RSS gemeldet haben. Die in der Klage vom 13. Juli 2016 auf-
geführten Klägerinnen bzw. BAG-Nummern stimmen teilweise insofern 
nicht mehr mit den im Rubrum aufgeführten Krankenkassen überein, als 
seither gewisse Krankenkassen miteinander fusioniert haben (vgl. Rubrum 
hiervor und www.zefix.ch). Ihre Aktivlegitimation als Frage der materiellen 
Anspruchsberechtigung in den Verfahren betreffend Rückerstattung ist auf 
die neuen Kassen übergegangen. Soweit unterschiedliche Parteibezeich-
nungen bloss auf einen Wechsel der Firma der klagenden Kassen zurück-
gehen, liegt darin von vornherein kein rechtlich relevanter Parteiwechsel 
(Entscheid des BGer vom 10. Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 5). 

Nach der Rechtsprechung ist eine Kollektivklage aller Versicherer, vertre-
ten durch den Krankenkassenverband, zulässig und eine Spezifikation der 
auf den einzelnen Versicherer entfallenen Beträge nicht erforderlich (in 
BGE 133 V 37 nicht publ. E. 3.3 [Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts {EVG; heute BGer} vom 9. Oktober 2006, K 6/06]).

3.1.2 Die Passivlegitimation des Beklagten ergibt sich aus Art. 56 Abs. 2 
bzw. Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG. Vorliegend fordern die Klägerinnen vom Be-
klagten als Leistungserbringer Vergütungen zurück, von denen die Kläge-
rinnen geltend machen, diese seien zu Unrecht bezahlt worden.

3.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch 
mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon 
Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit Ablauf von fünf Jahren nach der 
Entrichtung der einzelnen Leistung. Die gleiche Verwirkungsfrist findet auch 
Anwendung, soweit der Rückforderungsanspruch statt auf Art. 25 ATSG 
auf Art. 56 Abs. 2 KVG gestützt wird (BGE 133 V 579 E. 4.1 S. 582). An-
ders als in der Klageantwort, S. 3 Rz. 6, kursorisch bezweifelt, haben die 
Klägerinnen die einjährige Verwirkungsfrist für die Rückforderung eingehal-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 11

ten. Es ist kein Grund ersichtlich und wird vom Beklagten nicht näher sub-
stantiiert, dass die Klägerinnen bereits vor dem 15. Juli 2015 (vgl. hierzu 
Bestätigung der SASIS AG vom 15. Juli 2015 [act. I 2]) Kenntnis der not-
wendigen (konsolidierten) Daten gehabt hätten. Da hier Vergütungen für 
das Jahr 2014 zurückgefordert werden, ist die Fünfjahresfrist ebenfalls ein-
gehalten.

4.

4.1 Die Klägerinnen haben vorliegend für die Wirtschaftlichkeitsprüfung 
die statistische Methode bzw. den Durchschnittskostenvergleich herange-
zogen, wobei sie Auswertungen anhand der RSS und der ANOVA-Methode 
vorgenommen haben. Was der Beklagte hiergegen vorbringt, vermag nicht 
zu überzeugen. Wie in BGE 136 V 415 E. 6.3.3 S. 418 f. gefordert, haben 
die Klägerinnen dem Beklagten einen umfassenden Zugang zu den Daten, 
welche dem Vergleichswert zugrunde liegen, d.h. zu den Namen der Ärzte 
der Vergleichsgruppe sowie zur Kostenverteilung jedes einzelnen Arztes 
der Vergleichsgruppe in anonymisierter Form, gewährleistet, indem sie ihm 
die Unterlagen per E-Mail im Excel-Format zugestellt haben (vgl. Replik S. 
4 Ziff. 3.1 und Akten des Beklagten [act. IIC] 7-14). Somit trifft das Argu-
ment des Beklagten, die Klägerinnen hätten betreffend ANOVA-Methode 
das rechtliche Gehör verletzt (Schlussbemerkungen vom 22. Mai 2018 S. 7 
Ziff. 2), nicht zu.

4.2 Der Auffassung des Beklagten, wonach die RSS 2014 sowie der 
ANOVA-Index vorliegend nicht anwendbar seien (vgl. Klageantwort S. 4 f. 
Rz. 10 ff., Duplik S. 7 ff. Rz. 16 ff. sowie Eingabe vom 10. August 2017), 
kann nicht gefolgt werden.

In einem am 27. Dezember 2013 / 16. Januar 2014 abgeschlossenen Ver-
trag haben die Vereinigung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) auf 
der einen Seite, santésuisse (Die Schweizer Krankenversicherer) und cura-
futura (Die innovativen Krankenversicherer) auf der anderen Seite gestützt 
auf Art. 56 Abs. 6 KVG als statistische Methode zur Kontrolle der Wirt-
schaftlichkeit die Varianzanalyse (ANOVA) festgelegt. Weiter vereinbarten 
die Vertragsparteien, dass das heute verwendete Varianzanalysemodell 

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künftig von Leistungserbringern und Versicherern gemeinsam weiterentwi-
ckelt und unter anderem durch Morbiditätsvariablen ergänzt werden soll. 
Sie folgten damit dem Auftrag des Gesetzgebers, die statistische Methode 
festzulegen. Zusätzlich vereinbarten die Leistungserbringer und Versiche-
rer, die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit durch paritätische Vertrauenskom-
missionen (PVK) zu vereinheitlichen und zu professionalisieren (Entscheid 
des BGer vom 18. Dezember 2017, 9C_264/2017, E. 5.1 [zur Publikation 
vorgesehen]). 

Die Massgeblichkeit dieser Vereinbarung hat das Bundesgericht bestätigt. 
Es führte hierzu aus, Zielsetzung von Art. 56 Abs. 6 KVG sei es, zum einen 
die Bemessung der Wirtschaftlichkeit der Leistungen transparent und na-
mentlich für die Ärztinnen und Ärzte nachvollziehbar zu machen, zum an-
deren die Morbidität des Patientenkollektivs miteinzubeziehen. Bei der 
Schaffung von Art. 56 Abs. 6 KVG sei es in erster Linie darum gegangen, 
dass Versicherer und Leistungserbringer zusammen eine Methode zur 
Kontrolle der Wirtschaftlichkeit entwickeln, bzw. festlegen, hingegen nicht 
um die Umsetzung der Wirtschaftlichkeitsprüfung als solche. Der neue Ab-
satz 6 enthalte keine Spezifizierung oder exemplarische Aufzählung von 
Kriterien, die bei der Durchführung der Kontrolle zu berücksichtigen wären. 
Diese partnerschaftlich zu erarbeiten und festzulegen, liege allein in der 
Kompetenz der Leistungserbringer und der Versicherer (BGer 
9C_264/2017, E. 5.3.1 [zur Publikation vorgesehen]). Es könne daher nicht 
als gesetzeswidrig bezeichnet werden, dass die Parteien (FMH sowie san-
tésuisse und curafutura) das Varianzanalysemodell, welches gemeinsam 
weiterentwickelt und unter anderem durch Morbiditätsvariablen ergänzt 
werden solle, vereinbart hätten, auch wenn dieses ebenso wie der Durch-
schnittskostenvergleich seit langem in der Ärzteschaft in der Kritik gestan-
den und Anstoss für parlamentarische Initiativen gegeben habe, welche 
schliesslich zur Gesetzesänderung vom 23. Dezember 2011 (Art. 56 Abs. 6 
KVG) geführt hätten (E. 5.3.2). In Nachachtung dieser höchstrichterlichen 
Rechtsprechung sind damit grundsätzlich die RSS sowie der ANOVA-Index 
zur Beurteilung der Frage einer allfälligen Überarztung und zur konkreten 
Berechnung einer eventuellen Rückzahlungssumme des Beklagten an-
wendbar. Ob im vorliegenden Fall aufgrund fallspezifischer Besonderheiten 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 13

im Sinne einer Ausnahme davon abzuweichen ist, ist nachfolgend zu prü-
fen.

5.

5.1 Aus der Rechnungssteller-Statistik 2014 ergibt sich das Folgende:

Vergleichsgruppe Vergleich gemäss 
Klage

Alle Ärzte (Allge-
meine Innere 

Medizin Kanton 
Bern)

2014 Beklagter im 
Vergleich zu allen 
Ärzten - (Klage)

Direkte Kosten 
Anzahl Leistungserbringer 1003
Anzahl Erkrankte 629‘825 1'062
Durchschnittsalter Erkrankte 51.6 60.5
Hausbesuche 89‘680 2‘832
Konsultationen 2‘627‘126 7‘904
Grundleistungen Total 2‘716‘806 10‘736
Grundleistung pro Erkrankten 4.31 10.11
Index Grundleistung 100 234
Total direkte Kosten: Bruttoleistung Fr. 406‘731‘520.00 Fr. 1‘022‘572.00
- Kosten Fr. 253‘175‘184.00 Fr. 857‘094.00
- Medikamente vom Arzt Fr. 153‘556‘336.00 Fr. 165‘478.00
Kosten pro Grundleistung Fr. 93.19 Fr. 79.83
Index Kosten Grundleistung 100 86
Kosten pro Erkrankten Fr. 401.98 Fr. 807.06
Index Kosten pro Erkrankten 100 201
Medikamente vom Arzt pro Erkrankten 243.81 Fr. 155.82
Index Medikamente vom Arzt pro Erkrankten 100 64
Total direkte Kosten: Kosten pro Erkrankten 645.78 Fr. 962.87
Total Direkte Kosten: Index Kosten Er-
krankte

100 149

Veranlasste Kosten
Apotheken veranlasste Fr. 155‘208‘032.00 Fr. 454‘889.00
Apotheken veranlasst: Kosten pro Erkrankten Fr. 246.43 Fr. 428.33
Apotheken veranlasst: Index Kosten Erkrank-
te 

100 174

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 14

Laboratorien veranlasst Fr. 37‘970‘616.00 Fr. 67‘195.00
Laboratorien veranlasst: Kosten pro Erkrank-
ten

Fr. 60.29 Fr. 63.27

Laboratorien veranlasst: Index Kosten Er-
krankte

100 105

Physiotherapeuten veranlasst Fr. 40‘922‘788.00 Fr. 48‘503.00
Physiotherapeuten veranlasst: Kosten pro 
Erkrankten

Fr. 64.97 Fr. 45.67

Physiotherapeuten veranlasst: Index Kosten 
Erkrankte 

100 70

Total veranlasste Kosten Fr. 234‘101‘440.00 Fr. 570‘587.00
Total veranlasste Kosten: Durchschnittskos-
ten pro Erkrankten

Fr. 371.69 Fr. 537.28

Total veranlasste Kosten: Index Kosten Er-
krankte

100 145

Total direkte und veranlasste Kosten
Kosten ohne Medikamente (direkt und veran-
lasst)

Fr. 332‘068‘576.00 Fr. 972‘792.00

Durchschnitt Kosten ohne Medikamente (di-
rekt und veranlasst)

Fr. 527.24 Fr. 916.00

Index Kosten ohne Medikamente (direkt und 
veranlasst)

100 174

Kosten Medikamente (direkt und veranlasst) Fr. 308‘764‘352.00 Fr. 620‘367.00
Durchschnitt Medikamente (direkt und veran-
lasst) 

Fr. 490.24 Fr. 584.15

Index Medikamente vom Arzt (direkt und 
veranlasst)

100 119

Gesamtkosten direkte und veranlasste Kosten Fr. 640‘832‘960.00 Fr. 1‘593‘159.00
Total Kosten: Durchschnittskosten pro Er-
krankten 

1‘017.48 Fr. 1‘500.15

Total Kosten: Index Kosten Erkrankte 100 147

5.2 Der in der Klageantwort (S. 5 f. Rz. 13 ff.) und in der Duplik (S. 6 
Rz. 14 f., S. 10 ff. Rz. 24 ff.) vom Beklagten vertretenen Auffassung, die 
RSS 2014 sei ihn betreffend massgeblich fehlerhaft und deshalb nicht ver-
wertbar, kann nicht gefolgt werden. Es ist hinlänglich bekannt, dass zwi-
schen den Daten der Ärzte und den Daten der Versicherer Abweichungen 
bestehen. Die Gründe hierfür sind bekannt. So umfasst die RSS die Kosten 
des entsprechenden Geschäftsjahres der Versicherer. Dies bedeutet, dass 
die Kosten in jenem Jahr in die RSS einfliessen, in welchem sie vom Versi-
cherer erfasst wurden, womit sie mit dem Rechnungsjahr des Arztes nicht 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 15

übereinstimmen müssen. Die für alle Ärzte gleich unterschiedliche Periodi-
zität ändert nichts an der Aussagekraft der Statistik. 

Wenn der Beklagte schliesslich ausführt, in der RSS seien keine Ärzte zu 
berücksichtigen, die „Minuskosten“ verursacht haben, übersieht er, dass 
ein Durchschnittswert immer auch oberste und unterste Werte beinhaltet. 
Das Vergleichskollektiv mit mehr als 1000 Ärztinnen und Ärzten ist derart 
gross, dass aussagekräftige Durchschnittswerte entstehen. Aufgrund des 
Dargelegten besteht daher kein Anlass von der statistischen Methode ab-
zuweichen.

5.3 In der RSS werden die Indexwerte linear zu den effektiven Werten 
der Vergleichsgruppe berechnet. In diesem Sinne enthält die RSS keine 
Bereinigung nach allfälligen Praxisbesonderheiten. Dies wird mittels der 
von den Tarifpartnern zur Kostenkontrolle vereinbarten ANOVA-Methode 
korrigierend bereinigt. Mit der ANOVA-Methode werden die Kostenstruktur 
des Arztes nach Alter- und Geschlecht seiner Patienten mit der durch-
schnittlichen Kostenstruktur nach Alter und Geschlecht der gesamtschwei-
zerischen Facharztgruppe verglichen, wobei zusätzlich auch kantonale 
Kostenunterschiede berücksichtigt werden (vgl. E. 6.1 hiernach).

Der ANOVA-Index für die Gesamtkosten, d.h. die direkten und die veran-
lassten Kosten, ergibt für den Beklagten einen Wert von 145 und bei den 
direkten Kosten einen Wert von 186 (vgl. act. I 1). Hierauf ist abzustellen. 
Der Beklagte liegt sowohl gemäss RSS als auch der ANOVA-Methode über 
dem Toleranzbereich, womit eine Überarztung vorliegt.

6.

Der Beklagte macht Praxisbesonderheiten geltend. Im Einzelnen sind dies 
ein überdurchschnittliches Patientenalter (Alterskorrektur; E. 6.1 hiernach), 
eine besondere Patientenstruktur (Heimpatienten, Hausbesuche; E. 6.2 
hiernach), seine dauernde Erreichbarkeit sowie Befreiung von der Pflicht 
zum Notfalldienst (E. 6.3 hiernach), eine hohe Anzahl Selbstzahler (E. 6.4 
hiernach) und einen hohen Anteil ausländischer Patienten (E. 6.5 hier-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 16

nach). Diese würden bei korrekter Berücksichtigung den Vorwurf der Über-
arztung widerlegen. Dem kann nicht gefolgt werden.

6.1 Entgegen der Ansicht des Beklagten (vgl. Klageantwort S. 7 f. Rz. 
20 ff., Duplik S. 12 ff. Rz. 30 ff. und S. 16 f. Rz. 47 ff. sowie Schlussbemer-
kungen vom 22. Mai 2018, S. 5 Ziff. 1 e) führt das höhere durchschnittliche 
Patientenalter zu keiner (zusätzlichen) Reduktion des Gesamtkostenindex-
es. Es ist bei der Indexberechnung im ANOVA-Index bereits berücksichtigt. 
Der ANOVA-Index vergleicht die Kostenstruktur des Arztes nach Alter- und 
Geschlecht seiner Patienten mit der durchschnittlichen Kostenstruktur nach 
Alter- und Geschlecht der gesamtschweizerischen Facharztgruppe, wobei 
zusätzlich auch kantonale Kostenunterschiede berücksichtigt werden (VGE 
SCHG/2015/644 E. 4.5.2 und VGE SCHG/2016/665 E. 4.2.1 unter Hinweis 
auf das Positionspapier von santésuisse „Wirtschaftlichkeitsprüfungen bei 
frei praktizierenden Ärzten“ [nachfolgend: Positionspapier santésuisse], 
Fassung vom 29. Januar 2009, S. 3 Ziff. 2.4, und GEBHARD EUGSTER, Kran-
kenversicherung, in ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesver-
waltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 678 
N. 882; vgl. auch BBl 2011 2522). Der vom Beklagten erwähnte Entscheid 
des Bundesgerichts vom 15. Januar 2015, 9C_535/2014 (resp. BGE 141 V 
25), betraf schliesslich einen Zeitraum vor Inkrafttreten der neuen Vertrags-
regelung. Zudem weisen die Klägerinnen (vgl. Replik S. 7 Ziff. 3.4) zutref-
fend darauf hin, dass die Kostenkurve des Beklagten über die Altersgrup-
pen zeigt, dass er unbesehen des Alters teurer behandelt als das Ver-
gleichskollektiv.

6.2 Der Beklagte weist des Weiteren auf die hohe Zahl von Heimpatien-
ten, welche er betreue, sowie die regelmässig von ihm durchgeführten 
Hausbesuche hin. Er behandle ausschliesslich polymorbide Patienten, wel-
che einer ständigen Überwachung und regelmässiger Gesundheitschecks 
bedürften, was als Praxisbesonderheit gelte. Zudem werde er von den 
Pflegenden der betreffenden Alters-/Pflegeheime jeweils aufgeboten und 
könne diesbezüglich nicht einfach auf einen Hausbesuch verzichten. Es sei 
bekannt, dass Patienten gegen Ende ihres Lebens die höchsten Gesund-
heitskosten verursachen. Zu beachten sei daher die Tatsache, dass er 33 
resp. 39 Totenscheine ausgestellt habe, wohingegen der Durchschnitt der 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 17

Ärzteschaft im Jahr 2 bzw. rund 3 Totenscheine ausstelle. Es verstehe sich 
von selbst, dass die Betreuung dieser Patienten, welche sich zumeist in 
Alters- bzw. Pflegeheime aufhielten, besonders aufwändig sei, was auch 
einen höheren Kostenindex zu rechtfertigen vermöge. Damit sei erstellt, 
dass sämtliche Besuche grundsätzlich medizinisch indiziert seien (vgl. Kla-
geantwort S. 8 ff. Rz. 24 ff., Duplik S. 15 f. Rz. 43 ff. und S. 17 ff. Rz. 51 ff. 
sowie Schlussbemerkungen vom 22. Mai 2018, S. 4 f. Ziff. 1 d). Auch dar-
aus kann jedoch keine die hohen Kosten rechtfertigende Praxisbesonder-
heit abgeleitet werden.

6.2.1 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Beklagte pro Patient 
(über alle Patienten gerechnet) durchschnittlich 7.4 Praxiskonsultationen 
aufweist (act. I 1). In der Vergleichsgruppe ergeben sich durchschnittlich 
4.17 Praxiskonsultationen. Damit ist die Konsultationsdichte – noch unter 
Ausschluss der Konsultationen bei Hausbesuchen – mehr als anderthalb-
mal so hoch wie im Vergleichskollektiv. Gründe dafür sind weder belegt 
noch ersichtlich und lassen sich auch aus den aus Sicht des Beklagten bei 
ihm bestehenden Praxisbesonderheiten nicht ableiten.

6.2.2 Die Anzahl von 2‘832 Hausbesuchen im Jahr 2014 überschreitet die 
Vergleichszahlen anderer Ärzte erheblich (vgl. etwa die Auswertung des 
Beklagten selbst für Arztpraxen mit einem durchschnittlichen Patientenalter 
von über 58 [act. IIC 10] bzw. von über 55 aber unter 65 [act. IIC 11] oder 
mit über 500 Arztbesuchen [act. IIC 13] bzw. mit über 500 Hausbesuchen 
und einem Alter der Patienten zwischen 55 und 65 [act. IIC 14]). Tatsäch-
lich absolvierte der Beklagte mehr als doppelt so viele Hausbesuche im 
Jahr, als derjenige Facharzt für Allgemeine Innere Medizin im Kanton Bern, 
mit den zweitmeisten Hausbesuchen (1‘303; Hausbesuche; vgl. act. IA 3). 
Gründe für dieses massive Abweichen von einem auch nicht annähernd 
durchschnittlichen Wert sind nicht ersichtlich. Nichts daran ändert, wenn 
der Beklagte diesbezüglich geltend macht, dies läge in seiner Anzahl 
Heimpatienten und seinem Bemühen, seinen Patienten so lange als mög-
lich das Leben zu Haus zu ermöglichen, mithin einen Heimeintritt zu ver-
hindern, zusammen.

Hinsichtlich der Leistungen eines Arztes ist ein Hausbesuch in vielerlei Hin-
sicht unwirtschaftlich und nicht zweckmässig. Denn beim Hausbesuch kann 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 18

der Arzt nicht direkt auf seine Infrastruktur zurückgreifen und er hat zuwei-
len erheblichen Wegaufwand. Der Hausbesuch ist im Vergleich zur Be-
handlung in der Arztpraxis deshalb in aller Regel weniger wirksam, zweck-
mässig und wirtschaftlich. Die Behandlung in der Praxis ist das Vorgehen 
der Wahl. Ein Hausbesuch ist allein dann indiziert, wenn die betroffene 
Person aus rein medizinischen Gründen sich nicht zum Arzt begeben kann. 
Dies mag etwa bei nicht transportfähigen Heimpatienten der Fall sein, be-
gründet jedoch die vom Beklagten diesbezüglich generierten umfangrei-
chen Kosten gerade nicht. Im Einzelnen ist auf das Folgende hinzuweisen.

Der Beklagte hat im Jahre 2014 an insgesamt 221 Tagen verteilt über alle 
Wochentage Hausbesuche durchgeführt (act. IA 4). Dabei fallen jeweils 
Wegentschädigungen an. Ein solches Verhalten ist unwirtschaftlich. Dies 
insbesondere wenn berücksichtigt wird, dass der Beklagte geltend macht, 
die Hausbesuche ständen in nicht unwesentlichem Zusammenhang mit 
seinen Heimpatienten. In diesem Zusammenhang ist es einem Arzt zumut-
bar und kann von ihm mit Blick auf das Wirtschaftlichkeitsgebot verlangt 
werden, dass er seine Patienten blockweise im Heim behandelt (zum Not-
falleinsatz vgl. E. 6.3 nachfolgend). Mit Blick auf die Zahl von Patienten im 
gleichen Heim (164 von 242 Patienten, bei welchen der Beklagte Hausbe-
suche durchführte, wohnen im „…“; act. II 1) trifft dies ganz besonders auf 
den Beklagten zu. Entgegen der Behauptung des Beklagten spielt schliess-
lich auch die Distanz zu seinen Heimpatienten keine Rolle. Das Gros der 
Heimpatienten ist von der Praxis her in wenigen Minuten zu Fuss zu errei-
chen und daher das Vorbringen des Beklagten (vgl. Klageantwort S. 10 Rz. 
34), seine Praxis liege nicht an einem verkehrsgünstigen Ort, für die hier 
interessierende Frage der Wegpauschalen unbeachtlich. Die konsequente 
Abrechnung von Wegpauschale, die mehr als die effektive Zeit entschädigt, 
ergibt beim Beklagten vielmehr eine dem Aufwand nicht entsprechende 
übermässige Abgeltung.

6.2.3 Schliesslich überzeugt auch das Vorbringen des Beklagten, mit 
Heimpatienten behandle er besonders behandlungs- und damit für ihn kos-
tenintensive Patienten, nicht. Zwar trifft es zu, dass die Krankheitskosten 
gegen das Lebensende ansteigen. Die höchsten Kosten fallen im Spital 
und in den Pflegeheimen an. Gleichzeitig sind diese Kosten bei jüngeren 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 19

Personen gar höher als bei älteren (vgl. hierzu u.a. BECK/KÄSER-MEIER, Die 
Krankheitskosten im Todesfall: eine deskriptiv statistische Analyse, in Ma-
naged Care, 2/2003, S. 24 ff. sowie Schweizerischer Nationalfonds zur För-
derung der wissenschaftlichen Forschung, Synthesebericht NFP 67 Le-
bensende, 2017, und MINKE/HINTERMANN, Lay Summary, The valuation of 
medical interventions at the end of life, 2017). In diesem Zusammenhang 
ist zu beachten, dass gerade bei Heimpatienten die entsprechende (pallia-
tive) Betreuung primär und zur Hauptsache durch gut ausgebildetes Pfle-
gepersonal erfolgt und die dabei anfallenden Kosten damit nicht dem Arzt 
angelastet werden. Durch die rund um die Uhr gewährleistete Betreuung 
durch gut ausgebildetes Pflegepersonal mit hoher medizinischer Kompe-
tenz bedürfen die Patienten denn auch allein noch beschränkter ärztlicher 
Betreuung. Die Pflegefachpersonen erbringen die ihnen (auch seitens der 
obligatorischen Krankenpflegeversicherung) abgegoltenen Leistungen auf-
grund von langfristigen Pflegeplanungen in Absprache und Entlastung der 
Hausärzte. Was mit Blick auf die Spitex im Übrigen auch für Personen gilt, 
die gemäss dem Beklagten zufolge seiner Unterstützung noch zu Hause 
leben können. Schliesslich fallen besonders kostenintensive ärztliche Be-
handlungen, etwa onkologischer Natur, in dieser Zeit nicht beim Beklagten, 
sondern im Spital bzw. bei den hierfür zuständigen Fachärzten an.

Daran vermag auch die Anzahl der vom Beklagten jährlich ausgestellten 
Totenscheine nichts zu ändern. In dieser Hinsicht ist nochmals darauf hin-
zuweisen, dass die Last der intensiven palliativen Betreuung in den letzten 
Monaten und Wochen vorab das Pflegepersonal der Heime und Spitäler zu 
tragen hat und die ärztlichen Möglichkeiten zumeist auch nur noch be-
schränkt sind. Dafür, dass der Beklagte in diesem Zusammenhang im Sin-
ne einer Praxisbesonderheit über die allgemeine durchschnittliche ärztliche 
Betreuung hinaus Leistungen erbringt und damit Kosten hätte verursachen 
müssen, bestehen keine Anzeichen. 

Nichts kann der Beklagte (vgl. Schlussbemerkungen vom 22. Mai 2018, S. 
6 f. Ziff. 1 h) aus dem Schreiben von santésuisse vom 14. März 2016 (act. 
II 2) ableiten. Es handelt sich dabei um ein im Rahmen aussergerichtlicher 
Vergleichsverhandlungen erstelltes Dokument, welches dem Anlass ent-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 20

sprechend wohlwollend formuliert ist. Die gerichtliche Beurteilung kann 
dadurch jedoch nicht präjudiziert werden. 

6.3 Eine weitere zu berücksichtigende Praxisbesonderheit sieht der 
Beklagte darin, dass er 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr für seine 
Patienten erreichbar ist (Klageantwort S. 12 Ziff. Rz. 37 ff., Duplik S. 21 ff. 
Rz. 61 ff. und Schlussbemerkungen vom 22. Mai 2018, S. 3 f. Ziff. 1 c). 
Auch dieses Verhalten ist jedoch unwirtschaftlich. Entgegen der Auffassung 
des Beklagten ist dabei nicht entscheidend, wie viele Tage er arbeitet. Ent-
scheidend sind allein die Kosten pro Patient.

Wenn der Beklagte für seine eigenen Patienten (vgl. Duplik S. 21 ff. Ziff. 
6.3.9) während 365 Tagen des Jahres rund um die Uhr zur Verfügung 
steht, so stellt dies zwar insoweit eine Praxisbesonderheit dar, als die 
Mehrheit der anderen Ärzte diese Komfortleistung gegenüber ihren Patien-
ten nicht erbringen, sich vielmehr über den gemeinsamen Notfalldienst ent-
lasten. Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, es sei dem Arzt 
gestützt darauf ein höherer Indexwert zuzugestehen. Es steht dem Arzt 
zwar frei, reine Komfortleistungen zu erbringen. Soweit der Beklagte mit 
seinem Verhalten seine Patienten jedoch animiert, jederzeit bei ihm Leis-
tungen einzufordern und er diese als Notfall abrechnet, verletzt er den 
Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Die Kostenfolgen einer daraus entstehen-
den Überbetreuung hat in der Folge nicht das Kollektiv der prämienzahlen-
den Krankenversicherten zu tragen.

Daran ändern auch die gemäss Beklagtem umfangreichen fremdgesteuer-
ten Notfalleinsätze für seine Heimpatienten nichts. Wie bereits dargelegt 
(vgl. E. 2.3 hiervor), kann und darf mit Blick auf das im Heim vorhandene 
Fachpersonal vom Arzt verlangt werden, dass er auf die im Heim vorhan-
dene Fachkompetenz vertraut und die vorgegebene Aufgabenteilung ach-
tet. Er hat jeden eigenen Einsatz sorgfältig zu evaluieren und die Heimver-
antwortlichen bei übermässigem Aufgebot umgehend auf ihre eigene 
Fachkompetenz und Zuständigkeit hinzuweisen. Dass die Patienten des 
Beklagten eine Behandlung über dem Durchschnitt benötigt hätten, lässt 
sich nicht begründen (vgl. E. 6.2.3).

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 21

Der Beklagte hat sich schliesslich von der Notfalldienstpflicht für die Allge-
meinheit befreien lassen, dies im Gegensatz zu seiner dauernden berufli-
chen Erreichbarkeit zu Gunsten der eigenen Patienten (vgl. insbesondere 
Schlussbemerkungen vom 22. Mai 2018 S. 2 f. Ziff. 1 b). Es besteht keine 
Rechtsprechung, wonach der Umstand, dass der Arzt sich nicht am allge-
meinen ärztlichen Notfalldienst beteiligt, als Praxisbesonderheit anerkannt 
wird (BGer 9C_264/2017 E. 6.1 [zur Publikation vorgesehen]). Dass der 
Beklagte angesichts seines Alters nicht mehr zum Notfalldienst verhalten 
werden kann, bedeutet nicht, dass er als nach wie vor zugelassener Leis-
tungserbringer an diesem nicht mehr teilnehmen dürfte. Sollte er der Auf-
fassung sein, mit Notfallpatienten eine bessere Kostenstruktur seiner Pra-
xis erreichen zu können, so hätte es ihm jederzeit freigestanden, sich an 
dem von der Ärzteschaft zu Gunsten der Allgemeinheit erbrachten Notfall-
dienst zu beteiligen. Befreit sich ein Arzt jedoch von der gesetzlich vorge-
sehenen solidarischen Tragung des Notfalldienstes durch die Gemein-
schaft der Ärzte (vgl. Art. 30a f. Gesundheitsgesetz vom 2. Dezember 
1984, BSG 811.01), so kann dies bei der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit 
der Praxisführung nicht mit einem höheren Toleranzwert belohnt werden. 
Der zeitlich beschränkte Notfalldienst wäre für den Beklagten letztlich auch 
keine wesentliche zusätzliche Belastung gewesen, stand er doch gemäss 
eigenen Angaben im hier fraglichen Jahr so oder anders rund um die Uhr 
für Einsätze bereit und hätte er mit der Teilnahme am Notfalldienst diese 
ständige Erreichbarkeit erst recht aufgeben können.

6.4 Eine Praxisbesonderheit begründet der Beklagte damit, dass 271 
bzw. 21.2% seiner Patienten Selbstzahler seien, d.h. keine Rechnungen an 
die Krankenversicherer zur Bezahlung und Rückerstattung weiterleiten 
(Klageantwort S. 13 f. Rz. 43 ff., Duplik S. 26 Rz. 76 f. und Schlussbemer-
kungen vom 22. Mai 2018, S. 5. Ziff. 1 f). Auch diesbezüglich kann dem 
Beklagten nicht gefolgt werden.

Tatsächlich umfasst die RSS nur diejenigen Rechnungen, die bei einem 
Versicherer entweder durch die Ärztin oder den Arzt direkt (Tiers payant) 
oder durch den Patienten (Tiers garant) zur Vergütung eingereicht wurden. 
Leistungen, die in der Praxisstatistik erfasst sind, nicht aber in der RSS – 
unabhängig von der zeitlichen Betrachtung –, sind somit Leistungen, wel-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 22

che die Patienten selber bezahlt haben und dem Krankenversicherer nicht 
gemeldet wurden. Dieser Faktor trifft jedoch letztlich alle Ärzte. Insoweit 
handelt es sich um statistisch geglättete Umstände, die mit der Berücksich-
tigung eines Indexes von 120 bis 130 berücksichtigt sind. Mit dem Argu-
ment einer hohen Zahl günstiger (wenig behandlungsintensiver) Selbstzah-
ler setzt sich der Beklagte zudem in Widerspruch zu seiner ebenfalls eige-
nen Argumentation, im Vergleich mit anderen Arztkollegen weniger Patien-
ten mit geringen Kosten bzw. geringem Behandlungsaufwand zu versor-
gen.

6.5 Auch sieht der Beklagte im hohen Anteil an ausländischen sowie 
…sprachigen Patienten, die er behandle, eine Praxisbesonderheit, die sei-
ner Meinung nach zu einer Erhöhung des Toleranzbereichs führen müsse 
(Klageantwort S. 14 ff. Rz. 49 ff., Duplik S. 24 ff. Rz. 71 ff. und Schlussbe-
merkungen vom 22. Mai 2018, S. 5. Ziff. 1 f). Dem ist nicht so.

Der Beklagte hat auch nicht ansatzweise dargelegt, weshalb ausländische 
Versicherte höhere Kosten verursachen sollten. Denn zunächst einmal hat 
er allein mögliche Szenarien für seine Praxis und die Stadt … postuliert. 
Dass dies jedoch konkret kausal für die erhöhten Kosten seiner Praxis wä-
re, hat er weder glaubhaft gemacht, noch auch nur ansatzweise belegt. 
Hinzu kommt, dass zwischen der Verursachung von höheren Kosten und 
der Gebotenheit von höheren Kosten ein Unterschied besteht, der vom Arzt 
insbesondere verlangt, dass er seinen Patienten, ob Schweizer oder Aus-
länder, nicht gebotene Behandlungen verwehrt. Dass … eine zweisprachi-
ge Stadt ist, ändert am Ganzen nichts. Will ein Arzt einen Patienten nicht 
nur in seiner Muttersprache (hier Deutsch) behandeln, sondern auch in 
einer anderen Sprache (hier …), so hat er selbst sicherzustellen, dass da-
durch keine höheren Kosten entstehen, als wenn die Patienten sich bei 
einem Arzt ihrer Muttersprache behandeln lassen würden. Dass darüber 
hinaus für einzelne Patienten, die weder der einen noch der anderen Spra-
che mächtig sind, relevanter zum Vergleichskollektiv höherer Aufwand an-
fallen würde, hat der Arzt nicht belegt. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 23

7

Massgeblich für die Rückerstattung sind allein die direkten Kosten von 
Fr. 1‘022‘572.00. Nach der ANOVA-Methode beträgt der diesbezügliche 
Index für den Beklagten 186 Punkte (vgl. E. 5.3. hiervor). Zu beachten ist 
dabei jedoch, dass dieser Indexwert sich allein auf die direkten Kosten der 
Arztleistungen, d.h. ohne die ebenfalls den direkten Kosten zuzuordnenden 
Kosten für direkt abgegebene Medikamente, bezieht.

7.1 Hinsichtlich der Medikamentenkosten besteht insoweit eine Beson-
derheit, als diese sowohl beim Arzt selbst anfallen können, wenn er die 
Medikamente abgibt, als auch als veranlasste Kosten Eingang in die Statis-
tik finden, wenn die Medikamente verschrieben und vom Patienten in einer 
Apotheke bezogen werden. Erstere Kosten werden im Rahmen der Be-
rechnung des Rückerstattungsbetrags berücksichtigt, letztere haben un-
berücksichtigt zu bleiben (vgl. E. 2.3 hiervor). Dies erfolgt unbesehen des 
Um-stands, dass es für den Aspekt der Überarztung im Grundsatz keine 
Rolle spielt, auf welchem Weg der Patient das Medikament erhält, mithin 
eine Gesamtbetrachtung für die Medikamente unabdingbar bleibt. Ent-
scheidend ist die Gebotenheit der Medikamentenabgabe bzw. Verschrei-
bung und damit das Total der im Zusammenhang mit der Tätigkeit des ein-
geklagten Arztes stehenden Medikamentenkosten. Die Aufteilung in selbst 
abgegebe-ne Medikamente und verschriebene Medikamente hängt hinge-
gen vorab von Komfortansprüchen der Patienten, gesundheitspolitischen 
Überlegungen des Gesetzgebers (Erlaubnis zur oder Verbot der Selbstdis-
pensation) und ökonomischen Überlegungen des Arztes (Margen auf ab-
gegebenen Medikamenten) ab. 

7.2 In den Verfahren SCHG/2015/658 und SCHG/2016/667 (Urteil vom 
1. März 2017; bestätigt durch das Bundesgericht mit Urteil vom 18. Dezem-
ber 2017, 9C_264/2017 [zur Publikation vorgesehen]) und SCHG/2015/644 
und SCHG/2016/660 (Urteile vom 5. März 2017; bestätigt durch das Bun-
desgericht mit Urteil vom 1. März 2018, 9C_267/2017 und 9C_268/2017; 
ohne dass sich das Bundesgericht in den erwähnten Entscheiden jedoch 
mit den nachfolgenden Festlegungen näher auseinanderzusetzen hatte) 
hatte sich das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kan-
tons Bern mit der Konstellation auseinanderzusetzen, dass eingeklagte 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 24

Ärzte überdurchschnittlich hohe Kosten für abgegebene Medikamente aus-
gewiesen haben, hingegen diesbezüglich allein unterdurchschnittliche Kos-
ten veranlasst hatten. Die betreffenden Ärzte lagen sowohl hinsichtlich der 
direkten Arztkosten wie auch der selbst abgegebenen Medikamente deut-
lich über dem Durchschnitt des Vergleichskollektivs. Das Gericht hat in der 
Folge diesen besonderen Umständen Rechnung getragen. Es hat die Me-
dikamentenkosten betreffend eine Gleichstellung der beklagten Ärzte mit 
dem „Durchschnittsarzt“ vorgenommen. Hierzu hat es von den Kosten für 
die direkt abgegebenen Medikamente je Patient des der Überarztung be-
schuldigten Arztes denjenigen Betrag in Abzug gebracht, den ein Arzt der 
Vergleichsgruppe mit Index 100 je Patient mehr verschrieben (d.h. veran-
lasst) hat als der eingeklagte Arzt. Im entsprechenden Rahmen wurde der 
Rückerstattungsbetrag reduziert. 

7.3 Im vorliegenden Fall stellt sich die Sachlage gerade umgekehrt dar. 
Der Beklagte hat, wie der Index von 64 der RSS anzeigt, weniger Medika-
mente selbst abgegeben als das Vergleichskollektiv. Hingegen überschrei-
tet er mit einem Index von 174 der RSS bei den veranlassten Medikamen-
tenkosten den Toleranzwert erheblich. Die gesamtheitliche Betrachtung der 
Medikamentenkosten nach der massgeblichen ANOVA-Methode ergibt 
einen Wert von 141. Damit liegt der Beklagte auch die Medikamente betref-
fend klar über dem Toleranzwert von 130, jedoch deutlich unter dem Index 
von 186 für die direkten Arztkosten. Bei einer solchen Ausgangslage wird 
der Arzt auch die Medikamentenkosten betreffend rückerstattungspflichtig. 
Es rechtfertigt sich jedoch nicht, neben den direkten Kosten auch die effek-
tiven (direkten) Medikamentenkosten mit demselben Index (186) auf den 
Toleranzwert von 130 zu kürzen und zur Rückerstattung zu bringen. Eine 
rechtsgleiche Behandlung mit dem zum Vergleich zugezogenen „Durch-
schnittsarzt“ verlangt, wo die Indices derart auseinanderfallen, zu Gunsten 
des eingeklagten Arztes eine (von den direkten Arztkosten gelöste) geson-
derte Betrachtung der Medikamentenkosten. Dabei sind die für die hier 
massgebliche Frage der Überarztung nicht relevanten Faktoren der Kos-
tenverteilung der Medikamente (vgl. E. 7.1 in fine) auszuschliessen. Daraus 
folgt, dass wo die (übermässigen) Medikamentenkosten vom eingeklagten 
Arzt hauptsächlich über Dritte (Apotheken) verursacht werden, die (für die 
Rückerstattung allein in Betracht fallenden) vom Arzt vereinnahmten Ent-

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vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 25

gelte für von ihm abgegebene Medikamente im Rahmen einer Gesamtbe-
trachtung anhand des ANOVA-Indexes Medikamente zur Rückerstattung 
zu bringen sind. Es erfolgt damit zu Gunsten des eingeklagten Arztes eine 
gesonderte Berechnung des Rückerstattungsbetrags für die direkten Arzt-
kosten einerseits und für die direkten Medikamentenkosten andererseits.

7.4 Bei einem maximal zulässigen Index von 130 Punkten werden die 
zulässigen Kosten nach der folgenden Formel berechnet:

tatsächliche Kosten x 130
tatsächlicher Index

Der Beklagte weist total direkte Kosten von Fr. 1‘022‘572.00 aus. Diese 
setzen sich aus Fr. 857‘094.00 für direkte Arztkosten und Fr. 165‘478.00 für 
Medikamente vom Arzt zusammen. Für die direkten Arztkosten ergibt sich 
daraus was folgt: 

Der Beklagte hätte den folgenden Betrag bei den direkten Kosten nicht 
überschreiten dürfen:

Fr. 857‘094.00 x 130 : 186 = Fr. 599‘044.20

Es ergibt sich damit der folgende Rückerstattungsbetrag für direkte Arzt-
kosten:

Fr. 857‘094.00 - Fr. 599‘044.20 = Fr. 258‘049.80

Für die Medikamentenkosten vom Arzt ergibt sich schliesslich was folgt:

Fr. 165‘478.00 x 130 : 141 = Fr. 152‘568.35

Es ergibt sich damit der folgende Rückerstattungsbetrag für vom Arzt ab-
gegebene Medikamente:

Fr. 165‘478.00 - Fr. 152‘568.35 = Fr. 12‘909.65

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 10. Juni 2018, SCHG/16/662 Seite 26

Zusammenfassend ist der Beklagte in Gutheissung der Klage zu verurtei-
len, den Klägerinnen für das Jahr 2014 den Betrag von Fr. 270‘959.45 (Fr. 
258‘049.80 + Fr. 12‘909.65) zurückzubezahlen.

8.

8.1 Für das Klageverfahren werden Kosten erhoben. Die Kosten richten 
sich gemäss Art. 47 Abs. 3 EG KUMV nach dem Dekret vom 24. März 
2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (Verfahrenskostendekret, 
VKD; BSG 161.12). Die Verfahrenskosten werden insgesamt auf 
Fr. 3'000.00 festgesetzt (Art. 52 VKD). Sie sind dem unterliegenden Be-
klagten zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 
109 Abs. 1 VRPG) und werden aus dem Vorschuss der Klägerinnen glei-
cher Höhe gedeckt. Der Beklagte hat den Klägerinnen den Vorschuss von 
Fr. 3'000.00 zu ersetzen.

8.2 Die Parteikosten sind ebenfalls nach Massgabe des Unterliegens 
auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 
Abs. 1 VRPG). Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten 
den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand. Die 
Bemessung des Parteikostenersatzes richtet sich nach den Vorschriften 
der Anwaltsgesetzgebung. Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 und 4 des kantona-
len Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bemisst sich 
der Parteikostenersatz in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und Be-
schwerdeverfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, wobei der Ta-
rifrahmen von Art. 13 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemes-
sung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811) von Fr. 400.00 bis Fr. 11‘800.00 pro Instanz zur Anwendung ge-
langt.

Die durch advocat Dr. iur. A.________ vertretenen Klägerinnen haben An-
spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (BGE 119 V 448 E. 6b S. 456). Mit 
Kostennoten vom 14. Mai 2018 macht advocat A.________ für beide Ver-
fahren (SCHG/2016/662 und SCHG/2017/670) einen geleisteten Ge-

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samtaufwand im Umfang von total 32.5 Stunden geltend. Bei einem Stun-
denansatz von Fr. 250.00 ergibt dies ein Honorar von Fr. 8‘125.00 zuzüg-
lich 3 % Barauslagen von Fr. 243.75 sowie Mehrwertsteuer von 7.7 % (auf 
Fr. 8‘368.75) und 7.7% (auf Fr. 8‘368.75) von Fr. 644.40, total Fr. 9‘013.15. 
Diese Kosten werden hälftig auf beide Verfahren verteilt. Somit hat der Be-
klagte den Klägerinnen in diesem Verfahren den Betrag von Fr. 4‘506.60 
(Fr. 9‘013.15 / 2) zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. In Gutheissung der Klage wird der Beklagte verurteilt, den Klägerinnen 
für das Jahr 2014 den Betrag von insgesamt Fr. 270‘959.45 zurückzu-
erstatten.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 3‘000.00 werden dem Beklagten zur Be-
zahlung auferlegt und aus dem Vorschuss der Klägerinnen gleicher 
Höhe gedeckt. Der Beklagte hat den Klägerinnen den Vorschuss von 
Fr. 3'000.00 zu ersetzen.

3. Der Beklagte hat den Klägerinnen die Parteientschädigung von 
Fr. 4‘506.60 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- advocat Dr. iur. A.________ z.H. der Klägerinnen  
- Rechtsanwälte Dr. C.________ und D.________ z.H. des Beklagten
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.