# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b770f16-2c27-578f-b85b-ea119bf91644
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2010 C-4566/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4566-2009_2010-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4566/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Marianne Teuscher, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

H._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Justiz BJ,
Fachbereich Sozialhilfe für Auslandschweizer/ innen, 
Bundesrain 20, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Auslandschweizerfürsorge.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4566/2009

Sachverhalt:

A.
H._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer), geboren am 14. Januar 
1947, ist Bürger von B._______. Im Jahr 1967 verliess er die Schweiz 
und  hielt  sich  seither  im  Ausland  auf.  Seit  April  1970  lebt  der 
Beschwerdeführer  ununterbrochen  in  Thailand.  Am  4. Juni  1979 
heiratete  er  eine  thailändische  Staatsangehörige.  Die  thailändische 
Staatsbürgerschaft  erwarb er  durch  ordentliche  Einbürgerung. Seine 
zwei 1979 und 1982 geborenen Kinder sind ebenfalls schweizerisch-
thailändische Doppelbürger. 

B.
Am  15.  Dezember  2008  gelangte  der  Beschwerdeführer  mit  einem 
Gesuch um monatliche Unterstützung für sich und seine Ehefrau nach 
dem Bundesgesetz  vom 21. März  1973  über  Fürsorgeleistungen  an 
Auslandschweizer  (ASFG,  AS  1973  1976;  ab  1. Januar  2010: 
Bundesgesetz  vom 21. März  1973  über  Sozialhilfe  und Darlehen  an 
Schweizer  Staatsangehörige  im  Ausland  [BSDA,  SR  852.1])  an  die 
Schweizer Botschaft in Bangkok. Zugleich verlangte er die Übernahme 
der  Heimreisekosten  in  die  Schweiz.  Auf  Nachfrage  der 
Schweizerischen  Vertretung  erläuterte  er  diese  Angaben  in  einem 
Schreiben  vom  7.  Mai  2009  dahingehend,  dass  er  sich  lediglich 
zwecks medizinischer Behandlung in die Schweiz begeben wolle. Sein 
Leben in Thailand wolle er aber weiterführen, weshalb er auch monat-
liche Unterstützung beantragt habe. 

C.
Mit  Verfügung vom 3. Juni 2009 wies das Bundesamt für Justiz (BJ) 
das Unterstützungsgesuch für den Beschwerdeführer und seine Ehe-
frau ab. Zur Begründung führte es aus, gemäss Art. 6 ASFG würden 
Doppelbürger,  deren  ausländisches  Bürgerrecht  vorherrsche,  in  der 
Regel  nicht  unterstützt. Ausnahmen würden nur in wenigen Fällen – 
z.B. bei akuter Todesgefahr oder kriegerischen Ereignissen – gewährt 
werden. Bei der Ehefrau des Beschwerdeführers – welche in Thailand 
geboren und aufgewachsen sei und  das Schweizer Bürgerrecht durch 
Heirat  erworben  habe  –  sei  das  thailändische  Bürgerrecht  klar  vor -
herrschend. Dies gelte auch für den Beschwerdeführer selbst, der die 
letzten  39  Jahre  in  Thailand  gelebt  habe.  Ein  Ausnahmefall,  bei 
welchem Doppelbürger  mit  vorherrschendem ausländischem Bürger-
recht dennoch unterstützt werden könnten, liege nicht vor.

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D.
Die  vorinstanzliche  Verfügung  wurde  dem  Beschwerdeführer  am 
11. Juni  2009  von  der  Schweizerischen  Vertretung  per  Kurier  zu-
gestellt; zwei bis drei Tage später hat er diese erhalten (vgl. E-Mail der 
Schweizerischen Vertretung vom 10. Juli 2009). 

E.
Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 9. Juli 2009 
bei  der Schweizer Vertretung eine an die Vorinstanz adressierte Be-
schwerde  ein.  Die  Rechtsmitteleingabe  wurde  alsdann  durch  Ver-
mittlung  der  Vorinstanz  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weiter-
geleitet  (Posteingang:  16.  Juli  2009).  Sinngemäss  machte  der  Be-
schwerdeführer  darin  geltend,  es  sei  die  vorinstanzliche  Verfügung 
aufzuheben  und  ihm  die  beantragten  Fürsorgeleistungen  zuzu-
sprechen.  Zudem  beanstandete  er  die  zeitliche  Dauer,  welche 
zwischen  seinem  Antrag  und  dem  Erlass  der  vorinstanzlichen  Ver-
fügung vergangen sei. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, 
bevor er die thailändische Staatsbürgerschaft beantragt habe, habe er 
sich bei der Schweizer Botschaft in Bangkok informiert. Dort habe man 
ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, dass man ihm – falls das aus-
ländische Bürgerrecht vorherrschend sei – die Fürsorgeleistungen an 
Auslandschweizer  verweigern  könnte.  Da  er  als  Doppelbürger  nicht 
gleich behandelt  werde wie ein Auslandschweizer ohne zusätzliches 
ausländisches Bürgerrecht,  fühle  er  sich  diskriminiert.  Des Weiteren 
führt der Beschwerdeführer zahlreiche Beispiele auf, wieso er im Aus-
land als Aushängeschild für die Schweiz gelte und somit im Bezug auf 
seine Person immer noch das Schweizer Bürgerrecht  vorherrschend 
sei. 

Die Abweisung der Fürsorgeleistungen bezüglich seiner Ehefrau – bei  
welcher  gemäss  Vorinstanz  das  ausländische  Bürgerrecht  klar  vor-
herrsche – wurde vom Beschwerdeführer nicht angefochten.

F.
Mit  Vernehmlassung vom 9. Oktober  2009 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der  Beschwerde. Ergänzend machte  sie  geltend,  der 
Beschwerdeführer habe sich auf Anraten von einheimischen Freunden 
um das thailändische Bürgerrecht bemüht. Er sei aber nicht aus beruf -
lichen Gründen darauf angewiesen gewesen. Zudem habe er vor allem 
während seiner beruflichen Tätigkeit  Kontakte zu Auslandschweizern 
und  Auslandschweizerinnen  gepflegt.  Häufige  Reisen  des  Be-

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schwerdeführers  in  die  Schweiz  oder  enge  Beziehungen  zu 
Schweizerinnen und Schweizer in der Schweiz könnten jedoch nicht 
ausgemacht werden. Die sinngemässe Rüge der Rechtsverzögerung 
sei  alsdann  unbegründet,  da  in  casu  zusätzliche  Abklärungen  und 
Nachfragen erforderlich gewesen seien. 

G.
Der Beschwerdeführer verzichtete alsdann auf sein ihm mit Verfügung 
vom 14. Oktober 2009 eingeräumtes Replikrecht.

H.
Der  weitere  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Er-
wägungen Berücksichtigung finden.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
– unter  Vorbehalt  der  in  Art. 32  VGG  genannten  Ausnahmen –  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021), welche von einer der in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden 
erlassen wurden. Darunter fallen Verfügungen des BJ betreffend Für-
sorgeleistungen  an  Auslandschweizer/-innen  nach  Art. 14  Abs. 1 
BSDA.

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts ande-
res bestimmt.

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der Verfügung vom 3. Juni 
2009 zur  Beschwerde legitimiert  (vgl. Art. 48  Abs. 1 VwVG). Auf  die 
frist-  und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten 
(vgl. Art. 49 ff. VwVG).

1.4 Innerhalb  des  Anfechtungsgegenstands  –  der  sich  aus  der 
angefochtenen Verfügung ergibt – bestimmen die von der Beschwerde 
führenden  Partei  gestellten  Anträge  den  Streitgegenstand.  Die 
Rechtsmittelinstanz  darf  die  Verfügung  grundsätzlich  nur  insoweit 

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überprüfen, als sie angefochten ist (vgl. BVGE 2009/46 E. 2 S. 653). 
Die  für  die  Bestimmung  massgebenden  Rechtsbegehren  sind  nicht 
nach ihrem möglicherweise ungenauen oder untechnischen Wortlaut, 
sondern  nach  ihrem  erkennbaren  wirklichen  Sinn  auszulegen  (vgl. 
zum Ganzen:  THOMAS FLÜCKIGER, in  Waldmann/Weissenberger,  Praxis-
kommentar  VwVG,  Art.  7  N  18  und  N  19).  In  casu  focht  der  Be-
schwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 9. Juli 2009 lediglich den 
negativen  Entscheid  bezüglich  seiner  Person  an. Die  mit  Verfügung 
vom  3. Juni  2009  getroffenen  Feststellungen  bezüglich  der  Ehefrau 
des  Beschwerdeführers,  bei  welcher  das  ausländische  Bürgerrecht 
vorherrsche,  wurden hingegen nicht  beanstandet,  weshalb  sich  eine 
Überprüfung  erübrigt.  Die  vorinstanzliche  Verfügung  gilt  in  diesem 
Punkt somit als in Rechtskraft erwachsen.

2.
Die  angefochtene  Verfügung  erging  gestützt  auf  das  ASFG und  die 
ASFV. Mit  Wirkung auf den 1. Januar 2010 wurde das ASFG in das 
BSDA umbenannt, inhaltlich jedoch – was die Sozialhilfe an Ausland-
schweizer  angeht  –  unverändert  gelassen.  Die  Verordnung  vom 
26. November  1973  über  Fürsorgeleistungen  an  Auslandschweizer 
(ASFV,  AS  1973  1983)  ihrerseits  wurde  ohne  übergangsrechtliche 
Regelung  auf  den  1.  Januar  2010  durch  die  Verordnung  vom 
4. November 2009 über Sozialhilfe und Darlehen an Schweizer Staats-
angehörige im Ausland (VSDA, SR 852.11) ersetzt. Der Erlass über-
nimmt den Inhalt des bisherigen Rechts weitgehend unverändert. Der 
Verordnungsgeber beschränkte sich darauf, veraltete und überflüssige 
Normen zu streichen, die Struktur und die Terminologie des Erlasses 
zu modernisieren und in einigen Bereichen die Praxis zu kodifizieren, 
wie  sie  bis  anhin  den  altrechtlichen  Richtlinien  und  Rundschreiben 
entnommen werden konnte (vgl. Erläuterungen des BJ zur VSDA unter 
der  Internetadresse  des  BJ  >  Themen  >  Migration  >  Sozialhilfe  für 
Auslandschweizerinnen  und  Auslandschweizer  (SAS)  >  Ausland-
schweizer/in,  besucht  am 3. Juni  2010). Der  Anwendung des neuen 
Rechts steht daher grundsätzlich nichts entgegen. Dabei kann auf die 
bisherige Rechtsprechung zurückgegriffen werden.

3.
In seiner Rechtsmitteleingabe vom 9. Juli 2009 weist der Beschwerde-
führer auf die Dauer zwischen seinem Antrag auf Fürsorgeleistung und 
dem Erlass der vorinstanzlichen Verfügung hin und macht damit sinn-
gemäss  Rechtsverzögerung  geltend.  Eine  Rechtsverzögerungs-

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beschwerde  nach  Art.  46a  VwVG kommt  jedoch  mangels  aktuellen 
Rechtsschutzinteresses  dann  nicht  mehr  in  Betracht,  wenn die  zum 
Entscheid verpflichtete Behörde in der Sache bereits entschieden hat. 
In  casu  erfolgte  die  Rüge  der  Rechtsverzögerung  nach  Erlass  der 
negativen  Verfügung  (Verfügungsdatum  3.  Juni  2009),  womit  diese 
nach den Regeln von Art. 44 ff. VwVG i.V.m. Art. 5 VwVG anzufechten 
ist  (vgl.  zum  Ganzen:  FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR, in 
Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 46a N 6). Zu 
den Gründen für die eingetretene Verzögerung hat sich die Vorinstanz 
in ihrer Vernehmlassung geäussert. 

4.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden 
(Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss  Art. 62  Abs.  4  VwVG an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den 
geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend 
ist  grundsätzlich die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt  seines Ent -
scheides (vgl. Urteil  des Bundesgerichts  2A.451/2002 vom 28. März 
2003 E. 1.2,  teilweise publiziert  in  BGE 129 II  215 sowie Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-135/2006 vom 20. Dezember 2007 E. 2 
mit weiteren Hinweisen).

5.
Nach  Art. 1  BSDA gewährt  der  Bund  im  Rahmen  dieses  Gesetzes 
Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern, die sich in einer Not-
lage befinden, Sozialhilfeleistungen. Gemäss dem in Art. 5 BSDA fest-
gelegten  Grundsatz  der  Subsidiarität  der  Sozialhilfe  werden  solche 
Leistungen nur an Personen ausgerichtet,  die ihren Lebensunterhalt 
nicht hinreichend aus eigenen Kräften und Mitteln, Beiträgen von pri -
vater Seite oder Hilfeleistungen des Aufenthaltsstaates bestreiten kön-
nen.

6.
Schweizerisch-ausländische  Doppelbürger,  deren  ausländisches 
Bürgerrecht vorherrscht, werden nach Art. 6 BSDA in der Regel nicht  
unterstützt. 

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6.1 Der  Beschwerdeführer  beanstandet  in  diesem  Zusammenhang, 
es  bestehe  eine  Ungleichbehandlung  zwischen  Auslandschweizern 
mit  und ohne mehrfache  Staatsbürgerschaft.  In  diesem Zusammen-
hang übersieht er jedoch, dass das Gleichheitsprinzip einerseits eine 
unterschiedliche  Regelung  dort  verbietet,  wo  keine  rechtlich  erheb-
lichen Unterscheidungen zugrunde liegen und andererseits in Fällen 
die  rechtliche  Gleichbehandlung  untersagt,  die  sich  in  tatsächlicher 
Hinsicht  wesentlich  unterscheiden  (vgl.  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  All-
gemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Rz 495). In casu liegen – auf 
Gesetzesebene verankerte – sachliche Gründe vor, welche eine Un-
gleichbehandlung rechtfertigen (vgl. Art. 6 BSDA). 

6.2 Offen bleiben muss auch die Frage, ob sich der Beschwerdeführer 
– wäre ihm Art. 6 BSDA bekannt gewesen – von der Erlangung des 
thailändischen Bürgerrechts  hätte  abhalten lassen. In  diesem Sinne 
kann  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  er  sei  von  der 
Schweizerischen  Vertretung  in  Bangkok  nicht  über  Art.  6  BSDA 
informiert worden, nicht gehört werden. Im Übrigen werden sämtliche 
Erlasse des Bundes – als Voraussetzung ihrer Verbindlichkeit für die 
Privaten – in der Amtlichen Sammlung des Bundes (AS) sowie in der 
Systematischen  Sammlung  des  Bundesrechts  (SR)  öffentlich 
publiziert. 

7.
Für  die  Beurteilung  der  Frage,  welches  Bürgerrecht  überwiegt,  ist 
gemäss Art. 2 Abs. 1 VSDA vor allem auf die Umstände, welche zum 
Erwerb des ausländischen Bürgerrechts geführt  haben (Bst. a),  den 
Aufenthaltsstaat  während der Kindheit  und der Ausbildungszeit  (Bst. 
b), die Dauer des Aufenthalts im jetzigen Aufenthaltsstaat (Bst. c) und 
die Beziehung zur Schweiz (Bst. d) abzustellen. 

7.1 Der heute 63-jährige Beschwerdeführer lebt gemäss eigenen An-
gaben seit 1970 ununterbrochen in Thailand. Am 4. Juni 1979 heiratete 
er  eine  thailändische  Staatsbürgerin  und  erwarb  danach  (genauer 
Zeitpunkt unbekannt) die thailändische Staatsbürgerschaft. 

7.2 Die Vorinstanz bezeichnet in casu das ausländische Bürgerrecht 
als vorherrschend. Dabei beruft  sie sich vor allem auf die lange Auf-
enthaltsdauer  des  Beschwerdeführers  in  seiner  Wahlheimat.  Nicht 
ausser  Acht  gelassen  darf  in  diesem  Zusammenhang  jedoch,  dass 
sich der Beschwerdeführer – von Geburt auf Schweizer – die ersten 
20 Jahre seines Lebens in der Schweiz aufhielt. Er verbrachte somit 

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die Kindheit und Jugend sowie die Ausbildungszeit in der Schweiz und 
wurde  von  der  Schweizerischen  Kultur  und  Mentalität  massgeblich 
geprägt.

7.3 Weiter gilt  es zu prüfen, ob der Beschwerdeführer – trotz seiner 
langen  Anwesenheit  in  Thailand  –  noch  Verbindungen  zur  Schweiz 
aufrechterhält. Dabei ist auch auf Beziehungen mit Bezug zur Schweiz 
abzustellen,  die der Beschwerdeführer in  nachvollziehbarer Weise in 
seinem  Aufenthaltsstaat  aufgebaut  hat  (beispielsweise  vor  Ort  ge-
pflegte  Beziehungen  zu  anderen  Schweizer  Staatsangehörigen,  Mit-
gliedschaften  in  einschlägigen  Vereinen,  über  das  Notwendigste 
hinausgehende Kontakte mit der Schweizerischen Vertretung). 

Wie  aus  einem  Bericht  der  Schweizerischen  Vertretung  hervorgeht, 
erfolgte die Immatrikulation des Beschwerdeführers, welcher seit April 
1970 in Thailand lebt,  bereits am 30. Juli 1970. Der Beschwerdeführer 
sei  –  solange  es  seine  Gesundheit  zuliess  –  stets  ein  engagiertes 
Mitglied der Schweizer Kolonie gewesen; er habe der Schweizer Bot -
schaft regelmässig seine Hilfe angeboten und an diversen Aktivitäten 
teilgenommen (vgl. E-Mail  vom 11. Februar 2009). Der Beschwerde-
führer  selbst  führt  denn  auch  zahlreiche  Einsätze  auf,  die  sein 
Engagement  für  die  Schweizerische  Vertretung  dokumentieren  (z.B. 
Organisation der 1. August-Feier, musikalische Unterhaltung der Gäste 
der  Schweizerischen  Vertretung;  vgl.  Beschwerde  vom 9.  Juli  2009, 
S. 4ff.). Es kann somit ohne Zweifel davon ausgegangen werden, der 
Beschwerdeführer  verfüge  über  regelmässigen  Kontakt  zur 
Schweizerischen Vertretung, der weit über das Notwendigste hinaus-
geht.  Darüber  hinaus  pflegt  der  Beschwerdeführer  Kontakte  zu 
anderen Schweizern und Schweizerinnen in Thailand. Die Vorinstanz 
macht  diesbezüglich geltend,  die Kontakte hätten sich  vor allem auf 
die berufliche Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  beschränkt  (vgl. Ver-
nehmlassung vom 9. Oktober 2009). Dem ist jedoch zu widersprechen: 
Gemäss Angaben des Beschwerdeführers war er circa 15 bis 20 Jahre 
Mitglied  beim Schweizer  Verein  in  Bangkok,  wobei  es  sich  gemäss 
seinen Ausführungen nicht nur um eine blosse passive Mitgliedschaft 
gehandelt  hat.  Vielmehr  hat  er  im  Laufe  seiner  Mitgliedschaft  zahl-
reiche  –  in  seiner  Beschwerde  ausführlich  dargelegte  –  Vereinsauf-
gaben  übernommen.  Auch  die  übrige  Freizeitgestaltung  des  Be-
schwerdeführers  zeugt  von  seiner  engen  Verbundenheit  mit  der 
Schweiz.  So  war  er  –  um  nur  ein  Beispiel  zu  nennen  –  12  Jahre 
Kapitän der Schweizer Fussballmannschaft in Bangkok. Auch in beruf-

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licher Hinsicht kann ein Bezug zur Schweiz ausgemacht werden. Der 
Beschwerdeführer  arbeitete  –  unter  anderem  –  als  Wirt  eines 
Schweizer  Restaurants  in  Bangkok  und  organisierte  zahlreiche 
Schweizer  Festivals  (vgl.  Beschwerde  vom  9.  Juli  2009).  Selbst 
während seiner Tätigkeit als Lehrer in Küchentheorie in Bangkok ver-
fügte er noch über berufliche Kontakte mit Gastronomen in der ganzen 
Schweiz (vgl. Formular für Doppelbürger/innen vom 22. Mai 2009).

7.4 Gemäss obgenannten Ausführungen ist somit davon auszugehen, 
der Beschwerdeführer verfüge – vom Zeitpunkt der Wohnsitznahme in 
Thailand bis heute – noch immer über einen manifestierten Bezug zur 
Schweiz. Er  ist  trotz  seiner  langjährigen  Abwesenheit  stark  von der 
Schweizerischen  Kultur  geprägt.  Vor  diesem  Hintergrund  kann  ihm 
auch  nicht  angelastet  werden,  keine  engen  Beziehungen  mehr  mit 
Schweizerinnen oder Schweizern aus der Schweiz gehabt zu haben 
sowie keine häufigen Reisen in die Schweiz unternommen zu haben 
(vgl.  Vernehmlassung  vom 9. Oktober  2009). Immerhin  gibt  der  Be-
schwerdeführer im Formular für Doppelbürger/innen vom 22. Mai 2009 
an –  ausser dem beruflichen Kontakt mit Gastronomen in der ganzen 
Schweiz – noch häufigen Kontakt  mit  Verwandten und Bekannten in 
seiner ursprünglichen Heimat zu pflegen.  

7.5 Die Vorinstanz führt  weiter aus, der Beschwerdeführer habe sich 
um einen thailändischen Pass bemüht, ohne dass er aus beruflichen 
Gründen darauf angewiesen gewesen wäre (vgl. Vernehmlassung vom 
9. Oktober  2009).  Dieser  Umstand  ist  jedoch  zu  relativieren:  In  An-
betracht der Heirat mit einer Thailänderin und seiner Wohnsitznahme 
in  Thailand  erscheint  es  nachvollziehbar,  dass  er  auf  Anraten  von 
Freunden auch das thailändische Bürgerrecht  erworben hat. Der Be-
schwerdeführer selbst nennt denn auch die Erleichterung im täglichen 
Leben  in  Bezug  auf  Ämter,  Bewilligungen,  Firmengründung, 
eventueller Landerwerb usw. als Hauptgrund für seinen Entscheid (vgl. 
Formular für Doppelbürger/innen vom 22. Mai 2009). Dass für ihn aber 
das  Schweizer  Bürgerrecht  weiterhin  Priorität  hatte,  zeigen  seine 
sorgfältigen Abklärungen gegenüber  der  Schweizerischen Vertretung 
anlässlich des Einbürgerungsverfahrens (vgl. Beschwerde vom 9. Juli 
2009, S. 3f.).

8.
Aufgrund vorgängiger Erwägungen ist das Schweizer Bürgerrecht des 
Gesuchstellers als vorherrschend zu erachten. Demzufolge ist festzu-

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stellen,  dass  die  angefochtene  Verfügung  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  unrichtig  resp. unvollständig  festhält  und  in  fehlerhaften 
Ausübung des Ermessens ergangen ist (Art. 49 Bst. a und b VwVG). 
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  neuerlichen  Beurteilung  an  die  Vor-
instanz zurückzuweisen. 

9.
Auf die Auferlegung von Verfahrenskosten ist vorliegend zu verzichten 
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzu-
sprechen,  da  dem  nicht  anwaltlich  vertretenen  Beschwerdeführer 
keine  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  erwachsen 
sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG; vgl. BGE 134 I 184 E. 6.3).

(Dispositiv nächste Seite) 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung vom 
3. Juni  2009  wird  –  soweit  sie  nicht  in  Rechtskraft  erwachsen ist  – 
aufgehoben und die Sache zur neuerlichen Abklärung und Beurteilung 
an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz ([...])

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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