# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d93ef0e-fe13-5661-a65d-960a5308650a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-01
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2006 (2. Rechtsgang)
**Docket/Reference:** DB.2011.186
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_186_do.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.186 

Entscheid 

1. März 2012 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch Moser Zivilrechts- und 
Steuerrechts-Praxis AG,  
Dorfstrasse 138, Postfach, 8706 Meilen,  

gegen 

Beschwerdeführer,  

S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2006 (2. Rechtsgang) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  deklarierte  in  seiner  Steuererklärung  2006 

unter  anderem  ein  Renteneinkommen  (Berufliche  Vorsorge)  in  der  Höhe  von 

Fr. 97'116.-  sowie einen  Ertrag  aus  unverteilter Erbschaft  (Liegenschaft im  Kanton  B) 

von  Fr. 1079.-.  Das  Renteneinkommen  ergab  sich  aus  einer  Basisrente  von 

Fr. 101'176.20 sowie einer Kaderrente von Fr. 123'060.-, wobei der Pflichtige vom Ge-

samtbetrag nur den Anteil deklarierte, der gemäss einer Vereinbarung mit der getrennt 

lebenden  Ehefrau  betreffend  Aufteilung  der  Rente  ihm  zustand  (12  x  Fr. 8'093.-  = 

Fr. 97'116.-) Bei den Abzügen machte er insbesondere Schuldzinsen von Fr. 12'926.- 

sowie  behinderungsbedingte  Kosten  von  Fr. 9'600.-  geltend.  Nachdem  die  Steuer-

kommissärin eine Untersuchung durchgeführt hatte, veranlagte sie den Pflichtigen am 

13. November  2008  für  die  direkte  Bundessteuer  2006  mit  einem  steuerbaren  Ein-

kommen  von  Fr. 137'000.-.  In  Abweichung  von  der  Steuererklärung  hatte  sie  als  Lie-

genschaftenertrag den Eigenmietwert einer Ferienwohnung in C, an welcher der Pflich-

tige  laut  einer  Meldung  des  Kantons  B  ein  Wohnrecht  besass,  in  der  Höhe  von 

Fr. 13'904.-  aufgerechnet  und  zudem  den  Ertrag  aus  unverteilter  Erbschaft  "gemäss 

Meldung  Kanton  B"  auf  Fr. 3'055.-  erhöht.  Weiter  hatte  sie  sowohl  den  Abzug  für 

Schuldzinsen  als  auch  denjenigen  der  behinderungsbedingten  Kosten  gestrichen,  da 

Erstere effektiv von der Ehefrau bezahlt würden und es sich bei Letzteren um Aufwen-

dungen infolge Alters und nicht infolge einer Behinderung handle. 

Die Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  2006  wurde mit  Steuerrechnung 

vom 9. Januar 2009 formell eröffnet. 

B.  Mit  der  hiergegen  am  19. Januar  2009  erhobenen  Einsprache  beantragte 

der  Pflichtige,  den  Ertrag  aus  der  unverteilten  Erbschaft  von  Fr. 3055.-  auf  Fr. 1080.- 

herabzusetzen, während er die Veranlagung im Übrigen unangefochten liess. Diesem 

Einspracheantrag  entsprach  die  Steuerkommissärin  in  einem  Veranlagungsvorschlag 

vom 7. August 2009, den der Pflichtige am 9. August 2009 unterschriftlich anerkannte. 

Das steuerbare Einkommen wurde damit neu auf Fr. 135'000.- festgesetzt. 

Die definitive Veranlagung der direkten Bundessteuer 2006 aufgrund des Ein-

spracheverfahrens wurde mit Steuerrechnung vom 29. März 2010 formell eröffnet. 

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C.  Hiergegen  liess  der  Pflichtige  am  23. April  2010  Beschwerde  erheben  mit 

dem Antrag, er sei für die direkte Bundessteuer 2006 mit einem steuerbaren Einkom-

men von maximal Fr. 89'300.- zu veranlagen. Namentlich sei beim Renteneinkommen 

zu  berücksichtigen,  dass  die  Basisrente  aus  beruflicher  Vorsorge  von  Fr. 101'176.20 

lediglich im Umfang von 80% steuerbar sei, und sei der Eigenmietwert des Ferienhau-

ses in C,  an  welchem  er  ein  als  Mitbenützungsrecht  ausgestaltetes Wohnrecht  habe, 

bei ihm höchstens im Umfang von 50% zu besteuern. Weiter seien Hypothekarzinsen 

in Höhe von Fr. 12'926.- sowie behinderungsbedingte Kosten von Fr. 5'621.- zum Ab-

zug  zuzulassen.  Eventualiter  sei  die  Verfügung  vom  29. März  2010  aufzuheben  und 

die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  das  kantonale  Steueramt  zurückzuweisen.  Zur  Be-

gründung liess er im Wesentlichen vorbringen, die Veranlagung beruhe auf offensicht-

lich  unrichtigen  Bemessungsgrundlagen  und  müsse  trotz  der  unterschriftlichen  Aner-

kennung der Steuerfaktoren nachträglich korrigiert werden. 

Die Steuerrekurskommission I (seit dem 1. Januar 2011: Steuerrekursgericht) 

kam  im  Beschwerdeverfahren  zum  Schluss,  die  Voraussetzungen  für  einen  erfolgrei-

chen  Widerruf  der  im  Einspracheverfahren  unterzeichneten  Zustimmungserklärung 

seien  vorliegend  nicht  erfüllt,  da  diese  nicht  auf  einem Willensmangel  des  Pflichtigen 

beruhe.  Entsprechend  verzichtete  die  Steuerrekurskommission  I  auf  eine  materielle 

Überprüfung der angefochtenen Veranlagung und wies die Beschwerde mit Urteil vom 

18. August 2010 ab. 

D.  Die  hiergegen  erhobene  Beschwerde  hiess  das  Verwaltungsgericht  mit 

Urteil vom 20. April 2011 teilweise gut und wies die Sache zur allfälligen weiteren Un-

tersuchung  und  zum  Neuentscheid  im  Sinn  der  Erwägungen  an  das  Steuerrekursge-

richt zurück. In seinem Entscheid erwog das Verwaltungsgericht im Wesentlichen,  die 

Unterzeichnung des Veranlagungsvorschlags im Einspracheverfahren könne nicht dem 

Verzicht  auf  Erhebung  eines  Rechtsmittels  oder  dem  Rückzug  eines  erhobenen 

Rechtmittels  gleichgestellt  werden,  der  nur  unter  eingeschränkten  Voraussetzungen 

widerrufen  werden  könne.  Demzufolge  könne  die  aufgrund  des  Veranlagungsvor-

schlags erfolgte Veranlagung im Einspracheverfahren ohne Weiteres auf dem Rechts-

mittelweg weitergezogen werden, weshalb sich die Rekurskommission zu Unrecht mit 

der Prüfung des Vorliegens der Widerrufsvoraussetzungen begnügt und sich nicht wei-

ter mit der Beschwerde auseinandergesetzt habe. 

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E. Nachdem sich das kantonale Steueramt in seiner Beschwerdeantwort vom 

25. Mai  2010  (1.  Rechtsgang)  hauptsächlich  mit  der  Problematik  des  Widerrufs  der 

Zustimmungserklärung  zum  Veranlagungsvorschlag,  nicht  aber  mit  den  materiellen 

Begehren  des  Pflichtigen  auseinandergesetzt  hatte,  wurde  ihm  mit  Verfügung  vom 

20. Oktober  2011  erneut  Frist  angesetzt,  um  zur  Beschwerde  vom  23. April  2010  – 

nunmehr im Hinblick auf deren materielle Beurteilung – Stellung zu nehmen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2011 schloss das kantonale Steuer-

amt auf teilweise Gutheissung der Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten des Pflich-

tigen. Dabei anerkannte es dessen Anträge hinsichtlich der Besteuerung der Basisren-

te  aus  beruflicher  Vorsorge  sowie  des  Eigenmietwerts  des  Ferienhauses  in  C 

vollumfänglich,  während  es  die  Abzugsfähigkeit  der  Hypothekarzinsen  sowie  der  be-

hinderungsbedingten Kosten verneinte. 

Am 31. Oktober 2011 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Darauf 

liess  der  Pflichtige  am  20. Dezember  2011  replizieren,  er  halte  an  seinen  Anträgen 

vollumfänglich fest, mit Ausnahme des Abzugs für behinderungsbedingte Kosten, den 

er  gänzlich  fallen  lasse.  Folglich  sei  das  steuerbare  Einkommen  für  die  direkte  Bun-

dessteuer  2006  auf  maximal  Fr. 94'900.-  festzusetzen.  Zudem  liess  er  beantragen, 

sämtliche  Kosten  der  Beschwerdegegnerin  aufzuerlegen  und  ihm  eine  angemessene 

Parteientschädigung zuzusprechen. Mit Duplik vom 4. Januar 2012 hielt das kantonale 

Steueramt an seinen Anträgen hinsichtlich des Schuldzinsenabzugs sowie der Kosten-

folgen fest. 

Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  verzichtete  –  wie  schon  im  ersten 

Rechtsgang – auf Vernehmlassung. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Nachdem das kantonale Steueramt die Anträge des Pflichtigen hinsichtlich 

der  Besteuerung  der  Basisrente  aus  beruflicher  Vorsorge  sowie  des  Eigenmietwerts 

des  Ferienhauses  in  C  mit  Beschwerdeantwort  vom  24. Oktober  2011  anerkannt  und 

der Pflichtige seinerseits mit Replik vom 20. Dezember 2011 den Antrag auf Abzug der 

behinderungsbedingten  Kosten  fallen  gelassen  hat,  ist  vorliegend  einzig  noch  der 

Schuldzinsenabzug in der Höhe von Fr. 12'926.- streitig. 

2.  a)  Gemäss  Art. 33  Abs. 1  lit. a  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bun-

dessteuer  vom  14. Dezember  1990  (DBG)  werden  von  den  Einkünften  die  privaten 

Schuldzinsen (in beschränktem Umfang) abgezogen. Dabei handelt es sich um Vergü-

tungen,  welche  ein  Steuerpflichtiger  einer  Drittperson  für  die  Gewährung  einer  Geld-

summe oder das ihm zur Verfügung gestellte Kapital zu leisten hat, sofern dieses Ent-

gelt  nach der  Zeit  und als  Quote des  Kapitals  in  Prozenten  berechnet  wird.  (Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 33 N 8). In diesem 

Sinn sind namentlich Hypothekarzinsen abzugsfähig. Zum Abzug der Schuldzinsen ist 

immer nur der Schuldner berechtigt, da sich in seiner Person die gesetzlichen Voraus-

setzungen  des  Abzugs  verwirklichen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 25  N 21  f. 

mit  Hinweisen,  auch  zum  Folgenden).  Wer  dagegen  für  eine  Drittperson  die  Zahlung 

von Schuldzinsen übernimmt, wird nicht zum Schuldner und kann die Zahlungen dem-

entsprechend nicht als Schuldzinsen (möglicherweise aber als Unterhalts- oder Unter-

stützungsbeiträge) abziehen. Wegen ihrer steuermindernden Natur sind Schuldzinsen 

vom Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen. 

b)  Vorliegend  macht  der  Pflichtige  pro  2006  Schuldzinsen  im  Betrag  von 

Fr. 12'926.-  im  Zusammenhang  mit  einer  Hypothek  bei  der  Bank  D  in  Höhe  von 

Fr. 390'000.- geltend. Nach seinen eigenen Angaben wurden diese Schuldzinsen zwar 

von seiner getrennt lebender Ehefrau bezahlt, indes sei dessen ungeachtet er als allei-

niger Schuldner der Hypothek (vgl. Kapital- und Zinsausweis) zum Abzug der Schuld-

zinsen  berechtigt.  Seine  Ehefrau  habe  sich  mit  Erbvorbezugsvertrag  vom  18. April 

1992,  mit  welchem  er  das  als  Sicherheit  für  die  fragliche  Hypothek  dienende  Ferien-

haus  in  C  an  sie  abgetreten  habe,  verpflichtet,  die  Hypothek  in  der  damaligen  Höhe 

von Fr. 600'000.- mit alleiniger Schuld- und Zinspflicht per Datum der Eigentumsüber-

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tragung  zu  übernehmen.  Dieser  Verpflichtung  sei  sie  jedoch  nicht  nachgekommen, 

weshalb  er  die  Hypothek  bis  Ende  2006  aus  eigenen  Mitteln  im  Betrag  von 

Fr. 210'000.- amortisiert habe und Schuldner der Restschuld von Fr. 390'000.- geblie-

ben sei. Indem nun seine Ehefrau im Jahr 2006 die Schuldzinsen von Fr. 12'926.- be-

zahlt habe, habe sie letztlich einfach einen Teil ihrer nach wie vor bestehenden Schuld 

von  Fr. 600'000.-  aus  dem  Erbvorbezugsvertrag  getilgt,  weshalb  ihm  dadurch  auch 

kein  (steuerbares)  Einkommen  zugeflossen  sei.  Das  kantonale  Steueramt  hält  dem 

entgegen, die Ehefrau sei mit der Bezahlung der Schuldzinsen lediglich ihrer Verpflich-

tung aus dem Erbvorbezugsvertrag zur alleinigen Tragung der Zinspflicht nachgekom-

men.  Dass  es  sich hierbei  um  eine Schuldentilgung  an  den  Pflichtigen  aus Erbvorbe-

zugsvertrag  handeln  soll,  sei  weder  ersichtlich  noch  nachgewiesen,  zumal  der 

Pflichtige nie ein entsprechendes Guthaben gegenüber seiner Ehefrau deklariert habe. 

Im Übrigen hätten der Pflichtige und seine Ehefrau in der Vereinbarung betreffend Auf-

teilung der Rente vom 1. Juni 2004 festgehalten, dass der Pflichtige für sämtliche Kos-

ten  der  Liegenschaft  in  C,  so  insbesondere  die  Hypothekarzinsen  und  die  jährliche 

Amortisation,  aufkommen  solle,  was  mit  den  Verpflichtungen  der  Ehefrau  aus  dem 

Erbvorbezugsvertrag und der tatsächlichen Bezahlung der Hypothekarzinsen durch sie 

nicht  vereinbar  sei.  Aufgrund  dieser  Sachlage  sei  ein  gangbarer  Weg,  dass  auf  die 

tatsächlichen Zahlungen abgestellt werde, entspreche dies doch auch der wirtschaftli-

chen Leistungsfähigkeit der Beteiligten. 

c) Formell betrachtet war der Pflichtige im Jahr 2006 gemäss dem eingereich-

ten Kapital- und Zinsausweis zweifelsfrei Schuldner der Hypothek bei der Bank D und 

damit auch der diesbezüglichen Hypothekarzinsen. Eine formelle, nur mit Zustimmung 

der Gläubigerin mögliche Schuldübernahme durch die Ehefrau im Sinn von Art. 175 ff. 

OR  hatte  demnach  trotz  entsprechender  Vereinbarung  im  Erbvorbezugsvertrag  vom 

18. April 1992 offenbar nicht stattgefunden. Bei solcher Lage der Dinge kann aber ent-

sprechend den obigen Ausführungen entgegen der Ansicht des kantonalen Steueramts 

nur der Pflichtige als alleiniger Schuldner zum Abzug der Schuldzinsen berechtigt sein, 

selbst  wenn  diese  erwiesenermassen  von  seiner  getrennt  lebenden  Ehefrau  bezahlt 

wurden.  Letztere  wiederum  wird  durch  die  Bezahlung  der  Schuldzinsen  nicht  zur 

Schuldnerin  und kann somit  hierfür  auch keinen  Schuldzinsenabzug geltend  machen. 

Mithin ist dem Pflichtigen der beantragte Schuldzinsenabzug grundsätzlich ohne weite-

res  zu  gewähren.  Allerdings  stellt  sich  damit  die  Frage,  wie  unter  diesen  Umständen 

die Bezahlung der Schuldzinsen durch die Ehefrau zu würdigen ist bzw. welche steuer-

lichen Konsequenzen sich daraus gegebenenfalls aus Sicht des Pflichtigen ergeben. 

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aa) Wie bereits erwähnt, sieht der Pflichtige in der Bezahlung der Schuldzin-

sen durch seine Ehefrau eine teilweise Tilgung ihrer – mangels Vollzugs der vereinbar-

ten Schuldübernahme nach wie vor bestehenden – Schuld von Fr. 600'000.- zu seinen 

Gunsten aus dem Erbvorbezugsvertrag. Er macht namentlich geltend, er habe die Zah-

lung der Ehefrau mit ihrer Schuld verrechnet bzw. es liege der Zahlung eine Anweisung 

auf  Schuld  im  Sinn  von  Art. 468  Abs.  2  OR  zugrunde,  weshalb  dadurch  gleichzeitig 

zwei Schulden (die Zinsschuld des Pflichtigen gegenüber der Bank D sowie ein Teil der 

Schuld der  Ehefrau  gegenüber  dem  Pflichtigen  aus  dem  Erbvorbezugsvertrag) getilgt 

worden seien. Dieser Sichtweise steht jedoch entgegen, dass nach dem klaren Wort-

laut der Vereinbarung zwischen dem Pflichtigen und seiner Ehefrau betreffend Auftei-

lung der Rente vom 1. Juni 2004 der Pflichtige für sämtliche Kosten der Liegenschaft in 

C,  so  insbesondere  die  Hypothekarzinsen  und  die  jährliche  Amortisation,  aufkommt, 

was der Übernahme der Hypothek mit alleiniger Schuld- und Zinspflicht durch die Ehe-

frau gemäss Erbvorbezugsvertrag klar widerspricht. Weshalb der Pflichtige dieser Re-

gelung  zustimmte,  wenngleich  seine  Forderung  aus  dem  Erbvorbezugsvertrag  noch 

nicht beglichen war und er nach wie vor daran festhalten wollte, ist nicht nachvollzieh-

bar und der Pflichtige äussert sich hierzu mit keinem Wort. Gegen das Vorliegen einer 

Anweisung auf Schuld spricht im Übrigen auch, dass die Ehefrau nach eigenen Anga-

ben  des  Pflichtigen  ihre  Schuld  aus  dem  Erbvorbezugsvertrag  bestreitet,  womit  aber 

aus ihrer Sicht auch kein Grund zu deren Tilgung bestand. Daran ändert auch die (nota 

bene  nicht  belegte)  Tatsache  nichts,  dass  die  Ehefrau  per  30. September  2008  die 

dannzumal  noch  bestehende  Hypothekarschuld  von  Fr. 380'000.-  getilgt  haben  soll, 

denn  selbst  wenn dem  so  ist,  sagt  dies  über  den Bestand allfälliger  Forderungen  pro 

2006 und über die Grundlage für die Bezahlung der Hypothekarzinsen durch die Ehe-

frau  letztlich  nichts  aus.  Schliesslich  lässt  auch  der  Umstand,  dass  der  Pflichtige  nie 

eine Forderung gegenüber seiner Ehefrau als Guthaben deklarierte, zumindest gewis-

se Zweifel an seiner Sachdarstellung aufkommen. 

Unter  diesen  Umständen  bleibt  letztlich  völlig  unklar,  welche  zivilrechtlichen 

Ansprüche gegebenenfalls pro 2006 zwischen dem Pflichtigen und seiner Ehefrau be-

standen  und  ist  jedenfalls  nicht  dargetan,  geschweige  denn  hinreichend  belegt,  dass 

mit Bezahlung der Hypothekarzinsen durch die Ehefrau eine Forderung des Pflichtigen 

unter den Eheleuten getilgt wurde. 

bb) Wenn die Übernahme der Schuldzinsen durch die Ehefrau nicht auf einer 

Forderung  des  Pflichtigen  beruhte,  so  hat  dieser  hierdurch  ein  Einkommen  erzielt. 

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Denn  wie  bereits  ausgeführt,  war  der  Pflichtige  formell  betrachtet  pro  2006  alleiniger 

Schuldner der Hypothek bei der D, sodass die Bezahlung der Schuldzinsen durch sei-

ne Ehefrau bei ihm eine Abnahme der Passiven ohne gleichzeitige Abnahme der Akti-

ven  zur  Folge  hatte,  er  also  im  Ergebnis  bereichert  war.  Es  ist  zwar  grundsätzlich 

denkbar, dass die Ehefrau – trotz nie vollzogener Schuldübernahme und gegenteiliger 

Regelung  in  der  Vereinbarung  vom  1. Juni  2004 –  die  Schuldzinsen  in Erfüllung ihrer 

Zinspflicht  gemäss  dem  Erbvorbezugsvertrag  vom  18. April  1992  bezahlt  halt,  indes 

ändert dies nichts am Ergebnis, dass damit formell betrachtet eine Schuld des Pflichti-

gen gegenüber der Hypothekarbank getilgt wurde (nota bene wurde eben diese formel-

le Betrachtungsweise herangezogen, um den Schuldzinsenabzug seitens des Pflichti-

gen  zu  rechtfertigen).  Mithin  bleibt  es  dabei,  dass  der  Pflichtige  mit  Bezahlung  der 

Schuldzinsen durch seine Ehefrau bereichert wurde und stellt sich nur noch die Frage, 

wie dieser Vermögenszufluss steuerlich zu behandeln ist. Nachdem eine Schenkungs-

absicht  der  Ehefrau  unter  den  gegebenen  Umständen  (zerrüttete  Ehe,  Streitigkeiten 

über  gegenseitige  finanzielle  Ansprüche,  Ehefrau  lebt  von  der  Rente  des  Pflichtigen) 

ohne  weiteres  ausgeschlossen  werden  kann  und  die  übrigen  von  Gesetzes  wegen 

steuerbefreiten  Vermögensanfälle  allesamt  augenscheinlich  nicht  in  Frage  kommen 

(vgl. Art. 16 Abs. 3 und Art. 24 DBG), muss es sich letztlich im Sinn der Generalklausel 

von Art. 16 Abs. 1 DBG um steuerbares Einkommen des Pflichtigen handeln. Dabei ist 

im  Übrigen  weder  die  genaue  zivilrechtliche  Qualifikation  des  Einkommens  aus  Sicht 

des Pflichtigen noch die Frage, ob bei der Ehefrau allenfalls ein entsprechender steuer-

licher  Abzug  möglich gewesen  wäre  (namentlich  als  Unterstützungs- oder  Unterhalts-

beitrag)  von  Bedeutung,  weshalb  auf  Ausführungen  hierzu  vorliegend  verzichtet  wer-

den kann. 

d) Nach dem Gesagten kann zwar der Pflichtige in der Steuerperiode 2006 die 

Schuldzinsen  betreffend  die  Hypothekarschuld  bei  der  Bank  D  in  der  Höhe  von 

Fr. 12'926.- zum Abzug bringen, muss aber gleichzeitig ein zusätzliches Einkommen in 

der  gleichen  Höhe  versteuern.  Da  dies  unter  dem  Strich  zum  gleichen  Resultat  führt 

wie  die  Nichtgewährung  des  Schuldzinsenabzugs,  ist  im  Ergebnis  die  Beschwerde  in 

diesem Punkt abzuweisen. 

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3. Entsprechend den obigen Erwägungen ist die Veranlagungsverfügung auf-

grund des  Einspracheverfahrens  vom  29. März  2010 aufzuheben  und  das  steuerbare 

Einkommen  des  Pflichtigen  für  die  direkte  Bundessteuer,  Steuerperiode  2006,  auf-

grund der nachfolgenden Berechnung neu auf Fr. 107'800.- festzusetzen: 

Steuerbares Einkommen gemäss Veranlagung (ungerundet) 

Fr. 135'050.- 

./. Korrektur Besteuerung Basisrente gemäss Antrag 

./. Korrektur Eigenmietwert C gemäss Antrag 

Steuerbares Einkommen neu 

Steuerbares Einkommen neu (gerundet) 

./.  Fr.  20'231.- 

./.  Fr. 

6'952.- 

Fr. 107'867.- 

Fr.107'800.-. 

4. Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Die 

Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  sind  dem  Pflichtigen  trotz  seines  mehrheitlichen 

Obsiegens vollständig aufzuerlegen, da er die in diesem Verfahren zu seinen Gunsten 

vorgenommenen Korrekturen bei Anwendung der nötigen Sorgfalt bereits im Veranla-

gungs- oder spätestens im Einspracheverfahren hätte erwirken können (Art. 144 Abs. 2 

DBG). Eine Parteientschädigung steht ihm unter diesen Umständen nicht zu (Art. 144 

Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2006, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 107'800.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

[…] 

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