# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a62214f-81b1-520f-9a25-896b946e2c1f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 14.02.2022 HG210146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG210146_2022-02-14.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG210146-O         Z05/ei 

 
 
Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Präsident, Oberrichterin Flurina Schor-

ta, Handelsrichterin Dr. Esther Nägeli, Handelsrichter Markus 

Schönbächler und Handelsrichter Ulrich Ritter sowie Gerichtsschrei-

ber Fabio Hürlimann 

 

Beschluss vom 14. Februar 2022 

 
in Sachen 

 

A._____ SpA,   
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X1._____ 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

B._____ International AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Fürsprecher Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung 
  

- 2 - 

Rechtsbegehren der Klägerin: 
(act. 1 S. 2 ff.) 

"1. Der Beklagten sei unter Androhung einer Ordnungsbusse von 
CHF 1'000 pro Tag nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO, mindestens 
aber CHF 5'000 gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO, sowie unter 
der Bestrafung ihrer Organe gemäss Art. 292 StGB mit Busse im 
Widerhandlungsfall 

 a) zu verbieten, die …-systeme (i) C._____ und (ii) C._____ XL 
(kombinierte …- und …-Systeme mit Abrasiv-Behältern) - 
inkl. sämtlicher Zuleitungs- und in den …-fahrzeugen ver-
bauten Druckerzeugungsapparate - herzustellen, weiterzu-
entwickeln, anzubieten, zu bewerben, in Verkehr zu bringen, 
zu verkaufen oder durch Dritte herstellen, weiterentwickeln, 
anbieten, bewerben, in Verkehr bringen oder verkaufen zu 
lassen, und 

 […] 
 e) jegliche Kommunikationen, Informationen und Materialien 

über die …-systeme (i) C._____ und (ii) C._____ XL auf den 
Internetpräsenzen der Beklagten, inkl. der Facebookseite 
der B._____ Group und jeder anderen Website oder Social-
Media-Seite, die von der Beklagten kontrolliert oder ander-
weitig benutzt wird, und auf den Internetpräsenzen der Liefe-
ranten und Wiederverkäufern der Beklagten, einschliesslich 
aber nicht beschränkt auf die Pressemitteilung vom 
28. Oktober 2020, abrufbar unter www.B._____.com, sowie 
die Pressemitteilung vom 29. Oktober 2020, abrufbar unter 
www.B._____.com, sowie die Pressemitteilung vom 29. Ok-
tober 2020 auf dem Twitteraccount B._____ Group, sowie 
die Vorstellung der Produktneuheit auf: 

  - www.D._____.com/… 
  zu entfernen und auf sämtlichen Webseiten – insbesondere 

aber nicht beschränkt – auf: 
- https://E._____.com/… 
- https://www.F._____.cominews/… 
- https://G._____.pl/… 
- https://www.H._____.com/… 
- https://www.I._____.de/… 
- https://J._____.de/… 
- http://www.K._____.hu/… 
- https://www.L._____.tv.br/… 
- http://www.M._____.com/… 
- https://N._____.com/… 
- http://O._____.hu/… und 
- https://P._____.com.br/… 

- 3 - 

entfernen zu lassen. 

 2. Die Beklagte sei unter Androhung der Ordnungsbusse von CHF 1'000 
pro Tag nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO, mindestens aber CHF 5'000 
gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO, sowie unter Androhung der Bestra-
fung ihrer Organe nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall 
zu verpflichten, sämtliche ihr von der Klägerin übergebenen Informatio-
nen zu den Q._____ (inkl. Informationen zum Druck-System, Zuleitun-
gen und Abrasiven) und zu den Kunden- und Lieferantenlisten der Klä-
gerin ab 3. Mai 2017, einschliesslich aber nicht beschränkt auf die per 
E-Mail, anlässlich persönlicher Besprechungen oder Präsentationen 
übergegangenen Informationen, während der Dauer dieses Verfahrens 
zu verwenden und/oder von Dritten verwenden zu lassen (ausser zum 
Zwecke der Führung dieses Prozesses). 

 3. Rechtsbegehren Ziff. 1 a und e und Rechtsbegehren Ziff. 2 seien im 
Sinne einer vorsorglichen Massnahme umgehend nach Anhörung der 
Gegenseite für die Dauer des Verfahrens und bis zu dessen rechtskräf-
tigem Abschluss anzuordnen. 

 […] 

 10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten." 

Prozessuale Anträge der Klägerin gemäss Klage: 
(act. 1 S. 5) 

"1. Es sei das Verfahren in einem ersten Schritt auf die Rechtsbe-
gehren 1-4 (a und b) zu beschränken. 

 2. Das Verfahren sei unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzufüh-
ren." 

 3. Die Organe der Beklagten und ihre Rechtsvertreter und Hilfsper-
sonen seien für die Dauer dieses Prozesses (bis zum rechtskräf-
tigen Abschluss) zu verpflichten, keine elektronischen oder physi-
schen Kopien der Beilagen 25, 27, 34, 37, 38, 40, 41, 47, 62, 63, 
65, 82, 84, 87, 89, 91, 93, 98, 102, 106, 108, 110, 112, 126, 143, 
146, 162, 164, 165 an Dritte (insbesondere aber nicht beschränkt 
auf allfällige Sachverständige oder Zeugen) herauszugeben, und 
diesen – unter Überbindung einer zeitlich unbeschränkten Ver-
traulichkeitsverpflichtung – einzig Einsicht in diese Unterlagen zu 
gewähren, soweit für die Führung dieses Prozesses erforderlich, 
unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe bzw. der Rechts-
vertreter mit Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 (Busse bis 
CHF 10'000) im Widerhandlungsfall. 

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 4. Über den prozessualen Antrag sei zunächst ohne Anhörung der 
Gegenseite zu entscheiden, eventualiter seien der Beklagten die 
Beilagen einstweilen nicht zuzustellen." 

Rechtsbegehren der Beklagten gemäss Massnahmeantwort: 
(act. 14 S. 4) 

"1. Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen in Bezug auf die klä-
gerischen Rechtsbegehren Ziffer 1a, 1e und 2 sei vollumfänglich 
abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. 

 Eventualiter 1: Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen in 
Bezug auf die klägerischen Rechtsbegehren Ziffer 1a, 1e und 2 
sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, 
und die Beklagte sei anzuweisen, eine angemessene Sicherheits-
leistung für den allfälligen Schaden der Klägerin zu hinterlegen. 

 – unter Kosten- und Entschädigungsfolge –" 

Prozessuale Anträge der Beklagten gemäss Massnahmeantwort: 
(act. 14 S. 4) 

"1. Die Klägerin sei anzuweisen, innert 10 Tagen eine Sicherheit in 
der Höhe von CHF 60'000.00 für die voraussichtlichen Parteikos-
ten der Beklagten bei der Gerichtskasse zu hinterlegen. 

 2. Die superprovisorische Anordnung gemäss Verfügung vom 
16. Juli 2021 sei für die Klagebeilagen Nr. 162 und 164 aufzuhe-
ben." 

Prozessuale Anträge der Klägerin gemäss Stellungnahme: 
(act. 18 S. 2) 

"(1) Das Begehren der Gesuchsgegnerin, bei Erfüllung der Voraus-
setzungen zur Anordnung vorsorglicher Massnahmen diese den-
noch abzuweisen und die Gesuchsgegnerin stattdessen anzuwei-
sen, eine angemessene Sicherheitsleistung für den Schaden der 
Gesuchstellerin zu hinterlegen, sei abzuweisen. 

 (2) Dem Antrag der Gesuchsgegnerin, hinsichtlich der Klagebeilage 
162 und 164 die superprovisorische Anordnung aufzuheben, wird 
nicht widersprochen. 

 (3) Das Begehren der Gesuchsgegnerin, die Gesuchstellerin sei zur 
Leistung einer Sicherheit für die Parteientschädigung zu verpflich-
ten, sei abzuweisen." 

- 5 - 

Prozessuale Anträge der Beklagten gemäss Stellungnahme: 
(act. 20 S. 3) 

"1. Rückzug prozessualer Antrag: Die Beklagte zieht hiermit ihren 
Antrag auf Sicherstellung der voraussichtlichen Parteikosten der 
Beklagten in der Höhe von CHF 60'000.00 zurück. 

 2. Die Beklagte hält ansonsten an den gestellten Rechtsbegehren 
fest (Gesuchantwort, S. 4)." 

  

- 6 - 

Inhaltsverzeichnis: 

1. Prozessverlauf .............................................................................................. 8 
2. Hintergrund und Prozessgegenstand......................................................... 9 
3. Zuständigkeit .............................................................................................. 10 

3.1. Internationale und örtliche Zuständigkeit ............................................... 10 
3.1.1. Ausgangslage ................................................................................... 10 
3.1.2. Anwendbarkeit des LugÜ .................................................................. 11 
3.1.3. Zuständigkeit aufgrund der Gerichtsstandsvereinbarung .................. 12 

3.1.3.1. Rechtliche Grundlagen .......................................................... 12 
3.1.3.2. Würdigung ............................................................................. 13 

3.2. Sachliche Zuständigkeit ........................................................................ 14 
4. Vorsorgliche Massnahmen ........................................................................ 14 

4.1. Vorbemerkungen ................................................................................... 14 
4.1.1. Rechtsschutzinteresse ...................................................................... 14 
4.1.2. Bestimmtheit der Rechtsbegehren .................................................... 16 

4.1.2.1. Rechtliche Grundlagen .......................................................... 16 
4.1.2.2. Würdigung ............................................................................. 16 

4.2. Voraussetzungen vorsorglicher Massnahmen ...................................... 19 
4.3. Verfügungsanspruch / Hauptsachenprognose ...................................... 21 

4.3.1. Anwendbares Recht .......................................................................... 21 
4.3.2. Unbestrittener Sachverhalt ................................................................ 22 
4.3.3. Wesentliche Parteistandpunkte ......................................................... 22 

4.3.3.1. Klägerin ................................................................................. 22 
4.3.3.2. Beklagte ................................................................................. 24 

4.3.4. Rechtliche Grundlagen ...................................................................... 26 
4.3.4.1. Vertragsrecht ......................................................................... 26 
4.3.4.2. Lauterkeitsrecht ..................................................................... 27 

4.3.5. Würdigung ......................................................................................... 31 
4.3.5.1. Vertragliche Ansprüche ......................................................... 31 

4.3.5.1.1. Zeitliches .................................................................... 31 
4.3.5.1.2. Gebundene Parteien .................................................. 31 
4.3.5.1.3. Begriff der Vertraulichkeit ........................................... 32 
4.3.5.1.4. Informationen im Einzelnen ........................................ 32 

4.3.5.2. Lauterkeitsrechtliche Ansprüche ............................................ 39 
4.3.5.2.1. Vorbemerkungen ........................................................ 39 
4.3.5.2.2. Informationen im Einzelnen ........................................ 40 

4.3.5.3. Verwendung der vertraulichen Informationen ........................ 42 
4.3.5.4. Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche ......................... 48 

4.3.6. Fazit .................................................................................................. 49 
4.4. Verfügungsgrund / Nachteilsprognose .................................................. 49 

4.4.1. Unbestrittener Sachverhalt ................................................................ 49 
4.4.2. Wesentliche Parteistandpunkte ......................................................... 49 
4.4.3. Würdigung ......................................................................................... 50 

4.5. Dringlichkeit und Verhältnismässigkeit .................................................. 50 
4.5.1. Wesentliche Parteistandpunkte ......................................................... 50 
4.5.2. Würdigung ......................................................................................... 52 

4.6. Sicherheitsleistung ................................................................................ 56 

- 7 - 

4.6.1. Ausgangslage ................................................................................... 56 
4.6.2. Rechtliche Grundlagen ...................................................................... 56 
4.6.3. Würdigung ......................................................................................... 56 

4.7. Vollstreckungsmassnahmen ................................................................. 57 
4.7.1. Ausgangslage ................................................................................... 57 
4.7.2. Rechtliche Grundlagen ...................................................................... 57 
4.7.3. Würdigung ......................................................................................... 58 

4.8. Zusammenfassung / Fazit ..................................................................... 58 
5. Prozessuale Anträge der Klägerin ............................................................ 59 

5.1. Antrag auf Verfahrensbeschränkung ..................................................... 59 
5.1.1. Ausgangslage ................................................................................... 59 
5.1.2. Rechtliche Grundlagen ...................................................................... 59 
5.1.3. Würdigung ......................................................................................... 61 

5.2. Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit ............................................... 62 
5.2.1. Ausgangslage ................................................................................... 62 
5.2.2. Rechtliche Grundlagen ...................................................................... 63 
5.2.3. Würdigung ......................................................................................... 63 

5.3. Antrag auf Anordnung von Schutzmassnahmen ................................... 65 
5.3.1. Ausgangslage ................................................................................... 65 
5.3.2. Rechtliche Grundlagen ...................................................................... 66 
5.3.3. Würdigung ......................................................................................... 67 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen ......................................................... 68 

 

  

- 8 - 

Das Handelsgericht zieht in Erwägung: 

1. Prozessverlauf 

Am 15. Juli 2021 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klage ein. Gleich-

zeitig stellte sie ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen (act. 1 S. 2 f.) 

sowie diverse prozessuale Anträge (Verfahrensbeschränkung, Ausschluss der Öf-

fentlichkeit sowie Anordnung von Schutzmassnahmen) (act. 1 S. 5). Die Anord-

nung von Schutzmassnahmen verlangte sie superprovisorisch, mithin einstweilen 

ohne Anhörung der Gegenpartei (act. 1 S. 5 und S. 16 ff.). Mit Verfügung vom 16. 

Juli 2021 wurde das superprovisorische Gesuch um Anordnung von Schutzmass-

nahmen gutgeheissen und den Organen der Beklagten, ihren Rechtsvertretern 

sowie Hilfspersonen einstweilen für die Dauer des Prozesses (bis zum rechtskräf-

tigen Abschluss) verboten, den Inhalt von im Einzelnen bezeichneten Beilagen 

Dritten mitzuteilen oder anderweitig öffentlich bekannt zu machen (act. 4). Gleich-

zeitig wurden den Parteien Fristen angesetzt; der Beklagten, um die prozessualen 

Anträge und das klägerische Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen zu 

beantworten; der Klägerin, um einen Vorschuss für die Gerichtskosten zu leisten 

(act. 4). Mit Eingabe vom 30. Juli 2021 erhob die Beklagte die Einrede der Unzu-

ständigkeit und stellte ihrerseits diverse prozessuale Anträge (act. 6). Mit Verfü-

gung vom 2. August 2021 wurde von der Unzuständigkeitseinrede der Beklagten 

Vormerk genommen und es wurden die prozessualen Anträge der Beklagten ab-

gewiesen (act. 8). Der von der Klägerin einverlangte Gerichtskostenvorschuss 

ging innert Frist ein (act. 13). Mit Eingabe vom 24. September 2021 reichte die 

Beklagte innert erstreckter Frist ihre Stellungnahme ein, in welcher sie gleichzeitig 

die obgenannten prozessualen Anträge (Sicherstellung der Parteientschädigung, 

Aufhebung der superprovisorischen Anordnung gemäss Verfügung vom 16. Juli 

2021 für die Klagebeilagen Nr. 162 und 164) stellte (act. 10, 11 und 14). Mit Ver-

fügung vom 27. September 2021 wurde der Klägerin Frist angesetzt, um sich zu 

den erwähnten prozessualen Anträgen der Beklagten zu äussern (act. 16). Mit 

Eingabe vom 11. Oktober 2021 erstattete die Klägerin ihre Stellungnahme mit den 

eingangs wiedergegebenen prozessualen Anträgen (act. 18). Nachdem der Be-

klagten die klägerische Stellungnahme zugestellt worden war (Prot. S. 12), reichte 

die Beklagte mit Eingabe vom 5. November 2021 eine weitere Stellungnahme ins 

- 9 - 

Recht, mit der sie den Antrag auf Sicherstellung der Parteientschädigung zurück-

zog (act. 20), wovon Vormerk zu nehmen ist. Über das klägerische Gesuch um 

Erlass vorsorglicher Massnahmen sowie über die diversen prozessualen Anträge 

der Parteien ist nunmehr zu entscheiden. 

2. Hintergrund und Prozessgegenstand 

Die Klägerin ist eine auf dem Gebiet der …- und …-technik sowie im Bereich der 

Beschaffung von Geräten zur Feuerbekämpfung tätige Aktiengesellschaft mit Sitz 

in R._____ (S._____; act. 1 Rz. 25 und 41).  

Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in T._____ (U._____) und eine 

führende Herstellerin von …. Insbesondere entwickelt, produziert und vertreibt die 

Beklagte weltweit …- und …-fahrzeuge, Schutz- und Einsatzausrüstung und -

bekleidung sowie stationäre …-systeme (act. 1 Rz. 26 und 45). 

Im Jahre 2017 kamen die Parteien überein, auf Projektbasis zusammenzuarbei-

ten, und taten dies während mehrerer Jahre. Zu diesem Zweck schlossen die Par-

teien eine Vertraulichkeitsvereinbarung (Mutual Confidentiality Declaration; MCD) 

ab und unterwarfen damit vertrauliche, nicht öffentliche Informationen einer Ver-

schwiegenheits- und Unterlassungspflicht (act. 1 Rz. 39; act. 14 Rz. 2). Nach 

Darstellung der Klägerin lieferte diese der Beklagten eigens an die Bedürfnisse 

der Kunden der Beklagten angepasste Lanzen mit einem Kaltschneide- und Ver-

nebelungssystem und belieferte die Beklagte mit zahlreichen vertraulichen Doku-

menten (u.a. technischen Zeichnungen und Lieferantenlisten), welche die Beklag-

te für die Verbindung des klägerischen …- und …-systems mit ihren …-

fahrzeugen benötigte (act. 1 Rz. 39). 

Gemäss den klägerischen Ausführungen trat die Beklagte im Oktober 2020 völlig 

überraschend mit der praktisch identischen Produktlinie C._____ auf dem Markt 

auf. Dieser Markteintritt sei ihr nur möglich gewesen, indem sie die ihr von der 

Klägerin im Rahmen des oben erwähnten Projekts übergebenen Informationen 

verwendet habe. Damit habe die Beklagte die Geheimhaltungsvereinbarung ver-

letzt und unlauter gehandelt, was der Klägerin einen Schaden verursacht habe. 

- 10 - 

Mit ihrer Klage macht die Klägerin sowohl vertragliche als auch ausservertragliche 

Ansprüche geltend. Sie verlangt im Wesentlichen die Einstellung des behaupteten 

vertragswidrigen und unlauteren Verhaltens sowie Schadenersatz (act. 1 Rz. 40).  

Die Beklagte behauptet, das Produkt der Klägerin bestehe im Wesentlichen aus 

Standardkomponenten von Drittherstellern und sei der Öffentlichkeit bereits lange 

vor der Kooperation mit der Beklagten präsentiert und an Kunden verkauft wor-

den. Es bestünden denn auch detaillierte Usermanuals und Systembeschriebe, 

die einem unkontrollierten Kreis von Personen zugestellt oder der Beklagten zur 

Weitergabe an potenzielle Kunden gesendet worden seien. Zudem liessen sich 

die technischen Details ohne Weiteres auch dem verfügbaren Produkt selbst ent-

nehmen. Abgesehen von ganz wenigen kommerziellen Informationen (z.B. Preis-

listen, Kundenlisten) handle es sich bei den übermittelten Informationen also nicht 

um vertrauliche Informationen (act. 14 Rz. 2). Selbst wenn es sich aber um ver-

trauliche Informationen handeln würde, läge dennoch keine Vertragsverletzung 

vor, weil die Beklagte diese Informationen im Rahmen der Entwicklung der 

C'._____-Produkte gar nicht verwendet habe. Die Produkte der Beklagten würden 

keinen einzigen identischen Bestandteil aufweisen und insbesondere auch auf ei-

ner anderen Düsentechnik und Funktionsweise beruhen (act. 14 Rz. 3). Dem Ge-

such um Erlass vorsorglicher Massnamen stünden aber bereits formelle Hinder-

nisse entgegen. So fehle es mangels Substantiierung einer angeblichen Vertrags-

verletzung bereits an einem genügenden Rechtsschutzinteresse für die begehrten 

Unterlassungen. Zudem genügten die Unterlassungsbegehren den Be-

stimmtheitsanforderungen nicht. Auf das Gesuch sei daher schon gar nicht einzu-

treten und im Übrigen ohnehin abzuweisen (act. 14 Rz. 4). 

3. Zuständigkeit 

3.1. Internationale und örtliche Zuständigkeit 

3.1.1. Ausgangslage 

Die Parteien haben in Ziffer 9.2 der Vertraulichkeitsvereinbarung vom 30. August 

2017 vereinbart, dass für sämtliche Streitigkeiten, die sich aus der Vertraulich-

- 11 - 

keitsvereinbarung ergeben oder sich auf die Verletzung, Beendigung oder Ungül-

tigkeit derselben beziehen, die Gerichte in Zürich ausschliesslich zuständig sind 

("Zürich, Switzerland is the exclusive place of jurisdiction for all disputes arising from this MCD or 
relating to the breach, termination or invalidity thereof" [act. 3/1 S. 4 Ziff. 9.2]). 

Die Beklagte bestreitet die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts für aus der Ver-

traulichkeitsvereinbarung hervorgehende vertragliche Ansprüche nicht. In Bezug 

auf ausservertragliche Ansprüche bzw. gesetzliche Schuldverhältnisse erhebt sie 

jedoch die Unzuständigkeitseinrede (act. 14 Rz. 15). Sie bringt vor, eine Zustän-

digkeit des hiesigen Gerichts für ausservertragliche Ansprüche bzw. gesetzliche 

Schuldverhältnisse bestehe nur, wenn die betreffenden angeblichen Handlungen 

auch eine Vertragsverletzung darstellen würden. Eine solche Vertragsverletzung 

substantiiere die Klägerin jedoch nicht. Sie lege nicht dar, weshalb es sich bei den 

übergebenen Informationen um vertrauliche Informationen gemäss MCD gehan-

delt haben soll. Zudem gehe aus der Klage nicht hervor, inwiefern die Beklagte 

diese Informationen unerlaubterweise verwendet oder weitergegeben haben soll 

(act. 14 Rz. 16). 

3.1.2. Anwendbarkeit des LugÜ 

Hat eine Partei ihren Wohnsitz oder Sitz im Ausland, liegt nach bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung immer ein internationales Verhältnis im Sinne von Art. 1 

Abs. 1 IPRG vor. Dabei ist unerheblich, welche Partei ihren Sitz oder Wohnsitz im 

Ausland hat (BGE 135 III 185 E. 3.1 m.w.H). Im internationalen Verhältnis wird die 

Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte grundsätzlich durch das IPRG gere-

gelt, wobei völkerrechtliche Verträge vorbehalten sind (Art. 1 Abs. 1 lit. a und Abs. 

2 IPRG). Zu diesen Verträgen gehört das Lugano-Übereinkommen vom 30. Okto-

ber 2007 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstre-

ckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (LugÜ; SR 0.275.12). 

Die Klägerin hat ihren Sitz in S._____, während die Beklagte ihren Sitz in U._____ 

hat, womit offenkundig ein internationales Verhältnis vorliegt. Bei beiden Ländern 

handelt es sich um Mitglieder der Europäischen Union und damit auch Vertrags-

staaten des LugÜ (zum Geltungsbereich vgl. AS 2010 5660). Das LugÜ erweist 

- 12 - 

sich vorliegend in sachlicher, räumlich-persönlicher und zeitlicher Hinsicht als an-

wendbar (Art. 1, Art. 23 und Art. 63 LugÜ), was zwischen den Parteien auch nicht 

bestritten ist (act. 1 Rz. 3; act. 14 Rz. 15). 

3.1.3. Zuständigkeit aufgrund der Gerichtsstandsvereinbarung 

3.1.3.1. Rechtliche Grundlagen 

Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte werden von einer Gerichtsstandsvereinba-

rung nicht nur die vertragsrechtlichen, sondern auch die damit konkurrierenden 

deliktsrechtlichen und bereicherungsrechtlichen Ansprüche erfasst. Für einen ent-

sprechenden Parteiwillen spricht in der Regel schon der enge innere Zusammen-

hang der beiden Klagegrundlagen. Hingegen werden Ansprüche aus unerlaubter 

Handlung oder ungerechtfertigter Bereicherung, die nicht gleichzeitig auch eine 

Vertragsverletzung darstellen, von einer Zuständigkeitsvereinbarung regelmässig 

nicht erfasst (KILLIAS, in: Dasser/Oberhammer (Hrsg.), Lugano-Übereinkommen, 

Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und 

Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 30. Oktober 

2007, 2. Aufl., Bern 2011, Art. 23, N 45 f.) 

Bei der Beurteilung der Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ist primär auf den 

eingeklagten Anspruch und dessen Begründung abzustellen. Ist eine Tatsache in 

dem Sinn doppelrelevant, dass sie sowohl für die Zuständigkeit des angerufenen 

Gerichts als auch für die Begründetheit der Klage erheblich ist, ist sie für die Beur-

teilung der Zuständigkeit als wahr zu unterstellen. Sie wird nur einmal untersucht, 

und zwar im Moment der Prüfung des eingeklagten Anspruchs. Diesbezügliche 

Einwände der Gegenpartei sind im Rahmen der Zuständigkeitsprüfung unbeacht-

lich. Eine Ausnahme gilt nur für den Fall, dass der klägerische Tatsachenvortrag 

auf Anhieb fadenscheinig oder inkohärent erscheint und durch die Klageantwort 

sowie die von der Gegenseite produzierten Dokumente unmittelbar und eindeutig 

widerlegt werden kann. Demgegenüber ist über Tatsachen, die nur für die Zu-

ständigkeit des angerufenen Gerichts, nicht aber für die materielle Begründetheit 

des eingeklagten Anspruchs relevant sind, Beweis zu führen, wenn deren Vor-

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handensein von der Gegenpartei bestritten wird (BGE 141 III 294 = Pra 106 

[2017] Nr. 5 E. 5; BGE 147 III 159 E. 2.1). 

3.1.3.2. Würdigung 

Im Rahmen der ausservertraglichen Ansprüche macht die Klägerin folgende An-

sprüche geltend: Erstens habe die Beklagte durch ihr Verhalten einen ihr nicht 

zustehenden Gewinn erzielt. Dieser sei gestützt auf böswillige Eigengeschäftsfüh-

rung im Sinne von Art. 423 Abs. 1 OR herauszugeben (act. 1 Rz. 392). Zweitens 

habe die Beklagte Rechte in Anspruch genommen, die einzig der Klägerin vorbe-

halten gewesen seien. Mit den aus den Verkäufen der C._____-Produkten erziel-

ten Gewinnen habe sich die Beklagte unrechtmässig bereichert (act. 1 Rz. 393). 

Drittens habe die Beklagte mit den ihr von der Klägerin übergebenen Dokumenten 

und Informationen die C._____-Produktlinie entwickelt, wozu sie ohne diese An-

gaben nicht in der Lage gewesen wäre. Dies stelle eine Verwertung fremder Leis-

tungen im Sinne von Art. 5 lit. a UWG dar (act. 1 Rz. 394 ff.). Viertens habe die 

Beklagte planmässig und systematisch technische Merkmale des Q'._____-

Systems unter dem Deckmantel der kundenspezifischen Anpassung abgefragt. 

Dadurch sei es ihr möglich gewesen, die C._____-Produktlinie ohne Zeit- und 

Kostenaufwand zu entwickeln mit der Absicht, die Produkte der Klägerin vom 

Markt zu verdrängen. Dieses Verhalten der Beklagten sei eine Verletzung des 

Grundsatzes von Treu und Glauben im Sinne von Art. 2 UWG (act. 1 Rz. 400 ff.). 

Aus diesen lauterkeitsrechtlichen Anspruchsgrundlagen leitet die Klägerin alsdann 

weitere Begehren auf Unterlassung, Beseitigung und Schadenersatz im Sinne 

von Art. 9 Abs. 1 UWG ab (act. 1 Rz. 409). 

Die finanziellen Ansprüche (also Schadenersatz und Gewinnherausgabe) sowie 

ihre Unterlassungs- und Beseitigungsbegehren werden von der Klägerin gleich-

ermassen gestützt auf die behauptete Vertragsverletzung und gestützt auf eine 

Verletzung des Lauterkeitsrechts geltend gemacht (act. 1 Rz. 377 ff., 409 ff.). Wie 

nachfolgend im Rahmen der Hauptsachenprognose im Detail aufzuzeigen sein 

wird (vgl. Ziff. 4 hernach), stellt die Behauptung der Klägerin, sie habe der Beklag-

ten vertrauliche Informationen übergeben, welche danach von der Beklagten ver-

tragswidrig und unlauter zur Entwicklung der C'._____-Produkte verwendet wor-

- 14 - 

den seien, die Basis sowohl für die vertraglichen als auch für die ausservertragli-

chen Ansprüche dar (vgl. act. 1 Rz. 295 ff, 394 ff.). Es ist der Beklagten zudem 

nicht zu folgen, wenn diese geltend macht, die Klägerin tue Vertragsverletzungen 

nur ungenügend dar (act. 14 Rz. 16). Das Gegenteil ist der Fall, beschreibt die 

Klägerin doch in einem Grossteil ihrer Klageschrift Art und Weise der geltend ge-

machten Informationserlangung durch die Beklagte und den Inhalt dieser Informa-

tionen. Dies reicht ohne Weiteres aus, um den Substantiierungsanforderungen im 

Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Theorie der doppelrelevanten 

Tatsachen zu genügen. Daher ist zwecks Prüfung der Zuständigkeit davon aus-

zugehen, dass die klägerischen Vorwürfe zutreffen. Somit liegt auch den geltend 

gemachten ausservertraglichen Ansprüchen eine Vertragsverletzung zu Grunde, 

womit die Gerichtsstandsvereinbarung in der Vertraulichkeitsvereinbarung auch 

für diese konkurrierenden delikts- und bereicherungsrechtlichen Ansprüche zur 

Anwendung gelangt. Anhaltspunkte für eine gegenteilige Vereinbarungen zwi-

schen den Parteien sind zudem weder ersichtlich noch behauptet. 

Dementsprechend ist das angerufene Gericht für die Beurteilung sämtlicher gel-

tend gemachter Ansprüche der Klägerin örtlich zuständig. Die Unzuständigkeits-

einrede der Beklagten ist somit abzuweisen. 

3.2. Sachliche Zuständigkeit 

Da sich der Streit auf die geschäftliche Tätigkeit beider Parteien bezieht, der vor-

geschriebene Streitwert von über CHF 30'000.– erreicht ist und beide Parteien in 

einem mit dem schweizerischen Handelsregister vergleichbaren ausländischen 

Register eingetragen sind, ist die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts 

gegeben (Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG), was im Übrigen 

zwischen den Parteien unbestritten ist.  

4. Vorsorgliche Massnahmen 

4.1. Vorbemerkungen 

4.1.1. Rechtsschutzinteresse 

- 15 - 

Im Rahmen der beantragten vorsorglichen Massnahmen verlangt die Klägerin zu-

sammengefasst, dass der Beklagten einstweilen umfassende Handlungen – wie 

die Herstellung, die Bewerbung und der Verkauf – in Bezug auf das …-system 

C._____ und C._____ XL zu verbieten seien (Rechtsbegehren Ziff. 3 i.V.m. 

Ziff. 1a). Weiter soll die Beklagte einstweilen verpflichtet werden, jegliche Kom-

munikation zu den C'._____-Produkten auf dem eigenen Internetauftritt und dem 

Internetauftritt von Lieferanten und Wiederverkäufern zu löschen bzw. löschen zu 

lassen (Rechtsbegehren Ziff. 3 i.V.m. Ziff. 1e). Schliesslich verlangt die Klägerin, 

es sei die Beklagte "zu verpflichten", sämtliche ihr von der Klägerin übergebenen 

Informationen zum klägerischen …-system während der Dauer dieses Verfahrens 

zu verwenden und/oder von Dritten verwenden zu lassen. Davon auszunehmen 

sei einzig die Verwendung zwecks Führung dieses Prozesses (Rechtsbegehren 

Ziff. 3 i.V.m. Ziff. 2). 

Die Beklagte bringt vor, der Klägerin fehle es bezüglich des Unterlassungsbegeh-

ren gemäss Rechtsbegehren-Ziffer 1a einem Rechtsschutzinteresse, da sie keine 

vergangene Rechtsverletzung substantiiert geltend mache (act. 14 Rz. 9 f.). Ob 

die Klägerin mit ihren Behauptungen durchdringen wird resp. ob sie allfällige Ver-

tragsverletzungen einstweilen ausreichend glaubhaft gemacht hat, wird nachfol-

gend im Rahmen der Hauptsachenprognose zu prüfen sein. Zudem wird auch auf 

die Frage einer drohenden Erstbegehungs- oder Wiederholungsgefahr zurückzu-

kommen sein. 

Weiter macht die Beklagte geltend, den klägerischen Begehren fehle es an einem 

Rechtsschutzinteresse und ganz generell an einer Rechtsgrundlage, da der Ver-

trieb und die Bewerbung der beklagtischen Produkte höchstens eine Folge der 

behaupteten Vertragsverletzung darstellten, gegen welche die Vertraulichkeits-

vereinbarung keine Unterlassungsverpflichtung vorsehe (act. 20 Rz. 5 ff.). Damit 

vermischt die Beklagte jedoch Rechtschutzinteresse und Erfolgsaussichten der 

Klage. Diese sind auseinanderzuhalten. Denn die Frage nach dem Rechtschutzin-

teresse beurteilt sich nur danach, ob sich die Gutheissung eines Begehrens posi-

tiv auf die rechtliche Situation des Klägers auswirkt und nicht danach, ob seinem 

Ansinnen Erfolg beschieden sein wird (BGer-Urteil 4C.45/2006 vom 26. April 2007 

- 16 - 

E. 6 [nicht publiziert in BGE 133 III 453]). Dementsprechend ist auch die Frage 

nach den Erfolgsaussichten resp. der materiellen Begründetheit der Klage im 

Rahmen der Hauptsachenprognose zu prüfen. 

Ferner bringt die Beklagte vor, es sei mangels substantiierter Passivlegitimation 

der Beklagten teilweise nicht auf die Rechtsbegehren-Ziffer 1e einzutreten. Inwie-

fern mangelnde Substantiierung der Passivlegitimation zu einem Nichteintreten 

führen soll, erschliesst sich aber nicht. Mangels genügender Substantiierung wäre 

das Gesuch vielmehr abzuweisen, weshalb unter dem Titel der Verhältnismässig-

keit auf den Inhalt der Massnahmen zurückzukommen sein wird (vgl. hernach 

Ziff. 4.5.2). 

4.1.2. Bestimmtheit der Rechtsbegehren 

4.1.2.1. Rechtliche Grundlagen 

Für die Anordnung einer Unterlassung müssen die klägerischen Rechtsbegehren 

genügend bestimmt sein, sodass die Beklagte sowie Vollstreckungs- oder Straf-

behörden genau erkennen können, welche Handlungen untersagt sind, andern-

falls auf das Begehren nicht eingetreten werden kann. Die Rechtsbegehren müs-

sen so bestimmt sein, dass die Vollstreckungsbehörden nur prüfen müssen, ob 

die tatsächlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ohne dabei das Verhalten rechtlich 

qualifizieren zu müssen (vgl. BGE 142 III 587 E. 5.3; BGE 131 III 70 E. 3.3; BGer-

Urteile 4A_460/2011 vom E. 2.2 und 4A_281/2018 vom 12. September 2018 

E. 3.1.1., E. 3.2.3.). 

4.1.2.2. Würdigung 

Die Beklagte führt eine Verletzung des Bestimmtheitsgebots ins Feld (act. 14 

Rz. 21 ff.) und wendet ein, eine Modellbezeichnung ("…systeme (i) C._____ und (ii) 
C._____ XL (kombinierte …- und …-Systeme mit Abrasiv-Behältern" [act. 1 S. 2]), wie sie von 
der Klägerin bei Rechtsbegehren-Ziffer 1a verwendet werde, sei gemäss ständi-

ger Rechtsprechung ungeeignet für den Beschrieb angegriffener Ausführungs-

formen. Auch der von der Klägerin verwendete Zusatz "inkl. sämtlicher Zuleitungs- und 
in den …-fahrzeugen verbauten Druckerzeugnisapparate" (act. 1 S. 2) sei zu unbestimmt, 

- 17 - 

vielmehr hätte die Klägerin Merkmale des konkreten Systems umschreiben müs-

sen (act. 14 Rz. 21 f.).  

Die beklagtischen Einwände mögen allenfalls bei patentrechtlichen Streitigkeiten 

zutreffen, was aber nicht bedeutet, dass diese Anforderungen unbesehen für den 

gegenständlichen Rechtsstreit zu übernehmen sind. Die Klägerin macht vorlie-

gend geltend, die Beklagte habe ihre vertraglichen und lauterkeitsrechtlichen 

Pflichten verletzt, wobei die C'._____-Produkte als Folge dieser Verletzungen 

entstanden seien. Mithin geht das durch die Klägerin beantragte Verbot nicht ge-

gen eine spezifische Ausführungsform, sondern gegen das von der Beklagten – 

unter unerlaubter Verwendung klägerischer Informationen – entwickelte konkrete 

Endprodukt, die C'._____-Produkte. Mit anderen Worten soll der Beklagten gera-

de nicht verboten werden, ein ähnliches System wie die Klägerin herzustellen, so-

lange dafür nicht auf die vertraulichen Informationen der Klägerin abgestellt wird. 

Im Ergebnis ist daher die Bezeichnung "…-systeme (i) C._____ und (ii) C._____ XL (kom-
binierte …- und …-Systeme mit Abrasiv-Behältern)" nicht zu bemängeln. Vor diesem Hin-
tergrund erweist sich auch die weitere Bezeichnung "inkl. sämtlicher Zuleitungs-und in 
den …-fahrzeugen verbauten Druckerzeugnisapparate" (act. 1 S. 2) als ausreichend be-
stimmt, stellt sie doch nur klar, dass zum C'._____-…system auch ein Drucker-

zeugungsapparat und Zuleitungssysteme dazugehören, was nicht zuletzt auch 

von der Beklagten so beworben wird (act. 1 Rz. 322). Die Formulierung ist ein-

deutig und klar so zu verstehen, dass sowohl der C._____ und der C._____ XL 

als System und somit als Ganzes vom beantragten Verbot betroffen sind. 

Auch bezüglich der Rechtsbegehren-Ziffer 1e macht die Beklagte geltend, dieses 

umschreibe den Unterlassungsgegenstand zu wenig genau: Eine pauschale Um-

schreibung von Publikationen ("auf den Internetpräsenzen der Beklagten inkl. der Facebook-
seite der B._____ Group und jeder anderen Webseite oder Social-Media-Seite, die von der Beklag-
ten kontrolliert oder anderweitig genutzt wird") genüge nicht, sondern die Klägerin müsse 
die Publikationen mit Titel, Erscheinungsdatum und Erscheinungsort nennen, was 

sie ja teilweise gemacht habe (act. 14 Rz. 23). 

Die Beklagte verkennt zwar, dass die Klägerin mit diesem Massnahmebegehren 

keine Unterlassung sondern eine Beseitigung verlangt ("zu entfernen" und "entfernen 

- 18 - 

zu lassen"), dennoch ist ihr bezüglich der mangelnden Bestimmtheit teilweise bei-
zupflichten. Zunächst erweist sich die Formulierung "auf den Internetpräsenzen der Be-
klagten inkl. der Facebookseite der B._____ Group und jeder anderen Webseite oder Social-Media-
Seite, die von der Beklagten kontrolliert" jedoch als genügend bestimmt. Denn einerseits 
weiss die Beklagte, welche Internetpräsenzen sie kontrolliert, was insbesondere 

dann der Fall sein muss, wenn die Beklagte im Impressum genannt wird oder sie 

– im Falle von Social Media – die Administratoren-Rechte für eine Seite oder ein 

Profil hat. Anderseits erweisen sich auch die zu entfernenden Publikationen, näm-

lich alles, was mit den C'._____-Produkten in Zusammenhang steht, als genü-

gend bestimmt. Demgegenüber ist zum Zusatz "oder anderweitig genutzt wird" zu be-
merken, dass dieser deutlich zu unbestimmt ist, mithin vollkommen unklar ist, was 

alles unter diesen Begriff fallen könnte. Auf diesen Zusatz ist somit mangels ge-

nügender Bestimmtheit nicht einzutreten. 

Ausserdem erweist sich auch der Teil "auf den Internetpräsenzen der Lieferanten und Wie-
derverkäufern der Beklagten" als zu unbestimmt. Denn im Unterschied zu ihrer eige-
nen Internetpräsenz, bezüglich welcher genügend bestimmt resp. für die Beklagte 

auch ohne Weiteres bestimmbar ist, welche Web- und Social Media-Seiten dazu 

gehören, verhält es sich bei Seiten Dritter anders. Es ist unklar und damit zu un-

bestimmt, wer überhaupt genau unter den Begriff der Lieferanten und Wiederver-

käufer fallen soll. Auf diesen Teil des Massnahmebegehrens ist daher ebenfalls 

nicht einzutreten.  

Die Beklagte wendet auch bei Rechtsbegehren-Ziffer 2 ein, diese sei zu unbe-

stimmt. Es sei weder ihr noch einem späteren Vollstreckungsgericht zuzumuten, 

eine Einschätzung vorzunehmen, bei welchen Informationen es sich um vertrauli-

che Informationen gemäss Ziffer 2.3 MCD handle und bei welchen nicht (act. 14 

Rz. 25 ff.). 

Der Beklagten ist diesbezüglich beizupflichten: Die Umschreibung der angeblich 

vertraulichen Informationen genügt dem Bestimmtheitserfordernis bei weitem 

nicht. Allerdings ist dies von der Klägerin auch gar nicht so beantragt. Im Wider-

spruch zu ihrer eigenen Begründung (vgl. act. 1 Rz. 379 f.) beantragt die Klägerin 

vielmehr, die Beklagte sei "zu verpflichten, sämtliche ihr von der Klägerin übergebenen Infor-

- 19 - 

mationen zu den Q._____ (inkl. Informationen zum Druck-System, Zuleitungen und Abrasiven) und 
zu den Kunden- und Lieferantenlisten der Klägerin ab 3. Mai 2017, einschliesslich aber nicht be-
schränkt auf die per E-Mail, anlässlich persönlicher Besprechungen oder Präsentationen überge-
gangenen Informationen, während der Dauer dieses Verfahrens zu verwenden und/oder von Dritten 
verwenden zu lassen (ausser zum Zwecke der Führung dieses Prozesses)" (act. 1 S. 3). Zu-
nächst ist davon auszugehen, dass es sich diesbezüglich wohl um ein redaktio-

nelles Versehen handelt, indem die Klägerin sinnvollerweise nicht eine Verpflich-

tung sondern ein Verbot formulieren wollte. Eine Beschränkung der Informationen 

auf "vertrauliche" ist dem Rechtsbegehren ohnehin nicht zu entnehmen. Vielmehr 

zielt das klägerische Massnahmenbegehren in seinem Wortlaut klar darauf ab, 

der Beklagten die Verwendung sämtlicher Informationen, die sie von der Klägerin 

erhalten hat, zu verbieten (vgl. act. 1 S. 3). Dieses Verbot erweist sich bezüglich 

Bestimmtheit denn auch insofern als unproblematisch, als keine Abgrenzungen 

zwischen vertraulichen und nicht vertraulichen Informationen vorzunehmen sind, 

womit es im Vollstreckungsfalle nur zu klären gälte, ob es sich um Informationen 

der Klägerin handelt. Dementsprechend ist die Bestimmtheit dieses Rechtsbegeh-

rens nicht zu bemängeln. Inwiefern dieses Verbot hingegen verhältnismässig ist, 

ist an anderer Stelle zu beurteilen (vgl. hernach Ziff. 4.5). 

4.2. Voraussetzungen vorsorglicher Massnahmen 

Nach Art. 261 ZPO trifft das Gericht die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, 

wenn die gesuchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr zustehender An-

spruch verletzt ist oder eine Verletzung zu befürchten ist (lit. a) und ihr aus der 

Verletzung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (lit. b). 

Es muss also (i) ein sog. Verfügungsanspruch bestehen, welcher anhand einer 

Hauptsachenprognose beurteilt wird, (ii) ein sog. Verfügungsgrund, welcher auf-

grund einer Nachteilsprognose zu beurteilen ist, sowie (iii) Dringlichkeit und (iv) 

Verhältnismässigkeit der vorsorglichen Massnahmen (vgl. zum Ganzen BSK 

ZPO-SPRECHER, Art. 261 N 10 ff.; BK ZPO II-GÜNGERICH, Art. 261 N 14 ff.; KUKO 

ZPO-KOFMEL EHRENZELLER, Art. 261 N 4; HUBER, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung., 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 261 N 17 ff.). 

- 20 - 

Unter Nachteil im Sinne von Art. 261 Abs. 1 lit. b ZPO ist jede Beeinträchtigung zu 

verstehen, welche durch das inkriminierte Verhalten verursacht wurde oder wer-

den kann, egal ob rechtlicher oder tatsächlicher Natur, unterschieden werden 

können mithin materielle und immaterielle Nachteile (BGE 127 II 132 E. 3, zum 

Ganzen DIKE ZPO-ZÜRCHER, Art. 261 N 23 ff.). Mit dem Eintritt des nicht leicht 

wiedergutzumachenden Nachteils muss ernsthaft gerechnet werden. Ist eine Ver-

letzung des Anspruchs bereits eingetreten, ist es erforderlich, dass eine weitere 

Benachteiligung zu befürchten ist (HUBER, a.a.O., N 17 ff.; DIKE ZPO-ZÜRCHER, 

Art. 261 N. 32). Die notwendige Dringlichkeit stellt eine selbstverständliche Vo-

raussetzung dar, welche gegeben ist, wenn ein Zuwarten bis zum rechtskräftigen 

Sachentscheid nicht zumutbar erscheint. Bei Zuwarten mit der Stellung eines 

Massnahmebegehrens kann dies als ungebührlich und damit rechtsmissbräuch-

lich erkannt werden (DIKE ZPO-ZÜRCHER, Art. 261 N 12). Kein Rechtsmissbrauch 

liegt in der Regel vor, wenn eine Vergleichslösung gesucht wurde (BSK ZPO-

SPRECHER, Art. 261 N 44). 

Für die Geltendmachung der Voraussetzungen gemäss Art. 261 ZPO genügt ein 

Glaubhaftmachen der Tatsachen, d.h. nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung: 

"wenn für deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das 

Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben 

könnten" (BGE 144 II 65 E. 4.2.2; BGE 142 II 49 E. 6.2; BGE 130 III 325 E. 3.3; 

BGE 139 III 86 E. 4.2 = Pra 103 [2014] Nr. 69). Auch das Rechtliche wird vom 

Glaubhaftmachen erfasst. Das Gericht kann es bei einer summarischen Prüfung 

der Rechtsfragen bewenden lassen, wobei im Einzelnen umstritten ist, inwiefern 

einem Begehren bereits zu entsprechen sein soll, wenn es sich nach einer sum-

marischen Prüfung (lediglich) als nicht aussichtslos erweist (BGE 120 II 393 E. 4c; 

DIKE ZPO-ZÜRCHER, Art. 261 N 9; BSK ZPO-SPRECHER, Art. 261 N 57; BK ZPO 

II-GÜNGERICH, Art. 261 N 20). 

Die angeordneten vorsorglichen Massnahmen müssen weiter verhältnismässig, 

d.h. geeignet und erforderlich, sein und dürfen dabei nicht den Hauptsachepro-

zess präjudizieren (BK ZPO II-GÜNGERICH, Art. 262 N 2 ff.; DIKE ZPO-ZÜRCHER, 

Art. 261 N 33 und Art. 262 N 7). Ausserdem ist eine Interessensabwägung vorzu-

- 21 - 

nehmen, bei der zu berücksichtigen ist, welche Nachteile sich bei den Varianten 

Anordnung oder Nichtanordnung für die jeweils betroffene Partei ergeben. Diese 

Abwägung hat besonders sorgfältig zu erfolgen, wenn die begehrten Massnah-

men eine vorläufige Vollstreckung der Hauptsache bedeuten (BGE 131 III 473 E. 

2.3 = Pra 95 [2006] Nr. 32; DIKE ZPO-ZÜRCHER, Art. 261 N 33).  

4.3. Verfügungsanspruch / Hauptsachenprognose 

4.3.1. Anwendbares Recht 

Während die Parteien in der Vertraulichkeitsvereinbarung unbestrittenermassen 

eine Rechtswahl zugunsten des schweizerischen Rechts getroffen haben (act. 3/1 

Ziff. 9 Abs. 1; act. 1 Rz. 369; act. 14 Rz. 147 ff.), die sich nach Art. 116 IPRG als 

zulässig erweist, bestimmt sich das anwendbare Recht für Ansprüche aus unlau-

terem Wettbewerb nach Art. 136 IPRG. Gemäss Art. 136 Abs. 3 i.V.m. Art. 133 

Abs. 3 IPRG gilt, dass unlautere Handlungen, die ein vorbestehendes Rechtsver-

hältnis zwischen den Parteien verletzen, dem Recht, dem das vorbestehende 

Rechtsverhältnis unterstellt ist, unterstehen. Zu denken ist etwa daran, dass ein 

Vertragspartner im Wettbewerb in unlauterer Weise Vorteile ausnutzt, die er im 

Rahmen eines vorbestehenden Lizenz-, Alleinvertriebs- oder Arbeitsvertrags ge-

winnen konnte, und dass dadurch gleichzeitig dieses Vertragsverhältnis verletzt 

wird (BGE 136 III 23 E. 6.4). Damit soll sichergestellt werden, dass ein konkreter 

Sachverhalt sowohl aus vertrags- wie aus lauterkeitsrechtlicher Sicht der gleichen 

Rechtsordnung unterliegt, was im Zweifel den Erwartungen der Parteien eher ent-

spricht als die Anknüpfung an zwei möglicherweise sehr unterschiedliche Rechts-

ordnungen und zu einem angemesseneren Ergebnis in der Sache führt (BSK 

IPRG-DASSER, Art. 136 N 25). 

Vorliegend stützt die Klägerin ihre lauterkeitsrechtlichen Ansprüche (wie gesehen 

unter Ziff. 3.1.3.2) auf die gleiche Grundlage wie ihre vertraglichen Ansprüche. So 

macht sie geltend, dass die Verwendung der vertraulichen Informationen, die sie 

der Beklagten im Rahmen der Kooperation und damit unter der Vertraulichkeits-

vereinbarung übergeben habe, durch die Beklagte unlauteres Verhalten darstelle. 

Die Klägerin stützt somit auch ihre lauterkeitsrechtlichen Ansprüche auf eine Ver-

- 22 - 

letzung der Vertraulichkeitsvereinbarung, für die schweizerisches Recht gewählt 

wurde. Es ist daher auch für die seitens der Klägerin geltend gemachten lauter-

keitsrechtlichen Ansprüche schweizerisches Recht anzuwenden.  

4.3.2. Unbestrittener Sachverhalt 

Die Parteien vereinbarten im Jahr 2017 eine Kooperation zwecks Einbaus des 

klägerischen Schneid- und …-systems in die …-fahrzeuge, die von der Beklagten 

hergestellt werden (act. 1 Rz. 39; act. 14 Rz. 60). In diesem Zusammenhang 

schlossen die Parteien im August 2017 eine Vertraulichkeitsvereinbarung (Mutual 

Confidentiality Declaration; MCD) ab, deren Wortlaut unbestritten und urkundlich 

belegt ist (act. 1 Rz. 39; act. 14 Rz. 62; act. 3/1). Zwischen den Parteien ist weiter 

die gesamte Korrespondenz – nicht aber die Frage, ob es sich dabei im Einzelnen 

um vertrauliche oder bekannte Informationen handelte – im Wesentlichen unbe-

stritten (act. 1 Rz. 180 ff; act. 14 Rz. 115), wobei auf den genauen Inhalt dieser 

Korrespondenz erst im Rahmen der Würdigung einzugehen ist. Ferner ist unbe-

stritten, dass die Beklagte im Oktober 2020 ihre Produktlinie C._____ vorstellte 

und mit ihr seither auf dem Markt auftritt (act. 1 Rz. 40, 283 ff.; act. 14 Rz. 120). 

4.3.3. Wesentliche Parteistandpunkte 

4.3.3.1. Klägerin 

Gemäss den Darstellungen der Klägerin habe die Beklagte über ihren norwegi-

schen Partner V._____ AS (fortan V._____), an den die Klägerin ein …-system 

verkauft habe, von den klägerischen Produkten erfahren, worauf sie die Klägerin 

kontaktiert habe. Danach sei eine Kooperation besprochen worden. Ziel sei es 

gewesen, gemeinsam Marktanteile gegenüber dem Konkurrenten W._____ zu 

gewinnen. Einerseits hätten die neuen …-fahrzeuge der Beklagten das klägeri-

sche System enthalten sollen, andererseits sei aber auch eine Nachrüstung be-

reits verkaufter …-fahrzeuge von der Kooperation umfasst gewesen. Demgegen-

über sei die Klägerin nicht daran interessiert gewesen, der Beklagten Einzelkom-

ponenten zum Anschluss an ihr PTO-System zu liefern (act. 1 Rz. 92 ff.). 

- 23 - 

Die abgeschlossene Vertraulichkeitsvereinbarung habe zum Inhalt, dass sämtli-

che Informationen, die zwischen den Parteien im Rahmen ihrer Kooperation zu-

gänglich gemacht werden, vertraulich zu behandeln seien. Ausgenommen davon 

seien nur Informationen, die bereits öffentlich bekannt seien oder ohne Verstoss 

gegen die Vertraulichkeitserklärung öffentlich würden. Durch die Vertraulichkeits-

erklärung seien nebst den Parteien auch insbesondere ihre Organe, Mitarbeiter, 

Berater und Tochtergesellschaften, wozu die V._____ zähle, verpflichtet worden 

(act. 1 Rz. 108 ff.). Erlaubt sei die Verwendung der Informationen lediglich im 

Rahmen der gemeinsamen Kooperation. Alle anderen Handlungen seien durch 

das MCD verboten (act. 1 Rz. 121 ff.). Ferner hätten die Parteien vereinbart, dass 

auf schriftliche Aufforderung der anderen Partei die Informationen zurückzugeben 

oder zu vernichten seien (act. 1 Rz 127 f.). 

Die Beklagte habe seit der ersten Kontaktaufnahme anlässlich von Treffen, per E-

Mail oder indirekt via V._____ diverse Informationen der Klägerin erhalten, die 

vertraulich gewesen seien (act. 1 Rz. 183 ff.). Ohne diese Informationen wäre es 

der Beklagten nicht möglich gewesen, ihre C._____-Produkte auf den Markt zu 

bringen. Die zeitlichen Abläufe und die Nennung von Herrn AA._____, welcher 

der Ansprechpartner der Klägerin bei der Beklagten gewesen sei, als Erfinder der 

Produktlinie, liessen keinen anderen Schluss übrig, als dass die Beklagte die ver-

traulichen technischen Informationen der Klägerin zwecks Entwicklung ihrer Pro-

dukte verwendet hätte (act. 1 Rz. 300 ff.). Die Beklagte habe dank den klägeri-

schen Informationen Wissen betreffend Sicherheitsanforderungen erhalten. Wei-

ter habe sie verschiedene Informationen wie technische Zeichnungen und eine 

Liste der Einzelkomponenten der Hydraulik sowie Auskünfte der Klägerin zu Ein-

zelteilen erhalten. Die Beklagte verwende für ihre Produkte genau die Betriebspa-

rameter oder die Komponenten, auf die sie von der Klägerin hingewiesen worden 

sei. Ferner habe die Beklagte die von der Klägerin entwickelte Schulterstütze 

übernommen sowie ohne eigene Leistung Kenntnisse bezüglich …- und …-düse 

erlangt und die klägerische Technologie teilweise übernommen (act. 1 Rz. 304 

ff.). 

- 24 - 

Die Beklagte habe gestützt darauf Vorteile bei der Produktentwicklung gehabt, in-

dem sie sich verschiedene Arbeiten, wie Suche nach Lieferanten für die Einzel-

komponenten sowie verschiedene Tests zu Düsen und Hydraulik, habe sparen 

können. Diese Ersparnis sei einerseits finanzieller Natur, da insbesondere Tests 

teuer seien, andererseits habe sie aber auch Zeit sparen resp. ihr Produkt schnel-

ler entwickeln können, wobei sie dank den klägerischen Informationen auch Pa-

tentverletzungen habe vermeiden können (act. 1 Rz. 336 ff.). Aufgrund des 

Markteintritts der Beklagten habe die Klägerin Vermögenseinbussen erlitten, da 

die Nachfrager auf dem Markt, die nun ein System der Beklagten gekauft hätten, 

ansonsten ein klägerisches System erworben hätten. Zudem erziele die Beklagte 

dank diesen Verkäufen einen ihr nicht zustehenden Gewinn (act. 1 Rz. 347 ff.). 

4.3.3.2. Beklagte 

Die Beklagte bringt mit Blick auf die Hauptsachenprognose zunächst vor, sie 

selbst betreibe umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit und verfüge 

über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der …-systeme (act. 14 Rz. 31 ff.). Im 

Gegensatz zur Klägerin habe die Beklagte ausserdem auch Erfahrung im Bereich 

der Integration von kombinierten Kaltschneide- und Vernebelungssystemen in 

Feuerwehrfahrzeuge (act. 14 Rz. 38). Ferner verfüge sie über ein breites und 

langjähriges Lieferantennetzwerk, wozu auch die klägerischen Zulieferer 

AB._____ SPA, AC._____. s.n.c. und AD._____ SPA gehörten und auf deren 

Standardprodukte sie im Rahmen der C'._____-Produkte teilweise zurückgreife. 

Sie verwende jedoch kein einziges Bauteil, das auch im klägerischen System 

verwendet werde (act. 14 Rz. 41 ff.). In Bezug auf V._____ bringt die Beklagte 

vor, es handle sich dabei um einen reinen Service- und Vertriebspartner, mit dem 

insbesondere keine nähere Entwicklungszusammenarbeit bestehe. Von der Zu-

sammenarbeit der Klägerin und V._____ habe sie zwar Kenntnis gehabt, sei aber 

nicht weiter involviert gewesen. Es sei allerdings richtig, dass die Beklagte gewis-

se Informationen von V._____ über das klägerische Produkt und dessen Integra-

tion in ein …-fahrzeug erhalten habe, was aber einen üblichen allgemeinen Erfah-

rungsaustausch zwischen Geschäftspartnern darstelle. Dass ihr konkrete techni-

sche Informationen von V._____ weitergeleitet worden seien, bestreitet die Be-

- 25 - 

klagte (act. 14 Rz. 44 ff.). Die Beklagte führt weiter aus, die Zusammenarbeit mit 

der Klägerin (abgesehen von der auf Kundenwunsch verbreiterten Schulterstütze) 

habe zu keinen Änderungen am klägerischen Produkt geführt. Für das Projekt 

AE._____ habe die Klägerin sodann nur die Lanze geliefert, während die Beklagte 

den Rest übernommen habe. Der Stand der Technik umfasse daher die bisher 

verkauften klägerischen Produkte und die klägerischen Vorveröffentlichungen. 

Insbesondere stelle die Klägerin allen Kunden gewisse Verkaufsunterlagen zu, 

die technische Details enthielten. Weiter seien bereits vor dem Abschluss der Ver-

traulichkeitsvereinbarung Prospekte und andere technische Beschreibungen über 

das klägerische System und dessen Funktionsweisen frei verfügbar gewesen. Die 

wesentlichen technischen Details und insbesondere die Gestaltung der Düsen 

könnten den bereits verkauften klägerischen Produkten und einem publizierten 

Gebrauchsmuster entnommen werden (act. 14 Rz. 54 ff.). Ausserdem seien zwi-

schen den Parteien vor der Unterzeichnung des MCD am 30. August 2017 ausge-

tauschte Unterlagen ohnehin nicht von dieser Vertraulichkeitsvereinbarung betrof-

fen (act. 14 Rz. 59).  

Die Parteien hätten diese Vertraulichkeitsvereinbarung mit Blick auf gemeinsame 

Entwicklungsprojekte, insbesondere im Projekt für die Feuerwehr von AE._____ 

geschlossen (act. 14 Rz. 64). Dabei habe das klägerische System als modulares 

System jedoch die geltenden Normen für Feuerwehrfahrzeuge nicht erfüllt und für 

eine Integration habe ein Anschluss an den PTO und die Fahrzeugsteuerung ge-

fehlt. Die entsprechende Entwicklung habe dann die Beklagte übernommen, wozu 

ihr die Klägerin Informationen zu einem von ihr konstruierten Hydrauliksystem ge-

liefert habe, welches letztlich aber nicht übernommen worden sei. Die Beklagte 

habe ausserdem die Feuerwehr AE._____ vom klägerischen System überzeugen 

müssen, wozu sie ebenfalls auf Informationen der Klägerin angewiesen gewesen 

sei. Dabei sei abgesehen von einigen kommerziellen Informationen nichts geheim 

gewesen. Vielmehr habe es sich um Informationen gehandelt, die gegenüber je-

dem Kunden offengelegt werden müssten. Ausserdem habe die Feuerwehr 

AE._____ diverse Fragen zu Düsenausgestaltung, Düsengeschwindigkeit und 

Tröpfchengrösse gehabt. Die Rückfrage betreffend Ersatzteile sei im Übrigen ei-

- 26 - 

ner Undichtigkeit an den klägerischen Lanzen geschuldet gewesen (act. 14 Rz 64 

ff.).  

Die Produkte der Parteien wichen sodann fundamental voneinander ab: Insbe-

sondere könne bei den C'._____-Produkten die Wasserdüse beim Kaltschneiden 

aufgesetzt bleiben. Die Beklagte verwende weiter kein einziges identisches Bau-

teil wie die Klägerin. Aufgrund der anderen Bauweise könnten die klägerischen 

Tests durch die Beklagte auch gar nicht verwendet werden. Die Düsen der Be-

klagten entsprächen den klägerischen weder in Bezug auf die Technologie noch 

in geometrischer Hinsicht. Weiter seien die beklagtischen Produkte auf der Basis 

der bestehenden AK._____-Einheit der Beklagten entwickelt worden, womit auch 

die Druckerzeugungseinheit Abweichungen bezüglich Design, Komponenten und 

Anordnung aufwiesen. Auch die Sicherheitsventile seien anders angeordnet. 

Schliesslich sei das PTO-System sowie die damit zusammenhängende Verroh-

rungseinheit offensichtlich abweichend aufgebaut, weshalb nicht ersichtlich sei, 

inwiefern die Beklagte diesbezüglich von der Klägerin hätte profitieren sollen. 

Schliesslich seien auch die verwendeten Abrasivmittel unterschiedlich, wobei die 

Informationen zum Abrasivmittel den Kunden ohnehin zugänglich gemacht wer-

den müssten, mithin diese bekannt und nicht vertraulich seien (act. 14 Rz. 80 ff.). 

4.3.4. Rechtliche Grundlagen 

4.3.4.1. Vertragsrecht 

Die Klägerin stützt sich einerseits auf eine Verletzung der Vertraulichkeitsverein-

barung (act. 3/1) durch die Beklagte, deren Beseitigung und Unterlassung die 

Klägerin unter anderem verlangt. Auf diesen Vertrag ist unbestrittenermassen 

schweizerisches Recht anzuwenden (act. 3/1 Ziff. 9; act. 1 Rz. 369, act. 14 

Rz. 134 ff.). 

Gemäss Art. 98 Abs. 2 und 3 OR hat der Schuldner, der vertraglich zu einem 

Nichttun verpflichtet ist, im Falle des Zuwiderhandelns den Schaden zu ersetzen 

und der Gläubiger kann die Beseitigung des rechtswidrigen Zustands verlangen. 

Diese Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands richtet sich gegen die Fol-

- 27 - 

gen der Verletzung der Unterlassungspflicht (BK OR-WEBER/EMMENEGGER, Art. 98 

N 126).  

4.3.4.2. Lauterkeitsrecht 

Andererseits stützt sich die Klägerin auf Lauterkeitsrecht. Gemäss Art. 9 Abs. 1 

UWG kann, wer durch unlauteren Wettbewerb in seiner Kundschaft, seinem Kre-

dit oder beruflichen Ansehen, in seinem Geschäftsbetrieb oder sonst in seinen 

wirtschaftlichen Interessen bedroht oder verletzt wird, unter anderem beantragen, 

eine drohende Verletzung zu verbieten und eine bestehende Verletzung zu besei-

tigen. Ist das UWG aufgrund von Art. 136 IPRG anwendbar, so gilt Art. 9 Abs. 1 

UWG als Sachnorm hinsichtlich der Aktivlegitimation auch gegenüber dem aus-

ländischen Kläger. Erforderlich ist demnach, dass der ausländische Kläger am in-

ländischen Wettbewerb, den das UWG schützt, teilnimmt. Das setzt zwar weder 

eine eigene Niederlassung, noch den Eintritt einer Vermögensschädigung in der 

Schweiz voraus. Jedoch muss der Kläger in der Schweiz marktrelevant auftreten, 

zum Beispiel durch Werbung oder durch ein Produkte- bzw. Dienstleistungsange-

bot, das sich auch an Abnehmer in der Schweiz richtet. Wer demgegenüber als 

ausländischer Wettbewerber in der Schweiz keine Kunden hat, hier (mangels 

Werbung) nicht bekannt ist, keine Produkte oder Dienstleistungen anbietet, die 

auch in der Schweiz erhältlich sind, und wer auch keinen sonstigen vergleichba-

ren Bezug zum Wettbewerbsgeschehen in der Schweiz hat, ist nicht aktivlegiti-

miert (BGer-Urteil 4A_39/2011 vom 8. August 2011 E. 13.1 unter Hinweis auf 

RAUBER, Klageberechtigung und prozessrechtliche Bestimmungen, in: Lauter-

keitsrecht, in: SIWR Bd. V/I, 2. Aufl., Basel 1998, S. 239 ff., 258).  

Da das UWG keine allgemeine Reglung zur Passivlegitimation enthält, sind 

grundsätzlich die allgemeinen Regeln des Deliktsrechts anzuwenden. Wer passiv-

legitimiert ist, ergibt sich aus den entsprechenden Tatbeständen von Art. 2 bis 8 

UWG. Wer diese Tatbestände erfüllt, ist passivlegitimiert. Die sehr weite Definition 

der Passivlegitimation erklärt sich damit, dass der Schutz gegen jede Person ge-

währt wird, die den wirtschaftlichen Wettbewerb erheblich beeinflussen kann. Ent-

scheidend ist das Ergebnis, das heisst ein potenzieller Einfluss auf den Markt und 

den wirtschaftlichen Wettbewerb (BGer-Urteil 4C.139/2003 E. 2.1 m.H.) 

- 28 - 

Gemäss Art. 2 UWG ist jedes täuschende oder in anderer Weise gegen den 

Grundsatz von Treu und Glauben verstossende Verhalten oder Geschäftsgeba-

ren, welches das Verhältnis zwischen Mitbewerbern oder zwischen Anbietern und 

Abnehmern beeinflusst, unlauter und widerrechtlich. Zwecks Konkretisierung die-

ser Generalklausel wurden durch Lehre und Praxis vier Fallgruppen gebildet (BSK 

UWG-HILTY, Art. 2 N 65). Eine dieser Fallgruppen ist die Ausbeutung fremder 

Leistungen. Zu beachten ist dabei jedoch, dass in der Marktwirtschaft das Profitie-

ren von 

(Vor-)Leistungen Dritter zulässig und erwünscht ist, solange es keine Störung des 

Wettbewerbs herbeiführt. Nachahmen ist dann nicht erlaubt, wenn zusätzliche 

Umstände hinzutreten, die gegen den Grundsatz von Treu und Glauben im Wett-

bewerb verstossen und damit unlauter sind (BGE 116 II 471 E. 3a/aa). Solche er-

hebliche Umstände können in hinterlistigem Verhalten erblickt werden (BGE 131 

III 384 E. 5.1; aber schon in BGE 77 II 263 [Strassenhobel]). Allerdings gibt es 

keine scharfe Trennung erlaubter Verwendung fremder Leistungen und unlauterer 

Ausbeutung eines Mitbewerbers, weshalb jeweils eine Würdigung der gesamten 

Umstände des Einzelfalls und aufgrund einer Abwägung der Interessen des 

Erstherstellers an der Erhaltung seines wettbewerblichen Vorsprungs, des Nach-

ahmers an der freien Benützung einer nicht geschützten Vorleistung und der All-

gemeinheit vor der Monopolisierung einer Leistung notwendig ist (BGE 116 II 471 

E. 3a/aa). 

Gemäss Art. 5 lit. a UWG handelt insbesondere unlauter, wer ein ihm anvertrau-

tes Arbeitsergebnis wie namentlich Offerten oder Berechnungen unbefugt verwer-

tet. Grundsätzlich besteht, wie bereits erwähnt, Nachahmungsfreiheit. Art. 5 UWG 

qualifiziert jedoch bestimmte Verhaltensweisen in Zusammenhang mit der Ver-

wendung und Nachahmung fremder Arbeitsleistungen als unlauter und soll so die 

Erzeuger vor unlauteren Machenschaften schützen. Durch Art. 5 UWG soll aber 

kein Schutz für eine neue Kategorie von Rechtsgütern ausserhalb von Schutz-

rechten des geistigen Eigentums geschaffen, sondern eben lediglich ein bestimm-

tes Verhalten im Wettbewerb als unlauter sanktioniert werden (BSK UWG-

ARPAGAUS/FRICK, Art. 5 N 10 mit Verweis auf Botschaft sowie BGE 131 III 384 E. 

4.1 und E. 5.2). Gegenstand des lauterkeitsrechtlichen Schutzes ist deshalb nicht 

- 29 - 

das Arbeitsergebnis an sich, sondern die Art und Weise, wie das Arbeitsergebnis 

übernommen und verwertet wird (BSK UWG-ARPAGAUS/FRICK, Art. 5 N 12). Un-

lauter ist die Verwertungshandlung dann, wenn ihr ein Verstoss gegen ein ver-

tragliches oder vertragsähnliches Verwertungsverbot (Art. 5 lit. a) bzw. das Aus-

nützen eines solchen zugrunde liegt. Neben Art. 5 UWG regelt auch Art. 6 UWG 

Sachverhalte, bei welchen es um die Ausnutzung fremder Arbeitsergebnisse – 

dort in der Qualität von Geschäftsgeheimnissen – geht (BSK UWG-

ARPAGAUS/FRICK, Art. 5 N 12 ff.; vgl. auch BGE 131 III 384 E. 5.1 mit zahlreichen 

Hinweisen; zuletzt Urteil des BGer-Urteil 4A_86/2009 vom 26. Mai 2009 E. 4.1). 

Arbeitsergebnisse im Sinne der erwähnten UWG-Bestimmung sind "Produkte 

geistiger Anstrengung und materieller Aufwendungen" (und zwar eben solche, die 

ausserhalb der Spezialgesetzgebung [Immaterialgüterrecht] nicht geschützt sind). 

Der Schutz von Art. 5 UWG umfasst nur das in einer materialisierten Form fixierte 

Resultat der entsprechenden Leistung. Die vom Gesetzgeber als Beispiel für Ar-

beitsergebnisse genannten "Offerten, Berechnungen oder Pläne" sind nicht ab-

schliessend zu verstehen, und der Begriff "Arbeitsergebnis" ist weit auszulegen. 

Es ist keine bestimmte Leistungshöhe im Sinne einer besonderen Individualität, 

Eigenartigkeit oder Schutzwürdigkeit erforderlich, da es bei Art. 5 UWG um einen 

lauterkeitsrechtlichen und nicht immaterialgüterrechtlichen Schutz geht 

(BSK UWG-FRICK, Art. 5 N 24-26). Das Arbeitsergebnis muss sodann auch nicht 

marktreif sein, sondern es werden auch Ergebnisse vorbereitender Natur erfasst, 

die keine wirtschaftlich verwertbare Form aufweisen (DIKE UWG-FAHRLÄNDER, 

Art. 5 lit. a und b N 8). 

Art. 5 lit. a erfasst Konstellationen, in denen der Verletzer "in Übereinstimmung 

mit dem Erzeuger des Arbeitsergebnisses" (bzw. mit Willen des Erzeugers) in 

dessen Besitz gelangt ist, das Arbeitsergebnis dann aber ohne Einverständnis 

des Erzeugers verwertet (sog. direkte Vorlagenausbeutung). Die Handlung des 

Erwerbers ist missbräuchlich, weil er gegen ein vertragliches, vorvertragliches o-

der vertragsähnliches Verwertungsverbot verstösst (BGE 133 III 431 E. 4.5; DIKE 

UWG-FAHRLÄNDER, Art. 5 lit. a und b N 16 mit Verweis auf SHK UWG-BRAUCHBAR 

BIRKHÄUSER, Art. 5 N 16). Aus dem Tatbestandsmerkmal des Anvertrautseins ist 

- 30 - 

ferner zu folgern, dass das Arbeitsergebnis nicht allgemein zugänglich bzw. nicht 

allgemein bekannt sein darf. Sobald es öffentlich zugänglich und auch für Dritte 

einsehbar ist, entfällt der Schutz von Art. 5 UWG. Denn andernfalls wäre der 

Empfänger im Vergleich zu den übrigen Mitbewerbern schlechter gestellt 

(vgl. BSK UWG-FRICK, Art. 5 N 47). 

Als unbefugt ist jede Verwertung des anvertrauten Arbeitsergebnisses ohne Zu-

stimmung des Berechtigten anzusehen. Unter Verwerten ist jede wirtschaftliche 

Nutzung bzw. Nutzbarmachung eines fremden Arbeitsergebnisses und des darin 

verkörperten Wissens zu verstehen. Die Verwertungshandlung muss objektiv ge-

eignet sein, den Wettbewerb zu beeinflussen. Dabei setzt die Verwertung gerade 

keine identische Benutzung oder umfassende Übernahme des Arbeitsergebnis-

ses voraus, sondern es reicht aus, wenn das fremde Arbeitsergebnis in einer nicht 

bedeutungslosen Art und Weise als Vorlage gedient hat. Daher qualifiziert auch 

die Modifizierung und Weiterentwicklung eines fremden Arbeitsergebnis als unbe-

fugte Verwertung, wenn dasselbe Ergebnis gar nicht oder nicht in der selben Zeit 

hätte erreicht werden können (BSK UWG-FRICK, Art. 5 N 54 f. m.H.). 

Wer durch unlauteren Wettbewerb in seinen wirtschaftlichen Interessen verletzt 

oder bedroht wird, kann verlangen, dass die drohende Verletzung verboten und 

eine bestehende Verletzung beseitigt wird (Art. 9 Abs. 1 lit. a und b UWG). Die 

Unterlassungsklage zielt auf eine drohende künftige Verletzung ab und setzt vo-

raus, dass eine Erstbegehungs- oder Wiederholungsgefahr besteht (BGE 124 III 

72 E. 2). Indiz für einen bevorstehenden Eingriff kann sein, dass gleichartige Ein-

griffe in der Vergangenheit stattgefunden haben und eine Wiederholung zu be-

fürchten ist. Wiederholungsgefahr kann dabei regelmässig angenommen werden, 

wenn der Verletzer die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens bestreitet (BGE 128 III 

96 E. 2e). Demgegenüber richtet sich die Beseitigungsklage gegen eine andau-

ernde Verletzung, wobei die Abgrenzung zwischen dem Unterlassungs- und dem 

Beseitigungsanspruch in Einzelfällen Probleme bereiten kann (BSK UWG-

RÜETSCHI/ROTH/FRICK, Art. 9 N 38). 

- 31 - 

4.3.5. Würdigung 

4.3.5.1. Vertragliche Ansprüche 

4.3.5.1.1. Zeitliches 

In zeitlicher Hinsicht ist vorab zu beachten, dass gemäss Wortlaut die Vertraulich-

keitsvereinbarung keine Rückwirkung hat, mithin erst mit der Unterzeichnung bei-

der Parteien in Kraft trat, was zwischen den Parteien an sich auch nicht umstritten  

ist (act. 3/1 Ziff. 8; act. 1 Rz. 116; act. 14 Rz. 134, act. 18 Rz. 22). Hinsichtlich des 

genauen Zeitpunkts des Vertragsbeginns findet die klägerische Interpretation, 

wonach die Beklagte schon mit ihrer Unterzeichnung gebunden gewesen sei, kei-

ne Stütze im Vertragstext, sieht dieser doch explizit vor, dass der Vertrag erst in 

Kraft tritt, wenn beide Parteien unterzeichnet haben ("This MCD enters into force and 
effect when signed by both Parties […]" [act. 3/1 S. 4 Ziff. 8]), was erst mit Unterzeich-
nung durch die Klägerin am 30. August 2017 erfolgt ist. Daraus folgt, dass bezüg-

lich den vor dem 30. August 2017 übergebenen resp. von der Beklagten erlangten 

Informationen von vornherein keine Vertragsverletzung glaubhaft gemacht wurde. 

4.3.5.1.2. Gebundene Parteien 

Die Vorbringen der Klägerin, V._____ sei ein Entwicklungs- und Forschungszent-

rum der Beklagten und in die Geheimhaltungsvereinbarung einbezogen worden, 

überzeugen einstweilen nicht. Angesichts der Bestreitungen der Beklagten (vgl. 

act. 14 Rz. 44 ff.) erweisen sich die klägerischen Behauptungen, wonach ihr, der 

Klägerin, V._____ als Forschungs- und Entwicklungszentrum der Beklagten vor-

gestellt worden sei (act. 1 Rz. 58), als zu wenig substantiiert, um das Gegenteil 

glaubhaft zu machen. Es erscheint daher gegenwärtig eher wahrscheinlich, dass 

es sich bei V._____ um ein eigenständiges Unternehmen handelt, das nicht von 

der hier relevanten Vertraulichkeitsvereinbarung erfasst wird. Mithin fallen hin-

sichtlich der vertraglichen Ansprüche die von der Klägerin an V._____ übergebe-

nen Informationen ausser Betracht.  

- 32 - 

4.3.5.1.3. Begriff der Vertraulichkeit 

Die Klägerin legt ihrem Verständnis des Vertragsinhalts lauterkeitsrechtliche 

Überlegungen zugrunde, wonach es sich bei den vertraulichen Informationen um 

Geheimnisse im Sinne von Art. 6 UWG gehandelt habe (act. 1 Rz. 115 ff.; act. 18 

Rz. 19). Demgegenüber argumentiert die Beklagte aus patentrechtlicher Warte 

(act. 14 Rz. 136 ff.; act. 20 Rz. 8). Vorliegend handelt es sich um eine Streitigkeit 

aus einer Vertraulichkeitsvereinbarung, mit der "operating and business secrets", über-
setzt also Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, geschützt werden sollen (act. 3/1 

Ziff. 3). Eine Erfindung in patenrechtlicher Hinsicht wird von der Klägerin nicht gel-

tend gemacht. Die Anwendung der lauterkeitsrechtlichen Definition von Geheim-

nis scheint daher naheliegender, da sich Art. 6 UWG ja gerade mit Fabrikations- 

oder Geschäftsgeheimnissen befasst. Vor diesem Hintergrund besteht eine gros-

se Wahrscheinlichkeit dafür, dass im Rahmen einer objektivierten Auslegung 

nach dem Vertrauensprinzip das klägerische Verständnis gestützt wird. Demzu-

folge wäre es naheliegend, das "public knowledge", das von der Vertraulichkeitsver-
einbarung ausgenommen ist, ebenfalls nach lauterkeitsrechtlichen Vorschriften zu 

beurteilen. Nach der Rechtsprechung dazu darf ein Geheimnis weder offenkundig 

noch allgemein zugänglich sein. Eine Information ist allgemein zugänglich, wenn 

sie mit geringem Aufwand in Erfahrung gebracht werden kann und somit eine ho-

he Wahrscheinlichkeit der Kenntnisnahme besteht. Wird ein Produkt auf dem 

Markt eingeführt, führt dies jedoch nicht automatisch dazu, dass das Konstrukti-

onsgeheimnis gemeinfrei wird, solange es nicht jedem Wettbewerber ohne Weite-

res möglich ist, die Konstruktion routinemässig und kostengünstig ausfindig zu 

machen (BSK UWG-FRICK, Art. 6 N 23 ff. m.H.). 

4.3.5.1.4. Informationen im Einzelnen 

Im Folgenden ist daher weiter zu prüfen, ob es der Klägerin gelingt, glaubhaft zu 

machen, dass sie der Beklagten nach Abschluss der Vertraulichkeitsvereinbarung 

nicht offenkundige, allgemein zugängliche Informationen (nicht "public knowledge") 
preisgegeben hat. 

- 33 - 

- Besuch vom 5./.6. Februar 2018 (act. 1 Rz. 188 ff.): Die Klägerin macht gel-

tend, sie habe AA._____, Mitarbeiter der Beklagten, anlässlich seines Be-

suchs vom 5./6. Februar 2018 verschiedene technische Informationen zum 

…-system und Unterlagen dazu übergeben. Dies kann sie auch mit E-Mails, 

einem Programm und einem weiteren Dokument untermauern (vgl. 

act. 3/75-78). Allerdings fehlen an dieser Stelle detaillierte Behauptungen 

zum Inhalt der betreffenden Informationen, sodass eine Überprüfung der 

Kausalität dieser Informationen für die Produkteentwicklung durch die Be-

klagte nicht möglich ist, weshalb die am 5./6. Februar 2018 zur Verfügung 

gestellten Informationen im Folgenden unbeachtlich bleiben.  

- Weitere informelle Treffen (act. 1 Rz. 192): Bezüglich der weiteren Treffen 

fehlt es vollständig an Behauptungen, wonach überhaupt Informationen – 

resp. technische Informationen im Besonderen – ausgetauscht wurden. Ein 

Austausch vertraulicher Informationen an diesen Treffen wird dadurch jeden-

falls nicht glaubhaft gemacht. 

- Besuch bei der Beklagten vom 11. September 2018 (act. 1 Rz. 194 f.): Auch 

diesbezüglich fehlen Behauptungen zu konkreten Inhalten, die von der Klä-

gerin gegenüber der Beklagten offengelegt worden sein sollen. Es scheint 

zwar anhand der Themen, die diskutiert worden sind, durchaus möglich, 

dass auch über vertrauliche Themen gesprochen wurde, was aber lediglich 

eine Mutmassung darstellt und für sich allein den Anforderungen an die Be-

hauptungs- und Substantiierungspflicht nicht zu genügen vermag, insbeson-

dere um eine Verwendung dieser Informationen durch die Beklagte zur Pro-

duktentwicklung überprüfen zu können. Die Klägerin kann somit keine Über-

gabe vertraulicher Informationen am 11. September 2018 glaubhaft machen. 

- Treffen vom 27. Februar 2019 (act. 1 Rz. 197): Es stellt sich die Frage, ob 

die grundsätzlichen Unterschiede zwischen dem klägerischen System und 

jenem von W._____, die besprochen worden seien, als vertraulich angese-

hen werden können. Dies ist zu verneinen, denn ob es sich um ein ASWJ-

System (Abrasive Suspended Water Jetting, bei dem das Wasser und das 

Abrasivmittel bereits gemischt zur Lanze gelangen) oder ein AEWJ-System 

- 34 - 

(Abrasive Entrained Water Jetting, bei dem die Mischung vom Wasser und 

Abrasivmittel direkt in der Lanze geschieht) handelt, ist offenkundig. Auch 

die allgemeinen Vor- und Nachteile dürften mindestens mit geringem Auf-

wand in Erfahrung zu bringen sein. Allenfalls wäre die Kenntnis des Ge-

richtsverfahrens in AL._____ nicht leicht in Erfahrung zu bringen, aber dazu 

fehlen substantiierte Behauptungen der Klägerin. Weiter ist zudem auch 

nicht ersichtlich, wie diese Informationen über die eigentliche Typenwahl 

hinaus für die Entwicklung der C'._____-Produkte gewirkt haben sollen. Die 

Klägerin kann keine Übergabe vertraulicher Informationen am 27. Februar 

2019 glaubhaft machen. 

- E-Mail vom 24. November 2017 (act. 1 Rz. 103; act. 3/27): Die Klägerin teilte 

der Beklagten verschiedene ihrer Ansichten zum gemeinsamen Projekt mit; 

gemäss eigener Darstellung habe sie der Beklagten ausserdem eine Bauan-

leitung für das Drucksystem samt Nennung sämtlicher Einzelteile inkl. deren 

Bezugsquellen gesandt. Die Beklagte bestreitet demgegenüber, dass die 

Bauanleitung Teil dieser Nachricht gewesen sei, zudem seien ihr diese In-

formationen schon am 22. August 2017 mitgeteilt worden (act. 14 Rz. 108). 

Beweisofferten dazu werden von der Beklagten nicht genannt. Demgegen-

über reichte die Klägerin beide betreffenden E-Mails samt Anhängen ins 

Recht (act. 3/27; act. 3/38). Die Bauanleitung ist bei der Nachricht vom 

22. August 2017 nicht ersichtlich, dafür aber bei jener vom 24. November 

2017. Ausserdem wird in der Nachricht vom 24. November 2017 auch aus-

drücklich auf diese Anleitung Bezug genommen ("We are here attaching the tech-
nical/commercial proposal which was owned by Ing. AF._____, with this document we are 
giving you all the needed info about how the customer could manufacture on his own what he 
wishes, purchasing the components directly from the manufacturers." [act. 3/27]). Die 
Übermittlung dieser Bauanleitung wurde von der Klägerin damit glaubhaft 

gemacht. Gleiches gilt zudem für deren Vertraulichkeit, die offenkundig ist. 

Der einzige beklagtische Einwand zur Vertraulichkeit, wonach die Anleitung 

schon mit der E-Mail-Nachricht vom 22. August 2017 offenbart worden sei 

(act. 14 Rz. 103), verfängt zudem nicht.  

- 35 - 

- E-Mail vom 29. November 2017 (act. 1 Rz. 206 f., 418; act. 3/84): Mit dieser 

Nachricht übermittelte die Klägerin der Beklagten ihre Kundenliste, deren 

Vertraulichkeit von der Beklagten anerkannt wird (act. 14 Rz. 117).  

- E-Mail vom 18. Januar 2018 (act. 1 Rz. 207 f.; act. 3/86): Die Klägerin über-

mittelte der Beklagten einen technischen Vergleich zwischen ihrem System 

und jenem von W._____. Welche Informationen dabei genau vertraulich sein 

sollen, erläutert die Klägerin jedoch nicht. Mithin fehlt es auch hier an einer 

substantiierten Behauptung, was aber zu erwarten wäre, da die Vertraulich-

keit eines Vergleichs zwischen zwei Produkten, die auf dem Markt erhältlich 

sind, jedenfalls nicht offenkundig gegeben ist. Die Glaubhaftmachung der 

Vertraulichkeit gelingt der Klägerin daher nicht. 

- E-Mail vom 19. Januar 2018 (act. 1 Rz. 210; act. 3/87): Die Klägerin erklärte 

gegenüber der Beklagten im Wesentlichen, nicht daran interessiert zu sein, 

einzig ein PTO-System zu liefern, und übermittelte ihr eine Liste der Kompo-

nenten ihres PTO-Systems und deren Lieferanten. Dass die Liste der Kom-

ponenten eine vertrauliche Information darstellt, ergibt sich ohne Weiteres 

bereits aus der allgemeinen Lebenserfahrung. Anders wäre dies nur dann zu 

beurteilen, wenn bei jeder Komponente durch reines Betrachten Hersteller 

und Artikelnummer identifiziert werden könnte. Das wird aber von der Be-

klagten nicht geltend gemacht, wenn sie ausführen lässt, Artikelnummern 

liessen sich von den Produkten selbst oder aus dem Produzentenkatalog 

ablesen (act. 14 Rz. 92). Es erscheint zudem sehr unwahrscheinlich, dass 

sich sämtliche Komponenten einfach mittels Katalogabgleich ermitteln lies-

sen. Die Vertraulichkeit dieser übergebenen Informationen wurde somit ge-

nügend glaubhaft gemacht. 

- E-Mail vom 13. Februar 2018 (act. 1 Rz. 211, 311, 419; act. 3/41; act. 3/89): 

Von der Beklagten wird anerkannt, dass es sich bei den Testberichten, die 

von der Klägerin übermittelt wurden, um vertrauliche Informationen handelt 

(act. 14 Rz. 117). Angesichts der von der Beklagten geltend gemachten 

Vorveröffentlichungen (act. 14 Rz. 54 ff.) scheitert jedoch das Glaubhaftma-

- 36 - 

chen hinsichtlich der Vertraulichkeit der Abbildung des Systems "Q'._____ 

Modular". 

- E-Mail vom 23. Februar 2018 (act. 1 Rz. 213, 421; act. 3/91): Zum Abrasiv-

mittelbeschrieb, den die Klägerin der Beklagten zugestellt hat, ist fraglich, 

inwiefern es sich um vertrauliche Informationen handelt oder ob diese Infor-

mationen gar herausgegeben werden müssen, wie dies von der Beklagten 

behauptet wird (act. 14 Rz. 96). Bestreitungen der Beklagten reichen ge-

genwärtig aus, um erhebliche Zweifel an der klägerischen Darstellung zu 

wecken, zumal der Hinweis, die Klägerin wäre ohnehin regulatorisch ver-

pflichtet gewesen, die Spezifikation mittels Sicherheitsdatenblatt bekanntzu-

geben, von der Klägerin unkommentiert blieb (vgl. act. 18 Rz. 73). Weiter ist 

betreffend der Patente der Klägerin keine Vertraulichkeit erkennbar, handelt 

es sich bei Patenten doch typischerweise um leicht und öffentlich zugängli-

che Informationen. Wollte die Klägerin geltend machen, dass es sich dabei 

um vertrauliche Informationen handelt, wäre es an ihr, darzulegen, warum 

dem so sei. Ebenfalls ist nicht ersichtlich oder begründet, weshalb es sich 

bei der Ersatzteilliste um vertrauliche Informationen handeln soll. Dies er-

schliesst sich mit Blick auf die konkrete Liste (act. 3/91) nicht, fehlen doch 

insbesondere Angaben zu Hersteller etc., mit denen sich die Teile anderwei-

tig als über die Klägerin beschaffen liessen. 

- E-Mail vom 27. Februar 2018 (act. 1 Rz. 214; act. 3/93): Mit dieser Nachricht 

übersandte die Klägerin der Beklagten eine Gegenüberstellung des 20-Liter- 

und 60-Liter-Systems sowie weitere Informationen. Während die Klägerin 

keine Behauptungen zu diesen weiteren Informationen aufstellt, scheinen 

die Informationen betreffend der …-leistung der unterschiedlichen Systeme 

nicht allgemein bekannt, da die Klägerin daraufhin zurückfragte, ob sich die-

se Zahlen anhand einer Berechnung oder Tests ergeben hätten. Mit E-Mail 

vom 6. März 2018 teilte die Klägerin der Beklagten alsdann mit, dass diese 

Daten laufenden Tests der Universität AM._____ entsprungen seien (act. 1 

Rz. 216; act. 3/96), womit deren Vertraulichkeit glaubhaft gemacht wurde. 

- 37 - 

- E-Mail vom 9. April 2018 (act. 1 Rz. 219 f., 422; act. 3/102): Auf eine ent-

sprechende Anfrage der Beklagten gab die Klägerin an, bei beiden Düsen 

mit dem 60-Liter-System werde eine Tröpfchengrösse von 200 Mikrometer 

erreicht (act. 3/102). Inwiefern diese Informationen durch die Beklagte nicht 

– wie von der Beklagten behauptet (act. 14 Rz. 67) – einfach durch Messung 

erreicht werden könnten, ist nicht ersichtlich. Zur Frage, wie aufwendig eine 

solche Messung wäre, äussert sich indessen keine der Parteien, was sich 

zulasten der Klägerin auswirkt, indem die Vertraulichkeit nicht genügend 

glaubhaft gemacht worden ist. 

- E-Mail vom 9. Juni 2018 (act. 1 Rz. 225, 424; act. 3/106): Die Beklagte be-

hauptet, die Klägerin habe der Beklagten Informationen über Düsen ge-

schickt. Ein Blick auf die entsprechende E-Mail-Anlage mit dem Namen 

"PTO-03 HYD_SAE_C.A._____.REVO.pdf" zeigt aber, dass es sich dabei 

nicht um eine Düse handeln dürfte (act. 3/106). Die Behauptungen der Klä-

gerin, wonach vertrauliche Informationen zu Düsen übergeben worden sei-

en, erweisen sich als nicht glaubhaft gemacht. 

- E-Mail vom 10. September 2018 (act. 1 Rz. 423; act. 3/108): Die Behaup-

tung der Klägerin, dass sie der Beklagten mit dieser Nachricht eine aufda-

tierte Referenzliste geschickt habe, wurde bisher von der Beklagten nicht 

(substantiiert) bestritten. Zudem ist deren Vertraulichkeit mit Blick auf die 

Anerkennung der Beklagten hinsichtlich der Kundenliste (act. 14 Rz. 117) 

einstweilen ebenfalls ausreichend glaubhaft gemacht. 

- E-Mail vom 19. September 2018 (act. 1 Rz. 230 f., 428; act. 3/110): Auf ent-

sprechende Nachfrage der Beklagten teilte die Klägerin mit, dass Teil 8 

(gemäss angehängtem Plan) beim kleineren System anders sei, nämlich 1.4 

mm bei 350 bar. Ausserdem stellte sie der Beklagten ein solches Teil zu. Al-

lein die Tatsache, dass die Beklagte nicht über ein kleineres System verfüg-

te, spricht noch nicht für die Vertraulichkeit, da die Klägerin das System an-

derweitig verkauft hat. Daher ist davon auszugehen, dass die Ausmasse von 

"Teil 8" genauso öffentlich zugängliche Informationen darstellen wie die An-

gabe, mit wieviel Druck das System betrieben wird. 

- 38 - 

- E-Mail vom 13. Oktober 2018 (act. 1 Rz. 232, 429; act. 3/112): Die Klägerin 

stellte der Beklagten eine Referenzliste von Zertifikaten und Tests bestref-

fend das klägerische System und Produkt zu. Es ist nicht ersichtlich, inwie-

fern diese Informationen öffentlich bekannt oder leicht zugänglich wären, 

weshalb durchaus vom Vorliegen vertraulicher Informationen ausgegangen 

werden kann, zumal die Beklagte deren Vertraulichkeit anerkennt (act. 14 

Rz. 117). 

- E-Mail vom 14. November 2018 (act. 1 Rz. 233 f., 431; act. 3/115): Die Klä-

gerin teilte der Beklagten auf deren Nachfrage mit, dass für beide Systeme 

dieselbe Düse verwendet werde. Zudem wurde ein Manual zum klägeri-

schen System mitgeschickt. Dass das Manual, mithin eine Gebrauchsan-

weisung, vertraulich sein soll, wird von der Beklagten bestritten (act. 14 

Rz. 54) und erschliesst sich auch nicht ohne Weiteres. Im Gegenteil wäre zu 

erwarten, dass Gebrauchsanweisungen nicht vertraulich sind, da sie typi-

scherweise den Kunden zur Verfügung gestellt werden. Die Behauptungen 

der Klägerin vermögen in diesem Punkt keine Vertraulichkeit glaubhaft zu 

machen. Die Informationen hinsichtlich der Düse erscheint hingegen nicht 

als öffentlich oder einfach zugänglich, andernfalls die Beklagte gar nicht erst 

hätte nachfragen müssen. Denn insbesondere das Innenleben der Düse ist 

nicht offenkundig. Ausserdem wird die Vertraulichkeit der Informationen zu 

den Düsen  von der Beklagten auch nur unter Hinweis auf die "andere Dü-

sentechnologie" bestritten (act. 14 Rz. 67, 117), was aber keine substantiier-

te Bestreitung darstellt. 

- E-Mails vom 21./29. März 2019 (act. 1 Rz. 241, 435; act. 3/121-122): Auf 

Anfrage der Beklagten bestätigte die Klägerin, sie werde Tests mit der Düse 

mit 2.7 mm Durchmesser vornehmen und der Beklagten eine angepasste 

Düse zukommen zu lassen, was auch geschah. Der Test und die Produktion 

einer angepassten Düse sind klarerweise vertraulich. Dies wird von der Be-

klagten denn auch nicht – oder zumindest nicht substantiiert (vgl. die vorste-

henden Ausführungen) – bestritten (act. 12 Rz. 117). 

- 39 - 

- E-Mail vom 29. November 2019 (act. 1 Rz. 242, 437; act. 3/124): Die Kläge-

rin teilte der Beklagten auf deren Nachfrage Artikelnummer, Preis und Lie-

ferdatum von zwei Verbindungsteilen mit. Dass diese Informationen nicht öf-

fentlich zugänglich sind, liegt auf der Hand und wird von der Beklagten auch 

nicht substantiiert bestritten. Es stellt sich jedoch die Frage, inwiefern die 

Beklagte diese Informationen hätte verwenden sollen, da der Hersteller der 

Teile nicht ersichtlich ist. Es wurde von der Klägerin im Ergebnis auch nicht 

schlüssig dargelegt, wie diese Informationen Eingang in das beklagtische 

Produkt hätten finden sollen, weshalb diese Informationen trotz einer Beja-

hung der Vertraulichkeit in der Folge unbeachtlich bleiben. 

- E-Mail vom 5 Mai 2020 (act. 1 Rz. 243, 437; act. 3/125): Die Klägerin lieferte 

der Beklagten unbestrittenermassen (vgl. act. 14 Rz. 117) das Datenblatt 

zum Abrasivmittel. Hierzu gilt, was an anderer Stelle bereits festgehalten 

wurde: Angesichts der Bestreitungen der Beklagten zu dessen Vertraulich-

keit (act. 14 Rz. 96) gelingt der Klägerin das Glaubhaftmachen nicht. 

4.3.5.2. Lauterkeitsrechtliche Ansprüche 

4.3.5.2.1. Vorbemerkungen 

Aufgrund der Ausführungen der Klägerin, wonach sie im Jahr 2012 der AG._____, 

2013 der Schweizerischen AH._____, seit 2016 der AI._____ und seit 2018 der 

AJ._____ Produkte verkauft habe bzw. verkaufe und ihr System verschiedentlich 

in der Schweiz beworben habe (act. 1 Rz. 15), ist einstweilen glaubhaft gemacht, 

dass die Klägerin auf dem schweizerischen Markt mit ihren Produkten auftritt. Die 

Bestreitung der Beklagten, die Klägerin sei hierzulande nicht tätig, was sich be-

reits aus der Kundenliste der Klägerin ergebe (act. 3/84), vermag daran nichts zu 

ändern, da auch schon das Bewerben und damit der Versuch, Kunden hierzulan-

de zu gewinnen, entsprechend ausreicht. Damit ist die Klägerin auch im Rahmen 

des Lauterkeitsrechts einstweilen als aktivlegitimiert zu betrachten. 

Die Klägerin bringt zur Passivlegitimation überzeugend vor, die Internetseite der 

Beklagten sei in der Schweiz abrufbar und es werde dabei auf die schweizerische 

- 40 - 

Tochtergesellschaft der Beklagten verwiesen. Diese wiederum werbe damit, das 

gesamte Programm des Mutterkonzerns anzubieten (vgl. act. 1 Rz. 17, act. 3/6). 

Der Hinweis der Beklagten, sie habe mit den C'._____-Systemen in der Schweiz 

noch an keiner Ausschreibung teilgenommen (act. 14 Rz. 148), verfängt hingegen 

nicht. Denn es ist vollkommen ausreichend, dass die Produkte der Beklagten über 

ihre Tochtergesellschaft in der Schweiz erhältlich sind.  

Wie bereits erwähnt, ist V._____ einstweilen als eigenständiges Unternehmen zu 

betrachten (vgl. vorstehende Ziff. 4.3.5.1.2). Im Rahmen der Vorlagenausbeutung 

gemäss Art. 5 lit. a UWG ist notwendig, dass die Arbeitsergebnisse dem Verletzer 

anvertraut wurden (vgl. vorstehende Ziff. 4.3.4.2). Es gelingt der Klägerin daher 

nicht, in Bezug auf die Informationen, die via V._____ den Weg zur Beklagten ge-

funden haben sollen (act. 1 Rz. 138), glaubhaft zu machen, dass diese Informati-

onen das Kriterium der Anvertrautheit erfüllen. Ob die Rolle von V._____ im Lich-

te der lauterkeitsrechtlichen Generalklausel (Art. 2 UWG) relevant wäre, kann 

hingegen offen bleiben, da – wie nachfolgend aufgezeigt wird – der Tatbestand 

von Art. 5 lit. a UWG erfüllt wird, womit sich die Prüfung der Generalklausel erüb-

rigt.  

4.3.5.2.2. Informationen im Einzelnen 

- Besichtigung vom 27. Juni 2017 (act. 1 Rz. 183): Die betreffenden Behaup-

tungen der Klägerin sind zu wenig substantiiert. Zunächst ist unklar, welche 

genauen Informationen übergeben wurden, womit eine Kausalität zum spä-

teren Produkt der Beklagten gar nicht überprüft werden kann. Das Tages-

programm zeigt, wie bei einem Programm üblich, lediglich sehr überblicksar-

tig den Tagesablauf und lässt keinen Rückschluss auf die spezifisch mitge-

teilten Informationen zu. Der E-Mail-Nachricht von V._____ vom 30. Juni 

2017, wonach er ein gutes Verständnis der klägerischen Produkte erworben 

habe, sagt ebenfalls nichts über spezifische Informationen aus, die später 

kausal für die Entwicklung der klägerischen Produkte gewesen wären 

(act. 3/72-73). 

- 41 - 

- Besprechung vom 17./18. Juli 2017 (act. 1 Rz. 185): Inwiefern bei dieser 

Besprechung konkrete (insbesondere technische) Informationen von der 

Klägerin an die Beklagte übergeben worden sein sollen, ergibt sich aus den 

klägerischen Behauptungen nicht, womit das Glaubhaftmachen scheitert. 

- E-Mail vom 22. August 2017 (act. 1 Rz. 204; act. 3/38): Dass die Zeichnung 

der Hydraulikeinrichtung samt Nennung der Einzelkomponenten sowie die 

Liste der empfohlenen Produkte von Drittherstellern vertrauliche Informatio-

nen darstellen, wird von der Beklagten insofern bestritten, als dass sie gel-

tend macht, diese Informationen seien V._____ bereits mitgeteilt worden 

(act. 14 Rz. 58). Dies wiederum bestreitet die Klägerin (act. 18 Rz. 126). Die 

Beklagte stützt sich dabei auf ein E-Mail, in dem die Klägerin mitteilt, sie ha-

be V._____ alle Komponentendetails zur Hydraulikanlage geschickt 

(act. 3/50: "Also V._____ knows this and we send them all the component details"). Mit 
Blick auf den Wortlaut (simple present: send; simple past: sent) wäre auch 

denkbar, dass die Klägerin im Zeitpunkt ihrer Nachricht diese Informationen 

V._____ noch nicht zugestellt hatte, dies aber mindestens beabsichtigte. Es 

erscheint daher insgesamt als wenig wahrscheinlich, dass die Klägerin diese 

Informationen nicht auch an V._____ sandte. Allerdings ist bezüglich einer 

Vorlagenausbeutung nach Art. 5 lit. a UWG gar nicht notwendig, dass die 

betroffenen Informationen noch nie mit irgendjemandem geteilt wurden. Ent-

scheidend ist vielmehr, ob sie allgemein zugänglich oder öffentlich bekannt 

sind. Dass dem so sei, wird auch von der Beklagten nicht behauptet. Ferner 

bringt die Beklagte unter Verweis auf eine früher veröffentlichte Fotografie 

vor, dass der Hersteller der Pumpe darauf ersichtlich sei, womit der genaue 

Typ der Pumpe ausgemacht werden könne (act. 14 Rz. 56). Ob diese Er-

mittlung tatsächlich derart einfach ist, wie von der Beklagten geltend ge-

macht, kann jedoch vor dem Hintergrund, dass die Vertraulichkeit der restli-

chen Informationen zur Hydraulikeinrichtung nicht in Frage gestellt wurde, 

offen gelassen werden. Ebenfalls glaubhaft gemacht hat die Klägerin man-

gels Bestreitung, dass mit selbiger Nachricht auch einzelne Komponenten 

der Lanze mit Artikelnummer der Klägerin zugänglich gemacht wurden (vgl. 

act. 1 Rz. 417). Dass es sich bei all diesen Informationen, die von der Kläge-

- 42 - 

rin an die Beklagte übergeben wurden, um Arbeitsergebnisse im Sinne von 

Art. 5 lit. a UWG handelt, dürfte zudem auf der Hand liegen. 

4.3.5.3. Verwendung der vertraulichen Informationen 

Zwischen den Parteien unbestritten ist, dass es die Vertraulichkeitsvereinbarung 

der Beklagten nicht erlaubt, die vertraulichen Informationen für die Entwicklung 

eines eigenen Konkurrenzproduktes zu verwenden (act. 1 Rz. 121 ff.; act. 14 

Rz. 110). Somit war es der Beklagten nicht erlaubt, die ihr übergebenen vertrauli-

chen Informationen für ihre eigenen Produkte zu verwenden. Dasselbe gilt zudem 

auch im Rahmen von Art. 5 lit. a UWG, wo als unbefugt jede Verwertung des an-

vertrauten Arbeitsergebnisses ohne Zustimmung des Berechtigten anzusehen ist. 

Dass die Klägerin nicht mit der Verwertung vertraulicher Informationen durch die 

Beklagte einverstanden gewesen ist, ist unbestritten (act. 1 Rz. 397). Letztendlich 

ist daher im Folgenden zu prüfen, ob die Klägerin glaubhaft machen konnte, dass 

die Beklagte die ihr übergebenen vertraulichen Informationen (Bauanlei-

tung/Komponentenliste für das Drucksystem, die Hydraulikanlage und das PTO-

System, Komponentenliste der Lanze, Kunden-/Referenzlisten, Testberichte, In-

formationen zur …-leistung des 20l- und 60l-Systems, Listen mit Zertifikaten und 

Tests zum klägerischen Produkt, Auskünfte zu Düsen) für ihre C'._____-Produkte 

verwendet hat. 

- Zeitraum der Kooperation der Parteien und Entwicklung der C'._____-

Produkte (act. 1 Rz. 303, 441): Die Klägerin bringt vor, die zeitlichen Abläufe 

liessen keinen anderen Schluss zu, als dass die Beklagte von den vertrauli-

chen Informationen der Klägerin profitiert habe. Die zeitliche Korrelation zwi-

schen Kooperation und Lancierung der C'._____-Produkte ist tatsächlich 

frappant und es liegt eher fern, darin einen Zufall zu erblicken. Der Verwen-

dung der klägerischen Informationen für die Entwicklung der C'._____-

Produkte ist daher eine gewisse Wahrscheinlichkeit nicht abzusprechen. Die 

Beklagte entgegnet darauf, sie könne aufgrund ihrer Kenntnisse und Kontak-

te Entwicklungen in kürzester Zeit realisieren. Dabei verweist sie insbeson-

dere auf ihr Wissen zur Vernebelungstechnik und offeriert dazu verschiede-

ne Versuchsberichte, die mehrheitlich 20 Jahre und älter sind (act. 1 Rz. 31 

- 43 - 

ff.) und das AK._____-System der Beklagten betreffen, was aber gemäss ih-

ren eigenen Ausführungen gerade nicht dasselbe ist wie die klägerischen 

Produkte (vgl. act. 14 Rz. 33). Zudem reicht sie einige Tests betreffend Ab-

rasivmittel (act. 15/54-56) ins Recht, wobei diese ausschliesslich in den Zeit-

raum der Kooperation fallen. Diese Vorbringen reichen jedoch nicht aus, um 

die glaubhaft dargelegten zeitlichen Zusammenhänge zu entkräften. Allein 

der Umstand, dass die Beklagte auch Tests gemacht hat, reicht für sich al-

lein gesehen jedenfalls nicht, da solche wohl auch bei der Verwendung klä-

gerischer Informationen notwendig wären. Insgesamt sprechen die zeitlichen 

Zusammenhänge an sich schon durchaus für eine Verwertung der klägeri-

schen Informationen durch die Beklagte, reichen für sich allein gesehen je-

doch nicht aus, um die Verwendung der klägerischen Informationen der Be-

klagten bei der Entwicklung glaubhaft zu machen. Im Zusammenspiel mit 

weiteren Vorbringen kann es jedoch als gewichtiges Indiz verstärkend wir-

ken. 

- Rolle von Herrn AA._____ (act. 1 Rz. 293 f., 451): AA._____, der in die 

Kommunikation zwischen den Parteien erheblich involviert und der Haupt-

ansprechpartner bei der Beklagten war (vgl. insb. act. 3/23 ff.), wird als einer 

der Erfinder der C'._____-Produkte bei der beklagtischen Patentanmeldung 

genannt, was unbestritten ist. Seine massgebliche Beteiligung an der Ent-

wicklung der C'._____-Produkte ist daher ohne Weiteres glaubhaft gemacht. 

Der Umstand, dass sich die Kooperation zwischen den Parteien und die 

Entwicklung der C'._____-Produkte (mindestens teilweise) zeitlich über-

schnitten haben, erhöht ganz grundsätzlich den Wert der klägerischen Be-

hauptung, dass Herr AA._____ und damit die Beklagte von den Kenntnissen 

über die klägerischen Produkte profitiert haben. Herr AA._____ war dem-

nach gleichzeitig erheblich in die Kooperation mit der Beklagten als auch in 

die Entwicklung der C'._____-Produkte involviert. Es wäre daher lebens-

fremd, anzunehmen, dass es dabei stets eine klare Trennung der Informati-

onsströme gab und keinerlei vertrauliche Informationen der Klägerin in die 

Entwicklung der C'._____-Produkte eingeflossen waren. Allerdings ist auch 

- 44 - 

dieser Umstand für sich alleine nicht belastbar, sondern wirkt im Zusam-

menspiel mit anderen Indizien verstärkend. 

- Kundenliste: Die Klägerin stellt in der Klage keine Behauptungen dazu auf, 

wie die Beklagte die klägerische Kundenliste verwendet haben soll (vgl. 

act. 1 Rz. 180, 458). Mithin ist damit in Bezug auf die Kundenliste keine Ver-

tragsverletzung geltend gemacht. 

- Druckerzeugungsapparate (act. 1 Rz. 323, 448 ff.): Die Klägerin behauptet, 

die Beklagte habe ihre Druckerzeugungsapparate gestützt auf die am 22. 

August 2017 von der Klägerin übergebene Skizze aufgebaut und von der 

klägerischen Zeichnung kopiert. Insbesondere habe sie die Konstruktion der 

Hydraulikeinrichtung anhand der klägerischen Liste mit den empfohlenen 

Einzelteilen kopiert (act. 1 Rz. 323). Die Beklagte bestreitet dies mit dem 

Hinweis, ihre Druckerzeugungseinheit basiere auf ihrer bestehenden 

Druckerzeugungseinheit zur AK._____-Einheit (act. 14 Rz. 89). Auch der 

Anschluss an den PTO sei offensichtlich unterschiedlich aufgebaut (act. 14 

Rz. 95). Beide Parteien wollen ihre Behauptungen einerseits mit optischen 

Vergleichen untermauern, was aber keiner gelingt, da dabei kaum erkennbar 

ist, welche Teile wo verbaut wurden und wie die genaue Funktionsweise der 

Einheiten ist. Die Klägerin macht zudem auch nicht geltend, dass die Be-

klagte eine Druckerzeugungseinheit gebaut habe, die ähnlich aussehe wie 

ihre, sondern dass beide Einheiten vom Aufbau, den Einzelteilen und der 

Funktionsweise gleich seien. Diesen Beweis vermögen die Fotografien in 

den Rechtsschriften (vgl. act. 1 Rz. 322) nicht erbringen – den Gegenbeweis 

jedoch auch nicht (vgl. act. 14 Rz. 89 f., 95). Weiter lässt die Beklagte vor-

tragen, keine der verwendeten Komponenten habe die gleiche Artikelnum-

mer, jedoch würden teilweise Standardkomponenten von den gleichen Her-

steller verwendet werden (act. 14 Rz. 91 f.). Zu diesen habe die Beklagte je-

doch eine langjährige Geschäftsbeziehung, was die Beklagte mit Bestellun-

gen bei der AD._____ SPA ab 1998 und mit Katalogen von AB._____ aus 

den Jahren 2008 und 2012 sowie mit der Aufnahme von AC._____ in die 

Kontaktanlage der Beklagten beweisen möchte (act. 14 Rz. 42). Auch in 

- 45 - 

diesem Zusammenhang fallen jedoch die zeitlichen Abläufe und die Rolle 

von Herrn AA._____ zu Ungunsten der Beklagten ins Gewicht. Es ist daher 

in Bezug auf die Druckerzeugungsapparate als wahrscheinlich anzusehen, 

dass die Beklagte den Aufbau und die Teileliste der Klägerin verwendet hat. 

Ihre Bestreitungen, wonach sie langjährige Geschäftsbeziehungen zu den 

erwähnten Lieferanten hätten, vermögen daran nichts zu ändern, da dies ei-

nerseits nichts zur Verwendung der Skizzen aussagt und andererseits lang-

jährige Beziehungen – wobei gemäss eigener Darstellung der Beklagten 

bisher nur bei AD._____ SPA bereits Teile gekauft wurden – auch nichts da-

ran ändern, dass Geschäftsbeziehungen zu einem Lieferanten nicht gleich-

zusetzen sind mit dem Wissen, welche Komponente dieses Lieferanten 

kombiniert mit einer Komponente eines anderen Lieferanten funktioniert.  

- …-lanzen: Unbestritten ist, dass die Produkte der Parteien auf die gleiche 

Weise funktionieren, indem mit der Lanze sowohl geschnitten als auch ge-

löscht werden kann, wobei beim Schneidvorgang das Abrasivmittel erst in 

der Lanze mit dem Wasser gemischt wird (act. 1. Rz. 329 f.; act. 14 Rz. 80). 

Soweit die Beklagte aber in der Folge vorbringt, es handle sich beim Design 

um unterschiedliche Ergometrie- und Geometrieansätze, was auf den ersten 

Blick ersichtlich sei, und das beklagtische Produkt beruhe auf der AK._____ 

…-lanze (act. 14 Rz. 82 ff.), ist ihr nicht zu folgen. Im Gegenteil sieht das 

beklagtische Produkt auf den ersten Blick jenem der Klägerin durchaus ähn-

lich; worin genau die unterschiedlichen Ergometrie- und Geometrieansätze 

zu erblicken sein sollen, erschliesst sich nicht. Somit kann die Beklagte denn 

auch nichts zu ihren Gunsten daraus ableiten, dass der erste Prototyp