# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83dd19d7-c7c7-576c-8922-9da035782965
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1995-12-05
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 05.12.1995 Verwaltung ARGVP 1995 1276
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_Verwaltung-ARGVP-199_1995-12-05.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Regierungsrates 1276

1276

Einspracheverfahren. Rekurslegitimation (Art. 91 EG zum RPG; 
bGS 721.1., Bestätigung der Rechtsprechung).

Gemäss Art. 91 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Bun­
desgesetzes über die Raumplanung (EG zum RPG [bGS 721.1]) ist 
zum Rekurs legitimiert, wer durch den angefochtenen Gegenstand 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung hat. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist 
der Rekurrent berührt, wenn er durch die angefochtene Verfügung 
infolge einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur 
Streitsache mehr als irgend ein beliebiger Dritter betroffen ist (BGE 
112 lb 174). Die verlangte "unmittelbare nahe Beziehung" zur Streit­
sache kann sich aus der Topographie, der Sichtverbindung, der Lage 
der Parzelle oder aus anderen Gründen ergeben. Schutzwürdige In­
teressen können rechtliche oder tatsächliche Interessen irgendwel­
cher Art sein (vgl. BGE 104 lb 249). Der Rekurrent hat ein 
schutzwürdiges Interesse, wenn der Ausgang des Verfahrens, in das 
er sich einmischen will, seine Interessensphäre beeinflussen kann, er 
also einen praktischen Nutzen hat oder je nachdem einen Nachteil 
abwenden kann, den der angefochtene Verwaltungsakt für ihn zur 
Folge hätte (vgl. BGE 104 lb 258). Diese Anforderungen sollen die 
Popularbeschwerde ausschliessen. Ihnen kommt deshalb dann eine 
ganz besondere Bedeutung zu, wenn wie hier nicht der Verfügungs­
adressat im materiellen Sinn, sondern ein Dritter (z.B. Nachbar) den 
Entscheid anficht. Ist auch in einem solchen Fall ein unmittelbares 
Berührtsein, eine spezifische Beziehungsnähe gegeben, so hat der 
Rekurrent ein ausreichendes Rechtsschutzinteresse daran, dass der 
angefochtene Entscheid aufgehoben oder geändert wird. Dieses In­
teresse besteht im praktischen Nutzen, den der erfolgreiche Rekurs 
dem Rekurrenten eintragen würde, das heisst in der Abwendung 
eines materiellen oder ideellen Nachteils, den der angefochtene Ent­
scheid für ihn zur Folge hätte (vgl. BGE 116 lb 323f., 119 1b 179 E. 1 
c).

RRB 5.12.1995