# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e815b004-8ff7-58aa-b0f9-78bc0ffddfaa
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-26
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** ST.2016.288
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2016.288-1588773036.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2016.288 

Entscheid 

 26. März 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichter Alexander Widl, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

vertreten durch RA lic.iur. B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2013 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige), niederländischer Staatsangehöriger, zog am 

... 2012 von Deutschland kommend in die Gemeinde C im Kanton Aargau. Per ... 2013 

verlegte er seinen Wohnort an die ...strasse 20 in die zürcherische Gemeinde D, wo er 

eine Dreizimmerwohnung mietete. Ab ... 2012 arbeitete er für den ärztlichen Dienst ei-

ner  zürcherischen  Institution  der  öffentlichen  Hand.  Sein  Erwerbseinkommen  wurde 

der  Quellensteuer  unterworfen.  Im  Februar  2015  reichte  er  die  Steuererklärung  2013 

ein und  deklarierte  darin  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 62'183.-.  Bei  den Abzü-

gen  machte  er  u.a.  Wochenaufenthaltskosten  von  (gerundet)  Fr. 55'542.-,  nämlich 

Fahr-/Transportkosten  von  Fr. 46'570.80  für  die  Heimreise  nach  Holland  sowie  Miet-

kosten von Fr. 8'971.65 für seine Unterkünfte in den Gemeinden C und D geltend. Wei-

ter zog er Unterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 25'224.- (Fr. 10'824.- und Fr. 14'400.-) 

ab,  die  für  seine  in  Holland  lebende  Ehefrau  und  seine  Tochter  bestimmt  waren.  Mit 

Aktenauflage vom 31. März 2016 forderte ihn das kantonale Steueramt auf, verschie-

dene  Auskünfte  zur  Ermittlung  seines  Lebensmittelpunktes  zu  erteilen.  Dieser  Auffor-

derung kam der Pflichtige nach. Mit Einschätzungsentscheid vom 1. Juni 2016 qualifi-

zierte ihn das kantonale Steueramt aufgrund der eingereichten Unterlagen als interna-

tionalen  Wochenaufenthalter  und  lehnte  eine  nachträgliche  ordentliche  Veranlagung 

ab. Ferner erstattete es der Dienstabteilung Quellensteuer Meldung zur Vornahme ei-

ner Tarifkorrektur. 

B.  Eine  dagegen  erhobene  Einsprache  wies  das  kantonale  Steueramt  am 

11. Oktober 2016 ab. 

C. Mit Rekurs vom 10. November 2016 liess der Pflichtige dem Steuerrekurs-

gericht  beantragen,  den  Einspracheentscheid  aufzuheben  und  für  die  Steuerperio-

de 2013  eine  ordentliche  Veranlagung  vorzunehmen.  Eventualiter  seien  dem  Pflichti-

gen für den Fall, dass keine nachträgliche ordentliche Veranlagung erfolge, dieselben 

steuerrechtlichen  Abzüge  wie  einem  ordentlich  besteuerten  schweizer  Steuerpflichti-

gen  in  ähnlicher  Situation  zu  gewähren.  Ferner  beantragte  er  eine  Parteientschädi-

gung. 

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In  der  Rekurs-  und  Beschwerdeantwort  vom  7.  Dezember  2016  schloss  das 

kantonale Steueramt für den Fall, dass das Steuerrekursgericht bezüglich der Steuer-

periode 2013 den Lebensmittelpunkt des Pflichtigen im Ausland bejahe, auf Abweisung 

des  Rekurses.  Falls  das  Steuerrekursgericht  zum  Schluss  komme,  dass  sich  der 

Lebensmittelpunkt des Pflichtigen in der Schweiz befinde, sei der Rekurs teilweise gut-

zuheissen. Weitere Stellungsnahmen erfolgten nicht. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Streitig ist vorliegend die subjektive Steuerpflicht infolge persönlicher Zuge-

hörigkeit im Kanton Zürich für die Steuerperiode 2013. Während das kantonale Steuer-

amt  die Auffassung  vertritt,  dass  der  Pflichtige  als  internationaler Wochenaufenthalter 

qualifiziere und sich der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen bei seiner Familie in den 

Niederlanden  befinde,  macht  der  Pflichtige geltend,  dass  er  ab  Zuzug  in  die  Schweiz 

per ... 2012 in der Schweiz einen Wohnsitz begründet habe. 

2. a) Gemäss § 3 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind na-

türliche  Personen  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren 

steuerrechtlichen  Wohnsitz  oder  Aufenthalt  im  Kanton  haben.  Gemäss  Abs.  2  dieser 

Bestimmung hat eine Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz dort, wo sie sich mit der 

Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder ihr das Bundesrecht hier einen besonde-

ren gesetzlichen Wohnsitz zuweist. Diese Norm gilt auch im internationalen Verhältnis, 

sofern  keine  staatsvertragliche  Sonderregelung  über  den  Wohnsitz  besteht.  Das  Ab-

kommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  dem  Königreich  der 

Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom 

Einkommen  vom  26.  Februar  2010  (DBA-Niederlande)  verweist  bezüglich  der  Ansäs-

sigkeit  auf  das  innerstaatliche  Recht  (Art.  4  Abs.  1  DBA-Niederlande).  Somit  ist  der 

steuerrechtliche  Wohnsitz  des  Rekurrenten  ausschliesslich  nach  schweizerischem 

Recht zu bestimmen.  

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b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) gilt als steu-

errechtliche  Wohnsitz  in  der  Regel  der  zivilrechtliche  Wohnsitz,  d.h.  der  Ort,  wo  sich 

eine Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 des Zivilge-

setzbuches)  bzw.  wo  sich  faktisch  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteressen  befindet 

(BGr,  1. Juli  2013,  2C_126/2012,  E.  3.2,  mit  weiteren  Hinweisen).  Dieser  Mittelpunkt 

der  Lebensinteressen  bestimmt  sich  nach  der  Gesamtheit  der  objektiven,  äusseren 

Umstände,  aus  denen  sich  diese  Interessen  erkennen  lassen,  und  nicht  nach  den 

bloss  erklärten  Wünschen  der  (allenfalls)  steuerpflichtigen  Person.  Ebenso  wenig 

kommt  es  auf  die  gefühlsmässige  Bevorzugung  eines  Ortes  an.  Der  steuerrechtliche 

Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar. Gleichermassen spielen die formellen Kriterien 

der  polizeilichen  An-  und  Abmeldung,  die  Hinterlegung  der  Schriften  oder  die  Aus-

übung der politischen Rechte keine entscheidende Rolle. Sie bilden nur dann Indizien 

für  den  steuerrechtlichen  Wohnsitz,  wenn  auch  das  übrige  Verhalten  der  Person  für 

diese Annahme spricht (BGE 132 I 29 E. 4.1, BGE 131 I 145 E. 4.1; VGr, 18. Dezem-

ber 2013, SB.2013.00019, E. 2, mit weiteren Hinweisen, www.vgrzh.ch). Über den Le-

bensmittelpunkt und damit den steuerrechtlichen Wohnsitz kann in der Regel kein kla-

rer Beweis geführt werden, sondern es ist aufgrund von Indizien eine Gewichtung vor-

zunehmen,  wobei  sämtliche  Berufs-,  Familien-  und  Lebensumstände  zu  berücksichti-

gen sind.  

c) Wenn sich eine Person abwechslungsweise an mehreren Orten aufhält, ist 

für die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem 

Ort die stärkeren Beziehungen bestehen. Indizien für den Lebensmittelpunkt sind unter 

anderem der gewöhnliche Aufenthalt und der Schwerpunkt der persönlichen, familiären 

und gesellschaftlichen Beziehungen,  der  Zivilstand und die Familienverhältnisse  (Hei-

rat und Konkubinat), die regelmässige Heimkehr, das Alter, die Art der Erwerbstätigkeit 

(selbständig  oder  unselbständige  berufliche  Aktivität),  die  Nationalität  des  Arbeitge-

bers,  die  Dauer  und  der  Zweck  des  Aufenthalts  (Dauer-  oder  temporärer  Aufenthalt) 

sowie  die  Wohnverhältnisse  an  den  jeweiligen  Orten,  z.B.  eigenes  Haus,  Wohnung, 

Hotelaufenthalt  (Zweifel/Hunziker,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Interkantonales  Steuerrecht,  2011,  §  6 N  27).  Fallen  der  Arbeitsort  und  der  Aufent-

haltsort bei der Familie nicht zusammen, wird grundsätzlich den familiären und gesell-

schaftlichen Bindungen mehr Gewicht beigemessen als denjenigen, die sich aus einer 

beruflichen Tätigkeit ergeben (Zweifel/Hunziker, § 6 N 26).  

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Im  internationalen  Verhältnis  sind  die  Regeln  des  Bundesgerichts  zum  inter-

kantonalen  Doppelbesteuerungsverbot  nur  bedingt  anwendbar,  weil  einzelne  Kriterien 

wie die "regelmässige Rückkehr an den Familienort" oder des "leitenden Angestellten" 

im  internationalen  Verhältnis  kaum  Sinn  ergeben  (BGr,  1.  Juli  2013,  2C_1267/2012, 

E. 4.1). Hier ist entscheidend, ob im Rahmen einer Gesamtbetrachtung die wirtschaftli-

chen  Interessen  in  einem  Staat  die  persönlichen  Interessen  im  andern  Staat  derart 

überwiegen,  dass  gesagt  werden kann,  der  Mittelpunkt  der  Lebensinteressen  befinde 

sich dort, wo die stärkeren wirtschaftlichen Interessen bestünden (VGr, 20. April 2016, 

SB.2015.00134/135 mit Hinweisen, www.vgrzh.ch).  

d)  Behauptet  der  als  internationaler  Wochenaufenthalter  der  Quellensteuer 

unterworfene Pflichtige, dass sich sein steuerrechtlicher Wohnsitz im Kanton befindet, 

obliegt  es  ihm,  die  Umstände  darzutun  und  zu  beweisen,  aus  denen  folgt,  dass  sich 

der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen an den Arbeitsort verschoben hat. 

3.  a)  Der  Pflichtige  erhielt  im  Verfahren  betreffend  eine  (allfällige)  nachträgli-

che  ordentliche  Veranlagung  Gelegenheit,  die  Umstände  darzulegen,  aus  denen  sich 

ergibt, dass sich der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen im Jahr 2013 in der zürcheri-

schen  Gemeinde  D  befunden  hat.  Auf  entsprechende  Fragen  des  Steuerkommissärs 

erklärte er, dass er von Deutschland herkommend am ... 2012 in die Schweiz gezogen 

sei. Dort habe er bei der zürcherischen Institution der öffentlichen Hand als Gutachter 

gearbeitet. Gewohnt habe er zunächst in einem B&B-Zimmer in der aargauischen Ge-

meinde C. Ab .... 2013 habe er an der ...strasse 20 in der zürcherischen Gemeinde D 

eine  selbstmöblierte  3-Zimmerwohnung  zu  einem  monatlichen  Mietzins  von  brutto  Fr. 

2'180.- bezogen, die er allein bewohne. Seine Ehefrau und seine damals noch minder-

jährige Tochter (Jg. 1996) lebten im gemeinsam bewohnten Eigenheim in den Nieder-

landen, welches er im Jahr 2007 erworben habe. Die Trennung von der Familie habe 

arbeitstechnische Hintergründe. Die Ehe sei noch intakt. Er unterstütze seine Ehefrau 

und seine Tochter regelmässig auf einvernehmlicher mündlicher Basis. Es gebe keine 

schriftliche Trennungsvereinbarung. Ferner besuche er seine Familie regelmässig und 

lege die Strecke zwischen der zürcherischen Gemeinde D und der Wohnortgemeinde 

der  Familie  in  den  Niederlanden  mit  dem  Auto  zurück.  Sein  Lebensmittelpunkt  habe 

sich  aufgrund  seiner  Arbeitsstätte  im  Jahr  2013  ganz  klar  in  der  zürcherischen  Ge-

meinde  D  befunden.  Ausländische  Steuerbescheide  pro  2013  bzw.  Bestätigungen, 

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dass er im Ausland (un)beschränkt steuerpflichtig sei, gebe es nicht. Weitere sachdien-

liche Informationen, die den Mittelpunkt seiner Lebensinteressen in  der zürcherischen 

Gemeinde D belegen, nannte er nicht.  

b) Aufgrund dieser Hinweise folgerte das kantonale Steueramt zu Recht, dass 

sich  der  Lebensmittelpunkt  des  Pflichtigen  in  der  Steuerperiode  2013  am  Wohnsitz 

seiner Familie in den Niederlanden befunden habe. Denn im internationalen Verhältnis 

werden  den  familiären  und  gesellschaftlichen  Bindungen  i.d.R.  mehr  Gewicht  beige-

messen als denjenigen, die sich aus der beruflichen Tätigkeit ergeben. Wirtschaftliche 

Interessen in einem Staat sind für die Ermittlung des Lebensmittelpunkt nur dann aus-

schlaggebend,  wenn  sie  die  persönlichen  Interessen  im  andern  Staat  derart  überwie-

gen, so dass gesagt werden kann, dass sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen am 

Arbeitsort befinde. Derartiges vermochte der Pflichtige vor der Vorinstanz nicht aufzu-

zeigen.  Auch  im  Rekursverfahren  setzte  sich  der  Pflichtige  nicht  eingehend  mit  den 

Erwägungen  im  Einspracheentscheid bezüglich der Wohnsitzfrage  auseinander.  Zwar 

lässt er durch seinen neuen Vertreter in Ziffer 29 des Rekurses vorbringen, dass er von 

seiner Ehefrau getrennt sei und nur sporadischen Kontakt mit seiner Ehefrau und sei-

ner  Tochter  habe.  Damit  setzt  er  sich  allerdings  in  Widerspruch  zu  seiner  früheren 

Erklärung.  Aufgrund  dessen,  dass  er  vom  ...  2012  bis  ...  2014  (rund  14  Monate)  mit 

seinem  Privatfahrzeug  rund  73'500  km  zurücklegte,  erscheint  es  wahrscheinlicher, 

dass er seine Familie in den Niederlanden häufiger als lediglich "sporadisch" besuchte. 

Eine  wöchentliche  Heimkehr  an  den  Familienort  mit  dem  Privatfahrzeug  kann  einem 

internationalen  Wochenaufenthalter  bei  einer  Fahrstrecke  von  1'680 km  und  einer 

Fahrzeit  von  rund  17  Stunden  für  Hin-  und  Rückweg  nicht  zugemutet  werden.  Auch 

wenn die im Jahr 2013 auf 64'880 km bezifferte Wegstrecke an den Familienort etwas 

hoch erscheint, weil er mutmasslich auch in den Jahren 2012 und 2014 Fahrten an den 

Familienort absolvierte und davon auszugehen ist, dass er sein Auto auch für andere 

Zwecke (z.B. für  Einkäufe,  Ausflüge  und  Ferien) nutzte,  ist  eine  häufige Heimkehr  an 

den  Familienort  glaubhaft  dargetan  worden.  Daraus  lässt  sich  auch  ableiten,  dass  er 

an  seinem  Arbeitsort  nicht  besonders  integriert  war,  sondern  vornehmlich  wirtschaftli-

che  Interessen  verfocht.  Dies  spricht  für  eine  Ansässigkeit  in  den  Niederlanden.  Die 

blosse  physische  Präsenz  in  der  zürcherischen  Gemeinde  D,  um  hier  einer  Arbeit 

nachzugehen wie auch die Anmeldung in dieser Gemeinde genügen für die Annahme 

eines steuerrechtlichen Wohnsitzes jedenfalls nicht. Mithin ist ihm der Nachweis, dass 

er seinen Wohnsitz von den Niederlanden – via Deutschland, wo er nur sieben Monate 

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verbrachte und nicht arbeitete – in die zürcherische Gemeinde D verlegte, nicht gelun-

gen.  

Somit bleibt es bei der Feststellung des kantonalen Steueramts, dass sich der 

steuerrechtliche Wohnsitz des Pflichtigen im Jahr 2013 in den Niederlanden befunden 

hat  und  er  somit  aufgrund  seiner  arbeitsbedingten  Präsenz  in  der  zürcherischen  Ge-

meinde D als internationaler Wochenaufenthalter einzustufen ist. Dies hat gemäss §§ 4 

Abs. 2 lit. a und 94 StG zur Folge, dass seine Einkünfte ohne Rücksicht auf die Staats-

angehörigkeit einem Steuerabzug an der Quelle unterliegen (§ 2 der Verordnung über 

die Quellensteuer für ausländische Arbeitnehmer vom 2. Februar 1994 (in der Fassung 

vom  30.  Juni  2010), Quellensteuerverordnung I,  ZStB Nr. 28/011).  Die Quellensteuer-

pflicht  ist  dabei  auf  das  Einkommen  begrenzt,  welches  im  Zusammenhang  mit  der  in 

der Schweiz ausgeübten Erwerbstätigkeit steht (§ 4 Abs. 2 lit. a StG). 

c) Anzumerken ist, dass eine steuerpflichtige Person am Ort, an welchem sich 

ihre  Arbeitsstätte  befindet  und  wo  sie  sich  deswegen  die meiste  Zeit  des  Jahres  auf-

hält, nicht gleichzeitig den steuerrechtlichen Wohnsitz und den Wochenaufenthaltersta-

tus  beanspruchen  kann.  Würde  sich  der  Lebensmittelpunkt  des  Pflichtigen  entgegen 

dem oben Gesagten in der zürcherischen Gemeinde D befinden, könnte er die in sei-

ner  Steuererklärung  deklarierten  Mehrkosten  bei  auswärtigem  Wochenaufenthalt 

(Fr. 55'542.-)  nicht  in  Abzug  bringen.  Ausserdem  müsste  er  in  diesem  Fall  nicht  nur 

das Einkommen im Zusammenhang mit seiner in der zürcherischen Gemeinde D aus-

geübten  Erwerbstätigkeit  versteuern,  sondern  –  zumindest  steuersatzbestimmend  – 

sämtliche weltweit erzielten Einkünfte und darüber hinaus auch sämtliche weltweit vor-

handenen  Vermögenswerte,  u.a.  auch  den  Eigenmietwert  und  Verkehrswert  seiner 

Liegenschaft  in  den  Niederlanden.  Diesbezüglich  hat  er  in  seiner  Steuererklärung 

nichts deklariert. Das weltweite Einkommen und Vermögen wird dabei nicht nur mit der 

zürcherischen  Staats-  und  Gemeindesteuern,  sondern  (allerdings  ohne  Vermögens-

werte und Passiven) auch mit der direkten Bundessteuer erfasst. Zwar ist die Ehefrau 

des Pflichtigen aufgrund ihres eigenen Wohnsitzes in den Niederlanden in der Schweiz 

nicht  steuerpflichtig.  Bei  tatsächlicher  Trennung  und  gemeinsamer  Mittelverwendung 

hätte der in der Schweiz wohnhafte Ehegatte aber nicht nur sein eigenes Einkommen 

und  Vermögen,  sondern  satzbestimmend  und  zum  Verheiratetentarif  auch  das  Ein-

kommen  und  Vermögen  seiner  Ehefrau  zu  besteuern.  Sodann  könnte  er  die  Unter-

haltsbeiträge an seine Ehefrau und Tochter (Fr. 25'224.-) nicht abziehen. Inwiefern ein 

steuerrechtlicher Wohnsitz in der zürcherischen Gemeinde D und damit einhergehend 

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die unbeschränkte Steuerpflicht in der Schweiz für den Pflichtigen vorteilhafter wäre als 

die  nur  auf  das  Erwerbseinkommen  in  der  zürcherischen  Gemeinde  D  beschränkte 

Quellenbesteuerung mit den noch vorzunehmenden Tarifkorrekturen, liegt nicht auf der 

Hand.  

4. a) Gemäss § 93 Abs. 2 StG wird bei Personen, deren Einkünfte der Quel-

lensteuer  unterliegen,  eine  nachträgliche  Einschätzung  durchgeführt,  wenn  die  dem 

Steuerabzug an der Quelle unterworfenen Bruttoeinkünfte in einem Jahr mehr als den 

durch  die  Finanzdirektion  festgelegten  Betrag  (Fr.  120'000.-  für  die  Steuerperiode 

2013) betragen. Die an der Quelle abgezogene Steuer wird dabei angerechnet.  

Keine  solche  nachträgliche  Veranlagung  wird  durchgeführt  in  Fällen  gemäss 

§ 94 StG, d.h. dann, wenn jemand ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in 

der  Schweiz  für  kurze  Dauer  oder  als  Grenzgänger  oder  Wochenaufenthalter  in  un-

selbstständiger  Stellung  erwerbstätig  ist.  Dies  ergibt  sich  daraus,  dass  eine  Bestim-

mung über eine nachträgliche ordentliche Veranlagung hier fehlt, und zudem der Ver-

weis  auf  §§ 88 - 90  StG  die  Anwendung  von  § 93  Abs. 2  StG  eben  gerade  nicht  er-

fasst. Internationale Wochenaufenthalter haben somit keinen Anspruch auf eine nach-

trägliche  ordentliche  Veranlagung  (siehe  auch  die  identische  Regelung  in  Art. 91  des 

Bundesgesetzes über  die direkte Bundessteuer vom  14.  Dezember  1990 sowie Rz. 4 

der  Weisung  der  Finanzdirektion  über  die  nachträgliche  ordentliche  Veranlagung  von 

quellensteuerpflichtigen  Arbeitnehmerinnen  und  Arbeitnehmern  vom  28.  September 

2012 

[ZStB  Nr. 28/851];  VGr,  16.  Dezember  2015,  SB.2015.00056,  E. 4.2, 

www.vgrzh.ch und VGr, 23. Oktober 2013, SB.2013.00007, www.vgrzh.ch).  

b)  Der  Pflichtige  hält  diese  Regelung  für  diskriminierend.  Ausserdem  erblickt 

er  darin  einen  Verstoss  gegen  das  Gleichbehandlungsgebot.  Er  macht  im  Wesentli-

chen geltend, dass die fiskalische Belastung unter dem Regime der Quellensteuer bei 

ihm massiv höher ausfalle als bei seinen schweizerischen Berufskollegen. Dies wider-

spreche in stossender Weise dem Diskriminierungsverbot resp. Gleichbehandlungsge-

bot  von  Art.  24  des  Musterabkommens  (OECD-MA),  Art.  14  der  Europäischen  Men-

schenrechtskonvention (EMRK), Art. 26 des internationalen Pakts über bürgerliche und 

politische Rechte (UNO-Pakt II) und Art. 9 Abs. 2 Anhang 1 bzw. Art. 2 des Freizügig-

keitsabkommens  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäi-

schen Gemeinschaft. 

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c) Die Kritik des Pflichtigen mag berechtigt sein. Sie zielt aber ins Leere, weil 

die  genannten  Diskriminierungsverbote  und  Gleichbehandlungsgebote,  welche  dem 

entgegenstehenden kantonalen und Bundesrecht vorgehen, bei der Quellensteuer um-

zusetzen  sind.  In  einem  Entscheid  vom  26.  Januar  2010  (BGE 136  II 241  =  Pra 99 

Nr. 124) erwog das Bundesgericht, dass für einen Quellensteuerpflichtigen das gleiche 

Regime  der  steuerlichen  Abzüge  gilt  wie  für  solche  Steuerpflichtige,  die  der  ordentli-

chen Steuer  unterliegen.  Diese  Ungleichheiten  werden bei  der Quellensteuer  in  Form 

einer  nachträglichen  Tarifkorrektur  behoben,  indem  im  Tarif  nicht  berücksichtigte  Ab-

züge individuell gewährt werden (Verordnung über die Quellensteuer für ausländische 

Arbeitnehmer  (Art. 2  lit. e  der  Verordnung  des  EFD  über  die  Quellensteuer  bei  der 

direkten Bundessteuer vom 19. Oktober 1993 [QStV]). Gleiches muss in Nachachtung 

der  vertikalen  Steuerharmonisierung  für  die  kantonalen  Bestimmungen  gelten  (VGr, 

16. Dezember  2015,  SB.2015.00056,  E.  4.2,  www.vgrzh.ch).  Dagegen  ergibt  sich  bei 

der  vorliegenden  Konstellation  aus  dem  überstaatlichen  Diskriminierungsverbot  und 

Gleichbehandlungsgebot und dem genannten Bundesgerichtsentscheid kein Anspruch 

auf Durchführung einer nachträglichen ordentlichen Veranlagung anstelle der Quellen-

besteuerung. 

d)  Im  vorliegenden  Fall  erstattete  der  Steuerkommissär  gleichzeitig  mit  dem 

Einschätzungsentscheid vom 1. Juni 2016 eine Meldung an die Dienstabteilung Quel-

lensteuer zur Vornahme einer Tarifkorrektur infolge internationalem Wochenaufenthalt, 

Schuldzinsen und Unterstützungsabzug. Die Tarifkorrekturen konnten bis anhin jedoch 

noch  nicht  vorgenommen  werden,  weil  der  Pflichtige  mit  der  im  Einsprache-  und  Re-

kursverfahren  aufgeworfenen  Wohnsitzfrage  das  Quellensteuerverfahren  blockierte. 

Insoweit erweisen sich die vorgebrachten Rügen als verfrüht, weil für den Fall, dass die 

Quellensteuerpflicht  infolge  fehlenden  Wohnsitzes  in  der  zürcherischen  Gemeinde  D 

gegebenenfalls  höchstrichterlich  bestätigt  wird,  immer  noch  die  Möglichkeit  für  eine 

Tarifkorrektur bei der Quellensteuer besteht. Unter diesen Umständen erübrigt sich ei-

ne  vertiefte  Auseinandersetzung  mit  den  vorgebrachten  Rügen  im  vorliegenden  Re-

kursverfahren. 

Dies führt zur Abweisung des Rekurses.  

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5. Bei  diesem  Verfahrensausgang  sind  die  Gerichtskosten  dem  Pflichtigen

aufzuerlegen  (§  151  Abs. 1  StG)  und  steht  ihm  die  beantragte  Parteientschädigung 

nicht  zu  (§ 152  StG  i.V.m.  § 17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom 

24. Mai 1959 [VRG]).

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

[…] 

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