# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3e5a164-7f95-558b-920e-6f3c69c85162
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.06.2021 PP210032
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PP210032_2021-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PP210032-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter  

lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin Dr. S. Janssen 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hochuli 

Beschluss vom       

 

in Sachen 

 

A.____,  
Beklagte und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

Kanton Zürich,  
Beschwerdegegner 

 

vertreten durch Bezirksgericht Uster 

 

betreffend Forderung (unentgeltliche Rechtspflege) 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Ver-
fahren am Bezirksgericht Uster vom 30. März 2021 (FV200026-I) 

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Erwägungen: 

1.1. Mit Eingabe vom 27. Oktober 2020 erhob die B._____ AG unter Beilage der 

Klagebewilligung des Friedensrichteramtes C._____ vom 15. September 2020 bei 

der Vorinstanz eine unbegründete Forderungsklage mit einem Streitwert von 

Fr. 2'961.35 gegen die Beklagte und Beschwerdeführerin (fortan Beklagte; Urk. 1 

und 2). Am 18. November 2020 lud die Vorinstanz zur Hauptverhandlung am 

16. Februar 2021 vor (Urk. 9). Mit Eingabe vom 14. Februar 2021 ersuchte die 

Beklagte um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (einschliesslich unent-

geltlicher Rechtsverbeiständung) und beantragte die Sistierung des Verfahrens, 

eventualiter die Verschiebung der Verhandlung (Urk. 12). Mit Verfügung vom 

15. Februar 2021 wies die Vorinstanz die Anträge der Beklagten ab und setzte ihr 

Frist an, um hinsichtlich ihres Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ihre Ein-

kommens- und Vermögensverhältnisse umfassend zu belegen (Urk. 14). Mit 

Schreiben vom 1. März 2021 ersuchte die Beklagte um Erstreckung der mit Ver-

fügung vom 15. Februar 2021 angesetzten Frist (Urk. 18). Am 4. März 2021 ge-

währte die Vorinstanz der Beklagten eine letztmalige Fristerstreckung bis am 

12. März 2021 (Urk. 18). Die entsprechende Verfügung wurde der Beklagten we-

gen eines Postrückbehaltungsauftrags erst am 1. April 2021 zugestellt (Urk. 19 

und Urk. 28). Mit Entscheid vom 30. März 2021 hiess die Vorinstanz die Klage gut 

und wies das Gesuch der Beklagten um unentgeltliche Rechtspflege ab (Urk. 24 

S. 9 f. = Urk. 40 S. 9 f.). 

1.2. Mit Schreiben vom 11. März 2021 (Datum Poststempel: 13. April 2021) er-

suchte die Beklagte bei der Vorinstanz um Wiederherstellung der mit Verfügung 

vom 4. März 2021 bis am 12. März 2021 erstreckten Frist zur Einreichung von Be-

legen zu ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen (Urk. 28). Mit Verfü-

gung vom 20. April 2021 wies die Vorinstanz das Fristwiederherstellungsgesuch 

ab (Urk. 29 S. 4). Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies die 

beschliessende Kammer mit Urteil vom 1. Juni 2021 ab (Geschäfts-

Nr. PP210028-O). 

1.3. Mit Eingabe vom 30. Mai 2021 (Datum Poststempel: 1. Juni 2021; Aufgabe 

der Sendung bei der Post gemäss Track&Trace-Auszug: 31. Mai 2021 [Urk. 42]) 

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erhob die Klägerin rechtzeitig (vgl. Urk. 36 S. 2) Beschwerde gegen die mit Verfü-

gung vom 30. März 2021 erfolgte Abweisung ihres Gesuchs um unentgeltliche 

Rechtspflege für das erstinstanzliche Verfahren mit folgenden Anträgen (Urk. 39 

S. 1): 

" 1. Vorliegende Beschwerde sei „der Einfachheit halber‟ mit meiner Beschwerde 
bei Obergericht Geschäfts-Nr.: PP210028-O/K01/la das selbe Verfahren bei 
BG Uster betreffend, zu kombinieren. (Vergleich zu Beilage) 

 2. URP & URB bei Obergericht ZH sowie 
 3. URP & URB bei BG Uster" 

1.4. Da sich die Beschwerde – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – sogleich 

als offensichtlich unbegründet erweist, erübrigt sich das Einholen einer Be-

schwerdeantwort (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. Die Vorinstanz erwog, die Beklagte sei ihrer Mitwirkungspflicht bezüglich 

Darlegung ihrer finanziellen Verhältnisse trotz entsprechender Aufforderung in der 

Verfügung vom 15. Februar 2021 nicht nachgekommen. Damit habe sie die gel-

tend gemachte Mittellosigkeit nicht glaubhaft gemacht, weshalb ihr Gesuch abzu-

weisen sei (Urk. 35 S. 8 E. 6 = Urk. 40 S. 8 E. 6). 

3.1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 

Die beschwerdeführende Partei hat sich in ihrer schriftlichen Beschwerdebegrün-

dung (im Sinne einer Eintretensvoraussetzung) inhaltlich mit den Erwägungen der 

Vorinstanz auseinanderzusetzen und mittels Verweisungen auf konkrete Stellen 

in den vorinstanzlichen Akten hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der ange-

fochtene Entscheid als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten 

Mängel leidet. Die blosse Verweisung auf die Ausführungen vor Vorinstanz oder 

deren blosse Wiederholung genügen nicht (Art. 321 Abs. 1 ZPO und dazu BGer 

5D_146/2017 vom 17. November 2017, E. 3.3.2; BGer 5A_387/2016 vom 7. Sep-

tember 2016, E. 3.1; BGer 5A_206/2016 vom 1. Juni 2016, E. 4.2; BGer 

5A_488/2015 vom 21. August 2015, E. 3.2, je mit Hinweis auf BGE 138 III 374 

E. 4.3.1). 

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3.2. Diesen formellen Anforderungen genügt die Beschwerde der Beklagten 

nicht. Darin beharrt sie im Wesentlichen auf ihrem Standpunkt, sie sei mittellos 

und habe daher Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (vgl. Urk. 39). Soweit 

sie in diesem Zusammenhang auf die Steuererklärung 2019 (Urk. 41/6) und wei-

tere Unterlagen (Urk. 41/7-8) verweist, handelt es sich um neue Beweismittel, 

welche aufgrund des umfassenden Novenverbots im Beschwerdeverfahren vor-

liegend nicht berücksichtigt werden können (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Hingegen setzt 

sich die Beklagten nicht mit der zutreffenden Erwägung der Vorinstanz auseinan-

der, wonach sie im vorinstanzlichen Verfahren die geltend gemachte Mittellosig-

keit trotz entsprechender Aufforderung in der Verfügung vom 15. Februar 2021 

(Urk. 14 S. 2 Dispositiv-Ziff. 3) nicht belegt habe und damit ihrer Mitwirkungsob-

liegenheit nicht nachgekommen sei. Entsprechend genügt die Beklagte ihrer Be-

gründungsobliegenheit (vgl. dazu oben Ziff. 3.1) nicht, weshalb auf die Beschwer-

de nicht einzutreten ist. 

4. Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Partei Anspruch auf unentgeltliche Rechts-

pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegeh-

ren nicht aussichtslos erscheint. Die Beschwerde war indes, wie oben aufgezeigt, 

von vornherein aussichtslos, weshalb der Beklagten die von ihr beantragte unent-

geltliche Rechtspflege (einschliesslich unentgeltliche Rechtsverbeiständung) für 

das zweitinstanzliche Verfahren (vgl. Urk. 39 S. 1) nicht gewährt werden kann. 

5.1. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 9 in Verbin-

dung mit § 12 GebV OG auf Fr. 500.– festzusetzen und ausgangsgemäss der Be-

klagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

5.2. Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzuspre-

chen, der Beklagten zufolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), der Kläge-

rin mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege 

für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 

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2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 

4. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten aufer-

legt. 

5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 39, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Hauptsache beträgt 
Fr. 2'961.35. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, Datum 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Hochuli 
 
 
versandt am: 

	Beschluss vom      
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.
	2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.
	4. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten auferlegt.
	5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 39, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...