# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f555dc0-085e-5d6c-b53a-fd89cdeb22fc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.10.2022 SB200414
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200414_2022-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB200414-O/U/nm 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Langmeier, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castro-

villi und Ersatzoberrichter lic. iur. Weder sowie Gerichtsschreiber 

MLaw Pandya 

 

Urteil vom 27. Oktober 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Bärlocher,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin  

 

betreffend Diebstahl etc. und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
18. Juni 2020 (DG200048) 
  

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 4. März 2022 

(Urk. 1/28) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB; 

− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB; 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;  

− des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie 

− der Missachtung des Rauchverbots in Fahrzeugen des öffentlichen 

Verkehrs im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes zum 

Schutz vor Passivrauchen. 

2. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl vom 26. Juni 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe von 14 Tagen 

wird widerrufen. 

3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland vom 15. Juni 2019 ausgefällten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen. 

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der in der Ziff. 0 genannten widerrufe-

nen Strafe bestraft mit 31 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 

130 Tage durch Haft erstanden sind) als teilweise Zusatzstrafe sowie einer 

Busse von Fr. 500.–. 

5. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen und die Busse ist zu bezahlen. 

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6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

7. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.  

8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben. 

9. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen. 

10. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet. 

11. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 4. März 

2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung überlassen: 

− A012'767'305 Halsbekleidung 

− A012'767'316 Aschenbecher 

12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 4. März 2020 be-

schlagnahmten Fr. 1'130.– (A012'770'148) werden eingezogen. Der be-

schlagnahmte Bargeldbetrag wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet. 

13. Das gesicherte und beim Forensischen Institut Zürich unter der Nummer 

G-Nr. 75723614 / K190627-077 gelagerte Spurenmaterial wird diesem nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zur Vernichtung überlassen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 7'500.– als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

15. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

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Fr. 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'500.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 16'126.45   Auslagen (versch. Gutachten IRM und Dr. C._____) 

Fr. 420.–   Auslagen (Auswertung Mobiltelefone) 

Fr. 16'564.20   amtliche Verteidigung 

Fr. 8'015.05   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausge-

nommen die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 

B._____ und diejenigen der amtlichen Verteidigung – werden dem Beschul-

digten auferlegt. 

17. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 16'564.20 (inkl. MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung nach 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

18.  Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin B._____ wird mit 

Fr. 8'015.05 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. Vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung nach Art. 135 Abs. 4 StPO.  

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 49 S. 1 f.) 

 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 20. Januar 2022 sei in 

Bezug auf die Verurteilung des Diebstahls, der Sachbeschädigung so-

wie des Hausfriedensbruchs aufzuheben und der Beschuldigte sei von 

den Vorwürfen freizusprechen. 

 2. Der Beschuldigte sei wegen des Überlassens eines Motorfahrzeugs an 

einen Führer ohne erforderlichen Ausweis schuldig sowie der mehrfa-

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chen Übertretung des BetmG schuldig zu sprechen und hierfür mit ei-

ner Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 100.– sowie einer Busse 

von CHF 300.– zu bestrafen. 

 3. Der Vollzug der Geldstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 

5 Jahren aufzuschieben. 

 4. Der Beschuldigte sei in Bezug auf den mit Urteil des BG Dietikon vom 

17. Dezember 2019 gewährten bedingten Strafvollzug zu verwarnen. 

 5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 23. August 2021 be-

schlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten. 

 6. Die Zivilansprüche der Privatklägerschaft seien abzuweisen. 

  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des 

Staates. 

b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(schriftlich, Urk. 45) 

_______________________________ 

  

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte/Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Hinsichtlich des Verfahrensgangs bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im an-

gefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 57 = 54 S. 5 f.). 

1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil vom 

18. Juni 2020 meldete die amtliche Verteidigung namens des Beschuldigten in-

nert Frist Berufung an (Urk. 48). Mit Beschluss der Vorinstanz vom 17. August 

2020 erfolgte eine Berichtigung des Dispositivs vom 18. Juni 2020 (Urk. 50). Das 

begründete Urteil wurde dem Verteidiger, der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (im 

Folgenden: Staatsanwaltschaft) und der Rechtsvertreterin der Privatklägerin am 

30. September 2020 zugestellt (Urk. 56/1-3). Mit Schreiben vom 20. Oktober 2020 

ging die Berufungserklärung der Verteidigung fristgerecht ein, wobei keine Be-

weisanträge gestellt wurden (Urk. 59). Mit Präsidialverfügung vom 27. Oktober 

2020 wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerin Frist angesetzt, um 

Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Beru-

fung zu beantragen (Urk. 60). Die Staatsanwaltschaft erhob hierauf mit Eingabe 

vom 30. Oktober 2020 Anschlussberufung (Urk. 63). Die Privatklägerin liess mit 

Eingabe vom 11. November 2020 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

beantragen (Urk. 64). Mit Präsidialverfügung vom 16. November 2020 wurde dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin eine Kopie der Anschlussberufungserklä-

rung der Staatsanwaltschaft zugestellt (Urk. 65).  

1.3. Zur Berufungsverhandlung vom 11. Juni 2021 erschienen der Beschuldigte 

in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

Staatsanwalt lic. iur. Bärlocher und die Privatklägerin B._____ in Begleitung ihrer 

unentgeltlichen Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin PhD lic. iur. Y._____ (Prot. II S. 

4 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung zeigte sich nach Gutheissung eines 

entsprechenden Beweisantrags der Verteidigung (Urk. 78 S. 2; Prot. II S. 7 und 

21 ff.) aufgrund der Befragung des Beschuldigten (Prot. II S. 8 ff.), dass eine er-

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gänzende forensisch-psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten durch den 

bisherigen Gutachter, Dr. med. C._____, angezeigt war. So habe der Beschuldig-

te für das erste Gutachten vom 20. August 2019 keine Entbindungserklärung ab-

gegeben, die es dem Sachverständigen, Dr. med. C._____, ermöglicht hätte, Zu-

gang zur Krankengeschichte und zu den behandelnden Ärzten des Beschuldigten 

zu verschaffen. Ferner war der Beschuldigte damals nicht bereit gewesen, bei der 

gutachterlichen Erhebung mitzuwirken (Urk. 18/5 S. 29 f.). Während seiner Befra-

gung im Rahmen der Berufungsverhandlung zeigte sich der Beschuldigte jedoch 

neu mitwirkungsbereit und erklärte sich bereit, seine behandelnden Ärzte von ih-

rer Geheimhaltungspflicht zu entbinden (Prot. II S. 19 f.). Mit Beschluss vom 11. 

Juni 2021 wurde der Sachverständige deshalb mit der Ergänzung des Gutachtens 

vom 20. August 2019 beauftragt (Urk. 88). Die Parteien waren einverstanden mit 

einer schriftlichen Fortsetzung des Verfahrens nach Eingang des ergänzten Gut-

achtens und verzichteten auf eine mündliche Eröffnung und Erläuterung des Ur-

teils (Prot. II S. 26). 

1.4. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. C._____ erstellte sein ergänztes 

Gutachten am 5. Januar 2022 (Urk. 104). Mit Präsidialverfügung vom 10. Januar 

2022 wurde das Gutachten den Parteien zugestellt, und es wurde ihnen eine Frist 

von 20 Tagen angesetzt zur Stellungnahme und für allfällige weitere Beweisan-

träge (Urk. 107). Die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft erfolgte am 18. Janu-

ar 2022 (Urk. 107), die Stellungnahme der Rechtsvertreterin der Privatklägerin am 

3. Februar 2022 (Urk. 110) und diejenige der Verteidigung am 17. März 2022 

(Urk. 120). 

1.5. Am 27. Oktober 2022 fand die Urteilsberatung statt. Das Urteil wurde den 

Parteien im Anschluss an die Beratung schriftlich mitgeteilt (Prot. II S. 32 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des erstinstanzli-

chen Urteils verlangt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). Der Beschuldigte ficht 

mit seiner Berufung den erstinstanzlichen Schuldspruch, den Widerruf des be-

dingten Vollzugs der Vorstrafen, den Strafpunkt, den Vollzug der Strafen, die An-

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ordnung einer Landesverweisung und deren Ausschreibung, den Zivilpunkt sowie 

die Kostenfestsetzung und -verteilung (Dispositivziffern 1-6, 8-10 und 14-16) an 

(Urk. 59 S. 2). Hinsichtlich der Festsetzung der Entschädigungen von Verteidi-

gung und unentgeltlicher Vertreterin der Privatklägerin ist davon auszugehen, 

dass der jeweilige Nachforderungsvorbehalt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO mitan-

gefochten ist. Die Staatsanwaltschaft fordert mit ihrer Anschlussberufung eine hö-

here Strafe, eine längere Dauer der Landesverweisung und im Übrigen die Bestä-

tigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 63). Nicht angefochten sind somit Dispo-

sitivziffer 7 (Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme im Sinne 

von Art. 59 StGB zur Behandlung von psychischen Störungen), Dispositivziffer 11 

(Entscheid betr. Gegenstände), Dispositivziffer 12 (Entscheid betr. Bargeld), Dis-

positivziffer 13 (Entscheid betr. Spurenmaterial), Dispositivziffer 17 Satz 1 (Fest-

setzung Entschädigung amtliche Verteidigung) und Dispositivziffer 18 Satz 1 

(Festsetzung Entschädigung unentgeltliche Rechtvertreterin der Privatklägerin). 

Entsprechend ist vorab mittels Beschluss festzustellen, dass das bezirksgerichtli-

che Urteil diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Prot. II S. 6 f.). 

3. Formelles 

Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; Urteil 

6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015 E. 4). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf 

die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

II. Sachverhalt/rechtliche Würdigung 

1. Tatbestandsmässigkeit 

Die Verteidigung beantragte im Rahmen ihres Parteivortrags vor Vorinstanz wie 

auch in ihrer Berufungserklärung und anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 

81), es sei festzustellen, dass der Beschuldigte hinsichtlich aller angeklagten Tat-

handlungen vollkommen schuldunfähig gewesen sei (Urk. 45 und 59). Die Prü-

fung des seitens des Beschuldigten im Wesentlichen anerkannten Sachverhalts – 

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der Beschuldigte bestritt vor Vorinstanz einzig, die Privatklägerin anlässlich der 

Tathandlungen gemäss Dossier 1 gewürgt zu haben – und die rechtliche Würdi-

gung durch die Vorinstanz werden damit nicht angefochten. Insoweit kann daher 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden vorinstanzlichen 

Erwägungen verwiesen werden (Urk. 57 S. 6 – 12). Zu prüfen ist dagegen die 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten. 

2. Schuldfähigkeit des Beschuldigten 

2.1. Psychiatrisches Gutachten 

2.1.1. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. C._____ hält in seinem Gutach-

ten vom 20. August 2019 fest, die psychopathologische Untersuchung sei auf-

grund der Unkonzentriertheit des Beschuldigten sowie seiner geringen Bereit-

schaft, sich auf die Fragen des Gutachters einzulassen, deutlich erschwert gewe-

sen. Gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten gelangt der Gutachter zum 

Schluss, es liege eine mittelgradig verminderte Konzentrationsfähigkeit beim Be-

schuldigten vor. Der Beschuldigte beschreibe selbst zwischenzeitliches Gedan-

kenabreissen im Sinne eines plötzlichen Abbruchs eines sonst flüssigen Gedan-

kens. Dr. C._____ beschreibt dies im Gutachten als Inkohärenz. Wahnhaftes Er-

leben sei nach seiner Meinung nicht belegbar, auch nicht unter Berücksichtigung 

latent vorhandener Wahninhalte im Rahmen der Exploration sowie aus früherer 

Zeit. Am ehesten könne von einer "Wahnstimmung" gesprochen werden. Weiter 

seien ein affektarmes sowie affekt-inkontinentes Verhalten erkennbar, jedoch 

nicht unbedingt vordergründig. Demgegenüber sei deutlich ein sozialer Rückzug 

von Seiten des Beschuldigten im Sinne einer erschwerten Zugänglichkeit im Ge-

spräch zu erkennen gewesen sowie die Schwierigkeit des Beschuldigten, in eine 

Beziehung einzutreten (Urk. D1/18/5 S. 24 ff.). Hinsichtlich der diagnostischen 

Beurteilung hielt Dr. C._____ korrespondierend mit seinen Ausführungen zur psy-

chopathologischen Untersuchung fest, der Beschuldigte habe nur wenig von sich 

preisgegeben und sei kaum erreichbar gewesen. Dementsprechend fusse die Di-

agnose auf einem rudimentären Anamnesefundament und einer Querschnittun-

tersuchung. Weitere Befunde lägen aufgrund fehlender Entbindung vom Berufs-

geheimnis keine vor (Urk. D1/18/5 S. 29 ff.). Vor diesem Hintergrund und den An-

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gaben des Beschuldigten folgend hätten sich gemäss Erkenntnis von Dr. C._____ 

schon früh im Leben des Beschuldigten psychische Auffälligkeiten gezeigt, wie 

beispielsweise "Depressionen", Suizidversuche oder Kommunikationsprobleme. 

Insbesondere sei im Pubertätsalter ein Knick in der Leistungsfähigkeit und -

bereitschaft des Beschuldigten beschrieben worden. Dr. C._____ hob das im 

Rahmen der Untersuchung festgestellte motorische und mimische Verhalten des 

Beschuldigten, seine mangelnde emotionale Erreichbarkeit und die fehlende Be-

zugsebene in den Gesprächen hervor. Zusammen mit den weiteren Beobachtun-

gen (vgl. dazu insb. Urk. D1/18/5 S. 31) sei der Befund mit einer Störung aus dem 

schizophrenen Formenkreis zu vereinbaren, insbesondere mit den Kriterien einer 

hebephrenen Schizophrenie (ICD-10: F20.2), bei der die affektiven Veränderun-

gen im Vordergrund stünden. Anzumerken ist, dass sich dem Gutachten trotz 

vergleichsweise dünner Beurteilungsgrundlage aufgrund der mangelnden Er-

reichbarkeit des Beschuldigten entnehmen lässt, aufgrund welcher Kriterien der 

Gutachter zu seinem Ergebnis gelangt ist. Insbesondere zeigt er in seinem Gut-

achten Abgrenzungen zu anderen möglichen Diagnosen auf und legt nachvoll-

ziehbar dar, hinsichtlich welcher Charakteristika diese ausser Betracht fallen (vgl. 

Urk. D1/18/5 S. 32 f.). Auf das gutachterlich festgestellte Abhängigkeitssyndroms 

(ICD-10: F10.2) bezüglich Alkohol ist mangels Tatkonnex nicht weiter einzugehen, 

zumal der Beschuldigte anlässlich der Begehung der vorgeworfenen Taten nicht 

unter Alkoholeinfluss stand (Urk. D1/18/5 S. 33). 

Die Beurteilung betreffend die tatzeitaktuelle Einsichts- und Steuerungsfähigkeit 

des Beschuldigten fand entsprechend vor dem Hintergrund der diagnostizierten 

hebephrenen Schizophrenie sowie gemäss Gutachter "desolaten materiellen Ver-

hältnisse und Wohnsituation" statt (Urk. D1/18/5 S. 24 ff.). Unter Berücksichtigung 

der Aussagen des Beschuldigten, seinem vom Gutachter beobachteten Mangel 

an Kontakt mit der Wirklichkeit (vgl. Urk. D1/18/5 S. 34: "Sein Selbst- und Weltbe-

zug erscheint durchaus autistisch…") und dem Wunsch des Beschuldigten, "viel 

Geld zu machen", ohne jedoch die eigene (Vermögens-)Situation hinreichend zu 

gewichten und in ein Lebenskonzept einbauen zu können, gelangt Dr. C._____ 

zum Schluss, der Beschuldigte sei dennoch in der Lage gewesen, Verhaltens-

normen und gesetzliche Regelungen anerkennen zu können. Die autistische Be-

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zogenheit verhindere aber, dem Wunsch nach mehr Geld widerstehen zu können. 

Die Einsichtsfähigkeit sei im Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Tathandlungen 

nicht eingeschränkt gewesen, wofür der minimale Tatplan im Vorfeld der Dieb-

stähle und des Raubes spreche. Es könne nicht von einer völligen Unbeeinfluss-

barkeit, einem krankhaft bestimmten deliktischen Willen des Beschuldigten die 

Rede sein. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht sei aber angezeigt, aufgrund der 

autistischen Bezogenheit des Beschuldigten eine Verminderung seiner Steue-

rungsfähigkeit im mittelgradigen Umfang anzunehmen (Urk. D1/18/5 S. 35 f.). 

2.1.2. Dr. med. C._____ untersuchte den Beschuldigten im Hinblick auf sein 

ergänzendes Gutachten am 9. November 2021 erneut während 4 ½ Stunden 

(Urk. 104 S. 25, S. 92 f.). Dabei führte er Folgendes aus: Wenn im Gutachten vom 

20. September 2019 davon gesprochen werde, dass der Beschuldigte im Rahmen 

der bei ihm diagnostizierten (hebephrenen) Schizophrenie "gleichsam in seinen 

eigenen Vorstellungen gefangen und ungenügend in der Lage (blieb und ist), die-

se Vorstellungen mit den tatsächlichen Verhältnissen und den sich stellenden 

Aufgaben in eine einstellungs- und handlungsleitende Beziehung zu setzten", und 

"in seiner autistischen Bezogenheit…. der Gedanke und der Wille, zu Geld zu 

kommen, ohne inneren Widerstand und 'wie selbstverständlich' (blieb)", bedeute 

dies nicht eine Aufhebung der Fähigkeit, das Verbotene eines solchen Tuns zu 

erkennen (und auch keine wahnhaft bestimmte Rechtfertigung), und es bedeute 

auch keine Aufhebung seiner Steuerungsfähigkeit. Auf dem Hintergrund und in 

Zusammenhang mit der psychischen Störung habe die ganz ungenügende Be-

achtung von Normsetzungen und die Gleichgültigkeit ihnen gegenüber aber zu 

einer Verminderung der Handlungsspielräume geführt, wie sie einem durch-

schnittlichen vergleichbaren Verbrechens- oder auch Rechtsgenossen zur Verfü-

gung gestanden wären und damit zu einer verminderten Fähigkeit, dem Wissen 

um das Verbotene seines Tuns zur folgen. Damit gelangt Dr. med. C._____ zur 

Erkenntnis, dass sich aus der erweiterten Aktenlage, den beigezogenen ärztlichen 

Unterlagen und Befunden sowie den Ergebnissen der neuerlichen gutachterlichen 

Untersuchung am 9. November 2021 keine gegenüber dem Gutachten vom 20. 

September 2019 neuen Aspekte ergeben, die eine abweichende Beurteilung der 

Einsichts- und Willensfähigkeit rechtfertigen (Urk. 104 S. 93).  

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2.2. Einwände der Verteidigung  

2.2.1. Seitens der Verteidigung wird vor Vorinstanz (Urk. 45 S. 3 ff.; Prot. I 

S. 18 f.) wie auch im Rahmen der Berufungsverhandlung vom 11. Juni 2021 (Urk. 

81 S. 2 ff.; Prot. II S. 21 ff.) die Ansicht vertreten, es habe dem Beschuldigten an-

lässlich dessen Tathandlungen an der Einsichtsfähigkeit und damit an der Schuld-

fähigkeit gemangelt. Der Verteidigung kann zwar darin gefolgt werden, dass die 

Verhaltensweisen des Beschuldigten anlässlich der von ihr vorgebrachten diver-

sen Ereignisse nicht dem Verhalten einer "normalen" Drittperson entsprechen. 

Der Vor-instanz ist jedoch darin zu folgen (Urk. 57 S. 15), dass sich allein daraus 

keine Rückschlüsse auf die Einsichtsfähigkeit ableiten lassen. Nur weil der Be-

schuldigte anlässlich zahlreicher Begebenheiten Verhaltensauffälligkeiten zeigte 

und das später im therapeutischen Umfeld weniger der Fall war, bedeutet dies 

keineswegs, dass bei ihm im fraglichen Zeitraum die Einsichtsfähigkeit aufgeho-

ben gewesen wäre. Davon ausgehend, dass der Beschuldigte unbestrittenermas-

sen erheblich psychisch krank war und ist, sind entsprechende Verhaltensauffäl-

ligkeiten denn auch nicht überraschend. Mit der Vorinstanz drängt sich sodann 

der Schluss auf, dass für den Beschuldigten die Begehung des Raubdelikts in der 

erfolgten Weise ohne gegebene Einsichtsfähigkeit nicht möglich gewesen wäre. 

So gab er der Privatklägerin durchaus raffiniert vor, ein Kunde zu sein, der seiner 

Freundin einen Sommerhut kaufen wolle, um sie dazu zu bringen, sich zum Kas-

senbereich zu begeben, worauf er sie packte, u.a. am Hals festhielt, ins sich da-

hinter befindliche Büro drängte, wo er glaubte, dass sich dort das Geld befinde, 

und die Schiebetüre schloss. Dabei führt bereits der Umstand, dass er sich für 

seine Tat ein allein mit einer ihm physisch klar unterlegenen Person besetztes 

Geschäft aussuchte, zum Schluss, dass die Tat, wie vom psychiatrischen Gutach-

ter erwähnt, in zumindest minimalem Mass geplant war, was gegen eine aufge-

hobene Einsichtsfähigkeit spricht. Zudem liess der Beschuldigte in jenem Moment 

von der Privatklägerin ab, als weitere Personen das Verkaufsgeschäft betraten, 

was zum Rückschluss führt, dass ihm bewusst war, dass seine Handlung verbo-

ten war und ihm entsprechend negative Folgen drohten. Mithin sind die Vorbrin-

gen der Verteidigung zur Entkräftung der gutachterlichen Erkenntnisse hinsichtlich 

erhaltener Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten als unbehilflich zu bezeichnen. 

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2.2.2. Im Rahmen ihrer Stellungnahme zum ergänzenden Gutachten vertrat 

die Verteidigung erneut und in diametraler Abweichung zum Gutachten die An-

sicht, die vom Beschuldigten verübten Taten seien im gesamten Vorgehen 

durchweg dermassen planlos, dass sie augenscheinlich als Taten einer psy-

chisch-mental schwer gestörten Person erschienen. Bei der Haupttat habe der 

Beschuldigte im Büro hinter dem Kassenbereich offensichtlich wahnhaft weiter auf 

das Opfer eingewirkt, obwohl dieses längst schon zu verstehen gegeben habe, 

dass das Geld sich in der Kasse und nicht im Büro befinde. Bei den Diebstählen 

im Juni 2019 mute allein schon die Liste der gestohlenen Gegenstände derart 

planlos und zufällig an, dass die sogenannte "Diebestour" vollkommen erratisch 

erscheine. Das Rauchen in einem S-Bahn-Zug kurz vor Mitternacht runde dieses 

Bild quasi ab. Die Frage, ob ein so vorgehender Täter nicht geradezu verrückt 

sein müsse, dränge sich nachgerade gebieterisch auf (Urk. 120 S. 1 f.). Dem ist 

entgegenzuhalten, dass die Verteidigung letztlich nur ihre eigene Interpretation 

der Tathandlungen des Beschuldigten in forensisch-medizinischer Hinsicht den 

Erkenntnissen des Sachverständigen gegenüberstellt. So legte der Gutachter in 

überzeugender Weise dar, dass die Handlungsweisen des Beschuldigten anläss-

lich der Begehung der Taten entgegen der Meinung der Verteidigung keine gänz-

liche Planlosigkeit manifestierten, sondern dass daraus hervorging, dass die Ein-

sichtsfähigkeit des Beschuldigten durchaus vorhanden, nur, aber immerhin, je-

doch seine Steuerungsfähigkeit eingeschränkt war.  

2.3. Schlussfolgerungen 

Mit der Vorinstanz kann festgestellt werden, dass das Gutachten eindeutige und 

differenzierte Ergebnisse bezüglich Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Be-

schuldigten liefert (Urk. 57 S. 15 f.). Dasselbe gilt für die Erkenntnisse im ergän-

zenden Gutachten. Die Ausführungen des Gutachters sind nachvollziehbar, über-

zeugend und stehen im Einklang mit dem Eindruck, den der Beschuldigte vor Vo-

rinstanz wie auch anlässlich der Berufungsverhandlung gemacht hat. Es ist daher 

in Übereinstimmung mit den gutachterlichen Schlussfolgerungen von einer in mitt-

lerem Grade verminderten Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt sämtlicher Delikte aus-

zugehen. Entsprechend ist kein Schuldausschlussgrund gegeben. Die mittelgra-

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dig verminderte Steuerungsfähigkeit ist im Rahmen der Strafzumessung zu be-

rücksichtigen. 

3. Fazit 

Demzufolge ist der Beschuldigte  

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 

Abs. 2 StGB, 

− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

− des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB und 

− der Missachtung des Rauchverbots in Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs 

im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes zum Schutz vor Pas-

sivrauchen 

schuldig zu sprechen. 

III. Widerruf 

1. Vorstrafen 

Der Beschuldigte wurde mittels Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland vom 15. Juni 2019 zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.– sowie einer Busse von Fr. 300.– verurteilt, unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren (Urk. 41 und 58; Kopien Beizugsakten Staatsan-

waltschaft Winterthur/Unterland S. 1 ff.; gleichentags eröffnet). Weiter wurde er 

von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl mit Strafbefehl vom 26. Juni 2019 zu einer 

Freiheitsstrafe von 14 Tagen, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, ver-

urteilt (Urk. 41 und 58; Beizugsakten Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Urk. 10 und 

11; gleichentags eröffnet). Die vorliegend zu beurteilenden Taten beging der Be-

schuldigte somit innert laufender Probezeiten. 

- 15 - 

2. Grundlagen 

Begeht die verurteilte Person während der Probezeit ein Verbrechen oder Verge-

hen und ist deshalb zu erwarten, dass sie weitere Straftaten verüben wird, so wi-

derruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe. Sind 

die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet es in sinngemässer 

Anwendung von Artikel 49 eine Gesamtstrafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). Ist nicht zu 

erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das 

Gericht auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen oder die Probe-

zeit um höchstens die Hälfte der im ursprünglichen Urteil festgesetzten Dauer ver-

längern (Art. 46 Abs. 2 StGB). Der Widerruf darf nicht angeordnet werden, wenn 

seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen sind (Art. 46 Abs. 5 StGB). 

Die Prüfung der Bewährungsaussichten ist anhand einer Gesamtwürdigung aller 

wesentlichen Umstände vorzunehmen. In diese Beurteilung ist im Rahmen der 

Gesamtwürdigung auch mit einzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder un-

bedingt ausgesprochen wird (BGE 144 IV 277 E. 3.2). 

3. Subsumtion 

Während die Diebstähle und Hausfriedensbrüche mit einer Ausnahme zwischen 

den beiden früheren Verurteilungen erfolgten, beging der Beschuldigte den Raub 

als mit Abstand schwerstes Delikt genau einen Tag nach Erlass und Aushändi-

gung des zweiten Strafbefehls und somit am ersten Tag der laufenden Probezeit, 

was allein für sich betrachtet auf ein hohes Mass an Uneinsichtigkeit schliessen 

lässt. Der Raub stellt gegenüber den früheren Delikten sowie den weiteren vorlie-

gend zu beurteilenden Vorwürfen sodann eine massive Steigerung der Intensität 

der Delinquenz dar. Auch seitens des psychiatrischen Gutachters, Dr. med. 

C._____, wird dem Beschuldigten hinsichtlich der Begehung neuerlicher Dieb-

stahlsdelikte, räuberischer Mittelbeschaffungen und Körperverletzungen eine un-

günstige Prognose gestellt (Urk. D1/18/5 S. 39). Entsprechend kann dem Be-

schuldigten die für das Absehen von einem Widerruf erforderliche günstige Prog-

nose im Sinne von Art. 46 Abs. 1 StGB nicht gestellt werden, weswegen der be-

dingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 15. Juni 2019 ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu wi-

- 16 - 

derrufen ist. Die Geldstrafe ist zu vollziehen. Die mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Zürich-Sihl ausgefällte Freiheitsstrafe von 14 Tagen ist als Ganzes zu wi-

derrufen (vgl. betr. weiteres Vorgehen nachfolgend Erw. IV.2.5.4.). 

IV. Strafzumessung 

1. Einleitung 

Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten unter Einbezug der widerrufenen Vor-

strafe mit einer Gesamt-Freiheitsstrafe von 31 Monaten, als teilweise Zusatzstra-

fe, sowie mit einer Busse von Fr. 500.– (Urk. 57 S. 43). Die Staatsanwaltschaft 

verlangt mit ihrer Anschlussberufung eine Freiheitsstrafe von mindestens 3 ½ 

Jahren (Urk. 63 S. 2), während die Verteidigung keinen Eventualantrag im Falle 

einer Verurteilung gestellt hat. 

2. Theoretischer Strafrahmen 

2.1. Asperationsprinzip 

2.1.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-

gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der 

Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das 

Höchstmass der angedrohten Strafe (Strafrahmen) nicht um mehr als die Hälfte 

erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart (z.B. 180 Ta-

gessätze Geldstrafe) gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

2.1.2. Für die Bildung einer Gesamtstrafe hat das Gericht in einem ersten 

Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die 

Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmin-

dernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Bei der Be-

stimmung des Strafrahmens für die schwerste Tat ist von der abstrakten Strafan-

drohung auszugehen: Schwerer ist die Tat mit der höheren Höchststrafe; sieht ei-

ne weniger schwere Tat eine höhere Mindeststrafe vor, so bestimmt diese den 

unteren Rand des Strafrahmens (vgl. Urteil 6B_681/2013, E. 1.3.1 des BGer vom 

26. Mai 2014). In einem zweiten Schritt hat das Gericht diese Einsatzstrafe unter 

- 17 - 

Einbezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen (Urteil 

6B_157/2014 des BGer vom 26. Januar 2015 E. 2.2; TRECHSEL/THOMMEN, in: 

Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. 

Aufl., Zürich 2021, N 8 zu Art. 49). Die Einzelstrafen sind unter Einbezug aller 

straferhöhenden und strafmindernden Tatumstände grundsätzlich innerhalb des 

ordentlichen Strafrahmens des jeweiligen Straftatbestandes und nicht desjenigen 

mit der abstrakt höchsten Strafandrohung festzusetzen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.3 

S. 271). 

2.1.3. Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist 

nur bei gleichartigen Strafen möglich. Dass die anzuwendenden Strafbestimmun-

gen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht. Vielmehr ist nach der 

konkreten Methode für jeden einzelnen Normverstoss die entsprechende Strafe 

zu bestimmen. Ungleichartige Strafen – wie Geld- und Freiheitsstrafe – sind daher 

kumulativ zu verhängen (BGE 142 IV 265 E. 2.3.2 S. 267 f.; bestätigt in BGer 

6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.3). 

2.1.4. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des 

ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung 

festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit ge-

fasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Entge-

gen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Straf-

rahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch 

erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den übli-

chen Zumessungskriterien festzusetzen wäre. Zwar ist auch in der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung darauf hingewiesen worden, das Gesetz sehe eine Straf-

rahmenerweiterung vor. Damit sollte aber nur ausgedrückt werden, dass der Rich-

ter infolge eines Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes nicht mehr in je-

dem Fall an die Grenze des ordentlichen Strafrahmens gebunden ist. Der ordent-

liche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen 

und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. 

zu milde erscheint. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrah-

mens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zu-

- 18 - 

sammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren, 

so dass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Rahmens dem Rechtsempfinden 

widerspräche. Dabei hat der Richter zu entscheiden, in welchem Umfang er den 

unteren Rahmen wegen der besonderen Umstände erweitern will. Der vom Ge-

setzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Regel, für eine 

einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt den Richter na-

mentlich in die Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu berück-

sichtigen. Die verminderte Schuldfähigkeit allein führt deshalb grundsätzlich nicht 

dazu, den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten. Dazu bedarf es weiterer 

ins Gewicht fallender Umstände, die das Verschulden als besonders leicht er-

scheinen lassen. Nur eine solche Betrachtungsweise vermag der gesetzgeberi-

schen Wertung des Unrechtsgehaltes einer Straftat und damit letztlich der Aus-

gleichsfunktion (auch) des Strafrechts Rechnung zu tragen (BGE 136 IV 55 ff., 

63). 

2.2. Verminderte Schuldfähigkeit als Strafmilderungsgrund 

War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzu-

sehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gericht die Strafe 

(Art. 19 Abs. 2 StGB). Das Gericht ist dabei nicht an die angedrohte Mindeststrafe 

gebunden. Des Weiteren kann das Gericht auf eine andere als die angedrohte 

Strafart erkennen, ist aber an das gesetzliche Höchst- und Mindestmass der 

Strafart gebunden (Art. 48a StGB). 

2.3. Retrospektive Konkurrenz bzw. Zusatzstrafe 

Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er we-

gen einer andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es nach Art. 49 Abs. 2 

StGB die Strafe so, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die 

strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären. Somit soll das Aspera-

tionsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleistet werden. 

- 19 - 

2.4. Wahl der Strafart 

Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit ei-

ner bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Um-

feld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der 

Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im 

Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit 

der Betroffenen eingreift bzw. die sie am wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 

5.2; BGE 134 IV 97 E. 4.2.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). In Bezug auf Vergehen und 

Verbrechen im unteren Bereich, die grundsätzlich mit Geldstrafen bis zu 180 Ta-

gessätzen zu ahnden sind, regelt Art. 41 StGB, unter welchen Voraussetzungen 

(bedingte und unbedingte) Freiheitsstrafen in Betracht kommen (HEIMGARTNER, in: 

Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kom-

mentar, 21. A., Zürich 2022, N 1 zu Art. 41). Entsprechend dem Verhältnismäs-

sigkeitsprinzip ist auch in Art. 41 Abs. 1 StGB vorgesehen, dass das Gericht dann 

auf eine Freiheitsstrafe statt auf eine Geldstrafe erkennen kann, wenn eine solche 

geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten oder eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden 

kann. 

2.5. Subsumtion 

2.5.1. Qualifizierter Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung 

mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB als schwerstes vom Beschuldigten begangenes Delikt wird 

mit Freiheitsstrafe von zwei bis 20 Jahren bestraft.  

2.5.2. Hinsichtlich der Wahl der Strafart für die mehrfachen Diebstähle und 

Hausfriedensbrüche ist zu bemerken, dass dem Beschuldigten nach Einschät-

zung des psychiatrischen Gutachters, Dr. med. C._____, hinsichtlich der Bege-

hung neuerlicher Diebstahlsdelikte, räuberischer Mittelbeschaffungen und Körper-

verletzungen eine ungünstige Legalprognose gestellt wird (Urk. D1/18/5 S. 39). 

Zwar war er im Zeitpunkt der Begehung jener Delikte mit einer Ausnahme noch 

nicht mittels einer Freiheitsstrafe bestraft worden. Dies ändert aber nichts an der 

ungünstigen Prognose. Dass vorliegend für die weiteren Delikte, deren Verschul-

- 20 - 

densbewertung eine Geldstrafe als Sanktion grundsätzlich noch zuliesse, eine 

auszusprechende Geldstrafe ausreichen würde, den Beschuldigten inskünftig von 

der Begehung weiterer Delikte abzuhalten, kann nicht angenommen werden. Es 

erscheint daher angezeigt, auch für jene Delikte je eine Freiheitsstrafe auszu-

sprechen, die hernach in die Bildung einer Gesamtstrafe einzubeziehen sein wird. 

2.5.3. Die Strafschärfungsgründe der Deliktsmehrheit und der mehrfachen 

Tatbegehung (Art. 49 Abs. 1 StGB) sind somit innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens erhöhend zu berücksichtigen, wobei das Gericht aufgrund der vermin-

derten Schuldfähigkeit des Beschuldigten nicht an die Mindeststrafe gebunden ist 

(Art. 19 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 48a Abs. 1 StGB). Aussergewöhnliche Um-

stände, die es angezeigt erscheinen liessen, den ordentlichen Strafrahmen im 

vorliegenden Fall zu verlassen, bestehen auch unter Berücksichtigung der ver-

minderten Schuldfähigkeit nicht. Die Strafe ist somit innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens zu bemessen. Die Einsatzstrafe für den Raub ist dabei aufgrund der 

Delinquenz bezüglich der mehrfachen Diebstähle und Hausfriedensbrüche ange-

messen zu erhöhen; der Strafmilderungsgrund ist strafmindernd zu berücksichti-

gen. Für die Übertretungstatbestände ist zudem eine Busse, deren Höchstbetrag 

Fr. 10'000.– beträgt (Art. 106 Abs. 1 StGB), auszufällen. 

2.5.4. Die vorliegend zu beurteilenden Diebstähle und Hausfriedensbrüche 

mit Ausnahme des Hausfriedensbruchs gemäss Dossier 11 beging der Beschul-

digte vor Ausfällung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. 

Juni 2019 zu einer Freiheitsstrafe von 14 Tagen, während der Raub am Tag da-

nach erfolgte. Insofern wäre eine teilweise Zusatzstrafe auszufällen. Gestützt auf 

Art. 46 Abs. 1 StGB ist die Vorstrafe aber ohnehin zu widerrufen – also nicht le-

diglich deren bedingter Vollzug – und diese in sinngemässer Anwendung von Art. 

49 StGB in die Bildung der Gesamtstrafe miteinzubeziehen. Eine teilweise Zu-

satzstrafe ist vorliegend daher nicht auszusprechen.  

- 21 - 

3. Strafzumessung im engeren Sinne 

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Grundsätze der Strafzumessung bereits zu-

treffend dargelegt. Es kann auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen wer-

den (Urk. 57 Ziff. IV. S. 16 ff.). 

Nachfolgend wird zunächst die vom Beschuldigten gesetzte objektive Tatschwere 

und das subjektive Verschulden aufgrund der konkreten Verhältnisse beurteilt 

(Tatkomponente). Vorweg ist das Verschulden für den qualifizierten Raub zur 

Festlegung der Einsatzstrafe zu würdigen. Im Anschluss ist das Verschulden für 

die jeweiligen Vorwürfe der weiteren Delikte einzeln zu prüfen. Darauf werden 

weitere Aspekte dargestellt, welche keinen unmittelbaren Zusammenhang mit den 

verübten Taten aufweisen (Täterkomponente), und schliesslich wird eine Ge-

samtwürdigung vorgenommen. Es versteht sich dabei von selbst, dass der Straf-

zumessung derjenige Sachverhalt zugrunde zu legen ist, welcher durch das vor-

stehend dargelegte Beweisergebnis erstellt ist (vgl. zur Strafzumessung: MATHYS, 

Zur Technik der Strafzumessung, SJZ 100 [2004] Nr. 8 S. 173 ff.; ders., Leitfaden 

Strafzumessung, 2. A., Basel 2019, N 53 ff.). 

4. Tatkomponente  

4.1. Raub 

4.1.1. Objektives Verschulden  

In objektiver Hinsicht erweckte das Vorgehen des Beschuldigten einen brutalen, 

rücksichtslosen und hinterhältigen Eindruck, wobei er ein hohes Mass an kriminel-

ler Energie manifestierte. Nachdem er zunächst vorgetäuscht hatte, ein normaler 

Kunde und am Kauf eines Huts für seine Freundin interessiert zu sein, würgte und 

schlug der Beschuldigte die Privatklägerin plötzlich, um sie zur Herausgabe von 

Bargeld zu nötigen. Zudem versuchte er sie zu fesseln und mit einem Tuch zu 

knebeln, um sie daran zu hindern, um Hilfe zu schreien. Dabei war es lediglich ei-

nem glücklichen Zufall zu verdanken, dass die Privatklägerin aufgrund des Schla-

gens auf den Kopf mittels eines vergleichsweise schweren Glasaschenbechers 

nicht schwerer verletzt wurde. Als Verletzungen trug die Privatklägerin ein leichtes 

- 22 - 

Schädelhirntrauma, mehrere Blutergüsse im Kopf- und Gesichtsbereich, am Rü-

cken, an beiden Oberarmen, am linken Unterarm und am rechten Bein sowie 

zahlreiche Hautabschürfungen an der Stirn links, am Rücken rechts und an bei-

den Armen und Beinen sowie Hautrötungen an beiden Ellbogen, am linken Knie 

und am rechten Fussrücken davon. Die Privatklägerin war dem Beschuldigten 

physisch klar unterlegen. Der Beschuldigte liess erst von weiteren Schlägen und 

dem Fesselungsvorhaben ab, nachdem eine weitere Kundin das Ladenlokal zufäl-

lig betreten hatte und im Begriff war, die Polizei zu rufen. Zwar dauerte der ge-

samte Raubüberfall mit rund 15 Minuten nur relativ kurz, doch ist dies bei Raub-

delikten häufig der Fall. Der Deliktsbetrag von Fr. 1'500.– plus Fr. 50.– des Werts 

des Portemonnaies ist für qualifizierte Raubdelikte im eher unteren Bereich, wobei 

sich der Beschuldigte zweifellos auch eine Beute von weit höherem Wert ange-

eignet hätte. Der Schwerpunkt des Verschuldens liegt mithin deutlich mehr bei der 

Verletzung der physischen wie auch psychischen Integrität der Privatklägerin, für 

die der Raubüberfall durch den Beschuldigten fraglos traumatisierend war, als bei 

der erhältlich gemachten Beute. Bei der Einstufung des objektiven Verschuldens 

ist allerdings zu beachten, dass die genannten Verschuldenselemente bereits Vo-

raussetzung für die rechtliche Qualifikation der Tat und damit den Strafrahmen mit 

einer Freiheitsstrafe ab zwei Jahren darstellen. Innerhalb dieses Strafrahmens 

von zwei bis 20 Jahren ist von einem nicht mehr leichten Verschulden auszuge-

hen.  

4.1.2. Subjektives Verschulden  

Motiv des Beschuldigten waren einzig finanzielle Beweggründe und insofern letzt-

lich ein egoistisches Tatmotiv. Zwar befand er sich in einer finanziell durchaus 

schwierigen Lage, nachdem er zehn Tage vor seiner Verhaftung von zu Hause im 

Streit weggegangen war und keine Einnahmequelle hatte (Urk. D1/11/3 S. 10), 

und er zudem über keine finanziellen Reserven verfügte, nachdem er rund sechs 

oder sieben Monaten zuvor als Tellerwäscher und Hilfskoch in D._____ gearbeitet 

hatte (Urk. D1/18/5 S. 18). Eine eigentliche Notlage kann aber dennoch nicht an-

genommen werden, zumal in der Schweiz niemand stehlen oder gar Raubdelikte 

begehen muss, um zu überleben. Sein Tatmotiv vermag den Beschuldigten daher 

- 23 - 

nicht zu entlasten. Der Raub war wohl kaum lange geplant, sondern entsprang 

eher einem spontan gefassten Tatplan, der zudem auch nicht als besonders raffi-

niert bezeichnet werden kann. Hinsichtlich der Tatfolgen für die Privatklägerin 

wusste er um diese. Auch wenn sie selbstredend nicht sein Handlungsziel dar-

stellten, handelte er doch in klarer Kenntnis darum. Auch dies wirkt sich weder 

verschuldenserhöhend noch verschuldensmindernd aus. Deutlich straf- bzw. ver-

schuldensmindernd ist aber die mittelgradig verminderte Steuerungs- und damit 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu berücksichtigen, war sein Mass an Ent-

scheidungsfreiheit dadurch doch entsprechend eingeschränkt.  

4.1.3. Fazit 

Das objektive Tatverschulden wird durch die subjektiven Zumessungsgründe 

deutlich relativiert. Es ist daher innerhalb des von zwei bis 20 Jahren Freiheits-

strafe reichenden Strafrahmens von einem noch leichten Verschulden auszuge-

hen. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz erscheint eine Einsatzstrafe von 3 

Jahren bzw. 36 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. 

4.2. Mehrfacher Diebstahl gemäss Dossier 2 ("Diebestour") 

4.2.1. Objektives Verschulden  

In objektiver Hinsicht handelt es sich vorliegend um vier einzelne Diebstahlshand-

lungen – sogenannte Ladendiebstähle – zulasten vier Geschädigter innerhalb nur 

knapp einer Stunde. Der Beschuldigte begab sich dazu in die öffentlich zugängli-

chen Warenhäuser und eignete sich die Sachen an, wobei er keinerlei relevante 

Verschleierungsversuche unternahm (Urk. D2/2). Straf- bzw. verschuldenserhö-

hend wirkt sich aus, dass es sich um mehrfache Begehung handelte, indem sich 

der Beschuldigte jeweils erneut zur Tatbegehung entschliessen musste. Der ge-

samte Deliktsbetrag im Umfang von Fr. 759.90 stellt keine hohe Summe dar, liegt 

aber klar über einem geringfügigen Vermögenswert. Vergleicht man die vorlie-

genden Handlungen mit anderen denkbaren unter den Grundtatbestand des 

Diebstahles fallenden Handlungen, ist die objektive Tatschwere als leicht zu be-

zeichnen. 

- 24 - 

4.2.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht ist grundsätzlich auf das zuvor unter Erw. 4.1.2. zum Raub 

Ausgeführte zu verweisen, zumal auch hier ein rein finanzielles Tatmotiv vorlag. 

Die Diebstähle waren weder von langer Hand geplant noch besonders ausgeklü-

gelt. Es handelte sich aber auch nicht um völlig spontane Handlungen, indem der 

Beschuldigte jeweils auf einen günstigen Moment wartete, um seine Tathandlun-

gen zu begehen. Wiederum ist die mittelgradig verminderte Steuerungs- und da-

mit Schuldfähigkeit deutlich straf- bzw. verschuldensmindernd zu berücksichtigen, 

war das Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten dadurch doch entspre-

chend eingeschränkt. 

4.2.3. Fazit 

Das objektive Tatverschulden wird durch die subjektiven Zumessungsgründe 

deutlich relativiert. Es ist daher innerhalb des von 1 Tagessatz Geldstrafe bis 5 

Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmens von einem leichten Verschulden 

auszugehen. Insbesondere angesichts der mehrfachen Tatbegehung erweist sich 

die vor- 

instanzlich festgesetzte Strafe von 15 Tagen als zu tief. Es erscheint vielmehr ei-

ne Strafe von 1 Monat Freiheitsstrafe als angemessen. 

4.3. Diebstahl gemäss Dossier 4  

4.3.1. Objektives Verschulden  

In objektiver Hinsicht schlich sich der Beschuldigte in ein Zimmer des Universi-

tätsspitals Zürich, das zwar nicht verschlossen war, bei dem es sich aber dennoch 

nicht um einen öffentlich zugänglichen Raum handelte, wodurch der Beschuldigte 

eine gewisse Dreistigkeit manifestierte. Dabei nahm er aus dem betreffenden 

Zimmer einen Computer der Marke Apple iMac von einem Trolley und verliess da-

rauf die Örtlichkeit. Der Deliktsbetrag von rund Fr. 1'000.– ist nicht besonders 

hoch, stellt aber auch keinen geringfügigen Vermögenswert dar. Vergleicht man 

die vorliegenden Handlungen mit anderen denkbaren unter den Grundtatbestand 

- 25 - 

des Diebstahles fallenden Handlungen, ist die objektive Tatschwere als leicht zu 

bezeichnen.  

4.3.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht ist wiederum grundsätzlich auf das zuvor unter Erw. 4.1.2. 

zum Raub Ausgeführte zu verweisen, zumal auch hier ein rein finanzielles Tatmo-

tiv vorlag. Der vorliegende Diebstahl war wiederum nicht das Ergebnis einer lan-

gen und gründlichen Vorbereitung. Von einer planlosen Handlung kann aber den-

noch keine Rede sein, wartete der Beschuldigte doch geschickt einen passenden 

Zeitpunkt zur Tatbegehung ab. Wiederum ist die mittelgradig verminderte Steue-

rungs- und damit Schuldfähigkeit deutlich straf- bzw. verschuldensmindernd zu 

berücksichtigen, war das Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten 

dadurch doch entsprechend eingeschränkt. 

4.3.3. Fazit 

Das objektive Tatverschulden wird durch die subjektiven Zumessungsgründe 

deutlich relativiert. Es ist daher innerhalb des von 1 Tagessatz Geldstrafe bis 5 

Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmens von einem leichten Verschulden 

auszugehen. Namentlich aufgrund des nicht unbeachtlichen Deliktsbetrags 

scheint die von der Vorinstanz vorgesehene Strafe von 21 Tagen als zu tief be-

messen. Es erscheint stattdessen eine Strafe von 1 Monat Freiheitsstrafe als an-

gemessen. 

4.4. Mehrfacher Hausfriedensbruch gemäss Dossiers 8, 9 und 11  

4.4.1. Objektives Verschulden  

In objektiver Hinsicht beging der Beschuldigte die betreffenden Tathandlungen in-

nert weniger Tage, wobei diese gewissermassen Hilfsdelikte zur Begehung (vor-

liegend geringfügiger) Diebstähle darstellten. Die jeweiligen Hausverbote, über 

die sich der Beschuldigte hinwegsetzte, waren nur einige Tage zuvor, am 18., 19. 

bzw. 22. Juni 2019 gegen ihn ausgesprochen worden. Nur wenige Tage danach 

betrat der Beschuldigte mithin erneut verbotenerweise ein Verkaufsgeschäft der 

- 26 - 

E._____ Genossenschaft bzw. der F._____ AG (Urk. D8/2; D9/3 und D11/2). Zu 

berücksichtigen ist, dass es sich um grundsätzlich öffentlich zugängliche Ver-

kaufsstellen und nicht etwa um dem eigentlichen Privat- oder Geheimbereich der 

Geschädigten zuzurechnende Räumlichkeiten handelte, weswegen deren Haus-

recht nur in vergleichsweise geringfügigem Mass verletzt wurde. Die objektive 

Tatschwere ist innerhalb des von einem Tagessatz Geldstrafe bis 3 Jahren Frei-

heitsstrafe reichenden Strafrahmens als leicht zu bezeichnen. 

4.4.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht ist wiederum grundsätzlich auf das zuvor unter Erw. 4.1.2. 

zum Raub Ausgeführte zu verweisen, zumal auch hier ein rein finanzielles Tatmo-

tiv vorlag, da die Hausfriedensbrüche Voraussetzung zur Begehung von Dieb-

stählen darstellten. Insbesondere ist die mittelgradig verminderte Steuerungs- und 

damit Schuldfähigkeit deutlich straf- bzw. verschuldensmindernd zu berücksichti-

gen, war das Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten dadurch doch 

entsprechend eingeschränkt. 

4.4.3. Fazit 

Das objektive Tatverschulden wird durch die subjektiven Zumessungsgründe 

deutlich relativiert. Es ist daher innerhalb des von 1 Tagessatz Geldstrafe bis 3 

Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmens von einem leichten Verschulden 

auszugehen. Es erscheint eine Strafe von je 10 Tagen bzw. gesamthaft 1 Monat 

Freiheitsstrafe als angemessen. 

4.5. Mehrfacher geringfügiger Diebstahl gemäss Dossiers 3, 5, 6, 8, 9, 10 und 11  

4.5.1. Objektives Verschulden  

In objektiver Hinsicht handelte es sich um geringfügige Diebstähle, die sich durch 

dieselbe wenig ausgeklügelte Vorgehensweisen sowie einen engen zeitlichen 

Rahmen charakterisieren lassen. So verstaute der Beschuldigte gemäss Dossier 

3 in einem Warenhaus ein Poloshirt für Fr. 80.– in seinem mitgeführten Rucksack 

und zog einen Blazer im Wert von Fr. 129.– an, worauf er das Warenhaus ver-

- 27 - 

liess, ohne zu bezahlen. Unter Dossier 5 verlangte der Beschuldigte in einem Su-

permarkt an der Kasse nach einer Schachtel Zigaretten im Wert von Fr. 8.20, wo-

rauf er die Örtlichkeit verliess, ohne zu bezahlen. Dasselbe Vorgehen legte er ei-

nen Tag später im gleichen Supermarkt an den Tag, als er das Geschäft mit einer 

Dose Bier im marginalen Wert von Fr. 1.80 ohne zu bezahlen verliess (Dossier 6). 

Einen weiteren Tag später nahm der Beschuldigte ein Paar Kindersocken im Wert 

von Fr. 7.50 aus einem anderen Warenhaus und verliess es sogleich, ohne zu 

bezahlen (Dossier 8). Wiederum praktisch gleich verhielt sich der Beschuldigte, 

als er am 22. bzw. 25. Juni 2019 je eine Dose Bier im Wert von Fr. 1.80 bzw. Fr. 

4.25 aus zwei unterschiedlichen Verkaufslokalen ohne zu bezahlen mitnahm 

(Dossiers 9 und 10). Schliesslich nahm der Beschuldigte aus einem Warenhaus 

am 28. Juni 2019 ein Hemd im Wert von Fr. 119.– an sich und verliess die Ört-

lichkeit ohne zu bezahlen (Dossier 11). Das Vorgehen des Beschuldigten ist dabei 

als eher simpel bzw. plump zu bezeichnen, doch manifestierte er hierdurch auch 

eine gewisse Unverfrorenheit, insbesondere vor dem Hintergrund dieser Serie an 

geringfügigen Diebstählen. Innerhalb des Übertretungstatbestands ist daher von 

einem keineswegs mehr leichten Verschulden auszugehen. 

4.5.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht ist wiederum grundsätzlich auf das zuvor unter Erw. 4.1.2. 

zum Raub Ausgeführte zu verweisen, zumal auch hier ein rein finanzielles Tatmo-

tiv vorlag. Insbesondere ist die mittelgradig verminderte Steuerungs- und damit 

Schuldfähigkeit deutlich straf- bzw. verschuldensmindernd zu berücksichtigen, 

war das Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten dadurch doch entspre-

chend eingeschränkt. 

4.5.3. Fazit 

Das objektive Tatverschulden wird durch die subjektiven Zumessungsgründe 

deutlich relativiert. Es ist daher innerhalb des Strafrahmens für Übertretungen von 

einem noch leichten Verschulden auszugehen. Es erscheint die vorinstanzlich 

festgelegte Einsatzstrafe von Fr. 400.– Busse als angemessen. 

- 28 - 

4.6. Übertretung des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen gemäss 

Dossier 12  

4.6.1. Objektives Verschulden  

In objektiver Hinsicht rauchte der Beschuldigte auf der Zugstrecke von G._____ 

nach H._____ in der S-Bahn (Zug S 8) eine Zigarette, wodurch er gegen das 

Rauchverbot in Zügen gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. i des Bundesgesetzes zum Schutz 

vor Passivrauchen (SR 818.31) verstiess und andere Passagiere unfreiwillig un-

gesundem Passivrauch aussetzte. Innerhalb des Übertretungstatbestands ist von 

einem noch leichten Verschulden auszugehen. 

4.6.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht lag dem Verhalten des Beschuldigten wohl schlicht Rück-

sichtslosigkeit zugrunde, was ihn nicht zu entlasten vermag, wobei er zweifellos 

um das Rauchverbot in Zügen wusste. Wiederum ist ihm aber die mittelgradig 

verminderte Steuerungs- und damit Schuldfähigkeit deutlich straf- bzw. verschul-

densmindernd anzurechnen, war das Mass an Entscheidungsfreiheit des Be-

schuldigten dadurch doch entsprechend eingeschränkt.  

4.6.3. Fazit 

Das objektive Tatverschulden wird durch die subjektiven Zumessungsgründe 

deutlich relativiert. Es ist daher innerhalb des Strafrahmens für Übertretungen von 

einem leichten Verschulden auszugehen. Es erscheint eine Einsatzstrafe von 

Fr. 150.– Busse als angemessen, wie sie bereits auch von der Vorinstanz bemes-

sen wurde. 

4.7. Asperation 

4.7.1. Freiheitsstrafe 

Auszugehen ist von der Einsatzstrafe von 36 Monaten Freiheitsstrafe für den 

Raub. Die Strafen für die weiteren Delikte betragen addiert 3 Monate. In Anwen-

- 29 - 

dung des Asperationsprinzips sind davon 2 Monate anzurechnen, womit sich eine 

Freiheitsstrafe von 38 Monaten ergibt. 

4.7.2. Busse 

Hier ist von der Einsatzstrafe von Fr. 400.– Busse für den mehrfachen geringfügi-

gen Diebstahl auszugehen. Von der Busse von Fr. 150.– für die Übertretung des 

Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen sind in Nachachtung des Aspe-

rationsprinzips deren Fr. 100.– anzurechnen, womit eine Busse von Fr. 500.– re-

sultiert. 

4.8. Fazit bezüglich Tatkomponente 

Insgesamt ist das Tatverschulden des Beschuldigten sowohl von der objektiven 

Tatschwere her wie auch unter Berücksichtigung seines subjektiven Verschuldens 

innerhalb des von zwei bis 20 Jahren Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmens als 

noch leicht zu bezeichnen. Gestützt auf die erwähnten Faktoren nach Würdigung 

der Tatkomponente gelangt man somit zu einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten 

und einer Busse von Fr. 500.–. 

5. Täterkomponente  

5.1. Geständnis/Reue und Einsicht 

5.1.1. Der Beschuldigte ist weitgehend geständig, einzig bezüglich des Raubs 

bestritt er, die Privatklägerin auch gewürgt zu haben, so dass insoweit nicht auf 

seine Aussagen abgestellt werden konnte. Angesichts der insgesamt sehr klaren 

Beweislage hätte ein Bestreiten allerdings auch kaum Sinn ergeben bzw. die Er-

leichterung des Verfahrens zufolge des Geständnisses hielt sich in engen Gren-

zen. Nichtsdestotrotz ist das Geständnis aber merklich strafmindernd zu berück-

sichtigen. 

5.1.2. Aufrichtige Reue zeigte der Beschuldigte allerdings nicht. Zwar führte 

er vor Vorinstanz aus, der begangene Raub sei "eine dumme Sache" gewesen 

und er werde "niemals wieder so etwas machen" (Prot. I S. 10). Hierin spiegelt 

sich aber durchaus auch ein gewisses Mass an Selbstmitleid. Abgesehen von je-

- 30 - 

ner Aussage zeigte er im gesamten Verfahren nie irgendwelche Reue oder Ein-

sicht. So entschuldigte er sich auch nicht anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung bei der dort anwesenden Privatklägerin. Erst anlässlich der Beru-

fungsverhandlung drückte er eine gewisse Reue aus (Prot. II S. 9). Unter diesem 

Titel ist ihm über das Geständnis hinaus mithin nichts strafmindernd anzurechnen.  

5.2. Vorstrafen 

Der Beschuldigte weist zwei einschlägige Vorstrafen auf (Urk. 41 und 58). Alle Ta-

ten erfolgten sehr nahe beieinander und während laufender Probezeit einer oder 

beider Vorstrafen. So wurde er am 15. Juni 2019 wegen Sachbeschädigung und 

versuchten Diebstahls mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagess-

ätzen zu Fr. 30.– bestraft. Am 26. Juli 2019 erging ein Strafbefehl wegen eines 

Diebstahls, der zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Tagen führte, wobei letz-

tere Strafe wie erwähnt gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB vorliegend widerrufen 

wird. Immerhin ist zu beachten, dass jene Strafen im Vergleich zum heute zu be-

urteilenden qualifizierten Raub von weit geringerer Tatschwere waren. Die Vor-

strafen und das Delinquieren während laufender Probezeiten sind leicht strafer-

höhend zu berücksichtigen. Ebenfalls leicht straferhöhend zu berücksichtigen ist, 

dass der Beschuldigte während laufendem Strafverfahren delinquierte, zumal der 

Beschuldigte die in diesem Verfahren zu beurteilenden Delikte beging, als noch 

das Verfahren lief, welches zum Strafbefehl vom 26. Juli 2019 führte. 

5.3. Persönliche Verhältnisse/Vorleben/weiterer Leumund 

Der Beschuldigte machte Aussagen zur Person sowohl gegenüber dem psychiat-

rischen Gutachter, Dr. med. C._____ (Urk. D1/18/5 S. 14 ff.), wie auch anlässlich 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 17. Juli 2020 (Urk. D1/11/3). So 

führte er aus, er sei 1993 in I._____, Kosovo, geboren worden. Er habe eine älte-

re Schwester und zwei jüngere Brüder. Nach einigen Monaten in Albanien habe 

die Familie 1999 in J._____, Italien, Asyl erhalten. Während seiner obligatori-

schen Schulzeit in Italien habe er mehrmals die Schule wechseln müssen. Er ha-

be stets Schwierigkeiten mit den Lehrern und Klassenkameraden gehabt. Mit 

Letzteren habe er neben verbalen auch physische Streitigkeiten gehabt 

- 31 - 

(Urk. D1/11/3 S. 8). Eine Ausbildung habe er weder in Italien noch in der Schweiz, 

wo er mit seiner ganzen Familie seit 2016 lebe, absolviert. Er leide unter grünem 

Star, wobei die letzte Operation am 3. März 2019 erfolgt sei. Auf dem linken Auge 

sei er fast blind, rechts bedürfe er einer Korrektur von sieben Dioptrien. Ferner 

leide er an Rückenschmerzen aufgrund eines als Achtjähriger in suizidaler Ab-

sicht erfolgten Sturzes von einem Balkon (Urk. D1/18/5 S. 14 ff.). Seit 5. Novem-

ber 2019 befindet sich der Beschuldigte im vorzeitigen Massnahmenvollzug nach 

Art. 59 StGB im Zentrum für Stationäre Forensische Therapie, wobei er sich dort 

gemäss Schreiben des Amts für Justizvollzug und Wiedereingliederung sowie der 

psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 10. bzw. 5. Februar 2021 zu bewäh-

ren scheint, so dass ihm nach gut anderthalbjähriger Therapiedauer Vollzugslo-

ckerungen gewährt werden konnten (Urk. 72 und 73). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung führte der Beschuldigte aus, er akzeptiere seine Massnahme und 

seine Krankheit. Er sehe sich aber nicht in einem anderen Land, weil er hier jeden 

Tag Hilfe vom Staat und von Institutionen bekommen habe. Er wisse, dass er et-

was Schlimmes gemacht habe und bereue es sehr. Er sei jetzt in der Klinik 

K._____ und mache dort in der Therapie mit. Dabei nehme er unter anderem 

auch seine Medikamente (Prot. II S. 8 ff.). Aus dem Werdegang und den persönli-

chen Verhältnissen des Beschuldigten lassen sich keine strafzumessungsrelevan-

ten Faktoren ableiten, wobei die diagnostizierte psychische Erkrankung des Be-

schuldigten und deren Auswirkungen bereits unter der subjektiven Tatkomponen-

te berücksichtigt wurden. 

5.4. Strafempfindlichkeit 

Eine besondere Strafempfindlichkeit (Wirkung der Strafe auf das Leben des Tä-

ters; Art. 47 StGB) ist beim Beschuldigten nicht gegeben. Es ist ihm mithin unter 

diesem Titel nichts zu Gute zu halten. 

5.5. Verfahrensdauer/Zeitablauf 

Untersuchung und gerichtliche Verfahren wurden vorliegend sehr beförderlich ge-

führt. So verging zwischen letzten Tathandlungen und vorinstanzlichem Urteil le-

diglich rund ein Jahr. Seit 5. November 2019 befindet er sich im vorzeitigen Mas-

- 32 - 

snahmenvollzug der stationären Massnahme und ist dort bereits voll in der The-

rapie, so dass ihm hieraus kein Nachteil erwächst. Eine Strafminderung aufgrund 

der Verfahrensdauer und/oder des Zeitablaufs fällt daher ausser Betracht. 

5.6. Fazit bezüglich Täterkomponente 

Insgesamt sind mit dem Geständnis ein strafminderndes und mit den Vorstrafen 

ein straferhöhendes Zumessungskriterium im Rahmen der Täterkomponente fest-

zustellen, die zu berücksichtigen sind. Das strafmindernde Kriterium hält sich mit 

dem straferhöhenden die Waage. Damit hat es auch unter Berücksichtigung der 

Täterkomponente bei der festgesetzten Strafe von 38 Monaten sein Bewenden. 

Es ist zu vermuten, dass die Vorinstanz bei der von ihr ausgefällten Strafe von 31 

Monaten die verminderte Schuldfähigkeit des Beschuldigten beim Raub in unzu-

lässiger Weise doppelt verwertete (siehe Urk. 57 S. 18 und S. 21. 

6. Gesamtwürdigung 

6.1. Freiheitsstrafe 

In Würdigung sämtlicher dargelegter Strafzumessungsgründe erscheint eine Ge-

samt-Freiheitsstrafe von 38 Monaten dem Verschulden und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten angemessen.  

6.2. Widerrufene Vorstrafe 

Wie erwähnt erging am 26. Juli 2019 ein Strafbefehl wegen eines Diebstahls, der 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Tagen führte (Urk. 41 und Urk. 58). Ge-

stützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 49 StGB wäre diese widerru-

fene Freiheitsstrafe unter Beachtung des Asperationsprinzips in die Bildung der 

Gesamtfreiheitsstrafe miteinzubeziehen. Die Vorinstanz verzichtete darauf, da die 

Strafe für den Raub die weiteren Delikte stark in den Hintergrund treten lasse 

(Urk. 57 S. 30). Dieser Ansicht kann gefolgt werden, erschiene doch eine Erhö-

hung der Gesamtstrafe für die vorliegend zu beurteilenden Delikte um lediglich ei-

nige Tage kaum zweckmässig. 

- 33 - 

6.3. Anrechnung von Untersuchungshaft 

Der Beschuldigte wurde am 28. Juni 2019, um 16.30 Uhr, festgenommen und be-

fand sich danach bis am 5. November 2019 in Untersuchungshaft, worauf er in 

den vorzeitigen Massnahmenvollzug wechselte (Urk. D1/28). Entsprechend sind 

ihm 130 Tage Untersuchungshaft auf die Freiheitsstrafe als erstanden anzurech-

nen (Art. 51 StGB). Zudem ist vorzumerken, dass sich der Beschuldigte seit 5. 

November 2019 im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet. 

6.4. Busse 

Für die Übertretungstatbestände ist der Beschuldigte mit einer Busse von 

Fr. 500.– zu bestrafen. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse 

ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen festzusetzen. 

V. Vollzug 

Bei einer Strafe von 38 Monaten bleibt kein Raum für einen bedingten oder teil-

bedingten Aufschub des Vollzugs (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB). Die 

ausgefällte Strafe von 38 Monaten Freiheitsstrafe wird jedoch zugunsten der sta-

tionären Massnahme aufgeschoben (Art. 57 Abs. 2 StGB). 

VI. Landesverweisung 

1. Einleitung 

Die Vorinstanz verwies den Beschuldigten im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre 

des Landes und ordnete die Ausschreibung der Landesverweisung im Schenge-

ner Informationssystem an (Urk. 57 S. 35 ff.). Die Staatsanwaltschaft verlangt mit 

ihrer Anschlussberufung eine Erhöhung der Landesverweisung auf 10 Jahre (Urk. 

63 S. 2). Seitens der Verteidigung wird diesbezüglich explizit kein Eventualantrag 

gestellt, wobei die Verteidigung aber die Argumentation vorbringt, es sei von der 

Anordnung einer Landesverweisung abzusehen (vgl. Urk. 59 S. 2; Urk. 120 S. 2 

f.). 

- 34 - 

2. Rechtliche Grundlagen 

2.1. Die obligatorische Landesverweisung, die am 1. Oktober 2016 in Kraft trat, 

wird in Art. 66a StGB geregelt. Demnach hat das Gericht einen Ausländer, der 

wegen einer in Art. 66a Abs. 1 StGB genannten Katalogtat verurteilt wurde, für 5 

bis 15 Jahre aus der Schweiz zu verweisen. Der Verweis wird unabhängig von 

der Höhe der Strafe ausgesprochen, und die Verhältnismässigkeit der Anordnung 

der Landesverweisung wird grundsätzlich nicht überprüft; die Landesverweisung 

ist also zwingend auszusprechen, es sei denn, besondere Umstände erlauben es, 

auf die Ausweisung zu verzichten (ZURBRÜGG/HRUSCHKA, in: Niggli/Wiprächtiger 

[Hrsg.], a.a.O. Art. 66a N 25). 

2.2. Solch besondere Umstände sind in Art. 66a Abs. 2 StGB verankert. Wann 

ein persönlicher Härtefall vorliegt, wird vom Gesetz nicht definiert. Der Entscheid 

wird in das Ermessen des Gerichtes gelegt, welches den Verhältnismässigkeits-

grundsatz zu beachten hat. Gemäss den Feststellungen des Bundesgerichts ist 

der Botschaft keine Definition der Härtefallklausel zu entnehmen und aus den par-

lamentarischen Debatten ergeben sich keine nützlichen Auslegungselemente. Je-

doch geht daraus hervor, dass der Gesetzgeber die Ausnahmeklausel restriktiv 

regeln und das richterliche Ermessen soweit als möglich reduzieren wollte (BGE 

144 IV 332 E. 3.3.1.). Gemäss der Härtefallklausel kann ausnahmsweise von ei-

ner obligatorischen Landesverweisung abgesehen werden, wenn diese für den 

Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und die öffentli-

chen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Der besonderen Si-

tuation von Ausländern, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind, ist 

dabei Rechnung zu tragen. Als in der Schweiz aufgewachsen kann gelten, wer 

während fünf Jahren die obligatorische Schule besucht oder einen grossen Teil 

der früheren Kindheit in der Schweiz verbracht hat (ZURBRÜGG/HRUSCHKA, in: Nig-

gli/Wiprächtiger [Hrsg.], a.a.O., Art. 66a N 124). Bei Personen, die in der Schweiz 

geboren oder aufgewachsen sind, liegt jedoch nicht automatisch ein Härtefall vor. 

Ein solcher bestimmt sich nicht anhand von starren Altersangaben oder einer be-

stimmten Dauer der Anwesenheit, sondern setzt eine Einzelfallprüfung voraus, bei 

- 35 - 

der die gängigen Integrationskriterien angewendet werden müssen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_690/2019 vom 4.12.2019 E. 3.4.4). Gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung kann die Beurteilung eines Härtefalles kriteriengeleitet nach 

der Bestimmung über den "schwerwiegenden persönlichen Härtefall" gemäss 

Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätig-

keit vom 24. Oktober 2007 vorgenommen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 

20. September 2018, 6B_659/2018, 2018 E. 3.3.3.). Diese Kriterien sind insbe-

sondere die Integration in der Schweiz, die Familienverhältnisse, die finanziellen 

Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand 

sowie die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsland. Weitere 

Kriterien sind die Aufenthaltsdauer und die Resozialisierungschancen sowie die 

Rückfallgefahr und wiederholte Delinquenz (Urteil des Bundesgerichts vom 15. 

Februar 2019, 6B_873/2018, E. 3.1.). Ebenso ist der Rückfallgefahr und wieder-

holter Delinquenz Rechnung zu tragen, wobei das Gericht auch vor Inkrafttreten 

des Art. 66a StGB begangene Straftaten berücksichtigen darf (Urteile des Bun-

desgerichts vom 17. Oktober 2018, 6B_651/2018, E. 8.3.3; 6B_659/2018 vom 

20. September 2018, E. 3.3.3, je mit Hinweisen). Härtefallbegründende Aspekte 

müssen grundsätzlich den Betroffenen selbst treffen. Treten sie bei Dritten auf, 

sind sie nur dann zu berücksichtigen, wenn sie sich zumindest indirekt auch auf 

den Betroffenen auswirken. In diesem Rahmen können namentlich auch die dro-

henden Nachteile für die Familie und insbesondere die Kinder der von einer Lan-

desverweisung bedrohten Person berücksichtigt werden. Allerdings ist der Aus-

länder, der eine Katalogtat verübt, auch dann grundsätzlich des Landes zu ver-

weisen, wenn er mit Kindern hier in der Schweiz lebt und einer Arbeit nachgeht. 

Um einen schweren persönlichen Härtefall annehmen zu können, müssen in der 

Regel weitere Kriterien hinzutreten, namentlich eine starke Verwurzelung in der 

Schweiz und/oder grosse Schwierigkeiten, sich im Heimatstaat privat und beruf-

lich wieder zurechtzufinden (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 

19. November 2018, SB180247-O, E. V.7). Allerdings sind auch die Situation im 

Heimatland des Beschuldigten und in diesem Zusammenhang auch mögliche 

Vollzugshindernisse zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Okto-

ber 2018, 6B_651/2018, E. 8.3.3.), auch wenn nicht per se von einem Härtefall 

- 36 - 

auszugehen ist, solange die Vollzugshindernisse nicht direkt mit der betreffenden 

Person zusammenhängen (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 

6. Dezember 2017, SB170246-O, E. 3.5). 

2.3. Ist bei einer Gesamtbetrachtung dieser Kriterien von einem Härtefall auszu-

gehen, so ist das private Interesse des bzw. der Beschuldigten am weiteren Ver-

bleib in der Schweiz in einem zweiten Schritt dem konkreten öffentlichen (Sicher-

heits-)Interesse an der Landesverweisung gegenüberzustellen. Nur wenn dabei 

das private das öffentliche Interesse überwiegt, ist ausnahmsweise von der An-

ordnung einer obligatorischen Landesverweisung abzusehen (vgl. BUSSLIN-

GER/UEBERSAX, Härtefallklausel und migrationsrechtliche Auswirkungen der Lan-

desverweisung, in: plädoyer 5/16, S. 101 ff.). Die Sachfrage entscheidet sich mit-

hin in einer Interessenabwägung nach Massgabe der "öffentlichen Interessen an 

der Landesverweisung". Nach der gesetzlichen Systematik ist die obligatorische 

Landesverweisung anzuordnen, wenn die Katalogtaten einen Schweregrad errei-

chen, sodass die Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit notwen-

dig erscheint. Diese Beurteilung lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vorneh-

men, dass massgebend auf die verschuldensmässige Natur und Schwere der 

Tatbegehung, die sich darin manifestierende Gefährlichkeit des Täters bzw. der 

Täterin für die öffentliche Sicherheit und auf die Legalprognose abgestellt wird 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_742/2019 vom 23. Juni 2020 E. 1.1.2; 

6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.6.2; je mit Hinweisen).  

2.4. Art. 66a Abs. 3 StGB ist an dieser Stelle nicht zu diskutieren, da die Taten 

weder in entschuldbarer Notwehr noch in entschuldbarem Notstand begangen 

wurde.  

2.5. Art. 66a StGB sieht als Dauer der obligatorischen Landesverweisung einen 

Rahmen von 5 - 15 Jahren vor. Die Bemessung der Dauer im Einzelfall liegt im 

Ermessen des Gerichts, welches sich dabei insbesondere am Verhältnismässig-

keitsgrundsatz zu orientieren hat (Botschaft vom 26. Juni 2013 zur Änderung des 

Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [BBl 2013 S. 5975 ff., 6021]). 

- 37 - 

2.6. Die Durchführbarkeit der Landesverweisung und ihre Vereinbarkeit mit völ-

kerrechtlichen Garantien ist im Rahmen der strafgerichtlichen Anordnung zu prü-

fen, soweit sie definitiv bestimmbar ist. Im Übrigen ist dem (flüchtlingsrechtlichen) 

Non-Refoulement-Gebot und anderen völkerrechtlich zwingenden Bestimmungen 

auf der Ebene des Vollzugs Rechnung zu tragen, solange dies notwendig ist (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_747/2019 vom 24. Juni 2020, E. 2.1.2). 

2.7. Landesverweisungen gegenüber Ausländern aus Staaten, die nicht zum 

Schengen-Raum gehören, werden im Schengener Informationssystem (SIS) aus-

geschrieben, wenn davon auszugehen ist, dass die Anwesenheit der betreffenden 

Person im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung gefährdet. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Drittstaatsangehörige 

wegen einer Straftat verurteilt worden ist, die mit mindestens einem Jahr Frei-

heitsstrafe bedroht ist (Art. 24 Abs. 2 SIS-II-VO, vgl. Art. 96 Abs. 2 lit. a SDÜ). 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Voraussetzung gemäss 

Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verordnung erfüllt, wenn der entsprechende Straftatbe-

stand eine Freiheitsstrafe im Höchstmass von einem Jahr oder mehr vorsieht. Im 

Sinne einer kumulativen Voraussetzung ist zudem zu prüfen, ob vom Beschuldig-

ten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. Damit wird 

dem in Art. 21 SIS-II-Verordnung verankerten Verhältnismässigkeitsprinzip Rech-

nung getragen. An die Annahme einer solchen Gefahr sind jedoch keine allzu ho-

hen Anforderungen zu stellen. Nicht verlangt wird, dass das individuelle Verhalten 

der betroffenen Person eine tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend schwere 

Gefährdung darstellt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt. Dass bei 

der Legalprognose zum Beispiel eine konkrete Rückfallgefahr verneint und die 

Strafe bedingt ausgesprochen wurde, steht einer Ausschreibung der Landesver-

weisung im SIS daher nicht entgegen. Ebenso wenig setzt Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-

Verordnung die Verurteilung zu einer "schweren" Straftat voraus, sondern es ge-

nügen eine oder mehrere Straftaten, die einzeln betrachtet oder in ihrer Gesamt-

heit von einer "gewissen" Schwere sind, unter Ausschluss von blossen Bagatell-

delikten. Entscheidend ist zudem nicht das Strafmass, sondern in erster Linie die 

Art und Häufigkeit der Straftaten, die konkreten Tatumstände sowie das übrige 

Verhalten der beschuldigten Person (Urteil BGer 6B_1178/2019 vom 10. März 

- 38 - 

2021 [publ. BGE 147 IV 340] mit Verweis auf Urteil BGer 6B_739/2020 vom 

14. Oktober 2020). 

3. Subsumtion 

3.1. Katalogtat einer obligatorischen Landesverweisung 

Der Beschuldigte hat sich in Form eines Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB einer Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 

lit. c StGB schuldig gemacht. Als Staatsangehöriger des Kosovo ist der Beschul-

digte ein Ausländer, womit die Voraussetzungen für eine obligatorische Landes-

verweisung grundsätzlich erfüllt sind. Er ist somit des Landes zu verweisen, so-

fern kein schwerer persönlicher Härtefall vorliegt und die Interessenabwägung 

zugunsten des Beschuldigten ausfällt.  

3.2. Härtefallprüfung 

3.2.1. Der Beschuldigte wurde im Jahre 1993 in I._____, Kosovo, geboren 

und lebt mit seinen Eltern und Geschwistern seit 2016 in der Schweiz 

(Urk. D1/11/3 S. 6 und 7). Davor war er während 17 Jahren, zwischen 1999 und 

2016, aufgrund des Kosovokrieges und der Gewährung von Asyl in Italien behei-

matet. Während seiner ersten sechs Lebensjahre lebte der Beschuldigte im Ko-

sovo mit seinen Eltern zusammen in einer Grossfamilie (Urk. D1/11/3 S. 7). Seine 

lebensprägenden Jahre in der Kindheit und Jugend verbrachte er mithin nicht in 

der Schweiz. Wie der Beschuldigte darlegte, pflegt er nach wie vor Kontakte in 

den Kosovo. So war er im Jahre 2017 das letzte Mal alleine da, besuchte seine 

Verwandten und übernachtete bei ihnen (Urk. D1/11/3 S. 9). Zwar besuchten ihn 

seine Eltern und Geschwister im Massnahmenzentrum K._____ (Prot. I S. 8), eine 

enge Bindung scheint er indessen nicht zu ihnen haben. Im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme gab er denn auch zu Protokoll, dass er in der 

Beziehung zu seinen Eltern schon seit langer Zeit Probleme habe und mit seinen 

Geschwistern nur dann spreche, wenn er Geld brauche (Urk. D1/11/3 S.10 und 

11). Das Vorhandensein anderweitiger Familienmitglieder in der Schweiz, insbe-

- 39 - 

sondere eine Partnerin bzw. Ehefrau oder Kinder, gehen aus den Akten nicht her-

vor und werden seitens der Verteidigung auch nicht vorgebracht. 

3.2.2. Der Beschuldigte ist zwar der deutschen Sprache mächtig. Von einer 

erfolgreichen Integration in der Schweiz kann indessen keine Rede sein. Weder 

absolvierte er in der Schweiz eine Berufsausbildung, noch ging er je einer länger-

fristigen geregelten Arbeitstätigkeit nach. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er 

ausschliesslich durch Unterstützung seiner Eltern und er bezieht Sozialhilfe (Urk. 

D1/11/3 S. 8). Anderweitige für die Integration bzw. Verwurzelung des Beschul-

digten in der Schweiz sprechenden Aktivitäten im Sinne einer Vereinsmitglied-

schaft oder sonstigen sozialen, politischen oder kulturellen Engagements sind 

nicht vorhanden. 

3.2.3. Seitens der Verteidigung wird vorgebracht, die Therapie des Beschul-

digten erfolge medikamentös, wobei der Beschuldigte eine ganze Reihe von Me-

dikamenten einnehmen müsse. Das Total der Medikamentenkosten belaufe sich 

im günstigsten Fall auf mehr als € 100.– monatlich. Zudem könne er für eine The-

rapie in seiner Heimat nur durch eine 2.5 bis 3 Stunden dauernde, kostenpflichti-

ge Busfahrt gelangen. Überdies sei eine Behandlung durch einen Psychiater 

ebenfalls kostenpflichtig, was die Medikamentenkosten noch bei weitem übertref-

fe. Dies alles könne der Beschuldigte aus eigenen Mitteln nicht finanzieren, denn 

er sei krankheitsbedingt arbeits- und erwerbsunfähig. Aus diesen Gründen sei bei 

ihm ein persönlicher Härtefall gegeben (Urk. 120 S. 2 f.). Dem ist entgegenzuhal-

ten, dass eine allenfalls weiterhin notwendige Behandlung des Beschuldigten im 

Kosovo wohl tatsächlich schwieriger wäre als in der Schweiz. Selbst die Verteidi-

gung vermag aber nicht darzutun, dass eine Behandlung im Kosovo schlechter-

dings unmöglich wäre. Selbstverständlich hätten der Beschuldigte und seine Fa-

milie nach seiner Rückkehr in den Kosovo dort die für ihn geeignetste Wohn- und 

Behandlungssituation abzuklären. Ob dies effektiv nur unter den seitens der Ver-

teidigung skizzierten Umständen möglich wäre, bleibt spekulativ. Vor dem Hinter-

grund seiner Erkrankung und der damit notwendigen Behandlung stellt eine 

Rückkehr in sein Herkunftsland für den Beschuldigten somit zwar zweifellos eine 

- 40 - 

gewisse Härte dar, doch kann diese keineswegs als unzumutbar bezeichnet wer-

den. 

3.2.3. Zusammenfassend ist ein Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB 

nach Würdigung sämtlicher relevanter Kriterien zu verneinen. 

3.3. Güterabwägung 

Selbst wenn ein Härtefall zu bejahen wäre, so ist festzustellen, dass das Interesse 

der Schweiz, die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie den Schutz von Leib 

und Leben zu gewährleisten und damit schwere Delikte einzudämmen, vorliegend 

klar überwiegt. Der Beschuldigte beging mittels des qualifizierten Raubs eines der 

schwereren Delikte, das die schweizerische Rechtsordnung kennt. Zwar wird das 

Verschulden des Beschuldigten aus subjektiven Gründen wegen seiner psychi-

schen Krankheit vermindert. Auch wird der hohen Rückfallgefahr wie dargelegt 

mittels einer Massnahme Rechnung getragen. Dies vermag jedoch nichts daran 

zu ändern, dass das Fernhalteinteresse der Schweiz angesichts des hohen Inte-

resses, den Schutz von Leib und Leben und auch des Vermögens zu gewährleis-

ten und damit schwere Delikte zu verhindern, überwiegt.  

3.5. Durchführbarkeit der Landesverweisung 

Seitens des Beschuldigten oder der Verteidigung wurde nichts vorgebracht, was 

der Durchführbarkeit der Landesverweisung entgegenstünde. Damit ist keine indi-

viduell-persönliche Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG dargetan. Dem-

entsprechend nicht erstellt, dass der Beschuldigte im Fall der Rückführung in sein 

Heimatland mit hoher Wahrscheinlichkeit Folter oder unmenschlicher Behandlung 

ausgesetzt wäre. Der Landesverweisung stehen somit keine Vollzugshindernisse 

entgegen. 

3.5. Dauer der Landesverweisung 

Das Verschulden des Beschuldigten wurde als noch leicht innerhalb eines Straf-

rahmens von 2 – 20 Jahren Freiheitsstrafe qualifiziert. Es liegt in Form des qualifi-

zierten Raubes eine Katalogtat vor. "Noch leicht" innerhalb des Strafrahmens ei-

- 41 - 

nes der schwersten Delikte des Strafgesetzbuchs entspricht indessen durchaus 

"erheblich" oder "schwer" bei anderen Katalogdelikten. Vor diesem Hintergrund 

erscheint es angemessen, die Landesverweisung im mittleren Bereich der zur 

Verfügung stehenden Bandbreite anzusiedeln. Für eine Erhöhung der Dauer der 

Landesverweisung auf 10 Jahre, wie dies seitens der Staatsanwaltschaft bean-

tragt wird, besteht indessen keine Veranlassung. Der Beschuldigte ist demnach 

gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 7 Jahre des Landes zu verweisen. 

3.6. Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem 

Die Voraussetzungen einer Ausschreibung sind vorliegend erfüllt. Der Beschuldig-

te ist Staatsangehöriger des Kosovo und damit Drittstaatenangehöriger. Soweit 

ersichtlich verfügt er in keinem anderen Mitgliedstaat über ein Aufenthaltsrecht. 

Sodann liegt die gegen den Beschuldigten ausgesprochene Freiheitsstrafe mit 

3 Jahren deutlich über einem Jahr. Durch (qualifizierten) Raub wird die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung ohne Frage stark beeinträchtigt, weshalb eine Ausschrei-

bung auch verhältnismässig ist. Dementsprechend ist die Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen. 

VII. Zivilansprüche 

1. Einleitung 

Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten zur Zahlung einer Genugtuung an 

die Privatklägerin in der Höhe von Fr. 7'500.– und wies das Genugtuungsbegeh-

ren im Mehrbetrag ab (Urk. 57 S. 38 ff.). Die Privatklägerin focht die Abweisung 

des Genugtuungsbegehrens im Mehrbetrag nicht an, weshalb diese im Beru-

fungsverfahren nicht zu beurteilen ist. Seitens des Beschuldigten wird zwar die 

Regelung der Zivilansprüche zusammen mit dem Schuldpunkt mitangefochten, 

ein Eventualantrag für den Fall eines Schuldspruchs ist aber nicht gestellt worden 

(Urk. 59 S. 2). Die Privatklägerin beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Entscheids (Urk. 64).  

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2. Würdigung 

Die Erwägungen der Vorinstanz zu den Zivilansprüchen sind vollständig und zu-

treffend (Urk. 57 S. 38-41). Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann da-

her darauf verwiesen werden, zumal im Rahmen des Berufungsverfahrens nichts 

neues dazu vorgebracht wurde. Der Beschuldigte ist somit zu verpflichten, der 

Privatklägerin Fr. 7'500.– als Genugtuung zu bezahlen. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Erstinstanzliche Kostenfestsetzung und -auferlegung  

Nachdem es auch im Berufungsverfahren beim vorinstanzlichen Schuldspruch 

bleibt, ist die vorinstanzliche Kostenfestsetzung und -auferlegung gemäss Dispo-

sitivziffern 14-16 sowie 17 Satz 2 und 18 Satz 2 des angefochtenen Entscheides 

ausgangsgemäss zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). 

2. Kosten des Berufungsverfahrens  

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu veran-

schlagen. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt vollum-

fänglich mit seiner Berufung. Die Staatsanwaltschaft obsiegt mit ihrer Anschluss-

berufung im Strafpunkt teilweise, unterliegt jedoch bei der Dauer der Landesver-

weisung. Entsprechend sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme 

der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

der Privatklägerin, dem Beschuldigten zu ¾ aufzuerlegen und zu ¼ auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgelt-

lichen Rechtsvertretung der Privatklägerin des Berufungsverfahrens sind zu ¼ de-

finitiv und zu ¾ einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzah-

lungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO für ¾ der Kosten 

seiner amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Pri-

vatklägerin vorzubehalten ist. 

- 43 - 

2.2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für ihre Aufwendungen 

und Barauslagen im Berufungsverfahren Fr. 8'685.– (inkl. MwSt.) geltend 

(Urk. 124/1). Das geltend gemachte Honorar steht im Einklang mit den Ansätzen 

der Anwaltsgebührenverordnung und erweist sich grundsätzlich als angemessen. 

Mithin ist Rechtsanwalt lic. iur. X._____ mit einem Honorar von pauschal 

Fr. 9'000.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

2.3. Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin machte für das Beru-

fungsverfahren keine konkrete Aufwendungen geltend und reichte keine Honorar-

note ein. Zudem fehlen Anträge zu Entschädigungsfolgen. Einzig die Kostenfol-

gen überliess sie im Ermessen des Gerichts (siehe Urk. 85). Die unentgeltliche 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin beschränkte sich mit ihren Anträgen im Beru-

fungsverfahren grundsätzlich auf die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Es 

erscheint mithin als angemessen, Rechtsanwältin PhD lic. iur. Y._____ mit einem 

Honorar von pauschal insgesamt Fr. 3'500.– aus der Gerichtskasse zu entschädi-

gen. 

  

- 44 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 

vom 18. Juni 2020 bezüglich Dispositivziffern 7 (Anordnung einer stationä-

ren therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB zur Behandlung 

von psychischen Störungen), Dispositivziffern 11 (Entscheid betr. Gegen-

stände), Dispositivziffer 12 (Entscheid betr. Bargeld), Dispositivziffer 13 

(Entscheid betr. Spurenmaterial), Dispositivziffer 17 Satz 1 (Festsetzung 

Entschädigung amtliche Verteidigung) und Dispositivziffer 18 Satz 1 (Fest-

setzung Entschädigung unentgeltliche Rechtvertreterin der Privatklägerin) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 

Ziff. 3 Abs. 2 StGB; 

− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB; 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;  

− des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie 

− der Missachtung des Rauchverbots in Fahrzeugen des öffentlichen 

Verkehrs im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes zum 

Schutz vor Passivrauchen. 

2. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland vom 15. Juni 2019 ausgefällten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

3. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. Juni 2019 

ausgefällte Freiheitsstrafe von 14 Tagen wird widerrufen. 

- 45 - 

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss 

Ziff. 3 bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten als Gesamtstrafe, 

wovon 130 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer 

Busse von Fr. 500.–. 

Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit 5. November 2019 im 

vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet. 

5. Die Busse ist zu bezahlen.  

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen. 

7. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 7'500.– als 

Genugtuung zu bezahlen. 

9. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung und -auferlegung (Ziff. 14-16 sowie 

17 Satz 2 und 18 Satz 2) wird bestätigt. 

10. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 15'619.50   Ergänzungsgutachten Dr. med. C._____ 

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 3'500.–   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten zu ¾ auferlegt und zu ¼ auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und 

der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden zu ¼ definitiv 

und zu ¾ einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

- 46 - 

pflicht bezüglich ¾ der Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

12. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und 

die Privatklägerin  
(Eine begründete Urteilsausfertigung – und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge [Art. 84 Abs. 4 StPO] – wird der Privatklägerschaft nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangt.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und 

die Privatklägerin  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz (mit dem Ersuchen um Mitteilung an die zuständige La-
gerbehörde gemäss Dispositivziffern 11 und 13 des erstinstanzlichen 
Urteils) 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste  

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− das Obergericht des Kantons Zürich, Zentrales Inkasso, betr. Vollzug 
der Geldstrafe gemäss Dispositivziffer 2 

- 47 - 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, 
betreffend Dispositivziffer 2 in die Akten D10-2019/20201 (im Disposi-
tiv) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Zürich, betreffend Dispositivziffer 3 
in die Akten E-1/2019/21530 (im Dispositiv). 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 27. Oktober 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Langmeier 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Pandya 
 

 
 

 

 

	Urteil vom 27. Oktober 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB;
	 des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB;
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;
	 des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie
	 der Missachtung des Rauchverbots in Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen.

	2. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. Juni 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe von 14 Tagen wird widerrufen.
	3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 15. Juni 2019 ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen.
	4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der in der Ziff. 0 genannten widerrufenen Strafe bestraft mit 31 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 130 Tage durch Haft erstanden sind) als teilweise Zusatzstrafe sowie einer Busse von Fr. 500.–.
	5. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen und die Busse ist zu bezahlen.
	6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	7. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.
	8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.
	9. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.
	10. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.
	11. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 4. März 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	 A012'767'305 Halsbekleidung
	 A012'767'316 Aschenbecher
	12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 4. März 2020 beschlagnahmten Fr. 1'130.– (A012'770'148) werden eingezogen. Der beschlagnahmte Bargeldbetrag wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet.
	13. Das gesicherte und beim Forensischen Institut Zürich unter der Nummer G-Nr. 75723614 / K190627-077 gelagerte Spurenmaterial wird diesem nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zur Vernichtung überlassen.
	14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 7'500.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	15. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausgenommen die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin B._____ und diejenigen der amtlichen Verteidigung – werden dem Beschuldigten auferlegt.
	17. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 16'564.20 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung nach Art. 135 Abs. 4 StPO.
	18.  Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin B._____ wird mit Fr. 8'015.05 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung nach Art. 135 Abs. 4 StPO.
	Berufungsanträge:
	_______________________________
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte/Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Hinsichtlich des Verfahrensgangs bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 57 = 54 S. 5 f.).
	1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil vom 18. Juni 2020 meldete die amtliche Verteidigung namens des Beschuldigten innert Frist Berufung an (Urk. 48). Mit Beschluss der Vorinstanz vom 17. August 2020 erfolgte eine Berichti...
	1.3. Zur Berufungsverhandlung vom 11. Juni 2021 erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, Staatsanwalt lic. iur. Bärlocher und die Privatklägerin B._____ in Begleitung ihrer unentgeltliche...
	1.4. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. C._____ erstellte sein ergänztes Gutachten am 5. Januar 2022 (Urk. 104). Mit Präsidialverfügung vom 10. Januar 2022 wurde das Gutachten den Parteien zugestellt, und es wurde ihnen eine Frist von 20 Tagen ange...
	1.5. Am 27. Oktober 2022 fand die Urteilsberatung statt. Das Urteil wurde den Parteien im Anschluss an die Beratung schriftlich mitgeteilt (Prot. II S. 32 ff.).

	2. Umfang der Berufung
	In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung den erstinstanzlichen Schuldspruch, den Widerruf des bedingten Vollzugs ...

	3. Formelles
	II. Sachverhalt/rechtliche Würdigung
	1. Tatbestandsmässigkeit
	2. Schuldfähigkeit des Beschuldigten
	2.1. Psychiatrisches Gutachten
	2.1.1. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. C._____ hält in seinem Gutachten vom 20. August 2019 fest, die psychopathologische Untersuchung sei aufgrund der Unkonzentriertheit des Beschuldigten sowie seiner geringen Bereitschaft, sich auf die Fragen ...
	Die Beurteilung betreffend die tatzeitaktuelle Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten fand entsprechend vor dem Hintergrund der diagnostizierten hebephrenen Schizophrenie sowie gemäss Gutachter "desolaten materiellen Verhältnisse und Woh...
	2.1.2. Dr. med. C._____ untersuchte den Beschuldigten im Hinblick auf sein ergänzendes Gutachten am 9. November 2021 erneut während 4 ½ Stunden (Urk. 104 S. 25, S. 92 f.). Dabei führte er Folgendes aus: Wenn im Gutachten vom 20. September 2019 davon g...

	2.2. Einwände der Verteidigung
	2.3. Schlussfolgerungen
	3. Fazit
	 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB,
	 des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
	 des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB und
	 der Missachtung des Rauchverbots in Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen

	III. Widerruf
	1. Vorstrafen
	2. Grundlagen
	3. Subsumtion
	IV. Strafzumessung
	1. Einleitung
	V. Vollzug
	VI. Landesverweisung
	VII. Zivilansprüche
	VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 18. Juni 2020 bezüglich Dispositivziffern 7 (Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB zur Behandlung von psychischen Störunge...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB;
	 des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB;
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;
	 des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie
	 der Missachtung des Rauchverbots in Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen.

	2. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 15. Juni 2019 ausgef