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**Case Identifier:** fae0251f-f921-57b2-b374-da6b65385a73
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.11.2018 IV 2016/357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-357_2018-11-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/357

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.09.2019

Entscheiddatum: 08.11.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 08.11.2018
Art. 7 f. ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG; Art. 88a Abs. 1 IVV: Gestützt auf ein 
MEDAS-Gutachten ist ab der psychiatrischen Begutachtung von einer 80 
%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Nicht nachvollziehbar ist das 
psychiatrische Teilgutachten, wonach auch retrospektiv von einer vollen 
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, denn die behandelnde Psychiaterin 
attestierte eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 30 % und die Angaben der 
Beschwerdeführerin lassen auf eine Verbesserung des 
Gesundheitszustandes vor der Begutachtung schliessen. Damit ist zwar ab 
dem Zeitpunkt der Begutachtung auf das Gutachten, retrospektiv aber auf 
die von der behandelnden Psychiaterin attestierte Arbeitsfähigkeit 
abzustellen. Dies führt zu einem befristeten Anspruch auf eine ganze Rente. 
In analoger Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV erfolgt die Einstellung drei 
Monate nach der psychiatrisch-gutachterlichen Untersuchung (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. November 2018, IV 
2016/357). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_872/2018.

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2016/357

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei

St. Jakob, St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 17. Januar 2013 wegen einer psychischen Erkrankung bei 

der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die Versicherte hatte 

seit dem 16. Oktober 2006 in der Sortierung bei der B.___ gearbeitet. Seit November 

2011 war sie bei med.pract. C.___, Oberarzt Psychiatriezentrum D.___, in ambulanter 

Behandlung gewesen (Bericht med.pract. C.___ zuhanden des 

Krankentaggeldversicherers vom 25. Januar 2013, Fremdakten, act. 2-29 ff.). Vom 11. 

Mai bis 22. Juli 2012 war sie wegen einer Handoperation (Exzision Os pisiforme rechts) 

arbeitsunfähig gewesen (Fremdakten Krankentaggeldversicherer, Zwischenbericht 

Spital E.___ vom 10. August 2012, act. 1-11 f.). Die Arbeitgeberin hatte das 

Arbeitsverhältnis "aus strukturellen Gründen" am 23. August 2012 auf den 31. Oktober 

2012 gekündigt, worauf die Versicherte ab 24. August 2012 erneut zu 100 % 

arbeitsunfähig wurde (IV-act. 9-8 f.). Med.pract. C.___ hatte der Versicherten wegen 

einer schweren depressiven Episode mit Angstzuständen ab 7. September 2012 eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Bericht vom 25. Januar 2013, Fremdakten, 

act. 2-29 ff.).

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A.b  Vom 14. Januar 2013 bis 28. März 2014 war die Versicherte in tagesklinischer 

Behandlung im Psychiatriezentrum D.___ (Arztberichte med.pract. F.___, Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, Oberärztin Tagesklinik, vom 11. Juni 2013, IV-act. 14, und 

vom 11. April 2014, IV-act. 21). Die behandelnde Psychiaterin diagnostizierte eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.1, bestehend seit Januar 2005), eine 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1, bestehend seit November 2011), 

sowie eine Kleptomanie, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F63.2, erstmals diagnostiziert 

Januar 2004). Aufgrund der bestehenden Verlangsamung im formalen Denken, 

Ängstlichkeit, Deprimiertheit, Traurigkeit, depressiver Verstimmung, auftretenden 

Intrusionen, Schreckhaftigkeit und Angstzuständen sei die Versicherte in ihrer 

bisherigen Tätigkeit beeinträchtigt. Sie sei bei der Arbeit unkonzentriert, das 

Arbeitstempo sei verlangsamt, es bestehe die Gefahr häufigerer Fehler. Die körperliche 

Belastbarkeit sei durch Erschöpfung und Müdigkeit deutlich eingeschränkt. Die 

Versicherte bedürfe weiterhin teilstationärer Behandlung. Im weiteren Verlauf sei eine 

traumaspezifische Behandlung indiziert (Arztbericht vom 11. Juni 2013, IV-act. 14). Im 

Verlaufsbericht vom 27. August 2013 hielt sie fest, die Versicherte benötige für eine 

nach Stabilisierung des Zustandes vorstellbare Tätigkeit eine klare 

Arbeitsstrukturierung, insbesondere stressfreie Bedingungen sowie die Möglichkeit, 

sich bei Angstzuständen zurückzuziehen. Dabei bestünde eine verminderte 

Leistungsfähigkeit von 10 % bis 15 % (IV-act. 17). Ab 1. Oktober 2013 bis Februar 

2014 absolvierte die Versicherte zu 40 % ein über das RAV vermitteltes 

Einsatzprogramm bei der Remetex, wobei sie aufgrund ihrer Angst vor Maschinen 

Halsschmuck aus Papier herstellte. Med. pract. F.___ berichtete dazu, es seien 

mehrfach Panikzustände und dissoziative Zustände mit Derealisation berichtet worden. 

Aktuell sei von einer maximal 30 %igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 

auszugehen (Verlaufsbericht med.pract. F.___ vom 9. Januar 2014, IV-act. 19; 

Assessmentprotokoll vom 29. September 2014, IV-act. 36).

A.c  Gemäss med.pract. F.___ wurde die Versicherte am 28. März 2014 in einem auf 

niedrigem Niveau stabilisierten Zustand aus der tagesklinischen Behandlung entlassen. 

Bei weiterhin schwer ausgeprägter Symptomatik sei ihr eine traumaspezifische 

Behandlung angeboten worden, die sie kategorisch abgelehnt habe. Die Versicherte 

bedürfe weiterhin einer integrierten psychiatrischen Behandlung. Bei bestehenden 

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passiv-aggressiven Zügen sei zuerst eine Abklärung der Arbeitsfähigkeit in einem 

geschützten Rahmen notwendig. Sie schätze diese auf 40 % mit 10 %iger 

Leistungsminderung (Verlaufsbericht vom 11. April 2014, IV-act. 21). Nach Abschluss 

der tagesklinischen Behandlung nahm die Versicherte 14-täglich Termine bei einem 

Psychiatriepfleger wahr (Auskunft der Versicherten vom 10. Februar 2015, IV-act. 45; 

Verlaufsbericht med.pract. F.___ vom 27. Februar 2015, IV-act. 42). 

A.d  Im Rahmen der Abklärung von Eingliederungsmassnahmen (Aufbautraining) 

besichtigte die Versicherte am 6. Januar 2015 die Wäscherei der G.___ in H.___. Dabei 

zeigte sie starke Angstzeichen (Zittern, Weinen, schweres Atmen) und teilte mit, dass 

sie sich ausser Stande sehe nach H.___ anzureisen oder an Integrationsmassnahmen 

teilzunehmen. Die Eingliederungsverantwortliche schloss daraufhin die 

Eingliederungsberatung ab (IV-act. 41-3). Ab Ende Januar 2015 war die Versicherte 

erneut in ambulanter Behandlung bei med.pract. F.___, welche eine Therapie- und 

Eingliederungsfähigkeit verneinte (Auskunft der Versicherten vom 10. Februar 2015, IV-

act. 45; Verlaufsbericht med.pract. F.___ vom 27. Februar 2015, IV-act. 42).

A.e  RAD-Ärztin med.pract. I.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm 

am 30. März 2015 Stellung, aus medizinischer Sicht sei davon auszugehen, dass auf 

unabsehbare Zeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für alle Tätigkeiten bestehe. Sie 

empfahl die Rentenprüfung (IV-act. 44).

A.f  Die IV-Stelle wies mit Mitteilung vom 24. April 2015 das Begehren um berufliche 

Massnahmen ab (IV-act. 47). Im Fragebogen betreffend Haushalt gab die Versicherte 

am 13. Mai 2015 im Wesentlichen an, ihre Tochter erledige Haushaltsarbeiten und 

Einkäufe (IV-act. 49).

A.g  Dr.med. J.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt im Arztbericht vom 16. Juni 

2015 (Posteingang) fest, aufgrund der psychischen Einschränkungen dürften die 

Konzentrationsfähigkeit, das Einhalten einer Routine und die Durchhaltefähigkeit stark 

eingeschränkt sein. Es bestünden Schlafstörungen. Die Versicherte sei nicht 

arbeitsfähig. Als sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkend erwähnte Dr. J.___ unter 

anderem einen Status nach Exzision Os pisiforme rechts am 11. Mai 2012 sowie nach 

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Sulcus ulnaris Syndrom beidseits und ein leichtes sensomotorisches 

Carpaltunnelsyndrom rechts (IV-act. 51).

A.h  In der Folge wurde die Versicherte durch die MEDAS Bern polydisziplinär 

begutachtet (Gutachten vom 29. März 2016; Dr.med. K.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie, Dr.med. L.___, Neurologie, Dr.med. M.___, Innere Medizin, Dr.med. 

N.___, Orthopädie; Untersuchungen vom 16. und 28. Oktober 2015, 17. November 

2015 und 8. Dezember 2015; IV-act. 77). Interdisziplinär fanden die Gutachter 

ausschliesslich auf orthopädischem Fachgebiet eine objektivierbare Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aufgrund chronischer Schmerzen Handgelenk rechts bei Status nach 

Os pisiforme Exzision rechts am 11. Mai 2012 mit/bei Pisi-/Triquetral-Arthrose und 

palmarem Ganglion und Tendinosynovitis IV. Sehnenfach, sowie chronischer 

Schmerzen Handgelenk links bei/mit TFCC Problematik mit Ruptur des Discus 

triangularis und ulno-carpalem Ganglion. Es bestehe eine verminderte Belastbarkeit der 

Handgelenke beidseits. In der angestammten Tätigkeit bestehe aus orthopädischer 

Sicht keine Arbeitsfähigkeit (0 %). In einer ideal angepassten Verweistätigkeit bestehe 

aufgrund der leichten Einschränkungen aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit 

von zumindest 80 % (IV-act. 77-17 ff., 45 f.). RAD-Arzt Dr.med. O.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, erachtete das Gutachten als beweistauglich (vgl. 

Stellungnahme vom 5. April 2015, IV-act. 78).

A.i Mit Vorbescheid vom 11. April 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das 

rechtliche Gehör zur beabsichtigten Abweisung des Rentengesuchs. In einer 

leidensangepassten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. Aufgrund des 

erhöhten Pausenbedarfs bestehe eine Leistungsminderung von 20 %. Bei einem 

resultierenden IV-Grad von 16 % bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 82).

A.j Dagegen liess die Versicherte am 13. Mai 2016 Einwand erheben (IV-act. 83). Zur 

Begründung machte sie am 2. Juni 2016 im Wesentlichen geltend, die Einschätzungen 

der psychiatrischen Tagesklinik D.___ und nicht diejenige des psychiatrischen 

Gutachters seien zutreffend (IV-act. 88). In einem nachgereichten Bericht vom 2. Juni 

2016 führte Dr. J.___ im Wesentlichen aus, im psychiatrischen Gutachten würden 

vorgängige Beurteilungen aufgeführt, in der Diskussion jedoch nicht dokumentiert. Es 

stelle sich die Frage, ob die damaligen Beurteilungen retrospektiv genügend 

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berücksichtigt worden seien. Er vermisse deswegen die Diagnose einer rezidivierenden 

depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4; IV-act. 92, 91). Med.pract. 

P.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, schloss sich gemäss 

nachgereichtem Bericht vom 19. August 2016 im Wesentlichen der Diagnostik von 

med.pract. F.___ an, wobei die depressive Störung aktuell schwergradig zu beurteilen 

sei (IV-act. 97). RAD-Arzt Dr. O.___ nahm am 28. September 2016 Stellung, der 

Gesundheitszustand habe sich nicht relevant und rententangierend verändert. Es liege 

eine rezidivierende depressive Störung vor, bei der es immer wieder zu temporären 

Verschlechterungen kommen könne, die bei sachgerechter Behandlung auch wieder 

abklängen (IV-act. 98).

A.k  Mit Verfügung vom 29. September 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren 

ab. Die mit den neu eingereichten medizinischen Berichten geltend gemachten 

Einschränkungen seien beim Entscheid bereits bekannt gewesen und bei der 

Festsetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten berücksichtigt 

worden (IV-act. 99).

B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 29. September 2016 lässt A.___, vertreten durch 

Fürsprecher lic.iur. D. Küng, am 26. Oktober 2016 Beschwerde erheben. Die 

angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge vollumfänglich 

aufzuheben. Es sei ihr ab wann rechtens, spätestens ab Januar 2014, eine ganze 

Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung 

und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das 

Gutachten der MEDAS Bern vom 29. März 2016 erfülle die Kriterien der 

Rechtsprechung nicht. Die Beurteilungen des psychiatrischen Gutachters und der 

behandelnden Fachärzte unterschieden sich sowohl was die Diagnosen als auch was 

die Beurteilung ihrer Arbeits-/Erwerbsfähigkeit anbelange sehr erheblich voneinander. 

Es bestehe kein Zweifel, dass die Beurteilungen von med.pract. F.___ und med.prac. 

P.___ und nicht diejenigen des psychiatrischen Gutachters zutreffend seien. Damit 

könne sie allein schon aus psychischen Gründen kein Einkommen erzielen und habe 

unabhängig von weiteren somatischen Beschwerden spätestens ab Januar 2014 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (act. G 1).

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B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Die MEDAS Bern habe die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden umfassend und kompetent 

abgeklärt. Aufgrund der eingereichten Berichte sei nicht von einer (seitherigen) 

langdauernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen. Eine 

medizinische Administrativexpertise könne durch die andere Ansicht eines 

behandelnden Arztes lediglich in Frage gestellt werden, wenn dieser objektiv 

feststellbare Gesichtspunkte vorbringe, die im Rahmen einer Begutachtung unerkannt 

geblieben und geeignet seien, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. Dies sei 

vorliegend nicht der Fall. Bei der Beschwerdeführerin liege schwergewichtig eine 

psychosoziale Problematik vor, die für sich alleine keine Invalidität begründe. Eine von 

den psychosozialen Faktoren abgrenzbare ausgeprägte psychische Störung liege nicht 

vor. Darüber hinaus weise das Gutachten auch auf diverse Befundinkonsistenzen und 

geringe Therapieaktivität hin. Dem Gutachten komme voller Beweiswert zu (act. G 6).

B.c  Mit Replik vom 3. Mai 2017 macht die Beschwerdeführerin geltend, die 

Beschwerdegegnerin bringe in ihrer Beschwerdeantwort nichts Neues vor. Die 

behandelnden Fachpersonen brächten durchaus relevante objektiv feststellbare 

Gesichtspunkte vor (act. G 17).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 19). 

Erwägungen

1. 

1.1  Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

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Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Das Beschwerdebild mitprägende psychosoziale und 

soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar (direkt) die Symptomatik 

beeinflussen und nicht bloss mittelbar eine (verselbstständigte) 

Gesundheitsschädigung aufrechterhalten oder ihre (unabhängig von den 

invaliditätsfremden Elementen bestehenden) Folgen verschlimmern, sind als nicht 

invalidisierende und damit nicht versicherte Faktoren auszuscheiden. Ein 

invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden kann nur gegeben sein, wenn das 

klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und soziokulturellen 

Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare 

Befunde umfasst. Auch bei einer diagnostizierten Depressionsstörung sind daher das 

Beschwerdebild prägende psychosoziale Belastungsfaktoren bei der Beurteilung, ob 

ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, zu beachten und auszuklammern 

(Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 8C_14/2017, E. 5.3, mit Verweis auf 

BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1 S. 293 und E. 4.3.1.1 S. 298).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

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Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

1.4  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2. 

Zu prüfen ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens der MEDAS Bern vom 29. März 

2016. Umstritten ist dabei namentlich das psychiatrische Teilgutachten.

2.1  Die Beschwerdeführerin schilderte gegenüber dem psychiatrischen Gutachter 

(Untersuchung am 17. November 2015, IV-act. 77-1), sie habe schon seit längerem 

Probleme mit ihrem Ehemann. Dieser habe sie und die Kinder schon früher geschlagen 

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und zweimal mit einem Messer bedroht. Durch eine psychiatrische Behandlung und 

Medikation habe sich die Situation mittlerweile etwas verbessert. Sie lebe nach wie vor 

mit ihm zusammen, könne es sich finanziell nicht leisten, sich von ihm zu trennen (IV-

act. 77-28 ff.). Die Beschwerden bestünden gegenwärtig wie immer, sie hätten sich 

trotz Behandlung nicht gebessert. Sie habe Angst vor den Leuten, vor dem Busfahren 

und brauche Ruhe (IV-act. 77-28). In der Wohnung bekomme sie Angst, dass ihr 

Ehemann ihr etwas antun könnte, obwohl sie alleine dort sei. Sie müsse dann das Haus 

jeweils schnell verlassen. Sie beschreibt einen solchen vor einem Monat aufgetretenen 

Vorfall. Weiter habe ihr die Mitarbeiterin der G.___ den Raum gezeigt, in dem ihr 

Arbeitsplatz vorgesehen gewesen wäre. Sie habe dort die vielen Frauen gesehen und 

eine kleine Tür und das Gefühl gehabt, jetzt könne sie nicht mehr rausgehen (IV-act. 

77-31). Im Befund führte der Gutachter aus, die Beschwerdeführerin berichte über 

agoraphobe Ängste und Panikzustände; diese träten nach ihren Angaben nur selten in 

bestimmten Situationen wie in engen Räumen auf und seien daher grösstenteils 

vermeidbar (IV-act. 77-33, 37). Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, die von ihr 

geschilderten Symptome seien in der Anamnese unrichtig oder unvollständig 

wiedergegeben worden. Zudem wurden bei der Begutachtung Inkonsistenzen 

festgestellt: Die angegebenen Beschwerden stimmten nicht mit der Intensität der 

Behandlung und dem Eindruck des psychiatrischen Gutachters überein (IV-act. 77-16, 

18, 35). Die dauerhafte Einnahme der Medikamente Seralin (Sertralin) sowie Valdoxan 

(Agomelatin) und von Acetylsalicylsäure konnte laborchemisch nicht objektiviert 

werden (zwar konnte, wie schon in einem früheren Test durch den Hausarzt 

[Arztbericht med.pract. F.___ vom 27. August 2013, IV-act. 17-1] Seralin, nicht aber 

dessen Abbauprodukt nachgewiesen werden, was gegen eine regelmässige Einnahme 

spreche, IV-act. 77-14, 33 f., 35). Es erscheint somit nachvollziehbar, dass der 

psychiatrische Gutachter zum Schluss gelangte, im Vordergrund stehe das Problem 

der belastenden Ehe, welches jedoch keine invalidenversicherungsrechtlich relevante 

Erkrankung darstelle (IV-act. 77-35).

2.2  Diagnostisch schloss der psychiatrische Gutachter eine posttraumatische 

Belastungsstörung, wie sie zuvor von med.pract. F.___ diagnostiziert worden war 

(Verlaufsbericht vom 27. Februar 2015, IV-act. 42-2; IV-act. 14-1), unter Zuhilfenahme 

eines strukturierten Interviews aus, da die diesbezüglichen früheren Angaben der 

Beschwerdeführerin nicht ihren aktuellen Angaben entsprächen (IV-act. 77-37). Auch 

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eine gegenwärtige relevante affektive Störung - med. pract. F.___ hatte die Diagnose 

einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.1) gestellt (Verlaufsbericht vom 27. Februar 2015, 

IV-act. 42-2; IV-act. 14-1) - oder eine nicht behandelbare und im Verlauf 

unberechenbare Angststörung konnte der Gutachter nicht bestätigen (IV-act. 77-35), 

was anhand der von ihm erhobenen Befunde (IV-act. 77-33) nachvollziehbar erscheint. 

Weiter führte er aus, dass die Berichte von med.pract. F.___ vorwiegend Angaben der 

Beschwerdeführerin, psychosoziale Faktoren sowie Eigenarten der 

Persönlichkeitsstruktur und die damit verbundenen Motivationsprobleme, nicht aber zu 

einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führende Störungen dokumentierten (IV-act. 

77-37).

2.3  Zu den erhobenen Einschränkungen der Funktionen und Ressourcen führte der 

Gutachter aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe noch eine gewisse 

Stressanfälligkeit, die sich zeitweilig auf ihre psychische Stabilität auswirken könne. 

Ängste bzw. leichte Verstimmungen könnten noch zeitweilig auftreten, wirkten sich 

jedoch nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die reduzierte Motivation, ihren Zustand zu 

verändern, könne zeitweilig zu einer Unzufriedenheit und zu schwankenden Leistungen 

im Berufsleben und einem nicht beständigen Durchhaltevermögen führen (IV-act. 77-35 

f.). Die vom Gutachter hervorgehobenen guten intellektuellen Ressourcen werden 

durch die behandelnde Ärztin relativiert (vgl. IV-act. 77-36 gegenüber IV-act. 42-2, 

wonach die Beschwerdeführerin den vom RAV angewiesenen Deutschkurs als sehr 

belastend erlebt habe, da sie nicht lesen könne). Die Beschwerdeführerin könne sich 

angemessen mitteilen und ausser mit ihrem Ehemann gut kommunizieren. Es 

beständen gute soziale Beziehungen zu den Kindern. Beeinträchtigungen der 

Selbstversorgung lägen nicht vor. Die Beschwerdeführerin sei aus rein psychiatrischer 

Sicht in der Lage, erwerbstätig und wirtschaftlich eigenständig zu sein (IV-act. 77-36). 

Der Entscheid, beim Ehemann zu bleiben, sei bewusst und nicht eine der Reflexion 

entzogene, unbewusste Motivation. Die Beschwerdeführerin sei sich bewusst, dass sie 

im Falle einer Trennung ihre Denk- und Lebensgewohnheiten neu ausrichten, mit 

Eigenverantwortung Ängste überwinden und neue Konflikte aushalten müsste. Es sei 

bisher nicht gelungen, eine Veränderungsmotivation zu bewirken (IV-act. 77-17, 35). 

Allerdings bedürfe es auch einer überdurchschnittlichen Frustrationstoleranz, um das 

Zusammenleben mit einem dauerhaft aggressiven Ehemann auszuhalten. Unter 

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Berücksichtigung des Fähigkeitsprofils wirkten sich die von der Beschwerdeführerin 

angegebenen Defizite auf die versicherungsmedizinische Beurteilung in quantitativer 

Hinsicht nicht aus (IV-act. 77-36). Damit erfolgte die gutachterliche Einschätzung auch 

unter Berücksichtigung des strukturierten Beweisverfahrens bzw. der dabei 

massgeblichen Indikatoren.

2.4  Noch rund neun Monate vor der Begutachtung hatte die behandelnde Psychiaterin 

festgehalten, die Versicherte imponiere mit Angst- und Panikzuständen, die drei- bis 

viermal pro Woche aufgetreten seien. Immer wieder sei es zu dissoziativen Zuständen 

mit dissoziativen Lähmungen gekommen. Flashbacks aus der Ehebeziehung träten 

immer wieder auf. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit nicht therapiefähig und sehe 

keine Zukunftsperspektive für sich. Eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sei 

aktuell nicht möglich. Die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.1), sowie 

einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) seien nach wie vor 

gegeben (Verlaufsbericht med.pract. F.___ vom 27. Februar 2015, IV-act. 42-2; IV-act. 

14-1). Die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnde 

Fachärztin vom 27. Februar 2015 (0 %) und durch den psychiatrischen Gutachter vom 

17. November 2015 (100 %) erklärt sich gemäss dem Gutachter einerseits durch die 

Ausklammerung invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanter Faktoren, andererseits 

zeigt die nach Angaben der Beschwerdeführerin zurückgegangene Häufigkeit der 

Angst- oder dissoziativen Attacken (einmal monatlich statt wie früher drei- bis viermal 

pro Woche) eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Waren die 

Diagnosekriterien für eine depressive Störung und eine posttraumatische 

Belastungsstörung im Zeitpunkt der Begutachtung nicht (mehr) erfüllt, und ordnete der 

psychiatrische Gutachter die Beschwerden folglich ausschliesslich den 

invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten anhaltenden psychosozialen 

Belastungen zu, hat er ihnen zu Recht keine für die invalidenversicherungsrechtliche 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massgebliche Bedeutung zugemessen. Aus 

psychiatrischer Sicht ist nach dem Gesagten spätestens ab dem Zeitpunkt der 

gutachterlich-psychiatrischen Untersuchung am 17. November 2015 (IV-act. 77-1) von 

einer aus psychiatrischer Sicht 100 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.

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2.5  Retrospektiv attestiert der psychiatrische Gutachter die 100 %ige Arbeitsfähigkeit 

bereits ab Ende der tagesklinischen Behandlung (IV-act. 77-36), d.h. ab 28. März 2014. 

Indes berichtete med.pract. F.___ im Verlaufsbericht vom 11. April 2014 noch von 

mehrmals wöchentlich aufgetretenen panischen und dissoziativen Zuständen (IV-act. 

21-1) und im Verlaufsbericht vom 27. Februar 2015 von drei- bis viermal wöchentlich 

vorkommenden Angst- und Panikzuständen sowie von immer wieder erlebten 

dissoziativen Zuständen mit Lähmungen und Flashbacks aus der Ehebeziehung (IV-act. 

42-2). Zudem wurde die tagesklinische Behandlung nicht aufgrund einer Besserung 

des Zustandes abgeschlossen, sondern sinngemäss festgehalten, die 

Beschwerdeführerin habe sich aus Angst vor den damit verbundenen Anforderungen 

nicht für weitere, an sich notwendige Therapien, insbesondere eine Traumatherapie, 

entschliessen können (Verlaufsbericht med.pract. F.___ vom 11. April 2014, IV-act. 

21-1, 5). Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung schilderte die 

Beschwerdeführerin lediglich Angst- bzw. Paniksymptome einen Monat vor der 

Begutachtung und bei der Besichtigung der G.___ (richtig: 6. Januar 2015; IV-act. 

77-31). Auch wenn sie angab, die Beschwerden hätten sich nicht gebessert (IV-act. 

77-28), lässt dies auf eine massgebliche Verbesserung des psychischen 

Gesundheitszustandes zwischen dem Verlaufsbericht vom 27. Februar und der 

gutachterlichen Untersuchung vom 17. November 2015 schliessen, zumal die 

Beschwerdeführerin nicht geltend macht, der psychiatrische Gutachter hätte ihre 

subjektiven Beschwerdeangaben unvollständig erfasst bzw. berücksichtigt. Folglich ist 

das psychiatrische Gutachten insoweit nicht schlüssig, als es auch retrospektiv eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert. Da von weiteren retrospektiven Abklärungen 

kaum genügend aufschlussreiche Erkenntnisse zu erwarten sind, ist rückblickend auf 

die Berichte von med.pract. F.___ abzustellen. Sie attestierte ab 1. Oktober 2013 eine 

Arbeitsfähigkeit von 30 % bzw. 40 % mit 10 %iger Leistungsminderung 

(Verlaufsberichte vom 9. Januar 2014, IV-act. 19 und vom 11. April 2014, IV-act. 21-5). 

Der im Verlaufsbericht vom 27. Februar 2015 attestierten 100 %igen Arbeitsunfähigkeit 

liegt mit Blick auf die gutachterliche Beurteilung und entgegen der Prognose (vgl. dazu 

auch die RAD-Stellungnahme vom 30. März 2015, wonach auf unabsehbare Zeit von 

einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, IV-act. 44) nicht eine längerfristige, 

sondern eine lediglich vorübergehende Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustands zugrunde. Nach Februar 2015 sind keine Therapiebemühungen 

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oder Arbeitsfähigkeitsschätzungen aktenkundig, bis die Beschwerdeführerin nach 

Zustellung des Vorbescheids vom 11. April 2016 ab Mai 2016 eine Behandlung bei 

med. prac. P.___ aufnahm. Dieser bezeichnete in seinem Bericht vom 19. August 2016 

neben der Aufarbeitung der "alten Themen" auch die zusätzliche Belastung durch die 

relativ schwer erkrankte jüngste Tochter, was der Beschwerdeführerin schwer zu 

schaffen mache, als relevant. Aktuell sei eine Zustandsverschlechterung zu beobachten 

(IV-act. 97). Gemäss RAD-Stellungnahme vom 28. September 2016 handelte es sich 

hier um eine vorübergehende Verschlechterung (IV-act. 98). Es fällt denn auch auf, 

dass im weiteren Verfahren keine weiteren Arztberichte mehr eingereicht wurden. Auch 

ist diese Verschlechterung im Zusammenhang mit erneuten Belastungsfaktoren durch 

eine Gesundheitsverschlechterung der Tochter der Beschwerdeführerin zu sehen.

2.6  Zusammenfassend berücksichtigt das psychiatrische Teilgutachten die beklagten 

und aktenkundigen Beschwerden und würdigt diese insbesondere auch vor dem 

Hintergrund der vorhandenen psychosozialen Belastungsfaktoren und der im Rahmen 

des strukturierten Beweisverfahrens massgeblichen Indikatoren. Zwar wäre eine 

Rücksprache mit der behandelnden Psychiaterin med.pract. F.___ - oder aber eine 

Erklärung, weshalb sich diese aus gutachterlicher Sicht erübrige - wünschbar gewesen. 

Mit Ausnahme der retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist das 

psychiatrische Teilgutachten nachvollziehbar und schlüssig. Mithin ist aus 

psychiatrischer Sicht gestützt auf die Berichte von med.pract. F.___ ab 1. Oktober 

2013 von einer 30 %igen und spätestens ab dem Zeitpunkt der psychiatrischen 

Untersuchung am 17. November 2015 von einer 100 %-igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen.

2.7  In somatischer Hinsicht objektivierte die orthopädische Gutachterin chronische 

Schmerzen Handgelenk rechts bei Status nach Os pisiforme Excision rechts am 15. 

Mai 2012 mit/bei Pisi-/Triquestral-Arthrose und palmarem Ganglion und 

Tendinosynovitis IV. Sehnenfach, chronische Schmerzen Handgelenk links bei/mit 

TFCC Problematik mit Ruptur des Discus triangularis und ulno-carpalem Ganglion 

sowie eine Grosszehengrundgelenksarthrose beidseits links betont. Aufgrund dessen 

sei das Heben und Tragen von schweren Lasten über 5 kg beidseits nicht zumutbar. 

grobmotorische Arbeiten sowie mit langen Hebelarmen verbundene Arbeiten sowie 

Arbeiten mit im Wesentlichen schweren Maschinen seien nicht mehr zumutbar. Für 

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feinmotorische Arbeiten bestehe keine Einschränkung, solange die Handgelenke 

abgestützt werden könnten. In der angestammten Tätigkeit bestehe seit Mai 2012 

keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr. In Verweistätigkeiten im Rahmen des 

Zumutbarkeitsprofils bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (IV-act. 77-45). Aus 

neurologischer und internistischer Sicht ergaben sich keine Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit. So wies insbesondere der neurologische Gutachter auf 

Befundinkonsistenzen hin wie fehlender Nachweis der Schmerzmitteleinnahme und 

keine sichtbare Schmerzausprägung beim vermeintlich unbeobachteten Ein- und 

Auskleiden (IV-act. 77-16). Anamnese und Befunde wurden umfassend und ohne 

ersichtliche Widersprüche aufgenommen und gewürdigt, auch wurden betreffend der 

N. medianus und N. ulnaris elektroneurographische Zusatzuntersuchungen 

durchgeführt (IV-act. 77-10 ff.). Auf das Gutachten kann somit vollumfänglich abgestellt 

werden.

2.8  Interdisziplinär zusammenfassend ergibt sich hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 

Folgendes: Bis Ende September 2013 lag aus psychiatrischer Sicht keine 

Arbeitsfähigkeit vor und ab 1. Oktober 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 30 % 

(Verlaufsberichte med.pract. F.___ vom 27. August 2013, IV-act. 17 und vom 9. Januar 

2014, IV-act. 19). Ab dem Zeitpunkt der Begutachtung ist die orthopädisch attestierte 

Arbeitsfähigkeit von 80 % in adaptierten Tätigkeiten (IV-act. 77-45) führend.

3. 

3.1  Gemäss orthopädischem Gutachten bestand in der angestammten Tätigkeit seit 

Mai 2012 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 77-45). Das Wartejahr gemäss Art. 

28 Abs. 1 lit. b IVG war somit im Mai 2013 abgelaufen. Die Beschwerdeführerin 

meldete sich am 17. Januar 2013 zum Leistungsbezug an, so dass ein allfälliger 

Rentenanspruch ab 1. Juli 2013 besteht. Massgebend für den Einkommensvergleich ist 

damit das Jahr 2013 (BGE 129 V 222).

3.2  Gemäss Angaben der Arbeitgeberin betrug das Jahreseinkommen der 

Beschwerdeführerin ab 1. April 2011 Fr. 50'460.-- (Angabe vom 14. Februar 2013, IV-

act. 9-2) und liegt damit im Bereich der im Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) 

verzeichneten Beträge auch der Vorjahre (IV-act. 23-1). Gegenüber dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Durchschnittseinkommen gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) und Lohnentwicklung 

des Bundesamtes für Statistik (BFS) 2011, Anforderungsniveau 1, Frauen, von Fr. 

53'367.-- ist es um rund 5,5 % unterdurchschnittlich und daher im Umfang von 0,5 % 

zu parallelisieren (BGE 135 V 297 E. 5.1 und E. 6.1.2 f.), womit es sich auf Fr. 50'712.-- 

beläuft. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (BFS, Lohnentwicklung 

2014, T39, Indices Frauen 2011: 2604; 2013: 2648) ergibt sich ein Jahreslohn von Fr. 

51'569.--. Da davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt ihrer 

gesundheitlichen Beschwerden weiterhin an diesem Arbeitsplatz tätig geblieben wäre, 

entspricht dieser Betrag dem Valideneinkommen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. 

Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren Verweisen).

3.3  Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist vom durchschnittlichen 

Tabellenlohn gemäss LSE 2013, Kompetenzniveau 1, Frauen von Fr. 51'793.-- 

(Informationsstelle AHV/IV, IV 2018, Bern 2018, Anhang 2) auszugehen. Bei einer 

Arbeitsfähigkeit von höchstens 30 % beträgt das Invalideneinkommen ohne 

Tabellenlohnabzug für diesen Zeitabschnitt Fr. 15'538.-- (0,3 x Fr. 51'793.--), was einen 

Invaliditätsgrad von 69,9 % ([Fr. 51'569.-- - Fr. 15'538.--]: Fr. 51'569.--) ergibt. Ab dem 

Zeitpunkt der Begutachtung beträgt das Invalideneinkommen ohne Tabellenlohnabzug 

bei 80 %iger Arbeitsfähigkeit Fr. 41'434.-- (0,8 x Fr. 51'793.--). Damit ergibt sich ein 

Invaliditätsgrad von 19,6 % ([Fr. 51'569.-- - Fr. 41'434.--: Fr. 51'569.--). Selbst unter 

Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10 % würde kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 27,7 % resultieren.

3.4  Nach der Rechtsprechung ist bei Zusprechung einer befristeten Rente Art. 88a 

Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) analog 

anzuwenden. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis wird die bisherige höhere Rente 

grundsätzlich drei Monate über die Verbesserung des Gesundheitszustandes hinaus 

gewährt. Ist aufgrund eines Gutachtens überwiegend wahrscheinlich, dass sich der 

Gesundheitszustand verbessert hat, nicht aber ersichtlich, wann diese Verbesserung 

stattgefunden hat, erfolgt die Herabsetzung bzw. Einstellung der Rente nicht ab dem 

(zufälligen) Zeitpunkt, in dem das Gutachten erstattet wurde, sondern gilt die 

Verbesserung ab dem Zeitpunkt als ausgewiesen, in dem die gutachterliche 

Untersuchung stattgefunden hat (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2013, 

8C_94/2013, E. 4.1 und 4.2). Vorliegend wurde die relevante Verbesserung anlässlich 

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der psychiatrisch-gutachterlichen Untersuchung am 17. November 2015 festgestellt. In 

Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV hat die Einstellung der befristeten ganzen Rente 

daher per 29. Februar 2016 zu erfolgen.

4. 

4.1  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 29. 

September 2016 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung vom 1. Juli 

2013 bis 29. Februar 2016 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur 

Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In Berücksichtigung 

der verbleibenden Aktivitätsdauer der Beschwerdeführerin und der Tatsache, dass sie 

die Verfügung der Beschwerdegegnerin anfechten musste, um rechtmässig behandelt 

zu werden, ist von einem hälftigen Obsiegen auszugehen. Entsprechend bezahlen die 

Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin die Gerichtsgebühr je im Umfang 

von Fr. 300.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der 

Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 300.-- daran anzurechnen und im Umfang von 

Fr. 300.-- zurückzuerstatten.

4.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der 

Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer). Da die Beschwerdeführerin nur teilweise obsiegt, hat sie einen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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reduzierten Anspruch auf eine Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung des 

teilweisen Obsiegens erscheint daher eine Parteientschädigung von Fr. 1‘750.-- als 

gerechtfertigt.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 29. 

September 2016 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung vom 1. Juli 

2013 bis 29. Februar 2016 eine ganze Rente zugesprochen. Die Sache wird zur 

Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin und die 

Beschwerdeführerin je im Umfang von Fr. 300.--. Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin daran angerechnet und im Umfang von Fr. 

300.-- zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

1‘750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.11.2018
	Art. 7 f. ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG; Art. 88a Abs. 1 IVV: Gestützt auf ein MEDAS-Gutachten ist ab der psychiatrischen Begutachtung von einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Nicht nachvollziehbar ist das psychiatrische Teilgutachten, wonach auch retrospektiv von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, denn die behandelnde Psychiaterin attestierte eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 30 % und die Angaben der Beschwerdeführerin lassen auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes vor der Begutachtung schliessen. Damit ist zwar ab dem Zeitpunkt der Begutachtung auf das Gutachten, retrospektiv aber auf die von der behandelnden Psychiaterin attestierte Arbeitsfähigkeit abzustellen. Dies führt zu einem befristeten Anspruch auf eine ganze Rente. In analoger Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV erfolgt die Einstellung drei Monate nach der psychiatrisch-gutachterlichen Untersuchung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. November 2018, IV 2016/357). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_872/2018.

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