# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ec95d67-b97b-549b-a819-4073898ad277
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.03.2015 200 2014 616
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-616_2015-03-19.pdf

## Full Text

200 14 616 UV
ACT/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. März 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Scheidegger 
Gerichtsschreiberin Winiger

KPT Krankenkasse AG
Rechtsdienst, Postfach 8624, 3001 Bern
Beschwerdeführerin

gegen

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladene

betreffend Einspracheentscheid vom 23. Mai 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. März 2015, UV/14/616, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1950 geborene C.________ (Versicherte bzw. Beigeladene) ist über 
ihre Arbeitgeberin bei der A.________ Versicherung AG (A.________ bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert (Akten der 
A.________ [act. IIA] A1).

Gemäss Schadenmeldung vom 27. Februar 2012 (act. IIA A1) stürzte die 
Versicherte am 14. Februar 2012 während des Skifahrens und verdrehte 
sich beim Aufstehen im Tiefschnee das rechte Knie. Daraufhin holte die 
A.________ medizinische sowie erwerbliche Unterlagen ein und liess die 
Versicherte den Ereignishergang ausführlich beschreiben (act. IIA M1 bis 
M6; Fragebogen vom 7. März 2012, act. IIA A7). Gestützt darauf teilte sie 
am 22. März 2012 (act. IIA A12) mit, dass der Hergang vom 14. Februar 
2012 weder einen Unfall im Rechtssinne darstelle noch eine unfallähnliche 
Körperschädigung vorliege. Eine Leistungspflicht gemäss dem Bundesge-
setz über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG; SR 832.20) sei 
daher nicht gegeben. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs vor Verfügungs-
erlass zeigte sich die Versicherte damit nicht einverstanden und schilderte 
mit Schreiben vom 27. März 2012 (act. IIA A14) nochmals detailliert den 
Ereignishergang. Mit Verfügung vom 17. April 2012 (act. IIA A19) hielt die 
A.________ an ihrer Beurteilung fest und verneinte den Anspruch auf Leis-
tungen der obligatorischen Unfallversicherung. 

Hiergegen erhob die Krankenversicherung der Versicherten, die KPT Kran-
kenkasse AG (KPT bzw. Beschwerdeführerin), am 15. Mai 2012 Einspra-
che (act. IIA A22) und beantragte gestützt auf eine Stellungnahme ihres 
Vertrauensarztes, Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, vom 2. Mai 2012 (Akten der KPT [act. I] 9) die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung sowie die Anerkennung des Ereignisses vom 
14. Februar 2012 als Unfall. Nachdem die A.________ bei ihrem beraten-
den Arzt, Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie FMH, eine Stellung-

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nahme vom 4. Juni 2012 (act. IIA M7) eingeholt hatte, wies sie die Einspra-
che mit Entscheid vom 23. Mai 2014 (act. IIA A26) ab.

B.

Hiergegen erhob die KPT am 24. Juni 2014 Beschwerde und stellte folgen-
de Anträge: 

1. Der Einspracheentscheid vom 23. Mai 2014 der A.________ 
sei aufzuheben. 

2. Das Ereignis vom 14. Februar 2012 sei als Unfall anzuer-
kennen und die Leistungspflicht der A.________ gemäss 
UVG zu bejahen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Fürsprecher B.________, gab 
mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2014 einen weiteren Bericht von 
Dr. med. E.________ vom 9. September 2014 (act. IIA M9) zu den Akten 
und schloss auf Abweisung der Beschwerde.

Am 22. Oktober 2014 lud der Instruktionsrichter die Versicherte zum Ver-
fahren bei und gab ihr Gelegenheit, eine Stellungnahme einzureichen. Mit 
Schreiben vom 28. Oktober 2014 verzichtete sie auf weitere Ausführungen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. November 2014 erhielten die Be-
schwerdeführerin und die Beigeladene Gelegenheit, zum Bericht von 
Dr. med. E.________ vom 9. September 2014 (act. IIA M9) Stellung zu 
nehmen. Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 1. Dezember 
2014 einen Bericht ihres Vertrauensarztes, Dr. med. F.________, Facharzt 
für Herz- und thorakale Gefässchirurgie FMH, vom 23. November 2014 
(act. I 14) ein und bestätigte im Übrigen die gestellten Rechtsbegehren. Die 
Beigeladene liess sich nicht mehr vernehmen. 

Am 12. Februar 2015 wurde die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 
1. Dezember 2014 den übrigen Verfahrensbeteiligten zugestellt. 

Mit Schreiben vom 24. Februar 2015 nahm die Beschwerdegegnerin zur 
Eingabe der Beschwerdeführerin vom 1. Dezember 2014 Stellung und hielt 

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an ihrem Rechtsbegehren fest. Am 3. März 2015 stellte der Instruktions-
richter diese Stellungnahme den übrigen Verfahrensbeteiligten zu.

Am 17. März 2015 reichte die Beschwerdeführerin nochmals eine Stellung-
nahme ein und bestätigte die bisher gestellten Rechtsbegehren.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, als obligatorische Krankenpflegeversicherung 
der Versicherten durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 49 Abs. 4 i.V.m. Art. 59 ATSG). Die örtliche Zu-
ständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 
23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 23. Mai 2014 (act. IIA 
A26). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Unfallver-
sicherung hinsichtlich des Ereignisses vom 14. Februar 2012.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorab ist die Frage der Verletzung des rechtlichen Gehörs zu prü-
fen, da die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Einspracheverfahrens 
einen Bericht ihres beratenden Arztes, Dr. med. E.________, vom 4. Juni 
2012 (act. IIA M7) eingeholt und anschliessend gestützt auf diesen direkt 
entschieden hat (act. IIA A26 S. 5).

2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör – welcher durch das Sozialver-
sicherungsgericht von Amtes wegen zu prüfen ist (BGE 120 V 357 E. 2a 
S. 362; SVR 1999 UV Nr. 25 S. 75 E. 1a) – gebietet, dass die Behörde die 
Parteien über neue, dem Dossier beigefügte Beweismittel informiert, die für 
die Entscheidfindung massgebend sind (BGE 128 V 272 E. 5b bb S. 278; 
SVR 2008 UV Nr. 1 S. 2 E. 3.2). Da der Bericht von Dr. med. E.________ 
vom 4. Juni 2012 (act. IIA M7) der Beschwerdeführerin vor dem Einspra-
cheentscheid nicht zur Kenntnis gebracht wurde, liegt eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs vor.

Aus prozessökonomischen Gründen kann hier jedoch ausnahmsweise eine 
Heilung angenommen werden. Denn eine Rückweisung der Sache zur 
Gewährung des rechtlichen Gehörs würde lediglich zu einem formalisti-
schen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, die mit den 
(der Anhörung gleichgestellten) Interessen der Parteien an einer beförderli-
chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 
E. 2.3.2 S. 197; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2). Dies insbesondere in 
Anbetracht dessen, dass sich die Beschwerdeführerin vor der mit umfas-
sender Kognition ausgestatteten Beschwerdeinstanz ausführlich äussern 
konnte und weder sie noch die Beigeladene die Verletzung des rechtlichen 
Gehörs gerügt haben, woraus zu schliessen ist, dass sie eine schnelle Er-
ledigung des Verfahrens anstreben. 

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3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 

3.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in einer 
unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der 
Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann 
erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürli-
chen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beein-
flusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnli-
che äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung 
zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programm-
widrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 
S. 118; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 40 E. 5.2). Dies trifft beispielsweise dann 
zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegen-
stand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine re-
flexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 2004 
U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b).

3.3 Die Unfallversicherer haben auch Versicherungsleistungen für die in 
der Verordnung abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädi-
gungen zu übernehmen, sofern diese nicht eindeutig auf Erkrankung oder 
Degeneration zurückzuführen sind (Art. 6 Abs. 2 UVG; Art. 9 Abs. 2 lit. a - h 
UVV). Dabei müssen sämtliche Begriffsmerkmale eines Unfalles mit Aus-
nahme der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein. Besondere Bedeutung kommt 
hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses zu, d.h. eines aus-
serhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben 
unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). 

3.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 

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sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221). Das Sozia-
lversicherungsrecht kennt keinen allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach im 
Zweifelsfalle zugunsten der versicherten Person zu entscheiden sei. Ein 
Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 260 E. 2b).

4.

4.1 Zum Ereignishergang ergibt sich aus den Unterlagen das Folgende:

4.1.1 Die Beigeladene hat im Fragebogen vom 7. März 2012 (act. IIA A7) 
angegeben, sie sei beim Skifahren mit der G.________ am … gestürzt. 
Beim Aufstehen im Tiefschnee habe sie sich das rechte Knie verdreht.

4.1.2 Im Rahmen des rechtlichen Gehörs vor Verfügungserlass schilderte 
die Beigeladene mit Schreiben vom 27. März 2012 (act. IIA A14) das Er-
eignis vom 14. Februar 2012 wie folgt: 

«Am 14.2.2012 fuhren wir in der Gruppe (G.________) vom …, …, talwärts 
Richtung …. Auf einmal hörte ich jemanden „Achtung“ rufen. Als ich mich 
umdrehte, sah ich eine Skifahrerin, die offenbar die Kontrolle über ihre Skis 
verloren hatte, direkt auf mich zufahren. Ich versuchte auszuweichen, ge-
langte dabei neben die Piste in den tieferen Schnee und stürzte. Um aufste-
hen zu können, musste ich die Skibindungen öffnen. Beim Versuch aufzu-
stehen, sank ich im Tiefschnee ein und verspürte einen starken Schmerz im 
rechten Knie.» 

4.2 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

4.2.1 Am 23. Februar 2012 (act. IIA M4) wurde eine Magnetresonanzto-
mographie (MRT) durchgeführt und mit der wegen einer Kniedistorsion im 
Jahre 2011 durchgeführten Untersuchung vom 27. Januar 2011 verglichen. 

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Dabei stellten die Radiologen insbesondere einen mässigen Kniegelenk-
serguss fest. In der Beurteilung führten sie aus, es liege eine intraliga-
mentäre Reruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) femoralseits mit nur 
noch kleinem femoralen Stumpf, eine subchondrale Tibiaplateau-
Imressionsfraktur posterolateral, eine Zerrung des lateralen Kollateralban-
des sowie eine unveränderte T2w-hyperintense, scharf begrenzte Linie im 
Innenmeniskushinterhorn rechts mit Kontakt zur Meniskusunterfläche vor, 
wobei sie differentialdiagnostisch (DD) auf eine Meniskusnaht resp. einen 
Einriss verwiesen.

4.2.2 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
befundete im Arztzeugnis UVG (undatiert, act. IIA M6) einen Kniegelenk-
serguss rechts mit Schmerzen über dem medialen Kniegelenksspalt sowie 
eine „vordere Schublade“. Als vorläufige Diagnose nannte er einen Status 
nach Kniedistorsion rechts vom 14. Februar 2012 mit medialer Meniskuslä-
sion des Restmeniskus und bone bruise-Läsion posterolateral sowie einen 
Verdacht auf eine Reruptur des VKB. Im Weiteren beurteilte er die Läsion 
des medialen Restmeniskus als neuen Unfall. 

4.2.3 Am 2. Mai 2012 (act. I 9) erläuterte Dr. med. D.________, es sei 
grundsätzlich kein Widerspruch, wenn infolge eines Unfallereignisses die 
am Boden liegende Patientin erst bei Bewegungen und/oder Belastungen 
einen Schmerz verspürt habe. So könne etwa ein unfallbedingter akuter 
Meniskusriss erst bei Kniegelenksbewegungen infolge Einklemmungen von 
Einrisslappen Schmerzen verursachen. Dasselbe gelte analog auch bei 
Rissen des VKB. Ferner sei das Auftreten eines akuten Schmerzes unmit-
telbar während des Unfalls geringer, wenn das VKB bereits früher rupturiert 
gewesen sei.

4.2.4 Im Bericht vom 4. Juni 2012 (act. IIA M7) nahm Dr. med. 
E.________ zu den aktenkundigen Angaben Stellung. Dabei beurteilte er 
die befundete „vordere Schublade“ als mit Sicherheit bedingt durch das im 
Jahre 2011 gerissene VKB (S. 2). Zur Begründung wies er auf die im MRT 
vom 23. Februar 2012 beschriebene intraligamentäre Reruptur des VKB 
mit nur noch kleinem femoralen Stumpf hin. Ferner führte er aus, der Kör-
per baue vollständig gerissene VKB ab. Eine erneute Ruptur des narbig 
verheilten VKB sei gestützt auf diesen Befund daher ausgeschlossen (S. 3 

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Ziff. 1). Im Weiteren erachtete er den Schaden im Innenmeniskusrest sowie 
die Tibiaplateau-Impressionsfraktur bei normalem Knochenmarksignal als 
vorbestehend und präzisierte, die fehlende Funktion des VKB führe immer 
zur Überlastung und Schädigung der Meniskushinterhörner (S. 2). Auch 
das verbreiterte laterale (äussere) Kollateralband weise auf einen Vorzu-
stand im Sinne einer früheren Zerrung hin (S. 3 Ziff. 1). Ferner legte 
Dr. med. E.________ dar, dass es bei VKB-Läsionen, vor allem bei sportli-
cher Belastung – wie hier beim Skifahren –, auch ohne Sturz zu einer Er-
gussbildung im betroffenen Knie kommen könne (S. 2). Zusammenfassend 
kam Dr. med. E.________ zum Schluss, dass die objektivierbaren Schäden 
im Knie rechts auf einen Vorzustand mit schicksalsmässigem Verlauf 
zurückzuführen seien und beim Ereignis vom 14. Februar 2012 dieser Vor-
zustand symptomatisch resp. schmerzhaft geworden sei. Sollten sich die 
vorbestehenden Schäden verschlimmert haben, sei davon auszugehen, 
dass es sich um eine kurzfristige und vorübergehende Verschlimmerung 
handle resp. wäre diesfalls der Status quo sine spätestens ca. am 15. März 
2012 erreicht worden (S. 2, 4).

4.2.5 Der Vertrauensarzt der KPT, Dr. med. F.________, hielt in seiner 
Beurteilung vom 15. Juni 2014 (act. IIA M8) fest, dass vor dem Ereignis am 
14. Februar 2012 ein relevanter Vorzustand vorgelegen habe, von Seiten 
dieses Vorzustandes jedoch keine Befunde bezüglich Instabilität, rezidi-
vierender Schmerzen oder Kniegelenksergüssen vorhanden seien. Die 
Patientin gelte daher vor dem Vorfall als beschwerdefrei (S. 2). Weiter legte 
er dar, die Tibiaplateau-Fraktur müsse als akutes Ereignis interpretiert wer-
den, weil sie ansonsten nicht radiologisch darstellbar wäre. Diese Ansicht 
begründete er weiter auch damit, dass die Patientin mit einer solchen Frak-
tur nicht sportfähig gewesen wäre sowie mit dem befundeten Kniegelenk-
serguss; habe doch die Patientin trotz adäquater Belastung im letzten Jahr 
keinen dokumentierten Erguss gehabt. Zur Entstehung einer subchondra-
len Tibiaplateau-Fraktur erläuterte er zudem, dass dazu eine axiale 
Krafteinwirkung notwendig sei, die erheblich über derjenigen des eigenen 
Körpergewichts liege. Das eigentliche Trauma, welches für die Binnenver-
letzung verantwortlich sei, sei demnach das abrupte Abbremsen beim Ein-
fahren in den Tiefschnee mit nachfolgendem Sturz und nicht das Aufstehen 
(S. 3). 

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4.2.6 Im Bericht vom 9. September 2014 (act. IIA M9) führte Dr. med. 
E.________ aus, eine Beschwerdefreiheit im instabilen rechten Knie bei 
fehlendem VKB und nach beidseitiger Meniskusteilentfernung am 15. April 
2011 könne höchstens vermutet werden (S. 2). Weiter wies er darauf hin, 
dass gemäss der medizinischen Fachliteratur die nicht dislozierte Fraktur 
im T2w in der Regel signalarm (hypointens) bleibe, im MRT-Befund jedoch 
eine signalreiche oder hypertense Linie mit Kontakt zur Unterfläche des 
Innenmeniskus, d.h. zum Bereich des posteromedialen (hinteren, inneren) 
und nicht des hinteren äusseren (posterolateralen) Tibiaplateaus, beschrie-
ben worden sei. Eine Knochenmarkkontusion (bone bruise) mit hoher T2w 
Signalintensität im Bereich des lateralen Tibiaplateaus werde von den Ra-
diologen zudem ausgeschlossen. Bei dem ansonsten normalen Knochen-
mark sei daher eine Beurteilung der Unfallkausalität eines allfälligen Scha-
dens im hinteren äusseren Tibiakopfbereich nicht möglich (S. 3). Gestützt 
auf die zugestellten Akten kam Dr. med. E.________ zum Schluss, dass für 
ihn keine überwiegend wahrscheinliche Kausalität oder Teilkausalität zwi-
schen den noch aktuellen Schäden im rechten Knie und dem Ereignis vom 
14. Februar 2012 bestehe (S. 4).

4.2.7 Im Bericht vom 23. November 2014 (act. I 14) bestätigte Dr. med. 
F.________ insbesondere nochmals seine Ansicht, dass die Traumatisie-
rung im Rahmen des Sturzereignisses erfolgt sei. Beim Ereignis vom 14. 
Februar 2012 sei es zudem nicht zu einer vorübergehenden Verschlechte-
rung eines Vorzustandes gekommen, sondern es handle sich hier um eine 
richtunggebende Verletzung, welche keine Rückkehr zu einem Status quo 
sine oder ante erlaube (S. 3).

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

5.

5.1 Gestützt auf die übereinstimmenden Ausführungen der Beigelade-
nen im Fragebogen vom 7. März 2012 (act. IIA A7 S. 2) und im Schreiben 
vom 27. März 2012 (act. IIA A14), welche denn auch mit den Angaben in 
der Schadenmeldung UVG vom 27. Februar 2012 korrelieren (act. IIA A1), 
ist erstellt, dass die Beigeladene beim Skifahren von der Piste abgekom-
men und gestürzt ist. Anschliessend hat sie ihre Skibindungen geöffnet und 
verspürte beim Aufstehen resp. beim Einsinken im Tiefschnee einen 
Schmerz im Knie. 

Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht (vgl. Beschwerde S. 4 f. 
Ziff. 3 ff.), die Verletzungen seien während des Sturzes eingetreten, kann 
ihr nicht gefolgt werden. Denn die Ansicht von Dr. med. F.________ in den 
Berichten vom 15. Juni 2014 (act. IIA M8 S. 3) und vom 23. November 
2014 (act. I 14 S. 3), wonach das „eigentliche Trauma“ das abrupte Ab-
bremsen beim Einfahren in den Tiefschnee mit nachfolgendem Sturz sei, 
überzeugt nicht und ist mit Blick auf die von ihm genannte Krafteinwirkung 
widersprüchlich. So führte er bezüglich der Entstehung einer subchondra-
len Tibiaplateau-Fraktur aus, dazu sei eine axiale Krafteinwirkung notwen-
dig, die erheblich über derjenigen des eigenen Körpergewichts liege (act. 
IIA M8 S. 3). Beim geltend gemachten Vorgang existiert eine solche 
Krafteinwirkung jedoch gerade nicht, resultiert doch im Fall des abrupten 

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Abbremsens mit folgendem Sturz vielmehr eine in grundsätzlich horizonta-
ler Richtung wirkende Kraft. Im Weiteren ist das Argument, die subchondra-
le posterolaterale Tibiaplateau-Fraktur müsse aufgrund der Abklärungen im 
MRT vom 23. Februar 2012 (act. IIA M4) als „akutes Ereignis“ interpretiert 
werden, da sie ansonsten radiologisch nicht darstellbar wäre (act. IIA M8 
S. 3), nicht schlüssig begründet. Vielmehr ist in diesem Zusammenhang auf 
den Bericht von Dr. med. E.________ vom 9. September 2014 (act. IIA M9) 
abzustellen, in dem er überzeugend und gestützt auf die medizinische Lite-
ratur darauf hinweist, dass vorliegend nicht der posterolaterale (hinterer, 
äusserer) sondern der posteromediale (hinterer, innerer) Tibiaplateau-
Bereich betroffen sei. Soweit Dr. med. F.________ im Bericht vom 23. No-
vember 2014 (act. I 14 S. 3) ausführt, beim Sturz sei es unter anderem zu 
einer posterolateralen Kontusion/Trabekelfraktur gekommen, kann ihm 
ebenfalls nicht gefolgt werden, denn dies betrifft immer noch den posterola-
teralen, nicht aber den posteromedialen Bereich. Entgegen der Auffassung 
in der Beschwerde (S. 4 Ziff. 3) ändert die Beurteilung von Dr. med. 
D.________ vom 2. Mai 2012 (act. I 9) nichts: So führte dieser lediglich 
aus, dass es kein Widerspruch sei, wenn die Patientin nach einem Sturz 
erst bei Bewegungen und/oder Belastungen Schmerzen verspüre. Dass die 
Verletzung beim Sturz eingetreten ist, kann er damit jedoch weder begrün-
den noch belegen. Zudem steht dieser Ansicht entgegen, dass die Beige-
ladene nach dem Sturz beide Skibindungen geöffnet hat und dabei keine 
Schmerzen verspürte. Diese nahm sie erst beim Versuch aufzustehen wahr 
(vgl. Stellungnahme vom 27. März 2012, act. IIA A14). Weiter legt Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 4. Juni 2012 (act. IIA M7 S. 3 Ziff. 1) in schlüs-
siger und nachvollziehbarer Weise dar, dass es beim Ereignis vom 14. Fe-
bruar 2012 nicht zu einer erneuten Ruptur des im 2011 geschädigten VKB 
gekommen ist. Gestützt auf die radiologische Untersuchung führt er denn 
auch einleuchtend aus, dass der Schaden im Innenmeniskusrest sowie die 
Tibiaplateau-Impressionfraktur vorbestehend waren und auch das verbrei-
terte laterale (äussere) Kollateralband auf einen Vorzustand im Sinne einer 
früheren Zerrung hinweise (act. IIA M7 S. 2, 3 Ziff. 1); insoweit entkräftet er 
denn auch den späteren Bericht von Dr. med. F.________, wonach die 
Meniskusläsion Unfallfolge sei (act. I 14 S. 3). Zum befundeten Kniege-
lenkserguss (act. IIA M6) hielt Dr. med. E.________ fest, eine VKB-Läsion 
führe, vor allem bei sportlicher Belastung – wie hier beim Skifahren – auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. März 2015, UV/14/616, Seite 13

ohne Sturz zu einer Ergussbildung (act. IIA M7 S. 2). Damit ist gestützt auf 
die vorliegenden Akten nicht erstellt, dass sich die Beigeladene beim Sturz 
verletzt hat. 

5.2 Zu prüfen ist weiter, ob ein Gesundheitsschaden beim Aufstehen 
resp. beim Einsinken eingetreten ist. Dies ist gestützt auf die schlüssigen 
und überzeugenden Berichte von Dr. med. E.________ vom 4. Juni 2012 
(act. IIA M7 S. 3 Ziff. 3) und vom 9. September 2014 (act. IIA M9) nicht mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Zudem 
sind weder dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 2. Mai 2012 (act. I 
9) noch denjenigen von Dr. med. F.________ vom 15. Juni 2014 (act. IIA 
M8) und vom 23. November 2014 (act. I 14, insbesondere S. 3) Anhalts-
punkte zu entnehmen, die diesbezüglich eine andere Betrachtungsweise 
rechtfertigen könnten. Die Voraussetzungen des Unfallbegriffs sind dem-
nach auch in dieser Hinsicht nicht erfüllt (E. 3.2 hiervor). 

Da kein unfallbedingter Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, besteht folg-
lich kein Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung. 

5.3 Aufgrund der diagnostizierten medialen Meniskusläsion des Rest-
meniskus (act. IIA M6) ist schliesslich zu prüfen, ob eine unfallähnliche 
Körperschädigung vorliegt und unter diesem Titel eine Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin besteht (E. 3.3 hiervor). 

Da nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er-
stellt ist, dass der Gesundheitsschaden beim Aufstehen im Tiefschnee ein-
getreten ist (vgl. E. 5.2 hiervor), ist bei dieser Bewegung auch eine un-
fallähnliche Körperschädigung von vornherein ausgeschlossen. Zudem ist 
bei der Beantwortung dieser Frage – entgegen der Auffassung in der Be-
schwerde (S. 5 Ziff. 8) – der Sturz nicht als äusseres Ereignis denkbar – 
dieser wäre Element des (verneinten; E. 5.1 hiervor) Unfalls. Unter dem 
Titel der unfallähnlichen Körperschädigung besteht folglich ebenfalls kein 
Leistungsanspruch.

5.4 Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin mit Verfügung vom 17. April 2012 (act. IIA A19) sowohl 
das Vorliegen eines Unfalls im Rechtssinne als auch eine unfallähnliche 
Körperschädigung verneinte und dies mit Einspracheentscheid vom 23. Mai 

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2014 (act. IIA A26) bestätigte. Die hiergegen erhobene Beschwerde vom 
24. Juni 2014 erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. März 2015, UV/14/616, Seite 15

3. Zu eröffnen (R):
- KPT Krankenkasse AG
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdegegnerin (samt Einga-

be der Beschwerdeführerin vom 17. März 2015)
- C.________ (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. März 

2015)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.