# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b78439e9-2035-5ea9-b2f5-e2dad55b2851
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.09.2023 LZ220037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ220037_2023-09-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ220037-O/U 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter 

Dr. M. Kriech und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer  

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Faoro 

Beschluss und Urteil vom 11. September 2023 
 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
Kläger und Berufungskläger 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

C._____,  
Beklagter und Berufungsbeklagter 

 

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Meilen vom 10. Februar 2022 (FK200018-G) 

- 2 - 

Zuletzt aufrechterhaltene Rechtsbegehren: 

- der Kläger (Urk. 53): 

" 1.  Das Kind A._____, geb. tt.mm.2018, sei unter der gemeinsamen 
elterlichen Sorge der Kindeseltern zu belassen; 

 2. Das Kind A._____, geb. tt.mm.2018, sei unter die alleinige Obhut 
der Klägerin 2 zu stellen; 

 3. Es sei das Besuchsrecht des Beklagten zu regeln; 
 4. Es sei die für das Kind A._____ von der KESB Meilen errichtete 

Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB aufzuhe-
ben. Eventualiter sei die Besuchsbeistandschaft im Sinne von 
Art. 308 Abs. 2 ZGB weiterzuführen und dem Beistand sei die 
Aufgabe zu übertragen, die Ausübung des Besuchsrecht zu 
überwachen und zu begleiten; 

 5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin 2 für das Kind  
A._____ (Kläger 1), geb. tt.mm.2018, einen angemessenen Un-
terhaltsbeitrag (zzgl. allfälliger Familienzulagen) für den Zeitraum 
vom 1. Juli 2019 bis 28. Februar 2021 von Fr. 425.00 pro Monat, 
für den Zeitraum vom 1. März 2021 bis 31. Mai 2021 von noch zu 
bezifferndem Betrag sowie ab dem 1. Juni 2021 von noch zu be-
zifferndem Betrag zu bezahlen; 

 6. Es sei die Höhe der Rückstände im Urteil festzuhalten; 
 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Kosten des 

Schlichtungsverfahren) zu Lasten des Beklagten." 

- des Beklagten (Urk. 52): 

" 1.  Das elterliche Sorgerecht über den minderjährigen Sohn  
A._____ (geb. tt.mm.2018) sei weiterhin beiden Parteien gemein-
sam zu belassen. 

 2.  Der Sohn A._____ sei in die alternierende Obhut der Parteien zu 
geben. 

 3. Es sei festzustellen, dass jede Partei die im Rahmen der alternie-
renden Obhut bei ihr anfallenden Kosten der laufenden Erziehung 
des Sohnes A._____ selber trägt. Die Parteien seien zu verpflich-
ten, die darüber hinaus anfallenden Kosten (d.h. Krankenkassen-
prämien, medizinische Behandlungskosten, Kleidung, Freizeit, 
Schule etc.) je hälftig zu übernehmen. 

 4. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin an den 
Unterhalt des Sohnes A._____ einen monatlich, vorauszahlbaren, 
gerichtsüblich indexierten angemessenen Unterhaltsbeitrag zu 
bezahlen, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen. 

- 3 - 

 5. Dem Beklagten sei Gelegenheit einzuräumen, die Anträge nach 
Durchführung des Beweisverfahrens anzupassen, zu ergänzen 
resp. neu zu beziffern. 

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Kläger 
bzw. des Staates." 

Verfügung und Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht im verein-
fachten Verfahren, vom 10. Februar 2022: 

(Urk. 94 S. 88 ff. = Urk. 102 S. 88 ff.) 

1. A._____ (Kläger 1), geboren am tt.mm.2018, wird unter der gemeinsamen 

elterlichen Sorge von B._____ (Klägerin 2) und C._____ (Beklagter) belas-

sen. 

2. Der Kläger 1 wird unter die alternierende Obhut der Klägerin 2 und des Be-

klagten gestellt. Der zivilrechtliche Wohnsitz des Klägers 1 befindet sich am 

zivilrechtlichen Wohnsitz der Klägerin 2.  

3. Ab Rechtskraft dieses Entscheids betreut der Beklagte den Kläger 1 auf ei-

gene Kosten wie folgt: 

− einen Nachmittag pro Woche unter der Woche mit einer Übernachtung, 

ab 12.30 Uhr oder ab Kita-, Kindergarten- bzw. Schulschluss bis am 

Folgetag, 18.00 Uhr oder Kita-, Kindergarten- bzw. Schulschluss; 

− jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr oder nach  

Kita-, Kindergarten- bzw. Schulschluss, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr; 

− jeweils an den Weihnachtsfeiertagen vom 24. Dezember, 16.00 Uhr, 

bis 26. Dezember, 16.00 Uhr, wobei die Klägerin 2 den Kläger 1 an den 

Neujahrsfeiertagen vom 31. Dezember, 16.00 Uhr, bis 2. Januar, 

16.00 Uhr betreut; 

− in den Jahren mit gerader Jahreszahl von Karfreitag, 9.00 Uhr, bis Os-

termontag, 18.00 Uhr, sowie in den Jahren mit ungerader Jahreszahl 

von Pfingstsamstag, 9.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr. Das auf 

Ostern oder Pfingsten folgende Wochenende hat der Kläger 1 bei der 

- 4 - 

Klägerin 2 zu verbringen, womit die abwechselnde Wochenendrege-

lung von neuem beginnt; 

− während vier Wochen Ferien jährlich, hiervon zwei zusammenhängen-

de Wochen in den Sommerschulferien (wobei 1 Woche 7 Tage bedeu-

tet, d.h. jeweils 1 Betreuungswochenende beinhaltet). Die Parteien 

sprechen sich hinsichtlich der Ferienbetreuung mindestens zwei Mona-

te im Voraus ab. Bei Uneinigkeiten kommt der Klägerin das Entschei-

dungsrecht in den Jahren mit ungerader Jahreszahl und dem Beklag-

ten in Jahren mit gerader Jahreszahl zu; 

− weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegen-

seitiger Absprache bleiben vorbehalten. 

In der übrigen Zeit wird der Kläger 1 durch die Klägerin 2 betreut. 

4. Die mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Meilen vom 

27. Juni 2019 errichtete Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für 

den Kläger 1 wird aufgehoben. 

5. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger 1 mit Wirkung ab 1. Juli 2019 bis 

zu seiner Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung die folgenden monatlichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:  

a) Rückwirkend vom 1. Juli 2019 bis zum 29. Februar 2020 (Phase 1): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 1'599.– (Manko: CHF 445.–, 

alles Barunterhalt) 

b) Rückwirkend vom 1. März 2020 bis zum 30. Juni 2020 (Phase 2): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 0.– (Manko:CHF 69.–, 

alles Barunterhalt) 

c) Rückwirkend vom 1. Juli 2020 bis zum 28. Februar 2021 (Phase 3): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 497.– (Manko: CHF 874.–, 

- 5 - 

alles Barunterhalt) 

d) Rückwirkend vom 1. März 2021 bis zum 30. Juni 2021 (Phase 4): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 1'216.– (Manko: CHF 829.–, 

alles Barunterhalt) 

e) Rückwirkend vom 1. Juli 2021 bis zum 31. Januar 2022 (Phase 5): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 1'216.– (Manko: CHF 1'327.–, 

alles Barunterhalt) 

f) Vom 1. Februar 2022 bis zum 31. Juli 2022 (Phase 6): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 386.– (Manko: CHF 526.– [CHF 473.40 vom 

Beklagten und CHF 52.60 von der 

Klägerin 2 zu tragen], alles Barunter-

halt) 

g) Vom 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2023 (Phase 7): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 346.– (Manko: CHF 339.– [CHF 305.10 vom 

Beklagten und CHF 33.90 von der 

Klägerin 2 zu tragen], alles Barunter-

halt) 

h) Vom 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2028 (Phase 8): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 286.– (Manko: CHF 49.10, 

alles Barunterhalt) 

i) Vom 1. August 2028 bis zum 31. Juli 2030 (Phase 9): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 226.– (Manko: CHF 189.10, 

alles Barunterhalt) 

j) Vom 1. August 2030 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss einer 

angemessenen Erstausbildung des Klägers 1 (Phase 10): 

 Unterhaltsbeitrag: CHF 226.– (Manko: CHF 58.90, 

- 6 - 

alles Barunterhalt) 

Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den 

Ersten eines jeden Monats, an die Klägerin 2, auch über die Volljährigkeit 

des Klägers 1 hinaus, solange der Kläger 1 im mütterlichen Haushalt lebt 

oder keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfän-

ger bezeichnet. 

Gesetzliche und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder Ausbil-

dungszulagen, auf deren Bezug der Beklagte zugunsten des Klägers 1 An-

spruch hat (rückwirkend wie zukünftig), sind zusätzlich zu bezahlen, soweit 

diese nicht anderweitig, insbesondere über die Klägerin 2, bezogen werden. 

Die Eltern übernehmen diejenigen Kosten für den Kläger 1, die während der 

Zeit anfallen, die er beim betreuenden Elternteil verbringt (insb. Verpflegung, 

Alltagsbekleidung, Anteil Miete) jeweils selbst. 

Die Klägerin 2 hat für die Kosten der Krankenkassenprämien, für die zusätz-

lichen Gesundheitskosten sowie für die Fremdbetreuungskosten des Klä-

gers 1 aufzukommen. 

6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziffer 5 basieren auf dem Landes-

index der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende 

Dezember 2021 von 101.5 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). 

Er wird jeweils auf den 1. Januar eines jeden Kalenderjahres, ausgehend 

vom jeweiligen Indexstand per Ende November des Vorjahres, erstmals auf 

den 1. Januar 2023, nach folgender Formel angepasst: 

neuer Unterhaltsbeitrag = 
ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index 

(Indexstand Dezember 2021) 101.5 

Fällt der Index unter den Stand von Ende Dezember 2021, berechtigt dies 

nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 

7. Dieser Entscheid basiert auf den folgenden Grundlagen: 

- 7 - 

Vermögen aller Parteien: CHF 0.– 

Einkommen und Bedarf pro Monat je Phase: 

 Phase Einkommen (netto) Bedarf 

Kläger 1 1. Phase CHF 200.– CHF 2'277.– (nur Notbedarf; Barun-
terhalt; kein Betreuungsunterhalt) 

2. Phase CHF 200.– CHF 269.– (nur Notbedarf; Barunter-

halt; kein Betreuungsunterhalt) 

3. Phase CHF 200.– CHF 1'571.– (nur Notbedarf; Barun-

terhalt; kein Betreuungsunterhalt) 

4. Phase CHF 200.– CHF 2'245.– (nur Notbedarf; Barun-

terhalt; kein Betreuungsunterhalt) 

5. Phase CHF 200.– CHF 2'743.– (nur Notbedarf; Barun-

terhalt; kein Betreuungsunterhalt) 

6. Phase CHF 200.– CHF 1'112.– bei der Klägerin 2 und 

CHF 269.– beim Beklagten (nur Not-

bedarf; Barunterhalt; kein Betreuungs-

unterhalt) 

7. Phase CHF 200.– CHF 885.– bei der Klägerin 2 und 

CHF 269.– beim Beklagten (nur Not-

bedarf; Barunterhalt; kein Betreuungs-

unterhalt) 

8. Phase CHF 200.– CHF 794.– bei der Klägerin 2 und 

CHF 269.– beim Beklagten (nur Not-

bedarf; Barunterhalt; kein Betreuungs-

unterhalt) 

9. Phase CHF 200.– CHF 934.– bei der Klägerin 2 und 

CHF 329.– beim Beklagten (nur Not-

bedarf; Barunterhalt; kein Betreuungs-

unterhalt) 

10. Phase CHF 250.– CHF 798.– bei der Klägerin 2 und 

CHF 329.– beim Beklagten (nur Not-

bedarf; Barunterhalt; kein Betreuungs-

unterhalt) 

 
Klägerin 2 1. Phase CHF 750.– CHF 2'435.– (nur Notbedarf) 

- 8 - 

2. Phase CHF 0.– 

 

CHF 1'032.– (nur Notbedarf) 

3. Phase CHF 150.– CHF 2'501.– (nur Notbedarf) 

4. Phase CHF 400.– CHF 1'724.– (nur Notbedarf) 

5. Phase CHF 750.– CHF 2'640.– (nur Notbedarf) 

6. Phase CHF 800.– CHF 2'746.– (nur Notbedarf) 

7. Phase CHF 950.– CHF 2'746.– (nur Notbedarf) 

8. Phase CHF 3'600.– (hypothe-

tisches Einkommen für 

100 %-Pensum) 

CHF 2'857.– (nur Notbedarf)  

9.–10. Phase CHF 3'600.– (hypothe-

tisches Einkommen für 

100 %-Pensum) 

CHF 2'941.– (nur Notbedarf)  

 
Beklagter 1. Phase CHF 3'350.– CHF 1'751.– (nur Notbedarf) 

2. Phase CHF 1'800.– CHF 2'804.– (nur Notbedarf) 

3. Phase CHF 2'350.– CHF 1'853.– (nur Notbedarf) 

4.–5. Phase CHF 2'500.– CHF 1'284.– (nur Notbedarf) 

6. Phase CHF 3'650.– (hypothe-

tisches Einkommen für 

100 %-Pensum) 

CHF 2'995.– (nur Notbedarf) 

7. Phase CHF 3'650.– (hypothe-

tisches Einkommen für 

100 %-Pensum) 

CHF 3'035.– (nur Notbedarf) 

8.–10. Phase CHF 3'650.– (hypothe-

tisches Einkommen für 

100 %-Pensum) 

CHF 3'095.– (nur Notbedarf);  

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

- 9 - 

CHF 4'200.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 250.00   Kosten des Schlichtungsverfahrens 

CHF 4'450.00   Kosten total. 

9. Die Gerichtskosten werden der Klägerin 2 und dem Beklagten je zur Hälfte 

auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Klägerin 2 und der Be-

klagte werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewie-

sen. 

10. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Klägers 1 und der Klägerin 2 für die 

Zeit vom 14. September 2020 bis und mit 4. Februar 2022 wie folgt aus der 

Gerichtskasse entschädigt: 

Honorar: CHF 7'550.40   
Barauslagen: CHF    231.60 
Zwischentotal: CHF 7'782.00 [CHF 599.20] CHF 8'381.20 

Entschädigung total [inkl. 7.7 % MwSt.]   CHF 8'381.20 

Die Bezirksgerichtskasse wird entsprechend zur Zahlung angewiesen. 

11. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Beklagten für die Zeit vom 

10. August 2020 bis und mit 2. Februar 2022 wie folgt aus der Gerichtskasse 

entschädigt: 

Honorar: CHF 8'432.00   
Barauslagen: CHF     93.20 
Zwischentotal: CHF 8'525.20 [CHF 656.45] CHF 9'181.65 

Entschädigung total [inkl. 7.7 % MwSt.]   CHF 9'181.65 

Die Bezirksgerichtskasse wird entsprechend zur Zahlung angewiesen.  

12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

- 10 - 

13. [Schriftliche Mitteilung.] 

14. [Rechtsmittelbelehrung.] 

Berufungsanträge: 

der Kläger und Berufungskläger (Urk. 101 S. 2 ff.): 

 
"1. Es seien Ziff. 2, Ziff. 3, Ziff. 5 Abs. 1 lit. f, g, h, i, j, Ziff. 5 Abs. 5, 

inklusive der Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanz-
lichen Verfahrens gemäss Ziff. 9 und Ziff. 12 aufzuheben und von 
der Berufungsinstanz neu zu beurteilen; 

2. In Abänderung von Ziff. 2 des Entscheides des Bezirksgerichts 
Meilen vom 10. Februar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G, sei 
der Kläger 1, geb. tt.mm.2018, unter der alleinigen Obhut der 
Klägerin 2 zu stellen; 

3. Es sei dem Berufungsbeklagten in Abänderung von Ziff. 3 des 
Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Februar 2022, 
Geschäfts-Nr. FK200018-G, ein gerichtsübliches Besuchs- und 
Ferienrecht einzuräumen, wobei festzulegen sei, dass A._____ 
die Weihnachtstage stets mit dem Vater und Silvester stets mit 
der Mutter verbringt sowie, dass A._____ die Geburtstage stets 
alternierend mit einem Elternteil verbringt; 

4. Es sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 lit. f) des 
Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Februar 2022, 
Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. Februar 
2022 bis zum 31. Juli 2022 (Phase VI) zur Zahlung eines Kin-
derunterhaltsbeitrages von monatlich Fr. 2'046.00 zu verpflichten; 

5. Es sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 lit. g) des 
Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Februar 2022, 
Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. August 2022 
bis zum 31. Juli 2023 (Phase VII) zur Zahlung eines Kinderunter-
haltsbeitrages von monatlich Fr. 1'171.00 zu verpflichten; 

6. Es sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 lit. h) des 
Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Februar 2022, 
Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. August 2023 
bis zum 31. Juli 2028 (Phase VIII) zur Zahlung eines Kinderunter-
haltsbeitrages von monatlich Fr. 846.00 zu verpflichten; 

7. Es sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 lit. i) des 
Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Februar 2022, 
Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. August 2028 
bis zum 31. Juli 2030 (Phase IX) zur Zahlung eines Kinderunter-
haltsbeitrages von monatlich Fr. 846.00 zu verpflichten; 

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8. Es sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 lit. f) (rec-
te: lit. j) des Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Feb-
ruar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. 
August 2030 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung des Klägers 1 (Phase X) zur Zah-
lung eines Kinderunterhaltsbeitrages von monatlich Fr. 846.00 zu 
verpflichten; 

9. Es sei in Ergänzung von Ziff. 5 der Berufungsbeklagte zu ver-
pflichten, sich an den ausserordentlichen Kinderkosten wie schu-
lische Fördermassnahmen, sportliche Aktivitäten und Ausrüstung, 
ausserordentliche Gesundheitskosten wie Zahnkorrekturen etc. 
(sofern sie von keiner Versicherung gedeckt sind) zur Hälfte zu 
beteiligen, sofern die Ausgabe gemeinsam entschieden wurde; 
Eine gerichtliche Geltendmachung sei bei Uneinigkeit vorzubehal-
ten; 

10. Eventualiter, im Falle der Abweisung des Berufungsantrages ge-
mäss Ziff. 1, sei in Abänderung von Ziff. 3, 1. Spiegelstrich des 
Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Februar 2022, 
Geschäfts-Nr. FK200018-G, ab Rechtskraft des Entscheides über 
die Zuteilung der alternierenden Obhut in wechselnder Betreuung 
die Betreuungsanteile der Parteien wie folgt zu konkretisieren: 

 - A._____ wird vom Vater an jeden Dienstag von 12.00 Uhr 
(Kindergarten bzw. Schulschluss) bis am Mittwochabend 
18.00 Uhr betreut; 

 - A._____ wird vom Vater an jedes zweite Wochenende von 
Freitag ab 18.00 Uhr bzw. Hortschluss bis Sonntagabend 
18.00 Uhr betreut; 

 - A._____ wird vom Vater jeweils an den Weihnachtsfeierta-
gen vom 24. Dezember, 16.00 Uhr bis 26. Dezember, 16.00 
Uhr, und von der Mutter jeweils an den Neujahresfeiertagen 
vom 31. Dezember 16.00 Uhr bis 2. Januar, 16.00 Uhr be-
treut; 

 - A._____ wird vom Vater in den Jahren mit gerader Jahres-
zahl von Karfreitag, 9.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, 
sowie in den Jahren mit ungerader Jahreszahl von Pfingst-
samstag, 9.00 Uhr bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr betreut; 

 - Die Parteien verbringen A._____'s Geburtstag je alternie-
rend; 

 - A._____ wird von Mutter und Vater während je vier Wochen 
jährlich, hiervon zwei zusammenhängenden Wochen in den 
Sommerschulferien Ferien [recte: betreut] (wobei 1. Woche 
7 Tage bedeutet, d.h. jeweils 1 Betreuungswochenende be-
inhaltet); Die Parteien sprechen sich hinsichtlich der Ferien-
betreuung mindestens zwei Monate im Voraus ab und ha-
ben sie so festzulegen, dass beiden Elternteile den Ferien-

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bezug möglich ist; Bei Uneinigkeit kommt der Berufungsklä-
gerin das Entscheidungsrecht in den Jahren mit ungerader 
Jahreszahl und dem Beklagten in Jahren mit gerader Jah-
reszahl zu; 

 - Sind die Parteien während ihre Betreuungszeiten inklusive 
des eigenen Betreuungsanteils während vier Wochen Ferien 
verhindert, seien sie zu verpflichten, auf eigene Kosten für 
ausreichende Drittbetreuung von A._____ zu sorgen; 

11. Eventualiter, im Falle der Abweisung des Berufungsantrages ge-
mäss Ziff. 1, sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 
lit. f) des Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Febru-
ar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. 
Februar 2022 bis zum 31. Juli 2022 (Phase VI) zur Zahlung eines 
Kinderunterhaltsbeitrages von monatlich Fr. 2'046.00 zu verpflich-
ten; 

12. Eventualiter, im Falle der Abweisung des Berufungsantrages ge-
mäss Ziff. 1, sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 
lit. g) des Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Febru-
ar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. 
August 2022 bis zum 31. Juli 2023 (Phase VII) zur Zahlung eines 
Kinderunterhaltsbeitrages von monatlich Fr. 795.00 zu verpflich-
ten; 

13. Eventualiter, im Falle der Abweisung des Berufungsantrages ge-
mäss Ziff. 1, sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 
lit. h) des Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Febru-
ar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. 
August 2023 bis zum 31. Juli 2028 (Phase VIII) zur Zahlung eines 
Kinderunterhaltsbeitrages von monatlich Fr. 422.00 zu verpflich-
ten; 

14. Eventualiter, im Falle der Abweisung des Berufungsantrages ge-
mäss Ziff. 1, sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 
lit. i) des Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Februar 
2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum vom 1. Au-
gust 2028 bis zum 31. Juli 2030 (Phase IX) zur Zahlung eines 
Kinderunterhaltsbeitrages von monatlich Fr. 362.00 zu verpflich-
ten; 

15. Eventualiter, im Falle der Abweisung des Berufungsantrages ge-
mäss Ziff. 1, sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziff. 5 
lit. f) (recte: lit. j) des Entscheides des Bezirksgerichts Meilen vom 
10. Februar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G, für den Zeitraum 
vom 1. August 2030 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss ei-
ner angemessenen Erstausbildung des Klägers 1 (Phase X) zur 
Zahlung eines Kinderunterhaltsbeitrages von monatlich Fr. 362.00 
zu verpflichten; 

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16. Es sei in Abänderung von Ziff. 5 Abs. 5 des Entscheides des Be-
zirksgerichts Meilen vom 10. Februar 2022, Geschäfts-
Nr. FK200018-G folgendes Festzulegen: 

 - die Klägerin 2 hat für die Kosten der Krankenkassenprämien 
sowie für Selbstbehalt von A._____ aufzukommen: 

 - die Parteien sind zu verpflichten, sich an die ausserordentli-
chen Kinderkosten wie schulische Fördermassnahmen, 
sportliche Aktivitäten und Ausrüstung, ausserordentliche 
Gesundheitskosten wie Zahnkorrekturen (sofern sie von kei-
ner Versicherung gedeckt sind) je zur Hälfte zu beteiligen, 
sofern die Ausgabe gemeinsam entschieden wurde; Eine 
gerichtliche Geltendmachung sei bei Uneinigkeit vorzubehal-
ten; 

17. In Abänderung von Ziff. 9 des Entscheides des Bezirksgerichts 
Meilen vom 10. Februar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G seien 
die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahren vollumfänglich 
dem Beklagten aufzuerlegen; 

18. In Abänderung von Ziff. 12 des Entscheides des Bezirksgerichts 
Meilen vom 10. Februar 2022, Geschäfts-Nr. FK200018-G sei der 
Klägerin 1 eine Prozessentschädigung in Höhe der anwaltlichen 
Aufwendungen in Höhe von Fr. 8'381.20; 

19. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt)." 
 
 Prozessualer Antrag (Urk. 101 S. 8): 

"Es sei der Berufungsklägerin die unentgeltliche Prozessführung zu ge-
währen und es sei ihr Rechtsanwalt X._____ als unentgeltlicher 
Rechtsvertreter beizugeben." 

Erwägungen: 

1. Sachverhalt/Prozessgeschichte 

1.1. Die Klägerin 2 und Berufungsklägerin (fortan Klägerin 2) sowie der Beklagte 

und Berufungsbeklagte (fortan Beklagter) sind die unverheirateten Eltern von 

A._____, geboren am tt.mm.2018 (fortan A._____/Kläger 1). Der Beklagte aner-

kannte die Vaterschaft am 13. September 2018 (Urk. 12/50). Am 1. Juli 2019 un-

terzeichneten die Parteien eine Erklärung betreffend das gemeinsame Sorgerecht 

(Urk. 12/86A).  

 Nach der Geburt wohnte die Klägerin 2 mit A._____ zunächst bei ihrer Mut-

ter und Schwester in D._____, nach dem Wegzug ihrer Mutter bei ihrem Vater 

- 14 - 

und schliesslich mit dem Beklagten bei seinen Eltern. Im Herbst 2018 bezog sie 

mit dem Beklagten eine gemeinsame Wohnung, wo sie und A._____ bis zur 

Trennung im Januar 2019 lebten (siehe Urk. 12/82 S. 1). Im März 2019 zog die 

Klägerin 2 mit A._____ in eine Mutter-Kind-Wohngruppe des E._____s (nachfol-

gend: E._____; Prot. I S. 31; Urk. 4/4 S. 2; Urk. 4/5). Von März bis Ende Juni 

2020 hielt sich die Klägerin 2 zusammen mit A._____ bei ihrer Tante in Italien auf 

und zog mit ihm nach ihrer Rückkehr in die Schweiz ins Mutter-Kind-Haus in 

F._____ (Prot. I S. 31; Urk. 53 Rz. 15; Urk. 12/140 S. 1). Anfang Februar 2021 

zog sie zu ihrer Schwester (Prot. I S. 14; Urk. 53 Rz. 15). Per 1. Juni 2021 mietete 

die Klägerin 2 eine Wohnung in G._____, in welcher sie aktuell mit A._____ lebt 

(Prot. I S. 20). Der Beklagte zog nach der Trennung wieder zu seinen Eltern. Von 

Februar bis Ende September 2020 lebte er in eigener Wohnung, bevor er wieder 

zurück zu seinen Eltern zog (Prot. I S. 46).  

 Da die Klägerin 2 im Zeitpunkt der Geburt von A._____ noch minderjährig 

war, errichtete die KESB Meilen für A._____ am 24. September 2018 eine Vor-

mundschaft und regelte überdies den persönlichen Verkehr zwischen A._____ 

und dem Beklagten (Urk. 12/53). Nachdem die Klägerin 2 die Volljährigkeit er-

reicht hatte, hob die KESB Meilen die Vormundschaft auf (Urk. 12/95) und ge-

nehmigte die von den Parteien geschlossene Vereinbarung betreffend den per-

sönlichen Verkehr zwischen A._____ und dem Beklagten (Urk. 12/98A). Zwischen 

den Parteien kam es aufgrund von Drohungen und Tätlichkeiten des Beklagten 

gegenüber der Klägerin 2 zu einem Gewaltschutzverfahren. Es wurde ein bis zum 

14. Dezember 2019 dauerndes Rayon- und Kontaktverbot erlassen (siehe 

Urk. 55/6), wobei die Klägerin 2 vergeblich um dessen Aufhebung ersuchte 

(Urk. 56). Der Beklagte wurde mit Strafbefehl für das ihm vorgeworfene Verhalten 

verurteilt (Urk. 55/5/1).  

1.2. Mit Eingabe vom 14. September 2020 machten die Klägerin 2 und A._____, 

vertreten durch die Klägerin 2 sowie deren Rechtsvertreter, unter Beilage der Kla-

gebewilligung (Urk. 2) bei der Vorinstanz ein Verfahren betreffend Unterhalt und 

weitere Kinderbelange anhängig (Urk. 1). Für den Verlauf des erstinstanzlichen 

Verfahrens kann auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 102 

- 15 - 

S. 5 ff.). Am 10. Februar 2022 erliess die Vorinstanz den vorstehend angeführten 

Entscheid, zunächst in unbegründeter Form (Urk. 92) und hernach auf Ersuchen 

der Kläger (Urk. 91) in begründeter Form (Urk. 94 = Urk. 102).  

1.3. Hiergegen erhoben die Kläger mit Eingabe vom 3. Oktober 2022 (Urk. 101) 

innert Frist (vgl. Urk. 95/1, Art. 311 ZPO) Berufung mit den vorne zitierten Anträ-

gen. Mit Verfügung vom 17. November 2022 wurde dem Beklagten Frist zur Er-

stattung der Berufungsantwort angesetzt (Urk. 108). Daraufhin teilte der (damali-

ge) Rechtsvertreter des Beklagten mit, diesen nicht mehr zu vertreten (s.a. 

Urk. 109 und Urk. 110). Der Beklagte liess sich innert Frist nicht vernehmen. Mit 

Beschluss vom 3. Februar 2023 wurde von den in Rechtskraft erwachsenen 

Punkten des angefochtenen Entscheids auf Gesuch der Kläger Vormerk genom-

men (Urk. 113 Disp. Ziff. 1; s.a. Urk. 112). Weitere Eingaben sind nicht erfolgt. 

Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Akten wurden bei-

gezogen (Urk. 1-100).  

2. Prozessuales 

2.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine uneingeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (BGer 

5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). Für die Gutheissung der Berufung ist 

mithin keine Willkür in der Rechtsanwendung oder in der Feststellung des Sach-

verhalts erforderlich (vgl. Urk. 101 Rz. 11, Rz. 26, Rz. 28-33, Rz. 51 lit. e, Rz. 59 

lit. d). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend 

genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochte-

nen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel 

leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvo-

raussetzung) voraus, dass die Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen 

bezeichnen, die sie anfechten, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzen 

und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigen, wo die 

massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-

ben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-

- 16 - 

fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder 

deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2.; 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, 

E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderun-

gen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-

instanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtli-

chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-

stanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.; 

BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3.; 4A_258/2015 vom 

21. Oktober 2015, E. 2.4.3; 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1. und 

E. 5.). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-

fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; 

Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). In diesem Rahmen ist insoweit auf die 

teilweise weitschweifigen Vorbringen der Kläger einzugehen, als dies für die Ent-

scheidfindung erforderlich ist (BGE 134 I 83 E. 4.1 m.w.Hinw.). 

2.2. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296 

ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-

rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn 

die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 

E. 4.2.1). Die von den Klägern erstmals im Berufungsverfahren eingereichten Ur-

kunden sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen sind somit im Berufungsverfah-

ren zu berücksichtigen. 

2.3. Die Kläger monieren in ihrer Berufungsschrift an mehreren Stellen, die Vor-

instanz habe ihr rechtliches Gehört verletzt.  

2.3.1.  Diesbezüglich bringen sie zunächst vor, das (vorinstanzliche) Verfahren sei 

nicht spruchreif gewesen. Hierzu führen sie im Wesentlichen aus, die Vorinstanz 

habe in Aussicht gestellt, diverse schriftliche Auskünfte und Unterlagen einzuho-

len sowie im Anschluss daran die Parteien zu zweiten Parteivorträgen einzuladen. 

Auch habe die Klägerin 2 in ihrer Eingabe vom 22. Dezember 2021 (Urk. 84) im 

Zusammenhang mit den Betreuungszeiten die Befragung des Beklagten bean-

- 17 - 

tragt und ihr Rechtsvertreter habe sich weitere Ausführungen an der Schlussver-

handlung vorbehalten. Es hätten keine Zweifel daran bestanden, dass eine 

Schlussverhandlung bezüglich der Regelung der Obhut und der Betreuungszeiten 

sowie für eine Stellungnahme der Klägerin 2 zu den vom Beklagten gemäss Ver-

fügung vom 17. September 2021 bzw. 15. Oktober 2021 zu edierenden Unterla-

gen stattfinden werde. Anstatt eine Vorladung habe die Vorinstanz jedoch das 

unbegründete Entscheiddispositiv zugestellt. Damit habe die Vorinstanz das 

rechtliche Gehör in schwerwiegender Weise verletzt (Urk. 101 Rz. 11).  

 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist zwar formeller Natur, womit seine 

Verletzung ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gut-

heissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids 

führt, wenn eine Heilung in oberer Instanz ausser Betracht fällt. Diese Rechtspre-

chung des Bundesgerichts darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch 

die Wahrung des rechtlichen Gehörs keinen Selbstzweck darstellt. Ungeachtet 

der formellen Natur des Gehörsanspruchs besteht dann kein schützenswertes In-

teresse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids, wenn nicht bestritten 

ist, dass eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs keinen Einfluss auf den 

Verfahrensausgang gehabt hätte. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Rück-

weisung der Sache an die Vorinstanz allein wegen der festgestellten Gehörsver-

letzung zu einem Leerlauf und einer unnötigen Verzögerung führt. Für eine erfolg-

reiche Rüge der Verweigerung des rechtlichen Gehörs wird deshalb grundsätzlich 

vorausgesetzt, dass die Berufung führende Partei in der Begründung des 

Rechtsmittels angibt, welche Vorbringen sie bei Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs in das Verfahren eingeführt hätte und inwiefern diese hätten erheblich sein 

können (vgl. BGer 5A_561/2018 vom 14. Dezember 2018, E. 2.3. m.Hinw.; OGer 

ZH LE180067 vom 11.06.2019, E. II.2). 

 Die Kläger legen weder dar, welche (relevanten) Erkenntnisse sich aus einer 

(erneuten) Befragung des Beklagten hätten ergeben sollen, noch welche Vorbrin-

gen sie in das Verfahren hätten einbringen wollen und inwiefern diese für den 

Verfahrensausgang hätten erheblich sein können. Gleiches gilt im Übrigen mit 

Bezug auf den Vorwurf, der Klägerin 2 seien im vorinstanzlichen Verfahren die 

- 18 - 

Urkunden 62/2-5, 63/5 sowie 75 nicht zur Orientierung zugestellt worden 

(Urk. 101 Rz. 9). 

2.3.2.  Im Weiteren machen die Kläger geltend, die Vorinstanz habe die Ausfüh-

rungen der Klägerin 2 in ihrer Stellungnahme vom 22. Dezember 2021 bezüglich 

der Nichtwahrnehmung der Betreuungszeiten (Urk. 84) sowie die "klaren" Emp-

fehlungen des Beistands H._____ (Urk. 66 Ziff. 5) "komplett" unberücksichtigt ge-

lassen, was eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle (Urk. 101 

Rz. 11 und Rz. 30). Die Kläger übersehen jedoch, dass sich das Gericht nicht mit 

allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr kann es sich in seinen Urteilser-

wägungen auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Be-

gründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite 

des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die 

höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und 

auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 142 III 433 E. 4.3.2; 136 I 184 E. 2.2.1). 

Zu begründen ist das Ergebnis des Entscheids, das im Urteilsdispositiv zum Aus-

druck kommt und welches allein die Rechtsstellung der betroffenen Person be-

rührt. Über dessen Tragweite – und nicht über ihm zugrunde liegende Erwägun-

gen – soll sich die betroffene Person anhand der Begründung Rechenschaft ge-

ben können (BGE 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1 m.w.Hinw.; vgl. auch BGer 

5D_183/2017 vom 13. Juni 2018, E. 3.2.; 5A_382/2013 vom 12. September 2013, 

E. 3.1.; 5A_95/2012 vom 28. März 2012, E. 2.). Dem angefochtenen Entscheid 

lässt sich ohne Weiteres entnehmen, von welchen Überlegungen sich die Vor-

instanz insbesondere in Bezug auf die Obhutszuteilung und auch die Betreuungs-

regelung leiten liess. Auch konnten sich die Kläger – wie die umfangreiche Beru-

fungsschrift zeigt – sachbezogen gegen den vorinstanzlichen Entscheid zur Wehr 

setzen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist unter diesen Umständen zu 

verneinen. Abgesehen davon verfügt die entscheidende Kammer über die gleiche 

Kognition in Tat- und Rechtsfragen wie die Vorinstanz und die Erziehungsfähig-

keit ist nachfolgend näher zu prüfen, womit die behauptete Gehörsverletzung oh-

- 19 - 

nehin im vorliegenden Berufungsverfahren geheilt werden könnte (siehe OGer ZH 

LE120078 vom 20.12.2012, E. 4.1.).  

2.3.3.  Damit ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu verneinen. Von einer 

Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz – die im Übrigen auch nicht bean-

tragt wird – kann abgesehen werden. 

2.4. Die Kläger machen im Weiteren geltend, die Vorinstanz habe die Offizial- 

und Untersuchungsmaxime "schwer" verletzt, da sie die "Hinweise", wonach der 

Beklagte seinen minimalen Betreuungspflichten nicht mehr nachgekommen sei 

und dadurch das Kindswohl gefährdet sei, nicht weiter abgeklärt habe (Urk. 101 

Rz. 11). Da die Kläger aus ihrem (allgemeinen) Vorwurf in der Folge nichts zu ih-

ren Gunsten ableiten, ist darauf nicht weiter einzugehen.  

2.5. Schliesslich beanstanden die Kläger, die Ausführungen der Vorinstanz unter 

dem Titel "Ausgangslage und Prozessgeschichte" seien lückenhaft. Insbesondere 

bemängeln sie, die Vorinstanz habe unter diesem Titel kein Wort über die jahre-

langen erfolglosen Bemühungen für eine aussergerichtliche Lösung sowie das 

prozessuale Verhalten des Beklagten verloren (Urk. 101 Rz. 8 ff.). Indes lassen 

sie offen und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Ausführungen unter dem Titel 

"Ausgangslage und Prozessgeschichte" relevant für den Ausgang des Verfahren 

gewesen wären. Daran ändert auch die pauschale Behauptung nichts, das Ver-

halten des Beklagten vor Klageanhebung sei noch heute relevant, da sämtliche 

unternommenen Bemühungen an der Nichtkooperation und Verschleppungstaktik 

des Beklagten gescheitert seien (siehe Urk.101 Rz. 8). Entsprechend ist auch da-

rauf nicht weiter einzugehen.  

3. Obhut 

3.1. Die Vorinstanz stellte A._____ unter die alternierende Obhut der Klägerin 2 

sowie des Beklagten (Urk. 102 Disp. Ziff. 2). Die Kläger verlangen berufungswei-

se die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Klägerin 2 (Urk. 101, Ziff. 2 der An-

träge). 

- 20 - 

3.2. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss das Gericht prüfen, ob eine alter-

nierende Obhut möglich und mit dem Wohl des Kindes vereinbar ist, wenn ein El-

ternteil oder das Kind dies verlangt (Art. 298b Abs. 3ter ZGB; BGE 142 III 612 

E. 4.2 m.H.). Die alternierende Obhut kommt grundsätzlich nur in Frage, wenn 

beide Eltern erziehungsfähig sind. Weiter ist dieses Betreuungsmodell nur prak-

tisch umsetzbar, wenn die Eltern fähig und bereit sind, in Kinderbelangen laufend 

miteinander zu kommunizieren und im Hinblick auf die notwendigen organisatori-

schen Vorkehrungen zu kooperieren. Allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil 

sich einer Regelung mit geteilter Betreuung widersetzt, kann nicht ohne Weiteres 

geschlossen werden, die nötige Kooperation sei nicht gewährleistet. Unter diesem 

Aspekt ist von einer alternierenden Obhut nur abzusehen, wenn das Verhältnis 

unter den Eltern hinsichtlich anderer Kinderbelange von einer Feindseligkeit ge-

zeichnet ist, die annehmen lässt, eine alternierende Obhut würde das Kind dem 

gravierenden Elternkonflikt in einer Weise aussetzen, die seinen Interessen offen-

sichtlich zuwider läuft. Weiter kommt es auf die geografische Situation an, na-

mentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern. Bedeutsam ist 

auch die Kindeswohlwirksamkeit der Stabilität, wie sie mit einer Weiterführung der 

bisherigen Regelung einhergeht. In diesem Sinne ist eine alternierende Obhut 

umso eher angezeigt, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung ab-

wechselnd betreut haben. Andere Kriterien sind das Alter des Kindes, seine Be-

ziehungen zu Geschwistern und seine Einbettung in das weitere soziale Umfeld 

(BGE 142 III 612 E. 4.3 m.H.). Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu 

betreuen, spielt hauptsächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des 

Kindes eine persönliche Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein 

Elternteil selbst in Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht 

bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansonsten darf von der Gleichwertigkeit von Ei-

gen- und Fremdbetreuung ausgegangen werden (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 

und E. 4.7). Beachtung verdient auch der Wunsch des Kindes, selbst wenn es 

bezüglich der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. Die Erziehungsfä-

higkeit beider Eltern ist in jedem Fall notwendige Voraussetzung einer alternie-

renden Obhut. Die weiteren Beurteilungskriterien hängen voneinander ab; ihre 

jeweilige Bedeutsamkeit richtet sich nach den konkreten Umständen. So spielt 

- 21 - 

das Kriterium der Stabilität bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. 

Geht es hingegen um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem sozialen 

Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiederum ver-

dient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die Entfernung 

zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert (BGE 142 

III 612 E. 4.3 m.H.). Sofern die alternierende Obhut nicht dem bisherigen Betreu-

ungskonzept entspricht, hat ein Elternteil, der sich bisher nicht oder nur wenig ak-

tiv an der Betreuung beteiligt hat und der nach der Aufhebung des gemeinsamen 

Haushalts einen substanziellen Anteil an der Betreuung übernehmen will, darzu-

legen, wie er diese Betreuung inskünftig wahrnehmen will und wie das Kindes-

wohl gewahrt ist. Damit soll vermieden werden, dass der unterhaltspflichtige El-

ternteil Elternverantwortung nicht mit Blick auf das Kindeswohl, sondern nur des-

halb übernehmen oder ausbauen will, um den Betreuungsunterhalt möglichst tief 

zu halten (Jungo/Aebi-Müller/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt: Das Kon-

zept – die Betreuungskosten – die Unterhaltsberechnung, in: FamPra 2017, 

S. 163 ff. und 170). 

3.3.  

3.3.1.  Die Vorinstanz erwog in Bezug auf die Erziehungsfähigkeit, der Beklagte 

bezeichne die Klägerin 2 als erziehungsfähig. Die Klägerin 2 stelle die Erzie-

hungsfähigkeit des Beklagten hingegen insoweit in Frage, als sich dieser inadä-

quat verhalte, indem er A._____ z.B. in einer gefährlichen Situation tun und ma-

chen lasse, was er wolle, vor A._____ schlecht über die Klägerin 2 spreche sowie 

teilweise bei der Ausübung der Betreuung unzuverlässig sei. Vorliegend bestün-

den jedoch keine Anhaltspunkte, dass dem Beklagten oder der Klägerin 2 die Er-

ziehungsfähigkeit fehle oder sie über eingeschränkte Fähigkeiten verfügten. Der 

Beklagte sei sich bewusst, dass A._____ zu beiden Elternteilen Kontakt brauche, 

und sei davon überzeugt, A._____ Stabilität, Aufmerksamkeit und eine liebevolle 

Betreuung bieten zu können. Der Beklagte wolle seine Rolle als Vater wahrneh-

men und im Interesse des Kindeswohls die gemachten Vorfälle hinter sich lassen. 

Die Vorbringen der Klägerin 2, wonach er öfters kurzfristig sein Betreuungsrecht 

nicht wahrgenommen habe, weil er womöglich keine Lust dazu gehabt habe, sei-

en vom Beklagten bestritten worden. Er habe – so der Beklagte – sein Betreu-

- 22 - 

ungsrecht lediglich zweimal nicht wahrnehmen können, wobei er das eine Mal 

krank gewesen sei und das andere Mal seine Mutter ins Krankenhaus habe brin-

gen müssen. Aber selbst wenn der Beklagte sein Besuchsrecht – wie von der 

Klägerin 2 vorgebracht – mehr als zwei Mal nicht wahrgenommen hätte, könnte 

aus dieser Unzuverlässigkeit nicht direkt auf seine Erziehungsunfähigkeit ge-

schlossen werden. Abgesehen davon sei die Klägerin 2 bis anhin mit der Betreu-

ung von A._____ durch den Beklagten einverstanden gewesen, was ebenfalls für 

dessen Erziehungsfähigkeit spreche. Auch vom E._____ werde der Beklagte als 

erziehungsfähig eingeschätzt (mit Verweis auf Urk. 73). Insgesamt lägen mit Blick 

auf die Erziehungsfähigkeit der Klägerin 2 und des Beklagten keine Gründe vor, 

die gegen die alternierende Obhut sprächen. Dieser Faktor sei somit für die Ob-

hutszuteilung als neutral zu werten (Urk. 102 E. 4.2.2.-4.2.5. S. 12 ff.) 

3.3.2.  Die Erziehungsfähigkeit ist die grundlegende Kompetenz eines Elternteiles, 

die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse seines Kindes zu erkennen, das 

Kind zu versorgen und zu betreuen sowie erzieherisch angemessen auf die kind-

lichen Bedürfnisse einzugehen. Dazu gehören (1) die Fähigkeit und Bereitschaft, 

als Bindungsperson für das Kind zu fungieren, (2) die Fähigkeit, die Bedürfnisse 

und Signale des Kindes zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren, (3) 

die Fähigkeit, Werte und Regeln zu vermitteln, (4) die Fähigkeit, dem Kind Wert-

schätzung entgegenzubringen, sowie (5) die Fähigkeit, Kontinuität in Erziehung, 

Beziehung und Umfeld herzustellen. Die elterlichen Kompetenzen sind differen-

ziert zu beurteilen. Auch wenn die Erziehungsfähigkeit bei Eltern vorausgesetzt 

wird, so kann sie dennoch partiell in Frage gestellt sein, wenn bestimmte Erzie-

hungsaspekte – oder auch nur ein einzelner Aspekt für sich genommen – «quali-

tativ» als dysfunktional oder kindeswohlgefährdend einzustufen wären (Revital 

Ludewig/Sonja Baumer/Josef Salzgeber/Christoph Häfeli/Kurt Albermann, Rich-

terliche und behördliche Entscheidungsfindung zwischen Kindeswohl und Eltern-

wohl: Erziehungsfähigkeit bei Familien mit einem psychisch kranken Elternteil, 

FamPra.ch 2015, S. 562 ff., S. 574 f.). 

3.3.3.  Die Kläger machen in ihrer Berufungsschrift geltend, es hätten bei der Vor-

instanz "gestützt auf die Offizialmaxime und die Ausführungen der Klägerin 2 und 

- 23 - 

die Aussagen der Parteien an der Hauptverhandlung" erhebliche Zweifel an der 

Erziehungsunfähigkeit des Beklagten aufkommen müssen (Urk. 101 Rz. 13). In 

der Folge führen sie mehrere Umstände an, die ihrer Ansicht nach auf eine Erzie-

hungsunfähigkeit des Beklagten schliessen lassen sollen (siehe Urk. 101 Rz. 13-

21). Indes vermögen diese – vom Beklagten im Berufungsverfahren nicht bestrit-

tenen – Umstände die Erziehungsfähigkeit des Beklagten nicht genügend in Zwei-

fel zu ziehen: 

 Der Umstand, dass der Beklagte sein Besuchsrecht nicht oder nur unzuver-

lässig wahrnimmt (Urk. 101 Rz. 19 f. und Rz. 23 f.), in vier Monaten die Besuchs-

termine bereits vier- bis sechsmal kurzfristig abgesagt hat (Urk. 101 Rz. 24), die 

Klägerin 2 und A._____ teilweise nicht im Mutter-Kind-Haus besucht hat (Urk. 101 

Rz. 13 und Rz. 30), sich auch nach Intervention/Mahnung des Beistands nicht an 

die Besuchszeiten gehalten hat (Urk. 101 Rz. 20), die Zusammenarbeit mit dem 

Beistand und der KESB verweigert, mithin weder Schreiben abholt noch an ent-

sprechenden Treffen teilnimmt (Urk. 101 Rz. 19), und erst nach Vermittlung des 

Beistands sowie der Mutter des Beklagten bei der Erneuerung der Ausweispapie-

re von A._____ mitgewirkt hat (Urk. 101 Rz. 14), sind für die Klägerin 2 zweifellos 

schwierig und im Alltag herausfordernd. Diese Umstände sagen jedoch nichts 

über den Umgang des Beklagten mit A._____ während seiner (wahrgenomme-

nen) Betreuungszeit aus. Dass der Beklagte an der Operation von A._____ infol-

ge Hodenhochstand nicht anwesend gewesen, sondern lieber in die Ferien ver-

reist sei (Urk. 101 Rz. 13), im Jahr 2021 kompromisslos bezüglich des Sommerfe-

rienbezugs gewesen sei (Urk. 101 Rz. 16), im Jahr 2022 A._____ nicht mit in die 

Sommerferien genommen habe, sondern alleine verreist sei (Urk. 101 Rz. 15), 

sowie im Verfahren beantragt habe, A._____ jeweils von Freitag bis Montag be-

treuen zu wollen (Urk. 101 Rz. 17), mögen allenfalls zeigen, dass der Beklagte – 

insbesondere wenn es um seine Ferien bzw. Freizeit geht – seine Interessen in 

den Vordergrund stellt und darauf vertraut, dass die Klägerin 2 jeweils die Betreu-

ung bzw. Betreuungsverantwortung übernimmt. Daraus lässt sich aber ebenso 

wenig schliessen, dass er deswegen nicht in der Lage ist, während seiner Betreu-

ungszeit die Grundbedürfnisse von A._____ adäquat bzw. ausreichend zu erken-

nen. Gleiches gilt, soweit die Kläger geltend machen, der Beklagte habe weder 

- 24 - 

am Austrittsgespräch der Kita noch am ersten Kindergartentag oder am Wellentag 

des Kindergartens teilgenommen (Urk. 101 Rz. 20) und er lasse A._____ von an-

deren Personen von der Kita abholen (Urk. 101 Rz. 17 und Rz. 27). Inwiefern eine 

fehlende Einwilligung für den Eintritt der Klägerin 2 und von A._____ ins E._____, 

für den Übertritt ins Mutter-Kind-Haus sowie für die Betreuung von A._____ in der 

Kita (Urk. 101 Rz. 13) oder der Umstand, dass A._____ wenig bis nie bei ihm 

übernachtet hat (Urk. 101 Rz. 20 und Rz. 30), auf eine fehlende Erziehungsfähig-

keit des Beklagten hinweisen soll, erhellt sodann ebenfalls nicht und wird auch 

von den Klägern nicht näher ausgeführt. Dass der Beklagte bislang keinen Unter-

haltsbeitrag geleistet hat (Urk. 101 Rz. 18), die Klägerin 2 mit dem Tod bedroht 

hat (Urk. 101 Rz. 13), diverse Strafanzeigen gegen sie erhoben hat (Urk. 101 

Rz. 28) sowie – ohne vorher das Gespräch mit ihr zu suchen – wiederholt bei der 

KESB Antrag auf Zuteilung der alleinigen Obhut ersucht hat (Urk. 101 Rz. 28), 

vermag seine Erziehungsfähigkeit von vornherein nicht in Frage zu stellen, be-

schlagen diese Umstände doch die Elternebene und sagen nichts über den Um-

gang des Beklagten mit A._____ aus. Beim Vorbringen, der Beklagte habe 

A._____ am Dienstag und Mittwoch nicht wie vereinbart von der Kita abgeholt und 

auch nicht für eine "Ersatzbetreuung" gesorgt, wodurch das Kindswohl "akut ge-

fährdet" gewesen sei (Urk. 101 Rz. 29), beliessen es die Kläger schliesslich zum 

einen bei einer unsubstanzierten Behauptung. Zum anderen führten sie an ande-

rer Stelle selbst aus, die Klägerin 2 habe der Kita mitteilen müssen, dass der Be-

klagte A._____ nicht abholen könne (Urk. 101 Rz. 20), womit der Beklagte offen-

bar vorab (wenngleich allenfalls kurzfristig) abgesagt hat. Auch aus dem Austritts-

bericht geht hervor, dass "immer jemand" angerufen habe, wenn der Beklagte 

nicht habe kommen können, meistens die Klägerin 2 (Urk. 105/10 S. 3). Von einer 

(akuten) Gefährdung des Kindswohls kann vor diesem Hintergrund somit nicht 

gesprochen werden. Soweit die Kläger geltend machen, der Beklagte habe das 

Gericht während des Verfahrens mehrmals angerufen und dies hinterlasse einen 

schlechten Beigeschmack (Urk. 101 Rz. 28), bleibt bereits unklar, welche Anrufe 

die Kläger meinen. An den von ihnen angegebenen Protokollstellen finden sich 

lediglich Telefonnotizen über einen Rückruf des (damaligen) Rechtsvertreters des 

Beklagten betreffend die Telefonnummer des Arbeitgebers des Beklagten (Prot. I 

- 25 - 

S. 94) sowie ein Telefongespräch mit einer Person des E._____s (Prot. I S. 95). 

Abgesehen davon erschliesst sich auch nicht, inwiefern solche (angeblichen) An-

rufe die Erziehungsfähigkeit des Beklagten in Frage stellen könnten. Auch der 

Stellungnahme des Beistandes vom 6. August 2021 lässt sich – entgegen der An-

sicht der Kläger (vgl. Urk. 101 Rz. 11 und Rz. 30) – nichts für ihren Standpunkt 

gewinnen. Zwar hält der Beistand darin fest, dass er die Anordnung einer minima-

len Besuchsrechtsregelung befürworte, welche im Konfliktfall umgesetzt werde 

(Urk. 66 Ziff. 5). Indes empfiehlt er darin nicht, dass dem Beklagten nur ein mini-

males Besuchsrecht einzuräumen sei, und hält insbesondere auch nicht fest, 

dass der Beklagte nicht erziehungsfähig sei. Vielmehr führt der Beistand an ande-

rer Stelle ausdrücklich aus, dass ihm (dem Beistand) die entsprechenden "Kennt-

nisse" fehlen würden, weshalb er keine Einschätzung hinsichtlich einer allfälligen 

alternierenden Obhut abgeben könne (siehe Urk. 66 Ziff. 4). Was schliesslich den 

Vorwurf betrifft, der Beklagte habe die damals noch minderjährige Klägerin 2 und 

den sechs Monate alten A._____ aufgrund einer beleidigenden Äusserung der 

Klägerin 2 gegenüber der Mutter des Beklagten aus der gemeinsamen Wohnung 

geworfen, obschon er gewusst habe, dass sie keine andere Bleibe hätten 

(Urk. 101 Rz. 13), ist festzuhalten, dass dieser Umstand allein die Erziehungsfä-

higkeit nicht in Frage zu stellen vermag, zumal der Vorfall über vier Jahre zurück-

liegt. Insgesamt bleibt es damit dabei, dass keine genügenden Anhaltspunkte für 

eine fehlende Erziehungsfähigkeit des Beklagten gegeben sind. Im Übrigen sei 

angemerkt, dass die Klägerin 2 A._____ wohl kaum immer wieder dem Beklagten 

zur Betreuung überlassen würde (siehe Urk. 101 Rz. 21 und Rz. 26; Prot. I S. 79), 

wenn sie ernsthafte Zweifel an dessen Erziehungsfähigkeit hätte.  

3.4.  

3.4.1. Die Vorinstanz bejahte im Weiteren die Kommunikations- und Kooperati-

onsfähigkeit der Parteien. Hierzu erwog sie, dass das Verhältnis zwischen der 

Klägerin 2 und dem Beklagten zwar von Konflikten und Drohungen seitens des 

Beklagten geprägt gewesen sei, sodass die Kindsübergaben nicht persönlich hät-

ten stattfinden können. Indes habe sich das Verhältnis zwischenzeitlich verbes-

sert und die Kommunikation und Kooperation funktioniere gut. Auch werde 

A._____ seit Februar 2021 persönlich übergeben. Wohl bestünden vereinzelt 

- 26 - 

noch Meinungsverschiedenheiten bezüglich Ferien, Übernachtungen von A._____ 

beim Beklagten und der Organisation des Besuchsrechts, welche die Klägerin 2 

und der Beklagte aber immer irgendwie lösen könnten. Insgesamt dürfe damit ge-

rechnet werden, dass die Kindseltern auch weiterhin im Interesse und zum Wohl 

von A._____ einen Weg finden würden, die nötigen Absprachen zu treffen und zu 

kooperieren. Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit beider Elternteile 

sei genügend für die Errichtung einer alternierenden Obhut (Urk. 102 E. 4.3. S. 13 

f.). 

3.4.2.  Die Kläger machen geltend, dass sich die Ausführungen der Vorinstanz 

unter Berücksichtigung der (vorherigen) Vorbringen in der Berufungsschrift zum 

massgeblichen Sachverhalt ebenfalls als willkürlich erwiesen, zumal sie keinen 

Bezug auf die konkrete Vorgeschichte und die bewiesene Nichtkooperation des 

Beklagten nähmen, welche dem Kindswohl zuwiderlaufe (Urk. 101 Rz. 31).  

3.4.3.  Die Kläger legen in ihrer Berufungsschrift nicht dar, welche "konkrete Vor-

geschichte" die Vorinstanz nicht berücksichtigt haben soll, und dies ist auch nicht 

ohne weiteres ersichtlich. Darauf ist entsprechend nicht weiter einzugehen. Zu-

dem ist festzuhalten, dass gemäss den Akten sowie den Vorbringen der Kläge-

rin 2 die Parteien offenbar per SMS wie auch über Dritte (insbesondere die Mutter 

des Beklagten) kommunizieren können und der Beklagte die Klägerin 2 (wenn-

gleich allenfalls kurzfristig) darüber informiert, wenn er A._____ nicht von der Kita 

abholen kann (Urk. 101 Rz. 20; Urk. 105/10 S. 3; Prot. I S. 40 f.). Anhaltspunkte 

für einen Elternkonflikt, der A._____ bei Anordnung der alternierenden Obhut ge-

radezu einer Kindswohlgefährdung aussetzen würde (vgl. BGE 142 III 612 E. 4.3.; 

BGer 5A_17/2017 vom 25. Oktober 2017, E. 2.2.1.; FamKomm Schei-

dung/Büchler/Clausen, Art. 298 ZGB N 9a), liegen grundsätzlich keine vor. Aller-

dings bestehen angesichts des Verhaltens des Beklagten in der Vergangenheit – 

so insbesondere hinsichtlich des Ferienbezugs in den Jahren 2021 und 2022 so-

wie der notwendigen Erneuerung des Ausweises von A._____ (siehe hierzu die 

unbestritten gebliebenen Ausführungen in Urk. 101 Rz. 15 f. und Rz. 14) – den-

noch Zweifel, dass er fähig und insbesondere willens ist, mit der Klägerin 2 (zu-

künftig) in Kinderbelangen im notwendigen Ausmass zusammenzuwirken. Insge-

- 27 - 

samt sind daher hinsichtlich des Kriteriums der Kommunikations- und Kooperati-

onsfähigkeit Vorbehalte anzubringen.  

3.5.  

3.5.1.  In Bezug auf das Kriterium der Stabilität im Sinne der Weiterführung der 

bisherigen Betreuungsverhältnisse erwog die Vorinstanz, die Kindseltern hätten 

die ersten zwei Monaten nach der Geburt zusammengewohnt, wobei A._____ 

hauptsächlich von der Klägerin 2 betreut worden sei. Während des Aufenthalts im 

E._____ (Anfang März 2019 bis Anfang März 2020) sei A._____ am Montag und 

Samstag vom Beklagten betreut worden, obschon er in einem Vollzeitpensum ge-

arbeitet habe. Ab dem 14. Februar 2020 habe der Beklagte A._____ immer von 

Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 17.30 Uhr, betreut. Während der Zeit im Mutter-

Kind-Haus (Ende Juni 2020 bis Ende Februar 2021) sei A._____ zunächst im 

Wesentlichen von der Klägerin 2 selbst betreut worden. Nach dem Praktikumsan-

tritt sei A._____ während der Arbeitszeit der Klägerin 2 vom Mutter-Kind-Haus be-

treut worden. Seit dem Auszug aus dem Mutter-Kind-Haus im Februar 2021 be-

treue der Beklagte A._____ am Dienstag- und Mittwochnachmittag von 12.30 Uhr 

bis 17.00 Uhr und am Samstag von 9.00 Uhr bis 20.00 Uhr, teilweise mit Über-

nachtung bis Sonntag, 12.00 Uhr. Seit dem 1. März 2021 besuche A._____ am 

Dienstag- und Mittwochvormittag jeweils bis nach dem Mittagessen sowie am 

Donnerstag und Freitag ganztags die Kita. Am Montag werde A._____ von der 

Klägerin 2 betreut. Der Beklagte habe die von der Klägerin 2 geschilderte Betreu-

ungsregelung als zutreffend bestätigt. A._____ übernachte seit dem Auszug der 

Klägerin 2 aus dem Mutter-Kind-Haus immer öfters bei ihm, ab und zu an den 

Wochenenden oder unter der Woche, wobei er die Klägerin 2 jederzeit anrufen 

könne, wenn er A._____ weitergehend betreuen möchte. Die Eltern hätten sich 

somit die Betreuung von A._____ aufgeteilt, was für eine alternierende Obhut 

spreche. Die bisherige Lebensweise sollte grundsätzlich so weitergeführt werden. 

In Anbetracht dieser Betreuungssituation seien sowohl die Kindsmutter als auch 

der Kindsvater wichtige Bezugspersonen für A._____. Eine abwechselnde Be-

treuung durch die Klägerin 2, die Kita und den Beklagten stelle für A._____ nichts 

Neues dar. Demzufolge spreche auch unter dem Gesichtspunkt der Stabilität 

nichts gegen die alternierende Obhut. Eine solche sei A._____ auch unter Be-

- 28 - 

rücksichtigung seines Alters ohne Weiteres zuzumuten. Er werde Ende mm.2022 

vier Jahre alt und werde ab August 2022 den Kindergarten besuchen (Urk. 102 

E. 4.4. S. 14 f.).  

3.5.2.  Die Kläger bringen in ihrer Berufungsschrift im Wesentlichen vor, von einer 

gemeinsamen Aufteilung der Betreuung könne keine Rede sein. Die Klägerin 2 

habe vor Vorinstanz ausgeführt, dass der Beklagte [die Besuchstermine] wieder-

holt kurzfristig abgesagt habe und bisher praktisch keine Übernachtungen – auch 

nicht am Wochenende – stattgefunden hätten (Urk. 101 Rz. 21 mit Verweis auf 

Prot. I S. 85). Ihre Aussagen seien vom Beklagten grundsätzlich bestätigt worden 

(Urk. 101 Rz. 21; s.a. Urk. 101 Rz. 26). Auch treffe die (unsubstantiierte) Behaup-

tung des Beklagten nicht zu, wonach die Parteien im Zeitpunkt der Hauptverhand-

lung A._____ bereits seit einigen Monaten gemeinsam betreut hätten. Diese Be-

hauptung widerspreche "sämtlichen weiteren Akten, den Aussagen der Parteien 

und dem Beweisergebnis" (Urk. 101 Rz. 22). Die Betreuung am Dienstag- und 

Mittwochnachmittag sei im Februar 2021 versuchsweise eingeführt und damit im 

Zeitpunkt der Hauptverhandlung erst während vier Monaten gelebt worden. Wäh-

rend dieser Zeit habe der Beklagte vier bis sechs Mal abgesagt (Urk. 101 Rz. 24). 

Seit A._____s Geburt habe die Klägerin 2 dessen Erziehung und Betreuung 

übernommen, wohingegen der Beklagte bis heute seine Betreuungsverantwor-

tung nicht "zuverlässig" wahrgenommen habe (Urk. 101 Rz. 26). Auch hätten die 

Parteien vor Vorinstanz übereinstimmend ausgeführt, dass der Beklagte während 

des Aufenthalts im Mutter-Kind-Haus A._____ sehr wenig persönlich betreut und 

auch nicht im E._____ besucht habe (Urk. 101 Rz. 30 mit Verweis auf Prot. I 

S. 84).  

3.5.3.  Gemäss den unbeanstandet gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz 

wurde A._____ vor der Trennung hauptsächlich von der Klägerin 2 betreut. Was 

die Zeit nach der Trennung betrifft, so ist festzuhalten, dass erst für die Zeit ab 

Februar 2021 ein (ausgeweitetes) Besuchsrecht vereinbart wurde, wobei der Be-

klagte sein Besuchsrecht im Zeitraum vom 15. Oktober 2021 bis 6. Juni 2021 

(gemeint wohl: 2022) unbestrittenermassen "praktisch nicht wahrgenommen" und 

die Einhaltung der vereinbarten Betreuungstermine sich auch nach Intervention 

- 29 - 

bzw. Mahnung des Beistands nicht gebessert hat (Urk. 101 Rz. 19 f.; s.a. 

Urk. 105/7). Übernachtungen beim Beklagten fanden nach dem Auszug der Klä-

ger aus dem Mutter-Kind-Haus offenbar gemäss übereinstimmenden Ausführun-

gen nur sporadisch statt (Beklagter: Prot. I S. 79; Kläger: Urk. 101 Rz. 20). Inso-

fern ist davon auszugehen, dass A._____ auch nach der Trennung im Wesentli-

chen von der Klägerin 2 betreut wurde und der Beklagte seine (vereinbarte) Be-

treuungszeit nur sehr unregelmässig wahrgenommen hat. Damit kann auch of-

fenbleiben, ob der Beklagte in der Zeit von Februar bis Juni 2021 die vereinbarten 

Besuchstermine zwei Mal – so der Beklagte – oder aber vier bis sechsmal – so 

die Klägerin 2 – abgesagt hat. Hinzu kommt, dass die Wohnverhältnisse des Be-

klagten – wie die Kläger zu Recht vorbringen (Urk. 101 Rz. 22 und Rz. 26) – nach 

wie vor unklar sind. So wohnt der Beklagte aktuell bei seinen Eltern, wobei jedoch 

offenblieb, wie viele Personen dort in wie vielen Zimmern leben. Gemäss den un-

bestritten gebliebenen Angaben der Kläger wird dort offenbar auch die im Haus-

halt lebende dreijährige Cousine von A._____ (Tochter der Schwester des Be-

klagten) betreut (Urk. 101 Rz. 17; s.a. Prot. I S. 76). Insgesamt sowie unter Be-

rücksichtigung des noch jungen Alters von A._____ spricht das Kriterium der Sta-

bilität damit gegen die Anordnung einer alternierenden Obhut.  

3.6.  

3.6.1.  Im Zusammenhang mit der persönlichen Betreuung hielt die Vorinstanz 

zusammengefasst fest, dass sich die Situation der Kindseltern nicht unterscheide. 

Die Kindsmutter arbeite seit Dezember 2020 in einem 100 %-Pensum im Alters-

heim I._____, wo sie zunächst ein Praktikum absolviert habe und seit August 

2021 zur Pflegefachassistentin ausgebildet werde. Der Beklagte habe – soweit er 

nicht arbeitslos gewesen sei – jeweils in einem 100 %-Pensum gearbeitet und 

werde dies auch in Zukunft tun, da er aktuell auf der Suche nach einer Stelle mit 

einem 100 %-Pensum sei. Das Kriterium der Möglichkeit der persönlichen Be-

treuung sei für die Obhutszuteilung damit neutral zu werten (Urk. 102 E. 4.5. S. 15 

f.). 

3.6.2.  Die Kläger bringen in ihrer Berufungsschrift im Wesentlichen vor, der Be-

klagte habe bis heute kein ausgereiftes Betreuungskonzept vorlegen können und 

- 30 - 

könne keine "stabilen Betreuungsverhältnisse" vorweisen. A._____ werde – wenn 

überhaupt – allein von der Mutter des Beklagten betreut. Diese sei jedoch an MS 

erkrankt und betreue überdies noch die dreijährige Tochter der Schwester des 

Beklagten, weshalb fraglich sei, ob sie sich überhaupt in grösserem Umfang um 

A._____ kümmern könne und wolle. Demgegenüber müsse die Klägerin 2 zwar 

während ihrer Arbeitstätigkeit eine Fremdbetreuung in Anspruch nehmen, sei aber 

"im Sinne des Kindeswohles" gut organisiert und komme nach Arbeitsschluss ih-

ren Betreuungspflichten stets persönlich nach (Urk. 101 Rz. 17, Rz. 22, Rz. 26 f. 

und Rz. 31).  

3.6.3.  Der Beklagte brachte vor Vorinstanz vor, er sei derzeit arbeitslos, suche 

aber eine Anstellung mit einem Pensum von 100 % und flexiblen Arbeitszeiten 

(siehe Prot. I S. 55). Wie er sich die Betreuung von A._____ jetzt sowie in Zukunft 

konkret vorstellt, legte er indes nicht dar. Er führte einzig aus, A._____ könnte 

während seiner Arbeitszeit von seinen Eltern oder allenfalls in einer Kita betreut 

werden (Prot. I S. 76). Allerdings ist gemäss den Vorbringen des Beklagten die 

Mutter an MS erkrankt (Prot. I S. 47) und betreut ausserdem noch die dreijährige 

Tochter der Schwester des Beklagten (Prot. I S. 76; Urk. 101 Rz. 17), womit in der 

Tat fraglich ist, ob sie (die Mutter) A._____ in grösserem Umfang betreuen kann. 

Die Klägerin 2 absolviert derzeit eine Lehre zur Assistentin Gesundheit und Sozia-

les EBA in einem 100 %-Pensum (Urk. 54/2) und kann ein bereits über längere 

Zeit bewährtes Betreuungskonzept vorweisen (Drittbetreuung sowie persönliche 

Betreuung nach Arbeitsschluss). Damit spricht auch das Kriterium der persönli-

chen Betreuung eher gegen eine alternierende Obhut.  

- 31 - 

3.7.  

3.7.1. Hinsichtlich des Kriteriums der geografischen Distanz hielt die Vorinstanz 

fest, dass sowohl die Klägerin 2 als auch der Beklagte in G._____ wohnen wür-

den. Der Beklagte lebe derzeit noch bei seinen Eltern, sei gemäss eigenen Anga-

ben jedoch auf der Suche nach einer Wohnung in der Nähe seiner Eltern und der 

zukünftigen Schule von A._____. Demzufolge spreche "in geografischer Hinsicht" 

nichts gegen eine alternierende Obhut (Urk. 102 E. 4.6. S. 16).  

3.7.2.  Diese Einschätzung der Vorinstanz wird im Berufungsverfahren zu Recht 

nicht in Frage gestellt (vgl. Urk. 101).  

3.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass beide Parteien erziehungsfähig 

sind. Die geografische Distanz spricht ebenso für eine alternierende Obhut. Hin-

sichtlich der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sind Vorbehalte anzu-

bringen. Das Kriterium der Stabilität sowie auch das Kriterium der persönlichen 

Betreuung sprechen hingegen gegen die Anordnung der alternierenden Obhut, 

wobei diesen Kriterien – angesichts des Alters von A._____ – entscheidendes 

Gewicht zu kommt. Insbesondere bleibt mit Blick auf das unzuverlässige Verhal-

ten des Beklagten sowohl im Zusammenhang mit der Wahrnehmung des Be-

suchsrechts als auch mit der Kooperation mit Behörden und der Klägerin 2 bezüg-

lich Kinderbelangen (vgl. Urk. 101 Rz. 19, im Berufungsverfahren unbestritten ge-

blieben) fraglich, ob der Beklagte tatsächlich willens ist, Betreuungsverantwortung 

in grösserem Umfang zu übernehmen und seine eigenen Interessen in der Hin-

tergrund zu stellen. Die weiteren Kriterien, wie die Einbettung in ein soziales Um-

feld, der Wunsch des Kindes sowie die Beziehungen zu Geschwister, können vor-

liegend vernachlässigt werden. Insgesamt ist daher davon auszugehen, dass es 

dem Kindeswohl am besten entspricht, A._____ unter die alleinige Obhut der Klä-

gerin 2 zu stellen, zumal die Klägerin 2 A._____ bis anhin bereits in überwiegen-

dem Umfang betreut hat sowie – anders als der Beklagte – über ein (kindswohl-

gerechtes) Betreuungskonzept und stabile Wohnverhältnisse verfügt. Hinweise, 

dass die Klägerin 2 den Kontakt von A._____ zum Beklagten erschwert, liegen 

keine vor (siehe insbesondere Prot. I S. 79, wonach der Beklagte die Klägerin 2 

anrufen könne, wenn er A._____ betreuen möchte, und die Klägerin 2 dann je-

- 32 - 

weils einwillige). Der Wohnsitz von A._____ befindet sich demgemäss bei der 

Klägerin 2. 

4. Besuchsrecht 

4.1. Die Kläger beantragen, es sei dem Beklagten ein gerichtsübliches Besuchs- 

und Ferienrecht einzuräumen, wobei festzulegen sei, dass A._____ die Weih-

nachtstage stets mit dem Vater und Silvester stets mit der Mutter sowie die Ge-

burtstage jeweils alternierend mit einem Elternteil verbringe (Urk. 101, Ziff. 3 der 

Anträge). Ungeachtet dessen, dass aus diesem Antrag nicht hervorgeht, was die 

Kläger unter einem gerichtsüblichen Besuchsrecht verstehen, und die Kläger ih-

ren Antrag auch nicht weiter begründen, ist – im Sinne des Kindeswohls – ge-

stützt auf Art. 296 ZPO von Amtes wegen ein Besuchsrecht des Beklagten festzu-

legen. 

4.2. Nach Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder 

Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf ange-

messenen persönlichen Verkehr. Bei dessen Ausgestaltung steht das Kindeswohl 

im Vordergrund. Der persönliche Verkehr zwischen Eltern und Kindern beurteilt 

sich im Einzelfall nach gerichtlichem Ermessen (Art. 4 ZGB; BGer 5A_570/2016 

vom 1. März 2017, E. 2, mit weiteren Hinweisen).   

4.3. Die Parteien brachten vor Vorinstanz übereinstimmend vor, dass der Be-

klagte seit dem Auszug der Klägerin 2 aus dem Mutter-Kind-Haus in F._____ 

(mithin seit Februar 2021) A._____ jeweils am Dienstag- und Mittwochnachmittag 

von 12.30 Uhr bis 17.00 Uhr sowie am Samstag von 9.00 Uhr bis 20.00 Uhr be-

treute, wobei die Betreuung am Dienstag und Mittwoch offenbar von ihm selbst 

gewünscht wurde (vgl. Prot. I S. 43 und S. 78). Auch die Kläger beantragen – 

wenngleich unter der Prämisse, dass die alternierende Obhut beibehalten werde 

– eine Betreuungszeit des Beklagten unter der Woche von Dienstag, ab 12.00 

Uhr bzw. Schulschluss, bis am Mittwoch, 18.00 Uhr (vgl. Urk. 101 Rz. 35). Es er-

scheint daher auch unter dem Aspekt der Kontinuität insgesamt als angemessen, 

dem Beklagten ein wöchentliches Besuchsrecht am Dienstag ab Hortschluss bzw. 

(ab August 2028 ab Schulschluss, da keine nachschulische Betreuung mehr statt-

- 33 - 

findet, vgl. nachfolgend Ziff. 5.5.4.), bis am darauffolgenden Mittwoch, 18.00 Uhr, 

einzuräumen. Damit wird sichergestellt, dass A._____ (im Hort) betreut und von 

der Klägerin 2 abgeholt werden kann, sollte es dem Beklagten – wie dies unbe-

strittenermassen bereits in der Vergangenheit der Fall war – kurzfristig nicht mög-

lich sein, A._____ abzuholen oder für eine Ersatzbetreuung zu sorgen. Überdies 

ist der Beklagte zu berechtigen und zu verpflichten, A._____ jedes zweite Wo-

chenende von Samstag, 9.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, auf eigene Kosten mit 

oder zu sich auf Besuch zu nehmen (vgl. auch Urk. 101 Rz. 35 für den Fall der 

Anordnung der alternierenden Obhut).  

4.4. Die von der Vorinstanz vorgesehene Feiertagsregelung (vgl. Urk. 102 

Disp. Ziff. 3, 3. und 4. Spiegelstrich) wurde nicht konkret beanstandet und erweist 

sich auch bei Anordnung der alleinigen Obhut als angemessen, weshalb sie zu 

übernehmen ist. Sie ist aber insoweit zu ergänzen, als dass der Beklagte berech-

tigt und verpflichtet wird, in geraden Jahren A._____ an seinem Geburtstag 

(tt.mm.; jeweils in den Schulferien) ab Hortschluss (bzw. an einem hortfreien Tag 

ab 9.00 Uhr) bis zum darauffolgenden Tag (tt.mm.) um 10.00 Uhr zu betreuen 

(siehe auch Urk. 101 Rz. 35).  

4.5. Die Vorinstanz räumte dem Beklagten im Weiteren vier Ferienwochen jähr-

lich ein, wobei hiervon zwei zusammenhängende Wochen in den Sommerschulfe-

rien (wobei 1 Woche 7 Tage bedeute, d.h. jeweils 1 Betreuungswochenende be-

inhalte) zu beziehen seien (Urk. 102 Disp. Ziff. 3 5. Spiegelstrich). Diese Rege-

lung scheint auch bei Anordnung der alleinigen Obhut als angemessen, weshalb 

sie zu übernehmen ist. Sie ist insoweit anzupassen, als dass eine Sommerferien-

woche gegebenenfalls ein Betreuungswochenende beinhaltet. Praxisgemäss – 

und in Abweichung zum vorinstanzlichen Entscheid – haben die Parteien den Fe-

rienbezug mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen. Können sie sich 

nicht einigen, kommt der Klägerin 2 in Jahren mit ungerader Jahreszahl, dem Be-

klagten in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich Auf-

teilung und Zeitpunkt der Ferien zu.  

5. Unterhalt 

- 34 - 

5.1. Vorbemerkungen 

5.1.1.  Die Kläger machen in ihrer Berufungsschrift betreffend den Unterhalt Aus-

führungen sowohl für den Fall, dass A._____ im Rahmen des Berufungsent-

scheids unter die alleinige Obhut der Klägerin 2 gestellt wird, als auch für den 

Fall, dass A._____ unter der alternierenden Obhut verbleibt. Da A._____ mit vor-

liegendem Entscheid unter die Obhut der Klägerin 2 zu stellen ist, braucht auf ihre 

Ausführungen in Bezug auf letzteren Fall (vgl. Urk. 101 Rz. 71-98) nicht weiter 

eingegangen zu werden. 

5.1.2.  Der von der Vorinstanz festgesetzte Unterhalt in den Phasen I bis V (Zeit-

raum 1. Juli 2019 bis 31. Januar 2022) wird im Berufungsverfahren anerkannt 

(siehe Urk. 101 Rz. 37) und ist mit Ablauf der Frist für die Anschlussberufung am 

6. Januar 2023 in Rechtskraft erwachsen (Urk. 113).  

5.2. Phase VI (1. Februar 2022 bis 31. Juli 2022) 

5.2.1.  In der Phase VI berücksichtigte die Vorinstanz auf Seiten der Klägerin 2 

ein monatliches Einkommen von Fr. 800.– (Urk. 102 E. 7.7.2. S. 60). Die Kläger 

machen zu Recht geltend, die Klägerin 2 erhalte zusätzlich eine Ausbildungszula-

ge von Fr. 250.– pro Monat (Urk. 101 Rz. 39), womit in dieser Phase ein anre-

chenbares Einkommen von Fr. 1'050.– pro Monat zugrunde zu legen ist.   

5.2.2.  Dem Beklagten rechnete die Vorinstanz ein hypothetisches Einkommen 

von monatlich Fr. 3'650.– netto an (Urk. 102 E. 7.7.3. S. 60 f.). Die Kläger halten 

fest, dass die Ausführungen der Vorinstanz korrekt seien und dem Beklagten ein 

Einkommen in der Höhe von mindestens Fr. 3'650.– anzurechnen sei. Allerdings 

habe die Klägerin 2 Kenntnis davon, dass der Beklagte seit längerer Zeit wieder 

einer Erwerbstätigkeit nachgehe. Er sei daher zu verpflichten, entsprechende Un-

terlagen (wie Taggeld- und Lohnabrechnungen) einzureichen (Urk. 101 Rz. 40).  

 Die Vorbringen der Kläger gehen nicht über blosse Vermutungen hinaus. 

Überdies hat die Vorinstanz das hypothetische Einkommen bereits auf der Basis 

einer Arbeitstätigkeit mit einem Pensum von 100 % festgesetzt, wobei sie den 

bisherigen Werdegang des Beklagten berücksichtigt hat (siehe Urk. 102 

E. 7.7.3.1. S. 60 f.). Dass der Beklagte in tatsächlicher Hinsicht mehr verdienen 

- 35 - 

soll, wird von den Klägerin nicht substanziert dargetan. Demzufolge bleibt es bei 

einem anrechenbaren monatlichen Einkommen von Fr. 3'650.–.  

5.2.3.  Die Kläger machen im Weiteren Ausführungen zu den Familienzulagen 

(Urk. 101 Rz. 41). Indes leiten sie nichts daraus zu ihren Gunsten ab. Entspre-

chend hat es damit sein Bewenden. 

5.2.4.  Die Kläger beanstanden mehrere Positionen im Bedarf der Klägerin 2: 

a) Die Vorinstanz berücksichtigte einen Grundbetrag von Fr. 1'305.– pro Monat 

im Wesentlichen mit der Begründung, aufgrund der ab Februar 2022 geltenden al-

ternierenden Obhut (70 % zu 30 %) sei eine Mischrechnung des Grundbetrags für 

Alleinerziehende ohne Haushaltsgemeinschaft mit erwachsenen Personen von 

Fr. 1'350.– und des Grundbetrags für Alleinstehende ohne Haushaltsgemein-

schaft mit erwachsenen Personen von Fr. 1'200.– unter Berücksichtigung der Be-

treuungsanteile vorzunehmen (Fr. 1'200.– + Fr. 105.– [70 % von Fr. 150.– 

{Fr. 1'350.– abzüglich Fr. 1'200.–}; Urk. 102 E. 7.7.5.1. lit. a S. 62).  

 Die Kläger machen geltend, es sei der Grundbetrag für Alleinerziehende von 

Fr. 1'350.– im Bedarf vorzusehen, da die Klägerin 2 in der Zeit vom 1. Februar bis 

31. Juli 2022 alleine für die Betreuung von A._____ verantwortlich gewesen sei 

(Urk. 101 Rz. 42 lit. a). Letztere Behauptung blieb unbestritten, weshalb es sich 

rechtfertigt, den Grundbetrag für einen alleinerziehenden Schuldner in Höhe von 

Fr. 1'350.– (vgl. hierzu Ziffer I der Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und 

Konkursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 

Existenzminimums, zuletzt veröffentlicht in: BlSchK 2009, S. 193 ff.; nachfolgend 

Richtlinien; siehe BGE 147 III 265 E. 7.2) im Bedarf einzusetzen.  

b) Im Weiteren rechnete die Vorinstanz monatliche Wohnkosten in Höhe von 

Fr. 1'146.– an. Hierbei hielt sie fest, dass der für A._____ nach dem Prinzip "gros-

se Köpfe und kleine Köpfe" grundsätzlich auszuscheidende Wohnkostenanteil 

von Fr. 498.– (Fr. 1'495.– / 3) infolge der alternierenden Obhut um 30 % zu redu-

zieren und somit in dessen Bedarf lediglich noch ein Betrag von Fr. 349.– zu be-

- 36 - 

rücksichtigen sei. Die restlichen Wohnkosten seien im Bedarf der Klägerin 2 anzu-

rechnen (Urk. 102 E. 7.7.5.1. lit. b S. 62). 

 Die Kläger wollen aufgrund der alleinigen Betreuung durch die Klägerin 2 in 

dieser Phase Wohnkosten in Höhe von Fr. 997.– (2/3 von Fr. 1'495.–) angerech-

net wissen (Urk. 101 Rz. 42 lit. b). Da die Klägerin 2 A._____ in dieser Phase un-

bestrittenermassen weitestgehend allein betreut hat, rechtfertigt es sich, die aus-

gewiesenen Mietkosten von Fr. 1'495.– zu 1/3 und damit im Umfang von Fr. 498.– 

im Bedarf von A._____ sowie zu 2/3 und damit im Umfang von Fr. 997.– im Be-

darf der Klägerin 2 anzurechnen. 

c) In Bezug auf die monierten Kosten für die obligatorische Krankenversiche-

rung (siehe hierzu Urk. 102 E. 7.7.5.1. lit. c S. 62 i.V.m. E. 7.6.5.1. lit. c S. 56) 

lässt sich den von den Klägern im Berufungsverfahren erstmals eingereichten Un-

terlagen entnehmen, dass die monatliche Krankenkassenprämie im Jahr 2022 

Fr. 280.65 und die Prämienverbilligung Fr. 167.05 betragen hat (Urk. 105/14-15). 

Entsprechend ist hierfür im Bedarf – wie von den Klägern gefordert (Urk. 101 

Rz. 42 lit. c) – ein Betrag von gerundet Fr. 114.– vorzusehen. 

d) Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die Klägerin 2 habe an 

der Hauptverhandlung verneint, regelmässige Gesundheitskosten zu haben bzw. 

Medikamente einzunehmen, weshalb ihr in Zukunft keine (zusätzlichen) Gesund-

heitskosten anzurechnen seien (Urk. 102 E. 7.7.5.1. lit. d S. 62 i.V.m. E. 7.6.5.1. 

lit. d S. 56 und E. 7.4.5.1. lit. d S. 44).  

 Die Kläger wollen unter diesem Titel einen Betrag von Fr. 83.– pro Monat 

angerechnet haben und bringen vor, die von der Klägerin 2 zu tragenden Ge-

sundheitskosten würden auch im Jahr 2022 – wie bereits in der Vergangenheit – 

den geltend gemachten Betrag der Franchise und des Selbstbehalts übersteigen 

(Urk. 101 Rz. 42 lit. d mit Verweis auf Urk. 105/16). Die von den Klägern hierzu 

eingereichte "Kostenartenliste" vermag allerdings die von ihnen geltend gemach-

ten Kosten nicht rechtsgenügend nachzuweisen, zumal daraus bereits nicht her-

vorgeht, an welchen Kosten genau sich das Sozialamt beteiligt hatte. Es bleibt 

daher dabei, dass für das Jahr 2022 keine Gesundheitskosten anzurechnen sind.  

- 37 - 

Die von der Vorinstanz berücksichtigten unumgänglichen Berufsauslagen 

(Fr. 290.–) blieben unbeanstandet und sind zu übernehmen. Entsprechend beläuft 

sich der monatliche (Not-)Bedarf der Klägerin 2 in der Phase VI auf gerundet 

Fr. 2'750.– (Fr. 1'350.– [Grundbetrag] + Fr. 997.– [Wohnkosten] + Fr. 114.– [KVG] 
+ Fr. 0.– [Gesundheitskosten] + Fr. 290.– [Berufsauslagen]).  

5.2.5.  Hinsichtlich des Bedarfs des Beklagten monieren die Kläger die folgenden 

Bedarfspositionen: 

a) Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf des Beklagten einen Grundbetrag 

von Fr. 1'245.– (Urk. 102 E. 7.7.6.1. lit. a S. 63, zur Begründung betreffend 

"Mischrechnung" siehe auch vorstehende Ziff. 5.2.4. lit. a). Die Kläger akzeptieren 

lediglich einen Betrag von Fr. 1'100.–. Zur Begründung führen sie aus, der Be-

klagte habe A._____ in dieser Phase nicht betreut und zudem nach wie vor bei 

seinen Eltern gelebt (Urk. 101 Rz. 43 lit. a). Diese Behauptungen blieben unbe-

stritten. Ist davon auszugehen, dass der Beklagte in dieser Phase bei seinen El-

tern gelebt hat und A._____ nicht bzw. nur sporadisch betreut hat, so ist auf Sei-

ten des Beklagten lediglich der Grundbetrag für einen alleinstehenden Schuldner 

in Anrechnung zu bringen. Dieser beträgt gemäss Ziffer I der anwendbaren Richt-

linien Fr. 1'200.–. 

b) Im Weiteren hielt die Vorinstanz fest, im Bedarf des Beklagten seien (hypo-

thetische) Wohnkosten für eine Wohnung, die für eine Kinderbetreuung mit Über-

nachtung geeignet sei, zu berücksichtigen. Es seien dieselben Wohnkosten wie 

bei der Klägerin 2 in Anrechnung zu bringen, wobei ein (um 30 % reduzierter) 

Wohnkostenanteil für A._____ abzuziehen sei (Urk. 102 E. 7.7.6.1. lit. b S. 63). 

Die Kläger machen geltend, der Beklagte habe in dieser Phase bei seinen Eltern 

gewohnt, weshalb keine Wohnkosten angefallen seien (Urk. 101 Rz. 43 lit. b). Wie 

erwähnt, blieb die im Berufungsverfahren aufgestellte Behauptung, der Beklagte 

habe in dieser Zeit bei seinen Eltern gewohnt, unbestritten. Vor Vorinstanz führte 

der Beklagte aus, dass er sich bei seinen Eltern nicht an den Wohnkosten beteili-

gen müsse (Prot. I S. 63). Entsprechend sind ihm in dieser Phase – wie bereits in 

den vorgehenden Phasen (siehe für die Phase V Urk. 102 E. 7.6.6.1. lit. b S. 57) – 

keine Wohnkosten anzurechnen.  

- 38 - 

c) Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf des Beklagten Berufsauslagen (für 

auswärtige Verpflegung) in Höhe von Fr. 220.– pro Monat (Urk. 102 E. 7.7.6.1. 

lit. d S. 64). Die Kläger bringen vor, der Beklagte habe zwar seine Lehre als Sani-

tär abgebrochen, sei aber in der Vergangenheit über eine längere Zeit als Hilfssa-

nitär tätig gewesen und suche eine Anstellung in diesem Bereich. Gemäss dem 

derzeit geltenden GAV Gebäudetechnik habe die Arbeitgeberin eine pauschale 

Essensvergütung von Fr. 15.– pro Arbeitstag zu entrichten, sofern der Arbeitsein-

satz mehr als 10 Kilometer vom Firmensitz/Anstellungsort entfernt sei (mit Ver-

weis auf Anhang 8.1. der Lohnvereinbarung 2022). Aufgrund der zeitaufwendigen 

Berechnungen der konkreten Mittagsentschädigung sei es bei den Betrieben im 

Gebäudetechnikgewerbe Usanz, den Mitarbeitern unabhängig vom Arbeitseinsatz 

eine Mittagspauschale von Fr. 15.– pro Arbeitstag auszurichten. Der Beklagte ha-

be die Lohnabrechnungen für die Monate Februar bis Juli 2022 einzureichen, so-

dass ersichtlich sei, ob er eine Mittagspauschale erhalte oder nicht (Urk. 101 

Rz. 43 lit. d).  

 Die Vorbringen der Kläger erschöpfen sich im Wesentlichen in Vermutun-

gen. Insbesondere erbringen sie auch keinen Nachweis dafür, dass es im Gebäu-

detechnikgewerbe "Usanz" sei, den Mitarbeitern in jedem Fall eine Mittagspau-

schale von Fr. 15.– pro Arbeitstag zu entrichten. Vor diesem Hintergrund bleibt es 

beim vorinstanzlich angerechneten Betrag von Fr. 220.– pro Monat.  

Die von der Vorinstanz angerechneten Kosten für die obligatorische Krankenver-

sicherung (Fr. 184.–; Urk. 102 E. 7.7.6.1. lit. c S. 64) blieben unbeanstandet 

(Urk. 101 Rz. 43 lit c) und sind daher zu übernehmen. Entsprechend ist von ei-

nem monatlichen (Not-)Bedarf des Beklagten in Höhe von gerundet Fr. 1'605.– 
(Fr. 1'200.– [Grundbetrag] + Fr. 0.– [Wohnkosten] + Fr. 184.– [KVG] + Fr. 220.– 

[Berufsauslagen]) auszugehen. 

5.2.6.  In Bezug auf den Bedarf von A._____ ist Folgendes festzuhalten:  

a) Nachdem A._____ in dieser Phase im Wesentlichen von der Klägerin 2 be-

treut wurde, ist der Grundbetrag in Höhe von Fr. 400.– vollumfänglich auf Seiten 

der Klägerin 2 anzurechnen. Hinsichtlich des Wohnkostenanteils bei der Kläge-

- 39 - 

rin 2 kann auf die Ausführungen unter der vorstehenden Ziffer 5.2.4 lit. b verwie-

sen werden, womit Fr. 498.– (auf Seiten der Klägerin 2) im Bedarf zu berücksich-

tigen sind.  

b) Die Kläger beziffern die monatlichen Kosten für die obligatorische Kranken-

versicherung von A._____ unter Berücksichtigung der individuellen Prämienverbil-

ligung (nachfolgend IPV) auf Fr. 35.65 pro Monat (Urk. 101 Rz. 44 lit. c). Diese 

Kosten sind gestützt auf die im Berufungsverfahren neu eingereichten Unterlagen 

ausgewiesen (siehe Urk. 105/17 betr. Prämie und Urk. 105/14 betr. IPV) und ent-

sprechend in diesem Umfang im Bedarf zu berücksichtigen.  

c) Hinsichtlich der Fremdbetreuungskosten hielt die Vorinstanz im Wesentli-

chen fest, A._____ werde seit April 2021 in der Kindertagesstätte in D._____ be-

treut. Die monatlichen Kosten würden sich auf Fr. 1'815.65 belaufen und von der 

Sozialhilfe übernommen werden. Indes hätten die Parteien angesichts ihres Ein-

kommens von je weniger als Fr. 45'000.– pro Jahr Anspruch auf einen subventio-

nierten Krippenplatz, wobei bei diesen Einkommensverhältnissen der Krippenbei-

trag gemäss Art. 7 des Beitragsreglements der Gemeinde G._____ über die fami-

lienergänzende Kinderbetreuung vom tt.mm.2012 um 75 % reduziert werde. Ent-

sprechend seien für A._____ – auch zukünftig – lediglich die Kosten für einen 

subventionierten Platz zu berücksichtigen. Demnach würden – ausgehend von ei-

nem monatlichen Beitrag von Fr. 1'815.65 – nach einer entsprechenden Redukti-

on noch monatliche Kosten von Fr. 454.– anfallen (Urk. 102 E. 7.7.7.1.lit. e S. 65 

f.).  

 Die Kläger monieren die von der Vorinstanz vorgenommene Reduktion der 

Krippenkosten und sind der Ansicht, es müsse – insbesondere mit Blick auf das 

Schreiben der Gemeinde vom 10. August 2021 sowie angesichts des Umstandes, 

dass die Klägerin 2 sich nicht rückwirkend von der Sozialhilfe ablösen könne – der 

volle Betrag von Fr. 1'816.– im Bedarf angerechnet werden (Urk. 101 Rz. 44 

lit. e).  

 Zutreffend ist, dass gemäss dem Schreiben der Gemeinde G._____ vom 

10. August 2021 die Klägerin 2 erst dann einen subventionierten Krippenplatz er-

- 40 - 

halten kann, wenn sie keine Sozialhilfe mehr bezieht. Bis zu diesem Zeitpunkt be-

zahlt die Gemeinde den vollen Tarif (vgl. Urk. 67). Vorliegend war die Klägerin 2 – 

welche einen eigenen Haushalt führt – in dieser Phase angesichts ihres geringen 

Lohnes zweifellos auf Sozialhilfe angewiesen. Entsprechend wurden die Krippen-

kosten vollumfänglich von der Gemeinde übernommen (siehe auch Urk. 105/18). 

Da die Klägerin 2 in dieser Phase somit keine entsprechenden Ausgaben hatte 

und mit Blick auf die (auch in Zukunft) sehr knappen finanziellen Verhältnisse der 

Parteien auch nicht davon auszugehen ist, dass die Klägerin 2 die von ihr bezo-

gene Sozialhilfe je wird zurückerstatten müssen, rechtfertigt es sich nicht, diese 

Kosten im Bedarf anzurechnen.  

Die Vorinstanz hat keine Gesundheitskosten im Bedarf von A._____ berücksich-

tigt (Urk. 102 E. 7.7.7.1. lit. d S. 65). Dies blieb im Berufungsverfahren unbean-

standet (s.a. Urk. 101 Rz. 44). Damit ist von einem (Not-)Bedarf in Höhe von ge-

rundet Fr. 935.– (Fr. 400.– [Grundbetrag] + Fr. 498.– [Wohnkosten] + Fr. 35.65 
[KVG] + Fr. 0.– [Gesundheitskosten] + Fr. 0.– [Fremdbetreuungskosten]) auszu-

gehen. 

5.2.7.  Damit ergeben sich in dieser Phase folgende finanziellen Verhältnisse: 

  Beklagter Klägerin 2 A._____ 
     
Einkommen Fr.  3'650.– 1'050.– 200.– 
./. (Not-)Bedarf  Fr.  1'605.– 2'750.– 935.– 
Überschuss/Manko Fr.  2'045.– -1'700.– -735.– 
./.Kommunikationskosten Fr.  75.– – – 
./. VVG Fr.  50.– – 45.– 
./. Steuern Fr.  105.– – – 
Total Überschuss/Manko Fr.  1'815.– -1'700.– -780.– 

 Nach Deckung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des Beklag-

ten und von A._____ verbleiben in dieser Zeitspanne noch finanzielle Mittel in 

Höhe von Fr. 1'310.– (Fr. 2'045.– abzüglich Fr. 735.–). Ein Betreuungsunterhalt ist 

nicht geschuldet, da das Eigenversorgungsmanko der Klägerin 2 nicht betreu-

ungsbedingt ist. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum ist daher allseits um 

die Kommunikationskosten, die Kosten für die freiwillige Zusatzversicherung so-

wie die Steuern zu erhöhen (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2.), wobei dies mangels 

- 41 - 

Relevanz für die vorliegende Unterhaltsberechnung auf Seiten der Klägerin 2 un-

terbleiben kann. Die Kommunikationskosten betragen praxisgemäss Fr. 150.– pro 

Monat. Da der Beklagte in dieser Phase bei seinen Eltern wohnte, rechtfertigt es 

sich, ihm einen anteiligen Betrag von Fr. 75.– anzurechnen. Die monatliche Prä-

mie für die freiwillige Zusatzversicherung beträgt gerundet Fr. 50.– (vgl. 

Urk. 20/8). Im Zusammenhang mit den Steuern ist auf Seiten des Beklagten von 

einem Einkommen von Fr. 43'800.– (12x Fr. 3'650.–) sowie von Abzügen in der 

Grössenordnung von Fr. 20'500.– (Berufskosten, Sozialabzüge, Versicherungs-

prämien, Unterhaltsbeiträge etc.) auszugehen. Basierend auf diesen Zahlen resul-

tieren gestützt auf den Steuerrechner des Kantons Zürich (Grundtarif, kein Ver-

mögen) Staats- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuern von rund 

105.– monatlich. Auf Seiten von A._____ sind die monatlichen Kosten für die frei-

willige Zusatzversicherung in Höhe von Fr. 45.– (Urk. 105/7) in Anrechnung zu 

bringen. Auf die Berücksichtigung eines Steueranteils kann angesichts des gerin-

gen Einkommens der Klägerin 2 sowie des den Unterhaltsbeitrag übersteigenden 

Kinderabzugs verzichtet werden, resultiert doch lediglich ein unwesentlicher 

Steuerbetrag von weniger als Fr. 5.– pro Monat. Nach Aufstockung des betrei-

bungsrechtlichen Existenzminimums auf das familienrechtliche Existenzminimum 

verfügt der Beklagte noch über eine Überschuss von Fr. 1'035.– (Fr. 1'770.– ab-

züglich des von ihm geschuldeten Barunterhalts von Fr. 780.–). Dieser ist nach 

grossen und kleinen Köpfen zu verteilen, vorliegend mithin im Umfang von 

Fr. 345.– (1/3 von Fr. 1'035.–) auf A._____ und im Umfang von Fr. 690.– (2/3 von 

Fr. 1'035.–) auf den Beklagten. Damit ist der Beklagte zu verpflichten, an die Kos-

ten des Unterhalts von A._____ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von 

Fr. 1'125.– (Fr. 780.– + Fr. 345.–) zu bezahlen. 

5.3. Phase VII (1. August 2022 bis 31. Juli 2023) 

5.3.1.  Hinsichtlich des Einkommens der Klägerin 2 ist den Klägern dahingehend 

zu folgen, dass das monatliche Nettoeinkommen insgesamt Fr. 1'200.– (Fr. 950.– 

zuzüglich der Ausbildungszulage von Fr. 250.–) beträgt (Urk. 101 Rz. 47) und 

nicht – wie von der Vorinstanz festgestellt (Urk. 102 E. 7.8.2. S. 68) – Fr. 950.–. 

- 42 - 

Die Erwägungen der Vorinstanz bezüglich des Einkommens des Beklagten sowie 

der Einkünfte von A._____ blieben unbeanstandet (Urk. 101 Rz. 48).  

5.3.2.  Da sich in dieser Phase in Bezug auf den Bedarf der Klägerin 2 keine Ver-

änderungen im Vergleich zur vorhergehenden Phase ergeben (so auch die Kläger 

in Urk. 101 Rz. 49), bleibt es bei einem monatlichen (Not-)Bedarf von Fr. 2'750.– 

(siehe vorstehende Ziff. 5.2.4).  

5.3.3.  Die Kläger rügen erneut mehrere Positionen im Bedarf des Beklagten: 

a) In Bezug auf den von der Vorinstanz angerechneten Grundbetrag von 

Fr. 1'245.– (Urk. 102 E. 7.8.6.1. lit. a S. 69) führen die Kläger aus, der Beklagte 

habe auch im Oktober 2022 noch bei seinen Eltern gewohnt. Indes habe er einen 

Anspruch, alleine zu leben. Entsprechend sei ihm für August bis Oktober 2022 ein 

Grundbetrag von Fr. 1'100.– und für November 2022 ein solcher von Fr. 1'200.– 

anzurechnen. Dies ergebe für die nämliche Phase einen Durchschnitt von 

Fr. 1'175.– pro Monat (Urk. 101 Rz. 50 lit. a).  

 Die von der Vorinstanz angeordnete alternierende Obhut ist nicht in Kraft ge-

treten. Zudem blieb das Vorbringen, der Beklagte habe bis und mit Oktober 2022 

bei seinen Eltern gelebt, unbestritten. Entsprechend ist der Grundbetrag für einen 

alleinstehenden Schuldner einzusetzen. Die bei der Bedarfsermittlung zu berück-

sichtigenden Richtlinien (siehe Ziff. 5.2.4. lit. a) unterscheiden allerdings nicht da-

nach, ob ein alleinstehender Schuldner in einer Haushaltgemeinschaft mit ande-

ren erwachsenen Personen lebt oder nicht. Vielmehr sehen sie in beiden Fällen 

einen Grundbetrag von Fr. 1'200.– vor (siehe Ziffer I der Richtlinien). Demzufolge 

ist im Bedarf des Beklagten in der gesamten Phase ein Grundbetrag von 

Fr. 1'200.– vorzusehen.  

b) Wie erwähnt, lebte der Beklagte unbestrittenermassen bis und mit Oktober 

2022 bei seinen Eltern, wobei davon auszugehen ist, dass in dieser Zeit keine 

Wohnkosten angefallen sind (vgl. vorstehende Ziff. 5.2.5 lit. b und 5.3.3 lit. a). 

Entsprechend sind – wie die Kläger zu Recht geltend machen (Urk. 101 Rz. 50 lit. 

b) – im Bedarf des Beklagten bis und mit Oktober 2022 keine Wohnkosten anzu-

- 43 - 

rechnen. Für die Zeit ab November 2022 gestehen die Kläger dem Beklagten den 

Bezug einer eigenen Wohnung zu und rechnen ihm (hypothetische) Wohnkosten 

in Höhe von Fr. 1'200.– pro Monat an (Urk. 101 Rz. 50 lit. b). Sie legen indes nicht 

dar, weshalb die von der Vorinstanz angerechneten (hypothetischen) Wohnkosten 

von Fr. 1'495.– pro Monat (siehe Urk. 102 E. 7.8.6.1. lit. b S. 69 i.V.m. E. 7.7.6.1. 

lit. b S. 63 f.) nicht angemessen sein sollen. Insoweit genügen sie den eingangs 

dargelegten Begründungsanforderungen nicht und es bleibt für die Zeit ab No-

vember 2022 daher bei den von der Vorinstanz berücksichtigten Fr. 1'495.– pro 

Monat. Insgesamt sind dem Beklagten in dieser Phase damit Wohnkosten in Hö-

he von durchschnittlich Fr. 1'120.– ([3x Fr. 0.– + 9x Fr. 1'495.–] geteilt durch 12) 

anzurechnen.  

c) In Bezug auf die Prämien für die obligatorische Krankenversicherung erwog 

die Vorinstanz, dem Beklagten werde ab Februar 2022 ein monatliches Einkom-

men von Fr. 3'650.– angerechnet. Entsprechend habe er nur noch im Jahr 2022, 

in welchem er 25 Jahre alt werde, einen Anspruch auf die individuelle Prämien-

verbilligung. Da im Jahr 2020 junge Erwachsene mit Wohnsitz in der Gemeinde 

G._____ mit einem Einkommen von maximal Fr. 49'200.– eine Prämienverbilli-

gung in Höhe von jährlich Fr. 1'164.– erhalten hätten, sei dem Beklagten auch im 

Jahr 2022 dieselbe IPV in Abzug zu bringen. Ab Januar 2023 erhalte der Beklagte 

keine IPV mehr. Im Schnitt seien dem Beklagten daher in dieser Phase für die ob-

ligatorische Krankenversicherung Fr. 224.– pro Monat anzurechnen (Urk. 102 

E. 7.8.6.1. lit. c S. 69).  

 Die Kläger monieren, der Beklagte könne die zu zahlenden Unterhaltsbei-

träge in der Steuererklärung in Abzug bringen. Es sei erstellt, dass er auch nach 

Vollendung des 25. Altersjahrs Anspruch auf eine Prämienverbilligung in mindes-

tens gleicher Höhe wie bis anhin haben werde. Es sei daher maximal ein Betrag 

von Fr. 184.– pro Monat für die obligatorische Krankenversicherung zu berück-

sichtigen (Urk. 101 Rz. 50 lit. c). 

 Die Kläger legen nicht dar, welche Parameter bei der Berechnung der indivi-

duellen Prämienverbilligung ihrer Ansicht nach im Einzelnen konkret zu berück-

- 44 - 

sichtigen sind. Damit genügen sie den eingangs dargelegten Begründungsanfor-

derung nicht, weshalb es diesbezüglich beim vorinstanzlichen Entscheid bleibt.  

d) Die Kläger kritisieren schliesslich die von der Vorinstanz in dieser Phase be-

rücksichtigten Berufsauslagen. Da sie diesbezüglich das Gleiche vorbringen, wie 

in der vorangehenden Phase (vgl. Urk. 101 Rz. 50 lit. d), kann auf das unter Zif-

fer 5.2.5 lit. c Ausgeführte verwiesen werden. Es bleibt folglich bei zu berücksich-

tigenden Berufsauslagen in Höhe von Fr. 220.– pro Monat.  

Damit ist in Bezug auf den Beklagten in dieser Phase von einem (Not-)Bedarf von 

gerundet Fr. 2'765.– (Fr. 1'200.– [Grundbetrag] + Fr. 1'120.– [Wohnkosten] + 
Fr. 224.– [KVG] + Fr. 220.– [Berufsauslagen]) pro Monat auszugehen. 

5.3.4.  Hinsichtlich des Bedarfs von A._____ ist Folgendes festzuhalten: 

 a) Im Zusammenhang mit dem Grundbetrag, dem Wohnkostenanteil, der 

Prämien für die obligatorische Krankenversicherung sowie den Gesundheitskos-

ten kann auf das unter Ziffer 5.2.6. lit. a und b Ausgeführte verwiesen werden, 

zumal sich in dieser Phase keine Änderungen ergeben (so auch die Kläger in 

Urk. 101 Rz. 51 lit. a-d).  

 b) Betreffend die berücksichtigten Fremdbetreuungskosten in Höhe von 

Fr. 227.– pro Monat erwog die Vorinstanz, A._____ werde ab August 2022 den 

Kindergarten besuchen und damit unter der Woche jeweils am Morgen im Kinder-

garten betreut, sodass in dieser Zeit keine Kosten mehr für die Fremdbetreuung 

anfallen würden. Es sei daher mit der Hälfte der in der vorangehenden Phase an-

fallenden Fremdbetreuungskosten zu rechnen (Urk. 102 E. 7.8.7.1. lit. e S. 70 f.). 

Die Kläger rügen, aufgrund der Arbeitszeiten der Klägerin 2 besuche A._____ täg-

lich den "Morgenhort", den Mittagstisch sowie den "Nachmittagshort". Die subven-

tionierten Hortkosten würden Fr. 57.– pro Schultag bzw. durchschnittlich 

Fr. 1'140.– pro Monat betragen. Die Parteien könnten – sofern der Beklagte 

A._____ wie vereinbart zukünftig in den Ferien betreue – zudem neun der insge-

samt 13 Schulferienwochen durch Eigenbetreuung abdecken, womit A._____ 

während vier Wochen den Ferienhort besuchen müsse. Die Kosten für den Feri-

- 45 - 

enhort der schulergänzenden Betreuung der Schule G._____ betrügen Fr. 90.– 

pro Tag, wobei es keine Ermässigungen gebe. Demzufolge würden für die Be-

treuung in den vier Ferienwochen Kosten in Höhe von Fr. 1'800.– jährlich bzw. 

Fr. 150.– monatlich anfallen. Sollte der Beklagte – wie bis anhin – keine Lust ha-

ben, A._____ mit in die Ferien zu nehmen, so werde dieser den Ferienhort wäh-

rend acht Ferienwochen besuchen müssen, was zu Kosten in Höhe von 

Fr. 3'600.– jährlich bzw. Fr. 300.– monatlich führen würde. Damit würden sich die 

Fremdbetreuungskosten für A._____ in dieser Phase auf Fr. 1'290.– pro Monat 

belaufen (Urk. 101 Rz. 51 lit. e).  

 Der von den Klägern hierzu eingereichten Betreuungsvereinbarung für das 

Schuljahr 2022/2023 lässt sich entnehmen, dass die Klägerin 2 unter der Woche 

jeden Tag die Frühbetreuung (inkl. Frühstück), den Mittagstisch (kurz) sowie die 

Nachmittagsbetreuung in Anspruch nimmt, wobei Kosten von Fr. 57.– pro Tag an-

fallen (vgl. Urk. 105/19 unter Berücksichtigung des "Minimalbeitrags"). Auf einen 

Monat hochgerechnet ergeben sich damit Kosten von Fr. 1'140.–. Für die Ferien-

betreuung werden Fr. 90.– pro Tag verrechnet (vgl. Urk. 105/20; siehe auch 

www.schuleG._____.ch/angebote/…, zuletzt besucht am 24. Juli 2023), womit bei 

einer Betreuung während vier Schulferienwochen Kosten von Fr. 1'800.– (4 [Wo-

chen] x 5 [Tage] x Fr. 90.–) pro Jahr bzw. Fr. 150.– pro Monat resultieren. Die 
Kläger übersehen allerdings, dass während der Schulferien die Kosten von 

Fr. 57.– pro Tag entfallen. Entsprechend ist ein Betrag von insgesamt Fr. 3'705.– 

jährlich (5 Tage à Fr. 57.– während 13 Wochen) bzw. gerundet Fr. 310.– pro Mo-

nat abzuziehen. Damit ergeben sich noch Fremdbetreuungskosten von Fr. 980.– 

(Fr. 1'140.– zuzüglich Fr. 150.– abzüglich Fr. 310.–), welche im Bedarf anzurech-

nen sind. Da die Klägerin 2 auch in dieser Phase aufgrund ihres geringen Ein-

kommens auf Sozialhilfe angewiesen war und die Fremdbetreuungskosten daher 

– wie bereits in der vorgehenden Phase – vollumfänglich von der Gemeinde 

G._____ übernommen worden sind (Urk. 105/20), sind sie – unter Verweis auf 

das bereits unter Ziffer 5.2.6.lit. c Ausgeführte – in dieser Phase ebenfalls nicht im 

Bedarf anzurechnen.  

- 46 - 

Folglich beläuft sich der monatliche (Not-)Bedarf von A._____ in dieser Phase auf 

gerundet Fr. 935.– (Fr. 400.– [Grundbetrag] + Fr. 498.– [Wohnkosten] + Fr. 35.65 
[KVG] + Fr. 0.– [Gesundheitskosten] + Fr.  0.– [Fremdbetreuungskosten]). 

5.3.5. Damit ergeben sich in dieser Phase folgende finanziellen Verhältnisse: 

  Beklagter Klägerin 2 A._____ 
     
Einkommen Fr.  3'650.– 1'200.– 200.– 
./. (Not-)Bedarf  Fr.  2'765.– 2'750.– 935.– 
Überschuss/Manko Fr.  885.– -1'550.– -735.– 
./. Kommunikationskosten Fr.  130.– – – 
./. Steuern Fr.  20.– – – 
Total Überschuss/Manko Fr.  735.– -1'550.– -735.– 

 Nach Deckung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des Beklag-

ten und von A._____ verbleiben in dieser Zeitspanne noch finanzielle Mittel in 

Höhe von Fr. 150.–. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum ist entspre-

chend um die Positionen Kommunikationskosten und (anteilig) Steuern aufzusto-

cken (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2.). Da der Beklagte bis und mit Oktober 2022 bei 

seinen Eltern lebte und ihm für die Zeit danach eine eigenen Wohnung zugestan-

den wird (siehe vorstehende Ziff. 5.3.3. lit.  a und b), sind in seinem Bedarf Kom-

munikationskosten von durchschnittlich Fr. 130.– ([3x Fr. 75.– {siehe vorstehende 

Ziffer 5.2.7.} + 9x Fr. 150.–] geteilt durch 12) anzurechnen. Zudem sind ihm für 

die Steuern (anteilig) Fr. 20.– einzusetzen, betragen diese doch offenkundig mehr 

als Fr. 20.– pro Monat (siehe auch die Berechnung in vorstehender Ziffer 5.2.7.). 

Auf eine Aufstockung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums der Kläge-

rin 2 auf das familienrechtliche Existenzminimum sowie auf eine Ausscheidung 

eines Steueranteils von A._____ kann aus den bereits unter Ziffer 5.2.7. ausge-

führten Gründen verzichtet werden. Damit ist der Beklagte zu verpflichten, an die 

Kosten des Unterhalts von A._____ einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 735.– zu be-

zahlen.  

5.4. Phase VIII (1. August 2023 bis 31. Juli 2028) 

5.4.1.  Die von der Vorinstanz der Klägerin 2 (Fr. 3'600.–), dem Beklagten 

(Fr. 3'650.–) und A._____ (Fr. 200.–) angerechneten monatlichen Einkünfte (sie-

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he Urk. 102 E. 7.9.2.-7.9.4. S. 72 f.) blieben unbeanstandet (siehe Urk. 101 

Rz. 54 ff.), weshalb es dabei bleibt.  

5.4.2.  Die Kläger monieren hinsichtlich des Bedarfs der Klägerin 2 den Grundbe-

trag, die Wohnkosten, die Prämien für die obligatorische Krankenversicherung 

sowie die Gesundheitskosten (siehe Urk. 101 Rz. 57). 

a) Hinsichtlich des Grundbetrags und der Wohnkosten bleibt es beim Betrag 

gemäss den vorangehenden Phasen, zumal mit vorliegendem Entscheid A._____ 

unter die alleinige Obhut der Klägerin 2 zu stellen ist und A._____ somit im We-

sentlichen von ihr alleine betreut wird (siehe auch Urk. 101 Rz. 57 lit. a und b).  

b) Im Zusammenhang mit den geltend gemachten Gesundheitskosten legen 

die Kläger nicht dar, dass und weshalb solche Kosten (auch) in Zukunft anfallen 

werden (Urk. 101 Rz. 57 lit. d). Entsprechend sind weiterhin keine Gesundheits-

kosten im Bedarf zu berücksichtigen (siehe im Übrigen auch vorstehend 

Ziff. 5.2.4. lit. d).  

c) Die Kläger machen im Weiteren geltend, die Kosten für die obligatorische 

Krankenversicherung würden in dieser Phase durchschnittlich Fr. 230.– pro Mo-

nat betragen. Hierzu führen sie aus, die Prämien würden sich per 1. Januar 2023 

"massiv verteuern". Es werde vorliegend vorsichtig mit einem Aufschlag von 6 % 

gerechnet. Sobald die Prämien bekannt seien, werde ein entsprechender Nach-

weis nac