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**Case Identifier:** 0c05074d-a3b2-5ce9-a613-1a24f719e547
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-31
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (ab 1.1.2013)
**Docket/Reference:** ST.2014.253
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2014_253_wh.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2014.253 

Entscheid 

31. März 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Micheline Roth, Steuerrichter Marcus Thalmann, Steuerrich-
ter Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Vivienne Blunschi 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrent,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (ab 1.1.2013) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige),  unverheiratet,  geboren  am  …. …  1982,  ist 

seit dem ... Dezember 2010 in C als Wochenaufenthalter gemeldet und arbeitete seit-

dem bei der D AG in C. Bis zum ... Juli 2013 wohnte er allein in C in einer 2-Zimmer-

Wohnung an der …strasse 3, … C. Vom ... August 2013 bis …. März 2014 wohnte er 

zusammen mit Frau E an der …strasse 333, … C und zog mit ihr am ... April 2014 an 

die …-Strasse 31, … F, wo sie seither ebenfalls in einer 3.5 Zimmer-Wohnung leben.  

Auf Ersuchen des Steueramts der Stadt C füllte der Pflichtige am ... Juli 2013 

den "Fragebogen zur Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes" aus. Mit Vorent-

scheid  vom  28. Februar  2014  nahm  das  kantonale  Steueramt  die  Steuerhoheit  des 

Kantons Zürich und der Stadt C ab der Steuerperiode 2013 in Anspruch. 

B. Am 15. März 2014 erhob der Pflichtige Einsprache und beantragte sinnge-

mäss festzustellen, dass sich sein steuerrechtlicher Wohnsitz in G, Kanton H, befinde. 

Dort  lebe  er  zusammen  mit  seiner  Mutter  in  einem  Einfamilienhaus.  Mit  ihr  pflege  er 

einen intensiven  Kontakt  und zwar  nicht  zuletzt  wegen  ihrer  gesundheitlichen Proble-

me. Des Weiteren habe er zu dieser Gemeinde starke emotionale Bindungen und dort 

auch sein soziales Umfeld. 

Nach  Einforderung  weiterer  Unterlagen  –  z.B.  detaillierter  Nachweis  an  wel-

chen Tagen sich der Pflichtige im Jahr 2013 am Wochenendort und an anderen Orten 

ausserhalb des Kantons Zürich aufgehalten hat, detaillierter Beschreibung der persön-

lichen  und  sozialen  Beziehungen  am  Wochenaufenthalts-  und  Wochenendort,  Bank-

auszüge  aus  dem  Jahr  2013  –  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Einsprache  am 

5. September 2014 ab. Der ausführlichen Begründung des Einspracheentscheids ist zu 

entnehmen,  dass  vom  Pflichtigen  weder  eine  regelmässige  Rückkehr  nach  G  noch 

soziale Beziehungen zu Kollegen dort nachgewiesen worden seien. Vielmehr habe er 

im  Jahr  2013  an  mindestens  36  Samstagen  in  C  Bargeldbezüge,  Einkäufe  und  Kon-

sumationen getätigt. In C lebe er mit einer Frau zusammen und der Mietvertrag für die 

Wohnung in F ab April 2014 sei von beiden unterschrieben worden, so dass wohl von 

mehr als nur von einer Wohngemeinschaftsbeziehung ausgegangen werden könne. 

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C.  Im  Rekurs  vom  7. Oktober  2014  liess  der  Pflichtige  nochmals  ausführen, 

dass er infolge der ernsten Erkrankung seiner Mutter auch während der Woche zu ihr 

gefahren sei. Zudem habe er im Einfamilienhaus bei seiner Mutter weitaus mehr Platz 

gehabt als in der kleinen Wohnung in C. 

In  der  Rekursantwort  vom  24. Oktober  2014  beantragte  das  kantonale  Steu-

eramt  die  Abweisung  des  Rekurses.  Nochmals  wies  es  darauf  hin,  dass  eine  regel-

mässige Rückkehr des Pflichtigen nach G weder substanziiert dargelegt noch nachge-

wiesen  worden  sei.  Seine  Wohnsituation  mit  einer  Frau  sowie  die  häufigen 

Bargeldbezüge,  Restaurant-  sowie  Kinobesuche  liessen  erkennen,  dass  der  Mittel-

punkt seiner Lebensinteressen in C sei. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie 

§ 3  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG)  sind  natürliche  Personen  im 

Kanton  Zürich  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben.  

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) ist der steu-

errechtliche Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer unselbstständig erwerbenden Person 

derjenige Ort, wo sich die betreffende Person mit der Absicht dauernden Verbleibens 

aufhält (vgl. auch Art. 3 Abs. 2 StHG, § 3 Abs. 2 StG sowie Art. 23 ZGB), bzw. wo sich 

faktisch  der  Mittelpunkt 

ihrer  Lebensinteressen  befindet 

(BGr,  1. Juli  2013, 

2C_126/2012,  E.  3.2,  mit  weiteren  Hinweisen,  www.bger.ch).  Dieser  Mittelpunkt  der 

Lebensinteressen  bestimmt  sich  nach  der  Gesamtheit  der  objektiven,  äusseren  Um-

stände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklär-

ten  Wünschen  der  (mutmasslich)  steuerpflichtigen  Person.  Ebenso  wenig  kommt  es 

auf die gefühlmässige Bevorzugung eines Ortes an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist 

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insofern nicht frei wählbar. Gleichermassen spielen die formellen Kriterien der polizeili-

chen An- und Abmeldung, die Hinterlegung der Schriften oder die Ausübung der politi-

schen Rechte keine entscheidende Rolle. Sie bilden nur dann Indizien für den steuer-

rechtlichen Wohnsitz, wenn auch das übrige Verhalten der Person für diese Annahme 

spricht  (BGE  132  I  29  E.  4.1,  BGE  131  I  145  E.  4.1;  VGr,  18. Dezember  2013, 

SB.2013.00019, E. 2, mit weiteren Hinweisen, www.vgr.zh.ch). Über den Lebensmittel-

punkt und damit den steuerrechtlichen Wohnsitz kann in der Regel kein klarer Beweis 

geführt  werden,  sondern  es  ist  aufgrund von  Indizien  eine  Gewichtung  vorzunehmen, 

wobei sämtliche Berufs-, Familien- und Lebensumstände zu berücksichtigen sind. 

c)  Wenn  sich  eine  Person  abwechslungsweise  an  zwei  Orten  aufhält,  ist  für 

die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort 

die  stärkeren  Beziehungen  bestehen.  Bei  unselbstständig  Erwerbstätigen  ist  das  ge-

wöhnlich der Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von 

dort  aus  der  täglichen  Arbeit  nachzugehen,  ist  doch  der  Zweck,  den  Lebensunterhalt 

zu verdienen, dauernder Natur. Die Frage, zu welchem Aufenthaltsort die steuerpflich-

tige Person die stärkeren Beziehungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtum-

stände des Einzelfalls zu beurteilen (BGE 132 I 29 E. 4.2, mit weiteren Hinweisen). 

d)  Bei  verheirateten  Personen  mit  Beziehungen  zu  mehreren  Orten  werden 

die persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie (Ehegatte und 

Kinder) aufhält, als stärker erachtet als derjenige zum Arbeitsort, wenn sie nicht in lei-

tender  Stellung  unselbstständig erwerbstätig sind  und täglich oder  zumindest  am  den 

Wochenenden  regelmässig  an  den  Familienort  zurückkehren.  Demnach  unterstehen 

verheiratete Pendler oder Wochenaufenthalter grundsätzlich ausschliesslich der Steu-

erhoheit des Kantons, in dem sich ihre Familie aufhält (BGE 132 I 29, E. 4.2 und 4.3, 

mit  Hinweisen).  Ausnahmsweise  können  jedoch  die  Bindungen  zum  Arbeitsort  über-

wiegen,  wenn  die  Ausübung  der  beruflichen  Tätigkeit  oder  andere  persönliche  oder 

gesellschaftliche  Beziehungen  zum  Arbeitsort  die  steuerpflichtige  Person  so  intensiv 

erfassen, dass die familiären Verbindungen an den Familienort in den Hintergrund tre-

ten. Stärkere Beziehungen zum Arbeitsort werden unter anderem dann angenommen, 

wenn die steuerpflichtige Person eine leitende Stellung in einem wirtschaftlich bedeu-

tendem Unternehmen bekleidet oder wenn eine ledige Person seit mehr als 5 Jahren 

ununterbrochen am gleichen Arbeitsort tätig ist oder auch, wenn sie über 30 Jahre alt 

ist und/oder am Arbeitsort in einem Konkubinat lebt (sog. Basler Praxis; BGE 132 I 29 

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E.  4 und  5;  BGr,  14. November  2006,  2P.159/2006,  E.  3.3.1,  mit  zahlreichen Hinwei-

sen, www.bger.ch).  

e) Diese Praxis findet auch auf ledige Personen Anwendung, zählt die Recht-

sprechung  doch  Eltern  und  Geschwister  ebenfalls  zur  Familie  des  Steuerpflichtigen. 

Die beruflichen Interessen dürfen nicht vor die affektiven Beziehungen gestellt werden, 

bloss weil der Steuerpflichtige ledig ist (BGr, 2. September 1997, Pra 1998 Nr. 4 E. 2b; 

BGr, 20. Januar 1994, StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836). Allerdings werden die 

Kriterien,  nach  denen  das  Bundesgericht  entscheidet,  wann  anstelle  des  Arbeitsorts 

der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, beson-

ders  streng  gehandhabt;  dies,  weil  die  Bindung  zur  elterlichen  Familie  in  der  Regel 

lockerer ist als jene unter Lebenspartnern. Bei ledigen Personen ist vermehrt noch als 

bei verheirateten Personen zu berücksichtigen, ob weitere als nur familiäre Beziehun-

gen  für  ein  Übergewicht  der  Bindungen  zum  einen  oder  anderen  Ort  sprechen.  Da-

durch  erhält  der  Grundsatz,  wonach  das  Hauptsteuerdomizil  von  Unselbstständiger-

werbenden am Arbeitsort liegt, grösseres Gewicht: Selbst wenn ledige Steuerpflichtige 

allwöchentlich  zu  den  Eltern  oder  Geschwistern  zurückkehren,  können  die  Beziehun-

gen  zum  Arbeitsort  überwiegen.  Dies  kann  namentlich  dann  zutreffen,  wenn  sie  sich 

am Arbeitsort eine Wohnung eingerichtet haben oder dort über einen grösseren Freun-

des- und Bekanntenkreis verfügen. Besonderes Gewicht haben in diesem Zusammen-

hang  auch  die  Dauer  des  Arbeitsverhältnisses  und  das  Alter  des  Steuerpflichtigen 

(BGE 125 I 54 E. 2b/bb, mit Hinweisen). 

f)  Die  geltend  gemachten  Kontakte  müssen  sich  auf  einen  bestimmten  Ort 

beziehen;  es  genügt  nicht,  dass  die  Beziehungen  zu  einer  ganzen  Region  bestehen, 

mit  der  sich  der  Steuerpflichtige  verbunden  fühlt  (StRK II,  8. September  2004, 

2 ST.2004.381; vgl. BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004, E. 3, www.bger.ch). Werden am 

Wochenende  und  in  der  Freizeit  Beziehungen  zu  mehreren  Orten  gepflegt,  ist  eher 

anzunehmen,  dass  der  Wochenaufenthaltsort  der  Lebensmittelpunkt  und  damit  der 

steuerrechtliche Wohnsitz ist. 

g) Generell ist somit gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur mit 

Zurückhaltung anzunehmen, die Beziehungen zum Familien- bzw. Wochenendaufent-

haltsort seien stärker als diejenigen zum Arbeitsort. Dementsprechend sind bei ledigen 

Steuerpflichtigen  auch  die  weiteren  Erfordernisse  für  einen  Wohnsitz  am  Ort,  wo  sie 

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die  Wochenenden  verbringen,  namentlich  hinsichtlich  der  regelmässigen  Rückkehr, 

besonders  streng  zu  handhaben  (BGr,  2. September  1997,  Pra  1998  Nr. 4; 

BGr, 25. Januar 2006, 2P.171/2005, E. 2.3, auch zum Folgenden, www.bger.ch). Von 

ganz besonderem Gewicht sind die Dauer der Anstellung am Arbeitsort und das Alter 

des  Steuerpflichtigen.  Mit  Berücksichtigung  der  Dauer  des  Aufenthalts  am  Arbeitsort 

trägt  das  Bundesgericht  dem  faktischen  Umstand  Rechnung,  dass  sich  mit  dessen 

zunehmender  Dauer  die  Bindungen  zur  Familie  erfahrungsgemäss  lockern,  während 

sich diejenigen zum Arbeitsort verdichten. Die ständige regelmässige Rückkehr an den 

elterlichen  Wohnort  vermag  deshalb  nach  einer  gewissen  Dauer  des  Aufenthalts  am 

Arbeitsort das Steuerdomizil am Ort der Familie nicht mehr ohne weiteres zu begrün-

den, wenn nicht weitere Umstände schlüssig darauf hinweisen, dass die Beziehungen 

zum  Familienort  diejenigen  zum  Arbeitsort  überwiegen  (BGr,  26. Januar  1994, 

StE 1994  A  24.21  Nr. 7  =  ASA 63,  836).  Dies  ist  im  Übrigen  durchaus  sachgerecht: 

Sinn  und  Zweck  der  direkten  Steuern  ist  es,  die  allgemeinen  Leistungen  abzugelten, 

die  das  Gemeinwesen  für  seine  Mitglieder  erbringt.  Der  ledige  Steuerpflichtige  ohne 

Familie  beansprucht  die  öffentliche  Infrastruktur  und  die  Leistungen  des  Gemeinwe-

sens stärker am Ort, an dem er seiner Erwerbstätigkeit nachgeht und sich demzufolge 

mehrheitlich  aufhält,  als  am  Ort,  wo  er  seine  Freizeit  verbringt.  Diesbezüglich  unter-

scheidet  er  sich  von  jenem  Steuerpflichtigen,  der  über  enge  familiäre  Bindungen  am 

Leben  teilnimmt,  dass  sich  am  Aufenthaltsort  der  Familie  abspielt  (BGr,  25.  Janu-

ar 2006, 2P.171/2005, E. 2.3, www.bger.ch; BGE 125 I 54 E. 2b/cc, auch zum Folgen-

den). Dergestalt hat das Bundesgericht denn auch festgestellt, dass das Steuerdomizil 

einer  ledigen  43-jährigen  Frau,  die  über  keine  näheren  Familienangehörigen  verfügt, 

dort liege, wo sie seit acht Jahren arbeitet und während der Woche in einer möblierten 

1-Zimmer-Wohnung  lebt;  ungeachtet  dessen,  dass  sie  andernorts  eine  2-Zimmer-

Eigentumswohnung  erworben  hat,  in  welcher  sie  regelmässig Wochenenden  und  Fe-

rien  verbringt,  und  dass  sie  ihren  ganzen  Freundes-  und  Bekanntenkreis  auch  dort 

unterhält (BGr, 2. September 1997, Pra 1998 Nr. 4).  

2. In  Bezug  auf  die  Beweisführung  sind  folgende  Grundsätze  massgebend: 

Die  Umstände,  welche  die  unbeschränkte  Steuerhoheit  über  eine  Person  begründen, 

stellen eine steuerbegründende Tatsache dar und müssen daher vom entsprechenden 

Gemeinwesen  bzw.  von  der  zuständigen  Steuerbehörde  bewiesen  werden  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 3  N 85  StG).  Geht  jedoch  ein  unverheirateter  Steuer-

pflichtiger vom Ort aus, wo er sich während der Woche aufhält, einer unselbständigen 

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Erwerbstätigkeit  nach,  begründet  dieser  Umstand  nach  der  Rechtsprechung  eine  na-

türliche  Vermutung,  dass  er  dort  seinen Lebensmittelpunkt  und  –  als rechtliche  Folge 

davon – sein Hauptsteuerdomizil hat. Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn 

er  regelmässig, mindestens  ein  Mal  pro Woche oder  zumindest  (bei  unregelmässiger 

Arbeitszeit) an den arbeitsfreien Tagen, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familie lebt, 

mit welcher er aus bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er an-

dere  persönliche  und  gesellschaftliche  Beziehungen  pflegt  (BGr,  8. Mai  2012, 

2C_26/2012,  E. 3.3.1,  www.bger.ch;  BGr, 2. November  2011,  2C_178/2011,  E. 2.3, 

www.bger.ch;  BGr,  6. Dezember  2010,  2C_397/2010  E. 2.3,  www.bger.ch;  Martin  Ar-

nold, Der steuerrechtliche Wohnsitz natürlicher Personen im interkantonalen Verhältnis 

nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, ASA 68, 462 ff.). Die Anforde-

rungen an die Überzeugungskraft der für die Kontakte zum Wochenendort geltend ge-

machten  Umstände  werden  dabei  mit  zunehmender  Länge  des  Aufenthalts  am  Ar-

beitsort  höher, geht  doch mit  wachsender  Dauer  des Wochenaufenthalts  regelmässig 

eine  Lockerung  der  Bindungen  zur  elterlichen  Familie  einher  (BGr,  26. Januar  1994, 

StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836).  

Dem  Entscheid  über  die  Feststellung  des  Wohnsitzes  an  einem  bestimmten 

Ort liegt eine Gewichtung der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände zugrun-

de,  die  auf  den faktischen  Lebensmittelpunkt  hinweisen.  Bei  der  Prüfung,  ob  die  ein-

zelnen Sachverhaltselemente erfüllt sind, gilt die freie Beweiswürdigung. Die Behörde 

zieht  aus  dem  Beweisergebnis  ihre  Schlüsse  in  freier  Überzeugung,  ohne  an  starre 

Beweisregeln gebunden zu sein. Ist eine rechtserhebliche Tatsache nach der Beweis-

würdigung  nicht  erwiesen,  greifen  die  Beweislastregeln  ein,  welche  bestimmen,  zu 

wessen Nachteil im Falle der Beweislosigkeit zu entscheiden ist (Arnold, 462).  

Es  ist  indessen  eine  Tendenz  erkennbar,  für  den  Nachweis  von  Behauptun-

gen der Steuerpflichtigen, die nach der allgemeinen Lebenserfahrung als wenig glaub-

würdig  erscheinen,  das  Beweismass  zu  erhöhen.  So  erachtet  das  Bundesgericht  die 

Behauptung der steuerpflichtigen Person, dass sie während der schon mehrere Jahre 

dauernden  Erwerbstätigkeit  am  Wochenaufenthaltsort  weder  zu  Berufskollegen  noch 

zu  Nachbarn  irgendwelche  Beziehungen  geknüpft  habe,  zum  Vornherein  als  wenig 

glaubwürdig. Vor allem mit zunehmendem Alter und steigender Dauer des Verweilens 

am Wochenaufenthaltsort  könne  kaum  mehr  angenommen  werden,  dass  der  Steuer-

pflichtige dort keine Kontakte pflege und einzig an ihrem Wochenendort verwurzelt sei, 

an  dem  sie  sich  bei  voller  Beschäftigung  doch  den  kleineren  Teil  der  Zeit  aufhalte 

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(Arnold,  466,  mit  Hinweis  auf  BGE  125  I  54  und  BGr,  2. September  1997,  Pra  1998 

Nr. 4). 

3. a) Im vorliegenden Fall war der Pflichtige im massgeblichen Steuerjahr be-

reits  32  Jahre  alt  und  arbeitete  seit  2010,  also  seit  3  Jahren,  bei  der  D  AG. Wie  der 

Steuererklärung  H  entnommen  werden kann,  hat  er  im  Jahr  2012  eine  Weiterbildung 

bei der I gemacht – J – woraus geschlossen werden kann, dass er sein Wissen vertie-

fen wollte und beabsichtigte, weiterhin bei einer K zu arbeiten. Seit August 2013 gehört 

der Pflichtige zum Kader der D und ist mit Kollektivprokura zu zweit zeichnungsberech-

tigt.  Der  Pflichtige  wohnt  seit  dem  ... August  2013  zusammen  mit  einer  Frau  in  der 

Stadt C, mit welcher er zudem seit dem ... April 2014 im F gemeinsam eine Wohnung 

gemietet hat. In Anwendung der dargelegten Grundsätze ergibt sich somit eine natürli-

che Vermutung, dass sich sein (Haupt-)Steuerdomizil für die Steuerperiode 2013 in der 

Stadt  C  und  ab  ... Januar  2015  in  der  Gemeinde  F  befindet.  Diese  Vermutung  liesse 

sich  nach  diesen  Ausführungen  aber  entkräften,  wenn  erwiesen  ist,  dass  der  Be-

schwerdeführer  regelmässig,  mindestens  ein  Mal  pro  Woche,  an  den  Ort  zurückge-

kehrt,  wo  seine  Familie  lebt,  mit  welcher  er  aus  bestimmten  Gründen  besonders  eng 

verbunden ist, und wo er andere persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. 

b)  Der  Pflichtige  führt  aus,  dass  er  zu  seiner  (schwer)  erkrankten  Mutter  ein 

enges Verhältnis gehabt und sie insbesondere während ihrer Erkrankung durch seine 

Anwesenheit unterstützt habe. Zu ihr sei er häufig am Wochenende und oft auch wäh-

rend der Woche gefahren. Allerdings sei sie im Jahr 2013 mehrheitlich im Spital gewe-

sen. Zudem habe er im Raum H sowie im grenznahen L seine Freunde und Bekannte 

und  mache  dort  Fitness.  Er  sei jedoch  weder  in einem  Verein noch politisch  tätig ge-

wesen. Für die Fahrten nach G habe er die öffentlichen Verkehrsmittel benützt. Ferner 

reichte der Pflichtige Auszüge seiner Kontobewegungen im Jahr 2013 ein.  

c) aa) Insgesamt lassen die Ausführungen des Pflichtigen aber nicht auf einen 

Lebensmittelpunkt  und  damit  Wohnsitz  in  G  schliessen.  Es  fehlen  nähere  Angaben, 

was  der  Pflichtige  als  "Pflege  sämtlicher  sozialen  Kontakte"  versteht.  Er  macht  über-

haupt  keine  Angaben  über  allfällige  gesellschaftliche  Anlässe  wie  Restaurant-,  Kino- 

und Theaterbesuche oder ähnliches. Ferner ergibt sich aus der Durchsicht seiner Kon-

tobewegungen auch nichts zu seinem Freizeitverhalten in der Region H. Des Weiteren 

legt er auch nicht substanziiert dar, was er ansonsten in seiner Freizeit mit seinen Kol-

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legen unternimmt oder seit wann er diese kennt, z.B. Freundschaft seit Primarschulzeit 

oder ähnliches. Während der persönlichen Befragung durch das kantonale Steueramt 

am  ... Oktober  2013 kann der  Pflichtige  auf  Nachfrage  auch keine  Personen nennen, 

die Auskunft über den Ort seines Aufenthalts in der Zeit von August bis Oktober 2013 

geben können.  Ebenso  wenig  werden substanziierte Angaben  darüber  gemacht,  wel-

che "Fitness" er speziell im Raum H betreibt. Hingegen lässt sich seinen Kontoauszü-

gen entnehmen, dass er in C den Fitnessclub M benutzt, Restaurants besucht und ins 

Kino  geht.  Zudem  unternahm  er  für  Einkäufe  öfters  Fahrten  ins  grenznahe  N.  Seine 

Lebensmittel bezieht er nahezu ausschliesslich in C, in der Regel bei Migros und Coop. 

Dazu ergibt sich, dass der weitaus grösste Teil der Geldbezüge im Kanton Zürich, be-

ziehungsweise in der Stadt C, stattgefunden hat. Eine weitere Überprüfung ergab, dass 

der Pflichtige im Raum H im Jahr 2013 an ca. 8 Wochenenden Geld mit der EC-Karte 

bezogen  oder  eingekauft  hat.  Auch  die Behauptung  des  Pflichtigen,  er  sei  jedes Wo-

chenende und häufig auch während der Woche jeweils mit dem Zug zu seiner Mutter 

gefahren,  lässt  sich  durch  die  Kontoauszüge  nicht  nachweisen.  Es  findet  sich  im  ge-

samten  Jahr  2013  nur  eine  Buchung  betreffend  die  SBB und  zwar  am  ... März  2013 

über Fr. 179.80. Billette der SBB von C nach G kann er keine vorlegen.  

bb) Im Übrigen ist der Wahrheitsgehalt der Ausführungen des Pflichtigen oh-

nehin zu hinterfragen. Der Veranlagung des Kantons H ist für Fahrkosten zwischen G 

und C zu entnehmen, dass dem Pflichtigen als Wochenaufenthalter Fahrkosten in Hö-

he  von  Fr.  3'550.-  gewährt  wurden.  Dies  entspricht  in  etwa  26  Hin-  und  Rückfahrten 

zwischen  G  und  C.  Damit kann davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Pflichtige auf-

grund der Akten ca. 13-mal in G gewesen und von dort wieder nach C zurückgefahren 

ist  (=  26  x  105  km  x  Fr.  0.70  =  Fr.  3'549.-).  Dies  entspricht  auch  in  etwa  den 

8 Aufenthalten im Raum H, die aufgrund der Kontoauszüge ermittelt werden konnten. 

Ferner  führt  er  in  seiner  Einsprache  vom  13. März 2014  aus,  seine  Wohnung  in  der 

Stadt  C  gekündigt  zu  haben.  Mit  Auflage  vom  2.  Mai  2014  verlangte  der  Steuerkom-

missär  beweiskräftige  Unterlagen  für  einen  Umzug  nach  G.  Daraufhin  erklärte  der 

Pflichtige in seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2014, er habe sein persönliches Eigen-

tum  schleichend  aus  der  Wohnung  entfernt.  Dies  erweckte  den  Eindruck,  er  sei  tat-

sächlich  nach  G  umgezogen.  Tatsächlich  hatte  er  jedoch  bereits  am  ...  Januar  2014 

gemeinsam  mit  Frau  E  den  Mietvertrag  für  eine  Wohnung  im  F  unterschrieben  und 

wohnt dort seit ... April 2014. 

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cc) Die Zweifel an einem Lebensmittelpunkt in G werden auch nicht durch die 

vom Pflichtigen hauptsächlich vorgebrachte enge Beziehung zu seiner schwer kranken 

Mutter beseitigt. Es ist sicher richtig, dass besonders in schwierigen Zeiten ein bereits 

bestehender guter Elternkontakt intensiver gepflegt und die Familie auch häufiger be-

sucht wird. Andererseits ist der Pflichtige mit 32 Jahren bereits in einem Alter, in wel-

chem  man  sich  natürlicherweise  immer  mehr  von  der  elterlichen  Familie  löst  und  be-

ginnt,  ein  eigenes  von  der  Familie  unabhängiges  Leben  aufzubauen  und  zu  leben. 

Dazu  gehört  auch,  dass  bestehende  Freundschaften  intensiver  gepflegt  und  neue 

Freunde gesucht werden. Zudem nehmen auch die eigene Freizeitgestaltung und die 

Verwirklichung  eigener  Lebensvorstellungen  einen  grossen  Raum  ein.  Dafür  spricht 

das gesamte Verhalten des Pflichtigen in C. Laut den vorgelegten Kontoauszügen hat 

er sich Möbel gekauft und ist mit Frau E zusammengezogen. Zudem ist den Kontoaus-

zügen  auch  ein  gewisses  gesellschaftliches  Leben  –  Restaurantbesuche,  Kino, 

Fitness  –  in  C  zu  entnehmen.  Für  intensive  Kontakte  zu  Kollegen  in  G  gibt  es  keine 

Nachweise, die auch nur den geringsten Anhaltspunkt für einen Lebensmittelpunkt des 

Pflichtigen in dieser Gegend geben. 

Damit vermag der Pflichtige die natürliche Vermutung für seine Steuerpflicht in 

C und ab ... Januar 2015 in F nicht umzustossen. 

4. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem Pflichtigen aufzuerle-

gen (§ 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (§ 152 StG in 

Verbindung  mit  §  17  des  Verwaltungsrechtspflegesetzes  vom  24.  Mai  1959/22.  März 

2010). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

2 ST.2014.253