# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e85dc549-efbe-56eb-ad51-75fd8d3a48b2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2018 E-5896/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5896-2018_2018-10-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5896/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König,  

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli;  

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Honduras,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 12. September 2018 / N (…). 

 

 

 

E-5896/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zu-

folge am (…) 2017 und reiste auf dem Luftweg und mit ihrem Reisepass 

als Touristin über Mexiko und Frankreich nach Spanien, wo sie sich etwa 

(…) Monate lang bei einer Freundin aufgehalten habe, bevor sie am (…) 

2017 in die Schweiz gelangt sei.  

A.a Im Nachgang zu einem gegen sie verhängten Einreiseverbot (vgl. Ver-

fügung des SEM vom 8. Dezember 2017), stellte die Beschwerdeführerin 

am 15. Dezember 2017 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

B._______ ein Asylgesuch. Am 4. Januar 2018 fand im EVZ die Befragung 

zur Person (BzP) statt. 

A.b Mit Verfügung vom 13. März 2018 beendete das SEM ein zuvor ange-

hobenes Dublin-Verfahren und teilte der Beschwerdeführerin mit, es werde 

das nationale Asylverfahren durchgeführt.  

A.c Am 24. August 2018 wurde die Beschwerdeführerin ausführlich zu ih-

ren Asylgründen angehört. 

B.  

Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch im Wesentlichen wie 

folgt:  

B.a Sie stamme aus C._______. Ab ihrem achten Lebensjahr habe sie bei 

einer Pflegefamilie gelebt. Als sie (…) Jahre alt gewesen sei, habe sie ein-

mal mit dem (…)jährigen Sohn der Pflegefamilie, D._______, in deren Ge-

schäft gespielt, als sie beide Zeugen geworden seien, wie zwei Angehörige 

der Maras den Pflegevater und dessen älteren Sohn E._______ getötet 

hätten. Grund für diese Morde sei gewesen, dass die sogenannte Kriegs-

steuer von der Familie nicht bezahlt worden sei. Die Polizei sei an den Tat-

ort gekommen und die Beschwerdeführerin habe als Zeugin ihre Aussage 

gemacht. Dieselben Täter hätten ein paar Tage später die Gräber der Ge-

töteten angezündet und eine schriftliche, an die Beschwerdeführerin ge-

richtete Drohung in der Nähe der Gräber hinterlassen. Sie nehme daher 

an, dass die Täter von der Polizei über die Zeugenaussage der Beschwer-

deführerin ins Bild gesetzt worden seien.  

  

E-5896/2018 

Seite 3 

B.b Die Beschwerdeführerin habe sich in der Folge mit D._______ nach 

Guatemala begeben, wo sie etwa (…) Monate geblieben seien. Ihm sei die 

Weiterreise in die USA gelungen, sie selber sei nach Honduras zurückge-

kehrt. Dort habe sie einen Mann, den späteren Vater ihrer Tochter – die bei 

ihrer Grossmutter in Honduras lebe – kennengelernt und mit ihm ein halbes 

Jahr in F._______ gelebt. Kurz nach der Geburt der Tochter im Jahr (…) 

habe sie sich vom Freund getrennt, da er sie geschlagen habe. Die Be-

schwerdeführerin habe erneut versucht, via Guatemala und Mexiko in die 

USA zu reisen, sei jedoch in Mexiko abgefangen worden und habe nach 

Honduras zurückkehren müssen. In dieser Zeit sei auch noch der Schwa-

ger von D._______ ermordet worden.  

Die Beschwerdeführerin habe fortan an verschiedenen Orten und bei ver-

schiedenen Leuten gelebt. Zuletzt habe sie etwa zwei Monate in 

C._______ bei der Grossmutter väterlicherseits gewohnt. Etwa einen Mo-

nat vor der Ausreise seien des Nachts Schüsse auf das Haus der Gross-

mutter abgegeben worden. Sie nehme an, dass die Angehörigen der Maras 

Urheber dieser Attacke gewesen seien und sie von diesen beobachtet wor-

den sei. 

Die Beschwerdeführerin habe sich daher zu einer Tante väterlicherseits in 

G._______ begeben und dort während des gut einmonatigen Aufenthalts 

ihre Ausreise organisiert. Sie sei am (…) 2017 aus dem Heimatstaat aus-

gereist und zunächst nach Spanien zu einer Freundin gelangt, bevor sie 

am (…) 2017 in die Schweiz eingereist sei. Bereits in Spanien habe sie 

erfahren, dass D._______ wieder nach Honduras zurückgekehrt sei und 

sich dieser nach weiteren Drohungen gegen ihn in betrunkenem Zustand 

selber erschossen habe. Sie habe zudem vernommen, dass sie selber bei 

einer Rückkehr Gefahr laufen könnte, am Flughafen von ihren Verfolgern 

erwartet zu werden.  

B.c Zum Beleg ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin ihren Reise-

pass, ihren Identitätsweis und ihren Geburtsschein (je Originale) sowie Ko-

pien einer autorisierten Ausreiseerlaubnis der Eltern und deren Identitäts-

ausweise zu den erstinstanzlichen Akten. 

C.  

Mit (am 14. September 2018 eröffneter) Verfügung vom 12. September 

2018 stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flücht-

lingseigenschaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung 

aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.  

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Seite 4 

D.  

Mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 (Poststempel) an das Bundesverwal-

tungsgericht erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Verfü-

gung des SEM vom 12. September 2018.  

Sie beantragte die Aufhebung der erstinstanzlichen Verfügung, die Aner-

kennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des Asyls. Es sei 

mindestens festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, 

unzumutbar und unmöglich sei, und es sei die vorläufige Aufnahme anzu-

ordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung, der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und die unentgeltlicher Rechtsverbeiständung beantragt.  

E.  

Mit Kurzverfügung des Gerichts vom 17. Oktober 2018 wurde der Eingang 

des Rechtsmittels bestätigt sowie festgestellt, dass die Beschwerdeführe-

rin den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten 

dürfe. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM stellte in seiner Verfügung fest, dass es sich bei der Sach-

verhaltsschilderung der Beschwerdeführerin nicht um eine Verfolgung aus 

flüchtlingsrechtliche relevanten Motiven im Sinn von Art. 3 AsylG, sondern 

um eine rein kriminell begründete Verfolgungssituation handle. So habe die 

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Seite 6 

Beschwerdeführerin angegeben, zusammen mit D._______ Zeugin zweier 

Morde gewesen zu sein.  

5.2 Es könne vor diesem Hintergrund grundsätzlich offen bleiben, ob mit 

Bezug auf die Beschwerdeführerin der honduranische Staat schutzfähig 

und schutzwillig sei und ob ihre Befürchtungen vor weiteren Verfolgungs-

massnahmen begründet seien. 

5.3 Die Vorinstanz stellte weiter fest, vorliegend würden konkrete Indizien 

und Anhaltspunkte fehlen, die eine Furcht vor einer realen Verfolgung 

nachvollziehbar erscheinen lassen würden. So gehe aus den Akten nicht 

hervor, dass die Beschwerdeführerin zwischen 2012 und 2017 von ihren 

Widersachern direkt bedroht oder persönlich angegangen worden wäre. 

Sie habe sich gemäss ihren Angaben in dieser Zeit zwar an verschiedenen 

Orten aufgehalten, allerdings habe sie sich auch sechs Monate beim Vater  

ihrer Tochter in F._______, das nahe bei C._______ liege, und zuletzt wie-

derum in C._______ aufgehalten. Bei tatsächlich ernsthaftem Interesse ih-

rer Widersacher an ihrer Person, hätten diese sie daher leicht an diesen 

und den anderen Orten – die fast ausnahmslos in der Nähe des ange-

stammten Wohnortes liegen würden – antreffen können.  

5.4 Dass der Schwager wegen der Beschwerdeführerin umgebracht wor-

den sein solle, sei nicht nachvollziehbar, zumal sie sich nach ihrer Rück-

kehr aus Guatemala nie bei diesem aufgehalten habe und es den Wider-

sachern mit Sicherheit möglich gewesen wäre, sie beim damaligen Freund 

in F._______ aufzuspüren, zumal es sich bei dieser Ortschaft und bei 

C._______ um kleinere, nahe beieinander liegende Orte handle. 

5.5 Auch die angeblich auf das Haus der Grossmutter abgegebenen 

Schüsse seien nicht nachvollziehbar. Hätten die Widersacher die Be-

schwerdeführerin tatsächlich beobachtet, wäre sie von den Verfolgern wohl 

direkt angegriffen worden, zumal sie sich zwei Monate vor ihrer Ausreise 

in C._______ aufgehalten habe.  

5.6 Die Sicherheitslage in Honduras sei unbestrittenermassen schlecht, 

die Kriminalitätsrate sei sehr hoch und von den Maras gehe ein hohes Ge-

fahrenpotenzial aus. Diese allgemeine Situation vermöge jedoch keine 

Asylrelevanz zu entfalten. Der honduranische Staat verfüge über eine 

grundsätzlich funktionierende Schutzinfrastruktur, über einen funktionie-

renden Polizeiapparat und über ein Rechts- und Justizssystem. Den Akten 

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sei nicht zu entnehmen, die Untersuchung der Morde sei nicht ordnungs-

gemäss durchgeführt worden. Die von der Beschwerdeführerin geltend ge-

machten Schüsse auf das Haus der Grossmutter habe diese im Übrigen 

nicht zur Anzeige gebracht und damit eine polizeiliche Untersuchung ver-

unmöglicht. 

5.7 Letztlich bestehe für die Beschwerdeführerin eine innerstaatliche Aus-

weichmöglichkeit, habe sie doch beispielsweise bei Verwandten des Vaters 

in G._______ gelebt und nicht geltend gemacht, dort Probleme gehabt zu 

haben. 

5.8 Ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit würden damit die Vorbringen 

den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. Die 

eingereichten Unterlagen vermöchten daran nichts zu ändern. Das Asylge-

such sei folglich abzulehnen. 

6.  

6.1 Im Rechtsmittel bringt die Beschwerdeführerin den geschilderten Sach-

verhalt erneut vor. Sie hält daran fest, sie werde in Honduras bedroht und 

von den Maras verfolgt. Die Maras seien sehr mächtig, die Polizei ihrerseits 

sei korrupt und arbeite mit der kriminellen Organisation zusammen. Sie 

könne daher nicht zurück, da sie dort verfolgt werde. Vor diesem Hinter-

grund ersuche sie um Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und um Ge-

währung von Asyl, mindestens aber um Verzicht auf die Durchführung der 

Wegweisung, deren Vollzug nicht zumutbar wäre.  

6.2 Mit dem Rechtsmittel wurden drei Farbkopien von Fotoaufnahmen  

– zwei Fotos von Grabstätten und einer toten Person – sowie die Farbkopie 

des Todesscheins von E._______ zu den Akten gereicht. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet in Übereinstimmung mit der 

vorinstanzlichen Verfügung die von der Beschwerdeführerin zur Begrün-

dung ihres Asylgesuchs dargelegten Vorbringen als flüchtlingsrechtlich 

nicht relevant. 

7.2 Vorab ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen ist mit 

der Vorinstanz namentlich festzuhalten, dass die von der Beschwerdefüh-

rerin geltend gemachten Probleme im Zusammenhang mit der Tötung des 

Pflegevaters und dessen Sohnes nicht unter eines der in Art. 3 AsylG ab-

schliessend genannten Verfolgungsmotive subsumiert werden können. 

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Seite 8 

Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, als Zeugin des Tötungsdelikts ih-

rerseits bedroht worden zu sein, ist als ausschliesslich in strafrechtlichen 

Sachverhalten gründende Verfolgungshandlung zu beurteilen.  

7.3 Weiter hat die Vorinstanz zu Recht erhebliche Zweifel an den Schilde-

rungen der Beschwerdeführerin angemeldet. Zur Vermeidung von Wieder-

holungen kann diesbezüglich auf die eingehenden Erwägungen in der vor-

instanzlichen Verfügung (Ziff. 2) verwiesen werden, welche in ihrer Ge-

samtheit einen sorgfältig begründeten und überzeugenden Eindruck hin-

terlassen. Diese Ausführungen sind zu bestätigen, zumal im Rechtsmittel 

diesen und den damit verbundenen Schlussfolgerungen nichts Konkretes 

entgegengehalten wird, das im Nachhinein auf eine individuell und gezielt 

gegen die Beschwerdeführerin gerichtete Verfolgung schliessen lassen 

würde. 

7.4 Die schwierige Situation in Honduras in sicherheitspolitischer und in 

wirtschaftlicher Hinsicht wird nicht in Abrede gestellt. Allerdings kann allein 

diese nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft führen, mithin entfaltet 

die allgemeine Situation, wie sie auch im Rechtsmittel erneut beschrieben 

wird, keine asylrechtliche Relevanz.  

7.4.1 In Honduras besteht zudem eine grundsätzlich funktionierende Poli-

zeiinstitution. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin wurden be-

treffend die Tötungsdelikte Untersuchungsmassnahmen angehoben. Allein 

der Umstand, dass diese eingestellt worden sein sollen, lässt nicht bereits 

darauf schliessen, das strafrechtliche System funktioniere nicht. Soweit die 

Beschwerdeführerin Drohungen gegen sie und auf das Haus der Gross-

mutter abgegebene, ihr geltende, Schüsse hingewiesen hat, ist festzuhal-

ten, dass sie diese den zuständigen Polizeibehörden nicht zur Anzeige ge-

bracht hat. Folglich kann vor diesem Hintergrund den Polizeiorganen kein 

Unterlassen vorgeworfen werden. Auch diese Erwägungen der Vorinstanz 

erweisen sich als zutreffend. Es ist zudem festzuhalten, dass die Be-

schwerdeführerin namentlich hinsichtlich der Schüsse auf das Haus der 

Grossmutter erstens nur Mutmassungen bezüglich deren Urheber anstel-

len kann (vgl. auch Rechtsmittel S. 2); zweitens ist mit der Vorinstanz fest-

zuhalten, dass diese Verfolger (mutmasslich die Maras) insgesamt genü-

gend Zeit und vor allem die Gelegenheit gehabt hätten, der Beschwerde-

führerin habhaft zu werden, hätten sie tatsächlich ein ernsthaftes Interesse 

daran gehabt, eine unliebsame Zeugin auszuschalten. Auch diesbezüglich 

erweisen sich die erstinstanzlichen Erwägungen als zutreffend.  

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Seite 9 

7.4.2 Wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat, geht von den Maras ein 

hohes Gefahrenpotenzial aus. Dies betont auch die Beschwerdeführerin 

im Rechtsmittel nachhaltig. In diesem Kontext ist umso weniger nachvoll-

ziehbar, dass diese es namentlich bei ihrem angeblichen Angriff auf das 

Haus der Grossmutter bei den geschilderten Schüssen belassen haben 

sollen.  

7.5 Sodann ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Beschwerdefüh-

rerin Nachteile geltend gemacht hat, die in lokal begrenzten Verfolgungs-

massnahmen gründeten. Solchen lokal und regional beschränkten Nach-

teilen kann sie jedoch innerstaatlich ausweichen, mit anderen Worten be-

steht für sie die Möglichkeit des Nutzens einer landesinternen Schutzalter-

native (zur sogenannten "Schutztheorie" vgl. Entscheidungen und Mittei-

lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006/18). 

Eine solche innerstaatliche Ausweichmöglichkeit hatte die Beschwerdefüh-

rerin insofern bereits genutzt. So hat sie unter anderem angegeben, zeit-

weise bei Familienmitgliedern des Vaters in G._______ gelebt zu haben. 

Dass ihr dort Verfolgungsmassnahmen widerfahren seien, hat sie nicht gel-

tend gemacht. Nach dem Gesagten ist auch in diesem Kontext die Asylre-

levanz ihrer Schilderungen zu verneinen.  

7.6 Die mit der Beschwerdeschrift eingereichten Beweismittel vermögen 

am oben Gesagten insgesamt nichts zu ändern. Diese und die Vorbringen 

in der Beschwerde sind insgesamt nicht geeignet, die Änderung der ange-

fochtenen Verfügung vom 12. September 2018 zu bewirken. Das SEM hat 

somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch ab-

gewiesen. 

8.  

8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

  

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Seite 10 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG).  

9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  

 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

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Seite 11 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall  

einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder  

Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen  

Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti- 

Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse  

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti-

gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

9.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 Trotz der hohen Kriminalitätsrate und der angespannten politischen 

sowie sozialen Lage in Honduras herrscht dort kein Krieg, Bürgerkrieg oder 

eine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Der 

Wegweisungsvollzug dorthin erweist sich deshalb nicht als generell unzu-

mutbar. 

9.3.2 Sodann leben gemäss vorliegenden Akten verschiedene Angehörige 

– ihre leiblichen Eltern und deren Angehörige (beispielsweise eine Tante in 

G._______) – im Heimatstaat der Beschwerdeführerin. Damit verfügt sie 

dort über ein tragfähiges und funktionierendes verwandtschaftliches Bezie-

hungsnetz. Weitere Angehörige leben in den Vereinigten Staaten. Die Be-

schwerdeführerin hat die Sekundarschule abgeschlossen und der Mutter 

im Geschäft ausgeholfen sowie in der Schweiz aushilfsweise Hausarbeiten 

verrichtet und Erfahrungen in der Kinderbetreuung gewonnen. Unter Be-

rücksichtigung dieser begünstigenden Faktoren ist davon auszugehen, die 

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Seite 12 

Beschwerdeführerin könne sich im Fall ihrer Rückkehr in Honduras in so-

zialer und wirtschaftlicher Hinsicht – allenfalls anfänglich im Bedarfsfall mit 

verwandtschaftlicher Hilfe – eine neue Existenz aufbauen.  

9.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12). Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführe-

rin mit einem am (…) ausgestellten und bis (…) gültigen Reisepass gereist 

ist. Vor diesem Hintergrund ist der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).  

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

um Rechtsverbeiständung sind – ungeachtet der Frage der prozessualen 

Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin – abzuweisen, weil die Rechtsbe-

gehren als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu qualifizieren 

sind. Der Antrag auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht wird mit 

dem Entscheid in der Sache gegenstandslos. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Eveline Chastonay