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**Case Identifier:** f976e837-78bc-5b13-bd0a-b8b503ef14c3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2021 100 2020 358
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-358_2021-11-10.pdf

## Full Text

100.2020.358U
STN/BTA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. November 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Stohner, Verwaltungsrichter Bürki
Gerichtsschreiberin Bader-Gnägi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung 
infolge Straffälligkeit (Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
vom 18. August 2020; 2020.SIDGS.312)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
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Sachverhalt:

A.

Der serbische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1966) reiste seinen eige-
nen Angaben zufolge erstmals im Jahr 1983 in die Schweiz ein und war in 
der Folge als Saisonnier tätig. 1987 leistete er den Militärdienst im damaligen 
Jugoslawien. Am 1. Oktober 1993 heiratete er dort die Landsfrau 
B.________ (Jg. 1970). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor (Jg. 1993, 
1998, 2002). Gemäss Angaben des Amtes für Bevölkerungsdienste des 
Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), reiste A.________ am 
12. März 1996 erstmals in die Schweiz ein, wo ihm eine 
Aufenthaltsbewilligung für Saisonniers erteilt wurde. Im Jahr 2004 wurde ihm 
die Niederlassungsbewilligung erteilt. Seine Ehefrau und Kinder verfügen 
ebenfalls über Niederlassungsbewilligungen. 

Am 19. März 2019 verurteilte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
A.________ wegen mengen- und gewerbsmässig qualifizierten 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelrecht, wegen Geldwäscherei 
sowie wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs- 
und Alters- bzw. Hinterlassenenrecht zu einer Freiheitsstrafe von sechs 
Jahren und acht Monaten sowie zu einer Übertretungsbusse von Fr. 200.--. 
Die Freiheitsstrafe trat er am 2. Mai 2017 im Rahmen des vorzeitigen 
Vollzugs in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Thorberg an. Am 11. Oktober 
2019 wurde er in den offenen Strafvollzug in der JVA Witzwil verlegt. Mit 
Verfügung vom 6. März 2020 widerrief das ABEV die 
Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies ihn auf den Tag seiner 
Entlassung aus dem Strafvollzug aus der Schweiz weg. Am 2. April 2020 
wurde der Strafvollzug aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen. Per 
15. Juli 2020 wurde A.________ die Vollzugsstufe des Electronic Monitoring 
gewährt.

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B.

A.________ erhob gegen die Verfügung des ABEV vom 6. März 2020 am 
6. April 2020 Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
(SID). Mit Entscheid vom 18. August 2020 wies die SID die Beschwerde ab.

C.

Gegen den Entscheid der SID hat A.________ am 17. September 2020 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit folgenden Anträgen in der Sa-
che:

«1. Der Beschwerdeentscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
vom 18. August 2020 sei aufzuheben. Die Beschwerde vom 6. April 
2020 des Beschwerdeführers sei gutzuheissen und die Verfügung 
des Migrationsdiensts des Kantons Bern vom 6. März 2020 sei voll-
umfänglich aufzuheben.

2. Es sei auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Be-
schwerdeführers zu verzichten.

3. Der Beschwerdeführer sei zu verwarnen.

4. Eventualiter: Die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers 
sei auf eine Aufenthaltsbewilligung zurückzustufen.

5. Subeventualiter:

a) Die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers sei auf eine 
Aufenthaltsbewilligung zurückzustufen.

b) Der Beschwerdeführer sei zu verwarnen.

c) Die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei an angemessene 
und verhältnismässige Bedingungen zu knüpfen.»

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 13. Oktober 2020, die Be-
schwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Mit Verfügung des 
Amtes für Justizvollzug des Kantons Bern, Bewährungs- und Vollzugs-
dienste, vom 18. März 2021 ist A.________ am 2. April 2021 bedingt aus 
dem Strafvollzug entlassen worden mit einer Probezeit von zwei Jahren, drei 
Monaten und sieben Tagen (Strafrest).

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt 
von E. 1.2 hiernach einzutreten. – Der Beschwerde kommt von Gesetzes 
wegen aufschiebende Wirkung zu (Art. 82 VRPG). Es hat sich daher erüb-
rigt, ihr wie beantragt (Rechtsbegehren 6) die aufschiebende Wirkung zu er-
teilen. 

1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht bildet 
der Entscheid der SID vom 18. August 2020; dieser ist an die Stelle der Ver-
fügung des ABEV vom 6. März 2020 getreten (sog. Devolutiveffekt der Be-
schwerde; vgl. BVR 2018 S. 528 E. 3.3, 2010 S. 411 E. 1.4; Ruth Herzog, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 74 N. 26). Soweit der Beschwerdeführer auch die Aufhebung der Verfü-
gung des ABEV beantragt, ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwer-
deführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz.

2.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingun-
gen erteilt (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 
Ausländer und über die Integration [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; 

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SR 142.20]). Sie kann namentlich widerrufen werden, wenn die Ausländerin 
oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde 
(Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG). Unter einer längerfris-
tigen Freiheitsstrafe ist eine solche von mehr als einem Jahr zu verstehen, 
wobei unerheblich ist, ob diese (teil)bedingt ausgesprochen wurde 
(BGE 139 I 145 E. 2.1, 139 I 31 E. 2.1; BGer 2C_1024/2020 vom 19.5.2021 
E. 3.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in Rechtskraft erwachsen ist 
(BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 S. 543 E. 3.1). Der Widerrufsgrund der län-
gerfristigen Freiheitsstrafe ist auch bei Ausländerinnen und Ausländern mit 
Niederlassungsbewilligungen anwendbar, die sich – so der Beschwerdefüh-
rer – seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der 
Schweiz aufgehalten haben (Art. 63 AIG; ebenso Art. 63 Abs. 2 AuG in der 
bis 31.12.2018 geltenden Fassung [AS 2016 S. 1249, 1263]; vgl. 
BGE 139 I 16 E. 2.1, 139 I 31 E. 2.1; BGer 2C_305/2018 vom 18.11.2019 
E. 3.2; VGE 2019/404 vom 19.5.2021 E. 3.1).

2.2 Das Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilte den Beschwerdefüh-
rer am 19. März 2019 wegen mengen- und gewerbsmässig qualifizierten 
Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 über die 
Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, 
BetmG; SR 812.121), Geldwäscherei, mehrfacher Widerhandlungen gegen 
das Strassenverkehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) 
und Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1946 über 
die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) zu einer 
Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten sowie zu einer Übertre-
tungsbusse von Fr. 200.-- (Akten MIDI pag. 135 ff.). Damit hat der Be-
schwerdeführer den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe ge-
setzt, was er nicht bestreitet. Der Beschwerdeführer rügt die Entfernungs-
massnahme jedoch als unverhältnismässig.

2.3 Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung 
sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie auf-
grund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnis-
mässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und 
Art. 96 AIG). Im Rahmen dieser Prüfung sind die öffentlichen Interessen an 
der Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und 

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Ordnung und die privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren 
Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu berücksichtigen ist 
die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall (vgl. 
BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1, je mit Hinweisen). Beein-
trächtigt die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehun-
gen oder das Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechts-
konvention [EMRK; SR 0.101]; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage dieser 
Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (BGE 144 II 1 
E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Wird eine Person wegge-
wiesen, die wie hier zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, 
muss ausserdem die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Teil 
der umfassenden bewilligungsrechtlichen Interessenabwägung bilden 
(vgl. BGE 135 II 110 E. 4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

3.

Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
der Wegweisung richtet sich nach der Schwere des Verschuldens, dem Ver-
halten gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Allgemeinen 
und der Rückfallgefahr.

3.1 Zum Verschulden des Beschwerdeführers ist Folgendes festzuhal-
ten:

3.1.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristi-
gen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung 
des öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens bemisst sich 
regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafe 
(BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 E. 4.2). Pra-
xisgemäss sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für ein schweres Ver-
schulden, da diese Fälle bereits als so gravierend eingestuft werden, dass 
der vollständige Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage kommt und min-
destens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch aus fremdenpoli-
zeilicher Sicht bedeutet eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr 
als zwei Jahren in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen 

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die schweizerische Rechtsordnung (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 
135 II 377 E. 4.4, je zur hier infolge langer Aufenthaltsdauer zwar nicht an-
wendbaren sog. «Reneja-Praxis»; in Bezug auf die Beurteilung des Ver-
schuldens sind die Erwägungen dennoch massgeblich).

3.1.2 Das Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilte den Beschwerdefüh-
rer am 19. März 2019 insbesondere wegen mengen- und gewerbsmässig 
qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG (Art. 19 Abs. 2 BetmG) zu 
einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten, wobei es infolge 
des vollumfänglichen Geständnisses des Beschwerdeführers einen «deutli-
chen Geständnisrabatt von etwa einem Drittel» gewährte (vgl. vorne E. 2.2; 
Akten MIDI pag. 135 ff., 219). Die Vorinstanz hat das Verschulden des Be-
schwerdeführers als sehr schwer eingestuft (angefochtener Entscheid 
E. 3.1). Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, übersteigt dieses Straf-
mass doch die massgebliche Grenze, ab welcher – unabhängig von den je-
weiligen Delikten – von einem sehr schweren Verstoss gegen die Rechts-
ordnung auszugehen ist, um ein Mehrfaches (vgl. hiervor E. 3.1.1; aus der 
Kasuistik etwa VGE 2019/223 vom 27.2.2020 E. 4.1; BGer 2C_881/2018 
vom 14.12.2018 E. 4.2.1).

3.1.3 Keine andere Einschätzung des Verschuldens ergibt sich aufgrund 
der konkreten Tatumstände: Der Beschwerdeführer führte von August 2015 
bis zu seiner Verhaftung im Juni 2016 in einem eigens dafür in seinem Fahr-
zeug eingebauten Versteck grosse Mengen Kokain- und Heroingemisch von 
den Niederlanden in die Schweiz ein (mindestens 101,067 kg Kokainge-
misch und mindestens 12,651 kg Heroingemisch) und veräusserte dieses in 
der Schweiz bzw. führte einen Teil der Drogen nach Deutschland und Italien 
aus (mindestens 96,1 kg Kokaingemisch und mindestens 7,897 Heroinge-
misch; Akten MIDI pag. 136 f.). Das Strafgericht ging von einer Betäubungs-
mittelmenge von 68,7 kg Kokainbase aus (Akten MIDI pag. 211), was den 
von der Rechtsprechung festgelegten Grenzwert von 18 g reinem Kokain für 
einen mengenmässig schweren Fall bei weitem überschreitet 
(BGE 138 IV 100 E. 3.2). Das Vorbringen des Beschwerdeführers, nicht 
egoistisch oder mit bösen Absichten gehandelt, sondern sich vielmehr in ei-
ner finanziellen Notlage befunden zu haben (Beschwerde S. 10), ist bei der 
Strafzumessung berücksichtigt worden. So stellte das Strafgericht unter an-

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derem fest, die Beweggründe des Beschwerdeführers seien finanzieller, 
wenn auch nicht rein egoistischer Natur gewesen. Er habe gewerbsmässig 
gehandelt, wobei sein Verdienst als Kurier gemessen an seinem zeitlichen 
Aufwand gering gewesen sei (vgl. Akten MIDI pag. 217). Im ausländerrecht-
lichen Verfahren besteht regelmässig kein Raum, die strafrichterliche Beur-
teilung in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (vgl. BVR 2013 S. 543 
E. 4.2.3; VGE 2019/404 vom 19.5.2021 E. 4.1.3). Ohnehin verfolgt die 
Rechtsprechung bei Drogendelikten, insbesondere beim Handeln aus rein 
finanziellen Motiven, ausländerrechtlich eine strenge Praxis (BGE 139 I 145 
E. 2.5; BVR 2015 S. 391 E. 5.3, 2013 S. 543 E. 4.2.3; VGE 2019/223 vom 
27.2.2020 E. 4.1). Darüber hinaus gehören qualifizierte Drogendelikte ge-
mäss Art. 66a Abs. 1 Bst. o des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; 
SR 311.0) zu den Anlasstaten, die zu einer obligatorischen Landesverwei-
sung führen. Auch wenn diese Bestimmung hier nicht direkt anwendbar ist, 
unterstreicht sie die Schwere der Gesetzesverletzung und ist den darin ent-
haltenen verfassungsrechtlichen Wertungen (Art. 121 Abs. 3 Bst. a BV) in-
soweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeord-
netem Recht führt (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; statt vieler BGer 2C_998/2020 
vom 3.6.2021 E. 4.2). Nach dem Gesagten teilt das Verwaltungsgericht die 
Auffassung der Vorinstanz, wonach von einem sehr schweren Verschulden 
des Beschwerdeführers auszugehen ist.

3.2 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten des Beschwerdeführers 
gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Allgemeinen. 

3.2.1 Bei Personen, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert ha-
ben, besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheitspo-
lizeiliches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder 
gar notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die betref-
fende Person von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum 
Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechtsord-
nung zu halten (BGE 139 I 145 E. 3.8; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit Hinwei-
sen). 

3.2.2 Der Beschwerdeführer hat mit den am 19. März 2019 abgeurteilten 
Delikten wiederholt und über einen längeren Zeitraum delinquiert (August 
2015 bis zu seiner Verhaftung im Juni 2016). Soweit der Beschwerdeführer 

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geltend macht, die Kurierdienste seien als eine einzelne Tat zu würdigen 
(Beschwerde S. 12), kann ihm nicht gefolgt werden. Er hat rund 30 Fahrten 
ausgeführt (Akten MIDI pag. 202) und wurde wegen mengen- und gewerbs-
mässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das BetmG verurteilt. Die 
Qualifizierung «Gewerbsmässigkeit» umfasst neben der Absicht, ein Er-
werbseinkommen zu erzielen, und der Bereitschaft zur Verübung einer Viel-
zahl von Delikten der fraglichen Art gerade ein mehrfaches Delinquieren (vgl. 
BGE 116 IV 319 E. 3b; Niggli/Riedo, in Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl. 2018, Art. 139 N. 89 ff.). Schon zuvor wurde 
der Beschwerdeführer vielfach straffällig. Er wurde vor der erwähnten An-
lassverurteilung vom 19. März 2019 ab dem Jahr 2010 insgesamt 42 Mal 
strafrechtlich verurteilt (davon zwölf Mal im Jahr 2014, 20 Mal im Jahr 2015 
und sieben Mal im Jahr 2016 bis zu seiner Verhaftung). 38 Verurteilungen 
ergingen wegen Widerhandlungen gegen das SVG, zwei Mal wurde der Be-
schwerdeführer aber auch wegen Widerhandlungen gegen das BetmG ver-
urteilt. Ausgesprochen wurden jeweils Geldstrafen oder Bussen (vgl. ange-
fochtener Entscheid E. 3.2). Auch wenn die vorgenannten Delikte weniger 
schwer wiegen als die Anlasstaten, zeigen sie doch, dass der Beschwerde-
führer uneinsichtig ist und sich nicht an die geltende Rechtsordnung halten 
kann. Sein Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit 
verleiht dem sicherheitspolitischen Interesse am Widerruf der Niederlas-
sungsbewilligung zusätzliches Gewicht.

3.3 Weiter ist die Rückfallgefahr zu beurteilen.

3.3.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Bei schweren Straftaten, wozu insbesondere auch Dro-
gendelikte aus rein finanziellen Motiven zählen, muss ausländerrechtlich 
selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden, da von 
solchen Straftaten potentiell eine Gefahr für die Gesellschaft ausgeht 
(BGE 139 I 145 E. 2.5, 139 I 31 E. 2.3.2, 139 I 16 E. 2.2.1; BVR 2011 S. 289 
E. 5.3.1). Da Art. 5 Anhang I des Freizügigkeitsabkommens (FZA; 
SR 0.142.112.681) hier nicht anwendbar ist, bildet zudem das Vorliegen ei-
ner konkreten gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung für eine Entfer-
nungsmassnahme. Vielmehr dürfen nach ständiger Rechtsprechung auch 

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generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt werden (vgl. 
BGE 136 II 5 E. 4.2 im Umkehrschluss; BGer 2C_19/2019 vom 11.6.2020 
E. 4.1.3). Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten (und somit der 
Rückfallgefahr) sowie dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist 
zwar im Rahmen der umfassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwä-
gung ebenfalls Rechnung zu tragen; die beiden Umstände geben aber nicht 
den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 je mit Hin-
weisen).

3.3.2 Der Beschwerdeführer hat ab 2014 regelmässig delinquiert. Weder 
die zahlreichen Verurteilungen zu bedingten und unbedingten Geldstrafen 
noch die laufenden Probezeiten konnten ihn dazu bewegen, sein Verhalten 
zu ändern. Seine Delinquenz fand dann den (bisherigen) Höhepunkt in den 
Anlasstaten. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe sich von finan-
ziellen Schwierigkeiten zu strafbaren Handlungen hinreissen lassen. Auf-
grund der intakten und gelebten engen Beziehungen zu seinen engsten 
Familienmitgliedern sowie den Lehren, die er aus dem Risiko einer Wegwei-
sung und dem Strafvollzug gezogen habe, werde er keine weiteren Straf-
taten mehr begehen (vgl. Beschwerde S. 11). – Tatsächlich sind seine fami-
liären Lebensumstände heute nicht wesentlich anders als zur Zeit seiner De-
linquenz: So hat ihn seine Verantwortung als Vater und Ehemann damals 
nicht davon abgehalten, massiv zu delinquieren. Dasselbe gilt für seine fi-
nanzielle Situation. Zwar ist ihm zugute zu halten, dass er seit seiner Entlas-
sung aus dem Strafvollzug einer Arbeitstätigkeit nachgeht, nicht mehr als 
Unternehmer, sondern als Angestellter im Geschäft seines Sohnes. Jedoch 
ist er auch noch heute sehr hoch verschuldet (vgl. hinten E. 4.2), was das 
Risiko für einen Rückfall erhöht. Aus seinem tadellosem Verhalten im Straf-
vollzug kann er nichts Entscheidendes zu seinen Gunsten ableiten (vgl. 
BB 8, act. 1C). Während des Strafvollzugs und der Probezeit, welche bis am 
9. Juli 2023 läuft (Strafrest), darf aufgrund der engmaschigen Betreuung und 
der intensiven Kontrollen ein klagloses Verhalten erwartet werden. Seit der 
bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug steht der Beschwerdeführer aus-
serdem aufgrund des laufenden ausländerrechtlichen Verfahrens unter er-
heblichem Druck, sich tadellos zu verhalten (vgl. für diese Würdigung 
BGer 2C_1068/2015 vom 22.2.2016 E. 2.3; VGE 2018/449 vom 6.8.2020 
[bestätigt durch BGer 2C_746/2020 vom 4.3.2021] E. 4.4.3). Zudem verfol-

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gen Strafrecht und Ausländerrecht unterschiedliche Ziele. Der Strafvollzug 
hat nebst der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische 
Zielsetzung; für die Fremdenpolizeibehörden steht demgegenüber das In-
teresse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, woraus 
sich ein im Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbehörden strengerer 
Beurteilungsmassstab ergibt. So kann aus dem Umstand, dass eine Person 
bedingt aus dem Strafvollzug entlassen wurde, nicht bereits geschlossen 
werden, es gehe keine Gefahr (im fremdenpolizeilichen Sinne) mehr von ihr 
aus (BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Insgesamt ist beim Beschwerdeführer von 
einer nicht hinzunehmenden Rückfallgefahr auszugehen.

3.4 Zusammenfassend besteht aufgrund des sehr schweren Verschul-
dens (vorne E. 3.1), des Verhaltens gegenüber der öffentlichen Ordnung und 
Sicherheit im Allgemeinen (vorne E. 3.2) sowie der nicht hinnehmbaren 
Rückfallgefahr (hiervor E. 3.3) ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und an des-
sen Wegweisung aus der Schweiz.

4.

Bei den privaten Interessen, die der Entfernungsmassnahme entgegenste-
hen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration in der 
Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen drohen-
den Nachteilen zu berücksichtigen.

4.1 Je länger eine Ausländerin oder ein Ausländer in der Schweiz anwe-
send war, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die Anord-
nung eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu berück-
sichtigten ist auch, in welchem Alter die ausländische Person in die Schweiz 
eingereist ist. Die Anwesenheitsbewilligung einer ausländischen Person, die 
sich schon sehr lange in der Schweiz aufhält, soll nur mit besonderer Zurück-
haltung widerrufen werden; allerdings ist dies bei wiederholter bzw. schwerer 
Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn sie hier geboren ist 
und ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausländerin oder Aus-
länder der «zweiten Generation»; BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1). 

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Der Bewilligungswiderruf ist auch nach längerem Aufenthalt in der Schweiz 
eher zulässig, wenn die ausländische Person in der Schweiz nicht integriert 
ist (vgl. BGE 139 I 31 E. 3.2; BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 
23.3.2015] nicht publ. E. 4.1 [bestätigt durch BGer 2C_338/2015, 
2D_22/2015 vom 12.5.2015]; zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 5.1). – Der 
Dauer des Aufenthalts im Strafvollzug und des Aufenthalts, der aufgrund der 
aufschiebenden Wirkung eines Rechtsmittels lediglich toleriert wird, ist kein 
besonderes Gewicht beizumessen (BGE 137 II 1 E. 4.3; 134 II 10 E. 4.3 [Pra 
97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 E. 5.1). Der Beschwerdeführer befand 
sich seit dem 13. Juni 2016 in Untersuchungshaft und ab 2. Mai 2017 im 
(vorzeitigen) Strafvollzug (vgl. Akten MIDI pag. 138). Am 6. März 2020 wi-
derrief das ABEV seine Niederlassungsbewilligung. Unklar ist, seit wann sich 
der heute 55-jährige Beschwerdeführer rechtmässig in der Schweiz aufhält. 
Seinen eigenen Angaben zufolge ist er bereits im Jahr 1983 in die Schweiz 
eingereist und in der Folge mit Unterbruch im Jahr 1987 (Militärdienst) als 
Saisonnier tätig gewesen (Beschwerde S. 4). Die Ausländerbehörde geht 
vom Einreisedatum 12. März 1996 aus (vgl. Akten MIDI pag. 1). Selbst wenn 
auf diesen Zeitpunkt abzustellen wäre, fällt die massgebende Aufenthalts-
dauer mit zwanzig Jahren immer noch sehr lang aus. 

4.2 Die Integration ist wie folgt zu würdigen:

4.2.1 Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, die Integration des Be-
schwerdeführers sei insgesamt unterdurchschnittlich gelungen. Zwar sei er 
während seiner Aufenthaltsdauer erwerbstätig gewesen. Nach dem Konkurs 
seines ersten Unternehmens habe er sich jedoch unmittelbar erneut selb-
ständig gemacht und sei auch mit der neu gegründeten GmbH nicht erfolg-
reich gewesen. Im Gegenteil: Auch dieses Unternehmen sei hoch verschul-
det, genauso wie er als Privatperson. Zudem hätten der Beschwerdeführer 
und seine Familie Sozialhilfe bezogen. Die beruflich-wirtschaftliche Integra-
tion sei damit nicht erfolgreich verlaufen. Die soziale Integration entspreche 
nicht mehr als derjenigen, welche von jeder ausländischen Person mit einer 
solch langen Anwesenheitsdauer erwartet werden könne (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 4.3). – Der Beschwerdeführer bringt dagegen insbesondere 
vor, es sei ihm gelungen, in einer schwierigen Branche einen eigenen Betrieb 
aufzubauen, welchen er während mehrerer Jahre erfolgreich geführt habe. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
Seite 13

Er habe nebst Ausländern auch fünf Schweizer beschäftigt gehabt. Dies sei 
nur möglich gewesen, weil er die Sprache beherrsche, über viele Beziehun-
gen sowie Markt- und Branchenkenntnisse verfüge. Die Verschuldung stehe 
in keinem Zusammenhang mit seiner Integration in der Schweiz, sie sei eher 
auf das übliche Risiko zurückzuführen, das mit einer unternehmerischen Tä-
tigkeit verbunden sei. Er habe sich stets intensiv darum bemüht, nicht auf 
staatliche Hilfe angewiesen zu sein, was ihm bis zu seiner Inhaftierung ge-
lungen sei (Beschwerde S. 14 f.).

4.2.2 Der Beschwerdeführer arbeitete seinen eigenen Angaben zufolge 
zwischen 1983 und 1988 bei verschiedenen Betrieben als Saisonnier und 
von 1990 bis 2005 als Maler bei einer Malerei-Gipserei AG. 2005 machte er 
sich erstmals selbständig, wobei das Unternehmen 2013 in Konkurs ging. 
Die daraufhin von ihm gegründete GmbH befindet sich seit 2017 in Liquida-
tion (vgl. Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt [SHAB] Nr. … 
vom …, Publ. …, einsehbar unter: <www.shab.ch>, Archiv). Trotz dieser 
beiden Konkurse ist anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer sich seit 
seiner Einreise bemüht hat, in der Schweiz beruflich Fuss zu fassen. Dies ist 
ihm zwischenzeitlich auch gelungen. Gegen eine erfolgreiche Integration 
spricht jedoch seine hohe Verschuldung: Gemäss Schuldner-Information 
des Betreibungsamts Bern-Mittelland vom 29. April 2019 beträgt die 
Restschuld des Beschwerdeführers Fr. 809'668.85 (Akten MIDI pag. 180). 
Bei der GmbH bestehen gemäss Betreibungsregisterauszug des 
Betreibungsamts Bern-Mittelland vom 29. April 2019 insgesamt 78 nicht 
getilgte Verlustscheine aus Pfändungen der letzten 20 Jahre im 
Gesamtbetrag von Fr. 319'080.30 (Akten MIDI pag. 189; Beschwerde S. 7). 
Die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz würde zwar dazu 
führen, dass die Gläubigerinnen und Gläubiger faktisch keine Chance mehr 
hätten, für ihre Forderungen befriedigt zu werden, doch dürfte dies 
weitgehend auch der Fall sein, wenn er im Land verbliebe (vgl. für diese 
Würdigung etwa BGer 2C_789/2017 vom 7.3.2018 E. 5.2.2; VGE 2020/64 
vom 17.12.2020 E. 6.5). So ist unwahrscheinlich, dass er mit dem nun im 
Betrieb seines Sohnes erzielten Bruttolohn von Fr. 5'750.-- (act. 1C, BB 9) 
seine Schulden massgeblich reduzieren könnte. Unbehelflich ist der 
Einwand des Beschwerdeführers, seine Verschuldung sei nicht auf seine 
mangelnde Integration, sondern auf das übliche Risiko aus unternehmeri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
Seite 14

scher Tätigkeit zurückzuführen. Einerseits ist eine Verschuldung – egal aus 
welchen Gründen – stets ein Indiz für eine mangelhafte wirtschaftliche In-
tegration und ist auch bei unternehmerischer Tätigkeit zu erwarten, dass 
nicht Dritte oder Gemeinwesen geschädigt werden. Anderseits ist keine Mut-
willigkeit verlangt. Die Verschuldung muss also weder selbst verursacht noch 
der betroffenen Person qualifiziert vorwerfbar sein, damit sie im Rahmen der 
Verhältnismässigkeitsprüfung berücksichtigt werden darf (im Gegensatz zur 
Schuldenwirtschaft im Zusammenhang mit dem Widerrufsgrund des 
Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung nach Art. 63 Abs. 1 
Bst. b AIG i.V.m Art. 77a Abs. 1 Bst. b der Verordnung vom 24. Oktober 
2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). 
Grundsätzlich ist anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer bis zu seiner 
Verhaftung keine Sozialhilfe bezogen hat (vgl. Beschwerde S. 5); dies ist je-
doch vor dem Hintergrund der Verschuldung zu relativieren und stellt ohne-
hin keine besondere Integrationsleistung dar. Seit August 2016 bezahlt der 
Sozialdienst dem Beschwerdeführer noch die Krankenkassenprämien (vgl. 
Akten MIDI pag. 155). In Bezug auf seine soziale Integration belegt der Be-
schwerdeführer trotz seiner Mitwirkungspflicht auch im verwaltungsgericht-
lichen Verfahren keine in besonderem Mass gefestigten Kontakte und 
Freundschaften zur einheimischen Bevölkerung, deren Abbruch ihn beson-
ders hart treffen würde (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AIG; 
BGE 138 II 229 E. 3.2.3; BGer 2C_855/2020 vom 6.4.2021 E. 4.2; 
BVR 2015 S. 391 E. 5.5). So gibt er nur pauschal an, er habe bei einem Ver-
ein Eishockey gespielt, interessiere sich für die Schweizer Politik, sei ein 
grosser YB-Fan und seine Söhne hätten ein grosses soziales Umfeld (Be-
schwerde S. 5, 17). Der deutschen Sprache scheint der Beschwerdeführer 
mächtig zu sein, worin aber keine besondere Integrationsleistung liegt, wenn 
man bedenkt, dass er seit 1996 oder – seinen Angaben zufolge – bereits seit 
1983 grossmehrheitlich hier lebt. Schliesslich ist die Respektierung der 
rechtsstaatlichen Ordnung ein zentraler Aspekt jeglicher Integration (Art. 58a 
Abs. 1 Bst. a AIG). Die erhebliche Delinquenz des Beschwerdeführers 
spricht daher gegen eine erfolgreiche Integration. Zusammenfassend hat 
sich der Beschwerdeführer nicht zufriedenstellend integrieren können.

4.3 Zu würdigen sind weiter die dem Beschwerdeführer und seinen An-
gehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
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4.3.1  Mit Blick auf die Rückkehr nach Serbien ist mit der Vorinstanz davon 
auszugehen, dass diese dem Beschwerdeführer grundsätzlich möglich und 
zumutbar ist, auch wenn eine Reintegration eine grosse Herausforderung 
darstellen würde (angefochtener Entscheid E. 4.4). Der Beschwerdeführer 
hat mindestens die ersten 17 Jahre seines Lebens im Heimatland verbracht 
und wurde dort sozialisiert. Er hat dort Militärdienst geleistet und eine Lands-
frau geheiratet. Zudem hat er in Serbien Geschwister. Es ist damit davon 
auszugehen, dass er mit den kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogen-
heiten nach wie vor vertraut ist. Dass er – wie behauptet – aus Platzgründen 
nicht bei seinen Geschwistern wohnen könnte, hat kein besonderes Gewicht. 
Er verfügt mit ihnen zumindest über nahe Verwandte vor Ort, was die soziale 
Integration erleichtert. Zudem ist er grundsätzlich in der Lage, selber einer 
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Seine in der Schweiz gesammelten Erfah-
rungen dürften ihm die berufliche Reintegration in Serbien erleichtern. Wohl 
trifft zu, dass die wirtschaftliche Situation in Serbien schwieriger ist als in der 
Schweiz. Hierin liegt jedoch kein spezifischer persönlicher Umstand, welcher 
eine Ausreise als unzumutbar erscheinen lässt, zumal hiervon nicht allein 
der Beschwerdeführer, sondern die gesamte dort lebende Bevölkerung be-
troffen ist (vgl. BGE 139 II 393 E. 6; BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 
23.3.2015, bestätigt durch BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 
12.5.2015] nicht publ. E. 4.4.1). Der Beschwerdeführer bringt erneut vor, 
dass er Albanisch, aber kein Serbisch spreche (Beschwerde S. 6). Dies ist 
nicht glaubhaft. So hatte er bei der vorläufigen Festnahme Serbisch als seine 
Muttersprache angegeben (angefochtener Entscheid E. 4.4; Akten MIDI 
pag. 64). Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass der pauschale Ver-
weis auf allfällige Diskriminierungen und Benachteiligungen der albanisch 
sprechenden Minderheit nicht genügt, um eine Reintegration als unzumutbar 
erscheinen zu lassen. Nach eigenen Angaben stammt der Beschwerdefüh-
rer aus … im Bezirk Presevo in Südserbien. Gemäss dem in der Beschwerde 
zitierten Update der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) leben im 
Presevo-Tal mehrheitlich ethnische Albanerinnen und Albaner (rund 89 % 
der Bevölkerung; vgl. SFH, Muhamet Ilazi, Serbien: Update zur Situation der 
Albanerinnen und Albaner im Presevo-Tal, 21.7.2009, S. 2, einsehbar unter: 
<http://www.ecoi.net>, Länderseite, Serbien, Suchbegriff: «Update zur Situa-
tion der Albanerinnen und Albaner im Presevo-Tal»; besucht am 5.10.2021). 
Der Beschwerdeführer leidet an kardiologischen Problemen. Die JVA 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
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Thorberg attestierte ihm jedoch einen «normalen und altersentsprechend 
guten gesundheitlichen Allgemeinzustand» (Vollzugsverlaufsbericht vom 
11.9.2019, S. 2 [BB 6]). Der Beschwerdeführer macht geltend, in Serbien sei 
das Gesundheitssystem katastrophal und von Korruption beherrscht. Aus-
serdem habe er dort auch nie eine Krankenversicherung gehabt (Be-
schwerde S. 16). Hierzu ist festzuhalten, dass alle serbischen Staatsbürge-
rinnen und Staatsbürger Zugang zum Gesundheitssystem haben. Berufs-
tätige Personen sind auf Kosten der Arbeitgeberin bzw. des Arbeitgebers 
krankenversichert, Arbeitslose auf Kosten des Staates (vgl. SFH, Serbien: 
Behandlung einer ischämischen Kardiomyopathie, 6.3.2019, S. 5, einsehbar 
unter: <www.fluechtlingshilfe.ch>, Rubriken «Publikationen/Länderberichte/
Serbien»; besucht am 5.10.2021). Es deutet nichts darauf hin, dass die bis-
herige medikamentöse Behandlung nicht auch in Serbien weitergeführt wer-
den könnte. 

4.3.2 In familiärer Hinsicht ist die eheliche Beziehung des Beschwerdefüh-
rers bedeutsam. Der Beschwerdeführer ist seit rund 28 Jahren mit seiner 
serbischen Ehefrau verheiratet. Sie reiste nach der Eheschliessung mit dem 
Beschwerdeführer am 1. Oktober 1993 in die Schweiz ein und ist, wie die 
gemeinsamen Kinder (Jg. 1993, 1998 und 2002), im Besitz einer Niederlas-
sungsbewilligung. Das Paar hat ein namhaftes Interesse daran, die Ehe wei-
terhin in der Schweiz zu leben. Was den Beschwerdeführer betrifft, ver-
mochte ihn die langjährige und intakte Ehe indes nicht davon abzuhalten, 
vielfach zu delinquieren. Mit seinem Verhalten hat er den Fortbestand des 
Familienlebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel ge-
setzt. Daher hat er es hinzunehmen, wenn die Beziehung zu seiner Ehefrau 
künftig nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann, sollte 
sie ihm nicht nach Serbien folgen (BGer 2C_702/2019 vom 19.12.2019 
E. 3.5.2; VGE 2020/109 vom 30.3.2021 E. 4.3.2 [bestätigt durch BGer 
2C_367/2021 vom 30.9.2021]). Die Ehefrau ist seit 28 Jahren in der Schweiz 
und hat hier ihre Kinder aufgezogen, mit denen sie offenbar bis heute im 
gleichen Haushalt lebt. Daher dürfte für sie eine Wohnsitzverlegung nach 
Serbien schwierig sein; von vornherein unzumutbar erscheint die Rückkehr 
in ihr Heimatland zusammen mit ihrem Ehemann indes nicht, zumal sie hier 
nie erwerbstätig war (vgl. Beschwerde S. 4). Sollten sich die Ehegatten für 
einen Verbleib der Ehefrau in der Schweiz entscheiden, wäre die Wegwei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
Seite 17

sung des Beschwerdeführers mit einer erheblichen Beeinträchtigung der 
ehelichen Beziehung verbunden. Sie könnten ihre Beziehung aber über die 
modernen Kommunikationsmittel und im Rahmen gegenseitiger Besuche 
pflegen. Aus der Beziehung zu seinen Söhnen kann der Beschwerdeführer 
sodann nichts Entscheidendes ableiten. Diese sind mittlerweile volljährig und 
ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis behauptet der Beschwerdeführer 
nicht. Dass seine Ehefrau und der jüngste Sohn bei einer Rückkehr des Be-
schwerdeführers finanziell schlechter gestellt wären (Beschwerde S. 13), än-
dert nichts an der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, zumal 
die beiden bereits heute umfassend von der Sozialhilfe unterstützt werden 
(Akten MIDI pag. 155).

4.4 Insgesamt sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers am 
Verbleib in der Schweiz mit Blick auf seine lange Aufenthaltsdauer und die 
Beziehung zu seiner Ehefrau von einigem Gewicht. Der Beschwerdeführer 
konnte sich in der Schweiz aber nicht erfolgreich integrieren. Der Neuanfang 
in Serbien stellt für ihn zwar eine grosse Herausforderung dar, ist ihm aber 
zumutbar. 

5.

5.1 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interes-
sen ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer wurde insbesondere wegen 
mengen- und gewerbsmässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das 
BetmG zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten verur-
teilt. Sein Verschulden wiegt sehr schwer. Bereits zuvor hatte er mehrfach 
gegen die Rechtsordnung verstossen. Verbunden mit der Rückfallgefahr, 
von welcher nicht zuletzt angesichts der sehr hohen Verschuldung des Be-
schwerdeführers auszugehen ist, begründet dies ein sehr gewichtiges öffent-
liches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Die privaten In-
teressen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz haben 
dagegen zurückzustehen. Zwar ist seine anrechenbare Aufenthaltsdauer 
lang und auf privater Seite fällt auch die Beziehung zu seiner Ehefrau ins 
Gewicht. Es ist ihm aber nicht gelungen, sich zufriedenstellend in die hiesi-
gen Verhältnisse zu integrieren. Die Reintegration in Serbien dürfte ihm nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
Seite 18

leichtfallen, ist ihm jedoch zumutbar. Der Widerruf der Niederlassungsbewil-
ligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz erwei-
sen sich auch im Licht von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV als verhält-
nismässig. 

5.2 Gegen den Beschwerdeführer ist (noch) keine ausländerrechtliche 
Verwarnung ergangen, jedoch muss einem Bewilligungswiderruf nicht zwin-
gend eine solche vorangehen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
kann eine einzelne Verurteilung wegen einer besonders schweren Straftat 
den Widerruf der Niederlassung rechtfertigen, ohne dass zuvor eine Verwar-
nung ausgesprochen werden müsste. Eine solche Situation liegt hier vor; 
aufgrund der massiven Delinquenz des Beschwerdeführers besteht ein über-
wiegendes öffentliches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung und es 
bleibt somit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. Rechts-
begehren 3) kein Raum für eine blosse Verwarnung gemäss Art. 96 Abs. 2 
AIG (BGer 2C_1024/2020 vom 19.5.2021 E. 7.2 mit Hinweisen). 

5.3 Auch die vom Beschwerdeführer mit Eventualbegehren beantragte 
Rückstufung auf eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 63 Abs. 2 AIG 
(Rechtsbegehren 4) fällt nicht in Betracht: Nach dieser Bestimmung kann die 
Niederlassungsbewilligung widerrufen und durch eine Aufenthaltsbe-
willigung ersetzt werden, wenn die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG 
nicht erfüllt sind. Die Vorschrift findet keine Anwendung, wenn der Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung nicht mangels Erfüllung der Integrationskrite-
rien, sondern wegen schwerwiegender Delinquenz erfolgt (vgl. 
BGer 2C_450/2019 vom 5.9.2019 E. 5.3, 2C_782/2019 vom 10.2.2020 
E. 3.3.4). Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an Stelle der Niederlas-
sungsbewilligung erscheint nicht geeignet, um der vom Beschwerdeführer 
ausgehenden Rückfallgefahr zu begegnen. Gleiches gilt für eine Kombina-
tion von Verwarnung und Rückstufung, wie sie der Beschwerdeführer sub-
eventuell beantragt (Rechtsbegehren 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
Seite 19

6.

6.1 Der angefochtene Entscheid hält der Rechtskontrolle stand. Die Be-
schwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist (vgl. vorne E. 1.2). Da der Beschwerdeführer in der 
Zwischenzeit bedingt aus dem Strafvollzug entlassen worden ist, ist eine 
Ausreisefrist anzusetzen. Sie beträgt nach der Praxis des Verwaltungsge-
richts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Bemessung besondere Um-
stände zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige 
besondere Lage aufgrund des Coronavirus rechtfertigt eine etwas längere 
Frist bis Mitte Januar 2022. Sollte die Ausreise bis zu diesem Zeitpunkt auf-
grund von Reisebeschränkungen nicht möglich sein, ist es Sache der Migra-
tionsbehörde, eine neue Frist anzusetzen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be-
schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind 
keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Dem 
Beschwerdeführer wird eine Ausreisefrist gesetzt auf den 15. Januar 
2022.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ꞌ000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10.11.2021, Nr. 100.2020.358U, 
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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.