# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6ac3785-a6a7-5dc1-b4fe-de35cb018b09
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 21.09.2023 GG220273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_GG220273_2023-09-21.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Zürich 
10. Abteilung - Einzelgericht    
 

 

Geschäfts-Nr.: GG220273-L / U 

 

Mitwirkend: Bezirksrichter lic. iur. M. Hauser als Vorsitzender, Vizepräsident 

lic. iur. Th. M. Meyer, Bezirksrichterin lic. iur. H. Aardoom sowie  

Gerichtsschreiberin MLaw C. Moers 

 

Urteil vom 21. September 2023 
(begründete Ausfertigung) 

 
in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft See/Oberland, 
Anklägerin 

 

gegen 

 

A._____, 
Beschuldigter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

 
betreffend mehrfache Anstiftung zur Urkundenfälschung 
 

- 2 - 

 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 27. September 2022 

(act. 15) ist diesem Urteil beigeheftet. 

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien: 
(Prot. S. 11) 

Der Beschuldigte A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsan-

walt Dr. iur. X1._____, die im Verfahren Nr. DG220193-L Beschuldigte B._____ in 

Begleitung ihres amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, der im Ver-

fahren Nr. GG220271-L Beschuldigte C._____ in Begleitung seines amtlichen Ver-

teidigers Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____, die im Verfahren Nr. GG220272-L Be-

schuldigte D._____ in Begleitung ihres Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X4._____, 

der im Verfahren Nr. GG220275-L Beschuldigte E._____ in Begleitung seines amt-

lichen Verteidigers Rechtsanwalt X5._____, die im Verfahren Nr. GG220277-L Be-

schuldigte F._____ in Begleitung ihres Verteidigers Rechtsanwalt MLaw X6._____, 

die im Verfahren Nr. GG220278-L Beschuldigte G._____ in Begleitung ihres amtli-

chen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw LL.M. X7._____ sowie Staatsanwältin MLaw 

H._____. 

Anträge der Anklagebehörde: 
(act. 15 S. 4) 

"♦ Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift 
♦ Bestrafung mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

CHF 80.00 (entsprechend CHF 14'400.00) sowie einer Busse von 
CHF 3'600.00 

♦ Gewährung des bedingten Vollzuges der Geldstrafe unter Anset-
zung einer Probezeit von 2 Jahren 

♦ Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 36 Tagen bei schuld-
hafter Nichtbezahlung der Busse 

♦ Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 
CHF 3'000.00)" 

- 3 - 

Anträge der Verteidigung des Beschuldigten A._____: 
(act. 43 S. 2; Prot. S. 74) 

"1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen; 
2. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung von CHF 1'707.20 zu-

zusprechen: 
3. Es sei zudem der sichergestellte Gaming-PC herauszugeben. 
4. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung von CHF XY auszurich-

ten; 
5. Die Verfahrenskosten sowie die Kosten für die amtliche Verteidi-

gung seien der Anklägerin aufzuerlegen bzw. auf die Staatskasse 
zu nehmen." 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland (nachfolgend 

Staatsanwaltschaft) vom 27. September 2022 ging am 30. September 2022 beim 

hiesigen Bezirksgericht ein (act. 15). Mit Verfügung vom 1. März 2023 wurde den 

Parteien angezeigt, dass das vorliegende Verfahren sowie die Verfahren gegen 

B._____ (DG220193-L), C._____ (GG220271-L), D._____ (GG220272-L), 

E._____ (GG220275-L), F._____ (GG220277-L) und G._____ (GG220278-L) ge-

meinsam durch das Kollegialgericht beurteilt werden (act. 30). Mit Verfügung vom 

27. März 2023 wurde zur Hauptverhandlung am 11. und 12. September 2023 sowie 

zur Urteilseröffnung am 26. September 2023 vorgeladen und den Parteien gleich-

zeitig Frist zur Stellung von Beweisanträgen angesetzt (act. 32/1). 

1.2. Zur Hauptverhandlung am 11. September 2023 erschien der Beschuldigte 

A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. iur. 

X1._____, die im Verfahren Nr. DG220193-L Beschuldigte B._____ in Begleitung 

ihres amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, der im Verfahren Nr. 

GG220271-L Beschuldigte C._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers 

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Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____, die im Verfahren Nr. GG220272-L Beschuldigte 

D._____ in Begleitung ihres Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X4._____, der im 

Verfahren Nr. GG220275-L Beschuldigte E._____ in Begleitung seines amtlichen 

Verteidigers Rechtsanwalt X5._____, die im Verfahren Nr. GG220277-L Beschul-

digte F._____ in Begleitung ihres Verteidigers Rechtsanwalt MLaw X6._____, die 

im Verfahren Nr. GG220278-L Beschuldigte G._____ in Begleitung ihres amtlichen 

Verteidigers Rechtsanwalt MLaw LL.M. X7._____ sowie Staatsanwältin MLaw 

H._____ (Prot. S. 11). 

1.3. Anlässlich der Hauptverhandlung schlossen sich Rechtsanwalt Dr. iur. 

X3._____, Rechtsanwalt lic. iur. X4._____, Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, Rechts-

anwalt MLaw X6._____ sowie Rechtsanwalt MLaw, LL.M. X7._____ dem Antrag 

von Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ betreffend Beizug der Akten des Verfahrens 

gegen I._____ sowie des erstinstanzlichen begründeten Urteils an und ersuchten 

darum, dass darüber sofort und nicht erst anlässlich der Urteilsberatung zu ent-

scheiden sei (Prot. S. 55 f.). Das Gericht wies in der Folge die Anträge betreffend 

Aktenbeizug des Verfahrens gegen I._____ ab. Als Begründung führte das Gericht 

aus, dass jeder Fall separat zu prüfen sei und in jedem Verfahren einzeln geprüft 

werden müsse, ob der Sachverhalt gestützt auf die dem Gericht vorliegenden Be-

weise erstellt sei oder nicht. Aus dem Verfahren gegen I._____ würden sich somit 

keine weiteren Beweismittel ergeben, weshalb sich ein Aktenbeizug erübrige (Prot. 

S. 56). 

1.4. Nach durchgeführter Hauptverhandlung am 11. September 2023 wurde das 

Urteil anlässlich der Urteilseröffnung am 26. September 2023 mündlich eröffnet, 

begründet und den Parteien schriftlich im Dispositiv übergeben (act. 49; Prot. 

S. 90 f.). 

II. Sachverhalt 

1. Vorwurf der Anklagebehörde 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, dass er B._____ per 

iMessage, mutmasslich von seinem Wohnort am J._____ 1 in K._____ aus, ersucht 

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habe, zu den in der Anklageschrift aufgeführten Zeitpunkten für die jeweils dort 

genannten Personen mindestens neun wahrheitswidrige negative SARS-CoV-2-

Testzertifikate zu erstellen, obschon sich die Personen nicht an einer zugelassenen 

Teststelle durch eine Fachperson haben testen lassen. B._____ habe in der Folge 

jeweils die negativen Testzertifikate ausgestellt. Dem Beschuldigten sei dabei 

bewusst gewesen, dass das Testzertifikat bestimmt und geeignet gewesen sei, 

eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen. Er habe weiter gewusst 

bzw. habe zumindest annehmen müssen, dass er und die jeweiligen Personen sich 

nicht bei einer offiziellen Teststelle von einer Fachperson haben testen lassen und 

habe so gewusst bzw. zumindest angenommen, dass das negative Testzertifikat 

inhaltlich nicht der Wahrheit entsprechen würde. Zuletzt habe der Beschuldigte 

gewusst, dass er dadurch sich selbst und den anderen Personen den Gang zu einer 

offiziellen Teststelle und die damit verbundenen Kosten erspare sowie sich selbst 

und den anderen Personen ermöglichen würde, sich den Aufenthalt bzw. den Zutritt 

in eine Lokalität oder an eine Veranstaltung zu verschaffen, zu denen sie ohne 

negatives Testzertifikat nicht berechtigt gewesen wären. Dies habe der 

Beschuldigte gewusst und gewollt bzw. billigend in Kauf genommen (act. 15 S. 2 

f.). 

2. Allgemeines zur Sachverhaltserstellung 

2.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es 

nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten ge-

schöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). 

2.2. Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Be-

schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein ver-

nünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der Ankla-

geschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt, dass 

das Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausreichend ist, wenn die 

vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten hindeuten, 

das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige abstrakte the-

oretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-

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solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn vernünf-

tige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können. Die 

blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen. Nur 

wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der 

Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu überzeu-

gen vermag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in dubio pro 

reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen), so muss 

es den Beschuldigten freisprechen (WOHLERS in: Donatsch/Lieber/Summers/Woh-

lers [Hrsg.], Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 10 

N 11 ff.). 

2.3. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-

ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand 

sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der 

Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. 

Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwürdig-

keit des Aussagenden abgestellt werden, sondern auf die Glaubhaftigkeit der kon-

kreten, im Prozess relevanten Aussagen. Diese sind einer Analyse bzw. kritischen 

Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten Reali-

tätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (Bender, Die häufigsten Fehler bei der 

Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.). 

3. Bestrittener bzw. unbestrittener Sachverhalt 

3.1. Zur Erstellung des Sachverhalts ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob der 

eingeklagte Sachverhalt bzw. Teile davon vom Beschuldigten bestritten werden. 

Der nicht bestrittene Sachverhalt gilt als erstellt, sofern er sich mit dem Ergebnis 

der vorhandenen Beweismittel deckt. Erst in einem allfälligen zweiten Schritt ist zu 

prüfen, ob der dem Beschuldigten vorgeworfene, bestrittene Sachverhalt aufgrund 

der vorliegenden Beweismittel rechtsgenügend nachgewiesen werden kann. 

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3.2. Der Beschuldigte verweigerte bei seiner Konfrontationseinvernahme vom 

4. August 2022 vollumfänglich die Aussage (act. 2 S. 2 ff.). Auch anlässlich der 

Hauptverhandlung vom 11. September 2023 machte der Beschuldigte im Wesent-

lichen von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Er führte lediglich aus, 

dass er für Leute, die nicht negativ getestet seien, niemals Anfragen stellen würde. 

Der Beschuldigte habe sich testen lassen, da man dies ja hätte tun müssen, jedoch 

wisse er nicht mehr wofür, da dies schon lange her sei (Prot. S. 40 ff.). 

3.3. Der Anklagesachverhalt wird vom Beschuldigten somit vollumfänglich be-

stritten. Demzufolge ist nachstehend zu prüfen, ob dieser gestützt auf die vorlie-

genden Beweismittel erstellt werden kann. 

4. Beweismittelwürdigung 

4.1. Beweismittel 

Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage primär auf die Auszüge der iMessage 

Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und der weiteren Beschuldigten 

B._____ sowie den IRC-Report betreffend die Telefonnummer des Beschuldigten. 

Des Weiteren werden auch die Aussagen der weiteren Beschuldigten B._____ hin-

zugezogen. 

4.2. Aussagen des Beschuldigten 

Aufgrund des Umfangs der Anklageschrift erfolgt die Sachverhaltserstellung nach-

stehend mit der separaten Prüfung jedes einzelnen Datums. Somit werden die Aus-

sagen des Beschuldigten zu den Vorwürfen anlässlich der jeweiligen Sachverhalts-

erstellung aufgegriffen. Es ist jedoch – wie bereits erwähnt – festzuhalten, dass der 

Beschuldigte im Wesentlichen sowohl anlässlich seiner Konfrontationseinver-

nahme als auch der Hauptverhandlung seine Aussage verweigerte, weshalb sich 

daraus grundsätzlich keine Erkenntnisse für die nachfolgende Sachverhaltserstel-

lung gewinnen lassen. 

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4.3. Aussagen der weiteren Beschuldigten B._____ 

Auch die Aussagen der weiteren Beschuldigten B._____ werden in der nachfolgen-

den Sachverhaltserstellung bei der Prüfung der jeweiligen Daten im Detail wieder-

gegeben und gewürdigt. Es kann jedoch bereits an dieser Stelle darauf hingewie-

sen werden, dass auch die weitere Beschuldigte B._____ anlässlich der Hauptver-

handlung mehrheitlich von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte. 

4.4. Weitere Beweismittel 

Als objektive Beweismittel liegen einerseits die iMessage-Chatnachrichten des Be-

schuldigten mit der weiteren Beschuldigten B._____ vor. Andererseits befindet sich 

der IRC-Report betreffend die Telefonnummer des Beschuldigten in den Akten, an-

hand welchem identifiziert werden kann, mit wem B._____ die jeweiligen Nachrich-

ten austauschte. Auch diese beiden Beweismittel werden in der nachfolgenden 

Sachverhaltserstellung genauer geprüft und gewürdigt. 

4.5. Grundsätze der Beweiswürdigung 

4.5.1. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-

ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand 

sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der 

Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. 

4.5.2. Beim Abwägen von Aussagen ist zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person 

und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. Während erstere Grund-

lage dafür liefert, ob einer Person getraut werden kann, ist letztere für die im Pro-

zess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll, ob sich der Sachverhalt zur 

Hauptsache so zugetragen hat oder nicht (HAUSER, Der Zeugenbeweis im Strafpro-

zess, Zürich 1974, S. 312 ff.). Kriterien für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit einer 

Person sind nebst der prozessualen Stellung ihre wirtschaftlichen Interessen am 

Ausgang des Verfahrens sowie ihre persönlichen Beziehungen und Bindungen zu 

den übrigen Prozessbeteiligten. In erster Linie ist jedoch nicht die allgemeine 

Glaubwürdigkeit der Aussagenden auschlaggebend, sondern der materielle Gehalt 

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ihrer Aussagen. Die im Prozess relevanten Aussagen sind einer kritischen Würdi-

gung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten Realitätskri-

terien wie innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit, Konstanz der Aussage bei 

verschiedenen Befragungen sowie Detailreichtum grosses Gewicht zu legen ist 

(BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, in 

SJZ 81 [1985] S. 53 ff.; BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellungen vor Ge-

richt, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 4. Auflage, Mün-

chen 2014, N 313 ff. und N 370 ff.). 

4.6. Glaubwürdigkeit der Beteiligten 

4.6.1. Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzustellen, dass 

dieser als unmittelbar vom Strafverfahren betroffene Person ein nachvollziehbares 

Interesse daran haben dürfte, den Sachverhalt in einem für ihn günstigen Licht dar-

zustellen. Zudem war der Beschuldigte im vorliegenden Verfahren nicht zur wahr-

heitsgemässen Aussage gemäss Art. 307 StGB verpflichtet (Art. 113 Abs. 1 StPO). 

Dieser Umstand allein hat allerdings keinen Einfluss auf die allgemeine Glaubwür-

digkeit des Beschuldigten (vgl. OGer ZH SB200094 Urteil vom 31. August 2021 

E. II.5.). Vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die von vornherein gegen 

seine Glaubwürdigkeit sprechen würden. 

4.6.2. Dasselbe gilt für die weitere Beschuldigte B._____, welche den soeben ge-

nannten Pflichten ebenfalls nicht unterliegt. Bei ihr handelt es sich allerdings um 

die Schwester des Beschuldigten, weshalb davon auszugehen ist, dass diese Be-

ziehung ihre Aussagen in Bezug auf den Beschuldigten beeinflussen könnten, wes-

halb ihre Aussagen mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen sind. Grund-

sätzlich liegen jedoch keine Hinweise betreffend Zweifel an der Glaubwürdigkeit 

der weiteren Beschuldigten B._____ vor. 

5. Sachverhaltserstellung 

5.1. Vorbemerkung 

Die Anklageschrift führt im Einzelnen auf, an welchen Daten der Beschuldigte bei 

B._____ für welche Personen um ein negatives Testzertifikat ersucht haben soll. 

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Diesem Aufbau ist in der nachfolgenden Sachverhaltserstellung zu folgen. Dabei 

ist für jedes Datum einzeln anhand der vorliegenden Beweismittel zu prüfen, ob der 

Beschuldigte an diesem Tag B._____ um die Ausstellung eines negativen Testzer-

tifikats ersuchte, ohne dass sich der Beschuldigte oder die weiteren Personen vor-

gängig an einer dafür zugelassenen Teststelle durch eine Fachperson haben testen 

lassen. 

5.2. Anstiftung zur Urkundenfälschung durch den Beschuldigten 

8. Oktober 2021 für L._____ 

Da die Anfrage für ein Testzertifikat für L._____ durch den Beschuldigten erfolgte, 

sind für die Erstellung dieses Anklagevorwurfs dessen Aussagen heranzuziehen. 

Der Beschuldigte machte während der gesamten Konfrontationseinvernahme je-

doch von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (vgl. act. 2). Auch anläss-

lich der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte lediglich aus, dass er für Leute, 

die nicht negativ getestet seien, niemals Anfragen stellen würde; vor allem nicht 

gegenüber seiner Schwester. Der Beschuldigte habe sich testen lassen, da man 

dies ja hätte tun müssen, jedoch wisse er nicht mehr wofür, da dies schon lange 

her sei (Prot. S. 40 ff.). B._____ gab an, dass sie zwar Testzertifikate für gewisse 

Personen ausgestellt habe, jedoch davon ausgegangen sei, dass sich diese haben 

testen lassen. Ob sich diese Personen im Testcenter oder bei ihnen im Büro haben 

testen lassen, wisse sie schlicht nicht mehr. Sie habe mit den Personen – und so 

auch mit dem Beschuldigten – abgemacht, dass die Bedingung für ein Testzertifikat 

sei, dass sie sich haben testen lassen müssen. In Bezug auf die ausgestellten Test-

zertifikate für den Beschuldigten und seine Freunde sei sie sich nicht mehr sicher, 

ob sie diese ausgestellt habe, sie denke aber ja (act. 2 S. 4 f.). Anlässlich der 

Hauptverhandlung machte B._____ vollumfänglich von ihrem Aussageverweige-

rungsrecht Gebrauch (Prot. S. 16 ff.). 

Durch die Auswertung des Apple MacBook Pro von B._____ konnte auf die iMes-

sage Kommunikationen des Mobiltelefons von B._____ zugegriffen werden. Diese 

liegen als Beweismittel vor. Hin und wieder erscheint anstatt einer Nachricht ein 

kleiner Rahmen mit den Buchstaben "OBJ", wobei es sich dabei um ein Symbol 

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handle, das anzeige, dass dort ein Anhang mitgeschickt worden sei. In den meisten 

Fällen handle es sich um ein Foto mit dem einmaligen Transfer-Code aus der Co-

vid-Applikation (act. 1 S. 4). Gemäss IRC-Report ist die Telefonnummer "2" 

A._____ zuzuordnen (act. 5). Die Telefonnummer aus der iMessage Kommunika-

tion ist somit klarerweise dem Beschuldigten zuzuordnen. Aus dem Polizeirapport 

geht weiter hervor, dass die andere Person – gekennzeichnet mit «Me» – B._____ 

ist, da die iMessage Kommunikation auf ihrem Laptop gefunden wurde (act. 1 S. 3 

f.). Somit ist davon auszugehen, dass alle Nachrichten, die auf dem Auszug der 

iMessage Kommunikation ersichtlich sind, zwischen dem Beschuldigten und 

B._____ erfolgten. 

Am 8. Oktober 2021 sind zwischen dem Beschuldigten und B._____ keine Nach-

richten auf den Auszügen der iMessage Kommunikation ersichtlich. Der Vorwurf in 

Bezug auf den 8. Oktober 2021 basiert auf Nachrichten, welche zwischen den bei-

den am 9. Oktober 2021 ausgetauscht wurden, weshalb diese genauer zu betrach-

ten sind. Am 9. Oktober 2021 schrieben der Beschuldigte und B._____ via iMes-

sage folgende Nachrichten (act. 4 S. 1 f.): 

Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 09.10.2021 

18:52:34 Uhr 

M._____ tt.05.1999 

B._____ Beschuldigter 09.10.2021 

18:52:48 Uhr 

Das hani docj grster gmacvt 

Beschuldigter B._____ 09.10.2021 

18:52:55 Uhr 

"OBJ" 

Beschuldigter B._____ 09.10.2021 

18:52:57 Uhr 

Yes 

B._____ Beschuldigter 09.10.2021 

18:53:05 Uhr 

Ebe 48 stind 

Beschuldigter B._____ 09.10.2021 

18:54:01 Uhr 

Bei gester ish für de L._____ ksi 

- 12 - 

Aus den Nachrichten geht hervor, dass der Beschuldigte B._____ um ein Testzer-

tifikat für eine andere Person ersuchte (siehe nachfolgend zum 9. Oktober 2021) 

und B._____ davon ausging, dass sie für diese Person bereits am 8. Oktober 2021 

ein Testzertifikat ausgestellt habe. Der Beschuldigte korrigiert sie jedoch dahinge-

hend, dass dies für einen gewissen L._____ gewesen sei. Somit kann als erstellt 

erachtet werden, dass B._____ am 8. Oktober 2021 L._____ (gemeint L._____ ge-

mäss Anklageschrift) ein Testzertifikat ausstellte – was diese anlässlich der Kon-

frontationseinvernahme grundsätzlich auch nicht bestritt (vgl. act. 2 S. 4) –, was 

wohl auf das Ersuchen des Beschuldigten hin erfolgte. Aus den Nachrichten lässt 

sich indessen nicht entnehmen, ob sich dieser im Vorfeld hat testen lassen. Wie 

nachstehend aufzuzeigen ist, geht aus den weiteren Anfragen des Beschuldigten 

an B._____ klar hervor, dass er oder seine Freunde sich vor der Ausstellung des 

Testzertifikats jeweils nicht haben testen lassen, sondern einfach auf ein Testzerti-

fikat von B._____ warteten (vgl. nachstehende Ausführungen zu den weiteren Da-

ten). Es gilt somit als erstellt, dass der Beschuldigte B._____ am 8. Oktober 2021 

um ein negatives Testzertifikat für L._____ ersuchte, ohne dass sich dieser vor der 

Ausstellung des Testzertifikats an einer zugelassenen Teststelle durch eine Fach-

person hat testen lassen. Weiter erstellt ist, dass B._____ dem Beschuldigten tat-

sächlich ein negatives Testzertifikat für L._____ an diesem Tag ausgestellt hat. 

9. Oktober 2021 für M._____ 

Da auch die Anfrage für M._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann in Bezug 

auf dessen Aussagen und jenen von B._____ sowie den entsprechenden IRC-Re-

port auf die vorstehenden Ausführungen zum 8. Oktober 2021 verwiesen werden. 

Am 9. Oktober 2021 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldigten 

und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 1 f.): 

Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 09.10.2021 

18:52:34 Uhr 

M._____ tt.05.1999 

- 13 - 

B._____ Beschuldigter 09.10.2021 

19:36:21 Uhr 

Lueg schnell obs hange isch? 

Beschuldigter B._____ 09.10.2021 

20:14:00 Uhr 

"OBJ" 

B._____ Beschuldigter 09.10.2021 

20:16:50 Uhr 

So ez isch guet 

Beschuldigter B._____ 09.10.2021 

21:52:30 Uhr 

Danke zemer (gemäss Überset-

zung: "Herz" auf Albanisch) 

Die Nachrichten zeigen ohne Weiteres auf, dass der Beschuldigte B._____ um ein 

Testzertifikat für M._____ ersuchte und diese das Testzertifikat auch tatsächlich 

ausstellte. Für die Frage, ob sich M._____ im Vorfeld hat testen lassen, lassen sich 

daraus jedoch keine Hinweise entnehmen. Da der Beschuldigte B._____ um 

20.14 Uhr jedoch erneut den Transfercode von M._____ zuschickt und diese darauf 

antwortet, dass es nun geklappt habe, deutet darauf hin, dass es beim ersten Ver-

such der Zustellung nicht funktionierte. Da sie es daraufhin erneut versuchten und 

das Testzertifikat dann rund eineinhalb Stunden nach der Anfrage des Beschuldig-

ten ausgestellt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass sich M._____ vor-

gängig nicht hat testen lassen. Denn falls er sich bei einer zugelassenen Teststelle 

hätte testen lassen, hätte er in dieser Zeitspanne von dieser Teststelle bereits ein 

Testzertifikat erhalten und wäre nicht mehr auf jenes von B._____ angewiesen ge-

wesen. Es lässt sich somit erstellen, dass der Beschuldigte B._____ am 9. Oktober 

2021 um ein negatives Testzertifikat für M._____ ersuchte und diese ihm ein sol-

ches effektiv ausstellte, ohne dass sich M._____ im Vorfeld an einer zugelassenen 

Teststelle durch eine Fachperson hat testen lassen. 

11. November 2021 für M._____ 

Da die Anfrage für M._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann in Bezug auf 

dessen Aussagen und jenen von B._____ sowie den entsprechenden IRC-Report 

auf die vorstehenden Ausführungen zum 8. Oktober 2021 verwiesen werden. 

- 14 - 

Am 11. November 2021 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldig-

ten und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 2): 

Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 11.11.2021 

17:28:49 Uhr 

M._____ tt.05.1999 

Beschuldigter B._____ 11.11.2021 

17:28:59 Uhr 

"OBJ" 

B._____ Beschuldigter 11.11.2021 

18:00:43 Uhr 

gmacht 

Aus den Nachrichten geht ohne Weiteres hervor, dass der Beschuldigte B._____ 

um die Ausstellung eines Testzertifikats für M._____ ersuchte. Anhand der Rück-

meldung von B._____ kann zudem geschlossen werden, dass sie M._____ am 

11. November 2021 auch tatsächlich ein Testzertifikat ausstellte. Zwar ergibt sich 

aus den Nachrichten nicht, ob sich dieser im Vorfeld hat testen lassen, aber auf-

grund dessen, dass für den 9. Oktober 2021 erstellt werden konnte, dass sich 

M._____ nicht hat testen lassen sowie den weiteren Anfragen des Beschuldigten 

an B._____, kann davon ausgegangen werden, dass sich M._____ auch am vor-

liegend zu beurteilenden Tag nicht an einer zugelassenen Teststelle durch eine 

Fachperson hat testen lassen. Der Anklagesachverhalt für den 11. November 2021 

gilt somit als erstellt. 

18. November 2021 für N._____ 

Da die Anfrage für N._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann in Bezug auf 

dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf sowie den entsprechen-

den IRC-Report zu der Telefonnummer des Beschuldigten auf die vorstehenden 

Erwägungen vom 8. Oktober 2021 verwiesen werden. 

Am 18. November 2021 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldig-

ten und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 2): 

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Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 18.11.2021 

19:08:44 Uhr 

Chasch mer es zerti für de N._____ 

mache 

B._____ Beschuldigter 18.11.2021 

19:10:02 Uhr 

Ja scjick 

Beschuldigter B._____ 18.11.2021 

19:10:48 Uhr 

N._____ tt.11.1999 

Beschuldigter B._____ 18.11.2021 

19:10:52 Uhr 

"OBJ" 

Aufgrund der Nachrichten kann klar erstellt werden, dass der Beschuldigte B._____ 

an diesem Tag um ein Testzertifikat für N._____ ersuchte. Zwar geht aus ihnen 

keine Dankesnachricht oder eine Bestätigung von B._____, dass sie es erledigt 

habe, hervor, aber durch die Zusage von B._____ zur Ausstellung des Testzertifi-

kats sowie weiterer fehlender Nachrichten des Beschuldigten, dass es nicht ge-

klappt habe, kann davon ausgegangen werden, dass B._____ N._____ tatsächlich 

ein Testzertifikat ausgestellt hat. Diese Annahme wird zudem von der Aussage von 

B._____ selbst gestützt, wonach sie denke, dass sie an diesem Tag ein Testzerti-

fikat ausgestellt habe (act. 2 S. 4). Des Weiteren ist wohl – trotz fehlender Hinweise 

in den Nachrichten – davon auszugehen, dass sich N._____ im Vorfeld nicht hat 

testen lassen. Dies deshalb, weil B._____ bisher allen Anfragen für ein Testzertifi-

kat nachgekommen ist, bei welchen sich die Personen im Vorfeld nicht haben tes-

ten lassen, sowie aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten, dass er B._____ – 

mithin seine Schwester – immer wieder um Testzertifikate für Freunde ersuchte 

und bisher erstellt werden konnte, dass sich niemand von ihnen hat testen lassen. 

Demzufolge kann auch vorliegend als erstellt erachtet gelten, dass der Beschul-

digte B._____ am 18. November 2021 um ein negatives Testzertifikat für N._____ 

ersuchte und diese ein solches auch tatsächlich ausstellte, ohne dass sich N._____ 

im Vorfeld an einer zugelassenen Teststelle durch eine Fachperson hat testen las-

sen. 

- 16 - 

18. Dezember 2021 für O._____ 

Da auch die Anfrage für O._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann für Aus-

führungen in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf 

sowie den IRC-Report für die Telefonnummer des Beschuldigten auf die vorstehen-

den Ausführungen vom 8. Oktober 2021 verwiesen werden.  

Am 18. Dezember 2021 schrieb der Beschuldigte folgende Nachricht an B._____ 

(vgl. act. 4 S. 2): 

Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 18.12.2021 

19:15:58 Uhr 

tt.10.1997 O._____ 

Mehr Nachrichten in Bezug auf O._____ sind auf den Auszügen der iMessage 

Kommunikation nicht ersichtlich. Der Nachricht des Beschuldigten lässt sich aber 

entnehmen, dass er B._____ darum ersuchte, für O._____ ein Testzertifikat aus-

zustellen. Es fehlt jedoch eine Bestätigung durch B._____, dass sie dies auch getan 

habe oder eine Dankesnachricht des Beschuldigten. B._____ selbst gab jedoch an, 

dass sie denke, dass sie an den in der Anklageschrift genannten Daten die jeweili-

gen Testzertifikate ausgestellt habe (act. 2 S. 4). Die Ausstellung eines Testzertifi-

kats an O._____ kann somit aufgrund der Aussagen von B._____ angenommen 

werden. Des Weiteren ist – trotz fehlender ausdrücklicher Hinweise in den Nach-

richten – davon auszugehen, dass sich O._____ im Vorfeld nicht hat testen lassen. 

Dies deshalb, weil B._____ bisher allen Anfragen für ein Testzertifikat nachgekom-

men ist, bei welchen sich die Personen im Vorfeld nicht haben testen lassen, sowie 

aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten, dass er B._____ – mithin seine 

Schwester – immer wieder um Testzertifikate für Freunde ersuchte und bisher im-

mer erstellt werden konnte, dass sich niemand von ihnen hat testen lassen. Dem-

zufolge kann auch vorliegend als erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte 

B._____ am 18. Dezember 2021 um ein negatives Testzertifikat für O._____ er-

suchte und diese ein solches auch tatsächlich ausstellte, ohne dass sich O._____ 

- 17 - 

im Vorfeld an einer zugelassenen Teststelle durch eine Fachperson hat testen las-

sen. 

20. Dezember 2021 für P._____ und sich selbst 

a) Betreffend P._____ 

Da die Anfrage für P._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann für Ausführun-

gen in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf sowie 

den IRC-Report für die Telefonnummer des Beschuldigten auf die vorstehenden 

Ausführungen vom 8. Oktober 2021 verwiesen werden.  

Am 20. Dezember 2021 schrieben der Beschuldigte und B._____ via iMessage fol-

gende Nachrichten (act. 4 S. 2): 

Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 20.12.2021 

15:38:30 Uhr 

P._____ 

Beschuldigter B._____ 20.12.2021 

15:38:41 Uhr 

tt.04.2002 

Beschuldigter B._____ 20.12.2021 

15:38:58 Uhr 

Kannst du mir vielleicht ein zerti ma-

chen 

B._____ Beschuldigter 20.12.2021 

15:39:33 Uhr 

ja muesch schnell kurz warte 

B._____ Beschuldigter 20.12.2021 

15:39:38 Uhr 

isch sehr dringend? 

Beschuldigter B._____ 20.12.2021 

15:39:50 Uhr 

Mer wennd wienachts märt 

B._____ Beschuldigter 20.12.2021 

17:18:59 Uhr 

Isch cjo? 

Beschuldigter B._____ 20.12.2021 

17:42:27 Uhr 

Yes 

- 18 - 

Beschuldigter B._____ 20.12.2021 

17:42:31 Uhr 

Danke zemer (gemäss Überset-

zung: "Herz" auf Albanisch) 

Aus den Nachrichten geht ohne Weiteres hervor, dass der Beschuldigte B._____ 

am 20. Dezember 2021 um ein Testzertifikat für P._____ ersuchte und diese ihm 

ein solches auch ausstellte. Gemäss dem Beschuldigten hätten er und P._____ auf 

den Weihnachtsmarkt gehen wollen, wofür ein negatives Testzertifikat benötigt 

wurde. Da sie auf das Testzertifikat von B._____ warteten, welches rund zwei Stun-

den nach der Anfrage des Beschuldigten ausgestellt wurde, ist davon auszugehen, 

dass sich P._____ im Vorfeld nicht bei einer Teststelle hat testen lassen. Ansonsten 

hätte er bereits längstens ein Testzertifikat erhalten und wäre nicht mehr auf jenes 

von B._____ angewiesen gewesen. Es kann somit als erstellt erachtet werden, 

dass der Beschuldigte bei B._____ um ein negatives Testzertifikat für P._____ er-

suchte und sie ein solches auch ausstellte, ohne dass sich P._____ vorgängig an 

einer Teststelle durch eine Fachperson hat testen lassen. 

b) Betreffend sich selbst 

Gemäss Anklageschrift soll der Beschuldigte am 20. Dezember 2021 auch für sich 

selbst um ein negatives Testzertifikat bei B._____ ersucht haben. Es lässt sich aus 

der Nachricht, dass sie auf den Weihnachtsmarkt gehen wollten, zwar darauf 

schliessen, dass P._____ und der Beschuldigte zusammen dorthin gehen wollten, 

wodurch auch der Beschuldigte über ein negatives Testzertifikat hätte verfügen 

müssen, aber aus dem iMessage Verlauf ist nicht ersichtlich, dass der Beschuldigte 

bei B._____ auch um ein Testzertifikat für sich selbst ersuchte. Der Beschuldigte 

gab B._____ lediglich den Transfercode von P._____ durch und nicht auch denje-

nigen von sich selber (vgl. hierzu die nachstehenden Ausführungen zum 23. De-

zember 2021, wonach er um Ausstellung eines Testzertifikats für sich ersuchte und 

hierzu seinen Transfercode schickte). Zudem deutet die Frage von B._____, ob 

"es" angekommen sei, eher auf ein einzelnes Testzertifikat hin, weil sie ansonsten 

wohl gefragt hätte, ob "sie" bzw. die Testzertifikate [Mehrzahl] angekommen seien. 

Es kann demzufolge nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte B._____ am 

20. Dezember 2021 um ein negatives Testzertifikat für sich selbst ersucht hat. 

- 19 - 

23. Dezember 2021 für sich selbst 

Für die Ausführungen betreffend den Aussagen des Beschuldigten und B._____ in 

ihrer Einvernahme sowie in Bezug auf den IRC-Report der Telefonnummer des 

Beschuldigten kann auf jene zum 8. Oktober 2021 verwiesen werden. 

Am 23. Dezember 2021 tauschten der Beschuldigte und B._____ folgende Nach-

richten via iMessage aus (vgl. act. 4 S. 3): 

Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 23.12.2021 

22:46:38 Uhr 

"OBJ" 

Beschuldigter B._____ 23.12.2021 

22:46:46 Uhr 

A._____ 

Beschuldigter B._____ 23.12.2021 

22:46:50 Uhr 

tt.02.2001 

Beschuldigter B._____ 23.12.2021 

22:47:07 Uhr 

Ich bruch wider mal en Test 

Beschuldigter B._____ 23.12.2021 

22:47:12 Uhr 

2g + 

B._____ Beschuldigter 23.12.2021 

22:47:34 Uhr 

2min 

Beschuldigter B._____ 23.12.2021 

22:47:35 Uhr 

Was für es lebe ! 

Beschuldigter B._____ 23.12.2021 

22:47:40 Uhr 

Danke shaz 

Aus dem Chatverlauf wird ohne Weiteres ersichtlich, dass der Beschuldigte 

B._____ an diesem Tag um die Ausstellung eines Testzertifikats für sich selbst er-

suchte. Da der Beschuldigte nach der letzten Nachricht nichts mehr dahingehend 

schrieb, dass die Ausstellung des Testzertifikats nicht geklappt habe, kann davon 

- 20 - 

ausgegangen werden, dass B._____ ihm an diesem Tag ein solches auch tatsäch-

lich ausstellte. B._____ bestritt zudem nicht, dass sie an den in der Anklage aufge-

führten Daten die jeweiligen Testzertifikate ausgestellt habe (act. 2 S. 4). Es geht 

aus den Nachrichten zwar nicht ausdrücklich hervor, ob sich der Beschuldigte im 

Vorfeld hat testen lassen, jedoch schreibt er, dass er wieder einmal einen Test be-

nötige. Es scheint demnach nicht das erste Mal gewesen zu sein, dass er sich bei 

B._____ ein Testzertifikat erstellen liess. Bei den bisherigen Anfragen des Beschul-

digten konnte indessen mehrheitlich erstellt werden, dass sich die Personen vor-

gängig nicht haben testen lassen, was den Schluss nahe legt, dass sich auch der 

Beschuldigte selbst nicht hat testen lassen, zumal es sich bei B._____ um seine 

Schwester handelt. Seine Nachricht, was dies für ein Leben sei, kann sich entweder 

auf den 2G+ Status beziehen oder auch darauf, dass er jederzeit einfach ein Test-

zertifikat von ihr erhält. Selbst wenn man die Nachricht jedoch auf den 2G+ Status 

bezieht, kann aufgrund der davorstehenden Ausführungen als erstellt erachtet wer-

den, dass der Beschuldigte B._____ am 23. Dezember 2021 um die Ausstellung 

eines negativen Testzertifikats ersuchte und diese ihm ein solches auch effektiv 

ausstellte, ohne dass sich der Beschuldigte im Vorfeld an einer zugelassenen Test-

stelle durch eine Fachperson hat testen lassen. 

2. Februar 2022 für N._____ 

Da die Anfrage für N._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann für Ausführun-

gen in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf sowie 

den entsprechenden IRC-Report auf die vorstehenden Ausführungen zum 8. Okto-

ber 2021 verwiesen werden. 

Am 2. Februar 2022 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldigten 

und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 3): 

Absender Empfänger Datum / Zeit Nachricht 

Beschuldigter B._____ 02.02.2022 

14:49:27 Uhr 

N._____, tt.11.1999 

- 21 - 

Beschuldigter B._____ 02.02.2022 

14:49:34 Uhr 

… [Transfercode] 

Beschuldigter B._____ 02.02.2022 

14:49:43 Uhr 

Er brüchtis ab jetzt 

B._____ Beschuldigter 02.02.2022 

15:49:20 Uhr 

bis wen schaffsch hüt? 

Aus den Nachrichten wird zwar die Anfrage des Beschuldigten an B._____ für die 

Ausstellung eines Testzertifikats für N._____ ersichtlich, jedoch geht aus ihnen 

nicht hervor, ob ein solches auch effektiv ausgestellt wurde. B._____ antwortete 

eine Stunde später lediglich mit der Frage, wie lange der Beschuldigte an diesem 

Tag arbeiten würde. Bei den vergangenen Anfragen des Beschuldigten liess sich 

jedoch mehrheitlich erstellen, dass B._____ die Testzertifikate auch effektiv ausge-

stellt hat. Da B._____ in der Konfrontationseinvernahme zudem nicht bestreitet, 

dass sie an den Daten aus der Anklage Testzertifikate für den Beschuldigten und 

seine Freunde ausstellte (act. 2 S. 4), kann davon ausgegangen werden, dass sie 

dies auch in diesem Fall für N._____ tat. Zudem hakte der Beschuldigte auch nicht 

weiter bei B._____ betreffend die Ausstellung des Testzertifikats nach, was eben-

falls darauf schliessen lässt, dass sie ein solches für N._____ ausgestellt hat. Die 

Nachricht des Beschuldigten, dass N._____ das Testzertifikat ab jetzt benötige, 

deutet zudem darauf hin, dass er sich im Vorfeld nicht hat testen lassen, sondern 

schnell ein negatives Testzertifikat benötigte und deshalb über den Beschuldigten 

bei B._____ um ein solches ersuchte. Demzufolge kann der Sachverhalt dahinge-

hend als erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte B._____ am 2. Februar 

2022 um die Ausstellung eines negativen Testzertifikats für N._____ ersuchte und 

diese ein solches auch tatsächlich ausstellte, ohne dass sich N._____ im Vorfeld 

an einer zugelassenen Teststelle durch eine Fachperson hat testen lassen. 

5.3. Fazit 

Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass der Anklagesach-

verhalt mehrheitlich erstellt werden konnte. Aufgrund der iMessage Kommunikation 

zwischen dem Beschuldigten und B._____ ist erstellt, dass der Beschuldigte 

- 22 - 

B._____ im Zeitraum vom 8. Oktober 2021 bis zum 2. Februar 2022 insgesamt um 

die Ausstellung von acht negativen Testzertifikaten für sich und seine in der An-

klage genannten Freunde ersuchte, obwohl er und seine Freunde sich jeweils nicht 

an einer zugelassenen Teststelle durch eine Fachperson testen liessen. Weiter gilt 

als erstellt, dass B._____ dem Beschuldigten in der Folge die negativen Testzerti-

fikate auch effektiv ausstellte. 

Einzig nicht erstellt werden konnte, dass der Beschuldigte B._____ am 20. Dezem-

ber 2021 um die Ausstellung eines negativen Testzertifikats für sich selbst er-

suchte. Von diesem Anklagevorwurf ist der Beschuldigte folglich freizusprechen. 

III. Rechtliche Würdigung 

Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als mehrfache An-

stiftung zur Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 24 StGB. 

1. Mehrfache Anstiftung zur Urkundenfälschung 

1.1. Objektiver Tatbestand 

1.1.1. Der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich straf-

bar, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schä-

digen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, 

eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Urkunde oder das echte Handzei-

chen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder eine recht-

lich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt oder eine Ur-

kunde dieser Art zur Täuschung gebraucht. Gemäss Art. 110 Abs. 4 StGB sind Ur-

kunden Schriften, die bestimmt und geeignet sind, oder Zeichen, die bestimmt sind, 

eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen. Eine Tatsache ist dann von 

rechtlicher Bedeutung, wenn sie alleine oder in Verbindung mit anderen Tatsachen 

die Entstehung, Erhaltung, Feststellung, Veränderung, Übertragung oder Aufhe-

bung eines Rechts oder einer Pflicht bewirkt (BOOG, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 

Basler Kommentar Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2018, Art. 110 Abs. 4 StGB N 23). 

- 23 - 

Die Urkunde muss zudem bestimmt und geeignet sein, eine solche Tatsache zu 

beweisen, wobei es auf die allgemeine Beweistauglichkeit der Urkunde ankommt 

(OFK/StGB-WEDER, Art. 110 StGB N 11). In Bezug auf die Erkennbarkeit des Aus-

stellers ist festzuhalten, dass hierbei nicht erforderlich ist, dass der wirkliche Aus-

steller aus der Urkunde ersichtlich ist. Aussteller kann dabei eine Einzelperson, eine 

juristische Person oder eine Behörde sein (BOOG, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 

Basler Kommentar Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2018, Art. 110 Abs. 4 StGB N 41). 

Die Urkundenfälschung umfasst die Fälschung i.e.S., die Falschbeurkundung so-

wie den Gebrauch einer gefälschten oder unwahren Urkunde. Bei der Falschbeur-

kundung wird eine echte, aber unwahre Urkunde erstellt, bei welcher der wirkliche 

und der in der Urkunde enthaltene Sachverhalt nicht übereinstimmen (BOOG, in: 

Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2018, 

Art. 251 StGB N 64). 

1.1.2. Wer jemanden vorsätzlich zu dem von diesem verübten Verbrechen oder 

Vergehen bestimmt hat, wird im Sinne der Anstiftung gemäss Art. 24 StGB nach 

der Strafandrohung, die auf den Täter Anwendung findet, bestraft. Bei der Anstif-

tung gilt der Grundsatz der limitierten Akzessorietät, wonach die Haupttat nur tat-

bestandsmässig und rechtswidrig, nicht aber schuldhaft begangen worden sein 

muss. Der Anstifter unterliegt der gleichen Strafdrohung wie der Haupttäter, 

wodurch sachliche Merkmale der Tat akzessorisch zu behandeln sind; im Unter-

schied zu persönlichen Merkmalen (OFK/StGB-DONATSCH, Art. 24 StGB N 14 f.). 

Als objektives Anstiftungsmittel kommt grundsätzlich jedes motivierende Verhalten 

des Anstifters in Frage (FORSTER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 

Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2018, Art. 24 StGB N 16). So kann das Hervorrufen 

des Tatentschlusses durch Überreden, konkludente Aufforderung, Bitten etc. erfol-

gen, wobei die Überwindung eines erheblichen Widerstandes nicht erforderlich ist. 

Zwischen dem motivierenden Verhalten und dem Tatentschluss muss indessen ein 

Kausalzusammenhang bestehen (OFK/StGB-DONATSCH, Art. 24 StGB N 17 f.). Die 

Person des Opfers und die konkrete Tatausführung der Haupttat brauchen nicht 

präzise festgelegt zu sein, die angestrebte Haupttat muss jedoch zumindest im 

Kontext als Straftat erkennbar sein (FORSTER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 

Kommentar Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2018, Art. 24 StGB N 21). Die gewünschte 

- 24 - 

Straftat muss eine vorsätzliche, tatbestandsmässige und rechtswidrige Handlung 

sein und kann in einem Verbrechen, Vergehen oder in einer Übertretung bestehen. 

Die Anstiftung ist dann vollendet, wenn der Angestiftete die Tat begeht oder min-

destens in strafbarer Weise versucht (OFK/StGB-DONATSCH, Art. 24 StGB N 21 ff.). 

1.1.3. Wie vorstehend ausgeführt wurde, gilt als erstellt, dass der Beschuldigte 

B._____ im Zeitraum vom 8. Oktober 2021 bis zum 2. Februar 2022 insgesamt um 

die Ausstellung von acht negativen Testzertifikaten ersuchte. In Bezug auf die Aus-

stellung dieser Testzertifikate – was mithin die Haupttat darstellt – kann indessen 

auf das separate Verfahren Nr. DG220193-L betreffend B._____ verwiesen wer-

den. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass es sich bei einem Testzertifikat um ein 

digitales – oder ausgedrucktes – schriftliches PDF-Dokument handelt. Auf dem 

Testzertifikat ersichtlich ist, dass es durch das Bundesamt für Gesundheit ausge-

stellt wurde und auch in welchem Testzentrum sich die Person hat testen lassen. 

B._____ ist als Ausstellerin des Testzertifikats zwar nicht ersichtlich, jedoch ist dies 

auch nicht erforderlich. Das Testzertifikat zeigt auf, ob die getestete Person zum 

Testzeitpunkt negativ oder positiv auf Covid getestet wurde. Dies stellt mithin eine 

Tatsache von rechtlicher Bedeutung dar, da mit einem positiven Ergebnis gewisse 

Pflichten (wie beispielsweise die Einhaltung der Quarantäne) und mit einem nega-

tivem Ergebnis gewisse Rechte (z.B. die Genehmigung zur Teilnahme an Veran-

staltungen etc.) einhergingen. Es wurde zudem erst nach der Durchführung eines 

korrekten Testablaufs, d.h. durch eine Dritt- bzw. Fachperson, ausgestellt. Durch 

das Testzertifikat bestand mithin eine objektive Garantie für die Richtigkeit des 

Testergebnisses, welches jeweils nur nach einem offiziell durchgeführten Covid-

Test ausgestellt wurde und worauf mach sich verlassen konnte. Es war somit ge-

eignet und auch dazu bestimmt, das Testergebnis sowie die korrekte Durchführung 

eines Test für die jeweilige Person zu beweisen. Folglich handelt es sich bei dem 

Covid-Testzertifikat um eine Urkunde im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB. Da sich 

weder der Beschuldigte noch seine Freunde, welchen B._____ ein negatives Test-

zertifikat ausstellte, durch eine Fachperson an einer dafür zugelassenen Teststelle 

haben testen lassen, stellen die von B._____ ausgestellten Testzertifikate echte, 

aber unwahre Urkunden dar. Sie beurkunden zum einen wahrheitswidrig, dass der 

korrekte Ablauf eines Test eingehalten wurde und zum anderen, dass ein negativer 

- 25 - 

Testbefund vorlag. Folglich fällt die Falschbeurkundung der wahrheitswidrigen ne-

gativen Covid-Testzertifikate unter den Tatbestand der Urkundenfälschung im 

Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB. 

Somit liegt eine tatbestandsmässige und rechtswidrige Haupttat vor. Vorliegend er-

suchte der Beschuldigte B._____ per iMessage-Nachrichten um die Ausstellung 

der Testzertifikate. Aufgrund der Nachrichten des Beschuldigten, stellte B._____ 

anschliessend die Testzertifikate aus, wodurch ein Kausalzusammenhang zwi-

schen dem Verhalten des Beschuldigten und dem Tatentschluss von B._____ be-

steht. Da B._____ zumindest davon ausgehen musste, dass sich der Beschuldigte 

und seine Freunde vor der Ausstellung der negativen Testzertifikate nicht offiziell 

haben testen lassen, ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass die Ausstellung 

der Testzertifikate als Straftat erkennbar war. Dabei handelt es sich um eine Urkun-

denfälschung – mithin um eine vorsätzliche, tatbestandsmässige und rechtswidrige 

Handlung in Form eines Verbrechens – und aufgrund der Tatsache, dass B._____ 

die negativen Testzertifikate am Ende tatsächlich an den Beschuldigten ausstellte, 

ist die Anstiftung vollendet und der objektive Tatbestand diesbezüglich erfüllt. 

1.2. Subjektiver Tatbestand 

1.2.1. In subjektiver Hinsicht bestimmt der Anstifter jemand anderen vorsätzlich zur 

Begehung einer Straftat. Er ruft im Angestifteten wissentlich und willentlich den Ta-

tentschluss für eine konkrete Straftat hervor und will, dass der Angestiftete den Ta-

tentschluss verwirklicht, indem er die Straftat vollendet. Eventualvorsatz des Anstif-

ters genügt mithin (FORSTER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 

Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2018, Art. 24 StGB N 3). Der Anstifter muss weiter 

subjektiv voraussehen bzw. in Kauf nehmen, dass sein motivierendes Verhalten 

den Tatentschluss beim Angestifteten hervorruft und sich insofern für die Haupttat 

kausal auswirkt. Er muss damit vorsätzliches tatbestandsmässiges und rechtswid-

riges Verhalten des Haupttäters in Kauf nehmen (FORSTER, in: Niggli/Wiprächtiger 

[Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht, 4. Auflage, Basel 2018, Art. 24 StGB N 5). 

1.2.2. Der Beschuldigte wusste, dass weder er noch seine Freunde sich vor der 

Ausstellung der negativen Testzertifikate an einer offiziellen Teststelle haben testen 

- 26 - 

lassen und die Covid-Testzertifikate folglich nicht der Wahrheit entsprechen wür-

den. Dennoch ersuchte er B._____ um die Ausstellung solcher Testzertifikate. Sein 

Wille war damit auf die Ausstellung der Testzertifikate gerichtet. Dabei wusste er, 

dass B._____ erst aufgrund seines Ersuchens hin die entsprechenden Testzertifi-

kate ausstellen würde, was er zumindest in Kauf nahm, um die negativen Testzer-

tifikate für sich und seine Freunde zu erhalten. Somit nahm er auch zumindest in 

Kauf, dass B._____ ihm die wahrheitswidrigen negativen Testzertifikate ausstellte 

und sich somit der Urkundenfälschung strafbar machte. Der Beschuldigte handelte 

demnach vorsätzlich in Bezug auf die Anstiftung und eventualvorsätzlich in Bezug 

auf die Haupttat von B._____. 

2. Fazit 

Der Beschuldigte hat sich durch sein Verhalten der mehrfachen Anstiftung zur Ur-

kundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB 

schuldig gemacht und ist hierfür zu bestrafen. 

IV. Strafzumessung 

1. Strafrahmen 

1.1. Bei der Strafzumessung ist zunächst der abstrakte Strafrahmen zu bestim-

men. Für die Festlegung des Strafrahmens bei mehreren Straftaten ist auf die 

Strafe der schwersten Tat abzustellen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Der ordentliche Straf-

rahmen kann unter Berücksichtigung von Strafschärfungs- und Strafmilderungs-

gründen nach oben beziehungsweise nach unten erweitert werden, sofern ausser-

gewöhnliche Umstände vorliegen und die angeordnete Strafe im konkreten Fall zu 

hart resp. zu milde erscheint. In aller Regel ist der Strafrahmen vom Gesetzgeber 

jedoch sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung 

zu tragen (BGE 136 IV 55 E 5.8). Das Gericht ist jedoch verpflichtet, Strafschär-

fungsgründe zumindest straferhöhend und Strafmilderungsgründe strafmindernd 

im Rahmen des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen (BGE 116 IV 300 

E. 2a). 

- 27 - 

1.2. Vorliegend hat sich der Beschuldigte der mehrfachen Anstiftung zur Urkun-

denfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB 

schuldig gemacht. Der Strafrahmen von Art. 251 Ziff. 1 StGB sieht eine Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Gemäss Art. 24 StGB wird der Anstif-

ter nach der Strafandrohung, die auf den Täter Anwendung findet, bestraft. Vorlie-

gend bestehen keine aussergewöhnlichen Umstände, die es rechtfertigen würden, 

den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen. Dazu bedürfte es weiterer ins Gewicht 

fallender Umstände, die das Verschulden des Beschuldigten als besonders leicht 

bzw. schwer erscheinen lassen, was vorliegend nicht der Fall ist. Die Strafe ist in-

nerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzulegen. 

2. Strafzumessungsregeln 

2.1. Innerhalb des gegebenen Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-

chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). 

2.2. Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und 

Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der 

Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die 

objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des 

Ausmasses des Erfolgs sowie aufgrund der Art und Weise des Vorgehens zu be-

urteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. 

Ebenfalls von Bedeutung sind die kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tatausfüh-

rung durch mehrere Täter sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven 

Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung 

sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täterkom-

ponente umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere 

- 28 - 

frühere Strafen oder Wohlverhalten, und das Verhalten nach der Tat und im Straf-

verfahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständ-

nis (TRECHSEL/THOMMEN in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar zum Schwei-

zerischen Strafgesetzbuch, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 47 N 16 ff.; HEIM-

GARTNER in: Donatsch [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zum Schweizerischen Straf-

gesetzbuch, 21. Aufl., Zürich 2022, Art. 47 N 6 ff.). 

3. Verschulden 

3.1. Tatkomponente 

3.1.1. Bezüglich der objektiven Tatschwere ist zunächst festzuhalten, dass der Be-

schuldigte B._____ im Zeitraum vom 8. Oktober 2021 bis 2. Februar 2022 insge-

samt um acht negative Testzertifikate für sich und seine Freunde ersuchte, welche 

ihm in der Folge auch tatsächlich ausgestellt wurden. Indem sich weder der Be-

schuldigte noch seine Freunde im Vorfeld bei einer offiziellen Teststelle haben tes-

ten lassen, gefährdete der Beschuldigte die Gesundheit anderer, da sie mit ihren 

Testzertifikaten, unabhängig von ihrem Testergebnis, Veranstaltungen oder Loka-

litäten besuchen konnten. In der damaligen Zeit stand jedoch die Eindämmung des 

Virus im Vordergrund. Zentral war der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung so-

wie der Schutz des Gesundheitssystems vor Überlastungen. Diese Ziele sollten – 

unter anderem – mit der Einführung der Zertifikatspflicht gewährleistet werden. Die 

Bevölkerung durfte und musste man darauf vertrauen resp. war darauf angewie-

sen, dass sich alle an diese Pflicht halten würden, wobei der Beschuldigte durch 

sein Verhalten dieses Vertrauen in egoistischer Weise missbrauchte. Zudem kam 

B._____ durch ihre Stellung als Mitarbeiterin in einem Testzentrum eine gewisse 

Sonderstellung während dieser Zeit zu, welche der Beschuldigte – mithin ihr Bruder 

– ausnutzte und somit Andere gefährdete, obwohl die Tests damals relativ einfach 

durchzuführen und eher günstig waren. Dem Beschuldigten kann einzig zugutege-

halten werden, dass die Gültigkeitsdauer von Testzertifikaten – im Vergleich zu 

Impf- oder Genesenenzertifikaten – eher kurz war und er sie nicht entgeltlich er-

worben hat. Die objektive Tatschwere erweist sich somit als leicht. Die Tat des Be-

schuldigten ist im unteren Bereich des weit gespannten Strafrahmens von Art. 251 

Ziff. 1 StGB anzusiedeln. 

- 29 - 

3.1.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte vorsätz-

lich in Bezug auf die Anstiftung und eventualvorsätzlich in Bezug auf die Haupttat 

von B._____ handelte. Anhand der iMessage-Nachrichten wird zudem teilweise er-

sichtlich, dass dem Beschuldigten die Konsequenzen seines Handeln schlichtweg 

egal waren und er sich einfach über die damaligen Regelungen hinwegsetzte. Die 

subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere jedoch nicht zu relativieren 

und die Einsatzstrafe ist auf 140 Tagessätze festzusetzen. 

3.2. Täterkomponente 

3.2.1. In Bezug auf seine persönlichen Verhältnisse führte der Beschuldigte aus, 

dass er in einem 100 %-Pensum im Q._____ im Verkauf arbeite. Sein monatliches 

Nettoeinkommen betrage je nach Monat ca. Fr. 4'000.–. Er arbeite dabei auf Provi-

sion, wobei der Betrag nicht erwähnenswert sei. Während der Festivalzeit arbeite 

der Beschuldigte zudem als Nebenerwerb noch an einer Bar. Er lebe bei seinen 

Eltern, wobei die Wohnung pro Monat Fr. 2'500.– koste und jeder der vier Parteien 

in der Wohnung einen Teil bezahle. Sein Anteil am Mietzins betrage ca. Fr. 500.– 

bis Fr. 1'000.–. Vermögen oder Schulden habe der Beschuldigte nicht (act. 2 S. 6 f.; 

Prot. S. 38 ff.). 

3.2.2. Gemäss Strafregisterauszug ist der Beschuldigte in der Schweiz nicht vorbe-

straft, was neutral zu bewerten ist (act. 11/1; act. 37). 

3.2.3. Bei der Strafzumessung ist das Nachtatverhalten des Täters mit zu berück-

sichtigen. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren. Ein 

Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung von Straf-

taten sowie Einsicht und Reue wirken strafmindernd (WIPRÄCHTIGER/KELLER in: Nig-

gli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK StGB I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 47 N 167 ff.). Der 

Beschuldigte machte während der ganzen Untersuchung von seinem Aussagever-

weigerungsrecht Gebrauch und zeigte weder Reue noch Einsicht in seinem Ver-

halten. Aus dem Nachtatverhalten kann somit nichts zu Gunsten des Beschuldigten 

abgeleitet werden. 

- 30 - 

3.2.4. Die Täterkomponente wirkt sich unter Berücksichtigung aller zuvor erwähn-

ten strafmindernden und straferhöhenden Strafzumessungsfaktoren neutral auf 

die Strafhöhe aus. Damit bleibt es bei der Einsatzstrafe von 140 Tagessätzen. 

4. Auszufällende Strafe 

4.1. Das Verbrechen, für das der Beschuldigte zu verurteilen ist, kann mit Frei-

heitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden (Art. 251 Ziff. 1 StGB). Ist eine Strafe 

von unter 180 Tagessätzen bzw. 6 Monaten in Betracht zu ziehen, hat das Gericht 

die Auswahl zwischen einer Geld- und Freiheitstrafe (JOSITSCH/ EGE/SCHWAR-

ZENEGGER, Strafrecht II, Strafen und Massnahmen, 9. Aufl., Zürich 2018, S. 139). 

Statt auf eine Geldstrafe kann auf eine Freiheitsstrafe erkannt werden, wenn eine 

solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB) oder eine Geldstrafe voraus-

sichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB). 

4.2. Der Beschuldigte ist vorliegend nicht vorbestraft und eine Freiheitsstrafe er-

weist sich als nicht erforderlich, um den Beschuldigten von weiteren Delikten abzu-

halten. In Anbetracht der vorstehend geschilderten finanziellen Verhältnisse des 

Beschuldigten ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte insgesamt ein Ein-

kommen von durchschnittlich ca. Fr. 4'000.– im Monat erzielt. Daher erscheint es 

angemessen, den Tagessatz auf Fr. 90.– festzusetzen. Der Beschuldigte ist somit 

mit einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu Fr. 90.– zu bestrafen. 

V. Strafvollzug 

1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell ist für den Aufschub des Voll-

zugs nach Art. 42 Abs. 1 StGB das Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausge-

setzt. Das heisst in Anlehnung an die herrschende Praxis, dass auf das Fehlen von 

Anhaltspunkten für eine Wiederholungsgefahr abgestellt wird. Bei der Beurteilung 

der Frage, ob die für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges erforderliche 

- 31 - 

Voraussetzung des Fehlens einer ungünstigen Prognose vorliegt, ist eine Gesamt-

würdigung aller Umstände vorzunehmen. Dabei sind insbesondere Vorleben, Leu-

mund, Charaktermerkmale und Tatumstände einzubeziehen (HEIMGARTNER in: Do-

natsch [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 

21. Aufl., Zürich 2022, Art. 42 N 6 ff.).  

2. In objektiver Hinsicht sind die Voraussetzungen zur Gewährung des beding-

ten Strafvollzuges vorliegend erfüllt, da der Beschuldigte zu einer Geldstrafe verur-

teilt wird, die sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens befindet. Dem Beschuldig-

ten ist als Ersttäter zudem ohne Weiteres eine günstige Prognose zuzugestehen 

und es ist ihm demnach der bedingte Strafvollzug zu gewähren. 

3. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so be-

stimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 

StGB). Vorliegend sind keinerlei Gründe ersichtlich, die für eine besonders lange 

Probezeit sprechen würden. Es erscheint vielmehr aufgrund der vorstehenden Er-

wägungen angemessen, eine Probezeit von zwei Jahren anzusetzen. 

VI. Einziehungen 

1. Gemäss Art. 263 Abs. 1 StPO können Gegenstände und Vermögenswerte, 

die als Beweismittel oder zur Sicherstellung von Verfahrenskosten, Geldstrafen, 

Bussen und Entschädigungen gebraucht werden oder zur Einziehung in Frage 

kommen, in Beschlag genommen oder auf andere Weise der Verfügung ihres In-

habers entzogen werden. Ist die Beschlagnahme eines Gegenstandes oder Ver-

mögenswertes nicht vorher aufgehoben worden, so ist über seine Rückgabe an die 

berechtigte Person, seine Verwendung zur Kostendeckung oder über seine Einzie-

hung im Endentscheid zu befinden (Art. 267 Abs. 3 StPO). 

2. Die Verteidigung beantragt die Herausgabe des beim Beschuldigten sicher-

gestellten Gaming-PC (act. 43 S. 2; Prot. S. 74). Aus der Sicherstellungsliste der 

Kantonspolizei Zürich geht hervor, dass anlässlich der Hausdurchsuchung vom 

2. August 2022 in der Wohnung des Beschuldigten ein Computer Tower Desktop 

- 32 - 

Marke Eigenbau (Asservat-Nr. A016'417'166) sichergestellt wurde (act. 9/3). Ge-

mäss Rapport der Kantonspolizei Zürich betreffend Computerauswertung vom 

26. August 2022 seien auf dem Computer nur wenige Daten gespeichert, weshalb 

davon ausgegangen werden könne, dass das Gerät primär zu Gaming-Zwecken 

verwendet worden sei. Der sichergestellte Computer wurde nach der Auswertung 

in der Asservatentriage der Kantonspolizei Zürich aufbewahrt (act. 9/7). Die Ankla-

geschrift äussert sich indessen nicht zu beschlagnahmten Gegenstände bzw. stellt 

diesbezüglich keine Anträge (vgl. act. 15 S. 4). Anlässlich der Hauptverhandlung 

führt die Staatsanwaltschaft sodann aus, dass der Gaming-PC herausgegeben 

werden könne, sofern er noch nicht beschlagnahmt worden sei. Er sei beim Büro 

für Asservate bei der Kantonspolizei Zürich eingelagert (Prot. S. 81). 

3. Der einzig zu Beweiszwecken sichergestellte Computer Tower Desktop 

Marke Eigenbau (Asservat-Nr. A016'417'166) ist somit an den Beschuldigten oder 

seine Verteidigung nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herauszugeben. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von Art. 424 StPO in Verbindung mit § 2 

Abs. 1 lit. b sowie § 14 Abs. 1 lit. b GEbV OG auf Fr. 1'500.– festzusetzen. 

2. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person bei einer Verur-

teilung die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung. Wird das Verfahren eingestellt oder die 

beschuldigte Person freigesprochen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder 

teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des 

Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 

StPO). Vorliegend ist der Beschuldigte lediglich in Bezug auf das Ersuchen eines 

Testzertifikats freizusprechen und für das Ersuchen der rechtlichen acht Testzerti-

fikate schuldig zu sprechen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten 

der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der 

- 33 - 

amtlichen Verteidigung, trotzdem in vollem Umfang dem Beschuldigten aufzuerle-

gen. 

3. Die von der amtlichen Verteidigung geltend gemachten Aufwendungen 

(act. 36 und 44) erscheinen in Anbetracht der konkreten Umstände des Falles als 

angemessen. Die Entschädigung ist auf Fr. 6'334.45 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

festzusetzen (vgl. § 16, 17 und 23 AnwGebV). Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung sind in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO einstweilen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen, wobei eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbe-

halten bleibt. 

  

- 34 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Anstiftung zur Urkundenfäl-

schung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Anstiftung zur Urkundenfälschung im 

Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB betreffend 

den 20. Dezember 2021 für sich selbst freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 

Fr. 90.–.  

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5. Der am 2. August 2022 sichergestellte Computer Tower Desktop Marke Ei-

genbau (Asservat-Nr. A016'417'166) wird dem Beschuldigten oder seiner 

Verteidigung nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlan-

gen herausgegeben. 

Wird der vorgenannte Gegenstand innert drei Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils nicht herausverlangt, so wird er der Lagerbehörde 

zur Vernichtung oder gutscheinenden Verwendung überlassen. 

Ein allfälliger Verwertungserlös wird zur Verfahrenskostendeckung verwen-

det. 

6. Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 6'334.45 (inkl. Barauslagen und 

MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

- 35 - 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.–   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 360.–   EDV-Datensicherung 

Fr. 6'334.45   amtliche Verteidigung. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

10. Mündliche Eröffnung am 26. September 2023, Begründung und schriftliche 

Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben); 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland (übergeben); 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich, per E-Mail (partner@ma.zh.ch); 

und hernach als begründetes Urteil an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A; 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 

8090 Zürich; 
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Asservate Triage, gemäss Dis-

positiv-Ziffer 5; 
− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-

schuldigten gemäss Dispositiv-Ziffer 5 betr. Herausgabefrist. 

- 36 - 

11. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-
zirksgericht Zürich, 10. Abteilung, Wengistr. 28, Postfach, 8036 Zürich, 

mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden. 

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder 

wenn ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist. 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden: 

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit. 

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 
begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 
Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt. 

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten. 

  

- 37 - 

 
Zürich, 21. September 2023 

 
BEZIRKSGERICHT ZÜRICH 
10. Abteilung - Einzelgericht 

 
Der Vorsitzende: 

 
 
 

lic. iur. M. Hauser 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw C. Moers 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zur Beachtung: 
Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 21. September 2023 (begründete Ausfertigung)
	Anklage:
	An der Hauptverhandlung anwesende Parteien: (Prot. S. 11)
	Anträge der Anklagebehörde: (act. 15 S. 4)
	Anträge der Verteidigung des Beschuldigten A._____: (act. 43 S. 2; Prot. S. 74)
	Erwägungen:
	I. Prozessuales
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland (nachfolgend Staatsanwaltschaft) vom 27. September 2022 ging am 30. September 2022 beim hiesigen Bezirksgericht ein (act. 15). Mit Verfügung vom 1. März 2023 wurde den Parteien angezeigt, d...
	1.2. Zur Hauptverhandlung am 11. September 2023 erschien der Beschuldigte A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, die im Verfahren Nr. DG220193-L Beschuldigte B._____ in Begleitung ihres amtlichen Verteidige...
	1.3. Anlässlich der Hauptverhandlung schlossen sich Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____, Rechtsanwalt lic. iur. X4._____, Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, Rechtsanwalt MLaw X6._____ sowie Rechtsanwalt MLaw, LL.M. X7._____ dem Antrag von Rechtsanwalt lic. iu...
	1.4. Nach durchgeführter Hauptverhandlung am 11. September 2023 wurde das Urteil anlässlich der Urteilseröffnung am 26. September 2023 mündlich eröffnet, begründet und den Parteien schriftlich im Dispositiv übergeben (act. 49; Prot. S. 90 f.).

	II. Sachverhalt
	1. Vorwurf der Anklagebehörde
	Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, dass er B._____ per iMessage, mutmasslich von seinem Wohnort am J._____ 1 in K._____ aus, ersucht habe, zu den in der Anklageschrift aufgeführten Zeitpunkten für die jeweils dort genannten Personen m...

	2. Allgemeines zur Sachverhaltserstellung
	2.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO).
	2.2. Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der Anklageschrift...
	2.3. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung üb...

	3. Bestrittener bzw. unbestrittener Sachverhalt
	3.1. Zur Erstellung des Sachverhalts ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob der eingeklagte Sachverhalt bzw. Teile davon vom Beschuldigten bestritten werden. Der nicht bestrittene Sachverhalt gilt als erstellt, sofern er sich mit dem Ergebnis der v...
	3.2. Der Beschuldigte verweigerte bei seiner Konfrontationseinvernahme vom 4. August 2022 vollumfänglich die Aussage (act. 2 S. 2 ff.). Auch anlässlich der Hauptverhandlung vom 11. September 2023 machte der Beschuldigte im Wesentlichen von seinem Auss...
	3.3. Der Anklagesachverhalt wird vom Beschuldigten somit vollumfänglich bestritten. Demzufolge ist nachstehend zu prüfen, ob dieser gestützt auf die vorliegenden Beweismittel erstellt werden kann.

	4. Beweismittelwürdigung
	4.1. Beweismittel
	Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage primär auf die Auszüge der iMessage Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und der weiteren Beschuldigten B._____ sowie den IRC-Report betreffend die Telefonnummer des Beschuldigten. Des Weiteren werden auc...
	4.2. Aussagen des Beschuldigten
	Aufgrund des Umfangs der Anklageschrift erfolgt die Sachverhaltserstellung nachstehend mit der separaten Prüfung jedes einzelnen Datums. Somit werden die Aussagen des Beschuldigten zu den Vorwürfen anlässlich der jeweiligen Sachverhaltserstellung aufg...
	4.3. Aussagen der weiteren Beschuldigten B._____
	4.4. Weitere Beweismittel
	Als objektive Beweismittel liegen einerseits die iMessage-Chatnachrichten des Beschuldigten mit der weiteren Beschuldigten B._____ vor. Andererseits befindet sich der IRC-Report betreffend die Telefonnummer des Beschuldigten in den Akten, anhand welch...
	4.5. Grundsätze der Beweiswürdigung
	4.5.1. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung ...
	4.5.2. Beim Abwägen von Aussagen ist zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. Während erstere Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden kann, ist letztere für die im Prozess massg...
	4.6. Glaubwürdigkeit der Beteiligten
	4.6.1. Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzustellen, dass dieser als unmittelbar vom Strafverfahren betroffene Person ein nachvollziehbares Interesse daran haben dürfte, den Sachverhalt in einem für ihn günstigen Licht darzustel...
	4.6.2. Dasselbe gilt für die weitere Beschuldigte B._____, welche den soeben genannten Pflichten ebenfalls nicht unterliegt. Bei ihr handelt es sich allerdings um die Schwester des Beschuldigten, weshalb davon auszugehen ist, dass diese Beziehung ihre...

	5. Sachverhaltserstellung
	5.1. Vorbemerkung
	Die Anklageschrift führt im Einzelnen auf, an welchen Daten der Beschuldigte bei B._____ für welche Personen um ein negatives Testzertifikat ersucht haben soll. Diesem Aufbau ist in der nachfolgenden Sachverhaltserstellung zu folgen. Dabei ist für jed...
	5.2. Anstiftung zur Urkundenfälschung durch den Beschuldigten
	8. Oktober 2021 für L._____
	Da die Anfrage für ein Testzertifikat für L._____ durch den Beschuldigten erfolgte, sind für die Erstellung dieses Anklagevorwurfs dessen Aussagen heranzuziehen. Der Beschuldigte machte während der gesamten Konfrontationseinvernahme jedoch von seinem ...
	Durch die Auswertung des Apple MacBook Pro von B._____ konnte auf die iMessage Kommunikationen des Mobiltelefons von B._____ zugegriffen werden. Diese liegen als Beweismittel vor. Hin und wieder erscheint anstatt einer Nachricht ein kleiner Rahmen mit...
	Am 8. Oktober 2021 sind zwischen dem Beschuldigten und B._____ keine Nachrichten auf den Auszügen der iMessage Kommunikation ersichtlich. Der Vorwurf in Bezug auf den 8. Oktober 2021 basiert auf Nachrichten, welche zwischen den beiden am 9. Oktober 20...
	Aus den Nachrichten geht hervor, dass der Beschuldigte B._____ um ein Testzertifikat für eine andere Person ersuchte (siehe nachfolgend zum 9. Oktober 2021) und B._____ davon ausging, dass sie für diese Person bereits am 8. Oktober 2021 ein Testzertif...
	9. Oktober 2021 für M._____
	Da auch die Anfrage für M._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ sowie den entsprechenden IRC-Report auf die vorstehenden Ausführungen zum 8. Oktober 2021 verwiesen werden.
	Am 9. Oktober 2021 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 1 f.):
	Die Nachrichten zeigen ohne Weiteres auf, dass der Beschuldigte B._____ um ein Testzertifikat für M._____ ersuchte und diese das Testzertifikat auch tatsächlich ausstellte. Für die Frage, ob sich M._____ im Vorfeld hat testen lassen, lassen sich darau...
	11. November 2021 für M._____
	Da die Anfrage für M._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ sowie den entsprechenden IRC-Report auf die vorstehenden Ausführungen zum 8. Oktober 2021 verwiesen werden.
	Am 11. November 2021 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 2):
	Aus den Nachrichten geht ohne Weiteres hervor, dass der Beschuldigte B._____ um die Ausstellung eines Testzertifikats für M._____ ersuchte. Anhand der Rückmeldung von B._____ kann zudem geschlossen werden, dass sie M._____ am 11. November 2021 auch ta...
	18. November 2021 für N._____
	Da die Anfrage für N._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf sowie den entsprechenden IRC-Report zu der Telefonnummer des Beschuldigten auf die vorstehenden Erwägungen vom 8. Oktob...
	Am 18. November 2021 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 2):
	Aufgrund der Nachrichten kann klar erstellt werden, dass der Beschuldigte B._____ an diesem Tag um ein Testzertifikat für N._____ ersuchte. Zwar geht aus ihnen keine Dankesnachricht oder eine Bestätigung von B._____, dass sie es erledigt habe, hervor,...
	18. Dezember 2021 für O._____
	Da auch die Anfrage für O._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann für Ausführungen in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf sowie den IRC-Report für die Telefonnummer des Beschuldigten auf die vorstehenden Ausführungen vo...
	Am 18. Dezember 2021 schrieb der Beschuldigte folgende Nachricht an B._____ (vgl. act. 4 S. 2):
	Mehr Nachrichten in Bezug auf O._____ sind auf den Auszügen der iMessage Kommunikation nicht ersichtlich. Der Nachricht des Beschuldigten lässt sich aber entnehmen, dass er B._____ darum ersuchte, für O._____ ein Testzertifikat auszustellen. Es fehlt ...
	20. Dezember 2021 für P._____ und sich selbst
	a) Betreffend P._____
	Da die Anfrage für P._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann für Ausführungen in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf sowie den IRC-Report für die Telefonnummer des Beschuldigten auf die vorstehenden Ausführungen vom 8. ...
	Am 20. Dezember 2021 schrieben der Beschuldigte und B._____ via iMessage folgende Nachrichten (act. 4 S. 2):
	Aus den Nachrichten geht ohne Weiteres hervor, dass der Beschuldigte B._____ am 20. Dezember 2021 um ein Testzertifikat für P._____ ersuchte und diese ihm ein solches auch ausstellte. Gemäss dem Beschuldigten hätten er und P._____ auf den Weihnachtsma...
	b) Betreffend sich selbst
	Gemäss Anklageschrift soll der Beschuldigte am 20. Dezember 2021 auch für sich selbst um ein negatives Testzertifikat bei B._____ ersucht haben. Es lässt sich aus der Nachricht, dass sie auf den Weihnachtsmarkt gehen wollten, zwar darauf schliessen, d...
	23. Dezember 2021 für sich selbst
	Für die Ausführungen betreffend den Aussagen des Beschuldigten und B._____ in ihrer Einvernahme sowie in Bezug auf den IRC-Report der Telefonnummer des Beschuldigten kann auf jene zum 8. Oktober 2021 verwiesen werden.
	Am 23. Dezember 2021 tauschten der Beschuldigte und B._____ folgende Nachrichten via iMessage aus (vgl. act. 4 S. 3):
	Aus dem Chatverlauf wird ohne Weiteres ersichtlich, dass der Beschuldigte B._____ an diesem Tag um die Ausstellung eines Testzertifikats für sich selbst ersuchte. Da der Beschuldigte nach der letzten Nachricht nichts mehr dahingehend schrieb, dass die...
	2. Februar 2022 für N._____
	Da die Anfrage für N._____ durch den Beschuldigten erfolgte, kann für Ausführungen in Bezug auf dessen Aussagen und jenen von B._____ zu dem Vorwurf sowie den entsprechenden IRC-Report auf die vorstehenden Ausführungen zum 8. Oktober 2021 verwiesen we...
	Am 2. Februar 2022 fand folgende Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und B._____ via iMessage statt (vgl. act. 4 S. 3):
	Aus den Nachrichten wird zwar die Anfrage des Beschuldigten an B._____ für die Ausstellung eines Testzertifikats für N._____ ersichtlich, jedoch geht aus ihnen nicht hervor, ob ein solches auch effektiv ausgestellt wurde. B._____ antwortete eine Stund...
	5.3. Fazit
	Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass der Anklagesachverhalt mehrheitlich erstellt werden konnte. Aufgrund der iMessage Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und B._____ ist erstellt, dass der Beschuldigte B._____ im Zeitraum vom...
	Einzig nicht erstellt werden konnte, dass der Beschuldigte B._____ am 20. Dezember 2021 um die Ausstellung eines negativen Testzertifikats für sich selbst ersuchte. Von diesem Anklagevorwurf ist der Beschuldigte folglich freizusprechen.

	III. Rechtliche Würdigung
	Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als mehrfache Anstiftung zur Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB.

	1. Mehrfache Anstiftung zur Urkundenfälschung
	1.1. Objektiver Tatbestand
	1.1.1. Der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine Urkunde fä...
	1.1.2. Wer jemanden vorsätzlich zu dem von diesem verübten Verbrechen oder Vergehen bestimmt hat, wird im Sinne der Anstiftung gemäss Art. 24 StGB nach der Strafandrohung, die auf den Täter Anwendung findet, bestraft. Bei der Anstiftung gilt der Grund...
	1.1.3. Wie vorstehend ausgeführt wurde, gilt als erstellt, dass der Beschuldigte B._____ im Zeitraum vom 8. Oktober 2021 bis zum 2. Februar 2022 insgesamt um die Ausstellung von acht negativen Testzertifikaten ersuchte. In Bezug auf die Ausstellung di...
	Somit liegt eine tatbestandsmässige und rechtswidrige Haupttat vor. Vorliegend ersuchte der Beschuldigte B._____ per iMessage-Nachrichten um die Ausstellung der Testzertifikate. Aufgrund der Nachrichten des Beschuldigten, stellte B._____ anschliessend...
	1.2. Subjektiver Tatbestand
	1.2.1. In subjektiver Hinsicht bestimmt der Anstifter jemand anderen vorsätzlich zur Begehung einer Straftat. Er ruft im Angestifteten wissentlich und willentlich den Tatentschluss für eine konkrete Straftat hervor und will, dass der Angestiftete den ...
	1.2.2. Der Beschuldigte wusste, dass weder er noch seine Freunde sich vor der Ausstellung der negativen Testzertifikate an einer offiziellen Teststelle haben testen lassen und die Covid-Testzertifikate folglich nicht der Wahrheit entsprechen würden. D...

	2. Fazit
	Der Beschuldigte hat sich durch sein Verhalten der mehrfachen Anstiftung zur Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB schuldig gemacht und ist hierfür zu bestrafen.

	IV. Strafzumessung
	1. Strafrahmen
	1.1. Bei der Strafzumessung ist zunächst der abstrakte Strafrahmen zu bestimmen. Für die Festlegung des Strafrahmens bei mehreren Straftaten ist auf die Strafe der schwersten Tat abzustellen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Der ordentliche Strafrahmen kann unte...
	1.2. Vorliegend hat sich der Beschuldigte der mehrfachen Anstiftung zur Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB schuldig gemacht. Der Strafrahmen von Art. 251 Ziff. 1 StGB sieht eine Freiheitsstrafe bis zu f...

	2. Strafzumessungsregeln
	2.1. Innerhalb des gegebenen Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Da...
	2.2. Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objektive Schwere ...

	3. Verschulden
	3.1. Tatkomponente
	3.1.1. Bezüglich der objektiven Tatschwere ist zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte B._____ im Zeitraum vom 8. Oktober 2021 bis 2. Februar 2022 insgesamt um acht negative Testzertifikate für sich und seine Freunde ersuchte, welche ihm in der F...
	3.1.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte vorsätzlich in Bezug auf die Anstiftung und eventualvorsätzlich in Bezug auf die Haupttat von B._____ handelte. Anhand der iMessage-Nachrichten wird zudem teilweise ersichtli...
	3.2. Täterkomponente
	3.2.1. In Bezug auf seine persönlichen Verhältnisse führte der Beschuldigte aus, dass er in einem 100 %-Pensum im Q._____ im Verkauf arbeite. Sein monatliches Nettoeinkommen betrage je nach Monat ca. Fr. 4'000.–. Er arbeite dabei auf Provision, wobei ...
	3.2.3. Bei der Strafzumessung ist das Nachtatverhalten des Täters mit zu berücksichtigen. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren. Ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie...
	3.2.4. Die Täterkomponente wirkt sich unter Berücksichtigung aller zuvor erwähnten strafmindernden und straferhöhenden Strafzumessungsfaktoren neutral auf die Strafhöhe aus. Damit bleibt es bei der Einsatzstrafe von 140 Tagessätzen.

	4. Auszufällende Strafe
	4.1. Das Verbrechen, für das der Beschuldigte zu verurteilen ist, kann mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden (Art. 251 Ziff. 1 StGB). Ist eine Strafe von unter 180 Tagessätzen bzw. 6 Monaten in Betracht zu ziehen, hat das Gericht die Aus...
	4.2. Der Beschuldigte ist vorliegend nicht vorbestraft und eine Freiheitsstrafe erweist sich als nicht erforderlich, um den Beschuldigten von weiteren Delikten abzuhalten. In Anbetracht der vorstehend geschilderten finanziellen Verhältnisse des Beschu...

	V. Strafvollzug
	VI. Einziehungen
	VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Anstiftung zur Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Anstiftung zur Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 StGB betreffend den 20. Dezember 2021 für sich selbst freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu Fr. 90.–.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	5. Der am 2. August 2022 sichergestellte Computer Tower Desktop Marke Eigenbau (Asservat-Nr. A016'417'166) wird dem Beschuldigten oder seiner Verteidigung nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben.
	Wird der vorgenannte Gegenstand innert drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils nicht herausverlangt, so wird er der Lagerbehörde zur Vernichtung oder gutscheinenden Verwendung überlassen.
	Ein allfälliger Verwertungserlös wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet.
	6. Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 6'334.45 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	10. Mündliche Eröffnung am 26. September 2023, Begründung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben);
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (übergeben);
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich, per E-Mail (partner@ma.zh.ch);
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A;
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 8090 Zürich;
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Asservate Triage, gemäss Dispositiv-Ziffer 5;
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten gemäss Dispositiv-Ziffer 5 betr. Herausgabefrist.

	11. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, Wengistr. 28, Postfach, 8036 Zürich, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.