# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eddcb97d-39dc-5491-97e7-c097f5f16ae5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 20.10.2017 B 2016/196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2016-196_2017-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2016/196

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 20.10.2017

Entscheiddatum: 20.10.2017

Zirkulationsentscheid Verwaltungsgericht, 20.10.2017
Ausländerrecht, Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Art. 63 Abs. 1 lit. a 
in Verbindung mit Art. 62 lit. b, Art. 96 AuG.Der Beschwerdeführer beging 
eine qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und 
liess sich nach Verbüssung einer Freiheitsstrafe von drei Jahren nicht davon 
abhalten, weiter zu delinquieren. Der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung erweist sich als rechtmässig (E. 3.2 f.), 
(Verwaltungsgericht, B 2016/196).Auf eine gegen dieses Urteil erhobene 
Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 7. Februar 2018 nicht ein 
(Verfahren 2C_1002/2017).

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiber Bischofberger

 

Verfahrensbeteiligte

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Grand & Nisple, Oberer Graben 26, 

9000 St. Gallen,

gegen

 

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

 

Gegenstand

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. X.Y., geboren 1988, mazedonischer Staatsangehöriger albanischer Ethnie, reiste am 

7. September 2002 zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder im 

Familiennachzug zu seinem Vater in die Schweiz ein, wo ihm eine 

Niederlassungsbewilligung erteilt wurde. Er wohnt nach wie vor bei seinen Eltern, ist 

ledig und kinderlos. Er verfügt über keine Berufsausbildung und war eigenen Angaben 

gemäss seit dem Abschluss der dritten Oberstufenklasse zunächst in einer Fabrik und 

dann auf dem Bau als Hilfsarbeiter tätig (Vorakten Migrationsamt X.Y. [fortan: Dossier], 

S. 10 f., 14, 16, 18 Frage 8 f., 23, 31, 50, 187 f., 221, 257, 263, 266 f., 316, act. 8, Ziff. 

III/3, act. 9, act. 15).

B. X.Y. trat in der Schweiz folgendermassen strafrechtlich in Erscheinung:

- Mit Verfügung vom 1. September 2009 wurde er vom Untersuchungsamt Gossau 

wegen Ungehorsams im Betreibungsverfahren zu einer Busse von CHF 150, bei 

schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen 

verurteilt (Dossier, S. 24 f.).

- Mit Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 19. Februar 2015 resp., soweit 

vom Kantonsgericht nicht aufgehoben, mit Entscheid des Kreisgerichts Wil vom 

26. Februar 2014 wurde er wegen qualifizierten Betäubungsmittelhandels sowie 

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mehrfachen Betäubungsmittelkonsums zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten 

verurteilt. Davon waren 12 Monate vollziehbar, unter Anrechnung der 

Untersuchungshaft von 122 Tagen. Bei 24 Monaten wurde der Vollzug aufgeschoben 

mit einer Probezeit von drei Jahren. Ausserdem wurde er zu einer Busse von CHF 100, 

bei schuldhafter Nichtbezahlung zu einer Freiheitsstrafe von einem Tag verurteilt 

(Dossier, 109-149, S. 161-200).

- Mit Strafbefehl vom 17. August 2015 wurde er vom Untersuchungsamt Gossau 

wegen mehrfacher Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und 

die psychotropen Stoffen (Betäubungsmittelgesetz; SR 812.121, BetmG) und 

mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren zu 

einer Busse von CHF 1‘000, bei schuldhafter Nichtbezahlung zu einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von zehn Tagen verurteilt (Dossier, S. 205 f.).

- Mit Strafbefehl vom 19. Juli 2017 wurde er vom Untersuchungsamt Gossau wegen 

mehrfachen Ungehorsams im Betreibungsverfahren zu einer Busse von CHF 200, bei 

schuldhafter Nichtbezahlung zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen verurteilt 

(act. 18).

Vom 18. Februar 2013 bis 19. Juni 2013 und vom 19. Februar 2014 bis 10. April 2014 

wurde X.Y. in Untersuchungshaft genommen (Dossier, S. 32, 72, 207). Am 

17. November 2015 trat er die Freiheitsstrafe in der Strafanstalt Gmünden im 

Normalvollzug an (Dossier, S. 222 f., 225 f., 228 f.). Am 9. Februar 2016 verweigerte 

ihm das Amt für Justizvollzug die Bewilligung eines Arbeitsexternats (Dossier, S. 308 

f.). Am 27. Mai 2016 wurde er aus dem ordentlichen Strafvollzug entlassen (act. 8, Ziff. 

III/2).

C. Mit Verfügung vom 12. April 2016 widerrief das Migrationsamt die 

Niederlassungsbewilligung von X.Y. und ordnete seine Wegweisung auf den Tag seiner 

Entlassung aus dem Strafvollzug an (Beilage zu act. 12/1). Dagegen rekurrierte X.Y. am 

22. April 2016 an das Sicherheits- und Justizdepartement (act. 12/1). Mit Entscheid 

vom 30. August 2016 (expediert am 2. September 2016) wies das Departement den 

Rekurs ab und wies das Migrationsamt an, X.Y. eine neue Ausreisefrist anzusetzen 

(act. 2).

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D. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) erhob 

X.Y. (Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 19. September 2016 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der 

angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Auf den 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei zu verzichten (act. 1). Am 14. Oktober 2016 

ergänzte er seine Beschwerde mit einer Begründung (act. 8). Mit Vernehmlassung vom 

25. Oktober 2016 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 11). Am 

13. Dezember 2016 reichte der Beschwerdeführer einen Arbeitsvertrag mit der 

Q. GmbH, S., ein (act. 14 f., www.zefix.ch).

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. (…).

2. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede (act. 8 Ziff. IV), dass er mit seiner 

Verurteilung durch das Kantonsgericht St. Gallen vom 19. Februar 2015 zu einer 

Freiheitsstrafe von 36 Monaten den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 

62 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; 

SR 142.20, AuG, in der bis am 30. September 2016 geltenden, vorliegend noch 

massgebenden Fassung, vgl. BGer 2C_828/2016 vom 17. Juli 2017 E. 3.1 mit Hinweis 

auf BGE 139 I 31 E. 2.1 sowie VerwGE B 2015/167 vom 20. Januar 2017 E. 4, 

www.gerichte.sg.ch) gesetzt hat.

3. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt (act. 8 Ziff. IV/2 ff.), der 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei im konkreten Fall nicht verhältnismässig. Er 

lebe seit seinem 14. Lebensjahr mit seiner Familie in der Schweiz und habe sich 

grundsätzlich gut integriert. Die Beziehung zu seiner Familie sei sehr eng, habe er doch 

bereits vor sowie nach dem Strafvollzug bei seinen Eltern gewohnt. Er habe sich im 

Alter von 24 und 25 Jahren am Drogenhandel mit 1‘200 g Kokain beteiligt. Er sei somit 

als eher junger Erwachsener straffällig geworden. Die überwiegende Mehrheit der stark 

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delinquenzbelasteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen würde ihre 

Delinquenzkarriere als Erwachsene abbrechen. Es bestünden verschiedene konkrete 

Anzeichen dafür, dass er aus seiner Verurteilung vom 19. Februar 2015 und der 

Verbüssung der teilbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten eine charakterliche 

Reifung durchgemacht habe. Während dem Strafvollzug habe er sich stets vorbildhaft 

verhalten und sich bereits dort um eine Arbeitsstelle nach der Entlassung bemüht. 

Nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug habe er per 18. Juli 2016 eine Stelle bei 

der A AG, W., antreten können und arbeite immer noch dort. Dies zeige, dass er mit 

seiner kurzen kriminellen Karriere abgeschlossen habe und der Ausstieg aus der 

Delinquenz nachhaltig gelungen sei. Der Strafvollzug habe bei ihm einen 

bemerkenswerten Resozialisierungsprozess in Gang gesetzt. Er sei gewillt und fähig, 

sich an die Schweizer Rechtsordnung zu halten. Es könne von einer positiven 

Legalprognose ausgegangen werden. Zwangsmassnahmen dürften grundsätzlich nicht 

ohne Verwarnung angeordnet werden. Aus dem Bundesgerichtsurteil 2C_378/2012 

vom 1. November 2012 Erwägung 3.4.1 ergebe sich im Umkehrschluss, dass vor 

Anordnung einer Zwangsmassnahme zuerst eine mildere Massnahme anzuordnen sei. 

Dies hätte auch im vorliegenden Fall erfolgen müssen, da es sich bei seinem 

Drogendelikt klar um keinen besonders schweren Straffall handle. Eine qualifizierte 

Widerhandlung gegen das BetmG sei weder als speziell verwerflich zu qualifizieren 

noch betreffe diese besonders hochwertige Rechtsgüter. Nicht ohne Grund würden 

sich bei Drogendelikten eigentlich nie Geschädigte oder Opfer finden. Das Verfahren 

finde einzig zwischen dem Staat und dem Beschuldigten statt. In der Praxis würden 

verhältnismässig hohe Strafen ausgefällt, wo hingegen bei Gewalt- und Sexualdelikten 

verhältnismässig milde Strafen gesprochen würden. Im Gegenteil zu den 

Drogendelikten würden sich bei Gewaltdelikten auch immer direkt Betroffene, sei es ein 

Opfer oder ein Angehöriger eines Opfers, finden lassen. Darum bewirkten Gewalt- oder 

Sexualdelikte in ausländerrechtlicher Hinsicht ein klar höheres Schutzbedürfnis als 

Drogendelikte.

3.1. Nach Art. 63 Ingress AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden. 

Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung muss stets verhältnismässig sein, was 

aus Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 

101, BV) hervorgeht und im Anwendungsbereich des Ausländergesetzes von Art. 96 

Abs. 1 AuG verdeutlicht wird. Greift ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung in das 

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von Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Privat- oder Familienleben 

ein, ergibt sich das Erfordernis einer Verhältnismässigkeitsprüfung zudem aus Art. 36 

Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 EMRK. In diesem Rahmen stellen das Bundesgericht und 

der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auf die gleichen Aspekte ab. Zu 

beachten sind zum einen Art und Schwere der vom Betroffenen begangenen 

Straftaten, wobei sich das migrationsrechtliche Verschulden - ausgehend von der 

verfahrensauslösenden Verurteilung - erst aus einer Gesamtbetrachtung des 

deliktischen Verhaltens bis zum angefochtenen Urteil ergibt. Dabei spielt das Alter der 

betroffenen Person bei der (jeweiligen) Tatbegehung ebenso eine Rolle wie die Art, 

Anzahl und Frequenz der Delikte. Ins Gewicht fallen zum anderen die Dauer des 

Aufenthalts im Land, die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das Verhalten des 

Betroffenen während dieser, die sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum 

Aufenthaltsstaat und zum Herkunftsland, der gesundheitliche Zustand des Betroffenen 

sowie die mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene Dauer der 

Fernhaltung. Während die Niederlassungsbewilligung der ausländischen Person, die 

sich schon seit langer Zeit in der Schweiz aufhält, nur mit besonderer Zurückhaltung 

widerrufen werden soll, ist diese Massnahme bei wiederholter bzw. schwerer 

Delinquenz selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn die ausländische Person hier 

geboren ist und sie ihr ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. BGer 

2C_26/2017 vom 25. April 2017 E. 3.2 mit Hinweisen).

Bei schweren Straftaten, wozu auch Drogendelikte aus rein finanziellen Motiven 

gehören können, muss zum Schutz der Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein 

geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen der dadurch gefährdeten Rechtsgüter 

(Gesundheit; Leib und Leben usw.) nicht in Kauf genommen werden. Das 

Bundesgericht stuft – in Übereinstimmung mit der in Europa vorherrschenden 

Auffassung – diesbezüglich das öffentliche Interesse an der Wegweisung bzw. an der 

Fernhaltung eines entsprechenden Täters hoch ein (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 mit 

Hinweisen). Nach der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 

überwiegt bei Betäubungsmitteldelikten (ohne Konsum) das öffentliche Interesse an der 

Ausweisung, falls keine besonderen persönlichen oder familiären Bindungen im 

Aufenthaltsstaat bestehen. Ist die betroffene Person ledig und kinderlos, setzt sich 

tendenziell das auf spezialpräventive Gründe gestützte öffentliche Interesse an der 

Aufenthaltsbeendigung durch, sofern das Strafmass drei Jahre Freiheitsstrafe erreicht 

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oder weitere erhebliche Delikte hinzukommen (vgl. Zünd/Hugi Yar, 

Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Aufenthaltsrecht, 

insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in: EuGRZ 2013/, S. 1 

ff., dort N 28, siehe auch Art. 121 Abs. 3 BV und Art. 66a Abs. 1 lit. o des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches, SR 311.0, StGB, wonach der Drogenhandel eine 

der Anlasstaten ist, welche, wäre sie nach dem 1. Oktober 2016 begangen worden, 

grundsätzlich zu einer obligatorischen strafrechtlichen Landesverweisung geführt 

hätte).

Bei jugendlichen Straftätern, welche im Gaststaat sozialisiert wurden, besteht bei 

überwiegend nicht gewalttätigen Delikten grundsätzlich nur wenig Raum für die 

Rechtfertigung einer Aufenthaltsbeendigung. Es bedarf in der Regel "sehr gewichtiger 

Gründe", um die aufenthaltsbeendende Massnahme bei dieser Ausgangslage nicht als 

konventionswidrig erscheinen zu lassen. Das Wohl des Jugendlichen und dessen 

Wiedereingliederungschancen, die gefährdet erscheinen, wenn die familiären und 

sozialen Banden aufgelöst werden und er im Gaststaat seine Wurzeln verliert, ist bei 

der Interessenabwägung jeweils von besonderem, aber nicht allein 

ausschlaggebendem Gewicht, falls den Jugendlichen mit seinem Heimatstaat mehr 

verbindet als lediglich (noch) seine reine (weitgehend nicht mehr gelebte) 

Staatsbürgerschaft (vgl. BGer 2C_224/2013 vom 27. November 2013 E. 2.3, BGer 

2C_896/2014 vom 25. April 2015 E. 2.3 sowie BGer 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 

5.4 je mit Hinweisen).

3.2. Gemäss dem Entscheid des Kantonsgerichts vom 19. Februar 2015 (Dossier, S. 

161-200, S. 174 f. und 186-189) beteiligte sich der Beschwerdeführer während sechs 

Monaten, von September 2012 bis zu seiner Festnahme am 18. Februar 2013, als 

Mitglied einer Bande (Hierarchiestufe 4: Verkauf an Endverbraucher, Exposition gegen 

aussen, keine selbständige und direkte Verfügungsgewalt über grössere Mengen 

Betäubungsmittel, Sicherheitsvorkehrungen gegen Enttarnung, mehrfache 

Qualifikation) am Drogenhandel. Als Bandenmitglied müsse er sich die gesamte 

umgesetzte Drogenmenge von 1‘270 g Kokaingemisch anrechnen lassen, was für seine 

Hierarchiestufe stattlich sei. Gegenüber einem seiner Mittäter habe er gewisse 

Weisungsbefugnisse inne gehabt. Zudem habe er teilweise für diesen gesorgt und ihn 

in die Drogenszene eingeführt. Vom Kopf der Bande habe er Weisungen 

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entgegengenommen. Sein Verschulden erachtete das Kantonsgericht als beachtlich, 

wenn auch nicht ganz so schwer wie beim Anführer der Bande. Es hielt fest, dass der 

Beschwerdeführer nicht aus finanzieller Not heraus delinquierte. Er habe gearbeitet und 

einen guten Lohn erzielt, über den er weitgehend habe verfügen können, da er noch in 

seinem Elternhaus gewohnt habe und nur ca. CHF 700 bis CHF 800 für Wohnen und 

Essen habe abgeben müssen. Die persönlichen Verhältnisse wirkten sich weder positiv 

noch negativ auf die Strafzumessung aus. Der Beschwerdeführer sei nicht 

drogenabhängig gewesen, auch wenn er Kokain konsumiert habe, was strafmildernd 

zu berücksichtigen sei. Er habe sich nur zu einem Teilgeständnis durchringen können. 

Er habe versucht die Ergebnisse der Untersuchung mittels verharmlosenden 

Eingeständnissen herabzumindern. Von echter Einsicht und Reue könne nicht die Rede 

sein. Immerhin hielt das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer zugute, dass er nicht 

vorbestraft sei, in stabilen Verhältnissen lebe, seit August 2014 keine Drogen mehr 

konsumiert und eine Kehrtwende in seinem Leben vollzogen habe.

Wie die Vorinstanz in Erwägung 3a/bb des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 6 f.) 

vor diesem Hintergrund mit Recht festgehalten hat, wiegt das Verschulden des 

Beschwerdeführers angesichts der ausgefällten Freiheitsstrafe von drei Jahren in 

ausländerrechtlicher Hinsicht schwer. Obwohl er selbst nicht drogenabhängig war und 

über ein festes Arbeitseinkommen verfügte, hat er in einer Bande ohne Not wissentlich 

und willentlich sowie aus rein finanziellen Motiven die Gesundheit einer Vielzahl von 

Konsumenten gefährdet. Soweit er unter diesen Umständen mit Verweis auf Gewalt- 

und Sexualdelikte glauben machen will, dass es sich nicht um einen „speziell 

verwerflichen Straffall“ handelt und keine „besonderen hochwertigen Rechtsgüter“ 

betroffen seien, grenzt seine Argumentation an eine grobe Verharmlosung der von ihm 

begangenen Delikte. Ein solches Verhalten zeugt von Unbelehrbarkeit und 

Geringschätzung der hiesigen Rechtsordnung. Negativ ins Gewicht fällt weiter, dass 

die verfahrensauslösende Verurteilung nicht die erste und auch nicht die letzte Strafe 

gegen den Beschwerdeführer darstellt. Er liess sich von der Vorstrafe mit warnendem 

Charakter im Jahr 2009 und der Eröffnung eines Strafverfahrens im September 2012 

gegen ihn (Dossier, S. 232-236) von weiteren Straftaten nicht abhalten, sondern 

steigerte seine Delinquenz im Gegenteil drastisch. Sodann musste er nach seiner 

Verurteilung am 19. Februar 2015 am 17. August 2015 – unter anderem wegen 

mehrfacher Übertretung des BetmG – und am 19. Juli 2017 erneut strafrechtlich 

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belangt werden. Dies spricht gegen die vom Kantonsgericht beschriebene 

„Kehrtwende“, selbst wenn er seit August 2014 keine Drogen mehr konsumiert haben 

will. Im Übrigen lebte er vor und während seiner Drogendelinquenz in stabilen 

Verhältnissen. Die „Kehrtwende“ fällt im ausländerrechtlichen Verfahren ferner kaum ins 

Gewicht. Strafrecht und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Ziele und sind 

unabhängig voneinander anzuwenden. Der Straf- und Massnahmenvollzug hat nebst 

der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische Zielsetzung; für die 

Fremdenpolizeibehörden steht demgegenüber das Interesse der öffentliche Ordnung 

und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein im Vergleich mit den Straf- und 

Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt (vgl. BGE 137 II 233 

E. 5.2.2 mit Hinweisen). Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers bestehen 

begründete Zweifel daran, dass er sich künftig wohlverhalten und Verantwortung für 

sein Handeln übernehmen wird. Daran ändert nichts, dass er sich während dem 

Strafvollzug angeblich stets vorbildhaft verhalten haben will. Dies ist nicht als 

besondere Leistung zu würdigen, zumal die im Strafvollzug vorhandene, 

verhältnismässig engmaschige Betreuung keine verlässlichen Rückschlüsse auf das 

Verhalten in Freiheit zulässt (vgl. BGer 2C_749/2015 vom 10. September 2015 E. 2.4 

mit Hinweisen). Das Risiko, dass er weitere Drogendelikte begehen wird, muss 

ausländerrechtlich nicht hingenommen werden. Der Beschwerdeführer war zur Zeit der 

Tat 24 Jahre alt war. Die zur Diskussion stehenden Tatbeiträge, welche von erheblicher 

krimineller Energie zeugen, gehen eindeutig über blosse Sozialisationsschwierigkeiten 

während der Adoleszenz hinaus. Im Weiteren darf ausserhalb des Geltungsbereichs 

des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 

Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die 

Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) auch generalpräventiven Gesichtspunkten 

Rechnung getragen werden (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.6.3). 

Insgesamt besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend 

gewichtige private Interessen aufgewogen werden kann.

3.3. Der gesunde, kinderlose und ledige Beschwerdeführer reiste am 7. September 

2002 im Alter von 14 Jahren in die Schweiz ein. Er hält sich mithin seit über 15 Jahren 

und damit rund die Hälfte seines Lebens hierzulande auf, weshalb er ein gesteigertes 

Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz hat. Als in der Schweiz besonders 

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gut integriert oder gar verwurzelt kann er aber nicht betrachtet werden. Trotz des 

langen Aufenthalts hat er es nicht geschafft, sich der herrschenden Rechtsordnung 

anzupassen. Die ihm gebotenen Chancen wusste er nicht zu nutzen. Im Alter von 24 

Jahren hat er mindestens ein halbes Jahr lang ohne Not – er ging einer geregelten 

Arbeit auf dem Bau nach – und trotz seiner familiären Verankerung (sein Bruder und 

seine Eltern leben in der Schweiz) als nichtsüchtiger Händler bandenmässig mit Kokain 

gehandelt. Anhaltspunkte dafür, dass er sich ausserfamiliär nennenswert in die 

Schweizer Gesellschaft eingebracht hätte, finden sich nicht. Es sind keine Hinweise auf 

einen schweizerischen Bekanntenkreis aktenkundig. Auch hat der Beschwerdeführer in 

Verletzung seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG) nicht dargetan, ob er 

nach wie vor eine intakte Beziehung zu seiner Freundin K. (Dossier, S. 221, 267 und 

317 Ziff. 4) unterhält und ob diese über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz 

verfügt, falls sie sich hierzulande aufhält. Weiter ist nicht ersichtlich und wird von ihm 

nicht weiter substantiiert, dass er keinerlei Beziehungen zu seinem Heimatland 

Mazedonien unterhielte und ihm die dortigen Verhältnisse nicht mehr vertraut wären, 

obgleich er dort die prägende Kindheit und teilweise die Jugend verbracht hat. Es kann 

nicht gesagt werden, dass ihn nur noch die Staatsbürgerschaft mit Mazedonien 

verbinde. Dies zeigt sich etwa daran, dass er Weihnachten 2012 in Mazedonien 

verbrachte (Dossier, S. 120). Überdies ist er seiner Heimat sozial verbunden, lebt doch 

ein Teil seiner Verwandtschaft („Onkel und so“) dort (Dossier, S. 258). Er spricht eine 

der dortigen Amtssprachen. Sein in der Schweiz erworbenes Wissen wird es ihm 

erlauben, in der Heimat mit Unterstützung von Verwandten und Freunden Fuss zu 

fassen. Er wird in seiner Heimat nicht auf unüberwindbare Integrationsschwierigkeiten 

stossen, selbst wenn ihm sein Heimatland nicht die gleichen beruflichen Perspektiven 

bieten kann wie die Schweiz. Durch die Anwesenheitsbeendigung wird keine objektiv 

feststellbare positive Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt. Seine 

verwandtschaftlichen Beziehungen in der Schweiz kann er über die Grenzen hinweg 

besuchsweise und via moderne Kommunikationsmittel pflegen. Gesamthaft betrachtet 

kam die Vorinstanz in Erwägung 3c des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 9) zu 

Recht zum Schluss, dass das öffentliche Interesse an der Rückkehr des 

Beschwerdeführers nach Mazedonien seine privaten Interessen an einem weiteren 

Verbleib in der Schweiz überwiegt. Nachdem der Beschwerdeführer nach seiner 

Verurteilung am 19. Februar 2015 am 17. August 2015 und 19. Juli 2017 erneut 

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straffällig wurde, fällt im Übrigen eine Verwarnung, welche zumindest bei Vorliegen 

einer schweren Delinquenz einem Bewilligungswiderruf nicht zwingend vorangehen 

muss (vgl. BGer 2C_446/2014 vom 5. März 2015 E. 4.1 mit Hinweisen), als mildere 

Massnahme ausser Betracht. Der vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang 

angerufene Entscheid BGer 2C_378/2012 vom 1. November 2012, welcher ein 

Tierhalteverbot betraf, ist vorliegend nicht einschlägig. Der Widerruf der Niederlassung 

erweist sich als verhältnismässig. Die Beschwerde ist abzuweisen.

4. (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die amtlichen Kosten von CHF 2‘000 bezahlt der Beschwerdeführer unter 

Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe.

3. Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

Der Abteilungspräsident                    Der Gerichtsschreiber

Zürn                                                   Bischofberger

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