# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b738eb83-0492-5333-80bd-5de836e7866c
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2002-09-25
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 25.09.2002 JAAC 67.45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_016_JAAC-67-45--_2002-09-25.pdf

## Full Text

JAAC 67.45

Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission
vom 25. September 2002 i.S. D. [ZRK 2002-039]

Impôt sur l’importation. Délai de décharge de passavant. Conditions
d’un remboursement pour cause de réexportation.

Art. 47 al. 6, art. 16 al. 2 LD. Art. 69 al. 1 let. b OTVA. Art. 81 LTVA.

- Si l’assujetti aux droits de douane laisse passer le délai pour obtenir
la décharge d’un passavant, l’exonération de l’impôt doit être refusée.
L’Administration fédérale des douanes n’a pas l’obligation d’avertir
l’assujetti de l’expiration du délai qui lui a été fixé. De même, aucune
obligation générale d’information ou de conseil à l’égard de l’assujetti
ne lui incombe (consid. 2b-2b/aa).

- Lorsqu’un objet ne peut pas être dédouané définitivement en
passavant, l’impôt sur l’importation doit se calculer sur la base de la
valeur normale selon l’art. 69 al. 1 let. b OTVA (consid. 2b/bb).

- Le passavant et les marchandises étrangères en retour constituent
des modalités douanières fondamentalement différentes; dans cette
mesure, un assujetti qui a demandé une exonération douanière ou
fiscale dans la procédure de passavant, mais qui finalement ne l’a
pas obtenue pour des raisons formelles, ne peut pas invoquer après
coup l’autre situation juridique du remboursement de l’impôt perçu à
l’importation pour les marchandises étrangères en retour. En l’espèce,
les conditions d’un tel remboursement selon l’art. 81 LTVA ne sont de
toute façon pas complètement remplies (consid. 3c/aa-cc).

- Le principe d’égalité interdit à l’Administration fédérale des douanes
de faire preuve de souplesse face à un dépassement de délai d’un peu
plus d’un mois (consid. 4).

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Einfuhrsteuer. Frist zur Löschung eines Freipasses. Voraussetzungen
einer Rückerstattung infolge Wiederausfuhr.

Art. 47 Abs. 6, Art. 16 Abs. 2 ZG. Art. 69 Abs. 1 Bst. b MWSTV. Art. 81
MWSTG.

- Verpasst der Zollpflichtige die Frist zur Löschung des Freipasses, ist
eine Steuerbefreiung zu verweigern. Die Eidgenössiche Zollverwaltung
trifft keine Pflicht, den Zollpflichtigen vor dem Ablauf der ihm
auferlegten Frist zu warnen. Ihr obliegt auch keine allgemeine
Aufklärungs- bzw. Beratungspflicht der Zollpflichtigen (E. 2b-2b/aa).

- Kann der Gegenstand nicht definitiv im Freipassverfahren abgefertigt
werden, so ist die Einfuhrsteuer nach dem Normalwert gemäss Art. 69
Abs. 1 Bst. b MWSTV zu berechnen (E. 2b/bb).

- Der Freipass und die ausländischen Retourwaren knüpfen
zollrechtlich an wesentlich verschiedenen Sachverhalten an; insofern
kann ein Zollpflichtiger, welcher Zoll- bzw. Steuerbefreiung im
Freipassverfahren beantragt, aber letztlich aus formellen Gründen
nicht erlangt, sich nicht im Nachhinein auf den anderen Sachverhalt
der Rückerstattung infolge Wiederausfuhr berufen. Im vorliegenden
Fall sind ohnehin die Voraussetzungen einer solchen Rückerstattung
gemäss Art. 81 MWSTG nicht vollumfänglich erfüllt (E. 3c/aa-cc).

- Das Gleichbehandlungsgebot verbietet der Eidgenössischen
Zollverwaltung für eine Fristüberschreitung von etwas mehr als einem
Monat Kulanz walten zu lassen (E. 4).

Imposta sull’importazione. Termine per la cancellazione di una carta di
passo. Condizioni per un rimborso in seguito ad una riesportazione.

Art. 47 cpv. 6, art. 16 cpv. 2 LD. Art. 69 cpv. 1 lett. b OIVA. Art. 81 LIVA.

- Se l’assoggettato ai dazi doganali lascia trascorrere il termine per
la cancellazione della carta di passo, l’esonero fiscale deve essere
negato. L’Amministrazione federale delle dogane non ha alcun
obbligo di avvertire l’assoggettato prima della scadenza del termine
impostogli. Essa non ha nemmeno un obbligo generale di informazione
e consulenza nei confronti dell’assoggettato (consid. 2b-2b/aa).

- Se l’oggetto non può essere sdoganato definitivamente nella procedura
con carta di passo, l’imposta sull’importazione deve essere calcolata
secondo il valore normale ai sensi dell’art. 69 cpv. 1 lett. b OIVA
(consid. 2b/bb).

- La carta di passo e le merci estere di ritorno costituiscono situazioni
sostanzialmente differenti dal punto di vista del diritto delle dogane;
un assoggettato che ha chiesto l’esonero dai dazi risp. l’esonero fiscale
nella procedura di carta di passo, ma non l’ha ottenuto per motivi
formali, non può in seguito far valere l’altra situazione di rimbor-so
in seguito a riesportazione. Comunque, nella fattispecie non sono
pienamente realizzate le condizioni di un simile rimborso secondo l’art.
81 LIVA (consid. 3c/aa-cc).

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- Il principio della parità di trattamento proibisce all’Amministrazione
federale delle dogane di essere flessibile in caso di superamento del
termine di più di un mese (consid. 4).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. Am 18. Oktober 2000 beantragte die S. AG im Auftrag von Dr. med. D. beim
Zollamt Zürich-Flughafen die Freipassabfertigung eines Kryochirurgie-Gerätes
zwecks «öffentlicher Ausstellung» im Inland. Das Zollamt nahm die
Abfertigung am darauffolgenden Tag antragsgemäss vor und stellte den
Mehrwertsteuerbetrag von Fr. (…) durch Bürgschaft sicher (Freipass Nr. 6485
vom 19. Oktober 2000). Als Verfalldatum des Freipasses vermerkte das Zollamt
den 19. Oktober 2001. Da der Zollpflichtige innert dieser Frist den Freipass
nicht löschte, hat das Zollamt am 26. November 2001 die bei der Einfuhr
sichergestellte Mehrwertsteuer definitiv erhoben.

B.Wiederum im Auftrag von Dr. med. D. meldete die S. AG am 6. Dezember
2001 das Kryochirurgie-Gerät beim Zollamt Zürich-Flughafen zur
Wiederausfuhr und beantragte die Erstattung der Mehrwertsteuer. Die
zuständige Zollkreisdirektion Schaffhausen wies mit Verfügung vom 9. Januar
2002 das Rückerstattungsgesuch ab. Das Gerät sei nicht innerhalb der
Gültigkeitsfrist des Freipasses wiederausgeführt worden. Aus diesem Grunde
seien die Einfuhrabgaben definitiv geschuldet. Auch die Behandlung des
Gerätes als ausländische Retourware sei nicht möglich, da die entsprechenden
gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Mit Eingabe vom 10. Januar
2002 führte Dr. med. D. Beschwerde bei der Eidgenössischen Oberzolldirektion
(OZD) und beantragte, die angefochtene Verfügung aufzuheben; es sei der im
Oktober 2000 einbezahlte Mehrwertsteuerbetrag von Fr. (…) rückzuerstatten.

C.Mit Entscheid vom 8. März 2002 wies die OZD die Beschwerde ab. Dagegen
führt Dr. med. D. (Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 25. März 2002
Beschwerde bei der Eidgenössischen Zollrekurskommission (ZRK). Er
beantragt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die bezahlte
Mehrwertsteuer rückzuerstatten unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die OZD schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2002 auf Abweisung
der Beschwerde.

Aus den Erwägungen:

1.a. (…)

b. Am 1. Januar 2001 ist das Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer vom
2. September 1999 (MWSTG, SR 641.20) sowie die zugehörige Verordnung
vom 29. März 2000 (MWSTGV, SR 641.201) in Kraft getreten. Die Beurteilung
der Frage, ob die in Rede stehende Ware von der Einfuhrsteuer infolge
Freipassabfertigung zu befreien ist, richtet sich indessen noch nach
bisherigem Recht, da sie am 19. Oktober 2000, mithin vor dem 1. Januar 2001,
zur Einfuhr abgefertigt worden ist (Art. 93 Abs. 1 MWSTG und Art. 94 Abs. 1
MWSTG e contrario; für den Sonderfall des Steuererlasses siehe aber Entscheid
der ZRK vom 26. April 2001, in VPB 65.101 E. 1c).

2.a.aa. Der Einfuhrsteuer unterliegt die Einfuhr von Gegenständen
(Art. 66 Abs. 1 der alten Verordnung über die Mehrwertsteuer vom 22. Juni
1994 [MWSTV], AS 1994 1464 und nachfolgende Revisionen). Damit

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004937.pdf?ID=150004937

sieht das Mehrwertsteuerrecht für die Steuer auf der Wareneinfuhr ein
anderes Steuerobjekt vor als die Inlandsteuer. Es genügt grundsätzlich
die räumliche Bewegung einer Ware über die Zollgrenze. Ein Umsatz im
mehrwertsteuerrechtlichen Sinn (siehe Art. 4 MWSTV), beispielsweise eine
Lieferung von Gegenständen gegen Entgelt, ist nicht vorausgesetzt (Entscheide
der ZRK vom 13. November 1997, in Archiv für Schweizerisches Abgaberecht
[ASA] 66 590 E. 3b mit Hinweisen, und vom 17. März 1998, in ASA 68 89
E. 3b/bb).

bb. Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt
grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Zollgesetzes vom 1. Oktober
1925 [ZG], SR 631.0). Gemäss Art. 1 Abs. 2 ZG umfasst die Zollpflicht die
Befolgung der Vorschriften für den Verkehr über die Grenze (Zollmeldepflicht)
und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht), also
auch der Mehrwertsteuer. Ausnahmen von diesem allgemeinen Grundsatz
bedürfen einer ausdrücklichen gesetzlichen oder staatsvertraglichen
Grundlage. Beispielsweise Art. 67 MWSTV nennt eine solche Ausnahme.
Danach ist von der Einfuhrsteuer befreit u. a. die Einfuhr von Gegenständen,
die mit Freipass zur vorübergehenden Verwendung abgefertigt werden,
mit Ausnahme des Entgelts nach Art. 69 Abs. 1 Bst. g MWSTV (Art. 67 Bst. h
MWSTV).

Nach Art. 47 Abs. 6 ZG verlieren im Freipassverkehr abgefertigte ausländische
Waren den Anspruch auf Rückerstattung der sichergestellten Abgaben, wenn
die Wiederausfuhr nicht innerhalb der höchstzulässigen Freipassfrist von
einem Jahr (Art. 109 Abs. 1 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz
[ZV], SR 631.01) erfolgt.

cc. Das Entgelt für den Gebrauch von Gegenständen, die mit
Freipass zur vorübergehenden Einfuhr abgefertigt werden, bildet
Steuerbemessungsgrundlage der dafür geschuldeten Einfuhrsteuer, sofern
diese beachtlich ist. Wird für den vorübergehenden Gebrauch keine oder eine
ermässigte Entschädigung gefordert, ist das Entgelt massgebend, das einem
unabhängigen Dritten berechnet würde (Art. 69 Abs. 1 Bst. g MWSTV).

Wird indessen die Freipassabfertigung annulliert, bildet der Normalwert
des eingeführten Gegenstandes die Steuerberechnungsgrundlage (Art. 69
Abs. 1 Bst. b MWSTV), es sei denn, der Gegenstand sei in Erfüllung eines
Veräusserungs- oder Kommissionsgeschäfts eingeführt worden (Art. 69
Abs. 1 Bst. a MWSTV). Als Normalwert gilt, was ein Importeur auf der Stufe,
auf der die Einfuhr bewirkt wird, an einen selbstständigen Lieferanten
im Herkunftsland des Gegenstandes zum Zeitpunkt der Entstehung des
Steueranspruches unter den Bedingungen des freien Wettbewerbs zahlen
müsste, um den gleichen Gegenstand zu erhalten (Art. 69 Abs. 1 Bst. b
MWSTV).

Für die Ermittlung der Steuerbemessungsgrundlage herangezogene Preis- oder
Wertangaben in ausländischer Währung sind nach dem am letzten Börsentag
vor der Entstehung der Steuerzahlungspflicht notierten Devisenkurs (Verkauf)
in Schweizerfranken umzurechnen (Art. 69 Abs. 5 MWSTV).

b. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer mit der Einfuhr des
Kryochirurgie-Gerätes am 18. Oktober 2000 den Einfuhrsteuertatbestand
unbestrittenermassen erfüllt. Die grenzüberschreitende Bewegung der

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Ware ins Zollinland ist ausreichend, unabhängig davon, ob der Einfuhr eine
mehrwertsteuerliche Lieferung im Sinne von Art. 4 f. MWSTV zugrunde
liegt oder nicht. Es genügt, dass der Gegenstand gemäss dem durch den
Beschwerdeführer bzw. dessen Beauftragte selbstdeklarierten Zweck der
Freipassabfertigung an einer Messe ausgestellt oder zu Forschungszwecken
verwendet worden ist. Nicht im Streit liegt ferner die Tatsache, dass
der Beschwerdeführer die Frist zur Löschung des Freipasses ungenutzt
verstreichen liess. Mit Recht hat folglich die Zollverwaltung eine definitive
Freipassabfertigung und damit eine Befreiung (mit Ausnahme des Entgelts
nach Art. 69 Abs. 1 Bst. g MWSTV) von der Einfuhrsteuer verweigert.

Daran vermögen die diversen Einwände des Beschwerdeführers nichts zu
ändern:

aa. Er hält dafür, die Frist für die Wiederausfuhr bzw. zur Freipasslöschung
sei ihm nicht bekannt gewesen. Er sei auch nicht rechtzeitig darauf
aufmerksam gemacht worden, dass die Frist demnächst ablaufen werde.
Die Zollverwaltung habe die Kontrolle über das Fristenwesen gehabt und
unterlassen, ihn darüber zu orientieren. Auch die beauftragte Speditionsfirma
habe ihn nicht über den Ablauf der Frist in Kenntnis gesetzt. Zudem habe sich
die Rücklieferung durch Drittumstände («politische Situation in der Ukraine
sowie Swissair-Wirren») verzögert, für deren Bestehen er keine Schuld trage.

Es kann nicht ernsthaft angenommen werden, Aufgabe der Zollverwaltung
sei es, die Zollpflichtigen vor dem Ablauf der ihnen auferlegten Fristen
zu warnen. Hiefür wäre - was nicht der Fall ist - eine gesetzlich gebotene
Pflicht der Verwaltung erforderlich. Der Zollverwaltung obliegt auch keine
allgemeine Aufklärungs- bzw. Beratungspflicht der Zollpflichtigen (Entscheid
der ZRK vom 2. Oktober 1995, in VPB 60.80 und ASA 65 412 E. 3b/bb). Sie hat
im vorliegenden Fall vielmehr ihren gesetzlichen Auftrag erfüllt, indem sie die
Frist zur Löschung des Freipasses (19. Oktober 2001) auf dem entsprechenden
Formular anlässlich der Zollabfertigung vom 19. Oktober 2000 ausdrücklich
vermerkte und damit dem Beschwerdeführer bzw. dessen Beauftragten
ordnungsgemäss eröffnete. Wenn in der Folge die beauftragte Importfirma
den Beschwerdeführer angeblich nicht auf die Frist und rechtzeitig auf deren
Ablauf aufmerksam machte, so trifft dies das zivilrechtliche Auftragsverhältnis
zwischen den beiden mit der Folge, dass der Beschwerdeführer allfällige
Haftungsansprüche gegenüber der Beauftragten nach den Bestimmungen des
Zivilrechts geltend zu machen hat. Für das vorliegende Verfahren vor dem
Zollrichter ist einzig massgebend, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch
dessen Beauftragte die Frist für die Freipasslöschung verpassten und sich der
Beschwerdeführer das Verhalten der beauftragten Importfirma anrechnen
lassen muss.

Die behaupteten äusseren Umstände rechtfertigen keine Fristsäumnis. Es
wäre dem Beschwerdeführer bzw. der beauftragten Firma unbenommen
gewesen, vor Ablauf der Freipassfrist um eine entsprechende Verlängerung
nachzusuchen (Art. 109 Abs. 3 ZV). Nach Ablauf der Frist ist eine Verlängerung

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003200.pdf?ID=150003200

der behördlich angesetzten Frist nicht mehr möglich (Art. 22 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968
[VwVG], SR 172.021 e contrario).

bb. Der Beschwerdeführer wendet sich ferner gegen die Berechnung der
Steuerforderung und macht geltend, die Verwaltung gehe zu Unrecht vom
«Enduser-Preis» in der Höhe von USD (…) aus. Ein Importeur oder Vertreter in
der Schweiz hätte dem gegenüber einen viel tieferen Einkaufspreis bezahlen
müssen.

Den Wert, welcher Steuerbemessungsgrundlage der Einfuhrsteuer
bilden soll, beziffert der Beschwerdeführer jedoch nicht. Deshalb fehlen
auch die entsprechende Begründung und Belege. Das Vorbringen des
Beschwerdeführers erweist sich als unsubstantiiert. Dem gegenüber steht
die Berechnung der Zollverwaltung im Einklang mit den gesetzlichen
Vorschriften. Da das Kryochirurgie-Gerät nicht definitiv im Freipassverfahren
abgefertigt werden kann, ist die Einfuhrsteuer nicht nach Massgabe von
Art. 69 Abs. 1 Bst. g MWSTV, sondern nach dessen Bst. b, d. h. nach dem
Normalwert, zu berechnen (E. a/cc hievor). Mit Recht beziffert die Vorinstanz
den Normalwert mit USD (…) (zuzüglich Kosten). Diese Wertangabe stammt
vom ausländischen Hersteller und vom Beschwerdeführer selbst. Deshalb darf
ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass sie jenem Preis entspricht,
den ein Importeur an einen selbstständigen Lieferanten im Herkunftsland
des Gegenstandes unter den Bedingungen des freien Wettbewerbs für den
gleichen Gegenstand bezahlen müsste (vgl. Art. 69 Abs. 1 Bst. b MWSTV). Den
Akten kann jedenfalls keinerlei Hinweis darauf entnommen werden, dass der
Normalwert der fraglichen Ware massgeblich vom Preis (…) abweichen würde,
den der Hersteller eigens angegeben hatte. Auch der Beschwerdeführer ist
nicht in der Lage, den Nachweis dafür zu erbringen, dass die Vorinstanz von
einem falschen Normalwert ausgegangen sei. Die eigentliche Berechnung der
Einfuhrsteuer in der Höhe von Fr. (…) ist ebenfalls nicht zu beanstanden.

c. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz mit Recht
die Freipassabfertigung des Kryochirurgie-Gerätes verweigert hat. Die
Mehrwertsteuer im Betrag von Fr. (…) ist zu Recht definitiv erhoben worden.
Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.

3. Der Beschwerdeführer ersucht nun aber um Rückerstattung der
Einfuhrsteuer gemäss Art. 81 MWSTG. Er hält dafür, es habe eine Lieferung
eines Gegenstandes im Inland stattgefunden (an die Firma L.) und diese sei
rückgängig gemacht worden. Der Gegenstand sei aber nicht in Gebrauch
genommen worden, so dass die zu erstattende Mehrwertsteuer nicht wegen
Wertverminderung des Gegenstandes zu kürzen sei. Da bei ihm auch
die Voraussetzungen für einen Vorsteuerabzug fehlten, die Identität des
ausgeführten Gegenstandes mit dem seinerzeit eingeführten feststehe sowie
die Frist zur Wiederausfuhr von fünf Jahren eingehalten worden sei, seien
sämtliche Voraussetzungen für die Erstattung der Mehrwertsteuer erfüllt.

a. Mit Recht halten die Parteien für die Behandlung des Gesuches um
Erstattung der Mehrwertsteuer das MWSTG für anwendbar. Denn der
Beschwerdeführer stellte das Gesuch am 10. Januar 2002, so dass dieses
Rechtsverhältnis im zeitlichen Geltungsbereich des neuen Rechts entstand
(Art. 93 Abs. 1 MWSTG e contrario). Die Frage, ob das Mehrwertsteuergesetz
oder die alte Mehrwertsteuerverordnung anwendbar ist, erweist sich

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ohnehin als von rein akademischer Natur, denn die Voraussetzungen für
eine Rückerstattung sind in beiden Erlassen imWesentlichen gleich geregelt
(vgl. Art. 81 MWSTG und Art. 74 MWSTV).

b. Die bei der Einfuhr erhobene Steuer wird auf Antrag zurück erstattet, wenn
die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug nach Art. 38 MWSTG fehlen
und der Gegenstand ohne vorherige Übergabe an einen Dritten im Rahmen
eines Lieferungsgeschäftes im Inland und ohne vorherige Ingebrauchnahme
unverändert wieder ausgeführt wird (Art. 81 Abs. 1 Bst. a MWSTG) oder
wenn der Gegenstand im Inland in Gebrauch genommen wurde, aber wegen
Rückgängigmachung der Lieferung wieder ausgeführt wird (Art. 81 Abs. 1
Bst. b MWSTG).

Eine Ingebrauchnahme im Sinne von Art. 81 Abs. 1 Bst. a MWSTG liegt vor,
wenn der Gegenstand im Inland zum Zweck verwendet wurde, für den er
eingeführt worden war (Bericht der Kommission für Wirtschaft und Abgaben
des Nationalrates zum Entwurf des MWSTG vom 28. August 1996 [Geschäft
Nummer 93.461], Separatausgabe, ad Art. 77 Abs. 1 Bst. a; Dieter Metzger,
Kurz-Kommentar zum Mehrwertsteuergesetz, Muri 2000, ad Art. 81 Abs. 1
Bst. a, Rz. 3).

c. Art. 81 MWSTG regelt den Fall von ausländischen Retourwaren im Sinne
von Art. 16 Abs. 2 ZG (Metzger, a.a.O., Rz. 1), mithin ein völlig anderes
zollrechtliches Instrumentarium als der Freipass (gemäss E. 2a/bb hievor).
Die beiden Instrumentarien werden gar als Gegenstück bezeichnet (vgl.
Manuel Vogel, in mwst.com, Basel/Genf/München 2000, ad Art. 81 Rz. 1).
Während die Freipassabfertigung für gewisse Konstellationen eine Zoll- und
Steuerbefreiung vorsieht, wenn der Gegenstand im Inland bestimmungsgemäss
verwendet wird, betrifft das Instrumentarium der ausländischen Retourware
Gegenstände, die im Inland gerade nicht bestimmungsgemäss verwendet
werden (können) oder gar bestimmungswidrig verwendet werden. Ferner
ist für die im Freipassverfahren abgefertigte Ware wesensgemäss eine
Wiederausfuhr vorausgesetzt, nicht aber für die ausländische Retourware.
Diese ist grundsätzlich für den inländischen Markt bestimmt, weshalb die
Wiederausfuhr ursprünglich unbeabsichtigt ist. Die beiden zollrechtlichen
Instrumentarien regeln folglich unterschiedliche Sachverhalte und sind denn
auch auseinanderzuhalten.

Insofern erscheint unzulässig, dass ein Zollpflichtiger, welcher Zoll- bzw.
Steuerbefreiung im Freipassverfahren beantragt, aber letztlich nicht erlangt,
weil er eine formelle Voraussetzung nicht erfüllt, sich im Nachhinein auf
ein anderes zollrechtliches Instrumentarium beruft, welches einen anderen
Sachverhalt zum Regelungsinhalt hat. Auf Art. 81 MWSTG könnte sich der
Beschwerdeführer ohnehin nicht berufen, da er dessen Voraussetzungen nicht
vollumfänglich erfüllt:

aa. Zunächst ist dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass die von ihm
behauptete Konstellation durch Art. 81 MWSTG nicht abgedeckt ist. Er hält
dafür, es habe eine mehrwertsteuerliche Lieferung im Inland stattgefunden,
der Gegenstand sei aber vor der Wiederausfuhr nicht in Gebrauch genommen
worden. Art. 81 Abs. 1 Bst. a MWSTG kann für diesen Fall keine Anwendung
finden, weil er voraussetzt, dass keine mehrwertsteuerliche Lieferung im
Inland stattgefunden hat. Der Beschwerdeführer behauptet aber eine solche
Lieferung. Auch Art. 81 Abs. 1 Bst. b MWSTG kann nicht zum Zuge kommen, da

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er voraussetzt, dass der Gegenstand im Inland in Gebrauch genommen worden
ist. Der Beschwerdeführer aber behauptet, die Ware sei nicht in Gebrauch
genommen worden.

Bereits aus diesem Grund wäre das Begehren des Beschwerdeführers um
Rückerstattung der Mehrwertsteuer gestützt auf Art. 81 MWSTG abzuweisen.

bb. Dem Beschwerdeführer ist aber nicht beizupflichten, wenn er behauptet,
das Kryochirurgie-Gerät sei «ohne vorherige Ingebrauchnahme» (Art. 81
Abs. 1 Bst. a MWSTG) wieder ausgeführt worden. Für eine Ingebrauchnahme
in diesem Sinne ist nicht vorausgesetzt, dass das Gerät «in einen technisch
betriebsbereiten Zustand» versetzt wird, wie der Beschwerdeführer
annimmt. Es genügt vielmehr, dass der Gegenstand im Inland zum Zweck
verwendet wird, für den er eingeführt worden ist (E. b hievor). Bei der
Einfuhr deklarierte der Zollpflichtige, der Gegenstand werde im Inland
ausgestellt. Es steht denn auch fest, dass das Gerät im Oktober 2000 an der
Internationalen Fachausstellung für Arzt- und Spitalbedarf (IFAS) ausgestellt
war. Die Ware ist folglich bestimmungsgemäss verwendet worden und deshalb
nicht «ohne vorherige Ingebrauchnahme» geblieben, wie es Art. 81 Abs. 1
Bst. a MWSTG aber voraussetzt. Eine Rückerstattung der Mehrwertsteuer
gestützt auf diese Bestimmung erweist sich als ausgeschlossen. Daran ändert
nichts, dass das Gerät angeblich unverändert, im Originalzustand und in der
Originalverpackung wieder ausgeführt worden ist.

Ferner ist dem Beschwerdeführer das fragliche Gerät nach seinen eigenen
Angaben auch deshalb vom ausländischen Hersteller zur Verfügung gestellt
worden, um damit Forschungsarbeiten durchzuführen. Es sollte geprüft
werden, ob es den technischen und medizinischen Anforderungen im Inland
genügen würde. Die Forschungsarbeiten seien durch den Beschwerdeführer
im Sinne einer Entwicklungshilfe vorwiegend in der Freizeit und unentgeltlich
durchgeführt worden. Diese Erklärung des Beschwerdeführers zeigt erst
recht, dass das Gerät im Inland in Gebrauch genommen worden ist. Angesichts
diese Umstandes ist nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerdeführer nun
behaupten kann, das Gerät sei vor der Wiederausfuhr nicht in Gebrauch
genommen worden.

cc. Aber auch auf Bst. b des Art. 81 Abs. 1 MWSTG kann sich der
Beschwerdeführer nicht berufen. Diese Bestimmung setzt voraus, dass die
mehrwertsteuerliche Lieferung des Gegenstandes wieder rückgängig gemacht
wird. Eine solche Lieferung liegt wesensgemäss nur vor, wenn sie gegen
Entgelt erfolgt (Art. 5 Bst. a MWSTG). Indes geht aus den Akten keinerlei
Hinweis darauf hervor, dass der Beschwerdeführer je ein Entgelt für das
Gerät an die Herstellerin entrichtet hat. Selbst der entsprechende Vertrag
zwischen der Herstellerin und dem Beschwerdeführer vom 23. September
2000 sieht kein Entgelt für die Entsendung der Ware in die Schweiz vor.
Vielmehr bestätigt der Beschwerdeführer in einer Nachricht vom 7. April
2001 an die Firma L., dass sich das Gerät «kostenlos» in der Schweiz befindet.
Die Unentgeltlichkeit erstaunt denn auch nicht, kam dem Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben doch die Aufgabe zu, für die Herstellerfirma «erste
Schritte zu unternehmen, eine Markt-Tauglichkeit des Gerätes in der Schweiz
abzuklären». Da im vorliegenden Fall der Empfänger des Gerätes kein Entgelt
zu leisten hatte, liegt keine mehrwertsteuerliche Lieferung vor. Wo keine
Lieferung gegeben ist,

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kann keine solche rückgängig gemacht werden. Die Voraussetzungen von
Art. 81 Abs. 1 Bst. b MWSTG sind nicht erfüllt. Die Beschwerde ist auch in
diesem Punkt abzuweisen.

Jeglicher Grundlage entbehrt das Vorbringen, der Beschwerdeführer habe
als Vermittler zwischen der Herstellerin und der Firma L. gehandelt und
die Übergabe des Gerätes an diese sei eine Werklieferung, so dass eine
mehrwertsteuerliche Lieferung anzunehmen sei. Der Beschwerdeführer
bleibt den Nachweis schuldig, dass die Firma L. ein Entgelt (an ihn oder an
die Herstellerin) für die behauptete Lieferung geleistet hat. Auch belegt er in
keiner Art und Weise ein Vermittlungsgeschäft (vgl. Art. 11 MWSTG).

4. Schliesslich hält der Beschwerdeführer dafür, die OZD habe durchaus
einen gewissen «Kulanzspielraum», um so mehr er einen Mitarbeiter der
Verwaltung auf die Umstände der Gemeinnützigkeit seiner Tätigkeit im Sinne
einer Entwicklungshilfe aufmerksam gemacht habe und ihn gebeten habe, für
die Fristüberschreitung von etwas mehr als einem Monat Kulanz walten zu
lassen.

Auch wenn die Motive des Beschwerdeführers für seine Aktivitäten
ihn ehren, hat die Zollverwaltung einen gesetzlichen Auftrag, den sie
namentlich unter Berücksichtigung des in der Verfassung verankerten
Gleichbehandlungsgebotes zu erfüllen hat. Das Gesetz schreibt vor, dass
vor Ablauf einer behördlich angesetzten Frist um deren Verlängerung
zu ersuchen ist (E. 2b/aa). Es ist der Verwaltung deshalb verwehrt, für
den Beschwerdeführer eine Ausnahme zu machen, selbst wenn dieser
uneigennützig handelt.

5. Aufgrund dieser Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. (…)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 67.45 - Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 25. September

2002 i.S. D. [ZRK 2002-039]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2003
Année

Anno

Band 67
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

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	Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 25. September 2002 i.S. D. [ZRK 2002-039]