# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 461d0ecc-9f2f-5ca7-9ab2-85a514232e30
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-02-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 21.02.2005 ZB 2005 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2005-9_2005-02-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. Februar 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 05 9

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Heinz-Bommer und Hubert
Aktuarin ad hoc Marugg

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

der A., Beklagte und Beschwerdeführerin,

gegen

das Urteil der Kreispräsidentin Ilanz vom 15. September 2004, mitgeteilt am 17. 
Dezember 2004, in Sachen des Dr. med. dent. B., Kläger und Beschwerdegegner, 
gegen die Beklagte und Beschwerdeführerin, 

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A. Anlässlich der am 26. November 2002 durchgeführten zahnärztlichen 
Konsultation klärte Dr. med. dent. B. die Ursachen der Kieferschmerzen seiner Pa-
tientin A. ab. Dazu wurden unter anderem Röntgenbilder erstellt. Am 10. Januar 
2003 sowie am 13. Januar 2003 wurden weitere Zahnbehandlungen vorgenommen. 
Auf den 14. April 2003 ist gemäss Angaben des Dr. med. dent. B. eine weitere Zahn-
behandlung angesetzt worden, der aber A. unentschuldigt fern geblieben sei. Diese 
hingegen bestreitet die angeblich definitive Vereinbarung dieses Zahnarzttermins.

B. Die A. von Dr. med. dent. B. am 27. Mai 2003 gestellte Rechnung für 
die zahnärztlichen Behandlungen in der Zeit vom 26. November 2002 bis 14. April 
2003 in der Höhe von Fr. 811.80 wurden innert der gewährten Zahlungsfrist nicht 
beglichen. Auf Begehren des Dr. med. dent. B. erliess das Betreibungsamt Ilanz am 
14. Oktober 2003 in der Betreibung Nr. XX.  gegen A. einen Zahlungsbefehl für eine 
Forderung in der Höhe von Fr. 811.80 nebst Zins zu 5% seit 27. Juni 2003. Die 
Kosten des Zahlungsbefehls wurden mit Fr. 50.00 veranschlagt. Gegen den ihr am 
16. Oktober 2003 zugestellten Zahlungsbefehl erhob A. gleichentags Rechtsvor-
schlag. Daraufhin reichte Dr. med. dent. B. am 29. Oktober 2003 Forderungsklage 
beim Kreisamt Ilanz ein. Dabei machte er eine zahnärztliche Honorarforderung in 
der Höhe von Fr. 811.80 nebst Zins zu 5% seit 27. Juni 2003 sowie Betreibungs-
kosten im Betrage von Fr. 50.00 geltend. Zudem beantragte er die Beseitigung des 
in der Betreibung Nr. XX. am 16. Oktober 2003 gegen den Zahlungsbefehl des Be-
treibungsamtes Ilanz erhobenen Rechtsvorschlags.

C. In ihrer Prozessantwort vom 20. November 2003 bzw. 13. August 2004 
beantragte die Beklagte sinngemäss die Abweisung der Klage und stellte gleichzei-
tig ein Ausstandsbegehren gegen die Kreispräsidentin Ilanz.

Mit Beschluss der Justizaufsichtskammer des Kantonsgerichts von Graubün-
den vom 26. Januar 2004, mitgeteilt am 04. Februar 2004, wurde das Ausstands-
begehren der Beklagten abgewiesen. In der Folge konnten die vom Kreisamt Ilanz 
dem Kantonsgericht Graubünden zur Verfügung gestellten Verfahrensakten nicht 
mehr zurückerstattet werden, weshalb das Verfahren betreffend Forderungsklage 
in Sachen des Dr. med. dent. B. gegen A. mit der erneuten Zustellung der Auffor-
derung zur Vernehmlassung an die Beklagte am 25. Juni 2004 fortgeführt wurde.

In der Begründung ihres Abweisungsantrages machte die Beklagte im We-
sentlichen geltend, am 11. November 2002 habe sie sich bei Dr. med. dent. C. in 
Behandlung begeben, der ihr nach verschiedenen durchgeführten Tests geraten 

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habe, die Amalgamfüllungen in ihren Zähnen durch ein anderes Material ersetzen 
zu lassen. Daraufhin habe sie Dr. med. dent. B. anlässlich der ersten Konsultation 
vom 26. November 2002 gebeten, ihr sämtliche Amalgamfüllungen in ihren Zähnen 
zu entfernen. Dieser habe ihr aber entgegnet, dazu keine Lust zu haben. Bei den 
am 10. und 13. Januar 2003 von Dr. med. dent. B. durchgeführten Zahnbehandlun-
gen habe dieser ihr zwar zwei Zähne repariert, habe dabei jedoch nur die Hälfte des 
Amalgams entfernt. Daraufhin habe sie über Wochen hinweg unter Brechreiz gelit-
ten. Der Kläger habe die Zahnbehandlung nicht ihrem Wunsch entsprechend aus-
geführt, vielmehr habe er ihr geschadet. Im Übrigen sei aus ihrer Sicht der Zahna-
rzttermin vom 14. April 2003 nicht definitiv vereinbart gewesen.

E. Mit Urteil vom 15. September 2004, mitgeteilt am 17. Dezember 2004, 
erkannte die Kreispräsidentin Ilanz wie folgt:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, 
dem Kläger den Betrag von Fr. 693.00 nebst 5% Zins seit 1. Juli 2003 
zu bezahlen.

2. Der am 16. Oktober 2003 gegen den Zahlungsbefehl Nr. XX. des Betrei-
bungsamtes Ilanz erhobene Rechtsvorschlag wird im Umfang der unter 
Ziffer 1 gutgeheissenen Forderung aufgehoben, und es wird dem Kläger 
für den Betrag von Fr. 693.00 zuzüglich 5% Zins seit 27. Juni 2003 die 
definitive Rechtsöffnung erteilt.

3. Die kreisamtlichen Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 450.00 gehen 
zu 1/5 zulasten des Klägers und zu 4/5 zulasten der Beklagten.

4. (Mitteilungen).“

Zur Begründung führte die Einzelrichterin des Kreisamtes Ilanz an, das 
Rechtsverhältnis zwischen dem Zahnarzt und seiner Patientin unterstehe nach herr-
schender Lehre und Rechtsprechung dem Auftragsrechts im Sinne von Art. 394 ff. 
OR. Unbestritten sei die Entgeltlichkeit des vorliegenden Auftrages, weshalb zu prü-
fen bleibe, ob der Auftrag richtig erfüllt worden sei und ob die vom Kläger gestellte 
Honorarforderung angemessen sei. Entgegen den Ausführungen der Beklagten 
habe der Kläger sein Mandat ordnungsgemäss erfüllt, sodass ihm keine Sorgfalts-
pflichtverletzung vorgeworfen werden könne, zumal die Beklagte nichts Gegenteili-
ges zu beweisen vermöge. Desgleichen sei es der Beklagten nicht zu beweisen 
gelungen, dass sie die vom Kläger erbrachten Leistungen diesem gegenüber vor 
Anheben des vorliegenden Prozesses beanstandet hätte. Sie hätte nämlich bei un-
zureichender Vertragserfüllung sofort reklamieren müssen und nicht erst im Zusam-
menhang mit der Rechnungstellung, beziehungsweise durch Nichtbezahlen dersel-
ben. Die im Zusammenhang mit den zahnärztlichen Behandlungen vom 26. Novem-
ber 2002 sowie vom 10. und 13. Januar 2003 vom Kläger geltend gemachte Forde-

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rung im Umfang von Fr. 693.00 würden zu Recht bestehen, weshalb die Klage in 
diesem Punkt gutzuheissen sei. Hingegen habe der Kläger bezüglich der angeblich 
von der Beklagten versäumten Sitzung vom 14. April 2003 weder dargelegt noch 
bewiesen, dass die Konsultation fest vereinbart gewesen sei, und dass diese, wenn 
dem auch tatsächlich so gewesen wäre, von der Beklagten schuldhaft versäumt 
worden sei. Deshalb müsse der diesbezügliche Antrag abgewiesen werden.

F. Gegen dieses Urteil der Kreispräsidentin Ilanz vom 15. September 
2004 erhob A. am 20. Januar 2005 Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss 
Graubünden. Sinngemäss stellte sie den Antrag, das vorinstanzliche Urteil aufzu-
heben und die Klage abzuweisen. In ihrer Begründung macht die Beschwerdefüh-
rerin zunächst geltend, die Kreispräsidentin Ilanz habe in der Entscheidfindung den 
Brief von Dr. med. dent. C. vom 01. Dezember 2003 unberücksichtigt gelassen. In 
diesem Brief rate ihr Dr. med. dent. C. dringend, das Amalgam aus ihrem Munde 
entfernen zu lassen. In der Folge habe sie Dr. med. dent. B. anlässlich der Konsul-
tation vom 26. November 2002 gebeten, ihr sämtliches Amalgam zu entfernen. Die-
ser habe ihr aber anlässlich der Zahnbehandlungen vom 10. und 13. Januar 2003 
entgegen ihrer Weisung nur die Hälfte des Amalgams entfernt. Dieses Vorgehen 
stelle eine Verletzung der Sorgfaltspflicht des Zahnarztes und ein Missachten der 
diesem erteilten Weisung dar. Des Weiteren habe sich das Verfahren seit Sommer 
2003 unnötig lange hingezogen und es seien sogar Akten von einem der beiden 
Gerichte verloren gegangen. In Anbetracht dessen sehe sie nicht ein, warum sie für 
die ganze Zeit Zinsen von 5% seit 01. Juli 2003 zahlen solle.

G. Das Kreisamt Ilanz verzichtete mit Schreiben vom 01. Februar 2005 
unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid auf die Einreichung 
einer Vernehmlassung.

H. Mit Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2005 beantragte Dr. med. 
dent. B. die Beschwerde abzuweisen. Des Weiteren führte er an, es sei nicht ver-
ständlich, warum seine damalige Eintragung in die Krankengeschichte der A. („n.e“, 
nicht erschienen) als Beweis dafür, dass die Konsultation vom 14. April 2003 fest 
vereinbart war und dass diese Zahnbehandlung seitens der Beschwerdeführerin 
schuldhaft versäumt wurde, nicht ausreichen solle.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochte-
nen Entscheid, wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 232 ZPO kann beim Kantonsgerichtsausschuss wegen 
Gesetzesverletzung Beschwerde geführt werden gegen nicht berufungsfähige Ur-
teile sowie prozesserledigende Entscheide der Einzelrichter, des Bezirksgerichts-
auschusses und des Bezirksgerichtes, ferner gegen Entscheide dieser Instanzen 
im Sinne von Art. 232 Ziffer 1 bis 8 ZPO. Demnach ist gegen das am 15. September 
2004 von der Kreispräsidentin Ilanz als Einzelrichterin gefällte Urteil die Beschwerde 
an den Kantonsgerichtsausschuss gegeben.

2. a) Die Beschwerde ist gemäss Art. 233 ZPO schriftlich unter Beilage des 
angefochtenen Entscheides und der der Beschwerdeführerin schon erstatteten Be-
weisurkunden innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen einzureichen. In der 
Beschwerde ist mit kurzer Begründung anzugeben, welche Punkte des Entscheides 
angefochten und welche Abänderungen beantragt werden (Abs. 2). 

b) Im vorliegenden Fall ist auf die von der Beschwerdeführerin formge-
recht eingereichte Beschwerde einzutreten.

c) Mit Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2005 rügt der Beschwerde-
gegner, entgegen der Feststellung der Vorinstanz würden Eintragungen in die je-
weilige Krankengeschichte des Patienten als Beweismittel genügen. Demnach sei 
aus der Krankengeschichte der A. auf Grund des Eintrages „n.e.“ (nicht erschienen) 
ersichtlich, dass diese zum vereinbarten Termin am 14. April 2004 nicht erschienen 
sei, so dass die von ihr dadurch schuldhaft verursachten Kosten zu entschädigen 
seien. Auf diesen Antrag des Beschwerdegegners kann aber mangels Einhaltung 
der Rechtsmittelfrist von 20 Tagen nicht eingetreten werden. Gemäss Art. 233 Abs. 
1 ZPO beginnt die Beschwerdefrist mit der Mitteilung des erstinstanzlichen Ent-
scheides zu laufen und endet 20 Tage später. Diese Frist für das Stellen selbststän-
diger Anträge ist am 10. Februar 2005 offensichtlich abgelaufen und es ist dem Be-
schwerdegegner verwehrt, erst im Vernehmlassungsverfahren Begehren zu stellen, 
für welche eine selbstständige Beschwerde erforderlich gewesen wäre. Auf den er-
wähnten Antrag des Beschwerdegegners kann somit nicht eingetreten werden (Art. 
234 Abs. 1 ZPO).

3. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft im Rahmen der Beschwer-
deanträge, ob der angefochtene Entscheid oder das diesem vorangegangene Ver-
fahren Gesetzesbestimmungen verletzt, die für die Beurteilung der Streitfrage we-

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sentlich sind (Art. 235 Abs. 1 ZPO). Die Feststellungen der Vorinstanz über tatsäch-
liche Verhältnisse sind für die Beschwerdeinstanz bindend, es sei denn, sie seien 
unter Verletzung von Beweisvorschriften zustande gekommen, erwiesen sich als 
willkürlich oder beruhten auf offensichtlichen Versehen (Art. 235 Abs. 2 ZPO). Will-
kürlich ist eine Beweiswürdigung nur dann, wenn eine offensichtlich unhaltbare Wer-
tung der Beweise vorliegt, die sich mit keinen sachlichen Gründen mehr vertreten 
lässt (vgl. PKG 1981 Nr. 18). Dabei liegt Willkür nach der Rechtsprechung nicht 
schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar 
vorzuziehen wäre. Der angefochtene Entscheid muss vielmehr offensichtlich unhalt-
bar sein, mit der tatsächlichen Situation in Widerspruch stehen, eine Norm oder 
einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzen oder in stossender Weise 
dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen (BGE 125 II 10 mit Hinweisen). Folglich 
kann nicht jede Beweiswürdigung auf ihre Richtigkeit oder Unrichtigkeit überprüft 
werden. Demnach ist die Beschwerde unter dieser beschränkten Kognition zu prü-
fen. 

4. Das Rechtsverhältnis zwischen dem Zahnarzt und seinem Patienten 
untersteht nach herrschender Lehre und Rechtssprechung dem Auftragsrecht im 
Sinne von Art. 394 ff. OR (vgl. BGE 110 II 375; Honsell, Schweizerisches Obligati-
onenrecht, Besonderer Teil, 5. Auflage, Bern 1999, § 23, S. 293). Zwischen den 
Parteien ist denn auch unbestritten, dass ihr Rechtsverhältnis dem Auftragsrecht 
untersteht. Des Weiteren steht unbestrittenermassen fest, dass sich A. sowohl am 
26. November 2002 als auch am 10. und 13. Januar 2003 von Dr. med. dent. B. in 
dessen Zahnarztpraxis behandeln liess.

5. Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, Dr. med. dent. B. 
habe den ihm erteilten Auftrag, ihr sämtliches Amalgam aus ihren Zähnen zu ent-
fernen, nicht ordnungsgemäss ausgeführt. Zwar habe Dr. med. dent. B. ihr zwei 
Zähne repariert, dabei habe er aber entgegen ihrer Weisung nur die Hälfte des 
Amalgams beseitigt. Demzufolge liege seitens des Dr. med. dent. B. eine Sorgfalts-
pflichtverletzung sowie ein Missachten der ihm erteilten Weisung vor, weshalb sie 
zur Vergütung der Leistungen des Beschwerdeführers nicht verpflichtet sei. Dem 
kann, wie noch zu zeigen sein wird, nicht beigepflichtet werden. Die Hauptpflicht 
des Beauftragten besteht darin, die ihm übertragenen Geschäfte vertragsgemäss 
zu besorgen (Art. 394 Abs. 1 OR). Er ist gehalten, nach besten Kräften die Interes-
sen des Auftraggebers zu wahren und den Auftrag sorgfältig und sachgemäss aus-
zuführen. Hierbei ist er gemäss Art. 397 Abs. 1 OR an etwaige Weisungen des Auf-
traggebers gebunden. Was der Beauftragte zur Erreichung des vom Auftraggeber 

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anvisierten Ziels im Detail zu leisten hat, wie er die Auftraggeberinteressen verwirk-
lichen oder sichern muss, hat der als beauftragter Fachmann aber in aller Regel 
selbst zu bestimmen. Zur vertragsgemässen Besorgung der übertragenen Ge-
schäfte oder Dienste im Sinne von Art. 394 Abs. 1 OR gehört auch die getreue und 
sorgfältige Auftragserfüllung. Dies ergibt sich aus Art. 398 Abs. 2 OR. Die hier inter-
essierende Sorgfaltspflicht stellt eine Konkretisierung der allgemeinen Pflicht des 
Beauftragten – die Interessen des Auftraggebers nach besten Kräften wahrzuneh-
men – bei der Ausführung des Auftrages dar. Sie verlangt, dass der Beauftragte in 
einem spezifischen Bereich, nämlich bei der eigentlichen Tätigkeit, den Interessen 
des Auftraggebers Sorge trägt (vgl. Fellmann, in: Berner Kommentar zum Schwei-
zerischen Privatrecht, Band VI, 2. Abteilung, 4. Teilband, Bern 1992, N 254 zu Art. 
394 OR). Bezüglich der Sorgfaltspflichten des Zahnarztes gelten grundsätzlich die 
gleichen Kriterien wie für die Arzthaftung. Wie der Arzt hat deshalb auch der Zahn-
arzt bei der Behandlung nach den allgemein anerkannten und zum Gemeingut ge-
wordenen Grundsätzen der medizinischen Wissenschaft zu verfahren, die zur Er-
reichung des gesteckten Ziels dienen und geeignet sind (vgl. Fellmann, a. a. O., N 
398 zu Art. 398 OR; BGE 110 II 376 ff. = Pra 1985 Nr. 59). Fordert der Beauftragte, 
wie es vorliegend der Fall ist, sein Honorar, hat er im Streitfall die Erfüllung des 
Auftrages zu beweisen. Zu diesem Erfüllungsbeweis gehört grundsätzlich auch der 
Beweis der vertragsgemässen, d.h. der treuen und sorgfältigen, sowie der wei-
sungsgemässen Erfüllung des Auftrages. Anders ist die Ausgangslage, wenn das 
Verhalten des Auftraggebers den Schluss rechtfertigt, er nehme die Leistung als 
Erfüllung an. In diesem Fall führt die vorbehaltslose Entgegennahme der Leistung 
durch den Auftraggeber zu einer Umkehrung der Beweislast (vgl. Fellmann, a. a. 
O., N 488 - 490 zu Art. 394 OR mit weiteren Hinweisen). Eine Annahme der Erfül-
lung, die auch bei längerem Schweigen des Auftraggebers bejaht werden kann, liegt 
in aller Regel dann vor, wenn das Verhalten des Auftraggebers bei und nach Ent-
gegennahme der Leistung erkennen lässt, dass er sie als eine im wesentlichen ord-
nungsgemässe Erfüllung gelten lassen will. Daran ändert sich grundsätzlich nichts, 
wenn der Auftraggeber als Laie die Qualität der Leistung gar nicht beurteilen kann. 
Massgebend ist allein, ob sein Verhalten den Schluss zulässt, er sei mit der Aus-
führung des Beauftragten zufrieden (vgl. Fellmann, a. a. O., N 494 zu Art. 394 OR). 
Erstmals beanstandete die Beschwerdeführerin vorliegend die aus ihrer Sicht nicht 
zufrieden stellenden Leistungen des Beschwerdegegners mit ihrer Vernehmlassung 
vom 13. August 2004, zumal Gegenteiliges aus den Akten nicht ersichtlich ist. Aus 
den Akten ist lediglich ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin beabsichtigte, ihren 
Zahnarzt zu wechseln, weshalb sie die Herausgabe der Röntgenbilder verlangte. 
Als Grund des beabsichtigten Zahnarztwechsels gab sie an, Frau D. habe sie ge-

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drängt, in Zukunft zu einem anderen Zahnarzt zu gehen. Mit keinem Wort gab die 
Beschwerdeführerin zu verstehen, dass eine aus ihrer Sicht nicht zufrieden stel-
lende Leistung des Beschwerdegegners für den beabsichtigten Zahnarztwechsel 
ausschlaggebend hätte sein können. Folglich kann ihr Schweigen bezüglich der an-
geblich nicht sorgfältigen Leistungen des Beschwerdegegners während ca. 1,5 Jah-
ren – letzte Behandlung war am 13. Januar 2003 - als ein vorbehaltsloses Entge-
gennehmen der vom Beschwerdegegner erbrachten Leistungen qualifiziert werden, 
was, wie oben dargelegt wurde, die Umkehr der Beweislast zur Folge hat. Wie die 
Vorinstanz in ihrem Urteil vom 15. September 2004 zu Recht festgestellt hat, ver-
mag die Beschwerdeführerin die Sorgfaltspflichtverletzung des behandelnden 
Zahnarztes, Dr. med. dent. B., aber nicht zu beweisen. Sie bringt keine schlüssigen 
Argumente vor, die darlegen würden, dass Dr. med. dent. B. entgegen den Regeln 
der Kunst und in Missachtung der ihm erteilten Weisung gehandelt hätte. Daran 
vermag auch der Einwand der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe bei der Ent-
scheidfindung den Brief von Dr. med. dent. C., datiert vom 01. Dezember 2003, 
nicht berücksichtigt, nichts zu ändern. Mit diesem Brief möchte die Beschwerdefüh-
rerin wahrscheinlich beweisen, dass sie das gesamte Amalgam, und nicht bloss die 
Hälfte, ersetzen lassen wollte, weshalb in Anbetracht dessen, dass ihr der Be-
schwerdegegner nur die Hälfte des Amalgams entfernt hatte, dieser seinen Auftrag 
nicht ordnungsgemäss ausgeführt habe. Die Beschwerdeführerin übersieht aber 
den Umstand, dass dieses Schreiben erst am 01. Dezember 2003, also offensicht-
lich nach den Zahnbehandlungen von Dr. med. dent. B. in der Zeit vom 26. Novem-
ber 2002 bis 13. Januar 2003, verfasst wurde. Demnach ist das Schreiben des Dr. 
med. dent. C. bezüglich des Beweises der angeblich nicht ordnungsgemässen Er-
füllung des Mandates irrelevant. Deshalb liess die Vorinstanz in Ausübung der freien 
richterlichen Beweiswürdigung zu Recht das besagte Schreiben unbeachtet bezie-
hungsweise erwähnte dieses Schreiben im angefochtenen Urteil zu Recht nicht.  

6. Steht nun fest, dass der Auftrag seitens des Beauftragten vertrags- 
und weisungsgemäss erfüllt worden ist, ist weiter zu prüfen, ob es sich vorliegend 
um einen entgeltlichen Auftrag handelt. Eine Vergütung ist gemäss Art. 394 Abs. 3 
OR nur dann zu leisten, wenn sie verabredet oder üblich ist. Üblich ist die Vergütung 
überall dort, wo die Geschäfts- oder Dienstleistung berufsmässig geschieht. (vgl. 
Fellmann, a. a. O., N 380 zu Art. 394 OR). Wurde die Höhe der Vergütung nicht 
genügend spezifiziert, so ist eine angemessene Vergütung geschuldet. Bei der je-
weiligen Honorarfestlegung hat jedoch der Beauftragte einen gewissen Ermessens-
spielraum; ein richterliches Eingreifen ist nur geboten, wenn ein Missverhältnis zwi-
schen dem Wert der Leistung und dem Honorar besteht. Eine Vergütung ist unter 

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anderem dann angemessen, wenn der Beauftragte für die Honorarberechnung Be-
zug auf Berufstarife nimmt (vgl. Weber, in: Basler Kommentar zum Obligationen-
recht I, 3. Auflage, Basel 2003, N 38 zu Art. 394 OR). Der Beschwerdegegner stützt 
vorliegend seine Forderung auf die von ihm am 26. November 2002 sowie am 10. 
und 13. Januar 2003 erbrachten zahnärztlichen Leistungen. Bei der Festlegung der 
Höhe der Honorarforderung nimmt der Beschwerdegegner offensichtlich Bezug auf 
bestimmte Tarifpunkte zu einem festgelegten Ansatz (vgl. Honorarrechnung vom 
27. Mai 2003). Der von ihm geltend gemachte Aufwand steht demnach durchaus in 
einem angemessenen Verhältnis zu den erbrachten Leistungen. Im Übrigen wurde 
die grundsätzliche Entgeltlichkeit des Mandats seitens der Beschwerdeführerin 
nicht bestritten. Desgleichen beanstandete sie die Höhe der Vergütung nicht. Dies-
bezüglich bemerkte sie in ihrer Vernehmlassung vom 13. August 2004 lediglich, Dr. 
med. dent. B. habe nicht gerade den billigsten Tarif. Diese Bemerkung kann aber 
nicht als Beanstandung der Höhe der Vergütung qualifiziert werden. Demnach ist 
die Vorinstanz zu Recht von einem ausgewiesenen Aufwand von Fr. 693.00 ausge-
gangen.

7. Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, das Verfahren 
habe sich seit Sommer 2003 unnötig lange hingezogen, weshalb sie nicht einsehe, 
warum sie für die ganze Zeit seit 01. Juli 2003 Verzugszinsen von 5% zahlen solle. 
Dem ist was folgt entgegen zu halten. Gemäss Art. 104 Abs. 1 OR hat der mit einer 
Geldzahlung in Verzug geratene Schuldner Verzugszinsen zu 5% für das Jahr zu 
zahlen. Diese Rechtsfolge tritt unabhängig davon ein, ob der Schuldner den Verzug 
zu vertreten hat oder nicht. Der Verzugszins stellt das Entgelt für die Vorenthaltung 
einer Geldsumme während der Zeit des Verzugs dar. Der Verzugszinsenlauf be-
ginnt mit Inverzugsetzung des Schuldners durch Mahnung durch den Gläubiger, 
und endet, wenn sich der Schuldner nicht mehr im Leistungsverzug befindet, d.h. 
mit Zahlung oder Hinterlegung des geforderten Betrages (vgl. Weber, in: Berner 
Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Band VI, 1. Abteilung, 5. Teilband, 
Bern 2000, N 46 zu Art. 104 OR). Demnach muss die Schuldnerin so lange Ver-
zugszinsen bezahlen, bis sie die Forderung beglichen hat, wobei sich der Verzugs-
zinsenlauf auch über allfällige Gerichtsverfahren hindurch zieht.

9. Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO ist in der Regel die unterliegende Partei 
zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Demnach gehen vor-
liegend die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdeführerin. 
Mangels anwaltlicher Vertretung des Beschwerdegegners wird keine ausseramtli-
che Entschädigung zugesprochen.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.00 zuzüglich Schreibge-
bühren von Fr. 165.00 gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin.

3. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: