# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a8e4b7e-45da-5974-b08b-5b27a329eccd
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.01.2024 720 23 72/07
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-72-07_2024-01-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. Januar 2024 (720 23 72 / 07) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Beurteilung eines Rentenanspruchs einer versicherten Person, bei welcher eine kombi-

nierte Persönlichkeitsstörung mit einem verwaltungsexternen Gutachten nicht nachge-

wiesen werden konnte. 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Markus Trottmann, Ad-
vokat, Eisengasse 5, 4051 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
 
A.1 Die 1972 geborene A.____ ist 1988 in die Schweiz eingereist. Sie arbeitete vom 1. März 
1990 bis 30. November 1997 als Betriebsarbeiterin bei der B.____ AG. Von März 2014 bis De-
zember 2015 war sie im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms der Sozialhilfe im C.____ in 
X.____ und von März 2016 bis Dezember 2019 als "Kuchenbäckerin" selbstständig erwerbstätig. 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Am 11. Mai 1998 meldete sie sich erstmals unter Hinweis auf diverse psychische und somatische 
Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit 
Verfügungen vom 23. August 2000 und 22. Januar 2001 sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft 
(IV-Stelle) der Versicherten in Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode aufgrund einer 
Schmerzfixierung, einer somatoformen Schmerzstörung vor dem Hintergrund einer histrionischen 
Persönlichkeitsstörung und einer seit 30. November 1997 bestehenden vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. November 1998 zu. Diese Rente wurde mit 
Mitteilungen vom 20. August 2003, 14. August 2008 und 3. November 2011 bestätigt. 
 
A.2 Im Rahmen des 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens liess die IV-Stelle den Gesund-
heitszustand der Versicherten durch Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und 
Dr. med. E.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie FMH Rheumatologie, ab-
klären. Im bidisziplinären Gutachten vom 16/.24. Mai 2013 konnten die Gutachter keine Diagno-
sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit feststellen. Gestützt auf dieses Gutachten stellte 
die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. Juli 2013 den Rentenanspruch der Versicherten in Anwen-
dung der gemischten Methode mit den Anteilen Erwerb 20 % und Haushalt 80 % per 31. August 
2013 ein.  
 
A.3 Am 8. August 2016 meldete sich die Versicherte wegen somatischer Beeinträchtigungen 
erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. med. F.____, FMH 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher 
Dienst (RAD), vom 4. Januar 2017 trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. Februar 2017 auf das 
Gesuch mangels Glaubhaftmachens einer erheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes 
nicht ein.  
 
A.4  Ein erneutes Leistungsgesuch erfolgte am 7. Mai 2019, wobei die Versicherte auf eine 
Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes und auf die anstehende Operation 
der Halswirbelsäule (HWS) am 11. Juli 2019 hinwies. Im Rahmen der Abklärung der gesundheit-
lichen Verhältnisse holte die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten bei der MEDAS Bern ein. 
Gestützt auf die Ergebnisse im Gutachten vom 30. Mai 2022 ging die IV-Stelle davon aus, dass 
die Versicherte keine Erkrankung aufweise, welche die Arbeitsfähigkeit einschränke. In der Folge 
lehnte sie mit Verfügung vom 25. Januar 2023 einen Rentenanspruch ab.   
 
B. Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Markus Trottmann, am 1. März 
2023 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie 
beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr eine ihrem Invaliditäts-
grad entsprechende Rente nach Ablauf von 6 Monaten seit der Anmeldung (= 8. Mai 2019) zu-
zusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen verbunden mit 
der Weisung, dass diese nach Massgabe der gerichtlichen Vorgaben den Leistungsanspruch 
weiter abkläre und alsdann neu verfüge; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Markus Trottmann zu bewilligen 
seien. In beweisrechtlicher Hinsicht stellte sie den Antrag, es sei durch das Gericht ein psychiat-
risches Obergutachten, ev. ein methodenkritisches Gutachten hinsichtlich des polydisziplinären 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Gutachtens der MEDAS Bern einzuholen. Eventualiter sei durch das Gericht ein neues polydis-
ziplinäres Gutachten mit den Disziplinen Psychiatrie, Neurologie, Allgemeine Innere Medizin, 
Rheumatologie, Orthopädie und Pneumologie anzuordnen. In der Begründung wurde im Wesent-
lichen die psychiatrische Beurteilung von Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
MEDAS Bern, beanstandet.  
 
C. Mit Verfügung vom 14. März 2023 wurden der Versicherten für das vorliegende Verfahren 
die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Markus 
Trottmann als Rechtsvertreter bewilligt. 
 
D. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 26. Mai 2023 auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
E. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Versicherte mit Eingabe vom 6. September 
2023 und die IV-Stelle mit Eingabe vom 10. Oktober 2023 an ihren jeweiligen Anträgen und Aus-
führungen fest.  
 
F.  Mit Verfügung vom 24. Oktober 2023 überwies das zuständige Präsidium des Kantons-
gerichts den Fall dem Gericht zur Beurteilung.  
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde der Versicherten vom 1. März 2023 ist demnach einzutreten.  
 
2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Ja-
nuar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verordnung über 
die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der Fas-
sung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der In-
validenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt die Verfügung über die 
erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet diese aber einen Rentenan-
spruch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die Bestimmungen des IVG und der IVV sowie 
diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung  
massgebend (KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). 
Vorliegend datiert die angefochtene Verfügung vom 25. Januar 2023. Zur Diskussion steht jedoch 
ein allfälliger Rentenanspruch der Versicherten ab 1. November 2019 (= 6 Monate nach Anmel-
dung vom 8. Mai 2019). Somit ist die Angelegenheit in Anwendung der Bestimmungen des IVG 
und der IVV sowie derjenigen des ATSG in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 
Fassung zu beurteilen. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert 
und angewendet. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die ihre 
Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumut-
bare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-
unfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. 
c).  
 
3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.3 Die Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Auf-
gabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 ATSG Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die 
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als 
Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krank-
heit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 
auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG aus-
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 
2).  
 
3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung 
setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 
und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne 
weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Be-
einträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich 
unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die 
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten 
Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). Gemäss 
BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Be-
weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese Abklärungen enden laut Bundesge-
richt stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand 
der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen 
(BGE 143 V 418 E. 7.1). 
 
4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenrenten für die Zukunft zu erhöhen, her-
abzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erhebli-
chen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be-
einflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustan-
des, der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleichbleibenden Gesundheitszustandes 
(BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen) oder der Grundlagen für die Wahl der Invaliditätsbemes-
sungsmethode (BGE 117 V 198 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2011, 9C_223/2011, 
E. 3.1) revidierbar.  
 
4.2 Vorliegend liegt keine Rentenrevision nach Art. 17 ATSG, sondern eine Neuanmeldung 
vor. Eine Neuanmeldung zielt aber wie die Revision auf eine erneute Prüfung des Leistungsan-
spruchs aufgrund veränderter Verhältnisse ab. Im Falle eines Eintretens auf eine Neuanmeldung 
ist nach Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG analog zu einer Renten-
revision zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit dem Erlass der früheren rechtskräf-
tigen Verfügung in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 117 V 198 
E. 4b; SVR 2011 IV Nr. 2 E. 3.2).  
 
4.3.1 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des Inva-
liditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel-
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä-
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 
V 108 E. 5.4, 130 V 71 E. 3.2.3). 
 
4.3.2 Die IV-Stelle sprach der Versicherten mit Verfügungen vom 23. August 2000 und vom 
22. Januar 2001 erstmals eine ganze Invalidenrente ab 1. November 1998 zu. Im Rahmen  
eines Rentenrevisionsverfahrens hob sie die Rente mit Verfügung vom 18. Juli 2013 per 31. Au-
gust 2013 auf. Auf die Neuanmeldung vom 8. August 2016 trat sie ohne eingehende materielle 
Prüfung des Leistungsanspruchs mangels Glaubhaftmachens einer Verschlechterung der ge-
sundheitlichen Situation nicht ein (vgl. Verfügung vom 20. Februar 2017). Nachdem sie auf das 
Gesuch der Versicherten um Rentenausrichtung vom 7. Mai 2019 eingetreten war, lehnte sie 
nach Durchführung der erforderlichen materiellen Abklärungen mit Verfügung vom 25. Januar 
2023 einen Rentenanspruch ab. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine Invalidenrente rechtfertigt, durch den Ver-

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung der IV-Stelle vom 18. Juli 2013 be-
standen hat, mit demjenigen im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung 
vom 25. Januar 2023. 
 
5.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage, ob sich der Gesundheitszustand bzw. das Aus-
mass der (Rest-) Arbeitsfähigkeit des Versicherten seit der Ablehnung des Rentenanspruchs im 
Juli 2013 in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat, ist die rechtsanwen-
dende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfü-
gung zu stellen sind. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 
V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 
für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richt-
linien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinwei-
sen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
6.1 In den Akten befindet sich die Beurteilung von Dr. med. H.____, FMH für Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 11. Dezember 1997. Er diagnostizierte eine somatoforme Schmerzstörung 
und eine mittelgradige Depression gemischt "auf dem Boden" einer histrionischen Persönlichkeit. 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Diese Störungen hätten Krankheitswert und begründeten eine Arbeitsunfähigkeit. Im Januar 1999 
und März 1999 wurde die Versicherte in den I.____ begutachtet. Aus dem Gutachten der I._____ 
vom 6. April 1999 geht hervor, dass bereits bei der ersten konsiliarischen Untersuchung in den 
I._____ vom 4. August bis 3. September 1998 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
(ICD-10 F45.4) bei histrionischer Persönlichkeit (ICD-10 F60.4) diagnostiziert wurde, die sich vor 
dem Hintergrund massiver psychosozialer Probleme und emotionaler Konflikte weiterentwickelt 
habe. Diese Diagnosen seien zu bestätigen. Aufgrund dieser Leiden sei die Versicherte seit dem 
30. November 1997 vollständig arbeitsunfähig. Im Befund hielt die zuständige Ärzteschaft der 
I._____ fest, dass die Versicherte, solange sie über ihre Jugend gesprochen habe, keinen depri-
mierten Eindruck hinterlassen habe. Dies habe sich geändert, als sie begonnen habe, von der 
Zeit nach ihrer Heirat und den sich ausbreitenden Schmerzen zu erzählen. Beim zweiten Ge-
spräch sei sie aggressiv-verstimmt gewesen, habe geweint und das Gefühl geäussert, dass ihr 
Kopf explodieren würde. Sie habe auch von Schwindel und Schwächeanfällen gesprochen. Zur 
psychosozialen Situation habe sie angegeben, dass sie bis vor eineinhalb Jahren mit der Schwes-
ter und der Schwägerin in einer Wohnung zusammengelebt habe, was Grund genug für ihre 
Probleme sei. Gestützt auf diese medizinische Aktenlage sprach die IV-Stelle der Versicherten 
mit Verfügungen vom 23. August 2000 und 22. Januar 2001 eine ganze Invalidenrente ab 1. No-
vember 1998 zu.  
 
6.2.1 In der am 18. Juli 2013 verfügten Rentenaufhebung per 31. August 2013 stützte sich die 
die IV-Stelle auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D._____ und E.____ vom 16./24. Mai 
2013. Dr. E.____ konnte in seinem rheumatologischen Gutachten vom 16. Mai 2013 keine Diag-
nosen feststellen, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussten. Aufgrund seiner Befunde kam er zum 
Schluss, dass die unspezifischen Kreuzschmerzen mit Ansatztendinosen am medialen Becken-
kamm beidseits, die muskuläre Dysbalance am Schultergürtel, die Diskopathie HWK6/7 mit Kon-
takt zur Wurzel C7 links sowie die Spreizfüsse mit belastungsabhängigen Vorfussschmerzen 
beidseits keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Bis auf die etwas verminderte Sen-
sibilität an den Fingern IV und V der linken Hand seien keine Auffälligkeiten feststellbar gewesen. 
Der klinische Untersuchungsbefund bezüglich des Bewegungsapparates könne als nahezu nor-
mal bezeichnet werden. Die von der Versicherten geklagten multiplen Beschwerden seien nicht 
somatisch bedingt. Die Gelenkschmerzen ohne Entzündungen könnten allenfalls mit der 1998 
diagnostizierten und inzwischen inaktiven Sarkoidose in einen Zusammenhang gebracht werden. 
Der Versicherten sei es zumutbar, jegliche Tätigkeiten ohne wesentliche Einschränkungen ganz-
tags auszuüben.  
 
6.2.2 Im psychiatrischen Gutachten vom 24. Mai 2013 hielt Dr. D._____ keine Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest. Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 
F45.4) und die akzentuierten Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) beeinflussten die Arbeitsfähig-
keit der Versicherten nicht. Gemäss ihren Angaben habe sie 5 Jahre lang die Schule in ihrem 
Heimatland besucht, eine Berufslehre habe sie nicht absolviert. Mit 16 Jahren sei sie in die 
Schweiz gekommen und habe 1990 als Fabrikarbeiterin bei der B._____ AG zu arbeiten begon-
nen. Wegen der Schmerzen sei sie ab 1995 immer wieder krankgeschrieben worden. Infolge 
dieser Krankheitsabsenzen sei ihre Arbeitsstelle 1997 gekündigt worden. Seither sei sie keiner 
Erwerbsarbeit mehr nachgegangen. Sie sei zwischen 1993 und 1999 zum ersten Mal verheiratet 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gewesen. Ihr Ehemann habe sie geschlagen und zu unterdrücken versucht. Mit dem Vater ihrer 
beiden Kinder sei sie 2003 zusammengekommen. Sie hätten sich 2005 wieder getrennt. Als sie 
das erste Mal schwanger geworden sei, habe er von ihr eine Abtreibung verlangt. Dieser Auffor-
derung sei sie jedoch nicht nachgekommen. Sie habe ihn auch nicht geheiratet, weil sie nicht zu 
seinem "Eigentum" habe werden wollen. In diesem Kontext habe sie betont, dass sie immer das 
gemacht habe, was sie gewollt habe. Von der zweiten Schwangerschaft habe sie ihrem damali-
gen Lebenspartner nichts mehr erzählt, weil er ihr gedroht habe, das Baby aus dem Bauch zu 
schneiden. Zurzeit stehe sie nicht in einer psychiatrischen Behandlung und nehme auch keine 
Psychopharmaka ein. Im Befund hielt Dr. D._____ fest, dass die Versicherte viel und spontan 
gesprochen habe; sie scheine ein grosses Mitteilungsbedürfnis zu haben. Ihre Angaben seien 
weitschweifend gewesen. Dabei habe sie sich oft in Details verloren. Zeitweise habe sie es ge-
nossen, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Im Gespräch habe sie sich kooperativ und 
zugewandt gezeigt; der affektive Rapport habe sich gut herstellen lassen. Die Stimmung sei aus-
geglichen gewesen. Sie habe immer wieder lächeln und einige wenige Male auch lachen können. 
Nur bei sie belastenden Themen habe sie für kurze Zeit Tränen in den Augen gehabt. Sie hinter-
lasse insgesamt einen vitalen Eindruck. Es sei eine gewisse Suggestibilität, eine Dramatisie-
rungstendenz und eine leichtgradige Affektlabilität erkennbar. Während der Untersuchung habe 
er keine Konzentrations-, Gedächtnis- oder Auffassungsstörungen oder Ermüdungszeichen fest-
stellen können. Auch die affektive Modulationsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Die Versicherte 
schildere Schmerzen, die nicht erklärbar seien. Es liessen sich Belastungen (Scheidung vom 
Ehemann, konflikthafte Beziehung mit ihrem ehemaligen Lebenspartner und Kindsvater) feststel-
len, welche schwerwiegend genug seien, um in einem ursächlichen Zusammenhang mit den 
Schmerzen zu stehen. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung lasse 
sich deshalb bestätigen. Es sei jedoch zu beachten, dass die psychosoziale Funktionsfähigkeit 
zu ihren Kindern und zu zwei langjährigen Freundinnen sowie zu Kolleginnen intakt sei. Sie gehe 
Hobbies (backen, malen, nähen, Blumen pflanzen) nach und sei in der Lage, die Aufgaben als 
Mutter und im Haushalt zu erledigen. Damit sei das Funktionsniveau nicht wesentlich einge-
schränkt. Von einem sozialen Rückzug aufgrund der Schmerzen könne nicht gesprochen werden. 
Es bestehe auch keine schwerwiegende psychiatrische Komorbidität und keine chronische 
schwere körperliche Begleiterkrankung. Von einer Therapieresistenz der den Schmerzen zugrun-
deliegenden Konflikte könne nicht ausgegangen werden. Es handle sich deshalb lediglich um 
eine leichtgradige somatoforme Schmerzstörung, welche die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflusse. 
Die Suggestibilität, die leichtgradige Affektlabilität und die Dramatisierungstendenz sowie das 
Weinen seien Ausdruck von akzentuierten histrionischen Persönlichkeitszügen; die diagnosti-
schen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt. Die Konflikte in der Beziehung 
zur Ursprungsfamilie ständen nicht im Zusammenhang mit der Suggestibilität oder Affektlabilität, 
sei doch die Versicherte geradlinig und unbeirrbar bestrebt, sich gegen jegliche Art von Unterdrü-
ckung durch die Ursprungsfamilie zu wehren. Hinweise auf eine depressive Störung mit Krank-
heitswert liessen sich ebenso wenig finden. Das Funktionsniveau nach Mini-ICF-App sei weitge-
hen intakt. Es beständen nur leichtgradige psychische Beeinträchtigungen, die keine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten. Da die Versicherte im Vergleich zu den psychiatri-
schen Vorbefunden nicht mehr über Ohnmachtsanfälle oder Lähmungserscheinungen berichte, 
sei davon auszugehen, dass sich eine gewisse Verbesserung des Gesundheitszustandes einge-
stellt habe.  

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
6.3 Nach der Begutachtung durch die Dres. E.___ und D._____ erfolgten zahlreiche somati-
sche Abklärungen. Aufgrund einer Magenblutung wurde im Juni 2013 eine Kolonoskopie durch-
geführt, welche jedoch keine wesentlichen objektiven Befunde ergab. Die am gleichen Tag er-
folgte naso-gastrale Panendoskopie zeigte einen Verdacht auf eine kleine Barretzunge und eine 
diskrete Schleimhautrötung im Antrum (vgl. Bericht von PD Dr. med J.____, FMH Gastroentero-
logie und Innere Medizin, vom 25. Juni 2013). Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Len-
denwirbelsäule (LWS) vom 29. September 2014 wies leichte Diskopathien der Segmente L3-S1 
mit Diskusprotrusionen aus (vgl. Bericht des Spitals K.____ vom 14. Oktober 2014). RAD-Arzt 
Dr. med L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ging in seiner Stellungnahme vom 10. 
August 2016 davon aus, dass die Befunde der Panendoskopie und der MRT-Befund der LWS 
keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Wegen rechtsseitigen Flankenschmer-
zen erfolgte am 16. Februar 2016 eine Sonographie des Abdomens; der Befund war im Wesent-
lichen unauffällig (vgl. Bericht der M.____ vom 16. Februar 2016). Rund 7 Jahre später wurde 
gestützt auf die Gastroskopie vom 25. Februar 2020 eine Antrumgastritis und eine Refluxösopha-
gitis diagnostiziert (vgl. Bericht des Spitals K.____ vom 25. Februar 2020) und entsprechend kon-
servativ behandelt. Es wurde eine Nachkontrolle in 3 Jahren empfohlen (vgl. Spital N.____ vom 
27. Februar 2020). 
 
6.4 Am 24. Juni 2016 stürzte die Versicherte und erlitt dabei am oberen Sprunggelenk eine 
Rotationsinstabilität und eine Partialruptur der Peroneus brevis-Sehne (vgl. Bericht des Spitals 
K.____ vom 21. Oktober 2016). RAD-Arzt Dr. F._____ zog aufgrund der konservativen Behand-
lungsmassnahmen in seiner Stellungnahme vom 4. Januar 2017 den Schluss, dass sich daraus 
keine massgeblichen Funktionseinschränkungen ableiten liessen, welche über das von 
Dr.  E.____ formulierte Zumutbarkeitsprofil hinausgehen würden.  
 
6.5 Im August 2017 und April 2018 wurde die Versicherte aufgrund progredienter Hypästhe-
sien im Bereich Dig. IV und V der linken Hand im Spital K.____ untersucht (vgl. Berichte vom 28. 
August 2017 und 19. April 2018). Da sich mit weiteren Untersuchungen ein peripheres Nerven-
kompressionssyndrom nicht nachweisen liess, wurde eine Parästhesie Dig. IV- und V links (DD: 
zervikale Radikulopathie) diagnostiziert (vgl. Bericht des Spitals K.____ vom 30. April 2018). We-
gen zunehmender Beschwerden an der HWS und der LWS erfolgten bildgebende Untersuchun-
gen. Die MRT vom 23. August 2018 zeigte degenerative Veränderungen an der HWS und LWS 
und eine grosse Bandscheibenextrusion auf der Höhe HWK6/7 sowie eine kleinere breitbasige 
Bandscheibenprotrusion mit Kontakt der rezessalen Wurzel L4 links auf der Höhe LWK3/4 (vgl. 
Bericht des Spitals K.____ vom 3. September 2018), welche zu einer C7-Reizsymptomatik links 
führe (vgl. Bericht des Spitals K.____ vom 16. Oktober 2018). Die zunehmende Symptomatik im 
Bereich der linken Hand wurde auf die Degenerationen an der HWS und die Diskushernie mit 
radikulärem Ausfallsyndrom C7 zurückgeführt. In der Folge wurde die Versicherte am 11. Juli 
2019 an der HWS operiert (vgl. Operationsbericht des Spitals N.____ vom 12. Juli 2019). Anfang 
September 2019 klagte die Versicherte über eine seit der Operation bestehende Heiserkeit, ein 
progredientes Globusgefühl und eine Hypästhesie unter dem linken Kinn. Sie berichtete auch 
über blutiges Husten (vgl. Berichte des Spitals K.____ vom 4. September 2019, vom 17. und vom 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

26. September 2019). Mit der Bronchoskopie vom 30. Oktober 2019 konnte kein Blut im Bronchi-
alsystem nachgewiesen werden. Ebenso wenig liess sich eine organische Genese für eine pha-
ryngoösophageale Störung des Schluckaktes finden (vgl. Bericht des Spitals K.____ vom 20. Ja-
nuar 2020). Da sich das Bronchialsystem insgesamt etwas entzündlich und kontaktvulnerabel 
erwies und ein Morbus Whipple oder eine aktivierte Sarkoidose ausgeschlossen werden konnten, 
wurde vermutet, dass die Hämoptysen auf eine akute Bronchitis zurückzuführen seien (vgl. Be-
richte des Spitals K.____ vom 4. November 2019 und 29. Juli 2021 und Bericht des Spitals 
N.____ vom 26. Februar 2020).  
 
6.6 Des Weiteren klagte die Versicherte nach der Operation über diffuse Parästhesien im Be-
reich des linken Armes mit Schmerzen und Zittern der linken Hand, über Schmerzen im Bereich 
der Schulter und des Nackens sowie über Kopfschmerzen. Diese Beeinträchtigungen konnten 
jedoch nach Durchführung von zahlreichen Abklärungen nicht objektiviert werden (vgl. Bericht 
des Spitals K.____ vom 9. Januar 2020, Zweiphasenskelettszintigraphie mit SPECT CT HWS 
vom 14. September 2020, MRT LWS und HWS sowie Rx-Funktionsaufnahmen vom 15. Septem-
ber 2020). Die Bildgebung zeigte eine stabile Situation der HWS ohne Lockerungszeichen oder 
spinale und foraminale Enge und keine höhergradige foraminale Stenose und Spinalkanalste-
nose der LWS (vgl. Berichte des Spitals K.____ vom 1. Dezember 2020 und vom 24. Januar 
2022). Auch der Verdacht auf eine aktivierte Spondylarthrose LWK5/SWK 1 liess sich nicht be-
stätigen (vgl. Bericht von Dr. med. O.____, FMH Neurologie, vom 14. April 2021).  
 
6.7 Im Sommer 2021 klagte die Versicherte erneut über produktiven Husten und Hämoptysen 
sowie eine Anstrengungsdyspnoe. Konkrete Hinweise auf einen erneuten Schub der Sarkoidose 
ergaben sich keine. Als wahrscheinliche Blutungsquelle wurde eine akute Bronchitis mit deutli-
cher Kontaktvulnerabilität der Bronchialschleimhaut genannt. Die rezidivierenden Atembeschwer-
den mit Husten und Anstrengungsdyspnoe wurden auf ein Asthma bronchiale zurückgeführt 
(vgl. Bericht des Spitals K.____ vom 29. Juli 2021).  
 
6.8 In psychiatrischer Hinsicht berichtete Dr. med. P.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, 
am 24. Januar 2022, dass die Versicherte seit Anfang September 2021 Symptome einer Persön-
lichkeitsstörung in Form von innerer Unruhe, Anspannung, interaktionsbedingter Affektlabilität, 
schwankendem Selbstwert, Hypervigilanz, somatoformen Ängsten, erschwerter Emotionsregula-
tion, Negativismus und Interaktionsstörungen aufweise. Diese Symptomatik verursache relevante 
Einschränkungen im Alltag (gestörte Nachbarschaftsbeziehungen, ausgeprägte Schwierigkeiten 
zwischenmenschlicher und sozialer Konzepte). Er diagnostizierte eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung mit hochgradiger Ausprägung von emotional instabilen und hist-rionischen Anteilen 
(ICD-10 F60.30) sowie eine rezidivierende depressive Störung, aktuell in Remission (ICD-10 
F33.2). Aufgrund der hochgradigen Sensitivität mit relevanten Interaktionsstörungen auf der All-
tagsebene, der emotionalen Instabilität mit dysfunktionalen Regulationsstrategien und der Hyper-
vigilanz mit hoher körperlicher Anspannung und somatoformer Verschiebung bestehe keine ver-
wertbare Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt.  
 
6.9.1 Aufgrund der multiplen Beschwerden holte die IV-Stelle auf Empfehlungen der RAD-
Ärztin, Dr. Q.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, vom 25. Februar 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2021, 27. August 2021 und 6. September 2021 ein polydisziplinäres Gutachten mit den Diszipli-
nen Psychiatrie, Neurologie, Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie und Pneumologie bei der 
MEDAS Bern ein; dieses wurde am 30. Mai 2022 erstattet. In der interdisziplinären Gesamtbeur-
teilung konnten die Gutachter keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten stellen. Die Persönlichkeitsakzentuierung mit histrionischen Zügen (ICD-10 Z73.1), 
die nichtauthentische Symptom- und Beschwerdepräsentation (ICD-10 Z76.8), der Zustand nach 
Sarkoidose, die leichte obstruktive Ventilationsstörung im Sinne einer Post-Sarkoidose-Erkran-
kung, die intestinale Metaplasie, die Adipositas Grad I, das anamnestisch chronische zervikos-
pondylogene Schmerzsyndrom, das rezidivierende Thorakolumbalvertebralsyndrom, das 
Lymphödem an beiden Unterschenkeln, der Knick-Senkspreizfuss, der Hallux valgus und die 
anamnestischen Kopfschmerzen beeinflussten die Arbeitsfähigkeit nicht. In der Beurteilung führte 
das Expertenteam aus, dass sich erhebliche und multiple Inkonsistenzen zwischen den geklagten 
Gesundheitsstörungen und den objektiven psychiatrischen und somatischen Befunden ergäben. 
Der erhebliche, negative Verzerrungsgrad in den anamnestischen Angaben und das wider-
sprüchliche, auffällige Verhalten der Versicherten seien als Zweckverhalten zu betrachten. Die 
multiplen beträchtlichen Inkonsistenzen hätten vom psychiatrischen Experten anhand von ver-
schiedenen Testungen objektiviert werden können. Auch in der neurologischen Begutachtung 
seien die Inkonsistenzen aufgefallen. So sei die Versicherte bei nicht leidensbezogenen Themen 
humorvoll gewesen und habe mehrmals ein entspanntes Lachen gezeigt. Dieses Verhalten wi-
derspreche den Testergebnissen im BDI (Beck Depressions-Inventar), gemäss welchen die Ver-
sicherte an einer schwergradigen depressiven Störung leiden müsste. Zudem korrelierten ver-
schiedene Äusserungen nicht mit dem klinischen Befund. So habe die Versicherte schon bei der 
geringsten Manipulation Schmerzen mit "Aua-Geräuschen" angegeben. Bei sanfter Palpation im 
Bereich der Nackenmuskulatur habe sie mit Schmerzlauten geantwortet, jedoch nicht bei gleich-
zeitiger Ablenkung an anderen Untersuchungsstellen. Obwohl sie starke Schmerzen im Rücken 
und Nacken angegeben habe, habe sie während der ca. 3-stündigen neurologischen Begutach-
tung ruhig und ohne Ausgleichsbewegungen sitzen können. Ebenso wenig sei die von der Versi-
cherten angegebene Müdigkeit und Leistungsminderung zu beobachten gewesen. In pneumolo-
gischer Hinsicht sei auffällig gewesen, dass die Ergospirometrie schon nach wenigen Tritten ab-
gebrochen worden sei. Objektiv beständen nur leichte Beschwerden, die keine quantitative Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Funktional sollten inhalative Noxen bei der Arbeit vermie-
den werden. Aus orthopädischer Sicht könnten keine hinreichenden strukturellen Schädigungen 
objektiviert werden, welche die Arbeitsfähigkeit quantitativ einschränken würden. Es sei der Ver-
sicherten möglich, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auszuüben.  
 
6.9.2 Im Rahmen der versicherungsmedizinischen Beurteilung kamen die Experten zum 
Schluss, dass die Kriterien einer erheblichen Aggravation und teilweise auch die Kriterien für eine 
nicht authentische Symptompräsentation ohne namhaftes psychisches oder somatisches Korre-
lat erfüllt seien. Aus diesem Grund könne eine versicherungsmedizinische Bewertung nur auf 
medizinisch-theoretischer Grundlage vorgenommen werden. Aus Sicht aller Gutachter könne we-
der aktuell noch retrospektiv eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Auch un-
ter Beachtung der Wechselwirkungen könnten keine Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit be-
gründet werden. Es sei der Versicherten insgesamt möglich, körperlich leichte, wechselbelas-

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tende Tätigkeiten unter Vermeidung von langandauernden gleichen Wirbelsäulehaltungen, Zug-
luft und Kälteexposition sowie inhalativen Noxen am Arbeitsplatz ganztägig auszuüben. Lediglich 
während der Zeit ab der HWS-Operation vom 7. Juli 2019 bis 7. Oktober 2019 sei eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten zu attestieren. Die abweichenden Beurteilungen 
der behandelnden Fachärzte sei auf die fehlende Beachtung der Inkonsistenzen zurückzuführen. 
Die von den I._____ gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung beruhe auf den anamnesti-
schen Angaben der Versicherten. Rückblickend hätte die Beurteilung der I._____ als Grundlage 
für den damaligen Rentenanspruch zumindest in Frage gestellt werden müssen.  
 
6.9.3 Gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS AG Bern vom 30. Mai 2022 ging 
die IV-Stelle davon aus, dass seit der Rentenablehnung im Jahr 2013 keine Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetreten sei. In der Folge lehnte sie mit Verfü-
gung vom 25. Januar 2023 einen Rentenanspruch der Versicherten ab. 
 
7.1 In Würdigung der vorliegenden medizinischen Aktenlage kommt das Gericht zum Schluss, 
dass das Gutachten der MEDAS Bern vom 30. Mai 2022 formell die bundesgerichtlichen Anfor-
derungen an ein Gutachten erfüllt. Es beruht auf persönlichen und klinischen Untersuchungen in 
internistischer, neurologischer, orthopädischer, pneumologischer und psychiatrischer Hinsicht 
sowie auf diagnostische Zusatzuntersuchungen (EMG vom 15. Februar 2022, Rey-Memory-Test 
vom 28. Januar 2022, SFSS [Strukturierter Fragebogen Simulierter Symptome] vom 28. Januar 
2022, BDI vom 28. Januar 2022, MMPI-2 Test [Minnesota Multiphasic Personality Inventory-2] 
ausgewertet vom R.____ am 8. März 2022, Laboruntersuchung vom 15. Februar 2022, Röntgen 
HWS und Dens-Zielaufnahme (= Röntgenspezialaufnahme zur Darstellung der Kopfgelenke) 
vom 8. März 2022, Röntgen LWS vom 8. März 2022 und weitere apparative Untersuchungen vom 
5. Mai 2022). Die Experten sichteten die Akten und listeten sie im Gutachten auf. Zudem berück-
sichtigten sie die von der Versicherten geklagten Beschwerden und erhoben in allen Bereichen 
eine Anamnese (Familie, Kindheit, Schule, Beruf, Gesundheit). Inhaltlich bemängelt die Versi-
cherte lediglich das psychiatrische Teilgutachten. Was die übrigen Fachgutachten anbelangt, be-
streitet sie zu Recht nicht deren Beweiskraft. Die internistischen, neurologischen, orthopädischen 
und pneumologischen Gutachter erstellten ihre Teilgutachten sorgfältig und setzten sich einge-
hend mit den abweichenden medizinischen Beurteilungen auseinander. Ihre Beurteilungen leuch-
ten sodann in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der me-
dizinischen Situation ein. Auch ihre Einschätzung, dass die Versicherte in keiner Tätigkeit in ihrer 
Arbeitsfähigkeit – bis auf die Zeit vom 7. Juli 2019 bis 7. Oktober 2019 infolge der HWS-Operation 
– eingeschränkt sei, ist nachvollziehbar. Es ist darauf abzustellen.  
 
7.2 Im Befund des psychiatrischen Teilgutachtens hielt Dr. G.____ fest, dass die Versicherte 
umfassend und umständlich über ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen berichtet und über 
eine verringerte Vitalität und Niedergeschlagenheit geklagt habe. Bei seiner Untersuchung habe 
er ein eher beschleunigtes Denken beobachten können. Da sie assoziativ etwas gelockert gewirkt 
habe, habe er immer wieder nachfragen müssen. Die Grundstimmung sei leicht depressiv gewe-
sen. Eine affektive Verstimmung sei jedoch nicht erkennbar gewesen. Während der gesamten 
Exploration sei sie euthym gewesen. Einzig bei einschneidenden Erlebnissen habe eine themen-

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

abhängige Affektlabilität bestanden. So sei sie in Tränen ausgebrochen, als sie von der Verge-
waltigung im Jahr 1989 und der Abtreibung im Jahr 1997 erzählt habe. Sie sei jedoch sofort aus-
lenkbar gewesen und habe dann wieder in euthymer Stimmungslage berichtet. Die Konzentra-
tion, die Auffassungsgabe, die Umstellungsfähigkeit und das Antwortverhalten seien nicht auffäl-
lig gewesen. Es seien keine Hinweise auf eine affektive Störung oder Angststörung vorhanden. 
Die klinischen Befunde ständen in einem deutlichen Widerspruch zu den Ergebnissen der test-
psychologischen Zusatzuntersuchungen. Im Rey-Memory-Test-15 habe die Versicherte nur 7 von 
15 Punkten erzielt, was einer nicht authentischen Präsentation kognitiver Minderleistung entspre-
che. Ihr Antwortverhalten käme einer schwergradigen Demenz gleich, wofür sich klinisch aber 
keine Anhaltspunkte ergäben. Eine schwergradige Demenz widerspreche auch dem Befund ihres 
behandelnden Psychiaters Dr. P.____, der wenige Tage vor der Begutachtung bei der Versicher-
ten eine in Remission befindliche depressive Störung festgestellt habe. Die Ergebnisse des 
SFSS-Fragebogens hätten eine auffällig erhöhte negative Antwortverzerrung gezeigt, was auf ein 
nicht authentisches Verhalten hindeute. Schliesslich habe der vom R.____ extern ausgewertete 
MMPI-2 Test bestätigt, dass die Versicherte ein nicht authentisches, aggravierendes Antwortver-
halten aufweise. Dr. G.____ ging unter Hinweis auf die in der neurologischen Untersuchung fest-
gestellten erheblichen Inkonsistenzen davon aus, dass die Versicherte bewusst übertreibe oder 
simuliere, um ihr Ziel zu erreichen.  
 
7.3 Das psychiatrische Gutachten ist eher knapp und äussert sich nicht sehr ausführlich zur 
Persönlichkeitsproblematik der Versicherten. Dr. G.____ legte den Fokus auf die durchgeführten 
Tests. Es gibt jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass die psychiatrische Untersuchung mit 
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung, welche eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung des Gesundheitszustandes bilden, nicht lege artis erfolgt wäre (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hinweis, in: SVR 2016 
IV Nr. 53 S. 178). Auch wenn das psychiatrische Teilgutachten detaillierter und tiefgründiger hätte 
ausfallen dürfen, genügt es, um die Frage zu beantworten, ob seit der Begutachtung von Dr. 
D._____ im Jahr 2013 eine relevante gesundheitliche Verschlechterung eingetreten ist. Ein Ver-
gleich der Befunde von Dr. D._____ und Dr. G.____ zeigt auf, dass sich der psychische Gesund-
heitszustand der Versicherten seit Erlass der rentenaufhebenden Verfügung vom 18. Juli 2013 
nicht wesentlich verändert hat. Dr. D._____ diagnostizierte anlässlich seiner Untersuchung im 
Mai 2013 wie Dr. G.____ akzentuierte Persönlichkeitszüge ohne Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit. Die Diagnose der somatoformen Schmerzstörung stellte Dr. D._____, weil die geklag-
ten Beschwerden der Versicherten somatisch nicht objektivierbar seien und Belastungen (kon-
flikthafte Beziehung mit dem Vater ihrer beiden Kinder und zur Ursprungsfamilie) vorlägen, wel-
che in einem ursächlichen Zusammenhang mit den Schmerzen ständen. Er erklärte jedoch, dass 
es sich um eine leichtgradige somatoforme Schmerzstörung handle, welche die Arbeitsfähigkeit 
nicht beeinflusse. So verfüge die Versicherte über eine intakte psychosoziale Funktionsfähigkeit 
und es bestehe kein sozialer Rückzug aufgrund der Schmerzen. Zudem lägen weder eine 
schwerwiegende psychische Komorbidität noch chronische Begleiterkrankungen vor. Eine The-
rapieresistenz der den Schmerzen zugrundeliegenden Konflikte verneinte er, da die Versicherte 
noch nie ernsthaft psychotherapeutische Behandlungen in Anspruch genommen habe. Es sind 
daher auch in Bezug auf die somatoforme Schmerzstörung keine wesentlichen Veränderungen 
seit der Rentenaufhebung im Juli 2013 festzustellen. Bereits Dr. D._____ verneinte das Vorliegen 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

einer Persönlichkeitsstörung. Zur Begründung hielt er fest, dass er bei der Versicherten nur eine 
gewisse Suggestibilität, einen in formaler Hinsicht weitschweifenden Gedankengang, eine leicht-
gradige Affektlabilität und eine Dramatisierungstendenz habe festgestellt werden können. Hin-
weise auf andere Einschränkungen wie z.B. in der Modulations-, Konzentrations-, Aufmerksam-
keits- und Auffassungsfähigkeit oder Ermüdungszeichen konnte er nicht finden. Diese Befunde 
genügten Dr. D._____ nicht, um die von den behandelnden Ärzten der I._____ im Jahr 1999 
diagnostizierte histrionische Persönlichkeitsstörung bestätigen zu können. Vielmehr ging er da-
von aus, dass sie Ausdruck histrionischer Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) seien. Da Z-co-
dierte Diagnosen rechtsprechungsgemäss nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheb-
lichen Gesundheitsbeeinträchtigungen fallen (Urteil des Bundesgerichts vom 12. November 
2019, 9C_542/2019, E. 3.2), listete Dr. D._____ folgerichtig die histrionischen Persönlichkeits-
züge bei den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf. Zum gleichen Schluss 
gelangte Dr. G.____. Er konnte bis auf eine eingeschränkte Affektlabilität und eine gesteigerte 
Affizierbarkeit sowie einer leicht depressiven Grundstimmung keine weiteren pathologischen Auf-
fälligkeiten bei der Versicherten feststellen. Wie Dr. D._____ beobachtete er – ausser bei der 
Schilderung von einschneidenden Erlebnissen – grundsätzlich eine euthyme Stimmungslage 
während der Untersuchungssituation. Eine Symptomatik, welche die Kriterien einer Persönlich-
keitsstörung gemäss ICD-10 erfüllen würden, konnte er nicht erkennen. Aufgrund der vergleich-
baren Befunde von Dr. D._____ und Dr. G.____ ist nicht zu beanstanden, dass der psychiatrische 
Experte der Ansicht ist, es lägen keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit vor. Es liegen auch keine Anhaltspunkte vor, dass sich der Ausprägungsgrad der 
somatoformen Schmerzstörung seit der Begutachtung durch Dr. D._____ erhöht hätte. Selbst der 
behandelnde Psychologe, Dr. P.____, diagnostizierte keine somatoforme Schmerzstörung mehr.  
 
7.4 Der Bericht von Dr. P.____ vom 24. Januar 2022, bei welchem die Versicherte seit Sep-
tember 2021 in Behandlung steht, ist nicht geeignet, um erhebliche Zweifel an den Feststellungen 
von Dr. G.____ aufkommen zu lassen. Dr. P.____ stellte sich auf den Standpunkt, dass die Ver-
sicherte an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit hochgradiger Ausprägung von emotio-
nal instabilen und histrionischen Anteilen leide, welche die Arbeitsfähigkeit vollständig ein-
schränke. Da er die 100%ige Arbeitsunfähigkeit einzig mit der Symptomatik der Persönlichkeits-
störung begründete, ist davon auszugehen, dass sich die in Remission befindliche rezidivierende 
depressive Störung nicht wesentlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Dr. P.____ beschrieb er-
hebliche Befunde und Funktionseinschränkungen, die Dr. G.____ rund zwei Wochen später am 
28. Januar 2022 nicht oder nicht in diesem Ausmass finden konnte. Diese Diskrepanz lässt sich 
nur damit erklären, dass Dr. P.____ keine Kenntnis der Vorberichte hatte. Andernfalls wäre zu 
erwarten gewesen, dass er sich mit dem theatralischen, übertriebenen Verhalten der Versicher-
ten, welches sich wie ein roter Faden durch die Akten zieht, auseinandergesetzt und sich zu 
allfälligen Inkonsistenzen geäussert hätte. Es ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen, dass er sich vorwiegend auf die subjektiven Angaben der Versicherten 
stützte. Dr. P.____ unterliess es auch, sich mit den diagnostischen Kriterien der kombinierten 
Persönlichkeitsstörung auseinanderzusetzen. Zudem zeigte er nicht auf, inwiefern sich der psy-
chische Gesundheitszustand der Versicherten seit 2013 verändert hat. Es kann deshalb die Ent-
wicklung der im Jahr 2013 vorgelegenen histrionischen Persönlichkeitszüge zu einer Persönlich-
keitsstörung nicht nachvollzogen werden. Insgesamt erweist sich die Beurteilung von Dr. P.____ 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

als nicht zuverlässig genug, um darauf abstellen zu können. Da das Vorliegen einer Persönlich-
keitsstörung im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 25. Januar 2023 nicht nachgewie-
sen werden kann, ist auf die gegen die Beurteilung von Dr. G.____ gerichteten Einwände der 
Versicherten betreffend Diagnostik einer Persönlichkeitsstörung und der Ergebnisse der Be-
schwerdevalidierungstestungen nicht näher einzugehen. 
 
7.5 Entgegen der Ansicht der Versicherten ist nicht ersichtlich, inwiefern die Befragung durch 
Dr. G.____ zu ihrer Biographie ungenügend gewesen sei. Der Gutachter erfasste die wesentli-
chen Aspekte zur Familie, zur Kindheit, zum schulischen und beruflichen Werdegang und zur 
Gesundheit (vgl. Teilgutachten S. 6 – 8). Ebenso wenig ergeben sich aufgrund der Tatsache, 
dass Dr. G.____ den Persönlichkeitstest (MMPI-2 Test) extern durch den R.____ auswerten liess, 
gewichtige Zweifel an der Zuverlässigkeit der gutachterlichen Befunde. Es trifft zwar zu, dass der 
Auswertungsdienst zwei Interpretationsvarianten für die Testergebnisse, wonach die Gültigkeits-
werte des Profils nicht die gegenwärtige Verfassung der Versicherten widerspiegelten und des-
halb sehr vorsichtig zu bewerten seien, aufführte. Entweder sei die getestete Person im Zeitpunkt 
der Testung akut gestört und durch die Testvorgabe überfordert gewesen oder sie habe bewusst 
übertrieben und simuliert, um irgendein Ziel erreichen zu können. Dr. G.____ wählte die zweite 
Variante und wies zur Begründung auf das nicht authentische, aggravierende Antwortverhalten 
der Versicherten hin. Mit Blick auf die hoch auffälligen Ergebnisse der von ihm durchgeführten 
Testungen (SFSS, BDI, RMT-15), welche alle auf ein nicht authentisches Verhalten hindeuten, 
ist nicht zu bemängeln, dass der Gutachter in der Gesamtschau die zweite Interpretation der 
externen Auswertung als zutreffend erachtete. Dazu kommt, dass auch die übrigen Experten der 
MEDAS Bern Inkonsistenzen feststellten. So wies der neurologische Gutachter auf eine hochgra-
dig ausgeweitete, nicht authentische Darstellung der Schmerzsymptomatik hin (vgl. neurologi-
sches Teilgutachten, S. 9 - 11 und S. 17 - 18). Auch der begutachtende Orthopäde und die be-
gutachtende Internistin konnten das von der Versicherten geklagte Ausmass der Schmerzen nicht 
mit ihren objektiven Befunden erklären (vgl. orthopädisches Teilgutachten, S. 9, 11 - 12 und in-
ternistisches Teilgutachten, S. 8). Gleichermassen stellte der Pneumologe erhebliche Inkonsis-
tenzen fest (vgl. pneumologisches Teilgutachten, S. 9). 
 
7.6 Daran ändern auch die Berichte von Dr. H.____ vom 11. Dezember 1997 und der behan-
delnden Ärzteschaft der I._____ vom 14. September 1998 nichts, in welchen jeweils die  
Diagnose einer histrionischen Persönlichkeitsstörung gestellt wurde. Dr. H.____ begründete 
seine Diagnosestellung nicht, weshalb das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung nicht nachvoll-
zogen werden kann. Zudem legte er nicht dar, welche Funktionseinbussen die Arbeitsfähigkeit 
der Versicherten beeinflussen würden. Der zuständige Arzt der I._____ wies für die Begründung 
der Persönlichkeitsstörung lediglich auf ein theatralisches Verhalten der Versicherten, eine Sug-
gestibilität und eine labile Affektivität hin. Diese Befunde reichen jedoch ohne weitere Ausführun-
gen nicht aus, um das Vorliegen einer histrionischen Persönlichkeitsstörung als erstellt zu be-
trachten. Hierfür bedarf es einer Auseinandersetzung mit den diagnostischen Kriterien.  
 
7.7 Schliesslich macht die Versicherte geltend, dass der psychiatrische Gutachter der MEDAS 
Bern durch die Stellungnahmen von Dr. L.____, der die von den I._____ gestellte Diagnose einer 

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Persönlichkeitsstörung im Rahmen des im 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens in Frage ge-
stellt habe, zu fest beeinflusst gewesen sei (vgl. Stellungnahmen vom 1. November 2011, 21. Au-
gust 2012 und 7. Dezember 2012). Dass Dr. G.____ die Meinung des RAD-Arztes berücksich-
tigte, gehört zu seinen Aufgaben als Sachverständiger. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, 
dass sich der Gutachter hierbei von unsachlichen Motiven leiten liess. Ebenso wenig ist von einer 
Voreingenommenheit auszugehen, wenn der Experte der Ansicht ist, die Versicherte strebe trotz 
aus fachärztlicher Sicht fehlenden Anspruchsgrundlagen den Erhalt von Rentenleistungen an 
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2011, 8C_743/2011, E. 2.4.2).  
 
8. Zusammengefasst bildet das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS Bern vom 30. Mai 
2022 eine rechtsgenügliche Grundlage, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten zuverlässig beurteilen zu können. Es ist nicht zu erwarten, dass weitere Abklärun-
gen relevante Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der Versicherten während der Zeit der 
Begutachtung von Dr. D._____ bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung zulassen würden. 
Es ist daher auf die von der Versicherten beantragten Einholung eines psychiatrischen bzw. po-
lydisziplinären bzw. methodenkritisches Gutachten zu verzichten (sog. antizipierte Beweiswürdi-
gung; vgl. dazu BGE 132 V 393 E. 3.3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 90 E. 4b und 159 E. 1d, 119 V 
335 E. 3c mit Hinweisen). Demzufolge steht fest, dass seit 2013 keine wesentliche Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetreten ist. Die IV-Stelle hat somit zu 
Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente abgelehnt. Die hiergegen erhobene Beschwerde 
erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss.  
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie-
gend ist die Versicherte unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen 
sind. Der Versicherten ist nun allerdings mit Verfügung vom 14. März 2023 die unentgeltliche 
Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf 
die Gerichtskasse genommen.  
 
9.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist der Versicherten keine Parteientschädigung zu 
Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. In der Verfügung vom 14. März 2023 ist ihr jedoch die unent-
geltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden, weshalb dieser für seine 
Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung 
für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unent-
geltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Versicherten machte in 
seiner Honorarnote vom 5. November 2023 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 
17 Stunden und 10 Minuten sowie Auslagen von Fr. 85.40 geltend. Während die ausgewiesenen 
Auslagen zu keinen Beanstandungen Anlass geben, muss der geltend gemachte Zeitaufwand 
mit Blick auf ähnlich gelagerte Fälle als zu hoch bezeichnet werden, weshalb eine angemessene 

 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Kürzung der Kosten vorzunehmen ist, zumal im vorliegenden Fall die Akten nicht sehr umfang-
reich sind und sich weder in sachverhaltlicher noch in rechtlicher Hinsicht besonders schwierige 
Fragen stellen. Da dem Rechtsvertreter der Sachverhalt und die Rechtsfragen aus dem Ein-
spracheverfahren bekannt waren, ist insbesondere der Aufwand von insgesamt 4 Stunden und 
5 Minuten für das Studium der Akten und derjenige von 3 Stunden im Zusammenhang mit der 
knapp 5-seitigen Replik als übermässig zu bezeichnen. Im Quervergleich mit anderen IV-Fällen 
erscheint ein Aufwand für einen doppelten Schriftenwechsel von 14 Stunden als angemessen. 
Dem Rechtsvertreter ist somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'107.60 (14 Stunden à Fr. 200.-- 
+ Auslagen von Fr. 85.40 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
9.3  Die Versicherte wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation 
der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die 
unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in 
der Lage ist. 
  

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein reduziertes Honorar in der 
Höhe von Fr. 3'107.60 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus 
der Gerichtskasse ausgerichtet.