# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43c79367-f613-598b-90fd-12922e7bf1bf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.11.2021 SK 2020 456
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-456_2021-11-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 456+457

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. November 2021 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), 
Oberrichter Aebi, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiber Stähli

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecherin X.________

Beschuldigte 1/Berufungsführerin 1

und

B.________
a.v.d. Rechtsanwalt Y.________

Beschuldigte 2/Berufungsführerin 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern  

und

E.________ (AG)

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 15. Juni 2020 (PEN 20 337)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) fällte 
über A.________ (nachfolgend Beschuldigte 1) und B.________ (nachfolgend Be-
schuldigte 2) am 15. Juni 2020 das folgende Urteil (pag. 1024 ff.; einschliesslich 
Urteilsberichtigung [kursiv] vom 13. Oktober 2020 in pag. 1144 f.): 

A.

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung des Diebstahls, angeblich banden- und gewerbsmässig begangen in der Zeit 
von 05.02.2020 bis 11.02.2020 z.N. der E.________(AG)

- in J.________ (Automat Nr. 369220, DB: Total CHF 65.00),
- in Bern (Automaten Nrn. 352105, 352106, DB: Total 1'644.50),
- in Freiburg (Automat Nr. 365615, DB: Total CHF 165.20),
- in Winterthur (Automaten Nrn. 355328, 372243, DB: CHF 564.60),
- in Solothurn (Automat Nr. 336154, DB: CHF 831.10), 

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/4), sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 1'471.95 und Auslagen von CHF 406.25, insgesamt bestimmt auf CHF 1'878.20, an 
den Kanton Bern.

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Fürsprecherin X.________ eine Entschädi-
gung von CHF 3'006.55 ausgerichtet. 

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

des Diebstahls, banden- und gewerbsmässig begangen in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 
z.N. der E.________(AG)

- in J.________ (Automaten Nrn. 358969, 369218, DB: Total CHF 297.00),
- in Zürich (Automaten Nrn. 364889, 366753, 366751, 325442, 327570, 332625, 340693, DB: To-

tal CHF 2'648.90),
- in Luzern (Automat Nr. 330162, DB: Total CHF 248.00),
- in Freiburg (Automat Nr. 364082, DB: Total CHF 461.20),
- in St. Gallen (Automat Nr. 357834, DB: Total CHF 2'908.10), 
- in Winterthur (Automaten Nrn. 293775, 325555, 369175, DB: CHF 734.10),
- in Lausanne (Automaten Nrn. 352692, 374683, 374684, 358292, 365673, 337082, DB: CHF 

2'377.40),

und in Anwendung der Art. […]

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten.
Die Polizei-/Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 126 Tagen wird angerechnet.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

3

2. Zu einer Landesverweisung von 8 Jahren.
3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (3/4), sich zusammensetzend aus Gebühren von 

CHF 4'415.55 und Auslagen von CHF 1'218.75, insgesamt bestimmt auf CHF 5'634.30.

[…]

B.

I.

B.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung des Diebstahls, angeblich banden- und gewerbsmässig begangen in der Zeit 
von 05.02.2020 bis 11.02.2020 z.N. der E.________(AG)

- in J.________ (Automat Nr. 369220, DB: Total CHF 65.00),
- in Bern (Automaten Nrn. 352105, 352106, DB: Total 1'644.50),
- in Freiburg (Automat Nr. 365615, DB: Total CHF 165.20),
- in Winterthur (Automaten Nrn. 355328, 372243, DB: CHF 564.60),
- in Solothurn (Automat Nr. 336154, DB: CHF 831.10), 

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/4), sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 1'446.90 und Auslagen von CHF 406.25, insgesamt bestimmt auf CHF 1'853.15, an 
den Kanton Bern.

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von B.________ wird in einer separaten Verfügung 
festgesetzt. 

II.

B.________ wird schuldig erklärt:

des Diebstahls, banden- und gewerbsmässig begangen in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 
z.N. der E.________(AG)

- in J.________ (Automaten Nrn. 358969, 369218, DB: Total CHF 297.00),
- in Zürich (Automaten Nrn. 364889, 366753, 366751, 325442, 327570, 332625, 340693, DB: To-

tal CHF 2'648.90),
- in Luzern (Automat Nr. 330162, DB: Total CHF 248.00),
- in Freiburg (Automat Nr. 364082, DB: Total CHF 461.20),
- in St. Gallen (Automat Nr. 357834, DB: Total CHF 2'908.10), 
- in Winterthur (Automaten Nrn. 293775, 325555, 369175, DB: CHF 734.10),
- in Lausanne (Automaten Nrn. 352692, 374683, 374684, 358292, 365673, 337082, DB: CHF 

2'377.40),

und in Anwendung der Art. […]

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten.
Die Polizei-/Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 126 Tagen wird angerechnet.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Landesverweisung von 8 Jahren.
3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (3/4), sich zusammensetzend aus Gebühren von 

CHF 4'340.60 und Auslagen von CHF 1'218.75, insgesamt bestimmt auf CHF 5'559.35.
[…]

4

Weiter legte die Vorinstanz die Entschädigung und das volle Honorar für die amtli-
che Verteidigung der Beschuldigten 1 durch Fürsprecherin X.________ fest und 
bestimmte die Rück- und Nachzahlungspflicht (Ziff. A.III. des erstinstanzlichen Ur-
teils; pag. 1027). Dies korrigierte die Vorinstanz sodann in der Urteilsbegründung 
vom 13. Oktober 2020 (pag. 1144 f.). Die Entschädigung für die amtliche Verteidi-
gung der Beschuldigten 2 durch Rechtsanwalt Y.________ sowie die Nach- und 
Rückzahlungspflicht setze die Vorinstanz mit Verfügung vom 23. Juni 2020 fest 
(Ziff. B.III. des erstinstanzlichen Urteils; pag. 1024 ff.) 

Im Zivilpunkt verfügte die Vorinstanz, dass die Zivilklage der E.________(AG) 
(nachfolgend Straf- und Zivilklägerin) gegen beide Beschuldigten ohne Ausschei-
dung von Verfahrenskosten auf den Zivilweg verwiesen wird (Ziff. A.IV. und B.IV. 
des erstinstanzlichen Urteils; pag. 1027 und pag. 1030). 

Letztlich verfügte die Vorinstanz was folgt (Ziff. A.V. und B.V. des erstinstanzlichen 
Urteils; pag. 1028 und pag. 1030 f.): 

A.

[…]

V.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird zuhanden des Amts für Bevölkerungsdienste unverzüglich aus der Sicher-
heitshaft entlassen.

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 542.00 wird an die Verfahrenskosten angerechnet. 
3. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 

(PCN-Nr. …) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).
4. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-

benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

5. Wird eine schriftliche Begründung verlangt oder nötig, entsteht eine Gebühr von CHF 500.00. 

B.

[…]

V.

Weiter wird verfügt:

1. B.________ wird zuhanden des Amts für Bevölkerungsdienste unverzüglich aus der Sicher-
heitshaft entlassen.

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. …) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

4. Wird eine schriftliche Begründung verlangt oder nötig, entsteht eine Gebühr von CHF 500.00.

5

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten Fürsprecherin X.________ namens der Beschuldig-
ten 1 und Rechtsanwalt Y.________ namens der Beschuldigten 2 je mit Eingabe 
vom 25. Juni 2020 (Eingang: 26. Juni 2020) fristgerecht Berufung an (pag. 1046; 
pag. 1048). 

Das erstinstanzliche Urteilsmotiv wurde den Parteien am 16. Oktober 2020 eröffnet 
(pag. 1152 f.). Darauf folgten mit Eingaben vom 5. November 2020 (Eingang: 
6. November 2020) die fristgerechten Berufungserklärungen der Beschuldigten 1 
und 2 (pag. 1155 ff.; pag. 1158 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte mit Eingabe vom 14. November 2020 ihren 
Verzicht auf eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 1168 f.). Von 
der Straf- und Zivilklägern ging diesbezüglich innert Frist keine Stellungnahme ein. 

3. Schriftliches Verfahren

Die Verteidiger beider Beschuldigten beantragten in ihren Berufungserklärungen 
mit Verweis auf Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 
5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) die Anordnung des schriftlichen Berufungsver-
fahrens (pag. 1156; pag. 1159). Daraufhin verfügte die Verfahrensleitung, dass die 
übrigen Parteien hierzu innert Frist Stellung beziehen können (pag. 1163). Die Ge-
neralstaatsanwaltschaft verzichtete gänzlich auf Teilnahme am oberinstanzlichen 
Verfahren (pag. 1169). Die Straf- und Zivilklägerin erklärte sich mit der Durch-
führung eines schriftlichen Berufungsverfahrens einverstanden (pag. 1170). 

Daraufhin ordnete die Verfahrensleitung am 16. Dezember 2020 das schriftliche 
Verfahren an und forderte beide Beschuldigten auf, eine schriftliche Berufungsbe-
gründung einzureichen (pag. 1172 f.). Nach mehrmaliger, beiderseits gewährter 
Fristerstreckung (pag. 1182; pag. 1187; pag. 1196) reichten die Verteidiger beider 
Beschuldigten am 3. März 2021 (Eingang jeweils: 4. März 2021) ihre Berufungsbe-
gründungen ein (pag. 1197 ff.; pag. 1214 ff.). 

Die Straf- und Zivilklägerin wurde mit Verfügung vom 4. März 2021 zur Stellung-
nahme zu den Berufungsbegründungen der Beschuldigten eingeladen 
(pag. 1230 f.). Innert Frist ging keine Stellungnahme ein (pag. 1233 f.). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Die Verteidigung der Beschuldigten 1 stellte in der Berufungsbegründung den An-
trag, es seien die amtlichen Akten des gegen C.________ und D.________ geführ-
ten Strafverfahrens zu edieren (pag. 1199). 

Die vorliegenden Verfahrensakten sind vollständig. Die im Antrag genannten Ver-
fahrensakten sind für das vorliegende Verfahren unerheblich. Der Antrag ist daher 
abzuweisen. 

Die Kammer holte von Amtes wegen eine Stellungnahme der zuständigen Stelle 
der Kantonspolizei Bern ein, worin diese über den Ursprung und die Erhebungsme-
thode der auf zwei Datenträgern zu den Akten genommenen Auswertung einer 
rückwirkenden Teilnehmeridentifikation (pag. 475) Auskunft gab (pag. 1244). Den 

6

Parteien wurde eine Kopie zugestellt und Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben 
(pag. 1246 f.), wovon beide Gebrauch machten (pag. 1251 f.; pag. 1254 f.). Einzig 
die Straf- und Zivilklägerin liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

5. Anträge der Parteien

5.1 Für die Beschuldigte 1

In der schriftlichen Berufungsbegründung vom 3. März 2021 stellte die Verteidigung 
der Beschuldigten 1 die folgenden Anträge (pag. 1197):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 15. Juni 2020 in-
sofern in Rechtskraft erwachsen ist, als A.________ von den Anschuldigungen des Diebstahls, 
angeblich banden- und gewerbsmässig begangen in der Zeit von 05. Februar 2020 bis 11. Fe-
bruar 2020 z.N. der E.________(AG) freigesprochen wurde

- in J.________ (Automat Nr. 369220, DB: Total CHF 65.00),
- in Bern (Automaten Nrn. 352105, 352106, DB: Total CHF 1'644.50),
- in Freiburg (Automat Nr. 365615, DB: Total CHF 165.20),
- in Winterthur (Automaten Nrn. 355328, 372243, DB: CHF 564.60),
- in Solothurn (Automat Nr. 336154, DB: CHF 831.10), 

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/4), sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 10471.95 und Auslagen von CHF 406.25, insgesamt bestimmt auf 
CHF 1'878.20, an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung von 
CHF 2'205.85 an die amtliche Verteidigung von A.________.

2. A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Diebstahls, angeblich banden- und gewerbs-
mässig begangen in der Zeit von 05. Februar 2020 bis 11. Februar 2020 (Ziff. A.II. Schuld-
sprüche erstinstanzliches Urteils)

- in J.________ (Automaten Nrn. 358969, 369218, DB: Total CHF 297.00),
- in Zürich (Automaten Nrn. 364889, 366753, 366751, 325442, 327570, 332625, 340693, DB: 

Total CHF 2'648.90),
- in Luzern (Automat Nr. 330162, DB: Total CHF 248.00),
- in Freiburg (Automat Nr. 364082, DB: Total CHF 461.20),
- in St. Gallen (Automat Nr. 357834, DB: Total CHF 2'908.10), 
- in Winterthur (Automaten Nrn. 293775, 325555, 369175, DB: CHF 734.10),
- in Lausanne (Automaten Nrn. 352692, 374683, 374684, 358292, 365673, 337082, DB: 

CHF 2'377.40),

unter Auferlegung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern und 
unter Ausrichtung einer Genugtuung von CHF 25'200.00 (126 Tage Haft à CHF 200.00), einer 
Entschädigung für die Verteidigungskosten vor erster und vor oberer Instanz gemäss eingereich-
ten bzw. noch einzureichenden Honorarnoten und einer weiteren Entschädigung von 
CHF 1'780.00 (CHF 1500.00 Verfahrenskosten Beschwerde Obergericht; CHF 100.00 für eine 
Übernachtung in der Schweiz; CHF 180.00 Kosten Rückreise nach Deutschland) an 
A.________.

3. A.________ sei nicht des Landes zu verweisen. 
4. Die Zivilklage der E.________(AG) sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, un-

ter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

7

5. Die beschlagnahmten CHF 542.00 seien A.________ nach Rechtskraft des Urteils herauszuge-
ben.

6. Die entsprechenden Stellen seien anzuweisen, das erstellte DNA-Profil PCN … und sämtliche 
erkennungsdienstlichen Daten (auch diejenigen der Polizei) betreffend A.________ nach 
Rechtskraft des Urteils zu löschen bzw. zu vernichten. 

7. Das erst- und oberinstanzliche amtliche Honorar der amtlichen Verteidigung von A.________ sei 
gestützt auf die eingereichten bzw. noch einzureichenden Honorarnoten gerichtlich zu bestim-
men. 

8. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen. 

5.2 Für die Beschuldigte 2

In der schriftlichen Berufungsbegründung vom 3. März 2020 stellte die Verteidigung 
der Beschuldigten 2 die folgenden Anträge (pag. 1215):

1. B.________ sei freizusprechen des angeblichen Diebstahls, banden- und gewerbsmässig be-
gangen ca. in der Zeit vom 05. Februar 2020 bis 11. Februar 2020

a. in J.________ (Automaten Nrn. 358969, 369218, DB: Total CHF 297.00)
b. in Zürich (Automaten Nrn. 364889, 366753, 366751, 325442, 327570, 332625, 340693, DB: 

Total CHF 2'648.90)
c. in Luzern (Automat Nr. 330162, DB: Total CHF 248.00)
d. in Freiburg (Automat Nr. 364082, DB: Total CHF 461.20)
e. in St. Gallen (Automat Nr. 357834, DB: Total CHF 2'908.10)
f. in Winterthur (Automaten Nrn. 293775, 325555, 369175, DB: CHF 734.10)
g. in Lausanne (Automaten Nrn. 352692, 374683, 374684, 358292, 365673, 337082, DB: 

CHF 2'377.40)

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern und Ausrichtung einer Genugtuung 
von CHF 25'200.00 (126 Tage Haft à CHF 200.00) an B.________ sowie einer Entschädigung 
von CHF 280.00 für eine Übernachtung in der Schweiz (CHF 100) und die Rückreise nach 
Deutschland (CHF 180.00), CHF 1’500.00 Gerichtskosten vor der Beschwerdekammer des 
Obergerichts Bern sowie für das Anwaltshonorar von Rechtsanwalt Y.________ gemäss der 
eingereichten Honorarnote;

2. B.________ sei nicht des Landes zu verweisen;
3. Es seien die unverzügliche Löschung resp. Vernichtung des DNA-Profils von B.________ sowie 

sämtliche Resultate der erkennungsdienstlichen Erfassung (insb. Daktyloskopische Daten, Fo-
tografien und Signalement) aus sämtlichen Registern (auch der Kantonspolizei intern) gerichtlich 
anzuordnen;

4. Die Kantonspolizei Bern, eventualiter die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, sei gerichtlich an-
zuweisen, die komplette Löschung gemäss Ziff. 3 vorstehend unverzüglich vorzunehmen und 
deren erfolgreiche Durchführung Rechtsanwalt Y.________ zu Handen von B.________ schrift-
lich zu bestätigen;

5. Die Zivilklage der E.________(AG) sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird; Eventualiter 
sei die Zivilklage auf den Zivilweg zu verweisen;

6. Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das oberinstanzliche Verfahren sei gemäss der 
noch einzureichenden Honorarnote gerichtlich zu bestimmen;

unter Kosten und Entschädigungsfolgen inkl. 7,7% MWST im
erst- und oberinstanzlichen Verfahren 

8

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil ist insoweit in Rechtskraft erwachsen, als beide Be-
schuldigten vom Vorwurf des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls in den in 
Ziff. A.I. und B.I. aufgezählten Fällen freigesprochen wurden. Durch die Kammer 
nicht mehr zu prüfen ist ferner die Entlassung beider Beschuldigten aus der Si-
cherheitshaft zuhanden des Amts für Bevölkerungsdienste (Ziff. A.V.1. und Ziff. 
B.V.1. des erstinstanzlichen Urteils). Die restlichen Punkte des erstinstanzlichen 
Urteils sind zu überprüfen.

Dabei verfügt die Kammer über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels ei-
genständiger Berufung oder Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft darf 
das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil der Beschuldigten abgeändert wer-
den; es gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

7. Zur Verwertbarkeit einzelner Beweismittel

7.1 Allgemeines zur Beweisverwertbarkeit

Betreffend das Allgemeine zur Beweisverwertbarkeit wird auf die korrekten Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen (Ziff. II.2.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 1072 f.).

7.2 Berichtsrapport vom 21. Februar 2020 (pag. 330 ff.)

Bereits im erstinstanzlichen Verfahren wurde thematisiert, ob und inwieweit der Be-
richtsrapport der Kantonspolizei vom 21. Februar 2020 verwertbar ist. 

Diesbezüglich kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (Ziff. II.2.2. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1073). Die im Berichtsrap-
port vom 21. Februar 2020 unter dem Titel «Polizeiliche Abklärungen GWK sowie 
Verkehrsüberwachungssysteme» wiedergegebenen Daten der automatischen 
Fahrzeugfahndung und Verkehrsüberwachung in pag. 331 f. sind nicht verwertbar. 
Weitergehend ist der Berichtsrapport vom 21. Februar 2020 verwertbar. 

7.3 Einvernahmen von D.________ und C.________ vom 17. bzw. 18. März 2020 
(pag. 582 ff.; pag. 635 ff.) 

Im erstinstanzlichen Verfahren wurde ebenfalls thematisiert, ob die Einvernahmen 
von D.________ vom 17. März 2020 und von C.________ vom 18. März 2020 im 
vorliegenden Verfahren gegen die beiden Beschuldigten verwertbar sind. 

Auch hierzu kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (Ziff. II.2.3. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1074). Im Ergebnis sind 
die Einvernahmeprotokolle von D.________ vom 17. März 2020 (pag. 582 ff.) und 
von C.________ vom 18. März 2020 (pag. 635 ff.) nicht verwertbar. 

7.4 Rückwirkende Teilnehmeridentifikation und Durchsuchung des Navigations-
geräts (pag. 730; pag. 745)

In der schriftlichen Berufungsbegründung bringt Rechtsanwalt Y.________ vor, die 
Staatsanwaltschaft habe durch die Anordnung einer rückwirkenden Teilnehmeri-
dentifikation zweier auf D.________ einerseits und C.________ andererseits regis-
trierter Telefonnummern sowie einer Durchsuchung des mitgeführten Navigations-

9

geräts aufs Geratewohl Daten erhoben und diese anschliessend ohne konkreten 
Tatverdacht einer Dritten mitgeteilt (pag. 1217). Dies entspreche einer unerlaubten 
Beweisausforschung («fishing expedition»). 

Die rückwirkende Teilnehmeridentifikation nach Art. 273 StPO und die Durchsu-
chung nach Art. 241 ff. StPO stellen Zwangsmassnahmen im Sinne von Art. 196 ff. 
StPO dar. Zu ihrer Anordnung bedarf es gemäss Art. 197 Abs. 1 Bst. b StPO eines 
hinreichenden Tatverdachts. Die Anordnung von Zwangsmassnahmen ohne vor-
gängigen Tatverdacht gilt als Beweisausforschung («fishing expedition») und ist 
unzulässig (BSK StPO-WEBER, 2. Auflage, Art. 197 N 6). 

Es kann nicht nachvollzogen werden, inwiefern es bei der Anordnung der beiden 
Zwangsmassnahmen an einem hinreichenden Tatverdacht gefehlt haben soll. Bei 
der Kantonspolizei ging am 10. Februar 2020 eine anonyme Meldung ein, wonach 
eine Vierergruppe mit einem Auto bestimmter Kennzeichnung zur Verübung von 
Diebstählen in der Schweiz unterwegs sei und im F.________(Hotel) logiere 
(pag. 269; zum Ganzen auch E. 11.1 unten). Am Folgetag konnte die Vierergruppe, 
bestehend aus D.________, C.________ und den Beschuldigten 1 und 2, beob-
achtet werden, wie sie sich zu dem genannten Fahrzeug begab und wegfuhr. Bei 
der anschliessenden Polizeikontrolle wurden in den Effekten von C.________ di-
verse Schlüssel entdeckt, deren Zweck zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war 
(pag. 270). C.________ war von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich wegen 
Verdachts auf Einbruchdiebstähle in Warenverkaufsautomaten zur Verhaftung 
ausgeschrieben worden (pag. 270). Im Hotelzimmer, in dem die Vierergruppe laut 
der – ersten Erkenntnissen zufolge glaubhaften – Telefonmeldung gemeinsam lo-
gierte, wurden gleichentags weitere Schlüssel sowie mehrere Tausend Franken 
Hartgeld entdeckt (pag. 704 ff.). Diese Umstände begründeten im Zeitpunkt der 
Anordnung der fraglichen Zwangsmassnahmen am 14. Februar 2020 (pag. 738 ff.) 
längstens einen hinreichenden Tatverdacht mit einem die Anordnung der Zwangs-
massnahmen rechtfertigenden Schwere. Es kann auf die überzeugenden Aus-
führungen des Zwangsmassnahmengerichts Bern-Mittelland (pag. 39) sowie der 
Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern (pag. 127) verwiesen 
werden, die im Haftverfahren in den oberwähnten Umständen sogar einen dringen-
den Tatverdacht erkannten. Entgegen der Verteidigung liegt kein Beweisverwer-
tungsverbot vor. Hingegen wird der Beweiswert der rückwirkenden Teilnehmeriden-
tifikation noch zu thematisieren sein (dazu E. 11.4 unten). 

7.5 Liste der Straf- und Zivilklägerin über Fehlbeträge in Warenverkaufsautoma-
ten (pag. 905 ff.)

Wie schon vor der Vorinstanz (vgl. Ziff. II.2.4. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 1074 f.) bringt Rechtsanwalt Y.________ in der schriftlichen Berufungsbe-
gründung vor, die nach Anfrage der Strafverfolgungsbehörden zu den Akten gege-
bene Auflistung über Fehlbeträge in Warenverkaufsautomaten der Straf- und Zivil-
klägerin sei nicht verwertbar (pag. 1217). Zur Begründung führt er an, der Erstel-
lung der Liste sei die Übermittlung von Auswertungen aus der rückwirkenden Teil-
nehmeridentifikation sowie der Durchsuchung des Navigationsgeräts an die Straf- 
und Zivilklägerin vorausgegangen. Damit habe die Staatsanwaltschaft einer Dritten, 
die noch nicht einmal als geschädigte Person in Betracht komme, Standortdaten 

10

einer beschuldigten Person mitgeteilt, woraus diese später den konkreten Tatver-
dacht ergründet habe. Tatsächlich habe die Straf- und Zivilklägerin vor den polizei-
lichen Ermittlungen keine Kenntnisse von den Diebstählen gehabt. Ihre gegenteili-
ge Annahme stütze die Vorinstanz auf die Zeugenaussagen von BA.________, ei-
nem Mitarbeiter der Straf- und Zivilklägerin. BA.________ habe vor der Vorinstanz 
lediglich die Aussagen eines Mitarbeiters, BB.________, wiedergegeben. Die Vor-
instanz hätte somit BB.________ einvernehmen müssen. 

Damit wird eine weitere unzulässige Beweisausforschung geltend gemacht. Zum 
Theoretischen wird auf die vorangestellte Erwägung verwiesen (E. 7.4 oben).

Nach Ansicht der Kammer ist es nicht entscheidend, ob die Straf- und Zivilklägerin 
schon vor den polizeilichen Ermittlungen Kenntnis davon hatte, dass sie bestohlen 
worden war. Auch ohne Kenntnis einer (potenziell) geschädigten Person kann bei 
den Strafbehörden ein Tatverdacht bestehen. Ist ein solcher gegeben, sind die 
Strafbehörden verpflichtet, von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und 
der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen abzuklären (Untersuchungs-
grundsatz, Art. 6 Abs. 1 StPO; Verfolgungszwang, Art. 7 Abs. 1 StPO; vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 1B_488/2021 vom 16. September 2021 E. 1.2). Dazu zählt 
auch die Abklärung, ob eine potenziell geschädigte Person tatsächlich geschädigt 
worden ist. Es ist vor diesem Hintergrund entgegen der Verteidigung der Beschul-
digten 2 irrelevant, welchen Vertreter der Straf- und Zivilklägerin die Vorinstanz als 
Zeugen einvernommen hat. Wann die Straf- und Zivilklägerin den Verdacht hatte, 
bestohlen worden zu sein, ist unerheblich. Die Vorinstanz war daher nicht verpflich-
tet, BB.________ einzuvernehmen. 

Spätestens am 21. Februar 2020 war klar, dass eine Vielzahl der in den Effekten 
von C.________ und im Zimmer der Vierergruppe im F.________(Hotel) entdeck-
ten Schlüssel dem Öffnen von Warenverkaufsautomaten der Straf- und Zivilkläge-
rin dienten (pag. 333). Verbunden mit den oberwähnten Umständen (E. 7.4 oben) 
drängte sich der Tatverdacht, Personen der Vierergruppe hätten die Straf- und Zi-
vilklägerin bestohlen, geradezu auf. Darüber hinaus wurde der Kantonspolizei Bern 
am 10. März 2020 mitgeteilt, dass der Abgleich der DNA-Probe von D.________ 
mit der Datenbank eine Übereinstimmung ergeben habe. Das legte den Schluss 
nahe, D.________ habe im April 2016 in Basel einem Mitarbeiter der Straf- und Zi-
vilklägerin einen Schlüsselbund gestohlen (pag. 278; pag. 286 ff.). Allerspätestens 
zu diesem Zeitpunkt musste die Straf- und Zivilklägerin als geschädigte Person 
i.S.v. Art. 115 Abs. 1 StPO betrachtet werden. Am 2. April 2020 gab die Straf- und 
Zivilklägerin die Erklärung ab, sich am Strafverfahren gegen die Beschuldigten im 
Straf- und Zivilpunkt beteiligen zu wollen (pag. 795). Ab diesem Zeitpunkt kam ihr 
nach Massgabe von Art. 101 StPO das Recht auf Akteneinsicht zu, weshalb die 
Einsichtnahme in die Auswertungen der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation 
und der Durchsuchung des Navigationsgeräts nicht zu beanstanden ist. Angesichts 
der bis zu diesem Zeitpunkt gewonnen Erkenntnisse musste bereits davon ausge-
gangen werden, dass die Beschuldigten und ihre Begleiter Diebstähle zum Nachteil 
der Straf- und Zivilklägerin verübt hatten. Dieses Vorgehen der Strafbehörden ba-
sierte auf einem hinreichenden Tatverdacht und stellt keine unerlaubte Beweisaus-

11

forschung dar. Auch diesbezüglich wird der Beweiswert noch zu thematisieren sein 
(dazu E. 11.5 unten). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorbemerkungen zur Beweiswürdigung und zu den Vorbringen der Parteien

Betreffend die allgemeinen Ausführungen zur Beweiswürdigung wird auf die vorin-
stanzlichen Erwägungen verwiesen (Ziff. II.1. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 1070 ff.). Die in den Berufungsbegründungen der beiden Beschuldigten vor-
gebrachten Argumente werden an den betreffenden Stellen in die Erwägungen 
eingeführt. 

9. Sachverhalt gemäss Anklage

Beiden Beschuldigten wird dasselbe vorgeworfen. Konkret wird ihnen zur Last ge-
legt (pag. 828 ff.; fette Hervorhebungen im Original; kursiv hervorgehobene De-
liktsbeträge hinzugefügt; ohne in Rechtskraft erwachsene Freisprüche):

I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO)

A. A.________ […]

B. B.________

Diebstahl, banden- und gewerbsmässig beagangen (Art. 139 Ziff. 1 und 3 StGB)

begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 in J.________, Zürich, Luzern, Bern, Frei-
bourg, St. Gallen, Winterthur, Solothurn, Lausanne zN E.________(AG).

Zur Gewerbsmässigkeit:

A.________ und B.________ verfügten im Deliktszeitpunkt (ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 
11.02.2020) über kein Vermögen oder regelmässiges Einkommen. Sie begingen in einem kurzen Zeit-
raum eine Vielzahl von Tathandlungen, und dies mit der Bereitschaft, eine unbestimmte Vielzahl von 
Delikten der fraglichen Art zu begehen. Sie taten dies zudem in der Absicht, dadurch regelmässige 
Einkünfte zu erzielen und einen entscheidenden Beitrag an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten 
zu bestreiten. A.________ und B.________ übten die Delikte damit in der Art eines Berufes aus.

Zum Vorgehen und zur Bandenmässigkeit:

A.________ und B.________ schlossen sich mit D.________ und C.________ und evtl. einer weite-
ren, unbekannten Mittäterschaft zumindest für die Dauer ihres Aufenthaltes in der Schweiz (Zeit von 
05.02.2020 bis 11.02.2020) zusammen, um in der Schweiz eine Vielzahl von Diebstählen aus 
E.________ (AG).-Automaten (im Einzelnen noch unbestimmt) zu verüben. Zu diesem Zweck reisten 
A.________ und B.________ am 05.02.2020 gemeinsam mit D.________ und C.________ mit dem 
durch C.________ in Deutschland angemieteten Personenwagen Toyota Corolla, schwarz, 
I.________ (Autokennzeichen), in die Schweiz ein. Sie wohnten gemeinsam in einem Zimmer im 
F.________ (Hotel) in G.________, K.________ (Adresse), und nutzten dieses als Ausgangspunkt, 
um in der ganzen Schweiz Diebstähle zu begehen, und insb. als Aufbewahrungsort für einen Teil der 
Beute (Münzgeld).

12

A.________ und B.________ handelten als Mitglieder der Bande mit D.________ und C.________ 
sowie evtl. eine weitere unbekannte Mittäterschaft, die sich zur fortgesetzten Verübung von 
Diebstählen zusammengefunden hatte. Sie wirkten bei der Planung und Durchführung der Diebstähle 
arbeitsteilig zusammen, wobei alle Beteiligten mit dem Vorgehen der anderen einverstanden waren. 
Bei den Diebstählen gingen sie wie folgt vor: A.________ und B.________ schlossen mit D.________ 
und C.________ und evtl. teilweise einer weiteren, unbekannten Mittäterschaft in diversen öffentlich 
zugänglichen Gebäuden (Schulen, Universitäten, Spitälern) E.________ (AG)-Automaten mit Schlüs-
sel (Kopien und Originale, welche sie besassen) auf und entnahmen daraus das sich darin befindliche 
Bargeld. Sie fuhren in der Regel gemeinsam, teilweise fuhren auch D.________ und C.________ und 
evtl. eine weitere, unbekannte Mittäterschaft im angemieteten Personenwagen Toyota Corolla, 
schwarz, I.________(Autokennzeichen), zu den fraglichen Gebäuden. Bei den Gebäuden betrat je-
weils mindestens ein Mitglied der Bande das Gebäude, schloss darin den oder die E.________ (AG)-
Automaten mit einem passenden Schlüssel auf und entwendete daraus das sich darin befindende 
Bargeld, ohne die Automaten zu beschädigen. A.________ und B.________ waren evtl. nicht bei al-
len Diebstählen vor Ort, die D.________ und/oder C.________ (und evtl. teilweise eine weitere, un-
bekannte Mittäterschaft) begingen, wobei die Täter diese aber jeweils im Rahmen des Auftrages der 
Bande verübten.

A.________ und B.________ teilten sich mit D.________ und C.________ ein Zimmer im 
F.________(Hotel), wo sie einen Teil der Beute (Münzgeld) und einen Teil der Schlüssel zu 
E.________ (AG)-Automaten (Kopien und Originale) aufbewahrten. A.________ und B.________ 
wurden am 11.02.2020 gemeinsam im Personenwagen Toyota Corolla, schwarz, 
I.________(Autokennzeichen) mit D.________ und C.________ angehalten. Zudem waren 
A.________ und B.________ an der Beute beteiligt, insb. indem diese u.a. für die in der Schweiz an-
fallenden Lebenshaltungskosten verwendet wurde und für die späteren Lebenshaltungskosten ver-
wendet werden sollte. A.________ und B.________ taten dies, um sich und den weiteren Mitgliedern 
der Bande und evtl. Dritten einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf welchen sie keinen Anspruch 
hatten. 

Im Einzelnen werden A.________ und B.________ die folgenden Delikte zur Last gelegt, banden-
mässig begangen mit D.________ und C.________ (und evtl. teilweise einer weiteren, unbekannten 
Mittäterschaft):

1. begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 (wohl am 06.02.2020 und/oder am 
08.02.2020 gemäss Standorten rückwirkende Teilnehmeridentifikation Mobiltelefon D.________) 
in J.________, Spital L.________, M.________ (Adresse) (Deliktsblatt 1), aus drei Automaten 
folgende Bargeldbeträge: 

- CHF 241.30 (Automat Nr. 358969),
- CHF 183.60 (Automat Nr. 369218),
- […],

total CHF 489.90 [bzw. CHF 424.90];

2. begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 (wohl am 06.02.2020 und/oder am 
08.02.2020 gemäss Standorten rückwirkende Teilnehmeridentifikation Mobiltelefon D.________) 
in Zürich, AA.________ (Adresse), AB.________ (Adresse), AC.________ (Adresse), 
AD.________ (Adresse), AE.________ (Adresse) und AF.________ (Adresse) (Deliktsblatt 2), 
aus sieben Automaten folgende Bargeldbeträge:

- CHF 205.20 (Automat Nr. 364889 an der AA.________(Adresse)),

13

- CHF 565.50 (Automat Nr. 366753 an der AB.________ (Adresse)),
- CHF 487.70 (Automat Nr. 366751 an der AC.________ (Adresse)),
- CHF 418.40 (Automat Nr. 325442 am AD.________ (Adresse)),
- CHF 208.90 (Automat Nr. 327570 am AE.________(Adresse)),
- CHF 396.60 (Automat Nr. 332625 am AE.________(Adresse)),
- CHF 366.60 (Automat Nr. 340693 am AF.________(Adresse)),

total CHF 2’648.90;

3. begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 (wohl am 06.02.2020 gemäss Standor-
ten rückwirkende Teilnehmeridentifikation Mobiltelefon D.________) in Luzern, Hochschule Lu-
zern, O.________ (Adresse) (Deliktsblatt 3), Bargeld von CHF 248.00 aus einem Automaten (Nr. 
330162);

4. […]

5. begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 (wohl am 07.02.2020 gemäss Standor-
ten rückwirkende Teilnehmeridentifikation Mobiltelefon D.________) in Freiburg, P.________ 
(Adresse) (Deliktsblatt 5), aus zwei Automaten folgende Bargeldbeträge: 

- CHF 464.50 (Automat Nr. 364082),
- […],

  total CHF 629.70 [bzw. CHF 464.50];

6. begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 (wohl am 08.02.2020 gemäss Standor-
ten rückwirkende Teilnehmeridentifikation Mobiltelefon D.________) in St. Gallen, Q.________ 
(Adresse) (Deliktsblatt 6) Bargeld von CHF 2‘908.10 aus einem Automaten (Nr. 357834);

7. begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 (wohl am 05.02.2020, am 08.02.2020 
und/oder am 10.02.2020 gemäss Standorten rückwirkende Teilnehmeridentifikation Mobiltelefon 
D.________) in Winterthur, R.________ (Adresse) (Deliktsblatt 7), aus fünf Automaten folgende 
Bargeldbeträge: 

- CHF 234.70 (Automat Nr. 293775),
- CHF 145.60 (Automat Nr. 325555),
- CHF 353.80 (Automat Nr. 369175),
- […],
- […],

  total CHF 1’298.70 [bzw. CHF 734.10];

8. […]

9. begangen ca. in der Zeit von 05.02.2020 bis 11.02.2020 (wohl am 07.02.2020 und/oder am 
09.02.2020 gemäss Standorten rückwirkende Teilnehmeridentifikation Mobiltelefon 
D.________), in Lausanne, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV), 
AG.________(Adresse), AH.________(Adresse), AI.________(Adresse) und 
AJ.________(Adresse) (Deliktsblatt 9), aus sechs Automaten folgende Bargeldbeträge: 

- CHF 200.80 (Automat Nr. 352692 an der AG.________ (Adresse)),
- CHF 508.40 (Automat Nr. 374683 an der AG.________(Adresse)),
- CHF 366.40 (Automat Nr. 374684 an der AG.________(Adresse)),
- CHF 736.00 (Automat Nr. 358292 an der AH.________ (Adresse)),

14

- CHF 160.50 (Automat Nr. 365673 an der AI.________ (Adresse)),
- CHF 405.30 (Automat Nr. 337082 an der AJ.________ (Adresse)),

     total CHF 2’377.40.

Deliktsumme: total CHF 13’076.30 [bzw. CHF 9’805.90]

Mittäter: D.________ und C.________ sowie evtl. eine weitere, unbekannte Mittäterschaft 
(weitere Bandenmitglieder; separates Verfahren, hängig bei der Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland, BM 20 6803)

[…]

10. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist lediglich, dass die beiden Beschuldigten gemeinsam mit 
D.________ und C.________ in die Schweiz eingereist sind. 

Bestritten sind sämtliche in der Anklageschrift zur Last gelegten Handlungen. Ge-
genstand der oberinstanzlichen Beweiswürdigung ist somit im Wesentlichen, ob die 
Vierergruppe Diebstähle an Warenverkaufsautomaten der Straf- und Zivilklägerin 
beging, und wenn ja, an welchen. Zu untersuchen ist weiter, welche Rolle die Be-
schuldigten dabei einnahmen. Hierzu gilt es zu klären, wo und wie lange die Vie-
rergruppe sich in der Schweiz aufhielt und zu welchem Zweck sie eingereist war. 
Weiter ist zu prüfen, was die Personen in der Schweiz taten und ob die Gruppe 
sich zeitweise trennte. 

11. Beweiswürdigung

Eine Zusammenfassung der Beweismittel nahm die Vorinstanz bereits vor. Es wird 
auf deren korrekte Ausführungen verwiesen (Ziff. II.5. bis Ziff. II.7. des erstinstanz-
lichen Urteilsmotivs; pag. 1078 bis pag. 1108).

11.1 Die Anhaltung der beiden Beschuldigten 

Am 10. Februar 2020 um ca. 23:00 Uhr erhielt die Kantonspolizei Bern telefonisch 
eine anonyme Meldung: Es würden sich vier Männer mit einem Fahrzeug mit den 
Kennzeichen I.________ in der Schweiz aufhalten und im F.________(Hotel) in 
G.________ logieren (pag. 269). Die vier Männer seien für zahlreiche Diebstähle in 
der Schweiz verantwortlich und hätten vor, weitere zu begehen (pag. 269). 

Im Zuge der darauffolgenden Ermittlungen konnte das fragliche Fahrzeug tatsäch-
lich vor dem F.________(Hotel) in G.________ parkiert festgestellt werden 
(pag. 270). Am 11. Februar 2020 um ca. 10:10 Uhr stiegen vier Personen in das 
Fahrzeug ein und fuhren weg (pag. 270). Bei der darauffolgenden Kontrolle wurden 
die Beschuldigte 1, die Beschuldigte 2, D.________ und C.________ im Fahrzeug 
festgestellt. Die Polizei stellte weiter fest, dass C.________ von der Staatsanwalt-
schaft Zürich wegen mehrerer Einbruchdiebstähle in Verpflegungsautomaten zur 
Verhaftung ausgeschrieben war, und nahm die vier angehaltenen Personen auf die 
Polizeiwache mit (pag. 270). 

Aus den Effekten von C.________ wurden 8 Schlüssel sichergestellt (pag. 270; 
pag. 712). Bei der Hausdurchsuchung im Zimmer der Gruppe im 

15

F.________(Hotel) in G.________ wurden weitere 50 Schlüssel, CHF 6'271.30 in 
Hartgeld kleiner Stückelung sowie vorbereitetes Münzrollpapier sichergestellt. Von 
den sichergestellten Schlüsseln konnten 18 (teilweise nachgemachte und teilweise 
doppelt vorhandene) einem Diebstahl vom 16. Dezember 2019 in Winterthur zuge-
wiesen werden (pag. 278; pag. 282; vgl. Anzeigerapport der Polizei Winterthur in 
pag. 317 ff.). 13 weitere Schlüssel (teilweise nachgemachte und teilweise doppelt 
vorhandene) konnten einem Diebstahl in Basel vom 21. April 2016 zugewiesen 
werden (pag. 278; pag. 282; vgl. Anzeigerapport der Kantonspolizei Basel in 
pag. 287 ff.). Ein Abgleich einer DNA-Probe von D.________ mit einer Probe des 
Diebstahls in Basel ergab eine Übereinstimmung (pag. 278). Insgesamt dienten 34 
der sichergestellten Schlüssel dem Öffnen von Warenverkaufsautomaten der Straf- 
und Zivilklägerin (pag. 277). Dabei handelte es sich teilweise um Passepartout-
Schlüssel.

Das im Hotelzimmer vorgefundene Hartgeld befand sich, eingewickelt in acht Plas-
tiksäcken und einem Handtuch, verstaut in einem Kleiderschrank und teilweise da-
hinter versteckt (Ass.-Nr. A1-A9 [pag. 705]; pag. 576 f.). Dazu wurde ein Notizzettel 
mit verschiedenen Beträgen gefunden (Ass.-Nr. A19 [pag. 705]; pag. 334). Das si-
chergestellte Münzrollpapier war mit der Anschrift «30… Bern, S.________ (Adres-
se), T.________ (fiktiver Name)» versehen (pag. 334). 

Die Umstände der Anhaltung und die Ergebnisse der daraufhin getätigten Ab-
klärungen sind aussagekräftig und eindeutig. Zumindest Einzelpersonen der Grup-
pe verwendeten gestohlene oder sonst wie erhältlich gemachte Schlüssel, um Wa-
renverkaufsautomaten der Straf- und Zivilklägerin aufzuschliessen und die Kasse 
zu entleeren. Das gestohlene Hartgeld wurde in Plastiksäcken transportiert und im 
Hotelzimmer im F.________(Hotel), wo die ganze Vierergruppe übernachtete, auf-
bewahrt. Es bestand die Absicht, das Hartgeld in Münzrollen zu verpacken und an 
einem geeigneten Ort unter falschem Namen entweder in Notengeld umzutau-
schen oder auf ein Bankkonto einzuzahlen. Im Moment der Anhaltung war die ge-
samte Vierergruppe gemeinsam im Auto unterwegs und C.________ trug Schlüs-
sel zum Öffnen von Warenverkaufsautomaten auf sich.  

11.2 Die Erklärungen der Beschuldigten zu ihrem Aufenthalt in der Schweiz

Nach den oberwähnten Erkenntnissen stellte sich die Frage, zu welchem Zweck 
die Beschuldigten 1 und 2 und die übrigen Personen der Vierergruppe in die 
Schweiz eingereist waren. Die Beschuldigte 1 machte Aussagen zu diesem Punkt; 
ebenso ihr Lebenspartner, C.________, und D.________. Die Beschuldigte 2 ver-
weigerte hingegen durchwegs die Aussage. 

Bereits die Aussagen der Beschuldigten 1 zur Einreise in die Schweiz überzeugen 
nicht. An der ersten Einvernahme vom 11. Februar 2020 sagte sie aus, sie sei erst 
seit einem Tag in der Schweiz, sei mit den anderen Dreien eingereist und sie hät-
ten alle im Auto geschlafen (pag. 477, Z. 44 und Z. 53 f.). Am 14. Februar 2020 
hielt sie vor dem Zwangsmassnahmengericht im Wesentlichen an ihren Schilde-
rungen fest, gab aber eine andere Uhrzeit für die Einreise an (pag. 484, Z. 12). Es 
wäre zu erwarten, die Beschuldigte 1 würde sich einen bzw. vier Tage nach der 
Einreise noch erinnern, ob sie am Abend gegen 17:00 Uhr oder in der Nacht um 

16

02:00 Uhr in der Schweiz angekommen sei. Dessen ungeachtet untergrub die Be-
schuldigte 1 ihre Schilderungen sogleich selbst. Sie behauptete vor dem Zwangs-
massnahmengericht, die gesamte Gruppe habe in der Zwischenzeit glaublich 
zweimal im Hotel und einmal im Auto geschlafen (pag. 484, Z. 23, Z. 29 und Z. 32) 
– offenbar innerhalb eines Tages. Die Aussagen der Beschuldigten 1 über den 
Zeitpunkt ihrer Einreise sind offensichtlich nicht glaubhaft. Es kann auf die Daten 
der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation der auf D.________ registrierten Ruf-
nummer abgestellt werden. Das Mobiltelefon von D.________ wurde im fraglichen 
Zeitraum erstmalig am 5. Februar 2020 in Basel im Schweizer Mobilfunknetz regis-
triert (pag. 475, Z. 12734). Dies kann verlässlich als Zeitpunkt der Einreise von 
D.________ angenommen werden. Seinen Angaben und den Angaben der Be-
schuldigten 1 zufolge, reisten alle gemeinsam in die Schweiz ein (pag. 567, Z. 72; 
pag. 477, Z. 50). Der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation ist nicht zu entneh-
men, dass D.________ im Zeitraum vom 5. Februar 2020 bis zum 10. Februar 
2020 die Schweiz verlassen hätte. Demnach ist die gesamte Gruppe, einschliess-
lich die Beschuldigten 1 und 2, am 5. Februar 2020 in die Schweiz eingereist. 

Die Aussagen der Beschuldigten 1 entsprechen in diesem Punkt offensichtlich nicht 
der Wahrheit. Gleiches gilt für die Aussagen des Lebenspartners der Beschuldig-
ten 1, C.________. Am 11. Februar 2020 sagte er ebenfalls aus, er sei erst am 
Vortag mit der gesamten Vierergruppe in die Schweiz eingereist (pag. 621, Z. 46; 
pag. 622, Z. 82). Einzig D.________ sagte aus, die Gruppe sei schon am 6. Febru-
ar 2020 eingereist (pag. 566, Z. 42). Auffällig erscheint, dass gerade die Beschul-
digte 1 und ihr Lebenspartner dieselbe leicht widerlegbare Schutzbehauptung äus-
serten. Dies legt nahe, dass sie sich für den Fall einer Verhaftung abgesprochen 
haben. 

Ebenso unwahr, aber letztlich wohl konsequent, sagte die Beschuldigte 1 auf den 
Vorhalt, die Gruppe sei bereits am 5. Februar 2020 eingereist, aus, sie sei nicht an 
diesem Tag in die Schweiz gekommen (pag. 484, Z. 16). «Für die Monate», über 
die gesprochen werde, also 5. Februar 2020 bis 11. Februar 2020 (pag. 487, 
Z. 16 ff.) sei sie gar nicht hier gewesen (pag. 487, Z. 35 f.). 

Es gäbe keinen Grund, ein falsches Einreisedatum anzugeben, wenn die Beschul-
digte 1 und die restlichen Mitglieder der Gruppe mit hehren Absichten in die 
Schweiz eingereist wären. Der zu ziehende Schluss liegt auf der Hand. 

Widersprüchlich und nicht einleuchtend äusserte sich die Beschuldigte 1 auch über 
den Aufenthalt der Gruppe im F.________(Hotel) in G.________. Die Daten der 
rückwirkenden Teilnehmeridentifikation sind diesbezüglich eindeutig. Das Mobilte-
lefon Catalin Berteas war vom 5. Februar 2020 bis am 10. Februar 2020 während 
der Nacht jeweils bei einer Antenne nahe der Adresse des F.________(Hotel) in 
G.________ eingeloggt (pag. 475, Z. 12850-12858 [5. Februar 2020], Z. 13131-
13152 [6.], Z. 13291-13301 [7.], Z. 13522-13560 [8.], Z. 13748-13759 [9.], 
Z. 13972-13981 [10. Februar 2020]). In den Aussagen der Mitglieder der Vierer-
gruppe findet sich nicht zu bezweifelnde Übereinstimmung darin, dass sie immer 
gemeinsam unterwegs gewesen seien (pag. 479, Z. 141; pag. 569, Z. 158 und Z. 
180; pag. 624, Z. 213). Die Gruppe übernachtete demnach jeweils am selben Ort. 
Es besteht somit kein Zweifel, dass die gesamte Vierergruppe im 

17

F.________(Hotel) in G.________ logierte. H.________, der Betreiber des 
F.________ (Hotel), bestätigte dies denn auch. Er sagte auf Vorhalt eines handge-
schriebenen Rezeptionszettels (pag. 685) aus, die Vierergruppe habe am 5. Fe-
bruar 2020 eingecheckt (pag. 676, Z. 147 f.). Ferner wurde die Vierergruppe von 
der Polizei dabei beobachtet, wie sie am Morgen des 11. Februar 2020 zu ihrem 
auf dem Parkplatz des F.________(Hotel) parkierten Fahrzeug ging (pag. 270). Im 
Zimmer Nr. 2 des F.________(Hotel) wurden zudem Ausweisschriften von 
D.________ gefunden (Ass.-Nr. 21 [pag. 706]).

Die Beschuldigte 1 sagte demgegenüber aus, die Gruppe habe nur im Auto über-
nachtet (pag. 478, Z. 122 f. und Z. 126). Im F.________(Hotel) hätten sie nie über-
nachtet (pag. 479, Z. 130 und Z. 134). Vor dem Zwangsmassnahmengericht sagte 
sie am darauffolgenden Tag aus, die Gruppe habe glaublich zweimal im Hotel 
übernachtet, benannte das Hotel aber nicht (pag. 484, Z. 23). C.________ sagte 
aus, die Gruppe habe nur im Auto übernachtet (pag. 623, Z. 167 f.). Im 
F.________(Hotel) in G.________ seien sie nicht gewesen (pag. 624, Z. 175). 
Auch er änderte seine Version vor dem Zwangsmassnahmengericht. Die Gruppe 
habe dreimal im Auto und einmal im Hotel übernachtet (pag. 633, Z. 28). 
D.________ sagte aus, die Gruppe habe dreimal in verschiedenen Hotels nahe der 
Autobahn und einmal im Auto geschlafen (pag. 569, Z. 162 und Z. 174). Diese An-
gaben revidierte er sogleich wieder (pag. 570, Z. 194 f.). 

Für das Beweisergebnis spielt es grundsätzlich keine Rolle, wo die Vierergruppe 
jeweils übernachtete, für die Beweiswürdigung indessen schon. Es spricht Bände, 
dass die einzelnen Personen der Vierergruppe zur trivialen Frage der Übernach-
tungen widersprüchliche und durchwegs unwahre Angaben machten. Offensichtlich 
war beabsichtigt, den Aufenthalt im F.________(Hotel) zu bestreiten. Zugleich 
scheinen die Aussagen der verschiedenen Gruppenmitglieder dermassen wider-
sprüchlich, dass in diesem Punkt keine Absprache bestanden haben kann. Es stellt 
sich die Frage, weshalb jedes Mitglied der Gruppe – mit Ausnahme der Beschuldig-
ten 2, die gar nicht erst Aussagen machte – unabhängig von den anderen den Auf-
enthalt im F.________(Hotel) bestreiten wollte. Der Grund dafür ist offensichtlich. 
Die Aussagenden wollten nicht mit den im Zimmer Nr. 2 im F.________(Hotel) vor-
gefundenen Gegenständen, namentlich dem Hartgeld, in Verbindung gebracht 
werden. Die Beschuldigte 1 und die restlichen Mitglieder der Gruppe wussten, was 
in ihrem Zimmer versteckt lag und waren über die deliktische Herkunft im Bilde. 

Geradezu absurd sind die Aussagen der Beschuldigten 1 über ihre Aktivitäten in 
der Schweiz. In der ersten Einvernahme sagte sie zur Frage, mit welcher Absicht 
sie in die Schweiz eingereist sei, aus: «Um ein Auto zu kaufen» (pag. 478, Z. 104). 
Das bestätigte sie an der Hafteinvernahme am darauffolgenden Tag (pag. 482 f.). 
Vor dem Zwangsmassnahmengericht war erstmals die Rede davon, dass die Be-
schuldigte 1 auch Blumen verkauft habe (pag. 484, Z. 35 f.). Wo: «Im Zentrum» 
(pag. 485, Z. 2). In welchem Zentrum wisse sie nicht, sie kenne sich hier nicht aus 
(pag. 485, Z. 5). Vor der Vorinstanz sagte sie dann: «Ich weiss nur, dass ich im 
Zentrum Blumen verkauft habe. Ich weiss nicht, wie die Örtlichkeit hier heisst. Ich 
weiss es nicht» (pag. 969, Z. 35). Auf Frage der Vorinstanz erklärte die Beschuldig-
te 1 erstmals, sie habe in mehreren Städten Blumen verkauft (pag. 969, Z. 39). Sie 

18

seien jeweils alle gemeinsam unterwegs gewesen, seien ausgestiegen und hätten 
Blumen verkauft (pag. 969, Z. 45). 

Es erscheint bereits höchst unglaubhaft, dass die Gruppe zum Kauf eines Autos in 
die Schweiz gefahren ist. Die Schweiz dürfte für ausländische Sozialhilfebezüger 
vergleichsweise teuer sein, selbst wenn die rund 550 km An- und Rückfahrtweg 
ausser Acht gelassen werden. Es macht ökonomisch absolut keinen Sinn, zum 
Zweck eines Autokaufs zunächst in Essen in Deutschland ein Auto zu mieten, da-
mit zu viert in die Schweiz zu fahren, hier sechs Nächte in einem Hotel zu über-
nachten, um ein gekauftes Auto anschliessend gewinnbringend verkaufen zu kön-
nen. Genau das hätten D.________ und C.________ angeblich vorgehabt (pag. 
572, Z. 312; pag. 626, Z. 301). Bezeichnenderweise bestehen Widersprüche, wo 
das zwischenzeitlich nicht mehr verfügbare Auto hätte erworben werden sollen. 
D.________ behauptete, es hätte in Montreux gekauft werden sollen (pag. 567, Z. 
67 f.), C.________ behauptete hingegen in Bern (pag. 623, Z. 171). Auch die Tat-
sache, dass vier Personen bei der Reise anwesend waren, wirft Fragen auf. Für ein 
solches Vorhaben würden zwei Personen ausreichen. Der angebliche Autokauf 
begründet also nicht, weshalb die Beschuldigten 1 und 2 mitgereist sind. Vielmehr 
sind die entsprechenden Behauptungen in vielerlei Hinsicht abwegig.

Desgleichen die Behauptung der Beschuldigten 1, sie habe Blumen verkauft. Ihre 
Ausführungen hierzu änderte sie im Laufe des Verfahrens stetig. Diese Änderun-
gen sind bezeichnend für die auf den ersten Blick als solche erkennbare Schutzbe-
hauptung. In den ersten beiden Einvernahmen vom 11. und 12. Februar 2020 er-
wähnte die Beschuldigte 1 von angeblichem Blumenverkaufen nichts (pag. 475 ff.; 
pag. 482 f.). Vor dem Zwangsmassnahmengericht erklärte sie erstmals, sie sei un-
ter anderem in die Schweiz eingereist, um Blumen zu verkaufen (pag. 484, 
Z. 35 f.). Dass sie das schon in der ersten Einvernahme ausgesagt habe, wie sie 
behauptete (pag. 484, Z. 39 f.), geht aus den Akten nicht hervor. Auf die Frage, wo 
sie denn Blumen verkauft habe, womit ihre Aussagen hätte verifiziert werden kön-
nen, folgte die lapidare Antwort: «Im Zentrum» (pag. 485, Z. 2). In welchem Zen-
trum wisse sie nicht, sie wisse nicht, wie «es» heisst (pag. 485, Z. 5). Vor der Vor-
instanz sagte die Beschuldigte 1 auf die Frage, wo sie sich örtlich aufgehalten ha-
be, aus, sie habe im Zentrum Blumen verkauft, wisse aber nicht, wie «die Örtlich-
keit» hier heisse (pag. 969, Z. 35 f.). Demgegenüber führte die Beschuldigte 1 
später aus, sie habe in mehreren Städten Blumen verkauft (pag. 969, Z. 39). 

Weiter erstaunt die Detailarmut, mit der die Beschuldigte 1 das Blumenverkaufen 
schilderte. Schon am 14. Februar 2020 konnte sie nicht angeben, an welchem Ort 
genau sie Blumen verkauft haben will. Wenn die Beschuldigte 1 tatsächlich an 
mehreren Orten Blumen verkauft hätte und dabei von den anderen getrennt gewe-
sen wäre, dann wäre zu erwarten, dass sie zumindest präzisere Angaben über den 
Ort machen könnte – zumal sie nicht zum ersten Mal in der Schweiz Blumen ver-
kauft haben will (pag. 515, Z. 1280 ff.). 

Widersprüchliche Aussagen machte die Beschuldigte 1 auch betreffend die Frage, 
wer von der Vierergruppe alles Blumen verkauft haben soll. Vor dem Zwangs-
massnahmengericht sagte sie aus, sie glaube, dass D.________ auch Blumen ver-
kauft habe, habe das aber nicht selbst gesehen. Darauf wollte sie zudem das hau-

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fenweise Hartgeld im Hotelzimmer zurückführen, das D.________ gehört habe 
(pag. 485, Z. 8 ff.). Ihre Aussagen vor der Vorinstanz wiederum legen nahe, dass 
alle aus der Vierergruppe Blumen verkauft haben (pag. 969, Z. 45). Sie seien alle 
gemeinsam mit dem Auto wohin gefahren, seien ausgestiegen und hätten Blumen 
verkauft.

Weitere Widersprüche bestehen zu den Aussagen der anderen Gruppenmitglieder. 
D.________ sagte nicht aus, dass irgendjemand der Gruppe Blumen verkauft habe 
(pag. 564 ff.). C.________ sagte aus, er sei unter anderem zum Blumenverkaufen 
in die Schweiz gereist (pag. 622, Z. 101 ff.). Beim Blumenverkaufen sei die Be-
schuldigte 1 auch dabei gewesen (pag. 626, Z. 291). Die anderen beiden, also 
D.________ und die Beschuldigte 2, hätten auch Blumen verkauft (pag. 626, Z. 
295). Das bestätigte er auch vor dem Zwangsmassnahmengericht (pag. 633, Z. 34 
und Z. 37). An welchen Orten das gewesen sei, könne er sich nicht mehr erinnern 
(pag. 626, Z. 285). Das überrascht, weil C.________ doch zeitweise das gemietete 
Auto gelenkt haben will (pag. 622, Z. 72 f.). Wenn schon der Beschuldigten 1 nicht 
geglaubt werden kann, dass sie in mehreren Städten Blumen verkauft habe, aber 
keine einzige davon namentlich benennen kann, dann muss dies umso mehr für 
C.________ gelten. 

Die Beschuldigte 1 und ihr Lebenspartner C.________ sind demnach die einzigen, 
die behaupteten, in der Schweiz Blumen verkauft zu haben. Die erwähnten Wider-
sprüche entlarven das angebliche Blumenverkaufen als Schutzbehauptung. Dabei 
ist klar, dass sich die Beschuldigte 1 und C.________ abgesprochen haben müs-
sen. Dessen bestimmt vorgetragene Aussage, alle hätten Blumen verkauft, wird 
durch D.________ nicht gestützt. 

Das Vorliegen einer Schutzbehauptung ergibt sich auch aus dem finanziellen As-
pekt. Die Beschuldigte 1 reiste ihren Angaben zufolge mit rund CHF 800.00 in die 
Schweiz ein (pag. 478, Z. 93). Im Zeitpunkt ihrer Anhaltung verfügte sie noch über 
CHF 542.00 (Ass.-Nr. B6 [pag. 708]). Gemäss ihren Schilderungen hat sie mit dem 
angeblichen Blumenhandel jedenfalls keinen Gewinn erzielt. In den Effekten der 
Beschuldigten 2 befanden sich lediglich CHF 25.60 (pag. 270). In den Effekten von 
C.________ befanden sich CHF 2’230 in Notengeld (pag. 270). Dieses Geld habe 
er schon bei der Einreise auf sich getragen (pag. 623, Z. 126 und Z. 129). Gemäss 
den Schilderungen der Beschuldigten 1 ist die einzige Person der Vierergruppe, die 
vom angeblichen Blumenverkaufen Gewinne in zu erwartender kleiner Stückelung 
davongetragen haben könnte, D.________ – also die einzige Person die nie be-
hauptet hat, jemand der Gruppe habe Blumen verkauft. 

Entgegen der Vorbringen der Verteidigung der Beschuldigten 1 war die Gruppe 
demnach nicht während des Blumenverkaufens zeitweise getrennt. Das Blumen-
verkaufen hat, wie dargelegt, nicht stattgefunden. Daneben ist die Gruppe nicht 
zum Kauf eines Autos eingereist. 

11.3 Würdigung und Ergebnis zum Zweck des Aufenthalts in der Schweiz

Während die Beschuldigte 2 die Aussage durchwegs verweigerte, äusserte die Be-
schuldigte 1 zum Zweck ihres Aufenthalts in der Schweiz ausschliesslich Schutz-
behauptungen. Der Zweck des Aufenthalts der Gruppe, insbesondere in Bezug auf 

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die beiden Beschuldigten, kann den vorhandenen Aussagen nicht entnommen 
werden und muss aus den übrigen vorhandenen Beweismitteln hergeleitet werden. 
Es ist aber evident, dass vor allem die Beschuldigte 1 bei einem reinen Gewissen 
andere Aussagen getätigt hätte. 

Über den Aufenthaltszweck der Gruppe geben die Aussagen von H.________ kei-
nen Aufschluss. Er gab zu Protokoll, die beiden Beschuldigten hätten für die mitge-
reisten Männer im F.________ gekocht (pag. 677, Z. 197 f. und Z. 215). Einerseits 
ist Kochen keine Beschäftigung, die den ganzen Tag beanspruchen würde. Ande-
rerseits macht es aus finanzieller Sicht keinen Sinn, die beiden Beschuldigten 
während der sechs Tage andauernden Reise mitzunehmen und im 
F.________(Hotel) kochen zu lassen. H.________ äusserte damit offensichtlich 
nicht seine eigene Wahrnehmung, sondern, was ihm die Gruppe selbst zum Zweck 
ihres Aufenthalts erklärt hat (pag. 676 f., Z. 192 ff.).

Die vorhandenen Beweismittel lassen keinen Zweifel daran, dass C.________ und 
D.________ die (separat) zur Anklage gebrachten Diebstähle verübten. Die in ihren 
Effekten, im verwendeten Fahrzeug und im bezogenen Zimmer Nr. 2 des 
F.________(Hotel) vorgefundenen Schlüssel und das Hartgeld sind eindeutige Be-
weismittel. Die Daten der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation der auf 
D.________ registrierten Rufnummer (pag. 475) und der Durchsuchung des im Au-
to mitgeführten Navigationsgeräts (pag. 430) belegen, dass die Gruppe sich an den 
Standorten der in der Anklageschrift genannten Warenverkaufsautomaten aufhiel-
ten. 

Die einzige Übereinstimmung in den Aussagen der vier Gruppenmitglieder besteht 
darin, dass sie während der Reise stets gemeinsam unterwegs gewesen seien 
(pag. 479, Z. 141; pag. 569, Z. 158 und Z. 180; pag. 624, Z. 213). Ausnahmen da-
von hätten nur Toilettenbesuche und das – von der Kammer als Schutzbehauptung 
entlarvte – Blumenverkaufen betroffen (pag. 515, Z. 1286 f.; pag. 570, Z. 218 f.). 
Wenn die Mitglieder der Gruppe zeitweise alleine unterwegs gewesen wären, dann 
wäre zu erwarten, dass sie sich an gewisse Ortsnamen erinnern könnten. In die-
sem Fall hätten sie glaubhafte Aussagen über ihre Aktivitäten in der Schweiz ma-
chen können, anstatt über den Aufenthaltszweck zu lügen. Es ist somit erstellt, 
dass die Gruppe im Wesentlichen immer gemeinsam unterwegs war. Entgegen der 
Verteidigung der Beschuldigten 2 ergibt sich das nicht durch punktuelles Abstellen 
auf die unglaubhaften Aussagen. Es bestehen nicht die geringsten Anhaltspunkte, 
dass die Gruppe während ihres Aufenthalts in der Schweiz getrennt gewesen war. 
Bezeichnenderweise verliess die Gruppe am Tag der Anhaltung gemeinsam das 
F.________(Hotel) und bestieg den gemieteten Wagen. Bei der Gruppe handelt es 
sich darüber hinaus nicht um vier zufällig aufeinandergetroffene Personen, sondern 
um zwei Geschwister und ihren Lebenspartner bzw. ihre Lebenspartnerin, was de-
ren Homogenität zusätzlich untermauert. 

Es wird demnach als erwiesen erachtet, dass die Gruppe in der Schweiz stets zu-
sammen war. Dabei ist undenkbar, dass die einzelnen Gruppenmitglieder nicht 
wussten, «was Sache ist». Davon zeugen die diversen Lügen der Aussagenden, 
insbesondere betreffend Logieren im F.________(Hotel), wo das Deliktsgut und 
weitere Schlüssel für Automaten der Straf- und Zivilklägerin aufbewahrt wurden. 

21

Das ganze Aussageverhalten der Beschuldigten 1 belegt zusätzlich, dass sie um 
die deliktischen Tätigkeiten wusste. Alles andere ergäbe keinen Sinn. Die zur An-
klage gebrachten Taten können nicht von einem Gruppenmitglied ohne Kenntnis 
der anderen verübt worden sein. Die Gruppe war gemeinsam mit dem Auto unter-
wegs. Als Deliktsgut fiel säckeweise Hartgeld an. Wenn eine Person mit einem 
Sack voller Münzen das Fahrzeug bestiegen hat, konnte das nicht unbemerkt blei-
ben. Das musste schon akustisch auffallen, insbesondere, weil pro Tag mehrere 
Diebstähle verübt worden sind. 

Aus all diesen Gründen wird als erwiesen erachtet, dass die Beschuldigten 1 und 2 
wussten, dass die Einreise in die Schweiz dem Aufsuchen und Knacken von Wa-
renverkaufsautomaten der Straf- und Zivilklägerin diente. Es gibt keinen anderen 
sinnstiftenden Schluss, als dass die beiden Beschuldigten eine Rolle bei den vor-
geworfenen Diebstählen spielten und sei dies einzig zur Tarnung beim Verschieben 
innerhalb der Schweiz – zwei reisende Ehepaare sind weniger verdächtig als zwei 
Männer, die mit ausländischen Kennzeichen in der Schweiz herumfahren. 

11.4 Zum Beweiswert der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation

Sowohl Fürsprecherin X.________ als auch Rechtsanwalt Y.________ sprechen 
den Daten der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation der auf D.________ regis-
trierten Rufnummer jeglichen Beweiswert ab. Sie bringen in ihren Berufungsbe-
gründungen vor, die Auswertung der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation (pag. 
745) gebe teilweise unplausible und unmögliche Standortdaten wieder, weshalb 
darauf nicht verlässlich abgestellt werden könne (pag. 1201; pag. 1218 f.). Sie be-
ziehen sich beide auf die in der Datei «HD_20200214349538.xlsx» (pag. 745) auf-
gelisteten Standortdaten. 

Die Kammer holte im Rahmen der oberinstanzlichen Beweisergänzung von Amtes 
wegen eine Stellungnahme der zuständigen Stelle der Kantonspolizei zu den ver-
fügbaren Daten der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation ein (pag. 1235 f.). Die 
Polizeibeamten U.________ und V.________ teilten mit, dass die vorgenannte Da-
tei Daten aus der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation der auf D.________ re-
gistrierten Rufnummer +W.________ (Nr.) enthalte (pag. 1244). Es handle sich 
aber nicht um Signalisierungsdaten. Die Datei sei vom Provider via Daten-CD ver-
sandt worden. Einzelne Einträge, insbesondere die Zeilen 2053 bis 2067, würden 
auf technische Probleme seitens des Mobilfunkanbieters hindeuten. Dort werde 
derselbe Standort jeweils stündlich ausgewiesen. Das deute darauf hin, dass in 
dieser Zeit keine Standortaktualisierung erfolgt seien. 

Nebst der Daten-CD seien weitere Daten elektronisch über das System «RDC» 
übermittelt worden. Dabei handle es sich um Signalisierungsdaten. Diese seien in 
der Datei «Rückwirkende TiD D.________ (Signalisierungsdaten).xlsx» aufgelistet 
(pag. 475). Diese Datei könne als verlässliche und korrekte Quelle herangezogen 
werden. Die Datei «HD_20200214349538.xlsx» sei nur der Vollständigkeit halber 
zu den Akten gegeben worden.  

Die Erläuterungen der Kantonspolizei zu den in pag. 745 vorhandenen Datensät-
zen sind überzeugend. Die Datei «HD_20200214349538.xlsx» enthält keine Signa-
lisierungsdaten und ist daher weniger verlässlich. Sie wurde nur der Vollständigkeit 

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halber eingereicht. Die Datei «Rückwirkende TiD D.________ (Signalisierungsda-
ten).xlsx» weist hingegen Signalisierungsdaten aus und ist verlässlich. Auf diese 
Datei ist abzustellen. Die Vorbringen der Verteidigungen beider Beschuldigter än-
dern daran nichts. 

Fürsprecherin X.________ brachte vor, dass die Täterschaft der Beschuldigten 1 
nicht erstellt sei, selbst wenn die rückwirkende Teilnehmeridentifikation verlässliche 
Daten ergeben habe (pag. 1251 f.). Diese zeige nämlich lediglich den Standort von 
D.________ auf, der nicht zwangsläufig dem jeweiligen Standort der Beschuldigten 
1 entsprechen müsse. 

Zuvor wurde erstellt, dass die Gruppe immer gemeinsam unterwegs war und alle 
Gruppenmitglieder wussten, um was es geht. Aus diesem Grund zeigt die Datei 
«Rückwirkende TiD D.________ (Signalisierungsdaten).xlsx» nicht nur den Stand-
ort von D.________, sondern auch der beiden Beschuldigten.

Rechtsanwalt Y.________ hielt dafür, es spreche Bände, dass unterschiedliche 
Datensätze bei den Akten seien und das Berufungsgericht Abklärungen zur Ver-
lässlichkeit anstellen müsse (pag. 1254 f.). Weiter sei auffällig, dass die Stellung-
nahme der Kantonspolizei vom selben Tag datiere, an dem sie in die fraglichen Da-
tensätze Einblick erhalten habe, was gegen eine verlässliche Prüfung der vorhan-
denen Daten spreche. Letztlich gebe der Standort des Mobiltelefons von 
D.________ nicht den Standort der Beschuldigten 2 wieder. 

Der Stellungnahme von Rechtsanwalt Y.________ ist entgegenzuhalten, dass die 
Kantonspolizei keinesfalls die mehreren Tausend Einträge einzeln sichten, sondern 
lediglich über den Ursprung der Daten und deren teilweisen Unterschiede Auf-
schluss geben sollte. Diesem Auftrag kam die Kantonspolizei nach und es ist, wie 
dargetan, auf die in der Datei «Rückwirkende TiD D.________ (Signalisierungsda-
ten).xlsx» abgebildeten Standortdaten abzustellen. 

11.5 Zum Beweiswert der Auflistung von Fehlbeträgen der Straf- und Zivilklägerin

Die Straf- und Zivilklägerin reichte eine den fraglichen Zeitraum betreffende Liste 
mit festgestellten Fehlbeträgen in ihren Warenverkaufsautomaten ein (pag. 905 ff.). 
Fürsprecherin X.________ macht hierzu geltend, bei der Liste handle es sich um 
eine reine Parteibehauptung, die manuell erstellt und fehleranfällig sei (pag. 1204). 

Dem kann nicht gefolgt werden. Der Kammer imponiert die Auflistung der Fehlbe-
träge der Straf- und Zivilklägerin als nachvollziehbar und korrekt. Es sind keine 
Umstände ersichtlich, die Gegenteiliges vermuten lassen. Es ist nicht ersichtlich, 
weswegen die Straf- und Zivilklägerin falsche Angaben gemacht haben sollte. Eine 
akribische Täuschung mit grossem zeitlichem Aufwand bei vergleichsweise gerin-
gem Deliktsbetrag ergibt keinen Sinn. Die Verteidigung der Beschuldigten 1 und 2 
vermögen auch nichts Derartiges darzulegen.

Die Auflistung weist zwar tatsächlich für zahlreiche Warenverkaufsautomaten, bei 
denen ein Diebstahl bemerkt wurde, Restbeträge auf, wie die Verteidigung der Be-
schuldigten 2 vorbringt. Das zieht die Beweiskraft der Auflistung aber nicht in Zwei-
fel. Die aus Diebstählen resultierenden Fehlbeträge konnten naturgemäss erst 
beim Abgleich der verbliebenen Waren mit dem vorhandenen Geld anlässlich der 

23

regelmässigen Kontrolle festgestellt werden. Zwischen dem Diebstahl und der Kon-
trolle verstrich eine unbestimmte Zeit, während der Kunden Waren gekauft und 
Bargeld in die Automaten eingeworfen haben dürften. Die Tatsache, dass die Auf-
listung Restbeträge ausweist, spricht somit nicht gegen, sondern für deren Verläss-
lichkeit. 

Auch dass die in Kombination mit der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation der 
Vierergruppe zugewiesenen Diebstähle höhere Geldmittel (insgesamt 
CHF 9'674.70) ergeben, als bei der Durchsuchung des Zimmers im 
F.________(Hotel) in G.________ sichergestellt werden konnten (ca. 
CHF 6'254.30), spricht nicht gegen die Beweiskraft der Auflistung, im Gegenteil. 
Einerseits wurden in den Effekten der Mitglieder der Gruppe und im Mietauto weite-
re Barbeträge sichergestellt (pag. 270 f.; pag. 272; pag. 708). Dieses übrige Bar-
geld wies zwar nicht die zu erwartende kleine Stückelung auf. Jedoch deuten die 
im Hotelzimmer vorgefundenen Münzrollen darauf hin, dass die Gruppe Hartgeld in 
Notengeld wechselte. Der Gesamtbetrag des sichergestellten Bargeldes von 
CHF 9'158.50 (pag. 720) nähert sich den in der Auflistung ausgewiesenen Fehlbe-
trägen an. Zudem ist davon auszugehen, dass die Gruppe einen Teil des Geldes 
schon in der Schweiz für den Lebensunterhalt verwendet hat. Die sichergestellten 
Geldmittel stützen die Auflistung der Fehlbeträge der Straf- und Zivilklägerin dem-
nach zusätzlich.  

Das Vorbringen von Rechtsanwalt Y.________, wonach die Straf- und Zivilklägerin 
ein Interesse daran habe, möglichst hohe Fehlbeträge vorweisen zu können, über-
zeugt nicht. Wie erwähnt ist nicht ersichtlich, inwiefern die Straf- und Zivilklägerin 
angesichts des vergleichsweise tiefen Deliktsbetrags einen Nutzen gehabt haben 
sollte, unter Erstellung aufwändiger Listen einen nicht berechtigten Mehrbetrag gel-
tend zu machen. Die Straf- und Zivilklägerin übermittelte der Kantonspolizei schon 
vor Einreichung der fraglichen Auflistung Fehlbeträge, die möglicherweise auf 
Diebstähle der Gruppe zurückzuführen waren. Diese fanden Eingang in die De-
liktsblätter 1-9 (pag. 360 ff.). Jedoch finden sich in der Auflistung betreffend die An-
klageziffern 1, 5 und 7 tiefere Fehlbeträge als in den Deliktsblättern 1, 5 und 7 
(pag. 360 ff.; pag. 388 ff.; pag. 400 ff.). Offensichtlich nahm die Straf- und Zivilklä-
gerin, nachdem sie der Kantonspolizei vorläufig Fehlbeträge mitgeteilt hatte, eine 
erneute Überprüfung vor und wies anschliessend teilweise tiefere Fehlbeträge aus. 
Dies zeugt davon, dass die Straf- und Zivilklägerin exakt und ehrlich arbeitete und 
nicht zu hohe Fehlbeträge auflistete. 

Unbehelflich ist letztlich auch das Argument, die Auflistung der Fehlbeträge der 
Straf- und Zivilklägerin offenbare ein umfangreiches Sicherheitsproblem ihrer Wa-
renverkaufsautomaten. Angesichts der vorliegenden Beweismittel bestehen keine 
Zweifel, dass die Beschuldigten und die übrigen Mitglieder der Gruppe mithilfe ge-
stohlener und nachgemachter Schlüssel Münzen aus Warenverkaufsautomaten der 
Straf- und Zivilklägerin entnahmen. Anhand der Daten der rückwirkenden Teilneh-
meridentifikation und der Durchsuchung des Navigationsgeräts lassen sich die ein-
zelnen Diebstähle verlässlich ermitteln. Wie oft derartige Geldwegnahmen ansons-
ten vorkommen, ist nicht relevant. 

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Insgesamt bestehen bei objektiver Betrachtung keine Zweifel an der Richtigkeit der 
Auflistung von Fehlbeträgen durch die Straf- und Zivilklägerin. 

11.6 Die einzelnen Geldwegnahmen 

Die Vorinstanz prüfte die zur Anklage gebrachten Geldwegnahmen anhand der Da-
ten der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation (pag. 745), der Durchsuchung des 
Navigationsgeräts (pag. 730) und der Liste über Fehlbeträge der Straf- und Zivil-
klägerin (pag. 905 ff.). Sie stellte zu Recht auf die Datei «Rückwirkende TiD 
D.________ (Signalisierungsdaten).xlsx» ab (dazu E. 11.4 oben). Es wird auf ihre 
korrekten Erwägungen verwiesen (Ziff. II.8.2. und Ziff. II.8.3.2. des erstinstanzli-
chen Urteilsmotivs; pag. 1109 ff.).

12. Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Das Aussageverhalten der beiden Beschuldigten und die weiteren Beweismittel 
zeigen ein eindeutiges Bild. Alle Gruppenmitglieder wussten über die Geldentnah-
men Bescheid und reisten zu diesem Zweck in die Schweiz ein. Die Gruppe war 
durchwegs gemeinsam unterwegs. Sie führte zahlreiche Schlüssel zum Öffnen von 
Warenverkaufsautomaten der Straf- und Zivilklägerin mit. Die Gruppe logierte in ei-
nem Zimmer im F.________(Hotel) in G.________. Dort waren mehrere Plastiksä-
cke voller Bargeld, zahlreiche weitere Schlüssel und beschriftetes Münzrollpapier 
deponiert. Die Gruppe befand sich in der Nähe der in der Anklageschrift genannten 
Warenverkaufsautomaten als Geldwegnahmen erfolgten. Damit ist erstellt, dass die 
Gruppe für die in oberer Instanz verfahrensgegenständlichen Geldentnahmen ver-
antwortlich war. 

Was die Verteidigungen beider Beschuldigten dagegen vorbringen, verfängt nicht. 
Zwar sind Warenverkaufsautomaten üblicherweise an hochfrequentierten Orten 
aufgestellt, wie die Verteidigung der Beschuldigten 1 geltend macht (pag. 1201). 
Jedoch kann eine bloss zufällige Anwesenheit in der Nähe der betreffenden Wa-
renverkaufsautomaten in der fraglichen Zeitspanne ausgeschlossen werden. Die 
vorliegend interessierenden Warenverkaufsautomaten befanden sich ausschliess-
lich in Schulen und Spitälern. Dort ist kein erhöhtes Aufkommen von Reisenden zu 
erwarten. Die Diebstähle können nicht von einzelnen Gruppenmitgliedern ohne 
Kenntnisse der anderen begangen worden sein, wie beiderseits ins Feld geführt 
wird (pag. 1210; pag. 1223). Wie bereits erläutert, wäre dies nicht unbemerkt ge-
blieben. In diesem Fall wären zudem einleuchtende Aussagen der beiden Beschul-
digten über ihre Tätigkeiten während ihres Aufenthalts in der Schweiz zu erwarten. 
Im Zeitpunkt der Anhaltung trug C.________ mehrere Schlüssel zum Öffnen von 
Warenverkaufsautomaten auf sich. Es ist evident, dass an diesem Tag weitere 
Diebstähle geplant waren. Dabei fuhren die Beschuldigten 1 und 2 im Fahrzeug 
mit. Die teilweise auf Warenverkaufsautomaten angebrachten Fotos möglicher, 
ausschliesslich männlicher Täter (pag. 517 ff.) stehen dem Beweisergebnis nicht 
entgegen (pag. 1209). Den Beschuldigten wird nicht vorgeworfen, mehrmals aus 
denselben Warenverkaufsautomaten Geld genommen zu haben. 

Folgender, zur Anklage gebrachter Sachverhalt ist somit erstellt: 

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Die Gruppe reiste am 5. Februar 2020 in die Schweiz ein, um gemeinsam die Kas-
sen mehrerer an unterschiedlichen Stellen platzierter, im Einzelnen noch nicht ge-
nau definierter Warenverkaufsautomaten der Straf- und Zivilklägerin zu entleeren. 
Sie führte entsprechende Schlüssel mit, um die Kassen aufzuschliessen. Die 
Gruppe bezog das Zimmer Nr. 2 im F.________(Hotel) als Ausgangspunkt. Von 
dort reisten die Beschuldigten 1 und 2, D.________ und C.________ gemeinsam 
im gemieteten Auto in der Schweiz umher, suchten Warenverkaufsautomaten der 
Straf- und Zivilklägerin auf und entleerten die Kassen. Jeden Abend reiste die 
Gruppe zurück zum F.________(Hotel), deponierte das durch den Tag über weg-
genommene Hartgeld und verbrachte die Nacht dort. 

Bis zum 11. Februar 2020 entleerte die Gruppe die Kassen der in der Anklage-
schrift erwähnten, von den vorinstanzlichen Schuldsprüchen umfassten Warenver-
kaufsautomaten (E. 9 oben). Bei den einzelnen Diebstählen schlossen die Be-
schuldigten 1 und 2 mit D.________ und C.________ und evtl. teilweise einer wei-
teren, unbekannten Mittäterschaft in diversen öffentlichen Gebäuden (Schulen, 
Universitäten, Spitälern) Warenverkaufsautomaten mit den mitgebrachten Schlüs-
seln auf und entnahmen das sich darin befindliche Bargeld. Bei den Gebäuden be-
trat jeweils mindestens ein Mitglied der Bande das Gebäude, schloss darin den 
oder die Warenverkaufsautomaten mit einem passenden Schlüssel auf und ent-
wendete daraus das sich darin befindende Bargeld, ohne die Automaten zu be-
schädigen. 

Wer das Bargeld aus den Automaten behändigte, tat dies für die ganze Gruppe. 
Die Beschuldigten 1 und 2 verfügten im Deliktszeitraum über kein Vermögen oder 
regelmässiges Einkommen. Sie begingen in einem kurzen Zeitraum eine Vielzahl 
von Tathandlungen und waren bereit, eine unbestimmte Vielzahl von Delikten der 
fraglichen Art zu begehen. Sie wollten dadurch Einkünfte erzielen und ihre Lebens-
haltungskosten bestreiten. Die Beschuldigten 1 und 2 übten die Delikte wie einen 
Beruf aus. 

III. Rechtliche Würdigung

13. Straftatbestand des Diebstahls, Mittäterschaft sowie Banden- und Gewerbs-
mässigkeit

Art. 139 Ziff. 1, Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 lauten wie folgt:

1. Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen 
anderen damit unrechtmässig zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft.

2. Der Dieb wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen 
bestraft, wenn er gewerbsmässig stielt. 

3. Der Dieb wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft, 

wenn er den Diebstahl als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur fortgesetzten Verübung 
von Raub oder zum Diebstahl zusammengefunden hat,

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Für die theoretischen Grundlagen hierzu wird auf die korrekten Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen (Ziff. III.1.1. und Ziff. III.1.2. des erstinstanzlichen Urteilsmo-
tivs; pag. 1130 ff.). 

14. Subsumtion

Weder macht die Verteidigung der beiden Beschuldigten eine fehlerhafte Subsum-
tion des erstellten Sachverhalts durch die Vorinstanz geltend, noch ist aus Sicht der 
Kammer an den vorinstanzlichen Erwägungen etwas zu beanstanden. Vielmehr 
schliesst sich die Kammer der zutreffenden vorinstanzlichen Subsumtion an und 
verweist auf diese (Ziff. III.1.3. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1134). Wei-
tergehende Ausführungen unter diesem Titel erübrigen sich. 

15. Fazit

Die Beschuldigte 1 und die Beschuldigte 2 haben sich des gewerbs- und banden-
mässigen Diebstahls i.S.v. Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB schuldig ge-
macht. 

IV. Strafzumessung

16. Allgemeines

Für die allgemeinen Ausführungen zur Strafzumessung wird ebenfalls auf die kor-
rekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (Ziff. IV.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsmotivs; pag. 1135). Es kann vorweggenommen werden, dass die erstinstanzli-
che Strafzumessung schlüssig und nachvollziehbar ist und dem Verschulden der 
Beschuldigten Rechnung trägt. 

Im vorliegenden Fall sind die zur Strafzumessung relevanten Umstände für beide 
Beschuldigten identisch. Es rechtfertigt sich, die Strafzumessungen zu vereinen. 

17. Konkrete Strafzumessung 

17.1 Strafrahmen

Die Beschuldigten 1 und 2 werden des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls 
schuldig erklärt. Der Strafrahmen für bandenmässigen Diebstahl beträgt Frei-
heitsstrafe zwischen 6 Monaten und 10 Jahren (Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB), 
derjenige für gewerbsmässigen Diebstahl Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 
oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen (Art. 139 Ziff. 2 StGB). Die einzel-
nen Tathandlungen stellen eine einheitliche gewerbsmässige Deliktsserie dar, 
weshalb sie im Rahmen der Strafzumessung als rechtliche Handlungseinheit 
behandelt werden (BSK StGB-ACKERMANN, 4. Auflage, Art. 49 N 24 und 
N 32 ff.). Vom Ausfällen einer Gesamtstrafe in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 
StGB ist abzusehen. 

Der Strafrahmen entspricht somit dem in Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB vorgese-
henen. Das Ausfällen einer Geldstrafe ist von vornherein ausgeschlossen. 

27

17.2 Tatschwere

17.2.1 Objektive Tatschwere

Die Vorgehensweise der Gruppe offenbart ein planmässiges Vorgehen. Dafür 
spricht das Mitführen von Schlüsseln und das gezielte Aufsuchen bestimmter, öf-
fentlich zugänglicher Warenverkaufsautomaten in nahezu der ganzen Schweiz. Die 
Diebstähle wurden keinesfalls gelegentlich verübt. Es gilt hervorzuheben, dass die 
Gruppe nie in flagranti erwischt wurde, obwohl sie Warenverkaufsautomaten bei 
Tageslicht und in aller Öffentlichkeit ausräumte. Dies zeugt von einem professionell 
koordinierten Zusammenwirken der vier Beteiligten, die den Rahmen der die Quali-
fikation einer Bande begründenden Umstände übersteigt. Andererseits sind ver-
werflichere bandenmässige Diebstähle vorstellbar, als das Ausnehmen unbeauf-
sichtigter Warenverkaufsautomaten. 

Insgesamt schliesst sich die Kammer angesichts der planmässigen Vorgehenswei-
se der vorinstanzlichen Auffassung an, wonach die objektive Tatschwere noch 
leicht wiegt. Hingegen erscheint der Kammer eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten 
mit Blick auf den Strafrahmen des bandenmässigen Diebstahls und das objektive 
Tatverschulden als zu tief. Als angemessen erweist sich eine Freiheitsstrafe von 9 
Monaten. Die Freiheitsstrafe ist aufgrund der Gewerbsmässigkeit mit 21 Tathand-
lungen und einem Deliktsbetrag von rund CHF 10'000.00 um 3 Monate zu erhöhen. 
Daraus resultiert eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten. 

17.2.2 Subjektive Tatschwere

Beide Beschuldigten handelten direktvorsätzlich. Sie delinquierten in der Absicht, 
sich unrechtsmässig zu bereichern und mit dem gestohlenen Geld einen wesentli-
chen Teil ihrer Lebenshaltungskosten zu decken. Diese Umstände sind deliktsim-
manent und nicht strafzumessungsrelevant. 

Es bestehen keine Anzeichen auf eine verminderte Schuldfähigkeit. Die Beschul-
digten 1 und 2 handelten nicht aus einer Notlage heraus, sie werden in Deutsch-
land vom Gemeinwesen finanziell unterstützt. Die eingetretene Schädigung war 
vermeidbar. 

Die subjektive Tatschwere wirkt sich neutral aus. 

17.3 Täterkomponenten 

17.3.1 Betreffend die Beschuldigte 1

Die Beschuldigte 1 ist rumänische Staatsangehörige und lebt in Deutschland. Sie 
ist in der Schweiz nicht vorbestraft (pag. 758), was neutral zu werten ist. Ein Aus-
zug aus dem deutschen Strafregister befindet sich nicht in den Akten (pag. 759 ff.). 
Dem Vorleben ist nichts für die Strafzumessung Relevantes zu entnehmen.

Die Beschuldigte 1 äusserte im Verfahren zwar fast ausschliesslich Schutzbehaup-
tungen. Dennoch wird auf ihre Angaben, wonach sie mit C.________ liiert ist, zwei 
Kinder und keine berufliche Ausbildung hat, zurzeit keiner Arbeit nachgeht und von 
der Sozialhilfe unterstützt wird, abgestellt. Aus diesen persönlichen Verhältnissen 
kann ebenfalls nichts für die Strafzumessung Relevantes abgeleitet werden. 

28

Dasselbe gilt für das Verhalten der Beschuldigten 1 nach der Tat und im Strafver-
fahren. Sie legte kein Geständnis ab und zeigte weder Einsicht noch Reue. 

Eine besondere Strafempfindlichkeit ist nicht auszumachen. Die Beschuldigte 1 ist 
jung und hat keine ersichtlichen gesundheitlichen Probleme. Während ihres Auf-
enthalts in der Schweiz einschliesslich der Untersuchungshaft wurden die zwei 
Kinder durch die Mutter der Beschuldigten 1 betreut (pag. 970, Z. 18). 

Insgesamt wirken sich die Täterkomponenten der Beschuldigten 1 neutral aus. 

17.3.2 Betreffend die Beschuldigte 2

Die Beschuldigte 2 ist ebenfalls rumänische Staatsangehörige, lebt in Deutschland 
und ist nicht vorbestraft (pag. 764; pag. 766), was erwartet werden darf. Weitere 
Angaben sind nicht vorhanden, da die Beschuldigte 2 die Aussage durchwegs ver-
weigerte. Es gibt keine Hinweise auf gesundheitliche Probleme. Das Verhalten der 
Beschuldigten 2 nach der Tat und im Verfahren gibt zu keinen Bemerkungen An-
lass. Sie legte kein Geständnis ab und zeigte weder Einsicht noch Reue. 

Diesen Angaben sind in Bezug auf das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, 
das Verhalten nach der Tat und im Verfahren sowie die Strafempfindlichkeit keine 
für die Strafzumessung relevanten Kriterien zu entnehmen. 

Die Täterkomponenten der Beschuldigten 2 wirken sich ebenfalls neutral aus. 

17.4 Konkretes Strafmass

Die Beschuldigten 1 und 2 wären beide zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu 
verurteilen gewesen. Aufgrund des geltenden Verschlechterungsverbots bleibt es 
bei einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten. 

Die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 126 Tagen (11. Fe-
bruar 2020 bis 15. Juni 2020) wird an die Freiheitsstrafe angerechnet (Art. 51 
StGB). 

17.5 Vollzug

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 
Abs. 1 StGB). Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe auf, so bestimmt es 
dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). 
Zum Allgemeinen betreffend den bedingten Vollzug wird auf die korrekten vorin-
stanzlichen Erwägungen verwiesen (Ziff. IV.2.5. des erstinstanzlichen Urteilsmo-
tivs; pag. 1138). 

In casu sind keine Umstände ersichtlich, die auf die Erforderlichkeit einer unbeding-
ten Strafe hindeuten würden. Der bedingte Strafvollzug ist beiden Beschuldigten zu 
gewähren. 

Die Vorinstanz bestimmte die Probezeit auf 3 Jahre, begründete dies aber nicht 
näher. Die konkrete Bestimmung der Probezeit richtet sich nach den Umständen 
des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit und dem Charakter der ver-
urteilten Person sowie der Rückfallgefahr (BGE 95 IV 121 E. 1). 

29

Die Beschuldigte 1 ist nicht vorbestraft, desgleichen die Beschuldigte 2. Weder ihr 
Vorleben noch ihr Verhalten deuten auf eine Rückfallgefahr hin. Als angemessen 
erscheint daher jeweils eine Probezeit von 2 Jahren. 

V. Landesverweisung

18. Vorbemerkungen

Das Gericht verweist einen Ausländer, der wegen gewerbs- und bandenmässigen 
Diebstahls verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5 bis 15 Jahre 
aus der Schweiz (Art. 66a Abs. 1 Bst. c StGB). Die Landesverweisung greift nicht 
nur bei einer Verurteilung als Allein- und Haupttäter, sondern bei sämtlichen Täter-
schafts- und Teilnahmeformen. Sie muss unabhängig davon ausgesprochen wer-
den, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt oder 
teilbedingt ausfällt (BGE 144 IV 168 E. 1.4.1).

Das Gericht kann «ausnahmsweise» von einer Landesverweisung absehen, wenn 
(erste kumulative Bedingung) diese für den Ausländer einen schweren persönli-
chen Härtefall bewirken würde und (zweite kumulative Bedingung) die öffentlichen 
Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Aus-
länders am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Si-
tuation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder auf-
gewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel 
dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; 
BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.1.2; je mit Hinweisen). Sie ist restriktiv 
anzuwenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.1). Nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung des Härtefalls 
im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung über den 
«schwerwiegenden persönlichen Härtefall» in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 
24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; 
SR 142.201) heranziehen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.2). Zu 
berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) 
Integration, einschliesslich familiärer Bindungen des Ausländers in der Schweiz 
bzw. in der Heimat, Aufenthaltsdauer und Resozialisierungschancen. Die Kriterien 
nach Art. 31 VZAE können jedoch nicht unbesehen übernommen werden. Unter 
dem strafrechtlichen Aspekt der Härtefallprüfung ist der Rückfallgefahr und wieder-
holter Delinquenz Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 6B_75/2020 vom 
19. Januar 2021 E. 2.2.; 6B_627/2018 vom 22. März 2018 E. 1.3.5). Das Gericht 
darf auch vor dem Inkrafttreten von Art. 66a StGB begangene Straftaten berück-
sichtigen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.3.2). 

Die Sachfrage entscheidet sich mithin in einer Interessenabwägung nach Massga-
be der «öffentlichen Interessen an der Landesverweisung». Nach der gesetzlichen 
Systematik ist die obligatorische Landesverweisung anzuordnen, wenn die Katalog-
taten einen derartigen Schweregrad erreichen, dass die Landesverweisung zur 
Wahrung der inneren Sicherheit notwendig erscheint. Diese Beurteilung lässt sich 
strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, dass massgebend auf die verschulden-
smässige Natur und Schwere der Tatbegehung, die sich darin manifestierende Ge-

30

fährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit und auf die Legalprognose ab-
gestellt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_1194/2020 vom 8. Februar 2021 E. 1.1; 
6B_560/2020 vom 17. August 2020 E. 1.1.1 mit Hinweisen).

19. Subsumtion

19.1 Betreffend A.________ (Beschuldigte 1)

Vorab kann auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(Ziff. IV.2.7. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1139). Gewerbs- und ban-
denmässiger Diebstahl stellen Katalogstraftaten für die obligatorische Landesver-
weisung dar (Art. 66a Abs. 1 Bst. c StGB). Die Beschuldigte 1 ist rumänische 
Staatsbürgerin und lebt in Deutschland. Sie hat keinerlei Bezug zur Schweiz und 
reiste lediglich als Kriminaltouristin ein. Ein schwerer persönlicher Härtefall liegt of-
fensichtlich nicht vor. 

Die Dauer der Landesverweisung liegt im Ermessen des Gerichts. Entscheidend 
sind die Schwere der Anlasstat und das daraus hervorgehende Gefährdungspoten-
zial. Einerseits kann vorliegend nicht von besonders schwerer Delinquenz die Rede 
sein. Andererseits ist dem Umstand, dass die Beschuldigte 1 als Kriminaltouristin in 
der Schweiz planmässig eine Vielzahl einzelner Tathandlungen mit nicht unwesent-
lichem Deliktsbetrag verübte, Rechnung zu tragen. Angesichts dessen erscheint 
die von der Vorinstanz verhängte 8-jährige Landesverweisung angemessen.  

19.2 Betreffend B.________ (Beschuldigte 2)

Auch hierzu kann vorab auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (Ziff. IV.2.7. des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; pag. 1139). Die Beschul-
digte 2 ist ebenfalls rumänische Staatsbürgerin und lebt in Deutschland. Sie hat 
keinerlei Bezug zur Schweiz und reiste lediglich als Kriminaltouristin ein. Ein 
schwerer persönlicher Härtefall liegt offensichtlich nicht vor. 

Betreffend Dauer der Landesverweisung kann auf die vorangestellten Ausführun-
gen zur Beschuldigten 1 verwiesen werden (E. 19.1 oben). Im Ergebnis ist auch 
hier die von der Vorinstanz verhängte 8-jährige Landesverweisung angemessen. 

VI. Zivilpunkt

20. Vorbemerkungen

In der Lehre wird die Meinung vertreten, das Verschlechterungsverbot gelte in ana-
loger Anwendung von Art. 391 Abs. 3 StPO auch in Bezug auf die Zivilklage. Kon-
kret kann das Berufungsgericht das Urteil im Zivilpunkt nicht zu Ungunsten der be-
schuldigten Person abändern, wenn nur diese Berufung erklärt hat (BSK StPO-
ZIEGLER/KELLER, 2. Auflage, Art. 391 N 6; SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskommen-
tar, 3. Auflage, Art. 391 N 8). Aus diesem Grund kann die Kammer der Straf- und 
Zivilklägerin den geltend gemachten Schadenersatz und die Genugtuungssumme 
(pag. 794; pag. 978) von vornherein nicht zusprechen. Hingegen ist über den An-
trag der beiden Beschuldigten auf Abweisung der Zivilklage zu befinden (dazu E. 5 
oben). 

31

Für die Beurteilung der Zivilklage müssen mehrere formelle Voraussetzungen er-
füllt sein. Unter anderem wird aufgrund des Anspruchs auf rechtliches Gehör ver-
langt, dass sich die beschuldigte Person zu den tatsächlichen und rechtlichen Ge-
gebenheiten betreffend die Zivilklage äussern kann. Dies bedingt wiederum, dass 
die Privatklägerschaft ihren Anspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht be-
gründet. Für den Fall, dass die Privatklägerschaft dieser Pflicht nicht nachkommt, 
sieht Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO die Verweisung auf den Zivilweg vor. Diese, ver-
glichen mit dem Rechtsverlust bei Abweisung einer Zivilklage milde Rechtsfolge 
entspricht dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers (Botschaft zur Vereinheit-
lichung des Strafprozessrechts, BBl 1085, S. 1174 f.). 

21. Subsumtion

Die Straf- und Zivilklägerin meldete ihren Anspruch am 2. April 2020 an (pag. 794). 
Am 3. Juni 2020 reichte sie die eingehend gewürdigte Auflistung von Fehlbeträgen 
ein (pag. 901 ff.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung begründete sie ihren 
Antrag nicht hinreichend, weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht 
(pag. 978). Auch im Berufungsverfahren reichte die Straf- und Zivilklägerin keine 
Begründung zu den Akten. Den beiden Beschuldigten war es somit nicht möglich, 
sich zur anhängig gemachten Zivilklage zu äussern und sich effektiv dagegen zu 
wehren. Diese Umstände bewegten die Vorinstanz dazu, die Zivilklage auf den 
Zivilweg zu verweisen. 

Das vorinstanzliche Urteil ist zu bestätigen. Mangels zureichender Begründung 
kann die Zivilklage nicht beurteilt werden. Die im Gesetz vorgesehene Folge davon 
ist nicht die Abweisung der Zivilklage, sondern deren Verweisung auf den Zivilweg. 

VII. Kosten und Entschädigung

22. Verfahrenskosten

22.1 In erster Instanz

Die beschuldigte Person trägt die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, wenn 
sie verurteilt wird (Art 426 Abs. 1 StPO). 

22.1.1 Für A.________ (Beschuldigte 1)

Die Vorinstanz bestimmte die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 
Verfahrens auf total CHF 7'512.50 (Ziff. II.3. des erstinstanzlichen Urteils). Damit 
berücksichtigte die Vorinstanz die leicht höheren Gebühren des Haftverfahrens be-
treffend die Beschuldigte 1 (pag. 839). Diese Kosten auferlegte die Vorinstanz in-
folge teilweisen Freispruchs zu ¼ dem Kanton Bern und zu ¾, ausmachend 
CHF 5'634.30, der Beschuldigten 1. Die im Falle der Berufung anfallenden Kosten 
für die Ausfertigung des schriftlichen Urteilsmotivs setzte die Vorinstanz auf 
CHF 500.00 pro Beschuldigte fest (Ziff. VII.1.1 des erstinstanzlichen Urteilsmotivs; 
pag. 1142).

Der erstinstanzliche Schuldspruch wird bestätigt. An der sachgerechten Bemes-
sung und Verlegung der Verfahrenskosten ist keine Änderung vorzunehmen. 

32

22.1.2 Für B.________ (Beschuldigte 2)

Die Vorinstanz bestimmte die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 
Verfahrens auf total CHF 7'412.50 (Ziff. II.3. des erstinstanzlichen Urteils). Diese 
Kosten auferlegte die Vorinstanz infolge teilweisen Freispruchs zu ¼ dem Kanton 
Bern und zu ¾, ausmachend CHF 5'559.35, der Beschuldigten 2. Hinzu kommen 
die CHF 500.00 für die schriftliche Urteilsbegründung (Ziff. VII.1.2 des erstinstanzli-
chen Urteilsmotivs; pag. 1143).

Der erstinstanzliche Schuldspruch wird bestätigt. An der sachgerechten Bemes-
sung und Verlegung der Verfahrenskosten ist keine Änderung vorzunehmen.

22.2 In oberer Instanz

Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Ob-
siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Sind mehrere beteiligte Perso-
nen kostenpflichtig, so werden die Kosten anteilsmässig auferlegt (Art. 418 Abs. 1 
StPO). Beide Beschuldigten unterliegen mit ihren Anträgen vollumfänglich. Die mi-
nimale Abänderung des erstinstanzlichen Urteils in Bezug auf die Dauer der Pro-
bezeit rechtfertigt keine Kostenausscheidung. 

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden in Anwendung von Art. 24 Bst. a des 
Dekrets betreffend die Verfahrenskosten und Verwaltungsgebühren der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft vom 24. März 2010 (VKD; BSG 161.12) be-
stimmt auf CHF 3'000.00. Sie werden den Beschuldigten 1 und 2 jeweils zur Hälfte, 
ausmachend CHF 1'500.00, auferlegt. 

23. Entschädigungen

23.1 Für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten 1

23.1.1 In erster Instanz

Die Vorinstanz sprach Fürsprecherin X.________ der Kostenverlegung folgend le-
diglich ¾ der amtlichen Entschädigung zu. Die restlichen ¼ des Honorars wurden 
als Entschädigung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO behandelt. 

Die amtliche Entschädigung richtet sich nach Art. 135 StPO. Entschädigungsan-
sprüche der beschuldigten Person nach Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO im Falle eines 
(teilweisen) Freispruchs betreffen nur die Aufwendungen privater Verteidigung (Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_753/2011 vom 14. August 2012 = Pra 102 [2013] 
Nr. 20 E. 1). Bei amtlicher Verteidigung entstehen der beschuldigten Person keine 
Verteidigungskosten, die zu ersetzen wären. Ein (Teil-)Freispruch wird bei amtli-
cher Verteidigung lediglich bei der Bestimmung der Rück- und Nachzahlungspflicht 
berücksichtigt, im Übrigen wird die amtliche Entschädigung «normal» bestimmt. 

Vor diesem Hintergrund ist die Entschädigung der amtlichen Verteidigung der Be-
schuldigten 1 durch Fürsprecherin X.________ im erstinstanzlichen Verfahren neu 
festzusetzen. Es wird auf die eingereichte Honorarnote abgestellt (pag. 1014). Für 
die Berechnung wird auf das Urteilsdispositiv verwiesen. Die Beschuldigte 1 ist im 
Umfang von ¾ rück- und nachzahlungspflichtig. Von der Rückzahlungspflicht aus-
genommen sind die Übersetzungskosten von CHF 260.00. Die bereits geleistete 

33

Zahlung vom 12. August 2020 von CHF 8'823.50 an Fürsprecherin X.________ 
wird angerechnet (pag. 1055). 

23.1.2 In oberer Instanz

Für das oberinstanzliche Verfahren wird ebenfalls auf die eingereichte, angemes-
sene Honorarnote von Fürsprecherin X.________ abgestellt (pag. 1266). Die gel-
tend gemachten 14.63 Stunden sind zu entschädigen. Die Berechnung ergibt sich 
aus dem Dispositiv. Für die amtliche Entschädigung im oberinstanzlichen Verfah-
ren ist die Beschuldige 1 vollumfänglich rück- und nachzahlungspflichtig. 

23.1.3 Weitere Entschädigungsforderung

Die Beschuldigte 1 machte weitere Entschädigungsansprüche von gesamthaft 
CHF 1'780.00 sowie eine Genugtuung von CHF 25'200.00 geltend (pag. 1198). Zu-
folge Bestätigung der erstinstanzlichen Schuldsprüche sind keine Entschädigungen 
zu sprechen.  

23.2 Für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten 2

23.2.1 In erster Instanz

Mit Verweis auf E. 23.1.1 wird auch die amtliche Entschädigung von Rechtsanwalt 
Y.________ neu bestimmt. Es wird auf die eingereichte Honorarnote abgestellt, 
auch wenn der Gesamtaufwand von 73.10 Stunden zuzüglich zu den mit Teilein-
stellung vom 5. Mai 2020 bereits entschädigten 10 Stunden eher hoch erscheint 
(pag. 1036 ff.; pag. 824 ff.). Die Berechnung ergibt sich im Einzelnen aus dem Dis-
positiv. Die Beschuldigte 2 ist im Umfang von ¾ rück- und nachzahlungspflichtig. 
Die bereits geleistete Zahlung vom 12. August 2020 von CHF 12'519.15 wird ange-
rechnet (pag. 1054).

23.2.2 In oberer Instanz

In oberer Instanz macht Rechtsanwalt Y.________ einen Gesamtaufwand von 
25.33 Stunden geltend (pag. 1260 f.). Die Differenz zum von Fürsprecherin 
X.________ geltend gemachten Zeitaufwand ist nicht erklärbar, zumal Rechtsan-
walt Y.________ bereits im erstinstanzlichen Verfahren deutlich mehr Stunden gel-
tend gemacht und entschädigt erhalten hat als Fürsprecherin X.________. Die weit 
höhere Stundenanzahl hat sich im oberinstanzlichen Verfahren auszuwirken. Es 
rechtfertigt sich, Rechtsanwalt Y.________ für das oberinstanzliche Verfahren den-
selben Zeitaufwand zu vergüten wie Fürsprecherin X.________. Die geltend ge-
machten Auslagen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Berechnung ergibt 
sich im Einzelnen aus dem Dispositiv. Die Beschuldige 2 ist für die amtliche Ent-
schädigung im oberinstanzlichen Verfahren vollumfänglich rück- und nachzah-
lungspflichtig

23.2.3 Weitere Genugtuungs- und Entschädigungsforderungen

Die Beschuldigte 2 machte weitere Entschädigungsansprüche von gesamthaft 
CHF 1'780.00 sowie eine Genugtuung von CHF 25'200.00 geltend (pag. 1215). Zu-
folge Bestätigung der erstinstanzlichen Schuldsprüche sind keine Entschädigungen 
zu sprechen.  

34

VIII. Verfügungen

24. Beschlagnahmter Geldbetrag zur Kostendeckung

Gegenstände und Vermögenswerte einer beschuldigten Person können beschlag-
nahmt werden, wenn sie voraussichtlich zur Sicherstellung von Verfahrenskosten, 
Geldstrafe, Bussen und Entschädigungen gebraucht werden (Art. 263 Abs. 1 Bst. a 
und Art. 268 Abs. 1 StPO). Über die Verwendung beschlagnahmter Gegenstände 
und Vermögenswerte wird mit dem Endentscheid befunden (Art. 267 Abs. 3 StPO). 
Die Strafbehörden können ihre Forderungen aus Verfahrenskosten mit Entschädi-
gungsansprüchen der zahlungspflichtigen Partei aus dem gleichen Strafverfahren 
sowie mit beschlagnahmten Vermögenswerten verrechnen (Art. 442 Abs. 4 StPO). 

Der Barbetrag von CHF 542.00 wurde anlässlich der Durchsuchung des Mietfahr-
zeugs zur Sicherstellung von Verfahrenskosten beschlagnahmt und gehört der Be-
schuldigten 1 (pag. 699). Sie ist rumänische Staatsbürgerin und wohnt in Deutsch-
land. Sie verfügt über keine Ausbildung, geht gegenwärtig keiner Arbeit nach und 
lebt von der Sozialhilfe. Sie verfügt über keinerlei Beziehungen zur Schweiz und 
wird für die Dauer von 8 Jahren des Landes verwiesen. Die Voraussetzungen zur 
Verwendung des Betrags zur Kostendeckung sind daher erfüllt. Der Barbetrag von 
CHF 542.00 wird an die von der Beschuldigten 1 zu tragenden Verfahrenskosten 
angerechnet. 

25. Weitere Verfügungen

Die weiteren Verfügungen ergeben sich aus dem Dispositiv. 

35

IX. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

A.

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 15. Juni 
2020 gegen A.________ insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als A.________ freige-
sprochen wurde:

von der Anschuldigung des Diebstahls, angeblich banden- und gewerbsmässig begangen 
in der Zeit vom 5. Februar 2020 bis 11. Februar 2020 zum Nachteil der E.________(AG)

- in J.________ (Automat Nr. 369220, DB: Total CHF 65.00),

- in Bern (Automaten Nrn. 352105, 352106, DB: Total 1'644.50),

- in Freiburg (Automat Nr. 365615, DB: Total CHF 165.20),

- in Winterthur (Automaten Nrn. 355328, 372243, DB: CHF 564.60),

- in Solothurn (Automat Nr. 336154, DB: CHF 831.10), 

unter Auferlegung der anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 
CHF 1'878.20 an den Kanton Bern.

II. 

A.________ wird schuldig erklärt: 

des Diebstahls, banden- und gewerbsmässig begangen in der Zeit vom 5. Februar 2020 
bis 11. Februar 2020 zum Nachteil der E.________(AG)

- in J.________ (Automaten Nrn. 358969, 369218, DB: Total CHF 297.00),

- in Zürich (Automaten Nrn. 364889, 366753, 366751, 325442, 327570, 332625, 
340693, DB: Total CHF 2'648.90),

- in Luzern (Automat Nr. 330162, DB: Total CHF 248.00),

- in Freiburg (Automat Nr. 364082, DB: Total CHF 461.20),

- in St. Gallen (Automat Nr. 357834, DB: Total CHF 2'908.10), 

- in Winterthur (Automaten Nrn. 293775, 325555, 369175, DB: CHF 734.10),

- in Lausanne (Automaten Nrn. 352692, 374683, 374684, 358292, 365673, 337082, 
DB: CHF 2'377.40),

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und in Anwendung der Artikel
40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 66a Abs. 1 Bst. c, 139 Ziff. 2 und 3 StGB
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten. 

Die Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 126 Tagen wird an die Freiheits-
strafe angerechnet. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt. 

2. Zu einer Landesverweisung von 8 Jahren. 

3. Zu den anteilsmässige