# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c02b81b0-50e9-5860-bff1-f08cca6b5701
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 15.03.2010 ZK2 2009 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2009-51_2010-03-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 15. März 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 09 51

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 16. März 2011 abgewiesen worden).

Urteil 
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Bochsler und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin Thöny

In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter 
Andri Vital, Chesa Planta, 7524 Zuoz, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 30. Juni 2009, mitgeteilt am 17. August 
2009, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen die Y . , Beklagte und 
Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans-Peter Sorg, 
Promenadenstrasse 17, 8201 Schaffhausen, mit Streitverkündung des Klägers an 
lic. iur. Marcus W i e g a n d , Rechtsanwalt, Stadthausstrasse 125, 8401 
Winterthur, Eingerufener,

betreffend Forderung

hat sich ergeben:

Seite  2 — 16

I. Sachverhalt

A. Am 3. Februar 2002 fand im Rahmen des ersten Rennsonntags des Y. 
2002 auf dem gefrorenen A.-See das Trabrennen GP B. statt. Im Verlauf dieses 
Rennens kam es zu einem Überholmanöver, infolgedessen C. mit seinem Gefährt 
gegen die Innenrails gedrängt wurde, wo der Schlitten mit der linken Kufe an 
einem Pfosten einhängte und gegen einen Pfosten der Abschrankung prallte. 
Dabei wurde nicht nur C. schwer verletzt, auch das Pferd D. von X. erlitt 
Verletzungen. Ausserdem wurden das Geschirr und der Schlitten beschädigt.

B. Mit Verfügung vom 2. Juni 2006 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden 
die in der Folge eingeleitete Strafuntersuchung ein, zumal weder einem anderen 
Teilnehmer noch dem Veranstalter des Rennens ein fahrlässiges und damit 
widerrechtliches Verhalten nachgewiesen werden konnte. Die 
Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden bestätigte die 
Einstellungsverfügung mit Entscheid vom 23. August 2006.

C. Nachdem X. zunächst den Rennverein Y. A. und danach die Y. ohne Erfolg 
betrieben hatte, meldete er die Streitsache am 3. Oktober 2006 beim 
Kreispräsidenten OberR. zur Vermittlung an. Gemäss Leitschein stellten die 
Parteien an der Sühneverhandlung vom 10. November 2006 die folgenden 
Anträge:

„Klägerisches Rechtsbegehren

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger einen Betrag von 
Fr. 150'000.-- nebst Verzugszins zu 5% seit dem 03. Februar 2002 zu 
bezahlen.

2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 2063686 sei zu beseitigen 
und für die dort genannte Forderung nebst Zins Rechtsöffnung zu 
erteilen. 

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten, letztere zuzüglich 7.6% 
MwSt.“

Beklagtisches Rechtsbegehren

1. Die Klage sei abzuweisen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des 
Klägers.“

D. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung unterbreitete X. die 
Streitsache mit Eingabe vom 3. Januar 2007 dem Bezirksgericht Maloja, wobei er 
seine Forderung auf Fr. 100'000.-- reduzierte. Diese setzt sich zusammen aus 

Seite  3 — 16

Behandlungs- und Pflegekosten für das Pferd, einem Minderwert des Pferdes, 
entgangenen Preisgeldern, Materialschäden und vorprozessualen Anwaltskosten. 
Die Y. beantragte in ihrer Prozessantwort vom 26. März 2007 die vollumfängliche 
Abweisung der Klage unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers. Diesen Antrag begründete sie 
insbesondere mit dem Eintreten der Verjährung, welche zum Erlöschen der 
Forderung geführt habe.

E. Nach Erlass einer Beweisverfügung am 11. September 2007 setzte der 
Bezirksgerichtspräsident Maloja eine Verhandlung über die erhobene Einrede der 
Verjährung im Sinne von Art. 93 f. ZPO an. Auf Antrag von X. vom 11. Januar 
2008 wurde seinem vormaligen Rechtsvertreter Rechtsanwalt lic. iur. Marcus 
Wiegand am 14. Januar 2008 der Streit verkündet.

F. Mit Urteil vom 6. Februar 2008, mitgeteilt am 18. Februar 2008, hiess das 
Bezirksgericht Maloja die Verjährungseinrede gut und wies die Klage von X. 
vollumfänglich ab. Gegen dieses Urteil liess X. am 5. März 2008 Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären, worin er beantragte, das angefochtene 
Urteil sei aufzuheben, auf die Verjährungseinrede sei nicht einzutreten eventualiter 
sei sie abzuweisen und die Streitsache sei zur weiteren Behandlung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. Mit Urteil des Kantonsgerichts vom 25. Juni 2008 
wurde das angefochtene Urteil in Gutheissung der Berufung aufgehoben und die 
Sache zur Fortsetzung des Verfahrens und zum Entscheid an die Vorinstanz 
zurückgewiesen. 

G. Nach Abschluss des Beweisverfahrens und Durchführung einer mündlichen 
Hauptverhandlung erkannte das Bezirksgericht Maloja mit Urteil vom 30. Juni 
2009, mitgeteilt am 17. August 2009, wie folgt:

„1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 
12'000.--, einem Streitwertzuschlag von CHF 2'000.-- und 
Schreibgebühren von CHF 1'000.-- sowie die vermittleramtlichen 
Kosten von CHF 220.-- werden dem Kläger auferlegt.

3. Der Kläger wird verpflichtet, den Beklagten mit CHF 25'737.90 
ausseramtlich zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

Seite  4 — 16

H. Gegen dieses Urteil liess X. am 31. August 2009 Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären, wobei er das folgende Rechtsbegehren 
stellte:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 30. Juni 2009, mitgeteilt am 
17. August 2009, sei aufzuheben.

2. Die fristgerecht bei der Vorinstanz angemeldeten Beweismittel seien 
abzunehmen, nämlich

a) Expertise zum Verkehrswert bzw. zum Minderwert des Pferdes,
b) Expertise über die Mangelhaftigkeit der Rennbahn,

und die Klage sei gutzuheissen.

3. Eventuell sei das Urteil aufzuheben und die Streitsache zur 
Vervollständigung der Beweisabnahme und zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge, letztere zuzüglich 7.6% Mwst., zulasten des 
Beklagten.“

I. Am 15. März 2010 fand die Hauptverhandlung statt, an welcher der 
Berufungskläger mit seinem Rechtsvertreter sowie der Rechtsvertreter der 
Berufungsbeklagten teilnahmen. Rechtsanwalt lic. iur. Marcus Wiegand als 
Eingerufener verzichtete auf die Teilnahme. Mit Datum vom 17. März 2010 teilte 
die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien das Urteil 
im Dispositiv mit. Mit Schreiben vom 25. März 2010 liess der Berufungskläger 
fristgerecht eine vollständige, schriftlich begründete Ausfertigung des Entscheids 
beantragen.

Auf die Begründung der Anträge sowie auf die Ausführungen im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitigkeiten 
im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann Berufung an das Kantonsgericht ergriffen 
werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 19 ZPO). Die Berufung ist 
innert 20 Tagen von der schriftlichen Mitteilung des Urteils an zu erklären und hat 
die formulierten Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der 
Beiurteile sowie neue Einreden, soweit diese noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 
219 Abs. 1 ZPO). Der Berufungsstreitwert ist vorliegend erreicht. Die Zuständigkeit 
des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden 

Seite  5 — 16

Streitsache ist damit gegeben. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung vom 31. August 2009 kann demzufolge eingetreten werden. 

2. Der Berufungskläger beantragt in Ziff. 2.a und b seiner Berufungserklärung 
vom 31. August 2009 die Einholung einer Expertise zum Verkehrswert 
beziehungsweise zum Minderwert des verletzten Pferdes sowie einer Expertise 
über die Mangelhaftigkeit der Rennbahn. 

a) Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil vom 30. Juni 2009 die bereits damals vom 
Kläger (Expertise zum Verkehrswert/Minderwert des Pferdes) sowie von der 
Beklagten (Expertise zum Wert des Pferdes sowie zur Gefährlichkeit der 
Rennbahn) vorgebrachten Beweisanträge abgewiesen mit der Begründung, die 
Haftungsvoraussetzungen seien nicht gegeben, weshalb auch auf die Einholung 
der beantragten Expertisen verzichtet werden könne. (S. 12 f. E. 7). Somit liegt ein 
Entscheid über eine prozessuale Vorfrage, mithin ein Beiurteil vor (vgl. Guyan, 
Beweisverfahren im ordentlichen Verfahren vor Bezirksgerichtsausschuss und 
Bezirksgericht, Diss. Zürich 2000, S. 155 ff.). Derartige Beiurteile können 
zusammen mit dem Urteil in der Hauptsache gemäss Art. 218 Abs. 2 ZPO 
angefochten werden. Bildet ein Entscheid über eine Vorfrage, wie im vorliegenden 
Fall, nur Teil der Begründung des vorinstanzlichen Urteils, ohne im Dispositiv zu 
erscheinen und ohne Gegenstand eines eigenständigen Entscheides zu sein, so 
umfasst die Berufung gegen das Urteil auch das formal in dieses integrierte 
Beiurteil, wenn dem Berufungsantrag sinngemäss klar zu entnehmen ist, dass 
inhaltlich auch eine andere Beurteilung der prozessualen Vorfrage angestrebt wird 
(PKG 1991 Nr. 11). Vorliegend hat der Berufungskläger die Aufhebung des 
vorinstanzlichen Urteils verlangt und seine Beweisanträge in der 
Berufungserklärung wiederholt. Somit ist offensichtlich, dass mit der Berufung 
auch das in den vorinstanzlichen Entscheid integrierte Beiurteil angefochten 
wurde.

b) Gemäss Art. 226 Abs. 1 ZPO dürfen von den Parteien vor der 
Berufungsinstanz grundsätzlich keine neuen Beweismittel angerufen werden. 
Nach Satz 2 dieser Bestimmung können die Parteien im Berufungsverfahren 
hingegen verlangen, dass Beweismittel, welche vor erster Instanz fristgemäss 
angemeldet, aber nicht abgenommen worden sind, erhoben werden, sofern sie für 
die Beurteilung der Streitfrage von wesentlicher Bedeutung sein können. Dabei 
kann eine Partei grundsätzlich nur Anträge bezüglich eigener Beweismittel stellen. 
Die Abnahme von nicht selber, aber von der Gegenpartei in ihren Rechtsschriften 
angeführten Beweismitteln kann eine Partei nur dann verlangen, wenn sie in den 

Seite  6 — 16

Rechtsschriften kundtat, dass die von der Gegenpartei angemeldeten 
Beweismittel auch der Unterstützung eigener Tatsachenbehauptungen dienen soll 
(PKG 1979 Nr.10). Den Parteien steht kein voraussetzungsloses Recht auf 
Beweisabnahmen zu. Der Anspruch auf Beweisführung setzt voraus, dass der 
beantragte Beweis für die Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung erheblich 
ist, oder mit anderen Worten, dass ohne seine Abnahme kein vollständiges 
Beweisergebnis vorläge. Der prozessuale Anspruch auf Abnahme form- und 
fristgerecht angemeldeter Beweismittel entfällt, wenn der Richter in freier 
Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, der betreffende Sachverhalt sei 
bereits anderweitig bewiesen oder widerlegt, und er ohne in Willkür zu verfallen in 
antizipierter Beweiswürdigung zum Schluss kommt, dass seine Überzeugung 
durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert werden könne oder das 
angebotene Beweismittel seiner Natur nach gar nicht geeignet ist, den 
erforderlichen Beweis zu erbringen (vgl. Vogel/Spühler, Grundriss des 
Zivilprozessrechts, 7. A. Bern 2001, Kapitel 6 N 83, Kapitel 10 N 79a f.; Frank/ 
Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, 
Zürich 1997, N 4 zu § 140).

c) Anträge auf Abnahme von im vorinstanzlichen Verfahren angemeldeten, 
dort aber nicht abgenommenen Beweisen sind nach ständiger Praxis des 
Kantonsgerichts mit der Berufungserklärung zu begründen (PKG 1987 Nr. 6; ZF 
08 52; ZF 07 39). Der Grund liegt darin, dass Beweise nur abzunehmen sind, 
wenn sie für die Beurteilung der Streitfrage - wie bereits ausgeführt wurde - von 
wesentlicher Bedeutung sind. Damit eine entsprechende Prüfung erfolgen und im 
Hinblick auf eine mündliche Berufungsverhandlung über die Abnahme von 
zusätzlichen Beweisen entschieden werden kann, hat die Partei bereits in der 
Berufungserklärung darzulegen, inwiefern die nachträgliche Abnahme für den 
Prozessausgang wichtig ist. Dies umso mehr, als die Vorinstanz ein Urteil in der 
Sache erlassen hat, in welchem den nicht abgenommenen Beweisen eben gerade 
keine Bedeutung beigemessen wurde. Dieser Grundsatz gilt unabhängig davon, 
ob ein Antrag im Rahmen der Anfechtung eines Beiurteils wiederholt wird, oder ob 
ein solcher mangels Vorliegens eines Beiurteils in Anwendung von Art. 226 ZPO 
vor zweiter Instanz wiederholt wird. Es gibt keinen sachlichen Grund, die beiden 
Fälle unterschiedlich zu behandeln (vgl. PKG 1991 Nr. 12). Vorliegend hat der 
Berufungskläger seine Beweisanträge in der Berufungserklärung nicht begründet. 
Insbesondere hat er nicht dargelegt, inwieweit die Einholung der beantragten 
Expertisen für die Beurteilung des Falles von wesentlicher Bedeutung sein soll. 
Auf die Beweisanträge ist daher nicht einzutreten. Weil es jedoch - wie die 

Seite  7 — 16

nachfolgenden Erwägungen zeigen werden - letztlich auf diese Beweismittel im 
Ergebnis nicht ankommt, würde sich eine Abnahme ohnehin erübrigen. Es ist 
daher auch nicht entscheidend und lediglich der Vollständigkeit halber zu 
erwähnen, dass der Berufungskläger im Verfahren vor Bezirksgericht noch keinen 
Antrag auf Einholung einer Expertise über die Mangelhaftigkeit der Rennbahn 
stellte und gar die Abweisung eines entsprechenden Begehrens der Gegenpartei 
verlangte (Replik S. 9). Er wäre daher ohnehin nicht berechtigt, im 
Berufungsverfahren einen entsprechenden Antrag zu stellen (PKG 1979 Nr. 10). 

3. Gemäss Feststellung der Vorinstanz in Erwägung 3 des angefochtenen 
Urteils wurde zwischen der Veranstalterin des fraglichen Rennens und den 
Teilnehmern keine Vereinbarung betreffend Haftungsausschluss getroffen. 
Demzufolge könne die Y. grundsätzlich zur Bezahlung von Schadenersatz 
verpflichtet werden, wenn ihr ein Fehlverhalten vorgeworfen werden könne. 
Demgegenüber wendet die Beklagte ein, es sei aktenkundig, dass am fraglichen 
Renntag, wie an allen anderen Pferderenntagen in der Schweiz, sowohl 
Trabrennen wie auch Galopprennen ausgetragen worden seien und somit die 
gleichen Bestimmungen Anwendung finden würden. In Ziffer 4 der allgemeinen 
Bestimmungen für die Galopprennen in der Schweiz 2007 werde ein 
Haftungsausschluss statuiert. Von Seiten der Gegenpartei sei denn auch nie 
bestritten worden, dass für die Teilnahme an Pferderennen in der Schweiz ein, 
selbstverständlich durch die Bestimmungen des OR eingeschränkter, 
Haftungsausschluss gelte. Gemäss Wortlaut sei daher entgegen der Begründung 
im angefochtenen Entscheid eine Vereinbarung zwischen dem Veranstalter und 
dem Teilnehmer getroffen worden. Auch wenn die Formulierung vom 
Sportverband stamme, habe sich der Teilnehmer mit der Abgabe seiner 
Anmeldung dieser Regelung unterzogen. 

a) Gemäss der in Art. 118 ZPO statuierten Verhandlungsmaxime ist es Sache 
der Parteien, dem Gericht das Tatsächliche des Rechtsstreites darzulegen. Nach 
Art. 8 ZGB hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu 
beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Damit wird gleichzeitig die Frage der 
Beweislastverteilung geregelt (BGE 105 II 144). Rechtserzeugende, 
rechtsbegründende Tatsachen hat zu beweisen, wer im Prozess ein Recht oder 
ein Rechtsverhältnis geltend macht, während der Beweis rechtshindernder und 
rechtsaufhebender Tatsachen demjenigen obliegt, der sie behauptet (Vogel, 
Grundriss des Zivilprozessrechts, 6. Aufl., Bern 1999, N 34 ff. zu § 45). Art. 156 
Abs. 1 ZPO führt aus, dass nur über erhebliche und, soweit der Sachverhalt nicht 
von Amtes wegen zu erforschen ist, nur über bestrittene Tatsachen Beweis 

Seite  8 — 16

erhoben wird. Was nicht zugestanden wird, gilt als bestritten. Die von einer Partei 
vor Gericht zugestandenen Tatsachen müssen demgegenüber nicht bewiesen 
werden (Art. 156 Abs. 2 ZPO). Im vorliegenden Fall hat der Kläger das Vorliegen 
einer gültigen Haftungsausschlussklausel zwar nicht ausdrücklich bestritten, 
jedoch auch zu keinem Zeitpunkt zugestanden. Nach der vorstehend 
beschriebenen Praxis gilt der von der Berufungsbeklagten behauptete 
Haftungsausschluss damit als bestritten. 

b) Die von der Berufungsbeklagten geltend gemachte 
Haftungsausschlussklausel findet sich in den Allgemeinen Bestimmungen für 
Galopprennen in der Schweiz 2007 (vgl. BB act. 11). Der vorliegend zu 
beurteilende Unfall ereignete sich jedoch bereits im Februar 2002. Dass bereits zu 
jenem Zeitpunkt eine gleichlautende Bestimmung in Kraft war, wird seitens der 
Berufungsbeklagten nicht nachgewiesen. Somit kann sie sich bereits aus diesem 
Grund nicht auf die genannte Haftungsausschlussklausel berufen. Unter diesen 
Umständen erübrigt es sich, auf die in diesem Zusammenhang aufgeworfenen 
Fragen nach der grundsätzlichen Zulässigkeit der Wegbedingung der Haftung 
sowie der Anwendbarkeit der genannten Bestimmungen auf Trabrennen näher 
einzugehen.

4. Vorliegend ist umstritten, ob der Berufungskläger die Berufungsbeklagte 
aus der Werkeigentümerhaftpflicht (Art. 58 OR) in Anspruch nehmen kann. Unter 
Werken im Sinne der Werkeigentümerhaftung gemäss Art. 58 Abs. 1 OR sind 
Gebäude oder andere stabile, künstlich hergestellte, bauliche oder technische 
Anlagen zu verstehen, die mit dem Erdboden, sei des direkt oder indirekt, 
dauerhaft verbunden sind (BGE 130 III 736 E. 1.1 S. 740). Die Vorinstanz bejahte 
den Werkcharakter der Rennbahn mit der Begründung, dass deren 
Innenabschrankung aus Holzpfosten bestehe, welche senkrecht ins Eis gebohrt 
und festgefroren seien, wodurch eine feste Verbindung mit der Eisschicht des A.er 
Sees bestehe. Diese Auffassung ist nicht zu beanstanden und wurde auch von 
den Parteien nicht bestritten. Es gilt daher im Folgenden lediglich zu prüfen, ob die 
Vorinstanz, wie der Berufungskläger geltend macht, zu Unrecht das Vorliegen 
eines Werkmangels verneint hat. 

5. Nach Art. 58 Abs. 1 OR haftet der Werkeigentümer für den Schaden, der 
durch fehlerhafte Anlage oder Herstellung oder durch mangelhaften Unterhalt des 
Werks verursacht wird. Ob ein Werk fehlerhaft angelegt oder mangelhaft 
unterhalten ist, hängt vom Zweck ab, den es zu erfüllen hat. Ein Werkmangel liegt 
vor, wenn das Werk beim bestimmungsgemässen Gebrauch keine genügende 

Seite  9 — 16

Sicherheit bietet. Dabei beurteilt sich die Frage, ob ein Werk mängelfrei oder 
mangelhaft ist, nach objektiven Gesichtspunkten, unter Berücksichtigung dessen, 
was sich nach der Lebenserfahrung am fraglichen Ort zutragen kann. Eine 
Schranke der Sicherungspflicht bildet die Selbstverantwortung. Vorzubeugen hat 
der Werkeigentümer nicht jeder erdenklichen Gefahr, sondern nur jener, die sich 
aus der Natur des Werkes und seiner normalen Benützung ergibt. Er darf Risiken 
ausser Acht lassen, welche von den Benützern des Werks oder von Personen, die 
mit dem Werk in Berührung kommen, mit einem Mindestmass an Vorsicht 
vermieden werden können. Eine weitere Schranke der Sicherungspflicht bildet 
sodann die Zumutbarkeit. Zu berücksichtigen ist, ob die Beseitigung allfälliger 
Mängel oder das Anbringen von Sicherheitsvorrichtungen technisch möglich ist 
und die entsprechenden Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum 
Schutzinteresse der Benützer und dem Zweck des Werks stehen. Dem 
Werkeigentümer sind Aufwendungen nicht zuzumuten, die in keinem Verhältnis 
zur Zweckbestimmung des Werks stehen. Massgebend für die Beurteilung des 
Vorliegens eines Mangels ist somit die Zweckbestimmung des Werkes, für welche 
Prüfung ein objektiver Massstab zur Anwendung gelangt, und die Zumutbarkeit 
der Beseitigung allfälliger Mängel unter dem Gesichtspunkt der technischen 
Möglichkeiten und der wirtschaftlichen Verhältnismässigkeit. Die Verpflichtung des 
Eigentümers, ein mängelfreies Werk zu errichten und zu unterhalten, ist umso 
strenger zu beurteilen, je grössere Risiken das Werk mit sich bringt und je 
kostengünstiger Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden können (vgl. zum 
Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4C.386/2004 vom 2. März 2005, E. 2.1; BGE 
130 III 736 E. 1.3 S. 741 f. mit zahlreichen Hinweisen; BGE 122 III 229, S. 235 E. 
5a/bb; BGE 117 II 401). 

a) Der Kläger macht zunächst geltend, die Bauart der Innenrails sei 
mangelhaft. Die Anlage sie gefährlich, weil es möglich sei, mit den Pfosten zu 
kollidieren oder mit den Kufen eines Sulkys einzuhängen. Der Präsident von Y., 
G., habe beim Untersuchungsrichter ausgesagt, man würde in A. die Rails schon 
seit 95 Jahren auf diese Art bauen. Diese Aussage zeige, dass in A. nie jemand 
daran gedacht habe, die Rails an neuere sicherheitstechnische Möglichkeiten 
anzupassen. Die Rails mit Schwanenhälsen, welche das Einhängen der Kufen an 
den Pfosten verhindern würden, gebe es schon lange. Während den mindestens 
20 bis 30 Jahren, in denen es diese Rails schon gebe, wäre es dem Rennverein 
beziehungsweise dem Y. sicher zumutbar und möglich gewesen, diese 
Investitionen zu tätigen. Schon weil die Rails nie den besseren technischen 

Seite  10 — 16

Möglichkeiten angepasst worden seien, müssten diejenigen von A. als mangelhaft 
angesehen werden.

aa) Beim fraglichen Pferdeanlass handelt es sich um ein von F. genehmigtes 
Rennen. Ein Verein, der von F. genehmigte Trabrennen durchführt, untersteht 
dem Trabrennreglement F. vom 7. Mai 1990 mit nachfolgenden Revisionen. 
Gemäss § 58 Ziff. 3 dieses Reglements ist Bau, Unterhalt und Pflege der 
Rennbahn wie auch Organisation und Durchführung der Pferderennen Sache des 
veranstaltenden Vereins. Jede Rennbahn muss vor jedem Renntag bis spätestens 
zwei Stunden vor dem ersten Rennen durch einen Delegierten des Vorstandes 
von F. kontrolliert werden. Der Delegierte von F. kann Änderungen an der Bahn 
und den technischen Anlagen verlangen. Die Verantwortung bleibt allerdings in 
jedem Fall beim Rennverein (§ 59 Ziff. 1 Reglement). Gemäss § 61 muss jede 
Rennbahn durch ausreichende Markierungszeichen unmissverständlich 
abgegrenzt werden. Für alle Abgrenzungen ist die Verwendung von Metallstäben 
oder Metallstangen verboten. Weitere Vorschriften sind im Reglement nicht 
enthalten. Damit steht fest, dass mit der Verwendung der Holzrails sämtliche 
Anforderungen, die gemäss Schweizerischem Trabrenn-Reglement an eine 
Trabrennbahn gestellt werden, erfüllt waren. Die Bahn wurde vor dem Rennen von 
H., Delegierter für die Traber gemeinsam mit einem Delegierten von Galopp 
Schweiz und I., Trabrennleitung, geprüft. Dabei wurden die Rails und die 
Bahnunterlage kontrolliert und - nach dem Aufstellen von Pylonen im Bereich des 
Eingangs zum P. - für regelkonform befunden (act. IV/2; act. IV/12; act. 3.5; act. 
IV/13, act. III/54). Das Reglement und die Kontrollen dienen unter anderem der 
Gewährung der Sicherheit. Es ist davon auszugehen, dass 
Reglementsbestimmungen die besonderen Gefahren des Pferderennsports 
berücksichtigen und die Delegierten bei der Kontrolle dem besonderen Zweck 
einer Rennbahn Beachtung schenken. Bereits dies indiziert, dass ein 
abgenommenes und für gut befundenes Werk bei bestimmungsgemässem 
Gebrauch genügend Sicherheit bietet. Eine Verletzung des Trabrennreglements 
wurde denn auch nicht geltend gemacht.

ab) Für die Sicherheit der Rennbahn spricht im vorliegenden Fall sodann der 
Umstand, dass die fraglichen Rails in A. wie auch in J. schon seit Jahren unfallfrei 
verwendet wurden. Sie gelangten selbst nach dem Unfall weiterhin zum Einsatz, in 
J. bis heute. Somit handelt es sich um eine durchaus gebräuchliche und bekannte 
Art von Innenrails. Weder seitens der Reiter noch seitens von F. gab es offenbar 
je Einwände gegen diese Art von Rails. Lediglich der Zeuge Q. sagte aus, dass 
die Frage der Sicherheit der Rails schon früher ein Thema war, allerdings nicht nur 

Seite  11 — 16

in A., sondern auch an anderen Orten. Die Aussage bezog sich somit aber nicht 
konkret auf die Rennbahn A., sondern allgemein auf den Trabrennsport. Alle 
anderen fachkundigen Zeugen (I., K., L., M.), erachteten die Rails ausdrücklich als 
sicher. Einzig der im Strafverfahren beigezogene Gutachter führte aus, er halte die 
verwendeten Rails aufgrund der erkennbaren Gefahr des Einhängens der 
Schlittenkufen an den senkrechten Holzpfosten für besonders gefährlich. Diese 
Meinungsäusserung widerspricht einerseits der Ansicht der vorerwähnten 
fachkundigen Zeugen. Der Gutachter verfügte offenbar über keine konkreten 
Erfahrungen mit derartigen Rails. Er führte nämlich weiter aus, ihm sei keine 
Rennbahn bekannt, auf der eine ähnliche Abgrenzung vorhanden sei. Dies obwohl 
derartige Rails nachgewiesenermassen durchaus gebräuchlich sind. Die Tatsache 
allein, dass eine Gefahr des Einhängens besteht, lässt sodann noch keinen 
Schluss auf einen Werkmangel im Sinne von Art. 58 OR zu. Auch die Tatsache, 
dass bereits vor dem vorliegend zu beurteilenden Unfall bauliche Veränderungen 
der Rails geprüft wurden, bildet keinen Anhaltspunkt für das Vorliegen eines 
Werkmangels. Anlässlich seiner Befragung verneinte der Zeuge M., dass diese 
Tests durchgeführt worden seien, weil die Verantwortlichen des Rennvereins die 
alten Holzrails als zu gefährlich erachtet hätten. Vielmehr hätten die Mitglieder des 
Vorstands auf anderen Rennbahnen Rails mit Schwanenhälsen gesehen und 
daher den Auftrag gegeben zu prüfen, ob diese Rails auch für A. geeignet seien. 
Die Sicherheitsrails in Form von Schwanenhälsen, welche zum damaligen 
Zeitpunkt zur Verfügung standen, erwiesen sich jedoch für die konkreten 
Verhältnisse als ungeeignet und sogar gefährlich. Sie wurden im Jahr 2002 in A. 
getestet. Bei entsprechenden Tests im Jahr 2002 zeigte sich, dass die damals 
verwendete Kunststofflegierung bei den im R. herrschenden Temperaturen spröde 
wurde und beim Zusammenstoss mit Pferden beziehungsweise mit Schlitten 
splitterte (Editionen I, act. 3.33, S. 2). Die Verwendung der Rails mit 
Schwanenhälsen fiel somit bereits aus diesem Grund ausser Betracht. Kommt 
hinzu, dass auch diese neuartigen Rails die Gefahr des Einhängens nicht gänzlich 
zu beseitigen vermögen. So berichtete der Zeuge K. von einem entsprechenden 
Unfallereignis in S. im Herbst 2002, (act. VI/4 S. 2), bei welchem ein Wagen 
einhängte obwohl neue Rails verwendet wurden. K. führte weiter aus, dass ein 
Einhängen am Pfosten im Grunde immer - auch bei den neuen Rails - passieren 
könne, wenn jemand zu nahe an der Rennbahnabgrenzung fahre. Im 
Zusammenhang mit den vom Berufungskläger angesprochenen Kippstangen 
führte er zudem aus, dass diese auf Sandbahnen üblich seien. Entsprechende 
konkrete Erfahrungen bei Schneebahnen liegen offenbar keine vor. 
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass zum Zeitpunkt des Unfalls - 

Seite  12 — 16

entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers - keine tauglichen Alternativen 
zu den verwendeten Holzpfosten zur Verfügung standen, die mehr Sicherheit 
gewährleistet hätten. 

b) Der Kläger führt des Weiteren aus, C. könne kein Selbstverschulden 
vorgeworfen werden. Ihm sei von niemandem ein Verschulden am Unfall zur Last 
gelegt worden. Wenn das Verhalten der Beteiligten damit im Rahmen des 
Reglements gewesen sei und solche Drängeleien an der Tagesordnung seien, so 
treffe den Werkeigentümer eben die Verkehrssicherungspflicht und er habe mit 
baulichen Massnahmen dafür zu sorgen, dass jegliche Gefährdung der 
Rennteilnehmer durch sein Werk ausgeschlossen sei. Aufgrund von 
Zeugenaussagen stehe fest, dass in Jahren mit viel Schnee jeweils eine Made vor 
die Rails gemacht worden sei, um das Einhängen der Kufe zu verhindern. Im Jahr 
des Unfalls habe es aber praktisch keinen Schnee gehabt. Dadurch habe sich die 
Gefährlichkeit der verwendeten Rails erhöht. Dem hätte aber leicht und mit 
zumutbaren Mitteln zumindest teilweise auch beigekommen werden können, wenn 
wenigstens in den Kurven die Pfosten auch am Boden mit einem Brett verbunden 
gewesen wären. 

ba) Die gänzliche Verhütung von Unfällen ist unerreichbar. Deshalb ist es auch 
nicht Zweck von Art. 58 OR, für jeden Unfall einen Haftpflichtigen zu bezeichnen. 
Denn die Tatsache allein, dass ein Werk in dem zu beurteilenden Fall zu einem 
Schaden geführt hat, ist - entgegen der Auffassung des Klägers - noch kein 
Beweis seiner Mangelhaftigkeit. Insbesondere ist ein Werk nicht automatisch 
mangelhaft, wenn es nicht technische Vollkommenheit erreicht. Massgebend ist 
nicht die Perfektion, sondern die Zweckbestimmung (vgl. Brehm, Berner 
Kommentar, Band IV/1/3/1, Bern 2006, N. 84 zu Art. 58). Im vorliegenden Fall 
werden gewisse Gefahren erst durch die Ausübung des Sports mit den jeweiligen 
sportartspezifischen Risiken begründet. Dass insbesondere der Pferderennsport 
per se erhebliche Risiken mit sich bringt, ist offenkundig. Bei Trabrennen, wo 
keine abgetrennten Bahnen existieren, kann es immer wieder zu 
Gefahrensituationen kommen. Ein Abdrängen eines Gefährts gegen eine 
Abschrankung ist dabei ebenso denkbar wie auch die Gefahr, dass es zu 
Berührungen der Teilnehmer untereinander kommt. Dass solche Risiken 
bestehen, war den Fahrern zweifellos bewusst. Auch der Kläger selbst stellt dies 
nicht in Abrede, indem er ausführt, dass „solche Drängeleien an der 
Tagesordnung sind“. Nun kann es aber gerade nicht in der Verantwortung des 
Werkeigentümers liegen, sämtliche mögliche Gefahrenquellen zu beseitigen. 
Vielmehr darf er von den Benützern nicht nur ein normales, sondern sogar ein 

Seite  13 — 16

insofern vorsichtiges Verhalten erwarten, als diese sich selbst auf offenbare und 
für ihn leicht vermeidbare Risiken achtet (vgl. Brehm, a.a.O., N. 88 zu Art. 58). 
Das Bundesgericht hat in mehreren Entscheiden im Zusammenhang der 
Haftbarkeit bei Sportunfällen zum Ausdruck gebracht, dass dem Gedanken der 
Selbstverantwortung als Schranke der Verkehrssicherungspflicht eine grosse 
Bedeutung zukommt. Risiken, die der jeweiligen Sportart inhärent sind, soll 
derjenige, der sich zur Ausübung dieses Sportes entschliesst, selber tragen (vgl. 
beispielsweise BGE 130 III 193). 

bb) Im vorliegenden Fall hat sich gerade eine dem Trabrennsport inhärente 
Gefahr verwirklicht, nämlich dass die Gespanne sich gegenseitig abgedrängt 
haben. Diese Auffassung wird auch von dem vom Untersuchungsrichter 
beigezogenen Experten bestätigt. Dieser antwortete auf eine entsprechende 
Frage hin, dass der Unfall hätte verhindert werden können, wenn alle drei 
Gespanne (C., N., O.) ausreichend Abstand zu den Rails beziehungsweise zum 
rechts daneben fahrenden Gespann gehalten hätten (Editionen I, act. 3.32, S. 12). 
Weiter führt er in demselben Zusammenhang zwar aus, weitere Massnahmen 
sehe er in der Positionierung von Pylonen, oder in baulichen Veränderungen der 
Rails mit dem Ziel, das Einhängen der Kufen zu verhindern, beispielsweise durch 
Holzbohlen, angebracht an den senkrechten Pfosten und unten grenzend auf dem 
Geläuf. Entgegen seiner Ansicht bieten jedoch Pylonen - wie dem sich bei den 
Akten befindlichen Rennfilm entnommen werden kann - offensichtlich keinen 
Schutz. Die am Renntag zu Sicherheitszwecken eingangs des P.s aufgestellten 
Pylonen blieben von den Teilnehmern unbeachtet und wurden überfahren. Dabei 
gerieten sie sogar zwischen die Pferdegespanne, so dass ein von solchen 
Pylonen ausgehendes Gefahrenpotential nicht ausgeschlossen werden kann. 
Jedenfalls vermögen diese keinen tauglichen Schutz zu bieten, wenn ein Fahrer in 
die Innenrails abgedrängt wird. Pylonen werden denn auch vorwiegend bei 
Wasser oder Löchern auf der Rennbahn und nicht als Abschrankungen verwendet 
(vgl. Zeugenaussagen I., L., M.). Schliesslich wäre auch das Anbringen von 
Brettern oder Holzbohlen nicht zweckmässig. Auch diese vermögen letztlich eine 
Kollision mit den Innenrails nicht zu vermeiden und schaffen möglicherweise gar 
eine Zusatzgefahr, weil dadurch keine Ausweichmöglichkeiten mehr bestünden. 

cb) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich im vorliegenden 
Fall ein für den Trabrennsport typisches Grundrisiko verwirklicht hat, das jeder 
Teilnehmer in eigener Selbstverantwortung in Kauf nimmt. Von der Rennbahn 
selbst ging keine, die Grundrisiken der Sportart übersteigende Gefahr aus. Es 
hatte genügend Platz, um den erforderlichen Abstand zu den Rails einzuhalten. 

Seite  14 — 16

Die Anlage entsprach dem damaligen Stand der Technik. Massnahmen, welche 
die Innenrails sicherer gemacht hätten, konnten keine nachgewiesen werden. Die 
damit verbundenen Gefahren gingen nicht über das mit dem Trabrennsport 
immanente Grundrisiko hinaus, dem sich jeder Teilnehmer bewusst und in eigener 
Selbstverantwortung aussetzt. Ein Werkmangel im Sinne von Art. 58 OR ist daher 
zu verneinen. 

6. Im vorliegenden Fall fällt auch eine Haftung aus unerlaubter Handlung 
gemäss Art. 41 OR ausser Betracht. Wie bereits aus den vorstehenden 
Erwägungen hervorgegangen ist, bestand zum Zeitpunkt des Unfalls keine 
Alternative zu den verwendeten Holzpfosten. Den Teilnehmern war bewusst, dass 
bei zu geringem seitlichem Abstand zur Abschrankung die Gefahr des Einhängens 
bestand. Im Übrigen ist diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen im 
vorinstanzlichen Urteil zu verweisen. Ist nach dem Gesagten das Vorliegen eines 
Werkmangels wie auch einer widerrechtlichen Handlung bereits aufgrund der 
vorhandenen Akten zu verneinen, erübrigt sich damit auch die Einholung einer 
Expertise zum Verkehrswert respektive zum Minderwert des Pferdes sowie über 
die Mangelhaftigkeit der Rennbahn. Der entsprechende Antrag ist daher auch aus 
diesem Grund abzuweisen. 

7. Im Ergebnis ist die Berufung von X. vollumfänglich abzuweisen und das 
angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Maloja zu schützen.

a) Nach Art. 122 Abs. 1 ZPO sind die Kosten eines Zivilverfahrens in der 
Regel von der unterliegenden Partei zu tragen. Zudem ist die unterliegende Partei 
in der Regel verpflichtet, der obsiegenden alle ihr durch den Rechtsstreit 
verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Diese 
Grundsätze gelten nicht nur für das erstinstanzliche Verfahren, sondern gestützt 
auf Art. 223 ZPO auch für das Berufungsverfahren. Vorliegend wird die Berufung 
von X. gegen die Y. abgewiesen, so dass der Berufungskläger unterliegt und 
dementsprechend die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 8'000.-- zuzüglich 
Schreibgebühren zu tragen hat. 

b) Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten macht für das 
Berufungsverfahren ein Honorar von Fr. 5'440.80 zuzüglich Barauslagen von Fr. 
535.-- und einem Interessenwertzuschlag von Fr. 4'500.--, total einschliesslich 
Mehrwertsteuer von Fr. 11'271.95, geltend. Bezüglich des 
Interessenwertzuschlags gilt es jedoch zu beachten, dass dieser gemäss Art. 3 
Abs. 2 der Honorarverordnung (HV) üblicherweise nur einmalig erhoben werden 

Seite  15 — 16

kann. Zudem darf dieser bei einem Interessenwert von Fr. 100'000.-- wie im 
vorliegenden Verfahren den Betrag von Fr. 4'000.-- nicht überschreiten. Damit ist 
der vom Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten geltend gemachte Zuschlag von 
Fr. 4'500.--, nachdem er bereits von der Vorinstanz einen Zuschlag von Fr. 8'000.-
- zugesprochen bekam, vollumfänglich zu streichen. Es ist daher lediglich eine 
ausseramtliche Entschädigung von Fr. 6'429.95 (Honorar Fr. 5'440.80, 
Barauslagen Fr. 535.--, Mehrwertsteuer Fr. 454.15) zuzusprechen. 

Seite  16 — 16

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 8'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 256.--, total somit 
Fr. 8'256.--, gehen zu Lasten des Berufungsklägers. 

3. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten für das Verfahren vor 
Kantonsgericht eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 6'429.95 
einschliesslich Mehrwertsteuer zu bezahlen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: