# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c536b09-e76e-57fb-8dda-16cd0feb14e7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2021 100 2019 419
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-419_2021-12-20.pdf

## Full Text

100.2019.419U
DAM/BTA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Dezember 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Bader-Gnägi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Nichteinhaltung von Bedingungen (Entscheid der Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern vom 15. November 2019; 2018.POM.750)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
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Sachverhalt:

A.

Der nigerianische Staatsbürger A.________ (Jg. 1984) reiste am 27. April 
2003 in die Schweiz ein und ersuchte hier unter falschem Namen und 
falscher Staatsangehörigkeit um Asyl. Nach rechtskräftiger Ablehnung 
seines Asylgesuchs und Anordnung der Wegweisung verblieb er rechts-
widrig in der Schweiz und wurde per 20. Dezember 2005 als verschwunden 
gemeldet. Am 4. Januar 2007 heiratete er in Nigeria die Schweizer Bürgerin 
B.________. Am 18. Januar 2007 ersuchte er um Erteilung eines Visums für 
die Einreise zum langfristigen Aufenthalt in der Schweiz (Familiennachzug). 
Die Einwohnergemeinde (EG) Bern, Einwohnerdienste, Migration und 
Fremdenpolizei (EMF), erteilte ihm am 18. Juli 2007 eine Aufent-
haltsbewilligung, welche mehrmals verlängert wurde. Die EMF sprachen 
dreimal eine fremdenpolizeiliche Verwarnung gegen A.________ aus, 
insbesondere wegen seiner problematischen wirtschaftlichen Verhältnisse 
(4.9.2009, 5.3.2010 und 6.8.2014). Am … 2012 wurde der gemeinsame 
Sohn C.________ geboren. Am 25. September 2014 trennte sich das 
Ehepaar. A.________ verliess Mitte Januar 2015 die eheliche Wohnung und 
verlegte seinen Wohnsitz in die EG …, wodurch die ausländerrechtliche 
Zuständigkeit auf das Amt für Migration und Personenstand des Kantons 
Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), Migrationsdienst 
(MIDI), überging. Dieses verlängerte die Aufenthaltsbewilligung mit 
Zustimmung des Staatssekretariats für Migration (SEM) bis zum 26. Februar 
2017 (nachehelicher Härtefall) und knüpfte eine weitere 
Bewilligungsverlängerung an verschiedene Bedingungen betreffend die 
finanzielle Situation und die familienrechtlichen Verpflichtungen gegenüber 
seinem Sohn (Schreiben vom 1.3.2016). Am 13. Juli 2018 wurde sein zweiter 
Sohn D.________ mit Schweizer Bürgerrecht geboren. Die Ehe zwischen 
A.________ und B.________ wurde am 11. Juni 2019 rechtskräftig 
geschieden. 

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B.

A.________ reichte kein Gesuch um Verlängerung seiner zuletzt bis zum 
26. Februar 2017 befristeten Aufenthaltsbewilligung ein. Der MIDI führte 
daraufhin das Verlängerungsverfahren von Amtes wegen durch. Mit Verfü-
gung vom 28. September 2018 entschied das MIP, die Aufenthaltsbewilli-
gung werde widerrufen bzw. nicht verlängert bzw. sei erloschen. Ausserdem 
wies es A.________ aus der Schweiz weg und setzte ihm eine Ausreisefrist.

C.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 7. November 2018 
Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM, 
heute: Sicherheitsdirektion [SID]). Mit Entscheid vom 15. November 2019 
wies die POM die Beschwerde ab. Sie setzte eine neue Ausreisefrist auf den 
10. Januar 2020. Zudem gewährte sie A.________ die unentgeltliche 
Rechtspflege unter amtlicher Beiordnung seines Rechtsvertreters.

D.

Dagegen hat A.________ am 19. Dezember 2019 Verwaltungsge-
richtsbeschwerde erhoben mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid der 
POM vom 15. November 2019 sei aufzuheben und ihm sei die «Aufenthalts-
bewilligung zu erteilen». Gleichzeitig hat er beantragt, ihm sei für das ver-
waltungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 
unter amtlicher Beiordnung seines Rechtsvertreters. Die SID beantragt mit 
Vernehmlassung vom 22. Januar 2020 die Abweisung der Beschwerde. Zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten.

Im Verlauf des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens hat A.________ von 
sich aus und auf Ersuchen des Instruktionsrichters zahlreiche Unterlagen 
eingereicht. Die SID hat sich in mehreren Eingaben dazu geäussert, zuletzt 
am 20. Mai 2021. Sie hält an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde 
fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländerge-
setz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und die 
offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und In-
tegrationsgesetz, AIG). Das vorliegende Verfahren wurde vor Inkrafttreten 
dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen das alte Recht anwendbar 
bleibt (AuG und Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufent-
halt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201], je in der bis zum 31.12.2018 
gültigen Fassung [AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 S. 5497]; Art. 126 Abs. 1 
AIG analog; vgl. BVR 2020 S. 443 E. 2; VGE 2019/162 vom 23.6.2021 
E. 3.3). Soweit die anwendbaren Bestimmungen inhaltlich unverändert ge-
blieben sind, wird ausschliesslich auf das AIG verwiesen.

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3.

3.1 Wird in der Schweiz ein Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit oder ein mehr 
als dreimonatiger Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist dafür 
eine Bewilligung erforderlich (Art. 10 und 11 AIG). Die Aufenthaltsbewilligung 
wird für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt (Art. 33 
Abs. 1 AIG). Sie ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Wider-
rufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AuG vorliegen (Art. 33 Abs. 3 AIG). Die Be-
willigung erlischt grundsätzlich mit Ablauf ihrer Gültigkeitsdauer (Art. 61 
Abs. 1 Bst. c AIG). Das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
muss spätestens 14 Tage vor Ablauf der Gültigkeitsdauer eingereicht wer-
den (Art. 59 Abs. 1 VZAE). Aus Gründen der Verhältnismässigkeit und zur 
Vermeidung von überspitztem Formalismus ist bei fahrlässig verspäteter Ge-
suchseinreichung die Wiedererteilung der Bewilligung im Regelfall geboten. 
Das bedeutet aber nicht, dass ein Verlängerungsgesuch unbeschränkte Zeit 
nach Ablauf der Bewilligung gestellt werden kann (vgl. BGer 2C_906/2015 
vom 22.1.2016 E. 3.1, 2C_1050/2012 vom 6.12.2013 E. 2.3; Jeannerat/
Mahon, in Nguyen/Amarelle [éd.], Code annoté de droit des migrations, Vo-
lume II: Loi sur les étrangers, 2017, Art. 61 N. 12; als Beispiel für ein verspä-
tetes Gesuch ohne zureichende Gründe BGer 2C_123/2017 vom 29.5.2017 
E. 2).

3.2 Der Beschwerdeführer hat kein Gesuch um Verlängerung seiner zu-
letzt bis zum 26. Februar 2017 befristeten Aufenthaltsbewilligung eingereicht 
(vorne Bst. A). Deswegen wurde er am 31. Mai, 21. Juli und 1. September 
2017 von seiner Wohngemeinde und am 12. Januar 2018 vom MIDI aufge-
fordert, ein entsprechendes Gesuch einzureichen (Akten MIDI pag. 400 ff.). 
Obwohl der Beschwerdeführer auch in der Folge kein Verlängerungsgesuch 
stellte, holte der MIDI von Amtes wegen Unterlagen ein, um die (weitere) 
Bewilligung des Aufenthalts zu prüfen (vgl. Akten MIDI pag. 409 ff.). Die Aus-
länderbehörde war sich der Problematik des fehlenden Gesuchs bewusst, 
wie namentlich auch ihre Verfügung vom 28. September 2018 zeigt, mit der 
sie das Verwaltungsverfahren abgeschlossen hat (vorne Bst. B; vgl. Akten 
MIDI pag. 474: «bis heute kein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbe-
willigung eingereicht»). Trotzdem hat sie nicht nur das Erlöschen des Auf-
enthaltstitels festgestellt, sondern auch die (weitere) Verlängerung der 

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Bewilligung materiell beurteilt. Insbesondere hat sie geprüft, ob der Be-
schwerdeführer die im März 2016 formulierten Bedingungen (vorne Bst. A) 
eingehalten hat (Akten MIDI pag. 470 ff.). Eine Verlängerung der Aufent-
haltsbewilligung von Amtes wegen ist gesetzlich an sich nicht vorgesehen, 
sondern setzt wie ausgeführt ein – im Grundsatz rechtzeitiges – Gesuch vo-
raus. Es kann jedoch darauf verzichtet werden, das Bewilligungsverfahren 
wegen Verletzung wesentlicher Verfahrensgrundsätze von Amtes wegen 
aufzuheben (Art. 40 Abs. 1 VRPG): Die Ausländerbehörde hat die Bewilli-
gungsverlängerung in Kenntnis des Mangels geprüft und damit im Interesse 
des Beschwerdeführers gehandelt; zwingendes materielles öffentliches 
Recht wird damit nicht in Frage gestellt. Ebenso wenig erscheint die richtige 
Beurteilung der Streitsache unmöglich oder wesentlich erschwert (vgl. zu 
den Voraussetzungen allgemein Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 40 N. 8 ff. mit Hinwei-
sen).

3.3 Nach dem nationalen Ausländerrecht besteht grundsätzlich kein An-
spruch auf Erteilung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei 
denn, die um eine Bewilligung ersuchende Person oder ihre in der Schweiz 
lebenden Angehörigen könnten sich auf eine besondere Norm des Bundes-
rechts (einschliesslich Bundesverfassungsrecht) oder eines Staatsvertrags 
berufen (BGE 135 II 1 E. 1.1, 133 I 185 E. 2.3). Andernfalls entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungs-
erteilung oder -verlängerung (vgl. Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). 
Das AIG unterscheidet demnach zwischen Bewilligungen, auf deren Ertei-
lung ein Rechtsanspruch besteht (sog. Anspruchsbewilligung), und Bewilli-
gungen, über welche die Behörde ermessensgeprägt entscheidet (sog. Er-
messensbewilligung; BVR 2013 S. 73 E. 2.2, 2010 S. 481 E. 2.1).

3.4 Nachdem die Ehegemeinschaft mit einer Schweizerin am 11. Juni 
2019 aufgelöst worden war (vgl. Akten POM pag. 48 ff.; vorne Bst. A), wurde 
dem Beschwerdeführer der Aufenthalt in der Schweiz gestützt auf Art. 50 
Abs. 1 AuG weiterhin bewilligt. Danach besteht sein Anspruch auf Erteilung 
oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 und 43 AuG nach 
Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft unter bestimmten Voraus-
setzungen verselbständigt weiter (nachehelicher Härtefall). Der Beschwer-

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deführer kann überdies einen durch Art. 8 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention (EMRK; SR 0.101) und Art. 13 der Bundesverfassung (BV; 
SR 101) geschützten grundsätzlichen Anspruch auf Bewilligungsverlänge-
rung geltend machen aus dem Verhältnis zu seinen Söhnen, welche beide 
über das Schweizer Bürgerrecht verfügen (vgl. BVR 2011 S. 289 E. 4.1).

3.5 Ein allfälliger Anspruch nach Art. 50 AuG erlöscht unter anderem, 
wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 2 Bst. b 
AuG). Auch ein Eingriff in das verfassungs- und konventionsrechtlich ge-
schützte Privat- und Familienleben durch Nichtverlängerung der Aufenthalts-
bewilligung und Wegweisung aus der Schweiz ist statthaft, wenn er gesetz-
lich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für 
die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des 
Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, 
zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und 
Freiheiten anderer. Sowohl im Licht des AuG bzw. AIG als auch der BV und 
der EMRK sind die zur Diskussion stehenden öffentlichen und privaten Inte-
ressen gegeneinander abzuwägen und muss sich die Entfernungsmass-
nahme als verhältnismässig erweisen (Art. 5 Abs. 2 bzw. Art. 36 Abs. 3 BV 
und Art. 8 Ziff. 2 EMRK, Art. 96 AIG; vgl. zum Ganzen BVR 2011 S. 289 
E. 4.2 mit weiteren Hinweisen; aus der neueren Rechtsprechung etwa 
BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Hat die 
betroffene Person minderjährige Kinder, sind in diese Prüfung ausserdem 
die nach dem Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des 
Kindes (KRK; SR 0.107) und Art. 11 BV zu berücksichtigenden Interessen 
im Zusammenhang mit dem Kindeswohl einzubeziehen (BGE 143 I 21 
E. 5.5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.4).

4.

4.1 Ein ausländerrechtlicher Widerrufsgrund und damit ein gerechtfertig-
ter Eingriff in den Anspruch von Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV 
liegt insbesondere dann vor, wenn die Ausländerin oder der Ausländer eine 
mit der Verfügung verbundene Bedingung nicht einhält (Art. 62 Abs. 1 Bst. d 
i.V.m. Art. 33 Abs. 2 AIG). Unter den Verfahrensbeteiligten ist vorab strittig, 

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ob bei der Beurteilung dieses Widerrufsgrunds der Sachverhalt zum Ent-
scheid- bzw. Urteilszeitpunkt der Rechtsmittelbehörde massgebend ist (so 
der Beschwerdeführer; Beschwerde S. 5) oder zu einem früheren Zeitpunkt 
(so die SID; Beschwerdevernehmlassung vom 22.1.2020 S. 2 [act. 5]).

4.2 Gemäss Art. 25 VRPG dürfen die Parteien so lange neue Tatsachen 
und Beweismittel in das Verfahren einbringen, als weder verfügt noch ent-
schieden noch mit prozessleitender Verfügung das Beweisverfahren förmlich 
geschlossen worden ist. Grundsätzlich ist damit der Sachverhalt zum Zeit-
punkt des Entscheids massgeblich (Michel Daum, a.a.O., Art. 25 N. 5, u.a. 
mit Verweis auf BVR 2017 S. 132 E. 3.3.1, 2016 S. 293 E. 4.4.2). Zu den 
neuen Sachverhaltselementen bzw. Beweismitteln zählen auch solche, die 
während der Rechtshängigkeit des Verfahrens entstanden sind (sog. echte 
Noven; Michel Daum, a.a.O., Art. 25 N. 1 f. mit Hinweisen). Nach seinem 
Wortlaut und seiner systematischen Stellung ist Art. 25 VRPG auf jeder Ver-
fahrensstufe und somit auch vor dem Verwaltungsgericht anwendbar (Michel 
Daum, a.a.O., Art. 25 N. 17 und 19).

4.3 Die Vorinstanz ist im angefochtenen Entscheid von diesen Grundsät-
zen ausgegangen und sieht sich ausdrücklich befugt, «erst während Rechts-
hängigkeit des Beschwerdeverfahrens entstandene Sachverhaltselemente 
und Beweismittel in die Würdigung einzubeziehen» (E. 1b). Dementspre-
chend würdigte sie im Rahmen ihrer Prüfung des einschlägigen Widerrufs-
grunds (Nichteinhalten von Bedingungen) auch Sachverhaltselemente und 
Beweismittel, welche erst nach der Verfügung des MIP vom 28. September 
2018 entstanden sind: So bezog sie in ihre Beurteilung ein, dass der Be-
schwerdeführer bis Ende September 2019 von der Sozialhilfe abhängig 
gewesen und er seit dem 19. Juni 2019 durch Vermittlung eines Personal-
verleihunternehmens temporär bei verschiedenen Unternehmen tätig sei 
(vgl. E. 2e). Diesem Vorgehen widersprechend hält die Vorinstanz in ihrer 
Beschwerdevernehmlassung vom 22. Januar 2020 indes fest, dass es sich 
um eine Rechtsfrage handle, ob mit einer Verfügung verbundene Bedingun-
gen eingehalten worden seien. Massgebend sei insoweit der Zeitpunkt, in 
dem die betreffende Person zur Einhaltung der Bedingungen aufgefordert 
war. Das Unterlassen könne nicht in anschliessenden Rechtsmittelverfahren 

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«nachgeholt» oder ungeschehen gemacht werden. Art. 25 VRPG greife in-
soweit nicht (S. 2 [act. 5]).

4.4 Was die Vorinstanz in diesem Zusammenhang aus BVR 2011 S. 448 
E. 3.4.2 für ihren Standpunkt abzuleiten versucht, überzeugt nicht. In diesem 
Entscheid war eine Leistungseinstellung wegen ungenügender Mitwirkung 
des Sozialhilfebezügers zu beurteilen. Das Verwaltungsgericht hat erwogen, 
es sei eine Rechtsfrage, ob die betreffende Person ihre Mitwirkungspflicht 
bei der Feststellung der Bedürftigkeit verletzt habe; diese Frage sei für den 
Zeitpunkt zu beantworten, in dem die Pflicht bestand. Eine Verletzung der 
Mitwirkungspflicht könne im anschliessenden Rechtsmittelverfahren nicht 
nachgeholt werden (E. 3.4.2). Die Pflicht zur Mitwirkung bei der Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 20 VRPG) ergänzt den Untersu-
chungsgrundsatz der Behörde (Art. 18 VRPG). Beide prozessualen Pflichten 
stecken den Verantwortungsbereich ab, in dem die Verfahrensbeteiligten ih-
ren Beitrag zur Sachverhaltsabklärung zu leisten haben (vgl. allgemein dazu 
Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 5). Davon zu unterscheiden ist der Sachum-
stand, der nachgewiesen werden soll, um das in Frage stehende materielle 
Rechtsverhältnis zu regeln. Insoweit kommt Art. 25 VRPG grundsätzlich zum 
Tragen. So hat das Verwaltungsgericht im erwähnten Urteil Unterlagen zum 
Nachweis der Bedürftigkeit berücksichtigt, welche der Sozialhilfebezüger 
erst im oberinstanzlichen Verfahren eingereicht hat (E. 3.4.1). Im hier zu be-
urteilenden Fall sind die Bedingungen angesprochen, die materiellrechtlich 
für die allfällige Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von Bedeu-
tung sind (Aufenthaltszweck bzw. Zulassungsvoraussetzung; vgl. Marc Spe-
scha, in Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, 
Art. 62 AIG N. 13). Art. 25 VRPG würde in dieser Hinsicht nur eine Ein-
schränkung erfahren, wo es aufgrund des anwendbaren materiellen Rechts 
angezeigt ist (vgl. BVR 2011 S. 448 E. 3.4.1, Michel Daum, a.a.O., Art. 25 
N. 6). Das ist im Ausländerrecht jedoch nicht der Fall, sind doch praxisge-
mäss die tatsächlichen Verhältnisse im Entscheidzeitpunkt massgeblich 
(BVR 2008 S. 193 E. 4.3; vgl. auch Michel Daum, a.a.O., Art. 25 N. 13 mit 
Hinweis auf BGE 135 II 369 E. 3.3, 127 II 60 E. 1b). Für die Beurteilung auf 
den Sachverhalt im Entscheid- bzw. Urteilszeitpunkt abzustellen, ist prozess-
ökonomisch sinnvoll, soll doch ein allfälliges neues Verfahren wegen verän-
derter Verhältnisse möglichst verhindert werden (vgl. Michel Daum, a.a.O., 

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Art. 25 N. 5 mit Hinweisen). Dies trifft gerade auch auf ausländerrechtliche 
Verfahren zu, stellt der Aufenthaltsstatus doch einen Dauersachverhalt dar, 
der regelmässig überprüft und gegebenenfalls neu geregelt wird (vgl. 
BVR 2016 S. 293 E. 4.4.2). Das Gesagte heisst freilich nicht, dass früheres 
(ungünstiges) Verhalten nicht in die Sachverhaltswürdigung einzubeziehen 
ist.

4.5 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz besteht somit kein Grund, 
im vorliegenden Fall vom Grundsatz von Art. 25 VRPG abzuweichen. Ob die 
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers wegen Nichteinhaltens von 
Bedingungen zu widerrufen bzw. nicht zu verlängern ist, beurteilt sich dem-
nach nach dem Sachverhalt, wie er sich im Zeitpunkt des verwaltungsge-
richtlichen Urteils darstellt. Damit ist auch gesagt, dass die Unterlagen, die 
(erst) im oberinstanzlichen Beschwerdeverfahren ins Recht gelegt worden 
sind, bei der Entscheidfindung zu berücksichtigen sind. Namentlich die Zu-
lässigkeit echter Noven kann auch dann zu einem korrigierenden Eingreifen 
der Rechtsmittelbehörde führen, wenn der angefochtene Entscheid nach 
den damaligen Verhältnissen korrekt war (vgl. BVR 2017 S. 132 E. 3.3.1; 
Michel Daum, a.a.O., Art. 25 N. 19; zur differenzierenden Würdigung im Kos-
tenpunkt hinten E. 8.2).

5.

5.1 In der Sache ist in erster Linie strittig, ob der Beschwerdeführer die 
vom MIP formulierten Bedingungen nicht eingehalten und damit den Wider-
rufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 Bst. d AIG erfüllt hat. – Das MIP knüpfte im 
März 2016 eine weitere Bewilligungsverlängerung an folgende Bedingungen 
(vgl. Akten MIDI pag. 392 f.): 

«- Sie bemühen sich intensiv um eine Arbeitsstelle.

- Sie bemühen sich, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, sich vom Sozial-
dienst zu lösen. 

- Sie generieren keine weiteren Schulden bzw. bauen diese nach Mög-
lichkeit ab.

- Sie kommen Ihrer Verpflichtung gegenüber Ihrem Sohn nach.»

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Zudem forderte es den Beschwerdeführer auf, zusammen mit dem nächsten 
Verlängerungsgesuch seine Arbeitsbemühungen nachzuweisen oder eine 
aktuelle Arbeitsbestätigung beizubringen, eine aktuelle «Sozialdienstbestä-
tigung» mit Angabe über Dauer und Umfang der Unterstützung vorzulegen 
und weitere aktuelle Unterlagen zur Schuldensituation, zum strafrechtlichen 
Leumund (Strafregisterauszug) sowie zur familiären Beziehung zu seinem 
(älteren) Sohn einzureichen (insb. Nachweis der Bezahlung von Unterhalts-
beiträgen; der jüngere Sohn war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gebo-
ren). In seiner Verfügung vom 28. September 2018 stellte das MIP fest, der 
Beschwerdeführer habe nach wie vor hohe Schulden und sich nachweislich 
nicht darum bemüht, diese zu verringern. Er gehe keiner Erwerbstätigkeit 
nach. Die geleisteten Arbeitseinsätze seien zwar positiv zu werten, fielen 
aber im Vergleich zur langen Aufenthaltsdauer und zur langen Stellenlosig-
keit nicht zu seinen Gunsten ins Gewicht. Den finanziellen Verpflichtungen 
gegenüber seinem Sohn sei er nicht oder nur sehr selten nachgekommen. 
Trotz langen Aufenthalts und etlichen Chancen sei es dem Beschwerdefüh-
rer nicht gelungen, sich beruflich, finanziell und sozial zu integrieren. Er habe 
die Bedingungen aus dem Jahr 2016 daher nicht erfüllt (vgl. Akten MIDI 
pag. 473 f.).

5.2 Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Entscheid (November 2019) 
fest, dass sich die Schuldensituation seit Frühjahr 2016 nicht entspannt, son-
dern verschlechtert habe. Unterhaltszahlungen an seinen älteren Sohn habe 
der Beschwerdeführer aufgrund seiner Arbeitslosigkeit nicht geleistet. Er sei 
von Oktober 2015 bis Ende April 2018 von der Sozialhilfe abhängig gewesen 
und habe im Erwerbsleben nicht Fuss fassen können. Die Zusammenarbeit 
mit dem Kompetenzzentrum Arbeit der Stadt Bern (KA) sei mangelhaft ge-
wesen. Für die Zeit nach der Ablösung von der Sozialhilfe habe der Be-
schwerdeführer einzig belegt, dass er ab 19. Juni 2019 durch Vermittlung 
eines Personalverleihunternehmens temporär bei verschiedenen Unterneh-
men tätig gewesen sei. Dementsprechend habe er sich nicht wie gefordert 
intensiv um Stellen bemüht und den Widerrufsgrund des Nichteinhaltens 
einer Bedingung gemäss der Vorgabe vom 1. März 2016 gesetzt (E. 2e). Zu-
sätzlich hat die Vorinstanz Anhaltspunkte für die Verwirklichung des Wider-
rufsgrunds der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG aus-
gemacht. Ein regelmässiges bedarfsdeckendes Einkommen, das ihm ein 

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Leben ohne Sozialhilfe ermögliche, sei weiterhin nicht gewährleistet (E. 2f). 
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, er habe sich bei der Stellensuche 
stark bemüht und dadurch verschiedene Arbeitsstellen erhalten. Per 2. Sep-
tember 2019 sei es ihm gelungen, eine unbefristete Stelle zu finden. Dadurch 
werde es ihm in Zukunft möglich sein, seinen Lebensunterhalt selbständig 
zu finanzieren. Ziel der Bedingungen sei nicht die Dokumentation von mög-
lichst vielen Bemühungen bei der Arbeitssuche, sondern eine Festanstel-
lung. Da er dieses Ziel erreicht habe, entfalle der Widerrufsgrund des Nicht-
einhaltens einer verfügten Bedingung (Beschwerde S. 4 f.). Durch seine 
Festanstellung werde es ihm möglich sein, seine Finanzen in den Griff zu 
kriegen, nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig zu sein und Unterhaltsbei-
träge für seine Kinder zu bezahlen (Beschwerde S. 6 f. und 9).

5.3 Mit den Bedingungen vom März 2016 wird vom Beschwerdeführer 
ein bestimmtes Verhalten erwartet, das für seine Integration in der Schweiz 
von Bedeutung ist. Im Kern hat er aufzuzeigen, dass er Schritte unternom-
men hat, um seine mangelhafte beruflich-wirtschaftliche Integration zu ver-
bessern und zu stabilisieren. Besonders wichtig ist dabei das (erfolgreiche) 
Bemühen um eine Arbeitsstelle, hängen doch weitere Aspekte der wirt-
schaftlichen Integration wie die Unabhängigkeit von Sozialhilfe und die Er-
füllung der Unterhaltspflicht eng mit der Einkommenssituation zusammen 
(vgl. dazu auch Beschwerde S. 9). Die Verhältnisse bis zum hier massge-
benden Urteilszeitpunkt (vgl. vorne E. 4) stellen sich wie folgt dar:

5.3.1 Arbeitssituation und Sozialhilfebezug: Von Dezember 2016 bis Mai 
2017 absolvierte der Beschwerdeführer einen Arbeitseinsatz mit einem 80%-
Pensum in der … Bern, einem Betrieb des KA (Akten MIDI pag. 448 f.). Von 
April bis Juni 2018 leistete er einen befristeten Einsatz als Hilfsarbeiter im 
Auftrag des KA bei der … Bern (Akten MIDI pag. 447). Am 11., 13. und 
17. April 2018 erhielt er drei Absagen auf Stellenbewerbungen per E-Mail 
(Akten MIDI pag. 450 ff.). Im Verlauf des Jahres 2018 meldete er sich zudem 
bei Temporärbüros an (Akten MIDI pag. 460 f.). Ab Mitte Juni bis Mitte 
August 2019 hatte er verschiedene temporäre Anstellungen als ungelernter 
Mitarbeiter im Nahrungsmittelbereich (Beschwerdebeilage [BB] POM 24). Ab 
2. September 2019 war er befristet für einen Monat wiederum in dieser 
Funktion angestellt. Diese Anstellung wurde dann «bis auf weiteres» 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 13

verlängert (BB POM 25, 30). Jedoch scheint er sie in der Folge wieder 
verloren zu haben, hat er für die Monate August bis November 2020 doch 
Lohnabrechnungen für einen Arbeitseinsatz bei einem anderen 
Unternehmen eingereicht (BB 10a-d, act. 14A). Weiter ist aktenkundig, dass 
er vom 7. bis zum 11. Dezember 2020 einen Einsatz als Mitarbeiter Lager 
bei einem Geschäft in der Sparte Heimelektronik hatte (BB 12, act. 14A), wo-
bei er dort ab 25. Januar 2021 eine Festanstellung mit Vollzeitpensum (im 
Durchschnitt 41 Stunden) antreten konnte bei einem Ansatz von brutto 
Fr. 25.20 (gerundet) pro Stunde (Einsatzvertrag vom 22.1.2021, BB 13, 
act. 14A). Dort scheint er auch heute noch beschäftigt zu sein, jedenfalls ist 
nichts Gegenteiliges bekannt. Der Beschwerdeführer war somit zunächst 
nicht in der Lage, eine unbefristete Stelle zu bekommen und längerfristig zu 
behalten. Immerhin arbeitete er zunächst in Beschäftigungsprogrammen und 
konnte später auch durch die Vermittlungshilfe von Temporärbüros über 
einen längeren Zeitraum arbeiten. Sein Ziel, eine Ausbildung als Eventma-
nager zu machen, hat er offenbar (zumindest vorerst) aufgeschoben; statt-
dessen hat er sich um Stellen im ersten Arbeitsmarkt bemüht, was dem Ziel 
der Bedingungen und den Bemühungen des KA entspricht (vgl. Unterstüt-
zungsbestätigung der Gemeinde vom 7.3.2018 S. 2, Akten MIDI pag. 420). 
Dies ist ihm positiv anzurechnen, was die Vorinstanz anerkennt (vgl. Stel-
lungnahme vom 20.5.2021 S. 1, act. 18). Insgesamt kann damit zwar kaum 
von «intensiven» Bemühungen gesprochen werden, in der Arbeitswelt Fuss 
zu fassen. Seine Anstrengungen mündeten jedoch, wenn auch erst nach 
Jahren, schliesslich in eine Festanstellung. Vom Oktober 2015 bis April 2018 
war der Beschwerdeführer von der Sozialhilfe abhängig und bezog in diesem 
Zeitraum rund Fr. 85'000.-- an wirtschaftlicher Hilfe (Akten MIDI pag. 459). 
Nicht aktenkundig ist, wann er nachher wieder auf finanzielle Unterstützung 
angewiesen war, jedoch wurde er Ende September 2019 von der Sozialhilfe 
abgelöst (BB POM 33).

5.3.2 Schuldensituation: Der Beschwerdeführer wurde nach dem 1. März 
2016 mehrmals wieder betrieben. Gemäss dem Betreibungsregisterauszug 
Stand Oktober 2019 sind weitere 20 Betreibungen in einem Gesamtumfang 
von Fr. 35'765.55 hinzugekommen (BB POM 32). Wie aus dem aktuelleren 
Registerauszug vom 19. Mai 2021 hervorgeht, sind zwei dieser Betreibun-
gen – beide vom 4. Juni 2019 – im Umfang von total Fr. 9'000.-- mittlerweile 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 14

erloschen. Der Auszug weist sodann zehn weitere Betreibungen im Gesamt-
umfang von Fr. 51'456.40 aus. Somit sind seit dem 1. März 2016 – soweit 
nicht erloschen – insgesamt 28 Betreibungen im Gesamtumfang von 
Fr. 78'221.95 hinzugekommen. Per 19. Mai 2021 bestehen nicht getilgte 
Verlustscheine von total Fr. 150'609.60 (BB 17, act. 17A). Gemäss der ers-
ten Lohnabrechnung von Februar 2021 wird ein Teil des Lohns aus der Fest-
anstellung gepfändet (ausmachend Fr. 1'158.10 im erwähnten Monat, 
BB 10f, act. 14A). Der Beschwerdeführer macht ausserdem geltend, er be-
zahle Fr. 300.-- pro Monat an das Betreibungsamt, bis er mehr Lohn erziele; 
belegt ist die Überweisung eines Betrags von Fr. 1’500.-- für die Monate Feb-
ruar bis Juni 2021, wobei dieser Betrag erst am 8. Juni 2021 und damit wäh-
rend Hängigkeit des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens bezahlt wurde 
(Eingabe vom 8.6.2021 mit BB 18 und 19, act. 20 und 20A). Insgesamt hat 
der Beschwerdeführer seit März 2016 neue Schulden in beträchtlicher Höhe 
generiert und bemüht sich erst seit Anfang 2021 um einen gewissen Abbau.

5.3.3 Unterhaltspflichten: In der Trennungsvereinbarung vom 25. Septem-
ber 2014 wurde die Höhe des Unterhaltsbeitrags festgelegt, den der Be-
schwerdeführer für seinen älteren Sohn zu entrichten hat, abgestuft nach 
dem erzielten monatlichen Nettoeinkommen (Ziff. 4 der Vereinbarung, Akten 
MIDI pag. 179 f.). In der gerichtlich genehmigten Scheidungsvereinbarung 
vom 2. April 2019 wurden höhere Unterhaltsbeiträge festgelegt (Ziff. 5, Akten 
POM pag. 52 f.; zur Genehmigung Ziff. 3 des Scheidungsurteils vom 
8.5.2019, Akten POM pag. 49). Der Beschwerdeführer hat keine Belege für 
geleistete Unterhaltszahlungen eingereicht. Es wäre im Rahmen seiner Mit-
wirkungspflicht (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AIG) an ihm gewesen, 
allfällige Zahlungen zu dokumentieren. Gegenüber dem MIDI hat er einge-
räumt, dass er keine «offiziellen» Unterhaltszahlungen geleistet habe, so-
lange er arbeitslos war (Akten MIDI pag. 460 f.). Im verwaltungsgerichtlichen 
Verfahren hat er ausgeführt, er sei den Unterhaltszahlungen «teilweise bis 
September 2020 nachgekommen». Dies sei darauf zurückzuführen, dass er 
aufgrund der temporären Arbeitseinsätze kein stetiges Einkommen gehabt 
habe (Eingabe vom 26.3.2021, act. 14). Somit ist der Beschwerdeführer sei-
nen finanziellen Unterhaltspflichten gegenüber dem älteren Sohn nicht oder 
höchstens in untergeordnetem Umfang nachgekommen. Dass er seinen 
Sohn regelmässig betreut, wie er im vorinstanzlichen Verfahren geltend ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 15

macht hatte, wurde von der Kindsmutter zwischenzeitlich bestritten (Akten 
POM pag. 62, 46). Die Angaben der Kindsmutter im verwaltungsgerichtli-
chen Verfahren sprechen dafür, dass er jetzt immerhin sporadisch Natural-
leistungen im Sinn von Betreuung erbringt (BB 5, act. 4A). Anzumerken 
bleibt, dass der Beschwerdeführer auch gegenüber seinem jüngeren Sohn 
D.________ finanziellen Unterhalt schuldet (Ziff. 2 und 3 des Urteils des 
Kantonsgerichts … vom 4.7.2019, Beilage 9 zum Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege, act. 4A). Aufgrund der Akten ist nicht davon auszugehen, dass 
er diese Verpflichtung erfüllt. So sind im Betreibungsregisterauszug vom Mai 
2021 Verlustscheine im Umfang von Fr. 7'000.-- eingetragen zu Gunsten der 
Kindsmutter bzw. der Alimentenhilfe der Stadt …, wo der jüngere Sohn 
wohnt (BB 17, act. 17A). Substanzielle Naturalleistungen zu Gunsten von 
D.________ leistet der Beschwerdeführer keine, hat er zu diesem doch nur 
sporadischen Kontakt (Akten POM pag. 47, 61).

5.4 Zusammenfassend ergeben sich damit keine Anhaltspunkte, dass 
der Beschwerdeführer nach wie vor auf Sozialhilfe angewiesen ist oder in 
absehbarer Zeit wieder wirtschaftliche Hilfe beziehen muss. Die gegenteili-
gen Befürchtungen der Vorinstanz haben sich nicht bestätigt, da er seit dem 
25. Januar 2021 in Vollzeit fest angestellt ist und aktuell ein regelmässiges 
Einkommen erzielt. Damit kann er seinen Bedarf decken, käme doch andern-
falls keine Lohnpfändung in Betracht. Hingegen hat sich die Schuldensitua-
tion des Beschwerdeführers klar verschlechtert und ist er den finanziellen 
Verpflichtungen seinem älteren Sohn gegenüber nur teilweise, jenen seinem 
jüngeren Sohn gegenüber wohl gar nicht nachgekommen. Im Rahmen sei-
ner finanziellen Möglichkeiten und trotz der Lohnpfändung bemüht er sich 
neustens (Anfang 2021) immerhin, die aufgelaufenen beträchtlichen Schul-
den abzubauen und Unterhalt für seinen älteren Sohn zu leisten. Damit 
spricht einiges dafür, dass er die Bedingungen in ihrer Gesamtheit nach wie 
vor nicht erfüllt und daher den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 Bst. d AIG 
gesetzt hat, wie die Vorinstanz meint. Die Frage kann angesichts der nach-
folgenden Erwägungen aber offenbleiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 16

6.

6.1 Die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung und die Wegwei-
sung sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie 
aufgrund einer Interessenabwägung im Einzelfall als verhältnismässig er-
scheinen (vorne E. 3.5). Die Vorinstanz hat ein erhebliches öffentliches Inte-
resse bejaht, den Aufenthalt des Beschwerdeführers zu beenden (angefoch-
tener Entscheid E. 4). Allerdings hat sie auch den privaten Interessen am 
Verbleib in der Schweiz ein gewisses Gewicht beigemessen, die Entfer-
nungsmassnahme im Rahmen einer Gesamtabwägung aber für rechtmässig 
befunden (angefochtener Entscheid E. 5).

6.2 Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthalts-
bewilligung und der Wegweisung liegt darin, dass der Beschwerdeführer 
hoch verschuldet ist. Es liegen Verlustscheine von über Fr. 150'000.-- vor 
(vgl. vorne E. 5.3.2), was rund das Dreifache des jährlichen Bruttolohns des 
Beschwerdeführers ausmacht (Bruttomonatslohn von rund Fr. 4'000.--, vgl. 
hinten E. 6.5.1). Auch mit der Lohnpfändung und sporadischen Zahlungen 
an das Betreibungsamt ist es ein langer Weg, die Schulden substanziell ab-
zuzahlen. Die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz würde 
zwar dazu führen, dass die Gläubigerschaft faktisch keine Chance mehr 
hätte, für ihre Forderungen befriedigt zu werden, doch dürfte dies weitge-
hend auch der Fall sein, wenn er im Land verbleibt (vgl. für diese Würdigung 
etwa BGer 2C_789/2017 vom 7.3.2018 E. 5.2.2; VGE 2020/64 vom 
17.12.2020 E. 6.5). Drei fremdenpolizeiliche Verwarnungen im Zeitraum 
2009-2014 führten nicht zu einer Verbesserung der Situation (vgl. Akten MIDI 
pag. 190 ff., 260 f, 268 f.; vorne Bst. A); im Gegenteil war der Beschwerde-
führer in der Folge auf Sozialhilfe angewiesen (vorne E. 5.3.1). Er hat es 
versäumt, seine finanziellen Verhältnisse unter Kontrolle zu bringen, wobei 
er für seine Lage nach Ansicht der Vorinstanz wesentlich mitverantwortlich 
ist (Lebensführung über den eigenen Möglichkeiten, mangelhafte Bemühun-
gen bei der Stellensuche, unzureichende Kooperation mit dem KA und dem 
Sozialdienst; vgl. angefochtener Entscheid E. 4b und c). Der Beschwerde-
führer stellt diese Beurteilung nicht substanziiert in Frage mit dem blossen 
Hinweis, er habe stets versucht, eine Stelle zu finden (Beschwerde S. 9). 
Das öffentliche Fernhalteinteresse wird allerdings entgegen der Ansicht der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 17

Vorinstanz nicht erheblich verstärkt, weil sich der Beschwerdeführer nicht 
konsequent an die hier geltende Rechtsordnung gehalten hat (vgl. angefoch-
tener Entscheid E. 4a). Zuletzt wurde er am 31. August 2009 wegen Verge-
hen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Übertretung desselben zu ins-
gesamt 48 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt (Strafregisterauszug 
vom 30.11.2015, Akten MIDI pag. 379). Seither sind über zwölf Jahre ver-
gangen, ohne dass er sich – soweit aktenkundig – strafrechtlich etwas hat 
zu Schulden kommen lassen. Dementsprechend war er per 22. Oktober 
2019 nicht im Strafregister verzeichnet (BB POM 23). Dennoch ist angesichts 
der nach wie vor prekären wirtschaftlichen Situation insgesamt von einem 
namhaften öffentlichen Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthalts-
bewilligung und an der Wegweisung auszugehen.

6.3 Bei den privaten Interessen, die der Entfernungsmassnahme entge-
genstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration in 
der Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen dro-
henden Nachteilen zu berücksichtigen.

6.4 Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Beschwerdeführer im Jahr 
2007 im Alter von 23 Jahren in die Schweiz einreiste, nachdem er hier bereits 
von April 2003 bis Februar 2004 ein Asylverfahren durchlaufen hatte. Rein 
chronologisch belaufe sich seine Aufenthaltsdauer auf ungefähr 14 Jahre, 
was jedoch zu relativieren sei: Die Dauer des Asylverfahrens falle nicht ins 
Gewicht, weil es erfolglos verlaufen sei. Auch sei der Beschwerdeführer da-
nach rechtswidrig in der Schweiz geblieben. Ausserdem werde sein Aufent-
halt seit Erlass der Verfügung des MIP am 28. September 2018 nur noch 
geduldet. Es verbleibe somit eine anrechenbare Aufenthaltsdauer von gut elf 
Jahren (angefochtener Entscheid E. 5b). – Diesen zutreffenden Ausführun-
gen, die sich an den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen 
orientieren (BGE 137 II 1 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.1), hält der Be-
schwerdeführer nichts entgegen. Insgesamt fällt seine Aufenthaltsdauer 
damit nicht mehr kurz aus.

6.5 Die beruflich-wirtschaftliche Integration des Beschwerdeführers hält 
die Vorinstanz für misslungen bzw. höchstens in bescheidenen Ansätzen 
geglückt. Anzuerkennen sei ein positiver Verlauf der sprachlichen Integra-
tion. Eine gelungene soziale Integration sei zu verneinen. Gesamthaft habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 18

sich der Beschwerdeführer nicht zufriedenstellend in die hiesigen Verhält-
nisse eingegliedert (angefochtener Entscheid E. 5c).

6.5.1 Zutreffend ist, dass die beruflich-wirtschaftliche Integration bis jetzt 
wenig überzeugend verlief. Der Beschwerdeführer häufte hohe Schulden an, 
war zwischenzeitlich von der Sozialhilfe abhängig und über längere Zeit 
arbeitslos. Jedoch bemüht er sich jedenfalls in der jüngeren Vergangenheit, 
seine Situation zu bessern, was ihm auch stellenweise gelingt. Auch wenn 
er für die Monate Dezember 2019 bis Juli 2020 keine Lohnausweise einge-
reicht hat, scheint er seit September 2019 mehrheitlich arbeitstätig gewesen 
zu sein. Aktenkundig sind die monatlichen Einkünfte der Monate Juni bis De-
zember 2019 (BB 9, act. 8A), August bis November 2020 und Januar bis 
Februar 2021 (BB 10a-f, act, 14A). Mit der vollzeitlichen Festanstellung bei 
einem Ansatz von brutto Fr. 25.20 pro Stunde seit Januar 2021 erzielt er ein 
Bruttoeinkommen von rund Fr. 4'000.-- pro Monat. Das erlaubt es ihm, sei-
nen Lebensunterhalt selbständig zu bestreiten und keine weiteren Schulden 
zu machen. Es sollte ihm auch möglich sein, einen Beitrag zum Abbau seiner 
beträchtlichen Schulden zu leisten (Lohnpfändung; vgl. vorne E. 5.3.2). 
Seine beruflich-wirtschaftliche Integration zeigt sich heute also in einem 
besseren Licht als zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids, auch wenn 
sie noch immer nicht in allen Teilen zufriedenstellend sein mag.

6.5.2 Die sprachliche Integration ist dem Beschwerdeführer unbestrittener-
massen gelungen. So wurde ihm attestiert, er kommuniziere gewandt unter 
anderem in Deutsch, Französisch und Italienisch (Arbeitszeugnis vom 
31.5.2017, Akten MIDI pag. 449).

6.5.3 In sozialer Hinsicht ist weder geltend gemacht noch ersichtlich, dass 
der Beschwerdeführer hier abgesehen von den Beziehungen zu seinen Söh-
nen (vgl. hinten E. 6.6.2) vertiefte Kontakte und Freundschaften zur einhei-
mischen Bevölkerung pflegt, deren Abbruch ihn besonders hart treffen 
würde. Schliesslich ist die Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung ein 
zentraler Aspekt jeglicher Integration (vgl. Art. 4 Bst. a der hier noch anwend-
baren Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Auslände-
rinnen und Ausländern [VIntA; AS 2007 S. 551]; heute Art. 58a Abs. 1 Bst. a 
AIG). Der Beschwerdeführer hat sich in dieser Hinsicht nicht klaglos verhal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 19

ten. Die strafrechtlichen Verfehlungen liegen allerdings längere Zeit zurück 
und fallen daher nicht mehr wesentlich ins Gewicht.

6.5.4 Insgesamt ist die Integration nicht in allen Teilen erfolgreich verlau-
fen, kann aber auch nicht als misslungen bezeichnet werden. Vorab in be-
ruflich-wirtschaftlicher Hinsicht hat der Beschwerdeführer jüngst Fortschritte 
erzielt, die sich positiv auf seine Integrationsleistung auswirken.

6.6 Zu würdigen sind weiter die dem Beschwerdeführer und seinen An-
gehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile.

6.6.1 Hinsichtlich der Rückkehr nach Nigeria ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer bis ins junge Erwachsenenalter in seinem Heimatland gelebt 
hat; dort ist er aufgewachsen und wurde er sozialisiert. Somit ist davon aus-
zugehen, dass er mit der Kultur und den Gepflogenheiten nach wie vor ver-
traut ist, auch wenn er nach eigenen Angaben seit 2007 nie mehr in seine 
Heimat gereist ist (vgl. Beschwerde S. 9). Es ist ihm zudem ohne weiteres 
möglich, im Heimatland neue Kontakte zu knüpfen. Weiter verfügt er mittler-
weile über Berufserfahrungen, welche ihm die berufliche Eingliederung er-
leichtern dürften; auch altersmässig stellen sich insoweit keine Probleme. 
Obwohl die wirtschaftliche Situation in Nigeria schwieriger ist als in der 
Schweiz, liegt darin kein spezifisch persönlicher Umstand, welcher eine Aus-
reise als unzumutbar erscheinen lässt, zumal hiervon nicht allein der Be-
schwerdeführer, sondern die gesamte dort lebende Bevölkerung betroffen 
ist (vgl. etwa BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015, bestätigt 
durch BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 12.5.2015] nicht publ. 
E. 4.4.1).

6.6.2 In familiärer Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, die Tren-
nung von seinen Söhnen, die beide über das Schweizer Bürgerrecht verfü-
gen, würde sein Recht auf Familienleben verletzen. – Die Beziehung zwi-
schen dem Beschwerdeführer und seinen minderjährigen Söhnen fällt in den 
Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV. Der 9-jährige 
C.________ steht unter der gemeinsamen Sorge der Eltern, seine Mutter hat 
die alleinige Obhut (Ziff. 2 des Scheidungsurteils vom 8.5.2019, Akten POM 
pag. 48). Auch der 3-jährige D.________ steht unter der gemeinsamen 
elterlichen Sorge seiner Eltern (Ziff. 1 des Urteils des Kantonsgerichts … 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 20

vom 4.7.2019, Beilage 9 zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, act. 
4A). D.________ wohnt bei seiner Mutter in …; es ist davon auszugehen, 
dass sie die alleinige Obhut innehat. Der nicht hauptsächlich betreu-
ungsberechtigte bzw. nicht obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann 
die familiäre Beziehung zu seinem Kind aus zivilrechtlichen Gründen nur in 
beschränktem Rahmen leben, nämlich durch die Ausübung des ihm einge-
räumten Rechts auf angemessenen persönlichen Verkehr («Besuchsrecht»; 
Art. 273 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]). 
Hierfür ist nicht unbedingt erforderlich, dass der ausländische Elternteil dau-
erhaft im selben Land lebt wie das Kind und dort über ein Anwesenheitsrecht 
verfügt. Grundsätzlich genügt es, wenn die Beziehung durch Besuche oder 
über die üblichen Kommunikationsmittel gepflegt werden kann. Ein Recht auf 
Aufenthalt des nicht obhutsberechtigten ausländischen Elternteils, der schon 
bisher über eine Aufenthaltsbewilligung verfügte, kann sich hingegen erge-
ben, wenn eine in affektiver und in wirtschaftlicher Hinsicht besonders enge 
Eltern-Kind-Beziehung besteht und diese wegen der Distanz zwischen der 
Schweiz und dem Staat, in welchen die ausländische Person auszureisen 
hätte, praktisch nicht mehr aufrechterhalten werden könnte, sofern die aus-
reisepflichtige Person sich in der Schweiz bisher weitgehend «tadellos» ver-
halten hat (vgl. BGE 144 I 91 E. 5.2 [Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 E. 5.2; 
VGE 2020/331 vom 1.7.2021 E. 7.3.1). Der Beschwerdeführer scheint mit 
seinem älteren Sohn C.________ affektiv verbunden zu sein; das MIP ist 
von einem «normalen Mass» ausgegangen (Akten MIDI pag. 475). Die 
Kindsmutter hat die Aussage, der Beschwerdeführer pflege keinen 
regelmässigen Kontakt (Akten POM pag. 46; angefochtener Entscheid 
E. 5d/bb), inzwischen insofern relativiert, als es nicht ihre Absicht gewesen 
sei, Vater und Sohn zu trennen; es habe sich «etwas ändern» müssen (BB 5, 
act. 4A). In Bezug auf seinen jüngeren Sohn D.________ hat der 
Beschwerdeführer eingeräumt, ihn nur sporadisch zu sehen (Akten POM 
pag. 61). In wirtschaftlicher Hinsicht fehlt es an besonders engen 
Beziehungen, weil der Beschwerdeführer seinen finanziellen 
Verpflichtungen seinen Söhnen gegenüber – wenn überhaupt – nur in 
untergeordnetem Umfang nachgekommen ist. Dass er aktuell regelmässig 
Unterhaltsbeiträge leistet oder substanzielle Naturalleistungen erbringt, ist 
nicht belegt (vorne E. 5.3.3). Zumindest in strafrechtlicher Hinsicht kann ihm 
in den letzten Jahren ein tadelloses Verhalten attestiert werden (vgl. zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 21

Sozialhilfebezug aber vorne E. 5.3.1). Die letzte aktenkundige Verurteilung 
fällt nicht entscheidend ins Gewicht, da sie schon 12 Jahre zurückliegt (vgl. 
vorne E. 6.2 und 6.5.3). Nach dem Gesagten erfüllt der Beschwerdeführer in 
einer Gesamtbetrachtung die Kriterien nicht, welche ihm gestützt auf die 
Beziehung zu seinen Söhnen ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu 
vermitteln vermöchten. Aus der KRK ergeben sich keine über Art. 8 EMRK 
hinausgehenden Ansprüche (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2 mit Hinweisen).

6.7 Insgesamt sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers von 
beträchtlichem Gewicht. Seine Integration ist zwar nur teilweise gelungen, 
jedoch zeigt er in der jüngsten Vergangenheit eine positive Tendenz zur Ver-
besserung namentlich seiner beruflich-wirtschaftlichen Situation. Ein Neuan-
fang in Nigeria wäre für ihn zumutbar, würde aber eine Herausforderung be-
deuten. In familiärer Hinsicht ergibt sich, dass ihn die Trennung zumindest 
von seinem älteren Sohn hart treffen würde, auch wenn Art. 8 EMRK und 
Art. 13 Abs. 1 BV der Entfernungsmassnahme nicht entgegenstehen. Auf-
grund dieser Überlegungen ist von einem gewichtigen Interesse des Be-
schwerdeführers am Verbleib in der Schweiz auszugehen.

7.

7.1 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interes-
sen ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer ist hoch verschuldet und wird 
diese Schulden noch längere Zeit nicht deutlich verringern können. Seine 
berufliche Situation hat sich immerhin insofern stabilisiert, als er seit mehre-
ren Monaten ein regelmässiges Einkommen erzielt, das ihm eine selbstän-
dige Lebensführung ohne Sozialhilfe ermöglicht. Angesichts der nach wie 
vor prekären wirtschaftlichen Verhältnisse besteht zwar nicht ein sehr ge-
wichtiges, aber doch namhaftes öffentliches Interesse an der strittigen Ent-
fernungsmassnahme. Die entgegenstehenden privaten Interessen des Be-
schwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz sind angesichts einer 
anrechenbaren Aufenthaltsdauer von immerhin elf Jahren gewichtig, auch 
wenn die Integration insgesamt nur zum Teil gelungen und er mit seinem 
Heimatland durchaus noch verbunden ist. Dabei ist besonders zu berück-
sichtigen, dass der Beschwerdeführer zumindest heute ernsthaft gewillt er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
Seite 22

scheint, sich dauerhaft wirtschaftlich selbst zu erhalten – etwas, was ihm die 
Vorinstanz zum Zeitpunkt ihres Entscheids noch abgesprochen hat (vgl. an-
gefochtener Entscheid E. 4c und 5e). Mit der Festanstellung hat er einen 
wichtigen Schritt auf diesem Weg gemacht. Weiter fällt die drohende Tren-
nung jedenfalls vom älteren Schweizer Sohn ins Gewicht, die ihn hart treffen 
würde. In Würdigung der gesamten Umstände überwiegen aktuell die priva-
ten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz die öf-
fentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme. Die Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung erweisen sich demzufolge 
als unverhältnismässig. 

7.2 Der angefochtene Entscheid hält damit aufgrund der sachverhalt-
lichen Entwicklungen im verwaltungsgerichtlichen Verfahren der Rechtskon-
trolle nicht stand. Die Beschwerde erweist sich als begründet und ist unter 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids gutzuheissen. Die Akten sind 
dem ABEV zu übermitteln, um dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewil-
ligung zu verlängern. Nach Art. 58 Abs. 1 VZAE gilt als Regelfall, dass die 
erstmalige Aufenthaltsbewilligung für ein Jahr erteilt wird, während die Gül-
tigkeitsdauer bei Verlängerungen zwei Jahre beträgt; Ausnahmen sind in be-
gründeten Einzelfällen möglich. Eine solche Ausnahmesituation liegt hier 
vor. Die Erwerbssituation des Beschwerdeführers ist nicht konsolidiert. Unter 
diesen Umständen erscheint angezeigt, dass die Ausländerbehörde ihm 
eine auf ein Jahr befristete Aufenthaltsbewilligung erteilt (vgl. für eine ähnli-
che Situation VGE 2012/146 vom 3.6.2013 E. 3.4). Die Erneuerung der Be-
willigung bedarf der Zustimmung des SEM (Art. 99 AuG bzw. AIG i.V.m. 
Art. 85 VZAE und Art. 4 Bst. d der Verordnung des Eidgenössischen Justiz- 
und Polizeidepartements vom 13. August 2015 über die dem Zustimmungs-
verfahren unterliegenden ausländerrechtlichen Bewilligungen und Vorent-
scheide [SR 142.201.1]).

7.3 Die Ausländerbehörde wird bei der nächsten Bewilligungsverlänge-
rung zu prüfen haben, ob die positive Entwicklung namentlich bei der beruf-
lich-wirtschaftlichen Integration anhält (insb. selbständige Bestreitung des 
Lebensunterhalts, zumindest keine neuen Schulden, soweit möglich Erfül-
lung der familiären Unterhaltspflichten). Das ist förmlich im Dispositiv festzu-
halten. Dem Beschwerdeführer muss klar sein, dass er sich (weiterhin) an-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2021, Nr. 100.2019.419U, 
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strengen muss, wenn er in der Schweiz bleiben will. Sollte er dabei nicht 
erfolgreich sein, muss er damit rechnen, dass seine Bewilligung nicht mehr 
verlängert wird.

8.

8.1 Bei diesem Prozessausgang sind für das Verfahren vor dem Verwal-
tungsgericht keine Kosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der Kanton 
Bern (SID) hat dem Beschwerdeführer für dieses Verfahren zudem die Par-
teikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die 
Kostennote vom 8. Juni 2021 gibt zu keinen Bemerkungen Anlass (BB 20, 
act. 20A). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist als gegenstands-
los geworden abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 VRPG).

8.2 Näher zu prüfen ist, ob die im vorinstanzlichen Verfahren entstande-
nen Kosten nach dem Prozessergebnis vor dem Verwaltungsgericht oder 
abweichend davon zu verlegen sind. Nach ständiger Rechtsprechung ist im 
Fall des Obsiegens im verwaltungsgerichtlichen Verfahren für die Verlegung 
der vorinstanzlichen Kosten dann nicht von einem Obsiegen auszugehen, 
wenn der angefochtene Beschwerdeentscheid aufgrund der seinerzeitigen 
Verhältnisse korrekt war (vgl. BVR 2008 S. 193 E. 9.2; VGE 2015/349 vom 
21.3.2017 E. 5 mit präzisierter Begründung; Ruth Herzog, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 7). – 
Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid durchaus gute Gründe ge-
nannt, weshalb das öffentliche Interesse an der ausländerrechtlichen Entfer-
nungsmassnahme Vorrang beanspruchen konnte vor den entgegenstehen-
den privaten Interessen (vgl. dazu auch vorne E. 6.2). Die Gutheissung der 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde rechtfertigt sich mit Blick auf die seitherige 
positive Entwicklung des Beschwerdeführers (vgl. vorne E. 6.5.1 und 7.1). 
Für die Verlegung der vorinstanzlichen Kosten ist somit nicht vom Obsiegen 
des Beschwerdeführers auszugehen, weil der angefochtene Entscheid auf-
grund der seinerzeitigen Verhältnisse korrekt war. Nach dem Unterliegerprin-
zip (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG) hat der vorinstanzliche Kostenschluss so-
mit weiterhin Bestand.

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern vom 15. November 2019 aufgehoben. 
Die Akten gehen an das Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern 
zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers für 
ein Jahr. Bei einer weiteren Verlängerung ist zu prüfen, ob sich seine 
beruflich-wirtschaftliche Integration im Sinn der Erwägungen stabilisiert 
hat.

2. a) Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Kosten 
erhoben.

b) Der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) hat dem Beschwerdeführer für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt 
auf insgesamt Fr. 5'390.40 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

3. Die Kostenverlegung vor der Polizei- und Militärdirektion des Kantons 
Bern bleibt unverändert.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das verwaltungsgericht-
liche Verfahren wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsver-
zeichnis abgeschrieben. 

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Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.