# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44eb9e93-7302-5070-b911-4c734895f23a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 23.06.2008 1-HA.2008.62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_1-HA-2008-62_2008-06-23.pdf

## Full Text

2008 Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht 399 

troffene von illegalem Heroinkonsum und der damit verbundenen 
Kriminalität fernzuhalten. Die Abgabe von Methadon muss im Kan-
ton Aargau in der Regel durch den Kantonsarzt bewilligt werden. Da 
sich der Gesuchsgegner im Rahmen der Durchsetzungshaft kein He-
roin beschaffen kann, ist nicht ersichtlich, weshalb er weiter Metha-
don konsumieren müsste. Unter diesen Umständen obliegt es dem 
Gesuchsteller - im Rahmen seiner Pflicht, auch während der Durch-
setzungshaft auf die Ausschaffung des Gesuchsgegners hinzuwirken 
- dafür besorgt zu sein, den Methadonentzug auch gegen den Willen 
des Gesuchsgegners durchzuführen. Der Gesuchsteller hat deshalb 
beim Kantonsarzt die Beendung der Methadonabgabe zu erwirken. 

Sollte sich der Gesuchsgegner weiterhin weigern, einen freiwil-
ligen Methadonentzug durchzuführen und sollte der Gesuchsteller 
keine Bestätigung der zuständigen algerischen Institution beibringen 
können, wonach der Gesuchsgegner trotz Methadonkonsums in sein 
Heimatland zurückkehren kann und er dort weiterhin Methadon er-
hält oder mit ihm ein adäquater Methadonentzug durchgeführt wird 
bzw. sollte keine Verfügung des Kantonsarztes erwirkt werden kön-
nen, wonach dem Gesuchsgegner nur noch so lange Methadon verab-
reicht wird, als dies bei einem "warmen" Methadonentzug notwendig 
ist, wäre die Weiterführung der Haft als unverhältnismässig zu be-
zeichnen. 

In jedem Fall ist bei einem Methadonentzug den Bedenken des 
Bezirkarztes betreffend Selbst- und Drittgefährdung Rechnung zu 
tragen. Die Durchsetzungshaft ist deshalb für die Dauer des Metha-
donentzugs bzw. soweit medizinisch indiziert in der Psychiatrischen 
Klinik K. oder einer anderen geeigneten Entzugsanstalt zu vollzie-
hen. […] 

81 Ausschaffungshaft; Haftbedingungen; Haftvollzug 
Die aktuelle bauliche Infrastruktur des Ausschaffungszentrums Aarau 
lässt eine migrationsrechtliche Inhaftierung von maximal sechs Monaten 
zu. Aus migrationsrechtlichen Gründen Inhaftierte müssen sich nicht ent-
gegenhalten lassen, die Infrastruktur müsse mit Untersuchungshäftlingen 
geteilt werden und sei auf deren Bedürfnisse ausgelegt (E. II./4.4.9.). 

400 Rekursgericht im Ausländerrecht 2008 

Im Rahmen der Administrativhaft sind Zelleneinschliessungen grund-
sätzlich auf die Zeit der Nachtruhe zu beschränken (E. II./4.5.2.). 
Kann einer arbeitswilligen Person innert 14 Tagen keine geeignete Be-
schäftigung angeboten werden, ist sie in eine Anstalt mit Beschäfti-
gungsmöglichkeiten zu verlegen oder zu entlassen. Es besteht indessen 
kein Anspruch auf ununterbrochene Beschäftigung (E. II./4.5.4.). 
Den Inhaftierten ist eine Zusammenfassung der Hausordnung des Aus-
schaffungszentrums in einer ihnen verständlichen Sprache auszuhändi-
gen bzw. falls notwendig unter Beizug eines Dolmetschers zu erläutern 
(E. II./4.5.6.). 
Die Beschränkung des Telefonverkehrs ist gemäss § 28 EGAR dem Mi-
grationsamt vorbehalten und kann auch bei Fehlverhalten der Häftlinge 
nicht durch Vollzugsbeauftragte ausgesprochen werden (E. II./4.5.9.). 

Entscheid des Präsidenten des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 
23. Juni 2008 in Sachen Migrationsamt des Kantons Aargau gegen E.C. be-
treffend Haftentlassung / Haftverlängerung (1-HA.2008.62). 

Bestätigt durch den Entscheid des Bundesgerichts vom 25. Juli 2008 
(2C_483/2008). 

Anmerkung: Im Nachgang zum zitierten Entscheid wurden im Ausschaf-
fungszentrum Aarau diverse bauliche Massnahmen vorgenommen. Unter die-
sen Umständen ist gegen eine Inhaftierung von mehr als sechs Monaten nichts 
mehr einzuwenden. 

82 Ausschaffungshaft; Haftbedingungen; Beschäftigungsmöglichkeit 
Hinsichtlich der Beschäftigungsmöglichkeiten ist nicht notwendig, dass 
diese auch den Intellekt der Inhaftierten fordern. Es geht lediglich 
darum, ihnen eine Beschäftigung anzubieten, damit sie nicht den ganzen 
Tag untätig sein müssen (E. II./4.). 

Entscheid des Präsidenten des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 
3. Juli 2008 in Sachen Migrationsamt des Kantons Aargau gegen E.M. betref-
fend Haftüberprüfung (1-HA.2008.71).