# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc88ea8f-15ed-59d7-baec-94bf038ec5f7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2021 SB190208
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190208_2021-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB190208-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichter lic. iur. Stiefel und 

Oberrichterin lic. iur. Bertschi sowie Gerichtsschreiber MLaw Andres 

 
Urteil und Beschluss vom 15. September 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. Steinhauser, 

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

betreffend mehrfache Freiheitsberaubung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 22. Oktober 
2018 (DG180010) 

-   2   - 

Inhaltsverzeichnis 

I. Prozessgeschichte und Berufungsgegenstand ............................................. 9 
1. Prozessgeschichte ............................................................................... 9 
2. Gegenstand der Berufung .................................................................. 10 

II. Sachverhaltsfeststellung .............................................................................. 10 
1. Anklagevorwurf und Vorgehen ........................................................... 10 
2. Qualität der Aussagen der Geschädigten ........................................... 12 

2.1. Ausgangslage und Vorgehen ............................................................. 12 
2.2. B._____ .......................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. 
2.3. M._____ .......................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. 
2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.) ....................... 20 
2.5. Zwischenfazit ...................................................................................... 24 

3. Zu den Vorgängen im Gebetsraum (Sachverhaltsteil B) ..................... 25 
3.1. Drohungen (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5) ..................................... 25 
3.2. Schläge im Gebetsraum (Sachverhaltsabschnitt 7) ............................ 30 
3.3. Bespucken (Sachverhaltsabschnitte 8 und 9) ..................................... 36 
3.4. Nötigung B._____s mit Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3) ........... 39 
3.5. Anwesenheit von A._____ und der übrigen Beschuldigten betreffend 

Sachverhaltsabschnitte 3, 4, 5, 7 und 9 .............................................. 41 
4. Nötigung betreffend Geständnisse und Tonaufnahmen etc. 

(Sachverhaltsabschnitte 20 und 21) ................................................... 46 
III. Rechtliche Würdigung ................................................................................. 49 

1. Tätlichkeiten im Gebetsraum zum Nachteil von B._____ 
(Sachverhaltsabschnitt 7) ................................................................... 49 

2. Beschimpfung durch Bespucken zum Nachteil von B._____ 
(Sachverhaltsabschnitt 8 und 9) ......................................................... 52 

3. Drohungen zum Nachteil von B._____ (Sachverhaltsabschnitte 4 und 
5) ........................................................................................................ 57 

4. Nötigung mit Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3) ........................... 59 
IV. Strafzumessung und Vollzug ...................................................................... 62 

1. Vorinstanzliche Sanktion und Anträge ................................................ 62 
2. Anwendbares Recht ........................................................................... 63 
3. Grundsätze der Strafzumessung ........................................................ 63 
4. Methodik und Wahl der Sanktionsart .................................................. 63 

4.1. Deliktsübergreifende Faktoren ............................................................ 63 
4.2. Wahl der Sanktionsart ........................................................................ 67 

5. Strafrahmen und schwerste Straftat ................................................... 69 
6. Konkrete Beurteilung .......................................................................... 70 

6.1. Freiheitsberaubung zum Nachteil des Privatklägers B._____ 
(Sachverhaltsabschnitt 12) ................................................................. 70 

6.2. Gehilfenschaft zu Drohungen zum Nachteil B._____s 
(Sachverhaltsabschnitte 4 und 5) ....................................................... 72 

6.3. Gehilfenschaft zur Nötigung betr. Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3)
 ........................................................................................................... 73 

-   3   - 

6.4. Freiheitsberaubung zum Nachteil M._____s (Sachverhaltsabschnitt 19)
 ........................................................................................................... 74 

6.5. Nötigung betreffend Mobiltelefon und Sperrcode zum Nachteil 
M._____s (Sachverhaltsabschnitte 14 und 15) ................................... 75 

6.6. Körperverletzung zum Nachteil M._____s (Sachverhaltsabschnitt 16) 76 
6.7. Fazit Tatkomponente .......................................................................... 77 
6.8. Täterkomponente ............................................................................... 77 
6.9. Mediale Vorverurteilung und Verfahrensdauer ................................... 79 
6.10. Ergebnis Gesamtfreiheitsstrafe .......................................................... 80 

7. Strafzumessung Geldstrafe ................................................................ 80 
7.1. Methodik ............................................................................................. 80 
7.2. Gehilfenschaft zur Beschimpfung (Sachverhaltsabschnitte 8 und 9) .. 81 

8. Vollzug ................................................................................................ 83 
9. Fazit .................................................................................................... 84 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................................................ 85 
1. Erstinstanzliches Verfahren ................................................................ 85 

1.1. Verfahrenskosten ............................................................................... 85 
1.2. Entschädigung des amtlichen Verteidigers ......................................... 86 
1.3. Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

Privatklägerschaft ............................................................................... 86 
2. Berufungsverfahren ............................................................................ 87 

2.1. Verfahrenskosten ............................................................................... 87 
2.2. Amtliche Verteidigung ......................................................................... 88 
2.3. Unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers ............................ 88 

 
  

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Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 29. Januar 

2018 (Urk. 108, mit handschriftlicher Nummerierung, vgl. dazu unten E. II.1.1.) ist 

diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz 
(Urk. 173) 

Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der Beschimpfung (eventuali-

ter Tätlichkeiten) gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 der Anklageschrift ein-

gestellt.  

2. Das Verfahren wird in Bezug auf den Vorwurf der mehrfachen Sachentzie-

hung gemäss den Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der Anklageschrift 

eingestellt. 

[Mitteilungssatz und Rechtsmittel] 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

− der mehrfachen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 12 und 19 inkl. 13 der Anklageschrift),  

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, teilweise in Ver-

bindung mit Art. 25 StGB (Sachverhaltsabschnitte 14 und 15 sowie 3 

[Gehilfenschaft] der Anklageschrift),  

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitt 16 der Anklageschrift), 

− der Gehilfenschaft zur Drohung im Sinne von Art. 25 in Verbindung mit 

Art. 180 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5 der Anklage-

schrift).  

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2. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen von 

den Vorwürfen 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StG (Sachverhaltsab-

schnitte 1, 2 und 6 sowie 20 und 21 der Anklageschrift),  

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 8, 9 und 17 der Anklageschrift), 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitt 7 der Anklageschrift).  

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, wo-

von 183 Tage (vom 21. Februar 2017 bis 22. August 2017) durch Haft er-

standen sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 6. Juni 2017 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich (TEU-

Ass-Tri) gelagerten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf erstes Ver-

langen nach Rechtskraft herausgegeben: 

− USB Memory Stick Marke EMTEC (Asservat Nr.: A010'137'050), 

− Klappmesser (Asservat Nr.: A010'137'185), 

− Mehrere Broschüren (Asservat Nr.: A010'137'527), 

− USB Memory Stick Marke Disk2Go (Asservat Nr.: A010'259'446), 

− USB Memory Stick Marke SanDisk (Asservat Nr.: A010'259'457). 

Verlangt der Beschuldigte die betreffenden Gegenstände innert drei Mona-

ten nach Rechtskraft nicht heraus, werden sie vernichtet. 

6. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 (B._____) wird abgewie-

sen. 

7. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten 

C._____, D._____, E._____, F._____, G._____, H._____ sowie dem Ju-

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gendlichen I._____ verpflichtet, dem Privatkläger 1 (B._____) Fr. 2'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

8. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen. 

9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   Gebühr für das Vorverfahren  

Fr. 36.60   Entschädigung Zeuge 

Fr. 75.00   Entschädigung Dolmetscher 

Fr. 37'474.20   Kosten amtliche Verteidigung   (inkl. Barauslagen und MWSt.) 

Fr. 2'941.30   1/10 Kosten unentgeltl. Verbeiständung Privatkläger   (inkl. Barauslagen und MWSt.) 

Fr. 54'527.10   Total 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

Wird auf die Begründung dieses Entscheids verzichtet, so ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel.  

10. Die Kosten - mit Ausnahme derjenigen für die unentgeltliche Verbeiständung 

der Privatklägerschaft - werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt 

und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die dem Beschuldigten 

auferlegten Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO bleibt vorbehalten.  

Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft wer-

den auf die Gerichtskasse genommen.  

[Mitteilungssatz und Rechtsmittel] 

-   7   - 

Berufungsanträge 

Der Staatsanwaltschaft: 
(Urk. 176, S.  9 f.; 192 S. 4 f.) 

 1.  Es seien die Schuldsprüche gemäss Urteil des Bezirksgericht Winterthur 

vom 22. Oktober 2018 zu bestätigen. 

2.  Es sei der Beschuldigte zusätzlich schuldig zu sprechen 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsab-

schnitt 3 der Anklageschrift) 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB (Sachverhaltsabschnitt 4 und 

5 der Anklageschrift) 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sachverhalts-

abschnitte 20 und 21 der Anklageschrift) 

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs.1 StGB 

(Sachverhaltsabschnitte 8 und 9 der Anlageschrift) 

− der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Sachverhaltsab-

schnitt 7 der Anklageschrift). 

3. Es sei der Beschuldigte zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 30 Mona-

ten, einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je CHF 30.– sowie einer Busse 

von CHF 500.–. 

4. Es sei der Vollzug von 10 Monaten Freiheitsstrafe und Gewährung des be-

dingten Vollzuges der restlichen 20 Monate Freiheitsstrafe unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren anzuordnen. 

5. Es sei der bedingte Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung von 2 Jahren 

Probezeit zu gewähren. 

6. Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter Nichtbezah-

lung der Busse festzusetzen. 

7. Es seien dem Beschuldigten die Kosten des Vorverfahrens sowie der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung vollumfänglich aufzuerlegen. 

-   8   - 

Des Beschuldigten: 
(Urk. 193 S. 1) 

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland sei vollumfänglich 

abzuweisen und es sei das vorinstanzliche Urteil vom 22. Oktober 2018 zu 

bestätigen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens inkl. derjenigen der amtlichen Verteidi-

gung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Des Privatklägers: 

(Keine Anträge) 

 

  

-   9   - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Berufungsgegenstand 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten A._____ steht im Zusam-

menhang mit einem Vorfall, der sich am tt. November 2016 in der J._____ [Mo-

schee] ereignet hat. Gestützt auf ihre Untersuchung dieses Vorfalls erhob die 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 29. Januar 2018 gegen den Be-

schuldigten sowie gegen die neun Mitbeschuldigten K._____ (SB190206), 

C._____ (SB190207), H._____ (SB190209), E._____ (SB190210), F._____ 

(SB190211), I._____ (Jugendstrafverfahren, SB190212), L._____ (SB190213), 

D._____ (SB190214) und G._____ (SB190215) Anklage beim Bezirksgericht Win-

terthur (Urk. 108). Aufgrund des engen sachlichen Zusammenhangs zwischen 

diesen Verfahren führte das Bezirksgericht Winterthur für sämtliche zehn Be-

schuldigten eine gemeinsame Hauptverhandlung durch. Mit vorgenanntem Urteil 

und Beschluss vom 22. Oktober 2018 entschied die Vorinstanz über die in der 

Anklage gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe.   

1.2. Gegen dieses den Parteien am 23. Oktober 2018 mündlich eröffnete Urteil 

meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft (Berufungsanmeldung vom 23. Oktober 

2018, Urk. 165) als auch der Privatkläger B._____ (Berufungsanmeldung vom 

31. Oktober 2018, Urk. 167) fristgerecht Berufung an.  

1.3. Das begründete Urteil des Bezirksgerichts Winterthur (Urk. 170 bzw. 

Urk. 173) wurde von den Parteien am 2. April 2019 (Staatsanwaltschaft) bzw. am 

10. April 2019 (Privatkläger) entgegengenommen (Urk. 171). Am 24. April 2019 

(Postaufgabe am 23. April 2019) ging die Berufungserklärung der Staatsanwalt-

schaft (Urk. 176) fristgerecht beim Obergericht ein. Demgegenüber reichte der 

Privatkläger B._____ keine Berufungserklärung ein, weshalb mit Beschluss vom 

16. Mai 2019 (Urk. 177) auf seine Berufung nicht eingetreten wurde.     

1.4. Die Parteien erhoben weder Anschlussberufungen noch wurden Anträge 

auf Nichteintreten gestellt (Urk. 179 i.V.m. Urk. 180/1-3 und Urk. 181).   

-   10   - 

1.5. Vom 6. - 8. September 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, an wel-

cher die Verfahren gegen sämtliche zehn Beschuldigten (SB190206 - SB190215) 

gemeinsam verhandelt wurden. Am 6. Oktober 2021 fand die mündliche Ur-

teilseröffnung statt (Prot. II S. 6 ff.). 

2. Gegenstand der Berufung 

2.1. Das vorinstanzliche Urteil vom 22. Oktober 2018 wurde hinsichtlich der 

Schuldsprüche gemäss Dispositivziffer 1 betreffend mehrfacher Freiheitsberau-

bung, einfacher Körperverletzung sowie teilweise betreffend mehrfacher Nötigung 

gemäss Sachverhaltsabschnitten 14 und 15 der Anklageschrift nicht angefochten. 

Gleiches gilt hinsichtlich Dispositivziffer 2 betreffend die Freisprüche vom Vorwurf 

der mehrfachen Nötigung gemäss Sachverhaltsabschnitten 1, 2 und 6 sowie vom 

Vorwurf der Beschimpfung gemäss Sachverhaltsabschnitt 17. Unangefochten 

blieben ferner auch Dispositivziffer 5 (beschlagnahmte Gegenstände), Dispositiv-

ziffer 6 und 7 (Zivilforderung des Privatklägers betreffend Schadenersatz und Ge-

nugtuung), Dispositivziffer 8 (Abweisung Genugtuung betreffend Beschuldigten) 

und Dispositivziffer 9 (Kostenfestsetzung erstinstanzliches Verfahren, inkl. Ent-

schädigung der amtlichen Verteidigung) sowie der gleichentags ergangene Be-

schluss hinsichtlich Dispositivziffern 1 und 2 (Verfahrenseinstellungen betreffend 

Beschimpfung gemäss Sachverhaltsabschnitt 10 und betreffend mehrfacher    

Sachentziehung gemäss Sachverhaltsabschnitten 11 und 18 der Anklageschrift). 

2.2. Insoweit ist das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 22. Oktober 

2018 folglich in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist.  

II. Sachverhaltsfeststellung 

1. Anklagevorwurf und Vorgehen 

1.1. Hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalts kann 

grundsätzlich auf die beigeheftete Anklageschrift vom 29. Januar 2018 verwiesen 

werden. In Anbetracht der starken Zerstückelung des Anklagesachverhalts in 

zahlreiche Unterabschnitte, hinsichtlich welcher die Beschuldigten gemäss Vor-

wurf der Staatsanwaltschaft in unterschiedlichen Konstellationen tätig geworden 

-   11   - 

sein sollen, hat die Vorinstanz die einzelnen Anklagesachverhalte zur besseren 

Übersichtlichkeit in 22 nummerierte "Sachverhaltsabschnitte" unterteilt (A, 1 - 21) 

und diese Nummerierung in der Anklageschrift  entsprechend gekennzeichnet 

(vgl. beigeheftete nummerierte Version der Anklageschrift). Diese für sämtliche 10 

Beschuldigten einheitlich vorgenommene Nummerierung erscheint sinnvoll und 

wird zwecks besserer Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit der hier gemach-

ten Ausführungen gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil beibehalten (jeweils mit 

"Sachverhaltsabschnitt XY" bezeichnet).  

1.2. Für einen Überblick über die von der Anklageschrift erfassten Geschehnis-

se kann vorweg auf die chronologische Aufarbeitung des gesamten Anklagesach-

verhalts durch die Vorinstanz in ihrem Urteil E. III.1.2. verwiesen werden.  

1.3. Zwecks einer übersichtlichen und chronologischen Aufarbeitung des Vor-

falls wird der Anklagesachverhalt im Rahmen der nachfolgenden Sachverhaltser-

stellung ferner grob in drei Teile (Sachverhaltsteile A, B und C) gegliedert:  

− Im Sachverhaltsteil A, der sich zu Beginn des Vorfalls und örtlich im 
Eingangsbereich der Moschee abspielte, waren gemäss Anklage zu-
nächst nur die Beschuldigten D._____, C._____, E._____ und der Ju-

gendliche und schliesslich dann auch die Beschuldigten A._____, 

G._____, F._____ und K._____ beteiligt (umfasst die Sachverhaltsab-

schnitte A, 1, 2, 4, 6 und 8).  

− Der diesem chronologisch nachgelagerte Sachverhaltsteil B umfasst 

das darauffolgende Geschehen im Gebetsraum, an welchem sich 
gemäss Anklagevorwurf sämtliche acht vorgenannten Beschuldigten 

(D._____, C._____, E._____, der Jugendliche, A._____, G._____, 

F._____ und K._____) beteiligt haben. Sachverhaltsteil B umfasst ei-

nerseits die Sachverhaltsabschnitte 3, 5, 7, 9, 10, 11, und 12 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Privatklägers B._____, und andererseits die Sach-

verhaltsabschnitte 13 - 18 sowie Sachverhaltsabschnitt 19 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Geschädigten M._____. 

-   12   - 

− Sachverhaltsteil C umfasst die letzte Phase des Vorfalls, welche sich 

im Büro des Vorstands abgespielt hat. Er umfasst die Sachverhalts-
abschnitte 12 (2. Hälfte) und 20 zum Nachteil des Privatklägers 

B._____ sowie die Sachverhaltsabschnitte 19 (2. Hälfte) und 21 zum 

Nachteil des Geschädigten M._____. An diesen Taten sollen gemäss 

Anklageschrift zusätzlich auch die Beschuldigten H._____ und 

L._____, mithin sämtliche zehn Beschuldigten, beteiligt gewesen sein.        

1.4. Auf die Erstellung des subjektiven Tatbestandes wird teilweise erst im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung eingegangen.  

2. Qualität der Aussagen der Geschädigten 

2.1. Ausgangslage und Vorgehen 

2.1.1. Darüber, was genau sich am tt. November 2016 im Innern der J._____ ab-

gespielt hat, gehen die Aussagen der beiden Geschädigten und jene der 10 Be-

schuldigten in den entscheidenden Punkten diametral auseinander. Neben insge-

samt rund 40 Einvernahmen der Beschuldigten zu den Vorfällen in der J._____ 

liegen insbesondere je zwei Einvernahmen der beiden Geschädigten vor. Andere 

direkte Beweismittel als die Aussagen der Beschuldigten und Geschädigten lie-

gen – mit Ausnahme zweier Tonaufnahmen von Geständnissen der Geschädigten 

– mit Blick auf das Kerngeschehen nicht vor. Angesichts dessen, dass die Be-

schuldigten – mit wenigen Ausnahmen hinsichtlich einzelner Punkten – geschlos-

sen abstreiten, dass es an diesem Abend des tt. November 2016 zu gewaltsamen 

Übergriffen gegen die Geschädigten gekommen sei, basieren die Anklageschrif-

ten denn auch weitestgehend auf den Aussagen der beiden Geschädigten. Der 

Frage nach der Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen und Vorwürfe gegen die 10 

Beschuldigten kommt entsprechend grosses Gewicht zu. 

2.1.2. Sowohl der Privatkläger B._____ als auch der Geschädigte M._____ gaben 

jeweils zu Beginn ihrer Einvernahmen in freier Schilderung wieder, was sich aus 

ihrer Sicht am Tatabend ereignet hatte. In der nachfolgenden Sachverhaltsfest-

stellung wird auf die verschiedenen Vorwürfe gegen die Beschuldigten einzeln 

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einzugehen sein, unter Einbezug der dafür jeweils relevanten Aussagen der Ge-

schädigten und der gemäss Anklageschrift beteiligten Beschuldigten. Nachdem 

die Aufspaltung der Ereignisse in 21 Sachverhaltsabschnitte der Anklageschrift 

zwangsläufig eine isolierte Betrachtung einzelner Aussagen zum jeweiligen Sach-

verhaltsabschnitt erfordert, drängt es sich auf, zunächst einige Ausführungen über 

die Qualität der Aussage der Geschädigten als Ganzes, insbesondere unter Ein-

bezug ihrer freien gesamtheitlichen Schilderung der Tathergänge, vorzunehmen. 

Schliesslich erlauben solche längeren frei geschilderten Berichte über ein Ereignis 

aus aussagepsychologischer Sicht verlässlichere Analysen der Qualität der Aus-

sagen, als dies bei kürzeren Antworten der Fall ist (LUDEWIG/TAVOR/ BAUMER, Wie 

können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und An-

wälten helfen?, AJP 11/2011, S. 1426). Demgegenüber liegen seitens der Be-

schuldigten kaum längere, frei geschilderte Berichte über das am Tatabend Vor-

gefallene vor. Sie gaben sich – wie noch zu zeigen sein wird – in den zahlreichen 

durchgeführten Einvernahmen mit wenigen Ausnahmen grösstenteils wortkarg, 

machten von ihren Aussageverweigerungsrechten Gebrauch bzw. beschränken 

sich weitestgehend auf die pauschale Bestreitung der ihnen gemachten Vorwürfe 

und Vorhalte. Eine gesamtheitliche Analyse ihrer Aussagen bietet sich somit vor-

liegend nicht an. Auf ihre Aussagen wird jedoch in den Ausführungen zu den Ein-

zelvorwürfen noch näher einzugehen sein.  

2.1.3. Im Rahmen der Aussageanalyse wird geprüft, ob die aussagende Person 

unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und 

ihrer Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund ma-

chen könnte. Als Analysemittel dienen vorab die so genannten Realkennzeichen. 

Dabei handelt es sich um wissenschaftlich definierte Qualitätsmerkmale für die 

Bewertung der Glaubhaftigkeit von Aussagen. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto 

glaubhafter erscheint die Aussage (vgl. etwa BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 

128 I 81 E. 2; Urteile des Bundesgerichts 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2 

und 6B_793/2010 vom 14. April 2011 E. 1.3.1.). Zu diesen Realkennzeichen ge-

hören beispielsweise die logische Konsistenz, der quantitative Detailreichtum, 

raum-zeitliche Verknüpfungen, Interaktionsschilderungen, die Wiedergabe von 

Gesprächen oder die Schilderung von ausgefallenen Einzelheiten und Neben-

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sächlichkeiten, von eigenen psychischen Vorgängen sowie psychischer Vorgänge 

des Täters, wie auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen (vgl. zu den Re-

alkennzeichen im Einzelnen etwa DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaus-

sagen, plädoyer 2/97, S. 33 ff.; FERRARI, Erkenntnisse aus der Aussagepsycholo-

gie, plädoyer 4/09, S. 35 f.; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER,  a.a.O., S. 1425). 

2.2. B._____ 

2.2.1. Der Privatkläger B._____ schildert die Geschehnisse in der J._____ sowohl 

in der polizeilichen Einvernahme vom 21. Dezember 2016 als auch in der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. April 2017 jeweils zunächst in einer län-

geren freien Erzählung (Urk. 20/1 S. 3 f.; Urk. 20/2 S. 6 ff.) und schliesslich im 

Rahmen der entsprechenden Detailbefragung. Seine Aussagen zum Kernge-

schehen blieben – wie sich auch in der nachfolgenden Sachverhaltserstellung 

zeigen wird – über beide Einvernahmen hinweg äusserst konstant und ohne grös-

sere Widersprüche. Die Aussagen weisen – insbesondere was das Kerngesche-

hen betrifft – einen hohen Detailgrad auf. Die Tathergänge werden von B._____ 

oft sehr bildhaft geschildert, wie zum Beispiel seine Darstellung der Situation im 

Gebetsraum kurz vor dem Eintreffen des Imams H._____ (Urk. 20/2 S. 7: "Man 

muss ich vorstellen, dass ich an der Wand sass und um mich herum wie ein 

Halbkreis war. Ich konnte mich nicht bewegen und alle waren über mir, dann kam 

eine Ohrfeige oder ich wurde bespuckt und gleichzeitig bedroht. Als der Imam 

kam und sah wie alle rumschreien, hat er versucht, rauszufinden, was los sei und 

warum es so laut sei und was passiert sei. […] Er fragte, was denn los sei. Dann 

hat er meine Hand genommen, während sie mich schlugen und bespuckten etc. 

und hat mich in das Büro reingenommen und die Tür glaublich abgesperrt. Das 

weiss ich nicht. Währenddessen waren die anderen draussen am Schreien."; wei-

tere Beispiele vgl. nachfolgende Erwägungen zu den einzelnen Sachverhaltsab-

schnitten). Ferner ist er im Stande, relativ genau den Wortlaut gewisser Aussagen 

der Beschuldigten wiederzugeben, die ihn offenbar besonders beeindruckt haben 

müssen (vgl. etwa Urk. 20/2 S. 7 "Du verkaufst Deine Religion für Geld, […]"; "Wir 

reissen dir den Kopf ab"; "Du solltest nicht hier in der Moschee sterben, dein Blut 

ist zu dreckig... […]."; "Wir haben ihn, wir haben ihn."). Seine Aussagen zum 

-   15   - 

Kerngeschehen sind teilweise auch mit nebensächlichen Einzelheiten versehen, 

wie etwa die Aussage, wonach der Imam ihm ein Glass Wasser gebracht hätte, 

worauf aber der Tunesier (der Jugendliche) gekommen sei, ihm das Glas weg-

nahm und gesagt habe, er hätte das nicht verdient (Urk. 20/1 S. 4; vgl. beispiels-

weise auch Urk. 20/2 S. 7 betreffend den beiläufigen Hinweis auf seinen Laptop: 

"Ich hatte meine kleine Laptoptasche dabei und sie haben meinen Laptop ge-

nommen und eingeschaltet, da war kein Passwort drauf."). Weiter sind in seinen 

Aussagen zahlreiche Elemente örtlich-zeitlicher Verknüpfung vorhanden: Der Pri-

vatkläger vermag den sich über mehrere Stationen erstreckende Sachverhalt in 

örtlicher Hinsicht detailliert zu schildern und hinsichtlich der verschiedenen einzel-

nen Tathandlungen jeweils anzugeben, in welchem Raum bzw. wo genau in die-

sem Raum der Moschee sich diese abgespielt haben sollen (z.B. Urk. 20/2 S. 6: 

"Wir gingen nach hinten zum Büro, also beim Eingang, da gibt es auch ein Sofa."; 

"Sie haben mich dann, […] geschleppt. In Richtung Gebetsraum und an die 

Wand."; Urk. 20/1 S. 3: "Sie zwangen mich neben die Bibliothek der Moschee zu 

sitzen."; vgl. sodann Urk. 20/2 S. 8 f.), und die einzelnen Stationen des Gesche-

hens schliesslich in einen Situationsplan einzutragen (vgl. Plan im Anhang zur 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme Urk. 20/2). Relativierend ist diesbezüglich 

allerdings anzufügen, dass der Privatkläger angab, die J._____ bereits seit An-

fang oder Mitte 2015 besucht zu haben, womit er mit den örtlichen Verhältnissen 

bereits vertraut gewesen sein dürfte und es ihm somit wohl grundsätzlich möglich 

gewesen wäre, solche örtlichen Begebenheiten in eine Lügengeschichte einzu-

binden. Diesfalls wäre aber aufgrund der Vielzahl und Komplexität der verschie-

denen Handlungsabläufe zu erwarten gewesen, dass sich der Privatkläger ver-

mehrt in Widersprüche verstricken würde. Wie die Vorinstanz jedoch bereits zu 

Recht festhielt, korrelieren seine Aussagen mit dem Blickwinkel von seinem jewei-

ligen Standort aus. So gibt er etwa an, er habe nur gehört, dass die Türen hätten 

verriegelt werden sollen. Ob dies bei der Eingangstür tatsächlich der Fall gewe-

sen war, habe er jedoch von seinem damaligen Standort im Gebetsraum nicht 

beobachten können (Urk. 20/2 S. 14; vgl. dazu auch Grundrissplan im Anhang der 

Einvernahme Urk. 20/2). 

-   16   - 

2.2.2. In seinen Aussagen finden sich ferner Schilderungen eigener psychischer 

Vorgänge, wie etwa, als er nach dem Bericht darüber, wie er durch F._____ ge-

zwungen worden sei, eine Zehnernote in den Mund zu nehmen, anfügte, dass er 

"da seinen Freund M._____ ein bisschen vermisst" habe. Er habe erst im Nach-

hinein erfahren, dass dieser auf der Toilette gewesen sei und die Polizei verstän-

digt habe (Urk. 20/1 S. 3). Oder dann seine Aussagen zur Anfangsphase, unmit-

telbar vor seiner Entdeckung: Er habe das Gefühl gehabt, dass C._____ ihn so 

komisch beobachtet habe. Normalerweise seien die Beschuldigten freundlich zu 

ihm, aber er habe da das Gefühl gehabt, dass etwas falsch gewesen sei 

(Urk. 20/2 S. 6). Auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen findet man in 

seinen Aussagen wieder. Darunter versteht man in der Aussagepsychologie die 

Schilderung von Handlungen, die dem Kerngeschehen ähnlich sind, die aber an-

derweitig, etwa zu anderer Zeit oder mit anderen Personen stattgefunden haben. 

B._____ beschreibt etwa, dass er sich, als die Schläge nicht aufgehört hatten, 

schliesslich komplett aufgegeben habe und dann plötzlich ganz ruhig geworden 

sei. Er denke sich, dass dies auch bei einer Hinrichtung so wäre. Man werde ganz 

ruhig und ergebe sich einfach seinem Schicksal (Urk. 20/1 S. 3). Schliesslich wird 

an verschiedenen Stellen seiner Aussage sichtbar, dass B._____ auf naheliegen-

de Mehrbelastungen verzichtete. So zeigte sich B._____ vor allem in der zweiten 

Einvernahme sehr vorsichtig darin, hinsichtlich der verschiedenen Taten einzelne 

Beschuldigte zu belasten. Wie sich in der nachfolgenden Detailprüfung der ein-

zelnen Sachverhaltsabschnitte noch zeigen wird, nennt er jeweils nur jene Be-

schuldigten, hinsichtlich welcher er sich sicher war, dass sie an der entsprechen-

den Tat mitgewirkt hatten, obwohl seiner Erinnerung nach insgesamt noch weitere 

Beschuldigte beteiligt gewesen sein mussten (vgl. nachfolgende Erwägungen; 

beispielhaft an dieser Stelle: Urk. 20/2 S. 12: "Die Spucke kam von überall. Sicher 

bin ich mir aber bei der Nr. 16 und bei der Nr. 4.").  

2.2.3. Nach dem Gesagten kann vorweg festgehalten werden, dass die Aussagen 

des Privatklägers B._____ zahlreiche Realkennzeichen aufweisen. Seine insge-

samt in sich stimmigen, detailreichen und plastischen Schilderungen zeugen von 

einer hohen Aussagequalität. Wie bereits erwähnt blieben seine Aussagen in der 

ersten, tatnächsten Einvernahme gegenüber der rund 5 Monate später durchge-

-   17   - 

führten zweiten Einvernahme durchwegs konstant. Insbesondere ist in seinem 

Aussageverhalten über diese Zeit hinweg betrachtet keine Aggravation der Vor-

würfe gegen die Beschuldigten zu erkennen. Im Gegenteil zeigte sich der Privat-

kläger – wie soeben erwähnt – im Rahmen der zweiten Einvernahme zunehmend 

zurückhaltend, wenn es darum ging, die verschiedenen Beschuldigten der Mitwir-

kung an einzelnen Handlungen zu bezichtigen, was er weitgehend damit begrün-

dete, dass er sich nicht mehr an alles im Detail erinnern könne. Beispielhaft kann 

etwa auf die Frage nach der Bezeichnung jenes Beschuldigten, welcher im Zu-

sammenhang mit den ausgesprochenen Todesdrohungen nach einem Messer 

verlangt habe, verwiesen werden: Während er in der ersten Einvernahme noch 

angab, er sei sich "fast sicher", dass diese Aussage vom Jugendlichen gemacht 

worden sei, äusserte er sich in der zweiten Einvernahme auf entsprechende 

Nachfrage nach dem Täter jedoch zurückhaltender, indem er angab, er habe zwar 

eine Idee, welcher Beschuldigte das gesagt haben dürfte, er behalte das aber lie-

ber für sich, weil er sich da nicht ganz sicher sei (Urk. 20/1 S. 5; Urk. 20/2 S. 23). 

2.2.4. Seine Schilderungen zum Kerngeschehen halten sodann auch einem 

Strukturvergleich mit Aussagen zum Nebengeschehen stand, was weiter für die 

Erlebnisbasiertheit seiner Schilderungen spricht. Im Rahmen des Strukturver-

gleichs wird die Qualität der Aussage zum Kerngeschehen der Qualität der Schil-

derungen zu nicht tatbezogenen Inhalten gegenübergestellt (LUDEWIG/TAVOR/ 

BAUMER, a.a.O., S. 1428 ff.). Vorliegend weisen etwa die hinsichtlich der Tatvor-

würfe nebensächlichen, einleitenden Aussagen B._____s zum Geschehen vor 

dem Moscheebesuch (vgl. Urk. 20/2 S. 6 oben) einen vergleichbaren Detailgrad 

auf, wie seine späteren Aussagen zum Kerngeschehen.  

2.3. M._____ 

2.3.1. Auch der Geschädigte M._____ schildert die Geschehnisse des Tatabends 

in zwei Einvernahmen zunächst jeweils in einer längeren freien Erzählung, wobei 

insbesondere seine erstmalige Schilderung wenige Tage nach dem Vorfall be-

sonders ausführlich ausfiel (Urk. 20/5 S. 2-4; Urk. 20/6 S. 7 f.). Auch seine Aus-

sagen zum Kerngeschehen blieben über beide Einvernahmen hinweg im Wesent-

lichen konstant und ohne grössere inneren Widersprüche. Ebenfalls weisen auch 

-   18   - 

sie verschiedene Realkennzeichen auf. So verfügen auch seine Aussagen über 

einen erheblichen Detailgrad in der Gestalt von plastischen Schilderungen der 

Geschehnisse sowie teilweise Wiedergaben von Gesprächsteilen. Er beschreibt 

beispielsweise äusserst bildhaft, wie einer der Beschuldigten, und zwar der gröss-

te und stärkste von ihnen, sich vor B._____, der in dieser Situation am Boden ge-

sessen habe, hingestellt und ihn geschlagen habe. Es sei nicht nur eine Ohrfeige, 

sondern eine Ohrfeigenserie mit beiden Händen auf beide Gesichtshälften von 

B._____ gewesen (Urk. 20/5 S. 3). Ähnlich gestaltet sich seine Beschreibung des 

Faustschlags, den er erlitten habe. Der Schlag habe ihn am Hinterkopf getroffen. 

Er habe darauf ein "weisses Licht" gesehen und sei fast bewusstlos geworden. 

Etwas später beschrieb er, wie einer der Beschuldigten in einer Hand eine Geld-

note hielt, während er mit der anderen Hand den Mund von B._____ so aufge-

drückt habe, dass dieser den Mund habe öffnen müssen, wobei er zu B._____ 

gesagt habe, er habe ihre Religion verraten bzw. verkauft, weshalb er nun auch 

das Geld schlucken solle (Urk. 20/5 S. 3). Seine Aussagen enthalten schliesslich 

sowohl Schilderungen von Interaktionen von B._____ und von sich selber mit den 

Tätern als auch Wiedergaben von Gefühlen bzw. von psychischen Vorgängen – 

seien dies eigene oder solche bei den Tätern (z.B. Urk. 20/5 S. 3: "[..] haben die 

Leute, die das Telefon von B._____ kontrollierten, offenbar auf Grund der Fotos, 

die sie im Handy gesehen haben, sich gegen mich gewendet und mich gefragt, ob 

ich ihn kenne. Ich sagte, nein, weil ich von diesen Leuten Angst hatte und weil ich 

gesehen habe, was sie mit B._____ gemacht haben. Da begannen sie auch mich 

zu schlagen, weil sie offenbar aufgrund der Fotos dachten, dass wir Freunde sind 

und ich so wie er bin."; a.a.O.: "Wieso sie das dermassen aufbrachte, war für 

mich bizarr."). Auch finden sich in seinen Aussagen Schilderungen ausgefallener 

Einzelheiten bzw. nebensächlicher Details, etwa als er beschreibt, wie er im Büro 

des Vorstands habe erdulden müssen, dass sie fotografiert wurden. Die vielen 

Fotos seien so absurd gewesen, wie etwa der Moment, als er sogar für ein Foto 

gelächelt und in einem anderen zwei Finger zum Victory-Zeichen gehoben habe, 

dies "aus einem merkwürdigen Gefühl heraus, in dieser zynischen Situation" 

(Urk. 20/5 S. 4). Auch in seinen Aussagen sind sodann die bereits erwähnten 

Elemente ort-zeitlicher Verknüpfung vorhanden, war doch auch er in der Lage, die 

-   19   - 

sich über verschiedenen Stationen in der Moschee abspielenden Handlungsver-

läufe den örtlichen Gegebenheiten relativ genau zuzuordnen und in den ihm vor-

gelegten Situationsplan der Moschee einzuzeichnen (vgl. dazu Anhang Urk. 20/6; 

beispielhaft Urk. 20/6 S. 22: "Als man mir verwehrte, die Moschee zu verlassen, 

lief ich zurück und sprach weiter mit der Nr. 10, der Nr. 6 und der Nr. 11 und lief 

zurück in den Gebetsraum. Danach hatten sie mir das Handy abgenommen und 

im Büro befanden sich die Nr. 13 und B._____ und ein weiterer, der nicht hier ab-

gebildet ist. Danach hat die Nr. 13 das Büro für einige Schritte verlassen, sich 

maximal 2m vom Büro entfernt. Er hielt mich am Arm und sagte mir, er müsse mit 

mir sprechen und lief dann zu diesem Bereich, den ich mit Nr. 4 blau bezeichnete. 

Als ich mit diesem dann sprach, bekam ich plötzlich diesen Schlag gegen den 

Kopf versetzt."). Letzteres ist in Anbetracht der Tatsache, dass M._____ im Ge-

gensatz zu B._____ mit den örtlichen Begebenheiten der Moschee nicht beson-

ders gut vertraut gewesen sein dürfte (vgl. dazu auch nachfolgend E.II.2.4.4.), 

bemerkenswert und spricht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.  

2.3.2. Ferner verzichtet auch der Geschädigte M._____ an verschiedenen Stellen 

auf Mehrbelastungen, obwohl sich solche zur Anreicherung einer Lügengeschich-

te verschiedentlich angeboten hätten (vgl. z.B. Urk. 20/5 S. 3 "Die Gruppe hat 

mich von allen Seiten geschlagen. Es war aber nicht so schlimm wie bei B._____. 

Ich konnte es verkraften."; Urk. 20/6 S. 20: "Kam es in jener Situation Ihnen ge-

genüber auch zu Tätlichkeiten, bevor Sie den Code herausgaben? [Antwort Ge-

schädigter:] Nur verbal, nicht physisch."; Urk. 20/6 S. 23: "Erhielten Sie weitere 

Schläge von irgendjemandem irgendwohin? [Antwort Geschädigter:] Nein."). Al-

lerdings fällt in seinen Aussagen auch auf, dass er sich in seinem Ausdruck häufi-

ger Superlativen oder "verstärkenden" Adjektiven bedient (z.B. Urk. 20/6 S. 3: "Ich 

habe grosse, starke Männer auf einmal gesehen."; "Jedenfalls hat der grösste 

und stärkste der Männer B._____ […] eine so heftige Ohrfeige gegeben, wie ich 

das noch nie erlebt habe."; "Zu dieser Zeit hat eine Person B._____ so stark an-

gefangen ins Gesicht zu spucken."; Urk. 20/5 S. 3 "Ohrfeigenserie"), was auf ei-

nen Hang zu Übertreibungen hindeuten könnte. Entsprechend sind solche Aus-

sagen des Geschädigten, insbesondere was die Intensität der beschriebenen 

Handlungen betrifft, mit besonderer Vorsicht zu würdigen. Gleiches gilt hinsicht-

-   20   - 

lich seiner Aussagen zum (vorliegend nicht mehr berufungsgegenständlichen) 

Geschehen im Eingangsbereich (Sachverhaltsteil A), bestehen diesbezüglich auf-

grund der räumlichen Verhältnisse in der Moschee und dem damaligen Standort 

des Geschädigten doch gewisse Zweifel, ob bzw. wie genau er dieses Gesche-

hen von seiner Position aus hatte beobachten können. Dies ändert aber nichts 

daran, dass seine Aussagen, insbesondere die in freier Erzählung gemachten 

Schilderungen des Tatgeschehens, insgesamt dennoch zahlreiche Realkennzei-

chen aufweisen, die dafür sprechen, dass sie auf tatsächlich Erlebtem basieren. 

Ferner ist auch bei M._____ keine wesentliche Diskrepanz zwischen Schilderun-

gen zum Kerngeschehen und solchen zu nebensächlichen Ereignissen erkennbar 

(vgl. etwa einleitende Erzählung zur Ankunft in der Moschee, Urk. 20/6 S. 7 Frage 

21), womit auch seine Aussagen einem Strukturvergleich grundsätzlich standhal-

ten.  

2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.) 

2.4.1. Die Vorinstanz verweist hinsichtlich der Frage nach der Verlässlichkeit der 

Aussagen der Geschädigten zunächst darauf, dass B._____ 2014 wegen ver-

suchten Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung verurteil worden sei 

(Urk. 160/5/6), was sie unter dem Titel der Glaubwürdigkeit des Privatklägers 

würdigt (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.1.). Der Glaubwürdigkeit einer Person 

kommt indes nur untergeordnete Bedeutung zu, da sie keine Rückschlüsse auf 

die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen erlaubt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.4 m.H.). Dies gilt hier umso mehr, 

nachdem es sich bei der besagten Vorstrafe nicht um "einschlägige" Vorstrafen 

im Sinne einer Verurteilung wegen falscher Anschuldigung oder Irreführung der 

Rechtspflege, sondern vielmehr um Vermögens- bzw. Urkundendelikte handelt. 

Entsprechend ist dieser im Rahmen der vorliegenden Aussagewürdigung kein be-

sonderes Gewicht zuzumessen. Für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit einer 

Aussage drängt es sich vielmehr auf, nach möglichen Fehlerquellen zu forschen. 

Diese können etwa darin bestehen, dass die aussagende Person über ein Motiv 

zur Falschaussage verfügt oder Umstände vorhanden sind, welche die Aussage 

beeinflusst haben könnten. Was mögliche Falschbelastungsmotive seitens der 

-   21   - 

Geschädigten betrifft, weist die Vorinstanz zu Recht auf eine "mögliche Zusam-

menarbeit" B._____s mit dem Journalisten N._____ hin (vgl. vorinstanzliches Ur-

teil E. III.8.4.1.). Letzterer war mit seiner Berichterstattung über radikal-islamische 

Tendenzen in der J._____ daran beteiligt, dass die Moschee bzw. ihre Besucher 

in den Fokus kritischer Medienberichte geriet. Die Strafuntersuchung und die in 

diesem Rahmen geltend gemachten Zivilforderungen des Privatklägers brachten 

dabei hervor, dass der Privatkläger B._____ hinsichtlich der Fragen, was der wah-

re Grund für seine Anwesenheit in der J._____ an jenem Abend gewesen ist, so-

wie über die Zusammenarbeit mit N._____ und ferner hinsichtlich der Frage, ob er 

dafür von diesem je Geld erhalten habe, die er in den Einvernahmen allesamt 

verneint bzw. abgestritten hatte, gelogen hatte. Aufgrund der aktenkundigen Auf-

nahmen von Auszügen aus WhatsApp-Konversationen zwischen dem Privatklä-

ger B._____ und N._____ sowie anhand der auf seinem Mobiltelefon gespeicher-

ten Aufnahmen aus dem Innern der Moschee, welche er teilweise auch umge-

hend an N._____ schickte (Urk. 158/15/1-13, 24-28; weitere Aufnahmen auf CD-

Rom betr. Mobiltelefon von L._____, Urk. 42/2), erscheint klar, dass B._____ den 

Journalisten mit Informationen und Bildmaterial aus der J._____ sowie zu den 

dort verkehrenden Personen versorgte und dass dies mitunter ein Grund für sei-

nen Besuch in gerade dieser Moschee gewesen sein dürfte. Eine Zusammenar-

beit mit N._____ wird sodann von diesem im Rahmen der vom Privatkläger 1 sel-

ber eingereichten schriftlichen ("eidesstattlichen") Erklärungen grundsätzlich be-

stätigt (Urk. 150/1-2), genauso wie deren Entgeltlichkeit. Die Tatsache, dass der 

Privatkläger B._____ offenbar bewusst darauf aus war, trotz klar signalisiertem 

Fotografierverbot die Moschee-Besucher heimlich bzw. gegen ihren Willen abzu-

lichten, zeugt nicht gerade von einem respektvollen Umgang mit den Beschuldig-

ten bzw. spricht dafür, dass B._____ den Beschuldigten mit einer kritischen Hal-

tung gegenüberstand. So gab er auf entsprechende Nachfrage in der polizeilichen 

Einvernahme auch an, dass seiner Meinung nach einige der in der J._____ ver-

kehrenden Personen ziemlich radikal islamistisch gesinnt seien (Urk. 20/1 S. 8). 

Dies vermöchte zwar allenfalls seine Zusammenarbeit mit dem in diesem Bereich 

spezialisierten Investigativjournalisten N._____ zu erklären. Ein eigentliches 

Falschbelastungsmotiv hinsichtlich der vorliegend zur Beurteilung stehenden 

-   22   - 

Vorwürfe gegen die Beschuldigten begründet dieser Umstand für sich aber noch 

nicht. Relativierend ist anzufügen, dass B._____s Abstreiten dieser Umstände im 

Rahmen der Einvernahmen bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft wohl viel-

mehr aus Angst vor Vergeltung, denn zum Zwecke der bewussten Irreführung der 

Untersuchungsbehörden erfolgte. Insgesamt schmälern diese von ihm geäusser-

ten Unwahrheiten seine Glaubwürdigkeit zwar etwas, aber jedenfalls nicht ent-

scheidend. 

2.4.2. Der zweite Geschädigte, M._____, gab zwar ebenfalls an, N._____ zu ken-

nen, bestritt aber, für diesen zu arbeiten oder von ihm Geld erhalten zu haben 

(Urk. 20/6 S. 37). Es bestehen denn auch keine Hinweise auf eine derartige Zu-

sammenarbeit. Insbesondere konnten von den Beschuldigten auf dem Mobiltele-

fon von M._____ – soweit ersichtlich – auch keine Aufnahmen im Zusammenhang 

mit der J._____ oder Hinweise auf Kontakte mit N._____ gefunden werden. 

Schliesslich ist auch anhand des entsprechenden Bildes, das B._____ am Tat-

abend vom betenden Geschädigten M._____ gemacht hatte (Urk. 158/15/8), er-

sichtlich, dass M.______ – im Gegensatz zu B._____ – auch tatsächlich zum Be-

ten in die Moschee gekommen war.  

2.4.3. Andere Motive für eine Falschbelastung wie persönliche Feindschaften zwi-

schen den beiden Geschädigten und den Beschuldigten sind ferner keine ersicht-

lich. Gleiches gilt hinsichtlich der Frage nach allfälligen monetären Motiven: Ob 

bzw. inwieweit B._____ oder gar auch M._____ letztlich von N._____ Geld  oder 

anderweitige finanzielle Unterstützung für die aus der Moschee übermittelten In-

formationen erhalten haben, lässt sich anhand der Akten nicht erstellen, kann vor-

liegend jedoch auch offen bleiben. Denn selbst wenn B._____ gewisse finanzielle 

Anreize gehabt hätte, Fotos und Informationen über die J._____ an den Journalis-

ten N._____ weiterzugeben, wäre dennoch nicht ersichtlich, inwiefern dies oder 

anderweitige monetären Motive ihn zu Falschaussagen in der vorliegenden Straf-

untersuchung bzw. zu derart gravierenden, erfundenen Vorwürfen hätten verleiten 

sollen. Ohnehin vermöchte dies nicht zu erklären, weshalb M._____, der wie ge-

sagt keine ersichtlichen Verbindungen zu N._____ unterhält, im Wesentlichen die 

gleichen Aussagen machte wie B._____.  

-   23   - 

2.4.4. Wenngleich bei den Geschädigten also vordergründig kaum Falschbelas-

tungsmotive vorliegen, ist nachfolgend dennoch auf die Möglichkeit einer gegen-

seitigen Absprache bzw. Abstimmung ihrer Aussagen durch die beiden Geschä-

digten, welche nach eigenen Angaben gut befreundet seien (Urk. 20/1 S. 8; 

Urk. 20/5 S. 5), einzugehen. Es trifft zu, dass diese Möglichkeit vorliegend faktisch 

bestanden hat, vergingen doch zum einen seit dem Vorfall am tt. November 2016 

bereits mehrere Tage bis zur ersten Einvernahme des Geschädigten M._____ am 

28. November 2016 (Urk. 20/5), und schliesslich noch einmal rund drei Wochen 

bis zur ersten Einvernahme des Privatklägers B._____ (Urk. 20/1). Die Vorinstanz 

hat diesbezüglich allerdings bereits überzeugend begründet, weshalb kaum von 

einer Absprache ausgegangen werden kann: Wie soeben erwähnt wurde 

M._____ von den beiden Geschädigten als Erster einvernommen. Dieser hatte 

vor dem Vorfall die J._____ erst ein- oder zweimal besucht (Urk. 20/6 S. 8). Er 

war somit weder mit den räumlichen Gegebenheiten in der Moschee besonders 

vertraut noch kannte er – im Gegensatz zu B._____ – die am Tatabend anwesen-

den Beschuldigten. Unter diesen Vorzeichen wäre eine detaillierte Absprache im 

Vorfeld zu dieser Einvernahme kaum möglich gewesen, hätte dies doch eine ge-

naue Bezeichnung bzw. ein klares auseinanderhalten der 10 ihm unbekannten 

Beschuldigten vorausgesetzt, die er in der Einvernahme dann anhand der Foto-

wahlkonfrontation wiedererkennen und gemäss vorgängiger Absprache gezielt 

hätte belasten müssen. Und selbst ohne diesen erschwerenden Umstand wäre es 

mit Blick auf beide Geschädigten bereits ausgesprochen schwierig gewesen, zu 

zweit einen derart komplexen, sich über mehrere Stationen erstreckenden Sach-

verhalt mit insgesamt 12 involvierten, gestaffelt und in unterschiedlichen Konstel-

lationen auftretenden Personen zu erfinden bzw. gezielt zu verändern, diesen 

Personen einzelne Handlungen zugeordnet, und dies dann in je zwei mehrstündi-

gen Einvernahmen, die sodann jeweils rund 5 Monate auseinanderlagen, ohne 

grössere interne und externe Widersprüche wiederzugeben, so dass sie auch 

noch den jeweiligen Blickwinkeln der von ihnen angegebenen unterschiedlichen 

Standorte in der Moschee entsprechen. Dies würde eine enorme intellektuelle 

Leistung erfordern, zu der die meisten Personen gar nicht in der Lage sein dürf-

ten. Die Tatsache, dass – wie sich in der Detailanalyse zu den einzelnen Vorwür-

-   24   - 

fen noch zeigen wird – die Aussagen der beiden Geschädigten darüber, welche 

Beschuldigten an welcher der verschiedenen Handlungen jeweils beteiligt gewe-

sen seien, nicht überall übereinstimmen, spricht dabei einerseits bereits gegen ei-

ne solche Absprache. Andererseits ist mit Blick auf diese Inkongruenzen zu be-

rücksichtigen, dass sich den Geschädigten eine aus unterschiedlichen Blickwin-

keln erlebte, unübersichtliche Situation mit teilweise mehr als 10 beteiligten bzw. 

in unmittelbarer Nähe des Geschehens anwesenden Beschuldigten geboten hat-

te. Dass sie bei dieser Ausgangslage – wie sie selber angaben – im Nachhinein 

nicht mehr für jede Einzelhandlung in der Lage waren, sämtliche jeweils beteilig-

ten Beschuldigten zu bezeichnen, erscheint nachvollziehbar. Entsprechend ma-

chen solche vereinzelten Abweichungen in der Identifikation der jeweiligen Täter-

schaft die Aussagen der Geschädigten keineswegs per se unglaubhaft. Im Übri-

gen spricht auch gegen eine solche Absprache, dass die Beschuldigten selber 

gewisse Eingeständnisse machen, die – wie noch zu zeigen sein wird – sehr ge-

nau mit den Aussagen der Geschädigten übereinstimmen, und dies, obwohl diese 

Eingeständnisse nur vereinzelt bzw. punktuell verteilt auf den sich über fast zwei 

Stunden erstreckenden Sachverhalt erfolgen.   

2.4.5. Weitere Fehlerquellen hinsichtlich der Aussagen der Geschädigten sind so-

dann nicht zu erkennen. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte darauf, 

dass Alkoholkonsum am Tatabend die Aussagekompetenz bzw. das Erinne-

rungsvermögen der beiden Geschädigten in relevanter Weise beeinträchtigt hätte. 

Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.5. Zwischenfazit 

 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die belastenden Aussagen der 

beiden Geschädigten zum Kerngeschehen, auf welchen die Anklage weitestge-

hend basiert, verschiedene Realkennzeichen sowie eine hohe Konstanz aufwei-

sen. Falschbelastungsmotive sind beim Privatkläger B._____ zwar nicht ganz 

auszuschliessen, erscheinen nach dem Gesagten jedoch als eher unwahrschein-

lich, während solche beim Geschädigten M._____ gar nicht ersichtlich sind. Die 

insofern hohe Qualität ihrer Aussagen lässt es somit grundsätzlich zu, mit ange-

-   25   - 

messener Vorsicht auf ihre Aussagen abzustellen. Um ein abschliessendes Bild 

über die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu den einzelnen Vorwürfen zu erlangen, 

ist es jedoch unerlässlich, diese nachfolgend mit Blick auf die einzelnen Sachver-

haltsabschnitte detailliert zu überprüfen, ihre Aussagen einander und insbesonde-

re auch den Aussagen der Beschuldigten gegenüberzustellen (sog. externe Vali-

dierung) und schliesslich im Sinne einer Gesamtwürdigung zu bewerten. 

3. Zu den Vorgängen im Gebetsraum (Sachverhaltsteil B)   

3.1. Drohungen (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5) 

3.1.1. Gemäss Anklageschrift sollen die Beschuldigten C._____, A._____, 

F._____, D._____, G._____, der Jugendliche, O._____ und K._____ dem Privat-

kläger B._____ mehrfach gedroht haben, ihn umzubringen bzw. zu ermorden 

(Sachverhaltsabschnitt 4, teilweise im Eingangsbereich, sodann im Gebetsraum). 

Sodann soll der Jugendliche den Privatkläger B._____ mit den Worten "Wie willst 

du sterben, sollen wir deinen Schädel zerstören oder sollen wir dich köpfen, du 

solltest nicht hier in der Moschee sterben, dein Blut ist zu dreckig für die Mo-

schee, wir bringen dich irgendwo anders hin, wo du dann stirbst", sowie mit den 

Worten "P._____" respektive "P._____", was übersetzt bedeutet "Ich schlage dir 

auf den Kopf", bedroht haben. Der Jugendliche soll sodann die anderen Beschul-

digten auch aufgefordert haben, dass jemand ein Messer holen solle (Sachver-

haltsabschnitt 5, im Gebetsraum). Die eingangs genannten Beschuldigten seien 

dabei um den Geschädigten herumgestanden und jeweils – soweit sie nicht sel-

ber drohten – mit dem Vorgehen ihrer Mitbeschuldigten einverstanden gewesen. 

3.1.2. Sowohl der Privatkläger B._____ als auch der Geschädigte M._____ sag-

ten in ihren Einvernahmen konstant aus, dass B._____ im Zuge des Geschehens 

im Eingangsbereich bzw. im Gebetsraum von verschiedenen Personen mehrfach 

mit dem Tod bedroht worden sei (Urk. 20/1 S. 5, Urk. 20/2 S. 13; Urk. 20/5 S. 6, 

Urk. 20/6 S. 16, 38). B._____ identifizierte in der tatnächsten Einvernahme 

G._____, F._____, C._____, D._____ und den Jugendlichen als jene Personen, 

die ihm mit Mord gedroht hätten (Urk. 20/1 S. 5). Anlässlich der zweiten Einver-

nahme rund 5 Monate nach dem Vorfall konnte er sich noch an C._____ und den 

-   26   - 

Jugendlichen erinnern, die sicher Morddrohungen ausgestossen hatten. Bei 

G._____ war er sich dagegen nicht mehr sicher. Aber auch in dieser Einvernahme 

bestätigte er, dass noch weitere als die soeben genannten zwei Beschuldigten 

entsprechende Drohungen ausgestossen hatten (Urk. 20/2 S. 13). Auffallend ist, 

dass sich beide Geschädigten insbesondere noch an eine konkrete Drohung sei-

tens des Jugendlichen erinnern konnten, wonach dieser B._____ gefragt habe: 

"Wie willst du sterben?" B._____ konnte sich dabei zusätzlich daran erinnern, 

dass der Jugendliche angefügt hatte, dass man ihn nicht in der Moschee selber 

töten solle, weil "sein Blut zu dreckig für die Moschee sei". Offenbar hatte diese 

spezifische Aussage bzw. Formulierung beide Geschädigten nachhaltig beein-

druckt. Gemäss M._____ habe er insbesondere an der Art, wie der Jugendliche 

dies formuliert hatte, gemerkt, dass es ihm ernst gewesen sei (Urk. 20/6 S. 38). 

Die übereinstimmenden Schilderungen der Geschädigten, welche beide mit be-

sonderen Gefühlsäusserungen verbinden, sind starke Anzeichen dafür, dass ihre 

Schilderungen einen tatsächlichen Erlebnishintergrund aufweisen. Gleichzeitig 

überzeugt das, was der Jugendliche dagegen vorbringt, nicht: So gab er an, er 

wisse gar nicht, wie man die ihm vorgeworfene Aussage auf Arabisch formuliere 

(Urk. 17/8 S. 33). Wie sich aber aus dem psychiatrischen Gutachten über ihn 

ergibt, spricht seine für die Erziehung verantwortliche Mutter kaum Deutsch, wes-

halb er sich mit ihr zu Hause nur auf Arabisch unterhalte (Akten Jugendstrafver-

fahren SB190212, Urk. 16/10 S. 23). Auch H._____ bestätigte, dass der Jugendli-

che Arabisch spreche, mit tunesischem Dialekt (Prot. I S. 139). Dass der Jugend-

liche die ihm vorgeworfene Drohung mangels sprachlicher Kenntnisse gar nicht 

auf Arabisch zu sagen vermocht hätte, erweist sich somit als reine Schutzbehaup-

tung. Ferner hat der Jugendliche selber zugegeben, B._____ mit den arabischen 

Worten "P._____" – was zu Deutsch so viel wie jemandem den Kopf ein- bzw. 

aufschlagen bzw. den Kopf vernichten bedeutet – gedroht zu haben. Diese von 

ihm eingestandene Drohung beinhaltet ebenfalls eine Androhung schwerer kör-

perlicher Nachteile bis hin zum Tode (vgl. dazu die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz in E. III.11.4.8.).  

3.1.3. Diese beiden in Sachverhaltsabschnitt 5 vorgeworfenen Äusserungen 
des Jugendlichen sind nach dem Gesagten erstellt. Zweifel verbleiben jedoch hin-

-   27   - 

sichtlich der weiteren Äusserung, man solle ein Messer holen, die gemäss Ankla-

geschrift ebenfalls dem Jugendlichen zugeschrieben wird. Diesbezüglich hatte be-

reits die Vorinstanz Zweifel daran geäussert, dass es tatsächlich der Jugendliche 

war, der diese Aussage tätigte (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.11.4.8.). Es be-

stehen darüber hinaus jedoch gar Zweifel darüber, ob diese Aufforderung, ein 

Messer zu holen, um B._____ damit zu töten, überhaupt erfolgte. Denn zum einen 

ist auffällig, dass B._____ über die zuvor bereits behandelten Todesdrohungen 

jeweils von sich aus berichtete. Die Aussage bezüglich dem Messer machte er je-

doch erst auf Nachfrage des befragenden Polizisten nach dem möglichen Tatmit-

tel hin (Urk. 20/1 S. 5). Auch in der zweiten Einvernahme wurde der Privatkläger 

erneut nach den Todesdrohungen und deren Inhalt gefragt. Sowohl auf diese 

Fragen hin wie auch auf die Frage, ob jemand irgendetwas darüber gesagt hatte, 

wie er getötet werden solle, erwähnte B._____ das Messer nicht. Erst als er spe-

zifisch nach einer möglichen Waffe, die erwähnt worden war, gefragt wird, gab er 

zu Protokoll, es habe im Hintergrund – hinten sei ja die Küche gewesen – ein Topf 

und ein Messer gegeben. Die Küche sei ja aber "geräumt" gewesen (Urk. 20/2 

S. 22 unten). Dies klingt mehr nach einer visuellen Wahrnehmung, die der Privat-

kläger im Vorfeld des Vorfalls gemacht hatte. Nichtsdestotrotz dementiert er in der 

Folge aber, dies gesehen zu haben, und gibt an, es sei darüber gesprochen wor-

den. Unklar ist dabei, welche Relevanz dem "Topf" in diesem Zusammenhang zu-

kommt. Zwar spricht die Äusserung nebensächlicher Details in der Regel für den 

Wahrheitsgehalt einer Aussage. Dennoch konnte der Privatkläger auf weitere 

Nachfragen hin jedoch weder beantworten, wer diese Äusserung gemacht hat, 

noch in welcher Sprache dieser erfolgt sein soll. Insgesamt verbleiben hinsichtlich 

dieser Äusserung somit zu viele Unklarheiten, weshalb diese als nicht erstellt zu 

betrachten ist.  

3.1.4. Als erstellt zu gelten haben demgegenüber die weiteren Todesdrohungen 
gemäss Sachverhaltsabschnitt 4 der Anklage. Wie eingangs dargelegt, ver-
mochte der Privatkläger B._____ die fünf in der Anklage genannten Beschuldigten 

C._____, G._____, F._____, D._____ und den Jugendlichen als jene, die ihm 

(zusätzlich zur Drohung gemäss Sachverhaltsabschnitt 5) mit dem Tod gedroht 

hatten, zu identifizieren. Der Umstand, dass sich beide Geschädigten nur noch an 

-   28   - 

den Wortlaut der hiervor erläuterten Drohung des Beschuldigten Jugendlichen 

gemäss Sachverhaltsabschnitt 5 der Anklage erinnern konnten, nicht jedoch an 

die übrigen Todesdrohungen (Sachverhaltsabschnitt 4), ist dabei keineswegs als 

Indiz dafür zu werten, dass sie hinsichtlich der weiteren Drohungen nicht die 

Wahrheit sagten. Im Gegenteil erscheint es als durchaus lebensnah und nach-

vollziehbar, dass sich diese Drohung des Jugendlichen, die sich aufgrund ihrer 

besonderen Formulierung von einer "einfachen" Todesdrohung abhebt, beson-

ders ins Gedächtnis der Betroffenen eingebrannt hatte. Wie die Vorinstanz zudem 

bereits überzeugend darlegte, war die Stimmung unter den anwesenden Be-

schuldigten in dieser Phase nach der Entdeckung der "Verräter" äusserst aufge-

heizt und darauf ausgelegt, die "Spione" nun zur Rechenschaft zu ziehen. Davon 

ist auch vorliegend auszugehen (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.11.4.6.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Damit herrschte eine Gesinnungslage vor, in welcher das Ausstos-

sen von Drohungen gegen den Übeltätern als Folge ihrer Aufgebrachtheit und als 

Ausdruck ihrer Wut durchaus denkbar erscheint. In diesem Sinne hat der Jugend-

liche sodann zumindest hinsichtlich der Äusserung "P._____" ja auch eingestan-

den, B._____ gedroht zu haben und bestätigte somit die Aussagen des Privatklä-

gers B._____ bereits teilweise (Urk. 20/2 S. 7: "Wir reissen Dir den Kopf ab."), 

was die Glaubhaftigkeit der Aussagen B._____s punkto Drohungen unterstreicht. 

Die übereinstimmenden Aussagen der Geschädigten B._____ und M._____, wo-

nach die fünf genannten Beschuldigten Todesdrohungen ausgesprochen hätten, 

erscheint damit als glaubhaft. Nicht mehr erstellen lässt sich dabei allerdings, ob 

und falls ja von welchen Beschuldigten die entsprechenden Todesdrohungen be-

reits im Eingangsbereich und während der Verschleppung B._____s in den Ge-

betsraum ausgesprochen wurden, wie dies in der Anklageschrift in Sachverhalts-

abschnitt 4 vorgeworfen wird. Am Resultat ändert dies jedoch nichts.   

3.1.5. Verschiedene Beschuldigte, insbesondere C._____ und der Jugendliche 

bringen dagegen vor, sie hätten gar keine Drohungen aussprechen können, da 

B._____ ja kein Deutsch gesprochen und ihre Drohungen somit gar nicht verstan-

den hätte. Es hätte also gar nichts gebracht, ihm so zu drohen (vgl. Aussagen im 

vorinstanzlichen Urteil E. III.11.4.3. und 11.4.4.). Dies überzeugt in verschiedener-

lei Hinsicht nicht. Dass B._____ sehr gut Deutsch spricht, ergibt sich zweifelsfrei 

-   29   - 

aus seinen Befragungen (Urk. 20/1; Urk. 20/2). Die Vorinstanz hat diesbezüglich 

sodann bereits überzeugend begründet, dass dieses Argument von Vornherein 

nicht geeignet ist, das Aussprechen der vorgeworfenen Drohungen auf Deutsch 

zu widerlegen (vorinstanzliches Urteil E. III.11.4.8.). Ihre Argumentation ist dar-

über hinaus auch widersprüchlich, geben doch sowohl der Jugendliche als auch 

C._____, D._____ und F._____ selber an, mit dem Beschuldigten anderweitig auf 

Deutsch gesprochen bzw. ihn auf Deutsch beschimpft zu haben. Entsprechend 

konnten sie auch Drohungen auf Deutsch gegen ihn wenden. Ihre widersprüchli-

chen und unplausiblen Vorbringen sind jedenfalls als Schutzbehauptungen zu 

qualifizieren. 

3.1.6. Im Ergebnis ist damit erstellt, dass die Beschuldigten C._____, G._____, 
F._____, D._____ und der Jugendliche dem Privatkläger B._____ mehrfach 
mit dem Tod gedroht hatten. Angesichts der mit der Entdeckung der "Verräter" 
unter den Beschuldigten herrschenden aufgeladenen Stimmung ist sodann auch 

durchaus glaubhaft und nachvollziehbar, dass B._____ durch die Drohungen in 

Angst und Schrecken versetzt wurde. Immerhin hatte die herrschende Situation 

gepaart mit den Todesdrohungen doch selbst den in dieser Phase noch verschont 

gebliebenen Geschädigten M._____ offenbar stark beeindruckt und ihn dazu be-

wogen, sich auf die Toilette zu begeben, um dem Polizisten Q._____ hastig SMS-

Hilferufe zu schicken, wonach sein Freund gerade im Begriff sei, in der Moschee 

umgebracht zu werden (Urk. 36/1). Zudem bestätigten letztlich neben dem Ju-

gendlichen sowohl C._____ als auch A._____, dass B._____ verängstig gewesen 

war (Urk. 9/1 S. 8; Urk. 17/8 S. 25). Laut A._____ habe B._____ Angst gehabt, 

dass sie (die Beschuldigten) "hart reagieren" könnten und ihm etwas antun wür-

den (Prot. I S. 105).  

3.1.7. Auf die Frage nach der Beteiligung der übrigen Beschuldigten – mitunter 

A._____ – an diesen Handlungen ihrer Mitbeschuldigten wird weiter unten noch 

genauer einzugehen sein (vgl. unten E. II.3.5., betreffend den Beschuldigten 

A._____ insbesondere E. II.3.5.3). 

-   30   - 

3.2. Schläge im Gebetsraum (Sachverhaltsabschnitt 7) 

3.2.1. Der Privatkläger B._____ gab im Rahmen seiner ersten freien Schilderung 

des Sachverhalts zu Protokoll, er sei – nachdem er in den Gebetsraum ge-

schleppt worden war – von den in diesem Zeitpunkt anwesenden Beschuldigten 

(G._____, F._____, C._____, A._____, D._____, K._____, O._____ und der Ju-

gendliche) geschlagen, bespuckt und getreten worden (Urk. 20/1 S. 3). Im Rah-

men dieser ersten Einvernahme nach der konkreten Beteiligung der einzelnen 

Beschuldigten an den Tätlichkeiten befragt, gab er zu G._____ an, dieser hätte 

ihn geschlagen. Er sei einer der euphorischsten Beteiligten in der Gruppe gewe-

sen. Auch zu F._____ gab er an, von diesem geschlagen worden zu sein. 

C._____ hätte sodann die "Heldenrolle" gespielt, weil er ihn beim Fotografieren 

erwischt hatte. Von ihm sei er geschlagen, bespuckt und hin- und hergerissen 

worden. Er (C._____) sei zwar noch ein Junge, weshalb er ihm gegenüber rein 

körperlich gesehen hätte zurückschlagen können, dies sei aber in der Situation 

unmöglich gewesen. A._____ habe "geschlagen, gespuckt...". Auch betreffend 

K._____ gab der Privatkläger zu Protokoll, von diesem geschlagen und bespuckt 

worden zu sein (vgl. zum Ganzen Urk. 20/1 S. 5 f. Fragen 28 - 36). Betreffend 

E._____ erklärte er sodann auf entsprechende Nachfrage des befragenden Kan-

tonspolizisten hin, dass er zwar anwesend gewesen sei, ihm aber nichts getan 

hätte (Urk. 20/1 S. 8). 

3.2.2.  An der zweiten Einvernahme gab der Privatkläger B._____ hinsichtlich der 

Tätlichkeiten im Gebetsraum zunächst in freier Erzählung zu Protokoll, er sei an 

der Wand des Gebetsraums gewesen und "sie" seien um ihn herum gestanden. 

Er sei bespuckt, beschimpft, erniedrigt und mit wahrscheinlich 50 Ohrfeigen und 

mit Fäusten belegt worden. Sie seien immer euphorischer geworden und die 

Schläge hätten immer mehr zugenommen (Urk. 20/2 S. 6 f.). In der darauffolgen-

den Detailbefragung gab B._____ sodann an, beim Standort im Gebetsraum sei-

en die Beschuldigten G._____, F._____, C._____, der Jugendliche sowie eventu-

ell K._____ um ihn herum gewesen. Danach befragt, welche der Anwesenden 

geschrien, gespuckt und ihn geschlagen hätten, gab er weiter an, er hätte nicht al-

les sehen können, er habe meistens nicht hoch zu den Beschuldigten geschaut, 

-   31   - 

daher wisse er nicht, woher bzw. von wem die Fäuste und die Spucke gekommen 

sei. Eine Identifizierung der Täter sei deshalb schwierig. Er habe jedoch noch ein 

paar Sachen im Kopf. Ohrfeigen und Schläge seien von C._____, D._____ und 

vor allem vom Jugendlichen gekommen (Urk. 20/2 S. 12). Auf die Frage hin, ob in 

dieser Phase auch unbeteiligte Personen im Gebetsraum anwesend gewesen 

seien, nannte der Privatkläger E._____ und A._____. Es sei eine unüberschauba-

re Situation gewesen. Er belaste deshalb keine Personen, bei denen er sich nicht 

sicher sei (Urk. 20/2 S. 14 f.). Als er von der befragenden Person damit konfron-

tiert wird, in der ersten Einvernahme mit Ausnahme von H._____ (und L._____) 

alle übrigen Beschuldigten bezichtigt zu haben, von ihnen geschlagen worden zu 

sein, antwortete B._____ dann aber doch wieder, wenn er das damals bei der Po-

lizei so gesagt habe, dann sollte das auch stimmen (Urk. 20/2 S. 21). 

3.2.3. Betrachtet man diesen Verlauf des Aussageverhaltens des Privatklägers 

B._____ mit Blick auf die Tätlichkeiten, fällt auf, dass dieser den Kreis der Be-

schuldigten, die ihn geschlagen haben sollen, in der zweiten Einvernahme ge-

genüber der tatnächsten Einvernahme deutlich einschränkt, nämlich auf C._____, 

D._____ und den Jugendlichen. Dies könnte angesichts des grossen zeitlichen 

Abstands der zweiten Einvernahme zum Tattag (5 Monate) zwar grundsätzlich 

darauf zurückzuführen sein, dass ursprünglich gespeicherte Erinnerungen mit 

fortschreitender Zeit verblassen, womit der tatnäheren Einvernahme (rund 1 Mo-

nat nach dem Vorfall) grösseres Gewicht zuzumessen wäre. Diese Diskrepanz 

hinsichtlich des Kreises der von ihm belasteten Beschuldigten könnte vorliegend 

jedoch auch andere Gründe haben. Anhand seiner Schilderung des Vorfalls wird 

ersichtlich, dass B._____ aufgrund des Tumults und der sich überschlagenden 

Ereignisse um ihn herum offenbar das Gefühl hatte, dass von allen Seiten auf ihn 

eingeschlagen und gespuckt worden sei. Dies ist angesichts der von ihm glaub-

haft geschilderten Ohnmacht und der Ausweglosigkeit, die er in dieser Situation 

empfunden habe, auch durchaus nachvollziehbar. Vor diesem Hintergrund ist es 

jedoch auch denkbar, dass er dieses Gefühl, von allen Seiten traktiert worden zu 

sein, im Rahmen der ersten Befragung zu den einzelnen Beschuldigten auf deren 

Tathandlungen übertragen haben könnte, ohne die jeweiligen Schläge der einzel-

nen Beschuldigten tatsächlich beobachtet zu haben. Die teilweise sehr undiffe-

-   32   - 

renzierte, hinsichtlich aller Beschuldigten praktisch gleichlautende Beschreibung 

ihrer Tathandlung mit "bespuckt, geschlagen" könnte ein Hinweis darauf sein. 

Weitere Hinweise ergeben sich auch aus der zweiten Einvernahme. In der Detail-

befragung zu den einzelnen Tathandlungen der verschiedenen Beschuldigten be-

schreibt B._____ mehrfach, dass es ein "riesen Chaos" gewesen und entspre-

chend schwierig sei, alle einzelnen Tathandlungen zu rekonstruieren (Urk. 20/2 

S. 12 und S. 13 unten). Dass er nicht alle Beschuldigten identifizieren könne, die 

ihn im Gebetsraum mutmasslich geschlagen hatten, begründet er in der zweiten 

Einvernahme entsprechend auch nicht damit, dass der Vorfall nunmehr bereits 

lange zurückliege, sondern vielmehr damit, dass er aufgrund seiner abwehrenden 

Körperhaltung am Boden des Gebetsraums oft nicht zu den Beschuldigten hoch-

geschaut habe. Vor dem Hintergrund dieser bildhaften, lebensnahen Beschrei-

bung der Situation drängt es sich auf, hinsichtlich der Tätlichkeiten nicht primär 

auf seine Aussagen in der tatnächsten, sondern vielmehr auf jene in der zweiten 

Einvernahme abzustellen. In dieser zeigt der Privatkläger, dass er von nahelie-

genden Mehrbelastungen und Übertreibungen Abstand nimmt und zudem darum 

bemüht ist, nur jene Personen zu bezeichnen, hinsichtlich welcher er sich sicher 

ist, dass sie ihn geschlagen hatten. Das ist ein starkes Indiz dafür, dass seine 

diesbezüglichen Aussagen der Wahrheit entsprechen, wäre es ihm doch ein leich-

tes gewesen, trotz Unsicherheiten auch in der zweiten Einvernahme noch einmal 

sämtliche bereits zuvor belasteten Personen erneut als Schläger zu bestätigen. 

Hinsichtlich der Beschuldigten C._____, D._____ und des Jugendlichen er-
scheinen seine Aussagen folglich glaubhaft, gibt er doch sinngemäss an, von den 

Schlägen durch diese Personen noch konkrete Erinnerungen bzw. Bilder im Kopf 

zu haben. Wie die Vorinstanz bereits zutreffend anmerkte, weist sodann etwa mit 

Blick auf C._____ der Hinweis B._____s, dass es sich bei diesem ja eigentlich um 

einen "Jungen" gehandelt habe, bei dem er unter anderen Umständen ohne Wei-

teres hätte zurückschlagen können, klar auf die Schilderung von tatsächlich Erleb-

tem hin (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.11.4.9.).  

3.2.4. Die pauschalen Bestreitungen der drei Beschuldigten, es sei zu keinem 

Zeitpunkt zu Gewalt gekommen, vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. 

C._____ gibt zwar zu, den Beschuldigten bespuckt und beschimpft zu haben 

-   33   - 

(hierzu sogleich unten E. II.3.3.), er sei darauf aber sogleich von einer älteren 

Person ins Frauenzimmer gebracht worden, wo er sich bis zum Eintreffen der Po-

lizei aufgehalten und nichts weiter mitbekommen haben will. Dass seine Version, 

wonach er abgesehen vom Spucken nicht weiter auf die Geschädigten eingewirkt 

habe könne, weil er ja ab da durchgehend im Frauenraum gewesen sei, nicht 

stimmen kann, ergibt sich aber aus verschiedenen inneren und äusseren Wider-

sprüchen: C._____ gab an, beobachtet zu haben, wie B._____ vom Imam und 

vom Vorstand ins Büro gebracht worden sei. Aus den glaubhaften und überein-

stimmenden Aussagen der Geschädigten ergibt sich ferner klar, dass die Schlä-

ge, Drohungen und das Bespucken im Gebetsraum deutlich vor dem Eintreffen 

des Imams H._____ begonnen hatten. B._____ beschreibt diesbezüglich ein-

drücklich und lebhaft, wie er das Eintreffen des Imams erlebt und darin seine letz-

te Hoffnung auf ein Entkommen von den bis dahin andauernden physischen und 

verbalen Einwirkungen der um ihn herumstehenden Beschuldigten erkannte 

(Urk. 20/1 S. 4 oben). Wäre C._____ also – wie er behauptet – tatsächlich kurz 

nach der Entlarvung B._____s ins Frauenzimmer verbracht worden und dort bis 

zum Eintreffen der Polizei geblieben, hätte er das Eintreffen des Imams folglich 

gar nicht beobachten können. Seine Version, wonach eine "ältere Person" ihn 

nach dem Spucken zurechtgewiesen habe, widerspricht zudem bereits der Versi-

on seines Bruders A._____, der seinerseits angibt, er habe beobachtet, dass 

C._____ gespuckt habe und sei dann sogleich zu ihm gegangen, um ihn zurecht-

zuweisen (Urk. 19 S. 19). Das zeigt, dass C._____ mit seinen Aussagen vorwie-

gend sich selber und die übrigen Beschuldigten zu schützen bzw. aus der Sache 

rauszuhalten versucht. Auch mit Blick auf seine Angaben zum zeitlichen Ablauf 

des Vorfalls geht seine Version in keiner Weise auf. So beschreibt er, dass er ca. 

15 - 20 Minuten im Frauenraum gewesen sei, wo er sich mit der besagten "älteren 

Person" und den anderen Anwesenden unterhalten haben will, bis dann gleich die 

Polizei gekommen sei (Urk. 9/2 S. 6; vgl. auch Urk. 9/4 S. 6: 20-30 Minuten von 

der Entdeckung bis zum Eintreffen der Polizei). Fakt ist aber, dass zwischen dem 

SMS-Hilferuf von M._____ an den Polizisten Q.______ – zu welchem Zeitpunkt 

die Entdeckung B._____s längst erfolgt war – bis zum Eintreffen der Polizei in der 

J._____ rund eineinhalb Stunden vergangen sind. Auch das zeigt, dass C._____ 

-   34   - 

offenbar nicht die Wahrheit sagt bzw. einen Grossteil der Ereignisse an diesem 

Abend bewusst auslässt.  

3.2.5. Ferner ergibt sich bereits anhand der Aussagen des Jugendlichen sowie 

des Imams H._____, dass sich die Situation im Gebetsraum keineswegs so kon-

trolliert und – abgesehen vom eingestandenen Spucken C._____s – letztlich 

harmlos darstellte, wie dies von den Beschuldigten D._____ und C._____ ge-

schildert wird. Selbst H._____ gab zu Protokoll, dass bei seinem Eintreffen eine 

Gruppe Männer laut schreiend um den am Boden sitzenden B._____ herumge-

standen sei. B._____ habe grosse Angst gehabt (Urk. 11/1 S. 4; Urk. 18 S. 9). Die 

Gruppe um den Privatkläger herum beschrieb er sodann als "wütende Menge", 

vor der er B._____ habe schützen wollen bzw. ihn habe "befreien" müssen, indem 

er ihn ins Büro der Moschee gebracht habe. Sie (L._____ und er) hätten schliess-

lich zum Schutze B._____s die Polizei alarmiert, weil sie nicht gewusst hätten, 

was die wütende Menge draussen (d.h. im Gebetsraum vor dem Büro) mit ihm 

gemacht hätte (Urk. 11/1 S. 3 f.). Bemerkenswert ist sodann die Aussage 

H._____s, dass er allen Anwesenden gesagt habe, dass niemand das Recht ha-

be, jemanden zu schlagen (Urk. 18 S. 12). Wenngleich er abstreitet, irgendwelche 

Schläge gegen die Geschädigten mitbekommen zu haben, erscheint es dennoch 

als lebensfremd, dass er gegenüber den Beschuldigten eine solche Aussage ge-

macht hätte, wenn er keinerlei Hinweise auf Gewalt oder zumindest auf eine aku-

te Gewaltbereitschaft wahrgenommen hätte. Schliesslich erweist es sich auch vor 

dem Hintergrund der vorherrschenden aufgeladenen und wuterfüllten Stimmung 

der anwesenden Beschuldigten als durchaus glaubhaft, dass es zu den von den 

Geschädigten beschriebenen körperlichen Übergriffen gegen B._____ gekommen 

ist. 

3.2.6. Dass B._____ in dieser Phase noch von weiteren Beschuldigten geschla-
gen wurde, lässt sich sodann auch den Aussagen von M._____ nicht mit genü-

gender Bestimmtheit entnehmen. In seiner ersten freien Schilderung des Vorfalls 

beschrieb zwar auch er die Situation so, dass – nachdem sie B._____ in eine 

Ecke gebracht hätten – "die ganze Gruppe" damit begonnen habe, B._____ an-

zugreifen (Urk. 20/5 S. 3). Auch er beschreibt die Situation so, dass nach der initi-

-   35   - 

alen Phase rund um die Wegnahme des Mobiltelefons von B._____ (Sachver-

haltsteil A) "jeder" etwas getan habe. Es habe in einem Gerangel geendet, so 

dass man nicht mehr genau habe erkennen können, was genau jeder einzelne 

tat. Es habe einen engeren Kreis um B._____ gegeben, und eine weitere Gruppe, 

die etwas weiter weggestanden sei (Urk. 20/6 S. 13; Urk. 20/6 S. 35). Letzteres 

wird auch vom Jugendlichen bestätigt (Urk. 17/8 S. 33). Bei M._____ ist allerdings 

unklar, wieviel er von den Schlägen im Gebetsraum mitbekommen hatte, gab er 

doch an, er sei – nachdem B._____ an den besagten Standort im Gebetsraum 

nahe der Bibliothek geschleppt worden war – auf die Toilette gegangen, um den 

Polizisten Q._____ zu alarmieren (Urk. 20/6 S. 14). Er konnte lediglich bestätigen, 

dass nach der bereits erwähnten Ohrfeige D._____s in der Anfangsphase des 

Vorfalls (Sachverhaltsabschnitt 6) noch weitere Schläge von diesem erfolgten 

(Urk. 20/6 S. 33). Er habe zudem kurz nach seiner Rückkehr von der Toilette ge-

sehen, wie auch der Jugendliche den am Boden sitzenden B._____ mehrmals 

geschlagen bzw. ihm Ohrfeigen verpasst habe (Urk. 20/6 S. 50). Damit bestätigt 

er das zuvor aus der Analyse der Aussagen von B._____ gewonnene Beweiser-

gebnis hinsichtlich der drei genannten Beschuldigten weitestgehend. Mangels 

eindeutiger Identifizierung der weiteren Beschuldigten F._____, G._____, 

A._____ und K._____, die gemäss Anklage ebenfalls auf B._____ eingeschlagen 
haben sollen, kann eine aktive Beteiligung an den Schlägen jedoch weiterhin 
nicht als erstellt gelten (vgl. betr. die Anwesenheit der Beschuldigten A._____, 
E._____ und K._____ bei diesen Taten sodann unten E. II.3.5.1. ff.).  

3.2.7. Im Ergebnis ist somit mit Blick auf Sachverhaltsabschnitt 7 erstellt, dass 
B._____ von C._____, D._____ und der Jugendliche geschlagen wurde. Mit der 
Vorinstanz ist jedoch davon auszugehen, dass es sich zwar um mehrere Schläge 

gehandelt hat, dass es sich aber bei der vom Privatkläger ursprünglich genannten 

Zahl von "wahrscheinlich 50 Ohrfeigen" um eine Übertreibung handeln dürfte. 

Nachdem sich die genaue Zahl der Schläge nicht mehr feststellen lässt, ist im 

Zweifelsfall zu Gunsten der Beschuldigten davon auszugehen, dass es sich um 

ein paar wenige Schläge gehandelt hat, wobei – gestützt auf die diesbezügliche 

Aussage des Privatklägers (oben E. II.3.2.2.) – davon der grössere Anteil auf den 

Jugendlichen entfiel.    

-   36   - 

3.3. Bespucken (Sachverhaltsabschnitte 8 und 9) 

3.3.1. Die Anklage wirft den Beschuldigten die Spuckattacken zum Nachteil des 

Privatklägers B._____ als zwei separate Taten vor, die sich im Fall von Sachver-

haltsabschnitt 8 zunächst noch im Eingangsbereich und gemäss Sachverhaltsab-

schnitt 9 im Gebetsraum abgespielt haben sollen. Im ersten Fall sollen der Be-

schuldigte C._____ und der Jugendliche den Privatkläger je mindestens einmal 

bespuckt haben, wobei D._____, G._____, K._____, F._____, A._____ und 
E._____ dabei gestanden und mit dem Handeln der beiden einverstanden gewe-

sen sein. Bei den Übergriffen im Gebetsraum nennt die Anklageschrift erneut 

C._____ und den Jugendlichen sowie zusätzlich F._____ als jene, die den Privat-

kläger B._____ je mindestens einmal bespuckt hätten.  

3.3.2. Ob es tatsächlich an zwei verschiedenen Orten – d.h. sowohl im Eingangs-

bereich als auch im Gebetsraum – unabhängig voneinander zu Spuckattacken 

gekommen ist, lässt sich anhand der verschiedenen Aussagen der Beteiligten 

nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Der Privatkläger B._____ erwähnte das Spu-

cken im Zuge seiner freien Schilderung der Vorkommnisse zunächst erst bzw. nur 

im Zusammenhang mit den Übergriffen im Gebetsraum. Erst im Rahmen der de-

taillierten Befragung erwähnt er auf Nachfrage hin erstmals, dass auch die in der 

ersten Phase beteiligten Beschuldigten gespuckt hätten (vgl. Urk. 20/1 S. 3; 

Urk. 20/2 S. 6 f., 11). C._____ selber spricht lediglich von einer einzigen Spuckat-

tacke seinerseits, wobei er jedoch keine Angabe dazu macht, wo diese stattge-

funden haben soll. Sein Bruder A._____ machte nur sehr vage Aussagen zu den 

Vorwürfen, gab aber immerhin an, C._____ beim Spucken beobachtet zu haben. 

Sie hätten sich da alle im Gebetsraum befunden (Prot. I S. 112 f.). Der Geschä-

digte M._____ berichtet davon, das B._____ bespuckt worden sei, als er im Ge-

betsraum gewesen sei. Es sei dort gewesen, wo sie ihn hingeschleppt hätten, 

womit der Gebetsraum gemeint sein muss. Dieses Bild sei ihm geblieben 

(Urk. 20/6 S. 17). Entsprechend kann das Bespucken im Eingangsbereich ge-
mäss Sachverhaltsabschnitt 8 nicht erstellt werden und es ist nachfolgend da-
von auszugehen, dass sich allfällige Spuckattacken – mitunter auch die von 

-   37   - 

C._____ eingestandene – im Gebetsraum (Sachverhaltsabschnitt 9) abgespielt 

hatten.  

3.3.3. C._____ ist – wie bereits erwähnt – als Einziger geständig, den Privatkläger 
bespuckt zu haben. Er habe ein- oder zweimal gespuckt und B._____ dabei im 

Bereich des Halses oder der Brust getroffen (Urk. 9/1 S. 6; Urk. 9/2 S. 5). Auch 

sein Bruder bestätigte die Spuckattacke (Prot. I S. 101). Im Rahmen der Konfron-

tationseinvernahme gibt C._____ zu, "maximal 2 mal" gespuckt zu haben. Er 

glaube aber, es sei einmal gewesen (Urk. 18 S. 36; Urk. 19 S. 19). Hätte es sich 

aber um einen einmaligen Vorgang gehandelt, wäre zu erwarten, dass der Be-

schuldigte sich auch daran erinnern würde, dass es bei einem Einzelfall geblieben 

war. Dass er aber von sich aus angibt, es sei höchstens zweimal gewesen, 

spricht – im Einklang mit den Aussagen des Privatklägers – klar dafür, dass er 

auch mehr als einmal gespuckt hat. Mit Blick auf dieses zweimalige Spucken ist 

der Vorwurf gemäss Sachverhaltsabschnitt 9 damit hinsichtlich dem Beschuldig-
ten C._____ erstellt. Dieser hat den vorinstanzlichen Schuldspruch vor dem Beru-

fungsgericht sodann auch nicht angefochten.  

3.3.4. Sodann sollen auch der Jugendliche und F._____ gespuckt haben. Wäh-
rend B._____ neben dem geständigen C._____ weiter den Jugendlichen als Täter 

nannte (Urk. 20/2 S. 12), konnte sich M._____ an F._____ erinnern. Andere hät-

ten B._____ zwar auch angespuckt, er könnte dies aber gedanklich nicht mehr 

eingrenzen (Urk. 20/6 S. 17). Auch hier weisen die Aussagen der Geschädigten 

verschiedene Realitätskennzeichen auf. B._____s lebhafte, plastische Schilde-

rungen, wonach sein Gesicht von der Spucke nass gewesen sei, wie auch die le-

bensnahe und plausible Angabe, dass er vor lauter Schlägen und Spucke oft nicht 

zu den Beschuldigten hinaufgeschaut, sondern sich schützend abgewendet habe, 

erscheint glaubhaft. Gleiches gilt mit Blick auf M._____, der beschreibt, dass ihm 

der Anblick, wie B._____ bespuckt wurde, im Kopf hängen geblieben sei, als er 

vom WC in den Gebetsraum zurückkehrte (raum-zeitliche Verknüpfung, vgl. dazu 

bereits oben E. II.2.1.3.). Was den Kreis der Täterschaft betrifft, gestehen dabei 

sowohl der Privatkläger B._____ als auch M._____ punktuelle Wahrnehmungs- 

bzw. Erinnerungslücken ein, was aussagepsychologisch ebenfalls ein Anzeichen 

-   38   - 

dafür darstellen kann, dass die aussagende Person die Wahrheit sagt, aber sie 

bei der Nacherzählung ihrer Erinnerungen auf Komplikationen stösst. Ein Lügner 

wird demgegenüber in der Regel darum bemüht sein, Erinnerungslücken und 

Komplikationen in seiner Erzählung zu vermeiden, um einen möglichst glaubhaf-

ten Eindruck zu erwecken (LUDEWIG/TAVOR/ BAUMER, a.a.O., S. 1423 f.). Beide 

Geschädigte nehmen sodann auch von naheliegenden Mehrbelastungen der Be-

schuldigten Abstand, indem sie zwar angeben, dass zahlreiche Personen ge-

spuckt hätten, sie jedoch dennoch nur jene Person bzw. jene beiden Personen 

angeben, an deren Beteiligung sie sich sicher erinnern konnten. Dies sind im Fall 

von M._____ der Beschuldigte F._____ und im Fall von B._____ die Beschuldig-

ten C._____ sowie der Jugendliche. Dieses differenzierte und zurückhaltende 

Aussageverhalten spricht für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Geschädigten. 

Demgegenüber beschränken sich die beiden Beschuldigten auf sehr pauschale 

Bestreitungen (Urk. 13/1 S. 4: "Ich habe nichts gemacht, ich war einfach dort."; 

Urk. 17/8 S. 23), wobei sie nicht einmal das von C._____ selber eingestandene 

Spucken beobachtet haben wollen, dies obwohl sie – wie sie selber zugeben – 

beim Vorfall im Gebetsraum anwesend waren und somit zumindest dieses Be-

spucken hätten mitbekommen müssen (vgl. betreffend F._____ Urk. 13/1 S. 7; 

Urk.13/2 S. 4; betr. den Jugendlichen Urk. 17/8 S. 23). So entsteht unweigerlich 

der Eindruck, dass sie mit ihren Aussagen vorwiegend sich selber und ihre Mitbe-

schuldigten zu schützen versuchen.  

3.3.5. Nach dem Gesagten ist auf die Aussagen der beiden Geschädigten abzu-

stellen. Nachdem – im Gegensatz zu C._____ – hinsichtlich der nicht geständigen 

Beschuldigten F._____ und des Jugendlichen keine genaueren Informationen 

darüber vorliegen, wie oft diese B._____ bespuckt hatten, ist von der für sie güns-

tigsten Sachverhaltskonstellation und damit von je einfachem Bespucken auszu-

gehen. Im Ergebnis gilt mit der Vorinstanz als erstellt, dass – neben C._____ 
(zweimalig) – auch der Beschuldigte F._____ sowie der Jugendliche den 
Privatkläger je mindestens einmal angespuckt haben. Auf die Frage nach der 
Beteiligung der übrigen Beschuldigten, insbesondere auch des Beschuldigten 

A._____, ist später noch gesondert einzugehen (vgl. nachfolgend E. II.3.5.).  

-   39   - 

3.4. Nötigung B._____s mit Zehnernote (Sachverhaltsabschnitt 3) 

3.4.1. Gemäss Anklage soll F._____ dem Privatkläger B._____ im Gebetsraum 

eine Zehnernote in den Mund gesteckt und von ihm verlangt haben, dass er diese 

runterschlucke. 

Der Beschuldigte F._____ bestreitet diesen Vorwurf. Er habe mitbekommen, dass 

B._____ Fotos gemacht und an N._____ geschickt habe. Dann sei der, der für die 

Moschee zuständig sei, gekommen. Er [F._____] habe zu B._____ gesagt, wie 

man sich so für Geld verkaufen könne. Der Zuständige der Moschee habe den 

Privatkläger dann ins Büro geholt und sei ca. eine halbe bis ganze Stunde später 

wieder aus dem Büro gekommen, um die Polizei anzurufen. Nach ca. 4-5 Minuten 

sei bereits die Polizei eingetroffen (vgl. die zutreffende Zusammenfassung seiner 

Aussagen im vorinstanzlichen Urteil E. III.11.5.1.). Auch die übrigen Beschuldig-

ten, die gemäss Anklage in jenem Zeitpunkt dem Geschehen anwesend unmittel-

bar beigewohnt haben sollen, bestreiten diesen Vorfall. D._____, G._____, 

C._____, A._____ und der Jugendliche sagten aus, sie hätten das nicht mitbe-

kommen resp. nicht gesehen (Urk. 15/1 S. 5; Urk. 15/2 S. 5 f.; Urk. 16/1 S. 7; 

Urk. 9/2 S. 8; Urk. 19 S. 12; Urk. 17/5 S. 7). E._____ und K._____ äusserten sich 

nicht dazu (Urk. 19 S. 12).  

3.4.2. B._____ schildert den Vorfall so, dass der Beschuldigte inmitten der Schlä-

ge und Bespuckereien zu ihm gekommen sei, aus seinem Portemonnaie eine 

Zehnernote genommen und ihm in den Mund gesteckt habe. Er habe ihm gesagt, 

"Du hast deine Religion für Geld verkauft, hier schluck es runter." Er habe keine 

andere Wahl gehabt und die Note heruntergeschluckt (Urk. 20/1 S. 3). Im Rah-

men der zweiten Einvernahme schilderte er diesen Vorfall in freier Erzählung 

identisch (Urk. 20/2 S. 7). Der Geschädigte M._____ hat den Vorfall ebenfalls be-

obachtet. In der tatnächsten Einvernahme schilderte er in freier Erzählung, einer – 

den er nachfolgend im Rahmen der Fotowahlkonfrontation eindeutig als F._____ 

identifizierte – habe in der einen Hand das Geld gehalten und mit der anderen 

B._____ den Mund aufgedrückt, so dass dieser gezwungen gewesen sei, den 

Mund zu öffnen. In der Folge habe er ihm das Geld mit dem Finger mit Gewalt in 

-   40   - 

den Mund gedrückt und dabei gesagt, er solle das Geld schlucken, er hätte seine 

Religion verraten bzw. verkauft (Urk. 20/5 S. 3, 6).  

3.4.3. Dass beide Geschädigten den Vorfall praktisch identisch schildern, spricht 

stark dafür, dass sich dieser tatsächlich wie in der Anklage beschrieben zugetra-

gen hat. Den Standort, an dem sich der Vorfall abgespielt habe, zeichneten so-

dann auch beide Geschädigten unabhängig voneinander praktisch identisch auf 

den ihnen vorgelegten Situationsplänen der Moschee ein (vgl. Anhänge in den 

Urk. 20/2 und 20/6 i.V.m. Urk. 20/2 S. 11 ff. bzw. Urk. 20/6 S. 32). Auch über die 

Identität des Täters – des Beschuldigten F._____ – lassen beide keine Zweifel 

aufkommen. Aus den Aussagen B._____s lässt sich zudem entnehmen, dass 

B._____ diesen Vorfall als besonders erniedrigend empfunden hat. Entsprechend 

beschreibt er das Vorgehen F._____s so, dass dies eigentlich Folter gewesen sei 

(Urk. 20/1 S. 5). Dies mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass er sich in 

der anschliessenden Detailbefragung zu diesem Vorfall nicht mehr äussern wollte 

und nach kurzer Rücksprache mit seinem Rechtsvertreter schliesslich angab, er 

wolle nicht darüber sprechen, dies sei "privat" (Urk. 20/2 S. 13). Solche Darlegun-

gen eigener gefühlsbezogenen Vorgänge sprechen für die Glaubhaftigkeit einer 

Aussage. Im Übrigen spricht gerade auch die Ausgefallenheit bzw. Absurdität die-

ses Vorfalls dafür, dass sich dieser so abgespielt hat. Wer mit einer Lügenge-

schichte jemanden zu Unrecht zu belasten versucht, würde aus der Angst heraus, 

unglaubhaft wirken, wohl kaum auf die Idee kommen, eine derart ausgefalle Ge-

schichte zu erfinden. Mit Blick auf die Aussagen M._____s ist bemerkenswert so-

dann der Detailreichtum in seiner Schilderung. So habe F._____ das Geld her-

ausgenommen, B._____ von unten an den Kiefer gefasst und gegen die Wangen 

gedrückt, so dass dieser den Mund habe öffnen müssen, worauf er ihm das Geld 

reingesteckt habe (Urk. 20/6 S. 32). Seine bildhafte Darstellung dieses Vorgangs 

ist ein starkes Indiz dafür, dass sich der Vorfall tatsächlich so ereignet hat, wie er 

ihn beschreibt. Ferner sind auch die Schilderungen konkreter Gesprächsteile, 

welche aussagepsychologisch ebenfalls ein Realkennzeichen darstellten, in den 

Aussagen der Geschädigten vorhanden. Beide geben übereinstimmend an, dass 

der Beschuldigte F._____ seine Aktion mit den Worten, B._____ habe seine Reli-

gion verkauft, weshalb er nun das Geld schlucken solle, kommentierte (Urk. 20/1 

-   41   - 

S. 3; Urk. 20/6 S. 32). Selbst der Beschuldigte F._____ gibt an, den Beschuldig-

ten danach gefragt zu haben, weshalb er seine Religion verkaufe (Urk. 13/1 S. 4). 

Nach dem Gesagten ist auf die glaubhaften Aussagen der Geschädigten abzu-

stellen, was allerdings auch zu folgender Einschränkung führt: Für das Beweiser-

gebnis nicht unerheblich ist die Tatsache, dass M._____ nicht bestätigte, dass 

B._____ die Banknote letztlich auch schluckte, sondern vielmehr angab, dass 

B._____ diese wieder aus dem Mund genommen habe (Urk. 20/6 S. 32). Nach-

dem B._____, wie zuvor dargelegt, im Rahmen der späteren Einvernahmen das 

Herunterschlucken der Note ebenfalls nicht mehr bestätigen wollte (Urk. 20/2 

S. 24), kann der Verbleib der Banknote nachträglich nicht mehr mit genügender 

Sicherheit erstellt werden. Es ist entsprechend aufgrund der verbleibenden Zwei-

fel zu Gunsten der Beschuldigten – anders als noch die Vorinstanz – nicht erstellt, 

dass B._____ die Banknote herunterschluckte. 

3.4.4. Im Ergebnis sind die im Sachverhaltsabschnitt 3 der Anklage umschriebe-

nen Handlungen, begangen durch den Beschuldigten F._____, somit insoweit er-

stellt, als B._____ gewaltsam gezwungen wurde, die Zehnernote in den Mund zu 

nehmen.  

3.5. Anwesenheit von A._____ und der übrigen Beschuldigten betreffend Sach-

verhaltsabschnitte 3, 4, 5, 7 und 9  

3.5.1. Für sämtliche Sachverhaltsabschnitte, die sich ab dem Verschleppen 

B._____s in den Gebetsraum in diesem abgespielt haben sollen (Sachverhaltsab-

schnitte 3, 4, 5, 7 und 9), macht die Anklage den Beschuldigten C._____, 

A._____, E._____, D._____, G._____, F._____, K._____ und dem Jugendlichen 
zum Vorwurf, dem Geschehen unmittelbar beigewohnt zu haben, soweit sie je-

weils nicht ohnehin selber gehandelt hatten.  

3.5.2. Bereits erstellt wurde, dass im Zuge des Verschleppens von B._____ in den 

Gebetsraum – neben den bereits bei den Vorfällen im Eingangsbereich anwesen-

den Beschuldigten C._____, D._____ und dem Jugendlichen – neu auch 
G._____ aktiv ins Geschehen eingegriffen hat. Dafür, dass sich einer oder mehre-
re dieser vier Beschuldigten in der Folge während der Begehung der erstellten 

-   42   - 

Taten im Gebetsraum zurückgezogen hätten, gibt es keine Anzeichen. Zum einen 

haben sie – wie soeben erstellt wurde – an diesen Tathandlungen selber aktiv 

mitgewirkt (G._____: Drohungen; C._____: Drohungen, Spucken; D._____: Dro-

hungen, Schläge; der Jugendliche: Drohungen, Schläge, Spucken). Zum andern 

bestätigte auch B._____, dass sie in dieser Phase im Gebetsraum zum Kreis je-

ner Beschuldigten gehörten, die unmittelbar um ihn herumgestanden seien 

(Urk. 20/2 S. 12). Hinsichtlich F._____ konnte erstellt werden, dass er im Gebets-
raum ebenfalls Drohungen ausgesprochen, den Privatkläger bespuckt und ihn 

sodann genötigt hatte, die Zehnernote in den Mund zu nehmen. Auch bei ihm ist 

nicht ersichtlich, dass er sich mit Blick auf die Taten der übrigen Beschuldigten, 

insbesondere die Schläge gegen B._____, vom Geschehen abgewandt hätte. 

Zum einen vermochte B._____ auch den Beschuldigten F._____ klar als einen je-

ner Personen im engeren Kreis um ihn herum zu identifizieren (Urk. 20/2 S. 12). 

Zum andern müssen sich die Schläge und Spuckereien nach den glaubhaften 

Angaben beider Geschädigten abwechselnd abgespielt haben, weshalb davon 

auszugehen ist, dass der Beschuldigte F._____ – auch wenn ihm selber keine 

Schläge direkt nachgewiesen werden können – bei deren Ausführung durch seine 

Mitbeschuldigten zumindest unmittelbar zugegen war. 

3.5.3. Gemäss Anklage sollen auch A._____ und E._____ bei den Taten im Ge-

betsraum um den Privatkläger B._____ herumgestanden sein. A._____ gab zu-
nächst über mehrere Einvernahmen hinweg an, sich in keiner Weise an irgend-

welchen Handlungen gegen den Beschuldigten beteiligt bzw. nichts davon mitbe-

kommen zu haben (Urk. 10/1-3). In der Konfrontationseinvernahme gab er dann 

erstmals an, er sei in jenem Moment, als sein Bruder (C._____) B._____ ange-

spuckt habe, gerade mit seinem Gebet fertig geworden, weshalb er dies beobach-

tet habe. Er sei darauf umgehend zu seinem Bruder hingegangen und habe ihm 

gesagt, dass er in der Moschee nicht spucken dürfe und dass man nun warten 

solle, bis die Polizei komme (Urk. 19 S. 19). Die Vorinstanz schloss aus diesem 

Umstand darauf, dass A._____ entsprechend bei den Handlungen im Gebets-

raum ebenfalls zum Geschehen hinzugekommen sein muss (vorinstanzliches Ur-

teil E. III.11.3.4. in fine). Dem ist im Ergebnis zuzustimmen. Nicht unberücksichtigt 

gelassen werden darf zwar, dass weder M._____ noch B._____ A._____ als ei-

-   43   - 

nen der Beschuldigten identifizierten, die B._____ in dieser Phase unmittelbar be-

drängten. Letzterer gab gar einmal zu Protokoll, A._____ habe zu jenen Personen 

gehört, die zwar zu diesem Zeitpunkt noch in der Moschee anwesend, jedoch 

nicht an den Übergriffen im Gebetsraum beteiligt gewesen seien (Urk. 20/2 S. 14 

unten: "Nr. 7", welche gemäss Fotowahlkonfrontationsbogen den Beschuldigten 

A._____ zeigte). M._____ beschrieb das Vorgehen gegen B._____ so, dass die 

Gruppe, die sich um ihn geschart hatte, in einen engeren Kreis sowie in eine 

Gruppe, die etwas weiter weg stand, gegliedert gewesen sei. A._____ zählte aus 

der Sicht von M._____ zwar offenbar nicht zu diesem engeren Kreis, aber immer-

hin zu jenen Beschuldigten, die etwas weiter weg standen (Urk. 20/6 S. 13). Bei 

dieser Ausgangslage ist zwar nicht davon auszugehen, dass A._____ sich wäh-

rend dieser Taten gegen B._____ im "engeren" Kreis jener Beschuldigten befun-

den hatte, die unmittelbar um B._____ herumstanden. Aus diesem Grund wurde 

er – im Gegensatz zu jenen Beschuldigten, die direkt verbal, durch Schläge oder 

Spucken auf ihn einwirkten – von B._____ wohl auch nicht als unmittelbare Be-

drohung wahrgenommen. Genauso wenig ist allerdings davon auszugehen, dass 

er nur ein vom Geschehen gänzlich distanzierter Moscheebesucher war. Aus der 

Tatsache, dass beide Geschädigten ihn als Teil der Gruppe der Aggressoren zäh-

len, als auch aus der Tatsache, dass er selber angibt, das Spucken seines Bru-

ders beobachtet zu haben und sich darauf auch zu diesem – der sich ja unmittel-

bar bei B._____ befand – hinbewegte, ist mit der Vorinstanz zu schliessen, dass 

auch A._____ Teil der Gruppe war, indem er sich – wenn auch in etwas grösse-

rem Abstand als die aktiv handelnden Beschuldigten – im Gebetsraum um 

B._____ geschart und das Geschehen bzw. die Taten seiner Mitbeschuldigten 

mitverfolgt hatte.  

3.5.4. Das Gleiche gilt im Ergebnis für E._____. Wenngleich B._____ angibt, die-
ser habe ihm nichts getan, bezeichnet er ihn zumindest ebenfalls als einen der bei 

den Vorfällen Anwesenden (Urk. 20/1 S. 8; Urk. 20/2 S. 14 f.). M._____ zählte 

E._____ in dieser Phase als einer jener Beschuldigten im besagten engeren Kreis 

um B._____ herum (Urk. 20/6 S. 13). Schliesslich ergibt sich bereits aus den Aus-

sagen E._____s, dass er das Geschehen sehr wohl mitbekommen haben musste. 

Zum einen gibt er an, das Geschrei und die Hysterie, die sich nach der Entlarvung 

-   44   - 

B._____s breit gemacht hatte, mitbekommen zu haben, wobei es ihn auch Wun-

der genommen habe, was es damit auf sich hatte. Er habe auch Schreie und Be-

leidigungen gehört (Urk. 12/3 S. 4 f.). Er habe, als sich die bereits beschriebenen 

Vorgänge im Eingangsbereich abgespielt hatten, auch hingehen wollen, sei dann 

aber von einer älteren Person, glaublich durch den Moschee-Vorstand, zurück-

gewiesen worden (Urk. 12/4 S. 4). Dass hinsichtlich der Taten im Eingangsbe-

reich weder eine Beteiligung noch die direkte Anwesenheit E._____s erstellt wer-

den konnte, wurde bereits dargelegt. Aus seinen Aussagen ergibt sich aber jeden-

falls, dass er bereits kurz nach der Entdeckung B._____s auf den Vorfall auf-

merksam wurde und dessen weiteren Verlauf folglich – zumindest ab dem Zeit-

punkt, als B._____ im Gebetsraum auf den Boden gesetzt wurde – auch mitver-

folgt haben musste. So gibt er denn auch an, seinen Vater H._____ angerufen zu 

haben und auch mitbekommen zu haben, wie B._____ und schliesslich auch 

M._____ ins Büro geführt wurden (Urk. 12/4 S. 7). Unter Würdigung sämtlicher 

Aussagen ist somit davon auszugehen, dass auch E._____ – selbst wenn er nicht 

unmittelbar auf B._____ einwirkte – zumindest Teil der Gruppe war, die sich wäh-

rend den erstellten Taten seiner Mitbeschuldigten im Gebetsraum um B._____ 

geschart hatten.  

3.5.5. K._____ gab von Beginn weg an, er habe von sämtlichen Vorfällen an die-
sem Abend bis zum Eintreffen der Polizei überhaupt nichts mitbekommen. Er sei 

in der Moschee eingetroffen und habe sich danach in den Frauenraum begeben, 

wo er gewartet habe, bis das Abendgebet beginne bzw. ausgerufen werde, was 

aber sehr lange nicht passiert sei. Schliesslich sei die Polizei gekommen. Er habe 

diese Zeit mit Koranlesen verbracht. Im Frauenraum gebe es einen Zugang zu ei-

nem weiteren Raum, der mit einer Tür hin vom Frauenraum zugänglich sei. Dort 

habe er sich aufgehalten. Er sei alleine in diesem Raum gewesen (Urk. 8/1 S. 2 

ff.; Urk. 8/2 S. 3 f.). Dass der Beschuldigte K._____ seine Version, wonach er sich 

seit seiner Ankunft in der Moschee um ca. 19 Uhr bis zum Eintreffen der Polizei 

um 21.11 Uhr (Urk. 36/10 S. 3) ununterbrochen in diesen vom Gebetsraum abge-

trennten Räumlichkeiten aufgehalten und von allem nichts mitbekommen habe, 

über den ganzen Verfahrensverlauf hinweg konstant und ohne Widersprüche 

schilderte, ist zwar – wie die Vorinstanz festhielt (vorinstanzliches Urteil 

-   45   - 

E. III.11.3.5.) – grundsätzlich al