# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0ff1a10-09c5-5532-876d-5457173954b2
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-25
**Language:** de
**Title:** Grundstückgewinnsteuer
**Docket/Reference:** GR.2013.3
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_GR_2013_3_yy.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 GR.2013.3 

Entscheid 

25. September 2013 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

 A ,    

vertreten durch UTA Treuhand AG,  
Hauptstrasse 18, 5314 Kleindöttingen,  

Rekurrent,  

gegen 

G e m e i n d e   B ,    

vertreten durch den Finanzausschuss,  

Rekursgegnerin,  

betreffend 

Grundstückgewinnsteuer 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend der  Pflichtige)  veräusserte  im März  2012  die Liegenschaft 
Kat.Nr.       , eine Villa mit Seeanstoss, Bootshaus und …. m2 Land an der …..strasse 

130 in der Gemeinde B zum Preis von Fr. 16'000'000.- an die Ehegatten C. Mit Veran-

lagungsentscheid vom 10. Juli 2012 auferlegte ihm der Finanzausschuss der Gemein-

de  B  zufolge  dieser  Handänderung  eine  Grundstückgewinnsteuer  von  Fr. 855'600.-. 

Dabei berücksichtigte er u.a. die beim Verkauf an die D AG bezahlte Mäklerprovision 

nur  im  üblichen  Umfang  von  1%  des  Verkaufspreises  zuzüglich  Mehrwertsteuer 

(= Fr. 172'800.-)  anstatt  der  geltend  gemachten  bezahlten  Kosten  von  Fr. 345'600.- 

(2% zuzüglich Mehrwertsteuer). 

B.  Eine  dagegen  erhobene  Einsprache  wies  der  Finanzausschuss  der  Ge-

meinde B am 11. Dezember 2012 ab.  

C.  Mit  Rekurs  vom  11.  Januar  2013 

liess  der  Pflichtige  dem 

Steuerrekursgericht beantragen, die Mäklerprovision im Umfang von Fr. 259'200.-, ent-

sprechend 1,5%  des  Verkaufspreises  zuzüglich  Mehrwertsteuer  anzurechnen und die 

Grundstückgewinnsteuer dementsprechend herabzusetzen.  

In  der  Rekursantwort  vom  12.  März  2013  schloss  der  Finanzausschuss  der 

Gemeinde B auf Abweisung des Rekurses. 

Mit Verfügung vom 8. April 2013 wurde der Rekursgegnerin der Beweis aufer-

legt, dass im Raum Zürich im Jahr 2011 beim Verkauf von Einfamilienhäusern bei ei-

nem Kaufpreis von Fr. 16'000'000.- Mäklerprovisionssätze von 1% ortsüblich gewesen 

seien. Gleichzeitig wurde der Pflichtige aufgefordert, die vertraglichen Grundlagen be-

züglich der bezahlten Vermittlungsprovision einzureichen bzw. – soweit der Mäklerver-

trag diesbezüglich keine Regelung enthält – sachdienliche genaue Angaben über den 

Zeitpunkt  des  Vertragsabschlusses,  den  Inhalt  des  Vertrags  und  über  sämtliche  von 

der Mäklerin erbrachten Leistungen zu liefern. Im Falle der Schwerverkäuflichkeit wur-

de dem Pflichtigen ausserdem aufgegeben, die ausserordentlichen Anstrengungen der 

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Mäklerin zu dokumentieren. Hierauf reichten beide Parteien diverse Unterlagen ein, die 

anschliessend der jeweiligen Gegenpartei zur Stellungnahme unterbreitet wurden.  

Auf die hierauf eingereichten Unterlagen und die Parteivorbringen wird, soweit 

rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Die  Grundstückgewinnsteuer  wird  gemäss  § 216  Abs. 1  des  Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 (StG) von den Gewinnen erhoben, die sich bei Handänderun-

gen  an  Grundstücken  oder  Anteilen  von  solchen  ergeben.  Grundstückgewinn  ist  laut 

§ 219  Abs.  1  StG  der  Betrag,  um  welchen  der  Erlös  die  Anlagekosten  (Erwerbspreis 

und  Aufwendungen)  übersteigt.  Die  anrechenbaren  Aufwendungen  sind  in  § 221 

Abs. 1  StG  abschliessend  aufgezählt  (RB  1990  Nr.  51,  1982  Nr. 105;  Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  § 221  N 3). 

Dazu  gehören  u.a.  die  üblichen  Mäklerprovisionen  für  Erwerb  und  Veräusserung 

(§ 121  Abs.  1  lit.  c  StG).  Darunter  ist  nach  ständiger  Rechtsprechung  des  Verwal-

tungsgerichts der Mäklerlohn im Sinn von Art. 413 OR zu verstehen. Die Anrechnung 

einer solchen Provision setzt den Abschluss eines Mäklervertrags gemäss Art. 412 OR 

mit  einer  Drittperson,  eine  in  Erfüllung  dieses  Vertrags  zum  Grundstückkauf  bzw.  

-verkauf  führende  Nachweis-  oder  Vermittlungstätigkeit  des  Mäklers  und  die  Zahlung 

des geschuldeten Mäklerlohns, beschränkt auf den üblichen Umfang, voraus (RB 1983 

Nr. 65; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 221 N 79). Weitere über diesen Rahmen hin-

ausgehende  Aufwendungen  im  Zusammenhang  mit  dem  Verkauf  oder  Erwerb  einer 

Liegenschaft  sind  –  abgesehen  von  Insertionskosten  und  den  mit  der  Handänderung 

verbundenen  Abgaben  (§  221  Abs.  1  lit.  c  und  d  StG)  –  nicht  anrechenbar  (Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter,  § 221  N  76).  Ebenfalls  nicht  anrechenbar  sind  Gewinnbeteili-

gungen, die dem Mäkler im Rahmen eines Mäklervertrags über das übliche Mass hin-

aus  gewährt  werden.  Letztere  erweisen  sich  als  grundsteuerrechtlich  unbeachtliche 

Erlösverwendungen (BGr, 29. Mai 2009, www.bger.ch). 

b) Die Anrechenbarkeit einer Mäklerprovision ist auf den üblichen Umfang be-

schränkt. Nach der Praxis, die sich an das Zivilrecht (Art. 414 OR) anlehnt, gilt im Kan-

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ton  Zürich  im  Regelfall  eine  Mäklerprovision  von  2%  als  üblich  (VGr,  10.  Dezem-

ber 2008, SB.2008.00048, www.vgrzh.ch, RB 1998 Nr. 166, 1996 Nr. 58, 1988 Nr. 43, 

1978 Nr. 73, auch zum  Folgenden). Bei Vorliegen besonderer Umstände sind Abwei-

chungen sowohl nach oben als auch nach unten möglich. So können bei schwer ver-

käuflichen  Objekten  Mäklerprovisionen  bis  zu  3%  als  üblich  gelten.  Auf  der  anderen 

Seite kann bei hohen Verkaufserlösen auch ein Prozentsatz unter 2% als üblich gelten 

(RB 1998 Nr. 166 = StE 1999 B 44.13.5 Nr. 7 = ZStP 1999, 135).  

c) Diejenige Partei, welche vom üblichen Regelansatz von 2% abweichen will, 

ist hierfür beweispflichtig und hat die Gründe und Umstände darzulegen, aufgrund de-

rer sich die Üblichkeit des behaupteten üblichen Honorars ergibt.  

2.  a)  Im  vorliegenden  Fall  rechnete  die  Rekursgegnerin  die  beim  Verkauf  im 

Jahr  2012  an  eine  nicht  nahestehende  Drittperson  bezahlte  Mäklerprovision  von 

Fr. 345'600.- nur im Umfang von Fr. 172'800.-, entsprechend 1% des Verkaufspreises 

plus  Mehrwertsteuer  an.  Sie stützte sich  dabei  in erster  Linie  auf  einen Vorstandsbe-

schluss des Verbands der Gemeindesteuerämter vom Herbst 2009, der abgestuft nach 

Kaufpreisen folgende Provisionssätze vorsieht: 

- bis Fr. 500'000.- 

- von Fr. 500'000.- bis 5 Mio. Franken 

- von 5 Mio. Franken bis 10 Mio. Franken   

- ab 10 Mio. Franken 

3% 

2% 

1,5% 

1% 

Zudem  bringt  sie  vor,  dass  die  zürcherische  Rechtsprechung  mehrfach  fest-

gehalten  habe,  dass  bei  hohen  Verkaufserlösen  ein  Provisionssatz  von  weniger  als  

2%  als  üblich  gelte.  In  anderen  Kantonen  sei  die  Praxis  ähnlich.  So  werde  beispiels-

weise  im  Kanton  Schwyz  die  Abstufung  der  üblichen  Provisionssätze  nach  der  Höhe 

der  Kaufpreise  bereits  in  der  Wegleitung  zur  Steuererklärung  für  die  Grundstückge-

winnsteuer vorgegeben. Diese sehe bei Verkaufspreisen über 10 Mio. Franken eben-

falls einen Provisionssatz von 1% vor. 

b) Der Steuerpraxis anderer Kantone kommt im Kanton Zürich von vornherein 

keine Bedeutung zu, weil den Kantonen hinsichtlich Bestand und Umfang der bei der 

Grundstückgewinnsteuer  anrechenbaren  Aufwendungen  ein  bedeutender  Regelungs-

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spielraum  zukommt.  Im  Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern 

der  Kantone  und Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990  (StHG)  bestehen  hierzu keine 

bundesrechtlichen Vorgaben.  

c)  Auch  dem  Vorstandsbeschluss  des  Verbands  der  Gemeindesteuerämter 

kommt keine verbindliche Wirkung zu, weil es sich hierbei nicht um eine Regelung auf 

Gesetzes-  oder  Verordnungsstufe,  sondern  um  die  Empfehlung  eines  privatrechtlich 

organisierten Vereins handelt. Diese richtet sich einzig an seine Mitglieder (Gemeinde-

steuerämter)  und  ist  nirgendwo  publiziert.  Dementsprechend  erlangte  der  betreffende 

Beschluss keinen marktbeeinflussenden Bekanntheitsgrad. Zudem ist aus dem betref-

fenden  Verbandsbeschluss  nicht  ersichtlich,  aufgrund  welcher  Markterhebungen  oder 

sonstiger Abklärungen die Abstufungen getroffen wurden. Eine Abstufung der Ansätze 

allein  nach  Massgabe  der  Kaufpreise  ist  äusserst  fragwürdig,  weil  die  ortsüblichen 

Mäklerhonorare nicht allein von der Höhe des Kaufpreises, sondern auch von der Art 

des  zu  (ver)kaufenden  Objekts,  dem  damit  mutmasslich  verbundenen  Aufwand,  den 

Interessen  der  Vertragsparteien  und  schliesslich  auch  von  Angebot  und  Nachfrage 

abhängen.  Massstab  für  den  Mäklerlohn  bildet  der  Erfolg,  namentlich  der  wirtschaftli-

che Wert der Dienstleistung für den Auftraggeber (Georg Gautschi, Berner Kommentar, 

1964, Art. 414 N 5b OR). 

d)  Zutreffend  ist,  dass  die  Steuerpraxis  schon  mehrfach  darauf  hingewiesen 

hat,  dass  bei  Vorliegen besonderer  Verhältnisse  vom  üblichen Regelsatz  von  2%  ab-

gewichen werden könne. Die meisten Fälle betrafen allerdings Fälle, bei denen Provi-

sionen  über  2%  geltend  gemacht  wurden.  Diesbezüglich  bezeichnete  das  Verwal-

tungsgericht  Provisionssätze  bis  3%  nur  bei  nachgewiesener  Schwerverkäuflichkeit  

der  betreffenden  Liegenschaft  als  üblich  (VGr,  10.  Dezember  2008,  SB.2008.00048;  

VGr, 6. März 2002, SB.2001.00066, VGr, 16. Juni 1999, SR.98.00069). Im umgekehr-

ten  Fall  (Kürzung  unter  2%)  besteht  keine  gefestigte  Rechtsprechung.  Das  Verwal-

tungsgericht  des  Kantons  Zürich  befasste  sich  bisher  erst  einmal  mit  der  Frage,  wel-

cher Provisionssatz bei Kaufpreisen über 10 Mio Franken üblich sei (RB 1998 Nr. 166, 

auch zum Folgenden). Im betreffenden Entscheid vom 2. September 1998 ging es um 

die  Anrechenbarkeit  einer  Mäklerprovision  in  Höhe  von  2%  des  Erwerbspreises,  wel-

che für einen am 9. März 1990 vollzogenen Kauf eines Geschäftshauses an zentraler 

Lage in der Stadt Zürich zum Preis von rund 14,5 Mio Franken bezahlt wurde. In die-

sem Fall würdigte das Verwaltungsgericht die Praxis der kommunalen Steuerbehörde, 

wonach  die  übliche  Mäklerprovision  nach  der  Höhe  des  Kaufpreises  abzustufen  sei, 

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dem  Grundsatz  nach  als  überzeugend  und  kam  unter  Würdigung  der  gesamten  Um-

stände  zum  Schluss,  dass  sich  die  Kürzung  der  Provision  auf  1,5%  des  Erwerbsprei-

ses nicht beanstanden lasse. 

e) Auch das Steuerrekursgericht bzw. die frühere Steuerrekurskommission be-

fassten sich bisher  erst einmal  mit  der  Problematik  der  "üblichen Höhe" bei  Kaufprei-

sen über 10 Mio Franken. Im betreffenden Entscheid der Steuerrekurskommission vom 

27. März 2008 (3 GR.2007.56) ging es um die Anrechenbarkeit einer Mäklerprovision 

in (bezahlter) Höhe von 1,5% des Verkaufspreises von rund 20,6 Mio. Franken, welche 

für  einen  im  November  2006  vollzogenen  Verkauf  dreier  Mehrfamilienhäuser  bezahlt 

wurde. Der an den gleichen Erwerber erfolgte Verkauf war Bestandteil eines umfang-

reichen Immobilienportfolios mit unterschiedlichen Objekten (Geschäftshäuser, Wohn-/ 

Geschäftshäuser, Mehrfamilienhäuser, Wohnsiedlungen) an verschiedenen attraktiven 

Lagen in mehreren Kantonen. Das Transaktionsvolumen belief sich auf insgesamt rund 

161  Mio.  Franken  bzw.  auf  rund  100  Mio.  bezüglich  der  im  Kanton  Zürich  gelegenen 

Objekte  (die  im  Kanton  Zürich  gelegenen  Objekte  bildeten  dabei  Gegenstand  einer 

Gesamtveräusserung).  Im  genannten  Entscheid  befand  die  Steuerrekurskommission, 

dass  es  dem  Grundsatz  nach  richtig  sei,  die  übliche  Mäklerprovision  nach  der  Höhe 

des  Kaufpreises  abzustufen.  Jedoch  könne  der  Abstufungsregelung  der  Stadt  Zürich 

aus dem Jahr 2005, welche der Verband der Gemeindesteuerämter im Jahr 2009 zum 

Beschluss erhob und auf welche sich die Grundsteuerbehörde im konkreten Fall offen-

sichtlich berief, nicht schlechthin in jedem Fall gefolgt werden. Vielmehr seien bei der 

Ermittlung des üblichen Prozentsatzes die Art der zu (ver)kaufenden Grundstücke und 

die  weiteren  Umstände  des  Einzelfalls  mit  zu  berücksichtigen.  Aufgrund  des  grossen 

Immobilienportfolios mit heterogenen Objekten, die ausserdem in verschiedenen Kan-

tonen lagen, würdigte die Steuerrekurskommission die Vermittlung eines Käufers auf-

grund der vertraglich vereinbarten Rahmenbedingungen (der Verkauf sollte u.a. innert 

relativ kurzer Frist vollzogen werden) und aufgrund des hierfür im Vergleich zu Einzel-

objekten  engeren  Markts  als  eine  anspruchsvolle  Aufgabe.  Folgedessen  würdigte  sie 

die  vereinbarte  Provision  von  1,5%  des  Kaufpreises  (zuzüglich  Mehrwertsteuer)  als 

üblich und  wies die  von  der  Vorinstanz  verfochtene  Kürzung  auf  1%  des  Kaufpreises 

ab.  

f) Weitere Entscheide wurden in den letzten 30 Jahren – auch von der Finanzdi-

rektion,  welche  bis  Ende  1998  als  erstinstanzliche  Rekursbehörde  in  Grundsteuersa-

chen tätig war – zur vorliegenden Problematik nicht gefällt. Entgegen der Feststellung 

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des  Verwaltungsgerichts  im  Entscheid vom  2.  September  1998  gab  es auch nie eine 

Praxis  der  Finanzdirektion  zur  Abstufung  der  Mäklerprovisionen  bei  hohen  Kaufprei-

sen.  Bei  dieser  Sachlage  trifft  die  Behauptung  der  Rekursgegnerin  nicht  zu,  dass  die 

Kürzung der Mäklerprovision auf 1% des Verkaufspreises auf einer mehrfach bestätig-

ten  Rechtsprechung  basiere.  Richtig  und  allgemein  anerkannt  ist  lediglich,  dass  bei 

Objekten  mit  sehr  hohen Kaufpreisen  tendenziell  niedrigere  Verkaufshonorare  verein-

bart werden als bei Objekten mit tiefen Kaufpreisen. Davon ging auch die frühere Tarif-

ordnung  des  Schweizerischen  Verbands  der  Immobilien-Treuhänder  (SVIT),  Sektion 

Zürich, Ausgabe 1983, aus. Denn bei Mehrfamilien-, Appartement- und Geschäftshäu-

sern empfahl er seinen Mitgliedern, bei Objekten über 5 Mio. Franken Provisionen un-

ter  dem  Regelsatz  von  2  bis  3%  des  Verkaufspreises  zu  vereinbaren.  Zum  Ausmass 

der  Preisabschläge  gab  der  SVIT  keine  Empfehlungen  heraus.  Bei  anderen  Arten  

von  Liegenschaften  (landwirtschaftliche  Grundstücke,  Bauland,  Einfamilienhäuser,  

Ferienhäuser,  Eigentumswohnungen  etc.)  waren  Kaufpreise  über  5  Mio  Franken  im  

Jahr 1983 eine Ausnahme, so dass wohl aus diesem Grund kein Regelungsbedarf für 

Preisnachlässe unter den empfohlenen Ansätzen bestand.  

g) Aus kartellrechtlichen Gründen sind Preisempfehlungen von Berufsverbän-

den seit  1998  nicht  mehr  zulässig,  so dass  der erwähnten  Honorarordnung des  SVIT 

heute  keine  wesentliche  Bedeutung  mehr  zukommt.  Die  Frage,  welcher  Prozentsatz 

bei  Mäklerprovisionen  üblich  sei,  ist  in  Anlehnung  an  das  Zivilrecht  (Art.  414  OR)  zu 

entscheiden  sei.  Dabei  kommt  es  auf  den  Ortsgebrauch  der  gelegenen  Sache  

(RB 1957 Nr. 80), d.h. auf vergleichbare Rechtsgeschäfte an.  

h) Die Rekursgegnerin vermochte den Nachweis nicht zu erbringen, dass für 

Seegrundstücke  am  Zürichsee  mit  Kaufpreisen  über  10  Mio  Franken  Provisionssätze 

von 1% üblich sind. Bereits der vorliegende Verkauf widerlegt diese Behauptung. Die 

Rekursgegnerin  vermochte  nur  ein  einziges  Vergleichsgeschäft  mit  einem  Kaufpreis 

über 10 Mio. Franken zu nennen, bei welchem eine Provision von max. 1% des Kauf-

preises – in casu 0,8% des Verkaufspreises von 44 Mio. Franken – bezahlt wurde. Ein 

einziges Vergleichsgeschäft ist aber für die Ermittlung einer Übung nicht repräsentativ. 

Zudem handelte es sich beim betreffenden Vergleichsgeschäft um ein  Baulandgrund-

stück  mit  einem  wesentlich  höheren  Kaufpreis.  Auch  die  beigezogenen  statistischen 

Erhebungen  des  Steueramts  der  Stadt  Zürich  über  den  Zeitraum  von  2007  bis  2010, 

auf  welche  sich  die  Rekursgegnerin  beruft,  belegen  nicht,  dass  bei  Kaufpreisen  über 

10 Mio. Franken Provisionssätze von 1% üblich waren. Aus der betreffenden Statistik, 

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bei welcher im genannten Zeitraum 54 Handänderungen mit Kaufpreisen zwischen 10 

und  20  Mio.  Franken  ausgewertet  wurden,  betrugen  die  durchschnittlich  bezahlten 

Mäklerprovisionen 1,49% des Kaufpreises. Selbst unter Mitberücksichtigung 28 weite-

rer Handänderungen in der Stadt Zürich mit Kaufpreisen über 20 Mio. Franken, d.h. bei 

82  Handänderungen  mit  Kaufpreisen  ab  10  Mio.  Franken  beliefen  sich  die  bezahlten 

Provisionen  auf  durchschnittlich  1,41%  der  Kaufpreise.  Damit  ist  einzig  belegt,  dass 

eine Abstufung der Mäklerprovisionen nach der Höhe des Kaufpreises zwar üblich ist. 

Doch fehlt der Nachweis, dass bei Verkaufsobjekten über 10 Mio Franken die üblichen 

Provisionssätze  1%  betrugen.  Der  Beschluss  des  Gemeindesteuerämterverbands 

stimmt  im  Preissegment  der  Kaufpreise  über  10  Mio.  Franken  mit  der  Realität  nicht 

überein  und  fällt  deshalb  als  taugliches  Beweismittel  für  eine  Übung  im  entsprechen-

den Preissegment ausser Betracht. Daran vermag die Tatsache, dass der SVIT-Mäkler 

über  die  eigentliche  Mäklertätigkeit  hinaus  noch weitere  mit  dem  Verkauf  zusammen-

hängende  Dienstleistungen  erbringt  (z.B.  Klärung  von  Finanzierungsfragen,  Erstellen 

von  Vertragsentwürfen  bis  hin  zu  Abschlusshandlungen),  deren  Gegenwert  häufig  in 

der Provision enthalten ist (vgl. RB 1988 Nr. 43), nichts zu ändern, weil der Wert dieser 

zusätzlichen Dienstleistungen bei Verkaufsobjekten über 10 Mio Franken weit weniger 

ins Gewicht fällt als beim Verkauf einer Eigentumswohnung mit einem Kaufpreis unter 

1 Mio. Franken und somit vernachlässigt werden kann. 

i)  Vor  diesem  Hintergrund  kommt  einem  weiteren  von  der  Rekursgegnerin 

vorgebrachten Vergleichsgeschäft, bei welchem für den Verkauf von drei Stockwerkei-

gentumseinheiten samt vier Einstellplätzen bei einem Verkaufspreis von Fr. 4'352'000.- 

eine  Provision  von  0,8%  des  Erlöses  bezahlt  wurde, keine  entscheidende Bedeutung 

zu.  Da  die  Vereinbarung  des  Mäklerhonorars  immer  Verhandlungssache  ist,  wird  es 

abhängig  vom  Kaufpreis,  der  Art  und  Lage  des  Objekts,  der  Interessenlage  der  Ver-

tragsparteien und von Angebot und Nachfrage immer unterschiedliche Honorarverein-

barungen  geben.  So  wurde  beispielswiese 

im  Herbst  2007,  wie  dem 

Steuerrekursgericht  bei  der  Beurteilung  eines  Staatssteuerrekurses  bekannt  wurde  

(2 ST.2012.353) und der Rekursgegnerin zur Stellungnahme unterbreitet wurde, beim 

Verkauf  eines  vergleichbaren  Grundstücks  (Bauland  mit  zwei  Nebengebäuden  mit 

Seeanstoss in der Gemeinde E bei einem Verkaufspreis von 10 Mio Franken eine Pro-

vision von 1,95% des Kaufpreises bezahlt. Umgekehrt lässt sich unter den Verkäufen 

in  der  Stadt  Zürich  mit  allen  Preisen  über  10  Mio  Franken  (82  Handänderungen),  für 

welche das Steueramt der Stadt Zürich einen Durchschnittssatz von 1,41% ermittelte, 

ein Beispiel finden, bei welchem der Veräusserer für ein Geschäftshaus an der Bahn-

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hofstrasse bei einem Verkaufspreis von 48 Mio. Franken nur eine Mäklerprovision von 

0,1%  des  Erlöses  bezahlte  (2  GR.2012.60).  Ähnliche  Unterschiede  treten  auch  bei 

Verkäufen in tieferen Preissegmenten auf. So sind dem Steuerrekursgericht Fälle be-

kannt  geworden,  bei  welchen  beim  Verkauf  von  Einfamilienhäusern  in  zürcherischen 

Agglomerationsgemeinden bei Verkaufspreisen von Fr. 2'050'000.- und Fr. 1'700'000.- 

Provisionen  von  1,5%  resp.  1,75%  des  Erlöses  bezahlt  wurden  (2  GR.  2012.8  und 2 

GR.2013.8). 

j)  Unbehelflich  ist  schliesslich  der  Einwand,  dass  sich  aufgrund  der  starken 

Nachfrage  nach  erstklassigen  Liegenschaften  in  den  Zürichsee-Gemeinden  und  der 

regen  Konkurrenz  unter  den  Immobilienmaklern  mühelos  ein  gut  vernetzter  Mäkler 

hätte  finden  lassen,  der  den  Verkauf  des  Grundstücks  für  1%  des  Verkaufspreises 

übernommen hätte. Das mag zutreffen. Jedoch ist nicht entscheidend, was hätte sein 

können  oder  nicht.  Massgebend  sind  vielmehr  die  ortsüblich  bezahlten  Preise.  Diese 

belegen  aufgrund  der  gegebenen  Beweislage  nicht,  dass  im  Jahr  2012  für  Liegen-

schaften  im  Luxussegment  bei  einem  Kaufpreis  von  16  Mio  Franken  Provisionssätze 

von  1%  üblich  waren.  Das  vorliegende  Beweisergebnis  deutet  im  Preissegment  zwi-

schen 10  und 20  Mio.  Franken  eher  auf  einen  üblichen  Provisionssatz  von  1,5%  des 

Verkaufspreises hin. Somit erweist sich der Antrag des Pflichtigen, die Mäklerprovision 

im  reduzierten  Umfang  von  1,5%  des  Verkaufspreises  bei  den  Anlagekosten  anzu-

rechnen, als ausgewiesen.  

k)  Aufgrund  dessen  ist  der  Rekurs  gutzuheissen  und  die  Grundstückgewinn-

steuer wie folgt herabzusetzen. 

Steuerbarer Gewinn laut Einspracheentscheid 

2'165'500 

Anrechenbare Mäklerprovision lt. Antrag des Pflichtigen 

-259'200 

Statt berücksichtigt laut Einspracheentscheid 

172'800 

-86'400 

Neuer steuerbarer Grundstückgewinn  

Grundstückgewinnsteuer gemäss § 225 Abs. 1 StG 

(weder Zuschlag noch Ermässigung; Besitzesdauer 4 Jahre 

2'079'100 

821'040 

3. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens  der 

Rekursgegnerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG)  

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs gegen den Einspracheentscheid des Finanzausschusses der Gemein-

de B vom 11. Dezember 2012 wird gutgeheissen und die dem Rekurrenten aufer-

legte Grundstückgewinnsteuer von Fr. 855'600.- auf Fr. 821'040.- herabgesetzt. 

[…] 

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