# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00fd2ef5-daf0-538d-80f4-3627f9ae1718
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2024 F-414/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-414-2024_2024-05-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-414/2024, F-415/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  M a i  2 0 2 4   

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richter Yanick Felley,  

Richter Daniele Cattaneo,  

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), 

4. D._______, geboren am (…), 

alle vertreten durch MLaw Mara Todeschini,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügungen des SEM vom 10. Januar 2024. 

 

 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer 1 und seine Ehefrau, die Beschwerdeführerin 2, so-

wie ihre zwei Söhne, der minderjährige Beschwerdeführer 3 und der voll-

jährige Beschwerdeführer 4, sind iranische Staatsangehörige kurdischer 

Ethnie. Am 11. Oktober 2023 ersuchten sie in der Schweiz um Asyl (Akten 

der Vorinstanz zu den Beschwerdeführenden 1-3 [SEM-1-act.] 1/2-3/2 und 

Akten der Vorinstanz zu dem Beschwerdeführer 4 [SEM-2-act.] 1/2). Ein 

Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit 

EURODAC) ergab, dass sie bereits am 4. Oktober 2023 in Kroatien ein 

Asylgesuch gestellt hatten (SEM-1-act. 14/1-17/1 und SEM-2-act. 9/1).  

B.  

Am 27. Oktober 2023 gewährte die Vorinstanz den Beschwerdeführen-

den 1-3 (SEM-1-act. 23/2-24/2) und am 2. November 2023 dem Beschwer-

deführer 4 (SEM-2-act. 16/3) im Rahmen des persönlichen Gesprächs ge-

mäss Art. 5 Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: 

Dublin-III-VO) das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Kroatiens für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu den beabsichtig-

ten Nichteintretensentscheiden, zur Wegweisung in diesen Dublin-Mit-

gliedstaat sowie zu ihrem Gesundheitszustand (nachfolgend: Dublin-Ge-

spräch). 

C.  

Die Vorinstanz ersuchte die kroatischen Behörden am 20. November 2023 

um Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. b Dublin-III-VO (SEM-1-act. 30/5 - 33/6 und SEM-2-act. 20/5 - 21/6). 

Diesen Gesuchen haben die kroatischen Behörden am 2. Dezember 2023 

hinsichtlich der Beschwerdeführenden 1-3 und am 4. Dezember 2023 hin-

sichtlich des Beschwerdeführers 4 jeweils gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dub-

lin-III-VO entsprochen (SEM-1-act. 34/2-35/2, SEM-2-act. 22/2). 

D.  

Mit zwei Verfügungen vom 10. Januar 2024 – betreffend die Beschwerde-

führenden 1-3 respektive den Beschwerdeführer 4, jeweils eröffnet am 

11. Januar 2024 – trat die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 3 

nicht ein, ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz nach Kroatien an und 

forderte sie auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der jeweiligen 

Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig verfügte sie die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten, wies auf die einer allfälligen Beschwerde feh-

lende aufschiebende Wirkung hin und beauftragte den Kanton E._______ 

mit dem Vollzug der Wegweisungen (SEM-1-act. 39/18-40/1 und SEM-2-

act. 25/16-26/1). 

E.  

Mit Beschwerden ihrer Rechtsvertretung vom 18. Januar 2024 gelangten 

die Beschwerdeführenden 1-3 (erfasst unter der Referenz F-414/2024) und 

der Beschwerdeführer 4 (erfasst unter der Referenz F-415/2024) gegen die 

Verfügungen vom 10. Januar 2024 an das Bundesverwaltungsgericht. Sie 

beantragten, die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und die 

Vorinstanz anzuweisen, auf ihre Asylgesuche einzutreten und in der 

Schweiz die materiellen Asylverfahren durchzuführen. Eventualiter seien 

die Sachen zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

ersuchten die Beschwerdeführenden um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung sowie um superprovisorische Aussetzung des Wegweisungsvoll-

zugs. Weiter beantragten sie jeweils die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses (Akten des BVGer F-414/2024 [Rek-1-act.] 1 und F-415/2024 [Rek-2-

act.] 1). 

F.  

Am 19. Januar 2024 ordnete der Instruktionsrichter in beiden Verfahren je-

weils einen superprovisorischen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG 

an (Rek-1-act. 2 und Rek-2-act. 2). 

G.  

Mit gerichtlicher Verfügung vom 26. Januar 2024 wurden die in engem per-

sönlichen und sachlichen Zusammenhang stehenden Rechtsmittelverfah-

ren F-414/2024 (Beschwerdeführende 1-3) und F-415/2024 (Beschwerde-

führer 4) aus prozessökonomischen Gründen vereinigt (Rek-1-act. 4). 

Gleichzeitig wurden die Beschwerdeführenden aufgefordert, den in der Be-

schwerdeschrift vom 18. Januar 2024 (Rek-1-act. 1) in Aussicht gestellten 

medizinischen Bericht bzw. Spitalbericht betreffend die Beschwerdeführe-

rin 2 einzureichen (Rek-1-act. 4). 

H.  

Mit Eingabe vom 5. Februar 2024 übersandte die Rechtsvertretung der 

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Seite 4 

Beschwerdeführenden zwei Austrittsberichte des Universitätsspitals 

F._______ vom 16. Januar 2024 und 18. Januar 2024 betreffend die Be-

schwerdeführerin 2 und einen Austrittsbericht des Universitätsspitals 

F._______ vom 23. Januar 2024 betreffend den Beschwerdeführer 4 sowie 

die Mitteilung von Medic-Help vom 26. Januar 2024 über dessen Hospita-

lisierung (Rek-1-act. 5).  

I.  

Daraufhin wurden die Beschwerdeführenden mit weiterer gerichtlicher Ver-

fügung vom 15. Februar 2024 aufgefordert, medizinische Berichte betref-

fend die Hospitalisierung und den aktuellen gesundheitlichen Zustand des 

Beschwerdeführers 4 einzureichen (Rek-1-act. 6). 

J.  

Dem kam die Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden mit Eingabe 

vom 22. Februar 2024 nach und übersandte betreffend den Beschwerde-

führer 4 einen ärztlichen Bericht der Psychiatrie G._______ vom 8. Feb-

ruar 2024 (Rek-1-act. 8). 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungs-

gericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des Asyls zu-

ständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführerenden sind 

zur Beschwerdeanhebung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- 

und formgerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der 

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Seite 5 

Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vo-

rinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. 

BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht verzichtet gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG auf die Durchführung eines Schriftenwechsels. 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden erheben formelle Rügen, über die vorab zu 

befinden ist. 

3.2 In formeller Hinsicht machen die Beschwerdeführenden geltend, die 

Vorinstanz habe ihre Pflicht zur vollständigen und richtigen Sachverhalts-

ermittlung sowie ihre Begründungspflicht und damit den Anspruch der Be-

schwerdeführenden auf rechtliches Gehör verletzt. In den angefochtenen 

Verfügungen vom 10. Januar 2024 werde textbausteinartig ausgeführt, es 

lägen keine Hinweise vor, dass Kroatien seinen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nicht nachkommen und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht 

korrekt durchführen würde. Die Angaben der Beschwerdeführenden wür-

den zwar wiedergegeben, blieben aber ohne konkrete und einzelfallge-

rechte Würdigung. Die Vorinstanz führe lediglich aus, Abklärungen der 

schweizerischen Botschaft in Kroatien hätten ergeben, dass Dublin-Rück-

kehrende grundsätzlich eine angemessene Unterkunft, soziale Unterstüt-

zung sowie eine Arbeitserlaubnis erhalten würden. Bei Schwierigkeiten 

könnten sich die Beschwerdeführenden an die kroatischen Behörden wen-

den, um ihre Ansprüche auf dem Rechtsweg einzufordern. Im Weiteren 

würden zahlreiche nichtstaatliche, karitative Organisationen Flüchtlinge 

unterstützen. Die Vorinstanz gehe somit zusammenfassend nicht davon 

aus, dass die Beschwerdeführenden bei einer Überstellung nach Kroatien 

in eine existenzielle Notlage geraten würden, ohne Rechtsschutz wären 

oder ohne Prüfung ihrer Asylgesuche und unter Verletzung des Non-Re-

foulement-Gebots in ihren Herkunftsstaat überstellt werden würden. Zu-

dem sei die medizinische Versorgung in Kroatien grundsätzlich gewährleis-

tet. Dem stünden zahlreiche aktuelle Berichtserstattungen über Miss-

stände und systemische Mängel im kroatischen Asylsystem sowie die 

glaubhaften Schilderungen der Beschwerdeführenden gegenüber. 

Die Vorinstanz habe daher die Situation in Kroatien nicht genügend unter-

sucht und ihren Entscheiden unvollständige Abklärungen zugrunde gelegt; 

sie verletze damit ihre Untersuchungs- und Begründungspflicht. 

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Seite 6 

3.3 Im Asylverfahren gilt – wie in anderen Verwaltungsverfahren – der Un-

tersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen (vgl. BVGE 

2012/21 E. 5.1 m.w.H.).  

Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, 

welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei ein-

zuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur 

Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). 

Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin-

gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung 

angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss so abgefasst sein, 

dass sie eine sachgerechte Anfechtung des Entscheids ermöglicht. Nicht 

erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-

derlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

3.4 Soweit die Beschwerdeführenden darauf hinweisen, die Vorinstanz 

habe in Bezug auf die gegenwärtige Situation in Kroatien den Sachverhalt 

ungenügend abgeklärt und die Beschwerdevorbingen nicht ausreichend 

berücksichtigt, gehen diese Rügen fehl. Die Vorinstanz hat die Vorbringen 

der Beschwerdeführenden bezüglich der Lage in Kroatien angemessen be-

rücksichtigt, beziehungsweise rechtsgenügend in ihre Entscheide einbezo-

gen. Sie macht in den angefochtenen Verfügungen sowohl Ausführungen 

zur Situation von Personen, welche gestützt auf die Dublin-III-VO von der 

Schweiz nach Kroatien überstellt werden, im Allgemeinen als auch zur Si-

tuation der Beschwerdeführenden im Besonderen. Sie äussert sich dabei 

insbesondere in rechtsgenüglicher Weise zum Zugang zum Asylverfahren 

in Kroatien, zur Frage von Kettenabschiebungen, zu systematischer Ge-

waltanwendung seitens der kroatischen Polizei und dem Zugang zu wirk-

samen Rechtsmitteln. Den Beschwerdeführenden ist eine sachgerechte 

Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügungen folglich möglich gewesen. 

Dass beziehungsweise inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt in den 

genannten Punkten weiter hätte abklären müssen, ist vor dem Hintergrund 

der diesbezüglichen bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung 

(siehe hinten E. 6) weder aufgrund der Beschwerdevorbringen noch der 

übrigen Akten ersichtlich. 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 7 

3.5 Die formellen Rügen der Beschwerdeführenden sind unbegründet. Der 

Umstand, dass sie die Beurteilung durch die Vorinstanz nicht teilen, stellt 

weder eine Verletzung der Begründungspflicht, des Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör im engeren Sinn noch der Pflicht zur vollständigen und richti-

gen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts dar. Es besteht keine 

Veranlassung, die Sachen zur (weiteren Sachverhaltsabklärung und) Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Be-

gehren sind abzuweisen. 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

4.3 Der nach der Dublin-III-VO zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

eine antragstellende Person, welche während der Prüfung ihres Antrags in 

einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder sich im Hoheits-

gebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach 

Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO wiederaufzunehmen 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO). 

4.4 Im Rahmen von Wiederaufnahmeverfahren (engl.: take back), wie sie 

hier vorliegen, findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung 

nach Kapitel III statt. Demgegenüber sind im Fall eines sogenannten Auf-

nahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8-15 Dublin-III-

VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der 

Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) an-

zuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der Antragstel-

ler erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen 

(Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 

und 8.2.1 m.w.H.). 

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Seite 8 

4.5 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

4.6 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

4.7 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Er-

messen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in 

fine). 

5.  

5.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der 

Zentraleinheit EURODAC ergab, dass diese vor ihrer Einreise in die 

Schweiz am 4. Oktober 2023 in Kroatien um Asyl nachgesucht hatten 

(SEM-1-act. 14/1-17/1 und SEM-2-act. 9/1), weshalb die Vorinstanz ge-

stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO die kroatischen Behörden um 

Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden ersuchte (SEM-1-act. 30/5-

33/6 und SEM-2-act. 20/5-21/6). Die kroatischen Behörden stimmten den 

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Seite 9 

Wiederaufnahmeersuchen der Vorinstanz gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dub-

lin-III-VO zu (SEM-1-act. 34/2-35/2, SEM-2-act. 22/2). 

5.2 Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens für die Durchfüh-

rung der Asyl- und Wegweisungsverfahren gegeben. Daran ändert auch 

das Vorbringen der Beschwerdeführenden, wonach sie ihre Fingerabdrü-

cke in Kroatien hätten abgeben müssen, nichts. Die Fingerabdruckab-

nahme bei illegal einreisenden ausländischen Personen und Asylsuchen-

den beruht auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (Eurodac-Verord-

nung). Es ist rechtlich nicht zu beanstanden, dass die kroatischen Behör-

den die Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden abgenommen haben. 

Die Dublin-III-VO räumt asylsuchenden Personen kein Recht ein, den ihren 

Antrag prüfenden Staat selbst auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

6.  

6.1 In den Beschwerdeschriften vom 18. Januar 2024 (Rek-1-act. 1 und 

Rek-2-act. 1) wird auf eine mangelhafte Unterbringung sowie auf staatliche 

Gewalt hingewiesen, welcher die Beschwerdeführenden in Kroatien aus-

geliefert gewesen seien und aufgrund geltend gemachter systemischer 

Mängel im Asyl- und Aufnahmesystem Kroatiens die Anwendung von Art. 3 

Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO gefordert. 

6.2 Im Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 hat das Bundesver-

waltungsgericht die seit dem Referenzurteil D-1611/2016 vom 22. März 

2016 bestehende Praxis der grundsätzlichen Zulässigkeit von Dublin-Über-

stellungen nach Kroatien bestätigt. Das Gericht stellte fest, dass nicht da-

von auszugehen sei, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen in Kroatien systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufwiesen, die eine Überstellung von Gesuch-

stellenden generell als unzulässig erscheinen lassen würden (vgl. E-

1488/2020 E. 9.5). Der Verdacht eines Gefährdungszusammenhangs zwi-

schen Push-Backs und Dublin-Rückkehr lasse sich aufgrund der verfügba-

ren Informationen und Erkenntnisse nicht erhärten. Im Rahmen einer auf 

die Dublin-III-VO gestützten Überstellung liege das Hauptaugenmerk auf 

der Frage, ob die gesuchstellende Person, zu deren Aufnahme sich die 

kroatischen Behörden bereit erklärt hätten, Zugang zum dortigen Asylver-

fahren erhalten werde. Dabei stehe nicht mehr im Vordergrund, ob es für 

die schutzsuchende Person zuvor allenfalls äusserst schwierig gewesen 

sei, überhaupt auf kroatisches Territorium zu gelangen. Es sei nicht a priori 

von einer gleichgelagerten Gefährdung für Dublin-Rückkehrende auszuge-

hen wie für Personen, welche erstmals versuchen würden, in das Land 

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Seite 10 

einzureisen oder es zu durchqueren. Zum aktuellen Zeitpunkt würden 

keine genügenden Anzeichen für die Befürchtung bestehen, im Dublin-

Kontext nach Kroatien überstellte Personen würden ohne Eröffnung und 

Durchführung eines Asylverfahrens in unzulässiger Weise ausgeschafft. 

Dies treffe sowohl auf die Überstellung im Rahmen von Take-Charge-(Auf-

nahme-) als auch von Take-Back-(Wiederaufnahme-) Verfahren zu (vgl. 

a.a.O. E. 9.4.4). Im Ergebnis sei davon auszugehen, dass Gesuchstel-

lende, welche gestützt auf die Dublin-III-VO nach Kroatien überstellt wür-

den, Zugang zum dortigen Asylverfahren erhalten, unabhängig davon, ob 

es sich um ein Take-Charge- oder Take-Back-Verfahren handle. Insbeson-

dere bestehe keine beachtliche Wahrscheinlichkeit, die Überstellten wür-

den der Gefahr einer Verletzung ihrer aus dem Refoulement-Verbot flies-

senden Rechte ausgesetzt werden (vgl. a.a.O. E. 9.5). 

6.3 An dieser aktuellen, auf einer Gesamtbetrachtung diverser staatlicher 

und nichtstaatlicher Quellen sowie der Rechtsprechung anderer Dublin-

Mitgliedstaaten beruhenden Beurteilung des Bundesverwaltungsgerichts, 

wonach das kroatische Asyl- und Aufnahmesystem keine systemischen 

Schwachstellen aufweist, vermögen die Vorbringen der Beschwerdefüh-

renden, einschliesslich der von ihnen angeführten Berichte, nichts zu än-

dern. 

6.4 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt. 

7.  

7.1 Zur Frage des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dub-

lin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist Folgendes auszufüh-

ren: 

7.2 Die Beschwerdeführenden tragen vor, in Kroatien würden sie keine fai-

ren und rechtlich korrekten Asylverfahren erwarten. Weiter drohe ihnen, 

dass die kroatischen Behörden sie zurück in den Iran schicken würden. 

Dort erwarte den Beschwerdeführer 1 die Todesstrafe. Darüber hinaus 

wäre eine Rückführung nach Kroatien nicht mit der UNO-Kinderrechtskon-

vention vom 20. November 1989 (KRK, SR 0.107) zu vereinbaren. 

7.3 Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 11 

(SR 0.142.301). Ausserdem wird Kroatien durch die Richtlinien des Euro-

päischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), gebun-

den. 

7.4 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien seinen 

völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Perso-

nen in der Situation der Beschwerdeführenden nachkommt und insbeson-

dere auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfahrens- 

und Aufnahmerichtlinie ergeben (vgl. Urteile F-1883/2023 vom 12. April 

2023 E. 8.2; F-647/2023 vom 9. Februar 2023 E. 7.1; je m.H.). Diese Ver-

mutung kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. Hierfür bedarf es aber 

konkreter und ernsthafter Hinweise, die von der betroffenen Person glaub-

haft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer  

D-5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). 

7.5 Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt angesichts der von den Be-

schwerdeführenden geschilderten Erlebnisse, dass das Verhalten der kro-

atischen Grenzbehörden und die Behandlung von Asylsuchenden im Rah-

men der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Kroatien problematisch 

sein können. Die Beschwerdeführenden vermögen aber nicht rechtsgenü-

gend darzutun, dass die von ihnen bei einer Rückführung nach Kroatien zu 

erwartenden Bedingungen derart schlecht wären, dass sie zu einer Verlet-

zung von Art. 3 EMRK führen könnten. Das Bundesverwaltungsgericht 

geht davon aus, dass sie sich nach der Dublin-Rücküberstellung in einer 

anderen Situation als bei der ersten Einreise nach Kroatien befinden wer-

den (vgl. Urteil des BVGer E-1488/2020 E. 9.4 m.w.H.). Den Akten sind 

denn auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, Kroatien werde 

in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur 

Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet wären oder in dem 

sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu 

werden. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung der ihnen 

zustehenden Aufnahmebedingungen könnten sie sich nötigenfalls an die 

kroatischen Behörden wenden und ihre Rechte auf dem Rechtsweg einfor-

dern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Sollten sie sich durch kroatische Be-

hörden oder Drittpersonen ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen, 

könnten sie sich mit einer Beschwerde an die zuständigen Stellen wenden 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 12 

oder eine Anzeige einreichen. Im Übrigen steht ihnen auch die Möglichkeit 

offen, die vor Ort tätigen karitativen Organisationen zu kontaktieren. 

7.6 Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn Schwerkranke durch die Rückführung 

– mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. anstatt vieler Urteil des BVGer 

F-3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das Urteil des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; 

letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). 

7.7 Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich vorliegend wie folgt: 

7.7.1. Der Beschwerdeführer 1 gab im Rahmen des Dublin-Gesprächs am 

27. Oktober 2023 an, an einer Diskushernie, Angstzuständen und Stress 

zu leiden (SEM-1-act. 24/2). Auf Nachfragen der Vorinstanz teilte Medic-

Help am 21. Dezember 2023 mit, dass der Beschwerdeführer 1 deren 

Dienste wiederholt wegen Erkältungssymptomen in Anspruch genommen 

habe, eine Diskushernie aber nicht bekannt sei. Es lägen auch keine ärzt-

lichen Berichte vor und aktuell benötige er keine Medikamente (SEM-1-

act. 36/3). 

7.7.2. Die Beschwerdeführerin 2 gab im Rahmen ihres Dublin-Gesprächs 

am 27. Oktober 2023 an, unter Diabetes Typ 1, Eisenmangel/Blutarmut, 

Vitamin-B12-Mangel und Schlafstörungen zu leiden. Aufgrund ihrer Diabe-

teserkrankung müsse sie Insulin spritzen. Wenn sie unterzuckert sei, 

würde sie das Bewusstsein verlieren. Dies käme ein- bis zweimal wöchent-

lich vor (SEM-1-act. 23/2). Die Typ-1-Diabetes-Erkrankung und der Eisen-

mangel sowie der Vitamin-B12-Mangel der Beschwerdeführerin 2 wurden 

im medizinischen Datenblatt für interne Arztbesuche im Bundesasylzent-

rum F._______ vom 26. Oktober 2023 bestätigt (SEM-1-act. 37/4).  

Während ihres Aufenthalts in der Schweiz musste die Beschwerdeführe-

rin 2 aufgrund ihrer Diabeteserkrankung hospitalisiert werden. Ausweislich 

des Austrittsberichts des Universitätsspitals F._______ vom 16. Januar 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 13 

2024 war sie dort vom 10. Januar 2024 an wegen einer Blutzuckerentglei-

sung bei bekanntem Diabetes mellitus Typ 1 in stationärer Behandlung und 

konnte am 15. Januar 2024 in gutem Allgemeinzustand in die ambulante 

Versorgung entlassen werden (Rek-1-act. 5, Austrittsbericht des Universi-

tätsspitals F._______, Klinik Innere Medizin, vom 16. Januar 2024). Nur ei-

nen Tag nach ihrer Entlassung kam es erneut zu einer notfallmässigen Spi-

talzuweisung der Beschwerdeführerin 2. Am 16. Januar 2024 erlitt sie eine 

psychische Dekompensation und wurde via Sanität der interdisziplinären 

Notfallstation im Universitätsspital F._______ zugeführt. Dort verweigerte 

sie eine körperliche Untersuchung und verliess das Spital am 17. Januar 

2024 gegen ärztlichen Rat. Im Austrittsbericht vom 18. Januar 2024 wird 

ihre zeitnahe Anbindung an psychologische Unterstützung empfohlen 

(Rek-1-act. 5, Austrittsbericht des Universitätsspitals F._______, Interdis-

ziplinäre Notfallstation, vom 18. Januar 2024).  

7.7.3. Für den minderjährigen Beschwerdeführer 3 gaben seine Eltern, der 

Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2, im Dublin-Gespräch 

am 27. Oktober 2023 an, dass er an Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, 

Erbrechen und Ohrenschmerzen leide (SEM-1-act. 23/2 und 24/2). Bei ei-

ner ärztlichen Untersuchung am 2. Dezember 2024 konnte eine begin-

nende Mittelohrentzündung festgestellt werden. Zur Behandlung wurden 

ihm Schmerzmittel und Nasentropfen verschrieben (SEM-1-act. 37/4). Am 

21. Dezember 2023 teilte Medic-Help der Vorinstanz mit, dass die Be-

schwerden zwischenzeitlich ausgeheilt seien und er auch sonst keine wei-

teren Medikamente benötige (SEM-1-act. 36/3).  

7.7.4. Der Beschwerdeführer 4 gab im Rahmen seines Dublin-Gesprächs 

am 2. November 2023 an, dass er zwar unter keinen körperlichen Be-

schwerden leide, es ihm aber psychisch nicht gut gehe. Er sei gestresst, 

könne nicht gut schlafen und sei sehr mit sich selbst beschäftigt (SEM-2-

act. 16/3). Am 21. Dezember 2023 teilte Medic-Help der Vorinstanz mit, 

dass der Beschwerdeführer 4 dort mehrfach wegen Schlafstörungen und 

Anspannungszuständen vorstellig gewesen sei. Zwar habe er keine be-

stimmte Medikation, erhalte aber bei Bedarf Relaxane oder Redormin 

(SEM-2-act. 23/2). 

Vom 19. Januar 2024 bis zum 23. Januar 2024 befand sich der Beschwer-

deführer 4 in stationärer Behandlung. Dem diesbezüglichen Austrittsbe-

richt des Universitätsspitals F._______ zufolge wurden bei ihm intermittie-

rende, unklare stechende rechtsthorakale Schmerzen und der Verdacht 

auf eine Anpassungsstörung mit reaktiver Depression diagnostiziert. Da 

der Beschwerdeführer 4 psychosozial sehr belastet wirkte, wurde eine 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 14 

ambulante psychiatrische oder psychosomatische Anbindung empfohlen 

(Rek-1-act. 5, Austrittsbericht des Universitätsspitals F._______, Klinik In-

nere Medizin, vom 23. Januar 2024). 

Vom 26. Januar 2024 bis zum 9. Februar 2024 war der Beschwerdefüh-

rer 4 sodann in stationärer psychiatrischer Behandlung. Nach dem diesbe-

züglichen ärztlichen Bericht habe er zum Zeitpunkt des Eintritts eine zu-

mindest mittelgradig depressive Störung gezeigt. Er sei antriebslos mit ne-

gativen Kognitionen und hoffnungslos gewesen. Darüber hinaus habe er 

Suizidgedanken gehabt. Unter der gestarteten Medikation mit Esci-

talopram habe er sich in der Stimmung verbessert und mehr Antrieb ge-

zeigt. Die Suizidgedanken seien auf der Station rückläufig gewesen. Trotz 

seiner verbesserten Stimmung falle es ihm aber weiterhin schwer, positiv 

in die Zukunft zu schauen. Für einen langfristigen Erfolg und die Stabilität 

seiner Psyche werde ihm eine längere Psychotherapie empfohlen (Rek-1-

act. 8, ärztlicher Bericht der Psychiatrie G._______, Erwachsenenpsychi-

atrie, vom 8. Februar 2024). Seit seinem Austritt befindet sich der Be-

schwerdeführer 4 nach den Vorbringen seiner Rechtsvertretung in ambu-

lanter Therapie in der Psychiatrie G._______, Zentrum für psychische Ge-

sundheit H._______. 

7.8 Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführenden 

sind nicht derart gravierend, dass gestützt auf Art. 3 EMRK von einer Über-

stellung nach Kroatien abgesehen werden müsste. Zwar ist nicht in Abrede 

zu stellen, dass die psychische Gesundheit des Beschwerdeführers 4 er-

heblich reduziert ist. Diese Reduktion ist mit dem aktuellen Behandlungs-

setting jedoch tragbar. Kroatien verfügt rechtsprechungsgemäss über eine 

ausreichende, für Dublin-Rückkehrende hinreichend zugängliche medizini-

sche Infrastruktur (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 E. 10.2 und E. 10.3; 

Urteile des BVGer D-2714/2021 vom 21. November 2023 E. 8.4.3; F-

1992/2023 vom 3. Mai 2023 E. 5.4; F-1981/2023 vom 20. April 2023 E. 5.6; 

vgl. auch Asylum Information Database [AIDA] Country Report Croatia, Up-

date 2022 [nachfolgend: AIDA-Report], S. 94 ff., < https://asylumineu-

rope.org/wp-content/uploads/2023/06/AIDA-HR-2022-Update.pdf >, zu-

letzt abgerufen am 16. April 2024). Nebst den staatlichen Einrichtungen 

bestehen in Kroatien auch Angebote von Nichtregierungsorganisationen 

für die psychische Betreuung, womit von der grundsätzlichen Möglichkeit 

einer engmaschigen, wöchentlichen Behandlung ausgegangen werden 

darf (vgl. Urteile des BVGer D-2714/2021 E. 8.4.3; F-1657/2022 vom 21. 

April 2022 E. 7.3 m.w.H.; AIDA-Report, S. 96 ff.). Der Beschwerdeführer 4 

wird demnach in Kroatien seine ambulante, medikamentöse psychiatrische 

Behandlung weiterführen können. Die Beschwerdeführerin 2 wird 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 15 

demnach in Kroatien sowohl hinsichtlich einer allfälligen Anbindung an psy-

chologische Unterstützung als auch hinsichtlich ihrer Diabetes-Erkrankung 

(vgl. hierzu Urteil des BVGer F-3984/2022 vom 14. November 2022 

E. 4.3.3) eine adäquate medizinische Versorgung vorfinden. Medikamente 

können den Beschwerdeführenden zudem auf Vorrat mitgegeben werden, 

wobei die kroatischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die 

spezifischen medizinischen Umstände zu informieren sind (vgl. Art. 31 f. 

Dublin-III-VO).  

7.9 In Gesamtbetrachtung der aktenkundigen Umstände ist sodann nicht 

ersichtlich, dass das übergeordnete Kindsinteresse des Beschwerdefüh-

rers 3 einer Überstellung nach Kroatien gemeinsam mit seinen Eltern, den 

Beschwerdeführern 1 und 2, in entscheidwesentlichem Mass entgegenste-

hen würde. Zumal den Akten auch keine Hinweise darauf zu entnehmen 

sind, dass er dort von ihnen getrennt werden könnte. Das Vorbringen, bei 

einer Rücküberstellung nach Kroatien werde der Beschwerdeführer 3 aus 

seiner mittlerweile einigermassen stabilen und sicheren Umgebung in der 

Schweiz gerissen, rechtfertigt angesichts der kurzen Aufenthaltsdauer in 

der Schweiz keine andere Beurteilung. Angesichts der konkreten Um-

stände gilt dies vorliegend – selbst bei gänzlicher Wahrunterstellung der 

Schilderungen der Beschwerdeführenden betreffend ihren dortigen Aufent-

halt – auch für die geltend gemachte Gefahr einer Retraumatisierung des 

Beschwerdeführers 3 bei einer Rückkehr nach Kroatien. Aus der KRK kann 

sodann kein Anspruch auf Aufenthalt im Staat mit den für ein Kind vorteil-

haftesten Lebensbedingungen abgeleitet werden (vgl. Urteil des BVGer  

E-474/2023 vom 16. Mai 2023 E. 6.3.5 m.H.). Für den Fall, dass aufgrund 

der vorgebrachten Magenbeschwerden eine medizinische Behandlung des 

Beschwerdeführers 3 erforderlich werden sollte, ist davon auszugehen, 

dass diese auch in Kroatien erfolgen kann (vgl. vorstehend E. 7.8). 

7.10 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vo-

rinstanz bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermes-

sensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtenen Verfügungen 

sind unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind 

den Akten keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- 

respektive Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht ent-

hält sich deshalb in diesem Zusammenhang einer weiteren Überprüfung. 

7.11 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, wel-

che die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler 

bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund für einen 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 16 

Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 i.V.m. Art. 17 

Dublin-III-VO. 

8.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten 

und hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Da nach dem Gesag-

ten sämtliche Beschwerdeführenden die Schweiz zu verlassen haben, er-

übrigt es sich, auf die Vorbringen des Beschwerdeführers 4 betreffend 

Art. 16 Dublin-III-VO näher einzugehen. Die beiden Beschwerden sind ab-

zuweisen. 

9.  

Aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen (vgl. vorstehend E. 7.7) 

ist die Vorinstanz anzuweisen, den medizinischen Umständen bei der Be-

stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdefüh-

renden 1-4 Rechnung zu tragen und sicherzustellen, dass die kroatischen 

Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen Umstände 

informiert werden. 

Angesichts der offenkundig engen familiären Beziehung des volljährigen 

Beschwerdeführers 4 zu den Beschwerdeführenden 1-3 ist die Vorinstanz 

weiter anzuweisen, im Rahmen der Überstellungsmodalitäten dafür zu sor-

gen, dass die Beschwerdeführenden 1-4 gemeinsam überstellt werden. 

10.  

Die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sind mit Ausfäl-

lung des vorliegenden Endentscheids gegenstandslos geworden. Die am 

19. Januar 2024 verfügten Vollzugsstopps fallen mit dem vorliegenden Ur-

teil dahin. 

11.  

11.1 In den Beschwerden wird jeweils die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung, einhergehend mit dem Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses, beantragt. Diese Anträge sind in Bezug auf die Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen, da die Be-

schwerdevorbringen hinsichtlich der gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

nicht aussichtslos waren und die Beschwerdeführenden nach Aktenlage 

bedürftig sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Die Gesuche um Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses werden mit dem vorliegenden Urteil ge-

genstandslos. 

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 17 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da die Anträge auf Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch mit diesem Urteil gutge-

heissen werden, werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-414/2024, F-415/2024 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, den medizinischen Umständen bei der 

Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerde-

führenden 1-4 Rechnung zu tragen und sicherzustellen, dass die kroati-

schen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen Um-

stände informiert werden. 

 

Die Vorinstanz wird weiter angewiesen, im Rahmen der Überstellungsmo-

dalitäten dafür zu sorgen, dass die Beschwerdeführenden 1-4 gemeinsam 

überstellt werden. 

 

3.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden 

gutgeheissen. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

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