# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50add5de-c944-5710-b5c4-9b69a701d7a6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.02.2024 A-251/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-251-2023_2024-02-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-251/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Pierre-Emmanuel Ruedin,  

Richterin Annie Rochat Pauchard,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ AG, …, 

vertreten durch  

Daniel Leuenberger und  

Susanne Gantenbein, Rechtsanwältin, …, 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer; Subvention, Leistungsaustausch  

(Steuerperioden 2012 bis 2016). 

 

 

 

A-251/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die X._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) ist seit dem 1. Januar 

2003 im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen bei der Eidge-

nössischen Steuerverwaltung (ESTV; nachfolgend auch: Vorinstanz) ein-

getragen. Sie rechnete bis zum 31. Dezember 2013 nach der Saldosteu-

ersatzmethode und ab dem 1. Januar 2014 nach der effektiven Methode 

ab, und zwar nach vereinnahmten Entgelten. 

B.  

B.a Die ESTV kündigte mit Schreiben vom 20. Dezember 2016 der Steu-

erpflichtigen eine Mehrwertsteuerkontrolle der Steuerperioden 2011 bis 

2015 an.  

Nach Ausdehnung der Kontrolle auf die Steuerperiode 2016 erliess die 

ESTV am 14. Dezember 2018 zwei Einschätzungsmitteilungen (EM). Da-

bei setzte die ESTV für die Steuerperioden 2011 bis 2013 die Steuerkor-

rektur zu ihren Gunsten auf Fr. 43'911.-- (EM Nr. […]; nachfolgend: EM 1) 

und für die Steuerperioden 2014 bis 2016 zu ihren Gunsten auf 

Fr. 70’013.-- fest (EM Nr. […]; nachfolgend: EM 2). 

B.b Mit Eingabe vom 22. Januar 2019 bestritt die Steuerpflichtige die EM 1 

und 2, nachdem sie am 4. Januar 2019 die mit diesen EM nachgeforderten 

Beträge unter Vorbehalt gezahlt hatte. Am 19. Juli 2019 bezahlte sie auch 

die Verzugszinsen unter Vorbehalt. 

B.c Die ESTV erliess daraufhin am 2. Dezember 2020 eine Verfügung, wo-

rin sie die Steuerforderung für die Steuerperioden 2011 bis 2016 auf 

Fr. 100'859.-- festsetzte. 

C.  

C.a Mit Schreiben vom 30. Dezember 2020 erhob die Steuerpflichtige Ein-

sprache gegen die Verfügung vom 2. Dezember 2020. Die Steuerpflichtige 

beantragte darin sinngemäss eine Reduktion der Steuerkorrektur zu ihren 

Gunsten. 

C.b Mit Einspracheentscheid vom 29. November 2022 hiess die Vorinstanz 

die Einsprache teilweise gut. So stellte sie fest, dass die Festsetzungsver-

jährung der Steuerforderung für die Steuerperiode 2011 am 1. Januar 2022 

eingetreten war und hiess die Einsprache für diese Steuerperiode entspre-

chend gut (Dispositivziffern 1 und 2). Im Übrigen, das heisst betreffend die 

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Steuerperioden 2012 bis 2016, wies die Vorinstanz die Einsprache hinge-

gen ab (Dispositivziffer 3, auch zum Folgenden). Daraus resultierte eine 

Steuerforderung zugunsten der Vorinstanz von Fr. 85'183.-- zuzüglich Ver-

zugszins seit dem 31. Dezember 2014. 

D.  

D.a Mit Eingabe vom 13. Januar 2023 erhob die Steuerpflichtige (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen den Einspracheentscheid 

vom 29. November 2022 ans Bundesverwaltungsgericht und stellt fol-

gende drei Anträge:  

i. Das Verfahren sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils 

im Verfahren A-5458/2021 (Urteil des BVGer A-5458/2021 vom 

16. Dezember 2022) zu sistieren. Im Anschluss sei der Beschwer-

deführerin eine Nachfrist zur Antragsformulierung und Beschwer-

debegründung anzusetzen (nachfolgend: Antrag 1 oder Sistie-

rungsantrag); 

ii. Für den Fall, dass Antrag 1 nicht stattgegeben und das Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts A-5458/2021 vom 16. Dezember 2022 

durch die ESTV beim Bundesgericht angefochten werde, werde die 

Reduktion der Steuerforderung auf Fr. 25'628.-- (unter anderem in-

folge der absoluten Verjährung der Steuerperioden 2011 und 2012) 

beantragt (nachfolgend: Antrag 2); 

iii. Für den Fall, dass Antrag 1 nicht stattgegeben werde und das Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts A-5458/2021 vom 16. Dezember 

2022 in Rechtskraft erwachse, werde beantragt, den Einsprache-

entscheid hinsichtlich der Steuerperiode 2012 zufolge absoluter 

Verjährung aufzuheben. Dabei sei die Steuerforderung (recte: 

Steuerkorrektur) auf Fr. 73'008.-- festzusetzten und eine Rückwei-

sung an die Vorinstanz zur Neuberechnung des mittleren Verfalls 

der Verzugszinsen vorzunehmen (nachfolgend: Antrag 3). 

Sämtliche Anträge erhebt die Beschwerdeführerin unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. 

D.b Mit Zwischenverfügung vom 18. Januar 2023 forderte der Instruktions-

richter – unter anderem – die Vorinstanz zur Stellungnahme zum Antrag 1 

(Sistierungsantrag) der Beschwerdeführerin auf. 

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D.c Mit Stellungnahme vom 2. Februar 2023 erklärte die Vorinstanz, dass 

sie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5458/2021 vom 16. De-

zember 2022 nicht anfechten werde und dieses folglich in Rechtskraft er-

wachsen werde. Daher beantragte die Vorinstanz die Abweisung des Sis-

tierungsantrags. 

D.d Mit Zwischenverfügung vom 7. Februar 2023 wies der Instruktionsrich-

ter den Sistierungsantrag ab und setzte der Vorinstanz Frist zur Vernehm-

lassung bis zum 10. März 2023 an.  

D.e Mit Schreiben vom 22. Februar 2023 erklärt die Beschwerdeführerin 

ausdrücklich, dass ihr Antrag 2 aufgrund der durch die Vorinstanz ausge-

bliebene Anfechtung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 

A-5458/2021 vom 16. Dezember 2022 hinfällig geworden sei. An Antrag 3 

halte sie fest. 

D.f Mit Vernehmlassung vom 9. März 2023 beantragt die Vorinstanz die 

Gutheissung der Beschwerde betreffend die Steuerperiode 2012 infolge 

absoluter Verjährung sowie hinsichtlich der Neuberechnung des mittleren 

Verfalls der geschuldeten Verzugszinsen; im Übrigen sei die Beschwerde 

abzuweisen. Im Weiteren beantragt die Vorinstanz, es sei festzustellen, 

dass sie zu Recht von der Beschwerdeführerin eine Steuerkorrektur für die 

Steuerperioden 2013-2016 in der Höhe von Fr. 73'008.-- eingefordert habe. 

Zudem – so die Vorinstanz – diene es der leichteren Erkennbarkeit der 

Rechtslage, wenn betreffend die Steuerperiode 2012 der Eintritt der Fest-

setzungsverjährung und die rechtskräftig gewordene deklarierte Steuerfor-

derung von Fr. 115'952.-- im Dispositiv des Urteils festgestellt werde. 

Auf die weiteren Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – soweit sie 

für den Entscheid wesentlich sind – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Vorliegend stellt der ange-

fochtene Einspracheentscheid vom 29. November 2022 eine Verfügung 

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Seite 5 

nach Art. 5 VwVG dar. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

Zudem ist die Vorinstanz eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG oder das Mehrwertsteuergesetz vom 12. Juni 

2009 (MWSTG, SR 641.20) nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; 

Art. 81 Abs. 1 MWSTG). 

1.3 Der Einspracheentscheid ist an die Beschwerdeführerin adressiert, 

welche von diesem in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht betroffen ist 

und am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat. Sie ist daher zur Be-

schwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde im 

Übrigen frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerde ursprünglich drei An-

träge gestellt (Sachverhalt Bst. D.a). Über den Antrag 1 wurde mit Zwi-

schenverfügung vom 7. Februar 2023 entschieden (Sachverhalt Bst. D.d). 

Darauf ist nicht weiter einzugehen. Der Antrag 2 ist – wie die Beschwerde-

führerin selbst feststellt (Sachverhalt Bst. D.e) – mittlerweile gegenstands-

los geworden, weil das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5458/2021 

vom 16. Dezember 2022 nicht angefochten wurde und in Rechtskraft er-

wachsen ist. 

Im Folgenden bleibt damit noch über Antrag 3 zu urteilen. 

1.5 Im Beschwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime, wonach die 

entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von sich aus 

abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen muss (teilweise ein-

geschränkt durch Mitwirkungspflichten der Verfahrensbeteiligten). Die Be-

schwerdeinstanz nimmt jedoch nicht von sich aus zusätzliche Sachver-

haltsabklärungen vor, für die sich aus den vorgebrachten Rügen oder den 

Akten nicht zumindest Anhaltspunkte ergeben (Urteil des BVGer 

A-4683/2021 vom 10. November 2023 E. 1.8.1 m.w.H.). 

1.6 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvoll-

ständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechts-

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fehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin 

(Art. 49 VwVG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an und ist an die 

Begründung der Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 

2.  

2.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System 

der Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug (Mehrwertsteuer; Art. 130 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 

18. April 1999 [SR 101]; Art. 1 Abs. 1 MWSTG). Als Mehrwertsteuer erhebt 

er unter anderem die sog. Inlandsteuer (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a MWSTG). 

2.2  

2.2.1 Über die Steuer wird grundsätzlich vierteljährlich abgerechnet, bei 

der Abrechnung nach Saldosteuersätzen halbjährlich, wobei die steuer-

pflichtige Person gegenüber der ESTV innert 60 Tagen nach Ablauf der 

Abrechnungsperiode unaufgefordert in der vorgeschriebenen Form über 

die Steuer und die Vorsteuer abzurechnen hat (Art. 35 Abs. 1 Bst. a und b 

i.V.m. Art. 71 Abs. 1 MWSTG). Die Steuerforderung ist innert 60 Tagen 

nach Ablauf der Abrechnungsperiode durch die steuerpflichtige Person zu 

begleichen (Zahlungsfrist, Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Bei verspäteter Zah-

lung ist ohne Mahnung und unabhängig vom Verschulden ein Verzugszins 

zu bezahlen (Art. 87 Abs. 1 MWSTG). 

2.2.2 Der Verzugszinssatz im Mehrwertsteuerbereich belief sich gemäss 

der Zinssatzverordnung EFD (Eidgenössisches Finanzdepartement) vom 

25. Juni 2021 (SR 631.014) ab dem 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 

2023 auf 4 % (Art. 108 Bst. a MWSTG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 Bst. a sowie 

Art. 1 Abs. 1 Bst. c Zinssatzverordnung EFD). Vom 20. März 2020 bis zum 

31. Dezember 2020 ist bei verspäteter Zahlung der Mehrwertsteuer, der 

besonderen Verbrauchssteuern, der Lenkungsabgaben und der Zollabga-

ben kein Verzugszins geschuldet (Art. 2 der Verordnung vom 20. März 

2020 über den befristeten Verzicht auf Verzugszinsen bei verspäteter Zah-

lung von Steuern, Lenkungsabgaben und Zollabgaben sowie Verzicht auf 

die Darlehensrückerstattung durch die Schweizerische Gesellschaft für 

Hotelkredit [AS 2020 861; gültig gewesen bis 31. Dezember 2020]). Sind 

mehrere Abrechnungsperioden betroffen, wird der Verzugszins praxisge-

mäss ab dem mittleren Verfall erhoben (Urteile des BVGer A-1336/2020 

vom 12. Oktober 2021 E. 3.6, A‑2589/2020 vom 3. Mai 2021 E. 2.6). 

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Seite 7 

2.3 Gemäss Art. 42 Abs. 1 MWSTG verjährt das Recht, eine Steuerforde-

rung festzusetzen, fünf Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, in der die 

Steuerforderung entstanden ist (relative Verjährung). Der Lauf der Verjäh-

rungsfrist wird durch eine auf Festsetzung oder Korrektur der Steuerforde-

rung gerichtete empfangsbedürftige schriftliche Erklärung, eine Verfügung, 

einen Einspracheentscheid, ein Urteil, eine Ankündigung einer Kontrolle 

oder den Beginn einer unangekündigten Kontrolle unterbrochen (Art. 42 

Abs. 2 MWSTG). Mit dem Unterbruch durch die Vorinstanz oder eine 

Rechtsmittelinstanz beginnt die Verjährungsfrist neu zu laufen und beträgt 

neu zwei Jahre (Art. 42 Abs 3 MWSTG). Das Recht, die Steuerforderung 

festzusetzen, verjährt in jedem Fall zehn Jahre nach Ablauf der Steuerpe-

riode, in der die Steuerforderung entstanden ist (absolute Verjährung; 

Art. 42 Abs. 6 MWSTG). Als Steuerperiode gilt in der Regel das Kalender-

jahr (Art. 34 Abs. 2 MWSTG). 

3.  

3.1 Im vorliegenden Verfahren macht die Beschwerdeführerin noch gel-

tend, für die Steuerperiode 2012 sei die absolute Festsetzungsverjährung 

eingetreten (vgl. Beschwerdeantrag 3, Sachverhalt Bst. D.a). 

3.1.1 Die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz halten übereinstimmend 

fest, die Festsetzungsverjährung für die Steuerperiode 2012 sei am 1. Ja-

nuar 2023 eingetreten (vgl. Beschwerde, Rz. 48; Vernehmlassung, Ziff. II.). 

Somit sei die von der Beschwerdeführerin deklarierte Steuerforderung für 

die Steuerperiode 2012 per 1. Januar 2023 rechtskräftig geworden, mithin 

der angefochtene Einspracheentscheid in diesem Punkt aufzuheben. 

3.1.2 Das Recht, die Steuerforderung festzusetzen, verjährt in jedem Fall 

zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, in der die Steuerforderung ent-

standen ist (E. 2.3). Die vorliegend relevante Steuerforderung der Steuer-

periode 2012 ist im Jahr 2012 entstanden. Diese Steuerperiode lief am 

31. Dezember 2012 ab. Somit ist das Recht zur Festsetzung der Steuer-

forderung für die Steuerperiode 2012 seit dem 1. Januar 2023 absolut ver-

jährt. 

Folglich ist – mit den Parteien – festzuhalten, dass die von der Beschwer-

deführerin deklarierte Steuerforderung für die Steuerperiode 2012 infolge 

absoluter Verjährung per 1. Januar 2023 rechtskräftig geworden ist 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 Bst. c MWSTG; Urteil des BVGer A-4848/2021 vom 

1. April 2022 E. 5.2.2). Darüber hinausgehende Forderungen der Vor-

instanz sind verjährt. 

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Seite 8 

3.1.3 Von Amtes wegen ist zudem festzuhalten, dass mittlerweile auch die 

über die Deklaration der Beschwerdeführerin hinausgehende Steuerforde-

rung für die Steuerperiode 2013 verjährt ist, weshalb auch für diese Steu-

erperiode nur die von der Beschwerdeführerin deklarierte Steuerforderung 

geschuldet bleibt. 

3.2  

3.2.1 Im Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin, dass die Steuerperi-

ode 2012 infolge Eintritts der absoluten Verjährung nicht mehr in die Be-

rechnungsbasis der Verzugszinse einfliessen dürfe; es seien dieser Be-

rechnung einzig die Steuerperioden 2013-2016 zugrunde zu legen. Infol-

gedessen habe eine Neuberechnung des mittleren Verfalls der Verzugs-

zinsen zu erfolgen. Für diese Neuberechnung beantragt die Beschwerde-

führerin eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz (Beschwerde, 

Rz. 50).  

Die Vorinstanz bestätigt den Antrag der Beschwerdeführerin, dass vorlie-

gend aufgrund der Verjährung der Steuerforderung für die Steuerperi-

ode 2012 eine Neuberechnung des mittleren Verfalls der Verzugszinse zu 

erfolgen habe. Die Vorinstanz beantragt, der mittlere Verfall sei gemäss 

ihrer Berechnungsapplikation auf den 31. August 2015 zu legen. Im Übri-

gen beantragt die Vorinstanz, dass diese Berechnung im vorliegenden Ver-

fahren durch das Bundesverwaltungsgericht vorgenommen werden solle; 

eine Rückweisung in diesem Punkt sei daher nicht erforderlich (Vernehm-

lassung, Ziff. III.). 

Die Parteien beantragen übereinstimmend, der Verzugszins sei auf die für 

die Steuerperioden 2013-2016 erfolgte Steuerkorrektur von Fr. 73'008.-- zu 

berechnen (Beschwerde, Antrag 3; Vernehmlassung, Rechtsbegehren 4). 

3.2.2 Im vorliegenden Fall ist nun noch zu berücksichtigen, dass mittler-

weile auch die Steuerperiode 2013 verjährt ist. Damit ist auch die Steuer-

nachforderung für diese Steuerperiode nicht mehr in die Zinsberechnung 

miteinzubeziehen. 

In ihrer Vernehmlassung hat die Vorinstanz zwar das Datum des mittleren 

Verfalls (E. 2.2.2) für die Steuerperioden 2013-2016 neu festgelegt. Jedoch 

hatte sie noch keine Gelegenheit, den mittleren Verfall für die nunmehr 

noch nicht verjährten Steuerperioden 2014-2016 festzulegen, dies auf Ba-

sis eines Betrages von Fr. 70'015.-- (entsprechend der Steuerkorrektur für 

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Seite 9 

die Steuerperioden 2014-2016). Diesbezüglich ist daher die Sache an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die Zinsfolgen neu berechnet. 

3.3 Somit ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit sie nicht gegenstands-

los geworden ist (vgl. E. 1.4). 

4.  

4.1 Der obsiegenden Beschwerdeführerin sind keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario). Die Abweisung des Sistie-

rungsantrages war, da der Grund, den die Beschwerdeführerin für die Sis-

tierung genannt hatte, mittlerweile weggefallen war, nicht besonders auf-

wändig, so dass diesbezüglich auf die Auferlegung von Verfahrenskosten 

verzichtet werden kann. Den Antrag 2 hat die Beschwerdeführerin zeitnah 

selbst als gegenstandslos geworden erklärt, weshalb auch diesbezüglich 

auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten ist (vgl. Art. 6 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbe-

zahlte Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. 

Der Vorinstanz können als Bundesbehörde ohnehin keine Verfahrenskos-

ten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

4.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteient-

schädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig ho-

hen Kosten ihrer Vertretung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. VGKE). Dabei 

ist zu berücksichtigen, dass der Sistierungsantrag der Beschwerdeführerin 

abgewiesen wurde und sie ihren Antrag 2 zurückgezogen hat. Sie obsiegt 

daher nur in Bezug auf ihren Antrag 3 (Verjährung der Steuerperiode 2012 

sowie Neuberechnung der Verzugszinsen) und zusätzlich in Bezug auf die 

von Amtes wegen festzustellende Verjährung der Steuerperiode 2013. 

Dies macht betragsmässig rund 25 % des Streitwerts aus. Die Parteient-

schädigung ist im vorliegenden Verfahren, mangels Kostennote, praxisge-

mäss auf Fr. 1’125.-- festzusetzen. 

Davon sind Fr. 900.-- von der Vorinstanz zu bezahlen. Die restlichen 

Fr. 225.-- sind – nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils – 

aufgrund der Verfahrensdauer aus der Kasse des Bundesverwaltungsge-

richts zu bezahlen. 

 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit sie nicht gegenstandslos ge-

worden ist. 

2.  

Die von der Beschwerdeführerin deklarierte Steuerforderung für die Steu-

erperiode 2012 in der Höhe von Fr. 115'952.-- und jene für die Steuerpe-

riode 2013 in der Höhe von Fr. 226'102.-- sind infolge des Eintritts der Fest-

setzungsverjährung per 1. Januar 2023 bzw. 1. Januar 2024 rechtskräftig 

geworden. Die ESTV hat für die Steuerperioden 2014-2016 gegenüber der 

Beschwerdeführerin zu Recht zusätzlich zu den deklarierten Steuern eine 

Steuerkorrektur von Fr. 70'015.-- eingefordert. 

3.  

Die Sache wird zur Neuberechnung der Zinsfolgen an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in Höhe von Fr. 3'000.-- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. 

5.  

Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung in Höhe von insge-

samt Fr. 1’125.-- zugesprochen. Davon hat die Vorinstanz Fr. 900.-- zu be-

zahlen. Fr. 225.-- werden der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils aus der Kasse des Bundesverwaltungsge-

richts bezahlt. 

  

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Seite 11 

7.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Keita Mutombo Susanne Raas 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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