# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cf080d4-ec1c-572d-9387-7de961f3e04d
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-25
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 25.06.2020 VG.2019.00083 (VG.2020.943)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00083_2020-06-25.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 25. Juni 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  VG.2019.00083/84

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    
	
    2.1

    	
    BA.______

    	
     

    
	
    2.2

    	
    BB.______

    	
     

    
	
    3.

    	
    C.______

    	
     

    
	
     

    	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    alle vertreten durch
    Rechtsanwalt D.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.1

    	
    EA.______

    	
    Beschwerdegegner

    
	
    1.2.

    	
    EB.______

    	
     

    
	
     

    	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    beide vertreten durch Rechtsanwältin F.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    G.______

    
	
    3.1

    	
    HA.______

    
	
    3.2

    	
    HB.______

    
	
    4.1

    	
    IA.______

    
	
    4.2

    	
    IB.______

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    Beschwerdegegner 2-4 vertreten durch Rechtsanwalt J.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    5.1

    	
    KA.______

    
	
    5.2

    	
    KB.______

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    beide vertreten durch Rechtsanwalt L.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    6.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  sowie

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  	
    Gemeinde Glarus Nord

    	
    Beigeladene 

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt M.______

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  und

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  VG.2019.00085/86

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Gemeinde Glarus Nord

    	
    Beschwerdeführerin 

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt M.______

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.1

    	
    EA.______

    	
    Beschwerdegegner

    
	
    1.2

    	
    EB.______

    	
     

    
	
     

    	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    beide vertreten durch Rechtsanwältin F.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    G.______

    
	
    3.1

    	
    HA.______

    
	
    3.2

    	
    HB.______

    
	
    4.1

    	
    IA.______

    
	
    4.2

    	
    IB.______

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    Beschwerdegegner 2-4 vertreten durch Rechtsanwalt
    J.______

    
	
     

    	
     

    
	
    5.1.

    	
    KA.______

    
	
    5.2

    	
    KB.______

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    beide vertreten durch Rechtsanwalt L.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    6.

    	
    Departement Bau und
    Umwelt des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  sowie

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______

    	
    Beigeladene

    
	
    2.1

    	
    BA.______

    	
     

    
	
    2.2

    	
    BB.______

    	
     

    
	
    3.

    	
    C.______

    	
     

    
	
     

    	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    alle vertreten durch Rechtsanwalt D.______

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  betreffend

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  Überbauungsplan
  Oberhof

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Überbauungsplangebiet Oberhof umfasst die
  Parz.-Nrn. 682 und 2382, Grundbuch Mollis. Die erstgenannte Liegenschaft
  steht im Eigentum von A.______, die zweitgenannte im hälftigen Miteigentum
  von BA.______ und BB.______. Die Parz.-Nr. 682 liegt in der
  Wohnzone 2c (2. Erschliessungsetappe), die Parz.-Nr. 2382 teils in der
  Wohnzone 2c und teils in der Wohnzone 2b (Wohnzone mit kleinem
  Bonus). Die Gesamtfläche des Gebiets beträgt 12'423 m2.
  Geplant ist die Überbauung des Gebiets mit 17 Wohneinheiten (acht
  Einfamilienhäuser und neun Reiheneinfamilienhäuser).

  
	
   

  
	
  1.2 Vom 20. August 2015 bis am 9. September 2015 lag der
  Überbauungsplan Oberhof zur Information und Mitwirkung gemäss Art. 7 des
  Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG) auf (Amtsblatt vom
  20. August 2015). Die öffentliche Auflage des Überbauungsplans nach Art.
  25 RBG erfolgte vom 18. Februar 2016 bis am 21. März 2016
  (Amtsblatt vom 18. Februar 2016). Gegen den Überbauungsplan wurden
  verschiedene Einsprachen erhoben.

  
	
   

  
	
  1.3 Der Gemeinderat Glarus Nord erliess am 28. September
  2016 den Überbauungsplan. Gleichentags wies er sämtliche Einsprachen ab,
  soweit er darauf eintrat.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die im Einspracheverfahren unterlegenen EA.______
  und EB.______ erhoben dagegen am 26. Oktober 2016 Beschwerde beim
  Verwaltungsgericht, welches die Beschwerde zuständigkeitshalber dem
  Departement Bau und Umwelt (DBU) überwies. Ebenso erhoben G.______, HA.______
  und HB.______ sowie IA.______ und IB.______ am 2. November 2016
  Beschwerde beim DBU. Schliesslich gelangten auch KA.______ und KB.______ am
  7. November 2016 mit Beschwerde ans DBU.

  
	
   

  
	
  2.2 Das DBU vereinigte am 24. August 2017 die drei
  Beschwerdeverfahren. Am 4. Juni 2019 hiess es die Beschwerden gut,
  soweit es darauf eintrat, und hob die Verfügung des Gemeinderats Glarus Nord
  betreffend Erlass des Überbauungsplans auf. Gleichentags verweigerte es dem
  Überbauungsplan die Genehmigung.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Dagegen erhoben A.______, BA.______ und BB.______,
  vertreten durch Rechtsanwalt D.______, am 5. Juli 2019 Beschwerde (Verfahren
  VG.2019.00083 und VG.2019.00084) beim Verwaltungsgericht und beantragten die
  Aufhebung des Beschwerdeentscheids und der Genehmigungsverfügung des DBU. Der
  Überbauungsplan Oberhof sei zu genehmigen, eventuell sei die Sache an das DBU
  zurückzuweisen mit der Auflage, den Überbauungsplan zu genehmigen; alles
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Gleichentags erhob auch Rechtsanwalt
  BB.______ in seinem Namen sowie im Namen von A.______, BA.______ und A.______
  Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Am 16. Juli 2019 beantragte Rechtsanwalt
  D.______, die Beschwerdeverfahren in einem Verfahren zu führen, wobei auch
  BB.______ als Beschwerdeführer aufzuführen sei und durch ihn vertreten werde.
  

  
	
   

  
	
  3.2 Die Gemeinde Glarus Nord gelangte mit Beschwerde vom
  5. Juli 2019 (Verfahren VG.2019.00085 und VG.2019.00086) ebenfalls ans
  Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des Beschwerdeentscheids und
  der Genehmigungsverfügung des DBU. Der Überbauungsplan Oberhof sei zu
  genehmigen. Eventualiter sei die Sache mit verbindlichen Weisungen an das DBU
  zur Überarbeitung und Neubeurteilung zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen. 

  
	
   

  
	
  3.3 Das Verwaltungsgericht vereinigte die
  Beschwerdeverfahren mit Präsidialverfügung vom 18. Juli 2019. Gleichzeitig
  lud es A.______, BA.______, BB.______ und C.______ in die Verfahren
  VG.2019.00085 und VG.2019.00086 sowie die Gemeinde Glarus Nord in die
  Verfahren VG.2019.00083 und VG.2019.00084 bei.

  
	
   

  
	
  3.4 Das DBU schloss am 9. September 2019 auf Abweisung
  der Beschwerden; unter Kostenfolgen. KA.______ und KB.______ beantragten am
  16. Oktober 2019 ebenfalls die Abweisung der Beschwerden; unter Kosten-
  und Entschädigungsfolgen. Am 31. Oktober 2019 reichten sie eine
  Ergänzung der Beschwerdeantwort ein. EA.______ und EB.______ beantragten am
  31. Oktober 2019 die Abweisung der Beschwerden; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen. Gleichentags stellten G.______, HA.______ und HB.______
  sowie IA.______ und IB.______ die nämlichen Anträge. 

  
	
   

  
	
  3.5 Die Gemeinde Glarus Nord (nachfolgend:
  Beschwerdeführerin) nahm am 3. Dezember 2019 zu den Beschwerdeantworten
  Stellung. A.______, BA.______, BB.______ und C.______ (nachfolgend:
  Beschwerdeführer) reichten am 15. Januar 2020 eine Stellungnahme ein.

  
	
   

  
	
  3.6 EA.______ und EB.______ nahmen dazu am 21. Februar
  2020 ebenso Stellung wie G.______, HA.______ und HB.______ sowie IA.______
  und IB.______. Schliesslich nahmen auch KA.______ und KB.______ am
  25. Februar 2020 Stellung. Das DBU (nachfolgend: Vorinstanz) hatte
  hingegen bereits am 29. Januar 2020 auf eine weitere Stellungnahme
  verzichtet.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79
  Abs. 1 RBG i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes
  über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung
  der gegen den Beschwerdeentscheid der Vorinstanz gerichteten Beschwerden
  zuständig. Dies ist es auch, soweit mit den Beschwerden die Nichtgenehmigung
  des Überbauungsplans gerügt wird (Art. 28 Abs. 3 RBG). Da auch die weiteren
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerden einzutreten. 

  
	
   

  
	
  1.2 Gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. f VRG kann die
  Behörde einen Augenschein durchführen. Der Entscheid über die Anordnung eines
  Augenscheins steht im pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Eine dahingehende
  Pflicht besteht nur, wenn die tatsächlichen Verhältnisse auf andere Weise
  überhaupt nicht abgeklärt werden können (BGer-Urteil 1C_157/2016 vom
  6. September 2016 E. 2.2).

  
	
   

  
	
  Da sich vorliegend der rechtserhebliche Sachverhalt
  rechtsgenügend aus den Akten ergibt, erweist sich die Durchführung des
  beantragten Augenscheins nicht als notwendig.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Beim Überbauungsplan handelt es sich um einen
  Sondernutzungsplan, welcher nach Art. 23 Abs. 1 RBG insbesondere die
  Erschliessung, die besondere Bauweise sowie die Freiraumgestaltung eines
  Teilgebiets regelt. Mit dem Überbauungsplan kann gemäss Art. 23 Abs. 4 RBG
  von der Regelbauweise abgewichen werden, wenn dadurch gesamthaft ein
  ortsbaulich und architektonisch besseres Ergebnis verwirklicht wird und dies
  im öffentlichen Interesse liegt.

  
	
   

  
	
  2.2 Wird ein grösseres Bauareal geplant, ist nach Art. 6
  Abs. 1 der Bauordnung Mollis vom 16. September 1994 (BO Mollis) ein
  verbindliches Gesamtkonzept vorzulegen, das nebst den Elementen des
  Überbauungsplans verbindliche Angaben über die Gestaltung der Gebäude und
  Freiflächen enthält. Gestützt darauf kann der Gemeinderat in den einzelnen
  Zonen Ausnahmen von den zonengemässen Vorschriften über die zulässige
  Ausnützungsziffer bewilligen. Die Regelung bezweckt gemäss Art. 6
  Abs. 2 BO Mollis eine ausgewogene Lösung zwischen einer
  haushälterischen Nutzung des Bodens und Sicherstellung eines qualitativ
  hochstehenden Wohnungsangebots bei einer architektonisch und städtebaulich
  guten Gestaltung. Nach Art. 6 Abs. 3 BO Mollis besteht kein Anspruch
  auf die Gewährung der erhöhten Ausnützung bzw. der zusätzlichen
  Geschosse. Die Ausnahmen können nur gewährt werden, wenn damit eine
  hygienisch und baulich einwandfreie Lösung erzielt wird. Insbesondere ist
  eine die Wohnqualität sichernde Erschliessung vorzusehen; ebenso sind die
  Beziehungen zu den Nachbargrundstücken zu beachten. Die Bebauung hat sich in
  das Ortsbild der Gemeinde gut einzufügen. Das Projekt ist daher gemäss Art. 6
  Abs. 4 BO Mollis von einer Fachinstanz zuhanden des Gemeinderats zu
  begutachten.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1

  
	
  3.1.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die
  Feststellung der Vorinstanz, dass aufgrund des Berichts der
  Gestaltungskommission der Überbauungsplan nicht bewilligt werden könne, sei
  aktenwidrig. Der Bericht sage genau das Gegenteil aus. Im Fazit werde
  explizit festgehalten, dass der Überbauungsplan im Vergleich mit der
  Regelbauweise durch die vorgeschlagene dichte und kompakte Überbauung
  überzeuge. Der Überbauungsplan habe zudem nur die Grundzüge der Überbauung
  aufzuzeigen. Die Frage der städtebaulichen, architektonischen und
  landschaftsarchitektonischen Qualitäten seien dann bei der Beurteilung des
  Bauvorhabens zu prüfen, zu welchem die Gestaltungskommission wieder Stellung
  nehmen und sich bezüglich der Details einbringen könne. Bei der Gestaltungskommission
  handle es sich um ein beratendes Organ. Den Entscheid über den Erlass des
  Überbauungsplans habe aber ausschliesslich der Gemeinderat zu treffen. Sodann
  sei zu berücksichtigen, dass die Gestaltungskommission in ihrem letzten
  Bericht vom 9. Oktober 2017 den Überbauungsplan vehement verteidige und die
  vorgeschlagenen Lösungen unterstütze. Die Vorinstanz habe mit ihrem Entscheid
  massiv in den Ermessensspielraum der Beschwerdeführerin eingegriffen, was
  unzulässig sei. Der Beschwerdeführerin könne auf alle Fälle kein
  Ermessensmissbrauch vorgeworfen werden.

  
	
   

  
	
  3.1.2 Die Beschwerdeführerin vertritt ebenfalls die
  Auffassung, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht korrekt festgestellt,
  indem sie davon ausgegangen sei, die Gestaltungskommission habe dem Gemeinderat
  den Überbauungsplan nicht als besonders gute Lösung empfohlen. Anders als von
  der Vorinstanz angenommen, sei der Nachweis der ortsbaulich und
  architektonisch besseren Lösung erbracht. Die Gestaltungskommission habe in
  ihrer Stellungnahme unmissverständlich dargelegt, dass es sich beim
  Überbauungsplan um eine gute Lösung handle, die im Vergleich zur
  Regelbauweise durch die vorgeschlagene dichte und kompakte Überbauung einen
  Mehrwert schaffe, der sich mit Art. 23 Abs. 4 RBG decke. Sofern die Gestaltungskommission
  in ihrem Bericht auch kritische Töne anschlage, was absolut üblich sei,
  heisse das noch lange nicht, dass die bessere Lösung nicht erreicht werden
  könne. Letztendlich müsse die Gestaltungskommission im
  Baubewilligungsverfahren ihre Einschätzung nochmals abgeben und damit werde
  das bessere Ergebnis sichergestellt. Sowieso nehme die Gestaltungskommission
  nur als beratendes Organ im Planungsverfahren teil. Baubewilligungsbehörde
  sei der Gemeinderat, weshalb es ihm obliege, die Beurteilung der ortsbaulich
  und architektonisch besseren Lösung vorzunehmen. 

  
	
   

  
	
  3.1.3 Die Vorinstanz führt dazu aus, die Argumentation der
  Beschwerdeführer greife zu kurz. Im Fazit der Stellungnahme der
  Gestaltungskommission werde festgehalten, dass der Überbauungsplan bezüglich
  seiner städtebaulichen, architektonischen und landschaftsarchitektonischen
  Qualitäten noch zulegen könne. Im angefochtenen Entscheid seien die einzelnen
  Kritikpunkte der Gestaltungskommission aufgeführt. Diese habe den
  Überbauungsplan nicht abschliessend als ortsbaulich und architektonisch
  bessere Lösung gegenüber der Regelbauweise beurteilt. Art. 23
  Abs. 4 RBG halte fest, dass das ortsbaulich und architektonisch bessere
  Ergebnis zusammen mit dem öffentlichen Interesse als Voraussetzung für den
  Erlass eines Überbauungsplans bei einer Abweichung von der Regelbauweise
  vorliegen müsse. Fehle dieses, könne ein Überbauungsplan nicht genehmigt
  werden. Der Nachweis des ortsbaulich und architektonisch besseren Ergebnisses
  könne nicht auf die nachfolgenden Baubewilligungsverfahren verlagert werden.
  Wenn die Beschwerdeführerin vom Fachgutachten ihrer eigenen
  Gestaltungskommission abweichen möchte, sei dies zwar grundsätzlich möglich.
  Dies bedürfe aber einer vertieften Begründung. Dafür sei es nicht
  ausreichend, sich lediglich auf einen Satz der Fachstellungnahme zu stützen
  und keine weitere Begründung anzubringen.

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die kommunale Gestaltungskommission verfasste im
  März 2016 eine Stellungnahme zum strittigen Überbauungsplan. Darin wies
  sie zunächst daraufhin, dass das Planungsgebiet an einem landschaftlich und
  ortsbaulich wertvollen Hang liege. Vorgesehen seien drei übereinander in den
  Hang gesetzte, unterschiedlich lange Zeilen. Aufgrund ihrer ähnlichen
  Gliederung und baulichen Dichte werde man die Bebauung als kompakte Grossform
  wahrnehmen. Es bestehe die Chance, dass eine charaktervolle Siedlung mit
  eigener Identität entstehe, geprägt nicht vom üblichen Vermeiden, sondern vom
  Zulassen der Nähe, architektonisch und in den gemeinsamen Aussenräumen. Sowohl
  in der Länge wie in der Höhe sei die Grossform jedoch ortsunüblich und
  erfordere darum eine zurückhaltende architektonische Gestaltung. Die Bebauung
  werde in den ersten Jahren stark in Erscheinung treten, bis die Bepflanzung
  gewachsen sei. Auf diese sei daher besonderer Wert zu legen. 

  
	
   

  
	
  Die inneren Strassen seien
  als Begegnungszonen geplant und sollten der Erschliessung und als
  Aufenthaltsort zugleich dienen. Dafür seien sie aber knapp dimensioniert.
  Schwierig sei auch, dass die mittleren Häuser abwechselnde Adressen
  erhielten, da sie entweder von der oberen oder der unteren Strassen her
  zugänglich seien. Für den Fussverkehr sei die Siedlung teilweise nur
  umständlich begehbar. Besser wäre, auch die unterste Zeile mit einem Fussweg
  zu queren. 

  
	
   

  
	
  Als Grundtyp diene ein
  über drei Geschosse gestaffeltes Einfamilienhaus, das zu Gruppen und Reihen
  gefügt und mit jeder Zeile variiert werde. Gerade diese Variation der
  Volumetrien von gleich und ähnlich, wie sie das Richtprojekt zeige, sei
  zentral, um die Grossform aufzulockern. Wichtig sei, dass sich dieses Spiel
  bei der architektonischen Gestaltung fortsetze. Die in den
  Sonderbauvorschriften vorgegebene beschränkte Materialisierung sei daher
  sinnvoll. Sie erlaube kontrollierte Heterogenität. Die Häuser liessen sich
  individuell gestalten und seien ablesbar, ohne dass dies jedoch in
  Selbstdarstellungen ausufere und die Grossform auseinanderzubrechen drohe.
  Bei den beiden oberen Zeilen würden auch die Gebäudehöhen leicht variieren.
  Dies vermisse sie bei der untersten Zeile, die durchgehend gleich hoch sei
  und damit wie zu flach wirken könne. 

  
	
   

  
	
  Die Einfamilienhäuser
  seien teils überdurchschnittlich gross. Dieses teilweise Überangebot und der
  markante Wohnflächenverbrauch werde kritisiert. Sie habe in den Gesprächen mit
  den Verfassern angeregt, mehr Wohnungstypen anzubieten für eine altersmässig
  durchmischte Bewohnerschaft. Ob diese Durchmischung mit den geplanten
  Einliegerwohnungen gelinge, sei offen. 

  
	
   

  
	
  Bei der Bepflanzung und
  Gestaltung der privaten Bereiche seien die Beschränkungen sinnvoll. Entlang
  der Strassen seien hingegen mehr Bäume wünschenswert. Der Übergang von
  privaten Bereichen zu den Wiesen und schliesslich zum Grünraum müsse
  fliessend gestaltet sein. 

  
	
   

  
	
  Die kompakte Bauweise
  spare Boden und könne effizienter als Einzelbauten mit Strom, Wärme und
  Wasser erschlossen werden. Ein Teil dieser Effizienz werde jedoch durch die
  grossen Wohnflächen wieder aufgehoben. Bei der Bauweise werde mit dem
  Minergie-Standard wenig ehrgeizig geplant. 

  
	
   

  
	
  Dies führte die Gestaltungskommission
  zum Fazit, dass die vorgeschlagene dichte und kompakte Bebauung im Vergleich
  zur Regelbauweise (Einzelbauten) überzeuge, bezüglich ihrer städtebaulichen,
  architektonischen und landschaftsarchitektonischen Qualitäten aber noch
  zulegen könne.

  
	
   

  
	
  3.2.2 Die Beschwerdeführerin führte beim Erlass des
  Überbauungsplans vom 28. September 2016 aus, die Freiraum- und
  Umgebungsgestaltung des Überbauungsplans berücksichtige die Hanglage am
  Dorfrand, die direkte Nachbarschaft zur angrenzenden Kulturlandschaft und die
  Nähe zu den Naherholungsgebieten. Zwischen dem südlich angrenzenden
  Siedlungsteil und der geplanten Überbauung verbinde ein Grünraumstreifen den
  oberhalb von Mollis gelegenen Landschaftsraum mit dem Dorfzentrum. Die
  Gestaltungskommission beurteile in ihrer Stellungnahme vom März 2016 den
  Überbauungsplan als Chance für die Entstehung einer charaktervollen Siedlung
  mit eigener Identität, geprägt nicht vom üblichen Vermeiden, sondern vom
  Zulassen der Nähe. Im Fazit halte die Gestaltungskommission fest, dass die
  vorgeschlagene dichte und kompakte Bebauung im Vergleich mit der
  Regelbauweise (Einzelbauten) überzeuge, städtebauliche, architektonische und
  landschaftsarchitektonische Qualitäten noch verfeinert werden müssten.

  
	
   

  
	
  3.2.3 Die Vorinstanz ersuchte am 14. September 2017 die
  Gestaltungskommission um eine Stellungnahme bezüglich der geplanten Dachform
  (Flachdächer). Die Gestaltungskommission führte dazu am 9. Oktober 2017 aus,
  sie erachte die flache Dachform bei der Überbauung als integralen Bestandteil
  des gewählten architektonischen Konzepts. Die zurzeit vorgesehene Überbauung
  mit Gruppen und Reihen sei mit einer Dachlandschaft aus geneigten Dächern
  nicht denkbar.

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Dem Überbauungsplan kann ein Abweichen von der
  planungsrechtlichen Grundordnung gestattet werden. Dies erfordert im Gegenzug
  ein sorgfältiges Abwägen zwischen den Vor- und Nachteilen des
  Überbauungsplans. Dabei ist der Überbauungsplan als Sondernutzungsplan
  gesamthaft zu betrachten (VGer-Urteil VG.2019.00028 vom 21. November 2019
  E. II/4.3).

  
	
   

  
	
  3.3.2 Die Beurteilung, ob die Voraussetzungen für den
  Erlass eines Überbauungsplans erfüllt sind, obliegt gemäss Art. 27a Abs. 1
  RBG dem Gemeinderat. Dabei ist zu beachten, dass der Gemeindeautonomie im
  Bau- und Raumplanungsrecht eine herausragende Bedeutung zukommt. Gemeinden
  sind in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht
  abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur
  Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit
  einräumt. Der geschützte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis zum
  Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder den
  Spielraum bei der Anwendung kantonalen oder eidgenössischen Rechts betreffen.
  Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Autonomie aus dem für den
  entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und Gesetzesrecht
  (BGE 136 I 265 E. 2.1, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  Gemäss Art. 115 Abs. 2 der
  Verfassung des Kantons Glarus vom 1. Mai 1988 (KV) sind den Gemeinden in
  den Schranken von Verfassung und Gesetz ihr Bestand und das Recht, ihre
  Angelegenheiten selbständig zu regeln, gewährleistet. Sie besorgen alle
  örtlichen Angelegenheiten, für die weder der Bund noch der Kanton
  ausschliesslich zuständig sind (Art. 119 Abs. 1 KV). Die Ortsplanung ist
  gemäss Art. 15 Abs. 1 RBG Aufgabe der Gemeinde. Bei der Anwendung
  der nutzungsplanerischen Vorschriften kommt der kommunalen Baubehörde ein
  besonderer Ermessensspielraum zu, der im Rechtsmittelverfahren zu beachten
  ist. Auch wenn den Beschwerdebehörden gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. b des
  Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) eine volle
  Überprüfungspflicht zukommt, müssen sie den Handlungsspielraum, welcher das
  Gesetz der Verwaltung einräumt, respektieren. Die Beschwerdebehörde hat im
  Auge zu behalten, dass sie Rechtsmittel- und nicht Planungsinstanz ist, dies
  insbesondere, wenn es um lokale Angelegenheiten geht (BGE 127 II 238
  E. 3b/aa, mit Hinweisen; BGer-Urteil 1C_241/2019 vom 19. August 2019 E.
  2.2). Die nach Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG zur Prüfung der
  Angemessenheit berufene Beschwerdebehörde hat sich im Rahmen ihrer Kognition
  Zurückhaltung aufzuerlegen (BGer-Urteil 1C_97/2014 vom 9. Februar 2015 E. 3.3,
  mit Hinweisen). Die Autonomie der Gemeindebehörde hat aber dort ihre Grenzen,
  wo sich eine Auslegung mit dem Wortlaut sowie mit dem Sinn und Zweck der
  Bestimmung nicht mehr vereinbaren lässt (Christian Häuptli, in Andreas
  Baumann et al. [Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern
  2013, § 13 N. 23; vgl. zum Ganzen VGer-Urteil VG.2017.00075/76 vom
  3. Mai 2018 E. II/3.3, VG.2014.00122 vom 5. Februar 2015
  E. II/2.2).

  
	
   

  
	
  3.3.3 Gemäss Art. 68 Abs. 1 der Bauverordnung vom
  23. Februar 2011 (BauV) hat die zuständige Gemeinde zur Beurteilung von
  Vorhaben nach Art. 46 RBG und von besonderen Einordnungsfragen nach Art.
  47 Abs. 1 RBG eine Gestaltungskommission zu bestellen, welche sich aus fünf
  bis sieben Fachleuten zusammensetzt. Die Kommission unterbreitet nach Art. 68
  Abs. 2 BauV ihre Beurteilung der für das Bewilligungsverfahren
  zuständigen Gemeindebehörde. 

  
	
   

  
	
  Bei der
  Gestaltungskommission handelt es sich um eine Fachbehörde, welche unter
  anderem Überbauungspläne zu beurteilen hat. Sie ist die Fachinstanz im Sinne
  von Art. 6 Abs. 4 BO Mollis. Ihre Ausführungen sind für den Gemeinderat
  aber nicht bindend. Insofern hat sie nicht die Befugnis, einen
  Überbauungsplan zu genehmigen oder nicht zu genehmigen. Sie hat vielmehr zu
  diesem eine fachliche Stellungnahme abzugeben. Der Gemeinderat darf davon
  abweichen. Da es sich bei der Gestaltungskommission um eine Fachbehörde
  handelt, kommt ihrer Stellungnahme indessen erhebliches Gewicht zu. Ein
  Abweichen davon ist einlässlich zu begründen (VGer-Urteil VG.2019.00028 vom
  21. November 2019 E. II/2.2; vgl. auch den Antrag des
  Regierungsrats zur Totalrevision Bauverordnung vom 19. Oktober 2010,
  Ziff. 4.2).

  
	
   

  
	
  3.3.4 Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die
  Begründungsanforderungen mit dem Ermessensspielraum zusammenhängen und dessen
  Kehrseite sind: Je mehr Ermessen einer Behörde zugestanden wird, desto höher
  sind im Gegenzug die Anforderungen an die Begründung ihres Entscheids (Ulrich
  Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A.,
  Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1072; Kaspar Plüss, in Alain Griffel
  [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3.
  A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 10 N. 27). 

  
	
   

  
	
  3.4

  
	
  3.4.1 Mit der Gestaltungskommission ist davon auszugehen,
  dass das Überbauungs-plangebiet an einem landschaftlich und ortsbaulich
  wertvollen Hang liegt. Die Überbauung erfolgt daher in einem baulich
  sensiblen Gebiet, weshalb an die Qualität der Überbauung hohe Anforderungen
  zu stellen sind, was umso mehr gilt, weil die geplante Bebauung ortsunüblich
  ist.

  
	
   

  
	
  3.4.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer lässt
  sich aus dem Bericht der Gestaltungskommission nicht lesen, dass der
  strittige Überbauungsplan sämtliche Anforderungen erfüllt. Zwar werden
  durchaus die Vorteile gegenüber der Regelbauweise hervorgehoben, indessen
  sind dem Bericht verschiedene Kritikpunkte zu entnehmen, welche aus Sicht der
  Gestaltungskommission einer Verbesserung bedürfen. So kommt sie zum Schluss,
  dass die Bebauung bezüglich ihrer städtebaulichen, architektonischen und
  landschaftsarchitektonischen Qualitäten noch zulegen könne. Damit lässt sich
  aus der Beurteilung der Gestaltungskommission schliessen, dass der
  Überbauungsplan einer Überarbeitung bedarf. Insofern kommt dem Bericht der
  Charakter eines Zwischenberichts zu.

  
	
   

  
	
  3.4.3 Der Gemeinderat wäre nach dem Dargelegten
  verpflichtet gewesen, sich – ausgehend vom Bericht der Gestaltungskommission
  – umfassend mit den Vor- und Nachteilen des Überbauungsplans
  auseinanderzusetzen. Dass er dies gemacht hat, lässt sich jedoch weder aus
  seiner Verfügung noch aus seinen Einspracheentscheiden ableiten. Namentlich
  nimmt er die Kritikpunkte der Gestaltungskommission nicht auf, sondern
  beschränkt sich im Wesentlichen darauf, die positiven Punkte zu wiederholen.
  Die Auffassung der Gestaltungskommission, dass die Bebauung bezüglich ihrer
  städtebaulichen, architektonischen und landschaftsarchitektonischen
  Qualitäten noch zulegen könne, verniedlicht der Gemeinderat, indem er davon
  spricht, dass der Überbauungsplan diesbezüglich noch "zu
  verfeinern" sei. Ferner ist zu beachten, dass Mollis im Bundesinventar
  der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS)
  als Ortsbild von nationaler Bedeutung erfasst ist. Das Überbauungsplangebiet
  liegt innerhalb der Umgebungszone II. Der Gemeinderat hätte daher die
  Anliegen des Ortsbildschutzes bei der vorzunehmenden Interessenabwägung
  mitberücksichtigen müssen (vgl. dazu eingehend VGer-Urteil
  VG.2020.00104/105/111/112 vom 28. Juni 2020 E. II/4.6).

  
	
   

  
	
  Insgesamt hat der
  Gemeinderat seine Aufgabe beim Erlass des Überbauungsplans nicht
  wahrgenommen, da er diesen ohne ernsthafte Interessenabwägung erliess. Würde
  man sein Vorgehen genügen lassen, verkämen die zentralen Bestimmungen von
  Art. 23 Abs. 4 RBG und Art. 6 Abs. 3 BO Mollis, welche die
  Anforderungen an einen Überbauungsplan regeln, zu toten Buchstaben.

  
	
   

  
	
  Fehlt eine gesamthafte
  Würdigung des Überbauungsplans mit all seinen Vor- und Nachteilen, kann der
  Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, sie habe die Gemeindeautonomie verletzt
  und unzulässig in das Ermessen der Planungsbehörde eingegriffen, indem sie
  den Nachweis eines ortsbaulich und architektonisch besseren Ergebnisses als
  nicht erfüllt erachtete. Die Berufung auf eigenes Ermessen bedingt nämlich,
  dass ersichtlich ist, wie das eigene Ermessen ausgeübt wurde, wozu die
  Auseinandersetzung mit sämtlichen entscheidrelevanten Gesichtspunkten
  notwendig ist. 

  
	
   

  
	
  3.5 Die Beschwerdeführer verkennen sodann, dass den
  durch die Gestaltungskommission geäusserten Kritikpunkten nicht erst im
  Baubewilligungsverfahren begegnet werden kann. Voraussetzung für den Erlass
  des Überbauungsplans ist ein im Vergleich zur Regelbauweise ortsbaulich und
  architektonisch besseres Ergebnis (Art. 23 Abs. 4 RBG)
  bzw. eine ausgewogene Lösung zwischen einer haushälterischen Nutzung des
  Bodens und der Sicherstellung eines qualitativ hochstehenden Wohnungsangebots
  bei einer architektonisch und städtebaulich guten Gestaltung (Art. 6 Abs. 2
  BO Mollis). Dabei ist zumindest zu fordern, dass aus der Konzeption des
  Überbauungsplans ersichtlich wird, dass diese Voraussetzungen erfüllt werden
  (können), auch wenn allenfalls in Detailbereichen noch Anpassungen
  erforderlich sind. 

  
	
   

  
	
  Die Gestaltungskommission
  ging offenbar davon aus, dass der Überbauungsplan zu überarbeiten sei, kam
  sie doch zum Schluss, dass er bezüglich der städtebaulichen,
  architektonischen und landschaftsarchitektonischen Qualitäten noch zulegen
  könne. Dies ist durchaus nachvollziehbar. So fällt beispielsweise auf, dass
  die Einfamilienhäuser teilweise sehr gross sind (vgl. insbesondere die
  drei Einfamilienhäuser der Baureihe Ost O1 bis O3), was zu einem
  markanten Wohnflächenverbrauch führt. Dies könnte allenfalls dadurch
  gemindert werden, dass nicht lediglich mit dem minimalen Minergie-Standard
  geplant wird. Der aus städtebaulicher Sicht zu begrüssenden Anregung, mehr
  Wohnungstypen für eine altersmässig durchmischte Bewohnerschaft anzubieten,
  wurde einzig durch das Zulassen von Einliegerwohnungen begegnet. Ob die
  Durchmischung mit den Einliegerwohnungen gelingt, erachtet die Gestaltungskommission
  zu Recht als offen. Dies umso mehr, als die Beschwerdeführer selbst davon
  ausgehen, dass nur wenige Einliegerwohnungen verwirklicht werden
  (vgl. dazu E. II/4.6.2). Sodann ist es verständlich, dass die
  Gestaltungskommission aus architektonischer Sicht eine Variation der
  Gebäudehöhen bei der untersten Häuserzeile vermisst, was sie befürchten
  lässt, diese unterste Zeile könnte zu flach wirken. Schliesslich ist auch die
  Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die inneren Strassen zu knapp
  dimensioniert sind, um die ihr zugedachte Funktion als Begegnungszone
  wahrnehmen zu können.

  
	
   

  
	
  3.6 Insgesamt machte die Gestaltungskommission in ihrem
  nachvollziehbaren Bericht verschiedene Verbesserungspunkte aus, welche von
  den Beschwerdeführern nicht oder kaum aufgenommen wurden. Es ist daher mit
  der Gestaltungskommission davon auszugehen, dass der Überbauungsplan
  bezüglich seiner städtebaulichen, architektonischen und
  landschaftsarchitektonischen Qualitäten noch zulegen kann. Der Nachweis einer
  ortsbaulich und architektonisch besseren Lösung bzw. einer
  architektonisch und städtebaulich guten Gestaltung ist damit nicht erbracht.
  Eine schlüssige Beurteilung des Gemeinderats, welche – namentlich unter
  Berücksichtigung des grossen Ermessensspielraums der den Überbauungsplan
  erlassenden Behörde – zu einem anderen Ergebnis führen könnte, fehlt dabei
  schliesslich gänzlich. Die Beschwerden sind daher bereits deshalb abzuweisen,
  weil die Voraussetzungen von Art. 23 Abs. 4 RBG und Art. 6
  BO Mollis nicht erfüllt sind, was die Vorinstanz zutreffend erkannte. 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Auch wenn die Beschwerden ohnehin abzuweisen sind,
  rechtfertigen sich dennoch einige Überlegungen zur strittigen Erschliessung
  des Überbauungsplangebiets. Nach Art. 19 Abs. 1 RPG ist
  unter anderem Voraussetzung für die Erschliessung von Land, dass die für die
  betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht. Die Voraussetzung einer
  hinreichenden Erschliessung ergibt sich aus Bundesrecht. Der Begriff ist
  insoweit ein bundesrechtlicher. Indessen enthält das Bundesrecht nur
  allgemeine Grundsätze, während sich die Anforderungen an die Erschliessung im
  Detail aus dem kantonalen Recht ergeben (BGer-Urteil 1A.125/2005 vom
  21. September 2005 E. 9.2.2). 

  
	
   

  
	
  Das kantonale Recht
  enthält keine Detailregelungen zur verkehrsmässigen Erschliessung von
  Grundstücken, sondern hält in Art. 45 Abs. 1 lit. a RBG einzig
  fest, dass zur Erschliessung auch eine auf die Nutzung abgestimmte und den
  örtlichen Verhältnissen angemessene Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr
  und Langsamverkehr gehört. Praxisgemäss werden die entsprechenden Normen des
  Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS-Normen)
  beigezogen. Dabei handelt es sich allerdings um Empfehlungen, die nicht
  behördenverbindlich sind. Sie dürfen daher nicht schematisch und unbesehen
  der konkreten Verhältnisse zur Anwendung gebracht werden (VGer-Urteil
  VG.2018.00019 vom 31. Mai 2018 E. II/3.1.1, VG.2014.00085 vom
  6. August 2015 E. II/4.1 und II/4.5.2; Bernhard Waldmann/Peter
  Hänni, Handkommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 19 N. 21).
  

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Zur Zufahrt im Sinne von Art. 19 Abs. 1 RPG gehört
  nicht nur das Verbindungsstück von der öffentlichen Strasse zum Grundstück,
  sondern auch die weiterführende öffentliche Strasse (BGE 116 Ib 159 E. 6b). Die
  Erschliessung muss in ihrer Gesamtheit geprüft werden, um die Zufahrt zu
  sämtlichen Grundstücken der Bauzone dauerhaft sicherzustellen bzw. nicht
  zu gefährden. Eine Zufahrt ist somit in rechtlicher Hinsicht nur dann
  ausreichend, wenn auch die Zufahrt zu anderen Grundstücken des Quartiers
  sichergestellt ist, und sie darüber hinaus der erwarteten Entwicklung des
  gesamten Gebiets, das sie erschliesst oder erschliessen soll, genügt (Eloi
  Jeannerat, in Heinz Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung,
  Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 19 N. 29; Waldmann/Hänni, Art. 19
  N. 21).

  
	
   

  
	
  4.2.2 Im Lichte der polizeilichen Zwecksetzung von
  Art. 19 Abs. 1 RPG wird eine genügende Zugänglichkeit sowohl für
  die Benützer der Bauten und Anlagen als auch für die Fahrzeuge der
  öffentlichen Dienste (Feuerwehr, kommunale Elektrizitäts- und Wasserwerke,
  Spitalautos, Kehrichtabfuhr) verlangt. Ausserdem muss die Zufahrt die
  Verkehrssicherheit aller Benutzer, insbesondere die der Fussgänger
  gewährleisten (Waldmann/Hänni, Art. 19 N. 21).

  
	
   

  
	
  4.3 Das strittige Überbauungsplangebiet soll durch die
  Oberdorfstrasse und die Kännelstrasse erschlossen werden. Die Oberdorfstrasse
  verläuft ab dem Dorfkern hangaufwärts über bereits bebautes Gebiet, ehe sie
  südlich entlang des Überbauungsplangebiets führt und schliesslich in die
  Kännelstrasse einmündet. Letztere führt ab der Einmündung der Oberdorfstrasse
  nordwestlich nach ca. 500 m in die Kerenzerbergstrasse, südöstlich führt
  sie zu den Gebieten Mullern und Fronalp. Die Oberdorfstrasse ist zwischen
  3.60 und 5.30 m breit. Die Kännelstrasse weist oberhalb Seelmess eine
  Breite von 3.40 bis 3.60 m auf. Bei beiden Strassen hat es keinen
  Gehweg. Nordwestlich an das Überbauungsplangebiet Oberhof schliesst das
  Überbauungsplangebiet Bellavista an. Oberhalb Seelmess befindet sich östlich
  der Kännelstrasse das Überbauungsplangebiet Ruchenacher.

  
	
   

  
	
  4.4

  
	
  4.4.1 Die N.______AG erstellte am 9. Januar 2014 ein
  Kurzgutachten zur Erschliessung des Überbauungsplangebiets Bellavista und am
  12. Juni 2015 ein detailliertes Verkehrsgutachten dazu. Am 8. September
  2015 verfasste die N.______AG im Auftrag der Beschwerdeführer ein
  detailliertes Verkehrsgutachten zum vorliegend strittigen Überbauungsplan.
  Dabei kam sie zum Schluss, dass auf der Oberdorfstrasse 40 bis 60 zusätzliche
  Fahrten pro Tag und auf der Kännelstrasse 80 bis 100 zusätzliche Fahrten pro
  Tag zu erwarten seien. Sowohl die Oberdorfstrasse als auch die Kännelstrasse
  oberhalb Seelmess seien als reduzierte Quartiererschliessungsstrassen zu
  definieren. Die Gutachter gelangten zur Erkenntnis, dass die im
  Überbauungsplan vorgesehenen Massnahmen ausreichen würden, damit der
  induzierte Verkehr aufgrund der vorgesehenen Nutzung verträglich abgewickelt
  werden könne. Am 22. Juni 2016 ergänzten sie das Verkehrsgutachten und
  führten insbesondere aus, sowohl im Oberdorf wie in der Kännelstrasse liege
  die zusätzliche verkehrsmässige Belastung nach Vollendung der Vorhaben
  Bellavista, Oberhof und Ruchenacher unterhalb der Grenze der Belastbarkeit
  entsprechend den vorhandenen Strassentypen. 

  
	
   

  
	
  4.4.2 Die Beschwerdegegner gaben bei der O.______AG ein
  Verkehrsgutachten in Auftrag. Im Gutachten vom 18. Juli 2016 wird
  zusammenfassend ausgeführt, die Erschliessung des Gebiets Oberhof zeige
  exemplarisch, dass die verkehrliche Ausgangslage im Quartier Oberdorf
  fundamentale Mängel aufweise. Deren Ursachen lägen nicht alleine im
  Überbauungsplan, sondern vielmehr in der gewachsenen Gesamtsituation. Bereits
  im Ist-Zustand seien die Erschliessungsstrassen zu schmal und würden über zu
  lange Abschnitte keine Kreuzungsmanöver erlauben. Es werde in Frage gestellt,
  ob das Oberdorf im Bereich um die Kännel- und Oberdorfstrasse rechtsgenügend
  erschlossen sei.

  
	
   

  
	
  4.4.3 Im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren holte die
  Vorinstanz eine Stellungnahme bei ihrer Abteilung Tiefbau ein. Diese führte
  am 17. März 2017 aus, die vorhandenen Verkehrsgutachten seien in
  einzelnen Punkten nicht nachvollziehbar und dem wichtigen Thema der
  Verkehrssicherheit werde zu wenig Beachtung geschenkt. Es werde daher
  empfohlen, ein umfassendes Gutachten durch eine neutrale Stelle erarbeiten zu
  lassen.

  
	
   

  
	
  4.4.4 Ein solches holte die Vorinstanz in der Folge bei
  der P.______AG ein. Diese kam am 11. Januar 2018 zum Schluss, die
  Kännelstrasse vermöge das zusätzliche Verkehrsaufkommen aufzunehmen. Auf der
  Oberdorfstrasse überschreite der Maximalwert der Bandbreite die theoretische
  Belastbarkeit. Aufgrund von Erfahrungen und aus Sicht der
  Verhältnismässigkeit sei diese Überschreitung jedoch vernachlässigbar. Die
  durch den Überbauungsplan vorgesehenen Massnahmen würden zudem die
  Belastbarkeit und Sicherheit der Oberdorfstrasse erhöhen. Insgesamt sei die
  Überbauung Oberhof genügend erschlossen. 

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz verlangte
  am 7. Mai 2018 eine Erläuterung und Ergänzung des Verkehrsgutachtens. Am 13.
  Juni 2018 beantwortete die P.______AG die gestellten Fragen und reichte das
  ergänzte Verkehrsgutachten ein. Dabei führten die Gutachter aus, die
  Belastbarkeit der Oberdorf- und der Kännelstrasse sei nicht aufgrund der
  Klassierung/Funktion, sondern anhand ihrer Dimensionierung zu bestimmen.
  Deshalb seien beide Strassen als Erschliessungsstrassen zu klassieren. Da
  jeweils zwar einstreifige Abschnitte bestünden, diese aber nicht durchgehend
  seien, sondern punktuell auch zwei Fahrstreifen (Ausweichstellen) vorhanden
  seien, sei eine Einteilung als Zufahrtsstrasse vorzunehmen. Bei der
  Strassendimensionierung gelte es die Verhältnismässigkeit, Wirtschaftlichkeit
  sowie Umweltverträglichkeit zu wahren. 

  
	
   

  
	
  4.4.5 Schliesslich holte die Vorinstanz im Rahmen des
  Genehmigungsverfahrens eine weitere Stellungnahme bei ihrer Abteilung Tiefbau
  ein. Diese vertrat am 16. Mai 2019 die Auffassung, dass die Kännel- und
  die Oberdorfstrasse aufgrund ihrer Funktion als Quartiersammelstrassen
  ungenügend ausgebaut seien. Auch nach dem Ausbau der Oberdorfstrasse entlang
  des Überbauungsplangebiets werde der Ausbaustandard einer
  Quartiersammelstrasse nicht erreicht. Aufgrund des ungenügenden
  Ausbaustandards und der ungenügenden Sichtverhältnisse sei die Verkehrssicherheit
  bei beiden Strassen nicht gewährleistet. Das Gebiet sei damit nicht
  hinreichend erschlossen.

  
	
   

  
	
  4.5

  
	
  4.5.1 Die Vorinstanz holte bei der P.______AG ein
  neutrales Fachgutachten ein. Davon durfte sie nicht ohne triftigen Grund
  abweichen (VGer-Urteil VG.2014.00085 E. II/4.4.2). Indessen war es ihr
  ohne Weiteres erlaubt, zur Plausibilisierung des Gutachtens eine
  Stellungnahme der Abteilung Tiefbau als Aufsichtsbehörde einzuholen.

  
	
   

  
	
  4.5.2 Die Abteilung Tiefbau geht davon aus, dass sowohl
  die Oberdorfstrasse als auch die Kännelstrasse von ihrer Funktion her gemäss
  den VSS-Normen 640 044 und 640 045 als Quartiersammelstrassen zu
  qualifizieren seien. Dies begründet sie zutreffend damit, dass die beiden
  siedlungsorientierten Strassen einzelne Transportwünsche im besiedelten
  Gebiet zusammenfassen und den Verkehr auf die hierarchisch höhere
  Kantonsstrasse führen. Zum selben Schluss kommt denn auch das Gutachten der
  P.______ AG.

  
	
   

  
	
  4.5.3 Es trifft sodann zu, dass nach der VSS-Norm
  640 044 bei Quartiersammelstrassen vom Grundbegegnungsfall
  Lastwagen/Personenwagen bei reduzierter Geschwindigkeit auszugehen ist.
  Quartiersammelstrassen sind grundsätzlich zweispurig auszugestalten und
  müssen mindestens einen Gehweg haben. Die Belastbarkeit liegt bei 500
  Fahrzeugen pro Stunde.

  
	
   

  
	
  4.5.4 Es ist offensichtlich, dass sowohl die
  Oberdorfstrasse als auch die Kännelstrasse die Anforderungen an eine
  Quartiersammelstrasse nicht erfüllen. Indessen wendet die Abteilung Tiefbau,
  die VSS-Normen zu starr an, wenn sie bereits deswegen von einer ungenügenden
  Erschliessung ausgeht, während die Vorinstanz differenzierter argumentiert
  und sich nicht ohne eigene Überlegungen auf die Stellungnahme ihrer
  Fachbehörde stützt. So führt die Oberdorfstrasse ab der Vorderdorfstrasse
  durch den historisch gewachsenen Dorfkern. Dieser liegt in der Dorfkernzone
  und ist durch eine Ortsbildschutzzone überlagert. Sodann gilt es zu beachten,
  dass bereits heute auf der Oberdorfstrasse ein Verbot für Lastwagen und auf
  der Kännelstrasse für Fahrzeuge über einer Breite von 2.30 m besteht. Es
  ist offensichtlich und bedarf keiner Weiterungen, dass ein Ausbau der
  Oberdorfstrasse zu einer Quartiersammelstrasse im Sinne der VSS-Norm
  640 044 nicht möglich ist. Anders sieht es bei der Kännelstrasse aus;
  hier wäre ein derartiger Ausbau grundsätzlich machbar.

  
	
   

  
	
  4.5.5 Würde man starr an den VSS-Normen festhalten, wäre
  das Überbauungsplangebiet nicht rechtskonform erschliessbar und folglich
  nicht überbaubar. Dies hätte einen unverhältnismässigen Eingriff in die durch
  Art. 26 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18.
  April 1999 (BV) geschützte Eigentumsgarantie zur Folge. Vielmehr ist die
  Frage, welche Erschliessungsanlagen verlangt werden, unter dem Blickwinkel
  des Verhältnismässigkeitsprinzips, namentlich mit einem gesunden Augenmass,
  zu beurteilen.

  
	
   

  
	
  So ist es entgegen der von
  der Abteilung Tiefbau und der Vorinstanz vertretenen Auffassung unter den
  gegebenen Umständen durchaus zulässig, aufgrund der Dimensionierung der
  Strassen zu prüfen, ob sie für die erwartete Anzahl der Fahrten genügend
  sind, oder im Umkehrschluss anhand der Anzahl der Fahrten auf die notwendige
  Dimensionierung der Strassen zu schliessen. Dies ist im Übrigen auch nicht
  ungewöhnlich, sieht doch beispielsweise § 6 Abs. 1 der Zürcher
  Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987 vor, dass die Festlegung der
  Zugangsart nach dem voraussichtlichen Verkehrsaufkommen aufgrund der Nutzung
  mit Wohneinheiten erfolgt.

  
	
   

  
	
  Damit ist aber noch nicht
  gesagt, dass die geplante Erschliessung des Überbauungsplangebiets genügend
  ist. Vielmehr muss unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips geprüft
  werden, was für eine genügende Erschliessung erforderlich ist.

  
	
   

  
	
  4.6

  
	
  4.6.1 Dabei ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die
  Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach es vorliegend nur um die
  Realisierung der Überbauung Oberhof gehe, weshalb der zusätzliche Verkehr der
  Überbauung Ruchenacher nicht interessiere, offensichtlich nicht zutrifft. So
  muss bei der Beurteilung der hinreichenden Zufahrt gerade geprüft werden, ob
  sie der erwarteten Entwicklung des gesamten Gebiets, das sie erschliesst oder
  erschliessen soll, genügt (vgl. vorangehend E. II/4.2.1).

  
	
   

  
	
  Nicht zu folgen ist sodann
  auch den Beschwerdeführern, wenn sie geltend machen, die Unterscheidung
  zwischen Kapazität und Verkehrssicherheit sei von Bedeutung, weil einzig die
  Kapazität der Strasse durch den Mehrverkehr betroffen sei. Wie dargelegt
  (vgl. vorangehend E. II/4.3.2), ist die Verkehrssicherheit ein
  zentrales Element einer genügenden Erschliessung und muss namentlich auch für
  den Langsamverkehr erfüllt sein. Dabei kann es durchaus sein, dass eine
  bestehende Erschliessung trotz früher erteilter Baubewilligungen aus Sicht
  der Verkehrssicherheit ungenügend ist. Bei der Beurteilung der genügenden
  Erschliessung, darf daher nicht alleine darauf abgestellt werden, ob sich die
  Verkehrssicherheit aufgrund des zu erwartenden Mehrverkehrs verschlechtert,
  sondern es ist gesamthaft zu prüfen, ob die Zufahrt inklusive der
  weiterführenden öffentlichen Strasse der Verkehrssicherheit genügt
  (vgl. vorangehend E. II/4.3.1).

  
	
   

  
	
  4.6.2 Das Gutachten der P.______AG geht mit einer
  künftigen Belastung der Oberdorfstrasse von 87 bis 107 Fahrzeugen pro Stunde
  und bei der Kännelstrasse von 64 bis 74 Fahrzeugen pro Stunde aus. Die Berechnung
  erfolgte über die zu erwartende Bevölkerungszahl, wobei davon ausgegangen
  wurde, dass bei sämtlichen Einfamilienhäusern eine Einliegerwohnung erstellt
  wird. Dazu führen die Beschwerdeführer nachvollziehbar aus, dass dies wohl
  nicht der Fall sein werde. 

  
	
   

  
	
  Insgesamt ist es gerade im
  Lichte des Verhältnismässigkeitsprinzips vertretbar, wenn die P.______AG zum
  Schluss kommt, für die Dimensionierung der beiden Strasse genügten die
  Anforderungen einer Zufahrtsstrasse im Sinne der VSS-Norm 640 045,
  vermag eine solche doch 100 Fahrzeuge pro Stunde aufzunehmen.

  
	
   

  
	
  4.6.3 Bei einer Zufahrtsstrasse gilt als
  Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen bei reduzierter
  Geschwindigkeit. Entlang des Überbauungsplangebiets ist eine Verbreiterung
  der Strasse auf mindestens 4.60 m einschliesslich eines befahrbaren
  Gehwegstreifens von durchgehend 1.00 m Breite geplant. Dies verbessert
  die Verkehrssicherheit in diesem Abschnitt merklich und vermag den
  Anforderungen an eine Zufahrtsstrasse zu genügen. Ferner ist ein öffentlicher
  Fussweg geplant, welcher über das Überbauungsplangebiet Bellavista führen und
  das Überbauungsplangebiet Oberhof mit dem Dorfzentrum von Mollis verbinden
  soll. Dieser Fussweg hängt freilich von der Realisierung der Überbauung
  Bellavista ab (vgl. dazu VGer-Urteil VG.2019.104/105/111/112 vom
  25. Juni 2020).

  
	
   

  
	
  Aus dem Gesagten ergibt
  sich, dass die Beschwerdeführer das ihnen Mögliche zur verkehrsmässigen
  Erschliessung des Überbauungsplangebiets beigetragen haben. Indessen ist die
  gesamte Erschliessungssituation zu prüfen. Dabei kommt auch die
  P.______ AG zum Schluss, dass auf der Oberdorfstrasse und auf der
  Kännelstrasse aufgrund der geringen Breite der beiden Strassen das Kreuzen
  von zwei Personenwagen mehrheitlich nicht möglich sei. Selbst wenn man die
  Erschliessungssituation aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips
  wohlwollend betrachtet, muss festgehalten werden, dass die Dimensionierung
  der Strassen über weite Strecken nicht einmal für den bei Zufahrtsstrassen
  geforderten Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen genügt. 

  
	
   

  
	
  Die P.______AG führt denn
  auch aus, dass für das Kreuzen und somit für einen geordneten Verkehrsablauf
  private Flächen genutzt werden müssten. Dies trifft offensichtlich zu. Nicht
  nachvollziehbar ist aber, weshalb sie die Erschliessung dennoch als genügend
  erachtet. Vielmehr ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass diese
  Ausweichflächen rechtlich zu sichern sind, damit die Befahrbarkeit
  gewährleistet ist (vgl. dazu Waldmann/Hänni, Art. 19 N. 22).

  
	
   

  
	
  Dies stellt aber nur eine
  verhältnismässige Notlösung für die Oberdorfstrasse dar, da deren unterer
  Abschnitt nicht verbreitert werden kann. Anders präsentiert sich indessen die
  Lage bei der Kännelstrasse.

  
	
   

  
	
  4.6.4 Bei der Kännelstrasse ist eine massvolle Verbreiterung
  möglich. So führte auch die Beschwerdeführerin aus, dass sie einen sinnvollen
  Ausbau der Kännelstrasse plane, um das Kreuzen zu ermöglichen. Dazu ist sie
  auch verpflichtet, obliegt ihr doch die Groberschliessung (Art. 5 des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes vom
  4. Oktober 1974 i.V.m. Art. 34 RBG). Dabei genügt aber eine reine
  Planungsabsicht nicht, vielmehr muss die hinreichende Zufahrt und damit der
  Ausbau der Strasse spätestens auf den Zeitpunkt der Fertigstellung der
  strittigen Bauten gesichert sein (Waldmann/Hänni, Art. 19 N. 22).

  
	
   

  
	
  4.6.5 Sodann kann dem Gutachten der P.______AG entnommen
  werden, dass die Verkehrssicherheit bei verschiedenen Knoten
  (Oberdorf-/Kännelstrasse, Schmidenhoschet/Hagnen-/Oberdorfstrasse,
  Rauti-/Oberdorfstrasse, Grund-/ Hertenacker-/Oberdorfstrasse) aufgrund der
  ungenügenden Sichtweisen nicht gewährleistet ist. Nebst den Knoten sind die
  Sichtverhältnisse der Zu- und Wegfahrten auf die privaten Grundstücke
  teilweise durch Hecken, Zäune oder Mauern beschränkt. Dieser Problematik kann
  durch geeignete bauliche Massnahmen und allenfalls Verkehrsanordnungen
  Abhilfe geschaffen werden.

  
	
   

  
	
  4.7

  
	
  4.7.1 Zusammenfassend ergibt sich Folgendes: Sowohl bei
  der Oberdorfstrasse als auch bei der Kännelstrasse handelt es sich von ihrer
  Funktion her um Quartiersammelstrassen. Aufgrund des bestehenden und
  erwarteten Verkehrsaufkommens bzw. der fehlenden Möglichkeit der
  Verbreiterung des unteren Teils der Oberdorfstrasse lässt es sich im Sinne
  des Verhältnismässigkeitsprinzips rechtfertigen, dass die Strassen lediglich
  die Anforderungen an eine Zufahrtsstrasse erfüllen müssen. Indessen zeigt
  sich, dass die beiden Strassen bereits heute über weite Strecken für den
  Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen bei reduzierter
  Geschwindigkeit ungenügend sind. Das Gebiet ist daher nicht im Sinne von
  Art. 19 Abs. 1 RPG erschlossen. Zwar bringt der Überbauungsplan im
  oberen Bereich der Oberdorfstrasse signifikante Verbesserungen. Dies ändert
  aber an der ungenügenden Erschliessung des Gebiets nichts. 

  
	
   

  
	
  4.7.2 Zu berücksichtigen ist indessen, dass sich im Kanton
  Glarus dem Überbauungsplan ein ordentliches Baubewilligungsverfahren
  anschliesst. Das Überbauungsplanverfahren ersetzt daher weder das
  Baubewilligungsverfahren noch präjudiziert es dieses. Gestützt auf den
  Überbauungsplan darf noch nicht gebaut werden. Erst die erteilte
  Baubewilligung berechtigt zum Bau. Daraus folgt, dass ein Überbauungsplan
  nicht den Detaillierungsgrad eines Baugesuchs aufweisen muss. Vielmehr ist
  dem Bauherrn ein Spielraum für die Ausarbeitung des Bauprojekts zu belassen
  (BGE 121 I 117 E. 4c; VGer-Urteil VG.2019.00028 vom
  21. November 2019 E. II/5.2.1; Christoph Fritzsche/Peter
  Bösch/Thomas Wipf, Zürcher Planungs- und Baurecht, 6. A., Zürich 2019, Bd. 1,
  S. 185). 

  
	
   

  
	
  Art. 23 Abs. 1 RBG ist im
  Lichte dieser Ausführungen zu sehen. Soweit die Bestimmung verlangt, dass der
  Überbauungsplan die Erschliessung regelt, kann damit – zumindest hinsichtlich
  der Groberschliessung – nicht gemeint sein, dass die Erschliessung bereits in
  einer dem Anforderungen von Art. 19 RPG genügenden detaillierten Weise
  festgesetzt wird. Zu prüfen ist vielmehr die Zweckmässigkeit des
  Erschliessungskonzepts, während eine eingehendere Prüfung erst im
  Baubewilligungsverfahren zu erfolgen hat (so auch Urteil des
  Verwaltungsgerichts St. Gallen B 2018/150 vom 20. Mai 2019
  E. 6.1; bestätigt durch BGer-Urteil 1C_348/2019 vom 27. April
  2020).

  
	
   

  
	
  4.7.3 Zwar ist es nach dem Dargelegten nicht
  auszuschliessen, dass eine Erschliessung des Überbauungsplangebiets über die Oberdorfstrasse
  und die Kännelstrasse möglich ist. Ohne ein überzeugendes Verkehrskonzept
  lässt sich dies jedoch nicht beurteilen. Ein solches Konzept muss mindestens
  in den groben Zügen darlegen, welche weiteren baulichen Massnahmen und
  Verkehrsanordnungen auf der Oberdorfstrasse möglich und geplant sind. Daneben
  muss auch der notwendige Ausbau der Kännelstrasse konkretisiert werden. Zwar
  können die Details auch erst im Baubewilligungsverfahren ausgearbeitet werden
  und die Vollendung muss erst bei Bauende gesichert sein (Waldmann/Hänni, Art.
  19 N. 22). Festzuhalten ist indessen, dass zum heutigen Zeitpunkt kein
  zweckmässiges Erschliessungskonzept im Sinne von Art. 23 Abs. 1 RBG
  vorliegt.

  
	
   

  
	
  Soweit die
  Beschwerdeführerin auf ihren weiten Ermessensspielraum verweist, trifft es
  zwar zu, dass ihr bei der Erschliessung ein solcher zukommt. Indessen darf
  dieser nicht dazu verwendet werden, um eigene Versäumnisse bei der
  Erschliessung von Baugebiet zu rechtfertigen. Dabei ist nochmals in
  Erinnerung zu rufen, dass zu einer genügenden Erschliessung nicht nur eine
  genügende Belastbarkeit der Strasse, sondern auch die Gewährung der
  Verkehrssicherheit gehört.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin
  rügen eine Gehörsverletzung, da ihnen der Bericht der Abteilung Tiefbau vom
  16. Mai 2019, welcher auf verschiedene Mängel des Gutachtens der
  P.______AG hinweist, durch die Vorinstanz nicht zugestellt worden sei. Die
  Vorinstanz macht hingegen geltend, diese sei im Genehmigungsverfahren
  eingeholt worden und nicht ins Beschwerdeverfahren aufgenommen worden.

  
	
   

  
	
  5.2 Grundsätzlich waren der Beschwerdeentscheid und der
  Genehmigungsentscheid koordiniert zu eröffnen. Dabei musste der
  Genehmigungsentscheid in die Beurteilung des Beschwerdeverfahrens
  miteinbezogen werden (VGer-Urteil VG.2016.00103 vom 22. Dezember 2016).
  Die Vorinstanz ist sowohl für die Beurteilung der gegen einen Überbauungsplan
  gerichteten Beschwerde als auch für den Genehmigungsentscheid zuständig.
  Dabei prüft sie den Sachverhalt frei (Art. 99 Abs. 1 VRG) und
  wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 9 Abs. 1 VRG).

  
	
   

  
	
  Wenn sie nun im
  Genehmigungsverfahren eine Stellungnahme einer Fachbehörde einholt, ist diese
  zwangsläufig auch im Beschwerdeverfahren zu beachten. Daraus folgt, dass die
  Vorinstanz die Stellungnahme der Abteilung Tiefbau vom 16. Mai 2019
  zwingend den Parteien des Beschwerdeverfahrens hätte zustellen oder ihnen
  mindestens Kenntnis vom Eingang hätte geben müssen, damit diese sich bei
  Bedarf dazu hätten äussern können. Indem sie dies unterliess, verletzte sie
  deren durch Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 63 Abs. 1 VRG
  geschützten Anspruch auf rechtliches Gehör.

  
	
   

  
	
  5.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat
  dies nicht zur Folge, dass die Stellungnahme aus dem Recht zu weisen wäre, da
  auch das Verwaltungsgericht den Sachverhalt frei prüft und das Recht von
  Amtes wegen anwendet, weshalb es auch die Stellungnahme in seine
  Entscheidfindung einzubeziehen hat.

  
	
   

  
	
  Im vorliegenden
  Beschwerdeverfahren hatten die Parteien ausreichend Gelegenheit sich zur
  strittigen Stellungnahme zu äussern, welche sie auch wahrnahmen. Das
  Verwaltungsgericht kann sodann die Beschwerden umfassend prüfen
  (vgl. vorangehend E. II/3.3.2). Insofern wurde die Gehörsverletzung
  im vorliegenden Verfahren geheilt (vgl. dazu VGer-Urteil VG.2018.00112
  vom 20. Dezember 2018 E. II/3). Indessen ist sie bei den Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu berücksichtigen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Schliesslich ist noch kurz
  auf die abwassermässige Erschliessung einzugehen. Die Beschwerdeführer wie
  auch die Beschwerdeführerin rügen, die Vorinstanz habe zu Unrecht auf die
  Stellungnahme der Abteilung Umweltschutz und Energie vom 31. Oktober
  2016 abgestellt, da diese nicht mehr aktuell sei. 

  
	
   

  
	
  Zwar prüft die
  Beschwerdebehörde den Sachverhalt von Amtes wegen, dennoch sind die Parteien
  zur Mitwirkung verpflichtet (vgl. Art. 39 Abs. 1 VRG). Es kann von der
  Beschwerdeinstanz nicht verlangt werden, dass sie bei jedem problematischen
  Sachverhaltselement bei den Parteien nachfragt, ob sich diesbezüglich
  Änderungen ergeben hätten. Es oblag vielmehr den Beschwerde führenden
  Parteien, namentlich der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz über die
  Änderungen an der abwassermässigen Erschliessungssituation in Kenntnis zu
  setzen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass die Vorinstanz die Beschwerde zu Recht guthiess und den Erlass des
  Überbauungsplans aufhob. Folgerichtig versagte sie dem Überbauungsplan die
  Genehmigung.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerden.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Da die Beschwerden
  abzuweisen sind, wären die Gerichtskosten grundsätzlich den Beschwerdeführern
  und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, wobei die Beschwerdeführerin als
  Gemeinde nicht kostenpflichtig wäre (Art. 134 Abs. 1 lit. c
  VRG i.V.m. Art. 135 Abs. 2 VRG). 

  
	
   

  
	
  Ein Entscheid, der unter
  Verletzung der Gehörsansprüche der Beschwerdeführer erging, ist indessen
  stets rechtsfehlerhaft, weshalb die Anfechtung grundsätzlich zu Recht
  erfolgt. Wenn das Verwaltungsgericht diesen Mangel ausnahmsweise heilt,
  entscheidet es im Grunde anstelle der ersten Instanz. Erst durch seinen
  Entscheid erfüllt sich der Anspruch auf eine formell korrekte
  Streitentscheidung. Erweist sich das Rechtsmittel in der Sache als
  unbegründet und entscheidet das Verwaltungsgericht neu, sind allfällige
  Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens den Beschwerdeführern als
  unterliegende Parteien aufzuerlegen. Die Gerichtskosten des gerichtlichen
  Verfahrens sind demgegenüber grundsätzlich auf die Staatskasse zu nehmen, da
  die Gehörsverletzung, die Anlass zur Beschwerdeführung gab, durch die
  Vorinstanz zu verantworten ist (vgl. BGer-Urteil 1C_215/2016 vom
  9. Januar 2017 E. 3.4, 1C_556/2013, 1C_558/2013, 1C_562/2013 vom
  21. September 2016 E. 16.2). Daraus folgt, dass die Gerichtskosten auf
  die Staatskasse zu nehmen sind. Den Beschwerdeführern ist der bereits geleistete
  Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.- zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Aus denselben Gründen
  haben die Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz Anspruch auf eine
  angemessene Parteientschädigung von Fr. 5'000.- (inkl. Mehrwertsteuer).
  Der Beschwerdeführerin als Gemeinwesen steht hingegen mangels Vorliegens
  besonderer Umstände keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 4
  VRG). Eine solche ist aber den obsiegenden Beschwerdegegnern 1 bis 5
  zuzusprechen, wobei zu beachten ist, dass die Beschwerdegegner 1 und 2-4
  in weiten Teilen wörtlich übereinstimmende Rechtsschriften einreichten. Es
  rechtfertigt sich deshalb, den Beschwerdegegnern 1 und 2-4 je eine
  Parteientschädigung von Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer)
  zuzusprechen, den Beschwerdegegnern 5 hingegen eine solche von
  Fr. 3'000.- (inkl. Mehrwertsteuer). Entschädigungspflichtig ist
  auch diesbezüglich die Vorinstanz, da die Beschwerdeerhebung gegen den
  Beschwerdeentscheid nach dem Dargelegten aufgrund der Gehörsverletzung zu
  Recht erfolgt ist. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  

 

	
  1.

  	
  Die
  Beschwerden werden abgewiesen.

  
	
  2.

  	
  Die
  Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen. Den
  Beschwerdeführern 1-3 wird der von ihnen bereits geleistete
  Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.- zurückerstattet.

  
	
  3.

  	
  Die
  Vorinstanz wird verpflichtet, den Beschwerdeführern 1-3 innert
  30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von
  gesamthaft Fr. 5'000.- (inkl. Mehrwertsteuer), den
  Beschwerdegegnern 1 eine Parteientschädigung von gesamthaft Fr. 2'000.-
  (inkl. Mehrwertsteuer), den Beschwerdegegnern 2-4 eine
  Parteientschädigung von gesamthaft Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer)
  sowie den Beschwerdegegnern 5 eine Parteientschädigung von gesamthaft
  Fr. 3'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

  
	
  4.

  	
  Schriftliche
  Eröffnung und Mitteilung an:

  
	
   

  	
  […]