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**Case Identifier:** 6dc24f02-5289-5943-97f8-eea7565d94ce
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 16.04.2014 B 2013/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2013-77_2014-04-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2013/77

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 16.04.2014

Entscheiddatum: 16.04.2014

Urteil Verwaltungsgericht, 16.04.2014
Steuerrecht. Art. 13 Abs. 1 und 2 StG.Steuerrechtlicher Wohnsitz. 
Wohnsitzverlegung eines im Kanton St. Gallen erwerbstätigen Paars in den 
Kanton Tessin wurde als nicht nachgewiesen erachtet (Verwaltungsgericht, 
B 2013/77).

Urteil vom 16. April 2014

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. W. 

Schmid

_______________

In Sachen

R.Z.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Büchi, Fürstenlandstrasse 39, 9500 Wil 

SG,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

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und

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

betreffend

Steuerpflicht 2010

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ R.Z. meldete sich auf den 31. März 2009 in A. SG, wo er seit dem 1. September 

1996 Wohnsitz gehabt hatte, nach B. TI ab und per 1. April 2009 als 

Wochenaufenthalter in der Gemeinde C. SG an. Ab dem 1. April 2009 mietete er dort 

mit seiner Lebenspartnerin eine 2½-Zimmer-Wohnung. Am 23. Juli 2009 erwarb seine 

Lebenspartnerin eine im März 2010 bezugsbereite 3½-Zimmer-Wohnung in B. Bereits 

seit dem 1. Dezember 2007 hatte sie in D. TI eine möblierte Wohnung gemietet. Per 23. 

November 2009 meldete R.Z. sich von C. nach D. ab. Mit Steuerdomizilverfügung vom 

12. März 2010 stellte das kantonale Steueramt fest, dass R.Z. für das Jahr 2009 in C. 

aufgrund persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig sei. Die gegen die 

Feststellungsverfügung mit Schreiben vom 10. April 2010 erhobene Einsprache wurde 

mit Entscheid des kantonalen Steueramtes vom 14. April 2010 abgewiesen. Den 

dagegen erhobenen Rekurs wies die Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 

29. März 2011 ab (act. G 7/9 III/15). Auf eine hiegegen erhobene Beschwerde trat das 

Verwaltungsgericht mit Urteil B 2011/107 vom 7. Dezember 2011 wegen Unzulässigkeit 

des Antrags nicht ein, wies jedoch darauf hin, dass die Beschwerde im Fall einer 

materiellen Beurteilung abzuweisen gewesen wäre (act. G 7/9 III/15 Beilage).

Am 20. April 2012 reichte R.Z. dem Steueramt C. ein nicht ausgefülltes 

Steuererklärungsformular 2010 mit einer Kopie seiner Tessiner Steuererklärung 2010 

ein. In einem Begleitschreiben hielt er fest, dass in B. sein Hauptsteuerdomizil sei und 

er dort mit seiner Lebenspartnerin im Jahr 2010 deren Eigentumswohnung bezogen 

habe. In C. sei er lediglich Wochenaufenthalter ohne Steuerpflicht. Sämtliche weiteren 

Lebensumstände hätten sich im Vergleich zu 2009 nicht verändert (act. G 7/9 IV). In der 

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Feststellungsverfügung vom 8. Mai 2012 führte das kantonale Steueramt aus, der 

steuerrechtliche Wohnsitz des Pflichtigen habe sich auch ab dem Jahr 2010 nach wie 

vor in C. befunden (act. G 7/9 VI/5). Die von R.Z. dagegen erhobene Einsprache wies 

das Steueramt mit Einspracheentscheid vom 21. Juni 2012 ab (act. G 7/2). Den 

hiegegen erhobenen Rekurs wies die Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 

26. Februar 2013 ab (act. G 2).

B./ In der Beschwerde vom 12. April 2013 liess R.Z. durch seinen Rechtsvertreter 

beantragen, der Rekursentscheid vom 28. Februar 2013 sei vollumfänglich aufzuheben 

(Ziff. 1). Es sei festzustellen, dass er für das Jahr 2010 nicht im Kanton St. Gallen 

steuerpflichtig sei, sondern im Kanton Tessin (Ziff. 2). Die Kosten des vorinstanzlichen 

Verfahrens seien dem Beschwerdegegner aufzuerlegen bzw. auf die Staatskasse zu 

nehmen, und dem Beschwerdeführer sei für das erstinstanzliche Verfahren eine 

angemessene Parteientschädigung zuzusprechen (Ziff. 3). Die Kosten des vorliegenden 

Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen, und dem Beschwerdeführer sei eine 

angemessene Parteientschädigung zuzusprechen (Ziff. 4).

In der Vernehmlassung vom 30. April 2013 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde; zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des vorinstanzlichen 

Entscheids (act. G 6).

Der Beschwerdegegner stellte in der Vernehmlassung vom 16. Mai 2013 den Antrag, 

die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung verwies er auf die 

Darlegungen im angefochtenen Entscheid und äusserte sich ergänzend zu den 

Vorbringen des Beschwerdeführers (act. G 9).

Auf die Darlegungen der Parteien in den erwähnten Eingaben wird, soweit für den 

Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1 

des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der Beschwerdeführer ist zur 

Ergreifung der Beschwerde legitimiert, und die Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

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12. April 2013 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 196 Abs. 1 und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf 

die Beschwerde ist daher einzutreten. Soweit der Beschwerdeführer jedoch auf seine 

Darlegungen im Rekursverfahren verweisen lässt (act. G 1 S. 4), ist festzuhalten, dass 

ein solcher pauschaler Verweis auf vorinstanzliche Eingaben zur 

Rechtsmittelbegründung nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts als 

ungenügend erachtet wird, weil aus ihm nicht hervorgeht, in welchen Punkten und 

weshalb der Entscheid der Vorinstanz angefochten wird (vgl. statt vieler VerwG B 

2012/19 vom 29. August 2012, E. 2.3; publiziert in: www.gerichte.sg.ch).

2. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder 

Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist 

umstritten, ob der Beschwerdeführer im Jahr 2010 in der Gemeinde C. Wohnsitz hatte. 

Im interkantonalen Verhältnis steht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum 

Doppelbesteuerungsverbot die Besteuerung des Einkommens und Vermögens einer 

unselbständig erwerbstätigen Person demjenigen Kanton zu, in dem die Person ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person 

steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht 

dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen 

hier befindet (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1). Diese Regelung entspricht den Vorgaben in Art. 

3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt StHG) und lehnt sich eng an den 

zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches, SR 210).

2.1. Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht für 

das ganze laufende Steuerjahr in demjenigen Kanton, in welchem die Person am Ende 

der Steuerperiode ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Stichtag ist somit der 

31. Dezember des Steuerjahres (Art. 68 StHG). Der Wechsel von einem alten zu einem 

neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die Absicht des dauernden Verbleibs am 

neuen Wohnort tatsächlich gelebt und durch diesen Aufenthalt eine Verschiebung des 

Lebensmittelpunktes stattfindet. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der 

Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die ideellen 

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(Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen 

erkennen lassen, nicht nach bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person. In 

Bezug auf die Beweislast gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der 

Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für 

Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern (vgl. Weidmann/

Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 1999, S. 379f.). 

Die Steuerbehörde hat demnach den steuerlichen Wohnsitz, der die persönliche 

steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der Besteuerung 

nachzuweisen. Der Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der von der 

Steuerbehörde angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint. Diesfalls 

obliegt es dem Pflichtigen, den Nachweis für den von ihm behaupteten 

Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGer 2P.186/2004 vom 

15. Februar 2005 E. 2.3). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt eine 

Steuerpflicht dann als sehr wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits 

seit längerer Zeit unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der 

Nachweis der Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als 

fortbestehend zu betrachten. Der blosse Wille zur Wohnsitzverlegung genügt nicht zur 

Begründung des neuen steuerrechtlichen Wohnsitzes; dieser muss vielmehr in die Tat 

umgesetzt sein, d.h. der Pflichtige muss für die betreffende Zeit den Mittelpunkt seiner 

Lebenstätigkeit schon an den neuen Ort verlegt haben (vgl. BGer 2P.186/2004 vom 15. 

Februar 2005 E. 2.3; BGer 2P.203/2006 vom 1. März 2007 E. 2.3 mit Hinweisen).

2.2. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid, das Verfahren betreffend den 

Beschwerdeführer und dasjenige betreffend seine Lebenspartnerin nicht zu vereinigen, 

damit, dass diese nicht verheiratet seien und ausschliesslich die Lebenspartnerin 

Eigentümerin der Wohnung in B. sei. Des Weiteren seien sie an unterschiedlichen 

Arbeitsorten tätig. Allein die Tatsache der gleichen Vertretung, Argumentation sowie die 

gemeinsame Beweisaufnahme vermöchten eine Vereinigung der Verfahren nicht zu 

rechtfertigen (act. G 2 S. 4). Diese Sichtweise erscheint vertretbar und sachlich 

begründet, weshalb es sich rechtfertigt, es auch vorliegend bei einer getrennten 

Behandlung der anhängig gemachten Beschwerden zu belassen, zumal auch nichts 

anderes beantragt ist.

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2.3. In materieller Hinsicht führte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid unter 

anderem aus, der Beschwerdeführer habe insbesondere nicht geltend gemacht, dass 

er sich in B. aktiv am Dorf- bzw. Vereinsleben beteilige oder anderweitig intensive 

persönliche Beziehungen unterhalte. Zum Nachweis des Lebensmittelpunktes genüge 

es nicht, dass am Wochenendort eine Wohnung zur Verfügung stehe, in der er sich 

regelmässig aufhalte. Beziehungen oder Kontakte, welche über das an einem 

Feriendomizil übliche Mass hinausgingen, würden vom Beschwerdeführer nicht 

behauptet. Er habe im Jahr 2010 seinen Arbeitsort von C. aus erreicht. Seine 

persönliche Korrespondenz habe er sich ebenfalls zu einem erheblichen Teil nach C. 

zustellen lassen. Hinsichtlich der Beziehung zum Arbeitsort und des Charakters der 

Wohnung im Tessin als Ferien- und Freizeitdomizil lägen keine wesentlich veränderten 

Verhältnisse vor. Auch sei nicht zu prüfen, wie es sich bei einem Wohnungswechsel 

nach E. in den nahe gelegenen Kanton Thurgau verhalten hätte. Unter objektiver 

Würdigung aller Umstände stehe fest, dass sich der Lebensmittelpunkt und damit der 

steuerrechtliche Wohnsitz des Beschwerdeführers für das Jahr 2010 in der politischen 

Gemeinde C. befunden habe (act. G 2 S. 10f).

Der Beschwerdeführer lässt in diesem Verfahren unter anderem einwenden, er sei 54 

Jahre und seine Lebenspartnerin 62 Jahre alt. Sie stehe kurz vor der Pensionierung und 

werde sich spätestens nach der Pensionierung ausschliesslich im Tessin aufhalten. 

Ihrer Arbeit komme deshalb nicht (mehr) die Bedeutung eines auf Dauer gerichteten 

Zwecks zu. Es liege mithin ein aussergewöhnlicher Fall vor. Auch aufgrund der 

angestrebten Arbeitsstelle bzw. Versetzung in den Tessin (vgl. act. G 7/5/6, 7/5/7) sei 

der Arbeitsort St. Gallen bzw. Frauenfeld nur mehr eine temporäre Erscheinung. Der 

Beschwerdeführer beteilige sich weder am einen noch am anderen Aufenthaltsort am 

gesellschaftlichen Leben, so dass sich hieraus für die Frage der Steuerpflicht nichts 

ableiten lasse (act. G 1 S. 5f). Er und seine Lebenspartnerin hätten die 4½-Zimmer-

Eigentumswohnung in A. verkauft, wo sie zuvor gelebt hätten. Als Ersatz dafür hätten 

sie die Wohnung in B. gekauft. Mit dem Bezug dieser luxuriösen Wohnung sei die 

dauernde Aufenthaltsmöglichkeit gegeben; darin befänden sich die persönlichen 

Effekten des Beschwerdeführers und seiner Lebenspartnerin sowie die Gegenstände, 

die ihnen etwas bedeuten würden. Angesichts des finanziellen Aufwands für den 

Erwerb dieser Wohnung und der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers und 

seiner Lebenspartnerin handle es sich offensichtlich nicht um eine Ferienwohnung (act. 

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G 1 S. 9f). Die Absicht des dauernden Verbleibens in B. manifestiere sich vor dem 

Hintergrund, dass die 62 Jahre alte Lebenspartnerin mit ihm zusammen ihren 

Lebensabend im Tessin verbringen wolle. Sie verbrächten dort jede freie Minute und 

hätten auch Kontakte knüpfen und einen Freundes- und Bekanntenkreis aufbauen 

können. In C. halte er sich nur arbeitsbedingt zum Schlafen und zum Essen auf in einer 

nur mit dem Nötigsten ausgestatteten dürftigen kleinen Behausung (act. G 1 S. 10-12). 

Der Beschwerdegegner hält diesbezüglich in seiner Vernehmlassung unter anderem 

fest, dass das Herunterspielen der Bedeutung des Arbeitsortes St. Gallen bzw. 

Frauenfeld ("nur temporäre Erscheinung") steuerrechtlich unbeachtlich sei. Es genüge 

beim Kriterium der Absicht dauernden Verbleibens, den Ort (hier: C. SG) bis auf 

weiteres zum Mittelpunkt der Lebensverhältnisse zu machen und ihm dadurch eine 

gewisse Stabilität zu verleihen, selbst wenn mit der Möglichkeit des Wechsels aus 

bestimmten Gründen zu rechnen sei oder sogar feststehe, dass der Aufenthalt nach 

einiger Zeit aufhöre (act. G 9 S. 2f).

2.4. Hinsichtlich des für die Wohnsitzbestimmung massgebenden Mittelpunktes der 

Lebensinteressen kommt es auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes nicht an; 

der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen Domizil, 

wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden, 

kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere 

Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch 

das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGer 2C_175/2008 vom 22. August 

2008 E. 3.1). Hält sich eine Person abwechselnd an zwei Orten in der Schweiz auf, ist 

für die Ermittlung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem sie stärkere 

Beziehungen unterhält (vgl. BGE 125 I 54, 132 I 29 E. 4.2; BGer 2C_26/2012 E. 3.1). Bei 

Unselbständigerwerbenden ist der Lebensmittelpunkt in der Regel jener, von dem aus 

während der Woche der täglichen Arbeit nachgegangen wird, ist doch der Zweck des 

Lebensunterhaltes dauernder Natur (zum Ganzen statt vieler BGer 2C_178/2011 vom 

2. November 2011 E. 2.2). Hinsichtlich der Beweisführung ist zu beachten, dass der 

Umstand, wonach ein unverheirateter Steuerpflichtiger vom Ort aus, an welchem er 

sich während der Woche aufhält, einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, 

eine natürliche Vermutung begründet, dass er dort seinen Lebensmittelpunkt und 

mithin sein Hauptsteuerdomizil hat. Diese Vermutung lässt sich entkräften, wenn er 

sich regelmässig an einem Ort aufhält, mit welchem er aus bestimmten (vorab 

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familiären) Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er persönliche und 

gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Gelingt dem Steuerpflichtigen der Nachweis 

solcher Beziehungen am betreffenden Ort, obliegt es dem Kanton des 

Wochenaufenthalts- oder Arbeitsorts nachzuweisen, dass der Betreffende gewichtige 

wirtschaftliche und allenfalls persönliche Beziehungen zu diesem Ort unterhält. Dies 

entbindet den Steuerpflichtigen aber nicht von der üblichen Mitwirkungs- und 

Auskunftserteilungspflicht bezüglich der für die Besteuerung massgebenden Umstände 

(zum Ganzen BGer 2C_178/2011 vom 2. November 2011 E. 2.3; VerwG B 2012/25 vom 

13. November 2012, E. 2.2).

2.4.1. Fest steht, dass der Beschwerdeführer während gut zwölf Jahren 

steuerrechtlichen Wohnsitz in A. gehabt hatte, als er sich dort per 31. März 2009 

abmeldete und in B. TI anmeldete. Gleichzeitig meldete er sich als Wochenaufenthalter 

in der ca. 5 km entfernten Gemeinde C. an, wo er zusammen mit seiner 

Lebenspartnerin auf den 1. April 2009 eine 2½-Zimmer-wohnung mietete. Kurze Zeit 

danach (am 23. Juli 2009) erwarb seine Lebenspartnerin in B. eine damals noch im Bau 

befindliche Eigentumswohnung (act. G 7/5/11). Per 23. November 2009 meldete er sich 

von C. (offenbar bezüglich des Wochenaufenthalts) nach D. ab (vgl. act. G 7/9 II/13). Im 

Vergleich zur Situation, wie sie dem verwaltungsgerichtlichen Urteil vom 7. Dezember 

2011 (B 2011/107) zugrunde lag, ergab sich insofern eine tatsächliche Veränderung der 

Verhältnisse, als der Beschwerdeführer die im Jahr 2009 von der Lebenspartnerin 

erworbene Wohnung im Verlauf des Jahres 2010 zusammen mit ihr bezog. Die 

Besteuerung für das Jahr 2010 erfolgte durch die Gemeinde B. (vgl. act. G 7/9 IV/2). 

Damit stellt sich die Frage, ob aufgrund der von 1996 bis 2009 entstandenen örtlichen 

Bindungen davon ausgegangen werden konnte, dass der Lebensmittelpunkt sich auch 

noch im Jahr 2010 in dieser Region des Kantons St. Gallen befand.

2.4.2 Bei der geschilderten Ausgangslage ergibt sich eine natürliche Vermutung, dass 

sich der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers, welcher in der Steuerperiode 2010 

eine soweit ersichtlich vollzeitliche Tätigkeit bei Q. (Januar; Arbeitsort Zürich) bzw. der 

W. AG (Februar bis Dezember; Arbeitsort Frauenfeld) ausübte (vgl. Lohnausweise in 

act. G 7/9 IV/2), im Kanton St. Gallen befand, zumal er dieser Tätigkeit von seiner 

zusammen mit der Konkubinatspartnerin bewohnten Wohnung in C. aus nachging. In 

dieser Situation liegt die Beweislast hinsichtlich einer Verlegung des 

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Lebensmittelpunktes in den Kanton Tessin beim Beschwerdeführer. Die Abmeldung 

aus dem Kanton St. Gallen stellt dabei lediglich ein (für sich allein nicht ausreichend 

beweiskräftiges) Indiz für eine Wohnsitzverlegung dar (vgl. vorstehende E. 2.4). Zu 

klären ist anhand der konkreten Umstände, welche tatsächlichen Beziehungen zu den 

beiden Aufenthaltsorten bestanden bzw. ob Anhaltspunkte bezüglich des 

Wochenendwohnorts in einer Weise nachgewiesen werden, die so gewichtig und 

überzeugend sind, dass sie geeignet sind, die Domizilvermutung zu entkräften (zum 

Ganzen BGer 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.4.2 mit weiteren Hinweisen).

2.4.3. Die vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Abrechnungen und Auszüge 

(Einkäufe, Hotel- und Restaurantrechnungen, Mietvertrag vom 24. August 2010 für eine 

Ferienwohnung; act. G 7/5/12, G 7/5/13) weisen für die Steuerperiode 2010 vereinzelte 

Aufenthaltstage im Tessin aus. Damit ist lediglich erstellt, dass sich der 

Beschwerdeführer während eines kleineren Teils des Jahres 2010 im Tessin aufhielt. 

Diese Aufenthalte fanden im Wesentlichen in den Ferien und an Wochenenden statt, 

zumal der Arbeitsort des Beschwerdeführers in Frauenfeld von B. aus nicht innert 

nützlicher Frist zu erreichen gewesen wäre und damit im Jahr 2010 - wie auch bei 

unveränderten beruflichen Verhältnissen im 2011 (vgl. Lohnausweis für 2011 in act. G 

7/9 V) - ein selbst nur gelegentliches oder ausnahmsweises "Pendeln" zwischen B. und 

Frauenfeld ausser Betracht fiel. Sodann erlaubt die Tatsache, dass die Wohnung im 

Tessin grösser und luxuriöser als die Mietwohnung in C. ist, als solche nicht den 

Schluss, dass der Bezug zum Tessiner Aufenthaltsort im Jahr 2010 stärker war als 

derjenige zum St. Galler Arbeits- und Aufenthaltsort (vgl. dazu Pra 87/1998 Nr. 4, S. 

25f.). Unbestritten ist zwar, dass der Beschwerdeführer einen erheblichen Teil seiner 

Freizeit in B. verbrachte und sich hier zuhause fühlt. Jedoch vermag die vereinzelte 

Inanspruchnahme von lokalen Einrichtungen eine besonders enge Verbindung zu 

diesem Ort nicht darzulegen. Zureichende Anhaltspunkte für den Umstoss der 

erwähnten Domizilvermutung lassen sich aus dem geschilderten Sachverhalt jedenfalls 

nicht ableiten. Vielmehr deuten die Umstände - bezogen auf die Jahre 2010 und 2011 - 

insgesamt auf eine Ferien- und Wochenenddestination im Tessin hin. Die vom 

Beschwerdeführer eingereichten Bestätigungen des Hauswarts, eines Nachbarn und 

des Liegenschaftsverwalters (act. G 7/5/3 bis G 7/5/5) vermögen - soweit sie sich 

überhaupt auf den streitigen Zeitraum beziehen - nichts anderes zu belegen. In 

dieselbe Richtung weist auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer sich in den 

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Jahren 2010 und 2011 einen erheblichen Teil der Korrespondenz (Krankenkasse, 

Steuerunterlagen betreffend den Kanton Tessin, Lohnausweise, Bankauszüge; act. G 

7/9 IV/2, V/1) nach C. zustellen liess. Der von der Vorinstanz aus dieser Aktenlage 

gezogene Schluss, der Beschwerdeführer habe in C. auch die administrativen Arbeiten 

erledigt (act. G 2 S. 10), lässt sich damit nicht ohne Weiteres von der Hand weisen, 

auch wenn der Beschwerdeführer dies bestreiten lässt (act. G 1 S. 9). Er lässt jedoch 

immerhin ausführen, dass er zeitnah über gewisse administrative Belange orientiert 

sein müsse, was nur möglich sei, wenn gewisse Korrespondenz nach C. gesandt 

werde (act. G 1 S. 8).

2.4.4. Die Feststellung des massgebenden Sachverhalts und die Abnahme der Beweise 

obliegt der kantonalen Steuerbehörde (vgl. Art. 166 und 176 StG). Der Zeugenbeweis 

ist im st. gallischen Steuerrecht nicht vorgesehen (GVP 1993 Nr. 19; VerwGE B 

2011/243 vom 15. Oktober 2012, E. 2.1.1, in: www.gerichte.sg.ch). Der 

Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass selbst bei Fehlen einer 

Zeugnispflicht im Steuerverfahren die zuständige Behörde gleichwohl gehalten sei, zur 

Abklärung des Sachverhalts von Amtes wegen Dritte zu befragen (act. G 1 S. 7). Die 

vom Steuerpflichtigen angebotenen Beweise müssten nach Art. 41 Abs. 2 StHG in 

Verbindung mit Art. 72 Abs. 2 StHG abgenommen werden, soweit sie geeignet seien, 

die für die Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen. Die Kantone seien zur 

Abnahme der angebotenen Beweise somit ohne Einschränkung verpflichtet. Wenn die 

Vorinstanz die eingereichten Bestätigungen als "nicht spezifisch" oder "nicht eindeutig" 

erachte, sei sie gehalten, weitere Abklärungen zu treffen. Dies sei unterblieben (act. G 1 

S. 6). Dazu ist festzuhalten, dass das Recht auf Beweisabnahme insofern nicht 

unbeschränkt ist, als sich die offerierten Beweismittel nicht nur auf rechtserhebliche 

Tatsachen beziehen, sondern auch geeignet sein müssen, das Vorhandensein dieser 

Tatsachen zu beweisen. Auf die Abnahme der offerierten Beweismittel kann unter 

anderem dann verzichtet werden, wenn zum Voraus gewiss ist (antizipierte 

Beweiswürdigung), dass das offerierte Beweismittel nicht beweistauglich ist (Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Auflage, N 4, 5 und 8 zu Art. 115 

DBG). Eine Befragung der Kinder und der Schwester der Lebenspartnerin des 

Beschwerdeführers (act. G 1 S. 10f), inwiefern die familiären Kontakte von B. aus 

gepflegt und ob sich der Beschwerdeführer und seine Lebenspartnerin dort während 

ihrer ganzen Freizeit aufhalten würden, vermöchte insofern keine bisher nicht 

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bekannten Umstände zu belegen, als für das Jahr 2010 die massgebenden Umstände 

betreffend Freizeitgestaltung des Beschwerdeführers bereits zu Tage liegen und soweit 

unbestritten geblieben sind (vorstehende E. 2.4.3.). Dies gilt auch hinsichtlich der vom 

Beschwerdeführer angeführten persönlichen Kontakte zu den Nachbarn in der 

Überbauung im Tessin (vgl. act. G 1 S. 6).

Sodann vermag der Einwand der Arbeitssuche im Tessin (act. G 1 S. 12) an den 

tatsächlichen erwerblichen Umständen im streitigen Zeitraum nichts zu ändern (vgl. 

BGer 2C_178/2011 vom 2. November 2011 E. 3.4 erster Absatz am Schluss): Aus dem 

Umstand, dass gemäss Bestätigung vom 18. August 2012 Abklärungen laufen 

betreffend eine Versetzung des Beschwerdeführers in den Tessin spätestens mit der 

Pensionierung seiner Lebenspartnerin (vgl. act. G 7/5/7), können für die Steuerperiode 

2010 keine verwertbaren Rückschlüsse gezogen werden. Was das Vorbringen betrifft, 

dass seine Lebenspartnerin mit 62 Jahren kurz vor der Pensionierung stehe und ihren 

Lebensabend mit ihm zusammen im Tessin verbringen wolle (act. G 1 S. 5 und 10), ist 

festzuhalten, dass es konkret einzig um die Steuerpflicht im Jahr 2010 geht. In diesem 

Jahr war der Beschwerdeführer 51 Jahre und seine Lebenspartnerin 59 Jahre alt, so 

dass noch einige Jahre Berufstätigkeit vor ihnen lagen. Nicht konkretisierte Absichten, 

die Erwerbstätigkeit in den Tessin verlegen zu wollen, stellen für die vorliegend streitige 

Frage keinen zureichenden Anknüpfungspunkt dar. Im Jahr 2010 stand denn auch 

keine andere Erwerbstätigkeit konkret zur Diskussion als die vom Beschwerdeführer in 

Frauenfeld effektiv ausgeübte Tätigkeit. In diesem Zusammenhang erscheint auch 

erwähnenswert, dass er diese Tätigkeit auch im Folgejahr (2011) nach wie vor 

unverändert ausübte (vgl. Lohnausweis vom 27. Januar 2012 in act. G 7/9 V).

3. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen lässt sich die Schlussfolgerung im 

vorinstanzlichen Entscheid, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz des 

Beschwerdeführers im Jahr 2010 unverändert im Kanton St. Gallen, konkret in C., 

befunden habe, nicht beanstanden. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen. Mit der 

Vorinstanz ist im Übrigen hinsichtlich der in Rechtskraft erwachsenen Tessiner 

Steuerveranlagung 2010 festzuhalten, dass eine allfällige Doppelbesteuerung vor 

Bundesgericht gerügt und die Aufhebung der Veranlagung verlangt werden kann (BGer 

2C_26/2012 vom 8. Mai 2012, E. 1.2).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12); sie wird mit dem Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe verrechnet. Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Der 

Beschwerdeführer ist unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat 

keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. 

gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird verrechnet.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:                         Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Beda Eugster               Dr. Walter Schmid

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	Urteil Verwaltungsgericht, 16.04.2014
	Steuerrecht. Art. 13 Abs. 1 und 2 StG.Steuerrechtlicher Wohnsitz. Wohnsitzverlegung eines im Kanton St. Gallen erwerbstätigen Paars in den Kanton Tessin wurde als nicht nachgewiesen erachtet (Verwaltungsgericht, B 2013/77).

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		2025-07-19T09:58:53+0200
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