# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69051589-04cf-5af8-9f8b-5886112c0fbd
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-07-12
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (ab 1.1.2009)
**Docket/Reference:** ST.2011.103
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2011_103_br.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2011.103 

Entscheid 

12. Juli 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichterin Rhea 
Schircks Denzler und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

A,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend Steuerhoheit (ab 1.1.2009) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend die Rekurrentin) ist seit dem 1. September 1999 in C (ZH) 

als Wochenaufenthalterin gemeldet, während sich ihr Wohnsitz nach eigenen Angaben 

in D befindet. 

Auf  Ersuchen  des  Steueramts  C  füllte  die  Rekurrentin  am  25. Februar  2009 

den "Fragebogen zur Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes" aus. Am 17. Juni 

2009 führte das Steueramt C sodann im selben Zusammenhang eine persönliche Be-

fragung der Rekurrentin durch.  

Nachdem  das  Steueramt  C  einen  entsprechenden  Antrag  beim  kantonalen 

Steueramt gestellt hatte, erliess dieses am 23. Februar 2010 einen Vorentscheid über 

die Beanspruchung der Steuerhoheit ab 1.1.2009. 

B.  Hiergegen  erhob  die  Rekurrentin  am  20/22. März  2010  Einsprache  und 

beantragte sinngemäss, es sei auf die Beanspruchung der Steuerhoheit zu verzichten. 

Der  Einsprache  beigelegt  waren  insbesondere  mehrere  Bestätigungen  bezüglich  der 

Tätigkeiten der  Rekurrentin in  D. Am 10. November 2010 erliess das kantonale Steu-

eramt eine Beweisauflage, welche die Rekurrentin am 30. November 2010 beantworte-

te. Dabei reichte sie die folgenden Unterlagen ein: 

 

 

 

Kontoauszug PostFinance 

Kreditkartenabrechnung MasterCard Gold per 24.11.2010 

Kopie  der  Quittungen  für  SBB  Generalabonnement  und  Park+Rail  in  E  vom 

24.10.2010 

 

Eine Akontorechnung für Elektrizität in C (4. Aktontorechnung 2010) 

Das kantonale Steueramt wies die Einsprache am 18. März 2011 ab.  

C.  Mit  Rekurs  vom  20. April  2011  liess  die  Rekurrentin  beantragen,  den  Ein-

spracheentscheid  vom  18. März  2011  aufzuheben  und  festzustellen,  dass  sich  ihr 

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steuerrechtlicher Wohnsitz per 1. Januar 2009 in D und nicht in C befinde. Ausserdem 

beantragte sie die einer Zusprechung angemessenen Parteientschädigung. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  17. Mai  2011  auf  kostenfällige  Abwei-

sung des Rekurses. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird  – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie 

§  3  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG)  sind  natürliche  Personen  im 

Kanton  Zürich  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren 

steuerrechtlichen  Wohnsitz  oder  Aufenthalt  im  Kanton  haben.  Der  steuerrechtliche 

Wohnsitz befindet sich laut Art. 3 Abs. 2 StHG und § 3 Abs. 2 StG dort, wo die Person 

sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. In diesem Fall ist die Steuerpflicht 

kraft § 5 Abs. 1 StG unbeschränkt, d.h. sie erstreckt sich grundsätzlich auf das gesam-

te Einkommen und Vermögen der Rekurrentin.  

b) Aufgabe des interkantonalen Steuerrechts ist es, die Kollision von konkur-

rierenden Besteuerungsansprüchen zweier oder mehrerer Kantone zu vermeiden. Eine 

solche Kollision besteht namentlich dann, wenn zwei Kantone die unbeschränkte Steu-

erhoheit  über  dieselbe  Person  während  der  nämlichen  Steuerperiode  beanspruchen. 

Dies kommt häufig dann vor, wenn sowohl der Arbeitsortkanton, in welchem eine na-

türliche Person während der Woche übernachtet, als auch der Kanton des zivilrechtli-

chen Wohnorts, in welchen sie am Wochenende zurückkehrt, zur unbeschränkten Be-

steuerung  schreiten.  Art.  3  StHG  enthält  eine  Regel  zur  Schlichtung  eines  solchen 

Streits.  Diese  bestimmt,  dass  sich  das  Hauptsteuerdomizil  an  jenem  Ort  befindet,  in 

welchem  sich  die  Person  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens  aufhält,  wobei  der 

steuerrechtliche  Wohnsitz  dem  qualifizierten  Aufenthalt  (im  Sinn  von  Art.  3  Abs.  1 

Halbsatz 2 StHG) vorgeht (Bauer-Balmelli/Nyffenegger, in: Kommentar zum Schweize-

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rischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 3 N 11 StHG). Dergestalt liegt eine bun-

desrechtliche Kollisionsnorm zum interkantonalen Steuerrecht vor (Höhn/Mäusli, Inter-

kantonales Steuerrecht, 4. A., 2000, S. 16 f.; a.M.: Bauer-Balmelli/Nyffenegger, Art. 3 N 

15 StHG). Somit bildet Art. 3 Abs. 1 und 2 StHG die Grundlage für die Abgrenzung der 

unbeschränkten  Steuerhoheit.  Die  langjährige  bundesgerichtliche  Rechtsprechung, 

welche sich gestützt auf Art. 46 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV) 

sowie später Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) entwickelt 

hat, dient weiterhin als Auslegungshilfe. Jedoch vermag sie nur insoweit zu greifen, als 

sie nicht der erwähnten StHG-Norm widerspricht (so auch Höhn/Mäusli, S. 17). 

c) Nach Art. 68 Abs. 1 StHG (in der ab 1. Januar 2001 gültigen Fassung) be-

steht  die  Steuerpflicht  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  bei  Wechsel  des  steuer-

rechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz für die laufende  Steuerperiode im Kan-

ton, in welchem der Steuerpflichtige am Ende dieser Periode wohnt. Mithin kommt es 

für  die  Bestimmung  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes  im  interkantonalen  Verhältnis 

auf die tatsächlichen Umstände am Ende der jeweiligen Steuerperiode an. 

d)  Nach  der  massgeblichen  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zum  Dop-

pelbesteuerungsverbot gemäss Art. 127 Abs. 3 BV bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV steht die 

Besteuerung  des  Einkommens  und  beweglichen  Vermögens  unselbstständig  erwer-

bender Personen dem Kanton zu, in welchem sie ihren Wohnsitz haben. Unter Wohn-

sitz  ist  dabei  in  der  Regel  der  zivilrechtliche  Wohnsitz  zu  verstehen,  d.h.  der  Ort,  an 

welchem sich die Person in der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 

ZGB; so auch Art. 3 Abs. 2 StHG und § 3 Abs. 2 StG), wo sich der Mittelpunkt der Le-

bensinteressen  befindet  (BGr,  25.  Januar  2006,  2P.171/2005,  E.  2.2;  17.  Juni  2004, 

2P.180/2003,  E.  2.1;  7.  Januar  2004,  2P.2/2003,  E.  2.2;  BGE  123  I  289,  E.  2a,  293; 

StR 1994, 580 ff.; ASA 63, 836). Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt 

sind und die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt dagegen keine entscheiden-

de  Bedeutung  zu.  Beides  sind  bloss  äussere  Merkmale,  die  ein  Indiz  für  den  steuer-

rechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch das übrige Verhalten der Person dafür 

spricht (BGE 125 I 54 E. 2; StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2a, mit Hinweisen). 

e)  Hält  sich  eine  Person  abwechslungsweise  an  zwei  oder  mehreren  Orten 

auf,  namentlich  wenn  Arbeits-  und  sonstiger  Aufenthaltsort  auseinander  fallen,  ist  für 

die Bestimmung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort die Person 

die  stärkeren  Beziehungen  unterhält  (BGE  125  I  54,  E.  2).  Der  Lebensmittelpunkt  

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bestimmt sich dabei nach der Gesamtheit der äusseren Umstände, aus denen sich die 

Lebensinteressen erkennen lassen, und nicht bloss nach den erklärten Wünschen der 

steuerpflichtigen Person (BGE 125 I 54, E. 2; 123 I 289, E. 2b). Auf die gefühlsmässige 

Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an; der steuerliche Wohnsitz ist nicht unge-

achtet der tatsächlichen Verhältnisse frei wählbar (BGE 123 I 289, E. 2b; 113 Ia 465,  

E.  3).  Die  Frage,  zu  welchem  Aufenthaltsort  der  Steuerpflichtige  die  stärkeren  Bezie-

hungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu 

beurteilen (BGr, 7. Januar 2004, 2P.2/2003, E. 2.2; StE 1998 A 24.21 Nr. 11 E. 2b, mit 

Hinweisen). Bei der Bestimmung des Steuerdomizils kann neben den Verhältnissen in 

der Bemessungsperiode auf die weiteren, bis zum letztinstanzlichen Entscheid einge-

tretenen Entwicklungen abgestellt werden (BGr, 1. Oktober 1996, 2P.242/1994, E. 1b). 

f) Bei unverheirateten Steuerpflichtigen, die unselbstständig erwerbstätig sind, 

liegt das Steuerdomizil gewöhnlich am Arbeitsort, genauer am Ort, von wo aus sie für 

längere  oder  unbestimmte  Zeit  der  täglichen  Erwerbstätigkeit  nachgehen  (BGr, 

20. Januar 1994 = StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836; BGE 125 I 54, E. 2b, auch 

zum Folgenden). Denn der Zweck des Erwerbs für den Lebensunterhalt ist dauernder 

Natur. Eine Ausnahme besteht dann, wenn sie regelmässig an den Familienort zurück-

kehren  und  ihre  persönlichen  und  gesellschaftlichen  Beziehungen  zum  Familienort 

diejenigen  zum  Arbeitsort  klar  überwiegen.  Das  Bundesgericht  nimmt  dabei  an,  dass 

die  beruflichen  Interessen  nicht  über  die  affektiven  Beziehungen  gestellt  werden  dür-

fen. Daran vermöge, so das Gericht, der Umstand, dass eine Person ledig sei, nichts 

zu  ändern.  Als  Familienort  gilt  auch  der  Wohnort  der  elterlichen  Familie  und  der  Ge-

schwister (BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004). Die Kontakte müssen sich aber auf einen 

bestimmten Ort beziehen; es genügt nicht, dass die Beziehungen zu einer ganzen Re-

gion bestehen, mit der sich der Steuerpflichtige verbunden fühlt (StRK II, 8. September 

2004,  2  ST.2004.381).  Werden  am  Wochenende  und  in  der  Freizeit  Beziehungen  zu 

mehreren  Orten  gepflegt,  ist  eher  anzunehmen,  dass  der  Wochenaufenthaltsort  der 

Lebensmittelpunkt und damit der steuerrechtliche Wohnsitz ist. 

g)  Generell  ist  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  nur  mit  Zu-

rückhaltung  anzunehmen,  die  Beziehungen  zum  Familien-  bzw.  Wochenendaufent-

haltsort seien stärker als diejenigen zum Arbeitsort. Sinn und Zweck der direkten Steu-

ern  ist  es,  die  allgemeinen  Leistungen  abzugelten,  die  das  Gemeinwesen  für  seine 

Mitglieder erbringt. Der ledige Steuerpflichtige ohne Familie beansprucht die öffentliche 

Infrastruktur und die Leistungen des Gemeinwesens stärker am Ort, an dem er seiner 

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Erwerbstätigkeit nachgeht und sich demzufolge mehrheitlich aufhält, als am Ort, wo er 

seine Freizeit verbringt. 

Dementsprechend sind bei ledigen Steuerpflichtigen auch die weiteren Erfor-

dernisse für einen Wohnsitz am Ort, wo sie die Wochenenden verbringen, namentlich 

hinsichtlich  der  regelmässigen  Rückkehr,  besonders  streng  zu  handhaben  (BGr, 

25. Januar  2006,  2P.171/2005,  E.  2.2,  auch  zum  Folgenden).  Von  ganz  besonderem 

Gewicht sind die Dauer der Anstellung am Arbeitsort und das Alter des Steuerpflichti-

gen. Mit Berücksichtigung der Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort trägt das Bundes-

gericht  dem  Umstand  Rechnung,  dass  sich  mit  dessen  zunehmender  Dauer  die  Bin-

dungen zur Familie erfahrungsgemäss lockern, während sich diejenigen zum Arbeitsort 

verdichten (BGr, 26. Januar 1994 = StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836, auch zum 

Folgenden). Die  ständige regelmässige  Rückkehr an  den elterlichen  Wohnort vermag 

deshalb  nach  einer  gewissen  Dauer  des  Aufenthalts  am  Arbeitsort  das  Steuerdomizil 

am  Ort  der  Familie  nicht  mehr  ohne  weiteres  zu  begründen,  wenn  nicht  weitere  Um-

stände schlüssig darauf hinweisen, dass die Beziehungen zum Familienort diejenigen 

zum Arbeitsort überwiegen.  

2.  a)  Die  Rekurrentin  bewohnt 

in  C  seit  dem  1. Januar  2000  eine  

3-Zimmerwohnung, von der sie ein Zimmer an  F untervermietet. Sie arbeitet seit dem 

Jahr  1999  als  Lehrerin  in  C  mit  einem  schwankenden  Beschäftigungsgrad,  im  Jahr 

2009 von knapp 86%.  

b)  In  früheren  schriftlichen  Befragungen  vom  28. November  2005  sowie  vom 

25. Juni  2006  erklärte  die  Rekurrentin,  sie  verbringe  jedes  Wochenende,  jeweils  von 

Freitagabend bis Dienstagmorgen, in D und halte sich lediglich von Dienstag- bis Frei-

tagmittag  in  C  auf  um  zu  arbeiten.  In  D  arbeite  sie  mit  auf  einem  Landwirtschaftsbe-

trieb,  in  dessen  Wohngebäude  ihr  ein  Zimmer  zur  Verfügung  stehe.  In  D  habe  sie 

Freunde und Kollegen und sei Mitglied des Gemeinderats, während sie in C nur wenig 

Kontakt zu Bekannten, Arbeitskollegen und Freunden pflege und ihre Freizeit zu Hause 

oder mit Vorbereiten für die Schule verbringe.  Zweck ihres Aufenthalts in  C sei einer-

seits die  Lebensunterhaltssicherung,  da  der  Landwirtschaftsbetrieb  in  D  zu  wenig ab-

werfe und andrerseits wolle sie den "Faden zum 1. Beruf nicht verlieren".  

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c) In einer weiteren schriftlichen Befragung vom 25. Februar 2009 erklärte die 

Rekurrentin  sodann,  sie  wolle  den  Wochenaufenthaltsstatus  beibehalten,  da  sie  im 

Gemeinderat  von  D  sei  und  ihr  soziales  Leben  dort  stattfinde.  Als  persönliche  Bezie-

hung zum Wohnort gab sie ihre Arbeit auf dem dortigen Bauernhof an. Hinsichtlich der 

Wohnverhältnisse  am  Wohnort  kreuzte  sie  die  Felder  "mit  anderen  Personen"  und 

"möbliertes  Zimmer"  an,  wobei  sie  unter  letzterem  den  Vermerk  "Wohnwagen"  an-

brachte. 

d)  Anlässlich  einer  mündlichen  Befragung  vom  17. Juni  2009  gab  die  Rekur-

rentin  zu  Protokoll,  dass  sie  in  D  in  einem  Wohnwagen  vor  einem  Bauernhof  wohne 

und  dafür  keine  Miete  bezahle.  Stattdessen  arbeite  sie  an  den  Wochenenden  und  in 

den  Ferien  auf  dem  Bauernhof  mit.  Einen  Telefonanschluss  habe  sie  dort  nicht.  In  C 

wohne  sie  in  einer  3-Zimmerwohnung,  seit  dem  1. Juli  2001  zusammen  mit  F.  Der 

Mietvertrag  laute  auf  sie,  die  Wohnung  sei  mit  eigenen  Möbeln  eingerichtet  und  sie 

habe  dort  einen  Telefonanschluss.  Sie  arbeite  in  C  seit  dem  Jahr  2000  als  Lehrerin, 

davor habe sie in D gearbeitet. In C unterhalte sie keinen Kontakt mit Bekannten und 

Freunden und besuche keine gesellschaftlichen Anlässe. Ihre Freizeit verbringe sie in 

der Schule und zu Hause. In D verbringe sie im Durchschnitt 4 Wochenenden pro Mo-

nat, was zwei bis zweieinhalb Tage die Woche ausmache. Die übrigen vier bis vierein-

halb  Tage  verbringe  sie  in  C.  Für  die  Rückkehr  benütze  sie  jeweils  bis  E  die  öffentli-

chen Verkehrsmittel und ab dort ihr Auto. In D verbringe sie die Zeit mit Arbeiten in der 

Landwirtschaft, sei Mitglied in der G (Genossenschaft mit dem Ziel, kulturelle und tou-

ristische  Aktivitäten  im  Tal  auszubauen)  und  organisiere  Frauenabende  etc.  Ausser-

dem sei sie Ersatzmitglied des Gemeinderats. Sie sei in H aufgewachsen, wo ihre El-

tern  nach  wie  vor  wohnten,  und  habe  eine  Schwester  in  I.  Sie  habe  keine  feste 

Partnerbeziehung und sei nicht in Vereinen tätig.  

e) In der Einsprache machte die Rekurrentin geltend, sie wohne in C in einer 

Wohngemeinschaft und sei Hauptmieterin, weil sich das so ergeben habe. Aus diesem 

Grund laufe auch der Telefonanschluss über sie. Eigentlich bewohne sie in der Woh-

nung aber nur ein Zimmer, das sie vor allem als Schlafgelegenheit nütze. Die Möbel in 

der Wohnung stammten hauptsächlich vom Vormieter und von F, sie selber besitze ein 

Bett, einen Tisch einen Schrank und ein Regal. In C arbeite sie nur, weil J (Besitzerin 

des  Bauernhofs  in  D)  sie  nicht  weiterhin  als  Angestellte  habe  bezahlen  können.  Sie 

verbringe aber jede freie Minute in D (Donnerstagabend bis Sonntagabend), wo sie mit 

der  Familie  von  J  lebe.  In  C  bleibe  ihr  gar  keine  Zeit  für  ein  kulturelles  und  soziales 

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Leben,  da  sie  sehr  intensiv  für  die  Schule  arbeite.  Ihr  Leben  finde  in  D  statt,  wo  sie 

nicht nur auf dem Hof arbeite, sondern auch sonst viel ehrenamtlich tätig sei (Organi-

sieren  von  Frauenabenden,  Unterstützung  von  Kindern  bei  Hausaufgaben,  Mithilfe  in 

Ferienwochen  für  Kinder,  Gründungsmitglied  der  Genossenschaft  G).  Sie  habe  sich 

auch  von  Anfang  an  bemüht,  die  dortige  Sprache  zu  sprechen  und  habe  den  Dialekt 

der Region gelernt, weshalb sie sich mit allen Leuten ohne Schwierigkeiten unterhalten 

könne. Bei den Bewohnern von D sei sie als "eine von ihnen" anerkannt, weshalb sie 

auch  als  Ersatzmitglied  in  den  Gemeinderat  gewählt  worden  sei.  Sie  habe  zwei  Esel 

auf dem Hof, welche im Sommer als Transporttiere auf einer Alp genutzt würden und 

sie helfe auf dem Hof nicht nur mit ihrer Arbeitskraft sondern beteilige sich auch immer 

wieder finanziell. Sie habe sich ausserdem an der landwirtschaftlichen Schule in K wei-

tergebildet  und  sei  nun  gut  verankert  in  der  Landwirtschaft.  Schliesslich  nannte  die 

Rekurrentin  auch  ihren  Hausarzt,  ihren  Automechaniker  und  ihre  Coiffeuse,  die  sich 

allesamt in der Region von D befinden. 

f)  Das  kantonale  Steueramt  stellte  sich  im  Einspracheentscheid  auf  den 

Standpunkt, das Alter der Rekurrentin (im streitbetroffenen Jahr 42) und die Dauer des 

Aufenthalts in Zürich (seit 1999), wo sie in einer eigenen Wohnung lebe und während 

der Woche ihrem Broterwerb nachgehe, würden nach der Rechtsprechung schon aus-

reichen, um im Sinn einer natürlichen Vermutung in C eine unbeschränkte Steuerpflicht 

zu begründen. Der Rekurrentin sei es nicht gelungen nachzuweisen, dass sich ihr Le-

bensmittelpunkt tatsächlich nicht in C, sondern in D befinde. 

g) Mit Rekurs lässt die Rekurrentin im Wesentlichen vorbringen, das kantonale 

Steueramt habe den Sachverhalt nicht korrekt festgestellt und wesentliche Beweisele-

mente  ausser  Acht  gelassen.  Die  Annahme,  ihr  Lebensmittelpunkt  befinde  sich  in  C, 

sei willkürlich. 

3. a) Die Umstände, welche die unbeschränkte Steuerhoheit über eine Person 

begründen, stellen eine steuerbegründende Tatsache dar und müssen daher vom ent-

sprechenden  Gemeinwesen  bzw.  von  der  zuständigen  Steuerbehörde  bewiesen  wer-

den  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuer-

gesetz, 2. A., 2006, § 3 N 83). Bei unverheirateten, unselbstständig Erwerbstätigen gilt 

in  diesem  Zusammenhang  laut  Rechtsprechung  die  natürliche  Vermutung,  dass  sich 

ihr Steuerdomizil an dem Ort befindet, an dem sie sich während der Woche aufhalten 

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um von dort aus zur Arbeit zu gehen (BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004; BGE 125 I 54, 

E.  3a;  Peter  Locher,  Die  Praxis  der  Bundessteuern,  III.  Teil:  Das  interkantonale  Dop-

pelbesteuerungsrechts, § 3, I B, 2b Nrn. 32 und 27; Martin Arnold, Der steuerrechtliche 

Wohnsitz  natürlicher  Personen  im  interkantonalen  Verhältnis  nach  der  neueren  bun-

desgerichtlichen  Rechtsprechung,  ASA  68,  462 

ff.). 

In  einem  Entscheid  vom 

6. Dezember  2010  hielt  das  Bundesgericht  ausdrücklich  fest,  dass  diese  natürliche 

Vermutung nicht eine Beweislastregel, sondern lediglich ein Element der Beweiswürdi-

gung darstelle und bereits als entkräftet gelten müsse, wenn aufgrund beweismässiger 

Anhaltspunkte  begründete  Zweifel  an  der  Richtigkeit  der  Vermutung  bestehen  (BGr, 

6. Dezember  2010,  2C_397/2010,  E.  2.4.2,  auch  zum  Folgenden).  Mit  Bezug  auf  die 

natürliche  Vermutung  des  Hauptsteuerdomizils  einer  ledigen  Person  an  dem  Ort,  an 

dem  sie  sich  während  der  Woche  aufhält  um  von  dort  aus  zur  Arbeit  zu  gehen  (Wo-

chenaufenthaltsort),  bedeutet  dies,  dass  deren  Zerstörung  nicht  den  lückenlosen 

Nachweis  klar  definierter  abweichender  Indizien  voraussetzt,  sondern  es  genügen 

muss, wenn Anhaltspunkte für den Wochenendwohnort in einer Weise nachgewiesen 

werden,  die  so  gewichtig  und  überzeugend  sind,  dass  sie  geeignet  sind,  die  Domizil-

vermutung  zu  entkräften.  Dies  gilt  auch  für  ledige  Steuerpflichtige,  die  keine  nahen 

Familienangehörigen  mehr  haben:  Sie  begründen  zwar  nur  ausnahmsweise  dort  ein 

Steuerdomizil, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten und müssen den Nachweis eines 

vom  Arbeitsort  abweichenden  Lebensmittelpunktes  erbringen,  indes  muss  es  auch  in 

diesem  Fall  möglich  sein,  mittels  gewichtiger  Indizien  die  Vermutung  des  Wohnsitzes 

am Wochenaufenthaltsort zu entkräften und Indizien für den Wochenendaufenthaltsort 

in ausreichender Qualität nachzuweisen, sodass in der Folge die Steuerbehörde ihrer-

seits  Umstände,  welche  für  die  Annahme  des  Lebensmittelpunkts  am  Wochenaufent-

haltsort sprechen, aufzuzeigen hat. 

b) Die heute 44-jährige Rekurrentin ist ledig und wohnt seit dem Jahr 1999 als 

Wochenaufenthalterin  in  C,  wo  sie  als  Lehrerin  mit  Teilzeitpensum  arbeitet.  Gemäss 

der zitierten Rechtsprechung unterliegt sie somit der natürlichen Vermutung, dass sich 

ihr Steuerdomizil in C befindet. Diese Vermutung kann sie jedoch durch den Nachweis 

gewichtiger und überzeugender Anhaltspunkte für den Wohnsitz am Wochenendwohn-

ort D entkräften mit der Folge, dass das kantonale Steueramt  seinerseits aufzuzeigen 

hat, inwiefern die konkreten Umstände dennoch die Annahme des Lebensmittelpunkts 

am Wochenaufenthaltsort Zürich rechtfertigen.  

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aa) Vorliegend hat die Rekurrentin mehrfach erklärt, dass sie die Tätigkeit als 

Lehrerin in C nur aufgenommen habe, weil eine Anstellung auf dem Bauernhof von J in 

D  aus  finanziellen  Gründen  nicht  mehr  möglich  gewesen  sei,  dass  sie  aber  weiterhin 

so viel Zeit wie möglich in D – unter anderem mit Arbeiten auf besagtem Bauernhof – 

verbringe. Diese Aussage wird bestätigt in einem Schreiben von J, das die Rekurrentin 

mit der Einsprache einreichte. Die Besitzerin des Bauernhofs erklärt darin auch, dass 

die Rekurrentin mit ihr und ihren drei Töchtern lebe, diese habe aufwachsen sehen und 

somit zur Familie gehöre. Die Rekurrentin engagiere sich auch sonst aktiv in D und der 

Region, spreche die Sprache der Einheimischen und pflege zu diesen gute Kontakte. 

Ähnliches  lässt  sich  auch  den  ebenfalls  der  Einsprache  beigelegten  Schreiben  der 

Bürgermeister von D und von L entnehmen. Letzterer gibt insbesondere an, die Rekur-

rentin  sei  in  D  in  kultureller,  sozialer  und  politischer  Hinsicht  integriert  und  akzeptiert 

und er habe sie immer als primär diesem Ort verbundene Person erlebt, die unzweifel-

haft ihren wichtigsten Lebensmittelpunkt dort habe. Dass die Rekurrentin in D sowohl 

sozial, als auch politisch und kulturell stark verankert ist, ergibt sich im Weiteren auch 

aus  der  Tatsache,  dass  sie  Ersatz-Mitglied  des  Gemeinderats  von  D  sowie  Grün-

dungsmitglied  der  Genossenschaft  G  ist  und  zudem  nachweislich  verschiedene  land-

wirtschaftliche  Weiterbildungen  absolviert  hat,  um  auf  dem  Bauernhof  und  in  der  Ge-

meinde entsprechende Arbeit leisten zu können. 

bb)  Mit  dem  Rekurs  reichte  die  Rekurrentin  zwei  weitere  Schreiben  von  Be-

wohnern von D ein, die bestätigen, dass sie jeweils von Freitag bis Sonntag und in den 

Schulferien in D weile, dass sie dort auf dem Betrieb von J mitarbeite und sich ander-

weitig  freiwillig  engagiere  sowie  dass  sie  in  D  gut  integriert  sei.  Schliesslich  bestätigt 

auch die Untermieterin F in einem Begleitschreiben zum Rekurs, dass die Rekurrentin 

jeweils  von  Sonntagabend  spät  bis  Donnerstagmorgen  sowie  höchstens  ein  bis  zwei 

Wochenenden im Jahr in C weile und den Rest der Zeit sowie 13 Wochen Schulferien 

in D verbringe. Die Wohnung in C sei vor allem von ihr (F) eingerichtet, der Rekurrentin 

stehe ein Zimmer zur Verfügung. 

cc) Unter diesen Umständen lässt sich die Vermutung des Steuerdomizils in C 

vorliegend nicht aufrechterhalten, da die Rekurrentin gewichtige Anhaltspunkte für den 

Wohnsitz in D nachgewiesen hat: Sie verbringt ihre Freizeit, inklusive Ferien, fast aus-

schliesslich in D, wo sie eine sehr enge, ja familiäre Beziehung zu J und ihrer Familie 

unterhält; sie leistet bedeutende Mithilfe auf dem Betrieb von J, wobei sie sich zu die-

sem Zweck sogar verschiedentlich weitergebildet hat, und unterstützt den Betrieb auch 

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finanziell;  sie  bekleidet  in  der  Gemeinde  D  ein  politisches  Amt  und  engagiert  sich  in 

verschiedenen  gemeinnützigen  Projekten  der  Region  (u.a.  Pfadfinderinnen-Stiftung) 

und sie ist als Bewohnerin von D akzeptiert, geschätzt und integriert. Mithin liegen ein-

deutig gewichtige Indizien dafür vor, dass die Rekurrentin ihren Lebensmittelpunkt in D 

und nicht in  C hat und ist die natürliche  Vermutung des Steuerdomizils am Arbeitsort 

entkräftet. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Eltern und die Schwester 

der  Rekurrentin  im  Kanton  Zürich  leben.  Wie  die  Rekurrentin  in  ihrer  Eingabe  vom 

30. November 2011 erklärte, sieht sie ihre Eltern und ihre Schwester nur anlässlich von 

Familientreffen  zu  Geburtstagen  und  zu  Weihnachten,  was  darauf  schliessen  lässt, 

dass die familiären Bande nicht besonders eng sind. Dagegen unterhält die Rekurren-

tin offensichtlich zur Familie von J in D ein sehr enges, quasi-familiäres Verhältnis. Un-

ter  diesen  besonderen  Umständen  vermag  die  Tatsache,  dass  die  Rekurrentin  an  ih-

rem  Wochenaufenthaltsort  nahe  Familienangehörige  hat,  die  erwähnten  gewichtigen 

Anhaltspunkte für den Wohnsitz in D nicht zu entkräften. 

c) Nach dem Gesagten wäre es vorliegend am kantonalen Steueramt, konkre-

te Umstände aufzuzeigen, welche trotz der engen Beziehung der Rekurrentin zu D die 

Annahme des Lebensmittelpunkts an ihrem Wochenaufenthaltsort C rechtfertigen. Sol-

che Umstände sind jedoch nicht auszumachen: 

aa) Die vom kantonalen Steueramt angeführte Tatsache, dass die Rekurrentin 

den grössten Teil ihrer Einkäufe in C tätigt, ist für die Bestimmung ihres Lebensmittel-

punkts nicht aussagekräftig. Da die Rekurrentin den überwiegenden Teil der Woche in 

C verbringt, ist nicht weiter erstaunlich, dass sie hier auch die meisten Einkäufe tätigt, 

zumal sie oft in einer bei der Schule gelegenen Coop-Filiale einkaufte. Zu berücksichti-

gen sind zudem die begrenzten Einkaufsmöglichkeiten in  D sowie der Umstand, dass 

sich  die  Rekurrentin  auf  dem  Landwirtschaftsbetrieb  mit  Lebensmitteln  eindecken 

kann. Aus dem Einkaufsverhalten lässt sich somit nichts zu Gunsten des Lebensmittel-

punkts in C ableiten.  

bb) Ebenso unzutreffend ist der Hinweis des kantonalen Steueramts, die Re-

kurrentin müsse aufgrund des verhältnismässig hohen Stromverbrauchs in ihrer Woh-

nung in C öfters in C geweilt haben. Denn ein Stromverbrauch von 3'858 kWh in einem 

Jahr in einem Zweipersonenhaushalt erweist sich nicht als so aussergewöhnlich hoch, 

dass er zwingend eine Anwesenheit der Rekurrentin von mehr als vier bis viereinhalb 

Tagen  die  Woche  voraussetzt.  In  diesem  Zusammenhang  sei  auch  angemerkt,  dass 

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die  Untermieterin  F  gemäss  Kontoauszug  der  Rekurrentin  entgegen  der  Behauptung 

des  kantonalen  Steueramts  pro  2009  nicht  neun,  sondern  elf  Mal  Miete  bezahlt  hat, 

wobei daraus so oder anders weder mit Bezug auf die Anwesenheit der Untermieterin 

noch auf den Lebensmittelpunkt der Rekurrentin irgendwelche Schlüsse gezogen wer-

den können.  

cc) Auch aus dem Vergleich der Wohnverhältnisse der Rekurrentin in C und in 

D  kann  vorliegend  nichts  zugunsten  des  Lebensmittelpunkts  in  C  abgeleitet  werden. 

Zwar lebt die Rekurrentin in D lediglich in einem Wohnwagen und somit sicher in einfa-

cheren Verhältnissen als in der 3-Zimmerwohnung, indes teilt sie die Wohnung in C mit 

einer Untermieterin, sodass ihr auch hier letztlich nur ein Zimmer zur freien Verfügung 

steht. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Rekurrentin in D nicht irgendwo in einem 

Wohnwagen  lebt,  sondern  auf  dem  Grundstück  von  J,  an  deren  Familienleben  sie 

schon  seit  Jahren  aktiv  teilnimmt.  Unter  diesen  Umständen  stellt  die  Tatsache,  dass 

die  Rekurrentin  in  D  in  einem  Wohnwagen  wohnt,  kein  geeignetes  Kriterium  für  die 

Annahme des Lebensmittelpunkts in C dar.  

dd) Ebenso verhält es sich mit der Tatsache, dass die Rekurrentin in früheren 

Jahren  offenbar  mehr  Zeit  in  D  verbrachte  als  im  Jahr  2009,  da  die  Rekurrentin  die 

Dauer  ihrer  Aufenthalte  in  D  offensichtlich  ihrem  Stundenplan  als  Lehrerin  anpassen 

muss, was jedoch die dargelegten gewichtigen Indizien für die Annahme des Lebens-

mittelpunkts  in  D  nicht  zu  entkräften  vermag.  Was  die  Behauptung  des  kantonalen 

Steueramts angeht, die  Rekurrentin habe nicht mitgeteilt, wo sie sich an den Sonnta-

gen aufhalte, sei angemerkt, dass der Rekurrentin in der Auflageantwort vom 30. No-

vember  2010  offensichtlich  ein  Flüchtigkeitsfehler  unterlaufen  ist,  indem  sie  auf  dem 

Beiblatt "Aufenthalt 2009 von A" angab, sie halte sich von Freitag bis Samstag in D auf. 

Bei allen anderen Gelegenheiten erklärte die Rekurrentin stets, sie sei von Freitag bis 

Sonntag in D, was auch von mehreren Personen so bestätigt wurde und den Angaben 

über  die  Örtlichkeiten  der  Bargeldbezüge  und  Wareneinkäufe  der  Postfinance  ent-

spricht. 

ee)  Schliesslich  ist  nicht  nachvollziehbar,  inwiefern  die  Tatsache,  dass  die 

Rekurrentin von Januar bis Mitte Februar 2009 einen Sprachaufenthalt in Guadeloupe 

absolvierte für die Annahme des Lebensmittelpunkts in C sprechen soll. Die Argumen-

tation des kantonalen Steueramts, die  Rekurrentin hätte auch in der Schweiz Franzö-

sisch  lernen  und  somit  auch  während  dieser  Zeit  an  den  Wochenenden  nach  D  zu-

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rückkehren  können,  ist  nicht  zielführend,  da  die  Rekurrentin  während  ihres  Ausland-

aufenthalts ebenso wenig in C wie in D weilte und folglich nach Ansicht des kantonalen 

Steueramts  an  keinem  der  beiden  Orte  ihren  Lebensmittelpunkt  haben  könnte.  Die 

Tatsache, dass die Rekurrentin einige Wochen im Jahr weder in C noch in D verbrach-

te, kann somit für die Bestimmung des Lebensmittelpunkts nicht ins Gewicht fallen.  

ee) Aufgrund des Gesagten ist es dem kantonalen Steueramt nicht gelungen 

darzutun, inwiefern die konkreten Umstände für die Annahme des Lebensmittelpunkts 

der Rekurrentin in C sprechen. Folglich hatte die Rekurrentin ihren Lebensmittelpunkt 

und damit ihr Steuerdomizil in der Steuerperiode 2009 in D und bleibt dem Kanton Zü-

rich die Beanspruchung der Steuerhoheit versagt. 

5. Diese Erwägungen führen zur Gutheissung des Rekurses. Die Kosten des 

Rekursverfahrens  sind  ausgangsgemäss  dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (§  151  

Abs.  1  StG).  Der  anwaltlich  vertretenen  Rekurrentin  ist  eine  angemessene  Parteient-

schädigung zuzusprechen (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflege-

gesetzes von 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Es  wird  festgestellt,  dass  die  Rekurrentin  für  die 

Steuerperiode 2009 der Steuerhoheit des Kantons Zürich nicht unterliegt. 

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