# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0c3ff9b-9b9c-5151-b263-68be265637da
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 16.06.2006 U 2006 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2006-3_2006-06-16.pdf

## Full Text

U 06 3

4. Kammer 

URTEIL
vom 16. Juni 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Lärmimmissionen

1. Die Baubehörde … bewilligte im Jahre 1996 die "…" zuhinterst … mit einem 

Restaurant, einer Terrasse und einem Einkaufsgeschäft. Einer 

Projektänderung stimmte sie im Jahre 1997 zu. Mit Datum vom 19. April 2000 

erteilte der Gemeindevorstand … die Bewilligung zur Führung des 

Restaurantbetriebes auf der "…". Diesem Gesuch wurde seinerzeit unter 

Auflagen entsprochen, welche auch die Wahrung der öffentlichen Ruhe und 

Ordnung zum Gegenstand hatten. So wurde unter anderem verfügt, dass bei 

Unterhaltung mit Musik die Lautstärke den Verhältnissen anzupassen sei und 

auf die Bedürfnisse der angrenzenden Anwohner gebührend Rücksicht 

genommen werden müsse. Ab 22.00 Uhr sei die Nachtruhe einzuhalten. Seit 

Beginn im Jahre 2000 wird den Gästen auf der unmittelbar neben der 

Skiabfahrt von … gelegenen Terrasse der "…" in den Wintermonaten, d.h. in 

der Regel vom Monat Februar bis Ende April Musikunterhaltung mit 

Diskjockey (DJ)-Animation angeboten. Im Frühjahr 2004 gelangten 

Einwohner von … an den Gemeindevorstand und beklagten sich darüber, 

dass sie sich bereits seit Jahren durch zu laute Musik des Après-Ski-Lokales 

belästigt fühlten. Sowohl die Gemeinde als auch die … AG liessen durch 

spezialisierte Büros Messungen vornehmen und Vorschläge unterbreiten, um 

die Situation zu verbessern. Nach Durchführung der Abklärungen und 

Gewährung des rechtlichen Gehöres ordnete die Baubehörde mit Verfügung 

vom 1. Dezember 2005 Folgendes an:

"1. Zur Verminderung der von der Terrasse der … ausgehenden 
Lärmimmissionen wird die … AG hiermit verpflichtet,

a) die Lautsprecher und die übrigen lärmerzeugenden Anlagen so 
einzurichten, dass der Lärmpegel beim Referenzpunkt E1 höchstens 
60 dB(A) beträgt und bei den Referenzpunkten E2 - E5 der Richtwert 
nach „Cercle bruit“ von 45 dB(A) zu keinem Zeitpunkt überschritten 
wird.

b) die tiefen Frequenzen so zu begrenzen, dass eine übermässige 
Einwirkung auf die Umgebung ausgeschlossen ist.

c) Gänzliches Verbot für Diskjockey (DJ)-Animation.

d) die Musikbeschallung im Aussenraum, insbesondere auf Terrassen, 
im Sommer auf die Zeitspanne bis 19.00 Uhr (MESZ) und im Winter 
auf die Zeitspanne bis 18.00 Uhr (MEZ) zu begrenzen."

2. Dagegen erhob die … AG am 4. Januar 2006 Rekurs an das 

Verwaltungsgericht mit folgenden Anträgen:

"1. Hauptbegehren

Die Verfügung der Baubehörde … vom 1. Dezember 2005, mitgeteilt am 
10. Dezember 2005, betreffend Begrenzung der Lärmimmissionen durch 
Musik auf der "…" in … sei vollumfänglich aufzuheben und die Sache sei 
an den Gemeindevorstand … zurückzuweisen.

2. Eventualbegehren

a) Die Ziff. 1. b und die Ziff. 1. c des Verfügungsdispositivs der 
Baubehörde … vom 1. Dezember 2005, mitgeteilt am 10. Dezember 
2005, betreffend Begrenzung der Lärmimmissionen durch Musik auf 
der "…" in … seien ersatzlos aufzuheben.

b) Die Ziff. 1. d des Verfügungsdispositivs der Baubehörde … vom 1. 
Dezember 2005, mitgeteilt am 10. Dezember 2005, betreffend 
Begrenzung der Lärmimmissionen durch Musik auf der „…“ in … sei 
insofern aufzuheben, als im Winter die Musikbeschallung im 
Aussenraum bis 18.00 Uhr (MEZ) begrenzt wird. Dagegen sei auch 
im Winter die Musikbeschallung bis 19.00 Uhr (MEZ) zu begrenzen."

Verfügende Behörde im vorliegenden Verfahren sei die Baubehörde …, 

welche sich gemäss Art. 3 BG … aus dem Gemeindepräsidenten, den zwei 

Gemeindevorstandsmitgliedern sowie den zwei Baukommissionsmitgliedern 

zusammensetze. Letztere seien nicht Mitglieder des dreiköpfigen 

Gemeindevorstandes. Gegenstand des Verfahrens bilde in casu aber nicht 

ein Baugesuch, sondern die verfügte Lärmbegrenzung für einen bestehenden 

Gastwirtschaftsbetrieb. Sowohl aus dem kantonalen als auch dem 

kommunalen Recht ergebe sich, dass in solchen Fällen allein der Vorstand 

zum Erlass entsprechender Anordnungen zuständig sei. Falls doch die 

Baubehörde als zuständig zu erachten sei, hätte diese mit zwei Stellvertretern 

der Baukommission ergänzt werden müssen. In materieller Hinsicht 

verstiessen die Auflagen, soweit sie angefochten seien, gegen das 

Verhältnismässigkeitsprinzip.

3. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses. Die angefochtene Verfügung stehe in engem Zusammenhang mit 

dem Baubewilligungsverfahren, weshalb auch die Baubehörde zu deren 

Erlass zuständig gewesen sei. Die Stellvertreter der Baukommission könnten 

bei Bedarf nur in diesem Gremium Einsitz nehmen, nicht aber in der 

Baubehörde. In materieller Hinsicht seinen die angefochtenen Auflagen 

notwendig und geeignet. 

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne wesentliche neue Argumente vorzubringen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Das Umweltschutzgesetz bezweckt den Schutz der Umwelt gegen schädliche 

oder lästige Einwirkungen (Art. 1 Abs. 1 USG) wie beispielsweise Lärm (Art. 

7 Abs. 1 USG). Das Bundesrecht bestimmt die materiellen Voraussetzungen, 

unter welchen Emissionsbegrenzungen angeordnet werden dürfen, und 

umschreibt die der Immissionsreduktion dienenden Massnahmen. Es ordnet 

zum Zwecke der Vorsorge an, dass Einwirkungen, die schädlich oder lästig 

werden könnten, frühzeitig zu begrenzen sind (Art. 1 Abs. 2 USG; sog. 

Vorsorgeprinzip). Einwirkungen werden primär an der Quelle, d.h. am 

Emissionsort, beschränkt (Art. 11 Abs. 1 USG). Dabei sind zunächst ebenfalls 

im Sinne der Vorsorge unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung 

die Emissionen so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich 

möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). In einem zweiten 

Schritt sind die Emissionsbegrenzungen zu verschärfen, wenn feststeht oder 

zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der 

bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 

USG). In einem weiteren Schritt ist schliesslich bei bestimmten Anlagen 

allenfalls zu prüfen, ob immissionsseitige Massnahmen zu ergreifen sind (Art. 

25 Abs. 3 USG; vgl. zum ganzen BGE 121 II 378 E. 11a - c S. 400 ff.; 119 Ib 

380 E. 3 S. 386 ff.; 118 Ib 206 E. 11 S. 224; 117 Ib28 E. 6a S. 34). Dabei ist 

zu beachten, dass Art. 11 weder in Abs. 1 noch in den übrigen Absätzen 

unterscheidet, ob eine Anlage bereits in Betrieb steht oder erst geplant ist; 

das Vorsorgeprinzip gilt mithin für neue und bestehende Quellen in 
gleicher Weise (siehe statt vieler: BGE 120 Ib436 in URP 1995 117 nicht 
wiedergegebene E. 2a aa sowie 120 Ib 89, E. 4a; PVG 1992 Nr. 18 E. 3). Für 

den Bereich des vorliegend interessierenden Lärmschutzes ist sodann 

festzuhalten, dass es sich bei den in der LSV und ihren Anhängen enthaltenen 

Belastungsgrenzwerten, also den Planungswerten und den 

Immissionsgrenzwerten nicht um Emissionsbegrenzungen im Sinne von Art. 
12 USG handelt, sondern um Werte, welche die Immissionen begrenzen (vgl. 
Christoph Zäch, Kommentar USG, N 12 f. zu Art. 23; vgl. auch BGE 117 Ib 

308 E. 3a S. 312). Ihre Einhaltung belegt nicht ohne weiteres, dass alle 

erforderlichen vorsorglichen Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 11 Abs. 2 

USG getroffen worden sind. Eine Anlage vermag somit vor der 

Umweltschutzgesetzgebung nicht schon deswegen zu bestehen, weil sie die 

einschlägigen Belastungsgrenzwerte einhält. Vielmehr ist im Einzelfall 

anhand der in Art. 11 Abs. 2 USG bzw. Art. 7 Abs. 1 lit. a bzw. 8 Abs. 1 und 2 

LSV genannten Kriterien zu prüfen, ob die Vorsorge weitergehende 

Beschränkungen erfordert. Dabei ist namentlich sicherzustellen, dass auch 

bloss unnötige Emissionen vermieden werden (Urteil des Bundesgerichts vom 

9. Oktober 1996 in URP 1997, S. 35, E. 3b mit Hinweisen; Klaus A. 

Vallender/Reto Morell, Umweltrecht, Bern 1997, S. 133 Rz 30 und S. 247 Rz 

26; Christoph Zäch, a.a.O., N 13 zu Art. 23; PVG 2000 Nr. 53).

2. Für den vorliegenden Fall ergibt sich aus dem Gesagten in formeller Hinsicht 

zunächst Folgendes: 

Die Beachtung des Vorsorgeprinzipes, um dessen Anwendung es vorliegend 

geht, kann sowohl bei neuen als auch bei bestehenden Anlagen jederzeit und 

unabhängig von einem Baubewilligungsverfahren verlangt werden. Auch 

wenn eine bestehende und bewilligte Anlage den massgebenden 

Immissionsgrenzwerten genügt, kann es sich beim Betrieb erweisen, dass 

weitergehende Massnahmen im Sinne des Vorsorgeprinzipes angeordnet 

werden müssen. Dies kann sowohl isoliert für sich als auch im Rahmen eines 

nachträglichen Baubewilligungsverfahrens geschehen, das notwendig wurde, 

weil der Bauherr in Abweichung vom bewilligten Projekt gebaut hat oder weil 

er von sich aus die Anlage nachträglich ändern will (vgl. das ebenfalls die 

Rekursgegnerin betreffende VGU R 06 8). Das massgebende Verfahren für 

die Anordnung entsprechender Massnahmen ergibt sich abschliessend aus 

dem kantonalen Umweltrecht. Gemäss Art. 20 Abs. 1 des 

Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Umweltschutz (KUSG) 

sorgen die Gemeinden im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens dafür, 

dass die Vorschriften über die Begrenzung von Lärmemissionen bei neuen 

und geänderten ortsfesten Anlagen eingehalten werden; sie ordnen 

Schallschutzmassnahmen an bestehenden Gebäuden an.  Sofern ein 

Vorhaben einem spezialgesetzlichen Konzessions-, Projekt- oder 

Plangenehmigungsverfahren unterliegt, ist zwar nach Abs. 2 dieser 

Bestimmung die Genehmigungsbehörde zuständig für die Begrenzung der 

Emissionen und die Anordnung von Schallschutzmassnahmen an 

bestehenden Gebäuden. Diese Norm bezieht sich indessen nicht auf 

Verfahren von Gemeinden zur Erteilung von Polizeibewilligungen, wie sie z.B. 

gastwirtschaftliche Betriebsbewilligungen darstellen. Gedacht wurde dabei an 

das wasserrechtliche Konzessionsgenehmigungsverfahren, die 

Projektgenehmigungsverfahren nach kantonalem Strassengesetz und nach 

kantonalem Meliorationsgesetz sowie an das Plangenehmigungsverfahren 

nach Arbeitsrecht (vgl. B 2000/2001 S. 587). Bei all den von Art. 20 Abs. 2 

KUSG betroffenen spezialgesetzlichen Verfahren geht es immer (auch) um 

die Erstellung von Bauten und Anlagen. Es handelt sich dabei um in 

Spezialgesetzen geregelte ausserordentliche Baubewilligungsverfahren. So 

wird etwa mit der Erteilung bzw. Genehmigung einer Wasserrechtskonzession 

zugleich auch die Baubewilligung für die Kraftwerkanlagen erteilt. Das mit 

einem Restaurant, einer Terrasse und einem Einkaufsgeschäft versehene 

Gebäude wurde dagegen im Rahmen eines ordentlichen 

Baubewilligungsverfahrens von der Baubehörde bewilligt. Diese hat zwar bei 

der Erteilung der Baubewilligung keine expliziten umweltrechtlichen 

Anordnungen getroffen, sei es, weil sie dies damals nicht für notwendig 

erachtete, sei es, dass sie es aus Nachlässigkeit unterlassen hat. So oder 

anders wurde aber durch das Baubewilligungsverfahren die Zuständigkeit und 

die Pflicht zum Erlass der notwendigen umweltrechtlichen 

Emissionsbegrenzungen im Sinne von Art. 20 Abs. 1 KUSG begründet. Etwas 

anderes sieht Übrigens auch das kommunale Baugesetz nicht vor, wenn es 

in Art. 56 Abs. 1 festhält, Bauten und Anlagen würden nur bewilligt, wenn sie 

den geltenden Vorschriften zur Begrenzung der Umweltbelastung genügten. 

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass aufgrund des kantonalen Rechtes auch 

die allenfalls nach Erteilung der Baubewilligung aufgrund des 

Vorsorgeprinzipes notwendig werdenden Anordnungen von der Baubehörde 

zu erlassen sind. Insoweit kann von einem die Baubewilligung ergänzenden 

Verfahren gesprochen werden, für dessen Durchführung immer die 

Baubehörde der Gemeinde zuständig ist. Unbehelflich ist in diesem 

Zusammenhang auch die Berufung der Rekurrentin auf Art. 3 Abs. 3 der 

kantonalen Umweltschutzverordnung. Bei vorschriftswidrigen Zuständen, die 

gleichzeitig die Umweltschutzgesetzgebung und die 

Raumplanungsgesetzgebung verletzen, richtet sich gemäss dieser 

Bestimmung die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes nach dem 

kantonalen Raumplanungsgesetz , sofern in erster Linie ein Verstoss gegen 

das Bau- und Planungsrecht vorliegt. Betrifft der Verstoss überwiegend 

Vorschriften zum Schutz der Umwelt, wird die Wiederherstellung von der 

gemäss Umweltschutzgesetzgebung zuständigen Behörde angeordnet und 

durchgesetzt. In Zweifelsfällen einigen sich die möglicherweise zuständigen 

Behörden über die Zuständigkeit. Da die Anwendung des Vorsorgeprinzipes 

auf Anlagen, die der Baubewilligungspflicht unterstehen und von denen Lärm 

ausgeht, immer in die Kompetenz der Baubewilligungsbehörde fällt, sind in 

solchen Fällen die für das Raumplanungsrecht und das Umweltrecht 

zuständigen Behörden identisch, weshalb sich die Frage der 

Kompetenzabgrenzung gar nicht stellt. Unerheblich ist schliesslich der 

Hinweis der Rekurrentin auf das kommunale Gastwirtschaftsgesetz. Damit 

kann selbstredend die durch das kantonale Recht vorgeschriebene 

Kompetenzzuweisung nicht derogiert werden. Nach dem Gesagten wurden 

die umstrittenen Anordnungen zu Recht von der Baubehörde erlassen. 

3. Die Rekurrentin ist weiter der Auffassung, dass die Baubehörde nicht in 

korrekter Zusammensetzung getagt habe. Infolge des Ausstandes von zwei 

Vorstandsmitgliedern hätten die zwei Stellvertreter der Baukommission 

beigezogen werden müssen, wie das Verwaltungsgericht in VGU R 01 94 

ausgeführt habe. In der Tat hat das Gericht dort obiter und ohne konkrete 

Bezugnahme auf die gesetzlichen Bestimmungen bemerkt, ausserdem gebe 

es zwei stellvertretende Mitglieder, die im Bedarfsfall beigezogen werden 

können. Dabei wurde indessen dem Umstand nicht Rechnung getragen, dass 

nach Art. 3 BG, der die Zusammensetzung der Baukommission regelt, zwei 

Stellvertreter nur für diese Kommission gewählt werden. In Art. 2 BG, der die 

Zusammensetzung der Baubehörde umschreibt, ist dagegen nur davon die 

Rede, dass diese aus dem Vorstand und der Baukommission gebildet werde. 

Eine Stellvertretung wird nicht vorgesehen. Auch der Gemeindevorstand 

kennt gemäss Art. 27 der Gemeindeverfassung keine Stellvertreter. Die 

Stellvertreter der Baukommission können in der Baubehörde daher allenfalls 

Baukommissionsmitglieder ersetzen, nicht aber in Ausstand getretene 

Vorstandsmitglieder. Für den angefochtenen Entscheid wurden daher für die 

fehlenden Vorstandsmitglieder zu Recht keine Baukommissionsstellvertreter 

beigezogen.

4. a) Aus E. 1. ergibt sich auch, dass die Anlage so oder anders den Grundsätzen 

der vorsorglichen Emissionsbegrenzung genügen muss. Es kann aber auch 

nicht darauf ankommen, ob und welche Belastungsgrenzwerte auch immer 

eingehalten werden, wenn die Vorsorge weitergehende Einschränkungen 

erfordert. Abgesehen davon gibt es für den durch Discomusik verursachten 

Aussenlärm ohnehin keine verbindlichen Belastungsgrenzwerte. Das 

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat es zu Recht mit ausführlicher 

Begründung abgelehnt, auf Discomusik die nach Anhang 6 zur LSV für 

Industrie- und Gewerbelärm geltenden Belastungsgrenzwerte anzuwenden 

(vgl. URP 1999 S. 436 ff.). Über die Störwirkung der hier in Frage stehenden 

Art, nämlich hauptsächlich der Emissionen der sich durch ausgeprägte 

rhythmische Bässe auszeichnenden Discomusik, fehlen soziopsychologische 

Untersuchungen, die den Schluss von einem bestimmten Pegelwert auf die 

Störung oder Belästigung der Bevölkerung erlauben würden (BGE 123 II 325 

E. 4 a/bb; Alexander Zürcher, Die vorsorgliche Emissionsbegrenzung nach 

dem Umweltschutzgesetz, Schriftenreihe zum Umweltrecht, Bd. 11, Zürich 

1996, S. 359). Auch ist die "sinngemässe" Anwendung des Anhangs 6 aus 

methodischen Gründen nicht angebracht. Einerseits kann die von den aus 

geprägten rhythmischen Bässen ausgehende Störwirkung nicht einfach über 

eine Schallmessung erfasst werden, andererseits sind die für die 

Belastungsgrenzwerte herangezogenen Pegelkorrekturen auf typisierbare 

Situationen zugeschnitten (Robert Hofmann, Keine Grenzwerte - kein Lärm?, 

URP 1994 S. 419, insbes. S. 421, 427 und 431). Wollte man die vorliegend 

zur Diskussion stehende Störwirkung der Discomusik über den Anhang 6 zur 

LSV erfassen, wäre eine Fehlbeurteilung kaum auszuschliessen. Ob im 

vorliegenden Fall eine unzumutbare Störung vorliegt oder nicht, ist somit 

aufgrund der behördlichen bzw. richterlichen Erfahrung zu beurteilen (BGE  
123 II 325 E. 4 d/bb). Dass sich die von den Bässen ausgehenden tiefen 

Frequenzen und die damit einhergehende erschütternde Wirkung (im Sinn 

von Versetzen in Vibrationen) insbesondere gegen Abend störend auf die in 

der Empfindlichkeitsstufe II befindliche Nachbarschaft auswirkt, entspricht der 

allgemeinen Lebenserfahrung (vgl. Robert Hofmann, a.a.O., 5. 427, wo vom 

"zermürbenden Beat-Ton aus einem Jugendhaus" die Rede ist). Die Art dieser 

Immission, nämlich die ausgeprägten rhythmischen Bässe, welche von den 

Bewohnern in der Umgebung wahrgenommen werden, ist insbesondere auch 

tagsüber und besonders am späteren Nachmittag für längere Zeit unzumutbar 

und liegt ausserhalb des Toleranzspielraums. Zu den wichtigsten Arten von 

Störungen des Wohlbefindens der Bevölkerung als Folge von 

Lärmimmissionen gehören neben den Schlafstörungen die Störung der 

übrigen Ruhe und Erholung. Sie können, wenn man ihnen über längere Zeit 

ausgesetzt ist, sogar zu Gesundheitsstörungen führen. Zu beachten ist 

insbesondere, dass Lärmbekämpfungsmassnahmen nicht erst dann zu 

ergreifen sind, wenn die Umweltbelastung lästig oder gar schädlich wird; es 

sollen vielmehr auch die bloss unnötigen Emissionen, zum Beispiel durch die 

Anordnung von Betriebs- oder anderweitigen Beschränkungen, vermieden 

werden (Klaus A. Vallender/Reto Morell, Umweltrecht, Bern 1997, § 8 N 26). 

b) Vorliegend steht aufgrund der Reklamationen der Anwohner über die 

dumpfen Basstöne aber auch aufgrund der beiden Lärmgutachten fest, dass 

die Bevölkerung durch den Discobetrieb erheblich in ihrem Wohlbefinden 

gestört wird. Dass die tägliche Beschallung über Monate hinweg durch im 

Freien produzierte Discomusik für  die Anwohner zumindest stark lästig ist, ist 

schon aufgrund der obigen Ausführungen klar. Die Gemeinde hat daher zu 

Recht nicht nur eine Begrenzung des allgemeinen Schallpegels, sondern 

auch zusätzlich der tiefen Frequenzen angeordnet. Dass es sich dabei um 

eine taugliche und technisch mögliche Vorsorgemassnahme handelt, kann 

nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden. Gerade die Basstöne werden durch 

Luft und Boden weit getragen und gehen dem unfreiwilligen Zuhörer 

gewissermassen durch Mark und Bein. Daher spielt es auch keine Rolle, dass 

sich die Liegenschaft am Rand der Bauzone befindet. Es ist auch nicht 

ersichtlich, dass eine Schallpegelbegrenzung wirtschaftlich nicht tragbar 

wäre, da nicht davon auszugehen ist, dass deswegen das Publikum ausbleibt 

(vgl. PVG 2000 Nr. 53). Immerhin ist anzumerken, dass die diesbezügliche 

Auflage der Baubehörde recht unbestimmt ist, wenn lediglich ausgeführt wird, 

dass die tiefen Frequenzen so zu begrenzen seien, dass eine übermässige 

Einwirkung auf die Umgebung ausgeschlossen wird. Die Baubehörde wird 

diese Massnahme im Rahmen des Vollzuges noch zu konkretisieren haben. 

Dabei wird sie auch dem Interesse der Rekurrentin daran, dass die Qualität 

der Musik nicht zu sehr verfälscht wird, Rechnung zu tragen haben. Entgegen 

der Ansicht der Rekurrentin ist auch die Begrenzung der Betriebszeit im 

Winter bis 18:00 Uhr nicht zu beanstanden. Ab dann beginnt üblicherweise 

die Essenszeit im Winter. Es entspricht einem Bedürfnis der Menschen, nach 

einem anstrengenden Arbeitstag die Abendmahlzeit möglichst ungestört von 

lästiger Beschallung zu geniessen. Dass diese Massnahme wirtschaftlich 

nicht tragbar wäre, ist nicht ersichtlich. Dagegen erscheint das gänzlich Verbot 

der DJ-Animation als unverhältnismässig. Diese Art der Unterhaltung ist ein 

wesentlicher Bestandteil eines Diskothekenbetriebes; ohne DJ wäre es eben 

gar kein solcher mehr. Die Befürchtung, dass ohne einen DJ ein namhafter 

Teil des Publikums ausbliebe, kann daher nicht von der Hand gewiesen 

werden. Zwar ist nicht zu bestreiten, dass diese Art der Darbietung zu 

Belästigungen der Nachbarn führen kann. Diesem Umstand wird indessen 

ebenfalls durch die entsprechenden Schallpegelbegrenzungen in 

ausreichender Weise Rechnung getragen. Der Rekurs ist demnach in dieser 

Hinsicht gutzuheissen.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zu je 1/6 zulasten der 

Rekursgegnerin und zu 5/6 zulasten der Rekurrentin, welche der Gegenpartei 

überdies eine reduzierte aussergerichtliche Entschädigung zu bezahlen hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen und das gänzliche Verbot der DJ-

Animation in Ziff. 1.b des angefochtenen Entscheides aufgehoben. Im Übrigen 

wird der Rekurs abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 6'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 221.--

zusammen Fr. 6'221.--

gehen zu 5/6 zulasten der … AG und zu 1/6 zulasten der Gemeinde … und 

sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die … AG entschädigt die Gemeinde … aussergerichtlich mit Fr. 2'000.-- (inkl. 

MWST).