# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85721241-e11f-583b-ae77-925f4632563e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.04.2021 SK 2019 131
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-131_2021-04-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 19 131+132
SK 20 379

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. April 2021 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, 
Oberrichter Studiger
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher B.________
a.v.d. Rechtsanwalt C.________ (sistiert)

Beschuldigter 1 / Straf- und Zivilkläger 1 / Berufungsführer 1

D.________
a.v.d. Rechtsanwalt E.________

Beschuldigter 2 / Straf- und Zivilkläger 2 / Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

Berufungsführerin 3

und

F.________ 

Straf- und Zivilkläger 3 gegen den Beschuldigten 1

sowie

Rechtsanwalt C.________

Berufungsgegner betreffend Honorarfestsetzung

Gegenstand Erschleichen einer falschen Beurkundung, Angriff, einfache Kör-
perverletzung mit gefährlichem Gegenstand etc. (Beschuldigter 1)

2

Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand (Be-
schuldigter 2)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 10. Januar 2019 (PEN 2018 361+363)

sowie 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Widerhand-
lungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz, Widerhand-
lung gegen das kantonale Hundegesetz (Beschuldigter 1)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 4. Juni 2020 (PEN 19 311)

3

Erwägungen:

I. Vorbemerkung

Vorliegend wurde gegen A.________ (nachfolgend Beschuldigter 1) und 
D.________ (nachfolgend Beschuldigter 2) zunächst durch die Staatsanwaltschaft 
Region Bern-Mittelland das Untersuchungsverfahren BM 16 50800 geführt (Pagi-
nierung beginnend bei 1). Nach Anklageerhebung beim Regionalgericht Bern-
Mittelland (nachfolgend Vorinstanz 1) erhielt das Verfahren die Dossiernummer 
PEN 18 361 / 363. Nach Berufungsanmeldung beim Obergericht wurde es unter 
der Dossiernummer SK 19 131+132 weitergeführt, wobei die vorinstanzliche Pagi-
nierung aufgenommen und fortgeführt wurde. 

Während das Verfahren PEN 18 361 / 363 bei der Vorinstanz hängig war, wurde 
gegen den Beschuldigten 1 durch die Staatsanwaltschaft Region Berner Jura-
Seeland das Verfahren BJS 18 7873 eröffnet (Paginierung beginnend bei 1). Mit 
Anklageerhebung beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland (nachfolgend Vorin-
stanz 2) wurde dem Verfahren die Verfahrensnummer PEN 19 311 zugeteilt. Nach 
Berufungsanmeldung beim Obergericht des Kantons Bern erhielt es die Dossier-
nummer SK 20 379, wobei die vorinstanzliche Paginierung aufgenommen und fort-
geführt wurde.

Die beiden oberinstanzlichen Verfahren (SK 19 131+132 und SK 20 379) wurden 
mit Verfügung vom 15. September 2020 vereinigt und fortan im Hauptdossier 
SK 19 131+132 fortgeführt (pag. 1226).

Nachfolgend werden Fundstellen aus dem Verfahren SK 20 379 mit «Neuakten 
pag. xy» zitiert. Zitate aus den Akten SK 19 131+132 werden nicht besonders ge-
kennzeichnet, da es sich dabei um das Hauptdossier handelt.

II. Prozessgeschichte

1. Erstinstanzliche Urteile

1.1 Urteil vom 10. Januar 2019

Mit Urteil vom 10. Januar 2019 erkannte das Regionalgericht Bern-Mittelland (Ein-
zelgericht) was folgt (pag. 945 ff.; Hervorhebungen im Original): 

A. A.________

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung, angeblich begangen am 18.06.2016 in 
H.________ z.N. von G.________

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

4

II.

A.________ wird freigesprochen:

von den Anschuldigungen 

1. des Angriffs, angeblich begangen am 27.11.2016 in I.________;

2. der Erschleichung einer falschen Beurkundung, angeblich mehrfach begangen am 
28.01.2004 in J.________ und am 23./29.10.2012 in H.________;

3. des Nichttreffens der nötigen Vorkehrungen, damit der Hund Menschen und Tiere nicht 
gefährdet, angeblich mehrfach begangen am 18.06.2016 und am 06.11.2016 in H.________;

unter Ausrichtung einer Parteientschädigung (1/4) an A.________ von CHF 2‘965.90 (inkl. Auslagen 
und MwSt),

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/4), bestimmt auf CHF 3‘807.20, an den 
Kanton Bern.

III.

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:

1. der einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen, teilweise mit gefährlichem Gegenstand 

1.1. am 21.11.2016 in H.________ z.N. von K.________;

1.2. am 25.11.2016 in H.________ z.N. von F.________;

1.3. am 27.11.2016 in I.________ z.N. von D.________ (mit gefährlichem Gegenstand);

2. der Sachbeschädigung (geringfügig), begangen am 25.11.2016 in H.________ z.N. von 
F.________ (Schaden CHF 200.00);

3. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit 
vom 19.12.2015 bis am 14.11.2016 in H.________ und anderswo durch Konsum einer unbe-
stimmten Menge Marihuana;

und in Anwendung der Art. 34 aStGB; Art. 42 Abs. 1, 44, 47, 49 Abs. 1, 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1, 
144 Abs. 1 i.V.m. Art. 172ter StGB; Art. 19a Ziff. 1 BetmG; Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 10‘800.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 20 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 3 Tage festgesetzt.

4. Zu den auf den Schuldspruch und ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend 
aus Gebühren von CHF 10‘013.15 und Auslagen von CHF 2‘647.20, insgesamt bestimmt auf 
CHF 12‘660.35 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

[Aufschlüsselung Verfahrenskosten]

5

IV.

[auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung Fürsprecher B.________]

V.

Im Zivilpunkt wird verfügt:

1. In Anbetracht der unzureichenden Begründung/Bezifferung wird die Zivilklage des Privatklägers 
F.________ auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO).

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

B. D.________

I.

D.________ wird schuldig erklärt:

der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 27.11.2016 in 
I.________ z.N. von A.________;

und in Anwendung der Art. 34 aStGB; Art. 42 Abs. 1, 44, 47, 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB; Art. 426 Abs. 1 
StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 6‘600.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 600.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 10 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 5‘533.35 und Auslagen von CHF 633.75, insgesamt bestimmt auf CHF 6‘167.10 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung).

[Aufschlüsselung Verfahrenskosten]

II.

[amtliche Entschädigung Rechtsanwalt E.________]

III.

D.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47/49 OR sowie Art. 126 und 433 StPO weiter verur-
teilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 1‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 27.11.2016 an den 
Privatkläger A.________. Soweit weitergehend wird die Klage abgewiesen. 

2. Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen. Die geltend gemach-
ten Aufwendungen werden zum amtlichen Honorar geschlagen.

3. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

6

IV.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 und 47/49 OR sowie Art. 126 und 433 StPO 
erkannt:

1. Die Forderung des Privatklägers D.________ gegenüber A.________ auf Bezahlung einer Ge-
nugtuung von CHF 4‘000.00 nebst Zins zu 5 % seit 27.11.2016 wird abgewiesen.

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

C.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- Baseballschläger Big Stick 242J, mit der Aufschrift „Home sweet Home“
- Schneepfosten (Holz), gebrochen.

2. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:
- 1 Paar Jeanshose, C&A, grau, Grösse 32/34
- 1 Lederjacke, ADW-58, schwarz, Grösse S.

3. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile 
(A.________: PCN-Nr. .________; D.________: PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. f 
DNA-ProfilG).

4. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ und D.________ nach Ab-
lauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die 
Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5. [Eröffnungsformel]

1.2 Urteil vom 4. Juni 2020

Mit Urteil vom 4. Juni 2020 erkannte das Regionalgericht Berner Jura-Seeland 
(Einzelgericht) was folgt (Neuakten pag. 860 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung, angeblich begangen am 29.01.2018, um 
ca. 12:30 Uhr, in H.________, zum Nachteil von L.________

2. wegen Drohung, angeblich mehrfach begangen, zum Nachteil von M.________

2.1. am 08.05.2018, von ca. 10:30 Uhr bis ca. 11:00 Uhr, in H.________;

2.2. am 15.05.2018, um ca. 21:05 Uhr, vermutlich am Wohnort des Beschuldigten;

2.3. am 19.05.2018, von ca. 10:30 Uhr bis ca. 11:00 Uhr, in H.________

wird infolge Rückzugs der Strafanträge eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

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II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 23.05.2018, um 
ca. 14:45 Uhr, in H.________

2. der fahrlässigen Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung, mehrfach begangen in 
H.________

2.1. vom 01.08.2017 bis zum 09.03.2018, um ca. 14:00 Uhr

2.2. vom 01.12.2017 bis zum 09.03.2018, um ca. 14:00 Uhr

3. der Widerhandlung gegen das Hundegesetz, begangen am 29.01.2018, um ca. 12:30 Uhr, in 
H.________

und in Anwendung der 
Art. 19 Abs. 2, 34, 42, 44, 47, 48a, 49, 285 Ziff. 1 StGB
Art. 426 StPO
Art. 117 Abs. 3 AuG
Art. 5 Abs. 1 i.V.m. 15 Hundegesetz des Kantons Bern vom 27.03.2012

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 150.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 600.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 6 Tage festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 8‘725.00 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 12‘858.10, insgesamt bestimmt auf 
CHF 21‘583.10 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung CHF 8‘861.70).

[Aufschlüsselung Verfahrenskosten]

III.

[amtliche Entschädigung Rechtsanwalt C.________]

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Die Zivilklage von L.________ wird infolge Abschluss einer Vereinbarung als erledigt abge-
schrieben.

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

3. [Eröffnungsformel]

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2. Berufungen

2.1 Berufung gegen das Urteil vom 10. Januar 2019

Gegen das Urteil vom 10. Januar 2019 des Regionalgerichts Bern-Mittelland mel-
deten sowohl die Beschuldigten als auch die Staatsanwaltschaft fristgerecht Beru-
fung an (pag. 965 ff.).

Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 3. April 2019 (pag. 973 ff.).

In der fristgerecht eingereichten Berufungserklärung vom 18. April 2019 erhob die 
Generalstaatsanwaltschaft Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf 
A.________, soweit die Einstellung, die Freisprüche, die Strafzumessung und die 
Frage der Landesverweisung betreffend (pag. 1049 ff.).

Mit Eingabe vom 23. April 2019 beschränkte A.________ – in diesem Verfahren 
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________ – seine Berufung auf den erstin-
stanzlichen Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Ge-
genstand, die erstinstanzlich ausgefällte Strafe, die mit der Verurteilung einherge-
henden Kostenfolgen und die teilweise Abweisung der Zivilklage (pag. 1053 ff.).

D.________ beschränkte seine Berufung mit Eingabe vom 24. April 2019 auf den 
erstinstanzlichen Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem 
Gegenstand, die teilweise Gutheissung der Zivilklage des Beschuldigten und die 
teilweise Abweisung seiner eigenen Zivilklage (pag. 1058 f.).

2.2 Berufung gegen das Urteil vom 4. Juni 2020

Gegen das Urteil vom 4. Juni 2020 des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland mel-
dete die Staatsanwaltschaft am 15. Juni 2020 fristgerecht Berufung an (Neuakten 
pag. 868).

Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung reichte die Generalstaatsan-
waltschaft mit Schreiben vom 3. September 2020 innert Frist die Berufungser-
klärung ein. Sie gab bekannt, die Berufung auf den Schuldspruch wegen fahrlässi-
ger Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung, die gesamte Strafzumessung 
sowie die Festsetzung des Honorars der amtlichen Verteidigung durch Rechtsan-
walt C.________ zu beziehen (Neuakten pag. 941 f.).

3. Verfahrensvereinigung

Mit Verfügung vom 7. September 2020 wurde den Parteien in Aussicht gestellt, die 
beiden Verfahren SK 20 379 und SK 19 131+132 zu vereinigen. Den Parteien wur-
de Gelegenheit gegeben, sich zur geplanten Verfahrensvereinigung zu äussern 
(Neuakten pag. 944).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 8. September 2020 mit, sie 
habe keine Einwände gegen die geplante Verfahrensvereinigung (Neuakten 
pag. 949). Fürsprecher B.________ gab mit Schreiben vom 10. September 2020 
bekannt, die Vereinigung der Verfahren nach Rücksprache mit seinem Klienten zu 
befürworten (Neuakten pag. 951). Rechtsanwalt C.________ hingegen beantragte 
in seiner Stellungnahme vom 10. September 2020, es sei von einer Vereinigung 
der Verfahren abzusehen (Neuakten pag. 953).

9

Mit Beschluss vom 15. September 2020 wurden die beiden Verfahren vereinigt und 
das Mandat von Rechtsanwalt C.________ sistiert (Neuakten pag. 956).

4. Schriftenwechsel betreffend Festsetzung des amtlichen Honorars von 
Rechtsanwalt C.________

Im Beschluss vom 15. September 2020 wurde angeordnet, dass über die Berufung 
gegen die Festsetzung des amtlichen Honorars von Rechtsanwalt C.________ im 
Endurteil entschieden und das rechtliche Gehör im Rahmen von schriftlichen Ein-
gaben gewährt werde (Neuakten pag. 956).

Die schriftliche Berufungsbegründung der Generalstaatsanwaltschaft betreffend 
Honorarfestsetzung datiert vom 8. Oktober 2020 (pag. 1252). Rechtsanwalt 
C.________ nahm mit Schreiben vom 22. Oktober 2020 dazu Stellung (pag. 1261). 
Fürsprecher B.________ gab am 10. November 2020 bekannt, auf eine Stellung-
nahme zu verzichten (pag. 1269). Mit Verfügung vom 11. November 2020 teilte die 
Verfahrensleitung mit, dass der Schriftenwechsel als abgeschlossen erachtet wer-
de (pag. 1271).

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte an der Berufungsverhandlung die folgenden 
Anträge (pag. 1402 ff.):

A. A.________ 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelge-
richt) vom 10. Januar 2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der Schuldsprüche wegen einfa-
cher Körperverletzung zum Nachteil von K.________ und F.________, geringfügiger Sachbeschädi-
gung zum Nachteil von F.________ und Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch 
Konsum von Marihuana.

II.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichtes Berner Jura-Seeland (Ein-
zelgericht) vom 4. Juni 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der Verfahrenseinstellung we-
gen fahrlässiger, einfacher Körperverletzung und mehrfacher Drohung und der Schuldsprüche wegen 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und Widerhandlung gegen das Hundegesetz so-
wie der Verurteilung zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

III.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. des Angriffs, begangen am 27. November 2016 in I.________;

2. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 27. November 2016 
in I.________ zum Nachteil von D.________; 

10

3. der Erschleichung einer falschen Beurkundung, mehrfach begangen am 28. Januar 2004 und am 
23./29. Oktober 2012; 

4. der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, begangen am 18. Juni 2016 in H.________ zum 
Nachteil von G.________; 

5. des Nichttreffens der nötigen Vorkehrungen, damit der Hund Mensch und Tiere nicht gefährdet, 
mehrfach begangen am 18. Juni 2016 und am 6. November 2016 in H.________; 

6. der vorsätzlichen Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung, mehrfach begangen vom 
01.08.2017 bis zum 09.03.2018 (N.________) und vom 01.12.2017 bis zum 09.03.2018 
(O.________) in H.________.

IV.

A.________ sei in Anwendung von Art. 34 aStGB, Art. 47, 49 Abs. 1, 66a Abs. 1 lit. b, 106, 123 Ziff. 1 
und 2, 125 Abs. 1, Abs. 1,134, 144 Abs. 1 i.V.m. Art. 172ter, 253 StGB; Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG; 
Art. 77 TSchV; Art. 5 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 15 Abs. 1 Hundegesetz Kanton Bern; Art. 19a Ziff. 1 
BetmG; Art. 426 ff. StPO; Art. 96 Schengener Durchführungsübereinkommen, Art. 21 und 24 SIS-II-
Verordnung und Art. 20 ff. N-SIS-Verordnung

zu verurteilen: 

1. zu einer Geldstrafe von 280 Tagessätzen zu je CHF 10.00, ausmachend total CHF 2'800.00, wo-
bei der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei; 

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 700.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 70 Tagen); 

3. zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'500.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen); 

4. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren mit Ausschreibung der Einreise- und Aufenthaltsverwei-
gerung im Schengener Informationssystem; 

5. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten betreffend das Verfah-
ren vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland sowie der auf ihn entfallenden oberinstanzlichen Ver-
fahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

B. D.________

I.

D.________ sei schuldig zu erklären der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, 
begangen am 27. November 2016 in I.________ zum Nachteil von A.________.

II.

D.________ sei in Anwendung von Art. 34 aStGB, Art. 42 Abs. 1, 44, 47, 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB; 
Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je CHF 80.00, ausmachend total CHF 8'800.00, wo-
bei der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei; 

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 800.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen); 

11

3. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine 
angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

C. Weitere Verfügungen 

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Der Baseballschläger Big Stick 242J und der Schneepfosten seien einzuziehen und zu vernichten 
(Art. 69 StGB). 

2. Ein Paar Jeanshose und eine Lederjacke seien A.________ nach Rechtskraft des Urteils zurück-
zugeben. 

3. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

4. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile 
(A.________: PCN-Nr. .________; D.________: PCN-Nr. .________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 
lit. f DNA-ProfilG). 

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ und D.________ nach Ablauf 
der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Be-
arbeitung biometrischer erkennungs-dienstlicher Daten).

5.2 Anträge von A.________

Die Verteidigung von A.________ stellte an der Berufungsverhandlung folgende 
Anträge (pag. 1405 ff.):

1. Es sei festzustellen, dass die Verfahrenseinstellungen betreffend fahrlässige einfache Körperver-
letzung unter Ziff. I.1, sowie betreffend mehrfache Drohung unter Ziff. I, 2.1-2.3 des Urteils des 
Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 4. Juni 2020 in Rechtskraft erwachsen sind.

2. Es sei festzustellen, dass die Schuldsprüche wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und 
Beamte unter Ziff. II.1 sowie wegen Widerhandlung gegen das Hundegesetz unter Ziff. II.3 des Ur-
teils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 4. Juni 2020 in Rechtskraft erwachsen sind.

3. Es sei festzustellen, dass die Schuldsprüche wegen

a. einfacher Körperverletzung unter Ziff. III, 1.1 und 1.2,
b. geringfügiger Sachbeschädigung unter Ziff. III, 2 sowie wegen 
c. Widerhandlung gegen das BetmG unter III. 3

des Urteils des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 10. Januar 2019 in Rechtskraft erwachsen 
sind.

4. Das Verfahren gegen A.________ wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung, angeblich be-
gangen am 18.6.2016 in H.________ z.N. von G.________, sei mangels Prozessvoraussetzung 
einzustellen.

Eventuell sei A.________ vom Vorwurf der fahrlässigen einfachen Körperverletzung zum Nachteil 
von G.________ gemäss Ziff. 1.A.4 der Anklageschrift vom 16. Mai 2018 freizusprechen.

5. A.________ sei freizusprechen der

a. Anschuldigung des Angriffs und der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, 
angeblich begangen am 27.11.2016 um ca. 16.45 in I.________, im Bereich der Feuerstelle ge-

12

genüber des P.________ (Restaurant) z.N von D.________ gemäss Ziff. I. A Ziff. 2 der Anklage-
schrift vom 16. Mai 2018.
b. Anschuldigung des Erschleichens einer falschen Beurkundung, angeblich mehrfach begangen 
gemäss Ziff. 1.A.1.1 und 1.2 der Anklageschrift vom 16. Mai 2018.
c. Anschuldigung des Nichttreffens der nötigen Vorkehrungen, damit der Hund Menschen und 
Tiere nicht gefährdet, angeblich begangen einerseits am 18.6.2016 in H.________ gemäss Ziff. I. 
A. 6.1 der Anklageschrift vom 16. Mai 2018 und andererseits am 6.11.2016 in H.________ 
gemäss Ziff. I. A. 6.2 der Anklageschrift vom 16. Mai 2018.

unter Ausscheidung der darauf entfallenden Verfahrenskosten und deren Auferlegung an den 
Staat und unter Ausrichtung einer angemessenen Entschädigung.

6. A.________ sei schuldig zu sprechen der mehrfach begangenen fahrlässigen Beschäftigung von 
Ausländern ohne Bewilligung gemäss Ziff. 4 der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Region Bi-
el-Seeland vom 19. April 2019.

7. A.________ sei gestützt auf diese Schuldsprüche zu verurteilen 

a. Zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 10.00 nicht übersteigend, ausmachend 
CHF 500.00 nicht übersteigend.
Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 
b. Zu einer Verbindungsbusse in gerichtlich zu bestimmender Höhe.
c. Zu einer Übertretungsbusse in gerichtlich zu bestimmender Höhe.
d. Zu den auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten.

8. Von einer Landesverweisung von Herrn A.________ sei abzusehen.

9. Es sei die Rechtskraft der im Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland verfügten Verweisung auf 
den Zivilweg der Zivilklage von F.________ festzustellen.

10. D.________ sei schuldig zu sprechen der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegen-
stand z.N von A.________ gemäss Ziff. I. B der Anklageschrift vom 16. Mai 2018. 

11. D.________ sei gestützt auf diesen Schuldspruch zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen. 

12. D.________ sei zu den auf ihn fallenden Verfahrenskosten zu verurteilen.

13. D.________ sei zu verurteilen, A.________ eine Genugtuung nach gerichtlichem Ermessen, je-
doch mindestens Fr. 4`000.--, nebst Zins zu 5 % seit 27.11.2016 zu bezahlen.

14. D.________ sei zur Bezahlung der Parteikosten des Rechtsvertreters von A.________ zu verurtei-
len, soweit auf die Ziff. 9 vorstehend und auf die Privatklagen beider Parteien fallend. 

15. Die Zivilklage von D.________ sei kostenfällig abzuweisen.

16. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei für beide Instanzen gemäss Kostennote gerichtlich 
festzusetzen.

17. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen.

18. Es sei weiter zu verfügen was Rechtens.

13

5.3 Anträge von D.________

Die Verteidigung vom D.________ stellte an der Berufungsverhandlung folgende 
Anträge (pag. 1408):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil vom 10. Januar 2019 in Bezug auf die Festle-
gung der amtlichen Entschädigung und des vollen Honorars für die amtliche Verteidigung von 
D.________ durch Rechtsanwalt E.________ in Rechtskraft erwachsen ist.

II.

Der Beschuldigte, D.________, sei vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung mit einem gefährli-
chen Gegenstand, angeblich begangen am 27. November 2016 in I.________ z.N. vom A.________ 
(Ziff. I. B. der Anklageschrift; Ziff. B. I. des Urteils vom 10. Januar 2019) freizusprechen.

III.

Der Beschuldigte A.________ sei wegen einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegen-
stand, begangen am 27. November 2016 in I.________ z.N. von D.________ schuldig zu sprechen 
und angemessen zu bestrafen.

IV.

Die Zivilklage des Privatklägers A.________ sei vollumfänglich abzuweisen.

V.

Die Zivilklage des Privatklägers D.________ betreffend Anspruch auf Schadenersatz und Genugtu-
ung gegenüber A.________ sei auf den Zivilweg zu verweisen.

VI.

Die den Beschuldigten D.________ betreffenden erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien 
vom Kanton Bern zu tragen.

VII.

Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren sei gemäss noch einzureichen-
der Honorarnote festzusetzen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

6.1 Betreffend das Urteil vom 10. Januar 2019

Das erstinstanzliche Urteil vom 10. Januar 2019 wurde von allen Parteien nur in 
Teilen angefochten (siehe Ziff. 2.1 hiervor). Nicht angefochten und darum in 
Rechtskraft erwachsen sind die erstinstanzlich für A.________ ausgefällten 
Schuldsprüche wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung zum Nachteil von 
K.________ und F.________ (Ziff. A.III.1.1 und 1.2 des erstinstanzlichen Disposi-
tivs), geringfügiger Sachbeschädigung (Ziff. A.III.2 des erstinstanzlichen Disposi-
tivs) und Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. A.III.3 des 
erstinstanzlichen Dispositivs). Unangefochten geblieben und darum in Rechtskraft 
erwachsen ist auch die von der Vorinstanz ohne Ausscheidung von Kosten auf den 
Zivilweg verwiesene Zivilklage des Privatklägers F.________ (Ziff. A.V des erstin-
stanzlichen Dispositivs). Gleiches gilt entgegen der Anträge der Generalstaatsan-

14

waltschaft auch für die von der Vorinstanz 1 getroffenen Verfügungen betreffend 
die beschlagnahmten Gegenstände (Ziff. C.1-2 des erstinstanzlichen Dispositivs).

Entgegen den Anträgen von Fürsprecher B.________ ist zudem die Abweisung 
des Antrags auf Ausrichtung einer Parteientschädigung an A.________ durch 
D.________ für die erstinstanzliche Behandlung seiner Zivilklage gemäss 
Ziff. B.III.2 des erstinstanzlichen Dispositivs in Rechtskraft erwachsen, da laut Be-
rufungserklärung vom 23. April 2019 lediglich in Bezug auf die Teilabweisung der 
Zivilklage gemäss Ziff. B.III.1 Berufung erhoben wurde, nicht aber in Bezug auf den 
Entschädigungsentscheid (pag. 1054).

Betreffend A.________ hat die Kammer demnach über die Vorwürfe des Angriffs, 
der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, der fahrlässigen ein-
fachen Körperverletzung, des Erschleichens einer falschen Beurkundung, des 
Nichttreffens der nötigen Vorkehrungen damit der Hund Menschen und Tiere nicht 
gefährdet sowie die sich daraus ergebenden Straf-, Kosten- und Entschädigungs-
folgen inkl. Landesverweis und die Zivilklage von D.________ in seiner Funktion 
als Straf- und Zivilkläger 2 zu urteilen. Betreffend D.________ hat die Kammer das 
erstinstanzliche Urteil vollumfänglich zu überprüfen. Zu prüfen ist insbesondere 
auch der von D.________ beantragte Schadenersatz, obwohl die Vorinstanz 1 die-
sen lediglich in der Urteilsbegründung, nicht aber im Dispositiv erwähnt hat 
(pag. 1026, S. 54 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Kammer geht da-
von aus, dass der Antrag auf Schadenersatz wie in der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung festgehalten von der Vorinstanz 1 auf den Zivilweg verwiesen wurde. 
Ferner werden die der Rechtskraft nicht zugänglichen Verfügungen betreffend Lö-
schung der erstellten DNA-Profile und der erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten zu treffen sein. Die Kammer hat das erstinstanzliche Urteil mit 
voller Kognition zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 und 3 der Schweizerischen Straf-
prozessordung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312.0]).

In Bezug auf A.________ ist die Kammer aufgrund der Berufung durch die Gene-
ralstaatsanwaltschaft bei der Überprüfung der Schuldsprüche, der Strafzumessung 
sowie der Landesverweisung nicht an das Verschlechterungsverbot gemäss 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. Eine Ausnahme davon stellt die Überprüfung des 
Schuldspruchs wegen einfacher Körperverletzung zum Nachteil von D.________ 
dar, welcher lediglich von A.________ angefochten wurde. Die Zivilklage von 
D.________ wurde von diesem in seiner Funktion als Straf- und Zivilkläger 2 ange-
fochten und kann somit ebenfalls zu Ungunsten von A.________ abgeändert wer-
den.

Bei D.________ ist die Kammer wegen dessen alleiniger Berufung an das Ver-
schlechterungsverbot gebunden und darf das Urteil in Bezug auf Schuldspruch und 
Strafe nicht zu seinen Ungunsten abändern. Was die Beurteilung der Zivilklage von 
A.________ in seiner Rolle als Straf- und Zivilkläger 1 angeht, darf das Urteil zu 
Ungunsten von D.________ abgeändert werden, da nicht nur D.________, son-
dern auch A.________ als Straf- und Zivilkläger 1 in diesem Punkt Berufung erho-
ben hat.

15

6.2 Betreffend das Urteil vom 4. Juni 2020

Das erstinstanzliche Urteil vom 4. Juni 2020 wurde von der Staatsanwaltschaft in 
Bezug auf den Schuldspruch wegen fahrlässiger Beschäftigung von Ausländern 
ohne Bewilligung, die gesamte Strafzumessung sowie die Festsetzung des Hono-
rars der amtlichen Verteidigung durch Rechtsanwalt C.________ angefochten (sie-
he Ziff. 2.2 oben). Das Urteil ist somit in Rechtskraft erwachsen, was die Verfah-
renseinstellung wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung und mehrfacher 
Drohung sowie die Schuldsprüche wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden 
und Beamte und wegen Widerhandlung gegen das Hundegesetz angeht. Weiter 
wird auch die Abschreibung der Zivilklage rechtskräftig. Die Kammer hat somit über 
den Schuldspruch wegen fahrlässiger Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilli-
gung zu befinden und die gesamte Strafzumessung sowie die Festsetzung des 
Honorars von Rechtsanwalt C.________ zu überprüfen. Ferner hat sie über die 
sich daraus ergebenden Kostenfolgen und über die der Rechtskraft nicht zugängli-
che Verfügung betreffend Löschung der erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten zu urteilen. Gestützt auf Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO hat sie da-
bei volle Kognition. Aufgrund der Berufung durch die Generalstaatsanwaltschaft ist 
sie ausserdem nicht an das Verschlechterungsverbot gebunden. Das Urteil kann 
somit zu Ungunsten von A.________ abgeändert werden.

III. Formelles

7. Würdigungsvorbehalt

Im Rahmen ihrer Berufungserklärung betreffend das Urteil vom 10. Januar 2019 
sowie anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die Generalstaatsanwaltschaft 
den Antrag, der Sachverhalt gemäss Ziff. I.A.2 bzw. I.B der Anklageschrift vom 
16. Mai 2018 (pag. 812) sei auch unter dem Tatbestand des Raufhandels zu wür-
digen (pag. 1050 und pag. 1363). Sie führte dazu aus, im erstinstanzlichen Motiv 
sei erwähnt worden, dass allenfalls Raufhandel vorliegen könnte. Der Sachverhalt 
sei in Bezug auf A.________ demnach als Angriff, evtl. Raufhandel plus einfache 
Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand zu behandeln. Sie beantrage einen 
Schuldspruch sowohl wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Gegen-
stand wie auch wegen Raufhandels. Der Raufhandel sei von der Anklageschrift 
abgedeckt in der Passage, in welcher der Angriff umschrieben sei. Auch bei 
D.________ reiche die Sachverhaltsumschreibung für den Raufhandel, falls man 
zum Schluss komme, dass dieser vorliege.

Die Verteidigungen beantragten, es sei auf den Würdigungsvorbehalt zu verzich-
ten. Es bestehe rechtlich kein Platz für einen Raufhandel. Es liege entweder Angriff 
oder Raufhandel vor und wenn in der Anklageschrift Angriff umschrieben sei, kön-
ne nicht gleichzeitig Raufhandel vorliegen. Zudem sei es nicht möglich, vor der 
zweiten Instanz noch einen Würdigungsvorbehalt anzubringen. Bei einer Verurtei-
lung wegen Raufhandels würde A.________ eine Instanz verloren gehen. Die Prü-
fung des Raufhandels durch die zweite Instanz würde somit das rechtliche Gehör 
von A.________ verletzen. Der Antrag der Generalstaatsanwaltschaft sei abzuwei-
sen.

16

Die Kammer beschloss anlässlich der Berufungsverhandlung, auf den beantragten 
Würdigungsvorbehalt zu verzichten, was den Parteien mündlich eröffnet wurde. Die 
Kammer erachtete den Antrag der Generalstaatsanwaltschaft zwar nicht als ver-
spätet, zumal die Generalstaatsanwaltschaft diesen bereits in der Berufungser-
klärung angekündigt hatte und die Parteien dadurch Gelegenheit hatten, sich ge-
bührend vorzubereiten. Zur Abweisung des Antrags führte jedoch der Umstand, 
dass in den einschlägigen Ziff. I.A.2 bzw. I.B der Anklageschrift vom 16. Mai 2018 
weder wechselseitige Handlungen noch das Wissen der beiden Parteien über die 
bevorstehende Einmischung einer Drittperson beschrieben wurden (pag. 812; vgl. 
zu den erforderlichen inneren Vorgängen: BGE 137 IV 1 E. 4.3). Durch das Fehlen 
dieser Elemente umschreibt die Anklageschrift den Sachverhalt für eine Würdigung 
unter dem Tatbestand des Raufhandels nach Art. 133 StGB nicht ausreichend. Der 
Antrag der Generalstaatsanwaltschaft wurde aus diesem Grund abgewiesen 
(pag. 1365).

8. Einstellung gemäss Ziff. A.I. des Urteils vom 10. Januar 2019

Die Vorinstanz hat das Verfahren gegen A.________ wegen fahrlässiger einfacher 
Körperverletzung zum Nachteil von G.________ infolge Rückzugs des Strafantra-
ges und der Privatklage eingestellt (pag. 975 f., S. 3 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung).

G.________ (damals noch unter dem Namen G.________) hat am 18. Juni 2016 
Strafantrag wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung gestellt und sich als Pri-
vatkläger im Zivil- und Strafpunkt konstituiert (pag. 37). Mit Schreiben vom 28. April 
2017 in deutscher Sprache wurde er von der Staatsanwaltschaft aufgefordert, be-
kannt zu geben, ob er auf die Stellung als Privatkläger verzichten möchte (pag. 38). 
G.________ füllte das ihm zugestellte Formular aus, indem er ankreuzte, er «wolle 
sich nicht als Privatkläger am Strafverfahren beteiligen und verzichte unwiderruflich 
auf eine Privatklage» und er «verzichte auf seine Rechte als Privatkläger und ziehe 
die Strafklage zurück» (pag. 43). In einem zweiten Schreiben wurde G.________ 
aufgefordert zu präzisieren, ob er nur die Strafklage, oder auch die Zivilklage 
zurückziehen wolle (pag. 45). Auf dieses Schreiben reagierte dieser mit folgender 
Bitte: «Veuillez m’envoyer votre courrier en français ‹Je renonce à mes droits›» 
(pag. 46). Daraufhin wurde ihm eine Kopie seines ursprünglich ausgefüllten franzö-
sischen Formulars «Plainte pénale – Partie plaignante» zugestellt. Auf diesem hat-
te er am 18. Juni 2016 unter der Ziff. I «Plainte pénale» wegen «lésions corporelles 
simples par négligence» Strafantrag gestellt und unter Ziff. II. «Partie plaignante» 
angekreuzt, er konstituiere sich als Straf- und Zivilkläger. Die Kopie dieses Formu-
lars bearbeitete er am 23. Mai 2017, indem er unter Ziff. II. «Partie plaignante» die 
angebrachten Kreuzchen zur Straf- und Zivilklage durchstrich und das Kreuzchen 
«Je renonce à mes droits en tant que partie plaignante et retire la plainte pénale» 
ausfüllte. Den von ihm ausgefüllten Teil des Formulars unter Ziff. I «Plainte pénale» 
liess er unberührt (pag. 49). Anlässlich eines dokumentierten Telefongesprächs am 
selben Tag gab er nach einer Erklärung durch die Staatsanwaltsassistentin an, 
auch die Zivilklage zurückzuziehen (pag. 50).

17

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz hat sich G.________ in diesem Aus-
tausch mit der Staatsanwaltschaft lediglich zum Rückzug der Straf- und Zivilklage, 
nicht jedoch des Strafantrags geäussert. Die Anfrage der Staatsanwaltschaft war 
lediglich darauf ausgerichtet. Auch im Rahmen der Zeugenbefragung anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung hat G.________ den Strafantrag nicht zurück-
gezogen (pag. 904 ff.). Der Strafantrag vom 18. Juni 2016 wurde demnach nicht 
zurückgezogen und die Verfahrenseinstellung durch die Vorinstanz ist zu Unrecht 
erfolgt. Der Vorwurf gemäss Ziff. I.A.4 der Anklageschrift vom 16. Mai 2018 ist ma-
teriell zu behandeln (pag. 816; siehe Ziff. IV.12 unten).

IV. Sachverhalt und Beweiswürdigung

Im Zentrum der Beweiswürdigung steht zunächst der Vorfall vom 27. Novem-
ber 2016 in I.________, in den beide Beschuldigte involviert waren. Dieser Ankla-
gepunkt wird vorab behandelt. Danach werden die verschiedenen weiteren Vorwür-
fe gegenüber A.________ in chronologischer Reihenfolge geprüft.

9. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die korrekten 
Ausführungen der beiden Vorinstanzen verwiesen werden (pag. 976 f., S. 4. f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Neuakten pag. 889 f., S. 7 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung).

10. Vorfall vom 27. November 2016 in I.________

Aufgrund des engen Zusammenhangs der Vorwürfe gegenüber den beiden Be-
schuldigten wird eine gemeinsame Beweiswürdigung vorgenommen.

10.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Den beiden Beschuldigten wird vorgeworfen, sich am 27. November 2016 in 
I.________ bei der Feuerstelle Q.________ vis-à-vis des P.________(Restaurant) 
bei einer körperlichen Auseinandersetzung gegenseitig verschiedene Verletzungen 
zugefügt zu haben, A.________ teilweise gemeinsam mit einem unbekannten Drit-
ten. Für die detaillierten Vorwürfe wird auf Ziff. I.A.2. und I.B. der Anklageschrift 
vom 16. Mai 2018 verwiesen (pag. 814 und pag. 817).

Die Ereignisse in der Anklageschrift lassen sich in drei Sachverhaltsabschnitte un-
terteilen, mit den folgenden für die Beweiswürdigung relevanten Vorwürfen an die 
beiden Beschuldigten:

Die erste Phase beschlägt den Beginn der Auseinandersetzung. Konkret wird dabei 
D.________ vorgeworfen, er habe mit einem Baseballschläger gegen den linken 
Oberarm/die linke Schulter von A.________, evtl. auch gegen seinen linken Unter-
arm geschlagen, evtl. um einen Angriff mit einem Holzstock durch A.________ ab-
zuwehren. Danach wird in der Anklageschrift, quasi als zweite Phase, ein gegen-
seitiger Schlagabtausch mit Ästen/einem hölzernen Signalpfosten und Fäusten be-
schrieben, zunächst beim Feuer, dann auf dem Trottoir. Spezifisch wird dabei be-
schrieben, dass D.________ A.________ beim Feuer mit der rechten Faust gegen 

18

die rechte Körperseite, A.________ hingegen evtl. auf dem Bürgersteig mit einem 
Ast gegen die Schulter von D.________ geschlagen habe und es A.________ ge-
lungen sei, zwei bis drei Mal mit dem Holzpfahl gegen die linke Wade bzw. den lin-
ken Unterschenkel von D.________ zu schlagen. Die dritte Phase wird dadurch 
eingeleitet, dass zwei Bekannte von A.________ hinzukamen und einer dieser 
Männer D.________ mehrmals gegen den Hinterkopf schlug, A.________ den am 
Boden liegenden D.________ mit einem Holzpfahl, evtl. Ast auf den Rücken schlug 
und gemeinsam mit dem Dritten ca. vier Mal mit den Füssen auf D.________ ein-
trat, wobei der vierte Tritt D.________ am Auge traf und A.________ D.________ 
noch mit dem Fuss in die Nierengegend trat, bevor er die Örtlichkeit verliess.

In Bezug auf die nachfolgende Beweiswürdigung ist relevant, dass in der Anklage-
schrift für den Beginn der Auseinandersetzung eine Aggression von D.________ 
gegenüber A.________ umschrieben ist, evtl. als Reaktion auf einen Angriff von 
A.________, in der zweiten Phase ein gegenseitiger Schlagabtausch und in der 
dritten Phase eine Aggression von A.________ und einer Drittperson gegenüber 
D.________.

10.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass es am 27. November 2017 in I.________ bei der Feuer-
stelle Q.________ vis-à-vis des P.________(Restaurant) zu einer körperlichen 
Auseinandersetzung zwischen den beiden Beschuldigten kam, nachdem sich 
D.________ auf eine schriftliche Nachricht von A.________ hin zu dieser Stelle 
begeben hatte. Diese Nachricht lautete übersetzt wie folgt: «Hallo D.________, ei-
gentlich wollte ich zu dir nach Hause kommen. Vielleicht hast du aber Gäste und es 
passt dir gerade nicht. Ich habe jetzt in diesem Augenblick gegenüber des 
P.________(Restaurant) in I.________ Feuer gemacht, wärme mich hier auf und 
wenn du Zeit hast, komm und bring für uns zwei Red Bull mit und lass uns wie Brü-
der miteinander reden» (pag. 381; Übersetzung: pag. 368 Z. 338 ff.).

Im Verlauf dieser Auseinandersetzung hat A.________ seine Fäuste, einen Holz-
stock sowie seine Füsse und D.________ einen Baseballschläger, seine Fäuste 
und einen Stock eingesetzt. Es ist weiter unbestritten, dass gegen Ende der Aus-
einandersetzung auf dem Bürgersteig Kollegen von A.________ (R.________, 
S.________, T.________ und ein gewisser «U.________») mit dem Auto hinzu 
fuhren, wovon zwei Personen («U.________» und «T.________») A.________ zu 
Hilfe kamen und einer davon ebenfalls gegen D.________ tätlich wurde.

An Verletzungen resultierten bei A.________ eine Handgelenkfraktur mit Gelenk-
beteiligung (notwendige Operation), eine Fraktur des linken Schlüsselbeins und 
des linken Schulterdachs, ein Hämatom unterhalb des linken Augenlides und eine 
Druckdolenz über den Rippen (pag. 514 und pag. 516). D.________ trug ein leich-
tes Schädelhirntrauma, eine Augenprellung, eine Rissquetschwunde im linken Au-
genwinkel, ein Monokelhämatom, eine Vorderkammerblutung mit Tensioerhöhung, 
eine symptomatische hintere Glaskörperabhebung und multiple Prellmarken am 
Hinterkopf links, an der Stirnregion rechts, an der Nase, im Bereich des linken 
Schulterblatts, an der linken Körperflanke und an der linken Gesässseite davon 
(pag. 492 und pag. 501).

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Unbestritten ist weiter, dass D.________ bei A.________ Geldschulden in der 
Höhe von CHF 1'500.00 hatte. Wegen diesen Schulden kam es bei einem Zusam-
mentreffen in H.________, welches dem Vorfall vom 27. November 2016 vorgela-
gert war, bereits zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden. Die konkreten 
Schilderungen zu diesem Vorfall gehen zwar auseinander. Es ist jedoch unbestrit-
ten, dass A.________ und D.________ über die Rückzahlung der Geldschuld 
sprachen und A.________ D.________ bei diesem Treffen mindestens einen 
Schlag versetzte. Da der Vorfall nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist 
und für die Argumentation der Parteien in erster Linie relevant ist, dass 
D.________ von A.________ geschlagen wurde, kann offen gelassen werden, wo-
hin dieser Schlag genau traf, welche Verletzungen daraus resultierten und ob 
D.________, wie von A.________ geschildert, diesen ebenfalls schlug 
(A.________: pag. 356 Z. 148 ff., pag. 370 Z. 404 ff. und pag. 371 Z. 432 ff.; 
D.________: pag. 399 f. Z. 66 ff., pag. 402 Z. 200 ff., pag. 410 Z. 62 ff., pag. 416 
Z. 285 f. und pag. 1377 Z. 39 ff.).

Bestritten ist, welcher Kontrahent die Auseinandersetzung am 27. November 2016 
begonnen hat, wer dem anderen welche Verletzungen zugefügt hat und wie sich 
die Beteiligung der unbekannten Drittperson gestaltet hat. D.________ hält dafür, 
A.________ habe sich die dokumentierten Frakturen bei einem Sturz über die Stu-
fen hinab von der Feuerstelle zugezogen (pag. 406 Z. 403 f.). A.________ gab zu 
Protokoll, D.________ habe sich die Verletzungen selber beigebracht (pag. 395 
Z. 201 f.).

10.3 Beweismittel

Neben den Aussagen der Beteiligten und beobachtenden Drittpersonen liegen di-
verse objektive Beweismittel vor, welche die Vorinstanz korrekt aufgeführt und wie-
dergegeben hat. Es handelt sich dabei um mehrere Arztberichte, einen Rapport 
des KTD sowie die erwähnte Nachricht von A.________ an D.________. Auf die 
Ausführungen der Vorinstanz zu den objektiven Beweismitteln wird verwiesen 
(pag. 979 ff., S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.4 Allgemeines zu den Aussagen

Wie die nachfolgende Aussagenwürdigung aufzeigt, sind mit Ausnahme der Aus-
kunftsperson V.________ bei allen befragen Personen Unstimmigkeiten in den 
Aussagen erkennbar, so dass sie nicht per se als glaubwürdig bezeichnet werden 
können. Es gilt deshalb, die einzelnen Aussagen in Bezug auf ihren konkreten In-
halt auf die Glaubhaftigkeit hin zu prüfen.

10.5 Aussagen von A.________

A.________ wurde inklusive der Einvernahme an der Berufungsverhandlung ins-
gesamt sieben Mal zur Sache befragt.

10.5.1 Beginn der Auseinandersetzung

Zum Beginn der eigentlichen Auseinandersetzung gab A.________ an, 
D.________ habe ihn unvermittelt von hinten mit einem Baseballschläger angegrif-
fen und ihn insgesamt vier Mal damit geschlagen, wobei der erste Schlag die linke 
Schulter getroffen habe, der zweite den linken Oberarm. Beim dritten und vierten 

20

Schlag habe D.________ den Baselballschläger in beiden Händen gehalten und 
versucht, A.________ am Kopf zu treffen. Die Schläge hätten aber das linke Hand-
gelenk von A.________ getroffen, weil er sie damit abgewehrt habe. Nach dem 
vierten Schlag habe D.________ den Baseballschläger verloren (pag. 351, 
pag. 354 Z. 60 ff., pag. 355 Z. 87 ff., pag. 365 Z. 204 ff. und pag. 371 Z. 445 ff.). Er 
[A.________] habe «hier» auch «Frakturen gehabt» (pag. 365 Z. 219 ff.).

Die Angaben von A.________ zu dieser ersten Phase der Auseinandersetzung 
sind im Verlauf des Verfahrens im Wesentlichen konstant geblieben und erschei-
nen grundsätzlich glaubhaft, da sie das Erlebte relativ genau beschreiben. Dies be-
trifft die Schilderung, dass der erste Schlag durch D.________ mit einem Baseball-
schläger beim Feuer erfolgt sei, D.________ insgesamt viermal zugeschlagen ha-
be, nacheinander an die linke Schulter, den linken Oberarm und das linke Handge-
lenk, und danach den Baseballschläger verloren habe. Eine Ausnahme bilden je-
doch die Beschreibungen von A.________, wie es zum allerersten Schlag durch 
D.________ kam. Hier sind in den Schilderungen von A.________ diverse Un-
stimmigkeiten erkennbar:

Am 27. November 2016 gab A.________ an, er sei mit dem Feuer beschäftigt ge-
wesen, als er plötzlich einen Schlag auf die linke Schulter erhalten habe. Er habe 
sich sofort umgedreht und ihn [D.________] erkannt (pag. 351). Tags darauf, am 
28. November 2016, sagte er, er habe zum Feuer geschaut und nicht gemerkt, 
dass D.________ gekommen sei. Er habe nur einen Schlag mit dem Baseball-
schläger auf die linke Schulter gespürt (pag. 354 Z. 45 ff.). D.________ habe ihn 
einmal von hinten auf die linke Schulter geschlagen, anschliessend auf den linken 
Oberarm. Danach habe er [A.________] sich umgedreht und sei aufgestanden 
(pag. 354 Z. 60 ff.). Während er in der ersten Einvernahme schilderte, er habe sich 
nach dem ersten Schlag auf die Schulter sofort umgedreht, gab er somit bereits am 
Tag darauf an, er habe sich erst nach dem zweiten Schlag auf den linken Oberarm 
umgedreht und sei aufgestanden. An der Einvernahme vom 8. Mai 2017 gab er so-
dann an, er sei vor dem Feuer gestanden, bis er gesehen habe, wie etwas Festes 
ihn an der linken Schulter berührt habe. Er habe sich umgedreht und «so gekuckt» 
und dann habe er gesehen, wie ein Baseballschläger ihn am linken Oberarm ge-
troffen habe. Dann sei D.________ «vor ihn gekommen». Mit zwei Händen habe 
D.________ versucht, ihn am Kopf zu treffen (pag. 365 Z. 204 ff.). Nach dieser 
Schilderung will A.________ im Zeitpunkt des ersten Schlages somit nun bereits 
gestanden sein. Zudem gab er wiederum an, er habe sich bereits nach dem ersten 
Schlag umgedreht. Neu ist in dieser Befragung zudem die Schilderung, 
D.________ sei danach «vor ihn» gekommen, habe somit seine Position verändert, 
um den dritten und vierten Schlag auszuführen. An derselben Einvernahme vom 
8. Mai 2017 und auf Vorhalt der soeben beschriebenen Unstimmigkeiten gab er 
sodann an, D.________ habe ihn einmal auf die linke Schulter geschlagen. Als er 
[A.________] nach oben aufgeschaut habe, habe D.________ ihn auf den linken 
Oberarm geschlagen. Dann sei er vor ihn gekommen und habe ihn auf den linken 
Unterarm geschlagen, als er die Absicht gehabt habe, ihn auf den Kopf zu schla-
gen und er selber sich mit dem Arm dagegen gewehrt habe (pag. 371 Z. 438 ff.). In 
dieser nunmehr vierten Version hat sich A.________ neu nicht mehr umdrehen 

21

müssen, um D.________ zu sehen, es soll nun gereicht haben «nach oben aufzu-
schauen», um zu sehen, wie ihn dieser auf den linken Oberarm geschlagen habe. 

Im Unterschied zu den restlichen Aussagen von A.________ zum Beginn der Aus-
einandersetzung fallen diese Unstimmigkeiten in den Details stark auf und sie las-
sen sich entgegen dem Erklärungsversuch von A.________ nicht ausschliesslich 
mit der Tatsache begründen, dass an den Einvernahmen vom 27. und 28. Novem-
ber 2016 keine Übersetzung anwesend war (pag. 371 Z. 444). Zum einen sind wie 
soeben dargelegt auch innerhalb der übersetzten Einvernahme vom 8. Mai 2017 
Unstimmigkeiten zu finden. Zum anderen handelt es sich bei den beschriebenen 
Unstimmigkeiten nicht um unpräzise Begriffe, sondern um unterschiedlich geschil-
derte Elemente im Geschehensablauf, die allein mit der fehlenden Übersetzung 
nicht zu erklären sind. Da im Zusammenhang mit der rechtlichen Würdigung und 
der Beurteilung einer allfälligen Notwehrsituation genau diese Umstände des ersten 
Schlages elementar sind, kann dazu nicht bedenkenlos auf die Aussagen von 
A.________ abgestellt werden.

10.5.2 Phase des gegenseitigen Schlagabtauschs

Zur zweiten Phase des gegenseitigen Schlagabtausches hat sich A.________ wie 
folgt geäussert: 

Sowohl am 28. November 2016, 8. Mai 2017 und 29. März 2018 schilderte er, 
D.________ habe nach dem vierten Schlag den Baseballschläger verloren, wor-
aufhin er [A.________] zu D.________ gesagt habe: «D.________, setz dich hin, 
ich habe dich hier nicht zum Streit gerufen, lass uns reden». D.________ habe 
daraufhin Boxbewegungen ausgeführt und gesagt: «Auf so etwas habe ich schon 
lange gewartet, nur du und ich, wir ganz alleine» (pag. 355 Z. 87 ff., pag. 365 
Z. 219 ff. und pag. 391 Z. 50 ff.). Er selber sei dabei «furchtlos» und «ohne Aufre-
gung» gewesen und habe «mit einem Lächeln» gesprochen (pag. 365 Z. 219 ff.). 
Diese Ruhe habe ihn auch überrascht, das habe wohl an den vielen Beruhigungs-
medikamenten gelegen. Wegen diesen habe er auch keine Schmerzen gespürt 
(pag. 372 Z. 488 ff.). Weiter gab er ebenfalls übereinstimmend an, daraufhin hätten 
sie beide einen Stock bzw. Ast aus dem Feuer genommen und versucht, sich ge-
genseitig damit zu schlagen (pag. 355 Z. 93 ff., pag. 365 Z. 232 ff. und pag. 391 
Z. 54 ff.). A.________ beschrieb im Wesentlichen, sie hätten die Stöcke wie bei ei-
nem «Schwertkampf» gegeneinander geschlagen, ohne sich zu treffen, wobei er 
teilweise zusätzlich sagte, er habe von D.________ Faustschläge erhalten 
(pag. 374 Z. 558 ff., pag. 391 Z. 57 ff., pag. 911 Z. 10 ff.). Einzig am 28. Novem-
ber 2016 schilderte A.________ ausserdem, er habe seinen Stock nach ein paar 
Schlägen verloren, woraufhin D.________ ihn noch ca.  vier Mal auf den schützend 
nach oben gehaltenen Unterarm geschlagen und danach den Stock weggeworfen 
habe (pag. 355 Z. 93 ff.). Diesen Vorwurf wiederholte er in den kommenden Ein-
vernahmen nicht mehr, weshalb darauf nicht abgestellt wird.

Als Ende dieses «Schwertkampfs» mit den Ästen beschrieb A.________ wiederum 
konstant, D.________ sei weggegangen / aus dem Wald gelaufen, worauf er selber 
einen Stock genommen habe und ihm auf den Bürgersteig gefolgt sei (pag. 355 
Z. 101 ff., pag. 365 Z. 237, pag. 373 Z. 520 ff. und pag. 391 Z. 63 ff.). Am 

22

8. Mai 2017 begründete er diese Handlung wie folgt: «Ja das stimmt. Weil er mich 
geschlagen hat. Meine Selbstwertschätzung hat mich daran gehindert, ihm zu er-
lauben, so vom Ort sich wegzubewegen. Das müssen Sie sich mal vorstellen, er 
nimmt mein Geld, sackt es ein, verprügelt mich heimtückisch, ich weiss nicht, wie 
das in Ihrer Kultur ist, was das für ein Gefühl ist?!» (pag. 373 Z. 511 ff.).

Das weitere Geschehen schilderte A.________ im Detail unterschiedlich, er gab 
aber stets an, er und D.________ hätten sich danach auf dem Bürgersteig weiter 
geprügelt, wobei es zu einem Faustkampf gekommen sei und der von der Polizei 
sichergestellte Signalpfosten zum Einsatz gekommen sei. Als wiederkehrende 
Elemente in den teilweise widersprüchlichen bzw. immer wieder anders dargestell-
ten Schilderungen von A.________ kann hervorgehoben werden, dass 
D.________ einen farbigen Strassenpfosten behändigt habe und sie erneut Stöcke 
aneinandergestossen hätten. Dabei habe ihm D.________ zweimal leicht mit dem 
Pfosten auf den Kopf geschlagen. Er und D.________ hätten sich zudem mit den 
Fäusten geschlagen und versucht, einander festzuhalten. D.________ habe ihn mit 
den Fäusten ins Gesicht/an den Kopf und auf die Brust geschlagen. Er selber sei 
dabei zu Boden/ins Gestrüpp gefallen und wieder aufgestanden. Es sei möglich, 
dass er D.________ mit dem Signalpfosten gegen den Unterschenkel geschlagen 
habe (pag. 355 Z. 102 ff., pag. 356 Z. 122 ff., pag. 373 Z. 534 ff., pag. 374 
Z. 558 ff., pag. 391 Z. 66 ff., pag. 392 Z. 85 ff., pag. 912 Z. 13 f.).

10.5.3 Einschreiten der Kollegen von A.________

Als Grund für das Eintreffen seiner Kollegen gab A.________ stets an, er habe 
vorgängig mit R.________ abgemacht, dass dieser ihm einen Vertrag vorbeibringe, 
den er im Zusammenhang mit seinem X.________ (Geschäft) hätte unterschreiben 
sollen (pag. 364 Z. 189 ff., pag. 384 Z. 53 ff. und pag. 1369 Z. 39 f.). In Bezug auf 
die darauffolgenden Ereignisse ist zunächst zu erwähnen, dass A.________ in den 
Einvernahmen vom 27. und 28. November 2016 eine Beteiligung seiner Kollegen 
an der Auseinandersetzung bzw. eine Fortsetzung der Auseinandersetzung nach 
deren Hinzukommen nicht erwähnte (pag. 351 und pag. 357 Z. 185 ff.). Eine detail-
liertere Schilderung dieser Phase erfolgte erst in den späteren Einvernahmen. Ab 
der Einvernahme vom 8. Mai 2017 erzählte er weitgehend übereinstimmend, 
D.________ habe um Hilfe gerufen, als er die anderen habe hinzukommen sehen, 
weil er nicht gewusst habe, dass diese A.________ zu Hilfe gekommen seien 
(pag. 366 Z. 243 ff., pag. 384 Z. 84 ff., pag. 393 Z. 120 ff. und pag. 1370 Z. 1 ff.). 
Am 8. Mai 2017 und am 2. November 2017 gab er zusätzlich an, es sei noch ein 
Mann / ein Schweizer da gewesen, der versucht habe, sie auseinander zu bringen 
(pag. 366 Z. 239 ff. und pag. 384 Z. 82 ff.). Einer seiner Kollegen, U.________, ha-
be D.________ einmal mit der Hand resp. der Faust geschlagen (pag. 366 
Z. 251 ff., pag. 376 Z. 622 ff., pag. 384 Z. 61 ff., pag. 393 Z. 120 ff. und pag. 1370 
Z. 1 ff.). D.________ habe sich dann «auf den Boden geschmissen» (pag. 366 
Z. 253 ff., pag. 384 Z. 63 f., pag. 393 Z. 122 f., pag. 911 Z. 20 ff. und pag. 1370 
Z. 1 ff.). Hierzu erwähnte er zusätzlich, D.________ sei bäuchlings auf dem Boden 
gelegen und habe nicht mitbekommen, wer ihn geschlagen habe (pag. 384 
Z. 58 ff.). Der am Boden liegende D.________, habe seine Hände schützend über 
dem Kopf verschränkt (pag. 393 Z. 120 ff.). Er habe dem am Boden liegenden 

23

D.________ zwei Mal resp. zwei- bis dreimal mit einem schweren Ast/Holzstück 
auf den Rücken geschlagen, habe jedoch nicht fest resp. leicht geschlagen und 
D.________ nicht am Kopf getroffen (pag. 367 Z. 277 ff., pag. 376 Z. 625 ff., 
pag. 393 Z. 133 ff., pag. 395 Z. 222 ff., pag. 911 Z. 20 ff., pag. 912 Z. 20 ff. und 
pag. 1370 Z. 17 f.). An der Hauptverhandlung vom 17. Dezember 2018 erklärte er 
dazu, das Holzstück, mit dem er D.________ auf den Rücken geschlagen habe, 
habe er in der rechten Hand gehalten. Weil die linke Schulter gebrochen gewesen 
sei, habe er das Holzstück nicht gut halten können (pag. 913 Z. 23 f.). Weiter räum-
te A.________ ein, er habe den am Boden liegenden D.________ auch getreten, 
er wisse nicht genau, ob resp. wo er getroffen habe, höchstwahrscheinlich im Bein-
, Rücken- und Gesässbereich (pag. 376 Z. 634 ff., pag. 384 Z. 79, pag. 393 Z. 153, 
pag. 394 Z. 158 ff. und pag. 913 Z. 29 f.). Am 29. März 2018 ergänzte er hierzu, 
D.________ habe keinen Fusstritt ins Gesicht abbekommen. Rücken, Beine, Ober-
schenkel, Gesäss, das könne sein (pag. 394 Z. 183 ff.). Es sei durchaus möglich, 
dass er D.________ mit dem Fuss in die Nierengegend getreten habe (pag. 394 
Z. 90 f.). Am 8. Mai 2017 gab er zudem an, als D.________ noch gestanden sei, 
habe er ihm einen Faustschlag verpasst. Als er hingefallen sei, habe er ihn getre-
ten und dann habe er mit dem Holzpfosten geschlagen, aber er wisse nicht, ob er 
zuerst mit dem Holzpfosten geschlagen und dann getreten habe (pag. 376 
Z. 646 ff.).

In Bezug auf den weiteren Tatbeitrag von U.________ oder anderen Kollegen sag-
te A.________ mehrheitlich, diese hätten D.________ schlagen wollen, er habe sie 
jedoch davon abgehalten resp. ihnen keine Gelegenheit dazu gegeben (pag. 366 
Z. 243 ff., pag. 393 Z. 136 ff., pag. 912 Z. 20 ff., pag. 1370 Z. 8.). Er räumte jedoch 
auch ein, dass U.________ D.________ geschlagen habe. Die andere Person ha-
be versucht, sie zu trennen (pag. 376 Z. 620 ff., pag. 384 Z. 82 ff.). Als D.________ 
am Boden gelegen sei, habe einer «von denen» auch «Tritte geschwungen», er 
habe dies aber nicht zugelassen. Es könne sein, dass in dieser Situation ein Fuss-
tritt von den anderen getroffen habe (pag. 394 Z. 169 ff.).

Diese Darstellung des Geschehens wird im Rahmen der Gesamtwürdigung erneut 
zu thematisieren sein.

10.6 Aussagen von D.________

D.________ hat am 11. Januar 2017, 18. Mai 2017, 29. März 2018 und an der Be-
rufungsverhandlung vom 20. April 2021 Angaben zur Sache gemacht. An der 
Hauptverhandlung vom 17. Dezember 2018 verweigerte D.________ die Aussage 
(pag. 915 ff.).

10.6.1 Beginn der Auseinandersetzung

D.________ gab als Grund für sein Treffen mit A.________ an, er habe den Wort-
laut der Nachricht von A.________ als indirekte Bedrohung empfunden, dass 
A.________ sonst zu ihm nach Hause komme. Er habe eine schwangere Frau zu-
hause gehabt. Da er gewusst habe, was für ein Gewaltpotential A.________ habe, 
habe er im Keller einen Baseballschläger genommen, bevor er nach I.________ 
gegangen sei. Er habe auch Angst gehabt, da er ihn ja schon einmal geschlagen 
habe (pag. 400 Z. 89 ff., pag. 403 Z. 256 ff., pag. 410 Z. 67 ff., pag. 412 Z. 134 ff., 

24

pag. 426 Z. 66 ff. und pag. 1376 Z. 4 ff.). An der Berufungsverhandlung erklärte er 
aber zugleich, er könne nicht sagen, weshalb er am 27. November 2016 mit einem 
Baseballschläger zur Feuerstelle gegangen sei und beschrieb seine Reaktion mit: 
«Dummheit, Unerfahrenheit, Nicht-Wissen, Panik» (pag. 1376 Z. 36 ff.). Man könne 
es einen «kleinen Aussetzer nennen». Er sei damals zwar auch schon erwachsen 
gewesen, aber es sei schon ein paar Jahre her. Seine Situation sei damals nicht 
gut gewesen. An der Berufungsverhandlung äusserte er sich auch erstmals dahin-
gehend, dass man «da nicht hätte hingehen sollen» (pag. 1377 Z. 2 ff.). Er habe 
den Baselballschläger ganz klar zu seiner Verteidigung mitgenommen und einge-
setzt (pag. 1377 Z. 18 ff.).

Den Beginn der eigentlichen Auseinandersetzung schilderte D.________ im We-
sentlichen wie folgt: Als er zur Feuerstelle gekommen sei, sei A.________ mit ei-
nem Gegenstand resp. einem Stock, den er bereitgelegt habe, auf ihn zugegangen 
und habe ihn damit schlagen wollen. A.________ habe ihn angegriffen. Er selber 
habe zu seiner Verteidigung mit dem mitgebrachten Baseballschläger gegen das 
Bein von A.________ geschlagen, was dieser mit dem linken Arm abgewehrt habe. 
Bei diesem Schlag sei ihm der Baseballschläger aus der Hand gefallen (pag. 400 
Z. 96 ff. und pag. 412 Z. 142 ff.). Er wisse nicht, wie die Verletzungen von 
A.________ an Schulter, Schlüsselbein und Handgelenk entstanden seien, sie 
könnten aber von einem Sturz stammen, da A.________ ihm über ein paar Stufen 
nachgerannt und dabei zu Boden gefallen sei (pag. 406 Z. 402 ff., pag. 426 Z. 55 ff. 
und pag. 1378 Z. 26 ff.).

Trotz der Konstanz dieser Aussagen finden sich in den Einzelheiten auch bei 
D.________ Unstimmigkeiten, welche die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen in Fra-
ge stellen, und zwar vor allem in Bezug auf den angeblichen Angriff durch 
A.________ und den konkreten Einsatz des Baseballschlägers.

Zunächst gab D.________ am 11. Januar 2017 an, als er bei der Feuerstelle um 
die Ecke gekommen sei, habe A.________ einen Gegenstand vom Boden aufge-
nommen, den er sich bereit gelegt habe. Er könne nicht sagen, was es gewesen 
sei. Der Gegenstand sei an der Bank bereit gestellt gewesen (pag. 400 Z. 96 ff.). 
Am 18. Mai 2017 hingegen gab er an, A.________ habe einen Stock von der Bank 
genommen, den er dort bereit gelegt habe (pag. 412 Z. 142 ff.). Im Detail ist somit 
unklar, ob A.________ den Gegenstand nun vom Boden aufgehoben hat, oder von 
der Bank genommen hat. Wie von Rechtsanwalt E.________ zurecht vorgebracht 
reicht diese Unstimmigkeit für sich alleine allerdings noch nicht, um die Glaubhaf-
tigkeit der Aussagen von D.________ in Frage zu stellen.

Auffällig sind jedoch weiter die unterschiedlichen Angaben dazu, wohin 
D.________ seinen (einzigen) Schlag richten wollte. Am 11. Januar 2017 gab er 
zunächst an, er habe gezielt gegen den linken Oberschenkel von A.________ ge-
schlagen und ihn getroffen, wie er es gewollt habe. Als er mit dem Baseballschlä-
ger gegen den Oberschenkel geschlagen habe, habe A.________ vermutlich mit 
dem linken Arm abgewehrt (pag. 400 Z. 109 ff.). In der selben Einvernahme sagte 
er zu einem späteren Zeitpunkt, er habe A.________ gezielt mit einem Schlag in 
die Kniekehle zu Boden zwingen wollen (pag. 405 Z. 325 ff.). In den weiteren Ein-
vernahmen gab er dann pauschal an, er habe versucht, A.________ gegen das 

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Bein zu schlagen, eventuell habe er dabei seinen Arm getroffen (pag. 412 Z. 143 ff. 
und pag. 425 Z. 29 ff.). Auffällig ist an diesen Aussagen, dass D.________ 
zunächst klar angab, er habe auf den Oberschenkel von A.________ gezielt und 
ihn auch dort getroffen, wobei dieser den Schlag mit dem linken Arm abgewehrt 
habe. Diese an sich präzise und detaillierte Schilderung steht jedoch im Wider-
spruch zur späteren Aussage, er habe A.________ in die Kniekehle schlagen wol-
len. Diese Differenz ist bemerkenswert, da es für das Zielen und Zuschlagen einen 
deutlichen Unterschied macht, ob eine Person gegen den linken Oberschenkel ge-
schlagen werden soll und zwar aus einer Richtung, aus welcher der Schlag von der 
geschlagenen Person mit dem linken Arm abgewehrt werden kann – sprich von 
vorne/von der Seite, oder ob der Schlag gegen die Kniekehle erfolgt, damit die ge-
schlagene Person zu Boden geht, sprich gegen die hintere Körperseite. Ein Schlag 
gegen die Kniekehle lässt sich denn auch mit der Schilderung von D.________ 
schlecht vereinbaren, wonach sich A.________, «vor ihn hingestellt» habe 
(pag. 405 Z. 317 f.). Es ist unklar, wie aus dieser Position heraus ein Schlag gegen 
die Kniekehle hätte erfolgen sollen.

In Bezug auf die von A.________ geltend gemachten Verletzungen gab 
D.________ wie bereits erwähnt grundsätzlich konstant an, er wisse nicht, wie 
A.________ sich diese Verletzungen – insbesondere jene an der Schulter und am 
Schlüsselbein – zugezogen habe. Möglicherweise sei dies geschehen, als 
A.________ über die Stufen gestürzt sei. An der Einvernahme vom 11. Januar 
2017 gab er allerdings noch an, er könne sich die Verletzung am linken Unterarm 
durch den Schlag mit dem Baseballschläger erklären (pag. 406 Z. 402 ff.). Am 
29. März 2018 und auch am 20. April 2021 hingegen stellte er sich auf den Stand-
punkt, auch bei dieser Verletzung nicht sagen zu können, wie sie entstanden sei 
(pag. 426 Z. 55 ff. und pag. 1378 Z. 26 ff.). Betreffend den erwähnten Sturz über 
die Treppenstufen fällt zunächst innerhalb der Aussagen vom 11. Januar 2017 auf, 
dass D.________ in der ersten, freien Erzählung schilderte, er sei weggerannt und 
die zwei, drei Stufen von der Feuerstelle hinuntergerannt. Da er weniger schnell 
gewesen sei als A.________, habe dieser ihn eingeholt (pag. 401 Z. 121 ff.). Erst 
angesprochen auf die Verletzungen von A.________ gab er später in derselben 
Einvernahme an, er wisse nicht, wie A.________ «das» mit der Schulter gemacht 
habe. Als dieser ihm über die Stufen nachgerannt sei, sei er noch zu Boden gefal-
len. Es könne sein, dass seine Schulter dabei kaputtgegangen sei (pag. 406 
Z. 402 ff.). Diese Erklärung steht jedoch in einer Diskrepanz zu seiner ersten, freien 
Schilderung, in der er den Sturz a) nicht erwähnte und b) sogar angab, er sei weni-
ger schnell gewesen als A.________ – was angesichts des Sturzes von 
A.________ über die Treppenstufen doch überrascht, da der Sturz äusserst heftig 
ausgefallen sein muss, um, wie von D.________ behauptet, einen Bruch an Schul-
ter und Schlüsselbein zu verursachen. D.________ hat diese Darstellung des Ge-
schehens in den weiteren Einvernahmen stets wiederholt. Dabei hat er jedoch nur 
gesagt, A.________ sei ihm über die Stufen nachgerannt und dabei zu Boden ge-
fallen (pag. 406 Z. 402 ff. und pag. 425 Z. 29 ff.). Erst an der Berufungsverhand-
lung vom 20. April 2021 gab er etwas detaillierter an, A.________ sei die Treppe 
runter und dabei auf die Schulter und auf den Kopf gefallen (pag. 1378 Z. 26 ff.). Es 
überrascht, dass sich D.________ viereinhalb Jahre nach dem Vorfall plötzlich 

26

daran erinnert, wie A.________ gefallen sein soll, während er vorher zu diesem 
Sturz keine Details angeben konnte. Aufgrund dieser zahlreichen Unstimmigkeiten 
werden die Aussagen von D.________ zum angeblichen Sturz von A.________ 
nicht als glaubhaft erachtet.

Ein weiterer Widerspruch in den Aussagen von D.________ ist in seinen Aussagen 
zum Alkoholisierungszustand von A.________ zu sehen. Am 11. Januar 2017 gab 
er an, A.________ sei am Bier trinken gewesen, als er gekommen sei, nach sei-
nem Empfinden sei er aber nicht betrunken gewesen (pag. 403 Z. 250 f.). Am 
18. Mai 2017 gab er demgegenüber an, er glaube, A.________ sei betrunken ge-
wesen (pag. 413 Z. 166 f.).

Aufgrund dieser Unstimmigkeiten kann trotz der Konstanz in den Schilderungen 
zum groben Handlungsablauf nicht per se von der Glaubhaftigkeit der Aussagen 
von D.________ zum Beginn dieser Auseinandersetzung abgestellt werden. Es 
liegt viel mehr der Schluss nahe, dass D.________ verschwiegen bzw. beschönigt 
hat, in welchem Ausmass er den Baseballschläger gegen A.________ eingesetzt 
hat und es sich bei seiner Erklärung für die Verletzungen von A.________ um eine 
Schutzbehauptung handelte.

10.6.2 Phase des gegenseitigen Schlagabtausches

Wie es weiterging, nachdem ihm der Baseballschläger aus der Hand gefallen war, 
beschrieb D.________ grob wie folgt: A.________ habe weiterhin den Stock in der 
Hand gehabt. Es habe zwischen den beiden ein Handgemenge geben. 
A.________ habe dann einen glühenden Stock aus dem Feuer genommen und ihn 
D.________ ins Gesicht halten wollen. Daraufhin sei er [D.________] weggerannt 
(pag. 400 f. Z. 116 ff., pag. 401 Z. 121 ff., pag. 412 Z. 151 ff. und pag. 425 
Z. 37 ff.).

Wie sich das Handgemenge genau gestaltete, kann den Aussagen von 
D.________ nicht entnommen werden. Am 11. Januar 2017 sagte er dazu, er habe 
A.________ mit der linken Hand auf Distanz gehalten. Dieser habe immer noch 
den Stock in der Hand gehabt. Daher habe er ihm mit der rechten Faust gegen die 
rechte Körperseite geboxt. Wo er ihn getroffen habe, könne er nicht sagen. Er habe 
ihm einfach einen Schockschlag oder Abwehrschlag geben wollen (pag. 401 
Z. 119 ff.). In der Einvernahme am 18. Mai 2017 gab er an, er habe versucht, den 
Stock von A.________ abzuwehren, doch dies habe nicht geklappt. Sie hätten sich 
dann gegenseitig am Kragen festgehalten. Es habe so ein gegenseitiges Gerangel 
gegeben. Irgendwann habe A.________ seinen Stock, den er in der Hand gehabt 
habe, fallengelassen oder verloren und einen riesen grossen brennenden Stock 
aus dem Feuer genommen (pag. 412 Z. 151 ff.). Während D.________ in der Ein-
vernahme vom 11. Januar 2017 beteuerte, er habe selber nie mit einem Stock auf 
A.________ eingeschlagen (pag. 405 Z. 334 ff.), sagte er am 18. Mai 2017 und am 
29. März 2018, als A.________ den Stock aus dem Feuer genommen habe, habe 
er auch wieder einen Stock behändigt (pag. 412 Z. 151 ff. und pag. 425 Z. 37 ff.). 
Einzig am 18. Mai 2017 sagte er zudem, A.________ habe ihn beim Versuch, ihn 
mit dem glühenden Stock im Gesicht zu treffen, an der Schulter getroffen. Deswe-
gen sei er davongerannt (pag. 412 Z. 159 ff.).

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Nachdem er von der Feuerstelle weggerannt sei, gab D.________ im Wesentlichen 
an, er sei die Treppe runter auf die Strasse gerannt, A.________ sei ihm nachge-
laufen. A.________ habe dann erneut versucht, ihn mit dem glühenden Stock zu 
schlagen. Er habe diesen Schlag mit der linken Hand/dem linken Arm abgewehrt, 
wodurch A.________ zu Boden/in die Büsche gefallen sei (pag. 401 Z. 121 ff. und 
pag. 405 Z. 350 ff.). In einer Einvernahme gab D.________ zusätzlich an, der 
Schlag mit dem Stock habe ihn tatsächlich an der Schulter getroffen (pag. 401 
Z. 123 f. und pag. 403 f. Z. 263). Weiter gab er an, A.________ habe einen pink re-
sp. orange angemalten Pfosten behändigt. Er selber habe mit beiden Händen die 
Hände/Arme von A.________ festgehalten. In dieser Situation habe A.________ 
mehrfach mit diesem Stock gegen die Wade / den linken Unterschenkel von 
D.________ geschlagen (pag. 401 Z. 126 ff., pag. 405 Z. 342 ff. und pag. 414 
Z. 220 ff.). Zusätzlich zu diesen Vorgängen schilderte er teilweise noch einen Mo-
ment zwischen dem Zeitpunkt, in dem A.________ zu Boden gefallen ist und dem 
Zeitpunkt, in dem dieser den Signalpfosten behändigt habe, in dem sie sich ge-
genübergestanden seien und «sich geprügelt» hätten. An einer Stelle gab er dabei 
an, beim Versuch, A.________ mit der Hand von sich wegzudrücken, habe er die-
sen im Gesicht getroffen (pag. 413 Z. 187 ff., pag. 414 Z. 205 ff. und pag. 425 
Z. 46 ff.).

Diese Passagen weisen – abgesehen von einigen ausgeführten Ungenauigkeiten 
einen relativ hohen Übereinstimmungsgrad auf, auch wenn insgesamt der Eindruck 
entsteht, D.________ tendiere dazu, den eigenen Beitrag zur Auseinandersetzung 
zu verharmlosen, etwa, wenn er zunächst beteuerte, keinen Stock gegen 
A.________ eingesetzt zu haben, was er später korrigierte.

10.6.3 Einschreiten der Kollegen von A.________

In Bezug auf das Eintreffen der Kollegen von A.________ und die darauffolgenden 
Ereignisse gab D.________ weitgehend übereinstimmend an, als er A.________ 
festgehalten habe und dieser versucht habe, ihn mit dem Signalpfosten zu schla-
gen, habe er gesehen, wie zwei Personen aus einem BK.________ (Auto) ausge-
stiegen und auf sie zugegangen seien. Er habe dann von einer dieser Personen 
(mit einer roten Jacke) einen/mehrere Faustschläge gegen den Kopf erhalten 
(pag. 401 Z. 132 ff. und pag. 415 Z. 264 ff.). Die erhaltenen Faustschläge be-
schrieb er am 11. Januar 2017 als «sehr heftige Faustschläge» (pag. 401 Z. 136), 
am 18. Mai 2017 als «einen Faustschlag von hinten irgendwo in Richtung Hinter-
kopf» (pag. 414 Z. 225) und am 29. März 2018 als «zwei Faustschläge gegen den 
Kopf» (pag. 427 Z. 97 ff.). Als glaubhaftes Element kann an dieser Stelle die Schil-
derung von D.________ am 18. Mai 2017 hervorgehoben werden, wonach er zu-
erst geglaubt habe, bei den beiden Personen aus dem BK.________ (Auto) handle 
es sich um Polizisten (pag. 414 Z. 222 ff.) – ein Element, dass auch A.________ 
wahrgenommen hat (pag. 366 Z. 243 ff., pag. 384 Z. 82 ff., pag. 393 Z. 120 ff. und 
pag. 1370 Z. 2 ff.).

Weiter gab D.________ im Wesentlichen an, er habe sich losgerissen und sei in 
Richtung Kreisel gerannt. Im Zuge dessen habe ihn A.________ mit dem Holzpfahl 
resp. einem Gegenstand direkt auf den Hinterkopf geschlagen. Er [D.________] sei 
zu Boden gegangen. In welcher Reihenfolge diese Elemente stattgefunden haben 

28

und was ihn zu Fall brachte, geht aus seinen Aussagen jedoch nicht zweifelsfrei 
hervor: Gemäss den Schilderungen vom 11. Januar 2017 hat D.________ zuerst 
den eindeutig zugeordneten Schlag auf den Hinterkopf erhalten, ist danach wegge-
rannt und schliesslich «ins Gebüsch gekippt», um sich zu schützen, Am 18. Mai 
2017 und 29. März 2018 gab er demgegenüber an, er sei wegen dem Schlag auf 
den Hinterkopf, der erfolgt sei, nachdem er sich losgerissen habe, zu Boden ge-
gangen. Weil es zu viele Personen gewesen seien, habe er sich nach dem Faust-
schlag auf den Hinterkopf losgerissen und sei in die andere Richtung losgelaufen. 
Dann habe er von hinten den Holzpfahl an den Kopf erhalten. Durch diesen Schlag 
sei er zu Boden gefallen (18. Mai 2017: pag. 414 Z. 224 ff.; ähnlich am 
29. März 2018: pag. 427 Z. 99 ff.).

Auf dem Boden liegend habe er Fusstritte resp. Fusstritte und Schläge erhalten, 
wobei er nicht gesehen habe, wer ihn getreten/geschlagen habe. Ein Fusstritt habe 
ihn dabei am Auge getroffen. Auch hier variieren die verschiedenen Schilderungen 
im Detail: Am 11. Januar 2017 erzählte er, als er auf dem Boden gelegen sei, habe 
er drei Fusstritte gespürt, bis der vierte Fusstritt sein linkes Auge getroffen habe. 
Die Spitze des Fusses habe ihn mitten in sein Auge getroffen, so dass Blut aus 
diesem ausgeflossen sei. Wer ihn am Kopf getroffen habe, könne er nicht sagen. 
Als das Blut gekommen sei, seien die beiden Typen weggerannt. A.________ sei 
geblieben, habe ihn sogar noch in die Niere getreten (pag. 401 Z. 155 ff.). In der 
Einvernahme vom 18. Mai 2017 gab er an, auf dem Boden habe er Fusstritte, 
Schläge in den Rücken, gegen sein Auge, ins Gesicht, gegen den Kopf, «ja, eben 
Schläge mit diesem Holzpfahl» erhalten. Wahrscheinlich habe ihn A.________ mit 
dem Holzpfahl geschlagen, da er diesen ja in seiner Hand gehabt habe. Er habe 
dies nicht gesehen, da er ja zusammengekauert auf dem Boden gelegen sei und 
sich mit den Händen über dem Kopf zu schützen versucht habe (pag. 415 
Z. 239 ff.). Als er auf dem Boden gelegen sei, habe er nicht wahrnehmen können, 
wer geschlagen habe (pag. 415 Z. 264 ff.). Die Aussage von T.________, wonach 
A.________ ihn mit einem Stock ins Gesicht geschlagen habe, als er am Boden 
gelegen sei, stimme nicht (pag. 427 Z. 94 ff.).

Die Aussagen von D.________ zur dritten Phase des Geschehens stimmen im 
Wesentlichen miteinander überein und weisen auch keine logischen Fehler auf. Die 
einzelnen Ungenauigkeiten, wie die Anzahl Faustschläge oder den genauen Ablauf 
im Zusammenhang mit dem Schlag auf den Hinterkopf mit dem Holzpfosten, er-
scheinen nicht als Widersprüchlichkeiten, sondern als reduzierte Detailgenauigkeit 
mit Ablauf der Zeit. Auf diese Schilderungen kann somit weitgehend abgestellt 
werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass D.________ – wie er auch selber angab 
– aus seiner Position am Boden heraus nicht erkennen konnte, wie und von wem 
er genau geschlagen wurde.

10.7 Aussagen von V.________

V.________, der am 27. November 2016, 16:51 Uhr bei der Polizei telefonisch 
Meldung über den Vorfall erstattet hatte (pag. 273), wurde am 23. Juni 2017 als 
Auskunftsperson befragt und gab an, er sei von W.________ nach I.________ und 
zum Kreisel beim P.________(Restaurant) gefahren. Dort habe er gesehen, wie 
zwei vis à vis gestanden seien und sich geprügelt hätten. Es habe so ausgesehen, 

29

als würde es «ums Lebige» gehen (pag. 319 Z. 15 ff.). Er wisse nur noch, dass es 
ältere [Personen] gewesen seien. Ihm sei die Aggression aufgefallen in der Körper-
sprache. Es habe ausgesehen, als gehe es um Leben oder Tod. Er wisse noch, 
dass er erstaunt gewesen sei, dass nichts mehr zu sehen gewesen sei, als er dann 
später wieder vorbeigefahren sei. Er habe gedacht, dass noch einer dort liegen 
würde, wenn er zurückkäme (pag. 319 Z. 54 ff.). Die beiden Personen hätten die 
Fäuste oben gehabt und als er daran vorbeigefahren sei, hätten sie begonnen, auf 
sich einzuschlagen. Er glaube sich zu erinnern, dass einer in den Busch gefallen 
sei (pag. 320 Z. 64 f.). Er habe keine Waffen oder gefährliche Gegenstände gese-
hen (pag. 320 Z. 109). Auch keinen Baseballschläger, orange markierten Stras-
senpfosten oder sonstige Holzstöcke (pag. 321 Z. 113). Es sei nicht zu sehen ge-
wesen, wer der Aggressor gewesen sei oder wer angefangen habe. Es seien beide 
etwa gleich gewesen (pag. 321 Z. 115 ff.). Es habe wie ein «ultimativer Kampf» 
ausgesehen, als würden sie es nun «miteinander beenden». Dann hätten sie auf-
einander eingeschlagen (pag. 321 Z. 150 ff.). Sie hätten auf die Köpfe geschlagen. 
Ob sie getroffen hatten, wisse er nicht. Er habe in Erinnerung, dass einer rückwärts 
Richtung Busch gefallen sei, aber das könne er nicht mehr bestätigen, das habe er 
nur noch schwach in Erinnerung (pag. 321 f. Z. 158 ff.).

V.________ hat innerhalb der Einvernahme kohärente Aussagen gemacht, die im 
Wesentlichen übereinstimmen mit den Angaben, die er gemäss Polizeirapport am 
27. November 2016 telefonisch gegenüber der Polizei getätigt hat (pag. 274). 
V.________ präzisierte, wenn er sich an etwas nicht oder nur noch schwach erin-
nern konnte, was den Eindruck erweckt, er sei bemüht gewesen, das Geschehene 
wie von ihm erlebt und ohne Übertreibungen oder Verharmlosungen wiederzuge-
ben. Auf seine Aussagen kann abgestellt werden.

10.8 Aussagen der Kollegen von A.________

10.8.1 R.________

R.________ wurde am 26. Januar 2017 und 29. Juni 2017 befragt. Er gab an, er 
habe A.________ am 27. November 2016 Papiere vorbeigebracht, da dieser in der 
Klinik in W.________ gewesen sei und Papiere habe unterschreiben müssen, weil 
es in seinem X.________ (Geschäft) ein zweites Zimmer gegeben habe, in dem ei-
ne Frau ein BL.________ (Studio) betrieben habe (pag. 295 f. Z. 17 ff.). Er und 
A.________ hätten eigentlich nicht [bei der Feuerstelle] abgemacht. Er sei unter-
wegs gewesen in die Klinik. Dann habe sich A.________ nochmals gemeldet und 
ihm gesagt, er solle zur Feuerstelle kommen. Er sei zuvor im Y.________ Verein 
gewesen und habe gefragt, ob jemand mitkommen wolle den A.________ besu-
chen (pag. 296 Z. 43 ff. und pag. 302 Z. 25 ff.). Sie seien vier oder fünf Personen 
im Auto gewesen und Richtung I.________ gefahren. Von weitem hätten sie zwei 
Personen gesehen, die sich geschlagen hätten. Sie hätten noch Spass gemacht 
und gesagt, das sei A.________ am «schlegle». Als sie nähergekommen seien, 
hätten sie gesehen, dass es tatsächlich A.________ gewesen sei (pag. 296 
Z. 48 ff. und pag. 306 Z. 208 ff.). Sie hätten angehalten und zwei, welche hinten im 
Auto gesessen seien, seien ausgestiegen. Er sei dann etwas weitergefahren und 
habe beim P.________(Restaurant) parkiert. Dann sei er auch nach drüben ge-
gangen. Es sei aber schon fertig gewesen (pag. 296 Z. 52 ff. und pag. 305 

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Z. 196 f.). Er wisse nicht resp. habe nicht gesehen, was die beiden Personen ge-
macht hätten, die ausgestiegen seien (pag. 299 Z. 192 f. und pag. 305 f. Z. 204 ff.). 
Sie hätten sich hinterher nicht über den Vorfall unterhalten. Auch auf der Fahrt 
nach Hause hätten sie nicht darüber gesprochen (pag. 306 Z. 224). Er habe nicht 
gewusst, dass A.________ mit D.________ abgemacht habe (pag. 297 Z. 75). Die 
beiden Personen hätten sich vis à vis vom P.________(Restaurant) oder etwas 
vorher geschlagen, er habe keine Ahnung (pag. 297 Z. 95). Er habe gesehen, dass 
sie sich «mit beiden Armen umarmten. Fast so. Ein Gerangel einfach» (pag. 297 
Z. 112 f.). Im Auto seien «Z.________» und «U.________» hinten gesessen 
(pag. 307 Z. 278 ff.).

R.________ schilderte die Handlung in den groben Zügen in beiden Einvernahmen 
ähnlich, machte aber in Bezug auf die vorliegend wichtigste Sequenz – das Ein-
schreiten seiner beiden Begleiter in die Auseinandersetzung der Beschuldigten – 
keine Angaben. Weiter widersprach er sich in Bezug auf die Frage, wie er sich mit 
A.________ genau verabredet habe. Am 26. Januar 2017 gab er an, er habe mit 
Facebook-Messenger kommuniziert (pag. 296 Z. 25). A.________ habe ihm ein 
Tag oder zwei vorher geschrieben (pag. 297 Z. 90). In der Einvernahme vom 
29. Juni 2017 schilderte er, sie seien vor einem türkischen Lebensmittelladen in 
H.________ gestanden und dann habe er A.________ telefoniert und gefragt, ob 
er etwas benötige. Dieser habe gesagt, dass er in I.________ bei einem Feuer sei 
(pag. 302 Z. 37 ff.). Er habe keinen Termin per Facebook-Messenger abgemacht 
(pag. 302f. Z. 55 ff.). Auffallend ist weiter, dass R.________ nur äusserst zurück-
haltend Angaben zu seinen Begleitpersonen machte. Er blieb sowohl in Bezug auf 
deren Anzahl, wie auch auf deren Identität vage und wollte insbesondere deren 
Namen zunächst nicht wissen, obwohl sich offenbar alle kannten (pag. 297 Z. 78). 
Erst an seiner zweiten Einvernahme gab er plötzlich an, ab jetzt sage er alles, er 
gebe auch die Namen an – dies, nachdem er gemäss Protokoll enerviert und auf-
gebracht wurde und sich beklagte, wenn er gewusst hätte, dass es Probleme ge-
ben werde, wäre er gar nicht gegangen (pag. 305 Z. 172 ff.).

10.8.2 S.________

S.________ wurde am 15. November 2017 erstmals und am 10. Januar 2018 er-
neut befragt. Er gab an, sich an den 27. November 2016 nicht erinnern zu können. 
Er könne nur sagen, dass es zu einer Schlägerei gekommen sei, als sie dort ange-
kommen seien (pag. 325 Z. 48 ff.). Er sei mit R.________ zusammen gewesen, als 
sie dort angekommen seien. Er wisse nur, dass der Andere ins Spital musste 
(pag. 325 Z. 53 f.). Auf Frage, wie es dazu gekommen sei, dass sie zu diesem Ort 
gefahren seien, gab er an, er sei mit R.________ unterwegs gewesen, der 
A.________ etwas resp. irgendwelche Kleider ins Spital bringen wollte. Unterwegs 
seien sie auf zwei weitere Personen getroffen und hätten diese mitgenommen 
(pag. 326 Z. 78 ff. und pag. 327 Z. 114 ff.). Die beiden anderen seien im Auto hin-
ten gesessen (pag. 327 Z. 143). Nach Verlesen des Protokolls gab er an, es sei 
nicht R.________, sondern die zwei anderen Personen gewesen, die A.________ 
die Sachen hätten bringen wollen (pag. 329 Z. 261 ff. und pag. 333 Z. 50 f.). Die 
beiden Mitfahrer seien ausgestiegen, bevor sie beim Kreisel angekommen seien. 
Er und R.________ seien los und über den Kreisel gefahren und hätten beim 

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P.________(Restaurant) oder bei der Tankstelle angehalten. Danach seien sie 
zurückgefahren, dort sei A.________ mit den beiden Mitfahrern eingestiegen 
(pag. 327 Z. 148 und pag. 333 Z. 52 ff.). Er wisse nicht, weshalb die beiden Beglei-
ter dort ausgestiegen seien (pag. 333 Z. 77). Er selber habe die Schlägerei nicht 
gesehen (pag. 327 Z. 148 und pag. 333 Z. 82). Die beiden hätten nicht erzählt, was 
passiert sei, sie hätten nicht mehr darüber gesprochen (pag. 328 Z. 213).

Auch den Aussagen von S.________ kann in Bezug auf die vorliegend interessie-
rende Beweisfrage nichts entnommen werden. Warum die Begleiter in I.________ 
aus dem Auto gestiegen sind, will er nicht wissen und da er mit R.________ einen 
Parkplatz gesucht habe, habe er nicht gesehen, was danach geschehen sei. Er will 
nicht einmal die Schlägerei zwischen A.________ und D.________ gesehen ha-
ben, welche seine Mitfahrer aus dem Auto heraus wahrgenommen haben. Wie 
R.________ hielt auch S.________ wenig einleuchtend dafür, nach dem Vorfall 
habe man nicht mehr über das Vorgefallene geredet. Auffällig ist weiter, dass es 
gemäss S.________ nicht R.________ war, der A.________ etwas habe bringen 
wollen, sondern die anderen beiden Männer.

10.8.3 T.________

In seinen Einvernahmen vom 1. Dezember 2017 und 10. Januar 2018 erzählte 
T.________ das Geschehene wie folgt: Er sei beim Y.________ Verein gewesen 
und R.________ habe gesagt, dass er A.________ im Spital besuchen wolle. Er 
habe gefragt, ob er mitkommen könne. Es seien dann noch zwei weitere Personen 
mitgekommen (pag. 337 Z. 56 ff.). Er habe A.________ gekannt, sie seien aber 
nicht eng befreundet (pag. 338 f. Z. 106 ff.). Zum Grund für die Verabredung zwi-
schen R.________ und A.________ gab er an, es sei ein Spitalbesuch vorgesehen 
gewesen. Sie hätten Sachen, wie beispielsweise Zigaretten für A.________ einge-
kauft (pag. 339 Z. 125 ff.). Er könne sich nicht genau erinnern, ob sie alle vor dem 
Verein eingestiegen seien, oder ob einer noch beim X.________ (Geschäft) einge-
stiegen sei (pag. 340 Z. 163 f.). Er sei hinten links gesessen, rechts von ihm sei 
U.________ gesessen (pag. 340 Z. 167). A.________ habe gesagt, dass es in der 
Nähe des Spitals einen Ort gebe, wo man ein Feuer machen könne (pag. 337 
Z. 59 ff. und pag. 338 Z. 86 ff.). Sie seien dann alle dahin gegangen. Als sie dahin 
gefahren seien, hätten sie gesehen, dass A.________ auf dem Trottoir mit jemand 
anderem «am schlegle» gewesen sei. Die andere Person sei am Boden gelegen. 
A.________ habe versucht, die Person mit einer Hand so festzuhalten, damit diese 
nicht aufstehen konnte (pag. 338 Z. 62 ff., pag. 340 181 ff. und pag. 345 Z. 37 ff.). 
A.________ habe die am Boden liegende Person mit der linken Hand gehalten, der 
rechte Arm sei auf der rechte Seite runtergehangen (pag. 340 Z. 177 ff. und 
pag. 346 Z. 78 ff.). Am 1. Dezember 2017 schilderte er, die am Boden liegende 
Person habe sich überhaupt nicht bewegt (pag. 340 Z. 185), am 10. Januar 2018 
sagte er, die Person habe versucht, sich zur Wehr zu setzen. A.________ habe ihn 
aber so stark festgehalten, dass es ihm nicht gelungen sei (pag. 346 Z. 87). 
U.________, welcher mit ihnen im Fahrzeug gewesen sei, habe dies als Erster 
mitbekommen. R.________ habe das Fahrzeug rechts aufs Trottoir gesteuert und 
angehalten (pag. 340 Z. 188). Die Person, welche am Boden gelegen habe, sei in-
zwischen wieder aufgestanden. U.________ habe diese Person mehrmals resp. 

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drei Mal von hinten geschlagen. Er habe ihn von hinten gegen das Gesicht ge-
schlagen. Er habe ihn nicht in den Rücken geschlagen. Die Person sei dann wieder 
zu Boden gefallen (pag. 338 Z. 65 ff., pag. 340 Z. 188 ff., pag. 345 Z. 39 f. und 
pag. 346 f. Z. 90 ff.). Sie seien dann auch alle aus dem Auto ausgestiegen. 
A.________ habe dann mit einem Stock ziemlich heftig auf die andere Person ein-
geschlagen, so zwei, drei Male. Er [T.________] sei dann zu A.________ gegan-
gen und habe ihn gepackt. Er habe ihm gesagt, er solle aufhören. Er würde den 
Mann sonst umbringen (pag. 338 Z. 69 ff., pag. 340 Z. 192 ff., pag. 345 f. Z. 40 ff. 
und pag. 347 Z. 103 ff.). Den Stock habe A.________ vom Boden aufgehoben ge-
habt. Er sei etwa einen Meter lang gewesen. A.________ habe auch aus der Nase 
geblutet. Er selber sei auch zu U.________ hingegangen, um diesen davon abzu-
halten, dass er noch etwas Weiteres mache. Er habe ihn am Rücken gepackt 
(pag. 340 Z. 197 ff.). Auf Vorhalt eines Bildes des Baseballschlägers und des 
Strassenmarkierungspfostens gab T.________ an, der untere Teil des Pfostens 
sehe ähnlich aus wie der Stock, den A.________ benutzt habe. Er sei aber nicht 
spitzig gewesen (pag. 340 Z. 209 ff. und pag. 345 Z. 41 ff.). A.________ habe die 
andere Person mit dem Stock immer ins Gesicht geschlagen. Er habe auch gese-
hen, dass sich die am Boden liegende Person unter dem Auge verletzt habe. Sie 
habe da resp. im Gesicht geblutet (pag. 341 Z. 214 f. und pag. 347 Z. 125 ff.). Der 
Stock sei beim Schlagen nicht kaputt gegangen, aber A.________ habe zwei, drei 
Male sehr stark mit dem Stock zugeschlagen (pag. 341 Z. 218). R.________ und 
S.________ hätten gar nichts gemacht, sie seien im Auto geblieben und hätten zu-
geschaut. R.________ sei erst ausgestiegen, nachdem die Schlägerei geendet ha-
be (pag. 341 Z. 226 ff.). Es hätten noch zwei Fahrzeuge angehalten, mit je einer 
Person, die habe helfen wollen. U.________ habe diese fortgeschickt (pag. 346 
Z. 55 ff.). Hinterher habe A.________ die ganze Zeit «seltsam gelacht». Er habe 
gesagt, solchen Leuten müsse man «zurückgeben», er könne sich da nicht zurück-
halten (pag. 338 Z. 77 f. und pag. 347 Z. 129 ff.).

T.________ hat im Vergleich zu seinen Begleitern ausführlicher ausgesagt und hat 
seine Kollegen mit seinen Aussagen teilweise stark belastet. So hat er nicht nur 
beschrieben, wie A.________ und U.________ den ihm nicht bekannten 
D.________ geschlagen haben, sondern gab auch an, R.________ habe das Auto 
auf dem Trottoir angehalten und sei mit S.________ im Auto sitzen geblieben und 
habe zugeschaut. Dies spricht grundsätzlich für die Glaubhaftigkeit seiner Aussa-
gen.

Auffällig ist jedoch, dass T.________ nochmals eine neue Version zu Protokoll 
brachte, weshalb A.________ besucht wurde – gemäss ihm war es ein Spitalbe-
such, man habe für A.________ «Sachen, wie beispielsweise Zigaretten» gekauft.

10.8.4 Allgemeines zu den Aussagen aus dem «Umfeld A.________»

Es fällt auf, dass die Kollegen von A.________ in der Tendenz wenig Bereitschaft 
zeigten, an der Aufklärung des Sachverhalts mitzuwirken und versuchten, mög-
lichst wenige Angaben zum Kerngeschehen und zu den beteiligten Personen zu 
machen, resp. das Geschehene zu beschönigen und die Mitglieder der Gruppe zu 
schützen. Damit korrespondiert, dass auch A.________ zunächst angab, nur 
R.________ sei gekommen und die Anwesenheit dessen Begleiter geflissentlich 

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verschwieg. Vor diesem Hintergrund kann festgehalten werden, dass belastende 
Aussagen, welche aus dieser Gruppe zu Protokoll gegeben wurden, grundsätzlich 
als glaubhaft erscheinen. Dies beschlägt insbesondere die Aussagen von 
T.________, wonach A.________ mehrfach mit einem Stock auf D.________ ein-
schlug, nachdem dieser von U.________ zu Boden geschlagen worden war. Die-
ses Schlagen bewog T.________, A.________ zu packen und ihm zu sagen, er 
solle aufhören, er würde den Mann sonst umbringen. Es ist somit davon auszuge-
hen, dass es sich um heftige Schläge handelte. Die Rolle von T.________ als 
schlichtende Person wurde von A.________ bestätigt, als er sagte, er habe nur ge-
sehen, wie eine Person resp. U.________ geschlagen habe. Die andere Person 
habe versucht, sie zu trennen (pag. 376 Z. 622). Gleichzeitig verschwieg 
T.________ die unbestrittenermassen erfolgten Fusstritte und manifestierte damit 
wiederum, A.________ nicht über Gebühr belasten zu wollen.

10.9 Gesamtwürdigung

10.9.1 Vorbemerkung

Wie in der Aussagenanalyse aufgezeigt, kann auf das Aussagematerial der beiden 
Beschuldigten nicht ohne Weiteres abgestellt werden. A.________ und 
D.________ bezeichnen sich gegenseitig als Lügner und beanspruchen für sich, in 
den Einvernahmen die vollständige Wahrheit gesagt zu haben (exemplarisch 
A.________: pag. 372 Z. 488 f. und pag. 1369 Z. 36; D.________: pag. 404 Z. 310 
und pag. 416 Z. 283 ff.). Gleichzeitig haben sich in den Aussagen beider Unstim-
migkeiten gezeigt, welche zumindest teilweise an der Glaubhaftigkeit ihrer Anga-
ben zweifeln lassen. Dasselbe gilt für die Aussagen der Kollegen von A.________, 
die teilweise widersprüchliche und inkohärente Angaben gemacht haben. Als 
vollständig glaubhaft erscheint einzig die Auskunftsperson V.________, der jedoch 
nur einen kleinen Teil des Vorfalls beobachtet hat und sich überdies bei der Ein-
vernahme an viele Details nicht mehr mit Sicherheit erinnern konnte.

10.9.2 Beginn der Auseinandersetzung

D.________ gab als Erklärung für seinen Auftritt mit dem Baseballschläger stets 
an, er habe sich durch die Nachricht von A.________ und insbesondere dessen 
Bemerkung, er wolle zu ihm nach Hause kommen, bedroht gefühlt. Zumal er nach 
dem Vorfall in H.________ gewusst habe, was dieser für ein Gewaltpotential habe. 
Aus diesem Grund habe er den Baseballschläger mit zur Feuerstelle genommen. 
Vor dem Hintergrund des Vorfalls in H.________ leuchtet ein, dass D.________ 
befürchtete, bei einem Treffen mit A.________ erneut geschlagen zu werden. Ins-
besondere da D.________ seine Geldschuld weiterhin nicht beglichen hatte. Nicht 
glaubhaft erscheint für die Kammer jedoch das Ausmass des geltend gemachten 
Bedrohungsgefühls: Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb D.________ sich zu 
A.________ ans Feuer begeben hat, wenn er sich derart verängstigt fühlte, zumal 
gerade D.________ im Zusammenhang mit dem Eintreiben der Geldschuld immer 
wieder betonte, dass das Rechtssystem der Schweiz dafür den Weg der Betrei-
bung vorsehe. Dasselbe gilt auch für das Verhalten in einer Bedrohungslage: Es 
leuchtet nicht ein, weshalb sich ein verängstigter und bedrohter D.________ einer 
Konfrontation mit A.________ aussetzte, anstatt die Hilfe der Polizei in Anspruch 

34

zu nehmen oder einfach zu Hause zu bleiben. Der Verteidigung von D.________ 
kann nicht gefolgt werden, wenn sie vorbringt, die Nachricht könne nur so verstan-
den werden, dass D.________ zum Erscheinen aufgefordert worden sei, ansons-
ten A.________ zu ihm nach Hause komme, weshalb die Begegnung für 
D.________ unvermeidbar gewesen sei. D.________ scheint in der Zwischenzeit 
ebenfalls anderer Ansicht zu sein, gab er doch an der Berufungsverhandlung an: 
«Man hätte nicht da hingehen sollen» (pag. 1377 Z. 2 ff.). Zugleich geht aus den 
Akten hervor, dass (auch) D.________ durchaus impulsiv sein kann. So hat etwa 
die behandelnde Ärztin am 27. November 2016 beschrieben, D.________ habe 
sich unkooperativ verhalten, keine Polizei gewünscht und das Spital entgegen ärzt-
lichem Rat verlassen (pag. 273 f.). Darauf angesprochen gab D.________ an, das 
Spital habe zuerst die Polizei avisieren wollen, dann doch nicht, woraufhin er den 
Namen der Ärztin verlangt habe, welche die Polizei nicht avisiert habe. Eine 
Schwester habe dann gesagt, man habe nun doch die Polizei avisiert. Er habe 
dann gesagt, «könnt ihr euch mal entscheiden». Weil er eine laute Stimme habe, 
habe sie ihm gesagt, er solle nicht aggressiv werden. Schliesslich sei die Situation 
so gewesen, dass er sich nicht habe «verarschen» lassen wollen. Er habe dann 
einfach nicht mehr im AA.________ (Spital) bleiben wollen und sei dann sofort ins 
AB.________ (Spital) gegangen (pag. 406 Z. 385 ff.). Aus dem Protokoll einer Be-
fragung von A.________, an der D.________ anwesend war, geht weiter hervor, 
dass es zwischen den beiden in der Einvernahme zu gegenseitigen Beschimpfun-
gen kam (pag. 377 Z. 670). Zuletzt hat D.________ auch an der Berufungsver-
handlung die Beherrschung verloren, den Anwalt von A.________ mehrfach beim 
Plädieren unterbrochen und schlussendlich nach Zurechtweisungen durch den 
Vorsitzenden den Saal verlassen müssen (pag. 1399). Diese Tendenz ist in der 
Würdigung der Aussagen zu berücksichtigen sein. In Kombination dieser verschie-
denen Elemente geht die Kammer insbesondere davon aus, dass die Handlungen 
von D.________ am 27. November 2016 nicht ausschliesslich durch ein Bedro-
hungsgefühl und eine «Pflicht zum Erscheinen» motiviert waren und er durchaus 
die Möglichkeit gehabt hätte, die Konfrontation mit A.________ zu vermeiden.

Für den eigentlichen Beginn der Auseinandersetzung hat A.________ glaubhafte 
Aussagen gemacht, soweit er geschildert hat, dass der erste Schlag durch 
D.________ mit einem Baseballschläger beim Feuer erfolgt sei, er insgesamt vier 
Schläge, nacheinander an die linke Schulter, den linken Oberarm und das linke 
Handgelenk erhalten habe und D.________ danach den Baseballschläger verloren 
habe. Darauf wird grundsätzlich abgestellt. Nicht glaubhaft sind allerdings die von 
A.________ geschilderten Umstände des ersten Schlags.

Aus den Aussagen von D.________ geht hervor, dass dieser ebenfalls angab, der 
erste effektive Schlag sei von ihm ausgeführt worden – die Aussagen von 
D.________ und A.________ stimmen insofern überein. Im Übrigen finden sich, 
wie in der Aussagenanalyse aufgezeigt, in den Aussagen von D.________ aber di-
verse Unstimmigkeiten zu seinem Einsatz des Baseballschlägers und zwar insbe-
sondere dazu, wohin dieser gerichtet war, wie es danach weiterging und welche 
Folgen diese Schläge hatten. Die Argumentation von D.________, wonach er 
A.________ nicht von hinten auf die linke Schulter habe schlagen können, weil er 
den Baseballschläger aufgrund einer früheren Verletzung der linken Hand mit 

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rechts gehalten habe, ändert daran nichts: Zunächst ist nicht zwingend davon aus-
zugehen, dass die Schläge, wie von A.________ geschildert, unvermittelt von hin-
ten erfolgt sind – in Bezug auf die Umstände des ersten Schlags sind auch die 
Aussagen von A.________ nicht glaubhaft. Darauf wird sogleich zurückgekommen. 
Darüber hinaus wären jedoch, wie von der Generalstaatsanwaltschaft zurecht vor-
gebracht, durchaus auch Positionen und Haltungen denkbar, in denen eine Person 
jemanden von hinten mit einem Baseballschläger auf die linke Schulter schlagen 
kann, selbst wenn sie den Baseballschläger in der rechten Hand hält.

Gestützt auf die Aussagen von A.________ sowie aufgrund der Vereinbarkeit der 
von ihm beschriebenen Schläge mit seinem Verletzungsbild ist weiter erstellt, dass 
die vier Schläge mit dem Baseballschläger bei A.________ die ärztlich dokumen-
tierten Frakturen am linken Schulterdach, am linken Schlüsselbein sowie am 
Handgelenk verursacht haben (pag. 514 ff.). Die Darstellung von D.________, wo-
nach sich A.________ die Verletzungen bei einem Sturz über die Treppenstufen 
zugezogen habe, ist, wie in der Aussageanalyse ausgeführt, nicht glaubhaft und 
wird als Schutzbehauptung gewertet – zumal D.________ bis zu seiner Anzeige 
und der darauffolgenden ersten Einvernahme am 11. Januar 2017 Zeit hatte, seine 
Aussagen vorzubereiten. Die dokumentierten Verletzungen erscheinen als Folge 
eines Treppensturzes auch nicht sehr plausibel – der Sturz von A.________ hätte 
dafür von grosser Heftigkeit sein müssen, so dass zu erwarten wäre, dass auch 
A.________ diesen Sturz in seinen Aussagen beschrieben hätte. Ein Nachweis für 
die Glaubhaftigkeit der Darstellung von D.________ kann entgegen der Verteidi-
gung auch nicht im Operationsbericht vom 21. Dezember 2016 erblickt werden, in 
dem festgehalten wurde, der Patient sei nach einem Schlag auf die linke Schulter 
mit einem Baseballschläger auf den ausgestreckten linken Arm gefallen, wobei er 
sich die obengenannte Fraktur zugezogen habe (pag. 518): Der Sachverhaltsbe-
schreibung in diesem Arztbericht kommt kein bedeutender Beweiswert zu, da nicht 
ersichtlich ist, wie diese zustande kam und da die sachgetreue Beschreibung der 
Vorgeschichte nicht Fokus der ärztlichen Berichterstattung war. Darüber hinaus ist 
der Bericht vom 21. Dezember 2016 der einzige Arztbericht und überhaupt das 
einzige Beweismittel in den Akten, welches die Ursache für die Verletzungen von 
A.________ auf diese Weise beschreibt. Zuletzt entspricht die Sachverhaltsdarstel-
lung im Operationsbericht vom 21. Dezember 2016 inhaltlich nicht einmal der 
Schilderung von D.________, wonach der Sturz über eine Treppe erfolgt sei. 
Selbst wenn der Bericht als Beweismittel für den Geschehensablauf dienen würde, 
würde er somit nicht für den von D.________ geschilderte