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**Case Identifier:** 706a149b-e871-5a9b-bdd6-538378502aec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 10.08.2020 IV 2018/240
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-240_2020-08-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/240

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.11.2021

Entscheiddatum: 10.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2020
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gestützt auf ein für beweistauglich 
befundenes Gutachten besteht in angepassten Tätigkeiten eine 
Arbeitsfähigkeit von 70 %. Diese Schätzung berücksichtigt sämtliche 
psychischen Beeinträchtigungen. Eine geltend gemachte sensible 
Symptomatik an Ellbogen und Hand links begründet mangels 
Objektivierbarkeit keinen Grund für einen Tabellenlohnabzug. Der 
Einkommensvergleich ergibt einen keinen Rentenanspruch begründenden 
Invaliditätsgrad von 36,6 % (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 10. August 2020, IV 2018/240).

Entscheid vom 10. August 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie-Theres Rüegg 

Haltinner und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2018/240

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Mark A. Glavas, MLaw, Advokatur Glavas AG, 

Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (im Folgenden: Versicherte), meldete sich bei der Invalidenversicherung (IV) 

am 28. November 2014 zur Früherfassung (IV-act. 1) und am 16. Dezember 2014 zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 6).

A.a. 

Die Versicherte war als Fahrerin ihres Autos am 4. April 2014 frontal mit einem 

entgegenkommenden, nach links abbiegenden Personenwagen kollidiert und hatte 

dabei ein HWS-Distorsionstrauma erlitten (Schadenmeldung UVG vom 11. April 2014, 

Fremdakten, act. 2-173, Untersuchungsbericht Spital B.___ vom 4. April 2014, 

Fremdakten, act. 2-137 f.; vgl. auch Bericht Kantonspolizei St. Gallen vom 11. April 

2014, Fremdakten, act. 2-143 ff. und Einstellungsverfügung Untersuchungsamt B.___ 

vom 17. Juli 2014, Fremdakten, act. 2-37). Die SUVA hatte den Arbeitsplatz besichtigt 

und im entsprechenden Bericht vom 13. Mai 2014 festgehalten, die Versicherte habe 

am 22. April und 5. Mai 2014 je einen Arbeitsversuch von einigen Stunden absolviert. 

Beide Versuche hätten wegen starker Kopfschmerzen und 

Konzentrationsschwierigkeiten abgebrochen werden müssen. Die Versicherte beklage 

fast täglich ständige Kopfschmerzen, einen ständigen Pfeifton im linken Ohr, seit dem 

Unfall auch Schmerzen im linken Arm, Einschlafprobleme und bei Belastung leichte 

Knieschmerzen links (Fremdakten, act. 2-115 ff.). Ab dem 19. Mai war die Versicherte 

zunächst zu 70 % und vom 2. Juni bis zum 12. August 2014 im Wesentlichen zu 50 % 

arbeitsunfähig geschrieben worden (Abrechnungen Taggeld SUVA, Fremdakten, 

act. 3-2 ff.). In der Folge war die Versicherte im Hinblick auf die Schmerzen, die 

A.b. 

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Sensibilitätsstörungen im Arm (Sulcus-ulnaris-Syndrom, Karpaltunnelsyndrom) und 

neurokognitive Probleme durch Dr. med. C.___, Neurologie FMH, (Bericht vom 3. Juni 

2014, Fremdakten, act. 2-67 ff.) und PD Dr. med. D.___, Oberärztin Neurologie Klinik 

E.___ (Bericht vom 20. August 2014, Fremdakten, act. 2-8 ff.) abgeklärt worden. 

Dr. D.___ hatte aufgrund der Chronifizierung der Nackenschmerzen, der 

Kopfschmerzen und der depressiven Stimmungslage eine stationäre Rehabilitation 

empfohlen. Diese war vom 17. September bis 22. Oktober 2014 in der Rehaklinik F.___ 

erfolgt, wo eine HWS-Distorsion QTF 1, eine Kniekontusion rechts, ein klinisch 

sensibles Sulcus-ulnaris-Syndrom links, ein leichtgradiges rein sensibles 

Karpaltunnelsyndrom links, eine aktuell in Remission übergehende Anpassungsstörung 

mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) und differenzialdiagnostisch eine 

depressive Episode in Remissionsphase sowie eine psychosoziale Belastung durch 

Kündigung ihrer Arbeitsstelle und derjenigen ihres Ehemannes erhoben worden waren. 

Im Austrittsbericht vom 24. Oktober 2014 war festgehalten worden, aufgrund der noch 

reduzierten psychischen Belastbarkeit (Konzentrationsschwäche, durchgemachte 

depressive Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung in Remissionsphase) führten 

Anforderungen und Stressbelastungen rasch zu einer Überforderung und einer damit 

verbundenen Verschlechterung der psychischen Verfassung. Dabei handle es sich um 

eine Beurteilung der momentanen Situation. In körperlicher Hinsicht (unfallkausal) 

bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in leichten bis mittelschweren Arbeiten (IV-act. 3).

Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 

führte im Bericht vom 9. Januar 2015 aus, in der neurologischen Untersuchung finde 

sich kein Defizit. Die geschilderten Beschwerden seien mit somatoformen 

Beschwerden im Sinne eines depressiven Syndroms, differenzialdiagnostisch einer 

posttraumatischen Belastungsstörung vereinbar. Er erhob einen Verdacht auf eine 

somatoforme Störung und ein depressives Syndrom (IV-act. 18).

A.c. 

Die die Versicherte seit August 2014 behandelnde Dr. med. H.___, Fachärztin 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 

F32.1). Sie attestierte vom 1. bis 21. Dezember 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Am 11. Februar 2015 hielt sie leichte, körperlich nicht belastende Tätigkeiten ohne 

Verantwortungsübernahme, bei denen sich die Versicherte immer wieder zu Pausen 

A.d. 

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zurückziehen könne, ca. zwei Stunden pro Tag für zumutbar. Am 20. Februar 2015 

berichtete sie, aus medizinischer Sicht werde die Versicherte zurzeit als nicht 

arbeitsfähig eingeschätzt (Arztbericht vom 11. Februar 2015 IV-act. 21; Bericht 

zuhanden der SUVA vom 20. Februar 2015, Fremdakten, act. 7-102 f.).

Am 6. Februar 2015 hatte die Versicherte eine tagesklinische Behandlung in der 

Klinik I.___ begonnen. Dr. med. J.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

diagnostizierte einen Zustand nach mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode 

mit somatischen Symptomen; gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit 

somatischen Symptomen (Bericht vom 14. April 2015 zuhanden der SUVA, 

Fremdakten, act. 7-95 f.). Im Arztbericht vom 3. Juli 2015 erwähnte er zusätzlich die 

Diagnose einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F41.1). Die Versicherte sei vom 

3. Februar bis 31. Mai 2015 zu 100 % und ab 1. Juni 2015 zu 80 % arbeitsunfähig. Es 

fänden sich gröbere mnestische Störungen, im formalen Denken sei sie leicht 

verlangsamt, im Affekt vordergründig verunsichert und innerlich angespannt, leicht 

affektlabil. Die affektive Schwingungsfähigkeit, der Antrieb und die Motorik seien leicht 

vermindert (IV-act. 29). Ab 1. August 2015 attestierte er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 

(Arztbericht vom 13. Juni 2016, IV-act. 56). RAD-Arzt Dr. med. K.___, Facharzt Für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nahm am 3. August 2015 Stellung: Medizin-

theoretisch müsse in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin und 

in einer adaptierten Tätigkeit von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit, 

schrittweise steigerbar auf Vorniveau, ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht 

sei die Versicherte in der Stellensuche eingeschränkt (IV-act. 31).

A.e. 

Mit Mitteilung vom 29. September 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 41). Nachdem die Versicherte in einem vom RAV 

vermittelten Einsatzprogramm bei der L.___ lediglich zu 20 % arbeiten konnte und 

durch Dr. M.___ zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben wurde, schloss der 

Eingliederungsverantwortliche seinen Fall am 5. Januar 2016 ab (Verlaufsprotokoll 

Eingliederungsberatung, IV-act. 43), und die IV-Stelle wies das Begehren hinsichtlich 

beruflicher Massnahmen mit Mitteilung vom 14. Januar 2016 ab, da sich die 

Versicherte subjektiv nicht leistungsfähig fühle (IV-act. 47).

A.f. 

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Dr. J.___ attestierte der Versicherten infolge der Konzentrationsstörungen, 

Antriebsstörungen, der Einschränkung der geistigen Flexibilität aufgrund der formalen 

Denkstörungen, der Störungen der Psychomotorik und der sozialen Fertigkeiten ab 27. 

Januar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Nach einer vorübergehenden 

Verbesserung der depressiven Symptomatik, der sozialen Fertigkeiten und einem 

Abbau der Vermeidungshaltung nach Beginn der Therapie habe seit Spätsommer 2015 

die depressive Symptomatik mit Rückzugstendenzen, psychophysischer Erschöpfung 

und generalisierter Ängstlichkeit zugenommen (Arztberichte vom 11. April 2016, 

Fremdakten act. 13, und vom 13. Juni 2016, IV-act. 56).

A.g. 

Vom 30. Mai bis 2. Juli 2016 befand sich die Versicherte in stationärer Behandlung 

in der Klinik N.___. Dort wurden unter anderem eine mittelgradige depressive Episode 

mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), eine anhaltende Schmerzstörung (ICD-10: 

F45.4), ein klinisch sensibles Sulcus-ulnaris-Syndrom links, ein leichtgradiges rein 

sensibles Karpaltunnelsyndrom links sowie ein Status nach Kniekontusion rechts 

erhoben. Im formalen Denken sei die Versicherte verlangsamt und berichte von 

mittelgradigem Gedankenkreisen und Existenzängsten. Im Affekt imponiere sie 

deprimiert, hoffnungslos und leicht affektstarr, erlebe sich als gereizt und innerlich 

unruhig, äussere Gefühllosigkeit, Störungen der Vitalgefühle und Insuffizienzgefühle. 

Der Antrieb sei gehemmt, es bestehe ein ausgeprägter sozialer Rückzug. Es habe eine 

leichte Stabilisierung des physischen und psychischen Zustandes erreicht werden 

können (Austrittsbericht vom 25. Juli 2016; IV-act. 59).

A.h. 

Dr. J.___ hielt am 19. Oktober 2016 gegenüber der SUVA fest, die Versicherte 

klage vordergründig über Nacken- und Kopfschmerzen, schmerzbedingte 

Schlafstörungen, Müdigkeit, Deprimiertheit, Lust- und Freudlosigkeit, Ängste und 

innere Anspannung sowie Zurückgezogenheit. Aus rein psychiatrischer Sicht sei sie zu 

höchstens 50 % arbeitsunfähig. Die bisherige 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei aus 

"psychosomatischer Sicht" attestiert worden (Fremdakten, act. 47).

A.i. 

Gestützt auf eine psychiatrische Beurteilung von Dr. med. O.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 12. Dezember 2016 (Fremdakten, act. 51) 

stellte die SUVA mit Verfügung vom 18. Januar 2017 ihre Leistungen per 1. Februar 

2017 ein. Die aktuell geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend 

A.j. 

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nachweisbar. Die Adäquanz sei nach einschlägiger Rechtsprechung zu verneinen 

(Fremdakten, act. 56-1 ff.). Eine Einsprache gegen diese Verfügung wurde abgewiesen 

(Entscheid vom 9. Januar 2018, Fremdakten, act. 67).

Dr. J.___ führte im Verlaufsbericht vom 16. März 2017 aus, es bestehe eine 

zunehmende körperliche und geistige Verwahrlosung. Seit Mai 2016 habe sich die 

depressive Symptomatik erheblich verschlechtert mit zunehmenden Antriebsstörungen, 

Deprimiertheit, Konzentrationsstörungen, allgemeiner Erschöpfung, Schlafstörungen 

und sozialem Rückzug (IV-act. 67).

A.k. 

Die IV-Stelle liess daraufhin die Versicherte durch die SMAB AG polydisziplinär 

begutachten (Gutachten vom 3. Januar 2018, med. pract. P.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates; Dr. med. 

Q.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. R.___, Facharzt für Neurologie, 

Psychiatrie und Psychotherapie; Lic. phil. S.___, Fachpsychologin für 

Neuropsychologie; Untersuchungen vom 21. November, 4. und 12. Dezember 2017; 

IV-act. 79). Aus interdisziplinär massgeblicher psychiatrischer Sicht kamen die 

Gutachter zum Ergebnis, aufgrund der Anamnese, Fremdanamnese, Vorgeschichte 

und der aktuellen Exploration liege eine chronische mittelgradige Depression vor. 

Neuropsychologisch hätten leichte bis mittelschwere kognitive Beeinträchtigungen in 

den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutive Funktionen objektiviert 

werden können. Unter Berücksichtigung der Quantität und Qualität der 

krankheitsbedingten Beeinträchtigungen auf der einen Seite und der kognitiven 

Anforderungen bei der letzten Tätigkeit auf der anderen Seite schränkten diese unter 

Berücksichtigung der übrigen, rein psychischen Symptome, die Arbeitsfähigkeit um 

50 % ein. In einer leidensangepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit aufgrund 

der verminderten psychomentalen Belastbarkeit und Ausdauer 70 %. Die Versicherte 

sei in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen 

von Lasten bis zu 15 kg ohne wesentliche Einschränkungen durchzuführen. Unter 

Zugrundelegung einer umschriebenen Sensibilitätsstörung in der linken Hand könnten 

allenfalls Tätigkeiten erschwert sein, bei denen bimanuell getastet werden bzw. der 

Tastsinn unbedingt bimanuell intakt sein müsse. Ansonsten sei bei jeglicher neuen 

Tätigkeit eine verlängerte Einarbeitungszeit zu berücksichtigen. Es bestünden ein 

erhöhter Regenerationsbedarf und ein Mehraufwand in Vorbereitung und Planung. 

A.l. 

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B.  

Multitasking könne nicht zugemutet werden. Einfache Routinetätigkeiten seien 

vorzuziehen. Zeitdruck sollte vermieden werden (IV-act. 79-13 f.).

RAD-Arzt Dr. K.___ nahm am 19. Januar 2018 Stellung, das Gutachten erfülle 

formal und inhaltlich die Konventionen (IV-act. 80). Mit Vorbescheid vom 7. Februar 

2018 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das rechtliche Gehör zur vorgesehenen 

Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 87). Hiergegen erhob die Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas, am 16. Februar 2018 Einwand und 

machte geltend, in Berücksichtigung der notwendigen Pausen, der verminderten 

Arbeitgeberresonanz und des gestörten interaktionellen Konfliktverhaltens etc. sei 

davon auszugehen, dass sie weiterhin mindestens zu 50 % eingeschränkt bleibe. Es 

sei ihr daher rückwirkend und für die nächsten zwei Jahre eine halbe Rente zu 

gewähren (IV-act. 91).

A.m. 

Mit Verfügung vom 5. Juni 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Die 

im Einwand geltend gemachten Einschränkungen seien bereits bei der gutachterlichen 

Festlegung der Arbeitsfähigkeit von 70 % in adaptierten Tätigkeiten hinreichend 

berücksichtigt worden. Es bestehe Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Dieser tangiere 

(jedoch) den Rentenentscheid nicht (IV-act. 95).

A.n. 

Mit Mitteilung vom 20. Juni 2018 sprach die IV-Stelle der Versicherten 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 103).

A.o. 

Mit Beschwerde vom 6. Juli 2018 (Postaufgabe) beantragt A.___ (im Folgenden: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt MLaw M. Glavas, die Verfügung 

vom 5. Juni 2018 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und es sei 

ihr vorerst eine halbe Rente zu gewähren. Es sei in zwei Jahren eine Neuevaluation 

vorgesehen. Sie habe ab dem 4. April 2014 bis zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine 

halbe Rente. Einerseits liege der definitive medizinische Zustand noch nicht vor, 

andererseits seien die beruflichen Massnahmen nicht abgeschlossen. Die 

Beschwerdegegnerin blende die Zeit bis zur Begutachtung gesetzeswidrig völlig und 

grundlos aus. Dies sei umso weniger korrekt, als die medizinische Beurteilung nicht in 

jeder Hinsicht überzeuge. Vor Eintritt der Rechtskraft der angefochtenen Verfügung sei 

B.a. 

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abzuklären, ob die Sensibilitätsstörung der linken Hand die Ausübung von Tätigkeiten, 

welche bimanuell auszuführen seien, erschwere. Auch die Diskrepanz zwischen der 

gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit und von 

70 % in adaptierten Tätigkeiten verlange, dass vorerst die beruflichen Massnahmen 

abzuwarten seien. Es sei in sechs Monaten (ab Beschwerdeeinreichung) ein 

medizinischer Bericht einzuholen. Die Beschwerdeführerin habe allfällige Abzüge 

betreffend Teilarbeitsfähigkeit, eine allfällige Unfähigkeit, sich wieder einzugliedern, 

einen erhöhten Pausenbedarf sowie ein gestörtes Konfliktverhalten nicht 

mitberücksichtigt. Auch diese Faktoren seien weiter abzuklären (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Aus dem SMAB-Gutachten 

vom 3. Januar 2018 gehe hervor, dass der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin stabil sei, was auch RAD-Arzt Dr. K.___ in seiner Stellungnahme 

vom 19. Januar 2018 festhalte. Sie sei nicht verpflichtet, die weiteren Entwicklungen 

des Gesundheitszustandes abzuwarten und erst zu verfügen, wenn sich dieser 

stabilisiert habe. Dass über die Rentenfrage erst befunden werden könne, wenn 

vorgängig oder (mindestens) gleichzeitig über den Anspruch auf berufliche 

Massnahmen entschieden würde, treffe nicht zu. Könne ein Rentenanspruch durch 

noch vorzunehmende berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht mehr beeinflusst 

werden, weil etwa ein rentenbegründender Invaliditätsgrad nicht gegeben sei, könne 

der Rentenentscheid unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen gefällt 

werden. Auf das SMAB-Gutachten vom 3. Januar 2018 sei abzustellen. Dass beim 

Tätigkeitsprofil die Sensibilitätsstörung in der linken Hand erwähnt, jedoch nicht 

berücksichtigt worden sei, begründe keinen Mangel am Gutachten. Die 

Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin seien bereits in der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung berücksichtigt worden. Eine darüber hinausgehende 

Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht. Ein reduzierter Beschäftigungsgrad 

falle bei Frauen kaum ins Gewicht. Der Einkommensvergleich sei nicht zu beanstanden 

(act. G 4).

B.b. 

Mit Replik vom 19. Oktober 2018 bestreitet die Beschwerdeführerin, sich nicht 

arbeitsfähig zu fühlen bzw. gefühlt zu haben. Weiter reicht sie ein Schreiben eines 

Instruktionsrichters des Bundesverwaltungsgerichts an das Bundesamt für 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

Sozialversicherungen (BSV) ein, woraus hervorgehe, dass seitens der Leitung der 

SMAB AG Druck auf einen begutachtenden Arzt ausgeübt worden sei, sein Gutachten 

in den Kernaussagen grundlegend und fundamental abzuändern (act. G 6.1). Auch in 

ihrem Fall sei nicht korrekt vorgegangen worden. So habe der neuropsychologische 

Gutachter geäussert, dass sie zumindest vorübergehend eine ganze Rente erhalten 

werde. Die Begutachtung müsse wiederholt werden. Es werde die Evaluation 

beantragt, in wie vielen Fällen die Gutachterstellen eine Arbeits- und 

Erwerbsunfähigkeit in einem invalidisierenden Ausmass überhaupt bestätigt hätten. Vor 

deren Abschluss dürfe den Obergutachtern das Gutachten nicht zur Verfügung gestellt 

werden (act. G 6).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 7).B.d. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und 

E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 

8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden 

objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und 

vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch 

unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte 

1.2. 

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Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der 

Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 

141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und 

erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

1.4. 

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2.

Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 5. Juni 2018 bildet das 

Gutachten der SMAB AG vom 3. Januar 2018 (IV-act. 79). Über dessen 

Beweistauglichkeit ist vorab zu befinden.

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

1.5. 

 2.1. 

Die Beschwerdeführerin macht unter Hinweis auf angebliche betrügerische 

Machenschaften bei der SMAB AG geltend, es bestehe der begründete Verdacht, dass 

die Gutachterstelle auch in ihrem Fall nicht korrekt gearbeitet habe. Der 

neuropsychologische Gutachter habe der Beschwerdeführerin gegenüber in 

Anwesenheit ihres Sohnes gesagt, dass sie mindestens vorübergehend ein ganze 

Rente erhalten werde, was für eine unsaubere Arbeitsweise der Gutachterstelle auch in 

ihrem Fall spreche (act. G 6-2).

2.1.1. 

Vorliegend handelt es sich um ein polydisziplinäres Gutachten, das 

entsprechend dem in Art. 72  der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201) festgelegten Zufallsprinzip vergeben wurde (vgl. IV-act. 75). Damit ist gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Gefahr, dass eine konkrete Gutachterstelle 

aus wirtschaftlichen Interessen (Erhalt einer grossen Zahl von Aufträgen) im Sinne der 

beauftragenden IV-Stelle handeln könnte, ausreichend Rechnung getragen (BGE 137 V 

239, E. 2.4.3 f. und S. 242, E. 3.1.1). Bei der SMAB AG handelt es sich um eine vom 

2.1.2. 
bis

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BSV anerkannte Gutachterstelle (Liste des BSV der polydisziplinären Gutachterstellen, 

welche über einen Vertrag mit dem BSV nach Artikel 72  IVV verfügen, Stand: 1. Juni 

2020; eingesehen unter https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/

iv/grundlagen-gesetze/organisation-iv/medizinische-gutachten-iv.html).

bis

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vermögen etwa das blosse 

Auftragsvolumen bei einem Gutachter oder einer Gutachterstelle bzw. der 

regelmässige Beizug derselben (Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 2019, 

9C_704/2018, E. 5.1, vom 25. Oktober 2016, 8C_354/2016, E. 5 und 29. Mai 2015, 

8C_467/2014, E. 4), kritische Äusserungen zu behandelnden Ärzten durch einen 

Gutachter (Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 2016, 9C_276/2016, E. 3.1.2 mit 

Hinweis), eine frühere Tätigkeit des Gutachters beim RAD (Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. Juni 2016, 9C_257/2016, E. 4.2), ein durchgeführtes Strafverfahren gegen 

einen Gutachter betreffend die Abgabe einer Gesamtbeurteilung ohne Rücksprache mit 

einem Teilgutachter (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2013, 9C_970/2012, E. 4) 

oder eine starke Abweichung bei der Auswertung der Häufigkeitsverteilung von 

attestierten Arbeitsunfähigkeitsgraden für sich allein genommen nicht objektiv den 

Anschein von Befangenheit eines Gutachters oder einer Gutachterstelle zu wecken. Für 

die Annahme des Vorliegens einer Befangenheit bedarf es weiterer, die konkrete 

Begutachtung betreffende Umstände (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2020, 

9C_25/2020, E. 5.1.2.2).

2.1.3. 

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es sei eine vergleichende 

Untersuchung über die von einzelnen Gutachterstellen im Durchschnitt attestierten 

Arbeitsfähigkeiten durchzuführen, anerkannte das Bundesgericht zwar ein 

entsprechendes privates Interesse versicherter Personen an der Einsicht in die Daten 

(BGE 144 I 170). Einen Anspruch auf Erstellung und Zurverfügungstellung einer solchen 

Erhebung hat es aber hinsichtlich begutachtender Institutionen mit dem Hinweis 

verneint, dass diese nicht befangen sein könnten. Hinsichtlich einzelner Gutachter 

erwog es, dass die Aussagekraft einer allfälligen Tendenz, Arbeitsunfähigkeit eher 

zurückhaltend oder grosszügig anzuerkennen, im einzelnen Leistungsverfahren zu 

beurteilen sei. Im konkreten Fall verneinte es, dass die Kenntnis der vom betreffenden 

Experten in anderen Fällen attestierten Arbeitsunfähigkeiten mangelnde 

Ergebnisoffenheit zu belegen vermöge. Konkrete Anhaltspunkte, die auf einen 

Befangenheitsanschein hindeuten könnten, seien ohnehin nicht vorgetragen worden 

(Urteil vom 22. April 2020, 8C_25/2020, E. 5.1.2.2). Was die vorliegend geltend 

gemachte Äusserung des neuropsychologischen Gutachters zum Anspruch auf eine 

befristete Rente betrifft, ist nicht ersichtlich, inwiefern diese auf ein unkorrektes 

2.1.4. 

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3. Nachfolgend ist das Gutachten inhaltlich zu prüfen.

Arbeiten Hinweise geben sollte. Zum einen ist die Aussage nicht belegt, zum anderen 

betrifft sie die rechtliche Würdigung des Sachverhaltes, welche nicht dem Gutachter 

obliegt, und die Beschwerdeführerin könnte hieraus auch gestützt auf den 

Vertrauensschutz nichts zu ihren Gunsten ableiten. In medizinischer Hinsicht hat die 

neuropsychologische Gutachtensperson - bei der es sich notabene um eine Frau 

handelt - überdies eine ausführliche Beurteilung abgegeben und die Adaptionskriterien 

für eine angepasste Tätigkeit festgelegt. Die genaue Arbeitsfähigkeitsschätzung werde 

durch den psychiatrischen Gutachter erfolgen (vgl. IV-act 79-71 f.).

Somit besteht kein Grund, dem Gutachten oder einem Teil davon von Vornherein 

wegen Befangenheit die Beweistauglichkeit abzusprechen. Es erfüllt auch die übrigen 

von der Rechtsprechung festgelegten formellen Kriterien (vgl. E. 1.4 vorstehend).

2.2. 

Die Beschwerdeführerin schilderte, primär leide sie unter Kopfschmerzen, die 

täglich, meist abends, in unterschiedlicher Intensität aufträten, sowie unter einem 

linksseitigen Tinnitus, besonders wenn es unter vielen Menschen laut sei. An zweiter 

Stelle stünden Konzentrationsstörungen. Früher habe sie ohne Probleme ein Buch 

gelesen, nun müsse sie etwas mehrfach lesen, um den Inhalt überhaupt zu verstehen. 

Sie sei auch beim Lesen abgelenkt, müsse viel über ihre Gesundheit und ihre 

Perspektive nachdenken. Sie habe auch das Gefühl, dass ihr Ehemann sie provoziere 

und belüge. Sie sei immer traurig, nur die Kinder ihrer Schwester bereiteten ihr etwas 

Freude. Sie sei vergesslich, ständig müde, habe keine Kraft, sei schnell nervös, 

erschöpft, beginne dann auch zu zittern und habe Ein- und Durchschlafprobleme. In 

der linken Hand (auch im Arm und an den Fingern) verspüre sie Kribbelempfindungen 

bzw. ein Taubheitsgefühl. Schliesslich werde ihr beim Aufstehen vom Liegen oder beim 

Hin- und Herbewegen des Kopfes schwindlig. Dies sei im normalen Alltag nicht 

relevant (IV-act. 79-25, 33, 45, 54 f.). Aufgrund der Durchschlafstörungen stehe sie in 

der Regel erst gegen Mittag auf und nehme das Mittagessen bei ihrer Schwester ein. 

Danach lege sie sich wieder hin und gehe mit ihrer Schwester gegen 15.00 Uhr 

spazieren, sofern es ihr möglich sei. Danach warte sie, bis ihre Söhne und der 

Ehemann gegen 17.00 Uhr nach Hause kämen. Sie versuche, zwischendurch Romane 

zu lesen, schaue nicht mehr fern und benutze keinen Computer. Sie fahre mit den Auto 

beispielsweise zum Arzt. Im Sommer sei sie für zwei Wochen in Mazedonien gewesen 

(IV-act. 79-25, 33, 45, 55, 68). Am letzten Arbeitsplatz hätten Müdigkeit, Kraftlosigkeit 

und Konzentrationsstörungen zu Fehlern geführt. Sie habe sich nicht wohl gefühlt, 

habe Probleme mit Arbeitskollegen gehabt, die immer wieder Fragen gestellt, sie 

provoziert und teilweise schikaniert hätten, was (zusätzlich) Auswirkungen auf ihre 

3.1. 

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Konzentrationsfähigkeit gehabt und zu Fehlern geführt habe (IV-act. 79- 27, 57). Einen 

Arbeitsversuch im Recycling habe sie 2016 nach zwei Wochen abbrechen müssen, da 

sie überfordert gewesen sei (IV-act. 79-27, 57). Von der Rehabilitationsbehandlung in 

der Klinik F.___ habe sie nur kurzfristig profitiert und von den Behandlungen kaum 

Linderung erfahren. Der Unfall bzw. die Erkrankung habe ihr Leben erheblich verändert 

(IV-act. 79-33).

Der neurologische Gutachter diagnostizierte Spannungskopfschmerzen und eine 

unklare Sensibilitätsstörung an Unterarm und Hand links (IV-act. 79-29). Er befand, die 

früheren Diagnosen eines Sulcus-ulnaris-Syndroms und eines Karpaltunnelsyndroms 

könnten nicht bestätigt werden (IV-act. 79-30). Bei dezidierter Untersuchung des 

Berührungsempfindens an der Hand und am Arm beschreibe die Beschwerdeführerin 

Ausfälle in einem Bereich, der keinem peripheren Nerv oder einer Nervenwurzel 

eindeutig und ausreichend zugeordnet werden könne. Ähnliches gelte für die 

beschriebenen intermittierend auftretenden Kribbelparästhesien vom Unterarm bis in 

die Hand links. Letztendlich hätten aber die vorgetragenen Beschwerden keine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Allenfalls seien Tätigkeiten mit erforderlichem 

intaktem bimanuellem Tastsinn beeinträchtigt (IV-act. 79-29). Hier waren schon die 

früheren Beurteilungen uneinheitlich: Während Dr. C.___ klinisch ein sensibles Sulcus-

ulnaris-Syndrom und elektrophysiologisch ein leichtgradiges rein sensibles 

Karpaltunnelsyndrom feststellte (Bericht vom 3. Juni 2014, Fremdakten, act. 2-67 ff.), 

fand einige Wochen später Dr. D.___ klinisch keinen Anhalt für ein Sulcus-ulnaris- oder 

Karpaltunnelsyndrom (Bericht vom 20. August 2014, Fremdakten, act. 2-8 ff.). Es ist 

daher nachvollziehbar, dass der neurologische Gutachter keine sich auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirkende wesentliche Symptomatik annimmt. Er führte weiter aus, 

die beschriebene Schwindelproblematik sei uneinheitlich. Hinweise auf eine 

neurologische Genese lägen nicht vor (IV-act. 79-30). Dabei kann es sein Bewenden 

haben, nachdem die Beschwerdeführerin selbst sich durch den Schwindel nicht 

wesentlich eingeschränkt fühlt. In der letzten Tätigkeit (Montage) oder einer 

Verweistätigkeit attestierte der neurologische Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von 

100 % (IV-act. 79-29). Auch retrospektiv habe aus rein klinisch-neurologischer Sicht zu 

keinem Zeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit und in 

einer Verweistätigkeit bestanden (IV-act. 79-30).

3.2. 

Der orthopädische Gutachter erhob chronisch-rezidivierende Zervikozephalgien 

mit freier Funktion der Halswirbelsäule und rezidivierenden Muskelspannungsstörungen 

im Schulter-/Nackenbereich (IV-act. 79-37) und kam zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit 

in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin und in 

3.3. 

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leidensangepasster Tätigkeit sei nicht eingeschränkt. Spätestens drei Wochen nach 

dem Unfallereignis sei die Beschwerdeführerin (aus orthopädischer Sicht) wieder 

arbeitsfähig gewesen (IV-act. 79-38).

Auch aus dem internistischen Fachgebiet konnten keine Gesundheitsschäden mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden (IV-act. 79-50 f.).

3.4. 

Die Neuropsychologin kam zum Schluss, es bestünden aktuell leichte bis 

mittelschwere kognitive Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses 

und der exekutiven Funktionen. Diese seien qualitativ mit der beschriebenen 

depressiven Symptomatik zu vereinbaren. Aufmerksamkeits-, Antriebs- und 

Lerndefizite seien bei depressiven Störungen sehr typisch (IV-act. 79-71).

3.5. 

 3.6. 

Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine chronische mittelgradige 

Depression (ICD-10: F32.2). Im psychiatrischen Befund seien eine depressive 

Stimmungslage mit verminderter affektiver Resonanz, gestörtem interaktionellen 

Kontaktverhalten (Zurückhaltung, kaum Blickkontakt) und Beeinträchtigungen in 

Denken, Antrieb und Psychomotorik feststellbar. Darüber hinaus beschreibe die 

Beschwerdeführerin ausgeprägte Schlafstörungen; Initiative, Freude und 

Durchhaltefähigkeit hätten abgenommen (IV-act. 79-60). Dr. H.___ hatte zusätzlich die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) gestellt und dazu 

ausgeführt, diese habe im Februar 2015 erhärtet werden können. An Symptomen seien 

Erinnerungslücken an Teile des Unfalls, Trigger (vor allem Geräusche), Hyperarousal, 

erhöhte psychische Sensivität, kognitive Probleme, Reizbarkeit, Schlafstörungen und 

somatische Symptome explorier- und beobachtbar gewesen. Die Beschwerdeführerin 

erlebe sich gegenüber der Familie abgestumpft und fühle sich isoliert und 

unverstanden (Arztbericht Dr. H.___ vom 10. April 2016, IV-act. 53). Der psychiatrische 

Gutachter nahm dazu Stellung, die Diagnose einer posttraumatischen 

Belastungsstörung sei überhaupt nicht nachvollziehbar. Weder das Unfallereignis noch 

die spätere Symptomatologie (und der aktuelle Befund) liessen eine solche 

diagnostische Annahme zu (IV-act. 79-63).

3.6.1. 

Zur selben Ansicht war auch Dr. O.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, in seinen psychiatrischen Beurteilungen vom 16. November 2015 

und vom 12. Dezember 2016 zuhanden der SUVA gelangt (Fremdakten, act. 7-14 ff.; 

Fremdakten, act. 51). Die Diagnose beschreibt die Reaktion auf ein belastendes 

Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen 

3.6.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/22

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Ausmasses, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Als Beispiel 

wird unter anderem ein schwerer Unfall erwähnt (vgl. H. Dilling/W. Mombour/

M.H. Schmidt, ICD-10, 10. Aufl., 2015, S. 207). Da beim Unfall vom 4. April 2014 keine 

Personen schwer verletzt wurden und auch die Beschwerdeführerin selbst nicht 

lebensbedrohlich verletzt war, ist von einem solchen Ereignis nicht auszugehen. Zudem 

erhärtete sich die Diagnose erst im Februar 2015, mithin kurz vor Beendigung der 

Behandlung bei Dr. H.___ am 23. März 2015 (IV-act. 53).

Sodann verneinte der Gutachter das Vorliegen einer generalisierten Angststörung 

(ICD-10: F41.1), wie sie Dr. J.___ diagnostiziert hatte (Arztbericht vom 3. Juli 2015, IV-

act. 29). Diese könne jedenfalls zum aktuellen Zeitpunkt nicht bestätigt werden (IV-act. 

79-63). Die Diagnose einer Angststörung wurde weder in der Klinik N.___ gestellt 

(Austrittsbericht vom 25. Juli 206, IV-act. 59) noch von Dr. O.___ (Beurteilungen vom 

16. November 2015 und vom 12. Dezember 2016 zuhanden der SUVA, Fremdakten, 

act. 7-14 ff.; Fremdakten, act. 51) bestätigt. Der Gutachter erhob keine befundlichen 

Hinweise für Phobien oder eine Panikstörung (IV-act. 79-59).

3.6.3. 

Nicht ausdrücklich äusserte er sich zum Vorliegen der in der Klinik N.___ 

erhobenen anhaltenden Schmerzstörung (ICD-10: F45.4; Austrittsbericht vom 25. Juli 

2016, IV-act. 59). Er ordnete die Kopfschmerzen als psychosomatisches Korrelat der 

Depression zu (IV-act. 79-60) und berücksichtigte, dass sich Depression und 

Kopfschmerzen gegenseitig verstärkten (IV-act. 79-62). Dass er die Schmerzen in die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit einbezog, zeigt sich auch daran, dass er einerseits 

eine mittelgradige Depression diagnostizierte, andererseits aber die psychischen 

Befunde als schwer ausgeprägt bezeichnete (IV-act. 79-61). Ähnlich hatte zudem 

Dr. O.___ im Bericht vom 16. November 2015 festgehalten, die beschriebene 

Symptomatik lasse eher an eine depressive Störung und eine Überlastung mit 

somatoformen Symptomen denken. Diagnostisch stünden die depressiven Symptome 

mit den Auswirkungen auf Affekt und Schmerzen im Vordergrund (Fremdakten, 

act. 7-22).

3.6.4. 

Der psychiatrische Gutachter erwähnte übereinstimmend, bei den von der 

Beschwerdeführerin beschriebenen Konzentrationsstörungen handle es sich um eine 

sogenannte depressive Pseudodemenz. Hierzu passten auch die neuropsychologisch 

objektivierten kognitiven Beeinträchtigungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, 

Gedächtnis und exekutive Funktionen (IV-act. 79-60). Er stufte den Schweregrad der 

neuropsychologischen Befunde nachvollziehbar als leicht bis mittelgradig ein (IV-

act. 79-61).

3.6.5. 

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Der psychiatrische Gutachter bestimmte die Arbeitsfähigkeit anhand der 

Indikatoren des strukturierten Beweisverfahrens: Er führte aus, durch die erhebliche 

Einschränkung der psychomentalen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit insgesamt, 

aber auch durch die Abnahme von Antrieb und Durchhaltevermögen seien die pro 

Zeiteinheit mögliche Leistungsfähigkeit und das Rendement eingeschränkt. Hinzu 

kämen die neuropsychologischen Defizite. Die mit der bisherigen Tätigkeit verbundene 

gleichzeitige Überwachung mehrerer Parameter wäre aufgrund der kognitiven 

Beeinträchtigungen erheblich erschwert (IV-act. 79-60, 71). Die neuropsychologischen 

Befunde seien als leicht bis mittelgradig, die psychischen Befunde als schwer 

einzustufen. Sie führten zu einer erheblichen Einschränkung der Funktionsfähigkeit im 

Alltag. Es finde seit wenigen Monaten nach dem Unfall eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung statt. Unverständlich sei, dass die antidepressive 

Medikation seit über zwei Jahren nicht verändert worden sei. Die medikamentösen 

Therapieansätze seien nicht ausgeschöpft (IV-act. 79-61). Die Beschwerdeführerin 

verfüge über gute Ressourcen in den Komplexen Realitätsprüfung, Urteilsbildung, 

Beziehungsfähigkeit, Kontaktgestaltung und Interaktionskompetenz. Die 

Selbstwertregulation, Regressionsfähigkeit und Intentionalität seien herabgesetzt. Der 

Antrieb sei reduziert. Sie sei aber durchaus in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren. 

Ein krankhaft bedingter Rückzug aus sozialen Bereichen liege teilweise vor. Das 

unmittelbare soziale Umfeld sei intakt. Es bestehe eine familiäre Unterstützung, die als 

interpersonelle Ressource gelte. Das Aktivitätsniveau sei in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen gleichmässig eingeschränkt. Eine Diskrepanz zwischen den 

Bereichen Haushalt, Freizeitgestaltung, Benutzung von Verkehrsmitteln und Führungs- 

und Kontrollfunktionen sei insofern nicht feststellbar (IV-act. 79-62). Flexibilität und 

Urteilsfähigkeit, Planung und Strukturierung von Aufgaben, 

Selbstbehauptungsfähigkeit, Fähigkeit zu Spontanaktivitäten und die 

Durchhaltefähigkeit seien mittelgradig, die Kontaktfähigkeit zu Dritten leicht und die 

Anpassung an Regeln und Routinen, die Anwendung fachlicher Kompetenzen, die 

Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, die Gruppenfähigkeit, die Verkehrsfähigkeit, die 

Fähigkeit zu familiären bzw. intimen Beziehungen und die Selbstpflege seien nicht 

beeinträchtigt. Bei der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit lägen darüber hinaus 

Einschränkungen in den Bereichen Sicherheit, Arbeitsleistung (Leistungs- und 

Zeitkomponente), Lebensqualität (mangelnde Erholung und Partizipation bei 

Erschöpfung), nicht jedoch in den Bereichen Gesundheit und soziales 

Interaktionsverhalten vor (IV-act. 79-63).

3.7. 

Zur Arbeitsfähigkeit hielt der psychiatrische Gutachter fest, die psychischen und 

neuropsychologischen Einschränkungen begründeten unter Berücksichtigung der 

3.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/22

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anderen intakten psychischen und kognitiven Funktionen in der in dieser Hinsicht 

anforderungsreichen bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. 

Zusammenfassend bestehe ein erhöhter Regenerationsbedarf und ein Mehraufwand 

bei Vorbereitung und Planung. Multitasking könne nicht zugemutet werden. Einfache 

Routinetätigkeiten seien vorzuziehen. Es sollte Zeitdruck vermieden werden und sei 

eine verlängerte Einarbeitungszeit zu berücksichtigen (IV-act. 79-63). In einer 

Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit hingegen 70 %. Die verminderte 

psychomentale Belastbarkeit und Ausdauer blieben auch hier relevant, unter 

Berücksichtigung des Leistungsprofils würden aber die anderen die Leistungsfähigkeit 

einschränkenden Komponenten wegfallen (IV-act. 79-14, 61). Daraus erhellt, dass die 

psychiatrischen und neuropsychologischen Einschränkungen in der geschätzten 

Arbeitsfähigkeit von 70 % vollumfänglich berücksichtigt sind.

 3.9. 

Zum Verlauf legte der psychiatrische Gutachter dar, in Annahme der Entwicklung 

einer mittelgradigen Depression im baldigen Verlauf nach dem Unfall (Juni 2014) dürfte 

die Arbeitsfähigkeit bis Oktober 2014 in einer Grössenordnung von 70 % gelegen 

haben. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Depression in einer Remissionsphase 

befunden. Spätestens ab Februar 2015 habe eine mittelgradige Depression vorgelegen. 

Auch wenn diese im Verlauf Schwankungen unterworfen gewesen sei, sei im 

Längsschnitt von wenigen Änderungen der Funktionsfähigkeit auszugehen, so dass die 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit dieser Zeit bis anhaltend bei 50 % 

anzusiedeln sei. Es sei davon auszugehen, dass es durch die Chronifizierung zu einer 

quantitativen und qualitativen Zunahme der depressiogenen kognitiven und 

psychischen Symptome gekommen sei, sodass die Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit anders als in der ersten Zeit nach dem Unfall zu beurteilen seien. In 

einer leidensadaptierten Tätigkeit sei entsprechend diesem Verlauf von Juni bis 

Oktober 2014 von einer 80%igen, von Oktober 2014 bis Februar 2015 von einer 

100%igen und seit Februar 2015 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-

act. 79-64).

3.9.1. 

Dr. J.___ attestierte ab 1. Juli 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Besprechung 

SUVA vom 28. April 2015, Fremdakten, act. 7-91 ff.). Aufgrund einer Zunahme der 

depressiven Symptomatik erhöhte er die Arbeitsunfähigkeit ab 27. Januar 2016 auf 

100 % (Berichte vom 11. April 2016, Fremdakten, act. 13, und vom 13. Juni 2016, IV-

act. 56). Ab Mai 2016 berichtete er von einer erheblichen Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes (Verlaufsbericht vom 16. März 2017, IV-act. 67). Der stationäre 

3.9.2. 

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4.  

Aufenthalt in der Klinik N.___ führte zu keiner Verbesserung der Konzentrations-, 

Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen und im affektiven Bereich zu einer leichten 

Verbesserung der Vitalgefühle, der inneren Unruhe, der Insuffizienzgefühle und der 

Antriebshemmung bei nach wie vor vorhandener Deprimiertheit, Hoffnungslosigkeit, 

Affektstarre, Gereiztheit, Gefühlslosigkeit und einem ausgeprägten sozialen Rückzug 

(Austrittsbericht vom 25. Juli 2016, IV-act. 59, ergänzende Stellungnahmen zuhanden 

der SUVA vom 4. August 2016, Fremdakten, act. 36-3 ff.). Dr. J.___ hielt gegenüber der 

SUVA am 19. Oktober 2016 fest, die bislang attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

sei aus "psychosomatischer Sicht" erfolgt. Aus rein psychiatrischer Sicht sei die 

Beschwerdeführerin höchstens 50 % arbeitsunfähig (Fremdakten, act. 47; 

Verlaufsbericht vom 16. März 2017, IV-act. 67). Diese Angabe bezieht sich auf die 

bisherige Tätigkeit (IV-act. 67-3, Ziff. 1.2). Geht man davon aus, dass Dr. J.___ die von 

psychosozialen Belastungsfaktoren herrührenden und rein subjektiven Beschwerden 

ausklammert, stimmt seine Einschätzung mit derjenigen des psychiatrischen 

Gutachters überein. Dabei handelt es sich um den Gesundheitszustand nach der 

berichteten Verschlechterung im Mai 2016. Damit ist nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass im Verlauf aus psychiatrischer Sicht vor 

der Begutachtung eine höhere Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Dem Gutachter ist 

somit zu folgen, dass die 70%ige Arbeitsfähigkeit ab Februar 2015 bestanden hat.

Zusammenfassend berücksichtigt das Gutachten die geklagten Beschwerden, 

die vorhandenen medizinischen Akten, beruht auf üblicher Befundaufnahme und ist 

schlüssig und nachvollziehbar und die massgeblichen Indikatoren des strukturierten 

Beweisverfahrens werden erörtert. Auf die getroffene Arbeitsfähigkeitsschätzung ist für 

die Beurteilung des Rentenanspruches abzustellen.

3.10. 

Die Beschwerdeführerin war ab dem 4. April 2014 zu 100 % beziehungsweise 

50 % arbeitsunfähig (Fremdakten, act. 3-2 ff.; Unfallschein UVG, Fremdakten, 

act. 2-54). Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte am 16. Dezember 2014. Ein 

allfälliger Rentenanspruch besteht somit ab 1. Juni 2015 (Art. 28 Abs. 1 lit. b und 

Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Gemäss den Gutachtern ist interdisziplinär führend aus 

psychiatrischer Sicht seit dem 1. Februar 2015 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeiten auszugehen.

4.1. 

Die ehemalige Arbeitgeberin gab für die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2014 ein 

Einkommen von 13 x Fr. 4'450.-- = Fr. 57'850.-- an (Angaben vom 21. Januar 2015, IV-

act. 19-3). Die Beschwerdegegnerin ging von diesem Betrag als Valideneinkommen 

4.2. 

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aus. Hinzu kommt eine Gratifikation von Fr. 1'500.-- (IV-act. 19-4). Unter deren 

Berücksichtigung beläuft sich das Valideneinkommen auf Fr. 59'350.--. Wird das 

Valideneinkommen aufgrund des durchschnittlichen Jahreseinkommens der Jahre 

2010 bis 2014 (Auszug aus dem individuellen Konto [IK], IV-act. 10) berechnet, ergibt 

sich kein höherer Betrag (2010: Fr. 49'894.-- : 2579 x 2673 = Fr. 51'713.--; 2011: 

Fr. 59'240.-- : 2604 x 2673 = Fr. 60'810.--; 2012: Fr. 53'321 : 2630 x 2673 = 

Fr. 54'193.--; 2013: Fr. 58'820.-- : 2648 x 2673.-- = Fr. 59'375.--; Durchschnitt 

Fr. 57'088.--).

Das Invalideneinkommen bemisst sich nach dem Durchschnittseinkommen 

gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS), 

Kompetenzniveau 1, Frauen, welches für das Jahr 2014 Fr. 53'793.-- beträgt. 

Entsprechend der Arbeitsfähigkeit von 70 % beläuft sich das Invalideneinkommen ohne 

Tabellenlohnabzug auf Fr. 37'655.--.

4.3. 

Nach ständiger Rechtsprechung können gesundheitliche Einschränkungen, die 

bereits in der Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht 

zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer 

doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen (Urteile 8C_805/2016 vom 

22. März 2017 E. 3.1; 8C_536/2014 vom 20. Januar 2015 E. 4.3; je mit Hinweisen). 

Dabei rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige 

versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich 

keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil 8C_536/2014 vom 20. Januar 2015 E. 4.3; 

9C_728/2009 vom 21. September 2010 E. 4.3.2, in: SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90 mit 

Hinweisen). Bestehen jedoch über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum 

hinaus zusätzliche Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement 

pro Zeiteinheit wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach 

ausserordentlichen Pausen oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen 

Natur nach nicht ohne weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den 

gewöhnlichen betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des 

leidensbedingten Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil 

des Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1).

4.4. 

Soweit die Beschwerdeführerin einen Teilzeitabzug geltend macht, ist ein 

Minderverdienst anhand der Statistik nicht ausgewiesen (vgl. BFS, T18, Monatlicher 

Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, 

2014). Auch sind in der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70 % sämtliche Auswirkungen 

des psychischen Gesundheitsschadens berücksichtigt (vgl. E. 2.6). Aus somatischer 

Sicht verbleibt die Einschränkung für Tätigkeiten, die einen bimanuell intakten Tastsinn 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/22

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5.

Die Beschwerdeführerin macht geltend, über den Rentenanspruch hätte erst bei 

Vorliegen eines stabilen medizinischen Zustandes und nach oder zusammen mit dem 

Entscheid über berufliche Massnahmen entschieden werden dürfen.

erfordern. Deren Anteil im Spektrum der für die Beschwerdeführerin in Frage 

kommenden Tätigkeiten dürfte sehr klein sein, so dass diese in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigte Einschränkung keinen 

Tabellenlohnabzug rechtfertigt. Mithin besteht keine Grundlage für einen 

Tabellenlohnabzug. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59'350.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 37'655.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 36,6 % 

([Fr. 59'350.-- - Fr. 37'655.--] : 59'350.--). Die Beschwerdeführerin hat somit keinen 

Rentenanspruch.

Der Kreisarzt der SUVA kam am 26. November 2015 zum Schluss, aus organisch-

orthopädischer Warte sei von einem erreichten stabilen Zustand auszugehen 

(Fremdakten, act. 7-30). Namentlich im Hinblick auf die Symptomatik in Arm und Hand 

links ist aufgrund der Akten nicht von einer Veränderung auszugehen und sind die 

Beschwerden ausreichend abgeklärt. Den psychischen Zustand betreffend hielt RAD-

Arzt Dr. K.___ am 19. Januar 2018 fest, dass (aus psychiatrischer Sicht) im 

Längsschnitt von einem stabilen Gesundheitszustand auszugehen sei (IV-act. 80). Der 

Gesundheitszustand war somit im Begutachtungs- und Verfügungszeitpunkt stabil.

5.1. 

Nachdem der Einkommensvergleich keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad 

ergibt, war es gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum einen ohnehin 

zulässig, zuerst über das Rentenbegehren und erst danach über allfällige weitere beruf­

lichen Massnahmen zu entscheiden (Urteile vom 14. April 2003, I 99/02, E. 4.2; vom 

20. Mai 2015, 8C_187/2015, E. 3.2.1). Zum anderen hat die Beschwerdegegnerin vor 

der Prüfung des Rentenanspruches bereits Arbeitsvermittlung durchgeführt und einen 

weiteren Anspruch mangels Vorliegens der subjektiven Eingliederungsfähigkeit am 14. 

Januar 2016 abgewiesen (vgl. Assessmentprotokolle vom 14. August 2015, 29. 

September 2015 und 5. Januar 2016, IV-act. 36, 40 und 43, sowie Feststellungsblatt 

berufliche Massnahmen vom 14. Januar 2016 sowie Mitteilung vom 14. Januar 2016, 

IV-act. 47). Sollte zu einem späteren Zeitpunkt eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands eintreten oder insbesondere die Symptomatik am Ellbogen und 

der Hand stärker und objektivierbar werden, wäre bei entsprechender Dokumentierung 

auch eine stärkere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit glaubhaft, so dass sich für 

eine allfällige spätere Wiederanmeldung für die Beschwerdeführerin kein Nachteil 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/22

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

ergeben sollte, weil die Beschwerdegegnerin mit dem Erlass der angefochtenen 

Verfügung nicht zuwartete.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

6.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2020
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gestützt auf ein für beweistauglich befundenes Gutachten besteht in angepassten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Diese Schätzung berücksichtigt sämtliche psychischen Beeinträchtigungen. Eine geltend gemachte sensible Symptomatik an Ellbogen und Hand links begründet mangels Objektivierbarkeit keinen Grund für einen Tabellenlohnabzug. Der Einkommensvergleich ergibt einen keinen Rentenanspruch begründenden Invaliditätsgrad von 36,6 % (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. August 2020, IV 2018/240).

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