# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcc9f13b-dc37-59de-a017-bf1297a961dd
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-08
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 08.01.2018 P1 16 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P1-16-55_2018-01-08.pdf

## Full Text

RVJ / ZWR 2018 215 

Strafrecht – Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben - KGE (I. 
Strafrechtliche Abteilung) vom 8. Januar 2018, Staatsanwaltschaft 
des Kantons Wallis und Zivilparteien c. X. und Y. - TCV P1 16 55 

Fahrlässige Tötung: strafrechtliche Verantwortung für einen Lawinen-
niedergang auf eine Skipiste 

- Die Verantwortlichen von gewinnorientierten Bergbahn- und Skiliftunternehmungen, 
welche gegen Entgelt Schneesportler befördern und diesen Pisten zur Ausübung des 
Wintersports zur Verfügung stellen, sind verpflichtet, die zur Abwehr von Natur-
gefahren notwendigen und zumutbaren Vorsichts- und Schutzmassnahmen vorzu-
kehren. Pisten sind zu schliessen, sobald und solange die Gefahr besteht, dass 
Lawinen auf diese niedergehen können (E. 3.1). 

- Die strafrechtliche Verantwortung innerhalb des Unternehmens richtet sich nach 
dessen Organisationsstruktur, also nach dem Aufgabenbereich und den Kompe-
tenzen des jeweiligen Mitarbeiters. Strafbar macht sich nur, wer entweder formell 
nach internen Reglementen bzw. Pflichtenheften oder faktisch durch das Treffen 
entsprechender Entscheidungen Organstellung innehat (E. 3.1.2).  

Homicide par négligence : responsabilité pénale en cas d’avalanche 
sur une piste de ski 

- Les responsables des entreprises des remontées mécaniques à but lucratif qui 
mettent à disposition, contre paiement, des pistes pour la pratique des sports d’hiver, 
sont tenus prendre les mesures nécessaires et raisonnables de prévention et de pro-
tection contre les dangers naturels. Les pistes doivent être fermées, dès qu’apparaît 
et tant que dure le risque que des avalanches y descendent (consid. 3.1). 

- La responsabilité pénale au sein de l’entreprise se détermine en fonction de son 
organisation, soit selon la répartition des tâches et des compétences des collabora-
teurs concernés. Est punissable pénalement uniquement celui qui occupe une 
fonction d’organe, soit formellement selon les règlements internes ou le cahier des 
charges, soit de fait par la prise de décisions en la matière (consid. 3.1.2). 

 

Sachverhalt und Erwägungen 
 

2.1  Am 7. Dezember 2011 herrschten in Saas-Fee schlechte Wetter-
verhältnisse. X., Leiter des Pisten- und Rettungsdienstes der Berg-
bahnen Saas-Fee AG, nahm in seinem Büro morgens um 06.45 Uhr 
eine erste Lawinenbeurteilung vor. Gegen 07.10 Uhr fuhr er zusam-
men mit Y., stellvertretender Rettungschef der Bergbahnen Saas-Fee 
AG, und weiteren Mitarbeitern mit der Seilbahn zur Bergstation 
Felskinn. Hier nahmen sie nach vorgängigem Neuschneefall und einer 
angesagten erheblichen Lawinengefahr eine Wetterbeurteilung vor. X. 
ging danach mit einem Mitarbeiter zur Bergstation Mittelallalin. Y. 

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begab sich mit den anderen Mitarbeitern zum Felskinngebiet und 
nahm mit Hilfe der Sprengseilbahn die Sprengungen im Bereich des 
Stollenausgangs vor. Er liess die Ziele Nr. 1 - 5 sprengen. Nicht 
gesprengt wurde das Ziel Nr. 6. Um ca. 08.15 Uhr teilte er X. per Funk 
mit, dass die Ziele Nr. 1 - 5 gesprengt worden seien mit kleineren 
Lawinenniedergängen und dass er das Gebiet als sicher erachte. 
Gegen 09.00 Uhr gab X. das Gebiet bis Höhe Felskinn frei, ohne 
rückzufragen, weshalb das Ziel Nr. 6 nicht gesprengt worden sei.  

2.2  Am gleichen Tag um ca. 10.45 Uhr fuhr die Schneesportlehrerin 
A. mit ihrem Schüler B., geb. am 9. Mai 2005, ab Felskinn auf der 
gleichnamigen Piste Nr. 5, als sich oberhalb der Traverse eine Lawine 
löste und die beiden erfasste. Y. bemerkte den Lawinenniedergang 
gegen 11.30 Uhr bei einer Kontrollfahrt. Er löste Alarm aus und es 
gelang ihm, A., deren Beine aus dem Schnee herausragten, mit der 
Schaufel aus den Schneemassen zu befreien. B. konnte von den 
inzwischen eingetroffenen Helfern erst gegen 12.22 Uhr geortet und 
geborgen werden. Er war stark unterkühlt und bewusstlos. Nach 
erfolglosen Wiederbelebungsversuchen wurde um 23.30 Uhr im 
CHUV in Lausanne sein Tod festgestellt.  

2.3  Die Anklage wirft X. und Y. mit Hinweis auf ihre jeweilige Stellung 
im Sportbahnunternehmen und ihre Tätigkeit am 7. Dezember 2011 
vor, die fragliche Piste ohne ausreichende Sicherheitsmassnahmen, 
namentlich ohne Sprengung am Zielpunkt Nr. 6, freigegeben und so 
den Tod von B. verursacht zu haben, weil sie diese nach den Wet-
terumständen notwendige Sprengung, welche die Unfalllawine verhin-
dert hätte, unterlassen und die Piste dennoch im Wissen um die 
erhebliche Lawinengefahr geöffnet hätten. Das Bezirksgericht sprach 
die beiden Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig, wobei es 
sich bei seinem Schuldspruch im Wesentlichen auf das Gutachten des 
WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos, stützte 
(vgl. dazu nachstehende E. 2.5.2). Y. rügt in seiner Berufung (…) eine 
falsche Rechtsanwendung, weil er keine Garantenstellung inne 
gehabt und keine Sorgfaltspflichtverletzung begangen habe. 

(…) 

2.5.2  Im Auftrage der Staatsanwaltschaft erstellte Dr. S., WSL-Institut 
für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos, unterstützt durch einen 
weiteren WSL-Mitarbeiter, ein Gutachten zum Lawinenniedergang, 
welches er am 30. April 2015 ergänzte. Der Experte gelangte darin im 

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Wesentlichen zum Schluss, dass sich die Lawine im Anrissgebiet A, 
dort wo sich auch das Sprengziel Nr. 6 befinde, gelöst haben müsse.  

(…) 

2.5.2.1  Es trifft zu, dass der Experte nicht mit absoluter Sicherheit zu 
bestätigen vermochte, dass die fragliche Lawine im Gebiet A ange-
brochen ist. Einerseits war die Anrissstelle aufgrund der dazwischen 
durch die Verantwortlichen der Schneesportbahnen vorgenommenen 
zusätzlichen Sprengungen visuell nicht mehr zuverlässig zu bestim-
men. Anderseits ist ein absoluter Nachweis auch im Bereich der Natur-
wissenschaften oftmals nicht zu erbringen. Entsprechend war der 
Gutachter bei der Wahl seiner Formulierungen vorsichtig und zurück-
haltend. Er hat aber mit einlässlicher, nachvollziehbarer und aus Sicht 
des Kantonsgerichts schlüssiger Begründung dargelegt, weshalb die 
Lawine nicht aus dem Gebiet B, wie von den beiden Beschuldigten 
geltend gemacht, niedergegangen sein kann. Er bezog sich hierbei auf 
die konkrete Geländekonfiguration und die vorhandene Schneemenge, 
welche er vor Ort, aber auch gestützt auf die meteorologischen Unter-
lagen der automatischen Messstationen, ermittelte. Gestützt darauf 
konnte er einen Lawinenniedergang aus dem Gebiet B praktisch aus-
schliessen. Diese Variante erachtete er kaum als möglich, wohingegen 
sämtliche Parameter für eine Lawinenauslösung im Gebiet A spre-
chen. Die Einwände der beiden Beschuldigten dazu nahm er zur 
Kenntnis, verwarf sie aber gestützt auf die gegebenen objektiven Ele-
mente. Für das Kantonsgericht besteht daher kein vernünftiger Zweifel 
daran, dass sich die Lawine aus dem Anrissgebiet A löste. 

2.5.2.2  Ebenfalls aus dem Gutachten ergibt sich ohne unüberbrück-
bare Zweifel, dass die damalige Lawinensituation vor der Öffnung der 
Piste eine Sprengung des Zieles Nr. 6 verlangt hätte, dass der 
Sprengerfolg im Ziel Nr. 5 dazu ebenso wie das Bauchgefühl der 
Beschuldigten sowie deren Erfahrung keine verlässlichen, insbeson-
dere gegenteiligen Rückschlüsse erlaubten, dass eine Sprengung des 
Zieles Nr. 6 die Lawine im Gebiet A ausgelöst hätte, so dass danach 
keine Lawine auf die Piste niedergegangen und der Knabe somit nicht 
zu Tode gekommen wäre. Das Kantonsgericht erachtet die diesbe-
züglichen Einschätzungen des Experten, welcher sich auf verschie-
dene Unterlagen wie Lawinenbulletins und automatische meteorolo-
gische Erhebungen sowie eigene Untersuchungen am Tag nach dem 
Unfall stützt, für schlüssig. 

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3.  Die rechtlichen Ausführungen des Bezirksgerichts zur fahrlässigen 
Tötung in E. 3.1.1 des angefochtenen Urteils sind zutreffend, so dass 
grundsätzlich darauf verwiesen werden kann.  

3.1  Ein fahrlässiges Erfolgsdelikt kann auch durch Unterlassen verübt 
werden. Voraussetzung dafür ist eine Rechtspflicht zur Vornahme der 
unterlassenen Handlung (Garantenstellung) und die Möglichkeit, 
diese Handlung vorzunehmen (ZWR 2003 S. 319 f.). Die Garant-
enstellung wird insbesondere durch die Verantwortlichkeit für die 
Sicherung oder Überwachung von bestimmten Gefahrenquellen 
begründet. Als formelle Entstehungsgründe kommen in Frage Gesetz 
und Vertrag, sofern sie die Pflicht zur Abwendung der Gefahr bein-
halten, ferner freiwillig begründete Gefahrengemeinschaft und voran-
gegangenes gefährdendes Tun (Ingerenz) (BGE 134 IV 255 E. 4.2.1). 
Der (hypothetische) Kausalzusammenhang zwischen Unterlassung 
und Erfolg ist dann anzunehmen, wenn bei Vornahme der gebotenen 
Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit 
nicht eingetreten wäre (BGE 117 IV 130 E. 2a; 116 IV 182 E. 4, je mit 
Hinweisen). Die Abgrenzung zwischen Begehungs- und Unterlas-
sungsdelikt gestaltet sich nicht immer einfach. Nach dem Subsidiari-
tätsprinzip gilt ein Verhalten dann als Handeln und nicht als blosses 
Unterlassen, wenn es ein aktives Tun beinhaltet, welches das Risiko, 
das in den Erfolg umschlug, herbeiführte oder steigerte (und nicht nur 
nicht verminderte). So ist etwa eine sorgfaltspflichtwidrige Weisung 
des Chefs an den ihm unterstellten Arbeiter, deren Befolgung zum 
Erfolgseintritt führt, als Begehungsdelikt zu qualifizieren (vgl. BGE 129 
IV 121 f. E. 2.2, 2.3 und 2.4 mit Hinweisen auf Lehre und Recht-
sprechung). Nach der Rechtsprechung sind die Verantwortlichen der 
Bergbahn- und Skiliftunternehmungen, welche Pisten erstellen und 
diese für den Skilauf öffnen, verpflichtet, die zur Gefahrenabwehr 
zumutbaren Vorsichts- und Schutzmassnahmen vorzukehren (BGE 
130 III 193 E. 2.2; Bundesgerichtsurteil 6B_925/2008 vom 9. März 
2009 E. 1.1). Diese Verkehrssicherungspflicht verlangt, dass Pisten zu 
schliessen sind, sobald die Gefahr besteht, dass Lawinen auf diese 
niedergehen können. Wird berufsmässig aus einem gefährlichen 
Unternehmen Gewinn erzielt, ist der Verantwortliche dabei streng zu 
beurteilen und sind an seine Verkehrssicherungspflichten hohe, wenn 
auch mit Rücksicht auf die Eigenart des alpinen Geländes nicht 
überspannte Anforderungen zu stellen (Padrutt, Grenzen der Siche-
rungspflicht für Skipisten, ZStrR 103/1986 S. 386 f.). Der Skifahrer auf 
einer gepflegten Skipiste darf wesentlich höhere Anforderungen in 

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Bezug auf Schutz vor alpinen Gefahren stellen als auf einer nur 
markierten, nicht aber gespurten und unterhaltenen Abfahrt (Gerber, 
Strafrechtliche Aspekte von Lawinen- und Bergunfällen, 1979, S. 184; 
zum Ganzen s. BGE 138 IV 124 E. 4.4.5). 

3.1.1  Wie im Rahmen der Beweiswürdigung bereits festgehalten 
wurde, hätten die Verantwortlichen der Bergbahnen Saas-Fee AG die 
Unfallpiste ohne vorgängige Sprengung des Zieles Nr. 6 nicht öffnen 
dürfen. Es war voraussehbar, dass eine Lawine aus dem Anrissgebiet 
A spontan abgehen und die Piste erreichen könnte. Die Schneesport-
lehrerin A. und ihr Schüler B. befuhren eine markierte, präparierte und 
offene Piste. Sie durften erwarten, auf dieser keiner Lawinengefahr 
ausgesetzt zu sein. Bei ordnungsgemässer vorgängiger Sprengung 
wäre denn auch keine Lawine auf die Piste niedergegangen, die 
beiden Schneesportler wären nicht verschüttet und der Knabe nicht 
getötet worden. Der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung ist damit 
im Grundsatz erfüllt. 

3.1.2  Näher zu prüfen ist, wer innerhalb der Seilbahnunternehmung 
die Verantwortung dafür trug, wer also als Garant für den tödlichen 
Unfall einzustehen hat. Die Zuweisung strafrechtlicher Verantwortlich-
keit in Unternehmen richtet sich nach deren Organisationsstruktur. 
Mitarbeitern kommt eine Garantenstellung nur im Rahmen ihres 
Aufgabenbereichs zu und nur insoweit, als ihnen auch die entspre-
chenden Kompetenzen delegiert sind. Entscheidend sind die tatsäch-
liche Herrschaft über und die Verantwortung für die Gefahrenquelle 
(Bundesgerichtsurteil 6B_405/2013 vom 19. Mai 2014 E. 1.3.2; BGE 
120 IV 300 E. 3d/bb). 

3.1.2.1  X. war laut Pflichtenheft der Saas-Fee Bergbahnen AG Leiter 
des Pisten- und Rettungsdienstes. In dieser Funktion benötigte er den 
eidgenössischen Fachausweis C als Fachmann des Pisten- und 
Rettungsdienstes und den Sprengausweis B. Er war verantwortlich für 
die Organisation und Durchführung eines reibungslosen Pisten- und 
Rettungsdienstes. Seine Aufgabe beinhaltete unmittelbar die Sicher-
heit und Gesundheit der Schneesportler bzw. Anlagenbenutzer. Zu 
seinen Pflichten zählte namentlich der Pisten-, Spreng- und Lawinen-
dienst. Im Rahmen des Pistendienstes trug er die Verantwortung für 
die Sicherung des Geländes bei Pisten, die Öffnung und Offenhaltung 
der markierten Schneesportabfahrten und der Ergreifung der notwen-
digen Massnahmen und Vorkehrungen der Pisten bei Lawinengefahr. 

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Im Lawinen- und Sprengdienst zeichnete er sich verantwortlich für die 
Lawinensicherung und künstliche Auslösung sowie die Bekanntgabe 
der Lawinengefahr mit den zu treffenden Massnahmen. Spezielle 
Aufgaben durfte er seinem Stellvertreter übertragen. Bei seiner Abwe-
senheit konnte er durch einen von ihm und dem Geschäftsführer 
bestimmten Mitarbeiter vertreten werden. Er war direkt dem 
Geschäftsführer unterstellt und ihm unterstanden alle Mitarbeiter des 
Pisten- und Rettungsdienstes. 

Bereits aus diesem Pflichtenheft ergibt sich, dass X. als oberster Chef 
des Pisten- und Rettungsdienstes der Hauptverantwortliche für die 
Pistensicherheit, inkl. Lawinen- und Sprengdienst, und für die Öffnung 
bzw. Schliessung der markierten Pisten war. Er hat in seinen Aus-
sagen denn auch eingeräumt, dass er für die Sprengungen und die 
Pistenöffnung die Oberverantwortung trug und dass letztlich er der-
jenige war, der die Piste freigegeben hat. Er wurde damit erst-
instanzlich zu Recht im Sinne der Anklage schuldig gesprochen. 

3.1.2.2  In seinem Pflichtenheft wird der Berufungskläger Y. als „Stv. 
Leiter Rettungsdienst“ angeführt, welcher dem Leiter Rettungsdienst 
unterstellt ist und bei dessen Abwesenheit nach dessen Pflichtenheft 
die Verantwortung für die Abteilung Rettungsdienst mit dessen Per-
sonal übernimmt. Untergebene Mitarbeitende werden ansonsten 
keine genannt. Allgemein werden Aufgabenbereiche als Patrouilleur 
angegeben wie der Unterhalt und die Pflege der Piste, deren Schutz 
vor alpinen Gefahren und Hindernissen und Gefahrenstellen, die 
Rettung von Personen sowie der Ordnungsdienst. Im Rahmen der 
Verkehrssicherungspflicht werden wiederum die Sicherung von Pisten 
vor alpinen Gefahren und Hindernissen sowie Gefahrenstellen 
erwähnt, wobei die Pisten in Absprache mit dem Vorgesetzten oder 
dessen Stellvertreter u.a. bei Lawinengefahr geschlossen und nur in 
Absprache mit dem Vorgesetzten oder dessen Stellvertreter geöffnet 
werden könnten. Bei den Lawinensprengungen ist vorgesehen, dass 
der Patrouilleur mit der entsprechenden Ausbildung die Sprengungen 
nach Anweisung des Vorgesetzten selbständig durchführt und lücken-
los ein Sprengprotokoll führt. 

Am Unfalltag war der direkte Vorgesetzte des Berufungsklägers, d.h. 
der Leiter des Rettungsdienstes, abwesend. Der Berufungskläger war 
folglich für den Rettungsdienst verantwortlich. Die Lawinensicherung 
fällt indessen gerade nicht in diesen Bereich. Zwar war der Beru-

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fungskläger als ausgebildeter Sprengspezialist im Gebiet Felskinn für 
die Sprengungen zuständig und für deren ordnungsgemässe Ausfüh-
rung verantwortlich, X. hatte ihn hier mit dem entsprechenden Auftrag 
zusammen mit weiteren Mitarbeitern zurückgelassen, und faktisch 
entschied er vor Ort, zuerst die Ziele Nr. 1-4 und alsdann noch das Ziel 
Nr. 5 zu sprengen bzw. auf eine Sprengung des Zieles Nr. 6 zu ver-
zichten. Die Freigabe der Piste lag alsdann aber laut Pflichtenheft nicht 
in seiner Kompetenz, sondern in jener seines Vorgesetzten. Der 
Umstand, dass sein direkter Vorgesetzter am fraglichen Tag nicht 
anwesend war, bedeutet nun aber nicht, dass diese Kompetenz ohne 
weiteres auf ihn übergegangen wäre. Denn laut Pflichtenheft 
erschöpfte sich seine Stellvertretung in diesem Fall auf die Abteilung 
Rettungsdienst. Mithin war der Berufungskläger laut internem Organi-
gramm nicht zuständig für die Schliessung und Öffnung der Pisten bei 
Lawinengefahr. In diesem Sinne hatte er keine formelle Organstellung. 

Zu prüfen bleibt, ob er faktisch eine Organstellung innehatte. Dafür 
spricht, dass er vor Ort die weiteren Mitarbeiter führte, die Entschei-
dung traf in Bezug auf die Sprengziele und sich daselbst eine Meinung 
bildete über die Notwendigkeit der Anzahl Sprengungen bzw. der 
dadurch erzielten Sicherheit der Piste. Die fragliche Piste gab er jedoch 
trotz seiner Beurteilung, dass diese nun sicher sei, für die Schneesport-
ler nicht frei. Vielmehr berichtete er über die durchgeführten Sprengun-
gen - die gesprengten Ziele und das nicht mehr angegangene Spreng-
ziel - sowie über seine Einschätzung der Pistensicherheit danach dem 
X., der als Leiter des Pisten- und Rettungsdienstes und Oberverant-
wortlicher des Lawinen- und Sprengdienstes letztlich das Sagen hatte. 
Denn dieser war es, der schlussendlich die Piste zur Nutzung freigab. 
Mithin hat der Berufungskläger insoweit den Dienstweg gemäss Pflich-
tenheft eingehalten und seinem Vorgesetzten rapportiert, damit dieser 
entscheiden konnte. Folglich hat der Berufungskläger wohl bei den 
Sicherungsvorkehrungen mitgewirkt und seinem Vorgesetzten über die 
Sprengungen, deren Erfolg sowie über seine persönliche Einschätzung 
der Gefahren- bzw. Sicherheitslage berichtet, ihm also wesentliche 
Entscheidungsgrundlagen geliefert, selbst aber keinen Entscheid 
gefällt. Er handelte somit auch faktisch nicht als Organ. 

Mangels Organstellung ist der Berufungskläger in Gutheissung seiner 
Berufung vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freizusprechen.