# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b689fbf0-9339-5349-8b71-494749a578c0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-01
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision, Revisionsgrund : Wechsel der Bemessungsmethode, allseitige Prüfung der übrigen Elemente der Anspruchsberechtigung
**Docket/Reference:** IV.2015.00691
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00691.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00691
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Bachmann
Urteil
vom
1. Februar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt George Hunziker
Advokaturen
im Rabenhaus
Hechtplatz/
Schifflände
5, Postfach 624, 8024 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1962,
ist
verheiratet und Mutter zweier Kinder (
geboren 199
5
und 1999
)
. Sie absolvierte eine Lehre als Köchin und ist Inhabe
rin des
Wirtepatents
. Bis zur Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1995 war sie
mitunter als Betriebsleiterin
im Gastronomiebereich tätig, danach war sie haupt
sächlich Hausfrau und
Mutter.
Ab
1996
arbeitete sie
nebenberuflich bei einer Bank a
ls
Notenkontrolleu
rin
,
welche Stelle ihr im Zuge von
Restrukturie
rungs
massnahmen
im Jahr 2004 gekündigt wurde (Urk. 6/16). Ab August 2007 war sie während 5 Stun
den pro Monat als Kinderbetreuerin in einer
Primar
schule
tätig (vgl. Urk. 6/17 und
Urk.
6/57, wonach diese Anstellung im April 2009 gekündigt wurde). Infolge eines im Jahr 1998 erstmals diagnostizierten und operierten
myxoiden
Liposarkoms
(Tumor) am rechten Unterschenkel, be
züglich dessen es zu einem Tumorrezidiv mit erneuter Operation
im Jahr 2006
kam, und unter Hinweis auf die
seitherigen
Einschrän
kungen, meldete sich die Versicherte
am 21. März 2007 bei der Invalidenversi
cherung zum
Leistungsbe
zug
an (Urk. 6/2)
.
D
ie IV-Stelle
tätigte Abklärungen
in erwerblicher
und medi
zinischer Hinsicht
und führte
eine
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähig
keit in Beruf und Haushalt
durch.
M
it Verfügung vom
10.
Oktober 2008 sprach sie der Versicherten – ausgehend von einer Qualifikation als Teilerwerbstätige (50
% Erwerbstätigkeit, 50
% Haushalt) – mit Wirkung ab 1.
Januar 200
7
eine halbe Rent
e der Invalidenversicherung
nach Massgabe eines errechneten
Invali
ditäts
grades
von 51 %
zu (
zuzüglich Kinderrenten; vgl.
Urk.
6/44).
2.
Im Jahr 2009 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen e
in Revisionsverfahren in die Wege (Urk.
6/45) und tätigte Abklärungen in medizinischer und erwerbli
cher Hinsicht. Nachdem sie der Versicherten zunächst die Einstellung der bisher ausgerichteten Rente in Aussicht gestellt (Urk.
6/50-51) und die
se
dagegen Ein
wand erhoben hatte (Urk. 6/52
und
Urk.
6/57
), veranlasste die IV-Stelle eine Abklärung der funktionellen Leistungsfähigkeit in der
Klinik Y.___
(
Bericht vom 23. Juli 2010; Urk.
6/63
). Nach Gewährung
des r
echtlichen Gehörs zum Bericht
(Urk. 6/68)
verfügte die IV-Stelle am 14. Dezember 2010 die
Ein
stellung der Invalidenrente
(Urk. 6/72). Eine gegen diese Verfügung am 2
8.
Janu
ar
2011 erhobene Beschwerde (Urk.
6/75) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
1.
Sep
tember 2012 in dem Sinne gut, das
s es die Sache
zur Durch
füh
rung
von weiteren Abklärungen in medizinischer Hinsicht
bzw. Durchfüh
rung einer Haushaltabklärung namentlich zur Festlegung der bislang faktisch offen ge
lass
enen Statusfrage
an die IV-Stelle
zurückwies (Urk.
6/
91
; Prozess-
Nr.
IV.2011.00086
).
Am 1.
August 2011 hatte die Versicherte wiederum eine
teil
zeitliche
Erwerbst
ätigkeit als Notenkontrolleurin aufgenommen (
Urk.
6/84 ff.).
In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht und veranlasste
insbesondere
eine polydisziplinäre Begutachtung der Versi
cher
ten, welche
–
nach
Zuteilung nach
dem Zufallsprinzip
(Urk.
6/105) – durch
das
Z.___
vorgenommen
wurde (
Z.___
-
Gu
t
achten vom 1
8.
März 2014; Urk.
6/118).
Am 12.
Juni 2014 wurde zu
dem eine Abklärung der beeinträchtig
t
en Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durchge
führt (Abklärungsbericht vom 8. April 2015; Urk.
6/123). Gestützt auf die so getätigten Abklärun
gen erliess die IV-Stelle am 8.
April 2015 einen neuen Vorbescheid, mit welchem sie der Versicherten
abermals
die Einstellung der bisher ausgerichteten Invaliden
rente in Aussicht stellte (Urk.
6/127). Daran
hielt
die IV-Stelle
nach erhobenem Einwand
vom 1
5.
Mai 2015
(Urk.
6/132) mit Verfügung vom 2
6.
Mai 2015 fest (
Urk.
2).
3.
Dagegen liess die Versicher
te hierorts mit Eingabe vom 23.
Juni 2015 Be
schwerde erheben (Urk. 1) mit den Anträgen, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei der Versicherten neu eine Dreiviertel-Invalidenrente,
eventuell weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten; eventuell sei die Sache
zur Vervollständigung der Abklärung nochmals an die
Beschwerde
geg
nerin
zurück zu weisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge
n
zulasten der
Be
schwerdegegnerin
(
Urk.
1 S. 1).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Vernehmlassung vom 28.
August 2015 die
Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
5), was der Beschwerdeführerin m
it
Gerichtsverfü
gung
vom 1.
September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sacht
e und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
ons
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
ent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter
werbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte
Me
thode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen un
ver
änderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestün
de. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicher
ten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine mög
lichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Ver
hältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwi
ckelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die
hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätig
keit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei verheirateten Versicherten ist überdies die eherechtliche Aufgaben- und Rollenverteilung im Rahmen der ehelichen Gemeinschaft zu beachten. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass das Eherecht die Gleichberechtigung der Eheleute verwirklicht und auf jede gesetzlich bestimmte Aufgabenteilung ver
zichtet hat. Es ist ausdrücklich dem Ehepaar überlassen, sich über die Rollen
ver
teilung sowie über Art und Umfang ihrer Beiträge an den Unterhalt der Fa
milie
zu einigen (
Art.
163
Abs.
2 ZGB) und sich über die für die Bestreitung ih
rer eigenen und der Bedürfnisse ihrer Kinder zweckmässige und notwendige
Aufga
benteilung
zu verständigen (BGE 117 V 194, 114 II 13 E. 3). Mit dieser Freiheit
der Eheleute in der Ausgestaltung ihrer Partnerschaft ist es nicht zu verein
ba
ren,
einer traditionellen Rollenverteilung, die der Frau die Besorgung des Haushaltes zuweist, im Rahmen der Invaliditätsbemessung den Vorrang ein
zuräumen und die beruflich-erwerblichen Interessen der Ehefrau geringer ein
zustufen als die
jeni
gen des Ehemannes (BGE 117 V 194). Ob eine versicherte Person ohne Gesundheitsschaden ganz oder teilweise erwerbstätig wäre oder den Haushalt besorgen würde, ist somit auch unter eherechtlichen Gesichts
punkten aufgrund einer Gesamtwürdigung der persönlichen, beruflichen, sozia
len und ökonomi
schen Umstände des konkreten Falles zu beurteilen, wobei kei
nem dieser Krite
rien zum vornherein vorrangige Bedeutung zukommt (BGE 117 V 194 in
fine
; SVR 1994 IV Nr. 17 E. 4a, AHI 1997 S. 289 und 1996 S. 197 f. E. 1c).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
hei
ten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gege
be
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V
157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994,
S. 24 f.).
2.
2.1
Die Verwaltung begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen da
mit
, dass die Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt
(„heute“)
als
Teiler
werbs
tätige
zu gelten habe, wobei der Anteil Erwerbs
t
ätigkeit
neu
auf 70
% und der
jenige im Haushalt auf 30 % festzulegen sei.
Die umfassende polydisziplinäre medizinische Begutachtung habe ergeben, dass der Versicherten die Ausübung einer dauernd stehenden
und gehenden
Tätigkeit nicht mehr möglich
sei
, hin
gegen die Ausübung einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit regelmässiger Sitzgelegenheit mit einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60
% verteilt über 6-8 Stunden möglich und zumutbar
sei
. Der in Anwendung der gemischten Methode errechnete
Invaliditätsgrad betrage 23
%, weshalb kein An
s
pruch mehr auf eine In
validenrente bestehe (
Urk.
2).
2.2
Dagegen lässt die Versicherte zur Hauptsache geltend machen, dass aufgrund der Angaben im
Z.___
Gutachten nach wie vor keine gesundheitliche Verbesse
rung ausgewiesen
,
sondern vielmehr von einer revisionsrechtlich unbeachtli
chen
Neubeurteilung eines nämlichen Gesundheitszustandes auszugehen sei. Alsdann
sei die
gemisch
te Methode nicht anwendbar, wäre die Versicherte im
Gesund
heitsfall
doch zu 100 % erwerbstätig. Schliesslich seien auch die
Ver
gleichsein
kommen
unzutreffend ermittelt worden (
Urk.
1).
3.
3.1
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin als teil- oder vollerwerbstätig zu gelten hat, was je zur Anwendung einer anderen Methode der
Invaliditäts
bemessung
führt. Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin
- entgegen deren Angaben anlässlich der Haushaltabklärung
,
wonach sie bei
guter Gesundheit wieder vollzeitlich erwerbstätig wäre (
Urk.
6/123 S. 3
Ziff.
2.5
)
-
als teilerwerbstätig (70
% Erwerbstätigkeit und 30
% Haushalt), was sie da
mit begründete,
dass trotz Mitarbeit des Ehegatten und der Kinder im Haushalt die Hauptlast der Haushaltsarbeit bei der Versicherten
liege
. Zudem sei aus den Akten ersichtlich, dass die Versicherte – welche seit August 2011 wieder einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit als Notenkontrolleurin nachgehe - ihre
Restar
beitsfähigkeit
nicht
voll ausschöpfe. Eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit sei daher nicht überwiegend wahrscheinlich
(vgl.
Urk.
2 S.
5 unten
, vgl. auch
Urk.
6/123 S. 3
Ziff.
2.6.1
)
.
3.2
E
ntgegen der
Ansicht
der Ver
w
altung
besteht
aufgrund
der Akten kein Anlass, nicht auf di
e
anlässlich der Haushaltabklärung gemachten
Angaben
der Be
schwerdeführerin
bezüglich einer im Gesundheitsfall vollzeitl
ich ausgeübten Erwerbstätigkeit
abzustellen.
Es
ist zu berücksichtigen, dass
die
Kin
der im mass
geblichen Zeitpunkt bereits erwachsen
(Sohn)
bzw
.
16 Jahre alt
(Tochter)
waren,
womit kein
massgeblicher
Betreu
u
ngsbedarf mehr
be
stand
.
Dass
– wohl mit Blick
auf die
Feststellungen anlässlich der
Haushaltab
klärung
-
der Haushalt
„vorwie
gend auf der Kundin laste“
spricht ebenfalls nicht gegen die angegebene
voll
zeitliche
Erwerbstätigkeit
, denn
aus den Begebenheiten
,
wie sie
– im gegebenen Krankheitsfall -
anläss
lich der Haushaltabklärung erhoben wurden,
lässt sich
für die sich hier
stellende - den hypothetischen Gesundheitsfall betreffende -
Frage nur bedingt etwas ableiten.
Zudem
darf im
Rahmen der Invaliditätsbemessung
bezüglich der
Besorgung des Haushaltes
nicht ohne Weiteres von einer
traditio
nellen Rollenverteilung
ausgegangen werd
en
(vgl. E.
1.4
hi
ev
or
)
,
was
gerade auch im
Falle der Beschwerdeführerin
g
e
lt
en
muss
,
nachdem
– worauf
selbst
die Ver
waltung hinweist -
die
Mithilfe der übrigen Familienmitglieder im Haushalt
durchaus
ausgewiesen
und darüber hinaus
aus
den
Akten auch
er
sichtlich ist
, dass
der Ehegatte e
iner ausserhäuslich
en
Erwerbst
ätigkeit
seiner Ehefrau
unter
stützend
gegenübersteht (vgl. Schreiben vom
1
4.
August 2008,
Urk.
6/38).
Aber auch
die
Erwerb
s
biografie
der Versicherten
spricht für
ein
im Gesundheitsfall ausgeübtes
hohe
s
Erwerbsp
ensum
:
So
war
die Versi
cherte
gemäss ihren Anga
ben
– was nicht bestritten wird
und aufgrund der Akten zumindest nicht
unplausibel
erscheint
(vgl. E
inkommen gemäss IK-
Aus
zug; Urk.
6/
8
) –
vor der
Geburt des ersten Kind
e
s
im
Mai
1995
vollzeitlich
er
werbstätig
und
stieg
sie
bereits
am 1.
Januar 1996
wieder teilzeitli
ch ins Er
werbsleben ein
(als
Noten
kontrolleurin
bei der
A.___
; vgl.
Urk.
6/16)
.
Alsdann übte sie d
iese
Tätigkeit
auch nach der Geburt des zweiten Kindes
im Jahr 1999
bis zur Kündigung durch die Arbeitgeberin im Jahr 2004 weiter
hin
aus
und war in der Folge immer wieder um Arbeit bemüht (vgl
.
ausgeübte Tätigkeiten im Bereich
im
Kinderbetreuung
und in den Akten liegen
de Stellenbewerbungen Urk.
6/37
).
Der Umstand allein,
d
ass die Beschwerdeführerin – wie die Verwaltung geltend macht – ihr
Rest
arbeitspotential
(im Krankheitsfall)
nicht ausgeschöpft hat
,
stellt dies
vorliegend
nicht in Frage
.
3.3
Zusammenfassend
darf
e
ntsprechend
den Angaben der Beschwerdeführerin
da
von ausgegangen werden, dass sie im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
vollzeitlich erwerbstätig wäre. Damit ist
der Invaliditätsgrad auf
grund
der allgemeinen Methode des
Ei
nkommensvergleichs zu bestimmen.
3.4
Gelangt – wie
vorstehend
festgestellt –
aber
neu die allgemeine M
ethode des Einkommensvergleichs zur Anwendung, bildet diese
-
im Vergleich zur
Renten
zusprache
erfolgte
-
Änderung der Qualifikation eine Änderung in den tatsäch
lichen Verhältnissen
, welche
für s
ich allein einen Revisionsgrund darstellt.
So
mit sind
auch die anderen Elemente der Anspruchsberechtigung
in tatsächlicher und rechtlich
er
Hinsicht umfassend (
„
allseitig
“
) zu überprüfen, wobei keine
Bindung mehr an frühere Beurteilungen besteht
(vgl. statt vieler: Urteil des Bun
desgerichts vom 1
8.
November 2014, 8C_510/2014, E.
4.2 mit Hinweisen
oder Urteil des Bundesgerichts vom
8.
Januar 2013, 8C_724/2012
E.
3.3).
4.
Im polydisziplinären
(
allgemeininternistisch, psychiatrisch, orthopädisch,
neuro
logisch
und
angiologisch
)
Gutachten des
Z.___
vom 1
8.
März 2014 erhoben die verantwortlich zeichnenden Fachärzte folgende Diagnosen (
Urk.
6/118 S. 21):
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
1.
Sekundäres Lymphödem Unterschenkel/Knöchel/Fuss und Zehe rechts
-
Status nach Resektion eines
myxoiden
Liposarkoms
im Bereich
der
Tibi
alis
anterior
Loge 1998 (Klinik
B.___
,
C.___
)
-
Status nach Resektion eines Tumorrezidivs und Deckung mit
mus
kulokutanem
Lappen 17.10.2006
[richtig: 17.1.2006]
mit frei trans
p
l
antiertem
Musculus
gracilis
-
Radiologisch stationäres ausgepr
ägtes subkutanes und int
ramuskulä
res Ödem sowie ausgeprägte Verfettung und Atrophie des
Musculus
gracilis
-Schwenklappens sowie der Unterschenkelmuskulatur ohne Hinweis für Tumorrezidiv oder Metastasen
(CT letztmals 9.11.2012)
-
Persistierendes sensomotorisches Defizit des rechten Fusses
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
1.
Adipositas
permagna
(BMI 44 kg/m
2
) (ICD-10 E66.0)
-
Hyperurikämie
(ICD-10 E79.0)
-
2.
Myxoides
Liposarkom
der
Tibialis
anterior
-Loge rechts, Resektion
1
998, Resektion eines Tumorrezidivs und Deckung mit
musku
lo
kutanem Lappen 17.01.2006, St. nach Entfernung eines Fixa
teur
externe und Anlage eines Gehgip
s
es 02.02.2006
In ihrer
im Rahmen eines interdisziplinären Konsensus erarbeiteten
Gesamtbe
urteilung
führten die verantwortlichen Ärzte
aus,
die Explorandin habe an ei
nem
myxoiden
Liposarkom
des rechten Unterschenkels gelitten, welches 1998 und 2006 habe operiert werden müssen. Als Folge davon bestehe eine vermin
derte Belastbarkeit und ein chronisches Lymphödem. Ausser den Beschwerden am rechten Bein habe die Explorandin keine Einschränkungen angegeben. O
b
jektiv habe bei der Untersuchung das Lymphödem im Vordergrund gestanden, welches
angiologisch
beurteilt worden sei. Die aktuelle Behandlung mit
Kom
pressions
therapie
sei ausgeschöpft. Aus
angiologischer
Sicht sei die Explorandin für eine idealerweise in wechselnder Position auszuübende leichte Tätigkeit zu 60
% arbeitsfähig. Überwiegend stehende Tätigkeiten seien nicht
mehr zumut
bar. Bei
der neurologischen Untersuchung sei ein persistierendes sensomotori
sches Defizit
als Folge der Operation diagnostiziert worden. Tätigkeiten, welche mit dauern
dem Gehen oder Stehen verbunden seien, könnten der Explorandin nicht mehr zugemutet werden. Eine körperlich leichte Tätigkeit mit Möglichkeit zum
Posi
tionswechsel
sei der Explorandin aus neurologischer Sicht mit 70
%
Leistungs
fähigkeit
zumutbar. Bei der orthopädischen Untersuchung hätten die von der Explorandin angegebenen Beschwerden mit den objektiven Befunden erklärt
werden können. Aus orthopädischer Sicht sei die Belastbarkeit des rech
ten Beines
vermindert. Rein orthopädisch seien nur leicht vermehrte Pausen notwendig und eine angepasste körperlich leichte Tätigkeit mit 90
% Leis
tungsfähigkeit möglich. Bei der allgemeininternistischen Untersuchung sei eine Adipositas diag
nostiziert worden
; diese habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit.
An
lässlich des psychiatrischen Untersuchs sei keine psychiatrische Di
agnose gestellt
worden; auch aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschrän
kung der Arbeit
s
fähigkeit.
Zusammengefasst sei die Explorandin für eine körperlich leichte Tätigkeit, wel
che abwechselnd im Sitzen, Stehen und
G
ehen verrichtet werden könne, zu 60% arbeits- und leistungsfähig, idealerweise
könnte
das Pensum vollschichtig, min
destens über sechs Stunden pro Tag umgesetzt werden mit erhöhtem
Pausen
bedarf
. Im Vordergrund stünden dabei Einschränkungen, welche durch das
Lym
ph
ö
dem
und die notwendigen
Entstauungsmassnahmen
verursacht seien. Die Arbeitsunfähigkeiten aus neurologischer und orthopädischer Sicht seien in dieser Einschätzung berücksichtigt und könnten nicht kumuliert werden. Die früher ausgeübte Tätigkeit als Köchin und Betriebsleiterin einer Kantine sei der Explorandin nicht mehr zumutbar.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit für die früher ausgeübte Tätigkeit als Köchin, wie auch für andere körperlich schwere und mittelschwere sowie über
wiegend stehende Tätigkeiten seit der Operation vom 1
7.
Januar 2006 bestehe. Über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten sei es schwierig, genaue Angaben zu machen. Gemäss
den
Beurteilungen der
Klinik D.___
sei der Zustand seit mehreren Jahren stabil geblieben, sodass die fest
gestellte Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich seit der
Rentenzusprache
unverän
dert bestehe. Sicher gelte diese Einschätzung ab dem Untersuchungstermin im No
vember 201
3.
5.
5.1
Das Gutachten des
Z.___
beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Unter
suchungen und berücksichtigt die vo
n der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizi
nischen Situation Rechnung. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Es ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die praxisgemässen Kriterien vollumfänglich
(vgl. vorstehend E.
1.5)
, so dass darauf abgestellt werden kann.
5.2
Soweit die
Beschwerdeführerin
ausführen lässt, dass sie in ihrem derzeit bei der
E.___
als Notenkontrolleurin ausgeübten Pensum von 15 Arbeits
stun
den pro Woche (mithin ca
.
40 %) an die Grenze des Machbaren gelange (
Urk.
1 S. 11), vermag dies die Richtigkeit der Einschätzung nicht in Frage zu stellen
, ist doch aus
den Akten ersichtlich, dass diese Tätigkeit
mehrheitlich im Stehen zu verrichten und somit
nicht optimal leidensangepasst ist (vgl. etwa
Urk.
6/85,
Urk.
6/88,
Urk.
6/118 etwa S. 7, 15 und insbesondere S. 23). Aber auch soweit die
Versicherte
das Abstellen auf das
Z.___
Gutachten
unter Hinweis auf
den
Rückweisungsentscheid
des hiesigen Gerichts
vom 2
1.
September 2012
zur Haupt
sache damit beanstandet,
dass – verglichen mit der
der
r
entenzuspr
e
che
nden
Verfügung zugrundeliegenden medizinischen Sachlage
im Jahr 2008
–
auch
gestützt auf das Gutachten
nach wie vor
kein veränderter (verbesserter)
Ge
sundheitszustand
ausgewiesen s
ei
,
weshalb es
an einer unabdingbaren Rechts
grundlage für eine Herabsetzung des seit 2008 bestehenden Rentenanspruchs
fehle
(vgl. Urk. 1 S. 3 f.)
, ergibt dies nichts zu ihren Gunsten
.
Denn sie verkennt
dass –
im Gegensatz zur Akten
- und Sach
lage, wie sie dem
Urteil
vom
21.
September 2012
zugrunde lag
–
aufgrund der getätigten Abklärungen
nun
mehr
ein
e
Ä
nderung
aus dem anspruc
hserheblichen
Tat
sachenspektrum
fest
steht
(geänderter Status
;
vgl. E
.
3.4
hie
vor
)
.
5.3
Zusammenfassend ist daher
auf das beweiskräftige Gutachten des
Z.___
abzustel
len und
davon auszugehen, dass die Versicherte zwar in ihrer angestammten
Tätigkeit als Köchin nicht mehr arbeitsfähig, jedoch
spätestens
seit November 2013
in einer leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von 60 % arbeitsfähig ist.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der so festg
e
stellten Arbeits
un
fähigkeit.
6
.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkommens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Ein
zel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungs
werten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Prozent
zahlen
genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche
Erwerbsein
kommen
ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich
aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zentvergleich
; Urtei
l des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
6
.2
6
.2.1
Was zunächst die Ermittlung des
Valideneinkommens
betrifft
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeblichen Zeitpunkt
(hier:
der angefochtenen
R
ev
i
sionsverfügung)
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (
BGE 129 V 222
E. 4.3.1 mit Hinweisen)
.
6
.2.2
Die Verwaltung
stellte
in der angefochtenen Verfügung
– mit Blick auf die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Notenkontrolleurin – auf die Tabellenlöhne
der
vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Schweizerischen
Lohn
strukturerhebungen
(LSE)
für administrativ
e-
kaufmännische Tätigkeiten
(
TA 7 der LSE
20
10,
Anforderungsniveau 4
)
ab
(vgl.
Urk.
6/124)
. Da
gegen
lässt
die Be
schwerdeführerin geltend machen
, es sei für die Bestimmung des
Validen
ein
kommens
an das Einkommen anzuknüpfen
,
welches sie
zuletzt
in den Jahren 1993 bis 1995
als Betriebsleiterin im
Gastronomiebereich erzielt habe
(
Urk.
1 S.
5)
.
Vorliegend gilt
es z
u berücksichtigen, dass die Versicherte ihre frühere Tätig
keit
als Betriebsleiterin
Gastronomie
nicht gesundheitsbedingt, sondern
er
klärter
massen
im Jahr 1995
aufgrund der Geburt des ersten Kindes
und mithin
aus fami
liären Gründen (
zugunsten
ihrer
damals vorrangigen
Mutter- und
Er
zieh
ungsfunktion
;
Urk.
1 S. 8)
aufgegeben hat,
weshalb von Vorneher
e
in nicht an
dieses Einkommen
angeknüpft werden kann
.
Dazu kommt
, dass die Versicherte
i
n der Folge
j
ahre
lang
als Notenkontrolleurin gearbeitet hat und mithin
einer
Erwerbstätigkeit
a
usserhalb ihre
s
angestammten
Berufes
(sowie
ohne leitende Funktion)
nachgegangen ist.
Nach
Verlust di
eser Arbeits
stelle im Jahr 2004
(
jedoch
vor Eintritt
des invalidisierenden
Gesundheitsscha
dens
als Folge der zweiten Tumoroperation
anfangs 2006
; vgl.
Urk.
6/75 S. 37)
bewarb sie
sich
für Anstellungen in
unterschiedlichen
Bereichen (vgl. neben
Gastro
no
mie
bereich
etwa
auch als Verkäuferin in ein
em Babyfachgeschäft;
Urk.
6/37)
.
M
it Blick
auf
die
-
nicht
invaliditäts
bedingte
-
jahrelange
Abwesenheit
von ih
rer
angestamm
ten
Tätigkeit
sowie die in der Folge ausgeübten
beziehungsweise
ins Auge gefassten Tätigkeiten
in verschiedenen Bereichen
erscheint
jedoch be
zogen auf
keine der Tätigkeiten
als
überwiegend wahrscheinlich,
dass die
Versi
cherte
gerad
e
diese
bei guter Gesundheit
ausgeübt hätte
.
Alsdann erzielte die
Versi
cherte bei
Eintritt des
invalidisierenden
Gesundheitsschadens
auch im
Ü
brigen
kein Erwerb
s
einkommen
, an welches angeknüpft werden könnte (vgl.
IV
-
An
meldung
Urk.
6/2)
. Mithin
ist
zur Bestimmung des
Valideneinkommen
s
mit der Ver
waltung
auf Tabellenlöhne
der LSE
abzustellen
.
J
edoch
ist
– nach
dem die Versicherte nicht
über eine
eigentliche
ka
ufmännische Ausbildung verfügt
und verschiedene Erwerbstätigkeiten ausgeübt hat
-
e
ntgegen de
m
Vorgehen
der Verwal
tung nicht an
einen
branchenspezi
fischen Wert
für kaufmännische Tä
tig
keiten
sondern
vielmehr an
das
T
otal
aller Wirtschaftszweige
anknüpfen
.
M
it Blick darauf, dass die Versicherte über eine
–
wenn auch länger zurückliegende -
abgeschlossene
Berufslehre als Köchin und Berufserfahr
ung verfügt, rechtfer
tigt sich
hiebei
auf das Kompetenzniveau
2
der vorliegend anwendbaren
TA1
(Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen,
Kompetenzni
veau
und Geschlecht, Privater Sektor)
der
LSE 2012
(
vgl.
dazu
IV-Rundschrei
ben Nr. 328
vom 2
2.
Oktober 2014
)
abzustellen.
6
.3
6
.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E.
4.2.1, 126 V 75 E.
3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2). Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheits
schadens
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig
keit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne ge
mäss
den LSE
herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
6
.3.2
Die Verwaltung hat das Invalideneinkommen ebenfalls anhand von
Tabellen
löhnen
bestimmt, was im
Grundsatz nicht zu beanstanden ist
. Denn  zwar
übt
die Versicherte seit
August
2011 wieder eine teilz
eitliche Erwerbstätigkeit
im Umfang von
ca
.
40 %,
aus
,
schöpft damit jedoch
–
zumal
die
se
Tätig
keit nicht leidensangepasst ist (vgl. E.
5.2
hievor
)
-
die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit
nicht
in zumutbarer Weise voll aus
.
Allerdings
hat die
Verwaltung
für die Bemessung des Invalideneinkommens den Tabellenlohn gemäss dem
tiefste
n
A
n
forderungsniv
e
au
beigezogen (
Anforderungsniveau 4
gemäss LSE 2010
, was
gemäss der nun anwendbaren LSE 2012 dem Kompetenzniveau
1
ent
spricht
)
, was
jedoch nicht
sachgerecht
erscheint. So verfügt
die Versicherte über eine abge
schlossene Berufslehre
als Köchin
und das
Wirtepatent
und hat sich
im Rahmen
ihrer Berufsbildung
auch
gewisse
administrativ
-
kauf
männische Kennt
nisse ange
eignet
(vgl.
Urk.
1 S. 15 unten)
; sie verfügt zudem über gute
PC-
An
wender
-
Kenntnisse sowie
neben der Muttersprache Deutsch auch über
gewisse Fremd
sprachenkenntnisse (vgl.
Urk.
6/119 S. 2)
.
Vor diesem Hintergrund ist v
ielmehr
auch
beim Invalideneinkommen
vom
nämlichen Tabellenwert aus
zu
gehen
(
Kom
petenzniveau
2
)
.
6
.3.3
Die Verwaltung gewährte
beim Invalideneinkommen
keinen Abzug vom
Ta
bellenlohn
, wohingegen die Beschwerdeführerin einen solchen von 15 % fordert (
Urk.
1 S. 9).
Nach den
nachvollziehbare
n
Ausführungen
im
Z.___
-Gutachten
sind
der B
e
schwerdeführerin nur mehr noch
teilzeitlich ausgeübte
körperlich leichte
Er
werbs
t
ätigkeit
en
zumutbar,
welche abwechselnd im Sitzen, Stehen und
G
ehen verrichtet werden
k
ön
n
e
n
.
Den im
Vordergrund
stehenden
Einschränkungen, welche durch das Lymphödem und die notwendigen
Entstauungsmassnahmen
und
den
dadurch
erhöhten Pausenbedarf
bedingt sind, wurde
jedoch
bereits durch
Festlegung
eine
r
zeitlich reduzi
erten
Arbeitsfähigkeit
Rechnung getragen. Mit
hin erscheint
unter diesem T
itel kein Abzug
angezeigt
.
Ob
mit Blick auf die der Beschwerdeführerin im Kompetenzniveau 2 offenstehenden Erwerbsmög
lich
keiten allenfalls
aufgrund der weiteren
– nicht sehr spezifischen -
Ein
schrän
kungen (namentlich dem Erfordernis
einer wechselbelastenden Tätigkeit
) ein Ab
zug
vorzunehmen
ist
,
braucht nicht abschliessend beantwortet zu wer
den, zumal
jedenfalls
kein höherer Abzug als 10
%
gerechtfertigt wäre
(zur Voraus
setzung einer entsprechenden gerichtlichen Anpassung überhaupt: BGE 137 V 71 E. 5.1)
. Weitere
Gründe für di
e Vornahme eines
Abzuges sind
alsdann
nicht ersichtlich. Dies gilt namentlich für den Umstand, dass die Beschwerdeführerin nur noch teilzeitlich
erwerbstä
tig sein kann
, da a
ufgrund der statistischen Durchschni
ttswerte der LSE 2012
bei einer Teilzeitarbeit zwischen 50 und 74 % nicht von einem pro
portional unterdurchschnittlichen Einkommen auszugehen
ist
(vgl. IV-Rund
schreiben Nr. 328, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungs
grad, beruflicher Stellung und Geschlecht).
Entgegen der Auf
fassung der B
e
schw
e
rdeführerin
(
Urk.
1 S. 9)
ist mit Blick auf den
als ausge
glichen unterstell
ten Arbeitsmarkt im Sinne von
Art.
16 ATSG auch
kein Abzug für die Er
schwerung bei der Stellensuche angezeigt.
6
.4
Sind jedoch sowohl Validen- wie auch Invalideneinkommen aufgrund des näm
lichen Tabellenwertes zu ermitteln, erübrigt sich deren ziffernmässige Fest
setz
u
ng und es genügt die
Gegenüberstellung
blosser Prozentzahlen
. Dabei ist
d
a
s
Valideneinkommen
mit 100 % zu bewerten, während das
Invalidenein
kommen
auf
den
entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird
(vgl.
6
.1
hievor
).
Bei einem Invalideneinkommen von 60 % resultiert ein Invaliditätsgrad von 40 %, bei einem - unter
Anrech
n
ung
eines leidensbedingten Abzugs von 10 % (von 60 %) errechneten Invalideneinkommen von 54
%
-
ein solcher
von 46
%.
In beiden Fällen resultiert
ein
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. E.
1.2
hie
vor
).
6
.5
Zusammenfassend erweist sich die revisionsweise Änderung der laufenden
hal
ben
Re
nte per
Ende Juni 2015 (bzw
.
ab
1.
Juli 2015; vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2 IVV)
zwa
r als grundsätzlich rechtens.
J
edoch ist die Rente nicht aufzuheben, sondern in
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen.
7.
7.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt. Vorliegend sind sie ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und auf Fr.
8
00.-- festzusetzen.
7.2
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist vor
liegend unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rig
keit des Prozesses auf Fr.
2‘600
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) fest
zusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
6.
Mai 2015 dahingehend abge
än
dert, dass
die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine
Viertels
rente
hat. Im Übrigen
wird die Beschwerde abgewiesen
.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
2‘600
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt George Hunziker
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBachmann