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**Case Identifier:** ea225028-80c8-5745-9158-ca47a9c83509
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.07.2021 200 2021 155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-155_2021-07-13.pdf

## Full Text

200 21 155 IV
LOU/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 13. Juli 2021

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Januar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, IV/21/155, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Januar 2015 unter Hinweis auf eine Hörbeeinträchtigung 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 9). Im Rahmen der erwerblichen und 
medizinischen Abklärungen holte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) insbesondere einen Bericht des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes (RAD) vom 7. Mai 2015 (AB 32) ein, erteilte Kostengutsprache für eine 
Berufsberatung (AB 34), eine Umschulung (AB 46) sowie Coachings bzw. 
ein Praktikum (AB 55, 63, 71, 80) und liess einen Abklärungsbericht Haus-
halt (datierend vom 21. August 2017 [AB 78]) erstellen. Nach Erlass des 
Vorbescheids (AB 79) verneinte die IVB mit Verfügung vom 6. Oktober 
2017 (AB 81) den Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 22 % 
(Status 90 % Erwerb und 10 % Aufgabenbereich Haushalt). Die beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen wurden am 21. Januar 2020 abgeschlossen 
(AB 87).

Im September bzw. Oktober 2020 meldete sich die Versicherte abermals 
zum Rentenbezug an (vgl. AB 94, 97, 99). Nach Einholung einer neuerli-
chen Stellungnahme des RAD (AB 101) sowie Durchführung des Vorbe-
scheidverfahrens (AB 102) trat die IVB mit Verfügung vom 22. Januar 2021 
(AB 106) auf das neue Leistungsbegehren nicht ein. Sie erwog, mit den 
eingereichten Unterlagen sei nicht glaubhaft dargetan, dass sich die 
tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich geändert 
hätten.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 18. Februar 2021 (Postaufgabe) Be-
schwerde. Sinngemäss beantragt sie die Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids sowie dass die Beschwerdegegnerin auf das Leistungsgesuch 
eintrete.

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Am 22. März 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbe-
richt von Prof. Dr. med. B.________, praktischer Arzt, Spital C.________, 
zu den Akten.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. März 2021 schliesst die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. Januar 2021 
(AB 106). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die 
Neuanmeldung vom September bzw. Oktober 2020 (AB 94, 97, 99) zu 
Recht nicht eingetreten ist.

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1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Nichteintretensverfügungen oder 
-entscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so 
ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der 
Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands 
oder Hilfebedarfs des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine 
Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu 
geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, 
verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vorausset-
zung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 
E. 3.5.3 S. 351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vor-
ausgegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungs-
massnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 
E. 1a). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

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2.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung oder eines Revisionsgesuchs 
ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der 
versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt 
sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat 
sie unter anderem zu berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze 
oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaub-
haftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern 
steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätz-
lich zu respektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die 
Verwaltung ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten 
streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

2.3 Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung oder dem Re-
visionsgesuch die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen. 
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für 
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 
zu sorgen hat, spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung oder dem 
Revisionsgesuch kein Eintretenstatbestand geltend gemacht, sondern 
bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewie-
sen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen 
seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung 
der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die 
ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis 
zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten ge-
gebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht eine Nichteintre-
tensverfügung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das diesen Erfor-
dernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen 
genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den 
Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 
E. 5.2.5 S. 69).

2.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 

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demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin eine erheb-
liche Änderung des Sachverhalts, die geeignet ist, ihren Anspruch auf Leis-
tungen der IV zu beeinflussen, in zureichender Weise glaubhaft gemacht 
hat (vgl. E. 2.3 hiervor). Dabei ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der renten-
abweisenden Verfügung vom 6. Oktober 2017 (AB 81) mit demjenigen im 
Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Nichteintretensverfügung vom 
22. Januar 2021 (AB 106) zu vergleichen.

3.2 Die Verfügung vom 6. Oktober 2017 (AB 81) basierte im Wesentli-
chen auf den folgenden Unterlagen:

3.2.1 Dr. med. D.________, Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie, hielt 
im Bericht vom 20. November 2013 (AB 24/8) fest, es bestehe eine postin-
fektiöse oder hereditäre Innenohrschwerhörigkeit im Tieftonbereich sowie 
ein Tinnitus. In der Expertise vom gleichen Tag (AB 6) ermittelte sie einen 
Hörverlust gemäss Reintonaudiogramm von 27.2 % (rechts) bzw. 59.4 % 
(links) sowie einen Hörverlust gemäss Sprachaudiogramm von 46.7 % 
(rechts) bzw. 53.3 % (links). Der Gesamthörverlust betrage 46.6 %.

3.2.2 Der Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 15. Februar 2015 (AB 24/2-5) unter Verweis 
auf den Bericht von Dr. med. D.________ aus, die Beschwerdeführerin 
leide seit 2013 an einer beidseitigen, fortgeschrittenen Innen-
ohrschwerhörigkeit mit Tinnitus. Seit dem 1. September 2014 bestehe eine 
50%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Unter den jetzigen Bedingun-
gen sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Mit einer Wiederauf-
nahme der beruflichen Tätigkeit könne gerechnet werden, falls die Be-
schwerdeführerin umgeschult werde.

3.2.3 Im Bericht des Spitals C.________, vom 16. März 2015 (AB 29/8-
11) stellte Prof. Dr. med. B.________ die Diagnosen einer Perzeptions-

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schwerhörigkeit beidseits, wahrscheinlich familiär, sowie von Sprachver-
ständlichkeitsproblemen trotz Hörgeräteversorgung. Beruflich denke er, 
Prof. Dr. med. B.________, dass die Tätigkeit als ... für diese möglicher-
weise progrediente Schwerhörigkeit nicht besonders geeignet sei. Eine 
Umschulung in einen Beruf, wo nach Möglichkeit Telefongespräche und 
Besprechungen in grösseren Gruppen oder im Hintergrundlärm eher selten 
vorkämen, erscheine sinnvoll. 

In einem weiteren Bericht vom 28. April 2015 (AB 29/2-7) hielt der Behand-
ler keine konkreten Angaben zur Arbeitsfähigkeit fest (vgl. AB 29/4-5), führ-
te aber aus, ein Berufswechsel sei mittelfristig wahrscheinlich sinnvoll 
(AB 29/5).

3.2.4 Im Bericht des RAD vom 7. Mai 2015 (AB 32) stellte med. pract. 
F.________, praktische Ärztin, mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
die Diagnosen einer mittelgradigen Perzeptionsschwerhörigkeit beidseits 
seit 2013 sowie von Sprachverständnisproblemen trotz Hörgeräten. Seit 
2013 sei der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit dauerhaft 
nicht mehr zumutbar. In einem Pensum von sechs Stunden täglich an fünf 
Tagen pro Woche ohne Leistungsminderung zumutbar seien grundsätzlich 
alle Tätigkeiten, die kein normales Hörvermögen und keine räumliche Ori-
entierungsfähigkeit erforderten. Das reduzierte Pensum erkläre sich durch 
den erheblichen zusätzlichen Konzentrationsaufwand. Tätigkeiten mit be-
sonderen Anforderungen an das Reaktionsvermögen (falls auf akustische 
Signale reagiert werden müsse) sowie mit häufiger Kommunikation bei un-
günstigen akustischen Bedingungen (Grossraumbüros, häufiges Führen 
von Telefonaten) seien nicht geeignet. Ebenfalls ungünstig bzw. zu vermei-
den seien Arbeiten im Lärmbereich über 85 dBA sowie Nacht- und Wech-
selschichttätigkeiten. 

3.2.5 In einem weiteren Bericht vom 21. Januar 2017 (AB 68) hielt Dr. 
med. E.________ einen stationären Gesundheitszustand sowie einen per-
sistierenden Vertigo mit Tinnitus fest. Er machte keine genaueren Angaben 
zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit.

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3.3 Im Zusammenhang mit der erneuten Anmeldung vom September 
bzw. Oktober 2020 (AB 94, 97, 99) ergibt sich aus den Akten das Folgen-
de:

3.3.1 In der ärztlichen Expertise von Dr. med. D.________ vom 22. Juli 
2020 (AB 91) ergab das Reintonaudiogramm einen Hörverlust von 58.4 % 
(rechts) bzw. 69.1 % (links) und das Sprachaudiogramm einen Hörverlust 
von 56.7 % (rechts) bzw. 76.7 % (links). Der Gesamthörverlust betrage 
65.2 %.

3.3.2 In der Stellungnahme vom 9. September 2020 (AB 94) führte Dr. 
med. E.________ aus, die Beschwerdeführerin sei zunehmend weniger 
arbeitsfähig und könne momentan maximal ein Pensum von 30 % bestrei-
ten. Nur dank der gutwilligen Einstellung des G.________ in ... könne sie 
zurzeit noch in diesem Teilzeitpensum beschäftigt werden. Die Beschwer-
deführerin bedürfe unbedingt einer ganzen IV-Rente.

In einer weiteren Stellungnahme vom 24. September 2020 (AB 97) hielt Dr. 
med. E.________ fest, die Beschwerdeführerin leide aufgrund ihrer Behin-
derung (verminderte Intelligenzfähigkeit, Hörverlust) an einer zunehmenden 
Entwicklungsdepression, weshalb sie an schweren Schlafstörungen sowie 
Konzentrationsmängeln leide. Sie sei in ihrem angestammten Arbeitsbe-
reich maximal noch 30 % arbeitsfähig.

3.3.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, führte im Bericht vom 24. November 2020 (AB 101) die 
Diagnose einer hochgradigen Gesamtschwerhörigkeit von 65.2 %, aktuell 
unter binauraler Versorgung, auf. Es lasse sich feststellen, dass die Ge-
samtschwerhörigkeit dokumentiert seit 2015 zugenommen habe und aktuell 
einer hochgradigen Gesamtschwerhörigkeit von 65.2 % entspreche. Eine 
Verschlechterung des Gesundheitsschadens könne daran jedoch nicht 
festgemacht werden, da das im März 2015 formulierte Zumutbarkeitsprofil 
vollumfänglich weiter Anwendung finde. Mangels entsprechender psychia-
trischer Dokumentationen über Untersuchungsergebnisse könnten die vom 
Hausarzt beschriebenen depressiven Störungen nicht nachvollzogen wer-
den. Eine psychische Erkrankung sei nicht ausgewiesen.

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3.4 Zwischen den Parteien ist unbestritten und aufgrund der Akten denn 
auch erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin seit 2013 eine Innen-
ohrschwerhörigkeit bzw. eine Perzeptionsschwerhörigkeit vorliegt (AB 6, 
24, 29), welche im November 2020 diagnostisch einer hochgradigen Ge-
samtschwerhörigkeit von 65.2 % zuzuordnen war (AB 91, 101/3). In diesem 
Zusammenhang wurde der Beschwerdeführerin am 17. März 2014 sowie 
am 3. August 2020 jeweils Kostengutsprache für eine Hörgerätepauschale 
erteilt (AB 8, 92). Die zwischenzeitlich ebenfalls gewährten beruflichen Ein-
gliederungsmassnahmen (vgl. AB 34, 46, 63, 71) schloss die Beschwerde-
gegnerin am 21. Januar 2020 ab (AB 87), nachdem die Beschwerdeführe-
rin per 1. Juni 2019 eine Anstellung als ... in einem ... gefunden hatte 
(AB 85). Die Neuanmeldung erfolgte im September 2020 durch den advo-
katorisch auftretenden Hausarzt, welcher zunächst ohne weitere medizini-
sche Begründung forderte, der Beschwerdeführerin sei eine ganze Rente 
zuzusprechen (AB 94). Die auf Aufforderung (vgl. AB 95) nachgereichte 
Stellungnahme vom 24. September 2020 (AB 97) enthält die fachfremd 
(vgl. hierzu Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. März 2010, 
8C_83/2010, E. 3.2.3) und ohne weitere Begründung gestellte Diagnose 
einer „Entwicklungsdepression“ mit schweren Schlafstörungen und Kon-
zentrationsmängeln. Eine Konzentrationsschwäche bzw. ein Konzentrati-
onsmangel hielt Dr. med. E.________ ebenso im – vor der Verfügung vom 
6. Oktober 2017 (AB 81) datierenden – Bericht vom 21. Januar 2017 
(AB 68) fest, was vom RAD denn auch bereits mit einer entsprechenden 
Reduktion des Arbeitspensums (sechs Stunden täglich) berücksichtigt wur-
de (AB 32/4). Eine psychiatrische Behandlung erfolgte bisher nicht, so dass 
auch keine entsprechenden fachärztlichen Berichte vorliegen, welche eine 
Verschlechterung in psychiatrischer Hinsicht darzulegen vermöchten. Bei 
diesen Gegebenheiten überzeugt, wenn der RAD am 24. November 2020 
festhielt, dass zwar eine Zunahme der Gesamtschwerhörigkeit eingetreten 
sei, damit jedoch bei unverändert gültigem Zumutbarkeitsprofil gesamthaft 
keine neuanmeldungsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes feststellte (AB 101/4). Dabei sind sich der Hausarzt sowie 
der RAD einig, dass die angestammte Tätigkeit als ... nicht bzw. kaum 
mehr möglich ist (AB 32/4, 97, 101/4).

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Hinsichtlich des am 22. März 2021 eingereichten Berichts von Prof. Dr. 
med. B.________, Spital C.________, vom 17. März 2021 (Beschwerde-
beilage [BB] 6) ist festzuhalten, dass auf jenen Sachverhalt abzustellen ist, 
wie er sich der Verwaltung bei Erlass der Nichteintretensverfügung bot. Ein 
erst im kantonalen Gerichtsverfahren eingereichter Arztbericht ist selbst 
dann nicht in die Überprüfung miteinzubeziehen, wenn er Rückschlüsse auf 
den Gesundheitszustand hinsichtlich des neuanmeldungsrechtlich relevan-
ten Zeitraums zulässt. Von diesem Grundsatz wäre lediglich dann abzu-
weichen, wenn die IV-Stelle das Neuanmeldungsverfahren in formeller Hin-
sicht nicht bundesrechtskonform durchgeführt hätte (Entscheid des BGer 
vom 8. Januar 2019, 8C_389/2018, E. 4.2). Eine nicht rechtskonforme 
Durchführung des Neuanmeldungsverfahrens macht die Beschwerdeführe-
rin nicht geltend und dies ist denn auch nicht ersichtlich, so dass der ent-
sprechende Bericht von Prof. Dr. med. B.________ ausser Acht zu bleiben 
hat. In diesem Zusammenhang ist immerhin zu bemerken, dass der Be-
handler die Hörgeräteversorgung als ausgesprochen gut bezeichnete und 
festhielt, die derzeitige berufliche Tätigkeit könne aus rein audiologischer 
Sicht gut erbracht werden, dies auch mit einem höheren Beschäftigungs-
grad.

3.5 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerdegegnerin mangels glaub-
haft gemachter gesundheitlicher Verschlechterung im massgebenden Ver-
gleichszeitraum zu Recht nicht auf das neuerliche Leistungsgesuch vom 
September bzw. Oktober 2020 (AB 94, 97, 99) eingetreten. Demnach ist 
die gegen die Verfügung vom 22. Januar 2021 (AB 106) erhobene Be-
schwerde abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juli 2021, IV/21/155, Seite 11

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.