# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc921133-e3c0-5b6e-b9e4-391f2019bf68
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-27
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 27.08.2020 III 2020 102
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2020-102_2020-08-27.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2020 102

Entscheid vom 27. August 2020 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Monica Huber-Landolt, Richterin
Irene Thalmann, Richterin
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Justizvollzug, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg SSB, 
Postfach 73, 8836 Bennau,
Vorinstanz,

Gegenstand Strafvollzug (Vollzugsauftrag für Strafen / Entlassungsbegehren)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1988) ist dem Gericht aus verschiedenen Ver-
fahren bekannt. Eine ausführliche Vorgeschichte ist dem Entscheid im parallelen 
Verfahren III 2020 117 gegen die KESB B.________ (betreffend Aufhebung der 
Vertretungsbeistandschaft) zu entnehmen. 

B. Mit Strafbefehl SUI 2019 2488 vom 9. September 2019 hat die Staatsan-
waltschaft C.________  A.________ der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 
144 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen vorsätzlichen Widerhandlung gegen das 
Personenbeförderungsgesetz im Sinne von Art. 57 Abs. 3 PBG schuldig gespro-
chen und ihn mit einer Freiheitsstrafe von 150 Tagen und einer Busse von 
Fr. 275.00 bestraft. Der Umfang dieser Freiheitsstrafe wurde u.a. mit den folgen-
den Ausführungen begründet (vgl. Vi-act. 1, S. 2):

Begründung der Freiheitsstrafe 
(Art. 41 Abs. 1 Bst. a und Bst. b sowie Abs. 2 StGB)
Vorliegend ist auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weil eine solche geboten er-
scheint, um A.________ von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 
abzuhalten: A.________ ist mehrfach einschlägig vorbestraft und verbüsste bereits 
mehrere Freiheitsstrafen. Erst am 05.02.2019 wurde er bedingt aus dem Strafvoll-
zug entlassen. Dennoch delinquierte er seither bereits wieder mehrmals. (…)
Begründung des Widerrufs
(Art. 46 Abs. 1 StGB)
A.________ beging die ihm zur Last gelegte strafbare Handlung während der zwei-
jährigen Probezeit (Verlängerung der Probezeit um 1 Jahr auf 3 Jahre mit Strafbe-
fehl der Staatsanwaltschaft D.________ vom 09.04.2019) der von der Staatsan-
waltschaft des Kantons E.________ am 12.03.2018 wegen fahrlässiger Störung 
von Betrieben, die der Allgemeinheit dienen, ausgesprochenen bedingten Gelds-
trafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00. (…)

Begründung des Widerrufs der bedingten Entlassung und Bildung einer Ge-
samtstrafe (Art. 89 Abs. 1 und Abs. 6 StGB)
A.________ verbüsste seit dem 18.05.2018 zahlreiche Ersatzfreiheitsstrafen von 
insgesamt 397 Tagen. Er wurde - nach Verbüssung von 2/3 der Freiheitsstrafe - 
am 05.02.2019 bei einer Probezeit von 1 Jahr bedingt aus dem Strafvollzug ent-
lassen. Während dieser Probezeit wurde A.________ erneut straffällig (Hausfrie-
densbruch und geringfügiger Diebstahl), weshalb er mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft D.________ vom 09.04.2019 mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 
10 Tagen bestraft wurde, wobei die Probezeit der bedingten Entlassung aus dem 
Strafvollzug um ½ Jahr auf 1 ½ Jahre verlängert wurde. Auch die Sachbeschädi-
gung vom 13.03.2019 beging er während der Probezeit der bedingten Entlassung 
aus dem Strafvollzug. Es muss davon ausgegangen werden, dass er weitere Straf-
taten verüben wird, weshalb die Rückversetzung in den Strafvollzug anzuordnen 
ist bzw. die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug zu widerrufen ist. Da auf-
grund der neuen Straftat (Sachbeschädigung) die Voraussetzungen für eine unbe-
dingte Freiheitsstrafe erfüllt sind (vgl. oben) und diese mit der durch den Widerruf 
vollziehbar gewordenen Restfreiheitsstrafe zusammentrifft, ist eine Gesamtstrafe 
von 150 Tagen Freiheitsstrafe auszusprechen und diese ist zu vollziehen.

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C. Auf eine gegen diesen Strafbefehl vom 9. September 2019 von 
A.________ am 22. Oktober 2019 erhobene Einsprache ist das Bezirksgericht 
F.________ mit Verfügung vom 19. Dezember 2019 nicht eingetreten (vgl. Vi-act. 
16/ Anhang).

D. Am 17. Februar 2020 ging beim kantonalen Amt für Justizvollzug der Auf-
trag der Staatsanwaltschaft C.________ ein, den Strafbefehl SUI 2019 2488 zu 
vollziehen (Vi-act. 2). 

Mit Schreiben vom 28. Februar 2020 unterbreitete das Amt für Justizvollzug  
A.________ die Möglichkeiten für besondere Vollzugsformen (Electronic Monito-
ring/ Halbgefangenschaft/ gemeinnützige Arbeit, inkl. Merkblätter und adressier-
tes Rückantwortecouvert) und setzte ihm eine Frist bis zum 13. März 2020 an, 
um ein entsprechendes Gesuch einzureichen (siehe Vi-act. 4). Nachdem 
A.________ diese Postsendung nicht abholte, erfolgte am 16. März 2020 ein 
zweiter Zustellversuch (mit verlängerter Frist bis 27.3.2020, vgl. Vi-act. 5, 6). 
Auch dieser zweite Zustellversuch blieb erfolglos, worauf das Amt für Justizvoll-
zug A.________ polizeilich ausschreiben liess (Vi-act. 10 und 12).

Am 1. Juni 2020 wurde A.________ von der Kantonspolizei G.________ ange-
troffen, vorläufig festgenommen (Vi-act. 13) und am Folgetag ins Kantonsge-
fängnis H.________ in I.________ überführt.

Daraufhin hielt das Amt für Justizvollzug mit Verfügung vom 2. Juni 2020 sinn-
gemäss fest, dass hinsichtlich des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft 
C.________ vom 9. September 2019 der Vollzug der Freiheitsstrafe am 1. Juni 
2020 begonnen habe und am 1. November 2020 enden werde (Vi-act. 14).

E. Gegen diese Verfügung vom 2. Juni 2020 reichte A.________ rechtzeitig 
am 9. Juni 2020 beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein mit dem Hauptbegeh-
ren, ihm sei "die schnellstmögliche Entlassung" zu gewähren. In einer weiteren 
Eingabe vom 16. Juni 2020 ergänzte er seine Einwände und Argumente.

Mit Vernehmlassung vom 24. Juni 2020 erläuterte das Amt für Justizvollzug die 
konkreten Umstände, wie es zum Erlass der angefochtenen Verfügung kam, oh-
ne einen ausdrücklichen Antrag zu stellen.

Dazu äusserte sich der Beschwerdeführer in einer zusätzlichen Eingabe vom 
29. Juni 2020.

Mit Verfügung vom 19. August 2020 hat das Amt für Justizvollzug festgehalten, 
dass A.________ per 11. September 2020 bedingt aus dem Strafvollzug entlas-
sen werde, sofern sein Verhalten im Vollzug bis dahin zu keinen Beanstandun-
gen Anlass gebe (Strafrest: 51 Tage).

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Vor Erlass eines Entscheides prüft das Gericht von Amtes wegen, ob die 
Voraussetzungen für einen Sachentscheid erfüllt sind. Es prüft u.a. die 
Zuständigkeit, die Zulässigkeit des Rechtsmittels, die frist- und formgerechte 
Geltendmachung des Rechtsanspruches sowie das Vorliegen einer 
rechtskräftigen Verfügung oder eines rechtskräftigen Entscheides in der gleichen 
Sache (§ 27 Abs. 1 lit. a, e, f und g Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRP, 
SRSZ 234.110). Ist eine dieser Voraussetzungen nicht gegeben, trifft das Gericht 
einen Nichteintretensentscheid (§ 27 Abs. 2 VRP).

1.2 Nach § 114 Abs. 1 des kantonalen Justizgesetzes (JG, SRSZ 231.110) 
vollzieht das zuständige Amt die Strafen und Massnahmen, die durch kantonale 
Justizbehörden ausgefällt worden sind. Die Durchführung eines Freiheitsentzu-
ges im Kantonsgefängnis wird in der Haft-, Straf- und Massnahmenvollzugsver-
ordnung (HSMV, SRSZ 250.311) geregelt. Nach § 23a HSMV vollzieht das Amt 
für Justizvollzug die Strafen und Massnahmen gemäss § 114 Abs. 1 JG. Sodann 
ist diese Vollzugsbehörde nach § 117 Abs. 2 lit. a JG auch zuständig zur Anord-
nung des Vollzugs einer Ersatzfreiheitsstrafe (Art. 36 Abs. 1 StGB).

1.3.1  Gemäss § 120 Abs. 1 JG können Verfügungen der Vollzugsbehörden in-
nert 20 Tagen seit Zustellung beim Verwaltungsgericht angefochten werden. Mit-
hin ist das Verwaltungsgericht an sich zuständig, die vom Beschwerdeführer 
rechtzeitig am 9. Juni 2020 erhobene Beschwerde zu behandeln, welche sich 
u.a. gegen den am 2. Juni 2020 von der Vorinstanz angeordneten Vollzug der im 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft C.________ vom 9. September 2019 (Verfah-
ren SUI 2019 2488) ausgefällten Freiheitsstrafe von 150 Tagen richtet. Analoges 
gilt auch für den Vollzug der 3 Tage Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nicht-
bezahlen der Busse von Fr. 275.--.

1.3.2  Indessen ist das Verwaltungsgericht nicht zuständig, materielle Einwände 
gegen einen rechtskräftigen Strafbefehl zu prüfen, weshalb das Gericht auf sol-
che Einwände hier nicht eintreten kann. Der zugrundeliegende Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft C.________ (vom 9.9.2019) ist zwischenzeitlich in Rechts-
kraft erwachsen. Wohl hatte der Beschwerdeführer nach der Aktenlage damals 
eine Einsprache erhoben, indes ist der zuständige Strafrichter (Bezirksgericht 
F.________) mit Verfügung vom 19. Dezember 2019 auf die Einsprache des Be-
schuldigten (Adressat des Strafbefehls = Beschwerdeführer im vorliegenden Ver-
fahren) wegen verpasster Rechtsmittelfrist nicht eingetreten. Soweit der Be-
schwerdeführer damit nicht einverstanden gewesen wäre, hätte er rechtzeitig 

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beim Kantonsgericht Beschwerde einreichen müssen, was er unterlassen hat. 
Aus dem Umstand, wonach der Beschwerdeführer in Kenntnis eines laufenden 
Strafverfahrens und seiner Einsprache vom 22. Oktober 2020 gegen den Straf-
befehl vom 9. September 2019 nicht dafür besorgt war, dass die für die Behand-
lung der Einsprache zuständige Behörde Postzustellungen an ihn vornehmen 
konnte, kann er hier nichts zu seinen Gunsten ableiten (siehe auch § 150 JG). 
Mit anderen Worten hat der Beschwerdeführer selber dafür einzustehen, dass 
das Bezirksgericht F.________ den Entscheid für die Behandlung der erwähnten 
Einsprache (gegen den Strafbefehl vom 9.9.2019) gestützt auf die 
§§ 153 und 154 JG im Amtsblatt publizieren musste (vgl. Amtsblatt Nr. xy.). An-
zufügen ist, dass nach § 3 Abs. 1 des Gesetzes über die amtlichen Veröffentli-
chungen (SRSZ 140.200) mit dem Tag der amtlichen Veröffentlichung deren In-
halt als bekannt gilt. 

Zusammenfassend kann das Verwaltungsgericht auf sämtliche Ausführungen 
des Beschwerdeführers, welche die Rechtmässigkeit des erwähnten Strafbefehls 
in Frage stellen, in diesem Verfahren nicht eintreten. 

2. Soweit nach dem Gesagten auf die vorliegende Beschwerde eingetreten 
werden kann, ist nicht ersichtlich, inwiefern der vorinstanzliche Vollzug der im 
rechtskräftigen Strafbefehl vom 9. September 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe 
(150 Tage Haft und 3 Tage Ersatzfreiheitsstrafe bei Nichtbezahlung der Busse) 
fehlerhaft bzw. rechtswidrig sein und deswegen einer gerichtlichen Überprüfung 
nicht standhalten sollte. Soweit es um die Umwandlung der Busse von Fr. 275.-- 
in die im Strafbefehl festgelegte Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen (bei Nichtbe-
zahlung) geht, hat die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zutreffend darauf hin-
gewiesen, dass der Beschwerdeführer die entsprechende Busse jederzeit bezah-
len und dadurch den Vollzug der dreitägigen Haftstrafe abwenden könnte. 

3. Aus all diesen Gründen erweist sich die Beschwerde, soweit überhaupt 
darauf einzutreten ist, als unbegründet. An diesem Ergebnis vermögen die weite-
ren Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Im Übrigen verhält es 
sich so, dass gemäss Verfügung der Vorinstanz vom 19. August 2020 der Be-
schwerdeführer am 11. September 2020 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen 
wird, sofern sein Verhalten zu keinen Beanstandungen Anlass gibt.

Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird umständehalber verzichtet.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, im Sinne der Erwägun-
gen abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* 
in Strafsachen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden 
(Art. 42 und 78ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG; SR 
173.110).

4. Zustellung an:

- den Beschwerdeführer (EB)

- und die Vorinstanz (EB, zusammen mit den eingereichten Akten).

Schwyz, 27. August 2020

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 2. September 2020