# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f127afc4-6592-5799-a5e1-6757a9a11d75
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2010 C-7711/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7711-2008_2010-10-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7711/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richterin Franziska Schneider, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, (wohnhaft in Mazedonien)
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenrente; Verfügung der IVSTA 
vom 29. Oktober 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7711/2008

Sachverhalt:

A.
A.a A._______  (nachfolgend:  Versicherter  oder  Beschwerdeführer), 
geboren 1956, ist mazedonischer Staatsangehöriger und lebt in Maze-
donien. Der  gelernte Maurer arbeitete von März 1986 bis  Dezember 
1996 als Saisonnier bei B._______ in C._______ und leistete Beiträge 
an  die  schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenver-
sicherung (act. IV/1, 28, 55).

A.b Der  Beschwerdeführer  erkrankte  im  Jahr  1981  an  Tuberkulose 
und unterzog sich einer Tuberkulosetherapie und einer Spondylodese 
[Versteifung] der Brustwirbelsäule Th 4-6 bzw. 6-7 (act. IV/13, 14, 26,  
Beschwerdeakten 1.1, 1.2, 19) als Folge der Veränderungen der Wir-
belsäule  durch  die  Tuberkulose.  Anlässlich  der  Begutachtung  vom 
18. Mai 1993 zu Handen der mazedonischen Sozialversicherung wur-
den ausserdem eine diffuse, asthmatische Bronchitis und Leberschä-
den festgestellt. Das Gutachten kam zum Schluss, es liege eine volle 
Arbeitsunfähigkeit in Folge der Krankheit ab 2. Februar 1993 (Anmel-
dedatum bei der mazedonischen Versicherung) vor. In der Folge wurde 
dem Versicherten  in  Mazedonien rückwirkend per  1. Juni  1993 eine 
ganze Invalidenrente zugesprochen (act. IV/2, 10, 12).

A.c Im Jahr 1999 erlitt der Beschwerdeführer einen Rückfall und wur-
de  ab  2000  wegen  Tuberkulose  und  damit  verbundener  Spondylitis 
ankylosans [Entzündung der Brustwirbelkörper] mit vier- bis fünffacher 
Antibiotikatherapie  und  orthopädisch  behandelt  (act.  IV/13-16,  Be-
schwerdeakte 1.1). 

B.
B.a Via  den  mazedonischen  Sozialversicherer  beantragte  der  Versi-
cherte am 22. März 2006 (Eingang: 23. Juni 2006) bei der IV-Stelle für 
Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) eine Schwei-
zer Invalidenrente (act. IV/1, 2).

B.b Die IVSTA holte via den mazedonischen Versicherungsträger und 
beim  Versicherten  eine  medizinische  Dokumentation  seit  dem  Jahr 
1993  ein:  chirurgisch-orthopädisches  Gutachten  vom  18.  Mai  1993 
(act. IV/12), Austrittsberichte vom 9. Juli  2001 und 13. Oktober 2003 
des Instituts  für  Pneumologie  und TBC, D._______ [Ort]  (act. IV/13, 
16),  Bericht des Klinikzentrums für Traumatologie in D._______, vom 

Seite 2

C-7711/2008

22. Juli 2003 (act. IV/14), Berichte des Spitals für Traumatologie und 
orthopädische Chirurgie  in  E._______ vom 12. Dezember  2001 und 
10.  September  2003  (act.  IV/14.1,  15),  Austrittsberichte  des  Spitals 
F._______,  Abteilung  Infektionskrankheiten,  Italien,  vom 25. Februar 
2005, 8. Oktober 2005 und 10. Juli  2006 betreffend Behandlung der 
Pott-Krankheit  [Wirbel-Tuberkulose]  und  pleuropulmonarer  [Brustfell 
und Lunge betreffende] Tuberkulose  (act. IV/22-25), medizinischer Be-
richt  der  mazedonischen  Kommission  zur  Ermittlung  der 
Arbeitsfähigkeit vom 17. April 2006 (act. IV/26), fachärztlicher Bericht 
von Dr. G._______, Facharzt für  Arbeitsmedizin,  vom 21. März 2007 
(act.  IV/27),  verschiedene  Röntgenbilder  (act.  IV/17,  19-21), 
Rentenentscheide der mazedonischen Sozialversicherung vom 7. Juli 
1993 und vom 29. März 2006 (act. IV/9, 9a, 10) sowie Fragebogen für  
den Versicherten vom 8. März 2007 (act. IV/6). In  letzterem gab der 
Versicherte  an,  er  habe wegen seiner  [Tuberkulose-]Erkrankung seit 
Dezember  1996  nicht  mehr  arbeiten  können. Er  sei  anfänglich  vom 
Hausarzt,  ab  dem  Jahr  2000  in  der  Traumatologie  und  in  der 
Infektiologie  in  Mazedonien  und  Italien  behandelt  worden. Er  werde 
immer noch behandelt, da sich sein Gesundheitszustand zwar etwas 
verbessert habe, er aber nicht geheilt sei.

Am  20.  Juli  2007  und  am  29.  Oktober  2007  nahm  der  Internist 
H._______  vom  regionalärztlichen  Dienst  (nachfolgend:  RAD) 
diesbezüglich  Stellung,  dass  beim  Beschwerdeführer  aufgrund  der 
wiederholten, jeweils nicht zu Ende geführten Tuberkulosebehandlun-
gen – ohne dass der  Versicherte  dafür  verantwortlich  sei  –  der  Ge-
sundheitszustand seit  2000 stationär  sei. Bei  der  letzten stationären 
Behandlung  seien  zusätzlich  Schädigungen  der  Leber  festgestellt 
worden  (als  Folge  der  Tuberkulose  oder  deren  Behandlung).  Er  sei 
deshalb seit 2000 für jegliche Tätigkeiten arbeitsunfähig, jedenfalls bis 
zur Beendigung der vorgesehenen Therapie im August 2006. Via den 
mazedonischen Versicherer sei abzuklären, ob die Antibiotikatherapie 
abgeschlossen  worden  sei  und  wie  das  Ergebnis  der  Behandlung 
ausfalle (act. IV/29, 33).

Die Vorinstanz holte ergänzende ärztliche Berichte ein: Arztbericht von 
Dr.  I._______,  Internist,  vom  17.  Dezember  2007  inkl.  Ultraschall-
befund vom 2. Januar 2008 und Labor vom 3. Januar 2008 (act. IV/41, 
42, 45), Untersuchungsbericht des Spitals für chirurgische Orthopädie 
und Traumatologie, E._______, vom 2. Januar 2008 (inkl. Laborbericht 
vom selben Tag [act. IV/44]) und vom 15. April  2008 (act. IV/43, 47),  

Seite 3

C-7711/2008

Bericht  des  Facharztes  für  Arbeitsmedizin,  Dr.  J._______,  vom  8. 
Januar 2008 (act. IV/46). 

Am 26. Juni 2008 präzisierte Dr. H._______ vom RAD, der Versicherte 
sei bis Ende August 2005 (und nicht 2006) in Italien behandelt worden. 
Er sei deshalb in seiner bisherigen Tätigkeit seit dem 1. Januar 2000 
zu 100% arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit (sitzende oder 
wechselnde Tätigkeit, Tragen von Gewichten bis 5 kg, keine schweren 
Tätigkeiten,  Gehen einzig  in  der  Ebene, ohne weite  Strecken, keine 
stehende Tätigkeit von längerer Dauer wegen der [fehlenden] Stabilität 
der  Wirbelsäule  als  Folge  der  Krankheit)  bestehe  jedoch  seit  dem 
1. September 2005 eine volle Arbeitsfähigkeit (act. IV/49).

B.c Mit Vorbescheid vom 29. Juli 2008 teilte die Vorinstanz dem Ver-
sicherten mit, aufgrund einer Erwerbseinbusse von 100% hätte bei ihm 
ab 1. Januar 2001 ein Anspruch auf eine ganze Rente bestanden. Da 
er sich aber erst am 22. März 2006 angemeldet habe, könne die Rente 
frühestens ab dem 1. März 2005 ausgerichtet werden. Gemäss ihren 
Abklärungen  sei  ihm  ab  dem 1.  September  2005  wieder  eine  dem 
Gesundheitszustand angepasste  Tätigkeit  zumutbar. Dabei  könne  er 
mehr  als  50%  des  Erwerbseinkommens  erzielen,  welches  er  ohne 
Invalidität  erzielen  könnte.  Da  sich  seine  Erwerbsfähigkeit  wieder 
verbessert habe, sei die Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne 
wesentlichen Unterbruch  drei  Monate  angedauert  habe,  weshalb  ab 
dem 31. Dezember 2005 kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente 
bestehe (act. IV/51).

B.d Mit  zwei  Verfügungen vom 29. Oktober 2008 sprach die Vorins-
tanz dem Versicherten eine befristete ganze Invalidenrente à Fr. 733.-- 
pro Monat für den Zeitraum vom 1. März 2005 bis zum 31. Dezember 
2005 nebst Verzugszinsen von Fr. 651.-- zu (act. IV/52 – 54).

C.
C.a Gegen diesen Bescheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe 
vom 15. November 2008, eingereicht bei der IVSTA, Beschwerde. Er 
beantragte die Weitergewährung einer ganzen, eventualiter einer hal-
ben Invalidenrente nach dem 31. Dezember 2005 unter Bezugnahme 
auf zwei beigelegte ärztliche Berichte vom 12. und 13. November 2008 
(act. 1.1, 1.2), die bestätigten, dass er vollständig arbeitsunfähig sei. 
Er könne das Röntgenbild nachreichen. Er befinde sich gegenwärtig 
nicht in antibiotischer Therapie. Er sei selbstverständlich bereit, sich in 

Seite 4

C-7711/2008

der Schweiz untersuchen zu lassen (Beschwerdeakten act. 1).

Die  IVSTA übermittelte  die  Beschwerde am 28. November  2008 zu-
ständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht (act. 2).

C.b In  ihrer  Vernehmlassung  vom  6.  April  2009  beantragte  die 
Vorinstanz  die  Bestätigung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die 
Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies unter Bezugnahme 
auf die ergänzende Stellungnahme des RAD vom 30. März 2009 da-
mit, dass sich aus den neu eingereichten Akten keine neuen Erkennt-
nisse ergeben hätten. Demnach seien leichtere Verweistätigkeiten seit 
dem 1. September 2005 ausübbar. Der gestützt auf diese Beurteilung 
erfolgte Erwerbsvergleich habe eine Erwerbseinbusse von 25% ab die-
sem Datum ergeben. In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV sei die 
Rente  zu  Recht  nach  dem  31.  Dezember  2005  eingestellt  worden 
(act. 8, act. IV/57).

C.c Am 28. Mai 2009 (act. 13)  reichte der Beschwerdeführer bereits 
aktenkundige Berichte des Spitals in F._______, Italien, von 2005 und 
2006 (act. 13.10-12) und des Spitals in E._______ von 2008 (act. 13.1-
4)  sowie  Entlassungsbriefe  der  Klinik  in  D._______ aus  den  Jahren 
2000 bis 2003 (act. 13.16-18) ein. 

Ergänzend  dazu  reichte  er  bisher  nicht  aktenkundige  Berichte  des 
Spitals  in  F._______  vom  14.  Februar  2004  (act.  13.9),  vom  10. 
November 2006 (act. 13.13) und vom 20. Juni 2007 (act. 13.14) sowie 
aktuelle  medizinische  Berichte  vom  5.  Mai  2009  (Dr.  I._______, 
Internist, act. 13.5), vom 27. Mai 2009 (Dr. K._______, Hausarzt, act. 
13.6),  vom 22. Mai  2009 (Dr. L._______, Orthopädie,  act. 13.7)  und 
vom 5. Mai 2009 (psychiatrisches Attest, act. 13.8a) ein.

Im  Übrigen  kam  er  der  Aufforderung,  einen  Kostenvorschuss  von 
Fr. 300.-- zu leisten, innert der auferlegten Frist nach (act. 11).

C.d Die Vorinstanz legte die Akten nochmals dem RAD vor, welcher 
am 10. Juli  2009 Stellung nahm. Darauf  gestützt  hielt  die Vorinstanz 
am 17. Juli 2009 an ihren Anträgen fest (act. 15, 15.1, 15.2).

C.e In seiner Triplik vom 13. August 2009 nahm der Beschwerdeführer 
dahingehend  Stellung,  dass  seine  Krankheit  zwar  zur  Zeit  in  einer 
Ruhephase sei, aber jederzeit wieder ausbrechen könne. Er leide seit 
10  Jahren  unter  Dauerschmerzen. Jegliche  körperliche  Anstrengung 

Seite 5

C-7711/2008

vergrössere den immer anhaltenden Schmerz, weshalb er nicht fähig 
sei, auch die geringsten Aktivitäten auszuführen (act. 17).

C.f Das Bundesverwaltungsgericht  übermittelte  am 25. August  2009 
der Vorinstanz die Triplik zur Kenntnisnahme und schloss den Schrif-
tenwechsel ab (act. 18).

C.g Mit  Eingaben  vom  5.  Februar  2010  (Poststempel)  und  vom 
10. März 2010 reichte der Beschwerdeführer einen Verlaufsbericht des 
Spitals von F._______ vom 4. Februar 2010 für die Jahre 2004 – 2010 
sowie weitere aktuelle medizinische Akten ein. Er machte ausserdem 
geltend, sein Gesundheitszustand habe sich im Lauf des Jahres 2009 
verschlechtert. Vom 13. Januar bis 4. Februar 2010 sei er deswegen in 
Italien hospitalisiert gewesen. Im März 2010 habe er – zurückgekehrt 
nach  Mazedonien  –  wieder  mit  der  Tuberkulosetherapie  begonnen 
(act. 19, 23). 

C.h Die  Vorinstanz  ersuchte  den  RAD  erneut  um  Stellungnahme. 
Gestützt auf dessen Bericht vom 17. März 2010 (act. IV/61) hielt  sie 
fest,  für  das  in  Frage  stehende  Verfahren  bestünden  keine  neuen 
Erkenntnisse, weshalb sie an ihren Anträgen festhalte. Die Frage, ob 
nach dem 29. Oktober 2008 ein neuer Leistungsanspruch entstanden 
sei,  müsse  Gegenstand  eines  neuen  Leistungsgesuchs  bilden  (act. 
25).

Das  Bundesverwaltungsgericht  liess  dem  Beschwerdeführer  die  er-
gänzende Stellungnahme der Vorinstanz am 8. April 2010 zukommen 
und schloss den Schriftenwechsel wiederum ab (act. 26).

C.i Mit  Eingabe vom 2. Juli  2010 an die  Vorinstanz reichte  der  Be-
schwerdeführer die „gesamten“ Akten des Spitals  in  F._______ (act. 
27.8, 27.13), eine Bestätigung seines Hausarztes (act. 27.11f.), einen 
Bericht  der  Internistin  in  Mazedonien  (act.  27.9f.),  das  neueste 
„Blutbild“  (act.  27.4-7,  27.14)  sowie  zwei  Laborberichte  (act.  27.14) 
nach  und  machte  ausserdem  geltend,  nach  der  Beurteilung  seiner 
Ärzte  sei  er  gänzlich  arbeitsunfähig.  Die  Vorinstanz  übermittelte  die 
Eingabe dem Bundesverwaltungsgericht  zuständigkeitshalber am 27. 
Juli 2010 (act. 27).

C.j Auf weitere  Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Seite 6

C-7711/2008

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20)  sowie Art. 5 des Bundesge-
setzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im Aus-
land. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Der Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Anfechtung  (Art.  59  ATSG; 
vgl. auch Art. 48  Abs. 1 VwVG). Er  ist  daher  zur  Beschwerde legiti -
miert. 

1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 
und der auferlegte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist da-
rauf einzutreten (Art. 60 ATSG und 52 VwVG).

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt. 

Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 
das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim-
mungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis und 
28 – 70) anwendbar, soweit  das IVG nicht  ausdrücklich eine Abwei-
chung vom ATSG vorsieht.

2.2 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Mazedonien und 
lebt dort, so dass vorliegend das am 1. Januar 2002 in Kraft getretene 
Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der 
Republik Mazedonien über Soziale Sicherheit vom 9. Dezember 1999 
(SR 0.831.109.520.1)  anwendbar  ist.  Gemäss  Art. 4  Abs. 1  des  Ab-
kommens sind die Staatsangehörigen des einen Vertragsstaates sowie 
deren  Familienangehörige  und  Hinterlassene  in  ihren  Rechten  und 

Seite 7

C-7711/2008

Pflichten aus den Rechtsvorschriften des anderen Vertragsstaates den 
Angehörigen dieses Vertragsstaates bzw. deren Angehörigen und Hin-
terlassenen gleichgestellt; abweichende Bestimmungen bleiben vorbe-
halten.

Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Leistungen 
der  schweizerischen  Invalidenversicherung  besteht,  bestimmt  sich 
demnach allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften. Für 
die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruchs sind daher die Fest-
stellungen des ausländischen Versicherungsträgers bezüglich Invalidi-
tätsgrad und Anspruchsbeginn für  die rechtsanwendenden Behörden 
in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI-Praxis 
1996 S. 177 E. 1).

2.3 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der  
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt  des 
angefochtenen Verwaltungsaktes, hier der Verfügung vom 29. Oktober 
2008, eingetretenen Sachverhalt abstellen (BGE 130 V 329, BGE 129 
V  4  E.  1.2  mit  Hinweisen),  sind  die  ab  1.  Januar  2003  geltenden 
Bestimmungen des ATSG anwendbar.

Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den 
neuen Normen zu prüfen (pro  rata  temporis;  BGE 130 V 445). Ent-
sprechend  ist  das  IVG für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  2004  bis 
31. Dezember 2007 in der Fassung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; 
AS 2003  3837,  nachfolgend  „aIVG“)  anwendbar,  ab  dem  1.  Januar 
2008 in der Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderungen vom 6. Okto-
ber  2006  [AS 2007  5129],  nachfolgend  „IVG“).  Die  IVV  ist  für  den 
Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in ihrer Fassung 
vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision; AS 2003 3859) anwendbar, ab dem 
1. Januar  2008  in  der  Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderungen 
vom 28. September 2007 [AS 2007 5155]).

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 

Seite 8

C-7711/2008

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-
fern  das  Gesetz  nicht  etwas Abweichendes vorsieht,  nach  dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor-
derungen nicht. Das Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E.  2, je 
mit Hinweisen).

4.
Vorliegend ist umstritten und durch das Bundesverwaltungsgericht zu 
prüfen,  ob die  Vorinstanz dem Beschwerdeführer  zu  Recht  eine be-
fristete ganze Invalidenrente vom 1. März 2005 bis zum 31. Dezember 
2005 zugesprochen und eine weitere Ausrichtung der Rente ab dem 
1. Januar 2006 verweigert hat (vgl. act. IV/52). 

Zunächst sind jedoch die zur Beurteilung der Streitsache massgeben-
den materiellrechtlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung 
entwickelten Grundsätze darzulegen.

4.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat,  wer invalid im Sinn des Gesetzes ist  (Art. 7,  8,  16 ATSG; 
Art. 4, 28, 29 aIVG, Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall 
mindestens  während  eines  vollen  Jahres  (Art.  36  Abs. 1  aIVG)  be-
ziehungsweise während drei Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an 
die  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung  geleistet  hat. 
Diese zwei Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein.

Der  Beschwerdeführer  weist  eine  Beitragszeit  für  Beiträge  an  die 
schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung 
von insgesamt acht Jahren und drei Monaten auf (act. IV/54, 55), so 

Seite 9

C-7711/2008

dass er die gesetzliche Mindestbeitragsdauer erfüllt. Zu prüfen bleibt 
demnach,  ob  der  Beschwerdeführer  im  Sinne  des  Gesetzes  invalid 
geworden ist. 

4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Der  Zeitpunkt  des  Eintritts  der  Invalidität  beurteilt  sich  nach  Art.  29 
Abs. 1  aIVG. Der  Rentenanspruch  entsteht  frühestens  in  dem Zeit-
punkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbs-
unfähig  geworden  ist  (Bst.  a:  Dauerinvalidität,  Art.  7  ATSG)  oder 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens zu 40% arbeitsunfähig war (Bst. b: langdauernde Krank-
heit, Art. 6 ATSG, vgl. BGE 121 V 264 E. 6). Neurechtlich haben nach 
Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Er-
werbsfähigkeit  nicht  durch  zumutbare  Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a); während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 40% arbeitsunfähig  gewesen sind (Bst. b); und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Bst. c). 

4.2.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen 
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch 
auf  eine Viertelsrente,  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  60  Prozent  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente  und  bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine 
ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 aIVG, Art. 28 Abs. 2 IVG).

Viertelsrenten werden allerdings gemäss Art. 28 Abs. 1ter aIVG (bzw. 
Art. 29 Abs. 4 IVG) nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren gewöhn-
lichen Aufenthalt  im Sinne von Art. 13 ATSG in  der  Schweiz  haben. 
Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
(heute:  Bundesgericht)  stellt  Art. 28  Abs. 1ter IVG  nicht  eine  blosse 
Auszahlungsvorschrift,  sondern eine besondere Anspruchsvorausset-
zung dar (BGE 121 V 264 E. 6c).

4.2.2 Meldet sich die versicherte Person – wie vorliegend – mehr als 
zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, werden Leistungen 
lediglich  für  die  zwölf  der  Anmeldung  vorangehenden  Monate  aus-
gerichtet (Art. 48 Abs. 2 IVG).

Seite 10

C-7711/2008

4.2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art. 16 ATSG).

4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person  arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits -
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 
256 E. 4 mit Hinweisen). Es sind demnach nicht nur die Erwerbsmög-
lichkeiten im angestammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Ver-
weisungstätigkeiten  zu  prüfen.  Die  –  arbeitsmedizinische  –  Aufgabe 
der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern 
die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen 
leidensbedingt eingeschränkt ist. Die Frage, welche konkreten beruf li-
chen Tätigkeiten auf Grund der medizinischen Angaben und unter Be-
rücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Fra-
ge  kommen,  ist  demgegenüber  nicht  von der  Ärztin  oder  dem Arzt, 
sondern  von der  Verwaltung bzw. von der  Berufsberatung zu beant-
worten  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts 
I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Ver-
weis auf BGE 107 V 17 E. 2b).

4.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismit-
tel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerde-
verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 
frei,  das  heisst  ohne  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und 
pflichtgemäss zu würdigen. 

4.4.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist  entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all -

Seite 11

C-7711/2008

seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be-
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
ist, in der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für  den 
Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder  die  Herkunft  des  Beweis-
mittels  noch  die  Bezeichnung  der  eingereichten  oder  in  Auftrag  ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das 
Urteil  des  Bundesgerichts  vom 26. Januar  2006  [I 268/2005] E. 1.2, 
mit  Hinweis  auf  BGE 125 V 352  E. 3a).  In  Bezug  auf  Berichte  von 
Hausärzten  darf  und  soll  der  Richter  der  Erfahrungstatsache  Rech-
nung tragen,  dass  Hausärzte  mitunter  im Hinblick auf  ihre  auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in  Zweifelsfällen eher  zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen. Was Parteigutachten anbelangt,  rechtfertigt  der 
Umstand  allein,  dass  eine  ärztliche  Stellungnahme von  einer  Partei 
eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem 
Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine). Den Berichten und Gut-
achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, 
sofern  sie  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  begründet  sowie  in 
sich widerspruchsfrei sind und keine konkreten Indizien gegen ihre Zu-
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-
sen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 123 V 178 
E. 3.4  sowie  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2. Auflage,  Zürich  2009, 
Art. 43 Rz. 35).

4.4.2 Auf Stellungnahmen der RAD oder der ärztlichen Dienste kann 
für den Fall, dass ihnen materiell  Gutachtensqualität zukommen soll, 
nur  abgestellt  werden,  wenn  sie  den  allgemeinen  beweisrechtlichen 
Anforderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht  genügen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts  vom 15. Dezember  2006  [I 694/05] E. 2).  Die  RAD-
Ärzte  müssen  sodann  über  die  im  Einzelfall  gefragten  persönlichen 
und  fachlichen  Qualifikationen  verfügen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
vom 20. November  2007  [I 142/07] E. 3.2.3  und  vom 10. April  2007 
[I 362/06] E. 3.2.1).  Denn  die  fachliche  Qualifikation  des  Experten 
spielt  für  die  richterliche  Würdigung  einer  Expertise  eine  erhebliche 
Rolle.  Bezüglich  der  medizinischen  Stichhaltigkeit  eines  Gutachtens 
müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Ex-

Seite 12

C-7711/2008

perten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung eines Arztes als 
Gutachter  in  einer  bestimmten  medizinischen  Disziplin  ein  entspre-
chender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender, 
spezialärztlicher Titel  des berichtenden oder zumindest  des den Be-
richt visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts vom 
3. August 2000 [I 178/00] E. 4a).

Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist an sich kein Grund, um 
einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es 
im  Wesentlichen  um  die  Beurteilung  eines  feststehenden  medizini-
schen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundes-
gerichts  vom  14. Juli  2009  [9C_323/2009] E. 4.3.1  sowie  vom 
14. November 2007 [I 1094/06] E. 3.1.1, beide mit Hinweisen).

4.5 Wird rückwirkend eine abgestufte und/oder eine befristete Rente 
zugesprochen, sind nach der Rechtsprechung die für eine Rentenre-
vision massgebenden Grundsätze zu beachten (BGE 125 V 413 E. 2d, 
BGE 109 V 125).

4.5.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, 
so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu-
kunft  entsprechend  erhöht,  herabgesetzt  oder  aufgehoben  (Art.  17 
Abs. 1 ATSG). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die an-
spruchsbeeinflussende  Änderung  für  die  Herabsetzung  oder  Aufhe-
bung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem 
angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dau-
ern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne 
wesentliche Unterbrechung drei  Monate angedauert  hat  und voraus-
sichtlich weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 

4.5.2 Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung 
der  tatsächlichen  Verhältnisse,  die  geeignet  ist,  den  Invaliditätsgrad 
und  damit  den  Rentenanspruch  zu  beeinflussen  (BGE  130  V  343 
E. 3.5, mit weiteren Hinweisen, SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine 
Veränderung  der  tatsächlichen  Verhältnisse  bedeuten  eine  unter-
schiedliche  Beurteilung  eines  im Wesentlichen  unveränderten  Sach-
verhalts (zum Beispiel eine andere Einschätzung der zumutbaren Ar-
beitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). Das 
Eidgenössische  Versicherungsgericht  hat  jeweils  festgehalten,  dass 
ein  Revisionsgrund,  welcher  zur  Aufhebung  oder  Herabsetzung  der 

Seite 13

C-7711/2008

Rente nach Art. 41 IVG (bzw. heute Art. 17 ATSG) führt, aktenmässig 
zuverlässig ausgewiesen sein muss (z.B. Urteil I 559/02 vom 31. Janu-
ar  2003 E. 3.2 mit  weiteren Hinweisen sowie  THOMAS LOCHER,  a.a.O., 
§ 38 Rz. 6 f. und UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Rz. 16 f. zu Art. 17). 

5.
Der  Beschwerdeführer  beantragt  die  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügung insoweit, als ihm die Rente bis 31. Dezember 2005 befristet 
zugesprochen wurde.

5.1 Streitgegenstand  im  System  der  nachträglichen  Verwaltungs-
rechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch 
die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund 
der  Beschwerdebegehren  effektiv  angefochtenen  Verfügungsgegen-
stand  bildet.  Anfechtungs-  und  Streitgegenstand  sind  danach  iden-
tisch,  wenn  die  Verwaltungsverfügung  insgesamt  angefochten  wird; 
bezieht  sich  demgegenüber  die  Beschwerde  nur  auf  einzelne  der 
durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht 
beanstandeten –  verfügungsweise  festgelegten –  Rechtsverhältnisse 
zwar wohl zum Anfechtungs-  nicht  aber zum Streitgegenstand (BGE 
125 V 413 E. 1b in Verbindung mit E. 2a). Wird gleichzeitig eine Rente 
zugesprochen und diese revisionsweise, in sinngemässer Anwendung 
von Art. 17 Abs. 1 ATSG (bzw. Art. 41 aIVG, in der bis Ende 2002 gül-
tigen Fassung) und Art. 88a IVV, herauf- oder herabgesetzt oder auf-
gehoben,  liegt  ein  zwar  komplexes,  im  Wesentlichen  jedoch  einzig 
durch die Höhe der  Leistung und die  Anspruchsperioden definiertes 
Rechtsverhältnis vor. Der Umstand allein, dass Umfang und allenfalls 
Dauer  des  Rentenanspruchs  über  den  verfügungsweise  geregelten 
Zeitraum  hinweg  variieren,  ist  unter  anfechtungs-  und  streitgegen-
ständlichem Gesichtspunkt belanglos. Wird nur die Abstufung oder die 
Befristung  der  Leistungen  angefochten,  wird  damit  die  gerichtliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt,  dass unbe-
stritten gebliebene Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert 
bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d, vgl. auch BGE 131 V 164 E. 2).

5.2 Nach Ansicht der Vorinstanz wäre am 1. Januar 2001 ein Renten-
anspruch von einer ganzen IV-Rente, gestützt auf einen IV-Grad von 
100%,  entstanden.  Da  sich  der  Beschwerdeführer  jedoch  erst  am 
22. März  2006  angemeldet  habe,  könne  die  ganze  Rente  erst  ab 
1. März  2005  ausgerichtet  werden. Ab  dem 1.  September  2005  sei 
wieder  eine  dem Gesundheitszustand  angepasste  Tätigkeit  im  Rah-

Seite 14

C-7711/2008

men eines vollen Pensums möglich (IV-Grad: 25%). Sinngemäss wird 
die Befristung demnach mit  einer  Verbesserung des Gesundheitszu-
standes  (Beendigung  der  Antibiotikatherapie,  widersprüchliche  und 
deshalb  nicht  glaubhafte  Angaben  zu  einer  Behandlung  im  Jahre 
2006) begründet.

5.3 Aus den  aktenkundigen  Berichten  der  Ärzte  in  Mazedonien  und 
Italien ergeben sich folgende Beurteilungen:

5.3.1 Im  medizinischen  Bericht  der  mazedonischen  Kommission  zur 
Ermittlung der Arbeitsfähigkeit vom 17. April 2006 zu Handen des ma-
zedonischen  Versicherers  finden  sich  persistierende  Rückenschmer-
zen nach spezifischer Entzündung der Rückenwirbel. Der Versicherte 
sei vor 20 Jahren operiert worden (Spondylodese). Beim Versicherten 
bestünden persistierende Atemschwierigkeiten und wegen der Tuber-
kulosebehandlung  sekundäre  Leberschäden.  Die  Arbeitsunfähigkeit 
wird mit 80% angegeben (act. IV/26).

5.3.2 Der Internist Dr. I._______ gab am 17. Dezember 2007 an, seit 
dem Jahre 2005 habe der Patient keine Tuberkulosemittel mehr erhal -
ten. Aufgrund der wiederholten Rückfälle sei eine schwere Schädigung 
und Deformation der Wirbelsäule und sekundär – aufgrund der lang-
jährigen medikamentösen Behandlung – Funktionsschäden der Leber, 
der  Niere,  Gehörs-  und  Sehschäden,  eine  erektile  Dysfunktion  und 
eine  Konzentrations-  und  Gedächtnisschädigung  entstanden.  Der 
Patient sei dauerhaft für jegliche Aktivität arbeitsunfähig, jede geringe 
Belastung könne einen neuen Ausbruch der Krankheit auslösen (act. 
IV/41).

Am 12. November 2008 äusserte sich Dr. I._______ zum Verlauf der 
Krankheit  seit  1981.  Er  präzisierte,  der  Patient  habe  aufgrund  von 
Rückfällen in den Jahren 1999, 2003 und 2005 immer wieder Vierfach-
Antibiotikatherapien  durchgeführt,  die  letzte  bis  2006.  Aufgrund  der 
starken Schmerzen seien starke Analgetika, oft auch parenteral [unter 
Umgehung  des  Darms],  verabreicht  worden.  Aufgrund  der  langan-
dauernden  Einnahme  von  Medikamenten  sei  die  Leber  geschädigt 
worden. Auch wenn der Patient zur Zeit keine Antibiotikatherapie ein-
nehme,  seien  aufgrund  der  Schäden  der  Wirbelsäule,  der  starken 
Schmerzen und der Analgetikatherapie auch leichtere Anstrengungen 
nicht  möglich,  da diese einen erneuten Ausbruch der Krankheit  ver-
ursachen könnten (Beschwerdeakte 1.1).

Seite 15

C-7711/2008

5.3.3 Aus den Berichten von Dr. M._______ (Fachrichtung unbekannt) 
vom  2.  Januar  2008  und  des  Neurochirugen  Dr.  N._______  vom 
15. April  2008,  je aus dem Krankenhaus O._______ für  chirurgische 
Orthopädie  und  Traumatologie,  E._______  (act.  IV/43,  47),  geht 
hervor,  dass  beim  Patienten  26  Jahre  nach  der  Spondylodese  die 
Bewegungen  der  thorakalen  Wirbelsäule  begrenzt  seien  und  eine 
ausgeprägte  Kyphose [bucklige  Verformung]  bestehe. Der  Zwischen-
wirbelbereich  sei  stark  verengt,  weshalb  ein  spondylöser  Prozess 
möglich  werde.  Operativ  sei  keine  Verbesserung  möglich,  trotz  Ver-
engung des Spinalkanals. Beim Patienten könne ein  ständiger  chro-
nischer  Schmerz  bestehen,  welcher  mit  Medikamenten  behandelt 
werden könne. Er sei nicht fähig, schwerere körperliche Arbeit sowie 
Arbeit verbunden mit längerem Sitzen, Stehen und Gehen auszuüben.

Der Orthopäde Dr. P._______ des Krankenhauses O._______ stellte 
am 13. November  2008  fest,  der  Patient  stehe  nicht  unter  antibioti -
scher  Behandlung,  der  Krankheitsprozess  sei  im  Ruhezustand.  Der 
Patient sei indes zu keiner körperlichen Arbeit fähig (act. 1.2).

5.3.4 Dr. J._______, Facharzt für Arbeitsmedizin, stellte am 8. Januar 
2008 fest, aufgrund der Rücken- und Leberschädigung liege eine be-
deutende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (act. IV/46). 

5.3.5 Der  Beschwerdeführer  wurde  seit  Januar  2004  im  Spital  in 
F._______, Divisione di Malattie Infettive, wegen der Spondylitis tuber-
culosa/Morbus  Pott  [ICD-10:  A18.01]  und  pleuropulmonarer  Lungen-
Tuberkulose  behandelt (vgl.  neben  anderen:  vollständiger  Verlaufs-
bericht 2004 – 2010: act. 19).

Im  Februar  2005  wurde  festgestellt,  die  Tuberkulosebehandlung  sei 
aufgrund fehlender Medikamente aufgegeben worden. Es sei deshalb 
eine  Therapie  wieder  aufzunehmen,  welche  bis  August  2005  fortzu-
führen  sei. Vom 9. September  2005  bis  8. Oktober  2005  wurde  der 
Patient wiederum in F._______ behandelt. Die Ärzte stellten fest, dass 
die Therapiebehandlung in Mazedonien mit  zwei Antibiotika bis etwa 
im  Juni  2005  durchgeführt,  im  Juli  dann  aufgrund  nicht  erhältlicher 
Medikamente  abgebrochen  worden  sei.  Im  September  wurde 
wiederum die Vierfach-Antibiotikatherapie aufgenommen; ausführliche 
Untersuchungen (Lunge, Rücken, Augen) wurden durchgeführt. 

Im  Eintrittsbericht  des  Spitals  F._______  vom 21.  Juni  2006  wurde 

Seite 16

C-7711/2008

festgestellt,  der  Patient  sei  in  recht  guter  Verfassung.  Er  habe  die 
Therapie bis jetzt durchführen können. Im Austrittsbericht vom 10. Juli 
2006  wurde  festgehalten,  der  Patient  sei  jetzt  konstant  fieberfrei,  
während  die  Rücken-  und  Thoraxschmerzen  einigermassen  kuriert 
seien. Die Therapie mit zweien Antibiotika sei weiterzuführen.

Ab 2. November 2006 bis 10. November 2006 wurde der Versicherte 
erneut  in  F._______  behandelt,  die  Antibiotikatherapie  wurde  abge-
setzt. Es wurde empfohlen, den festgestellten Leberschaden in sechs 
Monaten zu überprüfen.  Am 20. Juni  2007 hielt  sich der  Versicherte 
nochmals  in  F._______  zu  Untersuchungen  auf  und  klagte  über 
Schmerzen in der rechten Thoraxhälfte.

5.4 Zusammenfassend  ist  gestützt  auf  diese  vorliegenden  Berichte, 
welche  –  ausser  dem  Bericht  zu  Handen  des  mazedonischen  Ver-
sicherers vom April  2006 – alle von behandelnden Fachärzten stam-
men, festzuhalten,  dass diese sich bezüglich der Dauer der Antibio-
tikatherapie  (nachfolgend  E.  5.4.1  f.)  widersprechen  und  bezüglich 
einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit nicht einheitlich äussern (E. 5.5).

5.4.1 Der RAD stützte sich in seiner Beurteilung vom 26. Juni  2008 
(act.  IV/49)  insbesondere  auf  die  Angaben  von  Dr. I._______  (act. 
IV/41) sowie von Dr. N._______ (act. IV/43, 47). Er kam zum Schluss, 
die  Antibiotikatherapie  sei  schon  im  Jahr  2005  abgesetzt  worden, 
weshalb  der  Beschwerdeführer  seit  September  2005  wieder  in  der 
Lage  sei,  eine  angepasste  Tätigkeit  auszuüben.  Er  stellte  in  seiner 
späteren Einschätzung vom 30. März 2009 (act. IV/57) zwar fest, dass 
Dr. I._______ am 12. November 2008 seine frühere Angabe korrigiert 
und  angegeben  hatte,  die  Antibiotikatherapie  sei  bis  2006  durchge-
führt  worden. Er  gab indes der  Vorinstanz an,  es  sei  an  denselben 
Daten festzuhalten. 

5.4.2 Die  Aussage  von  Dr.  I._______  vom 12.  November  2008  zur 
Dauer  der  Antibiotikatherapie  deckt  sich  mit  den  Ausführungen  der 
italienischen Ärzte. Der RAD hat sich in seinen weiteren Stellungnah-
men diesbezüglich nicht mehr geäussert. Gestützt auf die Akten aus 
Italien (act. 19 S. 6) und Mazedonien (act. 1.1, 13.5) ist  es überwie-
gend  wahrscheinlich,  dass  die  Antibiotikatherapie  bis  im  November 
2006  weitergeführt  wurde.  Daran  ändert  auch  die  Telefonnotiz  der 
IVSTA vom 12. September 2007 nichts, wonach der Beschwerdeführer 
angegeben habe, er sei im August 2006 nicht in F._______ gewesen,  

Seite 17

C-7711/2008

sei  aber in  Mazedonien regelmässig in Behandlung (vgl. act. IV/31). 
Wie  indes  nachfolgend  auszuführen  ist,  kann  die  Frage  nach  der 
Dauer der Therapie letztlich offen gelassen werden.

5.5 Zu prüfen bleibt nachfolgend, ob sich der Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers im September 2005 in einem Mass verbessert hat, 
als  dass  ihm nunmehr  eine Verweistätigkeit  im Umfang eines vollen 
Pensums zumutbar war (oben E. 4.5.1). 

5.5.1 Die  Vorinstanz  hatte  am  6.  November  2007  auf  Veranlassung 
des RAD beim mazedonischen Versicherer einen aktuellen ausführli-
chen medizinischen Bericht (rapport dactylographié) verlangt und aus-
serdem die  Frage  nach  dem  Abschluss  der  Antibiotikatherapie  und 
dessen Resultat  gestellt  (act. IV/35). In  der  Folge erhielt  sie  die  er -
wähnten Berichte und Untersuchungen der behandelnden Ärzte (act. 
IV/40-47). Diese Akten wurden dem RAD zusammen mit den damals 
aktenkundigen Berichten aus F._______ (act. IV/22-24) vorgelegt.

Die Akten wurden durch den Beschwerdeführer im Rahmen des Be-
schwerdeverfahrens  ergänzt.  Soweit  diese  ergänzenden  Akten  den 
Gesundheitszustand  des  Versicherten  bis  zum  Verfügungszeitpunkt 
vom 29.  Oktober  2008  betreffen,  sind  sie  zu  berücksichtigen  (oben 
E. 2.3). Die Arztberichte vom 12./13. November 2008, welche der Be-
schwerdeführer mit der Beschwerde eingereicht hat (act. 1.1, 1.2) sind 
nur kurze Zeit nach der angefochtenen Verfügung ausgestellt worden 
und enthalten zudem Aussagen zur gesundheitlichen Situation weit vor 
dem 29. Oktober 2008, weshalb sie insoweit zu berücksichtigen sind.

Der RAD stellte gestützt auf die ergänzten Akten im Wesentlichen fest, 
seit 2000 habe eine ununterbrochene volle Arbeitsunfähigkeit (auch für 
Verweistätigkeiten) bestanden. Dieser Zustand habe gegolten, solange 
die Antibiotikatherapie angedauert habe. Anschliessend sei wiederum 
eine volle angepasste Verweistätigkeit zumutbar gewesen.

5.5.2 Der seit vielen Jahren behandelnde Internist Dr. I._______ gab 
am 17. Dezember 2007 an, der Patient sei zu keiner Arbeit fähig, da 
die kleinste Anstrengung einen Rückfall auslösen könnte (act. IV/41). 
Dr. M._______ des Spitals für chirurgische Orthopädie und Traumato-
logie stellte am 2. Januar 2008 fest, der Patient könne keine körperli-
chen Tätigkeiten ausüben, welche mit  längerem Gehen oder Stehen 
verbunden seien (act. IV/43). Der Arbeitsmediziner Dr. J._______ wie-

Seite 18

C-7711/2008

derum gab am 8. Januar 2008 an, es bestehe eine bedeutende Ein-
schränkung  der  Arbeitsfähigkeit  (act.  IV/46).  Der  Neurochirurg  Dr. 
N._______ äusserte sich dahingehend, der Gesundheitszustand des 
Patienten  sei  definitiv  und  nicht  mehr  operativ  zu  verbessern,  der 
chronische  Schmerz  werde  mit  verschiedenartigen  Schmerzmitteln 
behandelt und der Patient sei nicht fähig, schwerere körperliche Arbeit 
sowie Arbeit verbunden mit längerem Sitzen, Stehen und Gehen aus-
zuüben. Aus den Berichten vom November 2008 geht hervor, dass Dr. 
I._______  weiterhin  eine  volle  Arbeitsunfähigkeit  bescheinigt,  und 
auch der  Orthopäde Dr. P._______gibt  an,  der  Patient  sei  zu keiner 
körperlichen Arbeit fähig (act. 1.1, 1.2). Die Ärzte in F._______ stell ten 
im Juni/Juli  2006 bzw. November 2006, jeweils nach stationärer und 
intensiver  Behandlung  mit  Antibiotika  eine  gewisse  gesundheitliche 
Verbesserung  des  Gesundheitszustandes  fest,  auch  bezüglich  der 
Rückenschmerzen (act. 19 S. 5 f.). Sie äusserten sich jedoch nicht zu 
einer allfälligen Arbeitsfähigkeit.

5.5.3 Aufgrund dieser Aussagen der Fachärzte – vor allem der Ortho-
päden  vom Januar  und  April  2008  sowie  der  italienischen  Ärzte  im 
Jahr  2006  –  ist  zwar  ersichtlich,  dass  der  Gesundheitszustand  des 
Beschwerdeführers mit stationärer Behandlung jeweils soweit verbes-
sert  werden konnte,  dass ihm allenfalls  wiederum eine gewisse ein-
geschränkte  Arbeitstätigkeit  zumutbar  war.  Die  anderen  Ärzte  be-
scheinigen eine stark eingeschränkte beziehungsweise keine Arbeits-
fähigkeit.  Tatsächlich  liegt  eine  langjährige  und  schwerwiegende 
Krankheit (seit dem Jahr 1981) vor, welche gemäss den Akten bereits 
seit vielen Jahren den Beschwerdeführer in seiner Gesundheit beein-
trächtigt hat. Es ist weiter unbestritten, dass der Beschwerdeführer ab 
dem  Jahr  2000  andauernd  zu  100%  arbeitsunfähig  war.  Es  ist 
demnach gestützt auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzte – in 
Berücksichtigung, dass es sich hier nicht um unabhängige Gutachter, 
aber  um  Fachärzte  handelt  (siehe  oben  E. 4.4)  –  nicht  nachzuvoll-
ziehen, dass mit Wegfall der Antibiotikatherapie bei unbestrittenen Ein-
schränkungen des Rückens (inklusive glaubhafter Schmerzproblema-
tik)  und  der  Lunge  sowie  eines  Leberschadens  eine  dauerhafte 
Arbeitsfähigkeit in wechselnder bzw. sitzender Position mit Heben von 
Gewichten  bis  fünf  Kilogramm  (als  Park-  bzw.  Museumswächter,  in 
Korrespondenz- und Telefonverkauf, in der Reparatur kleiner Apparate 
bzw. Haushaltsartikel, als Kassier bzw. Billetverkäufer, in der Registrie-
rung  bzw.  Archivierung,  an  Empfang  und  Reception,  etc.,  vgl.  act. 
IV/49; bzw. Korrektur des RAD in act. IV/59: Park- und Museumswäch-

Seite 19

C-7711/2008

ter sowie Reparatur kleiner Apparate bzw. Haushaltsartikel) in vollem 
zeitlichen Umfang zumutbar sei. Gegen eine solche Schlussfolgerung 
spricht  zudem,  dass sich  der  Gesundheitszustand  des  Beschwerde-
führers  über  Jahre  wiederholt  mit  Absetzen  der  Medikation  ver-
schlechterte. Ergänzend ist  aufgrund der  neu  eingereichten Akten – 
welche das vorliegende Verfahren nicht mehr betreffen (oben E. 2.3) – 
anzumerken,  dass  offenbar  im  Jahr  2009  wiederum  ein  Rückfall 
erfolgte  und  der  Beschwerdeführer  sich  erneut  einer  Antibiotika-
therapie unterzog (act.19 S. 6 f., 23). 

Der  RAD  scheint  im  Übrigen  seine  Einschätzung  vor  allem  auf  die 
Rückenproblematik (Stabilität, Schmerzen) zu stützen. Zur Einschrän-
kung  der  Arbeitsfähigkeit  durch  die  Lungentuberkulose  finden  sich 
ausser der Diagnose keine Angaben. Eine Gesamtsicht fehlt gänzlich. 
Die  Vorinstanz  hat  es  im  Übrigen  unterlassen,  die  Angelegenheit 
Fachärzten des RAD vorzulegen, insbesondere einem Lungenspezia-
listen und einem Orthopäden. Von den beurteilenden RAD-Ärzten ver-
fügt  Dr. H._______  über  einen  Facharzttitel  für  innere  Medizin  und 
Dr. Q._______ über einen solchen für allgemeine Medizin, was in An-
betracht  des Beschwerdebildes vorliegend nicht  zu genügen vermag 
(oben E. 4.4.2; vgl. act. IV/29, 33, 57, 61). 

5.5.4 Vorliegend ist  demnach gemäss dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit (oben E. 3.2) weder die Frage der Arbeits -
fähigkeit  –  auch in  einer  Verweistätigkeit  –  ausreichend geklärt  wor-
den, noch kann festgestellt  werden, ob sich der Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers verbessert hat, und falls ja, in welchem Mass. 

5.6 Zusammenfassend ergibt  sich  deshalb,  dass  die  Verfügung vom 
29. Oktober 2008 auf einem unvollständig ermittelten Sachverhalt be-
ruht. Eine rechtskonforme Beurteilung des Rechtsanspruchs ist somit 
nicht möglich. Die Verfügung ist deshalb aufzuheben. Die Angelegen-
heit ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese ergänzende Ab-
klärungen im Sinne der  Erwägungen vornehme,  das heisst  den  Be-
schwerdeführer  antragsgemäss  in  der  Schweiz  –  entsprechend  der 
verschieden  Auswirkungen  seiner  Krankheit  polydisziplinär  (orthopä-
disch  und  allenfalls  neurologisch  sowie  pneumologisch,  internistisch 
und  psychiatrisch)  –  hinsichtlich  der  gesundheitlichen  Situation  und 
deren  Auswirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit  zu  begutachten  und 
gleichzeitig von den Gutachtern einen Verlaufsbericht seit September 
2005  erstellen  zu  lassen.  Soweit  anschliessend  der  RAD  das  Gut-

Seite 20

C-7711/2008

achten  zu  beurteilen  hat,  hat  dieser  Fachspezialisten  zuzuziehen. 
Anschliessend  hat  die  Vorinstanz  einen  neuen  Erwerbsvergleich  zu 
erstellen und neu über den Leistungsanspruch zu verfügen. Dabei sind 
die im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingereichten medizinischen 
Akten  mit  zu  berücksichtigen.  In  diesem  Sinne  ist  die  Beschwerde 
gutzuheissen.

6.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei -
entschädigung.

6.1 Weder der unterliegenden Vorinstanz noch dem obsiegenden Be-
schwerdeführer  sind  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
und 2 VwVG). Der am 1. Mai 2009 geleistete Kostenvorschuss ist dem 
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

6.2 Dem obsiegenden, nicht vertretenen Beschwerdeführer, welchem 
durch  die  Beschwerdeführung  keine  notwendigen,  verhältnismässig 
hohen  Kosten  erwachsen  sind,  ist  keine  Parteientschädigung  zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde vom 15. November  2008 wird  in  dem Sinne gutge-
heissen, als dass die angefochtene Verfügung vom 29. Oktober 2008 
aufgehoben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückgewiesen 
wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen 
neu über den Leistungsanspruch verfüge.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben. Der  geleistete  Kosten-
vorschuss von Fr. 300.-- wird zurückerstattet.

3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Seite 21

C-7711/2008

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor-
aussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 22