# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ffcf5df-e069-5f5e-bc49-1aed86f137c8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.05.2016 D-6864/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6864-2014_2016-05-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-6864/2014/pjn 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  M a i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter Hans Schürch,    

Gerichtsschreiber Patrick Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Meret Barfuss, Freiplatzaktion Basel,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Asyl; 

Verfügung des BFM vom 23. Oktober 2014 / N (…). 

 

 

 

D-6864/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Sri Lanka am 

(…) Oktober 2009 auf dem Luftweg und landete nach einem Zwischen-

stopp in Italien. Von dort aus gelangte er am 2. November 2009 in die 

Schweiz, wo er am selben Datum um Asyl nachsuchte. Am 4. November 

2009 führte das damalige BFM (heute SEM) die Befragung zur Person 

(BzP) durch. Die Anhörung fand am 24. November 2009 statt.  

A.b Der Beschwerdeführer machte geltend, tamilischer Ethnie und (…) 

aufgewachsen zu sein. Beruflich sei er als Schreiner tätig gewesen und 

habe auch Arbeiten im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms der 

Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) ausgeführt. 2003 hätten ihn ihm 

unbekannte Personen in seinem Heimatort B._______ während seiner Ab-

wesenheit gesucht. Sie seien mit einem weissen Van-Fahrzeug unterwegs 

gewesen. Bei diesem Vorfall sei es zu Übergriffen auf Angehörige gekom-

men. Die Suche sei möglicherweise deswegen erfolgt, weil er sich zuvor 

einige Monate im C._______ aufgehalten beziehungsweise weil er am er-

wähnten Arbeitsbeschaffungsprogramm teilgenommen habe. Aus Angst 

vor weiteren Verfolgungsmassnahmen sei er nach D._______ ins (…) 

C._______ gezogen. Im Jahr 2006 habe er noch vor Kriegsausbruch in 

E._______ Wohnsitz genommen. Dort hätten die srilankischen Sicher-

heitskräfte Kontrollen in den Häusern durchgeführt. Auch er sei davon be-

troffen gewesen und habe auf den Posten gehen müssen. Man habe fest-

gestellt, dass er Narben habe, ihn geschlagen und der LTTE-Zugehörigkeit 

beschuldigt. Aufgrund einer Geldzahlung sei er wieder freigekommen. Ei-

nige Tage später sei er während seiner Abwesenheit zuhause gesucht wor-

den, weshalb er nach F._______ geflohen sei. Dort habe er sich etwa ein-

einhalb Jahre lang unangemeldet aufgehalten. Die Lebensumstände seien 

indes schwierig gewesen, weshalb er sich im Frühjahr 2009 nach 

G._______ begeben und dort bis zur Ausreise versteckt gelebt habe.  

A.c Der Beschwerdeführer gab seine Identitätskarte zu den Akten.  

B.  

B.a Am 15. September 2014 gab das BFM dem Beschwerdeführer Gele-

genheit, die Asylvorbringen innert Frist zu präzisieren und zu aktualisieren.  

B.b In seiner Eingabe vom 8. Oktober 2014 legte der Beschwerdeführer 

dar, seit der Anhörung hätten sich weitere Sachverhalte, die seine Gefähr-

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Seite 3 

dung akzentuierten, ergeben. Von 2005 bis 2014 habe ein Mann in Zivil-

kleidung mehrmals nach ihm gesucht. Letztmals sei diese Person im Juli 

2014 bei seinen Eltern vorbeigekommen und habe sich nach seinem Auf-

enthaltsort erkundigt. In Sri Lanka sei er unter den LTTE als Schreiner tätig 

gewesen. Genaue Daten für diese Tätigkeiten wisse er nicht mehr. Er 

könne sich daran erinnern, 1988 oder 1989 der Beerdigung eines LTTE-

Mitglieds beigewohnt zu haben. Zudem habe er regelmässig an Gedenk-

feiern für die Märtyrer teilgenommen. Auch in der Schweiz trete er an sol-

chen Kundgebungen in Erscheinung. Ferner habe er an drei Demonstrati-

onen in H._______ mitgewirkt. Verwandte in der Schweiz und anderswo in 

Europa betätigten sich ebenfalls exilpolitisch. Die Verletzungen habe er 

sich bei der Explosion einer Bombe im April 1996 zugezogen. Damals sei 

er bei den LTTE als Schreiner tätig gewesen. Beim Vorfall mit der Anhal-

tung verbunden mit Schlägen sei ihm vorgehalten worden, seine Narben 

deuteten auf eine Verbindung zu den LTTE hin. Seine persönlichen Daten 

seien der srilankischen Armee bekannt. In Anbetracht der geschilderten 

Sachlage müsse er im Fall der Rückkehr mit Verfolgung rechnen.  

C.  

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2014 – eröffnet am 25. Oktober 2014 – 

stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die 

Wegweisung aus der Schweiz. Wegen der vom SEM gleichzeitig festge-

stellten Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wurde der Beschwer-

deführer in der Schweiz vorläufig aufgenommen. 

D.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 24. November 2014 beantragte 

der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung in den Dispositivziffern 1, 2 und 3, die Feststel-

lung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. In formeller 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf Erhebung eines Kos-

tenvorschusses und um Verbeiständung (Art. 110a Abs. 1 AsylG 

[SR 142.31]). Als Rechtsbeiständin sei I._______ einzusetzen. Eventuali-

ter sei ein anderer Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand zu bestel-

len. Der Eingabe lag ein Schreiben – gemäss den Erläuterungen in der 

Rechtsschrift ein Brief der Ehefrau samt Übersetzungen – bei. 

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Seite 4 

E.  

Am 9. Dezember 2014 bestätigte das Gericht den Eingang der Beschwer-

de.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Juni 2015 verzichtete der vormalige Instruk-

tionsrichter auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Ge-

such gemäss Art 65 Abs. 1 VwVG gut. Das Gesuch um amtliche Rechts-

verbeiständung im Sinne von Art. 110a AsylG wurde ebenfalls gutgeheis-

sen. Hingegen wurde das Gesuch um Einsetzung von I._______ als amtli-

che Rechtsbeiständin abgewiesen. Bei der rubrizierten Rechtsvertreterin 

wurden die Voraussetzungen von Art. 110a Abs. 3 AsylG als nicht erfüllt 

erachtet, weshalb sie ebenfalls nicht bestellt wurde. Dem Beschwerdefüh-

rer wurde Frist angesetzt zur Bezeichnung einer geeigneten Person als 

amtliche Rechtsbeiständin oder amtlichen Rechtsbeistand. Andernfalls 

werde das Gericht eine geeignete Person bezeichnen. In der Folge be-

zeichnete der Beschwerdeführer am 17. Juni 2015 J._______ als einzu-

setzende Rechtsbeiständin. Am 2. Juli 2015 erkundigte er sich unter Hin-

weis auf Schwierigkeiten beim Familiennachzug nach dem Verfahrens-

stand.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Juli 2015 lehnte der Instruktionsrichter die 

Einsetzung von J._______ zur amtlichen Rechtsbeiständin ab. Gleichzeitig 

setzte er erneut Frist zur Bezeichnung einer geeigneten Person an. Bezüg-

lich des Zeitpunkts des Verfahrensabschlusses wurde festgehalten, dass 

keine verbindlichen Angaben möglich seien.  

H.  

Mit Eingabe vom 13. Juli 2015 machte J._______ geltend, sie sei in ande-

ren Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bereits als amtliche 

Rechtsbeiständin eingesetzt worden, und ersuchte um eine Begründung 

für diese unterschiedlichen Beurteilungen. Das gerichtliche Antwortschrei-

ben datierte vom 28. Juli 2015.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2015 wurde der Beschwerdeführer er-

neut (und „letztmals“) aufgefordert, innert Frist eine zur Verbeiständung ge-

eignete Person zu bezeichnen. Bei unbenutztem Fristablauf werde das Ge-

richt eine entsprechende Person bezeichnen.  

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Seite 5 

J.  

Am 31. Juli 2015 ersuchte J._______ das Gericht um ergänzende Angaben 

im Zusammenhang mit dem erwähnten Schreiben vom 28. Juli 2015. Be-

sagte Angaben wurden ihr vom Gericht am 7. September 2015 übermittelt, 

verbunden mit der Feststellung, die Korrespondenz in dieser Angelegen-

heit werde für beendet erachtet. Daraufhin gelangte J._______ mit Einga-

ben vom    17. September 2015 und 26. November 2015 erneut ans Ge-

richt. Am       10. Dezember 2015 wurde ihr unter anderem mitgeteilt, allfäl-

lige erneute Anfragen in dieser Angelegenheit würden nicht mehr beant-

wortet.  

K.  

Mit Vernehmlassung vom 4. April 2016 beantragte das SEM die Abweisung 

der Beschwerde. Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde dem Be-

schwerdeführer am 8. April 2016 zur Kenntnis gebracht. Gleichzeitig wurde 

er aufgefordert, eine Bestätigung für die allenfalls noch bestehende pro-

zessuale Bedürftigkeit einzureichen. Die eingeräumte Frist blieb in der 

Folge ungenutzt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

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angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Vorbringen 

sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und 

plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen  

oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen und 

sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. 

Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er-

scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin-

gen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 Abs. 3 

AsylG), wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nach-

schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwir-

kung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten 

Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für ge-

wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der Beschwerdeführen-

den. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht 

von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr 

hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung 

reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar 

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möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und 

überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 

sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die 

Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, über-

wiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. 

4.  

4.1 Zur Begründung seiner abweisenden Verfügung führt das SEM aus, 

der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage gewesen, den geltend gemach-

ten Sachverhalt glaubhaft zu machen. Den Vorfall mit dem weissen Van-

Fahrzeug habe er widersprüchlich geschildert. Gemäss seinen Aussagen 

anlässlich der Anhörung sei sein Vater damals zuhause gewesen und ge-

schlagen worden. Bei der BzP habe er indes angegeben, sein Vater sei 

bereits 2001 verstorben. Auf Vorhalt sei es ihm nicht gelungen, diese Un-

stimmigkeit befriedigend zu erklären. Auch den Vorfall in E._______ ver-

bunden mit einer Befragung durch die Sicherheitskräfte habe er nicht über-

einstimmend zu Protokoll gegeben. Im Rahmen der Befragung habe er vor-

gebracht, bei einer Kontrolle aufgefordert worden zu sein, sich am nächs-

ten Tag auf dem Posten zu melden. Demgegenüber sei er laut Anhörungs-

protokoll im Rahmen einer Razzia morgens um zehn Uhr angehalten wor-

den. Überdies habe er diesen Vorfall, bei welchem seine Narben als LTTE-

Indiz qualifiziert worden seien, in zeitlicher und örtlicher Hinsicht abwei-

chend geltend gemacht (Anhörung: 2007 oder 2008 auf einem Polizeipos-

ten im Grossraum E._______; Stellungnahme vom 8. Oktober 2014: 2005 

oder 2006 im öffentlichen Raum auf […]). Die angebliche und wiederholte 

Suche durch eine nicht uniformierte Person seit 2005 habe er in keiner 

Weise belegt und nicht bei der Befragung oder Anhörung, sondern erst in 

besagter Stellungnahme vorgebracht. Entsprechend könne auch nicht da-

von ausgegangen werden, man suche ihn im aktuellen Zeitpunkt vor Ort. 

Aufgrund der unwahren Angaben des Beschwerdeführers sei es nicht mög-

lich, eine Gefährdungsprüfung in Kenntnis der tatsächlichen Gegebenhei-

ten vorzunehmen. Allerdings bleibe zu prüfen, ob Elemente vorlägen, wel-

che die Anerkennung als Flüchtling respektive die Asylgewährung trotz un-

glaubhafter Vorfluchtgründe rechtfertigen würden. Er sei tamilischer Ethnie 

und mittlerweile fünf Jahre landesabwesend. Auch wenn solchen Rückkeh-

rern gegenüber seitens der Behörden eine erhöhte Wachsamkeit bestehe, 

führten die besagten Umstände noch nicht zur Bejahung einer asylrelevan-

ten Verfolgungsfurcht. Allerdings könnten seine Herkunft aus dem Norden 

des Landes, eine Rückkehr mit temporären Reisedokumenten, die Teil-

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nahme an Kundgebungen und Festlichkeiten im Rahmen des Märtyrerta-

ges sowie die Körpernarben die Aufmerksamkeit ihm gegenüber im Rah-

men der Wiedereinreise und der Wiedereingliederung zusätzlich erhöhen. 

Vorliegend führten diese weiteren Faktoren indes nicht zur Annahme, es 

würden sich entsprechende Verfolgungsmassnahmen mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen. Zwar würden 

Körpernarben dazu führen, dass die Betroffenen namentlich im Rahmen 

von Befragungen zum allfälligen politisch-oppositionellen Hintergrund die-

ser Verletzungen einvernommen würden. Sollte die befragte Person in den 

Augen der Sicherheitskräfte ein relevantes oppositionelles Profil aufwei-

sen, könne den Narben gefährdungsbegründender Charakter zukommen. 

Es sei aber davon auszugehen, dass er den srilankischen Behörden plau-

sibel erklären könne, unter welchen Umständen sich diese Verletzungen 

1996 zugetragen hätten, zumal er gemäss eigenen Angaben ja nicht an 

Kampfhandlungen beteiligt gewesen sei. Das alleinige Aufweisen von Kör-

pernarben führe vorliegend mithin nicht zur Annahme einer begründeten 

Furcht. Im Weiteren sei er aufgrund seines Aussageverhaltens nicht in der 

Lage gewesen, Schreinerarbeiten, welche er im Auftrag der LTTE durch-

geführt habe, als oppositionelle Tätigkeit erscheinen zu lassen. Vielmehr 

habe er die Frage, ob er vor Ort je politisch aktiv gewesen sei oder ob er 

sich für die LTTE eingesetzt habe, verneint. Die in der schriftlichen Eingabe 

vom 8. Oktober 2014 geltend gemachten Teilnahmen an einer Beerdigung 

eines LTTE-Mitglieds sowie an den Feierlichkeiten des Märtyrertags habe 

er bei der Befragung und der Anhörung noch nicht erwähnt. Entsprechend 

sei davon auszugehen, dass er seine diesbezüglichen Teilnahmen als nicht 

für asylrelevant erachte, zumal er jeweils erklärte habe, die Asylgründe ab-

schliessend aufgeführt zu haben. Schliesslich weise er kein exilpolitisches 

Profil, welches das Interesse der heimatlichen Behörden im relevanten 

Ausmass geweckt haben könnte, auf. 

Im Ergebnis gebe es trotz der genannten zusätzlichen Faktoren keinen hin-

reichend begründeten Anlass zur Annahme, er habe im Fall der Rückkehr 

Massnahmen zu befürchten, welche über einen sogenannten background 

check hinausgingen. Er müsse somit lediglich mit Befragungen, der Über-

prüfung von Auslandaufenthalten und seiner Tätigkeiten in Sri Lanka und 

im Ausland rechnen. 

4.2  

4.2.1 Im Rahmen der Beschwerdebegründung wies der Beschwerdeführer 

vorab auf sein Engagement für die LTTE hin. Er habe die Bewegung jah-

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relang als Schreiner unterstützt. Von 1992 bis circa 2006 habe er regel-

mässig an verschiedenen Feierlichkeiten der LTTE, unter anderem am 

Märtyrertag und dem Black-Tiger-Tag, Bühnen und andere Teile der Infra-

struktur auf- und anschliessend wieder abgebaut. Diese Unterstützung 

habe er jedes Jahr mehrmals geleistet. 1992 habe er sich freiwillig gemel-

det und sei in den Folgejahren immer wieder aufgeboten worden. Seine 

Kontaktmänner zu den LTTE seien K._______ und L._______ gewesen. 

Die beiden hätten aber mutmasslich Decknamen verwendet. Er sei von 

ihnen jeweils persönlich für den nächsten Einsatz kontaktiert worden. Bei 

den Einsätzen habe er in einer Gruppe von ungefähr 150 Personen gear-

beitet. Er sei nicht entlohnt worden, habe aber eine Entschädigung für 

seine Aufwendungen erhalten. Er sei nicht nur in B._______, sondern auch 

und in noch umfassender Weise im C._______ im erwähnten Sinne tätig 

gewesen.  

2003 habe er das erste Mal Probleme mit der srilankischen Armee gehabt. 

Bei einem Wachturm sei er aufgefordert worden sich auszuweisen, worauf 

man ihm seine Identitätskarte abgenommen, ihn auf ein Grundstück ge-

führt und dort zu den Narben an (…) und (…) befragt habe. Die Befrager 

hätten wissen wollen, ob er sich im C._______ aufgehalten und sich für die 

LTTE eingesetzt habe. Er habe dies verneint und sei misshandelt worden. 

Nach einer oder zwei Stunden sei er freigelassen worden. Wenige Tage 

später sei er erneut von den Sicherheitskräften angehalten, befragt und 

misshandelt worden. Wie beim ersten Vorfall seien seine Personalien auf-

genommen worden. Nur wenige Tage danach sei er während seiner Abwe-

senheit zuhause gesucht worden, und zwar durch zivil gekleidete Perso-

nen, welche mit einem weissen Kleinbus unterwegs gewesen seien. Von 

diesem Zeitpunkt an habe er nicht mehr zuhause übernachtet. Nach einem 

Monat sei er ein drittes Mal anlässlich einer Kontrolle misshandelt worden. 

In der Folge sei er erneut ins C._______ (D._______) und später weiter 

nach E._______ gezogen. Dort sei ihm anlässlich einer Razzia befohlen 

worden, sich sofort bei der Polizei zu melden und eine Bewilligung für sei-

nen Aufenthalt zu beantragen. Tags darauf habe er bei seiner Vorsprache 

bei der Polizei eine solche Bewilligung erhalten. Kurz darauf sei er im Rah-

men einer Routinekontrolle befragt worden, da er die Aufenthaltsbewilli-

gung nicht auf sich getragen habe. Seine Narben seien wieder zur Sprache 

gekommen. Zudem sei seine Identitätskarte konfisziert worden, verbunden 

mit der Aufforderung, zu deren Wiedererlangung die Aufenthaltsbewilligung 

auf dem Polizeiposten zu präsentieren. An seiner statt habe sein Onkel das 

Ganze am Folgetag mit Bestechungsgeld regeln können. Einige Tage spä-

ter sei es beim Onkel zu einer Razzia gekommen. Soldaten und Polizisten 

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hätten sich während seiner Abwesenheit nach ihm erkundigt. Man habe 

ihm auferlegt, sich zwecks Klärung seines Aufenthalts auf dem Posten zu 

melden. Aus diesem Grund sei er mit Hilfe des Onkels nach F._______ 

geflohen. Dort habe er sich ungefähr zwei Jahre lang aufgehalten. Eine 

Rückkehr nach B._______ sei für ihn nicht in Frage gekommen, da sich 

seit seinem Umzug ins C._______ beziehungsweise nach E._______ wie-

derholt unbekannte Personen in Zivil nach ihm erkundigt hätten. Er sei aber 

immer noch in B._______ gemeldet gewesen, und der dortige Dorfvorste-

her habe regelmässig eine Liste der Einwohner dem Militär präsentieren 

müssen, weshalb er als verschwunden gegolten habe. Die Sicherheits-

kräfte hätten versucht, über Nachbarn mehr zu erfahren über verschwun-

dene Personen wie ihn, zumal er als relativ junger tamilischer Mann, wel-

cher bereits zuvor im Fokus der Sicherheitskräfte gestanden sei, den Arg-

wohn der Behörden nach wie vor geweckt habe. In Anbetracht dieser Sach-

lage sei er schliesslich ausser Landes geflohen. Auch nach der Ausreise 

sei er im Heimatland gesucht worden. Der letzte Vorfall habe sich 2014 

ereignet. Damals seien Unbekannte bei seiner Ehefrau erschienen und 

hätten sich nach ihm erkundigt. Sie habe deswegen eine Anzeige bei der 

Polizei gemacht.  

Ferner habe er mehrere Verwandte, welche LTTE-Mitglieder gewesen 

seien beziehungsweise seien und teilweise noch heute vor Ort lebten. Sein 

Bruder sei früher ein aktives LTTE-Mitglied gewesen, aber bereits nach 

dem Einmarsch der indischen Armee aus der Widerstandsgruppierung 

ausgestiegen. Drei Cousins seien als Märtyrer im Krieg gestorben. Zwei 

weitere Cousins lebten als ehemalige, rehabilitierte LTTE-Kämpfer im 

C._______. Sie hätten beide (…) und würden von den Sicherheitskräften 

als ehemalige Kämpfer gut überwacht. Sie müssten jeden Monat eine Un-

terschrift leisten. 

4.2.2 In rechtlicher Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, die Vor-

instanz habe in pauschaler Weise die angebliche Unglaubhaftigkeit des 

Sachverhalts behauptet und diesen dadurch in mehrfacher Hinsicht unrich-

tig und unvollständig festgestellt. Er sei bei der Befragung und Anhörung 

unter grossem Druck gestanden und habe grosse Mühe bekundet, sich an 

konkrete Daten und Jahreszahlen zu erinnern sowie Ereignisse chronolo-

gisch einzuordnen. Hingegen sei er problemlos in der Lage gewesen, sei-

nen Lebenslauf mit ungefähren Zeitangaben zu dokumentieren. Wider-

sprüche betreffend Jahreszahlen seien somit nicht schwer zu gewichten, 

da er sich lediglich in den Zahlen, nicht aber den tatsächlichen Aufenthalts-

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orten und Umständen teilweise geirrt habe. Der Befragungsperson sei an-

zulasten, dass sie den Schwerpunkt auf Jahreszahlen und den chronologi-

schen Ablauf gelegt habe und dadurch die Substanz der Aussagen ver-

nachlässigt worden sei, da ausserhalb chronologischer Belange Vertie-

fungsfragen weitgehend gefehlt hätten. Zudem sei es für ihn schwierig ge-

wesen abzuschätzen, wie ausführlich er seine Vorbringen hätte präsentie-

ren sollen, zumal im Rahmen der BzP die Betroffenen öfters unterbrochen 

würden, wenn die Befragungsperson die Aussagen als zu umfassend ge-

schildert erachte. Demzufolge habe er sich auch bei der Bundesanhörung 

darauf beschränkt, nur den Vorfall mit dem weissen Kleinbus in B._______ 

zu erwähnen, da dieses Ereignis für ihn sehr einschneidend gewesen sei. 

Wie obenstehend dargelegt sei er aber schon vor und auch nach diesem 

Vorfall Opfer von Übergriffen durch die sri-lankische Armee geworden. Im 

Weiteren sei das Ausmass seiner Tätigkeiten für die LTTE nicht umfassend 

abgeklärt worden. Das SEM hätte genauer abklären müssen, inwiefern die 

geltend gemachte Schreinertätigkeit für die Bewegung als politische Arbeit 

erscheine, und in welcher Frequenz diese erfolgt sei. Dieser Punkt sei zwar 

kurz angesprochen, aber nicht vertieft worden. Insgesamt entstehe der Ein-

druck, die Vorinstanz habe mittels genauer Zahlenangaben versucht, Wi-

dersprüche in seinen Aussagen zu finden, was ihr dann auch gelungen sei. 

Dabei habe das SEM aber den Blick für das Ganze vollkommen verloren 

und vorhandene Gefährdungselemente zugunsten irrelevanter Details ver-

nachlässigt.  

So werde der Vorfall mit dem weissen Kleinbus in B._______ vom SEM als 

unglaubhaft eingestuft, da er sich in Bezug auf die anwesenden Personen 

widersprochen habe. Aus seinen Aussagen gehe indes klar hervor, dass er 

diesen Vorfall nicht selber erlebt habe. Zudem seien seine Eltern die direk-

ten Nachbarn gewesen; ob und in welcher Form der Vater – wie andere 

Nachbarn auch – auf den Bus aufmerksam geworden beziehungsweise in 

Erscheinung getreten sei, könne kaum als relevantes Sachverhaltselement 

für die geltend gemachte Gefährdung gewertet werden. Im Übrigen habe 

er – wie bereits erwähnt alles andere als sicher in der Nennung von Jah-

reszahlen – das Todesjahr des Vaters anlässlich der BzP falsch angegeben 

(2001 statt 2005). Weitere Widersprüche erkenne das SEM in den Anga-

ben zu einem round-up in E._______. Er habe damit eine der häufig statt-

findenden Razzien im besagten Grossraum gemeint. Während seines Auf-

enthalts in der Wohnung des Onkels habe er mehrere solche erlebt. Bei 

der ersten sei er dort als zusätzlicher Mitbewohner aufgefordert worden, 

zur Polizeistation zu gehen, um sich registrieren zu lassen. Dies habe er 

am folgenden Tag – wie bei der BzP geschildert – getan. Die nur scheinbar 

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abweichenden Angaben im Rahmen der Anhörung seien darauf zurückzu-

führen, dass er damals nicht vom selben Vorfall gesprochen, sondern auf 

eine Kontrolle auf der Strasse Bezug genommen habe. Bei dieser habe er 

die Aufenthaltsbewilligung nicht auf sich getragen, weshalb seine ID kon-

fisziert und er aufgefordert worden sei, am nächsten Tag auf dem Posten 

zu erscheinen, um die Bewilligung zu präsentieren. Die vom SEM erwähn-

ten Widersprüche seien darauf zurückzuführen, dass er und die Befra-

gungsperson nicht vom selben Vorfall gesprochen hätten. Es liege mithin 

eine Missverständnis vor, was überdies dazu geführt habe, dass das Aus-

mass seiner Verfolgung nur ungenügend erfasst worden sei.  

Zur allgemeinen Verwirrung habe seine Stellungnahme vom 8. Oktober 

2014 beigetragen. Dort beschreibe er eine Befragung durch das Militär in 

B._______ im Jahr 2005 oder 2006. Entgegen der vorinstanzlichen Ein-

schätzung gehe es nicht um die bereits thematisierten Vorfälle in 

E._______, sondern um diejenigen in B._______ im Jahr 2003, wobei er 

wiederum nicht in der Lage gewesen sei, die korrekte Jahreszahl zu nen-

nen, was das SEM bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit erneut überbewertet 

habe. Durch die Fokussierung auf die Chronologie der Ereignisse verbun-

den mit Ungereimtheiten habe es der Verfolgungsintensität gar keine 

Rechnung getragen. Zudem habe er eine Verfolgung durch „einen Mann in 

Zivil“ seit 2005 geltend gemacht. Gemeint sei damit nicht ein einzelner 

Mann, welcher ihn über Jahre verfolgt habe; vielmehr habe er damit sinn-

bildlich deutlich machen wollen, dass man sich in seinem Heimatort 

B._______, wo er immer noch im Haus der Ehefrau registriert sei, in der 

Nachbarschaft nach ihm erkundigt habe. Da er seit Jahren als verschwun-

den und mithin verdächtig gelte, werde er vom Militär gesucht, und zwar 

von Personen in Zivil, welche im Auftrag der Sicherheitskräfte handelten. 

Im Mai oder Juni 2014 seien Unbekannte direkt zu seiner Ehefrau gekom-

men und hätten nach ihm gefragt. Dass er die Suche nicht bereits bei der 

Anhörung von sich aus vorgebracht habe, sei auf den Umstand, wonach 

diese Vorkommnisse in geringerem Ausmass fassbar gewesen seien als 

die konkreten Befragungen durch das Militär, zurückzuführen. So sei er in 

Bezug auf diese Ereignisse von den Aussagen seiner Verwandten vor Ort 

abhängig gewesen und habe keine konkrete Erinnerung daran. Als er zur 

Stellungnahme aufgefordert worden sei, habe er indes beschlossen, auch 

diese Vorkommnisse zu schildern, da sie die Aktualität seiner Verfolgung 

in Sri Lanka am besten verdeutlichen würden.  

D-6864/2014 

Seite 13 

Nach dem Gesagten habe die Vorinstanz die Glaubhaftigkeit der dargeleg-

ten Verfolgungssituation mit untauglichen Argumenten begründet. Viel-

mehr seien seine Aussagen auch mit Realkennzeichen behaftet.  

Auch die Erwägungen zur fehlenden Flüchtlingseigenschaft vermöchten in 

ihrer oberflächlichen Art nicht zu überzeugen. Das SEM begnüge sich mit 

den Feststellungen, er könnte bei der Rückkehr eine erhöhte Aufmerksam-

keit der Behörden bei der Wiedereinreise erzeugen, und zwar aufgrund 

seiner Herkunft aus dem Norden, seines Alters, der Rückkehr mit tempo-

rären Reisedokumenten, der Teilnahme an Kundgebungen und Festlich-

keiten im Rahmen des Märtyrertags und seiner Narben an (…) und (…). 

Es bestehe indes keine Befürchtung, er werde künftig staatlicher oder 

nichtstaatlicher Verfolgung ausgesetzt sein. Diese Sichtweise könne nicht 

geteilt werden. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

reiche für die Annahme eines Gefährdungsprofils der Verdacht, Handlun-

gen für die Bewegung ausgeführt zu haben. Da er vor Ort aufgrund seiner 

Narben wiederholt durch die Sicherheitskräfte verhört und misshandelt 

worden sei, könne die vorinstanzliche Schlussfolgerung mithin nicht nach-

vollzogen werden. Die Einschätzung des Gerichts sei im aktuellen Zeit-

punkt noch aktuell, da gemäss übereinstimmenden Berichten bis heute 

keine relevante Verbesserung der Situation vor Ort erkannt werden könne. 

Er habe über Jahre hinweg die Bewegung namentlich auch im C._______ 

als Schreiner unterstützt und immer wieder bei der Logistik von Anlässen 

geholfen. Nach dem Aufbau von Bühnen für die Anlässe seien Fotos von 

den dabei Beteiligten gemacht worden. Es müsse davon ausgegangen 

werden, dass solche Fotos in die Hände der Behörden gelangt seien. Auf-

grund dieser Dokumentationen und seiner Narben müsse er damit rech-

nen, im Heimatland einer weiterführenden und sein Leben gefährdenden 

Verfolgung ausgesetzt zu werden. Schliesslich habe es das SEM unterlas-

sen, ihn zu Verbindungen seiner Familie zu den LTTE zu befragen, obwohl 

auch eine solche Konstellation verfolgungsgefährdend sei. Ein Bruder 

habe sich vor langer Zeit für die Bewegung eingesetzt. Mehrere Cousins 

beteiligten sich aktiv an Belangen der Bewegung beziehungsweise hätten 

sich daran beteiligt. Drei seien als Märtyrer gefallen; zwei hätten im Krieg 

schwere Verletzungen erlitten, seien nach dessen Ende rehabilitiert wor-

den und lebten nun im C._______, wo sie unter strenger behördlicher Be-

obachtung stünden.  

Hinzu kämen seine exilpolitischen Aktivitäten. Dem SEM sei anzulasten, 

dass es auch in diesem Zusammenhang – wie bei den bisher aufgeführten 

Risikofaktoren – keine Gesamtbetrachtung des Risikoprofils vornehme. Es 

D-6864/2014 

Seite 14 

gehe nicht an, die einzelnen Risikofaktoren nicht miteinander in Verbin-

dung zu bringen und lediglich voneinander losgelöst zu betrachten. 

In Anbetracht der glaubhaften Risikofaktoren habe er ein Profil, welches 

seine subjektive Furch vor asylrelevanten Nachteilen im Heimatland im Fall 

der Rückkehr als objektiv begründet erscheinen lasse. 

5.  

Der Vorwurf, das SEM habe die Untersuchungsmaxime verletzt, vermag 

nur bedingt zu überzeugen. So wurde der Beschwerdeführer im Rahmen 

der BzP gefragt, ob weitere Fluchtgründe bestehen würden, was er ver-

neinte (vgl. A 1/12, S. 7). Bei der Anhörung legte er dar, alles Wesentliche 

gesagt zu haben (vgl. A 7/15 Antworten 53 und 105). Zudem bestätigte er 

nach den jeweiligen Rückübersetzungen die Korrektheit der Protokolle. An-

dererseits ist ihm insofern beizupflichten, als die Befragungsperson der Vo-

rinstanz den Schwerpunkt immer wieder auf die chronologische Einordung 

legte und naheliegende Vertiefungsfragen – so etwa auch zum familiären 

Hintergrund – ausblieben. Ob im Ergebnis eine relevante Gehörsverlet-

zung oder vielmehr eine Verletzung der Mitwirkungspflicht des Beschwer-

deführers – oder beides – vorliegt, kann jedoch offen gelassen werden, da 

ein vollumfänglich gutheissender reformatorischer Entscheid ergeht.  

6.  

6.1 Das SEM hat auch bei der Entscheidbegründung immer wieder auf 

chronologische Ungereimtheiten in den Angaben des Beschwerdeführers 

fokussiert und als Konsequenz die geschilderten konkreten Vorfälle für un-

glaubhaft erachtet. Die in dieser Hinsicht festgestellten Unstimmigkeiten 

werden von ihm weitgehend eingeräumt. Anderseits wird in der Rechts-

schrift detailliert dargelegt, wie es zu den in der Tat teilweise verwirrenden 

Schilderungen kam, und darauf hingewiesen, wie die jeweiligen Aussagen 

zu verstehen seien und auf welche konkret erlebten Ereignisse sie sich 

beziehen würden. Dabei werden auch Vorfälle zitiert, die der Beschwerde-

führer bisher noch nicht explizit geltend gemacht hat, und als Begründung 

unter anderem vorgebracht, er habe sich auch bei der Anhörung auf die 

Erwähnung der zentralen Elemente der Verfolgung beschränkt. So könnte 

man aber davon ausgehen, dass diese neuen Elemente als nachgescho-

bene Faktoren per se unglaubhaft wirken. Vorliegend gelingt es ihm aber 

im Rahmen der Darlegung des Sachverhalts in der Beschwerdeschrift, die 

ihm angelasteten Widersprüche überzeugend zu erklären und dabei auch 

bisher nicht erwähnte konkrete Fallumstände wie auch LTTE-Aktivitäten 

der Verwandtschaft im Wesentlichen glaubhaft darzulegen. Zu beachten ist 

D-6864/2014 

Seite 15 

in diesem Zusammenhang, dass es zulässig ist, im Rahmen eines Be-

schwerdeverfahrens Noven einzubringen und zu versuchen, diese glaub-

haft geltend zu machen. Abgesehen gab er bereits anlässlich der Anhörung 

klar zu verstehen, wegen seiner Aktivitäten für die LTTE Schwierigkeiten 

mit den Sicherheitskräften bekommen zu haben (vgl. A 7/15 Antwort 105). 

Das SEM hat es unterlassen, sich im Rahmen des Schriftenwechsels mit 

den Beschwerdeargumenten auseinanderzusetzen, was zusätzlich für de-

ren Stichhaltigkeit spricht. Abgesehen davon erachtete das SEM offenbar 

lediglich konkrete Vorfälle für unglaubhaft, ging aber im Rahmen der Prü-

fung des Risikoprofils davon aus, dass er tatsächlich der geltend gemach-

ten Ethnie angehört, Narben aufweist, aus dem Norden stammt und sich 

auch im Rahmen von LTTE-Belangen im C._______ aufhielt.  

6.2 Nach Abwägung der Argumente, die für die Glaubhaftigkeit, und denje-

nigen, die dagegen sprechen, kommt das Bundesverwaltungsgericht ins-

gesamt zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, die zu beurteilende Ver-

folgungsgeschichte entspreche in den wesentlichen Punkten den Tatsa-

chen, trotz gewisser Unstimmigkeiten im Sachvortrag, höher ist. Die offen-

bar legale Ausreise vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, da 

allein dadurch nicht auf eine fehlende Verfolgung geschlossen werden 

kann (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-5274/2008 vom 31. Ok-

tober 2012 E. 3.3.2). Bei einer Gesamtbeurteilung aller massgeblichen As-

pekte überwiegen die für die Richtigkeit der Asylvorbringen des Beschwer-

deführers sprechenden Elemente gegenüber den Unglaubhaftigkeitsindi-

zien. Dem Beschwerdeführer ist es demnach gelungen, den zur Begrün-

dung seines Asylgesuches vorgetragenen Sachverhalt in den wesentlichen 

Punkten glaubhaft zu machen. Es ist davon auszugehen, dass er nebst 

den nicht bestrittenen Sachverhaltselementen tatsächlich Opfer von be-

hördlichen Massnahmen beziehungsweise von solchen durch unbekannte 

Drittpersonen wurde. Die vorinstanzliche Begründung der angeblichen Un-

glaubhaftigkeit dieser Ereignisse kann in Anbetracht der fundierten Be-

schwerdevorbringen nicht nachvollzogen werden.  

7.  

Somit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für 

die Anerkennung als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG zu erfüllen vermag. 

7.1 Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte 

Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche 

D-6864/2014 

Seite 16 

im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen 

der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungs-

motive drohen oder zugefügt worden sein. Weiter ist massgeblich, ob die 

geltend gemachte Gefährdungslage noch aktuell ist. Geht die Verfolgung 

von nichtstaatlichen Akteuren aus, ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 

staatlichen Schutz beanspruchen kann (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 

S. 141 f., 2010/57 E. 2 S. 827 f., 2008/12 E. 5 S. 154 f.) 

7.2 Begründet ist die Furcht vor Verfolgung, wenn ein konkreter Anlass zur 

Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Aus-

reise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirk-

licht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahr-

scheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen damit hin-

reichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die 

bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und da-

mit den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden. Dabei hat die Beurtei-

lung einerseits aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu erfol-

gen und ist andererseits durch das von der betroffenen Person bereits Er-

lebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu er-

gänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war, 

hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht (vgl. BVGE 

2014/27 E. 6.1 S. 449, 2010/57 E. 2 S. 827 f.). 

7.3 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind in Sri 

Lanka Personen einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt, die ver-

dächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung gestanden zu haben, die Op-

fer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder Rückkeh-

rer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden 

(vgl. BVGE 2011/24 E. 8). 

7.4 Der Beschwerdeführer hat die LTTE als Schreiner unterstützt. In einem 

langen Zeitraum nahm er an verschiedenen Feierlichkeiten der Bewegung 

teil und leistete logistische Hilfe. Ob in diesem Zusammenhang im Sinne 

der Beschwerdevorbringen tatsächlich Fotos gemacht wurden und diese 

als Beweismittel in die Hände der Behörden gelangten, erscheint in Anbe-

tracht der übrigen Risikofaktoren nicht als zentral. Seit 2003 hatte er wie-

derholt Probleme mit der sri-lankischen Armee. Man sprach ihn auf LTTE-

Belange an und misshandelte ihn. Auch in E._______ kam es zu Behör-

denkontakten verbunden mit Fragen zu seinen Narben. In Heimatort 

B._______ wurde offenbar wiederholt – auch nach der Ausreise – nach ihm 

D-6864/2014 

Seite 17 

gefragt. Ferner macht er geltend, mehrere Verwandte mit LTTE-Bezügen 

zu haben. Zwei ehemalige, rehabilitierte LTTE-Kämpfer leben im 

C._______ unter behördlicher Beobachtung. Belege für die Verwandt-

schaft fehlen zwar, was in Anbetracht der Aktenlage aber wie erwähnt nicht 

gegen die Glaubhaftigkeit auch dieser Vorbringen spricht. Unbesehen der 

Frage der Verfolgungsfurcht im Zeitpunkt der Ausreise ist aktuell davon 

auszugehen, dass er begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung hat. 

Denn aufgrund seiner Unterstützung der LTTE, seiner Herkunft aus dem 

Osten Sri Lankas und namentlich den Aufenthalten im C._______, seines 

Alters, seiner Rückkehr mit temporären Reisedokumenten und seinen Ver-

letzungsspuren und der Verwandtschaft ist er verschiedenen Risikogrup-

pen zuzurechnen, welche in Sri Lanka einer erhöhten Verfolgungsgefahr 

ausgesetzt sind, und es muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ange-

nommen werden, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte 

Nachteile im Sinne des Asylgesetzes drohen würden, und zwar unabhän-

gig vom ferner geltend gemachten exilpolitischen Engagement.  

7.5 Die geltend gemachte Gefährdungssituation ist weiterhin aktuell. Die 

Lage in Sri Lanka hat sich seit dem Ende des Krieges im Jahr 2009 in 

menschenrechtlicher Hinsicht nicht verbessert. Ebenso ist keinesfalls von 

einem abnehmenden Verfolgungsinteresse des Staates gegenüber Perso-

nen mit vermeintlichen oder tatsächlichen LTTE Verbindungen auszuge-

hen. Vielmehr setzt der sri-lankische Staat alles daran, ein Wiedererstar-

ken der LTTE zu verhindern (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-

2220/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 6.5 und die dort angegebenen 

Quellen; NZZ am Sonntag vom 17. April 2016 S. 10). 

7.6 Aufgrund der flächendeckenden und gezielten Verfolgung von Perso-

nen mit Verbindung zu den LTTE durch die Behörden besteht in Sri Lanka 

in der Regel auch keine innerstaatliche Fluchtalternative. 

7.7 Insgesamt erfüllt der Beschwerdeführer nach dem Gesagten die Vo-

raussetzungen für die Anerkennung als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG. 

Den Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, die auf das Vorliegen von 

Asylausschlussgründen (Art. 53 AsylG) hindeuten, weshalb ihm in der 

Schweiz Asyl zu gewähren ist (vgl. Art. 49 AsylG). 

8.  

Somit ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung des SEM vom 

23. Oktober 2014 aufzuheben. Das SEM ist anzuweisen, dem Beschwer-

deführer Asyl zu gewähren. 

D-6864/2014 

Seite 18 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).  

9.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der in der am 

24. November 2014 eingereichten Kostennote aufgeführte Aufwand von  

Fr. 3337.– erscheint angemessen. Die Folgeeingaben sind nur bedingt als 

notwendig zu erachten, zumal auf eine Replik verzichtet wurde. Dem Be-

schwerdeführer ist daher zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von insgesamt Fr. 3‘500.– zuzusprechen. Das Gesuch um Beiord-

nung eines amtlichen Rechtsbeistands (Art. 110a AsylG) erweist sich im 

Nachhinein als gegenstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6864/2014 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des SEM vom       

23. Oktober 2014 aufgehoben.  

2.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung von Fr. Fr. 3‘500.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber 

 

 

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