# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8381f856-3c2d-5eea-9deb-dd7f7e542ee3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 01.11.2023 SB220570
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220570_2023-11-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220570-O/U/sm-as

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Ersatzoberrichter 

lic. iur. Kessler und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Ge-

richtsschreiberin MLaw Gitz

Urteil vom 1. November 2023

in Sachen

1. ...

2. A._____,
3. B._____, 
4. C._____,
Beschuldigte und Berufungskläger

2 verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y._____

4 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____

gegen

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwältin MLaw Egle-Schürch,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung etc. und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
14. September 2022 (DG210220)

-   2   -

Anklagen: 

Die Anklageschriften der Beschuldigten 2 und 3 der Staatsanwaltschaft III des Kan-

tons Zürich vom 29. November 2021 sind diesem Urteil beigeheftet 

(Urk. 00101017 ff. resp. Urk. 0011031 ff.).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 71 S. 188 ff.)

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB sowie

 der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung im Sinne von 

Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB.

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig

 der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB sowie

 der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung im Sinne von 

Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB.

3. Der Beschuldigte C._____ ist schuldig

 der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB sowie

 der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung im Sinne von 

Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. a StGB.

4. Vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB (Sachverhaltskomplex D._____ AG) wird der Beschul-

digte E._____ freigesprochen.

5. Vom Vorwurf der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB (Sach-

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verhaltskomplex D._____ AG) wird der Beschuldigte B._____ freigespro-

chen.

6. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 270 Tages-

sätzen zu CHF 120.

7. Der Vollzug der Geldstrafe von A._____ wird aufgeschoben und die Probe-

zeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

8. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe.

9. Der Vollzug der Freiheitsstrafe von B._____ wird im Umfang von 6 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Mo-

nate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

10. Der Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug vom 9. Novem-

ber 2016 ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten für den Be-

schuldigten B._____ wird nicht angeordnet. 

11. Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 280 Tages-

sätzen zu CHF 230.

12. Der Vollzug der Geldstrafe von C._____ wird aufgeschoben und die Probe-

zeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

CHF 12'000.00   die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 5'000.00   Gebühr Strafuntersuchung §4 GebStrV;

CHF 2'500.00   Gebühr Strafuntersuchung §4 GebStrV;

CHF 5'000.00   Gebühr Strafuntersuchung §4 GebStrV;

CHF 2'500.00   Gebühr Strafuntersuchung §4 GebStrV.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____, wer-

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den zur Hälfte auf die Staatskasse genommen; die andere Hälfte wird den 

Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ zu jeweils 1/3 auferlegt.

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____ werden 

auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

16. Rechtsanwalt MLaw Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten B._____ mit CHF 10'791.55 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

17. Der Beschuldigte E._____ wird für die Ausübung seiner Verfahrensrechte 

mit CHF 21'615.95 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) und CHF 1'500 

(wirtschaftliche Einbussen) aus der Gerichtskasse entschädigt.

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 95 S. 13)

1. A._____ sei vom Vorwurf der Gläubigerschädigung durch Vermögens-

minderung i.S.v. Art. 164 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 StGB freizuspre-

chen;

2. A._____ sei vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung i.S.v. 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB freizusprechen;

3. A._____ sei gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO für die Ausübung 

seiner Verteidigungs- und Verfahrensrechte für das Berufungsverfah-

ren mit Fr. 6'547.10 sowie für das vorinstanzliche Verfahren mit 

Fr. 12'695.50 (zzgl. MwSt.) aus der Staatskasse zu entschädigen. Die 

Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.

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b) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____:

(Urk. 92 S. 13)

1. B._____ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten sowie die noch festzusetzen-

den Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Kostennote vom 

25. Oktober 2023 und 31. Oktober 2023 seien auf die Staatskasse zu 

nehmen.

c) Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich: 

(Urk. 97 S. 1)

1. Die Berufung des Beschuldigten und Berufungsklägers 2, A._____, sei 

abzuweisen.

2. Die Berufung des Beschuldigten und Berufungsklägers 3, B._____, sei 

abzuweisen.

3. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. September 2022 

zu bestätigen, soweit dieses noch nicht in Rechtskraft erwachsen ist.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-

dung von unnötigen Wiederholungen vorab auf die Erwägungen der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 66 S. 7-11). Hervorzuheben ist, 

dass das Strafverfahren im Zusammenhang mit der F1._____ AG durch eine Straf-

anzeige der G._____ AG gegen B._____ und unbekannte weitere Personen wegen 

Betrug etc. eingeleitet wurde (Urk. 20301002 ff.). Die Staatsanwaltschaft III des 

Kantons Zürich (nachfolgend Staatsanwaltschaft) erhob am 29. November 2021 

vier separate Anklagen gegen E._____ (Sachverhaltskomplex "D._____ AG"), 

B._____ (Sachverhaltskomplexe "D._____ AG" und "F1._____ AG"), A._____ 

(Sachverhaltskomplex "F1._____ AG") und C._____ (Sachverhaltskomplex 

"F1._____ AG"). Das Verfahren gegen C._____ im Sachverhaltskomplex "D._____ 

AG" stellte die Staatsanwaltschaft am 29. Oktober 2021 ein (Urk. 00101043 ff.). Die 

Anklagen wurden zunächst unter verschiedenen Geschäftsnummern geführt und in 

der Folge mit Beschluss der 9. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 4. Au-

gust 2022 vereinigt (Urk. 20). 

2. Mit dem oben wiedergegebenen Urteil vom 14. September 2022 sprach das 

Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, die Beschuldigten E._____ und B._____ von 

den Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Sachverhaltskomplex "D._____ AG" 

frei. Im Zusammenhang mit dem Sachverhaltskomplex "F1._____ AG" wurden die 

drei Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ jeweils der qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung sowie der Gläubigerschädigung durch Vermögensmin-

derung schuldig gesprochen. A._____ und C._____ wurden mit bedingten Gelds-

trafen von 270 Tagessätzen zu CHF 120.– bzw. 280 Tagessätzen zu CHF 230.– 

bestraft, B._____ mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten (Urk. 66 

S. 93 f.). Das Urteilsdispositiv wurde den Parteien noch gleichentags mündlich er-

öffnet, begründet und übergeben (Prot. I S. 18).

3. Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ meldeten fristgerecht Be-

rufung an (Urk. 58-60) und erstatteten nach Erhalt der begründeten Urteilsausferti-

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gung jeweils innert Frist am 15. November 2022 die Berufungserklärung (Urk. 65/3-

5, Urk. 70, 71 und 73). Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Anschlussberufung 

und beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 76). E._____ hat 

keine Berufung erhoben und ist am Berufungsverfahren nicht beteiligt. Die ihn be-

treffenden Dispositivziffern 4 und 17 (Freispruch und Entschädigungen) sind daher 

nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens (vgl. Urk. 81).

4. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2023 zog C._____ seine Berufung aus ge-

sundheitlichen und psychischen Gründen vollumfänglich und vorbehaltlos zurück 

(Urk. 90). Hiervon ist Vormerk zu nehmen.

5. Am 1. November 2023 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die 

Beschuldigten A._____ und B._____ in Begleitung ihrer amtlichen Verteidiger 

MLaw X._____ und MLaw Y._____ sowie Staatsanwältin MLaw Egle in Begleitung 

von Staatsanwalt MLaw Eberle erschienen sind (Prot. II S. 3). 

II. Prozessuales

A. Umfang der Berufungen

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Ur-

teil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit Hinwei-

sen).

2. Die Beschuldigten A._____ und B._____ beantragen jeweils einen vollum-

fänglichen Freispruch unter entsprechender Regelung der Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen (Urk. 70 und 71). Nicht angefochten ist der Freispruch betreffend den 

Beschuldigten B._____ vom Vorwurf der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäfts-

besorgung im Sachverhaltskomplex "D._____ AG" (Dispositivziffer 5). Vom Be-

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schuldigten B._____ nicht angefochten ist des Weiteren das Absehen von einem 

Widerruf gemäss Dispositivziffer 10. Sodann haben die Beschuldigten B._____ und 

A._____ die Kostenfestsetzung gemäss Dispositivziffer 13 nicht angefochten. Auf-

grund des Rückzugs der Berufung des Beschuldigten C._____ sind der ihn betref-

fende Schuldspruch, die Sanktion sowie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffern 3 

und 11-13) ebenfalls nicht mehr angefochten. Nicht von der Berufung umfasst (und 

damit ohnehin rechtskräftig) sind wie erwähnt der Freispruch und die Entschädi-

gung von E._____ gemäss den Dispositivziffern 4 und 17. Zu prüfen ist somit einzig 

noch der Sachverhaltskomplex F1._____ AG hinsichtlich der Beschuldigten 

A._____ und B._____. Es sind demnach die Dispositivziffern 3 (Schuldspruch be-

züglich C._____), 5 (Freispruch bezüglich B._____ betreffend Sachverhaltskom-

plex "D._____ AG"), 10 (Absehen vom Widerruf bezüglich B._____), 11 und 12 

(Strafe und Strafvollzug bezüglich C._____) sowie 13 (Kostenfestsetzung) in 

Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen ist. 

B. Verwertbarkeit der Konfrontationseinvernahme vom 19. Mai 2021

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ brachte anlässlich der Beru-

fungsverhandlung vor, die Konfrontationseinvernahme vom 19. Mai 2021 

(Urk. 50501001) sei nicht zulasten der Beschuldigten verwertbar, da der Hinweis 

auf eine amtliche Verteidigung im Sinne von Art. 158 Abs. 1 lit. c StPO fehle (Prot. II 

S. 58 f.). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass am 19. Mai 2021 sowohl der Beschul-

digte A._____ als auch der Beschuldigte B._____ in Anwesenheit ihrer Verteidiger 

einvernommen wurden (vgl. Urk. 50501002), weshalb die Konfrontationseinver-

nahme verwertbar ist.

III. Sachverhalt 

A. Vorbemerkungen 

1.1. Der Beschuldigte B._____ war in diverse Gesellschaften, so unter anderem 

die F1._____ AG, die F2._____ AG [Holdinggesellschaft] (früher F2'._____ AG), 

die H._____ AG, die I._____ AG (heute I'._____ AG; Prot. II S. 13) und die J._____ 

AG verstrickt. Er war in diesen Gesellschaften als Geschäftsführer oder Verwal-

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tungsrat bzw. Präsident des Verwaltungsrates tätig oder diese Gesellschaften wa-

ren im Besitz der "Familie" bzw. handelte er jedenfalls für diese (vgl. 

Urk. 20301007-20301011 sowie Urk. 50201011-50201015). Die H._____ AG ist 

gemäss Angaben von B._____ im Besitz der Familie. Die I._____ AG und die 

H._____ AG haben sodann gemäss seinen Angaben die gleichen Aktionäre 

(Urk. 50501010, Urk. 50201004 F/A 17). A._____ und C._____ waren Mitglieder 

des Verwaltungsrates der F1._____ AG, der F2._____ AG und der H._____ AG, 

A._____ zudem bei der I._____ AG, bei welcher sein Vater B._____ zudem zwi-

schenzeitlich als Geschäftsführer eingetragen war (Urk. 50301010 f., 

Urk. 50201011-50201020). A._____ war sodann zwischenzeitlich als Sekretär des 

Verwaltungsrates der F2._____ AG tätig (Urk. 50401004 F/A 21-22). 

1.2. Weiter war B._____ zwischen 2010 und 2014 als Verwaltungsrat der 

K._____ AG tätig. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug vom 9. November 

2016 wurde er wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung und Gläubiger-

schädigung durch Vermögensminderung verurteilt. Dies, weil er in Verletzung sei-

ner Pflichten als Verwaltungsrat zwischen März und April 2013 Zahlungen aus dem 

Vermögen der K._____ AG von CHF 75'000.– an die J._____ AG (per Barüberg-

abe), CHF 220'000.– an die F2._____ AG und CHF 150'000.– an die J._____ AG 

tätigte (vgl. Urk. 40401005 ff.). 

2.1. Am tt.mm.2012 gründete B._____ die F1._____ AG und meldete diese zur 

Eintragung in das Handelsregister des Kantons Zug an (Urk. 40501033, 

Urk. 40501005). Gemäss Sacheinlagevertrag vom 15. Juni 2012 übernahm die Ge-

sellschaft von der J._____ AG 100'000 Namenaktien der F2._____ AG im Wert und 

zum Preis von CHF 100'000.– und die J._____ AG erhielt als Gegenleistung von 

der Sacheinlegerin 100 Namenaktien der F1._____ AG zu CHF 1'000.–. Den Sach-

einlagevertrag vom 15. Juni 2012 zeichneten für die J._____ AG A._____ sowie 

L._____ und für die F1._____ AG B._____ (Urk. 40501006, Urk. 40501040 ff.). 

Über die F1._____ AG wurde am tt.mm.2017 der Konkurs eröffnet. Gesuchstellerin 

war die (Anzeigeerstatterin) G._____ AG mit einer Forderung von CHF 521'327.70 

(Urk. 40501029 ff.). Total meldeten die Gläubiger der 3. Klasse gemäss Kollokati-

onsplan Forderungen im Betrag von CHF 3'050'068.95 an, welche zugelassen wur-

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den, u.a. die G._____ AG mit CHF 532'987.40 und vor allem die H._____ AG mit 

CHF 2'500'000.– sowie weitere wenige Gläubiger mit kleineren Forderungen 

(Urk. 40501400). Die Forderung der H._____ AG gegen die F1._____ AG von 

CHF 2.5 Mio. wurde im Konkursverfahren durch B._____ namens der H._____ AG 

eingereicht (Urk. 50201018). Im Konkursinventar der F1._____ AG wurden unter 

bewegliche Sachen ca. 700 bis 1000 Bilder/Kunstgegenstände angegeben, deren 

Wert noch nicht geschätzt sei (Urk. 40501405). B._____ anerkannte das Konkur-

sinventar namens der F1._____ AG am 18. Juni 2018 als vollständig und richtig an 

(Urk. 40501420). 

2.2. Mit Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 30. April 2020 

wurde das Konkursverfahren über die F1._____ AG in Liquidation widerrufen 

(Urk. 40501423). Hintergrund des Widerrufs war, dass die Gläubiger ihre Forderun-

gen zurückgezogen hatten (Urk. 40601007 und 40601013). In diesem Zusammen-

hang ist von Bedeutung, dass die F2._____ AG ihre Darlehensforderung gegen-

über der F1._____ AG in der Höhe von CHF 2'500'000.– am 21. April 2017 für 

CHF 1.– an die H._____ AG verkauft hatte, welche die Forderung am 8. Januar 

2019 ihrerseits an die I._____ AG abtrat (vgl. Urk. 50201019, Urk. 20301020). Für 

die H._____ AG handelten A._____ und B._____. Für die I._____ AG gegenüber 

dem Konkursamt B._____ (Urk. 50201018-20). Die H._____ AG befindet sich ge-

mäss eigenen Angaben von B._____ im Besitz seiner Familie (Urk. 50201004 F/A 

17). B._____ war bis zum 26. Oktober 2018 Geschäftsführer der I._____ AG, da-

nach war A._____ (einziges) Mitglied des Verwaltungsrates (Urk. 50201015). Am 

19. März 2020 trat die G._____ AG ihre Forderung von CHF 536'399.90 (gemäss 

Forderungseingabe an das Konkursamt Zug) gegenüber der F1._____ AG in Liqui-

dation für CHF 100'000.– (in bar zu übergeben bei der Unterzeichnung der Abtre-

tungsvereinbarung) an die I._____ AG ab (vgl. dazu Urk. 30101066 sowie weiter 

unten). Am 22. April 2020 kaufte die I._____ AG im Weiteren sämtliche Aktien der 

G._____ AG – wiederum in bar – für CHF 6'000.– (Urk. 30101069). Für die I._____ 

AG unterzeichneten B._____ und A._____ (Urk. 30101072). Sämtliche gewichtigen 

Forderungen (Darlehensforderung über CHF 2.5 Mio. sowie Forderungen der 

G._____ AG von CHF 536'399.90) gegen die F1._____ AG befanden sich somit im 

Besitz der I._____ AG, welche ihre Forderungen im Konkurs der F1._____ AG zu-

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rückzog. Die verbliebenen zwei Gläubiger (M._____ und N._____) mit kleineren 

Forderungen zogen diese ebenfalls zurück (Urk. 40601006), so dass die Voraus-

setzungen für einen Widerruf des Konkurses der F1._____ AG gegeben waren.

3. Am 3. September 2009 meldete B._____ als Präsident des Verwaltungsra-

tes der F2'._____ AG (früher F2''._____ AG; vgl. Urk. 40501254) Änderungen zur 

Eintragung ins Handelsregister des Kantons Zug an. A._____ und C._____ waren 

Mitglied des Verwaltungsrates (Urk. 40501068, Urk. 50301010). Gemäss Tagesre-

gistereintrag vom tt.mm.2011 wurde die Gesellschaft neu auf F2._____ AG umbe-

nannt (vgl. Urk. 40501171 sowie Urk. 40501202 ff.). Über die F2._____ AG wurde 

am tt. mm. 2017 der Konkurs eröffnet. Gesuchstellerin war die O._____ AG mit 

einer offenen Forderung von CHF 17'306.90 (Urk. 40501239 ff.). Im Kollokations-

plan der F2._____ AG wurden Forderungen der 3. Klasse von insgesamt 

CHF 1'422'864.15 angemeldet und zugelassen (Urk. 40501377 ff.). Im Konkursin-

ventar wurde unter dem Titel Wertschriften, Guthaben und sonstige Ansprüche der 

F2._____ AG ein geschätzter Wert von CHF 0.– aufgeführt (Urk. 40501384). 

B._____ anerkannte – nach Hinweis auf die Straffolgen einer unvollständigen oder 

unrichtigen Vermögensabgabe – am 17. Juli 2018 unterschriftlich, dass dieses In-

ventar vollständig und richtig sei (Urk. 40501390). Das Konkursverfahren wurde mit 

Entscheid des Kantonsgerichtes Zug vom 20. Juli 2021 geschlossen und die 

F2._____ AG gelöscht.

4. Der Vereinbarung vom 4. Mai / 27. Juni 2016 zwischen der J._____ AG in 

Liquidation (vertreten durch B._____), der F1._____ AG (vertreten durch B._____ 

und C._____), der F2._____ AG (vertreten durch B._____ und A._____) und der 

G._____ AG lässt sich folgender Sachverhalt entnehmen bzw. ging dieser Verein-

barung folgendes Geschehen voraus (Urk. 20301012 ff.): 

4.1. Die P._____ AG (später in P'._____ AG umfirmiert) mit Sitz in Q._____ 

schloss mit der G._____ AG am 15. November 2007 einen Kaufvertrag für Kunst-

gegenstände zu einem Pauschalpreis von CHF 900'000.–. Zu jenem Zeitpunkt war 

B._____ Verwaltungsrat der P._____ AG (Urk. 30101018). Am 20. August 2009 ei-

nigten sich die Parteien auf eine Änderung des Kaufpreises in Höhe von 

CHF 850'000.–, wovon CHF 270'000.– bezahlt waren, so dass ein Restkaufpreis 

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von Fr. 580'000.– verblieb. Die P'._____ AG ging Konkurs und im Einverständnis 

mit der G._____ AG trat die J._____ AG (vertreten durch B._____) in den Kaufver-

trag ein. Sie einigten sich auf einen Restkaufpreis von CHF 590'000.–, der in mo-

natlichen Raten zu zahlen sei. Davon wurden bis zum Jahr 2015 CHF 102'000.– 

bezahlt, was einen Restkaufpreis von CHF 488'000.– ergab. Es gab Gespräche 

über allfällige Reduktionen. Die J._____ AG beschloss im September 2014 ihre 

Auflösung und Liquidation. 

4.2. Die F2._____ AG (vertreten durch B._____) erwarb gemäss Beschluss des 

Verwaltungsrates die vertraglichen Kunstgegenstände von der J._____ AG und 

verkaufte sie gemäss Beschluss des Verwaltungsrates vom 28. Januar 2015 der 

F1._____ AG weiter. Wie erwähnt, handelte dabei B._____ für die J._____ AG, die 

F2._____ AG und die F1._____ AG. 

4.3. Im Vergleich vom 4. Mai / 27. Juni 2016 einigten sich die vier "Parteien" per 

25. April 2016 definitiv und abschliessend auf eine geschuldete Restkaufsumme 

von CHF 500'000.– (inklusive aufgelaufene Zinsen und Akzessorien) und dass die-

ser Betrag von der F2._____ AG der G._____ AG in sieben Raten bis 31. Dezem-
ber 2016 bezahlt werde (vgl. dazu und zu weiteren Details Urk. 20301012 ff.). Die 

Parteien nahmen zudem Vormerk, dass sämtliche Kunstgegenstände durch die "F" 

bei der R._____ über eine Versicherungssumme von CHF 6 Mio. (Jahresprämie 

CHF 11'313.20) versichert seien (Urk. 20301013).

4.4. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Kunstgegenstände von 

der G._____ AG im Jahr 2007 verkauft wurden und danach insbesondere aufgrund 

von Firmenlöschungen mehrfach die Besitzer wechselten, wobei B._____ stets im 

Verwaltungsrat der jeweils neuen Gesellschaft Einsitz hatte. Der Verkaufspreis ver-

ringerte sich im Verlauf der Zeit aufgrund von Zahlungen und Neuverhandlungen 

von CHF 900'000.– auf CHF 488'000.–. 

5.1. Die F2._____ AG hatte gemäss Bilanz per 31. Dezember 2016 eine Darle-

hensforderung gegen die F1._____ AG in Höhe von CHF 2'500'000.– bilanziert 

(vgl. Urk. 50201017, Urk. 40701054). Es ist bereits an dieser Stelle darauf hinzu-

weisen, dass die Beschuldigten A._____ und B._____ zu dieser Darlehensforde-

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rung der F2._____ AG gegenüber der F1._____ AG über CHF 2'500'000.– befragt 

wurden. B._____ – Mitglied des Verwaltungsrates der F2._____ AG und der 

F1._____ AG – machte dazu zunächst keine Aussagen, weder zur generellen 

Frage, ob er etwas zu diesem Darlehen sagen könne, noch dazu, welche Art von 

Darlehen dies sei, von wem und woher dieses Darlehen stamme und ob Schriftlich-

keiten darüber existieren würden (Urk. 50201007 F/A 56-61). Anlässlich der Kon-

frontationseinvernahme meinte B._____ dann zur Frage, wie diese Forderung ent-

standen sei, schwammig und ausweichend, das wisse er auch nicht mehr ganz 

genau. "Das" sei etwa 2005 oder 2006 "gekauft" worden. Seiner Meinung nach sei 

das überhaupt nicht wichtig, weil bei der F1._____ AG und der F2._____ AG alles 

richtig bilanziert sei (Urk. 50501008). Anzumerken ist, dass der Hinweis auf einen 

"Kauf" im Jahre 2005 oder 2006 hinsichtlich der F1._____ AG schon aus zeitlichen 

Gründen (die F1._____ AG existierte damals noch nicht) nicht möglich ist. Anläss-

lich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte B._____ erstmals an, das 

Darlehen stamme aus dem Verkauf der Bilder. Die F1._____ AG sei nicht in der 

Lage gewesen, die Bilder zu bezahlen, weshalb sie gegenüber der F2._____ AG 

eine Schuld in Höhe von CHF 2'500'000.– übernommen habe (Prot. II S. 24 f. und 

37). C._____ – Mitglied des Verwaltungsrates der F2._____ AG und der F1._____ 

AG zwischen November 2010 bis Mai 2017 – gab zum Thema Darlehen an, er 

könne zu diesem Darlehen keine Auskunft geben. Er könne das nicht so aus dem 

Gedächtnis abrufen, dazu müsste er Belege sehen (Urk. 50301005 F/A 37-39, 

Urk. 50501008). A._____ machte ebenfalls keine Angaben darüber, um was für ein 

Darlehen es sich dabei gehandelt habe. Auch zur Frage über sein Wissen, ob es 

dieses Darlehen überhaupt gegeben habe, machte A._____ keine Aussagen. Er 

sagte aus, nicht zu wissen, wie diese Forderung entstanden sei (Urk. 50401007 

F/A 49-50, Urk. 50501008). Anzufügen ist, dass keiner der Beteiligten sagen 

konnte, wo sich die entsprechenden Buchhaltungsunterlagen befinden würden. 

5.2. Es kann festgehalten werden, dass keiner der Beteiligten bzw. Beschuldig-

ten Angaben zu dem doch schon aufgrund der Betragshöhe von CHF 2'500'000.– 

wesentlichen Darlehen der F2._____ AG gegenüber der F1._____ AG machen 

kann oder will. Es bleibt letztlich völlig im Dunkeln, was der Hintergrund dieses Dar-

lehens ist, wann es entstanden ist, ob es durch Dokumente belegt ist etc. Die Frage 

-   14   -

des polizeilichen Sachbearbeiters an den Beschuldigten A._____, ob er wisse, ob 

es dieses Darlehen tatsächlich gegeben habe (Urk. 50401007), ist daher berech-

tigt. Dies braucht indessen aufgrund des Anklagevorwurfs nicht weiter geprüft zu 

werden. Nicht wirklich nachvollziehbare Aussagen wurden von den Beschuldigten 

auch gemacht, weshalb das gleiche Darlehen per 31. Dezember 2015 noch mit 

CHF 3'000'000.– bilanziert worden war (vgl. Urk. 40701054 sowie Urk. 50201008 

F/A 69-72, Urk. 50501008 f.). Sodann hat, wie ausgeführt, die F2._____ AG die 

fraglichen Bilder gemäss Beschluss des Verwaltungsrates vom 28. Januar 2015 

der F1._____ AG weiter verkauft. Auch hier fehlen Angaben zur Höhe des Ver-

kaufspreises und zur Art der Bezahlung des Kaufpreises. Ein schriftlicher Kaufver-

trag zwischen der F2._____ AG und der F1._____ AG liegt nicht vor. 

6. Den Akten lässt sich im Weiteren entnehmen, dass die F1._____ AG per 

31. Dezember 2016 in der Bilanz die fraglichen Bilder/Kunstgegenstände als Akti-

vum "Bilderbestand" mit einem Wert von CHF 3'100'000.– aufführte 

(Urk. 40701017). Unter Passiven werden das Darlehen der F2._____ AG mit 

CHF 2'500'000.– (80.6 %) und als Kreditor die G._____ AG mit CHF 500'000.– auf-

geführt (vgl. Steuerunterlagen Urk. 4070108). Wie oben ausgeführt, ist diesen Bil-

dern in sämtlichen bekannten Kaufverträgen und Vereinbarungen ein Maximalwert 

von rund CHF 900'000.– zugemessen worden, allerdings handelte es sich dabei 

um einen Pauschalpreis für sämtliche Werke. Sodann wurden die Werke wie er-

wähnt für eine Summe von CHF 6 Mio. versichert. B._____ meinte dazu, es sei bei 

der F1._____ AG und der F2._____ AG alles richtig bilanziert worden 

(Urk. 50501008) . Im Konkurs wurden diese ca. 1'000 Bilder (diverse Künstler und 

Motive) nur noch pro Memoria aufgeführt (Urk. 20301016), was von B._____ als 

richtig anerkannt wurde. Mit Schreiben vom 19. September 2019 orientierte das 

Konkursamt Zug die G._____ AG darüber, dass die F1._____ AG Eigentümerin 

von vielen Bildern (ca. 700 bis 1'500 Stück verschiedener Künstler und Macharten) 

sei und für diese Inventarposition ein Pauschalbetrag von CHF 4'000.– geboten 

werde und setzte Frist für höhere Offerten an (Urk. 20301015 ff.). 

7. Am 21. April 2017 schloss die F2._____ AG mit der H._____ AG nachfol-

genden Vertrag (Urk. 20301022), der – so die Anklage – pflichtwidrig erfolgt sei. 

-   15   -

Hervorzuheben ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Beschuldigten A._____ und 

B._____ Verwaltungsräte der F2._____ AG waren. Der Vertrag wurde seitens der 

F2._____ AG durch B._____ und C._____ und seitens der H._____ AG von 

A._____ unterzeichnet (Urk. 20301022). Der Vertragsinhalt lautet wie folgt: 

"1. F2._____ verkauft an H._____ das gesamte Aktienkapital der F1._____ AG. Der 

H._____ AG ist bewusst, dass über die F1._____ AG am tt.mm.2017 der Konkurs er-

öffnet wurde.

 2. F2._____ AG verkauft an H._____ ihr gesamtes Guthaben gegenüber der F1._____ 

AG laut Bilanz der F2._____ AG vom 31.12.2016 über CHF 2'500'000.

 3. Der Kaufpreis für das Aktienpaket und das Darlehen beträgt CHF 1.00 und gilt mit der 

Unterzeichnung dieses Vertrages als bezahlt.

 4. H._____ AG versucht alles, um den Konkurs der F1._____ AG zu wiederrufen oder 

den Bilderbestand der F1._____ aus dem Konkurs zu übernehmen.

 5. Sollte der Wiederruf des Konkurses gelingen oder die Bilder der F1._____ AG durch 

H._____ AG übernommen werden erhält die F2._____ AG 50 % des aus dem Ver-

kauf der Bilder resultierenden Gewinns.

 6. Die H._____ AG ist berechtigt, die Forderung von CHF 2'500'000.00 gegenüber der 

F1._____ AG beim Konkursamt anzumelden.

  7. Übergang von Nutzen und Schaden wird von den Parteien auf den 01.01.2017 fest-

gelegt.

 8. Als Gerichtsstand wird T._____ vereinbart."

Die Unterzeichnung dieses Vertrages durch die Beschuldigten A._____ und 

B._____ sowie C._____ ist nicht bestritten und wird anerkannt. Der Vertrag wurde 

am 21. April 2017 abgeschlossen, als die F1._____ AG bereits (seit dem 

tt.mm.2017) Konkurs war. In der Verwaltungsratssitzung vom 20. April 2017 – also 

einen Tag vor Abschluss des obigen Vertrages –, an welcher B._____ und C._____ 

teilnahmen, wurde festgehalten, dass der Konkurs der F1._____ AG erhebliche 

Auswirkungen auf die F2._____ AG habe und das Guthaben gegenüber der 

F1._____ AG (Darlehensforderung über CHF 2'500'000.–) und die Beteiligung an 

der F1._____ AG momentan nicht mehr werthaltig seien. Neben dem Verkauf des 

-   16   -

Guthabens und der (100 %-)Beteiligung an der F1._____ AG für CHF 1.– an die 

H._____ AG wurde beschlossen, die Bilanz der F2._____ AG nach dem 30. Juni 

2017 zu deponieren, sollten sich bis dann keine Lösungen ergeben, respektive kein 

neues Kapital zur Verfügung gestellt werden (Urk. 20301021). Zu diesem Zeitpunkt 

waren beim Betreibungsamt Cham bereits Forderungen gegen die F2._____ AG in 

Höhe von CHF 1'010'833.11 (inklusive Forderung G._____ AG) eingegangen (vgl. 

Urk. 30101089 sowie Urk. 30101021). Wie ausgeführt, wurde in der Folge am tt. 

mm. 2017 der Konkurs über die F2._____ AG eröffnet (Urk. 40501239 ff.). 

8.1. Das Strafverfahren wurde durch eine Anzeige der G._____ AG vom 18. Fe-

bruar 2020 gegen B._____ und weitere Unbekannte eingeleitet (Urk. 20301001 ff.). 

Die Anzeigeerstatterin machte geltend, es bestünde der begründete Verdacht, dass 

es sich bei der von der I._____ AG im Konkurs der F1._____ AG geltend gemach-

ten Forderung (der ihr von der H._____ AG abgetretenen Darlehensforderung von 

CHF 2'500'000.–) um ein rein fiktives Konstrukt handle. Diese Darlehensforderung 

der F2._____ AG gegen die F1._____ AG sei gemäss Feststellung des Verwal-

tungsrates der F2._____ AG vom 20. April 2017 "momentan nicht mehr werthaltig" 

und von der F2._____ AG der H._____ AG für CHF 1.– verkauft worden. Die For-

derung sei dann, obwohl es sich um einen Nonvaleur handle, im Konkurs der 

F1._____ AG mit einem Wert von CHF 2'500'000.– eingegeben worden. Neben der 

Forderung der G._____ AG von rund CHF 500'000.– habe es im Konkurs nur noch 

zwei weitere, betragsmässig nicht ins Gewicht fallende Forderungen gehabt. Die 

Intention sei nach allem – insbesondere auch aufgrund der bestehenden mannig-

fachen personellen Verflechtungen zwischen den involvierten Firmen – offensicht-

lich gewesen. So gross der Anteil dieser Forderung von CHF 2'500'000.– an der 

gesamten Konkursforderungssumme sei, so gross sei der Anteil der I._____ AG 

am Konkursverwertungserlös (Konkursdividende von 83.33 %). Nach Ansicht der 

Anzeigeerstatterin fallen der Tatbestand des Betruges oder Konkursdelikte in Be-

tracht, da das Bestehen einer Forderung in der Höhe von CHF 2'500'000.– als Tat-

sache vorgespiegelt worden sei (vgl. im Detail Urk. 20301001 ff.).

8.2. Im Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 13.Oktober 2020 wird dazu fest-

gehalten, dass bei der F2._____ AG ein Darlehen an die F1._____ AG verbucht 

-   17   -

gewesen sei und die F2._____ AG somit legitime Ansprüche im Konkursverfahren 

der F1._____ AG hätte anmelden können. Aufgrund ihrer Betreibungen (also der 

Betreibungen gegen die F2._____ AG [in Millionenhöhe]) wäre das dadurch erhal-

tene Vermögen aber sogleich wieder an die eigenen Gläubiger geflossen. Um dies 

zu umgehen, habe man das angeblich wertlose Paket der F1._____ AG an die 

H._____ AG "verschenkt" und habe so die F2._____ AG nun ohne Aktiven in den 

Konkurs geführt. Welchen Wert die Gemälde, über welche die F1._____ AG verfügt 

habe, im ordentlichen Konkursverfahren tatsächlich erzielt hätten, könne nicht ab-

schliessend gesagt werden, da keine Auflistung der Gemälde vorliege. Anhand der 

vorliegenden Akten könne eindeutig gesagt werden, dass der Verwaltungsrat der 

F2._____ AG bewusst eine Gläubigerschädigung begangen habe. Aufgrund des 

Kaufvertrages zwischen der G._____ AG und der F2._____ AG über die Kunst-

werke und der Steuererklärung der F1._____ AG per 31. Dezember 2016 müsse 

dabei von einem sechsstelligen Betrag ausgegangen werden, um welchen die 

Gläubiger der F2._____ AG geschädigt worden seien (Urk. 30101022 f.). 

9. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte 

B._____ mit Urteil des Obergerichts des Kantons Nidwalden vom 9. Juli 2019 di-

verser Delikte (ungetreue Geschäftsbesorgung, Misswirtschaft, Urkundenfäl-

schung, mehrfache Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung etc.) schul-

dig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 3 Monaten (als Zu-

satzstrafe) bestrafe wurde (Urk. 40301007 S. 1-297). Dieses Verfahren ist noch am 

Bundesgericht hängig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_511/2020 vom 10. März 

2021) und der Schuldspruch daher nicht rechtskräftig (Urk. 50201038 F/A 5, 

Urk. 84; Prot. II S. 17 f.). Festgehalten werden kann weiter, dass die im fraglichen 

Strafverfahren behandelten Sachverhaltskomplexe soweit ersichtlich keinen Zu-

sammenhang zum vorliegend zu beurteilenden Sachverhaltskomplex 

F1._____ AG aufweisen.

B. Anklagevorwurf

Den Beschuldigten A._____ und B._____ wird in der Anklage vorgeworfen, als Ver-

waltungsräte der F2._____ AG dieser pflichtwidrig ihre Forderung von CHF 2.5 Mio. 

gegenüber der F1._____ AG entzogen zu haben, wodurch der F2._____ AG ein 

-   18   -

Schaden von ca. CHF 2.5 Mio. entstanden und den Gläubigern der F2._____ AG 

in gleicher Höhe Haftungssubstrat entzogen worden sei. Dies, indem sie mit dem 

oben umschriebenen Vertrag vom 21. April 2017 zwischen der F2._____ AG und 

der H._____ AG (vertreten durch A._____) der H._____ AG die Darlehensforde-

rung über CHF 2.5 Mio. gegenüber der F1._____ AG sowie das gesamte Aktien-

kapital der F1._____ AG für (nur) CHF 1.– verkauft hätten. Die zusätzlich verein-

barte Beteiligung aus einem zukünftigen, fraglichen Ereignis – 50 % des aus dem 

Verkauf der Bilder resultierenden Gewinns, wobei die H._____ AG nicht mal Eigen-

tümerin der Bilder gewesen sei, sondern die F1._____ AG – sei keine äquivalente 

Gegenleistung gewesen. Bereits einen Tag vor Abschluss dieses Vertrages sei an 

der VR-Sitzung der F2._____ AG beschlossen worden, dass die Bilanz nach dem 

30. Juni 2017 deponiert werden solle. Es sei voraussehbar gewesen, dass die 

F2._____ AG niemals – insbesondere auch nicht vor Abschluss ihres Konkursver-

fahrens – die 50 % Gewinnbeteiligung erhalten werde, was sich denn auch bestätigt 

habe.

In der Anklage wird weiter umschrieben, dass B._____ als Vertreter der H._____ 

AG die ursprüngliche Forderung der F2._____ AG in der Höhe von CHF 2.5 Mio. 

am 8. Juni 2017 im Konkursverfahren der F1._____ AG angemeldet habe, dass am 

tt. mm. 2017 (recte: tt. mm. 2017) der Konkurs über die F2._____ AG eröffnet wor-

den sei und die H._____ AG am 8. Januar 2019 ihre Forderung gegenüber der 

F1._____ AG von CHF 2.5 Mio. an die I._____ AG abgetreten habe. Die Anklage 

hält dazu fest, dass eine Schuldübernahme, wonach die I._____ AG (wie die 

H._____ AG) der F2._____ AG 50 % des Gewinns aus dem Verkauf der Bilder 

geschuldet hätte, nicht stattgefunden habe. Am 15. Januar 2019 habe die I._____ 

AG das Konkursamt Zug über die Abtretung der Forderung von CHF 2.5 Mio. in 

Kenntnis gesetzt und um Anpassung des Gläubigerverzeichnisses ersucht. Mit Ent-

scheid des Einzelgerichts am Kantonsgericht Zug vom 30. April 2020 sei der Kon-

kurs über die F1._____ AG widerrufen worden. Eine Leistung an die F2._____ AG 

sei aber weder seitens der H._____ AG noch der I._____ AG, der F1._____ AG 

oder der Beschuldigten erfolgt.

-   19   -

Die Anklage wirft den Beschuldigten A._____ und B._____ sodann vor, in Mittäter-

schaft gehandelt zu haben. Sie hätten um die in der Anklageschrift dargelegten 

Tatsachen gewusst und die beschriebenen Handlungen, Unterlassungen und Fol-

gen derselben gewollt. Zumindest hätten sie diese Tatsachen, Handlungen, Unter-

lassungen und Folgen für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen. Weiter 

hätten sie in der Absicht gehandelt, den ihnen nahestehenden Gesellschaften 

H._____ AG, I._____ AG, F1._____ AG und sich selbst einen widerrechtlichen Ver-

mögensvorteil zu verschaffen – insbesondere indem diese Gesellschaften und sie 

Zugriff auf die im Eigentum der F1._____ AG stehenden Bilder erhielten – und 

gleichzeitig den Gläubigern der F2._____ AG Haftungssubstrat zu entziehen. Damit 

hätten sie sich der ungetreuen Geschäftsbesorgung in Bereicherungsabsicht im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB und der Gläubigerschädigung durch Vermö-

gensminderung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 29 StGB 

schuldig gemacht (Urk. 00101009-00101028). 

C. Standpunkt Beschuldigte

Die Beschuldigten A._____ und B._____ bestreiten, pflichtwidrig gehandelt zu ha-

ben. B._____ macht geltend, der Verkauf sei im Interesse der F2._____ AG und 

ihrer Gläubiger gewesen. Die Motivation des Vertrages mit der H._____ AG sei 

gewesen, die Situation der Aktionäre und der Gläubiger der F2._____ AG zu ver-

bessern. Die F2._____ AG sei damals nicht mehr in der Lage gewesen die nötigen 

finanziellen Mittel aufzubringen, um den Konkurs der F1._____ AG zu widerrufen. 

Bei Gelingen des Widerrufs des Konkurses oder der Übernahme der Bilder durch 

die H._____ AG hätte die F2._____ AG 50% des aus dem Verkauf der Bilder resul-

tierenden Gewinns erhalten. Es könne somit in keiner Art und Weise von einem 

Geschenk gesprochen werden. Es seien etwa 1'000 Bilder in die Konkursmasse 

gefallen. Der Wert von CHF 3.1 Mio. sei gegeben gewesen, als sie noch nicht mit 

Liquidationswerten hätten rechnen müssen. Ohne Widerruf des Konkurses wäre 

die Forderung von CHF 2.5 Mio. genau CHF 1.– Wert gewesen, weil es keine 

Nachlassdividende gegeben hätte. Sie hätten jahrelang versucht mit der G._____ 

AG bzw. deren Besitzern, die noch eine Forderung von CHF 500'000.– gegen die 

F1._____ AG gehabt hätten, eine Lösung zu finden. Es sei das Ziel der G._____ 

-   20   -

AG bzw. des Besitzers gewesen, die Bilder für ein Butterbrot zu übernehmen. Die 

Abtretung sei wertlos gewesen. Erst mit dem Widerruf des Konkurses habe die For-

derung wieder einen Wert gehabt. Da die Aktionäre von beiden Gesellschaften die 

gleichen gewesen seien, habe das auch keine Nachteile mit sich gebracht. Es habe 

kein einziger Gläubiger einen Schaden aus der Transaktion erlitten, das Gegenteil 

sei der Fall. Es sei kein Geheimnis, dass der Widerruf des Konkurses Geld gekostet 

habe. Die H._____ AG sei nicht in der Lage gewesen, dies zu stemmen. Die 

I._____ AG und die H._____ AG hatten die gleichen Aktionäre. Aus Transparenz-

gründen habe man die Forderung übertragen anstatt mit Darlehen zu arbeiten. Für 

die Gläubiger der F1._____ AG (recte: wohl F2._____ AG) habe sich dadurch 

nichts geändert. Die H._____ AG habe von der I._____ AG keine Gegenleistung 

erhalten. Bei der Abtretung von der H._____ AG an die I._____ AG sei selbstver-

ständlich eine Leistung für die F2._____ AG vereinbart worden. Die Forderung sei 

mit allen Rechten und Pflichten übernommen worden. Die F2._____ AG hätte erst 

bei der Realisierung eines Gewinnes profitiert (Urk. 505002-50501010; Prot. II 

S. 30 ff.). Der Beschuldigte A._____ schloss sich diesen Ausführungen grundsätz-

lich an (Urk. 50501004, Urk. 50501005, Urk. 50501009). 

Der Beschuldigte A._____ war bei der Polizei nicht bereit Aussagen zu ma-

chen (Urk. 50401003 F/A 8ff.). In der Konfrontationseinvernahme erklärte A._____ 

auf den Vorhalt, als Verantwortlicher der F2._____ AG am 21. April 2017 eine Dar-

lehensforderung in der Höhe von CHF 2.5 Mio. an die ihm nahestehende H._____ 

AG verschenkt zu haben, dass er sich nicht mehr wirklich daran erinnern könne. 

Konkret wisse er nicht mehr, was die Motivation für den Verkauf des Guthabens 

gewesen sei. Ebenso wenig wusste er, wie diese Darlehensforderung entstanden 

sei und weshalb es zur Abtretung der Forderung von der H._____ AG an die 

I._____ AG – A._____ war bei beiden Gesellschaften Verwaltungsrat – gekommen 

sei und was für eine Gegenleistung die H._____ AG dafür erhalten habe. Weiter 

schloss er sich, wie erwähnt, den Worten seines Vaters an, wonach sie versucht 

hätten, einen Gewinn aus dem Verkauf sicherzustellen. Er betonte, nichts mit dem 

Tagesgeschäft zu tun gehabt zu haben. Auf die Frage, ob die Gläubiger der 

F2._____ AG durch den Verkauf des Guthabens gegenüber der F1._____ AG ei-

nen Schaden erlitten hätten, erklärte A._____, als Geschichts- und Geografiestu-

-   21   -

dent könne er nichts dazu sagen. Es fehle ihm dazu das wirtschaftliche Wissen 

(Urk. 50501002-50501011, Urk. 41 S. 5 ff.). An der Berufungsverhandlung konnte 

der Beschuldigte A._____ nicht mehr sagen, was ihn damals dazu bewog, am Ver-

trag vom 21. April 2017 mitzuwirken. Er denke aber, dass alle daran geglaubt hät-

ten, dass sie es schaffen würden, die F2._____ AG und die F1._____ AG zu retten 

(Prot. II S. 49 f.). In Bezug auf seine Funktion als Verwaltungsrat führte der Be-

schuldigte A._____ aus, er habe Ende Februar 2017 schriftlich den Rücktritt aus 

dem Verwaltungsrat der F2._____ AG erklärt und sei ab diesem Zeitpunkt auch 

nicht mehr als Verwaltungsrat tätig gewesen, da er sich auf seine Bachelorarbeit 

konzentriert habe (Prot. II S. 52 und 60).

D. Würdigung Sachverhalt 

1. Beweiswürdigung Vorinstanz 

Die von der Vorinstanz sorgfältig und umfassend vorgenommene Beweiswürdigung 

betreffend den Beschuldigten B._____ erweist sich als zutreffend, weshalb vorab 

darauf verwiesen werden kann (Urk. 66 S. 16-20 sowie S. 27-54 und S. 65-69, 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen betreffend den Beschuldig-

ten B._____ haben deshalb grundsätzlich ergänzenden Charakter und erfolgen im 

Wesentlichen im Sinne einer Rekapitulation der zutreffenden vorinstanzlichen Er-

wägungen, wobei ergänzend einzelne Aspekte nochmals näher zu betrachten sind. 

Die vorinstanzliche Beweiswürdigung betreffend den Beschuldigten A._____ ist je-

doch – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – zu korrigieren.

2. Äusserer Sachverhalt 

2.1. Der äussere Ablauf des Geschehens gemäss Anklage ist im Wesentlichen 

– insbesondere betreffend den Beschuldigten B._____ – unbestritten und belegt 

(vgl. dazu oben unter Vorbemerkungen sowie Urk. 66 S. 19 ff., S. 27 ff.). B._____ 

war zum Zeitpunkt des Verkaufes der Darlehensforderung an die H._____ AG am 

21. April 2017 Verwaltungsrat der F2._____ AG (vgl. Urk. 50201014). Hingegen er-

klärte der Beschuldigte A._____ mit Schreiben vom 28. Februar 2017 seinen Rück-

tritt aus dem Verwaltungsrat der F2._____ AG (Urk. 40501188) und wirkte am Ver-

-   22   -

trag vom 21. April 2017 aufseiten der F2._____ AG nicht mehr mit. Entgegen den 

vorinstanzlichen Erwägungen (vgl. Urk. 66 S. 16) ist für die Dauer der Verantwort-

lichkeit des Verwaltungsrats nicht die Löschung im Handelsregister per tt.mm.2017 

(Urk. 50201014), sondern der Moment des tatsächlichen Austritts aus dem Verwal-

tungsrat massgebend (vgl. hierzu nachstehend E. IV.A.2.2.2). C._____ erklärte 

ebenfalls mit Schreiben vom 28. Februar 2017 seinen Rücktritt aus dem Verwal-

tungsrat der F2._____ AG, wirkte jedoch am Verwaltungsratsbeschluss vom 

20. April 2017 sowie am Kaufvertrag vom 21. April 2017 aufseiten der F2._____ 

AG mit (Urk. 40501189, Urk. 20301021, Urk. 20301022). Die weiteren in der Ankla-

geschrift umschriebenen äusseren Vorgänge sind bis auf eine Ausnahme (keine 

Schuldübernahme durch die I._____ AG) belegt und vom Beschuldigten B._____ 

eingestanden (vgl. dazu auch weiter oben unter "Vorbemerkungen"). Anzufügen 

ist, dass auch anerkannt und belegt ist, dass in der Bilanz der F1._____ AG per 

31. Dezember 2016 als einziger Aktivposten ein "Bilderbestand" von CHF 3.1 Mio. 

aufgeführt war, dass sich diese Bilder nach wie vor im Besitz der F1._____ AG 

befinden und der F2._____ AG bis zu ihrer Löschung im Handelsregister keine 

Leistungen aus der Gewinnbeteiligungsklausel des Kaufvertrags vom 21. April 

2017 zugeflossen sind (Urk. 40107017; Urk. 50501002-50501010).

2.2.1. Gemäss Anklage beinhaltete die Abtretungserklärung der H._____ AG vom 

8. Januar 2019 an die I._____ AG keine Schuldübernahme der H._____ AG (ge-

genüber der F2._____ AG) und hatte die I._____ AG demnach insbesondere keine 

Pflicht, die F2._____ AG mit 50 % an einem allfälligen Gewinn aus dem Verkauf 

der Bilder zu beteiligen, was vom Beschuldigten B._____, wie ausgeführt, bestritten 

wird (Urk. 50501010: "Wir haben ja die Forderung mit allen Rechten und Pflichten 

übernommen"). Auch in der Berufungsverhandlung sagte B._____: "Der Vertrag 

wurde im Prinzip übernommen […]" (Port. II S. 33).

2.2.2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ führte anlässlich der 

Berufungsverhandlung diesbezüglich aus, die vertragliche Verpflichtung zeige sehr 

deutlich auf, dass die Parteien beabsichtigt hätten, dass der F2._____ AG in jedem 

Fall 50 % aus dem Verkaufserlös der Bilder zustehen sollten. Dass die Bilder bis 

heute nicht verkauft worden seien und damit der 50%-Anteil aus dem Verkaufserlös 

-   23   -

der F2._____ AG nicht zugeflossen sei, habe bei der Unterzeichnung des Vertrags 

im Jahr 2017 nicht vorausgesehen werden können (Urk. 92 Rz. 17). Dass die Dar-

lehensforderung später, d.h. am 8. Januar 2019, von der H._____ AG an die 

I._____ AG abgetreten werde, sei im Zeitpunkt der ersten Abtretung im April 2017 

nicht bekannt gewesen bzw. habe nicht zu einem grösseren "Plan" gehört. Die Ab-

tretung der Forderung von der H._____ AG an die I._____ AG sei im Wesentlichen 

aus finanziellen Gründen erforderlich gewesen. Die H._____ AG habe nicht über 

genügend finanzielle Mittel verfügt, um den Konkurswiderruf zu stemmen (Urk. 92 

Rz. 19; vgl. auch Port. II S. 33). Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

A._____ brachte diesbezüglich vor, der Vertrag sei von juristischen Laien aufge-

setzt worden. Entscheidend sei nicht die korrekte Verwendung juristischer Begriffe, 

sondern was die effektive Absicht der Vertragsparteien gewesen sei. Diese habe 

darin bestanden, den Bestand der F2._____ AG sicherzustellen. Gerade der Um-

stand, dass sich die H._____ AG unter Zuhilfenahme der I._____ AG erfolgreich 

um den Konkurswiderruf der F1._____ AG bemüht habe, bezeuge, dass sie ihre 

vertraglichen Pflichten effektiv wahrgenommen habe (Urk. 95 S. 12).

2.2.3. Die von A._____ namens der H._____ AG am 8. Januar 2019 unterzeich-

nete Forderungsabtretung lautet wie folgt (Urk. 50201019):

"H._____ AG

Forderungsabtretung

Hiermit treten wir

H._____ AG
U._____ [Strasse] 1

Q._____

unsere Forderung gegenüber der F1._____ AG in Liquidation, U._____ [Strasse] 1, 
Q._____, welche bereits beim Konkursamt Zug angemeldet ist, unwiderruflich an

I._____ AG
U._____ [Strasse] 1

Q._____
ab."

-   24   -

Dem Text der Vereinbarung ist somit keine Schuldübernahme der I._____ AG zu 

entnehmen. Mit der zutreffenden Begründung der Vorinstanz (Urk. 66 S. 18 f.) ist 

weiter zu erwägen, dass der Anspruch der F2._____ AG auf Gewinnbeteiligung 

kein Neben- oder Vorzugsrecht der zedierten Darlehensforderung im Sinne von 

Art. 170 Abs. 1 OR verkörpert. Es handelt sich dabei um einen eigenständigen 

(suspensiv bedingten) Anspruch der F2._____ AG aus dem Kaufvertrag vom 

21. April 2017, welcher bei einer Abtretung der parallel bestehenden Darlehensfor-

derung nicht automatisch auf den Zessionar (I._____ AG) mitübergeht. Eine ent-

sprechend erforderliche Vereinbarung zwischen der I._____ AG und der H._____ 

AG (wie z.B. ein Schuldübernahmeversprechen im Sinne von Art. 175 Abs. 1 OR) 

oder zwischen der I._____ AG und der F2._____ AG (z.B. externe Schuldüber-

nahme im Sinne von Art. 176 Abs. 1 OR, kumulative Schuldübernahme, Novation 

mit Schuldnerwechsel oder dergleichen) liegt nicht vor. Die Vorinstanz erwägt wei-

ter zutreffend, dass B._____ letztlich auch nicht geltend macht, dass vorliegend 

eine solche Vereinbarung getroffen wurde. Er meinte, wie erwähnt, lediglich pau-

schal und unsubstantiiert, sie hätten ja die Forderung mit allen Rechten und Pflich-

ten übernommen, was aufgrund der vorhandenen Akten und Umstände als Schutz-

behauptung erscheint. A._____, der im Zeitpunkt der Forderungsabtretung einziges 

Verwaltungsratsmitglied der I._____ AG und der H._____ AG (vgl. Urk. 50201012 

und Urk. 50201015) war, hat solches auch nicht geltend gemacht. Er wusste zwar 

nichts mehr zur Motivation des Forderungskaufes, was für ein Darlehen dies gewe-

sen sei und ob die H._____ AG von der I._____ AG für die Abtretung der Darle-

hensforderung eine Gegenleistung erhalten habe etc. (Urk. 50501002-50501010). 

Er hat aber als Handelnder für die H._____ AG nie vorgebracht, dass bei der Ab-

tretung an die I._____ AG eine Schuldübernahme vereinbart wurde. Es ist demnach 

davon auszugehen, dass bei der Abtretung der Darlehensforderung an die I._____ 

AG keine Schuldübernahme vereinbart worden ist. Anzufügen ist, dass B._____ 

sowohl die Forderungsanmeldung der H._____ AG im Konkurs der F1._____ AG 

als auch die Anmeldung der Forderungsabtretung namens der I._____ AG an das 

Konkursamt vornahm. Es ist daher ergänzend festzuhalten, dass B._____ über 

diese Abtretung bestens Bescheid wusste. 

-   25   -

Weiter ist festzuhalten, dass die Beschuldigten nicht plausibel machten, weshalb 

die Forderung zunächst an die H._____ AG und später von dieser dann noch weiter 

an die I._____ AG abgetreten wurde.

3. Innerer Sachverhalt bzw. Einwände bezüglich der angemessenen Gegen-

leistung bzw. Werthaltigkeit des Guthabens von CHF 2.5 Mio. sowie der Bilder etc.

Mit der Vorinstanz erscheint es sinnvoll betreffend den Wert des Guthabens von 

CHF 2.5 Mio. und denjenigen der Bilder sowie auf die weiteren Einwände, insbe-

sondere das Hauptvorbringen, der Verkauf der Darlehensforderung an die H._____ 

AG sei erfolgt, um die Situation der Aktionäre und der Gläubiger der F2._____ AG 

zu verbessern und die versprochene Gegenleistung einer hälftigen Gewinnbeteili-

gung sei unter den damaligen Umständen angemessen gewesen (und man könne 

nicht von einem "verschenken" sprechen), womit konsequenterweise der subjektive 

Sachverhalt bestritten wird, aufgrund der thematischen Überschneidungen der zu 

behandelnden Fragen im Zusammenhang mit der rechtlichen Würdigung einzuge-

hen (vgl. Urk. 66 S. 20). 

IV. Rechtliche Würdigung

A. Qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung 

1. Rechtliche Grundlagen

Die Vorinstanz hat die theoretischen Voraussetzungen zum Tatbestand der qualifi-

zierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB 

zutreffend und umfassend unter Hinweis auf Rechtsprechung und Literatur darge-

tan (Urk. 66 S. 27-30). Auf die entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzli-

chen Erwägungen ist zwecks Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen. Es 

ist nochmals hervorzuheben, dass der Treuebruchtatbestand gemäss Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB vier Voraussetzungen kennt, die Eigenschaft als Geschäftsfüh-

rer, die Verletzung einer damit zusammenhängenden Pflicht, aus welcher ein Ver-

mögensschaden resultiert, sowie Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB hin-

sichtlich dieser Elemente. Geschütztes Rechtsgut ist das anvertraute Vermögen 

des Geschäftsherrn bzw. Treugebers. Der Tatbestand ist erfüllt, wenn der Täter in 

-   26   -

der Stellung eines Geschäftsführers treuwidrig eine Schutzpflicht zur Wahrung 

fremder Vermögensinteressen verletzt hat und es dadurch zu einer Schädigung 

des anvertrauten Vermögens gekommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1422/2019 vom 28. Mai 2021 E. 5.3). Darüber hinaus stellt der Treuebruchtat-

bestand im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ein echtes Sonderdelikt dar, wel-

ches nur von demjenigen erfüllt werden kann, dem die entsprechenden Sonderei-

genschaften zukommen. Teilnehmer ohne die notwendigen Sondereigenschaften 

können damit als Anstifter oder Gehilfen bestraft werden (BSK-NIGGLI, Basler Kom-

mentar Strafrecht, Strafgesetzbuch und Jugendstrafgesetz, 4. Auflage, Basel 2019, 

Art. 158 N 10).

2. Geschäftsführerstellung

2.1. Nach der Rechtsprechung zu Art. 158 StGB gilt als Geschäftsführer, wer in 

tatsächlich oder formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse 

eines anderen für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die 

Stellung als Geschäftsführer fordert ein hinreichendes Mass an Selbstständigkeit, 

mit welcher dieser über das fremde Vermögen oder über wesentliche Bestandteile 

desselben, über Betriebsmittel oder das Personal eines Unternehmens verfügen 

kann. Der Tatbestand ist namentlich anwendbar auf selbstständige Geschäftsfüh-

rer sowie auf operationell leitende Organe von juristischen Personen bzw. Kapital-

gesellschaften. Geschäftsführer ist aber auch, wem die Stellung nur faktisch zu-

kommt (BGE 142 IV 346 E. 3.2; 129 IV 124 E. 3.1).

2.2. Der Beschuldigte A._____ führte betreffend seine Stellung als Verwaltungs-

rat der F2._____ AG aus, er habe Ende Februar 2017 schriftlich seinen Rücktritt 

aus dem Verwaltungsrat erklärt und sei ab diesem Zeitpunkt nicht mehr für die 

F2._____ AG tätig gewesen (Prot. II S. 52, 60). Seine Verteidigung brachte diesbe-

züglich vor, A._____ sei von der Vorinstanz zu Unrecht als Geschäftsführer im 

Sinne von Art. 158 StGB qualifiziert worden (Urk. 95 S. 2). Der Eintrag im Handels-

register sei rein deklaratorischer Natur. Der Rücktritt aus dem Verwaltungsrat sei 

eine einseitige Willenserklärung und wirke ex nunc, weshalb die Tätigkeit als Ver-

waltungsrat nicht weiter auszuüben sei, bis das Ausscheiden im Handelsregister 

-   27   -

eingetragen sei. Der Beschuldigte A._____ habe nach seiner Demission rechtskon-

form keinerlei Handlungen für die Gesellschaft vorgenommen (Urk. 95 S.3).

2.2.1. Die Vorinstanz qualifizierte A._____ als Geschäftsführer im Sinne von 

Art. 158 StGB, ohne sich jedoch eingehend mit dessen Rücktrittserklärung vom 

28. Februar 2017 sowie deren Auswirkung zu befassen (vgl. Urk. 66 S. 31 ff.).

2.2.2. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung dauert die zivilrechtli-

che Verantwortlichkeit eines Verwaltungsrats in der Regel bis zum Moment seines 

tatsächlichen Austritts aus dem Verwaltungsrat, und nicht bis zum Zeitpunkt der 

Löschung seiner Funktion im Handelsregister. Das gilt jedenfalls in denjenigen Fäl-

len, in denen die Betroffenen nach ihrer Demission keinen Einfluss mehr auf den 

Gang der Geschäfte nehmen und keine Entschädigung für ihre Verwaltungsrats-

stellung erhalten haben (BGE 126 V 61 E. 4a). Der Rücktritt hat folglich das Ende 

des Verwaltungsratsmandats mit Wirkung ex nunc zur Folge, d.h. ab dem Zeit-

punkt, zu dem die Verwaltung der Gesellschaft vom Rücktritt Kenntnis genommen 

hat. Gegenüber der Gesellschaft werden sie dann sofort wirksam. Die Zustimmung 

der Generalversammlung, des Verwaltungsrats oder eine eventuelle Entlastung 

sind irrelevant und stellen keine Bedingung für ihre Gültigkeit dar. Im Innenverhält-

nis ist daher der Eingang der Kündigung bei der Gesellschaft entscheidend, unab-

hängig davon, ob die Kündigung vielleicht zur Unzeit oder gar unter Missachtung 

eines Arbeitsvertrages ausgesprochen wurde. Gegenüber gutgläubigen Dritten 

wird der Austritt jedoch erst mit der Eintragung ins Handelsregister wirksam, und 

zwar an dem auf die Veröffentlichung im SHAB folgenden Werktag (Art. 932 und 

933 OR). Da das zurücktretende Verwaltungsratsmitglied durch den Verzicht auf 

sein Mandat automatisch die Befugnis verloren hat, die Gesellschaft durch seine 

Unterschrift zu vertreten, kann die Rücktrittserklärung gegenüber dem Handelsre-

gister nicht von ihm abgegeben werden. Hingegen obliegt die Pflicht zur Eintragung 

der zurücktretenden Verwaltungsratsmitglieder den verbleibenden Verwaltungs-

ratsmitgliedern (BGE 126 V 61 E. 4b, 112 V 1 E. I.3.c; 104 Ib 321 E. 2b).

2.2.3. A._____ erklärte am 28. Februar 2017 seinen Rücktritt aus dem Verwal-

tungsrat der F2._____ AG (Urk. 40501188). Als Begründung für den Rücktritt gab 

er in der Berufungsverhandlung an, sich seiner Bachelorarbeit gewidmet zu haben, 

-   28   -

welche er im Sommer 2017 habe abgeben müssen (Prot. II S. 52 und 60). Diese 

Begründung vermag zwar nicht zu überzeugen, da A._____ zu diesem Zeitpunkt 

auch Verwaltungsratsmandate bei der H._____ AG und bei der I._____ AG inne-

hatte. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sein Rücktritt aus dem Verwaltungsrat 

der F2._____ AG am 28. Februar 2017 das Ende seines Verwaltungsratsmandats 

mit Wirkung ex nunc zur Folge hatte. Wie die amtliche Verteidigung zutreffend aus-

führte, hat A._____ nach seiner Demission keinerlei Handlungen für die F2._____ 

AG mehr vorgenommen (vgl. Urk. 95 S. 3). So nahm er – im Gegensatz zu 

C._____, welcher ebenfalls mit Schreiben vom 28. Februar 2017 seinen Austritt 

aus dem Verwaltungsrat der F2._____ AG erklärte (Urk. 40501189) – nach seinem 

Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der F2._____ AG keinen Einfluss mehr auf den 

Gang ihrer Geschäfte und wirkte insbesondere an der Verwaltungsratssitzung vom 

20. April 2017 und am Vertrag vom 21. April 2017 auf Seiten der F2._____ AG nicht 

mehr mit. A._____ war am Vertrag vom 21. April 2017 lediglich als Verwaltungsrat 

der H._____ AG beteiligt. Im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit der H._____ 

AG am 21. April 2017 war A._____ somit nicht mehr Verwaltungsrat der F2._____ 

AG und es kam ihm in diesem Zeitpunkt auch keine faktische Geschäftsführerstel-

lung zu. A._____ war somit am Vertrag vom 21. April 2017 für die F2._____ AG 

weder als Organ noch als faktisches Organ tätig. 

2.2.4. Da der Beschuldigte A._____ somit die Sondereigenschaft des Geschäfts-

führers im Sinne von Art. 158 StGB nicht erfüllt und eine allfällige Gehilfenschaft 

zur ungetreuen Geschäftsbesorgung nicht vom Anklagesachverhalt umfasst ist, ist 

er vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB freizusprechen.

2.3. Wie bereits mehrfach festgehalten, war der Beschuldigte B._____ im Zeit-

punkt des fraglichen Vertragsabschlusses Verwaltungsrat der F2._____ AG. 

B._____ war zudem Verwaltungsratspräsident und räumte selber ein, die treibende 

Kraft hinter der F2._____ AG gewesen zu sein, die dominierende Persönlichkeit 

(vgl. Urk. 50401002 F/A 23 ff, Urk. 50501002-11). B._____ hat sodann zusammen 

mit C._____ den fraglichen Verkaufsvertrag vom 21. April 2017 für die F2._____ 

AG unterschrieben. C._____ und B._____ waren zudem die einzigen beiden Teil-

-   29   -

nehmer an der Verwaltungsratssitzung vom 20. April 2017, anlässlich welcher der 

Verkauf der Forderung sowie das Aktienkapital für CHF 1.– an die H._____ AG 

beschlossen wurde (Urk. 50501009 und Urk. 50401010). Der Beschuldigte 

B._____ hatte somit die mit der Zugehörigkeit zum Verwaltungsrat einhergehen-

den, gesetzlichen und statutarischen Kompetenzen, weshalb er als Geschäftsfüh-

rer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren ist. 

2.4. Die Vorinstanz hat weiter zutreffend erwogen, dass aufgrund der konkreten 

Umstände auch zu schliessen ist, dass der Beschuldigte B._____ um seine Position 

als geschäftsführender Verwaltungsrat wusste und diese auch wollte. Dies ist un-

strittig und offensichtlich. Wie oben unter "Vorbemerkungen" ausgeführt, war 

B._____ während vielen Jahren in zahlreichen – miteinander verbundenen – Ge-

sellschaften als Verwaltungsrat bzw. Verwaltungsratspräsident oder faktisch tat-

sächlich tätig, insbesondere bei den Gesellschaften, welche die fraglichen Bilder 

von der G._____ AG kauften bzw. dann weiter verkauften (P._____ AG, J._____ 

AG, K._____ AG, F2._____ AG [früher F2''._____ AG, F2'._____ AG], H._____ AG, 

I._____ AG, D._____ AG) und verfügte über langjährige Geschäftsführererfahrung. 

Er bezeichnete sich selber, wie erwähnt, als treibende Kraft bzw. dominierende Per-

sönlichkeit der F2._____ AG. Er und C._____ waren sodann die einzigen Anwe-

senden anlässlich der Verwaltungsratssitzung vom 20. April 2017 und beide unter-

zeichneten den fraglichen Kaufvertrag.

3. Pflichtverletzung

3.1. Die Vorinstanz hat die gesellschaftsrechtlichen Sorgfalts- und Treuepflichten 

des Verwaltungsrates unter Hinweis auf Lehre und Rechtsprechung sorgfältig und 

umfassend zusammengefasst, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen zu 

verweisen ist (Urk. 66 S. 35-37). Zusammenfassend ist hervorzuheben, dass 

B._____ als Verwaltungsrat die Pflicht hatte, die F2._____ AG in finanzieller Hin-

sicht zu führen und zu überwachen, wozu auch der Erhalt des Vermögens der Ge-

sellschaft gehörte. Es traf ihn somit gegenüber der F2._____ AG eine Vermögens-

fürsorgepflicht, d.h. er hatte das vorhandene Vermögen der F2._____ AG zu wah-

ren und geschäftsmässig unbegründeten Aufwand zu vermeiden. Tätigkeiten, die 

sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung bewegen, sind nicht 

-   30   -

tatbestandsmässig, auch wenn die geschäftlichen Dispositionen zu einem Verlust 

führen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Geschäfts-

führer in derselben Situation nicht eingehen würde. Es ist daher in einem solchen 

Fall ex ante – also in einer Beurteilung aus früherer Sicht, also einer Betrachtung 

von der Ausgangssituation her – zu bestimmen, ob die eingegangenen Risiken den 

getroffenen Vereinbarungen oder Weisungen des Auftraggebers zuwiderlaufen 

(BGE 142 IV 346 E. 3.2 m.H.).

3.2. Die Anklage wirft dem Beschuldigten B._____ wie oben näher ausgeführt 

vor, als Verwaltungsrat der F2._____ AG seine Pflichten verletzt zu haben, indem 

er mit dem Vertrag vom 21. April 2017 ihre Beteiligung an der F1._____ AG und 

ihre Darlehensforderung gegenüber der F1._____ AG ohne äquivalente Gegenleis-

tung an die H._____ AG verkauft habe. B._____ bestreitet dies und macht, wie 

bereits erwähnt, geltend, die Darlehensforderung sei infolge der Konkurseröffnung 

gegen die F1._____ AG wertlos geworden. Die der F1._____ AG gehörenden Bil-

der wären im Konkurs zu einem viel zu geringen Preis versteigert worden und es 

hätte eine Nachlassdividende von gegen 0 % gedroht. Der Kaufvertrag mit der 

H._____ AG sei gegenteils abgeschlossen worden, um die Situation der Aktionäre 

und Gläubiger der F2._____ AG zu verbessern. Ohne diesen Vertrag hätte gar 

keine Chance bestanden, noch irgendetwas für die Gläubiger zu erreichen. Es sei 

nichts verschenkt worden. Nur wenn der Konkurs der F1._____ AG widerrufen wor-

den wäre oder der Bilderbestand der F1._____ AG durch die H._____ AG über-

nommen worden wäre, hätten – so sinngemäss – die Bilder noch einen Wert ge-

habt. Für diesen Fall sei der F2._____ AG eine Gewinnbeteiligung von 50 % ein-

geräumt worden. B._____ räumte zwar ein, dass der Konkurswiderruf der F1._____ 

AG für die F2._____ AG letztlich zwar zu spät gekommen sei, als dass sie von der 

Gewinnbeteiligung noch hätte profitieren können. Dies sei jedoch auf das Verhalten 

der G._____ AG zurückzuführen, welche den Konkurswiderruf um Jahre verzögert 

habe (Urk. 50501002 ff., Urk. 50501011; vgl. auch Urk. 50201010 F/A 82, Urk. 45, 

47 und 49, Prot. II S. 32 ff.). 

3.3. Die Argumentation von B._____ erscheint auf den ersten Blick einleuchtend, 

entspricht es doch der Erfahrung, dass Verwertungen von Aktiven im Konkursver-

-   31   -

fahren in der Regel tiefere Verkaufserlöse erzielen. Er macht denn auch zutreffend 

geltend, dass ihm der zuständige Konkursbeamte des Konkursamtes Zug ein Kauf-

angebot für die Bilder im Betrag von CHF 3'000.– weitergeleitet hatte (vgl. 

Urk. 50501031). Es ist auch belegt, dass vom Konkursamt eine nicht öffentliche 

Versteigerung geplant war (vgl. Urk. 72/2). Es ist allerdings unbestritten, dass diese 

dann auf Intervention hin nicht stattfand. Von daher erscheint es grundsätzlich plau-

sibel, dass man Aktivitäten unternahm, um den Konkurs der F1._____ AG zu wi-

derrufen oder den Bilderbestand aus der F1._____ AG aus dem Konkurs zu über-

nehmen. Aufgrund der gesamten Umstände ist indessen davon auszugehen, dass 

B._____ lediglich im Interesse Dritter bzw. der Aktionäre handelte und nicht im In-

teresse der F2._____ AG.

3.4.1. Keiner näheren Begründung bedarf, dass die F2._____ AG mit dem Verkauf 

ihrer Beteiligung an der F1._____ AG sowie ihrer Darlehensforderung gegenüber 

der F1._____ AG im Betrag von CHF 2'500'000.– ihre wesentlichen Aktiven ver-

äusserte und zwar – je nach weiterem Verlauf des Geschehens – allenfalls für einen 

symbolischen Franken. Dies ist unbestritten und belegt. Neben diesen Aktiven ver-

fügte die F2._____ AG per 31. Dezember 2016 noch über Kontokorrentkredite von 

insgesamt rund CHF 300'000.– und einer weiteren Beteiligung an einer anderen 

Gesellschaft im Betrag von CHF 100'000.–. Die veräusserten Werte beliefen sich 

demnach wertmässig auf rund 85 % der gesamten Aktiven.

3.4.2. Weiter ist festzuhalten, dass die Darlehensforderung der F2._____ AG über 

CHF 2'500'000.– rund 83 % der im Konkurs der F1._____ AG kollozierten Forde-

rungen entsprach und die F2._____ AG demnach eine Konkursdividende in etwa 

dieser Grösse zu erwarten gehabt hätte. Wie oben ausgeführt, wurden im Konkurs 

der F1._____ AG neben der Forderung der G._____ AG über CHF 532'987.40 nur 

noch zwei Forderungen über insgesamt rund CHF 2'000.– (M._____ und N._____) 

angemeldet und zugelassen (Urk. 40501400).

3.4.3. Die in Konkurs gegangene F1._____ AG verfügte als wesentliches Aktivum 

über rund 1'000 Bilder (Kunstgegenstände). In ihrer Bilanz per 31. Dezember 2016 

wies sie den Wert dieser Bilder mit CHF 3'100'000.– aus. Gemäss Strafanzeige der 

G._____ AG, welche diese Bilder ursprünglich verkauft hatte, handelt es sich um 

-   32   -

Bilder meist unbekannter Künstler, doch möglicherweise teils hohen Wertes, "da 

von kunsthistorisch bedeutenden Malern wie Renoir, Ernst, Dalí, Klee, Bill, Pollock, 

Miró etc." (Urk 20301001). Wie oben unter "Vorbemerkungen" ausgeführt, kaufte 

die P._____ AG, bei welcher B._____ Verwaltungsrat war, im Jahre 2007 die Bilder 

von der G._____ AG zu einem Verkaufspreis von CHF 900'000.– ab und sind die 

Vertragsparteien auch nach Nachverhandlungen in der Vereinbarung vom Mai/Juni 

2016 noch von einem Wert der Bilder im Bereich von rund CHF 850'000.00 

(Fr. 270'000.– plus CHF 102'000.– plus CHF 500'000.– [inkl. Zinsen etc.]) ausge-

gangen (Urk. 20301012-13). Zu beachten ist, dass es sich dabei um einen Pau-

schalpreis für sämtliche Bilder handelte. Es kann davon ausgegangen werden, 

dass im Einzelverkauf weitaus höhere Erlöse erzielt werden können, auch unter 

Berücksichtigung zusätzlicher Kosten (Expertisen etc.). Weiter ist darauf hinzuwei-

sen, dass gemäss Ziffer 5 der erwähnten Vereinbarung vom Mai/Juni 2016 zur Si-

cherung der ausstehenden Restkaufpreissumme von CHF 500'000.– zwei Bilder 

der F1._____ (Nr. 2 und Nr. 3) treuhänderisch bei Rechtsanwalt V._____ hinterlegt 

werden sollen, was ein weiterer Hinweis darauf ist, dass Bilder mit hohem Wert im 

Bilderbestand waren. Ferner wurde Vormerk genommen, dass die Bilder bei einer 

namhaften Versicherungsgesellschaft für CHF 6 Mio. versichert sind und die Prä-

mien bis zur (vorgesehenen) Begleichung des Verkaufspreises (31. Dezember 

2016) bereits bezahlen wurden (Urk. 20301013). Hinzu kommt, dass B._____ be-

tonte, dass bei der F2._____ AG und F1._____ AG alles richtig bilanziert worden 

sei. Es muss also davon ausgegangen werden, dass bei diesen CHF 3'100'000.– 

in der Bilanz – ein auf einer eigenen Schätzung basierender, summierter Wert bei 

einem Einzelverkauf der Bilder (Prot. II S. 25, 38) – ein realistischer Wert angenom-

men wurde. All diese Umstände stellen Indizien dafür dar, dass entgegen dem Vor-

bringen des Beschuldigten B._____ (vgl. Prot. II S. 32) die Bilder im Zeitpunkt vom 

21. April 2017 auch in einer Versteigerung in einem Konkursverfahren einen höhe-

ren Marktwert hatten und für diese Bilder bei einem Freihandverkauf oder in einer 

öffentlichen Versteigerung durchaus ein Verkaufserlös von zumindest mehreren 

hunderttausend Franken hätte erzielt werden können. Es besteht letztlich kein 

Grund zur Annahme, dass Bilder/Kunstgegenstände mit einem derart hohen (bilan-

zierten) Wert von über CHF 3 Mio. aufgrund eines Konkurses der Eigentümerin 

-   33   -

plötzlich völlig wertlos geworden sein sollen. Dass dem Konkursamt ein Pauschal-

angebot für die Bilder in der Höhe von CHF 4'000.– eingereicht wurde 

(Urk. 20301017), ändert daran nichts. Mit der Vorinstanz ist zu betonen, dass keine 

besondere Dringlichkeit bestand, die Bilder zu verkaufen, da diese keinem Wert-

zerfall unterlagen, sondern mit zunehmendem Alter eher noch an Wert gewonnen 

hätten. Es hätte somit ausreichend Zeit in die Suche nach einem geeigneten Kauf-

interessenten investiert werden können. Darüber hinaus handelt es sich beim An-

gebot im Rahmen des Konkursverfahrens um eine nachträgliche Wertbeurteilung. 

Massgebend ist jedoch eine ex ante Beurteilung des Wertes der Bilder im Zeitpunkt 

des Vertragsschlusses am 21. April 2017 (vgl. BGE 142 IV 346 E. 3.2). Die Chan-

cen auf einen auch in Anbetracht der Konkurssituation durchaus lohnenden Ver-

kaufspreis, jedenfalls einen weit höheren, über den von B._____ genannten 

CHF 10'000.– liegenden Wert, waren somit auch in zeitlicher Hinsicht intakt (vgl. 

Urk. 66 S. 42 f.). Vor dem Hintergrund, dass die Bilder auch nach Einordnung von 

B._____ (und der F1._____ AG) bei einem Einzelverkauf und entsprechenden Vor-

bereitungen (Expertisen etc.) einen Wert von rund CHF 3'100'000.– aufwiesen, er-

scheint mit der Vorinstanz ein potentieller Verkaufserlös in der Grössenordnung 

des erst kurz zuvor neu verhandelten Pauschalpreises von CHF 850'000.– nicht 

abwegig. Zumindest musste ernsthaft mit einem Verkaufserlös von einigen hun-

derttausend Franken und einer Konkursdividende von rund 83 % an diesem Erlös 

gerechnet werden. Es ist dabei nochmals daran zu erinnern, dass der Beschuldigte 

B._____ die ergänzende Vereinbarung mit einer Nachverhandlung des Verkaufs-

preises von CHF 850'000.– im Mai/Juni 2016 – d.h. nur rund zehn Monate bevor 

die Bilder zusammen mit der Darlehensforderung für CHF 1.– verkauft wurden – 

unterzeichnet hatte und um diesen Wert wusste (Urk. 20301012 bis 20301013). Die 

Darstellung von B._____, wonach im Konkurs mit einem Totalausfall für die 

F2._____ AG zu rechnen gewesen wäre, erscheint daher letztlich unbegründet und 

nicht überzeugend. Es durfte und musste davon ausgegangen werden, dass auch 

im Konkursverfahren, etwa im Rahmen einer öffentlichen Versteigerung, ein Erlös 

im sechsstelligen Bereich resultieren würde. Vor diesem Hintergrund überzeugen 

auch die Ausführungen der amtlichen Verteidigung, wonach die Bilder bis heute 

nicht verkauft werden konnten und daher wertlos seien, nicht (Urk. 92 Rz. 21 ff.). 

-   34   -

Einerseits sind keine Anzeichen betreffend Verkaufsbemühungen seitens der jetzi-

gen Besitzerin – der F1._____ AG – bzw. B._____ vorhanden und andererseits 

erstaunt es nicht, dass die Bilder (noch) nicht verkauft wurden, ist doch die Frage 

der Werthaltigkeit der Bilder im vorliegenden Verfahren zentral. 

3.4.4. Zusammenfassend war daher auch in einer Betrachtung von der damaligen 

Ausgangssituation im April 2017 her (ex ante) nicht davon auszugehen, dass die 

Bilder aufgrund der Konkurssituation einen Wert von gegen Null hatten, wie dies 

der Beschuldigte B._____ vorbringt. Er wusste um diese Umstände und musste 

daher in Betracht ziehen, dass eine Konkursdividende von rund 83 % am Erlös der 

Bilder im Umfang von mehreren hunderttausend Franken als nicht unrealistisch er-

scheint. 

3.4.5. Der Beschuldigte B._____ hat denn auch betont, dass "Krieg" zwischen ihm 

bzw. seiner Familie und den Herren V._____/AA._____ (G._____ AG) geherrscht 

habe. Er habe vor allem verhindern wollen, dass die G._____ AG – welcher die 

"F1._____" immerhin noch über CHF 500'000.– für die Bilder schuldete – die Bilder 

günstig erwerben könne (Urk. 50501007 und 50501009; Prot. II S. 42). Es ging ihm 

offensichtlich darum, dass die Bilder weiterhin im Besitz der Aktionäre der H._____ 

AG bzw. I._____ AG – deren Aktionäre "die gleichen waren" (Urk. 50501010) –, 

also im Familienbesitz der A._____B._____s bleibt (Urk. 50201004 F/A 17) und die 

Gläubiger bzw. die G._____ AG weitgehend leer ausgehen. Dies ergibt sich umge-

kehrt daraus, dass in keiner Weise nachvollziehbar ist, weshalb seitens der 

F2._____ AG die gesamte Beteiligung an der F1._____ AG und die gesamte Dar-

lehensforderung im Umfang von CHF 2'500'000.– für einen symbolischen Franken 

an die H._____ AG verkauft wurde. Dafür bestand nun jedenfalls keine Notwendig-

keit. Aus Sicht der F2._____ AG hätte es genügt, der H._____ AG beispielsweise 

lediglich die Beteiligung an der F1._____ AG zu verkaufen. Dadurch hätte die 

H._____ AG in den Besitz der F1._____ AG kommen können und genügend Inter-

esse gehabt, einen Widerruf des Konkurses zu erreichen. Gleichermassen hätte es 

genügt, nur einen Teil der Darlehensforderung abzutreten. Es ist dabei daran zu 

erinnern, dass die I._____ AG der G._____ AG letztlich CHF 100'000.– zahlte, da-

mit diese im Konkurs auf ihre Forderung von rund CHF 500'000.– verzichtete und 

-   35   -

so der Konkurs widerrufen werden konnte (anzufügen ist, dass dieser 20-prozen-

tige Anteil der Forderung in etwa der Konkursdividende der G._____ AG entspro-

chen hätte). Die entschädigungslose Abtretung der gesamten Beteiligung sowie der 

Darlehensforderung an die – im Besitz der Familie A._____B._____ stehenden – 

H._____ AG entsprach sodann dem Interesse des Beschuldigten B._____, da sich 

die F2._____ AG in einer angespannten Liquiditätssituation befand 

(Urk. 40701059). Am tt. mm. 2017 wurde denn auch der Konkurs über die F2._____ 

AG eröffnet (Urk. 40501239 ff.). 

3.4.6. B._____ hat diesen Verkauf der Beteiligung und der Darlehensforderung für 

CHF 1.– an die H._____ AG damit begründet, dass die F2._____ AG finanziell nicht 

in der Lage gewesen sei, den Widerruf des Konkurses über die F1._____ AG her-

beizuführen. Die von B._____ vorgebrachte Begründung überzeugt nicht, hat er 

doch selber ausgeführt, die Darlehensforderung sei später von der H._____ AG an 

die I._____ AG abgetreten worden, da die H._____ AG den Konkurswiderruf der 

F1._____ AG finanziell nicht habe stemmen können (Urk. 50501010; Prot. II S. 31 

f.). Die Staatsanwaltschaft macht zurecht geltend, dass diese Begründung nicht 

einleuchtet (Urk. 44 S. 8). Es ist vom Beschuldigten B._____ nicht nachvollziehbar 

gemacht worden, weshalb die Darlehensforderung zunächst aus finanziellen Grün-

den auf die H._____ AG übertragen und dann wiederum aus finanziellen Gründen 

an die I._____ AG abgetreten worden sein soll. Konkret hätte es der H._____ AG 

zunächst noch möglich gewesen sein müssen, die G._____ AG als Hauptgläubige-

rin mit einer Forderung von rund CHF 530'000.– auszubezahlen bzw. zumindest 

ein lukratives Angebot machen zu können und später soll dies dann nicht mehr 

möglich gewesen sein. Eine Begründung hierfür wurde nicht angebracht. Dass sich 

die finanzielle Situation der H._____ AG zwischen dem Darlehenskauf von der 

F2._____ AG am 21. April 2017 und der Abtretung an die I._____ AG am 8. Januar 

2019 massiv verschlechtert haben soll, hat B._____ auch nicht geltend gemacht 

und solches ist auch nicht ersichtlich. Anzufügen ist ohnehin, dass das Vorbringen 

von B._____, diese oder jene in seinem Besitz stehende Gesellschaft hätte dies 

stemmen können, jeweils unsubstantiiert und losgelöst von Tatsachen vorgebracht 

worden ist und undurchschaubar bleibt. Gleiches gilt für seine pauschalen Vorbrin-

gen, die Gesellschaft stehe im "Besitz der Familie" oder er verweise zur Frage, wer 

-   36   -

Aktionär der F2._____ AG sei auf das Aktienbuch, welches allerdings nicht vorliegt. 

Es ist mit anderen Worten nicht transparent, woher die CHF 100'000.– kamen, mit 

welchen die G._____ AG letztlich ausgekauft wurde. Mit der Vorinstanz ist zu 

schliessen, dass die Behauptung, die Darlehensforderung gegenüber der F1._____ 

AG sei nur deshalb an die H._____ AG verkauft worden, um ausreichend Mittel für 

einen Konkurswiderruf zur Verfügung zu stellen, als insgesamt unglaubhaft er-

scheint (Urk. 66 S. 45). Auch dies ist ein Indiz dafür, dass es B._____ letztlich 

darum ging, den Zugriff auf die im Eigentum der F1._____ AG stehenden Bilder zu 

sichern, waren ihm als Verwaltungsrat der F2._____ AG doch deren finanziellen 

Schwierigkeiten bereits bekannt.

3.4.7. Gemäss Anklagevorwurf kann die zusätzlich vereinbarte 50%-Beteiligung 

am Erlös aus einem allfälligen Verkauf der Bilder nicht ernsthaft als äquivalente 

Gegenleistung angesehen werden (Urk. 44 S. 6). Vorab ist zu sehen, dass die Bil-

der im Eigentum der F1._____ AG waren und die H._____ AG von daher eigentlich 

nicht in der Lage gewesen wäre, die Bilder zu verkaufen und den Erlös zu behalten. 

Wäre weder der Widerruf des Konkurses der F1._____ AG noch eine Übernahme 

des Bilderbestandes aus dem Konkurs möglich gewesen, hätte die H._____ AG 

sodann gemäss Vertrag (Urk. 5020107) ohne weitere Verpflichtung schlicht mit der 

Darlehensforderung eine Konkursdividende von rund 83 % einziehen können. Die 

fragliche Klausel war aufgrund ihrer Formulierung "H._____ AG versucht alles …" 

vor Gericht ohnehin praktisch nicht durchsetzbar. Die H._____ AG verpflichtete sich 

im Kaufvertrag vom 21. April 2017 lediglich dazu, alles zu versuchen, um den Kon-

kurs der F1._____ AG zu widerrufen oder den Bilderbestand der F1._____ AG aus 

dem Konkurs zu übernehmen. Konkrete Schritte wurden nicht vereinbart. Dabei ist 

sich vor Augen zu halten, dass die F2._____ AG bereits einen Tag vor dem Verkauf 

der Darlehensforderung beschloss, die Bilanz nach dem 30. Juni 2017 zu deponie-

ren, sollten sich bis zu diesem Zeitpunkt keine Lösungen ergeben, respektive kein 

neues Kapital zu Verfügung gestellt werden (Urk. 5020106). Der Umstand, dass 

die F2._____ AG bereits vor Verkauf der Darlehensforderung die Deponierung der 

Bilanz in Kürze beschloss, ist ein deutliches Indiz dafür, dass B._____ sich selbst 

sowie den ihm nahestehenden Gesellschaften einen Vorteil verschaffen, zum 

Nachteil der Gläubiger Substrat entziehen und sich letztlich den Zugriff auf die Bil-

-   37   -

der der F1._____ AG sichern wollte. B._____ bringt weiter vor, der Verwaltungsrat 

der F2._____ AG sei damals davon ausgegangen, die F2._____ AG werde zeitnah 

Millionenbeträge von AB._____ erhalten, was sich dann aber nicht verwirklicht 

habe (Urk. 40 S. 5; Urk. 92 Rz. 11 ff.; Prot. II S. 22, 26, 28, 34 ff., 39 f., 43). Als 

sorgfältiger Geschäftsführer hätte sich B._____ nicht vom Auftreten von AB._____ 

blenden lassen, sich blind auf eine Schuldanerkennung verlassen und ohne Prü-

fung von dessen Bonität damit rechnen dürfen, dass von diesem ein Darlehen in 

Millionenhöhe eingehen würde. Dies nur schon deshalb, weil in keiner Weise er-

sichtlich ist und auch nicht plausibel gemacht wurde, weshalb der F2._____ AG 

seitens AB._____ Millionenbeträge zur Verfügung gestellt werden sollten und ins-

besondere keinerlei schriftliche Unterlagen – sei es auch nur ein E-Mail oder ähnli-

ches – oder sonstige Hinweise hierfür vorgelegt wurden (vgl. Prot. II S. 30, 43, 55, 

59 f.). B._____ selbst sagte anlässlich der Berufungsverhandlung zu seinem dies-

bezüglichen Verhalten als Geschäftsführer: "Naiv ist nur der Vorname" (Prot. II 

S. 43). Er handelte somit weder sorgfältig noch pflichtbewusst.

Die Vorinstanz hat sodann überzeugend herausgearbeitet, dass B._____ 

schon bei Abschluss des Kaufvertrags im April 2017 mit der H._____ AG klar ge-

wesen sein muss, dass die F2._____ AG nicht mehr von der hälftigen Gewinnbe-

teiligung würde profitieren können bzw. die F2._____ AG den Verkauf der Bilder 

nicht mehr bzw. nicht mehr vor ihrem absehbaren Konkurs erleben würde. Es ist 

nochmals daran zu erinnern, dass zu diesem Zeitpunkt bereits diverse Betreibun-

gen in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken gegen die F2._____ AG 

im Gang waren (Urk. 30101089 sowie Urk. 30101021) und gleichzeitig mit dem Be-

schluss des Verkaufs der Darlehensforderung anlässlich der Verwaltungsratssit-

zung vom 20. April 2017 beschlossen wurde, die Bilanz nach dem 30. Juni 2017 zu 

deponieren. Bereits im Anhang zur Jahresrechnung 2016 hatte der Verwaltungsrat 

die angespannte Liquiditätssituation festgehalten (Urk. 40701059). Die finanziellen 

Schwierigkeiten der F2._____ AG waren dem Verwaltungsrat bekannt und offen-

sichtlich. Im Kollokationsplan wurden in der Folge Forderungen der 3. Klasse von 

insgesamt CHF 1'422'864.15 angemeldet und zugelassen, wobei im Konkursinven-

tar für Aktiven ein geschätzter Wert von CHF 0.– aufgeführt gewesen war 

(Urk. 40501377 ff., Urk. 40501384). Wie oben unter "Vorbemerkungen" erwogen, 

-   38   -

befand man sich sodann bereits seit Jahren immer wieder in Verhandlungen mit 

der G._____ AG bzw. deren vormaligen Inhabern über Neuverhandlungen des 

Kaufpreises der Bilder und Zahlungsmodalitäten, aufgelaufenen Verzugszinsen 

etc. Nachdem sich die G._____ AG dazu entschlossen hatte, die F1._____ AG in-

folge Zahlungsverzug in den Konkurs zu treiben, war jedenfalls eine schnelle Eini-

gung mit einem Widerruf des Konkurses nicht anzunehmen. Weiter musste gerade 

dem Beschuldigten B._____ klar sein, dass der Verkauf von rund 1000 Bildern etwa 

in einer öffentlichen Versteigerung viel Zeit beanspruchen werde. Es war somit klar, 

dass bei der F2._____ AG jedenfalls nicht zeitgerecht vor dem Konkurs mit einem 

Eingang von einem 50%-Erlösanteil aus dem Verkauf der Bilder zu rechnen war. 

Dass der Beschuldigte B._____ nicht ernsthaft mit einem Erlös aus dem Verkauf 

der Bilder rechnete, ergibt sich auch daraus, dass er nach Hinweis auf die Straffol-

gen einer unvollständigen oder unrichtigen Vermögensangabe am 17. Juli 2018 un-

terschriftlich anerkannte, dass das Konkursinventar der F2._____ AG vollständig 

und richtig sei (Urk. 40501390). Dabei war im Konkursinventar unter dem Titel 

Wertschriften, Guthaben und sonstige Ansprüche der F2._____ AG ein geschätzter 

Wert von CHF 0.– aufgeführt (Urk. 40501384), was aufzeigt, dass er nicht von An-

sprüchen der F2._____ AG aus dem Verkauf der Bilder der F1._____ AG ausging. 

Verdeutlicht wird dies dann noch durch die nachfolgende, entschädigungslose Ab-

tretung der Darlehensforderung an die I._____ AG. B._____ gab zu, dass die 

H._____ AG der I._____ AG bei der Abtretung keine Gegenleistung erbracht habe, 

was aber – so B._____ – keine Nachteile mit sich gebracht habe, da die Aktionäre 

der beiden Gesellschaften die gleichen waren. Beide standen demnach nämlich im 

Besitz der "Familie A._____B._____" (Urk. 50501010 und 50201004 F/A 17). Wie 

oben erstellt, ist dabei davon auszugehen, dass die I._____ AG gemäss der Abtre-

tung der Darlehensforderung über CHF 2'500'000.– von der H._____ AG an sie 

keine Verpflichtung hatte, die F2._____ AG an einem allfälligen Gewinn aus dem 

Bilderverkauf zu beteiligen oder sich auch nur für einen solchen einzusetzen. Diese 

vertragliche Pflicht blieb bei der H._____ AG, welche allerdings – wie die Vorinstanz 

zutreffend erwog (Urk. 66 S. 48) – gar keinen Anreiz mehr hatte, sich im Interesse 

der F2._____ AG für einen erfolgreichen Bilderverkauf einzusetzen. Der zum Besitz 

der "Familie" gehörenden I._____ AG wurde demnach ohne ersichtlichen Grund 

-   39   -

ein erheblicher finanzieller Vorteil verschafft. Damit wird offensichtlich, dass es dem 

Beschuldigten B._____ beim Verkauf der Darlehensforderung von CHF 2.5 Mio. für 

CHF 1.– an die H._____ AG nie darum ging, der F2._____ AG ein höheres Haf-

tungssubstrat zu verschaffen, sondern dass die Bilder – in seinem Interesse bzw. 

der Aktionäre bzw. von Dritten – in ihrem Besitz bleiben. Dabei ist davon auszuge-

hen, dass B._____ einen bestimmenden Einfluss innerhalb der H._____ AG und 

der I._____ AG hatte, hat er doch jeweils in ihrem Namen die Forderungen im Kon-

kurs angemeldet bzw. das Konkursamt informiert und sich selber als treibende Kraft 

bezeichnet (Urk. 50201018 und Urk. 50201020). 

3.4.8. Der Beschuldigte B._____ lässt vor allem einwenden, dass die Bilanz der 

F2._____ AG per 31. Dezember 2016 auf der Passivseite Rückstellungen im Um-

fang von CHF 1.5 Mio. ausgewiesen habe (Urk. 40701053, Urk. 47 Rz. 27, Urk. 92 

Rz. 8). Im Revisionsbericht vom 28. Februar 2017 zur Jahresrechnung 2016 habe 

die AC._____ AG festgehalten, die Bilanzaktivposition "Finanzanlagen", welche un-

ter anderem die Darlehensforderung gegenüber der F1._____ AG umfasste, sei 

überbewertet und die hierfür getätigten Rückstellungen seien ungenügend (Urk. 47 

Rz. 27, Urk. 40701053, Urk. 92 Rz. 8). Die Vorinstanz hat dazu grundsätzlich zu-

treffend erwogen, dass aus dem Revisionsbericht nicht hervorgehe, dass die Dar-

lehensforderung vollkommen wertlos gewesen wäre. Dieser sei lediglich dahinge-

hend zu verstehen, dass die Position "Finanzanlagen" ["CHF 3.003.918.49" per 

31.12.16; Urk. 40701054] – soweit sie nicht durch die Rückstellungen von 

CHF 1.5 Mio. gedeckt war – aus Sicht der Revisionsstelle einer Wertberichtigung 

bedurfte. Im Bericht der AC._____ vom 28. Februar 2017 heisst es dazu: "Die dafür 

vorgesehene Rückstellung von CHF 1,5 Mio. erachten wird als ungenügend. Dem-

nach wären die Finanzanlagen in einem Betrag von rund CHF 1,5 Mio. überbewer-

tet; entsprechend wären das Ergebnis sowie das Eigenkapital in erheblichem Aus-

mass zu günstig ausgewiesen" (Urk. 40701054). Es ist daher vorab mit der Vorin-

stanz festzuhalten, dass sich der Revisionsbericht nicht über den Umfang dersel-

ben äussert und sich jedenfalls aus diesem Bericht nicht ableiten lässt, dass die 

Position im Betrag von CHF 1.5 Mio. vollständig wertberichtigt werden müsste. Die 

Verteidigung des Beschuldigten B._____ hat nun mit der Berufungserklärung eine 

Stellungnahme bzw. Präzisierung der AC._____ AG vom 11. November 2022 zu 

-   40   -

diesem Bericht eingereicht (Urk. 72/1). Darin teilt diese nun mit, mit dieser oben 

angeführten Bezeichnung gemeint zu haben, dass der verbleibende Wert von netto 

CHF 1.5 Mio. viel zu hoch angesetzt sei und "aufgrund des negativen Eigenkapitals 

[…] wertlos" sei (Urk. 72/1 S. 2). Es erstaunt vorab, dass aus der "ungenügenden 
Rückstellung" nunmehr plötzlich ganz klar eine wertlose Beteiligung wird. Es ist 
nicht einsichtig, weshalb die AC._____ AG dies, wenn es so gemeint gewesen 

wäre, nicht auch klar zum Ausdruck gebracht hätte. Dies schon deshalb, weil bei 

einer solchen Betrachtungsweise die F2._____ AG überschuldet gewesen wäre 

und unmittelbar entsprechende Massnahmen hätten getroffen werden müssen, wie 

sie dies denn auch anmerkt. Entscheidend ist aber ohnehin, dass gemäss schwei-

zerischen Bilanzierungsvorschriften die Werte in der Bilanz vorsichtig zu bilanzie-

ren sind und es wäre nicht zu beanstanden gewesen, wenn die F2._____ AG dem 

nachgekommen wäre. Mit dieser Stellungnahme/Präzisierung der AC._____ AG ist 

indessen nicht gesagt, von was für einem Liquidationswert der Bilder ausgegangen 

werden durfte. Die AC._____ AG erläutert dies selber denn auch relativierend in 

ihrer Stellungnahme/Präzisierung vom November 2022, wonach ihre "sehr konser-

vative Betrachtung" auf der Tatsache beruhe, dass ihnen (der AC._____ AG) "kei-
nerlei Informationen bezüglich des Hauptaktivums in der Bilanz der Tochter-
gesellschaft, dem Bilderbestand in der Höhe CHF 3.1 Mio. vorlagen". Dieser 
Wert sei für sie objektiv nicht überprüfbar gewesen und aus ihrer Sicht zum dama-

ligen Zeitpunkt wertlos (Urk. 72/1 S. 2). Wie oben dargelegt, verfügte der Beschul-

digte B._____ indessen über ganz andere Informationen und Kenntnisse betreffend 

den Wert der Bilder und durfte daher dieses Hauptaktivum als Verwaltungsrat der 

F2._____ AG nicht zum eigenen Vorteil "verschenken".

3.5. Es kann somit einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 66 S. 4 f.) zusammen-

fassend festgehalten werden, dass der Beschuldigte B._____ als Verwaltungsrat 

Kenntnis von der finanziell sehr angespannten Situation bei der F2._____ AG hatte 

und keine ernsthaften Bemühungen unternommen wurden, um diese zu beheben. 

Er veräusserte vielmehr die wesentlichen Aktiven der F2._____ AG ohne äquiva-

lente Gegenleistung an die – der "Familie" A._____B._____ gehörende  – H._____ 

AG für einen symbolischen Betrag von CHF 1.– und für eine jedenfalls in nützlicher 

Frist nicht zufliessende Gewinnbeteiligung, die ohnehin nicht durchsetzbar und 

-   41   -

nicht ernsthaft gemeint war. Dabei musste ihm bewusst sein, dass der Bilderbe-

stand der F1._____ AG, der bei dieser mit einem Wert im Umfang von CHF 3.1 

Millionen als Aktivum bilanziert war, durchaus auch im Rahmen einer öffentlichen 

Versteigerung im Konkursverfahren einen Erlös von einigen hunderttausend Fran-

ken hätte ergeben können, an welchem er mit einer Konkursdividende von rund 

83 % partizipiert hätte. Dadurch entzog er in seiner Funktion als geschäftsführender 

Verwaltungsrat der F2._____ AG die wesentlichen Aktiven ohne – zumindest innert 

nützlicher Zeit – äquivalente Gegenleistung und förderte so den Untergang bzw. 

den Konkurs der F2._____ AG. Dadurch hat der Beschuldigte B._____ in klarer 

Weise gegen die ihm als Verwaltungsrat obliegende (Vermögens-)Fürsorgepflicht 

verstossen (vgl. auch BGE 97 IV 14).

4. Vermögensschaden

Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung erfordert als Verletzungsde-

likt einen Vermögensschaden. Ob ein solcher vorliegt, beurteilt sich nach densel-

ben Massstäben wie beim Tatbestand des Betrugs. Ein Vermögensschaden liegt 

nach der Rechtsprechung vor bei tatsächlicher Schädigung durch Verminderung 

der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder 

Nicht-Vermehrung der Aktiven. Ein Schaden kann in einer unterbliebenen Vermö-

gensmehrung in Form eines entgangenen Gewinns liegen, sofern die Gewinnaus-

sichten hinreichend konkret sind und entsprechend einen Vermögenswert aufwei-

sen. Es ist nicht erforderlich, dass der Schaden der Bereicherung des Urhebers 

entspricht. Ebenso wenig muss er beziffert werden. Es genügt, wenn er sicher ist 

(BGE 142 IV 346 E. 3.2; 129 IV 124 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_140/2020 

vom 3. Juni 2021 E. 3.3.2 m.H.; je mit Hinweisen). Die blosse Gefährdung des Ver-

mögens in einem Masse, welches dieses in seinem wirtschaftlichen Wert vermin-

dert erscheinen lässt, reicht aus (BGE 121 IV 107). Zum Vermögen, welches ge-

schädigt wird, gehören alle vermögenswerten Interessen des Geschäftsherrn (vor-

liegend der F2._____ AG). Nach der Rechtsprechung genügt als Vermögensscha-

den auch ein bloss vorübergehender Schaden (Urteil des Bundesgerichts 

6B_520/2020 vom 10. März 2021 E. 11.5). Zwischen der Verletzung der Treue-

-   42   -

pflicht und dem Vermögensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_422/2020 vom 9. Juni 2020 E. 2.1.4).

Wie vorstehend erwogen, überzeugt das Vorbringen der amtlichen Verteidigung 

des Beschuldigten B._____, die Bilder hätten keinen Wert gehabt, da sie nicht ver-

kauft werden konnten (vgl. Urk. 92 Rz. 21 ff.), nicht, da keine Anzeichen für eine 

Verkaufsabsicht seitens der F1._____ AG bzw. B._____ vorliegen (vgl. 

E. IV.A.3.4.3.). Entgegen der Staatsanwaltschaft kann jedoch vorliegend nicht von 

einem Schaden in Höhe der gesamten veräusserten Darlehensforderung von 

CHF 2.5 Mio. ausgegangen werden. Es muss in Rechnung gezogen werden, dass 

im Rahmen einer Veräusserung der Kunstgegenstände im Konkurs nicht der gleich 

hohe Erlös erzielt werden kann, wie bei einer sorgfältigen – mit Gutachten und al-

lenfalls weiteren getroffenen Vorkehrungen begleiteten – Veräusserung in der 

freien Marktwirtschaft bzw. im Einzelverkauf im Kunsthandel. Es entspricht denn 

auch der allgemeinen Lebenserfahrung, dass eine Konkurseröffnung zu einer Wert-

verminderung führt. Entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten B._____, der 

aufgrund des Konkurses sinngemäss von einem Nonvaleur spricht, ist aber wie 

erstellt davon ausgehen, dass die Bilder auch im Konkursverfahren für einige hun-

derttausend Franken hätten verkauft werden können und die F2._____ AG daran 

mit rund 83 % an der Konkursdividende beteiligt gewesen wäre. Es ist von einem 

geschätzten Schaden im Bereich von zumindest rund einigen mehreren hundert-

tausend Franken auszugehen. Es ist daran zu erinnern, dass die I._____ AG der 

G._____ AG als "Auskaufsumme" CHF 100'000.– zahlte, wobei hier wohl aus-

schlaggebend war, dass die I._____ AG mit einer Konkursdividende von rund 83 %, 

die G._____ AG indessen nur mit einer solchen von rund 17 %, am Konkurserlös 

beteiligt gewesen wäre. Der F2._____ AG ist durch die Veräusserung der Darle-

hensforderung – wie auch der Beteiligung – ohne äquivalente Gegenleistung je-

denfalls ein Schaden entstanden. Weiter bringt der Beschuldigte B._____ vor, es 

hätten sich keine Gläubiger der F2._____ AG im Konkurs beteiligt und es gebe im 

vorliegenden Verfahren keine Privatkläger (Prot. II S. 34 f.). Dies ist auf die Forde-

rungsabtretung an die I._____ AG zurückzuführen. Dies und dass die G._____ AG 

– nach Auffassung des Beschuldigten B._____ – "voll befriedigt" wurde (Prot. II 

S. 41), bedeutet jedoch nicht, dass der F2._____ AG nicht zumindest vorüberge-

-   43   -

hender Schaden entstanden ist. Dieser – zumindest vorübergehende – Schaden 

entstand somit als kausale Folge der oben erstellten Pflichtverletzung des Beschul-

digten B._____. Die Vorinstanz kommt zutreffend zum Schluss, dass er es vorzog, 

die F2._____ AG fast zur Gänze auszuhöhlen, anstatt den Ausgang des Konkurs-

verfahrens der F1._____ AG abzuwarten und sich auf die Sicherung des Fortbe-

stands der Gesellschaft zu konzentrieren (Urk. 66 S. 49). 

5. Vorsatz

5.1. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich auf die 

Pflichtwidrigkeit des Handelns oder Unterlassens, die Vermögensschädigung und 

den Kausalzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem 

Schaden beziehen. Eventualvorsatz genügt. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der 
Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber 

dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich 

mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Das Gericht darf vom Wissen 

des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs 

als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzuneh-

men, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. 

Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestands-

mässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern bloss möglich 

war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Beschuldigten um die Möglichkeit 

des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr müs-

sen weitere Umstände hinzukommen (Urteil des Bundesgerichts 6B_910/2019 vom 

15. Juni 2020 E. 2.2.4.1). 

5.2. Der Beschuldigte B._____ hat unter Zustimmung und Kenntnisnahme seiner 

Mitverwaltungsräte C._____ und A._____ den Verkaufsvertrag vom 21. April 2017 

mit Wissen und Willen abgeschlossen.

5.3.1. B._____ war im Zeitpunkt des Abschlusses des Kaufvertrages mit der 

H._____ AG sowohl bei der F2._____ AG (seit 2010) wie auch bei der F1._____ 

AG (seit 2012) im Verwaltungsrat. Bei letzterer waren B._____ und C._____ zudem 

die einzigen Verwaltungsratsmitglieder bzw. soweit ersichtlich überhaupt die einzi-

-   44   -

gen für diese Firma tätigen Personen in bestimmender Funktion. Es ist schon von 

daher und angesichts seiner langjährigen Tätigkeit für die F1._____ AG davon aus-

zugehen, dass B._____ die finanziellen Verhältnisse der 

F1._____ AG bekannt waren. Die Vorinstanz verweist sodann zutreffend darauf 

hin, dass die F1._____ AG im Sinne von Art. 727a OR auf die eingeschränkte Re-

vision verzichtet hat, woraus noch deutlicher geschlossen werden kann, dass die 

Verantwortung für die Jahresrechnung in alleiniger Verantwortung des Verwal-

tungsrats lag und B._____ demnach über die Finanzen der Gesellschaft selbstver-

antwortlich Bescheid wissen musste (Urk. 66 S. 50 in Verbindung mit 

Urk. 50201011). Es ist mithin davon auszugehen, dass B._____ über den Verlauf 

des Konkurses und die darin geltend gemachten Forderungen und die festgestell-

ten Aktiven Bescheid wusste. Dies ergibt sich auch daraus, dass er den Kollokati-

onsplan und das Konkursinventar beim Konkursamt als richtig anerkannte. Er 

wusste also von dem Bilderbestand und dem damaligen Kaufwert gemäss Verein-

barung vom Mai/Juni 2016 und dass die F1._____ AG diese Bilder in ihrer Bilanz 

mit einem Wert von CHF 3.1 Mio. bewertete. Er konnte sich daher auch vorstellen, 

mit welcher Konkursdividende die F2._____ AG voraussichtlich rechnen konnte. 

Hinzu kommt, dass er bereits bei den Vorgängergesellschaften der F1._____ AG 

bezüglich dem Bilderkauf von der G._____ AG als Verwaltungsrat tätig gewesen 

war (P._____ AG, J._____ AG etc.). Aufgrund dieser Umstände ist davon auszu-

gehen, dass er vor dem Hintergrund dieses Wissens den Verkauf der Darlehens-

forderung über CHF 2.5 Mio. gegenüber der F1._____ AG sowie der Beteiligung 

an der F1._____ AG namens der F2._____ AG an die – ebenfalls der "Familie" 

A._____B._____ gehörende – H._____ AG ohne äquivalente Gegenleistung be-

werkstelligte, mithin mit direktem Wissen und Willen handelte. Damit nahm er auch 

einen zumindest vorübergehenden Schaden der F2._____ AG in Kauf.

6. Absicht unrechtmässiger Bereicherung

6.1. Der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung macht sich schuldig, wer 

in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, die ihm durch 

das Gesetz, einen behördlichen Auftrag oder ein Rechtsgeschäft eingeräumte Er-

mächtigung jemanden zu vertreten, missbraucht und dadurch den Vertretenen am 

-   45   -

Vermögen schädigt (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Es genügt die in Kauf genom-

mene Bereicherung bzw. das Erstreben der Bereicherung muss nicht ausschliess-

liches Motiv sein. Eventualabsicht genügt (BGE 142 IV 346 E. 3.2, Urteile des Bun-

desgerichts 6B_644/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.6.2; 6B_776/2016 vom 8. Novem-

ber 2016 E. 2.5.3). Unter Bereicherung versteht man irgendeine wirtschaftliche 

Besserstellung im Sinne des Vermögensbegriffes. Unrechtmässig ist die Bereiche-

rung, wenn sie im Widerspruch zu einer oder mehreren Rechtsnormen steht (vgl. 

ANDREAS DONATSCH-OFK/StGB, Schweizerisches Strafgesetzbuch mit V-StGB-

MStG und JStG, 21. Auflage, Zürich 2022, Art. 158 N 12, Art. 137 N 11 ff. m.H.).

6.2. Die H._____ AG hat, wie erstellt, ohne äquivalente Gegenleistung die Betei-

ligung an der F1._____ AG sowie eine Darlehensforderung gegenüber der 

F1._____ AG über CHF 2.5 Mio. erhalten, die sie im Konkursverfahren der 

F1._____ AG anmelden konnte und dies auch getan hat. Die H._____ AG hat sich 

zwar dazu verpflichtet, alles zu versuchen, um den Konkurs über die F1._____ AG 

zu widerrufen oder den