# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 912bee91-62cc-5e2a-abd6-3cb44506d3e3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 08.06.2017 BO.2016.8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BO-2016-8_2017-06-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BO.2016.8

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 08.06.2017

Entscheiddatum: 08.06.2017

Entscheid Kantonsgericht, 08.06.2017
Art. 56 OR (SR 220): Ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 
liegt vor, wenn ein Hund laut bellt, unerwartet hervorschnellt und seine 
Zähne zeigt, sodass eine Person hierauf stürzt und sich verletzt. Eine 
Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs durch das Verhalten 
der gestürzten Person ist zu verneinen, wenn nicht angenommen werden 
kann, dass sie wegen allenfalls ungeeigneter Schuhe auch dann gestürzt 
wäre, wenn der Hund nicht gebellt hätte. Entlastungsbeweis: Ein aggressiv 
auf Menschen reagierender Hund muss in der Öffentlichkeit besonders 
sorgfältig geführt und beaufsichtigt werden. Es genügt dabei nicht, diesen 
an der Leine zu halten, sodass er zwar sofort kontrolliert werden, aber 
immer noch bei Herannahen von Fussgängern plötzlich hervorschnellen und 
laut bellen kann (Kantonsgericht, III. Zivilkammer, 8. Juni 2017, BO.2016.8).

Sachverhalt (Zusammenfassung):

A. (Klägerin) ging am 6. Dezember 2012 um 07.30 Uhr vom Restaurant S. zur knapp 

100 Meter entfernten Bäckerei T.. Zeitgleich tranken B. (Beklagte) und ihre Freundin C. 

nach dem morgendlichen Spaziergang mit ihren drei Hunden auf dem Podest vor dem 

Eingang der Bäckerei am vordersten Stehtisch Kaffee. Die beiden Hunde von C. waren 

dabei an einem Haken an der Hauswand angeleint. C. hielt den Hund "H." der 

Beklagten an der Leine. Als sie sich, so die Klägerin, dem Eingang der Bäckerei und 

den davor befindlichen Tischen genähert habe, sei der Hund "H." für sie unerwartet laut 

bellend und zähnefletschend hinter einer Reklametafel hervorgeschossen und in ihre 

Richtung gesprungen; darob sei sie erschrocken (teilweise strittig). Die Klägerin stürzte 

und zog sich eine Schulterkontusion links und eine Schambeinastfraktur links zu. Sie 

macht das Verhalten des Hundes für ihren Sturz verantwortlich.

Aus den Erwägungen:

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III.

2.a)    Die natürliche Kausalität besteht aus dem Verhältnis von "Ursache" und "Erfolg". 

Nach der "conditio sine qua non"-Formel ist jeder Umstand dann ursächlich, wenn er 

nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass nicht auch der Erfolg entfiele (Roberto, 

Haftpflichtrecht, Rz. 06.03; Gauch/Schluep/Emmenegger, Schweizerisches 

Obligationenrecht, Allgemeiner Teil Band II, Rz. 2947). Nicht erforderlich ist, dass es 

sich um die einzige oder unmittelbare Schadensursache handelt (BSK OR I-Kessler, 

Art. 41 N 15). Die natürliche Kausalität wird anhand der Adäquanztheorie 

eingeschränkt. Danach ist dann, wenn ein natürlicher Kausalzusammenhang vorliegt, 

zu prüfen, ob die schädigende Handlung nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 

der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, den entstandenen Schaden 

herbeizuführen. Zu beachten ist dabei, dass im Normalfall eine ausserhalb des 

Verantwortungsbereichs des Schädigers liegende Ursache (höhere Gewalt, Selbst- 

oder Drittverschulden) den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Schaden und 

Verhalten des Schädigers selbst dann nicht ohne weiteres zu beseitigen vermag, wenn 

sie ein grösseres Gewicht als die vom Schädiger gesetzte Ursache hat (vgl. Gauch/

Schluep/Emmenegger, a.a.O., Rz. 2948 f.; Roberto, a.a.O., Rz. 06.36 f. und Rz. 06.40). 

Zur Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs muss der 

Unterbrechungsgrund vielmehr eine gewisse Intensität aufweisen, was beim hier in 

Frage stehenden Selbstverschulden der Klägerin (ungenügendes Schuhwerk) im Sinne 

der Unterbrechung des Kausalzusammenhangs nur dann in Betracht fällt, wenn dieses 

Verschulden grob und sehr intensiv war, d.h. "derart ausserhalb des normalen 

Geschehens liegt, derart unsinnig ist, dass damit schlechterdings nicht zu rechnen 

war" (vgl. BSK OR I-Kessler, Art. 41 N 21, mit Hinweis auf die Rechtsprechung). Bei der 

Tierhalterhaftung muss der adäquate Kausalzusammenhang im Übrigen zwischen dem 

Wirken des Tieres und dem Schaden bestehen, wobei eine mittelbare Verursachung 

genügt (Oftinger/ Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht II/1, § 21 N 71).

b)      Nach dem hiervor Ausgeführten ist davon auszugehen, dass "H." laut bellte, 

hervorschnellte und seine Zähne zeigte und die Klägerin erschrak, stürzte und sich eine 

Schulterkontusion und eine Schambeinastfraktur zuzog. Bei dieser Ausgangslage ist 

der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Hundes und der 

Körperverletzung bzw. dem damit einhergehenden Schaden ohne weiteres zu bejahen, 

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was denn auch die Beklagte zugesteht, wenn sie erklärt, dass das Hundegebell ein 

Auslöser für den Sturz der Klägerin gewesen sein möge. Denn für das Vorliegen der 

natürlichen Kausalität ist nicht erforderlich, dass das Bellen, Hervorschnellen und 

Zähnezeigen einzige Schadensursache war; das Verhalten des Hundes war zumindest 

massgebende Ursache für den Schrecken der Klägerin, der zum Sturz und den daraus 

entstandenen Schaden führte, weshalb die natürliche Kausalität gegeben ist.

Neben der natürlichen Kausalität ist auch der adäquate Kausalzusammenhang zu 

bejahen. Ein plötzliches, unerwartetes und lautes Bellen eines Hundes, sein 

Hervorschnellen hinter einer Werbetafel und das Zeigen der Zähne auf eine Distanz von 

5 Metern, bei eingeschränkter Sicht – der Vorfall ereignete sich am 6. Dezember 2012 

um 07.30 Uhr – und fehlender Ausweichmöglichkeit – rechts befand sich das Podest 

und links die Fahrbahn – sind nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 

allgemeinen Lebenserfahrung durchaus geeignet, eine Person derart zu erschrecken, 

dass diese das Gleichgewicht verliert, stürzt und sich dabei eine Verletzung zuzieht (zur 

Adäquanz des unerwarteten, in jenem Fall allerdings mit einem "Anfallen" verbundenen 

Auftauchen eines Hofhundes vgl. auch BGE 102 II 232 = Pra 66, 1977, Nr. 26 E. 2). An 

dieser Schlussfolgerung ändern die Einwendungen der Beklagten nichts, die für den 

Sturz der Klägerin einen "hählen", eisigen Boden und das dazu ungeeignete 

Schuhwerk der Klägerin verantwortlich macht. Aus den Akten und den Aussagen der 

Beklagten, der Klägerin und des Zeugen X. ist zwar ersichtlich, dass es an jenem 

Morgen wohl eisige, "hähle" Stellen gab. Doch kann aus den vorliegenden Beweisen 

nicht geschlossen werden, dass der gesamte Gehweg und insbesondere die Stelle, an 

der die Klägerin stürzte, rutschig war. Es kann daher auch nicht davon ausgegangen 

werden, dass die Schuhe der Klägerin, welche immerhin ein Noppenprofil aufwiesen, 

tatsächlich völlig ungeeignet waren. Jedenfalls scheinen sie auch bei glattem, 

rutschigem Boden nicht derart offensichtlich untauglich gewesen zu sein, dass das 

Verhalten des Hundes als Ursache für den Sturz in den Hintergrund treten würde. Denn 

es kann nicht angenommen werden, dass die Klägerin wegen allenfalls völlig 

ungeeigneter Schuhe auch dann gestürzt wäre, wenn der Hund nicht gebellt hätte. 

Damit liegt keine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs vor und ist der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten von "H." und dem Sturz bzw. dem 

damit zusammenhängenden Schaden zu bejahen. Insofern sind sämtliche 

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Haftungsvoraussetzungen nach Art. 56 OR erfüllt, weshalb die Beklagte grundsätzlich 

für den der Klägerin entstandenen Schaden haftbar ist, und zwar ungeachtet dessen, 

wo genau "H." sich im Zeitpunkt des Sturzes befand, also ungeachtet dessen, ob er 

das Podest verlassen hatte oder ober er "nur" bis zum Rand hervorgeschnellt war, und 

ob sein "Zähnezeigen" eine eigentliches "Fletschen" war oder nicht.

3.a)    Dem Tierhalter steht gemäss Art. 56 Abs. 1 OR der Nachweis offen, dass er alle 

nach den Umständen gebotene Sorgfalt in der Verwahrung und Beaufsichtigung 

angewendet hat oder dass der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt 

eingetreten wäre. Die Haftung setzt somit die Verletzung einer objektiven 

Sorgfaltspflicht voraus. Der Tierhalter haftet dabei auch dann, wenn man ihm keinen 

subjektiven Vorwurf machen kann. Er kann sich nicht darauf berufen, das allgemein 

Übliche an Sorgfalt angewendet zu haben; er hat vielmehr nachzuweisen, dass er 

sämtliche objektiv notwendigen und durch die Umstände gebotenen Massnahmen 

getroffen hat. Die konkreten Sorgfaltspflichten richten sich dabei in erster Linie nach 

geltenden Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften. Fehlen gesetzliche oder 

reglementarische Vorschriften und haben auch private Verbände keine allgemein 

anerkannten Bestimmungen erlassen, ist zu prüfen, welche Sorgfalt nach der 

Gesamtheit der konkreten Umstände geboten ist. Der Richter hat einen strikten 

Entlastungsbeweis zu verlangen (BGE 131 III 115 E. 2.1; BGE 102 II 232 = Pra 66, 

1977, Nr. 26 E. 1).

Die Sorgfaltsanforderungen sind für jede Tiergattung, für jedes Tier andere; so ist bei 

einem gutmütigen, vertrauten Haustier geringere Vorsicht am Platz als bei einem 

bösartigen, gefährlichen oder unberechenbaren Tier. Neben der Gattung und dem 

Charakter des Tieres sind seine physische oder psychische Verfassung sowie Art, 

Zweck und Ort der Verwendung massgebend. Die bereitgestellten Abwehrmittel sind in 

vernünftiger Weise und entsprechend dem Verhalten des Tieres einzusetzen. Die 

Beurteilung der angebrachten Sorgfalt erfolgt nicht ex post, sondern ex ante. Die 

Beweislast für die tatsächlichen Voraussetzungen des Entlastungsbeweises obliegt 

dem Tierhalter (Art. 8 ZGB); bestehen Zweifel über die angewendeten Sorgfalt oder 

über deren Wirksamkeit, so ist der Befreiungsbeweis misslungen und der Halter haftet 

für den angerichteten Schaden (Brehm, Berner Kommentar, N 50 und N 53 zu Art. 56 

OR; Oftinger/Stark, a.a.O., § 21 N 88).

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b/aa)  Wie festgestellt, begann "H." laut zu bellen, schnellte unerwartet hervor und 

zeigte seine Zähne, als sich die Klägerin ihm auf ca. 5 Meter genähert hatte (vgl. E. III.

1.c hiervor). Er war dabei angeleint und wurde, was von der Klägerin nicht bestritten 

bzw. sogar zugestanden wird, von C., einer erfahrenen Hundehalterin gehalten und, als 

er zu bellen begann, von dieser umgehend energisch zurückgerissen und so unter 

Kontrolle gebracht, ohne dass damit allerdings das Erschrecken und der folgende 

Sturz verhindert werden konnten. Es stellt sich deshalb vorliegend die Frage, ob die 

Beklagte bzw. C. als deren Hilfsperson damit, dass sie "H." zwar an der Leine hielt, 

ohne aber das unerwartete Bellen, Hervorschnellen und Zähnezeigen verhindern zu 

können, ihrer Sorgfaltspflicht genügend nachgekommen ist.

bb)    Die Vorinstanz hielt den der Beklagten obliegenden Entlastungsbeweis für 

gescheitert. Sie führte unter Hinweis auf die Aussagen der Beklagten und der Zeugin C. 

aus, die Beklagte habe den Hund erst Ende September 2012 aus dem Tierheim 

übernommen. Die Zeugin Z. habe davon gesprochen, dass sie die beiden Frauen 

einmal mit den Hunden angetroffen habe. Der eine Hund habe sich sehr aggressiv 

verhalten, sei richtig "in der Leine gehangen", man habe die Zähne gesehen, so dass 

sogar sie – als erfahrene Hundehalterin – Angst gehabt habe. Weiter habe die Zeugin 

erwähnt, auch ihr Ehemann habe den Hund später einmal angetroffen und dann 

gemeint, er wisse jetzt, wovon sie spreche. Die Zeugin habe noch weitere, allerdings zu 

wenig konkrete Andeutungen hinsichtlich des Verhaltens von "H." gemacht. Die Zeugin 

C. habe zwar, so die Vorinstanz weiter, erklärt, man habe Z. ganz am Anfang getroffen, 

als "H." gerade einmal fünf Tage bei ihnen gewesen sei und Angst vor allen Menschen 

gehabt habe. Der Vorfall müsse allerdings zeitlich näher beim 6. Dezember 2012 

gelegen haben und könne nicht Anfang Oktober 2012 passiert sein, da Z. von Schnee 

gesprochen habe. Dies lasse wiederum den Rückschluss zu, dass "H." eben immer 

noch ein aggressives Verhalten gehabt habe, weil er, was zugestanden sei, Angst vor 

Menschen gehabt habe. Es sei kaum überzeugend, dass ein Hund, der erst Ende 

September 2012 aus dem Tierheim geholt worden sei, bereits am 29. Oktober 2012 – 

von diesem Tag datiere der im Übrigen auf den Ehemann von B. ausgestellte 

Sachkundenachweis – über ein einwandfreies Verhalten verfügt haben solle. Eine 

solche Anpassungsfähigkeit sei unwahrscheinlich und lasse sich auch nicht damit in 

Einklang bringen, dass die Beklagte den Hund von C. habe halten lassen, weil diese 

mehr Erfahrung gehabt habe. Sei nun schon aus den Bemerkungen der Hundehalterin 

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darauf zu schliessen, dass der Hund Angst vor Menschen gehabt habe und nicht leicht 

zu halten gewesen sei, erübrige sich, so die Vorinstanz, auch eine Einvernahme des 

Tierarztes, um damit ein problemloses Verhalten des Hundes zu beweisen. Dieses 

Beweismittel erweise sich dadurch als nicht tauglich. Die Vorinstanz erwog sodann, 

dass wer sich einer Bäckerei an der Hauptstrasse eines belebten Dorfes morgens um 

07.30 Uhr nähere, nicht mit einem plötzlich hervorschiessenden, bellenden und wohl 

auch die Zähne fletschenden Hund rechnen müsse. Es fehle in dieser Situation an der 

inneren Einstellung und Vorbereitung zu einem solchen Vorfall. Durch den Aufenthalt an 

der fraglichen Stelle sei das Risiko, dass etwas geschehen könne, in ganz genereller 

Weise erhöht worden, weshalb das Verhalten der Hundehalterin nicht als genügend 

sorgfältig betrachtet werden könne. Weiter machte die Vorinstanz der Beklagten den 

Vorwurf, diese habe den Hund nicht etwa an der Hausmauer platziert oder am Haken 

angeleint, mit ganz wenig Spielraum. Passanten hätten dann wohl zwar das Bellen 

gehört, aber der Anblick des die Zähne fletschenden Tieres hätte verhindert werden 

können. Auch wenn gewiss kein gravierendes vorwerfbares Verhalten vorliege, so 

gelinge der Beklagten der strenge und unzweifelhafte Nachweis der genügenden 

Sorgfalt nicht.

cc)     Die Beklagte moniert hinsichtlich der vorinstanzlichen Beweiswürdigung, diese 

beruhe im Wesentlichen auf der Einvernahme der Zeugin Z., die den Hund nicht in der 

fraglichen Situation habe beobachten können, sondern diesem in einem früheren 

Zeitpunkt und in einem ganz anderen Zusammenhang begegnet sei. Die Beklagte 

bestreitet, dass es sich bei "H." um einen besonders aggressiven oder 

problematischen Hund handle, auch wenn dieser in jener Zeit noch jung gewesen und 

eine gewisse Ängstlichkeit aufgewiesen habe. Sie wehrt sich dagegen, dass für den 

Nachweis, dass der Hund aufgrund seines Charakters oder seines Verhaltens eine 

besondere Gefahr dargestellt habe oder eine besondere Haltung erfordert hätte, allein 

auf die Angaben der Zeugin Z. abgestellt werde, und beantragt erneut die Befragung 

des Tierarztes Dr. med. vet. Y.. Weiter ist die Beklagte der Ansicht, die Forderung der 

Vorinstanz auf Meidung von Orten mit entsprechender Menschenfrequenz überdehne 

die zumutbare Sorgfalt von Art. 56 OR offensichtlich. Sie bestreitet, dass der Ort, an 

dem sie sich aufgehalten habe, für "H." ungeeignet gewesen sei. Schliesslich hält sie 

die Forderung der Vorinstanz, wonach "H." am Haken hätte festgemacht werden 

müssen, für untauglich, da diese Massnahme nicht hätte verhindern können, dass der 

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Hund unvermittelt und laut bellen und die Klägerin damit hätte erschrecken können. Sie 

verweist darauf, dass die Platzierung eines Hundes kurz angeleint und direkt beim 

Halter deshalb als besser einzustufen sei, weil der Halter – im vorliegenden Fall sogar 

ihre mit Hunden besonders erfahrene Kollegin – stets unmittelbar reagieren und auf 

den Hund Einfluss nehmen könne. So habe C. auch umgehend reagiert, als "H." zu 

bellen begonnen habe, und diesen so zurückgehalten, dass er sich der 

herankommenden Klägerin auf höchstens 7 bis 8 Meter habe nähern können. Die 

Beklagte erachtet den Entlastungsbeweis deshalb für erbracht.

dd)    Dem widerspricht die Klägerin. Sie wirft der Beklagten unsorgfältiges Handeln 

vor. Denn bei einem vermeintlich bekanntermassen "ängstlichen" (gemeint offenbar auf 

fremde Menschen aggressiv reagierenden) Tier sei es offensichtlich ungeeignet, sich 

vor einem Ladengeschäft in einer Art und Weise aufzuhalten, dass das Tier 

herannahende Personen einfach anspringen, unvermittelt anbellen und mit 

Zähnefletschen ängstigen könne. Eine aufmerksame Tierhalterin hätte sich, wenn sie 

sich überhaupt an einem solchen Ort mit dem Tier aufgehalten hätte, jedenfalls so 

positioniert, dass sie bei Herannahen von Passanten den Hund am Halsband zu sich 

gezogen und die herannahende Person darauf aufmerksam gemacht hätte, dass ein 

Hund in der Nähe, aber auch sichtbar gut kontrolliert sei, so dass die Passantin sich, 

auch wenn er bellen sollte, keine Sorgen machen müsste, weil er ersichtlich dicht von 

ihr zurückgehalten werde. Vorliegend hätten die Halterin und ihre Hilfsperson es aber 

zugelassen, dass der Hund aus unübersichtlicher Position in Richtung von 

herannahenden Passanten habe hervorspringen und diese laut, giftig und 

zähnefletschend anbellen können, sodass er anschliessend energisch habe 

zurückgezogen und zurechtgewiesen werden müssen, was den bereits geschehenen 

Unfall weder zu verhindern noch zu entschuldigen vermöge. Hinsichtlich des Vorwurfs, 

der Hund sei nicht an einem Haken angebunden gewesen, schliesst sich die Klägerin 

der Vorinstanz im Wesentlichen an.

c)       Zunächst ist zu prüfen, ob gesetzliche oder reglementarische Vorschriften 

bestimmte Sorgfaltspflichten statuieren, welche die Beklagte allenfalls nicht 

eingehalten hat (vgl. lit. a hiervor).

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Art. 6 Hundegesetz (sGS 456.1) bestimmt, dass Hunde so zu halten sind, dass sie 

Menschen und Tiere nicht gefährden oder belästigen und fremdes Eigentum nicht 

beschädigen. Art. 7  Hundegesetz gibt den Gemeinden die Möglichkeit, weitere 

Pflichten vorzusehen. Die Stadt U. hat in ihrem Polizeireglement vom 3. Juli 2008 in 

den Art. 15 bis 17 Vorschriften zur Hundehaltung vorgesehen. Art. 15 bestimmt dabei 

als Grundsatz (und in Übereinstimmung mit Art. 6 Hundegesetz), dass Hunde so zu 

führen sind, dass sie weder sich selbst noch Dritte gefährden oder belästigen. Art. 16 

regelt ein – vorliegend nicht relevantes – Betretungsverbot. Art. 17 sieht schliesslich 

einen Leinenzwang an bestimmten Örtlichkeiten vor, so u.a. an verkehrsreichen 

Strassen und in Fussgängerzonen.

Da "H." unbestrittenermassen an der Leine gehalten wurde, kann offenbleiben, ob 

überhaupt eine Leinenpflicht für die relevante Örtlichkeit bestand. Das laute Bellen, 

Hervorschnellen und Zähnezeigen stellt sodann wohl eine Belästigung i.S.v. Art. 6 

Hundegesetz und Art. 15 Polizeireglement dar; diese Bestimmungen statuieren aber im 

Vergleich zu Art. 56 OR keine konkrete bzw. besondere Sorgfaltspflicht. Private 

Vorschriften, die eine Sorgfaltspflicht umschreiben, gegen welche die Beklagte 

verstossen haben könnte, werden schliesslich von den Parteien nicht vorgebracht, 

weshalb im Folgenden zu prüfen ist, welche Sorgfalt nach der Gesamtheit der 

konkreten Umstände geboten war.

d)    Der Vorwurf der Vorinstanz geht im Ergebnis dahin, dass "H." ein aggressiv auf 

Menschen reagierender Hund (gewesen) sei, für den besondere Vorkehrungen hätten 

getroffen werden müssen. Die Vorinstanz begründete die Aggressivität dabei damit, 

dass die Beklagte selbst eingestanden habe, dass der Hund giftig bellen könne und, 

als er aus dem Tierheim geholt worden sei, noch ängstlich auf Menschen reagiert habe. 

Die Vorinstanz hielt für unwahrscheinlich, dass "H." in den etwas über zwei Monaten 

zwischen dem Verlassen des Tierheims und dem Vorfall vom 6. Dezember 2012 in 

dieser Hinsicht Fortschritte gemacht haben könnte. Sie stützte ihren Schluss im 

Wesentlichen auch auf eine Schilderung der Zeugin Z., wonach "H." bei einem früheren 

Spaziergang aggressiv reagiert habe und in der Leine gehangen sei, sodass sie selber 

Angst gehabt habe. Da die Zeugin von Schnee sprach, gelangte die Vorinstanz zum 

Schluss, dass dieser Vorfall näher am 6. Dezember 2012 gewesen sein müsse als 

Anfang Oktober, wie dies die Beklagte und C. ausgesagt hätten. Aus diesen 

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Feststellungen folgerte die Vorinstanz, dass es sich bei "H." um einen aggressiven 

Hund gehandelt haben müsse, und sie wies den Beweisantrag der Beklagten auf 

Zeugeneinvernahme des Tierarztes Dr. Y. mit der Begründung ab, dass bereits aus den 

Bemerkungen der Hundehalterin darauf zu schliessen sei, dass der Hund Angst vor 

Menschen gehabt habe und nicht leicht zu halten gewesen sei.

Die Argumentation der Vorinstanz, auf die an dieser Stelle ergänzend verwiesen werden 

kann, ist nachvollziehbar: "H." sprang am fraglichen Morgen unvermittelt, laut bellend 

und die Zähne zeigend hinter der Reklametafel hervor, ohne dass Anhaltspunkte dafür 

ersichtlich sind, was ihn ausser der herannahenden Klägerin zu diesem Verhalten hätte 

veranlassen können. Allein schon dies ist ein deutlicher Beleg für ein ungewöhnliches 

Verhalten des Hundes. Bestätigt wird diese Annahme durch die Zugeständnisse der 

Beklagten und von C. bezüglich des (anfänglich) ängstlichen Reagierens von "H.", dem 

die Beklagte denn auch damit Rechnung zu tragen versuchte, dass sie das Tier am 

fraglichen Tag von der mit Hunden besonders erfahrenen C. führen liess. Dies 

wiederum relativiert auch ihren Einwand, die Zeugin Z. habe "H." nicht an jenem 

Morgen, sondern zu einem früheren Zeitpunkt und in einem ganz anderen 

Zusammenhang beobachten können. Es ist zwar richtig, dass die Zeugin – anschaulich 

und glaubhaft – einen anderen Vorfall an einem nicht datumsgenau festgestellten 

Zeitpunkt schilderte, bei dem "H." aggressiv reagierte. Dieser Zeitpunkt lag aber, selbst 

wenn sich der Vorfall früher ereignet hätte, nicht derart weit weg vom 6. Dezember 

2012, dass angenommen werden könnte, der erst Ende September 2012 im Tierheim 

abgeholte "H." habe sich in seinem Wesen bis zum 6. Dezember 2012 entscheidend 

verändert – diesfalls hätte ja auch kein Bedarf bestanden, ihn durch C. führen zu lassen 

–, und bei einer Begegnung nach dem 6. Dezember 2012 läge auf der Hand, dass das 

Verhalten des Hundes schon am 6. Dezember 2012 so gewesen wäre, wie es die 

Zeugin für den späteren Vorfall schilderte. Vor diesem Hintergrund muss davon 

ausgegangen werden, "H." hätte in der Öffentlichkeit besonders sorgfältig "gehalten", 

d.h. geführt und beaufsichtigt werden müssen, um seinen (aggressiven) Reaktionen 

Rechnung zu tragen.

Den Beweis, von dieser Pflicht entlastet gewesen zu sein bzw. sie eingehalten zu 

haben, vermag die Beklagte nicht zu erbringen: Sie beruft sich in diesem 

Zusammenhang auf eine Befragung des Tierarztes Dr. Y.. In ihrer Klageantwort sowie 

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der Stellungnahme zum Beweisergebnis erklärte sie hierzu, dass Dr. Y. den Hund nie 

zähnefletschend erlebt und ihn als gut gehalten und gut trainiert beurteilt habe, der 

Hund sei keineswegs aggressiv. Nicht bzw. erst im Berufungsverfahren und damit 

verspätet zum Zeugnis angerufen wurde der Tierarzt dagegen für Auskünfte zu den 

Charaktereigenschaften "H.'s" im Zeitpunkt des Vorfalls. Da feststeht, dass der Hund 

beim zu beurteilenden Vorfall tatsächlich die Zähne gezeigt hat (E. III.1.c hiervor), ist die 

Frage, ob Dr. Y. den Hund je zähnefletschend erlebt habe, nicht mehr relevant, 

weshalb darüber kein Beweis abzunehmen ist. Darüber hinaus genügen die übrigen 

(rechtzeitig) in der Klageantwort und der Stellungnahme zum Beweisergebnis 

gemachten Ausführungen der Beklagten den Substantiierungsanforderungen, wonach 

aus den einzelnen Beweisanträgen ersichtlich sein muss, welche Tatsachen damit 

bewiesen werden sollen (vgl. Leuenberger/Uffer-Tobler, Schweizerisches 

Zivilprozessrecht, N 11.6), nicht. Die Beklagte unterlässt es insbesondere, zu erklären, 

wann, wie oft und zu welchem Zweck sie vor dem 6. Dezember 2012 beim Tierarzt 

gewesen sei, und damit namentlich auch, bei welcher Gelegenheit der Tierarzt habe 

feststellen können, dass "H." in der Öffentlichkeit nicht aggressiv reagiert habe. 

Mangels ausreichender Substantiierung des Beweisantrags hat eine Befragung von 

Dr. Y. daher zu unterbleiben und gelingt der Beklagten der Entlastungsbeweis, nämlich 

dass es sich bei "H." um einen normalen, nicht besonders aggressiven Hund handelte, 

für den mindestens bis zum Vorfall am 6. Dezember 2012 keine besonderen 

Vorsichtsmassnahmen zu treffen waren, nicht. Die Beklagte hätte vielmehr besondere, 

weitergehende Vorkehrungen treffen müssen. Dazu hätte bereits genügt, auf nahende 

Fussgänger zu achten und "H." bei einem herankommenden Fussgänger am Halsband, 

mindestens jedoch so kurz zu halten und ihn derart zu überwachen, dass ein 

plötzliches Hervorschnellen ausgeschlossen gewesen wäre und ein unvermitteltes 

lautes Bellen sofort hätte unterbunden werden können. Dies hat die Beklagte nicht 

getan, weshalb sie grundsätzlich für den durch den Sturz bei der Klägerin verursachten 

Schaden haftet. 

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		2025-07-19T07:16:25+0200
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