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**Case Identifier:** ca0219d1-ea65-548f-964d-78a217e18e8c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.09.2018 IV 2016/214
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-214_2018-09-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/214

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.09.2019

Entscheiddatum: 24.09.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2018
Art. 28 und Art. 28a IVG. Anwendung der gemischten Methode. Wegfall der 
doppelten Gewichtung im Erwerbsbereich durch die Einführung der 
Änderung der Invalidenversicherungsverordnung per 1. Januar 2018 (wobei 
die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesgerichts schon bisher 
gesetzwidrig gewesen ist). Ob der Invaliditätsgrad anhand eines reinen 
Einkommensvergleichs oder anhand der gemischten Methode 
vorgenommen wird, hat im vorliegenden Fall keinen Einfluss auf den 
Rentenanspruch. Die Versicherte hat einen Anspruch auf eine halbe Rente. 
Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 24. September 2018, IV 2016/214).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2016/214

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christof Bläsi, Am Bohl 2,

9004 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im September 2008 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

zum Bezug einer Rente an (IV-act. 5). Als erlernten Beruf gab sie Pharmaassistentin an. 

Aktuell arbeite sie zu 40 % als Sekretärin für ihren Ehemann. Sie leide an einer 

Polyarthritis und an Depressionen mit einem Alkoholproblem.

A.b  Wegen eines Alkohol-Abhängigkeitssyndroms war die Versicherte zwischen 

Dezember 2002 und Oktober 2007 mindestens acht Mal hospitalisiert gewesen (IV-act. 

87-1 ff., 106-15 ff.). Vom 24. Oktober 2007 bis 4. April 2008 hatte sie sich in stationärer 

Behandlung in der Klinik B.___ befunden (Austrittsbericht vom 24. April 2008, IV-act. 

96). Gemäss dem behandelnden Psychotherapeuten hätten sich klare Hinweise auf das 

Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung (kombiniert ängstlich-vermeidend und abhängig) 

ergeben, in deren Kontext wahrscheinlich auch die Entstehung der Alkoholproblematik 

zu sehen sei. Die Rolle der körperlichen Beeinträchtigung durch chronischen Schmerz 

(Polyarthritis, Kopfschmerzen) sei insofern bedeutsam, als der Alkoholkonsum im Sinne 

einer Selbstmedikation eingesetzt worden sei. Aus psychiatrischer Sicht sei eine 100 

%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.

A.c  Der behandelnde Rheumatologe Dr. med. C.___ hatte in seinem Bericht vom 20. 

Mai 2008 zuhanden der Krankentaggeldversicherung unter anderem die folgenden 

Diagnosen angegeben (IV-act. 139-36 ff.):

•  Seropositive erosive noduläre rheumatoide Arthritis

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•  beginnende Fingerpolyarthrose

•  lumbospondylogenes Syndrom mit myofascialen Beschwerden bei muskulärer 

Dysbalance.

Für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit schätzte er die Arbeitsfähigkeit aus 

rheumatologischer Sicht auf 100 %.

A.d  Wegen vermehrten Alkoholkonsums und einer akuten Intoxikation erfolgte vom 10. 

bis 22. Dezember 2008 eine Hospitalisation in der Psychiatrischen Klinik D.___ 

(Austrittsbericht vom 22. Dezember 2008, IV-act. 106-10 ff.).

A.e  Dr. E.___ gab in ihrem Bericht vom 20. Januar 2009 (IV-act. 37) die folgenden 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an:

•  Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung 

(ICD-10: F10.21, seit ca. 2001)

•  kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen 

Anteilen (F61.0, seit der Kindheit)

•  Fibromyalgie mit Schmerzen, Schlafstörung

•  affektive Störung mit depressiven Symptomen (F32.1, seit 2007).

Sie erklärte, dass die Versicherte wegen einer psychischen Instabilität mit depressiven 

Krisen sowie einem Suchtverhalten als Apothekenangestellte seit 2006 voll 

arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe beginnend eine 

Arbeitsfähigkeit von ca. 60 %. Wegen einer Mischintoxikation mit Imovane 

(Schlafmittel) und Alkohol war die Versicherte vom 10. bis 12. März 2009 im Spital 

F.___ hospitalisiert (Bericht vom 7. April 2009, IV-act. 87-19 ff.).

A.f  Am 6. August 2009 informierte die Versicherte die zuständige IV-Sachbearbeiterin 

(IV-act. 46), dass sie eine Teilzeitstelle in einer Apotheke gefunden habe. Bis ca. 

September 2009 sei sie in der "Aufbau- und Probephase". Sie werde versuchen, das 

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Arbeitspensum bis September auf ca. 50 % zu steigern. Am 21. September 2009 teilte 

die Versicherte der IV-Sachbearbeiterin mit, dass sie das Arbeitsverhältnis aus 

gesundheitlichen Gründen per 30. September 2009 gekündigt habe (IV-act. 49-3 f.). Dr. 

E.___ berichtete der IV-Stelle am 15. September 2009 (IV-act. 50), dass die Versicherte 

am 30. August 2009 wegen eines Alkoholrückfalls in die Psychiatrische Klinik D.___ 

eingetreten sei (s. Bericht vom 1. September 2009, IV-act. 106-6 ff.). Nach dem Austritt 

am 1. September 2009 sei die Versicherte an den Arbeitsplatz zurückgekehrt, sie habe 

jedoch immer mehr den Boden verloren. Am 22. September 2009 sei sie (Dr. E.___) 

telefonisch darüber informiert worden, dass die Versicherte freiwillig ins Spital G.___ 

eingetreten sei. Vom 9. November 2009 bis 1. April 2010 erfolgte eine 

Langzeitrehabilitation in H.___ (IV-act. 61). Ausserdem hatte sich die Versicherte am 22. 

Februar 2010 wegen einer chronischen Bursitis olecrani rechts im Spital I.___ einer 

offenen Bursektomie am rechten Ellbogen unterzogen (Operationsbericht vom 22. 

Februar 2010, IV-act. 89).

A.g  Auf Nachfrage hin gab die Versicherte am 3. Dezember 2010 gegenüber der IV-

Stelle an, dass sie ohne Behinderung zu 100 % erwerbstätig wäre (IV-act. 77).

A.h  Wegen einer akuten Alkoholintoxikation erfolgte am 24. Januar 2011 eine 

notfallmässige Zuweisung der Versicherten ins Spital G.___ (Austrittsbericht vom 24. 

Januar 2011, IV-act. 98-1 ff.). Vom 25. bis 26. Januar 2011 war die Versicherte wegen 

einer akuten Mischintoxikation Alkohol/Benzodiazepine im Spital J.___ hospitalisiert 

(Bericht vom 10. Februar 2011, IV-act. 98-8 f.). Im Anschluss erfolgte bis zum 31. 

Januar 2011 ein stationärer Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik D.___ 

(Austrittsbericht vom 1. Februar 2011, IV-act. 106-2 ff.). Vom 10. bis 17. Februar 2011 

fand ein stationärer Alkoholentzug im Spital J.___ statt (Austrittsbericht vom 1. März 

2011, IV-act. 98-11 ff.). Vom 28. Februar bis 23. März 2011 absolvierte die Versicherte 

eine stationäre Alkoholentwöhnungstherapie im Spital G.___ (Austrittsbericht vom 22. 

März 2011, IV-act. 111-1 ff.).

A.i Der Ehemann berichtete der IV-Stelle am 6. April 2011 (IV-act. 100), dass er die 

Versicherte seit dem 1. Januar 2001 in seinem Unternehmen beschäftige. Ihr aktueller 

Monatslohn betrage Fr. 2'570.-- (zzgl. 13. Monatslohn). Gemäss dem IK-Auszug hatte 

sich der Lohn der Versicherten im Jahr 2007 auf Fr. 30'861.-- belaufen (IV-act. 13).

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A.j Im Mai/Juni 2011 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle bidisziplinär 

(rheumatologisch, psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 22. Juli 2011, IV-act. 

116). Die internistisch-rheumatologischen Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit lauteten (vollständige Liste s. IV-act. 116-8 f.):

•  Seropositive erosive noduläre rheumatoide Arthritis

•  beginnende Fingerpolyarthrose isoliert Strahl II DIP rechts

•  lumbospondylogenes Syndrom bei fortgeschrittener Osteochondrose L5/S1 mit 

Radikulopathie rechts, mit myofascialen Beschwerden bei muskulärer Dysbalance

•  Status nach operativer Behandlung einer Rotatorenmanschettenruptur 1993 rechts 

mit leichtem Impingementsyndrom

•  chronischer Alkoholismus mit Absturztrinken, Mischintoxikation

•  Alkohol/Medikamente mit bisher zehn notfallmässigen Hospitalisationen seit 2002 

und zwei stationären längeren Entzügen, wiederholt abgebrochene Antabus- und 

Suchtprävention

-  Abhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch; Verdacht auf Amphetamin/

Ecstasy und Methadon-Konsum mit positivem Urinnachweis.

Dr. med. K.___, Spezialarzt für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, hielt fest, 

dass die Versicherte aus somatisch-rheumatologischer Sicht wegen einer rascheren 

Ermüdung im Gelenkbereich wie auch durch die lumbale fortgeschrittene 

Osteochondrose mindestens zu 80 % arbeitsfähig, zeitlich voll mit 10 % vermehrten 

Kurzpausen und 10 % Leistungsminderung, sei. Sowohl die Tätigkeit als 

Pharmaassistentin als auch die heute noch ausgeübte Tätigkeit als Sekretärin seien der 

Versicherten aus somatischer Sicht zumutbar. Dr. med. L.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, gab die folgenden psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit an:

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•  Störung durch Alkohol (sekundärer Alkoholismus, F10.23); Abhängigkeitssyndrom, 

gegenwärtig abstinent, aber in Behandlung mit aversiven oder hemmenden 

Medikamenten

•  Störungen durch Tabak-Abhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch

•  rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)

•  kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, histrionischen und 

abhängigen Anteilen.

Dr. L.___ erklärte, dass differentialdiagnostisch eine Fibromyalgie oder eine anhaltend 

somatoforme Schmerzstörung (F45.4) berücksichtigt werden müsse, welche jedoch 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Aufgrund der seit der Kindheit 

vorbestehenden psychischen Störungen sei zweifelsfrei von einem sekundären 

Alkoholismus zu sprechen, da die Versicherte vor allem trinke, um Schmerzen zu 

bekämpfen und psychische Spannungen abzubauen. Eine Rückkehr in die 

angestammte Tätigkeit als Pharmaassistentin sei, da inzwischen doch mit 

substanzbedingten, bleibenden kognitiven und mentalen Ausfällen zu rechnen sei, 

nicht verantwortbar. Eine Tätigkeit im Büro oder in der Altenpflege bzw. 

Behindertenbetreuung wäre zunächst zu 50 % vorstellbar. Die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit sei durch eine verminderte Leistungsfähigkeit bei Einschränkungen der 

Aufmerksamkeit, der Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit, durch eine verminderte 

emotionale Belastbarkeit sowie durch eine deutlich verminderte Stress- und 

Frustrationstoleranz (Rückfallgefahr) bei einem stark verminderten Selbstwerterleben 

bedingt. Die psychiatrische Einschränkung bestehe nach seiner Einschätzung seit ca. 

2009. Durch eine konsequente Abstinenz und Intensivierung der 

psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung könnten eine Stabilisierung 

und eine höhere Arbeitsleistung erreicht werden. Aufgrund des prolongierten 

Krankheitsverlaufs und der wiederholten Alkoholabstürze sei die Prognose jedoch als 

eher ungünstig einzuschätzen. Die psychiatrisch bedingte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit sei mit der somatischen Einschränkung nicht kumulierbar. In 

interdisziplinärer Hinsicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Versicherten die 

Tätigkeit als Pharmaassistentin nicht mehr zumutbar sei. In der derzeit ausgeübten 

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Tätigkeit als kaufmännische Angestellte und anderen, leidensangepassten Tätigkeiten 

sei die Versicherte zu 50 %, längerfristig steigerbar, arbeitsfähig. RAD-Ärztin Dr. med. 

M.___ notierte am 12. Dezember 2011, dass das bidisziplinäre Gutachten umfassend, 

in sich widerspruchsfrei, konsistent und nachvollziehbar sei (IV-act. 118).

A.k  Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 5. 

März 2012 (IV-act. 121) hielt die Versicherte fest, dass sie zurzeit noch zu ca. 40 % 

erwerbstätig sei. Ohne Behinderung würde sie heute keine Erwerbstätigkeit mehr 

ausüben. Auf die Frage, in welchem Ausmass sie ohne Behinderung erwerbstätig wäre, 

antwortete sie, dass sie höchstens zu 40 % erwerbstätig wäre. Derzeit teile sie sich 

eine Wohnung mit einem WG-Partner. An einigermassen guten Tagen könne sie im 

Haushalt alle Arbeiten erledigen; sie ermüde jedoch sehr schnell. Allerdings könne sie 

nicht mehr viel tragen; zudem könne sie nur kurze Zeit unter Menschen sein, da sie 

sonst Panik bekomme.

A.l Anlässlich einer Abklärung an Ort und Stelle vom 4. Juni 2012 (Abklärungsbericht 

vom 28. Juni 2012, IV-act. 124) erklärte die Versicherte, dass sie seit ca. einem Jahr 

von ihrem Ehemann getrennt lebe. Da ihr WG-Partner im Haushalt nicht mithelfe, 

möchte sie sich eine eigene Wohnung suchen. Wenn sie gesund wäre, wäre sie, wie 

damals bei Elektrolux (1995-2000, s. IK-Auszug, IV-act. 120), zu 80 % erwerbstätig. Die 

Versicherte machte geltend, dass sie in den Bereichen Ernährung, Wohnungspflege 

sowie Wäsche und Kleiderpflege zu 50 % eingeschränkt sei, da sie schnell ermüde, 

mehr Pausen benötige und langsamer sei. Unter Berücksichtigung einer 

Mitwirkungspflicht des WG-Partners von 49 Minuten pro Tag ermittelte die IV-

Abklärungsperson eine Einschränkung im Haushalt von 25.28 %. Ausgehend davon, 

dass die Versicherte zu 20 % im Haushalt und zu 80 % erwerbstätig sei, resultierte im 

Aufgabenbereich ein IV-Grad von 5.05 %.

A.m Wegen eines tonisch-klonischen Krampfereignisses mit Sturz, am ehesten 

multifaktoriell bei Alkohol- und Benzoentzug, war die Versicherte vom 7. bis 15. 

November 2012 im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert (Bericht vom 21. 

November 2012, IV-act. 133-ff.). Die nächste Hospitalisation erfolgte vom 11. bis 19. 

Dezember 2012 wegen erneut akut exazerbierter lumbaler Rückenschmerzen bei 

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bekannter LWK3-Fraktur mit Trauma (Bericht vom 24. Dezember 2012, IV-act. 142-6 

ff.).

A.n  Dr. C.___ berichtete der IV-Stelle am 13. Februar 2013 (IV-act. 139), dass die 

Versicherte aufgrund der erosiven Veränderungen im Bereich der MTP-Gelenke 

überwiegend stehende/gehende Tätigkeiten vermeiden sollte. Des Weiteren sollte sie 

keine kraftanfordernden oder monoton-repetitiven, manuellen Tätigkeiten ausführen. 

Weitere Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit hätten zumindest bis Juni 

2012 aus rheumatologischer Sicht nicht bestanden. Dr. med. N.___, Allgemeine Innere 

Medizin, berichtete der IV-Stelle am 20. März 2013 (IV-act. 142), dass am 7. November 

2012 wahrscheinlich ein epileptischer Anfall aufgetreten sei. Die LWK3-Fraktur sei erst 

einige Zeit später diagnostiziert worden. Ausserdem bestehe eine alkoholbedingte 

sensible Polyneuropathie. Wegen der anhaltenden Rückenschmerzen könne die 

Versicherte keine schwereren Lasten heben und tragen. Aufgrund der Gefahr eines 

zweiten epileptischen Anfalls dürfe sie keine Fahrzeuge führen oder Bildschirmarbeit 

verrichten. Die Polyneuropathie wirke sich auf die Feinmotorik aus. Die Tätigkeit als 

Pharmaassistentin sei im Hinblick auf die Suchtproblematik nicht mehr zumutbar. Auch 

die Tätigkeit als kaufmännische Angestellte sei bei den neu auftretenden Diagnosen 

eher nicht mehr zumutbar. Dr. N.___ schätzte die Arbeitsfähigkeit für adaptierte 

Tätigkeiten (z.B. im Pflegebereich) auf knapp unter 50 %.

A.o  Die Klinik für Neurologie des KSSG gab in ihrem Bericht vom 19. Juni 2013 an, 

dass die Versicherte an einer Epilepsie unklarer Ätiologie leide (IV-act. 149-2 f.). Seit 

Beginn der Therapie mit Lamotrigin vor sechs Monaten seien keine anfallsverdächtigen 

Ereignisse mehr aufgetreten. Auch im EEG habe sich ein wesentlich gebesserter 

Befund mit einem leichten intermittierenden Herdbefund links parieto-temporal bei 

Fehlen von epilepsietypischen Potentialen gezeigt. RAD-Ärztin Dr. M.___ notierte am 4. 

Juli 2013 (IV-act. 150), dass nach Rücksprache mit dem Neurologen Dr. med. O.___ 

nichts gegen Tätigkeiten am Bildschirm spreche. Da die Versicherte seit fünf Monaten 

abstinent sei, sollten nun Eingliederungsbemühungen gestartet werden. Die zuständige 

IV-Sachbearbeiterin notierte in einer undatierten Aktennotiz, dass kein 

Umschulungsanspruch bestehe, da nichts mehr gegen eine Bildschirmtätigkeit spreche 

(IV-act. 146-4). Am 12. Juli 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie 

keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 152).

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A.p  Dr. C.___ informierte die IV-Stelle am 3. September 2013 (IV-act. 156), dass es in 

den letzten Monaten wieder zu einzelnen Alkoholabstürzen gekommen sei. RAD-Ärztin 

Dr. M.___ notierte am 15. November 2013 (IV-act. 158), dass eine 50 %ige 

Arbeitsfähigkeit adaptiert knapp, aber weiterhin als realistisch anzunehmen sei. Die 

Voraussetzungen für die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht 

(Abstinenzkontrollen) seien wegen der erst längerfristig möglichen Besserung und 

wegen der nur vorhersagbaren Möglichkeit (nicht überwiegende Wahrscheinlichkeit) 

nicht erfüllt.

A.q  Vom 27. November bis 3. Dezember 2013 war die Versicherte wegen erneuter 

epileptischer Anfälle im KSSG hospitalisiert (Kurzaustrittsbericht vom 2. Dezember 

2013, IV-act. 164). Die Klinik für Neurologie des KSSG berichtete der IV-Stelle am 31. 

Januar 2014 (IV-act. 173), dass die Prognose bezüglich der Epilepsie vom Ansprechen 

auf die antikonvulsive Therapie abhängig sei. Wegen eines tonischen Anfalls auf ZNA, 

wahrscheinlich aufgrund einer Malcompliance bei Lamotrigin-Therapie, erfolgte vom 

13. Februar bis 7. März 2014 der nächste stationäre Klinikaufenthalt (Bericht vom 11. 

März 2014, IV-act. 174-4 ff.). Am 14. Februar 2014 war ein komplex-fokaler 

Krampfanfall mit tonischer Verkrampfung des linken Arms und tonisch-klonischen 

Entäusserungen des rechten Arms mit Herdblick nach links beobachtet worden. Vom 

7. bis 27. März 2014 befand sich die Versicherte in der Klinik P.___ (Austrittsbericht 

vom 27. März 2014, IV-act. 181-6 ff.).

A.r  RAD-Ärztin Dr. M.___ empfahl am 14. Juli 2014 eine polydisziplinäre Begutachtung 

in den Disziplinen Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie (IV-act. 

193). Die Begutachtung erfolgte im November 2014 durch das Zentrum für 

Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (ZIMB, Gutachten vom 15. Januar 2015, 

IV-act. 200). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

•  Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und selbstunsicheren 

Anteilen (F61.0)

•  rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.0)

•  Epilepsie unklarer Ätiologie

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-  mutmasslich sekundär generalisiert, durch Alkoholeinfluss oder -entzug getriggert

-  aktuell anfallsfrei seit Februar 2014.

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:

•  Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, 

gegenwärtig abstinent, aber in Behandlung mit aversiven oder hemmenden 

Medikamenten (Antabus, F10.23)

•  psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika schädlicher 

Gebrauch (Imovane, F13.1)

•  chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)

•  seropositive, noduläre chronische Polyarthritis (Cp)

•  Fingergelenkspolyarthrose

•  chronisches rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom

•  Hohlspreizfüsse beidseits

•  Migräne mit visueller Aura

•  distal betonte symmetrische Polyneuropathie, am ehesten aethyltoxischer Genese

•  Status nach Carpaltunnel-Operation mit Dekompression Nervus medianus rechts am 

10. August 2007.

Dr. med. Q.___, Facharzt für Innere Medizin, konnte aus internistischer Sicht keine 

Diagnose stellen, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätte. Dr. med. R.___, Fach-

arzt für Rheumatologie, erklärte, dass bei der rheumatologischen Untersuchung vor 

allem Verspannungen zervikal und lumbal mit Druckdolenzen vor allem im mittleren 

LWS-Bereich aufgefallen seien, was mit der LWK3-Fraktur 11/2013 (richtig wohl: 

11/2012) gut erklärbar sei. Spondylogene oder radikuläre Zeichen hätten gefehlt und 

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die Wirbelsäule sei insgesamt sehr gut beweglich gewesen. Die eingeschränkte 

Gehfähigkeit von 15 bis 30 Minuten sowie die Schmerzen bei längerem Stehen und 

Gehen seien durch die Hohlspreizfussdeformität bds. und den reiskorngrossen 

Rheumaknoten am medialen rechten Grosszehen erklärbar. Seit der 

rheumatologischen Begutachtung im Jahr 2011 hätten sich die Befunde kaum 

verändert. Dementsprechend sei die Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Büroangestellte in sitzender, stehender und gehender sowie wechselbelastender 

Position, ohne Heben schwerer Lasten und insbesondere ohne extreme Handbelastung 

bei voller Funktion aller Gelenke und der Wirbelsäule aus rheumatologischer Sicht zu 

100 % arbeitsfähig. Dr. med. S.___, Facharzt für Neurologie, hielt fest, dass sich in der 

neurologischen Untersuchung bis auf eine Sensibilitätsstörung am rechten Fuss und 

Unterschenkel, welche nicht einer organischen Genese zugeordnet werden könne, 

keine relevanten objektivierbaren fokalneurologischen Defizite gefunden hätten. Die 

Epilepsie schränke die Arbeitsfähigkeit in qualitativer (ungesicherte Arbeiten in Höhen, 

an gefährlichen Maschinen, Fahrtüchtigkeit), nicht jedoch in quantitativer Hinsicht ein. 

Die Migräne mit visueller Aura sei ohne eine medikamentöse Prophylaxe-Therapie 

bisher nicht adäquat behandelt und daher für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht 

relevant. Die distal-symmetrische Polyneuropathie gehe ohne höhergradige Ausfälle 

und insbesondere ohne motorische Defizite einher und sei somit für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit als Büroangestellte ebenfalls nicht von Relevanz. Auf 

fachneurologischem Gebiet ergebe sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im 

zuletzt ausgeübten Beruf. Med. pract. T.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, führte aus, dass die Versicherte seit Januar (2014) abstinent sei. Die 

emotionalen Traumatisierungen in der Kindheit hätten bei der Versicherten zwar keine 

posttraumatische Belastungsstörung, jedoch andere Spuren wie eine rezidivierend 

depressive Störung, eine Alkoholabhängigkeit und eine Persönlichkeitsstörung 

hinterlassen. Die zunächst somatisch ausgelösten Schmerzen und die Migräne hätten 

den Alkoholkonsum gesteigert. Die Diagnose einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und selbstunsicheren Anteilen könne 

bestätigt werden. Das Bindungsverhalten der Versicherten sei, aus Angst abgelehnt 

und nicht gemocht zu werden, von Kontaktvermeidung geprägt. Aus Angst, kritisiert 

oder abgelehnt zu werden, falle es ihr schwer, offen zu sein, sich abzugrenzen und zu 

behaupten. Sie könne kaum allein sein, habe jahrelang Angst gehabt, verlassen zu 

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werden, obwohl der Ehemann sich nicht um sie gekümmert habe. Immer wieder habe 

sie Gefühle innerer Leere und Veränderungen ihres eigenen Selbstbildes verspürt und 

sei Opfer ihrer eigenen Impulsivität (mit Alkoholabstürzen), emotionalen Instabilität, 

Suizidimpulse, Angst- und Panikgefühle geworden. Im Sinne einer Komorbidität sei es 

rezidivierend zu depressiven Episoden unterschiedlicher Ausprägung gekommen. 

Aktuell seien noch leichte depressive Symptome vorhanden mit reduzierter 

Lebensfreude, Gefühlen von Minderwert, ständigen Sorgen und Befürchtungen und 

Schuldgefühlen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der Tätigkeit als 

Pharmaassistentin wegen der Gefahr der Erreichbarkeit von pharmazeutischen, 

suchtauslösenden Substanzen aktuell eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer ein¬fachen, 

kognitiv nicht allzu anspruchsvollen Bürotätigkeit in einem kleinen Team sei die 

Versicherte mindestens zu 50 % arbeitsfähig. Die Voraussetzung für eine langfristige 

Leis¬tungsfähigkeit sei die weitere Compliance hinsichtlich der Behandlung der 

Epilepsie (regelmässige Einnahme von Lamotrigin) und der Alkoholabhängigkeit 

(Antabus). In interdisziplinärer Hinsicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass für die 

erlernte Tätigkeit als Pharmaassistentin eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Im zuletzt 

ausgeübten Beruf als Büroangestellte sowie in Verweistätigkeiten sei die Versicherte 

aktuell zu 50 % arbeitsunfähig. Aufgrund des Verlaufs sei trotz guter Vorsätze der 

Versicherten nicht unbedingt davon auszugehen, dass es bei der jetzigen Abstinenz 

bleibe.

A.s  Mit Vorbescheid vom 31. März 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei einem 

IV-Grad von 35 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 209). Den IV-

Grad hatte sie anhand der gemischten Methode (80 % erwerbstätig, 20 % 

Aufgabenbereich) berechnet. Im Aufgabenbereich wurde weiterhin eine 

Mitwirkungspflicht des WG-Partners berücksichtigt, obwohl die Versicherte schon 

lange nicht mehr mit diesem zusammenwohnte. Gegen diesen Vorbescheid liess die 

Versicherte am 30. April 2015 einen Einwand erheben (IV-act. 216). Mit Verfügung vom 

14. Juli 2015 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie angekündigt ab (IV-act. 219). 

Dagegen erhob der Rechtsvertreter der Versicherten am 15. September 2015 

vorsorglich Beschwerde (V-act. 224). Gleichzeitig forderte er die IV-Stelle auf, die 

Verfügung zu widerrufen (IV-act. 221). Der Grund hierfür war eine Hospitalisation der 

Versicherten im KSSG vom 31. Juli bis 18. August 2015 wegen einer Pneumopathie 

unklarer Ätiologie (Kurzaustrittsbericht vom 18. August 2015, IV-act. 222). Am 6. 

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August 2015 war echokardiographisch eine mittelschwere Aorteninsuffizienz unklarer 

Ätiologie festgestellt worden (hypertensive und valvuläre Herzkrankheit). Vom 18. 

August bis 5. September 2015 war eine stationäre Rehabilitation im Zürcher 

RehaZentrum Davos erfolgt (provisorischer Austrittsbericht vom 4. September 2015, 

IV-act. 223). Entsprechend dem Begehren der Versicherten sistierte das Gericht das 

Beschwerdeverfahren am 7. Oktober 2015 einstweilen (IV-act. 230). Am 18. November 

2015 (IV-act. 231-2) reichte der Rechtsvertreter der Versicherten den definitiven 

Austrittsbericht des Zentrums U.___ vom 22. September 2015 ein (IV-act. 234). Dr. 

N.___ hatte im Arztzeugnis vom 9. November 2015 angegeben, dass die Versicherte 

seit November 2013 zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 233). Er merkte an, dass 

seither nie eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % gegeben gewesen sei und eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht zu erwarten sei. Am 27. November 2015 widerrief 

die IV-Stelle die Verfügung vom 14. Juli 2015 (IV-act. 235). Das Beschwerdeverfahren 

(IV 2015/297) wurde in der Folge abgeschrieben (IV-act. 241).

A.t RAD-Arzt Dr. med. V.___ notierte am 18. Dezember 2015 (IV-act. 239), dass die 

Versicherte Ende Juli 2015 eine gesundheitliche Krise mit Intensivpflegebedürftigkeit 

durchgemacht habe, wovon sie sich gemäss den Arztberichten aber erholt habe. Eine 

dauerhafte und deutliche residuelle Verschlechterung des Gesundheitszustandes im 

Vergleich zum Vorzustand sei nicht belegt; es habe sich um eine vorübergehende 

Erkrankung gehandelt. An der bisherigen Arbeitsfähigkeitsschätzung (50 % adaptiert) 

könne festgehalten werden.

A.u  Mit Vorbescheid vom 21. März 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten erneut 

bei einem IV-Grad von 35 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 249). Zur 

Begründung führte sie an, dass die Versicherte seit dem 30. August 2009 aus 

gesundheitlichen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Ohne 

Gesundheitsschaden würde sie weiterhin ihrer Tätigkeit als kaufmännische Angestellte 

in einem Pensum von 80 % nachgehen. Die restlichen 20 % entfielen in den 

Aufgabenbereich. Ohne Gesundheitsschaden könnte die Versicherte als 

kaufmännische Angestellte in einem 80 %-Pensum unter Berücksichtigung der 

Einkommensentwicklung ein Jahreseinkommen von Fr. 41'155.-- erzielen (LSE 2012, 

TA1, AN1). Seit Eintritt des Gesundheitsschadens be¬stehe in der Tätigkeit als 

Büroangestellte wie auch in anderen angepassten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 

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50 %. In einer solchen Tätigkeit könne die Versicherte ein Erwerbseinkommen von Fr. 

25'722.-- pro Jahr verdienen (LSE 2012, TA1, AN1; Einkommensvergleich: IV-act. 246). 

Die Einschränkung im Erwerb betrage folglich 37.50 % (100 - [100 x Fr. 25'722.-- / Fr. 

41'155.--]) und der Teilinvaliditätsgrad im Erwerb 30 % (80 % von 37.50 %). Im 

Haushalt betrage die Einschränkung 25.28 % und der Teilinvaliditätsgrad 5.05 % (20 % 

von 25.28 %). Der Gesamtinvaliditätsgrad belaufe sich somit auf 35 % (30 % + 5.05 

%). Im Aufgabenbereich (Haushalt) wurde also immer noch die Mitwirkungspflicht des 

WG-Partners berücksichtigt, obwohl die Versicherte längst alleine in einem Haushalt 

lebte. Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 11. Mai 2016 einwenden (IV-

act. 250), dass die IV-Stelle keine kompetente Neuabklärung vorgenommen habe. 

Ergänzende medizinische Abklärungen, die im Hinblick auf die Festlegung des 

leidensbedingten Abzugs auch detailliert zu den vorhandenen (psychischen) 

Einschränkungen und den noch zumutbaren Tätigkeiten resp. zur sozial-praktischen 

Zumutbarkeit Auskunft zu geben hätten, seien unumgänglich.

A.v  Mit Verfügung vom 24. Mai 2016 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie 

angekündigt bei einem IV-Grad von 35 % ab (IV-act. 252). Zum Einwand hielt sie fest, 

dass die gesundheitliche Krise Ende Juli 2015 vorübergehend gewesen sei. Der 

Versicherten sei es zumutbar, ihre Restarbeitsfähigkeit von 50 % zu verwerten. Da die 

gesundheitlichen Einschränkungen mit der attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % in 

einer adaptierten Tätigkeit bereits grosszügig berücksichtigt worden seien, sei ein 

"Leidensabzug" nicht gerechtfertigt.

B. 

B.a  Dagegen liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 27. Juni 

2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der 

Verfügung und die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zur weiteren Abklärung. Eventualiter sei festzustellen, dass der 

IV-Grad unter Berücksichtigung der Arbeitsunfähigkeit und des "Leidensabzugs" über 

50 % liege und deshalb ein rückwirkender Rentenanspruch bestehe. Der 

Rechtsvertreter stellte zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Er machte 

geltend, dass der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit durch ein neues 

bidisziplinäres Gutachten abzuklären seien. Er kritisierte zudem, dass die persönlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/27

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und beruflichen Umstände der Beschwerdeführerin nicht genügend berücksichtigt 

worden seien. Aufgrund der behinderungsbedingten Ein¬schränkungen, des Alters der 

Beschwerdeführerin sowie der krankheitsbedingten langen Abwesenheit vom 

Arbeitsmarkt und der aktuell prekären Arbeitsmarktsituation sei ein "Leidensabzug" in 

der Höhe von mindestens 20 % gerechtfertigt. Ausserdem sei davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin im Arbeitsprozess erneut scheitern könnte. Aus diesem Grund 

sei die Beschwerdeführerin einem Arbeitgeber kaum noch zumutbar. Die Verhaltens- 

und Schmerzstörung in Verbindung mit dem vorgerückten Alter wiege derart schwer, 

dass der Beschwerdeführerin die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft nicht 

mehr zumutbar bzw. für die Gesellschaft gar untragbar sei.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. Juli 2016 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung verwies sie auf die Verfügungsbegründung.

B.c  Im Sinne bzw. anstelle einer Replik (act. G 6) reichte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin am 29. September 2016 einen Bericht von Dr. med. W.___ vom 

22. August 2016 (act. G 6.4) und einen Bericht des KSSG vom 5. September 2016 

betreffend eine kardiale Verlaufskontrolle (act. G 6.5) ein. Dr. N.___ hatte der 

Beschwerdeführerin am 14. September 2016 rückwirkend ab dem 14. September 2015 

eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 6.3). Am 5. Oktober 2016 reichte der 

Rechtsvertreter einen Untersuchungsbericht der Klinik für Angiologie des KSSG vom 

29. September 2016 nach (act. G 8).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme bzw. Duplik (act. G 7, 

12).

B.e  Am 7. Dezember 2016 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen 

Kurzaustrittsbericht des KSSG vom 16. November 2016 ein (act. G 10). Am 5. Juli 2017 

informierte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das Gericht über einen 

erneuten medizinischen Zwischenfall vom 23. Mai 2017 (act. G 13). Er machte geltend, 

dass sich die Beurteilungssituation grundlegend geändert habe, da solche 

lebensgefährdenden Zwischenfälle jederzeit wieder vorkommen könnten. Die 

Beschwerdeführerin war wegen einer diffusen Lungenparenchymerkrankung mit 

hypoxischem Atemversagen vom 23. Mai bis 3. Juni 2017 im KSSG hospitalisiert 

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gewesen (Kurzaustrittsbericht vom 2. Juni 2017, act. G 13.3). Dr. N.___ hatte am 13. 

März 2017 berichtet, dass ihm ein IV-Grad von 35 % unrealistisch bzw. zu tief 

bemessen erscheine (act. G 13.2).

B.f  Am 20. Juli 2017 reichte der Rechtsvertreter weitere ärztliche Berichte ein (Bericht 

der Klinik für Neurologie des KSSG vom 19. Juni 2017 und Kurzbericht der Klinik für 

Pneumologie und Schlafmedizin des KSSG vom 12. Juli 2017; act. G 15). Er machte 

geltend, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit 

Verfügungserlass in anspruchserheblicher Weise verschlechtert habe. Am 28. August 

2017 reichte der Rechtsvertreter einen Bericht der Klinik für Pneumologie und 

Schlafmedizin des KSSG vom 19. Juli 2017 ein (act. G 17/17.3).

B.g  Am 8. Januar 2018 informierte die Beschwerdegegnerin das Gericht darüber, dass 

im Rahmen der Neuanmeldung vom 5. Juli 2017 weitere Abklärungen getätigt würden 

(act. G 22).

Erwägungen

1. 

1.1  Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 24. Mai 2016 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 35 % verneint. 

Strittig und zu prüfen ist somit der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

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Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, 

die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 

zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 

16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich 

zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; sog. Betätigungsvergleich). Bei Versicherten, die nur 

zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 

festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 

diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad in beiden Be¬reichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; sog. 

gemischte Methode).

2. 

2.1  Zunächst ist der Status der Beschwerdeführerin festzulegen. Die 

Beschwerdegegnerin hat den IV-Grad anhand der gemischten Methode berechnet: Sie 

ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche 

Beeinträchtigung zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Aufgabenbereich (Haushalt) 

tätig wäre. Gemäss der Rechtsprechung des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen ist die Anwendung der gemischten Methode zur Invaliditätsbemessung 

gesetzes- und verfassungswidrig (siehe z.B. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 

24. Mai 2016, IV 2014/125 und Entscheid vom 6. März 2018, IV 2015/331 [vom 

Bundesgericht aufgehoben]). An der Gesetzes- und Verfassungswidrigkeit der 

gemischten Methode ändert nichts, dass die doppelte Gewichtung im Erwerbsbereich 

mit der Einführung der Änderung der IVV per 1. Januar 2018 weggefallen ist (die 

diesbezügliche Rechtsprechung ist denn auch bereits vor Einführung der neuen 

Verordnungsbestimmung gesetzwidrig gewesen). Da im vorliegenden Fall jedoch das 

gleiche Ergebnis (d.h. derselbe Rentenanspruch) resultiert, wenn der IV-Grad anhand 

eines reinen Einkommensvergleichs (100 % Erwerbstätigkeit) oder anhand der 

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gemischten Methode (80 % Erwerbstätigkeit, 20 % Aufgabenbereich) − ohne doppelte 

Gewichtung − berechnet wird, erübrigen sich weitere Ausführungen zum Status der 

Beschwerdeführerin respektive zur Methode der Invaliditätsbemessung.

2.2  Allerdings bleibt zur Abklärung an Ort und Stelle vom 4. Juni 2012 folgendes 

anzumerken: Die Beschwerdegegnerin hat bei der Ermittlung der Invalidität im 

Aufgabenbereich/Haushalt eine Mitwirkungspflicht des WG-Mitbewohners der 

Beschwerdeführerin be¬rücksichtigt. Sie hat ausser Acht gelassen, dass die 

Beschwerdeführerin erst im Frühling/ Sommer 2011 aus dem Haus, in welchem sie mit 

ihrem Ehemann gelebt hat, ausgezogen ist (IV-act. 124-2). Ausserdem hat sie nicht 

berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben nur etwa 

ein Jahr lang mit dem WG-Mitbewohner/neuen Partner zusammengewohnt hat (IV-act. 

200-68). Aus den Akten geht hervor, dass der WG-Partner psychisch ebenfalls 

angeschlagen gewesen ist (siehe IV-act. 124-1, 200-68). Die Beschwerdegegnerin hat 

nie abgeklärt, ob er aus medizinischer Sicht überhaupt in der Lage gewesen wäre, im 

Haushalt mitzuhelfen. Ob und in welchem Umfang es dem WG-Partner im Jahr 

2011/2012 zumutbar gewesen wäre, im Haushalt mitzuhelfen, kann heute nicht mehr 

eruiert werden; bezüglich dieses Sachverhaltselements herrscht also Beweislosigkeit. 

Den Nachteil der Beweislosigkeit hat die Beschwerdegegnerin zu tragen, da sie es 

durch ihre mangelhafte Abklärung verunmöglicht hat, den Beweis zu erbringen. 

Dasselbe gilt für die Mitwirkungspflicht der Familienangehörigen, mit denen die 

Beschwerdeführerin bis 2011 zusammengelebt hat. Auch diesbezüglich sind nie 

Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin erfolgt. Wobei der Vollständigkeit halber 

anzumerken ist, dass es gemäss der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen ohnehin keine Schadenminderungspflicht von Familienangehörigen gibt (vgl. 

hierzu IV 2015/331 E. 4.1 mit Hinweisen). Auf den von der Beschwerdegegnerin 

ermittelten IV-Grad im Aufgabenbereich (Haushalt) könnte somit auch nicht abgestellt 

werden, wenn die gemischte Methode als gesetzes- und verfassungskonform 

qualifiziert würde.

3. 

3.1  Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der 

Be¬schwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

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3.2  In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere die Berichte des behandelnden 

Rheumatologen Dr. C.___ vom 20. Mai 2008 und 13. Februar 2013, das 

rheumatologisch-psychiatrische Gutachten von Dr. K.___ und Dr. L.___ vom 22. Juli 

2011, die Berichte des Hausarztes Dr. N.___ vom 20. März 2013, 14. September 2015 

und 9. November 2015 sowie das interdisziplinäre Gutachten des ZIMB vom 15. Januar 

2015 im Recht.

3.3  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat nach der Beschwerdeerhebung 

diverse neue medizinische Berichte eingereicht. Im vorliegenden Verfahren ist der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis und mit Verfügungserlass, d.h. bis 24. 

Mai 2016, relevant. Der Bericht von Dr. W.___ vom 22. August 2016 und die Berichte 

(verschiedener Kliniken) des KSSG vom 5. und 29. September 2016, vom 16. 

November 2016, vom 2. Juni 2017, vom 19. Juni 2017 und vom 11. und 12. Juli 2017 

beziehen sich auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach 

Verfügungserlass und lassen keinen Rückschluss auf die medizinische Situation im 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu. Daher haben sie im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren keine Bedeutung. Der Rechts¬vertreter der Beschwerdeführerin 

hat in seiner Eingabe vom 20. Juli 2017 denn auch selbst darauf hingewiesen, dass 

sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Verfügungserlass 

verschlechtert habe und offenbar bereits eine Neuanmeldung bei der 

Beschwerdegegnerin eingereicht (vgl. act. G 22), in deren Rahmen diese Berichte zu 

würdigen sein werden.

3.4  In somatischer Hinsicht sind die Diagnosen unbestritten. Die Beschwerdeführerin 

leidet insbesondere an einer seropositiven, nodulären chronischen Polyarthritis, an 

einer Fingergelenkspolyarthrose, an einem lumbospondylogenen/lumbovertebralen 

Syndrom (Schmerzen im Bereich der LWS), seit November 2012 an einer Epilepsie 

unklarer Ätiologie und seit ca. 2013 an einer distal betonten symmetrischen 

Polyneuropathie. Der behandelnde Rheumatologe Dr. C.___ hat die Arbeitsfähigkeit aus 

rheumatologischer Sicht in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit als 

uneingeschränkt erachtet. Der rheumatologische Gutachter des ZIMB, Dr. R.___, hat 

die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten, wechselbelastenden Tätigkeit wie 

derjenigen als Büroangestellte ebenfalls auf 100 % geschätzt. Er hat darauf 

hingewiesen, dass sich die Befunde gegenüber der letzten rheumatologischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/27

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Begutachtung kaum verändert hätten. Der rheumatologische Vorgutachter Dr. K.___ 

hat der Beschwerdeführerin jedoch wegen einer rascheren Ermüdung im 

Gelenkbereich eine um 20 % verminderte Arbeitsfähigkeit attestiert (10 % vermehrte 

Kurzpausen und 10 % Leistungsverminderung). Ob die Beschwerdeführerin aus 

rheumatologischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % oder zu 100 % 

arbeitsfähig ist, kann offengelassen werden. Die Gutachter sind sich nämlich darüber 

einig, dass die Arbeitsunfähigkeiten aus somatischer und aus psychiatrischer Sicht 

nicht kumulierbar sind und letztere − wie nachfolgend aufgezeigt wird − höher ausfällt. 

Der neurologische Gutachter des ZIMB, Dr. S.___, hat weder der Epilepsie noch der 

Polyneuropathie einen quantitativen (d.h. zeitlichen) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

beigemessen. Diese Einschätzung überzeugt, da die Polyneuropathie ohne 

höhergradige Ausfälle und insbesondere ohne motorische Defizite einhergeht und da 

die epileptischen Anfälle unter medikamentöser Therapie unter Kontrolle sind. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer 

Sicht in der zuletzt ausgeübten Bürotätigkeit sowie in anderen angepassten Tätigkeiten 

zu 80 bis 100 % arbeitsfähig ist.

3.5  In psychiatrischer Hinsicht sind die Diagnosen ebenfalls unbestritten. Die 

behandelnden Ärzte und die psychiatrischen Gutachter haben überzeugend dargelegt, 

dass die Beschwerdeführerin an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit 

emotional instabilen und selbstunsicheren Anteilen, an einer rezidivierenden 

depressiven Störung (im Zeitpunkt der Begutachtung 2011 mittelgradig, im Zeitpunkt 

der Begutachtung 2015 leichtgradig ausgeprägt), an einer Alkohol- und 

Medikamentenabhängigkeit sowie an einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren leidet. Die Ärzte haben die 

Suchtmittelabhängigkeit als sekundär eingestuft; sie ist als Folge der kombinierten 

Persönlichkeitsstörung anzusehen und somit invalidenversicherungsrechtlich relevant 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2013, 9C_701/2012 E. 2 mit Hinweisen). 

Die Tätigkeit im erlernten Beruf als Pharmaassistentin haben alle Ärzte als unzumutbar 

erachtet, was angesichts der in diesem Arbeitsbereich bestehenden Gefahr der 

Erreichbarkeit von pharmazeutischen, suchtauslösenden Substanzen sowie aufgrund 

der kognitiven Defizite überzeugt. Die psychiatrischen Gutachter Dr. L.___ und med. 

pract. T.___ haben die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in einer angepassten 

Tätigkeit wie der zuletzt ausgeübten Tätigkeit auf 50 % geschätzt. Der RAD hat 

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empfohlen, auf diese Einschätzungen abzustellen, d.h. er hat nichts gegen die 

gutachterlichen Beurteilungen einzuwenden gehabt. Sogar der Hausarzt der 

Beschwerdeführerin, Dr. N.___, hat die Arbeitsfähigkeit im März 2013 für adaptierte 

Tätigkeiten noch auf knapp unter 50 % geschätzt. Im November 2015 hat er der 

Beschwerdeführerin dann jedoch rückwirkend ab November 2013 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Allerdings hat er diese Einschätzung sofort wieder 

relativiert, indem er erklärt hat, dass seither (d.h. seit November 2013) nie eine 

Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % gegeben gewesen sei. Er ist also davon 

ausgegangen, dass es seit November 2013 bessere und schlechtere Phasen gegeben 

hat. Dr. N.___ hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung zudem nicht begründet, d.h. es ist 

nicht nachvollziehbar, wieso er die Arbeitsunfähigkeit (zumindest für gewisse 

Zeiträume) höher eingeschätzt hat als die Gutachter. Der Grund hierfür könnte in den 

diversen stationären Aufenthalten liegen, während denen die Beschwerdeführerin 

selbstverständlich keiner Arbeit hat nachgehen können. Hierbei hat es sich jedoch nur 

um vorübergehende, d.h. nicht längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeiten gehandelt, 

die keine Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG zu begründen vermögen. Die 

ausgewiesenen, vollständigen Arbeitsunfähigkeiten in jeglichen Tätigkeiten während 

der stationären Klinikaufenthalte sind invalidenversicherungsrechtlich somit nicht 

relevant. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes Dr. N.___ kann auch 

deshalb nicht abgestellt werden, weil es sich vorliegend um ein komplexes 

Beschwerdebild mit diversen somatischen und psychischen Faktoren handelt. Bei 

einem derartigen Beschwerdebild ist eine interdisziplinäre Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit durch Fachärzte zwingend notwendig. Die übereinstimmenden 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der psychiatrischen Gutachter überzeugt insbesondere 

deshalb, weil sie die durch die psychischen Beeinträchtigungen resultierenden 

funktionellen Einschränkungen aufgezeigt haben. Gemäss Dr. L.___ leidet die 

Beschwerdeführerin an einer verminderten Leistungsfähigkeit, deren Ursache in einer 

Einschränkung der Aufmerksamkeit, der Ausdauer, der Konzentrationsfähigkeit, einer 

verminderten emotionalen Belastbarkeit und einer deutlich verminderten Stress- und 

Frustrationstoleranz (Rückfallgefahr) bei einem stark verminderten Selbstwerterleben 

begründet liegt. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der psychiatrischen Gutachter 

kann somit abgestellt werden. Im erlernten Beruf als Pharmaassistentin besteht 

demnach aus psychiatrischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In der zuletzt 

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ausgeübten Bürotätigkeit sowie in anderen, den psychischen Leiden angepassten 

Tätigkeiten besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 50 %ige 

Arbeitsfähigkeit.

3.6  In interdisziplinärer Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin die 

erlernte Tätigkeit als Pharmaassistentin nicht mehr zumutbar ist. In der zuletzt 

ausgeübten (ungelernten) Tätigkeit als kaufmännische Angestellte (Bürotätigkeit) sowie 

in anderen leidensadaptierten Tätigkeiten besteht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit.

4. 

4.1  Somit bleibt noch die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Invaliditätsbemessung zu überprüfen. Zunächst ist auf den IV-Grad im Erwerbsbereich 

einzugehen. Die Beschwerdegegnerin hat das Validen- und das Invalideneinkommen 

anhand von Tabellenlöhnen berechnet. Sie ist davon ausgegangen, dass die 

Beschwerdeführerin auch ohne Gesundheitsschaden die zuletzt ausgeübte (ungelernte) 

Tätigkeit im kaufmännischen Bereich ausüben würde. Die Beschwerdeführerin ist 

ausgebildete Pharmaassistentin und hat viele Jahre (in tiefen Pensen) auf diesem Beruf 

gearbeitet (siehe IK-Auszug, IV-act. 120). Sie ist jedoch auch in anderen Bereichen tätig 

gewesen. So hat sie von 1995 bis 2000 für die Firma X.___ gearbeitet. Ab 2001 hat sie 

für den Betrieb ihres damaligen Ehemannes das "Büro" gemacht. Im Jahr 2009 hat die 

Beschwerdeführerin einen Arbeitsversuch in einer Apotheke absolviert; dies zeigt, dass 

sie, obwohl sie mehrere Jahre nicht mehr auf dem erlernten Beruf gearbeitet hat, ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigung wieder als Pharmaassistentin arbeiten könnte. 

Allerdings dürfte das Erwerbseinkommen, welches die Beschwerdeführerin als 

Pharmaassistentin verdienen könnte, wenn sie keine gesundheitlichen Probleme hätte, 

nicht höher sein als das Einkommen, welches sie als ungelernte kaufmännische 

Angestellte verdienen könnte. Die Löhne von Pharmaassistentinnen sind nämlich 

verhältnismässig tief (vgl. z.B. den Artikel "Tieflohnarbeiterinnen im weissen Kittel" des 

Tages Anzeigers vom 14. November 2016, abrufbar unter: www.tagesanzeiger.ch/

wirtschaft/standard/Tieflohnarbeiterinnen-im-weissen-Kittel/story/11931423, besucht 

am 6. September 2018). Das zuletzt erzielte Einkommen als Angestellte im Betrieb ihres 

(Ex-)Ehemannes kann allerdings auch nicht als Valideneinkommen herangezogen 

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werden, da einerseits das genaue Arbeitspensum unklar ist und andererseits die Gefahr 

besteht, dass die Höhe des erzielten Einkommens nicht nur von der Arbeitsleistung, 

sondern auch von anderen Faktoren (z.B. betriebswirtschaftlichen und sozialen) 

abhängig gewesen sein könnte, zumal das Einkommen der Beschwerdeführerin wieder 

der ehelichen Gemeinschaft zugeflossen ist. Das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen 

widerspiegelt somit möglicherweise nicht den Lohn, den die Beschwerdeführerin auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte erzielen können. Vor diesem Hintergrund 

erscheint es sachgerecht, dass die Beschwerdegegnerin für das Validen- wie auch für 

das Invalideneinkommen auf dieselben Tabellenlöhne abgestellt hat. Das Validen- und 

das Invalideneinkommen müssen daher ziffernmässig nicht festgelegt werden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2017, 9C_675/2016 E. 3.1 und 3.2).

4.2  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat einen Tabellenlohnabzug von 

mindestens 20 % gefordert. Die Beschwerdeführerin ist im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns (1. März 2009) 47 und im Verfügungszeitpunkt 54 

Jahre alt gewesen. Bis zum ordentlichen Pensionsalter ist ihr also noch eine 

Restaktivitätsdauer von immerhin 17 bzw. 10 Jahren verblieben. Das Alter ist somit 

kein Abzugsgrund. Auch die behauptete aktuell prekäre Arbeitsmarktsituation 

rechtfertigt keinen Tabellenlohnabzug, da für die Berechnung des Validen- und des 

Invalideneinkommens auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abgestellt wird. Einen 

erheblichen Einfluss auf den von der Beschwerdeführerin erzielbaren Lohn haben 

jedoch ihre psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen. Die Gutachter des ZIMB sind 

zum Schluss gekommen, dass aufgrund des Verlaufs trotz guter Vorsätze der 

Beschwerdeführerin nicht unbedingt davon auszugehen sei, dass diese abstinent 

bleibe. Auch wegen der depressiven Symptomatik ist mit einer schwankenden 

Arbeitsleistung und vermehrter krankheitsbedingter Arbeitsausfälle zu rechnen. 

Aufgrund der Persönlichkeitsstörung ist die Beschwerdeführerin zudem auf eine 

erhöhte Rücksichtnahme vonseiten des Vorgesetzten und der Mitarbeitenden 

angewiesen. Allgemein ist die psychische Belastbarkeit der Beschwerdeführerin im 

Vergleich mit einer gesunden Arbeitnehmerin deutlich reduziert. Zum Ausgleich der 

betriebswirtschaftlich betrachtet lohnrelevanten Risiken und der erhöhten Aufwände 

wird ein Arbeitgeber die Beschwerdeführerin nur zu einem tieferen Lohn anstellen als 

eine gesunde Arbeitnehmerin. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Tabellenlohnabzug 

von praxisgemäss 15 % als gerechtfertigt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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4.3  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die 

Verhaltens- und Schmerzstörung in Verbindung mit dem vorgerückten Alter derart 

schwer wiege, dass der Beschwerdeführerin die Verwertung ihrer verbleibenden 

Arbeitskraft nicht mehr zumutbar bzw. für die Gesellschaft gar untragbar sei. Die 

Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung und beim Tabellenlohn ausreichend berücksichtigt worden. 

Aus denselben Gründen wie beim Tabellenlohnabzug spricht das Alter der 

Beschwerdeführerin auch nicht gegen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. 

Gründe, weshalb die Beschwerdeführerin einem Arbeitgeber nicht mehr zumutbar sein 

sollte, sind keine ersichtlich; insbesondere gehen aus den umfangreichen Akten keine 

Auffälligkeiten im zwischenmenschlichen Bereich/Sozialverhalten hervor. Die Gefahr 

eines Suchtmittelrückfalls und das damit verbundene Risiko vermehrter Absenzen ist 

beim Tabellenlohnabzug ausreichend Rechnung getragen worden. Der Verwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit steht somit nichts entgegen. Der IV-Grad im Erwerb beträgt 

folglich 57.5 % (50 % + [50 % x 0.15]). Würde der IV-Grad somit gestützt auf einen 

reinen Einkommensvergleich (100 % Erwerbstätigkeit) berechnet, so hätte die 

Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

4.4  Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode 

berechnet. Der IV-Grad im Erwerb würde − ohne doppelte Gewichtung − bei einem 80 

%-Arbeitspensum 46 % betragen (0.8 x 57.5 %). Ausgehend von dem von der 

Beschwerdegegnerin ermittelten IV-Grad im Haushalt von 5.05 % (zur Kritik hierzu 

siehe E. 2.2) würde ein IV-Grad von 51.05 % resultieren. Die Beschwerdeführerin hätte 

somit auch in Anwendung der gemischten Methode (ohne doppelte Gewichtung des 

Erwerbsbereichs) einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

4.5  Somit bleibt noch der Beginn des Rentenanspruchs festzulegen. Da sich die 

Beschwerdeführerin im September 2008 zum Leistungsbezug angemeldet hat, hat sie 

aufgrund der sechsmonatigen Wartefrist nach Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab 1. März 

2009 einen Anspruch auf eine IV-Rente. Der psychiatrische Gutachter Dr. L.___ hat der 

Beschwerdeführerin ca. ab dem Jahr 2009 aus psychiatrischer Sicht für die 

(ungelernte) Tätigkeit als kaufmännische Angestellte und andere adaptierte Tätigkeiten 

eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aus den Akten ist ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin die Suchtproblematik spätestens ab dem Jahr 2002 nicht mehr 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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"im Griff" gehabt hat; ab diesem Zeitpunkt sind diverse stationäre Klinikaufenthalte 

wegen der Suchtmittelabhängigkeit erfolgt. Zwar hat der behandelnde 

Psychotherapeut der Klinik B.___ der Beschwerdeführerin im Austrittsbericht vom 24. 

April 2008 aus psychiatrischer Sicht noch eine volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt. 

Rückblickend überzeugt diese Einschätzung aufgrund des weiteren Verlaufs jedoch 

nicht. Auch ist unklar, inwieweit der Psychotherapeut über den bisherigen Verlauf 

informiert gewesen war. Hinzu kommt, dass keine Hinweise dafür ersichtlich sind, dass 

sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin zwischen den Jahren 2008 

und 2009 noch einmal erheblich verschlechtert hätte. Die unter anderem von Dr. L.___ 

im Jahr 2011 noch erwartete Verbesserung des Gesundheitszustandes und der 

Arbeitsfähigkeit ist aus der Sicht zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht 

eingetreten. Rückblickend betrachtet hat es sich bei den nach der Erfüllung des 

Wartejahres bzw. nach Ablauf der sechsmonatigen Wartefrist durchgeführten 

medizinischen Behandlungen also nicht um medizinische Eingliederungsmassnahmen 

im IV-rechtlichen Sinne gehandelt. Der medizinische Endzustand ist demnach bereits 

im Jahr 2008 eingetreten gewesen. Demzufolge ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin spätestens ab 

dem 1. März 2008 (frühestmöglicher Beginn des Wartejahres) in der ungelernten 

Tätigkeit als kaufmännische Angestellte und in Verweistätigkeiten zu 50 % 

arbeitsunfähig gewesen ist. Daher hat die Beschwerde¬führerin ab dem 1. März 2009 

Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

5. 

Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben 

und der Beschwerdeführerin ist rückwirkend ab dem 1. März 2009 eine halbe 

Invalidenrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des Rentenbetrages an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, 

über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu 

entscheiden.

6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

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6.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

6.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Er hat die 

Beschwerdeführerin bereits im Verfahren IV 2015/297 vertreten, welches wegen des 

Widerrufs der angefochtenen Verfügung abgeschrieben worden war. Für den 

Vertretungsaufwand war der Rechtsvertreter damals mit Fr. 2'998.95 entschädigt 

worden. Der Aufwand für das Aktenstudium und für die Ausarbeitung der 

Beschwerdeschrift ist im vorliegenden Verfahren daher stark reduziert gewesen. 

Zudem ist der Aufwand für die Beschaffung der im Beschwerdeverfahren neu 

eingereichten medizinischen Unterlagen nicht vergütungsfähig, weil sich diese 

Unterlagen, wie in Erwägung 3.3 ausgeführt worden ist, nicht auf den Streitgegenstand 

bezogen haben. Angesichts des deutlich reduzierten Aufwandes erscheint im hier zu 

beurteilenden Fall eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 1'800.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 24. Mai 2016 aufgehoben und 

der Beschwerdeführerin wird für die Zeit ab 1. März 2009 eine halbe Rente 

zugesprochen; die Sache wird zur Festsetzung des Rentenbetrages an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

1'800.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.09.2018
	Art. 28 und Art. 28a IVG. Anwendung der gemischten Methode. Wegfall der doppelten Gewichtung im Erwerbsbereich durch die Einführung der Änderung der Invalidenversicherungsverordnung per 1. Januar 2018 (wobei die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesgerichts schon bisher gesetzwidrig gewesen ist). Ob der Invaliditätsgrad anhand eines reinen Einkommensvergleichs oder anhand der gemischten Methode vorgenommen wird, hat im vorliegenden Fall keinen Einfluss auf den Rentenanspruch. Die Versicherte hat einen Anspruch auf eine halbe Rente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. September 2018, IV 2016/214).

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