# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24a5849b-777d-5fec-b0dd-f8acd383849c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.06.2018 200 2017 1012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-1012_2018-06-14.pdf

## Full Text

200 17 1012 IV
SCJ/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Juni 2018

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Oktober 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 20. September 2015 unter Hinweis auf eine Diskushernie 
lumbal mit Sequesterbildung bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin führte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und erwerbli-
che Erhebungen durch. Dabei holte sie insbesondere eine Stellungnahme 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 45) ein. Gestützt auf diese 
Erhebungen stellte sie mit Vorbescheid vom 1. März 2017 (AB 46) bei ei-
nem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 100% ab 1. Mai 2016 die 
Zusprache einer ganzen IV-Rente und ab 1. November 2016 bei einem 
IV-Grad von 51% die Zusprache einer halben IV-Rente in Aussicht. Mit 
diesem Vorbescheid zeigte sich der Rückversicherer der Pensionskasse 
der Versicherten nicht einverstanden (AB 49, 51). 

In der Folge stellte die IVB mit Vorbescheid vom 13. Juni 2017 (AB 54) bei 
einem IV-Grad von 100% ab 1. Mai 2016 erneut die Zusprache einer gan-
zen IV-Rente und ab 1. November 2016 bei einem IV-Grad von nunmehr 
41% die Zusprache einer Viertelsrente in Aussicht. Dagegen erhob die 
Versicherte Einwand (AB 56). Nach Einholung einer Stellungnahme des 
RAD (AB 59) sprach die IVB mit Verfügung vom 20. Oktober 2017 (AB 61) 
– wie im Vorbescheid angekündigt – ab 1. Mai 2016 eine ganze IV-Rente 
und ab 1. November 2016 eine Viertelsrente zu.

B.

Hiergegen liess die Versicherte am 17. November 2017 Beschwerde erhe-
ben und die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie 
die Zusprache einer ganzen Rente ab Mai 2016 und einer halben IV-Rente 
ab November 2016 beantragen. Eventualiter sei die Sache an die Vorin-
stanz zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 3

In der Beschwerdeantwort vom 11. Januar 2018 schloss die Beschwerde-
gegnerin unter Hinweis auf eine weitere Stellungnahme des RAD (AB 65) 
auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 21. März 2018 und Duplik vom 27. April 2018 hielten die 
Parteien an ihren Ausführungen und Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Oktober 2017 
(AB 61). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 4

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist vorliegend der grundsätzliche 
Anspruch auf eine IV-Rente, unter Einschluss der unbestritten gebliebenen 
Zusprache einer ganzen Invalidenrente von Mai bis Oktober 2016, zu prü-
fen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 5

führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 
S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). 

Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 6

3.

3.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

3.1.1 Dr. med. C.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 20. Oktober 2015 (AB 17) mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere eine Diskushernie LWK3/4 mit Kom-
pression der Nervenwurzel L3 rechts (S. 2 Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführe-
rin leide seit Mitte April 2014 unter zunehmenden Lumboischialgien mit 
Schmerzausstrahlung und Schwächegefühl rechtes Bein. Nachdem am 
6. Mai 2015 eine Infiltration L3 Wurzel rechts keine Besserung gebracht 
habe, sei die Diskushernie LWK3/4 am 16. Juni 2015 operativ saniert wor-
den mit Rezidiveingriff am 27. Juni 2015. Wegen Schmerzexazerbation sei 
am 21. August 2015 erneut ein operativer Eingriff erfolgt. Seither sei der 
Verlauf zufriedenstellend mit Schmerzabnahme (S. 3 Ziff. 1.4). Die 
Fachärztin attestierte ab dem 6. Mai 2015 bis aktuell eine 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). In der Folge bescheinigte sie weiterhin eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 22.1 S. 3, 22.2 S. 1 f.). 

3.1.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Zentrum E.________, diagnosti-
zierte im Bericht vom 25. Mai 2016 (AB 25) mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit insbesondere einen Verdacht auf einen tiefen Wundinfekt, diffe-
rentialdiagnostisch ein Serom auf Höhe L2/3, bei einem Status nach 
Coflex-Entfernung L2/3 vom 29. März 2016 und nach Débridement, Probe-
nentnahmen und Wundverschluss vom 25. April 2016 (S. 2 Ziff. 1.1). Aktu-
ell bestünden ein tiefer Wundinfekt L2/3 und belastungsabhängige Rücken-
schmerzen präoperativ. Er attestierte ab dem 25. April 2016 eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit (S. 5 Ziff. 1.6 f.).

3.1.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie 
und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 15. September 2016 
(AB 35) insbesondere ein monoradikuläres sensomotorisches Syndrom L3 
rechts und chronische Lumbalgien (S. 4). Die Beschwerdeführerin berichte 
über sensible Störungen mit Hypästhesie/Schmerzen in der Lokalisation L3 
rechts am Oberschenkel und am Unterschenkel. Schmerzen in der LWS 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 7

der oberen/mittleren Etage über den Processus spinosus habe sie eben-
falls, aber ohne klare Abstrahlung in das rechte Bein. Dazu habe die Kraft 
im Bein rechts erheblich nachgelassen in der Hüftbeugung und in der Knie-
streckung, sodass das Treppensteigen schwer falle. Diese Beschwerden 
träten seit der ersten LWS-Operation vom 18. Juni 2015 auf (S. 1). Die 
(nachfolgenden) Eingriffe hätten keinen Einfluss auf ihre aktuellen Be-
schwerden im rechten Bein und deren Verlauf gehabt. Unter einer körperli-
chen Belastung würden die Beschwerden im rechten Bein nicht intensiver 
und unter Schonung und Ruhebedingungen nicht weniger. Deshalb könne 
sie derzeit nur 50% arbeiten (S. 2). Klinisch und anamnestisch bestünden 
eine sensible Störung im Dermatom L3/4 und eine Parese der L3 innervier-
ten Kennmuskulatur am ventralen Becken/Oberschenkel rechts. Diese 
Störungen seien durch die nach der Operation vom 18. Juni 2015 folgen-
den Eingriffe weder positiv noch negativ beeinflusst worden. In der neuro-
logischen körperlichen Untersuchung zeigten sich keine fokalneurologi-
schen Hinweise oder klare Hinweise auf andere spinale oder zen-
tral/zerebrale Störungsbilder. In der elektroneuromyographischen Messung 
fänden sich gute motorische und sensible NLG (Nervenleitgeschwindigkeit) 
sowie 
F-Wellen. Im EMG des Musculus vastus lateralis seien nur wenige chro-
nisch neurogene Denervierungszeichen zu eruieren gewesen, sodass von 
einer langfristigen noch weiteren remittiven Prognose auszugehen sei (bis 
zu zwei Jahren Regenerationszeiten möglich). Somit seien aber auch keine 
anderen additiven peripheren neurogenen Kompressionsstörungen, keine 
peripheren systemischen neurogenen Erkrankungen oder eine nachweis-
bare Myopathie zu konstatieren (S. 4 f.).

3.1.4 Dr. med. D.________ berichtete im Bericht vom 2. Dezember 2016 
(AB 37) über einen stationären Gesundheitszustand. Es bestünden persis-
tierende lumbale Rückenschmerzen, intermittierend auftretende Ausstrah-
lungsschmerzen ins rechte Bein sowie eine persistierende Hüftschwäche 
rechtsseitig (S. 2 Ziff. 1 und 3). Aufgrund der relevanten, belastungsabhän-
gigen Restbeschwerden sei es nicht realistisch, dass die Beschwerdeführe-
rin ihr Pensum über 50% steigern könne. Zudem bestehe immer noch eine 
Beinschwäche auf der rechten Seite. Diesbezüglich habe sich bildgebend 
kein Hinweis auf eine persistierende Neurokompression ergeben. Die aktu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 8

elle Tätigkeit sei weiterhin zumutbar, jedoch bei erhöhtem Pausenbedarf, 
insbesondere auch Liegen zur Reduktion der Schmerzen. Zumutbar seien 
wechselnde Tätigkeiten, ohne Heben von Lasten über 5-10kg und ohne 
Zwangshaltungen in Inklination (S. 3 Ziff. 9, 11, 13 f.).

3.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im 
Bericht vom 20. Februar 2017 (AB 45) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine Diskushernie L3/4 rechts (S. 5). Es würden keine funktionellen 
Einschränkungen beschrieben. In der angestammten Tätigkeit sei die Be-
schwerdeführerin 50% arbeitsfähig. In einer angepassten wechselbelas-
tenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von mit-
telschweren und schweren Lasten, ohne Zwangshaltungen wie Bücken, 
Knien oder Kauern, ohne Umwelteinflüsse wie Zugluft, Kälte oder Nässe, 
ohne vorwiegende Überkopfarbeit, ohne absturzgefährdetes Arbeiten und 
Steigen auf Gerüsten, Leitern und Dächern, ohne repetitive Rumpfrotation 
im Sitzen/Stehen und ohne ständiges Begehen von Treppen bestehe drei 
Monate seit der letzten Operation (vom 25. April 2016), d.h. ab August 
2016, eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit. Die Leistungsminderung von 20% sei 
einem vermehrten Pausenbedarf geschuldet (S. 6).

Nachdem der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Rahmen des Vor-
bescheidverfahrens unter Hinweis auf den Bericht von Dr. med. 
F.________ vom 15. September 2016 (AB 35) geltend gemacht hatte, dass 
zusätzlich zu den Rückenbeschwerden eine Lähmung der Kennmuskulatur 
L3 am Becken/Oberschenkel rechts bestehe, was von der Beschwerde-
gegnerin nicht berücksichtigt worden sei (AB 56 S. 2), nahm die RAD-Ärztin 
Dr. med. G.________ am 14. September 2017 nochmals Stellung (AB 59). 
Als Kennmuskulatur des Bereichs L3/4 werde der Musculus quadriceps 
und der Musculus tibialis anterior bezeichnet, wobei Ersterer für die Knie-
streckung und Letzterer für die Fusshebung zuständig sei. Bei der Läh-
mung des Musculus quadriceps sei das Einknicken des Kniegelenkes ty-
pisch. Die Lähmung des Musculus tibialis anterior führe zu einem Stepper-
gang. Beide Phänomene fänden sich in der Untersuchung von Dr. med. 
F.________ nicht. Den unstrittigen Gesundheitsschäden nach fünf Wir-
belsäulenoperationen sei insofern Rechnung getragen worden, als die Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 9

beitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit mit 50% klar eingeschränkt 
sei. In einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit sei jedoch eine 
höhere Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch möglich. Das Zumutbar-
keitsprofil vom 20. Februar 2017 sei mangels neuer medizinischer Berichte 
weiterhin gültig (S. 2).

3.1.6 Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Zentrum E.________, diagnosti-
zierte im – zusammen mit der Beschwerde eingereichten – Bericht vom 
2. November 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 3) insbesondere eine persis-
tierende Hüftbeugerschwäche M3-M4 rechts, welche sich trotz intensiver 
Physiotherapie und selbstständiger Mobilisation nicht massgeblich gebes-
sert habe. Die Beschwerdeführerin gebe vor allem Probleme bei längerer 
Gehstrecke an. Hier habe sie das Gefühl, dass sie das Bein mit grosser 
Anstrengung nach vorne ziehen müsse. Auch das Treppensteigen sei limi-
tiert. Rennen könne sie nicht (S. 1). In ihrem Beruf als ... müsse die Be-
schwerdeführerin viel stehen und umherlaufen sowie auch körperliche Ar-
beiten durchführen. Dabei sei sie mit einem 50%-Pensum an der Grenze. 
Eine Steigerung sei nicht möglich. Es bestehe auch ein Ausdauerdefizit, so 
dass nach vier Stunden umherlaufen die Arbeitstätigkeit nicht mehr zumut-
bar sei. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 50% sei nicht realistisch 
(S. 2).

3.1.7 Dr. med. F.________ bestätigte im Bericht vom 7. November 2017 
(BB 4) die im Bericht vom 15. September 2016 (AB 35) gestellten Diagno-
sen. Klinisch und anamnestisch bestehe immer noch eine sensible Störung 
im Dermatom L3 rechts und eine Parese der L3 innervierten Kennmuskula-
tur am ventralen Becken/Oberschenkel rechts. In der elektroneuromyogra-
phischen Messung hätten sich gute periphere motorische und sensible 
NLG und F-Wellen und ein chronisch neurogen-denerviertes EMG im 
Kennmuskel L3 rechts gefunden. Sonstige additive periphere neurogene 
Kompressionsstörungen, periphere systemische neurogenen Erkrankungen 
oder eine Myopathie lägen nicht vor. Zum Erhalt der verbliebenen Motorik 
empfahl der Orthopäde eine Fortsetzung der Physiotherapie. Insgesamt 
gehe er von einem Dauerzustand aus, weil die Regenerationsoptionen der 
neurogenen Strukturen nach ca. zwei Jahren in der Regel erschöpft seien. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 10

Somit wäre ein langfristiges Arbeitspensum von 50%, d.h. vier Stunden am 
Tag, zu empfehlen (S. 4). 

3.1.8 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nahm der RAD-Arzt 
Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, für Physika-
lische Medizin und Rehabilitation und für Tropen- und Reisemedizin, am 
3. Januar 2018 Stellung (AB 65). Bei der Beschwerdeführerin sei (spätes-
tens) seit der Diskushernienoperation vom 18. Juni 2015 ein sensomotori-
sches Syndrom L3 rechts nachweisbar. Neben den Sensibilitätsstörungen 
im Dermatom L3 und dem fehlenden Patellarsehnenreflex rechts sei eine 
Abschwächung der Quadrizepsmuskulatur und des Musculus iliopsoas im 
Schweregrad M3-4 nachweisbar. Seit der Operation im Juni 2015 und der 
Untersuchung bei Dr. med. F.________ im September 2016 habe sich 
anamnestisch eine deutliche Besserung eingestellt, wobei sich die Be-
schwerden bis zu zwei Jahre nach dem Zeitpunkt der Schädigung, d.h. Juni 
2017, weiter bessern könnten. Die erwähnte motorische Schwäche im 
Quadrizeps und des Musculus iliopsoas führe zu einer deutlichen Minder-
belastbarkeit beim Treppensteigen und einer leichten Minderbelastbarkeit 
beim Gehen, vor allem auf unebenem Gelände, beim Bücken, beim Auf-
stehen, etc. Beim Sitzen auf einem ergonomischen Stuhl sollten sich keine 
sehr relevanten Einschränkungen ergeben. Hingegen sei die mehrfach 
operierte Lendenwirbelsäule vermindert belastbar, weshalb ganztägiges 
bzw. stundenweise anhaltendes Sitzen nicht dem Leiden angepasst sei. 
Vielmehr sei eine wechselbelastende Tätigkeit, mit kurzen Wegstrecken, 
ohne häufiges Treppensteigen, Bücken und Lastentragen anzustreben. 
Lasten sollten nur bis 5 kg zugemutet werden. Nach Möglichkeit sollte die 
Beschwerdeführerin je nach Bedarf ihre Position ändern können (sitzen, 
stehen, gehen). Bei einer solchermassen gut angepassten Tätigkeit sei 
eine Arbeitsfähigkeit von 80% zumutbar. Die angestammte Tätigkeit sei 
zwar besser bezahlt als eine beliebige oben erwähnte einfache und wech-
selbelastende angepasste Tätigkeit ohne Ausbildung, aber nur zu 50% 
zumutbar, da mit dieser Tätigkeit nicht alle Kriterien einer optimal ange-
passten Tätigkeit erfüllt seien (S. 3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 11

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Vorliegend erfüllt der Aktenbericht des RAD-Arztes Dr. med. 
I.________ vom 3. Januar 2018 (AB 65) die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestell-
ten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Dass der Facharzt keine eigene 
Untersuchung durchgeführt hat, schadet nicht. Denn die Voraussetzungen 
für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 
1988 U 56 S. 371 E. 5b) sind vorliegend erfüllt. Insbesondere sind Ana-
mnese und Verlauf ausführlich in den Akten dokumentiert. Der RAD-Arzt 
hat gestützt auf die medizinischen Vorakten nachvollziehbar dargelegt, 
dass der Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als ... zu 50% 
zumutbar ist. Ferner hat er schlüssig begründet, dass in einer angepassten, 
einfachen, wechselbelastenden Tätigkeit (mit kurzen Wegstrecken, ohne 
häufiges Treppensteigen, Bücken und Lastentragen, ohne Lasten über 5 
kg, mit der Möglichkeit von Positionswechseln) eine 80%-ige Arbeitsfähig-
keit besteht (AB 65 S. 3). Diese Einschätzung ist nicht nur für sich allein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 12

nachvollziehbar und überzeugend, sondern sie steht auch (nahezu) im Ein-
klang mit derjenigen der RAD-Ärztin Dr. med. G.________ in den Berichten 
vom 20. Februar 2017 (AB 45) und 14. September 2017 (AB 59). Entgegen 
den Ausführungen der Beschwerdeführerin (Replik S. 4) hat der RAD-Arzt 
das Zumutbarkeitsprofil unter Berücksichtigung der bestehenden Rücken- 
und der Beinbeschwerden rechts erstellt und damit insbesondere auch 
Letzteren Bedeutung zugemessen, indem er nur noch kurze Wegstrecken, 
kein häufiges Treppensteigen, Bücken und Lastentragen als zumutbar er-
achtet hat (AB 65 S. 3). 

An der schlüssigen Einschätzung des RAD-Arztes ändert nichts, dass 
Dr. med. H.________ im Bericht vom 2. November 2017 (BB 3) eine Stei-
gerung der Arbeitsfähigkeit über 50% als nicht realistisch beurteilt und 
Dr. med. F.________ im Bericht vom 7. November 2017 (BB 4) ein langfris-
tiges Arbeitspensum von 50% empfohlen hat (vgl. auch die beiden E-Mail 
von Dr. med. F.________ und von Dr. med. H.________ jeweils vom 
16. November 2017 an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, in 
welchen die beiden Fachärzte an ihren bisherigen Beurteilungen festhiel-
ten; Beschwerde S. 3 ff.). Denn der RAD-Arzt Dr. med. I.________ hat sich 
in seiner Beurteilung – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
(Replik S. 2 Ziff. III 1) – mit diesen beiden Berichten sorgfältig auseinan-
dergesetzt. Dabei bestätigte er die von den behandelnden Ärzten beschrie-
bene Abschwächung der Quadrizepsmuskulatur und des Musculus iliop-
soas im Schweregrad M3-4, was zu einer deutlichen Minderbelastbarkeit 
beim Treppensteigen und einer leichten Minderbelastbarkeit beim Gehen, 
beim Bücken und beim Aufstehen führe. Aufgrund der mehrfach operierten 
Lendenwirbelsäule sei zudem ganztägiges sowie stundenweise anhalten-
des Sitzen dem Leiden nicht angepasst. Unter Berücksichtig der bestehen-
den Einschränkungen hat der RAD-Arzt weiter nachvollziehbar begründet, 
weshalb er das bisherige Zumutbarkeitsprofil der RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ leicht modifiziert habe, indem er lediglich noch eine wechsel-
belastende Tätigkeit für zumutbar hielt, wobei die Beschwerdeführerin je 
nach Bedarf ihre Position ändern können sollte. In einer solchen angepass-
ten Tätigkeit sei aber weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 80% auszu-
gehen (AB 65 S. 3). Dazu kommt, dass sich weder Dr. med. H.________ 
noch Dr. med. F.________ zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 13

keit geäussert haben. Bei Fachärzte beziehen sich in ihrer Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit offensichtlich auf die angestammte Tätigkeit als ..., 
womit ihre Beurteilung im Übrigen im Einklang steht mit derjenigen des 
RAD-Arztes. 

Soweit die Beschwerdeführerin letztlich geltend macht, dass sie in der zur-
zeit ausgeübten Tätigkeit als ... optimal eingegliedert sei (Beschwerde S. 3 
Ziff. 2), kann ihr nicht gefolgt werden. Denn der RAD-Arzt hat dargelegt, 
dass die angestammte Tätigkeit nicht vollumfänglich dem Zumutbar-
keitsprofil einer angepassten Tätigkeit entspricht, was ohne weiteres nach-
vollziehbar ist. 

3.3.2 Bezüglich des Beginns resp. Verlaufs der bestehenden Arbeitsun-
fähigkeit geht aus dem Bericht von Dr. med. C.________ vom 20. Oktober 
2015 (AB 17) hervor, dass aufgrund der bestehenden Rückenbeschwerden 
ab dem 6. Mai 2015 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat (S. 3 
Ziff. 1.6; AB 22.1 S. 3, 22.2 S. 1 f.). Diese vollständige Arbeitsunfähigkeit 
hielt aufgrund von zwei operativen Eingriffen im März und April 2016 vor-
erst unverändert an (vgl. Bericht von Dr. med. D.________ vom 25. Mai 
2016; AB 25). 

Weiter hat die RAD-Ärztin Dr. med. G.________ im Bericht vom 20. Febru-
ar 2017 (AB 45) nachvollziehbar dargelegt, dass drei Monate nach dem 
letzten operativen Eingriff vom 25. April 2016 eine revisionsrechtlich rele-
vante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist und dass ab August 
2016 in der angestammten Tätigkeit eine 50%-ige und in einer angepass-
ten Tätigkeit eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit besteht (S. 6). Dabei stützte sie 
sich insbesondere auf die Angaben von Dr. med. D.________ im Bericht 
vom 2. Dezember 2016 (AB 37), wonach die Beschwerdeführerin anläss-
lich der letzten Kontrolle vom 1. September 2016 von einer besseren 
Schmerzsituation als vor der Coflex-Entfernung vom 29. März 2016 ge-
sprochen habe. Es bestünden lediglich noch relevante Restbeschwerden 
belastungsabhängig sowie eine Beinschwäche auf der rechten Seite 
(S. 2 f.). Ferner steht diese Beurteilung im Einklang mit der Tatsache, dass 
die Beschwerdeführerin ab Mitte Juli 2016 ihre Arbeit wieder zu 50% auf-
genommen hat (AB 32 S. 2 Ziff. 4). Anderslautende medizinische Beurtei-
lungen bezüglich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit, die diejenige der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 14

RAD-Ärztin in Zweifel ziehen könnten, finden sich vorliegend nicht. Diese 
wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. 

3.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Beschwerde-
führerin ab dem 6. Mai 2015 vollständig arbeitsunfähig war. Ab August 
2016 ist in der angestammten Tätigkeit als ... von einer 50%-igen und in 
einer angepassten Tätigkeit von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit auszuge-
hen. Der Sachverhalt ist somit hinreichend erstellt, weshalb sich – entge-
gen dem Antrag in der Beschwerde (S. 2) – weitere Beweiserhebungen 
erübrigen.

Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu ermitteln.

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 15

deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend bestand ab dem 6. Mai 2015 eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit (vgl. 3.3 hiervor). Der frühest mögliche Rentenbe-
ginn ist deshalb unter Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmel-
dung im September 2015 (AB 1) in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 29 Abs. 1 IVG auf Mai 2016 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist 
ein Einkommensvergleich durchzuführen.

4.3 Ab Mai 2016 besteht bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.3 
und 3.4 hiervor) ein IV-Grad von 100% und damit ein Anspruch auf eine 
ganze IV-Rente.

4.4 Ab August 2016 ist in einer angepassten Tätigkeit von einer 80%-
igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. E. 3.3 hiervor). Diese gesundheitli-
che Verbesserung, welche nach drei Monaten zu berücksichtigen ist 
(Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung [IVV; SR 831.201]), stellt einen Revisionsgrund dar (vgl. 
E. 2.5 hiervor), weshalb ab November 2016 eine weitere Invaliditätsbemes-
sung vorzunehmen ist:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 16

4.4.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Angaben der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, der J.________ 
AG, ermittelt (AB 61 S. 5), was nicht zu beanstanden ist. Gegenteiliges wird 
von der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht. Dies ergibt 
ausgehend von dem im Jahr 2015 als ... erzielten Einkommen von 
Fr. 86‘463.-- [Fr. 6‘651.-- x 13; AB 40 S. 3 Ziff. 2.10] zuzüglich den von der 
Beschwerdegegnerin ermittelten und nicht zu beanstanden mutmasslichen 
Wochenend- und Nachtzulagen von Fr. 1‘649.-- (AB 61 S. 5) und auf das 
massgebende Jahr 2016 aufgerechnet ein Valideneinkommen von 
Fr. 88‘728.80 (Fr. 86‘463.-- + Fr. 1‘649.-- : 100 x 100.7 [Bundesamt für Sta-
tistik {BFS}], Nominallohnindex Frauen 2016, Tabelle T1.2.15, lit. Q).

4.4.2 Die Beschwerdeführerin ist weiterhin bei der J.________ AG als ... 
angestellt; dies zu einem Pensum von 50% seit dem 1. Juni 2017 (AB 40). 
Da diese Arbeitsstelle jedoch nicht einer angepassten Tätigkeit entspricht 
und sie zudem in dieser ihre Restarbeitsfähigkeit von 80% (in einer ange-
passten Tätigkeit) nicht ausschöpft, hat die Beschwerdegegnerin das Inva-
lideneinkommen zu Recht gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2014) ermit-
telt (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Die Beschwerdeführerin ist in einer angepassten Tätigkeit (einfach, wech-
selbelastend, mit kurzen Wegstrecken, ohne häufiges Treppensteigen, Bü-
cken und Lastentragen, ohne Lasten über 5 kg, mit der Möglichkeit von 
Positionswechseln) zu 80% arbeitsfähig (vgl. E. 3.3 hiervor). Dieses medi-
zinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil ist – entgegen der Auffassung in 
der Replik (S. 3) – umsetzbar resp. verwertbar. Denn das trotz der gesund-
heitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist 
bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Dieser theo-
retische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leistungsbereich der Invali-
denversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. 
Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses 
Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und 
weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl be-
züglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzun-
gen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er umfasst auch 
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 17

welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des 
Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfremden Ein-
satzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, 
die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gege-
benheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Ar-
beitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungs-
gemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 459; SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 S. 205 
E. 5.1). Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber 
dort nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so 
eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen-
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin-
den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen 
erscheint (SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4). 
Vorliegend wurde das medizinische Zumutbarkeitsprofil nicht derart einge-
schränkt formuliert, dass davon ausgegangen werden müsste, auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt ständen keine entsprechenden Tätigkeiten 
mehr zur Verfügung. Insbesondere existieren im …bereich, in welchem die 
Beschwerdeführerin bisher tätig war, genügend zumutbare Verweistätigkei-
ten, die dem Fähigkeitsprofil der Beschwerdeführerin entsprechen. Dabei 
wird sie auch auf diverse Hilfsmittel wie ein Stehpult und einen ergonomi-
schen Stuhl zurückgreifen können. Somit kann nicht auf Unverwertbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit geschlossen werden.

Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
das Invalideneinkommen gestützt auf das Kompetenzniveau 2 der Ziff. 86-
88 (Gesundheits- und Sozialwesen) der TA1 ermittelt hat. Das Abstellen 
auf das Kompetenzniveau 1 rechtfertigt sich – entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin (Replik S. 5) – unter Berücksichtigung der Ausbildung 
der Beschwerdeführerin und der jahrzehntelangen Tätigkeit im Gesund-
heitswesen (vgl. AB 1 S. 4 Ziff. 5.3) hier nicht. Der massgebliche monatli-
che Bruttolohn für Frauen beträgt Fr. 5‘168.--. Auf die betriebsübliche Wo-
chenarbeitszeit von 41.5 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 86-88) und auf das Jahr 2016 aufgerech-
net sowie unter Berücksichtigung der zumutbaren 80%-igen Arbeitsfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 18

keit ergibt dies ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 52‘031.65 
(Fr. 5‘168.-- : 40 x 41.5 x 12 : 101.4 x 102.5 [BFS, Nominallöhne Frauen 
2011 – 2015, Tabelle T1.2.10, lit. Q] x 0.8).

Ein behinderungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn wurde von der Be-
schwerdegegnerin nicht vorgenommen (AB 61 S. 5). Ob dieses Vorgehen 
zutreffend ist, ist unter Berücksichtigung des vom RAD-Arzt Dr. med. 
I.________ im Beschwerdeverfahren erstellten Zumutbarkeitsprofils frag-
lich, da die bestehenden behinderungsbedingten Einschränkungen mit der 
um 20% verminderten Arbeitsfähigkeit nur teilweise berücksichtigt wurden. 
Da der IV-Grad jedoch selbst bei Annahme eines Abzuges von hier maxi-
mal 10% unter 50% bliebe und sich dieser somit nicht rentenrelevant aus-
wirken würde (vgl. E. 4.4.3 hiernach), muss diese Frage nicht abschlies-
send beurteilt werden. 

4.4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 88‘728.80 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 52‘031.65 resp. Fr. 46‘828.50 (Fr. 52‘031.65 x 0.9) 
resultiert ein IV-Grad von gerundet 41% resp. 47% (zur Rundung: BGE 130 
V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folglich ab November 2016 ein 
Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 2.2 hiervor). 

4.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2018, IV/17/1012, Seite 19

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.