# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22846d16-08c5-5708-8fbe-26e5778e86c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.04.2008 C-5876/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5876-2007_2008-04-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5876/2007 und C-5982/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richter Blaise Vuille, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiberin Evelyne Sturm.

X._______ und Y._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
A._______, B._______ und C._______ sowie deren 
Kinder D._______ und E._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5876/2007 und C-5982/2007

Sachverhalt:

A.
Die  nigerianischen  Staatsangehörigen  A._______  (geb.  [...]  1982, 
nachfolgend: Gesuchstellerin 1), ihr Bruder B._______ (geb. [...] 1966, 
nachfolgend:  Gesuchsteller 2),  dessen  Ehefrau  C._______  (geb. [...] 
1973,  nachfolgend:  Gesuchstellerin 3)  und  deren  Kinder  D.______ 
(geb. [...] 2001) und E.______ (geb. [...] 2003) ersuchten am 12. Juni 
2007  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Abuja  um  Einreisebe-
willigungen für einen einmonatigen Besuchsaufenthalt bei X._______, 
dem im Kanton Aargau wohnhaften Bruder der Gesuchstellerin 1 und 
des Gesuchstellers 2. Die Auslandvertretung verweigerte die beantrag-
ten Visa vorerst formlos und übermittelte anschliessend die Gesuche 
der Vorinstanz zum formellen Entscheid. 

B.
Nachdem die Vorinstanz beim Migrationsamt des Kantons Aargau er-
gänzende Auskünfte eingeholt hatte, lehnte sie die Einreisebegehren 
mit  Verfügung vom 7. August  2007 ab. Zur  Begründung wurde unter 
anderem ausgeführt,  die  anstandslose  und  fristgerechte  Wiederaus-
reise könne angesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage 
im Herkunftsland und des damit verbundenen hohen Zuwanderungs-
drucks nicht als gesichert betrachtet werden. Viele Landsleute würden 
durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel versuchen, ihren Auf-
enthalt  zu  verlängern,  um  sich  in  der  Schweiz  eine  vermeintlich 
bessere Zukunft aufzubauen. Ausserdem würde der Mehrheit der Ge-
suchsteller  keine  zwingenden  beruflichen  Verpflichtungen  obliegen. 
Nur  solche  könnten  jedoch  gegebenenfalls  Gewähr  für  eine  fristge-
rechte Rückkehr bieten.  

C.
Mit  Beschwerde vom 3. September 2007 beantragen X._______ und 
seine  Ehefrau  Y._______  (nachfolgend:  die  Beschwerdeführer) 
sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die 
Erteilung der Einreisebewilligungen. Sie bringen im Wesentlichen vor, 
die  Gesuchsteller  würden  wohl  aus  einem  Land  stammen,  dessen 
politische  oder  sozioökonomische  Verhältnisse  nicht  als  sicher  be-
trachtet werden könnten. Sie kämen jedoch aus einer Familie, deren 
wirtschaftliche  Situation  sehr  wohl  sicher  sei.  In  den  letzten  Jahren 
hätten die Beschwerdeführer mehrmals Familienangehörige aus Nige-
ria eingeladen, die alle fristgerecht wieder ausgereist seien. Der Ge-

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suchsteller 2 habe ausserdem ein eigenes,  gut  funktionierendes Ge-
schäft, mit dem er seine Familie unterhalte. Zudem sei er bereits 1999 
zu Besuch in der Schweiz gewesen. Von der Ehefrau und seinen bei-
den  Kindern  könne  nicht  erwartet  werden,  dass  sie  berufliche  Ver-
pflichtungen hätten. Was die Gesuchstellerin 1 betreffe, so sei  diese 
mitten  in  ihrem  Englischstudium.  Die  Beschwerdeführer  fügen 
schliesslich an, sie könnten die fristgerechte Ausreise ihrer Besucher 
mit bestem Gewissen garantieren.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 6. November 2007 beantragt die Vorin-
stanz die Abweisung der Beschwerde und führt zur Begründung unter 
anderem an, der Umstand, dass die Familie als Ganzes in die Schweiz 
reisen  wolle,  lasse  erhebliche  Zweifel  an  der  fristgerechten  und an-
standlosen  Wiederausreise  aufkommen. Ausserdem verfüge  die  Ge-
suchstellerin 1 weder über verbindliche familiäre noch über zwingende 
berufliche Verpflichtungen. Zwar sei an der Integrität der Beschwerde-
führer nicht zu zweifeln. Indessen böten Gründe, die alleine auf deren 
Seite liegen würden, für sich allein betrachtet keinerlei Gewähr für eine 
fristgerechte Wiederausreise.

E.
Dagegen bringen die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Dezember 
2007 vor, der Gesuchsteller 2 sei keineswegs nur seiner Ehefrau und 
den  Kindern  gegenüber  verpflichtet,  sondern  auch  jüngeren 
Geschwistern, die im selben Haushalt leben würden und für deren Un-
terhalt er aufkommen müsse. Seine berufliche, finanzielle und gesell-
schaftliche Situation in Nigeria sei viel besser, als sie in der Schweiz je 
sein  könnte.  Auch  die  Gesuchstellerin 1  habe  familiäre  Verpflich-
tungen, hätte ihr doch die Familie das Englischstudium ermöglicht. 

F.
Am  14. Februar  2008  zog  das  Bundesverwaltungsgericht  die  kanto-
nalen Akten der Gesuchsteller bei.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht - un-
ter Vorbehalt  der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen - Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wur-
den.  Darunter  fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Ver-
weigerung der Einreisebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsge-
richt endgültig beurteilt werden (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichts-
gesetz nichts anderes bestimmt. 

1.3 Die Beschwerdeführer sind als Gastgeber nach Art. 48 VwVG zur 
Beschwerde  legitimiert;  auf  das  frist-  und  formgerecht  eingereichte 
Rechtsmittel ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 

1.4 Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt  es sich,  die Ver-
fahren C-5982/2007 und C-5876/2007 zu vereinen.

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt jedoch auf Ge-
suche, die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das 
bisherige  Recht  anwendbar. Die  Beurteilung erfolgt  vorliegend somit 
nach dem damals geltenden Bundesgesetz vom 26. März 1931 über 
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum 
vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und 
der  Verordnung  vom 14. Januar  1998  über  die  Einreise  und  Anmel-
dung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum 
vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

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3.
3.1 Ausländer  und  Ausländerinnen  sind  zur  Anwesenheit  in  der 
Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung  besitzen oder  keiner  solchen  bedürfen (Art. 1a  aANAG). 
Gewisse Gruppen von ihnen benötigen für die Einreise in die Schweiz 
ein Visum (vgl. Art. 3 ff. aVEA). 

3.2 Für die Erteilung von Einreisevisa ist das BFM zuständig (Art. 18 
aVEA), welches im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Ver-
träge mit dem Ausland nach freiem Ermessen entscheidet (Art. 4 und 
Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 aVEA). Das schweizerische Recht räumt 
somit  weder  einen  Anspruch  auf  Einreise  noch  auf  Erteilung  eines 
Visums ein  (vgl.  PETER UEBERSAX,  Einreise  und Anwesenheit  in: Peter 
Uebersax/Peter  Münch/Thomas  Geiser/Martin  Arnold  (Hrsg.),  Aus-
länderrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Pri-
vatrecht,  Steuerrecht  und  Sozialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/ 
München 2002, S. 143). Dem behördlichen Ermessen steht deshalb im 
Falle  der  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  ein  weiterer  Spielraum 
offen als beispielsweise bei der Verlängerung einer allmählich den Ver-
trauensschutz  verfestigenden  Anwesenheitserlaubnis.  Dies  gilt 
namentlich für  die Beurteilung von Einreisegesuchen für  touristische 
Aufenthalte von bis zu drei Monaten, die bewilligungsfrei sind, aber der 
Visumspflicht unterliegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 aANAG i.V.m. den nach-
stehenden Visumsbestimmungen).

3.3 Das Visum wird verweigert,  wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder die Einreisevoraussetzungen nach Art. 1 aVEA nicht erfüllt (vgl. 
Art. 14 Abs. 1 aVEA). So müssen Personen, die in die Schweiz reisen 
möchten, unter anderem Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wieder 
ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

3.4 Die Gesuchsteller  können sich auf  keine Ausnahmeregelung be-
rufen  und  unterliegt  aufgrund  ihrer  Nationalität  den  Visumsbe-
stimmungen (vgl. Art. 1-5 aVEA). Zur Prüfung des Kriteriums der gesi-
cherten Wiederausreise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt wer-
den. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, 
sondern lediglich Voraussagen machen. Dabei sind sämtliche Umstän-
de des konkreten Einzelfalles zu würdigen.

4.
4.1 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können  sich  aus  der  allgemeinen  Lage  im  Herkunftsland  der  Be-

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sucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bür-
gerinnen und Bürgern  aus Staaten bzw. Regionen mit  politisch oder 
wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhältnissen  können 
darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreise-
bewilligung im Einklang steht.

4.2 Die wirtschaftliche Lage Nigerias hat  sich in  den letzten Jahren 
deutlich  verbessert.  Schätzungen  zufolge  lag  das  Wirtschafts-
wachstum im vergangenen Jahr bei  4.3%. Aufgrund der grossen Öl- 
und Gasvorkommen wird auch künftig von einem grossen Wachstum-
spotenzial  in  Nigeria  ausgegangen. Die politische Situation bleibt  in-
dessen  angespannt. Zudem sind  trotz  der  verbesserten  Wirtschafts-
lage  breite  Bevölkerungsschichten  von  vergleichsweise  schwierigen 
ökonomischen  und  sozialen  Lebensbedingungen  betroffen.  So  wird 
davon ausgegangen,  dass zwischen 40% und 70% der  Bevölkerung 
unter  der  Armutsgrenze  lebt.  Die  Armutsbekämpfung  ist  denn  auch 
eines  der  Reformziele  der  Regierung.  Darüber  hinaus  bleiben  aber 
auch die im ganzen Land und namentlich  auch in  Lagos verbreitete 
Gewaltkriminalität, die Korruption und das Analphabetentum bedeuten-
de Herausforderungen (Quellen: Länder- und Reiseinformationen auf 
der  Website  des  Auswärtigen  Amts,  www.auswaertiges-amt.de,  be-
sucht  am 14. April  2008; Reisehinweise auf  der  Website  des  Eidge-
nössischen  Departements  für  auswärtige  Angelegenheiten  [EDA], 
www.eda.admin.ch,  besucht  am  14. April  2008;  Länderinformationen 
auf  der  Website  des  Staatssekretariats  für  Wirtschaft  [SECO], 
www.seco.admin.ch, besucht am 14. April 2008; Country of Origin In-
formation Report, Nigeria, vom 13. November 2007, UK Home Office, 
Ziff. 2.3). 

4.3 Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung, dass die Be-
reitschaft,  das  Heimatland  zu verlassen,  erfahrungsgemäss dort  be-
günstigt wird, wo bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland leben, 
ist  die  Beurteilung der  Vorinstanz,  die das Risiko einer  nicht  fristge-
rechten  Wiederausreise  als  relativ  hoch  einschätzte,  nicht  zu  bean-
standen. Zu Recht  bringen die  Beschwerdeführer  jedoch vor,  es sei 
auch die persönliche Situation der Gesuchsteller zu berücksichtigen. 
Insofern wäre es zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne 
spezifische  Anhaltspunkte  ausschliesslich  aufgrund  der  allgemeinen 
Lage im Herkunftsland auf eine nicht hinreichend gesicherte Wieder-
ausreise zu schliessen. Die eben genannten Umstände entbinden die 

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Vorinstanz daher nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. Na-
mentlich können berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verpflich-
tungen die Prognose der Wiederausreise begünstigen.

5.
5.1 Gemäss  eigenen  Angaben  lebt  die  25-jährige  Gesuchstellerin 1 
zusammen mit  ihrem Bruder, dem Gesuchsteller 2,  in  Lagos und ist 
Studentin.  Die  Beschwerdeführer  bringen  vor,  der  Gesuchstellerin 1 
würden durchaus familiäre Verpflichtungen obliegen,  sei  es doch die 
Familie gewesen,  die ihr  ermöglicht  habe, gegenwärtig ein Englisch-
studium  zu  absolvieren.  Die  Gesuchstellerin 1  wolle  deshalb  das 
Studium auch abschliessen. Demgegenüber geht aus einer im vorin-
stanzlichen  Verfahren  eingereichten  Bestätigung  der  [...]  Universität 
vom 7. Juni 2007 hervor, dass die Gesuchstellerin 1 an der besagten 
Universität  Studentin  gewesen  sei  und  2005/2006  die  Voraus-
setzungen erfüllt habe, um einen Bachelor in "Education/Government" zu 
erhalten. Nach der Genehmigung der Abschlussergebnisse sei es ihr 
möglich,  im September  2007 in  das  "NYSC" (National  Youth Service 
Corps) einzutreten. Dieses Schreiben lässt das vorgebrachte Englisch-
studium und die in diesem Zusammenhang geltend gemachten fami-
liären  Verpflichtungen  zweifelhaft  erscheinen,  zumal  neben  der  Be-
stätigung des Studiumabschlusses der [...]  Universität kein Nachweis 
für ein weiteres Studium besteht. Kommt hinzu, dass weder das Alter 
noch andere Umstände für eine massgebliche Verwurzelung der Ge-
suchstellerin 1  in  ihrem Heimatland  sprechen. Die  persönlichen  Ver-
hältnisse  der  Gesuchstellerin 1  bieten  demnach  keine  hinreichende 
Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise.

5.2 Hinsichtlich  der  34-jährigen  Gesuchsellerin 3,  die  nach  eigenen 
Angaben Hausfrau ist,  und deren beiden 6 und 4 Jahre alten Kinder 
rügen  die  Beschwerdeführer,  es  könne  nicht  erwartet  werden,  dass 
diese über berufliche Verpflichtungen verfügen würden. Dem Vorbrin-
gen  der  Beschwerdeführer  ist  insofern  zuzustimmen,  als  es  nicht 
grundsätzlich  gegen  die  fristgerechte  Wiederausreise  spricht,  wenn 
der  Gesuchsteller 2  als  einziges  Familienmitglied  berufstätig  ist.  In-
sofern  trägt  die  Vorinstanz  mit  ihrer  Begründung,  dass  der  Mehrheit 
der Familienmitglieder keine zwingenden und verbindlichen beruflichen 
Verpflichtungen  obliegen  würden,  dem  Umstand  nicht  hinreichend 
Rechnung, dass es sich bei der Gesuchstellerin 3 um eine Mutter mit 
zwei Kleinkindern handelt. Wie unter Ziff. 3.4 ausgeführt,  gilt  es aber 

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die  gesamten  persönlichen  Verhältnisse  der  Familienmitglieder  zu 
würdigen. 

5.3 Die  Beschwerdeführer  verweisen  in  diesem Zusammenhang  auf 
die  familiären  Verpflichtungen,  die  dem  Gesuchsteller 2  in  seinem 
Heimatland  obliegen  würden.  Dieser  sei  selbständig  erwerbend  und 
würde  mit  seinem Geschäft  neben  seiner  Ehefrau  und  den  Kindern 
weitere  Familienmitglieder  unterhalten.  So  käme  er  für  jüngere 
Geschwister auf, die mit ihm im selben Haushalt lebten. Was die pri-
mären, gegenüber seiner Ehegattin und den beiden Kindern bestehen-
den Verpflichtungen betrifft,  verweist  die Vorinstanz  zu Recht  darauf 
hin, dass diese zusammen mit dem Gesuchsteller 2 um Einreise in die 
Schweiz  ersucht  haben. Inwiefern  die  Unterstützung  der  im Heimat-
land verbleibenden Familienmitglieder eine massgebliche Verbindlich-
keit darstellen würde, erscheint fraglich. So geht aus den Vorbringen 
nicht  hervor,  ob  abgesehen  von  der  Gesuchstellerin 1  weitere  Fa-
milienmitglieder mit dem Gesuchsteller 2 im gleichen Haushalt leben. 
Ausserdem  ist  angesichts  der  allgemein  schwierigen  Lage  im  Her-
kunftsland nicht auszuschliessen, dass eine allfällige Emigration auch 
in der Hoffnung und Erwartung erfolgt, nahe Angehörige später nach-
ziehen bzw. sie aus dem Ausland effizienter unterstützen zu können. 
Die Beschwerdeführer machen zwar geltend, die berufliche, finanzielle 
und gesellschaftliche Situation sei  für den Gesuchsteller 2 in Nigeria 
viel besser, als sie in der Schweiz je sein könnte. Weder aus den nicht 
weiter belegten Vorbringen der Beschwerdeführer noch aus den Akten 
ergeben sich dazu jedoch hinreichende Anhaltspunkte. 
Es  ist  zwar  ebenfalls  zu  berücksichtigen,  dass  der  Gesuchsteller 2 
nach seinem Besuchsaufenthalt im November 1999 fristgerecht ausge-
reist ist. Die damaligen persönlichen Verhältnisse sind indessen nicht 
mit der gegenwärtigen Situation vergleichbar. Der Gesuchsteller 2 war 
zum damaligen Zeitpunkt als Geschäftsführer angestellt. Überdies war 
er damals weder verheiratet noch hatte er Kinder. Da vorliegend seine 
Ehefrau und die beiden Kinder jedoch ebenfalls um Einreise ersuchen, 
spricht dieser Umstand nicht zu seinen Gunsten. Die persönlichen Ver-
hältnisse  des  Gesuchstellers 2  und  der  Gesuchstellerin 3  vermögen 
somit das aufgrund der allgemeinen Situation bestehende Risiko einer 
nicht fristgemässen Wiederausreise nicht zu verringern. 

5.4 Zu keinem anderen Ergebnis führt im vorliegenden Fall, dass ge-
mäss den Angaben der Beschwerdeführer zwei weitere Familienange-
hörige  nach  ihren  Besuchsaufenthalten  in  der  Schweiz  fristgemäss 

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ausgereist sind. Denn massgebend sind in erster Linie die Verhältnisse 
der  Gesuchsteller,  die  hinreichende  Gewähr  für  eine  anstandslose 
Wiederausreise  bieten  müssen.  Das  Verhalten  anderer  Gäste  lässt 
diesbezüglich  keine  Schlussfolgerung  zu.  Ebensowenig  können  die 
Beschwerdeführer  aufgrund ihrer  Zusicherung,  sich um die  Wieder-
ausreise der Gesuchsteller zu kümmern, dazu angehalten werden, de-
ren  fristgerechte  Wiederausreise  zu  veranlassen  (vgl.  hierzu  Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  C-986/2006  vom  10. Oktober  2007 
E. 4.3,  C-1000/2006  vom  4.  Juni  2007  E. 4.5  und  C-778/2006  vom 
9. Mai 2007 E. 5).

6.
6.1 Aus diesen Gründen hat die Vorinstanz zu Recht das öffentliche 
Interesse  sowie  die  Beachtung  der  geltenden  Bestimmungen  ent-
sprechend hoch gewichtet  und den Gesuchstellern  die  Einreise  ver-
weigert. Die angefochtene Verfügung ist im Lichte von Art. 49 VwVG 
nicht zu beanstanden.

6.2 Die Beschwerde ist folglich abzuweisen und die Verfahrenskosten 
sind den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. 
Art. 1 und Art. 2 sowie Art. 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]) 

*******
Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.--  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  werden  mit  den  geleisteten  Kostenvorschüssen  von 
insgesamt Fr. 800.-- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] sowie [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Aargau (Akten Ref-Nr. [...] zurück)

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Evelyne Sturm

Versand: 

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