# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4746b930-d3d6-598f-b4f1-8f06d5a43bb3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 05.05.2020 U 2020 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2020-19_2020-05-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 20 19

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, von Salis, Meisser und Pedretti, 
Aktuar Gross

URTEIL

vom 5. Mai 2020 

in der Streitsache

A._____,
Beschwerdeführerin

gegen 

Regierung des Kantons Graubünden,
vertreten durch das Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität 
Graubünden,

Beschwerdegegnerin

B._____ AG,
Beigeladene

betreffend Submission

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1. Das Tiefbauamt Graubünden (TBA) schrieb am 21. November 2019 im 

Rahmen der Arbeiten an der Lawinengalerie C._____ auf dem D._____-

pass die Ingenieurarbeiten für die Verlängerung der Galerie um 320 m in 

Richtung X._____ (C._____ 3) im Kantonsamtsblatt und auf dem Aus-

schreibungsportal www.simap.ch im offenen Verfahren nach GATT/WTO 

aus. 

2. In den Ausschreibungsunterlagen wurden Eignungskriterien betreffend Er-

fahrungsnachweis der Anbieterin und der Erfahrung von Schlüsselperso-

nen formuliert. Für die Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots 

legte die Vergabebehörde als Zuschlagskriterien die Projektbezogene Auf-

tragsanalyse (30%), die Qualität (40%) und den Preis (30%) fest.

3. Innert Eingabefrist reichten fünf Anbieter ihre Offerten ein. Bei der Offertöff-

nung am 21. Januar 2020 bot sich folgendes Bild:
1. A._____ Fr.   697'813.05
2. E._____ AG (bereinigt) Fr.   855'159.55 + 22.5% Diff.
3. B._____ AG Fr.   899'128.05 + 28.8% Diff.
4. F._____ Fr.   915'838.26 + 31.2% Diff.
5. G._____ C._____ 3.0 Fr. 1'029'396.60 + 47.5% Diff.

Bei der anschliessenden Prüfung der Offerten wurden sämtliche Angebote 

als gültig befunden und aufgrund der in den Ausschreibungsunterlagen be-

kannt gegebenen Zuschlagskriterien bewertet. 

4. Mit Entscheid vom 25. Februar 2020 erteilte die Regierung des Kantons 

Graubünden den Zuschlag für die ausgeschriebenen Ingenieurarbeiten der 

Firma B._____, (Zuschlagsempfängerin), welche eine Gesamtpunktzahl 

von 2.59 erreichte. Die G._____ kam mit 2.37 Punkten auf den zweiten 

Platz und die A._____ mit 2.30 Punkten auf den dritten Platz. Dieser Ent-

scheid wurde den Anbietern am 28. Februar 2020 schriftlich mitgeteilt. 

5. Am 5. März 2020 fand zwischen der Vergabebehörde und Vertretern der 

A._____ ein Erläuterungsgespräch über die Offertbewertungen statt.

http://www.simap.ch

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6. Gegen die Zuschlagsverfügung erhebt die A._____ (Beschwerdeführerin) 

am 9. März 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, 

eine Korrektur der Offertbewertungen und gestützt darauf die Vergabe an 

sich selber. Sie begründet ihre Beschwerde mit der Verletzung des rechtli-

chen Gehörs; weiter bringt sie vor, dass die unterschiedliche Bewertung 

der 'Sachbearbeiter Kunstbauten' und 'Projektleiter Stv.' bei ihr und der Zu-

schlagsempfängerin nicht nachvollziehbar sei. Schliesslich sei auch die Be-

wertung des von der Beschwerdeführerin angegebenen 'Hauptsachbear-

beiter Strassenbau' mit der Note 2 zu tief ausgefallen.

7. Die Vergabebehörde (Beschwerdegegnerin) beantragt in ihrer Vernehm-

lassung vom 23. März 2020 die Abweisung der Beschwerde und die Nicht-

gewährung der aufschiebenden Wirkung. Der angefochtene Entscheid sei 

der Beschwerdeführerin im Rahmen eines mehr als einstündigen Ge-

sprächs detailliert erläutert worden. Die Bewertung sei aufgrund der mit der 

Ausschreibung bekannt gegebenen Zuschlagskriterien erfolgt; die höhere 

Bewertung der Zuschlagsempfängerin im Kriterium 'Qualität' sei sachlich 

gerechtfertigt. Die Bewertung des von der Beschwerdeführerin eingesetz-

ten 'Sachbearbeiter Kunstbauten' sei rückblickend etwas streng gewesen 

und könnte durchaus in den Unterkriterien 'Ausbildung' und 'Erfahrung' um 

je einen halben Punkt angehoben werden; diese Anpassung würde aber 

am Gesamtergebnis nichts ändern. Schliesslich stellt die Vergabebehörde 

fest, dass der Kanton zwischenzeitlich der federführenden Firma der 

A._____, dem Planungsbüro H._____ AG, den Zuschlag für die Planungs-

arbeiten für die I._____ im K._____ erteilt habe, weshalb die Beschwerde-

gegnerin im Falle einer Gutheissung der Beschwerde vor einer allfälligen 

Beauftragung mit dem strittigen Projekt die Leistungsfähigkeit der A._____ 

neu beurteilen müsste. 

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8. Die beigeladene Zuschlagsempfängerin lässt sich nicht vernehmen.

9. Mit der Replik vom 1. April 2020 argumentiert die Beschwerdeführerin zur 

aufschiebenden Wirkung und vertieft ihre Rügen betreffend Gehörsverlet-

zung sowie die ihrer Ansicht nach nicht nachvollziehbaren Bewertungen. 

Korrekterweise müssten beim Vergabekriterium 'Qualität' beiden Anbietern 

die Note 2.5 erteilt werden, was zur Vergabe des Auftrags an die Beschwer-

deführerin führen würde. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde 

werde sie der Vergabebehörde ihre Leistungsfähigkeit auch für die Aus-

führung dieses Auftrages nachweisen.

10. In ihrer Duplik vom 14. April 2020 (Poststempel) erklärt die Beschwerde-

gegnerin, dass sie der Beschwerdeführerin ihrer Ansicht nach das rechtli-

che Gehör in genügender Art und Weise eingeräumt habe. Bei der Aufga-

benanalyse sei die Zuschlagsempfängerin zu Recht höher bewertet wor-

den als die Beschwerdeführerin. In Bezug auf die Bewertung des vorgese-

henen Sachbearbeiters der Beschwerdeführerin legt die Beschwerdegeg-

nerin dar, dass sie mit diesem in einem früheren Projekt, als er noch bei 

einer anderen Firma gearbeitet habe, nachweislich schlechte Erfahrungen 

gemacht habe; eigene Erfahrungen dürfe eine Vergabebehörde berück-

sichtigen; gleichzeitig sei für die Beschwerdegegnerin nicht nachvollzieh-

bar, weshalb die Bewertung des von der Zuschlagsempfängerin vorgese-

henen Sachbearbeiters reduziert werden solle. Insgesamt sei die um einen 

halben Punkt höhere Gesamtbeurteilung des Zuschlagskriteriums 'Qualität' 

bei der Zuschlagsempfängerin als bei der Beschwerdeführerin gerechtfer-

tigt.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf 

den angefochtenen Entscheid sowie auf die im Recht liegenden Beweis-

mittel wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen eingegangen. 

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der von der Beschwerdegegnerin öffent-

lich ausgeschriebene Auftragszuschlag vom 25./28. Februar 2020, worin 

die Ingenieurarbeiten an einer Lawinengalerie entlang einer Passstrasse 

im offenen Verfahren nach GATT/WTO an die Zuschlagsempfängerin mit 

einer Gesamtpunktzahl von 2.59 Punkten vergeben wurden, wogegen die 

drittplatzierte – preislich am günstigsten offerierende – Beschwerdeführerin 

mit einer Gesamtpunktzahl von 2.30 Punkten beim Verwaltungsgericht am 

9. März 2020 Beschwerde erhob und den Zuschlag an sich selbst ver-

langte. Es stellt sich damit die Frage, ob die angefochtene Auftragsvergabe 

zu Recht an die erstrangierte – preislich allerdings nur drittgünstigste – Zu-

schlagsempfängerin erfolgte, oder ob die Beschwerdegegnerin bei der Ver-

gabebewertung (formelle oder materielle) Fehler begangen hat, welche 

eine Direktvergabe an die Beschwerdeführerin rechtfertigen könnten.

1.2. Die strittigen Ingenieurarbeiten (Verlängerung Lawinengalerie um 320 m) 

durch Auftragsvergabe untersteht unbestritten dem öffentlichen Beschaf-

fungsrecht, konkret kommen die Normen des GATT/WTO-Abkommens, 

der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen 

(IVöB; SR 172.056.5 [BR 803.510]) sowie des Submissionsgesetzes für 

den Kanton Graubünden (SubG; BR 803.300) einschliesslich zugehöriger 

Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur Anwendung. Weiter ist 

das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) für das 

Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht von Bedeutung. 

1.3. An der eingereichten Beschwerde gibt es weder bezüglich ihrer Form (= 

Erfordernis an Rechtsschriften nach Art. 38 VRG [Rechtsbegehren; Sach-

verhalt; Begründung]) noch bezüglich der Wahrung der 10-tägigen Be-

schwerdefrist nach Art. 15 Abs. 2 IVöB und Art. 26 Abs. 1 SubG etwas 

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auszusetzen, weil das Ziel der Beschwerde materiell klar erkennbar ist und 

die Rechtsschrift vom 9. März 2020 gegen den Zuschlagsentscheid vom 

25./28. Februar 2020 innert gesetzlicher Anfechtungsfrist erfolgt ist. Die Be-

schwerde ist demnach frist- und formgerecht eingereicht worden.

1.4. Nach Art. 15 Abs. 1 IVöB (Beschwerde an unabhängige kantonale Instanz 

zulässig) bzw. Art. 25 Abs. 1 lit. c SubG (Beschwerde ans Verwaltungsge-

richt) kann namentlich gegen den Zuschlag und den Ausschluss vom Ver-

fahren Beschwerde erhoben werden. Die örtliche und sachliche Zuständig-

keit des angerufenen Verwaltungsgerichts ist damit gegeben, da es um die 

Rechtmässigkeit des Zuschlagsentscheids vom 25./28. Februar 2020 geht.

1.5. Zur Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist legi-

timiert, wer durch den angefochtenen (Zuschlags-) Entscheid berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interessen an dessen Aufhebung oder Änderung 

hat (Art. 50 VRG). Vorliegend wäre die Beschwerdeführerin wohl bereits 

als (preislich) günstigste Anbieterin zur Beschwerdeerhebung vor Verwal-

tungsgericht berechtigt, da sie als nichtberücksichtigte Anbieterin einen fi-

nanziellen Nachteil erleidet, sofern sie (zu Unrecht) den Auftragszuschlag 

nicht erhalten hätte und ihre Einwände und Argumente gegen den ange-

fochtenen Zuschlagsentscheid demnach zutreffend sein sollten. Die Legiti-

mation zur Beschwerde ist stets dann gegeben, wenn die Beschwerdefüh-

rerin als unterlegene Bewerberin eine reelle Chance hat, bei Gutheissung 

ihres Rechtsmittels den Zuschlag zu erhalten; ob dies zutrifft, ist aufgrund 

der Begehren und Rügen der Beschwerdeführerin zu beurteilen. Die Legi-

timation ist in diesem Sinne zu verneinen, wenn beispielsweise die viert-

rangierte Anbieterin lediglich den Ausschluss der Zuschlagsempfängerin 

verlangt, aber zu bejahen, wenn diese Anbieterin z.B. den Ausschluss aller 

vor ihr stehenden Konkurrentinnen oder die Wiederholung des gesamten 

Verfahrens fordert (vgl. BGE 141 II 14 E.4.1. m.w.H.).

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Im konkreten Fall beantragt die Beschwerdeführerin eine Anhebung ihrer 

Bewertung für das Zuschlagskriterium 'Qualität' von der Note 2.0 auf 2.5 

bei gleichzeitiger Reduktion der Note 3.0 der Zuschlagsempfängerin auf 

2.5. Bei einer Gewichtung dieses Zuschlagskriteriums von 40% würde die 

Gesamtnote der Beschwerdeführerin von aktuell 2.3 auf 2.5 ansteigen, wo-

gegen gleichzeitig diejenige der Zuschlagsempfängerin von aktuell 2.59 auf 

2.39 sinken würde. Die Beschwerdeführerin würde so neben der Zu-

schlagsempfängerin auch die aktuell Zweitplatzierte mit ihren 2.37 Punkten 

überholen. Die Legitimation der Beschwerdeführerin ist somit gegeben, 

weshalb das Verwaltungsgericht auf ihre Beschwerde eintritt.

1.6. Mit dem (nachstehenden) materiellen Entscheid in der Sache selbst wird 

die Beurteilung des prozessualen Antrags der Beschwerdeführerin um Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung (ihrer Beschwerde) hinfällig.

2.1. In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin im Einzelnen eine Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs (siehe hiernach E.2.2. ff.), die Bewertung 

des Zuschlagskriteriums 'Projektbezogene Aufgabenanalyse" mit Gewich-

tung 30% (E.2.3. ff.) und die Bewertung des Zuschlagskriteriums 'Qualität' 

mit Gewichtung 40% (E.2.4. ff.) durch die Beschwerdegegnerin. 

2.2. Zum Einwand der Verletzung des rechtlichen Gehörs gilt es verfahrens-

rechtlich klarzustellen, dass die Parteien einen Anspruch auf Begründung 

der Verfügung (bzw. des angefochtenen Entscheids) durch die Behörden 

haben. Dieser zeigt den Parteien, ob sich die Behörde mit ihren Argumen-

ten auseinandergesetzt hat, und erlaubt ihnen eine sachgerechte Anfech-

tung. Die Begründung ist Bestandteil einer korrekten Eröffnung der Verfü-

gung (siehe HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. 

Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, S. 226, Rz. 1038). Die Begründung einer Ver-

fügung entspricht den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 (Gehörsanspruch) 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 

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101), wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Trag-

weite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Um-

stände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht 

verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Viel-

mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen 

sich die Behörde leiten liess (siehe HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., S. 

233, Rz. 1071; sowie BGE 141 III 28 E.3.2.4, 136 V 351 E.4.2, 135 III 513 

E.3.6.5, 133 III 439 E.3.3.). 

2.2.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde geltend, dass sie keine 

umfassende Akteneinsicht erhalten habe. Insbesondere sei ihr eine trans-

parente Einsicht in die Beurteilung der projektbezogenen Auftragsanalyse 

verwehrt worden; dabei handle es sich nicht um schützenswerte Geschäfts-

geheimnisse, weshalb sie weiterhin an einer Einsichtnahme festhalte. 

2.2.2. Die Beschwerdegegnerin verweist auf das mehr als einstündige Gespräch, 

in dessen Verlauf die Beschwerdeführerin Auskunft über die Detailbewer-

tung ihrer Offerte wie auch derjenigen der Zuschlagsempfängerin erhalten 

habe; im Rahmen dieser Auskunftserteilung sei der Beschwerdeführerin 

zudem eine summarische Begründung gegeben worden, weshalb die Zu-

schlagsempfängerin in den qualitativen Kriterien, u.a. betreffend die pro-

jekttechnische Aufgabeanalyse, besser abgeschnitten habe; die Offerten 

der Mitkonkurrenten seien hingegen aus Gründen der Vertraulichkeit nicht 

abgegeben worden.

2.2.3. Nach Auffassung des Gerichts ist nicht umstritten, dass die Beschwerde-

gegnerin der Beschwerdeführerin in einem längeren Gespräch Auskunft 

über die Detailbewertung der Beschwerdeführerin und auch der Zuschlags-

empfängerin erteilt hat. Diese Vorgehensweise ist in diesem Verfahrens-

stadium sicherlich ausreichend, weil es dort darum geht, in groben Zügen 

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die Überlegungen der Vergabebehörde nachvollziehen zu können, um ge-

gebenenfalls in einer Beschwerdeschrift konkrete Rügen formulieren zu 

können. Eine umfassendere Akteneinsicht kann im anschliessenden Be-

schwerdeverfahren beurteilt werden, in dem dann auch die Zuschlagsemp-

fängerin ihre allfälligen Schutzinteressen anmelden kann. Indem die Be-

schwerdegegnerin die Offerten der Parteien inklusive Auswertungsdoku-

mente ins Recht gelegt hat, von keiner Seite Geheimhaltungsvorbehalte 

angebracht worden sind und die Beschwerdegegnerin im Rahmen der 

Rechtsschriften alle relevanten Informationen für die Bewertungen benannt 

hat, herrschte im gerichtlichen Verfahren volle Transparenz. Eine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV liegt nicht vor, da sich 

die Beschwerdegegnerin mit den wesentlichen Punkten, welche zum Zu-

schlagsentscheid führten, im angefochtenen Entscheid vom 25./28. Fe-

bruar 2020 (siehe Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 6) auseinan-

dersetzte (Begründung: "Massgebend ist die bessere Bewertung für die 

Aufgabenanalyse [Tech. Wert] und die Beurteilung des eingesetzten Per-

sonals [Qualität]" zugunsten der Zuschlagsempfängerin). Die Beschwerde-

führerin war angesichts ihrer Beschwerde vom 9. März 2020 und ihrer Re-

plik vom 1. April 2020 offenkundig auch in der Lage, sich zur Begründung 

im angefochtenen Entscheid umfassend zu äussern. Die Begründungs-

pflicht der Beschwerdegegnerin wurde damit ausreichend gewahrt. Eine 

Gehörsverletzung der Beschwerdeführerin ist zu verneinen. In diesem Rü-

gepunkt ist die Beschwerde infolgedessen abzuweisen.    

2.3. Zur Bewertung des Zuschlagskriteriums 'Projektbezogene Aufgabenana-

lyse" mit Gewichtung 30% gilt es anhand der Unterlagen festzuhalten:

2.3.1. Die Beschwerdeführerin bemängelt eine nicht gerechtfertigte Höherbewer-

tung des Kriteriums 'projektbezogene Aufgabenanalyse’ bei der Zuschlags-

empfängerin. So habe die Beschwerdegegnerin anlässlich des Gesprächs 

nach der Auftragsvergabe auf verschiedene technische Punkte hingewie-

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sen, welche bei der Zuschlagsempfängerin gegeben seien und zu einer 

höheren Bewertung geführt hätten, obschon diese Punkte auch in ihrer Of-

ferte enthalten seien. Die Beschwerdegegnerin habe ihr den Mehrwert der 

Auftragsanalyse der Zuschlagsempfängerin nicht plausibel erklären kön-

nen.

2.3.2. Die Beschwerdegegnerin erklärt, dass die Beurteilung einer projektbezo-

genen Aufgabenanalyse nicht auf das Erwähnen oder Nichterwähnen ein-

zelner Punkte nach einer Tabelle oder Checkliste reduziert werden könne. 

Vielmehr sei in einem sorgfältigen Quervergleich zu bewerten, welche tech-

nischen Aspekte und aus welchem Grund für dieses spezifische Projekt als 

relevant zu erachten seien. Das Erkennen der gegenüber Standardprojek-

ten wesentlichen Punkte und deren Beeinflussbarkeit erforderten erfah-

rungsgemäss Fachkompetenz und Projektkenntnisse. Um eine ungewollte 

Ungleichbehandlung bei der Beurteilung der Aufgabenanalyse möglichst 

auszuschliessen, sei von der Beschwerdegegnerin ein aufwändiges Ver-

fahren gewählt worden; so seien die Angebote in anonymisierter Form drei 

Experten vorgelegt worden, darunter dem externen Bauherrenunterstützer; 

dabei habe der interne Projektleiter die trassespezifischen Inhalte geprüft, 

die beiden anderen unabhängig voneinander die Aufgabenanalysen. Aus 

der nachfolgenden Diskussion der Stärken und Schwächen jeder Aufga-

benanalyse seien die Beurteilungen gemeinsam festgelegt worden und im-

mer noch in anonymisierten Form zurück an die Beschwerdegegnerin ge-

sandt worden. Erst dort sei die Zuordnung der Analysen an die einzelnen 

Anbieter gemacht worden. Die Auftragsanalyse der Zuschlagsempfängerin 

sei im Rahmen dieses anonymen, iterativen Bewertungsprozesses von den 

beteiligten internen und externen Fachleuten letztlich zwischen ‘gut’ und 

‘hervorragend’ (2.5 Punkte) beurteilt worden, jene der Beschwerdeführerin 

als ‘gut’ (2 Punkte).

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2.3.3. Nach den Erkenntnissen und der Würdigung des Gerichts ergibt sich aus 

den Ausschreibungsunterlagen, dass das Zuschlagskriterium ‘Projektbezo-

gene Auftragsanalyse’ mit 30% gewichtet ist. Das Kriterium wird unterteilt 

in die Unterkriterien ‘Erkennen der technisch und gestalterisch massgeben-

den Belange’ und ‘Stellungnahme zum Vorprojekt wie auch zu den weiteren 

Unterlagen mit Verbesserungs- resp. Optimierungsvorschlägen’, welche je 

mit 15% gewichtet werden. Als Bewertungsmassstab wird eine Notenskala 

von 3 ‘ausgezeichnet’ über 2 ‘gut’, 1 ‘genügend’ und 0 ‘ungenügend’ fest-

gelegt mit dem Zusatz, dass für die Bewertung dieses Zuschlagskriteriums 

die Vergabe von halben Punkten möglich sei. 

Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin bei der Bewertung mit Anonymi-

sierung und Bewertung durch interne und externe Fachpersonen ist gera-

dezu vorbildlich. Die Vergleichbarkeit der Auftragsanalysen ist schwierig, 

gerade weil diese nicht schematisch erfolgten, sondern die Anbieter auf 

einem A4-Blatt zur Aufgabe Stellung nehmen und sich zu speziellen Pro-

blemen äussern konnten (jeweils Beilage 5 zur Offerte; Bg-act. 8 und 9). 

Die Auswertungen (Bg-act. 14b) müssen demnach zusammen mit den Auf-

tragsanalysen (Bg-act. 8 und 9) gelesen und beurteilt werden, womit sich 

der komplett andere Aufbau erklärt (Anbieter A ist die Zuschlagsempfänge-

rin, Anbieter C die Beschwerdeführerin). Bei der Durchsicht dieser Doku-

mente hat das Gericht keine augenfälligen Inkonsistenzen erkennen kön-

nen; die Kritik der Beschwerdeführerin ist zudem sehr pauschal, was ein 

spezifisches Vergleichen verunmöglicht. Jedenfalls zeigt die Beschwerde-

gegnerin transparent auf, dass der externe Bauherrenunterstützer bei bei-

den Unterkriterien (‘Erkennen der technisch und gestalterisch massgeben-

den Belange’ und ‘Stellungnahme zum Vorprojekt wie auch zu weiteren Un-

terlagen mit Verbesserungs- resp. Optimierungsvorschlägen’) die Zu-

schlagsempfängerin um je einen halben Punkt besser bewertet hat als die 

Beschwerdeführerin und der Experte bei der Aufgabenanalyse der Be-

schwerdeführerin keinen Punkt feststellen konnte, der besonders positiv 

heraussticht. Für das Gericht bestehen keine Zweifel daran, dass die Auf-

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gabenanalyse der Zuschlagsempfängerin insgesamt mehr Substanz und 

Tiefe aufweist (vertieftere Analyse der Verkehrsführung während den Bau-

phasen mit Lösungsvorschlägen sowie Lösungen für die geotechnischen 

Schwierigkeiten) als diejenige der Beschwerdeführerin. Somit hat die Be-

schwerdegegnerin im Rahmen ihres erheblichen Ermessensspielraums bei 

solchen Bewertungsfragen korrekt gehandelt; entsprechend sind die unter-

schiedlichen Endbewertungen nach dem von ihr beschriebenen iterativen 

Bewertungsprozesses zu schützen. Die Beschwerde ist somit bezüglich 

der Kritik an der Bewertung der projektbezogenen Aufgabenanalyse durch 

die Beschwerdegegnerin abzuweisen.

2.4. Es bleibt damit die Bewertung des Zuschlagskriteriums 'Qualität' mit Ge-

wichtung 40% punktemässig zu prüfen und vom Gericht zu entscheiden.

2.4.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass der von ihr eingesetzte 'Sachbearbeiter 

Kunstbauten', dipl. Ing. ETH L._____, bei den Kriterien 'Ausbildung' und 

'Erfahrung' jeweils nur mit der Note 2 (= gut) bewertet wurde, wogegen der 

von der Zuschlagsempfängerin eingesetzte dip. Ing ETH M._____ jeweils 

die Note 3 (= ausgezeichnet) erreichte. Nach ihrem Kenntnisstand hätten 

die beiden Personen dieselbe Ausbildung als 'Bauingenieur ETH'; zudem 

verfüge L._____ über 17 Jahre praktische Projekterfahrung mit einer Viel-

zahl von höchst anspruchsvollen und mehrfach ausgezeichneten Ingenieu-

rbauprojekten, darunter Arbeiten im Züricher HB (Durchmesserlinie direkt 

unter Bahnhof), Kantonsspital Graubünden (Projektleiter 2011 – 2014 für 

gesamte Tragwerke), Neubau eines Wasserkraftwerks, verschiedene 

Kunstbauten der Umfahrung Y._____ (z.B. Tagbaustrecke West), N._____ 

(Standortentwicklung O._____); zudem seien in der Offerte passende Re-

ferenzobjekte zur Aufgabenstellung aufgeführt (Höhenlage, unter Ver-

kehrsbeanspruchung, Lawineneinwirkung etc.). Demgegenüber könne 

M._____ erst 6 Jahre Erfahrung ausweisen. Die Bewertung von L._____ 

mit der Note 2 und von M._____ mit der Note 3 lasse sich vor diesem Hin-

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tergrund nicht nachvollziehen. Nicht nachvollziehbar sei zudem, dass der 

von ihr eingesetzte Hauptsachbearbeiter Strassenbau nur mit der Note 2 

bewertet worden sei, verfüge dieser doch über einen Universitätsabschluss 

in Deutschland und habe 17 Jahre Berufserfahrung, davon 10 Jahre in der 

Schweiz. 

2.4.2. Dem entgegnet die Beschwerdegegnerin, dass die Beurteilung von 

L._____ in den Unterkriterien ‘Ausbildung’ und ‘Erfahrung’ im Vergleich zu 

M._____ streng erscheinen möge, die Gesamtbeurteilung von L._____ mit 

‘gut’ und M._____ mit ‘sehr gut’ aber auch rückblickend nicht grundsätzlich 

falsch erscheine, jedoch bei Lichte besehen anerkennend im direkten Ver-

gleich bei L._____ auf ‘2.5’ erhöht werden müsse, was sich aber auf das 

Endergebnis im Vergabeverfahren nicht auswirke. Für die vorgegebene 

Aufgabenstellung lasse sich nach Ansicht der Beschwerdegegnerin hinge-

gen kaum ein ähnlich fachkompetenter Bauingenieur als Sachbearbeiter 

finden als M._____, der dies in den letzten Jahren bei verschiedenen an-

spruchsvollen Projekten der Beschwerdegegnerin unter Beweis gestellt 

habe, etwa bei den Instandsetzungen der Galerien P._____ 1 + 2 in den 

Jahren 2016–17 sowie der Galerien Q._____ A + B in den Jahren 2017–

19. Insbesondere der Neubau des Galeriestücks E der Galerie Q._____ 

entspreche weitgehend den analogen Projektierungsarbeiten für die Gale-

rie C._____ 3. Die Beurteilung des Teams der Zuschlagsempfängerin mit 

Projektleiter Dr. R._____ und M._____ mit 3 Punkten stehe für die Be-

schwerdegegnerin aufgrund ihrer hervorragenden Erfahrungen bei ver-

schiedenen Kantonsprojekten ausser Frage. Demgegenüber – so ergänzt 

die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik – habe sie anlässlich der Projektie-

rung der Brücke S._____ auf der T._____-strasse mit den damals bei der 

U._____ AG angestellten L._____ und V._____ als Schlüsselpersonen 

nachweislich schlechte Erfahrungen gemacht, was sie mit Schreiben vom 

20. April 2012 (vgl. Bg-act. 15) sogar dazu bewogen habe, bei der Ge-

schäftsleitung der U._____ mit unüblich scharfen Worten zu intervenieren 

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und diese abzumahnen; der damalige Auftrag sei mit unüblich tiefem An-

gebot akquiriert worden und die Schlüsselpersonen (L._____/V._____) 

seien bei der Projektierung letztlich überfordert gewesen. Im besagten 

Schreiben wurde wörtlich moniert: "Es muss klar festgestellt werden, dass 

weder die Kapazität noch die Fachkompetenz der Projektverantwortlichen 

genügen, um das Projekt [Z.] zu bewältigen". Laut Duplik der Beschwerde-

gegnerin relativiere diese negative Erfahrung die von der Beschwerdefüh-

rerin - erst in der Replik - für ihre Schlüsselpersonen (L._____/V._____) 

dargelegten Qualifikationen erheblich. Auf die Personalie 'Hauptsachbear-

beiter Strassenbau' geht die Beschwerdegegnerin nicht ein.

2.4.3. Den Ausschreibungsunterlagen ist zu entnehmen, dass das Zuschlagskri-

terium ‘Qualität’ mit 40% gewichtet ist. Auch hier wird das Kriterium unter-

teilt, und zwar in folgende Unterkriterien: ‘Ausbildung, Erfahrung und Refe-

renzen der folgenden Schlüsselpersonen:

• Projektleiter (Referenzen 10%, Ausbildung 3%, Erfahrung 2%) 15%
• Hauptsachbearbeiter Kunstbau/Projektleiter Stv.

 (Ausbildung 5%, Erfahrung 5%)
10%

• Berater Gestaltung und Landschaftseinpassung (Referenzen 5%) 5%
• Projektorganisation mit Hauptsachbearbeiter Strassenbau und zugezogen

 für die Problemstellung relevanten Fach-Spezialisten auf Expertenniveau
5%

• Qualität der abgegebenen Unterlagen 5%
Zusammen 40%

Als Bewertungsmassstab wird eine Notenskala von 3 ‘ausgezeichnet’ über 

2 ‘gut’, 1 ‘genügend’ und 0 ‘ungenügend’ festgelegt, auch hier mit dem Zu-

satz, dass für die Bewertung dieses Zuschlagskriteriums die Vergabe von 

halben Punkten möglich sei. 

2.4.4. Die Beschwerdegegnerin legt zur Aus- und Bewertung dieses Zuschlags-

kriteriums verschiedene Unterlagen ins Recht. Die Beurteilung des exter-

nen Bauherrenunterstützers (Bg-act. 10) berücksichtigte die Gewichtung 

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der Unterkriterien noch nicht, weshalb sich nur kleine Unterschiede zwi-

schen allen Offerenten ergaben; sämtliche Offerenten wurden mit Aus-

nahme der Beschwerdeführerin mit 2.5 beurteilt, letztere nur mit 2.0. Auf-

grund der fehlenden Gewichtung und eines zusätzlichen Unterkriteriums 

‘Verfügbarkeit’, das in den Ausschreibungsunterlagen nicht aufgeführt ist, 

kann dieser Bewertung kein grosses Gewicht zugemessen werden. Die Be-

schwerdegegnerin stützte sich indes für ihren Entscheid wesentlich auf die 

Bewertung durch deren Sektionsleiter 'Bauwerkserhaltung' Bernhard Suter. 

Dieser nahm eine Bewertung gemäss Ausschreibungsunterlagen inkl. Ge-

wichtung vor und berücksichtigte die Erfahrungen der Beschwerdegegnerin 

mit den Anbietern aufgrund bisheriger Projekte. Besonders wurde darauf 

geachtet, dass die Gesamtbeurteilung der jeweiligen Schlüsselperson die 

wahrgenommene Fachkompetenz wiederspiegle. Gemäss dieser Auswer-

tung (Bg-act. 11) erhielt die Zuschlagsempfängerin (von 2.75 aufgerundet) 

eine Bewertung von 3 Punkten, die Beschwerdeführerin hingegen (von 

2.25 abgerundet) 2 Punkte. Diese Bewertung ist mit den von der Beschwer-

degegnerin im Rahmen der Rechtsschriften dargelegten Argumentation 

transparent und sachlich nachvollziehbar. Die Benotung erfolgte zudem im 

Rahmen der Vorgaben der Ausschreibungsunterlagen korrekt (halbe No-

ten, Rundungen). Der Umstand, dass die Rundungen die tatsächliche Dif-

ferenz von ungerundet 0.525 auf gerundet einen Punkt ausweitete, muss 

von der Beschwerdeführerin hingenommen werden.

2.4.5. Während die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung noch einräumt, 

dass die Aspekte ‘Ausbildung’ und ‘Erfahrung’ beim Hauptsachbearbeiter 

der Beschwerdeführerin, L._____, etwas streng beurteilt worden seien, und 

man bei Lichte besehen auch anstatt der Noten 2 jeweils eine halbe Note 

mehr hätte geben können, relativiert sie dieses Entgegenkommen dann in 

ihrer Duplik wiederum, indem sie auf negative Erfahrungen verweist mit 

dem von der Beschwerdeführerin eingesetzten Projektleiter und Haupt-

sachbearbeiter in einem früheren Projekt, als diese noch bei einer anderen 

- 16 -

Firma angestellt waren. Weil die Bewertung von Schüsselpersonen perso-

nen- und nicht unternehmensbezogen sind, deren Referenzen und Erfah-

rung also für ihren gesamten beruflichen Werdegang zu berücksichtigen 

sind, und zwar sowohl im Positiven wie auch im Negativen, darf die Be-

schwerdegegnerin die von ihr in der Duplik angeführten negativen Erfah-

rungen in ihre Bewertung einfliessen lassen (so bereits: PVG 2018 Nr. 28). 

Vor diesem Hintergrund ist der Beschwerdegegnerin auch zuzustimmen, 

wenn sie die Anzahl der Erfahrungsjahre (17) von L._____ nicht automa-

tisch höher bewertet als die tiefere Anzahl (6) von M._____. Dennoch muss 

die Beschwerdegegnerin darauf behaftet werden, dass sie die Bewertung 

von L._____ bzw. dessen Ausbildung und Erfahrung nachträglich höher be-

wertete.

2.4.6. Ebenfalls als nicht nachvollziehbar bezeichnete die Beschwerdeführerin 

die Bewertung ihres 'Hauptsachbearbeiters Strassenbau' mit der Note 2 

trotz Universitätsabschluss in Deutschland und 17 Jahren Berufserfahrung, 

davon 10 Jahren in der Schweiz. Vergleicht man diese Eckwerte mit den-

jenigen der von der Zuschlagsempfängerin eingesetzten Person, welche 

mit der Note 2.5 bewertet worden ist, so ist auch diese unterschiedliche 

Bewertung gestützt auf sachlichen Grundlagen erfolgt: Der Hauptsachbe-

arbeiter Strassenbau der Zuschlagsempfängerin verfügt nämlich über ei-

nen Abschluss der ETH und über 20 Jahre Berufserfahrung. Der Einfluss 

einer Höherbewertung der von der Beschwerdeführerin eingesetzten Per-

son hätte zudem einen marginalen Einfluss auf das Gesamtergebnis und 

könnte insbesondere nichts daran ändern, dass die Beschwerdeführerin im 

Zuschlagskriterium eine Bewertung mit einer Note von maximal 2.5 errei-

chen könnte.

2.4.7. Am Gesamtergebnis ändert sich aber nichts, denn wenn die Beschwerde-

führerin beim Zuschlagskriterium ‘Qualität’ 2.5 Punkte erhält anstatt bisher 

2 Punkte, würde dies doch gewichtet 0.2 Punkte ausmachen und so ihre 

- 17 -

Gesamtpunktezahl der Beschwerdeführerin auf neu 2.50 erhöhen; dies 

reicht aber nicht aus, um die Zuschlagsempfängerin mit ihren 2.59 Punkten 

zu überholen. Mit anderen Worten: Es reicht für die Beschwerdeführerin 

nicht, ihre eigene Bewertung um einen halben Punkt zu erhöhen, sondern 

es müsste gleichzeitig die Bewertung der Zuschlagsempfängerin um einen 

halben Punkt vermindert werden.

2.4.8. Eine schlechtere Bewertung des Schlüsselpersonals der Zuschlagsemp-

fängerin drängt sich hingegen nicht auf, wie die Beschwerdegegnerin mit 

sachlichen Argumenten aufzeigt: So hat sie insbesondere mit M._____ in 

früheren, zeitlich nicht weit zurückliegenden Kantonsprojekten in ähnlichen 

und in einem Fall fast identischen Projekt hervorragende Erfahrungen ge-

macht. Solche Aspekte dürfen – wie bereits ausgeführt – durchaus berück-

sichtigt werden, sodass an der Bewertung der Beschwerdegegnerin dieses 

Zuschlagskriteriums der Zuschlagsempfängerin (punktemässig) nichts 

auszusetzen ist. Die Gesamtpunktzahl von 2.59 bleibt unverändert.

2.4.9. In einer Gesamtschau lässt sich damit als Fazit festhalten, dass es der Be-

schwerdeführerin nicht gelingt, die von ihr als nicht gerechtfertigt empfun-

dene Höherbewertung des Kriteriums ‘Projektbezogene Aufgabenanalyse’ 

bei der Zuschlagsempfängerin zu plausibilisieren. Beim Zuschlagskriterium 

‘Qualität’ vermag die Beschwerdeführerin zwar eine leicht bessere Bewer-

tung ihrer eigenen Offerte im Zuschlagskriterium zu begründen, dringt aber 

mit ihrer Rüge dennoch nicht durch, weil sie gleichzeitig eine Minderbewer-

tung der Zuschlagsempfängerin in diesem Kriterium beantragt hat, für die 

aber kein Anlass besteht. Dieser Minderbewertung hätte es aber bedurft, 

damit die Beschwerdeführerin die Zuschlagsempfängerin in der Gesamt-

note hinter sich hätte lassen können. Schliesslich hält auch die unterschied-

liche Bewertung des 'Hauptsachbearbeiters Strassenbau' einer Überprü-

fung stand. Insgesamt ist die Beschwerde daher abzuweisen.

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3.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten zu Lasten 

der Beschwerdeführerin. Angesichts der Höhe des Betrags der strittigen 

Vergabe (Auftragswert laut Offerte Beschwerdeführerin: Fr. 697'813.05) 

und dem gleichzeitig im mittleren Bereich verursachten Aufwand – ver-

schiedene Rügen, die thematisch aber nicht sonderlich komplex waren – 

hält das Gericht eine Staatsgebühr in der Höhe von total Fr. 5'000.-- (zzgl. 

Kanzleiauslagen) für angemessen. Dies entspricht der Staatsgebühr bei 

ähnlichen Fällen (vgl. VGU U 14 64: Staatsgebühr Fr. 5'000.-- bei Auftrags-

wert für Reinigungsdienstleistungen von rund Fr. 780'000.-- und U 16 61: 

Fr. 6'000.-- bei Auftragswert für Laboranalysen von rund Fr. 1 Mio.). 

3.2. Aussergerichtlich steht der Beschwerdegegnerin keine Entschädigung zu, 

da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat (Art. 78 Abs. 

2 VRG). Die Zuschlagsempfängerin hat sich am Beschwerdeverfahren 

nicht beteiligt, weshalb ihr ebenfalls keine Parteientschädigung zusteht.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 428.--

zusammen Fr. 5'428.--

gehen zulasten der Ingenieurgemeinschaft A._____ (bestehend aus: der 

H._____ AG und zwei weiteren Firmen, untereinander solidarisch haftend) 

und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanz-

verwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

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