# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dceeef1f-e09d-527a-a642-610bda59f344
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 07.04.2015 SK1 2014 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2014-36_2015-04-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 07. April 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 14 36 [nicht mündlich eröffnet] 14. Juli 2015

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin Duff Walser

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Rit-
ter, Bahnhofstrasse 24, 9443 Widnau, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Moesa vom 7. Mai 2014, mitgeteilt am 21. August 
2014, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstras-
se 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Beschuldigten und Berufungs-
kläger,

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____1967 in O.1_____ geboren. Zusammen mit 
zwei Schwestern wuchs er bei seinen Eltern in O.2_____ auf. Dort besuchte er 
zunächst vier Jahre die Volksschule, bevor er in O.3_____ das Gymnasium und in 
der Folge die Handelsakademie absolvierte. Im Anschluss daran begann er an der 
Universität O.4_____ ein Studium der Betriebswirtschaft, welches er jedoch nach 
rund 3 Jahren abbrach. Im Jahre 1998 erwarb X._____ schliesslich Firmenanteile 
an der in O.5_____ domizilierten A._____AG, deren einziger Geschäftsführer er 
ist. 

X._____ ist verheiratet und Vater von zwei Kindern, geboren 2001 und 
2002. Sein Bruttojahreseinkommen beträgt gemäss eigenen Angaben rund Fr. 
100'000.00.

Im Schweizerischen Strafregister ist X._____ mit einer Eintragung ver-
zeichnet. Mit Strafbefehl vom 30. August 2005 wurde er vom Untersuchungsamt 
O.5_____ wegen mehrfacher vorsätzlicher Beschäftigung eines Ausländers ohne 
Bewilligung im Sinne von Art. 23 Abs. 4 ANAG sowie wegen Übertretung von Art. 
23 Abs. 6 ANAG mit Fr. 800.00 Busse bestraft. Der Vollzug der Busse wurde unter 
Anordnung einer zweijährigen Probezeit aufgeschoben.

Im Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in O.6_____ ist 
X._____ mit drei Eintragungen erfasst. Am 28. Juni 2006 wurde er wegen Über-
schreitung der Höchstgeschwindigkeit ausserhalb geschlossener Ortschaften um 
48 km/h mit einer Busse von 100 Euro und einem Fahrverbot für die Dauer von 
einem Monat bestraft. Rund zwei Jahre später, am 17. April 2008, wurde gegen 
ihn wiederum wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit ausser Orts, die-
ses Mal um 43 km/h, sowie wegen verbotswidriger Benutzung eines Mobil- oder 
Autotelefons als Führer des Kraftfahrzeugs eine Geldbusse von 215.00 Euro ver-
hängt. Darüber hinaus wurde X._____ in diesem Zusammenhang mit einem ein-
monatigen Fahrverbot belegt. Schliesslich wurde gegen ihn am 9. Juni 2010 we-
gen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserhalb geschlos-
sener Ortschaften um 34 km/h eine Geldbusse von 120.00 Euro ausgesprochen.

Im Strafregister der Republik B._____ scheint gegen X._____ keine Verur-
teilung auf.

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B. Am 8. August 2010 um 18.52 Uhr wurde ein in Richtung O.7_____ 
fahrender Kleinbus der Marke Volkswagen mit dem Kennzeichen _____ auf der 
vierspurigen Autostrasse C._____ auf dem Gebiet der Gemeinde D._____ auf der 
Höhe des Hangars E._____ von einer Geschwindigkeitskontrolle erfasst. Das fest 
installierte und am 10. März 2010 geeichte Radargerät mass dabei eine Ge-
schwindigkeit von 129 km/h, was nach Abzug der Sicherheitsmarge von 6 km/h 
eine Geschwindigkeit von 123 km/h und damit eine Überschreitung der signalisier-
ten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 43 km/h ergab. Dabei wurde ein Ra-
darfoto von der Frontpartie des Fahrzeuges angefertigt. Die Ermittlungen ergaben, 
dass zum fraglichen Zeitpunkt die Firma F._____GmbH Halterin des Kleinbusses 
war, letztere jedoch das Fahrzeug der Firma A._____AG ausgeliehen hatte, deren 
Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident mit Einzelunterschrift X._____ ist.

C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Januar 
2011 wurde X._____ der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 
27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG 
schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 
je Fr. 170.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie 
einer Busse von Fr. 500.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer 
Freiheitsstrafe von drei Tagen, bestraft. 

D. Gegen diesen Strafbefehl liess X._____ am 17. Februar 2011 Ein-
sprache erheben. 

Daraufhin eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X._____ am 
31. März 2011 eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung der Verkehrsre-
geln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG, anlässlich derer X._____ am 14. April 2011 
einvernommen wurde. 

In dieser Einvernahme äusserte der Beschuldigte die Vermutung, dass das 
Tatfahrzeug zur fraglichen Zeit von G._____, einem Mitarbeiter der A._____AG 
Australien gelenkt worden sei. In der Folge ersuchte die Staatsanwaltschaft bei 
der Ehefrau des Beschuldigten um Identifizierung der auf dem Radarbild abgebil-
deten Personen und nahm, nachdem G._____ auf ihr Schreiben vom 9. März nicht 
reagierte, einen Vergleich des Radarbilds mit dem von X._____ gelieferten Foto-
material von G._____ vor. Dabei gelangte die Staatsanwaltschaft zum Schluss, 
dass G._____ als fehlbarer Lenker ausscheide.

E. Nach Ergänzung der Strafuntersuchung teilte die Staatsanwaltschaft 
X._____ am 7. Juni 2012 mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei und 

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setzte ihm eine Frist von zehn Tagen zur Geltendmachung allfälliger Beweisanträ-
ge an. 

In seiner innert erstreckter Frist eingereichten Stellungnahme vom 9. Juli 
2012 beantragte der Rechtsvertreter des Beschuldigten unter Hinweis, dass der 
Sachverhalt für eine Erledigung der Angelegenheit genügend abgeklärt sei, die 
Anklageerhebung gegen seinen Mandanten beim zuständigen erstinstanzlichen 
Gericht sowie dessen Freispruch vom Vorwurf der groben Verletzung von Ver-
kehrsregeln. 

F. In der Folge hielt die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl wegen gro-
ber Verletzung der Verkehrsregeln fest und überwies diesen am 2. August 2012 
gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO an das erstinstanzliche 
Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens. 

Dem Strafbefehl vom 21. Januar 2011, welcher gemäss Art. 356 Abs. 1 
StPO als Anklageschrift gilt, liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

"Am 8. August 2010, um 18.52 Uhr, fuhr die beschuldigte Parson mit dem 
Fahrzeug VW D, Kontrollschild _____, über die Autostrasse C._____ von 
O.8_____ kommend in Richtung O.7_____. Dabei fuhr sie beim Hangar der 
E._____ AG, Gemeindegebiet D._____, in Kenntnis der dort signalisierten 
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h mit stark überhöhter Geschwindigkeit, 
nämlich nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit 123 km/h und somit 43 
km/h schneller als erlaubt. Dies tat sie, weil sie aus krasser Unaufmerk-
samkeit die Geschwindigkeit nicht im Auge behielt, wobei die beschuldigte 
Person die geltende Höchstgeschwindigkeit kannte oder aufgrund der an-
gezeigten Signalisation zumindest hätte kennen müssen."

G. Mit Schreiben vom 14. August 2012 setzte der Bezirksgerichtspräsi-
dent Moesa den Parteien gemäss Art. 331 Abs. 2 StPO Frist von 20 Tagen zur 
Einreichung von begründeten Beweisanträgen an. 

Innert erstreckter Frist stellte die Verteidigung mit Schreiben vom 15. Okto-
ber 2012 Antrag auf Einvernahme des Zeugen G._____, worauf der Bezirksge-
richtspräsident gestützt auf Art. 332 Abs. 2 StPO die Durchführung der entspre-
chenden Untersuchungsergänzung durch die Staatsanwaltschaft anordnete. Das 
in der Folge bei den zuständigen britischen Behörden gestellte Rechtshilfeersu-
chen der Staatsanwaltschaft Graubünden blieb jedoch erfolglos, zumal G._____ 
an der vom Verteidiger genannten Adresse in England nicht ausfindig gemacht 
werden konnte.

Zwecks Klärung der Identität des Fahrzeuglenkers wie auch der abgebilde-
ten Beifahrerin forderte das Bezirksgericht Moesa in der Folge bei der Kantonspo-

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lizei Graubünden Vergrösserungskopien der Radarfotos in optimierter Auflösung 
an. Nebst diesen Vergrösserungskopien nahm sie sodann eine beim Migrations-
amt des Kantons St. Gallen gestützt auf Art. 194 StPO angeforderte Kopie des 
Identitätsausweises der Ehefrau von X._____ sowie das von der Kantonspolizei 
eingeholte Eichzertifikat des Radargerätes zu den Akten. 

Mit Schreiben vom 12. September 2013 respektive 1. Oktober 2013 ver-
zichteten die Staatsanwaltschaft wie auch der Verteidiger auf die seitens des Be-
zirksgerichts am 10. September 2013 gestützt auf Art. 331 Abs. 2 StPO erneut 
eingeräumte Möglichkeit innert angesetzter Frist eventuelle weitere Beweisanträge 
zu stellen. Die Staatsanwaltschaft überliess dem Gericht jedoch zwei ihr zur Ver-
fügung stehende hellere Kopien des Radarfotos, welche ebenfalls zu den Akten 
genommen wurden. 

H. Die erste Hauptverhandlung fand nach gehöriger Vorladung vom 30. 
Oktober 2013 am 6. Februar 2013 statt, wobei X._____ - wie von seinem Rechts-
vertreter nur zwei Tage zuvor angekündigt - nicht vor Schranken der Vorinstanz 
erschien. Das Bezirksgericht lud daher die Parteien gestützt auf Art. 366 Abs. 1 
StPO erneut zur Hauptverhandlung auf den 7. Mai 2013 vor. Anlässlich dieser 
zweiten Hauptverhandlung vom 7. Mai 2013 vor dem Bezirksgericht Moesa er-
schien X._____ persönlich in Begleitung seines Verteidigers. Die Staatsanwalt-
schaft hat auf eine Teilnahme verzichtet.

I. Mit Urteil vom 7. Mai 2013, gleichentags mündlich eröffnet, erkannte 
das Bezirksgericht Moesa:

1. X._____, 1967, O.2_____, è autore colpevole di infrazione grave alle 
norme della circolazione stradale secondo gli art. 27 cpv. 1 e 32 cpv. 
LCStr in unione all'art. 90 cpv. 2 LCStr.

2. X._____ è condannato ad una pena pecuniaria di 15 (quindici) aliquote 
giornaliere di CHF 140.00 (centoquaranta) cadauna per complessivi 
CHF 2'100.00, pena sospensa condizionalmente per un periodo di 
prova di 2 (due) anni, e a una multa di CHF 500.00 (cinquecento). La 
pena detentiva sostitutiva in caso di mancato pagamento per colpa 
della multa corrisponde a 4 (quattro) giorni.

3. Le spese e tasse processuali, consistenti in spese e tasse d'istruttoria 
della Procura pubblica dei Grigioni di CHF 1'245.00 e nella tassa di 
giudizio del Tribunale distrettuale Moesa di CHF 1'600.00 per 
complessivi 2'845.00 sono poste a carico del condannato e vanno 
versate, unitamente alla multa di CHF 500.00, al Tribunale distrettuale 
Moesa entro 30 giorno dalla crescita in giudicato della sentenza.

4. (Notificazione)."

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Dagegen meldete X._____ bereits im Anschluss an die mündliche Urteils-
eröffnung Berufung an. Nach Zustellung des schriftlichen Urteilsdispositivs am 12. 
Mai 2014 bestätigte der Verteidiger mit Schreiben vom 20. Mai 2014 die mündli-
che Berufungsanmeldung von X._____. Am 21. August 2014 teilte das Bezirksge-
richt Moesa den Parteien schliesslich das schriftlich begründete Urteil mit. 

J. Am 10. September 2014 liess X._____ die Berufungserklärung beim 
Kantonsgericht von Graubünden einreichen. Er stellte folgende Rechtsbegehren:

"1. Das angefochtene Urteil des Tribunale distrettuale Moesa vom 07. Mai 
2014 im Verfahren inc.no 515.12.07, VV.2011.222 sei vollumfänglich 
aufzuheben.

2. Der Beschuldigte X._____ sei vom Vorwurf der groben Verletzung von 
Verkehrsregeln vollumfänglich freizusprechen.

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der 
Erwägungen des Kantonsgerichts Graubünden an das Tribunale dis-
trettuale Moesa zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Kantons 
Graubünden."

Mit Schreiben vom 17. September 2014 wurde der Staatsanwaltschaft 
Graubünden die Berufungserklärung zugestellt.

 Am 6. November 2014 wurden der Berufungskläger und sein Verteidiger 
erstmals zur Berufungsverhandlung auf den 3. Februar 2015 vorgeladen. Nach-
dem die Vorladung vom Berufungskläger nicht abgeholt wurde, erfolgte am 12. 
Dezember 2014 eine neue Vorladung auf denselben Termin. Auf Gesuch des Be-
schuldigten vom 20. Januar 2015 hin wurde die auf den 3. Februar 2015 ange-
setzte Berufungsverhandlung nach Absprache mit der Verteidigung schliesslich 
auf den 7. April 2015 verschoben.

K. An der mündlichen Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht 
von Graubünden vom 7. April 2015 waren X._____ und sein privater Verteidiger, 
Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Ritter, anwesend. Die Staatsanwaltschaft Graubün-
den verzichtete auf eine Teilnahme. Der Vorsitzende eröffnete die Hauptverhand-
lung zufolge Verspätung des Angeklagten um 09.20 Uhr. Einwände gegen die Zu-
ständigkeit und Zusammensetzung des Gerichtes wurden keine erhoben, worauf 
der Vorsitzende das Gericht für legitimiert erklärte. Nach der richterlichen Befra-
gung des Beschuldigten durch den Vorsitzenden wurde das Beweisverfahren ge-
schlossen. In der Folge nahm der Verteidiger in seinem Plädoyer zur Berufung 
Stellung, wobei er an seinen Anträgen gemäss Berufungserklärung festhielt. Zur 
Begründung führte die Verteidigung im Wesentlichen an, ihr Mandant bestreite, 

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dass er der auf dem Radarfoto abgebildete Lenker des Fahrzeugs VW D, Kontroll-
schild _____ sei. Das im Recht liegende Foto des Fahrzeuglenkers und seiner 
Beifahrerin erlaube wegen der schlechten Qualität keine Identifikation der abgebil-
deten Personen. Weitere Beweise, dass X._____ das Fahrzeug zum massgebli-
chen Zeitpunkt lenkte, gebe es nicht. Für die Richtigkeit des seitens der Staatsan-
waltschaft gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwurfs der groben Verletzung 
von Verkehrsregeln lägen daher keine rechtsgenüglichen und eindeutigen Bewei-
se vor, weshalb X._____ von Schuld und Strafe freizusprechen sei.  

Nach dem Vortrag des Verteidigers wurde X._____ Gelegenheit zum 
Schlusswort gegeben, wobei letzterer ausführte, dass er auf den besichtigten Fo-
tos keine vierte Person im Fahrzeug erkenne. Es sei aber unmöglich, dass er und 
seine Frau an einem Sonntag mit seiner Familie nicht zu viert, also ohne eines der 
Kinder unterwegs gewesen seien. Überdies wies X._____ auf die seiner Auffas-
sung nach beschränkte Qualität des Bildmaterials sowie den Umstand hin, dass 
der Rückspiegel einen Teil des Gesichts des darauf abgebildeten Fahrers bede-
cke. 

Im Anschluss an das Schlusswort wurde die mündliche Berufungsverhand-
lung geschlossen. X._____ verzichtete auf eine mündliche Urteilsverkündigung, 
weshalb ihm das Urteilsdispositiv gemäss Art. 84 Abs. 2 StPO innert fünf Tagen 
zugestellt wurde.

L. Auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie die weitere Be-
gründung des Verteidigers in seinem Vortrag vor Schranken und die Aussagen 
von X._____ anlässlich der richterlichen Befragung wird, soweit erforderlich, in 
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 
ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist, ist die Berufung ans Kantonsge-
richt von Graubünden zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 22 
EGzStPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen 
Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils (Art. 84 StPO) schriftlich oder 
mündlich zu Protokoll anzumelden. Die Partei, die Berufung angemeldet hat, hat 

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sodann innert 20 Tagen seit Zustellung des begründeten Urteils dem Berufungs-
gericht eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). 

Vorliegend hat X._____ bereits unmittelbar im Anschluss an die mündliche 
Urteilseröffnung am 7. März 2014 Berufung zu Protokoll angemeldet (vgl. Akten 
der Vorinstanz, act. 25), welche er am 20. Mai 2014 - nachdem seinem Anwalt am 
12. Mai 2014 das schriftliche Urteilsdispositivs zugestellt worden war - schriftlich 
bestätigte (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 26, 27). Der Berufungskläger hat folglich 
die Berufung beim Bezirksgericht Moesa fristgemäss angemeldet.

Die Mitteilung des schriftlich begründeten Urteils erfolgte alsdann am 21. 
August 2014 (vgl. Akten der Vorinstanz, angefochtenes Urteil, act. 28). In der Fol-
ge reichte der Berufungskläger am 10. September 2014 die schriftliche Beru-
fungserklärung beim Kantonsgericht von Graubünden ein (vgl. act. A.2). 

Die Berufung ist somit frist- und im Übrigen auch formgerecht erhoben wor-
den, weshalb darauf einzutreten ist.

2. a) Die Vorinstanz ist der Sachverhaltsdarstellung in der Anklage-
schrift gefolgt und hat X._____ der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sin-
ne von Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG schuldig gesprochen. Zur Begründung weist sie zunächst gestützt auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung auf die Haltereigenschaft des Berufungsklä-
gers als Indiz für dessen Täterschaft hin. Dabei sei zusätzlich zu berücksichtigen, 
dass sich die Tat an einem Sonntag und nicht an einem Arbeitstag ereignet habe 
und auch der vom Beschuldigten als möglicher Lenker genannte G._____ auf-
grund des vorgenommen Fotovergleichs als Täter auszuschliessen sei, womit ge-
rade auch nach zusätzlicher Würdigung der teilweise vagen, inkongruenten Aus-
sagen und der damit wenig glaubhaften Version des Beschuldigten, eine Vielzahl 
von Indizien vorlägen, welche sich im Gesamtzusammenhang zur Überzeugung 
des Gerichts verdichtet hätten, dass X._____ die ihm vorgeworfene Geschwindig-
keitsüberschreitung begangen habe. Dies um so mehr, als auch aufgrund des di-
rekten Vergleichs des äusseren Erscheinungsbilds und der Gesichtszüge des vor 
Gericht anwesenden Beschuldigten mit dem auf dem zum Tatzeitpunkt aufge-
nommene Radarfoto abgebildeten Lenker und mit Blick auf die Ähnlichkeit der 
darauf erkennbaren Beifahrerin mit dem Passbild der Ehefrau des Beschuldigten 
keine ernsthaften Zweifel bestünden, dass es sich bei dem vom Radar erfassten 
Lenker um X._____ handle.

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Demgegenüber bestreitet der Berufungskläger die ihm seitens der Vor-
instanz zur Last gelegte Tat, wobei er – wie bereits in der Untersuchung und vor 
Schranken der Vorinstanz – auch im Berufungsverfahren im Wesentlichen geltend 
machen lässt, anhand des angefertigten Radarfotos sei er nicht eindeutig als Len-
ker des fraglichen Fahrzeuges zu identifizieren. Erwiesen sei daher einzig, dass er 
zum massgeblichen Zeitpunkt Geschäftsführer der A._____AG war, welche das 
Fahrzeug gemietet hatte. Allein daraus könne aber nicht abgleitet werden, dass er 
das Fahrzeug, welches noch anderen Personen zur Verfügung gestanden habe, 
am 8. August 2010 gelenkt habe. Daran vermöge auch der Umstand nichts zu än-
dern, dass die ihm zur Last gelegte Geschwindigkeitsübertretung an einem Sonn-
tag erfolgt sei, zumal das Tatfahrzeug ja auch Kunden zur Verfügung gestellt wur-
de. Dass die Staatsanwaltschaft G._____, trotz der von X._____ gelieferten Infor-
mationen, nicht habe ausfindig machen können, habe zudem nicht er zu vertreten. 
Schliesslich sei der Umstand, dass seine Aussagen nicht völlig deckungsgleich 
waren, mit der langen Verfahrensdauer nachvollziehbar zu erklären. Es könne von 
ihm nicht erwartet werden, dass er Jahre nach dem fraglichen Datum noch wisse, 
wo er sich an jenem Sonntag aufgehalten habe. Aus den dargelegten Gründen 
könne ihm folglich die vorgeworfene Tat nicht rechtsgenüglich nachgewiesen wer-
den, weshalb er von Schuld und Strafe freizusprechen sei. 

Im Folgenden gilt es demnach ausgehend von den Rügen des Beru-
fungsklägers zunächst in tatsachlicher Hinsicht zu prüfen, ob hinreichende und 
rechtsgenügliche Beweise respektive Indizien dafür vorliegen, dass es der Beru-
fungskläger war, welcher das seitens der A._____AG von einer Drittfirma gemiete-
te Fahrzeug zur Tatzeit gelenkt hat. 

 b) Auszugehen ist dabei vom Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO. Danach entscheidet das Gericht bei der Würdigung 
der Beweismittel auch im Berufungsverfahren nach freier, aus dem Verfahren ge-
wonnener persönlicher Überzeugung, das heisst gemäss dem in der Schweiz gel-
tenden beschränkten Unmittelbarkeitsprinzip sowohl gestützt auf die in den Akten 
des Vorverfahrens enthaltenen Beweisergebnisse als auch auf das Ergebnis der 
Hauptverhandlung (vgl. Franz Riklin, Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Zürich 2010, N 4 zu Art. 10 Abs. 2 StPO). Die Beweislast für 
die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat, 
das heisst also bei den Strafbehörden (Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 6 zu Art. 10). An die-
sen Beweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blos-
se Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der 

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aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Men-
schenrechte (EMRK; SR 0.101) und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswür-
digungsregel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Exis-
tenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen 
für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2.a). Bloss 
theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, mit an-
dern Worten um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (vgl. 
BGE 120 Ia 31 E. 2.c). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisre-
geln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für 
einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeu-
gung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten 
muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; 
Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung auf der Grundlage des Straf-
prozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 294 
f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn 
Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den 
Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage 
oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine 
solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewin-
nen ist, muss gemäss dem Grundsatz "in dubio pro reo" der für den Angeklagten 
günstigere Sachverhalt angenommen werden und es hat ein Freispruch zu erfol-
gen. 

Das für die Beweisführung geltende Gebot der freien Beweiswürdigung ver-
steht sich zudem als Abkehr von gesetzlichen und faktischen Beweisregeln. Ent-
sprechend sieht es alle zulässigen und verwertbaren Beweismittel als formell 
gleichrangig an. Überzeugungskraft entfalten sie einzig im Umfang ihrer inneren 
Autorität (vgl. Thomas Hofer, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, Art.1- 195 StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 55, 56 zu Art. 10 StPO). Es 
kommt mit anderen Worten nicht auf die Zahl und die Form der Beweismittel an, 
sondern auf deren Beweiskraft (vgl. Franz Riklin, a.a.O., N 3 zu Art. 10 Abs. 2 
StPO). 

3. Im vorliegenden Fall liegt als direkter Beweis für die Identifikation des 
fehlbaren Lenkers einzig das vom Radargerät aufgenommene Foto von der Front 

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des Fahrzeuges vor (vgl. Fotokopien act. 3.2; act. 15; act. 18), auf dem der Fahr-
zeuglenker sowie dessen Beifahrerin abgebildet sind und überdies im Hintergrund 
auf dem Rücksitz ein Kind zu erkennen ist. Dabei bleibt einzuräumen, dass die bei 
den Akten befindliche Kopie des Automaten-Fotos in der Tat insgesamt etwas un-
scharf ist und – wie vom Berufungskläger geltend gemacht – nicht die beste Qua-
lität aufweist. Auch wenn das Radarbild als Ganzes eher dunkel und dessen Auf-
lösung nicht optimal ist, so ergibt sich aber bei Betrachtung der bei der Polizei an-
geforderten elektronischen Aufzeichnung (CD [act. E.3.1]) auf dem Computerbild-
schirm doch ein qualitativ besseres Bild, welches im Übrigen auch dem Beru-
fungskläger zur Kenntnis gebracht wurde (vgl. act. D.16). Dabei sind zumindest 
die wesentlichen Gesichtszüge des abgebildeten Lenkers auf der angefertigten 
Fotografie vor allem in Vergrösserung jedenfalls so gut zu erkennen, dass das 
Radarbild eine zuverlässige Beurteilung der Ähnlichkeit zwischen dem abgebilde-
ten Lenker und dem vor Schranken erschienenen Berufungskläger respektive der 
bei den Akten liegenden Kopie seines Führerscheinfotos (act. 3.8), des Fotos im 
Ausländerausweis (act. 3.12) und den von der Kantonspolizei im Auftrag der 
Staatsanwaltschaft erstellen Fotos von X._____ (vgl. act. 3.13) ohne weiteres 
zulässt. Entsprechend konnten sich die Mitglieder des Gerichts anhand eines Ver-
gleichs der Gesichtszüge des Angeklagten in natura und auf den genannten Fotos 
und Ausweisbildern mit dem Radarbild klar und eindeutig davon überzeugen, dass 
der Lenker des Fahrzeugs mit X._____ identisch sein muss. Mögliche Zweifel 
konnten dabei ohne weiteres überwunden werden, zumal nicht nur eine augenfäl-
lige Ähnlichkeit der charakteristischen runden Kinnpartie, der kennzeichnenden 
Form der Nase und der prägnanten Nasolabialfalten festgestellt werden konnte, 
sondern auch eine Übereinstimmung hinsichtlich der gut erkennbaren Ohrenform 
und -grösse, der Kieferbreite, der Mundwinkel und der übrigen Mundpartie sowie 
des auf dem Radarbild ebenfalls sichtbaren Haaransatzes des Lenkers zu bejahen 
ist. Es kann demnach bereits gestützt auf den Fotobeweis mittels Radarbild ohne 
erhebliche Zweifel davon ausgegangen werden, dass es sich beim fraglichen Len-
ker um X._____ handelt. 

Dabei kommt für diese Überzeugung bestätigend hinzu, dass X._____ auf-
grund seiner Position als einziger Geschäftsführer der A._____AG (vgl. act. 2.5; 
act. 3.9 Frage 2; act. 3.10 sowie Einvernahmeprotokoll Vorinstanz S. 2 und Ein-
vernahmeprotokoll Berufungsverhandlung Ziff. IV.5 und V.14) auch uneinge-
schränkte Verfügungsmöglichkeit über den vom Radarmessgerät zur Tatzeit er-
fassten Kleinbus hatte. Es war der Berufungskläger in seiner Funktion als Ge-
schäftsführer der A._____AG, der bestimmte, wann welche Personen die auf die 

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A._____AG angemeldeten Fahrzeuge geschäftlich oder auch privat benutzen durf-
ten. Anlässlich der Berufungsverhandlung räumte X._____ zudem ausdrücklich 
ein, dass er die Firmenfahrzeuge der A._____AG zwischendurch auch selbst pri-
vat benutzt habe (Einvernahmeprotokoll Berufungsverhandlung Ziff. V. Antwort auf 
Frage 18). Das fragliche Fahrzeug war demnach für X._____ ohne weiteres be-
nutz- und verfügbar. Mit anderen Worten hatte er jederzeit Zugriff auf den Klein-
bus, wobei in diesem Zusammenhang anzuführen bleibt, dass mit Blick auf die 
hier zu klärende Frage nach dem fehlbaren Lenker nicht etwa die von der Vorin-
stanz angenommene, seitens des Verteidigers jedoch angezweifelte Haltereigen-
schaft des Berufungsklägers, sondern vielmehr die vor Gericht festgestellte Ähn-
lichkeit mit dem auf dem Radarbild erkennbaren Lenker und die tatsächliche Mög-
lichkeit, auf das Fahrzeug zuzugreifen und es zu nutzen, entscheidend sind. Die 
Haltereigenschaft kann zwar - wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat - nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei Strassenverkehrsdelikten ein Indiz für die 
Täterschaft darstellen. Entsprechend kann das Gericht im Rahmen der Beweis-
würdigung ohne Verletzung der Unschuldsvermutung zum Schluss gelangen, der 
Halter habe das Fahrzeug selber gelenkt, wenn dieser sich weigert, Angaben zum 
tatsächlichen Lenker zu machen (vgl. dazu BGE 6B_812/2011 vom 19. April 2012 
E. 1.5.; BGE 6B_628/2010 vom 7. Oktober 2010 E. 2.3; BGE 1P.277/2004 vom 
15. September 2004 E. 3.1, je mit Hinweisen). Es darf aber ohne rechtsgenügliche 
Indizien und Beweise nicht automatisch darauf geschlossen werden, dass der 
Fahrzeughalter auch der Lenker des Tatfahrzeugs ist (vgl. dazu BGE 6B.748/2009 
vom 2. November 2009 E. 2.2; BGE 1P.641/2000 vom 24. April 2001 E. 4 mit 
Hinweis), womit umgekehrt, der fehlende Nachweis der Haltereigenschaft, wie er 
hier vom Verteidiger geltend gemacht wird, nicht das Fehlen der Täterschaft indu-
ziert. Der berufungsklägerische Einwand, wonach es entgegen der Auffassung der 
Vorinstanz am Nachweis seiner Haltereigenschaft fehle, erweist sich daher ange-
sichts der klar zu bejahenden Verfügungsmöglichkeit von X._____ über das Auto 
als unbehelflich, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.

Darüber hinaus kann zwar – ausgehend von den Angaben des Berufungs-
klägers, wonach die Fahrzeuge der A._____AG von Firmenangehörigen auch zu 
privaten Zwecken genutzt werden durften (vgl. Einvernahmeprotokoll Berufungs-
verhandlung Ziff. V. Antworten auf Fragen 18 und 19) – allein aus dem Umstand, 
dass die zur Last gelegte Geschwindigkeitsüberschreitung an einem Sonntag und 
damit nicht an einem Arbeitstag erfolgte, nicht automatisch auf die Täterschaft des 
Berufungsklägers geschlossen werden. Immerhin erscheint aber der Umstand, 
dass entgegen der von X._____ bestätigten firmeninternen Gepflogenheit (vgl. act. 

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3.12 S. 2 Ziff. 3; Einvernahmeprotokoll Vorinstanz S. 2; Einvernahmeprotokoll Be-
rufungsverhandlung Ziff. V. Antwort auf Frage 15) offenbar just für den Tatzeit-
punkt keine Aufzeichnungen über den damaligen Nutzer des Wagens vorliegen 
respektive der Berufungskläger keinerlei Unterlagen dazu geliefert hat (vgl. act. 
3.12 Ziff. 9 S. 4; Einvernahmeprotokoll Berufungsverhandlung Ziff. V.17; Einver-
nahmeprotokoll Vorinstanz S. 2), auch nicht gerade geeignet, die Version von 
X._____ zu stützen. In diesem Kontext sowie angesichts der Ähnlichkeit zwischen 
dem Berufungskläger und dem Lenker auf dem Radarbild sowie den Ausweisbil-
dern und den von der Kantonspolizei angefertigten Fotos von X._____ ist daher 
der Umstand, dass sich der zu beurteilende Sachverhalt an einem Sonntag ereig-
nete, dennoch als zusätzliches Indiz für die Sachverhaltsdarstellung der Staats-
anwaltschaft zu werten. Dies im Übrigen um so mehr, als auch der vom Beru-
fungskläger genannte, sich damals angeblich auf einem Kurzaufenthalt in der 
Schweiz befindliche Mitarbeiter der A._____AG Australien, G._____, welchem 
X._____ die private Nutzung von Firmenfahrzeugen für den hier interessierenden 
Zeitraum erlaubt haben will (vgl. Einvernahmeprotokoll Berufungsverhandlung Ziff. 
V.21 und 22), als möglicher fehlbarer Lenker eindeutig ausscheidet. Anhand des 
vorliegenden - vom Berufungskläger zunächst in Aussicht gestellten, aber erst 
nach Insistieren der Untersuchungsbehörden gelieferten - Bildmaterials (vgl. act. 
1.11; act. 3.9, S 2. Frage 5; act. 3.15; act. 3.16) lässt sich nämlich, wie auch schon 
von der Vorinstanz zutreffend erwogen, keinerlei Ähnlichkeit zwischen dem auf 
dem Radarfoto erkennbaren Lenker und G._____ feststellen. Überdies spricht 
auch der Umstand, dass die besagte Person an der vom Berufungskläger 
schliesslich übermittelten Adresse in Grossbritannien nicht aufzufinden war und 
offensichtlich auch nie an der vom Beschuldigten angegebenen Adresse lebte 
(vgl. act.1. 32; act. 1.34; act. 14), nicht für einen Konnex von G._____ zum hier zu 
beurteilenden Sachverhalt.   

Nicht unwesentliches Gewicht ist anlässlich der Beweiswürdigung schliess-
lich dem Aussageverhalten des Beschuldigten beizumessen, welches in Überein-
stimmung mit der Vorinstanz als widersprüchlich und ausweichend zu qualifizieren 
ist und demzufolge ebenfalls zur Überzeugung des Gerichts beiträgt, den zur An-
klage gebrachten Sachverhalt als erwiesen zu betrachten. X._____ schloss näm-
lich nicht von Anfang an aus, dass er den vom Radar erfassten Kleinbus gelenkt 
hat. Vielmehr räumte er anlässlich seiner ersten Befragung am 6. Dezember 2010 
gegenüber der Kantonspolizei St. Gallen noch ausdrücklich die Möglichkeit ein, 
dass er damals gefahren sein könnte und behauptete, er könne sich nicht erinnern 
(vgl. act. 3.9, Antwort zu Frage 7). Dabei bleibt anzumerken, dass der "Aussage 

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der ersten Stunde" vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt, erfolgt sie 
doch zeitnah zum Geschehen und ist weniger mit Erinnerungslücken behaftet als 
eine Aussage, welche Wochen oder Monate später erfolgt (vgl. dazu auch PKG 
1991 Nr. 39 sowie im Bereich des Sozialversicherungsrechts: BGE 121 V 47, wo-
nach die spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und 
zuverlässiger sind als die späteren Darstellungen). Erst in der zweiten Einvernah-
me durch die Staatsanwaltschaft am 14. April 2011 schloss X._____ in Abwei-
chung zu seiner ersten Deposition aus, an der fraglichen Stelle zu schnell gefah-
ren zu sein. Auch hier bekundete er aber gemäss Wortlaut seiner Aussage keinen 
gänzlichen Ausschluss seiner Fahrereigenschaft, sondern erklärte, er schliesse 
"vorwiegend" aus, dort zu schnell gefahren zu sein (vgl. act. 3.12 Antwort auf Fra-
ge 5). Dabei erweist sich sein Aussageverhalten zur Frage, wo er am 8. August 
2010 gewesen sei, ebenfalls als ausweichend und gegensätzlich. Diese Frage 
liess er nämlich anlässlich der polizeilichen Befragung unter Zusicherung 
schnellstmöglicher Abklärung unbeantwortet (vgl. act. 3.9 Antwort auf Frage 10), 
wobei er der Kantonspolizei St. Gallen entgegen seines klaren Versprechens auch 
nachträglich nicht mitteilte, wo er sich am fraglichen Tag aufgehalten hat (vgl. act. 
3.12 Frage und Antwort 8). Auch gegenüber der Staatsanwaltschaft, von der er 
rund 4 Monate später einvernommen wurde, lieferte X._____ darauf keine Antwort 
(vgl. act. 3.12 Antwort auf Frage 8, Antwort auf Frage 4). Zur Erklärung führte er 
aus, er habe zwar gesagt, dass er Aufzeichnungen hätte. Er habe aber nichts 
Greifbares gefunden und sich daher auch nicht gemeldet. An einem freien Sonn-
tag, wenn er zu Hause sei, würde er nichts notieren und könne folglich auch nicht 
sagen, was er damals gemacht habe (vgl. vgl. act. 3.12 Antwort auf Frage 8, Ant-
wort auf Frage 4). Erst vor Vorinstanz machte er in plötzlicher Abweichung zu sei-
nen bisherigen Aussagen dazu geltend, er sei am 8. August 2010 mit der Familie 
in Südfrankreich in den Ferien gewesen (vgl. Einvernahmeprotokoll Vorinstanz S. 
2). Dabei steht seine Erklärung, weshalb er plötzlich sagen könne, wo er gewesen 
sei, währenddem er zuvor stetig erklärt habe, er könne sich nicht erinnern, in of-
fenkundigem Widerspruch zu dem bei den Akten liegenden Einvernahmeprotokoll 
der Staatsanwaltschaft. Entgegen der berufungsklägerischen Behauptung, er ha-
be bereits gegenüber dem Staatsanwalt ausgesagt, er sei am fraglichen Tag in 
den Ferien gewesen, hat X._____ am 14. April 2011 nämlich wörtlich zu Protokoll 
gegeben: "An einem freien Sonntag, wenn ich zu Hause bin, notiere ich nichts und 
kann somit nicht sagen, was ich gemacht habe" (vgl. act. 3.12 Antwort auf Frage 
4). Die vom Berufungskläger erstmals mehr als drei Jahre nach der ersten Befra-
gung plötzlich vorgebrachte, zu all seinen früheren Aussagen abweichende Be-
hauptung, er sei zum fraglichen Zeitpunkt in Südfrankreich in den Ferien gewesen, 

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wertet das Gericht folglich als wenig überzeugend. Zwar erscheint es durchaus 
nicht abwegig, wenn jemand sagt, er wisse nach so langer Zeit nicht, wo er zu ei-
nem bestimmten Zeitpunkt gewesen sei und was er damals gemacht habe. Eben-
so wenig kann in der berufungsklägerischen Aussage, er habe für seinen freien 
Sonntag keine Aufzeichnungen, für sich allein betrachtet schon eine Ungereimtheit 
oder Widersprüchlichkeit erkannt werden. Die berufungsklägerische Version des 
Ferienaufenthalts erscheint aber zum einen gerade mit Blick auf seine früheren 
Aussagen, in welchen von einem Aufenthalt in Südfrankreich nie die Rede war, 
und im Gesamtkontext, welcher ein inhomogenes und ausweichendes Aussage-
verhalten aufzeigt, kaum glaubhaft. Der Berufungskläger behauptet seit seiner 
Befragung vor Vorinstanz und auch im Berufungsverfahren eben gerade nicht 
mehr, dass er sich nicht erinnern könne. Vielmehr macht er neu geltend, er sei 
zum Tatzeitpunkt in Südfrankreich im Urlaub gewesen. Wenn man tatsächlich in 
den Ferien war, kann man sich aber nach der allgemeinen Lebenserfahrung nur 
vier Monate später (Zeitpunkt der ersten Befragung) sowohl an den Urlaubsort wie 
auch an den Zeitpunkt erinnern beziehungsweise müssten darüber Belege (z.B. 
Hotel-/Campingübernachtungen [Belege für Buchung, Abschlussrechnung], Treib-
stoffquittungen, Belege für Konsumationen etc.) vorliegen oder aber mit etwas gu-
tem Willen ohne grösseren Aufwand (Telefonat mit Hotel etc.) zu beschaffen sein. 
Nichtsdestotrotz will sich X._____, obwohl er kurz nach dem Vorfall und vier Mo-
nate später nochmals einvernommen wurde, erst anlässlich der vorinstanzlichen 
Befragung vom 7. Mai 2014 plötzlich an seinen Ferienaufenthalt in Südfrankreich 
erinnert haben. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet erscheint der geltend ge-
machte Urlaub mithin als Schutzbehauptung, welche die Überzeugung des Ge-
richtes, wonach es sich beim Lenker auf dem Radarbild um den Berufungskläger 
handelt, in keiner Weise umzustossen vermag. Dies im übrigen um so mehr, als 
sich auch seine Aussagen vor Vorinstanz als in sich unklar und widersprüchlich 
erweisen, zumal X._____ nach vorgängiger Verneinung auf weitere Frage des 
Vorsitzenden wiederum abweichend einräumte, er habe nach so langer Zeit keine 
präzisen Erinnerungen mehr und könne daher nicht ausschliessen, an jenem Tag 
in D._____ gewesen zu sein (vgl. Einvernahmeprotokoll Vorinstanz S. 2). Entspre-
chend räumte er auch vor Schranken des Kantonsgerichts ein, dass es theoretisch 
möglich sei, dass er dieses Auto benutzt habe, weil er einfach nicht mehr wisse, 
welches andere Auto er benutzt habe. Und es sei auch theoretisch möglich, dass 
er im Tessin unterwegs gewesen sei. Er könne das weder mit Sicherheit bestäti-
gen noch ausschliessen (vgl. Einvernahmeprotokoll Berufungsverhandlung Ant-
wort auf Frage 27). Die mangelnde Konstanz und die dargelegten Widersprüch-
lichkeiten in seinen Depositionen sowie die hinsichtlich der massgeblichen Punkte 

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teils unklaren respektive ausweichenden Antworten und die spätere Zurücknahme 
seiner ersten Aussage, in der er zunächst nicht ausschloss, den vom Radar er-
fassten Kleinbus gelenkt zu haben, bekräftigen somit ebenfalls in gewichtigem 
Masse die anhand des direkten Vergleichs gewonnene Überzeugung der Richtig-
keit des dem Berufungskläger zur Last gelegten Sachverhalts.

 An diesem Beweisergebnis vermag schliesslich – wie der Vollständigkeit 
halber festzustellen bleibt – entgegen dem Einwand von X._____ auch die Zu-
sammensetzung der auf dem Radarbild erkennbaren Personen nichts zu ändern. 
Auf dem vom Messgerät erfassten Foto sind nämlich neben dem männlichen Len-
ker eine Beifahrerin und hinten auf dem Rücksitz ein Kind zu erkennen, welches 
etwa im selben Alter sein dürfte, wie es die Kinder des Berufungsklägers zum Tat-
zeitpunkt waren. Dabei trifft es wohl zu, dass auf dem Radarbild nur ein Kind 
sichtbar ist, währendem der Berufungskläger Vater von zwei Kindern ist und an-
lässlich der Berufungsverhandlung ausführte, dass sie als Familie jeweils zu viert 
in Urlaub fahren würden (vgl. Einvernahmeprotokoll Berufungsverhandlung Ant-
wort auf Frage 27). Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Perspektive der 
Aufnahme, aus der die Sicht auf die rechte Rückbankseite vom Beifahrersitz und 
der darauf befindlichen Person verdeckt wird, die Frage nach einer vierten Person 
im Fahrzeug offen lässt. Die Tatsache, dass auf dem Radarbild nur ein Kind er-
kennbar ist, erscheint daher nicht geeignet, ernsthafte Zweifel an der anhand der 
direkten Gegenüberstellung und im Gesamtkontext der vorstehenden Beweiswür-
digung bestätigten Sachverhaltsdarstellung der Staatsanwaltschaft zu begründen. 
Dasselbe gilt auch für den Umstand, dass die bei den Akten liegende Kopie des 
Identitätsausweises der Ehefrau des Berufungsklägers aufgrund der sehr schlech-
ten Qualität eine auch nur einigermassen zuverlässige Aussage zur Ähnlichkeit 
mit der auf dem Radarbild erkennbaren Beifahrerin kaum zulässt. Daraus kann 
nämlich weder auf die von der Vorinstanz angenommene Ähnlichkeit zwischen der 
abgebildeten Beifahrerin und der Ehefrau des Berufungsklägers noch dagegen 
geschlossen werden. Mit anderen Worten lassen sich aus diesem Umstand eben 
auch keinerlei Anhaltspunkte für die Version des Berufungsklägers ableiten. 

Angesichts der vor Schranken festgestellten Ähnlichkeit zwischen dem Be-
rufungskläger und dem abgebildeten Lenker, seiner Position bei der A._____AG, 
der sich daraus ergebenden Zugriffsmöglichkeit auf das Auto und dessen offen-
sichtlich nicht geschäftlichen Gebrauchs sowie seines widersprüchlichen Aussa-
geverhaltens bleiben somit bei den Mitgliedern des Gerichts in gesamthafter Wür-
digung der vorliegenden Beweise und Indizien keinerlei unüberwindbaren Zweifel 
bestehen, dass es X._____ war, welcher den am 8. August 2010 um 18.52 Uhr 

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vom Radargerät auf dem Gebiet der Gemeinde D._____ erfassten Kleinbus ge-
lenkt hat. Dabei bleibt festzuhalten, dass das Resultat der mit der IPV-
Geschwindigkeitsmessanlage METAS Nr. 90277 durchgeführten Geschwindig-
keitsmessung (vgl. act. 3.1; act. 20) seitens des Berufungsklägers nicht bestritten 
wird. Es ist daher anlässlich der nachfolgend vorzunehmenden rechtlichen Sub-
sumption von der Sachverhaltsdarstellung gemäss Anklageschrift (Strafbefehl) 
auszugehen.  

4. a) Gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG ist die Geschwindigkeit den Um-
ständen anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung 
sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Signale und Markierungen 
sowie die Weisungen der Polizei sind zu befolgen (Art. 27 Abs. 1 SVG).

 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass X._____ am 8. August 2010 das mit 
einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h signalisierte Strassenstück in D._____ 
nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit einer Geschwindigkeit von 123 km/h 
passierte und damit 43 km/h zu schnell fuhr. Der Berufungskläger hat somit die 
Geschwindigkeit in sorgfaltswidriger Missachtung der Signalisation nicht den Um-
ständen angepasst, womit er fraglos gegen Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG 
verstossen hat.

b) Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine 
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der 
Tatbestand ist nach der Rechtsprechung objektiv erfüllt, wenn der Täter eine wich-
tige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssi-
cherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist 
nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Ge-
fährdung gegeben. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abs-
trakten Gefährdung ist die Nähe der Verwirklichung. Subjektiv erfordert der Tatbe-
stand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach der Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder 
sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, das heisst, ein schweres Ver-
schulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu 
bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidri-
gen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch bei unbewusst 
fahrlässigem Handeln vorliegen, wenn nämlich das Nichtbedenken der Gefähr-
dung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht (vgl. BGE 131 IV 
133 E. 3.2 mit Hinweisen; BGE 123 II 106 E. 2.a S. 109; BGE 122 IV 173 E. 

Seite  18 — 27

2.b.aa; BGE 121 IV 230 E. 2; Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar zum SVG, 
Basel 2014, N 41 ff. zu Art. 90 SVG).

Bei der Geschwindigkeitsvorschrift von Art. 32 Abs. 1 SVG handelt es sich 
um eine grundlegende Verkehrsregel, welche wesentlich für die Gewährung der 
Sicherheit des Strassenverkehrs ist (vgl. Andreas Roth, in Basler Kommentar zum 
SVG, Basel 2014, N 25 zu Art. 32; BGE 121 IV 230 E. 2.c, S. 233). In BGE 123 II 
110 (Erw. 2.c) hat das Bundesgericht in Präzisierung seiner bisherigen Rechtspre-
chung (vgl. BGE 121 IV 230, Regeste und E. 2.b.bb, S. 232 f.) festgehalten, dass 
hinsichtlich der Frage nach dem Vorliegen einer groben Verkehrsregelverletzung 
gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG danach zu unterscheiden sei, ob die Geschwindig-
keitsüberschreitung innerorts, ausserorts oder auf der Autobahn missachtet wur-
de. Dabei führte es aus, dass ungeachtet der konkreten Umstände die objektiven 
Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG immer erfüllt sind, wenn auf der Auto-
bahn die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 35 km/h beziehungswiese auf einer 
nicht richtungsgetrennten Autostrasse um 30 km/h und innerorts um 25 km/h 
überschritten ist (vgl. auch BGE 122 IV 174 E. 2.d; bestätigt in BGE 124 IV 261 E. 
2.b.aa; vgl. Gerhard Fiolka, a.a.O., N. 67 und 68 zu Art. 90). Die frühere Praxis, 
wonach bei einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit ausserorts um mehr 
als 30 km/h ungeachtet der konkreten Verhältnisse sowohl objektiv als auch sub-
jektiv immer eine grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG vor-
lag (vgl. BGE 121 IV 230, Regeste und E. 2.b.bb, S. 232 f.), wurde demnach in der 
neueren Rechtsprechung bei Geschwindigkeitsüberschreitungen auf nicht rich-
tungsgetrennten Autostrassen und innerorts verschärft. In subjektiver Hinsicht 
geht das Bundesgericht sodann davon aus, dass Geschwindigkeitsüberschreitun-
gen von 30 km/h und mehr in der Regel vorsätzlich, zumindest aber grobfahrlässig 
verübt werden (vgl. BGE 122 IV 178 E. 2.f).

Vorliegend hat X._____ die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einer vier-
spurigen Autostrasse, welche in der Mitte nur durch eine Leitplanke getrennt ist, 
um 43 km/h überschritten. Eine derart übersetzte Geschwindigkeit stellt auch aus-
serorts auf einer - wie im konkreten Fall - richtungsgetrennten Autostrasse eine 
erhebliche Gefahr dar. Weil die Sicherheit auf einer Autostrasse trotz der installie-
ren Richtungstrennung nicht grösser ist als bei einer durch einen Mittelstreifen und 
durch zwei Leitplanken getrennten Autobahn, gelten im Wesentlichen die gleichen 
Grundsätze (vgl. BGE 122 IV 174 E. 1.c und d. e contrario sowie Jürg Boll, Grobe 
Verkehrsregelverletzung, Davos 1999 S. 32). Eine grobe Verletzung von Ver-
kehrsregeln liegt also ungeachtet der konkreten Umstände immer vor, wenn die 
zulässige Höchstgeschwindigkeit um 35 km/h oder mehr überschritten wird, womit 

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die objektiven Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG mit der im konkreten Fall 
erstellten Geschwindigkeitsüberschreitung von 43 km/h klar erfüllt sind. Wer die 
Höchstgeschwindigkeit ausserorts derart massiv überschreitet, tut dies zudem in 
der Regel vorsätzlich, mindestens aber grobfahrlässig (vgl. BGE 121 IV 230 E. 2.c 
S. 234). Die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h wird zudem im fraglichen Gebiet 
wiederholt signalisiert, wobei die Verkehrsteilnehmer durch eine weisse Tafel mit 
schwarzer Aufschrift "Radar" auf eine mögliche Geschwindigkeitskontrolle hinge-
wiesen werden (vgl. act. 3.1 S. 2). Hat aber der Berufungskläger folglich um die 
auf dem betreffenden Strassenabschnitt geltende Höchstgeschwindigkeit wissen 
müssen, so handelte er in Bezug auf die von ihm begangene Geschwindigkeits-
überschreitung grobfahrlässig, womit er seitens der Vorinstanz zu Recht der gro-
ber Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 VRV und Art. 32 Abs. 1 
SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen worden ist. 

5. Mit seinem Antrag um Freisprechung ficht X._____ auch die vorin-
stanzliche Strafzumessung an (vgl. Luzius Eugster, in: Basler Kommentar zur 
StPO, Art. 196-457 StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 7 zu Art. 399 StPO)     

a) Gemäss Art. 47 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu. Unter dem Begriff des Verschuldens ist das Mass an 
Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs zu verstehen; der Begriff bezieht sich auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der Straftat (BGE 134 IV 1 E 5.3.3 mit Hin-
weis) und ist damit das wesentliche Strafzumessungskriterium (BGE 127 IV 101 E 
2a). Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend 
präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggrün-
den und Zielen des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit der Täter nach 
den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Ver-
letzung zu vermeiden. Neben dem Verschulden hat der Richter jedoch auch das 
Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Le-
ben des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 StGB). Grundlage der Strafzu-
messung im vorliegenden Fall ist der in Art. 90 Abs. 2 SVG vorgesehene Straf-
rahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt – auch wenn keine konkrete 
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorliegt – nicht leicht, hat er doch auf ei-
ner mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h signalisierten Strecke der Auto-
strasse nach Abzug der Toleranz eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 43 
km/h und damit von über 50% begangen, seine Geschwindigkeit folglich nicht den 

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vorherrschenden Verhältnissen angepasst. Straferhöhend sind dabei seine drei 
Vorstrafen aus den Jahren 2006-2010 (vgl. act. 2.8) zu berücksichtigen, welche 
ebenfalls auf dem Gebiet des Strassenverkehrsrechts erfolgt sind. Die letzte Ver-
fehlung – ebenfalls eine Geschwindigkeitsüberschreitung – beging er am 9. April 
2010. Dass der Berufungskläger so kurze Zeit nach einer Verurteilung erneut 
straffällig geworden ist, wirkt deutlich zu seinen Ungunsten. Nicht erschwerend 
darf dahingegen der Umstand gewertet werden, dass der Berufungskläger noch 
vor Schranken des Kantonsgerichts bestritten hat, der Lenker des vom Radargerät 
erfassten Fahrzeugs gewesen zu sein. Sein diesbezügliches Aussageverhalten 
wirkt sich allerdings auch nicht zu seinen Gunsten aus. Strafmindernd berücksich-
tigt die I. Strafkammer des Kantonsgerichts sodann den guten allgemeinen Leu-
mund des Berufungsklägers. Strafschärfungsgründe sind keine ersichtlich. Dem-
gegenüber ist gestützt auf Art. 48 lit. e StGB der lange Zeitablauf seit der Tat als 
Strafmilderungsgrund zu berücksichtigen. Art. 48 lit. e StGB knüpft an den Gedan-
ken der Verjährung an. Die heilende Kraft der Zeit, die das Strafbedürfnis geringer 
werden lässt, soll auch berücksichtigt werden können, wenn die Strafverfolgungs-
verjährung noch nicht eingetreten ist, die Tat aber längere Zeit zurückliegt und der 
Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat (vgl. Hans Wiprächtiger/Stefan Keller 
in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, N 40 zu Art. 48 StGB mit 
Hinweisen auf die Rechtsprechung). Nach jüngerer Rechtsprechung ist dieser 
Strafmilderungsgrund in jedem Fall zu beachten, wenn 2/3 der Verjährungsfrist 
verstrichen sind. Der Richter kann diese Zeitspanne auch unterschreiten, um Art 
und Schwere der Tat Rechnung zu tragen (vgl. BGE 140 IV 145, E. 3.1 S. 147 f 
mit Hinweisen). Vorliegend wären 2/3 der Verjährungsfrist von 7 Jahren (vgl. Art. 
97 Abs. 1 lit. c StGB) am 8. April 2015, also einen Tag nach der Berufungsver-
handlung abgelaufen. In Anbetracht dessen erscheint es somit angezeigt, die lan-
ge Zeitspanne seit der Tatbegehung am 8. August 2010 bis zur Beurteilung durch 
die Berufungsinstanz am 7. April 2015 dem Berufungskläger gestützt auf Art. 48 
lit. e StGB strafmildernd anzurechnen.

Gesamthaft betrachtet ist somit die Schwere des Verschuldens von 
X._____ so zu beurteilen, dass auf eine Freiheitsstrafe verzichtet werden kann 
und eine Geldstrafe auszufällen ist. Aufgrund des Verschuldens und in Berück-
sichtigung sämtlicher Strafzumessungskriterien insbesondere auch der nach Art. 
48 lit. e StGB gebotenen Strafmilderung sowie in Beachtung, dass neben der 
Geldstrafe eine Verbindungsbusse ausgesprochen wird (vgl. Erwägung 5.d), er-
scheint es der I. Strafkammer des Kantonsgerichts dabei als angemessen, die von 

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der Vorinstanz ausgesprochenen 15 Tagessätze dem Verschulden des Beru-
fungsklägers entsprechend auf 10 Tage zu reduzieren.

b) Die Bemessung der Tagessatzhöhe erfolgt nach dem Nettoeinkom-
mensprinzip (BGE 134 IV 60 E. 5.4 mit Hinweisen). Ausgangspunkt für die Be-
messung bildet das durchschnittliche Tagesnettoeinkommen. Was gesetzlich ge-
schuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, so die laufenden Steuern, 
die Beiträge an die Sozialversicherungen und an die obligatorische Kranken- und 
Unfallversicherung sowie die notwendigen Berufsauslagen, ist abzuziehen. Vom 
Nettoeinkommen in Abzug zu bringen sind sodann auch allfällige Familien- und 
Unterstützungspflichten, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. An-
derweitige finanzielle Lasten können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnis-
se berücksichtigt werden. Massgebend sind immer die konkreten finanziellen Ver-
hältnisse (vgl. zum Ganzen BGE 134 IV 60 sowie Urteile des Bundesgerichts 
6B_476/2007 vom 29. März 2008 und 6B_760/2008 vom 30. Juni 2009 E. 2.3.1). 

Gemäss dem bei den Akten liegenden „Formulario per il calcolo dell' aliquo-
ta giornaliera", hat die Vorinstanz ausgehend von einem Jahresnettoeinkommen 
von Fr. 90'000.00 (nach Abzug von AHV/IV/EO/PK) einen Tagessatz in Höhe von 
Fr. 140.00 errechnet. Vor Schranken des Kantonsgerichts hat X._____ sein Ein-
kommen nach Abzug der Pensionskasse mit rund Fr. 100'000.00 beziffert, wobei 
er jedoch klarstellte, dass davon in B._____ noch die Steuern sowie weitere Sozi-
alversicherungsbeiträge und Sozialleistungen abgezogen würden (vgl. Einver-
nahmeprotokoll Berufungsverhandlung Antworten auf Fragen IV.7, 8, 11 und 12). 
In Anbetracht, dass zusätzliche Abzüge anfallen, erscheint es daher angezeigt 
den von der Vorinstanz ihrer Berechnung zu Grunde gelegten Ausgangswert von 
Fr. 90'000.00 auf Fr. 80'000.00 zu reduzieren, welcher einem Monatsnettoein-
kommen von Fr. 6'666.70 entspricht. Gemäss "Berechnungsformular Tagessatz" 
der Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz ist davon – zumal keine 
Steuerdaten vorliegen – vorweg ein Pauschalabzug für Krankenkasse und Steu-
ern von 20-30 % vorzunehmen, was die Vorinstanz übersehen hat. Sodann sind, 
wie vom Bezirksgericht Moesa wiederum richtig umgesetzt, angemessene Unter-
stützungsabzüge für den Ehepartner und die Kinder vorzunehmen. Ausgehend 
vom festgestellten Monatseinkommen von Fr. 6'666.70 netto unter Abzug einer 
Pauschale von 25 % für Krankenkasse und Steuern (Fr. 1'666.68), sowie unter 
Berücksichtigung der vom so errechneten Ausgangswert von Fr. 5'000.00 zu sub-
trahierenden Unterstützungsabzüge von je 15 % (Fr. 750.00) für die Ehefrau und 
das 1. Kind und 12.5 % (Fr. 625.00) für das 2. Kind resultiert somit ein verbleiben-
des Monatseinkommen von Fr. 2'875.00. Dies entspricht einem Grundtagessatz 

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von Fr. 95.83, was abgerundet auf einen Zehner-Wert einen der wirtschaftlichen 
Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers entsprechenden Tagessatz in Höhe von 
Fr. 90.00 ergibt. 

Das vorinstanzliche Urteil ist folglich insoweit zu korrigieren und X._____ ist 
zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 90.00 zu verurteilen.

c) Zu Recht hat die Vorinstanz X._____ für die Geldstrafe den beding-
ten Strafvollzug gewährt. Zwar wurde gegen den Berufungskläger am 9. Juni 
2010, also nur 2 Monate vor der hier zu beurteilenden Verfehlung, wegen Über-
schreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserhalb geschlossener Orts-
chaften um 34 km/h eine Geldbusse von 120.00 Euro ausgesprochen, was negativ 
zu vermerken ist. Trotzdem ist davon auszugehen, dass das vorliegende Strafver-
fahren, die beiden Gerichtsverhandlungen, die bedingte Geldstrafe und die zu be-
zahlende Verbindungsbusse (vgl. Erwägung 5.d) dem Berufungskläger eine deut-
liche Warnung für die Zukunft sein und ihn von weiterer Delinquenz abhalten wer-
den. X._____ muss folglich keine schlechte Prognose gestellt werden (vgl. Art. 42 
Abs. 1 StGB). 

d) Eine bedingte Strafe kann mit einer unbedingten Geldstrafe oder ei-
ner Busse verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Die unbedingte Verbindungs-
geldstrafe beziehungsweise die Verbindungsbusse trägt dazu bei, das unter spe-
zial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der be-
dingten Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denkzettel verpasst wer-
den können, um ihm (und soweit nötig allen anderen) den Ernst der Lage vor Au-
gen zu führen und zugleich zu demonstrieren, was bei Nichtbewährung droht. Das 
Hauptgewicht liegt jedoch auf der bedingten Freiheitsstrafe beziehungsweise der 
bedingten Geldstrafe, während der unbedingten Verbindungsgeldstrafe bezie-
hungsweise der Busse nur untergeordnete Bedeutung zukommt. Diese soll nicht 
etwa zu einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Sie 
erlaubt lediglich innerhalb der schuldangemessenen Strafe eine täter- und tatan-
gemessene Sanktion, wobei die an sich verwirklichte Freiheitsstrafe oder Gelds-
trafe und die damit verbundene Geldstrafe oder Busse in ihrer Summe schuldan-
gemessen sein müssen (BGE 134 IV 1 E. 4.5.2, 134 IV 60 E. 7.3). 

X._____ hat, wie bereits dargelegt, die auf der vierspurigen Autostrasse 
C._____ auf dem Gebiet der Gemeinde D._____ signalisierte Höchstgeschwindig-
keit von 80 km/h in grobfahrlässiger Missachtung der Signalisation um mehr als 
die Hälfte überschritten. Dabei muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er 

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die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer allein wegen eines geringen Zeitge-
winns respektive infolge seiner Unaufmerksamkeit aufs Spiel gesetzt hat. Das Ge-
richt erachtet es unter diesen Umständen als angebracht, zur Verstärkung der 
Warnwirkung der bedingten Geldstrafe und zur Verdeutlichung, dass das Verhal-
ten des Berufungsklägers nicht toleriert werden kann („Denkzettel“), eine Verbin-
dungsbusse gemäss Art. 42 Abs. 2 StGB auszusprechen. Die Höhe der Busse hat 
sich sowohl am Verschulden als auch an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 
des Verurteilten zu orientieren. Wie oben ausgeführt, ist das Verschulden von 
X._____ als nicht mehr leicht einzustufen, wobei sich jedoch angesichts der dar-
gelegten Strafzumessungsgründe und der finanziellen Verhältnisse entsprechend 
der Korrektur des vorinstanzlichen Urteils betreffend die Geldstrafe auch eine ent-
sprechende Reduktion der von der Vorinstanz ausgefällten Busse aufdrängt. Die I. 
Strafkammer erachtet es daher dem Verschulden und den finanziellen Verhältnis-
sen des Berufungsklägers als angemessen, die vom Bezirksgericht Moesa ausge-
sprochene Busse von Fr. 500.00 auf Fr. 200.00 zu reduzieren. 

e) Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, hat der 
Richter eine Ersatzfreiheitsstrafe auszusprechen (Art. 106 Abs. 2 StGB). Ist eine 
solche für eine Verbindungsbusse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer be-
dingten Geldstrafe festzulegen, besteht allerdings die Besonderheit, dass das Ge-
richt die Höhe des Tagessatzes für die bedingte Geldstrafe und damit die wirt-
schaftliche Leistungsfähigkeit des Täters bereits ermittelt hat. Das lässt es als 
sachgerecht erscheinen, die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel zu ver-
wenden, indem der Betrag der Verbindungsbusse durch jene dividiert wird (BGE 
134 IV 60 E. 7.3.3). Wendet man diese Grundsätze vorliegend auf die Bemessung 
der Ersatzfreiheitsstrafe an und dividiert die Verbindungsbusse in Höhe von Fr. 
200.00 durch die Tagessatzhöhe von Fr. 90.00, so ergibt dies zwei Tage. Das vor-
instanzliche Urteil ist mithin auch in diesem Punkt zu korrigieren.

f) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Berufungskläger mit einer 
Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 90.00 und mit einer Busse in Höhe von 
Fr. 200.00, Ersatzfreiheitstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung zwei Tage, zu be-
strafen ist. Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben bei einer Probezeit von 
zwei Jahren.

6. Nach dem Gesagten ist das vorinstanzliche Urteil im Schuldpunkt 
gänzlich zu bestätigen, währenddem es hinsichtlich der Strafzumessung zu korri-
gieren ist. Gestützt auf diesen Verfahrensausgang ist somit im Folgenden über die 
Verteilung der Verfahrenskosten zu befinden. 

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a) Hinsichtlich der Kosten des Untersuchungs- und des erstinstanzli-
chen Verfahrens verbleibt es bei der vorinstanzlichen Kostenregelung, da - unge-
achtet der teilweisen Gutheissung der Berufung hinsichtlich der Strafzumessung - 
die Kosten in gleicher Höhe ohnehin entstanden wären.

b) Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Erwirkt eine 
Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günstigeren Entscheid, so 
können ihr die Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn der angefochtene Ent-
scheid nur unwesentlich abgeändert wird (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). 

Vorliegend bleibt zwar festzustellen, dass die vorzunehmende Korrektur 
des angefochtenen Urteils hinsichtlich Geldstrafe und Busse rein summenmässig 
eine in etwa hälftige und damit nicht unwesentliche Reduktion zur Folge hat. Dabei 
ist jedoch zu berücksichtigen, dass der vorinstanzliche Entscheid im Schuldspruch 
und damit im stärker zu gewichtenden Hauptpunkt vollumfänglich bestätigt wird. 
Ausgehend von einer Gewichtung des Schuldpunkts mit 2/3 gegenüber dem un-
tergeordneten Strafpunkt mit 1/3 ist X._____ mit seiner Berufung folglich zu 1/6 
durchgedrungen. Entsprechend sind ihm von den Kosten des Rechtsmittelverfah-
rens 5/6 zu überbinden, währenddem 1/6 zu Lasten des Kantons Graubünden 
geht. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden in Anwendung von Art. 7 der 
Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf 
Fr. 5'000.00 festgesetzt, wovon der Berufungskläger dem Gesagten entsprechend 
Fr. 4'166.00 zu bezahlen hat. Die übrigen Fr. 834.00 trägt der Kanton Graubün-
den.

c) Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelver-
fahren richten sich gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO nach den Artikeln 429 StPO – 
434 StPO. Erfolgt weder ein vollständiger oder teilweiser Freispruch noch eine 
Einstellung des Verfahrens, obsiegt die beschuldigte Person aber in anderen 
Punkten, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Auf-
wendungen (vgl. Art. 436 Abs. 2 StPO). 

Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers reichte anlässlich der Beru-
fungsverhandlung vom 7. April 2015 eine Honorarnote in Höhe von total Fr. 
3'931.20 einschliesslich Mehrwertsteuer ein, welche einem Aufwand von 14 Stun-
den zum Stundenansatz von Fr. 250.00 zuzüglich Barauslagen sowie Mehrwert-
steuer von 8 % entspricht. Die vom Verteidiger eingereichte Honorarnote enthält 
allerdings keinerlei Angaben darüber, für welche Aufwendungen wie viel Zeit ver-

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wendet wurde. Der von ihm geltend gemachte Aufwand ist damit nicht nachvoll-
ziehbar respektive nicht umfassend überprüfbar, sodass die Entschädigung nach 
Ermessen festzusetzen ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 der Verordnung über die Bemessung 
des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [HV; BR 310.250]). Da-
bei ist zwar festzustellen, dass die Berufungsbegründung nicht kausal für die infol-
ge der Rechtsmitteleingabe schliesslich erzielte Korrektur der vorinstanzlichen 
Strafzumessung war, zumal sich der Verteidiger in seinem Vortrag vor Schranken 
gar nicht zu diesem Punkt geäussert hat. Jedenfalls bleibt aber zu berücksichti-
gen, dass X._____ in den mit der eingereichten Berufung angefochtenen Punkten 
letztlich doch zu 1/6 durchgedrungen ist und bei der Bemessung der Parteien-
tschädigung auf jeden Fall ein angemessener zeitlicher Aufwand für die notwendi-
gen und damit zu entschädigenden anwaltlichen Bemühungen in Zusammenhang 
mit der Einreichung der Berufungserklärung sowie der Anfahrt und Teilnahme an 
der Berufungsverhandlung berücksichtigt werden muss. 

Mit Blick auf die für den Erfolg nicht ursächliche Berufungsbegründung und 
unter Bemessung der Entschädigungshöhe analog der Kostenaufteilung nach Ob-
siegen (1/6) und Unterliegen (5/6) rechtfertigt es sich daher, X._____ für das Beru-
fungsverfahren ausgehend von einem angemessenen Zeitaufwand von rund 10 
Stunden zum vereinbarten Stundenansatz von Fr. 250.00 (vgl. act. 1.4 Ziff. 3) un-
ter Beizug der mit der eingereichten Kostennote geltend gemachten Barauslagen 
ausseramtlich mit Fr. 500.00 inklusive Mehrwertsteuer zu entschädigen. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen.

2. X._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss 
Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG.

3. Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 
90.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer 
Busse in der Höhe von Fr. 200.00 bestraft. Falls die Busse schuldhaft nicht 
bezahlt wird, tritt eine Freiheitsstrafe von 2 Tagen an deren Stelle.  

4. Die Kosten des Untersuchungs- und des vorinstanzlichen Verfahrens, be-
stehend aus:

 den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von Fr. 1'125.00

 den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr.    120.00

 der Gerichtsgebühr der Vorinstanz von Fr.  1'600.00

total somit Fr.  2'845.00

gehen zu Lasten von X._____.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5'000.00 gehen zu 5/6 (= Fr. 
4'166.00), zu Lasten von X._____ und zu 1/6 (= Fr. 834.00) zu Lasten des 
Kantons Graubünden, welcher X._____ für das Berufungsverfahren mit Fr. 
500.00 (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat. 

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

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7. Mitteilung an: