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**Case Identifier:** b0872d51-0dfb-587b-a1ab-d4f94ae1ba00
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.10.2023 200 2023 469
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-469_2023-10-18.pdf

## Full Text

200 23 469 IV
KOJ/BOC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im November 2015 unter Hinweis auf Schulter-, 
Hand- und Fussprobleme bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend: IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II] 1). 
Die IVB tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen. 
Insbesondere zog sie das vom damaligen Unfallversicherer, der 
C.________ AG, in Auftrag gegebene orthopädisch-psychiatrische Gutach-
ten der D.________ (nachfolgend: Begutachtungsstelle D.________) vom 
25. August 2016 (act. II 37.2) bei, holte beim Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) Aktenbeurteilungen vom 19. Oktober 2016 (act. II 39) und vom 6. 
März 2017 (act. II 50) ein und verfügte am 18. April 2017 (act. II 51) bei 
einem Invaliditätsgrad von 20 % die Abweisung des Rentenbegehrens. Die 
Verfügung blieb unangefochten. 

B.

Im Mai 2018 (act. II 63) stellte die Versicherte unter Hinweis auf eine erheb-
liche Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes seit April 2017 ein er-
neutes Leistungsbegehren. Nach Einholen von Aktenbeurteilungen des 
RAD (act. II 66, 68, 70, 82 ff.) trat die IVB mit Verfügung vom 19. Februar 
2019 (act. II 87) mit der Begründung, seit der letzten Verfügung habe sich 
weder die berufliche noch die medizinische Situation geändert, auf das 
Leistungsbegehren nicht ein. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. II 
88/3 ff.) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
29. Mai 2019, IV/2019/217 (act. II 92), – soweit es darauf eintrat – gut, hob 
die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache an die IVB zurück, 
damit sie auf die Neuanmeldung eintrete und nach getätigten Abklärungen 
neu verfüge. Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft. In der Folge 
tätigte die IVB weitere medizinische Abklärungen. Insbesondere holte sie 
beim E.________ (MEDAS E.________) ein neuropsychologisches Gut-
achten vom 18. März 2020 (act. II 133/125 ff.) und bei Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 3

F.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothera-
pie, ein psychiatrisches Gutachten vom 23. März 2020 (act. II 133/2 ff.) ein. 
Mit Vorbescheid vom 27. März 2020 (act. II 136) stellte die IVB in Aussicht, 
bei einem Invaliditätsgrad von 6 % einen Rentenanspruch zu verneinen. 
Nach dagegen erhobenen Einwänden (act. II 138, 141 f., 144) holte sie 
beim RAD Aktenbeurteilungen vom 11. Juni 2020 (act. II 152 f.) ein und 
verfügte am 17. Juni 2020 (act. II 155) dem Vorbescheid entsprechend. Die 
dagegen erhobene Beschwerde (act. II 165) wies das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern mit Urteil vom 27. Mai 2021, IV2020/591 (act. II 170), ab. 
Auf die dagegen erhobene Beschwerde (Akten der IVB [act. IIa] 172) trat 
das Bundesgericht (BGer) mit Entscheid vom 15. Juli 2021, 8C_470/2021 
(act. IIa 173), nicht ein. 

C.

Im Juli 2022 meldete sich die Versicherte ein weiteres Mal bei der Invali-
denversicherung zum Leistungsbezug an (act. IIa 177). Dabei verwies sie 
auf einen im Mai 2014 erlittenen Arbeitsunfall und anschliessende Be-
schwerden in den Ellbogen beidseits, in der rechten Schulter (Sehnenrisse, 
Kalkablagerungen, Löcher), ausstrahlende Schmerzen von der rechten 
Hand und ein Schwere- und Taubheitsgefühl in den Händen sowie auf wei-
tere Beschwerden. Mit Vorbescheid vom 11. Juli 2022 (act. IIa 183) stellte 
die IVB das Nichteintreten auf das Leistungsgesuch in Aussicht. Dagegen 
erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 
1. September 2022 (act. IIa 188) unter Beilage eines medizinischen Berich-
tes Einwände. In der Folge ersetzte die IVB den Vorbescheid vom 11. Juli 
2022 (act. IIa 183) durch die Mitteilung vom 6. September 2022 (act. IIa 
191), mit welcher sie festhielt, aufgrund des Gesundheitszustandes der 
Versicherten seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich. Wei-
ter nahm die IVB erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (act. IIa 
198 - 201, 205 f.), insbesondere liess sie die Versicherte polydisziplinär 
durch die G.________ (MEDAS G.________) begutachten (Expertise vom 
3. April 2023 inklusive Teilgutachten [act. IIa 221.1 - 221.6]). Nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (act. IIa 224 - 227) verneinte die IVB mit 

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Verfügung vom 31. Mai 2023 (act. IIa 229) bei einem Invaliditätsgrad von 
6 % den Anspruch auf eine Rente.

D.

Dagegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 19. Juni 2023 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei der Beschwerdeführerin eine ganze 
Rente zuzusprechen. Eventualiter sei das Verfahren zur Durchführung der 
erforderlichen Abklärungen und zum neuen Entscheid an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. August 2023 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 31. Mai 2023 (act. IIa 229). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene Verfü-
gung datiert vom 31. Mai 2023 (act. IIa 229), womit sie nach dem Inkrafttre-
ten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Ferner kann ein 
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Gel-
tendmachung des Leistungsanspruchs entstehen (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). 
Die Neuanmeldung erfolgte im Juli 2022 (act. IIa 177). Damit konnte ein 
Rentenanspruch frühestens per 1. Januar 2023 entstehen (vgl. E. 5.4 hier-
nach). Folglich sind die Bestimmungen des IVG, der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sowie 
des ATSG in der jeweils seit 1. Januar 2022 gültigen Fassung massgebend 

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(Ziff. 9100 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen 
[BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur 
Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 
146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeits-
bereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende 
Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem 

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Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % 
besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem 
Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Unerheblich unter revisions-
rechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 
147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105). Eine weitere Diagnose-
stellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich relevante Gesundheits-
verschlechterung oder eine weggefallene Diagnose eine verbesserte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 8

gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Umstände den Renten-
anspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 
E. 3).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Erfolgte nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle 
Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach 
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durch-
führung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Ände-
rung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) 
abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Per-
son dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwä-
gung oder prozessualen Revision – bei einer weiteren Neuanmeldung 
entgegen halten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Juli 2022 
(act. IIa 177) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 
Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu be-
urteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich des 
Sachverhalts im Zeitpunkt der leistungsverneinenden Verfügung vom 

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17. Juni 2020 (act. II 155) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung vom 31. Mai 2023 (act. IIa 229) zu prüfen, ob eine wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet 
ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen 
(vgl. E. 2.4.2 und 2.4.3 hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Leis-
tungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen 
(vgl. E. 2.4.2 hiervor).

Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht (Beschwerde S. 6 ff. B./Ziff. 
16 ff.), bezüglich der somatischen Beschwerden sei nicht die letzte rechts-
kräftige Verfügung vom 17. Juni 2020 (act. II 155) der massgebende Ver-
gleichszeitpunkt, sondern die Verfügung vom 18. April 2017 (act. II 51) – da 
vor dem Verfügungserlass am 17. Juni 2020 (act. II 155) lediglich der psy-
chische, nicht aber der somatische Gesundheitszustand überprüft worden 
sei und die letzte materielle Prüfung des somatischen Gesundheitszustan-
des sei beim Erlass der Verfügung vom 18. April 2017 (act. II 51) erfolgt –, 
kann ihr nicht gefolgt werden. Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten 
(Beschwerdeantwort S. 3 C./b Ziff. 11), dass als zeitliche Vergleichsbasis 
die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen ist, sofern eine materielle 
Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden hat, d.h. 
eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine Beweis-
würdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung in den 
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden – ein 
Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (vgl. E. 2.4.3 hiervor). Dies 
trifft auf die Verfügung vom 17. Juni 2020 (act. II 155) zu; diese wurde mit 
VGE IV/2020/591 (act. II 170) und Nichteintretensentscheid des BGer 
8C_470/2021 (act. IIa 173) bestätigt. Im Urteil VGE IV/2020/591 (act. II 
170), E. 3.5.1, wurde nach ausführlicher Würdigung explizit festgehalten, 
es sei erstellt, dass es in somatischer Hinsicht seit der Verfügung vom 
18. April 2017 (act. II 51) zu keiner wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes gekommen sei, die Beschwerdeführerin aus somati-
scher Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit weiterhin vollzeitlich und 
ohne Einschränkung arbeits- und leistungsfähig sei und es diesbezüglich 
keiner weiteren Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin bedurft habe. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 10

3.2 In medizinischer Hinsicht basierte die leistungsverneinende Verfü-
gung vom 17. Juni 2020 (act. II 155) im Wesentlichen auf den folgenden 
Unterlagen: 

3.2.1 Im neuropsychologischen Gutachten der MEDAS E.________ vom 
18. März 2020 (act. II 133/125 ff.) wurde festgehalten, die Testergebnisse 
der Beschwerdeführerin würden als nicht valide angesehen. Sie habe beide 
Teile der Symptomvalidierungstests mit Werten, die am Cut-Off gelegen 
hätten, absolviert. Während der gesamten Untersuchung habe ein aggra-
vierendes Verhalten festgestellt werden können (act. II 133/133 Ziff. 4.3), 
weshalb keine Diagnosen gestellt werden könnten (act. II 133/135 Ziff. 6.1 
f.). Die Zusammenstellung der Befunde der Leistungstests lasse auf ein 
Aggravationsverhalten schliessen. Daher könnten die Ergebnisse der Leis-
tungstests inhaltlich nicht ausgewertet werden und lieferten wegen man-
gelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde, da 
sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau 
abbildeten. Unter diesen Umständen bestehe andererseits auch das Risiko, 
dass tatsächliche und spezifische kognitive Defizite differentialdiagnostisch 
nicht festgestellt werden könnten (act. II 133/135 f. Ziff. 6.3). Es hätten sich 
in den untersuchten Bereichen mehrheitlich unterdurchschnittliche Ergeb-
nisse gefunden. Da die Ergebnisse der Symptomvalidierungstests auf ein 
aggravierendes Verhalten hinwiesen, könnten weder das Vorhandensein 
allenfalls funktioneller Einschränkungen (act. II 133/137 Ziff. 7.1) noch die 
Arbeitsfähigkeit beurteilt werden (act. II 133/139 Ziff. 8.1 f.).

3.2.2 Dr. med. F.________ stellte im psychiatrischen Gutachten vom 23. 
März 2020 (act. II 133/2 ff.) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgen-
de Diagnosen (act. II 133/87 Ziff. 6.1):

 Ausgeprägte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41) 

 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen, psychi-
sche und Verhaltensstörungen durch Opioide, schädlicher Gebrauch, Differen-
tialdiagnose: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F11.10/F11.24)

Der Gesundheitszustand und die Symptome hätten sich verglichen mit der 
Situation im Zeitpunkt der Verfügung vom 18. April 2017 (act. II 51) leicht 
verschlechtert. Die von der untersuchenden Psychiaterin im Begutach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 11

tungsstelle D.________-Gutachten aus dem Jahre 2016 gestellten Diagno-
sen hätten weitgehend ihre Gültigkeit behalten. Zusätzlich seien aufgrund 
des ermittelten hohen Opiatspiegels psychische und Verhaltensstörungen 
durch psychotrope Substanzen, psychische und Verhaltensstörungen 
durch Opioide, schädlicher Gebrauch, Differentialdiagnose: Abhängigkeits-
syndrom (ICD-10 F11.10/F11.24) sowie eine Angst und depressive Reakti-
on gemischt (ICD-10 F41.2) zu diagnostizieren. Die gegenwärtig 
vorliegenden Diagnosen würden eine 30%ige Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit bezogen auf ein hypothetisches Arbeitspensum von 100 % 
begründen (act. II 133/114 Ziff. 8.4). Insbesondere aufgrund der allgemei-
nen Indizien (u.a. unbeobachtetes Gangbild, Schnelligkeit und Ablauf der 
Bewegungen, Mitschwingen der Arme, Spontanmotorik, spontane Kopfdre-
hungen, kein Positionswechsel während der Untersuchung, keine entlas-
tenden Körperbewegungen, kein Aufstehen während der Exploration, 
speditives An- und Auskleiden), der Indizien anhand des explorierten Ta-
gesprofils, dazu Indizien anhand der Schmerzschilderung (dabei werde auf 
adäquate, vage, distanzierte Schilderung geachtet) und ergänzender Indi-
zien zum Ausschluss einer hirnorganischen Störung (dabei werde auf die 
Konzentration während der Exploration, Merkfähigkeit für Altbekanntes, 
u.a. Geburtstagsdaten, Hochzeitstag, Telefonnummern, Merkfähigkeit für 
Wichtiges, u.a. Höhe der derzeitigen Einkünfte, und Merkfähigkeit für Rou-
tinedinge geachtet) würden sich Hinweise auf nicht im vorhandenen Um-
fang geklagte Beschwerden im Sinne zumindest einer Symptomausweitung 
ergeben. Die beklagte Intensität und das Ausmass der Beschwerden seien 
mit dem alltäglichen Aktivitätsniveau nicht vereinbar. Die gutachterliche 
Konsistenzprüfung habe daher Diskrepanzen und Inkonsistenzen ergeben. 
In der Selbsteinschätzung beurteile sich die Beschwerdeführerin als zu 
100 % arbeitsunfähig für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt. Auf-
grund der im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Untersuchung erhobe-
nen medizinischen Befunde könne dieser Selbsteinschätzung nicht gefolgt 
werden. Es liege eine ausgeprägte Selbstlimitierung vor. Unter Berücksich-
tigung der Diskussion im Gutachten sowie der multiplen Diskrepanzen und 
Inkonsistenzen könne aufgrund der Schmerzstörung bezogen auf ein hypo-
thetisches Arbeitspensum von 100 % allenfalls von einer um 30 % reduzier-
ten Leistungsfähigkeit (Rendement) ausgegangen werden. Die attestierte 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % aufgrund der Schmerzstörung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 12

werde aufgrund der reduzierten Ressourcen im Hinblick auf die Überwin-
dung der geltend gemachten diffusen Schmerzen attestiert. Das Vorliegen 
einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erhebli-
cher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer liege allerdings nicht vor. 
Auch liege kein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens vor (act. II 133/100 f. Ziff. 6.3). 

3.2.3 Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie beim RAD, führte in der Beurteilung vom 11. Juni 2020 (act. II 153) aus, 
unter Berücksichtigung sämtlicher Vorakten, der durch den Gutachter er-
hobenen Befunde im psychiatrischen Fachgebiet, der ausführlich dokumen-
tierten Verhaltensbeobachtungen, der von der Beschwerdeführerin selbst 
vorgebrachten Klagen, der erhobenen Laborbefunde sowie der Ergebnisse 
der neuropsychologischen Untersuchung in der MEDAS E.________ nen-
ne Dr. med. F.________ medizinisch plausible Diagnosen mit und ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er nehme Bezug auf das ICD-10-
Klassifikationssystem und lege dar, welche Kriterien erfüllt seien. Er disku-
tiere früher attestierte Diagnosen im psychiatrischen Fachgebiet und 
begründe, warum diese aufgrund seiner fachärztlichen Einschätzung nicht 
vorlägen. Er zitiere in diesem Zusammenhang relevante Fachliteratur, mit 
der er seine Einschätzungen begründe. Weiter berichte der psychiatrische 
Gutachter über zahlreiche durch ihn festgestellte Diskrepanzen und Inkon-
sistenzen. Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung seien zu-
dem Hinweise für Symptomverdeutlichung und Aggravation festgestellt 
worden, und es habe daher der begründete Verdacht auf eine nicht-authen-
tische neuropsychologische Störung vorgelegen. Der RAD beurteile das 
psychiatrische Gutachter von Dr. med. F.________ als schlüssig (act. II 
153/10 f. Ziff. 1). Was die im Vorbescheidverfahren bei der Beschwerde-
gegnerin eingegangenen medizinischen Berichte betreffe, so attestierten 
die ambulanten psychiatrischen Behandelnden ebenso wie auch Dr. med. 
F.________ die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Wie bereits in früheren 
Berichten der Psychiatrischen Dienste I.________ postulierten diese wei-
terhin das Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwär-
tig schwere Episode, ohne psychotische Symptome, bei ausgeprägten 
psychosozialen Belastungen und chronischer Schmerzstörung (ICD-10 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 13

F33.2). Dr. med. F.________ habe im Gutachten dargelegt, dass die für 
diese Diagnose erforderlichen Kriterien nicht erfüllt seien. Weiter werde von 
der Beschwerdeführerin berichtet, dass sie im Kontext des negativen IV-
Bescheides "dekompensiert sei". Die gemäss ICD-10 für eine schwere De-
pression erforderlichen Symptome eines "somatischen Syndroms'' seien 
nicht dokumentiert. Bei der berichteten Dekompensation handle es sich mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit um die im psychiatrischen Gutachten 
von Dr. med. F.________ beschriebenen "vorübergehenden Anpassungs-
störungen aufgrund multipler nicht versicherungsmedizinisch relevanter 
psychosozialer Belastungsfaktoren''. Die Beschwerdeführerin sei während 
knapp drei Wochen in der psychiatrischen Klinik J.________ behandelt 
worden. Eine stationäre Therapie auf der Station für Menschen mit Depres-
sionen habe sie abgelehnt, da sie mit "Treppen nicht zurecht käme", was 
nicht plausibel sei. Die aktenkundig fehlende medikamentöse Anpassung 
und die in Anbetracht der attestierten Diagnose einer schweren depressi-
ven Episode eher kurze stationäre Behandlung sprächen gegen das Vor-
liegen der postulierten Diagnose einer schweren depressiven Episode; die 
teilweise Ablehnung der ärztlich empfohlenen Therapie spreche gegen ei-
nen erheblichen Leidensdruck. Sie sei in "gebessertem Zustand" aus der 
psychiatrischen Klinik J.________ ausgetreten und anschliessend für 14 
Tage auf der medizinischen und neurologischen Abteilung der Klinik 
K.________ behandelt worden. In deren Austrittsbericht würden keine Dia-
gnosen aus dem psychiatrischen Fachgebiet aufgelistet, welche unter Zu-
grundelegung des ICD-10-Klassifikationssystems gestellt und codiert 
worden seien. Ein bei Eintritt am 29. April 2020 dokumentierter Psychosta-
tus habe mit uneingeschränkten kognitiven Funktionen, fehlendem Wahn, 
fehlenden Zwängen und fehlenden akuten Suizidgedanken keinen Krank-
heitswert gezeigt. Das im Bericht dokumentierte Verhalten dokumentiere 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die ebenfalls bereits im Gutachten 
des Dr. med. F.________ genannten "histrionischen Persönlichkeitszüge" 
mit übermässiger Emotionalität und aufmerksamkeitsheischendem Verhal-
ten mit dem Bestreben, im Mittelpunkt zu stehen. Zusammenfassend sei 
festzuhalten, dass sich durch die im Vorbescheidverfahren eingereichten 
medizinischen Berichte keine neuen Diagnosen und keine neuen objekti-
ven Befunde im psychiatrischen Fachgebiet seit der Begutachtung durch 
Dr. med. F.________ ergeben würden (act. II 133/11 ff. Ziff. 2). Damit kön-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 14

ne weiterhin an der gutachterlichen Beurteilung durch Dr. med. F.________ 
festgehalten werden (act. II 133/153 Ziff. 3; vgl. diesbezüglich auch RAD-
Beurteilung von Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Me-
dizin vom RAD, vom 11. Juni 2020 [act. II 152]). 

3.3 Die vorliegend angefochtene Verfügung vom 31. Mai 2023 (act. IIa 
229) basiert im Wesentlichen auf dem polydisziplinären MEDAS 
G.________-Gutachten vom 3. April 2023 (inklusive Teilgutachten [act. IIa 
221.1 - 221.6]) mit Untersuchungen in den Fachgebieten Allgemeine Innere 
Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Rheumatologie. 
Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit aufgeführt (act. IIa 221.1/9 Ziff. 4.3 b): 

1. Chronisches subakromiales Schulterimpingement rechts (ICD-10 M75.9)
 St.n. subakromialer Dekompression und Supraspinatusrekonstruktion am 

16. Februar 2016 bei ventraler transmuraler Supraspinatussehnenruptur 
nach Unfallereignis vom Jahre 2014

 radiomorphologisch leichte Ausdünnung der Supraspinatussehne über 
dem superioren Humeruskopf bis zum Footprint-Areal mit kleiner, trans-
tendinöser Defektzone, leichte Ausdünnung der superioren Infraspinatus-
sehne, alle übrigen Sehnen der Rotatorenmanschette sowie lange 
Bizepssehne unauffällig, keine signifikante fettige Infiltration der Muskula-
tur, geringe AC-Gelenksarthrose

2. Chronische Epicondylopathia humeri radialis und ulnaris rechts (ICD-10 
M77.0/M77.1)
 radiomorphologisch alte Ruptur des lateralen Kollateralbandapparates, 

Epicondylitis lateralis mit partiellen Sehnendefekten am posterolateralen 
Sehnenursprung, leichte Synovitis mit kleinvolumigem Gelenkserguss

 funktionell Ellbogen rechts frei beweglich
3. Epicondylopathia humeri radialis und ulnaris links (ICD-10 M77.0/M77.1)

 radiomorphologisch MR-tomographisch kein Anhalt für eine stattgehabte 
Fraktur im Bereich des Ellbogengelenkes, keine signifikanten arthrotischen 
Veränderungen

 funktionell Ellbogen links frei beweglich
4. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)

Die Gutachter hielten fest (act. IIa 221.1/8 f. Ziff. 4.2), aus psychiatrischer 
Sicht fänden sich in der Untersuchung erhebliche Aggravationstendenzen. 
In der Alltagsgestaltung zeigten sich aus psychiatrischer Sicht keine höher-
gradigen nachvollziehbaren Einschränkungen. Aus somatischer Sicht könn-
ten die beklagten Beschwerden, abgesehen von den Schulterschmerzen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 15

rechts sowie Ellenbogenschmerzen rechts, nicht vollständig objektiviert 
respektive nachvollzogen werden. Weiter hielten die Gutachter fest (act. IIa 
221.1/11 Ziff. 4.6), in der bisherigen Tätigkeit bestehe eine 0%ige Arbeits-
fähigkeit bzw. eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die aufgehobene Arbeits-
fähigkeit könne seit Jahren angenommen werden, sei somit sicher seit dem 
Zeitpunkt der letzten IV-Anmeldung vom Juli 2022 zu bestätigen. Zur Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gaben die Gutachter an (act. 
IIa 221.1/11 Ziff. 4.7 i.V.m. act. IIa 221.5/11 Ziff. 8.2.1), geeignet seien kör-
perlich leichte, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten unter folgenden 
Arbeitsplatzbedingungen: Grundsätzlich könne der rechte, dominante Arm 
nicht bei Bewegungen über der Schulterhorizontalen eingesetzt werden, 
während die linke Schulter uneingeschränkt einsetzbar sei. Es könnten 
feinmanuell belastende Tätigkeiten durchgeführt werden, jedoch nicht 
grobmanuelle Tätigkeiten. Die Beschwerdeführerin solle ihre Arbeitspositi-
on selbständig wechseln können, dementsprechend seien längere stehen-
de oder sitzende Tätigkeiten ungünstig ebenso wie Arbeiten verbunden mit 
stereotypen Rotationsbewegungen der HWS oder der LWS oder Arbeiten 
in Oberkörpervorneige- oder -rückhalteposition. Das Heben und Tragen 
von Lasten dürfe bis zur Taille 5 bis intermittierend 7.5 kg betragen. Eine 
solche Tätigkeit sei sieben bis acht Stunden pro Tag möglich. Dabei beste-
he zur Gewährung eines gewissen Pausenbedarfs eine um 20 % reduzierte 
Leistungsfähigkeit. Es bestehe in einer solchen Tätigkeit eine 80%ige Ar-
beitsfähigkeit bzw. eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Die aktuelle Arbeits-
fähigkeit könne seit Jahren angenommen werden, sei somit sicher seit dem 
Zeitpunkt der letzten IV-Anmeldung vom Juli 2022 zu bestätigen. Zur Be-
gründung der Gesamtarbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest (act. IIa 
221.1/10 Ziff. 4.5), die vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit sei in erster Linie durch die rheumatologischen Einschränkungen 
begründet. Auch die um 20 % verminderte Leistungsfähigkeit in adaptierten 
Tätigkeiten resultiere aus den rheumatologischen Einschränkungen. Da die 
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten nur aus einer Fachrichtung ein-
geschränkt sei, ergebe sich keine Diskussion hinsichtlich eines ergänzen-
den oder additiven Effektes von Einschränkungen. Die Frage, ob sich der 
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit verglichen mit der Situation 
zum Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Juni 2020 wesentlich verändert hät-
ten, beantworteten die Gutachter mit nein (act. IIa 221.1/11 Ziff. 4.9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 16

4.

4.1

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt 
durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zu-
standes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer 
entscheidungserheblichen Differenz in den medizinischen Unterlagen zu 
entnehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision 
erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich aus-
reichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachver-
halts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, 
nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hin-
blick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 17

wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweis-
wert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschät-
zung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Verän-
derung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben 
Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse 
sich verändert haben (SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1).

Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Be-
weisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen 
von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer-
den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind 
oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ih-
rem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung 
der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist 
als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Dif-
ferenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der 
früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen 
genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, 
welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Ver-
lauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und 
Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (SVR 2018 
IV Nr. 13 S. 41 E. 4.2.2).

4.1.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 18

4.2.1 Das polydisziplinäre MEDAS G.________-Gutachten vom 3. April 
2023 (inklusive Teilgutachten [act. IIa 221.1 - 221.6]) erfüllt die an den Be-
weiswert einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 
4.1.2 hiervor). Es ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen 
Untersuchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – 
die streitigen Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten 
abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein 
und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begrün-
det. Die übrigen medizinischen Akten enthalten zudem keine Anhaltspunk-
te, die gegen die Beweiskraft der Expertise sprechen. Auch der Umstand, 
dass im Bericht der Psychiatrischen Dienste I.________ vom 20. Oktober 
2022 (act. IIa 206) seit 2015 für alle Tätigkeiten eine (volle) Arbeitsunfähig-
keit attestiert wird, vermag die Beweiskraft des MEDAS G.________-
Gutachtens nicht zu schmälern. Denn in Bezug auf Atteste von Hausärzten 
und behandelnden Spezialärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungs-
tatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf-
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 
S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG, heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Gleiches gilt für 
die Einschätzung von Dr. med. M.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, der in seinem ärztlichen Attest vom 8. August 2022 (act. IIa 
188/5) eine bedeutende Verschlechterung der chronischen und degenerati-
ven Bewegungsapparatprobleme sowie der psychischen Verfassung er-
wähnt und keine Arbeitsfähigkeit bzw. höchstens eine solche in einem 
Teilzeitpensum bei körperlich kaum belastenden Tätigkeiten sieht, wobei er 
im Bericht vom 9. September 2022 (act. IIa 201/3 - 9) eine Arbeitsfähigkeit 
von 25 % bei körperlich nur leichter Belastung angibt. 

Allgemeininternistisch wird im MEDAS G.________-Gutachten keine Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (act. IIa 221.3/5 Ziff. 
6.3 b), psychiatrisch wird die Schmerzstörung zur Hauptsache auf psycho-
soziale Belastungsfaktoren zurückgeführt und ein aggravatorisches Verhal-
ten festgestellt (act. IIa 221.4/7 f. Ziff. 6.3 a). Aus rheumatologischer Sicht 
wird bei den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf eine hoch-
gradige funktionelle Überlagerung hingewiesen (act. IIa 221.5/10 f. Ziff. 6.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 19

b und Ziff. 7.2) und auch neurologisch stehen funktionelle Komponenten im 
Vordergrund (act. IIa 221.6/4 Ziff. 6.1). In der interdisziplinären Gesamtbe-
urteilung halten die Gutachter schliesslich überzeugend und schlüssig fest 
(act. IIa 221.1/11 Ziff. 4.5), da die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 
Tätigkeit nur aus einer Fachrichtung – der Rheumatologie – eingeschränkt 
sei, ergebe sich keine Diskussion hinsichtlich eines ergänzenden oder ad-
ditiven Effektes von Einschränkungen. Auf entsprechende Frage wird eine 
Veränderung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit seit der 
Verfügung vom 17. Juni 2020 von den Gutachtern sowohl in der interdiszi-
plinären Beurteilung (act. IIa 221.1/11 Ziff. 4.9) wie auch in den einzelnen 
Fachgebieten jeweils verneint (act. IIa 221.3/6 und 8 Ziff. 9 und Ziff. 1 [All-
gemeine Innere Medizin]; act. IIa 221.4/9 ff. Ziff. 8.1 und 8.2 i.V.m. Ziff. 9 
[Psychiatrie und Psychotherapie]; act. IIa 221.5/12 Ziff. 9 [Rheumatologie]; 
act. IIa 221.6/6 Ziff. 9 [Neurologie]). 

Im Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Juni 2020 (act. II 155) bestand in der 
bisherigen wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit allein aus psych-
iatrischer Sicht bei voller Präsenz eine 30%ige Leistungseinschränkung 
(act. II 133/100 f. Ziff. 6.3 und 133/114 f. Ziff. 8.4). Dass die MEDAS 
G.________-Gutachter in der Expertise vom 3. April 2023 trotz unveränder-
tem Gesundheitszustand interdisziplinär eine vorab rheumatologisch be-
gründete Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit von 100 % und in einer 
leidensangepassten Tätigkeit von 20 % attestiert haben (act. IIa 221.1/10 f. 
Ziff. 4.5 - 4.7), stellt eine revisionsrechtlich nicht relevante unterschiedliche 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts dar 
(vgl. E. 2.4.2 hiervor). 

Soweit die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung aufgrund neuer Dia-
gnosen gelten macht (Beschwerde S. 8 B./Ziff. 21 ff.), ist festzuhalten, dass 
eine weitere Diagnosestellung nur dann eine revisionsrechtlich relevante 
Gesundheitsverschlechterung bedeutet, wenn dieser veränderte Umstand 
den Rentenanspruch berührt (vgl. E. 2.4.2 hiervor), was hier nicht der Fall 
ist. So wurden der im Herbst 2020 diagnostizierten seronegativen Polyar-
thritis (vgl. act. IIa 205/16 - 22) und der Diagnose Dupuytren Dig III/IV 
rechts ohne funktionelle Bewegungseinschränkung (vgl. act. II 205/1 f., 
205/5 f.) im MEDAS G.________-Gutachten keine Auswirkung auf die Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 20

beitsfähigkeit zugeschrieben (act. IIa 221.1/10 Ziff. 4.3 c). Und die chroni-
sche Epicondylopathia humeri radialis und ulnaris rechts ist im Zumutbar-
keitsprofil des MEDAS G.________-Gutachtens ohnehin aufgrund der seit 
Jahren bestehenden Schulterproblematik rechts mitberücksichtigt (vgl. act. 
IIa 221.1/11 Ziff. 4.7 i.V.m. act. IIa 221.5/11 Ziff. 8.2.1). 

4.2.2 Nach dem Dargelegten ist kein Revisions- bzw. Neuanmeldungs-
grund gegeben, womit keine Invaliditätsbemessung vorzunehmen ist. Der 
Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweismassnahmen 
kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 
V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) 
verzichtet werden, womit auch die eventualiter beantragte Rückweisung 
entfällt.

4.3

4.3.1 Selbst wenn das Vorliegen eines Revisions- bzw. Neuanmeldungs-
grundes bejaht würde und eine Invaliditätsbemessung basierend auf der 
gemäss MEDAS G.________-Gutachten attestierten 80%igen Arbeits-
fähigkeit vorgenommen würde, ergäbe sich kein rentenbegründender Inva-
liditätsgrad, was nachfolgend zu zeigen ist (vgl. E. 4.3.2 - 4.3.4 und E. 5 
hiernach).

Die Vornahme der Invaliditätsbemessung setzt vorab die Verwertbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit voraus, welche von der Beschwerdeführerin be-
stritten wird (Beschwerde S. 11 f. B. Ziff. 31 ff.). 

4.3.2 Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen 
Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat grundsätz-
lich nicht dafür einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen 
mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine ent-
sprechende Arbeit finden; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" 
ist nicht invaliditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 
1).

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 21

dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-
fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf 
die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Re-
gel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. 
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens 
und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand 
und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene 
Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein. 
Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt 
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine gan-
ze Invalidenrente begründet (BGE 145 V 2 E. 5.3.1 S. 16, 138 V 457 E. 3.1 
S. 460; SVR 2022 IV Nr. 32 S. 108 E. 5.3.2 und 5.3.3).

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für 
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher 
Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-
)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem die 
medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies ist 
der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverläs-
sige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 146 V 16 E. 7.1 S. 25, 138 V 
457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1 und 
Nr. 44 S. 156 E. 4.2).

4.3.3 Die am TT. MM 1961 geborene Beschwerdeführerin (act. II 1/1 Ziff. 
1.1) war im Zeitpunkt des MEDAS G.________-Gutachtens am 3. April 
2023 (act. IIa 221.1/1), aus welchem sich die medizinische Zumutbarkeit 
einer Teilarbeitsfähigkeit ergibt (vgl. E. 4.3.2 hiervor), 62 Jahre und rund 
einen Monat alt. Unter Berücksichtigung der per 1. Januar 2024 in Kraft 
tretenden Stabilisierung der AHV (AHV 21) verbleibt bis zum ordentlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 22

Rentenalter bzw. Referenzalter der Beschwerdeführerin von 64 Jahren und 
drei Monaten eine Aktivitätsdauer von rund zwei Jahren und zwei Monaten.

Laut MEDAS G.________-Gutachten (act. IIa 221.1/11 Ziff. 4.7 i.V.m. act. 
IIa 221.5/11 Ziff. 8.2.1) seien körperlich leichte, wechselbelastende berufli-
che Tätigkeiten unter folgenden Arbeitsplatzbedingungen geeignet: 
Grundsätzlich könne der rechte, dominante Arm nicht bei Bewegungen 
über der Schulterhorizontalen eingesetzt werden, während die linke Schul-
ter uneingeschränkt einsetzbar sei. Es könnten feinmanuell belastende 
Tätigkeiten durchgeführt werden, jedoch nicht grobmanuelle Tätigkeiten. 
Die Beschwerdeführerin solle ihre Arbeitsposition selbständig wechseln 
können, dementsprechend seien längere stehende oder sitzende Tätigkei-
ten ungünstig ebenso wie Arbeiten verbunden mit stereotypen Rotations-
bewegungen der HWS oder der LWS oder Arbeiten in Oberkörpervorneige- 
oder -rückhalteposition. Das Heben und Tragen von Lasten dürfe bis zur 
Taille 5 bis intermittierend 7.5 kg betragen. Eine solche Tätigkeit sei sieben 
bis acht Stunden pro Tag möglich. Dabei bestehe zur Gewährung eines 
gewissen Pausenbedarfs eine um 20 % reduzierte Leistungsfähigkeit. Es 
bestehe in einer solchen Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bzw. eine 
20%ige Arbeitsunfähigkeit.

Mit Blick auf dieses Zumutbarkeitsprofil ist mit der Beschwerdegegnerin 
(Beschwerdeantwort S. 6 C./b Ziff. 15) auf den Entscheid des BGer vom 
21. März 2016, 9C_536/2015, E. 4.2, zu verweisen, in welchem eine Akti-
vitätsdauer von einem Jahr und acht Monaten bis zum Erreichen des or-
dentlichen AHV-Alters zur Diskussion stand, ein ähnliches Zumutbarkeits-
profil wie dasjenige der Beschwerdeführerin mit einer vollen Arbeits-
fähigkeit vorlag und die Zumutbarkeit der Verwertung der 
Restarbeitsfähigkeit bejaht wurde. Weiter ist zu berücksichtigen, dass 
Hilfsarbeiten gemäss Rechtsprechung auf dem ausgeglichenen Arbeits-
markt praxisgemäss altersunabhängig nachgefragt werden. Das fortge-
schrittene Alter muss sich hier deshalb bei einer gesundheitsbedingten 
beruflichen Umorientierung nicht zwingend lohnsenkend auswirken (vgl. 
BGE 146 V 16 E. 7.2.1 S. 26; Entscheid des BGer vom 30. Mai 2023, 
8C_304/2022, E. 4.1.1). Weiter kann die Beschwerdeführerin von ihrer von 
1986 bis 2016 erworbenen Berufserfahrung (vgl. act. IIa 200) profitieren. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 23

Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin seit 2016 keine ihr an 
sich zumutbare Erwerbstätigkeit mehr ausübt, kann sie hinsichtlich der 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nichts zu ihren Gunsten ableiten 
(vgl. Entscheid des BGer vom 31. Januar 2019, 8C_704/2018, E. 6.1 und 
6.2). Gleiches gilt für den Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin sub-
jektiv nicht in der Lage fühlt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (act. IIa 
221.4/3 Ziff. 3.2; act. IIa 221.5/Ziff. 3.2.6; act. IIa 221.6/2 Ziff. 3.2.6), denn 
die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit beurteilt sich anhand der ob-
jektiven Umstände des Einzelfalles (vgl. E. 4.3.2 hiervor) und nicht nach 
dem subjektiven Empfinden der versicherten Person.

4.3.4 Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen und die relativ hohen 
Hürden betreffend die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer 
Versicherter (vgl. BGer 9C_536/2015, E. 4.2) ist davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt verwerten kann. 

5.

5.1 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG richtet sich die Bemessung des Invali-
ditätsgrades von erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG. Der 
Bundesrat umschreibt die zur Bemessung des Invaliditätsgrades massge-
benden Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 24

fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2).

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-
pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 
129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV).

Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statisti-
sche Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstruktur-
erhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) massgebend. Andere 
statistische Werte können beigezogen werden, sofern das Einkommen im 
Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die sta-
tistischen Werte nach Abs. 3 sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV). Bezüglich der Anpassung an die Lohnentwicklung ist 
nach Geschlechtern zu differenzieren, d.h. es ist auf den Lohnindex für 
Frauen oder Männer abzustellen (BGE 129 V 408; SVR 2019 IV Nr. 88 S. 
297 E. 4.1).

5.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens. Unterlag das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität 
erzielte Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein ange-
messenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann 
das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend 
genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne Invalidität nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 25

statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher 
Ausbildung und entsprechenden beruflichen Verhältnissen festgelegt (Art. 
26 Abs. 4 IVV). Nicht massgebend ist, was sie bestenfalls verdienen könnte 
(BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 
S. 91 E. 2.2).

5.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares 
Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statis-
tischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die versicherte 
Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungs-
fähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder weniger tätig sein, so 
werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen 
(Art. 26bis Abs. 3 IVV).

Bei der Heranziehung von statistischen Werten zur Bestimmung des Invali-
deneinkommens wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxis-
gemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich 
sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszuge-
hen, wobei üblicherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater 
Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöh-
ne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Me-
dian) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

5.4 Die Beschwerdeführerin ist seit Jahren in der Arbeitsfähigkeit einge-
schränkt (vgl. act. IIa 221.1/11 Ziff. 4.6 und 4.7) und die Neuanmeldung bei 
der Invalidenversicherung erfolgte im Juli 2022 (act. IIa 177), so dass in 
Anwendung von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.3 hiervor) 
der frühestmögliche Rentenbeginn auf 1. Januar 2023 fällt. Auf diesen 
Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen (vgl. E. 5.1 hier-
vor). Da die statistischen Zahlen für das Jahr 2023 noch nicht vorliegen, ist 
– soweit verfügbar – auf jene des Jahres 2022 abzustellen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 26

5.5.

5.5.1 Für die Bestimmung des Valideneinkommens ist von dem zuletzt 
bei der N.________ AG im Jahr 2015 erzielten Einkommen von jährlich Fr. 
52'650.-- auszugehen (act. II 9/3 Ziff. 2.1). Indexiert auf das Jahr 2022 re-
sultiert ein Betrag von Fr. 55'335.15 (Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, 
Frauen 2016 - 2022, Ziff. 45 - 96, Sektor 3 Dienstleistungen, Index Jahr 
2015: 100 Punkte, Index Jahr 2022: 105.1 Punkte). 

5.5.2 Da für das Invalideneinkommen kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vorliegt, ist dieses anhand statistischer Werte zu bestimmen (vgl. 
E. 5.3 hiervor). Gemäss LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Monatli-
cher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau 
und Geschlecht, Privater Sektor, beläuft sich das Total, Kompetenzniveau 
1, Frauen, auf Fr. 4'276.-- monatlich bzw. Fr. 51'312.-- jährlich. Indexiert auf 
das Jahr 2022 resultiert ein Betrag von Fr. 52'030.35 (Tabelle T1.2.20, 
Nominallohnindex, Frauen 2021 - 2022, Total, Index Jahr 2020: 100 Punk-
te, Index Jahr 2022: 101.4 Punkte). Angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2022 von 41.7 Stunden 
resultiert ein Betrag von Fr. 54'241.60 (Fr. 52'030.35 : 40 h x 41.7 h). Unter 
Berücksichtigung der gemäss MEDAS G.________-Gutachten attestierten 
Arbeitsfähigkeit von 80 % (act. IIa 221.1/11 Ziff. 4.7) verbleibt ein Betrag 
von Fr. 43'393.30 (Fr. 54'241.60 x 0.8). Mit Blick auf diese verbleibende 
Arbeitsfähigkeit und in Anwendung von Art. 26bis Abs. 3 IVV (vgl. E. 5.3 
hiervor) hat die Beschwerdegegnerin zu Recht keinen Abzug vom Tabel-
lenlohn vorgenommen. 

5.5.3 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt einen Invaliditätsgrad von gerundet 22 % ([Fr. 55'335.15 - 
Fr. 43'393.30] : Fr. 55'335.15 x 100 = 21.58 %; zu den Rundungsregeln vgl. 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), 
womit selbst bei Annahme eines Revisions- bzw. Neuanmeldungsgrundes 
kein Rentenanspruch bestehen würde (vgl. E. 2.3 hiervor).

5.6 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 27

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2023, IV/23/469, Seite 28

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.