# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b998e7c-19e5-5b2b-adaf-3f0159ad5cf7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2011 D-5686/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5686-2011_2011-11-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­5686/2011
law/bah

U r t e i l   v om   1 4 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;  
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

Parteien A._______, geboren am (…),
B._______, geboren am (…),
C._______, geboren am (…),
D._______, geboren am (…),
E._______, geboren am (…),
F._______, geboren am (…),
Bosnien und Herzegowina,  
alle vertreten durch Annelise Gerber, 
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden, ethnische Roma mit letztem Wohnsitz in 
G._______,  Bosnien  und  Herzegowina  eigenen  Angaben  zufolge  am 
1. August  2011  verliessen  und  am  2. August  2011  in  der  Schweiz  um 
Asyl nachsuchten,

dass sie bei den Erstbefragungen im Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
Basel  vom  16. August  2011  und  den  Anhörungen  zu  den  Asylgründen 
durch  das  BFM  vom  1. September  2011  im  Wesentlichen  geltend 
machten,  sie  seien  aufgrund  ihrer  Zugehörigkeit  zur  Volksgruppe  der 
Roma  in  ihrem  Heimatland  in  verschiedener  Hinsicht  benachteiligt  und 
malträtiert worden,

dass es  ihnen  teilweise  verunmöglicht worden  sei,  auf  dem Markt  einer 
Erwerbstätigkeit nachzugehen, da sie es sich nicht hätten leisten können, 
eine Bewilligung zu erlangen,

dass im September 2010 in ihrer direkten Nachbarschaft neun Häuser in 
Brand gesteckt worden seien und es dem Zufall zu verdanken sei, dass 
ihr Haus verschont geblieben sei,

dass  die  Kinder  in  der  Schule  beschimpft,  ausgegrenzt  und  teilweise 
misshandelt worden seien,

dass  die  Beschwerdeführerin  C._______  am  11. März  2011  auf  der 
Strasse  von  zwei  jungen Männern  gepackt  und  hinter  ein Haus  gezerrt 
worden sei,

dass sie geschrien habe, worauf sich Passanten für sie eingesetzt hätten 
und die beiden Männer geflohen seien,

dass  sich  die  Beschwerdeführenden  mehrfach  an  die  Polizei 
beziehungsweise  die  Schulleitung  gewandt  hätten,  die  jedoch  nichts  zu 
ihrem  Schutz  unternommen  hätten  beziehungsweise  entgegen 
Zusicherungen nicht bei ihnen vorbeigekommen seien,

dass sie alle  in Angst gelebt und sich vor der Ausreise unter misslichen 
Umständen in anderen Städten ihres Heimatlands aufgehalten hätten,

dass das BFM mit Verfügung vom 1. September 2011 in Anwendung von 
Art. 34  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) 

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auf  die  Asylgesuche  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
verfügte und den Vollzug der Wegweisung anordnete,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  8. September  2011 
durch  ihre  Rechtsvertreterin  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liessen, 

dass  diese  vom  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  D­4948/2011  vom 
15. September  2011  gutgeheissen,  die  Verfügung  vom  1. September 
2011  aufgehoben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM 
zurückgewiesen wurde,

dass das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden mit Verfügung 
vom 27. September 2011 – eröffnet am 29. September 2011 – ablehnte, 
die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte  und  den  Vollzug  der 
Wegweisung anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  die  von  den 
Beschwerdeführenden  geschilderten  Übergriffe,  die  von  Drittpersonen 
ausgegangen  seien,  stellten  in  Bosnien  und  Herzegowina 
Straftatbestände dar, die strafrechtlich verfolgt würden,

dass  die  Möglichkeit  bestehe,  gegen  Behördenvertreter  mit  niederen 
Chargen,  die  trotz  wiederholten  Intervenierens  keine 
Untersuchungsmassnahmen  einleiteten,  auf  dem  Rechtsweg 
vorzugehen,

dass  es  keinem  Staat  gelingen  könne,  die  absolute  Sicherheit  aller 
Bürger jederzeit und überall zu garantieren,

dass der bosnische Staat sowohl über  funktionierende Polizeiorgane als 
auch  über  ein  Rechts­  und  Justizsystem  verfüge,  und  der  Bundesrat 
Bosnien mit Beschluss vom 25. Juni 2003 als verfolgungssicheren Staat 
im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet habe,

dass den Akten nicht zu entnehmen sei, dass die Beschwerdeführenden 
nach einer allfälligen Untätigkeit der Behörden nochmals interveniert oder 
sich an vorgesetzte Behörden gewandt hätten,

dass somit den bosnischen Behörden die Möglichkeit genommen worden 
sei, sie zu schützen,

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dass  die  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten  Vorbringen  zu 
bezweifeln seien, 

dass allein die Zugehörigkeit der Beschwerdeführer zur Volksgruppe der 
Roma  und  die  in  diesem  Zusammenhang  genannten  widrigen 
Lebensumstände  nicht  zur  Annahme  einer  zielgerichteten,  asylrechtlich 
relevanten Verfolgung zu führen vermöchten,

dass an diesen Erwägungen auch die eingereichten Beweismittel nichts 
ändern könnten,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  16.  Oktober  2011 
(Poststempel) durch ihre Rechtsvertreterin gegen diesen Entscheid beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liessen, 
es sei auf das Asylgesuch vom 2. August 2011 einzutreten, es seien die 
Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung 
festzustellen  und  es  sei  ihre  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen,  das 
Dossier sei gegebenenfalls zur Neubeurteilung dem BFM zurückzugeben 
und es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren,

dass  der  Instruktionsrichter  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  mit  Zwischenverfügung  vom  24.  Oktober 
2011  abwies  und  die  Beschwerdeführenden  aufforderte,  bis  zum  8. 
November 2011 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu leisten,

dass der Kostenvorschuss am 8. November 2011 geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 

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beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  auf  den  Antrag,  es  sei  auf  das  Asylgesuch  vom  2.  August  2011 
einzutreten,  nicht  einzutreten  ist,  da  das  BFM  in  der  nunmehr 
angefochtenen  Verfügung  vom  27.  September  2011  eine  materielle 
Prüfung  der  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführenden  vorgenommen 
hat,

dass  im Übrigen auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG;  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 52 
Abs. 1  VwVG)  einzutreten  ist,  nachdem  der  erhobene  Kostenvorschuss 
fristgerecht eingezahlt wurde,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass den Beschwerdeführenden durch den  in der Beschwerde gerügten 
Umstand, die angefochtene Verfügung sei vom BFM ihnen und nicht ihrer 
Rechtsvertreterin eröffnet worden, kein Rechtsnachteil erwachsen ist, da 
sie  ohne weiteres  in  der  Lage waren,  gegen  die  Verfügung  fristgerecht 
Beschwerde einzureichen,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

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dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das  BFM  in  seiner  Verfügung  zu  Recht  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit  der  vom Beschwerdeführer  erst  in  der Beschwerde  vom 
8. September 2011 geltend gemachten Übergriffe auf ihn hegte, 

dass  er  im  Rahmen  der  Befragungen  vom  16. August  2011  und 
1. September  2011  Gelegenheit  hatte,  alle  Gründe,  die  ihn  zum 
Verlassen seiner Heimat bewegt haben, zu nennen, und seine Erklärung, 
er  habe  aus Scham nicht  alle Ereignisse  erwähnt,  nicht  zu  überzeugen 
vermag,

dass  er  bei  beiden Befragungen  erklärte,  er  habe alle Gründe erwähnt, 
die  ihn  zum  Verlassen  seiner  Heimat  veranlasst  hätten,  und  es  gebe 
keine weiteren Gründe,  die gegen eine mögliche Rückschaffung  in  sein 
Heimatland sprächen (act. A1/10 S. 6 f. und A11/11 S. 9), 

dass  er  diese  Angaben  nach  erfolgter  Rückübersetzung  unterschriftlich 
bestätigte,  weshalb  er  sich  auf  den  protokollierten  Aussagen  behaften 
lassen muss,

dass  das  BFM  in  seiner  Verfügung  zutreffend  festgestellt  hat,  der 
bosnische  Staat  verfüge  sowohl  über  funktionierende  Polizeiorgane  als 
auch über ein Rechts­ und Justizsystem,

dass  es  ebenso  zutreffend  festgehalten  hat,  es  sei  den  Akten  nicht  zu 
entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden  nach  einer  allfälligen 
Untätigkeit  der  Behörden  nochmals  interveniert  hätten,  respektive  bei 
Unterlassen der Einleitung von notwendigen Untersuchungsmassnahmen 
durch Beamte gegen diese auf dem Rechtsweg – allenfalls mit Hilfe einer 
Roma­Vereinigung – vorgegangen wären, 

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dass es deshalb im Ergebnis zu Recht festgestellt hat, es könne nicht von 
einer Verweigerung staatlichen Schutzes ausgegangen werden, weshalb 
die geltend gemachten Beschimpfungen und teilweise tätlichen Übergriffe 
auf  den  Beschwerdeführer,  dessen  Söhne  beziehungsweise  Tochter 
sowie die Inbrandsetzung von Roma­Häusern – ungeachtet der Frage der 
Glaubhaftigkeit bestimmter Vorbringen – asylrechtlich nicht relevant sind,

dass es auch zutreffend festgehalten hat, allein mit der Zugehörigkeit zur 
Minderheit  der  Roma  und  den  in  diesem  Zusammenhang  geltend 
gemachten  widrigen  Lebensumständen  seien  keine  asylrechtlich 
erheblichen Nachteile dargetan,

dass  in  der  Beschwerde  im  Wesentlichen  die  bereits  bekannten,  zur 
Begründung der Asylgesuche geltend gemachten Sachverhaltselemente 
wiederholt  werden  und  an  der  asylrechtlichen  Relevanz  derselben 
festgehalten wird,

dass  jedoch  keine  neuen,  erheblichen  Argumente  vorgetragen  werden, 
die  allenfalls  geeignet  wären,  zu  einer  von  derjenigen  des  BFM 
abweichenden Beurteilung der Asylgesuche zu gelangen,

dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen, weshalb das BFM die Asylgesuche zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus 
der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton 
keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf 
Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S. 733, 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

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dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen  ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet, 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  ihnen  in  Bosnien  und 
Herzegowina drohen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  der 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Bosnien  und  Herzegowina  noch 
individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  der 
Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, 

dass  sie  gemäss  Aktenlage  über  ein  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz  verfügen  und  in  G._______  ein  Haus  besitzen  (act. 
A3/10 S. 3, A4/10 S. 3, A11/11 S. 2)

dass  die  in  der  Beschwerde  vertretene  Auffassung,  es  sei 
auszuschliessen,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  Bosnien  und 
Herzegowina Zugang zu einer angemessenen medizinischen Betreuung 
hätten, nicht geteilt werden kann,

dass  die  medizinische  Versorgungslage  in  Bosnien  und  Herzegowina 
zufriedenstellend  ist,  und  das  BFM  die  Beschwerdeführenden  auf  die 
Möglichkeit  der  Beantragung  medizinischer  Rückkehrhilfe  hingewiesen 
hat,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Anbetracht  der  Aktenlage  nicht 
unzumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch 
BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG),

dass  die  Kosten  durch  den  in  derselben  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen sind.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  geleisteten Kostenvorschuss  gedeckt  und 
werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Christoph Basler

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