# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ddf8dfb-39cd-5cf6-986a-95bf393b1166
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht 22.03.2022 FS.2020.39-EZE2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_001_FS-2020-39-EZE2_2022-03-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FS.2020.39-EZE2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 05.07.2022

Entscheiddatum: 22.03.2022

Entscheid Kantonsgericht, 22.03.2022
Art. 298 Abs. 2ter ZGB: Bei gemeinsamer elterlicher Sorge braucht ein 
Elternteil kein zusätzliches Interesse geltend zu machen, damit die 
alternierende Obhut geprüft und gegebenenfalls formell angeordnet wird, 
auch wenn diese bereits faktisch gelebt wird (Kantonsgericht, Einzelrichter 
im Familienrecht, 22. März 2022, FS.2020.39-EZE2).

Aus den Erwägungen:

 

II.

6.    a) Weiter ist der Eventualantrag des Vaters auf gemeinsame (geteilte) Obhut zu 

prüfen, wobei er für sich selber die Betreuung der Kinder von Freitag bis Montag und 

für die Mutter von Dienstag bis Donnerstag verlangt. Er erachtet die Voraussetzungen 

für die Zusprechung der alternierenden Obhut als erfüllt, weil er sich schon bisher in 

massgeblicher Weise um die beiden Kinder gekümmert habe und gewillt sei, dies 

weiterhin zu tun. Ebenso liege dieses Obhutsmodell im Interesse der Kinder. Im 

Übrigen hätte der vorinstanzlich ermittelte Sachverhalt zwingend zur Anordnung einer 

geteilten Obhut führen müssen und es sei nicht nachvollziehbar, warum dies nicht 

festgelegt worden sei.

 

Die Mutter ist der Auffassung, die Vorinstanz habe trotz faktischen Vorliegens einer 

geteilten Obhut zu Recht darauf verzichtet, eine solche formell anzuordnen, und den 

Wohnort der Kinder bei ihr angesiedelt. Es sei nicht einzusehen, was die formelle 

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Anordnung in diesem Zusammenhang noch ändern könnte, zumal sich daraus 

zusätzliche Punkte ergäben, die zu regeln wären (Kindergarten, Kindertagesstätte). 

Dem Vater fehle es diesbezüglich an einem Rechtsschutzinteresse. Dem vorinstanzlich 

verfügten Betreuungsmodell sei nachzuleben, bis sich die angespannte Situation gelegt 

und eingespielt habe.

 

b)    Entgegen der Auffassung der Mutter ist das schutzwürdige Interesse des Vaters an 

der Prüfung der alternierenden Obhut und einer allfälligen formellen Anordnung dieser 

Betreuungsform zu bejahen, wird diese doch ausdrücklich im Gesetz genannt (vgl. 

Art. 298 Abs. 2  ZGB), womit der Vater für deren Anordnung nicht zusätzlich ein 

Interesse geltend machen muss (BGE 147 III 121 E. 3.2.3).

ter

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	Entscheid Kantonsgericht, 22.03.2022
	Art. 298 Abs. 2ter ZGB: Bei gemeinsamer elterlicher Sorge braucht ein Elternteil kein zusätzliches Interesse geltend zu machen, damit die alternierende Obhut geprüft und gegebenenfalls formell angeordnet wird, auch wenn diese bereits faktisch gelebt wird (Kantonsgericht, Einzelrichter im Familienrecht, 22. März 2022, FS.2020.39-EZE2).

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		2024-05-26T21:55:22+0200
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