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**Case Identifier:** 8aa7139b-00e0-53aa-a854-feb5b3610e67
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.07.2014 200 2014 321
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-321_2014-07-09.pdf

## Full Text

200 14 321 IV
MAW/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Juli 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 28. Januar 2011 unter Hinweis auf Rückenschmerzen und 
zweimalige Operation bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 2). Nach Abklärungen in me-
dizinischer und erwerblicher Hinsicht, insbesondere der Einholung eines 
orthopädisch-psychiatrischen Gutachtens (act. II 35.1 f.), stellte die IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 28. Oktober 2013 (act. II 47) die Abweisung des Leistungsbe-
gehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte Einwand (act. II 50, 
54). Nach Eingang weiterer sachdienlicher Berichte (act. II 53 f.) und Stel-
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 56) verfügte 
die IVB am 27. Februar 2014 (act. II 57) bei einem Invaliditätsgrad (IV-
Grad) von 34 % die Abweisung des Leistungsbegehrens. Sie erwog im 
Wesentlichen, die Gutachter seien zum Schluss gekommen, die Versicher-
te könne in ihrer angestammten Tätigkeit als … seit Januar 2011 keine 
volle Arbeitsleistung mehr erbringen. In einer angepassten Tätigkeit sei ihr 
jedoch eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden, wobei unter psych-
iatrischer und psychotherapeutischer Behandlung mit einer Stabilisierung 
des psychischen Zustandsbildes innerhalb von sechs Monaten und einer 
weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % gerechnet werden kön-
ne.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
C.________, B.________, am 31. März 2014 Beschwerde und beantragte 
– unter Entschädigungsfolge – die Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung sowie die Ausrichtung mindestens einer halben IV-Rente spätestens 
ab Oktober 2011, eventualiter die Anordnung eines polydisziplinären Gut-
achtens.

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Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2014 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 26. Mai 2014 reichte Rechtsanwältin C.________ aufforderungs-
gemäss ihre auf das Verwaltungsgerichtsverfahren beschränkte Kostenno-
te ein sowie weiter ein Schreiben des Arbeitgebers vom 1. April 2014 bzw. 
dessen E-Mail vom 13. Mai 2014. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 27. Februar 2014 (act. II 57). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 4

aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2

2.2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.2.2 Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne des 
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist gegeben, wenn die versicherte Person an min-
destens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter der 
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 

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831.201]).

2.2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.2.4 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht 
nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG bean-
spruchen kann (Abs. 2).

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.4 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.5

2.5.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 

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Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invaliden-
rente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter 
Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der 
Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbe-
reichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b 
S. 199; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Juli 2013, 
8C_441/2012, E. 3.1.1).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.5.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente 
zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und 
anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV 
festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 
massgebenden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des BGer vom 16. Juni 
2009, 8C_87/2009, E. 2.2).

2.6 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

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Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

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3.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte in seinem 
Bericht vom 12. September 2009 (act. II 12 S. 20 f.) eine chronische Lum-
boischialgie bei Discushernie L5/S1 rechts und nahm am 16. September 
2009 den operativen Eingriff einer Dekompression L5/S1 rechts vor 
(act. II 12 S. 19). Im Bericht vom 2. November 2009 (act. II 12 S. 13) führte 
er aus, aufgrund der zwei Wochen postoperativ erlebten Rezidivdiscusher-
nie gefolgt von der erfolgreichen Behandlung mittels Revisionsdekompres-
sion sei die Arbeitsunfähigkeit bis 31. Dezember 2009 bei 100 % zu belas-
sen, anschliessend betrage sie bis und mit 15. Januar 2010 50 %. Am 
3. März 2010 attestierte Dr. med. D.________ eine Arbeitsunfähigkeit von 
50 % bis Ende Monat (act. II 12 S. 11) und ging im September 2011 davon 
aus, dass langfristig für körperlich leichte Tätigkeiten eine Arbeitsleistung 
von 50 % erbracht werden könne (act. II 17). Am 18. Januar 2012 führte er 
einen weiteren operativen Eingriff durch (Laparotomie und ventrale Spon-
dylodese L5/S1, Diskektomie inkl. Foraminotomie bds. L5/S1; act. II 29 
S. 4) und hielt am 31. August 2012 eine Bürotätigkeit mit Wechselpositio-
nen ohne Arbeiten in vornübergeneigter Stellung, ohne Heben und Tragen 
von Lasten, für ideal (act. II 29 S. 3).

3.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
diagnostizierte in seinem Bericht vom 30. März 2011 (act. II 12 
S. 2 - 5) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbover-
tebralsyndrom, einen Zustand nach Dekompression L5/S1 rechts am 
16. September 2009 sowie einen Zustand nach Revisionsdekompression 
L5/S1 rechts am 2. Oktober 2009. Weiter stellte er verschiedene Diagno-
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.1). Die bisherige 
Tätigkeit als … in leitender Position sei weiterhin in einem zeitlichen Rah-
men von vier Stunden täglich zumutbar, wobei durch die schmerzbedingten 
Konzentrationsschwierigkeiten eine Leistungsverminderung bestehe (S. 3 f. 
Ziff. 1.6 f.). Wegen des chronifizierten Verlaufs könne nicht mit einer Besse-
rung gerechnet werden (S. 3 Ziff. 1.5). Im Zwischenbericht vom 22. Sep-
tember 2011 (act. II 18) hielt Dr. med. E.________ einen stationären Ge-
sundheitszustand sowie eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit dem 28. Ja-
nuar 2011 bis auf weiteres fest (S. 1 Ziff. 3, 5). Die Patientin sei körperlich 
durch belastungsabhängige Rückenschmerzen eingeschränkt, die bisheri-

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ge Tätigkeit sei jedoch weiterhin zu 50 % zumutbar, da sie praktisch nur 
noch im administrativen Bereich eingesetzt werde, wo sie eine wechselbe-
lastende Tätigkeit ausüben könne. Zumutbar seien Tätigkeiten mit Heben 
von Gewichten von maximal 10 kg, einer maximalen Stehdauer von einer 
halben Stunde bzw. Sitzdauer von drei Stunden mit Pausen, wobei die 
Gehstrecke nicht eingeschränkt sei (S. 3 Ziff. 1 - 3).

3.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, stellte im Bericht vom 7. Oktober 2011 (act. II 19) die folgenden Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine mittelgradige, depres-
sive Episode mit somatischem Syndrom, ICD-10 F 32.11, bestehend seit 
anfangs 2011, sowie chronische Rückenschmerzen und einen Status nach 
mehreren chirurgischen Eingriffen wegen lumbalen Diskushernien, beste-
hend seit Februar 2009 (S. 2 Ziff. 1.1). Die bisherige Tätigkeit als Mitglied 
der … in einem … sei maximal zu 50 % zumutbar (50 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit vom 29. Juni bis 31. Oktober 2011 bzw. auf unbestimmte Zeit 
[S. 3 Ziff. 1.6]), wobei eine Leistungsverminderung in dem Sinne bestehe, 
als sich die Intensität der Rückenschmerzen ständig verändere (S. 3 f. 
Ziff. 1.6 f.). Im Bericht vom 11. Oktober 2012 (act. II 31) diagnostizierte er 
einen gebesserten Gesundheitszustand mit Remission der depressiven 
Episode ICD-10 F 32.4. Nach der letzten Operation der Diskushernien vom 
18. Januar 2012 durch Dr. med. D.________ (vgl. E. 3.1 hiervor) sei die 
Patientin nur vorübergehend beschwerdefrei und zu 100 % arbeitsfähig 
gewesen. Ende August 2012 hätten die Schmerzen wieder so stark zuge-
nommen, dass eine Rückstufung auf ein 50 %-Pensum durch Dr. med. 
D.________ habe vorgenommen werden müssen, wobei er jedoch davon 
überzeugt gewesen sei, dass die beklagten Beschwerden psychiatrisch 
und nicht orthopädisch bedingt seien (S. 1 Ziff. 1 - 3). Seit dem 1. Septem-
ber bis 31. Oktober 2012 bzw. auf unbestimmte Zeit liege eine Arbeitsun-
fähigkeit von 50 % vor (S. 2 Ziff. 5).

3.4 Mit orthopädisch-psychiatrischem Gutachten vom 2. April 2013 
(act. II 35.1 f.) wurde die Beschwerdeführerin von Dr. med. G.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie von Dr. med. 
H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, am Medizinischen Gutachtenzentrum … un-

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tersucht.

3.4.1 Dr. med. G.________ stellte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
die psychiatrische Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit 
leichten bis mittelgradigen depressiven Episoden, ICD-10 F 33.0, F 33.1, 
bestehend seit etwa Januar 2011 (act. II 36.1 S. 12). In der zuletzt aus-
geübten Tätigkeit als … mit ausschliesslich administrativen Aufgaben sei 
die Versicherte seit etwa Januar 2011 zu 60 % bei einem vollen Stunden-
pensum arbeitsfähig, in einer angepassten Tätigkeit ohne erhöhte emotio-
nale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck und ohne überdurchschnittliche 
Dauerbelastung bestünde ebenfalls bei einem vollen Stundenpensum seit 
etwa Januar 2011 eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit (act. II 36.1 S. 15 f. 
Ziff. 6.6). 

3.4.2 Dr. med. H.________ diagnostizierte mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine Arthrose der kleinen Wirbelgelenke L3-S1 bei Status 
nach ventraler Spondylodese L5/S1 im Januar 2012, nach Dekompression 
L5/S1 rechts im September 2009 und Revisionsdekompression im Oktober 
2009. Weiter stellte er Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(act. II 35.1 S. 6 Ziff. 5.1 f.). Körperlich schwere Arbeiten in kalter und 
feuchter Umgebung, die vorwiegend stehend oder sitzend ausgeübt wer-
den müssten und die mit häufigen inklinierten und reklinierten sowie rotier-
ten Körperhaltungen verbunden seien, könnten wegen der Schmerzpersis-
tenz nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit als 
… mit vorwiegend sitzender Tätigkeit mit häufig inklinierter Körperhaltung 
betrage dementsprechend seit August 2012 60 %. Der vorangehende Zeit-
raum könne bei fehlender ausführlicher Dokumentation der somatischen 
Befunde im Rahmen der postoperativen Rehabilitation (Operation vom 
18. Januar 2012; vgl. E. 3.1 hiervor) nicht eindeutig beurteilt werden. In 
einer körperlich leichten Tätigkeiten in temperierten Räumen, mit abwechs-
lungsweise sitzender und stehender Ausübung, ohne häufig inklinierte und 
reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen, bestehe seit August 2012 bei 
voller Stundenpräsenz eine 90 %-ige Arbeitsfähigkeit (S. 7 f. Ziff. 6.1 f.).

3.4.3 In der interdisziplinären orthopädisch-psychiatrischen Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit gelangten die Gutachter zum Schluss, dass die zur Zeit 
ausgeübte Tätigkeit als … bei voller Stundenpräsenz seit Januar 2011 zu 

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einem Pensum von 60 % möglich sei, da aufgrund der rezidivierenden de-
pressiven Störung mit leichten bis mittelgradigen depressiven Episoden die 
emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interes-
sen, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt gewesen sei-
en. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitation habe von Januar bis Juli 
2012 eine Arbeitsfähigkeit von 0 % bestanden, wobei seit August 2012 
wiederum eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe. Der vorangehende Zeit-
raum könne nicht eindeutig beurteilt werden, da keine detaillierten somati-
schen Befunde dokumentiert seien. In einer angepassten Tätigkeit ohne 
erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung und ohne überdurch-
schnittliche Dauerbelastung bestehe bei voller Stundenpräsenz seit Januar 
2011 eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit. Im Rahmen der postoperativen Reha-
bilitation habe von Januar bis Juli 2012 auch für eine adaptierte Tätigkeit 
eine Arbeitsfähigkeit von 0 % bestanden. Seit August 2012 liege wiederum 
eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit vor, wobei zusätzlich körperlich leichte 
Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und ste-
hend, ohne häufig inklinierte oder reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen 
zugemutet werden könnten (act. II 35.1 S. 27 f. Ziff. 10.1 f.). Die bisherigen 
psychiatrischen therapeutischen Massnahmen seien fortzusetzen und je 
nach Intensität der depressiven Störung sei eine Erhöhung der antidepres-
siven Medikation zu empfehlen. Ausserdem sollte die antidepressive Medi-
kation regelmässig eingenommen werden und es dürfte diesbezüglich nach 
den Angaben der Versicherten eine mangelnde Compliance vorliegen. Un-
ter psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung mit regelmässi-
ger Einnahme der antidepressiven Medikation erscheine die Prognose 
günstig und es sei eine Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes in-
nerhalb von sechs Monaten mit gesamthaft etwa 80 %-iger Arbeitsfähigkeit 
bei voller Stundenpräsenz in einer adaptierten Tätigkeit zu erwarten 
(act. II 35.1 S. 28 Ziff. 10.4).

3.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, hielt im Bericht vom 26. Juli 2013 (act. II 42) fest, in 
einer angepassten Tätigkeit mit klar geregelten Arbeitszeiten ohne Nacht- 
und Schichtdienst mit geregeltem Aufgabenfeld, welches jedoch komplex 
sein dürfe, könne die Arbeitsfähigkeit von 70 %, steigerbar bei adäquater 
Behandlung auf 80 %, gemäss dem Gutachten (vgl. E. 3.4.3 hiervor) über-

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nommen werden. Die psychiatrische Beurteilung bezüglich der vorgeschla-
genen Massnahmen (act. II 36.1 S. 16 Ziff. 6.7) könne ebenfalls übernom-
men werden. Zumutbar seien eine engermaschige regelmässige ambulante 
integrierte psychiatrische Behandlung, falls notwendig eine teilstationäre 
Behandlung sowie die Einnahme der vom behandelnden Psychiater ver-
ordneten Medikation.

3.6 Im ärztlichen Zeugnis vom 7. Dezember 2013 (act. II 54 S. 3) führte 
Dr. med. E.________ bezugnehmend auf das orthopädisch-psychiatrische 
Gutachten (vgl. E. 3.4 hiervor) aus, dass die bisher ausgeübte Tätigkeit im 
J.________ mit grosser emotionaler Belastung, mit hoher Stressbelastung 
und zeitweise mit überdurchschnittlicher Dauerbelastung verbunden sei. 
Aus diesem Grund bestehe bereits heute, bezogen auf den aktuellen Ar-
beitsplatz, nur eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit. Ausserdem habe die im Gut-
achten vorgeschlagene psychiatrische Behandlung und Dosiserhöhung der 
Antidepressiva nicht zu der vorausgesagten Verbesserung der psychischen 
Situation geführt, so dass nicht mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 
80 % zu rechnen sei. Solle die Patientin ihren Arbeitsplatz erhalten können, 
so müsse an der Arbeitsfähigkeit von 50 % festgehalten werden. Ansons-
ten sei längerfristig mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
und einem Ausfall aus dem Arbeitsprozess zu rechnen.

3.7 Bezugnehmend auf das orthopädisch-psychiatrische Gutachten 
vom 2. April 2013 (vgl. E. 3.4 hiervor) hielt Dr. med. F.________ im psych-
iatrischen Zeugnis vom 20. Dezember 2013 (act. II 53) fest, der aktuelle 
Arbeitsplatz sei viel belastender, als derjenige, von welchem die Gutachter 
ausgegangen seien. In Wirklichkeit erledige die Patientin vielseitige, ver-
antwortungsvolle Aufgaben, welche Ausdauer, Konzentration sowie Multi-
tasking erforderten und somit besonders „stressbelastend“ seien. In diesem 
zurzeit einzig verfügbaren Arbeitsbereich sei die maximale Arbeitsfähigkeit 
50 % und nicht 70 %. Die Patientin sei bereit, sich erneut einer medika-
mentösen Behandlung zu unterziehen, dies obwohl die eingeschränkte 
kognitive Stressbelastbarkeit bis jetzt leider nicht durch Dosiserhöhung der 
Antidepressiva habe aufgehoben werden können. Um die Chance zu er-
höhen, weiterhin am aktuellen Arbeitsprozess teilnehmen zu können, sollte 
die Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht überschritten werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 13

3.8 Die RAD-Ärztin Dr. med. I.________ führte in ihrer Stellungnahme 
vom 5. Februar 2014 (act. II 56) aus, die Beschwerdeführerin arbeite an 
einer genügend angepassten Arbeitsstelle, an welcher sie keine Nacht- und 
Schichtdienste leisten müsse und klar geregelte Arbeitszeiten habe. Der 
Stellenbeschrieb „…“ des J.________ (vgl. act. II 50 S. 4 - 6) erfülle die 
Vorgaben des Zumutbarkeitsprofils für die Diagnose der vorhandenen rezi-
divierenden depressiven Störung. Das aktuelle Tätigkeitsprofil fördere gar 
die von den Gutachtern geforderte abwechslungsweise sitzend und ste-
hend ausgeübte Tätigkeit. Offenbar sei die Beschwerdeführerin bezüglich 
den psychiatrischen Leitlinien zur Behandlung einer depressiven Episode 
leichten- bis mittelgradigen Ausmasses noch nicht genügend behandelt 
und eine psychiatrische Behandlung bei Dr. med. F.________ erst ab 
11. Dezember 2013 – nach Erlass des Vorbescheids vom 28. Oktober 
2013 (act. II 47) – angepasst und optimiert worden (Behandlung mit Ven-
lafaxin in steigender Dosis; vgl. act. II 53 S. 2). Aus versicherungspsychia-
trischer Sicht sei aufgrund der aktuell leicht- bis mittelgradigen depressiven 
Episode bei rezidivierender depressiver Störung seit Januar 2011 eine Ar-
beitsfähigkeit von 70 % (100 %-Pensum mit einer Leistungsfähigkeit von 
70 %) zumutbar. Ob die am 11. Dezember 2013 begonnene Optimierung 
der ambulanten integrierten psychiatrischen Behandlung bei Dr. med. 
F.________ zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % gemäss dem 
psychiatrischen Gutachter (act. II 36.1 S. 16 Ziff. 6.7) führe, könne nicht 
abschliessend beurteilt werden. Diesbezüglich sei eine Reevaluation der 
psychiatrischen Situation zirka im April/Mai 2014 notwendig.

3.9 Auf das orthopädisch-psychiatrische Gutachten der Dres. med. 
G.________ und H.________ vom 2. April 2013 (act. II 35.1 f.) kann vorlie-
gend abgestellt werden. Es erfüllt die rechtsprechungsgemäss an den Be-
weiswert eines ärztlichen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.6 
hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Die darin enthaltenen 
Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getrof-
fen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 
zum aktuellen Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit werden nach-
vollziehbar begründet, so dass darauf abgestellt werden kann. Demnach ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 14

erstellt, dass der Beschwerdeführerin von Januar bis Dezember 2011 so-
wie ab August 2012 eine Tätigkeit als … zu 60 % bzw. eine angepasste 
Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung und 
ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung zu 70 % zumutbar ist. Seit Au-
gust 2012 können zusätzlich körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten 
Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufig inklinierte 
oder reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen, zugemutet werden. Auch 
die Phase von Januar bis Juli 2012 mit einer generellen Arbeitsfähigkeit 
von 0 % wird von den Gutachtern überzeugend dargelegt und es kann dar-
auf abgestellt werden. Eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit von Januar bis Dezember 2011 sowie ab August 2012 ist der Be-
schwerdeführerin insbesondere auch unter Berücksichtigung ihres Vorha-
bens, sich nebst dem derzeitigen Arbeitspensum von 50 % berufsbeglei-
tend weiterzubilden, zumutbar (vgl. Protokoll per 2. Mai 2014 [Protokoll], 
Einträge vom 4. und 25. November 2013, 18. Dezember 2013, 28. Februar 
und 8. April 2014, S. 5 ff.). Im Februar 2014 war anlässlich der geplanten 
Ausbildung zur … sogar von einer Erhöhung des derzeitigen Arbeitspen-
sums die Rede (Protokoll, Eintrag vom 28. Februar 2014, S. 7). Der Be-
schwerdegegnerin ist indessen nicht zu folgen, wenn sie den grundsätzli-
chen Bestand eines invalidisierenden psychischen Leidens bezweifelt (Be-
schwerdeantwort S. 2 Ziff. 2.2) und von einer zumutbaren Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit auf 80 % gemäss gutachterlicher Prognose (vgl. E. 3.4.3 
hiervor) ausgeht (act. II 57 S. 1). Die RAD-Ärztin Dr. med. I.________ hat 
die bestehenden Einschränkungen bestätigt (vgl. E. 3.5 und 3.8 hiervor) 
und ausdrücklich festgehalten, dass keine abschliessende Beurteilung der 
Prognose möglich sei. Eine psychiatrische Reevaluation sei zirka im 
April/Mai 2014 notwendig (vgl. E. 3.8 hiervor). Wollte die Beschwerdegeg-
nerin auf eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % abstellen bzw. sich 
darauf berufen, dass durch eine entsprechende Behandlung eine Verbes-
serung des psychischen Gesundheitszustandes erreicht werden könne, so 
müsste diese Behandlung zunächst gestützt auf ein Mahn- und Bedenk-
zeitverfahren verlangt werden (vgl. Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 
ATSG) und nach deren Durchführung müsste sich zuerst noch ergeben, 
dass sie tatsächlich die vermutete Wirkung hatte. Diese Vorgehensweise 
ist hier jedoch nicht erfolgt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 15

Hieran vermögen auch die abweichenden Einschätzungen des Hausarztes 
Dr. med. E.________ und des behandelnden Psychiaters Dr. med. 
F.________, welche beide an einer Arbeitsfähigkeit von 50 % festhalten 
(vgl. E. 3.6 und 3.7 hiervor), nichts zu ändern. Zunächst ist zu beachten, 
dass Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlichen 
Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. März 
2006, I 655/05, E. 5.4), denn es ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Dies gilt nebst dem allgemein praktizie-
renden Hausarzt auch für den behandelnden Spezialarzt (EVG I 655/05, 
E. 5.4). Schliesslich haben die Dres. med. E.________ und F.________ 
selbst bestätigt, dass die aktuelle Tätigkeit mit emotionaler Belastung, 
Stressbelastung und zeitweise überdurchschnittlicher Dauerbelastung ver-
bunden sei, weshalb diese nicht als angepasste Tätigkeit und folglich nicht 
als Referenz für die Bestimmung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit herange-
zogen werden kann. 

Somit ist ein Arbeitspensum von 60 % in der heutigen Tätigkeit bzw. von 
70 % in einer angepassten stressarmen, wechselbelastenden Tätigkeit (im 
gesamten Dienstleistungsbereich) seit Januar 2011 – unterbrochen durch 
die vollständige Arbeitsunfähigkeit von Januar bis Juli 2012 – zumutbar und 
entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin erübrigt sich die Einholung 
eines weiteren polydisziplinären Gutachtens. 

4.

Nachstehend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu ermitteln.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 16

E. 4.1 S. 325).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 
S. 91 E. 4.1.1).

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

4.4 Zunächst ist unter Berücksichtigung von Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. 
Art. 29 IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) der frühestmögliche Rentenbeginn zu ermit-
teln. Die von Dr. med. E.________ am 30. März 2011 bestätigten Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 17

unfähigkeiten (act. II 12 S. 3 Ziff. 1.6) vom Februar 2009 sowie zwischen 
September 2009 und Dezember 2010 fallen hierbei ausser Betracht, weil 
sie wesentlich unterbrochen worden sind (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Nach der 
erwähnten Bestätigung ist ab dem 28. Januar 2011 (50 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit in der ursprünglichen Tätigkeit als … in leitender Stellung) mit ei-
ner mindestens 40 %-igen Arbeitsunfähigkeit ohne wesentlichen Unter-
bruch zu rechnen. Das Wartejahr wäre demnach im Januar 2012 erfüllt. Ein 
abweichendes Bild ergibt die Bestätigung von Dr. med. D.________ vom 
13. September 2011 (act. II 17). Er attestierte eine erste Phase der Ar-
beitsunfähigkeit von September 2009 bis Januar 2010 (100 %) bzw. bis 
Ende März 2010 (50 %) sowie eine zweite Phase der Arbeitsunfähigkeit 
vom 29. Oktober bis 22. November 2010 (100 %), vom 3. bis 12. Dezember 
2010 (100 %) sowie seit 13. Dezember 2010 (50 %). Nach dieser Darstel-
lung müsste von einer annähernd durchgehenden Arbeitsunfähigkeit von 
mindestens 40 % ab dem 29. Oktober 2010 und damit von der Erfüllung 
des Wartejahres im Oktober 2011 ausgegangen werden. Da sich die An-
gaben der beiden Ärzte widersprechen, ist auf die sich aus dem „Fragebo-
gen Arbeitgeber“ vom 28. Februar 2011 ergebenden tatsächlichen krank-
heitsbedingten Absenzen abzustellen, welche eine ununterbrochene Ar-
beitsunfähigkeit von 50 % ab dem 28. Januar 2011 ausweisen (act. II 8 S. 2 
Ziff. 21). Demnach ist entsprechend dem Bericht des Hausarztes Dr. med. 
E.________ – unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug 
vom 28. Januar 2011 (act. II 2) – von einem frühestmöglichen Rentenbe-
ginn im Januar 2012 auszugehen. Der (erste) Einkommensvergleich ist 
somit auf das Jahr 2012 hin vorzunehmen.

4.5

4.5.1 Nachstehend sind gemäss den gutachterlich attestierten Arbeitsun-
fähigkeiten (vgl. E. 3.9 hiervor) von Januar bis Juli 2012 als erste Phase 
sowie ab August 2012 als zweite Phase, getrennte Berechnungen für die 
Ermittlung des IV-Grades vorzunehmen.

4.5.2 Zunächst ist der IV-Grad für die Zeit ab Januar 2012 zu berechnen.

Aufgrund des geänderten medizinischen Zumutbarkeitsprofils für den Zeit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 18

raum von Januar bis Juli 2012 mit einer Arbeitsfähigkeit von 0 % war der 
Beschwerdeführerin die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verunmöglicht 
(vgl. E. 3.9 hiervor). Somit bestand bei Erfüllung des Wartejahres im Januar 
2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, diese ist jedoch für den Umfang 
des Rentenanspruchs nicht entscheidend. Vielmehr ist der Ermittlung des 
massgebenden Rentenanspruchs vorab die über die einjährige Wartezeit 
gemittelte Arbeitsunfähigkeit von 50 % zugrunde zu legen. Für die bisheri-
ge Tätigkeit bestand bei der Beschwerdeführerin seit Januar 2011 eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50 % (vgl. E. 4.4 hiervor). Die höhere Arbeitsun-
fähigkeit von 100 % seit Januar 2012 ist in sinngemässer Anwendung von 
Art. 88a Abs. 2 IVV (vgl. E. 2.5.2 hiervor) ab 1. April 2012 zu berücksichti-
gen (vgl. Entscheid des BGer vom 20. Dezember 2011, 9C_739/2011, 
E. 3.2 mit Hinweisen auf BGE 121 V 264 und 109 V 125). Damit ist der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2012 eine ganze IV-Rente (vgl. 
E. 2.2.3 hiervor) auszurichten. 

4.5.3 Für die drei vorhergehenden Monate Januar, Februar und März 
2012 ist ein Einkommensvergleich durchzuführen. Es ist davon auszuge-
hen, dass die Beschwerdeführerin ihre Leitungsposition beim aktuellen 
Arbeitgeber ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weiterhin ausüben 
würde. Demnach ist das Valideneinkommen aufgrund des ursprünglich 
erzielten Verdienstes zu ermitteln. Gemäss „Fragebogen Arbeitgeber“ be-
trug der AHV-pflichtige Lohn der Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2011 
monatlich Fr. 7‘431.--, wobei zu beachten ist, dass zusätzlich noch eine 
Wohnsitzzulage in der Höhe von Fr. 320.-- bezogen wurde (act. II 8 S. 2 
Ziff. 12 i.V.m. act. II 9.1 S. 1). Die durch die Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin eingeholten Auskünfte der Stadt … betreffend Wohnsitz- 
und VAP-Zulage (act. II 59 S. 16 f.) lassen zwar keinen sicheren Rück-
schluss zu. Es ist jedoch entgegen der Auffassung der Beschwerdegegne-
rin (vgl. act. II 57 S. 2) nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh-
rerin aufgrund der Neuordnung der Zulagen, verbunden mit einer Integrati-
on in die ordentlichen Gehälter und deren Erhöhung, im Jahr 2012 weniger 
verdient hätte als im Jahr 2009, zumal das Einkommen in den vorherge-
henden Jahren beinahe kontinuierlich gestiegen ist (vgl. act. II 7 S. 2). 
Demnach sind die Daten des Auszugs aus dem individuellen Konto (IK) 
heranzuziehen (Fr. 100‘583.-- gemäss letztem Eintrag im Jahr 2009; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 19

act. II 7 S. 2) und auf das Jahr 2012 hin zu indexieren (Nominallohnindex 
2009/2012: Tabelle T39 des Bundesamtes für Statistik (BFS), Entwicklung 
der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2012, 
Index Frauen von 2009 [2552 Punkte] und 2012 [2630 Punkte]; abrufbar 
unter www.bfs.admin.ch). Es resultiert für das Jahr 2012 ein Validenein-
kommen von Fr. 103‘657.25 (Fr. 100‘583.-- / 2552 x 2630). Für die Ermitt-
lung des Invalideneinkommens ist entgegen der Auffassung der Parteien 
(vgl. act. II 57 S. 2, Beschwerde S. 7 Ziff. 3) nicht auf das seit September 
2011 erzielte neue Einkommen von Fr. 40‘445.-- (vgl. act. II 46 S. 2) abzu-
stellen, da dieses nicht in einer optimal angepassten Tätigkeit erzielt wird 
(vgl. E. 3.9 hiervor) und das medizinische Zumutbarkeitsprofil auch nicht 
vollständig verwertet wird. Die Beschwerdeführerin kann zwar nicht mehr in 
ihrem angestammten Beruf eingesetzt werden, hat aber nebst ihrem Be-
rufsabschluss als … einen Abschluss als … (act. II 2 S. 4 Ziff. 6.2, act. II 5 
S. 3). Zudem war sie seit dem Jahre 1991 in einer leitenden Funktion tätig 
(act. II 2 S. 5 Ziff. 6.3.1), verfügt über recht gute Informatikkenntnisse (vgl. 
Protokoll, Eintrag vom 18. Dezember 2013, S. 7) und wird heute überwie-
gend im administrativen Bereich eingesetzt (vgl. act. II 50 S. 4 - 6, act. II 54 
S. 2). Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie im gesamten Dienstleis-
tungsbereich qualifizierte Arbeiten verrichten könnte, womit vom Tabellen-
lohn gemäss LSE 2010, Tabelle TA7, Dienstleistungen, Frauen, Median, 
Anforderungsniveau 3, auszugehen ist (Fr. 5‘294.-- x 12 = Fr. 63‘528.--; vgl. 
auch Entscheid des BGer vom 18. Februar 2014, 9C_22/2014, E. 4.2). An-
gepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2012 
(Fr. 63‘528.-- / 40 x 41.7 = Fr. 66‘227.95) sowie an den Index für das Jahr 
2012 (Fr. 66‘227.95 / 2579 x 2630 = Fr. 67‘537.60; Tabelle T39 des BFS, 
Index Frauen von 2010 [2579 Punkte] und 2012 [2630 Punkte]) resultiert 
bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 70 % in einer angepassten 
Tätigkeit für das Jahr 2012 ein Invalideneinkommen von Fr. 47‘276.30 
(Fr. 67‘537.60 x 0.7). Ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug (vgl. E. 4.2 
hiervor) ist vorliegend – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführe-
rin (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 3) – nicht gerechtfertigt. Für die Beschwerde-
führerin, der nicht nur Hilfsarbeiten zumutbar sind, stünde auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt im Anforderungsniveau 3 eine breite Palette an 
Beschäftigungsmöglichkeiten offen, so dass sie von vornherein keine Min-
derverdienste in Kauf nehmen müsste (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 20

des Kantons Bern vom 24. April 2014, IV/2014/74, E. 4.4).

Bei Vergleich von Validen- (Fr. 103‘657.25) und Invalideneinkommen 
(Fr. 47‘276.30) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 56‘380.95, was ei-
nem IV-Grad von gerundet 54 % (vgl. zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123) entspricht. Demnach ist der Beschwerdeführerin vom 
1. Januar bis 31. März 2012 eine halbe Rente und ab dem 1. April 2012 – 
wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.5.2 hiervor) – eine ganze Rente der IV (vgl. 
E. 2.2.3 hiervor) auszurichten.

4.5.4 Seit August 2012 ist der Beschwerdeführerin in einer angepassten 
Tätigkeit wiederum ein medizinisch attestiertes Arbeitspensum von 70 % 
zumutbar (vgl. E. 3.9 hiervor). Der Gesundheitszustand hat sich demnach 
wesentlich verändert, womit ein Revisionsgrund vorliegt (vgl. E. 2.5.1 hier-
vor) und der IV-Grad neu zu berechnen ist. Unter Berücksichtigung des 
vorstehend ermittelten IV-Grades von 54 % (vgl. E. 4.5.3 hiervor) und der 
Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV (vgl. E. 2.5.2 hiervor), ist der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. November 2012 wiederum eine halbe Rente 
der IV (vgl. E. 2.2.3 hiervor) auszurichten.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 
2014 (act. II 57) aufzuheben und der Beschwerdeführerin vom 1. Januar 
2012 bis 31. März 2012 eine halbe IV-Rente, vom 1. April 2012 bis 31. Ok-
tober 2012 eine ganze IV-Rente und ab dem 1. November 2012 wiederum 
eine halbe IV-Rente zuzusprechen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 21

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin durch den B.________, 
handelnd durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________, vertreten. Deren Kos-
tennote vom 26. Mai 2014 ist nicht zu beanstanden. Entsprechend wird die 
Parteientschädigung auf Fr. 1‘378.-- (10.6 Std. à Fr. 130.--) zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 39.-- und 8 % Mehrwertsteuer im Betrag von Fr. 113.35, so-
mit auf total Fr. 1‘530.35, festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerde-
gegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 22

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 27. Februar 2014 aufgehoben und der Beschwer-
deführerin vom 1. Januar 2012 bis 31. März 2012 eine halbe Invaliden-
rente, vom 1. April 2012 bis 31. Oktober 2012 eine ganze Invalidenren-
te und ab dem 1. November 2012 eine halbe Invalidenrente zugespro-
chen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘530.35 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2014, IV/14/321, Seite 23