# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 796560c4-967f-54f1-a80d-ee1111d3772a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 17.11.2023 460 23 19 b (460 2023 19)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-23-19-b_2023-11-17.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

17. November 2023 (460 23 19) 

 

Strafrecht 

 

Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz  

 

Ein Teilgeständnis ist auf seine Glaubhaftigkeit zu prüfen. Entlastende Angaben des Beschul-

digten dürfen daher nicht ohne Weiteres als unwiderlegt hingenommen werden. Solche Anga-

ben sind vielmehr durch eine kritische Würdigung auf ihre Plausibilität und ihren Wahrheitsge-

halt zu überprüfen (Art. 160 Abs. 1 StPO; E. II/B/BC/b/(ii)). 

 

Strafprozessrecht 

 

Ein Dritter ist zur Berufung legitimiert, sofern er sich am erstinstanzlichen Verfahren beteiligt 

hat und ein rechtlich geschütztes Interesse geltend machen kann (E. I/A/AA). 

Voraussetzungen für eine Spontanübermittlung einer deutschen Behörde an eine schweizeri-

sche Behörde (Art. 46 Abs. 1 SDÜ, Art. 11 PolZV CH/DE, Art. 11 Abs. 1 ZPII EUeR; 

E. I/D/DA/b/(ii)). 

Umfang der Dokumentationspflicht (Art. 100 Abs.1 StPO; E. I/D/DA/b/(iii)). 

Voraussetzungen für die Anhaltung und Festnahme einer Person durch die Zollverwaltung 

(Art. 101 Abs. 1 aZG, Art. 19 VStrR; E. I/D/DA/b/(iv)). 

Vorliegend begründet die Anhaltung der Beschuldigten in der Schweiz nach ihrer Einreise von 

Deutschland kein rechtsmissbräuchliches „Forum-shopping“ durch die Zollbehörden, sind 

doch die Schweiz und Deutschland beide Teil des einheitlichen Schengen-Gebietes und macht 

es daher keinen Unterschied, wo innerhalb dieses Gebietes die Anhaltung erfolgt 

(E. I/D/DA/b/(v)). 

Die Staatsanwaltschaft hat dafür zu sorgen, dass den überwachten Personen spätestens mit 

Abschluss des Vorverfahrens Grund, Art und Dauer der Überwachung mit technischen Über-

wachungsgeräten mitgeteilt wird. Zur Sicherstellung der Einhaltung dieses bundes- und kon-

ventionsrechtlichen Informationsanspruches drängt es sich für sie auf, die noch nicht mitge-

teilten Überwachungen in einer Liste zu erfassen und den Stand der Mitteilungen regelmässig 

zu überprüfen (Art. 281 Abs. 4 i.V.m. Art. 279 Abs. 1 StPO, Art. 8 und 13 EMRK; 

E. I/D/DA/b/(vi)). 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Susanne Afheldt (Ref.),  

Richter Christof Enderle, Richterin Helena Hess,  

Ersatzrichterin Suzanne Styk Kohlhaas;  

Gerichtsschreiber Stefan Steinemann 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Besondere Delikte,  

Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde 

  

gegen 

 

 A._____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Vettiger,  

Austrasse 37, 4051 Basel,  

amtlicher Verteidiger (bis am 13. November 2023), 

sowie vertreten durch Advokatin Angela Agostino-Passerini,  

Baselstrasse 11, Postfach 722, 4125 Riehen, 

Wahlverteidigerin, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

 

B._____,   

vertreten durch Rechtsanwalt Reto Steinmann,  

Bahnhofstrasse 10, Postfach 7652, 6302 Zug,  

amtlicher Verteidiger, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

C._____ 

Verfahrensbeteiligter 

  

 

Gegenstand Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 

22. Juni 2022 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. Das Strafgericht Basel-Landschaft erkannte mit Urteil vom 22. Juni 2022 Folgendes: 

 

„ I. A._____ 

 

1. A._____ wird der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz schuldig erklärt und verurteilt 

 

zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren, 

unter Anrechnung der vom 3. Dezember 2020 bis zum 14. November 2021 aus-

gestandenen Untersuchungshaft sowie des vorzeitigen Strafvollzugs vom 

15. November 2021 bis zum 22. Juni 2022 von insgesamt 567 Tagen, 

in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a und lit. b 

BetmG, Art. 40 StGB sowie Art. 51 StGB.  

 

2. A._____ wird in Anwendung von Art. 66a StGB für die Dauer von 8 Jahren des 

Landes verwiesen. 

 

3. Die angeordnete Landesverweisung wird gemäss Art. 20 N-SIS-Verordnung im 

Schengener Informationssystem eingetragen. 

 

4. A._____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die ihn betreffenden Ver-

fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 14'268.15, 

den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'450.− und einem Drittel 

der Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 18‘000.−, d.h. Fr. 6’000.−. 

 

5. Das Honorar des amtlichen Verteidigers Christoph Vettiger in Höhe von insge-

samt Fr. 32'634.− (gemäss Honorarnote zuzüglich Verhandlung/Urteilseröff-

nung/Weg: 14.25 Std.; inkl. Auslagen) wird aus der Gerichtskasse entrichtet. 

 

II. B._____ 

 

1. B._____ wird der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz schuldig erklärt und verurteilt 

 

zu einer Freiheitsstrafe von 7 ½ Jahren, 

unter Anrechnung der vom 3. Dezember 2020 bis zum 1. September 2021 aus-

gestandenen Untersuchungshaft sowie des vorzeitigen Strafvollzugs vom 

2. September 2021 bis zum 22. Juni 2022 von insgesamt 567 Tagen, 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a und lit. b 

BetmG, Art. 40 StGB sowie Art. 51 StGB.  

 

2. B._____ wird in Anwendung von Art. 66a StGB für die Dauer von 10 Jahren des 

Landes verwiesen.  

 

3. Die angeordnete Landesverweisung wird gemäss Art. 20 N-SIS-Verordnung im 

Schengener Informationssystem eingetragen. 

 

4. Die gegen B._____ am 20. September 2017 von der Staatsanwaltschaft Baden 

bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 30.− wird in 

Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht für vollziehbar erklärt. 

 

5. B._____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die ihn betreffenden Ver-

fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 21'359.−, 

den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'700.− und einem Drittel 

der Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 18‘000.−, d.h. Fr. 6’000.−. 

 

6. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin Patricia Jenny in Höhe von insgesamt 

Fr. 30‘142.30 (gemäss Honorarnote zuzüglich Verhandlung/Urteilseröffnung: 

8 Std.; inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wird aus der Gerichtskasse entrich-

tet.“ 

 

 

IV. 

 

1. Die am 4. Dezember 2020 (act. 1615) sichergestellten und am 15. September 

2021 (act. 1475/1637/1771) beschlagnahmten Betäubungsmittel:  

- 10 Pack Kokain, brutto 9'880 g (Pos. A1); 

- 8 Pack Kokain, brutto 7’680 g (Pos. A2);  

werden in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung ein-

gezogen. 

 

2.  Der am 16. März 2021 (act. 1439) aus dem Fahrzeug Peugeot Partner  

1._____ sichergestellte und am 15. September 2021 (act. 1463) beschlag-

nahmte GPS-Sender GL300 (Pos. F1; G 87136); 

die am 15. September 2021 (act. 1469) beschlagnahmten Fahrzeuge samt 

Schlüssel und Unterlagen:  

- PW Peugeot, 1._____ (G 82298); 

- Fahrzeugschlüssel zu PW Peugeot, 1._____ (G 89865); 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

- Fahrzeugzulassungsbescheinigung zu Peugeot (G 89868); 

- PW Audi A8, 2._____ (G 82300); 

- Fahrzeugschlüssel zu PW Audi A8, 2._____ (G 89866); 

- Fahrzeugzulassungsbescheinigung zu Audi A8 (G 89867); 

das am 4. Dezember 2020 (act. 1737) aus den Effekten von D._____ sicherge-

stellte und am 15. September 2021 (act. 1765) beschlagnahmte Mobiltelefon 

iPhone 7, IMEI 3._____ (Pos. E3; G 87180); 

sowie der am 3. Dezember 2020 (act. 1743) im Fahrzeug Audi A8 sichergestellte 

und am 15. September 2021 (act. 1765) beschlagnahmte Fantasieausweis ltd. 

auf A._____ (Pos. 4BB; G 87184); 

werden in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 StGB eingezogen. 

 

3. a) Das am 3. Dezember 2020 (act. 1611) aus den Effekten von A._____ sicherge-

stellte und am 14. September 2021 (act. 1631) beschlagnahmte  

- Mobiltelefon Huawei, IMEI 4._____/5._____ (Pos. C1; G 86323) 

wird in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 StGB eingezogen. 

A._____ kann innert 30 Tagen nach der Rechtskraft des Urteils beim Fund- und 

Verwertungsdienst, Oristalstrasse 100, 4410 Liestal diejenigen persönlichen Bil-

der/Aufnahmen auf diesem Mobiltelefon bezeichnen, welche er ausgehändigt zu 

haben wünscht.  

Gegen vorgängige Bezahlung sind A._____ anschliessend – soweit durchführ-

bar – Kopien der von ihm bezeichneten Bilder/Aufnahmen auszuhändigen. 

Der Fund- und Verwertungsdienst wird ersucht, das Mobiltelefon erst nach Frist-

ablauf bzw. Erstellen der Kopien zu vernichten oder zu verwerten.  

 

b) Das am 3. Dezember 2020 (act. 1435) aus den Effekten von B._____ sicherge-

stellte und am 15. September 2021 (act. 1463) beschlagnahmte  

- Mobiltelefon iPhone, IMEI 6._____ (Pos. D1; G 86325) 

wird in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 StGB eingezogen. 

B._____ kann innert 30 Tagen nach der Rechtskraft des Urteils beim Fund- und 

Verwertungsdienst, Oristalstrasse 100, 4410 Liestal diejenigen persönlichen Bil-

der/Aufnahmen auf diesem Mobiltelefon bezeichnen, welche er ausgehändigt zu 

haben wünscht.  

Gegen vorgängige Bezahlung sind B._____ anschliessend – soweit durchführ-

bar – Kopien der von ihm bezeichneten Bilder/Aufnahmen auszuhändigen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Der Fund- und Verwertungsdienst wird ersucht, das Mobiltelefon erst nach Frist-

ablauf bzw. Erstellen der Kopien zu vernichten oder zu verwerten.  

 

 (…) 

 

4.  Das am 3. Dezember 2020 (act. 1435) aus den Effekten von B._____ sicherge-

stellte und am 15. September 2021 (act. 1463) beschlagnahmte Bargeld 

Fr. 0.05, EUR 1'291.96 (Pos. D2; G 92548; total vgl. Buchungsbeleg 

Fr. 1'384.15, act. 1455 sowie in bar gegen Quittung EUR 1.96 und CHF 0.05, 

act. 1459) wird gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. 

 

 

5. Der am 3. Dezember 2020 (act. 1619) aus dem PW Peugeot Partner sicherge-

stellte und am 14. September 2021 (act. 1631) beschlagnahmte Arbeitsvertrag 

lautend auf A._____, (Pos. 1AA; G 86322); 

die am 3. Dezember 2020 (act. 1735) aus den Effekten von D._____ sicherge-

stellte und am 15. September 2021 (act. 1765) beschlagnahmte Reisekostenab-

rechnung (Pos. E2; G 87188); 

sowie die am 3. Dezember 2020 (act. 1743) im Fahrzeug Audi A8 sichergestell-

ten und am 15. September 2021 (act. 1765) beschlagnahmten Unterlagen:  

- div. Papiere, Quittungen etc. (Pos. 2BB; G 87182); 

- div. Papiere, Quittungen etc. (Pos. 3BB; G 87183); 

verbleiben als Aktenbestandteil bei den Akten. 

6. Der am 3. Dezember 2020 (act. 1743) sichergestellte und am 15. Februar 2021 

(act. 1765) beschlagnahmte Ac.____ Ausweis, ltd. auf A._____ (Pos. 5BB; 

G 87185) wird nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt 

auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO A._____ zurückgegeben. 

 

7.a) Das am 3. Dezember 2020 (act. 1611) aus den Effekten von A._____ sicherge-

stellte und am 14. September 2021 (act. 1631) beschlagnahmte Bargeld  

- EUR 85.− (Fr. 91.20 ; act. 1627; Pos. C2; G 86324)  

wird gemäss Art. 442 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 268 StPO an die Verfah-

renskosten von A._____ angerechnet. 

 

b) Das am 3. Dezember 2020 (act. 1435) aus den Effekten von B._____ sicherge-

stellte und am 15. September 2021 (act. 1463) beschlagnahmte Bargeld  

- MKD 1'179.− (Pos. D2; G 92548); 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wird gemäss Art. 442 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 268 StPO an die Verfah-

renskosten von B._____ angerechnet. 

 

B. Gegen dieses Urteil meldete A._____, vertreten durch den amtlichen Verteidiger Chris-

toph Vettiger, mit Eingabe vom 25. Juni 2022 und B._____, vertreten durch seine amtliche 

Verteidigerin Patricia Jenny-Elmer, mit solcher vom 28. Juni 2022 die Berufung an.  

C. A._____ ersuchte mit Schreiben vom 21. Juli 2022 beim Strafgericht Basel-Landschaft um 

Wechsel seiner amtlichen Verteidigung und Einsetzung von Advokatin Angela Agostino-

Passerini als seine neue amtliche Verteidigerin. In der Verfügung vom 22. Juli 2022 hielt 

der Präsident des Strafgerichts fest, dass von der Bevollmächtigung von Advokatin Angela 

Agostino-Passerini durch A._____ Kenntnis genommen und Advokatin Angela Agostino-

Passerini neben dem amtlichen Verteidiger vorerst als Wahlverteidigerin behandelt werde. 

Sodann hielt er fest, dass für die Bewilligung eines Wechsels der amtlichen Verteidigung 

die Verfahrensleitung des Berufungsgerichts zuständig sei. 

D. Mit Berufungserklärung vom 25. Januar 2023 focht A._____, vertreten durch den amtli-

chen Verteidiger Christoph Vettiger, das Urteil des Strafgerichts vom 22. Juni 2022 in den 

Dispositivziffern I/1 (Schuldpunkt und Strafe), I/2 (Landesverweisung), I/3 (Eintrag im 

Schengener Informationssystem), I/4 (Kostenfolge), IV/3.a (Einziehung eines Mobiltele-

fons), IV/7.a (Einziehung des Bargelds) sowie IV/5 Absatz 1 (Sicherstellung des Arbeits-

vertrags) an und stellte folgende Anträge: 

 1. Es sei das angefochtene Urteil vollumfänglich aufzuheben. 

 2. Er sei vom Vorwurf der [qualifizierten] Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz freizusprechen.  

 3. Es sei ihm eine Genugtuung bzw. Schadenersatz für die ausgestandene Haft [aus 

der Staatskasse] auszurichten. 

 4. Alles unter o/e-Kostenfolge zulasten der Staatsanwaltschaft. 

E. Mit Eingabe vom 31. Januar 2023 ersuchte A._____, vertreten durch seine Wahlverteidi-

gerin Advokatin Angela Agostino-Passerini, um Wechsel der amtlichen Verteidigung und 

Einsetzung von Angela Agostino-Passerini als seine amtliche Verteidigerin. 

F. Mit Berufungserklärung vom 2. Februar 2023 stellte B._____, vertreten durch seinen amt-

lichen Verteidiger Reto Steinmann, folgende Begehren: 

 1. Es seien die Dispositivziffern II/1, 2, 3, 4 und 5 des angefochtenen Urteils aufzuheben. 

 2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen 

bzw. zumindest teilweise dem Privatkläger aufzuerlegen [sic!].  

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

  Er sei aus der Staatskasse bzw. zumindest teilweise durch den Privatkläger zu ent-

schädigen [sic!]. 

 3. Unter o/e-Kostenfolge für das Berufungsverfahren und neuer Kostenauferlegung 

(recte wohl: Kostenverlegung) des erstinstanzlichen Verfahrens. 

G. Mit Verfügung vom 7. Februar 2023 wurde A._____ die Gelegenheit gewährt, zu präzisie-

ren, welche Abänderungen des Urteils des Strafgerichts vom 22. Juni 2022 er verlange.  

H. Mit Eingabe vom 6./9. Februar 2023 stellte A._____, vertreten durch seinen amtlichen 

Verteidiger Christoph Vettiger, die nachstehenden Verfahrensanträge: 

 1. Es seien die Berichte zur Auswertung der Sky-ECC-Daten (Chatprotokolle) durch die 

Strafverfolgungsbehörden in Frankreich und Belgien (übermittelt via Europäisches 

Polizeiamt [Europol] an die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, siehe Bericht des 

Spezialisierten Ermittlungsdiensts vom 27. August 2021, act. 1889 ff.; Rechtshilfege-

such, act. 5299 ff. bzw. insbes. act. 1907, 1951-2015, 2017-2029, 2039-2129, 2883-

2967, 3499-3585, 3949-4033 sowie 4083-4087) und allfällige Kopien dieser Doku-

mente aus den Akten zu entfernen. 

 2. Es sei die Bildaufnahme vom 8. November 2020, 06:42 Uhr (act. 2641), aus den Ak-

ten zu entfernen. 

I. Mit Berufungserklärung vom 15. Februar 2023 teilte A._____, vertreten durch seine Wahl-

verteidigerin Angela Agostino-Passerini, mit, dass er das Urteil des Strafgerichts vom 

22. Juni 2022 vollumfänglich und nicht nur in Teilen anfechte, und stellte folgende Anträge: 

 1. Es sei das angefochtene Urteil vollumfänglich aufzuheben. 

 2. Er sei in sämtlichen Anklagepunkten freizusprechen.  

 3. Es seien sein Mobiltelefon der Marke Huawei (Beschlagnahmeposition C1; G 86323), 

der auf ihn lautende Arbeitsvertrag (Beschlagnahmeposition 1AA; G 86322) sowie 

das Bargeld von EUR 85.− (Beschlagnahmeposition C2; G 86324) aus der Beschlag-

nahme zu entlassen. 

 4. Es sei ihm eine Genugtuung und Schadenersatz für die erstandene Haft zuzüglich 

5 % Zins seit mittlerem Verfall [aus der Staatskasse] zuzusprechen. 

 5. Alles unter o/e-Kostenfolge zulasten der Staatskasse sowohl dieses als auch des vor-

instanzlichen Verfahrens. 

 6. Es sei Advokatin Angela Agostino-Passerini für das Berufungsverfahren als seine 

amtliche Verteidigerin einzusetzen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

J. Mit Verfügung vom 17. Februar 2023 wurde B._____ die Gelegenheit gewährt, zu präzi-

sieren, welche Abänderungen des Urteils des Strafgerichts vom 22. Juni 2022 er verlangt. 

K. B._____, vertreten durch seinen amtlichen Verteidiger Reto Steinmann, zog mit Eingabe 

vom 23. Februar 2023 die Berufung gegen die Dispositivziffer II/4 des angefochtenen Ur-

teils zurück und teilte überdies mit, dass die Berufung gegen Dispositivziffer II/2 (recte 

wohl: Dispositivziffer II/5) des angefochtenen Urteils versehentlich erfolgt sei. Zudem 

stellte er die nachstehenden Begehren:  

 1. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von maximal 45 Monaten zu bestrafen; unter Anrech-

nung der vom 3. Dezember 2020 bis zum 1. September 2021 ausgestandenen Un-

tersuchungshaft sowie des vorzeitigen Strafvollzugs vom 2. September 2021 bis zum 

22. Juni 2022 von insgesamt 567 Tagen. 

 2.  Er sei vom Vorwurf der qualifizierten Tatbestandsvariante gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b 

BetmG (Bandenmässigkeit) freizusprechen. 

 3. Er sei in Anwendung von Art 66a StGB für die Dauer von 5 Jahren des Landes zu 

verweisen. 

 4. Von einer Eintragung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem sei 

abzusehen. 

L. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Besondere Delikte (fortan: 

Staatsanwaltschaft), äusserte sich in ihrer Stellungnahme vom 24. April 2023 zu den vom 

amtlichen Verteidiger Christoph Vettiger gestellten Anträgen auf Entfernung der Sky-ECC-

Daten und der Bildaufnahme vom 8. November 2020 aus der AFV-Überwachung, ohne 

einen konkreten Antrag zu stellen. 

M. Die Staatsanwaltschaft stellte in ihrer Eingabe vom 31. Mai 2023 die vom amtlichen Ver-

teidiger Christoph Vettiger gemachte Vermutung, dass am Personenwagen Peugeot, 

Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____, von den deutschen Behörden ein 

GPS-Peilsender verbaut worden sei, in Abrede. 

N. Mit Berufungsbegründung vom 8. Mai 2023 bestand A._____, vertreten durch seinen amt-

lichen Verteidiger Christoph Vettiger, grundsätzlich auf seinen Begehren. Er beantragte 

jedoch neu, eventualiter für den Fall eines Schuldspruchs wegen qualifizierter Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz sei er zu einer Freiheitsstrafe von 20 bis 22 Mo-

naten zu verurteilen. 

 Ausserdem begehrte A._____, vertreten durch seinen amtlichen Verteidiger Christoph 

Vettiger, mit Schreiben vom 8. Mai 2023 bzw. Präzisierung vom 19. Mai 2023, es seien 

sämtliche Akten betreffend die Anhaltung und Durchsuchung der Fahrzeuge Peugeot mit 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dem deutschen Kontrollschild 1._____ und Audi A8 mit dem deutschen Kontrollschild 

2._____ am 3. Dezember 2020 durch das Grenzwachtkorps und die Polizei (act. 4455-

4471, 4483-4965 etc.) sofort zu vernichten. 

O. Mit Berufungsbegründung vom 25. Mai 2023 hielt B._____, vertreten durch seinen amtli-

chen Verteidiger Reto Steinmann, an seinen Anträgen fest. 

P. Mit Berufungsbegründung vom 30. Mai 2023 bestand A._____, vertreten durch seine 

Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini, auf seinen Begehren und stellte gleichzeitig 

sinngemäss folgende Verfahrens-/Beweisanträge: 

 1. Es seien sämtliche aus der Anhaltung und Durchsuchung des Fahrzeuges [Peugeot, 

Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ am 3. Dezember 2020] erlangten 

Erkenntnisse aus den Akten zu entfernen. 

 2. Es sei ein neues, eventualiter ergänzendes forensisch-chemisches Gutachten (mit 

neuen unabhängigen Analysen) zur Bestimmung des Reinheitsgehaltes der (mut-

masslichen) Betäubungsmittel anzufertigen, wobei von jedem Paket eine Probe zu 

entnehmen sei. 

 3. Es sei ein neues, eventualiter ergänzendes forensisch-chemisches Gutachten bezüg-

lich der kontaminierten Jacke von A._____ (mit neuen unabhängigen Analysen) an-

zufertigen. 

 4. Es seien die originalen Bilddateien der Fotodokumentation (act. 4709 ff.) einzuholen 

und der Verteidigung zur Verfügung zu stellen. 

 5. Es seien die vom Europäischen Polizeiamt (Europol) im „intelligence package“ er-

wähnten Excel-Dateien („AuthorOverview data of user 31._____“; „AuthorOverview 

data of user 32._____“; „Messages 33._____ und Messages 34._____“) einzuholen 

und der Verteidigung zur Verfügung zu stellen. 

Q. A._____, vertreten durch seinen amtlichen Verteidiger Christoph Vettiger, stellte mit Ein-

gabe vom 6. Juni 2023 folgende Beweisanträge: 

 1. Es seien T._____ (vormals verfahrensleitender Staatsanwalt), Wm F._____ (spezia-

lisierter Ermittlungsdienst [der Polizei Basel-Landschaft]), Kpl G._____ (Eidgenössi-

sche Zollverwaltung), Wm H._____ (Eidgenössische Zollverwaltung) und alle weite-

ren an der Kontrolle der in Rede stehenden Fahrzeuge an der Autobahnzollstelle Ba-

sel / Weil am Rhein sowie der Anhaltung und Kontrolle der fraglichen Fahrzeuge auf 

dem Rastplatz Pratteln/BL beteiligten Personen zur Klärung des Ablaufs der Anhal-

tung und Kontrolle der in Rede stehenden Fahrzeuge zu befragen. 

 2. Es seien alle internen Protokolle des Grenzwachtkorps zum Ablauf der fraglichen 

Kontrollen inkl. der Aufgebote beizuziehen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

R. Mit Verfügung vom 14. Juni 2023 wurde der Antrag von A._____, es sei Rechtsanwalt 

Christoph Vettiger aus dem amtlichen Mandat zu entlassen und Advokatin Angela 

Agostino-Passerini als seine amtliche Verteidigerin einzusetzen, abgewiesen. 

S. Mit Berufungsantworten vom 10. Juli 2023 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abwei-

sung der Berufung von A._____ in Bestätigung des angefochtenen Urteils und die Abwei-

sung der von der Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini gestellten Beweisanträge 

sowie die Abweisung der Berufung von B._____ in Bestätigung des angefochtenen Ur-

teils. 

 Ausserdem legte die Staatsanwaltschaft mit Stellungnahme vom 10. Juli 2023 zum Antrag 

vom 6. Juni 2023 der amtlichen Verteidigung von A._____ auf Entfernung von Akten offen, 

dass im Personenwagen Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ ein 

GPS-Peilsender durch die deutschen Behörden verbaut worden sei. Als Beilage fügte sie 

unter anderem das internationale Rechtshilfeersuchen der Leitenden Oberstaatsanwältin 

in Kempten (Allgäu) / Deutschland vom 14. Dezember 2020 an die hiesige Staatsanwalt-

schaft, den Beschluss des Amtsgerichts Kempten (Allgäu) / Deutschland vom 8. Novem-

ber 2020 betreffend die Anordnung einer längerfristigen Observation ohne vorherige An-

hörung im Verfahren gegen B._____, A._____ und E._____, den Beschluss des Amtsge-

richts Kempten (Allgäu) / Deutschland vom 8. Dezember 2020 betreffend die Anordnung 

einer längerfristigen Observation ohne vorherige Anhörung im Verfahren gegen B._____, 

A._____, E._____ und weiterer Beschuldigter, die Eintretensverfügung der Staatsanwalt-

schaft vom 30. Dezember 2020 auf das internationale Rechtshilfeersuchen der Leitenden 

Oberstaatsanwältin in Kempten (Allgäu) / Deutschland, das Gesuch der Staatsanwalt-

schaft vom 30. Dezember 2020 an das Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft 

(fortan: Zwangsmassnahmengericht) um Genehmigung einer technischen Überwachung, 

die Entscheide des Zwangsmassnahmengerichts Nrn. 351, 352 und 353, allesamt vom 

4. Januar 2021, und das Erledigungsschreiben der Staatsanwaltschaft vom 7. Januar 

2021 an die Staatsanwaltschaft Kempten (Allgäu) / Deutschland bei. 

T. Mit Verfügung vom 14. Juli 2023 wurde Folgendes bestimmt: 

1.   Der Antrag des amtlichen Verteidigers Christoph Vettiger, es seien die Berichte zur 

Auswertung der Sky-ECC-Daten (Chatprotokolle) durch die Strafverfolgungsbehör-

den in Frankreich und Belgien (übermittelt via Europäisches Polizeiamt [Europol] 

an die Staatsanwaltschaft, siehe Bericht des spezialisierten Ermittlungsdiensts 

vom 27. August 2021, act. 1889 ff.; Rechtshilfegesuch, act. 5299 ff.) bzw. insbes. 

act. 1907, 1951-2015, 2017-2029, 2039- 2129, 2883-2967, 3499-3585, 3949-4033, 

4083-4087 und allfällige Kopien dieser Dokumente aus den Akten zu entfernen, 

wird abgewiesen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2. Der Antrag des amtlichen Verteidigers Christoph Vettiger, es seien sämtliche Akten 

betreffend die Anhaltung und Durchsuchung der Fahrzeuge Peugeot mit dem deut-

schen Kontrollschild 1._____ und Audi A8 mit dem deutschen Kontrollschild 

2._____ am 3. Dezember 2020 durch das Grenzwachtkorps und die Polizei (act. 

4455-4471, 4483-4965 etc.) sofort zu vernichten, wird abgewiesen. 

3. Der Antrag der Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini, es seien sämtliche 

aus der Anhaltung und Durchsuchung des Fahrzeuges [Peugeot mit dem deut-

schen Kontrollschild 1._____ am 3. Dezember 2020] erlangten Erkenntnisse aus 

den Akten zu entfernen, wird abgewiesen. 

4. Der Antrag des amtlichen Verteidigers Christoph Vettiger, es seien T._____ (vor-

mals verfahrensleitender Staatsanwalt), Wm F._____ (spezialisierter Ermittlungs-

dienst [der Polizei Basel-Landschaft]), Kpl G._____ (Eidgenössische Zollverwal-

tung), Wm H._____ (Eidgenössische Zollverwaltung) und alle weiteren an der Kon-

trolle der in Rede stehenden Fahrzeuge an der Autobahnzollstelle Basel / Weil am 

Rhein und der Anhaltung und Kontrolle der fraglichen Fahrzeuge auf dem Rastplatz 

Pratteln/BL beteiligten Personen zu befragen, sowie es seien alle internen Proto-

kolle des Grenzwachtkorps zum Ablauf der fraglichen Kontrollen inkl. der Aufge-

bote beizuziehen, wird abgewiesen. 

5. Der Antrag des amtlichen Verteidigers Christoph Vettiger, es sei die Bildaufnahme 

vom 8. November 2020, 06:42 Uhr (act. 2641), aus den Akten zu entfernen, wird 

abgewiesen. 

6. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel wird mit separaten Aufträgen 

aufgefordert, zu den von der Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini mit Ein-

gabe vom 30. Mai 2023 gegen das forensisch-chemische Gutachten des Instituts 

für Rechtsmedizin der Universität Basel vom 22. Dezember 2020 und das foren-

sisch-chemische Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel 

vom 7. Dezember 2020 vorgetragenen Einwendungen Stellung zu nehmen.  

7. Der Antrag der Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini, es seien die origina-

len Bilddateien der Fotodokumentation [der Polizei Basel-Landschaft betr. die 

Fahrzeugrevision des Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ 

vom 3. Dezember 2020] (act. 4709 ff.) einzuholen und der Verteidigung zur Verfü-

gung zu stellen, wird abgewiesen. 

8. Der amtlichen Verteidigerin Angela Agostino-Passerini wird Akteneinsicht in die auf 

der Compact-Disk (CD-R) „susmentionné supportant les données de conversati-

ons demandée“ (erstellt von der police judiciaire français, act. 5385) abgespeicher-

ten Dateien gewährt.  

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 13  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

9. Das Strafgericht Basel-Landschaft wird ersucht, dem Kantonsgericht bis zum 

24. August 2023 die Audiodateien der erstinstanzlichen Hauptverhandlung einzu-

reichen, und aufgefordert, innert dieser Frist zur durch den amtlichen Verteidiger 

Christoph Vettiger in der Eingabe vom 8. Mai 2023, S. 1 (siehe Beilage), beanstan-

deten Protokollierung Stellung zu nehmen und diese allenfalls zu berichtigen. 

U. C._____ verlangte mit undatierter Eingabe (Poststempel: 19. Juli 2023) die Herausgabe 

des Fahrzeuges der Marke Audi, Typ A8, mit dem deutschen Kontrollschild 2._____. 

V. Das Strafgericht nahm mit Eingabe vom 17. August 2023 Stellung zur Protokollierung der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung. 

W. Mit Eingabe vom 12. September 2023 reichte das Institut für Rechtsmedizin der Universi-

tät Basel die ergänzende chemisch-toxikologische Stellungnahme in Sachen A._____ ein. 

X. Mit Verfügung vom 28. September 2023 wurde der von A._____, vertreten durch seine 

Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini, in der Berufungsbegründung vom 30. Mai 

2023 gestellte Antrag, es sei ein neues, eventualiter ergänzendes forensisch-chemisches 

Gutachten (mit neuen unabhängigen Analysen) zur Bestimmung des Reinheitsgehaltes 

der (mutmasslichen) Betäubungsmittel anzufertigen, wobei von jedem Paket eine Probe 

zu entnehmen sei, und es sei ein neues, eventualiter ergänzendes forensisch-chemisches 

Gutachten bezüglich der kontaminierten Jacke von A._____ (mit neuen unabhängigen 

Analysen) anzufertigen, abgewiesen. 

Y. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Stellungnahme vom 20. Oktober 2023 sinngemäss, 

es sei auf die Berufung von C._____ nicht einzutreten. 

Z. Zur mündlichen Berufungsverhandlung vom 13. November 2023 erschienen A._____ mit 

seiner Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini und seinem amtlichen Verteidiger 

Christoph Vettiger, B._____ mit seinem amtlichen Verteidiger Reto Steinmann und 

C._____ sowie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. 

 A._____ machte auf Frage des Präsidenten des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, zu 

Beginn der mündlichen Berufungsverhandlung geltend, dass er ausschliesslich durch 

seine Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini verteidigt werden möchte. Die Wahl-

verteidigerin Angela Agostino-Passerini erklärte zu Protokoll, dass sie die notwendige Ver-

teidigung bis am Schluss der Berufungsverhandlung wahrnehmen und in keinem Fall das 

Mandat niederlegen werde. Daraufhin wurde Rechtsanwalt Christoph Vettiger aus dem 

amtlichen Mandat entlassen.  

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 14  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 (…) 

 Die Parteien hielten grundsätzlich an ihren Anträgen fest. A._____, vertreten durch die 

Wahlverteidigerin Angela Agostino-Passerini, erneuerte seine Anträge, es seien sämtliche 

aus der Anhaltung und Durchsuchung des Fahrzeuges [Peugeot mit dem deutschen Kon-

trollschild 1._____ am 3. Dezember 2020] erlangten Erkenntnisse aus den Akten zu ent-

fernen, es sei ein neues, eventualiter ergänzendes forensisch-chemisches Gutachten (mit 

unabhängigen Analysen) zur Bestimmung des Reinheitsgehaltes der (mutmasslichen) Be-

täubungsmittel anzufertigen, wobei von jedem Paket eine Probe zu entnehmen sei, und 

es sei ein neues, eventualiter ergänzendes forensisch-chemisches Gutachten bezüglich 

der kontaminierten Jacke von A._____ anzufertigen. 

 B._____ verlangte zusätzlich, es sei festzustellen, dass das Urteil des Strafgerichts Basel-

Landschaft vom 22. Juni 2022 in Rechtskraft erwachsen sei, soweit es von ihm nicht an-

gefochten worden sei. 

 

Erwägungen 

I. PROZESSUALES 

A. Eintreten 

AA. Allgemeines 

Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs-

instanz zur Beurteilung der vorliegenden Rechtsmittel ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 

sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a i.V.m. lit. b EG StPO. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstin-

stanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist 

(Art. 398 Abs. 1 StPO). Es können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Fest-

stellung des Sachverhaltes sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsge-

richt das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 

und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 StPO meldet die Partei die Berufung dem erstinstanzlichen 

Gericht innert 10 Tagen seit der Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll an 

(Abs. 1) und reicht dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten 

Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein (Abs. 3). Zur Ergreifung der Berufung ist jede 

Partei legitimiert, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines 

Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Der Begriff „Partei“ ist im Sinne von Art. 104 und 105 

StPO zu verstehen. Neben der beschuldigten Person und der Privatklägerschaft kann auch jede 

andere am Verfahren beteiligte Person zur Berufung legitimiert sein, sofern sie sich am erstin-

stanzlichen Verfahren beteiligt hat und ein rechtlich geschütztes Interesse geltend machen kann 

(Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, in: BBl 2006 

S. 1308; BGer 1B_723/2012 vom 15. März 2013 E. 4; KGer BL 470 16 3 vom 9. Februar 2016 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 15  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

E. 1.1; SCHÖDLER, Dritte im Beschlagnahmeverfahren und Einziehungsverfahren, 2012, S. 189; 

MOREILLON/PAREIN-REYMOND, Petit commentaire CPP, 2. Aufl. 2016, Art. 382 N 4). 

AB. Konkrete Beurteilung 

a. Berufung von A._____ 

Das angefochtene Urteil des Strafgerichts vom 22. Juni 2022 bildet ein taugliches Anfechtungs-

objekt. Die Berufung von A._____ ist sodann frist- und formgerecht erfolgt und entspricht den 

gesetzlichen Anforderungen.  

Das Urteil des Strafgerichts vom 22. Juni 2022 ist von A._____, vertreten durch die Wahlvertei-

digerin Angela Agostino-Passerini, vollumfänglich angefochten worden und richtet sich damit 

auch gegen die Dispositivziffern I/5 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) und IV/6 (Rück-

gabe eines Ausweises). Im Zusammenhang mit der Anfechtung der Entschädigung des amtli-

chen Verteidigers ist eine Beschwer von A._____ nicht ersichtlich, macht A._____ doch nicht 

geltend, diese und infolgedessen die damit zusammenhängende Rückzahlungsverpflichtung sei 

zu hoch ausgefallen. Zudem ist A._____ durch die in der Dispositivziffer IV/6 angeordnete Rück-

gabe eines Ausweises offenkundig nicht beschwert. Weil es A._____ somit in Bezug auf die 

Anordnungen in den Dispositivziffern I/5 und IV/6 des erstinstanzlichen Urteils an einem recht-

lich geschützten Interesse fehlt, kann insoweit auf die Berufung von A._____ nicht eingetreten 

werden. 

Im Übrigen geben die weiteren Berufungsvoraussetzungen keinen Anlass zu Bemerkungen und 

sind erfüllt. Demnach ist – unter Vorbehalt der erwähnten Einschränkung – auf die Berufung von 

A._____ einzutreten. 

b. Berufung von B._____ 

(…) 

c. Berufung von C._____ 

Am 3. Dezember 2020 wurde der auf C._____ eingelöste Personenwagen Audi A8 mit dem 

deutschen Kontrollschild 2._____ vorläufig sichergestellt (vgl. act. 237 ff., 5935). C._____ wurde 

im Zusammenhang mit dem von der Staatsanwaltschaft gegen A._____, B._____ und D._____ 

geführten Strafverfahren wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz am 13. April 2021 rechtshilfeweise durch das Polizeipräsidium I._____ einvernommen (act. 

4237 ff.). Dabei wurde er auch zu den Besitzverhältnissen des bei der illegalen Einfuhr der Be-

täubungsmittel in die Schweiz verwendeten Personenwagens Audi A8 mit dem deutschen Kon-

trollschild 2._____ befragt. C._____ machte geltend, dieses Fahrzeug gehöre B._____; er sei 

nur als Halter eingetragen (act. 4251). Unter diesen Umständen haben die Staatsanwaltschaft 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

und das Strafgericht ohne Weiteres auf einen konkludenten Verzicht von C._____ auf Ansprü-

che am besagten Fahrzeug schliessen dürfen. Er hat es daher sich selbst zuzuschreiben, dass 

die Staatsanwaltschaft ihn nicht weiter in das Verfahren einbezogen und das Strafgericht infol-

gedessen auch nicht über die Rückgabe des besagten Fahrzeuges an ihn befunden hat. Dem-

nach fehlt es hier an einer Teilnahme von C._____ am erstinstanzlichen Verfahren und kann 

deswegen auf die Berufung von C._____ nicht eingetreten werden. 

Selbst wenn auf den Antrag von C._____ auf Herausgabe des Fahrzeuges der Marke Audi, Typ 

A8, mit dem deutschen Kontrollschild 2._____ einzutreten wäre, vermöchte dies C._____ nicht 

zu helfen. Denn, wie sich aus den Ausführungen unter Erwägung VII/A ergibt, wäre dieser An-

trag abzuweisen. 

B. Feststellung der Rechtskraft  

1. Erfolgt eine Teilanfechtung eines Urteils des Strafgerichts, erwächst dieses hinsichtlich 

der nicht angefochtenen Punkte in Rechtskraft (JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar StPO, 

4. Aufl. 2023, Art. 402 N 1). Das erstinstanzliche Urteil wird auch insoweit rechtskräftig, als das 

Kantonsgericht auf eine Berufung mangels Beschwer nicht eintritt (OGer ZH SB200188 vom 

15. Januar 2021 E. II/2.3). Das Berufungsgericht hat in seinem Urteil anzugeben, welche Punkte 

des erstinstanzlichen Urteils bereits in Rechtskraft erwachsen sind (BGer 6B_99/2012 vom 

14. November 2012 E. 5.3; OGer ZH SB210347 vom 16. Dezember 2022 E. II/1; BÄHLER, Basler 

Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 402 N 2; ZIMMERLIN, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 

2020, Art. 402 N 2). Dementsprechend ist vorab die Rechtskraft der betreffenden Dispositivzif-

fern des erstinstanzlichen Urteils festzustellen.  

2.1 Das Urteil des Strafgerichts vom 22. Juni 2022 wird von A._____ in den Dispositivzif-

fern I/1 (Schuldspruch und Strafe), I/2 (Landesverweisung), I/3 (Eintragung im Schengener In-

formationssystem), I/4 (Kostenauflage), I/5 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung), IV/1 

(Einziehung der Betäubungsmittel), IV/2 Abs. 4 (Einziehung eines Ausweises), IV/3a (Einzie-

hung eines Mobiltelefons), IV/5 [Abs. 1 und 3] (Sicherstellung von Aktenstücken), IV/6 (Rück-

gabe eines Ausweises) sowie IV/7a (Deckungsbeschlagnahme und Verrechnung nach Art. 442 

IV StPO), von B._____ in den Dispositiv-Ziffern II/1 (Schuldspruch und Strafe), II/2 (Landesver-

weisung) sowie II/3 (Eintragung im Schengener Informationssystem) und von C._____ in der 

Dispositivziffer IV/2 Abs. 2 (Einziehung der Fahrzeuge samt Schlüssel und Unterlagen) ange-

fochten.  

2.2 Wie bereits ausgeführt ist auf die Berufung von A._____, soweit diese die Dispositiv-

ziffern I/5 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) und IV/6 (Rückgabe eines Ausweises) 

des erstinstanzlichen Urteils betrifft, und die Berufung von C._____ betreffend die Dispositivzif-

fer IV/2 Abs. 2 (Einziehung Fahrzeuge etc.) des erstinstanzlichen Urteils nicht einzutreten, wes-

halb diese Dispositivziffern als rechtskräftig dastehen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.3 Nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen ist das Urteil des Strafgerichts 

vom 22. Juni 2022 sodann hinsichtlich der Dispositivziffern II/4 (Nichtvollziehbarkeit Vorstrafe), 

II/5 (Verfahrenskosten), II/6 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung), IV/2 Absätze 1 und 2 

(Einziehung GPS-Sender), IV/3b (Einziehung eines Mobiltelefons), IV/4 (Einziehung von Bar-

geld), und IV/7b (Deckungsbeschlagnahme und Verrechnung nach Art. 442 IV StPO). 

C. Allgemeines zum Berufungsverfahren 

1. Das Berufungsverfahren dient der Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils im Lichte 

konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen. Entsprechend haben die Parteien spätestens 

nach Abschluss des Beweisverfahrens im Rahmen der Parteivorträge ihre Berufungsanträge zu 

begründen (Art. 346 Abs. 1 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO). Da das Gesetz wie gezeigt eine Beru-

fungsbegründung verlangt, hat die das Rechtsmittel ergreifende Person gemäss Art. 385 Abs. 1 

lit. b StPO genau anzugeben, welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen. Um dieser 

Pflicht nachzukommen, genügt es nicht, wenn sie auf ihre Vorbringen vor der ersten Instanz 

pauschal verweist oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Art und Weise kritisiert. 

Vielmehr muss sie sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen substanziiert auseinandersetzen 

und im Einzelnen aufzeigen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid als fehlerhaft 

zu betrachten ist (BGer 6B_319/2021 vom 15. Juli 2021 E. 6; 6B_510/2020 vom 15. September 

2020 E. 2.2; KGer BL 460 20 253 vom 14. Dezember 2021 E. I/C; KGer SZ STK 2019 37 vom 

11. Januar 2022 E. 4.b/bb; CALAME, Commentaire romand CPP, 2. Aufl. 2019, Art. 385 N 21).  

2. Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche Wür-

digung des angeklagten Sachverhaltes aus Gründen der Prozessökonomie auf die Begründung 

der Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet (Art. 82 Abs. 4 StPO; Botschaft vom 

21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 S. 1157 Ziff. 

2.2.8.5). Ein Verweis erscheint in erster Linie bei nicht streitigen Sachverhalten und abstrakten 

Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen auch bei strittigen Sachverhalten und Beweis-

würdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des konkreten Falles in Frage, wenn die Rechts-

mittelinstanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beipflichtet (BGE 141 IV 244 

E. 1.2.3; BGer 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E. 2.1). 

D. Beweiserhebung 

DA. Verwertbarkeit von Beweismitteln 

a. Standpunkt von A._____ 

(…) 

b. Konkrete Beurteilung 

(i) Vorbemerkung 

(…) 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 18  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(ii) Spontanübermittlung durch die deutschen Behörden 

1. Soweit A._____ geltend macht, dass es hier an der gemäss Art. 10 PolZV CH/DE not-

wendigen Bewilligung der Übermittlung der Informationen durch die deutschen Behörden an 

das Fedpol fehle und die von den schweizerischen Behörden dadurch erlangten Erkenntnisse 

unverwertbar seien, geht sein Vorbringen fehl. Die von ihm zitierte Bestimmung betrifft Ersuchen 

um Beweissicherung bei Gefahr im Verzug. Darum geht es hier jedoch nicht. Bei der vorliegend 

von den deutschen Behörden dem Fedpol telefonisch erstatteten Meldung handelt es sich näm-

lich vielmehr um eine sog. Spontanübermittlung. Eine solche ist – wie im Folgenden gezeigt 

wird – zulässig. 

2.1.1 Gemäss Art. 46 des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Über-

einkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, 

SDÜ) kann jede Vertragspartei nach Massgabe ihres nationalen Rechts ohne Ersuchen im Ein-

zelfall der jeweils betroffenen Vertragspartei Informationen mitteilen, die für den Empfänger zur 

Unterstützung bei der Bekämpfung zukünftiger Straftaten, zur Verhütung einer Straftat oder zur 

Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von Bedeutung sein können 

(Abs. 1). Der Informationsaustausch wird unbeschadet der Regelung zur Zusammenarbeit in 

den Grenzgebieten in Art. 39 Abs. 4 SDÜ über eine zu benennende zentrale Stelle abgewickelt. 

In besonders eilbedürftigen Fällen kann der Informationsaustausch im Sinne dieses Artikels un-

mittelbar zwischen den betroffenen Polizeibehörden erfolgen, vorbehaltlich abweichender Re-

gelungen im nationalen Recht. Die zentrale Stelle wird hiervon so bald wie möglich in Kenntnis 

gesetzt (Abs. 2). 

2.1.2 Der Zweck der Bestimmung von Art. 46 SDÜ besteht in der Verstärkung der grenz-

überschreitenden Kooperation bei der Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung, einschliesslich der Bekämpfung zukünftiger Straftaten sowie zur Verhütung einer 

Straftat. Der von der Gefahr selbst nicht betroffene Staat, der gleichwohl über einschlägige In-

formationen verfügt, die im Partnerstaat sachdienlich sein können, behält diese nicht für sich, 

sondern stellt sie nach eigenem Ermessen und eigener Gefahrenprognose selbständig dem 

anderen Staat zur Verfügung. Demnach richten die einzelnen Vertragsstaaten ihr Handeln nicht 

mehr ausschliesslich nach ihren eigenen Bedürfnissen innerhalb der Landesgrenzen aus, son-

dern übernehmen eine solidarische Verantwortung füreinander. Zu beachten ist sodann, dass 

der Weitergabe von Informationen durch die deutschen Behörden an eine Behörde eines ande-

ren Staates des Schengen-Raumes klare grundrechtsschützende Grenzen gesetzt sind. Denn 

die Übermittlung der Daten ist nur nach Massgabe des innerstaatlichen (Polizei-)Rechts zuläs-

sig und darf nur im Einzelfall erfolgen (SCHOBER, Europäische Polizeizusammenarbeit zwischen 

TREVI und Prüm, 2017, S. 110). Gemäss § 61a Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Dezember 1982 

über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRG/D) bildet Grundvoraussetzung für eine 

Übermittlung personenbezogener Daten aus strafprozessualen Ermittlungen an öffentliche Stel-

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 19  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

len anderer Staaten ohne Ersuchen durch deutsche Gerichte und deutsche Staatsanwaltschaf-

ten, dass sie diese Daten auch an ein deutsches Gericht oder eine deutsche Staatsanwaltschaft 

ohne Ersuchen übermitteln dürften. Nach § 477 StPO/D dürfen von Amts wegen personenbe-

zogene Daten aus Strafverfahren Strafverfolgungsbehörden und Strafgerichten für Zwecke der 

Strafverfolgung übermittelt werden, soweit diese Daten aus der Sicht der übermittelnden Stelle 

hierfür erforderlich sind. Die Übermittlung gemäss § 61a Abs. 1 IRG/D ist zulässig, wenn über-

dies Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass die Übermittlung erforderlich ist, um eine im 

Einzelfall bestehende Gefahr für Leib oder Leben abzuwehren oder eine Straftat, die im Höchst-

mass mit Freiheitsstrafe von mehr als 5 Jahren bedroht ist, zu verhindern.  

2.2 Im vorliegenden Fall ordnete das Amtsgericht Kempten (Allgäu) / Deutschland mit Be-

schluss vom 8. November 2020 im Ermittlungsverfahren gegen A._____, B._____ und E._____ 

wegen Verbrechen nach BtMG gemäss §§ 163f Abs. 1, Abs. 3 Satz 1 und Satz 3 sowie § 100e 

Abs. 1 Satz 4 und Abs. 3 Satz 1 StPO/D ohne vorherige Anhörung die längerfristige Observation 

der drei vorgenannten Personen für vier Wochen an. Zur Begründung führte es aus, aufgrund 

der bisherigen Ermittlungen und insbesondere des Umstandes, dass am Personenwagen 

Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ ein Schmuggelversteck an gleicher 

Stelle verbaut gewesen sei, wie bei einigen anderen in den letzten Wochen mit mehreren Kilo-

gramm Kokain im Grenzbereich angetroffenen Personenwagen, lägen zureichende tatsächliche 

Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschuldigten [A._____, B._____ und E._____] seit einem 

geraumen Zeitraum bereits vor dem 8. November 2020 einen regen, grenzüberschreitenden 

Handel mit Kokain im Bereich mehrerer Kilogramm betreiben würden. Hierzu seien der ge-

nannte Personenwagen wie auch weitere Fahrzeuge mit einem Schmuggelversteck ausgestat-

tet worden, um damit mehrere Kilogramm Kokain mit einem Wirkstoffgehalt von mindestens 

40 % Kokainhydrochlorid vermutlich aus den Niederlanden über Deutschland nach Italien zu 

verbringen. Dabei hätten die Beschuldigten B._____ und A._____ zu einem nicht genauer be-

stimmbaren Zeitpunkt vor dem 8. November 2020 mit dem erwähnten Personenwagen eine 

nicht genauer bestimmbare Menge im Bereich von etwa 8-12 kg Kokain auf dieser Route zum 

gewinnbringenden Verkauf durch das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, vermutlich über 

den Grenztunnel Füssen verbracht, und seien am 8. November 2020 auf selbiger Route zurück-

gekehrt, wo sie gegen 18:00 Uhr von Beamten der Bundespolizei ohne die genannten Betäu-

bungsmittel kontrolliert worden seien. Wie die Beschuldigten gewusst hätten, hätten sie nicht 

die für den Umgang mit Betäubungsmitteln erforderliche Erlaubnis besessen. Dies sei strafbar 

als unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gemäss § 1 

Abs. 1 i.V.m. Anlage III zum BtMG/D, §§ 3 Abs. 1 und 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG/D. Es handle sich 

um eine Tat von erheblicher Bedeutung, weil angesichts der erheblichen Menge und der Art des 

gegenständlichen Betäubungsmittels ein erhebliches Gefährdungspotential für die Bevölkerung 

bestehe. Ohne die Massnahme wäre die Erforschung des Sachverhaltes erheblich weniger Er-

folg versprechend oder wesentlich erschwert (§ 163f Abs. 1 Satz 2 und Satz 3 StPO/D). Die 

Massnahme richte sich gegen die Beschuldigten. Konkret solle der Personenwagen Peugeot, 

Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ des Beschuldigten E._____ mit einem GPS-

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 20  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Sender ausgestattet werden, um dessen Fahrrouten zu ermitteln und künftige konkrete Einzel-

taten aufzudecken. Auf diese Weise solle insbesondere der gegenständliche Personenwagen, 

der mit dem Schmuggelversteck versehen sei, observiert werden. Ausserdem steht aufgrund 

der Akten fest, dass sich der gegenständliche Personenwagen Peugeot, Partner, mit dem deut-

schen Kontrollschild 1._____ von Rotterdam über I._____ zur Autobahnzollstelle Basel / Weil 

am Rhein bewegte und dort am 3. Dezember 2020, ca. 01:43 Uhr, zwecks Einreise in die 

Schweiz eintraf (act. 2427 ff., 4375, 4481). Vor diesem Hintergrund bestand für die deutschen 

Behörden zumindest ein hinreichender Verdacht, dass mit dem erwähnten Personenwagen in 

nicht geringer Menge Kokain in die Schweiz eingeführt werden könnte. Sichere Kenntnis dar-

über hatten die deutschen Behörden hingegen nicht. Dennoch lagen für die deutschen Behör-

den ohne jeden Zweifel konkrete Anhaltspunkte vor, dass die streitgegenständlichen von ihnen 

dem Fedpol übermittelten Informationen betreffend die mutmassliche Drogeneinfuhr mit dem 

Fahrzeug Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ durch die schweizeri-

schen Behörden für Strafverfolgungszwecke zur Verhinderung einer nach deutschem Recht mit 

einer Höchststrafe von 15 Jahren bedrohten Straftat (§ 29a Abs. 1 Ziff. 2 BtMG/D i.V.m. § 38 

Abs. 2 StGB/D) bzw. zur Abwehr einer Gefahr für Leib oder Leben gebraucht werden. Auch war 

die besagte Information aus Sicht der deutschen Behörden fraglos für Strafverfolgungszwecke 

erforderlich und erfolgte diese einzelfallweise. Den Tipp betreffend die Anhaltung des fraglichen 

Fahrzeuges haben die deutschen Behörden sodann der Eidgenössischen Zollverwaltung erteilt. 

Dabei ist zu beachten, dass das bayerische Landeskriminalamt im Vorfeld in Verbindung mit 

dem Fedpol gestanden ist, welches wiederum die Kontrolle des erwähnten Fahrzeuges koordi-

nierte (Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 10. Juli 2023 zum Antrag vom 6. Juni 2023 

der amtlichen Verteidigung von A._____ auf Entfernung von Akten S. 2). Der Informationsaus-

tausch ist somit unter Einbezug der zuständigen zentralen Stelle in der Schweiz abgewickelt 

worden. Demnach sind die Voraussetzungen gemäss Art. 46 SDÜ und dem innerstaatlichen 

deutschen Recht für eine Spontanübermittelung der deutschen Behörden an das Fedpol erfüllt 

gewesen. Infolgedessen ist nicht zu beanstanden, dass die deutschen Behörden das Fedpol 

über den mutmasslichen Drogentransport vom 3. Dezember 2020 über die Schweizergrenze 

mit dem fraglichen Fahrzeug orientiert haben. 

3. Lediglich der Vollständigkeit halber wird nachfolgend auch die Rechtslage zur Spontan-

übermittlung nach dem schweizerisch-deutschen Polizeivertrag und dem Zweiten Zusatzproto-

koll vom 8. November 2001 zum Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe in Straf-

sachen (ZPII EUeR; SR 0.351.12) dargestellt. 

3.1.1.1 Nach Art. 11 PolZV CH/DE teilen die Polizeibehörden der Vertragsstaaten einander im 

Einzelfall ohne Ersuchen Informationen mit, die für den Empfänger zur Unterstützung bei der 

Abwehr von konkreten Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder zur Bekämp-

fung von Straftaten erforderlich erscheinen. Der Empfänger ist verpflichtet, die Erforderlichkeit 

der übermittelten Daten zu überprüfen und nicht erforderliche Daten zu vernichten oder an die 

übermittelnde Stelle zurückzuübermitteln. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 21  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.1.1.2 Die Bestimmung ist der Regelung von Art. 46 SDÜ nachgebildet und geht nicht über 

diese hinaus. Auch gelten dieselben grundrechtlichen Schranken für die Informationsüber-     

mittlung. Demnach ist die Übermittlung der Daten nur nach Massgabe des innerstaatlichen      

(Polizei-)Rechts zulässig und darf nur im Einzelfall erfolgen (vgl. SCHOBER, a.a.O., S. 710). Da 

kein Ersuchen vorliegt, wird in Ergänzung der Datenschutzregelung von Art. 27 Ziff. 2 SDÜ 

verlangt, dass nicht nur der Übermittler, sondern auch der Empfänger die erhaltenen Informati-

onen auf die Erforderlichkeit für die übermittelten Zwecke überprüft (zum Ganzen: Botschaft 

über verschiedene Vereinbarungen mit Deutschland sowie mit Österreich und dem Fürstentum 

Liechtenstein über polizeiliche und justitielle Zusammenarbeit vom 24. November 1999, in: BBl 

1999 862 ff., 879). 

3.1.2  Die Information der deutschen Behörden an die Eidgenössische Zollverwaltung bzw. 

das Fedpol über die mutmassliche Drogeneinfuhr mit dem Fahrzeug Peugeot, Partner, mit dem 

deutschen Kontrollschild 1._____ am 3. Dezember 2020 war ohne jeden Zweifel zur Abwehr 

von konkreten Gefahren für die öffentliche Sicherheit in der Schweiz erforderlich. Wie bereits 

dargelegt, war die besagte Mitteilung der deutschen Behörden an das Fedpol auch nach dem 

innerstaatlichen deutschen Recht statthaft. Zudem wird weder dargetan noch ist ersichtlich, 

dass die Mitteilung der deutschen Behörden an die Eidgenössische Zollverwaltung bzw. das 

Fedpol nicht notwendige Informationen enthielt, die durch die betreffende schweizerische Be-

hörde hätte vernichtet oder hätten zurücküberermittelt werden müssen. Vor diesem Hintergrund 

muss die in Frage stehende Meldung der deutschen Behörden an das Fedpol auch nach Art. 11 

PolZV CH/DE als zulässig angesehen werden. 

3.2.1 Nach Art. 11 Abs. 1 ZPII EUeR können die zuständigen Behörden einer Vertragspartei 

unbeschadet ihrer eigenen Ermittlungen oder Verfahren ohne vorheriges Ersuchen den zustän-

digen Behörden einer anderen Vertragspartei Informationen übermitteln, die sie im Rahmen ih-

rer eigenen Ermittlungen gesammelt haben, wenn sie der Meinung sind, dass diese Informatio-

nen der empfangenden Vertragspartei helfen könnten, Ermittlungen oder Verfahren einzuleiten 

oder durchzuführen. Auch gelten selbstredend die grundrechtlichen Schranken für die Informa-

tionsübermittlung. Infolgedessen ist die Informationsübermittlung nur nach Massgabe des inner-

staatlichen (Polizei-)Rechts zulässig und darf nur im Einzelfall erfolgen. 

3.2.2 Aus der Sicht der deutschen Behörden konnte die von ihr der Eidgenössischen Zoll-

verwaltung bzw. dem Fedpol mitgeteilte Information betreffend die mutmassliche Drogeneinfuhr 

mit dem besagten Fahrzeug am 3. Dezember 2020 fraglos der Schweiz behilflich sein, um Er-

mittlungen oder Verfahren einzuleiten oder durchzuführen. Wie bereits erwähnt, war diese Ori-

entierung durch die deutschen Behörden an die Eidgenössische Zollverwaltung bzw. das Fed-

pol nach dem innerstaatlichen deutschen Recht zulässig. Demnach war die in Rede stehende 

Meldung der deutschen Behörden an die Eidgenössischen Zollverwaltung bzw. das Fedpol 

ebenso gemäss Art. 11 Abs. 1 ZPII EUeR rechtens. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 22  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(iii) Dokumentationspflicht 

1.1 Gemäss Art. 100 Abs.1 StPO ist für jede Strafsache ein Aktendossier anzulegen, wel-

ches die Verfahrens- und Einvernahmeprotokolle, die von der Strafbehörde zusammengetrage-

nen Akten sowie die von den Parteien eingereichten Akten enthält. Dazu, nach welchen Kriterien 

ein Schriftstück oder ein Gegenstand zu den Akten zu nehmen ist, enthält das Gesetz keine 

Vorgaben. Nach gängiger Praxis müssen nicht sämtliche polizeilich erstellten Unterlagen in die 

Untersuchungsakten überführt werden, sondern nur diejenigen, die beweisrelevant oder -geeig-

net sind (vgl. BGE 138 V 218 E. 8.1.2; 130 II 473 E. 4.1 und 4.3; BGer 6B_262/2017 vom 27. Ap-

ril 2017 E. 1.3; OGer ZH SB220382 vom 31. März 2023 E. II/3.3; OGer ZH VB210005 vom 

7. Mai 2021 E. II/6.2; HANS/WIPRÄCHTIGER/SCHMUTZ, Basler Kommentar StPO, a.a.O., Art. 100 

N 9). Nicht zu den Akten zu nehmen sind daher Dokumente betreffend die operative, taktische 

Tätigkeit der Polizei, etwa Einsatzdispositive, Sicherheits- und Überwachungskonzepte (BGer 

6B_284/2022 vom 16. November 2022 E. 2.1; 6B_721/2011 vom 12. November 2012 E. 8.4; 

6B_719/2011 vom 12. November 2012 E. 4.5). Gemäss Art. 307 Abs. 3 StPO genügt es zudem 

grundsätzlich für die Polizei, wenn sie ihre Tätigkeit in Rapporten zusammenfasst (OGer ZH 

SB220382 vom 31. März 2023 E. II/3.3). 

1.2 Die Dokumentationspflicht betrifft nicht die Erhebung und Erlangung von Beweismitteln 

als solche, sondern deren Dokumentation. Beweisverwertungsverbote bestehen (gegebenen-

falls) bei rechtswidrig erlangten bzw. nicht rechtskonform erhobenen Beweisen. Ein allfälliges 

Verwertungsverbot folgt aus der Rechtswidrigkeit der Erhebung des vom Verbot betroffenen 

Beweismittels. Aus einer Verletzung der Dokumentationspflicht kann eine Verletzung der Ver-

teidigungsrechte (Verunmöglichung des Entlastungsbeweises) resultieren (ZR 106/2007 S. 152 

E. II.5.3; OGer ZH SB110738 vom 17. Mai 2013 E. II/4.2/b). 

2. Im vorliegenden Fall ergeben sich alle relevanten Angaben betreffend die Informations-

übermittlung durch die deutschen Behörden an das Fedpol aus der Stellungnahme der Staats-

anwaltschaft vom 10. Juli 2023 betreffend den Antrag vom 6. Juni 2023 der amtlichen Verteidi-

gung von A._____ auf Entfernung von Akten und die dieser Stellungnahme beigefügten Beila-

gen. Ein Beizug weiterer Aktenstücke ist für die Überprüfung der Zulässigkeit der in Frage ste-

henden Spontanübermittlung nicht notwendig gewesen. Bezeichnenderweise legt A._____ 

denn auch nicht konkret dar, was für Unterlagen zusätzlich und aus welchen Gründen hätten 

beigezogen werden müssen. Vielmehr zeigen die Vorbringen von A._____ im vorliegenden Be-

rufungsverfahren, dass er sich in Bezug auf die Spontanübermittlung mühelos hat verteidigen 

können. Eine Verletzung der Dokumentationspflicht kann folglich nicht ausgemacht werden. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 23  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(iv) Anhaltung des Tatfahrzeuges und der Beschuldigten durch die schweizerischen Zoll-

behörden 

1.1.1 Die Zollverwaltung vollzieht die Zollgesetzgebung sowie die völkerrechtlichen Verträge, 

deren Vollzug ihr obliegt (Art. 94 aZG). Weiter wirkt die Zollverwaltung beim Vollzug nichtzoll-

rechtlicher Erlasse des Bundes mit, soweit die betreffenden Erlasse dies vorsehen (Art. 95 

Abs. 1 aZG). Im Rahmen ihrer zollrechtlichen und nichtzollrechtlichen Aufgaben erfüllt die Zoll-

verwaltung im Grenzraum auch Sicherheitsaufgaben, um zur inneren Sicherheit des Landes 

und zum Schutz der Bevölkerung beizutragen. Diese Tätigkeiten sind mit jenen der Polizei des 

Bundes und der Kantone zu koordinieren (Art. 96 Abs. 1 aZG). Als Grenzraum gilt ein Gelände-

streifen entlang der Zollgrenze. Das Eidgenössische Finanzdepartement legt die Breite des Ge-

ländestreifens im Einvernehmen mit dem betreffenden Grenzkanton fest (Art. 3 Abs. 5 ZG). Zum 

Grenzraum gehören unter anderem die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und das Fricktal 

(Eidgenössische Zollverwaltung, Prüfung der wirtschaftlichen Umsetzung der Übernahme kan-

tonaler polizeilicher Aufgaben, 2021, S. 21). 

1.1.2  Mit der Assoziierung der Schweiz an den Schengen-Raum (Abkommen vom 26. Okto-

ber 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Union und der 

Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwen-

dung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SR 0.362.31]) sind zwar die systematischen 

Passkontrollen an der Grenze zu den Nachbarländern weggefallen. Dies bedeutet aber nicht, 

dass keine Ausweiskontrollen erlaubt sind. Einzig Kontrollen, die nur aufgrund des Grenzüber-

tritts stattfinden, sind nicht mehr zulässig. Polizeilich motivierte Kontrollen, zum Beispiel zur Be-

kämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität oder der illegalen Migration, sind weiterhin 

möglich. Auch bleibt die Warenkontrolle zulässig, weil die Schweiz nicht Mitglied der EU-

Zollunion ist (BVGer 2015/34 vom 24. Juli 2015 E. 2.2; RAUBER SAXER, Mobilität versus Sicher-

heit: Grenzkontrollen im Schengen-Konzept, in: Bilaterale Abkommen II Schweiz-EU und an-

dere neue Abkommen, 2006, S. 276 f.; SCHREIER/CONTIN, Aufgaben und Funktionsweise des 

Grenzwachtkorps heute und unter Schengen, in: Bilaterale Abkommen II Schweiz-EU und an-

dere neue Abkommen, 2006, S. 298 f., 301). 

1.1.3 Zur Erfüllung der genannten Aufgaben kommen der Zollverwaltung verschiedene Be-

fugnisse zu. Die allgemeinen Befugnisse sind in Art. 100 Abs. 1 aZG festgehalten, wobei das 

Zwangsanwendungsgesetz vom 20. März 2008 (ZAG) anwendbar ist, soweit das Zollgesetz 

keine besonderen Bestimmungen enthält (Art. 100 Abs. 1bis ZG). Insbesondere darf eine Person 

angehalten und befragt werden, wenn die Umstände die Annahme rechtfertigen, dass sie sach-

dienliche Angaben für die Erfüllung einer der Zollverwaltung obliegenden Aufgabe machen kann 

(Art. 101 Abs. 1 aZG). Die Anhaltung stellt eine vorstrafprozessuale polizeiliche Massnahme 

dar. Das Personal der Zollverwaltung darf im Rahmen der Kontrollen, die es durchführt, Fahr-

zeuge und Behältnisse durchsuchen (Art. 222 aZV). Eine Person darf körperlich durchsucht 

werden, wenn der Verdacht besteht, dass von dieser Person eine Gefährdung ausgeht, oder 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 24  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dass sie Gegenstände, die sicherzustellen sind, mit sich führt (Art. 102 Abs. 1 lit. a aZG) und 

eine Person, die begangener Widerhandlungen oder möglicherweise bevorstehender schwerer 

Widerhandlungen verdächtigt wird, zur Kontrolle abführen. Es kann der zuständigen Behörde 

Anzeige erstatten (Art. 105 Abs. 1 aZG). Bei Gefahr im Verzug oder im Falle von Widerstand 

darf es die abgeführte Person nach Art. 19 VStrR vorläufig festnehmen. Es führt die vorläufig 

festgenommene Person unverzüglich der zuständigen Behörde zu (Art. 105 Abs. 2 aZG und Art. 

105 Abs. 3 ZG). Sowohl für das Abführen zur Kontrolle als auch für die vorläufige Festnahme 

genügt ein hinreichender Tatverdacht (BGer 6B_636/2021 vom 13. Januar 2023 E. 1.6.1). Zu-

dem kann die Zollverwaltung gestützt auf Art. 104 Abs. 1 aZG Gegenstände und Vermögens-

werte vorläufig sicherstellen, wenn die Gegenstände und Vermögenswerte voraussichtlich als 

Beweismittel gebraucht werden (lit. a); oder einzuziehen sind (lit. b). 

1.2 Die Darstellung der Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 10. Juli 2023 be-

treffend den Antrag vom 6. Juni 2023 der amtlichen Verteidigung von A._____ auf Entfernung 

von Akten, wonach allein ein entsprechender „Tipp“ der deutschen Behörden an die eidgenös-

sische Zollverwaltung ursächlich für die Anhaltung des Personenwagens Peugeot, Partner, mit 

dem deutschen Kontrollschild 1._____ bzw. dessen Fahrzeuginsassen A._____ und B._____ 

war und die dabei beteiligten Zollbeamten nicht auf Daten des von den deutschen Behörden an 

diesem Fahrzeug angebrachten GPS-Sender zurückgriffen, ist plausibel. Insbesondere lassen 

sich die entsprechenden Zusammenhänge auch anhand der Akten nachverfolgen. Die von der 

Staatsanwaltschaft gestützt auf die Akten dargestellten Vorgänge bis zur Anhaltung ergeben 

ein schlüssiges Bild: Gemäss den Angaben von Wm F._____ hatten die deutschen Behörden 

den schweizerischen Zollbehörden den „Tipp“ gegeben, das Fahrzeug [Peugeot, Partner, mit 

dem deutschen Kontrollschild 1._____] zu kontrollieren. Das Signal des von den deutschen Be-

hörden am besagten Fahrzeug angebrachten GPS-Peilsenders habe aus unbekannten Grün-

den nicht mit dem tatsächlichen Standort des überwachten Fahrzeuges übereingestimmt. Da 

das Fahrzeug früher als gemeldet an der Autobahnzollstelle Basel / Weil am Rhein eingetroffen 

sei, sei dieses dort angehalten und dessen Fahrzeuginsassen einer Personenkontrolle unterzo-

gen worden. Anschliessend sei das Fahrzeug kontrolliert weiterfahren gelassen worden. Die 

Mitarbeitenden des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit (damalige Bezeichnung: „Die 

Mitarbeitenden der Eidgenössischen Zollverwaltung“) hätten bei der Autobahnzollstelle Basel / 

Weil am Rhein die Weiterfahrt über Funk den bereitstehenden Patrouillen des Zolls gemeldet, 

welche das Fahrzeug in der Folge hätten feststellen und zur Kontrolle auf dem Rastplatz Prat-

teln/BL hätten anhalten können (Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 10. Juli 2023 be-

treffend den Antrag vom 6. Juni 2023 der amtlichen Verteidigung von A._____ auf Entfernung 

von Akten). Auch im Rapport der eidgenössischen Zollverwaltung vom 3. Dezember 2020 wird 

das Aufgreifen des verdächtigen Fahrzeuges und dessen Kontrolle in gleicher Weise geschil-

dert: Durch zwei Patrouillen des Zolls Nord seien bei einer Verschiebungsfahrt, Höhe Birsfelden, 

am 3. Dezember 2020, 01:55 Uhr, zwei Fahrzeuge mit I._____er Kontrollschilder gesichert wor-

den. Für eine genauere Kontrolle seien diese Fahrzeuge auf den Rastplatz Pratteln/BL, Fahrt-

richtung Bern/Af.____, gezogen worden. Um 02:00 Uhr seien sowohl der Personenwagen 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 25  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ sowie dessen Fahrzeuglenker 

A._____ und Mitfahrer B._____ als auch der Personenwagen Audi A8 mit dem deutschen Kon-

trollschild 2._____ und dessen Fahrzeuglenker D._____ kontrolliert worden. Zwecks Weiterun-

gen seien die Fahrzeuge im Anschluss auf den Grenzübergang Rheinfelden-Autobahn verscho-

ben worden. Bei der Fahrzeugbeschau seien im Lüftungsschlitz 18 Pakete mit insgesamt zirka 

17,560 kg brutto Kokain festgestellt worden (act. 4455 ff.). Im Einklang mit den vorstehenden 

Ausführungen stehen auch die Angaben im Festnahmerapport der Polizei Basel-Landschaft 

vom 3. Dezember 2020. Darin wird festgehalten, dass das schweizerische Grenzwachtkorps 

den Personenwagen, Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ bei der Au-

tobahnzollstelle Basel / Weil am Rhein und den diesem Fahrzeug folgenden Personenwagen, 

Audi A8, mit dem deutschen Kontrollschild 2._____ beobachtet habe. Um diese beiden Perso-

nenwagen einer zollamtlichen Kontrolle zu unterziehen, sei eine Nachfahrt durch das Grenz-

wachkorps vorgenommen worden. Die Anhaltung des betroffenen Fahrzeuges (wohl: der be-

troffenen Fahrzeuge) sei auf dem Rastplatz Pratteln/BL erfolgt. Dabei hätten als Lenker des 

besagten Personenwagens Peugeot A._____ und als dessen Mitfahrer B._____ sowie als Len-

ker des Personenwagens, Audi, D._____ identifiziert werden können. Aufgrund des positiven 

Anzeigeverhaltens des Betäubungsmittel-Spürhundes seien die Fahrzeuge zur Autobahnzoll-

stelle Rheinfelden verschoben worden. Die Spezialisten der mobilen Autorevisionsequipe 

(MAR), Region Zoll Nord, hätten nach einer ersten Beschau in den Lüftungsgittern im Motor-

raum mehrere Pakete mit Betäubungsmitteln gefunden. Anschliessend seien A._____, B._____ 

und D._____ zum Polizeistützpunkt Liestal überführt worden (act. 747 ff.). Aus der vorstehen-

den Schilderung des Ablaufes der Anhaltung von A._____, B._____ und D._____ durch die 

schweizerischen Zollbehörden lassen sich keinerlei Anzeichen dafür entnehmen, dass die 

Schweizer Zollbeamten auf Daten des von den deutschen Behörden am besagten Personen-

wagen Peugeot angebrachten GPS-Senders zurückgegriffen haben könnten. Die Anhaltung 

dieses Fahrzeuges am 3. Dezember 2020 in Pratteln/BL ist somit einzig gestützt auf die recht-

mässige Spontanübermittlung der deutschen Behörden an das Fedpol erfolgt. Auch sind die 

Zollbeamten fraglos zur Anhaltung der fraglichen Personenwagen in Pratteln/BL befugt gewe-

sen, zumal die Verfolgung und Anhaltung dieser Fahrzeuge im Grenzraum gemäss Art. 3 Abs. 5 

ZG erfolgt ist. Demnach kann vorliegend keine Rede davon sein, die schweizerischen Zollbe-

hörden hätten die in Rede stehenden Beweismittel unzulässig erhoben bzw. verwendet. Selbst 

wenn für die Zeit vor und nach dem Grenzübertritt Standortdaten mittels des von den deutschen 

Behörden im Personenwagen Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ ver-

bauten GPS-Senders erhältlich gemacht und diese durch die deutschen Behörden der Schwei-

zerischen Grenzwache übermittelt worden wären, wäre dies nicht zu beanstanden. Denn – wie 

aus den Ausführungen in Erwägung I/D/DA/(vi) folgt – , hat das Zwangsmassnahmengericht die 

technische Überwachung zur Standortübermittlung des Fahrzeuges Peugeot, Partner, mit dem 

deutschen Kontrollschild 1._____ im vorliegenden Verfahren für die Zeit vom 8. November 2020 

bis zum 18. Februar 2021 zu Recht genehmigt. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 26  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(v) Einwand des unzulässigen „Forum-shoppings“ 

1. Fest steht aufgrund der Aktennotiz von Wm H._____, Eidgenössische Zollverwaltung, 

vom 9. Dezember 2020 zunächst, dass die schweizerischen Zollbeamten den Personenwagen 

Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ und dessen Fahrzeuginsassen am 

3. Dezember 2020, 01:43 Uhr, an der Autobahnzollstelle Basel / Weil am Rhein einer Kontrolle 

unterzogen haben (act. 4481). Sodann folgt auch aus der Stellungnahme der Staatsanwalt-

schaft vom 10. Juli 2023 betreffend den Antrag vom 6. Juni 2023 der amtlichen Verteidigung 

von A._____ auf Entfernung von Akten, dass die Zollbeamten dabei auf eine gründliche Durch-

suchung des vorgenannten Fahrzeuges verzichtet haben. Denn wären dabei die 18 Kokain-

Pakete aufgefunden worden, hätten sie A._____ und B._____ an der Autobahnzollstelle Basel 

/ Weil am Rhein und damit im deutschen Hoheitsgebiet gleich festnehmen müssen. Infolgedes-

sen hätten die deutschen Behörden das von ihnen auch gegen weitere Personen geführte Ver-

fahren offenlegen müssen und dadurch die Ermittlungen gegen die weiteren Beschuldigten ge-

fährdet. Um das deutsche Verfahren A._____ und B._____ nicht offenlegen zu müssen, hätten 

die schweizerischen Zollbeamten A._____ und B._____ mit dem erwähnten Personenwagen 

zwecks Anhaltung auf schweizerischem Hoheitsgebiet das Zollamt passieren lassen. In diesem 

Zusammenhang bleibt zu prüfen, ob das geschilderte Vorgehen ein rechtsmissbräuchliches 

„Forum-shopping“ durch die Strafverfolgungsbehörden darstellt. Aufgrund des Verbotes des 

Rechtsmissbrauches (Art. 3 Abs. 2 lit. b StPO) dürfen sich die Strafverfolgungsbehörden bei 

ihrer Tätigkeit nicht durch sachfremde Gründe leiten lassen. Nur stossendes, zweckwidriges 

Verhalten im Sinn eines offenbaren Missbrauches erscheint rechtsmissbräuchlich und soll über 

das Rechtsmissbrauchsverbot sanktioniert werden (BGE 134 V 28 E. 4, 133 II 6 E. 3.2). Ent-

sprechend kann nur eine grobe Verletzung des Gerechtigkeitsgedankens zur Annahme des of-

fenbaren Rechtsmissbrauches führen (BGE 136 III 449 E. 4.5.4, 133 III 497 E. 5.1 f.). 

2. Die Schweiz und Deutschland sind Teil des Schengen-Gebietes, das einen einheitli-

chen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts bildet (BVGer F-2273/2021 vom 27. Juni 

2022 E. 8.2). Es kann daher keinen Unterschied machen, ob A._____ und B._____ auf dem 

deutschen oder schweizerischen Boden angehalten worden sind. Vielmehr ist es im Interesse 

der Sicherheit dieses Raumes gelegen, dass diese beiden in der Schweiz festgenommen wor-

den sind und dadurch das deutsche Strafverfahren ungefährdet hat weitergeführt werden kön-

nen. Es kann daher keine Rede davon sein, dass sich die beteiligten Behörden bei ihrem Tun 

von sachfremden Motiven leiten lassen haben. An dieser Stelle sei überdies darauf hingewie-

sen, dass A._____ und B._____ auch nicht künstlich in die Schweiz gelotst worden sind. Die 

beiden sind zwecks Einreise in die Schweiz selbst zur Autobahnzollstelle Basel / Weil am Rhein 

gefahren, von wo es keine Ausfahrt zu einer deutschen Ortschaft mehr gibt. Demnach hat es 

offenkundig ihrem Plan entsprochen, die fraglichen 18 Pakete mit Kokain in die Schweiz zu ver-

bringen. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass A._____ und B._____ aufgrund der Gestattung der 

Einreise durch die Zollbehörden in die Schweiz nicht einer wesentlich höheren Bestrafung aus-

gesetzt worden sind, als dies bei ihrer Anhaltung noch auf deutschem Boden der Fall gewesen 

wäre, wird doch in Deutschland das hier in Betracht fallende gemeinschaftliche bandenmässige 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 27  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge mit einer Freiheitsstrafe von min-

destens 5 Jahren und höchstens 15 Jahren geahndet (§ 30a Abs. 1 BtMG/D, § 25 Abs. 2 StGB/D 

i.V.m. § 38 Abs. 2 StGB/D) und die vorliegend in der Schweiz in Frage stehende mengen- und 

bandenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer Frei-

heitsstrafe von einem Jahr bis 20 Jahren bestraft (Art. 19 Abs. 2 lit. a und lit. b BetmG i.V.m. 

Art. 40 Abs. 2 StGB). Vor dem Hintergrund der dargestellten Umstände kann hier offenkundig 

von einem Rechtsmissbrauch durch die Zollbehörden keine Rede sein. Im Weiteren stand im 

Zeitpunkt des Grenzübertritts – nicht zuletzt aufgrund des Zwischenhaltes in I._____ – weder 

für die deutschen Behörden noch die Schweizer Behörden fest, dass tatsächlich Drogen im 

besagten Auto transportiert wurden. Es kann daher nicht gesagt werden, dass die schweizeri-

schen Zollbehörden bewusst eine Einfuhr des fraglichen Kokains in die Schweiz zugelassen 

haben. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass sowohl der Entscheid über die Durchführung einer 

Nachfahrt als auch die Bestimmung des „richtigen“ Zeitpunktes der Kontrolle im Ermessen der 

Schweizer Grenzwache liegen. Die Vornahme einer Nachfahrt kann aus ermittlungstaktischen 

Gründen angezeigt sein, kann doch eine solche zu weiteren Erkenntnissen beitragen, wie etwa 

bezüglich Begleitfahrzeugen, Verhalten der Insassen etc. Nach alledem kann festgehalten wer-

den, dass das Vorbringen von A._____, die durch die Anhaltung des Personenwagens Peugeot, 

Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ (D) in der Schweiz gewonnenen Beweismit-

tel seien wegen rechtsmissbräuchlichen „Forum-shoppings“ durch die Zollbehörden unverwert-

bar, fehlgeht. 

(vi) Vom Amtsgericht Kempten (Allgäu) bewilligte längerfristige Observation unter Einsatz 

eines GPS-Senders / Genehmigungsbeschluss des Zwangsmassnahmengerichts 

1. Die Leitende Oberstaatsanwältin in Kempten (Allgäu) / Deutschland ersuchte am 

14. Dezember 2020 bei der Staatsanwaltschaft unter anderem um Bewilligung der Überwa-

chung des auf E._____ eingelösten Personenwagens Peugeot, Partner, mit dem deutschen 

Kontrollschild 1._____ durch den von den deutschen Behörden an diesem Fahrzeug angebrach-

ten GPS-Sender bis zum 18. Februar 2021, einschliesslich möglicherweise bereits erhobener 

Daten. Mit Eintretensverfügung vom 30. Dezember 2020 genehmigte die Staatsanwaltschaft die 

technische Überwachung des genannten Fahrzeuges mit einem GPS-Sender. Gleichentags er-

suchte die Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht um Genehmigung dieser 

Überwachung vom 8. November 2020 bis zum 18. Februar 2021. Mit Entscheid vom 4. Januar 

2021 genehmigte das Zwangsmassnahmengericht in Gutheissung des Antrages der Staatsan-

waltschaft vom 30. Dezember 2020 die angeordnete technische Überwachung zur Standorter-

mittlung (GPS) des Fahrzeuges Peugeot, Partner, 1._____, von E._____ in der Untersuchung 

gegen A._____, B._____, E._____, J._____, K._____, D._____ und C._____ wegen qualifizier-

ter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz für die Zeit vom 8. November 2020 bis 

zum 18. Februar 2021. Zudem wies das Zwangsmassnahmengericht darauf hin, dass spätes-

tens mit dem Abschluss des Vorverfahrens den betroffenen Personen Grund, Art und Dauer der 

Überwachung unter Hinweis auf die Beschwerdemöglichkeit gemäss Art. 279 Abs. 3 StPO mit-

zuteilen ist. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 28  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.1 Die Staatsanwaltschaft teilt der überwachten beschuldigten Person und den nach 

Art. 270 lit. b StPO überwachten Drittpersonen spätestens mit Abschluss des Vorverfahrens 

Grund, Art und Dauer der Überwachung mit technischen Überwachungsgeräten mit (Art. 281 

Abs. 4 i.V.m. Art. 279 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gelten für 

die Mitteilung gemäss Art. 281 Abs. 4 i.V.m. Art. 279 Abs. 1 StPO reduzierte Formerfordernisse. 

Dementsprechend muss eine solche Mitteilung der betroffenen beschuldigten Person nicht not-

wendig in Gestalt einer Verfügung gegen eine Empfangsbestätigung zugestellt werden. Diese 

kann auch in einfacher Briefform erfolgen, wobei diese grundsätzlich mit der erforderlichen 

Rechtsmittelbelehrung zu versehen ist. Das Gesetz schreibt zwar eine Rechtsmittelbelehrung 

in der Mitteilung selbst nicht vor. Vorausgesetzt für den Beginn der Beschwerdefrist ist jedoch, 

dass die beschuldigte Person auf die eine oder andere Weise über das ihr zur Verfügung ste-

hende Rechtsmittel unterrichtet worden ist (BGer 1B_40/2016 vom 12. April 2016 E. 2.1). Dem-

nach kann festgehalten werden, dass es im Hinblick auf die Beschwerdemöglichkeit einer frist-

auslösenden Mitteilung im beschriebenen Sinne und einer Belehrung über die Beschwerdemög-

lichkeit bedarf (BGer 6B_795/2014 vom 6. Januar 2015 E. 2.3.4). Wird der betroffenen Person 

nicht spätestens mit Abschluss des Vorverfahrens die geheime Überwachung mit technischen 

Überwachungsgeräten mitgeteilt, so beginnt die Beschwerdefrist für sie erst mit der Mitteilung 

in der dargestellten Art und Weise zu laufen (vgl. BGer 1C_203/2022 vom 12. April 2023 

E. 1.10). 

2.2 Die nachträgliche Mitteilung wurde aufgrund der Anforderungen von Art. 8 EMRK (Ach-

tung des Familien- und Privatlebens) und Art. 13 EMRK (Recht auf eine wirksame Beschwerde) 

ins Gesetz eingefügt (vgl. Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Straf-

prozessrechts, BBl 2006 1251; Botschaft zu den Bundesgesetzen betreffend die Überwachung 

des Post- und Fernmeldeverkehrs und über die verdeckte Ermittlung vom 1. Juli 1998 in: BBl 

1998, 4273 f.). Die nachträgliche Mitteilung soll dem Missbrauch von geheimen Überwachungs-

massnahmen vorbeugen. Gleichzeitig soll der Betroffene nachträglich in die Lage versetzt wer-

den, von seinen Rechtsschutzmöglichkeiten Gebrauch zu machen (EGMR no. 37138/14 vom 

12. Januar 2016 i.S. Szabó et Vissy c. Hongrie § 86, publ. in: Newsletter Menschenrechte 

[NLMR] 1/2016 S. 1 ff.; no. 47143/06 vom 4. Dezember 2015 i.S. Roman Zakharov c. Rus-

sie § 234 und 287). Die Staatsanwaltschaft hat als für die nachträgliche Mitteilung der geheimen 

Überwachungsmassnahme zuständige Behörde zwingend dafür zu sorgen, dass diese Mittei-

lung in jedem Fall rechtzeitig an die betroffene beschuldigte Person erfolgt. Um die Erfüllung 

dieser Pflicht sicherzustellen, drängt es sich für sie auf, eine Liste mit den noch nicht mitgeteilten 

geheimen Überwachungsmassnahmen zu führen und periodisch zu prüfen, ob die Vorausset-

zungen für eine entsprechende Mitteilung eingetreten sind. Gemäss Art. 279 Abs. 2 StPO kann 

die Mitteilung mit Zustimmung des Zwangsmassnahmengerichts aufgeschoben oder unterlas-

sen werden, wenn die Erkenntnisse nicht zu Beweiszwecken verwendet werden bzw. wenn der 

Aufschub oder das Unterlassen zum Schutze überwiegender öffentlicher oder privater Interes-

sen notwendig ist. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 29  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.1 Im vorliegenden Fall hat es die Staatsanwaltschaft offenkundig versäumt, die vom 

Zwangsmassnahmengericht mit Entscheid Nr. 352 vom 4. Januar 2021 bewilligte technische 

Überwachung zur Standortermittlung des Fahrzeuges Peugeot, Partner, mit dem deutschen 

Kontrollschild 1._____ in der Untersuchung gegen A._____, B._____, E._____, J._____, 

K._____, D._____ und C._____ wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz für die Zeit vom 8. November 2020 bis zum 18. Februar 2021 gemäss Art. 281 Abs. 4 

i.V.m. Art. 279 Abs. 1 StPO spätestens mit Abschluss des Vorverfahrens den betroffenen Per-

sonen unter Angabe von Grund, Art und Dauer der Überwachung mitzuteilen oder beim 

Zwangsmassnahmengericht gemäss Art. 281 Abs. 4 i.V.m. Art. 279 Abs. 2 StPO um Aufschub 

oder Unterlassung der Mitteilung zu ersuchen.  

Die Staatsanwaltschaft hat jedoch – wenn auch verspätet – mit Stellungnahme vom 10. Juli 

2023 betreffend den Antrag vom 6. Juni 2023 der amtlichen Verteidigung von A._____ auf Ent-

fernung von Akten zu Handen des Berufungsgerichts und somit der Parteien willentlich offen-

gelegt, dass im Fahrzeug Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ durch 

die deutschen Behörden ein GPS-Peilsender verbaut worden ist. Als Beilage zu dieser Mittei-

lung fügte sie unter anderem das internationale Rechtshilfeersuchen der Leitenden Oberstaats-

anwältin in Kempten (Allgäu) / Deutschland vom 14. Dezember 2020 an die hiesige Staatsan-

waltschaft, den Beschluss des Amtsgerichts Kempten (Allgäu) / Deutschland vom 8. November 

2020 betreffend die Anordnung einer längerfristigen Observation ohne vorherige Anhörung im 

Verfahren gegen B._____, A._____ und E._____, den Beschluss des Amtsgerichts Kempten 

(Allgäu) / Deutschland vom 8. Dezember 2020 betreffend die Anordnung einer längerfristigen 

Observation ohne vorherige Anhörung im Verfahren gegen B._____, A._____, E._____ und 

weiterer Beschuldigter, die Eintretensverfügung der Staatsanwaltschaft vom 30. Dezember 

2020 auf das internationale Rechtshilfeersuchen der Leitenden Oberstaatsanwältin in Kempten 

(Allgäu) / Deutschland, das Gesuch der Staatsanwaltschaft vom 30. Dezember 2020 an das 

Zwangsmassnahmengericht um Genehmigung einer technischen Überwachung, die Ent-

scheide des Zwangsmassnahmengerichts Nrn. 351, 352 und 353, allesamt vom 4. Januar 2021, 

(jeweils versehen mit einer Rechtsmittelbelehrung) und das Erledigungsschreiben der Staats-

anwaltschaft vom 7. Januar 2021 an die Staatsanwaltschaft Kempten (Allgäu) / Deutschland 

bei. Dadurch hat A._____ sowohl Kenntnis des hier im Fokus stehenden Entscheides des 

Zwangsmassnahmengerichts Nr. 352 vom 4. Januar 2021, mit welchem die technische Über-

wachung zur Standortermittlung des Fahrzeuges Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontroll-

schild 1._____ in der gegen ihn, B._____, D._____ und weitere Beschuldigte geführten Unter-

suchung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz für die Zeit 

vom 8. November 2020 bis zum 18. Februar 2021 genehmigt worden ist, sowie der weiteren 

damit im Zusammenhang stehenden Unterlagen erlangt.  

3.2 Wird einer Partei ein Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts betreffend die Ge-

nehmigung einer geheimen Überwachung mit einem technischen Überwachungsgerät, der ihr 

nicht zur Kenntnis gebracht wurde, nachträglich in der bereits beschriebenen Art und Weise 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 30  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(siehe Erwägung I/D/DA/b/(vi)/2.1) unter Hinwies auf die Beschwerdemöglichkeit mitgeteilt bzw. 

eröffnet, wie dies vorliegend gestützt auf den klaren Mitteilungswillen der Staatsanwaltschaft in 

der Stellungnahme vom 10. Juli 2023 einschliesslich aller für eine Anfechtung erforderlichen 

Unterlagen samt Rechtsmittelbelehrung erfolgte, beginnt die Rechtsmittelfrist zu laufen (BGer 

1B_40/2016 vom 12. April 2016 E. 2; vgl. GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer 

Strafprozessordnung, 2011, S. 207 N 440). Hat die betreffende Partei nachträglich noch die Ge-

legenheit, den ihr verspätet mitgeteilten Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts auf dem 

Beschwerdeweg anzufechten und Einsicht in die Untersuchungsergebnisse zu nehmen, kom-

men dieser Partei die ihr zustehenden Rechtsschutzmöglichkeiten zuteil. Bei einer solchen 

Konstellation kann nicht von einem Verwertungsverbot der durch eine vom Zwangsmassnah-

mengericht genehmigte technische Überwachung gewonnenen Erkenntnisse ausgegangen 

werden (HANSJAKOB, Überwachungsrecht der Schweiz, Kommentar zu Art. 269 ff. StPO und 

zum BÜPF, 2017, S. 354 N 1275). 

Aus Gründen der Rechtssicherheit und nach dem Grundsatz von Treu und Glauben, welcher 

Behörden und Private, wie gesagt, gleichermassen bindet und in allen Rechtsbereichen zur 

Anwendung gelangt, darf die betreffende Partei den Beginn des Fristenlaufs aber nicht beliebig 

hinauszögern, sobald sie auf irgendeine Weise von der sie berührenden Entscheidung Kenntnis 

erhalten hat (BGE 134 V 306 E. 4.2; 112 Ib 417 E. 2d; 107 Ia 72 E. 4a; 102 Ib 91 E. 3; zum 

Ganzen: OGer ZH UH140398 vom 11. Mai 2015 E. II/3.2; MOREILLON/PAREIN-REYMOND, Petit 

commentaire CPP, 2. Aufl. 2016, Art. 384 N 7).  

3.3 Der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts Nr. 352 vom 4. Januar 2021 wurde 

A._____ sowohl über seinen amtlichen Verteidiger Christoph Vettiger als auch seine Wahlver-

teidigerin Angela Agostino-Passerini mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 14. Juli 2023 zu-

gestellt. Diese Verfügung wurde gemäss der Sendungsnachverfolgung der Post von der Wahl-

verteidigerin Angela Agostino-Passerini am 18. Juli 2023 und vom amtlichen Verteidiger Chris-

toph Vettiger am 19. Juli 2023 entgegengenommen. Der Entscheid des Zwangsmassnahmen-

gerichts Nr. 352 vom 4. Januar 2021 ist A._____ somit erstmals am 18. Juli 2023 mitgeteilt 

worden. Dieser Entscheid enthält eine vollständige Rechtsmittelbelehrung. Zudem ergibt sich 

daraus sowie aus der besagten Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 10. Juli 2023 und 

den weiteren Beilagen der Grund, die Art und die Dauer der in Frage stehenden technischen 

Überwachung mit dem von den deutschen Behörden am Personenwagen Peugeot, Partner, mit 

dem deutschen Kontrollschild 1._____ angebrachten GPS-Sender. Unter den dargestellten Um-

ständen war A._____ ab dem 18. Juli 2023 ohne Weiteres in der Lage, den in Rede stehenden 

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts bzw. die damit bewilligte technische Überwachung 

anzufechten. Demnach begann die zehntägige Beschwerdefrist am 19. Juli 2023 zu laufen und 

endete am 28. Juli 2023 (Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 90 Abs. 1 StPO). Vorliegend hat somit 

A._____ die Möglichkeit gehabt, den besagten Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts auf 

dem Beschwerdeweg anzufechten und Einsicht in die betreffenden Untersuchungsergebnisse 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 31  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zu nehmen. Unter diesen Umständen ist entsprechend des oben Dargestellten kein Verwer-

tungsverbot der betreffenden Erkenntnisse gegeben. Da A._____ vorliegend die Beschwerde-

frist ungenutzt hat verstreichen lassen, ist der in Rede stehende Entscheid des Zwangsmass-

nahmengerichts vom 4. Januar 2021 in Rechtskraft erwachsen. Damit kann die Rechtmässig-

keit der Anordnung und Genehmigung der technischen Überwachung des fraglichen Fahrzeu-

ges im vorliegenden Berufungsverfahren nicht mehr überprüft werden (BGE 140 IV 40 E. 1.1). 

4. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass A._____ bislang im Verfahren keine Mög-

lichkeit gehabt hatte, die Rechtmässigkeit der technischen Überwachung des Personenwagens 

Peugeot, Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ mittels eines GPS-Senders in der 

Zeit vom 8. November 2020 bis zum 18. Februar 2021 gerichtlich überprüfen zu lassen, ver-

möchte ihm dies nicht zu helfen. Denn diesfalls wären zwar entsprechende Einwendungen von 

A._____ gegen diese Überwachungsmassnahme durch das erkennende Sachgericht noch zu 

hören und von diesem zu prüfen (HANSJAKOB, a.a.O., S. 353 N 1274). Da jedoch A._____ nicht 

konkret aufzeigt, dass die technische Überwachung des vorgenannten Fahrzeuges in der 

Schweiz unzulässig gewesen ist, und diese Überwachung – wie nachstehend im Einzelnen noch 

zu zeigen sein wird – nicht zu beanstanden ist, müssten die dadurch erlangten Daten als recht-

mässig erhoben und damit verwertbar bezeichnet werden. 

4.1 Gemäss Art. 40 SDÜ bzw. Art. 17 ZP II-EUeR besteht die Möglichkeit, eine im Inland 

begonnene Observation in den Hoheitsbereich eines anderen Mitgliedstaates hinein fortzuset-

zen. Nach diesen Bestimmungen ist die grenzüberschreitende Observation nur im Rahmen ei-

nes Ermittlungsverfahrens – im Normalfall wegen einer auslieferungsfähigen Straftat – und auch 

nur gegen die verdächtige Person erlaubt. Im Eilfall gilt ein engerer Katalog schwerer (oder 

zumindest als schwer angesehener) Straftaten. Für die Observation auf dem Territorium des 

anderen Staates bedarf es eines Rechtshilfeersuchens. Im Eilfall muss dieses Ersuchen nach-

gereicht werden (BUSCH, Verrechtlichung grenzüberschreitender Ermittlungen, in: Bürgerrechte 

& Polizei / CILIP 69 [2/2001], S. 45). Die Mitgliedstaaten können untereinander nach Art. 40 

Abs. 6 SDÜ erweiterte oder zusätzliche Regelungen treffen. Eine solche besteht mit dem 

schweizerisch-deutschen Polizeivertrag (FAHRNER, Handbuch Internationale Ermittlungen, 

2020, S. 64 f.). Im schweizerischen-deutschen Polizeivertrag sind sowohl die Zwecke solcher 

Observationseinsätze erweitert als auch das Verfahren vereinfacht worden (BUSCH, a.a.O., 

S. 45). Gemäss Art. 14 Abs. 1 PolZV CH/DE sind Beamte und sonstige Bedienstete der Polizei-

behörden des einen Vertragsstaates befugt, eine Observation im Rahmen eines Ermittlungs-

verfahrens wegen einer im ersuchten Staat auslieferungsfähigen Straftat auf dessen Hoheits-

gebiet fortzusetzen, wenn dieser der grenzüberschreitenden Observation auf der Grundlage ei-

nes zuvor gestellten Ersuchens zugestimmt hat. Falls eine vorherige Zustimmung wegen be-

sonderer Dringlichkeit nicht beantragt werden kann, darf die Observation nach Art. 14 Abs. 2 

PolZV CH/DE unter gewissen Voraussetzungen über die Grenze hinweg fortgesetzt werden: 

Der Grenzübertritt ist noch während der Observation unverzüglich der zuständigen Behörde des 

Vertragsstaates, auf dessen Hoheitsgebiet die Observation fortgesetzt werden soll, mitzuteilen. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 32  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Ein begründetes Ersuchen ist unverzüglich nachzureichen. Laut Art. 14 Abs. 3 Ziff. 8 PolZV 

CH/DE dürfen zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Observation erforderliche techni-

sche Mittel eingesetzt werden, soweit dies nach dem Recht des Vertragsstaates zulässig ist, 

auf dessen Hoheitsgebiet die Observation fortgesetzt wird. Auch die ausländischen Behörden 

dürfen also nur die auf dem Gebiet des Einsatzstaates zulässigen Mittel einsetzen und müssen 

allenfalls notwendige richterliche Bewilligungen einholen (Botschaft vom 24. November 1999 

über verschiedene Vereinbarungen mit Deutschland sowie mit Österreich und dem Fürstentum 

Liechtenstein über polizeiliche und justitielle Zusammenarbeit, BBl 2000 862 ff., 883; vgl. auch 

FAHRNER, a.a.O., S. 67 ff.). Unter die Vorschrift zum Einsatz technischer Mittel fallen insbeson-

dere Systeme zur Peilung und Ortung des von der Zielperson benutzten Fahrzeuges (vgl. 

SCHOBER, a.a.O., S. 686 f.).  

4.2 Die Thematik des anzuwendenden Rechts wird gleich an den Anfang des schweize-

risch-deutschen Polizeivertrages gestellt. Gleichsam vor die Klammer gezogen bestimmt Art. 3 

PolZV CH/DE, dass die die Zusammenarbeit bei der Abwehr von Gefahren für die öffentliche 

Sicherheit oder Ordnung sowie zur Kriminalitätsbekämpfung im Rahmen des innerstaatlichen 

Rechts geschieht, soweit sich aus diesem Vertrag nicht etwas anderes ergibt (vgl. SCHOBER, 

a.a.O., S. 749). Da die hier auf schweizerischen Hoheitsgebiet erfolgte technische Überwa-

chung des von A._____ und B._____ benutzten Personenwagen in Frage steht, sind nachfol-

gend die massgebenden Bestimmungen des schweizerischen Rechts darzustellen. 

4.2.1.1 Nach Art. 280 lit. c StPO kann die Staatsanwaltschaft technische Überwachungsgeräte 

einsetzen, um den Standort von Personen oder Sachen festzustellen. Eine solche Überwachung 

unterliegt den Voraussetzungen von Art. 281 Abs. 1-3 StPO und – aufgrund des Verweises in 

Art. 281 Abs. 4 StPO – von Art. 269 StPO (BGE 147 IV 402 E. 5.1; 146 IV 36 E. 2.1; BGer 

1B_282/2022 vom 29. November 2022 E. 4.1). 

Laut Art. 281 StPO darf der Einsatz von technischen Überwachungsgeräten nur gegenüber der 

beschuldigten Person angeordnet werden (Abs. 1). Räumlichkeiten oder Fahrzeuge von Dritt-

personen dürfen nur überwacht werden, wenn aufgrund bestimmter Tatsachen angenommen 

werden muss, dass die beschuldigte Person sich in diesen Räumlichkeiten aufhält oder dieses 

Fahrzeug benutzt (Abs. 2). Der Einsatz darf nicht angeordnet werden, um zu Beweiszwecken 

Vorgänge zu erfassen, an denen eine beschuldigte Person beteiligt ist, die sich im Freiheitsent-

zug befindet (Abs. 3 lit. a) und um Räumlichkeiten oder Fahrzeuge einer Drittperson zu überwa-

chen, die einer der in den Art. 170-173 StPO genannten Berufsgruppen angehört (Abs. 3 lit. b). 

Gemäss Art. 269 Abs. 1 StPO kann die Staatsanwaltschaft den Post- und den Fernmeldever-

kehr überwachen lassen, wenn der dringende Verdacht besteht, eine in Art. 269 Abs. 2 StPO 

genannte Straftat sei begangen worden (lit. a); die Schwere der Straftat die Überwachung recht-

fertigt (lit. b); und die bisherigen Untersuchungshandlungen erfolglos geblieben sind oder die 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 33  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Ermittlungen sonst aussichtslos wären oder unverhältnismässig erschwert würden (lit. c). Nach 

Art. 269 Abs. 2 lit. f StPO kann die Überwachung namentlich angeordnet werden zur Verfolgung 

der in Art. 19 Abs. 2 BetmG aufgeführten Straftaten. 

4.2.1.2 Das Genehmigungsverfahren bestimmt sich aufgrund des Verweises in Art. 281 Abs. 4 

StPO nach der Regelung von Art. 274 StPO. Danach reicht die Staatsanwaltschaft dem 

Zwangsmassnahmengericht innert 24 Stunden seit der Anordnung der Überwachung bestimmte 

für die Genehmigung erforderliche Unterlagen ein (Abs. 1). Das Zwangsmassnahmengericht 

entscheidet innert 5 Tagen seit der Anordnung der Überwachung (Abs. 2).  

4.3.1.1 Entsprechend der Natur der Sache gestaltet sich das Genehmigungsverfahren für eine 

im Rahmen einer grenzüberschreitenden Observation durchgeführte technische Überwachung 

nach dem schweizerischen-deutschen Polizeivertrag anders als gemäss Art. 274 StPO. Bei ei-

ner grenzüberschreitenden Observation muss im Eilfall zunächst nach Art. 14 Abs. 2 PolZV 

CH/DE der Grenzübertritt noch während der Observation unverzüglich der zuständigen Behörde 

des Vertragsstaates, auf dessen Hoheitsgebiet die Observation fortgesetzt werden soll, mitge-

teilt, und ein begründetes Rechtshilfeersuchen unverzüglich nachgereicht werden. Diese Rege-

lung geht aufgrund von Art. 3 PolZV CH/DE dem innerstaatlichen Recht gemäss Art. 274 StPO 

vor. Nach Eingang des Rechtshilfeersuchens muss die ausführende schweizerische Behörde 

gemäss Art. 80a IRSG eine summarisch begründete Eintretensverfügung erlassen und die zu-

lässigen Rechtshilfehandlungen anordnen. Erst danach ist für die richterliche Genehmigung ei-

ner technischen Überwachung nach der Regelung von Art. 274 StPO weiter zu verfahren.  

4.3.1.2 Bei der Anordnung von Zwangsmassnahmen im Rechtshilfeverfahren ist anders als im 

Strafverfahren der hinreichende Tatverdacht nicht zu überprüfen. Vielmehr ist die ersuchte Be-

hörde an die Darstellung des Sachverhaltes im Rechtshilfeersuchen und dessen allfälligen Er-

gänzungen gebunden, soweit dieser nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprü-

che sofort entkräftet wird. Die ersuchte Behörde hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen 

und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen (BGE 139 II 451 E. 2.2.1; 136 IV 

4 E. 4.1; 133 IV 76 E. 2.2). Es ist einzig zu prüfen, ob aus der Darstellung des Sachverhaltes im 

Rechtshilfeersuchen hervorgeht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven Merk-

male eines nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes aufweist (BStGer 

RR.2021.43 et al. vom 25. Mai 2022 E. 4.2.2). 

4.3.2.1 Unstrittig war im Zeitpunkt der technischen Überwachung des Fahrzeuges Peugeot, 

Partner, mit dem deutschen Kontrollschild 1._____ ein dringender Tatverdacht gegen A._____, 

B._____ und E._____ wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gegeben. Ein solcher ist denn auch im internationalen Rechtshilfeersuchen der Leitenden Ober-

staatsanwältin in Kempten (Allgäu) / Deutschland vom 14. Dezember 2020 an die hiesige Staat-

anwaltschaft ausführlich und konzis begründet. Es bestand der dringende Verdacht, dass die 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 34  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vorgenannten Beschuldigten neben den in diesem Ersuchen geschilderten mutmasslichen Ko-

kaintransporten noch weitere solche Fahrten von Belgien und/oder den Niederlanden über die 

Schweiz nach Italien vorgenommen und Kokain dorthin geliefert haben und sich dadurch wegen 

gemeinschaftlichen bandenmässigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer 

Menge gemäss § 30a Abs. 1 BtMG/D und § 25 Abs. 2 StGB/D strafbar gemacht haben könnten. 

Vorliegend wird weder konkret geltend gemacht noch ist ersichtlich, dass die Sachverhaltsschil-

derung im genannten Rechtshilfeersuchen offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche 

enthält. Somit kann für die Subsumtion des Sachverhaltes unter einen Schweizerischen Tatbe-

stand ohne Weiteres auf die Sachdarstellung im Rechtshilfeersuchen abgestellt werden. Auf-

grund des vorstehend Ausgeführten bestand zweifelsohne ein dringender Tatverdacht gegen 

die genannten Beschuldigten wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a und lit. b BetmG. Die Schwere der verfolgten Straftaten 

hat eine Überwachung überdies als verhältnismässig erscheinen lassen. Auch ist der Grundsatz 

der Subsidiarität gewahrt worden, wären doch die Ermittlungen ohne die technische Überwa-

chung zumindest unverhältnismässig erschwert worden. Demnach sind sämtliche Vorausset-

zungen von Art. 269 Abs. 1 lit. a-c StPO erfüllt gewesen. Bei der qualifizierten Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz hat es sich überdies um eine Katalogtat gemäss Art. 269 

Abs. 2 lit. f StPO gehandelt. Im Weiteren ergibt sich aus den deutschen Ermittlungsakten, dass 

die Beschuldigten direkt mit dem in Frage stehenden Personenwagen in Verbindung stehen 

resp. gestanden sind. Schliesslich hat das vorliegende Strafverfahren wegen qualifizierter Wi-

derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine auslieferungsfähige Straftat im Sinne von 

Art. 2 Abs. 1 des Europäischen Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 zum 

Gegenstand gehabt. Aufgrund all dessen und da wegen dem nicht vorhersehbaren nächtlichen 

Grenzübertritt des observierten Fahrzeuges eine besondere Dringlichkeit vorgelegen ist, haben 

die deutschen Behörden aufgrund von Art. 14 Abs. 2 PolZV CH/DE die Observation in der 

Schweiz fortsetzen dürfen. Nach alledem folgt, dass nach dem schweizerischen Recht die ma-

teriellen Voraussetzungen für eine Überwachung des Fahrzeuges Peugeot, Partner, mit dem 

deutschen Kontrollschild 1._____ erfüllt waren.  

4.3.2.2 Die deutschen Behörden teilten noch während der Observation unverzüglich der Eid-

genössischen