# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3f349b8-6405-5002-b6e8-4ed640ec07a1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.09.2025 D-2590/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2590-2025_2025-09-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2590/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Susanne Bolz-Reimann (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti, Richterin Giulia Marelli,  

Richter Gérald Bovier, Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Beschwerdeführer,  

B._______, geboren am (…), 

Beschwerdeführerin 1,  

C._______, geboren am (…), 

Beschwerdeführerin 2,  

D._______, geboren am (…), 

Beschwerdeführerin 3,  

alle Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Nataliya Wilkesmann,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 4. April 2025. 

D-2590/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden suchten zusammen mit ihrer erwachsenen 

Tochter respektive Schwester E._______ (N […]) am 14. November 2024 

in der Schweiz um Asyl nach. Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der 

europäischen Fingerabdruck-Datenbank (EURODAC) ergab, dass sie am 

5. August 2024 in Griechenland ein Asylgesuch gestellt hatten und ihnen 

dort am 23. August 2024 internationaler Schutz gewährt worden war. Sie 

reichten griechische Aufenthaltsbewilligungen und Reisepässe für Flücht-

linge zu den Akten.  

A.b Am 20. November 2024 beauftragten die Beschwerdeführenden die 

Mitarbeitenden des HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren F._______ mit 

ihrer Vertretung im Asylverfahren.  

B.  

B.a Das SEM ersuchte die griechischen Behörden am 25. November 2024 

gestützt auf das bilaterale Abkommen zwischen dem Schweizerischen 

Bundesrat und der Regierung der Hellenischen Republik über die Rück-

übernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 

(SR 0.142.113.729) um Rückübernahme der Beschwerdeführenden.  

B.b Die griechischen Behörden hiessen das Rückübernahmeersuchen am 

2. Dezember 2024 gut und bestätigten, dass die Beschwerdeführenden in 

Griechenland als Flüchtlinge anerkannt wurden und ihre Aufenthaltsbewil-

ligungen bis zum 22. August 2027 gültig seien.  

C.  

C.a Mit Schreiben vom 4. Dezember 2024 gewährte das SEM den Be-

schwerdeführenden das rechtliche Gehör zum beabsichtigten Nichteintre-

ten auf das Asylgesuch und zur allfälligen Wegweisung nach Griechenland. 

Zu diesem Zweck liess es ihnen einen ausführlichen Fragekatalog zukom-

men.  

C.b Die Beschwerdeführenden reichten mit Eingabe ihrer Rechtsvertre-

tung vom 12. Dezember 2024 eine entsprechende Stellungnahme ein.  

C.c Das SEM führte mit dem Beschwerdeführer sowie den Beschwerde-

führerinnen 1 und 2 am 14. März 2025 persönliche Gespräche im Hinblick 

auf einen allfälligen Nichteintretensentscheid und die Rückführung in einen 

sicheren Drittstaat gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG durch.  

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C.d In der Stellungnahme sowie anlässlich der Befragungen wurde ausge-

führt, die beiden Eltern hätten seit ihrer Kindheit respektive Jugend im Iran 

gelebt. Sie hätten dort auch geheiratet, die Kinder seien alle im Iran gebo-

ren. Weder der Beschwerdeführer noch seine Ehefrau hätten die Schule 

besucht, sondern lediglich zwei, drei Klassen für Analphabeten absolviert. 

Sie hätten auch keinen Beruf erlernt und im Iran Ackerbau betrieben. Im 

Jahr 2019 seien sie in die Türkei gereist und hätten sich rund fünf Jahre 

dort aufgehalten. Sie hätten eine «Kimlik»-Karte gehabt, der Aufenthalt sei 

aber auf ihren Wohnort G._______ beschränkt gewesen, weshalb sie die 

Stadt ohne Bewilligung nicht hätten verlassen dürfen. In der Türkei seien 

die beiden jüngeren Kinder zur Schule gegangen, während die älteste 

Tochter E._______ lediglich Kurse besucht und teilweise in (…) gearbeitet 

habe. Der Beschwerdeführer habe in Fabriken, in der Landwirtschaft und 

auf dem Bau gearbeitet und die Beschwerdeführerin 1 gelegentlich im 

Ackerbau. Gewohnt hätten sie in einem Haus, welches sie selbst gemietet 

hätten. Da es jedoch nicht möglich gewesen sei, einen regulären Aufenthalt 

in der Türkei zu bekommen, seien sie am 28. Juli 2024 mit einem Boot 

nach Griechenland gereist.  

Sie seien auf der Insel H._______ angekommen, hätten dort ein Asylge-

such gestellt und die Eltern sowie die beiden minderjährigen Kinder hätten 

nach etwa einem Monat einen Schutzstatus erhalten. Danach hätten sie 

einen Monat Zeit gehabt, ihren Container im Camp zu verlassen. In der 

Folge hätten sie auf der Strasse leben müssen und hinter den Containern 

auf einer freien Fläche ein Zelt aufgestellt. Dort hätten sie für die nächsten 

eineinhalb Monate gelebt, bis schliesslich auch die erwachsene Tochter 

E._______ einen Status erhalten habe. Ihnen sei weder eine Unterkunft 

zur Verfügung gestellt noch bei der Suche nach einer solchen geholfen 

worden. Sie hätten oft bei der für das Camp verantwortlichen Organisation 

um Hilfe gebeten, zumal es sehr kalt gewesen und die Beschwerdeführerin 

2 krank geworden sei. Sie hätten aber keine Unterstützung erhalten und 

keine anderen Organisationen gekannt, welche sie hätten um Hilfe bitten 

können. Einzig in einem Laden, der «(…)» genannt worden sei, hätten sie 

Lebensmittel und alte Kleidung erhalten. Zudem habe es manchmal übrig 

gebliebenes Essen aus dem Camp gegeben. Der Beschwerdeführer habe 

sich sehr bemüht, Arbeit zu finden, aber auf der Insel habe es kaum Stellen 

gegeben und er habe die Sprache nicht gekonnt. Insgesamt habe er an 

etwa fünf Tagen für jeweils 30 bis 35 Euro gearbeitet. Für Frauen habe es 

überhaupt keine Arbeit gegeben. Da sie keine Bildung hätten und es weder 

Sprachkurse noch andere Möglichkeiten gegeben habe, die griechische 

Sprache zu erlernen, hätten sie keine Arbeit finden können. Entsprechend 

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hätten sie auch keine griechische Steuer- oder Sozialversicherungsnum-

mer und wüssten weder, was diese Nummern bedeuteten noch wie sie 

diese erhielten. Die minderjährigen Kinder hätten zudem keine Schule be-

suchen können, sondern lediglich einzelne Sprachkurse.  

Nachdem die Familie im Freien habe übernachten müssen, sei die Be-

schwerdeführerin 2 krank geworden und mehr als einen Monat bettlägerig 

gewesen. Sie hätten von den Behörden weder medizinische Hilfe noch 

eine temporäre Unterkunft erhalten, und seien aufgefordert worden, sich 

selbst zu versorgen. Bereits zuvor habe der Beschwerdeführer erfolglos 

um Behandlung seiner (…) gebeten. Auch die Beschwerdeführerin 2 leide 

an (…) sowie (…), diese sei bereits im Iran rudimentär behandelt worden. 

Die Beschwerdeführerin 1 habe ihrerseits diverse (…) und könne nachts 

nicht schlafen. Schliesslich habe der Beschwerdeführer bei einem Arbeits-

unfall in der Türkei (…) erlitten, wobei er im Anschluss mangels finanzieller 

Mittel nur notdürftig medizinisch versorgt worden sei. Die Folgen des Un-

falls seien noch heute spürbar. In der Schweiz sei ihm gesagt worden, er 

könnte allenfalls nach der Kantonszuweisung behandelt werden, da wohl 

eine längerfristige Behandlung erforderlich sei.  

In Griechenland hätten sie keinen Zugang zu Unterbringung und medizini-

scher Versorgung gehabt und keine Möglichkeit gesehen, die Sprache zu 

lernen und eine Arbeit zu finden. Sie seien mit Perspektivlosigkeit und 

Elend konfrontiert gewesen, weshalb sie sich entschieden hätten, in die 

Schweiz weiterzureisen. Ihre Reisepässe hätten sie auf Antrag von der dor-

tigen Migrationsbehörde erhalten. Für die Passgebühren von 100 Euro pro 

Person sowie für die Flugtickets hätten sie von verschiedenen Verwandten 

Geld geliehen. Eine weitergehende Unterstützung durch die Verwandten 

sei indessen nicht möglich, da die bereits geliehenen Beträge diese eben-

falls finanziell belastet hätten und sie nun auf deren Rückzahlung warteten. 

Nach Erhalt der Reisedokumente sei die Familie nach I._______ gegan-

gen, wo sie vor der Ausreise noch fünf bis sechs Tage in einem Haus, wel-

ches von Afghanen für Reisende bereitgestellt worden sei, verbracht hät-

ten.  

In Griechenland seien ihnen sämtliche Rechte gemäss der Qualifikations-

richtlinie (Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlamentes und des 

Rates vom 13. September 2011) verweigert worden. Aufgrund ihrer ge-

sundheitlichen Beschwerden sowie ihres Status als Familie mit minder-

jährigen Kindern seien sie besonders vulnerabel. Es fehle ihnen an Schul- 

und Berufsbildung sowie Griechisch-Kenntnissen, und 

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Integrationsmassnahmen seien nicht vorhanden, weshalb es fast unmög-

lich scheine, dass sie bei einer Rückkehr nach Griechenland auf dem re-

gulären Arbeitsmarkt ein ausreichendes Einkommen erzielen könnten. Es 

drohe ihnen die Obdachlosigkeit, was – gerade im Winter – eine un-

menschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK darstelle und gegen 

die Kinderrechtskonvention verstosse. Da ihnen medizinische Behandlun-

gen verweigert worden seien, bestehe zudem die Gefahr einer starken Ver-

schlechterung des Gesundheitszustands verschiedener Familienmitglie-

der.  

C.e Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden eine Fotoauf-

nahme und Videos betreffend ihre Unterbringungssituation in Griechen-

land, diverse Asylunterlagen aus Griechenland, eine türkische Bankkarte, 

eine Kopie der Tazkira des Vaters der Beschwerdeführerin 1 sowie Flugti-

ckets für die Reise in die Schweiz ein. Bei den Akten befinden sich zudem 

verschiedene Arztberichte betreffend medizinische Behandlungen in der 

Schweiz.  

D.  

D.a Am 1. April 2025 händigte das SEM den Beschwerdeführenden über 

ihre Rechtsvertretung einen Entscheidentwurf aus. 

D.b Die Beschwerdeführenden nahmen am 3. April 2025 durch ihre 

Rechtsvertretung dazu Stellung.  

E.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 4. April 2025 trat das SEM auf 

die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein und wies sie aus der 

Schweiz weg. Gleichzeitig ordnete es den Vollzug der Wegweisung nach 

Griechenland an, beauftragte den Kanton J._______ mit dessen Durchfüh-

rung und verfügte die Aushändigung der editionspflichtigen Akten.  

F.  

Die Beschwerdeführenden erhoben mit Eingabe vom 11. April 2025 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid. Darin be-

antragten sie, die angefochtene Verfügung sei vollständig aufzuheben und 

das SEM sei anzuweisen, eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. Eventu-

aliter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

subeventualiter zur Einholung einer individuellen Garantieerklärung von 

den griechischen Behörden, wonach eine nahtlose Unterbringung in einer 

angemessenen Unterkunft sowie Zugang zu adäquater Ernährung und 

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medizinischer Versorgung sichergestellt sei. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zudem wurde 

beantragt, das vorliegende Verfahren mit jenem von E._______ (N […]) zu 

vereinigen oder die Verfahren zumindest koordiniert zu behandeln. Der Be-

schwerde lagen die angefochtene Verfügung sowie Vollmachten bei.  

G.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 14. April 2025 den Eingang 

der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Beset-

zung mit fünf Richtern oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 2 VGG), wenn der 

Abteilungspräsident oder die Abteilungspräsidentin dies im Interesse der 

Rechtsfortbildung oder der Einheit der Rechtsprechung anordnet. Das 

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Gericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

Die im vorliegenden Urteil vorgenommene Präzisierung der Rechtspre-

chung zur Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs von 

Familien mit Kindern nach Griechenland bildete Gegenstand eines von der 

vereinigten Richterschaft der Abteilungen IV und V getroffenen Entscheids 

(Art. 25 VGG). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden beantragen zwar die vollständige Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung, ihre materiellen Rechtsbegehren be-

ziehen sich aber ausschliesslich auf die Anordnung des Vollzugs der Weg-

weisung, was sich auch aus der Begründung ergibt. Gegenstand des vor-

liegenden Verfahrens bildet somit einzig die Frage, ob dem Vollzug der 

Wegweisung Hindernisse entgegenstehen. Die Dispositivziffern 1 (Nicht-

eintreten auf die Asylgesuche) und 2 (Anordnung der Wegweisung) der an-

gefochtenen Verfügung sind mangels Anfechtung in Rechtskraft erwach-

sen.  

3.2 In der Beschwerde wird beantragt, das vorliegende Verfahren sei mit 

jenem der volljährigen Tochter (D-2586/2025; N […]) zu vereinigen, da die-

ses denselben Sachverhalt betreffe und sie als Kernfamilie gemäss Art. 13 

BV und Art. 8 EMRK zu betrachten seien. Die Tochter habe nie ohne ihre 

Eltern gelebt und die Familienmitglieder seien voneinander abhängig res-

pektive auf gegenseitige Unterstützung angewiesen.  

Auch wenn die Tochter E._______ stets mit ihren Eltern und Geschwistern 

zusammengelebt hat, gehört sie als erwachsene Person nicht mehr zur 

Kernfamilie. Es wird in der Beschwerde nicht näher ausgeführt, inwiefern 

ein Abhängigkeitsverhältnis bestehen soll. Das Verfahren betreffend 

E._______ (D-2586/2025) wird daher separat geführt und der Antrag auf 

Vereinigung ist abzuweisen. Die beiden Verfahren werden jedoch koordi-

niert behandelt.  

4.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG  

(Art. 112 Abs. 1 AIG [SR 142.20]; BVGE 2014/26 E. 5). 

 

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5.  

5.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, dass das SEM zwar die 

schlechte Lage in Griechenland bestätige, aber völlig ausser Acht lasse, 

wie sich diese auf das Leben der Beschwerdeführenden ausgewirkt habe. 

Zudem gehe es in seinem Entscheid nirgends auf ihre Vulnerabilität ein 

und berücksichtige auch nicht die besonderen Schwierigkeiten, mit denen 

sie als Familie im Falle eines Vollzugs der Wegweisung konfrontiert wären. 

Mit diesem Vorgehen habe die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig 

und unrichtig festgestellt sowie die Begründungspflicht verletzt.  

Damit werden formelle Rügen vorgebracht, welche vorab zu beurteilen 

sind, da sie allenfalls geeignet sein könnten, eine Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz zu bewirken.  

5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3). Mit dem Ge-

hörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich 

zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidung angemessen zu 

berücksichtigen. Die Behörde muss die wesentlichen Überlegungen nen-

nen, von denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid 

stützt. Die Begründung muss zudem so abgefasst sein, dass die betroffene 

Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann 

(vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).  

Weiter stellen die Asylbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest 

(Untersuchungsgrundsatz; Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Dabei haben 

sie die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen zu be-

schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und darüber ord-

nungsgemäss Beweis zu führen (vgl. dazu auch Art. 30-33 VwVG). Unrich-

tig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde ge-

legt wurde. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Be-

hörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes we-

gen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für die Entscheidung wesentlichen 

Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. dazu BENJAMIN SCHINDLER, in 

Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. Zürich/St. Gallen 2019, Rz. 29 zu 

Art. 49).  

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5.3 Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift hat das SEM in 

seiner Verfügung die Beschwerdeführenden als vulnerabel erachtet. Es 

verneinte indessen, dass sie als «äusserst vulnerabel» im Sinne des Re-

ferenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts E-3427/2021, E-3431/2021 

vom 28. März 2022 anzusehen seien. Weiter setzte es sich ausführlich mit 

ihrer persönlichen Situation, den Lebensumständen in Griechenland sowie 

der generellen Lage von Schutzberechtigten in diesem Staat auseinander. 

Es ist nicht ersichtlich und wird nicht näher ausgeführt, inwiefern weitere 

Sachverhaltsabklärungen erforderlich gewesen sein sollten respektive wel-

che weiteren Untersuchungsmassnahmen die Vorinstanz hätte vornehmen 

müssen. Aus der angefochtenen Verfügung geht zudem mit ausreichender 

Klarheit hervor, aus welchen Gründen der Vollzug der Wegweisung nach 

Griechenland als zulässig, zumutbar und möglich erachtet wurde. Folglich 

konnten die Beschwerdeführenden die sie betreffende Verfügung sachge-

recht anfechten. Es liegt weder eine Verletzung der Begründungspflicht 

noch eine unvollständige oder unrichtige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts vor und es besteht keine Veranlassung, die Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, weshalb der entspre-

chende Antrag abzuweisen ist.  

6.  

6.1 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung insbesondere aus, 

dass der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für anerkannte 

Flüchtlinge gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

grundsätzlich zumutbar sei. Für bestimmte Konstellationen seien im Refe-

renzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 aber strengere Kriterien festgelegt 

worden, namentlich für Familien mit Kindern und äusserst vulnerable Per-

sonen. Im ersteren Fall sei der Wegweisungsvollzug zumutbar, falls güns-

tige Voraussetzungen oder Umstände vorlägen, wobei hierfür vertiefte Ab-

klärungen vorzunehmen seien. Hinsichtlich der Beschwerdeführenden sei 

zunächst festzustellen, dass sie nie vorgehabt hätten, in Griechenland zu 

bleiben und sich dort eine Existenz aufzubauen. Vielmehr hätten sie diesen 

Staat wenige Tage nach Erhalt ihrer Reisepapiere verlassen. Zwar hätten 

sie in H._______ eigenen Angaben zufolge eineinhalb Monate in einem 

Zelt gelebt. Sie seien jedoch nur deshalb dort geblieben, weil es länger 

gedauert habe, bis die Dokumente der erwachsenen Tochter ausgestellt 

worden seien. Andernfalls hätten sie die Insel früher verlassen. Zudem sei 

es ihnen möglich gewesen, für ihren Aufenthalt in I._______ eine Wohnung 

von einem Afghanen zu mieten. Dies zeige, dass sie in Griechenland aus-

reichend vernetzt gewesen seien, um sich dort zurechtzufinden. Sie hätten 

auch die finanziellen Mittel für die Ausstellung der Reisepässe sowie die 

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Kosten der Reise in die Schweiz aufbringen können. Weiter sei darauf hin-

zuweisen, dass es der Familie in der Türkei ebenfalls gelungen sei, eine 

Wohnung zu mieten, zu arbeiten und die Kinder zur Schule zu schicken. 

Sie hätten dort fünf Jahre lang gelebt und sich integrieren können, obwohl 

es für sie ein fremdes Land gewesen sei und sie die Sprache zu Beginn 

nicht beherrscht hätten. Es sei nicht ersichtlich, weshalb ihnen dies in Grie-

chenland nicht möglich sein sollte. Vielmehr dürfe erwartet werden, dass 

sie ernsthafte Bemühungen unternehmen, um eine Wohnung zu erhalten 

und sich zu integrieren. Bei Bedarf hätten sie dabei auch ihre Verwandten, 

welche sie bei der Finanzierung der Reisekosten unterstützt hätten, um 

Hilfe bitten können. Zudem hätten sie sich an die örtlichen Hilfsorganisati-

onen wenden und sich um eine Aufnahme in das Programm HELIOS+, 

dem Nachfolgeprojekt von HELIOS (Hellenic Integration Support for Be-

neficiaries of International Protection), bemühen können. Sodann sei da-

rauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sowie die Beschwerdefüh-

rerin 1 ungeachtet ihrer fehlenden Bildung über langjährige Berufserfah-

rung verfügten und im Iran sowie in der Türkei erwerbstätig gewesen seien. 

Es sei ihnen zuzumuten, in Griechenland einer Arbeitstätigkeit nachzuge-

hen, auch wenn es ihnen zu Beginn – wie bei ihrer Ankunft in der Türkei – 

noch an Sprachkenntnissen fehle. Es gebe Branchen (etwa Hotellerie, 

Baubereich, Gastronomie, Landwirtschaft), in welchen mangelnde Grie-

chisch-Kenntnisse kein Hindernis für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 

seien. Verschiedene Hilfsorganisationen würden Schutzberechtige bei der 

Arbeitssuche unterstützen oder Kurse für die griechische Sprache anbie-

ten. Sodann sei darauf hinzuweisen, dass der Schulbesuch für die beiden 

minderjährigen Kinder obligatorisch sei und ihr Zugang zum Schulsystem 

als gesichert angesehen werden könne.  

Die Beschwerdeführerin 1 sei in Griechenland gemäss eigenen Angaben 

in medizinischer Behandlung gewesen, als sie Corona oder eine Erkältung 

gehabt habe. Entsprechend sei nicht nachvollziehbar, weshalb es nicht 

möglich gewesen sein solle, die Beschwerdeführerin 2 behandeln zu las-

sen, als diese krank geworden sei. Zudem habe der Beschwerdeführer 

eine Terminbestätigung des Spitals von H._______ eingereicht. Daraus 

gehe hervor, dass er über eine griechische Sozialversicherungsnummer 

(AMKA) verfüge und es ihm offenbar möglich gewesen sei, beim Facharzt 

([…]) einen Termin zu erhalten, welchen er indessen aufgrund der Weiter-

reise in die Schweiz nicht wahrgenommen habe. Es könne folglich davon 

ausgegangen werden, dass auch die übrigen Familienmitglieder eine 

AMKA besessen hätten und somit Zugang zur Gesundheitsversorgung be-

standen habe. Bei einer Rückkehr sei dies weiterhin gewährleistet und es 

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sei nicht glaubhaft, dass Griechenland ihnen notwendige medizinische Be-

handlungen verweigern würde. In diesem Zusammenhang sei auf die In-

ternetseite des UNHCR zu verweisen, welche ausführliche Informationen 

– auch in persischer Sprache – über das Leben in Griechenland für Perso-

nen mit Schutzstatus enthalte, namentlich betreffend Zugang zum Arbeits-

markt und zum Gesundheitssystem. Zwar würden sowohl der Beschwer-

deführer als auch die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 unter verschiedenen 

gesundheitlichen Problemen leiden. Diese könnten aber auch in Griechen-

land behandelt werden und seien nicht derart gravierend, dass sie einem 

Wegweisungsvollzug entgegenstünden. Die Familie sei zwar als vulnera-

bel anzusehen, es handle sich bei ihnen aber nicht um äusserst vulnerable 

Personen im Sinne des erwähnten Referenzurteils. Es sei davon auszuge-

hen, dass es ihnen gelingen werde, sich in Griechenland – das als EU-

Mitgliedstaat zur Einhaltung der Qualifikationsrichtlinie verpflichtet sei – zu 

integrieren, zumal sie dies bereits zuvor in der Türkei geschafft hätten. Ins-

gesamt gebe es keine konkreten Hinweise dafür, dass sie in Griechenland 

einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt wären. 

6.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, dass ein Vollzug der Weg-

weisung der Beschwerdeführenden nach Griechenland gegen Art. 3 EMRK 

verstossen würde. Nach ihrer Ankunft auf H._______ hätten sie in einem 

kleinen Container gelebt, welcher keinesfalls kindgerecht gewesen sei und 

die erforderlichen Standards nicht erfüllt habe. Als ihnen der Schutzstatus 

zugesprochen worden sei, hätten sie das Camp verlassen müssen. Das 

SEM ignoriere, dass sie als Familie bei der Wohnungssuche mit erheblich 

grösseren Problemen konfrontiert wären als Einzelpersonen, wobei es be-

reits für diese schwierig sei, eine angemessene Unterkunft zu finden. Wei-

ter hätten sie in Griechenland ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren kön-

nen, zumal es dem Beschwerdeführer nur an einigen wenigen Tagen ge-

lungen sei, Arbeit zu finden. Zudem würden die 30 Euro, die er für einen 

Tag Schwarzarbeit erhalten habe, für eine fünfköpfige Familie nicht annä-

hernd ausreichen. Auf dem Papier gebe es zwar viele Hilfsorganisationen 

respektive Unterstützungsmöglichkeiten, welche in der Realität aber nicht 

verfügbar seien. Faktisch seien die Institutionen überfordert und es gelinge 

den griechischen Behörden auch mit Unterstützung von NGO, Kirchen und 

Freiwilligen nicht, Schutzberechtigen die menschenrechtlich notwendige 

Mindesthilfe zukommen zu lassen. Weiter hätten die Beschwerdeführen-

den nach der Schutzgewährung keinen Zugang zu medizinischer Versor-

gung mehr gehabt. Als die Tochter C._______ als Folge des Übernachtens 

im Freien krank geworden sei, hätten sie weder medizinische Hilfe noch 

eine zumindest temporäre Unterkunft erhalten. In der Schweiz hätten 

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mehrere Familienmitglieder medizinisch behandelt werden müssen, insbe-

sondere die Beschwerdeführerin 2, die unter anderem an einer (…) leide 

und auf eine kontinuierliche medizinische Betreuung angewiesen sei. Auf-

grund ihrer gesundheitlichen Probleme sowie als Familie mit Kindern seien 

die Beschwerdeführenden als besonders schutzbedürftig einzustufen. So-

dann verfügten die beiden Eltern nur über eine sehr geringe Schulbildung 

und hätten weder einen Beruf erlernt noch Kenntnisse der griechischen 

Sprache. Da es keine Angebote zum Erlernen der Sprache gegeben habe 

und sie bei entsprechenden Nachfragen von den Behörden stets abgewie-

sen worden seien, hätten sie keine Möglichkeit gesehen, eine Arbeit zu 

finden, auch nicht in I._______. Zudem sei die Beschwerdeführerin 1 oh-

nehin mit der Pflege ihrer Tochter C._______ befasst gewesen. Vor diesem 

Hintergrund sowie angesichts des Fehlens von Integrationsmassnahmen 

in Griechenland und des Betreuungsbedarfs der Kinder erscheine es kaum 

möglich, dass sie auf dem regulären Arbeitsmarkt ein ausreichendes Ein-

kommen erzielen könnten. Schliesslich hätten sie sich in Griechenland 

sehr oft nach Schulmöglichkeiten für die Kinder erkundigt, aber diese hät-

ten dort – trotz Schulpflicht – keine Schule besuchen können.  

Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Situation seit ihrer Aus-

reise aus Griechenland geändert hätte. Folglich bestehe eine konkrete Ge-

fahr, dass die Beschwerdeführenden bei einem Vollzug der Wegweisung 

auf der Strasse landen würden und erst recht Schwierigkeiten hätten, sich 

zurechtzufinden. Es drohe ihnen, einer unmenschlichen oder erniedrigen-

den Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt zu werden, wobei 

sie dies auch durch Eigeninitiative oder mithilfe von Hilfsorganisationen 

nicht abwenden könnten. Die Situation der minderjährigen Töchter müsse 

ebenfalls berücksichtigt werden, zumal die Vertragsstaaten der Kinder-

rechtskonvention alle geeigneten Massnahmen zu treffen hätten, um Kin-

der vor Verwahrlosung und Vernachlässigung zu schützen. Als besonders 

schutzbedürftige Personen wären die Beschwerdeführenden in Griechen-

land extremer materieller Not und Obdachlosigkeit ausgesetzt, was mit ei-

ner Gefährdung oder Verletzung von Rechtsgütern wie Leben, Menschen-

würde und körperliche Unversehrtheit verbunden wäre.  

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

D-2590/2025 

Seite 13 

7.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 

0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer 

Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Her-

kunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund 

von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-

scher Notlage konkret gefährdet sind.  

Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der 

Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen 

Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83  

Abs. 2 AIG). 

7.4 Gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG besteht zugunsten sicherer Dritt-

staaten, zu welchen der EU-Staat Griechenland gehört, die Vermutung, 

dass diese ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen einhalten, darunter im 

Wesentlichen das Refoulement-Verbot und grundlegende menschenrecht-

liche Garantien (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-5822/2024 vom 

20. September 2024 E. 9.3.1).  

8.  

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil  

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 einlässlich mit der Situation 

für in Griechenland anerkannte Flüchtlinge auseinandergesetzt und an sei-

ner früheren Rechtsprechung festgehalten, wonach der Vollzug der Weg-

weisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus er-

halten haben, grundsätzlich zulässig ist. Trotz gewisser Schwachstellen 

kann nicht von einem dysfunktionalen Aufnahmesystem gesprochen wer-

den. Es existieren in Griechenland verschiedene Angebote, die 

D-2590/2025 

Seite 14 

Schutzberechtigten offenstehen, auch wenn die Kapazitäten kaum ausrei-

chend sein dürften und Infrastrukturhilfen und Angebote bisher vor allem 

von internationalen Akteuren in Zusammenarbeit mit der lokalen Zivilge-

sellschaft erbracht und finanziert worden sind. Trotz schwieriger Verhält-

nisse geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass schutzberech-

tigte Personen grundsätzlich in der Lage sind, ihre existenziellen Bedürf-

nisse abzudecken. Auch ist davon auszugehen, dass Rückkehrenden 

keine menschenunwürdige Behandlung droht, weshalb für sie kein «real 

risk» einer völkerrechtswidrigen Behandlung besteht.  

8.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht weiter die Vermutung, dass eine 

Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist 

(vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.3). Die Legalvermu-

tung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nach Griechenland 

gilt grundsätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel Perso-

nen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwie-

gende Erkrankung einzustufen sind (vgl. a.a.O E. 11.5.1). Familien mit Kin-

dern gelten ebenfalls als vulnerabel; bei ihnen erachtet das Bundesverwal-

tungsgericht den Vollzug der Wegweisung nur dann als zumutbar, wenn 

günstige Voraussetzungen oder Umstände vorliegen. In jedem Fall sind im 

Rahmen der Abwägung sämtliche konkreten Umstände des Einzelfalls zu 

berücksichtigen, darunter Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung, Fremd-

sprachenkenntnisse und Berufserfahrung der Betroffenen, aber auch ob 

und inwieweit sie eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen 

beziehungsweise versucht haben, in Griechenland Hilfe in Anspruch zu 

nehmen. Allein die Tatsache, dass sich die bisherige Integration in Grie-

chenland als schwierig erwiesen hat, lässt den Vollzug der Wegweisung 

noch nicht unzumutbar erscheinen. Entscheidend ist, ob die betroffenen 

Personen bei einer Rückkehr trotz zumutbarer Anstrengungen mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage geraten würden, 

die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten (vgl. a.a.O. E. 11.5.2).  

8.3 Es obliegt den betroffenen Personen, diese Legalvermutungen umzu-

stossen. Dazu haben sie ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, 

dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihnen nicht 

den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Le-

bensumständen aussetzen würden respektive, dass sie in Griechenland 

aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder ge-

sundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würden (vgl. a.a.O. 

E. 11.4). 

D-2590/2025 

Seite 15 

9.  

9.1 Die Beschwerdeführenden wurden in Griechenland als Flüchtlinge an-

erkannt und können sich damit grundsätzlich auf die Garantien der Quali-

fikationsrichtlinie berufen, insbesondere auf die Regeln betreffend den Zu-

gang zu Beschäftigung (Art. 26), zu Bildung (Art. 27), zu Sozialhilfeleistun-

gen (Art. 29), zu Wohnraum (Art. 32) und zu medizinischer Versorgung 

(Art. 30). Wie im oben erwähnten Referenzurteil ausgeführt, kommt es in 

der Praxis aber immer wieder zu Schwierigkeiten bei der Gewährleistung 

dieser Ansprüche. In diesem Zusammenhang, ist darauf hinzuweisen, dass 

die Schweiz mit Griechenland im Oktober 2022 zwar ein Rahmenabkom-

men unterzeichnet hat, wonach die Umsetzung migrationsbezogener Pro-

jekte in Griechenland in den Jahren 2023 bis 2026 mit einem Betrag von 

40 Millionen Franken unterstützt wird. Diese Projekte zielen indessen zu 

erheblichen Teilen auf Verbesserungen im Asylverfahren sowie Massnah-

men für unbegleitete Minderjährige ab. In einem geringeren Umfang wer-

den punktuell auch Integrationsprojekte unterstützt (vgl. zum Ganzen 

https://www.eda.admin.ch/countries/greece/de/home/schweizer-beitrag/ 

second-swiss-contribution/bilaterales-rahmenabkommen.html; Fact-sheet 

Swiss-Greek Cooperation Programme, May 2024, https://www.eda.ad-

min.ch/countries/greece/en/home/schweizer-beitrag/second-swiss-contri-

bution/projekte.html, abgerufen am 08.07.2025). Obwohl die Beschwerde-

führenden als Familie mit zwei minderjährigen Kindern und gesundheitli-

chen Problemen eine gewisse Vulnerabilität aufweisen, geht das SEM da-

von aus, dass sie bei einer Rückkehr nicht in eine existenzielle Notlage 

geraten würden. Angesichts der seit dem Referenzurteil vergangenen 

Dauer von rund drei Jahren rechtfertigt es sich, im Folgenden die aktuelle 

Lage von international Schutzberechtigten in Griechenland mit Blick auf die 

vorliegende Konstellation näher zu beleuchten. 

9.2 Rückführungen von anerkannten Flüchtlingen nach Griechenland erfol-

gen über den Flughafen von Athen. Das SEM setzt vor der Überstellung 

die griechischen Polizeibehörden über den genauen Zeitpunkt und allfäl-

lige medizinische Beeinträchtigungen in Kenntnis. Die Betroffenen erhalten 

bei der Ankunft aber keine konkrete Unterstützung oder Informationen, ab-

gesehen von einer Notiz in griechischer Sprache, welche sie an die Asylbe-

hörden verweist (vgl. AIDA Country Report Greece, 2023 Update [nachfol-

gend: AIDA Greece Update 2023], S. 269; RSA/Pro Asyl, Beneficiaries of 

international protection in Greece, Access to documents and socio-econo-

mic. rights, March 2024 [nachfolgend: RSA Report 2024], S. 4). Dies ist 

insbesondere dann problematisch, wenn die Schutzberechtigten nicht 

(mehr) im Besitz einer gültigen Aufenthaltsbewilligung sind, da diese für 

https://www.eda.admin.ch/countries/greece/de/home/schweizer-beitrag/

D-2590/2025 

Seite 16 

zahlreiche administrative Vorgänge erforderlich ist. Die Beschwerdeführen-

den verfügen indessen sowohl über bis im Sommer 2027 gültige Aufent-

haltsbewilligungen als auch über griechische Reisedokumente für Flücht-

linge, welche bis 2029 gültig sind. Damit können sie ihre Aufenthaltsbe-

rechtigung gegenüber den Behörden nachweisen und allfällige Schwierig-

keiten, welche beim Erhalt oder der Erneuerung dieser Dokumente entste-

hen könnten, wirken sich nicht auf ihre Situation aus.  

9.3  

9.3.1 Rückkehrende werden in Griechenland zunächst eine angemessene 

Unterbringung finden müssen. Für Flüchtlinge bestehen bei der Suche 

nach einer Unterkunft aber verschiedene bürokratische und tatsächliche 

Hindernisse. Nach ihrer Anerkennung sind sie gemäss der griechischen 

Gesetzgebung verpflichtet, die Unterkunft für Asylsuchende innerhalb von 

30 Tagen zu verlassen. Auch die Beschwerdeführenden wurden nach dem 

positiven Asylentscheid aufgefordert, das Asyl-Camp innerhalb von einem 

Monat zu verlassen (vgl. SEM-Akte […] [nachfolgend: Akte]-41/5, S. 1). Da 

keine Anschlusslösung vorgesehen ist und der griechische Staat weder 

Wohnraum zur Verfügung stellt noch aktiv Unterstützung bei der Suche 

nach einer Wohnung leistet, sind die Betroffenen in erster Linie auf den 

freien Wohnungsmarkt angewiesen (vgl. SFH, Griechenland als «sicherer 

Drittstaat», Juristische Analyse – Update 2024 [nachfolgend: SFH Update 

2024], Ziff. 2.3).  

9.3.2 Das SEM verweist die Beschwerdeführenden unter anderem auf die 

Möglichkeit, sich um eine Aufnahme in das Programm HELIOS+ zu bemü-

hen. Beim HELIOS-Projekt handelte es sich um ein von der IOM (Interna-

tional Organization for Migration) umgesetztes Programm zur Unterstüt-

zung von international Schutzberechtigten in Griechenland, welches etwa 

Mietzuschüsse sowie Hilfe bei der Suche nach einer Unterkunft umfasste. 

Das Programm hatte jedoch verschiedentlich mit Finanzierungsschwierig-

keiten zu kämpfen und war zeitweise unterbrochen (vgl. RSA Report 2024, 

S. 21). Gemäss der Webseite von HELIOS wurde das Projekt per  

30. November 2024 beendet, seit dem 31. August 2024 wurden keine 

neuen Förderanträge mehr entgegengenommen sowie sämtliche Dienst-

leistungen eingestellt (vgl. https://greece.iom.int/hellenic-integration-sup-

port-beneficiaries-international-protection-and-temporary-protection-he-

lios, abgerufen am 28.04.2025). Frühere Programme, die anerkannte 

Flüchtlinge bei der Unterbringung unterstützt haben, namentlich ESTIA II, 

Filoxenia und HARP, wurden zwischenzeitlich ebenfalls eingestellt. Mit HE-

LIOS+ wurde indessen kürzlich ein Nachfolgeprojekt von HELIOS 

D-2590/2025 

Seite 17 

aufgegleist, welches die Integration von Drittstaatsangehörigen in den grie-

chischen Arbeitsmarkt und die griechische Gesellschaft zum Ziel hat. Es 

handelt sich um ein Portfolio von Integrationsprojekten – eines für jede Ver-

waltungsregion Griechenlands –, welche den Begünstigten die erforderli-

chen Ressourcen vermitteln sollen, um sozio-ökonomisch unabhängig zu 

werden (vgl. https://greece.iom.int/helios, abgerufen am 05.05.2025). Ein 

Teil der vorgesehenen Massnahmen zielt darauf ab, das eigenständige 

Wohnen zu fördern. Dabei sind unter anderem Unterstützung bei der Su-

che nach einer geeigneten Unterkunft, das Betreiben einer Plattform mit 

entsprechenden Angeboten sowie Mietzuschüsse vorgesehen (vgl. HE-

LIOS+, Comprehensive Actions for the Integration of Third-Country Natio-

nals into the Labour Market, Project Regulations Handbook, April 2025, S. 

9). Angesichts des Umstands, dass dieses Projekt gerade erst implemen-

tiert wird, lassen sich derzeit noch keine Aussagen über die tatsächliche 

Umsetzung in der Praxis treffen. Die Beschwerdeführenden erfüllen aber 

die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Registrierung – einen Ent-

scheid über die Schutzgewährung von der griechischen Asylbehörde, wel-

cher vor nicht mehr als 24 Monaten eröffnet wurde, sowie fehlende Er-

werbstätigkeit (vgl. das oben erwähnte Project Regulations Handbook, S. 

2 f.) – und hätten bei einer Rückkehr folglich die Möglichkeit, die Aufnahme 

in das betreffende Projekt zu beantragen.  

9.3.3 Um in Griechenland eine Wohnung mieten zu können, muss eine 

Person eine Aufenthaltsbewilligung, eine Steuernummer (AFM) sowie ein 

griechisches Bankkonto vorweisen (vgl. SFH Update 2024, Ziff. 2.3). In ein-

zelnen Berichten werden diese Anforderungen als für Schutzberechtigte 

fast unüberwindbar hohe bürokratische Hürden dargestellt, welche den Zu-

gang zu privat angemieteten Unterkünften faktisch versperrten (vgl. RSA 

Report 2024, S. 22 f.; SFH Update 2024, Ziff. 2.3; AIDA Greece Update 

2023, S. 269). Dieser Auffassung kann indessen – jedenfalls in dieser Ab-

solutheit – nicht gefolgt werden, zumal dies vor allem auf Schwierigkeiten 

bei der Ausstellung der Aufenthaltsbewilligung respektive deren Erneue-

rung sowie beim Erhalt der AFM-Nummer zurückgeführt wird. Die griechi-

schen Behörden scheinen jedoch in den letzten Jahren zumindest gewisse 

administrative Prozesse zum Vorteil der Schutzberechtigten gestrafft zu 

haben. So wurden den Beschwerdeführenden nach dem positiven Asylent-

scheid – welcher innerhalb weniger Wochen nach der Stellung des Asylge-

suchs erging – umgehend Aufenthaltsbewilligungen und einen Monat spä-

ter Reisedokumente für Flüchtlinge ausgestellt (vgl. Beweismittelverzeich-

nis zu Vorhaben […] [nachfolgend: BM-Verzeichnis], ID-001-008). Zudem 

erhalten Asylsuchende seit Ende 2020 nach der Asylgesuchstellung 

D-2590/2025 

Seite 18 

automatisch eine AFM-Nummer und ein entsprechendes Zertifikat (vgl. 

RSA Report 2024, S. 20). Die Beschwerdeführenden ersuchten im Som-

mer 2024 in Griechenland um Asyl, weshalb sie automatisch eine AFM-

Nummer erhalten haben. Diese ermöglicht es ihnen, ein griechisches 

Bankkonto zu eröffnen. Die grundlegenden Voraussetzungen, um eine 

Wohnung mieten zu können, dürften im vorliegenden Fall somit gegeben 

sein respektive mit zumutbarem Aufwand erfüllt werden können. Dies be-

deutet jedoch nicht, dass es ohne Weiteres möglich sein wird, auf dem 

freien Markt eine passende Unterkunft zu finden. Einerseits werden hierfür 

gewisse finanzielle Mittel benötigt, andererseits muss ein geeignetes Ob-

jekt gefunden werden, dessen Eigentümer bereit ist, dieses an Flüchtlinge 

zu vermieten. In der Praxis finden Schutzberechtigte wohl nur dann eine 

Wohnung, wenn sie eine feste Arbeitsstelle vorweisen können. Daneben 

bilden die Sprachbarriere im Kontakt mit Vermietern, Diskriminierung sowie 

ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum weitere Hindernisse bei der Woh-

nungssuche (vgl. Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, Länderinforma-

tion der Staatendokumentation, Griechenland, Version 8, 21.06.2024 

[nachfolgend BFA Staatendokumentation Griechenland], S. 26). Selbst 

wenn die erforderlichen Dokumente vorliegen, dürfte es daher schwierig 

sein, auf dem freien Markt eine Wohnung zu finden.  

9.3.4 In Griechenland sind in begrenztem Ausmass Unterkünfte für Ob-

dachlose verfügbar, welche auch Schutzberechtigten offenstehen. Dazu 

gehören neben lediglich nachts geöffneten Schlafstellen auch Übergangs-

wohnheime und unterstützte Wohnungen, die jeweils für einen gewissen 

Zeitraum zur Verfügung gestellt werden (vgl. SEM, Notiz Griechenland, Un-

terbringungsmöglichkeiten für Personen mit internationalem Schutzstatus, 

24.10.2022 [nachfolgend: SEM-Notiz Unterbringung], Ziff. 4.1). Gemäss ei-

nem Bericht von RSA/Pro Asyl ist es für Schutzberechtigte jedoch fast un-

möglich, Zugang zu Obdachlosenunterkünften zu erhalten, da die grosse 

Mehrheit dieser Einrichtungen – aufgrund fehlender Übersetzungsdienste 

– nur Griechisch oder Englisch sprechende Personen akzeptiere und teil-

weise keine Familien oder psychisch kranke Personen aufgenommen wür-

den. Ferner seien fast alle Zentren ausgelastet und führten lange Wartelis-

ten (vgl. RSA/Pro Asyl, Recognised Refugees 2025, Access to documents 

and socio-economic rights, March 2025 [nachfolgend: RSA Report 2025], 

S. 32). Die Notiz des SEM aus dem Jahr 2022 weist demgegenüber auf 

staatlich betriebene Obdachlosenunterkünfte in Athen hin, welche gemäss 

der dafür zuständigen Präsidentin des Aufnahme- und Solidaritätszent-

rums damals nicht voll ausgelastet waren (vgl. SEM-Notiz Unterbringung, 

Ziff. 4.2). Ein Bericht der Asylum Information Database AIDA aus 

D-2590/2025 

Seite 19 

demselben Jahr hält fest, es sei extrem schwierig, in einer Obdachlosen-

unterkunft aufgenommen zu werden, da diese immer überbelegt seien und 

konstant neue Anfragen erhielten (vgl. AIDA, Country Report: Greece, Up-

date 2022, S. 244). Insgesamt dürfte es für zurückkehrende Schutzberech-

tigte nur bedingt möglich sein, in einer solchen Einrichtung unterzukom-

men. Neben Kapazitätsproblemen ist der Zugang durch verschiedene wei-

tere Kriterien wie das Vorhandensein von Sprachkenntnissen oder den 

Ausschluss von Familien eingeschränkt. Ferner handelt es sich dabei 

höchstens um eine vorübergehende Lösung, bis eine angemessene dau-

erhafte Unterkunft gefunden werden kann.  

9.3.5 Sodann hat die griechische Regierung im Jahr 2022 in einigen grös-

seren Gemeinden das Programm «Wohnen und Arbeiten für Obdachlose» 

lanciert, für welches auch Personen mit internationalem Schutzstatus zu-

gelassen sind. Dieses Programm bietet ein relativ umfassendes Unterstüt-

zungsprogramm. Es umfasst nicht nur Hilfe bei der Suche nach einer pas-

senden Unterkunft, sondern insbesondere auch die Erstellung eines Plans 

zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und psychosoziale Unterstüt-

zung (vgl. SEM-Notiz Unterbringung, Ziff. 4.5). Zu beachten ist, dass die 

für das Programm infrage kommenden Kandidaten und Kandidatinnen je-

weils von den Sozialarbeitenden der Gemeinden identifiziert werden und 

eine Aufnahme von deren Empfehlung abhängt (vgl. SEM-Notiz Griechen-

land, Garantiertes Mindesteinkommen [EEE], 31. Oktober 2022 [nachfol-

gend: SEM-Notiz EEE], Ziff. 3). Dem Gericht ist zudem nicht bekannt, in 

welchem Ausmass es Schutzberechtigten in der Praxis tatsächlich möglich 

ist, die Voraussetzungen für dieses Programm zu erfüllen und die erforder-

lichen bürokratischen Schritte zu bewältigen, um aufgenommen zu wer-

den. Für den Antrag wird etwa eine Bescheinigung über den Aufenthalt in 

einem Übergangswohnheim oder eine Bescheinigung des Sozialdienstes 

der Gemeinde, dass die Betroffenen auf der Strasse oder in einer ungeeig-

neten Unterkunft leben, benötigt (vgl. SEM-Notiz Unterbringung, Ziff. 4.5). 

Es gibt keine offiziellen Daten darüber, wie viele Personen generell von 

diesem Programm profitieren, wobei RSA/Pro Asyl in ihrem jüngsten Re-

port zu Griechenland festhalten, bislang sei keine der von ihnen betreuten 

schutzberechtigten Personen aufgenommen worden (vgl. RSA Report 

2025, S. 33).  

9.3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der schwierige Zugang zu 

einer adäquaten Unterkunft, gerade für Familien mit Kindern, nach wie vor 

ein zentrales Problem für Schutzberechtigte in Griechenland darstellt. 

Frühere Hilfsprogramme wie ESTIA oder HELIOS wurden eingestellt und 

D-2590/2025 

Seite 20 

es wird sich zeigen müssen, ob das Nachfolgeprogramm HELIOS+ in der 

Praxis wirksam implementiert wird. Es ist darauf hinzuweisen, dass inter-

national Schutzberechtigte sowohl auf dem freien Wohnungsmarkt als 

auch in Bezug auf Angebote für Obdachlose in Konkurrenz mit griechi-

schen Staatsbürgern und -bürgerinnen und anderen Drittstaatsangehöri-

gen stehen. Dabei dürften sich insbesondere mangelnde Sprachkennt-

nisse und fehlende Vertrautheit mit lokalen Gegebenheiten und Verwal-

tungsprozessen nachteilig auswirken. Es ist zumindest fraglich, ob die be-

grenzten Kapazitäten von staatlichen oder von NGO betriebenen Einrich-

tungen für wohnungslose Personen ausreichen, um den Bedarf zu decken. 

Wie bereits im Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 festgehalten, 

muss davon ausgegangen werden, dass diese – auch heute noch – für 

einen erheblichen Teil der anerkannten Schutzberechtigten rechtlich oder 

tatsächlich nicht zugänglich sind (vgl. a.a.O. E. 9.4.4). Trotz dieser Prob-

leme ergab eine im Jahr 2022 im Auftrag des UNHCR durchgeführte Stu-

die, dass von den befragten Schutzberechtigten in Griechenland 52% in 

einer eigenen Wohnung lebten. Rund 22% hielten sich in einem Asyl-Camp 

auf – obwohl sie dieses eigentlich 30 Tage nach Erhalt des Flüchtlingssta-

tus verlassen müssten – und weitere 20% befanden sich im HELIOS-Pro-

gramm, während 3% anderweitig untergekommen waren und sich weitere 

3% als obdachlos bezeichneten (vgl. Immigration Policy Lab [IPL]/ETH Zü-

rich/University College London [UCL], MARINE CASALIS/DOMINIK HAN-

GARTNER/ALEXANDRA HARTMAN/RODRIGO SÁNCHEZ, Home for Good? Ob-

stacles and Opportunities for Refugees and Asylum Seekers in Greece, 

December 2023 [nachfolgend: IPL/ETH/UCL, Home for Good?], S. 11). 

Auch in einem Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel 

(Deutschland) vom 6. August 2024 wird festgehalten, dass Obdachlosigkeit 

unter Flüchtlingen in Athen trotz der Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu 

finden, kein augenscheinliches Massenphänomen darstelle. Dies sei na-

mentlich auf die Bildung von eigenen Strukturen und die Vernetzung der 

jeweiligen Landsleute untereinander zurückzuführen, über welche infor-

melle Unterkünfte gefunden werden könnten (vgl. Urteil Hessischer Ver-

waltungsgerichtshof vom 06.08.24, 2 A 1131/24.A [nachfolgend: Urteil Hes-

sischer VGH], E. II. 4. a) bb) (5.) und II. 5. a) (1.)).  

9.3.7 Den Beschwerdeführenden wurde nach der Schutzgewährung in 

Griechenland am 23. August 2024 ein Monat Zeit gegeben, um das Asyl-

Camp zu verlassen. Gemäss eigenen Angaben hielten sie sich bis zur Aus-

reise zunächst weiterhin in H._______ auf, wobei sie auf einer freien Flä-

che neben dem Camp ein Zelt aufgeschlagen hätten (vgl. Akte 52/10, F37). 

Das SEM wies indessen zu Recht darauf hin, dass der weitere Verbleib auf 

D-2590/2025 

Seite 21 

H._______ dem Umstand geschuldet war, dass die Ausstellung der Doku-

mente für die erwachsene Tochter länger gedauert habe (vgl. Akte 51/11, 

F24). Sobald sie diese erhalten hätten, seien sie umgehend nach 

I._______ weitergereist, wo sie für einige Tage in einem Haus gelebt hät-

ten, welches von Afghanen für Reisende bereitgestellt worden sei (vgl. Akte 

51/11, F25 ff.). Es war ihnen somit möglich, in I._______ mithilfe von 

Landsleuten zumindest temporär eine Unterkunft zu organisieren. Es geht 

aus den Akten nicht hervor, dass die Beschwerdeführenden – abgesehen 

von der für das Asyl-Camp zuständigen Organisation –, noch andere Stel-

len oder Organisationen um Unterstützung bei der Wohnungssuche er-

sucht haben (vgl. Akten 52/10 F43 und 51/11, F30). Vielmehr scheinen sie 

auf H._______ im Zelt ausgeharrt zu haben im Wissen, dass sie nach Er-

halt der Reisedokumente Griechenland umgehend verlassen würden. Die 

Aussage des Beschwerdeführers, sie hätten kein Geld für die Wohnungs-

miete gehabt, die Sprache nicht gekonnt und niemanden gehabt, der ihnen 

geholfen habe (vgl. Akte 52/10, F42), lässt keine konkreten Bemühungen 

erkennen, eine geeignete Unterkunft für die Familie zu finden. Es ist insbe-

sondere nicht ersichtlich, dass sie auf dem griechischen Festland – etwa 

nach der Ankunft in I._______ – nach einer Wohnung gesucht hätten. An 

dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass einzelne Webseiten wie «gre-

ece.refugee.info» oder jene des griechischen Ministeriums für Migration 

und Asyl auch Informationen in Farsi – darunter zum Thema Unterkunft – 

anbieten, weshalb allein fehlende Sprachkenntnisse kein ausreichender 

Grund für das Fehlen entsprechender Bemühungen sein können. Ange-

sichts der raschen Weiterreise der Beschwerdeführenden in die Schweiz 

ist nicht davon auszugehen, dass sie sich ernsthaft um eine dauerhafte 

Unterkunft ausserhalb des Asyl-Camps bemüht haben. Nach der Rückkehr 

können sie sich etwa erneut bei den Asylbehörden melden und um (aus-

serordentliche) Unterbringung in einer Asylunterkunft ersuchen. Sie haben 

auch die Möglichkeit, mithilfe eines der Migrant Integration Center (M.I.C.) 

eine allenfalls temporäre Unterkunft zu finden, zumal derartige Vermittlun-

gen explizit zu deren Aufgaben gehören (vgl. https://migration.gov.gr/en/ 

kentra-entaxis-metanaston/, abgerufen am 28.04.2025). Schliesslich steht 

es ihnen auch offen, auf dem freien Markt nach einer Wohnung zu suchen. 

Diese beispielhaft aufgezählten Möglichkeiten wurden von den Beschwer-

deführenden nicht ausgeschöpft. Es kann daher nicht angenommen wer-

den, dass es ihnen trotz zumutbarer Anstrengungen nicht möglich gewe-

sen wäre, in Griechenland eine angemessene Unterkunft erhältlich zu ma-

chen. Darüber hinaus können sie sich angesichts des im Frühjahr 2025 

beginnenden Projekts HELIOS+ für dieses Programm registrieren und 

https://migration.gov.gr/en/kentra-entaxis-metanaston/
https://migration.gov.gr/en/kentra-entaxis-metanaston/

D-2590/2025 

Seite 22 

allenfalls auch auf diese Weise Unterstützung bei der Wohnungssuche er-

halten.  

Hinsichtlich der fehlenden Sprachkenntnisse ist festzustellen, dass es den 

Beschwerdeführenden während ihres Aufenthalts in Griechenland offenbar 

gelang, mit den zuständigen Migrationsbehörden – namentlich in Bezug 

auf die Ausstellung der Reisedokumente – zu kommunizieren sowie die 

Reise nach I._______, eine temporäre Unterkunft und die Weiterreise in 

die Schweiz zu organisieren. Es ist davon auszugehen, dass eine grundle-

gende Kommunikation zukünftig weiterhin – trotz fehlender Englisch- und 

Griechisch-Kenntnisse – möglich sein wird. Im Übrigen sind sie gehalten, 

sich um den Erwerb von entsprechenden Sprachkompetenzen zu bemü-

hen. Auch wenn es im Camp auf H._______ für Erwachsene keine Sprach-

kurse gegeben habe (vgl. Akten 51/11, F44 und 52/10, F56) und die Be-

schwerdeführenden von den Asylbehörden diesbezüglich keine Unterstüt-

zung erhalten hätten, gibt es die Möglichkeit, auf von NGO angebotene 

Kurse zurückzugreifen oder sich an ein M.I.C. zu wenden, welche gemäss 

Webseite auch Griechischkurse vermitteln. Ferner ist in diesem Zusam-

menhang ebenfalls auf das Projekt HELIOS+ hinzuweisen, welches auch 

Sprachkurse beinhaltet.  

9.4  

9.4.1 Nach ihrer Anerkennung sind Schutzberechtigte in Griechenland 

selbst für ihren Lebensunterhalt verantwortlich. Grundsätzlich haben sie 

mit dem Erhalt der Aufenthaltsbewilligung den gleichen Zugang zum Ar-

beitsmarkt wie griechische Staatsangehörige, wobei die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit insbesondere eine AFM-Nummer sowie eine AMKA-Num-

mer voraussetzt (vgl. SFH Update 2024, Ziff. 2.4). Für die Erteilung einer 

AMKA ist gemäss geltendem Recht eine gültige Aufenthaltsbewilligung er-

forderlich. Nach Erhalt der letzteren konnten sich die Schutzberechtigten 

bislang innerhalb eines Monats bei einem Bürgerservicezentrum (KEP) 

melden und ihre provisorische Sozialversicherungsnummer für Asylsu-

chende (PAAYPA) in eine AMKA umwandeln lassen (vgl. RSA Report 2024, 

S. 20). Diesbezüglich kam es offenbar zu einer Änderung der Zuständigkeit 

und per 1. Januar 2025 stellt das Ministerium für Migration und Asyl die 

AMKA für anerkannte Flüchtlinge aus (vgl. RSA Report 2025, S. 22). Im 

Fall der Beschwerdeführenden ist davon auszugehen, dass sie bereits 

über eine AMKA verfügen, nachdem eine solche auf einer Terminbestäti-

gung des Beschwerdeführers beim Spital H._______ vermerkt ist (vgl. BM-

Verzeichnis, ID-013/1). Sollten einzelne Familienmitglieder noch keine 

AMKA erhalten haben, kann angenommen werden, dass sie – nachdem 

D-2590/2025 

Seite 23 

die Familie im Besitz gültiger Aufenthaltsbewilligungen ist – sich bei der 

zuständigen Behörde eine solche erteilen lassen können. Falls sich dabei 

Probleme ergeben, etwa weil sie die Frist von einem Monat verpasst ha-

ben, können sie sich an ein M.I.C. wenden, welche auch rechtliche Aus-

künfte im Zusammenhang mit der Ausstellung der AMKA anbieten (vgl. 

https://migration.gov.gr/en/kentra-entaxis-metanaston/, abgerufen am 

28.04.2025). Ausserdem ist davon auszugehen, dass sie dort weitere In-

formationen zur AMKA erhalten können, falls nicht bekannt sein sollte, was 

diese Nummer bedeutet und für welche Zwecke sie benötigt wird. Zumin-

dest der Beschwerdeführer verfügt – wie die von ihm eingereichte Termin-

bestätigung eines Spitals zeigt – bereits über eine AMKA (vgl. BM-Ver-

zeichnis, ID-013/1). Zudem wurde im Rahmen der bereits erwähnten Stu-

die im Auftrag des UNHCR festgestellt, dass mehr als 80% der Flüchtlinge 

in Griechenland über eine AMKA-Nummer verfügen, während über 90% im 

Besitz einer AFM-Nummer sind (vgl. IPL/ETH/UCL, Home for Good?, 

S. 20). Es ist davon auszugehen, dass es den Betroffenen in der Praxis 

grossmehrheitlich gelingt, diese grundlegenden Voraussetzungen für die 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu erfüllen.  

9.4.2 Der tatsächliche Zugang zum Arbeitsmarkt ist jedoch mit verschiede-

nen Hindernissen verbunden. Neben den wirtschaftlich schwierigen Bedin-

gungen in Griechenland und einer anhaltend relativ hohen Arbeitslosenrate 

fallen insbesondere der Wettbewerb mit Griechisch sprechenden Arbeits-

kräften sowie administrative Hindernisse beim Erhalt erforderlicher Doku-

mente ins Gewicht (vgl. AIDA Greece Update 2023, S. 206). Der Zugang 

zum Arbeitsmarkt erfordert zudem einen gemeldeten Wohnsitz (vgl. BFA 

Staatendokumentation Griechenland, S. 35), weshalb sich die oben darge-

legten Probleme bei der Suche nach einer Unterkunft auch auf das Finden 

einer Arbeitsstelle auswirken – welche es ihrerseits erleichtern würde, 

überhaupt erst eine Wohnung zu erhalten. Bei der Studie im Auftrag des 

UNHCR gaben 62% der anerkannten Flüchtlinge an, sie seien in den vo-

rangehenden vier Wochen keiner Arbeit nachgegangen. Gut die Hälfte da-

von war auf der Suche nach einem Job, während die übrigen entweder 

keine Arbeit suchten, unbezahlter Arbeit nachgingen oder aus gesundheit-

lichen Gründen keine solche aufnehmen konnten. Im Rahmen dieser Stu-

die wiesen afghanische Staatsangehörige mit rund 26% einen vergleichs-

wiese tiefen Anteil an Erwerbstätigen auf (vgl. IPL/ETH/UCL, Home for 

Good?, S. 25-27). Eine weitere Erhebung des UNHCR, basierend auf In-

terviews mit Schutzberechtigen im Zeitraum von Juli 2022 bis Juni 2023, 

ergab, dass lediglich 29% der Befragten erwerbstätig waren, davon 12% 

nur gelegentlich (vgl. UNHCR, Protection Monitoring of Refugees in 

D-2590/2025 

Seite 24 

Greece, Key Findings: July 2022 – June 2023, S. 2). Ein neuster Bericht 

stützt sich auf Befragungen während des Jahres 2024 und hält fest, dass 

die Hälfte der Schutzberechtigten keine Arbeit habe (vgl. UNHCR, 2024 

Protection Monitoring of Refugees in Greece, Key Findings, March 2025, 

S. 3).  

9.4.3 Im Allgemeinen sind Drittstaatsangehörige in den statistischen Daten 

zur Arbeitslosigkeit in Griechenland überrepräsentiert (vgl. AIDA Greece 

Update 2023, S. 270). Zudem weist Griechenland mit 8.6% im Februar 

2025 die vierthöchste Arbeitslosenquote der EU auf (vgl. Statistisches Bun-

desamt, https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-

Soziales/Arbeitsmarkt/EUArbeitsmarktMonat.html, abgerufen am 

28.04.2025). Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die Arbeitslosigkeit in den 

letzten Jahren erheblich zurückging (vgl. EURES, https://eures.eu-

ropa.eu/living-and-working/labour-market-information-europe/labour-mar-

ket-information-greece_en?prefLang=de, abgerufen am 28.04.2025) und 

sich die Wirtschaftslage entspannt hat. In verschiedenen Branchen, na-

mentlich in der Hotellerie, der Landwirtschaft und besonders im Baubereich 

sind zehntausende Stellen unbesetzt und der Mangel an Arbeitskräften 

wird zunehmend zu einem Problem (vgl. Urteil Hessischer VGH, E. II. 4. a) 

cc)). Das SEM wies in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass 

es gerade in diesen Branchen nicht zwingend erforderlich ist, dass die Ar-

beitnehmenden über Griechisch- oder Englischkenntnisse verfügen. Na-

mentlich in Regionen, in welchen die lokale Wirtschaft auf Tourismus oder 

Landwirtschaft ausgerichtet ist, haben Flüchtlinge aufgrund des Arbeits-

kräftemangels oft gute Chancen, eine Anstellung zu finden (vgl. Council of 

Europe/European Commission against Racism and Intolerance, ECRI Re-

port on Greece (sixth monitoring cycle), 22.09.2022 [nachfolgend: ECRI 

Report 2022], Ziff. 77). Zudem wurden in Griechenland verschiedene Pro-

jekte lanciert, welche die Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden 

in den Arbeitsmarkt fördern sollen. In Athen wurde etwa das ADAMA Centre 

eingerichtet, welches Tipps zum griechischen Arbeitsmarkt sowie Unter-

stützung bei Formalitäten oder Übersetzungen anbietet und eine Job-Mat-

ching-Plattform betreibt (vgl. https://adamajobcenter.crs.org/, abgerufen 

am 28.04.2025). Daneben gibt es verschiedene weitere Initiativen, na-

mentlich Jobmessen für anerkannte Flüchtlinge auf den griechischen In-

seln (vgl. [Deutsches] Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Entscheid-

erbrief 05/2023, S. 11, https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/-

Behoerde/Informationszentrum/Entscheiderbrief/2023/entscheiderbrief-

05-2023.pdf?__blob=publicationFile&v=4, abgerufen am 28.04.2025). 

Auch an dieser Stelle ist wiederum auf HELIOS+ hinzuweisen, welches die 

D-2590/2025 

Seite 25 

sozio-ökonomische Integration in den Vordergrund stellt und auf den Zu-

gang zum Arbeitsmarkt sowie den Erwerb der hierfür notwendigen Kompe-

tenzen fokussiert.  

9.4.4 Die Beschwerdeführenden machen geltend, dass es auf der Insel 

H._______ nur sehr wenige Arbeitsstellen gegeben habe und für Frauen 

gar keine (vgl. Akten 52/10, F45, F51 und 51/11, F35). Aufgrund fehlender 

Integrationsprogramme und mangelnder Sprachkenntnisse sei es ihnen 

nicht möglich, in Griechenland eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen respek-

tive ausreichend Geld zu verdienen, um eine fünfköpfige Familie zu ernäh-

ren. Ihre Bemühungen um eine Arbeitsstelle scheinen sich jedoch darauf 

beschränkt zu haben, dass der Beschwerdeführer zu einem Geschäft ge-

gangen sei und dort gewartet habe, ob jemand eine Arbeit anbieten könne, 

was an einigen wenigen Tagen der Fall gewesen sei (vgl. Akte 51/11, F34, 

F36 und 52/10, F45 ff.). Nach dem Erhalt der Aufenthaltsbewilligungen hät-

ten sie sich indessen an einem beliebigen Ort in Griechenland niederlas-

sen können. Entsprechend hätten sie sich bei der Stellensuche nicht auf 

die Insel H._______ beschränken müssen, und es kann davon ausgegan-

gen werden, dass für Frauen – im Übrigen wohl auch bereits auf 

H._______ – durchaus Arbeitsstellen verfügbar gewesen wären. Das SEM 

wies in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass die beiden Eltern 

trotz geringer Bildung sowohl im Iran als auch in der Türkei ver-

schiedentlich gearbeitet haben, namentlich in der Landwirtschaft, in Fabri-

ken oder auf dem Bau (vgl. Akten 52/10, F18 f., F70 f. und 51/11, F63, F78 

f.). Damit verfügen sie über Arbeitserfahrungen, welche ihnen dabei helfen 

können, auch auf dem griechischen Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Bereits 

in der Türkei gelang es ihnen, ohne anfänglich über entsprechende 

Sprachkenntnisse zu verfügen, ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften 

und mit der Zeit die türkische Sprache zu lernen (vgl. Akten 52/10, F71 ff. 

und 51/11 F82, F89). Das Verhalten der Beschwerdeführenden lässt je-

doch darauf schliessen, dass sie nie ernsthaft versucht haben, sich in Grie-

chenland wirtschaftlich zu integrieren. Vielmehr reisten sie nach dem Erhalt 

ihrer Reisedokumente umgehend nach I._______ und von dort weiter in 

die Schweiz. Konkrete Bemühungen, nach der Schutzgewährung die grie-

chische Sprache zu erlernen – beispielsweise mithilfe von durch NGO an-

gebotenen Kursen oder im Internet verfügbaren Sprachlernressourcen – 

sowie eine Arbeit zu finden, insbesondere in einer der vom SEM erwähnten 

Branchen, in welchen sowohl ein Arbeitskräftemangel vorliegt als auch 

nicht zwingend Griechisch- oder Englischkenntnisse vorausgesetzt wer-

den, lassen sich nicht erkennen. Auch an dieser Stelle ist darauf hinzuwei-

sen, dass im Internet, namentlich auf der Seite «greece.refugee.info/fa», 

D-2590/2025 

Seite 26 

durchaus Informationen in Farsi zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ver-

fügbar sind. Ebenso ist auf die oben erwähnten Projekte und Initiativen zur 

Arbeitsintegration hinzuweisen. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, 

dass Kenntnisse des Griechischen oder Englischen bei der Stellensuche 

vorteilhaft wären. Dennoch müssen sich die Beschwerdeführenden vorhal-

ten lassen, dass sie sich weder um den Spracherwerb noch um eine Er-

werbstätigkeit bemüht haben, sondern ihre Anstrengungen vielmehr darauf 

gerichtet gewesen zu sein scheinen, Griechenland so rasch als möglich zu 

verlassen.  

9.5  

9.5.1 Des Weiteren haben Schutzberechtigte zumindest theoretisch den 

gleichen Zugang zum Sozialsystem wie griechische Staatsangehörige. 

Verschiedene Sozialleistungen wie etwa Mietzuschüsse oder Kinderzula-

gen sind aber an die Bedingung eines mehrjährigen Aufenthalts in Grie-

chenland geknüpft, was Schutzberechtigte, die sich erst seit kurzer Zeit 

dort aufhalten, zum Vornherein ausschliesst (vgl. RSA Report 2025, 

S. 25 f.; AIDA Greece Update 2023, S. 274). Demgegenüber steht das Ga-

rantierte Mindesteinkommen (griechisches Akronym: EEE) allen Personen 

offen, die sich legal in Griechenland aufhalten. Die finanzielle Unterstüt-

zung in diesem Rahmen beträgt monatlich 200 Euro pro Haushalt sowie 

100 Euro pro erwachsene Person und 50 Euro pro Kind (vgl. SFH Update 

2024, Ziff. 2.5). Daneben beinhaltet das EEE auch soziale Dienstleistun-

gen – etwa kostenlose medizinische Versorgung für Nichtversicherte, Ein-

bezug in Programme und soziale Strukturen zur Armutsbekämpfung, Ab-

gabe von Lebensmitteln und materiellen Gütern – sowie Unterstützung bei 

der beruflichen Integration (vgl. SEM-Notiz EEE, Ziff. 2). Für die Beantra-

gung sind verschiedene Dokumente erforderlich, darunter eine gültige Auf-

enthaltsbewilligung, AFM- und AMKA-Nummer, ein griechisches Bank-

konto, eine Steuerklärung, Unterlagen über die Wohnsituation der letzten 

sechs Monate, eine Arbeitslosenkarte oder ein Beleg über die monatlichen 

Einkünfte sowie eine Schulbestätigung für Kinder (vgl. SEM-Notiz EEE, 

S. 7 f.). In der Praxis dürfte die Beschaffung dieser Unterlagen für Flücht-

linge teilweise mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein. Zu denken 

ist hier – abgesehen von der Steuererklärung und der Schulbestätigung, 

welche eine effektive Einschulung der Kinder voraussetzt – insbesondere 

an die Bescheinigung über den Wohnsitz der vergangenen sechs Monate. 

Gerade Personen, welche nach einem längeren Aufenthalt im Ausland zu-

rückkehren, werden eine solche nicht vorlegen können. Faktisch dürften 

sie damit für das erste Halbjahr vom EEE ausgeschlossen sein (vgl. in die-

sem Sinne auch Hessischer VGH, E. II. 4. a) dd) (1.)). Gewisse 

D-2590/2025 

Seite 27 

Unterstützungsleistungen werden aber auch im Rahmen staatlicher Stras-

sensozialarbeit sowie durch NGO erbracht. Deren Mitarbeitende unterstüt-

zen von Obdachlosigkeit betroffene Personen – darunter auch Flüchtlinge 

– mit Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Zudem vernetzen 

sie diese bei Bedarf mit medizinischen und sozialen Diensten oder anderen 

Dienstleistern wie Rechtsberatungsstellen (vgl. SEM-Notiz Unterbringung, 

Ziff. 4.1; Urteil Hessischer VGH, E. II. 4. a) dd) (3.)). Diese Angebote kön-

nen zumindest zur Überbrückung dienen und gewisse Lücken füllen, wel-

che nicht durch andere staatliche Leistungen abgedeckt sind.  

9.5.2 Aus den Akten geht nicht hervor, dass die Beschwerdeführenden sich 

massgeblich um staatliche Unterstützung bemüht hätten. Gemäss ihren 

Ausführungen hätten sie sich lediglich an die für das Camp zuständige Or-

ganisation gewandt, seien von dieser aber abgewiesen worden. Weiter er-

klärten sie, dass sie keine Unterstützung von NGO, Kirchen oder Drittper-

sonen erhalten hätten, zumal sie sich nicht ausgekannt hätten (vgl. Akten 

52/10, F54 f. und Akte 51/11, F42). Diese Aussagen weisen nicht auf darauf 

hin, dass sich die Beschwerdeführenden in ausreichendem Mass um Un-

terstützung bemüht hätten, zumal sie nach der Schutzgewährung die Mög-

lichkeit hatten, sich an einen anderen Ort in Griechenland und insbeson-

dere auch auf das Festland zu begeben. Dort hätten ihnen allenfalls mehr 

Optionen offen gestanden. Nach ihrer Ankunft in I._______ reisten sie je-

doch innerhalb von wenigen Tagen aus, ohne sich darum zu bemühen, in 

Griechenland ein Leben aufzubauen. Wie bereits erwähnt, finden sich auf 

verschiedenen Internetseiten Angaben in Farsi, darunter auch zu staatli-

chen Unterstützungsmassnahmen. Ferner darf von Schutzsuchenden er-

wartet werden, dass sie bei Bedarf nicht lediglich an die Leitung des Asyl-

Camps wenden, sondern auch an anderen Stellen nachfragen, ob respek-

tive welche Unterstützung allenfalls erhältlich gemacht werden kann. Dabei 

hätten sie sich namentlich an die Behörden, etwa ein M.I.C., oder eine 

NGO beziehungsweise kirchliche Hilfsorganisation, wenden können. Dass 

sie dies (erfolglos) getan hätten, wird von ihnen nicht geltend gemacht, ge-

schweige denn belegt. Entsprechend haben sie auch in diesem Zusam-

menhang nicht die ihnen verfügbaren Möglichkeiten ausgeschöpft, um zu 

verhindern, dass sie bei einem weiteren Verbleib in Griechenland in eine 

Notlage geraten.  

9.6  

9.6.1 Das SEM weist sodann zu Recht darauf hin, dass schutzberechtigte 

Kinder in Griechenland schulpflichtig sind und der Besuch der Primar- und 

Sekundarschule – ebenso wie für griechische Kinder – obligatorisch ist 

D-2590/2025 

Seite 28 

(vgl. AIDA Greece Update 2023, S. 271). Für Kinder ohne die erforderlichen 

Sprachkenntnisse existieren spezielle Aufnahmeklassen, in welchen na-

mentlich zusätzliche Unterstützung beim Erlernen der griechischen Spra-

che angeboten wird (vgl. ECRI Report 2022, Ziff. 65). Daneben gibt es ver-

schiedene Angebote wie ein von UNICEF mitentwickeltes «Accelerated 

Learning Program», welche die Integration von Flüchtlingskindern ins grie-

chische Bildungssystem unterstützen (vgl. AIDA Greece Update 2022, 

S. 272). Gemäss dem bereits erwähnten Monitoring des UNHCR besuch-

ten rund 71% der Flüchtlingskinder eine öffentliche Schule, zusätzliche 3% 

gelegentlich und bei 4% der Familien gingen einige, aber nicht alle Kinder 

zur Schule (vgl. UNHCR, Protection Monitoring of Refugees in Greece, Key 

Findings: July 2022 – June 2023, August 2023, S. 3). Die Einschreibung 

an einer Schule setzt eine Aufenthaltsbewilligung, ein Gesundheits- oder 

Impfbüchlein sowie einen Wohnsitznachweis voraus, wobei letzterer auch 

in einer Bestätigung der Asylunterkunft oder eines allfälligen Gastgebers 

bestehen kann (vgl. UNHCR, https://help.unhcr.org/greece/living-in-gre-

ece/access-to-education/, abgerufen am 28.04.2025).  

9.6.2 Die Beschwerdeführenden hielten sich lediglich etwas mehr als drei 

Monate in Griechenland auf. Aus ihren Angaben geht nicht klar hervor, ob 

die Kinder in dieser Zeit zumindest zeitweise die Schule besucht haben. 

Während die Tochter C._______ erklärte, sie sei weder zur Schule gegan-

gen noch habe sie Sprachkurse besucht (vgl. Akte 53/8, F45 f.), gab ihre 

Mutter an, dass die Kinder ein- oder zweimal pro Woche einen (Sprach-

)Kurs besucht hätten (vgl. Akte 51/11, F46). Der Beschwerdeführer führte 

seinerseits aus, es habe im Camp Sprachkurse für Kinder gegeben, aber 

weil diese nicht hingegangen seien, habe kein Unterricht stattgefunden 

(vgl. Akte 52/10, F57). Selbst wenn während des Aufenthalts im Camp kein 

regulärer Schulbesuch möglich gewesen sein sollte, ist davon auszuge-

hen, dass eine Einschulung der minderjährigen Kinder erfolgen kann, so-

bald sich die Familie in Griechenland niederlässt. Da die Einschulung ins-

besondere einen Wohnsitznachweis voraussetzt, lässt sich nicht aus-

schliessen, dass es zu einem gewissen Unterbruch beim Schulbesuch 

kommt, da ein solcher bei einer Rückkehr nicht unmittelbar vorliegt. Im 

Rahmen einer Migration wird es sich jedoch nie vollständig vermeiden las-

sen, dass es zu Unterbrüchen bei der Schulbildung kommt, was sowohl bei 

der Ausreise in die Türkei als auch der späteren Weiterreise nach Grie-

chenland und schliesslich in die Schweiz der Fall gewesen sein dürfte. 

Nachdem die Beschwerdeführenden bislang keine ausreichenden Bemü-

hungen unternommen haben, in Griechenland einen Wohnsitz zu begrün-

den, lässt sich nicht zum Vornherein ausschliessen, dass ihnen dies 

D-2590/2025 

Seite 29 

gelingen wird. Zudem gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die griechi-

schen Behörden eine Einschulung der beiden minderjährigen Töchter ver-

weigern würden. Auch wenn eine gewisse Latenzzeit besteht, bis sie eine 

Bescheinigung über ihren Wohnsitz vorlegen können, ist davon auszuge-

hen, dass die Kinder in absehbarer Zeit in Griechenland eine Schule besu-

chen können. Einerseits ist der Schulbesuch obligatorisch, anderseits be-

sucht gemäss dem Monitoring des UNHCR zumindest eine Mehrheit der 

Flüchtlingskinder eine öffentliche Schule.  

9.6.3 Erwachsene Schutzberechtigte haben unter denselben Bedingungen 

wie andere legal in Griechenland lebende Drittstaatsangehörige Zugang 

zum Bildungssystem und zu Ausbildungsprogrammen (vgl. BFA Staaten-

dokumentation Griechenland, S. 33). Von den M.I.C. werden insbesondere 

Sprachkurse und weitere Bildungsangebote (beispielswiese betreffend Ge-

schichte und Kultur) offeriert respektive vermittelt, wobei unter anderem 

das Ziel verfolgt wird, die Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die 

Nachfrage nach solchen Kursen übersteige indessen das Angebot (vgl. 

AIDA Greece Update 2023, S. 272). Es gibt aber verschiedene weitere An-

bieter von Sprach- und Integrationskursen, darunter das griechische Rote 

Kreuz oder der Greek Refugee Council/Pyxida (vgl. BFA Staatendokumen-

tation Griechenland, S. 32). Es steht den Beschwerdeführenden frei, sich 

nach solchen Kursen und Bildungsangeboten umzuschauen und auf die-

sem Weg allenfalls ihre Chancen auf eine Integration in den griechischen 

Arbeitsmarkt, aber auch in die dortige Gesellschaft zu erhöhen.  

9.7  

9.7.1 Anerkannte Schutzberechtigte haben in Griechenland rechtlich den 

gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung wie griechische Staatsange-

hörige. Vorausgesetzt wird eine AMKA-Nummer, weshalb sich allfällige 

Probleme bei deren Ausstellung auf den Zugang zur medizinischen Versor-

gung auswirken (vgl. AIDA Greece Update 2023, S. 275). Mit der AMKA 

steht der Zugang zum Gesundheitswesen jedoch grundsätzlich offen. Bei 

Personen, welche zwar über eine AMKA verfügen, aber nicht versichert 

sind, können Operationen, diagnostische Untersuchungen und die Ver-

schreibung von Medikamenten nur durch Ärzte in öffentlichen Spitälern und 

primären Gesundheitsstrukturen erfolgen. Eine Behandlung durch private 

Ärztinnen und Ärzte ist dagegen nicht möglich respektive nicht abgedeckt 

(vgl. AIDA Greece Update 2023, S. 276). Dabei handelt es sich indessen 

nicht um eine spezifische Regelung für Schutzberechtigte, sondern für alle 

in Griechenland lebenden Personen. Sodann wird der tatsächliche Zugang 

zu Gesundheitsdiensten durch einen Mangel an Ressourcen und 

D-2590/2025 

Seite 30 

Kapazitäten eingeschränkt, was sowohl ausländische Personen als auch 

griechische Staatsangehörige betrifft (vgl. SFH Update 2024, Ziff. 2.6). Im 

Fall von Schutzberechtigten kommt oft eine Sprachbarriere hinzu, welche 

bei fehlenden Dolmetscherdiensten den Zugang zur Gesundheitsversor-

gung zusätzlich beeinträchtigt (vgl. RSA/Pro Asyl, Beneficiaries of interna-

tional protection in Greece, Access to documents and socio-economic 

rights, March 2023, S. 26; RSA Report 2025, S. 35). Inzwischen bieten aber 

viele Krankenhäuser Dolmetscherdienste an (vgl. Hessischer VGH, E. II. 

4. a) ee) (1.)). In Notfällen sind zudem alle öffentlichen medizinischen Ein-

richtungen verpflichtet, unabhängig von der Vorlage einer Sozialversiche-

rungsnummer kostenlos medizinische Erstversorgung zu leisten und erfor-

derliche Medikamente abzugeben (vgl. Refugee.info, Health care without 

a social security number [PAAYPA or AMKA], https://greece.refu-

gee.info/en-us/articles/4985632313623, abgerufen am 28.04.2025). Ne-

ben staatlichen Angeboten gibt es auch von NGO – etwa PRAKSIS, Doc-

tors of the World, Médecins Sans Frontières, griechisches Rotes Kreuz, 

Solidarity Now – betriebene Zentren und Polikliniken, welche unter ande-

rem medizinische Leistungen für Schutzberechtigte anbieten (vgl. UNHCR, 

https://help.unhcr.org/greece/living-in-greece/access-to-health-care/, ab-

gerufen am 05.05.2025).  

9.7.2 Der Beschwerdeführer gab anlässlich seiner Befragung an, er sei in 

der Schweiz wegen (…) behandelt worden. Es gehe ihm psychisch nicht 

gut; er fühle sich gestresst und könne nicht schlafen (vgl. Akte 52/10, F81 

ff.). Ein Bericht des Spitals (…) hält fest, dass er wegen (…), notfallmässig 

vorstellig wurde (vgl. Akte 45/2). In der Folge erhielt er Medikamente. Durch 

die engmaschige Behandlung konnte der (…) gesenkt werden, die behan-

delnde Ärztin erachtete dies als «sehr erfreulichen» Verlauf (vgl. Akten 

46/2, 50/2, 60/3). Im Rahmen des rechtlichen Gehörs wurde geltend ge-

macht, der Beschwerdeführer leide an (…), nachdem ihm bei einem Ar-

beitsunfall in der Türkei (…) (vgl. Akte 41/5, S. 3). Der jüngste Arztbericht 

vom 14. April 2025 hält sodann fest, es seien (…) diagnostiziert und (…) 

verschrieben wurden. Zudem leide der Beschwerdeführer seit einem Jahr 

an Beschwerden im (…), nachdem er 2015 im Iran aufgrund einer (…) ope-

riert worden sei. Trotz diverser gesundheitlicher Einschränkungen handelt 

sich dabei nicht um akute medizinische Probleme, welche umgehend einer 

Behandlung bedürften. Darüber hinaus verfügt der Beschwerdeführer in 

Griechenland über eine AMKA-Nummer und er erhielt einen Termin im Spi-

tal für weitere Untersuchungen. Es ist somit nicht anzunehmen, dass er 

dort keinen Zugang zur medizinischen Versorgung hatte oder dringend be-

nötigte Behandlungen nicht erhielt. Es kann auch davon ausgegangen 

D-2590/2025 

Seite 31 

werden, dass allfällige weiterhin bestehenden Gesundheitsbeschwerden 

nach der Rückkehr in Griechenland ebenfalls behandelt werden können.  

9.7.3 Die Beschwerdeführerin muss eigenen Angaben zufolge Medika-

mente wegen einer (…) einnehmen. Zudem gehe es ihr seelisch nicht gut 

und sie könne nachts nicht schlafen (vgl. Akte 51/11, F49, F92). Dem Ver-

laufsblatt von Medic-Help lässt sich unter anderem entnehmen, dass sie 

viele Male bei der Pflege vorsprach wegen (…), wobei sie auch angab, 

dass sie unter Stress leide und schlecht schlafe (vgl. Akt 59/4). In diesem 

Zusammenhang liegt ein Arztbericht vom 31. März 2025 vor, gemäss wel-

chem die Beschwerdeführerin bei Bedarf das Medikament (…) nehme und 

besondere (…) verwenden soll (vgl. Akte 56/1). Zudem wurde bei einem 

Arztbesuch am 11. April 2025 ein ausgeprägter (…)-Mangel festgestellt 

und eine Substituierung verordnet. Auch wenn der bestehende (…) – des-

sen genaue Ursache bislang nicht festgestellt werden konnte – für die Be-

schwerdeführerin belastend ist und sie unter psychischem Stress leidet, 

sind ihre gesundheitlichen Probleme nicht als derart gravierend zu erach-

ten, dass diese einer Rückkehr nach Griechenland entgegenstehen könn-

ten. Es ist davon auszugehen, dass allenfalls erforderliche Abklärungen in 

Bezug auf den (…), der bereits in der Türkei bestanden habe, auch in Grie-

chenland erfolgen können und Medikamente zur entsprechenden Behand-

lung verfügbar sind. Angesichts des Umstands, dass ihr Ehemann über 

eine AMKA-Nummer verfügt, kann angenommen werden, dass sie eben-

falls eine solche hat oder sich diese problemlos ausstellen lassen könnte.  

9.7.4 Weiter gab die Tochter C._______ an, dass sie in Griechenland Prob-

leme mit den (…) und manchmal Schmerzen gehabt habe sowie erkältet 

gewesen sei. In der Schweiz sei sie wegen ihrer (…) ins Spital geschickt 

worden (vgl. Akte 53/8, F51, F66 ff.). Aus diversen Kinderarztberichten so-

wie dem Verlaufsblatt von Medic-Help geht hervor, dass C._______ wegen 

verschiedenen Krankheitssymptomen wie etwa Husten, Fieber und ge-

schwollenen Lymphknoten behandelt wurde (vgl. Akten 35/4, 42/5, 61/4). 

Daneben erfolgten Abklärungen aufgrund ihres (…) (vgl. Akte 43/4). Offen-

bar leidet sie bereits seit dem Aufenthalt in der Türkei an (…) (vgl. Akten 

48/2 und 65/3). In diesem Zusammenhang erhielt sie mehrere (…) und es 

wurden (…) verschrieben (vgl. Akte 61/4). Vor diesem Hintergrund ist fest-

zustellen, dass bei C._______ zwar verschiedene gesundheitliche Be-

schwerden bestehen. Diese lagen jedoch zumindest teilweise bereits in der 

Türkei vor und lassen sich – im Fall des (…) – relativ gut behandeln. Es ist 

ohne weiteres davon auszugehen, dass eine (…) auch in Griechenland er-

folgen könnte, ebenso die Behandlung von Grippe- oder 

D-2590/2025 

Seite 32 

Erkältungssymptomen. Zwar machte der Beschwerdeführer geltend, er sei 

nach der Schutzgewährung, als C._______ krank geworden sei, mit ihr 

zum medizinischen Personal des Camps gegangen, welches sie jedoch 

abgewiesen habe. Als er seine Tochter in der Folge ins Spital gebracht 

habe, habe sie keine Medikamente erhalten und es sei ihnen gesagt wor-

den, es gehe ihr gut (vgl. Akte 52/10, F64 f.). Dies bedeutet indessen nicht, 

dass ihr jegliche medizinische Behandlung verweigert worden wäre. Die 

Beschwerdeführerin 2 gab an, dass sie in Griechenland erkältet gewesen 

sei (vgl. Akte 53/8, F51). Dies erfordert nicht zwingend eine ärztliche oder 

medikamentöse Behandlung. In jedem Fall lässt sich aus den Angaben des 

Beschwerdeführers nicht ableiten, dass es der Familie generell nicht mög-

lich wäre, in Zukunft notwenige medizinische Versorgungsleistungen er-

hältlich zu machen.  

9.7.5 Die Tochter D._______ ist grundsätzlich gesund und wurde in der 

Schweiz lediglich wegen Erkältung sowie (…) behandelt (vgl. Akten 51/11, 

F96 und 62/1).  

9.7.6 Insgesamt lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass die Beschwer-

deführenden auf eine dringende und nahtlose ärztliche Betreuung ange-

wiesen sind. Sollte in Zukunft eine Behandlung – namentlich hinsichtlich 

der (…) von C._______ sowie des (…) der Beschwerdeführerin 1 – erfor-

derlich sein, wird ihnen eine solche auch in Griechenland zugänglich sein. 

Es ist davon auszugehen, dass die notwendige medizinische Versorgung 

dort gewährleistet ist. Entsprechend ist nicht mit einer erheblichen Ver-

schlechterung ihres Gesundheitszustands im Falle eines Wegweisungs-

vollzugs zu rechnen. Die aktenkundigen gesundheitlichen Probleme der 

Beschwerdeführenden stehen einer Rückkehr der Familie nach Griechen-

land somit nicht entgegen. An dieser Stelle ist der Vollständigkeit halber 

festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, dass sich die aufgeführten gesund-

heitlichen Beschwerden massgeblich auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirken 

würden. Allfällige weitere Abklärungen oder zukünftig erforderliche medizi-

nische Behandlungen können auch in Griechenland in Anspruch genom-

men werden, nachdem anzunehmen ist, die Beschwerdeführenden verfüg-

ten bereits über eine AMKA oder könnten sich andernfalls eine solche aus-

stellen lassen.  

9.8 Nach den vorstehenden Ausführungen gelangt das Bundesverwal-

tungsgericht zur folgenden Einschätzung: Für Familien mit Kindern, die in 

Griechenland internationalen Schutz erhalten haben, ist die Situation ins-

besondere im Hinblick auf eine angemessene Unterkunft und eine 

D-2590/2025 

Seite 33 

dauerhafte Wohnsituation nach wie vor schwierig. Diesem Umstand ist bei 

der Prüfung der Frage, ob im konkreten Einzelfall die Vermutung der Zu-

lässigkeit respektive der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs umges-

tossen wird und die Familie für den Fall eines Wegweisungsvollzugs in eine 

menschenunwürdige Situation im Sinne von Art. 83 Abs. 3 AIG respektive 

in eine konkrete Gefährdungssituation im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ge-

rät, Rechnung zu tragen. Allerdings kann und darf auch von in Griechen-

land schutzberechtigten Familien erwartet werden, dass sie konkrete An-

strengungen unternehmen, um sich in der Aufnahmegesellschaft zu integ-

rieren. Nach ihrer Anerkennung dürfen sie sich nicht darauf beschränken, 

beim Personal ihres Asyl-Camps nach Unterstützung zu fragen und im 

Falle einer negativen Antwort ihre Anstrengungen allein darauf auszurich-

ten, Reisedokumente zu erhalten und so rasch als möglich weiterzureisen. 

Vielmehr sind sie gehalten, sich bei Bedarf an staatliche Einrichtungen wie 

namentlich die M.I.C. oder Sozialbehörden, aber auch an karitative Orga-

nisationen zu wenden, um allenfalls notwendige Hilfe – etwa bei der Suche 

nach einer Unterkunft oder Arbeit sowie Kursen zum Spracherwerb oder 

zur Integration – zu erhalten. Der Verweis auf mangelnde Griechisch- und 

Englischkenntnisse vermag fehlende Bemühungen in dieser Hinsicht nicht 

zu rechtfertigen, denn es besteht die Möglichkeit, mithilfe von Überset-

zungsapps, Dolmetschenden oder Landsleuten, welche seit längerer Zeit 

in Griechenland leben, mit den zuständigen Behörden oder NGO zu kom-

munizieren. Ferner sind im Internet verschiedene Webseiten in mehreren 

Sprachen verfügbar, welche Informationen zum Leben in Griechenland be-

reitstellen. Diesen lassen sich teilweise auch Hinweise darauf entnehmen, 

welche Anlaufstellen bei Bedarf Unterstützung leisten. Wenn die Betroffe-

nen indessen nicht aufzeigen, dass es ihnen trotz zumutbarer Anstrengun-

gen unter Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen nicht gelungen ist, 

sich in Griechenland eine menschenwürdige Existenz aufzubauen, genügt 

einzig der Verweis auf schwierige Aufnahme- und Lebensbedingungen je-

denfalls nicht, um den Wegweisungsvollzug unzulässig oder unzumutbar 

erscheinen zu lassen.  

9.9 Zusammenfassend ist für den vorliegenden Fall festzuhalten, dass es 

weder individuelle Anhaltspunkte dafür gibt, den Beschwerdeführenden 

drohe im Fall einer Rückkehr nach Griechenland das hohe Risiko einer un-

menschlichen oder erniedrigenden Behandlung, noch davon auszugehen 

ist, sie würden in Griechenland zwangsläufig in eine existenzielle oder me-

dizinische Notlage geraten. Als Familie mit zwei minderjährigen Kindern im 

Alter von (…) und (…) Jahren und gewissen gesundheitlichen Problemen 

sind sie zwar als vulnerabel, nicht aber als besonders verletzlich im Sinne 

D-2590/2025 

Seite 34 

des Referenzurteils E-3427/2021, E-3431/2021 zu erachten (vgl. dort 

E. 11.5.3). Es ist anzunehmen, dass sie in der Lage sind, sich um eine 

angemessene Unterkunft, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit respektive 

den Zugang zu Sozialleistungen und Schulbildung zu bemühen und die 

ihnen zustehenden Rechte bei den griechischen Behörden einzufordern. 

Ferner kehren sie zusammen mit ihrer erwachsenen Tochter respektive 

Schwester E._______ – deren Beschwerde mit Urteil D-2586/2025 vom 

gleichen Datum ebenfalls abgewiesen wird – nach Griechenland zurück. 

Die Familienmitglieder können sich folglich gegenseitig unterstützen. Zu-

dem verfügt E._______ bereits über gewisse Arbeitserfahrungen, nach-

dem sie in der Türkei zumindest zeitweise erwerbstätig war (vgl. Akte 

51/11, F89 f.), und kann wohl auch in Griechenland zum Unterhalt der Fa-

milie beitragen. Es gelingt den Beschwerdeführenden damit nicht, die oben 

erwähnte Regelvermutung umzustossen. In Übereinstimmung mit der Vo-

rinstanz ist festzustellen, dass sich der Wegweisungsvollzug als zulässig 

und zumutbar erweist.  

9.10 Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass zur Einholung individu-

eller Garantien bei den griechischen Behörden (vgl. statt vieler Urteil des 

BVGer D-5814/2022 vom 17. August 2023 E. 9.4), weshalb der entspre-

chende subeventualiter gestellte Antrag abzuweisen ist.  

9.11 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als mög-

lich (Art. 83 Abs. 2 AIG), nachdem die griechischen Behörden einer Rück-

übernahme der Beschwerdeführenden ausdrücklich zugestimmt haben 

und diese im Besitz griechischer Reisedokumente für Flüchtlinge sind.  

9.12 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen.  

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die 

D-2590/2025 

Seite 35 

Beschwerde war jedoch nicht als aussichtslos einzuschätzen und aufgrund 

der Aktenlage ist von der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdefüh-

renden auszugehen, weshalb das in der Beschwerde gestellte Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG gutzuheissen ist und keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird 

mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2590/2025 

Seite 36 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Regula Aeschimann