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**Case Identifier:** cb03d21d-6d5f-5462-a697-e199f5874f9e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 05.04.2024 B 2023/121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-121_2024-04-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/121

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 23.05.2024

Entscheiddatum: 05.04.2024

Entscheid Verwaltungsgericht, 05.04.2024
Art. 197 Abs. 2 StG. Revision. Die Gründe, die der Beschwerdeführer gegen 
das Nichteintreten auf sein Revisionsgesuch ins Feld führt, hätte er bei 
Beachtung der ihm zumutbaren Sorgfalt allesamt schon im ordentlichen 
Verfahren geltend machen können. Folglich wies die Vorinstanz den Rekurs 
gegen den Nichteintretensentscheid des Beschwerdegegners zu Recht ab. 
(Verwaltungsgericht B 2023/121)

Entscheid vom 5. April 2024

Besetzung

Abteilungspräsidentin Lendfers; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Geertsen

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

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Beschwerdegegner,

Gegenstand

Revision/Nichteintreten (Kantons- und Gemeindesteuern 2015)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

A.__ wurde mit den Veranlagungsverfügungen vom 13. September 2016 für das Jahr 

2015 zur Bezahlung der Kantons- und Gemeindesteuern von CHF 16'591.35 (zuzüglich 

Ausgleichszinsen) und der direkten Bundessteuer von CHF 2'062.45 verpflichtet. Im 

Rahmen dieser Veranlagung wurden u.a. die steuerbaren Einkünfte nach Ermessen 

bestimmt, weil A.__ die Steuererklärung unvollständig eingereicht hatte 

(act. 11.13.3.3.2).

A.a. 

Bei der Veranlagung der B.__ GmbH, Z.__, deren einziger Gesellschafter und 

Geschäftsführer seit dem __. September 2014 A.___ war (vom __. September 2014 bis 

__. Februar 2016 [Daten gemäss Tagebucheintrag] noch als C.__ im Handelsregister 

eingetragen; siehe www.zefix.admin.ch, Stand: 15. März 2024), wurden Barumsätze 

von der D.__ GmbH in der Höhe von CHF 149'430 festgestellt. Da die Hintergründe der 

Umsatzverbuchungen mangels eingereichter Unterlagen nicht überprüft werden 

konnten, wurden sie als geldwerte Leistung (Gewinnvorwegnahme) qualifiziert (siehe 

die Steuermeldung vom 23. Mai 2017 samt gleichentags ergangenem Schreiben des 

Steuerkommissärs, act. 11.13.3.2.6). Am 26. Oktober 2017 leitete das Steueramt des 

Kantons St. Gallen deswegen ein Nachsteuerverfahren betreffend die Steuerpflicht von 

A.__ für das Jahr 2015 ein (act. 11.13.3.2.5) und berücksichtigte die geldwerte Leistung 

als ein bislang unversteuert gebliebenes Einkommen von CHF 149'430. Daraus 

resultierten Nachsteuern für die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 von 

CHF 23'291.45 und für die direkte Bundessteuer 2015 von CHF 9'393.10. Nach der 

Gewährung des rechtlichen Gehörs (Schreiben vom 27. November 2017, 

act. 11.13.3.2.2) verfügte das kantonale Steueramt am 15. Januar 2018 die 

A.b. 

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B.  

entsprechenden Nachsteuerforderungen (zuzüglich Ausgleichszinsen) gegenüber A.__ 

(act. 11.13.3.2.1). Die Nachsteuerverfügungen blieben unangefochten.

Am 4. Mai 2020 ersuchte A.__ um Revision der Nachsteuerverfügungen vom 15. Januar 

2018, da ihm der Umsatz der B.__ GmbH im Jahr 2015 nicht privat zugeflossen sei 

(act. 11.13.1.5). Das kantonale Steueramt trat auf das Revisionsgesuch sowohl 

betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 als auch die direkte Bundessteuer 

2015 mit Verfügung vom 26. Juli 2021 nicht ein (act. 11.13.1.3).

B.a. 

Dagegen erhob A.__ am 26. August 2021 einerseits bei der 

Verwaltungsrekurskommission (VRK) Rekurs (act. 11.1; zur ergänzenden Begründung 

siehe die Eingabe vom 30. November 2021, act. 11.9; Verfahren I/1-2021/150) und 

andererseits beim Steueramt Einsprache (act. 11.13.1.2). Das kantonale Steueramt 

sistierte am 15. September 2021 das Einspracheverfahren betreffend die direkte 

Bundessteuer 2015, bis ein rechtskräftiger Entscheid der VRK im Revisionsverfahren 

betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 vorliege (act. 11.13.1.1). Am 

22. Juli 2022 sistierte die VRK ihrerseits das bei ihr hängige Verfahren I/1-2021/150 bis 

zum rechtskräftigen Abschluss des Einspracheverfahrens betreffend die Revision der 

Nachsteuerverfügung für die direkte Bundessteuer 2015 (act. 11.17). Daraufhin hob das 

kantonale Steueramt die Sistierung im Einspracheverfahren auf und wies die 

Einsprache vom 26. August 2021 ab, soweit es darauf eintrat (Einspracheentscheid 

vom 6. Dezember 2022, act. 11.23.1).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2022 erhob A.__ am 6. Januar 2023 

Beschwerde bei der VRK. Nachdem der Kostenvorschuss nicht innert Frist bezahlt 

worden war, schrieb die VRK dieses Beschwerdeverfahren am 29. März 2023 als 

erledigt ab (vgl. Bst. F des Sachverhalts des Entscheids der VRK I/1-2021/150 vom 

15. Mai 2023, act. 2). Dieser Entscheid blieb unangefochten.

B.c. 

Mit Entscheid I/1-2021/150 vom 15. Mai 2023 trat die VRK mangels 

Anfechtungsobjekts auf die gegen die Verfügung vom 26. Juli 2021 erhobene Eingabe 

vom 26. August 2021, soweit sie betreffend die direkte Bundessteuer 2015 eine 

Beschwerde darstellte, nicht ein. Soweit sie einen Rekurs gegen die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2015 darstellte, wies sie diesen ab. Zur Rekursabweisung führte sie 

B.d. 

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C.  

zusammengefasst aus, die Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 leide weder aus 

formeller noch materieller Sicht an einem Mangel, der eine Nichtigkeit begründe. Des 

Weiteren habe der Rekurrent im Revisionsgesuch ausschliesslich Beanstandungen 

vorgebracht, die er bei zumutbarer Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren hätte 

geltend machen können. Ein Revisionsgrund sei nicht ersichtlich. Auf das 

Eventualbegehren, der Umsatz der (inzwischen im Handelsregister gelöschten) B.__ 

GmbH in der Höhe von CHF 149'430 sei als Dividendenausschüttung zu qualifizieren 

und im Halbsatzverfahren zu besteuern, trat die VRK nicht ein (act. 2).

Mit Eingabe vom 19. Juni 2023 erklärte A.__ gegenüber dem Verwaltungsgericht, er 

werde gegen den Entscheid der VRK (Vorinstanz) I/1-2021/150 vom 15. Mai 2023 

Beschwerde erheben. Er benötige hierfür eine Fristerstreckung (act. 1). Nach jeweiliger 

Aufforderung durch das Verwaltungsgericht (act. 3 und act. 6) ergänzte A.__ 

(Beschwerdeführer) am 26. Juni 2023 (act. 4) sowie am 12. Juli 2023 (act. 7) seine 

Eingabe vom 19. Juni 2023 und brachte seinen Beschwerdewillen zum Ausdruck. 

Zudem ersuchte er in Reaktion auf die einverlangten Kostenvorschüsse (vgl. act. 6) um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Beschwerdeverfahren B 2023/121 

(betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015) und B 2023/122 (betreffend die 

direkte Bundessteuer 2015).

C.a. 

Die Vorinstanz teilte am 18. Juli 2023 mit, sie verzichte auf eine Stellungnahme 

(act. 10).

C.b. 

Mit Verfügung vom 4. August 2023 wies das Verwaltungsgericht die Gesuche des 

Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für die beiden 

Beschwerdeverfahren B 2023/121 und B 2023/122 zufolge Aussichtslosigkeit ab 

(act. 12). Auf die vom Beschwerdeführer am 8. September 2023 dagegen erhobene 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten trat das Bundesgericht nicht ein 

(Urteil 9C_576/2023 vom 20. November 2023, act. 13).

C.c. 

In der Folge leistete der Beschwerdeführer einzig im Verfahren B 2023/121 betreffend 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 den eingeforderten Kostenvorschuss (siehe 

hierzu act. 14) und wies mit Eingabe vom 3. Januar 2024 darauf hin, dass er nicht in 

der Lage gewesen sei, für beide Vorschüsse die Summe aufzutreiben. Er sei der 

C.d. 

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Meinung, dass der Entscheid betreffend Kantons- und Gemeindesteuern auch eine 

direkte Wirkung auf die direkte Bundessteuer haben werde. Weiter machte er 

zusätzliche Ausführungen zu den dem Nachsteuerverfahren zugrunde liegenden 

Zahlungsvorgängen (siehe hierzu sowie zu den vom Beschwerdeführer gegen die von 

ihm der Urkundenfälschung beschuldigten Personen angestossenen Strafverfahren 

act. 15 f.).       

Sowohl die Vorinstanz (act. 18) als auch der Beschwerdegegner (act. 19) verzichteten 

auf eine Vernehmlassung.

Zufolge Nichtleistens des Kostenvorschusses schrieb das Verwaltungsgericht die im 

Verfahren B 2023/122 betreffend Revision/Nichteintreten (direkte Bundessteuer 2015) 

erhobene Beschwerde am 17. Januar 2024 ab.

C.e. 

In einer weiteren Stellungnahme vom 29. Februar 2024 beantragte der 

Beschwerdeführer, die Nachsteuerforderung für das Jahr 2015 in der Höhe von 

CHF 23'291.45 für die Kantons- und Gemeindesteuern sowie von CHF 9'393.10 für die 

direkte Bundessteuer sei für ungültig bzw. nichtig zu erklären; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zur Begründung brachte er zusammengefasst vor, dass ihm die 

Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 sowie das vorangegangene Schreiben vom 

27. November 2017 nicht zugestellt worden seien. Er sei nämlich am 30. September 

2017 aus Z.__ nach Y.__, X.__, weggezogen. Erst im Juni 2019 sei er zurück in die 

Schweiz gekommen und habe sich an seinem neuen Wohnort in W.__ angemeldet. Er 

sei nicht bereit für gefälschte Belege steuerrechtlich einzustehen. Deshalb habe er 

auch Strafanzeigen gegen Personen eingereicht, die aus den gefälschten Belegen 

einen wirtschaftlichen Vorteil gezogen hätten (act. 22; zur eingereichten 

Wohnsitzbescheinigung der Gemeinde Z.__ siehe act. 23).

C.f. 

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der Entscheid der 

Vor-instanz vom 15. Mai 2023, I/1-2021/150, betreffend ein Revisionsgesuch in 

Steuerangelegenheiten im Sinn von Art. 197 des Steuergesetzes (sGS 811.1, StG).

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1 StG 

und Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). 

Die Beschwerde gegen den am 17. Mai 2023 versandten Rekursentscheid (act. 2) 

wurde am 19. Juni 2023 (act. 1) und damit rechtzeitig erhoben. Sie erfüllt zusammen 

mit den weiteren Eingaben vom 26. Juni 2023 (act. 4) und 12. Juli 2023 (act. 7) 

ausserdem in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (siehe 

zum Ganzen Art. 196 Abs. 1 StG; Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 

Abs. 1 und Abs. 2 VRP). Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der im 

Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer zur Ergreifung des Rechtsmittels 

berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher 

grundsätzlich einzutreten, soweit sie sich gegen das von der Vorinstanz bestätigte 

Nichteintreten auf das Gesuch des Beschwerdeführers um Revision der 

Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 betreffend die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2015 (Verfahren B 2023/121) richtet. Nicht mehr angefochten und in 

Rechtskraft erwachsen ist demgegenüber das Nichteintreten der Vorinstanz auf den im 

Rekursverfahren gestellten Eventualantrag, der Umsatz der B.__ AG (richtig: B.__ 

GmbH) in der Höhe von CHF 149'430 sei als Dividendenausschüttung zu qualifizieren 

und im Halbsatzverfahren zu besteuern (act. 2, E. 6 und Dispositivziffer 2, zweiter 

Halbsatz). Ohnehin bildete im Rekursverfahren einzig die Eintretensfrage 

Anfechtungsgegenstand, weshalb die Vorinstanz auf diesen darüber hinausgehenden 

materiellen Eventualantrag betreffend Qualifikation der umstrittenen Einkünfte als 

Dividendenausschüttung und Bussenverzicht zu Recht nicht eingetreten war.

1.1. 

Auf den vom Beschwerdeführer am 29. Februar 2024 wiederholten Antrag betreffend 

die direkte Bundessteuer 2015 (act. 22) ist nicht einzutreten. Denn das Nichteintreten 

auf das sich auf die direkte Bundessteuer 2015 beziehende Revisionsgesuch bildete 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens B 2023/122, in welchem die Beschwerde 

zufolge Nichtleistens des Kostenvorschusses mit Verfügung vom 17. Januar 2024 

abgeschrieben worden ist.

1.2. 

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2.

Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner zu Recht auf das 

Gesuch des Beschwerdeführers vom 4. Mai 2020 (act. 11.13.1.5), die 

Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 (act. 11.13.3.2.1) betreffend die Kantons- 

und Gemeindesteuern 2015 in Revision zu ziehen, nicht eingetreten ist.

Art. 197 StG regelt mit dem Institut der «Revision», unter welchen Voraussetzungen 

eine rechtskräftige Verfügung zugunsten der steuerpflichtigen Person korrigiert werden 

kann. Dies ist gemäss Art. 197 Abs. 1 StG etwa der Fall, a) wenn erhebliche Tatsachen 

oder entscheidende Beweismittel entdeckt werden oder b) wenn die erkennende 

Behörde erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel, die ihr bekannt waren 

oder bekannt sein mussten, ausser Acht gelassen oder in anderer Weise wesentliche 

Verfahrensgrundsätze verletzt hat. Von Bundesrechts wegen muss das 

Revisionsbegehren innert 90 Tagen nach Entdeckung des Revisionsgrundes, 

spätestens aber innert zehn Jahren nach Eröffnung der Verfügung oder des 

Entscheides eingereicht werden (Art. 51 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG; 

siehe zur bundesrechtskonformen Anwendung von Art. 197 Abs. 3 Satz 3 StG in 

Verbindung mit Art. 83 Abs. 1 VRP; B. F. Schärer, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], 

Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, N 15 zu Art. 83, und 

VerwGE B 2012/81 vom 11. Dezember 2012 E. 3). Dabei handelt es sich um 

Verwirkungsfristen (siehe etwa BGer 2C_745/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 2.2.1).

2.1. 

Art. 197 Abs. 2 Satz 1 StG bestimmt, dass auf ein Revisionsbegehren u.a. dann gar 

nicht erst eingetreten werden darf (und damit eine revisionsweise Überprüfung der 

rechtskräftigen Verfügung ausgeschlossen bleibt), wenn die den Antrag stellende 

Person als Revi-sionsgrund vorbringt, was sie bei der ihr zumutbaren Sorgfalt schon im 

ordentlichen Verfahren hätte geltend machen können. Diese kantonale Regelung 

entspricht Art. 51 Abs. 2 StHG. Hintergrund dieser Eintretenshürde bilden die 

Rechtsnatur der Revision als ausserordentliches Rechtsmittel (die nicht eine 

Aushöhlung der ordentlichen Rechtsmittel bewirken darf), die Mitwirkungsrechte und -

pflichten der Steuerpflichtigen sowie das Vorhandensein eines umfassenden 

Rechtsschutzes im Rahmen der ordentlichen Rechtsmittel (eingehend hierzu Martin 

E. Looser, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern und der Kantone und 

Gemeinden, 4. Auflage, 2022, N 25a zu Art. 51 mit Hinweisen). Damit auf ein 

2.2. 

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Revisionsbegehren eingetreten werden darf, müssen die Steuerpflichtigen den 

Nachweis erbringen, dass sie im ordentlichen Verfahren vom Revisionsgrund noch 

keine Kenntnis hatten und bei Anwendung der pflichtgemässen Sorgfalt auch keine 

Kenntnis haben konnten (Looser, a.a.O., N 26b zu Art. 51).

Der Beschwerdeführer stellt sich zunächst auf den Standpunkt, die 

Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 sei ihm gar nie zugestellt worden (act. 22, 

Rz 1).

2.3. 

Die Eröffnung einer Verfügung ist eine empfangsbedürftige, nicht aber eine 

annahmebedürftige einseitige Rechtshandlung; sie entfaltet daher ihre 

Rechtswirkungen vom Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung an. Ob die 

betroffene Person vom Verfügungsinhalt Kenntnis nimmt oder nicht, hat keinen Einfluss 

(BGE 119 V 89 E. 4c). Der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunktes der Zustellung 

von Verfügungen obliegt rechtsprechungsgemäss der die Zustellung veranlassenden 

Behörde, welche die entsprechende (objektive) Beweislast trägt (BGE 124 V 400 E. 2a 

und 117 V 261 E. 3b, je mit Hinweisen; siehe zum Ganzen BGer 8C_531/2023 vom 

15. Dezember 2023 E. 4.3.1).

2.3.1. 

Der Beschwerdegegner hat bereits im Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2022 

dargetan, dass die Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 erfolgreich per 

Einschreibesendung am 17. Januar 2018 zugestellt werden konnte (act. 11.23.4.1, E. 4; 

zum Sendungsnachweis siehe act. 11.23.4.6) und daher – ungeachtet der tatsächlichen 

Kenntnisnahme von dessen Inhalt durch den Beschwerdeführer – rechtsgültig eröffnet 

wurde (siehe E. 2.3.1 hiervor). Relevante Zweifel daran bestehen nicht. Gemäss dem 

Sendungsnachweis hatte der Beschwerdeführer einen Nachsendeauftrag erstellt, 

sodass das Einschreiben weitergeleitet wurde und einen Tag nach der Ankunft auf der 

Poststelle in Z.__ in V.__ ankam, wo die Zustellung noch am selben Tag erfolgen 

konnte (act. 11.23.4.6). Da Einschreiben dem Empfänger nur nach Identitätskontrolle 

und gegen Unterschrift ausgehändigt werden, ist ohne Weiteres davon auszugehen, 

dass die Sendung dem Beschwerdeführer (oder allenfalls einer von ihm gehörig 

bevollmächtigten Person) ausgehändigt wurde.

2.3.2. 

Soweit der Beschwerdeführer gegen die Zustellung der Verfügung vorbringt, er sei zu 

diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in der Schweiz, sondern in X.__ wohnhaft gewesen 

2.3.3. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22des+Zeitpunktes+der+Zustellung+von+Verf%FCgungen%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-89%3Ade&number_of_ranks=0#page89
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22des+Zeitpunktes+der+Zustellung+von+Verf%FCgungen%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page400

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(act. 22), misslingt ihm der entsprechende Beweis. Aus den Handelsregistereinträgen 

der von ihm erwähnten F.__., V.__, Zweigniederlassung Z.__ SG (act. 22, Rz 1), geht 

vielmehr hervor, dass diese bis zur Löschung am __. Juni 2020 (Datum 

Tagebucheintrag) an der E.__-strasse 001_, Z.__ domiziliert war (siehe hierzu sowie zu 

den folgenden Hinweisen auf das Handelsregister www.zefix.admin.ch, Stand: 

15. März 2024). Dabei handelt es sich um die gleiche Adresse, an welche die 

Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 (act. 11.13.3.2.1) zugestellt worden war. 

Der Beschwerdeführer war des Weiteren seit __. August 2015 (Datum Tagebucheintrag) 

bis zur Löschung als Direktor und Leiter der Zweigniederlassung mit 

Einzelzeichnungsberechtigung eingetragen und zwar durchgehend mit Wohnsitz in 

Z.__. Gegen den vom Beschwerdeführer behaupteten Wegzug nach X.__ sprechen 

auch die Handelsregistereinträge der F.__ GmbH (gelöscht am __. Januar 2019 [Datum 

Tagebucheintrag]). Daraus lässt sich insbesondere entnehmen, dass der seit 

__. Oktober 2016 (Datum Tagebucheintrag) als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift 

amtende Beschwerdeführer (erst) ab dem __. Januar 2018 (Datum Tagebucheintrag) 

die Wohnsitzangabe «Z.__» ändern liess, allerdings in «U.__», Kanton Schwyz. Zudem 

nahm der Beschwerdeführer am __. Juni 2018 in T.__, Kanton Schwyz, 

Zahlungsbefehle persönlich entgegen (act. 11.23.4.7 f.), unterzeichnete am 

8. November 2018 mit einer Adresse in T.__, Kanton Schwyz, eine Anwaltsvollmacht 

(act. 11.13.2.9) und meldete sich gemäss Auskunft der Gemeinde T.__ vom 24. Juli 

2019 «rückwirkend per» 31. Dezember 2018 nach Y.__ ab (act. 11.13.2.14). Auch 

deshalb vermag die (erst) am 26. März 2020 ausgefertigte Wohnsitzbescheinigung der 

Gemeinde Z.__, wonach der Beschwerdeführer am 30. September 2017 nach Y.__ 

weggezogen sein soll (act. 23), die erfolgreiche Zustellung der per Einschreiben 

versandten Nachsteuerverfügung vom 15. Januar 2018 nicht in Frage zu stellen.

Eine Verletzung der steuerrechtlichen Beweisregeln und den in diesem Kontext vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Nichtigkeitsgrund verneinte die Vorinstanz 

ebenfalls mit plausibler Begründung (E. 4b/cc des angefochtenen Entscheids, act. 2), 

zumal bei der in der Nachsteuerverfügung zu Recht vorgenommenen Veranlagung 

nach Ermessen eine Umkehr der Beweislast zulasten der Steuerpflichtigen stattfindet 

(Art. 180 Abs. 2 StG; siehe auch Art. 259 Abs. 2 StG; vgl. VerwGE B 2014/198 und 

B 2014/199 vom 24. März 2016 E. 2.2.1). Ausserdem ergeben sich keine Hinweise, 

dass die Veranlagungsbehörde das steuerbare Einkommen bewusst und willkürlich 

zum Nachteil des Beschwerdeführers bemessen hätte. Vielmehr stützte sie sich auf 

eine steueramtliche Meldung (act. 11.13.3.2.5), Buchhaltungsunterlagen der D.__ 

2.4. 

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3.

Die weiteren Gründe, die der Beschwerdeführer gegen das Nichteintreten auf sein 

Revisionsgesuch ins Feld führt (act. 4, act. 7, act. 15 und act. 22), erschöpfen sich in 

Rügen, welche die im Nachsteuerverfahren berücksichtigten Buchhaltungsunterlagen 

und Belege bzw. die gestützt darauf gezogenen Schlüsse zum Inhalt haben. Diese 

hätte er bei Beachtung der ihm zumutbaren Sorgfalt allesamt schon im ordentlichen 

Verfahren geltend machen können (E. 2.2 hiervor). Folglich wies die Vorinstanz den 

Rekurs gegen das vom Beschwerdegegner am 26. Juli 2021 in Nachachtung von 

Art. 197 Abs. 2 Satz 1 StG verfügte Nichteintreten auf das Gesuch um Revision der 

Kantons- und Gemeindesteuern 2015 (act. 11.13.1.3) zu Recht ab. Vor diesem 

Hintergrund kann offenbleiben, ob mit dem Revisionsgesuch vom 4. Mai 2020 

(act. 11.13.1.5) die relative 90tägige Verwirkungsfrist (siehe hierzu E. 2.1 hiervor) 

gewahrt wurde.

4.  

 

GmbH sowie diverse im Namen der B.__ GmbH erstellte Belege (act. 11.13.3.2.3), die 

im Nachsteuerverfahren allesamt unbestritten geblieben waren.

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.1. 

Diesem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten des unterliegenden Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 

VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der vom Beschwerdeführer geleistete 

Kostenvorschuss von CHF 1'500 ist daran anzurechnen und der verbleibende Betrag 

von CHF 500 an ihn zurückzuerstatten.

4.2. 

Allein schon mit Blick auf den Verfahrensausgang hat der ohnehin nicht anwaltlich 

vertretene Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Entschädigung ausseramtlicher 

Kosten (Art. 98  VRP). Die übrigen Beteiligten haben ebenfalls keinen Anspruch auf 

eine Entschädigung ausseramtlicher Kosten und auch keinen solchen geltend 

gemacht.

4.3. 

bis

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/11

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000 werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss von CHF 1'500 

wird daran angerechnet und im Restbetrag von CHF 500 zurückerstattet.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 05.04.2024
	Art. 197 Abs. 2 StG. Revision. Die Gründe, die der Beschwerdeführer gegen das Nichteintreten auf sein Revisionsgesuch ins Feld führt, hätte er bei Beachtung der ihm zumutbaren Sorgfalt allesamt schon im ordentlichen Verfahren geltend machen können. Folglich wies die Vorinstanz den Rekurs gegen den Nichteintretensentscheid des Beschwerdegegners zu Recht ab. (Verwaltungsgericht B 2023/121)

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