# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f68acb83-3a67-5314-9bf7-f332a0c5b38f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2024 E-1056/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1056-2024_2024-03-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1056/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richterin Roswitha Petry,   

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 29. Januar 2024. 

 

 

 

E-1056/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 10. August 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach. Er wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ zu-

gewiesen.  

B.  

Vier Tage später, am (…), wurde der Beschwerdeführer gemäss dem Fest-

nahmebefehl der Kantonspolizei (…) wegen Diebstahl aus Fahrzeugen so-

wie Tätlichkeit vorläufig festgenommen. Mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft des Kantons C._______ vom (…) wurde der Beschwerdeführer we-

gen Diebstahl und Tätlichkeiten zu einer Freiheitsstrafe von 120 Tagen ver-

urteilt; dies unter Anrechnung von 1 Tag erstandener Untersuchungshaft. 

Am (…) musste der Beschwerdeführer wegen Diebstahl aus Fahrzeugen 

erneut verhaftet werden.  Mit Verfügung der (…) vom (…) wurde der Be-

schwerdeführer infolge seiner Straffälligkeit für die Dauer von zwölf Mona-

ten aus dem Gebiet des Kantons C._______ ausgegrenzt.  Mit Vollzugs-

auftrag des Amts für Justizvollzug des Kantons C._______ vom (…) wurde 

der Beschwerdeführer per Datum vom (…) in Haft versetzt.  

C.  

Am 28. November 2023 wurde das eingeleitete Dublin-Verfahren beendet 

und das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren aufgenommen. 

D.  

Anlässlich der Anhörung vom 16. Januar 2024 machte der Beschwerde-

führer zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen geltend, er 

sei geschäftlich im Bereich von Frauenkonfektionen tätig gewesen. Finan-

ziell sei es ihm sehr gut gegangen. In Zusammenhang mit diesem Ge-

schäftsbetrieb habe er sich in den letzten Jahren sehr oft im Ausland, in 

Frankreich, Italien, Libyen, Dubai und in der Türkei aufgehalten. Aufgrund 

hoher Schuldzinsen habe er letztlich sein Vermögen in Algerien verloren. 

Hiernach habe er sich Geld geliehen und sei dann von diesen Personen 

behelligt worden. Im Jahre 2017 sei er letztmals aus Algerien ausgereist 

und habe (…) in Frankreich ein Asylgesuch eingereicht. Dessen Ausgang 

habe er wegen der Aussicht auf eine Heirat mit einer französischen Staats-

angehörigen aber gar nicht erst abgewartet. Während seines Aufenthalts 

in Frankreich sei er 2022 von Unbekannten, mutmasslich wohl den Perso-

nen, von welchen er sich Geld geliehen habe, überfallen und verletzt wor-

den. Die Polizei habe eine Anzeige gegen Unbekannt entgegengenom-

men. Später sei er in die Schweiz gereist, um ein Asylgesuch einzureichen. 

E-1056/2024 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 29. Januar 2024 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers (Dispositivziffer 1) und lehnte das 

Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2). Gleichzeitig ordnete sie die Wegweisung 

aus der Schweiz und den Vollzug an (Dispositivziffer 3-5). Mit der Verfü-

gung erhielt der Beschwerdeführer Einsicht in die Akten (Dispositivziffer 6). 

F.  

Mit Eingabe vom 19. Februar 2024 (Datum des Poststempels) richtete der 

Beschwerdeführer ein mit «Rekurs gegen Asylentscheid» betiteltes Schrei-

ben an das Bundesverwaltungsgericht und brachte darin zum Ausdruck, 

mit dem negativen Asylentscheid nicht einverstanden zu sein. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2024 stellte der Instruktionsrichter 

fest, dass die Beschwerde vom 19. Februar 2024 keine Rechtsbegehren 

enthalte, die nötige Klarheit vermissen lasse und keine Unterschrift auf-

weise. Der Beschwerdeführer wurde unter Androhung des Nichteintretens 

im Unterlassungsfall zur Einreichung einer Beschwerdeverbesserung und 

Bezahlung eines Kostenvorschusses aufgefordert. Die Beschwerdever-

besserung und der Kostenvorschusses erfolgten fristgerecht.   

H.  

Am (…) wurde der Beschwerdeführer bedingt aus dem Strafvollzug entlas-

sen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und nachträglich formgerecht eingereicht wor-

den. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz 

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Seite 4 

teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt 

auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs-

gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen von Asylvorbrin-

gen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Pra-

xis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 

2013/11 E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.). 

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Seite 5 

5.  

5.1 In der angefochtenen Verfügung hielt das SEM hinsichtlich der Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers, in Algerien sein Vermögen aufgrund hoher 

Schuldzinsen verloren zu haben und in Frankreich im Jahre 2022 überfal-

len worden zu sein, fest, dass die Probleme im Heimatstaat wirtschaftlicher 

Natur seien und das Verhalten des Beschwerdeführers (Ausreise aus 

Frankreich, ohne das Asylverfahren abzuwarten, zwischenzeitliche Rück-

kehr nach Algerien) nicht darauf schliesse, dass er Algerien aus asylrecht-

lich relevanten  Gründen verlassen habe. Inwiefern zwischen dem angeb-

lich Überfall 2022 und den finanziellen Problemen in Algerien ein Zusam-

menhang herzustellen sei, bleibe offen. Die Personen, die den Beschwer-

deführer überfallen hätten, seien ihm unbekannt gewesen (vgl. A 25/F 25). 

Zusammenfassend seien den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer in Algerien im Sinne von Art. 3 AsyIG verfolgt sei. 

5.2 In der Beschwerde wiederholte der Beschwerdeführer die bereits im 

Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens geltend gemachten Vorbringen 

und fügte hinzu, sich aufgrund seiner Spielsucht im Heimatstaat Geld aus-

geliehen zu haben, das er nicht habe zurückzahlen können, weshalb er 

aus Furcht vor Behelligungen seinen Heimatstaat verlassen habe. Seine 

Ehefrau sei in seiner Abwesenheit erpresst und bedroht worden. Er sei 

nach Algerien zurückgekehrt, um seine Familie zu sehen und habe sich 

nach dem Herzinfarkt seiner Ehefrau aus Trunksucht erneut verschuldet.   

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zum Schluss, dass die ange-

fochtene Verfügung zu stützen ist. Das SEM ist darin mit knapper, aber 

hinreichender Begründung zum Schluss gelangt, dass die Vorbringen des 

Beschwerdeführers die Voraussetzungen von Art. 3 AsylG nicht erfüllt. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen kann daher – mit den nachfolgenden Er-

gänzungen – vollständig auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

gemäss obiger Zusammenfassung (vgl. E. 5.1) verwiesen werden.  

6.2 In der Beschwerdeeingabe wird nichts dargetan, was zu einer anderen 

Einschätzung führen könnte. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass 

nicht ersichtlich ist, inwiefern einem möglichen Übergriff durch die vom Be-

schwerdeführer genannten Drittpersonen ein flüchtlingsrechtlich relevan-

tes Motiv zugrunde liegen könnte (vgl. Art. 3 Abs. 1 AsylG). Im Übrigen 

wäre der Beschwerdeführer gehalten, sich bei einer allfälligen Gefährdung 

durch Dritte an die algerischen Behörden zu wenden und um Unterstützung 

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Seite 6 

zu ersuchen. Bei Algerien handelt es sich um einen schutzfähigen Staat 

handelt (vgl. Urteil BVGer D-5255/2022 vom 12. Dezember 2022 E. 6.2). 

6.3 Insgesamt ist es dem Beschwerdeführer mithin nicht gelungen, eine im 

Zeitpunkt seiner Ausreise aus Algerien bestehende oder dort gegenwärtig 

drohende ernsthafte Gefährdung aufzuzeigen. Die Vorinstanz hat seine 

Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es nicht darauf ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung 

aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht ein-

tritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E.44; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 

Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG, SR 142.20]). 

7.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn Verpflichtungen der Schweiz ei-

ner Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Her-

kunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

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Seite 7 

Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlings-

rechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei-

genschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine 

asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-

chen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschie-

bung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr 

in seinen Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Be-

schwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den 

Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). 

7.3.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

7.3.3 Die allgemeine Lage in Algerien ist aktuell weder von Krieg, Bürger-

krieg noch von einer Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet (vgl. 

u.a. Urteil D-5255/2022 E. 8.5 m.w.H.). Diese spricht mithin nicht gegen die 

Zumutbarkeit einer Rückführung nach Algerien. 

7.3.4 In individueller Hinsicht ist mit dem SEM festzuhalten, dass nicht an-

zunehmen ist, dass der relativ junge Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 

nach Algerien in eine existenzielle Notlage geraten würde. Er verfügt über 

breite und langjährige Erfahrungen als Geschäftsmann. Ferner leben in 

seinem Heimatland Familienmitglieder, auf deren Unterstützung er bei Be-

darf zurückgreifen kann.  

7.3.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-

digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu 

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Seite 8 

auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der bereits geleistete Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der bereits geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Daniel Merkli 

 

 

Versand: