# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d10ae4d3-7266-52bd-af64-f53fb3c7ecb4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 01.02.2024 SB230046
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230046_2024-02-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB230046-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichter lic. iur. K. Vogel 

und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Kessler sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 1. Februar 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfacher Betrug

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 
vom 16. November 2022 (DG220139)

-   2   -

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 8. Juni 2021 (Urk. 1A/76) 

ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 39 S. 181 ff.)

«Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 
Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig

 der mehrfachen Gehilfenschaft zu Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 25 StGB sowie

 des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzug des erforderlichen Ausweises im 

Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG.

3. Die Beschuldigte C._____ ist schuldig der Gehilfenschaft zu Betrug im Sinne von 
Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB.

4. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 17 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 
166 Tage durch Haft erstanden sind.

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird aufgeschoben und die 
Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

6. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 
CHF 120, wovon 134 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.

7. Der Vollzug der Geldstrafe des Beschuldigten B._____ wird aufgeschoben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

8. Die Beschuldigte C._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

CHF 100, wovon 2 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.

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9. Der Vollzug der Geldstrafe der Beschuldigten C._____ wird aufgeschoben und die Pro-
bezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

10. Von der Anordnung einer Landesverweisung des Beschuldigten A._____ wird abge-
sehen.

11. Von der Anordnung einer Landesverweisung des Beschuldigten B._____ wird abge-
sehen.

12. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 18. September 2019 beschlagnahmte 

und bei der Kasse des hiesigen Bezirksgerichts deponierte Bargeldbetrag von 

CHF 660.20 wird zur teilweisen Deckung der dem Beschuldigten A._____ aufzuerle-
genden Verfahrenskosten verwendet.

13. Die folgenden, sich bei den Akten befindlichen und mit Verfügung der Staatsan-
waltschaft vom 18. September 2019 beschlagnahmten Gegenstände werden bei 

den Akten belassen [versehentliche Zellen-Nummerierung weggelassen; vgl. Prot. I 

S. 16 ff. und Urk. 32]:

b) Asservat-Nr. A012'981'985 Mobiltelefon Samsung

c) Asservat-Nr. A012'981'996 Mobiltelefon Wiko

e) Asservat-Nr. A012'982'795 Unterlagen betr. D._____

f) Asservat-Nr. A012'982'808 div. Unterlagen betr. Jaguar und weiteres

g) Asservat-Nr. A012'982'819 Rechnung Busse von E._____ [Stadt in Deutschland]

h) Asservat-Nr. A012'982'820 2. Mahnung / Verfügung StVA

i) Asservat-Nr. A012'982'842 Mahnung Motorfahrzeugversicherung, lautend auf 

C'._____

m) Asservat-Nr. A012'982'922 Einzahlungsschein für BMW Finanzdienstleistungen

n) Asservat-Nr. A012'982'944 Zahlungsquittung F._____ GmbH

o) Asservat-Nr. A012'982'955 Zahlungserinnerung F._____ GmbH

p) Asservat-Nr. A012'983'027 Karten von A._____

r) Asservat-Nr. A012'983'185 Prämienrechnung Jaguar, lautend auf C'._____

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t) Asservat-Nr. A012'983'221 Rechnung F._____ GmbH

u) Asservat-Nr. A012'983'287 Entzugsverfügung Strassenverkehrsamt betr. Jaguar 

v) Asservat-Nr. A012'983'312 Rechnung F._____ GmbH

w) Asservat-Nr. A012'983'378 Quittung für Barzahlung Miete G._____ Lounge

x) Asservat-Nr. A012'983'414 Belege inkl. Abrechnung vom H._____ Hotel

z) Asservat-Nr. A012'983'812 UBS Kontoauszug A._____

dd) Asservat-Nr. A012'984'166 Mobiltelefon Rechnungen

ee) Asservat-Nr. A012'984'177 Vertrag Mobilezone

ii) Asservat-Nr. A012'984'473 Übersichtsbericht Club I._____ Concardis Juni/Juli 2016

jj) Asservat-Nr. A012'984'519 Übersichtsbericht Club I._____ Concardis Mai 2016

kk) Asservat-Nr. A012'984'542 Mahnung J._____ Immobilien für Club I._____

ll) Asservat-Nr. A012'984'622 Mahnung J._____ Immobilien für Club I._____

mm) Asservat-Nr. A012'984'633 Rechnung Aligro

nn) Asservat-Nr. A012'984'655 Quittung CCA Angehrn, Club I._____

oo) Asservat-Nr. A012'984'677 Hängeregister mit der Beschriftung Januar

pp) Asservat-Nr. A012'984'688 Hängeregister mit der Beschriftung Februar

qq) Asservat-Nr. A012'984'702 Hängeregister mit der Beschriftung April

rr) Asservat-Nr. A012'984'746 Übersichtsbericht Club I._____ Concardis April/Mai 2016

ss) Asservat-Nr. A012'984'768 8 Quittungen betr. Club I._____

tt) Asservat-Nr. A012'984'917 Arbeitsvertrag Club I._____ mit A._____

xx) Asservat-Nr. A012'985'045 Kassenbelege in Euro

zz) Asservat-Nr. A012'985'238 Cembra Moneybank K._____

aaa) Asservat-Nr. A012'985'250 Kontoauszug UBS A._____

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ddd) Asservat-Nr. A012'985'341 Empfangsscheinbuch der Post

eee) Asservat-Nr. A012'985'409 Club I._____ & Catering Arbeitsplan

fff) Asservat-Nr. A012'985'410 Stempel "Club I._____ VIP"

hhh) Asservat-Nr. A012'985'443 Lohnabrechnung Club I._____ für K._____

iii) Asservat-Nr. A012'985'534 Einkaufsquittungen Gucci, Einzahlungsquittung Post

jjj) Asservat-Nr. A012'985'692 Mobiltelefonvertrag Salt lautend auf C'._____

kkk) Asservat-Nr. A012'985'705 Quittung CCA Angehrn

nnn) Asservat-Nr. A012'985'749 Arbeitsvertrag Club I._____ mit L._____

ppp) Asservat-Nr. A012'985'807 Rechnung der F._____ GmbH

qqq) Asservat-Nr. A012'985'830 Original Leasingvertrag

rrr) Asservat-Nr. A012'985'896 Prämienrechnung Jaguar vom Juni 2019

14. Das sich bei den Akten befindliche und mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 

29. Juni 2020 beschlagnahmte Mobiltelefon Samsung Galaxy S10 (A012'981'952) 

wird bei den Akten belassen.

15. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 17. September 

2019 beschlagnahmten Gegenstände werden bei den Akten belassen [versehentliche 

Zellen-Nummerierung weggelassen; vgl. Prot.  I S. 19 f. und Urk. 32]:

c) A012'981'849 Mobiltelefon Samsung S9

g) A012'989'309 Leasingvertrag BMW

k) A012'989'376 Kontoabrechnungen ZKB 2009-2012

z) A012'989'821 Aufstellung Mietkosten Club I._____

pp) A012'990'964 Ergänzende Unterlagen zu Arbeitsmarktkontrolle

rr) A012'991'025 Unterlagen der BVG Zürich

uu) A012'992'131 Akten betr. A._____

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eee) A012'992'493 Abrechnungen Concardis

fff) A012'992'631 Abrechnungen Concardis 

ggg) A012'992'904 Handgeschriebene Abrechnungen Club I._____ Mai 2018

qqq) A012'993'350 Schreiben Migrationsamt betr. Angestelltem

vvv) A012'993'452 Zweite Seite eines Arbeitsvertrages vom Club I._____

xxx) A012'993'554 Vermittlungsfähigkeit Amt für Wirtschaft und Arbeit Aargau

16. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 17. September 2019 be-
schlagnahmten CHF 1'510 werden zur teilweisen Deckung der dem Beschuldigten 

B._____ aufzuerlegenden Verfahrenskosten verwendet.

17. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 17. September 

2019 beschlagnahmten Gegenstände werden bei den Akten belassen [versehentliche 

Zellen-Nummerierung weggelassen; vgl. Prot.  I S. 20 f. und Urk. 32]:

f) A012'986'026 Schriftstück von Hand geschrieben mit Stundenangaben

g) A012'986'048 Arbeitsvertrag C'._____ bei M._____

h) A012'986'071 Lohnausweis C'._____ vom 2016

i) A012'986'151 Bankpapier Konten UBS

j) A012'986'195 Privatkredit Migrosbank

k) A012'986'220 Abmeldebestätigung RAV

l) A012'986'311 Einzahlungsschein Leasingraten AL._____ Leasing 

m) A012'986'446 div. Unterlagen betr. Seat Ibiza

n) A012'986'468 Unterlagen AL._____ Leasing Seat

o) A012'986'491 Unterlagen betr. Jaguar

p) A012'986'504 Einzahlungsschein BMW Leasing

r) A012'986'559 Arbeitsvertrag bei N._____

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t) A012'986'640 Zahlungserinnerung Zürich Versicherung

u) A012'986'695 Einzahlungsbelege

18. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 17. September 2019 

beschlagnahmten CHF 4'710 werden zur Deckung der der Beschuldigten C._____ 

aufzuerlegenden Verfahrenskosten verwendet. Der verbleibende Restbetrag wird der 

Beschuldigten C._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids herausgege-

ben.

19. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 12'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 9'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

CHF 50.00   Auslagen (Gutachten)

CHF 360.00   Auslagen (Gutachten)

CHF 240.00   Auslagen (Gutachten)

CHF 604.35   Auslagen Untersuchung

CHF 604.35   Auslagen Untersuchung

CHF 344.29   Auslagen Untersuchung

CHF 500.00   Gerichtsgebühr Entsiegelungsverfahren GM190070-L

CHF 500.00   Gerichtsgebühr Entsiegelungsverfahren GM190078-L

CHF 1'260.00   Entschädigung Dolmetscher (Rechtshilfeersuchen)

CHF 80'695.18   amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____

CHF 26'630.00   amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____.

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

20. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausgenommen die 

Kosten der Entsiegelungsverfahren GM190070-L und GM190078-L am Zwangsmass-

nahmengericht Zürich sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung – werden den 

Beschuldigten auferlegt, dies im Verhältnis 14 (Beschuldigter A._____) zu 6 (Beschul-

digter B._____) zu 5 (Beschuldigte C._____).

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21. Die Kosten des Entsiegelungsverfahrens GM190070-L am Zwangsmassnahmen-
gericht Zürich mit einer Gerichtsgebühr von CHF 500 werden dem Beschuldigten 

A._____ auferlegt.

22. Die Kosten des Entsiegelungsverfahrens GM190078-L am Zwangsmassnahmen-
gericht Zürich mit einer Gerichtsgebühr von CHF 500 werden dem Beschuldigten 

A._____ auferlegt.

23. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____ werden im Umfang 

von CHF 1'658.58 definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Im Übrigen werden sie 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

24. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____ werden im Umfang 

von CHF 2'132.46 definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Im Übrigen werden sie 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

25. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amt-

licher Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit CHF 6'037.57 (inkl. MwSt., unter Be-

rücksichtigung der bereits erhaltenen Akontozahlungen in der Höhe von 

CHF 48'271.05) aus der Gerichtskasse entschädigt.

26. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtli-

cher Verteidiger des Beschuldigten B._____ mit insgesamt CHF 2'622.91 (inkl. MwSt., 

unter Berücksichtigung der bereits erhaltenen Akontozahlung von CHF 17'211.95) aus 

der Gerichtskasse entschädigt.

27. Der Beschuldigten C._____ wird eine Prozessentschädigung von CHF 2'714.04 (inkl. 

MwSt.) zugesprochen. Im Mehrumfang wird ihr Antrag auf Zusprechung einer Prozes-

sentschädigung abgewiesen.

28. [Mitteilungen]

29. [Rechtsmittel]»

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Berufungsanträge:

(Prot. II S. 3 f.)

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 40 S. 2 f.; Urk. 51 S. 1 f.):

«1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 16. November 2022 be-
treffend die folgenden Dispositiv-Ziffern aufzuheben:
- Ziff. 1 (Schuldspruch betreffend mehrfachen Betrugs)
- Ziff. 4 (Strafe)
- Ziff. 5 (Vollzug der Strafe)
- Ziff. 12 (Verwendung des beschlagnahmten Geldbetrags zur teilweisen 

Deckung der Verfahrenskosten)
- Ziff. 13 (beschlagnahmte Gegenstände gm. Verfügung vom 18. Septem-

ber 2019 der Staatsanwaltschaft, die bei den Akten belassen werden 
sollen)

- Ziff. 14 (beschlagnahmtes Mobiltelefon Samsung Galaxy S10, welches 
bei Akten belassen werden soll)

- Ziff. 15 (beschlagnahmte Gegenstände gm. Verfügung vom 17. Septem-
ber 2019 der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, die bei den Akten belassen 
werden sollen)

- Ziff. 17 (beschlagnahmte Gegenstände gm. Verfügung vom 17. Septem-
ber 2019 der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, die bei den Akten belassen 
werden sollen)

- Ziff. 20 (Verlegung Gerichtskosten, Kosten der Untersuchung und Kosten 
der amtlichen Verteidigung)

- Ziff. 21 (Kostenverlegung des Entsiegelungsverfahren GM190070-L)
- Ziff. 22 (Kostenverlegung des Entsiegelungsverfahrens GM190078)

2. Der Berufungskläger sei vom Vorwurf des mehrfachen Betrugs freizu-
sprechen.

3. Es sei von der Bestrafung des Berufungsklägers abzusehen.
4. Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Verfahrens seien 

auf die Staatskasse zu nehmen.
5. Dem Berufungskläger sei eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zu Lasten der Staats-

kasse.»

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 44):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Prozessuales

1. Verfahrensgang

Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

16. November 2022 wurde der Beschuldigte A._____ des mehrfachen Betrugs 

schuldig gesprochen. Die Vorinstanz entschied – ihn bezüglich – auf eine bedingte 

Freiheitsstrafe von 17 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. 

Von der Anordnung einer Landesverweisung sah sie ab. Weiter entschied die 

Vorinstanz differenziert über die beschlagnahmten Gegenstände und auch über die 

Kostentragung. Als weitere beschuldigte Personen mitbetroffen vom erwähnten 

Urteil waren die heutige Ehefrau von A._____, C._____ geb. C'._____, sowie sein 

Bruder, B._____ (Urk. 39 S. 181 ff.).

Zum Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung von 

unnötigen Wiederholungen auf die einlässlichen und zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 39 E. I/A/1–2 und 

I/B/1–8 S.  12–16, E. II/B/1.1–1.3 S. 17 f., E. II/B/2.1–2.2 S. 18 f., E. II/C S. 19 f., 

E. II/D S. 21–25, E. II/E S. 25 f., E. II/F S. 26 f., E. II/G/1 Satz 1 und II/G/2 S. 27, 

E. II/H/2–4 je Satz 1 S. 28 f. sowie E. II/I/1–3 S. 30 f.).

Am 28. November 2022 (Datum Poststempel) und damit innert der gesetzlichen Frist 

liess der Beschuldigte A._____ Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 35). 

Das begründete Urteil wurde seinem Verteidiger am 15. Dezember 2022 zugestellt 

(Urk. 36 = Urk. 39, Urk. 38/2). Mit Eingabe vom 4. Januar 2023 reichte der Verteidi-

ger innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungserklärung 

ein (Urk. 40).

Mit Präsidialverfügung vom 3. Februar 2023 wurde die Berufungserklärung sowohl 

der Privatklägerin SVA Zürich als auch der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zugestellt 

(Urk. 43), um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 42). Die Anklagebehörde teilte darauf, am 

8. Februar 2023 mit, dass auf Anschlussberufung verzichtet werde (Urk. 44). Die 

SVA Zürich liess sich innert Frist nicht vernehmen (vgl. Urk. 43).

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Am 26. Oktober2023 wurde zur Berufungsverhandlung auf den heutigen Tag vorge-

laden (Urk. 45). Nachdem sich der Vertreter der Anklagebehörde hatte dispensieren 

lassen (Urk. 44 f.), erschien heute einzig der Beschuldigte in Begleitung seines Ver-

teidigers sowie Rechtsanwalt MLaw X2._____ (Prot. II S. 3). Vorfragen waren keine 

zu entscheiden und abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten waren auch 

keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5; Urk. 50).

Das Verfahren ist spruchreif.

2. Umfang der Berufung

Gemäss der Berufungserklärung vom 4. Januar 2023 und der heutigen Klarstellung 

(Prot. II S. 4 f.) richtet sich die Berufung des Beschuldigten A._____ gegen den 

vorinstanzlich ergangenen Schuldspruch (Dispositivziffer 1), die damit 

zusammenhängende Sanktion (Strafe und deren Vollzug; Dispositivziffern 4 und 5), 

die Entscheide über die den Beschuldigten betreffenden beschlagnahmten 

Gegenstände (Dispositivziffern 12–14) sowie gegen die erstinstanzliche 

Kostenverlegung (Dispositivziffern 20–23; Urk. 40, vgl. auch Prot. II S. 4 f.). Einzig 

das Absehen von einer Landesverweisung (Dispositivziffer 10) und die 

Kostenfestsetzung an sich (Dispositivziffer 19) blieben von ihm unangefochten. Der 

Beschuldigte fordert einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 51 S. 2). 

Demgegenüber haben B._____ und C._____ geb. C'._____ das Urteil der Vorin-

stanz nicht angefochten; und auch seitens der Staatsanwaltschaft wurde weder 

selbstständig noch Anschlussberufung erhoben.

Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 

angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Somit ist davon Vor-

merk zu nehmen, dass das Urteil der Vorinstanz in Bezug auf die Dispositivziffern 2, 

3, 6–11, 15–19 und 24–27 in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Formelles

3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes beipflichtend auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, er-

folgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. dazu die Urteile des Bundes-

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gerichts [BGer] 6B_570/2019 vom 23. September 2019 E. 4.2 oder auch 6B_ 

305/2022 vom 29. November 2023 E. 1.2.1, je mit Hinweisen), auch ohne dass dies 

jeweils explizit Erwähnung findet.

3.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c 

StPO) folgt die Pflicht des Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Die Begrün-

dung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht 

hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich dabei auf die 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit je-

der tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der Weise aus-

legen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde (BGE 147 

IV 409 E. 5.3.4.; 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; BGer 

6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2; 6B_305/2022 vom 29. November 

2023 E. 1.2.1; je mit Hinweisen; vgl. bereits die Vorinstanz in Urk. 39 E. II/J S. 31).

4. Prozessuales

4.1. Die Vorinstanz ging auf einzelne Verfahrenshandlungen der Staatsanwalt-

schaft im Rahmen des Vorverfahrens näher ein, so namentlich auf die Eröffnung der 

Strafuntersuchung (Urk. 39 E. I/A/3 S. 13 f.), auf die Schlusseinvernahmen (Urk. 39 

E. I/A/4 S. 14) sowie auf die Mitteilungen über den Abschluss der Untersuchung 

(Urk. 39 E. I/A/5 S. 14). Die Vorinstanz legte zutreffend dar, dass und warum es in 

der vorliegenden Konstellation keine Konsequenzen für das Verfahren hat, insoweit 

einzelne der von der Strafprozessordnung eigentlich vorgesehenen Verfahrens-

handlungen unterblieben, mithin wenn Ordnungsvorschriften nicht stets strikt befolgt 

wurden. Auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz kann beipflichtend 

verwiesen werden.

4.2. Ebenso übernommen werden können sodann die Ausführungen der Vorin-

stanz zu den unterlassenen formellen Mitteilungen mit Rechtsmittelbelehrungen be-

treffend die erfolgte technische (Video-) Überwachung des Innenbereichs und des 

Treppenabgangs an der AC._____-strasse … in Zürich im Sinne von Art. 281 Abs. 4 

-   13   -

i.V.m. Art. 279 Abs. 1 StPO (Urk. 39 E. II/B/1.4 S. 18) sowie betreffend die erfolgte 

Observation im Sinne von Art. 283 Abs. 1 StPO (Urk. 39 E. II/B/2.3 S. 19). Richtig 

erwog die Vorinstanz dazu, dass der Beschuldigte im Rahmen seiner Konfrontati-

onseinvernahme über die Überwachung informiert wurde (vgl. Urk. 25/4 S. 5), so-

dass er eine beschwerdefähige Verfügung hätte verlangen können, respektive dass 

er Einwände gegen die Zulässigkeit auch erst vor dem Sachgericht hätte vorbringen 

können; dass vor diesem Hintergrund nicht von einem Verwertungsverbot der ent-

sprechenden Ermittlungsergebnisse auszugehen sei.

Die Ergebnisse aus den erwähnten beiden Ermittlungsmassnahmen sind damit un-

eingeschränkt verwertbar, wie es bereits die Vorinstanz zutreffend konstatierte 

(vgl. Urk. 39 E. II/H/5.1 f. S. 29).

4.3. Ohne Weiterungen verwiesen werden kann sodann auch darauf, was die 

Vorinstanz zur Verwertbarkeit der Aussagen von einvernommenen Personen aus-

führte (Urk. 39 E. II/H/1–4 S. 27 ff.). Mangels gewährter Teilnahmerechte des Be-

schuldigten (Konfrontationsrecht) sind die Aussagen der bloss polizeilich befragten 

Auskunftspersonen O._____ (Urk. 1A/26/1), P._____ (Urk. 1A/26/2), Q._____ 

(Urk. 1A/ 26/3), R._____ (Urk. 1A/26/4), S._____ (Urk. 1A/26/ 5), T._____ 

(Urk. 1A/26/7), U._____ (Urk. 1A/26/8), V._____ (Urk. 1A/26/9), W._____ 

(Urk. 1A/26/10), AA._____ (Urk. 1A/26/11), AB._____ (Urk. 1A/26/12) und K._____ 

(Urk. 1A/26/14) nicht belastend (sondern höchstens entlastend) verwertbar, wohin-

gegen die gesetzeskonform erhobenen Aussagen von L._____ (Urk. 1A/26/6 und 

1A/26/13) uneingeschränkt verwertbar sind. Was den übrigen Prozessstoff 

anbelangt, besteht kein Grund, dessen uneingeschränkte Verwertbarkeit an-

zuzweifeln.

4.4. Die Stadt Zürich, Soziale Dienste, konstituierte sich mit der Strafanzeige vom 

30. August 2018 als Privatklägerin im Strafverfahren (Urk. 20/1 S. 4). Als Privat-

klägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Straf-

verfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Als ge-

schädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar 

verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Die Geschädigtenstellung des Staates 

verlangt indes, dass dieser durch die Straftat nicht nur in den öffentlichen Interessen 

-   14   -

beeinträchtigt, sondern in seinen persönlichen Rechten unmittelbar verletzt worden 

ist. Nicht als geschädigt im Sinne von Art. 115 StPO gelten in der Regel die Ver-

waltungsträger des Gemeinwesens, wenn sich die Straftat gegen Rechtsgüter 

richtet, für welche sie zuständig sind, wie dies etwa auf das Sozialamt bei Sozialhilfe-

betrug zutrifft. In solchen Fällen handelt der Staat hoheitlich, das heisst er nimmt 

bei der Verrichtung der öffentlichen Aufgabe ausschliesslich öffentliche und keine 

eigenen individuellen Interessen wahr, womit er von der Straftat auch nicht in seinen 

persönlichen Rechten unmittelbar betroffen und verletzt ist (BGer 1B_158/ 2018 vom 

11. Juli 2018 E. 2.5; vgl. auch BGer 6B_267/2020 vom 27. April 2021 E. 2.1.2). Die 

Stadt Zürich, Soziale Dienste, kann im vorliegenden Strafverfahren daher keine Ge-

schädigtenstellung beanspruchen, weshalb sie nicht als Privatklägerin auftreten 

kann (insoweit zutreffend bereits die Vorinstanz in Urk. 1A/66 E. 2).

Mit der seit 1. Januar 2023 geltenden Fassung des Sozialhilfegesetzes des Kantons 

Zürich (SHG; LS 851.11]) haben die Sozialhilfeorgane in Strafverfahren wegen Ver-

letzung (u.a.) von Art. 146 und/oder 148a StGB nun volle Parteirechte im Sinne von 

Art. 104 Abs. 2 StPO (§ 48c SHG). Die Stadt Zürich, Soziale Dienste, gilt daher als 

Verfahrensbeteiligte. 

Indem die Vorinstanz bereits basierend auf der bisherigen Rechtslage die Sozialen 

Dienst als Partei sui generis aufnahm (vgl. Urk. 1A/66 E. 3 sowie Urk. 39 E. II/G/1 

S. 27), war sie gewissermassen ihrer Zeit voraus. Denn § 7 Abs. 1 lit. d SHG stellte 

entgegen der Vorinstanz noch nicht die vom Bundesgericht verlangte klare gesetz-

liche Grundlage dar, welche zu den Parteirechten nach Art. 104 Abs. 2 StPO führt; 

eine solche wurde erst, aber immerhin mit § 48c SHG geschaffen.

4.5. Sodann sprach die Vorinstanz der Sozialversicherungsanstalt des Kantons 

Zürich (SVA Zürich) gestützt auf Art. 79 Abs. 3 ATSG die Stellung als Privatklägerin 

zu (vgl. Urk. 39 E. II/G/2 S. 27 sowie Urk. 1A/21/14/2, 1A/72 und 1A/73). Hierbei 

fragt sich, ob dafür in der vorliegenden Konstellation eine genügende gesetzliche 

Grundlage vorliegt: Gemäss dem am 1. Oktober 2019 in Kraft getretenen Art. 79 

Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger (hier die SVA Zürich) in Strafverfahren 

wegen Verletzung von Art. 148a StGB und/oder Art. 87 AHVG die Rechte einer 

Privatklägerin wahrnehmen. Art. 148a StGB stellt den unrechtmässigen Bezug von 

-   15   -

Sozialversicherungs- und Sozialhilfeleistungen unter Strafe und wurde mit Datum 

vom 1. Oktober 2016 in Kraft gesetzt. Vorliegend geht es um vorgeworfene betrüge-

rische Handlungen in der Zeit von Juli 2016 bis September 2019 (Urk. 1A/76 S. 5). 

Einerseits geht es also nicht präzis um Art. 148a StGB (und schon gar nicht um 

Art. 87 AHVG), sondern um Art. 146 StGB. Andererseits liegt der Deliktszeitraum 

zum Teil (bis 30. September 2016) vor dem Inkrafttreten von Art. 148a StGB. In einer 

vergleichbaren Konstellation, wo die Deliktsvorwürfe die Zeit vor dem Inkrafttreten 

von Art. 148a StGB beschlugen, verneinte das Bundesgericht unter Verweis auf 

das in Art. 2 Abs. 1 StGB statuierte Rückwirkungsverbot die Legitimation (BGer 

6B_267/2020 vom 27. April 2021 E. 2.4.1). Vorliegend soll aber auch und vor allem 

strafbares Verhalten geahndet werden, das ab dem 1. Oktober 2016 stattgefunden 

haben soll. Der intertemporalrechtliche Aspekt allein hindert die SVA Zürich somit 

nicht, sich am Verfahren zu beteiligen.

Gemäss Art. 148a StGB wird bestraft, wer jemanden durch unwahre oder unvollstän-

dige Angaben, durch Verschweigen von Tatsachen oder in anderer Weise irreführt 

oder in einem Irrtum bestärkt, sodass er oder ein anderer Leistungen einer Sozial-

versicherung oder der Sozialhilfe bezieht, die ihm oder dem anderen nicht zustehen. 

Art. 148a StGB stellt einen Auffangtatbestand zu Art. 146 StGB dar für leichtere 

Fälle, in denen der Betrugstatbestand deshalb nicht Anwendung findet, weil nicht auf 

ein nachgerade arglistiges Verhalten geschlossen werden kann (BBl 2013 6004). Im 

Raum steht vorliegend ein Betrug im Zusammenhang mit Leistungen der Sozialver-

sicherung. Für die Frage der Kognition kann es nun nicht darauf ankommen, unter 

welchen Straftatbestand genau das Verhalten zu subsumieren ist (also ob unter 

Art. 146 oder 148a StGB), solange es um einen Lebenssachverhalt geht, bei dem 

sowohl der eine als auch der andere Tatbestand erfüllt sein könnte. Im Sinne der 

Rechtsprechung der sog. einfachen Tatidentität bleiben nämlich die rechtliche 

Qualifikation oder das Konkurrenzverhältnis zwischen den anwendbaren Straf-

normen ohne Bedeutung (vgl. BGer 6B_222/2022 vom 18. Januar 2023 E. 1.1.3; 

6B_1053/2017 vom 17. Mai 2018 E. 4.1 m.H.). Für die Beantwortung der Frage der 

Parteistellung der SVA Zürich ist vielmehr massgebend, ob alle in zeitlicher und 

räumlicher Hinsicht natürlich miteinander verbundenen Sachverhaltselemente des 

vorliegend erheblichen Lebensvorganges einen der in Art. 79 Abs. 3 ATSG aufge-

-   16   -

führten Straftatbestände erfüllen könnten (ausführlich zum Ganzen das Kantons-

gericht Schwyz, Beschluss vom 26. Februar 2021, BEK 2020 191, E. 3). Dies ist vor-

liegend zu bejahen, weshalb es (mit der Vorinstanz) gerechtfertigt erscheint, die SVA 

Zürich als Verfahrensbeteiligte im Sinne von Art. 104 Abs. 2 StPO mit den Rechten 

einer Privatklägerin zuzulassen.

4.6. Unter Berufung auf das Anklageprinzip kritisiert die Verteidigung im Zusam-

menhang mit dem laut Anklage (Urk. 1A/76 S. 6) effektiv geleisteten Arbeitspensum 

des Beschuldigten, es sei in der Anklage unzureichend spezifiziert worden, wann in 

den jeweiligen Zeitperioden der Beschuldigte was gearbeitet habe und zu Unrecht 

Gelder der öffentlichen Hand bekommen habe (Urk. 28 Rz 120 f.; Urk. 51 S. 8, S. 16, 

S. 20, S. 22, S. 52).

Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift möglichst kurz, aber 

genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, 

Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und 

Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und 

auch in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz be-

stimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungs-

funktion). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte 

der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Informationsfunktion; BGE 144 I 234 E. 5.6.1; 143 IV 63 E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1; 

je mit Hinweisen). Das Anklageprinzip ist unter anderem dann verletzt, wenn die an-

geklagte Person für Taten verurteilt wird, bezüglich welcher die Anklageschrift den 

inhaltlichen Anforderungen nicht genügt (BGer 6B_1263/ 2020 vom 5. Oktober 2022 

E. 3.3.3, mit Hinweisen).

Die Tatkonkretisierung hat die Aufgabe, das Gericht an die Anklageschrift zu binden, 

vor allem insoweit, als die in ihr enthaltenen Angaben unerlässlich sind, um die Tat 

unverwechselbar zu kennzeichnen (BGer 6B_5/2010 vom 30. Juni 2010 E. 2.5). Die 

vorgeworfene Verhaltensweise ist indes nur soweit wie möglich zu spezifizieren. 

Wenn genaue Untersuchungsergebnisse fehlen, weil sich gewisse Umstände nicht 

rekonstruieren lassen, so müssen bzw. dürfen diese approximativ umschrieben 

werden (BGE 140 IV 188 E. 1.4; BGer 6B_576/2021 vom 21. Februar 2022 E. 2.3.3; 

-   17   -

je mit weiteren Hinweisen; BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, Art. 325 N 19). Bei einer 

Mehrheit von Handlungen, namentlich bei Kollektivdelikten, kann ausserdem die 

Angabe des Deliktszeitraums genügen, und es müssen nicht bezüglich jedes 

einzelnen Teilaktes sämtliche Vorgänge im Detail vorgehalten werden (BGer 

6B_54/2013 vom 1. Juli 2013 E. 1.2, 6B_5/2010 vom 30. Juni 2010 E. 2.5; BSK 

StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, Art. 325 N 20).

Gestützt auf das Gesagte ist es vorliegend also nicht so, dass sämtliche Arbeits-

einsätze konkret in die Anklage aufzunehmen gewesen wären. Es wird Schwan-

kungen gegeben haben, und nicht zuletzt ist auch eine scharfe Abgrenzung 

zwischen einerseits dem Verbringen der Freizeit im Club I._____ und andererseits 

effektiv geleisteter Arbeitstätigkeit weder möglich noch verlangt. Das liesse sich nicht 

im Detail rekonstruieren. Auch wenn die Anklage hier ein Stück weit im Vagen bleibt, 

ist der Vorwurf im Sinne des Gesetzes ausreichend individualisierbar aufgrund der 

Schilderungen in der Anklageschrift. Der Beschuldigte weiss vor diesem Hintergrund 

ohne Weiteres, gegen was er sich zur Wehr zu setzen hat.

Der Anklagegrundsatz ist eingehalten.

II. Schuldpunkt

1. Ausgangslage

1.1. Soweit im Berufungsverfahren noch verfahrensgegenständlich, wirft die An-

klage dem Beschuldigten in tatsächlicher Hinsicht das nachstehende Verhalten vor 

(Urk. 76 S. 2 f., hier zusammengefasst):

Tatkomplex Sozialhilfe

Was zunächst die Ausgangslage angeht, soll der in Zürich wohnhafte Beschul-
digte vom 1. Oktober 2010 bis zum 31. Mai 2019 – abgesehen von einem vier-
monatigen Unterbruch im Jahr 2013 – mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt 
worden sein. Im Rahmen dessen habe er mehrmals (unter anderem am 3. bzw. 
29. September 2015, am 20. August 2016 bzw. 3. Oktober 2016, am 8. August 
2017 bzw. 21. September 2017 und am 26. September 2018) seine finanzielle 
Situation deklariert und das Merkblatt «Rechte und Pflichten in der Sozialhilfe» 
unterzeichnet.

-   18   -

Mindestens im Zeitraum vom 1. Juli 2016 bis 26. Mai 2019 habe der Beschul-
digte regelmässig – durchschnittlich mehrmals pro Woche und mehrere Stunden 
am Tag – in der auf seinen Bruder (B._____) laufenden Shisha-Bar (Club 
I._____; AC._____-strasse 1, … Zürich) gearbeitet, wo er anfallende Tätigkeiten 
(Bestelllungen aufnehmen, Wasserpfeifen vorbereiten, Getränke ausschenken, 
Einkassieren, Arbeiten an der Bar und in der Küche, Abrechnen etc.) ausgeführt 
habe. Hierdurch habe der Beschuldigte mindestens bis zum 31. Januar 2019 
ein monatliches Einkommen von mindestens Fr. 1'500.– erzielt, mithin total 
mindestens Fr. 46'500.–.

Zusätzlich habe der Beschuldigte in zwei Zeiträumen – einerseits vom 1. Juni 
2018 bis zum 31. August 2018 sowie andererseits von Ende Oktober 2018 
bis  zum 31. Mai 2019 – zusätzlich im Hotel H._____ (AD._____ 2, AE._____) 
Wasserpfeifen und teilweise Getränke etc. angeboten, wobei er ebenso 
entsprechende Arbeitstätigkeiten (Bestellungen aufnehmen, Wasserpfeifen 
vorbereiten, Einkassieren, Abrechnen etc.) ausgeführt habe. Dabei habe er ein 
zusätzliches Einkommen erzielt von netto mindestens

 Fr. 8'382.30 (Gewinnanteil 1. Juni 2018 bis 31. August 2018),

 Fr. 5'707.60 (Gewinnanteil Ende Oktober 2018 bis Januar 2019) sowie

 Fr. 5'325.– (Gewinnanteil Februar 2019 bis 31. Mai 2019, wobei diesbe-
züglich eventualiter davon auszugehen sei, der Beschuldigte sei weiterhin 
mit Fr. 1'500.– entlöhnt worden, habe jedoch den Gewinnanteil dem Club 
I._____ bzw. B._____ abgeben müssen).

Weiter habe der Beschuldigte von seiner damaligen Freundin [und heutigen 
Ehefrau] C'._____ im Zeitraum vom 1. Juli 2016 bis 31. Mai 2019 Zuwendungen 
von durchschnittlich Fr. 350.– pro Monat (davon durchschnittlich Fr. 35.– in bar) 
erhalten, mithin total mindestens Fr. 12'250.–.

Gegenüber den Sozialen Diensten der Stadt Zürich habe der Beschuldigte 
wissentlich und willentlich und im Bewusstsein um seine Meldepflicht seinen 
tatsächlichen Arbeitsumfang sowie seine tatsächlichen Verdienste aus seiner 
Arbeitstätigkeit im Club I._____ verschwiegen. Stattdessen habe er (wie zuvor 
mit seinem Bruder B._____ vereinbart) inhaltlich falsche Lohnabrechnungen für 
den Zeitraum Juli 2016 bis Januar 2019 eingereicht, welche lediglich wenige 
Stunden (durchschnittlich ca. 7,17 Stunden pro Monat) und entsprechend einen 
tieferen als den tatsächlich erwirtschafteten Lohn ausgewiesen hätten (nämlich 
durchschnittlich bloss ca. Fr. 156.– pro Monat; eventualiter sei zusätzlich eine 

-   19   -

ebenfalls noch eingereichte, inhaltlich falsche Kündigung zu berücksichtigen). 
Seine Arbeitstätigkeit im Hotel H._____ und seinen entsprechenden zusätzli-
chen Verdienst habe der Beschuldigte gänzlich verschwiegen; und verschwie-
gen habe er auch die Zuwendungen seiner Freundin C'._____.

Um seine tatsächliche finanzielle Situation gegenüber den Behörden zu ver-
heimlichen, habe der Beschuldigte (wie zuvor mit seiner Freundin C'._____ 
vereinbart) einen nahezu ausschliesslich von ihm gefahrenen und zumindest 
teilweise von ihm finanzierten Personenwagen Jaguar XF 4.2 V8 (ZH 3) auf 
C'._____ immatrikulieren lassen, zumal er gewusst habe, dass er die 
Finanzierung hätte belegen müssen. Um seine Arbeitstätigkeit zu verheimlichen, 
habe er sich noch weiterer (in der Anklage spezifizierter) Vorgehensweisen 
bedient.

Mit seinem wissentlich und willentlich irreführenden und täuschenden Vorgehen 
(das auch von seinem Bruder gebilligt worden sei) habe der Beschuldigte er-
reicht, dass ihm für die Monate Juli 2016 bis Mai 2019 gesamthaft Fr. 72'241.30 
an Unterstützungsleistungen ausbezahlt worden sei, worauf er eigentlich keinen 
Anspruch gehabt hätte, was ihm (und B._____) bewusst gewesen sei. 

Tatkomplex Invalidität/SVA

Am 2. März 2012 habe sich der Beschuldigte zum Bezug von IV-Leistungen 
angemeldet und eine Rente beantragt. In seiner Anmeldung habe er zur gesund-
heitlichen Beeinträchtigung ausgeführt: «Nacken- und Rückenschmerzen, 
Konzentrationsstörung, fühle mich depressiv, energielos, Schlaflosigkeit». Er 
habe angegeben, dass die Beeinträchtigungen durch einen (Auto-) Unfall in der 
Türkei im Juni 2011 herbeigeführt worden seien.

In der Folge habe der Beschuldigte gegenüber den behandelnden Ärzten, The-
rapeuten, Mitarbeitern der AF._____ GmbH (Durchführungsstelle von Integrati-
onsmassnahmen) und Gutachtern psychische Probleme, ständige bzw. chroni-
sche bzw. starke Schmerzen im Cervical-/Thorakalbereich [Hals- bzw. Brustbe-
reich], schwere Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen etc. geltend gemacht 
– er könne nicht über längere Zeit sitzen, liegen oder stehen.

Ab dem Sommer 2016 habe der Beschuldigte gegenüber seinem Psychologen 
eine Arbeitstätigkeit bei seinem Bruder (B._____) in einer Shisha-Bar (Club 
I._____) deklariert und dabei von wenigen Arbeitsstunden pro Monat berichtet. 
Hierbei habe er angegeben, dass er einmal versucht habe, länger zu arbeiten, 

-   20   -

worauf er bereits nach 4 Stunden Atemnot und Herzrasen verspürt und sich not-
fallmässig ins Stadtspital Triemli begeben habe, wo eine Panikattacke diagnos-
tiziert worden sei. Dieselben Angaben habe er am 30. Juni 2017 auch gegen-
über einem psychiatrischen Gutachter gemacht.

Am 5. bzw. 6. Juli 2018 habe der Beschuldigte über seinen Psychologen im 
Wesentlichen verlauten lassen, dass ihm der von der IV-Stelle der SVA Zürich 
geforderte stationäre Klinikaufenthalt nicht guttun würde und er stattdessen ein 
weiteres Belastbarkeitstraining wünsche. Am 14. Januar 2019 sei ihm mitgeteilt 
worden, dass die Kosten für ein Belastbarkeitstraining übernommen würden, und 
es seien ihm IV-Taggelder zunächst für ein Belastbarkeits- und später für ein 
Aufbautraining entrichtet worden.

Dem Beschuldigten wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, dass seine An-
gaben zu seinem Gesundheitszustand falsch bzw. zumindest masslos übertrie-
ben gewesen seien. Tatsächlich sei der Beschuldigte mindestens seit Mitte 2016 
sehr wohl und ohne Weiteres in der Lage gewesen, einer regelmässigen Arbeits-
tätigkeit nachzugehen. Einer solchen sei er denn auch nachgegangen, indem er 
seit dem 1. Juli 2016 bis mindestens 26. Mai 2019 regelmässig im Club I._____ 
(AC._____-strasse 1, … Zürich) tätig gewesen sei und dort anfallende Arbeits-
tätigkeiten (Bestelllungen aufnehmen, Wasserpfeifen vorbereiten, Getränke aus-
schenken, Einkassieren, Arbeiten an der Bar und in der Küche, Abrechnen etc.) 
ausgeführt habe. Teilweise habe er über 12 Stunden pro Tag gearbeitet. Im Zeit-
raum vom 1. Juli 2016 bis mindestens 31. Januar 2019 habe der Beschuldigte 
so ein monatliches Einkommen von mindestens Fr. 1'500.– erzielt. Weiter habe 
der Beschuldigte in zwei Zeiträumen (Mitte 2018 drei Monate und ab Ende 
Oktober 2018 bis zur Verhaftung ca. zehn Monate) zusätzlich im Hotel H._____ 
(AD.______ 2, AE._____) gearbeitet und dort anfallende Arbeitstätigkeiten (Be-
stellungen aufnehmen, Wasserpfeifen vorbereiten, Einkassieren, Abrechnen 
etc.) ausgeführt, wo er zusätzliches Einkommen erwirtschaftet habe, welches er 
gegenüber den betreffenden Stellen gänzlich verschwiegen habe.

Während seiner Belastbarkeits- bzw. Aufbautrainings (von Ende Januar 2019 
bis zur Verhaftung anfangs September 2019) habe er sich an gesamthaft 
18 Tagen krank gemeldet und aber an mehreren der betreffenden Tage in Tat 
und Wahrheit im Club I._____ gearbeitet.

Mit seinem wissentlich und willentlich irreführenden und täuschenden Vorgehen 
habe er erreicht, dass ihm Taggelder von total Fr. 25'396.80 ausbezahlt worden 

-   21   -

seien, worauf er eigentlich keinen Anspruch gehabt hätte, was ihm bewusst 
gewesen sei. Ein weiterer Vermögensschaden sei der SVA Zürich sodann 
entstanden in der Höhe der Kosten für die Integrationsmassnahmen im Umfang 
von Fr. 50'158.45, welchen Schaden der Beschuldigte ebenfalls wissentlich und 
willentlich verursacht habe.

In rechtlicher Hinsicht erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des Betrugs im 

Sinne von Art. 146 StGB. Vor Vorinstanz machte sie geltend, es sei der qualifizierte 

Tatbestand der Gewerbsmässigkeit im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB erfüllt worden 

(vgl. Prot. I S. 8 i.V.m. Urk. 76 S. 8). Nachdem die Vorinstanz eine gewerbsmässige 

Begehung verneinte (vgl. Urk. 39 E. IV/D/3.3 S. 113 und E. IV/E/3.3 S. 124) und dies 

von der Anklagebehörde unangefochten blieb und auch keine höhere Bestrafung ge-

fordert wurde, ist auf die Frage der Erfüllung des qualifizierten Tatbestands nicht 

mehr zurückzukommen.

1.2. Wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist strafbar, wer in der 

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-

spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem 

Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch 

dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.

Was die Vorinstanz zu den allgemeinen Voraussetzungen zur Erfüllung des 

Betrugstatbestands ausführte (Urk. 39 E. IV/B sowie IV/D/2.1 S. 104ff. und 111), ist 

in allen Teilen zutreffend. Wenn nachstehend diese Grundlagen nochmals rekapitu-

liert werden (vgl. E. II/4), soll dies nur dem besseren Verständnis dienen.

1.3. Vom seinem bisherigen Standpunkt im vorliegenden Strafverfahren, welchen 

die Vorinstanz korrekt wiedergab (Urk. 39 E. III/A/2 S. 33–40), wich der Beschuldigte 

heute nicht ab:

Der Beschuldigte ist nach wie vor der Ansicht, dass er sich gegenüber dem Staat, 

der SVA und den sozialen Diensten korrekt verhalten habe. Er habe alles regel-

konform eingereicht, was von ihm verlangt worden sei, und er habe auch alles 

korrekt deklariert (Prot. I S. 14; vgl. auch Urk. 1A/28/4 S. 2 und die Beilage 2 zu 

Urk. 1A/28/4; Urk. 50 S. 6; Prot. II S. 6).

-   22   -

Nachdem er im Rahmen der Strafuntersuchung die Aussage zur Sache mehrheitlich 

verweigert hatte (delegierte polizeiliche Einvernahme vom 2. September 2019 

[Urk. 22/1 F/A 15 ff.], Hafteinvernahme vor Staatsanwaltschaft vom 3. September 

2019 [Urk. 22/2 F/A 6 ff.], delegierte polizeiliche Einvernahme vom 19. November 

2019 [Urk. 22/3 F/A 8 ff.], Konfrontationseinvernahmen vor Staatsanwaltschaft vom 

23. Dezember 2019 [Urk. 25/1] und vom 13. Januar 2020 [Urk. 25/3]), nahm der 

Beschuldigte am 20. Januar 2020 unter Vermittlung seiner Verteidigung schriftlich 

Stellung zu Fragen der Staatsanwaltschaft zum Tatkomplex Sozialhilfe (Urk. 28/4). 

Einen Grossteil der von der Staatsanwaltschaft aufgestellten Thesen, welche sich 

auf die Befragung mehrerer polizeilicher Auskunftspersonen stützten, wurde da vom 

Beschuldigten anerkannt. Teils deponierte er noch eigene Anmerkungen und ergän-

zende Bestätigungen. In den darauffolgenden Einvernahmen blieben Fragen dann 

aber wieder weitestgehend unbeantwortet (delegierte polizeiliche Einvernahme vom 

16. Juni 2020 [Urk. 22/4 F/A 5 ff.], Konfrontationseinvernahme vor Staatsanwalt-

schaft vom 19. Oktober 2020 [Urk. 25/4]); auch vor Vorinstanz (Urk. 1A/79 S. 8, 

Urk. 25 S. 4 f.) machte der Beschuldigte keine Aussagen zur Sache.

Abgesehen vom Teilgeständnis zu einzelnen Sachverhaltselementen (Urk. 28/4) 

fehlt somit eine einlässliche Stellungnahme des Beschuldigten persönlich zum 

ganzen Sachverhaltsvorwurf (vgl. Urk. 25/4 S. 30). Dieser Umstand darf ihm selbst-

verständlich nicht zum Nachteil gereichen; ihn trifft keine Mitwirkungspflicht im Straf-

verfahren (Art. 113 Abs. 1 Satz 2 StPO).

An der heutigen Berufungsverhandlung hielt der Beschuldigte abermals bloss fest, 

dass er sich gegenüber dem Staat immer korrekt verhalten habe. Wenn er etwas 

gemacht habe, dann habe er dies immer mit den Ärzten besprochen. Er habe auch 

immer deklariert bzw. mitgeteilt, was er mache (Urk. 50 S. 6; Prot. II S. 6).

1.4. Vor Vorinstanz ging die Argumentation der Verteidigung – zunächst zum Tat-

komplex Sozialhilfe – im Wesentlichen dahin, dass sich aus dem Teilgeständnis des 

Beschuldigten und all den Indizien in diesem Verfahren keineswegs ableiten (im 

Sinne von rechtsgenügend nachweisen) lasse, dass der Beschuldigte mehr gear-

beitet habe, als er gegenüber den Sozialbehörden deklariert habe (vgl. statt vieler 

Urk. 28 Rz 38 a.E.). Der Beschuldigte sei effektiv seit seinem Autounfall im 

-   23   -

Jahr 2011 gesundheitlich instabil gewesen. Das häufige Zusammensein mit seinem 

Bruder B._____ habe ihm dann erlaubt, sich gesundheitlich zu stabilisieren und so 

langsam zurück in die soziale Welt zu finden (Urk. 28 Rz 18 f.). Im Club I._____ sei-

nes Bruders habe sich das zweite Zuhause des Beschuldigten befunden; er habe 

dort seine Freizeit verbracht, habe Kollegen getroffen und Shisha geraucht (Urk. 28 

Rz 19, 27). Im Juli 2016 habe er auch angefangen, sporadisch im Club auszuhelfen. 

Er sei aber physisch und psychisch noch nicht stabil gewesen – einer geregelten 

Arbeit nachzugehen, sei ihm nicht möglich gewesen. Weil sein Bruder keine Anfor-

derungen gestellt habe, er bspw. auch ohne Konsequenzen kurzfristig habe absagen 

können, hätten für den Beschuldigten ideale Bedingungen geherrscht, um einen 

sanften Eingang in die Arbeitswelt zu finden (Urk. 28 Rz 21). Wenn er sich in seiner 

Freizeit im Club I._____ aufgehalten und Freunde dort getroffen habe, welchen er 

als Akt der Gastfreundschaft Getränke und Shishas gebracht habe, so sei dies nicht 

als Arbeitstätigkeit (im Sinne von Art. 319 ff. OR) zu qualifizieren, zumal er dafür 

auch keinen Lohn erhalten habe (Urk. 28 Rz 22, 28). Und was die Aktivitäten im Ho-

tel H._____ angeht, habe es sich zunächst (von Juni bis August 2018) um ein Projekt 

mit Freunden gehandelt, bei dem nicht der Verdienst im Vordergrund gestanden sei, 

sondern die Stärkung der psychischen Gesundheit des Beschuldigten. Beim zweiten 

Projekt in derselben Lokalität (von Oktober 2018 bis Mai 2019) sei es um Werbung 

für den Club I._____ gegangen; dem Beschuldigten und dessen Freunden sei die 

Planung überlassen worden; netto habe kein Gewinn resultiert. Beim dritten Durch-

gang schliesslich (von Februar bis Mai 2019) sei der Beschuldigte wiederum im Na-

men des Clubs I._____ und auf dessen Rechnung aufgetreten. Wenn überhaupt 

daran jemand etwas verdient habe, dann der Club I._____; der Beschuldigte jeden-

falls habe von den Erlösen nichts erhalten (Urk. 28 Rz 43 ff.). Vom Club I._____ ge-

kündigt worden sei dem Beschuldigten effektiv (und nicht etwa fingiert), und zwar 

aus finanziellen Gründen. Das Unternehmen sei in Schieflage geraten, und man 

habe eine verlässliche Arbeitskraft benötigt (Urk. 28 Rz 52 ff.). Ausserdem habe der 

Beschuldigte noch das Aufbautraining absolviert und habe somit nicht die Zeit ge-

habt, im Club zu arbeiten. Wenn er dieses wegen Schmerzen nicht habe 

wahrnehmen können, sei er dennoch in den Club gegangen und habe zur 

Entspannung eine Shisha geraucht (Urk. 28 Rz 53). Von eigentlichen regelmässigen 

-   24   -

Zuwendungen seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau, welche der 

Deklarationspflicht unterlegen hätten, könne nicht die Rede sein (Urk. 28 Rz 56). 

Bestritten werde auch, dass der Personenwagen Jaguar XF 4.2 V8 absichtlich über 

die Lebenspartnerin geleast und immatrikuliert worden sei und es aber von Anfang 

an klar gewesen sei, dass der Wagen für den Beschuldigten bestimmt sei und er ihn 

führe (Urk. 28 Rz 57 ff.). Er habe das Fahrzeug denn auch nicht nennenswert 

mitfinanziert, sondern nur wenige Male das Benzin oder mal eine Reparatur bezahlt 

(Urk. 28 Rz 69 f.). Ebenfalls keine Verschleierungsabsicht habe bestanden im 

Zusammenhang mit dem Mobilfunkvertrag: Es sei da um einen Gefallen gegangen; 

nachdem der Beschuldigte aufgrund seiner Betreibungen kein normales 

Abonnement mehr habe abschliessen können (Urk. 28 Rz 71). Und das Vorgehen 

mit dem Twinten eines Gewinnanteils an AB._____ sei schlicht die einfachste 

Lösung gewesen, nachdem der Beschuldigte selber nicht über Twint verfügt habe 

und er seinem Bruder Bargeld habe geben müssen. Auch da habe niemand etwas 

zu verschleiern bezweckt (Urk. 28 Rz 71). Der Beschuldigte habe nicht über nicht 

deklarierte Einkünfte verfügt (Urk. 28 Rz 141). Er habe nicht arglistig getäuscht 

(Urk. 28 Rz 141); und unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung wäre 

ferner den Sozialen Diensten der Stadt Zürich vorzuwerfen, dass sie nicht schon 

nach der ersten Anzeige vertiefte Abklärungen vorgenommen habe (Urk. 28 

Rz 142).

Was sodann den gesamthaft bestrittenen Tatkomplex Invalidität/SVA betrifft, äussert 

sich die Verteidigung erstaunt darüber, dass angesichts zahlreicher Gutachten und 

fachlichen Einschätzungen zur physischen und psychischen Gesundheit des 

Beschuldigten nun entgegen all dem der Vorwurf erhoben werde, dass er seine 

gesundheitlichen Probleme übertrieben geschildert habe (Urk. 28 Rz 73 ff., mit aus-

führlicher Schilderung der Krankengeschichte, Korrespondenzen, Gang der Inte-

grationsbemühungen etc.). Effektiv sei es dem Beschuldigten sichtlich sehr schlecht, 

ja sogar miserabel gegangen. Dies einer Fachkraft «einfach so vorzuspielen», sei 

nicht möglich (Urk. 28 Rz 80, 85). So sei etwa der Suizidversuch, die Einlieferung in 

den Stadtspital Triemli und das Flüchten aufgrund einer Panikattacke im Spital 

dokumentiert worden und könne folglich nicht geleugnet werden. Ausserdem 

habe der Beschuldigte regelmässig Therapiesitzungen beim Psychologen lic. phil. 

-   25   -

AG._____ wahrgenommen, was dieser der SVA mitgeteilt habe (Urk. 28 Rz 90). Seit 

2016 sei es dem Beschuldigten wieder besser gegangen und er habe zu arbeiten 

versucht, was der SVA mitgeteilt worden sei (Urk. 28 Rz 101). Diese habe den 

Beschuldigten aber über Jahre hingehalten, mit ihren Abklärungen und auf-

gezwungenen Massnahmen richtiggehend drangsaliert (Urk. 28 Rz 102–106). Er 

habe sich laut einer E-Mail von lic. phil. AG._____ vom 6. Juli 2018 aber selber 

geheilt, indem er sich bei seinem Bruder eingebracht habe, und befürworte (statt 

Medikamenten und Umgang mit depressiven Menschen) eine integrative Mass-

nahme. Diese E-Mail sei genau in der Zeit geschrieben worden, als der Beschuldigte 

sein erstes Projekt im Hotel H._____ begonnen habe (Urk. 28 Rz 107 f.). Es sei dann 

auch zu beruflichen Massnahmen gekommen (Basisbeschäftigung, Belast-

barkeitstraining, Bewerbungen etc.; Urk. 28 Rz 111 ff.). Insgesamt habe sich die IV-

Stelle – so die Kritik der Verteidigung – widersprüchlich verhalten, wenn sie über all 

die Jahre die Auffassung vertrete, eine IV-Rente könne nicht gewährt werden (weil 

ihrer Ansicht nach der Beschuldigte habe arbeiten können), jedoch teilweise 

Leistungen und mitunter auch Geldzahlungen veranlasse (Urk. 28 Rz 114). Nach 

seiner Untersuchungshaft sei der Beschuldigte dann neu durchgestartet; im 

Jahr 2020 habe er der SVA Zürich von seinem Catering-Angebot mit Shisha in 

Zusammenarbeit mit dem Hotel H._____ und einer zusätzlichen Tätigkeit während 

drei Tagen pro Woche für das Verpflegungsautomaten-Unternehmen «AH._____» 

berichtet (Urk. 28 Rz 115). Zusammenfassend lasse sich sagen, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschuldigten ab 2016 langsam aber stetig stabilisiert 

habe (Urk. 28 Rz 118). Dass er nicht über seinen Gesundheitszustand getäuscht 

habe, zeige auch die Beschreibung der psychischen Verfassung und des Klagens 

über Rückenschmerzen, wie es AB._____ zu Protokoll gegeben habe (Urk. 28 

Rz 119). Die Verteidigung hält das von der Anklage dem Beschuldigten in den 

fraglichen Zeiträumen zugeschriebene Arbeitspensum für unzutreffend (Urk. 28 

Rz 120). Zwar habe er sich sehr oft im Club aufgehalten, auch in der Freizeit; dies 

bedeute aber nicht, dass er jeweils gearbeitet habe (Urk. 28 Rz 121, 125). Aus den 

Videoaufnahmen während neun Monaten, auf welchen keine Arbeitstätigkeit zu 

sehen sei, könne ohnehin nicht auf die Jahre seit 2016 geschlossen werden (Urk. 28 

Rz 123). Das Krankheitsbild des Beschuldigten sei komplex; angesichts der damit 

-   26   -

verbundenen Depression sei es durchaus möglich, dass er sich an gewissen Tagen 

nicht in der Lage gesehen habe, an einem Integrationskurs teilzunehmen, es ihm 

aber dennoch gut getan habe, im Club vorbeizugehen (Urk. 28 Rz 124). Bezeich-

nend sei denn auch, dass man auf den Observationsvideos nicht sehe, dass er 

Gäste bewirtschaftet habe (Urk. 28 Rz 127). Es könne ihm nicht vorgeschrieben 

werden, wo er seine Freizeit zu verbringen habe (Urk. 28 Rz 128). Er sei auch immer 

transparent gewesen in Bezug auf seinen Zustand und die allmähliche Besserung, 

und von daher sei es erstaunlich, wie sich die SVA da plötzlich (nachdem die 

Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet habe) «auf die andere Seite» habe stellen 

können (Urk. 28 Rz 130 ff.) und feststelle, dass nie ein IV-relevanter Gesundheits-

schaden vorgelegen habe (Urk. 28 Rz 132). Richtig sei aber, dass seit der IV-

Gesuchstellung ein solcher vorgelegen habe (Urk. 28 Rz 135). Einzig gestützt auf 

die «nicht aussagekräftigen» Videoüberwachungen lasse sich der Vorwurf, unrecht-

mässig Sozialversicherungsleistungen bezogen zu haben, nicht halten (Urk. 28 

Rz 136). Auch in Bezug auf diesen Tatkomplex bestreitet die Verteidigung eine 

Täuschung und ein arglistiges Vorgehen des Beschuldigten (Urk. 28 Rz 143).

1.5. An der Berufungsverhandlung nahm die Verteidigung diese Argumentation 

nochmals auf und ergänzte bzw. vertiefte sie. Sinngemäss zusammengefasst wurde 

heute was folgt vorgebracht: Einerseits rügte die Verteidigung, dass das Anklage-

prinzip verletzt sei (vgl. dazu vorstehend E. I/4.6). Weiter brachte die Verteidigung 

vor, dass aus den Observationen des Beschuldigten einzig ersichtlich sei, dass der 

Beschuldigte teilweise Shishas in die Garage gebracht oder von dort geholt habe, 

was aber keine Arbeitstätigkeit im Sinne von Art. 319 ff OR dargestellt habe. Es sei 

in den Observationsaufnahmen kein einziges Mal ersichtlich, dass der Beschuldigte 

Bestellungen entgegengenommen, Geld einkassiert, Getränke ausgeschenkt, 

Abrechnungen gemacht oder an der Bar oder in der Küche gearbeitet habe. Der 

Beschuldigte habe diese Tätigkeiten im deklarierten Umfang auch gegenüber den 

Sozialbehörden bereits kundgetan, diese seien somit nicht darüber getäuscht 

worden. Zudem sei völlig unbelegt, dass der Beschuldigte von seinem Bruder tat-

sächlich auch Geld für die angeblichen, dem Beschuldigten vorgeworfenen Arbeiten 

erhalten habe. Belegt sei umgekehrt aber, dass der Bruder des Beschuldigten gar 

nicht in der Lage gewesen sei, dem Beschuldigten den von der Staatsanwaltschaft 

-   27   -

kolportierten Lohn zu bezahlen. Die Vorinstanz übersehe, dass der Beschuldigte 

zwar grundsätzlich bestätigt habe, dass er in der betreffenden Zeit durchschnittlich 

mehrmals in der Woche während mehrerer Stunden am Tag im Club I._____ gewe-

sen sei, jedoch klar und deutlich kundgetan habe, dass es sich dabei um keine Ar-

beitsleistung im Sinne von Art. 319 ff. OR gehandelt habe. Es möge zwar sein, dass 

der Beschuldigte – als er im Club I._____ im Rahmen seiner Freizeit oder Pausen 

zugegen gewesen sei und etwas kurz erledigt habe werden müssen – eingesprun-

gen sei. Dies seien aber reine Gefälligkeiten zugunsten seines Bruders gewesen, 

zumal dieser ohnehin nicht in der Lage gewesen sei, den Beschuldigten zu entschä-

digen, da das Geschäft schlecht gelaufen sei, was auch die Vorinstanz anerkenne. 

Reine Gefälligkeitsleistungen – so die Verteidigung weiter – müssten gegenüber den 

Sozialbehörden nicht deklariert werden (mit Verweis auf ein Urteil des Versiche-

rungsgerichts Solothurn; VSBES.2021.74, Entscheid vom 26. November 2021]). 

Mehrere von der Staatsanwaltschaft beschriebene Handlungen des Beschuldigten 

seien im Verfahren des Versicherungsgerichts Solothurn als Gefälligkeiten beurteilt 

worden (Kunden begrüssen und in die Bar lassen, Schliessen der Garage und des 

Clublokals, Bedienung von Kunden, Servieren von Getränken und Wasserpfeifen). 

Die Vorinstanz gehe überdies einfach pauschal und ohne jeglichen Beweis bzw. Be-

leg und damit willkürlich davon aus, der Beschuldigte habe während dieser ganzen 

Zeit respektive all diesen Stunden gearbeitet und dafür einen Lohn erhalten. Der 

Vorinstanz stehe es nicht zu, entgegen dem Willen des Beschuldigten und dessen 

Bruder anzunehmen, der Beschuldigte habe seinem Bruder seine Zeit zur Verfügung 

gestellt und daher handle es sich dabei um eine entschädigungspflichtige Arbeits-

leistung nach Art. 319 ff. OR. Korrekterweise hätte die Vorinstanz – so die Verteidi-

gung weiter – dem Beschuldigten das Recht einräumen müssen, seine Freizeit im 

Club I._____ zu verbringen, wie er sie auch an einem x-beliebigen anderen Ort hätte 

verbringen können. Aus dem Arbeitsvertrag von L._____ lasse sich nichts zulasten 

des Beschuldigten ableiten und daraus könne keineswegs geschlossen werden, 

dass der Beschuldigte im Club I._____ mehr als angegeben, gearbeitet habe. Die 

Quittungen des CCA Angehrn würden offensichtlich auf den Bruder des Beschuldig-

ten lauten. Und unabhängig davon sei es dem Beschuldigten freigestanden, als Ge-

fälligkeit für seinen Bruder, Einkäufe zu tätigen. Dasselbe gelte für die Aligro Rech-

-   28   -

nung. Auch aus dem Service-Portemonnaie sei nicht zu schliessen, dass der Be-

schuldigte mehr im Club I._____ gearbeitet habe, als gegenüber den Sozialbehörden 

offengelegt. Der Beschuldigte habe deklariert, dass er gewisse Stunden im Monat 

im Club arbeite. Infolgedessen sei es auch naheliegend, dass er im Besitz des Ser-

vice-Portemonnaies gewesen sei oder gewisse Einkäufe getätigt habe. Andererseits 

sei es auch denkbar, dass der Bruder des Beschuldigten das Service-Portemonnaie 

sowie die Quittungen beim Beschuldigten habe liegen lassen. Dasselbe gelte auch 

in Bezug auf den Stempel des Clubs I._____, das Empfangsscheinbuch der Post 

oder Einzahlungsquittungen. Daraus lasse sich mitnichten ableiten, der Beschuldigte 

habe mehr im Club I._____ gearbeitet, als gegenüber den Sozialbehörden offenge-

legt. Verantwortungsvolle Aufgaben können – gemäss Verteidigung – auch einer 

Person übertragen werden, welche nur wenige Stunden im Monat im Betrieb arbeite, 

umso mehr, wenn eine nahe und vertrauensvolle, familiäre Beziehung zur betreffen-

den Person bestehe. Darüber hinaus – so die Verteidigung weiter – könnten sich die 

sichergestellten Gegenstände auch beim Beschuldigten befunden haben, wenn er 

seinem Bruder aus Gefälligkeit ausgeholfen hätte. Es sei keineswegs ersichtlich, 

weshalb die Verantwortung von bestimmten Aufgaben von der Anzahl geleisteter 

Arbeitsstunden abhängig sein soll. Die Staatsanwaltschaft treffe einfach die An-

nahme, dass der Beschuldigte von seinem Bruder mindestens Fr. 1'500.– in bar er-

halten oder diesen Betrag aus der Kasse oder ab den Geschäftskonten genommen 

habe. Es könne nicht von L._____ pauschal auf den Beschuldigten geschlossen wer-

den. Im Strafrecht gelte ein striktes Analogieverbot, wenn sich ein solcher Analogie-

schluss zulasten des Beschuldigten auswirke. Vorliegend schliesse die Vorinstanz 

analog vom Lohn von L._____ darauf, dass auch der Beschuldigte zumindest vor 

L._____ einen solchen Lohn erhalten haben müsse. Die Vorinstanz, wie auch die 

Staatsanwaltschaft seien nicht in der Lage, irgendwelche Belege ins Recht zu legen, 

welche tatsächlich belegen würden, dass der Beschuldigte mit Fr. 1'500.– pro Monat 

entschädigt worden sei. Weiter kritisierte die Verteidigung das Schwarz/Weiss-Den-

ken der Vorinstanz (entweder man sei krank und zu Hause oder gesund und am 

Arbeiten). Gemäss Vorinstanz arbeite man entweder für die nahestehende Person 

ganz gratis oder man werde voll bezahlt. Eine Möglichkeit, dass man so viel bezahlt 

werde, wie sich der Familienangehörige dies leisten könne, ansonsten man aber un-

-   29   -

entgeltlich aushelfe, existiere aus der Sicht der Vorinstanz jedoch nicht. Weiter wird 

vorgebracht, dass wenn die Vorinstanz die Umsätze korrekt festgestellt, die Kosten 

richtig berechnet und die Aussagen berücksichtigt hätte, sie ebenfalls zum Schluss 

hätte kommen müssen, dass vom Beschuldigten bzw. vom Club I._____ in der 

G._____ Lounge sowie im Hotel H._____ keinerlei Gewinn erzielt worden sei bzw. 

nichts verdient habe werden können, weshalb es gegenüber den Sozialbehörden 

auch nichts zu deklarieren gegeben habe. Die Lohnabrechnungen seien somit auch 

korrekt, da nicht belegt sei, dass der Beschuldigte einen monatlichen Lohn von 

Fr. 1'500.– erzielt habe. Überdies seien die sichergestellten Unterlagen kein Indiz 

dafür, dass der Beschuldigte den Jaguar faktisch selbst geleast habe. In der heutigen 

Zeit sei es überdies Gang und Gäbe, dass sich junge Frauen schöne und schnelle 

Autos leisten. Es sei alles andere als unglaubwürdig, dass die Freundin des Beschul-

digten einen Seat Ibiza und einen Jaguar geleast habe. Auch seien die Twint-Über-

weisungen an AB._____ kein Indiz dafür, das Einkünfte verschwiegen werden soll-

ten. Die Vorinstanz stelle überdies den Sachverhalt aktenwidrig und willkürlich fest, 

wenn sie die Ansicht vertrete, der Staatsanwaltschaft sei beizupflichten, wenn sie 

dem Beschuldigten vorwerfe, seine Angaben hinsichtlich seines Gesundheitszustan-

des seien falsch bzw. zumindest masslos übertrieben gewesen. Der Beschuldigte 

habe nie behauptet, dass er ständige, starke Schmerzen habe. Der Beschuldigte 

habe selber gesagt, dass er nicht wisse, ob er 100 % arbeitsunfähig sei. An manchen 

Tagen gehe es besser und an manchen schlechter. Wenn die Vorinstanz das Ge-

genteil behaupte, stelle sie aktenwidrige Behauptungen auf und stelle den Sachver-

halt willkürlich fest (Urk. 51; Prot. II S. 5 f.).

1.6. Die Vorinstanz sah von einer Befragung des den Beschuldigten behandeln-

den Psychologen, lic. phil. AG._____, ab, so wie es vom Beschuldigten wiederholt 

beantragt worden war (Prot. I S. 8, Urk. 17A und 19). Sie erwog, dass angesichts der 

erstellten Regelmässigkeit und Art und Intensität der Arbeitstätigkeit des Beschul-

digten im Club I._____ diese nicht therapeutischen Zwecken habe dienen können, 

weshalb von einer Einvernahme von lic. phil. AC._____ abgesehen werden könne 

(Urk. 39 E. III/H/3.2 S. 92). Ausserdem gehe es auch nicht um den Gesundheitszu-

stand des Beschuldigten vor Juli 2016, denn vorgeworfen werde dem Beschuldigten 

ja eine ganz deutliche Verbesserung seines Gesundheitszustands, ansonsten er 

-   30   -

das effektiv geleistete Arbeitspensum ab Sommer 2016 nicht hätte leisten können 

(Urk. 39 E. III/H/3.7 S. 95). Damit widersprach die Vorinstanz der Verteidigung, 

welche vorgebracht hatte, lic. phil. AG._____ könne bestätigen, dass der Beschul-

digte während der relevanten Periode 100 % arbeitsunfähig gewesen sei und die 

Nähe bei seinem Bruder in der Shisha-Bar essenziell für die Wiedereingliederung 

gewesen sei (Urk. 17A).

2. Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweiswürdigung 

(dabei namentlich zum Grundsatz «in dubio pro reo», zum Indizienbeweis und zur 

Würdigung von Aussagen) zutreffend dargelegt (Urk. 39 E. III/D S. 44 ff.). Die Er-

wägungen der Vorinstanz vertiefend werden der Grundsatz «in dubio pro reo» (im 

Zweifel für den Angeklagten) und der Indizienbeweis nachfolgend näher beleuchtet:

Nach der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Unschuldsver-

mutung und dem davon abgeleiteten Grundsatz «in dubio pro reo» ist bis zum ge-

setzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 

Handlung Angeklagte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO; BGE 138 V 74 E. 7, 127 

I 38 E. 2a; BGer 6B_617/2013 vom 4. April 2014 E. 1.2). Aus der Unschuldsver-

mutung – als Beweislastregel – ergibt sich, dass es Sache der Anklagebehörde ist, 

die Schuld des Beschuldigten zu beweisen, und dass nicht dieser seine Unschuld 

nachweisen muss (ZK StPO-WOHLERS, Art. 10 N 6; SCHMID/JOSITSCH, Handbuch 

StPO, 4. Aufl., 2023, N 216 f.; BSK StPO-TOPHINKE, Art. 10 N 19, 80; BGE 127 I 40; 

BGE 120 Ia 37). Der Grundsatz «in dubio pro reo» ist verletzt, wenn das Strafgericht 

einen Beschuldigten (einzig) mit der Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld 

nicht nachgewiesen (BGE 127 I 38 E.  2a mit Hinweis). Als Beweiswürdigungsregel 

besagt der Grundsatz «in dubio pro reo» ausserdem, dass sich das Strafgericht nicht 

von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, 

wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel 

bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGer 6B_1168/2020 vom 

11. Oktober 2022 E. 1.1 mit Hinweisen).

Wenn – wie vorliegend und eigentlich nahezu immer – für die zentralen Punkte keine 

-   31   -

direkten Beweise vorliegen resp. möglich sind, ist der Nachweis der Tat mit Indizien, 

das heisst mit indirekten, mittelbaren Beweisen, zu führen. Beim Indizienbeweis wird 

aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen 

sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache ge-

schlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen 

Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet 

die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht ver-

stärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung 

keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist 

mithin auch der Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Ge-

wissheit verdichten, welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als 

unerheblich erscheinen lassen (BGer 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 3.3 mit 

Hinweisen).

Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig, wobei die Gesamtheit der 

einzelnen Indizien, deren «Mosaik», zu würdigen ist. Da ein Indiz immer nur mit einer 

gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, 

einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält es daher auch den 

Zweifel. Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, 

welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen las-

sen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat und/oder Täter zu schliessen. 

Der Indizienprozess als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus 

ihr abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz «in dubio pro reo» findet auf das einzelne 

Indiz keine Anwendung (BGer 6B_360/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in 

BGE 143 IV 361; 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 und 6B_1021/2016 

vom 20. September 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). Er entfaltet seine Wirkung bei der 

Beweiswürdigung als Ganzes. Massgebend ist nicht eine isolierte Betrachtung der 

einzelnen Beweise, welche für sich allein betrachtet nur eine gewisse Wahrschein-

lichkeit begründen und insofern Zweifel offenlassen, sondern deren gesamthafte 

Würdigung (BGer 6B_90/2019 vom 7. August 2019 E. 4.3; 6B_699/2018 vom 7. Fe-

bruar 2019 E. 2.3.2; ZK StPO-WOHLERS, Art. 10 N 27; OBERHOLZER, Grundzüge des 

Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, Rz. 1090).

-   32   -

Wenn für den Tatvorwurf eine überzeugend sprechende Indizienlage besteht, für die 

der Beschuldigte keine annähernd plausiblen Erklärungen zu liefern vermag oder 

wenn Anhaltspunkte für die Richtigkeit seiner entlastenden Behauptungen fehlen, 

darf das Gericht in freier Beweiswürdigung zum Schluss kommen, seine Vorbringen 

seien unglaubhaft (vgl. hierzu BGer 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4 

[nicht publ. in BGE 147 IV 176]; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4; 

6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 1.6 [nicht publ. in BGE 138 IV 47]; 

6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 4.1 mit Hinweisen; 1P.641/2000 vom 24. April 

2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110, E. 3; SCHMID/JOSITSCH, Handbuch StPO, 

4. Aufl., 2023, N 231; Entscheid des EGMR vom 8. Februar 1996, Murray gegen 

Vereinigtes Königreich, in: EuGRZ 1996, S. 587, Nr. 47).

3. Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und der weiteren befragten Personen

Die Vorinstanz knüpfte die Glaubwürdigkeit der Direktbeteiligten teilweise an deren 

prozessuale Stellung. Hierzu erwog sie, dass der Beschuldigte nicht unter der Straf-

androhung von Art. 307 StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet gewe-

sen sei und er als Beschuldigter grundsätzlich ein legitimes Interesse daran habe, 

die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzustellen. Das sei bei der Wür-

digung seiner Aussagen zu berücksichtigen (Urk. 39 E. III/E/1.1 S. 46). Diese häufig 

so oder ähnlich in Entscheiden verwendete, floskelhafte Formulierung hält genauerer 

Betrachtung nicht stand. Zur Unterscheidung von wahren und erfundenen Aussagen 

ist die prozessuale Stellung ein gänzlich untaugliches Kriterium, weil ein Unschul-

diger dasselbe Interesse hat; oder es ist ein Zirkelschluss, indem von vornherein 

– tendenziell zumindest – von der Schuld des Beschuldigten ausgegangen wird. Die 

prozessuale Stellung einer Partei vermag für die Sachverhaltserstellung nie etwas 

beizutragen, weder im positiven noch im negativen Sinne (vgl. Urteil der erkennen-

den Kammer SB180079-O/U vom 18. Oktober 2018 E. 3.1 S. 9; BGE 147 IV 409 

E. 5.4.3). Korrekt ist stattdessen schlicht, dem Beschuldigten grundsätzlich Glaub-

würdigkeit zu attestieren. Es handelt sich hier aber wohlgemerkt um ein untergeord-

netes Detail; im Vordergrund steht – mit der Vorinstanz (Urk. 39 E. III/D/3 S. 45 und 

E. III/E/1.2 S. 47) – die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen resp. deren Über-

zeugungskraft.

-   33   -

Zu Recht hingegen ging die Vorinstanz kurz auf das Verhältnis der befragten Perso-

nen ein und die sich daraus allenfalls ergebende Motivlage für Falschaussagen. 

A._____ und B._____ sind Brüder, C'._____ ist die Freundin/ Verlobte/Ehefrau von 

A._____ – diese beiden Naheverhältnisse lassen Falschaussagen an sich als denk-

bar erscheinen. Keine klaren Anhaltspunkte dafür gibt es demgegenüber bei 

L._____, wenngleich er in der fraglichen Zeit ein Mitarbeiter im Club I._____ war (vgl. 

Urk. 39 E. III/E/1.2 und 2 S. 46 f.). Wie die Vorinstanz aber richtig festhielt, kommt 

den Beziehungen und Bindungen der beteiligten Personen nur untergeordnete Be-

deutung zu (Urk. 39 E. III/D/3 S. 45). Wichtiger für die Wahrheitsfindung als die all-

gemeine Glaubwürdigkeit ist – wie bereits angetönt – die Glaubhaftigkeit der konkre-

ten Aussage, welche durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, 

ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Er-

leben entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3, mit Hinweisen).

4. Zur rechtlichen Ausgangslage beim Tatbestand des Betrugs

4.1. Angriffsmittel beim Betrug ist die Täuschung des Opfers. Als Täuschung gilt 

jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit 

abweichende Vorstellung hervorzurufen. Die Täuschung im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 StGB kann durch konkludentes Handeln erfolgen (BGE 147 IV 73 E. 3.1, mit 

Hinweisen). Wer als Bezieher von Sozialhilfe oder Sozialversicherungsleistungen 

falsche oder unvollständige Angaben zu seinen Einkommens- oder Vermögensver-

hältnissen macht, täuscht nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung durch 

zumindest konkludentes Handeln aktiv (vgl. BGE 140 IV 206 E. 6.3.1.3; BGer 

6B_642/2023 vom 25. September 2023 E. 1.3.2; je mit Hinweisen; vgl. bereits die 

Vorinstanz in Urk. 39 E. IV/B/1 f. S. 104 f.).

Die Täuschung muss zudem arglistig sein. Arglist ist nach ständiger Rechtsprechung 

gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer 

Machenschaften oder Kniffe bedient. Bei einfachen falschen Angaben ist das Merk-

mal erfüllt, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich 

oder nicht zumutbar ist, sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der mög-

lichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die 

Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses un-

-   34   -

terlassen werde. Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem 

Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Auch unter dem Ge-

sichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die Erfüllung des Tatbestands aber 

nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle 

erdenklichen Vorkehrungen trifft. Arglist ist lediglich dann zu verneinen, wenn das 

Täuschungsopfer die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet (zum 

Ganzen, je mit weiteren Hinweisen: BGE 147 IV 73 E. 3.2; 143 IV 302 E. 1.3 und 

1.3.1; BGer 6B_642/2023 vom 25. September 2023 E. 1.3.2; die Vorinstanz in 

Urk. 39 E. IV/B/3 S. 105).

Nach der im Bereich der Sozialhilfe ergangenen Rechtsprechung handelt eine 

Behörde leichtfertig, wenn sie eingereichte Belege nicht prüft oder es unterlässt, die 

um Sozialhilfe ersuchende Person aufzufordern, die für die Abklärung der Einkom-

mens- und Vermögensverhältnisse relevanten Unterlagen einzureichen (BGer 6B_ 

261/2022 vom 2. Juni 2023 E. 3.2.2; 6B_642/2023 vom 25. September 2023 

E. 1.3.2; je mit Hinweisen). Besteht eine Pflicht zur vollständigen und wahrheitsge-

treuen Auskunftserteilung und ist die Überprüfung nicht oder nur mit besonderer 

Mühe möglich oder nicht zumutbar, gelten schon einfache falsche Angaben als arg-

listig. Die Behörden dürfen grundsätzlich darauf vertrauen, dass die Angaben von 

mitwirkungspflichtigen Personen wahrheitsgetreu und vollständig sind (BGer 6B_ 

1358/2021 vom 21. Juni 2023 E. 2.3.2; 6B_642/2023 vom 25. September 2023 

E. 1.3.2; vgl. bereits die Vorinstanz in Urk. 39 E. IV/B/3 S. 105; je mit weiteren Hin-

weisen).

4.2. Der subjektive Tatbestand von Art. 146 Abs. 1 StGB verlangt neben einem 

Handeln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht Vorsatz in Bezug auf alle objek-

tiven Tatbestandsmerkmale, wobei Eventualvorsatz genügt (BGer 6B_1358/2021 

vom 21. Juni 2023 E. 2.2; 6B_642/2023 vom 25. September 2023 E. 1.3.3; je mit 

weiteren Hinweisen; vgl. bereits die Vorinstanz in Urk. 39 E. IV/D/2.1 S. 111).

5. Beweiswürdigung

Die Vorinstanz erachtete die beiden zur Anklage gebrachten Sachverhalte gestützt 

auf die massgeblichen Beweismittel grossmehrheitlich als anklagegemäss erstellt 

-   35   -

an. Beim Tatkomplex Sozialhilfe (Betrug zum Nachteil der Sozialen Dienste der Stadt 

Zürich) sah sie einzig die subjektiven Aspekte hinsichtlich (1.) der Zuwendungen 

durch C'._____ sowie (2.) der Registrierung der Mobiltelefonnummer auf C'._____ 

als nicht erstellt an (Urk. 39 E. III/G/14 S. 81). Und beim Tatkomplex Invalidität/SVA 

(Betrug zum Nachteil der SVA Zürich) präzisierte die Vorinstanz den erstellten Sach-

verhalt insofern, als (1.) die Angaben des Beschuldigten masslos übertrieben (an-

statt geradezu falsch) waren, und (2.) auch dahingehend, dass das die ausbezahlten 

Taggelder und die Kosten der Integrationsmassnahmen in ihrer Summe 

Fr. 50'158.05 betrugen (Urk. 39 E. III/H/9 S. 99).

Es kann vorweggenommen werden, dass den von der Vorinstanz aus dem Beweis-

material gezogenen Schlüssen zur Sachverhaltserstellung und auch bei der rechtli-

chen Würdigung weitestgehend zu folgen ist. Sehr sorgfältig, schlüssig und zutref-

fend hat die Vorinstanz die Indizienlage untersucht und gewürdigt. Die vorgebrach-

ten Einwände der Verteidigung (Prot. I S. 8 ff. i.V.m. Urk. 28) wurden ebenfalls sorg-

fältig und ausführlich in die Würdigung einbezogen. Den Fazits der Vorinstanz ist 

beizupflichten. Die nachstehenden Erwägungen sollen die vorinstanzliche, geradezu 

vorbildliche Beweiswürdigung nur ergänzen bzw. in wenigen Details präzisieren, wo-

bei zur Verdeutlichung nochmals kurz auf die wesentlichsten Punkte eingegangen 

wird, von welchen sich das Berufungsgericht leiten lässt:

5.1. Effektive Arbeitstätigkeit und dabei erzielte Einkünfte

5.1.1. Dass der Beschuldigte im Club I._____ ab Beginn des anklagerelevanten Zeit-

raums (1. Juli 2016) gestützt auf einen Einzelarbeitsvertrag im Sinne von Art. 319 

OR im Stundenlohn für Fr. 18.75 pro Stunde angestellt war, ist unbestritten und be-

legt (Urk. 1A/16/2). Umstritten ist in diesem Zusammenhang jedoch, ob die Arbeits-

tätigkeit nur im äusserst beschränkten Umfang von wenigen Stunden pro Monat aus-

geübt wurde, so wie er es deklariert hat, oder ob dies sehr viel mehr war, so wie es 

Eingang in die Anklage fand.

Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang die Indizienlage sorgfältig untersucht 

und ging den Vorbringen der Verteidigung nach respektive widerlegte diese weitest-

gehend. Widerlegt hat sie namentlich, dass die Anwesenheit des Beschuldigten in 

-   36   -

der Shisha-Bar zu einem wesentlichen Teil bloss ein Verbringen seiner Freizeit war 

und/oder therapeutischen Zwecken diente (Urk. 39 E. III/G/3 S. 50–56; vgl. dazu 

auch Urk. 51 S. 5 ff.).

Der Beschuldigte hat nach Rücksprache mit seinem Verteidiger schriftlich einge-

räumt,

«seit Mitte 2016 bis Ende Januar 2019 regelmässig – d.h. durchschnittlich 
mehrmals pro Woche, durchschnittlich mehrere Stunden pro Tag (Aus-
nahmen vorbehalten) – im Club I._____ (AC._____-strasse 1 in … Zürich) 
anfallende Arbeitstätigkeiten […] (Bestellungen aufnehmen, Wasserpfei-
fen vorbereiten, Getränke ausschenken, Einkassieren, Arbeiten an der 
Bar und in der Küche, Abrechnen etc.)» 

ausgeführt zu haben (Beilage 1 zu Urk. 1A/ 28/4). Daran ändern auch die Ausfüh-

rungen der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung nichts (vgl. dazu 

Urk. 51 S. 10).

In seiner Wohnung und in seinem Auto wurden am 2. September 2019 diverse Ge-

genstände gefunden (Serviceportemonnaie, Postempfangsscheinbuch, Arbeits-

vertrag mit dem Mitarbeiter L._____, div. Quittungen für Getränke-/Engroseinkäufe, 

Abrechnungen von Kreditkartenunternehmen etc., alles für den Club I._____), wel-

che angesichts auch ihrer Varietät – entgegen der Ansicht der Verteidigung – auf 

eine eigentliche Arbeitstätigkeit mit einiger Verantwortung und nicht bloss auf 

stundenweise Aushilfstätigkeit für den Club I._____ hinweisen (Urk. 39 E. III/G/3.6 

S. 54 ff.).

Auch die Ergebnisse der Videoüberwachung sprechen klar gegen die Version des 

Beschuldigten, zeigen sie ihn doch – im Zeitraum vom 20. Dezember 2018 bis 8. Mai 

2019 – sehr häufig bei Tätigkeiten, wie sie bei einer Shisha-Bar typischerweise zum 

Betrieb gehören, sodass es bei einer Gesamtbetrachtung – entgegen der Ansicht 

der Verteidigung – keinesfalls als blosses Verbringen der Freizeit, als Treffen von 

Freunden oder Erbringen von Gefälligkeiten in der Familie gewürdigt werden kann 

(siehe im Einzelnen Urk. 39 E. III/G/3.3 S. 51 f.).

5.1.2. Es fragt sich nun, wie der Verlauf des Arbeitspensums war und namentlich, ob 

auch schon in der frühen Phase über dem Deklarierten gearbeitet wurde. Nicht zu 

beanstanden ist in diesem Zusammenhang, wenn die Vorinstanz den Beschuldigten 

-   37   -

bei seiner Zugabe behaftet, dass er seit Mitt 2016 «regelmässig – d.h. durch-

schnittlich mehrmals pro Woche, durchschnittlich mehrere Stunden pro Tag (Aus-

nahmen vorbehalten) –» im Club anfallende Arbeitstätigkeiten ausführte (vgl. 

Beilage 1 zu Urk. 1A/28/4), und dann über den objektiv belegten Stundenlohn 

(gemäss Urk. 1A/16/2 Fr. 18.75) und unter sorgfältiger Würdigung der Ergebnisse 

aus der Überwachung (Februar bis Mai 2019) auf das in die Anklage aufgenommene 

monatliche Einkommen von durchschnittlich (mindestens) Fr. 1'500.– im Zeitraum 

vom 1. Juli 2016 bis 31. Januar 2019 schliesst (Urk. 39 E. III/G/4.5–4.7 S. 58 f.). 

Dies erscheint durchaus plausibel und vorsichtig gerechnet, gerade auch vor dem 

Hintergrund der Anstellung von L._____s und dessen glaubhaften Angaben zu 

seinem Lohn (Urk. 39 E.  III/G/4.2–4.4 S. 57 f.). Auch diese Ausführungen der 

Vorinstanz können übernommen werden.

5.1.3. Mit der Vorinstanz (Urk. 39 E. III/G/5 S. 62) lässt sich das Engagement des 

Beschuldigten, das er im Zeitraum vom 1. Juni 2018 bis 31. August 2018 und ab 

Ende Oktober 2018 bis zum 31. Mai 2019 im Hotel H._____ an den Tag legte, auch 

in Kenntnis der Argumente der Verteidigung (vgl. Urk. 28 Rz 43 ff., Urk. 51 S. 5 ff., 

S. 10 ff.) nicht anders würdigen, als dass es sich um eine selbstständige gastrono-

mische, über kurz oder lang einen Gewinn anstrebende Arbeitstätigkeit handelte. 

Nachgerade akribisch plausibilisierte die Vorinstanz anhand des ganzen Prozess-

stoffs, ob die in die Anklage aufgenommenen Einkommenszahlen stimmen könnten, 

und kam mit triftigen Überlegungen zum Schluss, dass die Zahlen jedenfalls nicht zu 

hoch liegen, dass somit von ihnen ausgegangen werden kann (Urk. 39 E. III/G/6 

S. 63 ff.).

5.1.4. Die Verteidigung zweifelt in je isolierter Betrachtung über mehrere Seiten den 

Beweiswert einzelner Beweismittel an (Urk. 51). Beweismittel sind aber zueinander 

in Beziehung zu setzen und deren Aussagekraft immer im Gesamtkontext zu wür-

digen. Für den bestrittenen Umfang der Arbeitstätigkeit und den dabei erzielten 

Verdienst besteht insgesamt eine überzeugend sprechende Indizienlage, für die der 

Beschuldigte nicht annähernd glaubhafte Erklärungen zu liefern vermag. Die Summe 

der den Beschuldigten belastenden Indizien und das Fehlen einer glaubhaften Er-

-   38   -

klärung dafür lassen keine vernünftigen Zweifel aufkommen, dass er wie eingeklagt 

arbeitstätig war.

5.1.5. Um sich bei der vorliegenden, recht klaren Indizienlage entlasten zu können, 

müsste der Beschuldigte in der Lage sein, triftige Erklärungen für die ihn belastenden 

Momente vorzubringen. Dies gelingt ihm – auch mit seinen Ausführungen und 

Vorbringen im Rahmen der Berufungsverhandlung – klarerweise nicht. Entlastende 

Behauptungen der beschuldigten Person dürfen nach der Rechtsprechung ohne 

Verletzung der Unschuldsvermutung als Schutzbehauptung qualifiziert werden, 

wenn sich die beschuldigte Person weigert, die entlastenden Behauptungen näher 

zu substanziieren, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Beweis-

elemente vernünftigerweise erwartet werden darf (vgl. etwa BGer 6B_1213/2020 

vom 30. September 2021 E. 1.4.3 oder auch 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 

E. 1.4.4, je mit weiteren Hinweisen). Dies führt nicht etwa zu einer unerlaubten 

Beweislastumkehr, sondern lediglich dazu, dass auf die belastenden Beweise 

abgestellt werden darf.

5.2. Betrug zu Lasten der Sozialen Dienste der Stadt Zürich (Sozialhilfe)

5.2.1. Täuschung

Dass der Beschuldigte die in die Anklage aufgenommenen Deklarationen zu seiner 

finanziellen Situation abgab und jeweils um wirtschaftliche Sozialhilfe ersuchte, ist 

unbestritten und belegt (vgl. Urk. 39 E. III/G/2 S. 49 f.). Zwar gab er in den Dekla-

rationen vom 20. August 2016 bzw. 3. Oktober 2016, vom 8. August 2017 bzw. 

21. September 2017 und vom 26. September 2018 an, stundenweise im Club 

I._____ zu arbeiten. Allerdings verschwieg er den tatsächlichen Arbeitsumfang sowie 

die tatsächlichen Verdienste. Vielmehr reichte er inhaltlich falsche Lohnabrechnun-

gen für den Zeitraum Juli 2016 bis Januar 2019 ein, welche Abrechnungen eine tie-

fere Anzahl Arbeitsstunden und mithin einen viel tieferen Lohn auswiesen als er in 

der Tat erwirtschaftet hatte. Die Arbeitstätigkeit im Hotel H._____ verschwieg er 

gänzlich (Urk. 39 E. III/G/8 S. 68 f.). Der Beschuldigte A._____ täuschte die Sach-

bearbeiter der Sozialen Dienste Zürich damit aktiv, indem er falsche (bezüglich der 

-   39   -

Arbeitstätigkeit im Club I._____) bzw. unvollständige Angaben (bezüglich der Ar-

beitstätigkeit im Hotel H._____) machte (Urk. 39 E. IV/D/1.1 S. 107).

Die Vorinstanz hat im Sinne von weiteren Machenschaften zur Täuschung mit über-

zeugenden Erwägungen erstellt, dass der Beschuldigte den nahezu ausschliesslich 

von ihm gefahrenen Personenwagen Jaguar XF 4.2 V8 auf seine Lebenspartnerin 

immatrikulieren liess und sich Gewinnanteile aus der Tätigkeit im Hotel H._____ via 

Twint auf das Konto eines Kollegen überweisen liess (Urk. 39 E. III/G/10 S. 70 ff., 

E. III/G/12 S. 79 f. und E. IV/D/1.1.2 S. 107). Dem ist nichts anzufügen und es kann 

auch darauf verwiesen werden.

5.2.2. Arglist

Die Vorinstanz kommt in ihrer rechtlichen Würdigung zum Schluss, dass die Täu-

schung der Mitarbeitenden der Sozialen Dienste der Stadt Zürich als arglistig zu qua-

lifizieren ist (Urk. 39 E. IV/D/1.2 S. 107 ff.). Dies ist zutreffend. Das Merkmal der Arg-

list ergibt sich bereits aus der stark erschwerten Überprüfbarkeit der effektiven 

Arbeitstätigkeit, gerade bei Schwarzarbeit. Den Beschuldigten als Bezieher von 

wirtschaftlicher Sozialhilfe traf eine gesetzliche Pflicht zur vollständigen und wahr-

heitsgetreuen Auskunftserteilung (Art. 28 Abs. 2 und Art. 29 Abs. 2 ATSG sowie § 18 

Abs. 1 SHG). Der Beschuldigte hat erstelltermassen falsche bzw. unvollständige 

Angaben gemacht. Aus dem Aktendossier der Sozialen Dienste (Urk. 1A/20/2/9) er-

geben sich adäquate Bemühungen der städtischen Mitarbeitenden. Dass die Behör-

den leichtfertig gehandelt hätten, lässt sich ihr (im Übrigen unter Verweis auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 39 E. IV/D/1.2.3 f. S. 108 ff.) 

mitnichten vorwerfen. Sozialbehörden sind nur schon aus Kostengründen enge 

Grenzen bei der Überprüfung der Anträge gesetzt. Zudem verfügen sie nicht über 

derart weitreichende Instrumente für eine umfassende Überprüfung, wie sie bei-

spielsweise die Strafverfolgungsbehörden haben (vgl. nunmehr immerhin § 48a 

SHG [in Kraft seit 1. Juli 2021], welcher Observationen vorsieht).

5.2.3. Irrtum, Vermögensdisposition und Vermögensschaden

Es ist evident, dass die Mitarbeitenden der Stadt Zürich aufgrund der täuschenden 

Angaben des Beschuldigten davon ausgingen, dass er über deutlich tiefere Erwerbs-

-   40   -

einkünfte (als effektiv erzielt) verfüge. Somit sind sie dadurch in einen Irrtum versetzt 

worden.

Im Verlauf der Zeit richtete die Stadt Zürich jeweils aufgrund der falschen Annahme, 

dass der Beschuldigte bedürftig sei, wirtschaftliche Sozialhilfe aus, und zwar im 

deliktsrelevanten Zeitraum insgesamt Fr. 82'431.70 (Urk. 1A/20/31, inkl. Beilage; 

netto, dortiger Saldo korrigiert um die ab Februar 2019 eingegangenen IV-Tag-

gelder; vgl. dazu die Vorinstanz in Urk. 39 E. III/G/1 S. 48 f. und E. IV/D/1.3.2 f. 

S. 111).

Rückblickend lässt sich aufgrund dessen, dass die nicht deklarierten Einkünfte über 

eine längere Zeit hinweg unregelmässig resp. in schwankender Höhe beim Be-

schuldigten eingingen, nicht mehr genau ermitteln, ob in gewissen Teil-Perioden bei 

korrekter Deklaration allenfalls noch ein – allerdings deutlich tieferer – Anspruch auf 

Unterstützung bestanden hätte (diesbezüglich in Abweichung zur Vorinstanz 

[Urk. 39 E. IV/D/2.2 S. 111 f.]). Die Annahme eines Vermögensschadens exakt in 

der Höhe der netto ausbezahlten Leistungen greift daher zu kurz. Dass es vorliegend 

zu einem Schaden kam, ist aber immerhin (mit der Vorinstanz) klar zu bejahen. Für 

die Erfüllung des objektiven Betrugstatbestands genügt diese Feststellung; eine 

genaue Bezifferung ist nicht zwingend (BGer 6B_140/ 2020 vom 3. Juni 2021 

E. 3.3.2, mit Hinweisen; a.M. BSK StGB-MAEDER/NIGGLI, Art. 146 N 253 ff.). 

Vorliegend ist in strafrechtlicher Hinsicht – im Zweifel zu Gunsten des Beschul-

digten – von einer geschätzten Schadenshöhe von rund Fr. 70'000.– auszugehen.

5.2.4. Innerer Sachverhalt, subjektiver Tatbestand

Der Beschuldigte hatte Kenntnis der Meldepflicht und wusste, dass er alle Verän-

derungen der Einkommens- und Vermögenssituation hätte melden müssen. Den 

Anträgen auf Wirtschaftliche Sozialhilfe, welche er unterzeichnete, war jeweils ein 

entsprechendes Merkblatt auf Deutsch und dessen Übersetzung auf Türkisch ange-

heftet (Urk. 1A/20/2/7–8). Zudem hatte er bestätigt, über die Rechte und Pflichten 

zur wirtschaftlichen Sozialhilfe informiert worden zu sein (Urk. 1A/20/2/7 S. 2, 

Urk. 1A/20/2/8 S. 10 und act. 1A/20/27 S. 10). Schliesslich gab er in der Einkom-

mens- und Vermögensdeklaration vom 20. August 2016 bzw. 3. Oktober 2016 an, 

seit Mitte Juli 2016 stundenweise im Club I._____ zu arbeiten. Er kam der Melde-

-   41   -

pflicht somit grundsätzlich nach, wenn auch nicht im den Tatsachen entsprechenden 

Umfang (vgl. auch Urk. 39 E. III/G/9 S. 69 f.). Dass er sie kannte, steht damit ausser 

Zweifel. Betreffend die objektiven Tatbestandsmerkmale handelte der Beschuldigte 

gestützt auf das Beweisergebnis mit Wissen und Willen und damit vorsätzlich 

(Urk. 39 E. III/G/13 S. 80). Zudem liegt auf der Hand, dass er sich aus dem Ver-

mögensschaden unrechtmässig bereichern wollte.

Zuzustimmen ist der Vorinstanz ferner, wenn sie zum Schluss kommt, dass es in der 

fraglichen Zeit wohl auch zu regelmässigen Zuwendungen der damaligen Freundin 

(und heutigen Ehefrau) des Beschuldigten, von C'._____ kam, dass diesbezüglich 

aber beide Beteiligten davon ausgegangen sein dürften, dass diese (unregelmässi-

gen) Zuwendungen der Zuneigung, Loyalität und Grosszügigkeit geschuldet waren, 

und keine Deklarationspflicht bestünde (Urk. 39 E. III/G/7 S. 66 ff.; im Ergebnis der 

Verteidigung folgend [Urk. 28 Rz 56]). Demzufolge lassen sich in Bezug auf diese 

Zuwendungen die subjektiven Aspekte des Anklagesachverhalts nicht erstellen.

Dass die Vorinstanz weiter den Abschluss eines Mobilfunkvertrags (Telefonnummer 

4) auf den Namen der Lebenspartnerin (als Kundin/Nutzerin) ebenfalls noch als 

blosse Gefälligkeit innerhalb des beziehungsüblichen Rahmens taxiert, obschon die 

Nummer unter anderem auch für Reservationen im Hotel H._____ (Shisha-Ver-

kauf/Lounge) genutzt wurde, erscheint eher grosszügig (Urk. 39 E. III/G/11 S. 76 ff.), 

letztlich aber richtig.

5.2.5. Mehrfache Tatbegehung

Mindestens am 3. Oktober 2016, am 21. September 2017 und am 26. September 

2018 deklarierte der Beschuldigte seine Einkommenssituation im Antrag auf Wirt-

schaftliche Sozialhilfe unzutreffend, indem er jeweils angab, nur wenige Stunden pro 

Monat im Club I._____ zu arbeiten, respektive indem er die Tätigkeit bzw. die Ein-

künfte im Hotel H._____ gänzlich verschwieg. Aber auch mit jeder eingereichten 

Lohnabrechnung im Zeitraum Juli 2016 bis Januar 2019 täuschte er die Sozial-

behörden. Es liegt insofern (mit der Vorinstanz [Urk. 39 E. IV/D/3.2 S. 112] und ent-

sprechend BGE 142 IV 378 E. 1.4) eine mehrfache Tatbegehung vor, zumal nur 

schon die zeitliche Distanz der mehreren Handlungen gegen eine natürliche Hand-

-   42   -

lungseinheit sprechen (vgl. hierzu z.B. BGer 6B_646/2018 vom 2. November 2018 

E. 4.3).

5.2.6. Fazit

Mangels Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründen ist der Beschuldigte 

damit des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB zu Lasten der 

Stadt Zürich schuldig zu sprechen.

5.3. Betrug zu Lasten der SVA Zürich (Invalidität)

5.3.1. Täuschung

Dass der Beschuldigte am 2. März 2012 für eine berufliche Integration/Rente anmel-

dete (Urk. 1A/21/3: IV-act. 24) und unter anderem erklärte, seit 13. Juni 2011 (Au-

tounfall) 100 % arbeitsunfähig zu sein und seither Nacken- und Rückenschmerzen 

sowie eine Konzentrationsstörung zu haben, sich depressiv und energielos zu fühlen 

sowie unter Schlaflosigkeit zu leiden (a.a.O. S. 4), ist unbestritten und belegt (vgl. 

Urk. 39 E. III/H/2.1 S. 89). Laut den Akten des IV-Verfahrens wurden in der Folge ab 

Herbst 2012 von verschiedensten Personen – Ärzten, Therapeuten, Mitarbeitern der 

AF._____ AG und Gutachtern – Angaben des Beschuldigten schriftlich festgehalten, 

wonach er an den in die Anklage aufgenommenen gesundheitlichen Probleme leide 

(anfänglich: ständige bzw. chronische bzw. starke Schmerzen im Cervical-/Thora-

kalbereich [Hals- bzw. Brustbereich], schwere Schlafstörungen, Konzentrationsstö-

rungen etc.). Ebenfalls ergibt sich aus den IV-Akten, dass der Beschuldigte gegen-

über seinem Psychologen lic. phil. AG._____ angab, seit Mitte Juli stundenweise bei 

seinem Bruder in der Shisha-Bar arbeite. Auch die weiteren, in die Anklage aufge-

nommenen Eckpunkte des IV-Verfahrens ergeben sich aus den IV-Akten 

(Urk. 1A/21/3; vgl. im Einzelnen und samt Angabe der Fundstellen die Vorinstanz in 

Urk. 39 E. III/H/2.2 f. S. 89 ff.).

Niemand im vorliegenden Strafverfahren wirft dem Beschuldigten vor, er habe «all 

seine Leiden bloss erfunden» (so die Verteidigung in Urk. 28 Rz 166). Es ist durch-

aus mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte im Jahr 2011 in 

der Türkei bei einem Autounfall verletzt wurde; ebenso dass es zu depressiven 

Störungen kam (vgl. im Einzelnen zutreffend die Vorinstanz in Urk. 39 E. III/H/3.6 

-   43   -

S. 94). Für das vorliegende Verfahren ist nun aber relevant, wie sich der Zustand ab 

Mitte 2016 präsentierte. Und diesbezüglich ist aufgrund der erstellten Arbeitstätigkeit 

(siehe oben E. II/5.1) davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des Be-

schuldigten im Zeitraum dazwischen ganz erheblich verbessert haben muss im Ver-

gleich zur anfänglich geschilderten Situation. Was diesen positiven Verlauf angeht, 

weisen jedoch die späteren Berichte, so zum Beispiel der Verlaufsbericht des Psy-

chologen lic. phil. AG._____ vom 6. März 2017 (Urk. 1A/21/3: IV-act. 110; dort von 

der Anamnese vom 20. Februar 2017 berichtend) oder auch das Gutachten von 

Dr. med. AI._____ vom Sommer/Herbst 2017 (Urk. 1A/ 21/3: IV-act. 120) erstaunli-

che Diskrepanzen auf, sind doch darin noch immer sehr schwere Beeinträchtigungen 

aufgeführt. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen ist auch in diesem Zusam-

menhang auf die einlässlichen Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 39 E. III/H/3 f. 

S. 91 ff zu verweisen, welchen beizupflichten ist.

Diese Diskrepanzen lassen keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte 

gegenüber den diversen involvierten Ärzten, Therapeuten, Mitarbeitern der 

AF._____ AG und Gutachtern seine gesundheitliche Beeinträchtigung ab Juli 2016 

masslos übertrieben geschildert hat und sie und die IV-Stelle dadurch getäuscht hat.

5.3.2. Zur vor Vorinstanz von der Verteidigung beantragten Beweisergänzung 

(Befragung von lic. phil. AG._____) gilt es das Nachfolgende anzufügen: Aus den 

Akten geht hervor, dass sich der Beschuldigte bereits seit April 2012 bei lic. phil. 

AG._____ am Psychiatrisch-Psychologischen Dienst der Stadt Zürich in Behandlung 

befand (Urk. 1A/21/3: IV-act. 67). Dies lässt auf ein gefestigtes Vertrauensverhältnis 

schliessen. Aus Korrespondenzen vom April 2015 geht als Therapiemethode 

«stützende Psychotherapie» und kognitive Verhaltenstherapie, 1 Stunde pro Woche, 

hervor (Urk. 1A/21/3: IV-act. 108). Aus den Verlaufsberichten geht weiter hervor, 

dass die Konsultationen nicht immer regelmässig stattfanden (vgl. exemplarisch 

Urk. 1A/21/3: IV-act. 110, Ziff. 1.3: «nur 1 Konsultation seit letztem Bericht»). Es 

können von diesem niederschwelligen Hilfsangebot des städtischen 

Gesundheitsdienstes keine allzu vertieften Abklärungen erwartet werden, jedenfalls 

in Zeiten, wo kein akuter Handlungsbedarf besteht. Andererseits kann als allgemein 

bekannt gelten, dass das Vorhandensein und Ausmass von solchen 

gesundheitlichen Beschwerden objektiv nur beschränkt überprüfbar, gerade wenn 

-   44   -

der Genesungsprozess offenkundig schon begonnen hat. Für seine Diagnose war 

der Psychologe lic. phil. AG._____ mithin auf die Schilderungen des Beschuldigten 

angewiesen (vgl. zur Problematik BGer 6B_877/2021 vom 7. Oktober 2021 E. 2.3.2 

und ausführlich auch die Vorinstanz in Urk. 39 E. IV/E/1.2.3 S. 121).

Aus dem Gesagten erhellt, dass eine Einvernahme von lic. phil. AG._____ keine 

neuen Erkenntnisse versprochen hätte, welche das sich aus dem bisherigen 

Prozessstoff ergebende Beweisfundament beeinflussen könnten. Das bisherige Be-

weisergebnis lässt denn auch keine vernünftigen Zweifel offen.

5.3.3. Arglist

Die Vorinstanz kommt in ihrer rechtlichen Würdigung mit überzeugender Argumen-

tation zum Schluss, dass die mittelbare Täuschung der Mitarbeitenden der SVA 

Zürich über die diversen Berichte und Gutachten der Ärzte und Therapeuten als arg-

listig zu qualifizieren ist (Urk. 39 E. III/H/6 S. 97 i.V.m. E. IV/E/1.2 S. 120 ff.). Dem ist 

unter ergänzendem Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGer 

6B_877/ 2021 vom 7. Oktober 2021 E. 2.3.2) beizupflichten.

5.3.4. Irrtum, Vermögensdisposition und Vermögensschaden

Es ist evident, dass die Mitarbeitenden der SVA Zürich aufgrund der täuschenden 

Angaben des Beschuldigten respektive der hierauf basierenden Berichte und Gut-

achten der Ärzte und Therapeuten davon ausgingen, dass sein Gesundheitszustand 

deutlich schlechter sei, als es in der fraglichen Zeit (ab Mitte 2016) effektiv der Fall 

war, und er aufgrund eingeschränkter Arbeitsfähigkeit Integrationsmassnahmen be-

dürfe und Anspruch auf IV-Taggelder habe (ausführlich und zutreffend die Vor-

instanz in Urk. 39 E. III/H/5 S. 97 und E. IV/E/1.3.1 S. 122). Somit sind sie dadurch 

in einen Irrtum versetzt worden.

Im Verlauf der Zeit richtete die SVA Zürich jeweils aufgrund der falschen Annahme, 

dass der Beschuldigte ihrer bedürfe, IV-Taggelder im Gesamtumfang von 

Fr. 25'396.80 aus und leisteten Fr. 24'761.25 für unnötige Integrationsmassnahmen 

(Urk. 1A/21/13; so bereits die Vorinstanz in Urk. 39 E. III/H/7 S. 97 f. und E. IV/E/ 

1.3.2 S. 122). Damit beträgt der unmittelbar verursachte Vermögensschaden 

Fr. 50'158.05 (Fr. 25'396.80 + Fr. 24'761.25).

-   45   -

5.3.5. Innerer Sachverhalt, subjektiver Tatbestand

Der Beschuldigte A._____ beschrieb seinen Gesundheitszustand während mehrerer 

Jahre nur unwesentlich verbessert und machte dabei geltend, dass er bloss wenige 

Arbeitsstunden monatlich verrichten könne, obwohl er seit dem 1. Juli 2016 regel-

mässig im Club I._____ tätig war und vom 1. Juni 2018 bis 31. August 2018 sowie 

ab Ende Oktober 2018 bis zu seiner Verhaftung zusätzlich im Hotel H._____ arbei-

tete (vgl. Urk. 39 E. III/H/8 S. 98). Er muss dementsprechend direktvorsätzlich und 

in der Absicht unrechtmässiger Bereicherung gehandelt haben (vgl. Urk. 39 E. IV/E/2 

S. 122).

5.3.6. Mehrfache Tatbegehung

Angesichts der Vielzahl an Täuschungen gegenüber diverser Personen (vgl. im 

Einzelnen Urk. 39 E. IV/E/3.1 S. 123) ist auch hier von mehrfacher Tatbegehung 

auszugehen (vgl. schon vorn E. II/5.2.5).

5.3.7. Fazit

Mangels Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründen ist der Beschuldigte 

auch des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB zu Lasten der 

SVA Zürich schuldig zu sprechen.

III. Sanktion

1. Ausgangslage, anwendbares Recht, Grundsätze

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

17 Monaten unter Anrechnung des ausgestandenen Freiheitsentzugs von 

166 Tagen, deren Vollzug aufzuschieben sei bei einer Probezeit von 2 Jahren 

(Urk. 39 S. 181, Dispositivziffern 4 und 5). Da einzig der Beschuldigte Berufung 

gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, fällt heute aufgrund des Verschlechterungs-

verbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) eine strengere Bestrafung als jene der Vorinstanz von 

vornherein ausser Betracht.

1.2. Der Beschuldigte beging die zahlreichen Delikte teilweise vor und teilweise 

nach Inkrafttreten der seit 1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des 

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Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches (Änderungen des Sanktionenrechts; 

AS 2016 1249). Stehen mehrere Taten zur Beurteilung an, sind sie je einzeln unter 

die beiden Rechte zu subsumieren und ist in einem zweiten Schritt gegebenenfalls 

eine Gesamtstrafe zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3). In Bezug auf ein und dieselbe 

Tat kann nur entweder das alte oder das neue Recht zur Anwendung gelangen. Das 

Gericht hat aufgrund eines konkreten Vergleichs zu