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**Case Identifier:** 72af8501-57fa-58a8-b962-0b23e9137951
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.02.2022 200 2021 547
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-547_2022-02-07.pdf

## Full Text

200 21 547 UV
FUE/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Februar 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 17. Juni 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Feb. 2022, UV/21/547, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen 
Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend Mobiliar oder 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch nach dem Bundesgesetz vom 20. März 
1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) versichert, als sie 
gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 5. November 2019 am 9. 
Oktober 2019 bei der beruflichen Tätigkeit ausrutschte und auf die linke 
Schulter fiel (Akten der Mobiliar [act. II] UM1, K2). Am 18. März 2020 (act. II 
M8) unterzog sich die Versicherte einem operativen Eingriff an der linken 
Schulter. Am 23. März 2020 (act. II K26-27) anerkannte die Mobiliar 
gestützt auf die Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. 
C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vom 18. März 2020 (act. II M9) ihre initiale 
Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. Oktober 2019, 
verneinte jedoch eine Leistungspflicht über den 8. November 2019 hinaus, 
da spätestens zu diesem Zeitpunkt der Status quo ante vel sine eingetreten 
sei. Diesen Entscheid bestätigte die Mobiliar nach Einholen einer weiteren 
Aktenbeurteilung von Dr. med. C.________ vom 16. April 2020 (act. II M12) 
mit Verfügung vom 20. April 2020 (act. II K30-31). Die von der Versicherten 
dagegen erhobene Einsprache (act. II K32-35, K39-43, K58-59) hiess die 
Mobiliar nach Einholen einer Aktenbeurteilung von Dr. med. C.________ 
vom 23. September 2020 (act. II M15) sowie eines Aktengutachtens von 
Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 22. März 2021 (act. II M16) 
mit Entscheid vom 17. Juni 2021 (act. II K61-67) teilweise gut und stellte 
die UVG-Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 9. Oktober 2019 neu per 31. Januar 2020 ein. 

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B.

Mit Eingabe vom 26. Juli 2021 erhob die Versicherte, vertreten durch 
B.________, dagegen Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 17 Juni 2021 sei aufzuheben.

2. Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen für das Ereignis 
vom 9. Oktober 2019 bis zur vollständigen Genesung am 26. August 2020 
zuzusprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

Mit der Beschwerde ins Recht gelegt wurde eine Stellungnahme von PD 
Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik F.________, vom 19. Juli 
2021 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 3). 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2021 schliesst die Beschwerde-
gegnerin unter Hinweis auf eine Stellungnahme von Dr. med. D.________ 
vom 4. Oktober 2021 (act. II M17) auf Abweisung der Beschwerde. Diese 
Eingabe samt Beilage wurde der Beschwerdeführerin am 30. November 
2021 zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 

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den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da unter 
Berücksichtigung des Fristenstillstandes auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgenstand bildet der Einspracheentscheid vom 17. Juni 
2021 (act. II K61-67). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf 
Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung über den 31. Januar 
2020 hinaus und dabei insbesondere, ob die geklagten Beschwerden noch 
kausal zum Ereignis vom 9. Oktober 2019 waren. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 
UVG). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).

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2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind al-
le Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

2.2.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist 
eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht 
im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 
Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall ver-
schlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vor-
zustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäqua-
te Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und aussch-
liesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch 
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht 
ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 
Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

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überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse 
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des 
Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – 
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 
146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, 
insbesondere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und 
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 
195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Es ist unter den Parteien unbestritten und aufgrund der Akten 
erstellt, dass das Ereignis vom 9. Oktober 2019, bei dem die 
Beschwerdeführerin nach dem … des … ausgerutscht und auf die linke 
Schulter gestürzt ist (act. II UM1, K2), einen Unfall im Rechtssinne (vgl. E. 
2.1 hiervor) darstellt (vgl. Beschwerdeantwort S. 2 III. Ziff. 2 und 3) und 
dass die Beschwerdeführerin in der Folge unter Schulterbeschwerden litt, 
wobei die Erstkonsultation am 4. November 2019 (act. II M1) erfolgte. 
Diagnostiziert wurde am 8. November 2019 gestützt auf das gleichentags 
angefertigte MRI der linken Schulter eine rupturierte antero-superiore Hälfte 
der Supraspinatussehne, keine Retraktion sowie eine mässige AC-
Glenksarthrose (act. II M2). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin ihre 
Leistungspflicht anerkannt (vgl. u.a. act. II K26) und die gesetzlichen UVG-
Versicherungsleistungen bis zum 31. Januar 2020 erbracht (act. II K62). 
Folglich ist zu prüfen, ob die natürliche Kausalität zwischen den über den 
31. Januar 2020 hinaus geklagten Beschwerden und dem Ereignis vom 
9. Oktober 2019 weggefallen ist, wofür die Beweislast bei der 
Beschwerdegegnerin liegt (E. 2.2.2 hiervor). Nicht relevant ist hingegen die 

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von der Beschwerdeführerin aufgeworfene Frage, ob eine Listenverletzung 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG vorliegt (vgl. Beschwerde S. 3 ff.). Falls die 
Annahme der Beschwerdegegnerin bestätigt werden könnte, dass die 
Ruptur der Supraspinatussehne links mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis vom 9. Oktober 2019 
zurückzuführen ist, auch nicht im Sinne einer Teilursache 
(Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. 6), erübrigt sich – mangels Hinweis auf ein 
anderes initiales Ereignis als Verletzungsursache – die Prüfung der 
Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG (BGE 146 V 51 E. 9.2 S. 70 f.). 

3.2 Was den natürlichen Kausalzusammenhang betrifft, ist den Akten 
im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Bericht vom 18. März 2020 
(act. II M9) eine Kontusion des linken Armes und der linken Schulter (Ziff. 
1). Als Vorzustände bestünden eine AC-Arthrose sowie ein enger 
Subacromialraum (Ziff. 2). Die gesundheitlichen Störungen gingen mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 9. Oktober 2019 
zurück (Ziff. 3). Der Status quo sine sei per 8. November 2019 erreicht 
worden (Ziff. 4). 

3.2.2 Assistenzärztin G.________ von der Klinik F.________ verneinte im 
Schreiben vom 1. April 2020 (act. II M11) das Vorliegen eines degenerativ 
bedingten Vorschadens. Die Arthro-MRI-Aufnahmen der linken Schulter 
vom 8. November 2019 zeigten eine ausgeprägte Muskeltrophik ohne 
jegliche Verfettung oder Atrophie. Hinweise auf einen vorbestehenden 
Schaden seien somit nicht nachweisbar. Zudem seien seitens der 
Versicherten eine vorbestehende Beschwerdesymptomatik bezüglich des 
linken Schultergelenkes oder ein vorherig aufgetretenes Trauma mehrfach 
verneint worden. 

3.2.3 Dr. med. C.________ führte in der Aktenbeurteilung vom 16. April 
2020 (act. II M12) aus, laut Bagatellunfallmeldung und Arztzeugnis sei die 
Versicherte auf nassem Untergrund ausgerutscht und auf die linke Schulter 
gefallen. Die Erstuntersuchung habe ca. einen Monat nach dem Ereignis 
stattgefunden. Dabei sei eine Schulterkontusion/Distorsion diagnostiziert 
worden. Im MRI vom 8. November 2019 fänden sich mässig bis 

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ausgeprägte degenerative Veränderungen des AC-Gelenkes mit 
verschmälertem Subacromialraum. Es fehlten im MRI Hinweise auf eine 
direkte bzw. indirekte Krafteinwirkung im Sinne eines Knochenmarködems. 
Die Klinik F.________ schildere im Bericht vom 8. November 2019, dass 
die von der Versicherten geäusserten Beschwerden auf die Tendinopathie 
der Supraspinatussehne und die Läsion zurückzuführen seien. Hinsichtlich 
der operativen Optionen werde in erster Linie eine Verbesserung der 
subacromialen Platzverhältnisse angedacht. Gegen eine traumatische 
Verursachung spreche der nicht geeignete Unfallhergang mit direkter 
Kontusion der linken Schulter sowie das Verhalten der Versicherten, 
welche sich erst einen Monat später zur Erstkonsultation zum Hausarzt 
begeben habe. Im MRI fehlten Zeichen einer traumatischen Verursachung, 
hingen seien mässig bis deutliche Veränderungen im Sinne eines 
subacromialen Impingements mit Tendinopathie der Supraspinatussehne 
nachweisbar. Die Klinik F.________ widerspreche im Schreiben vom 1. 
April 2020 hinsichtlich Kausalitätsbeurteilung ihrem Bericht vom 8. 
November 2019 und ihrer Diagnose eines subacromialen Impingements bei 
Läsion des Supraspinatus und Tendinopathie. Aus 
versicherungsmedizinischer Sicht stehe die Supraspinatussehnenläsion nur 
möglicherweise in kausalem Zusammenhang zum Ereignis vom 9. Oktober 
2019. 

Am 23. September 2020 (act. II M15) legte Dr. med. C.________ dar, in 
Ergänzung zu seiner Stellungnahme vom 16. April 2020 zeige der 
Operationsbericht vom 18. März 2020 Massnahmen, die der Diagnose 
„Supacromiales Impingement“ entsprächen. Man fokussiere sich auf die 
Tenotomie der langen Bizepssehne und der offenen Reinsertion der 
Supraspinatussehne. Der Operationsbericht bestätige letztlich die im MRI 
vom 18. November 2019 beschriebenen Veränderungen des AC-Gelenkes. 

3.2.4 Dr. med. D.________ hielt im Aktengutachten vom 22. März 2021 
(act. II M16) fest, im MRI vom 8. November 2019 werde eine Partialläsion 
des Supraspinatus beschrieben, was wegen des Kontrastmitteldurchtritts 
initial als transmural interpretiert worden sei. Intraoperativ sei jedoch das 
Gegenteilige erkannt worden: Die Supraspinatussehne sei durchgehend 
aber palpatorisch ausgedünnt gewesen. Um nach den Massnahmen zur 

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subacromialen Dekompression bei degenerativem Impingement eine 
anatomische Rekonstruktion der Sehnenplatte zu erreichen, habe der 
Operateur daher die ausgedünnte Supraspinatussehne durchtrennen 
müssen. Dies zeige zweifelsfrei auf, dass ein überwiegend 
wahrscheinlicher Zusammenhang der Supraspinatussehnenveränderung 
nicht vorliegen könne (S. 5). Wenn der subacromiale Raum gegenüber der 
Norm verschmälert sei (in casu 5 mm) und dies anerkannt werde, spreche 
man von einem Impingement. Dies sei bis auf wenige Ausnahmen eine 
degenerative bzw. verschleissbedingte Situation, trete ab dem 40. 
Lebensjahr mit zunehmender Häufigkeit auf und führe schicksalhaft über 
Jahre zu Veränderungen an der Rotatorenmanschette. Hierzu sei 
festzuhalten, dass diese natürlichen Abnützungsvorgänge über lange Zeit 
(jahrelang) kaum je symptomatisch seien und häufig nur eine 
Gelegenheits- oder Zufallsursache eine Symptomatik hervorrufe resp. die 
(vor)bestehende Veränderung in der Rotatorenmanschette im Rahmen der 
Abklärungen erkannt und auch erstmalig manifest werden lasse, wobei mit 
der Realisierung dieser Beschwerden jederzeit zu rechnen gewesen sei, 
ohne dass das inkriminierte Moment im Rahmen des Verhältnisses von 
Ursache und Wirkung überwiegend wahrscheinlich eine eigenständige 
Bedeutung habe (S. 6 Ziff. 1). Das zeitnahe MRI vom 8. November 2019 
habe keine Hinweise auf eine akute bzw. kürzlich eingetretene 
Veränderung gezeigt, aber den inkompletten tuberculumnahen 
Rotatorenmanschettendefekt. Weder eine direkte Kontusion der Schulter 
noch ein Sturz auf die ausgestreckte Hand oder den Ellenbogen in Flexion, 
eine axiale Stauchung des Humeruskopfes bei nach dorsal abstützendem 
Arm und ähnliche Mechanismen könnten generell eine 
Rotatorenmanschettenruptur auslösen. Es gebe physikalisch aber auch 
keine denkbare Ereignismechanik, welche eine lediglich gelenknahe 
Partialläsion bewirken könne (Ziff. 2). Auch der fehlende Effekt der 
zielgerichteten konservativen Therapie auf die Schmerzen und die 
schmerzbedingte bzw. geklagte persistierende Funktionseinschränkung 
würden eindrücklich auf den degenerativen Charakter der Problematik 
hinweisen. Gesundheitliche Beschwerden, welche durch ein Ereignis 
(anamnestisch erstmalig) empfunden würden, seien unmittelbar nach dem 
auslösenden/inkriminierten Ereignis am intensivsten und würden im Verlauf 
der immer eintretenden natürlichen Heilung kontinuierlich abnehmen, auch 

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bei einem Vorzustand, unabhängig ob dieser vorgängig symptomatisch 
oder asymptomatisch gewesen sei. Wenn die Heilung nicht durch 
somatisch objektivierbare Komplikationen gestört werde, was im 
vorliegenden Fall auch nicht eingetreten sei, sei der Status quo nach 6-8 
Wochen (+/- 4 Wochen) als erreicht zu bezeichnen (Gegenteiliges könne 
den Akten nicht entnommen werden). Aufgrund des Dargelegten erhelle, 
dass weder das Impingement noch die Supraspinatusteilläsion mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das inkriminierte Ereignis 
zurückgeführt werden könnten. Auch sei unnötig, die Ereignismechanik zur 
Beurteilung der Kausalität vertieft abzuklären. Zusammengefasst handle es 
sich im vorliegenden Fall um eine vorübergehende Verschlimmerung (im 
Sinne einer anamnestisch erstmaligen Symptomatik mit nachfolgend 
natürlichem Status quo) einer alterskorrelierenden Situation im Bereich der 
linken adominanten Schulter ohne überwiegend wahrscheinliche 
richtungsgebende Komponente und demzufolge um einen Status quo sine 
allerspätestens drei Monate nach dem auslösenden Moment, weshalb die 
ab Februar 2020 erbrachten Leistungen nicht mehr mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit aus unfallkausalen Gründen erbracht worden seien. Die 
Argumente bezüglich der fehlenden Hinweise im MRI und die ungeeigneten 
Auslösungsmechanismen für eine Rotatorenmanschettenläsion würden 
auch für eine allenfalls geltend gemachte richtungsgebende 
Verschlimmerung eines Vorzustandes gelten (S. 7 f. Ziff. 3).

3.2.5 PD Dr. med. E.________ nahm im Auftrag der Beschwerdeführerin 
am 19. Juli 2021 (act. I 3) Stellung zum Aktengutachten von Dr. med. 
D.________. Dr. med. D.________ sei gestützt auf den ersten 
Sprechstundenbericht, den Operationsbericht sowie den MR-Befund zum 
Schluss gekommen, dass die Läsion der Supraspinatussehne 
degenerativer Natur und schon vor dem zur Diskussion stehenden Sturz 
vom 9. Oktober 2019 vorhanden gewesen sei und dass sie durch den Sturz 
erst symptomatisch geworden sei (S. 1). Der behandelnde Arzt wandte ein, 
aus dem Bericht des Radiologen gehe nicht hervor, wie dieser die Weite 
des Subacromialraumes gemessen habe. Der im MRI-Bericht angegebene 
Wert von 5 mm beziehe sich möglicherweise auf den Abstand vom 
knorpelbedeckten Humeruskopf zur Unterfläche des coracoacromialen 
Ligaments, welches an der Unterfläche des Akromions befestigt sei und 

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auch etwas Platz beanspruche. Die in der Literatur angegebenen 
Referenzwerte würden sich jedoch auf die im Röntgenbild sichtbaren 
knöchernen Strukturen ohne Knorpelbelag und ohne coracoacromiales 
Ligament beziehen. Messe man auf den MRI-Bildern den Abstand 
zwischen den knöchernen Begrenzungen des Humeruskopfes und des 
Akromions, erhalte man sowohl auf den coronaren als auch auf den 
parasagittalen Schnitten einen Mindestwert von 7 mm, was absolut normal 
sei. Typisch für ein degeneratives Impingement sei ein nach unten 
gebogenes Akromion. Das Akromion der Versicherten sei jedoch gerade 
und entspreche einem Typ I in der Klassifikation nach Bigliani. 
Supraspinatussehnenläsionen würden mit einen Typ II (gebogenen) und 
vor allem Typ III (hakenförmigen) Akromion in Verbindung gebracht, nicht 
jedoch einem Typ I. Im Falle eines durch enge subakromiale Verhältnisse 
bedingten Sehnenrisses sei die Oberfläche der Sehne immer aufgeraut. 
Weder auf den MRI-Bildern noch im Operationsbericht habe jedoch eine 
Aufrauhung der Sehne beobachtet werden können. Die Behauptung von 
Dr. med. D.________ halte einer genauen Prüfung nicht stand und müsse 
als falsch beurteilt werden (S. 1 f. Ziff. 1). Zu den Ausführungen von Dr. 
med. D.________, die Läsion sei wegen des Kontrastmitteldurchtritts initial 
als transmural interpretiert worden, während der Operation von aussen 
jedoch nicht sichtbar gewesen und der Oparateur habe auch eine 
subacromiale Dekompression zur Behandlung eines degenerativen 
Impingements realisiert, nahm PD Dr. med. E.________ wie folgt Stellung: 
Der Übertritt von Kontrastmittel vom Gelenk nach subdeltoidal resp. 
subacromial könne bei einem transmuralen Defekt der 
Rotatorenmanschette aber auch bei der Injektion des Kontrastmittels vor 
dem Gelenk entstehen. Letzteres passiere dann, wann das Kontrastmittel 
unbeabsichtigt zu früh oder zu spät injiziert werde. Die MRI-Bilder zeigten 
keine transmurale Ruptur, wie das der Oberarzt fälschlicherweise notiert 
habe. Zumindest sei auf den Bildern keine Lücke in der 
Rotatorenmanschette sichtbar, durch die das Kontrastmittel hätte austreten 
können. Der Sehnenriss betreffe die Unterfläche. Die Oberfläche der 
Supraspinatussehne sei auf allen Aufnahmen in Kontinuität und glatt. 
Entsprechend sei die Aussage im Operationsbericht, der Sehnendefekt sei 
von aussen nicht sichtbar, korrekt. Die subacromiale Dekompression werde 
von vielen Schulterspezialisten bei der Reinsertion der Supraspinatussehne 

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routinemässig durchgeführt. Sie bezwecke eine Verbesserung der 
Platzverhältnisse zur Vereinfachung der Arbeitsschritte während der 
Sehnenreinsertion und zur Vermeidung eines mechanischen Konfliktes 
zwischen den zur Befestigung verwendeten Fäden bzw. der Fadenknoten 
auf der Sehne und dem Akromion. Die subacromiale Dekompression sage 
nichts aus über die Kausalität der Sehnenläsion und könne deshalb nicht 
als Argument für eine vorbestehende Sehnenschädigung aufgeführt 
werden (S. 2 Ziff. 2). Bei der von Dr. med. D.________ aufgestellten 
Behauptung, dass weder eine direkte Kontusion noch ein Sturz auf die 
ausgestreckte Hand oder den Ellbogen in Flexion eine axiale Stauchung 
des Humeruskopfes bei nach dorsal abstützendem Arm und ähnlichen 
Mechanismen eine Rotatorenmanschettenruptur auslösen könne, handle 
es sich um eine Expertenmeinung, die seit zwanzig Jahren hartnäckig 
verbreitet werde und tausende von Patienten um Versicherungsleistungen 
geprellt habe. Die Autoren dieser Behauptung hätten keine 
wissenschaftliche Studie durchgeführt, welche eine derartige 
Schlussfolgerung erlaubt hätte. Es gebe diverse Arbeiten und Fallberichte, 
die das Gegenteil aufgezeigt hätten. Nämlich zeigten diese Publikationen, 
dass ein einfacher Sturz die am häufigsten genannte Ursache für eine 
unfallbedingte Rotatorenmanschettenruptur sei. Als Mechanismus werde 
eine exzentrische Belastung beim Auffangversuch postuliert. Dabei würden 
Kräfte auftreten, welche die lokale Reissfestigkeit der Sehne überschreiten 
könnten. Alle möglichen Sehnenrisse seien beschrieben worden, von der 
Partialruptur einer Sehne bis hin zur Massenruptur. Die jüngsten Patienten 
mit Partialrupturen seien Adoleszente ohne degenerative Erkrankungen. 
Beim Ereignis vom 9. Oktober 2019 habe es sich um einen einfachen Sturz 
auf die linke Schulter gehandelt. Dieser werde von Dr. med. D.________ in 
seiner Würdigung anerkannt. Entsprechend sei die Wahrscheinlichkeit 
gross, dass der Sehnenriss der Supraspinatussehne bei diesem Ereignis 
entstanden sei (S. 3 Ziff. 3). Die bis anhin beschwerdefreie Versicherte sei 
am 9. Oktober 2019 auf die Schulter gestürzt und habe sofort Schmerzen 
verspürt, welche sie dazu veranlasst hätten, zeitnah ihre Hausärztin 
aufzusuchen. Diese habe eine Arthro-MRI-Untersuchung zur Abklärung der 
Beschwerden verordnet und in der Zuweisung den Sturz notiert. Der 
Radiologe habe eine Partialruptur der ventralen Supraspinatussehne und 
ein Akromion Typ I nach Bigliani diagnostiziert. Der Oberarzt habe die 

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Partialruptur anlässlich der Operation bestätigt. Ein Sturz entspreche einem 
Unfall und sei gemäss der internationalen Literatur die häufigste Ursache 
für einen traumatischen Sehnenriss. Ein Typ I Akromion werde nicht mit 
degenerativen Rotatorenmanschettenrupturen in Verbindung gebracht. 
Eine AC-Arthropathie sei in der Mehrzahl der MRI-Untersuchungen sichtbar 
und könne unabhängig von einer Pathologie der Rotatorenmanschette 
bestehen. Sie sei kein Beweis für eine vorbestehende Sehnenläsion. Weil 
vor dem Ereignis keine Bildgebung gemacht worden sei, könne niemand 
mit Sicherheit eine Aussage über die Sehnenqualität und -integrität vor 
dem Sturz machen. Aus den oben genannten Gründen sei aber die 
Wahrscheinlichkeit, dass die Partialruptur beim Sturz entstanden sei, viel 
grösser als die Wahrscheinlichkeit, dass sie degenerativer Natur gewesen 
sei. Entsprechend könne die Unfallkausalität nicht abgestritten werden (S. 
3). 

3.2.6 Am 4. Oktober 2021 (act. II M17) nahm Dr. med. D.________ 
Stellung zum Schreiben von PD Dr. med. E.________ vom 19. Juli 2021. 
Er legte dar, wenn präoperativ von einem „Impingement“ geschrieben 
werde, aber erst nach dem Gutachten das im Dossier mehrfach genannte 
Impingement in Frage gestellt werde, mute dies doch eigenartig an. Auch 
ein 7 mm-Abstand gelte als marginal (entspräche mindestens einer 
Vorstufe) und es gelte zu betonen, dass eine Engpass-Situation 
schicksalhaft im weiteren Verlauf resp. in einem spät(er)en Stadium 
unweigerlich mit Defekten der Rotatorenmanschette oder der 
Vergrösserung einer Partialläsion einhergehe. Alle ihm bekannten 
wissenschaftlichen Arbeiten im Zusammenhang mit der Kausalität von 
Rotatorenmanschettenveränderungen würden in einem „Rundumschlag“ 
von PD Dr. med. E.________ in Frage gestellt bzw. dieser greife nur 
Argumente aus dessen eigener Arbeit auf und verneine frühere Evidenzen 
(S. 2).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Feb. 2022, UV/21/547, Seite 14

dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet so-
wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässig-
keit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3). Soll ein Versiche-
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 
so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Beste-
hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Per-
son aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; 8C_672/2020, E. 2.3).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

3.4 Die Beschwerdeführerin stützt sich im Wesentlichen auf die von ihr 
zur Frage nach der Kausalität der geklagten Schulterbeschwerden bei Dr. 
med. D.________ eingeholten Aktenbeurteilungen vom 22. März und 4. 
Oktober 2021 (act. II M16 f.). Diese erfüllen die Voraussetzungen der 

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Rechtsprechung an einen medizinischen Aktenbericht und erbringen – 
anders als von der Beschwerdeführerin vorgebracht (vgl. Beschwerde S. 5) 
– vollen Beweis. 

Dass der Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates auf eine klinische Exploration der 
Beschwerdeführerin verzichtete, ist nicht zu beanstanden, konnte er sich 
aufgrund der vorhandenen Unterlagen doch ein gesamthaft lückenloses 
Bild verschaffen. Zudem kann insbesondere die Kausalität im Rahmen 
eines Aktenberichts erörtert werden (vgl. Entscheid des BGer vom 9. 
November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Dr. med. D.________ hat sich 
einlässlich mit den Unterlagen, die Aufschluss über den Geschehensablauf 
geben, sowie den klinisch und bildgebend festgestellten Befunden 
auseinandergesetzt und unter Bezugnahme auf die medizinische Literatur 
schlüssig dargelegt, dass weder das geschilderte Ereignis – ein direkter 
Sturz auf die linke Schulter – noch ein Sturz auf die ausgestreckte Hand 
oder den Ellenbogen in Flexion, eine axiale Stauchung des Humeruskopfes 
bei nach dorsal abstützendem Arm oder ähnliche Mechanismen generell 
geeignet sind, eine Rotatorenmanschettenruptur auszulösen. Auch zeigte 
er überzeugend auf, dass physikalisch keine denkbare Ereignismechanik 
existiert, welche eine lediglich gelenknahe Partialläsion bewirken kann (act. 
II M16/6 Ziff. 2). 

Das Bundesgericht misst zur Beurteilung der Unfallkausalität dem Kriterium 
des Unfallmechanismus – aufgrund medizinischer Kontroversen – keine 
übergeordnete Bedeutung mehr bei. Vielmehr geht es nach der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung darum, die einzelnen Kriterien, die für 
oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprechen, aus 
medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu 
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit 
zu entsprechen. Dabei gilt es etwa die bildgebenden Befunde, die 
Vorgeschichte, den Unfallhergang, den Primärbefund und den Verlauf zu 
berücksichtigen (Entscheid des BGer vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 
4.1.3). Hierzu legte Dr. med. D.________ dar, dass angesichts der mittels 
MRI festgestellten Verschmälerung des subacromialen Raums auf 5 mm 
ein Impingement vorlag – praktisch ausnahmslos eine ab dem 40. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Feb. 2022, UV/21/547, Seite 16

Altersjahr auftretende degenerative Situation –, das über Jahre zu kaum je 
symptomatischen Veränderungen an der Rotatorenmanschette bis zu 
Strukturunterbrechungen führt. Weiter erörterte Dr. med. D.________, dass 
gemäss dem MRI keine Hinweise für eine akute bzw. kürzlich eingetretene 
Veränderung (keine lokale/fokale Signalstörung am Sehnenansatz, keine 
Kontinuitätsverluste der Bänder) vorlagen, sondern die Bilder einen 
inkompletten, tuberculumnahen Rotatorenmanschettendefekt zeigten (act. 
II M16/6 Ziff. 1 f.). Ferner – so Dr. med. D.________ – weist auch der Effekt 
der zielgerichteten konservativen Therapie bzw. im Gegenteil gar der 
Crescendocharakter der Schmerzen und die persistierende 
Funktionseinschränkung eindrücklich auf den degenerativen Charakter der 
Problematik hin (act. II M16/6 f. Ziff. 3). Zusammenfassend legte Dr. med. 
D.________ nachvollziehbar dar, dass weder das Impingement noch die 
Supraspinatusteilläsion auf das Unfallereignis zurückzuführen sind und es 
sich um eine vorübergehende Verschlimmerung einer alterskorrelierenden 
Situation im Bereich der linken adominanten Schulter ohne überwiegend 
wahrscheinliche richtungsgebende Komponente und demzufolge um einen 
Status quo sine allerspätestens drei Monate nach dem auslösenden 
Ereignis vom 9. Oktober 2019 handelt (act. II M16/7). 

Die Stellungnahme des mitbehandelnden und während der Operation 
assistierenden Dr. med. E.________ vom 19. Juli 2021 (act. I 3; act. II 
M8/1) vermag keinen auch nur geringen Zweifel an den Aktenbeurteilungen 
des Dr. med. D.________ zu wecken. Selbst wenn die kontrovers 
diskutierte Frage zu Gunsten der Beschwerdeführerin ausgeblendet würde, 
ob ein direkter Sturz auf die Schulter überhaupt geeignet ist, eine 
Verletzung der Rotatorenmanschette zu verursachen, und ob entgegen den 
von Dr. med. E.________ (als leitender Chirurg) mitunterzeichneten 
Berichten (act. II M2 ff.) keine massgebliche Impingementsituation bzw. 
keine erhebliche Einengung des subakromialen Raums (act. I 3 S. 1 Ziff. 1) 
vorlag, ändert sich am Ergebnis nichts. Denn die zahlreichen weiteren von 
Dr. med. D.________ genannten, den konkreten Fall betreffenden 
Argumente – physikalisch gebe es keine denkbare Ereignismechanik, die 
eine lediglich gelenknahe Partialläsion (die Supraspinatussehne sei „nur“ 
palpatorisch ausgedünnt gewesen) bewirken könne, es hätten im MRI 
keine Hinweise für eine akute bzw. kürzlich aufgetretene Veränderung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Feb. 2022, UV/21/547, Seite 17

(keine lokale/fokale Signalstörung am Sehnenansatz, keine 
Kontinuitätsverluste der Bänder) vorgelegen (act. II M16/6 Ziff. 2), der 
Crescendocharkater der Schmerzen und die persistierende 
Funktionseinschränkung wiesen eindrücklich auf den degenerativen 
Charakter der Problematik hin (act. II M16/6 f. Ziff. 3) –, die in ihrer 
Gesamtheit gegen eine richtungsgebende Komponente 
(Supraspinatussehnenläsion) bzw. lediglich für eine vorübergehende 
Verschlimmerung einer alterskorrelierenden Situation sprechen, wurden 
von Dr. med. E.________ nicht diskutiert bzw. angezweifelt. Dasselbe gilt 
für das weitere, mit der Beurteilung von Dr. med. D.________ im Einklang 
stehende Argument des beratenden Arztes Dr. med. C.________ (vgl. 
Aktenbeurteilung vom 16. April 2020; act. II M12), wonach das Verhalten 
der Beschwerdeführerin, erst einen Monat nach dem Ereignis einen Arzt zu 
konsultieren, gegen eine traumatische Verursachung der 
Rotatorenmanschettenverletzung spreche sowie, dass die im MRI 
beschriebenen Veränderungen des AC-Gelenks (mässige AC-
Gelenksarthrose; act. II M2) durch den Operationsbericht bestätigt worden 
sei (act. II M15; vgl. dazu auch FELIX BONNAIRE, Begutachtung der 
Rotatorenmanschettenläsionen, Trauma Berufskrankh 2008, 10[Suppl 1], 
S. 24 Tab. 1). 

3.5 Zusammenfassend liegen keine Anhaltspunkte vor, die auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Folgerungen von Dr. med. 
D.________ begründen. Weiterer Abklärungen bedarf es nicht (vgl. BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Mithin hat die Beschwerdegegnerin die 
Unfallkausalität der nach dem 31. Januar 2020 bestehenden 
Schulterbeschwerden zu Recht verneint. 

3.6 Aufgrund des Dargelegten ist der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 17. Juni 2021 (act. II K61-67) nicht zu beanstanden und die 
dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Feb. 2022, UV/21/547, Seite 18

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss 
aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Die obsiegende Be-
schwerdegegnerin hat als mit der Durchführung der obligatorischen Unfall-
versicherung beauftragte Versicherung ebenfalls keinen Anspruch auf Aus-
richtung einer Parteientschädigung (BGE 126 V 143 E. 4b S. 150).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.