# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c963f8f7-01e3-555c-aa00-d12ec21cc6e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2023 A-1669/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1669-2021_2023-02-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1669/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richterin Iris Widmer, Richter Raphaël Gani,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ GmbH, …, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Strafverfolgung,  

Taubenstrasse 16, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Zoll; Nachforderung von Zollabgaben und Einfuhrsteuer. 

 

 

 

A-1669/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Eidgenössische Zollverwaltung (heute: Bundesamt für Zoll und 

Grenzsicherheit [BAZG]), Direktionsbereich Strafverfolgung, Zollfahndung 

Ost (nachfolgend: Zollfahndung), leitete aufgrund von Überwachungs-

massnahmen am 27. Februar 2017 eine Zollstrafuntersuchung wegen des 

dringenden Verdachts der fortgesetzten, gewohnheits- und gewerbsmässi-

gen illegalen Einfuhr von Lebensmitteln in die Schweiz ein. 

A.b Am 22. August 2017 wurden unter anderen die X._______ GmbH 

(nachfolgend: Abgabepflichtige) und A._______ (nachfolgend: Geschäfts-

führer) mittels separater Beschlüsse in die Zollstrafuntersuchung miteinbe-

zogen. 

B.  

B.a Die Abgabepflichtige hat ihren Sitz in […] und ist seit dem 22. Januar 

2004 im Handelsregister eingetragen. Sie bezweckt gemäss Handelsregis-

tereintrag unter anderem den Betrieb von Restaurants, Hotels und Bars. 

B.b Der Geschäftsführer ist alleiniger Gesellschafter und einzelzeich-

nungsberechtigter Geschäftsführer der Abgabepflichtigen. Zu den geführ-

ten Betrieben gehörten insbesondere das Restaurant B._______ in […] 

und während drei Jahren bis 2017 das Restaurant C._______ in […]. Laut 

übereinstimmenden Aussagen des Geschäftsführers und D._______ war 

Letzterer Angestellter und später «Betriebsleiter» im Restaurant 

C._______. 

C.  

C.a Am 12. März 2021 nahm die Zollfahndung das Schlussprotokoll auf 

und erliess gegenüber der Abgabepflichtigen gleichentags die Verfügung 

über die Leistungspflicht, worin sie die Abgabepflichtige zur Zahlung von 

Fr. 44'812.95 (Zoll: Fr. 38'589.50; Einfuhrsteuer: Fr. 2'242.55; Zins: 

Fr. 3'980.90) verpflichtete. 

C.b Die Zollfahndung erklärte zudem, je in einer separaten Verfügung, den 

Geschäftsführer für den Betrag von Fr. 44'812.95, E._______ für den Be-

trag von Fr. 28'159.20, F._______ für den Betrag von Fr. 7'232.50 und 

D._______ für den Betrag von Fr. 936.60 für solidarisch leistungspflichtig. 

C.c Die Zollfahndung wirft der Abgabepflichtigen bzw. deren einzelzeich-

nungsberechtigten Geschäftsführer in der Verfügung vom 12. März 2021 

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Seite 3 

im Wesentlichen vor, über den Zeitraum vom 21. Februar 2015 bis 2. No-

vember 2017 Lebensmittel illegal und ohne Zollanmeldung aus Österreich 

in die Schweiz eingeführt oder deren Einfuhr veranlasst zu haben. Sie hält 

der Abgabepflichtigen insgesamt 79 Widerhandlungen bzw. illegale Einfuh-

ren von Lebensmitteln mit einem Gesamtgewicht von 6'355.900 kg und ei-

nem Warenwert von Fr. 33'837.-- vor. 

D.  

Mit Eingabe vom 9. April 2021 erhebt die Abgabepflichtige Beschwerde 

ans Bundesverwaltungsgericht gegen die Leistungsverfügung der Zoll-

fahndung bzw. des BAZG (nachfolgend auch: Vorinstanz) vom 12. März 

2021 und beantragt sinngemäss, bereits von ihr an die Vorinstanz geleis-

tete Sicherheitsleistungen seien an die Nachforderung anzurechnen und 

auf die Erhebung von Verzugszinsen sei zu verzichten. Zudem habe 

E._______ 90 % der Waren importiert und sei dafür verantwortlich, wes-

halb die von ihr zu tragende Nachforderung – so die Abgabepflichtige sinn-

gemäss – entsprechend zu reduzieren sei. Da sie in finanziellen Schwie-

rigkeiten stecke, sei die Nachforderung um 50 % zu reduzieren und eine 

Ratenzahlung von je Fr. 1'000.-- zu gewähren. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 28. Juni 2021 beantragt die Vorinstanz, im Um-

fang von Fr. 850.20 sowie des Begehrens um Teilerlass und Ratenzahlung 

sei nicht auf die Beschwerde einzutreten. Im Umfang von Fr. 183.62 sei die 

Beschwerde gutzuheissen. Im Übrigen sei die Beschwerde im Umfang von 

Fr. 43'779.13 unter Kostenfolge abzuweisen. 

F.  

Auf die einzelnen Vorbringen in den Eingaben der Parteien sowie die Akten 

wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des 

Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gege-

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ben ist (Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. Der angefoch-

tene Entscheid ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Das BAZG 

ist zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Art. 33 

VGG). Dieses ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

zuständig (vgl. auch Art. 116 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 

SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes 

bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG), welches je-

doch auf das Verfahren der Zollveranlagung vor der Vorinstanz nicht zur 

Anwendung gelangt (Art. 3 Bst. e VwVG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheids 

und damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (vgl. 

Art. 20 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG, Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3  

1.3.1 Die Vorinstanz bringt vor, der Solidarschuldner D._______ (vgl. oben 

Sachverhalt Bst. C.b) habe am 19. März 2021 den Betrag von Fr. 850.20 

geleistet. Die Leistungsverfügung ihn betreffend sei in Rechtskraft erwach-

sen und die Zahlung bereits vor Einreichung der vorliegenden Beschwerde 

erfolgt, weshalb auf die Beschwerde betreffend gewisse Einfuhren nicht 

einzutreten sei. Die Forderung gegen die Beschwerdeführerin sei im Um-

fang von Fr. 850.20 untergegangen. 

Wie die Vorinstanz an anderer Stelle zutreffend ausführt, betrifft das vorlie-

gende Verfahren die Festsetzung der Forderung. Dies gilt auch im Hinblick 

auf die Forderung im Umfang von Fr. 850.20, mithin in jenem Fall, in wel-

chem ein Solidarschuldner einen Teil der strittigen Forderung begleicht. Es 

ist folglich zuerst zu eruieren, ob die Beschwerdeführerin für die entspre-

chenden Einfuhren leistungspflichtig ist. 

Ein Nichteintreten hätte zur Folge, dass die angefochtene Verfügung im 

besagten Umfang nicht überprüft bzw. in Rechtskraft erwachsen würde. 

Durch die Zahlung eines Solidarschuldners würde somit die Beurteilung 

der Leistungspflicht der Beschwerdeführerin vorweggenommen. Die ge-

richtliche Überprüfung der Leistungspflicht kann der Beschwerdeführerin 

indessen nicht dadurch verwehrt werden, dass ein Solidarschuldner einen 

Teil der strittigen Forderung begleicht, ist doch gar noch nicht festgestellt, 

ob die Beschwerdeführerin für denselben Betrag auch leistungspflichtig 

wäre. 

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Seite 5 

Zudem hätte ein solches Vorgehen zur Folge, dass der Solidarschuldner 

im Innenverhältnis (Art. 70 Abs. 3 Satz 2 ZG) gestützt auf Art. 148 f. des 

Obligationenrechts (SR 220, nachfolgend: OR) einen Anspruch gegenüber 

der Beschwerdeführerin geltend machen könnte, obwohl diese im besag-

ten Umfang möglicherweise gar nicht leistungspflichtig ist. 

Mithin ist im vorliegenden Verfahren – ungeachtet der Zahlungen allfälliger 

Solidarschuldner – zu überprüfen, ob die angefochtene Leistungsverfü-

gung zurecht erlassen wurde (vgl. zum Ganzen auch: Urteil des BVGer 

A-144/2021 vom 23. September 2022 E. 2).  

1.3.2  

1.3.2.1 Die Beschwerdeführerin beantragt zudem eine «Reduktion der Ge-

samtkosten von 50 %». Sofern es sich dabei um ein Gesuch um Erlass der 

Steuer- und Abgabeforderung handelt, so ist dafür gemäss Art. 64 Abs. 2 

des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 (MWSTG, SR 641.20) 

und Art. 86 Abs. 2 ZG in einem ersten Schritt die Oberzolldirektion bzw. das 

BAZG zuständig (Urteil des BVGer A-2871/2020 vom 16. August 2022 

E. 6.3.2). 

1.3.2.2 Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin die Gewährung ei-

ner monatlichen Ratenzahlung von Fr. 1'000.--. Auch diesbezüglich liegt 

die Zuständigkeit in einem ersten Schritt nicht beim Bundesverwaltungsge-

richt, sondern beim BAZG (Art. 73 Abs. 2 ZG i.V.m. Art. 16 Abs. 2 der Zoll-

verordnung des EFD vom 4. April 2007 [ZV-EFD, SR 631.011]; vgl. MI-

CHAEL BEUSCH, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Handkommentar zum 

Zollgesetz, 2009 [nachfolgend: Zollkommentar], Art. 73 N 26).  

1.3.2.3 Das vorliegende Verfahren betrifft – wie bereits erwähnt (oben 

E. 1.3.1) – lediglich die Festsetzung der Forderung und nicht den Bezug. 

Sowohl der Erlass von Abgaben als auch die Ratenzahlung sind jedoch 

nicht dem Veranlagungsverfahren, sondern dem Bezugsverfahren zuzu-

ordnen. Bevor über Erlass oder Ratenzahlung entschieden werden kann, 

muss mithin die Abgabeforderung rechtskräftig festgesetzt worden sein 

(Art. 86 Abs. 3 ZG, der davon spricht, dass Gesuche um den Erlass von 

Zollabgaben «nach Eintritt der Rechtskraft der» [Veranlagungs-]Verfügung 

einzureichen sind; vgl. auch Art. 92 Abs. 1 MWSTG; vgl. zum Erlass: Urteil 

des BVGer A-2871/2020 vom 16. August 2022 E. 4.9.1 und 6.3.2; zum 

Ganzen: MICHAEL BEUSCH, Der Untergang der Steuerforderung, 2012, 

S. 188, 197 und 208 f.). 

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Seite 6 

1.3.2.4 Auf diese beiden Anträge ist demnach nicht einzutreten. Da die ent-

sprechenden Anträge somit verfrüht gestellt wurden, erübrigt sich auch 

eine Überweisung an die Vorinstanz, damit diese die vorab in ihre Zustän-

digkeit fallenden Anträge prüfe. 

1.3.3 Somit ist mit Ausnahme der Anträge um «Reduktion der Gesamtkos-

ten von 50 %» und Ratenzahlung auf die vorliegende Beschwerde einzu-

treten. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid 

grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann 

neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-

heben (Art. 49 Bst. c VwVG; statt vieler: Urteil des BVGer A-2514/2020 

vom 27. September 2021 E. 1.7.1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LO-

RENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 2.149). 

1.5 Im Beschwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime, wonach die 

entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von sich aus 

abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen muss (teilweise ein-

geschränkt durch Mitwirkungspflichten der Verfahrensbeteiligten). Die Be-

schwerdeinstanz nimmt jedoch nicht von sich aus zusätzliche Sachver-

haltsabklärungen vor oder untersucht weitere Rechtsstandpunkte, für die 

sich aus den vorgebrachten Rügen oder den Akten nicht zumindest An-

haltspunkte ergeben (BVGE 2010/64 E. 1.4.1; statt vieler: Urteile des 

BVGer A-4963/2020 vom 15. Dezember 2021 E. 1.6.1, A-2514/2020 vom 

27. September 2021 E. 1.6.1). 

1.6 Es gilt zudem der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen. 

Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach verpflichtet, auf den unter Mit-

wirkung der Verfahrensbeteiligen festgestellten Sachverhalt unabhängig 

von der Begründung der Begehren die richtigen Rechtsnormen und damit 

jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und 

ihm jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist (BGE 119 V 347 

E. 1a). Die Mitwirkungspflicht der Verfahrensbeteiligten ist allgemeiner Na-

tur und erstreckt sich auf alle Arten der Sachverhaltserhebung. Sie gilt ins-

besondere für jene Umstände, die eine Partei besser kennt als die Behör-

den und welche ohne Mitwirkung der Parteien gar nicht oder nicht mit ver-

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Seite 7 

nünftigem Aufwand erhoben werden können (BVGE 2008/24 E. 7.2; CHRIS-

TOPH AUER/ANJA MARTINA BINDER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kom-

mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 

2. Aufl. 2019, Art. 13 N 3 f.). 

1.7 Des Weiteren gilt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 130 II 482 E. 3.2). Die Be-

weiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine 

rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Be-

weis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung 

zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand 

verwirklicht hat. Gelangt das Gericht nicht zu diesem Ergebnis, kommen 

die Beweislastregeln zur Anwendung. Dabei ist – in analoger Anwendung 

von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 

(SR 210, nachfolgend: ZGB) – im Fall der Beweislosigkeit zuungunsten je-

ner Partei zu urteilen, welche die Beweislast trägt. Im Abgaberecht gilt, 

dass die Abgabebehörde die Beweislast für die abgabebegründenden und 

-erhöhenden Tatsachen trägt, während die abgabepflichtige Person für die 

abgabeaufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet ist (BGE 

140 II 248 E. 3.5; Urteil des BGer 2C_353/2013 vom 23. Oktober 2013 

E. 3.3; Urteil des BVGer A-4610/2019 vom 11. März 2020 E. 1.4, je mit Hin-

weisen). 

1.8 Der zu beurteilende Sachverhalt hat sich im Zeitraum zwischen dem 

21. Februar 2015 und dem 2. November 2017 verwirklicht. Somit sind vor-

liegend das Zollgesetz vom 18. März 2005, die Zollverordnung vom 1. No-

vember 2006 (ZV, SR 631.01) sowie das Mehrwertsteuergesetz vom 

12. Juni 2009 in ihrer jeweils geltenden Fassung heranzuziehen. 

2.  

2.1 Nach Art. 1 Abs. 1 MWSTG erhebt der Bund eine allgemeine Ver-

brauchssteuer nach dem System der Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuer-

abzug (Mehrwertsteuer). Die Steuer bezweckt die Besteuerung des nicht 

unternehmerischen Endverbrauchs im Inland. Als Mehrwertsteuer erhebt 

er gemäss Art. 1 Abs. 2 MWSTG eine Steuer auf den im Inland von steu-

erpflichtigen Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen (Inland-

steuer), eine Steuer auf dem Bezug von Leistungen von Unternehmen mit 

Sitz im Ausland durch Empfänger und Empfängerinnen im Inland (Bezug-

steuer) sowie eine Steuer auf der Einfuhr von Gegenständen (Einfuhr-

steuer). Letztere soll verhindern, dass ins Zollinland eingeführte Waren ge-

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Seite 8 

genüber im Inland hergestellten Gütern, welche der Inlandsteuer unterlie-

gen, bevorteilt werden (vgl. REGINE SCHLUCKEBIER, in: Geiger/Schluckebier 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 2. Aufl. 

2019, Art. 50 N 1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4963/2020 vom 

15. Dezember 2021 E. 2.1.1). 

2.2 Die Einfuhrsteuer unterscheidet sich sowohl hinsichtlich des Steuerob-

jekts als auch des Steuersubjekts von der Inlandsteuer. Steuersubjekt ist 

die zollzahlungspflichtige Person (vgl. nachfolgend E. 2.5). Steuerobjekt 

der Einfuhrsteuer ist die Einfuhr von Gegenständen einschliesslich der da-

rin enthaltenen Dienstleistungen und Rechte ins (Zoll-)Inland (vgl. Art. 52 

Abs. 1 Bst. a MWSTG). Für das Auslösen der Steuer genügt es, dass der 

Gegenstand über die Zollgrenze verbracht wird (Urteil des BGer 

2C_217/2019 vom 27. April 2020 E. 5.2). Ein Umsatz im mehrwertsteuer-

rechtlichen Sinn, beispielsweise eine Lieferung von Gegenständen gegen 

Entgelt, ist nicht vorausgesetzt. Insbesondere ist die Entgeltlichkeit nicht 

erforderlich. So lösen auch unentgeltliche Geschäfte (z.B. Schenkungen) 

die Einfuhrsteuer aus (vgl. Urteil des BGer 2C_1079/2016 vom 7. März 

2017 E. 2.2.1 f.; Urteil des BVGer A-3365/2020 vom 19. März 2021 E. 3.4; 

zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4963/2020 vom 15. Dezember 2021 

E. 2.1.2). 

2.3 Die Steuer auf der Einfuhr wird im Normalfall auf dem von den Parteien 

vereinbarten und vom Importeur zu entrichtenden Entgelt erhoben, wenn 

der Gegenstand im Rahmen eines Veräusserungs- oder Kommissionsge-

schäfts eingeführt wird (Art. 54 Abs. 1 Bst. a MWSTG). Im Übrigen wird sie 

– sofern nicht die Sondertatbestände der Bst. b bis f zur Anwendung kom-

men – nach Art. 54 Abs. 1 Bst. g MWSTG auf dem Marktwert berechnet 

(vgl. Urteil des BGer 2C_1079/2016 vom 7. März 2017 E. 2.2.3; BVGE 

2014/7 E. 3.5.1; Urteil des BVGer A-4963/2020 vom 15. Dezember 2021 

E. 2.1.3). 

2.4 Soweit nicht bereits darin enthalten, sind in die Bemessungsgrundlage 

zum einen die ausserhalb des Inlands sowie aufgrund der Einfuhr geschul-

deten Steuern, Zölle und sonstigen Abgaben – mit Ausnahme der zu erhe-

benden Mehrwertsteuer – miteinzubeziehen (Art. 54 Abs. 3 Bst. a 

MWSTG). Zum anderen sind die Kosten für das Befördern oder Versenden 

und alle damit zusammenhängenden Leistungen bis zum Bestimmungsort 

im Inland, an den die Gegenstände zum Zeitpunkt der Entstehung der Ein-

fuhrsteuerschuld nach Art. 56 MWSTG zu befördern sind, einzubeziehen 

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(Art. 54 Abs. 3 Bst. b MWSTG; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-2514/2020 vom 27. September 2021 E. 2.2.3). 

2.5 Gemäss Art. 50 MWSTG («Einfuhrsteuer») gilt für die Steuer auf der 

Einfuhr von Gegenständen grundsätzlich die Zollgesetzgebung. Steuer-

pflichtig ist, wer nach Art. 70 Abs. 2 und 3 ZG Zollschuldner oder Zoll-

schuldnerin ist (Art. 51 Abs. 1 MWSTG). Zum entsprechenden Kreis gehö-

ren jene Person, welche die Waren über die Zollgrenze bringt, deren Auf-

traggeber sowie die Person, die zur Zollanmeldung verpflichtet bzw. damit 

beauftragt ist oder auf deren Rechnung die Ware ein- oder ausgeführt wird 

(Art. 70 Abs. 2 ZG). Als Auftraggeber gilt nach bundesgerichtlicher Recht-

sprechung derjenige, der die Ware über die Grenze bringen lässt. Als sol-

cher gilt nicht nur die (natürliche oder juristische) Person, die im zivilrecht-

lichen Sinne mit dem Transporteur einen Frachtvertrag abschliesst, son-

dern jede Person, welche die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst (zum 

Ganzen: Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3 f.; vgl. auch 

Urteil des BVGer A-3365/2020 vom 19. März 2021 E. 3.3). 

Die Zollschuldnerinnen und Zollschuldner haften für die Zollschuld solida-

risch. Der Rückgriff unter ihnen richtet sich nach dem Obligationenrecht 

(Art. 70 Abs. 3 ZG).  

2.6 Die Zollschuld entsteht grundsätzlich im Zeitpunkt, in dem die Zollstelle 

die Zollanmeldung annimmt (Art. 69 Bst. a ZG). Wurde die Zollanmeldung 

indes unterlassen, entsteht die Zollschuld in jenem Zeitpunkt, in dem die 

Waren über die Zollgrenze verbracht oder zu einem anderen Zweck ver-

wendet oder abgegeben werden oder ausserhalb der freien Periode abge-

geben werden, oder, wenn keiner dieser Zeitpunkte feststellbar ist, im Zeit-

punkt, in dem die Unterlassung entdeckt wird (Art. 69 Bst. c ZG). 

2.7 Die Einfuhrsteuer wird vom BAZG zusammen mit den Zollabgaben er-

hoben (Art. 62 Abs. 1 MWSTG). Das Verfahren der Zoll- und Einfuhrsteu-

erveranlagung wird vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt (Art. 21, 25 

und 26 ZG; Art. 50 MWSTG). Demnach trägt die anmeldepflichtige Person 

die volle Verantwortung für eine ordnungsgemässe – d.h. vollständige und 

richtige – Zollanmeldung (vgl. Art. 21 und 25 f. ZG). Das Zollrecht stellt da-

mit an die anmeldepflichtige Person hinsichtlich ihrer Sorgfaltspflichten 

hohe Anforderungen (zum Ganzen: BGE 142 II 433 E. 2.1, 112 IV 53 E. 1a; 

Urteil des BVGer A-6355/2019 vom 17. Juni 2021 E. 2.2). 

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Seite 10 

2.8 Die Grundlage der Veranlagung ist die Zollanmeldung (Art. 18 Abs. 1 

ZG). Diese nimmt im schweizerischen Zollwesen eine zentrale Stellung ein 

(BARBARA SCHMID, Zollkommentar, Art. 18 N 1 mit Hinweisen). Die anmel-

depflichtige Person muss die der Zollstelle zugeführten, gestellten und 

summarisch angemeldeten Waren innerhalb der von der Zollverwaltung 

bestimmten Frist zur Veranlagung anmelden und die Begleitdokumente 

einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). Die anmeldepflichtige Person (vgl. E. 2.5) 

hat die Waren unverzüglich und unverändert der nächstgelegenen Zoll-

stelle zuzuführen (Art. 21 Abs. 1 ZG). Die Zollanmeldung kann von der Zoll-

stelle berichtigt werden (Art. 18 Abs. 2 ZG). Nicht angemeldete Waren wer-

den von Amtes wegen veranlagt (Art. 18 Abs. 3 ZG; vgl. statt vieler: Urteil 

des BVGer A-4963/2020 vom 15. Dezember 2021 E. 2.2.5). 

2.9 Der Zollbetrag bemisst sich nach Art, Menge und Beschaffenheit der 

Ware im Zeitpunkt, in dem sie der Zollstelle angemeldet wird (Art. 19 Abs. 1 

Bst. a ZG) und nach den Zollansätzen und Bemessungsgrundlagen, die im 

Zeitpunkt der Entstehung der Zollschuld gelten (Art. 19 Abs. 1 Bst. b ZG; 

vgl. auch Art. 69 Bst. a ZG; zur Entstehung der Zollschuld oben E. 2.6). 

Ein- und Ausfuhrzölle werden nach dem Generaltarif festgesetzt (Art. 1 

Abs. 1 des Zolltarifgesetzes vom 9. Oktober 1986 [ZTG, SR 632.10] i.V.m. 

den Anhängen 1 und 2 des ZTG; Urteil des BVGer A-4963/2020 vom 

15. Dezember 2021 E. 2.2.6). 

2.10 Die Zollschuld wird mit ihrer Entstehung fällig (Art. 72 Abs. 1 ZG). Wird 

die Zollschuld nicht fristgerecht bezahlt, so ist ab ihrer Fälligkeit grundsätz-

lich ein Verzugszins geschuldet (vgl. Art. 74 Abs. 1 und 2 ZG). 

3.  

3.1 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder Ein-

fuhrsteuervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahr-

lässig Waren bei der Einfuhr nicht oder unrichtig anmeldet, begeht eine 

Widerhandlung gegen die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzgebung (vgl. 

Art. 118 ZG, Art. 96 MWSTG). Sowohl die Zoll- als auch Mehrwertsteuer-

gesetzgebung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (Urteile 

des BVGer A-957/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 2.6.1 [bestätigt durch 

Urteil des BGer 2C_97/2020 vom 18. Mai 2020], A-5320/2018 vom 26. Au-

gust 2019 E. 4.4, A-4510/2018 vom 20. Mai 2019 E. 4.4). 

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Seite 11 

3.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 

über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) sind Abgaben nachzu-

entrichten, wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungs-

gesetzgebung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind. Dies gilt 

«ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person» (Art. 12 

Abs. 1 VStrR). Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt weder 

von einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden 

oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielmehr genügt es, dass 

der durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstandene un-

rechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung gegen die Ver-

waltungsgesetzgebung des Bundes gründet (zum Ganzen: BGE 129 II 160 

E. 3.2, 106 Ib 218 E. 2c; Urteile des BGer 2C_424/2014 vom 18. Juli 2015 

E. 5.2.2, 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.2; Urteile des BVGer 

A-4963/2020 vom 15. Dezember 2021 E. 4.2, A-3365/2020 vom 19. März 

2021 E. 4.2; STEFAN OESTERHELT/LAETITIA FRACHEBOUD, in: Frank/Eicker/ 

Markwalder/Achermann [Hrsg.], Basler Kommentar, Verwaltungsstraf-

recht, 2020, Art. 12 N 5). 

3.3 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen ge-

hört nach dem Gesetzeswortlaut «insbesondere der zur Zahlung der Ab-

gabe Verpflichtete», d.h. für die Zollabgaben jene Personen, welche dem 

Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG ent-

sprechen (vgl. oben E. 2.5). Sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezah-

lung der Abgabe bevorteilt (Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 

E. 3.3). Sie bleiben selbst dann leistungspflichtig, wenn sie nichts von der 

falschen bzw. fehlenden Deklaration gewusst haben (BGE 107 Ib 198 

E. 6c/d) und wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen persönlichen 

Nutzen gezogen haben (Urteil des BGer 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 

E. 2.2; Urteile des BVGer A-3365/2020 vom 19. März 2021 E. 4.2, 

A-1497/2019 vom 7. Oktober 2020 E. 2.3.2; MICHAEL BEUSCH, Zollkom-

mentar, Art. 70 N 12). Sie gelten als direkt unrechtmässig bevorteilt, weil 

sie die geschuldeten Abgaben infolge der Widerhandlung nicht entrichten 

mussten. Der Genuss dieses Vorteils soll den Leistungspflichtigen mit dem 

Institut der Nachleistungspflicht entzogen werden. Diese Personen – für 

welche die gesetzliche Vermutung eines unrechtmässigen Vermögensvor-

teils gilt – haften solidarisch für den gesamten nicht erhobenen Abgabebe-

trag (Art. 70 Abs. 3 ZG; Urteile des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 

E. 3.3, 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.2; Urteile des BVGer 

A-3365/2020 vom 19. März 2021 E. 4.2, A-1497/2019 vom 7. Oktober 

2020 E. 2.3.2). 

A-1669/2021 

Seite 12 

4.  

4.1 Im vorliegenden Fall ist die illegale Einfuhr von Lebensmitteln insofern 

strittig, als der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin vorbringt, es seien 

in seinen drei Restaurants (insbesondere in denjenigen der Beschwerde-

führerin) keine Lebensmittel gefunden worden, welche importiert worden 

seien. Zudem habe eine Drittperson (E._______) 90 % der Waren impor-

tiert und jeweils auch bestätigt, dass sie die ganze Verantwortung dafür 

übernehme. 

Die Zollzahlungspflicht der Beschwerdeführerin ist jedoch nicht grundsätz-

lich bestritten. Die Beschwerdeführerin gehört denn auch aufgrund der Tat-

sache, dass sie die Einfuhr der Waren entweder selbst (d.h. handelnd 

durch ihren Geschäftsführer) durchgeführt oder veranlasst hat, zum Kreis 

der Zollschuldner und ist deshalb zahlungspflichtig (vgl. oben E. 2.5 und 

3.3). 

Ohnehin hat der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin in der von ihm 

verfassten Beschwerdeschrift auch festgehalten, er stehe zu seiner Schuld 

und «dies» sei nicht rechtmässig gewesen. 

4.2 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Sachverhalt richtig 

erstellt und gewürdigt hat. 

4.2.1  

4.2.1.1 Die Vorinstanz hält dafür, statt seiner eigenen Kundenkarte der 

G._______ GmbH habe der Geschäftsführer jeweils die entsprechende 

Kundenkarte von E._______ verwendet, damit die Abgabepflichtige oder 

er selbst nicht mit der illegalen Einfuhr in Verbindung gebracht würden. 

Seine Einkäufe habe er jeweils als Privatwaren erklärt, um etwaige Grenz-

kontrollen zu täuschen, und er habe gelegentlich seine Familie dabeige-

habt, um die Wertfreigrenze zu erhöhen. Die Mehrheit der Belege habe der 

Geschäftsführer zudem nicht in der Buchhaltung der Abgabepflichtigen er-

fasst, um keinen Verdacht zu erwecken.  

4.2.1.2 Die Vorinstanz führt weiter aus, der Geschäftsführer, D._______ 

und E._______ hätten jeweils unbesetzte und für jeglichen Handelsverkehr 

geschlossene Grenzübergänge benutzt, um die Zollabgaben nicht bezah-

len zu müssen. Eine Person sei jeweils als Vorfahrer über die Grenze ge-

fahren und habe nach Grenzkontrollen Ausschau gehalten. Bei einer fest-

gestellten Kontrolle habe der Vorfahrer die andere Person informiert, damit 

diese mit den Waren im Kofferraum einen anderen Grenzübergang habe 

A-1669/2021 

Seite 13 

benutzen können. Die Waren seien in der Folge jeweils in die Tiefgarage 

am Wohnort des Geschäftsführers gebracht worden, von wo aus selbiger 

die Lebensmittel in die jeweiligen Restaurants transportiert habe. 

4.2.2 Im Zuge der Zollstrafuntersuchung wertete die Vorinstanz die Daten 

des automatischen Fahndungs- und Verkehrsüberwachungssystems der 

Grenzstellen (AFV) aus, liess die Auszüge der Bankkonten der Beschwer-

deführerin und deren Geschäftsführers edieren und forderte amtshilfe-

weise die Rechnungen der österreichischen Lebensmittelhändler ein. Zu-

sätzlich wertete sie Mobiltelefondaten aus und führte eine Hausdurchsu-

chung in der Lokalität der Beschwerdeführerin und im Haus des Geschäfts-

führers durch. 

Gestützt auf die Aussagen der Beteiligten (Geschäftsführer, D._______ 

und E._______) in den jeweiligen Einvernahmen sowie die oben erwähn-

ten Unterlagen evaluierte die Vorinstanz die einzelnen Einfuhren. Dabei 

stellte sie mehrheitlich auf die Rechnungen und die mittels Bankkarten 

durchgeführten Transaktionen gemäss den edierten Kontoauszügen ab. 

Vereinzelte Einfuhren eruierte die Vorinstanz anhand der ausgewerteten 

Mobiltelefondaten oder den Aussagen in den Einvernahmen. 

Nach Feststellung der Vorinstanz führte der Geschäftsführer der Be-

schwerdeführerin die Waren entweder selbst ein oder fungierte – bei den 

Einfuhren durch D._______ und E._______ – als Auftraggeber.  

Offensichtlich für den Privatgebrauch eingekaufte Waren bezog die 

Vorinstanz nicht in die Berechnung der Nachforderung mit ein. 

4.2.3 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz diverse Beweismittel heran-

gezogen, um den Sachverhalt festzustellen. Die eingeführten Waren ermit-

telte die Vorinstanz im Einzelnen mittels der jeweiligen Rechnungen, Zah-

lungen oder Abmachungen zwischen den Beteiligten. Dass die Waren nach 

dem Kauf im Ausland auch tatsächlich in die Schweiz eingeführt wurden, 

erachtet das Bundesverwaltungsgericht angesichts des wiederholten Vor-

gehens der Beteiligten, welches sich anhand der Überwachung mittels AFV 

sowie der Aussagen verschiedener Personen nachvollziehen lässt, der Art 

und Menge der für verschiedene Restaurants bestimmten Waren sowie der 

Angaben auf den Rechnungen als erwiesen (vgl. oben E. 1.7). Insgesamt 

ergibt die Sachverhaltserstellung der Vorinstanz ein schlüssiges Bild. 

4.3 In der Folge bleibt zu beurteilen, ob es der Beschwerdeführerin gelingt, 

anhand von Belegen den Gegenbeweis zu erbringen. 

A-1669/2021 

Seite 14 

Die Beschwerdeführerin bringt lediglich pauschal vor, E._______ habe 

90 % der Waren importiert und auch bestätigt, dass er die gesamte Verant-

wortung dafür übernehme. Diese Argumentation verfängt nicht. In den hier 

allein zu beurteilenden abgaberechtlichen Angelegenheiten zeitigt eine 

eventuell getroffene interne Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführe-

rin (bzw. deren Geschäftsführer) und E._______ darüber, wer die «Verant-

wortung», hier also die Zahlung der geschuldeten Abgaben, übernimmt, 

keine Wirkung. Das Gesetz bestimmt, wer Zollschuldner und damit zah-

lungspflichtig ist (E. 2.5 und 3.3). Eine anderslautende Abmachung der Be-

teiligten vermöchte daran nichts zu ändern. Wie gesehen (E. 4.1) ist die 

Beschwerdeführerin Zollschuldnerin und daher zahlungspflichtig. 

Auch aus der angeblichen Tatsache, dass bei der Durchsuchung der Res-

taurants keine importierten Lebensmittel gefunden worden seien, kann die 

Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Bei verderblichen 

Lebensmitteln liegt es in der Natur der Sache, dass diese nach einer ge-

wissen Zeit entweder konsumiert oder entsorgt werden. Aus diesem Um-

stand allein lässt sich demnach nicht schliessen, dass keine Lebensmittel 

eingeführt wurden. 

Die Beschwerdeführerin vermag folglich nicht nachzuweisen, dass die Vor-

instanz den Sachverhalt falsch festgestellt hätte. 

4.4 Damit bleibt es beim von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt. 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin moniert des Weiteren, der Verzugszins sei 

«völlig unverhältnismässig». Sie habe bereits Zahlungen geleistet (hierzu 

auch E. 6) und sei zudem «erst jetzt» konkret mit einer Zahlungsaufforde-

rung konfrontiert worden. Der Verzugszins sei deshalb zu streichen. 

5.2 Die Vorinstanz bringt diesbezüglich vor, dass gestützt auf Art. 12 Abs. 1 

VStrR praxisgemäss eine pauschale Berechnung des Verzugszinses er-

folge, wenn der Zeitpunkt der einzelnen Einfuhren oder der Zollwiderhand-

lungen nicht bekannt sei oder es aus verwaltungsökonomischen Gründen 

nicht möglich sei, in der Nachforderungsverfügung die verschiedenen Zoll-

forderungen in ihrer jeweiligen Höhe sowie mit unterschiedlichem Zeitpunkt 

der Berechnung der Verzugszinspflicht anzugeben. Der Verzugszins werde 

dabei auf dem Total der nachbezogenen Forderungen erhoben und das 

Datum der letzten Widerhandlung als Zeitpunkt der Entstehung der Ver-

zugszinspflicht angenommen. Werde der Verzugszins in Rechnung gestellt 

A-1669/2021 

Seite 15 

bzw. die Bezahlung des Verzugszinses verfügt, sei der Verzugszins bis 

zum Datum der Rechnungsstellung bzw. der Verfügung über die Leistungs-

pflicht zu berechnen. 

Nach der konkreten Berechnung des Verzugszinses kommt die Vorinstanz 

zum Schluss, dass sie Fr. 183.62 Verzugszinsen zu viel verlangt habe, 

weshalb die Beschwerde in diesem Umfang gutzuheissen sei. 

5.3 Die Beschwerdeführerin hat die Zollanmeldungen im Zusammenhang 

mit den vorliegend strittigen Einfuhren unterlassen. Somit entstanden die 

Einfuhrsteuer- und Zollforderungen im Zeitpunkt, in welchem die Waren je-

weils über die Zollgrenze verbracht wurden (vgl. oben E. 2.6). Gestützt auf 

die vorliegenden Beweismittel sind die einzelnen Zeitpunkte der Einfuhren 

ermittelbar. Ab diesen Zeitpunkten war auch der Verzugszins geschuldet 

(vgl. oben E. 2.10). Die Vorinstanz hat zur Vereinfachung und im konkreten 

Fall zugunsten der Beschwerdeführerin für die Berechnung des Verzugs-

zinses pauschal auf das Datum der letzten Einfuhr abgestellt. Dies ist nicht 

zu beanstanden. Zudem hat die Vorinstanz die von der Beschwerdeführe-

rin erwähnten Hinterlagen bei der Zinsberechnung berücksichtigt. 

Aufgrund der Neuberechnung der Vorinstanz ist die Beschwerde betreffend 

die Verzugszinsen im Umfang von Fr. 183.62 gutzuheissen, im Übrigen 

aber abzuweisen. 

6.  

Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe bereits gewisse 

Zahlungen geleistet. 

Soweit sie damit nicht nur die Höhe der Zinsen bestreiten wollte (mit Bezug 

darauf, dass diesbezüglich die Zahlungen berücksichtigt wurden: E. 5.3), 

sondern diese Zahlungen an die Einfuhrabgaben angerechnet haben 

wollte, ist festzuhalten, dass es sich hierbei – solange die Höhe der Abga-

beforderung noch nicht rechtskräftig festgesetzt wurde – um (allenfalls frei-

willige) Sicherheitsleistungen handelt (hier in Form einer Barhinterlage). 

Erst, wenn die Zahlungspflicht der Beschwerdeführerin sowie die Höhe der 

Forderung rechtskräftig festgestellt bzw. festgesetzt wurden, wird es um 

den Bezug dieser Forderung gehen. Erst dann und nicht schon im vorlie-

genden Verfahren, wird über die Anrechnung vorgängiger Sicherheitsleis-

tungen mit der Zollforderung zu entscheiden sein. 

A-1669/2021 

Seite 16 

Sofern also die Beschwerdeführerin die Anrechnung ihrer bereits geleiste-

ten Zahlungen beantragte, wäre diesbezüglich derzeit auf die Beschwerde 

nicht einzutreten. 

7.  

Insgesamt ist die Beschwerde somit im Umfang von Fr. 183.62 gutzuheis-

sen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten 

ist. 

8.  

Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auf-

erlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten er-

mässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Vorinstanz sind im Rahmen ihres Un-

terliegens keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

Die vorliegende Beschwerde ist in äusserst geringem Umfang gutzuheis-

sen. Diese Geringfügigkeit des Obsiegens ist bei der Kostenveranlagung 

nicht zu berücksichtigen. Folglich sind die auf Fr. 3'000.-- festzusetzenden 

Verfahrenskosten vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Der in gleichem Umfang einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Begleichung 

der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

A-1669/2021 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die gesamte Nachforde-

rung (samt Verzugszins) um Fr. 183.62 reduziert. Im Übrigen wird die Be-

schwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten werden der Beschwerdeführerin im Umfang von 

Fr. 3'000.-- auferlegt. Dieser Betrag wird dem in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss entnommen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Keita Mutombo Susanne Raas 

 

 

  

A-1669/2021 

Seite 18 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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