# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fa6f251-e4f7-5583-9e7c-db7607f6c7bb
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 28.02.2022 ZSU.2021.223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2021-223_2022-02-28.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 5. Kammer 

 

ZSU.2021.223  
(SF.2019.21)  

Art. 13 

 

Entscheid vom 28. Februar 2022  
 

 

Besetzung  Oberrichter Brunner, Präsident  

Oberrichter Lindner  

Ersatzrichter Schneuwly  

Gerichtsschreiberin Porchet          

 

 
   

Kläger   A._____, 

[…]  

vertreten durch lic. iur. Stephanie Trüeb, Advokatin, 

Lindenstrasse 2, 4410 Liestal    

 

     

 
   

Beklagte   B._____, 

[…] 

vertreten durch lic. iur. Claudia Rohrer, Rechtsanwältin, 

Baslerstrasse 15, Postfach, 4310 Rheinfelden    

 

     

 
 

Gegenstand  Summarisches Verfahren betreffend Eheschutz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Parteien heirateten am 13. Juni 2013. Aus der Ehe ist der gemeinsame 

Sohn C., geboren am tt.mm. 2014, hervorgegangen. Seit dem 1. Mai 2018 

leben die Parteien getrennt. 

 

2. 

2.1. 

Am 7. Juni 2019 stellte der Kläger beim Gerichtspräsidium Rheinfelden die 

folgenden Eheschutzbegehren: 

 

"1. 
Es sei den Ehegatten das Getrenntleben zu bewilligen und festzustellen, dass 
sie dieses am 1. Mai 2018 aufgenommen haben. 

 
2. 
Es sei die eheliche Liegenschaft im […] Q. für die Dauer des Getrenntlebens 
dem Gesuchsteller zur alleinigen Benutzung zuzuweisen. 

 
3. 
Es sei der Gesuchsgegnerin unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB 
superprovisorisch für die Dauer des Verfahrens zu verbieten, mit dem 
gemeinsamen Sohn C. nach R. umzuziehen. 

 
4. 
Es sei der gemeinsame Sohn C., geb. tt.mm. 2014, für die Dauer des 
Verfahrens unter die Obhut des Gesuchstellers und Vaters zu stellen. 

 
5. 
Es sei der gemeinsame Sohn C. für die Dauer des Getrenntlebens unter die 
Obhut des Gesuchstellers und Vaters zu stellen. 

 
6. 
Es sei der Gesuchsgegnerin ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht 
einzuräumen. 

 
7. 
Es sei die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, dem Gesuchsteller für das Kind C. 
einen monatlichen und vorauszahlbaren Barunterhaltsbeitrag von mindestens 
CHF 600.00 zzgl. allfällig bezogener Kindes- bzw. Ausbildungszulagen zu 
bezahlen. Eine Anpassung bleibt ausdrücklich vorbehalten. 

 
8. 
Eventualiter sei der gemeinsame Sohn C. für die Dauer des Getrenntlebens 
unter die alternierende Obhut beider Ehegatten zu stellen. 

 
9. 
Es sei festzustellen, dass keine persönlichen Unterhaltsbeiträge geschuldet 
sind. 

 
 
 

 - 3 - 

 

 

10. 
Es sei der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 7 hiervor gerichtsüblich 
zuindexieren. 
 
11. 
Alles unter o/e-Kostenfolge." 

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 21. Juni 2019 wurde das Gesuch des Klägers um Erlass 

einer superprovisorischen Massnahme abgewiesen. 

 

2.3. 

Mit Klageantwort vom 17. Juli 2019 beantragte die Beklagte: 

 

"1. 

Den Parteien sei das Getrenntleben zu bewilligen und festzustellen, dass sie 
seit dem 1. Mai 2018 getrennt sind. 

 
2. 
Der gemeinsame Sohn C., geb. tt.mm. 2014, sei unter die alleinige Obhut der 
Gesuchsgegnerin zu stellen. Es sei festzustellen, dass C. Wohnsitz bei der 
Mutter und Gesuchsgegnerin hat. 

 
3. 
Der Gesuchsteller und Vater sei berechtigt zu erklären, C. 

 
- jede Woche vom Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr, 

 
- und jede zweite Woche zusätzlich von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 

18.00 Uhr zu betreuen. 

 

 
Im Weiteren sei ihm ein Ferienrecht von 4 Wochen zuzusprechen. Die 
Ausübung des Ferienrechts hat in Absprache mit der Gesuchsgegnerin zu 
erfolgen, die Ausübung des Ferienrechts hat mindestens sechs Monate im 
Voraus angekündigt zu werden. 

 
4. 
Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, rückwirkend ab dem 1. Juni 2018 der 
Gesuchsgegnerin für das Kind C. einen monatlichen und monatlich 
vorauszahlbaren Barunterhaltsbeitrag von mindestens CHF 1'200.00 zzgl. 
allfällig bezogener Kindes- bzw. Ausbildungszulagen zu bezahlen. Das 
Beweisergebnis bleibt vorbehalten. 

 
5. 
Soweit der Gesuchsteller etwas anderes als die Gesuchsgegnerin beantragt, 
sei das Gesuch des Gesuchstellers abzuweisen. 

 
6. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge." 

 

2.4. 

In einer weiteren Eingabe vom 21. August 2019 hielt der Kläger an seinen 

Rechtsbegehren fest. 

 - 4 - 

 

 

2.5. 

An der Verhandlung vom 27. August 2019 erstatte die Beklagte die Duplik, 

in welcher sie neu die Gütertrennung und die Einholung eines Gutachtens 

zur Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit des Klägers sowie von 

Auskünften der involvierten Fachpersonen beantragte, im Übrigen aber an 

ihren bisherigen Rechtsbegehren festhielt. Anschliessend wurden die 

Parteien befragt. 

 

2.6. 

Am 19. September 2019 wurde den Parteien ein Vorschlag für eine 

Teilvereinbarung in Bezug auf die Betreuungsanteile unterbreitet, auf den 

sich die Parteien nicht einigen konnten. Mit Verfügung vom 4. Dezember 

2019 wurde das Verfahren zugunsten von Vergleichsgesprächen bis am 

15. Januar 2020 sistiert.  

 

2.7. 

Mit Eingabe vom 28. Januar 2020 stellte die Beklagte folgende Anträge: 

 
"1. 
Die aktuellen Kontaktrechte des Vaters zum gemeinsamen Sohn C. seien 
einstweilen auf zwei Besuchswochenenden pro Monat von Freitag 18.00 Uhr 
bis Sonntag 18.00 Uhr zu beschränken. Als Übergabeort sei ein neutraler Ort, 
z.B. die katholische Kirche in S. zu bestimmen. 

 
2. 
Es sei ein Gutachten zur Erziehungs- und Konfliktfähigkeit des Gesuchstellers 
zu erstellen. 

  
3. 
Es seien bei sämtlichen in die Angelegenheit einbezogenen Fachpersonen 
Berichte einzuholen betreffend die bearbeiteten Themen, Diagnosen und den 
Grund des Scheiterns der Bearbeitung der Themen, so insbesondere bei 

 
Dr. med. D., FMH Psychiatrie, […],T., E., Kinder- und Jugendpsychologin FSP, 
[…], T., 
Frau Dr. F., […], R., und bei 
Dr. G., Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik, […], R. 

 
4. 
Im Übrigen seien die bereits gestellten Begehren gutzuheissen." 

 

2.8. 

Mit Eingabe vom 10. Februar 2020 beantragte der Kläger die Anhörung von 

C.. 

 

2.9. 

Am 25. Juni 2020 wurde C. angehört. 

 

 

 

 - 5 - 

 

 

2.10. 

Am 25. Juni 2020 fällte der Gerichtspräsident von Rheinfelden den 

folgenden Entscheid: 

 

"1. 

Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt und es wird festgestellt, dass sie 

seit dem 1. Mai 2018 getrennt leben. 

 

2. 

Die eheliche Liegenschaft in Q., […], wird dem Ehemann zur Benützung 

während der Dauer der Trennung zugewiesen. 

 

3. 

Der gemeinsame Sohn C., geb. tt.mm. 2014, wird für die Dauer des 

Getrenntlebens unter die Obhut der Mutter gestellt. 

 

4. 

4.1. 

Der Betreuungsanteil des Vaters wird wie folgt festgelegt: 

 jede Woche: Freitag von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr 

 jede zweite Woche: Freitag von 12:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr 

 jedes Jahr: vier Wochen Ferien, wobei die Ferienzeiten mindestens 

6 Monate im Voraus zwischen den Eltern zu fixieren sind 

 

Eine Abweichung von diesen Betreuungsanteilen bleibt der Absprache unter 

den Parteien vorbehalten. 

 

4.2. 

Die Übergabe des Kindes erfolgt jeweils bei der katholischen Kirche in S., wenn 

die Eltern nicht einen anderen Ort vereinbaren. 

 

5. 

5.1. 

Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau an den Unterhalt des gemeinsamen 

Sohns C., geb. tt.mm. 2014, rückwirkend bzw. monatlich vorschüssig 

monatliche Unterhaltsbeiträge (nur Barunterhalt) wie folgt zu bezahlen: 

 

 Fr. 1'635.– von Juni 2018 bis Juli 2019 

 Fr. 1'500.– von August 2019 bis Dezember 2023 

 Fr. 1'800.– ab Januar 2024 

 

Bereits bezahlte Beiträge sind daran anzurechnen. 

 

5.2. 

Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 5.1 hiervor beruhen auf folgenden 

monatlichen Einkommen (netto; exkl. Zulagen) der Parteien: 

 

 Fr. 7'840.– Einkommen Ehefrau (12 Monatslöhne) 

 Fr. 7'800.– Einkommen Ehemann (inkl. 13. Monatslohn) 

 Fr. 350.– Einkommen C. (Kinder- und Familienzulagen) 

 - 6 - 

 

 

6. 

Anderslautende Anträge werden abgewiesen. 

 

7. 

Die Entscheidgebühr von Fr. 3'200.– wird den Parteien je zur Hälfte mit 

Fr. 1'600.– auferlegt. 

 

8. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen." 

 

3. 

3.1. 

Gegen den ihm am 29. September 2021 in begründeter Form zugestellten 

Entscheid erhob der Kläger am 11. Oktober 2021 (Postaufgabe) 

fristgerecht Berufung und stelle folgende Anträge: 

 

"1. 

Es sei Dispositiv-Ziff. 4.1 des Entscheids des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 

25. Juni 2020 aufzuheben und der Betreuungsanteil des Ehemannes unter 

Vorbehalt anderslautender Absprachen zwischen den Parteien wie folgt 

festzulegen: 

 

- jede Woche: Donnerstag von 16.00 Uhr bis Freitag 18.00 Uhr 

- jede zweite Woche: Donnerstag von 16.00 Uhr bis Montag 8.00 Uhr 

- jedes Jahr: sechs Wochen Ferien, wobei die Ferienzeiten mindestens 6 

Monate im Voraus zwischen den Eltern zu fixieren sind; die Ferienplanung 

des Ehemannes ist für die Ehefrau verbindlich, wenn der Ehemann ihr 

diese rechtzeitig unterbreitet und sie unwidersprochen bleibt oder die 

Ehefrau ihre eigene Ferienplanung dem Ehemann nicht rechtzeitig 

unterbreitet 

 

2. 

Es sei Dispositiv-Ziff. 5 des Entscheids des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 

25. Juni 2020 aufzuheben und der Ehemann bei seiner Bereitschaft zu 

behaften, der Ehefrau für den gemeinsamen Sohn C. ab August 2018 für die 

Dauer des Getrenntlebens einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren 

Barunterhaltsbeitrag von CHF 600.00 zu bezahlen, wobei bereits bezahlte 

Unterhaltsbeiträge anzurechnen sind.  

 

3. 

Eventualiter seien Dispositiv-Ziff. 4.1 und 5 des Entscheids des Bezirksgerichts 

Rheinfelden vom 25. Juni 2020 aufzuheben und die Angelegenheit sei zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

4. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Ehefrau." 

 

 

 

 

 - 7 - 

 

 

3.2. 

In der Berufungsantwort vom 5. November 2021 beantragte die Beklagte 

die kostenfällige Abweisung der Berufung. 

 

3.3. 

Es folgten weitere Eingaben der Parteien vom 19. November 2021 (Kläger), 

vom 10. Dezember 2021 (Beklagte) und vom 23. Dezember 2021 (Kläger). 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 11. Februar 2022 beantragte der Kläger, es sei das 

Verfahren bis zum Widerruf durch eine Partei zu sistieren. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Gegen den angefochtenen Entscheid ist als Rechtsmittel die Berufung ge-

geben (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit Berufung können beim Obergericht 

als Rechtsmittelinstanz (§ 10 lit. c EG ZPO) die unrichtige Rechtsanwen-

dung und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht 

werden (Art. 310 ZPO). In der Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) 

hat sich der Berufungskläger mit der Begründung im erstinstanzlichen Ent-

scheid im Einzelnen und sachbezogen auseinander zu setzen 

(REETZ/THEILER, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 

[ZPO-Komm.], 3. Aufl., Zürich 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO). Mit blossen 

Wiederholungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser 

bereits abgehandelt wurden, wird dem Begründungserfordernis nicht Ge-

nüge getan (HUNGERBÜHLER/BUCHER, in: DIKE-Kommentar ZPO, 2. Aufl., 

Zürich/St. Gallen 2016, N. 27 ff. zu Art. 311 ZPO). Der Berufungsbeklagte 

kann in der Berufungsantwort zur Berufung Stellung nehmen (Art. 312 Abs. 

1 ZPO). Ihm ist zudem, auch wenn keine Anschlussberufung erhoben wird, 

erlaubt, Kritik an den Erwägungen der Vorinstanz zu üben. Entsprechend 

kann der vor der ersten Instanz obsiegende Berufungsbeklagte sämtliche 

Berufungsgründe tatsächlicher und rechtlicher Natur in der Berufungsant-

wort geltend machen, um allfällige Fehler des erstinstanzlichen Entscheids 

zu rügen, welche ihm im Falle einer abweichenden Beurteilung der Sache 

durch die Berufungsinstanz nachteilig sein könnten (REETZ/THEILER, 

a.a.O., N. 12 zu Art. 312 ZPO). Die Beanstandungen am angefochtenen 

Entscheid haben die Parteien innert der Berufungs- bzw. 

Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen; ein allfälliger zweiter 

Schriftenwechsel oder die Ausübung des Replikrechts dienen nicht dazu, 

die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar neue vorzutragen. Die 

Rechtsmittelinstanz ist sodann nicht gehalten, von sich aus alle sich 

stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die 

Parteien diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Das Obergericht 

 - 8 - 

 

 

beschränkt sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich 

auf die Beurteilung der in der Berufung und der Antwort auf diese gegen 

das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen (BGE 142 III 413 

Erw. 2.2.4). Tatsachen sind dabei in der Rechtsschrift selber darzulegen; 

eine blosse Verweisung auf die Beilagen reicht in aller Regel nicht (BGE 

4A_281/2017 Erw. 5).  

 

1.2. 

Streitgegenstand des Berufungsverfahrens sind die Höhe der 

Kinderunterhaltsbeiträge sowie der Betreuungsanteil betreffend das Kind 

C.. Die Einschränkung, dass im Berufungsverfahren das Vorbringen neuer 

Tatsachen und Beweismittel nur im Rahmen von Art. 317 Abs. 1 ZPO mög-

lich ist (BGE 138 III 625 Erw. 2.2), gilt bei Kinderbelangen nicht (BGE 144 

III 349 Erw. 4.2.1). Im Bereich der Kinderbelange gilt die 

Erforschungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und der Richter ist nicht an die 

Parteianträge gebunden (Offizialmaxime, Art. 296 Abs. 3 ZPO). Die 

Untersuchungs- resp. Erforschungsmaxime befreien die Parteien sodann 

weder von ihrer Behauptungs- und Substantiierungslast noch von ihrer Mit-

wirkungspflicht, d.h. es liegt auch in diesem Fall an ihnen, die erforderlichen 

tatsächlichen Grundlagen für die geltend gemachten Ansprüche darzutun 

und die Beweise für die vorgebrachten Tatsachen vorzulegen resp. zu be-

antragen (BGE 140 III 485 Erw. 3.3; BGE 5A_855/2017 Erw. 4.3.2, 

5A_485/2012 Erw. 5). Verweigert eine Partei die Mitwirkung, kann sich dies 

zu ihrem Nachteil auswirken. Bleiben prozessrelevante Tatsachen 

beweislos, unterliegt diejenige Partei welche die Beweislast trägt 

(vgl. GEHRI, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, Basler Kommentar 

[BSK-ZPO], 3. Aufl., Basel 2017, N. 17 zu Art. 55 ZPO). Der Sachverhalt 

ist glaubhaft zu machen (BGE 5A_239/2017 Erw. 2.3), was mehr als Be-

haupten bedeutet (BGE 120 II 398). 

 

1.3. 

Sobald die Klage eines Ehegatten auf Scheidung beim zuständigen Gericht 

rechtshängig gemacht worden ist, können Eheschutzmassnahmen für die 

Zeit nach Eintritt der Rechtshängigkeit nicht mehr getroffen, sondern nur 

noch vorsorgliche Massnahmen während des Scheidungsverfahrens 

gemäss Art. 276 ZPO angeordnet werden. Für die Abgrenzung der 

Zuständigkeiten ist somit der Eintritt der Rechtshängigkeit des Schei-

dungsverfahrens massgebend: Für die Zeit davor trifft das Eheschutzge-

richt sämtliche Massnahmen zur Regelung des Getrenntlebens, für die Zeit 

danach ist hierfür das Scheidungsgericht zuständig (BGE 129 III 

61 f. Erw. 2 und 3 mit Hinw.). Im Kanton Aargau entscheidet der 

Gerichtspräsident des örtlich zuständigen Bezirksgerichts im 

summarischen Verfahren sowohl über Massnahmen zum Schutz der 

ehelichen Gemeinschaft gemäss Art. 172 bis 179 ZGB als auch über 

Begehren auf Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des 

Ehescheidungs- oder Ehetrennungsprozesses gemäss Art. 276 ZPO (§ 6 

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Ziff. 1 lit. b EG ZPO), wobei er als Präliminarrichter die Bestimmungen über 

die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft sinngemäss 

anwendet (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 172 ff. ZGB). Seit dem 25. 

September 2020 ist zwischen den Parteien ein Scheidungsverfahren 

hängig (Berufung S. 14 unten). Seither haben die im Entscheid des 

Gerichtspräsidiums Rheinfelden am 25. Juni 2020 angeordneten 

Eheschutzmassnahmen (SF.2019.21) daher die Wirkung von 

vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren (Art. 276 Abs. 2 

ZPO). 

 

1.4. 

Das vorliegende Verfahren ist entscheidungsreif. Eine Sistierung gemäss 

Antrag des Klägers erscheint demnach nicht angezeigt. Ein Entscheid im 

Berufungsverfahren hindert die Parteien nicht an der Führung vom 

Einigungsverhandlungen.  

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

2.1.1.1. 

Die Vorinstanz stellte das Kind C. unter die Obhut der Beklagten und sprach 

dem Kläger einen Betreuungsanteil jeden Freitag von 12 Uhr bis 18 Uhr, 

jede zweite Woche von Freitag 12 Uhr bis Sonntag 18 Uhr und jedes Jahr 

vier Wochen Ferien zu. Sie erwog (Erw. 5.1. und 5.2. des angefochtenen 

Entscheids), seit der Trennung der Ehegatten habe C. bei seiner Mutter 

gelebt, sei aber in einem Umfang von seinem Vater betreut worden, der 

über den Minimalstandard des persönlichen Verkehrs hinausgehe. 

Ausserdem sei der bereits vor der Trennung gepflegte Kontakt mit der 

Grossmutter montags sowie die Fremdbetreuung dienstags und 

donnerstags weitergeführt worden. Das über Jahre gelebte 

Betreuungsmodell habe gezeigt, dass beide Elternteile notwendige 

Betreuungs- und Erziehungsfähigkeiten aufwiesen, es jedoch in der 

Trennungssituation immer wieder zu Spannungen und Diskussionen 

komme, die auch für C. schwierig seien. C. habe anlässlich der 

Kinderanhörung insbesondere seine Schwierigkeiten mit Streitsituationen 

im Rahmen der Übergaben und die fehlende Akzeptanz geäussert, dass er 

auch jeweils zum andern Elternteil gehen möchte. Im Allgemeinen sei 

jedoch davon auszugehen, dass das gelebte Betreuungsmodell für C. 

stimmig sei. Bei der Mutter sei alles gut, er fühle sich wohl in R., habe in 

seinem Kindergarten Freundschaften geknüpft und freue sich auf die 

Schulzeit. Er gehe gerne zum Vater und freue sich auch auf die Ferien mit 

ihm. Ein klar geäusserter Wunsch im Hinblick auf die Obhut könne 

hingegen von C. nicht verlangt werden. Mit 6 Jahren sei C. zwar fähig, 

seinen Willen verbal zu äussern, an seine Willensbildung seien in seinem 

Alter aber nicht zu hohe Erwartungen zu stellen. Im Hinblick auf die vorher 

genannten Faktoren und zur Beruhigung der Lebenssituation sei das 

 - 10 - 

 

 

Betreuungsmodell mit Obhut bei der Mutter, so wie C. es kenne, 

weiterzuleben. Die von Kindern vor allem in jungem Alter benötigten 

Strukturen und Stabilität seien mit der jahrelang gelebten Aufteilung der 

Betreuung zwischen Mutter, Vater, Grossmutter und Fremdbetreuung 

gegeben. C. sei in der Obhut der Mutter zu belassen und dem Vater seien 

die bisherigen Betreuungsanteile im Rahmen des persönlichen Verkehrs, 

die über das gerichtsübliche Minimum hinausgingen, weiterhin 

zuzusprechen. Um das Diskussionspotential zu minimieren und Klarheit für 

alle Beteiligten zu schaffen, seien beim persönlichen Verkehr ausserdem 

Übergabeort und -zeit festzuhalten. 

 

2.1.1.2. 

2.1.1.2.1. 

Der Kläger macht geltend (Berufung S. 19 ff.), dem schriftlichen Vorschlag 

des Gerichtspräsidenten vom 10. September 2019 an die Parteien sei zu 

entnehmen, dass die Vorinstanz eine Erweiterung des Betreuungsanteils 

des Ehemannes um eine Übernachtung pro Woche als angemessen 

erachtet habe. Gemäss diesem Vorschlag hätte C. am Vaterwochenende 

auch am Sonntagabend beim Vater übernachten sollen und wäre von 

diesem am Montagmorgen direkt in den Kindergarten bzw. in die Schule 

gebracht worden. In der Woche des Mutterwochenendes hätte C. bereits 

am Donnerstagabend zu seinem Vater gehen und bei ihm übernachten 

sollen und wäre am Freitagmorgen in den Kindergarten bzw. in die Schule 

gebracht und wie bisher am Mittag wieder abgeholt worden. Der 

gerichtliche Vorschlag sei angemessen und ermögliche es dem Vater und 

Sohn, sich wieder etwas mehr sehen zu können. Es sei auch der Wunsch 

von C. gewesen, am Sonntagabend länger beim Vater bleiben zu können, 

was er eine gewisse Zeit auch gedurft habe und was auch gut funktioniert 

habe. Die Begründung der Vorinstanz, weshalb sie vom eigenen Vorschlag 

abgewichen sei, sei nicht nachvollziehbar. Die Übernachtungen gemäss 

gerichtlichen Vorschlag seien angemessen und entsprächen dem 

Kindeswohl.  

 

2.1.1.2.2. 

Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 14 ff.), der Kläger 

habe sich seit dem zweiten Lebensjahr von C. aufgrund seiner körperlichen 

und psychischen Beschwerden nicht wesentlich an der Betreuung und 

Pflege von C. beteiligen können. Der Kläger leide an einer narzisstischen 

Persönlichkeitsstörung, an Depressionen, Migräneanfällen und an einem 

Tinnitus. Im Jahr 2017 sei der Kläger für 10 Wochen in den Klinik H. 

gewesen. Die Vorinstanz habe keine medizinischen Auskünfte eingeholt. 

Sie sei zum Schluss gekommen, dass die Obhut bei der Mutter 

angemessen sei und dem Vater ein leicht ausgedehntes Kontaktrecht 

(Freitagnachmittag) zugewiesen werden könne. Die Beklagte sei zu Beginn 

gegen den Freitagnachmittag gewesen, da die Übergaben C. erheblich 

belasteten. Sie habe jedoch zugestimmt in der Hoffnung, dass sich die 

 - 11 - 

 

 

Lebenssituation beruhigen würde. Leider sei das Gegenteil eingetreten. 

Die Übergaben seien weiterhin von Streit zwischen den Eltern geprägt, der 

Kläger habe die Beklagte in einem Strafverfahren angezeigt. Der Kläger 

habe die Lebenspartnerin und deren Kinder in die Übergaben einbezogen. 

Zu einer Beruhigung sei es nach der Anhörung im Scheidungsverfahren 

gekommen, als der Kläger zugestimmt habe, dass die Übergaben allein 

zwischen den Eltern und C. in U. stattfänden. Auch habe der Kläger seine 

völlig haltlose Anzeige zurückgezogen. Leider sei auch diese Beruhigung 

bereits wieder gefährdet, der Kläger nehme erneut die Kinder der 

Lebenspartnerin mit. C. freue sich über den wöchentlichen Kontakt mit dem 

Kläger. Die Beklagte habe in den letzten Wochen festgestellt, dass es vor 

allem die Freitagnachmittage seien, welche für C. freudvoll ausfielen, da er 

an diesen Nachmittagen den Vater nicht mit den Kindern der 

Lebenspartnerin teilen müsse, sondern mit ihm spielen könne. C. benötige 

Zeit mit dem Vater allein, nicht den Alltag in der neuen Familie des Vaters. 

C. gehe zu Fuss in die Schule, das sei Teil seines Alltags. Eine 

Ausdehnung der klaren und strukturierten Regelung bedeute für C. mehr 

Unruhe und mehr potentieller Streit zwischen den Eltern, was seiner 

Entwicklung schade. Die Beklagte anerkenne, dass die 

Nichtkommunikation zwischen den Eltern den Sohn belaste. C. öffne sich 

bei der Beklagten, ohne ihre Meinung übernehmen zu müssen. Beim 

Kläger stehe C. unter grossem Druck. Er werde in alle Themen einbezogen 

und habe keine Möglichkeit, seine Meinung offen zu sagen. C. lebe die 

aktuell geltende Kontaktregelung seit Jahren. C. beginne sich von beiden 

Elternteilen langsam zu lösen, er habe eigene Aktivitäten und eigene 

Freunde. C. benötige Freiräume, um sich losgelöst von den Eltern 

entwickeln zu können, dies könne er an seinem Lebensmittelpunkt in R.. 

Der Kläger wolle nicht anerkennen, dass C. den Mittwoch und Donnerstag 

für Sozialkontakte nutze, auch die Schulwege. Bereits nach der Geburt von 

C. sei es zu einer psychischen Ausnahmesituation gekommen, der Kläger 

habe sich nicht um C. kümmern können. Die Beklagte gehe beim Kläger 

aufgrund seiner Erkrankung und der Verhaltensweise entgegen der 

Vorinstanz von einer eingeschränkten Erziehungsfähigkeit aus. 

 

2.1.1.3. 

Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder 

Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf 

angemessenen persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein 

gegenseitiges Pflichtrecht, das in erster Linie dem Interesse des Kindes 

dient (BGE 122 III 404 Erw. 3a). Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung 

des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl, das anhand der Umstände 

des konkreten Einzelfalles zu beurteilen ist. In diesem Sinn hat der 

persönliche Verkehr den Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu 

gewährleisten und zu fördern. Hierbei sind die Beziehungen zu beiden 

Elternteilen wichtig, da sie bei der Identitätsfindung des Kindes eine 

entscheidende Rolle spielen können (BGE 131 III 209 Erw. 5; BGE 123 III 

 - 12 - 

 

 

445 Erw. 3b). Die Gerichte gehen im allgemeinen in ihrer am Kindeswohl 

ausgerichteten Praxis davon aus, ein Besuchsrecht an jedem zweiten 

Wochenende und ein Ferienrecht von zwei bis drei Wochen pro Jahr sei 

bei Kindern nach dem Kleinkindalter im Lichte des Kindeswohls ange-

messen und bilde im Hinblick auf spezielle Fälle (z.B. Alter des Kindes, 

Wohnsituation und Arbeitszeiten des nicht obhutsberechtigten Ehegatten, 

Gesundheitszustand des Kindes etc.) den Ausgangspunkt (vgl. 

SCHWENZER/COTTIER, Basler Kommentar zum Schweizerischen Zivil-

gesetzbuch, 6. Auflage, 2018 [BSK ZGB], N. 15 zu Art. 273 ZGB mit 

Hinweisen auf die Praxis; AGVE 2013 Nr. 67). Das Gericht hat sich in erster 

Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren; die Interessen der 

Eltern haben hinter dem vorrangig massgebenden Kindeswohl 

zurückzutreten (BGE 130 III 585 Erw. 2.1). Entsprechend setzt sich das 

Gericht dem Vorwurf der Willkür aus, wenn es einfach auf das 

"Gerichtsübliche" oder auf eine Praxis verweist, obwohl die Besonderheiten 

des Einzelfalles ins Auge springen (BGE 144 III 10 Erw. 7.2). Schliesslich 

kann in einem Streit, der sich begrifflich um den persönlichen Verkehr 

zwischen einem getrennt lebenden Elternteil und seinem Kind dreht, auch 

Art. 298 Abs. 2ter ZGB ins Spiel kommen. Dieser Vorschrift zufolge prüft das 

Gericht bei gemeinsamer elterlicher Sorge im Sinne des Kindeswohls die 

Möglichkeit einer alternierenden Obhut, wenn ein Elternteil oder das Kind 

dies verlangt. Die zitierte Bestimmung gelangt nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nicht nur dann zur Anwendung, wenn ein Elternteil gegen 

den Willen des anderen vor Gericht eine (ungefähr) hälftige Betreuung 

erreichen will. Vielmehr gilt sie allgemein, insbesondere auch dann, wenn 

ein Elternteil sein Kind auch unter der Woche betreuen möchte, anstatt es 

nur übers Wochenende zu sich auf Besuch zu nehmen. Denn in diesem 

Fall dreht sich der Streit nicht mehr nur um den persönlichen Verkehr des 

nicht obhutsberechtigten Elternteils mit dem Kind (Art. 273 Abs. 1 ZGB), 

sondern um Betreuungsanteile. Entsprechend verträgt es sich nicht mit 

dieser gesetzlichen Ordnung, einem Elternteil unter Hinweis darauf, dass 

das Kind unter der Obhut des andern Elternteils stehe, lediglich einen 

Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr zuzugestehen. Wie die 

Obhut im konkreten Fall zu regeln ist, hat das Gericht unabhängig von den 

Wünschen der Eltern und losgelöst von einer diesbezüglichen Übereinkunft 

nach Massgabe des Kindeswohls zu beurteilen (BGE 5A_373/2018 

Erw. 3.1). 

 

2.1.1.4. 

Der Kläger beantragt zusätzliche Betreuungszeiten jeden Donnerstag ab 

16 Uhr (wöchentlich alternierend bis Freitag um 18 Uhr bzw. 

Montagmorgen bis 8 Uhr). Am Donnerstagnachmittag hält sich C. in der 

Tagesstruktur auf (vgl. z.B. act. 93, 130). Würde er, wie vom Kläger 

beantragt, jeweils um 16 Uhr von ihm abgeholt und am Freitagmorgen 

wieder in die Schule gefahren, müsste C. bereits am Donnerstag Kleider 

und die Schulsachen für den nächsten Tag - bzw. in den Wochen mit einem 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_373%2F2018+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-10%3Ade&number_of_ranks=0#page10

 - 13 - 

 

 

Besuchswochenende zusätzlich für das Wochenende und den Montag - 

mitnehmen. Die Parteien müssten sich zudem angesichts des Alters von 

C. auch detailliert über schulische Belange absprechen (Hausaufgaben, 

Wochenplan, Prüfungen etc.). Eine weitere Ausdehnung der 

Betreuungszeiten des Klägers hätte somit auch einen erhöhten Kom-

munikationsbedarf zwischen den Parteien zur Folge. Die Kooperations-

fähigkeit der Eltern verdient denn auch besondere Beachtung, wenn das 

Kind schulpflichtig ist oder die Entfernung zwischen den Wohnorten der 

Eltern ein Mehr an Organisation erfordert (BGE 5A_312/2019 Erw. 2.1.2). 

Die bisherigen Erfahrungen und das Verhalten der Parteien sowie ihre 

gegenseitigen herabsetzenden Ausführungen im Verfahren zeigen aber, 

dass die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Parteien im 

heutigen Zeitpunkt erheblich beeinträchtigt ist. Auch die Parteien haben vor 

Vorinstanz offenbar unabhängig voneinander die Anordnung von 

Kindesschutzmassnahmen in Form der Errichtung einer Beistandschaft zur 

Überwachung der Ausübung des Ferienrechts (Eingabe des Klägers vom 

19. November 2021, S. 21) bzw. zur Unterstützung in der Kontakt- und 

Ferienregelung (Eingabe der Beklagten vom 10. Dezember 2021, S. 4 f.) 

beantragt. Weiter wäre auch zu befürchten, dass sich bei einer 

Ausdehnung des Kontaktrechts zwischen dem Kläger und C. auch wieder 

neue Konfliktfelder für die Parteien eröffnen, was dem Kindeswohl von C. 

nicht zuträglich ist. Zu berücksichtigen ist sodann auch, dass der Kläger 

seit ein paar Monaten zusammen mit seiner Lebenspartnerin und deren 

zwei Kindern in der ehelichen Liegenschaft in Q. lebt. Die Beklagte führte 

aus, was insoweit unbestritten geblieben ist, dass C. insbesondere die 

Freitagnachmittage, die er allein mit dem Kläger verbringen kann, geniesst. 

Es ist daher fraglich, inwieweit zusätzliche Übernachtungen für C. im 

Verbund mit der neuen Patch-Work-Familie tatsächlich ein Mehrwert sind. 

Schliesslich ist allgemein bekannt, dass der Schulweg für ein Kind im 

Primarschulalter für seine soziale Entwicklung von Bedeutung ist (vgl. z.B. 

Der Schulweg – ein wichtiges Lernfeld [projuventute.ch]). Beim vom Kläger 

beantragten Betreuungsmodell würden zusätzlich (zur aktuellen 

Betreuungsregelung, wonach C. jeden Freitagmittag vom Kläger direkt von 

der Schule abgeholt wird) jeder Freitagmorgen sowie jede zweite Woche 

der Montagmorgen mit eigenständig zurückgelegten Schulwegen entfallen, 

was ebenfalls zu berücksichtigen ist. Soweit der Kläger geltend macht, eine 

weitergehende Betreuung entspreche auch dem Wunsch von C., so ist 

darauf hinzuweisen, dass bei einem Kind erst ab ungefähr dem 12. 

Altersjahr von der Fähigkeit zur autonomen Willensbildung ausgegangen 

wird (BGE 5A_875/2017 Erw. 3.3, in: FamPra.ch 2019 S. 243). Beim erst 

8-jährigen C. ist daher davon auszugehen, was auch die Vorinstanz 

festgestellt hat, dass seine Fähigkeit zur Willensbildung noch nicht 

genügend ausgeprägt ist, um allfällige Wünsche von ihm in die Festlegung 

des persönlichen Verkehrs bzw. der Betreuungsanteile des Klägers mit 

entscheidendem Gewicht miteinzubeziehen. In Würdigung all dieser 

https://www.projuventute.ch/de/eltern/schule-ausbildung/schulweg

 - 14 - 

 

 

Gesichtspunkte (ungenügende Kooperations- und Kommunikations-

fähigkeiten der Parteien, familiäre Situation des Klägers und Beschneidung 

der Schulwege von C.) erscheint eine weitere Ausdehnung der 

Betreuungszeiten des Klägers im aktuellen Zeitpunkt als nicht im 

Kindeswohl von C. liegend. Entsprechend erweist sich die Berufung des 

Klägers in diesem Punkt als unbegründet. Darauf hinzuweisen ist aber, wie 

es auch schon die Vorinstanz getan hat, dass im vorliegenden Verfahren 

nur eine vorübergehende Anordnung getroffen wird. Sollte sich in der 

Zukunft zeigen, dass die von den Parteien beantragte Beistandschaft eine 

Entschärfung des Konflikts bewirkt bzw. sich die Kommunikations- und 

Kooperationsfähigkeit der Parteien verbessern wird, können weiter-

gehende Betreuungsanteile des Klägers allenfalls im Scheidungsurteil 

angeordnet werden. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Vorinstanz berechtigte den Kläger im angefochtenen Entscheid, mit C. 

jedes Jahr vier Wochen Ferien zu verbringen, verbunden mit der Auflage, 

dass die Ferienzeiten mindestens sechs Monate im Voraus zwischen den 

Eltern zu fixieren seien.  

 

2.2.2. 

2.2.2.1. 

Der Kläger beantragt ein Ferienrecht von sechs Wochen pro Jahr. Er führt 

aus (Berufung S. 20 f.), er mache der Beklagten hinsichtlich der 

Ferienplanung jeweils rechtzeitig einen Vorschlag, höre dann aber nichts 

mehr von der Beklagten und diese kommuniziere ihre eigene 

Ferienplanung nicht. Die Klausel der Vorinstanz, dass die Ferienzeiten 

mindestens sechs Monate im Voraus zwischen den Eltern zu fixieren seien, 

sei nicht ausreichend und die Beklagte stelle sich auf den Standpunkt, dass 

dies für sie nicht gelte. Es müsse zusätzlich festgehalten werden, dass die 

Ferienplanung des Ehemannes für die Ehefrau verbindlich sei, wenn der 

Ehemann ihr diese rechtzeitig unterbreite und sie unwidersprochen bleibe 

oder die Ehefrau ihre eigene Ferienplanung dem Ehemann nicht rechtzeitig 

unterbreite. 

 

2.2.2.2. 

Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 17 ff.), es gebe 

praktisch vor allen Ferien Schwierigkeiten. Die Ferienwochen, welche der 

Kläger nicht mit C. verbringe, verplane die Mutter, entweder mit eigenen 

Ferien oder sie suche nach geeigneten Ferienaktivitäten. C. sei unter ihrer 

Obhut und sie gestalte den Alltag, auch den Ferienalltag. Der Kläger gehe 

aber davon aus, dass die Beklagte ihm die Planung bereits Monate vorher 

bekanntgeben müsse, bei einem Schulkind seien aber nicht alle Aktivitäten 

bereits so früh bekannt. C. wolle nach einer Woche Ferien mit dem Kläger 

wieder zur Beklagten zurück. Die Beklagte deute dies so, dass C. nach der 

 - 15 - 

 

 

Trennung von der Mutter wieder Sicherheit benötige, dass sein Alltag noch 

vorhanden sei. Der Kläger habe darin eine Verletzung seiner Rechte 

gesehen und habe Druck gemacht. C. hätte im Sommer 2020 mit dem 

Kläger und der neuen Familie wegfahren sollen. C. sei in seelische Nöte 

geraten, bis er kurz vor Beginn der Sommerferien mit somatischen 

Beschwerden ins Spital habe eingeliefert werden müssen. Bereits im 

Herbst 2020 habe sich der Druck wiederholt, der Kläger habe gedroht, C. 

nicht zurückzubringen, worauf die Vorinstanz die Übergabe von C. 

superprovisorisch habe regeln müssen. Auch in den Sommerferien 2021 

und Herbstferien 2021 sei es zu Auseinandersetzungen zwischen den 

Eltern gekommen. Am sämtlichen Feiertagen komme es zu Diskussionen 

von Seiten des Klägers. Den Eltern gelinge es kaum, vier Wochen zu 

planen. Eine Ausdehnung der Ferien führe zu einer Ausdehnung des 

Konflikts. Vier Wochen Ferien mit dem Vater seien angemessen.  

 

2.2.3. 

Bei der Frage, ob das Ferienrecht des Klägers ausgedehnt werden kann, 

ist angesichts des Alters von C. davon auszugehen, dass dieser in der 

Zwischenzeit zwei Wochen Ferien am Stück mit dem Kläger verbringen 

kann. Mit Blick auf eine grundsätzlich gleichwertige Stellung beider 

Elternteile hinsichtlich elterlicher Sorge und Betreuung (vgl. Art. 296 Abs. 2 

und Art. 298 Abs. 2ter ZGB) ist von einer hälftigen Teilung der Ferienwochen 

auszugehen. Besondere Gründe, aufgrund welcher eine Ausweitung des 

Ferienrechts von vier auf sechs Wochen pro Jahr dem Kindeswohl von C. 

abträglich sein könnten, sind nicht ersichtlich und es ist dem Kläger daher 

ein Ferienrecht von sechs Wochen im Jahr einzuräumen. Im Hinblick auf 

die gestörte Kommunikation der Parteien muss jedoch sichergestellt sein, 

dass das Ferienrecht möglichst klar geregelt ist, so dass erneute Konflikte 

zwischen den Parteien zum Vornherein vermieden werden können. 

Sinnvoll erscheint folgende Regelung: Beide Parteien haben ihre Ferien 

mindestens sechs Monate im Voraus anzukündigen und miteinander 

abzusprechen. Der Kläger entscheidet in den geraden Jahren, wann er 

seine Ferien mit C. verbringt und die Beklagte muss ihre Ferien in den 

verbleibenden (Schul-)ferien beziehen. Umgekehrt entscheidet die 

Beklagte in den ungeraden Jahren, wann sie ihre Ferien mit C. verbringt 

und der Kläger muss seine Ferien in den verbleibenden (Schul-)ferien 

beziehen.  

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz berechnete den Unterhaltsanspruch von C. nach der 

(zweistufigen) Methode der Existenzminima mit Überschussverteilung, 

welche das Bundesgericht in seiner jüngsten Rechtsprechung als 

grundsätzlich verbindlich erklärt hat (BGE 147 III 293 Erw. 4.5). Dabei 

werden die vorhandenen Ressourcen (effektive oder hypothetische 

Einkommen) auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, 

 - 16 - 

 

 

dass in einer bestimmten Reihenfolge (Barunterhalt, Betreuungsunterhalt 

der Kinder, ehelicher und nachehelicher Unterhalt, Volljährigenunterhalt) 

das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden Mitteln das sog. 

familienrechtliche Existenzminimum (zu welchem typischerweise die 

Steuern, eine Kommunikations- und Versicherungspauschale,  den 

finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungsrechtlichen 

Existenzminimum orientierte Wohnkosten, über die obligatorische 

Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprämien oder private 

Vorsorgeaufwendungen von Selbständigen gehören) der Beteiligten 

gedeckt und alsdann ein verbleibender Überschuss nach der konkreten 

Situation ermessensweise verteilt wird. Der Überschuss wird grundsätzlich 

zwischen den Eltern und den minderjährigen Kindern nach "grossen und 

kleinen Köpfen" verteilt, wobei von dieser Regel abgewichen werden kann, 

insbesondere sind "überobligatorische Arbeitsanstrengungen" zu 

berücksichtigen (vgl. zum Ganzen BGE 147 III 265 Erw. 7.1-7.3). 

 

Das monatliche Nettoeinkommen der Beklagten bestimmte die Vorinstanz 

mit Fr. 7'840.00, dasjenige des Klägers mit Fr. 7'800.00. C. rechnete die 

Vorinstanz Kinder- und Familienzulagen von monatlich insgesamt 

Fr. 350.00 als Einkommen an.  

 

Die Existenzminima bestimmte die Vorinstanz für die Beklagte von Juni 

2018 bis Juli 2019 mit Fr. 3'795.00 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00; 

Wohnkosten: Fr. 1'800.00; abzüglich Wohnkostenanteil C.: Fr. 250.00; 

Krankenkasse KVG: Fr. 435.00; Arbeitsweg: Fr. 450.00; auswärtige 

Verpflegung: Fr. 160.00) und ab August 2019 mit Fr. 3'113.00 (neu: 

Wohnkosten: Fr. 1'000.00; Krankenkasse KVG: Fr. 553.00), für den Kläger 

von Juni 2018 bis Juli 2019 mit Fr. 3'285.00 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00; 

Wohnkosten: Fr. 1'000.00; Krankenkasse KVG: Fr. 375.00; Gesundheits-

kosten: Fr. 100.00; Arbeitsweg: Fr. 450.00; auswärtige Verpflegung: 

Fr. 160.00) und ab August 2019 mit Fr. 3'235.00 (neu: Gesundheitskosten: 

Fr. 50.00) sowie für C. von Juni 2018 bis Juli 2019 mit Fr. 1'595.00 

(Grundbetrag: Fr. 400.00; Wohnkosten: Fr. 250.00; Krankenkasse KVG: 

Fr. 130.00; Fremdbetreuungskosten: Fr. 815.00), von August 2019 bis 

Dezember 2023 mit Fr. 1'450.00 (neu: Krankenkasse KVG: Fr. 150.00; 

Fremdbetreuungskosten: Fr. 650.00) und ab Januar 2024 mit Fr. 1'650.00 

(neu: Grundbetrag: Fr. 600.00). 

 

Den nach Abzug des um Steuern von Fr. 950.00 erweiterten Existenz-

minimums des Beklagten von seinem Einkommen verbleibenden 

Überschuss (Fr. 3'565.00 von Juli 2018 bis Juli 2019 bzw. Fr. 3'615.00 ab 

August 2019) wies die Vorinstanz zu 25% bzw. plafoniert auf die Hälfte des 

Grundbedarfs (ohne Fremdbetreuungskosten) (Fr. 390.00 in der ersten, 

Fr. 400.00 in der zweiten und Fr. 500.00 in der dritten Phase) C. zu, woraus 

vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'635 in der ersten 

Phase (Juni 2018 bis Juli 2019), von Fr. 1'500.00 in der zweiten Phase 

 - 17 - 

 

 

(August 2019 bis Dezember 2023) und von Fr. 1'800.00 in der dritten Phase 

(ab Januar 2024) resultierten. 

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Vorinstanz stellte bei der Ermittlung des Einkommens der Beklagten 

lediglich auf die Lohnabrechnung vom März 2019 ab (unnummerierte 

Duplikbeilage), gemäss welcher die Beklagte einen 12-mal ausbezahlten 

Nettomonatslohn von Fr. 8'190.00 inklusive Zulagen für C. in Höhe von 

Fr. 350.00 (Fr. 220.00 Kinderzulage; Fr. 130.00 I.-Familienzulage) bzw. 

abzüglich dieser Zulagen von Fr. 7'840.00 erzielte.  

 

3.2.2. 

3.2.2.1. 

Der Kläger macht geltend (Berufung S. 4 f.), er habe im Eheschutzgesuch 

und in der Replik die Einkommensdokumentation durch die Beklagte 

verlangt. Diese habe aber lediglich die Lohnabrechnung vom März 2019 

eingereicht. Die Vorinstanz sei zu Unrecht von einem Nettoeinkommen von 

Fr. 7'840.00 pro Monat ausgegangen. Die Beklagte übe bei der I. eine 

höhere Funktion aus und erhalte regelmässig Bonuszahlungen in 

fünfstelliger Höhe. Gemäss Lohnausweis 2017 habe die Beklagte bei der I. 

exklusive Kinder- und I.-Familienzulage inklusive Bonuszahlung von 

Fr. 15'000.00 ein jährliches Nettoeinkommen von Fr. 107'329.00, somit 

Fr. 8'944.10 pro Monat, erzielt. Die Beklagte sei zu verpflichten, die 

Lohnausweise der Jahre 2018-2020 und die Lohnabrechnungen für das 

Jahr 2021 zu edieren. Derweil sei von einem Mindestnettoeinkommen von 

Fr. 8'944.00 auszugehen.  

 

3.2.2.2. 

Die Beklagte führt dazu aus (Berufungsantwort S. 3), die Ausführungen des 

Klägers seien irrelevant, falsch und seien bestritten. Zur Berechnung des 

Unterhaltsbeitrags sei primär der Lohn des nicht betreuenden Elternteils 

massgebend.  

 

3.2.3. 

Entgegen der Auffassung der Beklagten ist bei der Bemessung der 

Unterhaltsbeiträge nicht nur die Leistungsfähigkeit des Klägers, sondern 

auch ihre eigene Leistungsfähigkeit von Belang (vgl. hinten Erw. 3.7.1.). 

Die Unterhaltsverpflichtung des Klägers beginnt rückwirkend ab Juni 2018 

(vgl. dazu hinten Erw. 3.7.2.1.). Massgebend sind grundsätzlich somit die 

Einkommen beider Parteien ab dem Jahr 2018. Gemäss Lohnausweis 

2017 (Berufungsbeilage 4) erzielte die Beklagte im Jahr 2017 einen 

Nettolohn von Fr. 111'529.00. Darin enthalten sind unregelmässige 

Leistungen (Bonus) in der Höhe von (brutto) Fr. 16'360.00 sowie 

Kinderzulagen von Fr. 2'640.00 und die I.-Familienzulagen von 

Fr. 1'560.00. Bonuszahlungen gehören zum Einkommen 

 - 18 - 

 

 

(BGE 5A_454/2010 Erw. 3.2.), wobei deren Abhängigkeit von der 

persönlichen Zielerreichung sowie vom Geschäftsergebnis der Qualifika-

tion als Lohnbestandteil nicht entgegensteht (BGE 5A_686/2010 Erw. 2.4.). 

Der Kläger hat vor Vorinstanz in Kenntnis des Lohnausweises 2017 

(act. 62) – und damit auch der Bonuszahlungen – lediglich in allgemeiner 

Weise die Dokumentation "der finanziellen Verhältnisse" (act. 16) bzw. "die 

für den Kinderunterhalt relevanten aktuellen Belege" (vgl. 62) der Klägerin 

beantragt, nicht jedoch - wie nunmehr im Berufungsverfahren - explizit die 

Lohnausweise der Jahre 2018 bis 2020. Nachdem die Beklagte in der 

Folge in der Duplik einzig die Lohnabrechnung vom März 2019 verurkundet 

hatte, äusserte sich der Kläger nicht mehr zum Einkommen der Beklagten 

und machte insbesondere nicht geltend, die Beklagte habe ihre 

Einkommensverhältnisse ungenügend dokumentiert. Die Beklagte hatte 

somit keine Veranlassung, weitere Belege zu ihrem Einkommen und 

insbesondere zu allfällig erhaltenen Boni einzureichen. Dass die Vorinstanz 

bei dieser Ausgangslage bei der Ermittlung des Einkommens der Beklagten 

auf die Lohnabrechnung vom März 2019 (unnummerierte Duplikbeilage) 

abgestellt und die mit keinem Wort thematisierten Bonuszahlungen 

unberücksichtigt gelassen hat, ist daher an sich nicht zu beanstanden. Was 

die im Berufungsverfahren vom Kläger wieder aufgeworfene Frage des 

Einkommens der Beklagten (inkl. Bonuszahlungen) anbelangt, so geht 

diese selbst in der der Steuerberechnung (Berufungsantwortbeilage 15) 

von einem zu versteuernden Netto(erwerbs)einkommen von Fr. 110'000.00 

aus, ohne den beantragten Unterhaltsbeitrag Fr. 1'500.00 pro Monat 

(Berufungsantwort S. 11). Dies ergibt ein monatliches Einkommen von 

Fr. 9'166.70, wobei davon auszugehen ist, dass darin die von der 

Beklagten zu versteuernde Kinderzulage (Fr. 220.00) und die (ebenfalls zu 

versteuernde) I.-Familienzulage (Fr. 130.00) enthalten ist. Gemäss 

Lohnabrechnung vom März 2019 erzielte die Beklagte einen Nettolohn von 

Fr. 8'190.00, inklusive Kinderzulage von Fr. 220.00 und I.-Familienzulage 

von Fr. 130.00. Bei der I.-Familienzulage in der Höhe von monatlich 

Fr. 130.00 handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Arbeitgeberin der 

Beklagten bzw. um einen Lohnbestandteil und nicht um Geldleistungen im 

Sinn des Familienzulagengesetzes, die die dem Kind zukommen (Art. 285a 

ZGB; FOUNTOULAKIS, BSK ZGB, a.a.O., N. 2 zu Art. 285a ZGB). Die I.-

Familienzulage ist somit entgegen der Vorinstanz, welche die Kinderzulage 

und die Familienzulage in Abzug gebracht hat, nicht zum Einkommen von 

C., sondern zum Einkommen der Beklagten zu zählen (Berufungsantwort 

S. 11). Das gestützt auf die Gehaltsabrechnung März 2019 ermittelte 

Einkommen der Beklagten beläuft sich somit nicht auf Fr. 7'840.00, sondern 

auf Fr. 7'970.00 (Fr. 8'190.00 ./. Fr. 220.00), nachdem die Aufrechnung der 

Parkplatzkosten in der Höhe von Fr. 40.00 von der Beklagten 

unbeanstandet geblieben ist. Im Berufungsverfahren reichte die Beklagte 

die Lohnabrechnung vom Oktober 2021 (Berufungsantwortbeilage 4) ein, 

gemäss welcher sie einen Nettolohn von Fr. 8'312.80, inklusive 

Kinderzulage von Fr. 220.00 und Familienzulage von Fr. 130.00, erzielte. 

 - 19 - 

 

 

Nach Abzug der Kinderzulagen beläuft sich das massgebende 

Nettoeinkommen im Oktober 2021 auf Fr. 8'092.80. Vergleicht man die 

Einkommen vom März 2019 (Fr. 7'970.00) bzw. vom Oktober 2021 

(Fr. 8'092.80) mit dem Einkommen (abzüglich Kinderzulage), welches die 

Klägerin ihrer Steuerberechnung zu Grunde legt (Fr. 8'946.70 [Fr. 9'166.70 

./. Fr. 220.00]), resultiert eine Differenz von monatlich Fr. 976.70 bzw. von 

Fr. 853.90, was jährliche Beträge von Fr. 11'720.40 bzw. von Fr. 10'246.80 

ergibt. Es ist daher davon auszugehen, dass die Beklagte nach wie vor 

Bonuszahlungen in mindestens dieser Grössenordnung erhält bzw. dass 

sie ihrer Steuerberechnung solche zu Grunde legte, und diese sind somit 

in ihrem Einkommen zu berücksichtigen. Was die effektive Höhe der 

erhaltenen Bonuszahlungen anbelangt, ist von einer Edition der 

Lohnausweise 2018 bis 2020 trotz der geltenden Untersuchungsmaxime 

abzusehen, da das Berufungsverfahren nicht dazu dient, prozessuale 

Versäumnisse der Parteien – vorliegend des Klägers - im erstinstanzlichen 

Verfahren zu deren Gunsten zu beheben. Es ist auf das vom Kläger geltend 

gemachte Einkommen der Beklagten von Fr. 8'944.00 inkl. Bonus-

zahlungen abzustellen (Berufung S. 5), das aufgrund der vorliegenden 

Unterlagen glaubhaft erscheint. Auf die Ausführungen des Klägers in seiner 

Eingabe vom 19. November 2021 (S. 2 f.) ist nicht weiter einzugehen, 

soweit er darin im Sinn einer reinen Ergänzung der Berufung und der darin 

vorgebrachten Kritik am angefochtenen Entscheid ein Einkommen der 

Beklagten von nunmehr Fr. 9'645.00 geltend macht (Erw. 1.1. vorstehend). 

Da die Beklagte dem Kläger keine Unterhaltsbeiträge bzw. einen allfälligen 

Anteil am Bonus zu leisten hat, sondern die Höhe ihres Einkommens einzig 

im Rahmen der Bestimmung des Überschusses und einer allfälligen 

Beteiligung am Barunterhalt von C. von Bedeutung ist, muss der Bonus 

zudem nicht separat ausgewiesen werden. 

 

3.3. 

3.3.1. 

In Bezug auf das dem Kläger angerechnete Einkommen von monatlich 

netto Fr. 7'800.00 stützte sich die Vorinstanz (wiederum) einzig auf die 

Lohnabrechnung von einem Monat (Mai 2019; Klagebeilage 5) ab, gemäss 

welcher der Kläger ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 7'206.65 

erzielte (Fr. 7'206.65 x 13 : 12).  

 

3.3.2. 

3.3.2.1. 

Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 3), der Kläger reiche 

keine Dokumente zu seinem Einkommen ein, es sei daher davon 

auszugehen, dass sich das Einkommen des Klägers erheblich erhöht habe. 

Für die Jahre 2019 bis 2021 sei von Fr. 8'500.00 bis Fr. 9'000.00 in einem 

Pensum von 100% auszugehen. Der Kläger habe C. jeweils am Freitag zu 

sich genommen, wobei sein Arbeitgeber flexibel sei und er das Pensum 

aufteilen könne. Seit Kindergarteneintritt nehme der Kläger C. erst ab dem 

 - 20 - 

 

 

Mittag. Eine Reduktion von 10% sei damit nicht notwendig, um diesen 

Kontakt zu erhalten. Es sei daher von einem Pensum von 100% 

auszugehen. Aufgrund des Lohnbelegs vom Mai 2019 ergebe sich ein 

korrigiertes Nettoeinkommen von Fr. 7'440.00 bzw. inkl. 13. Monatslohn 

von Fr. 8'060.00. Gemäss Steuerveranlagung 2017 habe der Kläger ein 

Einkommen von Fr. 8'500.00 erzielt, was heraufgerechnet auf ein 100%-

Pensum ca. Fr. 9'100.00 ergebe. Davon sei mangels Belegen auszugehen. 

 

3.3.2.2. 

Der Kläger lässt dazu ausführen (Eingabe vom 19. November 2021, 

S. 3 f.), sein effektives Einkommen habe sich in den letzten Jahren nicht 

verändert. Gestützt auf die Lohnabrechnungen Januar bis Oktober 2021 

resultiere ein Jahresnettolohn von hochgerechnet Fr. 100'600.00. Seit 

Januar 2017 habe der Nettolohn somit Fr. 8'400.00 betragen. Da der Kläger 

C. seit seinem Eintritt in den Kindergarten im August 2018 jeden 

Freitagnachmittag betreue, sei ihm eine Erhöhung seines Arbeitspensums 

von 90% auf 100% weder möglich noch zumutbar. 

 

3.3.3. 

Der Kläger reichte mit Eingabe vom 19. November 2021 die Lohnausweise 

der Jahre 2018 bis 2020 ein (Beilage 8), nachdem die Beklagte in der 

Berufungsantwort vorgebracht hatte, der Kläger habe sein Einkommen 

nicht belegt. Abgesehen davon, dass der Kläger nunmehr ein höheres 

Einkommen als im angefochtenen Entscheid anerkannt hat, handelt es sich 

bei den Ausführungen zu seinem Einkommen und den neu eingereichten 

Unterlagen somit nicht um (unzulässige) Ergänzungen zu seiner Berufung 

und sie sind zu berücksichtigen (vgl. dazu die Ausführungen der Beklagten 

in der Eingabe vom 10. Dezember 2021, S. 2 f.). Im Jahr 2018 erzielte der 

Kläger ein Nettoeinkommen von Fr. 100'946.00, was einem monatlichen 

Einkommen von Fr. 8'412.00 entspricht. Im Jahr 2019 erzielte der Kläger 

ein Nettoeinkommen von Fr. 101'812.00, was einem monatlichen 

Einkommen von Fr. 8'484.00 entspricht. Im Jahr 2020 erzielte der Kläger 

ein Nettoeinkommen von Fr. 101'575.00, was einem monatlichen 

Einkommen von Fr. 8'465.00 entspricht (vgl. Lohnausweise 2018, 2019 und 

2020, Beilage 8 zur Eingabe des Klägers vom 19. November 2021). Aus 

den Lohnabrechnungen des Klägers vom Mai 2019 (Klagebeilage 5) sowie 

den Lohnabrechnungen Januar bis Oktober 2021 (Beilage 7 zur Eingabe 

des Klägers vom 19. November 2021) ergibt sich, dass der Bruttolohn ab 

April 2021 marginal höher ist (Fr. 8'882.40 von Mai 2019 bis März 2021, 

Fr. 8'935.65 ab April 2021). Es ist daher gerechtfertigt, auch für die Jahre 

ab 2021 auf das im Jahr 2020 erzielte Einkommen (Fr. 8'465.00 pro Monat) 

abzustellen. Soweit die Beklagte geltend macht, der Kläger habe sein 

Arbeitspensum von 90% auf 100% zu erhöhen, legt sie keinen triftigen 

Grund dar, warum eine solche Erhöhung angezeigt wäre. Vielmehr verhält 

es sich so, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien nicht eng 

sind und der Kläger das gemeinsame Kind C. jeweils am Freitagnachmittag 

 - 21 - 

 

 

betreut, was offenbar einer von den Parteien während des ehelichen 

Zusammenlebens gemeinsam getroffenen Entscheidung der Parteien 

entspricht (vgl. Schreiben der J. vom 29. Mai 2019 [Klagebeilage 2], 

gemäss welchem die Pensumsreduktion von 100% auf 90% per 1. Juli 

2014 erfolgte). Nach dem Gesagten sind dem Kläger somit folgende 

Einkommen anzurechnen: 

 

2018: Fr. 8'412.00 

2019: Fr. 8'484.00 

ab 2020: Fr. 8'465.00 

 

(vgl. zur privaten Nutzung des Geschäftswagens hinten Erw. 3.6.1.3.) 

 

3.4. 

3.4.1. 

3.4.1.1. 

Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum von C. 

Fremdbetreuungskosten von Fr. 815.00 bzw. ab August 2019 von 

Fr. 650.00. Sie erwog (Erw. 7.2.1. des angefochtenen Entscheids), 

grundsätzlich könne bei der Betreuung durch nahe Verwandte von 

Unentgeltlichkeit ausgegangen werden, in casu liege aber ein Vertrag mit 

der Grossmutter über die Betreuung während wöchentlich 10 Stunden 

gegen monatlich Fr. 800.00 vor. Dieser sei zu einer Zeit abgeschlossen 

worden, in der die Grossmutter C. den ganzen Montagnachmittag betreut 

habe. Seit er am Montagnachmittag den Kindergarten besuche, sei er nur 

noch zum Mittagessen bei der Grossmutter. Auch unter Berücksichtigung 

von einer höheren Betreuungsdauer während der Ferien sei von maximal 

der Hälfte der bisherigen Betreuungszeit und damit auch von Fr. 400.00 pro 

Monat auszugehen. In R. betrügen die Kosten für die Tagesstruktur nur 

noch ca. Fr. 2'800.00 pro Jahr. 

 

3.4.1.2. 

3.4.1.2.1. 

Der Kläger macht geltend (Berufung S. 6 ff.), es sei unbestritten, dass C. 

seit seiner Geburt am Montag regelmässig von der Grossmutter betreut 

werde. Dies beruhe jedoch auf ihrem ausdrücklichen Wunsch. 

Dementsprechend habe sie dafür noch nie eine Entschädigung erhalten 

oder verlangt. Entsprechendes habe die Beklagte denn auch erstmals in 

der Stellungahme vom 17. Juli 2019 und unter Hinweis auf einen vom 

25. April 2018 datierenden Arbeitsvertrag geltend gemacht, obwohl die 

Parteien seit Monaten Verhandlungen über eine Trennungskonvention 

geführt hätten. Ganz im Gegenteil sei auch die Voranwältin der Beklagten 

von Drittbetreuungskosten ab August 2018 von Fr. 600.00 pro Monat 

ausgegangen. Die Beklagte habe in der Parteibefragung ausgeführt, sie 

bezahle ihrer Mutter Fr. 800.00 im Monat, damit die Ferienwohnung in V., 

welche fast nur von der Beklagten benutzt werde, erhalten bleiben könne. 

 - 22 - 

 

 

Der eigentliche Zweck allfälliger Zahlungen sei somit nicht die Betreuung 

von C., sondern der Erhalt der Ferienwohnung in V. auf Kosten des 

Klägers. Für die Betreuung von C. dürften – wie während all der Jahre bis 

zur Trennung – keine Kosten eingesetzt werden. Zudem habe die 

Grossmutter C. infolge Corona ab März 2020 bis im Frühjahr 2021 nicht 

mehr betreut. Falls von der Entgeltlichkeit der Betreuung durch die 

Grossmutter ausgegangen werde, seien Fr. 400.00 pro Monat völlig 

unhaltbar. Die Betreuung von C. beschränke sich auf ein Mittagessen am 

Montag, von März 2020 bis Frühjahr 2021 habe die Grossmutter nicht 

betreut und eine regelmässige Ferienbetreuung sei nicht glaubhaft 

gemacht worden. Ein Mittagstisch koste in R. rund Fr. 15.00 pro Mittag. Die 

Betreuung an einem ganzen Nachmittag koste rund Fr. 20.00. Ausgehend 

von 38 Schulwochen bzw. 14 Wochen Schulferien resultierten für eine 

Mittagsbetreuung jährliche Kosten von maximal Fr. 570.00, d.h. Fr. 47.00 

pro Monat.  

 

3.4.1.2.2. 

Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 4 ff.), die 

Grossmutter habe C. seit seiner Geburt betreut und sie sei eine wichtige 

Bezugsperson von C.. Seit dem Eintritt in den Kindergarten gehe C. nach 

dem Kindergarten bzw. nach der Schule zur Grossmutter, welche auch das 

Nachtessen für ihn koche. Die Beklagte bezahle nicht für die Nutzung der 

Ferienwohnung, sie bezahle für die Möglichkeit, C. regelmässig am Montag 

und an den Randzeiten betreuen zu lassen. Die Vorinstanz habe den 

ausgewiesenen Betrag von Fr. 800.00 an die Grossmutter auf Fr. 400.00 

gekürzt, was nicht ausreichend begründet sei. Im Bedarf von C. seien somit 

Fr. 800.00 aufzunehmen, neben den Kosten der institutionellen Betreuung. 

Die Beklagte müsse Personalgespräche mit Personal im Schichtbetrieb am 

Morgen früh (7 Uhr) oder am Abend (nach 18 Uhr) führen. In diesen Zeiten 

springe die Grossmutter ein. Für diese Flexibilität, für die Kontinuität in der 

Betreuung und für die effektiven Betreuungsstunden, nicht nur für die 

Mittagessen, zahle die Beklagte monatlich Fr. 800.00. Eine Kita könne 

Randzeiten nicht abdecken. Es sei falsch, dass die Grossmutter C. 

während der Pandemie nicht betreut habe. Sie habe C. nur von März 2020 

bis Ende Mai 2020 nicht betreut (vgl. auch Eingabe der Beklagten vom 10. 

Dezember 2021, S. 3). Es sei richtig, dass der Kläger zu Beginn der 

Pandemie C. für einige Tage zu sich genommen habe. Der Aufwand für die 

Beklagte sei aber zu hoch gewesen und C. sei aus seinem Alltag gerissen 

worden.  

 

3.4.1.3. 

Unbestritten ist, dass die Grossmutter von C. bzw. die Mutter der 

Beklagten, K., C. seit seiner Geburt regelmässig betreut. Mit der 

Klageantwort vom 17. Juli 2019 verurkundete die Beklagte einen mit K. am 

25. April 2018 abgeschlossenen Arbeitsvertrag betreffend Kinderbetreuung 

 - 23 - 

 

 

(Antwortbeilage 9). Gemäss diesem Arbeitsvertrag hat das Arbeitsver-

hältnis zwischen der Beklagten und K. am 1. Mai 2018 begonnen, die 

wöchentliche Arbeitszeit beträgt durchschnittlich 10 Stunden (inklusive 

Ferienbetreuung) und der monatliche Bruttolohn beträgt Fr. 800.00. Der 

Kläger führte in diesem Zusammenhang bereits vor Vorinstanz aus, dass 

weder die Beklagte noch ihre Voranwältin den Arbeitsvertrag mit der Mutter 

der Beklagten in den (vor Einreichung des Eheschutzgesuchs erfolgten) 

Vergleichsverhandlungen je erwähnt hätten oder dass die Betreuung 

entschädigt werde (act. 78). Diese Ausführungen sind von der Beklagten 

unbestritten geblieben. Unbestritten ist zudem auch, dass die Betreuung 

von C. vor Abschluss des Arbeitsvertrags stets unentgeltlich erfolgte. Es 

kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass der Arbeitsvertrag vom 

25. April 2018 aus prozesstaktischen Gründen abgeschlossen wurde. Dass 

Zahlungen an die Grossmutter in der Höhe von Fr. 800.00 pro Monat 

tatsächlich erfolgt sind, vermochte die Beklagte aber glaubhaft zu machen, 

ebenso, dass die geltend gemachten Kinderbetreuungskosten von der 

Beklagten offenbar erfolgreich vom steuerbaren Einkommen abgezogen 

werden können (vgl. Bestätigung der Betreuungskosten der L. vom 

29. Oktober 2021 und Kontoauszüge der M. aus dem Jahr 2020, 

Berufungsantwortbeilage 6). Die Beklagte vermochte daher glaubhaft zu 

machen, dass die Betreuung von C. durch ihre Mutter zumindest im 

vorliegend interessierenden Zeitraum nicht unentgeltlich erfolgt. Im 

Rahmen des vorliegenden Eheschutzverfahrens können Betreuungs-

kosten jedoch nur in dem Umfang berücksichtigt werden, in dem sie 

tatsächlich begründet sind. C. verbrachte den Montagnachmittag jeweils im 

Kindergarten und wurde, wie die Beklagte vor Vorinstanz selber ausführte, 

nach dem Kindergarten am späten Montagnachmittag von ihr persönlich 

betreut (vgl. act. 78 ff.; 149). Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, seit C. 

am Montagnachmittag den Kindergarten besuche, sei er nur noch zum 

Mittagessen bei der Grossmutter, ist somit nicht zu beanstanden. Dass die 

Beklagte die Personalgespräche mit den Schichtarbeitern regelmässig in 

den Randstunden (morgens um 7 Uhr oder abends nach 18 Uhr) führen 

muss, brachte sie zudem erst im Berufungsverfahren vor. Vor Vorinstanz 

ging es lediglich um die Betreuung durch die Grossmutter an den 

Montagen. Zudem führte die Beklagte aus, sie gehe jeden Tag etwas 

später zur Arbeit, weil sie C. am Morgen in den Kindergarten bringe (act. 

88, 91). Dass die Beklagte insbesondere auch in den Randstunden 

regelmässig auf die Betreuung durch ihre Mutter angewiesen ist, ist daher 

nicht glaubhaft gemacht. Die Beklagte macht sodann geltend, die 

Grossmutter betreue C. auch in den Schulferien. Die Schulferien dauern in 

der Regel 13 Wochen pro Jahr. Dem Kläger steht laut dem angefochtenen 

Entscheid ein Ferienrecht von vier Wochen zu, bei der Beklagten ist davon 

auszugehen, dass sie fünf Wochen Ferien mit C. verbringt (Berufungs-

antwort S. 7). Zudem besucht C. in den Schulferien Tagescamps 

(Berufungsantwort S. 7). In welchem Umfang C. tatsächlich in den Schul-

ferien von der Grossmutter betreut wird, legt die Beklagte nicht näher dar. 

 - 24 - 

 

 

Die von der Vorinstanz mit Fr. 400.00 berücksichtigten Kosten der 

Grossmutter für die Betreuung von C. am Montagmittag sowie in nicht 

näher dargelegtem Umfang in den Ferien erscheinen daher als zu hoch 

und es ist ermessensweise von solchen von Fr. 200.00 auszugehen. Was 

die weiter strittige Frage der Betreuung durch die Grossmutter während der 

Corona-Pandemie anbelangt, führt die Beklagte aus (Berufungsantwort 

S. 6), die Grossmutter habe von Beginn [der Pandemie] bis zu ihrer 

Impfung Ende Mai 2020 eine Pause eingelegt. In der Eingabe vom 

10. Dezember 2021 (S. 3 unten) macht sie geltend, im Mai 2020 habe zwar 

noch kein Impfstoff vorgelegen, was aber nichts daran ändere, dass die 

Grossmutter die Betreuung von C. im Mai 2020 wieder aufgenommen 

habe. Aufgrund dieser widersprüchlichen Aussagen der Beklagten ist nicht 

genügend glaubhaft, dass die Grossmutter von C. diesen ab Beginn der 

Pandemie im März 2020 bis zur Verabreichung der ersten Impfungen 

anfangs 2021 tatsächlich betreut hat, weshalb in diesem Zeitraum keine 

Betreuungskosten der Grossmutter berücksichtigt werden können, sondern 

lediglich die Kosten für den Mittagstisch in der Höhe von Fr. 50.00 pro 

Monat (Fr. 15.00 x 40 Wochen : 12). Der Einfachheit halber ist dieser 

Zeitraum auf das ganze Jahr 2020 festzusetzen. Ab Eröffnung des 

vorliegenden Entscheids wird dem Kläger sodann ein Ferienrecht von 

sechs Wochen pro Jahr eingeräumt (Erw. 2.2. vorstehend). Ab diesem 

Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass die Beklagte in den Schulferien von 

C. nicht mehr oder nur noch marginal auf Betreuung durch ihre Mutter 

angewiesen ist. Es sind daher nur noch Betreuungskosten durch die 

Grossmutter von monatlich Fr. 100.00 zu berücksichtigen. Zusätzlich sind 

die Fremdbetreuungskosten der Institutionen zu berücksichtigen. Von Juli 

bis Dezember 2018 betrugen diese Fr. 2'306.90 bzw. monatlich 384.50 

(Berufung S. 10; Bestätigung Gemeindeverwaltung W. vom 1. Juli 2018, 

Beilage 13 zur Eingabe des Klägers vom 21. August 2019), im Jahr 2019 

Fr. 1'267.85 bzw. monatlich Fr. 105.65 und ab dem Jahr 2020 Fr. 1'964.60 

bzw. monatlich Fr. 163.70 (Berufungsantwort S. 7; Steuerbescheinigungen 

vom 10. Februar 2021 und 10. Februar 2020, Berufungsantwortbeilage 7). 

Die Kosten für das Tennis- bzw. Soccercamp sind ebenfalls als 

Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen (und nicht als Kosten für 

Hobbies, Eingabe des Klägers vom 19. November 2021, S. 9) und sie sind 

mit Fr. 520.00 (Sommercamp) und Fr. 470.00 (Herbstcamp) für das Jahr 

2021 glaubhaft gemacht (Berufungsantwortbeilage 8), insgesamt somit mit 

Fr. 990.00 jährlich bzw. Fr. 82.50 monatlich. Die Kosten für Feriencamps 

sind sodann auch für die Zukunft mit Fr. 82.50 monatlich zu berück-

sichtigen. 

 

Die Fremdbetreuungskosten von C. präsentieren sich somit wie folgt: 

 

Juni 2018 bis Dezember 2018: Fr. 584.50 (Fr. 200.00 + Fr. 384.50)  

2019: Fr. 305.65 (Fr. 200.00 + Fr. 105.65) 

2020: Fr. 213.70 (Fr. 50.00 + Fr. 163.70) 

 - 25 - 

 

 

2021 bis und mit März 2022: Fr. 446.20 (Fr. 200.00 + Fr. 163.70 + Fr. 82.50) 

Ab April 2022: Fr. 346.20 Fr. (Fr. 100.00 + Fr. 163.70 + Fr. 82.50) 

 

3.4.2. 

Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum von C. KVG-Prämien 

von monatlich Fr. 130.00 bzw. von Fr. 150.00 ab August 2019.Die Beklagte 

macht geltend (Berufungsantwort S. 10), es seien auch die Kosten der 

Zusatzversicherungen nach VVG zu berücksichtigen. Da vorliegend 

aufgrund der dargelegten Einkommensverhältnisse der Parteien genügend 

Mittel vorhanden sind (vgl. auch die Unterhaltsberechnung, Erw. 3.7. 

hinten), ist für die Unterhaltsberechnung das sog. familienrechtliche 

Existenzminimum massgebend. Es sind somit nicht nur die Kranken-

kassenprämien der Grundversicherung (KVG), sondern auch der Zusatz-

versicherungen (VVG) zu berücksichtigen. Diese sind für das Jahr 2019 mit 

Fr. 184.30 (Versicherungspolice Swica 2019, Antwortbeilage 8), für das 

Jahr 2020 mit Fr. 212.05, für das Jahr 2021 mit Fr. 218.25 (Versicherungs-

policen Swica 2020 und 2021, Berufungsantwortbeilage 12) und für das 

Jahr 2022 mit Fr. 215.25 (Berufungsantwortbeilage 13) belegt und im 

familienrechtlichen Existenzminimum von C. zu berücksichtigen. 

 

3.4.3. 

Die Vorinstanz berücksichtigte in Existenzminimum von C. keine unge-

deckten Gesundheitskosten. Im Berufungsverfahren macht die Beklagte 

ungedeckte Gesundheitskosten von Fr. 22.00 für C. geltend (Berufungs-

antwort S. 10). Unter diesem Titel sind einzig für das Jahr 2020 ungedeckte 

Gesundheitskosten von C. von Fr. 82.65 (vgl. Kostenzusammenstellung 

Swica, Berufungsantwortbeilage 14), d.h. von monatlich Fr. 6.90, ausge-

wiesen. Diese sind im (familienrechtlichen) Existenzminimum von C. zu 

berücksichtigen. 

 

3.4.4. 

Im familienrechtlichen Existenzminimum von C. ist sodann auch ein 

Steueranteil zu berücksichtigen (Berufungsantwort S. 11). Dieser beläuft 

sich auf Fr. 250.00 pro Monat (vgl. zum Ganzen Erw. 3.5.5.4. nach-

stehend), 

 

3.4.5. 

Der von der Vorinstanz im Bedarf von C. eingesetzte Wohnkostenanteil von 

Fr. 250.00 ist nicht zu beanstanden. Es ist nicht ersichtlich, dass der von 

der Beklagten geltend gemachte Betrag von Fr. 383.00 (Berufungsantwort 

S. 10) "den konkreten finanziellen Verhältnissen" (BGE 147 III 265 Erw. 7.2 

S. 282) eher entsprechen sollte als Fr. 250.00. 

 

3.4.6. 

Die familienrechtlichen Existenzminima von C. sind somit auf folgende 

Beträge festzusetzen: 

 - 26 - 

 

 

1. Juni 2018 bis 31. Dezember 2018: Fr. 1'614.50 (Grundbetrag: Fr. 400.00; 

Wohnkostenanteil: Fr. 250.00; Krankenkassenprämien: Fr. 130.00; Fremdbe-

treuungskosten: Fr. 584.50; Steueranteil: Fr. 250.00) 

 

1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019: Fr. 1'389.95 (neu: Krankenkassen-

prämien: Fr. 184.30; Fremdbetreuungskosten: Fr. 305.65) 

 

1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020: Fr. 1'332.65 (neu: Krankenkassen-

prämien: Fr. 212.05; ungedeckte Gesundheitskosten: Fr. 6.90; Fremdbetreuungs-

kosten: Fr. 213.70) 

 

1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021: Fr. 1'564.45 (neu: Krankenkassen-

prämien: Fr. 218.25; Fremdbetreuungskosten: Fr. 446.20; Wegfall ungedeckte 

Gesundheitskosten Fr. 6.90) 

 

1. Januar 2022 bis 31. März 2022: Fr. 1'561.45 (neu: Krankenkassenprämien: 

Fr. 215.25) 

 

1. April 2022 bis 31. Dezember 2023: Fr. 1'461.45 (neu: Fremdbetreuungs-

kosten: Fr. 346.20) 

 

Ab 1. Januar 2024: Fr. 1'661.45 (neu: Grundbetrag: Fr. 600.00) 

 

3.5. 

3.5.1. 

3.5.1.1. 

Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Parteien Arbeits-

wegkosten von monatlich je Fr. 450.00. Sie erwog (Erw. 7.2.1. des 

angefochtenen Entscheids), bei beiden Ehegatten könne von einem 

Arbeitsweg von ca. 20km ausgegangen werden (er von Q. nach R., sie von 

R. nach X./Y.). Da diese Wege zwei Mal pro Tag, viermal Mal pro Woche, 

zurückgelegt würden, sei von Kosten für den Arbeitsweg von je Fr. 450.00 

auszugehen. 

 

3.5.1.2. 

3.5.1.2.1. 

Der Kläger macht geltend (Berufung S. 12), die Vorinstanz habe 

übersehen, dass die Beklagte auf dem N. arbeite, d.h. 3.5 Km entfernt von 

ihrem Wohnort an der […] in R.. Bei den einmal wöchentlich stattfindenden 

Fahrten von X. nach Y. handle es sich um Fahrten innerhalb der Ausübung 

des Berufs, für welche die Beklagte das Auto benötige und Spesen 

abrechnen könne. Die Mobilitätskosten der Beklagten seien daher auf 

Fr. 80.00 zu kürzen. 

 

3.5.1.2.2. 

Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 8), ursprünglich 

habe sie mit C. in W. gewohnt, in der Zwischenzeit sei sie nach R. 

 - 27 - 

 

 

umgezogen. Der Kläger anerkenne, dass die Beklagte für den Arbeitsweg 

das Auto benutzen müsse. Sie benötige dieses zudem auch für die 

Übergaben des Sohnes. Die Auslagen für das unbestritten notwendige 

Fahrzeug lägen bei durchschnittlich Fr. 4'400.00 pro Jahr bzw. Fr. 360.00 

pro Monat. Hinzu kämen die Benzinkosten, Fr. 400.00 pro Monat seien 

daher angemessen. 

 

3.5.1.3. 

Gemäss Ziffer II/4 lit. d der im Kreisschreiben der Schuldbetreibungs- und 

Konkurskommission des Obergerichts vom 21. Oktober 2009 enthaltenen 

Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenz-

minimums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG [SchKG-Richtlinien; 

KKS.2005.7]) sind die Kosten für den Arbeitsweg im Existenzminimum zu 

berücksichtigen. Bei einem Fahrzeug handelt es sich dann um ein 

Kompetenzgut im Sinn der SchKG-Richtlinien, wenn der Betroffene wegen 

des Arbeitswegs, der Arbeitszeit oder andern speziellen Umständen auf ein 

Fahrzeug angewiesen ist. 

 

3.5.1.4. 

Der Kläger hat insoweit eingestanden, dass die Beklagte für ihren 

Arbeitsweg auf ein Auto angewiesen ist. Für den Arbeitsweg der Beklagten 

von R., wo die Beklagte seit 1. August 2019 wohnt (act. 100), zum N. (7 Km 

pro Tag [google.maps.com], viermal pro Woche) hat der Kläger einen 

Betrag von Fr. 80.00 pro Monat anerkannt. Bei den direkten Bundessteuern 

können für die Benützung des privaten Autos für den Arbeitsweg Fr. 0.70 

pro Km als notwendige Kosten in Abzug gebracht werden (Art. 5 Abs. 2 lit. 

b und Anhang Berufskostenverordnung; SR.642.118.1). Jedenfalls im 

vorliegend relevanten tiefen Km-Bereich liegt dies im Rahmen der 

Kilometerkostenberechnung des TCS. Ausgehend von geschätzten 180 

Arbeitstagen der Beklagten (47 Wochen x 4 Arbeitstage, abzüglich 

Feiertagen und weiterer Abwesenheiten) ergeben sich bei einer Strecke 

von 7 Km pro Tag und Kosten von Fr. 0.70 pro Km monatliche Fahrtkosten 

von Fr. 73.50 ([180 x 7 x 0.7] : 12). Zusätzlich ist die Anwohnerparkkarte zu 

berücksichtigen, welche mit Fr. 284.00 (Berufungsantwortbeilage 9) bzw. 

monatlich Fr. 23.65 zu Buche schlägt. Für die Zeit vor August 2019 war die 

Beklagte an der […] in W. wohnhaft. Der Arbeitsweg betrug rund 6.5 Km 

bzw. 13 Km pro Tag (google.maps.com). Entsprechend ergeben sich 

Arbeitswegkosten von Fr. 136.50 ([180 x 13 x 0.7] : 12). Dass die Beklagte 

auch für die Übergaben von C. auf ein Auto angewiesen ist, vermochte 

diese sodann nicht glaubhaft zu machen. Bis zum 31. Juli 2019 sind im 

Existenzminimum der Beklagten somit Arbeitswegkosten von Fr. 136.50 

und ab 1. August 2019 Fr. 97.15 (Fr. 73.50 + Fr. 23.65) zu berücksichtigen. 

 

 - 28 - 

 

 

3.5.2. 

3.5.2.1. 

Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Beklagten 

Wohnkosten von Fr. 1'800.00 (Mietkosten der Wohnung in W.) bzw. ab 

August 2019 von Fr. 1'000.00 (Hypothekarzins zuzüglich durchschnittlichen 

Unterhaltsaufwand von 20% des Eigenmietwerts, vgl. Erw. 7.2.1. des 

angefochtenen Entscheids), wovon sie einen Wohnkostenanteil von 

Fr. 250.00 für C. in Abzug brachte. 

 

3.5.2.2. 

3.5.2.2.1. 

Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 10), die Vorinstanz habe 

ihre Wohnkosten zu tief berechnet. Die Wohnkosten seien belegt, der 

monatliche Hypothekarzins betrage Fr. 850.00, die Nebenkosten 

Fr. 350.00. 

 

3.5.2.2.2. 

Der Kläger bestreitet die von der Beklagten geltend gemachten 

Wohnkosten und hält dafür (Eingabe vom 19. November 2021, S. 14), die 

von der Beklagten eingereichten Unterlagen würden insgesamt nur 

Wohnkosten von Fr. 950.00 belegen, was tiefer sei als von der Vorinstanz 

eingesetzt. 

 

3.5.2.3. 

Wird ein Eigenheim bewohnt, ist gemäss Ziffer II/1 der SchKG-Richtlinien 

der Liegenschaftsaufwand, bestehend aus dem Hypothekarzins (ohne 

Amortisation), den öffentlich-rechtlichen Abgaben (wie Entsorgungsgebüh-

ren und Gebäudeversicherungsprämien) und den Unterhaltskosten im 

Existenzminimum einzusetzen. Nach veröffentlichter obergerichtlicher Pra-

xis sind auch Neben- und Unterhaltskosten zu substantiieren und unter Be-

weis zu stellen (AGVE 1988, S. 21), d.h. sie müssen auch effektiv (BÜHLER, 

Betreibungs- und prozessrechtliches Existenzminimum, in: AJP 2002, 

S. 647) anfallen. Erfahrungszahlen, die der Richter von Amtes wegen an-

zuwenden hätte, gibt es hier keine.  

 

3.5.2.4. 

Gemäss den Steuerbescheinigungen der […] Kantonalbank vom 4. Januar 

2021 (Berufungsantwortbeilage 10) betragen die jährlichen Zinsbe-

lastungen der drei Festhypotheken Fr. 1'334.30, Fr. 7'157.30 und 

Fr. 1'704.90, total somit Fr. 10'196.50, was einen monatlichen 

Hypothekarzinsbetrag von Fr. 849.70 ergibt. Die Kosten für den 

Wartungsvertrag erneuerbare Energien betragen jährlich Fr. 363.00, die 

Prämie für die Gebäudeversicherung R. Fr. 144.00 bzw. der Axa Fr. 680.10 

(vgl. Berufungsantwortbeilage 11). Damit sind Unterhalts- und Neben-

kosten von knapp Fr. 99.00 ausgewiesen. Zusammen mit den ausge-

wiesenen Hypothekarzinsen ist ein Liegenschaftsaufwand von rund 

 - 29 - 

 

 

Fr. 950.00 ausgewiesen. Dass die Vorinstanz Wohnkosten der Beklagten 

ins insgesamt Fr. 1'000.00 im Existenzminimum eingesetzt hat, ist somit 

nicht zu beanstanden. 

 

3.5.3. 

Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Beklagten KVG-

Prämien von Fr. 435.00 bzw. von Fr. 553.00 ab August 2019. Wie bei C. 

sind auch bei der Beklagten die Kosten der Zusatzversicherungen nach 

VVG zu berücksichtigen (Berufungsantwort S. 10). Die Prämien für die 

Krankenversicherung der Beklagten (KVG und VVG) betrugen für das Jahr 

2019 monatlich Fr. 573.40 (Versicherungspolice CSS 2019, unnummierte 

Duplikbeilage), für das Jahr 2020 Fr. 887.45 (Versicherungspolice CSS 

2020, Beilage 1 zur Eingabe der Beklagten vom 10. Februar 2020) und für 

das Jahr 2022 Fr. 670.80 (Versicherungspolice Swica 2022, Berufungs-

antwortbeilage 13) und sie sind im familienrechtlichen Existenzminimum 

der Beklagten zu berücksichtigen. Die Jahre 2018 und 2021 hat die 

Beklagte nicht belegt. Für das Jahr 2018 können daher nur die von der 

Vorinstanz mit Fr. 435.00 eingesetzten KVG-Prämien berücksichtigt 

werden. Für das Jahr 2021 sind entsprechend dem Anerkenntnis des 

Klägers (Eingabe vom 19. November 2021, S. 14 "Annahme Prämien wie 

2019) die Krankenkassenprämien (KVG und VVG) aus dem Jahr 2019 

einzusetzen.  

 

3.5.4. 

Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Beklagten keine 

ungedeckten Gesundheitskosten. Im Berufungsverfahren macht die 

Beklagte ungedeckte Gesundheitskosten von monatlich Fr. 57.00 geltend 

(Berufungsantwort S. 10). Sie reicht dazu einzig für das Jahr 2020 eine 

Zusammenstellung der ungedeckten Gesundheitskosten ein (vgl. Kosten-

übersicht CSS, Berufungsantwortbeilage 14). Für das Jahr 2020 können 

daher ungedeckte Gesundheitskosten im geltend gemachten Umfang von 

monatlich Fr. 57.00 im (familienrechtlichen) Existenzminimum der 

Beklagten berücksichtigt werden.  

 

3.5.5. 

3.5.5.1. 

Die Vorinstanz ging bei beiden Parteien "in Anlehnung an die definitive 

Steuerveranlagung 2017" und in der Annahme von "ähnlich hohe[n]" 

Einkommen" der Parteien von monatlichen Steuern von je Fr. 950.00 aus. 

 

3.5.5.2. 

Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 11 oben), die Vorinstanz 

habe ihre Steuerbelastung krass falsch berechnet, ihre durchschnittliche 

Steuerpflicht liege bei Fr. 21'969.00. Zudem sei der Steueranteil von C. 

auszuscheiden, bei einem Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'500.00 pro Monat 

mache dies einen Anteil von Fr. 440.00 pro Monat aus. 

 - 30 - 

 

 

3.5.5.3. 

Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums sind auch die 

Steuern zu berücksichtigen. Vorauszuschicken ist allerdings, dass keine 

genaue Bestimmung, sondern nur eine Schätzung möglich ist, da bei der 

Berechnung nur vom mutmasslichen Resultat der Unterhaltsberechnung 

ausgegangen werden kann (BRÄM/HASENBÖHLER, Zürcher Kommentar, 

Zürich 1998, N. 118A zu Art. 163 ZGB). Was die im Barbedarf der Kinder 

neuerdings auszuscheidenden Steueranteile betrifft, sind die dem Kind 

zuzurechnenden, aber vom Empfängerelternteil zu versteuernden 

Einkünfte (namentlich Barunterhaltsbeitrag, Familienzulagen, Sozialver-

sicherungsrenten und ähnliche für den Unterhalt des Kindes bestimmte 

Leistungen, Erträge aus Kindesvermögen; nicht aber das Erwerbs-

einkommen des Kindes oder der formell dem Kind zustehende [Art. 285 

Abs. 2 ZGB], materiell aber für den betreuenden Elternteil bestimmte 

Betreuungsunterhaltsbeitrag) in das Verhältnis zu den vom Empfänger-

elternteil insgesamt zu versteuernden Einkünften zu setzen und der daraus 

ermittelte Anteil an der gesamten Steuerschuld des Empfängerelternteils 

im - erweiterten - Bedarf des Kindes zu berücksichtigen BGE 147 III 457 

(Erw. 4.2.3.5).  

 

3.5.5.4. 

Die Beklagte hat zwar keine aktuelle Steuererklärung oder 

Steuerveranlagung eingereicht. Die von ihr in der Steuerberechnung 

(Berufungsantwortbeilage 15) gemachten Angaben erscheinen aber 

plausibel und daher glaubhaft. Bei einem Nettoeinkommen von 

Fr. 110'000.00, zuzüglich Eigenmietwert von Fr. 16'835.00, Unterhalts-

beiträgen von rund Fr. 16'000.00, abzüglich Säule 3a von Fr. 5'900.00, 

Unterhaltskosten Liegenschaft von Fr. 3'367.00, Schuldzinsen von 

Fr. 10'200.00 und Drittbetreuungskosten Fr. 4'000.00 ergibt sich ein 

steuerbares Einkommen von rund Fr. 119'000.00. Berechnet mit dem 

Steuerrechner der Stadt R.([…]), bei welchem die Berufskostenpauschale, 

der Versicherungsabzug sowie die Sozialabzüge (Kinderabzug 

[Fr. 7'800.00] und Abzug für Alleinstehende mit Kindern [Fr. 30'000.00], vgl. 

§ 35 Abs. 1 lit. a und f StG BS) automatisch berücksichtigt werden, ergibt 

sich eine Steuerbelastung von Fr. 18'142.00 (Bund und Kanton) bzw. unter 

Berücksichtigung der Kirchensteuer (römisch-katholisch) von Fr. 1'289.00 

von insgesamt Fr. 19'431.00. Die monatliche Steuerbelastung der 

Beklagten ist somit mit Fr.1'620.00 zu bestimmen. Bei von der Beklagten 

insgesamt zu versteuernden Einkünften von Fr. 9'900.00 und einem 

Einkommen von C. von Fr. 1'550.00 (inkl. Kinderzulage Fr. 220.00) 

erscheint es gerechtfertigt, 15.5% der Steuerlast der Beklagten, d.h. rund 

(da es sich ohnehin nur um Schätzungen handelt) Fr. 250.00, dem 

familienrechtlichen Existenzminimum von C. zuzuweisen. Entsprechend 

ergibt sich ein Steueranteil der Beklagten von Fr. 1'370.00. 

 

 - 31 - 

 

 

3.5.6. 

Nach dem Gesagten sind die familienrechtlichen Existenzminima der 

Beklagten wie folgt festzusetzen:  

 

1. Juni 2018 bis 31. Dezember 2018: Fr. 4'851.50 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00; 

Wohnkosten: Fr. 1'800.00; abzüglich Wohnkostenanteil C.: Fr. 250.00; Kranken-

kassenprämien: Fr. 435.00; auswärtige Verpflegung: Fr. 160.000; neu: Arbeits-

wegkosten: Fr. 136.50; Steuern: Fr.  1'370.00) 

 

1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019: Fr. 4'989.90 (neu: Krankenkassenprämien: 

Fr. 573.40) 

 

1. August 2019 bis 31. Dezember 2019: Fr. 4'150.55 (neu: Wohnkosten: 

Fr. 1'000.00; Arbeitswegkosten: Fr. 97.15) 

 

1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020: Fr. 4'521.60 (neu: Kranken-

kassenprämien: Fr. 887.45; ungedeckte Gesundheitskosten: Fr. 57.00) 

 

1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021: Fr. 4'150.55 (neu: Kranken-

kassenprämien: Fr. 573.40 [Prämien 2019]); Wegfall: ungedeckte Gesund-

heitskosten: Fr. 57.00) 

 

Ab 1. Januar 2022: 4'247.95 (neu: Krankenkassenprämien: Fr. 670.80) 

 

3.6. 

3.6.1. 

3.6.1.1. 

Wie vorstehend (Erw. 2.5.1.) schon darauf hingewiesen wurde, wurden im 

angefochtenen Entscheid im Existenzminimum des Klägers Arbeits-

wegkosten von monatlich Fr. 450.00 berücksichtigt, davon ausgehend, 

dass der Kläger den Arbeitsweg von Q. nach R. (20 Km) viermal in der 

Woche zurücklegt. 

 

3.6.1.2. 

3.6.1.2.1. 

Der Kläger macht geltend (Berufung S. 12 f), seit C. in den Kindergarten 

gekommen sei, arbeite er wieder regulär an 4.5 Tagen pro Woche. Da er 

in R. arbeite und C. in R. in die Schule gehe, könne er ihn am 

Freitagnachmittag direkt abholen und mit ihm nach Q. nach Hause fahren. 

Der Arbeitsweg werde also fünf Mal pro Woche zurückgelegt. Die 

angerechneten Mobilitätskosten seien daher auf Fr. 560.00 zu erhöhen. In 

der Eingabe vom 19. November 2021 (S. 10) führte der Kläger zudem aus, 

die Vorinstanz habe übersehen, dass ihm im Verlauf des Jahres 2019 ein 

Geschäftsauto zur Verfügung gestellt worden sei. Dies sei anlässlich der 

Verhandlung vom 27. August 2019 erwähnt worden. Der Kläger bezahle 

dafür Fr. 230.00 pro Monat. Bis Juli 2019 seien ihm daher Fr. 560.00 

anzurechnen, ab August 2019 Fr. 230.00. 

 - 32 - 

 

 

3.6.1.2.2. 

Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 8), bereits im 

Zeitpunkt des Eheschutzgesuchs habe der Kläger am Freitag gearbeitet. 

Eine Differenz von Fr. 80.00 bei den Mobilitätskosten führe nicht zu einer 

Veränderung im Unterhaltsbeitrag. Zu den Arbeitswegkosten im Zusam-

menhang mit dem Geschäftsauto des Klägers äusserte sich die Beklagte 

nicht. 

 

3.6.1.3. 

Es ist unbestritten, dass der Kläger bis zum Zeitpunkt, in welchem C. in den 

Kindergarten eingeschult wurde, an vier Tagen, und ab Eintritt von C. in 

den Kindergarten im August 2018 an fünf Tagen pro Woche an seinen 

Arbeitsort nach R. fuhr bzw. fährt. Bis Juli 2018 sind entsprechend der 

insoweit unstreitigen Berechnung der Vorinstanz somit Mobilitätskosten 

von Fr. 450.00 und ab August 2018 von Fr. 560.00 ([Fr. 450.00 : 4] x 5, 

gerundet) im Existenzminimum des Klägers zu berücksichtigen. Seit 

August 2019 steht dem Kläger jedoch unbestrittenermassen ein 

Geschäftsauto zur Verfügung, welches er auch privat nutzen kann, ohne 

dass ihm dafür Kosten anfallen. Eine solche geldwerte Leistung des 

Arbeitgebers wie die Zurverfügungstellung eines Autos gehört ebenfalls 

zum Erwerbseinkommen (SUTTER/FREIBURGHAUS, Kommentar zum neuen 

Scheidungsrecht, Zürich 1999, N. 40 zu Art. 125 ZGB; BRÄM/HA-

SENBÖHLER, a.a.O., N. 72 zu Art. 163 ZGB; BGE 5C.218/2005 Erw. 4.1.). 

Der privaten Nutzung des Geschäftswagens des Klägers wird dadurch 

Rechnung getragen, dass vor der Lohnauszahlung ein Betrag von 

monatlich Fr. 230.00 vom Nettolohn abgezogen wird (vgl. z.B. Lohn-

abrechnungen Januar 2021, Beilage 7 zur Eingabe des Klägers vom 19. 

November 2021) (gemäss der Wegleitung der Schweizerischen Steuer-

konferenz/Eidgenössischen Steuerverwaltung zum Ausfüllen des Lohnaus-

weises gilt als Wert, der dem Arbeitnehmer dadurch zufliesst, dass er einen 

Geschäftswagen auch privat benützen darf, pro Monat 0,8 % des 

Kaufpreises [exkl. Mehrwertsteuer], mindestens aber Fr. 150.00 pro 

Monat). Zu Lasten seines Erwerbseinkommens fallen dem Kläger somit 

monatlich Fr. 230.00 Autokosten an. Ab August 2019 sind deshalb 

Arbeitswegkosten von Fr. 230.00 im Existenzminimum des Klägers zu 

berücksichtigen. 

 

3.6.2. 

3.6.2.1. 

Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum des Klägers einen 

Grundbetrag von Fr. 1'200.00 und Wohnkosten von Fr. 1'000.00. 

 

3.6.2.1.1. 

Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 10), der Kläger lebe im 

Konkubinat, der Grundbetrag reduziere sich somit auf Fr. 850.00. Die 

Wohnkosten seien nach grossen und kleinen Köpfen aufzuteilen, die 

 - 33 - 

 

 

Partnerin des Klägers habe zwei Kinder, die Wohnkosten seien somit durch 

sechs zu teilen. Der Kläger habe daher einen Drittel der Wohnkosten 

(Fr. 333.00) zu übernehmen.  

 

3.6.2.1.2. 

Der Kläger hält dem entgegen (Eingabe vom 19. November 2021, S. 11 f.), 

seine Partnerin und deren Kinder seien erst vor Kurzem bei ihm 

eingezogen, wobei zunächst geschaut werde, ob dies auch funktioniere. 

Seit dem Einzug erhalte die Partnerin keine Sozialhilfe mehr, da die 

finanziellen Verhältnisse des Haushalts massgebend seien. Der Kläger 

bezahle somit weiterhin die ganzen Wohnkosten. Zum jetzigen Zeitpunkt 

könne nicht von einer dauerhaften Wohngemeinschaft ausgegangen 

werden.  

 

3.6.2.2. 

Lebt eine unterhaltsberechtigte oder unterhaltspflichtige Person mit einem 

neuen Partner zusammen und liegt zwar keine auf längere Zeit, wenn nicht 

auf Dauer angelegte umfassende Lebensgemeinschaft zweier Personen 

unterschiedlichen Geschlechts mit grundsätzlich Ausschliesslichkeits-

charakter vor, die sowohl eine geistig-seelische als auch eine wirt-

schaftliche Komponente aufweist (verkürzt auch als Wohn-, Tisch- und 

Bettgemeinschaft bezeichnet; qualifiziertes Konkubinat) bzw. erfolgt keine 

finanzielle Unterstützung oder sind entsprechende Leistungen des neuen 

Partners nicht nachweisbar, kann eine sog. (einfache) Wohn- und 

Lebensgemeinschaft ("communauté de toit et de table"; "comunione di tetto 

e di tavola") vorliegen, die Einsparungen in den Lebenshaltungskosten mit 

sich bringt. Entscheidend ist dabei nicht die Dauer der Partnerschaft, 

sondern der wirtschaftliche Vorteil, der daraus gezogen wird. In Anlehnung 

an die betreibungsrechtlichen Richtlinien tragen die Partner die gemein-

schaftlichen Kosten (Grundbetrag, Miete usw.) anteilsmässig, selbst wenn 

die tatsächliche Beteiligung geringer sein sollte. Diese Kostenersparnis ist 

im Bedarf des unterhaltsberechtigten wie auch des unterhaltspflichtigen 

Ehegatten zu berücksichtigen (BGE 138 III 97 Erw. 2.3).  

 

3.6.2.3. 

Aufgrund der Akten und der Ausführungen der Parteien kann nicht genau 

bestimmt werden, in welchem Zeitpunkt die Partnerin des Klägers mit ihren 

beiden Kindern beim Kläger in Q. eingezogen sind. Da die Beklagte die 

Behauptung in der Berufungsantwort vom 5. November 2021 aufstellte und 

der Kläger in seiner Eingabe vom 19. November 2021 ausführte, die 

Partnerin sei erst vor Kurzem bei ihm eingezogen, ist der Zeitpunkt auf den 

1. November 2021 festzusetzen. Die vom Kläger geltend gemachte 

mangelnde Leistungsfähigkeit seiner Partnerin wird vom Kläger lediglich 

behauptet, aber nicht belegt, was ihm z.B. durch Vorlage des ablehnenden 

Entscheids der Wohnsitzgemeinde betreffend Ausrichtung von Sozialhilfe 

ohne Weiteres möglich gewesen wäre. Der Kläger äussert sich auch nicht 

 - 34 - 

 

 

dazu, ob die Kinder der Partnerin vom Vater einen Betreuungsunterhalt 

erhalten und aus welchen Gründen der Partnerin die Erzielung eines 

Erwerbseinkommens nicht möglich ist. Die mangelnde Leistungsfähigkeit 

der Partnerin des Klägers ist daher nicht genügend glaubhaft gemacht und 

es ist davon auszugehen, dass der Kläger aus der Wohn- und 

Lebensgemeinschaft mit seiner Partnerin einen wirtschaftlichen Vorteil 

zieht. Dem Kläger ist daher lediglich die Hälfte des einem Ehepaar 

zustehenden Grundbetrags (Ziff. I./3. der SchKG-Richtlinien), d.h. 

Fr. 850.00, und die Hälfte seiner Wohnkosten anzurechnen.  

 

3.6.3. 

Was die Höhe der klägerischen Wohnkosten anbelangt, ist in der Berufung 

unbeanstandet geblieben, dass die Vorinstanz diese mit Fr. 1'000.00 

veranschlagt hat. Erst in der Eingabe vom 19. November 2021 (S. 12) 

macht der Kläger höhere Wohnkosten geltend. Da er diese Vorbringen in 

der Berufung hätte geltend machen können und müssen, und das 

Replikrecht nicht dazu dient, die Berufung zu vervollständigen oder neue 

Kritik vorzutragen, sondern einzig bezweckt, dass die betreffende Partei zu 

sämtlichen Eingaben der Gegenpartei Stellung nehmen kann, ist nicht 

weiter darauf einzugehen. Aus dem gleichen Grund ist auch nicht auf die 

in der Eingabe des Klägers vom 19. November 2021 zum ersten Mal 

beanstandeten Gesundheitskosten des Klägers, welche von der Vorinstanz 

mit Fr. 100.00 bzw. Fr. 50.00 ab August 2019 veranschlagt wurden, 

einzugehen. Soweit der Kläger vorbringt (vgl. auch Eingabe vom 

19. November 2021, S. 15), die Beklagte wolle "offenbar eine Vervoll-

ständigung des vorinstanzlichen Verfahrens gestützt auf unzählige Noven", 

weshalb auch er sich veranlasst sehe, neue Belege ins Recht zu reichen, 

ist der Kläger darauf hinzuweisen, dass die Beklagte in der Berufungs-

antwort sämtliche Berufungsgründe tatsächlicher und rechtlicher Natur 

geltend machen kann, um allfällige Fehler des erstinstanzlichen Entscheids 

zu rügen, welche ihr im Falle einer abweichenden Beurteilung der Sache 

durch die Berufungsinstanz nachteilig sein könnten (Erw. 1 vorstehend). 

Dass die Beklagte in der Berufungsantwort diverse auch unechte Noven 

eingereicht hat, ist daher nicht zu beanstanden und der Kläger vermag, 

ausser seinem Anspruch auf Stellungnahme im Rahmen des Replikrechts, 

nichts weiter daraus abzuleiten. 

 

3.6.4. 

Die Vorinstanz veranschlagte die monatliche Steuerbelastung des 

Beklagten mit Fr. 950.00, was von beiden Parteien unbestritten geblieben 

ist (Berufungsantwort S. 10; Eingabe des Klägers vom 19. November 2021, 

S. 13). Es ist daher von monatlichen Steuern des Beklagten von Fr. 950.00 

auszugehen. 

 

 - 35 - 

 

 

3.6.5. 

Nach dem Gesagten sind die familienrechtlichen Existenzminima des 

Klägers wie folgt festzusetzen: 

 

1. Juni 2018 bis 31. Juli 2018: Fr. 4'235.00 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00; 

Wohnkosten: Fr. 1'000.00; Krankenkassenprämien*: Fr. 375.00; ungedeckte 

Gesundheitskosten: Fr. 100.00; Arbeitswegkosten: Fr 450.00; auswärtige Ver-

pflegung: Fr. 160.00; Steuern: Fr. 950.00) 

 

1. August 2018 bis 31. Dezember 2018: Fr. 4'345.00 (neu: Arbeitswegkosten: 

Fr 560.00) 

 

1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019: Fr. 4'526.55 (neu: Krankenkassenprämien: 

Fr. 556.55*) 

 

1. August 2019 bis 31. Oktober 2021: Fr. 4'146.55 (neu: ungedeckte 

Gesundheitskosten: Fr. 50.00; Arbeitswegkosten: Fr. 230.00) 

 

Ab 1. November 2021: Fr. 3'296.55 (neu: Grundbetrag: Fr. 850.00; Wohn-

kosten: Fr. 500.00) 

 

*Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum des Beklagten KVG-

Prämien von Fr. 375.00. Da aber vorliegend das familienrechtliche 

Existenzminimum massgebend ist, sind auch beim Beklagten die 

Zusatzversicherungen (VVG) zu berücksichtigen. Die Krankenkassen-

prämien für das Jahr 2019 belaufen sich auf Fr. 556.55 (Versicherungs-

police Swica, Klagebeilage 9 [KVG und VVG].  

 

3.7. 

3.7.1. 

Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für 

den in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt 

(Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt an sich auch für den gesamten Geld-

unterhalt (gemäss Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB). Soweit die Eltern getrennt 

leben, wird praktisch relevant, wer an wen welchen Geldbetrag zu 

entrichten hat. Im Streitfall gelten folgende Grundsätze: Steht das Kind 

unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, so leistet der 

obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag vollständig mittels 

Naturalunterhalt, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist. Der 

Geldunterhalt fällt vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von Geld- und 

Naturalunterhalt grundsätzlich vollständig dem anderen Elternteil anheim, 

weil dieser weitestgehend von den mit dem Naturalunterhalt erfüllten 

Aufgaben entbunden ist. Von diesem Grundsatz muss das Gericht jedoch 

ermessensweise abweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil 

leistungsfähiger ist als der andere. Ein Elternteil gilt in diesem 

Zusammenhang als leistungsfähig, wenn er mit seinem eigenen 

Einkommen seinen Bedarf zu decken vermag und darüber hinausgehend 

 - 36 - 

 

 

über einen Überschuss verfügt. Dabei stehen die Grössenordnung des 

Überschusses als solcher und das Verhältnis der Leistungsfähigkeit 

zwischen den Eltern in einer Wechselbeziehung. Je besser die finanziellen 

Verhältnisse sind und entsprechend höher der Überschuss des 

hauptbetreuenden Elternteils ausfällt, desto eher ist eine Beteiligung 

desselben am Barunterhalt des Kindes in Betracht zu ziehen. Andererseits 

kommt eine Beteiligung des hauptbetreuenden Elternteils infrage, wenn er 

leistungsfähiger ist als der andere Elternteil. Ist der hauptbetreuende 

Elternteil sogar überproportional leistungsfähiger als der andere Elternteil, 

ist er am Barunterhalt des Kindes zu beteiligen (BGE 5A_727/2018 Erw. 

4.3.2.2 mit zahlreichen Hinweisen). Nach herrschender Auffassung wirkt 

sich Naturalunterhalt, der bei Ausübung eines "ordentlichen" Besuchs-

rechts (jedes zweites Wochenende, drei bis vier Wochen Ferien pro Jahr 

sowie die Hälfte der Feiertage) geleistet wird, sodann nicht auf den 

Barunterhalt des nicht obhutsberechtigten Elternteils aus (BGE 

5A_96/2017 Erw. 4.2; HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des Unterhalts-

rechts, 2. Auflage, 2010, Rz 06.160). Erst ab einer Betreuung von weiteren 

20% (was bei fünf Wochentagen ohne Wochenende zwei Halbtagen oder 

einem weiteren Tag entspricht) sollte der so erbrachte Naturalunterhalt 

betragsreduzierend berücksichtigt werden (SCHWEIGERHAUSER, 

FamKomm Scheidung, Bd. I; 3. Auflage, 2017, N. 51 f. zu Art. 285 ZGB).  

 

3.7.2. 

3.7.2.1. 

Vorauszuschicken ist, dass die Vorinstanz den Beginn der Unterhaltspflicht 

zu Recht auf den 1. Juni 2018 festsetzte, nachdem der Kläger die 

Eheschutzklage mit dem Antrag auf Festsetzung von Unterhalt am 7. Juni 

2019 vor Vorinstanz anhängig gemacht hatte und die Unterhaltsbeiträge für 

die Zukunft und für das Jahr vor Einreichen des Begehrens gefordert 

werden können (Art. 173 Abs. 3 ZGB). Der Einwand des Klägers, mit dem 

Beginn der Unterhaltspflicht per 1. Juni 2018 sei eine unzulässige 

Rückwirkung von 13.5 Monaten erfolgt (Berufung S. 14), ist daher 

unbegründet. Der Kläger beanstandet des Weiteren die Berechnungs-

phase ab Januar 2024 mit Verweis auf das am 25. September 2020 

eingeleitete Scheidungsverfahren (Berufung S. 14 f.). Auch dieser Einwand 

ist unbegründet: Der Kläger legt nicht dar, inwieweit er durch die 

Berechnungsphase ab Januar 2024 beschwert ist. Falls das Scheidungs-

verfahren dannzumal abgeschlossen sein sollte, haben die Eheschutz- 

bzw. Präliminarmassnahmen keine Rechtswirkung mehr. Falls das 

Scheidungsverfahren über den Januar 2024 andauern sollte, ist auch 

dieser Zeitraum bereits geregelt.  

 

3.7.2.2. 

Vorliegend kommt dem Kläger ein Betreuungsanteil (vgl. zum Begrifflichen: 

BGE 5A_418/2019 Erw. 3.5.2, sowie vorne Erw. 2.1.1.3.) jedes zweite 

Wochenende (Freitagabend bis Sonntagabend), jeden Freitagnachmittag 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gvqv6ojwf4zdamjx

 - 37 - 

 

 

sowie sechs Wochen im Jahr zu (vorne Erw. 2.1. und 2.2.). Diesen 

Betreuungsanteilen ist bei der Bestimmung des an den Kindesunterhalt zu 

leistenden Geldbeiträge Rechnung zu tragen (Erw. 3.7.1. vorstehend, 

sowie BGE 5A_311/2019 Erw. 5.5 und  5A_952/2019 Erw. 6.3.1). Unter 

Berücksichtigung des Betreuungsanteils des Klägers sowie der Fremd-

betreuung von C. am Dienstag- und Donnerstagmittag bzw. -nachmittag 

(vgl. act. 130) sowie am Montagmittag, durch welche sich der Natural-

unterhalt der Beklagten entsprechend reduziert, sowie der Leistungs-

fähigkeit der Parteien erscheint es gerechtfertigt, der Beklagten 25% am 

Geldunterhalt von C. aufzuerlegen. 

 

3.7.3. 

Die Vorinstanz beschränkte den Überschussanteil von C. gestützt auf die 

Empfehlungen für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder der 

Kammer für Kinder- und Erwachsenenschutz des Obergerichts 

[XKS.2017.2]; Unterhaltsempfehlungen; Ziff. 2.3.1.) auf die Hälfte seines 

Barbedarfs ohne Fremdbetreuungskosten (Fr. 390.00, in der ersten Phase, 

Fr. 400.00 in der zweiten und Fr. 500.00 in der dritten Phase), was von der 

Beklagten beanstandet wird (Berufungsantwort S. 13). Das Bundesgericht 

hat in diesem Zusammenhang festgehalten, von einer Aufteilung des 

Überschusses nach "grossen und kleinen Köpfen" (Erw. 3.1 vorstehend) 

könne und müsse aufgrund der besonderen Konstellation im Einzelfall 

abgewichen werden, wobei im Urteil stets zu begründen sei, aus welchen 

Gründen die Regel zur Anwendung gebracht oder davon abgewichen 

werde. Limitiert werden könne der rechnerische Überschussanteil des 

Kindes aus erzieherischen und aus konkreten Bedarfsgründen namentlich 

bei weit überdurchschnittlich guten finanziellen Verhältnissen (BGE 

5A_52/2021 Erw. 7.2). 

 

In den verschiedenen Phasen ergeben sich die folgenden Überschüsse: 

 

1. Juni 2018 bis 31. Juli 2018:  

Fr. 6'875.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'412.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'235.00 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'851.50 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'614.50). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'375.00. 

 

1. August 2018 bis 31. Dezember 2018: 

Fr. 6'765.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'412.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'345.00 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'851.50 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'614.50). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'353.00. 

 

1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019: 

Fr. 6'742.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'484.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'526.55 ./. fam.rechtl. EM 

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Beklagte Fr. 4'989.90 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'389.50). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'348.00. 

 

1. August 2019 bis 31. Dezember 2019: 

Fr. 7'942.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'484.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'146.55 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'150.55 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'389.50). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'588.40. 

 

1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020: 

Fr. 7'628.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'146.55 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'521.60 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'332.65). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'525.65. 

 

1. Januar 2021 bis 31. Oktober 2021: 

Fr. 7'7488.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte 

Fr. 8'944.00 + Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'165.55 ./. 

fam.rechtl. EM Beklagte Fr. 4'150.55 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'564.45). Der Anteil 

von C. von einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von 

Fr. 1'549.70. 

 

1. November 2021 bis 31. Dezember 2021: 

Fr. 8'617.45 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'150.55 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'564.45). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'723.50. 

 

1. Januar 2022 bis 31. März 2022: 

Fr. 8'523.05 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'247.95 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'561.45). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'704.60. 

 

1. April 2022 bis 31. Dezember 2023: 

Fr. 8'623.05 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'247.95 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'461.45). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'724.60. 

 

Ab 1. Januar 2024: 

Fr. 8'423.05 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00 

+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM 

Beklagte Fr. 4'247.95 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'661.45). Der Anteil von C. von 

einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'684.60. 

 

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In der Zeit vom 1. Juni 2018 bis 31. Juli 2019 ergibt sich somit ein 

durchschnittlicher Überschussanteil von C. von rund Fr. 1'360.00. 

 

Vom 1. August 2019 bis 31. Oktober 2021 beträgt der Überschussanteil 

rund Fr. 1'550.00. 

 

Für die Zeit ab November 2021 ergibt sich ein Betrag von rund 

Fr. 1'700.00. 

 

Die finanziellen Verhältnisse der Parteien mit einem Gesamteinkommen 

von monatlich über Fr. 17'000.00 können als überdurchschnittlich gut 

bezeichnet werden. Aus den Akten ergibt sich allerdings nicht, dass die 

Parteien während des ehelichen Zusammenlebens einen ausserordentlich 

hohen Lebensstandard gepflegt haben. C. besucht in den Ferien 

Sportcamps, welche jedoch bereits als Fremdbetreuungskosten berück-

sichtigt werden. Als Ho