# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84ce43c6-b37f-5811-ba1d-1ff6da7b4961
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.05.2020 IV 2017/352
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-352_2020-05-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/352

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.08.2020

Entscheiddatum: 28.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2020
Würdigung eines psychiatrischen Gutachtens. Unzureichende Abklärung der 
Validen- und Invalidenkarriere (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 28. Mai 2020, IV 2017/352).

Entscheid vom 28. Mai 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2017/352

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Barmettler, MLaw, Stadelmann & Mäder 

Rechtsanwälte, St. Galler Strasse 99, Postfach, 9201 Gossau SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Februar 2013 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, von 1993 bis 1997 die Berufsausbildung 

zum kaufmännischen Angestellten mit Fähigkeitsausweis absolviert zu haben (vgl. auch 

IV-act. 16). Zurzeit arbeite er als kaufmännischer Angestellter in einem Pensum von 30 

Prozent. Die Arbeitgeberin berichtete am 6. März 2013 (IV-act. 10), der Versicherte 

arbeite seit dem 2. Juli 2012 während 12 Stunden pro Woche bei ihr und erhalte hierfür 

einen Grundlohn von Fr. 30.10 (zzgl. Fr. 8.49% Ferienentschädigung und Fr. 3.46 

Ferientagsentschädigung; total Fr. 33.70) pro Stunde. Dieser Lohn entspreche nicht der 

Arbeitsleistung; ein Drittel davon, also Fr. 10.--, sei Soziallohnanteil. Zuvor war der 

Versicherte vom 8. November 2007 bis 30. November 2010 bei der B.___ AG im 

Einrichtungshaus Z.___ tätig gewesen (IV-act. 18). Er hatte dort während 32 Stunden 

pro Woche (bei einer normalen betrieblichen Arbeitszeit von 40 Stunden) gearbeitet 

und einen Jahreslohn von Fr. 44'460.-- erzielt. Danach war der Versicherte vom 1. 

Januar 2012 bis 24. Februar 2012 bei der C.___ AG tätig gewesen, welche ihm 

aufgrund fachlicher Überforderung gekündigt hatte (IV-act. 40). Er hätte dort bei einer 

Arbeitszeit von 42.5 Stunden pro Woche einen Jahreslohn von Fr. 52'200.-- erzielt.

A.a. 

Am 21. Mai 2012 berichteten die Fachärzte der psychiatrischen Klinik Wil (IV-act. 

25), der Versicherte sei vom 20. Februar bis 22. Mai 2012 hospitalisiert gewesen. 

Beruflich habe der Versicherte eine Lehre als kaufmännischer Angestellter begonnen, 

welche er dann aber habe abbrechen müssen, da er nicht genügend Leistung gezeigt 

habe. Später habe er dann erfolgreich die Handelsschule abgeschlossen. Kürzlich habe 

er eine Weiterbildung als Sachbearbeiter im Rechnungswesen begonnen, welche er 

aber abgebrochen habe, da ihm die Belastung zu gross gewesen sei. Aus 

psychiatrischer Sicht leide der Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Episode 

ohne somatisches Syndrom und es bestehe der Verdacht auf eine kombinierte 

A.b. 

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Persönlichkeitsstörung mit anankastischen, selbstunsicheren sowie narzisstischen 

Zügen. Zum Austrittszeitpunkt sei der Versicherte voll arbeitsunfähig gewesen. Am 3. 

September 2013 berichtete Dr. med. D.___ von der psychiatrischen Klinik Wil (IV-act. 

33) über die teilstationäre Behandlung vom 9. Juli 2012 bis 20. März 2013, beim 

Versicherten seien eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis 

mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom, sowie eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit anankastischen, selbstunsicheren und narzisstischen Zügen 

diagnostiziert worden. Am 4. Juni 2013 berichteten die Fachärzte der Klinik Gais AG, 

psychosomatische Abteilung (IV-act. 27), der Versicherte sei vom 27. März bis 23. April 

2013 bei ihnen in stationärer Behandlung gewesen. Er leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung, gegenwärtig remittiert, bestehend seit Kindheit/Jugend, an einer 

sozialen Phobie sowie an rezidivierenden Knieschmerzen rechts bei Belastung. Ab dem 

Austritt bis zum 28. April 2013 sei der Versicherte zu 100 Prozent und ab dem 29. April 

2013 bis 7. Mai 2013 zu 70 Prozent arbeitsunfähig gewesen; für die Zeit danach habe 

der nachbehandelnde Arzt die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen.

Im Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen erhielt der Versicherte vom 1. 

November 2013 bis 1. Oktober 2014 einen persönlichen Support in Form eines 

Coachings (IV-act. 46 und 59). Für den Zeitraum vom 1. April 2014 bis 30. September 

2014 wurden ein Arbeitsversuch zugesprochen und ein Taggeld ausbezahlt (IV-act. 60). 

Am 1. Oktober 2014 trat der Versicherte eine unbefristete Stelle bei der E.___ AG in der 

Funktion als Sachbearbeiter zu einem Beschäftigungsgrad von 70 Prozent mit einem 

Jahreslohn von Fr. 45'500.-- an (IV-act. 76). Im Rahmen des Eingliederungsplans erhielt 

die Arbeitgeberin während der Einarbeitungszeit vom 1. Oktober 2014 bis 31. 

Dezember 2014 einen monatlichen Einarbeitungszuschuss von Fr. 1'900.-- (IV-act. 77 

und 79). Am 14. Januar 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie ihn im 

Rahmen der Arbeitsvermittlung weiterhin am derzeitigen Arbeitsplatz unterstütze (IV-

act. 82). Die Arbeitgeberin gab am 11. März 2015 an (IV-act. 84), sie schätze die 

Leistung des Versicherten auf maximal 60 Prozent.

A.c. 

Am 30. April 2015 berichtete die Psychologin lic. phil. F.___, Fachpsychologin für 

Psychotherapie FSP, der Versicherte leide (mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) 

an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig leichten 

depressiven Episode sowie an ängstlich-selbstunsicheren Persönlichkeitszügen (IV-act. 

A.d. 

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89). Sie schätze die Arbeitsfähigkeit auf 70 Prozent. Die Tätigkeit am jetzigen 

Arbeitsplatz sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht sicher zumutbar; sie 

trage zum Erhalt des Selbstwerterlebens bei.

Mit einem Vorbescheid vom 6. Mai 2015 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung des Begehrens um Rentenleistung an (IV-act. 92). Zur Begründung 

führte sie an, dass gemäss der aktuellen Rechtsprechung leichtgradige depressive 

Episoden oder Störungen und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren 

Zügen nicht als invalidisierend gelten würden. Am 6. Juli 2015 liess der Versicherte 

einen Einwand erheben (IV-act. 99). Sein Rechtsvertreter beantragte im Wesentlichen, 

es seien aufgrund einer unrichtigen bzw. unvollständigen Sachverhaltsabklärung 

weitere Abklärungen zu tätigen und es sei eine allseitige ärztliche sowie psychiatrische 

Untersuchung und Begutachtung vorzunehmen. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten 

am 17. November 2015 mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine 

medizinische Untersuchung (Psychiatrie) notwendig sei.

A.e. 

Am 7. März 2016 erstattete Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 128). Er führte aus, dass sich 

keinerlei Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich einer 

symptomatischen psychischen Störung, einer Schizophrenie, einer schizotypen oder 

wahnhaften Störung hätten finden lassen. Der Versicherte habe über einen 

unregelmässigen Cannabiskonsum berichtet, wobei er dann immer drei bis vier Joints 

pro Tag rauche; dies mache er, seit er zwanzig oder einundzwanzig Jahre alt sei. Dr. 

G.___ führte dazu aus, er könne aufgrund dieser Angaben und der positiven Urinproben 

nicht genau sagen, ob eine Cannabisabhängigkeit bestehe. Insgesamt komme aktuell 

die Diagnose einer eigentlichen depressiven Episode (leicht, mittelgradig oder schwer) 

aufgrund der Phänomenologie nicht in Frage. Plausibel erscheine eine rezidivierende 

depressive Störung; weil aktuell die Kriterien für das Vorliegen einer eigentlichen 

depressiven Episode aber nicht erfüllt seien, sei diese remittiert. Weiter führte Dr. G.___ 

aus, der Versicherte leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit 

anankastischen und ängstlich-vermeidenden Zügen. Diese Störung beeinflusse die 

Leistungsfähigkeit, weil der Versicherte sehr unsicher sei und seine Tätigkeit immer 

wieder nachkontrollieren müsse, wodurch er Zeit verliere. Die Tatsache, dass die 

Präsenzzeit nicht auf 100 Prozent habe gesteigert werden können, weil der Versicherte 

A.f. 

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zu spät ins Bett gegangen und aufgestanden sei bzw. zu lange gebraucht habe, um am 

Arbeitsplatz zu erscheinen, könne nicht ohne weiteres mit der kombinierten 

Persönlichkeitsstörung erklärt werden. Bei einer Anwesenheit von 100 Prozent sei 

vielmehr zu erwarten, dass eine höhere Leistungsfähigkeit möglich sei, weil sich die 

Persönlichkeitsstörung immer gleichermassen auf die Leistungsfähigkeit auswirke. Eine 

Schätzung der Arbeitsfähigkeit könne erst abgegeben werden, wenn eine gewisse 

Cannabisabstinenzzeit (drei Monate) nachgewiesen sowie eine neuropsychologische 

Abklärung durchgeführt worden seien.

Am 2. Juni 2016 wurde der Versicherte von der IV-Stelle aufgefordert, sich für die 

erforderliche medizinische Abklärung für drei Monaten monatlichen 

Urinuntersuchungen zu unterziehen. Am 17.08.2016 (IV-act. 138-2), 23. September 

2016 (IV-act. 143), 21. Oktober 2016 (IV-act. 150-2), 23. November 2016 (IV-act. 158-1) 

sowie am 13. Dezember 2016 (IV-act. 158-2) fiel der Test auf Cannabiskonsum jeweils 

negativ aus. Am 1. März 2017 erstatteten die Psychologen lic. phil. H.___ und Dr. phil. 

I.___ von der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) im Auftrag der 

IV-Stelle ein neuropsychologisches Konsilium (IV-act. 167). Sie gaben an, im 

Vordergrund der neuropsychologischen Befunde stehe bei einem 

unterdurchschnittlichen allgemeinen intellektuellen Leistungsniveau (Gesamt-IQ von 88) 

eine leichte Exekutivstörung hinsichtlich der Aufmerksamkeitsregulation, der Planung 

und der Strukturierung. Die kognitiven Einbussen entsprächen insgesamt einer leichten 

kognitiven Störung. Im intellektuellen Bereich entsprächen die sprachlichen Leistungen 

dabei grenzwertig einer Lernbehinderung. Dabei ständen leichte 

Exekutivfunktionsstörungen bezüglich Aufmerksamkeitsregulation (im Sinne eines 

mangelnden Aufrechterhaltens der konzentrativen Leistungen) sowie leicht bis 

mittelschwere Defizite beim Erkennen logischer Ereignisfolgen und im verbal-

exekutiven Bereich hinsichtlich des verbalen Antriebs im Vordergrund. Zudem zeige 

sich auch ein auffälliges Planungsverhalten beim Kopieren einer komplexen Figur. Im 

Sprachbereich objektiviere sich ein leicht bis mittelschwer reduzierter Wortschatz beim 

Definieren von Begriffen; daneben verfüge der Versicherte über ein leicht vermindertes 

Allgemeinwissen. Bessere Leistungen zeigten sich bei einer externen Strukturvorgabe. 

Zusammenfassend seien häufige Leistungseinbrüche und, insbesondere bei 

komplexen Aufgaben, Schwierigkeiten mit einer ausgeprägten Verlangsamung deutlich 

A.g. 

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geworden. Im Verhalten sei es besonders unter Druck zu einem sprachlichen Stottern 

gekommen. In der angestammten Tätigkeit sei daher von einer um 20 bis 30 Prozent 

reduzierten Arbeitsleistung bei einem vollen Arbeitspensum auszugehen. 

Schwierigkeiten könnten bei komplexen Tätigkeiten oder Tätigkeiten unter Zeitdruck 

auftreten. Gute Leistungen seien hingegen bei einfachen Aufgaben und 

Routinetätigkeiten möglich.

Am 17. März 2017 nahm der Gutachter Dr. G.___ (in Ergänzung zum Gutachten 

vom 7. März 2016) zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten Stellung (IV-act. 170). Er führte 

aus, die Stärken des Versicherten lägen nicht im kognitiven Bereich, weshalb die 

jetzige Tätigkeit nicht ganz ideal adaptiert sei. Am besten geeignet wäre eine Tätigkeit 

mit einfachen, gut strukturierten, möglichst repetitiven Aufgaben. Insgesamt sei in der 

Arbeitsfähigkeit eine Einschränkung von 30 Prozent in der erlernten und angestammten 

Tätigkeit begründet, die bereits seit Abschluss der Berufsausbildung bestehe. In einer 

ideal adaptierten Erwerbstätigkeit sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 

erwarten; bei einer solchen Tätigkeit habe nie eine Einschränkung bestanden. Ideal sei 

eine klar strukturierte Tätigkeit, die keine hohen intellektuellen Anforderungen stelle und 

die regelmässige Arbeitszeiten mit sich allenfalls wiederholenden Aufträgen sowie 

möglichst einfache und repetitive Arbeiten beinhalte.

A.h. 

Mit einem Vorbescheid vom 6. Juni 2017 orientierte die IV-Stelle den Versicherten 

darüber, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 176). Zur 

Begründung führte sie aus, dass dem Versicherten gemäss den Darlegungen des 

Gutachters Dr. G.___ eine adaptierte Tätigkeit zu 100 Prozent zumutbar sei. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 76'710.-- (gemäss Salärempfehlung KV Schweiz, Kaufmann 

EFZ, Median) und einem Invalideneinkommen von Fr. 66'453.— (gemäss LSE Schweiz, 

privater Sektor, Niveau 1) ergebe sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 10'257.--, woraus 

ein Invaliditätsgrad von 13 Prozent resultiere. Am 7. Juli 2017 liess der Versicherte 

einwenden (IV-act. 177), das Gutachten weise diverse Widersprüche und Unklarheiten 

auf. Sein Rechtsvertreter führte aus, die Leistungsfähigkeit des Versicherten liege 

gemäss der Arbeitgeberin bei 50 bis 60 Prozent, wobei kein Steigerungspotential 

bestehe. Weiter sei bei der Bemessung des Invalideneinkommens ein "Leidensabzug" 

vorzunehmen. Das Invalideneinkommen habe sich nach der derzeitigen Anstellung zu 

richten und betrage daher maximal Fr. 45'500.--. Bei der Ermittlung des 

A.i. 

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B.  

Valideneinkommens sei zu berücksichtigen, dass der Versicherte im Gesundheitsfall 

infolge einer Ausbildung zum Sachbearbeiter im Rechnungswesen ein höheres 

Einkommen erzielen könnte. Entsprechend habe sich das Einkommen nach den 

angewandten Salärempfehlungen KV Schweiz bei Angestellten, die über einen 

Fachausweis im Bereich Finanz- und Rechnungswesen verfügten, zu richten, womit 

von einem Einkommen von mindestens Fr. 107'870.-- auszugehen sei. Dem 

Versicherten sei daher mindestens eine Viertelsrente zu gewähren. Mit einer Verfügung 

vom 25. August 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-

act. 178). Bezugnehmend auf die Einwände des Versicherten hielt sie fest, dass das 

Gutachten von Dr. G.___ nachvollziehbar sei, so dass auf es abgestellt werden könne. 

Zwischen der von der Arbeitgeberin angegebenen Leistungsfähigkeit von 50 bis 60 

Prozent und der von Dr. G.___ angegebenen Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent für die 

angestammte Tätigkeit bestehe nur eine geringe Differenz. Eine erneute Nachfrage bei 

der Arbeitgeberin sei wegen des familieninternen Bezuges nicht zielführend, da 

möglicherweise eine wohlwollende Haltung eingenommen würde. Bei einer einfacheren 

Tätigkeit mit den im Gutachten definierten Adaptionskriterien würden die durch die 

Persönlichkeitsstörung bedingten Einschränkungen kaum ins Gewicht fallen, daher 

rechtfertige sich auch kein "Leidensabzug". Die adaptierte Arbeitsfähigkeit sei auf 100 

Prozent geschätzt; dem Versicherten stehe eine breite Palette von körperlichen 

Tätigkeiten mit den dargelegten Adaptionskritierien zur Verfügung. Das 

Invalideneinkommen orientiere sich daher am LSE-Wert. Auf das Einkommen bei der 

jetzigen Anstellung könne nicht abgestellt werden, weil die Restarbeitsfähigkeit nicht 

ausgeschöpft werde. Bezüglich des Valideneinkommens sei auf das vom Versicherten 

am 6. Juli 2015 (IV-act. 99) vorgeschlagene Einkommen abgestellt worden. Eine 

Weiterbildung als Sachbearbeiter im Rechnungswesen sei aufgrund der 

unterdurchschnittlichen kognitiven Grundkonstitution unrealistisch. Daher könne am 

Invaliditätsgrad von 13 Prozent festgehalten werden; weitere Abklärungen seien nicht 

notwendig.

Am 25. September 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. August 2017 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

B.a. 

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Durchführung einer ergänzenden psychiatrischen Untersuchung sowie die Zusprache 

mindestens einer Viertelsrente. Eventualiter sei die Sache mit der Auflage, eine weitere 

psychiatrische Untersuchung einzuholen, an die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur Begründung führte er an, die 

"familieninterne" Arbeitgeberin habe die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

objektiv beurteilt; die gegenteiligen Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 

fänden keinerlei Stütze in den Verfahrensakten. In der Differenz zwischen der vom 

psychiatrischen Gutachter Dr. G.___ und der von der Arbeitgeberin geschätzten 

Arbeitsfähigkeit sei ein Widerspruch erkennbar. Auch die Psychologin lic. phil. F.___ 

habe geäussert, dass die Konzentrationsleistungsfähigkeit bei 50 Prozent 

ausgeschöpft sei und keine höhere Leistungsfähigkeit bestehe; hierauf gehe der 

Gutachter nicht ein. Nicht nachvollziehbar sei auch, dass der Gutachter bezüglich der 

vorweg ideal und anschliessend nicht ideal adaptierten Arbeitsstelle seine Meinung 

diametral geändert habe und dem Beschwerdeführer mithin ein Arbeitsplatzwechsel 

nahegelegt werde. Nicht zuletzt sei es aber dem (jetzigen) besonderen Arbeitsplatz zu 

verdanken, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

stabilisiert habe; darauf werde im Gutachten zu wenig eingegangen. Das gelte auch 

bezüglich der Auswirkungen eines Arbeitsplatzwechsels. Das Gutachten von Dr. G.___ 

sei unvollständig bzw. widersprüchlich und deshalb dem Gutachter zur Klärung erneut 

vorzulegen. Auch bei einer Weiterführung der psychiatrischen Behandlung sei keine 

Besserung des psychischen Gesundheitszustandes zu erwarten. Die bestehende 

rezidivierende depressive Störung wirke sich, wie auch aus den Arztberichten 

hervorgehe, durchwegs auf die Arbeitsfähigkeit aus und sie sei therapieresistent. Sie 

sei daher bei der Bemessung "des noch Zumutbaren" und des Invalideneinkommens 

zwingend zu berücksichtigen. Es könne (bezüglich des Invalideneinkommens) nicht auf 

die Tabellenlöhne abgestellt werden, da beim Beschwerdeführer "eine breite Palette an 

möglichen handwerklichen Arbeitstätigkeiten" von vornherein ausser Betracht falle, weil 

der Beschwerdeführer handwerklich nicht begabt sei. Daher sei für die Ermittlung des 

Invalideneinkommens auf das tatsächlich erzielte Einkommen bei der gegenwärtigen, 

gefestigten Anstellung abzustellen. Ohne gesundheitliche Einschränkung hätte der 

Beschwerdeführer eine Weiterbildung zum Sachbearbeiter im Rechnungswesen 

absolviert, was bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu berücksichtigen sei. Die 

angefochtene Verfügung beruhe auf einem falschen bzw. unvollständigen Sachverhalt, 

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 25. August 2017 hat die Beschwerdegegnerin 

womit die Höhe des Validen- und Invalideneinkommens erst nach einer Ergänzung der 

gutachterlichen Feststellungen genau beziffert werden könne.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 4. Dezember 2017 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten von Dr. G.___ 

entspreche den vom Bundesgericht aufgestellten Anforderungen, so dass auf es 

abgestellt werden könne. Gestützt auf die neuropsychologisch erhobenen 

Einschränkungen und auf die Ausführungen im Gutachten von Dr. G.___ erscheine die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine ideal adaptierte Tätigkeit als nachvollziehbar. Zur 

Festlegung des Invalideneinkommens werde nur ausnahmsweise auf das tatsächlich 

erzielte Einkommen abgestellt. Bei Unselbständigerwerbenden sei selten der Fall 

gegeben, dass nach dem Eintritt der gesundheitlichen "Einbusse" ein Einkommen aus 

einer stabilen Tätigkeit erzielt werde, welche die vollumfängliche Verwertung der 

Restarbeitsfähigkeit erlaube. Die Praxis greife daher auf die LSE-Tabellenwerte zurück. 

Dabei seien die gesamtschweizerischen Tabellenlöhne zu berücksichtigen. Ein 

Tabellenlohnabzug rechtfertige sich nicht; aus somatischer Sicht bestehe keine 

Einschränkung und eine psychisch bedingte verstärkte Rücksichtnahme seitens der 

Vorgesetzten und der Arbeitskollegen gelte nicht als eigenständiger abzugsfähiger 

Umstand.

B.b. 

Der Beschwerdeführer liess am 12. März 2018 an seinen Anträgen festhalten (act. 

G 12). Unter anderem führte sein Rechtsvertreter ergänzend aus, dass in der 

Stellungnahme von Dr. G.___ vom 17. März 2017 (IV-act. 170) die Unterschrift fehle. 

Zudem wies er auf die jüngst präzisierte bundesgerichtliche Auffassung (BGer 

8C_841/2016) zur Therapieresistenz von depressiven Störungen hin. Entsprechend sei 

die rezidivierende depressive Störung bei der Gesamtbeurteilung der Erwerbstätigkeit 

zwingend zu berücksichtigen.

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin hielt am 19. März 2018 an ihren Anträgen fest (act. G 

14). 

B.d. 

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das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen. Da das 

Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel hat, 

muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken. Folglich 

ist nur zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat.

2.  

3.  

Der Rentenanspruch entsteht frühestens sechs Monate nach der Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, 

die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind (Art. 28 Abs. 1 

lit. b IVG). Der Beschwerdeführer hat sich im Februar 2013 zum Leistungsbezug 

angemeldet. Er war in seiner bisherigen Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter ab 

dem 9. Februar 2012 vollständig (IV-act. 4 und 5-3), vom 1. Juli 2012 bis 26. März 2013 

zu 70 Prozent (IV-act. 3, 5-1 f. und 15-2) und vom 27. März 2013 bis 28. April 2013 zu 

100 Prozent arbeitsunfähig (IV-act. 27-3). Unter der Berücksichtigung der 

sechsmonatigen Frist (Art. 29 Abs. 1 IVG) und des sogenannten Wartejahrs (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG) ist der potentielle Rentenbeginn auf den August 2013 festzusetzen. 

Basis für den Einkommensvergleich bilden somit die Verhältnisse im Jahr 2013.  

4.  

Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität 

wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre.

2.1. 

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Der Beschwerdeführer hat gemäss seinen überzeugenden Angaben eine 

Berufslehre als kaufmännischer Angestellter aufgrund ungenügender Leistungen 

abbrechen müssen. Er hat dann eine Ausbildung an der Handelsschule aufgenommen 

und diese mit dem Handelsdiplom abgeschlossen. Anschliessend hat der 

Beschwerdeführer im Betrieb seines Vaters ein einjähriges Praktikum absolviert, bevor 

er schliesslich die Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten hat abschliessen 

können. Danach hat der Beschwerdeführer eine Ausbildung als "Sachbearbeiter in 

Rechnungswesen" absolvieren wollen, wobei er jedoch aufgrund der zu gross 

werdenden Belastung gescheitert ist. Der berufliche Werdegang zeigt, dass der 

Beschwerdeführer eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich angestrebt hat. In 

Bezug auf die Validenkarriere stellt sich nun die Frage, welchen Beruf der 

Beschwerdeführer heute ohne die gesundheitliche Einschränkung ausüben würde. 

Gemäss dem neuropsychologischen Konsilium vom 1. März 2017 (IV-act. 167; vgl. im 

Sachverhalt Bst. A.g mit weiteren Hinweisen) weist der Beschwerdeführer einen 

Gesamt-IQ von 88 und damit ein eher tiefes intellektuelles Leistungsniveau auf. Selbst 

wenn er nicht bereits aufgrund der übrigen bei der neuropsychologischen Abklärung 

festgestellten Beeinträchtigungen beim Versuch, eine höher qualifizierte kaufmännische 

Ausbildung zu absolvieren gescheitert wäre, hätte er aufgrund seines eher tiefen 

intellektuellen Leistungsniveaus nur eine bescheidene berufliche Qualifikation erlangen 

können. Daraus darf aber, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin, nicht 

gefolgert werden, dass der Beschwerdeführer auch bei (fiktiv) vollständig erhaltener 

Gesundheit nur jene berufliche Qualifikation erreicht hätte, über die er effektiv verfügt. 

Die Frage nach der Validenkarriere des Beschwerdeführers lässt sich erst beantworten, 

wenn bekannt ist, ob das eher tiefe intellektuelle Leistungsniveau auf die (wohl 

psychiatrische/neuropsychologische) Gesundheitsbeeinträchtigung zurückzuführen ist. 

Sollte das der Fall sein, muss davon ausgegangen werden, dass der 

Beschwerdeführer, wäre er gesund gewesen, eine qualifizierte kaufmännische 

Ausbildung (beispielsweise zum Sachbearbeiter Rechnungswesen) absolviert hätte, da 

er über ein deutlich höheres intellektuelles Leistungspotential verfügt hätte. Das 

Valideneinkommen läge dann wohl deutlich über dem von der Beschwerdegegnerin 

berücksichtigten Betrag von Fr. 76'710.-. Sollte das eher tiefe intellektuelle 

Leistungsniveau aber nicht die Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung sein, wäre es 

nicht selbst als Gesundheitsbeeinträchtigung zu qualifizieren. Es wäre vielmehr als eine 

Ausprägung der "Normalität" zu betrachten. Die Validenkarriere bestünde also in der 

Ausübung einer Tätigkeit im kaufmännischen Bereich, die der Beschwerdeführer mit 

einem IQ von 88 bzw. mit der entsprechenden intellektuellen Leistungsfähigkeit 

bestenfalls hätte erreichen können. Da die Frage, ob das bestehende intellektuelle 

Leistungsniveau das Ergebnis einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist oder ob es sich 

4.1. 

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5.  

dabei um eine Ausprägung der "Normalität" ohne Krankheitswert handelt, anhand der 

dem Gericht vorliegenden Akten nicht beantwortet werden kann, lässt sich die 

Validenkarriere des Beschwerdeführers nicht bestimmen, so dass auch die Frage nach 

dem Valideneinkommen offenbleiben muss. Der Sachverhalt erweist sich demnach als 

unzureichend geklärt. Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen 

ist, wird die entsprechenden Abklärungen vornehmen. Sollte sich dabei ergeben, dass 

das eingeschränkte intellektuelle Leistungsvermögen (IQ von 88) die Folge einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung ist, wird die Beschwerdegegnerin zu klären haben, über 

welches intellektuelle Leitungsniveau der Beschwerdeführer im (fiktiven) 

Gesundheitsfall verfügen würde und welche berufliche Qualifikation (wohl im 

kaufmännischen Bereich) er hätte erwerben können, um dann anhand der 

entsprechenden Validenkarriere das Valideneinkommen zu ermitteln. Sollten die 

weiteren Abklärungen ergeben, dass das eher tiefe intellektuelle Leistungsniveau eine 

Variante der "Normalität" ist, wird zu prüfen sein, welche berufliche Qualifikation der 

Beschwerdeführer ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung erreicht hätte, um so die 

Validenkarriere und damit das Valideneinkommen zu bestimmen. Bei beiden Varianten 

wird die Beschwerdegegnerin auf berufsberaterisches Fachwissen abstellen.

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Zur Abklärung des 

Gesundheitszustandes hat die Beschwerdegegnerin ein neuropsychologisches 

Konsilium und ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Es ist zu prüfen, ob 

dem neuropsychologischen Konsilium und dem (sich teilweise auf dieses Konsilium 

stützenden) ergänzten Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob die dort 

angegebene Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit belegt ist.

5.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

125 V 351, E. 3a). Vorliegend hat der psychiatrische Sachverständige Dr. G.___ den 

Anlass und die Dauer der Begutachtung umschrieben (Gutachten Ziff. 1.). Er hat 

sämtliche relevanten Vorakten miteinbezogen, wiedergegeben und sich – entgegen den 

Behauptungen des Beschwerdeführers – umfassend und sorgfältig mit ihnen 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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auseinandergesetzt (Gutachten Ziff. 2.). Zusätzlich hat er bei der Psychologin lic. phil. 

F.___ auch noch telefonische Auskünfte eingeholt (Gutachten Ziff. 4). Er hat den 

Beschwerdeführer persönlich untersucht sowie seine subjektiven Klagen und 

Schilderungen aufgenommen (Gutachten Ziff. 3.). Die Untersuchungsbefunde – 

inklusive jener der Zusatzuntersuchungen – sind jeweils einzeln gewürdigt und 

abschliessend beurteilt worden (Gutachten Ziff. 5. und 6.1. bis 6.3.). Die Diagnosen und 

die Ausführungen zu deren Wechselwirkungen sind klar und nachvollziehbar 

(Gutachten Ziff. 6.4.); insbesondere wird – entgegen den Einwendungen des 

Beschwerdeführers – auch klar, aus welchem Grund die diagnostizierte rezidivierende 

depressive Störung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat, denn diese war im 

Begutachtungszeitpunkt remittiert (weshalb der Beschwerdeführer zum 

Begutachtungszeitpunkt auch nicht in Behandlung war; vgl. Gutachten Ziff. 6.7.). Auch 

die Angaben zur bisherigen Behandlung und zum Verhalten des Beschwerdeführers 

(insb. bezüglich allfälliger Diskrepanzen) sind nachvollziehbar (Gutachten Ziff. 6.5. f.). 

Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hat Dr. G.___ ausgeführt, dass er diese erst beurteilen 

könne, wenn nach einer dreimonatigen Cannabisabstinenz eine neuropsychologische 

Beurteilung durchgeführt worden sei (Gutachten Ziff. 7.). Ein entsprechendes 

neuropsychologisches Konsilium ist am 1. März 2017 durch die Neurologie des KSSG 

erstattet worden (IV-act. 167). Den Akten lässt sich nichts entnehmen, das Zweifel am 

Ergebnis der neurologischen Abklärung wecken würde. In seiner Gutachtensergänzung 

hat sich Dr. G.___ mit dem Ergebnis der neuropsychologischen Abklärung 

auseinandergesetzt (IV-act. 170-1 ff.), bevor er anschliessend eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hat (IV-act. 170-3 ff.). Damit hat der 

psychiatrische Gutachter den gutachterlichen Fragenkatalog (vgl. auch IV-act. 106), der 

die vom Bundesgericht vorgegebenen Standardindikatoren (BGE 141 V 281) 

mitumfasst und auch bei depressiven Störungen zur Anwendung gelangt (BGE 143 V 

409), beantwortet, womit das Gutachten vollständig ist.

 Dr. G.___ hat im Gutachten angegeben, dass der Beschwerdeführer in der 

bisherigen, erlernten Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter mit Berufsausbildung zu 

70 Prozent arbeitsfähig sei (IV-act. 170-3 f.). Die verminderte Leistungsfähigkeit 

äussere sich darin, dass der Beschwerdeführer eine erhöhte Fehleranfälligkeit und ein 

Bedürfnis zu einem vermehrten Kontrollieren aufweise, wodurch sich sein Arbeitstempo 

reduziere. Die 30-prozentige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hänge jedoch vom 

Profil der effektiven Tätigkeit ab; je näher die ausgeübte Tätigkeit einer idealadaptierten 

Tätigkeit komme, desto weniger wirkten sich die Einschränkungen aus. Eine ideal 

adaptierte Tätigkeit sei sogar zu 100 Prozent zumutbar (IV-act. 170-4 f.). Eine ideal 

adaptierten Tätigkeit sei möglichst einfach und repetitiv (Routinetätigkeiten), stelle 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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6.

Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung vom 25. August 2017 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen sowie zur neuen Verfügung über das Rentenbegehren des 

Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.  

keine hohen intellektuellen Anforderungen, sei klar strukturiert, erfordere regelmässige 

Arbeitszeiten und ermögliche allenfalls die Wiederholung von Aufträgen. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G.___ stimmt mit den Angaben im 

neuropsychologischen Konsilium überein. Die angegebenen Leistungseinschränkungen 

sind angesichts des verminderten Leistungsniveaus des Beschwerdeführers 

nachvollziehbar. Die von Dr. G.___ angegebene Arbeitsfähigkeit überzeugt deshalb. Die 

Beschwerdegegnerin hat zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf einen nicht 

branchenspezifischen Hilfsarbeiterlohn (IV-act. 174) abgestellt, d.h. sie ist von einer 

Invalidenkarriere des Beschwerdeführers als Hilfsarbeiter in irgendeiner Branche 

ausgegangen, ohne vorab zu klären, ob es dem Beschwerdeführer möglich wäre, seine 

Arbeitsfähigkeit mit dem höchstmöglichen Arbeitsfähigkeitsgrad und mit dem höchsten 

Lohnpotential im kaufmännischen Bereich zu verwerten und so ein höheres 

Invalideneinkommen als die von der Beschwerdegegnerin angerechneten Fr. 66'453.- 

zu erzielen. Die Beschwerdegegnerin hat daher unter Beizug berufsberaterischen 

Fachwissens abzuklären, ob der Beschwerdeführer bei einer Tätigkeit im 

kaufmännischen Bereich oder in einer adaptierten Hilfstätigkeit unter Berücksichtigung 

des jeweils massgebenden Arbeitsfähigkeitsgrades und des entsprechenden 

Lohnpotentials das höhere Invalideneinkommen erzielen kann.

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, ist dieses Urteil von einer mitwirkenden 

Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 VRP/SG, sGS 951.1).

7.1. 
ter

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. 

Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles 

Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.1). 

Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

7.2. 

bis

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 25. August 2017 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und anschliessenden neuen 

Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer 

zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote 

eingereicht. In durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfällen, zu denen dieses 

Beschwerdeverfahren zu zählen ist, spricht das Versicherungsgericht praxisgemäss 

eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu.

7.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 28.05.2020
	Würdigung eines psychiatrischen Gutachtens. Unzureichende Abklärung der Validen- und Invalidenkarriere (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Mai 2020, IV 2017/352).

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		2025-07-19T03:52:08+0200
	"9001 St.Gallen"
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