# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1be42df9-aa4b-5afd-95f5-d26f53ab729b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.03.2012 E-2937/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2937-2009_2012-03-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-2937/2009 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, Richter François Badoud,    

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   Parteien 
 

A._______, 

Kosovo und Serbien,   

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 2. April 2009 / N (…). 

 

 

E-2937/2009 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Gemäss eigenen Angaben verliess die Beschwerdeführerin, eine Staats-

angehörige der Republik Kosovo, serbischer Ethnie, ihren Heimatstaat 

am 17. August 2008 und reiste mit ihren Eltern und Geschwistern (N (…); 

E-2934/2009 und N (…); E-2936/2009) über Serbien, Ungarn, Österreich 

und Deutschland am 19. August 2008 in die Schweiz ein, wo sie gleichen-

tags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Kurzbefragung vom 29. August 

2008 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ und der 

Anhörung vom 28. November 2008 zu den Asylgründen machte sie im 

Wesentlichen Folgendes geltend: 

Sie habe Kosovo verlassen, da es dort nicht mehr sicher sei und keine 

Bewegungsfreiheit habe. Seit ihrem neunten Lebensjahr habe sie Bom-

benangriffe erlebt und lebe deshalb in ständiger Angst. Sie habe in Koso-

vo keine Freiheit und keine Möglichkeit, an einen anderen Ort zu gehen. 

Es gebe immer wieder Entführungen, weshalb sie Angst gehabt habe auf 

dem Schulweg. Auf dem Schulweg sei sie zudem von Albanern bedroht 

und beschimpft worden.  

Anlässlich der Befragung zur Person reichte die Beschwerdeführerin ihre 

Identitätskarte zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 2. April 2009, eröffnet tags darauf, lehnte das BFM 

das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete ihre Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Die Vorinstanz begründete 

den ablehnenden Asylentscheid damit, dass die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft ge-

mäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 

nicht stand hielten. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar 

und möglich. Für die detaillierte Begründung wird, soweit wesentlich, auf 

die Erwägungen verwiesen. 

C.  

Mit Beschwerde vom 30. April 2009 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung vom 

2. April 2009 und die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen 

des Asylgesetzes. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Anweisung an die kan-

tonale Migrationsbehörde, von Vollzugshandlungen abzusehen. Zusam-

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Seite 3 

men mit der Rechtsmitteleingabe brachte sie eine Bestätigung von be-

suchten Sprachkursen bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. Mai 2009 stellte die Instruktionsrichterin 

den legalen Aufenthalt der Beschwerdeführerin während des Verfahrens 

fest. Gleichzeitig setzte sie ihr Frist zur Leistung eines Kostenvorschus-

ses. Dieser ging am 26. Mai 2009 fristgerecht beim Bundesverwaltungs-

gericht ein. 

E.  

Mit Schreiben vom 25. März 2011 informierte der Rechtsvertreter das 

Bundesverwaltungsgericht darüber, dass er die Beschwerdeführerin nicht 

mehr vertrete. Ausserdem ging am 28. März 2011 beim BFM ein Schrei-

ben ein, welches ebenfalls über die Mandatsabgabe informierte, mit der 

Bitte, der Beschwerdeführerin alle Korrespondenz direkt zukommen zu 

lassen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-

lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende 

Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

[AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne 

von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

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Seite 4 

1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs.  1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1. Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Asylentscheid damit, 

dass es in der Tat in den vergangenen Jahren zu vereinzelten schwer-

wiegenden Übergriffen auf Angehörige der ethnischen Minderheiten, na-

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mentlich der Serben gekommen sei. Es müsse jedoch nicht von allge-

meinen Vertreibungen ausgegangen werden. Auch nach der Unabhän-

gigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 sei weiterhin eine internationale 

zivile und militärische Präsenz vorgesehen, welche die Sicherheit garan-

tiere. Die am 15. Juni 2008 in Kraft getretene kosovarische Verfassung 

gestehe zudem den Minderheiten umfassende Rechte zu. Die internatio-

nalen Sicherheitskräfte und der Kosovo Police Service (KPS) seien in der 

Lage, die ethnischen Minderheiten in Kosovo zu schützen. Bei Übergrif-

fen würden die Sicherheitskräfte regelmässig intervenieren und Straftaten 

gegen Angehörige von Minderheiten würden geahndet. Es sei demnach 

vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat 

auszugehen, und die geltend gemachten Übergriffe seien nicht asylrele-

vant. Ausserdem bestünden für Serben und serbischsprachige Roma aus 

den südlichen Bezirken eine valable innerstaatliche Fluchtalternative im 

Staatsgebiet von Serbien, ausserhalb von Kosovo, was die Anerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung auch aus diesem 

Grund ausschliesse. Insgesamt hielten die Vorbringen der Beschwerde-

führerin somit den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG nicht stand. 

5.2. In ihrer Rechtsmitteleingabe wendet die Beschwerdeführerin ein, sie 

sei auf der Strasse beschimpft und bedroht worden. Einmal sei der Bus, 

in welchem ihr Bruder zur Universität gefahren sei, von Albanern mit Stei-

nen beworfen worden. Wegen der schlechten Sicherheitslage und der 

eingeschränkten Bewegungsfreiheit habe sie Kosovo verlassen. 

5.3. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz geht das Bundesverwal-

tungsgericht davon aus, dass Angehörige ethnischer Minderheiten in Ko-

sovo grundsätzlich die Möglichkeit haben, sich an die Behörden zu wen-

den und diese um Schutz vor Übergriffen Dritter zu ersuchen. Zudem be-

jaht das Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung den gene-

rellen Schutzwillen und die generelle Schutzfähigkeit der zuständigen Si-

cherheitskräfte in Kosovo bezüglich strafrechtlich relevanter Übergriffe auf 

Angehörige der ethnischen Minderheiten in Kosovo (vgl. D-6827/2010 

vom 2. Mai 2011 E. 4.7). Die von der Beschwerdeführerin geltend ge-

machten Asylvorbringen erwiesen sich demnach – auch unter Berück-

sichtigung der kurzen Ausführungen in der Beschwerde – als nicht asylre-

levant. Die Prüfung, ob sie allenfalls eine Fluchtalternative hätte in Ser-

bien, erübrigt sich somit. 

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5.4. Der Beschwerdeführerin gelingt es somit nicht, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Das BFM hat 

das Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt. 

6.  

6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-

net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2009/50 E. 9). 

7.  

7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, 

SR 142.20]). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Ueber-

sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, 

Rz. 11.148). 

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

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Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 

1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.1. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwer-

deführerin nach Kosovo oder Serbien ist demnach unter dem Aspekt von 

Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung nach Kosovo oder Serbien dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 

Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 

(vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 

28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 

Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Kosovo 

oder Serbien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt kla-

rerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 

Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völker-

rechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3.  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

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Seite 8 

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1. Die Beschwerdeführerin ist aufgrund der Aktenlage einerseits als 

Staatsangehörige der Republik Kosovo zu betrachten. Infolge der serbi-

schen Abstammung und Geburt auf (ehemaligem) Staatsgebiet der Re-

publik Serbien verfügt sie andererseits gemäss dem serbischen Gesetz 

über die Staatsbürgerschaft Nr. 135/04 vom 21. Dezember 2004 auch 

über die serbische Staatsangehörigkeit (vgl. BVGE 2010/41 E. 6.4.2 S. 

580). 

7.3.2. In Bezug auf die allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage 

ist festzuhalten, dass sowohl in Serbien wie auch in der serbischen En-

klave im Norden von Kosovo keine Kriegs- oder Bürgerkriegssituation 

und auch keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, die den Wegwei-

sungsvollzug unzumutbar erscheinen liesse. Der Vollzug der Wegweisung 

ethnischer Serben mit letztem Wohnsitz in Kosovo nach Serbien oder in 

die serbische Enklave im Norden von Kosovo ist daher grundsätzlich zu-

mutbar. 

7.3.3. Indessen kann sich der Wegweisungsvollzug in die serbische En-

klave im Norden von Kosovo oder nach Serbien im konkreten Einzelfall 

als unzumutbar erweisen, weil die betroffene Person dort aus individuel-

len Gründen einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Bei der Beur-

teilung, ob der betroffenen Person im Norden von Kosovo oder in Serbien 

eine zumutbare Zufluchtsmöglichkeit offen steht, sind insbesondere die 

Möglichkeit der wirtschaftlichen Existenzsicherung, der persönliche Be-

zug zum Zufluchtsort, wie ein früherer Aufenthalt oder eine Arbeitsstelle, 

und ein tragfähiges familiäres oder sonstiges soziales Beziehungsnetz 

sowie die Möglichkeit der gesellschaftlichen Integration, zu berücksichti-

gen. Im Rahmen dieser Kriterien sind ferner weitere Faktoren in die Er-

wägungen einzubeziehen, so insbesondere das Alter, der Gesundheits-

zustand, die Frage, ob es sich um eine Einzelperson oder eine Familie 

handelt, und die berufliche Ausbildung der betroffenen Personen (vgl. 

BVGE 2010/41 E. 8.3.3.6 S. 588 f.). 

7.3.4. Wie das BFM zu Recht festgestellt hat, erscheint der Vollzug der 

Wegweisung nach C._______, Bezirk D._______ (im Süden von Koso-

vo), wo die Beschwerdeführerin gewohnt hat (vgl. vorinstanzliche Akten 

A1 S. 2), nicht zumutbar, da die Wahrscheinlichkeit einer konkreten Ge-

fährdung für ethnische Serben ausserhalb ihrer Enklave im Norden von 

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Kosovo weiterhin nicht ausgeschlossen werden kann. Der Einschätzung 

der Vorinstanz, wonach sich auch der Vollzug in den Norden Kosovos als 

unzumutbar erweise, da die Beschwerdeführerin dort über keine konkre-

ten Anknüpfungspunkte verfüge, kann ebenfalls gefolgt werden.  

7.3.5. Nach Prüfung der Akten ist die Ansicht des BFM, die Beschwerde-

führerin könnte sich als Staatsangehörige Serbiens auch in Serbien nie-

derlassen, zu bestätigen. So verfügt die Beschwerdeführerin über eine 

gute Schulbildung (Gymnasialabschluss). Selbst unter Berücksichtigung 

der notorisch hohen Arbeitslosigkeit in Serbien sollte es ihr gelingen, in-

nert nützlicher Frist eine Erwerbstätigkeit zu finden. Dazu kommt, dass 

die Beschwerdeführerin in Serbien über eine Tante verfügt (vgl. A1 S. 3). 

Weiter hat sie mehrere Verwandte in der Schweiz und einen Onkel in Hol-

land. Es ist davon auszugehen, dass die Verwandten die Beschwerdefüh-

rerin wenn nötig unterstützen können. Sie muss deshalb nicht befürchten, 

in Serbien in eine existenzielle Notlage zu geraten. Nach dem Gesagten 

besteht für die Beschwerdeführerin in Serbien eine zumutbare Aufent-

haltsalternative. An dieser Feststellung vermögen auch die Ausführungen 

in der Beschwerde nichts zu ändern, zumal sich diese hauptsächlich auf 

die Lebenssituation in Kosovo beziehen.  

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde-

führerin nicht alleine nach Serbien weggewiesen wird, sondern dass auch 

die Beschwerden der anderen Familienmitglieder mit gleichzeitig erge-

henden Urteilen E-2934/2009 und E-2936/2009 abgewiesen werden. Die 

Familie hat somit die Möglichkeit, gemeinsam auszureisen und sich bei 

der Integration in Serbien gegenseitig zu unterstützen. 

7.3.6. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vollzug der Wegweisung 

nach Kosovo aufgrund des Gesagten nicht in Betracht fällt. Demgegen-

über erweist sich der Vollzug der Wegweisung nach Serbien nicht als un-

zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Das BFM hat demnach den 

Wegweisungsvollzug zu Recht als zumutbar erachtet. 

7.4. Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

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7.5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 

fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1 – 4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer-

de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 26. Mai 2009 in 

gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Sie sind durch den am 26. Mai 2009 in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Aglaja Schinzel 

 

 

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