# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adb51b5f-ea7c-5f65-85d2-be80beba90d0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.08.2014 IV 2012/191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-191_2014-08-28.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/191

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 28.08.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Erheblichkeit und 
invalidisierende Wirkung einer rezidivierenden depressiven Störung; 
unabhängig von einer somatoformen Schmerzstörung, die keine Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten hat (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. August 2014, IV 
2012/191). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2014.

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,

a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger

Entscheid vom 28. August 201

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 22. Mai 2009 zur Früherfassung bei der IV-Stelle (IV-act. 1). 

Am 8. Juni 2009 folgte die Anmeldung zum Leistungsbezug (berufliche Integration/

Rente, IV-act. 5). Die Versicherte gab an, seit Juli 2008 an einer Depression zu leiden. 

Im Juli 2008 sei bei ihr eine Hysterektomie vorgenommen worden. Anschliessend an 

die Operation sei sie zur ambulanten physio- und psychotherapeutischen Rehabilitation 

in der Tagesklinik B.___ gewesen. Der behandelnde Arzt, Dr. med. C.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt der Klinik B.___, berichtete von einer 

integrativen psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik vom 15. September bis 

24. Oktober 2008. Seither beanspruche sie ca. 14-täglich Psychotherapie (IV-act. 26). 

Im Oktober 2008 habe die Chefin der Versicherten Druck gemacht, dass sie wieder zur 

Arbeit komme. Am 20. Oktober 2008 habe die Versicherte ihre Arbeit mit einem 50%-

Pensum wieder aufgenommen, obwohl sie noch zwei Wochen hätte in B.___ bleiben 

sollen (Fremdakten, AXA-Winterthur, act. M-6, Gutachten Dr. D.___ vom 24.4.2009).

A.b  Im Auftrag der Taggeldversicherung (AXA-Winterthur) erstattete Dr. med. D.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nach einer Untersuchung der Ver­

sicherten am 16. April 2009, ein psychiatrisches Gutachten. Darin stellte er fest, er 

könne sich der in der Klinik B.___ gestellten Diagnose einer "Anpassungsstörung mit 

Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22)" anschliessen. Da diese 

Diagnose allerdings nur während sechs Monaten gestellt werden könne, diagnostizierte 

er eine "mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 

F31.11)". Differentialdiagnostisch sei beim Vorhandensein von Angst auch die 

Diagnose "Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2)" in Betracht zu 

ziehen. Er schätzte die Versicherte im Zeitpunkt seiner Begutachtung als zu 100% 

arbeitsunfähig ein. Wenn sie die Arbeit wieder aufnehme, dürfe diese nicht körperlich 

belastend sein und sollte eher im Bereich Alters- als Pflegeheim erfolgen. Die 

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Behandlung in der Klinik B.___ sei geeignet, Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit 

namhaft zu verbessern. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen (Fremdakten, 

AXA-Winterthur, act. M-6, Gutachten Dr. D.___ vom 24.4.2009).

A.c  Die Eingliederungsverantwortliche schätzte den Gesundheitszustand der 

Versicherten im August 2009 als instabil ein, weshalb sie zum damaligen Zeitpunkt 

Eingliederungsmassnahmen als nicht möglich erachtete. Sie hielt aber fest, die 

Versicherte fühle sich zwar im Augenblick noch nicht in der Lage wieder arbeiten zu 

gehen, sie sei aber dabei sich seelisch und körperlich aufzubauen und habe den 

Wunsch wieder zu arbeiten (IV-act. 23-4).

A.d  Dr. C.___ hielt mit Bericht vom 24. November 2009 fest, die Versicherte habe im 

Jahre 2004 ein Burnout-Syndrom erlitten. Seit der Hysterektomie im Juli 2008 leide sie 

an einer "rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11)". Dies resultiere in einer massiven 

Erschöpfung und einer stark reduzierten psychischen Belastbarkeit (IV-act. 26).

A.e  In einer internen Stellungnahme vom 16. Dezember 2009 stellte der befasste Arzt 

des Regionalen Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) fest, die generelle Arbeitsun­

fähigkeit der Versicherten von 100% sei nachvollziehbar. In der geplanten Behandlung 

könne vielleicht der therapeutische Durchbruch erreicht werden. Es sei nun sinnvoll, 

der Versicherten Integrationsmassnahmen anzubieten und so zur Stabilisierung 

beizutragen (IV-act. 27)

A.f   Von Anfang Dezember 2009 bis Mitte Januar 2010 hielt sich die Versicherte für 

sechs Wochen für eine ambulante psychiatrische Therapie in der Klinik B.___ auf (IV-

act. 31). Bei einem weiteren Gespräch mit der Eingliederungsberaterin im Februar 2010 

erklärte die Versicherte, dass sie sich derzeit für eine berufliche Massnahme nicht 

bereit fühle (IV-act. 34). Die Arbeitsvermittlung wurde daraufhin abgeschlossen (IV-

act. 42). Für die Evaluation der zumutbaren Arbeitsfähigkeit empfahl der RAD-Arzt im 

Juni 2010 die Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 43).

A.g  Die Begutachtung erfolgte am 13. und 15. September 2010 in der MEDAS 

Ostschweiz. Das Gutachten wurde am 23. November 2010 erstattet (IV-act. 47). Der 

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psychiatrische Gutachter Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, hielt fest:

"Diagnostisch ist aus psychiatrischer Sicht zum aktuellen Untersuchungszeitpunkt von 

einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom bei 

rezidivierender depressiver Störung auf dem Boden von akzentuierten 

Persönlichkeitszügen mit histrionischen, selbstunsicher-vermeidenden und passiv-

aggressiven Anteilen auszugehen. Zudem besteht eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung." (IV-act. 47-26).

Aufgrund der geschilderten Untersuchungsbefunde würden leicht- bis mittelgradige 

Einschränkungen der Arbeits-und Leistungsfähigkeit bestehen. Diese seien bedingt 

durch eine leichte Einschränkung der Ausdauer, leichte Konzentrations- und 

Aufmerksamkeitsstörungen, eine Verminderung der Stress- und Frustrationstoleranz 

und der emotionalen Belastbarkeit sowie durch gewisse Defizite der sozialen 

Kompetenzen, insbesondere der Abgrenzungs- und Konfliktfähigkeit (IV-act. 47-28). 

Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:

"Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig depressive Episode mit 

somatischem Syndrom, beginnend chronifiziert in leichter depressiver Ausprägung 

(ICD-10: F33.8).

Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen, selbstunsicher-vermeidenden und 

passiv-aggressiven Anteilen (ICD-10: Z73.1)."

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die anhaltende somatoforme Schmerz­

störung (ICD-10: F45.40). In der angestammten Tätigkeit als Krankenschwester 

bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 40-50%. Daraus 

ergebe sich ein mögliches Arbeitspensum von ca. 6 Stunden täglich. Den Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit legte er auf den 11. Juli 2008 fest. Auch in einer adaptierten Tätigkeit 

sei von einer Arbeitsunfähigkeit von ca. 40-50% auszugehen, wobei dem Leiden ideal 

angepasste Tätigkeiten solche seien, die keine speziell erhöhten Anforderungen an die 

Stress- und Frustrationstoleranz oder die emotionale Belastbarkeit stellen würden. Ob 

die Übernahme von Führungsaufgaben sinnvoll sei, musste er zum damaligen 

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Zeitpunkt in Frage stellen (IV-act. 47-28). Die Prognose stufte er als vorsichtig günstig 

ein. Es sei eine stufenweise Eingliederung gegebenenfalls in Absprache des 

behandelnden Psychiaters vorzunehmen. Aus objektiv-gutachterlicher Sicht sei die 

subjektive Selbsteinschätzung der Versicherten, die sich nicht arbeitsfähig fühlte, nicht 

nachvollziehbar. Es sei bei sekundärem Krankheitsgewinn von einer 

Verdeutlichungstendenz auszugehen. Sie schätze ihre Arbeitsfähigkeit aus objektiver 

Sicht eindeutig zu tief ein. Überdies bestünden verschiedene psychosoziale 

Belastungsfaktoren. Abschliessend wies der Gutachter ausdrücklich daraufhin, die 

Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von ca. 40-50% resultiere aus einer Beurteilung 

unter Ausschluss von IV-fremden Faktoren (IV-act. 47-30).

A.h  In einer internen Stellungnahme vom 26. November 2010 erachtete der befasste 

RAD-Arzt die im MEDAS-Gutachten festgestellte Arbeitsunfähigkeit für plausibel. Er 

riet, der Versicherten zur beruflichen Eingliederung erneut berufliche Massnahmen 

anzubieten. Zusätzlich solle die Einnahme der psychoaktiven Medikation monatlich 

überprüft werden (IV-act. 48).

A.i   Mit Stellungnahme vom 21. Oktober 2011 hielt der RAD-Arzt fest, ein Jahr nach 

der Begutachtung der Versicherten müsse die damalige günstige Prognose 

zurückgenommen werden. Die mittelgradige Depression wirke sich weiterhin limitierend 

aus und gestalte sich als therapierefraktär. Aus arbeitsmedizinischer Sicht sei die 

Versicherte als Stationsleiterin weiterhin zu 100% arbeitsunfähig. In einer Tätigkeit in 

der Krankenpflege mit geringeren Anforderungen sei ihr aber ein 50%iges 

Leistungspensum zumutbar (IV-act. 74).

A.j   Mit Vorbescheid vom 9. Februar 2012 teilte die IV-Stelle mit, bei einem 

Invaliditätsgrad

von 22% habe die Versicherte keinen Rentenanspruch; sie stellte die Abweisung des 

Leistungsgesuchs in Aussicht. Dabei ging die IV-Stelle davon aus, eine 

leidensangepasste Tätigkeit sei der Versicherten zu 100% zumutbar (IV-act. 80).

A.k  Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 16. März 2012 Einwand erheben 

(IV-act. 87). Ihre Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin B. Surber, verlangte rückwirkend ab 

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dem 1. Dezember 2009 die Ausrichtung einer ganzen Rente an die Versicherte, 

eventualiter eine Dreiviertelsrente. Einerseits bestritt sie das von der IV-Stelle zur 

Berechnung verwendete Valideneinkommen. Die Versicherte habe – entgegen der 

Behauptung der IV-Stelle – ihre Stelle nicht aus betrieblichen Gründen verloren und es 

sei daher das tatsächliche Einkommen der Versicherten, welches sie vor Eintritt der 

Invalidität erzielt habe, zur Berechnung heranzuziehen. Es sei davon auszugehen, dass 

die Versicherte als hypothetisch Gesunde wieder in der Funktion als Stationsleiterin 

arbeiten würde. Andererseits sei es nicht nachvollziehbar, wie die IV-Stelle zur 

Auffassung gelange, es sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, wo doch die 

Gutachter von einer Arbeitsunfähigkeit von 40-50% ausgegangen seien. Insofern als 

der Rechtsdienst damit seine Beurteilung an die Stelle der Beurteilung der Gutachter 

gesetzt habe, stelle er die Glaubwürdigkeit des Gutachtens in Frage. Dabei sei es 

unklar, auf welche Beurteilung sich der Rechtsdienst dann stütze, da sämtliche 

Arztberichte eine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten aufgrund der psychischen 

Beeinträchtigung bescheinigen würden.

A.l   Mit Verfügung vom 26. März 2012 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid und 

wies das Leistungsbegehren der Versicherten ab (IV-act. 88). Ob ein gewisses Leiden 

invalidisierend sei, sei eine Rechtsfrage. Nach gefestigter bundesgerichtlicher Praxis 

sei im vorliegenden Fall von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus 

psychischen Gründen auszugehen. In den Jahren 2002 bis 2004 habe die Versicherte 

immer ungefähr das in die Berechnung einbezogene Einkommen erzielt. Es sei 

realistisch, dass die Versicherte wieder in etwa ein Einkommen in dieser Höhe – wie im 

Einkommensvergleich berücksichtigt – erzielen könnte.

B.    

B.a  Dagegen lässt die Versicherte mit Eingabe vom 15. Mai 2012 Beschwerde erheben 

(act. G 1). Die Rechtsvertreterin bestreitet erneut das von der Beschwerdegegnerin 

zum Einkommensvergleich verwendete Valideneinkommen. Weiter sei nicht 

nachvollziehbar, wie die Beschwerdeführerin in der Lage sein sollte, 100% zu arbeiten. 

Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten sei schlüssig und klar. Die Gutachter 

seien zum Ergebnis gelangt, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, die Schmerzen 

mit zumutbarer Willensanstrengung zu überwinden. Aufgrund dessen sei die 

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somatoforme Schmerzstörung nicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit 

einbezogen worden. Das Vorgehen der Beschwerdeführerin, ihre eigene Beurteilung an 

die Stelle derjenigen in den ärztlichen Berichten und dem eigens dafür in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu stellen, lasse sich nicht rechtfertigen. Es sei auf das 

Gutachten abzustellen und damit von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2012 hält die Beschwerdegegnerin an

ihrem Standpunkt fest und beantragt, die Beschwerde abzuweisen (act. G 10). Aus 

dem Gutachten gehe hervor, dass die depressive Störung Ausfluss der somatoformen 

Schmerzstörung sei. Es handle sich um eine reaktive Begleiterscheinung der 

Schmerzstörung und eine solche stelle keine Komorbidität dar. Der psychiatrische 

Gutachter komme zum Schluss, es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, mit der ihr 

zumutbaren Willensanstrengung ihre Schmerzen zu überwinden und eine höhere 

Arbeitsleistung zu erbringen. Der Gutachter ziehe dann rechtlich aber einen falschen 

Schluss, indem er der Beschwerdeführerin gleichwohl eine teilweise Arbeitsunfähigkeit 

attestiere. Damit werde die Willensanstrengung in zwei Bereiche aufgeteilt, was aber 

nicht möglich sei. Eine Willensanstrengung sei entweder unzumutbar oder nicht. Die 

Beschwerdeführerin könne nicht als IV-rechtlich eingeschränkt gelten. Insofern könne 

vom MEDAS-Gutachten abgewichen werden, ohne diesem im restlichen Teil den 

Beweiswert abzusprechen. In Bezug auf den Einkommensvergleich fügt die 

Beschwerdegegnerin an, die Beschwerdeführerin habe ihre zuletzt ausgeübte Stelle 

nicht aus gesundheitlichen Gründen verloren. Aus den Akten gehe hervor, dass sie aus 

Gründen, die in ihrer Persönlichkeit liegen würden, für die verlorene Stelle wohl nicht 

geeignet gewesen sei. Die Stelle sei ihr aus betrieblichen Gründen gekündigt worden 

und der zuletzt erzielte Lohn könne daher nicht als Basis für den Validenlohn dienen. Es 

sei gerechtfertigt, die früheren tieferen Löhne als Basis für das Valideneinkommen zu 

nehmen.

B.c  Mit Replik vom 17. Dezember 2012 (act. G 21) führt die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin an, die Gutachter hätten bei der Beschwerdeführerin als Diagnose 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine "rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode" diagnostiziert. Als Diagnose ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit sei die "anhaltende somatoforme Schmerzstörung" genannt worden. 

Es sei nicht nachvollziehbar, wieso nun die Beschwerdegegnerin die anhaltende 

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somatoforme Schmerzstörung als Diagnose ins Zentrum stelle und diese als 

überwindbar erkläre. Offensichtlich würden auch die Gutachter – in Kenntnis der IV-

Rechtsprechung – davon ausgehen, dass aus der somatoformen Schmerzstörung 

keine für die IV relevante Arbeitsunfähigkeit resultiere. Aufgrund der weiteren 

Diagnosen seien die Gutachter aber offensichtlich der Ansicht, dass eine erhebliche 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Dieser Einschätzung sei zu folgen. Zur 

Untermauerung ihrer Argumentation legt die Rechtsvertreterin einen neuen Bericht des 

behandelnden Psychiaters (act. G 21.1) bei. Dr. C.___ weise in seinem Bericht drauf 

hin, die Gutachter hätten die somatoforme Schmerzstörung unter den Diagnosen ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt und seien diesbezüglich von der 

Zumutbarkeit des Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess ausgegangen. Die 

rezidivierende depressive Störung habe hingegen nichts mit der somatoformen 

Schmerzstörung zu tun. Es gehe daher nicht um die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

bei einer psychischen Komorbidität sondern bei einer selbständigen psychiatrischen 

Erkrankung. Der Beschwerdeführerin sei aufgrund einer anhaltenden mindestens 

mittelschweren Einschränkung der psychokognitiven Funktionen eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% zu attestieren. Die Rechtsvertreterin kritisiert nochmals die 

Bestimmung des Valideneinkommens und hält fest, das Arbeitszeugnis der 

Beschwerdeführerin (act. G 21.2) belege, dass sie die Stelle aus gesundheitlichen 

Gründen verloren habe. Es sei daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

als hypothetisch Gesunde weiterhin eine leitende Funktion ausüben würde. Damit sei 

ihr letztes erzieltes Einkommen für die Berechnung heranzuziehen.

B.d  Nachdem die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik verzichtete, 

wurde der Schriftenwechsel abgeschlossen (act. G 23).

Erwägungen:

1.     

Angefochten ist die einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneinende Ver­

fügung der Beschwerdegegenerin vom 26. März 2012. Die Beschwerdeführerin 

beantragt, die Verfügung aufzuheben und ihr eine ganze, eventualiter eine 

Dreiviertelsrente zuzusprechen.

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2.     

2.1   Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 

zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, 

erhalten oder verbessern können, haben gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) Anspruch auf eine Rente (lit. a), wenn 

sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht 

Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf 

eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine 

Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze 

Invalidenrente. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar. Danach wird für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 

zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre. Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 

und einander gegenübergestellt werden. Beim zur Bemessung des IV-Grads 

vorzunehmenden Einkommensvergleich sind Werte aus demselben Vergleichsjahr 

beizuziehen.

2.2   Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde und später 

das Gericht auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende Unterlagen angewiesen. 

Aufgabe der Ärzte ist es denn auch, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Im 

Rahmen der freien Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und Gericht weder über 

die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sind die ärztlichen 

Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer sozialversicherungsrechtlichen 

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Tragweite zu übernehmen. Die rechtsanwendende Behörde hat sorgfältig zu prüfen, ob 

die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, 

welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (BGE 

130 V 356, E. 2.2.5). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten 

von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter­

suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 

der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung 

volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 125 V 351, E. 3b/bb).

2.3   Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei aus psychischen Gründen in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung können 

psychische Beeinträchtigungen der Gesundheit in gleicher Weise wie körperliche 

Gesundheitsschäden Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG 

bewirken (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2007, I 290/06, E. 4.2.1). Ein 

geistiger oder psychischer Gesundheitsschaden liegt dann vor, wenn aufgrund eines 

Geburtsgebrechens, eines Unfalles oder einer Krankheit eine bleibende oder längere 

Zeit dauernde Beeinträchtigung der mentalen, intellektuellen, kognitiven oder 

emotionalen Funktionen besteht, welche durch therapeutische Massnahmen nicht 

ausreichend behoben werden kann und die Arbeitsfähigkeit langdauernd vermindert 

oder verunmöglicht (Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der 

Invalidenversicherung [KSIH], Rz 1007). Zur Annahme einer Invalidität braucht es in 

jedem Fall ein medizinisches Substrat, welches schlüssig von einem Facharzt 

festgestellt wird und nachweislich die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich 

beeinträchtigt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2). Das 

klinische Beschwerdebild darf nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen, die von den 

belastenden soziokulturellen und psychosozialen Faktoren herrühren, sondern es hat 

davon unterscheidbare Befunde zu umfassen. Zum Beispiel eine von depressiven 

Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im 

fachmedizinischen Sinn oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. 

Damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann, muss eine von 

soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituationen zu unterscheidende und in 

diesem Sinne verselbständigte psychische Störung mit Auswirkungen auf die

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Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliegen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 

2011, 8C_302/2011, E. 2.5.1).

2.4   Die Beschwerdeführerin wurde am 13. und 15. September 2010 in der MEDAS 

Ostschweiz begutachtet. Der psychiatrische Gutachter stellte eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, mit somatischem 

Syndrom (ICD-10: F33.8) fest. Gestützt auf diese Beurteilung schätzte er die 

Beschwerdeführerin als zu 40-50% arbeitsunfähig ein.

2.5   Die Beschwerdegegnerin gelangt zu einer anderen Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit. Ihrer Ansicht nach ist der Beschwerdeführerin eine 100%ige 

Arbeitstätigkeit zumutbar. Die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters trage dem 

Umstand nicht Rechnung, dass die Unzumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess nur in 

Ausnahmefällen anzunehmen sei. In dieser Hinsicht könne vom Gutachten abgewichen 

werden, ohne diesem im restlichen Teil den Beweiswert abzusprechen.

2.6   Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, es handle sich bei der 

depressiven Störung um eine Begleiterkrankung eines Schmerzsyndroms und es 

rechtfertige sich daher, von der im MEDAS-Gutachten bescheinigten Arbeitsunfähigkeit 

von 40-50% aus psychiatrischer Sicht in dem Sinn abzuweichen, dass der 

Beschwerdeführerin eine volle Arbeitstätigkeit zumutbar sei, kann dem mit Blick auf die 

dargelegten gutachterlichen Ausführungen nicht beigepflichtet werden. Zwar genügt 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts die (rein) psychiatrische Erklärbarkeit 

einer Schmerzsymptomatik allein – bei weitgehendem Fehlen eines somatischen 

Befundes – für eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht (BGE 

130 V 352, E. 2.2.4). Eine depressive Störung stellt indessen keinen pathogenetisch 

(ätiologisch) unklaren syndromalen Zustand dar, bei welchem die Rechtsprechung zu 

den somatoformen Schmerzstörungen zur Anwendung gelangen würde (vgl. BGE 136 

V 279, E. 3.2.1, BGE 137 V 64, E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2013, 

8C_680/2012, E. 4.5).

2.7   Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin (als 

Hauptdiagnose) an einer "rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige 

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depressive Episode mit somatischem Syndrom, beginnend chronifiziert in leichter 

depressiver Ausprägung (ICD-10: F33.8)", leidet. Aufgrund der dadurch entstandenen 

verminderten Leistungsfähigkeit, dem erhöhten Pausenbedarf und einem etwas 

verlangsamten Arbeitstempo, hat der psychiatrische Gutachter eine Arbeitsfähigkeit 

von 40-50% als ausgewiesen angesehen. Weiter führte der Gutachter aus, die von der 

Beschwerdeführerin geschilderten Schmerzen, liessen sich nicht ausschliesslich durch 

die somatischen Diagnosen begründen. Sie würden aus psychiatrischer Sicht den 

diagnostischen Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nach der 

ICD-10 Klassifikation entsprechen. Es stelle sich – bezugnehmend auf die gängige 

Gerichtspraxis – die Frage, ob es der Beschwerdeführerin in Aufwendung der 

zumutbaren Willensanstrengung möglich sei, ihre Schmerzen zu überwinden und eine 

höhere Arbeitsleistung zu erbringen bzw. wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen 

(IV-act. 47-9). Bei den Laborkontrollen sei aufgefallen, dass das verordnete 

Antidepressivum mit sehr niedrigem Blutspiegel, an der Grenze zum therapeutischen 

Bereich, nachweisbar gewesen sei. Hier würden sich eindeutig noch offene 

Behandlungsoptionen zeigen. Daher könne aus gutachterlicher Sicht festgehalten 

werden, dass der Beschwerdeführerin die Aufwendung der zumutbaren

Willensanstrengung aus psychiatrischer Sicht, die Schmerzen zu überwinden und eine 

höhere Arbeitsleistung zu erbringen bzw. wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen, 

möglich erscheine (IV-act. 47-10). Abschliessend hielt der psychiatrische Gutachter 

folgendes fest:

"Zusammenfassend kann anhand der geschilderten Untersuchungsbefunde aus 

psychiatrischer Sicht festgehalten werden, dass aufgrund der unten aufgeführten 

psychischen Störungen derzeit leicht- bis mittelgradige Einschränkungen der Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit bestehen. Diese sind bedingt durch eine leichte Einschränkung 

der Ausdauer, leichte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, eine 

Verminderung der Stress- und Frustrationstoleranz und der emotionalen Belastbarkeit 

sowie gewisse Defizite der sozialen Kompetenzen, insbesondere der Abgrenzungs- 

und Konfliktfähigkeit."

Der psychiatrische Gutachter hat sich mit dem Einfluss sozialer, IV-fremder, Faktoren 

(wie z.B. Migrationshintergrund, Erkrankung des Ehemannes, partnerschaftliche 

Konflikte, subjektives Krankheitskonzept etc.) auseinandergesetzt und zwischen diesen 

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und den (aufgrund der gestellten Diagnosen) als krankheitsbedingt erkannten 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit unterschieden. Demgemäss hielt er fest, dass er 

unter Ausklammerung IV-fremder Faktoren zu einer Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin von 40-50% gelange (IV-act. 47-12). Eine Verwertung der 

Restarbeitsfähigkeit sei in der freien Wirtschaft gut realisierbar und eine Tätigkeit in 

geschütztem Rahmen sicher nicht erforderlich. Er gab Hinweise für die Fortführung der 

ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und merkte an, 

inwiefern eine weitere Verbesserung der Arbeitsfähigkeit möglich erscheine, könne zum 

aktuellen Untersuchungszeitpunkt nicht abschliessend beurteilt werden. Es scheine 

allerdings nicht ausgeschlossen, dass sich eine weitere Verbesserung einstellen werde 

(IV-act. 47-11). Abschliessend empfahl er im Falle einer Berentung eine kurzfristig 

anberaumte Rentenrevision und gegebenenfalls eine Nachbegutachtung, um die 

Fortschritte der therapeutischen Bemühungen beurteilen zu können (IV-act. 47-13).

2.8   Es sind keine Gründe ersichtlich, wieso nicht auf das MEDAS-Gutachten 

abgestützt werden sollte. Das psychiatrische Gutachten basiert auf umfassenden 

Kenntnissen des Sachverhalts und der psychiatrische Gutachter hat eigene Befunde 

und Beobachtungen erhoben. Die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung ist in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und die Schlussfolgerungen des 

Experten sind ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar begründet. Entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin geht aus dem Gutachten eindeutig hervor, dass der 

Gutachter die Beschwerdeführerin allein aufgrund der psychischen Störung als nur 

teilweise arbeitsfähig einschätzte. Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

nannte er lediglich als Nebendiagnose. Dazu hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin 

in der Lage sei, mit der ihr zumutbaren Willensanstrengung diese Schmerzen zu 

überwinden. Das MEDAS-Gutachten entspricht den Anforderungen der 

Rechtsprechung. Die Ausführungen sind schlüssig und überzeugend, womit darauf 

abgestellt werden kann (BGE 125 V 352, E. 3a mit Hinweisen).

2.9   Es ist demzufolge festzuhalten, dass es sich bei der diagnostizierten 

rezidivierenden depressiven Störung vorliegend nicht bloss um die Begleiterscheinung 

einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen 

Schmerzsyndrom losgelöstes, depressives Leiden handelt (vgl. dazu auch die Urteile 

des Bundesgerichts vom 17. Juli 2013, 8C_162/2013, E. 3.1.2; vom 17. Januar 2013, 

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9C_521/2012, E. 3.1.2 und 4.1; SVR 2012 IV Nr. 22 S. 95, 8C_302/2011, E. 2.4). Der 

Gutachter mutete der Beschwerdeführerin denn auch zu, die subjektiv empfundenen 

körperlichen Schmerzen trotz der depressiven Symptomatik überwinden zu können 

und kam zum Schluss, es bestehe dennoch eine 40-50%ige Arbeitsunfähigkeit (aus 

psychischen Gründen).

2.10  Auch der behandelnde Psychiater, Dr. C.____ legte in seinem Bericht vom 

23. Oktober 2012 dar, die körperlichen Schmerzen seien bei der Beschwerdeführerin 

nie im Vordergrund gestanden (act. G 21.1). Es könne keine Rede von der Entwicklung 

einer depressiven Störung aufgrund der Schmerzen sein. Er attestiert der 

Beschwerdeführerin ebenfalls eine ca. 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 

Gleicher Ansicht ist überdies auch der RAD-Arzt (IV-act. 74).

2.11  Ausgehend vom Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2014, 9C_850/2013 und 

der dort unter Erwägung 3.2. zitierten Rechtsprechung kommt bei der 

Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die 

Arbeitsfähigkeit der Arztperson keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 

Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine 

Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. 

Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 

können. Entgegen der Einschätzung der Beschwerdegegnerin, welche eine 

Arbeitsunfähigkeit gänzlich verneint, erscheint die Beurteilung des psychiatrischen 

Gutachters auch hinsichtlich seiner Schätzung der Arbeitsfähigkeit als schlüssig. Diese 

Einschätzung wird denn auch vom RAD geteilt. Der psychiatrische Gutachter benennt 

die Defizite hinsichtlich Konzentration, Aufmerksamkeit, Stress- und 

Frustrationstoleranz, der Abgrenzungs- und Konfliktfähigkeit und der emotionalen 

Belastbarkeit, welche einen erhöhten Pausenbedarf sowie ein etwas verlangsamtes 

Arbeitstempo bedingen und in ihrer Gesamtheit damit auch die quantitative Schätzung 

der Leistungsfähigkeit, bezogen auf eine Tätigkeit im Gesundheitsbereich (keine 

Leitungsfunktion), plausibel erscheinen lassen.

2.12  Nachdem der gutachterlichen Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit der

Beschwerdeführerin von 40-50% zu folgen ist, muss nachfolgend der Invaliditätsgrad 

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bestimmt werden. Wenn – wie hier – seitens der Mediziner eine Bandbreite angegeben 

wird, ist gemäss bundesgerichtlicher Praxis der Mittelwert zugrundezulegen (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 9C_193/2009, E. 1.3.1, und vom 28. 

Dezember 2007, 9C_626/2007, E. 3.2), vorliegend demzufolge 45 %.

3.       

3.1   Zu prüfen ist im Weiteren die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene 

Invaiditätsbemessung. Diese hat mittels Einkommensvergleichs zu erfolgen.

3.2   Für die Ermittlung des Einkommens, welches die Beschwerdeführerin ohne Inva­

lidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr­

scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222, E. 4.3.1). 

Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 

sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Die 

Beschwerdeführerin hat sich im Juni 2009 zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 5). 

Da der Rentenbeginn mithin im Dezember 2009 anzusetzen ist, sind bei einem 

allfälligen Leistungsanspruch dem Einkommensvergleich die Lohnverhältnisse im Jahre 

2009 zu Grunde zu legen. Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2009 ohne Gesundheitsschaden ein Einkommen von 

Fr. 87'000.-- erzielt (IV-act. 21-2). Die Beschwerdeführerin gab an, bereits an der 

vorangegangenen Stelle in leitender Funktion tätig gewesen zu sein. Sie verfügt über 

eine abgeschlossene Ausbildung und kann diverse Weiterbildungen vorweisen. 

Überdies macht die Beschwerdeführerin, wie sich aus den Akten (act. G 21.2) ergibt, zu 

Recht geltend, sie habe ihre Stelle nicht aus betrieblichen Gründen verloren. Daher 

erscheint es realistisch, dass die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit (weiterhin) 

in einer leitenden Position tätig wäre. Das von ihrer ehemaligen Arbeitgeberin 

angeführte hypothetische Einkommen für 2009 erscheint auch daher angemessen, da 

die Beschwerdeführerin gemäss Auszug aus dem individuellen Konto bereits im Jahr 

2007 Fr. 86'447.-- verdiente (IV-act. 12-2). Für das theoretische Valideneinkommen 

wird demnach auf diese Angaben abgestützt und ein Einkommen von Fr. 87'000.-- bei 

der Berechnung berücksichtigt.

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3.3   Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

– wie vorliegend – kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 

472, E. 4.2.1). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin führt an, da die 

Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage sei, einer Tätigkeit als Pflegefachfrau 

nachzugehen und sie sonst über keine Ausbildung verfüge, sei das 

Invalideneinkommen nach der Tabelle TA1 Niveau 4 zu bestimmen. Dem ist entgegen 

zu halten, dass der psychiatrische Gutachter ausdrücklich festhielt, es sei zwar fraglich, 

ob die Beschwerdeführerin erneut eine Leitungsfunktion übernehmen könne, er aber 

eine Tätigkeit im angestammten Beruf weiterhin als möglich erachte (IV-act. 47-10f.). 

Da die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere 

Zusatzqualifikationen verfügt, ist auf die Tabelle TA1,

Niveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse als Voraussetzung) abzustellen. Gemäss 

Lohnstrukturerhebung 2008 erzielten Frauen im Gesundheitswesen im Jahr 2008 bei 

einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden einen durchschnittlichen Jahreslohn 

von Fr. 66'468.-- (Tabelle TA1, Niveau 3). Aufgerechnet auf das Jahr 2009 und die im 

Gesundheitswesen massgebliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.6 

Stunden ergibt sich ein durchschnittlicher Jahreslohn von Fr. 70'509.--. Bei einem 

55%-Pensum resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen der 

Beschwerdeführerin von Fr. 38'780.--.

3.4   Stellt man das Invalideneinkommen von Fr. 38'780.-- dem Valideneinkommen von 

Fr. 87'000.-- gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 48'220.--, was einem 

Invaliditätsgrad von 55% entspricht.

3.5   Die Beschwerdeführerin verlangt eine ganze oder allenfalls eine Dreiviertelsrente. 

Bei einem Invaliditätsgrad von 55% ergibt sich allerdings lediglich ein Anspruch auf 

eine halbe Rente. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in einer 

leitenden Funktion tätig sein kann, wird dadurch berücksichtigt, dass für das 

Invalideneinkommen für die Berechnung der Tabellenlohn "Gesundheits- und 

Sozialwesen, Frauen, Niveau 3" verwendet wird. Mit einer leitenden Funktion wäre die 

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Beschwerdeführerin in die Tabelle "Niveau 1+2" einzuteilen gewesen. Vorliegend sind 

keine Gründe ersichtlich, die einen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn 

rechtfertigen würden, denn in ihrem erlernten Beruf ist die Beschwerdeführerin 

gegenüber anderen Bewerberinnen nicht benachteiligt und muss daher nicht mit einer 

Lohneinbusse rechnen.

4.     

4.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der 

Beschwerdeführerin eine halbe Rente zuzusprechen.

4.2   Zu prüfen bleibt der Rentenbeginn. Gemäss Art. 28 IVG entsteht ein Renten­

anspruch frühestens im Zeitpunkt, in welchem eine versicherte Person während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist. 

Der psychiatrische Gutachter legte den Beginn der 40-50%igen Arbeitsunfähigkeit auf 

den 11. Juli 2008 fest (IV-act. 47-10). Bei der Anmeldung im Juni 2009 war dieses 

Wartejahr demnach knapp erfüllt. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der 

Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs. Demgemäss entstand vorliegend der Anspruch der 

Beschwerdeführerin im Dezember 2009 und die Rente wird

gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG ab dem 1. Dezember 2009 ausgerichtet.

5.     

5.1   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend beurteilten Angelegenheit angemessen und ist von der 

unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tragen. Der von der Beschwerdeführerin 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

5.2   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An­

spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs­

gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 

bis

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nach der Schwierigkeit des Prozesses festgesetzt. Die Honorarpauschale beträgt in der 

Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75). 

In einem Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine 

Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdeführerin hat 

damit Anspruch auf volle Entschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.      Der Beschwerdeführerin wird ab dem 1. Dezember 2009 eine halbe Rente

zugesprochen.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--

zurückerstattet.

1.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Erheblichkeit und invalidisierende Wirkung einer rezidivierenden depressiven Störung; unabhängig von einer somatoformen Schmerzstörung, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. August 2014, IV 2012/191). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2014.

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