# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e55ae5c-d5ce-5dd0-b47b-0d82e6074e5d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 27.01.2015 R 2014 81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2014-81_2015-01-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 14 81

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Vizepräsidentin Moser, Kudelski als Aktuarin ad hoc

URTEIL 
vom 27. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____ ,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, 

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peder Cathomen, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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1. Am 12. Juli 2012 reichten A._____ und B._____ ein Gesuch für den Um-

bau des Stallgebäudes in einer Ferienhütte auf der Parzelle 2565 in der 

Erhaltungszone C._____ der Gemeinde X._____ ein. Am 22. August 

2012 erteilte der Gemeindevorstand der Gemeinde X._____ (nachfolgend 

Gemeinde) A._____ und B._____ die Baubewilligung unter Bedingungen 

und Auflagen. Unter Anderem wurde festgehalten, dass unverzüglich die 

Genehmigung der Baubehörde einzuholen sei, wenn während der Bau-

ausführung von den bewilligten Plänen abgewichen werde. Ein weiteres 

Baugesuch vom 30. November 2012 (Abänderung der Fenstergrössen 

und –positionen sowie Errichtung eines zusätzlichen Holzschopfes) bewil-

ligte die Gemeinde am 17. Januar 2013 bezüglich der Fenster. Das Ge-

such um Errichtung eines zusätzlichen Holzschopfes wurde hingegen ab-

gelehnt.

2. Mit Schreiben vom 29. April 2014 verfügte die Gemeinde für das fragliche 

Stallgebäude superprovisorisch einen sofortigen Baustopp. Die Gemeinde 

führte aus, dass festgestellt worden sei, dass das Stallgebäude vollstän-

dig abgerissen und durch einen Neubau ersetzt worden sei. Auch seien in 

grösserem Ausmasse Terrainveränderungen vorgenommen und Bau-

schutt abgelagert worden. Die Gemeinde forderte A._____ und B._____  

auf, innert 30 Tagen ein nachträgliches Baugesuch für den Abbruch des 

Stallgebäudes und den Wiederaufbau einer Ersatzbaute sowie die vorge-

nommenen Terrainveränderungen einzureichen. Innert gleicher Frist wur-

den A._____ und B._____ von der Gemeinde zur Vernehmlassung betref-

fend nachträglichem Baugesuch, Buss- und Wiederherstellungsverfahren 

sowie definitivem Baustopp aufgefordert.

3. Mit Vernehmlassung vom 27. Mai 2014 führten A._____ und B._____  

aus, dass nie von einem Abbruch des Stallgebäudes ausgegangen wor-

den sei. Vielmehr sei ein Ausbau als „Haus im Haus“ geplant gewesen 

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und so auch bewilligt worden. Beim Austausch der faulen Holzstrickele-

mente sei ersichtlich geworden, dass viel mehr faules Holz vorhanden sei 

als angenommen. Zum Ersatz dieses Holzes sei der obere Stallteil ange-

hoben worden, wodurch weitere Strickelemente zusammengequetscht 

worden seien. Eine Wiederverwendung derselben sei aufgrund der stati-

schen Anforderungen sowie der Gebäudesicherheit nicht möglich gewe-

sen, weshalb diese komplett hätten ersetzt werden müssen. Zwei alte 

Holstricke hätten gerettet und als Sparren im Dach eingebaut werden 

können. Zu den von der Gemeinde gerügten Terrainveränderungen wur-

de ausgeführt, dass diese von der Gemeinde grundsätzlich bewilligt wor-

den seien. Die Abtragung eines Felsbandes an der Westseite des Stall-

gebäudes sei nicht bewilligungspflichtig gewesen. Zu den Bauschuttabla-

gerungen führten A._____ und B._____ sinngemäss aus, dass diese für 

den Bau notwendig und nach Bauvollendung wieder entfernt bzw. der ur-

sprüngliche Zustand wieder hergestellt werde.

4. Ebenfalls mit Datum vom 27. Mai 2014 reichten A._____ und B._____ ein 

nachträgliches Baugesuch ein, mit welchem um die Bewilligung einer Pro-

jektänderung („Ersatz best. Holzstrick mit neuem Holzstrickbau“) ersucht 

wurde. Dieses nachträgliche Baugesuch wurde von der Gemeinde mit 

Entscheid vom 28. Juli 2014 abgewiesen. Die Gemeinde verfügte in ihrem 

Entscheid, dass der Abbruch des Stallgebäudes und Ersatz durch den 

Neubau eines Holzstrickbaus nicht bewilligt werde. Für die vorgenomme-

nen provisorischen Terrainveränderungen und das provisorische Materi-

aldepot für den Bauschutt werde kein weiteres Verfahren eingeleitet, so-

fern der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werde. Schliesslich wer-

de nach Rechtskraft des Entscheides ein Buss- und Wiederherstellungs-

verfahren durchgeführt.

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5. Gegen diesen Entscheid der Gemeinde vom 28. Juli 2014 erhoben 

A._____ und B._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 27. August 

2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragten die Aufhebung der Dispositivziffern 1 und 3 des ange-

fochtenen Entscheids sowie eine Rückweisung an die Gemeinde. Even-

tualiter sei die ersuchte Bewilligung vom Verwaltungsgericht zu erteilen. 

Zudem sei ein Gerichtsgutachten, welches sich über die Vereinbarkeit 

des (erstellten) Strickbaus mit der Erhaltungszone C._____ und den sich 

dort befindlichen anderen Bauten auslasse, in Auftrag zu geben. Schliess-

lich habe sich das Verwaltungsgericht über die Voraussetzungen für den 

Erlass eines Wiederherstellungsbefehls und einer Duldungsverfügung 

noch nicht auszulassen und es sei Vormerk zu nehmen, dass sich die 

Beschwerdeführer vorbehalten würden, der Gemeinde in einem derzeit 

noch nicht eingeleiteten Wiederherstellungsverfahren ein Gesuch um Er-

lass einer Duldungsverfügung zu stellen. Im Weiteren beantragten die 

Beschwerdeführer die Durchführung eines gerichtlichen Augenscheins 

sowie einer Einigungsverhandlung. Zur Begründung ihrer Anträge führten 

die Beschwerdeführer zunächst aus, sie hätten nicht um Bewilligung ei-

nes Abbruchs des Stallgebäudes und um Ersatz desselben durch einen 

Neubau ersucht oder wenn, dann nur aufgezwungenermassen. Ein sol-

ches Gesuch könne daher von der Gemeinde weder abgewiesen noch 

bewilligt werden. Weiter führten die Beschwerdeführer aus, dass sie sich 

vollumfänglich an die von der Gemeinde erteilte Baubewilligung vom 

22. August 2012 gehalten hätten. Das bewilligte Projekt habe vorgese-

hen, die Aussenstruktur des Stalles als tragende Hülle auszubilden und 

die äussere Fassade aus Rundholz zu belassen, wobei faules mit bewitte-

rungsfähigem Rundholz ersetzt werde. Sie hätten im Verlaufe der Bau-

ausführung beim Austausch der faulen Hölzer im Strick festgestellt, dass 

praktisch alle Hölzer faul gewesen seien und diese somit in gutem Glau-

ben ersetzt. In den Baugesuchsunterlagen sei diese Auswechslung mehr-

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fach erwähnt und die Bewilligung enthalte hierzu keine Einschränkungen. 

Dem würden auch die Bestimmungen des kommunalen Baugesetzes 

über die Erhaltung der wertvollen, originalen Bausubstanz nicht entge-

genstehen. Aufgrund der Vorgabe, den Strick in seiner Erscheinung zu 

erhalten, hätten sie sich gezwungen gesehen, unter Beachtung der bauli-

chen Grundstruktur, des Gebäudevolumens und des gesamten Erschei-

nens, den Strick zu ersetzen. Sie hätten hierzu sogar gemeindeeigenes 

Holz eingesetzt. Im Weiteren habe die Gemeinde die Umnutzung des 

Stalles in eine Wohnbaute bewilligt. Damit gehe natürlich auch einher, 

dass der Strick die statischen Anforderungen an diese neue Nutzung als 

Wohnbaute zu erfüllen habe. Vor diesem Hintergrund sei es nicht nur be-

willigungskonform, sondern sogar gesetzliche Pflicht gewesen, sämtliche 

faulen Holzteile zu ersetzen. Da die bereits realisierte Baute somit der 

rechtskräftigen Baubewilligung und dem Gesetz entspreche, seien sie zur 

Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs nicht verpflichtet gewesen. 

Trotzdem hätten sie aufforderungsgemäss das verlangte Nachtragsge-

such eingereicht. Ein von der Gemeinde fälschlicherweise bzw. geset-

zeswidrig erzwungenes bzw. aufgenötigtes Baugesuch für den Abbruch 

und die Bewilligung einer Ersatzbaute müsse, ob zu Recht oder Unrecht 

nicht bewilligt, aufgehoben werden.

6. Mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2014 beantragte die Gemeinde 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung führte sie aus, dass Neubauten in der Erhaltungszone nach 

klarem Gesetzeswortlaut unzulässig seien. Nach kommunalem Recht sei 

zudem auch der Wiederaufbau nach Abbruch nicht gestattet. Das Verwal-

tungsgericht habe bereits in einem früheren Urteil die gänzliche Entfer-

nung der Strickkonstruktion im Zusammenhang mit der Zweckänderung 

der Baute als Neubau qualifiziert. Die Baute müsse daher als Neubau 

qualifiziert werden und sei damit nicht zonenkonform. Eine Bewilligung für 

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diese Baute könne folglich nicht erteilt werden. Im Weiteren sei der heute 

bestehende Zustand - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer 

- nie bewilligt worden. Aus dem Baugesuch ergebe sich eindeutig, dass 

die die Umfassungswand bildende Strickkonstruktion vollumfänglich bei-

behalten werde. Dies sei von den Beschwerdeführern in den Plänen ent-

sprechend koloriert worden. Hinzu komme, dass in der Baubewilligung 

ausdrücklich auf das kommunale Baugesetz verwiesen worden sei, wo 

unmissverständlich festgehalten sei, dass Bauten nicht abgebrochen und 

wieder aufgebaut werden dürfen. Die Argumentation der Beschwerdefüh-

rer, dies beziehe sich nur auf die Fenstergestaltung, sei nicht stichhaltig. 

Die Behauptung der Beschwerdeführer, es sei gar kein neues Baugesu-

ches notwendig gewesen, sei als venire contra factum proprium zu ver-

stehen. Es habe den Beschwerdeführern frei gestanden, sich auf den 

Standpunkt zu stellen, man habe nach den bewilligten Plänen gebaut und 

reiche deshalb keine abgeänderten Pläne nach. Schliesslich führte die 

Beschwerdegegnerin aus, dass, wenn die Holzkonstruktion tatsächlich 

morsch, d.h. nicht mehr selbsttragend gewesen sei, die Baute infolge Al-

ters- und/oder mangelnden Unterhalts nicht mehr bestimmungsgemäss 

nutzbar wäre. Dies sei aber gerade gesetzliche Voraussetzung dafür, 

dass eine Baute in der Erhaltungszone überhaupt umgebaut werden dür-

fe. Das Vorhandensein von viel morschem Holz rechtfertige keine Aus-

nahme vom Abbruch- und Wiederaufbauverbot. 

7. Mit Replik vom 22. Oktober 2014 hielten die Beschwerdeführer an ihren 

Anträgen und Argumenten fest. Zusätzlich führten sie aus, dass die Bewil-

ligung zwingend mit einer entsprechenden Auflage hätte versehen wer-

den müssen, wenn die Beschwerdegegnerin eine Einschränkung in der 

Quantität des Holzersatzes hätte vorschreiben wollen. Der Baubeschrieb 

stehe nicht im Widerspruch zu den Plänen, da eine Kolorierung gesetzlich 

nicht vorgeschrieben sei und der Strick auch schwarz belassen werden 

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durfte, da es beim bewilligten Bau bei einer Strickfassade geblieben sei. 

Die Beschwerdeführer rügten weiter, dass die Aufforderung zur Einrei-

chung eines nachträglichen Baugesuchs ohne Rechtsmittelbelehrung er-

folgt sei. 

8. In ihrer Duplik vom 25. November 2014 hielt auch die Beschwerdegegne-

rin an ihren Anträgen und Argumenten fest. Sie ergänzte, dass entgegen 

des Baubeschriebs nicht nur Teile der einzelnen Rundhölzer, sondern die 

gesamte Rundholzkonstruktion entfernt worden sei. Im Weiteren sei unzu-

treffend, dass es sich bei der Aufforderung zur Einreichung eines 

nachträglichen Baugesuchs um eine Verfügung handle. Erst wenn sich 

die Bauherrschaft weigere, ein Baugesuch einzureichen, werde sie mittels 

einer Verfügung und unter Androhung der Ersatzvornahme dazu angehal-

ten. Deshalb sei das Schreiben auch nicht mit einer Rechtsmittelbeleh-

rung versehen gewesen. Schliesslich hätten sich die Beschwerdeführer 

für ihr Verhalten entschuldigt. Offenbar seien sie sich der Abweichung von 

den bewilligten Plänen bewusst gewesen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

im angefochtenen Baubescheid sowie auf die im Recht liegenden Be-

weismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Baubescheid der Beschwerdegegnerin vom 28. Juli 2014, mit welchem 

diese das nachträgliche Baugesuch der Beschwerdeführer vom 27. Mai 

2014 abgelehnt hat. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist 

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aufgrund von Art. 103 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG; BR 801.100) i.V.m. Art. 49 Abs. 1 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der er-

hobenen Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als Verfügungs-

adressaten sind die Beschwerdeführer beschwert und somit zur Be-

schwerde legitimiert. Auf die am 27. August 2014 - unter Berücksichtigung 

des Fristenstillstandes zwischen dem 15. Juli und dem 15. August 

gemäss Art. 39 Abs. 1 lit. b VRG - fristgerecht eingereichte Beschwerde 

ist somit einzutreten. Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob die realisierte 

Baute der Baubewilligung vom 22. August 2012 bzw. 17. Januar 2013 

(Nachtrag betreffend Fenstergrössen und -positionen) entspricht. Wenn 

dies nicht der Fall sein sollte, stellt sich die Frage, ob die Beschwerde-

gegnerin das nachträgliche Baugesuch der Beschwerdeführer bezüglich 

der bereits erstellten Baute zu Recht abgelehnt hat.

2. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellen die Beschwerdeführer zunächst 

einen Antrag auf Durchführung eines gerichtlichen Augenscheins sowie 

einer Einigungsverhandlung. In den Akten befinden sich diverse Fotos un-

terschiedlicher Baustadien (beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 4, 5 

und 6 sowie beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1, 5, 11 und 12) und 

verschiedene Pläne (Bg-act. 4, 8 und 16) der umstrittenen Baute sowie 

weiterer Grundstücke in der Erhaltungszone C._____. Sie vermitteln ein 

klares Bild über die Lage und den Zustand der fraglichen Baute und der 

Umgebung. Eine Begehung vor Ort drängt sich damit nicht auf, zumal 

sich das Gericht insbesondere gestützt auf die Fotodokumentation in den 

Akten ein aussagekräftiges Bild der tatsächlichen Situation machen konn-

te. Dem diesbezüglichen Antrag der Beschwerdeführer ist daher nicht zu 

entsprechen. Auch für die Durchführung einer Einigungsverhandlung sieht 

das Gericht aufgrund des Umfanges des Aktenmaterials, der weit ausein-

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anderliegenden Positionen sowie der bereits erfolgten Gespräche und 

Baustellenbesichtigung durch die Parteien keine Veranlassung.

3. a) In materieller Hinsicht ist in einem ersten Schritt gleichwohl die Vereinbar-

keit der erstellten Baute mit der Baubewilligung vom 22. August 2012 

bzw. 17. Januar 2013 zu prüfen, obwohl dies nicht direkt vom vorliegend 

angefochtenen Baubescheid vom 28. Juli 2014 erfasst ist. Würde die er-

stellte Baute nämlich der Baubewilligung entsprechen, so würde die vor-

liegend zu beurteilende Ablehnung des Projektänderungsgesuchs einem 

Widerruf einer formell rechtskräftigen Baubewilligung gleichkommen. Was 

dies in Bezug auf das vorliegende Verfahren für Konsequenzen hätte, 

kann angesichts der nachfolgenden Erwägungen indes offen bleiben. Un-

bestritten ist, dass die gesamte vor Baubeginn bestehende (in Strickbau 

erstellte) Fassade entfernt und neu erstellt wurde. Strittig ist hingegen, ob 

dieses Vorgehen mit Baubewilligung vom 22. August 2012 bzw. 17. Ja-

nuar 2013 bewilligt wurde oder nicht.

b) Die Beschwerdeführer bringen diesbezüglich zunächst vor, das bewilligte 

Projekt habe vorgesehen, die äussere Fassade aus Rundholz zu belas-

sen, wobei faules durch bewitterungsfähiges Rundholz ersetzt werde. 

Nichts anderes hätten sie getan. Sie hätten im Verlaufe der Bauaus-

führung beim (bewilligten) Austausch der faulen Hölzer im Strick festge-

stellt, dass praktisch alle Hölzer faul gewesen seien und diese somit in 

gutem Glauben ersetzt. Mithin machen die Beschwerdeführer geltend, die 

erstellte Baute weiche nicht von den bewilligten Plänen ab. Aus dem 

Baubeschrieb des Baugesuchs vom 12. Juli 2012 (Bg-act 3), welches mit 

Baubescheid vom 22. August 2012 (Bg-act. 6) bewilligt wurde, geht her-

vor, dass die „äussere Fassade aus Rundholz belassen, fauliges mit be-

witterungsfähigem ersetzt werde“. Dies entspricht auch den zum Bauge-

such gehörigen Plänen, auf denen die Aussenfassade mit schwarzer Far-

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be als „Bestehend“ eingezeichnet wurde (vgl. Legende auf Bg-act. 4). An-

dere den Beschwerdeführern zur Verfügung stehende Farben wären 

gemäss der Legende Gelb für „Abbruch“ und Rot für „Neu“ gewesen. 

Festzuhalten ist, dass die Beschwerdeführer demnach die bestehende 

Aussenfassade beibehalten wollten, andernfalls sie dies mit einer ande-

ren Farbe auf den Plänen hätten einzeichnen müssen. Der Ansicht der 

Beschwerdeführer, wonach die schrittweise Ersetzung der einzelnen Stri-

ckelemente in Übereinstimmung mit der Baubewilligung erfolgt sei, kann 

daher nicht gefolgt werden. Beantragt und bewilligt war aufgrund der kla-

ren farblichen Kennzeichnung in den Plänen und dem Baubeschrieb viel-

mehr, die bestehende Fassade in ihrem bisherigen Zustand zu erhalten 

(„belassen“). Ein Ersatz von Fassadenelementen war allenfalls unterge-

ordnetem Ausmasse gestattet, sicherlich aber nicht deren vollständige 

Entfernung und Neuerstellung mit neuem Material.

c) Auch aus der Behauptung der Beschwerdeführer, dass der Strick ihrer 

Baute im Gegensatz zu den bewilligten Nachbargebäuden einwandfrei 

erstellt worden sei, können diese nichts zu ihren Gunsten ableiten. Einer-

seits ändert die Bauweise nichts an der Tatsache, dass die realisierte 

Bauausführung nicht der Baubewilligung vom 22. August 2012 bzw. 

17. Januar 2013 entspricht. Andererseits besteht kein Anspruch auf 

Gleichbehandlung im Unrecht (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan-

tons Graubünden R 12 18 vom 30. Oktober 2012 E.4.b). Angesichts des-

sen erübrigt sich auch die Einholung eines von den Beschwerdeführern 

beantragten Gutachtens zur Vereinbarkeit des erstellten Strickbaus mit 

der Erhaltungszone C._____ und den sich dort befindlichen Bauten.

d) Ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermögen die Beschwerde-

führer mit dem Hinweis, die Beschwerdegegnerin habe sich für die Holz-

lieferung empfohlen und die Beschwerdeführer darin bestätigt und gera-

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dezu provoziert, generös beim Holzersatz vorzugehen. Es ist Sache der 

Bauherrschaft, im Rahmen der erteilten Baubewilligung die notwendige 

Art und Menge des Baumaterials zu besorgen. Es hätte den Beschwerde-

führern frei gestanden, ihr Baumaterial bei einem beliebigen Lieferanten 

zu bestellen. Selbst bei einer Bestellung bei der Beschwerdegegnerin traf 

diese keine Pflicht, sich über Menge und Verwendungszweck des gelie-

ferten Holzes Gedanken zu machen.

e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vorliegend zu beurteilende 

Baute nicht wie mit Baubescheid vom 22. August 2012 bzw. 17. Januar 

2013 bewilligt, realisiert worden ist.

4. a) Es stellt sich im Weiteren daher die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

das nachträgliche Baugesuch der Beschwerdeführer vom 27. Mai 2014 

(Bg-act. 15) mit dem vorliegend angefochtenen Baubescheid vom 28. Juli 

2014 zu Recht abgelehnt hat. Um dies zu beurteilen, ist die Bewilligungs-

fähigkeit der realisierten Baute zu prüfen.

b) Die Beschwerdeführer rügen vorab, sie seien mit einem Schreiben ohne 

Rechtsmittelbelehrung zur Einreichung des nachträglichen Baugesuchs 

gezwungen worden. Sie hätten dieses Schreiben einzig wegen der feh-

lenden Rechtsmittelbelehrung nicht angefochten. Dass die Beschwerde-

führer dadurch einen Rechtsnachteil erlitten hätten, ist nicht ersichtlich. Es 

erübrigt sich damit eine Qualifikation des erwähnten Schreibens und auf 

die diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführer ist mangels eines 

Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.

c) Die Beschwerdegegnerin hat die Projektänderung in ihrem Entscheid vom 

28. Juli 2014 abgelehnt, weil Neu- und Ersatzbauten (Abbruch und Wie-

deraufbau) gemäss Art. 45 Abs. 2 (recte: Abs. 3) des kommunalen Bau-

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gesetzes (BG) unzulässig seien. Die Beschwerdeführer entgegnen, sie 

seien nie von einem Abbruch ausgegangen. Wohl aber hätten sie die 

Holzstricke ersetzt. Abbruch und Ersatz seien allerdings zweierlei. Durch 

die komplette Entfernung des ursprünglichen Holzstrickes und Neuerstel-

lung mit neuem Holzstrick, ohne auch nur Teile des ursprünglichen Bau-

materials in der Aussenfassade zu verwenden, entstand eine komplett 

neue Aussenfassade. Würde ein Bauvorhaben solchen Ausmasses als 

blosser Ersatz betrachtet werden, gäbe es überhaupt nie einen Abbruch 

mit anschliessendem Wiederaufbau. Die Bauherrschaft könnte sich immer 

darauf berufen, sie habe nach und nach einzelne Teile ersetzen müssen, 

bis schliesslich die gesamte Baute neu erstellt ist. Art. 45 Abs. 3 BG wür-

de damit vollständig seines Inhalts entleert. Entscheidend ist vielmehr ei-

ne objektive Gesamtbetrachtung, wonach eine vollständig neue Aussen-

fassade entstanden ist. Dass dies in einzelnen Schritten erfolgte (nämlich 

dem sukzessiven Ersetzen aller Holzstrickelemente), ist hierfür unerheb-

lich. Es kann daher einzig von einer Neu- bzw. Ersatzbaute nach Abbruch 

mit anschliessendem Wiederaufbau die Rede sein.

d) Für die fehlende Bewilligungsfähigkeit der beschwerdeführerischen Bau-

ausführung spricht im Weiteren auch der Zweck der Erhaltungszone. In 

der Erhaltungszone soll ausschliesslich die bestehende und nicht eine 

neu konzipierte und neu strukturierte Bausubstanz erhalten werden (Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 07 107 vom 27. Mai 

2008 E.3.c). Im vorliegenden Fall ist in der Aussenfassade jedoch unbe-

strittenermassen nichts von der ursprünglichen Bausubstanz erhalten ge-

blieben. Auch aus dem Wortlaut von Art. 31 Abs. 1 KRG, wonach Erhal-

tungszonen der Erhaltung von landschaftlich und kulturgeschichtlich wert-

vollen Kleinsiedlungen dienen und Bauten und Anlagen in ihrem ur-

sprünglichen Charakter und in ihrer Substanz zu erhalten sind, ergibt sich, 

dass äusserliche Veränderungen nur beschränkt zulässig sind. 

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e) Selbst wenn es im Übrigen zuträfe, dass so viel von der originalen Bau-

substanz faul bzw. morsch gewesen wäre, dass eine Erhaltung derselben 

nicht möglich war, hätte die Baubewilligung nicht erteilt werden dürfen. 

Gemäss Art. 31 Abs. 2 KRG dürfen Gebäude in der Erhaltungszone nur 

dann umgebaut und in ihrer Nutzung geändert werden, wenn sie im Zeit-

punkt der Baueingabe noch bestimmungsgemäss nutzbar sind. Wenn je-

doch die Bausubstanz bereits bei der Baueingabe derart faul bzw. morsch 

war, dass sie ein sicheres Bewohnen nicht ermöglicht, darf keine Baube-

willigung erteilt werden.

f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das 

nachträgliche Baugesuch der Beschwerdeführer vom 27. Mai 2014 (Bg-

act. 15) zu Recht abgelehnt hat, da die realisierte Baute nicht bewilli-

gungsfähig ist.

5. Schliesslich stellen die Beschwerdeführer den Antrag, das Verwaltungs-

gericht habe sich über die Voraussetzungen für den Erlass eines Wieder-

herstellungsbefehles und einer Duldungsverfügung im Sinne von Art. 94 

Abs. 4 KRG noch nicht auszulassen und es sei davon Vormerk zu neh-

men, dass sich die Beschwerdeführer je nach Ausgang des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens vorbehalten würden, der Beschwerdegegnerin ein 

Gesuch um Erlass einer Duldungsverfügung zu stellen. Dies im Rahmen 

eines – derzeit noch nicht eingeleiteten – allfälligen kommunalen Wieder-

herstellungsverfahrens. Wie die Beschwerdeführer in ihrem Antrag selber 

feststellen, ist das betreffende Verfahren noch gar nicht eingeleitet wor-

den, weshalb auf den diesbezüglichen Antrag mangels Rechtsschutzin-

teresse nicht eingetreten werden kann.

6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die realisierte Bauausführung 

der Baubewilligung vom 22. August 2012 bzw. 17. Januar 2013 nicht ent-

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spricht. Zudem ist die realisierte Baute mangels Vereinbarkeit mit den 

kantonalen und kommunalen Bauvorschriften nicht bewilligungsfähig, da 

Neu- bzw. Ersatzbauten in der Erhaltungszone unzulässig sind. Damit hat 

die Beschwerdegegnerin das nachträgliche Baugesuch vom 27. Mai 2014 

mit dem vorliegend angefochtenen Baubescheid vom 28. Juli 2014 zu 

Recht abgelehnt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG zu Lasten der unter-

liegenden Beschwerdeführer. Da die Beschwerdegegnerin lediglich in ih-

rem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat, wird ihr gemäss Art. 78 Abs. 2 

VRG keine Parteientschädigung zugesprochen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 302.--

Zusammen Fr. 3'302.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten von A._____ und B._____ und 

sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzver-

waltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]