# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 474c216d-bb0d-5439-bc9c-f5f80a2c9b2e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 09.10.2018 470 18 250
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-18-250_2018-10-09.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

9. Oktober 2018 (470 18 250) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Verfahrenseinstellung (Teileinstellung) / Verfahrenskosten 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Dominique Steiner (Ref.),  

Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiberin i.V. Liridona Asllani 

 

 

Parteien A.____ Sàrl 

vertreten durch Advokatin Annalisa Landi, Advokatur Landi 

Ruckstuhl Sami, Oberwilerstrasse 3, Postfach, 4123 Allschwil, 

Beschwerdeführerin 

 
  

gegen 

 

 
 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, 

Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal,  

Beschwerdegegnerin 

 

B.____ 

vertreten durch Rechtsanwalt Denis G. Giovannelli,  

Hirzbodenweg 95, Postfach, 4020 Basel,  

Beschuldigter 

 

 

Gegenstand Verfahrenseinstellung (Teileinstellung) 

Beschwerde gegen die Teileinstellungsverfügung der  

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 19. Juli 2018 

  

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A. Im Rahmen der Strafuntersuchung gegen B.____ betreffend die Straftatbestände der 

mehrfachen Veruntreuung, ev. der unrechtmässigen Aneignung oder Sachentziehung des 

Fahrzeugs Mercedes-Benz E 320, Stammnummer (...), zum Nachteil der A.____ Sàrl verfügte 

die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, mit Teileinstellungsverfügung 

vom 19. Juli 2018 das Folgende: 

 

 „1. Das Strafverfahren wegen mehrfacher Veruntreuung zum Nachteil der A.____ 

Sàrl bezüglich der 60 Bargeldbezüge von B.____ über insgesamt CHF 110‘365.63 (…) 

wird in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. Die weiteren Bargeldbe-

züge von B.____, welche im getrennt geführten Verfahren WK1 15 ____ zur Anklage 

gebracht werden, sind von dieser Einstellungsverfügung ausgenommen. 

 

 2. Das Strafverfahren wegen Veruntreuung, ev. unrechtmässiger Aneignung  

oder Sachentziehung, des Fahrzeugs Mercedes-Benz E 320, Stammnummer (...), zum 

Nachteil der A.____ Sàrl (…) wird in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO einge-

stellt. 

 

 3. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen. 

 

 4. Der amtlichen Verteidigung wird gemäss Art. 135 StPO eine Entschädigung von 

CHF 2‘351.20 zugesprochen. 

 

 5. Der beschuldigten Person werden gemäss Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO keine Ent-

schädigung und keine Genugtuung zugesprochen. 

 

 6. Die Verfahrenskosten und die vom Kanton zu tragende Entschädigung der amtli-

chen Verteidigung werden gemäss Art. 420 lit. b StPO der Privatklägerin A.____ Sàrl 

zur Hälfte auferlegt. Die A.____ Sàrl hat demnach Verfahrenskosten von 

CHF 5‘136.65 und Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 1‘175.60 – total 

CHF 6‘312.25 – an den Kanton zu bezahlen. Die andere Hälfte der Verfahrenskosten 

geht zu Lasten des Staates.“ 

 

Auf die Begründung dieser Teileinstellungsverfügung sowie der nachfolgenden Eingaben der 

Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegan-

gen. 

 

B. Mit Beschwerde vom 30. Juli 2018 beantragte die A.____ Sàrl, vertreten durch Advoka-

tin Annalisa Landi, es sei Ziff. 6 der Teileinstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 

19. Juli 2018 aufzuheben. Ferner sei unter o/e-Kostenfolge auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses für das Beschwerdeverfahren zu verzichten. 

 

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C. Mit Verfügung vom 31. Juli 2018 verpflichtete das Kantonsgericht Basel-Landschaft, 

Abteilung Strafrecht, die Beschwerdeführerin, eine Sicherheitsleistung in der Höhe von 

CHF 500.00 zu bezahlen, was innert vorgesehener Frist geschah. 

 

D. Mit Schreiben vom 13. August 2018 beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stel-

lungnahme die Abweisung der Beschwerde. 

 

E. Mit Eingabe vom 27. August 2018 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die replizie-

rende Stellungnahme und verwies vollumfänglich auf die Ausführungen in der Beschwerde vom 

30. Juli 2018. 

 

Erwägungen 

 

 Formelles 1.

1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus 

Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. Nach Art. 322 Abs. 2 

StPO sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist gegen die Teileinstellungsverfügung der Staatsan-

waltschaft die Beschwerde zulässig. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Be-

schwerde gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch 

des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). Nach 

Art. 322 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schrift-

lich oder mündlich eröffnete Entscheide innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der 

Beschwerdeinstanz einzureichen. 

 

1.2 Die Legitimation der Privatklägerin zur Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in 

Art. 382 Abs. 1 StPO sowie Art. 322 Abs. 2 StPO normiert. Nachdem die angefochtene Verfü-

gung ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, die Privatklägerin beschwerdelegitimiert ist, 

eine zulässige Rüge erhebt und die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Begründungspflicht 

nachgekommen ist, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die Beschwerde einzutreten. 

 

2. Materielles 
2.1 Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung der angefochtenen Teileinstellungsverfü-

gung im Wesentlichen an, die hälftige Auferlegung der Kosten (Verfahrenskosten und Entschä-

digung der amtlichen Verteidigung) gestützt auf Art. 420 lit. b StPO an die Privatklägerin, 

A.____ Sàrl, sei deshalb gerechtfertigt, weil diese das Strafverfahren gleich mehrfach grobfahr-

lässig erheblich erschwert habe. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gründet zum einen auf die 

angeblich ordnungswidrig geführten Geschäftsbücher der A.____ Sàrl und zum anderen auf die 

von der Privatklägerin mit Eingabe vom 11. April 2017 eingereichten schriftlichen Bestätigungen 

von sieben Lieferanten. In Letzteren sollen diese der A.____ Sàrl bestätigt haben, dass C.____, 

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Vater von D.____ (Mitgeschäftsführerin der A.____ Sàrl), die Warenbestellungen bar an die 

Lieferanten beglichen habe. 

 

Betreffend die mutmasslich ordnungswidrig geführten Geschäftsbücher der A.____ Sàrl führt 

die Staatsanwaltschaft aus, das Nichtführen eines Kassenbuchs, die teilweise auf Annahmen 

beruhenden Kassenbuchungen, die nicht feststellbaren Kassenbestände und die fehlenden 

Lohnzahlungsbelege hätten zur Folge gehabt, dass die Beweisführung erheblich erschwert oder 

gar verunmöglicht worden sei. Die ordnungsgemässe Buchführung obliege der Privatklägerin 

bzw. deren Geschäftsführerinnen. 

 

Im Zusammenhang mit der Eingabe der sieben schriftlichen Lieferantenbestätigungen der 

A.____ Sàrl, welche angegeben haben, dass ausschliesslich C.____ die Warenlieferungen an 

die Lieferanten der A.____ Sàrl bar bezahlt habe, habe die Privatklägerin ferner bewirkt, dass 

weitere Zeugenbefragungen hätten durchgeführt werden müssen. Dabei sollen sich die Liefe-

rantenbestätigungen im Nachhinein grösstenteils als haltlos erwiesen haben. Der Privatklägerin 

wird vorgeworfen, sie habe durch dieses Verhalten das Strafverfahren in eine bestimmte und 

damit falsche Richtung lenken wollen. 

 

2.2 Demgegenüber legt die Privatklägerin mit Beschwerde vom 30. Juli 2018 dar, der Vor-

wurf betreffend die ordnungswidrige Führung der Geschäftsbücher vermöge – unabhängig da-

von, ob dieser zutreffe oder nicht – keine Kostenauflage an die Privatklägerin gestützt auf 

Art. 420 lit. b. StPO zu begründen. Vielmehr könne eine Kostenauflage gemäss Art. 420 lit. b 

StPO nur wegen des Verhaltens der Privatklägerin im Strafverfahren selbst erfolgen. Dies kön-

ne sich jedoch nie auf das Verhalten vor Einleitung des Strafverfahrens beziehen. Der Vorwurf 

der Staatsanwaltschaft betreffe aber gerade nicht das Verhalten der Privatklägerin im Strafver-

fahren selbst, sondern beziehe sich vielmehr auf ein Fehlverhalten, das vor Einleitung des 

Strafverfahrens stattgefunden habe. 

 

Zum Vorwurf betreffend die Einreichung irreführender Lieferantenbestätigungen führt die Privat-

klägerin aus, die Behauptung der Staatsanwaltschaft, dass die Zeugenbefragungen nicht das 

ergeben hätten, was in den Bestätigungen wiedergegeben worden sei, sei offensichtlich akten-

widrig und rechtfertige keine Kostenauflage im Sinne von Art. 420 StPO. Die Privatklägerin ha-

be weder gefälschte, geschönte noch sonst „frisierte“ Bestätigungen eingereicht. 

 

2.3 Gemäss Art. 420 StPO kann der Bund oder der Kanton für die von ihm getragenen 

Kosten auf Personen Rückgriff nehmen, die vorsätzlich oder grobfahrlässig die Einleitung des 

Verfahrens bewirkt (lit. a), das Verfahren erheblich erschwert (lit. b) oder einen im Revisionsver-

fahren aufgehobenen Entscheid verursacht haben (lit. c). Wer mit haltlosen oder böswilligen 

Anzeigen oder Verdächtigungen die Strafbehörden bemüht, hat die dadurch verursachten Kos-

ten zu tragen. Dabei muss sich die rückgriffsverpflichtete Person in allen drei Tatbestandsvari-

anten (lit. a – c) vorsätzlich oder grobfahrlässig verhalten haben. Hinsichtlich des vorsätzlichen 

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Verhaltens sind die Grundsätze von Art. 12 Abs. 2 StGB beizuziehen. Demzufolge muss die 

rückgriffsverpflichtete Person die ihr vorgeworfenen Verfahrenshandlungen mit Wissen und Wil-

len begangen haben. Grobfahrlässigkeit bedingt das Ausserachtlassen elementarster Vor-

sichtsmassnahmen, die jedem verständigen Menschen in der gleichen Lage und unter den glei-

chen Umständen hätten einleuchten müssen. Grobfahrlässiges Verhalten ist auch dann anzu-

nehmen, wenn in einer Art und Weise unwahre Angaben gemacht oder elementar notwendige 

Informationen verschwiegen werden, sodass für jedermann die Irreführung der Strafbehörden 

offensichtlich ist (vgl. zum Ganzen THOMAS DOMEISEN, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

Art. 420 N 6). Da der Staat ein generelles Interesse daran hat, dass Private strafbare Handlun-

gen zur Anzeige bringen, ist grobfahrlässiges Verhalten nur zurückhaltend anzunehmen (YVONA 

GRIESSER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 420 N 7). Erforderlich ist ein Fehlver-

halten der rückgriffsverpflichteten Person, das sich in haltlosen Verdächtigungen, die jeder 

Grundlage entbehren, manifestiert (vgl. BGer 6B_620/2015 vom 3. März 2016 E. 2.2 ; 

6B_851/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 2; 6B_5/2013 vom 19. Februar 2013 E. 2.6 f.) Anders 

ausgedrückt, müssen sich Vorsatz und Grobfahrlässigkeit darauf beziehen, dass die rückgriffs-

verpflichteten Personen den wahren Sachverhalt (z.B. die Unschuld des Beschuldigten) ge-

kannt haben oder bei sorgfältigem Verhalten leicht hätten erkennen können und dass ihnen 

infolgedessen vorzuwerfen ist, sie hätten in verwerflicher oder zumindest leichtfertiger Weise 

Anzeige erstattet oder durch ihr Tun bzw. ihre Aussagen unnötige Verfahrenskosten verursacht 

(FRANZ RIKLIN, StPO Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 420 N 1). Darüber hinaus kann ein Rück-

griff nur in dem Ausmass erfolgen, als das Fehlverhalten für die entstandenen Kosten kausal 

gewesen ist (GRIESSER, a.a.O, Art. 420 N 10). 

 

2.4 Art. 810 OR umschreibt die Aufgaben der Geschäftsführer von Gesellschaften mit be-

schränkter Haftung (GmbH). Wie von der Staatsanwaltschaft richtig ausgeführt, trifft die Ge-

schäftsführerinnen der A.____ Sàrl unter anderem die Pflicht zur Ausgestaltung des Rech-

nungswesens sowie der Finanzkontrolle und -planung (Art. 810 Abs. 2 Ziff. 3 OR); ferner obliegt 

ihnen die Pflicht zur Erstellung des Geschäftsberichts (Art. 810 Abs. 2 Ziff. 5 OR). Dass die 

Buchführung der A.____ Sàrl schwere Mängel aufweist, wird denn auch nicht von der Privatklä-

gerin bestritten. Im Gegenteil erklärt die Mitgeschäftsführerin, D.____, anlässlich ihrer Einver-

nahme als Auskunftsperson vom 17. Mai 2017, dass die A.____ Sàrl im Zeitraum von 2014 bis 

2015 kein Kassenbuch geführt habe und lediglich die Lieferantenrechnungen als Rechnungsbe-

lege herangezogen worden seien (Rz. 191–194). Das Geschäft habe sie zusammen mit ihrer 

Schwester am 1. November 2014 übernommen (Rz. 45–50). Auch ist in der nämlichen Einver-

nahme bestätigt worden, dass die E.____ GmbH die Jahresrechnung 2015 der A.____ Sàrl 

wegen unterschiedlich gemachten Angaben betreffend Umsatz bloss aufgrund einer angenom-

menen Bruttorendite, wie sie für Lebensmittelgeschäfte üblich seien, erstellt habe (Rz. 207–

214). Daraus erhellt, dass den Geschäftsführerinnen der A.____ Sàrl in Bezug auf die Buchfüh-

rung grundsätzlich ein ordnungswidriges Fehlverhalten vorzuwerfen ist. 

 

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Nichtsdestotrotz stellt die lückenhafte und ordnungswidrige Führung der Geschäftsbücher ein 

Fehlverhalten der Geschäftsführerinnen der A.____ Sàrl dar, welches bereits seit Übernahme 

des Geschäfts im November 2014 Bestand hat. Es handelt sich dabei um ein selbständiges und 

dem Strafverfahren gegen B.____ (Beschuldigter und Ex-Ehemann der Mitgeschäftsführerin 

D.____) vorgelagertes Fehlverhalten. Weder ist die Buchführung der A.____ Sàrl im Hinblick 

auf das eingeleitete Strafverfahren ordnungswidrig geführt worden, noch haben die Geschäfts-

führerinnen durch dieses Fehlverhalten das Ziel verfolgt, im Rahmen des Strafverfahrens Rück-

schlüsse betreffend Kassenbuchungen zu verunmöglichen und damit die Strafbehörden irrezu-

führen und die Beweisführung zu erschweren. Der Privatklägerin kann somit nicht vorgeworfen 

werden, sie habe durch ihr Fehlverhalten grobfahrlässig oder vorsätzlich eine erhebliche Ver-

fahrenserschwerung bewirkt. In der Folge fällt in Bezug auf die mangelhafte Buchführung ein 

Rückgriff im Sinne von Art. 420 lit.  b StPO auf die Privatklägerin ausser Betracht. 

 

2.5 Fraglich ist im Übrigen, ob allenfalls die von der Privatklägerin mit Eingabe vom 

11. April 2017 eingereichten Lieferantenbestätigungen einen Regress im Sinne von Art. 420 

lit. b StPO rechtfertigen können. In diesen haben sieben Lieferanten der A.____ Sàrl bestätigt, 

dass C.____ die Warenbestellungen bar an die Lieferanten beglichen habe. Zwecks Überprü-

fung der insgesamt sieben eingereichten Lieferantenbestätigungen hat die Staatsanwaltschaft 

sechs Zeugeneinvernahmen durchgeführt. Auf diese gilt es nachfolgend einzugehen. 

 

2.5.1 Mit Zeugeneinvernahme vom 24. August 2017 bestätigt F.____ den Inhalt ihres 

Schreibens vom 23. März 2017, wonach C.____ jeweils donnerstags bei der G.____ GmbH 

eingekauft und die Ware vor Ort bezahlt habe (Rz. 79–83). Ferner erklärt die genannte Zeugin, 

B.____‘s Äusserung vom 5. Oktober 2016, in welcher dieser u.a. die G.____ GmbH als Liefe-

rantin der A.____ Sàrl erwähnt hat, an welche er Rechnungen in bar bezahlt haben soll, sei 

eine Falschaussage gewesen (Rz. 119–122). 

 

2.5.2 Der Zeugeneinvernahme des Ehemannes von F.____, H.____, vom 26. September 

2017 ist lediglich zu entnehmen, dass dieser nicht mit Sicherheit sagen könne, ob B.____ 

Rechnungen der A.____ Sàrl in bar bezahlt habe, da nicht er selbst das Geld einkassiert habe. 

B.____ habe ein paar Mal die Ware bei der G.____ GmbH abgeholt, weshalb er davon ausge-

gangen sei, dass auch dieser die Ware in bar bezahlt habe (Rz. 203–209). 

 

2.5.3 Zur Zeugeneinvernahme vom 22. August 2017 von I.____ ist zunächst anzumerken, 

dass der Eingabe der Privatklägerin vom 11. April 2017 keine entsprechende schriftliche Bestä-

tigung des Zeugen beiliegt. Aus dieser Zeugeneinvernahme geht hervor, dass bei der A.____ 

Sàrl „ein Durcheinander“ geherrscht habe und der Zeuge deshalb nicht mit Sicherheit sagen 

könne, wer wann welche Zahlungen getätigt habe. Der Zeuge könne jedoch bestätigen, dass 

sowohl C.____ als auch B.____ schon einige Male bar an ihn bezahlt hätten. Er könne sich al-

lerdings nicht erinnern, wer wann bezahlt habe (Rz. 83–87). 

 

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2.5.4 Auch in der Zeugeneinvernahme von J.____ vom 24. Augst 2017 bringt dieser einzig 

zum Ausdruck, dass nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden könne, wer zu welchem Zeit-

punkt Zahlungen geleistet habe. B.____ habe vielleicht einige Rechnungen bezahlt, wobei al-

lerdings meistens C.____ die Zahlung getätigt habe (Rz. 71–81). Dennoch könne der Zeuge 

das Bestätigungsschreiben vom 3. April 2017 an die Privatklägerin, welches der Onkel des 

Zeugen verfasst haben soll, so bestätigen (Rz. 86–93). 

 

2.5.5 Die Zeugeneinvernahme von K.____ vom 27. September 2017 ergibt lediglich, dass 

dieser nicht genau sagen könne, wer die Barzahlungen bei der A.____ Sàrl getätigt habe, da er 

nicht als Chauffeur gearbeitet habe (Rz. 55). Der Zeuge hat in der Befragung zwar erklärt, er 

habe nie eine derartige Lieferantenbestätigung an die Privatklägerin erstellt und ein solches 

Bestätigungsschreiben nie zuvor gesehen (Rz. 71–76). Jedoch ist im Zusammenhang mit der 

Zeugeneinvernahme von K.____ darauf hinzuweisen, dass durch die Eingabe der Privatklägerin 

vom 23. Oktober 2017 samt Beilagen nachträglich erkennbar geworden ist, dass nicht K.____, 

sondern seine Schwiegertochter, L.____, das Bestätigungsschreiben erstellt hat, womit eine 

nachvollziehbare Erklärung für die Aussagen des Zeugen vorliegt. 

 

2.5.6 Die Zeugeneinvernahme von M.____ vom 26. September 2017 ergibt, dass nach dem 

1. Juli 2016 immer der ältere Herr, C.____, und vorher der frühere Chef bezahlt hätten (Rz. 50–

51). Darüber hinaus stellt der Zeuge klar, das an die Privatklägerin ausgestellte Schreiben habe 

so Geltung, beziehe sich aber nur auf den Zeitraum ab dem 1. Juli 2016 (Rz. 100–101). 

 

2.6 Im Ergebnis lässt sich somit zwar festhalten, dass die beschriebenen Zeugeneinver-

nahmen die Schlussfolgerung zulassen, dass betreffend Ausführung von Zahlungen bei der 

A.____ Sàrl eine gewisse Unsicherheit besteht. Allerdings ist dieser Umstand der Staatsanwalt-

schaft im Zeitpunkt der Einvernahme von D.____ (Einvernahme als Auskunftsperson vom 

17. Mai 2017) – und somit bereits vor Durchführung weiterer Zeugeneinvernahmen – bekannt 

gewesen. Diese bestätigt in genannter Befragung, dass zwar hauptsächlich der Vater, C.____, 

ausnahmsweise jedoch auch B.____ Zahlungen getätigt habe (Rz. 226–231). Ungeachtet des-

sen hat es die Staatsanwaltschaft für notwendig erachtet, sechs Zeugenbefragungen durchzu-

führen. Diesbezüglich ist ferner anzumerken, dass auch Zeugen einvernommen worden sind, 

die keine Lieferantenbestätigung an die Privatklägerin ausgestellt haben (vgl. E. 2.5.2, Zeugen-

einvernahme von H.____; E. 2.5.3, Zeugeneinvernahme von I.____; E. 2.5.5 Zeugeneinver-

nahme von K.____). Im Übrigen bestätigen die einvernommenen Zeugen, welche tatsächlich 

eine Lieferantenbestätigung an die Privatklägerin ausgestellt haben, allesamt den Inhalt ihrer 

Schreiben (vgl. E. 2.5.1, Zeugeneinvernahme von F.____; E. 2.5.4, Zeugeneinvernahme von 

J.____; E. 2.5.6, Zeugeneinvernahme von M.____). Weder lässt sich aufgrund der Zeugenein-

vernahmen ein Widerspruch zu den mit Eingabe vom 11. April 2017 eingereichten Lieferanten-

bestätigungen erkennen, noch haben sich diese nachträglich als vollkommen haltlos erwiesen. 

Vielmehr handelt es sich um ein natürliches und durchaus gerichtsnotorisches Phänomen, dass 

konkrete Fragestellungen im Rahmen von Zeugeneinvernahmen zuweilen eine gewisse Präzi-

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sierung und zum Teil auch Erweiterung von allenfalls zuvor getätigten schriftlichen Darstellun-

gen bewirken. Allein aus dem Grund, dass im vorliegenden Fall im Rahmen der Zeugeneinver-

nahmen zusätzliche Ausführungen und Konkretisierungen zu den kurzzeiligen Lieferantenbe-

stätigungen gemacht worden sind, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Privatklä-

gerin das Strafverfahren grobfahrlässig bzw. vorsätzlich erschwert hat. Wie bereits erwähnt, gilt 

dies umso mehr, als bereits mit Einvernahme der Privatklägerschaft als Auskunftsperson vom 

17. Mai 2017 und somit vor Durchführung der Zeugenbefragungen ausgeführt worden ist, dass 

ausnahmsweise auch der Beschuldigte, B.____, Zahlungen für die A.____ Sàrl getätigt hat 

(Rz. 226–231). 

 

Der Privatklägerin kann folglich nicht vorgeworfen werden, sie habe durch die mit Eingabe vom 

11. April 2017 eingereichten Lieferantenbestätigungen das gegen B.____ eingeleitete Strafver-

fahren grobfahrlässig, geschweige denn vorsätzlich, erschwert. Ein Rückgriff auf die Privatklä-

gerin im Sinne von Art. 420 lit. b StPO fällt somit auch betreffend diesen Vorwurf ausser Be-

tracht. Aus diesem Grund ist die Beschwerde der Privatklägerin vom 30. Juli 2018 vollumfäng-

lich gutzuheissen. 

 

3. Kosten 

3.1 Abschliessend bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu befinden. Gemäss 

Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massga-

be ihres Obsiegens oder Unterliegens. Die vorstehenden Erwägungen haben gezeigt, dass die 

Beschwerde gutzuheissen ist. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die Verfah-

renskosten in der Höhe von CHF 1‘100.00 (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1‘000.00 sowie 

Auslagen von pauschal CHF 100.00) in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO zu Lasten des 

Staates. Die bezahlte Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 500.00 wird der Beschwerde-

führerin zurückerstattet. 

 

3.2 Ausserdem ist der Beschwerdeführerin gestützt auf § 18 Abs. 1 TO Anwälte für das 

Beschwerdeverfahren eine pauschale Entschädigung in der Höhe von CHF 800.00 (inkl. Ausla-

gen), zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer von CHF 61.60, somit total CHF 861.60, aus der Staats-

kasse auszurichten. 

  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird Ziff. 6 der Teileinstellungsver-

fügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, 

vom 19. Juli 2018 aufgehoben und wie folgt neu gefasst: 

 

„Die Verfahrenskosten von total CHF 10‘273.30 gehen zu Lasten des 

Staates.“ 

 

 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

total CHF 1‘100.00 (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 

CHF 1‘000.00 und Auslagen von pauschal CHF 100.00) gehen zu 

Lasten des Staates. 

 

 3. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine 

pauschale Entschädigung von CHF 861.60 (inkl. Auslagen und 

CHF 61.60 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

 

 4. Die bezahlte Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 500.00 wird der 

Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
Liridona Asllani  

 

 

 

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