# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60f3fb8e-0ad4-5730-9ccd-af6825447e68
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 17.10.2022 715 22 152/234
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-22-152-234_2022-10-17.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 17. Oktober 2022 (715 22 152 / 234) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung   
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgte zu Unrecht 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Margit Campell 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Markus Reich, Ad-
vokat, Faissgärtli 17, Postfach 641, 4144 Arlesheim 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

 
 
 
A. Die 1992 geborene A.____ war ab 1. Juni 2019 bei der B._____ AG als Service Desk 
Agentin angestellt. Am 24. November 2021 kündigte sie das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 
2022. Am 3. Januar 2022 meldete sie sich beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszent-
rum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an. Am 7. Januar 2022 erhob sie bei der Öffentlichen Arbeits-
losenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 
1. Februar 2022. Mit Verfügung Nr. 392/2022 vom 23. Februar 2022 stellte die Arbeitslosenkasse 
A.____ ab dem 1. Februar 2022 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 31 Tage in der 
Anspruchsberechtigung ein. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Versicherte 

 

 
 
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habe ihre Arbeitsstelle bei der B.____ AG ohne vertragliche Zusicherung einer neuen Stelle ge-
kündigt. Daran hielt auch die Einspracheinstanz des Kantonalen Amts für Industrie, Gewerbe und 
Arbeit Baselland (KIGA), Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse, fest (Einspracheentscheid vom 
27. April 2022). 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Markus Reich, am 27. Mai 2022 
Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde seien der Einspracheentscheid vom 
27. April 2022 sowie die zugrundeliegende Verfügung vom 23. Februar 2022 aufzuheben und ihr 
seien ab dem 1. Februar 2022 die gesetzlichen Taggeldleistungen ohne Einstellung in der An-
spruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit auszurichten. Eventualiter sei 
die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zu weiteren Abklärungen durch die Beschwerde-
gegnerin bei den behandelnden Ärzten und zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Unter o/e-Kos-
tenfolge. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass ihr der Verbleib an der bisherigen 
Stelle aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen sei, weshalb sie diese ge-
kündigt habe. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 2022 schloss die Arbeitslosenkasse auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den 
Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslo-
senversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zu-
ständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 
lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol-
venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorlie-
gend erfüllt die Beschwerdeführerin ihre Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft. Nach 
§ 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht Be-
schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die 
beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 
demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO, in der Fassung ab 1. Januar 2019, entscheidet die präsidie-
rende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu 
einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Vorliegend ist streitig und zu prüfen, 
ob die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbstverschuldeter Ar-
beitslosigkeit für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem 

 

 
 
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Taggeld von Fr. 178.75 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 5'541.25. Die Angelegenheit ist deshalb 
präsidial zu entscheiden. 
 
2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht 
nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ver-
fügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versiche-
rung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Ver-
waltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprin-
zip beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schindler/Tanque-
rel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 3. Auf-
lage, Basel 2016, Rz. 828 ff.). 
 
2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechti-
gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Ein Selbstverschulden im 
Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andau-
ern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den 
persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person 
liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt (Urteil des Bundesgerichts vom 3. 
Februar 2009, 8C_842/2008, E. 3.2 mit Hinweis). Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Stelle 
zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden 
konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 
 
2.3 Nach Art. 16 AVIG gilt eine Arbeit als zumutbar, die den berufs- und ortsüblichen, insbe-
sondere den gesamt- und normalarbeitsvertraglichen Bedingungen entspricht, den Fähigkeiten 
und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäf-
tigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Das Bundesgericht hat in konstanter Praxis 
entschieden, dass bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Ar-
beitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist. Die Zumutbarkeit zum Verbleiben an der bisheri-
gen Arbeitsstelle wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle 
(BGE 124 V 234 E. 4b/bb mit Hinweisen; vgl. auch NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht 
besondere Umstände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens 
so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (ARV 1976 Nr. 18; 
GERHARD GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I, Bern/Stuttgart 1988, N. 27 zu Art. 16; 
JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 116).  
 
2.4 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkommens 
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. Juni 1988 über Beschäftigungsförderung 
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkommen; für die Schweiz in Kraft seit dem 
17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird nur das freiwillige („volontairement“) Auf-
geben einer Stelle ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) sanktioniert. Damit dürfen bei einer 
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anforderungen 
an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden; insbesondere sind bei der 

 

 
 
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Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der versicherten Person zu berücksichti-
gen. Vermag die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, 
kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäftigung im Sinne des Übereinkommens 
gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hin-
weisen). 
 
2.5 Als legitimer Grund im vorgenannten Sinne gilt die Kündigung einer Arbeitsstelle, welche 
die Gesundheit der versicherten Person gefährdet. Gesundheitsgefährdende Arbeitsstellen sind 
nicht mehr zumutbar im Sinne von Art. 16 AVIG. Belegt die versicherte Person durch ein eindeu-
tiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel), dass ihr die Wei-
terarbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist, ist grundsätzlich von einer Un-
zumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen auszugehen (BGE 124 V 234 E. 4b/bb). Dagegen 
vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder 
Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu 
begründen (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 323, C128/96). Bei Schwierigkeiten wie Auseinanderset-
zungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der versicherten Person grundsätzlich zuzumu-
ten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen Anschlussstelle aufzugeben. Das Bundesge-
richt hat festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeitige Auflösung 
des Arbeitsverhältnisses nicht rechtfertigen. Sie können aber allenfalls beim Verschulden berück-
sichtigt werden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, 
sozialrechtliche Abteilungen] vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweisen). Auch ein 
den Vorstellungen der versicherten Person nicht entsprechendes Betriebsklima genügt hierzu 
keineswegs (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 
 
3. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-beschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug 
auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund 
der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender 
Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren 
Verweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 
2009, 8C_412/2009, E. 1). Zu beachten ist, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im 
Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst. Im Sozialversicherungsprozess 
tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insoweit, als im Falle der Beweislosigkeit 
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei auszufallen hat, die aus dem unbewiesen gebliebenen 
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich 
als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi-
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirk-
lichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
4.1 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihre Stelle bei der B.____ AG auf den 
31. Januar 2022 kündigte, ohne dass ihr eine neue zugesichert war. Zu prüfen ist demnach, ob 

 

 
 
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ihr ein Verschulden an ihrer Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung 
mit Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV anzulasten ist. 
 
4.2 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: Die Beschwerdeführerin war 
von Anfang Juni 2019 bis Ende Januar 2022 bei der B.____ AG angestellt. Ab 27. September 
2021 war sie in ärztlicher Behandlung bei Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, 
Praxis für Systemische Therapie. Dieser attestierte der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2021 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. 105). Dr. C.____ hielt im ärztlichen Zeugnis vom 
21. November 2021 fest, dass die Kündigung des Arbeitsverhältnisses krankheitsbedingt auf ärzt-
lichen Rat erfolge (vgl. act. 109). In ihrem Kündigungsschreiben vom 24. November 2021 ver-
zichtete die Versicherte auf die Nennung eines Kündigungsgrunds. Im Antrag auf Arbeitslo-
senentschädigung vom 7. Januar 2022 bestätigte sie, das Arbeitsverhältnis mit der B.____ AG 
aus gesundheitlichen Gründen auf ärztlichen Rat hin gekündigt zu haben. Am 18. Januar 2022 
hielt Dr. C.____ im Arztzeugnis betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitli-
chen Gründen zuhanden der Beschwerdegegnerin fest, dass er die Beschwerdeführerin seit 
27. September 2021 behandle. Ihre gesundheitlichen Probleme würden auf einer hohen Arbeits-
belastung und einer mangelnden Wertschätzung der ehemaligen Arbeitgeberin beruhen (vgl. Be-
schwerdebeilage 9). Im Rahmen des rechtlichen Gehörs führte die Versicherte (ebenfalls) am 18. 
Januar 2022 aus, dass sie auf ärztlichen Rat hin wegen der hohen Arbeitsbelastung und der 
mangelnden Wertschätzung gekündigt habe. In der Bescheinigung vom 24. Januar 2022 hielt die 
ehemalige Arbeitgeberin bei der Frage nach dem Kündigungsgrund fest, dass die Versicherte 
infolge Krankheit gekündigt habe. Sie wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin ab dem 
28. September 2021 krank gewesen sei. Im Rahmen des Einspracheverfahrens bestätigte 
Dr. C.____ am 8. März 2022, dass im Zeitpunkt der Kündigung bei der Beschwerdeführerin mas-
sgebende medizinische Gründe vorgelegen hätten, die gegen eine sofortige Wiederaufnahme 
einer Beschäftigung gesprochen hätten. In den Akten findet sich auch eine Stellungnahme von 
lic. phil. D.____, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, und von Dr. med. E.____, FMH Allge-
meine Innere Medizin, vom 19. Mai 2022. Dieser ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass sich 
die Versicherte ausser Stande gesehen habe, die Arbeit bei der B.____ AG weiterhin auszuüben, 
ohne Gefahr zu laufen, gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Die Beschwerdeführerin habe öf-
fentliche Blossstellungen, Entwertungen und Zweifel an ihrer Qualifikation sowie falsche Anschul-
digungen durch die Vorgesetzten beschrieben. Sie sei aber nicht untätig geblieben, sondern habe 
sich an die Human Ressources gewandt und betreffend die Falschanschuldigungen einen 
Rechtsbeistand beigezogen. Zudem habe sie Hilfe und professionelle Unterstützung bei Dr. 
C.____ geholt. Sie habe an Affektlabilität (weinen bei der Arbeit), Selbstwertverlust, starke Kon-
zentrationsstörungen, starkes und anhaltendes Grübeln (haftend am Thema Arbeitsplatz) sowie 
an persistierenden bis heute andauernden Schlafstörungen gelitten. Lic. phil. D.____ und Dr. 
E.____ diagnostizierten eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 
F43.2) auf dem Hintergrund sozialer Rückweisung und Ablehnung am Arbeitsplatz (ICD-10 
Z60.4). Die Kündigung zum Schutz der eigenen psychischen Gesundheit sei medizinisch gerecht-
fertigt gewesen. 
 
5.1 Wie unter Erwägung 2.5 hiervor ausgeführt, vermögen neben Meinungsverschiedenhei-
ten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen weder ein schlechtes Arbeitsklima noch strukturelle 

 

 
 
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Probleme am Arbeitsplatz eine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu be-
gründen. Auch bei Stresssituationen und dergleichen ist es der versicherten Person grundsätzlich 
zuzumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen Anschlussstelle aufzugeben. Desglei-
chen begründet ein den Vorstellungen der versicherten Person nicht entsprechendes Betriebs-
klima hierzu keineswegs eine Unzumutbarkeit (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). Hingegen kann sich eine 
Unzumutbarkeit nach der Rechtsprechung aus (allenfalls durch die Situation am Arbeitsplatz be-
dingten) gesundheitlichen Gründen ergeben. Diese sind allerdings – wie oben in Erwägungen 2.5 
unter Hinweis auf BGE 124 V 234 E. 4b/bb ebenfalls bereits erwähnt – durch ein eindeutiges 
ärztliches Zeugnis zu belegen. Zudem ist bei der Frage der Unzumutbarkeit des Verbleibens am 
Arbeitsplatz praxisgemäss ein strenger Massstab anzulegen.  
 

5.2 Angesichts der vorliegenden Akten und der Angaben der Beschwerdeführerin ist nicht in 
Zweifel zu ziehen, dass sie Gesundheitsprobleme hatte, welche sie veranlassten, die ange-
stammte Tätigkeit bei der B.____ AG aufzugeben. So war sie bereits knapp zwei Monate vor ihrer 
Kündigung am 24. November 2021 krank und konnte ihrer angestammten Tätigkeit als Service 
Desk Agentin nicht mehr nachgehen. Es stellt sich somit die Frage, ob die von ihr vorgebrachte 
Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen durch ein ein-
deutiges ärztliches Zeugnis oder durch andere geeignete Beweismittel belegt ist. Dabei ist zu-
nächst auf das Arztzeugnis von Dr. C.____ vom 21. November 2021 hinzuweisen, welchem zeit-
nah und damit echtzeitlich vor der Kündigung zu entnehmen ist, dass diese krankheitsbedingt 
und auf ärztlichen Rat hin erfolgen werde. Der behandelnde Arzt hielt einen weiteren Verbleib an 
der Arbeitsstelle bei der B.____ AG aus gesundheitlichen Gründen im November 2021 als unzu-
mutbar. Dr. C.____ äusserte sich in diesem Zeitpunkt nicht konkret zu den medizinischen Grün-
den, welche die Auflösung des Arbeitsverhältnisses erforderlich machten. Dies war auch nicht 
notwendig, handelte es sich beim ärztlichen Zeugnis vom 21. November 2021 doch um eine Ar-
beitsunfähigkeitsbescheinigung zuhanden der ehemaligen Arbeitgeberin. Nachdem die Be-
schwerdeführerin sich anfangs Januar 2022 zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern angemeldet 
hatte, hielt Dr. C.____ am 18. Januar 2022 fest, dass sie ihm gesundheitliche Probleme geschil-
dert habe, die aufgrund der Tätigkeit bei der B.____ AG entstanden seien und die sie bei der 
Ausübung der Arbeit beeinträchtigt hätten. Konkret begründend hielt er fest, dass die hohe Ar-
beitsbelastung und die mangelnde Wertschätzung belastend gewesen seien. Die Beschwerde-
gegnerin holte in der Folge bei der ehemaligen Arbeitgeberin die Stundenrapporte von Januar 
2021 bis Januar 2022 ein. Demnach habe die Beschwerdeführerin lediglich in den Monaten Ja-
nuar 2021 und Februar 2021 Mehrstunden von 10.5 bzw. 10.4 Stunden geleistet. Die übrigen 
Monate seien unauffällig gewesen. Unter diesen Umständen habe in zeitlicher Hinsicht keine Ar-
beitsüberlastung vorgelegen. In ihrer Verfügung vom 23. Februar 2022 hielt die Beschwerdegeg-
nerin sodann fest, es läge kein Arztzeugnis vor, aus dem klar ersichtlich sei, aus welchen kon-
kreten Gründen die Verrichtung der bisherigen Tätigkeit gesundheitsgefährdend, welche Diagno-
sen gestellt worden und welche Symptome vorhanden gewesen seien. Diese Auffassung greift 
aber zu kurz. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Formular "Arztzeugnis betreffend Auflösung 
des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen" (act. 40) vom 18. Januar 2022 nicht ex-
plizit nach einer Diagnose gefragt wurde und Dr. C.____ das Arztzeugnis vollständig ausfüllte. Er 
beantwortete die aufgeworfenen Fragen betreffend den Gesundheitszustand und hielt fest, dass 

 

 
 
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die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2021 wegen der gesundheitlichen Unzumutbarkeit der Ar-
beit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Am 8. März 2022 bestätigte er gegenüber der Be-
schwerdegegnerin ausdrücklich, dass bei der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Kündigung 
massgebende medizinische Gründe bestanden, die gegen eine sofortige Arbeitsaufnahme ge-
sprochen hätten. Es geht unter Berücksichtigung dieser ärztlichen Ausführungen nicht an, dass 
die Beschwerdegegnerin bei den behandelnden Ärzten und Ärztinnen Arztzeugnisse gemäss ih-
ren vorgegebenen Formularen einholt und diese sodann ohne Rückfrage als ungenügend be-
zeichnet. Die Beschwerdegegnerin hätte vielmehr im Rahmen der ihr obliegenden Untersu-
chungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt weiter ab-
klären und bei Dr. C.____ konkret nachfragen sowie weitere Informationen zu den Gesundheits-
problemen der Beschwerdeführerin einholen müssen. Dies hätte sich auch unter dem Aspekt 
aufgedrängt, als die Beschwerdegegnerin selbst die Angaben von Dr. C.____ anzweifelte, nach-
dem sie bei der ehemaligen Arbeitgeberin die Stundenrapporte eingeholt hatte und zum Schluss 
gekommen war, dass – entgegen den Ausführungen im Arztzeugnis – keine Arbeitsüberlastung 
bestanden habe. Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt in Ver-
letzung des Untersuchungsgrundsatzes ungenügend abgeklärt, weshalb die Angelegenheit an 
sie zurückzuweisen wäre. Darauf kann aber aus nachfolgenden Gründen verzichtet werden:  
 
5.3.1 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin 
die Stellungnahme des Psychologen lic. phil. D.____ und von Dr. E.____ vom 19. Mai 2022 ein. 
Dieser sind eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2) auf dem 
Hintergrund sozialer Rückweisung und eine Ablehnung am Arbeitsplatz (ICD-10 Z60.4) als Diag-
nosen zu entnehmen. Es wurde festgestellt, dass die Beschwerdeführerin an Affektlabilität (wei-
nen bei der Arbeit), Selbstwertverlust, starke Konzentrationsstörungen, starkes und anhaltendes 
Grübeln (haftend am Thema Arbeitsplatz) sowie an persistierenden bis heute andauernden 
Schlafstörungen gelitten habe. Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses sei zum Schutz der eige-
nen psychischen Gesundheit medizinisch gerechtfertigt gewesen.  
 
5.3.2 Die Beschwerdegegnerin vertritt sinngemäss die Auffassung, dass auf den Bericht von 
lic. phil. D.____ und von Dr. E.____ vom 19. Mai 2022 nicht abgestellt werden könne, weil dieser 
erst sechs Monate nach der Kündigung erstellt worden sei. Der Bericht erfülle damit nicht das 
zwingende Erfordernis der Echtzeitlichkeit. Diese Frage ist nachfolgend zu prüfen.  
 
5.3.3 Aus dem Umstand, dass der Bericht vom 19. Mai 2022 erst mehrere Monate nach der 
Kündigung ausgestellt wurde, kann nicht ohne weiteres geschlossen werden, darauf könne man-
gels Echtzeitlichkeit nicht abgestellt werden. Aus der Möglichkeit einer retrospektiven diagnosti-
schen Festlegung ergibt sich nämlich, dass nicht nur echtzeitlich getroffene ärztliche Feststellun-
gen massgebend sind, sondern auch spätere, soweit sie Rückschlüsse auf eine rechtzeitige Er-
kennbarkeit der Störung zulassen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2019, 9C_680/2018, 
E. 3.5). Nichts anderes ist sinngemäss auch dem von der Beschwerdegegnerin zur Untermaue-
rung ihres Standpunkts erwähnten Urteil des Kantonsgerichts zu entnehmen (Urteil des Kantons-
gerichts vom 19. September 2018, KGSV 715 18 47 / 251, E. 5.2.2 mit Hinweis). Allerdings ist 
eine nachträgliche Schilderung von Symptomen mit zunehmender zeitlicher Distanz kritisch zu 
würdigen, weil sie oftmals von späteren Beobachtungen überlagert sein dürfte. Aus diesem Grund 

 

 
 
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muss im Einzelfall schlüssig dargetan sein, dass die betreffende Anamnese nicht bloss aktuelle 
Feststellungen in die Vergangenheit projiziert (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2019, 
9C_680/2018, E. 3.5). Im vorliegenden Fall konkretisierten und bestätigten die Befunde im Bericht 
von lic. phil. D.____ und von Dr. E.____ vom 19. Mai 2022 die von Dr. C.____ bereits vor der 
Kündigung gemachten Feststellungen. Sie brachten zum Ausdruck, dass es der Beschwerdefüh-
rerin im Kündigungszeitpunkt aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar war, weiterhin bei 
der B.____ AG zu arbeiten. Dass sie dabei die im Rahmen ihrer Untersuchung gemachten Fest-
stellungen auf den Zustand im Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses übertrugen, ist 
nicht erkennbar. Vielmehr wiesen sie darauf hin, dass sich die Situation am Arbeitsplatz bereits 
im Sommer 2021 verschlechterte und die Beschwerdeführerin deshalb durch Dr. C.____ bereits 
ab 1. Oktober 2021 zu 100 % krankgeschrieben wurde. Der Bericht von lic. phil. D.____ und von 
Dr. E.____ vom 19. Mai 2022 lässt somit Rückschlüsse auf die gesundheitliche Situation der 
Beschwerdeführerin im November 2021 zu, weshalb dessen Echtzeitlichkeit zu bestätigen ist. Zu 
beachten ist ferner, dass für die Beschwerdeführerin vor diesem Zeitpunkt kein Anlass bestand, 
im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht weitere medizinische Berichte einzureichen. 
So wurde sie weder im Rahmen des Verwaltungs- noch des Einspracheverfahrens durch die 
Beschwerdegegnerin darauf hingewiesen, dass die Arztzeugnisse von Dr. C.____ unzureichend 
seien und aufgefordert, Unterlagen einzureichen, welche die Unzumutbarkeit des Verbleibs an 
der angestammten Arbeitsstelle rechtsgenügend bestätigten würden. Nach Erlass der Verfügung 
vom 23. Februar 2022 wurde sie – auf mehrmaliges Nachfragen, welche Unterlagen denn fehlen 
würden – einzig auf die Möglichkeit der Einreichung einer Einsprache hingewiesen (vgl. act. 97 - 
99). Es war für die im damaligen Zeitpunkt nicht rechtlich vertretene Beschwerdeführerin wohl 
nicht klar, dass sie auch weitere Arztberichte hätte einreichen müssen. Dies darf ihr aber nicht 
zum Nachteil gereichen. 
 
5.4 Ebenfalls zu bejahen ist die Frage, ob der Bericht von lic. phil. D.____ und von 
Dr. E.____ vom 19. Mai 2022 genügend aussagekräftig ist und somit die inhaltlichen Anforderun-
gen an ein rechtsgenügendes ärztliches Attest erfüllt. Ein rechtsgenügendes Arztzeugnis als 
taugliche Entscheidgrundlage hat aus inhaltlicher Sicht einerseits eine Diagnose und andererseits 
eine aussagekräftige Erklärung zum Gesundheitszustand der versicherten Person zu enthalten 
(vgl. E. 2.5 hiervor) und darf dabei nicht nur die subjektiven Aussagen des Patienten oder der 
Patientin wiedergeben. Der Bericht vom 19. Mai 2022 erfüllt die genannten Voraussetzungen. Er 
enthält eine klare Diagnosestellung und eine aussagekräftige Begründung. Lic. phil. D.____ und 
Dr. E.____ stützten sich dabei auf die während der Untersuchung erhobenen Befunde. In der 
Folge objektivierten sie ihre Untersuchungsergebnisse und machten nachvollziehbar und plausi-
bel deutlich, dass der Beschwerdeführerin ein Verbleib bei der B.____ AG aus medizinischen 
Gründen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr zumutbar war. Unter diesen Umstän-
den gehen aber die beweisrechtlichen Einwände der Beschwerdegegnerin fehl. Demnach sei der 
Bericht von lic. phil. D.____ und von Dr. E.____ einer Parteibehauptung gleichzustellen. Dieser 
Einwand erscheint im vorliegenden Verfahren insofern problematisch, als es der Beschwerdefüh-
rerin gar nicht möglich war, einen im Sinne der Rechtsprechung "externen" Bericht einzuholen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Ihre Vorbringen müssen daher immer als Parteibehauptungen ver-
standen werden, was aber nicht bedeutet, dass sie beweislos sind. Das Bundesgericht hat in 
BGE 125 V 351 E. 3d/bb denn auch ausgeführt, dass der Umstand allein, dass eine ärztliche 

 

 
 
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Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an 
ihrem Beweiswert rechtfertige. Zweifel, welche den Beweiswert erschüttern würden, liegen im 
vorliegenden Verfahren mit Blick auf die Ausführungen im Bericht von lic. phil. D.____ und von 
Dr. E.____ vom 19. Mai 2022 nicht vor (vgl. vorstehend E. 5.3.3). Vielmehr stellt er eine geeignete 
Entscheidgrundlage dar, um die Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz rechtsgenü-
gend zu belegen. Auch der Hinweis, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen aufgrund ihrer auf-
tragsrechtlichen Vertrauensstellung eher zugunsten ihrer Patientinnen aussagen würden, ändert 
daran nichts. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin finden sich im Bericht von lic. 
phil. D.____ und Dr. E.____ vom 19. Mai 2022 keine konkreten Hinweise, aus denen geschlossen 
werden müsste, dass unzutreffende medizinische Feststellungen erhoben oder ein Gefälligkeits-
zeugnis zugunsten der Beschwerdeführerin ausgestellt wurde. 
 
5.5 Es ist somit mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin ein weiterer Ver-
bleib an der bisherigen Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar war. Die 
Beschwerdeführerin gab ihre bisherige Arbeitsstelle aufgrund dieser Sachlage daher nicht frei-
willig auf und konnte sich für die Kündigung auf triftige Gründe stützen. Ihre bisherige Arbeitsstelle 
erweist sich nach dem Gesagten als unzumutbar im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG. Der 
Tatbestand des Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist nicht erfüllt, da kein Verschulden der Versicherten 
ersichtlich ist, weshalb eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung nicht in Betracht fällt. Der 
angefochtene Einspracheentscheid der Arbeitslosenkasse vom 27. April 2022 ist demnach auf-
zuheben und die vorliegende Beschwerde ist dementsprechend gutzuheissen. 
 
6.1 Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kos-
tenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichts-
kosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwil-
lig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. 
 
6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nach-
dem die Beschwerdeführerin obsiegt hat, hat sie Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Die Be-
mühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche 
Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 
der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 21. Juli 2022 für das vorliegende Verfahren 
einen Zeitaufwand von 6 Stunden und 15 Minuten geltend gemacht, was umfangmässig in Anbe-
tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen zu bezeichnen ist. 
Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von insge-
samt Fr. 35.30. Ihm ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'720.85 (6 Stunden und 15 Mi-
nuten à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 35.30 sowie 7.7 % Mehrwertsteuer) zulasten der 
Beschwerdegegnerin zuzusprechen.  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-
entscheid vom 27. April 2022 wird aufgehoben. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 1'720. 85 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehr-
wertsteuer) zu bezahlen.  

 

Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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