# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 585ff5e5-721f-585a-ae29-9d14e45a10e8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.04.2007 E-6056/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6056-2006_2007-04-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6056/2006
{T 0/2}

Urteil vom 4. April 2007

Mitwirkung: Richter König, Richterin Luterbacher, Richter Monnet
Gerichtsschreiberin Steiner

A._______ Senegal,
vertreten durch B._______,

Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 14. August 2006 i.S. Asyl und Wegweisung / N._______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Der  eigenen  Angaben  zufolge  minderjährige  Beschwerdeführer,  ein  eth-
nischer  C._______ aus D._______,  E._______, verliess sein Heimatland 
am 1. April 2006 und reiste am 12. Juni 2006 illegal in die Schweiz ein, wo 
er gleichentags im Empfangszentrum in F._______ um Asyl nachsuchte. 
Die summarische Befragung fand dort am 16. Juni 2006 statt. Am 4. Juli 
2006 führte das BFM eine ergänzende Anhörung bezüglich des Alters des 
Beschwerdeführers und am 17. Juli  2006 eine direkte Bundesanhörung - 
im  Beisein  der  dem  Beschwerdeführer  infolge  seiner  Minderjährigkeit 
zugeteilten Vertrauensperson - durch (vgl. Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]).

B. Anlässlich der beiden Befragungen machte der Beschwerdeführer im We-
sentlichen geltend,  er habe zusammen mit seiner Mutter  gelebt und sich 
um das Vieh gekümmert. Sein Vater habe sich den Rebellen angeschlos-
sen, um für die Unabhängigkeit von E._______ zu kämpfen. Er sei bei den 
Kämpfen  umgekommen,  als  der  Beschwerdeführer  zehn  Jahre  alt  ge-
wesen sei. Sieben Jahre später hätten sich die Rebellen an den Sohn des 
Gefallenen erinnert,  da dieser seine Nachfolge hätte antreten sollen. Der 
Beschwerdeführer sei von sechs Rebellen in der Wüste, wo er seine Tiere 
habe weiden lassen, aufgesucht und aufgefordert worden, sich ihnen an-
zuschliessen.  Da der Beschwerdeführer dies nicht gewollt  habe, habe er 
um eine Frist gebeten, um die Tiere zurückführen zu können. Er habe sei-
ner Mutter von der Begegnung mit den Rebellen erzählt; sie habe ihn auf-
gefordert, das Land zu verlassen. 

C. Mit Verfügung vom 14. August 2006 - eröffnet am 15. August 2006 - wies 
das BFM wegen Unglaubhaftigkeit der Vorbringen das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  sowie  den  Wegwei-
sungsvollzug an. Die Verfügung erwuchs vorerst unangefochten in Rechts-
kraft.

D. Am 14. August 2006 wurde der Beschwerdeführer dem Kanton G._______ 
zugeteilt.

E. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2006 liess der Beschwerdeführer durch sei-
nen Rechtsvertreter bei der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK, 
seit dem 1. Januar 2007 Bundesverwaltungsgericht) ein Gesuch um Wie-
derherstellung der Beschwerdefrist  und gleichzeitig eine Beschwerde ge-
gen den negativen Entscheid der Vorinstanz vom 14. August 2006 einrei-
chen.  Er  ersuchte  um  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  Ge-
währung von Asyl; eventualiter sei die Wegweisung nicht zu vollziehen und 
dem Beschwerdeführer die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewäh-
ren. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F. Mit  Entscheid  der  ARK vom 3.  November  2006  wurde  das  Gesuch  um 
Wiederherstellung der Beschwerdefrist  gutgeheissen und festgestellt,  die 

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Beschwerde vom 5. Oktober 2006 sei rechtzeitig.

G. Mit Zwischenverfügung vom 8. November 2006 verzichtete der zuständige 
Instruktionsrichter der ARK auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

H. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 17. November 2006 an sei-
nen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021),  sofern keine 
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanz gelten die in Art. 33 
und 34 VGG genannten Behörden. Dazu gehören Verfügungen des BFM 
gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in 
diesen Bereichen endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig  ist,  am 
1. Januar  2007  die  Beurteilung  der  bei  der  ehemaligen  ARK  hängigen 
Rechtsmittel. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 
VGG).

1.3 Mit  Beschwerde  können  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht, der Beschwerdefüh-
rer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf die Be-
schwerde ist mithin einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlin-
gen Asyl.  Als Flüchtling  wird eine ausländische Person anerkannt,  wenn 
sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer 
Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen 
Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernstaften Nachteilen 
ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt 
zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 
Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist 
Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 
zumindest glaubhaft  machen. Diese ist glaubhaft  gemacht,  wenn die Be-

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hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gege-
ben hält.  Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen,  die in wesentlichen 
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Die Vorinstanz führt in ihrem ablehnenden Entscheid im Wesentlichen aus, 
die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand halten. Das BFM gehe da-
von  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  wie  geltend  gemacht  aus 
E._______ stamme und auch nicht in der Landwirtschaft tätig gewesen sei. 
Er könne weder fundierte geographische Kenntnisse vorweisen, noch ver-
möchten seine Kenntnisse über die Land- und Viehwirtschaft zu überzeu-
gen. Sein Wissen um den Kampf für die Unabhängigkeit  von E._______ 
beschränke sich mehr oder weniger auf den Namen des Anführers. Dieser 
Umstand erstaune, zumal der Beschwerdeführer geltend mache, sein Va-
ter sei als Rebell  gestorben und werde als grosser Kämpfer verehrt.  Die 
vom Beschwerdeführer geschilderte zwangsweise Rekrutierung müsse als 
realitätsfremd beurteilt werden. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich 
sechs bis zehn Rebellen sieben Jahre nach dem Tode des Vaters plötzlich 
auf die Suche nach dessen Sohn machen würden. Selbst einen mehrere 
Stunden dauernden Fussmarsch in die Wüste sollten sie auf sich genom-
men haben,  um vom Gesuchten  wieder  weggeschickt  zu  werden.  Unter 
einem  solch  aufwendigen  Rekrutierungssystem  für  einen  einzigen  mög-
lichen Kämpfer wäre eine Rebellion wohl nie zu Stande gekommen. Somit 
sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus den genann-
ten Gründen verfolgt sei. Ausserdem erachtet die Vorinstanz den Vollzug 
der Wegweisung des minderjährigen Beschwerdeführers als zulässig, zu-
mutbar und möglich.

4.2 In  der  Beschwerde  wird  dem  im  Wesentlichen  entgegen  gehalten,  von 
einem siebzehnjährigen, aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Jungen 
könne  nicht  erwartet  werden,  dass  er  über  tiefgründige  geographische 
Kenntnisse verfüge,  zumal  davon auszugehen sei,  dass er  in seinem ju-
gendlichen Alter wohl selten über die eigenen Landesgrenzen hinaus-ge-
kommen sei,  weil  ihm dazu schlicht  und einfach das Geld gefehlt  habe. 
Was die Beurteilung der Kenntnisse in der Land- und Viehwirtschaft anbe-
lange, sei insbesondere den Umständen in seinem Herkunftsland Beach-
tung zu schenken, die nicht im Geringsten mit  den schweizerischen Ver-
hältnissen  verglichen  werden  könnten.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass 
sich  der  Beschwerdeführer  die  landwirtschaftlichen  Kenntnisse  selber 
habe aneignen müssen, da er seinen Vater schon im Alter von zehn Jah-
ren verloren habe. Dass der Beschwerdeführer, wie in der vorinstanzlichen 
Begründung aufgeführt, wenig über den Kampf für die Unabhängigkeit von 
E._______ wisse, möge wohl auch daran liegen, dass sein eigener Vater 
in  diesen  Kämpfen  sein  Leben  verloren  habe  und  er  sich  davor  hüten 
möchte, dass ihm dasselbe wiederfahren könnte. Der Tod eines geliebten 
Elternteils  sei  wohl  stets mit  psychischen Strapazen der zurückgebliebe-

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nen Kinder  verbunden und müsse zuerst  verarbeitet  werden.  Aus dieser 
Perspektive sei verständlich, dass der Beschwerdeführer, gerade weil sein 
Vater in den Kämpfen umgekommen sei, nichts mit  den Rebellen zu tun 
haben möchte und sich gegen eine Zwangsrekrutierung zur Wehr gesetzt 
habe.  Die Vorinstanz habe es pflichtwidrig  unterlassen,  die Asylrelevanz 
der  Vorbringen  des  Beschwerdeführeres  zu  prüfen.  Ausserdem  sei  der 
Wegweisungsvollzug weder zulässig noch zumutbar, zumal der Beschwer-
deführer im Falle einer Rückkehr damit rechnen müsse, zwangsrekrutiert 
zu werden und mit grosser Wahrscheinlichkeit im Kampf umzukommen. 

4.3 Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts ist in Übereinstimmung 
mit der Einschätzung der Vorinstanz festzuhalten, dass die Ausführungen 
des Beschwerdeführers zu den angeblichen Behelligungen durch die Re-
bellen unglaubhaft erscheinen. Die Schilderungen des Beschwerdeführers 
sind widersprüchlich, enthalten kaum Realitätskennzeichen, sind detailarm 
und realitätsfremd und vermögen somit nicht den Eindruck von tatsächlich 
Erlebtem oder Befürchtetem zu erwecken. Seine kurzen, etwas unbeholfen 
anmutenden Antworten auf die ihm gestellten Fragen lassen sich - entge-
gen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung - nicht ausschliesslich 
mit  seiner  Minderjährigkeit,  der  damit  zusammenhängenden  Unerfahren-
heit und seiner sozialen Herkunft  erklären. Vielmehr ist grundsätzlich da-
von auszugehen, dass eine Person tatsächlich gemachte Erfahrungen un-
abhängig von Alter, Bildung, Herkunft und Lebenserfahrung realistisch und 
glaubhaft wiedergeben kann. Beispielsweise hat der Beschwerdeführer an-
lässlich der summarischen Anhörung ausgesagt, die Rebellen hätten ihm - 
nachdem sie ihn aufgesucht hätten - ein paar Tage Zeit gelassen, um sich 
ihnen anzuschliessen, und hätten ihm gesagt, sie würden ihn im Dorf wie-
der aufsuchen. Anlässlich der direkten Bundesanhörung gab er diesbezüg-
lich indessen zu Protokoll, die Rebellen hätten ihn aufgefordert, zuerst die 
Tiere nach Hause zu bringen und ihm gesagt, sie würden in der Wüste auf 
ihn warten.  Angesichts  der einschneidenden Konsequenzen,  die der Be-
such und die  Forderung  der  Rebellen  für  den Beschwerdeführer  gehabt 
hätte, wäre zu erwarten, dass er sich genau daran erinnert, was die Re-
bellen von ihm verlangten. Bezüglich weiterer Unglaubhaftigkeitsmerkmale 
in den Vorbringen des Beschwerdeführers kann auf die zutreffenden und 
hier zu bestätigenden Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung verwie-
sen werden. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ist 
somit im Umstand,  dass es die Vorinstanz unterlassen hat,  die Asylrele-
vanz der Vorbringen des Beschwerdeführers zu prüfen, keine Pflichtwidrig-
keit zu erkennen.

4.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren 
Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts 
ändern können. Zusammenfassend folgt, dass der Beschwerdeführer kei-
ne  asylrechtlich  relevante  Verfolgung  gemäss  Art.  3  AsylG  nachweisen 
oder glaubhaft machen kann. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt.

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5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksichti-
gen (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufent-
haltsbewilligung noch hat er einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. 
Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Rechts  angeordnet  (vgl.  Art. 44 
Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-
rekurskommission, EMARK 2001 Nr. 21). 

6. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zu-
mutbar,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den 
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer [ANAG; SR 142.20]).

6.1 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- 
oder in den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er 
ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer 
Weiterreise des Ausländers in seinen Heimat-, Herkunfts- oder einen Dritt-
staat  entgegenstehen.  Der  Vollzug  kann  insbesondere  nicht  zumutbar 
sein,  wenn  er  für  den  Ausländer  eine  konkrete  Gefährdung  darstellt 
(Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

6.2 Wie den vorstehenden Erwägungen entnommen werden kann, ist es dem 
Beschwerdeführer nicht  gelungen,  eine flüchtlingsrechtlich relevante Ver-
folgung glaubhaft zu machen. Sodann ergeben sich weder aus den Aussa-
gen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür, 
dass ihm für den Fall  einer Ausschaffung nach Senegal dort  mit  beacht-
licher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbote-
ne  Strafe  oder  Behandlung  drohen  würde.  Gemäss  Praxis  des  Europä-
ischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  sowie  jener  des  UN-Anti-Fol-
terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr nach-
weisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Fol-
ter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001 
Nr. 16 S. 122, Nr. 17 S. 130 f., sowie 1996 Nr. 18 S. 182 ff. mit weiteren 
Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall.  Die allgemeine Menschen-
rechtssituation in Senegal lässt den Wegweisungsvollzug nicht unzulässig 
erscheinen. 

6.3 Der  Beschwerdeführer  wurde  nach  eigenen  Aussagen  am (...)  geboren. 
Nach dem massgebenden schweizerischen Recht (vgl. EMARK 1994 Nr. 
11 E.  4d S.  92) ist  der  Beschwerdeführer  zum heutigen Zeitpunkt  somit 
noch  minderjährig,  weil  er  noch  nicht  achtzehn  Jahre  alt  ist.  Folglich 
unterliegt der Beschwerdeführer grundsätzlich den Normen der Konvention 
der  Vereinten  Nationen  über  die  Rechte  der  Kinder  vom 20.  November 
1989 (Kinderrechtskonvention, KRK; AS 1998 2055). Art.  22 Abs. 2 KRK 
zielt darauf ab, durch Mitwirkung der Vertragsstaaten bei der Informations-

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beschaffung  die  Familienzusammenführung  zu fördern.  Art.  22  KRK be-
schlägt indes nur minderjährige Asylsuchende und Flüchtlinge, nicht aber 
ausländische Kinder,  deren Asylgesuch wie in  casu abgewiesen worden 
ist. Somit besteht keine völkerrechtliche Verpflichtung, im Vorfeld des Voll-
zugs der Wegweisung eines im Asylverfahren abgewiesenen Kindes Ab-
klärungen über den Aufenthaltsort  seiner Angehörigen vorzunehmen (vgl. 
EMARK 1998 Nr.  13  E.  5d.aa S.  96 f.).  Das Kindeswohl  gemäss Art.  3 
KRK  muss  jedoch  im  Rahmen  der  Zumutbarkeitsprüfung  von  Art.  14a 
Abs. 4  ANAG  als  gewichtiger  Aspekt  mitberücksichtigt  werden  (vgl. 
EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e.aa S. 98 f.).

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich nach dem Gesagten als zuläs-
sig.

6.4 Aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der 
Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung auch verzichtet, wenn die 
Rückkehr  in  den Heimatstaat  für  den Betroffenen  eine konkrete  Gefähr-
dung  darstellt.  Eine  solche  kann  angesichts  der  im  Heimatland  herr-
schenden allgemeinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg 
oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt kennzeichnet, oder aufgrund 
anderer Gefahrenmomente angenommen werden. 

Eine Situation, welche den Beschwerdeführer als "Gewalt- oder de-facto-
Flüchtling" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation 
in  Senegal  nicht  in  genereller  Form  bejahen.  Demnach  ist  es  dem  Be-
schwerdeführer aufgrund der vorgehenden Erwägungen zumutbar, sich in 
Senegal  niederzulassen.  Auch sprechen keine individuellen Unzumutbar-
keitsgründe gegen eine Rückkehr, zumal es sich beim Beschwerdeführer 
um einen soweit aktenkundig gesunden jungen Mann handelt. Eigenen An-
gaben zufolge hält sich die Mutter des Beschwerdeführers in D._______, 
E._______ auf. Bei einer Rückkehr hätte der Beschwerdeführer somit die 
Möglichkeit,  sich  zu  seiner  Mutter,  die  sicherlich  über  ein ausgedehntes 
soziales  Beziehungsnetz  verfügt,  zu  begeben  und  wäre  somit  nicht  auf 
sich alleine gestellt. Ausserdem wäre es dem Beschwerdeführer auch zu-
zumuten, sich an einem anderen Ort seines Heimatlandes niederzulassen, 
erreicht  er  doch [in  Kürze]œ seine  Volljährigkeit.  Ausserdem hat  er  sein 
bisheriges  Leben  in  Senegal  verbracht,  ist  mit  der  Mentalität  und Kultur 
seines Heimatlandes vertraut,  weshalb eine Reintegration ohne grössere 
Probleme  möglich  sein  sollte  und  davon  auszugehen  ist,  dass  der  Be-
schwerdeführer auch selber über ein Beziehungsnetz in seiner Heimat ver-
fügt.

Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaf-
fung des Beschwerdeführers nach Senegal nicht als unzumutbar erachtet 
werden.

6.5 Sodann obliegt es dem Beschwerdeführer, die für die Rückschaffung not-
wendigen  Reisedokumente  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimat-
landes zu beschaffen, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-
lich zu bezeichnen ist.

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6.6 Insgesamt ist  die durch die Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu bestäti-
gen. Das BFM hat den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und möglich  erachtet.  Nach  dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (vgl. Art. 14a Abs. 1 - 4 ANAG).

7. Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig und 
vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

8. Bei  diesem  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  sind  die  Kosten  in  der 
Höhe von Fr. 600.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 
VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden dem Beschwerde-
führer auferlegt.

3. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (eingeschrieben; Beilage:  
Einzahlungsschein)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. N._______)

- dem H._______ des Kantons G._______

Der Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Karin Steiner

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