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**Case Identifier:** 67168782-d816-59d7-9a71-289513502c0f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.12.2021 200 2021 668
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-668_2021-12-17.pdf

## Full Text

200 21 668 UV
FUE/BRO/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. August 2021 (ES 01664/2021)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1980 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses per 31. August 2019 bei der 
C.________ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallver-
sicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen 
die Folgen von Unfällen versichert (Akten der Suva [act. II] 1, 122 S. 1, 142 
S. 1 Ziff. 1.1), als er sich am 18. Oktober 2017 beim Abtrennen einbetonier-
ter Eisenstangen mit einem Elektrowinkelschleifer in den linken Ober-
schenkel schnitt (act. II 1). Der Versicherte begab sich gleichentags in das 
Spital D.________, wo die diagnostizierte Schnittverletzung mit 50%iger 
Durchtrennung des Musculus sartorius und Einkerbung des Vastus media-
lis operativ versorgt wurde (act. II 6 S. 2 ff.). In der Folge erbrachte die Su-
va die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld 
(act. II 4, 117). Im Frühjahr 2018 nahm der Versicherte seine Arbeit 
zunächst zu 50 % und später zu 100 % wieder auf (vgl. act. II 31, 32 S. 2, 
117). Ende Juni 2019 begab sich der Versicherte erneut in ärztliche Be-
handlung und wurde für die Zeit vom 1. bis 29. Juli 2019 arbeitsunfähig 
geschrieben (act. II 55 Ziff. 8, 60 S. 4, 61 f.). Die Suva richtete wiederum 
die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus (act. II 59 S. 3, 117 S. 2, 
128). Nach diversen erwerblichen und medizinischen Erhebungen und ins-
besondere nach Einholung ärztlicher Beurteilungen der Kreisärztin 
Dr. med. E.________, Fachärztin für Chirurgie (act. II 110, 125), schloss 
die Suva mit formlosem Schreiben vom 16. April 2021 (act. II 139) den Fall 
per 30. April 2021 ab und stellte die Heilkostenleistungen ein, da von einer 
weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung der Unfallfolgen 
mehr zu erwarten sei. Davon ausgenommen bleibe die unfallbedingt not-
wendige Schmerzmedikation (S. 1). Mit Verfügung vom 28. April 2021 (act. 
II 150) verneinte sie sodann einen Anspruch auf eine Invalidenrente und 
eine Integritätsentschädigung. Eine hiergegen erhobene Einsprache (act. II 
151, 161) wies die Suva mit Entscheid vom 20. August 2021 (act. II 167 S. 
1 ff.) ab. 

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B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B.________, am 
23. September 2021 (Postaufgabe) Beschwerde mit den folgenden 
Rechtsbegehren: 

1. Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 20. Au-
gust 2021 aufzuheben. 

2. Nach Vornahme der notwendigen Abklärungen seien dem Beschwer-
deführer die gesetzlichen Leistungen auszurichten. 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2021 beantragte die Beschwer-
degegnerin, die Beschwerde sei in dem Sinne gutzuheissen, als dem Be-
schwerdeführer eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse 
von 10 % zuzusprechen sei. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen 
und der Einspracheentscheid vom 20. August 2021 zu bestätigen. 

Mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 teilte der Beschwerdeführer mit, er sei 
mit der Zusprache einer Integritätsentschädigung bei einer Integritätsein-
busse von 10 % einverstanden. Insofern könne von einem gemeinsamen 
Antrag ausgegangen werden.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. August 
2021 (act. II 167 S. 1 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Be-
schwerdeführers auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung. Unter den 
Parteien besteht mittlerweile Einigkeit über die Integritätsentschädigung 
(Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. I und S. 4 f. Ziff. III/4.7 f., Eingabe des Be-
schwerdeführers vom 25. Oktober 2021); insoweit liegt ein gemeinsamer 
Antrag vor (vgl. E. 5.1 f. hiernach).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2. 

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt 
nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 

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zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2

2.2.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern 
sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat 
(Art. 18 Abs. 1 UVG). 

2.2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass es beim 
Ereignis vom 18. Oktober 2017, bei dem sich der Beschwerdeführer mit 
einem Elektrowinkelschleifer in den linken Oberschenkel schnitt (act. II 1), 
um einen Unfall im Rechtssinne handelt (vgl. E. 2.1 hiervor). Weiter aus-
gewiesen ist die Kausalität (vgl. E. 2.1 hiervor) zwischen dem Unfall vom 
18. Oktober 2017 und den neuropathischen Beschwerden im linken Ober-
schenkelbereich. Die Beschwerdegegnerin erbrachte denn auch die vorü-
bergehenden Versicherungsleistungen (act. II 4, 59 S. 3, 117, 128). Hinge-
gen hat sie das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwi-
schen allfälligen psychischen Beschwerden (vgl. act. II 21 S. 1 Ziff. 2) und 
dem Umfall vom 18. Oktober 2017 verneint (act. II 150 S. 3, 167 S. 3 ff. 
E. 2.5 f.). Dies wird vom rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer zu 
Recht nicht in Zweifel gezogen, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 
Umstritten ist hingegen, ob das Ereignis vom 18. Oktober 2017 einen An-
spruch auf eine Rente nach sich zieht. 

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen: 

3.2.1 Nachdem sich der Beschwerdeführer am 18. Oktober 2017 eine 
Schnittverletzung mit einem Winkelschleifer am linken Oberschenkel mit 
50%iger Durchtrennung des Musculus sartorius und einer Einkerbung des 
Vastus medialis zugezogen hatte, wurde er gleichentags im Spital 
D.________ operativ versorgt (act. II 6 S. 2 ff.). 

3.2.2 Im ärztlichen Zwischenbericht vom 29. März 2018 (act. II 21) gab 
die Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. med. F.________, Fachärztin 
für Allgemeine Innere Medizin, insbesondere an, der Patient spreche gut 

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auf die Physiotherapie an und es bestehe eine gute Prognose (S. 1 Ziff. 2). 
Vorgesehen sei eine baldige Wiederaufnahme der Arbeit zu 50 % (S. 1 Ziff. 
4).

Im ärztlichen Zeugnis vom 16. Mai 2018 (act. II 28 S. 3) attestierte sie dem 
Patienten für die Zeit vom 19. Mai bis 22. Juni 2018 eine 50%ige Arbeitsun-
fähigkeit. Das Tragen von Gewichten über 5 kg sei unzumutbar. Mit Zeug-
nis vom 25. Mai 2018 (act. II 32 S. 2) hielt sie demgegenüber fest, dass seit 
dem 28. Mai 2018 eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe.

3.2.3 Auf Zuweisung der Beschwerdegegnerin (act. II 31) erfolgten am 
18. Juni 2018 ergänzende Untersuchungen durch die Ärzte des Spitals 
D.________. Im Sprechstundenbericht vom gleichen Tag (act. II 34 S. 1 f.) 
gaben diese insbesondere an, der Patient arbeite seit kurzem wieder in 
einem Pensum von 100 %. Es bestünden nach wie vor lokale residuelle 
Beschwerden. Eine manifeste Atrophie sei nicht ersichtlich (S. 2).

Nach durchgeführtem MRI vom 29. Juni 2018 (act. II 35) legten die Ärzte 
des Spitals D.________ im Bericht vom 10. Juli 2018 (act. II 37 S. 3 f.) so-
dann dar, MR-tomographisch zeige sich ein erstaunlich intakter Musculus 
sartorius. Das distale Kaliber sei ungefähr gleich wie proximal und auch im 
Seitenvergleich nahezu identisch. Der Lokalbefund am Oberschenkel sei 
somit verheilt. Die distalen Beschwerden passten eher zu einer Neuropa-
thie eines anterioren femoro-kutanen Astes (S. 4).

3.2.4 Im Arztzeugnis „UVG für Rückfall“ vom 2. August 2019 (act. II 55) 
gab die Hausärztin des Beschwerdeführers an, der Patient habe am 
28. Juni 2019 einen Rückfall erlitten. Seit dem 1. bis voraussichtlich 29. Juli 
2019 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.

3.2.5 Aufgrund neuralgiformen Schmerzen distal der Narbe am linken 
Oberschenkel und Schmerzen am rechten Ellenbogengelenk wurde der 
Beschwerdeführer am 9. September 2019 bei Dr. med. G.________, Fach-
arzt für Chirurgie, für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie 
sowie für Handchirurgie, Spital H.________, vorstellig. Im Bericht vom 
20. September 2019 (act. II 66 S. 2 f.) stellte er in Bezug auf die nicht un-
fallbedingten Beschwerden am Ellenbogen die Diagnose einer Epicondylitis 
radialis (S. 2) und empfahl Physiotherapie mit Querfriktion (S. 3). In Bezug 

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auf den Oberschenkel führte er sodann aus, zur besseren Darstellung der 
Muskulatur und gegebenenfalls des Nerven-Neuromes erfolge eine MRI-
Untersuchung. Ferner sei eine neurologische Untersuchung durchzuführen 
(S. 3). 

3.2.6 Im Bericht vom 25. September 2019 (act. II 70) hielt Dr. med. 
I.________, Fachärztin für Radiologie, fest, MR-tomographisch zeige sich 
weder eine signifikante Atrophie der Muskulatur des Oberschenkels noch 
eine Myositis ossificans. Ebenso wenig bestünden ausgedehnte narbige 
Veränderungen oder Denervationszeichen (S. 1).

3.2.7 Im Bericht des Spitals H.________ vom 31. Oktober 2019 (act. II 71 
S. 1 ff.) legte Prof. Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, dar, kli-
nisch-neurologisch bestehe kein motorisches Defizit im linken Oberschen-
kelbereich. Durch Verletzung der kutanen Äste sei ein neuropathischer 
Schmerz entstanden. Therapeutisch sei eine lokale Quaddelthera-
pie/Neuraltherapie Chirocaine 0.25 % versucht worden, welche bei subjek-
tiv guter Wirkung jederzeit wiederholt werden könne. Die Schmerzen am 
rechten Arm seien einer Epicondylitis zuzuordnen (S. 2).

3.2.8 Am 12. November 2019 erfolgte im Spital H.________ ein Röntgen 
des linken Oberschenkels. Dem entsprechenden Bericht vom gleichen Tag 
(act. II 74) ist unter anderem zu entnehmen, dass keine röntgendichten 
Fremdkörper im Untersuchungsvolumen vorhanden seien (S. 1).

3.2.9 Am 18. Februar 2020 wurde der Beschwerdeführer in der Schmerz-
klinik des Spitals H.________ vorstellig. Im entsprechenden Bericht 
(act. II 82) führte Dr. med. K.________, Facharzt für Anästhesiologie, aus, 
der Patient beklage einen kontinuierlichen Oberschenkelschmerz links in 
der Innenseite. Durch Druck auf diese Stelle könne ein brennender 
Schmerz im Kniebereich ausgelöst werden. Schon durch leichte 
Berührungen könne ein „Strom“ ausgelöst werden. Das Tragen einer Hose 
oder auch einer Decke werde als unangenehm empfunden. Durch Laufen 
könne er sich vom Schmerz ablenken, fühle sich aber weniger belastbar als 
vor dem Unfall. Regelmässig komme es zu einer nächtlichen 
Schmerzzunahme. Es könne von einem neuropathischen Schmerz im 
Versorgungsgebiet der cutanen Äste des Nervus femoralis und Nervus 

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obturatorius am linken Oberschenkel ausgegangen werden. Muskuläre 
Äste schienen nicht betroffen zu sein, da die Ausprägung der Muskulatur 
im Seitenvergleich keine Unterschiede aufweise (S. 2). Von 
schmerztherapeutischer Seite ergäben sich drei mögliche Therapieansätze 
(S. 2), wobei sie übereingekommen seien, mit der interventionellen 
Massnahme zu beginnen (S. 3).

3.2.10 Im Zwischenbericht vom 3. April 2020 (act. II 86) gab die Hausärztin 
des Beschwerdeführers an, seit dem 1. August 2019 bestehe wieder eine 
volle Arbeitsfähigkeit (S. 2 Ziff. 4). 

3.2.11 Im Bericht vom 8. September 2020 (act. II 110) legte die Kreisärztin 
dar, vonseiten des Beschwerdeführers werde eine weitere interventionelle 
Schmerztherapie abgelehnt, sodass nur eine orale Schmerzmedikation 
oder lokale Einreibungen als Therapieoptionen gegeben seien (S. 1 Fra-
ge 2). Ausser von rein konservativen Massnahmen könne keine weitere 
Verbesserung des neuropathischen Schmerzes erwartet werden (S. 1 Fra-
ge 3). Aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage sei der Be-
schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit wahrscheinlich einge-
schränkt. In einer optimal angepassten mittelschweren wechselbelastenden 
Tätigkeit, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, sei er jedoch voll ar-
beitsfähig (S. 1 Frage 4).

3.2.12 Dr. med. K.________ hielt im Bericht vom 29. September 2020 
(act. II 124 S. 2 f.) fest, der Patient wünsche keine weiteren Interventionen, 
da diese jeweils für mehrere Tage zu einer Schmerzverstärkung geführt 
hätten. Die Anwendung von Neurodolpflaster werde zwar als lindernd emp-
funden, die Schmerzreduktion sei jedoch nicht ausreichend. Ein anfängli-
cher Versuch mit Pregabalin sei wegen Magenbeschwerden patientenseitig 
sistiert worden. Es bestehe eine gute Indikation für die Anwendung von 
Qutenza (S. 2). 

3.2.13 Im Bericht vom 19. Oktober 2020 (act. II 125) gab die Kreisärztin 
Dr. med. E.________ unter anderem an, an der Beurteilung des medizini-
schen Endzustandes vom 8. September 2020 (vgl. act. II 110) könne fest-
gehalten werden (act. II 125 S. 1 Frage 1). 

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3.2.14 Im Schreiben der Schmerzklinik des Spitals H.________ vom 
16. Juni 2021 zu Handen der Rechtsschutzversicherung (act. II 159) legte 
Dr. med. K.________ dar, aufgrund der ihnen vorliegenden Berichte und 
dem Therapieverlauf in der Klinik sei die Beurteilung der Kreisärztin 
nachvollziehbar (S. 1 Frage 1). Zur Frage der Arbeitsfähigkeit könne keine 
Stellungnahme abgegeben werden. Um eine mögliche Arbeitsfähigkeit bei 
chronischen Schmerzen beurteilen zu können, müssten Beobachtungen 
und nicht schmerzbezogene medizinische Daten herangezogen werden, 
welche nicht auf den subjektiven Angaben des Patienten respektive der 
behandelnden Ärzte und Therapeuten beruhten. Zusätzlich müssten 
gegebenenfalls Fakten berücksichtigt werden, welche der Schmerzklinik 
nicht vorlägen. Für eine solche Beurteilung eigne sich eine Evaluation der 
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL; S. 1 Frage 2).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten 
Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 

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behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 
139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3.2 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.4

3.4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid (act. II 167 S. 1 ff.) betreffend die Fragen des medizinischen 
Endzustands und des Zumutbarkeitsprofils auf die Berichte der Kreisärztin 
Dr. med. E.________ vom 8. September 2020 (act. II 110) und vom 19. 
Oktober 2020 (act. II 125). Diese erfüllen – entgegen der Ansicht des Be-
schwerdeführers (Beschwerde S. 5) – in Bezug auf die strittigen Punkte die 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringen vollen Beweis. Die 
Einschätzung der Kreisärztin ist mit Blick auf die medizinische Aktenlage 
nachvollziehbar und überzeugend. Allein der Umstand, dass sie den Be-
schwerdeführer nicht persönlich untersuchte, vermag die Berichte nicht in 
Zweifel zu ziehen, denn die Akten ergeben ein vollständiges Bild über 
Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status und enthalten insbesondere 
auch die Ergebnisse der klinisch-neurologischen (act. II 71 S. 1 ff.) und 
bildgebenden (sonographischen, MR-tomographischen und radiologischen; 
act. II 51 S. 2 f., 66 S. 3, 70, 74) Untersuchungen. Mit anderen Worten lag 
ein feststehender medizinischer Sachverhalt vor, bei dem die direkte ärztli-
che Befassung mit dem Beschwerdeführer in den Hintergrund rückte (vgl. 
E. 3.3.2 hiervor). Ferner ist nicht erkennbar, weshalb Dr. med. E.________ 
zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers fachlich nicht 
befähigt sein sollte (zur diesbezüglichen Rüge: Beschwerde S. 4 unten). 
Die Kreisärztin beurteilt nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung als 

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Fachärztin im Bereich der Unfallmedizin ausschliesslich Unfallpatienten, 
unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten, sodass sie ne-
ben ihren chirurgischen Kenntnissen auch über besonders ausgeprägte 
traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen verfügt (Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 4. März 2021, 8C_637/2020, E. 5.1, und vom 
14. April 2020, 8C_59/2020, E. 5.2). 

Was der Beschwerdeführer gegen das von der Kreisärztin formulierte Zu-
mutbarkeitsprofil einwendet, wonach die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit wahrscheinlich eingeschränkt, eine adaptierte Tätigkeit (mittel-
schwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern und 
Gerüsten) hingegen vollschichtig und ohne Leistungsminderung zumutbar 
sei (act. II 110 S. 1 Frage 4), vermag keinen auch nur geringen Zweifel an 
der kreisärztlichen Beurteilung zu wecken (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Insbeson-
dere haben die behandelnden Ärzte weder Aspekte dargelegt, die von der 
Kreisärztin unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären, noch liegen dem 
Zumutbarkeitsprofil entgegenstehende fachärztliche Einschätzungen der 
Arbeitsfähigkeit vor. Vielmehr bezeichnete der behandelnde Dr. med. 
K.________ von der Schmerzklinik des Spitals H.________ in seinem zu 
Handen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers verfassten Bericht 
vom 16. Juni 2021 (act. II 159) die Beurteilung der Kreisärztin als „nach-
vollziehbar“ (S. 1 Frage 1) und konnte zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit 
keine Stellung nehmen (S. 1 Frage 2). Allein der Umstand, dass er diesbe-
züglich eine EFL anregte, genügt nicht, um Zweifel an der Arbeitsfähig-
keitsschätzung der Kreisärztin zu wecken. Dasselbe gilt für die Empfehlung 
der Hausärztin vom 3. Juni 2021 an die Rechtsvertretung des Beschwerde-
führers, ein medizinisches Gutachten einzuholen (act. II 160 S. 1). Dabei 
setzte sie sich nicht ansatzweise mit der kreisärztlichen Beurteilung aus-
einander und eine medizinische Begründung für ihre Empfehlung fehlt. 
Weiter kontrastiert ihre Ansicht, wonach sie sich zur Arbeitsfähigkeit nicht 
äussern könne, mit ihrer Feststellung vom 3. April 2020, wonach der Be-
schwerdeführer seit dem 1. August 2019 voll arbeitsfähig sei (act. II 86 S. 2 
Ziff. 4). Es wird keine zwischenzeitliche Verschlechterung des Gesund-
heitszustands geltend gemacht. Das Zumutbarkeitsprofil der Kreisärztin 
(act. II 110 S. 1 Frage 4) steht ausserdem weitgehend in Einklang mit den 
Angaben des Beschwerdeführers anlässlich des Telefonats vom 15. April 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 13

2021 (act. II 134), wonach er maximal 20 Minuten gehen, ca. 3 Stunden 
stehen und auf der linken Seite ein Gewicht von maximal 5 kg heben könne 
(S. 1). Im Übrigen nahm der Beschwerdeführer trotz der bereits vorhande-
nen neuropathischen Beschwerden (act. II 37 S. 4) die Arbeit bei der letz-
ten Arbeitgeberin im Frühjahr 2018 zunächst zu 50 % und später zu 100 % 
wieder auf (vgl. act. II 31, 32 S. 2, 117), womit er den Tatbeweis dafür er-
brachte, dass er – abgesehen von einer kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeit im 
Juli 2019 (act. II 55 Ziff. 8, 60 S. 4, 61 f.) – nicht einmal in der (nicht adap-
tierten) Arbeit als … (act. II 18 S. 3) eingeschränkt war. Mit Blick auf diese 
mehrere Monate dauernde uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit trotz der 
neuropathischen Beschwerden ist entgegen dem Beschwerdeführer (Be-
schwerde S. 4 f.) evident, auf welche Beobachtungen – nebst der medizini-
schen Aktenlage – sich die Kreisärztin stützen konnte bzw. gestützt hat. 
Unter diesen Umständen war die Durchführung einer EFL nicht angezeigt.

3.4.2 Zusammenfassend können keine auch nur geringen Zweifel an der 
Beurteilung der Kreisärztin ausgemacht werden (vgl. E. 3.3.1 hiervor), so-
dass auf weitere Abklärungen, namentlich die beantragte polydisziplinäre 
Begutachtung, verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung: BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Demnach ist gestützt auf die Beurteilung 
der Kreisärztin erstellt, dass im Zeitpunkt der Rentenprüfung per 1. Mai 
2021 (vgl. act. II 139, 150) die Voraussetzungen für den Fallabschluss bzw. 
für den Abschluss des Rückfalles, nachdem der Fall zuvor am 25. Oktober 
2018 formlos abgeschlossen worden war (act. II 41), gegeben waren. Die 
Verletzung am Oberschenkel war verheilt (act. II 37 S. 4) und, da der Be-
schwerdeführer weitere schmerztherapeutische Interventionen ablehnte 
(act. II 124 S. 2), von weiteren medizinischen Massnahmen war keine Bes-
serung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr zu erwarten. Dies 
wird vom rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer denn auch nicht be-
stritten. Zudem ist erstellt, dass in einer angepassten Tätigkeit (mittel-
schwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern und 
Gerüsten) eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % besteht. Gestützt 
darauf ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 14

4.

4.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-
sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzie-
len würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als 
gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfall-
bedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind 
(SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen 
Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Ein-
kommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische Werte wie 
die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im 
Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für 
die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und 
beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 
2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 15

kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 
S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun-
gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 
führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung er-
gibt sich der massgebliche Zeitpunkt aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG, wo-
nach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 143 V 148 E. 3.1.1 
S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Der frühest mögliche Rentenbeginn fällt 
demnach unter Berücksichtigung des Fallabschlusses per 30. April 2021 
(act. II 139 S. 1) auf den 1. Mai 2021.

4.4 Der Beschwerdeführer arbeitete von April 2011 bis August 2019 als 
ungelernter … bei der C.________ AG (act. II 18 S. 3, 114 S. 4, 132). Ihm 
wurde das langjährige Arbeitsverhältnis per 31. August 2019 nicht aus ge-
sundheitlichen Gründen, sondern aufgrund einer Reorganisation gekündigt 
(act. II 122 S. 1, 129 S. 1). Demnach wäre er auch im hypothetischen Ge-
sundheitsfall nicht mehr bei der C.________ AG tätig. Damit kann der dort 
erzielte Verdienst nicht als Valideneinkommen herangezogen werden, son-
dern dieses ist anhand statistischer Werte zu bestimmen. Massgebend ist 
jedoch der Tabellenlohn LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 
1, Männer und nicht – wie von der Beschwerdegegnerin angenommen (act. 
II 167 S. 10 E. 8.2) – jener der LSE 2018, Tabelle TA1, Ziff. 49-52: Land-
verkehr, Schifffahrt, Luftfahrt, Lagerei, Kompetenzniveau 1, Männer, denn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 16

der Beschwerdeführer, der über keine Berufsausbildung verfügt, hätte auch 
im Gesundheitsfall in sämtlichen Branchen nach einer neuen Stelle suchen 
müssen. 

4.5 Soweit der Beschwerdeführer bei der Ermittlung des Invalidenein-
kommens auf seinen Lohn als … abstellen will (Beschwerde S. 6), kann 
ihm nicht gefolgt werden. Er arbeitet aktuell in einem Pensum von ca. 33 % 
(act. II 132), wobei er eigener Aussage zufolge durchschnittlich ein monatli-
ches Einkommen von Fr. 1'300.-- erzielt (Beschwerde S. 6). Seiner Anga-
be, seine Schmerzen liessen es nicht zu, mehr zu arbeiten (Beschwerde S. 
6), widerspricht die kreisärztliche Feststellung, wonach er in einer leidensa-
daptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Mithin schöpft 
der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht voll aus respektive 
nahm er keine ihm zumutbare Tätigkeit auf. Demnach wurde auch bei der 
Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht auf statistische Werte abge-
stellt (vgl. E. 4.2 hiervor). Soweit er weiter geltend macht, unter der Prämis-
se, dass LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen seien, sei nicht auf den Wert 
„Total Privater Sektor“ abzustellen, sondern auf die Branche „…/...“ (Be-
schwerde S. 6 f.), ist festzuhalten was folgt: Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung ist grundsätzlich auf den Wert „Total Privater Sektor“ ab-
zustellen, wenn der versicherten Person die angestammte Tätigkeit nicht 
mehr möglich ist und sie darauf angewiesen ist, ein neues Betätigungsfeld 
zu suchen (Entscheid des BGer vom 8. November 2018, 8C_332/2018, 
E. 3.2.2). Auf die Löhne einzelner Sektoren oder gar einzelner Branchen 
wird hingegen abgestellt, wenn damit der im Einzelfall zumutbaren erwerb-
lichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit am sachgerechtesten 
Rechnung getragen werden kann, wie etwa bei Personen, die vor der Ge-
sundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen 
sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt 
(Entscheid des BGer vom 2. Juli 2020, 8C_260/2020, E. 4.2.1 mit Hinwei-
sen). Der Beschwerdeführer war zwar bereits in der Vergangenheit teilwei-
se im … tätig (vgl. act. II 114 S. 4). Von einer langjährigen Tätigkeit einzig 
in dieser Branche kann jedoch keine Rede sein. Überdies ist mit Blick auf 
das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil, wonach in einer mittelschweren, 
wechselbelastenden Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten 
eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe (vgl. E. 3.4.2 hiervor), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 17

nicht ersichtlich, weshalb er einzig noch im … tätig sein können sollte. Mit-
hin ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Berech-
nung des Invalideneinkommens den Tabellenlohn LSE 2018, Tabelle TA1, 
Total, Kompetenzniveau 1, Männer heranzog. 

Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer – wie von ihm geltend gemacht 
(Beschwerde S. 7 f.) – ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.2 hiervor) zu 
gewähren ist. Soweit er den Abzug mit der fehlenden Ausbildung und den 
mangelnden Deutschkenntnissen begründet (Beschwerde S. 7 f.), verkennt 
er, dass diese invaliditätsfremden Gründe vorliegend per se unberücksich-
tigt zu bleiben haben, da beide Vergleichseinkommen auf Tabellenlöhnen 
basieren und die invaliditätsfremden Gesichtspunkte daher auch bei der 
Festsetzung des statistisch erhobenen Valideneinkommens zu berücksich-
tigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 
Zudem tragen das medizinische Belastungsprofil sowie das anzuwendende 
tiefste Kompetenzniveau 1 den gesundheitlichen Einschränkungen des 
Beschwerdeführers sowie dem Umstand, dass er in einer angepassten 
Tätigkeit keine Berufserfahrungen hat (Beschwerde S. 7), hinreichend 
Rechnung, weshalb kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt ist. Die Tat-
sache, dass ihm lediglich mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind, bildet 
keinen Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn 
auf dem hier zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl 
von mittelschweren Tätigkeiten umfasst (statt vieler: Entscheid des BGer 
vom 23. Juni 2021, 8C_301/2021, E. 6.3). Ausserdem berechtigt auch die 
erforderliche Wechselbelastung nicht zu einem Abzug (Entscheid des BGer 
vom 26. November 2019, 8C_549/2019, E. 7.7). Ein erhöhter Pausenbe-
darf infolge dauernder Schmerzen (Beschwerde S. 7) ist medizinisch nicht 
ausgewiesen und gestützt auf die Akten und aufgrund des Umstands, dass 
der Beschwerdeführer während mehreren Monaten seine Arbeit vollum-
fänglich ausübte (vgl. act. II 31, 32 S. 2, 117), ohne dass ein erhöhter Pau-
senbedarf dokumentiert wäre, nicht nachvollziehbar. 

4.6 Da das Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben 
Tabellenlohn zu berechnen sind und diesfalls der Invaliditätsgrad dem Grad 
der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines – hier nicht gerechtfer-
tigten – Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.5 hiervor) entspricht (SVR 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 18

2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2), erübrigt sich vorliegend deren genaue Er-
mittlung. Demnach resultiert entsprechend der vollen Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.4.2 hiervor) ein Invaliditätsgrad von 
0 %, was einen Rentenanspruch ausschliesst (vgl. E. 2.2.1 hiervor). 

5.

5.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

5.2 Nach Eingang der Beschwerde holte die Beschwerdegegnerin hin-
sichtlich der Frage der Integritätsentschädigung eine Stellungnahme beim 
L.________ ein. Dr. med. M.________, Facharzt für Neurologie, führte in 
seinem Bericht vom 8. Oktober 2020 (Akten der Suva [act. IIA] 1) insbe-
sondere aus, aufgrund der Schmerzsymptomatik infolge einer Sensibi-
litätsstörung erscheine ein Integritätsschaden von 5 % je Ast als angemes-
sen. Diese Schätzung erfolge in Analogie zu den Angaben in der Suva-
Tabelle 17 (Integritätsschaden bei Ausfällen und Funktionsstörungen der 
Hirnnerven) zu einer Trigeminusneuralgie. Bei entsprechend klinisch neuro-
logischen Befunden betroffenen zwei Ästen erscheine rein aus neurologi-
scher Sicht ein Gesamtintegritätsschaden von 10 % für einen Integritäts-
schaden aufgrund einer Sensibilitätsstörung als angemessen (S. 2). 

Gestützt hierauf beantragte die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerde-
antwort (S. 2 Ziff. I und S. 4 f. Ziff. III/4.7 f.), die Beschwerde sei in dem 
Sinne gutzuheissen, als dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädi-
gung bei einer Integritätseinbusse von 10 % zuzusprechen sei, womit sich 
dieser einverstanden erklärte (Eingabe des Beschwerdeführers vom 
25. Oktober 2021). Demnach liegt hinsichtlich der Integritätsentschädigung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 19

ein gemeinsamer Antrag der Parteien vor, dem in Anbetracht der Sach- 
und Rechtslage zu entsprechen ist. 

6.

Nach dem Dargelegten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der 
Einspracheentscheid vom 20. August 2021 dahingehend abzuändern, als 
dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung bei einer Integrität-
seinbusse von 10 % zuzusprechen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde ab-
zuweisen. 

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Mit nicht zu beanstandender Kostennote vom 25. Oktober 2021 macht die 
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar von Fr. 1'926.-- und 
Auslagen von Fr. 46.40, insgesamt ausmachend Fr. 1'972.40, geltend. An-
gesichts des bloss untergeordneten Obsiegens ist dem Beschwerdeführer 
eine von der Beschwerdegegnerin zu ersetzende reduzierte Parteientschä-
digung von pauschal Fr. 700.-- (inkl. Auslagen) zuzusprechen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, UV/21/668, Seite 20

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheent-
scheid der Suva vom 20. August 2021 dahingehend abgeändert, als 
dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung bei einer Inte-
gritätseinbusse von 10 % zugesprochen wird. Im Übrigen wird die Be-
schwerde abgewiesen. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.-- (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 25. Oktober 2021)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.