# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98d99bca-2552-5f68-a12c-955c8cd4ded4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.11.2021 200 2019 947
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-947_2021-11-02.pdf

## Full Text

200 19 947 IV
MAK/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. November 2021

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. November 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene Swen Käser (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwer-
deführer), gelernter … und …, war über seine berufliche Tätigkeit bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch nach dem 
Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) versichert, als er am 8. August 2012 beim Fussballspielen eine 
Kniedistorsion links erlitt (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB oder 
Beschwerdegegnerin {act. II}] 6.1/7). Der Versicherte unterzog sich in der 
Folge am 20. März, 9. September und 20. Dezember 2013 (act. II 22/12, 
25.3/11, 25.3/29) operativen Eingriffen am linken Knie. 

Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und kam für die Folgen der 
Arbeitsunfähigkeit und Heilbehandlung auf (AB 6.1/94). Nachdem sie in der 
Rehaklinik C.________ eine Evaluation der Funktionellen 
Leistungsfähigkeit (EFL) hatte durchführen lassen (vgl. Bericht vom 30. 
Januar 2018 [Akten der IVB {act. IIA} 75.4]) und das Dossier dem Kreisarzt 
vorgelegt hatte (vgl. Stellungnahme vom 1. März 2018 [act. IIA 75.2]), 
stellte sie mit Schreiben vom 23. März 2018 die UVG-Taggeldleistungen 
per 31. Mai 2018 ein (act. IIA 77.2). Nach Einholen einer kreisärztlichen 
Stellungnahme vom 16. Mai 2018 (act. IIA 85.13) sprach sie dem 
Versicherten mit Verfügung vom 1. Juni 2018 wegen der unfallbedingten 
Einschränkungen am linken Knie ab dem 1. Juni 2018 eine UVG-
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 18% zu (act. IIA 
81.2), während sie den Antrag auf eine Integritätsentschädigung mangels 
einer erheblichen Schädigung der körperlichen Integrität abwies. Die 
dagegen erhobene Einsprache (act. IIA 85.2) wies die Suva mit Entscheid 
vom 29. Januar 2019 (act. IIA 111.2) ab. Auf Beschwerde hin bestätigte 
das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung, den Einspracheentscheid mit unangefochten gebliebenem Urteil 
vom 30. September 2019 (UV/2019/140).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 3

B.

Im März 2013 (act II 2) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf seit 
dem Unfall vom 8. August 2012 vorliegende Einschränkungen am linken 
Knie und einer seit diesem Zeitpunkt bestehenden Arbeitsunfähigkeit (8. 
August bis 21. Oktober 2012 zu 100%, 22. Oktober bis 6. November 2012 
zu 50% und seit 7. November 2012 zu 100%) bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Diese tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische 
Abklärungen. Im Oktober 2018 (act. IIA 99, 100) wies sich Rechtsanwalt 
Dr. iur. D.________ als Rechtsvertreter des Versicherten aus. Die IVB 
veranlasste beim E.________ GmbH (nachfolgend E.________ oder 
MEDAS) eine interdisziplinäre Begutachtung (Gutachten vom 8. April 2019 
inkl. Teilgutachten [act. IIA 118.1-118.5]) und kündigte mit Vorbescheid 
vom 9. Mai 2019 (act. IIA 123) bei einem Invaliditätsgrad von 100% 
rückwirkend ab 1. September 2013 und befristet bis 30. September 2014 
die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente an. Weiter stellte sie für die 
Zeit ab 1. Oktober 2014 bei einem Invaliditätsgrad von 23% die Ablehnung 
des Rentenbegehrens in Aussicht. Nach hiergegen erhobenem Einwand 
(act. IIA 141, 151) holte die IVB Aktenbeurteilungen des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 8. und 9. September sowie 8. Oktober 2019 
(act. IIA 162 f., 170 f.) ein und verfügte am 14. November 2019 (act. IIA 
174) dem Vorbescheid entsprechend. 

C.

Im Mai 2019 (act. IIA 119) meldete sich der Versicherte bei der IVB zum 
Bezug einer Hilflosenentschädigung an. Diese holte eine Stellungnahme 
des E.________ vom 20. Mai 2019 (act. IIA 135) sowie Berichte der 
behandelnden Ärzte (act. IIA 136, 167) ein und tätigte eine Abklärung vor 
Ort (vgl. Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 16. Januar 2020 
[act. IIA 191]). Am 16. Dezember 2019 (act. IIA 181) wies sich 
Rechtsanwalt B.________ als neuer Rechtsvertreter des Versicherten aus. 
Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2020 (act. IIA 192) stellte die IVB in 
Aussicht, den Antrag auf eine Hilflosenentschädigung abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 4

Mit Schreiben vom 12. September 2019 (act. IIA 164) anerkannte die IVB 
den Anspruch des Versicherten auf Integrationsmassnahmen und erteilte 
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 16. September bis 15. 
Dezember 2019. Dieses wurde bis zum 15. März 2020 verlängert (act. II 
178). 

Mit Schreiben vom 13. Dezember 2019 (act. IIA 175) forderte die IVB den 
Versicherten zur Schadenminderung auf und wies ihn auf die Folgen deren 
Nichterfüllung hin. Mit Vorbescheid vom 4. Februar 2020 (act. IIA 196) 
stellte sie in Aussicht, das Belastbarkeitstraining per 31. Januar 2020 
abzubrechen und weitere berufliche Massnahmen abzulehnen.

D.

Mit Eingabe vom 16. Dezember 2019 erhob der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde gegen die Rentenverfügung 
vom 14. November 2019 (act. IIA 174) mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 14. November 2019 sei vollumfänglich 
aufzuheben.

2. a) Es sei die Beschwerdesache zwecks korrekter Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens an die IV-Stelle Bern zurückzuweisen.

b) Eventualiter: es sei dem Versicherten über den 30. September 2014 
hinaus eine unbefristete Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40% zuzüglich Verzugszins ab wann rechtens zuzusprechen.

c) Subeventualiter: Es seien ergänzende medizinische und beruflich-konkre-
te Abklärungen durchzuführen.

3. Es seien dem unterzeichnenden Rechtsanwalt die vollständigen IV-Akten zur 
Einsichtnahme zuzustellen und es sei ihm gleichzeitig eine angemessene Frist 
zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen.

4. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) durchzuführen.

5. Dem Beschwerdeführer sei die volle unentgeltliche Rechtspflege und 
Rechtsverbeiständung unter gleichzeitiger Einsetzung des unterzeichneten 
Rechtsanwalts als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 5

Mit Beschwerdeergänzung vom 6. Januar 2020 hielt der Beschwerdeführer 
an den beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren und Ausführungen 
fest, zog jedoch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Einsetzung von Rechtsanwalt B.________ als unentgeltlichen 
Rechtsbeistand zurück.

Mit Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2020 schloss die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 10. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer dem 
Verwaltungsgericht diverse Berichte ein (Akten des Beschwerdeführers 
[act. I] 7-12) und stellte den Antrag, diese seien zu den Akten zu nehmen 
und zum Beweis zuzulassen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Mai 2021 wies die zuständige 
Instruktionsrichterin den Antrag des Beschwerdeführers auf Partei- und 
Zeugenbefragung ab und gab die Zusammensetzung des Spruchkörpers 
bekannt. Mit prozessleitender Verfügung vom 24. August 2021 setzte sie 
den Termin zur öffentlichen Schlussverhandlung auf Mittwoch, 13. Oktober 
2021 an. 

An der öffentlichen Schlussverhandlung vom 13. Oktober 2021 bestätigte 
Rechtsanwalt B.________ im Namen des Beschwerdeführers die gestellten 
Rechtsbegehren und nahm hiezu im Rahmen des Plädoyers Stellung. 
Ausserdem reichte er dem Gericht seine Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 6

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 14. November 
2019 (act. IIA 174). Streitig und zu prüfen ist in erster Linie, ob aus 
formeller Sicht das Vorbescheidverfahren korrekt durchgeführt bzw. ob der 
Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt worden ist. 
Weiter ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere die Frage, ob der 
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde, streitig und zu 
prüfen. Dem Beschwerdeführer wurde rückwirkend ab dem 1. September 
2013 befristet bis 30. September 2014 eine ganze Invalidenrente zugespro-
chen. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
Invalidenrente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die 
Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die 
unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung 
ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich 
ist der Anspruch auf eine Invalidenrente – unter Einschluss der 
grundsätzlich unbestritten gebliebenen Zusprechung einer ganzen Rente 
ab 1. September 2013 befristet bis 30. September 2014 – zu prüfen und 
dabei insbesondere, ob die ganze Rente zu Recht per Ende September 
2014 eingestellt wurde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 7

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Beschwerdeführer macht vorab und primär eine schwere und 
nicht heilbare Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend (Be-
schwerde S. 4 ff. Ziff. 4). Die Beschwerdegegnerin habe nach dem 
Vorbescheid neue Abklärungen vorgenommen und sie habe es versäumt, 
ihm deren Ergebnis vor Erlass der Verfügung mitzuteilen. Es ergäben sich 
neue Erkenntnisse aus den Berichten, die er im Vorbescheidverfahren 
eingereicht habe und den in der Folge von der Beschwerdegegnerin beim 
RAD eingeholten Stellungnahmen. Die Stellungnahmen des RAD hätten 
weder einen Nebenpunkt betroffen noch hätten sie sich auf die Bestätigung 
bereits bekannter Tatsachen beschränkt. Damit sei eine unheilbare 
Gehörsverletzung zu gegeben. Diese Vorbringen bestätigte der 
Beschwerdeführer anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung vom 13. 
Oktober 2021. 

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 
Mitwirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen 
dar, die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht 
der Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu 
äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu 
nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 
Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest 
zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid 
zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als 
Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, 
damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 8

bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 
3.1.1).

2.3 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders 
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, 
wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer 
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 
Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll 
aber die Ausnahme bleiben (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 
2b S. 132; SVR 2019 IV Nr. 65 S. 210 E. 4.3). Von einer Rückweisung der 
Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im 
Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden 
Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 
Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) 
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 
Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 
2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1, 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.4 Im Vorbescheidverfahren wurden der Beschwerdegegnerin die 
Berichte des Spitals F.________ vom 4. Juli 2019 (act. IIA 151/2 ff.) und 
von Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. Juli 2019 (act. IIA 156/2) 
eingereicht. Die Beschwerdegegnerin unterbreitete diese Berichte dem 
RAD zur Beantwortung der Frage, ob sie zu einer Änderung des von den 
MEDAS-Gutachtern formulierten Zumutbarkeitsprofils führten und ob 
weiterhin auf das Gutachten abgestellt werden könne (act. IIA 155, 159 ff.). 
In den in der Folge erstellten RAD-Aktenbeurteilungen vom 8. und 9. 
September wie auch 8. Oktober 2019 (act. IIA 162 f., 170 f.) wurde aus 
orthopädischer, psychiatrischer, internistischer und neurologischer Sicht 
dargelegt, die neu vorgelegten Unterlagen würden nichts an dem im 
MEDAS-Gutachten vom 8. April 2019 und den dazugehörigen 
Teilgutachten (act. IIA 118.1-5) formulierten Zumutbarkeitsprofil ändern und 
es könne weiterhin an den darin getätigten Feststellungen und 
Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit festgehalten werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 9

Zu prüfen ist, ob dieses Vorgehen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
darstellt. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die 
besagten RAD-Stellungnahmen vor Erlass der Verfügung vom 14. 
November 2019 (act. IIA 174) nicht zugestellt. Den RAD-Stellungnahmen 
kommt nicht der Charakter eines eigentlichen Gutachtens zu. Sie 
erschöpfen sich einzig in der Feststellung, dass die neuen Berichte zu 
keinen von den Gutachtern nicht bereits gewürdigten Erkenntnissen führen, 
weshalb von den gutachterlichen Einschätzungen nicht abzuweichen sei. 
Die Stellungnahmen der Ärzte des RAD beinhalten keine eigenständige 
Festsetzung der funktionellen Leistungsfähigkeit i.S.v. Art. 59 Abs. 2bis Satz 
2 IVG (vgl. dazu E. 4.1.4-4.1.7 hiernach). Die Beschwerdegegnerin konnte 
somit auf Weiterungen im Vorbescheidverfahren verzichten. 

Das vom Beschwerdeführer anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung 
erwähnte Urteil des Verwaltungsgerichts vom 1. Februar 2021, 
UV/2020/703, ist mit dem vorliegenden Fall nicht zu vergleichen. Das 
Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde in jenem Fall wegen einer 
Verletzung des rechtlichen Gehörs gut, wobei der obligatorische 
Unfallversicherer – neben den Berichten von behandelnden Ärzten – eine 
kreisärztliche Aktenbeurteilung eingeholt und massgeblich darauf abgestellt 
hatte, ohne sie dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zu bringen, 
geschweige denn, ihm Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen. Er 
hatte vorgängig kein Gutachten gemäss Art. 44 ATSG eingeholt. 
Demgegenüber hat die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall zunächst 
eine interdisziplinäre Begutachtung durchführen lassen, zu deren Ergebnis 
die RAD-Ärzte in der Folge Stellung nahmen, und zwar dahingehend, auf 
die gutachterliche Einschätzung könne abgestellt werden. Es handelt sich 
mithin um eine deutlich anders gelagerte Situation, weshalb der Hinweis 
auf das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 1. Februar 2021, bei welchem 
es sich ohnehin nicht um einen Grundsatzentscheid handelt, unbehelflich 
bleibt. Entgegen den Ausführungen anlässlich der öffentlichen 
Schlussverhandlung kann demnach von einer permanenten, von der 
Beschwerdegegnerin mit System betriebenen Verletzung des rechtlichen 
Gehörs keine Rede sein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 10

Selbst wenn vorliegend der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wäre, 
würde der Beschwerdeführer mit seinen diesbezüglichen Rügen nicht 
durchdringen, konnte er sich doch vor dem Verwaltungsgericht, welches 
sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann, 
umfassend zu den fraglichen Punkten äussern. Eine allfällige Verletzung 
des rechtlichen Gehörs hätte demnach als geheilt (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Ungeachtet dessen käme die beantragte Rückweisung der Sache einem 
formalistischen Leerlauf gleich, die zu einer unnötigen weiteren 
Verzögerung führen würde, was mit dem Prinzip des raschen Verfahrens 
nicht vereinbar und somit auch nicht im Interesse des Beschwerdeführers 
wäre. Der diesbezügliche Antrag des Beschwerdeführers ist deshalb 
abzuweisen. 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen 
Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 11

erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 
427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Die Anerkennung eines 
rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die 
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen 
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von Standardindikatoren 
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). Dies 
gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der 
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid 
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf 
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 
solcher auf eine Viertelsrente.

3.3

3.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 12

(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an 
frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.3.2 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine 
anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass 
dann gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend 
eine abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der 
Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der 
Dreimonatsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der 
Anspruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung 
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 
88a Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 13

anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne 
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 
IVV). Dabei ist im Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten 
Tatbestand der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die 
Änderung, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate 
angedauert hat, voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche 
Erfordernis einer auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der 
dreimonatigen Wartezeit grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 
E. 2.3.1).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

4.

4.1 Was den Gesundheitszustand betrifft, ist den Akten im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

4.1.1 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 8. April 2019 (act. IIA 
118.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische 
Kniebeschwerden links (ICD-10 T93.8/Z98.8) diagnostiziert. Ohne Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine leichte depressive Episode (ICD-10 
F32.0), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41), eine Störung durch Opioid-Analgetika, ständiger 
Gebrauch (ICD-10 F11.25), eine Adipositas, BMI 30 kg/m2 (ICD-10 E66.0), 
chronische Beschwerden im Bereich des linken oberen Sprunggelenkes 
(ICD-10 M79.67), radiologisch unauffälliger Befund, sowie ein Zustand 
nach Synkope unklarer Ätiologie (ICD-10 R55; S. 7 f. Ziff. 4.2). Aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 14

orthopädischer Sicht beeinflussten die chronischen Kniebeschwerden links 
nach mehrfacher Operation die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Für 
körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten sowie Arbeiten mit 
längerem Stehen, Gehen und Zwangshaltungen des linken Kniegelenkes, 
einschliesslich der angestammten Tätigkeit, bestehe aufgrund der 
objektivierbaren Befunde eine bleibende und vollständige 
Arbeitsunfähigkeit seit der am 8. August 2012 erlittenen Kniedistorsion. Für 
körperlich leichte, adaptierte Arbeiten, d.h. immer wieder sitzende Tätigkeit 
unter Wechselbelastung sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Eine 
solche sei dem Versicherten an acht bis achteinhalb Stunden pro Tag ohne 
Leistungseinschränkung zumutbar. Weder aus neurologischer noch aus 
allgemein-internistischer Sicht könne eine weitere somatische Diagnose mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Auch die psychiatrischen 
Diagnosen einer leichten depressiven Episode, einer chronischen 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und einer 
Störung durch Opioid-Analgetika, ständiger Gebrauch, schränkten die 
Arbeitsfähigkeit aus gutachterlicher Sicht nicht relevant ein. Von August 
2012 bis Juni 2014 sei die Arbeits- und Leistungsfähigkeit gänzlich 
aufgehoben gewesen. Anschliessend könne über die ganze Zeit von der 
aktuellen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (S. 8 Ziff. 4.3 und S. 8 f. 
Ziff. 4.6 f.).

4.1.2 In dem im Beschwerdeverfahren mit Eingabe des Versicherten vom 
10. Mai 2021 eingereichten Bericht betreffend ambulante 
Schmerzsprechstunde im Spital F.________ vom 9. April 2019 (act. I 7) 
wurde eine chronische Gonalgie links diagnostiziert. Die Beschwerden des 
Versicherten seien vereinbar mit einem chronischen Schmerzsyndrom, 
Chronifizierungsgrad II (nach Gerbershagen). Der Versicherte sei über das 
multimodale Setting zu Behandlung der chronischen Schmerzen aufgeklärt 
worden. Er habe eine kurze ambulante Physiotherapiesitzung in Anspruch 
genommen, um von zwei auf einen Gehstock umzustellen. Die 
Rückmeldung von der Physiotherapie sei insofern positiv gewesen, als der 
Versicherte sowohl mit einem Stock wie auch ohne Stöcke stabiler habe 
gehen können. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 15

Vom 2. bis zum 24. Mai 2019 war der Versicherte im Spital F.________ 
hospitalisiert. In dessen Austrittsbericht vom 4. Juli 2019 (act. IIA 151/2) 
wurden eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41), eine chronische Gonalgie links, ein Verdacht auf 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften und 
vermeidenden Anteilen (ICD-10 F61), ein Medikamentenübergebrauch, 
myo-fasziale Rückenschmerzen, rezidivierende unklare Synkopen sowie 
anamnestisch eine Medikamentenunverträglichkeit von Novalgin, Tramal 
und Lyrica diagnostiziert (S. 2). Triggerende Ursache für die Schmerzen sei 
die Vernarbung im Bereich des Nervus peroneus. Es habe sich ein 
komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) entwickelt, welches zu 
den muskulären Verspannungen, biomechanischen Funktionsstörungen 
und myofaszialen Triggerpunkten zu einer Chronifizierung und 
Behinderung geführt habe. Verstärkt sei das Schmerzerleben durch die 
psychosozialen Belastungsfaktoren im beruflichen Umfeld geworden. Hier 
hätten im Rahmen der multimodalen Settings beginnende 
psychotherapeutische Lösungsstrategien erarbeitet werden können, welche 
in einer ambulanten Psychotherapie zu vertiefen seien (S. 4). 

4.1.3 Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 24. Juli 2019 (act. IIA 
156/2) aus, der Versicherte befinde sich seit dem 22. Januar 2019 bei ihm 
in ärztlicher Behandlung. Aufgrund der Narbenschmerzen sei eine 
Infiltration des Narbengebietes ausprobiert worden. Hierauf habe der 
Versicherte gut angesprochen. Es habe nach längerer Zeit eine 
zunehmende Belastung des linken Beines erreicht werden können. Zudem 
habe aufgrund der Infiltration eine Schmerzmodulation erzielt werden 
können und die Schmerzen seien deutlich zurückgegangen. Im weiteren 
Verlauf sei ein stationärer Aufenthalt mit multimodaler Schmerztherapie im 
Spital F.________ erfolgt. Anschliessend sei die Behandlung bei ihm 
fortgesetzt worden. Infolge einer zweiwöchigen Abwesenheit seinerseits sei 
es zu einem Rückschritt im Sinne einer Schmerzzunahme gekommen. 
Daher seien die Infiltrationen wieder aufgenommen worden. Aktuell fänden 
diese zwei Mal pro Woche statt. Grundsätzlich sei von einer Verbesserung 
der Situation auszugehen; eine Restitution ad integrum werde jedoch nur 
sehr schwierig zu erreichen sein. Es müsse das Ziel sein, den Versicherten 
wieder „in eine Arbeitsfähigkeit zu bekommen“. Eine sitzende Tätigkeit bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 16

nicht vollem Pensum sollte „sicherlich“ machbar sein. Der Zeitpunkt für eine 
Aufnahme der Arbeitstätigkeit könne aktuell aber noch nicht abgeschätzt 
werden. 

4.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in der 
Stellungnahme vom 8. September 2019 (act. IIA 162) aus, der im 
Vorbescheidverfahren eingereichte Bericht des Spitals F.________ 
enthalte das orthopädische Fachgebiet betreffend keine neuen bislang 
unbekannten Befunde. Vorbekannt und gutachterlich bestätigt sei eine 
Minderbelastbarkeit des linken Kniegelenkes gewesen. Berichtet werde 
über den stationären Aufenthalt im Mai 2019; man habe einen guten 
Behandlungserfolg erzielt. Dem stationären Aufenthalt vorausgegangen sei 
eine ambulante Behandlung bei Dr. med. G.________, welcher den 
Versicherten seit der Entlassung aus dem Spital nun weiterhin wiederum 
ambulant betreue mit - wie er berichte - ebenfalls gutem Erfolg. Neue 
Aspekte oder Befunde würden sich aus den beiden im 
Vorbescheidverfahren eingereichten Berichten nicht ergeben und das im 
MEDAS-Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil habe weiterhin 
Gültigkeit (S. 3). 

4.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Psychosomatik 
und Psychotherapie, führte in der Stellungnahme vom 9. September 2019 
(act. IIA 163) aus, grundsätzlich deckten sich die Diagnosen zwischen dem 
psychiatrischen MEDAS-Teilgutachten und dem Austrittsbericht des Spitals 
F.________ hinsichtlich der Feststellung, dass beim Versicherten eine 
chronische Schmerzerkrankung mit psychischen und somatischen 
Faktoren vorliege. Zum Zeitpunkt der psychiatrischen MEDAS-
Untersuchung am 6. Februar 2019 habe eine leicht ausgeprägte 
depressive Symptomatik bestanden, die im Austrittsbericht des Spitals 
F.________ nicht mehr aufgeführt worden sei. Stattdessen sei nun das 
Vorliegen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung erwähnt worden, 
wobei es an einer Begründung für diese Diagnose fehle. Im psychiatrischen 
Teilgutachten werde das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung allerdings 
nicht erwähnt (recte. explizit ausgeschlossen; act. IIA 118.5 S. 5 Ziff. 6.3 
und S. 6 Ziff. 7.3.3). Im Verlauf zeige sich anhand der Angaben des Spitals 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 17

F.________ eine psychische Zustandskonsolidierung im Vergleich zur 
psychiatrischen Begutachtung im Februar 2019, bei der allerdings schon 
damals keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit hätten festgestellt werden können (S. 3). 
Zusammenfassend sei somit festzuhalten, dass aus psychiatrischer Sicht 
aufgrund der neu vorgelegten Unterlagen das im psychiatrischen MEDAS-
Teilgutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil sich nicht verändert habe. Es 
könne daher weiterhin auf die darin erwähnten Feststellungen und 
Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden (S. 4). 

4.1.6 Die RAD-Ärztin Dr. med. Ursula J.________, Fachärztin für 
Neurologie, kam in der Stellungnahme vom 8. Oktober 2019 (act. IIA 171) 
zum Schluss, der neurologische MEDAS-Teilgutachter und die Ärzte des 
Spitals F.________ würden den gleichen Sachverhalt unterschiedlich 
beurteilen. Gemäss dem Bericht von Dr. med. K.________, Facharzt für 
Neurologie, vom 21. September 2015 (act. II 50.3/5) liessen sich die 
beschriebenen Schmerzen (lateral Knie und im Gebiet des Malleolus lateral 
links) keinem sensiblen Innervationsgebiet eines Nervs zuordnen. Zudem 
hätten sich elektrophysiologisch keine Hinweise auf eine axonale 
Schädigung des N. peroneus links gefunden. Die Kraft des linken Beines 
sei schlecht zu quantifizieren. Dr. med. K.________ gehe aufgrund des 
Schmerzcharakters von einem neuropathischen Schmerz aus, dieser sei 
jedoch diffus und keiner Nervenstruktur zuordenbar. Der neurologische 
MEDAS-Gutachter habe ebenfalls eine verminderte Innervation des linken 
Beines beobachtet; es seien diverse Inkonsistenzen aufgefallen. Die 
Ausdehnung der sensiblen Störung lasse sich anatomisch nicht erklären. 
Das Gehen an Stöcken gelinge offenbar gut, wie auch der 
Fussspitzenstand und der Fersengang. Ferner werde mit dem 
Verschmutzungsgrad beider Fusssohlen auf einen symmetrischen 
Gebrauch geschlossen. Dass der Versicherte freihändig aufstehe, 
kontrastiere mit den zahlreichen Schmerzäusserungen. Der neurologische 
Gutachter beschreibe auch, dass keine tropischen Störungen bestünden 
und dass die Farbe, Temperatur und Feuchtigkeit seitengleich seien. 
Zusammenfassend lasse sich festhalten, dass ein Entrapment des N. 
peroneus links aufgrund der neurologischen Untersuchungen nicht 
vorliege, dass sich das Schmerzsyndrom nicht einer nervalen Struktur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 18

zuordnen lasse und dass zudem doch deutliche Inkonsistenzen vorlägen. 
Zudem bestehe eine sehr auffällige Krankheitsentwicklung mit Benutzen 
eines Rollstuhls. Die Symptome fluktuierten im Laufe der Jahre und Unter-
suchungen. Dies alles weise auf eine erhebliche nicht organische 
Komponente hin und mache einen neuropathischen Schmerz wenig 
wahrscheinlich, d.h. die Ursache der Schmerzen sei nicht neurogen und es 
fänden sich Inkonsistenzen als Hinweis auf eine nichtorganische Ursache 
der Schmerzen. Aus neurologischer Sicht sei weiterhin auf das im 
neurologischen MEDAS-Teilgutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil 
abzustellen. 

4.1.7 Der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, kam in seiner Stellungnahme vom 8. Oktober 2019 (act. IIA 170) 
zum Schluss, es könne weiterhin an dem im MEDAS-Gutachten 
formulierten Zumutbarkeitsprofil festgehalten werden (S. 3). 

4.1.8 Der Versicherte liess im Beschwerdeverfahren mit Eingabe vom 10. 
Mai 2021 vier Berichte über im Jahr 2020 stattgehabte 
ultraschallgesteuerte Interventionen im Spital F.________ einreichen. 
Danach habe am 21. Januar 2020 eine erste ultraschallgesteuerte 
Blockade im Bereich des Nervus peronaeus superficialis links 
stattgefunden (act. I 8). Wie dem Bericht vom 5. März 2020 betreffend die 
zweite ultraschallgesteuerte Intervention (act. I 9) zu entnehmen ist, hätten 
die Beschwerden seit der ersten Intervention abgenommen und würden 
weiterhin abnehmen. Da noch keine Beschwerdefreiheit eingetreten sei, sei 
dem Versicherten in Aussicht gestellt worden, eine pulsierte 
Radiofrequenzbehandlung durchzuführen. Im Bericht betreffend die dritte 
ultraschallgesteuerte Intervention am 20. Mai 2021 (act. I 10) wurde über 
einen insgesamt erfreulichen Verlauf mit abnehmenden Schmerzen, 
zunehmender Mobilisation und Belastbarkeit berichtet. Im Bericht vom 10. 
Dezember 2020 (act. I 11) betreffend die vierte Intervention wurde 
festgehalten, es seien keine weiteren Termine geplant. 

4.1.9 Dr. med. M.________, praktischer Arzt, führte in dem im 
Beschwerdeverfahren mit Eingabe vom 10. Mai 2021 eingereichten Bericht 
vom 6. Juli 2020 (act. I 12) aus, den Versicherten seit dem 22. Januar 2020 
zu behandeln (Ziff. 1). Aktuell bestehe ein mittelgradiges depressives 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 19

Zustandsbild, schwankend, VAS 8/10. Es lägen zeitweise (während der 
meisten Zeit des Tages) invalidisierende Schmerzen am Unterschenkel 
links vor. Der Versicherte gehe an einer Krücke (Ziff. 2). Dr. med. 
M.________ diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode (IDC-10 
F33.1) bei chronischer Depression, akzentuierte zwanghafte 
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) sowie myofasziale Rückenschmerzen. 
Als Nebendiagnose bestünden rezidivierende unklare Synkopen 2012, 
anamnestisch Medikamentenunverträglichkeit von Novalgin, Tramal und 
Lyrica (Ziff. 4). Seit dem 14. November 2019 sei aktenanamnestisch und 
danach seit Behandlungsbeginn bei ihm eine deutliche Verschlechterung 
des Zustandsbildes feststellbar. Der Versicherte habe eine 
Wiedereingliederungsmassnahme im „Q.________“ ca. im Dezember 2019 
trotz Willensanstrengung mangels genügender Leistung abbrechen 
müssen. Weil die Depression durch die Schmerz- und 
Belastungsproblematik des linken Beines ständig unterhalten werde, sei 
mittelfristig keine nachhaltige Besserung der Depression zu erwarten, 
sondern eher eine Verschlechterung durch den zunehmenden finanziellen 
Druck und die belastete familiäre Situation des Versicherten. Dieser sei 
pünktlich, compliant und neige zur Selbstüberforderung (Ziff. 5). Es bestehe 
aktuell keine Arbeitsfähigkeit, weder im angestammten Beruf noch in einer 
angepassten Tätigkeit (Ziff. 6). 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 20

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten 
Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227, 125 V 351 E. 3b 
bb S. 353; SVR 2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

4.3 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, das MEDAS-Gutachten 
sei aus formellen Gründen beweisrechtlich nicht verwertbar. Aus den von 
ihm eingereichten Unterlagen (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4-6) 
gehe hervor, dass der Anschein der Befangenheit bestehe 
(Beschwerdeergänzung S. 2 ff. Ziff. 2). 

4.3.1 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den 
Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge 
machen (Art. 44 ATSG).

Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt mit, dass 
eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art der 
vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) sowie 
die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In diesem 
Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personenbezogene) 
materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich oder gegen Art 
oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: unnötige second 
opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). Ausserdem 
hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern (BGE 138 V 271 
E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem zweiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 21

Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die durch 
SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und 
bidisziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die 
Namen der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der 
Bezeichnung der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller 
oder formeller) personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 
E. 3.1 S. 510, 139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 
210 E. 3.4.2.7 S. 257).

Die Gutachterwahl bei polydisziplinären Gutachten hat immer nach dem 
Zufallsprinzip zu erfolgen. Für eine einvernehmliche Benennung der 
Experten bleibt kein Raum (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510 und E. 3.2.1 S. 
511). Im Falle stichhaltiger Einwendungen gegen bezeichnete 
Sachverständige ist die Zufallszuweisung allenfalls zu wiederholen bzw. zu 
modifizieren, indem die Beteiligten z.B. übereinkommen, an der 
ausgelosten MEDAS festzuhalten, dabei aber einen Arzt oder eine Ärztin 
nicht mitwirken zu lassen. Bei erneuter Nichteinigkeit wird letztlich eine 
Zwischenverfügung erlassen (BGE 139 V 349 E. 5.2.1 S. 354).

4.3.2 Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- 
und Ablehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen 
sind. Befangenheit ist demnach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, 
die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 
V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2020 UV Nr. 10 S. 36 E. 5.2; 2018 UV Nr. 28 S. 98 
E. 3.1). Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren 
Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die 
Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige 
Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände 
vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der 
Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des 
Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann 
jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. 
Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet 
erscheinen (BGE 134 I 20 E. 4.2 S. 21, 133 I 1 E. 6.2 S. 6). 

4.3.3 Mit Schreiben vom 2. Oktober 2018 (act. IIA 96) teilte die Beschwer-
degegnerin dem Beschwerdeführer mit, sie erachte zur Klärung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 22

Leistungsansprüche eine interdisziplinäre Begutachtung als notwendig, 
unterbreitete ihm die von ihr beabsichtigten Fragen an die Gutachter und 
räumte ihm die Möglichkeit ein, Zusatzfragen einzureichen. In der Folge 
wies sich Rechtsanwalt Dr. iur. D.________ als sein Rechtsvertreter aus 
(act. IIA 99, 101) und reichte am 2. November 2018 (act. IIA 104) eine 
Zusatzfrage ein. Wie von der Rechtsprechung vorgesehen (vgl. 4.3.1) 
erfolgte alsdann nach dem Zufallsprinzip durch die Zuweisungsplattform 
SuisseMED@P die Wahl des Begutachtungsinstituts (act. IIA 105). 
Rechtsanwalt D.________ wurde am 20. November 2018 (act. IIA 108) 
sowohl über die durchführende Gutachterstelle wie auch die vorgesehenen 
Gutachter informiert und es wurde ihm die Gelegenheit eingeräumt, 
Einwendungen gegen einen oder mehrere der genannten Gutachter bis am 
3. Dezember 2018 schriftlich einzureichen. Von diesem Recht machte der 
damalige Rechtsvertreter nicht Gebrauch. Damit zeigte sich der 
Beschwerdeführer implizit durch die Begutachtung durch die vorgängig 
genannten Ärzte des E.________ einverstanden. 

Verfahrensrechtliche Einwendungen sind so früh wie möglich, das heisst 
nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen. 
Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in einem 
späteren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgenden 
Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte 
festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren 
einlässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit 
vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung der 
vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69). 
Die durch den neuen Rechtsvertreter im Beschwerdeverfahren 
vorgebrachten Einwände erfolgen verspätet; im Übrigen erweisen sie sich 
auch als unbegründet. 

Der Beschwerdeführer lässt gegen das E.________ als Ganzes 
Befangenheitsgründe aufzählen, ohne dass er gegen die einzelnen, ihn 
untersuchenden Ärzte solche Gründe vorbringen lässt. Nach der 
Rechtsprechung können – abgesehen von ganz ausserordentlichen Fällen 
– nur die für eine Behörde bzw. eine Medizinische Abklärungsstelle nach 
Art. 72bis IVV tätigen Personen, nicht aber die Behörde als solche befangen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 23

sein (BGE 137 V 210 E. 1.3.3 S. 227; SVR 2016 IV Nr. 8 S. 24 E. 3.3). 
Ausstandsbegehren gegen sämtliche Mitglieder einer Medizinischen 
Abklärungsstelle sind nur zulässig, wenn gegen jedes einzelne Mitglied 
spezifische Ausstandsgründe geltend gemacht werden, die über die Kritik 
hinausgehen, die Behörde als solche sei befangen (SVR 2013 IV Nr. 30 S. 
89 E. 5.2.2). Dies ist vorliegend nicht erfolgt.

Der Versuch des Beschwerdeführers, anhand von statistischen Daten eine 
angebliche Befangenheit der Gutachterinstitution zu belegen, misslingt, da 
diese Zahlen den jeweiligen Einzelfällen offensichtlich nicht Rechnung 
tragen, wie das Bundesgericht in einem Entscheid vom 7. Januar 2019 
(9C_582/2018, E. 2.1) ausgeführt hat: „Die Aussagekraft einer allfälligen 
gutachterlichen Tendenz, Arbeitsunfähigkeit eher zurückhaltend oder 
grosszügig anzuerkennen, ist im einzelnen Leistungsverfahren zu 
beurteilen (BGE 144 I 170 E. 7.6 S. 175 f.).“ Es sei nicht ersichtlich, 
inwiefern die Kenntnis der vom betreffenden Experten in einem bestimmten 
Zeitraum in anderen Fällen attestierten Arbeitsunfähigkeiten mangelnde 
Ergebnisoffenheit zu belegen und damit den Beweiswert seiner 
gutachterlichen Einschätzung in Frage zu stellen vermöchte. 

Dasselbe hat im vorliegenden Fall zu gelten. Somit kann es allein darauf 
ankommen, ob der Experte bei der Begutachtung lege artis vorgegangen 
ist. Dies ist der Fall, wenn die Aussagen des Gutachters zur medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit auf Anamnese, Klinik, Befunden sowie der 
übrigen Aktenlage basieren und die geltend gemachten 
Funktionseinschränkungen überdies hinreichend plausibilisiert werden. 
Selbst wenn sich eine Tendenz, Arbeitsunfähigkeit eher zurückhaltend oder 
grosszügig zu attestieren, statistisch belegen liesse, wäre dieser Umstand 
– für sich genommen – nicht geeignet, einen Ausstands- und 
Ablehnungsgrund wegen Befangenheit zu begründen. Nichts anderes 
ergibt sich bezüglich des Versuchs, gestützt auf zwei auf www.blick.ch 
erschienene Beiträge eine Befangenheit des E.________ zu belegen.

Als Zwischenergebnis ergibt sich, dass weder in Bezug auf das 
E.________ als Begutachtungsinstitut noch betreffend die bei ihm tätigen 
einzelnen Gutachter Umstände vorliegen, die den Anschein der 
Befangenheit zu begründen vermöchten. Infolgedessen bestehen in 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-170%3Ade&number_of_ranks=0#page170

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 24

formeller Hinsicht keine Gründe, nicht auf das MEDAS-Gutachten vom 8. 
April 2019 (inkl. Teilgutachten; act. IIA 118.1-118.5) abzustellen. 

4.4 Dem Beschwerdeführer ist auch insoweit nicht zu folgen, als er 
vorbringt, das MEDAS-Gutachten vom 8. April 2019 (inkl. Teilgutachten; 
act. IIA 118.1-118.5) sei materiell nicht verwertbar. Das Gutachten erfüllt 
die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 4.2 
hiervor) und überzeugt. Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf 
eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten 
sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen 
worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend, und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit werden für das Gericht nachvollziehbar und 
einleuchtend begründet. Dem interdisziplinären Gutachten kommt damit 
voller Beweiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. Die 
Einwände des Beschwerdeführers und die übrigen medizinischen Berichte 
schmälern – wie nachfolgend dargelegt – die Beweiskraft des Gutachtens 
nicht.

Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, das E.________-Gutachten habe 
die Thematik des Vorliegens eines CRPS und dessen Folgen auf die 
Arbeitsfähigkeit unberücksichtigt gelassen (Beschwerdeergänzung S. 5 Ziff. 
3), kann nicht gefolgt werden. Gemäss neurologischem MEDAS-
Teilgutachten wurde zwar im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 19. 
September 2017 (AB 72) ein CRPS postuliert. Wie der neurologische 
MEDAS-Gutachter jedoch überzeugend darlegt, hat der Kreisarzt selbst zu 
diesem Zeitpunkt keinerlei Veränderungen in diesem Sinne beschrieben. 
Dies sei auch bei der aktuellen Exploration nicht der Fall. Der Kreisarzt 
habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die aktive Beweglichkeit im 
Kniegelenk erhalten sei. Die wechselnden Angaben zur Sensibilität wie 
auch die unterschiedlich angegebenen allodynen Areale seien bei der 
Untersuchung 2017 noch ausgeprägter gewesen als dies anlässlich der 
neurologischen Exploration im Februar 2019, der Fall gewesen sei. 
Überdies sollten diese Symptome – als rein subjektiv – kritisch hinterfragt 
werden. Damit hat der neurologische MEDAS-Gutachter umfassend und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 25

nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner 
fachneurologischen Exploration am 5. Februar 2019 keinerlei 
Veränderungen im Sinne eines CRPS angab und warum die Diagnose 
eines CRPS nicht zu stellen ist (act. IIA 118.3 S. 5 Ziff. 7.1). Der 
neurologische Gutachter stellte zudem zahlreiche Inkonsistenzen fest (S. 3 
f. Ziff. 4.3). 

Auch im orthopädischen MEDAS-Teilgutachten wurde ein allfälliges CRPS 
thematisiert. Der orthopädische Gutachter nahm Bezug auf das Schreiben 
von Dr. med. N.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 23. Mai 2014 (act. II 33/32), 
wonach PD Dr. med. O.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates vom Spital P.________, eine 
erneute Operation vehement abgelehnt habe, da der Versicherte unter 
einer massiven Sudeck-Dystrophie leide. Er führt überzeugend aus, dieser 
Einschätzung eines CRPS könne weder aufgrund der durch Dr. med. 
N.________ noch der durch Prof Dr. med. T.________ dokumentierten 
Befunde (vgl. Bericht vom 24. April 2014 [act. II 29.3/4]) gefolgt werden 
(act. IIA 118.4 S. 11 Ziff. 7.3.3). Schliesslich kam der orthopädische 
Gutachter zum nachvollziehbaren Schluss, dass sich das anamnestisch 
und klinisch sehr diffus präsentierte Bild auf rein orthopädischer Ebene 
keinesfalls klar nachvollziehen lasse. Abschliessend stellte er fest, weder 
aufgrund seiner Untersuchung noch der dokumentierten klinischen, 
radiologischen, nuklearmedizinischen, intraoperativen und infiltrativen 
Befunde könnten auf Ebene des Bewegungsapparates Faktoren 
identifiziert werden, welche das als invalid präsentierte Geschehen erklären 
könnten. Aufgrund dieser Feststellungen überzeugt, dass ein CRPS nicht 
zu diagnostizieren ist. 

Die im Vorbescheidverfahren eingereichten Berichte des Spitals 
F.________ vom 4. Juli 2019 (act. IIA 151/2 ff.) bzw. 5. Juli 2019 (act. IIA 
153/5 ff.) ändern daran nichts. Ebenso wenig lassen die Vorbringen des 
Beschwerdeführers in der Eingabe vom 10. Mai 2021, die damit 
eingereichten Berichte des Spitals F.________ (act. I 7-10) oder die 
diesbezüglichen Ausführungen anlässlich der Schlussverhandlung vom 13. 
Oktober 2021 Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung aufkommen oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 26

gar auf das Vorliegen eines CRPS schliessen. Auch vermag der 
Beschwerdeführer mit dem Hinweis, im Spital F.________ sei eine 
Hyperhidrose festgehalten worden, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten 
und sein Vorbringen, der neurologische MEDAS-Gutachter habe 
womöglich zu wenig gut abgeklärt, entbehrt jeglicher Grundlage. Es 
bestehen keine Hinweise darauf, dass die im neurologischen Teilgutachten 
angegebenen Befunde nicht den Tatsachen im Zeitpunkt der Begutachtung 
entsprochen hätten. So oder anders hätten die neu im Bericht des Spitals 
F.________ beschriebenen Befunde keine Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit oder das von der MEDAS formulierte Zumutbarkeitsprofil. 
Wie das Verwaltungsgericht bereits in UV/2019/140 feststellte, wurde im 
neurologischen Teilgutachten mit Verweis auf den Bericht von Dr. med. 
K.________ vom 19./21. September 2015 (act. II 50.3/7, 50.3/5.) festgehal-
ten, aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers habe eine Minderemp-
findung, eine leichte Störung sensibler Fasern des Nervus peroneus nicht 
ausgeschlossen werden können, welche aber funktionell nicht von Bedeu-
tung sei. Zudem – so das Verwaltungsgericht weiter – wurde im Bericht der 
Rehaklinik C.________ vom 30. Januar 2018 (act. IIA 75.4) zur EFL vom 
21. Dezember 2017 festgehalten, selbst wenn man ein somatisches Korre-
lat finden würde, z.B. eine Nervenläsion, würde dies das präsentierte Aus-
mass der Schmerzen nicht erklären. Von weiteren medizinischen 
Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte 
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162), weshalb vom 
Einholen eines weiteren Gutachtens (vgl. Beschwerdeergänzung S. 5 Ziff. 
3) abzusehen ist. 

Was der Beschwerdeführer gegen das psychiatrische MEDAS-Teilgutach-
ten (act. IIA 118.5) vorbringen lässt (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 2, 
Beschwerdeergänzung S. 6 Ziff. 4, Eingabe vom 10. Mai 2021 S. 2 f. [inkl. 
Bericht von Dr. med. M.________ vom 6. Juli 2020; act. I 12] sowie die 
Ausführungen anlässlich der Schlussverhandlung vom 13. Oktober 2021), 
ändert nichts an dessen Schlüssigkeit. So verneinte der MEDAS-Psychiater 
das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung; dies mit der nachvollziehbaren 
Begründung, es bestünden zwar dramatisierende Persönlichkeitszüge, die 
Achse-II-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne aber vor allem auch 
aufgrund des Längsverlaufs mit – vor dem Unfallereignis und der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 27

konsekutiven Erkrankung – normaler Sozialisation und voller 
Leistungsfähigkeit nicht gestellt werden (act. IIA 118.5 S. 5 Ziff. 6.3). In den 
im Vorbescheidverfahren (act. IIA 151/2, 153/5) sowie im 
Beschwerdeverfahren (act. I 8 f.) eingereichten Berichten des Spitals 
F.________ wurde denn auch nur die Verdachtsdiagnose einer 
Persönlichkeitsstörung gestellt bzw. deren Vorliegen vermutet, nicht jedoch 
begründet. Zudem wurde der besagte Bericht des Spitals F.________ von 
keinem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie visiert. Bei den 
diesbezüglichen Ausführungen handelt es sich somit nicht um 
spezialärztliche Einschätzungen (vgl. u.a. Entscheid des BGer vom 20. 
November 2007, I 142/07, E. 3.4), sondern um aufgrund der gemachten 
Feststellungen abgeleitete Wertungen, welche fachärztlich nicht validiert 
wurden. Sie vermögen deshalb die fachärztliche Beurteilung des 
psychiatrischen MEDAS-Gutachters weder in Bezug auf den 
Gesundheitszustand noch die Arbeitsfähigkeit zu entkräften (Entscheid des 
BGer vom 6. Oktober 2014, 9C_139/2014, E. 5.2). Das gleiche gilt für den 
Bericht von Dr. med. M.________ vom 6. Juli 2020 (vgl. Eingabe vom 10. 
Mai 2021, act. I 12), auf den der Beschwerdeführer auch in der 
Schlussverhandlung vom 13. Oktober 2021 verwies. Von weiteren 
Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. 

Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, der psychiatrische Gutachter habe 
sich einzig wegen der „angeblich noch möglichen medikamentösen 
Therapiemöglichkeiten für eine fehlende Arbeitsrelevanz des psychischen 
Störungsbildes entschieden“. Dem kann nicht gefolgt werden. Der 
Gutachter legte begründet dar, dass aufgrund der von ihm erhobenen 
Befunde und der beim Beschwerdeführer vorhandenen Ressourcen aus 
psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Zudem 
stellte der Gutachter aggravatorisches Verhalten mit einer deutlich nach 
aussen gerichteten Beschwerdedarstellung fest (act. IIA 118.5 S. 7 f. Ziff. 
7.4 und Ziff. 8). 

Der Beschwerdeführer wendet schliesslich ein, dem psychiatrischen 
Teilgutachten seien die erforderlichen Angaben zur Durchführung einer 
Indikatorenprüfung nach BGE 141 V 281 nicht zu entnehmen, und er 
bemängelt, die Beschwerdegegnerin habe in ihrem Entscheid eine solche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 28

„unabdingbare Prüfung“ unterlassen. Da aus psychiatrischer Sicht in 
nachvollziehbar begründeter Weise eine Arbeitsunfähigkeit verneint wurde, 
keine die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Diagnose gestellt wurde (act. IIA 
118.5 S. 5 Ziff. 6 und S. 7 f. Ziff. 8) und den allfälligen das Gegenteil 
bezeugenden medizinischen Akten kein Beweiswert beigemessen werden 
kann, war ein strukturiertes Beweisverfahren weder nötig noch geeignet. 
Daher konnte von der Durchführung eines solchen wie auch einer 
Indikatorenprüfung abgesehen werden (Entscheide des BGer vom 25. 
September 2018, 8C_241/2018, E. 7.5.2, und vom 22. März 2019, 
8C_610/2018, E. 4.2.2). Daran ändert auch der anlässlich der 
Schlussverhandlung vom 13. Oktober 2021 vorgetragene Hinweis auf den 
Entscheid des BGer vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019, nichts. In 
erwähnten Fall ging das Bundesgericht von einem unvollständig 
abgeklärten medizinischen Sachverhalt aus, zumal lediglich eine „kurze 
Aktenbeurteilung der RAD-Ärztin“ eingeholt worden war. Der vorliegende 
Fall ist nicht damit zu vergleichen. Wie einlässlich erörtert, wurde der 
Sachverhalt gestützt auf ein interdisziplinäres Gutachten inkl. umfassender 
psychiatrischen Exploration abgeklärt und festgestellt, dass keine 
psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
vorliegen (act. II 118.5 S. 5). 

Was den von der Stiftung Q.________ erstellte Bericht vom 19. Dezember 
2019 (act. IIA 186) über das Belastbarkeitstraining betrifft, so vermag auch 
dieser – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 
(Beschwerdeergänzung S. 6 ff. Ziff. 5 sowie die Ausführungen anlässlich 
der öffentlichen Schlussverhandlung vom 13. Oktober 2021) – keine 
Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit der MEDAS zu begründen. Die darin enthaltenen 
Ausführungen stammen von Eingliederungsfachleuten und berücksichtigen 
ausschliesslich das vom Beschwerdeführer anlässlich dieser Abklärung 
demonstrierte subjektive Leistungsvermögen. Überdies weisen sie auch auf 
ausgeprägte psychosoziale Belastungsfaktoren hin, welche sich negativ auf 
das Leistungsvermögen auswirkten. Die Frage nach der noch zumutbaren 
Arbeitsleistung ist jedoch nach Massgabe der objektiv feststellbaren 
Gesundheitsschädigung durch die Ärzte und nicht durch die 
Eingliederungsfachleute aufgrund der subjektiven Arbeitsleistung zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 29

beantworten (Entscheid des Eidg. Versicherungsgerichts [EVG, heute: 
BGer] vom 4. Dezember 2006, I 928/05 E. 3, und vom BGer vom 21. 
Februar 2018, 8C_802/2017, E. 5.1.1). 

4.5 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in 
der angestammten Tätigkeit seit dem 8. August 2012 zu 100% 
arbeitsunfähig war (act. IIA 118.1 S. 8 f. Ziff. 4.6). Ab diesem Zeitpunkt war 
die Arbeitsfähigkeit bis im Juni 2014 auch in einer leidensangepassten 
Tätigkeit vollständig aufgehoben. Seit Juli 2014 ist dem Beschwerdeführer 
eine körperlich leichte Tätigkeit unter Wechselbelastung und mit der 
Möglichkeit, regelmässig zu sitzen, vollzeitlich und bei einer vollständigen 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit zumutbar (S. 9 Ziff. 4.7). 

5.

Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer 
erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach 
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 30

Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 
S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend 
einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in 
der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. 
Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die 
Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des 
konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig-
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer dop-
pelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 
16 E. 4.1 S. 20).

5.4 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Sechsmonatsfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Leistungsanmeldung vom 
März 2013 (act. II 2) September 2013. Zu diesem Zeitpunkt war auch das 
Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG abgelaufen. Damit erweist sich 
unter Berücksichtigung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab August 
2012 (vgl. E. 4.5 hiervor) die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 
September 2013 als korrekt.

5.5 Ab Juli 2014 bestand in einer leidensadaptierten Tätigkeit wieder 
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% (vgl. E. 4.5 hiervor). Dies 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 31

stellt einen Revisionsgrund dar, weshalb auf diesen Zeitpunkt hin ein 
Einkommensvergleich vorzunehmen ist.

5.5.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Jahreslohnsumme von Fr. 72'800.-- festgelegt, die zwischen dem 
Beschwerdeführer und der ehemaligen Arbeitgeberin, der heutigen 
R.________ GmbH, für das Jahr 2013 vereinbart worden war (act. II 18/3 
Ziff. 2.10). Allerdings hat der Beschwerdeführer das im Unfallzeitpunkt am 
8. August 2012 bei der S.________ GmbH bestandene Arbeitsverhältnis 
nur deshalb gekündigt, weil Letztere ihm während der Zeit nach dem Unfall 
keine alternativen Tätigkeiten bzw. keine Schontätigkeit anbieten konnte 
(act. II 6.1/43, 6.1/89). Somit würde er mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit als Gesunder nach wie vor bei der S.________ GmbH 
arbeiten. Die dort erzielte Lohnsumme ist daher massgebend für die 
Ermittlung des Valideneinkommens. Gemäss Angaben der S.________ 
GmbH (act. II 6.1/7 Ziff. 12) betrug der Jahreslohn ohne Berücksichtigung 
der Kinder-/Familienzulagen (vgl. Entscheid des BGer vom 4. August 2017, 
8C_358/2017, E. 4) im Jahr 2012 Fr. 71‘001.92 ([12 x Fr. 12.66] + [13 x Fr. 
5‘450.--]). Angepasst an die Nominallohnentwicklung per 2014 ergibt dies 
ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 72‘473.85 (Fr. 71‘001.92 / 
101.3 x 103.4 [BfS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, Ziff. 77-
82, sonstige wirtschaftliche Tätigkeiten, Indexbasis 2012 bzw. 2014]).

5.5.2 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Zahlen der LSE (vgl. E. 5.3 
hiervor) zu ermitteln. Abzustellen ist auf die LSE 2014 und dabei auf den 
Totalwert. Die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten Einwände 
(Beschwerde S. 8 Ziff. 4) vermögen nicht zu überzeugen. 

Das angerufene Gericht hat bereits im Beschwerdeverfahren betreffend 
Leistungen aus Unfallversicherungsrecht (VGE UV/2019/140) auf dasselbe 
Zumutbarkeitsprofil abgestellt wie die Beschwerdegegnerin im vorliegenden 
Verfahren (E. 4.3); bei der Berechnung des Invalideneinkommens ist es 
vom Totalwert der LSE-Tabelle ausgegangen. Diese Feststellungen haben 
– wie nachfolgend dargelegt – auch im vorliegenden Verfahren ihre 
Gültigkeit. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers existieren auf 
dem diesbezüglich massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt sehr wohl 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 32

Stellen, die dem Zumutbarkeitsprofil entsprechen. So hat auch das 
Bundesgericht in seinem Entscheid vom 23. Juli 2010, 8C_300/2010, E. 
4.2, ausgeführt, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind. Gestützt 
auf den Totalwert für Männer der Tabelle TA1_tirage_skill_level und unter 
Berücksichtigung von Kompetenzniveau 1 hätte der Beschwerdeführer 
2014 demnach einen monatlichen Lohn von Fr. 5‘312.-- erzielen können. 
Aufgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Totalwert der Tabelle „Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BfS) 
sowie unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit von 100% in einer 
leidensangepassten Tätigkeit ergibt sich ein Betrag von Fr. 66'453.10 (Fr. 
5‘312.-- x 12 / 40 Stunden x 41.7 Stunden). 

Während das angerufene Gericht im Verfahren UV/2019/140 einen LSE-
Abzug von 10% für angemessen hielt, hat die Beschwerdegegnerin einen 
Tabellenlohnabzug von 15% vorgenommen, was sich als sehr wohlwollend 
erweist. Damit reduziert sich das Invalideneinkommen auf Fr. 56‘485.15 
(Fr. 66'453.10 x 85%). Anzumerken ist, dass sämtliche körperlichen 
Einschränkungen bereits im Zumutbarkeitsprofil berücksichtig wurden und 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). Sodann rechtfertigen weder das 
Alter (Jg. 1984), die Dienstjahre noch der Beschäftigungsgrad (100%) 
einen weiteren Abzug vom Tabellenlohn. Im Übrigen resultiert auch bei 
Berücksichtigung eines 15%-igen leidensbedingten Abzugs kein 
Rentenanspruch (vgl. 5.6 hiernach).

5.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 72‘473.85 (E. 5.5.1 hiervor) 
und einem Invalideneinkommen von Fr. 56‘485.15 (E. 5.5.2 hiervor) 
resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 22% 
([Fr. 72‘473.85 - Fr. 56‘485.15] / Fr. 72‘473.85 x 100). Unter 
Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV, wonach Verbesserungen jeweils 
nach Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen sind (vgl. E. 3.3.2 
hiervor), erweist sich die durch die Beschwerdegegnerin per Ende 
September 2014 erfolgte Rentenaufhebung als korrekt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 33

5.7 Zu prüfen bleibt der Einwand des Beschwerdeführers, die 
Beschwerdegegnerin habe ihm in Verletzung des Grundsatzes 
„Eingliederung vor Rente“ eine befristete Rente zugesprochen, ohne die 
Frage der Eingliederung und die Selbsteingliederung zu prüfen 
(Beschwerde S. 8 Ziff. 3). Grundsätzlich ist nach ständiger Rechtsprechung 
im Regelfall eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach der 
Rechtsprechung gilt es bei der wiedererwägungs- oder revisionsweisen 
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgelegtem 55. 
Altersjahr oder mehr als 15 Jahre dauerndem Rentenbezug grundsätzlich 
Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Diese Rechtsprechung findet 
auch dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der Rentenzusprache über 
deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (BGE 145 V 209 E. 5.4 
S. 214). 

Aufgrund des Alters des Beschwerdeführers wie auch der Bezugsdauer der 
Rente ist diese Rechtsprechung vorliegend nicht anwendbar. Zudem setzt 
die Durchführung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen unter 
anderem eine subjektive Eingliederungsfähigkeit voraus (vgl. statt vieler: 
Entscheide des BGer vom 10. September 2019, 9C_797/2018, E. 5.1, und 
vom 26. November 2018, 8C_480/2018, E. 7.3, je mit Hinweisen). Dabei 
sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen 
Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. 
Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die 
im Vorbescheidverfahren und vor kantonalem Versicherungsgericht 
gemachten Ausführungen bzw. gestellten Anträge (Entscheide des BGer 
vom 21. Februar 2019, 8C_682/2018, E. 7.1, und vom 7. Januar 2019, 
8C_611/2018, E. 6.1 f.). 

Der Beschwerdeführer gab gegenüber dem psychiatrischen Gutachter an, 
er könne wegen den Schmerzen nicht mehr arbeiten (act. IIA 118.5 S. 3), 
gegenüber dem orthopädischen Gutachter führte er aus, eine berufliche Si-
tuation sehe er in seinem jetzigen Zustand keinesfalls (act. IIA 118.4 S. 5 
Ziff. 3.2.6) und in der allgemein-internistischen Exploration fügte er an, mit 
seinen aktuellen Beschwerden könne er sich keine Arbeitsfähigkeit 
vorstellen (act. IIA 118.2 S- 3 Ziff. 3.2.6). Die Gutachter stellten zudem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 34

verschiedene Inkonsistenzen und Diskrepanzen sowie ein 
aggravatorisches Verhalten mit einer deutlich nach aussen gerichteten 
Beschwerdedarstellung fest (act. IIA 118.5 S. 7 Ziff. 7.4, 118.4 S. 9 ff. Ziff. 
7.3.1 ff., 118.3 S. 5 f. Ziff. 7.1, 118.1 S. 8 Ziff. 4.5). Berufliche Massnahmen 
wurden von den Gutachtern mit Hinweis auf die Selbstlimitierung des 
Beschwerdeführers sowie seine ausgeprägte subjektive Krankheits- und 
Behinderungsüberzeugung nicht empfohlen und als kaum durchführbar 
bezeichnet (vgl. u.a. act. IIA 118.1 S. 9 Ziff. 4.10, 118.3 S. 7 Ziff. 8.4). Unter 
diesen Umständen ist von fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit 
auszugehen und die Beschwerdegegnerin war demnach so oder anders 
befugt, die befristete Rente per 30. September 2014 ohne vorgängige 
Prüfung von Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung aufzuheben. 

5.8 Aufgrund des Dargelegten ist die Verfügung vom 14. November 
2019 (act. IIA 174) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende 
Beschwerdeführer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 
1‘000.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten 
Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

6.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist infolge Rückzugs 
vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 35

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 
Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird 
vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt 

Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 EMRK 
vom 13. Oktober 2021)

- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 
gemäss Art. 6 EMRK vom 13. Oktober 2021)

- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2021, IV/19/947, Seite 36

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.