# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f661f81-511a-518a-8434-8a6eff0b04d5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.02.2018 100 2016 247
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-247_2018-02-06.pdf

## Full Text

100.2016.247/248U
ARB/RED/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 6. Februar 2018

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa
Gerichtsschreiber Rechsteiner

A.________ und B.________
Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2013 und 2014 
sowie der direkten Bundessteuer 2013 (Entscheide der Steuerrekurs-
kommission des Kantons Bern vom 21. Juli 2016; 100 15 467, 100 15 539, 
200 15 384, 200 15 445)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ und B.________ ersuchten am 7. August 2015 um Erlass der 
rechtkräftig veranlagten Kantons- und Gemeindesteuern 2013 und 2014 
sowie der direkten Bundessteuer 2013. Mit Entscheiden vom 13. Oktober 
2015 – eröffnet durch die Steuerverwaltung des Kantons Bern, 
Inkassostelle Region … – wies die Steuerverwaltung der Ein-
wohnergemeinde (EG) C.________ die Gesuche als Erlassbehörde ab. Die 
ausstehenden Kantons- und Gemeindesteuern beliefen sich zu diesem 
Zeitpunkt, abzüglich bereits geleisteter Zahlungen und inklusive Verzugs-
zinsen, auf Fr. 3'342.-- für das Jahr 2013 und Fr. 749.10 für das Jahr 2014. 
Die direkte Bundessteuer 2013 betrug Fr. 84.--.

B.

Dagegen erhoben A.________ und B.________ am 10. November 2015 
Rekurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission des Kantons 
Bern (StRK), welche die Verfahren vereinigte und die Rechtsmittel am 
21. Juli 2016 abwies. 

C.

Am 20. August 2016 bzw. mit verbesserter Eingabe vom 9. September 
2016 haben A.________ und B.________ gegen die Entscheide der StRK 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sinngemäss beantragen sie, die 
Entscheide der StRK seien aufzuheben und die Kantons- und 
Gemeindesteuern 2013 und 2014 sowie die direkte Bundessteuer 2013 
seien zu erlassen. 

Der Abteilungspräsident hat am 22. August 2016 die Verfahren betreffend 
die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer ver-
einigt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 3

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
15. September 2016 bzw. Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2016 die 
Abweisung der Beschwerden.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11; 
vgl. zum anwendbaren Recht hinten E. 2.1-2.3] sowie Art. 9 Abs. 3 der 
Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundes-
steuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdeführenden haben an den vor-
instanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, sind durch 
die angefochtenen Entscheide besonders berührt und haben ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 
Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist 
einzutreten.

1.2 Für den Erlass der Kantonssteuern und der direkten Bundessteuer 
ist grundsätzlich die kantonale Steuerverwaltung zuständig (vgl. Art. 240 
Abs. 3 StG; aArt. 102 Abs. 4 und Art. 167 Abs. 3 DBG in der bis 31. De-
zember 2015 gültigen Fassung [AS 1991 S. 1217] i.V.m. Art. 4 Abs. 2 der 
der alten Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements [EFD] 
vom 19. Dezember 1994 über die Behandlung von Erlassgesuchen für die 
direkte Bundessteuer [Steuererlassverordnung, nachfolgend: aEV DBG; 
AS 1995 S. 595] in der Fassung vom 1. Juli 2009 [AS 2009 S. 2621] und 
Art. 4 Abs. 1 Bst. h BStV; vgl. heute Art. 167b Abs. 1 DBG). Die Finanz-

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direktion kann die entsprechende Entscheidbefugnis jedoch einer Gemein-
de übertragen (Art. 240 Abs. 3 Bst. b StG; in Bezug auf die direkte Bundes-
steuer i.V.m. Art. 3 BStV). So wurde bezüglich der EG C.________ ver-
fahren, welcher die Erlasskompetenz für die auf ihrem Territorium erhobe-
nen Kantons- und Bundesteuern zukommt und die deshalb für den erst-
instanzlichen Erlassentscheid verantwortlich zeichnet (vgl. vorne Bst. A). 
Die einschlägige Vereinbarung sieht aber offenbar vor, dass in einem all-
fälligen Rechtsmittelverfahren die kantonale Steuerverwaltung ihre Rechte 
selber wahrt.

1.3 Neben dem Erlass der direkten Bundessteuer und der Kantons-
steuer ist auch jener der Gemeindesteuer streitig. Für den diesbezüglichen 
Entscheid ist die Gemeinde zuständig, wobei sie ihre Erlasskompetenz der 
für den Erlass der Kantonssteuern zuständigen kantonalen Behörde über-
tragen kann (Art. 240 Abs. 4 StG). Die EG C.________ hat am 13. Oktober 
2015 den anbegehrten Erlass der direkten Bundessteuer 2013 und der 
Kantons- und Gemeindesteuern 2013 und 2014 abgelehnt und damit 
erstinstanzlich (auch) über den Erlass ihrer Steuerforderung befunden 
(Bst. A vorne). Am 27. Mai 2011 hat sie mit Generaldelegation ihre 
«Kompetenz zur Wahrung der Gemeindeinteressen in den 
Steuerjustizverfahren» an die Steuerverwaltung abgetreten bzw. delegiert 
(Vorakten Steuerverwaltung pag. 1). Aufgrund dieser steuergesetzlich 
ausdrücklich vorgesehenen «Kompetenzdelegation» (so Erläuterungen 
zum Steuergesetz 2001, S. 303) ist die Steuerverwaltung befugt, anstelle 
der materiell berechtigten EG C.________ das Rechtsmittelverfahren in 
eigenem Namen (auch) hinsichtlich des Erlasses der Gemeindesteuern zu 
führen (vgl. BVR 2014 S. 197 [VGE 2013/184/185 vom 29.1.2014] nicht 
publ. E. 1.3 mit Hinweisen). Damit erübrigt es sich, die EG C.________ als 
notwendige Partei in das Verfahren einzubeziehen.

1.4 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organi-
sation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

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2.

2.1 Hinsichtlich des strittigen Bundessteuererlasses ist zunächst das 
anwendbare Recht zu klären: Am 1. Januar 2016 trat die Neuregelung des 
Steuererlasses auf Bundesebene vom 20. Juni 2014 in Kraft (vgl. für eine 
Übersicht über die geänderten Erlasse «Bundesgesetz über eine Neu-
regelung des Steuererlasses» [Steuererlassgesetz; AS 2015 S. 9]). Diese 
umfasst u.a. Änderungen des DBG und des Bundesgesetzes vom 14. De-
zember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone 
und Gemeinden (StHG; SR 642.14). Mit der Neuregelung des Steuer-
erlasses wurde die Kompetenz zur Beurteilung aller Erlassgesuche, welche 
die direkte Bundessteuer betreffen, auf die Kantone übertragen (Art. 167b 
DBG). Die Eidgenössische Erlasskommission für die direkte Bundessteuer 
(EEK), welche bis anhin Gesuche um Erlass der direkten Bundessteuer im 
Umfang von mindestens Fr. 25ʹ000.-- pro Jahr beurteilt hatte, wurde 
aufgehoben (vgl. Art. 4 Abs. 1 aEV DBG). Die Neuregelung des Steuer-
erlasses auf Bundesebene wurde zudem zum Anlass genommen, einige 
wesentliche Bestimmungen des Erlassrechts von der aEV DBG in das DBG 
zu überführen (vgl. Botschaft des Bundesrats zum «Steuererlassgesetz» 
vom 23. Oktober 2013, in BBl 2013 S. 8435 ff. [nachfolgend: Botschaft], 
S. 8447 f.; Beusch/Raas, Neuregelung des Steuererlasses – Alter Wein in 
neuen Schläuchen?, in zsis 2016, Monatsflash Nr. 1, Ziff. 3.2). Ebenfalls 
auf den 1. Januar 2016 in Kraft gesetzt wurde die neue Verordnung des 
EFD vom 12. Juni 2015 über die Behandlung von Gesuchen um Erlass der 
direkten Bundessteuer (Steuererlassverordnung, nachfolgend: EV DBG; 
SR 642.121 [vgl. Art. 20 EV DBG]), die das Erlassverfahren, die Voraus-
setzungen für den Steuererlass und die Ablehnungsgründe näher kon-
kretisiert und die aEV DBG ersetzt.

2.2 Für Verfahren, die wie die vorliegenden noch vor dem 1. Januar 
2016 eröffnet, aber nicht abgeschlossen worden sind, stellt sich die Frage 
nach dem anwendbaren Recht (vgl. VGE 2016/197/198 vom 13.6.2017 
E. 2.2 mit Hinweisen). Gemäss der übergangsrechtlichen Bestimmung von 
Art. 205e DBG hat über Gesuche um Erlass der direkten Bundessteuer, die 
im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung des DBG vom 20. Juni 2014 

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bei der EEK oder der zuständigen kantonalen Behörde zur Antragstellung 
an die EEK hängig sind, die kantonale Erlassbehörde zu entscheiden 
(Abs. 1) und richtet sich das Einsprache- und Beschwerdeverfahren gegen 
Verfügungen (betreffend natürliche Personen), welche vor dem Inkraft-
treten der Änderung des DBG vom 20. Juni 2014 ergangen sind, nach dem 
bisherigen Recht (Abs. 2). Art. 205e Abs. 2 DBG äussert sich seinem 
Wortlaut nach nicht zur hier interessierenden Frage, ob die materiellen 
Voraussetzungen für die Gewährung eines Steuererlasses nach altem oder 
neuem Recht zu beurteilen sind, sondern legt einzig die Übergangsordnung 
hinsichtlich des Verfahrens und der Zuständigkeit fest. Die Botschaft führt 
aus, vor Inkrafttreten der Gesetzesänderung ergangene Verfügungen seien 
nach «früherem Verfahrensrecht und früherer Zuständigkeitsordnung» zu 
beurteilen (vgl. S. 8451). Das anwendbare materielle Recht ist somit an-
hand der allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätze zu bestimmen. 
Diesen zufolge ist die Rechtmässigkeit einer Verwaltungsverfügung grund-
sätzlich nach der Rechtslage zur Zeit ihres Erlasses zu beurteilen (statt 
vieler BVR 2015 S. 491 E. 4.1 mit Hinweisen; BGE 141 II 393 E. 2.4 
[Pra 105/2016 Nr. 52] mit Hinweisen). Massgebend ist somit das im Zeit-
punkt der Verfügung über das Erlassgesuch geltende (materielle) Recht. 
Die Anwendung neuen Rechts auf hängige Verfahren erfolgt nur aus-
nahmsweise, insbesondere wenn die neuen Vorschriften um der öffent-
lichen Ordnung willen oder zur Durchsetzung erheblicher öffentlicher Inte-
ressen erlassen wurden.

2.3 Zwingende Gründe für eine sofortige Anwendbarkeit der revidierten 
Bestimmungen sind keine ersichtlich. Für die Berücksichtigung neuen 
Rechts könnte sprechen, dass für das Vorliegen eines Härtefalls in erster 
Linie die wirtschaftlichen Verhältnisse im jeweiligen Entscheidzeitpunkt 
unter Berücksichtigung der Zukunftsaussichten massgebend sind 
(Art. 240a Abs. 2 StG; Art. 3 Abs. 1 aEV DBG bzw. Art. 10 EV DBG; vgl. 
auch hinten E. 3.2). Das Bundesgericht hat (vor allem in Urteilen zum Sozi-
alversicherungsrecht) auch schon entschieden, es seien jene Rechtssätze 
massgebend, die im Zeitpunkt der Verwirklichung des Sachverhalts bzw. 
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben 
(Grundsatz der Nichtrückwirkung; vgl. den Hinweis in BGE 139 II 263 E. 6). 
Die teilweise Mitberücksichtigung neuer Tatsachen im Steuererlassrecht 

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vermag jedoch ein Abweichen vom Grundsatz der Überprüfung der Recht-
mässigkeit einer Verwaltungsverfügung anhand der damals geltenden 
Rechtslage nicht zu rechtfertigen. Dies umso weniger, als andere Er-
lasskriterien an die Gegebenheiten im Zeitpunkt der Fälligkeit der Forde-
rung anknüpfen (Art. 240a Abs. 2 Satz 2 sowie Abs. 3 StG; Art. 3 Abs. 3 
aEV DBG bzw. Art. 167a Bst. c DBG). Sind zeitlich teilweise weit aus-
einanderliegende, unterschiedliche Sachverhaltselemente zu berücksichti-
gen, kann das vom Bundesgericht entwickelte Kriterium der Sachverhalts-
verwirklichung nicht weiterhelfen (vgl. zum Ganzen VGE 2010/81 vom 
24.2.2011 E. 3). Die Verwaltungsverfahren haben vorliegend mit Erlass-
verfügungen vom 20. Mai 2015 ihren Abschluss gefunden (vgl. vorne 
Bst. A). Der unter anderem strittige Bundessteuererlass ist somit nach dem 
im damaligen Zeitpunkt massgeblichen Recht, das heisst nach aArt. 167 
Abs. 1 DBG in der vor Inkrafttreten der Änderung vom 20. Juni 2014 gülti-
gen Fassung (AS 1991 S. 1237) und der aEV DBG in der Fassung vom 
1. Juli 2009 zu beurteilen (ebenso VGE 2017/13/14 vom 4.9.2017 E. 2.3).

2.4 Sind sowohl Entscheide bezüglich des Erlasses kantonaler Steuern 
als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwal-
tungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen. Allerdings können 
die Entscheide, gleich wie wenn eine Veranlagung von Einkommens-
steuern im Streit liegt, in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden 
(vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Zwar sind die Rechtsnor-
men des kantonalen und eidgenössischen Rechts im Bereich des Steuer-
erlasses nicht harmonisiert und unterscheiden sich deshalb teilweise; ins-
besondere gewährt das Bundesrecht den Steuerpflichtigen – anders als 
das kantonale Steuergesetz – keinen Rechtsanspruch auf Steuererlass; 
entsprechende Gesuche sind vielmehr nach pflichtgemässem Ermessen zu 
beurteilen (vgl. aArt. 167 Abs. 1 DBG; Art. 2 Abs. 1 Satz 2 aEV DBG; statt 
vieler BGer 2P.390/1998 vom 8.2.1999, in ASA 68 S. 77 E. 1, 2D_27/2013 
und 2D_28/2013 vom 27.6.2013 E. 2; Frage offengelassen in 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, 
Art. 167 N. 4 ff.; a.M. Beusch/Raas, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar 
zum Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Vorbemerkungen 
Art. 167-167g DBG N. 12 f., Art. 167g DBG N. 14, vgl. auch Peter Locher, 

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Kommentar zum DBG, III. Teil, 2015, Art. 167 N. 12). Im Ergebnis besteht 
aber dennoch eine derart weitgehende inhaltliche Übereinstimmung 
zwischen der Regelung des Kantons Bern und jener des Bundes, dass sich 
die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, 
kantonaler und eidgenössischer Steuern rechtfertigt.

3.

3.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt 
sicher, dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 
Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch 
Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb grund-
sätzlich davon auszugehen, dass den Steuerpflichtigen die Bezahlung der 
veranlagten Steuern sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch kön-
nen gemäss Art. 240 Abs. 1 StG bzw. aArt. 167 Abs. 1 DBG rechtskräftig 
festgesetzte Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern bzw. direkte Bun-
dessteuern sowie Zinsen, Gebühren und allenfalls (gewisse) Bussen ganz 
oder teilweise erlassen werden, wenn ihre Zahlung in Ausnahmefällen mit 
einer erheblichen bzw. grossen Härte verbunden wäre. Bei solchen Ge-
gebenheiten soll ein Steuererlass zur langfristigen Sanierung der wirt-
schaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person beitragen (vgl. Art. 240a 
Abs. 1 StG bzw. Art. 1 Abs. 1 aEV DBG; BVR 2014 S. 197 E. 2.1).

3.2 Sind die einschlägigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt 
das kantonale Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen Rechts-
anspruch auf Steuererlass ein; allerdings kann dessen Gewährung an Be-
dingungen wie Abzahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft 
werden (Art. 240 Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen Ausschluss-
gründe gemäss Art. 240c StG kommt es dabei nicht darauf an, weshalb die 
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. 
Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und 
die Verzinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen For-
derungen, über Zahlungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen 
infolge Uneinbringlichkeit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733] bzw. 

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Art. 2 Abs. 2 aEV DBG). Ob ein Härtefall im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG 
bzw. aArt. 167 Abs. 1 DBG vorliegt, beurteilt sich mit Blick auf die gesam-
ten wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Person, wie sie sich 
im Entscheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den Zukunftsaussichten 
Rechnung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG bzw. Art. 3 Abs. 1 aEV 
DBG). Wäre der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine 
fristgerechte Zahlung möglich gewesen, so ist dies beim Erlassentscheid 
zu berücksichtigen (Art. 240a Abs. 2 Satz 2 StG bzw. Art. 3 Abs. 3 aEV 
DBG; BVR 2014 S. 197 E. 2.2).

3.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von 
Art. 240 Abs. 1 StG bzw. aArt. 167 Abs. 1 DBG ist, ob Einschränkungen in 
der Lebenshaltung geboten und zumutbar sind, was grundsätzlich immer 
dann der Fall ist, wenn die verfügbaren Mittel der steuerpflichtigen Person 
deren betreibungsrechtliches Existenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs 
(SchKG; SR 281.1) übersteigen (Art. 240a Abs. 3 StG bzw. Art. 3 Abs. 2 
aEV DBG). Dementsprechend ist das Bestehen einer finanziellen Notlage 
gesetzlich umschrieben: Gemäss Art. 240b Abs. 1 Bst. b StG bzw. Art. 9 
Abs. 1 aEV DBG setzt eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in einem 
Missverhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Per-
son steht, sodass diese den geschuldeten Betrag trotz Beschränkung der 
Lebenshaltungskosten auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum in 
absehbarer Zeit nicht vollständig begleichen kann (BVR 2014 S. 197 
E. 2.3).

3.4 Allerdings ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise 
von einem Steuererlass abzusehen, wenn einer der in Art. 240c StG aufge-
zählten gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (vgl. BVR 2010 S. 401 
E. 2.3). Auch bei der direkten Bundessteuer führt dies im Rahmen der 
pflichtgemässen Ermessensausübung nach Art. 2 Abs. 1 Satz 2 aEV DBG 
grundsätzlich zum Ausschluss eines Steuererlasses (vgl. BVR 2014 S. 197 
E. 2.4).

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4.

Der Beschwerdeführer leidet nach eigenen Angaben seit langem an chro-
nischen Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, der Halsmuskulatur 
und des Schultergürtels, welche im Lauf der Zeit stärker wurden. Um fle-
xibler auf seine gesundheitlichen Probleme reagieren zu können, machte 
sich der Beschwerdeführer selbständig. Anfang des Jahres 2013 wurde er 
an der Halswirbelsäule operiert. Dies brachte jedoch nicht die erwünschte 
Verbesserung, sondern führte im Gegenteil zu einer Verschlechterung des 
Gesundheitszustands und zur krankheitsbedingten Aufgabe der Erwerbs-
tätigkeit. Die Beschwerdeführenden wanderten nach der Operation nach 
…, Thailand, aus; der Beschwerdeführer kehrte allerdings aufgrund 
anhaltender starker Schmerzen bereits im April 2013 für weitere medizini-
sche Untersuchungen in die Schweiz zurück. Seither lebt er bei seiner 
Mutter. Die Beschwerdeführerin kehrte im Oktober 2015 ebenfalls in die 
Schweiz zurück und wohnt mit dem Beschwerdeführer zusammen bei des-
sen Mutter. 

4.1 Die StRK hat zwar eine aktuelle finanzielle Notlage der Beschwer-
deführenden und damit einen Erlassgrund bejaht. Allerdings hätten die 
Steuerpflichtigen zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Steuerforderung über 
genügend Mittel verfügt, um die Steuern zu bezahlen oder Rückstellungen 
zu bilden, weswegen kein Steuererlass gewährt werden könne. – Die Be-
schwerdeführenden machen geltend, die Vorinstanz habe ihren Zwangs-
bedarf falsch berechnet. So habe der Beschwerdeführer seiner Mutter ein 
Darlehen zurückzahlen müssen, welche ihn daraufhin unentgeltlich bei sich 
habe wohnen lassen. Zudem habe er die Beschwerdeführerin während 
ihres Aufenthalts in Thailand finanziell unterstützt. Entsprechend habe er 
nicht über genügend Mittel verfügt, um die Steuern zu bezahlen. 

4.2 Die Beschwerdeführenden beziehen seit November 2015 Sozialhilfe 
der EG C.________ (Bestätigung EG C.________ vom 30.8.2016, act. 3A 
Beilage 1). Sie verfügen auch nicht über Vermögen, mit welchem sie die 
Steuerschulden bezahlen könnten. Die Vorinstanz hat damit zu Recht 
einen Härtefall im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG bzw. aArt. 167 Abs. 1 DBG 
bejaht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 11

4.3 Gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. e StG ist von einem Steuererlass 
ganz oder teilweise abzusehen, wenn die steuerpflichtige Person zum Zeit-
punkt der Fälligkeit der Steuerforderung trotz vorhandener verfügbarer 
Mittel weder Zahlungen leistet noch Rückstellungen vornimmt. Bei der Be-
urteilung des Ausschlussgrunds nach Art. 240c Abs. 1 Bst. e StG ist zu-
nächst die frei verfügbare Quote des Einkommens zu bestimmen. Hierzu 
sind den in den fraglichen Steuerperioden erzielten Einkünften die ange-
fallenen zwingenden Lebenshaltungskosten gegenüberzustellen, wobei 
sich erstere in der Regel nach Massgabe der rechtsbeständigen Veran-
lagungsverfügungen bestimmen. Die resultierende frei verfügbare Einkom-
mensquote ist alsdann in Beziehung zur gesamten Steuerforderung zu 
bringen, um abzuschätzen, ob der betroffenen Person die Nichtbezahlung 
der geschuldeten Steuern vorzuwerfen ist. Dies ist nicht schon dann der 
Fall, wenn es ihr zu einem früheren Zeitpunkt möglich gewesen wäre, die 
offengebliebene Steuerschuld zu tilgen bzw. Geld anzusparen, um die 
später zugestellte Steuerrechnung zu begleichen. Vielmehr ergibt sich aus 
der historischen und systematischen Auslegung von Art. 240c Abs. 1 
Bst. e StG klar, dass nach Sinn und Zweck dieses Ausschlussgrunds des-
sen Annahme ein vorwerfbares Verhalten der steuerpflichtigen Person von 
einigem Gewicht voraussetzt. Auf ein solches ist grundsätzlich nur dann zu 
schliessen, wenn das Nichtbezahlen der Steuern angesichts ihrer wirt-
schaftlichen Möglichkeiten unverständlich erscheint und ihr dement-
sprechend ein geradezu leichtfertiger Umgang mit den verfügbaren Mitteln 
vorzuwerfen ist. Nur wenn der steuerpflichtigen Person nach Abzug des 
betreibungsrechtlichen Existenzminimums eine Einkommensquote zur 
freien Verfügung verbleibt, die das Begleichen der Steuerforderung bzw. 
die Vornahme entsprechender Rückstellungen ohne weiteres erlaubt hätte, 
liegt ein leichtfertiger Umgang mit den verfügbaren Mitteln und mithin ein 
vorwerfbares Verhalten vor, das es rechtfertigt, den Ausschlussgrund nach 
Art. 240c Abs. 1 Bst. e StG als gegeben zu erachten. Gleich vorzugehen ist 
nach der Rechtsprechung, um zu beurteilen, ob die steuerpflichtige Person 
sich im Sinn von Art. 12 Abs. 2 aEV DBG «freiwillig ihrer Einkommens-
quellen oder Vermögenswerte entäussert» hat, sodass der Erlass der 
direkten Bundessteuern ausgeschlossen ist (vgl. zum Ganzen BVR 2014 
S. 197 E. 3.3 f., 2010 S. 401 E. 3.1, je mit Hinweisen). Der betreibungs-
rechtliche Zwangsbedarf ist aufgrund des Kreisschreibens Nr. B1 (nachfol-

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gend: KS B1) der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für 
den Kanton Bern vom 1. Januar 2011 zu ermitteln, das inhaltlich den Richt-
linien entspricht, welche die Konferenz der Betreibungs- und Konkurs-
beamten der Schweiz am 1. Juli 2009 beschlossen hat (Beilage 1 zum 
KS B1), sowie aufgrund der zugehörigen Ergänzungen und Präzisierungen 
der kantonalen Aufsichtsbehörde (Beilage 2 zum KS B1; alles einsehbar 
unter: <http://www.justice.be.ch>, Rubriken «Verwaltungsgerichtsbar-
keit/Verwaltungsgericht/Downloads&Publikationen»).

4.4 Der betreibungsrechtliche Zwangsbedarf ist für die Jahre 2013 und 
2014 getrennt festzulegen. 

4.4.1 Wie die Vorinstanz korrekt festgestellt hat, erhielt der Beschwerde-
führer im Jahr 2013 Erwerbsaufallentschädigungen von Fr. 47'932.--, was 
monatlichen Einnahmen von Fr. 3'994.35 entspricht (Veranlagungsver-
fügung 2013, Vorakten Steuerverwaltung pag. 4 und 2). 

4.4.2 Der Zwangsbedarf bestimmt sich in Übereinstimmung mit der StRK 
wie folgt: Für die Zeit bis März 2013, in welcher die Beschwerdeführenden 
zusammen wohnten, wird der Ehegattengrundbetrag von Fr. 1'700.-- ange-
rechnet. Ab April 2013 ist für den Beschwerdeführer der Grundbetrag für 
Alleinstehende von Fr. 1'200.-- massgeblich. Das ergibt einen durchschnitt-
lichen Grundbetrag von Fr. 1'325.-- pro Monat. Die Wohnkosten der Be-
schwerdeführenden betrugen für die Monate Januar bis März 2013 
Fr. 1'570.-- (Kontoauszug Liegenschaftsverwaltung, Vorakten StRK 
pag. 81). Anschliessend lebte der Beschwerdeführer unentgeltlich bei 
seiner Mutter (Schreiben des Beschwerdeführers vom 24.5.2016, 
act. 1C2). Dies ergibt einen durchschnittlichen monatlichen Mietzins von 
Fr. 392.50. Weiter hat der Beschwerdeführer AHV-Beiträge in der Höhe 
von Fr. 2'352.-- bzw. durchschnittlich Fr. 196.-- im Monat bezahlt (Konto-
auszug Ausgleichskasse 2013, Vorakten Steuerverwaltung pag. 30); diese 
werden als Ausgaben anerkannt. Die Krankenkassenprämien des Be-
schwerdeführers haben Fr. 3'439.20 jährlich bzw. Fr. 286.60 monatlich 
betragen (Auszug der Krankenkasse für die Steuererklärung 2013, Vor-
akten Steuerverwaltung pag. 44). Mangels Belegen können für die Be-
schwerdeführerin keine Prämienzahlungen berücksichtigt werden. 
Schliesslich hatte der Beschwerdeführer Krankheitskosten in der Höhe von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 13

Fr. 2'693.70 selbst getragen (Auszug der Krankenkasse für die Steuer-
erklärung 2013, Vorakten Steuerverwaltung pag. 44), welche als Ausgaben 
anerkannt und mit Fr. 224.50 monatlich berücksichtigt werden. Dagegen 
erheben die Beschwerdeführenden keine Einwände. Entgegen der Vor-
instanz ist jedoch der von der Steuerverwaltung gewährte Zuschlag von 
Fr. 50.-- für Telefonkosten zu streichen. Diese Ausgaben sind bereits im 
monatlichen Grundbetrag enthalten (vgl. etwa VGE 2013/86/87 vom 
27.12.2013 E. 3.5 mit Hinweisen).

4.4.3 Die StRK hat die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Rück-
zahlung des Darlehens von Fr. 20'000.-- an dessen Mutter nicht als Aus-
gabe anerkannt. Sie ging davon aus, dass der Beschwerdeführer das Dar-
lehen Anfang des Jahres 2013 als Vorschuss auf die Krankentaggelder 
erhalten und nach deren Einsetzen in Raten von Fr. 1'000.-- und 
Fr. 2'000.-- monatlich zurückbezahlt habe. Somit seien das Darlehen bzw. 
die Rückzahlungen in diesem Jahr weder als Einkommen noch als Aus-
gaben zu berücksichtigen (angefochtene Entscheide E. 6.3.7). – Der Be-
schwerdeführer hat das Darlehen seiner Mutter jedoch bereits im Jahr 2012 
erhalten (Schreiben der Mutter vom 9.9.2016, act. 3A Beilage 4). Damit 
deckte er einen Teil seiner Lebenshaltungskosten, wozu sein Einkommen 
von Fr. 18'575.-- nicht gereicht hätte, zumal allein die Wohnungsmiete 
Fr. 18'840.-- ausmachte (vgl. Beschwerden S. 1). 

4.4.4 Zu prüfen bleibt, ob die Rückzahlung im Zwangsbedarf der Be-
schwerdeführenden als notwendige Auslage zu berücksichtigen ist oder 
eine Gläubigerbevorzugung darstellt, welche den Steuererlass ausschliesst 
(Art. 240c Abs. 1 Bst. d StG). Die Darlehensgeberin, die Mutter des Be-
schwerdeführers, hat diesem nicht nur mit dem Darlehen geholfen, einen 
krankheitsbedingten Liquiditätsengpass zu überbrücken, sondern sie lässt 
die Beschwerdeführenden seit der Rückkehr aus Thailand im Frühjahr 
2013 bzw. im Oktober 2015 auch kostenlos bei sich wohnen. Damit wird 
der Zwangsbedarf der Beschwerdeführenden längerfristig deutlich redu-
ziert, was sich bei der Überprüfung der Erlassvoraussetzungen zu ihren 
Ungunsten auswirkt (vgl. auch hinten E. 4.5.1 und 4.5.3). Der Verzicht der 
Mutter auf Mieteinnahmen hat zudem zur Folge, dass mit der Sozialhilfe 
keine Wohnkosten finanziert werden müssen, was der Gemeinde zugute 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 14

kommt (vgl. Abteilung Soziales EG C.________, Budget November 2015, 
Februar 2016 und März 2016, Vorakten StRK pag. 33, 65 f. und 63 f.). Es 
wäre stossend, wenn bei diesen Gegebenheiten die 
Darlehensrückzahlungen unberücksichtigt blieben bzw. der Erlass der 
Steuern des Jahres 2013 wegen einer Gläubigerbevorzugung verweigert 
würde, gleichzeitig aber bei der Berechnung des Zwangsbedarfs im 
betreffenden Steuerjahr sowie in den Folgejahren keine Wohnkosten 
angerechnet würden.

4.4.5 Unter Berücksichtigung dessen ergibt sich für das Jahr 2013 folgen-
des Bild:

Einkünfte Fr.3'994.35

Grundbetrag Fr.1'325.00
Miete Fr. 392.50
AHV-Beiträge Fr. 196.00
Krankenkasse KVG Fr. 286.60
Selbstgetragene Krankheitskosten Fr. 224.50
Rückzahlung Darlehen Fr.1'666.65

----------------
Zwangsbedarf Fr.4'091.25

Damit übersteigt der Zwangsbedarf der Beschwerdeführenden im Jahr 
2013 ihre Einkünfte, weswegen sie im Zeitpunkt der Fälligkeit der Steuer-
forderung weder Zahlungen leisten noch Rückstellungen vornehmen 
konnten. Der Ausschlussgrund von Art. 240c Abs. 1 Bst. e StG ist nicht 
gegeben und den Beschwerdeführenden sind die Kantons- und Gemeinde-
steuern 2013 zu erlassen. Auch die auf Fehler bei der Ausübung des Er-
messens zu überprüfende Verweigerung des Erlasses der Bundessteuern 
von Fr. 84.-- hält der Rechtskontrolle nicht stand (vgl. vorne E. 1.5 und 2.4). 
Von einer «freiwillige[n] Entäusserung» von Vermögenswerten (Art. 12 
aEV DBG) kann bei den damaligen finanziellen Verhältnissen der Be-
schwerdeführenden keine Rede sein (vgl. vorne E. 4.3). Entsprechend ist 
auch die direkte Bundessteuer 2013 zu erlassen. Dabei kann offenbleiben, 
ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Unterstützung der Be-
schwerdeführerin mit insgesamt Fr. 5'000.-- (Beschwerde S. 2) von der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
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Vorinstanz zu Recht nicht dem Zwangsbedarf hinzugerechnet worden ist 
(angefochtene Entscheide E. 6.3.8; siehe auch hinten E. 4.5.2 f.).

4.5 Zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum für das Jahr 2014 
ergibt sich Folgendes:

4.5.1 Die Einnahmen des Beschwerdeführers bestanden aus Krankentag-
geldern in der Höhe von insgesamt Fr. 31'733.--, was Einnahmen von 
Fr. 2'644.40 pro Monat entspricht (Veranlagungsverfügung 2014, Vorakten 
Steuerverwaltung pag. 11 f.). Der Grundbetrag ist weiterhin auf Fr. 1'200.-- 
festzusetzen (vgl. vorne E. 4.4.2). Da der Beschwerdeführer während des 
ganzen Jahres bei seiner Mutter wohnte (Schreiben des Beschwerde-
führers vom 24.5.2016, act. 1C2), sind keine Wohnkosten angefallen. Die 
AHV-Beiträge belaufen sich auf monatlich Fr. 196.--, die Krankenkassen-
prämien auf Fr. 243.05 und die selbstgetragenen Krankheitskosten auf 
Fr. 111.40 (Veranlagungsverfügung 2014, Vorakten Steuerverwaltung 
pag. 11 f.; Auszug der Krankenkasse für die Steuererklärung 2014, Vorak-
ten Steuerverwaltung pag. 42). Diese Budgetpositionen wurden von der 
Vorinstanz zu Recht anerkannt und werden von den Beschwerdeführenden 
nicht bestritten. Wie bereits für das Jahr 2013 festgehalten, kann entgegen 
der Vorinstanz jedoch kein Zuschlag für Telefonkosten gewährt werden 
(vgl. vorne E. 4.4.2). 

4.5.2 Streitig bleibt, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachte 
Unterstützung der Beschwerdeführerin mit insgesamt Fr. 8'000.-- zum 
Zwangsbedarf hinzuzurechnen ist. Die Vorinstanz hat dies mangels Be-
legen verneint (angefochtene Entscheide E. 7.2). Die Beschwerdeführen-
den haben im verwaltungsgerichtlichen Verfahren eine Bestätigung der 
Beschwerdeführerin ins Recht gelegt, wonach sie vom Beschwerdeführer 
mit insgesamt Fr. 13'000.-- unterstützt worden sei (Schreiben vom 
9.9.2016, act. 3A Beilage 5). – Nach der Rechtsprechung von Bundes- und 
Verwaltungsgericht dürfen die Steuerbehörden im internationalen Verhält-
nis besonders strenge Anforderungen an den Nachweis von Unterstüt-
zungsleistungen stellen, welche die steuerpflichtige Person ausgerichtet 
haben will. Befindet sich die Empfängerschaft der Leistung im Ausland, ist 
eine Nachprüfung der Zahlung nur schwer zu bewerkstelligen, weshalb ein 
plausibler Beweis dafür verlangt wird, dass die unterstützten Personen die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 16

fragliche Zahlung tatsächlich erhalten haben; eine blosse Bestätigung der 
unterstützten Person selber oder auch ein Zollbeleg über die Ausfuhr bzw. 
Einfuhr des Geldes genügen nicht. In der Regel setzt die Anerkennung von 
Unterstützungsleistungen vielmehr die Vorlage von Bank- oder Postbele-
gen voraus, welche die Überweisung bestätigen (vgl. statt vieler 
VGE 2011/46/47 vom 29.9.2011 E. 2.3; BGer 2C_524/2010 und 
2C_525/2010 vom 16.12.2010 E. 2.4, je mit weiteren Hinweisen). 

4.5.3 Die Beschwerdeführerin bestätigt mit Schreiben vom 9. September 
2016, dass ihr Ehemann sie vom 9. April 2013 bis zum 24. Oktober 2015 
mit insgesamt Fr. 13'000.-- unterstützt habe (act. 3A Beilage 5). Da es sich 
dabei um eine Bestätigung der unterstützten Person handelt und nicht um 
ein Bank- oder Postdokument, vermag das Beweismittel den genannten 
Anforderungen wohl nicht zu genügen. Zudem geht daraus nicht hervor, in 
welchem Umfang im hier interessierenden Jahr 2014 Unterstützungsleis-
tungen erbracht worden sind. Wie es sich damit verhält, kann offenbleiben. 
Selbst wenn beim Zwangsbedarf eine Unterstützungsleistung von 
Fr. 8'000.-- (vgl. Beschwerden S. 2) bzw. Fr. 666.65 monatlich berücksich-
tigt würde, hätten die Beschwerdeführenden im Jahr 2014 über einen 
Überschuss verfügt, der ihnen erlaubt hätte, die Steuern zu bezahlen bzw. 
Rückstellungen zu bilden:

Einkünfte Fr. 2'644.40

Grundbetrag Fr. 1'200.00
Miete Fr. 0.00
AHV-Beiträge Fr. 196.00
Krankenkasse KVG Fr. 243.05
Selbstgetragene Krankheitskosten Fr. 111.40
Unterstützung der Ehefrau Fr. 666.65

-------------------
Zwangsbedarf Fr. 2'417.10

Diese Gegenüberstellung von Einkünften und Auslagen ergibt einen Über-
schuss von Fr. 227.30 monatlich bzw. 2'727.60 jährlich, was rund 260 % 
der geschuldeten Steuer von Fr. 1'050.95 (ohne Abzug der Teilzahlung; 
Schlussabrechnung 2014, Vorakten Steuerverwaltung pag. 14) entspricht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 17

Damit haben die Beschwerdeführenden über genügend Mittel verfügt, um 
die Steuern zu bezahlen bzw. Rückstellungen zu bilden (vgl. 
VGE 2009/426/427 vom 12.8.2010 E. 5.3, wonach bereits eine verfügbare 
Quote von 175 % der geschuldeten Steuer ausreichend ist), und ein Erlass 
der Steuern ist ausgeschlossen (Art. 240c Abs. 1 Bst. e StG).

4.6 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend die Kantons- 
und Gemeindesteuer teilweise gutzuheissen. Der Entscheid der Steuer-
rekurskommission betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 ist 
aufzuheben und die entsprechenden noch ausstehenden Steuern (ein-
schliesslich Verzugszinsen) sind den Beschwerdeführenden zu erlassen. 
Betreffend die Kantons- und die Gemeinsteuern 2014 ist die Beschwerde 
abzuweisen. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer ist voll-
umfänglich gutzuheissen und den Beschwerdeführenden die direkte Bun-
dessteuer 2013 (einschliesslich Verzugszinsen) zu erlassen. 

5.

5.1 Bei diesem Ausgang der Verfahren obsiegen die Beschwerde-
führenden zwar nur teilweise. Das Unterliegen in einem betragsmässig 
geringen Umfang (vgl. vorne Bst. A) rechtfertigt jedoch keine Ausscheidung 
von Kosten und es sind für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in-
soweit keine Kosten zu erheben (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 und 2 
VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Die nicht anwaltlich 
vertretenen Beschwerdeführenden haben keinen Anspruch auf Partei-
kostenersatz (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 1 
VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
[Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]). Das Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege ist als gegenstandslos abzuschreiben (Art. 39 
Abs. 1 VRPG).

5.2 Die Kosten der Verfahren vor der StRK sind entsprechend dem 
Ausgang der verwaltungsgerichtlichen Verfahren neu zu verlegen, womit 
ebenfalls keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 102 VRPG i.V.m. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 18

Art. 200 Abs. 1 StG; Art. 144 Abs. 1 DBG). Auch in diesen Verfahren sind 
keine ersatzfähigen Parteikosten angefallen (Art. 102 VRPG i.V.m. Art. 200 
Abs. 4 StG; Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 VwVG).

6. 

Der bis zum 31. Dezember 2015 geltende aArt. 83 Bst. m des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichts-
gesetz, BGG; SR 173.110, AS 2006 S. 1228) schloss die Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen Entscheide über die Stun-
dung oder den Erlass von Abgaben generell aus. Neu ist nach der seit 
1. Januar 2016 geltenden Fassung von Art. 83 Bst. m BGG dieses 
Rechtsmittel zulässig gegen Entscheide über den Erlass der direkten 
Bundessteuer oder der kantonalen oder kommunalen Einkommens- und 
Gewinnsteuer, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung 
stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden 
Fall handelt. Da die vorliegenden Entscheide nach Inkrafttreten der Ände-
rung des BGG vom 20. Juni 2014 ergehen und sich folglich ihre Anfechtung 
gemäss Art. 132a BGG (im Umkehrschluss) nach der seit dem 1. Januar 
2016 geltenden Fassung richtet, wird vorliegend in der Rechtsmittel-
belehrung auch auf die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten verwiesen (VGE 2016/197/198 vom 13.6.2017 E. 6).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 
und 2014 wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Steuer-
rekurskommission des Kantons Bern vom 21. Juli 2016 betreffend die 
Kantons- und Gemeindesteuern 2013 aufgehoben wird und den 
Beschwerdeführenden die noch ausstehenden Kantons- und Gemeinde-
steuern 2013 einschliesslich Verzugszinsen erlassen werden. Im 
Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.02.2018, Nrn. 100.2016.247/
248U, Seite 19

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2013 wird gut-
geheissen. Der Entscheid der Steuerrekurskommission vom 21. Juli 
2016 wird aufgehoben und den Beschwerdeführenden werden die 
direkten Bundessteuern 2013 einschliesslich Verzugszinsen erlassen.

3. Für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und der Steuerrekurs-
kommission werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten 
gesprochen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden oder, falls sich eine Rechts-
frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um 
einen besonders bedeutenden Fall handelt, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG. Gegebenenfalls ist in 
der Begründung auszuführen, warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 
Bedeutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeu-
tenden Fall handelt.