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**Case Identifier:** 8c16d9ea-498b-5889-a813-a3df0628fe85
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2008 A-1501/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1501-2006_2008-11-06.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1501/2006 und A-1502/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, 
Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, 
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 und 
1. Quartal 2001 bis 4. Quartal 2002).
Leistungen einer Tochter- an die Muttergesellschaft 
(Managementleistungen sowie Leistungen im 
Zusammenhang mit der Führung des Konzerns); 
Leistungsaustausch; Ermittlung des Drittpreises.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1501/2006

Sachverhalt:

A.
Die X. AG ist seit dem 1. Januar 1995 als Steuerpflichtige im Register 
der Mehrwertsteuerpflichtigen der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
(ESTV)  eingetragen.  Sie  wird  zu  100%  von  der Y. Holding  AG  (im 
Folgenden auch kurz "Y." oder "Holding") gehalten, welche ihrerseits 
seit dem 1. Januar 2000 im Register der Steuerpflichtigen eingetragen 
ist  und insbesondere die dauernde Verwaltung von Beteiligungen an 
anderen Unternehmen des In- und Auslandes bezweckt. 

Nach einer Kontrolle vor Ort machte die ESTV gegenüber der X. AG 
für die Steuerperioden 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 mit Ergän-
zungsabrechnung  (EA)  Nr. 119'645  vom 7.  März  2003  eine  Steuer-
nachforderung  in  Höhe  von  Fr. ...  und  am 23. Mai  2003  mit  EA Nr. 
119'677 eine solche über Fr. ... (je zuzüglich Verzugszins) geltend. An 
den selben Tagen erliess die ESTV für die Steuerperioden 1. Quartal 
2001 bis 4. Quartal 2002 die EA Nr. 119'646 über Fr. ... und die EA Nr. 
119'678 über Fr. ... (je zuzüglich Verzugszins). Die beiden EA vom 7. 
März 2003 betrafen einerseits unverbuchte Leistungen der X. AG an 
die  Y. Holding  AG (worauf  die  ESTV  Steuern  von  Fr.  ...  und  Fr. ... 
nachforderte)  und andererseits die Besteuerung des Privatanteils an 
der  Personenwagenbenützung.  Diese  darauf  beruhenden 
Steuerforderungen wurden ohne Vorbehalt  beglichen.  Die beiden EA 
vom 23. Mai  2003 betrafen ebenfalls unverbuchte Leistungen der  X. 
AG  an  die  Muttergesellschaft,  nämlich  einerseits 
Managementleistungen  und  andererseits  Leistungen  betreffend 
"Verwaltung  des  Holdingvermögens".  Die  entsprechenden 
Forderungen der ESTV blieben unbezahlt.

B.
Die ESTV bestätigte mit zwei Entscheiden vom 5. November 2003 die 
Forderungen  im  Sinn  der  EA  Nr.  119'677/8  und  auch  der  EA 
Nr. 119'645/6 vollumfänglich. Gegen diese Entscheide liess die X. AG 
am 5. Januar 2004 Einsprachen erheben mit den Hauptantrag, es sei 
auf  die  Aufrechnungen  von  Fr.  ...  betreffend  1. Quartal  1998  bis 
4. Quartal 2000 und von Fr. ... betreffend 1. Quartal 2001 bis 4. Quartal 
2002 zu verzichten. 

C.
Mit zwei Einspracheentscheiden vom 24. August 2005 wies die ESTV 

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die Einsprachen ab, stellte die Rechtskraft der Entscheide im Umfang 
von  Fr.  ...  und  Fr.  ...  fest,  und  bestätigte  die  –  teilweise  bereits 
bezahlten – Steuerforderungen für die Zeit vom 1. Quartal 1998 bis 4. 
Quartal  2000 im Umfang von Fr. ...  und  für  die  Zeit  vom 1. Quartal 
2001  bis  4. Quartal  2002  im  Umfang  von  Fr. ...  (je  inklusive  der  in 
Rechtskraft getretenen Beträge und je zuzüglich Verzugszins). 

Die ESTV ging davon aus, die X. AG habe ihrer über kein eigenes Per-
sonal  verfügenden  Muttergesellschaft,  der  Y.,  Managementdienst-
leistungen sowie Leistungen im Zusammenhang mit der strategischen 
Führung  des  Konzerns  erbracht.  Zu  den  Aufrechnungen  der  Leis-
tungen im Zusammenhang mit  der Konzernführung äussere sich die 
Einsprecherin  nicht,  weswegen  davon auszugehen  sei,  dass  sie  mit 
denselben einverstanden sei. Die Erbringung von Managementdienst-
leistungen sodann sei unbestritten. Da keine bzw. nur unvollständige 
Unterlagen vorhanden gewesen seien, habe die ESTV die erbrachten 
Managementleistungen zu schätzen gehabt  und dabei  richtigerweise 
auf die Methode gemäss Ziff. 4.6.3 Bst. b der Spezialbroschüre Nr. 06 
"Kürzung  des  Vorsteuerabzugs  bei  gemischter  Verwendung"  vom 
September  2000 Rückgriff  genommen,  welche  auf  der  Wieder-
verkaufspreismethode basiere. Betreffend die Frage, welche Tochter-
gesellschaft  die  Leistungen  für  die  Holding  effektiv  erbracht  habe, 
erläuterte  die  ESTV, gemäss den Feststellungen des Inspektors  vor 
Ort  habe  nur  die  X.  AG  die  Räumlichkeiten,  die  Mittel  und  das 
Personal zur Verfügung, um für die Holding die entsprechenden Leis-
tungen zu erbringen. Die Nachbelastung sei daher zu Recht in vollem 
Umfang bei der X. AG vorgenommen worden. 

D.
Am 26. September 2005 lässt die X. AG (Beschwerdeführerin) gegen 
die Einspracheentscheide zwei Beschwerden bei der Eidgenössischen 
Steuerrekurskommission (SRK)  einreichen mit den Begehren, in Auf-
hebung der Einspracheentscheide, und unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zu ihren Gunsten, sei festzustellen, dass die noch zu ent-
richtende Mehrwertsteuer für die Steuerperioden 1. Quartal  1998 bis 
4. Quartal 2000 Fr. ...- und für die Steuerperioden 1. Quartal 2001 bis 
4.  Quartal  2002  Fr.  ... betrage.  Die  beiden  Verfahren  seien  zu 
vereinigen.  Zum  Streitgegenstand  wird  angegeben,  es  seien  die 
Aufrechnungen  betreffend  Verwaltung  des  Holdingvermögens  ("Ver-
waltungsleistungen") und betreffend Managementleistungen strittig. 

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Die  Y. sei  eine  Holdinggesellschaft  und  Muttergesellschaft  des  Kon-
zerns. Sie kontrolliere  verschiedene Gesellschaften,  so zu 100% die 
Beschwerdeführerin. Die Y. beschäftige keine Angestellten. Sie werde 
von drei  Aktionären gehalten, welche gleichzeitig deren Verwaltungs-
räte seien. Diese drei  Aktionäre seien zudem Mitglieder des Verwal-
tungsrats der übrigen Konzerngesellschaften und ebenso jeweils Mit-
glieder der Geschäftsleitung (soweit eine solche bestand). Als Neben-
beschäftigung (neben dem Halten der drei direkten Beteiligungen) er-
bringe die Y. den direkt oder indirekt gehaltenen Unternehmen Mana-
gementdienstleistungen. Hierfür habe sie in den Jahren 1999 bis 2002 
Management  Fees  belastet.  Erbracht  würden  diese  Management-
leistungen von den drei Verwaltungsräten bzw. Aktionären der Holding. 
Die  angeblichen  Leistungen  der  Beschwerdeführerin  an  die  Holding 
seien von der ESTV bloss behauptet und nicht belegt. Entgegen der 
Ausführungen der ESTV treffe nicht zu, dass die Beschwerdeführerin 
die  Feststellungen  der  ESTV,  sie  habe  für  die  Muttergesellschaft 
steuerbare Leistungen erbracht, unbestritten liess. 

Zu den ersten beiden Aufrechnungen der ESTV vom März 2003 (im 
Gegenwert  von  Fr. ...  pro  Jahr)  wird  insbesondere  ausgeführt,  dies 
tangiere  die  Führung  der  Buchhaltung  der  Y.  und  sonstige 
Administration durch Frau S., Ehefrau eines der Aktionäre und Verwal-
tungsräte  der  Y.. Die  ESTV habe angenommen,  dass  Frau S. diese 
Arbeiten  im  Rahmen  einer  Anstellung  bei  der  Beschwerdeführerin 
ausgeführt  habe. Dabei übersehe die ESTV, dass diese nicht bei ihr, 
sondern bei zwei anderen Tochtergesellschaften der Y. (der A. und der 
B. AG) angestellt sei. In quantitativer Hinsicht verursache die Buchfüh-
rung und Administration  der  Y. im Übrigen einen sehr  bescheidenen 
Aufwand, welche der Inspektor auf Fr. ... pro Jahr geschätzt habe. 

Betreffend  die  (weiteren)  Aufrechnungen  der  ESTV  für  angebliche 
Leistungen  im  Zusammenhang  mit  der  strategischen  Führung  des 
Konzerns  (strategische Führung,  das Aktionariat,  die  Betreuung und 
Unterstützung der Tochtergesellschaften, das Verwalten der Beteiligun-
gen usw.), wird einerseits vorgebracht, für die angenommenen Dienst-
leistungen sei kein Entgelt vereinbart worden und andererseits in Ab-
rede gestellt,  dass  die Beschwerdeführerin  der  Y. solche Leistungen 
erbracht habe. Insbesondere sei die Oberleitung und strategische Füh-
rung des Konzerns  vom Verwaltungsrat  der  Holding (einer  Familien-
gesellschaft)  vorgenommen  worden.  Die  einheitliche  Leitung  werde 
durch Personalunion bei den Verwaltungsräten der Tochtergesellschaf-

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ten erzielt. Die von der Y. gehaltenen und seit vielen Jahren unverän-
derten  Beteiligungen  bedürften  keiner  grossen  Betreuung.  Über  Er-
werb und Verkauf von Beteiligungen entscheide der Verwaltungsrat der 
Y.. Das Thema der Buchhaltung habe im Übrigen bereits zu Aufrech-
nungen  geführt.  Sodann  sei  –  selbst  bei  Annahme  sämtlicher  der 
Beschwerdeführerin unterstellter Leistungen – die Bemessungsmetho-
de ungeeignet, ja willkürlich. 

Die angeblichen Managementleistungen würden von der ESTV weder 
umschrieben  noch  belegt. Es  sei  zu  beachten,  dass  die  Y. weitere 
Gesellschaften  kontrolliere. Weshalb  die  angenommenen  Leistungen 
gerade  von  der  Beschwerdeführerin  und  nicht  von  einer  anderen 
Konzerngesellschaft geleistet worden seien, begründe die ESTV nicht. 
Weiter  habe  die  ESTV  nicht  berücksichtigt,  dass  die  Y. zwar  kein 
Personal  habe,  aber  mit  den  Verwaltungsräten  trotzdem  Personen, 
welche für sie handelten. Deren Entschädigungen stünden denn auch 
im  Zusammenhang  mit  den  Management  Fees.  Schliesslich  wendet 
sich  die  Beschwerdeführerin  –  selbst  unter  der  Annahme von  Leis-
tungen ihrerseits – gegen die Bemessungsmethode. 

E.
Mit Vernehmlassungen vom 9. Dezember 2005 beantragt die ESTV die 
Abweisung der beiden Beschwerden. Betreffend den Zeitraum 1. Quar-
tal 1998 bis 4. Quartal 2000 sei insofern als in der Beschwerde ein hö-
herer Betrag zur Beurteilung vorgelegt werde, als er im Einspracheent-
scheid  strittig  gewesen  sei  (Fr.  ...),  auf  die  Beschwerde  nicht  ein-
zutreten. Betreffend die Perioden 1. Quartal 2000 bis 4. Quartal 2002 
sodann  sei  angesichts  des  Antrags  in  der  Beschwerde  davon  aus-
zugehen, dass nur eine Teilaufhebung der Einspracheentscheide ver-
langt  werde,  indem  nur  noch  die  Nachbelastung  gemäss  EA 
Nr. 119'678 angefochten, während der Betrag von Fr. ... gemäss EA Nr. 
119'646 anerkannt werde.

In materieller Hinsicht hält die ESTV im Wesentlichen daran fest, dass 
die Beschwerdeführerin nicht (von Anfang an) bestritten habe, Leistun-
gen an die Y. erbracht zu haben, es sei in der Bestreitung der EA und 
der Einsprache einzig um den Umfang bzw. die Berechnung der Leis-
tungen gegangen. Zudem würden in der Beschwerde erstmals Argu-
mente  gegen die Aufrechnung betreffend Konzernführungsleistungen 
gebracht. Dass Leistungen erbracht worden seien, stehe aber zweifel-
los fest. Jede Holding habe unabhängig von den ihr konkret zugeteilten 

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Aufgaben  einen  gewissen  Minimalaufwand,  wie  etwa  den  Unterhalt 
eines  Büros  mit  allem  was  dazu  gehöre.  Finanzielle  Transaktionen 
seien zu entscheiden, zu veranlassen und zu kontrollieren. Das Rech-
nungswesen  sei  zu  erledigen,  die  Generalversammlung  zu  organi-
sieren  und  die  Veröffentlichungspflichten  einschliesslich  der  Konsoli-
dierung seien zu erfüllen. Weiter seien die "Kosten aus Anteilseigner-
tätigkeit" im Normalfall von der Holding zu tragen und dürften nicht an 
die  Tochtergesellschaften  verrechnet  werden,  was  e  contrario  zum 
Schluss führe, dass bei einer Holding ohne Personal jemand die diese 
Kosten  verursachenden  Leistungen  zwingend  für  die  Holding  zu  er-
bringen habe (hierzu Verweis auf  OECD-Verrechnungspreisgrundsät-
ze).  Wie der überprüfende Inspektor vor Ort feststellen konnte, seien 
diese Leistungen von der Beschwerdeführerin erledigt worden, welche 
die einzige gewesen sei, die über die dafür benötigte Infrastruktur ver-
fügt habe.  Ferner sei von einer Delegation der Aufgaben des Verwal-
tungsrats auszugehen. Es sei eher unwahrscheinlich, dass bei der vor-
liegenden Konzernstruktur mit den ausgewiesenen Erträgen bzw. Akti-
ven  der  Verwaltungsrat  bestehend  aus  drei  Personen  alle  Aufgaben 
ohne Hinzunahme weiterer personeller Hilfe erledigen könnte. Die Be-
schwerdeführerin belege nicht, wo, wie und wann der Verwaltungsrat 
die Umsätze erwirtschaftet haben soll. Die ESTV habe damit zu Recht 
eine Schätzung anhand der 3 Promill-Formel gemäss Ziff. 7.6.3 Bst. a 
der  Spezialbroschüre  Nr. 06  "Kürzung  des  Vorsteuerabzugs  bei  ge-
mischter Verwendung" vom September 2000 vorgenommen., wobei ein 
Satz von 2 Promill angewendet worden sei.

Ferner weise die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die mit den ers-
ten EA Nr. 119'645/6 nachbelasteten Leistungen von Frau S. gar nicht 
ihr  zuzurechnen  seien,  sondern  diese  bei  einer  anderen  Tochterge-
sellschaft angestellt sei. Soweit die Beschwerdeführerin Tatsachen im 
Zusammenhang mit EA Nr. 119'645 (betreffend die Perioden 1. Quartal 
1998  bis  4. Quartal  200)  rüge,  sei  darauf  nicht  einzutreten,  da  der 
entsprechende Betrag in Rechtskraft erwachsen sei. Im Übrigen seien 
die Ausführungen zu Frau S. nicht beachtlich, da sie im Rahmen der 
zweiten  EA  nicht  mehr  als  "Bemessungsgrösse"  gedient  habe. 
Ohnehin  seien  die  entsprechenden  Erläuterungen  widersprüchlich, 
indem zum einen behauptet (aber nicht bewiesen) werde, Frau S. sei 
nicht bei der Beschwerdeführerin angestellt gewesen, und zum andern 
ausgeführt  werde,  Frau  S.  habe  auf  eine  Entschädigung  verzichtet, 
weil ihr Ehemann eine solche von der Y. erhalten habe.

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Weiter erläutert die ESTV den Hintergrund der beiden angewendeten 
Methoden und hält fest, der Beschwerdeführerin sei der ihr obliegende 
Nachweis,  dass  ihr  Aufwand  bedeutend  kleiner  ausfiel  als  die 
Schätzung, nicht gelungen. 

F.
Mit zwei Eingaben vom 15. November 2006 beantragt die Beschwerde-
führerin  im  Hauptantrag  die  Durchführung  eines  zweiten  Schriften-
wechsels. Sie begründet diesen mit dem Inkrafttreten des rückwirkend 
anwendbaren Art. 45a der  Verordnung vom 29. März 2000 zum Bun-
desgesetz über die Mehrwertsteuer (MWSTGV, SR 641.201) und mit 
der von der ESTV am 31. Oktober 2006 veröffentlichten Praxismittei-
lung "Behandlung von Formmängeln" (namentlich deren Ziff. 2.7). Zu-
dem sei  ihr  eine  Stellungnahme zur  Vernehmlassung  zu  gewähren. 
Diesem Hauptantrag wird von der SRK am 16. November  2006 ent-
sprochen  und  die  Beschwerdeführerin  zur  Einreichung  einer  Replik 
aufgefordert. 

G.
Am 28. Februar 2007 wird die Replik  eingereicht  und beantragt,  die 
Beschwerden seien vollumfänglich gutzuheissen. 

Zum Streitgegenstand wird ausgeführt, in den EA 119'645/6 seien be-
treffend Leistungen an die Y. derart geringe Beträge (Fr. ... und Fr. ...) 
aufgerechnet  worden, dass ursprünglich aus ökonomischen Gründen 
von der Anfechtung abgesehen und die Beträge vorbehaltlos bezahlt 
worden seien. Mit  den neuen EA 119'677/8 habe die ESTV aber die 
beiden alten EA abgeändert. Diese Abänderung dürfe nicht zur Folge 
haben,  dass  nicht  auf  die  Nichtbestreitung  der  ursprünglichen  EA 
zurückgekommen  werden  dürfe.  Entsprechend  wären  in  einer 
allfälligen Abänderung der Anträge gemäss Beschwerde die Steuerfor-
derungen  wie  folgt  festzusetzen: betreffend den Zeitraum 1. Quartal 
1998 bis 4. Quartal 2000 auf Fr. ... und betreffend 1. Quartal 2001 bis 
4. Quartal 2002 auf Fr. .... Es würden damit nur die Aufrechnungen für 
Privatanteile an den Fahrzeugkosten anerkannt. 

Es folgt eine Stellungnahme zu den Vernehmlassungen der ESTV. Die 
Beschwerdeführerin  verweist  wiederum  auf  den  Umstand,  dass  die 
von  der  ESTV  behaupteten  Leistungen  –  sofern  von  der  Y. solche 
überhaupt hätten bezogen werden müssen – auch durch eine andere 
Schwestergesellschaft  hätte  erbracht  werden  können.  Die  Behaup-
tung, wonach sie die einzige war, die über die dafür benötigte Infra-

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struktur  verfügte,  sei  nicht  überzeugend und nicht  zutreffend. Die A. 
AG wie  auch  die  B. AG seien  aktive  Tochtergesellschaften.  Ebenso 
wird wiederholt,  Frau S., welche die Buchhaltung der Y. besorge, sei 
bei  diesen  beiden  Tochtergesellschaften  und  nicht  bei  der 
Beschwerdeführerin angestellt. Weiter sei die Annahme der ESTV, der 
Verwaltungsrat  habe  seine  Kompetenzen  delegiert,  unzutreffend.  Im 
Zusammenhang  mit  den  Managementleistungen  wird  vorab  der 
bisherige  Standpunkt  bestätigt.  Selbst  wenn,  was  bestritten  sei, 
Leistungen der Beschwerdeführerin an die Y. bejaht  und die von der 
ESTV vorgenommene Bemessung gerichtlich gestützt würde, sei der 
neue Art. 45a MWSTGV und die Praxismitteilung der ESTV (Ziff. 2.7) 
anzuwenden. Im Umfang von Fr. ... und Fr. ... sei auf eine Besteuerung 
zu verzichten. 

H.
Mit zwei Eingaben vom 20. April 2007 erstattet die ESTV Duplik und 
beantragt  Gutheissung  im  Umfang  von  Fr. ...  betreffend  die  Steuer-
perioden  1.  Quartal  1998  bis  4.  Quartal  2000  (Teil  der  Forderung 
gemäss EA Nr. 119'677) und von Fr. ... für die Zeit vom 1. Quartal 2001 
bis 4. Quartal  2002 (Teil  der Forderung gemäss EA Nr. 119'678). Im 
Übrigen  seien  die  Beschwerden  abzuweisen,  soweit  darauf 
eingetreten werden könne.  Betreffend die  Nachbelastung  der  Mana-
gementleistungen  sei  die  rückwirkende  Anwendung  von  Art.  45a 
MWSTGV und der Praxismitteilung  der ESTV vom 27. Oktober 2006 
"Behandlung von Formmängeln", Ziff. 2.7, möglich. Die Holding sei seit 
dem 1. Januar 2000 im Register der Steuerpflichtigen eingetragen und 
seit  diesem  Zeitpunkt  grundsätzlich  zum  Vorsteuerabzug  berechtigt. 
Auf eine Nachbelastung der Steuer sei auf den seit dem Jahr 2000 er-
brachten Managementdienstleistungen antragsgemäss zu verzichten. 

I.
Auf die weiteren Ausführungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit  entscheidrelevant  –  in  den  nachstehenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.

1.1 Auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer konnten Einspracheentschei-
de der ESTV nach Art. 65  des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. Sep-
tember 1999 (MWSTG, SR 641.20)  bzw. Art. 53 der  Verordnung vom 
22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464)  mit 
Beschwerde bei der SRK angefochten werden. Die SRK ist per 31. De-
zember 2006 aufgelöst worden und das Bundesverwaltungsgericht hat 
am 1. Januar 2007 unter Übernahme der bei der SRK hängigen Fälle 
seine  Tätigkeit  aufgenommen. Gemäss  Art.  31  des  Bundesgesetzes 
vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  dieses  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach 
Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach 
Art. 32 VGG gegeben ist. Im Bereich der Mehrwertsteuer liegt eine sol-
che Ausnahme nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Be-
urteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig.  Es  wendet  das 
neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Auf die Beschwerden 
ist einzutreten. 

1.2 Am 1. Januar 2001 sind das MWSTG sowie die zugehörige Ver-
ordnung  in  Kraft  getreten.  Der  zu  beurteilende  Sachverhalt  bezieht 
sich  auf  die  Jahre  1998  bis  2002,  so  dass  auf  die  vorliegende  Be-
schwerde betreffend den Sachverhalt bis Ende 2000 noch damaliges 
Recht  und für  die restliche Zeit  neues Recht  anwendbar  ist  (Art. 93 
und 94 MWSTG). 

1.3 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbstän-
diges Anfechtungsobjekt  und ist  deshalb  einzeln  anzufechten. Es ist 
gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung 
in  einem  gemeinsamen  Verfahren  zuzulassen,  wenn  die  einzelnen 
Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen und 
sich  in  allen  Fällen  gleiche oder  ähnliche  Rechtsfragen  stellen  (vgl. 
BGE 123 V 215 E. 1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] 
A-1435/2006  und  A-1584/2006  vom  8. Februar  2007  E. 1.2;  ANDRÉ 
MOSER, in Moser/Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen Rekurs-
kommissionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, S. 89 f. Rz. 3.12). 
Diese  Voraussetzungen  sind  vorliegend  erfüllt,  ist  in  beiden  Fällen 
doch  dasselbe  Steuersubjekt  und  (abgesehen  von  den  Steuerperio-
den)  der  gleiche  Sachverhalt  betroffen  und  stellen  sich  dieselben 
Rechtsfragen. Die beiden Einspracheentscheide wurden zwar mit zwei 

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separaten Beschwerden angefochten,  welche sich aber  im Wesentli-
chen nur in Bezug auf die Anträge unterscheiden und keine separaten 
Ausführungen  für  die  Zeit  unter  dem  Geltungsbereich  der  MWSTV 
bzw.  des  MWSTG  enthalten.  Die  Verfahren  A-1501/2006  und 
A-1502/2006 können vereinigt werden.

1.4

1.4.1 Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann nur sein, was Ge-
genstand des Einspracheentscheides war oder nach richtiger Geset-
zesauslegung  hätte  sein  sollen  (Anfechtungsobjekt).  Gegenstände, 
über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden 
hat, und über die sie nicht zu entscheiden hatte, sind aus Gründen der 
funktionellen Zuständigkeit durch die zweite Instanz nicht zu beurteilen 
(Urteile des Bundesgerichts 2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.1, 
2C_642/2007 vom 3. März 2008 E. 2.2; statt vieler: Urteil des BVGer 
A-1418/2006 vom 14. Mai 2008 E. 2.2 mit Hinweisen). Der Streitgegen-
stand  wird  zudem durch die  Parteianträge  definiert  und braucht  mit 
dem Anfechtungsobjekt nicht übereinzustimmen. Er darf sich im Laufe 
des Beschwerdeverfahrens nur verengen, er kann nicht erweitert oder 
qualitativ  verändert  werden  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.121/2004 
vom  16.  März  2005  E.  2.1;  statt  vieler:  Entscheid  der  SRK  vom 
23. April  2003,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehör-
den [VPB]  67.123 E. 2a; Urteil  des BVGer A-1391/2006 vom 16. Ja-
nuar 2008 E. 1.4.2). Nach der Rechtsprechung werden Antragsände-
rungen und -erweiterungen aus prozessökonomischen Gründen aus-
nahmsweise zugelassen, wenn ein (sehr) enger Bezug zum bisherigen 
Streitgegenstand besteht und die Verwaltung im Laufe des Verfahrens 
Gelegenheit hatte, sich zu dieser neuen Streitfrage zu äussern (Urteil 
des Bundesgerichts 2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.1; Entscheid 
der SRK vom 20. Oktober 2000, veröffentlicht in VPB 65.58 E. 1b; BGE 
125 V 413 E. 2a). 

1.4.2

1.4.2.1 Eindeutig  nicht  mehr  Streitgegenstand  sind  im  vorliegenden 
die in den ersten beiden EA (Nr. 119'645/6) enthaltenen Steuerforde-
rungen aus Privatbenützung der Geschäftsautos. 

1.4.2.2 In der Beschwerde werden die Aufrechnungen der ESTV auf-
grund von Managementleistungen und von Leistungen im Zusammen-
hang mit der Konzernführung bestritten. 

Seite 10

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In der Einsprachebegründung wurden nur Ausführungen zu den Mana-
gementleistungen gemacht, was die ESTV in den Einspracheentschei-
den zur Annahme veranlasste, dass die Beschwerdeführerin mit  den 
Aufrechnungen  betreffend  Konzernführungsleistungen  einverstanden 
sei. Allerdings umfassen die Einspracheanträge auch die diesbezügli-
chen Forderungen der ESTV. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin ist 
davon auszugehen, dass sie in der Einsprache (wie später in der Be-
schwerde)  auch  die  Aufrechnungen  betreffend  Konzernführungsleis-
tungen  anfechten  wollte,  zumal  die  ESTV  ihr  trotz  offenkundigem 
Widerspruch zwischen Antrag und Begründung der Einsprache keine 
Gelegenheit  zur  Präzisierung bzw. Verbesserung der Einsprache ge-
währt  hat. Im Übrigen hat  die ESTV in ihren Einspracheentscheiden 
betreffend die fraglichen Aufrechnungen wegen Konzernführungsleis-
tungen weder formell auf Nichteintreten geschlossen noch diesbezüg-
lich die Rechtskraft ihrer Entscheide festgestellt. Weiter nimmt sie im 
Rahmen  der  Vernehmlassung  hierzu  ausführlich  Stellung  und  liefert 
die Begründung zur Problematik der Konzernführungsleistungen nach. 
Auf  die Ausführungen in  der  Beschwerde zu den Leistungen im Zu-
sammenhang mit  der Führung des Konzerns kann damit  eingetreten 
werden.

1.4.2.3 Es  bleibt  der  betragsmässige  Umfang  des  Streitobjekts  zu 
klären.

Die beiden EA zur MWSTV umfassen Beträge von total Fr. ... und die 
jene  zum  MWSTG  Beträge  von  Fr. ....  In  der  Einsprache  wurde 
verlangt, es sei auf die Aufrechnungen von Fr. ... (Zeitraum MWSTV) 
und  Fr. ...  (Zeitraum  MWSTG)  zu  verzichten.  Entsprechend  dieser 
Anträge  hat  die  ESTV  in  Ziff.  1  des  Dispositivs  der 
Einspracheentscheide  festgestellt,  dass  Fr.  ...  (MWSTV)  und  Fr. ... 
(MWSTG) in Rechtskraft getreten seien. Folglich waren vorinstanzlich 
betreffend den Zeitraum MWSTV die gesamte EA Nr. 119'645 (Fr. ... 
betreffend Privatanteil  Auto und Fr. ... aus erbrachten Leistungen an 
die Y.) sowie Fr. ... aus EA Nr. 119'677 nicht mehr strittig. Betreffend 
den Geltungsbereich der MWSTG waren nur die Forderungen gemäss 
EA  Nr.  119'646  bezüglich  Privatanteile  Auto  unbestritten;  strittig 
blieben die Steuerforderungen wegen Leistungen an die Y. sowohl aus 
EA Nr. 119678  (Fr. ...)  als auch aus EA Nr. 119'646 (Fr. ...). Aus der 
Beschwerde  ergeben  sich  widersprüchliche  Angaben  zum 
betragsmässigen  Streitgegenstand.  Die  Anträge  lauten  auf 
Feststellung der Steuerschuld von Fr. ... bzw. Fr. ...,  während in  den 

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Ausführungen (Ziff. 47 ff. bzw. Ziff. 59 ff.) anerkannte Beträge von Fr. ... 
und Fr. ... genannt werden. In der Replik wiederum wird verlangt, die 
Beschwerdeanträge seien betreffend den Zeitraum MWSTV auf Fr. ... 
und betreffend MWSTG auf Fr. ... abzuändern, womit einzig die Auf-
rechnungen bezüglich Privatanteile an den Fahrzeugkosten anerkannt 
und sämtliche Steuerforderungen aus Leistungen der Beschwerdefüh-
rerin an die Y. strittig wären (auch die Beträge von Fr. ... bzw. Fr. ... aus 
den EA Nr. 119'645/6). Für  den Geltungsbereich MWSTG bedeutete 
dies eine Entsprechung mit  dem Anfechtungsobjekt  (allerdings quasi 
eine Ausweitung gegenüber dem formellen Antrag in der Beschwerde) 
und  für  den  Geltungsbereich  MWSTV  eine  Ausweitung  über  den 
Gegenstand der Einspracheentscheide hinaus. 

Eine Ausweitung des Streitgegenstandes ist zwar grundsätzlich weder 
gegenüber  dem  vorinstanzlichen  Anfechtungsobjekt  (oben  E.  1.4.1), 
noch (im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels) gegenüber den in 
der Beschwerde angefochtenen Beträgen statthaft (zum Letzteren vgl. 
MOSER, a.a.O., Rz. 2.88). Die Voraussetzungen für eine ausnahmswei-
se Antragserweiterung sind vorliegend aber gegeben, namentlich der 
(sehr)  enge  Bezug  zum  bisherigen  Streitgegenstand  (E.  1.4.1).  Es 
geht  jeweils  um (angebliche)  Leistungen  der  Beschwerdeführerin  an 
die Muttergesellschaft. Der Konnex ist  betreffend die Ausweitung auf 
die Steuerbeträge von Fr. ... bzw. Fr. ... aus den ersten beiden EA Nr. 
119'645/6 insbesondere deswegen gegeben, weil die späteren beiden 
EA diese ersten EA korrigierten. Es kann somit im erweiterten Umfang 
gemäss  dem  Antrag  in  der  Replik  eingetreten  werden.  Für  den 
Geltungsbereich MWSTV bilden folglich Fr. ... Streitgegenstand (Fr. ... 
aus EA Nr. 119'645 und Fr. ... aus EA Nr. 119667). Für den Zeitraum 
MWSTG sind Fr. ... strittig (Fr. ... aus EA Nr. 119'646 und Fr. ... aus EA 
Nr. 119'678). 

Im Übrigen geht es vorliegend wie erläutert  (E. 1.4.2.2) nur um eine 
betragsmässige Ausweitung des Streitgegenstandes. Eine solche wäre 
im  Fall  einer  Gutheissung  auch  aufgrund  von  Art.  62  Abs. 1  VwVG 
möglich,  wonach  das  Bundesverwaltungsgericht  die  angefochtene 
Verfügung zugunsten einer Partei ändern kann.

Auf  die  Konsequenz  der  Tatsache,  dass  die  Beträge  von Fr. ...  und 
Fr. ... gemäss EA Nr. 119'645/6 vorbehaltlos bezahlt wurden braucht im 
jetzigen Zeitpunkt nicht eingegangen zu werden.

2.

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2.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 37 f. MWSTV; Art. 46 f. MWSTG; 
vgl. ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des Steuerrechts, 6. Aufla-
ge,  Zürich 2002,  S. 421 f.). Dies bedeutet,  dass der Steuerpflichtige 
selbst und unaufgefordert  über seine Umsätze und Vorsteuern abzu-
rechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungspe-
riode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag an die  ESTV abzulie-
fern hat. Der Mehrwertsteuerpflichtige hat seine Mehrwertsteuerforde-
rung selbst festzustellen; er ist allein für die vollständige und richtige 
Versteuerung seiner steuerbaren Umsätze und für die korrekte Ermitt-
lung der  Vorsteuer  verantwortlich.  Die  Verwaltung ermittelt  die  Höhe 
des  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrags  nur  dann  an  Stelle  des 
Mehrwertsteuerpflichtigen,  wenn  dieser  seinen  Pflichten  nicht  nach-
kommt (Art. 48 MWSTV, Ermessenseinschätzung;  statt  vieler: Urteile 
des  BVGer  A-1348/2006  vom  30.  Mai  2007  E.  2;  A-838/2007  vom 
9. November 2007 E. 2.4.1, je mit Hinweisen). 

Zu den Obliegenheiten der Steuerpflichtigen gehören unter  anderem 
die  Auskunftspflicht  gegenüber  der  ESTV  (Art.  46  MWSTV,  Art. 57 
Abs. 1 MWSTG), welche ihn verpflichtet,  dieser über alle Tatsachen, 
die für die Steuerpflicht oder für die Steuerbemessung von Bedeutung 
sein könnten, nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft zu erteilen. 
Aufgrund der Buchführungspflicht  (Art. 47 MWSTV, Art. 58 MWSTG) 
hat  der  Steuerpflichtige  seine  Geschäftsbücher  ordnungsgemäss  zu 
führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die für die Feststel-
lung der  Steuerpflicht  sowie  für  die Berechnung der  Steuer und der 
abziehbaren Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverläs-
sig ermitteln lassen. 

2.2 Ist der Steuerpflichtige seinen aus dem Selbstveranlagungsprinzip 
fliessenden Pflichten nicht nachgekommen und hat die ESTV demzu-
folge eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen 
(Art. 48 MWSTV, Art. 60 MWSTG), hat sie eine Schätzungsmethode 
zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb des Steuer-
pflichtigen soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen Angaben 
beruht  und  deren  Ergebnis  der  wirklichen  Situation  möglichst  nahe 
kommt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2A.522/2006 vom 1. Fe-
bruar 2007 E. 3.3). Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation 
erfüllt, obliegt es dem Steuerpflichtigen, den Beweis für die Unrichtig-
keit  der  Schätzung  zu  erbringen,  d.h.,  dass  die  Verwaltung  dabei 
Bundesrecht verletzt hat bzw. ihr erhebliche Ermessensfehler unterlau-

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fen sind (statt vieler: Urteil des BVGer A-1379/2006 vom 10. Septem-
ber 2007 E. 2.6.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts  kann  eine  zu  Recht  erfolgte  Ermessensveranlagung nur 
wegen  offensichtlicher  Unrichtigkeit  angefochten  werden,  wofür  der 
Steuerpflichtige die Beweislast trägt (Urteil 2A.109/2005 vom 10. März 
2006 E. 2.3  mit  Hinweisen und E. 4). Als offensichtlich unrichtig  gilt 
eine Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar ist, sich auf 
sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt 
oder sonst mit  den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalles un-
vereinbar ist (Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2005, veröffentlicht 
in  VPB  70.41  E.  4c,  4e/aa  mit  Hinweisen;  zum  Ganzen:  Urteil  des 
BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 2.1,  2.2 mit  Hinwei-
sen).  Bei  der  Überprüfung  von  Ermessensveranlagungen  auferlegt 
sich  das  Bundesverwaltungsgericht  eine  gewisse Zurückhaltung,  so-
weit die Zweckmässigkeit der Entscheidung in Frage steht (Urteile des 
BVGer  A-1398/2006  vom  19. Juli  2007  E. 2.1;  A-1535/2006  vom 
14. März  2007  E. 2.1).  Die  Zulässigkeit  dieser  zurückhaltenden 
Prüfung wurde vom Bundesgericht bestätigt (Urteil 2C_426/2007 vom 
22. November 2007 E. 4.3).

3.
Gemäss Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV sowie Art. 33 Abs. 2 Satz 3 
MWSTG  gilt  im  Fall  einer  Lieferung  oder  Dienstleistung  an  eine 
nahestehende Person als  Entgelt  der  Wert,  der  unter  unabhängigen 
Dritten vereinbart würde. 

3.1 Nach Art. 4 MWSTV und Art. 5 MWSTG unterliegen Lieferungen 
und Dienstleistungen der Mehrwertsteuer nur, wenn sie gegen Entgelt 
erbracht  werden.  Die  Entgeltlichkeit  stellt  ein  unabdingbares  Tatbe-
standsmerkmal einer mehrwertsteuerrechtlich relevanten Leistung dar 
(Ausnahme: Eigenverbrauch) (statt vieler: BGE 126 II 443 E. 6). Dies 
gilt auch für Leistungen unter Nahestehenden, also etwa bei konzern-
internen Leistungen. Solche sind mit Bezug auf das Steuerobjekt bzw. 
die Steuerbarkeit nicht anders zu behandeln als Leistungen unter un-
abhängigen Dritten, es ist ebenfalls ein Leistungsaustausch vorausge-
setzt (Urteil des Bundesgerichts 2A.264/2006 vom 3. September 2008 
E.  3.3). Art.  26  Abs. 2  Satz  3  MWSTV bzw. Art.  33  Abs. 2  Satz  3 
MWSTG  befassen  sich  einzig  mit  der  Bemessung  der  Steuer.  Eine 
Drittpreisaufrechnung nach diesen Bestimmungen kann nur erfolgen, 
wenn  tatsächlich  ein  mehrwertsteuerliches  Austauschverhältnis  be-
steht, eine Leistung also entgeltlich erbracht wird (Urteil des Bundes-

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gerichts 2A.264/2006 vom 3. September 2008 E. 3.3; Entscheide der 
SRK vom 27. März 2006 [SRK 2003-177] E. 2d/bb, E. 3a/aa [bestätigt 
durch  vorgenanntes  Urteil  des  Bundesgerichts];  vom  16. Februar 
2000, veröffentlicht in VPB 64.81 E. 5; vom 22. Mai 2001, veröffentlicht 
in VPB 65.103 E. 7b/c). 

3.2 Der sogenannte Dritt(vergleichs)preis oder auch Fremdpreis nach 
Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV sowie Art. 33 Abs. 2 Satz 3 MWSTG 
entspricht in aller Regel dem Marktwert (ausführlich: Urteil des BVGer 
A-1376/2006 vom 20. November  2007 E. 3.1,  3.3,  4.4.1 mit  zahlrei-
chen Hinweisen). Der Drittpreis bzw. Fremdpreis (als Marktwert) ist in 
den meisten Fällen ein Schätz-  bzw. Vergleichswert,  der nicht exakt, 
sondern nur annäherungsweise bestimmt werden kann. Hat die ESTV 
diesen Wert  zu schätzen, sind die für die Ermessensveranlagung im 
Sinn von Art. 48 MWSTV bzw. Art. 60 MWSTG geltenden Grundsätze 
zu beachten, namentlich in Bezug auf die Pflichten der ESTV bei der 
Vornahme  der  Schätzung,  die  Möglichkeiten  des  Steuerpflichtigen, 
eine solche Schätzung anzufechten und die Zurückhaltung des Bun-
desverwaltungsgerichts in der Überprüfung der Schätzung (Urteil des 
BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 4.3 mit Hinweisen). 

3.3 Steuerbare Umsätze unter Konzerngesellschaften als nahestehen-
de Personen sind zum Drittpreis nach Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV 
bzw. Art. 33 Abs. 2 Satz 3 MWSTG zu fakturieren. In Bezug auf die 
sachgerechte Verrechnung der steuerbaren Leistungen einer Tochter- 
an die Holdinggesellschaft hat die ESTV mit Inkrafttreten des MWSTG 
eine – bereits unter dem Geltungsbereich der MWSTV ohne Publika-
tion  geübte  –  Praxis  veröffentlicht  (Ziff.  7.6.3  der  Spezialbroschüre 
Nr. 06  "Kürzung  des  Vorsteuerabzugs  bei  gemischter  Verwendung" 
vom September 2000 [SB Kürzung]). Für den Fall, dass über die Leis-
tungserbringung detaillierte Aufzeichnungen fehlen und unter der Vo-
raussetzung, dass die Holding über kein eigenes Personal verfügt oder 
das  eigene  Personal  die  Leistungen  nicht  selbst  erbringt,  sind  zwei 
Berechnungsmethoden  zur  annäherungsweisen  Bestimmung  der 
Leistungen vorgesehen:

3.3.1 Bst. a der Ziff. 7.6.3 der SB Kürzung (3 Promill-Pauschale) lautet 
wie folgt:
Annäherungsweise Ermittlung des Werts der Leistungen im Zusammen-

hang mit der  Führung des Konzerns  (strategische Führung, Aktionariat, 

Betreuung  und  Unterstützung  der  Tochtergesellschaften,  Verwalten  der 

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Beteiligungen usw.):

3‰ des durchschnittlichen Holdingvermögens (Total Aktiven) 

- von konzernfremden Unternehmen bezogenen Verwaltungsleistungen *

= Total der von einer Tochtergesellschaft erbrachten Dienstleistungen **.

*  nur  die  regelmässigen,  ordentlichen  Leistungen  von  konzernfremden 

Unternehmen  für  die  Konzernführung,  die  bei  der  Holdinggesellschaft 

direkt angefallen sind,

**  Wert,  der  von  der  Tochtergesellschaft  zu  versteuern  ist;  die 

Holdinggesellschaft darf andererseits keinen Vorsteuerabzug vornehmen, 

da die Leistungen für nicht der Steuer unterliegende Zwecke verwendet 

werden. 

Damit  werden  nur  die  regelmässigen,  ordentlichen  Leistungen  für  die 

Konzernführung berücksichtigt. Ausserordentliche Leistungen wie z.B. im 

Zusammenhang mit dem Neuaufbau einer Gesellschaft im Ausland oder 

mit Umstrukturierungen sind darin nicht enthalten. 

Auch mit  der  neusten,  ab 1. Januar  2008 geltenden Version der SB 
Kürzung (im Folgenden SB Kürzung 2008) wird diese Praxis weiterge-
führt (Ziff. 7.4.3.1). Zudem wird (was schon zuvor von der ESTV prakti-
ziert wurde) festgehalten, in begründeten Fällen könne betreffend den 
Prozentsatz  von  3  Promill  nach  oben  oder  nach  unten  abgewichen 
werden, z.B. werde bei Familiengesellschaften eine Pauschale von 2 
Promill  angewendet, da der Aufwand verglichen mit Publikumsgesell-
schaften normalerweise wesentlich geringer sei (Fn. 15). 

Diese Praxis wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Bezug auf einen 
konkreten Anwendungsfall bereits geschützt (Urteil  A-1376/2006 vom 
20. November 2007 E. 4.4). 

3.3.2 Die zweite Methode zur Bestimmung des Drittpreises für  Leis-
tungen  von  Tochter-  an  Holdinggesellschaften  ist  in  Bst.  b  der 
Ziff. 7.6.3 SB Kürzung niedergelegt:
Annäherungsweise Ermittlung des Werts der Leistungen im Zusammen-

hang  mit  den  Managementdienstleistungen  resp.  Lizenzen  (allgemeine 

Verwaltung sowie Erarbeitung des Know-Hows): 

Einnahmen der Holdinggesellschaft für Managementdienstleistungen und 

Lizenzen (105%) 

abzüglich Wertschöpfung der Holdinggesellschaft (5%)

= erbrachte Leistungen der Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit 

den von der Holdinggesellschaft vereinnahmten Entgelten (100%) **.

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** Wert, der von der leistungserbringenden Gesellschaft zu versteuern ist 

(...).

3.4 Im Hinblick auf die je unter die beiden Pauschalen zu subsumie-
renden Leistungen kann das Folgende festgehalten werden:

3.4.1 Die beiden Praxisfestlegungen definieren die Art der jeweils er-
fassten Leistungen nicht abschliessend. Ein Abgrenzungsmerkmal er-
gibt sich aber aus der folgenden Unterscheidung der ESTV: Im Fall der 
Leistungen im Zusammenhang mit der Führung des Konzerns (3 Pro-
mill  Pauschale)  sind  Aufwendungen  angesprochen,  welche  die  Hol-
dinggesellschaft zu tragen hat und die sie nicht an die Tochtergesell-
schaften weiterfakturieren darf (Ziff. 7.6.3 Bst. a, Ziff. 7.6.2 mit Bsp. 1 
der SB Kürzung; vgl. auch Urteil des BVGer A-1376/2006 vom 20. No-
vember 2007 E. 4.5.2). Dies ergibt sich auch explizit aus der seit Ja-
nuar 2008 geltenden Version der SB Kürzung (Ziff. 7.4.3.1 Fn. 16). Bei 
der zweiten Methode betreffend Managementleistungen resp. Lizenzen 
geht  es  um  Aufwendungen  der  Holding,  welche  über  Management 
Fees auf die Tochtergesellschaften überwälzt  werden können (Bst. b 
der Ziff. 7.6.3 und Bsp. 2 in Ziff. 7.6.2 SB Kürzung). Die ESTV unter-
scheidet damit für die Frage, welche der beiden Methoden zur Anwen-
dung gelangt, danach, ob die Muttergesellschaft die von einer Tochter 
bezogenen Leistungen  sodann  aufgrund  eines  weiteren  steuerbaren 
Austauschverhältnisses an die Tochtergesellschaften weiterfakturieren 
kann (zur Entstehung eines steuerbaren Umsatzes bei Weiterfakturie-
rung vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-1376/2006 vom 20. November 
2007 E. 7.2 mit Hinweisen). 

3.4.2 Zur Beantwortung der Frage, welche Leistungen weiterfakturier-
bar  sind  und  welche  nicht,  kann  hilfsweise  auf  die  für  die  direkten 
Steuern  geltenden  Abgrenzungen  Bezug  genommen  werden  (wenn 
auch  aufgrund  der  andersartigen  Steuersysteme  mit  der  gebotenen 
Vorsicht, vgl. ausführlich: BVGE 2007/23 E. 2.3.3 mit Hinweisen). 

Die  Verrechenbarkeit  an  Tochtergesellschaften  wird  bei  der  Gewinn-
steuer bejaht, wenn eine entgeltliche Leistung der Muttergesellschaft 
an  jene besteht  (Leistungsaustausch),  d.h. wenn der  empfangenden 
Tochtergesellschaft  ein  direkter  wirtschaftlicher  oder  kommerzieller 
Wert verschafft wird (sog. "Benefit test"). Demgegenüber erfolgen bei 
den sogenannten Shareholder bzw. Stewardship Activities (auch Aktio-
närs-/Gesellschafterleistungen)  keine  entgeltlichen  Leistungen  der 
Mutter- an die Tochtergesellschaften. Die entsprechenden Kosten sind 

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bei der Muttergesellschaft betrieblich veranlasst, von ihr zu tragen und 
nicht verrechenbar; dies gilt  namentlich auch, wenn eine Konzernge-
sellschaft  diese Leistungen an die Muttergesellschaft  erbringt (je mit 
Hinweisen auf die Verrechnungspreisgrundsätze der OECD 1995/1996 
für multinationale Unternehmen: RICHARD ALLEMANN, Die Gestaltung der 
Konzernspitze unter steuerlichen Aspekten, Bern/Stuttgard/Wien 1997, 
S. 221-224; DANIEL LEHMANN/MARTIN ARZETHAUSER, Bausteine einer steuer-
effektiven Internationalen Konzernstruktur, Teil 2,  Steuer Revue [StR] 
2006 S. 603, 605, 621 f.;  URS BRÜGGER/NICOLAS BONVIN,  Kreisschreiben 
Nr. 4 der ESTV vom 19. März 2004 zur Besteuerung von Dienstleis-
tungsgesellschaften: Konsequente Anwendung des Arm's Length-Prin-
zips, StR 2004 S. 340; ebenso betr. Mehrwertsteuer: WILLI LEUTENEGGER, 
Schweizer MWST bei Holdinggesellschaften, Der Schweizer Treuhän-
der [ST] 2006 S. 460 f.). Als Shareholder Activities bezeichnet werden 
unter  anderem:  Tätigkeiten  im  Zusammenhang  mit  der  juristischen 
Struktur  der  Obergesellschaft,  z.B.  das  Abhalten  ihrer  Generalver-
sammlungen,  die  Ausgabe  ihrer  Aktien,  die  Tätigkeit  ihres  Verwal-
tungsrats; die Erfüllung der Veröffentlichungspflichten der Muttergesell-
schaft einschliesslich Erstellen der konsolidierten Jahresrechnung; die 
Leitung  und  Organisation  des  Konzerns,  Konzernstrategie;  der  Kon-
zernspitze dienende Kontrollen und Revisionen; Verwaltung der Beteili-
gungen usw. (ALLEMANN, a.a.O., S. 225 und [betr. Konzernleitung] S. 34, 
304 f.;  BRÜGGER/BONVIN,  a.a.O.,  S. 340;  LEUTENEGGER,  a.a.O.,  S. 460,  je 
mit  Verweis  auf  die  OECD-Richtlinien;  LEHMANN/ARZETHAUSER,  a.a.O., 
S. 621 f. und Fn. 170). 

Die soeben aufgezählten Leistungen (Shareholder Activities) sind, da 
es zu keinen keinen mehrwertsteuerlichen Leistungen der Mutter- an 
die  Tochtergesellschaften  kommt,  auch  in  mehrwertsteuerlicher  Hin-
sicht weitgehend nicht an die Tochtergesellschaften (weiter-)fakturier-
bar  (die  Prüfung  im  Einzelfall  vorbehalten).  Wenn  die  Muttergesell-
schaft  solche  Leistungen  durch  eine  Tochtergesellschaft  erbringen 
lässt,  wird  die  Mutter  folglich  regelmässig  (letzte)  Empfängerin  sein 
(zur Bestimmung des Leistungsempfängers nach wirtschaftlichen, tat-
sächlichen Kriterien vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.202/2006 vom 
27. November 2006 E. 3.2, 4.2; 2A.304/2003 vom 14. November 2003 
E.  3.6.1;  Entscheid  der  SRK  vom  20.  März  2006  [CRC  2005-021], 
E. 3b, 4b). Solche Leistungen im Sinn von Shareholder Activities kön-
nen – da nicht weiterfakturierbar (E. 3.4.1) – folglich grundsätzlich un-
ter die 3 Promill Pauschale subsumiert werden (so auch  LEUTENEGGER, 
a.a.O., S. 460 f., 462; ebenso offenbar die ESTV: Einspracheentschei-

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de S. 9 f. betr. die sog. "Kosten aus Anteilseignertätigkeit" und mit Ver-
weis  auf  die  OECD-Verrechnungspreisgrundsätze). Sie  können denn 
auch weitgehend den in der Praxis zur 3 Promill Pauschale umschrie-
benen Leistungen (oben E. 3.3.1) zugeordnet werden. Zu präzisieren 
ist allerdings zweierlei. Erstens ist bei der Konzernleitung, die auch als 
Shareholder Activity genannt wird, zu beachten, dass Konzernleitungs-
aktivitäten auch entgeltliche Leistungen der Muttergesellschaft an die 
Töchter  beinhalten  können (vgl. Urteil  des  BVGer  A-1376/2006 vom 
20.  November  2007  E.  7.2;  ALLEMANN,  a.a.O.,  S. 34,  304  f.)  und  die 
3 Promill Pauschale insofern nicht zum Tragen käme (E. 3.4.1). Zwei-
tens  können  die  Leistungen  des  Verwaltungsrats  der  Muttergesell-
schaft nicht unter die – Leistungen einer Tochtergesellschaft erfassen-
de – Pauschale fallen. Die Tätigkeit des Verwaltungsrats ist im Übrigen 
mehrwertsteuerlich  als  unselbständige  Erwerbstätigkeit  zu  qualifizie-
ren und der  Muttergesellschaft  selbst  zuzurechnen (siehe Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.326/2002 vom 2. Juni 2003, Archiv für Schweizeri-
sches Abgaberecht [ASA] 74 679 E. 4.3, 5.3.1). Soweit eine Tochterge-
sellschaft  hingegen im Zusammenhang mit  der Tätigkeit  des Verwal-
tungsrats Leistungen erbringt, ist eine Subsumtion unter die Pauschale 
wiederum denkbar (vgl. auch SB Kürzung 2008 Ziff. 7.4.3.1 S. 63).

3.4.3 Daneben ist davon auszugehen, dass von der 3 Promill Formel – 
soweit sie nicht ohnehin unter die Umschreibung der Shareholder Acti-
vities fallen – auch Leistungen erfasst sind, die eine Tochter- der Mut-
tergesellschaft für deren Selbstverwaltung und die Führung ihres eige-
nen Betriebs erbringt. Entsprechende Kosten kann die Holding eben-
falls nicht weiterfakturieren, weil diesbezüglich keine steuerbaren Leis-
tungen  der  Mutter-  an  die  Tochtergesellschaften  erfolgen  (E.  3.4.1). 
Genannt werden können für den Betrieb der Holdinggesellschaft nöti-
ge  administrative  Arbeiten,  Buchhaltung  der  Holding  (vgl.  auch  SB 
Kürzung 2008 Ziff. 7.4.3.1 S. 63) sowie die Verwaltung des (auch über 
die  Beteiligungen  hinausgehenden)  Vermögens,  insbesondere  etwa 
der Wertschriften des Umlaufvermögens (vgl. hierzu auch Urteil  des 
BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 4.5.2/3). Ferner stellt 
auch  die  Vermögensanlage  am  Kapitalmarkt  eine  nur  der  Holding 
selbst dienende Tätigkeit dar.  Unter die 3 Promill  Formel kann dabei 
allerdings nur fallen, was nicht nach Art. 14 Ziff. 15 Bst. e MWSTV bzw. 
Art. 18 Ziff. 19 Bst. e MWSTG von der Steuer ausgenommen ist.

4.

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4.1 In einem Konzern fasst eine Gesellschaft durch Stimmenmehrheit 
oder auf andere Weise mehrere Gesellschaften unter einheitlicher Lei-
tung zusammen (Art. 663e des Obligationenrechts vom 30. März 1911 
[OR, SR 220]).

Einheitliche Leitung (Konzernleitung) bedeutet im Normalfall insbeson-
dere die Oberleitung, d.h. die Festlegung der Konzernpolitik, der Kon-
zernstrategie und der Konzernziele sowie die Überprüfung der von der 
Konzernleitung gemachten Zielvorgaben, die Übernahme operationel-
ler  Aufgaben  (Geschäftsführung  im  Konzern),  die  Bestimmung  der 
Konzernorganisation  und  der  Konzernstruktur,  die  Finanzplanung, 
-führung und das Controlling, die personelle Führung hinsichtlich der 
obersten Managementebenen und schliesslich die Überwachung des 
Konzerns im Sinn der Oberaufsicht,  d.h. die Aufsicht  über die Über-
wacher  und  die  Verantwortung  für  das  System  der  Überwachung 
(PETER BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Bern 2004, S. 1169 ff.; 
KARIN BEYELER,  Konzernleitung im schweizerischen Privatrecht,  Zürich 
2004, S. 118 ff.).

4.2 In Bezug auf die Frage, wer die einheitliche Leitung des Konzerns 
ausübt, ist folgendes zu beachten:

Dem  Verwaltungsrat  einer  Aktiengesellschaft  kommen  zwingend  die 
unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben nach Art. 716a Abs. 1 
OR zu (zu diesen Aufgaben im Einzelnen: BÖCKLI, a.a.O., S. 1533 ff.). 
Gleichermassen obliegen dem Verwaltungsrat einer konzernleitenden 
Gesellschaft die nicht delegierbaren Aufgaben nach Art. 716a Abs. 1 
OR in Bezug auf den Gesamtkonzern (BÖCKLI,  a.a.O., S. 1171, 1534; 
ALLEMANN, a.a.O., S. 300; BEYELER, a.a.O., S. 129 ff.). Soweit nicht Kern-
kompetenzen nach Art. 716a Abs. 1 OR betroffen sind, kann der Ver-
waltungsrat die Geschäftsführung (unter Einhaltung bestimmter Form-
vorschriften) delegieren (Art. 716b OR). Dies gilt auch im Konzern; so 
können etwa operationelle  Aufgaben an eine "Konzernleitung"  inner-
halb der Muttergesellschaft oder an Dritte, etwa eine Managementge-
sellschaft,  übertragen  werden  (BÖCKLI,  a.a.O.,  S.  1169,  N.  244  f., 
S. 1615 f.; ALLEMANN, a.a.O., S. 12 ff., 298). Als nicht delegierbar gelten 
hauptsächlich die Grundsatzentscheide betreffend die verschiedenen 
in Art. 716a Abs. 1 Ziff. 1-6 OR genannten Bereiche (Oberleitung) und 
die Oberaufsicht. Der Verwaltungsrat braucht hingegen nicht selber die 
Aufsicht auszuüben und die Beschlüsse vorzubereiten; er muss etwa 
nicht selbst die Entwürfe und Varianten für die Organisation, die Un-

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A-1501/2006

terlagen für eine strategische Umorientierung, die Ausgestaltung des 
Rechnungswesens  und  der  Finanzplanung zusammenstellen  (BÖCKLI, 
a.a.O., S. 1574, S. 1533 ff.).

5.

5.1 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darü-
ber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder 
nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie 
Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtser-
hebliche Sachumstand verwirklicht hat (BGE 130 III 321 E. 3.2; Urteil 
des  Bundesgerichts  2A.110/2000  vom  26.  Januar  2001  E. 3c;  FRITZ 
GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  Bern  1983,  S.  279  f.;  MARTIN 
ZWEIFEL,  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Steuerveranlagungsverfahren, 
Zürich 1989, S. 109 f.). Gelangt das Gericht nicht zu diesem Ergebnis, 
so  fragt  sich,  ob  zum Nachteil  der  Steuerbehörde oder  des  Steuer-
pflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweislosigkeit 
zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Beweislosig-
keit  zu  Ungunsten  desjenigen  zu  urteilen,  der  die  Beweislast  trägt 
(GYGI,  a.a.O., S. 279 f.;  ZWEIFEL,  a.a.O., S. 109 f.). Die Steuerbehörde 
trägt  die Beweislast  für  die steuerbegründenden und steuererhöhen-
den Tatsachen und der Steuerpflichtige für die steueraufhebenden und 
-mindernden Tatsachen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, 
ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; statt vieler: Urteile des BVGer A-1418/2006 
vom 14. Mai  2008 E. 5.1; A-1354 vom 24. August  2007 E. 2,  je  mit 
zahlreichen  Hinweisen).  Die  Beweislast  für  das  Bestehen  eines 
Steuerobjekts und namentlich eines mehrwertsteuerlichen Leistungs-
austauschs  kommt  damit  –  als  steuerbegründende  Tatsache  –  der 
ESTV zu (Urteil  des Bundesgerichts 2A.264/2006 vom 3. September 
2008 E. 4.1; Urteile des BVGer A-1385/2006 vom 3. April 2008 E. 7.2; 
A-1354 vom 24. August 2007 E. 7.2.4, 8.2.2 in fine).

5.2 Bei der Beweiswürdigung ist auch die Sorgfalt der Steuerbehörde 
bei der Abklärung der tatsächlichen Verhältnisse und ebenso die Art 
und das Mass der Mitwirkung des Steuerpflichtigen zu werten (statt 
vieler: Entscheid der SRK vom 4. Januar 2005, veröffentlicht  in VPB 
69.61 E. 2b; ZWEIFEL, a.a.O., S. 109).

Aufgrund der Tatsache, dass die Steuerbehörde bei  der Feststellung 
des  Sachverhalts  auf  die  Mitwirkung  der  Steuerpflichtigen,  welche 
häufig die einzigen Informationsträger in Bezug auf die feststellungs-
bedürftige Tatsache sind, angewiesen ist, kann bei einer unterlassenen 

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Mitwirkung  ein  "Untersuchungsnotstand",  d.h. die  Unmöglichkeit,  die 
rechtserheblichen  Tatsachen  zu  ermitteln,  entstehen  (vgl.  ZWEIFEL, 
a.a.O., S. 26, 115 f.). Die durch mangelnde Mitwirkung verschuldeter-
weise vom Steuerpflichtigen herbeigeführte "Beweisnot" der Steuerbe-
hörde führt je nach Lehrmeinung zu einer entsprechenden Berücksich-
tigung der Verletzung der Mitwirkungspflichten im Rahmen der Beweis-
würdigung (vgl. die Hinweise bei DANIEL SCHÄR, Normentheorie und mit-
wirkungsorientierte Beweislastverteilung in gemischten Steuerveranla-
gungsverfahren, ASA 67 S. 457 und Fn. 96), zu einer Beweiserleichte-
rung zu Gunsten der Steuerbehörde, indem anstelle der "vollen Über-
zeugung" von der zu beweisenden Tatsache lediglich eine überwiegen-
de Wahrscheinlichkeit  bestehen muss (ZWEIFEL,  a.a.O.,  S. 24  ff. 106, 
115 ff.; ebenfalls [für das Zivilrecht] BGE 132 III 715 E. 3.1; 130 III 321 
E. 3.2) oder gar zu einer Überbindung der Beweislast auf den Steuer-
pflichtigen  (SCHÄR,  a.a.O.,  ASA  67  S.  448  ff.,  S.  460  f.;  THOMAS 
STADELMANN,  Beweislast  oder  Einschätzung nach pflichtgemässem Er-
messen?,  StR 2001 S. 264; ähnlich: Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
21. Juni 1985,  StR 1986 S. 488 E. 8; betr. das Steuerverfahren s.a.: 
BGE 121 II 273 E. 3c/bb und Urteil des Bundesgerichts 2A.374/2006 
vom 20. Oktober 2006 E. 4.3). 

5.3 Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben bzw. dem Vertrauens-
prinzip  folgt u.a. das für Behörden wie Private geltende Verbot wider-
sprüchlichen Verhaltens; solches findet keinen Rechtsschutz (statt vie-
ler: BGE 97 I 125 E. 3, 4; Urteil des BVGer A-1520/2006 vom 29. Au-
gust 2007 E. 3.2 f. mit Hinweisen). Der Steuerpflichtige, der sich wider-
spricht bzw. auf  frühere Erklärungen zurückkommt, kann dadurch sei-
ne Mitwirkungspflicht  bzw.  Auskunftspflicht  verletzen,  namentlich, 
wenn es um Bereiche geht,  in  denen nur  er  die  nötigen Kenntnisse 
über  den  Sachverhalt  hat.  Widersprüchliches  Verhalten  hat  entspre-
chende Auswirkungen auf  die  Beweiswürdigung. Die  Vorbringen des 
Steuerpflichtigen verlieren an Beweiskraft. Der Entscheidbehörde kann 
nicht vorgeworfen werden, dass sie ihren Entscheid auf Indizien stützt. 
Unter  Umständen  kann  widersprüchliches  Verhalten  im  Zusammen-
hang mit der Ermittlung des Sachverhalts auch dazu führen, dass die 
ursprüngliche Erklärung als die korrekte angesehen werden darf, dies 
namentlich dann, wenn im widersprüchlichen Verhalten geradezu ein 
Rechtsmissbrauch zu sehen ist (zum Ganzen: Entscheid der SRK vom 
3. Februar 1998, veröffentlicht in VPB 62.84, E. 3b/aa mit Hinweisen; 
Urteil des BVGer A-3822/2007 vom 3. Juni 2008 E. 3.1.1; s.a. ZWEIFEL, 
a.a.O., S. 109).

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6.

6.1 Im vorliegenden Fall  besteht ein Konzern mit  der Y. als konzern-
leitender  Gesellschaft.  Dies  ist  nicht  bestritten;  dass  die  Konzernlei-
tung bei der Y. angesiedelt war, lässt sich insbesondere aus den Anga-
ben  der  Beschwerdeführerin  ersehen,  welche  die  Y. als  "Mutterge-
sellschaft"  bezeichnet  und präzisiert,  der  Verwaltungsrat  der  Y. habe 
die Konzernleitung inne gehabt. Die Y. beschäftigt selbst kein Personal. 
Neben  der  100%-Beteiligung an der  Beschwerdeführerin  hielt  die  Y. 
100% der Aktien der B. AG (...). Ab dem Jahr 2002 hielt die Y. auch die 
A. AG zu 100% (...). Zum Konzern gehören weitere Gesellschaften; so 
hält die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben 100% der Aktien 
der  D. SA und die  B. AG knapp  über  50% an der  (...)  C. AG (zum 
Ganzen vgl. Jahresrechnungen act. 11, 12, 25; Beschwerdebeilage 20, 
Beschwerde S. 13 ff.). Die Y., die Beschwerdeführerin sowie die B. AG 
verfügen  laut  ihren  Handelsregisterauszügen  im  Übrigen  über  die 
identische Geschäftsadresse. 

Weiter gibt die Beschwerdeführerin an, die Y. werde von drei Aktionä-
ren  gehalten,  welche  in  der  fraglichen  Zeit  (wie  sich  auch  aus  den 
Handelsregistereinträgen ergibt)  auch die  drei  einzigen Verwaltungs-
räte  der  Y. waren.  Ebenso  waren  sie  in  allen  Tochtergesellschaften 
Mitglieder  des  Verwaltungsrats  und  zudem  in  der  Geschäftsleitung 
soweit eine solche bestand.

6.2 Vorliegend wird zu prüfen sein, ob die Beschwerdeführerin der Y. – 
was  sie  bestreitet  –  steuerbare  Leistungen  der  von  der  ESTV  an-
genommenen Art  erbracht hat,  nämlich einerseits Leistungen im Zu-
sammenhang mit der Führung des Konzerns und andererseits Mana-
gementleistungen. Müssten solche steuerbare  Leistungen als  erstellt 
betrachtet  werden,  hätte  die  ESTV zu  Recht  eine  Drittpreisaufrech-
nung nach Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV und Art. 33 Abs. 2 Satz 3 
MWSTG  vorgenommen  (E.  3.1,  3.2).  Mangels  Fakturierung,  Verbu-
chung oder anderweitiger Aufzeichnung der Leistungen wäre überdies 
eine Schätzung der Bemessungsgrundlage zulässig gewesen  (E. 2.2, 
3.2). 

7.

7.1 Die ESTV geht  zum Einen davon aus, dass die Beschwerdefüh-
rerin der Y. Leistungen betreffend "Verwaltung des Holdingvermögens" 
(vgl. Beilage 1 zu den EA Nr. 119'677/8) bzw. "im Zusammenhang mit 

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der  Führung  des  Konzerns"  im  Sinn  der  3  Promill  Pauschale  nach 
Ziff. 7.6.3  Bst.  a  SB  Kürzung  (vorn  E. 3.3.1)  erbracht  hat.  Der  Wert 
dieser  Leistungen  wurde  von  der  ESTV  anhand  dieser  Pauschale 
eruiert,  wobei  ein  Ansatz  von 2  anstatt  3  Promill  verwendet  wurde. 
Vom so ermittelten Wert wurden durch Dritte erbrachte "Beratungsleis-
tungen"  abgezogen  (siehe  Beilage  1  zu  den  EA  Nr. 119'677/8;  vgl. 
auch Jahresrechnungen in act. 11, 12, 25). Diese Abzüge werden von 
den Parteien nicht thematisiert und sind nicht strittig. 

7.2 Die Zulässigkeit der Schätzung anhand der 3 bzw. 2 Promill Pau-
schale bedingt vorliegend, dass der Holding überhaupt Leistungen der 
von  der  Pauschale  erfassten  Art  erbracht  worden  sind  und  die 
Beschwerdeführerin Leistungserbringerin war. 

Wie erläutert  sollen mit der fraglichen Pauschale die umschriebenen 
sogenannten Shareholder Activities (E. 3.4.2) sowie – falls nicht schon 
unter Letztere zu subsumieren – die weiteren oben genannten Aktivitä-
ten zur Sicherstellung des Betriebs der Holding und Verwaltung ihres 
Vermögens  (E. 3.4.3) ermittelt  werden. Bei  diesen  Aktivitäten ist  ty-
pisch, dass sie im Prinzip bei jeder Muttergesellschaft aufgrund ihrer 
Stellung als Aktiengesellschaft  oder als konzernleitende Gesellschaft 
und zur Erfüllung ihres Zwecks des Haltens und Verwaltens von Betei-
ligungen zwingend ausgeübt werden müssen. Die von der Pauschale 
erfassten  Leistungen  fallen  also  grundsätzlich  –  wie  die  ESTV  zu 
Recht geltend macht – bei jeder konzernleitenden Holdinggesellschaft 
an, wenn auch – je nach Grösse und Struktur des Konzerns, Höhe des 
Vermögens,  Stabilität  oder  Veränderungen  in  den  Beteiligungen,  In-
tensität der Konzernleitung – nicht in gleichem Mass. 

Eine  andere  Frage  ist  aber,  wer  diese  Leistungen  erbracht  hat, 
namentlich ob die Leistungserbringung durch die Beschwerdeführerin 
erfolgte, was sie bestreitet, während die ESTV hiervon ausgeht. 

7.3 Vorab  ist  zur  Argumentation  der  ESTV,  die  Beschwerdeführerin 
habe die Erbringung solcher Leistungen anerkannt bzw. nicht bestrit-
ten, das Folgende festzuhalten:

Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Forderungen gemäss 
den ersten beiden EA Nr. 119'645/6 vom 7. März 2003 bezahlt und zu-
dem  (teilweise)  unbestritten  liess,  kann  entgegen  der  Ansicht  der 
ESTV (siehe Ziff. 1.2 Vernehmlassung) nicht als Anerkennung der Er-
bringung  von  Leistungen  im  Sinn  der  3  Promill-Pauschale  gewertet 

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werden.  So  bezogen  sich  die  ersten  beiden  EA  auf  Leistungen  be-
schränkten Umfangs, nämlich lediglich die Buchhaltungs- und Admini-
strationsleistungen von Frau S., womit deren (teilweise) ursprüngliche 
Nichtbestreitung allenfalls einen Schluss betreffend diese Leistungen 
von Frau S. erlaubt (hierzu E. 7.4.1), nicht aber betreffend die spätere 
Aufrechnung  anhand  der  3 Promill-Pauschale,  welche  weit  mehr 
Leistungen erfasst. 

Weiter trifft  zwar zu, dass die Beschwerdeführerin in der Bestreitung 
der späteren EA Nr. 119'677/8 und der Einsprache (act. 5, 8 bzw. 20, 
22) zur Aufrechnung der Konzernführungsleistungen (obwohl sie diese 
gemäss Antrag auch anfocht, hierzu vorn E. 1.4.2.2) keine Ausführun-
gen anbrachte. Dies kann jedoch aus verschiedenen Gründen nicht zu 
ihren Ungunsten, namentlich nicht im Sinn einer Bestätigung des von 
der  ESTV unterstellten  Sachverhalts  (vgl. Vernehmlassung Ziff.  1.2), 
gewürdigt  werden. So hat  die  ESTV ihr  etwa keine Gelegenheit  zur 
Verbesserung der Einsprache gewährt (vgl. schon E. 1.4.2.2). Dass die 
Beschwerdeführerin in der Einsprache auf diese Leistungen nicht ein-
ging,  könnte zweitens mit  der  knappen Begründung der diesbezügli-
chen  Steuernachforderungen  in  den  EA  und  den  Entscheiden  der 
ESTV vom 5. November 2003 zusammenhängen, welche nur Angaben 
zur  Bemessung  (2  Promill  des  Holdingvermögens  unter  Abzug  von 
Drittleistungen) enthielten, während die ESTV die Art der als erbracht 
erachteten Leistungen nicht umschrieb; dies geschah erst in den Ein-
spracheentscheiden,  wo auch erstmals auf Ziff. 7.6.3 Bst. a SB Kür-
zung verwiesen wurde, und dann vorallem in der Vernehmlassung. Der 
Beschwerdeführerin kann betreffend die Aufrechnung der Konzernfüh-
rungsleistungen (anders als bei den Managementleistungen, vgl. unten 
E. 8.3) auch nicht vorgeworfen werden, sie habe (in widersprüchlicher 
Weise) zuerst nur die Bemessung und erst später die Leistungserbrin-
gung als solche bestritten (siehe hierzu Ziff. 1.2 der Vernehmlassung). 

Von einer Anerkennung der Beschwerdeführerin,  Leistungen im Sinn 
der  3  Promill-Pauschale  erbracht  zu  haben,  kann damit  keine Rede 
sein. Vorbehalten bleibt die allfällige Anerkennung von Buchhaltungs- 
und Administrationsleistungen (sogleich E. 7.4.1).

7.4 Im Folgenden ist  betreffend die einzelnen von der Pauschale er-
fassten Leistungen zu prüfen, ob eine Leistungserbringung durch die 
Beschwerdeführerin erstellt ist. 

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7.4.1 Unter die Pauschale fallen auch Leistungen im Hinblick auf die 
Buchhaltung und administrativen Belange der  Holding sowie  die  Er-
stellung  einer  konsolidierten  Jahresrechnung  (E.  3.4.2/3).  Die  Be-
schwerdeführerin gibt an, die Buchhaltung und sonstige Administration 
für die Y. habe Frau S. erledigt, welche nicht bei ihr angestellt gewesen 
sei (Beschwerde S. 18 bzw. 20 unten). 

Bereits die ersten beiden EA Nr. 119'645/6 vom 7. März 2003 betrafen 
– allerdings nicht umschriebene – Leistungen der Beschwerdeführerin 
an die Y.. Aufgrund der von der ESTV nicht zurückgewiesenen Anga-
ben der Beschwerdeführerin kann angenommen werden, dass es da-
bei gerade um die Führung der Buchhaltung und sonstige Administra-
tionsleistungen von Frau S. ging. Dass solche Arbeiten für die Y. von 
Frau  S.  erledigt  wurden,  kann  demnach  als  unbestritten  gelten.  Zu 
klären  ist,  ob  sie  der  Beschwerdeführerin  als  Leistungserbringerin 
zuzurechnen sind.

Die  Behauptung der  Beschwerdeführerin,  Frau S. sei  bei  der  B. AG 
und bei der A. AG, nicht aber bei ihr angestellt gewesen, wurde von ihr 
nicht mit Nachweisen unterlegt, obwohl dies, wie die ESTV zu Recht 
anmerkt, ohne Schwierigkeiten möglich sein sollte (z.B. durch entspre-
chende  Kontoauszüge,  Lohnlisten,  Sozialversicherungsabrechnun-
gen).  Diese  Behauptung  ist  auch  widersprüchlich  zu  den  offenbar 
anlässlich der Kontrolle gemachten Angaben. In den ersten beiden EA 
vom 7. März 2003 wurde vermerkt, die Höhe der Leistungen würden 
"gem. Berechnungen und Besprechung mit Frau S." auf Fr. ... pro Jahr 
festgelegt.  Diese Aufrechnung erfolgte also aufgrund der Feststellung 
der ESTV anlässlich der Kontrolle sowie der damaligen Angaben von 
Frau S., welche offenbar nicht angegeben hat, für eine andere Toch-
tergesellschaft tätig zu sein. Angesichts des Verhaltens der Beschwer-
deführerin,  die  die  Aufrechnung vorerst  nicht  bestritten  hat  und ihre 
späteren  Behauptungen  zu  belegen  unterlassen  hat  (siehe  hierzu 
auch E. 5.2, 5.3), ist die Annahme der ESTV, dass die Leistungen der 
Beschwerdeführerin zuzurechnen sind, nicht zu beanstanden. 

Irrelevant ist im Übrigen das Vorbringen der Beschwerdeführerin, Frau 
S. habe  der  Y. kein  Honorar  verrechnet,  weil  ihr  Ehemann  als  Ver-
waltungsrat der Y. wesentliche Entschädigungen erhalte. Massgeblich 
ist,  ob  eine  entgeltliche  Leistung  zwischen  der  Y.  und  der Leis-
tungserbringerin, also wie soeben festgestellt der Beschwerdeführerin, 
bejaht werden kann. In Bezug auf die Frage der Entgeltlichkeit (E. 3.1) 

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ist  angesichts  der  fehlenden  Aufzeichnungen  –  was  das  Selbst-
veranlagungsprinzip verletzt  (E. 2.1)  – nicht  eruierbar,  ob vorliegend 
tatsächlich ein Entgelt  geleistet wurde. Da solche Arbeiten unter  un-
abhängigen  Dritten  üblicherweise  entgeltlich  erbracht  werden (zu 
diesem  Aspekt  s.a.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.264/2006  vom 
3. September 2008 E. 5.3) und aufgrund der pflichtwidrig unterlasse-
nen  Aufzeichnung  der  Leistungen  durfte  die  ESTV  unter  diesen 
Umständen von der für die Steuerbarkeit erforderlichen Entgeltlichkeit 
und dem steuerbare Leistungsaustausch ausgehen.

Die Buchhaltungs- und Administrationsleistungen von Frau S. können 
folglich der Beschwerdeführerin als Leistungserbringerin zugerechnet 
werden und sie waren von dieser zum Drittpreis zu versteuern.

7.4.2 Zu den Shareholder Activities und – falls  von einer Tochterge-
sellschaft  erbacht  –  zu  den  unter  die  3  Promill-Pauschale  fallenden 
Leistungen  zählt  auch  die  Konzernleitung,  soweit  sie  unentgeltliche, 
nicht  weiterfakturierbare  Tätigkeit  beinhaltet  (oben  E.  3.4.2).  Soweit 
der  Verwaltungsrat  der  Muttergesellschaft  selbst  die  Konzernleitung 
wahrnimmt,  kann  keine  Leistung  einer  Tochtergesellschaft  vorliegen 
und die Pauschale nicht zum Tragen kommen (E. 3.4.2). 

Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass die strategische Füh-
rung dem Verwaltungsrat  der Y. obliege. Er entscheide insbesondere 
über Erwerb und Verkauf von Beteiligungen und eine einheitliche Lei-
tung des Konzerns werde zudem durch Personalunion bei den Verwal-
tungsräten der Tochtergesellschaften erzielt. Der Verwaltungsrat der Y. 
sei personell so ausgestattet, dass er diese Funktionen wahrnehmen 
könne. Dessen Mitglieder würden auch entsprechend entschädigt. 

Die Angabe der Beschwerdeführerin, dass der Verwaltungsrat der Hol-
ding die strategische Führung inne hatte, kann als glaubwürdig gewer-
tet werden. Dies entspricht vorab schon der aktienrechtlichen Zustän-
digkeitsordnung.  Abgesehen  von  der  gemäss  Art. 716a  Abs.  1  OR 
zwingend  vom  Verwaltungsrat  der  Muttergesellschaft  auszuübenden 
Konzernoberleitung ist  dieser,  sofern keine Delegation erfolgte, auch 
für  die  darüberhinausgehenden Aufgaben im Bereich Konzernleitung 
zuständig (Art. 716 OR, Art. 716b OR; vorn E. 4.2). Die ESTV geht von 
einer Delegation von Konzernleitungsbefugnissen aus. Dabei geht ihr 
Hinweis auf Art. 716a Abs. 2 OR fehl, da dort die Delegation unter Ver-
waltungsratsmitgliedern geregelt wird. Sodann ist eine nach Art. 716b 
OR  formbedürftige  Delegation  der  weitergehenden  Konzernführung 

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vorliegend nicht ersichtlich und kann entgegen der Ansicht der ESTV 
nicht vermutet werden. Angesichts der beschränkten Zahl und der Sta-
bilität der Beteiligungen ist die Wahrnehmung der strategischen Füh-
rung durch die drei Verwaltungsräte glaubhaft. Insgesamt bestand der 
Konzern  (mit  den Unterbeteiligungen)  in  der  fraglichen Zeit  aus  drei 
bis fünf Tochtergesellschaften. Die Beteiligungen erfuhren wenig Ver-
änderungen (...).  Dass  die  im Zusammenhang mit  der  von der  Pau-
schale erfassten "Verwaltung von Beteiligungen" und der Konzernstra-
tegie  stehenden  erforderlichen  Entscheide  vom Verwaltungsrat  nicht 
nur  gefällt  (was  weitgehend,  nämlich  bei  Entscheiden  betreffend 
Konzernoberleitung, sowieso nicht delegierbar wäre, E. 4.2), sondern 
auch (was delegierbar wäre) vorbereitet und umgesetzt wurden, ist bei 
diesen Gegebenheiten nicht unglaubwürdig. Diesbezüglich ist auch zu 
erwähnen,  dass  im  Jahr  2001  und  2002  höhere  Rechts-  und  Bera-
tungsaufwände anfielen (die teilweise im Rahmen der Pauschale als 
Drittleistungen  abgezogen  wurden,  oben  E. 7.1).  Im  Übrigen  ist 
plausibel  und  entspricht  der  erläuterten  (wenn  auch  teilweise 
dispositiven)  handelsrechtlichen  Kompetenzverteilung,  dass  die  drei 
Personen diese Konzernleitungstätigkeiten gerade in ihrer Funktion als 
Verwaltungsräte der Holding ausübten und nicht etwa in ihrer Stellung 
als Verwaltungsräte oder Geschäftsleiter einer Tochtergesellschaft. 

Wenig relevant  ist  für  diese Überlegungen im Übrigen die Höhe der 
Verwaltungsratsentschädigungen, da die drei Verwaltungsräte als (ein-
zige)  Aktionäre  anderweitige  wirtschaftliche  Vorteile  aus  der  Gesell-
schaft ziehen konnten. Zudem kann nicht gesagt werden, die Honorare 
(Fr. ... im Jahr 2002) seien offensichtlich zu niedrig, um die Leistungen 
betreffend Konzernführung einigermassen abzugelten. 

Ferner ist möglich, wenn auch nicht zwingend, dass der Verwaltungs-
rat für administrative Arbeiten im Zusammenhang mit der Konzernlei-
tung  auf  personelle  Unterstützung zurückgegriffen  hat.  Wie  erläutert 
wurden gewisse Administrativaufgaben auch tatsächlich von der  Be-
schwerdeführerin erbracht (oben E. 7.4.1). Dass sie abgesehen davon 
im Zusammenhang mit der Konzernführung Leistungen erbracht hätte, 
ist aus keinerlei Anhaltspunkt ersichtlich und die für den Bestand von 
steuerbaren Leistungen beweisbelastete ESTV (E. 5.1) vermochte ihre 
Vermutungen nicht zu belegen. 

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7.4.3 Auch im Hinblick auf die übrigen von der Pauschale abgedeck-
ten  Leistungen  ist  eine  Erbringung  seitens  der  Beschwerdeführerin 
nicht erstellt.

Von der Pauschale erfasst sind auch Vermögensverwaltungsleistungen 
im (engeren) Sinn der Wertschriftenverwaltung und -verwahrung bzw. 
der Vermögensanlage (oben E. 3.4.3). Die Y. besitzt jedoch neben den 
Beteiligungen keine Vermögenswerte, die einen bedeutenden Verwal-
tungs-  oder  Anlageaufwand  hätten  hervorrufen  können,  namentlich 
weist sie in ihrem Umlaufvermögen keine Wertschriften aus (act. 11 f., 
act. 24 f.). Dies unterscheidet die Situation bei der Y. massgeblich von 
jener anderer Holdinggesellschaften, die häufig neben den Beteiligun-
gen  über  beträchtliche  Vermögenswerte  (namentlich  Wertschriften) 
verfügen, die (was von der Pauschale berücksichtigt wird) zu verwalten 
und anzulegen sind.

Weitere für den Betrieb der Holding selbst erforderliche Leistungen lie-
gen etwa in der Organisation der Generalversammlung, in den Bezie-
hungen zu den Aktionären und in den Veröffentlichungspflichten (oben 
E. 3.4.2/3). Diesbezüglich konnten nur geringe Aufwände anfallen, da 
(nach unwidersprochenen Angaben der Beschwerdeführerin) nur drei 
Aktionäre der Y. existierten,  welche gleichzeitig deren Verwaltungsrat 
bildeten. Entsprechende Leistungen könnten,  falls  nicht  vom Verwal-
tungsrat der Holding selbst erledigt, ohne Weiteres unter die Admini-
strationsleistungen fallen, die Frau S. erbracht hat (E. 7.4.1). 

7.4.4 Zur Begründung, weswegen sie die Beschwerdeführerin für die 
unter  die  3  Promill  Pauschale  fallenden  Leistungen als  Leistungser-
bringerin betrachtet, bringt die ESTV lediglich vor, dass der überprü-
fende Inspektor vor Ort  habe feststellen können, dass diese Leistun-
gen (womit wohl sämtliche unter die Pauschale fallenden Leistungen 
gemeint sind) von der Beschwerdeführerin erledigt worden seien, wel-
che die einzige gewesen sei, die über die dafür benötigte Infrastruktur 
verfügt habe (Vernehmlassung Ziff. 2.1 in fine). Diese "Feststellungen 
des Inspektors" sind nicht dokumentiert und auch nicht in einer Akten-
notiz festgehalten. Zudem bezog sich diese Feststellung ursprünglich 
(nur) auf die Managementleistungen (vgl. Einspracheentscheide Ziff. 5 
in fine) und nicht auf die mit der 3 Promill-Pauschale aufgerechneten 
Leistungen. 

Insgesamt ist nicht ersichtlich und wurde von der zum Nachweis eines 
mehrwertsteuerlichen  Leistungsaustauschs  beweisbelasteten  ESTV 

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(E. 5.1) weder bewiesen noch nachvollziehbar dargelegt,  dass die Y. 
abgesehen von den administrativen Arbeiten und der Buchhaltung (E. 
7.4.1), den nach den glaubwürdigen Angaben der Beschwerdeführerin 
vom Verwaltungsrat der Holding selbst wahrgenommenen Tätigkeiten 
(insbes.  E.  7.4.2)  sowie  den  von  dritter  Seite  bezogenen  "Be-
ratungsleistungen"  (E. 7.1)  auf  weitere  unter  die  Pauschale  fallende 
Leistungen angewiesen war und diese überdies von der Beschwerde-
führerin bezogen wurden. Die Beweiswürdigung ergibt, dass (abgese-
hen von Administrations- und Buchführungsleistungen) keine Leistun-
gen der Beschwerdeführerin an die Y. im Sinn der 3 Promill Pauschale 
erstellt sind. 

7.5 Zu besteuern  sind damit  bei  der Beschwerdeführerin  nur die ihr 
zuzurechnenden, von Frau S. erbrachten, Buchhaltungs- und Admini-
stativleistungen (E. 7.4.1). Die Anwendung der 3 (bzw. 2) Promill Pau-
schale ist unter den gegebenen Umständen nicht gerechtfertigt, denn 
diese  erfasst  eine  Vielzahl  weiterer  Leistungen,  deren  Erbringung 
durch die Beschwerdeführerin wie soeben erläutert nicht erstellt ist. 

Folglich muss der Drittpreis der fraglichen Leistungen – mangels Auf-
zeichnungen  –  aufgrund  einer  anderen  Methode  geschätzt  werden. 
Dies hat  die ESTV anlässlich der  Ausstellung der  ersten beiden EA 
vom 7. März 2003 (Nr. 119'645/6) jedoch bereits getan. Aufgrund der 
Angaben der Beschwerdeführerin bzw. von Frau S. wurden die Buch-
haltungs- und Administrationsleistungen auf einen Wert von Fr. ... pro 
Jahr geschätzt.  Zwar wurden die ersten beiden EA durch den Erlass 
der  späteren  EA  Nr.  119'667/8  wieder  korrigiert.  Diese  Korrektur 
erfolgte  aber  soweit  ersichtlich  nicht,  weil  die  ESTV  die  Schätzung 
bezogen auf die Buchhaltungs- und Administrationsleistungen als nicht 
richtig befunden hätte, sondern weil sie – wie gesehen zu Unrecht – 
später davon ausging, dass noch weitere Leistungen erbracht worden 
sind,  weswegen sie eine umfangreichere Aufrechnung anhand der 3 
bzw. 2 Promill  Pauschale vorgenommen hat. Vorliegend besteht  kein 
Grund zur Annahme, dass die Schätzung der ESTV nur bezogen auf 
die  Buchhaltungs-  und  Administrationsleistungen  im  Rahmen  der 
ersten EA nicht  sachgerecht  war. Die Nachforderungen gemäss den 
ersten beiden EA Nr. 119'645/6 im Umfang von Fr. ... und Fr. ... können 
damit  bestätigt  werden  und  sie  wurden  zu  Recht  (zudem  ohne 
Vorbehalt,  was aber  unter  diesen  Umständen  irrelevant  ist)  bezahlt. 
Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen.

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Die darüber hinausgehenden unter Anwendung der 3 (bzw. 2) Promill 
Pauschale erfolgten Aufrechnungen sind hingegen wie erläutert  nicht 
rechtens und aufzuheben. Die Beschwerde ist folglich im Umfang der 
die Konzernführungsleistungen betreffenden Nachforderungen gemäss 
den beiden EA Nr. 119'667/8 vom 23. Mai 2003 (unter Abzug der Auf-
rechnungen  von  Fr.  ...  und  Fr.  ...  mittels  der  ersten  beiden  EA) 
gutzuheissen. Es handelt sich um Steuerbeträge von Fr. ... (...) für die 
Zeit 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 und Fr. ... (...) betreffend die 
Steuerperioden 1. Quartal 2001 bis 4. Quartal 2002 (zu diesen Beträ-
gen  siehe  Beilage  1  zu  den  EA  Nr.  119'667/8  und  Einsprache-
entscheide Ziff. 4.2).

8.

8.1 Die  ESTV unterstellt  zum Andern,  die  Beschwerdeführerin  habe 
der  Y.  Managementleistungen  erbracht.  Der  zu  besteuernde  Wert 
wurde  von der  ESTV unter  Anwendung  der  Pauschale  in  Ziff.  7.6.3 
Bst. b SB Kürzung (vorn E. 3.3.2) anhand der Höhe der von der Y. von 
den  verschiedenen  Tochtergesellschaften  eingenommenen  (und 
verbuchten) Management Fees bestimmt.

Unbestritten ist,  dass die Holding ihren Tochtergesellschaften in den 
Jahren 1999 bis  2002 Managementleistungen erbracht  und entspre-
chend  Management  Fees  eingenommen  hat,  welche  pro  Jahr  zwi-
schen  rund  Fr.  ...  und  Fr. ...  lagen  (vgl.  Beilage  1  zu  den  EA  Nr. 
119'677/8; Beschwerdebeilage 21; act. 11, 12, 24, 25). Im Jahr 1998 
nahm die Y. keine Management Fees ein, so dass für dieses Jahr auch 
keine  Aufrechnung  erfolgte.  Umstritten  ist,  wer  die 
Managementdiestleistungen,  da  die  Y. kein  Personal  angestellt  hat, 
effektiv  erbracht  hat.  Die  Beschwerdeführerin  bestreitet  Leistungser-
bringerin zu sein, indem sie einerseits behauptet, dass die drei Verwal-
tungsräte der Holding die Managementleistungen erbracht hätten und 
andererseits  auf  die  Tatsache  verweist,  dass  auch  noch  andere 
Tochtergesellschaften diese hätten erbringen können. 

8.2 Es ist somit als Erstes zu prüfen, ob angenommen werden kann, 
dass der Verwaltungsrat der Holding die Managementleistungen selbst 
erbracht hat. 

Anders als bei der Konzernleitung,  die hauptsächlich der konzernlei-
tenden Gesellschaft dient (E. 3.4.2) und bei der es plausibel und zum 
Teil  sogar  zwingend  ist,  dass  deren  Verwaltungsrat  sie  wahrnimmt 

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(hierzu E. 4.2, 7.4.2), scheint die behauptete Erbringung von Manage-
mentleistungen durch die Verwaltungsräte der Muttergesellschaft eher 
atypisch und kann nicht  vermutet  werden. Der  ESTV ist  auch zuzu-
stimmen, dass es in praktischer Hinsicht und bei den vorliegenden Ge-
gebenheiten  unglaubwürdig  ist,  dass  die  drei  Verwaltungsräte  diese 
Leistungen (allein) erbracht haben. Die Angabe der Beschwerdeführe-
rin,  die  Höhe der  Verwaltungsratshonorare  stünde mit  der  Höhe  der 
Management Fees in Verbindung, eignet sich zur Stützung ihrer Dar-
stellung nicht, da diese Honorare bereits die übliche Tätigkeit des Ver-
waltungsrats im Rahmen der Leitung der Holding sowie des Konzerns 
entschädigen  sollen  (hierzu  E.  7.4.2),  weswegen  wenig  glaubwürdig 
ist, dass die Honorare von insgesamt ca. Fr. ... in den Jahren 1999 bis 
2001  und  Fr. ...  im  Jahr  2000  darüberhinaus  auch  die  Mana-
gementleistungen  abgelten  sollten.  Ansonsten  unterlässt  die  Be-
schwerdeführerin  weitere  Erläuterungen,  die  das  Vorbringen  zumin-
dest  nachvollziehbar  erscheinen liessen. Beispielsweise  wird  die  Art 
der  erbrachten  Managementleistungen  nicht  präzisiert  oder  erklärt, 
welcher der drei Verwaltungsräte welche spezifischen Aufgaben über-
nahm, ob und inwiefern diese über das dafür nötige Know-How verfüg-
ten, wieviel Zeit  sie dafür aufgewendet haben usw. Ferner waren die 
drei Verwaltungsräte der Y. gleichzeitig Verwaltungsräte und Geschäfts-
leiter  der Beschwerdeführerin  sowie der anderen Tochtergesellschaf-
ten. Selbst unter der Annahme, dass tatsächlich die drei Personen die 
Leistungen erbracht hätten, wäre im Übrigen nicht bekannt, ob sie dies 
in  ihrer  Funktion  als  Verwaltungsräte  der  Holding  getan  haben  und 
nicht  vielmehr,  was  zumindest  ebenso  plausibel,  wenn  nicht  wahr-
scheinlicher erscheint (wiederum anders als bei den Konzernführungs-
leistungen, siehe E. 7.4.2 4. Absatz), als Geschäftsleiter einer Tochter-
gesellschaft.  Die  unbelegte  Darstellung  der  Beschwerdeführerin  ist 
insgesamt nicht plausibel und dieser kann nicht gefolgt werden. 

8.3 Folglich  mussten  die  Managementleistungen  mangels  eigenem 
Personal der Y. von einer von ihr (direkt oder indirekt) gehaltenen Kon-
zerngesellschaft erbracht worden sein (dass sie nicht von dritter Seite 
bezogen  wurden,  ist  unstrittig).  Die  ESTV erläutert  (wenn  auch  wie 
erwähnt  ohne  Nachweis),  der  überprüfende  Inspektor  habe  vor  Ort 
feststellen können, dass diese Leistungen von der Beschwerdeführerin 
erledigt worden seien, nur sie verfüge über hierfür nötige Räumlichkei-
ten,  Mittel  und  Personal  (Einspracheentscheide  Ziff.  5  in  fine,  Ver-
nehmlassung Ziff. 2.1 in fine). Die Beschwerdeführerin hält entgegen, 
die ESTV berücksichtige nicht, dass die Y. noch weitere Gesellschaften 

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kontrolliere,  welche potenziell  im  Stande  gewesen  wären,  die  ange-
nommenen  Leistungen  zu  erbringen.  Weshalb  diese  von  der  Be-
schwerdeführerin  und  nicht  von  einer  anderen  Konzerngesellschaft 
geleistet würden, bleibe von der ESTV unerwähnt (Beschwerde S. 25 f. 
bzw. S. 27 f.).

Für die Existenz eines Leistungsaustauschs und die Identität des Leis-
tungserbringers ist zwar die ESTV beweisbelastet (E. 5.1). In die Be-
weiswürdigung  ist  aber  auch  die  Begründung  dieses  Vorbringens 
durch die Beschwerdeführerin und ihr Verhalten im Verlauf des Verfah-
rens und bei der Sachverhaltsermittlung einzubeziehen (E. 5.2, 5.3). 

Das Verhalten der Beschwerdeführerin  weist  einerseits  Widersprüch-
lichkeiten auf: Das fragliche Argument vertritt sie erstmals in der Be-
schwerde. In ihren Eingaben an die ESTV hat sie sich nur gegen die 
Bemessung der Managementleistungen gewehrt  und nicht bestritten, 
Leistungserbringerin  zu  sein. Es kommt hinzu,  dass  dieser  Einwand 
auch in der Beschwerde selbst quasi eine Eventual-Sachverhaltsdar-
stellung ist, die dem Hauptstandpunkt, die drei Verwaltungsräte der Y. 
hätten die Leistungen erbracht (soeben E. 8.2), widerspricht. 

Andererseits  ist  der  Beschwerdeführerin  mangelnde Kooperation  bei 
der  Klärung  des  Sachverhalts  vorzuwerfen.  In  Konzernverhältnissen 
sind die Konzerngesellschaften regelmässig (einzige) Informationsträ-
ger der relevanten Tatsachen. Werden wie vorliegend die innerhalb des 
Konzerns  erbrachten  steuerbaren  Leistungen  (welche  als  solche  er-
stellt  sind: vorn E. 8.1, 8.2) pflichtwidrig nicht fakturiert  und verbucht 
und auch sonst nicht aufgezeichnet und durch die involvierten Parteien 
der ESTV gegenüber nicht offengelegt, liegt es in der Natur der Sache, 
dass der ESTV der Beweis des Leistungserbringers schwer fällt (s.a. 
vorn  E.  5.2).  Kommt  dann  noch  die  Tatsache  hinzu,  dass die  Be-
schwerdeführerin die Leistungserbringung im Verfahren vor der ESTV 
noch nicht in Abrede gestellt hat, weswegen die ESTV keine Veranlas-
sung  hatte,  diesbezüglich  weitere  Abklärungen  vorzunehmen  oder 
Auskünfte einzuholen, kann der ESTV nicht vorgeworfen werden, ihre 
Beweislast ignoriert  zu haben. Da die Beschwerdeführerin in der Be-
schwerde neu vorträgt,  eine andere Tochtergesellschaft  könnte Leis-
tungserbringerin sein, wäre es an ihr, im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens ihrer Auskunfts- und Mitwirkungspflicht (oben E. 2.1) nachzu-
kommen und das neu vorgebrachte Sachverhaltselement zu belegen 
oder zumindest (da sie im Prinzip nicht beweisbelastet ist) plausibel zu 

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machen. Hiervon kann jedoch keine Rede sein. Dem in der Beschwer-
de vorgetragenen Argument fehlt jegliche Substanz. Es wird ohne Prä-
zisierungen,  von  Belegen  ganz  zu  schweigen,  lediglich  angedeutet, 
auch eine andere Tochtergesellschaft  hätte die Leistungen erbringen 
können, ohne dass behauptet würde, dies sei tatsächlich der Fall ge-
wesen. Erst recht wird die in Frage kommende andere  Tochtergesell-
schaft nicht bezeichnet. 

Das widersprüchliche Verhalten der Beschwerdeführerin  im Lauf  des 
Verfahrens,  ihre  mangelhafte  Mitwirkung  bei  der  Sachverhaltsabklä-
rung und die unsubstantiierte Begründung in der Beschwerde sind in 
die Beweiswürdigung einzubeziehen (E. 5.2, 5.3; zu den weiteren mö-
glichen Konsequenzen solchen Verhaltens, das – was vorliegend nicht 
nötig ist – sogar zur Umkehr der Beweislast führen könnte, vgl. E. 5.2). 
Die  "Andeutung",  eine  andere  Tochtergesellschaft  hätte  ebensogut 
Leistungserbringerin gewesen sein können, ist insgesamt als unglaub-
würdig einzustufen und verdient unter den gegebenen Umständen kei-
nen Rechtsschutz. Die ESTV durfte, auch wenn die Beweislast bei ihr 
liegt,  in  dieser  Situation auf  Indizien abstellen  (E. 5.2,  5.3)  und ihre 
gestützt  darauf  vorgenommene Qualifikation  der  Beschwerdeführerin 
als Erbringerin der Managementleistungen ist nicht zu beanstanden. 

8.4 Ferner behauptet die Beschwerdeführerin (ebenfalls ohne weitere 
Angaben), dass die Y. ihr für die von der ESTV behaupteten Leistun-
gen kein Entgelt  entrichtet  habe, womit  keine entgeltliche und damit 
keine steuerbare Leistung bestehe. Auch bei Leistungen innerhalb des 
Konzerns ist  grundsätzlich ein Leistungsaustausch unabdingbare Vo-
raussetzung einer Besteuerung (vorn E. 3.1). Wiederum ist aber zu be-
rücksichtigen,  dass  die  Leistungen  an  die  Y. unter  Verletzung  des 
Selbstveranlagungsprinzips  weder  fakturiert,  noch  verbucht,  noch 
sonstwie aufgezeichnet wurden. Es kann, was den im Konzern Betei-
ligten anzulasten ist, von vornherein nicht eruiert werden, ob allenfalls 
tatsächlich ein Entgelt erbracht wurde. Vorliegend handelt es sich je-
denfalls um Leistungen, die unter Dritten üblicherweise nicht gratis er-
bracht  werden  (hierzu  auch Urteil  des  Bundesgerichts  2A.264/2006 
vom 3. September  2008 E. 5.3),  das  Gegenteil  macht  auch  die  Be-
schwerdeführerin nicht geltend. Unter diesen Umständen ist von einer 
entgeltlichen  Leistung  auszugehen (siehe  schon vorstehend E. 7.4.1 
vorletzter  Absatz),  was  auch  die  Tatsache  der  Weiterfakturierung 
dieser  Leistungen  durch  die  Y. an  die  Tochtergesellschaften  anhand 
der Verrechnung von Management Fees illustriert.

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8.5 Können die Managementleistungen der Beschwerdeführerin zuge-
rechnet werden und bestanden steuerbare Leistungen an die Y., kom-
men im Rahmen der Bemessung Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV bzw. 
Art. 33  Abs. 2  Satz  3  MWSTG zum Tragen,  wonach  die  Leistungen 
zum Drittpreis zu versteuern sind. Mangels Aufzeichnungen war eine 
Schätzung durch die ESTV zulässig (vorn E. 2.2, 3.2 sowie 6.2). Die 
Beschwerdeführerin hält die von der ESTV angewendete Methode zur 
Ermittlung  des  Werts  konzerninterner  Managementleistungen  nach 
Ziff. 7.6.3 Bst. b der SB Kürzung (vorn E. 3.3.2) für unangemessen.

Die ESTV legte in den Einspracheentscheiden dar, die fragliche Me-
thode beruhe auf der Wiederverkaufspreismethode. Bei dieser sei der 
Preis massgeblich, zu welchem die bei einem Nahestehenden bezoge-
ne Dienstleistung an einen unabhängigen Abnehmer weiterveräussert 
wird. Von diesem  werde  sodann  eine  angemessene  Handelsspanne 
von 5% abgezogen, welche die Kosten und den Gewinn des Wieder-
verkäufers (Holding) decken solle. Der Restbetrag könne als Fremdp-
reis für den ursprünglichen Verkauf angesehen werden. 

8.5.1 Vorab  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  diese  Pauschale  vom 
Bundesverwaltungsgericht  bereits  grundsätzlich  geschützt  und  als 
sachgerecht  beurteilt  wurde  (Urteile  des  BVGer  A-1355/2006  und 
A-1356/2006 vom 21. Mai 2007 E. 4.2).

8.5.2 Die Beschwerdeführerin verweist  unter  anderem auf  die unter-
schiedliche Bezeichnung der Methode durch die ESTV. Es trifft  zwar 
zu, dass die Methode in den Entscheiden vom 5. November 2003 als 
Kostenaufschlagsmethode  (Cost  plus  Methode)  bezeichnet  wurde. 
Dass dies unzutreffend ist,  ergibt  sich jedoch schon aus der Ausge-
staltung der Formel (Ziff. 7.5.3 Bst. b, vorn E. 3.3.2), die nicht von den 
Kosten des Leistungserbringers ausgeht. Vielmehr handelt es sich um 
die  Wiederverkaufsmethode,  welche  auf  dem  Entgelt  (Management 
Fees)  basiert,  das  die  Holding  im  Rahmen  der  Weiterfakturierung 
dieser Leistungen von den Tochtergesellschaften erhält. Die Kritik der 
Beschwerdeführerin  im Zusammenhang  mit  der  angeblich  angewen-
deten Kostenaufschlagsmethode schlägt folglich nicht durch.

8.5.3 Gegen  die  Verwendung  der  Wiederverkaufsmethode  kann 
grundsätzlich nichts eingewendet werden. Gerade im vorliegenden Fall 
handelt  es sich um die einzige praktikable Ermittlungsart,  da andere 
Bemessungsgrössen  (etwa  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin)  gar 

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nicht  bekannt  sind  (vgl.  auch  die  zutreffenden  Ausführungen  in 
Ziff. 5.1.1 der Einspracheentscheide). 

Die  Beschwerdeführerin wendet  sich  denn  auch  nicht  grundsätzlich 
gegen die Wiederverkaufsmethode als  solches, sondern sie kritisiert 
(explizit) nur, dass die Pauschale eine angenommene Wertschöpfung 
in der Höhe von 5% heranzieht. Die ESTV hat sich, wie sie in der Ver-
nehmlassung ausführt, bei der Festsetzung der Marge (von 5%) an der 
bei den direkten Steuer angewandten Kostenaufschlagsmethode bzw. 
dem  dort  verwendeten  Satz  orientiert.  Die  Beschwerdeführerin  wirft 
der ESTV vor, dabei auszublenden, dass sich dieser Ansatz bei den 
direkten  Steuern  nach  Berücksichtigung  sämtlicher  Kosten,  wie 
Steuern und Sockelsteuern, berechne. Die ESTV vernachlässige diese 
Komponenten. Die ESTV stelle  selber fest,  dass die Handelsspanne 
von 5% "die Kosten und den Gewinn"  des Wiederverkäufers decken 
sollte. Der Ansatz sei unangemessen. Die Beschwerdeführerin scheint 
also der Ansicht zu sein, die Marge von 5% sei zu niedrig, weil damit 
die Kosten der Holding nicht gedeckt würden. Da die Methode davon 
ausgeht, dass die eingenommenen Management Fees (105%) minus 
5% den Wert  der  von der  Tochtergesellschaft  erbrachten Leistungen 
ergeben, trifft  zwar zu, dass in den 5% theoretisch nicht nur ein Ge-
winn, sondern auch allfällige Kosten der Holding enthalten sein müss-
ten. Nun ist aber zu beachten, dass die Pauschale (wie der vorliegen-
de Fall illustriert) hauptsächlich angewendet wird, wenn eine Holding 
kein Personal hat und sie die bezogenen Leistungen tel quel weiterfak-
turiert. Dabei kommt es auf der Ebene der Holding kaum zu bedeuten-
den  Kosten  und  bei  dem Holdingprivileg  unterstehenden  Holdingge-
sellschaften in der Regel auch zu keinen namhaften Steuern. Die Be-
schwerdeführerin  macht  denn  auch  keine  konkreten  Kosten  geltend 
und begründet nicht, weswegen der Wert von 5% für die Situation bei 
der Holding zu niedrig sein soll. Der Einwand ist im vorliegenden Fall 
nicht  stichhaltig. Weitere Beanstandungen in Bezug auf die Methode 
werden nicht erhoben. 

8.5.4 Generell  ist  daran zu erinnern,  dass die Pauschale wie vorlie-
gend nur zum Zug kommt, wenn die Leistungen nicht zum Drittpreis 
fakturiert  wurden und über diese genügende Aufzeichnungen fehlen. 
Die  ESTV darf,  wenn  sie  den  mutmasslichen  Drittpreis  (als  Schätz- 
bzw. Vergleichswert, oben E. 3.2) schätzen muss, auf Erfahrungswerte 
abstellen und eine schematische Formel herausschälen (vgl. Urteil des 
BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 4.4, 2.2). Eine solche 

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Methode  ist  zwangsläufig  mit  Ungenauigkeiten  behaftet  (vgl.  auch 
E. 4.4.1, 4.4.2 des zitierten Urteils). Die Beschwerdeführerin hat den 
ihr obliegenden Nachweis, dass die Pauschale zu einem offensichtlich 
falschen Ergebnis führt (vorn E. 2.2), nicht erbracht. Sie versucht auch 
nicht aufzuzeigen, was ein realistischer Drittpreis (Marktpreis) für die 
erbrachten Leistungen wäre. Die Schätzung der ESTV ist  folglich zu 
bestätigen.

8.6 Die Beschwerdeführerin verlangt in ihrer Replik in Bezug auf die 
Aufrechnung der Managementleistungen die Anwendung von Art. 45a 
MWSTGV  sowie  von  Ziff.  2.7  der  zugehörigen  Praxismitteilung  der 
ESTV vom 27. Oktober  2006 "Behandlung von Formmängeln". Auch 
die  ESTV beantragt  die  teilweise  Gutheissung  gestützt  auf  Art.  45a 
MWSTGV und die fragliche Praxisbestimmung. 

8.6.1 Der  rückwirkenden  Anwendung  von  Art.  45a  MWSTGV  steht 
nach der Rechtsprechung nichts  im Weg (vgl. statt  vieler: Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_614/2007  vom 17. März  2008  E.  3.5;  Urteil  des 
BVGer A-1438/2006 vom 11. Juni 2007 E. 3.3). 

8.6.2 Nach Art. 45a MWSTGV wird aufgrund von Formmängeln keine 
Steuernachforderung  erhoben,  wenn  erkennbar  ist  oder  die  steuer-
pflichtige  Person  nachweist,  dass  durch  die  Nichteinhaltung  einer 
Formvorschrift  des  Gesetzes  oder  der  Verordnung für  die  Erstellung 
von Belegen für den Bund kein Steuerausfall entstanden ist.

Art. 45a MWSTGV ist aufgrund des klaren Wortlauts einzig bei Vor-
liegen  von  Formmängeln  anwendbar.  Formvorschriften  in  Gesetz, 
Verordnungen und Verwaltungspraxis sollen nicht  überspitzt  forma-
listisch,  sondern  pragmatisch angewendet  werden. Es  soll  vermie-
den  werden,  dass  das  Nichteinhalten  von  Formvorschriften  zu 
Steuernachbelastungen  führt.  Gesetzliche  Vorschriften  oder  selbst 
die  Verwaltungspraxis  der  ESTV  werden  dadurch,  wie  von  der 
Rechtsprechung wiederholt  festgestellt,  nicht aufgehoben. Sie blei-
ben vielmehr gültig und sind von den Steuerpflichtigen zu beachten. 
Materiellrechtliche Vorschriften oder materiellrechtliche Mängel blei-
ben  folglich  von  Art. 45a  MWSTGV  unberührt  (Urteile  des  BVGer 
A-1524/2006  vom 28. Januar  2008  E. 3.3.2;  A-1352  vom 25. April 
2007 E. 6; A-1476/2006 vom 26. April  2007  E. 5.2.2;  A-1438/2006 
und 1437/2006 vom 11. Juni 2007 E. 3.3; A-1476/2006 vom 26. April 
2007  E.  5.2.2,  bestätigt  durch  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_263/2007 vom 24. August 2007 E. 5.2).

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8.6.3 Vorliegend  beruhen  die  Nachforderungen  der  ESTV  nicht  auf 
einem  blossen  Formfehler  der  Beschwerdeführerin,  sondern  darauf, 
dass diese ihre konzerninternen,  und nach den vorstehenden Erwä-
gungen auf  steuerbaren Leistungsaustauschen beruhenden Manage-
mentleistungen  in  gesetzeswidriger  Weise  nicht  der  Mehrwertsteuer 
unterstellt hat. Sie hat die steuerbaren Leistungen nicht fakturiert, bei 
der ESTV nicht deklariert und auf diesen die Mehrwertsteuer nicht ab-
geliefert  und  damit  gegen  grundlegende  Vorschriften  des  Mehrwert-
steuerrechts  verstossen  (namentlich  Art.  37  f.  MWSTV,  Art.  46  f. 
MWSTG, vorn E. 2.1). Dabei handelt es sich um materielle Fehler. Ist 
die Voraussetzung des Formmangels nicht gegeben, kommt Art. 45a 
MWSTGV nicht zum Tragen. Die zweite Voraussetzung dieser Bestim-
mung, nämlich das Nichtvorliegen eines Steuerausfalls, braucht damit 
nicht geprüft zu werden. 

8.6.4 In  Ziff. 2.7  der  genannten Praxismitteilung hält  die  ESTV fest, 
dass konzerninterne Dienstleistungen in Rechnung zu stellen sowie zu 
verbuchen und zu versteuern sind. Neu könne für die rückliegende Zeit 
auf die nachträgliche Fakturierung, Verbuchung und Versteuerung ver-
zichtet werden, wenn irrtümlich keine Fakturierung erfolgte und sofern 
der Leistungsbezüger zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Auch Ziff. 2.7 der Praxismitteilung kann nicht als erfüllt gelten, da nicht 
von einer "irrtümlich" unterlassenen Fakturierung gesprochen werden 
kann, wenn in einem Konzern steuerbare Leistungen nicht der Mehr-
wertsteuer  unterstellt  werden. Zudem könnte  Ziff. 2.7  der  –  sich  auf 
Art. 45a MWSTGV stützenden – Praxismitteilung allein ohnehin nicht 
zu einem Verzicht auf die Besteuerung führen, wenn die Voraussetzun-
gen von Art. 45a MWSTGV nicht erfüllt sind. Verwaltungsverordnungen 
dürfen keine von der gesetzlichen Ordnung abweichende Bestimmun-
gen enthalten (hierzu ausführlich und mit  Hinweisen:  BVGE 2007/41 
E. 3.3, 7.4.2). Ist kein Formfehler gegeben und Art. 45a MWSTGV da-
mit nicht anwendbar, kann auch die Praxismitteilung der ESTV, die der 
Auslegung dieser Bestimmung dienen soll  und nur Beispiele wieder-
gibt,  die  nach  Ansicht  der  ESTV zu  einer  Anwendung  von Art.  45a 
MWSTGV führen können (siehe S. 2 in fine der Praxismitteilung), nicht 
dazu führen, dass von einer Besteuerung abzusehen wäre. 

8.7 Die  Nachforderungen  der  ESTV in  Bezug auf  die  Management-
leistungen  sind  folglich  zu  bestätigen  und  die  Beschwerde  insofern 
abzuweisen.

Seite 38

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9.
Dem  Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde  teilweise  gutzuheissen 
(E. 7), im Übrigen aber abzuweisen. Die Gutheissung betrifft Steuerbe-
träge von Fr. ... für die Zeit vom 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 
und Fr. ... für die Steuerperioden 1. Quartal 2001 bis 4. Quartal 2002 
(E.  7.5  in  fine).  Die  Beschwerdeführerin  dringt  mit  ihren  Anträgen 
folglich nur zu einem sehr geringen Teil  durch.  Die Verfahrenskosten 
des  Beschwerdeverfahrens  von  Fr. 5'000.--  (Art. 4  des  Reglements 
vom 28. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  werden  ihr 
deswegen vollumfänglich auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit den 
geleisteten  Kostenvorschüssen  von  total  Fr. 5'000.--  verrechnet.  Der 
Beschwerdeführerin  als  teilweise  obsiegende  Partei  steht  eine 
reduzierte Parteientschädigung von Fr. 500.-- zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG 
bzw. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Verfahren A-1501/2006 und A-1502/2006 werden vereinigt.

2.
Die Beschwerde wird im Sinn der Erwägungen im Umfang von  Fr. ... 
betreffend die Steuerperioden 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 und 
Fr.  ...  betreffend  die  Steuerperioden  1. Quartal  2001  bis  4.  Quartal 
2002 gutgeheissen.

3.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

4.
Die Verfahrenskosten werden der Beschwerdeführerin im Umfang von 
Fr. 5'000.-- auferlegt und mit  den geleisteten Kostenvorschüssen von 
insgesamt Fr. 5'000.-- verrechnet. 

5.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von Fr. 500.-- auszurichten.

Seite 39

A-1501/2006

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus Metz Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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