# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ba84d44-f244-55de-a41f-dc806ba26226
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-05-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.05.2022 C-1409/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1409-2019_2022-05-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1409/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  M a i  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richterin Regina Derrer,   

Gerichtsschreiberin Tanja Jaenke. 
 

 
 

Parteien 
 1. Hôpital fribourgeois - freiburger spital HFR,  

2. A._______,  

c/o HFR Fribourg, Postfach, 1708 Fribourg,  

beide vertreten durch Prof. Dr. iur. Isabelle Häner,  

Rechtsanwältin, und Dr. iur. Livio Bundi, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über 

die hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan), 

vertreten durch lic. iur. Andrea Gysin, Advokatin,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 HSM, Zuteilung der Leistungsaufträge  

(Bereich Oesophagusresektion);  

Beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 

und Verfügung des HSM-Beschlussorgans vom 17. April 

2019. 

C-1409/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Im Bereich der hochspezialisierten Medizin (nachfolgend HSM) haben 

die Kantone zur gemeinsamen Planung die Interkantonale Vereinbarung 

über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM) vom 14. März 2008 abge-

schlossen.  

A.b Mit Beschluss vom 4. Juli 2013, publiziert im Bundesblatt am 10. Sep-

tember 2013 (BBl 2013 6792), hat das Beschlussorgan der IVHSM (nach-

folgend HSM-Beschlussorgan oder Vorinstanz) diversen Leistungserbrin-

gern definitive vierjährige und provisorische zweijährige Leistungsaufträge 

für den Bereich der Oesophagusresektion erteilt. Gleichzeitig wurden alle 

berücksichtigten Leistungserbringer insbesondere zur vollständigen Erfas-

sung aller Oesophagusresektionen im HSM-Bereich in der SGVC/AQC-Kli-

nikstatistik verpflichtet, damit diese künftig für ein systematisches Bench-

marking der Spitäler sowie die Neubeurteilung der Leistungsaufträge ver-

wendet werden könne. Dem Hôpital fribourgeois - freiburger spital HFR 

(nachfolgend HFR) wurde für die Oesophagusresektion ein auf vier Jahre 

befristeter definitiver Leistungsauftrag erteilt (vgl. auch Vorakten zur Zuord-

nung [GDK1-act.] 3.01), welcher unangefochten in Rechtskraft erwuchs 

und bis zum 31. Dezember 2017 Geltung hatte. 

A.c Mit Grundsatzurteil C-6539/2011 vom 26. November 2013 (publiziert 

als BVGE 2013/45) betreffend die Behandlung von schweren Verbrennun-

gen bei Kindern hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass in der 

Planung der hochspezialisierten Medizin ein zweistufig ausgestaltetes Ver-

fahren erforderlich sei, das heisst, dass in einem ersten Schritt der HSM-

Bereich definiert werden müsse (sog. Zuordnung), damit dieser Bereich 

anschliessend geplant werden könne (sog. Zuteilung).  

A.d In der Sitzung vom 21. Januar 2016 hat das HSM-Beschlussorgan be-

schlossen, dass die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie der 

hochspezialisierten Medizin zugeordnet werde und dass diese die Berei-

che Oesophagusresektion, Pankreasresektion, Leberresektion, tiefe Rekt-

umresektion sowie komplexe bariatrische Chirurgie umfasse (Beschluss 

publiziert im Bundesblatt am 9. Februar 2016, BBl 2016 813; vgl. auch 

GDK1-act. 1.146). Gleichzeitig wurde der Schlussbericht vom 21. Januar 

2016 für die Zuordnung zur hochspezialisierten Medizin (vgl. GDK1-

act. 1.145; nachfolgend Schlussbericht vom 21. Januar 2016) publiziert. 

C-1409/2019 

Seite 3 

A.e Mit Mitteilung vom 25. Oktober 2016 im Bundesblatt (BBl 2016 8021; 

vgl. auch Vorakten zur Zuteilung [GDK2-act.] 1.001) und Ankündigungs-

schreiben gleichen Datums (GDK2-act. 1.002) eröffnete das Fachorgan 

der IVHSM (nachfolgend HSM-Fachorgan) für die Leistungserbringer die 

Bewerbungsfrist betreffend die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirur-

gie. Das HFR bewarb sich in der Folge am 19. Dezember 2016 um einen 

Leistungsauftrag für den Bereich der Oesophagusresektion (GDK2-

act. 1.006; B-act. 1 Beilage 9). 

A.f Im August 2017 hat das HSM-Beschlussorgan ein Schreiben verab-

schiedet, welches die Spitäler und Kantone dahingehend informierte, dass 

insbesondere für die Oesophagusresektion ab 1. Januar 2018 wieder kan-

tonale Leistungsaufträge Geltung hätten, bis die Neuzuteilungen im laufen-

den Verfahren rechtskräftig werden würden (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 7). 

Der Kanton Freiburg führt auf seiner Spitalliste verschiedene Leistungser-

bringer mit einem Leistungsauftrag im Bereich «Oesophaguschirurgie 

(IVHSM)». Das HFR ist einer dieser Leistungserbringer und verfügt ent-

sprechend über einen subsidiären kantonalen Leistungsauftrag in diesem 

Bereich (vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Anhang 1 der Verordnung über die 

Liste der Spitäler und Geburtshäuser [SGF 822.0.21]). 

A.g Das HSM-Fachorgan gewährte den betroffenen Spitälern und interes-

sierten Kreisen mit Mitteilung vom 12. Dezember 2017 im Bundesblatt (BBl 

2017 7862; vgl. auch GDK2-act. 4.001) und Schreiben gleichen Datums 

(GDK2-act. 4.002) das rechtliche Gehör in Bezug auf die vorgesehene 

Leistungszuteilung im Bereich der Oesophagusresektion. Im Erläuternden 

Bericht vom 19. Oktober 2017 für die Leistungszuteilung in der komplexen 

hochspezialisierten Viszeralchirurgie wurde sodann vorgeschlagen, insbe-

sondere das HFR bei der Zuteilung eines Leistungsauftrags für die Oeso-

phagusresektion nicht zu berücksichtigen (GDK2-act. 4.003 S. 86 f. = 

B-act. 1 Beilage 10 S. 86 f.). Das HFR reichte diesbezüglich mit E-Mail 

vom 26. Januar 2018 eine Stellungnahme mit Beilagen ein und beantragte 

weiterhin die Zuteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der Oesopha-

gusresektion (GDK2-act. 4.005; B-act. 1 Beilage 13). Es führte insbeson-

dere aus, dass das HFR abgesehen von den Mindestfallzahlen alle Vo-

raussetzungen erfülle. Bei der letzten Erteilung sei gezeigt worden, dass 

das Erreichen der erforderlichen Fallzahlen möglich sei. Es handle sich lei-

der um eine natürliche Fluktuation der Fallzahlen. Aufgrund der überdurch-

schnittlich schnell wachsenden Bevölkerung im Kanton Freiburg und der 

neuen Kooperation mit dem B._______-Spital im Bereich der Pankreas- 

und Oesophagusresektion (Vereinbarung vom 15. Januar 2018) könnten 

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Seite 4 

die Fallzahlen künftig erreicht werden. Ausserdem weise das Spital eine 

ausgezeichnete Behandlungsqualität sowie exzellente Ergebnisse betref-

fend Morbidität und Mortalität auf. Am 26. Februar 2018 reichte das HFR 

die erweiterte Vereinbarung mit dem B._______-Spital vom 2. Februar 

2018 ein (GKD2-act. 4.005; B-act. 1 Beilage 11). 

A.h In seiner Sitzung vom 31. Januar 2019 hat das HSM-Beschlussorgan 

über die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei Erwachsenen 

entschieden (Beschluss publiziert im Bundesblatt am 19. Februar 2019, 

BBl 2019 1496; vgl. auch GDK2-act. 4.011 = B-act. 1 Beilage 4) und dem 

HFR keinen Leistungsauftrag erteilt (e contrario). Für die Begründung 

wurde auf den Schlussbericht «Komplexe hochspezialisierte Viszeralchi-

rurgie» – Erläuternder Bericht für die Leistungszuteilung vom 31. Januar 

2019 (vgl. GDK2-act. 4.013 = B-act. 1 Beilage 5; nachfolgend Schlussbe-

richt vom 31. Januar 2019) verwiesen. Den nicht berücksichtigten Leis-

tungserbringern – unter anderen das HFR – wurden zusätzlich separate 

individuelle Verfügungen mit der Möglichkeit zur Anfechtung beim Bundes-

verwaltungsgericht in Aussicht gestellt. 

B.  

B.a Am 21. März 2019 reichten das HFR (nachfolgend auch Beschwerde-

führer 1) sowie A._______ (nachfolgend Beschwerdeführer 2), beide ver-

treten durch die Rechtsanwälte Prof. Dr. Isabelle Häner und Dr. Livio 

Bundi, insbesondere Beschwerde gegen den Beschluss vom 31. Januar 

2019 betreffend die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie – Oeso-

phagusresektion bei Erwachsenen beim Bundesverwaltungsgericht ein 

und stellten folgende Rechtsbegehren (vgl. B-act. 1):  

1. Die Beschlüsse der Vorinstanz vom 31. Januar 2019 seien insoweit aufzuhe-

ben, als der Beschwerdeführer keine Leistungsaufträge in den Bereichen O-

esophagusresektion und Pankreasresektion erhält, und der Beschwerdefüh-

rer sei auf die Liste der hochspezialisierten Medizin, komplexe hochspeziali-

sierte Viszeralchirurgie, Teilbereiche Oesophagusresektion und Pankreasre-

sektion, aufzunehmen. 

2. Eventualiter sei der Beschluss der Vorinstanz vom 31. Januar 2019 aufzuhe-

ben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzu-

schlag, zu Lasten der Vorinstanz. 

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Seite 5 

B.b Der mit Zwischenverfügung vom 27. März 2019 bei den Beschwerde-

führern eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5’000.- 

(B-act. 2) wurde am 2. April 2019 geleistet (B-act. 3). 

B.c Nachdem die Beschwerdeführer im durch das Bundesverwaltungsge-

richt abgetrennten Verfahren C-1405/2019 betreffend den Leistungsauftrag 

im HSM-Bereich der Pankreasresektion ein Ausstandsgesuch hinsichtlich 

Richter Michael Peterli-Caruel gestellt hatten, trat dieser auch für das vor-

liegende Verfahren C-1409/2019 am 11. April 2019 freiwillig in den Aus-

stand (B-act. 4). 

B.d Mit individueller Verfügung vom 17. April 2019 erteilte das HSM-Be-

schlussorgan dem HFR keinen Leistungsauftrag für den Bereich der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei 

Erwachsenen (GDK2-act. 4.015 = B-act. 6 Beilage 1 = B-act. 7 Beilage 1). 

B.e In der Folge reichten die Beschwerdeführer innert der im Hinblick auf 

die individuelle Verfügung laufenden Beschwerdefrist eine auf den 20. Mai 

2019 datierte Beschwerdeergänzung mit unveränderten Rechtsbegehren 

ein (B-act. 7). 

B.f Die Vorinstanz stellte mit Vernehmlassung vom 24. Juni 2019 den An-

trag, die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 gegen den Beschluss des 

HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 sei vollumfänglich abzuwei-

sen, wohingegen auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 nicht ein-

zutreten sei. Eventualiter sei auch die Beschwerde des Beschwerdeführers 

2 vollumfänglich abzuweisen, alles unter Kostenfolge (B-act. 14). In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht stellte sie die Anträge, die als Beweismittel einge-

reichten Beilagen 12, 14, 15, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23 und 24 zur Be-

schwerde seien gestützt auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG aus dem Recht zu 

weisen, eventualiter als verspätet und daher unzulässig zu betrachten. 

B.g Mit Schreiben vom 8. Juli 2019 stellten die Beschwerdeführer einen 

Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen (B-act. 18). Sie beantragten 

dabei insbesondere die Feststellung, dass der von den Beschwerdeführern 

eingereichten Beschwerde vom 21. März 2019 aufschiebende Wirkung zu-

komme, sodass der angefochtene Beschluss vom 31. Januar 2019 für den 

Beschwerdeführer 1 nicht am 1. August 2019 in Kraft trete, und dass ent-

sprechend der Leistungsauftrag im Bereich «Oesophaguschirurgie» für 

den Beschwerdeführer 1 gemäss Verordnung über die Liste der Spitäler 

und Geburtshäuser des Kantons Freiburg vom 31. März 2015 (SGF 

C-1409/2019 

Seite 6 

822.0.21) samt Anhang 1 (Liste der Leistungsaufträge für die Akutpflege) 

für die Dauer des Verfahrens weiter gelte. In der Folge gab das Bundes-

verwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2019 insbeson-

dere dem Feststellungsbegehren der Beschwerdeführer statt und hielt fest, 

dass der Beschwerde vom 21. März 2019 aufschiebende Wirkung zu-

komme (B-act. 19). 

B.h Auf entsprechende Einladung des Bundesverwaltungsgerichts hin 

äusserte sich das Bundesamt für Gesundheit (nachfolgend BAG) als 

Fachbehörde mit Stellungnahme vom 23. Juli 2017 [recte: 2019] 

dahingehend, dass die Beschwerde abzuweisen sei (B-act. 20). 

B.i Mit Instruktionsverfügung vom 29. Juli 2019 stellte das Bundesverwal-

tungsgericht den Parteien die Stellungnahme des BAG zu (B-act. 21). Auf 

Nachfrage der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer hin stellte das Bun-

desverwaltungsgericht den Beschwerdeführern mit Schreiben vom 31. Juli 

2019 die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 24. Juni 2019 samt Beilagen 

zu (B-act. 24). 

B.j Die Vorinstanz reichte mit Schreiben vom 27. August 2019 ihre 

Schlussbemerkungen zu den Ausführungen des BAG ein (B-act. 25), wäh-

rend die Beschwerdeführer ihre Schlussbemerkungen am 29. August 2019 

einreichten (B-act. 26). 

B.k Den Parteien wurden mit Instruktionsverfügung vom 2. September 

2019 die eingereichten Schlussbemerkungen zur Kenntnis gebracht und 

der Schriftenwechsel abgeschlossen (B-act. 27). 

C.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich-

ten Akten wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Die vorliegende Beschwerde vom 21. März 2019 gegen den Beschluss 

vom 31. Januar 2019 beziehungsweise die Beschwerdeergänzung vom 

20. Mai 2019 gegen die Verfügung vom 17. April 2019 (vgl. oben Bst. B.a, 

C-1409/2019 

Seite 7 

B.d und B.e,) richtet sich gegen einen Entscheid des HSM-Beschlussor-

gans zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM).  

 

Hinsichtlich der Beschwerde vom 21. März 2019 und der Beschwerdeer-

gänzung vom 20. Mai 2019 ist festzuhalten, dass diese für das vorliegende 

Verfahren C-1409/2019 sowie für das separate mit Urteil vom 4. April 2022 

bereits abgeschlossene Verfahren C-1405/2019 gemeinsam jeweils als 

eine Eingabe eingereicht worden und entsprechend identisch sind. Soweit 

sich bei dieser Ausgangslage die Ausführungen und Argumente der Par-

teien in den beiden Beschwerdeverfahren im Wesentlichen entsprechen 

oder gar identisch sind, wird nachfolgend jeweils auf die Darstellung der 

Parteiäusserungen im Urteil C-1405/2019 vom 4. April 2022 verwiesen und 

lediglich auf bedeutsame Abweichungen gesondert hingewiesen. 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden, wobei 

insbesondere Instanzen des Bundes aufgeführt werden. Verfügungen kan-

tonaler Instanzen sind gemäss Art. 33 Bst. i VGG nur dann beim Bundes-

verwaltungsgericht anfechtbar, wenn dies in einem Bundesgesetz vorge-

sehen ist. 

1.2 Art. 90a Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Kran-

kenversicherung (KVG, SR 832.10; jeweils in der Fassung vom 1. Januar 

2019) sieht vor, dass das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den 

gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtbaren Beschlüssen der Kantonsregie-

rungen gehören namentlich die Spital- oder Pflegeheimlisten im Sinne von 

Art. 39 KVG (vgl. Urteil des BVGer C-5733/2007 vom 7. September 2009 

E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 2009/48, sowie Urteil des BVGer 

C-6062/2007 vom 20. April 2010 E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 

2010/15). Mit Grundsatzurteil C-5301/2010 vom 2. April 2012 (publiziert als 

BVGE 2012/9) hat das Bundesverwaltungsgericht die Frage, ob auch ein 

Zuteilungsentscheid des HSM-Beschlussorgans beim Bundesverwal-

tungsgericht angefochten werden kann, bejaht (E. 1). Damit ist das Bun-

desverwaltungsgericht zuständig, die vorliegende Beschwerde vom 

21. März 2019 gegen den Beschluss vom 31. Januar 2019 beziehungs-

weise die Beschwerdeergänzung vom 20. Mai 2019 gegen die Verfügung 

C-1409/2019 

Seite 8 

vom 17. April 2019 betreffend die Zuteilung der Leistungsaufträge im Be-

reich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagus-

resektion bei Erwachsenen zu beurteilen. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vor-

schriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG 

und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 

2.  

2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Ver-

fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der Be-

schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. 

Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und 

Streitgegenstand identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten 

wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des 

durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht 

beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsver-

hältnisses zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand 

(BGE 125 V 413 E. 1b). Solche Teilaspekte hat das angerufene Gericht nur 

zu überprüfen, wenn sie in einem engen Sachzusammenhang mit dem 

Streitgegenstand stehen; im Übrigen gilt der Dispositionsgrundsatz (ZI-

BUNG/HOFSTETTER, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

2. Aufl. 2016, Rz. 51 zu Art. 49 VwVG). 

2.2 Nach der Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Spitalplanung 

der Kantone ist die Spitalliste als Rechtsinstitut sui generis und in erster 

Linie als Bündel von Individualverfügungen zu qualifizieren. Zudem enthal-

ten Spitallisten nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG eine allgemein gültige Re-

gelung, indem sie für alle Versicherten anzeigen, in welchen Spitälern sie 

sich zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung behandeln lassen 

können. Anfechtungsgegenstand im Beschwerdeverfahren betreffend Spi-

tallisten bildet nur die Verfügung, welche das den Beschwerdeführer 1 be-

treffende Rechtsverhältnis regelt. Die nicht angefochtenen Verfügungen 

der Spitalliste erwachsen in Rechtskraft (BVGE 2012/9 E. 3.3; Urteil des 

BVGer C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 2.2.1).  

 

Soweit das HSM-Beschlussorgan einzelnen Spitälern Leistungsaufträge 

C-1409/2019 

Seite 9 

zuteilt und spezifiziert (Zuteilungsentscheid), entspricht der HSM-Be-

schluss der vorgängig beschriebenen Rechtsnatur und es handelt sich um 

Individualverfügungen (BVGE 2013/45 E. 1.1.2). Vorliegend hat das HSM-

Beschlussorgan mit der Verfügung vom 17. April 2019 gegenüber dem Be-

schwerdeführer 1 (zusätzlich) eine individuelle Verfügung erlassen. 

2.3 Angefochten ist der Beschluss beziehungsweise die Verfügung insge-

samt, indem deren Aufhebung und die Erteilung eines Leistungsauftrags 

im HSM-Bereich der Oesophagusresektion bei Erwachsenen an den Be-

schwerdeführer 1 sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz verlangt wird. Materielles Prozessthema bildet damit die Nicht-

erteilung des Leistungsauftrags im Bereich der komplexen hochspeziali-

sierten Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei Erwachsenen an den 

Beschwerdeführer 1. 

3.  

Vorliegend hat jedoch nicht nur der Beschwerdeführer 1 als Spital und Leis-

tungserbringer, sondern auch der Beschwerdeführer 2 als angestellter Arzt 

des HFR Beschwerde erhoben. Die Legitimation im Beschwerdeverfahren 

ist Teil der Eintretensvoraussetzungen, deren Vorliegen von der Rechtsmit-

telbehörde von Amtes wegen zu prüfen ist (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 m.H.). 

3.1 Die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers 1 ist nicht umstrit-

ten: Er hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist als Adressat 

durch den angefochtenen Beschluss beziehungsweise die individuelle Ver-

fügung des HSM-Beschlussorgans besonders berührt und hat insoweit an 

deren Aufhebung beziehungsweise Abänderung ein schutzwürdiges Inte-

resse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist daher zur Beschwerde legitimiert. 

3.2 Umstritten ist hingegen, ob der Beschwerdeführer 2 als angestellter 

(…) des HFR vorliegend zur Erhebung einer Beschwerde legitimiert ist. 

3.2.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind 

als Adressaten eines angefochtenen Spitallistenbeschlusses in erster Linie 

die Spitäler, im konkreten Fall das HFR, beschwerdelegitimiert. Hinsichtlich 

der Beschwerde angestellter Ärzte eines Spitals, im konkreten Fall die Be-

schwerde des Beschwerdeführers 2, ist daher das Vorliegen einer materi-

ellen Beschwer zu prüfen (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer 

C-5630/2017 vom 16. Mai 2018 E. 3.2 m.w.H.). Die Beschwerdelegitima-

tion von Dritten im Bereich Spitallisten ist nach einem strengen Massstab 

zu beurteilen (vgl. Urteil C-5630/2017 E. 3.4 mit Hinweis auf BVGE 2012/9 

C-1409/2019 

Seite 10 

E. 4.3.2 und 2012/30 E. 4.4) und insbesondere sind die vom Spital ange-

stellten Ärztinnen und Ärzte, welche den Spitallistenentscheid ihren Arbeit-

geber betreffend anfechten wollen, nicht zur Beschwerde legitimiert (vgl. 

dazu Urteile des BVGer C-426/2012 bzw. C-452/2012 vom 5. Juli 2013 

E. 1.4.3 ff.; C-1570/2016 vom 31. März 2016). Gemäss der Rechtspre-

chung sind die vom betreffenden Spital angestellten Ärztinnen und Ärzte 

nicht unmittelbar durch einen Spitallistenbeschluss bezüglich ihres Arbeit-

gebers betroffen. Zwar sind Anordnungen gegenüber den Spitälern geeig-

net, auch Wirkungen gegenüber den angestellten Ärztinnen und Ärzten zu 

entfalten. Dies genügt aber nach der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts, welches diesbezüglich die Rechtsprechung des Bundesra-

tes (vgl. BRE vom 23. Juni 1999 betreffend Gemeinsame Spitalliste der 

Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft) weitergeführt hat, nicht, um 

eine Beschwerdelegitimation von angestellten Ärztinnen und Ärzten, die 

den ihren Arbeitgeber betreffenden Spitallistenentscheid anfechten wollen, 

zu begründen (vgl. Urteil C-426/2012 bzw. C-452/2012 E. 1.4.3). Gleich 

verhält es sich gemäss der Rechtsprechung, wenn angestellte Ärzte und 

Ärztinnen nicht nur die Erteilung beziehungsweise die Verweigerung eines 

Leistungsauftrags an ihren Arbeitgeber anfechten wollen, sondern zusätz-

lich mit erteilten Leistungsaufträgen verbundene Nebenbestimmungen wie 

beispielsweise die Mindestfallzahlen pro Operateurin und Operateur um-

stritten sind (vgl. dazu Urteil C-5630/2017 E. 3.5.4 f.). 

3.2.2 Hinsichtlich der Parteiäusserungen wird im Wesentlichen auf deren 

Darstellung im Urteil C-1405/2019 vom 4. April 2022 in der Erwägung 3.2.2 

verwiesen (vgl. oben E. 1 zweiter Absatz). 

3.2.3 Was den Beschwerdeführer 2 betrifft, der angestellter (…) beim Be-

schwerdeführer 1 und damit nicht Adressat des angefochtenen Beschlus-

ses beziehungsweise der angefochtenen Verfügung ist, ist die Beschwer-

delegitimation gemäss der konstanten bundesverwaltungsgerichtlichen 

Rechtsprechung zu verneinen (vgl. dazu oben E. 3.2.1): Es ist mithin nicht 

ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer 2 auch nicht dargelegt, wes-

halb er ein über die Sachverhalte, welche beispielsweise den Urteilen 

C-426/2012 bzw. C-452/2012, C-1570/2016 und C-5630/2017 zugrunde la-

gen, hinausgehendes eigenes schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung 

oder Änderung des Spitallistenbeschlusses haben soll beziehungsweise in 

einer im Vergleich darüber hinausgehenden beachtenswerten, nahen Be-

ziehung zur Streitsache stehen soll. Weiter ist in diesem Zusammenhang 

darauf hinzuweisen, dass die vom Beschwerdeführer 2 angeführte «neu-

ere» Rechtsprechung zu Drittbeschwerden pro Adressat (vgl. B-act. 1 

C-1409/2019 

Seite 11 

Rz. 8) bereits im Jahr 2009 und in anderen Rechtsgebieten ergangen ist. 

Entsprechend ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, inwieweit dies eine 

– vom Beschwerdeführer 2 geltend gemachte – Änderung der später er-

gangenen und konstanten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts zur Beschwerdelegitimation von Dritten im Bereich Spitalliste darstel-

len soll.  

 

Ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer 2 

aus der von ihm angeführten Wirtschaftsfreiheit (vgl. B-act. 1 Rz. 9; 26 

Rz. 9), denn die (Operations-)Tätigkeit an einem Listenspital im Rahmen 

der OKP stellt keine privatwirtschaftliche Tätigkeit dar, die vom Schutzbe-

reich der Wirtschaftsfreiheit erfasst wird (vgl. BVGE 2018 V/3 E. 11.6 

m.w.H.). Soweit der Beschwerdeführer 2 in diesem Zusammenhang auf 

BGE 130 I 26 E. 4.4 verweist, wonach die Nichtzulassung als Leistungser-

bringer faktisch auch die privatwirtschaftliche Tätigkeit des Arztes berühre 

(vgl. B-act. 1 Rz. 9; 26 Rz. 9), ist insbesondere auf die weiteren Ausführun-

gen des Bundesgerichts in jenem Urteil hinzuweisen, welche der Be-

schwerdeführer 2 dabei ausser Acht gelassen zu haben scheint. Das Bun-

desgericht hat im zitierten Urteil in Erwägung 4.5 festgestellt, dass der Zu-

lassungsstopp zwar in den Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit (Grund-

satz der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen) falle, doch bei der Be-

urteilung den Besonderheiten Rechnung zu tragen sei, die sich daraus er-

geben würden, dass die betreffende privatwirtschaftliche Tätigkeit faktisch 

über ein System erfolge, das seinerseits der Wirtschaftsfreiheit weitgehend 

entzogen sei. Gewähre die Wirtschaftsfreiheit keinen Anspruch auf staatli-

che Förderung von Betrieben, könne sie auch den privat praktizierenden 

Ärzten kein Recht verschaffen, in beliebiger Höhe Leistungen zu Lasten 

der sozialen Krankenversicherung zu erbringen (vgl. BGE 130 I 26 E. 4.5 

m.w.H.). 

3.3 Zusammenfassend ist die Beschwerdelegitimation des Beschwerde-

führers 1 zu bejahen, während sie beim Beschwerdeführer 2 zu verneinen 

ist. Entsprechend ist auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 nicht 

einzutreten, während auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde 

des Beschwerdeführers 1 (nachfolgend auch: Beschwerdeführer), nach-

dem auch der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde (vgl. 

B-act. 3), einzutreten ist (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 

VwVG). 

4.  

C-1409/2019 

Seite 12 

4.1 Mit Beschwerde gegen einen Beschluss des HSM-Beschlussorgans im 

Sinne von Art. 39 Abs. 2bis KVG kann die Verletzung von Bundesrecht unter 

Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens so-

wie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts gerügt werden. Nicht zulässig ist hingegen die Rüge der Un-

angemessenheit (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. auch 

Urteil des BVGer C-5305/2010 vom 16. Mai 2013 E. 3; BVGE 2012/9 E. 2). 

Dem HSM-Beschlussorgan steht – wie den zum Erlass der kantonalen Spi-

tallisten zuständigen Organen – ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. 

BVGE 2013/45 E. 5.4 m.H.).  

 

Des Weiteren stellt die unrichtige Anwendung von kantonalem oder inter-

kantonalem Recht keinen Beschwerdegrund nach Art. 49 VwVG dar. Mit 

Beschwerde gegen einen Zuteilungsbeschluss kann eine Verletzung der 

IVHSM daher nur gerügt werden, wenn gleichzeitig eine Verletzung von 

Bundesrecht, namentlich des KVG und seinen Ausführungsverordnungen 

oder des Willkürverbotes (Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft [BV, SR 101]) vorliegt (vgl. BVGE 2010/51 

E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_399/2012 vom 8. Juni 2012 

E. 2.7; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 366 Rz. 1034; MOSER/BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 

2013, S. 99 Rz. 2.172). Zwar verlangt die Rechtsweggarantie von Art. 29a 

BV grundsätzlich, dass eine Streitigkeit von einem Gericht mit freier 

Rechts- und Sachverhaltsprüfung beurteilt wird (vgl. BERNHARD WALD-

MANN, in: Basler Kommentar, Bundesverfassung, 2015, Art. 29a Rz. 14; 

ANDREAS KLEY, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kom-

mentar, 3. Aufl. 2014, Art. 29a Rz. 15 f.). Wie das Bundesgericht in seinem 

Urteil 2C_399/2012 (E. 2.7) erwogen hat, handelt es sich bei der auch hier 

anwendbaren Kognitionsregelung um eine bundesgesetzliche Ausnahme 

von der Rechtsweggarantie, wie sie in Art. 29a BV ausdrücklich vorbehal-

ten ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2016/14 E. 1.6.2 zweiter Absatz). 

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach dem Grundsatz der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRIZ GYGI, Bundesverwaltungs-

rechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 212; THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 48 zu Art. 62 VwVG). 

C-1409/2019 

Seite 13 

 

Der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen schliesst keine 

aufsichtsrechtliche Überprüfung des angefochtenen Entscheids mit ein. 

Der auch in Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

nach Art. 53 KVG geltende Untersuchungsgrundsatz (vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.2) entbindet den Beschwerdeführer nicht davon, seine Beschwerde 

zu begründen und die Mängel zu rügen, an denen der angefochtene Be-

schluss leiden soll. Zwar nimmt der Untersuchungsgrundsatz den Parteien 

einen wesentlichen Teil der subjektiven Beweisführungslast ab, aber er be-

freit sie nicht im gleichen Masse von der Behauptungslast, welche von 

ihnen verlangt, dass sie die Beweismittel beibringen, welche die entschei-

dende Behörde von der Wahrheit oder Unwahrheit einer Sachbehauptung 

überzeugen sollen (vgl. Urteil des BVGer C-2907/2008 vom 26. Mai 2011 

E. 8.4.7 m.w.H.). 

4.3 Mit Blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, wonach echte tatsächliche No-

ven unzulässig sind, hat das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung 

der Rechtmässigkeit eines Spitallistenbeschlusses in der Regel auf den bis 

zum Beschlusszeitpunkt eingetretenen Sachverhalt abzustellen (zum Ver-

hältnis von Novenverbot und Untersuchungsgrundsatz vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.3 f.; 2014/36 E. 1.5.2). Dieser Grundsatz gilt allgemein in der Sozi-

alversicherungsrechtspflege (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 138), 

nicht aber für übrige Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 117 Rz. 2.204 ff.; 

SEETHALER/PORTMANN, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-

setz, 2. Aufl. 2016, Rz. 78 zu Art. 52 VwVG). In Beschwerdeverfahren nach 

Art. 53 Abs. 1 KVG soll das Bundesverwaltungsgericht nicht mit neuen Tat-

sachen oder Beweismitteln konfrontiert werden, welche der vorinstanzli-

chen Beurteilung nicht zugrunde lagen; ein Ausnahmefall im Sinne von 

Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG liegt vor, wenn erst der angefochtene Beschluss 

dazu Anlass gibt (vgl. BVGE 2014/36 E. 1.5.2; Urteil des BVGer 

C-195/2012 vom 24. September 2012 E. 5.1.2). 

5.  

Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde (vgl. B-act. 1 Rz. 34 ff.) 

sowie seinen Schlussbemerkungen (vgl. B-act. 26 Rz. 10 ff. und 37) eine 

schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

5.1 Der aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitete Anspruch auf rechtliches Gehör 

dient einerseits der Sachverhaltsaufklärung und stellt andererseits zugleich 

C-1409/2019 

Seite 14 

ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar. Der An-

spruch umfasst insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre 

Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche 

Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be-

weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 

äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 

132 V 368 E. 3.1 m.H.). Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ver-

langt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt auch die Verpflichtung der Be-

hörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 134 I 83 E. 4.1 m.H.). Dabei ist 

es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Be-

troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in 

voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1; 126 I 97 E. 2b).   

 

Die im Einzelfall erforderliche Begründungsdichte richtet sich unter ande-

rem nach der Komplexität der zu beurteilenden Fragen, dem Ermessens-

spielraum der entscheidenden Behörde und der Dichte der Parteivorbrin-

gen (vgl. BVGE 2013/46 E. 6.2.5; BGE 142 II 324 E. 3.6 m.H.). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind umso strengere Anforderungen 

an die Begründung zu stellen, je grösser der der Behörde eingeräumte Er-

messensspielraum ist und je vielfältiger die tatsächlichen Voraussetzungen 

sind, die bei der Betätigung des Ermessens zu berücksichtigen sind (BGE 

112 Ia 107 E. 2b; 129 I 232 E. 3.3; BVGE 2012/24 E. 3.2.2). Das Bundes-

verwaltungsgericht hat im Entscheid C-4156/2011 vom 16. Dezember 

2013 festgehalten, dass folgende Umstände für erhöhte Anforderungen an 

die Begründungsdichte bei HSM-Zuteilungsbeschlüssen sprechen: Es 

müsse sich einerseits transparent und nachvollziehbar eine Praxis im Rah-

men der interkantonalen HSM-Koordination und -Konzentration entwickeln 

und andererseits stelle der Ausschluss von der Erbringung gewisser OKP-

Leistungen bei vorgenommenen erheblichen Investitionen einen bedeuten-

den Eingriff in die Interessen der Leistungserbringer dar. Weiter verfüge 

das HSM-Beschlussorgan über ein erhebliches Ermessen (vgl. E. 5.5). 

C-1409/2019 

Seite 15 

5.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller beziehungsweise 

selbständiger Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen 

Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 137 I 195 E. 2.2; 135 

I 187 E. 2.2 m.H.). Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders 

schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als 

geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa; 115 V 297 

E. 2h). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen 

Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst 

bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann 

abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 

Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 

Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen 

ausführlich Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

I 193/04 vom 14. Juli 2006). Von dieser Möglichkeit ist jedoch 

insbesondere in Fällen, in denen – wie vorliegend – kein doppelter 

Instanzenzug besteht, nur zurückhaltend Gebrauch zu machen. 

5.3 Art. 12 Abs. 2 IVHSM bestimmt, dass auf Beschlüsse betreffend die 

Festsetzung der gemeinsamen Spitalliste nach Art. 3 Abs. 3 und 4 [der Ver-

einbarung] die bundesrechtlichen Vorschriften über das Verwaltungsver-

fahren sinngemäss Anwendung finden. Demzufolge ist zu prüfen, ob das 

Zuteilungsverfahren verfassungs- und VwVG-konform ausgestaltet bezie-

hungsweise durchgeführt wurde (vgl. auch Urteil C-4156/2011 E. 5.3). 

5.4 Aus den Akten ergibt sich insbesondere, dass das HSM-Beschlussor-

gan vorliegend – im Gegensatz zur Spitalplanung in verschiedenen Kanto-

nen – neben dem Beschluss vom 31. Januar 2019 als Bündel von Indivi-

dualverfügungen für den Beschwerdeführer als nicht berücksichtigter Leis-

tungserbringer am 17. April 2019 eine zusätzliche individuelle abweisende 

Verfügung erlassen hat, nachdem dies zuvor im Beschluss vom 31. Januar 

2019 entsprechend angekündigt worden war (vgl. auch oben E. 2.2 zweiter 

Absatz). 

5.5 Was die Parteiäusserungen betrifft, wird auf deren Darstellung im Urteil 

C-1405/2019 vom 4. April 2022 in der Erwägung 5.5 verwiesen (vgl. oben 

E. 1 zweiter Absatz). 

C-1409/2019 

Seite 16 

5.6 Nachfolgend sind die Verfügung vom 17. April 2019 und der Beschluss 

vom 31. Januar 2019 – soweit dieser als Individualverfügung die Verwei-

gerung des Leistungsauftrags an den Beschwerdeführer betrifft – einer ge-

meinsamen Gesamtbetrachtung zu unterziehen. Zu prüfen ist, ob die Vor-

instanz ihrer Begründungspflicht, welcher im Beschluss vom 31. Januar 

2019 noch nicht Genüge getan worden sein dürfte, mit Erlass der vorange-

kündigten individuellen Verfügung vom 17. April 2019 nachgekommen ist 

(vgl. dazu auch Urteile des BVGer C-1306/2019 bzw. C-2651/2019 vom 

21. September 2021 E. 4.6 und C-1313/2019 bzw. C-2654/2019 vom 

11. November 2021 E. 4.6): 

5.6.1 Bereits aus dem Schlussbericht vom 31. Januar 2019, welcher integ-

raler Bestandteil des Beschlusses vom 31. Januar 2019 bildet, geht hervor, 

dass der Beschwerdeführer im HSM-Bereich der Oesophagusresektion 

insbesondere aufgrund der nicht erreichten Mindestfallzahl als Leistungs-

erbringer nicht berücksichtigt worden ist (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 92 = B-

act. 1 Beilage 5 S. 92). Zudem wurde im Rahmen der Auswertung der Be-

werbungen beziehungsweise der Anhörung festgehalten, das HFR sei der 

Ansicht, dass nicht die Mindestfallzahl, sondern die Qualität der durchge-

führten Operationen zu bewerten sei (vgl. S. 74).  

 

In der Verfügung vom 17. April 2019 wurde wiederum festgehalten, das 

HFR erfülle insbesondere die Anforderung der Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen im Durchschnitt der Jahre 2014 - 2016 nicht (vgl. GDK2-act. 4.015 

= B-act. 6 Beilage 1 Ziff. 2 = B-act. 7 Beilage 1 Ziff. 2). In der Folge fasste 

das Beschlussorgan die ihres Erachtens wichtigsten Vorbringen des Be-

schwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren zusammen (Ziff. 3) und 

setzte sich insbesondere mit der geltend gemachten Berücksichtigung des 

künftigen Potenzials (Ziff. 4.1), den Qualitätsdaten des Adjumed-Registers 

(Ziff. 4.2), der Bedarfsdeckung im Bereich Oesophagusresektion (Ziff. 4.3) 

sowie den Intention-to-treat-Fällen (Ziff. 4.4) auseinander. 

5.6.2 Entsprechend ist zwar mit dem Beschwerdeführer (vgl. B-act. 1 

Rz. 38; 26 Rz. 11) und dem BAG (vgl. B-act. 20 Rz. 1.3) festzuhalten, dass 

die Vorinstanz nicht auf restlos alle Vorbringen des Beschwerdeführers ein-

gegangen ist. Insbesondere hat sich das HSM-Beschlussorgan weder im 

Beschluss noch der individuellen Verfügung mit der Kritik des Beschwer-

deführers (im Rahmen der Anhörung) an der Erläuternden Notiz (im Zu-

sammenhang mit den berücksichtigten Studien zu Mindestfallzahlen) und 

an der ausschliesslichen Betrachtung der Fallzahlen pro Institution anstatt 

C-1409/2019 

Seite 17 

pro Chirurg (vgl. dazu B-act. 1 Beilage 9 S. 3) ausdrücklich auseinander-

gesetzt.  

 

Allerdings ist eine ausdrückliche Auseinandersetzung mit jeder tatsächli-

chen Behauptung und mit jedem rechtlichen Einwand vor dem Hintergrund 

des Anspruchs auf rechtliches Gehör nicht erforderlich (vgl. oben E. 5.1). 

Wie bereits aufgezeigt sind die Überlegungen, von denen sich die Vor-

instanz hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt, spätestens 

in der Verfügung vom 17. April 2019 dargelegt worden (vgl. oben E. 5.6.1). 

Der erhöhten Anforderung an die Begründungsdichte bei HSM-Spitallisten-

entscheiden ist die Vorinstanz mit dem zusätzlichen Erlass der individuel-

len Verfügung nachgekommen.  

 

Im Übrigen ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer durchaus in der 

Lage war, sowohl den Beschluss vom 31. Januar 2019 als auch die Verfü-

gung vom 17. April 2019 sachgerecht anzufechten. Im Zusammenhang mit 

der vorgebrachten Rüge, es sei nicht akzeptabel, dass entscheidwesentli-

che Aspekte (insbesondere die «Zusammenstellung relevanter Fachlitera-

tur zu Mindestfallzahlen») erst im Beschwerdeverfahren offengelegt wür-

den (vgl. B-act. 26 Rz. 12 und 37), ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass 

Fachliteratur und Fachinformationen der Stellenwert von allgemeinen und 

gerichtsnotorischen Tatsachen zukommt, welche die Vorinstanz berück-

sichtigen darf, ohne dass es den Beschwerdeführer vorher dazu anhören 

muss (vgl. dazu Urteil des BVGer C-5006/2019 vom 31. März 2021 E. 4.4 

vierter Absatz mit Hinweis auf Urteil des BGer 9C_550/2011 vom 23. März 

2012 E. 1.1 m.w.H.). 

5.7 Zusammenfassend ist aufgrund der obigen Ausführungen festzuhalten, 

dass der Vorinstanz im vorliegenden Verfahren keine Verletzung des recht-

lichen Gehörs vorzuwerfen ist. 

6.  

Im Rahmen seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer weiter gel-

tend, das HSM-Fachorgan sei nicht unabhängig (vgl. B-act. 1 Rz. 33, 97-

102), und in den Schlussbemerkungen wirft er zudem auf, dass sein An-

spruch auf eine unparteiische und unbefangene Behörde verletzt wäre, 

wenn Mitglieder des HSM-Fachorgans bei Beschlüssen betreffend das «ei-

gene» Spital nicht in den Ausstand getreten sein sollten (B-act. 26 Rz. 46). 

Diese Rügen des Beschwerdeführers sind (ebenfalls) vorab zu prüfen. Ins-

besondere der Anspruch auf eine unbefangene Entscheidinstanz ist for-

C-1409/2019 

Seite 18 

meller Natur und ein Entscheid, der in Missachtung der Ausstandsvor-

schriften getroffen worden ist, ist regelmässig unabhängig von den Erfolgs-

aussichten in der Sache selbst aufzuheben (vgl. Urteil des BGer 

2C_178/2020 vom 19. Juni 2020 E. 2.7 m.w.H.). 

6.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVHSM besteht das HSM-Fachorgan aus höchs-

tens 15 unabhängigen Experten, bei deren Bestellung mehrere geeignete 

Bewerber aus dem Ausland zu berücksichtigen sind. Die Mitglieder legen 

ihre Interessen in einem Interessenbindungsregister offen (aktuelle Mitglie-

derliste sowie Interessenbindungsregister abrufbar unter https://www.gdk-

cds.ch/de/hochspezialisierte-medizin/organisation/organe; zuletzt besucht 

am 4. April 2022). Das HSM-Fachorgan bereitet unter anderem die Ent-

scheidungen des HSM-Beschlussorgans vor (insbesondere Vorbereitun-

gen der Zuteilung) und stellt an das Beschlussorgan die entsprechenden 

fachbezogen und wissenschaftlich begründeten Anträge (Art. 4 Abs. 1 und 

3 IVHSM). Gemäss dem Erläuternden Bericht zur IVHSM, verabschiedet 

zuhanden der Kantone von der Plenarversammlung der Schweizerischen 

Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren am 

14. März 2008 (abrufbar unter https://www.zrk.ch/fileadmin/dateien/doku-

mente/medienmitteilungen/hochspezialisierte-medizin_bericht.pdf; zuletzt 

besucht am 4. April 2022), soll das Fachorgan – im Gegensatz zum Be-

schlussorgan, welches ein politisches Organ mit Entscheidkompetenz ist 

(vgl. S. 7, Art. 2) – mit unabhängigen Experten, das heisst vornehmlich mit 

ungebundenen akademischen Fachleuten, besetzt werden. Die Mitglieder 

sollen sich bei ihren Entscheidungen ausschliesslich von ihrer fachlichen 

Meinung leiten lassen und keine Partikularinteressen ihres Herkunftsortes 

vertreten. Zur weitestgehenden Gewährleistung der Unabhängigkeit sollen 

auch ausländische Experten beigezogen werden. Zusätzlich soll durch das 

zu schaffende Interessenbindungsregister für Transparenz gesorgt werden 

(vgl. S. 9, Art. 4 Abs. 1). 

6.2 Die Ausstandsregeln für das HSM-Fachorgan erlässt das Beschlussor-

gan (Art. 4 Abs. 5 IVHSM). Sofern das HSM-Beschlussorgan die erwähn-

ten Ausstandsregeln erlassen hat, sind diese jedoch weder publiziert noch 

in den Vorakten im vorliegenden Beschwerdeverfahren enthalten. Der An-

spruch auf unbefangene Entscheidträger der Verwaltung ergibt sich jedoch 

bereits aus Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede Person in Verfahren vor Ge-

richts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Be-

handlung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist. Konkretisiert 

wird Art. 29 Abs. 1 BV durch Art. 10 Abs. 1 VwVG (vgl. STEPHAN BREITEN-

C-1409/2019 

Seite 19 

MOSER / MARION SPORI FEDAIL, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Pra-

xiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 17 zu Art. 10 VwVG), der vorlie-

gend anwendbar ist, da auf die Beschlüsse betreffend die Festsetzung der 

gemeinsamen Spitalliste sinngemäss die bundesrechtlichen Vorschriften 

über das Verwaltungsverfahren und damit das VwVG Anwendung finden 

(vgl. Art. 12 Abs. 2 IVHSM). Gemäss Art. 10 VwVG treten Personen, die 

eine Verfügung zu treffen oder vorzubereiten haben, in den Ausstand, 

wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse haben (Bst. a), mit einer 

Partei durch Ehe oder eingetragene Partnerschaft verbunden sind oder mit 

ihr eine faktische Lebensgemeinschaft führen (Bst. b), mit einer Partei in 

gerader Linie oder bis zum dritten Grade in der Seitenlinie verwandt oder 

verschwägert sind (Bst. bbis), Vertreter einer Partei sind oder für eine Partei 

in der gleichen Sache tätig waren (Bst. c), aus anderen Gründen in der 

Sache befangen sein könnten (Bst. d).  

 

Mit den Ausstandsregeln soll die objektive Beurteilung durch eine unpartei-

ische und unvoreingenommene Behörde gewährleistet werden. Die Aus-

standsvorschriften sind sowohl auf Personen anwendbar, welche einen 

Entscheid alleine oder zusammen mit anderen zu fällen haben, als auch 

auf Personen, welche an einem Entscheid in irgendeiner Form mitwirken 

und auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen können (vgl. BEN-

JAMIN SCHINDLER, Die Befangenheit der Verwaltung, 2002, S. 74; RETO 

FELLER / PANDORA KUNZ-NOTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kom-

mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 

2. Aufl. 2019, Rz. 5 zu Art. 10 VwVG). 

6.3 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine Befangen-

heit im Sinne der Generalklausel von Art. 10 Bst. d VwVG vor, wenn Um-

stände bestehen, die das Misstrauen in die Unbefangenheit und damit in 

die Unparteilichkeit des Amtswalters objektiv rechtfertigen. Auf das subjek-

tive Empfinden der Partei, welche die Befangenheit behauptet, kommt es 

dabei ebenso wenig an wie darauf, ob der Betroffene tatsächlich befangen 

ist. Es genügt, dass ein entsprechender Anschein durch objektive Um-

stände und vernünftige Gründe glaubhaft dargetan erscheint. Für verwal-

tungsinterne Verfahren gilt dabei nicht der gleich strenge Massstab wie ge-

mäss Art. 30 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK für unabhängige richterliche Be-

hörden. Im Interesse einer beförderlichen Rechtspflege sind Ablehnungs- 

und Ausstandsbegehren gegen nicht richterliche Justizpersonen bezie-

hungsweise gegen Personen, die an einem Verwaltungsentscheid in ir-

gendeiner Form beratend oder instruierend mitwirken, nicht leichthin gut-

zuheissen. Die für den Anschein der Befangenheit sprechenden Umstände 

C-1409/2019 

Seite 20 

müssen jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der Funktion und der 

Organisation der betroffenen Verwaltungsbehörde gewichtet werden. Dass 

ein Mitglied oder Mitarbeiter einer Behörde im Rahmen seiner Aufgabe be-

reits eine bestimmte inhaltliche Position vertreten hat, begründet für sich 

allein noch keine Befangenheit (vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 

2C_695/2014 vom 16. Januar 2015 E. 4.2 m.w.H.).  

6.4 Hinsichtlich der diesbezüglichen Parteiäusserungen kann auf deren 

Darstellung in der Erwägung 6.4 des Urteils C-1405/2019 vom 4. April 2022 

verwiesen werden (vgl. oben E. 1 zweiter Absatz). 

6.5 Grundsätzlich kann im vorliegenden Verfahren die Anwendung inter-

kantonalen Rechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungs-

gerichts nicht überprüft werden, ausser es liegt gleichzeitig eine Verletzung 

von Bundesrecht vor (vgl. oben E. 4.1 zweiter Absatz). Im vorliegenden Fall 

kann jedoch offen bleiben, ob die Rügen des Beschwerdeführers betref-

fend Unabhängigkeit und Befangenheit, welche in erster Linie auf die un-

richtige Anwendung von Art. 4 Abs. 1 IVHSM sowie Art. 4 Abs. 5 IVHSM 

und des allfälligen Ausstandsreglements (bzw. die sinngemässe Anwen-

dung von Art. 10 VwVG gestützt auf Art. 12 Abs. 2 IVHSM) und damit inter-

kantonalen Rechts abzielen, vor diesem Hintergrund überhaupt zu über-

prüfen wären. Der Beschwerdeführer bringt nämlich lediglich pauschal vor, 

die Mitglieder des HSM-Fachorgans, welche nicht aus dem Ausland seien, 

seien nicht unabhängig, weil jeweils ein enger Bezug sowohl zum eigenen 

Kanton als auch zur entsprechenden Klinik ganz klar gegeben sei, auch 

wenn viele zwischenzeitlich emeritiert seien (vgl. B-act. 1 Rz. 100). Damit 

wird nicht für jedes einzelne Mitglied des HSM-Fachorgans ein spezifischer 

und substantiierter Ausstandsgrund geltend gemacht (vgl. zu pauschalen 

Ausstandsbegehren anstelle vieler: Urteil des BGer 9C_773/2018 vom 

3. April 2019 E. 4.4 m.w.H.). Überdies ist die vom Beschwerdeführer gel-

tend gemachte direkte Auswirkung der einseitigen Zusammensetzung des 

HSM-Fachorgans auf den Inhalt des angefochtenen Beschlusses (vgl. 

B-act. 1 Rz. 101) für das Gericht nicht nachvollziehbar: Es ist vielmehr fest-

zustellen, dass das Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (nachfolgend 

CHUV) im vorliegend relevanten Bereich der Oesophagusresektion die An-

forderungen an die Leistungserbringer erfüllt (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 78) 

und in den Jahren 2014 - 2016 insbesondere durchschnittlich jeweils 36 

Eingriffe vorgenommen hat (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 36). Ausserdem ist 

dem BAG zuzustimmen, dass beispielsweise das Hôpitaux Universitaires 

de Geneve (nachfolgend HUG), welches im Jahr 2019 genau wie das 

C-1409/2019 

Seite 21 

CHUV zwei Mitglieder im HSM-Fachorgan stellte (vgl. dazu B-act. 1 Bei-

lage 25), dennoch nicht berücksichtig worden ist (vgl. B-act. 20 Rz. 9.3). 

 

Soweit der Beschwerdeführer in seinen Schlussbemerkungen zudem vor-

bringt, dass sein Anspruch auf eine unparteiische und unbefangene Be-

hörde verletzt wäre, wenn Mitglieder des HSM-Fachorgans bei Beschlüs-

sen betreffend das «eigene» Spital nicht in den Ausstand getreten sein soll-

ten (vgl. B-act. 26 Rz. 46), ist festzuhalten, dass diese Rüge gemäss der 

Rechtsprechung zu den Ausstandsgründen ungenügend substantiiert ist, 

weil unklar bleibt, welche Mitglieder des HSM-Fachorgans aufgrund wel-

cher Gründe befangen sein sollen (vgl. oben E. 6.3). Den Unterlagen im 

Beschwerdeverfahren ist im Übrigen zu entnehmen, dass diverse Mitglie-

der des HSM-Fachorgans bei der Abstimmung über die Empfehlung zur 

Zuteilung beziehungsweise Nichtzuteilung eines Leistungsauftrags im Be-

reich der Oesophagusresektion anlässlich der Sitzung des Fachorgans 

vom 26. November 2018 jeweils bei unterschiedlichen Leistungserbringern 

in den Ausstand getreten sind und die Beschlüsse darüber hinaus von den 

verbleibenden Mitgliedern jeweils einstimmig gefällt wurden (GDK2-

act. 4.008 S. 2 f.). Damit erweist sich dieser Vorwurf als unbegründet. 

7.  

Im Folgenden werden die für die Streitsache wesentlichen Bestimmungen 

und von der Rechtsprechung dazu entwickelten Grundsätze dargestellt. 

7.1 Spitalplanung ist grundsätzlich Aufgabe der Kantone (vgl. Art. 39 

Abs. 1 Bst. e KVG; BVGE 2009/48 E. 12.1). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG 

(in der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) koordinieren die Kantone ihre 

Planung. Im HSM-Bereich beschliessen die Kantone nach Art. 39 Abs. 2bis 

KVG (in Kraft seit 1. Januar 2009) gemeinsam eine gesamtschweizerische 

Planung. Kommen sie dieser Aufgabe nicht zeitgerecht nach (vgl. auch 

Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG [Spitalfinan-

zierung] vom 21. Dezember 2007 [AS 2008 2056]), so legt der Bundesrat 

fest, welche Spitäler für welche Leistungen auf den kantonalen Spitallisten 

aufzuführen sind. 

7.2 Um die gesamtschweizerische Planung zu gewährleisten, haben die 

Kantone am 14. März 2008 die IVHSM beschlossen, die – nachdem alle 

Kantone beigetreten sind – am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. 

Art. 3 IVHSM regelt die Zusammensetzung, Wahl und Aufgaben des HSM-

Beschlussorgans. Das Beschlussorgan bestimmt gemäss Art. 3 Abs. 3 

C-1409/2019 

Seite 22 

IVHSM die Bereiche der hochspezialisierten Medizin, die einer schweiz-

weiten Konzentration bedürfen, und trifft die Planungs- und Zuteilungsent-

scheide. Hierzu erstellt es eine Liste der Bereiche der hochspezialisierten 

Medizin und der mit der Erbringung der definierten Leistungen beauftrag-

ten Zentren. Die Liste wird periodisch überprüft. Sie gilt als gemeinsame 

Spitalliste der Vereinbarungskantone gemäss Art. 39 KVG. Die Zuteilungs-

entscheide werden befristet (Art. 3 Abs. 4 IVHSM). Art. 9 Abs. 1 IVHSM 

hält zudem fest, dass die Vereinbarungskantone ihre Zuständigkeit ge-

mäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste für den Bereich 

der hochspezialisierten Medizin dem HSM-Beschlussorgan übertragen. 

7.3 Das Bundesrecht schreibt den Kantonen nicht vor, in welcher Form sie 

über die gemeinsame gesamtschweizerische Planung Beschluss zu fas-

sen haben. Dass sie dafür ein durch interkantonale Vereinbarung (Konkor-

dat) geschaffenes interkantonales Organ, das mit entsprechenden Ent-

scheidungskompetenzen ausgestattet ist, vorgesehen haben, ist zulässig 

(BVGE 2012/9 E. 1.2.3.4; vgl. Art. 48 BV). 

7.4 Wie bei den kantonalen Spitalplanungen entscheidet auch über die 

HSM-Listen ein politisches Organ: Das HSM-Beschlussorgan setzt sich 

aus Mitgliedern der GDK-Plenarversammlung zusammen, wobei den fünf 

Kantonen mit Universitätsspital je ein Sitz (mit Stimmrecht) zusteht und die 

weiteren fünf Sitze (mit Stimmrecht) auf die übrigen Kantone verteilt wer-

den (vgl. Art. 3 Abs. 1 IVHSM). Das HSM-Beschlussorgan hat die gesetzli-

chen Bestimmungen (einschliesslich die Planungskriterien gemäss 

Art. 58a ff. der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversiche-

rung [KVV, SR 832.102; jeweils in der Fassung vom 1. Januar 2019]; vgl. 

nachfolgend E. 7.8) und die IVHSM (vgl. nachfolgend E. 7.7) zu beachten; 

im Übrigen steht ihm jedoch ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. auch 

oben E. 4.1). 

7.5 Art. 4 Abs. 4 IVHSM definiert die Kriterien, welche das HSM-Beschlus-

sorgan bei der Zuordnung zum Bereich der HSM und bei der Zuteilung der 

Leistungsaufträge zu berücksichtigen hat. Die Kriterien für den im vorlie-

genden Verfahren interessierenden Zuteilungsentscheid sind die Qualität, 

die Verfügbarkeit hochqualifizierten Personals und Teambildung, die Ver-

fügbarkeit der unterstützenden Disziplinen, die Wirtschaftlichkeit sowie das 

Weiterentwicklungspotenzial. Weiter sind die Relevanz des Bezugs zu For-

schung und Lehre sowie die internationale Konkurrenzfähigkeit zu berück-

sichtigen. 

C-1409/2019 

Seite 23 

7.6 Die Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

setzt den Leistungsauftrag aufgrund einer kantonalen oder interkantonalen 

Spitalliste voraus (Art. 35 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 Bst. d und e sowie Abs. 2bis 

KVG). Ab dem Zeitpunkt der Bestimmung eines Bereiches der hochspezi-

alisierten Medizin und seiner (rechtskräftigen) Zuteilung an HSM-Zentren 

gelten abweichende Spitallistenzulassungen der Kantone im entsprechen-

den Umfang als aufgehoben (Art. 9 Abs. 2 IVHSM). 

7.7 Die IVHSM enthält spezifische Planungsgrundsätze für die HSM. Dem-

nach sollen die hochspezialisierten Leistungen zur Gewinnung von Syner-

gien auf wenige universitäre oder multidisziplinäre Zentren konzentriert 

werden (Art. 7 Abs. 1). Die Planung der HSM soll mit jener im Bereich der 

Forschung abgestimmt werden, Forschungsanreize sollen gesetzt und ko-

ordiniert werden (Art. 7 Abs. 2). Die Interdependenzen zwischen verschie-

denen hochspezialisierten medizinischen Bereichen sind bei der Planung 

zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 3), wobei die Planung jene Leistungen um-

fasst, die durch schweizerische Sozialversicherungen mitfinanziert werden 

(Art. 7 Abs. 4). Die Zugänglichkeit für Notfälle ist bei der Planung zu be-

rücksichtigen (Art. 7 Abs. 5), ebenso wie die vom schweizerischen Ge-

sundheitswesen erbrachten Leistungen für das Ausland; Kooperations-

möglichkeiten mit dem nahen Ausland können genutzt werden (Art. 7 

Abs. 6 und 7). Die Planung kann in Stufen erfolgen (Art. 7 Abs. 8). Gemäss 

Art. 8 IVHSM sind bei der Zuordnung der Kapazitäten folgende Vorgaben 

zu beachten: Die gesamten in der Schweiz verfügbaren Kapazitäten sind 

so zu bemessen, dass die Zahl der Behandlungen, die sich unter umfas-

sender kritischer Würdigung erwarten lassen, nicht überschritten werden 

kann (Bst. a). Die resultierende Anzahl der Behandlungsfälle der einzelnen 

Einrichtung pro Zeitperiode darf die kritische Masse unter den Gesichts-

punkten der medizinischen Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit nicht un-

terschreiten (Bst. b). Den Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Zentren 

im Ausland kann Rechnung getragen werden (Bst. c). 

7.8 Im Übrigen sind bei der Erstellung einer interkantonalen Spitalliste 

grundsätzlich dieselben Anforderungen gemäss den Vorschriften des KVG 

sowie der Ausführungsverordnungen wie bei der Erstellung einer kantona-

len Spitalliste zu beachten (BVGE 2013/46 E. 6.4.1; vgl. auch RÜTSCHE/ 

PICECCHI, in: Basler Kommentar zum Krankenversicherungsgesetz und 

zum Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, 2020, Rz. 95 zu Art. 39). Die 

zugelassenen Spitäler haben somit die Anforderungen von Art. 39 Abs. 1 

KVG zu erfüllen und das interkantonale Beschlussorgan hat die Planungs-

kriterien nach Art. 58a ff. KVV zu beachten. Das Beschlussorgan ermittelt 

C-1409/2019 

Seite 24 

den Bedarf in nachvollziehbaren Schritten und stützt sich auf statistisch 

ausgewiesene Daten und Vergleiche (Art. 58b Abs. 1 KVV). Es ermittelt 

das Angebot, das in Einrichtungen beansprucht wird, die nicht auf der von 

ihr erlassenen Liste aufgeführt sind (Abs. 2). Es bestimmt das Angebot, 

das durch die Aufführung der Spitäler auf der Spitalliste zu sichern ist, da-

mit die Versorgung gewährleistet ist. Dieses Angebot entspricht dem nach 

Art. 58b Abs. 1 KVV festgestellten Versorgungsbedarf abzüglich des nach 

Art. 58b Abs. 2 KVV ermittelten Angebots (Abs. 3). Bei der Beurteilung und 

Auswahl des auf der Liste zu sichernden Angebotes berücksichtigen die 

Kantone insbesondere die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungser-

bringung, den Zugang der Patientinnen und Patienten zur Behandlung in-

nert nützlicher Frist sowie die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrichtung 

zur Erfüllung des Leistungsauftrages (Abs. 4). Bei der Prüfung der Wirt-

schaftlichkeit und Qualität beachtet das Beschlussorgan insbesondere die 

Effizienz der Leistungserbringung, den Nachweis der notwendigen Quali-

tät, die Mindestfallzahlen (im Spitalbereich) und die Nutzung von Synergien 

(Abs. 5). Die Planung erfolgt für die Versorgung der versicherten Personen 

in Spitälern zur Behandlung von akutsomatischen Krankheiten leistungs-

orientiert (Art. 58c Bst. a KVV).   

 

Entsprechend ist im HSM-Bereich grundsätzlich auch die diesbezügliche 

Rechtsprechung zur kantonalen Spitalplanung zu berücksichtigen. 

7.9 Im Rahmen der Verpflichtung zur interkantonalen Koordination der Pla-

nungen nach Art. 39 Abs. 2 KVG müssen die Kantone insbesondere die 

nötigen Informationen über die Patientenströme auswerten und diese mit 

den betroffenen Kantonen austauschen (Art. 58d Bst. a KVV) und die Pla-

nungsmassnahmen mit den davon in ihrer Versorgungssituation betroffe-

nen Kantonen koordinieren (Bst. b). Während die Auswertung der nötigen 

Informationen über die Patientenströme auch bei der interkantonalen Pla-

nung der HSM von Bedeutung ist, dürften die übrigen in Bst. a und b ge-

nannten Anforderungen durch die Einsetzung des interkantonalen Be-

schlussorgans nach Art. 3 IVHSM abgedeckt sein. 

8.  

8.1 Bei der HSM-Spitalplanung lassen sich im Rahmen des Zuteilungsver-

fahrens – wie bei der kantonalen Spitalplanung auch – zwei Etappen un-

terscheiden: die Bedarfsermittlung (vgl. nachfolgend E. 8.2) und die Be-

darfsdeckung (vgl. nachfolgend E. 8.3). Zuerst ist der Bedarf der Einwoh-

C-1409/2019 

Seite 25 

nerinnen und Einwohner der Schweiz an stationärer Behandlung im ent-

sprechenden HSM-Bereich zu ermitteln. Nach der Bedarfsermittlung er-

folgt die Phase der Bedarfsdeckung mit der Auswahl der Leistungserbrin-

ger (vgl. Urteil des BVGer C-6266/2013 vom 29. September 2015 E. 4.3.2. 

m.H.). 

8.2 Im vorliegenden Fall ist (auch) die erste Stufe der HSM-Spitalplanung, 

das heisst die Bedarfsermittlung, umstritten.   

 

Die im Streit liegende Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Oesophagusresektion bei 

Erwachsenen basiert auf dem prognostizierten Leistungsbedarf bis ins 

Jahr 2025. Bei dieser Bedarfsprognose wurden basierend auf einem Nach-

fragejahr Einflussfaktoren wie die demografische, medizintechnische, epi-

demiologische, ökonomische und sonstige Entwicklung berücksichtigt (vgl. 

Bedarfsprognose HSM: Teilbericht Methodik Version 3.1 vom 23. Mai 2017 

S. 4 f. [GDK2-act. 2.001]). Verwendet wurden letztlich die definitiven Daten 

der Medizinischen Statistik des Bundesamts für Statistik des Jahres 2015. 

Unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Einflussfaktoren rechnet die 

Vorinstanz mit einer starken Zunahme der Fallzahlen um 51 % bis 2025 im 

Bereich der Oesophagusresektionen und damit mit einer jährlichen Wachs-

tumsrate von 4.2 % (vgl. Bedarfsprognose HSM: Leistungsbereich Oeso-

phagusresektion VIS1.3 Version 1.0 vom 1. Februar 2017 S. 3 und 12 f. 

[nachfolgend Bedarfsprognose zur Oesophagusresektion; GDK2-

act. 2.008]; Schlussbericht vom 31. Januar 2019 S. 65 [GDK2-act. 4.013]). 

8.3 Strittig ist zudem die Auswahl der Leistungserbringer, die den 

ermittelten Bedarf decken sollen, namentlich die Nichterteilung des 

Leistungsauftrags im Bereich der Oesophagusresektion an den 

Beschwerdeführer. 

8.3.1 Für den Bereich der Oesophagusresektion sind bei der Eröffnung des 

Bewerbungsverfahrens Ende 2016 – neben den generellen Anforderungen 

an die Leistungserbringer gemäss IVHSM und KVV sowie den Qualitäts-

anforderungen für alle fünf Bereiche der «Komplexen hochspezialisierten 

Viszeralchirurgie» – die folgenden spezifischen Qualitätsanforderungen 

vom HSM-Fachorgan festgelegt worden (vgl. Erläuternde Notiz zur Bewer-

bung für den HSM-Leistungsauftrag im Bereich «Komplexe hochspeziali-

sierte Viszeralchirurgie» vom 25. Oktober 2016 [GDK2-act. 1.004 S. 8]): 

- Strukturqualität:  

C-1409/2019 

Seite 26 

- Verantwortlicher Chirurg mit Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie  

oder äquivalenter Qualifikation 

- Personelle und strukturelle Voraussetzungen, um postoperative 

Komplikationen selbständig und ohne Spitalverlegung zu behan-

deln (24/7 Verfügbarkeit einer diagnostischen und interventionel-

len Radiologie [oder Äquivalent]; 24/7 Verfügbarkeit eines qualifi-

zierten Chirurgen-Teams [Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie oder 

äquivalente Qualifikation] mit der Möglichkeit einer chirurgischen 

[Re-]Intervention innerhalb eines indizierten Zeitintervalls [1h]; Mi-

nimalanforderung: 2 Ärzte mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie oder 

äquivalenter Ausbildung) 

- Durch die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) 

anerkannte Intensivstation im Haus 

- 24/7 Verfügbarkeit einer interventionellen Endoskopie 

- Onkologie im Haus 

- Mindestfallzahlen: pro Standort muss eine Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen / Jahr im Durchschnitt über die letzten drei Jahre (gerechnet ab 

Endfrist des Bewerbungsverfahrens) erreicht werden 

- Prozessqualität: jeder Fall wird im interdisziplinären Tumorboard vor-

gestellt (zusammengesetzt gemäss Vorgaben der IVHSM-Organe) 

- Weiterbildung, Lehre und Forschung: aktive Teilnahme an klinischen 

Forschungsstudien oder anderen klinischen Forschungsprojekten 

8.3.2 Im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 (GDK2-act. 4.013), welcher 

integraler Bestandteil des Beschlusses vom 31. Januar 2019 (GDK2-

act. 4.011; vgl. auch oben E. 5.6.1) bildet, legte die Vorinstanz dar, dass 

die Empfehlung für die Zuteilung eines HSM-Leistungsauftrags nach fol-

gendem Evaluationsschema erarbeitet worden sei: In einem ersten Schritt 

sei zu prüfen, ob die generellen und bereichsspezifischen Anforderungen 

pro Leistungserbringer erfüllt seien. Seien die Anforderungen nicht erfüllt, 

erfolge bereits hier keine Empfehlung für einen HSM-Leistungsauftrag. An-

sonsten werde in einem zweiten Schritt geprüft, ob in der Versorgungsre-

gion Bedarf für eine (zusätzliche) Leistungserbringung bestehe. Sofern der 

Bedarf bestehe, werde die Empfehlung für einen HSM-Leistungsauftrag 

abgegeben, andernfalls nicht. Bei der Beurteilung des Bedarfs in einer Ver-

sorgungsregion würden nebst den Fallzahlen und den Patientenströmen 

zudem weitere Kriterien (Vorhandensein eines HSM-Leistungserbringers 

in der Versorgungsregion; Bedarf für Leistungserbringung aufgrund der 

sprachlichen Region oder geographischen Lage) berücksichtigt (GDK2-

act. 4.013 S. 90). 

C-1409/2019 

Seite 27 

8.3.3 In Bezug auf die Mindestfallzahlen hielt die Vorinstanz fest, diese 

seien anhand der im Register eingetragenen Fälle überprüft worden, dabei 

sei der Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 

massgeblich gewesen. Über diese drei Jahre sei der Jahresdurchschnitt 

errechnet worden. Bei dieser Überprüfung hätten noch acht Bewerber die 

nötigen Minimalfallzahlen erreicht, die anderen zwölf nicht. Bei den Klini-

ken, die bei der Selbstdeklaration angegeben hätten, die Zahlen zu errei-

chen, seien die entsprechenden Operationsberichte einverlangt worden, 

um sie durch Experten daraufhin zu überprüfen, ob es sich um HSM-Fälle 

nach Zuordnungsdefinition handle (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 74 f.).  

9.  

Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die Vorinstanz bei der Bedarfser-

mittlung, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht (vgl. B-act. 1 

Rz. 52), gegen die gesetzlichen Vorgaben gemäss Art. 58a ff. KVV 

verstossen hat. 

9.1 Betreffend die Parteiäusserungen wird im Wesentlichen auf die diesbe-

züglichen Ausführungen im Urteil C-1405/2019 vom 4. April 2022 in Erwä-

gung 9.1 verwiesen (vgl. oben E. 1 zweiter Absatz). 

9.2 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind bei 

der Erstellung einer interkantonalen Spitalliste grundsätzlich dieselben An-

forderungen gemäss den Vorschriften des KVG sowie der Ausführungsver-

ordnungen wie bei der Erstellung einer kantonalen Spitalliste zu beachten 

(BVGE 2013/46 E. 6.4.1). Entsprechend sind insbesondere die Arti-

kel 58a ff. KVV zu beachten (vgl. auch oben E. 7.8). Eine Besonderheit der 

interkantonalen HSM-Spitalliste ist jedoch, dass die Planung für die ganze 

Schweiz zu erfolgen hat und entsprechend kein (ausserkantonales) «An-

gebot, das in Einrichtungen beansprucht wird, die nicht auf der […] erlas-

senen Liste aufgeführt sind» gemäss Art. 58b Abs. 2 KVV zu berücksichti-

gen ist. Zudem sind bei der Planung gemäss Art. 7 Abs. 6 und 7 IVHSM 

die vom schweizerischen Gesundheitswesen erbrachten Leistungen für 

das Ausland zu berücksichtigen und können Kooperationsmöglichkeiten 

mit dem nahen Ausland genutzt werden. Das auf der Spitalliste zu si-

chernde Angebot gemäss Art. 58b Abs. 3 KVV entspricht somit direkt dem 

gemäss Art. 58b Abs. 1 KVV ermittelten Bedarf (vgl. dazu Urteil des BVGer 

C-1361/2019 vom 9. März 2022 E. 7.3.1). 

9.3 Wie bereits zuvor ausgeführt (vgl. oben E. 7.8), ist der Bedarf gemäss 

Art. 58b Abs. 1 KVV in nachvollziehbaren Schritten zu ermitteln und hat 

C-1409/2019 

Seite 28 

sich auf statistisch ausgewiesene Daten und Vergleiche zu stützen. Aus 

den im Beschwerdeverfahren vorliegenden Akten ergibt sich diesbezüglich 

Folgendes: 

9.3.1 Auf der Grundlage der Fallzahlen des Jahres 2015 ist im Rahmen der 

vorgenommenen – im vorliegenden Verfahren ebenfalls bestrittenen – Be-

darfsprognose bis ins Jahr 2025 mit einer starken Zunahme der Fallzahlen 

um 51 % zu rechnen (GDK2-act. 2.008 S. 12 f. und S. 15; GDK-act. 4.013 

S. 65; vgl. auch oben E. 8.2). Allerdings weicht der Schlussbericht vom 

31. Januar 2019 (GDK2-act. 4.013) betreffend die prognostizierten Fall-

zahlen im Jahr 2025 von der Bedarfsprognose zur Oesophagusresektion 

(GDK2-act. 2.008) dahingehend ab, als die Bedarfsprognose im Schluss-

bericht um 3.5 % reduziert wurde, weil in den ursprünglich berücksichtigten 

366 Fällen des Jahres 2015 auch die in der HSM-Planung nicht zu berück-

sichtigende Behandlung von Kindern (13 Fälle) enthalten war. Der Schluss-

bericht geht entsprechend von 353 Fällen (anstatt 366) im Jahr 2015 und 

einem Anstieg auf ungefähr 530 Fälle (anstatt 552 Fälle) bis ins Jahr 2025 

aus (vgl. dazu GDK2-act. 4.013 S. 65 Fussnote 36). In der Bedarfsprog-

nose zur Oesophagusresektion wird weiter festgehalten, dass die Bevölke-

rung in der Nordwestschweiz weniger stark wachse und altere als in den 

anderen Regionen. Zudem würden die Nordwest- und die Ostschweiz 

2015 schon eher höhere Hospitalisationsraten ausweisen, weshalb in die-

sen Regionen aufgrund der nationalen Angleichung ein geringeres Wachs-

tum angenommen werde. Im Tessin werde umgekehrt ein sehr starkes 

Wachstum erwartet, da die heutige Hospitalisationsrate noch unterdurch-

schnittlich sei (GDK2-act. 2.008 S. 14). In der Westschweiz würden 2025 

voraussichtlich 131 Fälle anfallen, in der Nordwestschweiz 165, in der Ost-

schweiz 168, in der Zentralschweiz 52 und im Tessin 25 Fälle. Weitere 11 

Fälle würden aus dem Ausland kommen beziehungsweise unbekannter 

Herkunft sein (GDK2-act. 2.008 S. 15).  

9.3.2 Dem Schlussbericht vom 31. Januar 2019 ist sodann zu entnehmen, 

dass im Rahmen der Bedarfsdeckung acht Leistungserbringer im Bereich 

der Oesophagusresektion berücksichtigt worden sind, welche jährlich ins-

gesamt 211 Eingriffe (Registerdaten der Jahre 2014-2016, gemittelt) vor-

genommen haben. Ausserdem wird auf eine von den berücksichtigten 

Leistungserbringern selbstdeklarierte mögliche Kapazitätssteigerung von 

240 Eingriffen hingewiesen (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 91). Vorliegend be-

deutet die Kapazitätssteigerung gemäss Schlussbericht vom 31. Januar 

2019 die Anzahl der Patient/innen, die künftig pro Jahr zusätzlich zum bis-

C-1409/2019 

Seite 29 

herigen Behandlungsvolumen für eine Oesophagusresektion aufgenom-

men werden können (GDK2-act. 4.013 S. 69). Entsprechend sind mit der 

vorgenommenen Leistungserteilung gestützt auf die Akten voraussichtlich 

451 Eingriffe pro Jahr im Bereich der Oesophagusresektion möglich, wo-

von 61 in der Westschweiz, 144 in der Nordwestschweiz, 220 in der Ost-

schweiz, 26 in der Zentralschweiz und 0 Eingriffe im Tessin durchgeführt 

werden können (GDK2-act. 4.013 S. 91).  

 

In diesem Zusammenhang wird im Schlussbericht festgehalten, dass die 

Anzahl nicht ausreichend sei, würden die prognostizierten Bedarfszahlen 

(bis 2025) mit den vorgeschlagenen Leistungszuteilungen verglichen. 

Dazu sei anzumerken, dass zum einen die Prognose naturgemäss diver-

sen Unsicherheiten unterliegen würde. Zum andern seien Oesophagusre-

sektionen ausgesprochen heikle und risikoreiche Eingriffe, so dass sie 

nicht an Zentren vergeben werden sollten, die nicht alle Kriterien vollstän-

dig erfüllen würden. Das HSM-Fachorgan gehe davon aus, dass die be-

rücksichtigten acht Zentren genügend Kapazitäten aufbauen könnten, um 

die Versorgung sicherzustellen, und empfehle deshalb, Leistungsaufträge 

nur an diese zu erteilen. Dies auch angesichts der Tatsache, dass die zwölf 

abgelehnten Bewerber nur insgesamt 74 Oesophagusresektionen durch-

geführt hätten, welche von den berücksichtigten Spitälern zusätzlich über-

nommen werden müssten (GDK2-act. 4.013 S. 92). 

9.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Bedarfsermittlung sei 

im HSM-Bereich der Oesophagusresektion fehlgeschlagen (vgl. B-act. 1 

Rz. 52), ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, inwiefern die von der Vo-

rinstanz vorgenommene Bedarfsprognose falsch sein soll. Einerseits zie-

len insbesondere die Rügen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Un-

terversorgung des Kantons Freiburg (vgl. B-act. 1 Rz. 55 ff.; 7 Rz. 12 ff; 26 

Rz. 14 ff.) sowie der indirekten und eher schleichenden Auswirkungen (vgl. 

B-act. 1 Rz. 63 ff.; 26 Rz. 28 ff.) vielmehr auf die Deckung des ermittelten 

Bedarfs ab als auf dessen Ermittlung und sind daher unter diesem Titel in 

Erwägung 10 zu prüfen. Andererseits wird hinsichtlich der Planungs- und 

Entscheidgrundlagen zwar die Verwendung des SGVC/AQC-Registers ge-

rügt (Datenbank sei privater Natur, manipulierbar und unvollständig, ent-

halte keine statistisch ausgewiesenen Daten und Vergleiche [vgl. B-act. 1 

Rz. 61; 26 Rz. 23 f.]), gleichzeitig wird jedoch vom Beschwerdeführer an-

erkannt, dass für die Bedarfsermittlung auf die Fallzahlen der medizini-

schen Statistik aus dem Jahr 2015 abgestellt worden ist (vgl. B-act. 1 

Rz. 60). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, wie der Beschwerde-

C-1409/2019 

Seite 30 

führer zum Schluss gelangt ist, die Bedarfsprognosen der Vorinstanz wür-

den sich aufgrund seiner Ausführungen als unvollständig und eindimensi-

onal erweisen. Weiter anerkennt der Beschwerdeführer die Bedarfsprog-

nosen zumindest bezüglich der prognostizierten Entwicklungen der Fall-

zahlen als klar erwiesen, da im Bereich der Oesophagusresektion mit einer 

massiven Steigerung der Fallzahlen bis 2025 gerechnet werde (vgl. B-

act. 1 Rz. 67). Im Übrigen widerspricht die Bedarfsprognose der Vorinstanz 

bis 2025 dem Argument des Beschwerdeführers nicht, es sei speziell zu 

beachten, dass der Kanton Freiburg in Bezug auf den Bevölkerungszu-

wachs mit Abstand an der Spitze der Schweizer Kantone stehe (vgl. dazu 

B-act. 1 Rz. 67 sowie Beilagen 17 und 18): Der Tabelle in der Bedarfsprog-

nose zur Oesophagusresektion, welche den Einfluss der prognostizierten 

demographischen Entwicklung auf die Fallzahlen bis 2025 ausweist, ist 

nämlich für die Westschweiz (Kantone Genf, Waadt, Wallis, Neuenburg 

und Freiburg) eine Veränderung von +28 % zu entnehmen, was nach 

+38 % für das Tessin der zweithöchste Wert für künftig durchzuführende 

Eingriffe ist (vgl. GDK2-act. 2.008 S. 10).  

 

Eine fehler- oder mängelbehaftete Bedarfsermittlung ist damit nicht zu er-

kennen. 

10.  

Weiter rügt der Beschwerdeführer, dass aufgrund des nicht erteilten HSM-

Leistungsauftrags im Bereich der Oesophagusresektion eine Unterversor-

gung des Kantons Freiburg resultiere, was gegen die gesetzlichen Vorga-

ben zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Planung gemäss Art. 39 

Abs. 1 Bst. d KVG i.V.m. Art. 58a ff. KVV und insbesondere gegen Art. 58b 

Abs. 4 Bst. b KVV (Zugang der Patientinnen und Patienten zur Behandlung 

innert nützlicher Frist) verstosse (vgl. dazu B-act. 1 Rz. 55 ff.; 7 Rz. 12 ff.; 

26 Rz. 14 ff.). 

10.1 Was die Parteiäusserungen betrifft, kann im Wesentlichen auf deren 

Darstellung im Urteil C-1405/2019 vom 4. April 2022 in Erwägung 10.1 ver-

wiesen werden (vgl. oben E. 1 zweiter Absatz). Im Bereich der Oesopha-

gusresektion besteht dahingehend eine relevante Abweichung vom Be-

reich der Pankreasresektion, als in den Regionen Westschweiz und Bern 

neben dem CHUV in Lausanne lediglich das Inselspital in Bern ebenfalls 

einen Leistungsauftrag erhalten hat. 

C-1409/2019 

Seite 31 

10.2 Aktenkundig ist im Zusammenhang mit der Bedarfsdeckung des Kan-

tons Freiburg im Bereich der Oesophagusresektion – zusätzlich zum be-

reits in Erwägung 9.3 Festgehaltenen –, dass in der Region Westschweiz, 

welcher der Beschwerdeführer angehört, mit dem CHUV ein Leistungser-

bringer berücksichtigt worden ist, welcher jährlich jeweils 36 Eingriffe (Re-

gisterdaten der Jahre 2014 - 2016, gemittelt) vorgenommen und eine mög-

liche Kapazitätssteigerung von 25 Eingriffen deklariert hat. Gesamthaft 

werden somit ungefähr 61 Eingriffe pro Jahr möglich sein. Ausserdem hat 

die Vorinstanz im direkt an den Kanton Freiburg angrenzenden Kanton 

Bern mit dem Inselspital Bern einen weiteren Leistungserbringer berück-

sichtigt, welcher seinerseits jährlich jeweils 33 Eingriffe (Registerdaten der 

Jahre 2014 - 2016, gemittelt) vorgenommen und eine mögliche Kapazitäts-

steigerung von 60 Eingriffen deklariert hat (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 91). 

10.3  

10.3.1 Wie bereits zuvor dargelegt, sind bei der Erstellung einer interkan-

tonalen Spitalliste grundsätzlich dieselben Anforderungen gemäss den 

Vorschriften des KVG sowie der Ausführungsverordnungen wie bei der Er-

stellung einer kantonalen Spitalliste zu beachten (BVGE 2013/46 E. 6.4.1; 

vgl. auch oben E. 7.8 und 9.2). Allerdings hat im HSM-Bereich gemäss 

Art. 39 Abs. 2bis KVG die Planung, das heisst die Bedarfsermittlung 

und -deckung, schweizweit mit dem Ziel einer Angebotskonzentration zu 

erfolgen (vgl. oben E. 7.1 f.). 

10.3.2 Im Rahmen der kantonalen Spitalplanung hat das Bundesverwal-

tungsgericht festgehalten, das Ziel der Spitalplanung sei in erster Linie die 

bedarfsgerechte Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung (vgl. 

BVGE 2012/30 E. 4.7), aber auch die Kosteneindämmung und namentlich 

der Abbau von Überkapazitäten würden weiterhin zu den Zielen der Spital-

planung gehören (vgl. Urteil C-6266/2013 E. 4.5). Eine Versorgungspla-

nung sei grundsätzlich dann bedarfsgerecht, wenn sie den Bedarf – aber 

nicht mehr als diesen – decke (Urteil des BVGer C-1966/2014 vom 23. No-

vember 2015 E. 4 m.H.). Ein Kanton müsse im Rahmen seiner Pflicht zur 

Spitalplanung eine Unterversorgung der in seinem Kantonsgebiet wohn-

haften, vom Versicherungsobligatorium erfassten Versicherten verhindern 

(vgl. Urteil des BVGer C-6007/2016 vom 7. Februar 2018 E. 8.5).  

 

Für den HSM-Bereich hat das Bundesverwaltungsgericht im kürzlich er-

gangenen Urteil C-1361/2019 vom 9. März 2022 festgehalten, dass sich 

die HSM-Spitalplanung in gewissen Punkten durchaus von der kantonalen 

C-1409/2019 

Seite 32 

Spitalplanung unterscheide und die Rechtsprechung zur Unterversorgung 

in der kantonalen Spitalplanung nicht unbesehen auf die in jenem Urteil zu 

prüfende Frage der HSM-Spitalplanung übertragen werden könne 

(E. 7.4.1). Vorliegend besteht zum erwähnten Urteil C-1361/2019 zusätz-

lich der Unterschied, dass der Beschwerdeführer keine gesamtschweizeri-

sche Unterversorgung im Bereich der Oesophagusresektion geltend macht 

(vgl. dazu dennoch sogleich E. 10.4), sondern lediglich eine regionale Un-

terversorgung in der Westschweiz, konkret des Kantons Freiburg. 

10.4  

10.4.1 Im vorliegend zu beurteilenden Fall ist festzuhalten – auch wenn 

dies vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht wurde –, dass schweiz-

weit keine klare Unterversorgung im Bereich der Oesophagusresektion 

vorliegt: Zwar kann – soweit auf die ermittelten Zahlen im Sinne von abso-

luten Zahlen abgestellt wird – aufgrund der bisherigen Fallzahlen und der 

selbstdeklarierten Kapazitäten der Leistungserbringer der prognostizierte 

Bedarf bis ins Jahr 2025 nicht vollständig abgedeckt werden (vgl. dazu 

oben E. 9.3). Dies ist jedoch die Erkenntnis aus einer von der Vorinstanz 

sorgfältig durchgeführten Bedarfsplanung (basierend auf den Fallzahlen 

des Jahres 2015) sowie letztlich das Resultat verschiedener Prognosen 

und Annahmen betreffend die demographische, epidemiologische und me-

dizintechnische Entwicklung, welche ihrerseits naturgemäss mit diversen 

Unsicherheiten behaftet sind. Letztlich ist es eine Frage der Würdigung und 

des weiten Ermessens des HSM-Beschlussorgans, wie diese künftig mög-

liche leichte Unterversorgung im Rahmen der Leistungszuteilungen abzu-

decken ist. Eine mangelhafte Versorgungsplanung ist hierin jedoch nicht 

zu erkennen (vgl. zum Ganzen: Urteil C-1361/2019 E. 7.4).  

 

Der Ansatz, dass nicht mit absoluten Zahlen gerechnet werden kann, gilt 

entsprechend auch für die Region Westschweiz, in welcher der einzige be-

rücksichtigte Leistungserbringer mit möglichen 61 Eingriffen (vgl. oben 

E. 9.3.2 und 10.2) den rein regionalen Bedarf von 131 prognostizierten Ein-

griffen (vgl. oben E. 9.3.1) – soweit auf absolute Zahlen abgestellt wird – 

nicht vollständig abdecken können wird. Zu berücksichtigen ist hierbei zu-

dem, dass die beiden in der Nordwestschweiz berücksichtigten Leistungs-

erbringer, darunter das Inselspital Bern, den prognostizierten Bedarf jener 

Region weitgehend zu decken vermögen (vgl. oben E. 9.3.1 und 9.3.2) und 

somit insbesondere im angrenzenden Kanton Bern ein weiterer Leistungs-

erbringer berücksichtig worden ist, der mit möglichen 93 Eingriffen die 

C-1409/2019 

Seite 33 

möglicherweise künftig fehlenden Kapazitäten des CHUV ausgleichen 

kann. 

10.4.2 Soweit der Beschwerdeführer bei dieser Ausgangslage vorbringt, 

der Leistungserbringer am nächstgelegenen Standort Bern sei aus sprach-

lichen Gründen nicht geeignet und ebenso wie der französischsprachige 

Leistungserbringer CHUV in Lausanne zudem zu weit entfernt, kann ihm 

nicht gefolgt werden (vgl. B-act. 1 Rz. 56; 26 Rz. 16): Bei den Leistungen 

im HSM-Bereich der Oesophagusresektion handelt es sich nicht um Leis-

tungen der Grund- und Notfallversorgung, sondern um hochspezialisierte 

Leistungen, welche zudem in aller Regel planbar sind. Hierfür spricht ne-

ben den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz (vgl. B-act. 14 

Rz. 47) und des BAG (vgl. B-act. 20 Rz. 2.3), dass der Beschwerdeführer 

selbst geltend macht, dass in den Jahren 2013-2017 (…) Fälle mit einem 

Oesophaguskarzinom diskutiert und für eine Operation evaluiert worden 

seien (vgl. B-act. 26 Rz. 7). In diesem Zusammenhang verkennt der Be-

schwerdeführer zudem, dass das Kriterium des Zugangs der Patient/innen 

zur Behandlung innert nützlicher Frist gemäss Art. 58b Abs. 4 Bst. b KVV 

aufgrund der unbestimmten Formulierung «innert nützlicher Frist» eine Be-

wertung der erforderlichen Behandlung verlangt. So ist ohne Weiteres 

nachvollziehbar, dass «innert nützlicher Frist» bei Notfallbehandlungen 

aufgrund der akuten Bedrohung des Lebens deutlich kürzer sein muss als 

bei zwar dringenden, aber dennoch planbaren sowie bei elektiven Eingrif-

fen. Im Übrigen übersieht der Beschwerdeführer mit seiner Argumentation, 

dass der Zugang zu einer Behandlung «innert nützlicher Frist» nicht allein 
von der Reisezeit zum HSM-Leistungserbringer abhängt, sondern zumin-

dest auch von den konkreten Umständen, unter welchen ein operationsbe-

dürftiges Oesophagukarzinom diagnostiziert wird, bei Bedarf von der Er-

reich- und Verfügbarkeit der ambulanten Transportdienste sowie des ge-

wählten Transportwegs und letztlich von der Verfügbarkeit eines Operati-

onsteams vor Ort. Die Bewertung der vorliegend interessierenden Eingriffe 

und die soeben erwähnten Begleitumstände führen dazu, dass Reisezeiten 

von über einer Stunde, welche der Beschwerdeführer als zu lange anführt, 

als durchaus zumutbar zu qualifizieren sind. Im Rahmen der Planung be-

steht zudem kein Anspruch der Patient/innen, sich am Wohnort oder in der 

Region behandeln zu lassen, wenn die Hospitalisation – wie hier – an wei-

ter entfernten Orten zumutbar und innert vernünftiger Frist möglich ist (vgl. 

dazu auch Urteil C-2887/2019 vom 26. Januar 2021 E. 7.5 m.w.H.). 

10.5 Was die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich der einfluss-

reichen HSM-Begleitgruppe Viszeralchirurgie betrifft (vgl. B-act. 1 Rz. 57; 

C-1409/2019 

Seite 34 

26 Rz. 20), ist den Akten zu entnehmen, dass (…). Weiter geht aus den 

Unterlagen hervor, dass die Einteilung der sich bewerbenden Leistungser-

bringer in Kategorien durch die Begleitgruppe anonymisiert erfolgt ist und 

die Begleitgruppe im Übrigen diverse generelle Empfehlungen abgegeben 

hat (vgl. GDK2-act. 3.007). Entsprechend ist nicht ersichtlich, welchen Ein-

fluss die behauptete unausgewogene Zusammensetzung der Begleit-

gruppe auf die regionale Verteilung der berücksichtigen Leistungserbringer 

gehabt haben soll. Der Website der Gesundheitsdirektorenkonferenz 

(GDK) ist in diesem Zusammenhang zudem zu entnehmen, dass die je-

weilige Begleitgruppe lediglich mit dem HSM-Fachorgan, welches schliess-

lich seinerseits dem HSM-Beschlussorgan Anträge stellt, in Kontakt steht 

(vgl. dazu https://www.gdk-cds.ch/de/hochspezialisierte-medizin/organisa-

tion/die-ivhsm; zuletzt besucht am 4. April 2022). 

10.6 Auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachten weiteren negati-

ven Auswirkungen der Nichterteilung des Leistungsauftrags (vgl. B-act. 1 

Rz. 63 ff.; 26 Rz. 28 ff.) ändern letztlich nichts daran, dass im hochspezia-

lisierten Bereich der Oesophagusresektion eine Konzentration der Leis-

tungserbringung angestrebt wird, welche unweigerlich dazu führt, dass 

Leistungserbringer unter Umständen vormals erteilte Leistungsaufträge 

verlieren beziehungsweise ihnen diese nicht (mehr) erteilt werden. An die-

ser Stelle ist daran zu erinnern, dass selbst bei Erfüllung aller Anforderun-

gen grundsätzlich kein Rechtsanspruch auf Erteilung eines Leistungsauf-

trags besteht (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer C-3413/2014 vom 11. Mai 

2017 E. 10.4.2 und 11.4.1 m.w.H.). Entsprechend kann in der Nichtertei-

lung des Leistungsauftrags per se auch keine Unverhältnismässigkeit, wel-

che vom Beschwerdeführer wegen schwerwiegender Auswirkungen gel-

tend gemacht wird, erkannt werden. Was sodann die Behauptung des Be-

schwerdeführers betrifft, dass er einen Leistungsauftrag im HSM-Bereich 

der Oesophagusresektion nie mehr wieder erhalten könne (vgl. B-act. 26 

Rz. 30), ist darauf hinzuweisen, dass insbesondere das Mindestfallzahl-

Kriterium der Aufnahme eines neuen Anbieters auf die Spitalliste bezie-

hungsweise der Erteilung eines Leistungsauftrags an einen neuen Anbieter 

nicht entgegensteht, wenn das neue Angebot sich als relevant und erfor-

derlich erweist für die Deckung des Bedarfs (vgl. dazu Urteil des BVGer 

C-7017/2015 vom 17. September 2021 E. 9.2.8 zweiter Absatz). 

10.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz damit, dass 

sie den Beschwerdeführer im Bereich der Oesophagusresektion nicht als 

Leistungserbringer berücksichtigt hat, nicht gegen die gesetzlichen Vorga-

ben zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Planung gemäss Art. 39 

C-1409/2019 

Seite 35 

Abs. 1 Bst. d KVG und insbesondere Art. 58b Abs. 4 Bst. b KVV (Zugang 

der Patientinnen und Patienten zur Behandlung innert nützlicher Frist) 

verstossen hat. 

11.  

Weiter rügt der Beschwerdeführer betreffend den nicht erteilten HSM-Leis-

tungsauftrag diverse Mängel im Zusammenhang mit dem Qualitätskrite-

rium gemäss Art. 58b Abs. 4 Bst. a und Abs. 5 KVV. 

11.1 Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, die Vorinstanz 

habe den Qualitätsbegriff rechtswidrig angewandt (vgl. B-act. 1 Rz. 74 ff. 

und 94 ff.; 26 Rz. 33 ff.). 

11.1.1 Betreffend die Parteiäusserungen wird auf die diesbezügliche Dar-

stellung in der Erwägung 11.1.1 im Urteil C-1405/2019 vom 4. April 2022 

verwiesen (vgl. oben E. 1 zweiter Absatz). 

11.1.2 Aus den im Beschwerdeverfahren vorliegenden Akten ergibt sich 

hinsichtlich der vorgenommenen Prüfung des Qualitätskriteriums zusätz-

lich zum in Erwägung 8.3.1 und 8.3.3 bereits Dargestellten Folgendes: 

11.1.2.1 Im Rahmen der HSM-Spitalplanung hat das HSM-Fachorgan 

Qualitätsanforderungen für alle fünf Bereiche der «Komplexen hochspezi-

alisierten Viszeralchirurgie» festgelegt. Dazu gehört insbesondere die jähr-

liche Berichterstattung an die IVHSM-Organe betreffend allfällige Abwei-

chungen von den Qualitätsanforderungen sowie bedeutende strukturelle 

und personelle Änderungen mit Einfluss auf die Qualitätssicherung und die 

Offenlegung von Daten zur Prozess- und Ergebnisqualität inklusive Fall-

zahlen. Vorgesehen ist zudem eine Berichterstattung zu Lehre, Weiterbil-

dung und Forschung zwei und fünf Jahre nach Leistungszuteilung. Weiter 

sind die Leistungserbringer verpflichtet, für jeden Eingriff den definierten 

Minimaldatensatz im SGVC/AQC-Register zu erheben, wobei die Daten 

regelmässig auditiert werden. Für die nachhaltige Sicherung der fachärzt-

lichen Kompetenzen müssen die Leistungserbringer ausserdem aner-

kannte Weiterbildungsstätten mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie (SIWF) 

sein (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 98 ff.). 

11.1.2.2 Die spezifischen Qualitätsanforderungen für den Bereich der O-

esophagusresektion bei Erwachsenen sehen unter anderem eine Mindest-

fallzahl pro Standort und Jahr von je 12 Fällen vor (vgl. auch oben E. 8.3.1). 

In Bezug auf die Mindestfallzahlen wird weiter festgehalten, zahlreiche Un-

tersuchungen würden eine direkte und eindeutige Beziehung zwischen der 

C-1409/2019 

Seite 36 

Anzahl durchgeführter Interventionen in einem Zentrum und den postope-

rativen Ergebnissen inklusive postoperativer Komplikationen sowie Sterb-

lichkeit während des Spitalaufenthalts zeigen. Dieser sogenannte «Vo-

lume-Outcome Effect» sei auch für verschiedene viszeralchirurgische Be-

handlungen im Bereich der Oesophaguschirurgie demonstriert worden 

(vgl. GDK2-act. 1.004 S. 6).  

 

Den Akten der Vorinstanz ist überdies zu entnehmen, dass im Entscheid 

vom 10. September 2013 nach einer Übergangszeit von zwei Jahren mit 

einer Mindestfallzahl von 10 Eingriffen pro Jahr eine Anhebung der Min-

destfallzahlen im Bereich der Oesophagusresektion auf 15 Eingriffe vorge-

sehen gewesen wäre. Das Fachorgan habe jedoch vorerst auf die Anhe-

bung der Mindestfallzahlen auf das vorgesehene Niveau verzichtet und 

den Leistungserbringern eine längere Übergangszeit gewährt. Die Min-

destfallzahlen seien für die Übergangszeit nur leicht angehoben worden 

(vgl. GDK2-act. 1.004 S. 6; GDK2-act. 4.003 S. 14). 

11.1.2.3 Was den Beschwerdeführer betrifft, ist aktenkundig, dass die Be-

reitschaft besteht, die Berichterstattungs- und die Registerführungspflicht 

wahrzunehmen. Ausserdem hat er angegeben, die erforderliche Struktur- 

und Prozessqualität (vgl. oben E. 8.3.1) aufzuweisen (vgl. GDK2-

act. 1.006 S. 8 ff.; 4.013 S. 74 und 78). In den Jahren 2014 - 2016 hat der 

Beschwerdeführer zudem durchschnittlich 6 vollständig durchgeführte Ein-

griffe (2014: 7; 2015: 4; 2016: 8) im HSM-Bereich der Oesophagusresek-

tion vorgenommen (vgl. GDK2-act. 1.006 S. 11; 3.003; 4.013 S. 36 und 78; 

B-act. 6 Beilage 1 S. 2 = B-act. 7 Beilage 1 S. 2). Er ist eine anerkannte 

Weiterbildungsstätte und erfüllt die Anforderungen an Lehre, Weiterbildung 

und Forschung (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 78). 

11.1.3  

11.1.3.1 Mindestfallzahlen pro Spital gemäss Art. 58b Abs. 5 KVV (vgl. 

oben E. 7.8) sind anerkannte Qualitätsindikatoren (BVGE 2018 V/3 

E. 7.6.6; Urteil des BVGer C-5573/2017 vom 21. November 2018 E. 11.3). 

Durch die Behandlung einer Mindestzahl von Fällen erhält ein Spital bezie-

hungsweise das Behandlungsteam Routine und Erfahrung, wodurch die 

Behandlungsqualität sichergestellt werden soll (vgl. Urteil C-3413/2014 

E. 11.7.4). In der Schweiz werden zunehmend Mindestfallzahlen für Spital-

behandlungen gefordert. Verschiedene Studien belegen grundsätzlich ei-

nen Zusammenhang zwischen Fallzahlen und Qualität. Je mehr Fälle, 

C-1409/2019 

Seite 37 

desto höher die Qualität. Allerdings lässt sich bei den meisten Behandlun-

gen kein exakter Schwellenwert ableiten, das heisst es können keine Aus-

sagen darüber gemacht werden, ab welcher Fallzahl die Qualität deutlich 

steigt beziehungsweise unterhalb welcher Fallzahl die Qualität eines be-

stimmten Eingriffs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr genügt (BGE 

145 V 170 E. 6.4). Die Vorgabe von Mindestfallzahlen soll aber nicht nur 

die Qualität, sondern auch die Effizienz und Wirtschaftlichkeit fördern (Ur-

teile des BVGer C-6266/2013 E. 4.3.4; C-401/2012 vom 28. Januar 2014 

E. 9.2 und E. 14; vgl. auch BGE 138 II 398 E. 7.2.2). 

11.1.3.2 Da das HSM-Beschlussorgan – genauso wie die kantonal für die 

Spitalplanung zuständigen politischen Organe – die Vorschriften des KVG 

sowie der Ausführungsverordnungen grundsätzlich zu beachten hat (vgl. 

oben E. 7.8), kann es für bestimmte Leistungsgruppen im Rahmen der leis-

tungsspezifischen Anforderungen Mindestfallzahlen festsetzen (vgl. zur 

kantonalen Spitalplanung BVGE 2018 V/3 E. 7.6.6.2). Gemäss der Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Spitalplanung der Kantone 

ist die Mindestfallzahl ein zulässiges Kriterium für den Ausschluss be-

stimmter Leistungserbringer, zumal die damit verbundene Konzentration 

des Leistungsangebots zur Steigerung der Qualität beiträgt und auch der 

Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung förderlich ist (Urteil C-401/2012 

E. 9.2). Die Einhaltung von Mindestfallzahlen kann daher als Vorausset-

zung für die Zuteilung bestimmter Leistungen vorgesehen werden (vgl. 

auch BERNHARD RÜTSCHE, Rechtsgutachten vom 20. Juni 2011 zuhanden 

des Kantons Bern: Steuerung der Leistungsmenge im Spitalbereich, 

S. 53 f.; Empfehlungen der GDK zur Spitalplanung 2018, Empfehlung 7, 

S. 14 f.). Mit dem Kriterium der Mindestfallzahlen haben die Kantone zu-

dem einen Hebel, um auf eine Konzentration des Angebots hinzuwirken 

(vgl. RÜTSCHE/PICECCHI, a.a.O., Rz. 44 zu Art. 39). Dies muss auch für das 

HSM-Beschlussorgan gelten (vgl. Urteile C-1306/2019 bzw. C-2651/2019 

E. 7.3.3; C-1313/2019 bzw. C-2654/2019 E. 7.4.3). 

11.1.3.3 Aus der dargestellten Rechtsprechung ergibt sich, dass es zuläs-

sig ist, Leistungserbringer, welche die Mindestfallzahlen nicht erfüllen, aus 

der Evaluation auszuschliessen, und damit – neben der Wirtschaftlichkeit 

– insbesondere auch der Versorgungsqualität bei der Auswahl der Leis-

tungserbringer ein hohes Gewicht beizumessen (vgl. auch GEBHARD EUG-

STER, Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 656 

Rz. 806). Zu beachten ist zudem, dass kein Rechtsanspruch auf Aufnahme 

in die Spitalliste besteht (vgl. statt vieler: BGE 133 V 123 E. 3.3; Urteil des 

BVGer C-4232/2014 vom 26. April 2016 E. 5.4.2 m.H.; vgl. auch oben 

C-1409/2019 

Seite 38 

E. 10.6) und dem HSM-Beschlussorgan bei der Auswahl der Leistungser-

bringer ein erheblicher Ermessensspielraum zukommt (BVGE 2013/45 

E. 5.4 m.H.), welcher in Bezug auf die Angemessenheit der Entscheidung 

vom Bundesverwaltungsgericht nicht überprüft werden kann (Art. 53 Abs. 2 

Bst. e KVG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. auch oben E. 4.1). 

11.1.3.4 Im kürzlich in Fünferbesetzung ergangenen Urteil C-7017/2015 

vom 17. September 2021 betreffend die Spitalplanung des Kantons Neu-

enburg (vgl. zum Ganzen auch Urteil C-1405/2019 E. 11.1.3.4) hat das 

Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich der Mindestfallzahlen zusätzlich 

festgehalten, dass diese je nach Art der Konkretisierung unterschiedliche 

Ziele verfolgen und Auswertungen zulassen würden. Wenn für gewisse 

Leistungsgruppen Mindestfallzahlen vorgesehen seien, diene dies in erster 

Linie dazu, sicherzustellen, dass ein Spital die notwendigen Kompetenzen 

und Erfahrungen aufweise, und es dahingehend zu ermutigen, die Behand-

lungsqualität und die Patientensicherheit zu verstärken, indem verhindert 

werde, dass Patient/innen in Spitälern behandelt würden, welche die frag-

lichen Behandlungen lediglich wenige Male im Jahr durchführen würden. 

Die Ausgestaltung im Sinne der Versorgungsrelevanz («masse critique») 

hingegen habe, soweit sie alle Leistungsgruppen betreffe und vom gesam-

ten Leistungsvolumen (als fixer Prozentsatz dieses Volumens) abhänge 

und damit variiere, das Ziel zu bestimmen, welche Einrichtungen in den 

einzelnen Leistungsgruppen von grösster Wichtigkeit seien; dies erfolge 

mit Blick auf eine Angebotskonzentration. Das Bundesverwaltungsgericht 

kam zum Schluss, dass das im konkreten Fall auf eine Angebotskonzent-

ration abzielende Mindestfallzahlkriterium nicht notwendigerweise die Qua-

lität der Leistungserbringung widerspiegle und entsprechend nicht ausrei-

chend sei, um die Qualität zu beurteilen. Gleichzeitig betonte das Gericht 

jedoch, dass die Versorgungsrelevanz ein anerkanntes und KVG-konfor-

mes Kriterium sei, welches die Kantone bei der Spitalplanung anwenden 

dürften (E. 9.2.3 ff.).  

 

Bei der anschliessenden Erörterung, ob eine Prüfung der Qualität vorge-

nommen worden sei, wie sie ein Kanton bei der Evaluation und der Aus-

wahl der Leistungserbringer durchzuführen habe, hielt das Gericht zu-

nächst fest, der Text von Art. 58b Abs. 5 KVV entspreche dem Willen des 

Gesetzgebers, der den Kantonen in der Spitalplanung einen grossen Spiel-

raum habe lassen wollen bei der Wahl der Kriterien, von denen die Kantone 

die Aufnahme auf die Spitalliste abhängig machen und aufgrund derer sie 

insbesondere die Qualität der Leistungen beurteilen. Letztlich kam das Ge-

C-1409/2019 

Seite 39 

richt im konkreten Fall jedoch zum Schluss, dass die Vorinstanz nur Krite-

rien berücksichtigt habe, welche es erlauben würden, die Struktur- und Pro-

zessqualität zu überprüfen, jedoch nicht die Qualität der Resultate oder der 

Indikationsstellung. Es sei angezeigt, die Transparenz zu fördern und die 

Konkurrenz hinsichtlich der erforderlichen Qualität gemäss KVV zwischen 

den Leistungserbringern zu verstärken, indem andere Kennzahlen für die 

Beurteilung der Qualität herangezogen würden. Entsprechend sei festzu-

halten, dass die Vorinstanz im zu beurteilenden Fall keine genügende 

Überprüfung der Qualität vorgenommen habe (E. 9.3 ff.). 

11.1.4 Soweit der Beschwerdeführer vorliegend sinngemäss vorbringt, die 

Vorinstanz habe das Qualitätskriterium ungenügend geprüft, indem aus-

schliesslich auf die Mindestfallzahlen abgestellt worden sei, ist insbeson-

dere vor dem Hintergrund des Urteils C-7017/2015 Folgendes festzuhal-

ten: Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass sich diesem Urteil keine Hin-

weise auf eine Änderung der bisherigen Praxis des Bundesverwaltungsge-

richts, wonach es insbesondere zulässig ist, Leistungserbringer, welche die 

Mindestfallzahlen nicht erfüllen, aus der Evaluation auszuschliessen, und 

damit der Versorgungsqualität bei der Auswahl der Leistungserbringer ein 

hohes Gewicht beizumessen (vgl. oben E. 11.1.3.1 ff.), erkennbar sind. Es 

kann jedoch ohnehin offen bleiben, ob mit dem Urteil C-7017/2015 eine 

Praxisänderung herbeigeführt werden sollte. Die Vorinstanz hat nämlich im 

hier zu beurteilenden Fall das Kriterium der Mindestfallzahl für einzelne 

Leistungsgruppen festgelegt, was in erster Linie der Qualitätssicherung 

dienen soll (vgl. dazu oben E. 11.1.3.4 erster Absatz) und damit nach wie 

vor als Qualitätsindikator zu gelten hat. Entsprechend kann festgestellt 

werden, dass die Vorinstanz neben der Struktur- und Prozessqualität mit 

den Mindestfallzahlen als Qualitätsindikator auch die Ergebnisqualität – so-

weit aktuell möglich – berücksichtigt hat (vgl. auch oben E. 8.3.1 und 

11.1.2). Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz konnten die Qualitäts-

daten aus dem SGVC/AQC-Register noch nicht hinzugezogen werden, 

weil gestützt auf die bisher erfolgten Audits die Datenqualität der darin ent-

haltenen Qualitätsdaten noch nicht den Ansprüchen genügt hätten (vgl. 

B-act. 14 Rz. 60). Durch Audit