# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d344bfba-9f13-53ce-9a65-d6188af19221
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.01.2012 D-6446/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6446-2011_2012-01-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­6446/2011

U r t e i l   v om   5 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Türkei,
vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Oktober 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen  Angaben  zufolge  gelangte  der  Beschwerdeführer  am  14.  Juni 
2011  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die  Schweiz,  wo  er  am 
folgenden  Tag  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______ 
um Asyl nachsuchte. Dazu wurde er am 21. Juni 2011 durch das BFM im 
EVZ  B._______  befragt  (Kurzbefragung)  und  am  18.  Oktober  2011  in 
C._______ angehört (Anhörung).

Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend, er sei kurdischer Ethnie, stamme aus der Provinz 
D._______  und  habe  die  letzten  zwanzig  Jahre  vor  der  Ausreise  in 
E._______  gewohnt.  Seit  seiner  Gymnasialzeit  sei  er  viele  Male 
festgenommen  und  während  längstens  zwei  Wochen  bei  der 
Antiterroreinheit  festgehalten  worden,  insbesondere  da  er  sich  politisch 
betätigt  habe. Mit  der Hilfe  von Anwälten oder Menschenrechtsvereinen 
sei er  jeweils wieder  freigekommen. Zuletzt sei er  im Frühling 2011 von 
der Polizei mitgenommen und an einem ihm unbekannten Ort eine Nacht 
lang festgehalten worden. In dieser Nacht sei er verhört und misshandelt 
worden.  Da  er  ein  aktives  Mitglied  der  BDP  (Barış  ve  Demokrasi 
Partisi/Partei  des  Friedens  und  der  Demokratie)  sei,  hätten  ihn  die 
Polizisten  zudem aufgefordert,  für  sie als Spitzel  tätig  zu sein. Er habe, 
aus Angst um sein Leben, eingewilligt. Zirka  fünfzehn Tage nach seiner 
Freilassung sei  ihm telefonisch mitgeteilt worden, er solle sich zu einem 
Kaffeehaus  in  E._______  begeben.  Dort  habe  er  zwei  der  Polizisten 
getroffen,  die  ihn  fünfzehn  Tage  zuvor  verhört  und misshandelt  hätten. 
Diese  hätten  ihm  einen  Codenamen  zugeteilt  und  ihm  eine 
Telefonnummer  gegeben  sowie  ihn  erneut  aufgefordert,  sie  telefonisch 
über  Neuigkeiten  bezüglich  der  BDP  zu  informieren.  Da  er  das  Gefühl 
gehabt habe, er müsse ihnen etwas mitteilen, habe er ihnen am 30. Mai 
2011 eine belanglose Information anvertraut. Weil er Angst gehabt habe, 
erneut  festgenommen  oder  gar  beseitigt  zu  werden,  habe  er  sich 
entschlossen,  sein  Heimatland  zu  verlassen.  Deshalb  habe  er  am  10. 
Juni 2011 mit  der Hilfe eines Schleppers die Türkei  per LKW verlassen 
und  sei  durch  ihm  unbekannte  Länder  in  die  Schweiz  gereist.  Für  die 
weiteren  Aussagen  des  Beschwerdeführers  wird  auf  die  Protokolle  bei 
den Akten verwiesen.

Im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdeführer  seine 
Identitätskarte sowie seinen Führerschein zu den Akten.

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B. 
Mit Verfügung vom 27. Oktober 2011 – eröffnet am 31. Oktober 2011 – 
stellte  das BFM  fest,  die Asylvorbringen  des Beschwerdeführers  hielten 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  stand. 
Demzufolge  verneinte  es  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers,  lehnte  dessen  Asylgesuch  ab  und  verfügte  die 
Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug. 

Das  Bundesamt  begründete  seinen  ablehnenden  Entscheid 
hauptsächlich damit, der Sachverhaltsvortrag des Beschwerdeführers sei 
widersprüchlich  und  durch  nachgeschobene  Aussagen  gekennzeichnet. 
Zudem  seien  seine  Aussagen  realitätsfremd.  Ausserdem  habe  der 
Beschwerdeführer nicht plausibel zu erklären vermocht, weshalb er sich
– angeblich  über  einen  Schlepper  –  überhaupt  einen  Reisepass  habe 
ausstellen lassen, welchen er letztendlich gar nicht mitgenommen haben 
wolle  und  der  beim  Schlepper  geblieben  sei.  Die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  wiesen  insgesamt  eindeutige  Kennzeichen  einer 
konstruierten Verfolgungsgeschichte auf und erweckten alles in allem den 
Eindruck,  er  habe  bei  seinen  Schilderungen  nicht  auf  Erinnerungen  an 
tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen  können,  sondern  lediglich 
versucht,  seine  angebliche  Verfolgungssituation  in  allgemein  bekannte 
Umstände  in  seinem  Heimatland  einzubetten,  ohne  davon  betroffen 
gewesen  zu  sein.  Vor  dem  Hintergrund  dieser  gravierenden 
Unglaubhaftigkeitsmerkmale  könne  der  Sachverhaltsvortrag  nicht 
geglaubt werden. Hinsichtlich der Wegweisung hielt das BFM  fest, dass 
deren  Vollzug  zulässig,  zumutbar  und  möglich  sei.  Für  die  weitere 
Begründung wird auf die vorinstanzliche Verfügung verwiesen.

C. 
Mit  Beschwerde  vom  28.  November  2011  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
Rechtsvertreter beantragen, es sei die Verfügung vom 27. Oktober 2011 
aufzuheben  und  ihm  Asyl  zu  erteilen.  Eventualiter  sei  er  vorläufig 
aufzunehmen. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit  für den 
Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

D. 
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  2.  Dezember  2011  wurde  dem 
Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der 

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Schweiz  abwarten  könne.  Der  Aufforderung,  einen  Kostenvorschuss  zu 
bezahlen, kam der Beschwerdeführer am 8. Dezember 2011 nach. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerden  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor, 
das Bundesverwaltungsgericht entscheidet demnach endgültig.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtenen  Verfügungen  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung,  weshalb  er  zur  Einreichung  der  Beschwerden  legitimiert  ist 
(Art.  105 AsylG  i.V.m. Art.  37 VGG und Art.  48 Abs.  1 VwVG). Auf  die 
Beschwerde ist somit einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden 
(Art. 111  Bst.  e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich 
vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

5. 
5.1.  Vorab  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Wortlaut 
sämtlicher  Protokolle  mit  seiner  Unterschrift  bestätigt  hat  und  sich 
deshalb  seine  Aussagen  grundsätzlich  entgegenhalten  lassen  muss, 
zumal  er  die  übersetzenden  Personen  bei  beiden  Befragungen  gut 
verstanden  haben  will  (vgl.  Akten  BFM  A  3/8  S.  6,  A  8/14  S.  1).  Das 
(sinngemässe)  Vorbringen  in  der  Rechtsmittelschrift,  wonach  der 
Beschwerdeführer  unter  psychischen  Problemen  leide,  weshalb  seine 
Aussagen, welche nach Auffassung des BFM als unglaubhaft erscheinen 
würden, "nicht notwendigerweise als das zu verstehen" seien, ist leidglich 
als  Schutzbehauptung  zu  werten,  um  die  widersprüchlichen  und 
unplausiblen Aussagen zu rechtfertigen, zumal den Akten keine Hinweise 
zu  entnehmen  sind,  der  Beschwerdeführer  sei  psychisch  nicht  in  der 
Lage gewesen, seine Asylgründe vorzutragen. 

5.2. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung 
mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen,  dass  die  Asylvorbringen  des 
Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss 
Art.  7 AsylG nicht  standzuhalten vermögen. Beispielsweise sagte er bei 
der  Kurzbefragung  aus,  seine  letzte  Festnahme  sei  am  15.  April  2011 
erfolgt (A 3/8 S. 5), während er anlässlich der Anhörung zu Protokoll gab, 
er  sei  zuletzt am 3. Mai 2011  festgenommen worden  (A 8/14 S. 4, 10). 

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Auf Vorhalt machte er  lediglich geltend, er wisse nicht, wieso er bei der 
Kurzbefragung  gesagt  habe,  er  sei  am  15.  April  2011  zuletzt 
festgenommen  worden  (A  8/14  S.  12).  In  Berücksichtigung  des 
Umstandes,  dass  die  letzte  Festnahme  kurz  vor  der  Ausreise 
stattgefunden haben soll, ist zu erwarten, dass der Beschwerdeführer das 
einschneidende  Erlebnis  widerspruchsfrei  zu  datieren  vermag.  Im 
Weiteren machte  der Beschwerdeführer  anlässlich  der Anhörung  zuerst 
geltend,  er  sei  seit  seinem  achtzehnten  Lebensjahr  Mitglied  in 
verschiedenen Parteien gewesen  (A 8/14 S. 8), während er kurz darauf 
erklärte, er sei weder bei der HADEP (Halkin Demokrati Partisi/Partei der 
Demokratie  des  Volkes)  noch  bei  der  DTP  (Demokratik  Toplum 
Partisi/Partei  für  eine  demokratische Gesellschaft) Mitglied  gewesen,  er 
sei erst im Jahre 2008 bei der BDP Mitglied geworden (A 8/14 S. 8 f.).

Gegen das vom Beschwerdeführer  vorgebrachte politische Engagement 
und  damit  für  die  Unglaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten 
Verfolgungsvorbringen  spricht  auch  der  Umstand,  dass  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der Anhörung  tatsachenwidrig  zu Protokoll 
gab,  die  direkte  Nachfolgepartei  der  aufgelösten  HADEP  sei  die  DTP 
gewesen  (A 8/14 S.  8). Hätte  sich der Beschwerdeführer  tatsächlich  im 
geltend  gemachten  Ausmass  politisch  engagiert,  hätte  er  bei  der 
Anhörung  mit  Sicherheit  anzugeben  vermocht,  aus  welcher  Bewegung 
die DTP hervorging.

Weiter  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Laufe  des 
Asylverfahrens wesentliche Vorbringen unbegründet nachgeschoben hat. 
So machte er erst anlässlich der Anhörung geltend, er habe sich fünfzehn 
Tage nach seiner letzten Festnahme im Frühling 2011 mit zwei Polizisten 
in einem Kaffeehaus getroffen, wo man ihm einen Codenamen und eine 
Telefonnummer  gegeben  sowie  ihn  erneut  zur  Spitzeltätigkeit 
aufgefordert habe  (A 8/14 S. 6  f.). Es  ist nicht nachvollziehbar, weshalb 
der  Beschwerdeführer  dieses  wesentliche  Sachverhaltselement  nicht 
schon bei der Kurzbefragung zumindest ansatzweise erwähnte, zumal er 
bei  der  Anhörung  zu  Protokoll  gab,  nach  diesem  Treffen  habe  er  kein 
Vertrauen mehr in die Leute gehabt, von da an habe er Angst gehabt (A 
8/14 S. 7).

Zweifel  an  der  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten 
Verfolgungssituation  begründet  auch  der  Umstand,  dass  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung  nicht  in  der  Lage  war,  die 
konkrete Bezeichnung der Antiterroreinheit  anzugeben, welche  ihn  viele 

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Male  festgenommen  haben  soll  (A  3/8  S.  5,  A  8/14  S.  4).  Wäre  es 
tatsächlich  zu  den  behaupteten  Festnahmen  gekommen,  hätte  der 
Beschwerdeführer in der Lage sein müssen, den richtigen Namen dieser 
Antiterroreinheit zu nennen. 

Unglaubhaft sind ausserdem die Aussagen des Beschwerdeführers zum 
Verbleib  seines  Reisepasses,  zumal  er  bei  der  Anhörung  einerseits 
behauptete,  er  habe  sich  den  Pass  für  seine  Ausreise  aus  der  Türkei 
ausstellen  lassen,  er  aber  andererseits  kurz  darauf  vorbrachte,  er  sei 
ohne  den Pass  und  ohne  den Schlepper,  dem  er  den Pass  übergeben 
habe,  ausgereist  (A  8/14,  S.  2  f.).  Der  Einwand  in  der  Beschwerde, 
wonach  den  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  des 
Verbleibes  seines  Reisepasses  nichts  Aussergewöhnliches  oder 
Unglaubhaftes anhafte, überzeugt das Gericht nicht.

Aufgrund des soeben ausgeführten ist davon auszugehen, es handle sich 
bei  den  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  um  ein 
Sachverhaltskonstrukt,  weshalb  auch  nicht  geglaubt werden  kann,  dass 
er bei einer Rückkehr in die Türkei von den türkischen Behörden verfolgt 
würde,  wie  das  von  ihm  geltend  gemacht  wird.  Bei  dieser  Sachlage 
erübrigt  es  sich,  auf  weitere  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  einzugehen.  Da  die  vom 
Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  geltend 
gemachten Verfolgungsvorbringen den umschriebenen Anforderungen an 
die  Glaubhaftigkeit  nicht  genügen,  kann  darauf  verzichtet  werden,  die 
Asylrelevanz dieser Vorbringen zu prüfen. 

5.3. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 
nicht  gelungen  ist,  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen, 
dass er in der Heimat ernsthafte Nachteile erlitten hat oder solche bei der 
Ausreise  zu  befürchten  hatte  beziehungsweise  im  Fall  der  Rückkehr  in 
die  Türkei  befürchten  müsste.  Auf  die  weiteren  Ausführungen  und 
Einwände  in  der  Beschwerde  ist  nicht  einzugehen,  da  sie  am Ergebnis 
nichts  ändern.  Das  BFM  hat  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers 
demnach zu Recht abgelehnt.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. 
7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum  Schutz  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 

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(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.2. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
der  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im 
vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  in  den  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  ihm  nach  den  vorstehenden  Erwägungen 
nicht  gelungen.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  der 
Türkei  lässt  den Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig. 

7.3. 
7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.3.2. Vorab  ist  festzustellen, dass angesichts der heutigen Lage  in der 
Türkei  nicht  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  oder  von  krie­
gerischen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen werden 
kann, welche für den Beschwerdeführer bei einer Rückkehr eine konkrete 
Gefährdung darstellen würde.

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7.3.3. Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers 
sind  keine  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs sprechen. Der – soweit den Akten zu entnehmen 
ist – gesunde Beschwerdeführer verfügt über jahrelange Berufserfahrung 
als (…), weshalb anzunehmen ist, er könne sich in seiner Heimat wieder 
wirtschaftlich  integrieren. Gemäss seinen Angaben  leben überdies seine 
Eltern  sowie  drei  seiner  Geschwister  nach  wie  vor  in  E._______.  Vor 
diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in 
seiner Heimat  über  ein  soziales Beziehungsnetz  verfügt. Blosse  soziale 
und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  denen  die  ansässige 
Bevölkerung  im  Allgemeinen  betroffen  ist,  genügen  nicht,  um  eine 
konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. 
BVGE  2008/34  E.  11.2.2).  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung somit auch als zumutbar zu bezeichnen.

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8. 
Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegweisung 
zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  den  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Folglich  fällt  eine  Anordnung  der 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtenen 
Verfügungen  Bundesrecht  nicht  verletzen,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  sind  (Art. 
106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG),  auf 
insgesamt  Fr.  600.–  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  8. 
Dezember  2011  in  derselben  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  am  8.  Dezember  2011  vom 
Beschwerdeführer  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  in  derselben  Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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