# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23da5817-cce4-5a84-984f-23202964857a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 12.05.2010 SK2 2010 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2010-21_2010-05-12.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 12. Mai 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 10 21

Entscheid
II. Strafkammer

Vorsitz Bochsler
Richter Schlenker und Hubert
Redaktion Aktuarin ad hoc Thoma

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Strafkläger und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Luzi Bardill, Poststrasse 43, 7002 Chur, 

gegen

die Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten S. vom 4. März 2010, mitgeteilt 
am 5. März 2010, in Sachen des Strafklägers und Beschwerdeführers gegen Y., 
Strafbeklagter und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Marcel Dora, c/o M. Camenzind, Hertizentrum 1, 6300 Zug,

betreffend strafbare Handlungen gegen die Ehre,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Eingabe vom 25. September 2009 reichte X. beim Kreisamt S. 
Strafantrag gegen seinen Bruder Y. wegen strafbarer Handlung gegen die Ehre 
ein und stellte folgende Rechtsbegehren: 

„1. Y. sei der Ehrverletzung im Sinne von Art. 174 StGB, eventuell der 
üblen Nachrede gemäss Art. 173 StGB, schuldig zu sprechen. 

2. Dafür sei er gerichtlich angemessen zu bestrafen. 

3. Der Angeschuldigte sei zur Bezahlung von Fr. 1'000.00, eventuell zu 
einem Betrag nach richterlichem Ermessen, an eine noch zu bezeich-
nende wohltätige Institution zu verpflichten. 

4. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer zu Lasten des 
Angeschuldigten.“

Begründend wurde festgehalten, dass Y. dem Privatstrafkläger beim Amt für 
Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Widerhandlungen gegen den 
Tierschutz vorgeworfen habe. Wider besseres Wissen habe Y. erklärt, die Pferde 
würden in der Fuhrhalterei des X. überanstrengt, insbesondere durch Überladen 
der Personenkutsche und gleichzeitigem Bergauffahren. Der hierauf tätig 
werdende Arzt habe ihm zu Recht attestiert, alle seine Tiere in bester Kondition 
und gepflegt zu halten. Durch die ungerechtfertigten und wider besseres Wissen 
erfolgten Anschuldigungen seitens von Y. sei der Ruf von X., ein ehrbarer 
Tierhalter, Geschäftsmann und Mensch zu sein, massiv verletzt worden. 

B. Die am 25. November 2009 vom Kreispräsidenten S. durchgeführte 
Sühneverhandlung führte zu keiner Einigung. Am 4. Dezember 2009 reichte X. die 
Ergänzung der Strafklage ein. Y. nahm mit Eingabe vom 18. Januar 2010 zur 
Klage Stellung, wobei er folgende Rechtsbegehren stellte: 

„1. Es sei die Klage abzuweisen.

2. Unter amtlichen und ausseramtlichen Kosten- und Entschädigungsfol-
gen zu Lasten des Klägers.“

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass jedermann, der Pferde am Limit arbeiten 
sehe, eine Meldung beim zuständigen Amt machen dürfe, ohne dabei Gefahr zu 
laufen, wegen Ehrverletzung eingeklagt zu werden. Der Beklagte habe sich nicht 
anders verhalten, wie ein Unbefangener dies nach den Umständen verstehen 
würde. Eine Ehrverletzung liege nicht vor. 

C. Am 23. Februar 2010 scheiterte auch die zweite vom Kreispräsidenten S. 
durchgeführte Sühneverhandlung. Nach Abschluss der Untersuchung stellte der 

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Kreispräsident am 4. März 2010, mitgeteilt am 5. März 2010, das Verfahren ein. 
Die Kosten des Verfahrens von Fr. 907.00 wurden X. auferlegt, der überdies 
verpflichtet wurde, Y. mit Fr. 500.00 ausseramtlich zu entschädigen. 

D. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob X. am 29. März 2010 
Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden und stellte dabei folgende 
Anträge: 

„1. Die Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten S. vom 4./5. März 
2010 sei aufzuheben und zur Weiterbehandlung (Anklageerhebung) 
an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

2. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer zu Lasten des 
Beschwerdegegners, allenfalls zu Lasten des Kreisamtes S..“

E. In seiner Beschwerdeantwort beantragte der Beschwerdegegner was folgt: 

„1. Es sei die Beschwerde vom 29.03.2010, in Gutheissung der Einstel-
lungsverfügung des Kreispräsidenten des Kreisamtes S. vom 
04.03.2010, vollumfänglich abzuweisen. 

2. Eventualiter sei ein 2. Schriftenwechsel durchzuführen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerde-
führers.“

F. Am 20. September 2010 reichte der Kreispräsident S. eine Vernehmlas-
sung ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen in der 
angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, nachfolgend eingegangen.

II. Erwägungen

1. a) Nach Art. 168 Abs. 3 der Strafprozessordnung des Kantons Graubünden 
(StPO; BR 350.00) in Verbindung mit Art. 138 StPO kann gegen Einstellungsver-
fügungen des Kreispräsidenten in Ehrverletzungsverfahren beim Kantonsgericht 
wegen Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden. Zur 
Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid be-
rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 
geltend macht. Insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Ablehnungs- und 
Einstellungsverfügungen beschweren (Art. 168 Abs. 3 StPO in Verbindung mit 
Art. 139 Abs. 1 StPO). Legitimiert ist folglich jeder unmittelbar Betroffene, insbe-
sondere auch der Strafkläger (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des 

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Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, Ziff. 8.5 zu Art. 162 - 168 StPO, S. 
424).

Als Strafkläger und durch die mutmassliche Straftat Geschädigter ist X. durch die 
Einstellungsverfügung des Kreispräsidenten S. vom 4. März 2010, mitgeteilt am 5. 
März 2010, berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung. Er 
ist folglich zur Beschwerdeführung legitimiert.

b) Gemäss Art. 168 Abs. 3 StPO in Verbindung mit 139 Abs. 2 StPO ist die 
Beschwerde innert zwanzig Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Ent-
scheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen. Da die vorliegende Be-
schwerde fristgerecht erhoben wurde und den Formerfordernissen entspricht, ist 
darauf einzutreten.

2. a) Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Einstellungsverfügung 
des Kreispräsidenten S. vom 4. März 2010, mitgeteilt am 5. März 2010, in welcher 
das Verfahren gegen Y. betreffend Ehrverletzung eingestellt wurde.

b) Das Ehrverletzungsverfahren ist ein besonderes Verfahren, das sich nach 
den Bestimmungen der Art. 162 ff. StPO richtet. Ergänzend finden die Bestim-
mungen über das ordentliche Verfahren und subsidiär jene der ZPO Anwendung 
(Padrutt, a.a.O., Ziff. 2 zu Art. 162 - 168 StPO, S. 418). Das Verfahren wird ein-
geleitet, indem dem Kreisamt der Strafantrag in Form einer schriftlichen Klage 
eingereicht wird (Art. 163 Abs. 1 StPO). Der Kreispräsident setzt im Anschluss 
eine Sühneverhandlung an, deren Ziel es ist, eine Aussöhnung zwischen den 
Parteien herbeizuführen (Art. 164 StPO). Gelingt die Aussöhnung nicht, erfolgt die 
Klageergänzung durch den Kläger sowie eine schriftliche Stellungnahme des An-
geschuldigten (Art. 165 Abs. 1 StPO). Beantragt der Angeschuldigte die Zulas-
sung zum Entlastungsbeweis, hat er dies in der Vernehmlassung zur Strafklage zu 
beantragen. Ist die Zulassung zum Entlastungsbeweis umstritten, urteilt der Be-
zirksgerichtsausschuss hierüber in einem besonderen Verfahren (Art. 166 StPO). 
Die Erhebung der von den Parteien beantragten Beweise obliegt dem Kreispräsi-
denten. Nach Abschluss der Untersuchung entscheidet dieser, ob Anklage zu er-
heben oder die Untersuchung einzustellen ist (Art. 165 Abs. 2 und 3 StPO). 

Der Erlass einer begründeten Einstellungsverfügung durch den Kreispräsidenten 
ist zulässig, wenn das Vorliegen eines Straftatbestands objektiv und subjektiv 
nicht genügend dargetan ist, dem Angeschuldigten also kein Straftatbestand zur 
Last gelegt werden kann. Nach Art. 138 StPO kann das Kantonsgericht ange-
fochtene Einstellungsverfügungen im Rechtsmittelverfahren nicht nur auf Rechts-

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widrigkeit, sondern auch auf Angemessenheit überprüfen. Obwohl ihr das Gesetz 
ausdrücklich eine Ermessenskontrolle einräumt, setzt das Kantonsgericht sein 
Ermessen nur dort an Stelle desjenigen der Vorinstanz, wo sich deren Verfügung 
nicht mit triftigen Gründen vertreten lässt. Eine Einstellungsverfügung ist dann an-
gemessen und hält der umschriebenen Ermessenskontrolle stand, wenn aufgrund 
des Untersuchungsergebnisses nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen 
einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind und somit ein Freispruch 
erwartet werden müsste, und wenn darüber hinaus keine neuen Beweismittel 
ersichtlich sind, die das Beweisergebnis beeinflussen könnten. Aufzuheben ist 
eine Einstellungsverfügung hingegen, wenn in objektiver und subjektiver Hinsicht 
Anhaltspunkte vorliegen, die einen Schuldspruch als wahrscheinlich erscheinen 
lassen (PKG 1997 Nr. 36, PKG 1995 Nr. 45; PKG 1991 Nr. 50; Padrutt, a.a.O., 
Ziff. 2.1. zu Art. 138 StPO, S. 347).

Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob hinreichende Anhaltspunkte gegeben sind, die 
einen Schuldspruch gegen Y. wegen Ehrverletzung als wahrscheinlich erscheinen 
lassen. Ist dies zu verneinen und sind auch keine weiteren Beweismittel 
ersichtlich, welche das Beweisergebnis in die gegenteilige Richtung beeinflussen 
könnten, ist die angefochtene Einstellungsverfügung vom 4. März 2010 zu Recht 
ergangen.

3. a) Nach Art. 173 Ziff. 1 StGB macht sich der üblen Nachrede strafbar, wer je-
manden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsa-
chen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt. 
Bei der üblen Nachrede handelt es sich um die Behauptung ehrenrühriger Tatsa-
chen gegenüber Dritten. Gegenstand einer üblen Nachrede können sowohl wahre 
als auch unwahre die Ehre beeinträchtigende Aussagen sein. Die Unwahrheit der 
Äusserung ist kein Tatbestandsmerkmal. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz vor-
ausgesetzt (Franz Riklin, Basler Kommentar zum StGB, Band II, 2. Aufl., Basel 
2007, N 2 ff. und N 7 f. zu Art. 173 StGB).

Wer jemanden wider besseres Wissen bei einem anderen eines unehrenhaften 
Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, 
beschuldigt oder verdächtigt, macht sich nach Art. 174 Ziff. 1 StGB der Verleum-
dung schuldig. Der objektive Tatbestand der Verleumdung entspricht grundsätzlich 
demjenigen der üblen Nachrede nach Art. 173 Ziff. 1 StGB. Allerdings muss die 
inkriminierte Aussage bei der Verleumdung unwahr sein. In subjektiver Hinsicht 
wird neben dem Vorsatz verlangt, dass der Täter wider besseres Wissen handelt 
(Riklin, a.a.O., N 2 ff. zu Art. 174 StGB).

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b) Der Kreispräsident S. stellte die Strafuntersuchung gegen Y. mit der 
Begründung ein, dass seine Behauptung nicht als sittlich vorwerfbares, 
unehrenhaftes Verhalten und somit nicht als Ehrverletzung qualifiziert werden 
könne. Y. habe durch sein Verhalten X. nicht die Fähigkeit oder den Willen, 
verantwortlich zu handeln, abgesprochen. Legitime Kritik solle nicht verunmöglicht 
werden, jeder müsse sich in seiner menschlichen Unvollkommenheit bestimmte 
Angriffe gefallen lassen. Es sei davon auszugehen, dass der Angeschuldigte auf 
Grund seiner Beobachtungen in guten Treuen von einer Überlastung der Tiere 
ausgehen konnte. 

c) Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, der Beschwerdegegner habe 
nichts unterlassen, um die Existenzgrundlage des Beschwerdeführers zu unter-
graben. Durch die wider besseres Wissen erfolgten Anschuldigungen gegenüber 
dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit sei der Kläger in seinem 
Ruf, ein ehrbarer Tierhalter, Geschäftsmann und Mensch zu sein, in massivster 
Weise verletzt worden. Damit sei der Tatbestand der Verleumdung, eventuell der 
üblen Nachrede erfüllt. Die ehrverletzende Aussage habe sich nicht nur auf die 
berufliche Fähigkeit des Beschwerdeführers als Fuhrhalter bezogen. Der Vorwurf, 
Pferde zu überanstrengen habe mit Charaktereigenschaften, mit der persönlichen 
Ehre zu tun. 

4. a) Die Ehre ist der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu beneh-
men, wie nach der allgemeinen Anschauung ein charakterlich anständiger Mensch 
sich zu verhalten pflegt. Der Schutzzweck von Art. 173 Ziff. 1 StGB und Art. 174 
Ziff. 1 StGB erfasst nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lediglich den 
menschlich-sittlichen Bereich. Strafrechtlich relevant ist die Bezichtigung eines 
moralisch verwerflichen Verhaltens (BGE 76 IV 28; 93 IV 20; 103 IV 157; 105 IV 
111; 105 IV 194; 117 IV 27; 131 IV 154). Davon abzugrenzen sind Äusserungen, 
die geeignet sind, jemanden in anderer Hinsicht, z.B. als Geschäfts- oder Berufs-
mann, als Politiker oder Künstler in seiner gesellschaftlichen Geltung oder sozia-
len Funktion herabzusetzen (gesellschaftliche od. soziale Ehre). Solche Äusse-
rungen sind nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht ehrverletzend. 
Dies gilt allerdings nur, solange die Kritik an den strafrechtlich nicht geschützten 
Seiten des Ansehens nicht zugleich die Geltung als ehrbarer Mensch trifft (Urteil 
des Bundesgerichts vom 8. November 2004, 6S.290.2004, E. 2.1.1 mit Hinweis 
auf 119 IV 44 E. 2a; 105 IV 111 E. 1; 103 IV 157 E. 1 mit weiteren Hinweisen; vgl. 
auch Riklin, a.a.O., N 15 vor Art. 173 StGB). Mit anderen Worten muss sich je-
dermann Kritik an seinem beruflichen, politischen (usw.) Verhalten gefallen lassen, 
selbst wenn sie unberechtigt sein sollte. Auch unter Geltung eines weiten Ehrbeg-

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riffs wird die Ehre des Politikers, Künstlers oder Wissenschaftlers etc. als Mensch 
nicht berührt, wenn seine Leistungen als ungenügend bezeichnet werden. Ehr-
verletzend ist die Kritik erst, wenn jemandem Verantwortungsbewusstsein und 
Pflichtgefühl bei der Erfüllung seiner sozialen Aufgaben abgesprochen werden, 
das Versagen entweder auf eine Minderung der Fähigkeit, verantwortlich zu han-
deln, oder auf einen Mangel an verantwortlichem Verhalten zurückgeführt wird 
(Stratenwerth/Jenny, Schweizerisches Strafrecht, Bes. Teil I, 6. Aufl., Bern 2003, § 
11 N 8).

b) Im Sinne dieser Rechtsprechung und Lehre verneinte das Bundesgericht 
eine Ehrverletzung bspw. beim Vorwurf an einen Anwalt, Prozesse vor allem im 
eigenen Interesse zu führen (BGE 99 IV 149) oder beim Vorwurf an einen Ge-
schäftsmann, ein Spekulant zu sein (BGE 115 IV 44). Keine Ehrverletzung er-
kannte das Bundesgericht sodann beim Vorwurf an einen Zahnarzt, er habe den 
Zeitpunkt für die Änderung der Zahnstellung eines Kindes verpasst, also einen 
Kunstfehler begangen (BGE 105 IV 111). Nicht anders verhält es sich vorliegend. 
X. betreibt eine Fuhrhalterei. Die Kutschenfahrten sind Teil seines 
Geschäftsbetriebes. Der Vorwurf, in der Fuhrhalterei von X. würden die Tiere 
überanstrengt, indem die Personenkutsche bei Fahrten bergaufwärts überladen 
werde, trifft die berufliche Ehre des Beschwerdeführers. Strafrechtlich relevant 
wäre diese Äusserung, wenn ihm damit die Fähigkeit zu verantwortungsbewuss-
tem Handeln abgesprochen würde. Um beurteilen zu können, ob auch die sittliche 
Ehre verletzt wurde, ist die Meldung von Y. an das Amt für Lebensmittelsicherheit 
und Tiergesundheit Graubünden einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Nach 
Angabe dieses Amtes beinhaltete die Meldung, „dass in der Fuhrhalterei von 
Franz Moser die Pferde überanstrengt werden durch Überladen der 
Personenkutsche - gleichzeitig Fahrten, welche bergauf gehen“ (Schreiben des 
Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden vom 
4. September 2009, Kreisamt act. 01). Massgebend ist immer der Sinn der 
Äusserung, die ihr ein unbefangener Hörer oder Leser nach den Umständen 
beilegen muss. Auf den Gesamtzusammenhang kommt es an (Donatsch, 
Strafrecht III, 9. Aufl., Zürich 2008, S. 356 f. mit Hinweisen). Von aussen 
betrachtet kommt der Meldung die Bedeutung zu, dass X. eine grössere Anzahl an 
Fahrgästen kutschieren lässt, als den Pferden zuträglich ist. Dass es sich hierbei 
nachgerade um eine Tierquälerei oder Tierschinderei handle, behauptete er nicht. 
Die geübte Kritik verletzte X. wohl in seiner beruflichen Ehre als angesehener 
Fuhrhalter und Kutschereibetreiber und betraf damit die Art seiner 
Berufsausübung, nicht aber seine private Ehre als pflichtbewusster und 

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charakterlich anständiger Mensch. Die Beschuldigung eines sittlich vorwerfbaren, 
unehrenhaften Verhaltens kann der Mitteilung an das Amt nicht entnommen 
werden. Demzufolge durfte Y. die aus seiner Sicht gemachten Wahrnehmungen 
auch dem zuständigen Amt melden, ohne sich dadurch eines 
Ehrverletzungstatbestandes schuldig zu machen. 

c) Fehlt es vorliegend bereits an einer ehrverletzenden Behauptung von Y., 
kann offen bleiben, ob diese wider besseres Wissen erfolgte. Nicht gefolgt werden 
kann in diesem Zusammenhang jedoch den Ausführungen der Vorinstanz, wenn 
sie gestützt auf die Aussagen von Z. (Schreiben vom 23. November 2009, 
Kreisamt act. 12) darlegt, dass der Beschwerdegegner in guten Treuen von einer 
Überlastung der Pferde ausgehen konnte und schon daher nicht strafbar sei. Die 
Vorinstanz verkennt damit, dass Z. in seinem Schreiben nicht von 
„Überanstrengen“ spricht, sondern von „am Limit“. Zudem handelt es sich nicht um 
dasselbe Vorkommnis, wie es angeblich von Y. beobachtet worden sein soll. Dem 
genannten Schreiben von Z. kommt somit keine Bedeutung zu, so dass auch nicht 
weiter auf den Einwand des Beschwerdeführers einzugehen ist, wonach ihm das 
Schreiben nicht gehörig zugestellt worden sei. Entscheidend ist vielmehr, dass es 
sich nach dem Gesagten um keine ehrverletzende Äusserung handelt. 

d) Der Beschwerdeführer rügt sodann, dass die Untersuchungen vom 
Kreispräsidenten nicht mit weiteren Abklärungen ergänzt wurden. Unter Ziffer 4 
der angefochtenen Verfügung habe der Kreispräsident ausgeführt, dass es für 
eine schlüssige Beantwortung der Frage, ob das Verhalten des Beschwerdegeg-
ners als ehrverletzend zu qualifizieren sei, einer Beurteilung durch eine Fachper-
son und weiterer Unterlagen bedürfe. Dennoch habe der Kreispräsident diese 
Untersuchungen nicht veranlasst. Auch wenn die fragliche Erwägung etwas miss-
verständlich erscheinen mag, so geht aus dem Gesamtkontext doch mit aller Klar-
heit hervor, dass der Kreispräsident auf weitere Untersuchungen verzichtete, weil 
er das Verhalten des Beschwerdegegners unabhängig davon nicht als ehrverlet-
zend qualifizierte. Ist dieser Schluss aus den vorstehend dargelegten Gründen 
zutreffend, erübrigt sich der Wahrheitsbeweis zum vornherein und es entfallen 
demzufolge weitere Abklärungen zum Gewicht der Pferde, des Fuhrwerks, der 
Anzahl Fahrgäste etc.

e) Ist die beanstandete Behauptung unbestritten und ist sie nicht als ehrverlet-
zend zu qualifizieren, ist es offenkundig, dass bei gerichtlicher Beurteilung ein 
Freispruch erfolgen würde. Der Kreispräsident hat demnach die gegen Y. geführte 

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Strafuntersuchung zu Recht eingestellt. Die Beschwerde ist demzufolge 
abzuweisen. 

5. Art. 167 StPO regelt die amtliche und ausseramtliche Kostenverteilung im 
gewöhnlichen Ehrverletzungsverfahren abschliessend. Die allgemeinen Grund-
sätze über die Verfahrenskosten nach Art. 156 ff. StPO finden daher keine An-
wendung (vgl. Padrutt, a.a.O., Ziff. 7.2 zu Art. 162 – 168 StPO, S. 422, mit Hinwei-
sen). Gemäss Art. 167 Abs. 5 StPO werden der unterliegenden Partei die Kosten 
des Verfahrens und eine Prozessentschädigung an die Gegenpartei auferlegt. Von 
dieser Regel darf nur abgewichen werden, wenn besondere Verhältnisse dies 
rechtfertigen. Solche sind vorliegend nicht gegeben. Die Kosten des Beschwerde-
verfahrens sind somit dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, der 
zudem den Beschwerdegegner ausseramtlich angemessen zu entschädigen hat. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'000.00 gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers, der zudem den Beschwerdegegner ausseramtlich 
mit Fr. 1'000.00 (inkl. MwSt) zu entschädigen hat. 

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, in-
nert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entschei-
dung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. 
Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vorausset-
zungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 
90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: