# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8f38607-a798-5f62-bb4c-eeb435e1c14a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.01.2014 E-1559/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1559-2013_2014-01-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1559/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;   

Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 15. Februar 2013 / N (…). 

 

 

E-1559/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 

am 6. August 2009 auf dem Luftweg und gelangte über Katar und Italien 

am 10. August 2009 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nach-

suchte. Am 14. August 2009 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszent-

rum (EVZ) B._______ befragt. Das BFM hörte ihn am 1. September 2009 

zu seinen Asylgründen an.   

B.  

Mit Verfügung vom 15. Februar 2013 – eröffnet am 20. Februar 2013 – 

lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegwei-

sung an. Seinen ablehnenden Entscheid begründete das BFM namentlich 

mit der fehlenden Glaubhaftigkeit sowie der fehlenden asylrechtlichen Re-

levanz der geltend gemachten Vorbringen (Art. 3 und 7 des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). Ferner erachtete das BFM den 

Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar und möglich.   

C.   

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 22. März 2013 (Eingabe und 

Poststempel) liess der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim 

Bundesverwaltungsgericht unter Beilage der auf Seite 52 ff. aufgeführten 

Beweismittel (1 bis 64) Beschwerde erheben und beantragen, die ange-

fochtene Verfügung sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzu-

heben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei die 

Verfügung wegen der Verletzung der Begründungspflicht aufzuheben und 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung 

aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richti-

gen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das 

BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben, die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl 

zu gewähren. Eventuell seien die Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Ver-

fügung aufzuheben und die Unzulässigkeit oder die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzuges festzustellen. Zudem ersuchte er um Mitteilung 

der Zusammensetzung des Spruchkörpers. Ferner beantragte er, dass 

ihm eine angemessene Frist für eine sprachlich genügende Übersetzung 

der von ihm selbst eingereichten Gerichts- und Polizeidokumente (Akte B 

1867/4/9) angesetzt werde.  

E-1559/2013 

Seite 3 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. April 2013 bestätigte die zuständige In-

struktionsrichterin den Eingang der Beschwerde, stellte fest, der Be-

schwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwar-

ten, erhob einen Kostenvorschuss und gab antragsgemäss die voraus-

sichtliche Zusammensetzung des Spruchkörpers bekannt. Ferner stellte 

sie fest, dass alle übrigen Anträge zu einem späteren Zeitpunkt behandelt 

werden. Das Gesuch um Fristansetzung zur Einreichung einer sprachlich 

genügenden Übersetzung der Akte B 1867/4/9 wurde abgewiesen, da 

diese bereits durch einen vereidigten Übersetzer getätigt wurde. Für wei-

tere Parteieingaben wurde auf Art. 32 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrens-

gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) hingewiesen.    

E.  

Mit Eingabe vom 30. Mai 2013 liess der Beschwerdeführer die Überset-

zung der Akte B 1867/4/9 (Beilage 65) sowie weitere Beilagen (66 bis 78) 

ins Recht reichen. 

F.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 21. November 2013 ersuchte 

der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-2948/2012 vom 14. November 2013 mit ergänzendem 

Rechtsbegehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

Rückweisung der Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz, insbesondere zur Ab-

klärung der aktuellen Lage in Sri Lanka und zur Neubeurteilung. Gleich-

zeitig wurde unter Beilage 79 die aktuelle Kostennote eingereicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 

nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

E-1559/2013 

Seite 4 

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-

nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Die Beschwerde ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit 

Zustimmung eines zweiten Richters respektive einer zweiten Richterin zu 

behandeln, weil sie sich im Ergebnis als offensichtlich begründet erweist 

(Art. 111 Bst. e AsylG). 

2.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet. 

3.  

3.1 Die Vorinstanz ist in Verfahren, die Staatsangehörige Sri Lankas tami-

lischer Ethnie betreffen, systematisch dazu übergegangen, keine Ausrei-

sefristen mehr zu verhängen und bereits angeordnete Ausreisefristen 

aufzuheben. Faktisch zieht sie damit sämtliche Verfahren (auch solche im 

Vollzugsstadium) in Wiedererwägung, und zwar unbesehen der konkreten 

Umstände im Einzelfall. Das vorinstanzliche Vorgehen geht auf zwei im 

August 2013 bekannt gewordene Vorfälle sri-lankischer Rückkehrer zu-

rück, welche in der Schweiz jeweils erfolglos ein Asylverfahren durchlau-

fen haben und weggewiesen wurden (vgl. Medienmitteilung des BFM 

vom 4. September 2013: "Bundesamt hat Rückführungen nach Sri Lanka 

vorläufig ausgesetzt"). Die sri-lankischen Behörden haben die tamilischen 

Rückkehrer bei der Wiedereinreise in Haft genommen. Daraufhin hat die 

Vorinstanz in Aussicht gestellt, die beiden Vorfälle und eine allfällige Ver-

änderung der allgemeinen Situation und insbesondere die Lage der 

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Seite 5 

Rückkehrenden in Sri Lanka vertieft abzuklären. Hierfür ersuchte sie das 

UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR), die beiden Fälle einer 

Qualitätsprüfung zu unterziehen sowie anschliessend auch die Dossiers 

jener Personen zu überprüfen, deren Gesuche rechtskräftig abgelehnt 

worden sind und die mit der Rückführung nach Sri Lanka hätten rechnen 

müssen (vgl. Medienmitteilung des BFM vom 3. Oktober 2013: "Sri Lanka 

gibt bekannt, warum zwei ehemalige Asylsuchende in Haft sind" sowie: 

Neue Zürcher Zeitung [NZZ] vom 4. Oktober 2013: "UNHCR überprüft 

Asyldossiers – zwei zurückgeschickte Tamilen seit Wochen in Haft"). Die 

Vorinstanz geht damit selbst davon aus, dass der Sachverhalt, wie er der 

Verfügung vom 15. Februar 2013 zugrunde liegt, offensichtlich nicht voll-

ständig festgestellt ist. Denn es besteht kein Zweifel, dass eine neue La-

gebeurteilung vor Ort sich auf die konkrete Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts auswirken kann, sei es im Flüchtlings- und Asylpunkt, 

sei es im Wegweisungsvollzugspunkt. 

3.2 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindli-

chen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückwei-

sung an die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsa-

chen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren 

durchzuführen ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann 

grundsätzlich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt 

werden, wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen an-

gebracht erscheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5). 

Vorliegend liegt der Mangel in einer unvollständigen Sachverhaltsfeststel-

lung, wobei die unterbliebenen notwendigen Abklärungen eine relativ 

aufwändige und umfangreiche Beweiserhebung darstellen, weshalb sich 

eine Kassation der angefochtenen Verfügung rechtfertigt. Im Übrigen 

bleibt auf diese Weise der Instanzenzug erhalten, was umso wichtiger ist, 

als das Bundesverwaltungsgericht letztinstanzlich entscheidet. 

3.3 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. Die angefochtene Verfü-

gung ist aufzuheben, die Sache ist zur vollständigen Sachverhaltsfeststel-

lung sowie zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen und 

die vorinstanzlichen Akten sowie das Beschwerdedossier, welches eben-

falls Prozessstoff des vorinstanzlichen Verfahrens bilden wird, werden 

dem BFM zugestellt. Auf die weiteren Vorbringen in der Rechtsmittelein-

gabe ist aufgrund der vorliegenden Kassation zum heutigen Zeitpunkt 

nicht näher einzugehen.  

E-1559/2013 

Seite 6 

4.   

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.– ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.  

5.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines faktischen Ob-

siegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädi-

gung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzuspre-

chen. In Abweichung von der eingereichten Kostennote – zu berücksich-

tigen ist namentlich, dass weite Züge der Beschwerdebegründung und 

zahlreiche der eingereichten Beweismittel in diversen vom mandatierten 

Rechtsvertreter geführten Beschwerdeverfahren in identischer Weise ein-

gereicht worden sind - sind die notwendigen Parteikosten (unter Berück-

sichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren, vgl. Art. 9–13 

VGKE) aufgrund der Akten auf insgesamt Fr. 2'000.– (inkl. aller Auslagen 

und Mehrwertsteuer) festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Die Vor-

instanz ist in Anwendung von Art. 64 Abs. 2 VwVG anzuweisen, dem Be-

schwerdeführer diesen Betrag als Parteientschädigung zu entrichten.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1559/2013 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des BFM vom 15. Februar 2013 wird aufgehoben und die 

Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der Kostenvorschuss von 

Fr. 600.– wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

4.  

Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.– 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser 

 

 

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