# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0fd46ad-ea09-5b56-883a-becec68c562e
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-19
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** DB.2015.59
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_59_et.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2015.59 
1 ST.2015.77 

Entscheid 

19. Juni 2015 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B,    

Nr. 1 vertreten durch Penta Treuhand GmbH,  
Glärnischstrasse 13, 8800 Thalwil,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige  bzw.  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  B  die 

Pflichtigen)  war  in  der  hier  betroffenen  Steuerperiode  2011  zunächst  Verwaltungsrat 

(bis 11. April) und danach CEO der C SA. Verbunden mit der Neuanstellung als CEO 

war dabei der erstmalige Anschluss an die Pensionskasse der C SA.  

Im Veranlagungs- und  Einschätzungsverfahren der Steuerperiode 2011 kam 

es u.a. zum Streit über die Höhe der abzugsfähigen Beiträge an die Säule 3a, welche 

der Pflichtige per 2011 geleistet hatte. Die Pflichtigen beanspruchten gemäss ihrer De-

klaration  für  die  Zeit  der  Verwaltungsratstätigkeit  den  "grossen  Abzug"  (für  Steuer-

pflichtige ohne Pensionskassenanschluss) von 20% der Erwerbseinkünfte sowie für die 

Zeit der CEO-Tätigkeit zusätzlich den jährlich betragsmässig vorgegeben "kleinen Ab-

zug" (für Steuerpflichtige mit Pensionskassenanschluss), total also Fr. 16'840.- zuzüg-

lich Fr. 6'682.- = Fr. 23'522.-. Derweil ging der Steuerkommissär davon aus, dass nur 

der "kleine Abzug" gewährt werden könne, weil der Pflichtige per 2011 einer Pensions-

kasse  angeschlossen  und  ein  "Splitting  des  unselbstständigen  Erwerbseinkommens" 

nicht zulässig gewesen sei. Mit Veranlagungsverfügung  bzw. Einschätzungsentscheid 

vom 1. Juli 2013 nahm er eine entsprechende Kürzung der Säule 3a-Beiträge vor bzw. 

erhöhte  er  das  deklarierte  steuerbare  Einkommen  entsprechend  um  Fr.  16'840.-.  Im 

Bereich der Staats- und Gemeindesteuer brachte er zudem auch Korrekturen in Bezug 

auf  die  Vermögensdeklaration  an;  dabei  ging  es  um  die  Höherbewertung  von  Beteili-

gungen im Umfang von gut Fr. 2 Mio. 

B. Die hiergegen am 29. Juli 2013 erhobenen Einsprachen, mit welchen sich 

die  Pflichtigen  gegen  sämtliche  Aufrechnungen  wandten,  wurden  vom  kantonalen 

Steueramt mit Entscheiden vom 19. Februar 2015 in Bezug auf Einkommenssteuerfak-

toren abgewiesen; teilweise gutgeheissen wurde im Bereich der Staats- und Gemein-

desteuern der Antrag betreffend die Reduktion des steuerbaren Vermögens. Im Ergeb-

nis wurden die Steuerfaktoren für die Steuerperiode 2011 wie folgt festgesetzt: 

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     Direkte Bundessteuer 

  Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 

369'300.- 

Satzbestimmendes Einkommen 

369'300.- 

       Fr.  

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

   Fr. 

368'800.- 

368'800.- 

12'626'000.- 

12'873'000.-. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 25. März 2015 liessen die Pflichtigen be-

antragen, die deklarierten Beiträge an die Säule 3a von Fr. 23'522.- einkommensseitig 

vollumfänglich zum Abzug zuzulassen. In Bezug auf die Staats- und Gemeindesteuern 

wurde  zudem  der  Antrag  gestellt,  vermögensseitig  eine  Schuld  des  Pflichtigen  von 

Fr. 1'998'520.- gegenüber  der  D  Holding  AG  in Liquidation  (nachfolgend  D  Liq.)  steu-

ermindernd zu berücksichtigen. Verlangt wurden zudem Parteientschädigungen.  

Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 27. April 2015 auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel;  betreffend  die  Beschwerde  stellte  die  Eidgenössische 

Steuerverwaltung  (ESTV)  in  ihrer  Stellungnahme  vom  15.  Mai  2015  ebenfalls  Antrag 

auf Abweisung.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 82 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, 

Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG) können Arbeitnehmer 

und Selbstständigerwerbende Beiträge für (neben Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule) 

weitere,  ausschliesslich  und  unwiderruflich  der  beruflichen  Vorsorge  dienende,  aner-

kannte Vorsorgeformen abziehen. Der Bundesrat legt in Zusammenarbeit mit den Kan-

tonen  die  anerkannten  Vorsorgeformen  und  die  (steuerliche)  Abzugsberechtigung  für 

Beiträge fest (Abs. 2).  

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b)  Entsprechend  dieser  Bestimmung  sieht  Art. 33  Abs.1  lit. e  des  Bundesge-

setzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990  (DBG)  vor,  dass  von 

den Einkünften Einlagen, Prämien und Beiträge zum Erwerb von vertraglichen Ansprü-

chen  aus  anerkannten  Formen  der  gebundenen  Selbstvorsorge  abgezogen  werden; 

der Bundesrat setzt in Zusammenarbeit mit den Kantonen die anerkannten Vorsorge-

formen  und die Höhe der  abzugsfähigen  Beiträge fest.  Für  das kantonale Recht  wer-

den  gemäss  § 31  Abs. 1  lit. e  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  ebenfalls 

Einlagen, Prämien und Beiträge zum Erwerb  von vertraglichen Ansprüchen aus aner-

kannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge im Sinn und im Umfang von Art. 82 

BVG vom steuerbaren Einkommen abgezogen.  

c)  Von  der  ihm  eingeräumten  Kompetenz  hat  der  Bundesrat  u.a.  in  der  Ver-

ordnung  über  die steuerliche  Abzugsberechtigung für  Beiträge  an  anerkannte Vorsor-

geformen  vom  13. November  1985  (BVV  3)  Gebrauch  gemacht  und  in  Art. 7  Abs. 1 

BVV  3  u.a.  bestimmt,  dass  Arbeitnehmer  und  Selbstständigerwerbende  Beiträge  in 

folgendem Umfang von ihrem Einkommen abziehen können:  

lit.  a)  jährlich bis  8%  des  oberen Grenzbetrags  nach  Art.  8  Abs.  1  BVG,  wenn 

sie einer Vorsorgeeinrichtung nach Art. 80 BVG angehören; 

lit.  b) jährlich bis 20% des Erwerbseinkommens, jedoch höchstens bis 40% des 

oberen Grenzbetrages nach Art. 8 Abs. 1 BVG, wenn sie keiner Vorsorgeein-

richtung nach Art. 80 BVG angehören.  

Selbstständig  und  unselbstständig  Erwerbende,  die  keiner  2.  Säule  angehö-

ren,  können  demnach  eine  "grosse"  Säule  3a  im  Sinn  von  Art.  7  Abs.  1  lit.  b  BVV  3 

bilden. Sobald jedoch sie selbst oder ihre Arbeitgeber Beiträge an eine 2. Säule für den 

Aufbau  eines  Vorsorgeguthabens leisten, gelten sie als  einer  2.  Säule angehörig  und 

können nur Beiträge für eine "kleine" Säule 3a einzahlen.  

d) Die Unterscheidung zwischen dem "kleinen" und dem "grossen" Beitrag in 

der  Säule 3a bezweckt die  Gleichbehandlung  einerseits  der  Arbeitnehmer,  welche  im 

Genuss der beruflichen Vorsorge – und der damit verbundenen Steuererleichterungen 

– stehen, und für welche die Säule 3a nur eine Ergänzung bildet, und andererseits der 

Personen,  welche  über keine  berufliche  Vorsorge  verfügen,  und  denen bedeutendere 

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Steuerabzüge  im  Rahmen  der  gebunden  Säule  3a  zugestanden  werden  müssen,  da 

diese Vorsorge einen Ersatz für die 2. Säule bildet (BGr, 22. April 1999, 2A.328/1998 

E.  4  a  =  Pra  2000  Nr.  113,  auch  zum  Folgenden).  Die  der  Säule  3a  zugeteilten  ver-

schiedenen Funktionen – Ergänzung der 2. Säule oder deren Ersatz – bestimmen den 

Umfang  und  die  Berechnungsart  der  zulässigen  Steuerabzüge.  Nach  der  Rechtspre-

chung bezweckt Art. 7 BVV 3 hauptsächlich die Gewährleistung einer gleichmässigen 

Versicherung für Selbstständigerwerbende und Arbeitnehmer, die sowohl in der 2. als 

auch in der Säule 3a gleich behandelt werden müssen. Ausserdem sollen durch diese 

Bestimmungen  auch  Überversicherungen  vermieden  werden,  indem  es  ausgeschlos-

sen  ist,  über  eine  volle  Versicherung  unter  vollem  Prämienabzug  in der  2.  und in  der 

Säule 3a zu verfügen.  

Wer im Genuss der 2. Säule steht, hat somit nur Anspruch auf einen reduzier-

ten  Beitragsabzug  in  der  Säule  3a.  Als  einer  2.  Säule  angehörig  gilt  dabei  derjenige, 

dessen  berufliche  Vorsorge  sich  im  aktiven  Aufbau  befindet.  Sobald  für  die  2.  Säule 

von  irgendeiner  Seite her  –  vom  Arbeitnehmer  und  Arbeitgeber  zusammen  oder  vom 

Arbeitgeber allein – ein Vorsorgeguthaben geäufnet wird, ist der Betreffende als einer 

2.  Säule  angehörig  zu  betrachten  (Maute/Steiner/Rufener,  Steuern  und  Versicherun-

gen, 3. A., 2011, S. 237 ff., auch zum Folgenden). Als einer 2. Säule nicht angehörig 

gilt demnach, wer keiner Vorsorgeeinrichtung aktiv angeschlossen ist, d.h. dessen be-

rufliche Vorsorge nicht im aktiven Aufbau begriffen ist und für den somit kein Vorsorge-

guthaben geäufnet  wird.  Dieser  kann demnach  Beiträge für  die "grosse"  Säule  3a  im 

Sinn von Art. 7 Abs. 1 lit. b BVV 3 vom Einkommen abziehen.  

2.  a)  Der  vorliegenden  Streitsache  liegt  zu  Grunde,  dass  der  Pflichtige  im 

Steuerjahr  2011  bis  zum  11.  April  zunächst  keine  Beiträge  in  eine  2.  Säule  leistete,  

weil er in dieser Zeit (wie übrigens schon im Vorjahr) als Verwaltungsrat der C SA tätig 

war und als solcher nicht BVG-versichert war. Erst nachdem er am 12. April 2011 die 

Position als CEO der C SA übernommen hatte, schloss er sich deren Pensionskasse 

an, so dass auf dem Salär für das Restjahr alsdann entsprechende Beiträge in die be-

rufliche Vorsorge abgeführt wurden (vgl. Lohnausweise der C SA: 1.1.-31.12.2010 so-

wie 1.1.-11.4.2011 und 12.4.-31.12.2011).  

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b)  Die  Pflichtigen  lassen  die  Auffassung  vertreten,  dass  gemäss  Einschät-

zungspraxis  zur  Höhe  der  abzugsfähigen  Beiträge  in  die  Säule  3a  in  dieser  Situation 

(Wechsel  zwischen  "nicht  BVG-versichert"  und  "BVG-versichert"  unter  dem  Jahr)  die 

folgende "pro rata temporis-Berechnung" vorzunehmen sei:  

VR-Honorar 1.1.-11.4.  

84'200.- 

20% 

16'840.- 

           Fr. 

                      Fr. 

(nicht BVG-versichert) 

Lohn 12.4.-31.12 

(BVG-versichert) 

Total 

271'619.- 

(max. Beitrag 2011) 

6'682.- 

23'522.-. 

c) Die Einsprachebehörde hält derweil dafür, die von den Pflichtigen verfoch-

tene Kombination des "kleinen und grossen" Abzugs sei praxisgemäss nur im konkre-

ten  Ausnahmefall  zulässig,  nämlich  dann,  wenn  ein  Steuerpflichtiger  seine  unselbst-

ständige Erwerbstätigkeit und damit die berufliche Vorsorge im Lauf der Steuerperiode 

aufgebe, um anschliessend einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die-

se Konstellation liege hier nicht vor, habe doch der Pflichtige zunächst im Rahmen ei-

nes Auftragsverhältnisses und danach eines Arbeitsverhältnisses für die C SA gearbei-

tet,  weshalb  eine  Gesamtbetrachtung  zu  erfolgen  habe.  Weil  er  sodann  ab  dem  12. 

April 2011 Beiträge an die berufliche Vorsorge geleistet habe, könne er nur den "klei-

nen" Abzug beanspruchen. 

d) Die ESTV schliesst sich in ihrer Beschwerdeantwort dieser steuerbehördli-

chen  Sichtweise  mit  folgenden  Ergänzungen/Präzisierungen  an:  Den  Pflichtigen  sei 

darin  zuzustimmen,  dass  bei  einem  Wechsel  von  einer  selbstständigen  zu  einer  un-

selbstständigen Erwerbstätigkeit oder umgekehrt während eines Kalenderjahrs sowohl 

der "kleine" also auch der "grosse" Beitrag an die Säule 3a steuerlich abzugsfähig sei. 

Im  vorliegenden  Fall  wäre  damit  für  die  Abzugskombination  vorauszusetzen,  dass  es 

sich bei der Verwaltungsratstätigkeit des Pflichtigen um eine selbstständige Erwerbstä-

tigkeit  handle.  Letzteres  sei  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  indes  nicht 

der Fall, weshalb nur der "kleine" Abzug zuzugestehen sei.  

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e)  Die  vorstehende  Auffassung  der  ESTV  basiert  auf  deren  Kreisschreiben 

Nr. 18  über  die  steuerliche  Behandlung  von  Vorsorgebeiträgen  und  -leistungen  der 

Säule 3a vom  17. Juli 2008. Dieses hält in Ziff. 5.6 lit. g Folgendes fest: 

"Berechnung  des  Abzuges  beim  Übergang  von  einer  unselbständi-
gen zu einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder umgekehrt 

Während  der  Zeitspanne  der  unselbständigen  Erwerbstätigkeit  mit  An-
schluss  an  eine  Pensionskasse  kann  die  steuerpflichtige  Person  –  ein 
entsprechendes Erwerbseinkommen vorausgesetzt – maximal den in Ar-
tikel 7 Absatz 1 Buchstabe a BVV 3 vorgesehenen Maximalbetrag einbe-
zahlen.  Für  die  Zeitspanne  der  Selbständigkeit  ohne  Anschluss  an  eine 
Pensionskasse  kann  die  steuerpflichtige  Person  bis  zu  20%  ihres  selb-
ständigen  Erwerbseinkommens  einbezahlen,  vorausgesetzt  sie  schliesst 
die  Buchhaltung  per  Ende  des  Jahres  ab.  Für  das  betroffene  Jahr kann 
insgesamt  (inkl.  allfällige  Einzahlung  in  die  kleine  Säule  3a)  nicht  mehr 
als der in Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe b BVV 3 vorgesehene Maximalbe-
trag (40% des oberen Grenzbetrages nach Art. 8 Abs. 1 BVG) einbezahlt 
werden. Gleich  verhält es sich beim Anschluss an eine Vorsorgeeinrich-
tung  infolge  Aufnahme  einer  unselbständigen  Erwerbstätigkeit  während 
des Jahres." 

Zunächst ist folglich mit der ESTV die Auffassung der kantonalen Steueramts 

dahingehend  zu  präzisieren,  dass  eine  Kombination  des  "kleinen"  und  "grossen"  Ab-

zugs bei einem Wechsel zwischen selbstständiger und unselbstständiger Erwerbstätig-

keit unter dem Jahr unabhängig davon möglich ist, in welcher Richtung dieser Wechsel 

erfolgt. Der ESTV ist sodann auch darin zuzustimmen, dass den Pflichtigen die Kombi-

nation der Abzüge somit in jedem Fall zuzugestehen wäre, wenn der Pflichtige bis im 

April  2011  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  (ohne  Pensionskassenanschluss) 

nachgegangen wäre. Nicht haltbar ist indes deren weiterer Schluss, wonach dem nun 

aber  entgegenstehe,  dass  die  Tätigkeit  des  Pflichtigen  als  Verwaltungsrat  eben  nicht 

als  selbstständige  Erwerbstätigkeit  qualifiziere.  Letzteres  trifft  gemäss  der  von  der 

ESTV  zitierten  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  zwar  zu  (statt  vieler:  BGE  121  I 

259,  E.  3),  ist  im  vorliegenden  Zusammenhang  aus  den  folgenden  Gründen  jedoch 

nicht entscheidend:  

aa) Nach dem bereits Gesagten (E. 1 d) werden die unterschiedlichen steuer-

lichen Abzugsmöglichkeiten gemäss Art. 7 Abs. 1 BVV 3 vom Ziel getragen, erwerbstä-

tige Steuerpflichtige, welche nach Art. 80 BVG versichert sind (lit. a) und solche, wel-

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che  es  nicht  sind  (lit.  b),  mit  Blick  auf  Steuererleichterungen  im  Zusammenhang  mit 

dem  Aufbau  der  Altersvorsorge  gleich  zu  behandeln.  Der  letzteren  Gruppe  werden 

deshalb  höhere  Beiträge  in  die  freiwillige  Vorsorge  der  Säule  3a  zugestanden,  weil 

diese für sie ein Ersatz für die fehlende 2. Säule bildet; derweil ist für die erstere Grup-

pe  die  Säule  3a  nur  eine  Ergänzung  zur  2.  Säule  und  gleicht  von  daher  der  "kleine" 

Abzug den Umstand aus, dass Vorsorgebeiträge im Rahmen beider Säulen steuerlich 

in Abzug gebracht werden können. Art. 7 Abs. 1 BVV 3 knüpft demzufolge nicht an die 

Art der Erwerbstätigkeit an, sondern an das Bestehen eines Vorsorgeverhältnisses im 

Sinn von Art. 80 BVG (2. Säule).   

Dem Wortlaut von Art. 7 Abs. 1 BVV 3 kann dabei nicht entnommen werden, 

zusätzliches Kriterium für die Abzugshöhe bilde, ob der Arbeitnehmer bzw. der Selbst-

ständigerwerbende  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  für  einen  Anschluss  an  die 

2. Säule  erfülle,  unabhängig  davon,  ob  der  Anschluss  auch  tatsächlich  erfolgt  sei  (so 

schon: StRK I, 31. Oktober 2003, 1 ST.2003.315).   

bb)  Als  Verwaltungsrat  mit  einem  diesbezüglichen  Jahreshonorar  von  brutto 

Fr. 300'000.- hätte der Pflichtige wohl schon vor seinem Wechsel zur CEO-Tätigkeit in 

die Vorsorgestiftung der C SA aufgenommen werden müssen. Hätte er dergestalt über 

das ganze Steuerjahr  2011  hinweg  über  einen Pensionskassenanschluss verfügt  und 

entsprechend steuerlich abziehbare Beiträge einbezahlt, wäre ihm darüber hinaus nur 

noch der Abzug für Beiträge an die "kleine" Säule 3a zugestanden. Unstreitig hat der 

Pflichtige indessen bis  und  mit  11.  April  2011  noch  keiner  Vorsorgeeinrichtung  der  2. 

Säule angehört  und  hat er  dementsprechend  in dieser  Zeit kein diesbezügliches  Vor-

sorgeguthaben äufnen bzw. keine diesbezüglichen Beiträge in Abzug bringen können. 

Mithin steht ihm für diese Zeit, in welcher er seine berufliche Vorsorge allein mit einer 

3.  Säule  aufbaute,  noch  der  grosse  Abzug  zu  (=  20%  des  VR-Honorars  für  die  Zeit 

vom  1.1.-11.4.2011).  Sodann  ist  ihm  die  Abzugskombination  gemäss  Kreisschreiben 

der  ESTV  und  der  kantonalen  Praxis  zuzugestehen,  nachdem  am  12.  April 2011  der 

Pensionskassenanschluss erfolgte und er ab diesem Zeitpunkt nunmehr den "kleinen" 

Abzug beanspruchen kann.  

cc) Die Berechnung der Pflichtigen betreffend die Höhe der Abzugskombinati-

on (vorstehend lit. b) ist unbestritten und korrekt. Mithin sind ihnen abzugsberechtigte 

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Beiträge  in  die  Säule  3a  von  Fr.  23'522.-  statt  Fr.  6'682.-  zuzugestehen;  die  Einkom-

menssteuerfaktoren sind entsprechend um Fr. 16'840.- zu reduzieren.  

3.  a)  Im  Bereich  der  Staats-  und  Gemeindesteuern  liegen  im  Nebenpunkt 

auch  die  vermögensseitigen  Faktoren  im  Streit.  Hintergrund  bildet  diesbezüglich  der 

Umstand, dass der Pflichtige zur Hälfte an der im Kanton Schwyz domizilierten D Liq. 

beteiligt ist (2'275 Aktien à nominal Fr. 400.- sowie 2'000 Aktien à nominal Fr. 2'000.-). 

Deklariert haben die Pflichtigen die entsprechenden Aktienpakete im Wertschriftenver-

zeichnis  2011  mit  Fr. 36'134  bzw.  Fr. 158'830.-  (=  total  Fr. 194'964.-).  Die  Steuerbe-

hörde ging im Einschätzungsentscheid stattdessen von Werten von Fr. 254'000.- bzw. 

Fr.  1'120'000.-  aus (= total  Fr. 1'374'800.-),  was eine  Aufrechnung  von  Fr.  1'179'836.- 

nach sich zog. Dabei orientierte sie sich an der Aktienbewertung der Schwyzer Steuer-

behörde.  

Wie  sich  schon  der  Vorjahreseinschätzung  entnehmen  lässt,  beruhen  diese 

Differenzen  darauf,  dass  die  D Liq.  in  ihrer  Bilanz  per  2010  "Rückzahlungen"  an  die 

beiden  Aktionäre  von  insgesamt  Fr.  3'997'039.68  (=  je  Fr.  1'998'520.-)  ausgewiesen 

hatte.  Die  Schwyzer  Steuerbehörde  qualifizierte  solche  Rückzahlungen  als  handels-

rechtswidrig, weshalb ihre vom Substanzwert ausgehende Aktienbewertung höher aus-

fiel als die entsprechende Eigenberechnung der Pflichtigen. Auf Einsprache der Pflich-

tigen hin ging die Steuerbehörde im Rahmen einer einvernehmlichen Erledigung dann 

aber  gleichwohl  von  der  Eigenberechnung  der  Pflichtigen  aus  (vgl.  Steuerperiode 

2010; Einschätzungsvorschlag/Zustimmungserklärung im Einspracheverfahren)  

b)  Nachdem  die  Steuerbehörde  in  der  hier  betroffenen  Steuerperiode  2011 

erneut auf die Aktienbewertung der Schwyzer Steuerbehörde abgestellt und die vorer-

wähnten  Korrekturen  vorgenommen  hatte,  liessen  die  Pflichtigen  einspracheweise 

wiederum verfechten, es sei wie im Vorjahr auf die von ihnen deklarierten Aktienwerte 

abzustellen;  eventualiter  seien  die  steuerbehördlichen  Werte  beizubehalten,  doch 

müsse diesfalls die handelsrechtswidrige Rückzahlung von Fr. 1'998'520.- als Darlehen 

an den Aktionär betrachtet und ins Schuldenverzeichnis der Pflichtigen aufgenommen 

werden.  

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c) Die Vorinstanz wies beide Anträge ab. Dabei bemerkte sie zum Eventualan-

trag lediglich, dass die geltend gemachte Schuld nicht rechtsgenügend nachgewiesen 

worden sei; im Übrigen verwies sie auf eine intern eingeholte Stellungnahme der steu-

eramtlichen Wertschriftenabteilung. Diese hielt unter Verweis auf die Schwyzer Aktien-

bewertung fest, dass der Substanzwert der D Liq. Fr. 4'386'966.- betrage, weil die bi-

lanzierten Rückzahlungen bei der Aktienbewertung nicht zu berücksichtigen seien. 

d)  Die  D  Liq.  weist  gemäss  Bilanz  vom  30.  Juni  2010  ein  Eigenkapital  von 

lediglich noch Fr. 389'926.- auf; dies bei einem ursprünglich einbezahlten Aktienkapital 

von  Fr.  10  Mio.  Die  Schwyzer  Steuerbehörde  hat  nun  aber  den  Substanzwert  knapp  

4 Mio. höher angesetzt, weil sie die  in entsprechender Höhe verbuchten Rückzahlun-

gen an die beiden Aktionäre von je knapp Fr. 2 Mio. für handelsrechtswidrig hält, wo-

von  auch  die  Parteien  im  vorliegenden  Rekurs  ausgehen.  Unbestrittenermassen  sind 

aber  diese  "Rückzahlungen"  bzw.  Zahlungen  ausgerichtet  worden.  Damit  gehen  die 

Pflichtigen  zu  Recht  davon  aus,  dass  die  Rückzahlungen  als  Darlehen  qualifizieren, 

ansonsten die Beträge im Vermögen der Anteilseigner zweimal berücksichtigt würden, 

nämlich einmal in der Substanz der Beteiligung und einmal im Rahmen der ins Vermö-

gen geflossenen Zahlungen.  

Die gebotene Korrektur hat nun aber nicht mittels der beantragten Berücksich-

tigung  einer  Schuld  von  Fr. 1'998'520.-  zu  erfolgen,  ansonsten  die  Pflichtigen  zu  gut 

fahren  würden.  Nach  der  (nicht  aktenkundigen)  Schwyzer  Aktienbewertung  resultiert 

nämlich  ungeachtet  der  dort  festgestellten  Substanz  von  gut  Fr.  4  Mio.  lediglich  ein 

Wert  für  die  hälftige  Beteiligung  des  Pflichtigen  von  Fr. 1'3748'000.-.  Hat  die  D  Liq. 

Forderungen gegenüber den Aktionären von  rund Fr. 4 Mio., so hat sie aber auch ei-

nen  entsprechenden  Liquidationswert.  Der  Einfachheit  halber  ist  deshalb  gleichwohl 

von der Eigenberechnung der Pflichtigen auszugehen. Denn diese orientiert sich zwar 

an der handelsrechtswidrigen Bilanz der D Liq., führt im Ergebnis aber zum korrekten 

Resultat,  weil  die  vorzunehmende  Werterhöhung  bei  der  Gesellschaft  (+  rund  

2  Mio.)  durch  die  damit  für  den  Pflichtigen  verbundene  Schuld  (-  rund  2  Mio.)  ein  zu 

eins  kompensiert  wird.  Gleich  ist  die  Steuerbehörde  in  gleichen  Verhältnissen  denn 

auch im Vorjahr vorgegangen, weshalb  erstaunt, dass sie sich in der hier betroffenen 

Steuerperiode mit der Problematik in keiner Weise auseinandersetzt. 

1 DB.2015.59 
1 ST.2015.77 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die  vermögensseitigen  Steuerfaktoren  sind  damit  im  Umfang  der  die  D  Liq. 

betreffenden  steuerbehördlichen  Bewertungskorrektur  (=  Fr.  1'179'836.-)  zu  reduzie-

ren; das steuerbare Vermögen ist neu auf Fr. 11'4949'000.- und das satzbestimmende 

Vermögen auf Fr. 11'694'000.- festzusetzen.  

4.  a)  Die  Erwägungen  führen  zur  Gutheissung  der  Beschwerde  und  zur  teil-

weisen Gutheissung des Rekurses.  

b)  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  der  Be-

schwerdegegnerin  und  die  Kosten  des  Rekursverfahrens  den  Parteien  anteilsmässig 

aufzuerlegen.  Zudem  sind  den  Pflichtigen  angemessene  Parteientschädigungen  aus-

zurichten (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1-3 des Verwaltungsverfahrensge-

setzes vom 20. Dezember 1968; § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. September 1987; VRG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die Steuer-

periode 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 352'500.- veranlagt (Tarif 

gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 

Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2011 

steuerbar 

satzbestimmend 

[…] 

Fr. 

352'000.- 

352'000.- 

Fr. 

11'449'000.- 

11'694'000.-. 

1 DB.2015.59 
1 ST.2015.77