# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cd03c30-1bc3-51dd-9182-19319c07c459
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-01
**Language:** de
**Title:** Reduktion der für eine Arealüberbauung geplanten Parkplätze als verschärfte Emissionsbegrenzung
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0022-0023/2024
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_i_nrn._0022-0023_2024_vom_1._maerz_2024.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE I Nr. 

R1S.2022.05160 und R1S.2022.05172 
0022/2024 und 0023/2024    

Entscheid vom 01. März 2024    

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Claude  Reinhardt,  Baurichterin  Michaela  Burch,  Bau-
richterin Beatrice Bosshard, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1S.2022.05160 
Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), Aarbergergasse 61, Postfach 8676, 
3011 Bern  

vertreten durch VCS-Sektion Zürich, Zypressenstrasse 76, Postfach 230, 
8040 Zürich  

diese vertreten durch […]  

R1S.2022.05172 
A, […]  

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

R1S.2022.05160 
1.  Bausektion der Stadt Zürich, c/o Amt für Baubewilligungen,  

Rechtsabteilung, Amtshaus IV, 8021 Zürich  

2.  A, […]  

vertreten durch […] 

R1S.2022.05172 
1.  Bausektion der Stadt Zürich, c/o Amt für Baubewilligungen,  

Rechtsabteilung, Amtshaus IV, 8021 Zürich  

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beigeladener 

R1S.2022.05172 
2.  Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), Aarbergergasse 61, Postfach 

8676, 3011 Bern  

vertreten durch VCS Verkehrs-Club der Schweiz, Sektion Zürich,  
Markus Knauss, Zypressenstrasse 76, Postfach 820, 8040 Zürich  

dieser vertreten durch […] 

betreffend 

Beschluss der Bausektion vom 23. August 2022 (Bauentscheid Nr. 1983/22); 
Baubewilligung für Ersatzneubau Siedlung Brunaupark, […] 
_______________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 23. August 2022 erteilte die Bausektion der Stadt Zürich 

der A die Bewilligung für den Ersatzneubau der Arealüberbauung Siedlung 

Brunaupark (Alternativprojekt) und das Provisorium für den Laden während 

der Bauzeit auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 an der B-Strasse […] sowie der 

C-Strasse […]. 

B. 

Mit Eingabe vom 27. September 2022 erhob der Verkehrs-Club der Schweiz 

(VCS) Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und stellte fol-

gende Anträge: 

  " 1.  Es sei der Bauentscheid 1983/22 vom 23. August 2022 wie folgt ab-

zuändern bzw. zu ergänzen: 

1.1  Ergänzung des Dispositivs Ziffer 60 wie folgt (neue Teile nachfol-

gend unterstrichen): 

[Die Anzahl der Abstellplätze für Personenwagen für Kundinnen 
und Kunden der Nutzweise Verkauf, Gastronomie und Gewerbe 
wird auf das Minimum der Verordnung über private Fahrzeugab-
stellplätze vom 11. Dezember 1996 mit Änderungen bis 16. De-
zember 2015 festgesetzt. Für Personenwagen für Kundinnen und 

R1S.2022.05160 

Seite 2 

 
 
 
 
   
   
 
Kunden  der  Nutzweise  Verkauf,  Gastronomie  und  Gewerbe  be-
trägt die maximal  zulässige  Anzahl  insgesamt 46 Abstellplätze.] 
Diese Abstellplätze sind von den Abstellplätzen für Angestellte zu-
dem ausreichend baulich und betrieblich zu trennen. Vor Baube-
ginn hat die Bauherrschaft bzw. verfügungsberechtigte Grundei-
gentümerschaft dem Amt für Baubewilligungen entsprechend ab-
geänderte  Pläne  der  Autoabstellplätze  einzureichen  und  bewilli-
gen zu lassen. 

1.2  Abänderung des Dispositivs Ziffer 61 wie folgt (abgeänderte Teile 

nachfolgend unterstrichen): 

[Die Personenwagen-Abstellplätze für Kundinnen und Kunden der 
Nutzweise Verkauf, Gastronomie und Gewerbe sind von der ers-
ten Minute an gebührenpflichtig und lenkungswirksam zu bewirt-
schaften.]  Spätestens  vor  Mieterausbau  der  Gewerbeflächen  ist 
dem  Amt  für  Baubewilligungen  ein  Antrag  auf  Festsetzung  der 
Gebührenhöhe einzureichen und diese bewilligen zu lassen. 

1.3  Ergänzung  des  Dispositivs  um  eine  zusätzliche  Ziffer  folgenden 

Inhalts: 

Spätestens vor Mieterausbau der Gewerbeflächen ist dem Amt für 
Baubewilligungen ein Konzept zur Verhinderung des Missbrauchs 
der Besucher-Parkplätze für die Wohnnutzung durch Kundinnen 
und Kunden der Gewerbenutzung und zur Durchführung entspre-
chender Kontrollen einzureichen und bewilligen zu lassen. 

    2.  Eventualiter  seien  die  Inhalte  der  Rechtsbegehren 1.1  bis  1.4  [sic] 
durch Änderungen und Ergänzungen an anderen Stellen oder mit an-
derem Wortlaut in das Dispositiv aufzunehmen. 

    3.  Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Vorinstanz, 

eventualiter der Rekursgegnerin." 

Mit Präsidialverfügung vom 29. September 2022 wurde vom Rekurseingang 

unter der Geschäftsnummer R1S.2022.05160 Vormerk genommen und das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

C. 

Mit Eingabe vom 28. September 2022 erhob auch die A (im Folgenden: Bau-

herrschaft) Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und stellte 

folgende Anträge: 

  " 1. 

  1.1  Disp.-Ziff. II./B./60 des angefochtenen Entscheids sei ersatzlos aufzu-
heben  und  der  Rekurrentin  sei  die  gemäss  der  Baueingabe 

R1S.2022.05160 

Seite 3 

 
 
   
   
 
   
   
 
 
vorgesehene Anzahl Autoabstellplätze, insbesondere die 86 Autoab-
stellplätze für die Nutzweisen 'Verkauf, Gastronomie und Gewerbe' zu 
bewilligen. 

  1.2  Eventualiter zu Rechtsbegehren 1.1. sei Disp.-Ziff. II./B./60 des ange-
fochtenen Entscheids aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur 
weiteren Sachverhaltsabklärung und zur Vornahme einer rechtsgenü-
genden  Interessenabwägung,  insbesondere  einer  Eignungsprüfung 
für die Parkplatzbeschränkungsmassnahme sowie zur anschliessen-
den Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

  2. 

  2.1  Disp.-Ziff. II./B./7 des angefochtenen Entscheids sei ersatzlos aufzu-
heben und Disp.-Ziff. II./B./1./a) dahingehend anzupassen, als Disp.-
Ziff. II/B./7 darin keine Erwähnung findet. 

  2.2  Eventualiter zu Rechtsbegehren 2.1. sei Disp.-Ziff. II./B./1./a) des an-
gefochtenen  Entscheids  dahingehend  anzupassen,  als  Disp.-Ziff. 
II./B./7 darin keine Erwähnung findet und es sei Disp.-Ziff. II./B./7 des 
angefochtenen Entscheids insoweit aufzuheben, als die Rekurrentin 
bzw. die verfügungsberechtigte Grundeigentümerschaft damit zur An-
merkung  eines  Verbots  für  Wohnbauten  im  Bereich  des  Hochhaus-
schattens im Grundbuch verpflichtet wird. Entsprechend sei der Zu-
satz 'anzumerken bei Kat.-Nr. 2' in Disp.-Ziff. II./B./7 zu streichen. 

3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegne-

rin." 

In prozessualer Hinsicht wurde – unter Verweis auf ein bei der Vorinstanz 

einzureichendes  Wiedererwägungsgesuch  –  beantragt,  der  Rekurs  sei  als 

vorsorglich eingereicht entgegenzunehmen und das Verfahren zu sistieren, 

bis eine der Parteien dessen Fortsetzung verlange. 

Mit Präsidialverfügung vom 4. Oktober 2022 wurde vom Rekurseingang un-

ter  der  Geschäftsnummer  R1S.2022.05172  Vormerk  genommen  und  das 

Rekursverfahren antragsgemäss sistiert. 

D. 

Im  Rekursverfahren  G.-Nr. R1S.2022.05160  beantragte  die  Vorinstanz  mit 

Vernehmlassung vom 2. November 2022 die Abweisung des Rekurses. Die 

Bauherrschaft  verzichtete  stillschweigend  auf  Einreichung  einer  Vernehm-

lassung. 

R1S.2022.05160 

Seite 4 

 
 
 
 
 
 
 
Mit Replik vom 1. Dezember 2022 und Duplik vom 4. Januar 2023 hielten der 

Rekurrent und die Vorinstanz an ihren Anträgen fest, während die Bauherr-

schaft wiederum stillschweigend auf Einreichung einer Duplik verzichtete. 

Mit Präsidialverfügung vom 10. Januar 2023 wurde das Rekursverfahren G.-

Nr. R1S.2022.05160  unter  Verweis  auf  das  sistierte  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2022.05172 von Amtes wegen einstweilen sistiert. 

In der  Folge  legte  die Bauherrschaft  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2022.05160 

unaufgefordert eine vom 27. Januar 2023 datierende Eingabe ins Recht, mit 

welcher in prozessualer Hinsicht die Vereinigung der beiden Verfahren G.-

Nrn. R1S.2022.05160  und  R1S.2022.05172  beantragt  und  im  Übrigen  zu 

den Ausführungen des Rekurrenten Stellung genommen wurde. 

Mit Präsidialverfügung vom 30. Januar 2023 wurde davon Vormerk genom-

men, dass über den Antrag auf Verfahrensvereinigung im Rahmen des En-

dentscheids entschieden werde. 

E. 

Im Rekursverfahren G.-Nr. R1S.2022.05172 reichte die Rekurrentin (mithin 

die Bauherrschaft) mit Schreiben vom 20. April 2023 den Beschluss der Bau-

sektion vom 14. März 2023, mit welchem über das Wiedererwägungsgesuch 

entschieden wurde, ein und beantragte zugleich die Fortsetzung des Rekurs-

verfahrens. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  24. April 2023  wurde  das  Rekursverfahren 

G.-Nr. R1S.2022.05172 fortgesetzt und das Vernehmlassungsverfahren er-

öffnet. 

Auf  entsprechendes  Gesuch  hin  wurde  der  Verkehrs-Club  der  Schweiz 

(VCS)  mit  Präsidialverfügung  vom  10. Mai 2023  in  das  Rekursverfahren 

G.-Nr. R1S.2022.05172 beigeladen. 

Mit Vernehmlassung vom 24. Mai 2023 beantragte die Vorinstanz, der Re-

kurs sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der VCS (als Beigelade-

ner)  beantragte  mit  Eingabe  vom  2.  Juni  2023  die  Abweisung  der 

R1S.2022.05160 

Seite 5 

 
 
rekurrentischen Anträge 1.1 und 1.2, unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zulasten der Rekurrentin. 

Mit Replik vom 27. Juni 2023 hielt die Rekurrentin "am Rechtsbegehren 1.1 

bzw. eventualiter 1.2, und am Rechtsbegehren 3 des Rekurses" fest. Die Vo-

rinstanz hielt mit Eingabe vom 19. Juli 2023 an ihrem Antrag fest, während 

die Beigeladene stillschweigend auf Einreichung einer Duplik verzichtete. 

F. 

Mit Präsidialverfügung vom 6. Juni 2023 wurde das Rekursverfahren G.-Nr. 

R1S.2022.05160 fortgesetzt und der Rekurrent (VCS) eingeladen, zur Ein-

gabe  der  Bauherrschaft  vom  27. Januar  2023  (vgl. SV,  lit. D)  Stellung  zu 

nehmen. Im Übrigen wurden die Parteien darauf hingewiesen, dass die Ak-

ten, die im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 seitens der Vorinstanz vorge-

legt  worden  waren,  mittlerweile  ins  separat  beurteilte  Parallelverfahren 

G.-Nr. R1S.2022.05166 – Nachbarrekurs gegen das gleiche Bauvorhaben – 

inkorporiert und zufolge Anfechtung jenes Entscheids dem Verwaltungsge-

richt weitergeleitet worden seien, weshalb die seitens des Baurekursgerichts 

angeordnete  (erneute)  Aktenvorlage  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2022.05172 

nun zugleich für das Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 diene. 

Mit Eingabe vom 29. Juni 2023 nahm der VCS zur genannten Eingabe der 

Bauherrschaft  vom  27. Januar  2023  Stellung.  Diese  Stellungnahme  wurde 

den anderen Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt. 

G. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

R1S.2022.05160 

Seite 6 

 
 
1. 

Die beiden Rekursverfahren G.-Nrn. R1S.2022.05160 und R1S.2022.05172 

betreffen dasselbe Bauvorhaben, wobei eine isolierte Beurteilung der jewei-

ligen  rekurrentischen  Rügen  –  im  Gegensatz  zum  bereits  entschiedenen 

Verfahren  G.-Nr.  R1S.2022.05166  (vgl.  Sachverhalt,  lit.  F)  –  nicht möglich 

ist. Entsprechend sind die beiden genannten Verfahren – auch aus prozess-

ökonomischen Gründen – zu vereinigen. 

2.1 

Gemäss  Art. 55  Abs. 1  des  Umweltschutzgesetzes  (USG)  sind  gesamt-

schweizerisch  tätige  Umweltschutzorganisationen,  die  rein  ideelle  Zwecke 

verfolgen,  zur  Beschwerde  gegen  Verfügungen  über  Anlagen,  für  die  eine 

Umweltverträglichkeitsprüfung nach Art. 10a USG erforderlich ist, legitimiert. 

Das Beschwerderecht erstreckt sich nur auf Rügen in Rechtsbereichen, die 

seit mindestens zehn Jahren Gegenstand des statutarischen Zwecks der Or-

ganisation  bilden  (Abs. 2).  Der  Bundesrat  bezeichnet  die  zur  Beschwerde 

berechtigten  Organisationen  (Abs. 3).  Zuständig  für  die  Beschwerdeerhe-

bung ist das oberste Exekutivorgan der Organisation (Abs. 4). Der Verkehrs-

Club der Schweiz (VCS) als Rekurrent im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 

erfüllt  diese  Voraussetzungen  unbestrittenermassen:  Er  ist  im  Anhang  zur 

Verordnung über die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes so-

wie  des  Natur-  und  Heimatschutzes  beschwerdeberechtigten  Organisatio-

nen (VBO) aufgeführt und die Beschwerdeerhebung ist durch den Zentral-

vorstand  beschlossen  worden 

(vgl.  act. 4.2 

[im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2022.05160]). Das strittige Bauvorhaben erfordert unstreitig eine Um-

weltverträglichkeitsprüfung  gemäss  Art. 10a USG  (vgl.  Erwägung  P.b  der 

Baubewilligung). Die Rügen des VCS betreffen Bau- und Betriebsvorschrif-

ten im Zusammenhang mit den geplanten Parkplätzen. Er ist daher zur Re-
kurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen er-

füllt sind, ist auf den Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 einzutre-

ten. 

2.2 

Die im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05172 als Rekurrentin auftretende Bau-

herrschaft ist als Adressatin der angefochtenen Baubewilligung ohne Weite-

res 

zur 

Anfechtung 

derselben 

(bzw. 

der 

entsprechenden 

R1S.2022.05160 

Seite 7 

 
 
Nebenbestimmungen)  legitimiert.  Da  auch  die  übrigen  Prozessvorausset-

zungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05172 

einzutreten. 

Allerdings  hat  die Bauherrschaft  in  ihrer  Replik  am  Rechtsbegehren  Ziff. 2 

nicht mehr festgehalten, nachdem Dispositiv-Ziffer II.B.7 der angefochtenen 

Baubewilligung mit – seitens der Bauherrschaft nicht angefochtenem – Be-

schluss der Bausektion vom 14. März 2023 wiedererwägungsweise aufge-

hoben und durch eine anders lautende Formulierung ersetzt wurde. Insoweit 

ist der Rekurs somit als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

3. 
Das Baugrundstück mit einer Fläche von 39'488 m2 liegt in der Wohnzone 
W5 (mit einem Mindestwohnanteil von 60 %) gemäss BZO der Stadt Zürich. 

Es  grenzt  im  Nordosten  an  die  B-Strasse.  Von  dieser  wegführend  verläuft 

ungefähr mittig innerhalb des Baugrundstücks in der Ost-West-Achse unter-

irdisch die als Zufahrt zur Tiefgarage des Baugrundstücks (wie auch zu den 

Parkierungsanlagen  der  westlich  und  östlich  angrenzenden  Grundstücke 

Kat.-Nrn. 3 und 2) dienende C-Strasse. Die Grundstücke im Westen und im 

Norden des Baugrundstücks gehören zur Wohnzone (W2 bis W5), im Süden 

schliessen sich eine Freihaltezone und eine Zone für öffentliche Bauten an 

und  im Osten  finden  sich  –  nach der  unmittelbar  angrenzenden,  zur  Zone 

W5 gehörenden Liegenschaft – Grundstücke der Zentrumszone (Z6 und Z7). 

Derzeit befindet sich auf dem Baugrundstück eine Arealüberbauung, von de-

ren  Gebäuden  (Wohnen  1  bis  4 und Ladenzentrum)  lediglich  das  im  Süd-

westen des Areals liegende Wohngebäude "Wohnen 1" erhalten werden soll. 

Projektiert ist eine Arealüberbauung mit 512 Wohnungen in acht Gebäuden. 
Vorgesehen sind weiter – neben gewissen insbesondere im Erdgeschossbe-

reich  entlang  der  B-Strasse  angeordneten  Gewerbe-  und  Gastroflächen  – 
Verkaufsflächen im Umfang von 6'764 m2 (act. 3 Erw. P.b; vgl. auch act. 19 
Rz. 8)  bzw.  6'746 m2  (vgl. act. 15.10  S. 1  und  act.  15.12  S.  1  [hier  und  im 
Folgenden  –  soweit  nicht  anders  vermerkt  –  des  Verfahrens  G.-Nr. 

R1S.2022.05172];  vgl.  im  Übrigen  auch  die  Angabe  im  Umweltverträglich-

keitsbericht  [act. 15.11  S. 14],  wonach  sich  die  Verkaufsfläche  auf  ca. 
5'580 m2  zuzüglich  nicht ertragswirksame  Mall  von  810 m2  reduziere).  Ge-
plant sind schliesslich 590 (bzw. unter Berücksichtigung der im Bauentscheid 

R1S.2022.05160 

Seite 8 

 
 
angeordneten Reduktion 550) Parkplätze in Tiefgaragen –  wovon 180 be-

stehend –, die sich wie folgt verteilen: 440 (inkl. der erwähnten 180 beste-

henden) für Bewohnende, 40 für Besuchende, 24 für Angestellte der Nutz-

weise Verkauf, Gastronomie und Gewerbe sowie 86 (bzw. unter Berücksich-

tigung der genannten Reduktion 46) für Kundschaft der fraglichen Nutzweise 

(vgl. act. 3 Erw. E sowie act. 15.10 S. 2). 

Eine erste Baubewilligung für einen Ersatzneubau der Siedlung Brunaupark 

(Beschluss der Bausektion BE Nr. 411/20 vom 10. März 2020; Gesamtver-

fügung der Baudirektion Kanton Zürich BVV Nr. 19-1000 vom 17. Septem-

ber 2019)  wurde  mit  Entscheid  des  Baurekursgerichts  BRGE I 

Nr. 0116/2020, 0117/2020 und 0118/2020 vom 4. September 2020 aus lärm-

schutzrechtlichen  Gründen  aufgehoben.  Dieser  Entscheid  wurde  mit  Urteil 

des Verwaltungsgerichts VB.2020.00697 vom 16. September 2021 bestätigt; 

derzeit ist die Sache am Bundesgericht hängig. 

4.1 

In  der  angefochtenen  Baubewilligung  wird  von  einem  Pflichtbedarf  von 

401 Fahrzeugabstellplätzen  für  die  Nutzung  Wohnen  (wovon  40  für  Besu-

chende)  und  von  insgesamt  68  Fahrzeugabstellplätzen  für  die  Nutzungen 

Dienstleistung,  Verkauf,  Gastro  und  bewirtschaftetes  Lager  ausgegangen, 

wovon 22 auf Angestellte und 46 auf Kundschaft entfallen (act. 3 Erw. E.a). 

Mit den geplanten Parkplätzen sei somit der Pflichtbedarf erfüllt. Auch sei die 

zulässige Anzahl gemäss der Parkplatzverordnung der Stadt Zürich (PPV) 

eingehalten  (Erw. E.c,  auch  zum  Folgenden).  Festgehalten  wird  sodann, 

"aufgrund der Vorgabe im UVP, vgl. Erwägungen lit. P.e)dd) Verkehrsemis-

sionen" sei die Anzahl Autoabstellplätze für Kunden jedoch auf das Minimum 

gemäss PPV zu beschränken. In der genannten Erw. P.e wird im Rahmen 
der Umweltverträglichkeitsprüfung dargelegt, der Ersatzneubau Brunaupark 

generiere Verkehrsimmissionen in einem Gebiet, welches übermässige Luft-

schadstoffbelastungen aufweise und auch in Zukunft aufweisen werde. Ob-

wohl sowohl der projektinduzierte Verkehr als auch die Mehrbeanspruchung 

der  umliegenden  Verkehrsanlagen  gegenüber  dem  Ist-Zustand  abnehme, 

sei die verbleibende Verkehrsmenge des Brunauparks bedeutend und bean-

spruche das umliegende Strassennetz (Erw. P.e.bb). In Erw. P.e.dd wird so-

dann ausgeführt, die Stadt Zürich sei ein lufthygienisches Sanierungsgebiet; 

die  Luftreinhalteziele  würden  beim  Stickstoffdioxid  NO2  sowie  Feinstaub 

R1S.2022.05160 

Seite 9 

 
 
PM10 und PM2.5 nicht erreicht. Dafür verantwortlich seien vor allem der mo-

torisierte Strassenverkehr, die Feuerungen sowie die Anlagen von Industrie 

und Gewerbe, wobei der motorisierte Strassenverkehr der Hauptverursacher 

sei.  Im  Bereich  des  umliegenden  Strassennetzes  des  Areals  Brunaupark 

liege  die  Belastung  mit  PM2.5  heute  und  in  Zukunft  im  Grenzwertbereich. 

Die aktuellen Immissions-Grenzwerte von NO2 und PM10 würden lokal ein-

gehalten. Dennoch gelte es, die Luftschadstoffbelastung weiter zu senken; 

die  projektinduzierten  Luftschadstoffemissionen  seien  gestützt  auf  Art. 11 

und  12  USG,  die  Luftreinhalte-Verordnung  (LRV)  sowie  die  Massnahmen-

pläne Luftreinhaltung zu begrenzen. Gemäss dem Umweltverträglichkeitsbe-

richt (UVB) würden durch das Vorhaben und die darin vorgesehenen Park-

plätze knapp 5'000 Fahrten pro Tag generiert. Die Verkehrserzeugung aus 

dem Einkaufszentrum sei verglichen mit der Wohnzone überdurchschnittlich. 

Die  Berichtsverfasser würden beim  Einkaufszentrum mit  einer  Verkehrser-

zeugung von täglich 6,9 Fahrten pro Parkplatz rechnen. Diese Zahl beziehe 

sich auf die heutige Grösse des Einkaufszentrums und den heutigen hohen 

Parkplatzbestand. Mit der Verkleinerung der Einkaufsfläche und der Verrin-

gerung  der  Anzahl  Parkplätze  werde  sich  das  spezifische  Verkehrserzeu-

gungspotenzial tendenziell erhöhen. Entsprechend den Vorgaben des USG 

müssten im Falle von übermässiger Belastung verschärfte Emissionsbegren-

zungen zur Anwendung kommen. Auf Stadtgebiet übernehme insbesondere 

die PPV die Funktion der Begrenzung von Emissionen aus dem motorisier-

ten  Strassenverkehr.  Aufgrund  der  verkehrsintensiven  Nutzung  trage  das 

Bauvorhaben überdurchschnittlich zur übermässigen Belastung bei. Es sei 

daher  erforderlich,  dass  die  Anzahl  der  Parkplätze  bei  verkehrsintensiver 

Nutzung  auf  das  Minimum  festzusetzen  sei.  Aufgrund  des  hohen  spezifi-

schen Verkehrspotenzials der Parkplätze für Verkauf, Gastronomie und Ge-

werbe sei die Wirkung einer Reduktion auf das Minimum der Parkplätze von 

entsprechender Bedeutung. 

In Umsetzung dieser Erwägungen hat die Vorinstanz im Dispositiv zum einen 

festgelegt,  die  Anzahl  der  Abstellplätze  für  Personenwagen  für  Kundinnen 

und Kunden der Nutzweise Verkauf, Gastronomie und Gewerbe werde auf 

das  Minimum  der  PPV  festgesetzt,  so  dass  die  maximal  zulässige  Anzahl 

insgesamt  46  Abstellplätze  betrage  (Dispositiv-Ziffer  II.B.60).  Zum  andern 

wird festgehalten, die Personenwagen-Abstellplätze für Kundinnen und Kun-

den der Nutzweise Verkauf, Gastronomie und Gewerbe seien von der ersten 

Minute  an  gebührenpflichtig  und  lenkungswirksam  zu  bewirtschaften;  die 

R1S.2022.05160 

Seite 10 

 
 
Festlegung der Preise habe vor der Baufreigabe in Absprache mit dem Tief-

bauamt zu erfolgen (Dispositiv-Ziffer II.B.61). 

Mit Blick darauf, dass im Rekursverfahren G.-Nr. R1S.2022.05172 die An-

zahl Parkplätze für die Nutzweise Verkauf, Gastronomie und Gewerbe und 

damit die Zulässigkeit von Dispositivziffer II.B.60 als solche strittig ist, wäh-

rend im Rekursverfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 spezifische Ergänzungen 

betreffend  bauliche  Ausgestaltung  und  Nutzungsmodalitäten  der  Abstell-

plätze Streitgegenstand bilden, sind im Folgenden vorab die Rügen im Ver-

fahren G.-Nr. R1S.2022.05172 und erst anschliessend (E. 7 und 8) diejeni-

gen im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 zu behandeln. 

4.2 

Die Bauherrschaft (als Rekurrentin) rügt eine unrichtige Sachverhaltsfeststel-

lung,  eine  ungenügende  gesetzliche  Grundlage  der  angeordneten  Mass-

nahme sowie die Unverhältnismässigkeit dieser Massnahme. Konkret führt 

sie  aus,  mit  dem  streitgegenständlichen  Alternativprojekt  habe  sie  gegen-
über dem Bestand sowohl die Verkaufsfläche (im Bestand ca. 9'750 m2) als 
auch die Anzahl Parkplätze für Kundinnen und Kunden (Reduktion um 184 

PP) stark reduziert. Bei der Überarbeitung des ersten Projekts habe sie mit 

der Reduktion der Verkaufsfläche die hinsichtlich des Verkehrsaufkommens 

einzig  sinnvolle,  emissionsbegrenzende  Massnahme  geprüft  und  soweit 

möglich umgesetzt. Eine weitere Reduktion der Parkplätze ohne Verkleine-

rung der Verkaufsfläche führe lediglich zu Verkehrschaos im Projektperime-

ter.  Spezifisch  die  Qualifikation  als  Sanierungsgebiet  betreffend  macht  die 

Bauherrschaft geltend, obwohl als massgeblicher Ausgangszustand für die 

Beurteilung  der  Situation  der  Zustand  mit  dem  bestehenden  Brunaupark 

gelte,  habe  die  Vorinstanz  zu  Unrecht  nicht  berücksichtigt,  dass  mit  dem 

Bauvorhaben eine enorme Reduktion der Luftschadstoffemissionen gegen-
über dem heutigen Zustand erzielt werde; das Bauvorhaben selber sei eine 

emissionsmindernde Massnahme. Die Einstufung des Projektperimeters als 

belastetes  Gebiet  sei  auch  im  Lichte  von  Art. 8  USG  unverständlich.  Auf-

grund  der  allgemeinen  Entwicklung  der  Luftschadstoffemissionen  und  der 

mit der Realisierung des Bauvorhabens verbundenen Reduktion im Projekt-

perimeter  (mit  CO2-Einsparungen,  welche  fast  2'500 Fahrten  pro  Tag  ent-

sprächen) würden die Grenzwerte im Zeitpunkt des Bezugs des bewilligten 

Projekts eingehalten; aufgrund des UVB sei jedenfalls zu erwarten, dass die 

Einwirkungen künftig weder schädlich noch lästig sein würden. 

R1S.2022.05160 

Seite 11 

 
 
Selbst wenn sodann von einem lufthygienisch noch leicht belasteten Gebiet 

auszugehen  wäre,  wären  Massnahmen  direkt  gestützt  auf  Art. 11  Abs. 3 

USG nur zulässig, wenn die neue Anlage für sich alleine übermässige Emis-

sionen verursachen würde, während bei Verursachung schädlicher oder läs-

tiger Einwirkungen durch mehrere Quellen ein Massnahmenplan zu erstellen 

sei. Die Vorgaben des im Kanton Zürich geltenden Massnahmenplans Luft-

reinhaltung 2008 mit Teilrevision 2016 seien in der Stadt Zürich mit der PPV 

umgesetzt  worden;  die  Anwendung  der  kommunalen  PPV  auf  Basis  der 

Wegleitung  gelte  bereits  als  verschärfte  Emissionsbegrenzung.  Nur  wenn 

das Bauvorhaben im übermässig belasteten Gebiet liegen würde und gleich-

zeitig  selbst  ein  überdurchschnittlicher  Emittent  wäre,  könnte  die  Baube-

hörde die im Massnahmenplan vorgesehenen Massnahmen direkt gestützt 

auf Bundesrecht anordnen. Die Vorinstanz gehe fälschlicherweise von knapp 

5'000 durch das Vorhaben generierten Fahrten pro Tag aus (während es ge-

mäss UVB auf der C-Strasse im Bestand 4'642 – wovon 2'364 projektbedingt 

– und mit dem Neubau projektbedingt noch 1'286 Fahrten seien); die damit 

einhergehende  Einordnung  als  überdurchschnittlicher  Emittent  beruhe  auf 

tatsachenwidrigen  Annahmen.  Weiter  lasse  sich  die  Einordnung  als  über-

durchschnittlicher  Emittent  auch  unter  Berücksichtigung  der  tatsächlichen 

Gegebenheiten nicht begründen, da die vom Projekt ausgehenden Immissi-

onen zonentypisch und eher unterdurchschnittlich seien, was im Einzelnen 

wie folgt präzisiert wird: Es werde sich neu um ein städtisches bzw. quartier-

bezogenes,  der  Grundversorgung  dienendes  Ladenzentrum  handeln  (wie 

u.a. ein Vergleich mit dem angrenzenden Einkaufszentrum Sihlcity, das eine 

überregionale  Versorgungs-  und  Unterhaltungsfunktion  einnehme,  zeige); 

diesen Wandel bestätige das unterdurchschnittliche spezifische Verkehrser-

zeugungspotenzial (SVP) von 6,9 Fahrten pro Tag und pro Parkplatz (wobei 

die Behauptung der Vorinstanz, wonach sich das SVP tendenziell erhöhen 

werde, in den Erhebungen im UVB keine Stütze finde); auch der Umstand, 
dass  das  Bauvorhaben  –  gemäss  Berechnungen  der  Bauherrschaft  –  den 

von der Stadt Zürich für das Jahr 2025 angestrebten Modalsplit deutlich un-

terschreite, zeige, dass vom Vorhaben sowohl im Vergleich mit einer Durch-

schnittsbaute  in der Stadt  als  auch  im  Quartier  oder  in der Wohnzone  W5 

höchstens  ein  durchschnittliches  Verkehrsaufkommen  ausgehe;  es  handle 

sich  um  eine  zonentypische  Nutzung  bzw.  um  zonentypische  Emissionen 

(zumal  zum  einen  40 %  der  Ausnützung  als  Gewerbefläche  ausgestaltet 

werden dürften, während vorliegend ein Wohnanteil von 89,1 % vorgesehen 

sei, und zum andern ein SVP von 6,9 dem entspreche, was üblicherweise 

R1S.2022.05160 

Seite 12 

 
 
mit der zulässigen Gewerbenutzung in der Wohnzone W5 verbunden wäre); 

es handle sich um ein zonentypisches Verkehrsaufkommen, da der projekt-

bedingte  Verkehr  bereits  auf  den  angrenzenden  Strassenabschnitten  mit 

< 5 % des Gesamtverkehrs künftig bloss eine untergeordnete Rolle spielen 

werde; auch sei zu berücksichtigen, dass nicht ein neuer Verkaufsladen er-

richtet  werden  solle,  sondern  dass  bereits  ein  deutlich  grösseres  Zentrum 

bestehe. 

Schliesslich wird geltend gemacht, verschärfte Emissionsbegrenzungen wä-

ren selbst dann zu Unrecht erlassen worden, wenn es sich um einen "über-

mässigen  Emittenten"  handeln  würde.  Gemäss  Art. 11 Abs. 3 USG  könne 

die Behörde solche Massnahmen treffen, wenn sie in Bezug auf die anvisier-

ten Ziele förderlich seien, wobei auch hier eine Gesamtbeurteilung gemäss 

Art. 8 USG  massgebend  sei.  Eine  solche  Gesamtbeurteilung  der  Vor-  und 

Nachteile des Bauvorhabens sei dem angefochtenen Entscheid indes nicht 

zu entnehmen; es fehle an der gesetzlich vorgeschriebenen, umfassenden 

Interessenabwägung. Diese hätte die diversen positiven Veränderungen des 

streitgegenständlichen  Projekts  gegenüber  dem  Bestand,  insbesondere 

auch  unter  umweltrelevanten  Gesichtspunkten,  aufgezeigt.  Mit  den  ver-

schärften,  die  Wirtschaftlichkeit  des  Projekts  tangierenden  Massnahmen 

würde  hingegen  einzig  der  Fortbestand  des  heutigen  Ladenzentrums  er-

reicht  und  die  aus  Sicht  der  Luftreinhaltung  unbefriedigende  Situation  ze-

mentiert,  da  eine  umweltrechtliche  Sanierung  der  Überbauung  aus  wirt-

schaftlichen Gründen keinen Sinn machen würde. In diesem Kontext wird im 

Detail  auf  die  mit  umweltfreundlicherer  Heizung  und  energieeffizienteren 

Bauten einhergehende Emissionsreduktion und die demgegenüber lediglich 

geringfügigen, mit einer Reduktion der Parkplätze verbundenen Einsparun-

gen  verwiesen.  Argumentiert  wird  weiter,  eine  Reduktion  der  Parkplätze 

hätte auch eine Verkleinerung der Verkaufsfläche zur Folge, womit die Be-
wohner des Quartiers zu Ausweichfahrten gezwungen würden; auch sei zu 

berücksichtigen, dass der  Anteil  von  Elektro-  und  Hybridfahrzeugen  in  der 

Schweiz kontinuierlich ansteige; nicht zu unterschätzen sei schliesslich die 

Funktion,  welche  das Parkhaus bei grösseren  Anlässen  wie  dem Knaben-

schiessen einnehme. All dies wäre in der Gesamtbeurteilung des Projektes 

gemäss Art. 8 USG in Betracht zu ziehen gewesen. 

R1S.2022.05160 

Seite 13 

 
 
4.3 

In der Replik führt die Bauherrschaft – unter Bezugnahme auf entsprechende 

Vorbringen  der  Gegenseite  –  ergänzend  insbesondere  Folgendes  aus:  Im 

ersten Bauentscheid vom 10. März 2020 (vgl. vorstehend E. 3) sei ein Bau-

vorhaben  mit  einer  deutlich  höheren  Anzahl  Fahrzeugabstellplätze  für  die 

Nutzweise Verkauf, Gastronomie und Gewerbe bewilligt worden, wobei die 

Bewilligungsbehörde zwar unter Berufung auf das Vorsorgeprinzip verlangt 

habe, sich bei der definitiven Festlegung der Anzahl Fahrzeugabstellplätze 

für die genannte Nutzweise am Minimum der Vorgaben der PPV zu orientie-

ren, auf eine verbindliche Verpflichtung jedoch damals verzichtet habe. Es 

sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz nun entgegen den klaren 

Feststellungen  des  UVB  und  ohne  nähere  Begründung  das  Bauvorhaben 

neu  als  überdurchschnittlichen  Emittenten  einstufe,  zumal  nicht  ersichtlich 

sei,  inwiefern  sich  die  tatsächlichen,  lufthygienischen  Verhältnisse  im  Pro-

jektperimeter seit dem ersten Bauentscheid verändert haben sollten oder das 

streitgegenständliche Bauprojekt mehr Emissionen zur Folge habe als das 

ursprünglich bewilligte. Gemäss Art. 44 USG sei der Erfolg von Massnahmen 

zu überprüfen; nach Erkenntnissen der Grundeigentümerin bzw. der Laden-

betreiberin hätten die fraglichen Massnahmen – aufgrund von Zusatz- und 

Ausweichfahrten – sogar kontraproduktive Auswirkungen auf die Emissions-

lasten.  Weiter  sei  eine  isolierte  Anordnung  einer  (vermeintlich)  emissions-

mindernden Massnahme gestützt auf Art. 11 Abs. 2 oder 3 USG vorliegend 

umso  weniger  zulässig,  als  eine  zu den  Vorgaben  der  PPV  (wie  auch  der 

kantonalen Wegleitung zum Parkplatzbedarf) abweichende Anordnung we-

der im kantonalen noch im städtischen Massnahmenplan Lufthygiene vorge-

sehen sei. Unter Bezugnahme auf eine Aussage in der Vernehmlassung der 

Vorinstanz – wonach diese nicht die Aufgabe habe, weitere, durch die Bau-

herrschaft nicht geltend gemachte und nicht ersichtliche Interessen oder "Un-

verhältnismässigkeiten" von Amtes wegen zu erheben – macht die Bauherr-
schaft geltend, gemäss § 7 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) sei 

es Aufgabe der Verwaltungsbehörden, den Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären;  die  Bauherrschaft  sei  mit  dem  UVB  ihrer  Mitwirkungspflicht 

nachgekommen. Die Vorinstanz bestätige mit ihren Ausführungen, die um-

fassende Interessenabwägung unterlassen zu haben, weshalb das Gericht 

eine  eigene  umfassende  Interessenabwägung  werde  vornehmen  können 

und  müssen.  Gerügt  wird  weiter,  über  die  PPV  hinausgehende,  in  dieser 

selbst nicht vorgesehene Massnahmen seien von Art. 11 Abs. 2 und Abs. 3 

USG nicht mehr gedeckt. Im Zusammenhang mit ihrem Vorbringen, wonach 

R1S.2022.05160 

Seite 14 

 
 
ein SVP von 6,9 im Durchschnitt dessen liege, was bei Verkaufsflächen bis 
2'000 m2 üblicherweise erwartet werde, argumentiert die Bauherrschaft, ge-
mäss der Argumentation der Gegenseite wären auf dem Stadtgebiet sämtli-

che Verkaufsflächen mit Ausnahme von kleinen, für die städtische Versor-

gung  bei  weitem  nicht  ausreichenden  Quartierläden  in  einer  Wohnzone  in 

jedem Fall als überdurchschnittliche Emittenten einzustufen, womit die in der 

PPV vorgesehene Bandbreite für die Nutzweise Verkauf obsolet wäre. Gel-

tend gemacht wird schliesslich, einzig die Ladengrösse und das Angebot hät-

ten Einfluss auf das Verkehrsaufkommen, während weniger Abstellplätze le-

diglich  zu  einer  Erhöhung  des  Verkehrserzeugungspotenzials  der  übrigen 

Parkplätze führen würden. 

5.1 

Beim  streitgegenständlichen  Bauvorhaben  handelt  es  sich  um  eine  statio-

näre  Anlage  im  Sinne  von  Art. 7  Abs. 7  USG  und  Art. 2  Abs. 1  lit. a  LRV, 

welche  Einwirkungen  unter  anderem  in  Form  von  Luftverunreinigungen 

(Art. 7 Abs. 1 USG) erzeugt. Nach dem zweistufigen Konzept des Umwelt-

schutzgesetzes sind Emissionen zunächst unabhängig von der bestehenden 

Umweltbelastung im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies 

technisch  und  betrieblich  möglich  und  wirtschaftlich  tragbar  ist  (Art. 11 

Abs. 2 USG).  Die  Emissionsbegrenzungen  werden  verschärft,  wenn  fest-

steht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der 

bestehenden  Umweltbelastung  schädlich  oder 

lästig  werden  (Art. 11 

Abs. 3 USG). Emissionen werden eingeschränkt durch den Erlass von Emis-

sionsgrenzwerten,  Bau-  und  Ausrüstungsvorschriften,  Verkehrs-  und  Be-

triebsvorschriften, Vorschriften über die Wärmeisolation von Gebäuden und 

Vorschriften über Brenn- und Treibstoffe (Art. 12 Abs. 1 lit. a-e USG). Ver-

schärfte Emissionsbegrenzungen können grundsätzlich unabhängig von ih-
rer  wirtschaftlichen  Zumutbarkeit  angeordnet  werden,  was  allerdings  nicht 

davon entbindet, dass ein angemessenes Verhältnis zwischen dem Nutzen 

der  Massnahmen  und  der  Schwere  der  damit  verbundenen  Nachteile  zu 

wahren ist (BGE 124 II 272, E. 3d cc; BGE 125 II 129, E. 9d). 

Die Regelung der verschärften Emissionsbegrenzungen in der Luftreinhalte-

verordnung (LRV) lautet: Ist zu erwarten, dass eine einzelne geplante Anlage 

übermässige Immissionen verursachen wird, obwohl die vorsorglichen Emis-

sionsbegrenzungen  eingehalten  sind,  so  verfügt  die  Behörde  für  diese 

R1S.2022.05160 

Seite 15 

 
 
Anlage ergänzende oder verschärfte Emissionsbegrenzungen (Art. 5 Abs. 1 

LRV).  Die  Emissionsbegrenzungen  sind  soweit  zu  ergänzen  oder  zu  ver-

schärfen, dass keine übermässigen Immissionen – vgl. zu deren Umschrei-

bung  Art. 2  Abs. 5  in  Verbindung  mit  Anhang 7 LRV  –  verursacht  werden 

(Abs. 2). Diese Regelung ist anwendbar, wenn die übermässigen Immissio-

nen von einer einzelnen stationären Anlage verursacht werden (so genann-

ter Grossemittent; BGr 1A.251/1993 vom 17. Mai 1995, E. 4a, in URP 1995, 

S. 498 ff.). Wird hingegen die übermässige Luftbelastung durch eine Vielzahl 

von  Anlagen  verursacht,  sind  die  erforderlichen  Emissionsbegrenzungen 

durch  einen  Massnahmenplan  zu  koordinieren.  Dieser  sieht  Massnahmen 

vor, die zur Verminderung oder Beseitigung der übermässigen Einwirkungen 

beitragen (Art. 44a USG und Art. 31 ff. LRV). Mit diesem Vorgehen soll die 

übermässige  Luftbelastung  auf  eine  koordinierte  sowie  lasten- und  rechts-

gleiche Weise reduziert werden (BGE 125 II 129, E. 7b und BGE 124 II 272, 

E. 4a). 

Vom Grundsatz, wonach verschärfte Massnahmen durch den Massnahmen-

plan zu koordinieren sind, hat die bundesgerichtliche Rechtsprechung aller-

dings gewisse Ausnahmen zugelassen. So kommen u.a. bei Neuanlagen mit 

überdurchschnittlichen  Emissionen  isolierte  Massnahmen,  ohne  Koordina-

tion durch den Massnahmenplan, unmittelbar gestützt auf Art. 11 Abs. 3 und 

Art. 12 USG in Betracht (BGr 1A.251/1993 vom 17. Mai 1995, E. 4b und 4d, 

in URP 1995, S. 498 ff.; BGE 124 II 272, E. 4a; vgl. auch BGr 1C_367/2016 

vom  7. Februar 2017,  E. 8.2;  zum  Ganzen  auch  Alain  Griffel/Heribert 

Rausch,  Kommentar  zum  Umweltschutzgesetz,  Ergänzungsband  zur  2. 

Aufl., Hrsg. Vereinigung für Umweltrecht (VUR), Zürich 2011, Art. 44a Rz. 9). 

Dabei  kann  die  Abgrenzung  zwischen  durchschnittlichen  und  überdurch-

schnittlichen Emissionen gemäss dem Bundesgericht nicht abstrakt nach ab-

soluten Zahlen oder Prozenten getroffen werden, sondern nur mit Blick auf 
die betreffende Nutzungszone: Gehen von einer Anlage lediglich die Emissi-

onen aus, die typischerweise mit Anlagen dieser Zone verbunden sind, er-

fordern  die  Grundsätze  der  Koordination,  der  Lastengleichheit  und  der 

Rechtssicherheit in der Regel die Anpassung der Nutzungsplanung. Handelt 

es  sich  dagegen  um  ein  Vorhaben,  dessen  Emissionen  über  den  "Zonen-

durchschnitt"  hinausgehen  (sog.  überdurchschnittlicher  Emittent),  wird  we-

der das Rechtsgleichheitsgebot noch die Planbeständigkeit in Frage gestellt, 

wenn  speziell  für  dieses  Vorhaben  emissionsmindernde  Massnahmen  im 

R1S.2022.05160 

Seite 16 

 
 
Baubewilligungsverfahren  angeordnet  werden  (BGE 124 II 272,  E. 4c ee; 

vgl. auch VB.2011.00624, E. 3.2.1, in BEZ 2012 Nr. 37). 

5.2 

Im Kanton Zürich gilt derzeit der Massnahmenplan Luftreinhaltung 2008 in 

der Fassung gemäss Teilrevision 2016 (RRB vom 13. Januar 2016). Dieser 

sieht im Bereich Verkehr als Massnahme Nr. V4 "Parkierung und Verkehrs-

erschliessung" u.a. vor, den Gemeinden werde empfohlen, ihre kommunalen 

Parkierungsvorschriften unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten 

an die Wegleitung der Baudirektion zur Regelung des Parkplatz-Bedarfs in 

kommunalen Erlassen (im Folgenden: Wegleitung) anzupassen (Teilmass-

nahme  c;  vgl.  Grundlagenbericht  zum  Massnahmenplan  Luftreinhaltung, 

Teilrevision 2016, S. 32, wobei sich die entsprechende Teilmassnahme be-

reits im ursprünglichen Massnahmenplan Luftreinhaltung 2008 fand und da-

bei entsprechenden Massnahmen des Luft-Programms 1996 und der Ergän-

zung  2002  entsprach).  Auch  die  Stadt  Zürich  hat  einen  Massnahmenplan 

erlassen (Massnahmenplan Luftreinhaltung 2011 der Stadt Zürich, Revision 

2019). 

Die  Parkplatzverordnung  der  Stadt  Zürich  (Gemeinderatsbeschluss  vom 

11. Dezember 1996 mit Änderungen bis 16. Dezember 2015) wird von der 

Rechtsprechung hinsichtlich der Abstellplätze als Konkretisierung des kan-

tonalen Massnahmenplans angesehen, zumal sie in der Regel zu restriktive-

ren Ergebnissen als die Wegleitung – in ihrer nach wie vor gültigen Fassung 

von  Oktober  1997  –  führt  (vgl.  VB.2004.00234  vom  5. Juli 2004,  E. 4.6.3). 

Gemäss  der  PPV  wird  zunächst  in  Abhängigkeit  von  der  jeweiligen  Nutz-

weise sowie der Geschossfläche der sog. Normalbedarf an Personenwagen-

abstellplätzen ermittelt (Art. 4 PPV) und nach Massgabe der Erschliessungs-

qualität die Zahl der minimal erforderlichen und der maximal zulässigen Ab-
stellplätze ermittelt (Art. 5 Abs. 1 PPV), wobei insoweit andere Maximalwerte 

gelten, sobald und solange die Belastungsgrenzwerte der LRV auf dem ge-

samten Stadtgebiet eingehalten werden (Art. 5 Abs. 2 PPV). Art. 6 PPV gibt 

sodann vor, welcher prozentuale Anteil der gemäss Art. 5 PPV errechneten 

Zahl der minimal erforderlichen Abstellplätze für Besucherinnen und Besu-

cher  bzw.  Kundschaft  zu  reservieren  und  besonders  zu  kennzeichnen  ist, 

wobei der Anteil wiederum nach Nutzweise variiert. 

R1S.2022.05160 

Seite 17 

 
 
6.1.1 

Festzuhalten ist vorab, dass das strittige Bauvorhaben als neue Anlage im 

Sinne der LRV gilt, wovon denn auch die Parteien übereinstimmend auszu-

gehen scheinen. Dabei kann offen bleiben, ob dies bereits aufgrund des wei-

testgehenden Ersatzes der bestehenden Bauten der Fall ist oder ob – ent-

sprechend der Einschätzung im Zusammenhang mit der Frage der Pflicht zur 

Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung, bei der vorliegend von ei-

ner Änderung bestehender Anlagen ausgegangen wird (vgl. act. 3 Erw. P.b, 

act. 15.11 S. 6 und act. 15.16 S. 4) – Art. 2 Abs. 4 LRV als einschlägig er-

achtet wird. Gemäss letztgenannter Bestimmung gelten als neue Anlagen im 

Sinne der LRV auch Anlagen, die umgebaut, erweitert oder instand gestellt 

werden,  wenn  dadurch  höhere  oder  andere  Emissionen  zu  erwarten  sind 

(lit. a) oder mehr als die Hälfte der Kosten aufgewendet wird, die eine neue 

Anlage verursachen würde (lit. b), wobei jedenfalls das zweite Kriterium an-

gesichts  des  umfassenden  Ersatzes  der  bestehenden  Bausubstanz  sowie 

einer Bausumme von Fr. 210 Mio. (act. 15.1 S. 4) offenkundig erfüllt ist. 

6.1.2 

Zu  klären  ist  sodann  einleitend,  ob  sich  eine  Anordnung,  wonach  für  eine 

bestimmte Kategorie von Parkplätzen lediglich das Minimum gemäss PPV 

zulässig sei, schon per se als unzulässig erweist, da sie, wie die Bauherr-

schaft argumentiert, weder in der PPV noch in den Massnahmenplänen vor-

gesehen sei. Die Auffassung ist aus zwei voneinander unabhängigen Grün-

den zu verwerfen: 

Zum einen geht die Rechtsprechung, der zufolge nicht nur für – i.S.v. Art. 5 

LRV – übermässige, sondern unmittelbar gestützt auf Art. 11 Abs. 3 und Art. 

12  USG  auch  für  (lediglich)  überdurchschnittliche  Emittenten  verschärfte 

Emissionsbegrenzungen isoliert angeordnet werden können, gerade davon 
aus, dass für eine entsprechende Anordnung die vorgängige Schaffung einer 

nutzungsplanerischen Grundlage entbehrlich ist (BGE 124 II 272 E. 4c und 

4d). Zwar wird in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, vorausgesetzt 

sei, dass der Massnahmenplan eine derartige Massnahme vorsehe (a.a.O., 

E. 5). Diese Vorgabe wird allerdings bereits im genannten Entscheid selbst 

dahingehend relativiert, dass es im Hinblick auf die Frage einer unmittelba-

ren Umsetzung im Baubewilligungsverfahren als ausreichend erachtet wird, 

wenn der Massnahmenplan eine solche bei Vorhaben mit überdurchschnitt-

lichen Emissionen nicht von vornherein ausschliesst (a.a.O., E. 5c; vgl. dazu 

R1S.2022.05160 

Seite 18 

 
 
auch Griffel/Rausch, a.a.O., Art. 44a Rz. 9). Vor allem aber hat es das Bun-

desgericht  in  anderem  Zusammenhang  auch  als  statthaft  bezeichnet,  bei 

Neuanlagen mit überdurchschnittlichen Emissionen unmittelbar gestützt auf 

Art. 11 Abs. 3 und Art. 12 USG Massnahmen anzuordnen, die im Massnah-

menplan nicht vorgesehen sind (vgl. bereits vorstehend E. 5.1 sowie die dort 

erwähnten BGr 1A.251/1993 vom 17. Mai 1995, E. 4b und 4d, in URP 1995, 

S. 498 ff. und BGE 124 II 272, E. 4a; vgl. zur Zulässigkeit von nicht im Mas-

snahmenplan  enthaltenen  verschärften  Emissionsbegrenzungen  auch  den 

eine nutzungsplanerische Massnahme betreffenden BGr 1C_367/2016 vom 

7. Februar 2017,  E. 8;  zum  Ganzen  auch  Griffel/Rausch,  a.a.O.,  Art. 44a 

Rz. 9 f. mit dem abschliessenden Hinweis, der Massnahmenplan sei als Ko-

ordinationsinstrument  gedacht  und  dürfe  kein  Verhinderungsinstrument 

sein).  Soweit  sodann  in  diesem  Kontext  verlangt  wird, derartige  Massnah-

men müssten unter dem Gesichtswinkel der Rechtsgleichheit und der Ver-

hältnismässigkeit  geprüft  werden  (BGr  1A.251/1993  vom  17.  Mai  1995, E. 

4b, in URP 1995, S. 498 ff., m.w.H.), ist darauf hinzuweisen, dass ersteres 

bereits  durch  die  Voraussetzung  überdurchschnittlicher  Emissionen  –  wel-

che die für die rechtliche Ungleichbehandlung ausschlaggebende tatsächli-

che  Ungleichheit  benennt  –  gewährleistet  ist,  während  letzteres  durch  die 

nachstehend vorzunehmende Verhältnismässigkeitsprüfung (vgl. E. 6.4) ab-

gedeckt wird. Damit ergibt sich zusammenfassend, dass es entgegen dem 

Dafürhalten der Rekurrierenden für die grundsätzliche Zulässigkeit einer iso-

lierten  Anordnung  verschärfter  Emissionsbegrenzungen  gegenüber  über-

durchschnittlichen Emittenten nicht darauf ankommen kann, ob die fragliche 

Massnahme im Massnahmenplan oder – bezogen auf die vorliegend strittige 

Konstellation – in der PPV vorgesehen ist. 

Zum  andern  zeigt  sich,  dass  bei  gegenteiliger  Ansicht  im  vorgenannten 

Punkt gar nicht davon auszugehen wäre, dass es der angeordneten Reduk-
tion bestimmter Parkplätze auf das Minimum gemäss PPV an einer Grund-

lage  in  PPV  und  (kantonalem)  Massnahmenplan  fehlt.  Was  zunächst  die 

PPV anbelangt, so erwähnt diese unter dem Titel der Berechnungsgrundla-

gen, dass die Zahl der Abstellplätze unter anderem von der Einhaltung der 

Belastungsgrenzwerte der LRV abhängig sei (Art. 3 Abs. 1 lit. c PPV). Wäh-

rend sich bezüglich dieser Vorgabe die Frage stellen könnte, ob sie bereits 

aufgrund der Differenzierung der Maximalzahlen in Art. 5 Abs. 1 und 2 PPV 

(vgl. dazu bereits E. 5.2) als abschliessend umgesetzt gelten muss, sieht die 

PPV  unter  dem  Titel  "Besondere  Bestimmungen"  unter  anderem  vor,  die 

R1S.2022.05160 

Seite 19 

 
 
zuständige  Baubehörde  könne  aus  wichtigen  Gründen  Abweichungen  von 

den in Art. 4-7 PPV ermittelten Abstellplatzzahlen bewilligen oder anordnen 

(Art. 8 Abs. 3 PPV). Auch wenn die Luftreinhaltung bzw. der Umweltschutz 

in den im fraglichen Verordnungsartikel beispielhaft aufgezählten wichtigen 

Gründen  nicht  ausdrücklich  genannt  wird,  ist  sie  aufgrund  des  nicht  ab-

schliessenden Charakters der Auflistung sowie mit Blick auf die hervorgeho-

bene Stellung in Art. 3 Abs. 1 lit. c PPV ohne weiteres als solcher anzuer-

kennen.  Insofern  fehlt  es  der  einzelfallweise  angeordneten  Reduktion  der 

Parkplatzzahl  auf  das  ermittelte  Minimum  nicht  an  einer  Grundlage  in  der 

PPV. Gleiches gilt sodann für den kantonalen Massnahmenplan, sieht dieser 

doch – wie in E. 5.2 erwähnt – als Massnahme die Anpassung der kommu-

nalen  Parkierungsvorschriften  an  die  Wegleitung  vor.  Letztere  enthält  im 

Rahmen der Ausführungen zur Bestimmung des massgeblichen Bedarfs den 

ausdrücklichen  Hinweis,  wonach  im  Sinne  der  Berücksichtigung  spezieller 

Verhältnisse u.a. eine übermässige Luftbelastung zu einer zusätzlichen Re-

duktion des – gemäss den generellen Vorgaben der Wegleitung ermittelten 

– massgeblichen Bedarfs führen könne (Wegleitung, S. 7; vgl. auch S. 3 un-

ter Verweis auf § 242 des Planungs- und Baugesetzes [PBG] als massgeb-

licher Rechtsgrundlage, welcher in Abs. 2 Satz 2 die Luft als überwiegendes 

öffentliches  Interesse,  das  eine  Reduktion  der  Parkplatzzahl  rechtfertigen 

kann, aufführt). In diesem Sinn kann die strittige Massnahme gerade nicht 

als ausserhalb der Konzeption des Massnahmenplans (bzw. der von diesem 

als  massgeblicher  Orientierungsrahmen  verwendeten  Wegleitung)  liegend 

betrachtet werden. 

An diesem Ergebnis vermag schliesslich auch der Umstand nichts zu ändern, 

dass die Anwendung der PPV – jedenfalls aufgrund der zusätzlichen Begren-

zung der Maximalwerte nach Massgabe der lufthygienischen     Verhältnisse 

– bereits als verschärfte Emissionsbegrenzung gilt (VB.2004.00234 vom 5. 
Juli 2004, E. 4.7.1), wie dies im Übrigen generell auch für die Anwendung 

der Wegleitung bejaht wird (VB.2004.00361 vom 26. Januar 2005, E. 6.2.2; 

VB.2011.00055 vom 14. September 2011, E. 3.4 f.). Die entsprechende Ein-

schätzung hat nicht zur Folge, dass weitergehende verschärfte Emissions-

begrenzungen  für  überdurchschnittliche  Emittenten  von  vornherein  ausge-

schlossen wären. So führte das Verwaltungsgericht in VB.2004.00234 vom 

5. Juli 2004, E. 4.7.1, aus, die als verschärfte Emissionsbegrenzung qualifi-

zierte Anwendung der PPV setze "das Minimum der im Einzelfall erforderli-

chen verschärften Emissionsbegrenzung" fest. In vergleichbarer Weise hielt 

R1S.2022.05160 

Seite 20 

 
 
das  Baurekursgericht  in  BRGE III  Nr. 0134/2022  vom  17. August 2022, 

E. 7.4.4  fest,  die  Parkplatzzahl  für  Bewohner  und  Besucher  habe  sich  im 

konkreten Fall als verschärfte Emissionsbegrenzung "an der unteren Band-

breite des massgeblichen Bedarfs gemäss kantonaler Wegleitung" zu orien-

tieren.  Dass  eine  weitergehende  Verschärfung  –  im  Sinne  der  vorliegend 

strittigen Reduktion auf das Minimum gemäss anwendbarer Berechnung der 

Parkplatzanzahl – zulässig sein kann, obwohl bereits die für die Berechnung 

verwendete Grundlage als verschärfte Emissionsbegrenzung gilt, erscheint 

im Übrigen gerade in einer Konstellation, in der die fragliche Berechnungs-

grundlage auf sämtliche Vorhaben Anwendung findet – wie dies bei der PPV 

der Fall ist – ohne weiteres sachgerecht, da sich andernfalls die Qualifikation 

als überdurchschnittlicher Emittent gar nicht auszuwirken vermöchte (dies im 

Gegensatz zur in VB.2004.00361 vom 26. Januar 2005, E. 6.2.2 angespro-

chenen Konstellation, in der bereits die Anwendung der Wegleitung anstelle 

der  kommunalen  Parkplatzvorschriften  nur  aufgrund  der  entsprechenden 

Qualifikation  möglich  war).  Zusammenfassend  ergibt  sich  somit,  dass  die 

streitgegenständliche Anordnung  grundsätzlich  zulässig  ist,  sofern  im  kon-

kreten Einzelfall die entsprechenden Voraussetzungen (lufthygienisches Sa-

nierungsgebiet,  überdurchschnittlicher  Emittent  und  Verhältnismässigkeit) 

erfüllt sind, was im Folgenden zu prüfen ist. 

6.1.3 

Im Sinne einer letzten Vorbemerkung ist allerdings zunächst noch Folgendes 

zu klären: Entgegen ihrem Dafürhalten kann die Bauherrschaft aus der ers-

ten  –  wie  in  E. 3  dargelegt  mittlerweile  aufgehobenen  –  Baubewilligung 

nichts zu Gunsten ihres Standpunkts herleiten. Dies nicht nur deshalb, weil 

es sich beim Alternativprojekt um ein neues, einer gesonderten Prüfung zu 

unterziehendes Vorhaben handelt, sondern auch deshalb, weil die Rechts-

lage hinsichtlich der Bedeutung der ersten Baubewilligung keineswegs klar 
war, wie sich bereits aus den eigenen Ausführungen der Bauherrschaft – vgl. 

E. 4.3 – ergibt (vgl. auch den Hinweis in der Vernehmlassung der Beigelade-

nen, wonach die Bedeutung der fraglichen Auflage in der ersten Baubewilli-

gung von Bausektion und Bauherrschaft unterschiedlich interpretiert worden 

sei und einen der Streitpunkte im Rekursverfahren – bzw. einem der Rekurs-

verfahren – zum ersten Projekt dargestellt habe; act. 16 Rz. 6). Nachdem die 

Aufhebung der ersten Baubewilligung ausschliesslich aus lärmschutzrechtli-

chen Gründen erfolgt ist und die vorliegend strittigen Aspekte in den entspre-

chenden Rechtsmittelentscheiden gar nicht thematisiert wurden (vgl. BRGE 

R1S.2022.05160 

Seite 21 

 
 
I  Nr.  0116/2020,  0117/2020  und  0118/2020  vom  4. September  2020; 

VB.2020.00697  vom  16. September  2021),  ist  die  Berufung  der  Bauherr-

schaft  auf  die  erste  Baubewilligung  –  bzw.  ihre  (gerichtlich  nicht  geklärte) 

Interpretation derselben – von vornherein unbehelflich. 

6.2 

Wie  erwähnt  bestreitet  die  Bauherrschaft  das  Vorliegen  eines  lufthygieni-

schen Sanierungsgebiets. Soweit sich die Vorinstanz zur Begründung ihrer 

abweichenden Ansicht auch auf den Umstand beruft, dass eine gesundheit-

liche  Belastung  auch  unterhalb  der  festgelegten  Grenzwerte  für  Feinstaub 

und Stickoxide auftrete (vgl. act. 3 Erw. P.e.dd), ist ihr nicht zu folgen. Ent-

scheidend ist einzig, ob die in Anhang 7 der LRV festgelegten Grenzwerte 

überschritten  sind  oder  eingehalten  werden.  Dabei  weist  die  Beigeladene 

zwar zu Recht darauf hin, dass für NO2 und PM10 neben dem Jahresmittel-

wert auch ein 24-h-Mittelwert festgelegt ist. Da sich zu letzterem jedoch we-

der dem angefochtenen Beschluss noch dem UVB nähere Angaben entneh-

men  lassen,  ist  es  nicht  angängig,  hinsichtlich  der  Qualifikation  als  Sanie-

rungsgebiet auf die entsprechenden (unbelegten) Angaben in der Vernehm-

lassung der Beigeladenen abzustellen. 

Es verbleibt somit als massgebender Aspekt die Frage der Einhaltung der 

Jahresmittelwerte gemäss Anhang 7 LRV. In Übereinstimmung mit der zu-

treffenden Darstellung in Erw. P.e.dd des angefochtenen Beschlusses ist im 

Geografischen 

Informationssystem  des  Kanton  Zürich 

(GIS-ZH; 

https://maps.zh.ch/) für PM2.5 eine Belastung im Grenzwertbereich ausge-

wiesen,  wobei  diese  in  der  Modellierung  für  das  Jahr  2020  einen Teil  des 

Baugrundstücks und fast das gesamte nördlich und östlich angrenzende Ge-

biet, in der Modellierung für das Jahr 2030 noch bedeutende Teile des im 

Osten  befindlichen  Strassennetzes  (insbesondere  B-Strasse  ab  Einmün-
dung der D-Strasse sowie die D-Strasse selbst) betrifft. Wenn sich die Vo-

rinstanz zur Beurteilung der Schadstoffbelastung auf diese Angaben stützte 

und entsprechend ein lufthygienisches Sanierungsgebiet bejaht hat, ist dies 

nicht zu beanstanden. Entgegen der Bauherrschaft wäre es nicht angängig, 

ausgehend von den (geschätzten) Emissionsreduktionen, die mit der Reali-

sierung des Bauvorhabens – im Vergleich zum Bestand – verbunden wären, 

auf  eine  Einhaltung  der  Immissionsgrenzwerte  im  fraglichen  Gebiet  zu 

schliessen. Die entsprechenden Modellierungen sind wesentlich komplexer, 

indem  sie  sich  auf  eine  Vielzahl  unterschiedlicher  Quellen  mit  unter 

R1S.2022.05160 

Seite 22 

 
 
Umständen  gegenläufigen  Entwicklungen  beziehen,  so  dass  lediglich  eine 

umfassende neue Modellierung, nicht aber der blosse Verweis auf Verände-

rungen der Emissionen bei einem spezifischen Areal geeignet sein könnte, 

die im GIS-ZH enthaltenen Angaben in Zweifel zu ziehen. Nichts anderes gilt 

für die pauschalen Verweise der Bauherrschaft auf Dokumente, in denen die 

Abnahme  der  Luftschadstoffemissionen  dokumentiert  werde  (vgl.  act. 2 

Rz. 17), zumal diese Entwicklung wie dargelegt auch in den massgeblichen 

Modellierungen zum Ausdruck kommt (wobei der überdies in diesem Kontext 

geforderten  einzelfallweisen  Überprüfung  der  Verhältnismässigkeit  vorlie-

gend ebenfalls Genüge getan ist; vgl. E. 6.4). Schliesslich ist auch die Beru-

fung auf Art. 8 und 10b USG nicht geeignet, eine abweichende Einschätzung 

herbeizuführen:  Art. 10b Abs.  2  USG  regelt den  Inhalt  des  Umweltverträg-

lichkeitsberichts, wobei unter anderem auch der Ausgangszustand zu doku-

mentieren ist (lit. a); Art. 8 USG enthält den Grundsatz, wonach Einwirkun-

gen sowohl einzeln als auch gesamthaft und nach ihrem Zusammenwirken 

beurteilt werden. Entgegen der Bauherrschaft ist nicht ersichtlich, inwiefern 

die  vorinstanzliche  Beurteilung  der  massgeblichen  Schadstoffbelastung  zu 

diesen beiden Bestimmungen in Widerspruch stehen sollte, sind diese doch 

nicht dahingehend zu verstehen, dass – hinsichtlich der Qualifikation als luft-

hygienisches  Sanierungsgebiet  –  eine  isolierte  Betrachtung  lediglich  der 

durch das Bauvorhaben herbeigeführten Veränderung Platz greifen müsste 

(vgl. zur Anrufung der beiden genannten Bestimmungen in anderem Zusam-

menhang auch nachstehend E. 6.3.5 und 6.4). Zusammengefasst bleibt es 

somit dabei, dass die Vorinstanz zu Recht vom Vorliegen eines lufthygieni-

schen Sanierungsgebiets ausgegangen ist. 

6.3.1 

Zu klären ist somit, ob es sich beim streitgegenständlichen Bauvorhaben um 

einen überdurchschnittlichen Emittenten im Sinne der in E. 5.1 und 6.1.2 re-
ferierten Rechtsprechung handelt. Soweit die Bauherrschaft insoweit bean-

standet, dass die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht auf die Zahl von knapp 

5'000 Fahrten, welche durch die vorgesehenen Parkplätze pro Tag generiert 

würden, verweist (vgl. act. 3 Erw. P.e.bb und dd), so ist diese Kritik insofern 

zutreffend,  als  der  fragliche  Wert  im  UVB  lediglich  im  Zusammenhang  mit 

der Beurteilung des Lärms Erwähnung findet (act. 15.11 S. 30 mit Angaben 

zur Anzahl Parkplätze und den pro Tag und Parkplatz erwarteten Fahrten), 

was der Vorinstanz allerdings nicht entgangen ist. Die Diskrepanz zu den im 

UVB  an  anderer  Stelle  genannten  Zahlen  (vgl.  act. 15.11  S. 16  und  dazu 

R1S.2022.05160 

Seite 23 

 
 
bereits E. 4.2) erklärt sich zum einen daraus, dass im UVB ausschliesslich 

für die Lärmberechnungen auch die beiden Parkierungsanlagen der angren-

zenden Grundstücke 3 und 2 berücksichtigt wurden (act. 15.11 S. 16). Zum 

andern liegt den jeweiligen Berechnungen aber auch eine andere Methode 

zugrunde, indem im Rahmen der Lärmbeurteilung von der nach Nutzungen 

unterschiedenen Anzahl Parkplätze mit angenommenen Werten für die An-

zahl Fahrten pro Parkplatz pro Tag von 2,5 Fahrten für Wohnen und Büro 

sowie 9 Fahrten für Verkauf ausgegangen wurde (act. 15.11 S. 30), während 

für die allgemeinen Aussagen zum Verkehrsaufkommen auf der C-Strasse 

(als Tiefgaragenerschliessung) die Werte der Zählstelle verwendet und für 

den  prognostizierten  zukünftigen  Verkehr  mit  spezifischen  Verkehrserzeu-

gungspotenzialen (SVP) der Parkplätze des strittigen Bauvorhabens von 6,9 

für "Food/Non-Food" und von 1,1 für Wohnen gerechnet wurde (act. 15.11 

S. 16 sowie Anhang F). Brächte man die erstgenannte Methode bzw. deren 

SVP  (vgl.  zur  umstrittenen  Festlegung  dieser  Grösse  auch  nachfolgend 

E. 6.3.4) auf die dem Bauvorhaben zuzurechnenden Parkplätze zur Anwen-

dung,  gelangte  man  immerhin  zu  einer  projektbedingten  Fahrtenzahl  von 

2'190 anstelle der im UVB ausgewiesenen 1'286. 

Entscheidend ist letztlich jedoch ohnehin was folgt: Wie sich bereits der in 

E. 5.1  wiedergegebenen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  entnehmen 

lässt,  ist  für  die  Abgrenzung  zwischen  durchschnittlichen  und  überdurch-

schnittlichen Emissionen gerade nicht auf absolute Zahlen oder prozentuale 

Verhältnisse abzustellen. Den genannten Passagen der angefochtenen Bau-

bewilligung lässt sich entgegen der Bauherrschaft denn auch nicht entneh-

men, dass die erwähnte Zahl von 5'000 Fahrten aus Sicht der Vorinstanz für 

die Qualifikation als überdurchschnittlicher Emittent ausschlaggebend gewe-

sen wäre. Zwar werden beide Aspekte in Erw. P.e.dd thematisiert, hinsicht-

lich der Überdurchschnittlichkeit aber wesentlich differenzierter – unter Be-
zugnahme auch auf das SVP, dessen Veränderung und die insgesamt resul-

tierenden  hohen  Verkehrsemissionen  –  argumentiert.  Aus  der  seitens  der 

Bauherrschaft  monierten  fehlerhaften  Sachverhaltsermittlung  kann  diese 

mithin  nichts  zu  Gunsten  ihres  –  letztlich  allein  entscheidenden  –  Stand-

punkts, wonach es sich beim Bauvorhaben nicht um einen überdurchschnitt-

lichen Emittenten handle, ableiten. 

R1S.2022.05160 

Seite 24 

 
 
6.3.2 

Bevor diese strittige Frage beantwortet werden kann, ist vorab zu präzisie-

ren, in welchem Sinn das vorstehend in E. 5.1 referierte Abgrenzungskrite-

rium der Abweichung vom Zonendurchschnitt zu verstehen ist. In Betracht 

fallen könnte einerseits eine Orientierung an dem, was gemäss der jeweili-

gen  Zonierung  möglich  wäre,  zum  andern  ein  Vergleich  mit  den  in  einem 

bestimmten Perimeter effektiv bestehenden Anlagen. Für das erstgenannte 

Verständnis spricht zunächst, dass damit eine gewisse Zufälligkeit vermie-

den wird, welche sich beim zweitgenannten Ansatz dadurch ergeben könnte, 

dass  eine  Anlage  bei  identischer  Zonierung  unterschiedlich  zu  beurteilen 

wäre, je nachdem ob sich beispielsweise in der näheren Umgebung bereits 

weitere  Anlagen  mit  vergleichbaren  Emissionen  angesiedelt  hätten  oder 

nicht.  Auch  scheinen  gewisse  Aussagen  im  bereits  in  E. 5.1  zitierten 

BGE 124 II 272 in Richtung des ersten Ansatzes zu zielen, wenn einerseits 

eine Abgrenzung auch nach Prozenten abgelehnt wird (a.a.O., E. 4c ee) und 

andererseits bei der konkreten Beurteilung u.a. das Kriterium der UVP-Pflicht 

erwähnt wird (a.a.O., E. 4c ff), welches von einem Vergleich mit den in der 

Nachbarschaft vorhandenen Anlagen gerade entkoppelt ist. Zu berücksichti-

gen ist weiter, dass mit der Verneinung der Überdurchschnittlichkeit primär 

die Unmöglichkeit isolierter verschärfter Emissionsbegrenzungen im Einzel-

fall bzw. die Notwendigkeit einer insbesondere nutzungsplanerischen Fest-

legung verbunden ist. Dabei erscheint das Bestehen auf einer entsprechen-

den Änderung der Nutzungsplanung vor allem dann geboten, wenn sich ein 

Vorhaben, für das verschärfte Emissionsbegrenzungen statuiert werden sol-

len, innerhalb des abstrakt Zonentypischen bewegt, während bei ausserhalb 

desselben liegenden Vorhaben ein Rückgriff auf die Ebene der Nutzungspla-

nung (zwecks Durchsetzung verschärfter Emissionsbegrenzungen) weniger 

zwingend ist, unabhängig davon, ob sich in deren konkreter Umgebung wei-

tere vergleichbare Anlagen befinden oder nicht. Sehr deutlich im Sinne der 
ersten Variante hat sich sodann das Verwaltungsgericht in VB.2000.00213 

vom 25. Januar 2001 geäussert, wenn es ausführt, bei der Beurteilung der 

Frage,  ob  ein  Vorhaben  überdurchschnittliche  Emissionen  verursache,  sei 

vom abstrakten Zonenzweck auszugehen, so dass das zur Beurteilung ste-

hende  Einkaufszentrum entgegen  der  Vorinstanz  –  welche  auf  die  Anhäu-

fung vergleichbarer Betriebe im fraglichen Industriegebiet verwiesen und da-

her eine Überdurchschnittlichkeit verneint hatte – als überdurchschnittlicher 

Emittent erscheine, auch wenn in der konkret betrachteten Zone heute Ver-

kaufs- 

und  Dienstleistungsgewerbe  mit 

teilweise 

beträchtlichen 

R1S.2022.05160 

Seite 25 

 
 
Verkehrserzeugungspotenzialen vorherrschten (a.a.O., E. 3c). Bemerkens-

wert ist allerdings, dass das Bundesgericht in BGr 1A.54/2001 vom 14. Feb-

ruar 2002,  mit  welchem  der  genannte  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts 

aus anderen Gründen aufgehoben wurde, zwar in E. 6.1 die vorinstanzliche 

Feststellung zur Überdurchschnittlichkeit ausdrücklich bestätigte, dabei aber 

selber einen Vergleich mit den konkret vorhandenen Anlagen anstellte. Auf 

entsprechende Unschärfen der Rechtsprechung weist auch ein Aufsatz von 

Oliver Bucher (Verschärfung emissionsmindernder Massnahmen im Baube-

willigungsverfahren,  BR 2008,  S. 156  ff.)  hin,  wenn  einerseits  festgehalten 

wird,  gemäss  der  –  vorstehend  in  E. 5.1  wiedergegebenen  –  Formel  des 

Bundesgerichts  erscheine  für  die  Qualifikation  als  überdurchschnittlicher 

Emittent unmassgeblich, um wie viel eine neue Anlage das Immissionsmass 

in  ihrer  Umgebung  erhöhe,  die  Schwelle  der  Überdurchschnittlichkeit  sei 

nicht  für  jene  Unternehmen,  in  deren  Nähe  sich  zufällig  bereits  entspre-

chende Betriebe angesiedelt hätten, höher anzusetzen, und die Überdurch-

schnittlichkeit sei nach dem abstrakten Zonenzweck zu bestimmen, da an-

dernfalls in belasteten Gebieten eine Verringerung der Luftbelastung illuso-

risch erscheine, andererseits aber darauf hingewiesen wird, die in der bun-

desgerichtlichen  Rechtsprechung  häufig  berücksichtigten  Kriterien  zur  Be-

stimmung der Überdurchschnittlichkeit – namentlich das Mass der Erhöhung 

des Immissionsniveaus der Umgebung als Aufgreifkriterium – führten im Er-

gebnis dazu, dass nicht der abstrakte Zonenzweck zum Massstab genom-

men  werde,  sondern  das  gegebene  Immissionsniveau  den  entscheidrele-

vanten Faktor liefere (a.a.O., S. 159 ff., m.w.H.). 

Angesichts der aufgezeigten Ambivalenz der Rechtsprechung wird im Fol-

genden sowohl eine – im Sinne der vorstehenden Argumentation als zutref-

fend erachtete – Prüfung der Überdurchschnittlichkeit nach Massgabe des 

abstrakt  Zonentypischen  durchgeführt,  als  auch  eine  Prüfung  anhand  der 
konkreten Verhältnisse vorgenommen. 

6.3.3 

Auszugehen ist für eine am Massstab des abstrakt Zonentypischen ausge-

richtete Beurteilung von der Zuweisung des Baugrundstücks zur Wohnzone 

W5, wobei aufgrund des Wohnanteils von 60 % nebst Wohnnutzungen auch 

mässig  störende  Gewerbe-  und  Dienstleistungsnutzungen  zulässig  sind 

(Art. 16 Abs. 2 BZO). Gleiches gilt für einen Teil der umliegenden Wohnzo-

nen, während für einen Teil derselben im Sinne von Art. 16 Abs. 1 BZO nebst 

R1S.2022.05160 

Seite 26 

 
 
Wohnnutzungen lediglich nicht störende Gewerbe- und Dienstleistungsnut-

zungen  möglich  sind.  Für  die  der  Zentrumszone  zugeschiedenen  Liegen-

schaften sind Wohnnutzungen, Handels- und Dienstleistungsbetriebe, Ver-

waltungen  sowie  höchstens  mässig  störende  Gewerbebetriebe  zulässig 

(Art. 18a Abs. 1 BZO). Entgegen dem Dafürhalten der Bauherrschaft ist nun 

für die Beurteilung der Frage, ob es sich beim geplanten Bauvorhaben um 

einen überdurchschnittlichen Emittenten handelt, nicht primär entscheidend, 

wie  sich  die  Emissionen  der  fraglichen  Verkaufsflächen  –  bezüglich  deren 

die Bauherrschaft im Übrigen im Lichte von § 5 Abs. 1 der Besonderen Bau-

verordnung II [BBV II] zu Unrecht die Bezeichnung als Einkaufszentrum mo-

niert  –  im  Vergleich  mit  denjenigen  anderer  Verkaufsflächen  bzw.  Laden- 

oder Einkaufszentren präsentieren. Angezeigt ist vielmehr ein Vergleich mit 

sämtlichen in der fraglichen Zone (wie auch in deren Umfeld) möglichen Nut-

zungen. Insoweit erscheint es offenkundig, dass die Realisierung von Ver-
kaufsflächen im Umfang von ca. 6'700 m2 (bzw. mindestens 5'580 m2; vgl. E. 
3), die aufgrund des Angebots (namentlich Produkte des täglichen Bedarfs) 

stark frequentiert werden dürften, im Vergleich sowohl mit Wohnnutzungen 

als  auch  mit  diversen  Gewerbe-  und  Dienstleistungsnutzungen  zu  einem 

deutlich höheren Verkehrsaufkommen führen werden. Dabei ist neben dem 

höheren spezifischen Verkehrserzeugungspotenzial (bzw. spezifischen Ver-

kehrspotenzial [SVP]; vgl. dazu näher E. 6.3.4) zugleich die Grösse der ge-

samten Anlage zu berücksichtigen, indem seitens der Bauherrschaft ausge-

hend vom genannten Umfang der Verkaufsflächen die erhebliche Zahl von 

86 Kunden-Parkplätzen vorgesehen ist. Der von der Bauherrschaft hervor-

gehobene Umstand, wonach es sich bei den Verkaufsflächen im Gegensatz 

zum  Bestand  (vgl.  spezifisch  zum  Aspekt  des  Vergleichs  nachstehend 

E. 6.3.5) nicht mehr um ein Ladenzentrum mit regionaler Ausstrahlung, son-

dern  um  ein  städtisches  bzw.  quartierbezogenes  Ladenzentrum  handeln 

werde, vermag mithin nichts daran zu ändern, dass die entsprechende Nut-
zung in Kombination mit dem konkreten Umfang der Verkaufsflächen und – 

daraus abgeleitet – der geplanten Anzahl Fahrzeugabstellplätze nicht mehr 

als  Vorhaben  einzustufen  ist,  dessen  Emissionen  dem  Zonendurchschnitt 

entsprechen  würden.  Zur  damit  zu  Recht  erfolgten  Qualifikation  als  über-

durchschnittlicher Emittent gelangt man sodann in gleicher Weise bei einer 

Orientierung an  den  bestehenden  Anlagen: Nicht  angängig  ist  es nämlich, 

wenn sich die Bauherrschaft insoweit auf den blossen Vergleich mit dem im 

Gebiet östlich des Baugrundstücks in einer Zentrumszone Z6 gelegenen Ein-

kaufszentrum Sihlcity beschränkt. Auch dieser Argumentationslinie liegt die 

R1S.2022.05160 

Seite 27 

 
 
nach dem Gesagten unzutreffende Prämisse zugrunde, wonach für die Be-

urteilung der Durchschnittlichkeit/Überdurchschnittlichkeit lediglich auf einen 

Vergleich  zwischen  verschiedenen  Verkaufsflächen  abzustellen  sei.  Wird 

demgegenüber die gesamte, insbesondere von Wohnnutzungen und weni-

ger  verkehrsintensiven  Arbeitsplatznutzungen  geprägte  Umgebung  in  den 

Blick genommen, zeigt sich, dass auch in der konkreten Umgebung des Bau-

grundstücks die mit dem Bauvorhaben und insbesondere den Kunden-Park-

plätzen  der  Verkaufsflächen  verbundenen  Emissionen  nicht  mehr  als  dem 

Zonendurchschnitt entsprechend qualifiziert werden können. 

6.3.4 

An  dieser  Einschätzung  vermögen  sodann  auch  die  weiteren  seitens  der 

Bauherrschaft vorgebrachten Argumente nichts zu ändern: 

Was zunächst den unter dem Titel der zonentypischen Nutzung erfolgenden 

Hinweis betrifft, wonach aufgrund des Mindestwohnanteils von 60 % in der 

fraglichen Zone 40 % der Ausnützung als Gewerbefläche, unter anderem in 

der  Form  von  Verkaufsfläche,  ausgestaltet  werden  dürfte,  während  vorlie-

gend ein Wohnanteil von 89,1 % vorgesehen sei, und wonach es nur logisch 

sei, wenn die mit der zulässigen Nutzung üblicherweise verbundenen Ver-

kehrsemissionen ebenfalls als zonentypisch qualifiziert würden, so ist dieser 

Überlegung  Folgendes  entgegenzuhalten:  Die  Zulässigkeit  der  geplanten 

Nutzweise im Sinne der Zonenkonformität ist nachgerade Voraussetzung der 

Bewilligungsfähigkeit, so dass sie für die Beurteilung der Überdurchschnitt-

lichkeit der verursachten Emissionen von vornherein nicht massgebend sein 

kann. Dass sodann der minimale Wohnanteil überschritten wird, ist ebenfalls 

nicht entscheidend, da – mit Blick auf die streitgegenständliche Anordnung 

– nicht primär eine Gesamtbetrachtung des Vorhabens, sondern spezifisch 

die  Beurteilung  der  mit  den  Kunden-Parkplätzen  der  Verkaufsflächen  ver-
bundenen Emissionen vorzunehmen ist. Was diese anbelangt, ist im Sinne 

des  in  E.  6.3.3  Dargelegten  der  Vergleich  mit  sämtlichen  in  der  fraglichen 

Zone möglichen Nutzungen (bzw. sämtlichen im Umfeld bestehenden Nut-

zungen) massgeblich, so dass auch insoweit dem Hinweis auf die Zulässig-

keit noch grösserer Verkaufsflächen keine Bedeutung zukommt. 

Unbehelflich  sind  weiter  die  Ausführungen  zum  zonentypischen  Verkehrs-

aufkommen. Die Bauherrschaft stützt sich hierfür auf die Angaben im UVB, 

welcher  den  Anteil  des  projektbedingten  Verkehrs  auf  dem  umliegenden 

R1S.2022.05160 

Seite 28 

 
 
Strassennetz – mit Ausnahme der C-Strasse – auf weniger als 5 % des Ge-

samtverkehrs beziffert. Mit Blick darauf, dass es sich (entsprechend dem zu-

treffenden  Hinweis  der  Mitbeteiligten)  insbesondere  bei  der  B-Strasse  um 

eine  Achse  mit  Transitverkehr  handelt,  die  nicht  lediglich  der  Quartierer-

schliessung dient, sind die genannten Prozentangaben nicht von ausschlag-

gebender Bedeutung und jedenfalls nicht geeignet, die in der Vernehmlas-

sung behauptete Durchschnittlichkeit im Sinne eines "quartierüblichen Ver-

kehrs" zu belegen. 

Ebenfalls  zu  Unrecht beruft  sich  die  Bauherrschaft  auf  ein  – gemäss  ihrer 

Behauptung – unterdurchschnittliches spezifisches Verkehrserzeugungspo-

tenzial (SVP) von 6,9 Fahrten pro (Kunden-)Parkplatz und Tag im Vergleich 

mit den im Leitfaden Fahrtenmodell der Stadt Zürich (Januar 2007, aktuali-

siert  März  2016;  vgl.  act. 5.4)  genannten  Werten  von  6  bis  12  für  Kunden 
Verkauf bis 2'000 m2 bzw. 9 bis 18 für Kunden Verkauf grösser 2'000 m2 (act. 
5.4 S. 4, wobei zu beachten ist, dass in der Berechnung der Anzahl Park-

plätze [act. 15.10] hinsichtlich der Umrechnungswerte gemäss Art. 4 PPV für 

die Nutzweise Verkauf – ausgehend von 5 Betriebseinheiten – fast vollstän-
dig von den Werten für die jeweils ersten 2'000 m2 je Betriebseinheit ausge-
gangen wird; vgl. dazu näher nachstehend). Dabei erweist sich bereits der 

behauptete Wert von 6,9 als zweifelhaft, weist die Vorinstanz doch – wie be-

reits in E. 4.1 dargelegt – im angefochtenen Beschluss zutreffend darauf hin, 

dass sich diese Zahl auf die Grösse des heutigen Einkaufszentrums und des-

sen hohen Parkplatzbestand beziehe, während sich das SVP bei Verkleine-

rung der Verkaufsfläche und Verringerung der Anzahl Parkplätze tendenziell 

erhöhen  werde.  Wenn  die  Bauherrschaft  hiergegen  unter  Verweis  auf  An-

hang F des UVB eine Berechnung ins Feld führt, bei der sie ausgehend von 

den  prognostizierten  1'286  täglichen  projektbedingten  Fahrten,  der  Anzahl 

Parkplätze  für  Wohnen  und  dem  für  diese  angenommenen  SVP  von  1,1 
rechnerisch die Korrektheit des SVP von 6,9 für Kunden-Parkplätze bewei-

sen will (vgl. act. 2 Rz. 32), so hat dieser "Beweis" keinerlei Aussagekraft, da 

die  als  Ausgangspunkt  verwendete  Gesamtzahl  der  täglichen  Fahrten  ge-

rade unter Zugrundelegung der jeweiligen SVP für die einzelnen Nutzungen 

berechnet  wurde  (vgl. act. 15.11, Anhang  F S. 20),  so  dass  die  Rückrech-

nung logischerweise wieder denselben Wert ergeben muss. Demgegenüber 

ist die qualitative Überlegung der Vorinstanz ohne weiteres nachvollziehbar, 

da eine Verkleinerung der Verkaufsfläche und damit des Angebots tenden-

ziell zu kürzeren Verweildauern der einzelnen Kunden und damit zu einem 

R1S.2022.05160 

Seite 29 

 
 
höheren  SVP  des  einzelnen  Kunden-Parkplatzes  führen  dürfte.  Indessen 

wäre die Argumentation der Bauherrschaft selbst dann nicht geeignet, deren 

Standpunkt zu stützen, wenn von einem SVP von 6,9 ausgegangen würde: 

Auch in diesem Zusammenhang ist die Prämisse des entsprechenden Argu-

ments, dass auf einen Vergleich zwischen unterschiedlichen Nutzungen als 

Verkaufsfläche abzustellen sei, während – wie in E. 6.3.3 aufgezeigt – als 

Vergleichsgrösse  sämtliche  Nutzweisen  heranzuziehen  sind,  so  dass  sich 

selbst  ein  SVP  von  6,9  als  hoch  erweisen  würde.  Hinzu  kommt,  dass  es 

selbst  bei  einem  Vergleich  mit anderen Verkaufsflächen  nicht  lediglich  auf 

den SVP, sondern auch auf die Anzahl der Parkplätze und damit die insge-

samt durch das Vorhaben bewirkten Emissionen ankommt, so dass es be-

züglich  der  Qualifikation  als  überdurchschnittlicher  Emittent  einen  Unter-

schied macht, ob bei identischem SVP eine grössere oder kleinere Verkaufs-

fläche und entsprechend eine höhere oder tiefere Anzahl Kunden-Parkplätze 

zur Beurteilung steht. 

Aus dem letztgenannten Grund verfängt denn auch das in der Replik vorge-

tragene  Argument,  wonach  bei  Anordnung  verschärfter  Emissionsbegren-

zungen in der vorliegenden Konstellation generell die in der PPV vorgese-

hene Bandbreite für die Nutzweise Verkauf obsolet wäre, nicht. Auszugehen 

ist  von  der  in  Art. 4 PPV  vorgesehenen  Differenzierung,  wonach  bei  der 
Nutzweise "Verkauf (Läden)" der Normalbedarf für die ersten 2'000 m2 je Be-
triebseinheit einem Personenwagenabstellplatz pro 100 m2 Geschossfläche, 
für die Fläche über 2'000 m2 je Betriebseinheit dagegen einem Abstellplatz 
pro 160 m2 entspricht. Selbst wenn nun bei der Parkplatzberechnung vorlie-
gend für die 2'000 m2 übersteigende (Gesamt-)Verkaufsfläche der entspre-
chende Umrechnungswert verwendet worden wäre, wäre es ohne weiteres 

gerechtfertigt, zwischen Verkaufsgeschäften mit einer diesen Wert überstei-

genden Fläche insofern zu differenzieren, als auf solche Verkaufsflächen zu-
nächst  der  spezifische  Umrechnungswert  gemäss  Art. 4  PPV  und  in  der 

Folge  die  gesamte  Bandbreite  gemäss  Art. 5  PPV  (vgl.  dazu  vorstehend 

E. 5.2) zur Anwendung gelangt, jedoch bei – wie vorliegend – relativ erheb-
licher Überschreitung des Masses von 2'000 m2 zusätzlich auch verschärfte 
Emissionsbegrenzungen denkbar sind, mit denen die von Art. 5 PPV eröff-

nete  Bandbreite  eingeschränkt  wird.  Vorliegend  kommt  nun  hinzu,  dass  – 

wie bereits erwähnt – die Parkplatzberechnung der Bauherrschaft unter Ver-

weis  auf  5  Betriebseinheiten  der  Nutzweise  Verkauf  fast  ausschliesslich 
(nämlich  für  6'445 m2)  den  Umrechnungswert  für  die  ersten  2'000 m2  je 

R1S.2022.05160 

Seite 30 

 
 
Betriebseinheit und lediglich für 301 m2 denjenigen für Verkaufsflächen über 
2'000 m2 je Betriebseinheit verwendet (act. 15.10 S. 1). Damit lässt sich erst 
recht nicht behaupten, die Anordnung verschärfter Emissionsbegrenzungen 

im vorliegenden Fall hätte zur Folge, dass die Bandbreite für die Nutzweise 

Verkauf gemäss PPV generell obsolet würde. Vielmehr erscheint es nahelie-

gend, dass beispielsweise für eine Verkaufsfläche, die gesamthaft den Wert 
von  2'000 m2  nicht  übersteigt,  ohne  weiteres  die  gesamte  Bandbreite  ge-
mäss PPV zur Verfügung stehen kann, während für eine Verkaufsfläche, die 

wie  vorliegend  –  bei  weitestgehender  Verwendung  des  gleichen  Umrech-

nungswerts  gemäss  Art. 4 PPV  –  gesamthaft  einen  wesentlich  grösseren 

Umfang aufweist (und entsprechend einen höheren Normalbedarf an Park-

plätzen  generiert)  die  Bandbreite  gemäss  Art. 5  PPV  im  Sinne  einer  ver-

schärften Emissionsbeschränkung reduziert wird bzw. ganz entfällt. 

Nichts ableiten lässt sich schliesslich aus der seitens der Bauherrschaft be-

haupteten Unterschreitung des gesamtstädtischen Modalsplits. Ganz abge-

sehen davon, dass die entsprechende Berechnung in Rz. 33 f. der Vernehm-

lassung  auf  diversen unbelegten  Annahmen  beruht,  würde  selbst der  Um-

stand,  dass  die  Anlage  gegebenenfalls  einen  vorteilhaften  Modalsplit  auf-

wiese,  nicht  das  von  der  Bauherrschaft  behauptete  durchschnittliche  Ver-

kehrsaufkommen im Vergleich mit einer "Durchschnittsbaute" belegen. Zieht 

die relativ grosse und auf den täglichen Bedarf ausgerichtete Verkaufsfläche 

viele Kunden an – wovon auszugehen ist –, so sind selbst bei einem (angeb-

lich) vorteilhaften Modalsplit die durch den Verkehr generierten Emissionen 

wesentlich höher als bei einer weniger publikumsintensiven Nutzung, auch 

wenn diese unter Umständen einen schlechteren Modalsplit aufweist. 

6.3.5 

Hervorzuheben  ist  sodann  ein  letzter  Aspekt,  welchem  die  Bauherrschaft 
grosses Gewicht beizumessen scheint, wenn sie wiederholt darauf hinweist, 

dass bereits im jetzigen Zeitpunkt ein Ladenzentrum auf dem Baugrundstück 

bestehe, dieses über eine grössere Verkaufsfläche und mehr Parkplätze ver-

füge und mit dem streitgegenständlichen Projekt demnach eine Redimensi-

onierung des Ladenzentrums erfolge. Dieser – grundsätzlich unbestrittene – 

Umstand ist nicht geeignet, bezüglich der Qualifikation als überdurchschnitt-

licher  Emittent  zu  einer  abweichenden  Einschätzung  zu  führen.  Entschei-

dend ist insofern ausschliesslich die Frage einer Überschreitung des "Zonen-

durchschnitts"  durch  das  Gegenstand  der  angefochtenen  Baubewilligung 

R1S.2022.05160 

Seite 31 

 
 
bildende Vorhaben, wobei sich der Zonendurchschnitt wie aufgezeigt entwe-

der aus dem abstrakten Zonenzweck oder aus den im Umfeld des Vorhabens 

bestehenden Nutzungen herleitet. Demgegenüber wirkt sich der Umfang der 

mit der bestehenden Nutzung verbundenen Emissionen nicht dahingehend 

aus, dass ein geplantes Vorhaben, welches dieses Emissionsniveau unter-

schreitet,  von  vornherein  nicht  als  überdurchschnittlich  gelten  und  keinen 

verschärften  Emissionsbeschränkungen  unterworfen  werden  könnte.  Ein 

entsprechendes Verständnis würde sich im Sinne einer – in dieser Form ge-

rade nicht existierenden – Bestandesgarantie auswirken, indem trotz Erstel-

lung  eines  als  neue  Anlage  geltenden  Ersatzneubaus  (vgl. E. 6.1.1)  nicht 

eine  Prüfung,  wie  sie  bei  einem  Neubau  erfolgt,  vorgenommen,  sondern 

stattdessen  auf  die mit  dem  Ersatz des  Bestandes  verbundene Verbesse-

rung abgestellt würde. Dies stünde mit der Konzeption des USG und der LRV 

in Widerspruch und ergibt sich insbesondere auch nicht aus den in Art. 8 und 

10b USG statuierten Vorgaben (vgl. zu diesen bereits E. 6.2). Zusammen-

fassend bleibt es somit dabei, dass die Vorinstanz das streitgegenständliche 

Bauvorhaben zu Recht als überdurchschnittlichen Emittenten qualifiziert hat. 

6.4 

Schliesslich rügt die Bauherrschaft eine "fehlende und fehlerhafte Gesamt-

beurteilung",  wobei  sich  die  unter  diesem  Titel  aufgeworfenen  Fragen  teil-

weise mit der Rüge, wonach die angeordnete Massnahme unverhältnismäs-

sig sei, überschneiden, so dass im Folgenden beide Rügen gemeinsam zu 

behandeln sind. 

Auch in diesem Kontext wird in erster Linie mit dem – gerade im Hinblick auf 

die Reduktion der Emissionen – grossen Interesse an der Realisierung des 

geplanten Vorhabens argumentiert, welche durch die streitgegenständliche 

Anordnung in Frage gestellt sei. Indessen ist es von vornherein nicht angän-
gig – und etwas anderes insbesondere auch nicht aus Art. 8 USG (vgl. dazu 

auch E. 6.2) herleitbar –, den behaupteten Verzicht auf die Realisierung ei-

nes Bauvorhabens bei Rechtsbeständigkeit einer bestimmten auflageweisen 

Anordnung in die Interessenabwägung einfliessen zu lassen. Vielmehr ist in-

soweit einzig darauf abzustellen, welche zusätzlichen positiven Auswirkun-

gen mit der fraglichen Anordnung im Verhältnis zum (ohne diese Anordnung) 

geplanten  Bauvorhaben  einhergehen  würden,  und  sind  diese  Interessen 

denjenigen Interessen (namentlich der Bauherrschaft) gegenüberzustellen, 

welche  unmittelbar  gegen  die  Umsetzung  der  Anordnung  im  Falle  einer 

R1S.2022.05160 

Seite 32 

 
 
Realisierung des Vorhabens gerichtet sind. Andernfalls hätte es eine Bau-

herrschaft in der Hand, durch entsprechende Willensbekundung – betreffend 

Verzicht  auf  die  Realisierung  eines  Vorhabens  –  die  Interessenabwägung 

bezüglich einer ihr missliebigen auflageweisen Anordnung zu ihren Gunsten 

zu  beeinflussen.  Entsprechend  kommt  sämtlichen  Ausführungen  der  Bau-

herrschaft, welche sich mit den – namentlich emissionsbezogenen – Vortei-

len des geplanten Bauvorhabens befassen, keine Bedeutung zu, weshalb es 

sich erübrigt, darauf näher einzugehen. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, 

dass die Ausführungen der Bauherrschaft betreffend Verzicht auf die Reali-

sierung  des  gesamten  Vorhabens  schon  deshalb  wenig  plausibel  erschei-

nen,  weil  die  Teil  desselben  bildende  Erstellung  von  512  Wohnungen  von 

der fraglichen Anordnung gar nicht tangiert ist. 

Die Bauherrschaft behauptet sodann eine fehlende Wirksamkeit der ange-

ordneten Reduktion von Kunden-Parkplätzen. Die entsprechenden, rein hy-

pothetischen Ausführungen zum zukünftigen Kundenverhalten erweisen sich 

aber  als  wenig  schlüssig.  So  ist  insbesondere  mit  Blick  auf  die  zukünftige 

Ausgestaltung  der  Verkaufsflächen  als  quartierbezogenes  Ladenzentrum, 

die hohe Dichte des fraglichen Quartiers sowie die sehr gute Erschliessung 

mit  dem  öffentlichen  Verkehr  (Lage  des  Baugrundstücks  in  der  öV-Güte-

klasse A)  davon  auszugehen,  dass  eine  Reduktion  der  Anzahl  Parkplätze 

nicht zum behaupteten "Verkehrschaos" und Ausweichverkehr führen wird, 

sondern einen Lenkungseffekt im Sinne einer Verlagerung auf andere Ver-

kehrsträger  erzielen  kann.  Rein  hypothetisch  und  insofern  nicht  weiter  be-

achtlich sind im Übrigen die ebenfalls zur Begründung des behaupteten Aus-

weichverkehrs angestellten Überlegungen der Bauherrschaft zur angeblich 

unumgänglichen zukünftigen Verkleinerung der Verkaufsfläche bei Rechts-

beständigkeit der angefochtenen Anordnung. Inwiefern sodann eine Reduk-

tion von – nach Massgabe der Ausführungen der Bauherrschaft ohnehin be-
legten – Parkplätzen zu einer Erhöhung des SVP der zulässigen Parkplätze 

führen sollte, ist nicht ersichtlich. Entgegen einem anders lautenden Hinweis 

der Bauherrschaft werden Parkplatzbeschränkungen in der Rechtsprechung 

denn auch keineswegs per se als wenig wirksam qualifiziert (vgl. in neuster 

Zeit nur BRGE III Nr. 134/2022 vom 17. August 2022, E. 7.4.5). Zusammen-

fassend ist mithin davon auszugehen, dass die streitgegenständliche Anord-

nung durchaus geeignet ist, zu einer Verbesserung der Luftqualität beizutra-

gen.  Die  seitens  der  Bauherrschaft  unter  Verweis  auf  den  UVB  (insb.  act. 

15.11 S. 25 f.) behauptete Marginalität der erzielbaren Emissionsreduktion 

R1S.2022.05160 

Seite 33 

 
 
führt nicht zu einer anderen Beurteilung, zumal sie einerseits auf dem – nach 

dem oben Ausgeführten unzulässigen – Vergleich mit den durch die Reali-

sierung des gesamten Vorhabens erzielbaren Emissionsreduktionen beruht 

und zum andern der Ansatz der Vorinstanz, die besonders intensiv genutzten 

Kunden-Parkplätze  zum  Gegenstand  einer  verschärften  Emissionsbegren-

zung zu machen, nachvollziehbar und plausibel ist. In diesem Sinn ist auch 

die Erforderlichkeit der strittigen Massnahme zu bejahen. 

Dem  für  die  Anordnung  sprechenden  Interesse  am  Umwelt-  und  Gesund-

heitsschutz steht primär das private Interesse der Bauherrschaft sowie der 

Ladenbetreiberin entgegen. Indessen erscheinen die geäusserten Befürch-

tungen, wonach sich das Ladenzentrum bei Reduktion der Parkplätze nicht 

mehr wirtschaftlich betreiben lasse, überzogen. Zunächst ist in Rechnung zu 

stellen, dass die in der PPV genannten Bandbreiten der Anzahl Parkplätze 

im Zusammenspiel mit der nach Nutzweisen differenzierenden Berechnung 

des Normalbedarfs so gewählt sind, dass grundsätzlich auch im unteren Be-

reich bzw. bei Anwendung der minimalen Anzahl kein wirtschaftlich unsinni-

ges Ergebnis resultiert. Dass sodann in der vorliegenden Konstellation eine 

Reduktion auf das Minimum noch als zumutbar und damit als verhältnismäs-

sig erachtet wurde, ist insbesondere aus den vorstehend im Zusammenhang 

mit der Wirksamkeit der Massnahme bereits erwähnten Gründen (Quartier-

versorger, hohe Dichte des Quartiers, sehr gute öV-Erschliessung) nachvoll-

ziehbar. Die zu erwartenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Massnahme 

sind  wesentlich  weniger  einschneidend  als  von  der  Bauherrschaft  darge-

stellt; insbesondere ist unter Berücksichtigung der konkreten örtlichen Ver-

hältnisse  ohne  weiteres  davon  auszugehen,  dass  ein  entsprechendes  La-

denzentrum  auch  mit  der  reduzierten  Anzahl  Fahrzeugabstellplätze  wirt-

schaftlich  betrieben  werden  kann.  Kommt  somit  dem  geltend  gemachten 

wirtschaftlichen  Interesse  an  einer  Aufhebung  der  Anordnung  lediglich  ein 
relativ geringes Gewicht zu, so überwiegen die vorstehend erörterten Inte-

ressen  des  Umwelt-  und  Gesundheitsschutzes,  so  dass  die  Vorinstanz  zu 

Recht von der Verhältnismässigkeit der angeordneten verschärften Emissi-

onsbegrenzung ausgehen durfte.  

Was schliesslich das beanstandete Fehlen einer "Gesamtbeurteilung" bzw. 

einer  umfassenden  Interessenabwägung  anbelangt,  so  ist  zum  einen  eine 

solche jedenfalls im Rahmen der vorstehenden Ausführungen erfolgt. Zum 

andern lassen sich auch dem angefochtenen Beschluss und der Beurteilung 

R1S.2022.05160 

Seite 34 

 
 
des UVB durch den Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich vom 

17. Mai 2022 (act. 15.16) Überlegungen zu den Gründen der angeordneten 

Reduktion entnehmen, wobei die Vorinstanz nicht gehalten war, sich mit sei-

tens der Bauherrschaft im Rekursverfahren angeführten gegenteiligen Inte-

ressen auseinanderzusetzen, soweit diese – wie vorstehend hinsichtlich des 

angeführten Interessens an der Realisierung des Bauvorhabens aufgezeigt 

– von vornherein unbeachtlich sind. Gleiches gilt im Übrigen für weitere gel-

tend gemachte Interessen wie die – nicht näher substantiierte – Veränderung 

des Anteils von Elektrofahrzeugen oder das nicht ins Gewicht fallende be-

hauptete Interesse an einer Nutzung des Parkhauses bei grösseren Anläs-

sen. 

6.5 

Im Sinne eines Zwischenfazits ergibt sich somit, dass der Rekurs im Verfah-

ren G.-Nr. R1S.2022.05172 abzuweisen ist (soweit er nicht als gegenstands-

los geworden abzuschreiben ist; vgl. E. 2.2). Dies gilt auch für den Eventu-

alantrag, da nach dem Gesagten kein Anlass besteht, die Sache zwecks wei-

terer Sachverhaltsabklärungen bzw. zur Vornahme einer rechtsgenügenden 

Interessenabwägung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

7.1 

Im Rekursverfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 macht der VCS als Rekurrent 

zur Begründung seiner Anträge Folgendes geltend: 

Der Bau dürfe nicht gemäss dem Teil der Parkplatzberechnung (act. 15.10) 

bildenden Plan E01 nord ausgeführt werden, da dieser – entsprechend der 

Baueingabe – 86 Kunden-Parkplätze vorsehe. Eine korrekte Umsetzung der 

vorinstanzlichen Vorgaben erfordere eine Überarbeitung der Pläne, doch sei 
vergessen gegangen, dies in der Baubewilligung auflageweise anzuordnen. 

Gemäss dem genannten Plan E01 nord sei weder ersichtlich noch nachvoll-

ziehbar,  wie  die  Trennung  zwischen  bewirtschafteten  Kundenparkplätzen 

und  nicht  bewirtschafteten  Angestelltenparkplätzen  vonstatten  gehen  solle 

bzw. wie das Parkieren von Kundinnen und Kunden auf Angestellten-Park-

plätzen verhindert werden könne. 

R1S.2022.05160 

Seite 35 

 
 
Bei der Ausgestaltung der Gebühren handle es sich um ein zentrales Ele-

ment  der  Baubewilligung,  das  normalerweise  in  der  Baubewilligung  selber 

konkret  zu  regeln  sei.  Aufgrund  der  ungewöhnlich  langen  Bauphase  er-

scheine es allerdings sinnvoll, die konkrete Höhe der Gebühren ausnahms-

weise erst kurz vor Beginn der Parkplatzbewirtschaftung festzulegen. Falsch 

sei jedoch der gewählte Zeitpunkt "vor Baufreigabe", mithin Jahre vor Beginn 

der Bewirtschaftung, da dann die Gebührenhöhe genauso gut in der Baube-

willigung selber festgelegt werden könnte und daher auch zwingend in dieser 

festgelegt werden müsste. Sinnvoll erscheine demgegenüber der Zeitpunkt 

"spätestens vor Mieterausbau der Gewerbeflächen". Unzulässig sei sodann 

eine formlose Festsetzung durch die Bauherrschaft selber nach mehr oder 

weniger  informeller  Absprache  mit  dem  Tiefbauamt.  Die  Bestimmung  der 

Gebühren habe in einem formellen Verfahren mit Bewilligung durch die dafür 

originär zuständige Baubewilligungsbehörde und mit Wahrung des Rechts-

schutzes betroffener Dritter zu erfolgen. 

Obwohl es nach der Einfahrt in die Tiefgarage nach rechts zu den Kunden- 

und Angestelltenparkplätzen und nach links zu den Besucherparkplätzen für 

die Wohnnutzung gehe, bestehe die erhebliche Gefahr, dass Kundinnen und 

Kunden die Besucherparkplätze als kostenlose Parkiermöglichkeit entdeck-

ten  und  missbrauchten.  Da  die  Besucherparkplätze  leicht  zugänglich  sein 

müssten, könne diesem Problem nicht ohne Weiteres durch Einführung ei-

nes Ticketsystems für Besucherinnen und Besucher oder ähnliche Massnah-

men  begegnet  werden.  Entsprechend  seien  regelmässige  Kontrollen  zur 

Verhinderung solchen Missbrauchs erforderlich und verbindlich vorzuschrei-

ben. 

7.2 

Die Vorinstanz entgegnet vernehmlassungsweise was folgt: 

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 PPV sei die Bauherrschaft verpflichtet, die Abstell-

plätze  entsprechend  zu  kennzeichnen  und  zuzuteilen.  Im  Bauentscheid 

werde zudem auf Art. 11 Abs. 1 PPV verwiesen, wonach die Parkplätze be-

stimmungsgemäss benützt werden müssten. Aus der Legende des Schemas 

gehe  hervor,  dass  die  Kundenparkplätze  mit  einem  Ticketsystem  bewirt-

schaftet würden, woraus bereits eine genügende Trennung hervorgehe, so 

dass eine weitere Auflage nicht notwendig sei. 

R1S.2022.05160 

Seite 36 

 
 
Bezüglich des Zeitpunkts der Gebührenfestsetzung entspreche es der gän-

gigen Praxis der Stadt Zürich, diese vor Baubeginn zu verlangen. Dies sei 

der  geeignetste  Zeitpunkt,  zumal  er –  im  Gegensatz  zum  vom  VCS  bean-

tragten Zeitpunkt – klar bestimmbar und überprüfbar sei. Auch sei trotz der 

längeren Bauzeit nicht damit zu rechnen, dass die Gebühren zum Zeitpunkt 

der Inbetriebnahme bereits nicht mehr lenkungswirksam wären. 

Durch  die  Anordnung  der  Besucherparkplätze  links  und  der  Kundenpark-

plätze rechts der Einfahrt sei dem Umweltschutz genügend Rechnung getra-

gen. Durch die bauliche Abgrenzung sei nicht von einem Missbrauchspoten-

tial auszugehen. Auch liege es im Interesse der Bauherrschaft als künftige 

Vermieterin, dass die Besucherparkplätze der Wohnnutzung bestimmungs-

gemäss gebraucht würden. 

Die Bauherrschaft hat wie dargelegt innert Frist weder eine Vernehmlassung 

noch eine Duplik eingereicht, sich stattdessen aber in einem späteren Zeit-

punkt mit einer unaufgeforderten Eingabe an das Gericht gewandt. Diese – 

verspätete – Eingabe ist grundsätzlich unbeachtlich, wobei es dem Gerichts 

allerdings gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz unbenommen wäre, die 

entsprechenden Ausführungen dennoch zu berücksichtigen. Vorliegend er-

übrigen sich weitere Ausführungen hierzu, da sich der Eingabe nichts ent-

nehmen lässt, was sich nicht ohnehin bereits aus den übrigen Akten ergibt. 

8.1 

Den ersten Antrag des VCS betreffend ist zunächst offenkundig, dass die – 

wie  in  E. 6  dargelegt  zu  Recht  erfolgte  –  Reduktion  auf  46  Kunden-Park-

plätze in abgeänderten Plänen, welche dem Amt für Baubewilligungen ein-

zureichen  sind, darzustellen  ist.  Die  beantragte  Ergänzung  der  Baubewilli-
gung um eine entsprechende Auflage ist mithin gerechtfertigt. 

Ebenfalls berechtigt ist sodann die Forderung, wonach Kunden- und Ange-

stellten-Parkplätze ausreichend baulich und betrieblich zu trennen sind. Zwar 

trifft es zu, dass Art. 6 Abs. 1 PPV an sich lediglich eine besondere Kenn-

zeichnung  der  Kunden-Parkplätze  verlangt.  Vorliegend  besteht  allerdings 

begründeter Anlass für die Befürchtung eines Missbrauchs der Angestellten-

Parkplätze durch Kundinnen und Kunden, wenn diese nicht in weitergehen-

der Form von den Kunden-Parkplätzen getrennt werden. Dies deshalb, weil 

R1S.2022.05160 

Seite 37 

 
 
aufgrund  der  angeordneten  und  mit  vorliegendem  Entscheid  geschützten 

Reduktion der Kunden-Parkplätze auf das Minimum nach PPV gerade nach 

Massgabe der vorstehend referierten Ausführungen der Bauherrschaft damit 

gerechnet  werden  muss,  dass  grundsätzlich  eine  das  Angebot  überstei-

gende  Nachfrage  nach  Parkplätzen  bestehen  würde  (wobei  die  Einfluss-

nahme auf diese Nachfrage im Sinne eines Anreizes zum Wechsel des Ver-

kehrsmittels  gerade  der  mit  der  Parkplatz-Reduktion  beabsichtigten  Len-

kungswirkung entspricht). Entsprechend ist einem zukünftigen Ausweichver-

halten von Kundinnen und Kunden durch Zweckentfremdung der – mit einer 

Gesamtzahl von 24 PP grosszügig bemessenen – Angestellten-Parkplätze 

vorzubeugen. Die blosse Bewirtschaftung der Kundenparkplätze mit einem 

(im Ein- und Ausfahrtsbereich sowohl der Kunden- als auch der Angestellten-

Parkplätze positionierten) Ticketsystem bietet selbstredend keine Gewähr für 

die effektive Respektierung der Trennung, weshalb es angezeigt ist, antrags-

gemäss eine ausreichende bauliche und betriebliche Trennung auflageweise 

anzuordnen. 

8.2 

Begründet ist sodann das Vorbringen des VCS, wonach die Festlegung der 

Gebührenhöhe als des in der Tat zentralen Elements einer lenkungswirksa-

men Bewirtschaftung der Parkplätze nicht lediglich seitens der Bauherrschaft 

in  Absprache mit  dem  Tiefbauamt  erfolgen kann. Vielmehr  ist  auch  dieser 

Aspekt von der Bewilligungsbehörde selbst zu prüfen und zu bewilligen, dies 

insbesondere  auch  mit  Blick  auf  den  nur  auf  diese  Weise  gewährleisteten 

Rechtsschutz Dritter. Soweit der Antrag des VCS die Zuständigkeit zur Fest-

setzung der Gebührenhöhe betrifft, ist der Rekurs somit ebenfalls gutzuheis-

sen. 

Demgegenüber steht es im Ermessen der Vorinstanz, wenn sie als massge-
blichen Zeitpunkt praxisgemäss auf die Baufreigabe abstellt. Nachvollzieh-

bar ist zum einen die Überlegung, dass dieser Zeitpunkt – im Gegensatz zu 

dem vom VCS genannten – leichter bestimmbar und überprüfbar sei. Zum 

andern lässt sich entgegen dem VCS auch nicht sagen, dass bei Zugrunde-

legung dieses Zeitpunkts die Festlegung genauso gut in der Baubewilligung 

selbst hätte erfolgen können (und daher auch hätte erfolgen müssen): Ge-

rade mit Blick auf die Dauer der Rechtsmittelverfahren macht es durchaus 

einen Unterschied, wenn die Gebührenhöhe erst im – wesentlich näher am 

R1S.2022.05160 

Seite 38 

 
 
Beginn der Bewirtschaftung liegenden – Zeitpunkt der Baufreigabe festgelegt 

werden muss. In diesem Punkt ist der Rekurs mithin abzuweisen. 

8.3 

Ebenfalls  abzuweisen  ist  schliesslich  der  dritte  Antrag  des  VCS.  Wie  sich 

den  massgeblichen  Plänen  (act. 15.10  [E01  nord  und  E01  süd]  sowie 

act. 15.3.2 und 15.3.3) entnehmen lässt, besteht keine vernünftige Wegver-

bindung von den Besucher-Parkplätzen der Wohnnutzung zu den Verkaufs-

flächen. Kundinnen und Kunden, welche auf den Besucher-Parkplätzen par-

kieren würden, müssten mit ihren Einkäufen innerhalb der Tiefgarage durch 

die für die Fahrzeuge vorgesehenen Zu- und Ausfahrtsbereiche und die C-

Strasse überquerend zu den entsprechenden Parkplätzen gelangen. Dieses 

seitens des VCS auch nicht näher substantiierte Szenario erscheint – auch 

unter  Berücksichtigung  der  (mit  vorliegendem  Entscheid  geschützten)  Re-

duktion  der  Kunden-Parkplätze  auf  das  Minimum  gemäss  PPV  –  äusserst 

unwahrscheinlich bzw.  rein  hypothetisch,  so dass es  keinen Anlass  bietet, 

die beantragte Verpflichtung der Bauherrschaft zur Einreichung eines Kon-

zepts betreffend Verhinderung des Missbrauchs auflageweise anzuordnen. 

9. 

Zusammengefasst ist der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 teil-

weise gutzuheissen und die Baubewilligung mit den Ergänzungen gemäss 

Antrag  1.1  und  Antrag  1.2  (letzteres  unter  Anpassung  des  Zeitpunkts  im 

Sinne des in E. 8.2 Dargelegten) zu versehen, wobei im Einzelnen auf Dis-

positiv-Ziff. II verwiesen wird. Im Übrigen ist der Rekurs im Verfahren G.-Nr. 

R1S.2022.05160 abzuweisen. 

Der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1S.2022.05172 ist abzuweisen, soweit er 
nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. 

10.1 

Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  zu  13/16  der  A,  zu  1/8  dem 

Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und zu 1/16 der Bausektion aufzuerlegen 

(§ 13 VRG).  Dabei  wird  zum  einen  dem  wesentlich  höheren  Aufwand  des 

Rekursverfahrens G.-Nr. R1S.2022.05172, in welchem die Bauherrschaft als 

Rekurrentin  vollständig  unterliegt  –  zumal  sie  sich  auch  bezüglich  des  in 

R1S.2022.05160 

Seite 39 

 
 
Wiedererwägung gezogenen Punktes  materiell  weitestgehend  nicht  durch-

gesetzt hat –, Rechnung getragen. Hinsichtlich des Rekursverfahrens G.-Nr. 

R1S.2022.05160  wird  sodann  von  einem  hälftigen  Obsiegen  des  VCS  als 

Rekurrent  ausgegangen,  wobei  bezüglich  der  hälftigen  Kostenauferlegung 

zulasten  der  Gegenseite  –  entgegen  einem  anderslautenden  Hinweis  des 

VCS, wonach es sich um Redaktionsfehler der Vorinstanz handle – davon 

auszugehen ist, dass hierfür neben der Vorinstanz auch die Bauherrschaft 

anteilsmässig  heranzuziehen  ist,  umso  mehr  als  sich  diese  im  genannten 

Verfahren ausdrücklich mit dem Antrag auf Abweisung des Rekurses hat ver-

nehmen lassen. 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt  wie hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr). In besonders aufwendigen Verfahren kann die Gerichtsgebühr bis auf 

das Doppelte erhöht werden (§ 4 Abs. 1 GebV VGr). Bei der Bemessung der 

Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein grosser Ermessensspielraum zu 

(Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 

Rz. 25 ff.). 

Im  Lichte  des  vorliegend  gegebenen  tatsächlichen  Streitinteresses  (Bau-

summe  ca. Fr. 210 Mio.,  wobei  allerdings  lediglich  Nebenbestimmungen 

streitig waren), des getätigten Verfahrensaufwandes (mehrere Zwischenver-

fügungen),  des  Umfangs  des  vorliegenden  Urteils  sowie  der  Vereinigung 

mehrerer Rekursverfahren ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 8'000.-- festzuset-

zen (BGr 1C_566/2015 vom 18. Februar 2016, E. 2; BGr 1C_244/2013 vom 
4. Juli 2013, E. 4; BRGE II Nrn. 0162 und 0163/2012 vom 23. Oktober 2012, 

E. 16, in BEZ 2014 Nr. 36; Entscheid bestätigt mit VB.2012.00774 vom 22. 

August  2013,  dieser  bestätigt  mit  BGr  1C_810/2013  vom  14.  Juli  2014; 

www.baurekursgericht-zh.ch). 

10.2 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei 

R1S.2022.05160 

Seite 40 

 
 
verpflichtet  werden,  wenn  die  rechtsgenügende  Darlegung  komplizierter 

Sachverhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte 

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003,  E. 3.1.).  Demnach  ist  vorliegend  im  Verfahren  G.-Nr. 

R1S.2022.05172 dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) zulasten der A eine 

Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Angemessen  erscheint  ein  Betrag 

von  Fr.  1'700.--.  Da  die  Umtriebsentschädigung  pauschal  festgelegt  wird, 

entfällt  die  Zusprechung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornherein 

(BRKE II Nrn. 0247 und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursge-

richt-zh.ch). 

Im Rekursverfahren G.-Nr. R1S.2022.05160 sind mangels Obsiegensüber-

schusses keine Umtriebsentschädigungen zuzusprechen. 

R1S.2022.05160 

Seite 41