# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3eb02ddd-a160-5c94-9aa1-72cd2657f909
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-02
**Language:** de
**Title:** Rückforderung rechtens. Zwischenverdienst nicht angegeben. Keine Verjährung eingetreten. Abweisung.
**Docket/Reference:** AL.2014.00054
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2014.00054.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2014.00054
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
2. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
Brunngasse 6, Postfach, 8405 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1961
,
war
zuletzt
seit dem
1.
April 2007
bei der
Y.___
AG
als
Gruppenleiter
Tax
Group/
Data Editor
tätig
, als die Arbeit
geberin das Arbeitsverhältnis am 1
0.
September 2009 per 3
1.
Januar 2010 kün
digte
(vgl.
Urk.
6/173
-174
Ziff.
2-3 und
Ziff.
10,
Urk.
6/177, Urk.
6/179
181
). A
m
3
0.
Dezember 2010
meldete er sich
beim Regionalen
Arbeitsverm
ittlungs
zentrum
(RAV)
zum Le
istungsbezug ab demselben Tag
an und
stellte sich der Arbeitsvermitt
lung im Ausmass einer
Vollzeitbe
schäftigung
zur Ve
rfügung (
Urk.
6/125-126
und Urk.
6/205-206
Ziff.
2-3,
Urk.
6/196
).
Daraufhin wurde ihm
eine vom 30
.
Dezember 2010 bis 2
9.
De
zember 2012
dauernde Rahmenfrist zum Leistungsb
ezug eröffnet (vgl.
Urk.
6/170
).
Am 1
5.
März 2011 nahm der Versicherte eine Vollzeitbeschäftigung als Sach
bear
beiter Operation und Stellvertreter Informatik bei der
Z.___
AG auf und meldete sich am
4.
April 2011 bei der Stadt Zürich nach
A.___
ab (
Urk.
6/55,
Urk.
6/56-57
Ziff.
2-3
=
Urk.
6/97-98
Ziff.
2-3
,
Urk.
6/114-115,
Urk.
6/124).
Per 1
1.
Januar
201
2
wurde er
von der Arb
eitslosenversicherung ab
gemeldet
(
Urk.
6/165
).
1.2
Im Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit klärte die Arbeits
losenkasse Einkommen ab, welche während des Bezuges von
Arbeitslo
sen
entschädigung
bei der Ausgleichskasse als AHV p
flichtig gemeldet wurden (
Urk.
6/118
). Dabei brachte sie i
n Erfahrung, dass der Versicherte
von März 2011 bis Januar 2012 bei der
Z.___
AG gearbeitet und ein Einkommen von
Fr.
89‘549.-- erwirtschaftet hatte (
Urk.
6/87-88,
Urk.
6/
90-
93
,
Urk.
6/108,
Urk.
6/
118
-119
). Mit Schreiben vom 3
0.
September 2013
gewährte sie dem Versicherten das rechtliche Gehör und forderte i
hn zur Stellungnahme bis 1
1.
Oktober 2013 auf (
Urk.
6/
86
),
worauf er nicht reagierte (
vgl.
Urk.
6/
95
96
).
1.3
Mit Verfügung vom 2
9.
Oktober 2013
forderte die Arbeitslo
senkasse insgesamt
Fr.
68‘462.95
zurück mit der Begründung, das v
om Versicherten bei der
Z.___
AG erzielte Einkommen
von
Fr.
89‘549.--
sei als Zwischenverdienst an die Arbeitslosenentschädigung anzurechnen
(
Urk.
6
/
52-54
,
Urk.
6/72-74
). Am 1
3.
November 2013
erstattete das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
sodann Strafanzeige wegen unrechtmässiger Erwirkung von Arbeitslosenentschädigung im Sinne von
Art.
105 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und Insolvenzentschädig
ung; AVIG
(
Urk.
6/69-71
).
Die gegen die Rückforderungsverf
ügung erhobene Einsprache vo
m
6.
Dezember 2013 (
Urk.
6/32-37
)
wies die Arbeitslosenkasse mit
Einsprachee
ntscheid
vom 2
6.
Februar 2014 ab (
Urk.
6/
28-31
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
2.
April
2014
(Datum des Poststempels)
Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Februar 2014
(
Urk.
2)
und beantragte, dieser sei aufzuheben
(
Urk.
1 S. 3)
.
Mit Beschwerd
eantwort vom
6.
Mai 2014 (
Urk.
5
) beantragte die
Arbeitslosen
kasse
die A
bweisung der Beschwerde, was dem
Beschwerdeführer
am 1
3.
Oktober 2014
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Als Zwischenverdienst gilt
gemäss
Art.
24
Abs.
1
AVIG
jedes Einkommen aus unsel
bst
st
ändiger oder selbst
ständiger Erwerbstätigkeit, das der Arbeitslose innerhalb einer Kontrollperiode erzielt. Der Versicherte hat Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalles. Erzielt er
dabei ein geringeres Einkommen als die ihm zustehende Arbeitslosenentschädigung, erhält er die Differenz bis zum versi
cherten Verdienst nach dem Entschädigungssatz von
Art.
22 AVIG von der
Arbeitslosenkasse ausgeglichen.
1.2
Nach
Art.
95
Abs.
1 AVIG richtet sich die Rückforderung mit Ausnahme der Fälle von
Art.
55
und
Art.
59c
bis
Absatz 4
AVIG nach
Art.
25
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
. Gemäss
Art.
25
Abs.
1 ATSG sind
unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuer
statten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt.
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit
dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung
. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist ma
ssge
bend (
Art.
25
Abs.
2 ATSG).
1.3
Art.
25
Abs.
2 ATSG setzt eine relative Frist von einem Jahr nach Kenntnis
nahme des Rückforderungsanspruchs durch den Versicherungsträger fest. Dabei ist nicht eine tatsächliche Kenntnisnahme verlangt, sondern die Rechtsprechung
bezeichnet es als ausreichend, dass der Versicherungsträger bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen; falls ein Zusammenwirken mehrerer Behörden notwendig ist, wird eine genügende Kenntnis angenommen, wenn diese bei einer der zuständigen Verwaltungsstellen vorhanden ist. Soweit der Versiche
rungsträger noch zusätzliche Abklärungen zu tätigen hat, sind diese innert ange
messener Zeit vorzunehmen (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage,
Rz
39 zu
Art.
25).
1.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegner
in
führte in Bezug auf
ihre Rückforderung
(
Urk.
2)
aus
,
der Rückforderungsanspruch
sei
nicht verjährt. Sie sei am 2
2.
Mai 2013 vom St
aatssekretariat für Wirtschaft SECO
über eine allfällige „Schwarzarbeit“ des Beschwerdeführers im Jahr 2011 informiert word
en (S. 2 f.
Ziff.
2)
.
Er hätte sie
echtzeitlich über seine Tätigkeit und das daraus resultierende Einkommen informieren müssen, insbesondere mittels korrekter Ausfüllung des monatlichen Formulars „Angaben der versicherten Person“. Dass dies nicht geschehen sei, sei auf die Verletzung der Melde- und Mitwirkungspflicht zurückzuführen.
Zudem
könne nicht von einer Publizitätswirkung des Ausz
ugs aus dem individuellen Konto
(IK-Auszug) der Ausgleichskasse gesprochen werden, ebenso wenig von einer Verpflichtung ihrerseits, einen jeden ihrer Bezüger mittels Einholung von dessen IK-Auszug auf eine mögliche
„Schwarzarbeit“ zu überprüfen
(S. 3 Ziff.
2)
.
2.
2
Dagegen machte der
Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, ein Rückerstattungsanspruch der Beschwerdegegnerin bestehe infolge
eingetre
tener Verjährung nicht
. So sei ihr die ALV-Abrechnung für das Jahr 2011 bereits Ende Januar 2012 bekannt gewesen
,
und sie habe spätestens zu diesem Zeitpunkt über alle
für ihre Abklärungen erforderlichen Angaben verfügt, wes
halb die Verjährungsfrist am
1.
Februar 2012 zu la
ufen begonnen habe. Die
Beschwerdegegnerin habe
damit mehr als eineinhalb Jahre verstreichen lassen, bevor sie aufgrund der ihr
damals
zur Verfügung
stehenden
Unterlagen aktiv geworden sei (S. 2). Er sei nicht verantwortlich für die internen zeitlichen Abläufe und Auswertungen der ALV. Diese habe selbst sicherzustellen, dass sie die ihr vom Gesetz vorgegebenen Fristen einhalten könne (S. 3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der geforderten Rückerstattung
und dabei insbesondere die Frage, ob die einjährige relative Verwirkungsfrist
a
b
Kenntnisnahme eingehalten wurde.
3.
3.1
Ausgewiesen und
im Übrigen
unbestritten ist, dass
der Beschwerdeführer seit dem
1
5.
März 2011 bei der
Z.___
AG
angestellt ist (vgl.
Urk.
6/56-57
Ziff.
2-3 =
Urk.
6/97-98
Ziff.
2-3,
Urk.
6/124
). In
den
eingereichten
„
Angaben
der versicherten Person
“
für die
Monate März 2011 bis Januar 2012
hat der
Beschwerdeführer
diese neue Bes
chäftigung nicht erwähnt (
vgl.
Urk.
6/
128-
149
),
genauso wenig in dem
von ihm ausgefüllten
und im Dezember 2011 unter
zeichneten
Formular für „Meldepflichtige Sachverhalte“ (vgl.
Urk.
6/166)
.
Fest steht somit, dass der Beschwerdeführer in den monatlich zuhanden der Arbeits
losenkasse auszufüllenden Formularen "Angaben der versicherten Person für den Monat ..." in den hier relevanten Monaten März 2011 bis Januar 2012 jeweils die Frage, ob er bei einem oder mehreren Arbeitgebern gearbeitet habe, wider besseres Wissen verneinte (vgl.
Urk.
6/128-149), obwohl aus den Formu
laren die Pflicht zum wahren und vollständigen Ausfüllen (mit Hinweis auf die Möglichkeiten von Leistungsentzug, Strafanzeige und Rückerstattung zu Unrecht bezogener Leistungen) unmissverständlich hervorging.
W
eiter
ausgewiesen und unbestritten ist
ebenfalls,
dass
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer während der Monate März 2011 bis Januar 2012
Arbeits
losenentschädigung
im Umfang von
Fr.
74‘942.30 netto auszahlte
(Urk.
6/75-85).
U
nbestritten und belegt ist
ferner
das vom Beschwerdeführer in demselben Zeit
raum bei der
Z.___
AG
erzielte Ein
kommen in
der
Höhe
von Fr.
89‘549.--
(
vgl.
Urk.
6/90-93
,
Urk.
6/108 und
Urk.
6/118).
3.2
Betreffend die strittige relative einjährige Verwirkungsfrist ab Kenntnisnahme des Umstands, wonach der Beschwerdeführer in der Zeit von März 2011 bis Januar 2012 möglicherweise zu unrecht Arbeitslosentaggelder bezogen hat, ist festzuhalten, dass die von der Arbeitslosenkasse im
Einspracheentscheid
ange
führte Information vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO über eine all
fällige „Schwarzarbeit“ vom 2
2.
Mai 2013 (
Urk.
2 S. 2
Ziff.
2) nicht belegt ist.
3.3
Fest steht hingegen, dass die Rückforderungsverfügung am 2
9.
Oktober 2013 erlassen wurde (
Urk.
6/52-54). Um die genannte Verwirkungsfrist einzuhalten, durfte die Arbeitslosenkasse demnach nicht vor dem 3
0.
Oktober 2012 Kenntnis von der Tätigkeit des Versicherten bei der
Z.___
AG und dem erzielten Erwerbseinkommen im fraglichen Zeitraum von März 2011 bis Januar 2012 gehabt haben.
3.4
Es liegen gestützt auf die Akten keine Anhaltspunkte vor, dass die
Arbeitslosen
kasse
bereits vor dem 3
0.
Oktober 2012 Kenntnis von der Tätigkeit des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitraum hatte oder bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit hätte haben können. Zum einen hatte sie gestützt auf die ausgefüllten Formulare mit den Angaben der versicherten Person für den jeweiligen Monat keinen Anlass, von einer Erwerbstätigkeit von März 2011 bis Januar 2012 auszugehen. Zum anderen wurde der Beschwerdeführer per 11. Januar 2012 von der Arbeitslosenkasse abgemeldet (
Urk.
6/165), womit in der darauffolgenden Zeit keine persönlichen Kontakte mehr stattfanden, dank welcher allfällige Unregelmässigkeiten hätten auffallen können. Dabei bestand auch kein Anlass der Arbeitslosenkasse, ohne
Weiteres
an den Angaben des
Beschwerdeführers zu zweifeln, wurden die fraglichen Formulare
(Urk. 6/128
149) sowie die Abmeldung (
Urk.
6/165) jeweils an die Adresse des Beschwerdeführers geschickt und erstere jeweils mit der Ortsangabe „Zürich“ und dem Datum versehen unterschrieben zurückgesendet. Dies ist umso erstaunlicher, als sich der Beschwerdeführer am
4.
April 2011 bei der Stadt Zürich nach
A.___
abgemeldet habe (vgl. Urk. 6/55,
Urk.
6/112), was dazu führte, dass am 1
2.
Mai 2011 für das Jahr 2011 ein „Fehlblatt für die Steuererklärung“ erstellt wurde (
Urk.
6/120). Es gab somit für das massgebliche Jahr 2011 keine detaillierten Steuerdaten, welche auf einen unrechtmässigen Leistungsbezug hätten aufmerksam machen können. Zudem war das Steueramt im Zeitpunkt der Erstellung des „Fehlblatts für die Steuererklärung“ am 1
2.
Mai 2011 (
Urk.
6/120) nicht im Besitze des
Lohnaus
weises
für das Jahr 2011 (
Urk.
6/87), was zumindest nicht ausschliessen lässt, dass der Beschwerdeführer auch dieser Behörde die Einnahmen des Jahres 2011 vorenthielt. Im Übrigen besteht kein automatischer Datentransfer zwischen den Steuerämtern und den Arbeitslosenkassen, welche eine Über
prüfung der den Beschwerdeführer betreffenden Gegebenheiten hätten möglich machen können.
Schliesslich ergeben sich keine Anhaltspunkte, wonach das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO die Arbeitslosenkasse vor dem 3
0.
Oktober 2012 über eine all
fällige „Schwarzarbeit“ informiert hätte. Vielmehr ist aktenkundig, dass die Arbeitslosenversicherung ab Juli 2013 umfangreiche Abklärungen bei der mut
masslichen Arbeitgeberin (
Urk.
6/56-66,
Urk.
6/87-89,
Urk.
6/117, Urk. 6/118
119,
Urk.
6/124) sowie bei anderen behördlichen Stellen (
Urk.
6/55,
Urk.
6/67,
Urk.
108-111,
Urk.
6/112,
Urk.
6/114-115,
Urk.
6/120-121, Urk. 6/122,
Urk.
6/123,
Urk.
6/127) vornahm, um zu verifizieren, ob für die Zeit von März 2011 bis Januar 2012 ein allfälliger unrechtmässiger Leistungsbezug vorlag. So teilte die zentrale Ausgleichsstelle ZAS der Arbeitslosenkasse bezugnehmend auf ein Schreiben der Kasse vom
9.
Juli 2013 am
2.
August 2013 mit, der Beschwerdeführer sei bis auf weiteres der freiwilligen AHV angeschlossen. Für das Jahr 2011 sei er als Erwerbstätiger mit dem Mindest
beitrag veranlagt wur
den, für 2012 habe der Beitrag noch nicht festgesetzt werden können. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers sei er aber im Jahr 2012 in
A.___
zu mehr als 50
%
erwerbstätig gewesen (Urk. 6/122). Im Gegensatz zu diesen Angaben erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 2011 und 2012 tatsäch
lich in der Schweiz nicht unmassgebliche Einkommen bei der
Z.___
AG (
Urk.
6/87-88), für welche die obligatorischen
Sozialversiche
rungs
abgaben
geleistet wurden (
Urk.
6/108), was vom Beschwer
de
führer im Übrigen nicht bestritten wurde. Damit ist ersichtlich, dass sowohl die Stadt Zürich, das Steuer
amt Zürich wie auch die zentrale Ausgleichsstelle ZAS im August/September 2013 ebenfalls keine Kenntnis vom schweizerischen
Erwerbs
einkommen
und fraglichen schweizerischen Wohnsitz des Beschwer
deführers im Jahr 2011 hatten, was den Schluss nahe legt, dass sämtliche Ämter nicht vor dem 3
0.
Oktober 2012 auch mit der geforderten Aufmerksamkeit hätten Kenntnis von der Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in der Schweiz erlangen können.
3.5
Zusammenfassend bestehen keine Hinweise darauf, dass die Arbeitslosenkasse vor dem 3
0.
Oktober 2012 vom unrechtmässigen Leistungsbezug des Beschwer
deführers in der Zeit von März 2011 bis Januar 2012
Kenntnis
gehabt hat oder hätte haben können. Denn auch die Zentrale Ausgleichskasse ZAS ging - wie erwähnt - noch im August 2013 davon aus, dass der Beschwerdeführer der freiwilligen AHV angeschlossen war (
Urk.
6/122), dies trotz obligatorisch versi
chertem Lohn in der Schweiz (
Urk.
6/108). Des Weiteren erachteten das Steuer
amt im August 2013 sowie die Stadt Zürich im September 2013 den Beschwer
deführer als seit dem
4.
April 2011 als weggezogen (
Urk.
6/112, Urk.
6/120), obwohl dem Beschwerdeführer die Formulare der Arbeitslosenver
sicherung betreffend die „Angaben der versicherten Person für den Monat …“ durchge
hend an die bekannte Adresse in Zürich geschickt wurden und der Beschwer
deführer diese Formulare von März 2011 bis Januar 2012 mit der Ortsangabe
„Zürich“ versah. Ferner nannte die Arbeitgeberin im September 2013 als Wohnort des Beschwerdeführers die bekannte Adresse in Zürich (Urk.
6/124), wohin sie auch alle Lohnabrechnungen sowie die Lohnausweise zugestellt hatte (
Urk.
6/58-66,
Urk.
6/87-88).
Insgesamt ergibt sich somit ein Bild, wonach der Beschwerdeführer zumindest in Kauf nahm, verschiedenen Behörden für den hier strittigen Zeitraum von März 2011 bis Januar 2012 unzutreffende Angaben betreffend Wohnort,
Versi
cherungsstatu
s
und Einkommenssituation zu machen. Aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers und auch mangels jeglicher gegenteiliger Hinweise in den Akten ist somit mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Arbeitslo
senkasse nicht vor dem 3
0.
Oktober 2012 Kenntnis vom unrechtmässigen
Leis
tungsbezug
des Beschwerdeführers haben konnte. Daran vermögen die Vorbrin
gen des Beschwerdeführers - wie nachfolgend zu zeigen ist - nichts zu ändern.
3.6
In Bezug auf die Argumentation des Beschwerdeführers, die Verwirkungsfrist sei nicht eingehalten worden, ist festzuhalten, dass diese diffus und unklar erscheint.
Sofern er sich damit auf den Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) bezieht, kommt diesem
keine
Publizitätswirkung
zu
,
und die Beschwerdegegnerin muss sich dieses Vorbringen nicht entgegen halten lassen.
Zudem kann nicht von ihr verlangt werden, dass sie von sämtlichen Bezügern von Arbeitslosenentschädigung jeweils regelmässig einen IK-Auszug einholt
, um
die von diesen
monatlich gemachten Angaben
zu überprüfen
.
Sofern der Beschwerdeführer sinngemäss geltend machen will (vgl.
Urk.
1 und Urk. 6/32
37,
Urk.
6/43 und
Urk.
6/45), die von der Arbeitgeberin an die
Aus
gleichskasse
überwiesenen Beiträge an die Sozialversicherungen seien der Arbeitslosenversicherung jeweils spätestens im Januar eines Folgejahres bekannt, ist festzuhalten, dass es keinen automatischen Datentransfer zwischen den Ausgleichskassen und den Arbeitslosenversicherungen gibt. Folglich kann den Arbeitslosenversicherungen das Wissen der Ausgleichskassen nicht ange
rechnet werden, ganz abgesehen davon, dass es nicht angehen kann, dass die Arbeitslosenversicherungen für jeden angemeldeten Arbeitslosen überprüfen muss, ob nicht deklarierte Einnahmen beziehungsweise darauf erhobene Abga
ben existieren. Im Übrigen war der Beschwerdeführer - wie bereits oben erwähnt - in der massgeblichen Zeitspanne auch der freiwilligen AHV ange
schlossen (
Urk.
6/122).
3.
7
Zusammenfassend ist das Einkommen des Beschwerdeführers aus seiner Tätig
keit bei der
Z.___
AG
als Zwischenverdienst an die
Arbeitslosenent
schädigung
für die Monate
März 2011
bis
Januar 2012
anzurechnen. Die ver
fügte und
betragsmässig unbestrittene
Rückforderung von
Fr.
68‘462.95
er
folgte
somit innerhalb der relativen einjährigen Verwirkungsfrist. Dass die absolute Frist mit der Verfügung vom 2
9.
Okotber
2013 eingehalten wurde, steht sodann ausser Zweifel. Damit
erweist sich
die Rückforderung
als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan