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**Case Identifier:** 0fab4ab0-d3ea-5c08-a3b1-2b95b4d7b4b5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.10.2009 A-2748/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2748-2008_2009-10-16.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-2748/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Pascal Mollard (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, 
Richter André Moser, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______AG,
Beschwerdeführerin 1,

B._______,
Beschwerdeführerin 2,

gegen

Eidgenössische Zollverwaltung EZV,
Zollkreisdirektion Basel, Sektion Tarif und Veranlagung, 
Postfach 666, 4010 Basel,
handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Tarifierung (Desinfektionsmittel); VOC

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-2748/2008

Sachverhalt:

A.
Am 3. März 2005 meldete die Speditionsfirma A._______AG u.a. die 
folgende  aus  Deutschland  stammende  und  für  die  B._______ 
bestimmte  Sendung  zur  Einfuhr  an:  „(...)  Arzneien  o.  Alkohol,  o. 
Betäubungsm., o. Antibiotika, o.w.A.; Tarifnummer 3004.9000, zollfrei; 
Eigenmasse:  5'649,3  kg,  Mehrwertsteuer-Wert:  Fr.  27'890.--“.  Das 
Zollamt akzeptierte die Tarifeinreihung nicht und fertigte die Sendung 
am 26. April 2005 unter der Tarifnummer 3808.4090 ab.

B.
Mit  Schreiben  vom  1.  Juni  2005  anerkannte  die  A._______AG  die 
Verzollung nicht. Am 13. September 2007 teilte die Zollkreisdirektion 
Basel  ihr  mit,  dass  sie  dieses  Schreiben  als  Beschwerde  betrachte 
und gewährte eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung. Mit Schreiben 
vom  22.  Oktober  2007  kam  die  A._______AG  dieser  Aufforderung 
nach. Sie machte geltend, dass die vorgenommene Tarifierung u.a. der 
Produkte  (...)  unzutreffend  sei.  Die  Waren  seien  gemäss  den 
Erläuterungen zum Zolltarif in die Tarifnummer 3004 einzureihen.

C.
In  der  Folge  erliess  die  Zollkreisdirektion  Basel  am  12. März  2008 
einen  formellen  Entscheid. Sie  hiess  die  Beschwerde  bezüglich  des 
Produkts (...) gut, wies sie betreffend die übrigen Produkte jedoch ab. 
Die  VOC-Lenkungsabgabe  von  Fr.  5'210.70  bleibe  geschuldet.  Im 
Weiteren auferlegte sie Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 193.50. 
Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  das  Produkt  (...) 
werde  spezifisch  für  die  Desinfektion  von  Händen  und  Haut 
angepriesen.  Mit  der  direkten  äusserlichen  Anwendung  sei  der 
verlangte prophylaktische Zweck gegeben und eine Einreihung unter 
die  Tarifnummer  3004  (Arzneiwaren)  möglich.  Bei  den  übrigen 
Produkten  (...)  sei  hingegen  keine  innerliche  oder  äusserliche 
Anwendung  am lebenden  Gewebe  vorgesehen.  Diese  seien  folglich 
nicht  unter  die  Arzneimittel,  sondern  unter  die  Tarifnummer  3808 
einzuordnen. Bei den (...) sei zwar eine Verwendung zur Desinfektion 
der  Hände  möglich,  doch  gemäss  der  deutlichen  Anpreisung  im 
betreffenden Verkaufsprospekt sei der hauptsächliche Zweck des (...) 
die  Desinfektion  von Gegenständen  und  deshalb  sei  auch  hier  eine 
Einreihung unter  die Tarifnummer 3808 vorzunehmen. Im Gegensatz 
zu  denjenigen  der  Tarifnummer  3004  seien  die  Produkte  der 

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Tarifnummer  3808.4090  in  der  Produkte-Positivliste  der  Verordnung 
vom  12.  November  1997  über  die  Lenkungsabgabe  auf  flüchtigen 
organischen  Verbindungen  (VOCV, SR 814.018)  aufgeführt.  Bei  den 
Produkten  (...)  liege  der  VOC-Anteil  gemäss  den  Angaben  der 
A._______AG über 3%. Die VOC-Abgabe sei deshalb geschuldet.

D.
Mit Eingabe vom 28. April 2008 erhoben die A._______AG sowie die 
B._______ (nachfolgend:  Beschwerdeführende)  beim  Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerde  gegen  den  Entscheid  der 
Zollkreisdirektion  Basel  vom  12. März  2008  mit  den  folgenden 
Anträgen:  „Es  sei  der  angefochtene  Entscheid  vom 12.  März  2008, 
Dispositiv  2  und 3  aufzuheben und festzustellen,  dass  die Produkte 
(...)  ausnahmslos unter  die Tarifnummer 3004 gehören und darunter 
einzureihen  sind  und  demzufolge  auch  darauf  keine  VOC 
Lenkungsabgabe  geschuldet  ist“.  Zur  Begründung  führten  die  Be-
schwerdeführenden im Wesentlichen aus, die fraglichen Desinfektions-
mittel  seien für  die  prophylaktische Verwendung in  der  Human-  und 
Veterinärmedizin  aufgemacht  und  gehörten  unter  die  Tarifnummer 
3004.  Die  Produkte  würden  entweder  mit  Bewilligung  des 
Bundesamtes  für  Gesundheit  (BAG)  als  Desinfektionsmittel  ange-
priesen oder seien von der interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel 
(IKS) kontrolliert  und registriert. Es gehe deshalb ausschliesslich um 
Produkte  zur  Bekämpfung  von  Krankheitserregern  im  human-  und 
veterinärmedizinischen Bereich, d.h. um Arzneiwaren.

Nicht  unter  die  Tarifnummer  3808  fielen  gemäss  den  Erläuterungen 
zum Gebrauchstarif Desinfektionsmittel, welche die Eigenschaften von 
Medikamenten  für  die  Human-  oder  Veterinärmedizin  aufwiesen. 
Konfektionierte  Desinfektionsmittel,  die  für  die  prophylaktische 
Verwendung in der Human-  und Veterinärmedizin aufgemacht  seien, 
fielen unter die Tarifnummer 3004. Die vorliegend im Streit liegenden 
Desinfektionsmittel  erfüllten  die  Voraussetzungen  der  Tarifnummer 
3004. Sie seien vom BAG zur prophylaktischen Verwendung und zur 
Seuchenbekämpfung  bewilligt  worden.  Unter  die  Tarifnummer  3808 
seien  nur  Desinfektionsmittel  im  Sinn  von  Schädlingsbekämpfungs-
mitteln zu subsumieren.

In  ihrer  Vernehmlassung  vom  22.  Juli  2008  schloss  die 
Oberzolldirektion (OZD) auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

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Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt nicht 
vor und die Zollkreisdirektion ist  eine Behörde im Sinne von Art. 33 
VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt, richtet sich gemäss dessen Art. 37 das Verfahren nach dem 
VwVG.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist 
somit grundsätzlich einzutreten.

1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung  zu  entsprechen,  wenn  der  Gesuchsteller  ein 
entsprechendes  schutzwürdiges  Interesse  nachweist.  Laut  bundes-
gerichtlicher  Rechtsprechung  ist  der  Anspruch  auf  Erlass  einer 
Feststellungsverfügung  subsidiär  gegenüber  rechtsgestaltenden 
Verfügungen  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_6/2007  vom 22. August 
2007  E. 3.3;  BGE 119  V  11  E.  2a;  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1504/2006 vom 25. September 2008 E. 1.3,  A-1396/2006 
vom  30.  Januar  2008  E.  1.3;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENBÜHL,  Schwei-
zerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel  und 
Frankfurt  am Main 1990, Nr. 36, S. 109 f.). Betreffend das Begehren 
um Feststellung, dass die fraglichen Produkte unter  die Tarifnummer 
gehören, fehlt  den Beschwerdeführenden folglich ein schutzwürdiges 
Interesse  an  dessen  Behandlung,  weil  bereits  das  negative 
Leistungsbegehren, der Antrag auf Aufhebung der Ziff. 2 (Abweisung 
der Beschwerde mit Ausnahme des Produkts [...]) und 3 (geschuldete 
VOC-Lenkungsabgabe  von  Fr.  5'210.70)  des  Entscheiddispositivs 
gestellt  worden  ist.  Damit  kann  anhand  eines  konkreten  Falles 
entschieden werden, ob die Tarifeinreihung korrekt erfolgt ist, was das 
Feststellungsinteresse  hinfällig  werden  lässt  (vgl.  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-7518/2006  vom  28.  Juli  2009  E.  1.2, 

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A-2677/2007  vom  16.  Januar  2009  E.  1.4;  BVGE  2007/24  E. 1.3 
S. 283). Auf das Feststellungsbegehren ist folglich nicht einzutreten.

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die  Beschwer-
deführenden können neben der Verletzung von Bundesrecht  (Art. 49 
Bst.  a  VwVG) und  der  unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; vgl. ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149).

1.4 Am 1. Mai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, 
SR  631.0)  in  Kraft  getreten.  Nach  Art.  132  Abs.  1  ZG  findet  auf 
Zollveranlagungsverfahren,  die  bei  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes 
hängig  sind,  das  bisherige  Recht  Anwendung.  Das  vorliegende 
Verfahren untersteht  deshalb dem (alten) Zollgesetz vom 1. Oktober 
1925  (aZG,  AS  42  287  und  BS  6  465)  sowie  der  Verordnung  vom 
10. Juli 1926 zum Zollgesetz (aZV, AS 42 339 und BS 6 514).

2.
2.1 Die  Gesetzgebung  über  Zölle  und  andere  Abgaben  auf  dem 
grenzüberschreitenden Warenverkehr ist Sache des Bundes (Art. 133 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999 [BV, SR 101]). Wer die  Zollgrenze überschreitet  oder 
Waren  über  die  Zollgrenze  befördert,  hat  die  Vorschriften  der 
Zollgesetzgebung  zu  befolgen  (Art.  1  Abs.  1  aZG).  Die  Ein-  und 
Ausfuhrzölle werden durch den Zolltarif festgesetzt. Dieser ist in einem 
separaten  Erlass,  dem  Zolltarifgesetz  vom  9.  Oktober  1986  (ZTG, 
SR 632.10),  enthalten. Art. 1 ZTG schreibt  vor, dass alle  Waren, die 
über die schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach 
dem Generaltarif zu verzollen sind, welcher in den Anhängen 1 und 2 
des  ZTG  enthalten  ist.  Der  Generaltarif  wird  in  der  Amtlichen 
Sammlung  des  Bundesrechts  (AS)  nicht  veröffentlicht.  Die  Ver-
öffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 18. Juni 2004 über die Sammlungen des Bundesrechts und das 
Bundesblatt  [Publikationsgesetz,  PublG,  SR 170.512]).  Der  General-
tarif kann mitsamt seinen Änderungen bei der OZD eingesehen oder 
im Internet  unter www.ezv.admin.ch abgerufen werden. Dasselbe gilt 
für  den  Gebrauchstarif  (Art.  15  Abs. 2  und  Anhänge  1  und  2  ZTG; 
Fussnote  29  zum  ZTG).  Trotz  fehlender  Veröffentlichung  in  der  AS 

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kommt dem Generaltarif  Gesetzesrang zu (vgl. statt vieler: Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1704/2006  vom  25.  Oktober  2007 
E. 2.1.2 mit weiteren Hinweisen).

2.2
2.2.1 Die  Schweiz  ist  Vertragsstaat  des  internationalen  Überein-
kommens  vom  14.  Juni  1983  über  das  Harmonisierte  System  zur 
Bezeichnung  und  Codierung  der  Waren  (HS-Übereinkommen, 
SR 0.632.11). Das HS-Übereinkommen ist für die Schweiz am 1. Ja-
nuar 1988 in Kraft getreten. Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, ihre 
Tarifnomenklaturen mit dem Harmonisierten System (HS) in Überein-
stimmung  zu  bringen  und  beim  Erstellen  der  nationalen  Tarif-
nomenklatur  alle  Nummern  und  Unternummern  des  HS  sowie  die 
dazugehörenden  Codenummern  zu  verwenden,  ohne  dabei  etwas 
hinzuzufügen  oder  zu  ändern. Sie  sind  verpflichtet,  die  allgemeinen 
Vorschriften für die Auslegung des HS sowie alle Abschnitt-, Kapitel- 
und  Unternummern-Anmerkungen  anzuwenden.  Sie  dürfen  den 
Geltungsbereich  der  Abschnitte,  Kapitel,  Nummern  oder  Unter-
nummern des HS nicht verändern und haben die Nummernfolge des 
HS einzuhalten (Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens).

2.2.2 Die  Nomenklatur  des  HS  bildet  die  systematische  Grundlage 
des Schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als 
achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit ge-
genüber  der  sechsstelligen  Nomenklatur  des  HS  um  zwei  Stellen 
verfeinert  ist  (REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in:  Koller/Müller/Rhinow/ 
Zimmerli  [Hrsg.],  Das  schweizerische  Bundesverwaltungsrecht, 
Bd. XII, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 576). Daraus folgt, dass die Schwei-
zerische Nomenklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt 
ist. Falls  die  siebte  und  achte  Ziffer  ihre  Grundlage  im ZTG finden, 
kommt ihnen Gesetzesrang zu. Die Prüfung der Verfassungsmässigkeit 
der Bestimmungen erübrigt  sich somit,  weil  das Bundesverwaltungs-
gericht  keine  Möglichkeit  hätte,  die  Norm  aufzuheben  oder  die 
Anwendung  zu  versagen  (Art.  190  BV;  vgl.  Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 2.4, A-1704/2006 
vom  25.  Oktober  2007  E.  2.1.2  mit  weiteren  Hinweisen;  vgl.  auch 
ARPAGAUS,  a.a.O.,  Rz.  578;  YVO HANGARTNER,  in:  Bernhard 
Ehrenzeller/Phillipe Mastronardi/Rainer Schweizer/Klaus A. Vallender, 
Schweizerische Bundesverfassung (Kommentar), 2. Aufl., Zürich 2008, 
Rz. 5 f. zu Art. 190 BV).

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2.2.3 Die  Vertragsstaaten  des  HS-Übereinkommens  beabsichtigen 
eine  einheitliche  Auslegung  der  völkerrechtlich  festgelegten  Nomen-
klatur  (vgl.  Art.  7  Ziff.  1  Bst.  b  und  c,  Art.  8  Ziff.  2  des  HS-
Übereinkommens).  Hierzu  dienen  u.a.  die  "Avis  de  classement" 
(Einreihungsavisen; nachfolgend "Avis de classement") und die "Notes 
explicatives  du  Système  Harmonisé"  (Erläuterungen;  nachfolgend 
"Notes  explicatives"),  welche  vom  Rat  für  die  Zusammenarbeit  auf 
dem  Gebiet  des  Zollwesens  auf  Vorschlag  des  Ausschusses  des 
Harmonisierten Systems genehmigt worden sind (Art. 1 Bst. e und f in 
Verbindung mit Art. 7 Ziff. 1 Bst. a - c in Verbindung mit Art. 8 Ziff. 2 
und  3  des  Übereinkommens).  Diese  Vorschriften  sind  als  materiell 
internationales  (Staatsvertrags-)Recht  für  das  Bundesverwaltungs-
gericht verbindlich. Die Vertragsstaaten haben einzig nach Art. 7 Ziff. 1 
sowie  Art. 8  Ziff. 1  und 2  des Übereinkommens die  Möglichkeit,  die 
Überprüfung  oder  Änderung  der  "Notes  explicatives"  und  "Avis  de 
classement"  zu  veranlassen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1772/2006 vom 11. September 2008 E. 2.1.3, A-1704/2006 
vom  25.  Oktober  2007  E.  2.3.2,  A-1692/2006  vom  25.  April  2007 
E. 2.1.3). Dennoch bleibt Raum für nationale Regelungen. So kann die 
OZD zum Beispiel zusätzlich sogenannte Schweizerische Erläuterun-
gen erlassen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1753/2006 
vom 23. Juni 2008 E. 2.6).

2.3
2.3.1 Für  die  Tarifeinreihung  massgebend  ist  die  Art,  Menge  und 
Beschaffenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle 
gestellt worden ist. Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur 
dann  abzustellen,  wenn  dies  in  den  einzelnen  Tarifpositionen  als 
Einreihungskriterium  ausdrücklich  festgehalten  ist.  Ist  dies  nicht  der 
Fall,  kommen  dem  Verwendungszweck  wie  auch  dem  Preis,  der 
Verpackung,  der  Bezeichnung  durch  Hersteller  oder  Empfänger  der 
Ware lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende Bedeutung 
zu  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1718/2006  vom 7. De-
zember 2007 E. 2.3.1,  A-1704/2006 vom 25. Oktober 2007 E. 2.3.1, 
A-1699/2006 vom 25. April 2007 E. 2.1.2, A-1675/2006 vom 21. März 
2007 E. 2.2).

2.3.2 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen 
Zollbehörden  angewendeten  "Allgemeinen  Vorschriften  für  die 
Auslegung  des  Harmonisierten  Systems"  (AV)  übereinstimmend  mit 
den  "Allgemeinen  Vorschriften  für  die  Auslegung  des  HS"  des 

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offiziellen  Textes  des  Übereinkommens  in  Ziff.  1  vor,  dass  für  die 
Tarifeinreihung  einer  Ware  der  Wortlaut  der  Nummern  und  der 
Abschnitt- oder Kapitel- Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen 
Vorschriften,  soweit  diese  dem  Wortlaut  der  Nummern  und  der 
Anmerkungen  nicht  widersprechen,  massgebend  sind.  Bei  der 
Bestimmung der zutreffenden Tarifnummer ist somit stufenweise in der 
gesetzlich  festgelegten  Reihenfolge  (Tariftext  –  Anmerkungen  – 
Allgemeine Vorschriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist 
immer erst dann heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung 
nicht zum Ziel  geführt,  d.h. keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht 
hat  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1772/2006  vom 
11. September  2008  E.  2.2.2,  A-1718/2006  vom  7.  Dezember  2007 
E. 2.3.3,  A-1704/2006  vom 25. Oktober  2007  E. 2.3.3,  A-1692/2006 
vom 25. April 2007 E. 2.2, A-1675/2006 vom 21. März 2007 E. 2.4).

2.4
2.4.1 Die  Zollzahlungspflicht  umfasst  auch  die  Verbindlichkeit  zur 
Entrichtung  der  Abgaben  und  Kosten,  die  gestützt  auf  andere  als 
zollrechtliche  Erlasse  durch  die  Zollverwaltung  zu  erheben  sind 
(Art. 10 aZG). Solches gilt für die VOC-Abgabe.

2.4.2 Die VOC-Abgabe hat ihre gesetzliche Grundlage in Art. 35a und 
Art. 35c des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 über den Umwelt-
schutz (USG, SR 814.01) und wird in der VOCV näher ausgeführt. Wer 
VOC einführt  oder wer als  Hersteller  solche Stoffe in  Verkehr bringt 
oder  selbst  verwendet,  hat  dem  Bund  grundsätzlich  eine 
Lenkungsabgabe zu entrichten (Art. 35a Abs. 1 USG). Soweit die Ein- 
oder Ausfuhr betroffen ist, findet für die Erhebung und Rückerstattung 
der Abgabe und auf das Verfahren die Zollgesetzgebung sinngemäss 
Anwendung (Art. 3 VOCV in Verbindung mit Art. 35c Abs. 3 USG).

VOC  sind  organische  Verbindungen  mit  einem  Dampfdruck  von 
mindestens  0.1  mbar  bei  20°C  oder  mit  einem  Siedepunkt  von 
höchstens  240°C  bei  1013.25  mbar  (Art.  1  VOCV).  Abgabeobjekte 
gemäss Art. 2  VOCV sind die  VOC der  Stoff-Positivliste  (Anhang 1) 
sowie  die  VOC  in  eingeführten  Gemischen  und  Gegenständen  der 
Produkte-Positivliste (Anhang 2). Der Abgabesatz beträgt ab 1. Januar 
2003  Fr.  3.--  je  Kilogramm  VOC  (Art.  7  VOCV;  vgl.  hierzu  auch 
Entscheid  der  Eidgenössischen  Zollrekurskommission  [ZRK]  vom 
5. Februar  2003,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundes-
behörden [VPB] 67.76 E. 2b).

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3.
Im vorliegenden  Fall  ist  die  Tarifierung  der  folgenden im März  2005 
eingeführten  Produkte  strittig:  (...).  Nach  Ansicht  der  Beschwerde-
führenden sind die Produkte unter die Tarifnummer 3004 einzuordnen. 
Die  Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ist  hingegen der  Meinung, 
dass sie unter die Tarifnummer 3808 fallen. Unbestritten ist,  dass es 
sich dabei um Flächen- bzw. Instrumentendesinfektionsmittel  handelt 
(vgl. Beschwerde S. 2). Nicht  im Streit  liegen im Weiteren der VOC-
Gehalt  der  Produkte  und  die  eigentliche  Berechnung  der  VOC-
Nachforderung. Im Folgenden werden die Tarifnummern 3004 (E. 3.1) 
und  3808  (E.  3.2)  umschrieben  und  danach  eine  Einordnung  der 
vorliegenden Produkte vorgenommen (E. 3.3).

3.1
3.1.1 Nach  dem Schweizerischen  Gebrauchstarif  zum Zeitpunkt  der 
Einfuhr  der  fraglichen  Produkte  fielen  unter  die  Tarifnummer  3004:
„Arzneiwaren (ausgenommen Erzeugnisse der Nrn. 3002,  3005 oder 
3006),  bestehend  aus  gemischten  oder  ungemischten  zu  thera-
peutischen  oder  prophylaktischen  Zwecken  zubereiteten  Erzeug-
nissen,  dosiert  (einschliesslich  derer,  welche  zur  perkutanen  Verab-
reichung bestimmt sind) oder in Aufmachungen für den Einzelverkauf“.

3.1.2 Gemäss  den  "Notes  explicatives"  zur  Nummer  3004  wird  u.a. 
verlangt,  dass  die  pharmazeutischen  Erzeugnisse  erkennbar  derart 
aufgemacht sind, dass sie unmittelbar an die Verbraucher (Einzelper-
sonen,  Spitäler  usw.)  zu  therapeutischen  oder  prophylaktischen 
Zwecken abgegeben werden können. Es müssen in irgendeiner Form 
entsprechende Angaben vorhanden sein zur Art der Beschwerden, ge-
gen die sie  gebraucht  werden sollen,  zur Anwendungsweise,  zur  je-
weils einzunehmenden Menge, usw. Diese Angaben können auf dem 
Behältnis oder auf der Verpackung angebracht, in den dem Erzeugnis 
beigefügten Drucksachen oder auf irgendeine andere Weise vermerkt 
sein (vgl. "Notes explicatives" zur Nummer 3004 Bst. b und entspre-
chend  auch  Erläuterungen  zum  Schweizerischen  Zolltarif  zur 
Tarifnummer 3004).

Mit  anderen  Worten  muss  ein  Erzeugnis  zur  Verhütung  oder 
Behandlung  einer  klar  umschriebenen  Krankheit  (Schädigung,  Stö-
rung) bestimmt sein, um als Arzneimittel im Sinne der (internationalen) 
zollrechtlichen  Bestimmungen  gelten  zu  können (Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1718/2006  vom  7.  Dezember  2007  E. 2.6.2; 

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Entscheide  der  ZRK  vom  18. April  2005  [2003-018]  E.  4a.aa  und 
4b.aa, vom 19. Januar 2000, veröffentlicht in VPB 64.109 E. 2a und 4a, 
vom 27. Oktober 1994, veröffentlicht in VPB 59.34 E. 3a und 3a.bb). Im 
Weiteren  muss  auch  verlangt  werden,  dass  das  Erzeugnis  am 
Patienten  innerliche  oder  äusserliche  Anwendung  findet  (vgl.  dazu 
Erläuterungen zum Schweizerischen Zolltarif zur Tarifnummer 3003).

3.1.3 Die  Zoll-  und  die  Heilmittelgesetzgebung  (vgl.  Bundesgesetz 
vom  15. Dezember  2000  über  Arzneimittel  und  Medizinprodukte 
[Heilmittelgesetz, HMG, SR 812.21]) befassen sich mit verschiedenen 
Regelungsinhalten und sollen unterschiedliche Zielsetzungen erfüllen. 
Das  schweizerische  Heilmittelgesetz  dient  einer  wirksamen 
einheitlichen  Kontrolle  der  Heilmittel  und  damit  dem  Schutz  der 
Gesundheit  der  Menschen. Dies soll  erreicht  werden,  indem – unter 
Aufsicht  der  Swissmedic  –  nur  qualitativ  hochstehende,  sichere  und 
wirksame Heilmittel in Verkehr gebracht werden (vgl. Art. 1 HMG; vgl. 
auch Bundesblatt [BBl] 1999 3453, 3455 f.). Im Unterschied dazu steht 
bei  der Zollgesetzgebung im hier fraglichen Kontext die Generierung 
von  Abgaben  durch  die  Besteuerung  des  grenzüberschreitenden 
Warenverkehrs im Zentrum. Die Zollerhebung soll allerdings auf einem 
Klassifizierungssystem basieren, das den internationalen Handel nicht 
übermässig  erschwert.  Dies  wird  u.a.  durch  das  HS  ermöglicht,  so 
dass die Waren beim Übergang von einem zum anderen Staat nicht 
neu bezeichnet, neu eingereiht und neu codiert werden müssen (vgl. 
die  Präambel  des  Übereinkommens).  Von  der  einheitlichen 
Bezeichnung  der  Waren  nach  einem  international  anerkannten 
System,  das  von  den  Zollverwaltungen,  den  mit  der  Erstellung  von 
Statistiken  im  internationalen  Warenverkehr  betrauten  Stellen,  den 
Transportunternehmen  und  nicht  zuletzt  im  Verkehr  zwischen 
einzelnen  Firmen  angewendet  werden  kann,  wird  eine  weltweite 
Vereinfachung der Formalitäten und dadurch eine raschere Abwicklung 
des internationalen Warenaustausches erwartet (vgl. BBl 1985 III 357, 
362).  Die  Qualifikation  eines  Produkts  als  Arzneimittel  durch  die 
Swissmedic  (bzw.  vorgängig  die  IKS)  kann  deshalb  für  die 
Zolltarifierung  in  keiner  Weise  verbindlich  sein,  liegen  doch  deren 
Beurteilungen  als  Einrichtung  der  Heilmittelgesetzgebung  und  der 
-kontrolle andere Kriterien zu Grunde als bei der Zolltarifierung (vgl. 
Entscheide der ZRK vom 19. Januar 2000, a.a.O., E. 4a, vom 18. April 
2005 [ZRK 2003-018] E. 4a.bb, vom 12. Mai 1995 [ZRK 843/93] E. 4a 
mit  weiteren  Hinweisen).  Es  bestehen  zudem  keine  Vorschriften, 
welche eine Bindung der mit der Zolltarifierung befassten Behörden an 

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Begutachtungen  durch  die  Swissmedic  vorsehen  würden.  Immerhin 
kann  die  Qualifikation  eines  Produkts  durch  die  Swissmedic  unter 
Umständen  gewisse  Hinweise  liefern  (vgl.  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-1718/2006  vom  7.  Dezember  2007  E. 2.6.4, 
Entscheid der ZRK vom 19. Januar 2000, a.a.O., E. 4a).

3.2
3.2.1 Unter  die  Tarifnummer  3808  fallen  „Insekticide,  Rodenticide, 
Fungicide,  Herbicide,  Keimhemmungsmittel  und  Pflanzenwuchsregu-
latoren, Desinfektionsmittel und ähnliche Erzeugnisse, in Formen oder 
Aufmachungen für den Einzelverkauf oder in Form von Zubereitungen 
oder Waren, wie Schwefelbänder, Schwefelfäden, Schwefelkerzen und 
Fliegenfänger“ (vgl. Schweizerischer Gebrauchstarif zum Zeitpunkt der 
Einfuhr).

3.2.2 Die  Tarifnummer  3808  umfasst  gemäss  den  diesbezüglichen 
"Notes  explicatives"  bzw.  den  entsprechenden  Erläuterungen  zum 
Schweizerischen Zolltarif  auch „organische grenzflächenaktive Stoffe 
und Zubereitungen, kationaktive (wie quaternäre Ammoniumsalze) mit 
antiseptischen,  desinfizierenden,  baktericiden  oder  keimtötenden 
Eigenschaften“.  Im Weiteren  werden  Desinfektionsmittel  definiert  als 
„Wirkstoffe, die irreversibel Bakterien, Viren oder andere unerwünschte 
Mikroorganismen  vernichten,  die  sich  im  Allgemeinen  auf  toten 
Gegenständen befinden. Desinfektionsmittel  werden z.B. in  Spitälern 
zur  Reinigung  der  Wände  usw.  oder  zum  Sterilisieren  von 
Instrumenten  verwendet“  (vgl.  Erläuterungen  zum  Schweizerischen 
Zolltarif  zur Tarifnummer 3808). Entgegen der Ansicht der Beschwer-
deführenden  kommt  somit  eine  Tarifierung  unter  die  Nummer  3808 
nicht  nur  für  Desinfektionsmittel  in  Frage,  die  zur  Bekämpfung  von 
Verderbnis-  oder  Geruchserregern  in  Industrie,  Gewerbe  oder 
Haushalt eingesetzt werden.

3.3 Die  im vorliegenden  Fall  fraglichen Produkte  dienen  unbestritte-
nermassen  der  Desinfektion  von  Oberflächen  (Arbeitsflächen,  Fuss-
böden  etc.)  in  Spitälern  sowie  von  medizinischen  Instrumenten  und 
Geräten.  Zumindest  die  Produkte  (...)  dienen  zudem  der  Reinigung 
(vgl. dazu die betreffenden Produktebeschreibungen im Internetauftritt 
der Beschwerdeführerin  2: „Desinfektion und Reinigung von Flächen 
und Inventar  in  einem Arbeitsgang“). Die fraglichen Produkte weisen 
somit  durchaus  einen  prophylaktischen  Zweck  auf,  nämlich  die 
Verhinderung einer möglichen Infektion. Um als  Arzneimittel  im Sinn 

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der  zollrechtlichen  Bestimmungen  gelten  zu  können,  muss  aber  ein 
Erzeugnis der Verhütung oder Behandlung einer klar  umschriebenen 
Krankheit  dienen  und  innerlich  oder  äusserlich  angewandt  werden 
(E. 3.1.2). Dies ist  hier nicht der Fall. Die Desinfektionsmittel werden 
weder  innerlich  noch  äusserlich,  d.h.  am  Körper  der  Patienten, 
angewandt.  Im  Weiteren  ist  auch  fraglich,  welche  Krankheit  bzw. 
Infektion  verhindert  werden  soll.  Bei  gegenteiliger  Ansicht  müsste 
grundsätzlich jedem sanitären Reinigungsmittel die Arzneimitteleigen-
schaft zukommen, denn auch diese dienen mitunter der Verhinderung 
von Infektionen. Eine Einreihung unter  die Tarifnummer 3004 kommt 
somit  nicht  in  Frage.  Hingegen  lassen  sich  die  Produkte  unter  die 
Tarifnummer  3808  einreihen,  handelt  es  sich  doch  vorliegend  um 
Wirkstoffe, die irreversibel Bakterien, Viren oder andere unerwünschte 
Mikroorganismen  vernichten,  die  sich  auf  den  Fussböden, 
Arbeitsflächen und medizinischen Instrumenten von Spitälern, d.h. auf 
„toten Gegenständen“ (vgl. E. 3.2.2), befinden.

3.4 Die  Beschwerdeführenden  wenden  dagegen  ein,  dass  die 
fraglichen Produkte vom BAG zur  prophylaktischen Verwendung und 
zur  Seuchenbekämpfung  bewilligt  bzw. von  der  IKS  kontrolliert  und 
registriert  seien. Es gehe hier  also  ausschliesslich um Produkte  zur 
Bekämpfung  von  Krankheitserregern  im  human-  und  veterinär-
medizinischen Bereich. Das Ziel der Tarifierung könne nicht sein, aus 
gesundheitsrechtlich  als  Arzneien  definierten  Produkten  etwas 
anderes zu machen. Die Beschwerdeführenden verkennen,  dass die 
Qualifikation  eines  Produkts  als  Arzneimittel  durch  die  Swissmedic 
(bzw.  vorgängig  die  IKS)  für  die  Zolltarifierung  in  keiner  Weise 
verbindlich  ist  (E.  3.1.3).  Im  Übrigen  hält  die  Swissmedic  in  ihrem 
Informationsblatt "Regulierung der Desinfektionsmittel in der Schweiz“ 
vom  4.  Dezember  2007  selber  fest,  dass  Desinfektionsmittel  dann 
unter  ihren  Zuständigkeitsbereich  fallen  und  als  Arzneimittel 
zugelassen  werden  müssen,  „wenn  diese  bestimmt  sind  zum 
Vorbeugen oder Heilen von Krankheiten (Infektionen) mit Anwendung 
auf der Haut/Schleimhaut des Patienten (inkl. Wunddesinfektion) und 
auch  wenn  sie  bestimmt  sind  zur  Anwendung  am  Patienten  vor 
chirurgischen Eingriffen (präoperative Hautdesinfektion,  antiseptische 
Körperwaschung“; vgl. amtl. Akten Nr. 4). Diese Abgrenzung ist somit 
grundsätzlich  im  Einklang  mit  der  zollrechtlichen  Definition  von 
Arzneimitteln,  wird  doch  insbesondere  ebenfalls  die  Anwendung  am 
Patienten  verausgesetzt.  Ein  Desinfektionsmittel,  das  an  „toten 
Gegenständen“  wie  Fussböden  oder  medizinischen  Apparaten  zur 

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Anwendung kommt, stellt deshalb auch hier kein Arzneimittel dar. Da 
die Qualifikation durch die Swissmedic bzw. IKS indessen ohnehin für 
die  Zolltarifierung  nicht  verbindlich  ist,  muss  nicht  weiter  abgeklärt 
werden,  ob  zum  Zeitpunkt  der  Einfuhr  die  gleichen  gesundheits-
rechtlichen  Bestimmungen  galten.  Der  Verweis  der  Beschwerde-
führenden auf die Bewilligung durch das BAG bzw. die Kontrolle durch 
das IKS stützt ihre Argumentation somit nicht.

Zusammenfassend hat die EZV die im Streit  liegenden Einfuhren zu 
Recht unter die Tarifnummer 3808 eingereiht. Sie fallen demnach unter 
die Produkte-Positivliste der VOCV (vgl. Anhang 2). Die VOC-Nachfor-
derung, deren Berechnung nicht bestritten wird, ist somit rechtmässig.

4.
Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 
einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang sind den Beschwerde-
führenden  als  unterliegende  Parteien  sämtliche  Kosten  für  das  Be-
schwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  aufzuerlegen 
(vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten  werden  auf 
Fr. 1'100.-- festgesetzt (Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  den  Beschwerdeführenden  zur 
Zahlung  auferlegt.  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht  zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

5.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst. l des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[BGG, SR 173.110]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'100.--  werden  den  Beschwerde-
führenden auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
von Fr. 1'100.-- verrechnet.

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3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Pascal Mollard Jürg Steiger

Versand:

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