# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1512101f-883c-5b41-a4bd-d976ecf531b7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 02.10.2009 SK1 2009 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2009-30_2009-10-02.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 2. Oktober 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 09 30 [nicht/mündlich eröffnet]

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Fischer

In der strafrechtlichen Berufung

des X., erufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just, 
Masanserstrasse 35, 7001 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 14. Mai 2009, mit-
geteilt am 22. Juni 2009, in Sachen des Y., Berufungsbeklagter, gegen den Beru-
fungskläger,

betreffend Ehrverletzung,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 11. Juni 1939 in A. geboren. Er gelangte am 1. Juli 1964 von B. 
kommend bei der Einwohnerkontrolle der  A. zur Anmeldung. Am 15. August 2003 
heiratete er die _ Staatsangehörige C.. Er nannte sich fortan X.. Heute wohnt X. am 
_ in D.; seine Frau lebt in der E., in F.. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregis-
ter A. waren gegen X. zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 15. Juni 2007 insge-
samt sechs Betreibungen über Fr. 130'054.60 anhängig und fünf Verlustscheine im 
Betrag von Fr. 130'047.50 offen. 

Im schweizerischen Strafregister ist X. mit einer Eintragung verzeichnet: Mit Urteil 
vom 16. Mai 2002 verurteilte ihn das Bezirksgericht Prättigau/Davos wegen einfa-
cher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 alt StGB zu 20 Tagen 
Gefängnis, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit 
von zwei Jahren aufgeschoben wurde.

B. Am 25. Juni 2000, kurz nach 19:30 Uhr, begegneten sich auf dem Trottoir 
der G.-Strasse in A. die seit Jahren verfeindeten X. und H.. Beim Kreuzen ungefähr 
auf der Höhe der I. versetzte X. mit dem rechten Ellbogen dem talwärts gehenden 
H. einen starken Schlag gegen die rechte Brustseite. H. stürzte zu Boden und 
konnte erst einige Sekunden später seinem Widersacher zurufen, da ihm der Schlag 
den Atem genommen hatte. Bereits um 19:43 Uhr meldete H. der NEZ in J. telefo-
nisch den Vorfall und begab sich anschliessend in Spitalbehandlung. Bei der Unter-
suchung im Spital A. wurden – durch Y. – unter anderem ein Hämatom und eine 
Prellung im Bereich des Rippenbogens rechts festgestellt, ebenso eine Rippenfrak-
tur. H. stellte gegen X. Strafantrag wegen Körperverletzung. X. seinerseits bestritt, 
H. einen Schlag versetzt zu haben und machte eine gegen ihn gerichtete Ver-
schwörung geltend. Mit Urteil vom 16. Mai 2002 sprach die Strafkammer des Be-
zirksgerichts Prättigau/Davos den rechtsverbeiständeten X. schuldig der einfachen 
Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 alt StGB. Sämtliche von X. 
gegen dieses Urteil eingereichten Rechtsmittel blieben sowohl beim Kantonsgericht 
Graubünden als auch beim Schweizerischen Bundesgericht ohne Erfolg. 

C. Mit Eingabe vom 21. April 2006, der Post übergeben am 4. Mai 2006, reichte 
Y. beim Kreisamt A. gegen X. eine Klage wegen Ehrverletzung ein. Zur Begründung 
legte Y. seiner Eingabe drei Schreiben in Kopie bei. 

D. Zu der auf den 16. August 2006 angesetzten Sühneverhandlung erschien X. 
nicht. Die zweite Aussöhnungsverhandlung fand am 7. Februar 2007 vor dem 
Kreispräsidenten A. statt. Sowohl Y. als auch X., letzterer in Begleitung von Rechts-
anwalt lic. iur. Luzi Bardill, waren persönlich anwesend. Aus dem Protokoll der Süh-

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neverhandlung geht hervor, dass X. zu verstehen gab, dass er das Strafverfahren, 
das zu seiner Verurteilung geführt habe, neu aufzurollen wünsche, da er aufgrund 
falscher Arztzeugnisse verurteilt worden sei. Y. machte demgegenüber geltend, er 
habe nichts mit den Nazi-Anschuldigungen etc. zu tun (Kreisamt act. 1.12). 
Schliesslich wurde vereinbart, mit der Fristansetzung zur Klageergänzung um einige 
Tage zuzuwarten, um den Streit in dieser Zeit vergleichsweise zu erledigen. Mit 
Eingabe vom 17. April 2007 führte Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill sinngemäss 
aus, dass die Äusserungen seines Mandanten gegenüber Y. wohl der falsche Weg 
gewesen seien, um das laut der Überzeugung seines Mandanten unzutreffende 
Strafurteil richtig zu stellen. X. entschuldige sich im ihm möglichen Umfang und Aus-
mass gegenüber dem sich in seiner Ehre verletzt fühlenden Kläger und ersuche, 
das vorliegende Verfahren durch das Kreisamt A. abschreiben zu lassen. X. distan-
zierte sich mit Schreiben vom 7. Mai 2007 hingegen von der Eingabe seines Anwal-
tes. Er hielt fest, dass nie die Rede davon gewesen sei, dass er sich bei Y. entschul-
dige. Y. sei für ihn ein krimineller Arzt, der durch seinen falschen Arztbericht einen 
Verbrecher geschützt habe. Als Folge dieses Schreibens legte Rechtsanwalt lic. iur. 
Luzi Bardill sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder. 

E. Mit Schreiben vom 9. Mai 2007 bat Y. um Fortsetzung des Verfahrens. Am 
29. Mai 2007 ergänzte er seine Klage gegen X. insofern, als er ausführte, er denke, 
dass sich sämtliche für diesen Fall relevanten Unterlagen im Besitze des Kreisprä-
sidenten befänden. 

F. In der Folge reichte X. am 12. Juni 2007 eine Stellungnahme ein. Seiner 
Eingabe legte er den vom 3. Juli 2000 datierten „Arztbericht Polizei“, der von K., 
Oberarzt Chirurgie/Orthopädie, und von Y., damals Assistenzarzt Chirugie/Ortho., 
unterzeichnet ist, bei. Ebenfalls legte er seinem Schreiben einen „Offenen Brief“ 
vom 4. Juni 2007 bei. Der Kreispräsident A. wertete die Stellungnahme als sinn-
gemässen Antrag um Zulassung zum Entlastungsbeweis. Mit Eingabe vom 12. Juli 
2007 erhob Y. Einrede gegen diesen Antrag. Er beantragte, X. sei nicht zum Ent-
lastungsbeweis zuzulassen, da dieser vorwiegend in der Absicht gehandelt habe, 
ihm etwas Übles vorzuwerfen. In der Folge übermittelte der Kreispräsident A. die 
Akten gestützt auf Art. 166 Abs. 2 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Prätti-
gau/Davos zwecks Beurteilung der Frage um Zulassung zum Entlastungsbeweis. 

G. Mit Urteil vom 27. September 2007, mitgeteilt am 12. Oktober 2007, wies der 
Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos den Antrag von X. auf Zulassung zum 
Entlastungsbeweis ab. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Berufung von X. 
wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums Graubünden vom 4. August 

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2008, mitgeteilt am 11. August 2008, wegen Nichtleistung des Kostenvorschusses 
als erledigt abgeschrieben. 

H. Am 12. November 2008, mitgeteilt am 26. November 2008, erliess der 
Kreispräsident A. folgende Anklageverfügung:

„1.  X. wird angeklagt der Ehrverletzung im Sinne von Art. 173 Abs. 1 StGB.

2.  Der Fall wird an die Strafkammer des Bezirksgerichts Prättigau/Davos zur Be-
urteilung überwiesen.

3. Das Gericht wird gebeten, mit dem Urteil auch über die Kosten des Kreisamtes 
A. zu befinden. Es sind dies:
Aussöhnungsverfahren Fr. 200.--
Untersuchungsverfahren Fr. 500.--
Total Fr. 700.--

4. Der Kostenvorschuss von Fr. 560.-- (Y.) wird an das Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos überwiesen. 

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

Eine dagegen von X. erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden mit Präsidialverfügung vom 10. Dezember 2008, mit-
geteilt am 15. Dezember 2008, ab.

I. Am 14. Mai 2009 fand die Hauptverhandlung vor Bezirksgerichtsausschuss 
Prättigau/Davos statt. Die Parteien waren persönlich anwesend. Anlässlich dieser 
Hauptverhandlung liess X. folgenden Antrag stellen: 

„1. Aufgrund der ungenügenden Klageschrift und aufgrund der Verletzung des Ak-
kusationsprinzips in Form einer mangelhaften Anklageverfügung, sei das Ver-
fahren wegen einer somit fehlenden zwingenden Prozessvoraussetzung einzu-
stellen. 

2. Eventualiter sei X. von einer Bestrafung gemäss Art. 173 Abs. 1 StGB freizu-
sprechen.

3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

Replizierend wies Y. darauf hin, dass der Kreispräsident A., als er den Strafantrag 
gestellt habe, ihm gesagt habe, dass seine diesbezüglichen Darlegungen und Ein-
gaben ausreichen würden.

Duplizierend verwies der Rechtsvertreter von X. auf die gesetzlichen Bestimmun-
gen, die der kantonale Gesetzgeber erlassen habe und die eben gewisse, auch 

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formelle Anforderungen an das Ehrverletzungsverfahren stellen würden. Dies zu 
beachten obliege dem Privatstrafkläger.

J. Mit Urteil vom 14. Mai 2009, mitgeteilt am 22. Juni 2009, erkannte der Be-
zirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos:

„1. X. ist schuldigt der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 alt StGB. 

2. Dafür wird X. mit einer Busse in der Höhe von Fr. 500.00 bestraft. 

Diese Fr. 500.00 sind von X. innert 30 Tagen nach eingetretner Rechtskraft die-
ses Urteils an die Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos, PC 70-3922-1, zu be-
zahlen.

3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: 

- den Kosten des Kreisamtes A. von Fr. 700.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00
total somit von Fr. 3'200.00

gehen zulasten des X.. Sie werden nach Eintritt der Rechtskraft dieser Urteils-
dispositv-Ziffer 3 gestützt auf die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Prät-
tigau/Davos betreffend Ernennung eines Rechtsbeistandes (Proz. Nr. 530-2006-
7) direkt beim Kanton Graubünden erhoben.

4. Die ausseramtlichen Aufwendungen des Rechtsvertreters von X., Rechtsanwalt 
lic. iur. Hermann Just, betragen Fr. 2'759.40. Nach Rechtskraft dieser Urteilsdis-
positiv-Ziffer 4 wird das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden er-
sucht, Rechtsanwalt Just diese Fr. 2'759.40 zu bezahlen, unter Einräumung des 
Regressrechtes auf X..

5. Die von Y. geleisteten Vertröstungen in Höhe von Fr. 560.00 (Fr. 60.00 + Fr. 
500.00) werden diesem nach Rechtskraft des Urteils erstattet.

6. (Rechtsmittelbelehrung). 

7. (Mitteilung).“

K. Dagegen liess X. am 10. Juli 2009 Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden erklären und beantragen:

„1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos vom 14. Mai 
2009 sei als Ganzes aufzuheben und die Privatstrafklage des Y. sei, soweit 
darauf eingetreten werden kann, abzuweisen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Privatstrafklägers 
für das Verfahren vor Kantonsgericht und für das Verfahren vor dem Bezirks-
gericht Prättigau/Davos.“

L. Mit Verfügung vom 13. Juli 2009 wurde dem Bezirksgerichtsausschuss Prät-
tigau/Davos die Möglichkeit zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeräumt. Mit 

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gleicher Verfügung erhielten die Staatsanwaltschaft Graubünden und Y. eine Frist 
zur Einreichung einer allfälligen Berufungsantwort. Schliesslich wurde Y. mit Verfü-
gung gleichen Datums dazu aufgefordert, einen Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 3'000.-- zu leisten. 

M. Am 15. Juli 2009 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Möglichkeit, eine 
Berufungsantwort einzureichen. Mit Schreiben vom 24. Juli 2009 erklärte Y., dass 
er am Berufungsverfahren nicht teilnehmen und keinen Kostenvorschuss leisten 
werde. Schliesslich verzichtete auch die Vorinstanz mit Schreiben vom 28. Juli 2009 
unter Übersendung sämtlicher Akten und unter Hinweis auf die Erwägungen im an-
gefochtenen Urteil auf die Einreichung einer Vernehmlassung.

Auf die weiteren Vorbringen in der Rechtsschrift sowie die Ausführungen im ange-
fochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen. 

Die I. Strafkammer zieht in Erwägung:

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse, so-
wie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten (ausgenommen 
Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und Strafmandate) kön-
nen der Verurteilte, das Opfer und der Staatsanwalt beim Kantonsgericht Berufung 
einreichen (Art. 141 Abs. 1 und 2 StPO). Auch Urteile der Bezirksgerichtsaus-
schüsse in Ehrverletzungssachen sind von den Parteien mit Berufung an das Kan-
tonsgericht von Graubünden anfechtbar (Art. 168 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Forma-
litäten richten sich dabei nach den allgemeinen Bestimmungen über das Berufungs-
verfahren gemäss Art. 141 ff. StPO (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung 
des Kantons Graubünden [StPO], 2. Aufl., J. 1996, S. 423). Die Berufung ist innert 
20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzurei-
chen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen 
Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder 
lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 141 ff. StPO). Diesen Anforderungen 
vermag die im Übrigen form- sowie fristgerecht eingereichte Berufung von X. vom 
10. Juli 2009 zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist. 

2. Das Ehrverletzungsverfahren ist ein besonderes Verfahren und richtet sich 
nach den Bestimmungen der Art. 162 ff. StPO. Ergänzend finden die Bestimmungen 
über das ordentliche Verfahren und subsidiär jene der ZPO Anwendung (Padrutt, 

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a.a.O., S. 418). Den Vergehen gegen die Ehre ist eigen, dass sie nur auf Antrag 
des Verletzten verfolgt werden, und dass der Prozess grundsätzlich in einem dem 
zivilprozessualen Zweiparteienverfahren angenäherten Verfahren geführt wird. We-
sentliche Elemente im Sinne des Privatstrafklageverfahrens sind etwa die Einleitung 
des Verfahrens durch schriftliche Klage des Verletzten, der Ablauf der Hauptver-
handlung, an welcher die Parteien ihre Sache selbst beziehungsweise durch ihre 
privat bestellten Anwälte zu vertreten haben, sowie die Möglichkeit beider Parteien, 
gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung beim Kantonsgericht einzulegen. Ein 
Parteivortritt findet gemäss Art. 168 Abs. 2 StPO im Berufungsverfahren nicht statt. 
Davon abgesehen kann von einer mündlichen Verhandlung vor der Rechtsmittelin-
stanz aber ohnehin abgesehen werden, soweit die erste Instanz tatsächlich münd-
lich verhandelt hat, wenn nur Rechtsfragen oder Tatfragen zur Diskussion stehen, 
die sich leicht nach den Akten beurteilen lassen, ferner wenn eine reformatio in 
peius ausgeschlossen  oder die Sache von geringer Tragweite ist und sich keine 
Fragen zur Person und deren Charakter stellen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b; PKG 
2001 Nr. 19; ZGRG 2/99, S. 46). Zudem darf einem nicht öffentlichen Verfahren kein 
wichtiges öffentliches Interesse entgegenstehen. Der Betroffene kann aber auch 
von sich aus auf eine mündliche Verhandlung verzichten. Voraussetzung eines wirk-
samen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschwei-
gen des Betroffenen eindeutig ergibt. Vorliegend hat der Berufungskläger still-
schweigend auf eine mündliche Berufungsverhandlung verzichtet, indem er deren 
Durchführung zu keinem Zeitpunkt beantragte. Das angefochtene Urteil des Be-
zirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos wurde am 14. Mai 2009 im Anschluss an 
eine mündliche Hauptverhandlung, an welcher der Berufungskläger anwesend war, 
erlassen. Die Frage der reformatio in peius (Art. 146 Abs. 1 StPO) stellt sich vorlie-
gend nicht, da lediglich der Berufungskläger gegen das vorinstanzliche Urteil Beru-
fung erhoben hat. Im Weiteren stellen sich keinerlei Fragen zur Person und zum 
Charakter des Berufungsklägers, die sich nicht auch aufgrund der Akten beantwor-
ten liessen. Die Tat- und Rechtsfragen lassen sich leicht nach den Akten beurteilen 
und die Angelegenheit ist von geringer Tragweite. Im vorliegenden Fall steht einem 
nichtöffentlichen Verfahren auch kein wichtiges öffentliches Interesse entgegen. 
Auch unter diesen Aspekten kann auf die Durchführung einer mündlichen Verhand-
lung verzichtet werden (vgl. BGE 119 Ia 318 f.; PKG 2001 Nr. 19). Die streitige 
Strafsache kann gestützt auf die vorliegenden Akten ohne mündliche Verhandlung 
sachgerecht entschieden werden. Ein persönliches Vortreten von X. vor Schranken 
ist nicht notwendig. 

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3. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsgericht als 
Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte Kognition zukommt 
(Art. 146 Abs. 1 StPO), es jedoch das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im 
Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft. Es gilt dabei aber zu 
berücksichtigen, dass das Kantonsgericht auch weitere Urteilspunkte abändern 
oder ergänzen kann und muss, wenn sonst der Würdigung aller Umstände unzurei-
chend Rechnung getragen würde beziehungsweise einzelne Fragen aus dem Sach-
zusammenhang gerissen würden und damit Bundesrecht verletzt würde (vgl. BGE 
117 IV 104 ff.).

4.a) Wie bereits ausgeführt, werden Vergehen gegen die Ehre (Art. 173 – 177 
StGB) nur auf Antrag des Verletzten verfolgt. Nach der Praxis des Bundesgerichts 
liegt ein gültiger Strafantrag im Sinne von Art. 28 alt StGB vor, wenn der Antrags-
berechtigte vor Ablauf einer Frist von drei Monaten, seit dem ihm der Täter bekannt 
geworden ist (Art. 29 alt StGB), in der vom kantonalen Recht vorgeschriebenen 
Form bei der zuständigen Behörde seinen bedingungslosen Willen zur Strafverfol-
gung des Täters so erklärt, dass das Strafverfahren ohne weitere Willenserklärung 
weiterläuft (vgl. BGE 131 IV 97 Erw. 3.1). Y. reichte mit Schreiben vom 21. April 
2006, der Post übergeben am 4. Mai 2006, eine Ehrverletzungsklage ein und legte 
dieser drei Beweisstücke bei. Der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos hielt 
in seinem Urteil vom 27. September 2007 fest, dass einzig das vom Privatstrafkläger 
eingelegte Schreiben vom 22. März 2006 an eine M. innerhalb der dreimonatigen 
Antragsfrist liege. Bezüglich des Schreibens vom 6. August 2005 sowie jenes vom 
12. Juli 2005 sei die Antragsfrist jedoch verpasst (vgl. Kreisamt act. 2.7, Erw. 3.1 S. 
8 f.). 

b) Die Frage, in welcher Form und bei welcher Behörde der Strafantrag zu stel-
len ist, wird vom kantonalen Recht geregelt (BGE 131 IV 97 Erw. 3.1). Gemäss Art. 
163 Abs. 1 StPO ist der Strafantrag dem Kreisamt in Form einer schriftlichen Klage, 
in welcher die wesentlichen Beweismittel namhaft gemacht werden, einzureichen. 
Die von Y. mit Schreiben vom 21. April 2006 eingereichte Ehrverletzungsklage be-
inhaltet folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr L.

Ich möchte hiermit gegen Herrn X., E. (Wohnsitzadresse in der CH mir unbekannt) 
einen Strafantrag wegen Ehrverletzung erheben.

Die verschiedenen Unterlagen/Beweisstücke habe ich als Kopien diesem Brief bei-
gelegt.

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Die mit der Klage zu entrichtende Vertröstung von 60.- Fr habe ich diesem Schrei-
ben beigelegt.

Freundliche Grüsse

Gez. Y.“

c) X. rügt in seiner Berufung vom 10. Juli 2009, es würden weder eine genü-
gende Strafklage noch genügende Anträge des Privatstrafklägers vorliegen. Die 
schriftliche Klage des Verletzten habe bestimmten Anforderungen zu genügen. Es 
werde verlangt, dass die Tat nach ihrem äusseren Geschehen kurz umschrieben 
werde. Die Klageschrift von Y. vermöge diesen Anforderungen nicht zu genügen. 
Die Ehrverletzungsklage vom 21. April 2006 beschränke sich darauf, Strafantrag 
wegen Ehrverletzung zu erheben und Beweismittel einzureichen. Eine Schilderung 
des Sachverhaltes fehle vollständig. Bezüglich des mit der Klage eingereichten 
Schreibens an eine Frau M. sei festzuhalten, dass es in keiner Art und Weise belegt 
sei und somit bestritten werde, dass X. tatsächlich Urheber dieses Schreibens sei 
und dass dieses effektiv am 22. März 2006 verschickt worden sei. Im vorliegenden 
Fall würden weder die Strafklage, noch die Ergänzung der Strafklage, noch die Aus-
führungen des Privatstrafklägers anlässlich der Hauptverhandlung auch nur im Ent-
ferntesten diesen Anforderungen zu genügen vermögen. Sodann sei auch nicht er-
stellt, dass die Markierung der Passage „krimineller Arzt Y., der im Auftrag einen 
falschen Arztbericht zugestellt hat“, tatsächlich vom Privatstrafkläger stamme. Auf-
grund des Protokolls der Sühneverhandlung ergebe sich, dass der Privatstrafkläger 
sich ausschliesslich gegen die Nazi-Anschuldigungen verwehrt habe und somit 
diese als ehrverletzend qualifiziere. Entsprechende Anschuldigungen seien aber le-
diglich in den beiden Schreiben, bezüglich welcher die Antragsfrist zum Zeitpunkt, 
als der Strafantrag eingereicht wurde, längstens abgelaufen sei, enthalten. Aus den 
Äusserungen des Privatstrafklägers ergebe sich, dass er das durch die Schreiben 
verursachte Gesamtbild als ehrverletzend betrachtet habe, was den Anforderungen 
an eine Strafklage gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung jedoch nicht 
genüge. 

d) Während – wie bereits ausgeführt – die Frage, in welcher Form und bei wel-
cher Behörde der Strafantrag zu stellen ist, vom kantonalen Recht geregelt wird, 
beurteilt sich nach eidgenössischem Recht, ob die abgegebene Erklärung inhaltlich 
als Strafantrag zu qualifizieren ist, also den Willen des Verletzten kundgibt, den 
Täter wegen einer bestimmten Tat zu verfolgen. In der Regel bringt der Strafan-
tragsteller einen bestimmten Sacherhalt zur Anzeige, während die rechtliche Wür-
digung der Handlung der Behörde obliegt (BGE 131 IV 97, Erw. 3.1). Da das Unter-
suchungsverfahren im Zeitpunkt der Klageeinreichung noch nicht durchgeführt ist, 

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sind an die Umschreibung des Sachverhaltes keine hohen Anforderungen zu stel-
len. Die Strafklage muss jedoch eine kurze Umschreibung des inkriminierten Vor-
ganges enthalten, so dass der Angeschuldigte weiss, was ihm vorgeworfen wird 
und wogegen er sich zu verteidigen hat (PKG 1990 Nr. 40; Padrutt, a.a.O., S. 419). 
Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, vermag die vorliegende Klageschrift vom 
21. April 2006 diesen Anforderungen zu genügen. 

e) Der Berufungsbeklagte hielt in seiner Ehrverletzungsklage ausdrücklich fest, 
dass er gegen X. Strafantrag wegen Ehrverletzung stelle und verwies auf die ver-
schiedenen Unterlagen resp. Beweisstücke, die er in Kopie beigelegt hat. Wie be-
reits aufgezeigt, ist für das vorliegende Verfahren jedoch einzig das der Klageschrift 
beigelegte Schreiben vom 22. März 2006 an M. relevant. Es darf davon ausgegan-
gen werden, dass dies auch der Berufungskläger gewusst hat, war er doch ab der 
Sühneverhandlung vom 7. Februar 2007 anwaltlich vertreten. Das besagte Schrift-
stück beinhaltet zahlreiche Äusserungen und Anschuldigungen gegenüber mehre-
ren Personen. Die Textpassage, die sich auf Y. bezieht, lautet wie folgt:

„Da ich keine Straftat begangen habe, konnte auch kein Zeuge oder Beweis erbracht 
werden. Die Beweise die erbracht wurden, waren konstruiert, wie ein falscher Arzt-
bericht von einem kriminellen Arzt Y., der im Auftrag einen falschen Arztbericht (ra-
diologisch festgestellte Rippenfraktur, Rippenbogen rechts) der Polizei zugestellt 
hat. Ein diesbezügliches Röntgenbild oder andere Beweise konnte Y. nicht vorlegen, 
weil alles Lug und Betrug war.“ 

Aus der aufgeführten Textpassage geht unmissverständlich hervor, dass der Beru-
fungskläger Y. vorwirft, im Auftrag einen falschen Arztbericht erstellt zu haben und 
deshalb ein krimineller Arzt zu sein. Der Y. betreffende Inhalt des Schreibens vom 
22. März 2006 lässt keine Zweifel offen, durch welche Äusserung sich der Beru-
fungsbeklagte in seiner Ehre verletzt gefühlt haben muss. Ob die relevante Text-
passage vom Privatstrafkläger teilweise mit Leuchtstift hervorgehoben wurde, wird 
vom Berufungskläger in Frage gestellt. Diese Frage kann vorliegend jedoch offen 
bleiben, denn die ehrverletzende Aussage ist auch ohne entsprechende Markierung 
zweifelsfrei erkennbar. Dass der Berufungskläger ganz genau gewusst hat, was ihm 
zur Last gelegt wurde, zeigen auch das Schreiben des Berufungsklägers vom 7. 
Mai 2007 sowie die vom Berufungskläger am 12. Juni 2007 eingereichte Stellung-
nahme mit dem sinngemässen Antrag auf Zulassung zum Entlastungsbeweis. Der 
Berufungskläger machte darin gelten, der Arztbericht von Y., der damals zu seiner 
Verurteilung geführt habe, sei falsch. Wäre ihm nicht bewusst gewesen, dass sich 
Y. an der Äusserung „er sei ein krimineller Arzt, der im Auftrag einen falschen Arzt-

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bericht der Polizei zugestellt habe“ gestört hatte, hätte er nicht den sinngemässen 
Antrag gestellt, die Wahrheit eben dieser Äusserung beweisen zu wollen. 

f) Der Berufungskläger bringt ferner vor, dass sich aufgrund des Protokolls der 
Sühneverhandlung ergebe, dass der Privatstrafkläger sich ausschliesslich gegen 
die Nazi-Anschuldigungen verwehrt habe und somit diese als ehrverletzend qualifi-
ziere. Diesem Einwand ist nicht zu folgen. Das Protokoll der Sühneverhandlung hat 
lediglich die Namen der Anwesenden, den Gang der Verhandlung und den Hinweis 
zu enthalten, ob die Aussöhnung zustande gekommen ist oder nicht (Padrutt, 
a.a.O., S. 429). Eine wörtliche Protokollierung wird demnach nicht verlangt und 
wurde im vorliegenden Fall auch nicht vorgenommen, weshalb dem Protokoll keine 
solch grosse Bedeutung zuzumessen ist, wie dies der Berufungskläger tut. 
Schliesslich ist im Protokoll die Aussage von Y. protokolliert „…, er habe nichts mit 
den Nazi-Anschuldigungen etc. zu tun.“ Die Abkürzung etc. weist darauf hin, dass 
anlässlich der Sühneverhandlung noch weitere Ausführungen gemacht worden 
sind, die nicht protokolliert wurden. Schliesslich zeigt auch die Stellungnahme des 
Berufungsklägers vom 12. Juni 2007, dass dieser dem Inhalt des Protokolls der 
Sühneverhandlung nicht einen so grossen Stellenwert eingeräumt hat, wie er nun 
geltend macht. Sein Schreiben beinhaltet keine Ausführungen zu den Nazi-Äusse-
rungen. Auch der vom Berufungskläger angeführte Hinweis auf den Entscheid des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 5. Dezember 2007 (SB 07 20) ist nicht hilf-
reich, da vorliegend von einem anderen Sachverhalt auszugehen ist. Im erwähnten 
Entscheid beanstandete der Privatstrafkläger die Aussage, als krimineller Auslän-
der bezeichnet worden zu sein. In den Schreiben, die er seiner Strafanzeige bei-
legte, markierte er diese Aussage. Dass auch eine weitere, völlig andere Aussage, 
Gegenstand der Strafanzeige bilde, erwähnte er in seiner Klageschrift nicht und 
markierte diese Aussage auch nicht in den beigelegten Dokumenten. Erst in seiner 
Klageergänzung brachte er vor, dass auch diese zweite Ausführung Gegenstand 
der Strafanzeige sei. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch die Strafantragsfrist bezüglich 
dieses Vorbehalts bereits abgelaufen, weshalb sie nicht Gegenstand des Verfah-
rens bilden konnte. Das vorliegend relevante Begleitschreiben beinhaltet jedoch – 
wie vorgängig ausgeführt – gegenüber Y. nur eine Anschuldigung, nämlich jene, 
dass er, weil im Auftrag einen falschen Arztbericht erstellt, ein krimineller Arzt sei. 
Ein Vergleich mit dem erwähnten Urteil ist somit nicht sachdienlich. Aus dem glei-
chen Grund ist auch der Hinweis auf BGE 124 IV 162, 167 nicht hilfreich. Das Bun-
desgericht hält im besagten Entscheid fest, dass es bei Äusserungsdelikten, etwa 
bei Ehrverletzungen gemäss Art. 173 ff. StGB die einzelnen eingeklagten Äusse-
rungen so beurteilt, wie sie vom Adressaten verstanden werden. Die einzelnen Äus-
serungen sind die Straftaten, nicht die Schaffung eines Gesamtbildes. Im vorliegen-

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den Fall geht es jedoch nicht um eine Gesamtbetrachtung sondern um die Aussage, 
Y. sei ein krimineller Arzt, da er im Auftrag einen falschen Arztbericht erstellt habe. 

g) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Berufungskläger ganz genau 
gewusst hat, was ihm vorgeworfen wurde. Es war ihm durchaus möglich, sich gegen 
das ihm Vorgeworfene zur Wehr zu setzen. Dies belegt der Antrag des Berufungs-
klägers auf Zulassung zum Entlastungsbeweis. Es ist somit – entgegen der Meinung 
des Berufungsklägers – von einer genügenden Klageschrift und von genügenden 
Anträgen von Y. auszugehen. 

5.a) Des Weiteren macht X. eine Verletzung des Anklagegrundsatzes geltend. Mit 
Anklageverfügung vom 12. November 2008, mitgeteilt am 26. November 2008, 
werde er der Ehrverletzung gemäss Art. 173 Abs. 1 StGB angeklagt, ohne dass der 
Sachverhalt auch nur andeutungsweise unter diese Gesetzesbestimmung subsu-
miert werde. Der Angeklagte müsse, damit er sich angemessen verteidigen könne, 
genau wissen, welchen Tatbestand er gemäss Untersuchungsbehörde erfülle. An-
dernfalls könne er nicht gezielt Stellung nehmen und sich adäquat zur Wehr setzen. 
Es müsse gefordert werden, dass in der Anklageverfügung aufgeführt werde, wel-
che konkreten Äusserungen welchen Tatbestand erfüllt haben sollen. Aufgrund ei-
ner Verletzung des Anklagegrundsatzes fehle es vorliegend an einer gültigen An-
klageverfügung und somit an einer zwingenden Prozessvoraussetzung. Das Ver-
fahren wäre deshalb mit einem Einstellungsbeschluss zu erledigen gewesen. 

b) Unbestritten ist, dass auch im Ehrverletzungsverfahren, einem so genannten 
Privatstrafklageverfahren, der Anklagegrundsatz gilt (vgl. PKG 1990 Nr. 41). In per-
soneller Hinsicht bedeutet dies, dass die Aufgabe des Anklägers, welcher den staat-
lichen Strafanspruch geltend macht, und die Funktion des Richters, welcher ent-
scheidet, ob der in der Anklage enthaltene Vorwurf begründet ist, getrennt sind. Die 
sachliche Bedeutung des Anklagegrundsatzes liegt darin, dass die Anklage den Be-
schuldigten, gegen den sich das Strafverfahren richtet, zu bestimmen und den Ge-
genstand des Verfahrens und des Urteils zu umreissen hat. Die Anklageschrift hat 
damit eine doppelte Bedeutung: sie dient einerseits der Bestimmung des Prozess-
gegenstandes (Umgrenzungsfunktion) und vermittelt andererseits dem Beschuldig-
ten die für die Durchführung des Verfahrens und die Verteidigung notwendigen In-
formationen (Informationsfunktion). Der angeklagte Lebensvorgang muss mit dem 
zur Verhandlung und Beurteilung stehenden übereinstimmen (Erfordernis der Tati-
dentität). Dieses Gebot entspricht rechtsstaatlichen Grundsätzen. Der Angeklagte 
muss wissen, wessen er beschuldigt ist, damit er in den Stand gesetzt wird, seine 

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Verteidigung vorzubereiten, und nicht Gefahr läuft, anlässlich der Hauptverhand-
lung oder gar erst im Urteil mit neuen Anschuldigungen überrascht zu werden, zu 
denen er sich weder äussern noch Beweise bezeichnen konnte. Das in der bünd-
nerischen Strafprozessordnung in Art. 98 Abs. 2 StPO verankerte Anklageprinzip 
ist unter anderem dann verletzt, wenn das Gericht seinem Urteil einen Lebensvor-
gang zugrunde legt, der dem Angeklagten nicht in gehöriger Form unter Wahrung 
seiner Verteidigungsrechte unterbreitet wurde. Mit dem Anklagegrundsatz eng ver-
bunden ist das Immutabilitätsprinzip. Dieses besagt, dass das Verfahrens- und Ur-
teilsthema, welches durch die Anklage fixiert wird, zum Schutze des Angeklagten 
unverändert bleiben muss. Eine Verurteilung aufgrund eines von der Anklage ab-
weichenden Sachverhaltes verletzt zudem den Anspruch auf rechtliches Gehör 
gemäss Art. 29 BV und Art. 6 EMRK, wenn dem Angeklagten nicht Gelegenheit 
geboten wird, sich gegen eine für ihn nachteilige Änderung des Prozessthemas zu 
verteidigen. Das Gericht darf demnach nicht einen Sachverhalt beurteilen, der dem 
Angeklagten weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht in der Anklageschrift 
zur Last gelegt und auch in einem späteren Zeitpunkt nicht in gehöriger Form unter 
Wahrung seiner Verteidigungsrechte vorgehalten worden ist (zum Ganzen Hau-
ser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 
50 N 1 ff. sowie PKG 1996 Nr. 34 und PKG 1992 Nr. 58). Hinsichtlich der rechtlichen 
Würdigung des Sachverhalts ist das Gericht dagegen (in erster Instanz wie im 
Rechtsmittelverfahren) nicht an die Anträge der Anklagebehörde gebunden, son-
dern in seiner Würdigung frei (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 50, N. 6; Art. 
125 Abs. 4 StPO).

c) Nach dem Gesagten ist somit zu prüfen, ob die Anklageverfügung des 
Kreispräsidenten A. vom 12. November 2008 diesen Anforderungen entspricht. Aus 
der besagten Anklageverfügung geht hervor, dass X. der Ehrverletzung im Sinne 
von Art. 173 Abs. 1 StGB angeklagt wird. Der dem Angeklagten zur Last gelegte 
Sachverhalt wird unter Ziff. 7 der Verfügung konkretisiert. Es wird auf einige Schrei-
ben verwiesen, die Y. zusammen mit seiner Klageschrift eingereicht hat. Der Ankla-
geverfügung ist zu entnehmen, dass die besagten Schreiben verleumdende Aus-
drücke beinhalten, die auch verbreitet worden seien. Darüber hinaus würden auch 
die Einlagen des Beklagten vor dem Kreispräsidenten solche Äusserungen enthal-
ten (Kreisamt act. Dossier 1). Auch wenn vorliegend der zu beurteilende Sachver-
halt nicht wortwörtlich in der Anklageverfügung festgehalten ist, so geht er doch 
aufgrund der Hinweise auf die vom Berufungsbeklagten beigelegten Schreiben und 
die Einlagen des Berufungsklägers vor dem Kreispräsidenten klar aus der Anklage-
verfügung hervor. Die Y. betreffenden Textpassagen der drei Schreiben deuten im 

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Kern alle auf die Anschuldigung hin, Y. sei ein krimineller Arzt, da er im Auftrag 
einen falschen Arztbericht erstellt habe. Einige Äusserungen gehen sogar noch über 
diesen Vorwurf hinaus. Dass die weiterführenden Äusserungen zufolge Verwirkung 
der Antragsfrist nicht Gegenstand des Ehrverletzungsverfahrens bilden, geht aus 
dem Hinweis auf die Einlagen des Berufungsklägers vor dem Kreispräsidenten her-
vor. Die im Dossier 1 des Kreisamtes enthaltenen Äusserungen erwähnen den Ver-
gleich mit den Methoden der SS-Ärzte mit keinem Wort. Es ist somit offensichtlich, 
dass unter den Tatbestand der Ehrverletzung die Äusserung des Berufungsklägers, 
wonach Y. ein krimineller Arzt sei, der im Auftrag einen falschen Arztbericht erstellt 
habe, zu subsumieren ist. Die Vorinstanz hat schliesslich auch über keinen anderen 
als eben diesen Sachverhalt geurteilt. Dies wurde bereits mit Urteil des Bezirksge-
richtsausschusses Prättigau/Davos vom 27. September 2007 klargestellt. Jenes Ur-
teil befasste sich nur noch mit dem im Schreiben vom 22. März 2006 enthaltenen 
Vorwurf, wogegen klar festgehalten wurde, dass die Antragsfrist bezüglich der 
Schreiben vom 12. Juli 2005 und vom 6. August 2005 verwirkt sei. Der Berufungs-
kläger wusste somit genau – nachdem er dies mit Schreiben vom 7. Mai 2007 und 
mit Stellungnahme vom 12. Juni 2007 nochmals konkretisiert hatte –, was ihm vor-
geworfen wird und welchen Sachverhalts wegen er angeklagt wird. Dass der 
Kreispräsident in seiner Anklageverfügung von verleumderischen Ausdrücken ge-
sprochen hat und diese fälschlicherweise mit Art. 173 Abs. 1 StGB in Zusammen-
hang gebracht hat, ist nicht relevant. Das Gericht ist in seiner rechtlichen Würdigung 
des Sachverhaltes frei. Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, geht auch aus dem 
Plädoyer des Verteidigers von X. hervor, dass der Berufungskläger gewusst haben 
muss und wusste, was ihm vorgeworfen wurde. Er führte aus, dass das einzige 
Schriftstück, welches gemäss dem Entscheid des Bezirksgerichtsausschusses Ge-
genstand des vorliegenden Verfahrens sein könne, dasjenige sei, welches ein Da-
tum vom 22. März 2006 trage. Es sei jedoch aufgrund fehlender Unterschrift nicht 
erstellt, dass sein Mandant effektiv Urheber der entsprechenden Äusserungen sei 
(vgl. Vorinstanz act. 11, S. 8 f.). Daraus geht klar hervor, dass X. die ihm zur Last 
gelegten Äusserungen gekannt hat, bestreitet er doch, die entsprechenden Äusse-
rungen gemacht zu haben. 

d) Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Anklageverfü-
gung vom 12. November 2008 den Anklagegrundsatz und das damit verbundene 
Immutabilitätsprinzip keineswegs verletzt. Auch diesbezüglich ist der Entscheid der 
Vorinstanz zu schützen.

6.a) Schliesslich rügt der Verteidiger von X., der Beweis, dass der Berufungsklä-
ger die ihm zur Last gelegten ehrverletzenden Äusserungen am 22. März 2006 ge-

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genüber Frau M. gemacht habe, sei aufgrund der geführten Untersuchung nicht er-
bracht. Auch habe der Privatstrafkläger während dem ganzen Verfahren nie geltend 
gemacht, dass er den entsprechenden Brief von M. erhalten habe und wann dieser 
ihm und M. zugegangen sei. Der Schluss der Vorinstanz, wonach das Schreiben 
tatsächlich vom 22. März 2006 datiert sei und auch tatsächlich an M. gesendet wor-
den sei, sei unzulässig. Die Möglichkeit, dass es dieses Schreiben in dieser Form 
aus der Feder des Berufungsklägers nicht gegeben habe, könne aufgrund der Um-
stände nicht von der Hand gewiesen werden. Das Urteil der Vorinstanz sei mangels 
Nachweis der Täterschaft in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo aufzu-
heben. 

b) Gestützt auf Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO 
entscheidet das Gericht bei der Würdigung der Beweismittel nach freier Überzeu-
gung. Die Beweislast liegt beim Staat. Es ist Sache der Anklage, die Schuld des 
Angeklagten zu beweisen, und nicht dessen Aufgabe, seine Unschuld nachzuwei-
sen. Ist für den Strafprozess die materielle Wahrheit wegleitend, so kann für diese 
Beurteilung nur die freie, persönliche Meinung des Richters massgebend sein. Al-
lein auf diese Weise kann er ein für jeden Einzelfall zutreffendes Urteil fällen. Das 
Prinzip der materiellen Wahrheit findet deshalb im Grundsatz der freien Beweiswür-
digung seine logische Fortsetzung. Er besagt, dass die Organe der Strafrechts-
pflege frei von Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Ansicht aufgrund ge-
wissenhafter Prüfung darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen hal-
ten. Der Grundsatz will sicherstellen, dass der Richter nicht verpflichtet ist, etwas 
als erwiesen zu betrachten, wenn es nach seiner Überzeugung nicht ist, oder um-
gekehrt etwas als nicht erwiesen anzusehen, worüber für ihn kein Zweifel besteht. 
Auch Dokumente oder lediglich Indizien sind frei zu würdigen (vgl. Hau-
ser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N. 2 ff.; Padrutt, a.a.O., S. 306 ff.). Prinzipiell 
sind im Strafprozess an den Beweis, dass der Angeklagte die ihm zur Last gelegte 
Tat begangen hat, hohe Anforderungen zu stellen. Eine Verurteilung setzt indessen 
nicht einen absoluten Beweis voraus; denn mit solcher Gewissheit lassen sich in-
folge der Unzulänglichkeit des menschlichen Erkenntnisvermögens Tatsachen 
kaum je beweisen. Für die Überzeugung ist ein jeden vernünftigen Zweifel aussch-
liessendes Urteil eines besonnenen und lebenserfahrenen Beobachters erforder-
lich. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel dürfen dabei selbstverständlich nicht 
massgebend sein, weil solche immer möglich sind. Erheblich sind dagegen Zweifel, 
wenn sie sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen und jedem kritischen und 
vernünftigen Menschen stellen. Ist eine Überzeugung weder in der einen noch in 
der anderen Richtung zu gewinnen, so ist nach der Entscheidungsregel mit Verfas-

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sungsrang „in dubio pro reo“ und in Nachachtung von Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 
32 BV der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt anzunehmen. Aus dem 
Grundsatz „in dubio pro reo“ lässt sich aber nicht der formelle Schluss ziehen, so-
bald zwei widersprüchliche Sachverhaltsschilderungen vorlägen, sei stets von der 
für den Angeklagten günstigeren Variante auszugehen. Dieser Schluss ist nur ge-
rechtfertigt, sofern auf Grund einer sachlichen Beweiswürdigung beide Sachver-
haltsvarianten als gleichwertig erscheinen und keiner der beiden Versionen der Vor-
zug gegeben werden kann. Es ist freizusprechen, wenn nicht sämtliche schuld- und 
strafbegründenden Tatsachen für nachgewiesen erachtet werden und – objektiv be-
trachtet – offensichtlich erhebliche, schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel 
an der Schuld des Angeklagten bestehen, die der Richter nicht zu überwinden ver-
mag. Eine absolute Zweifelsfreiheit wird nicht verlang (Hauser/Schweri/Hartmann, 
a.a.O., § 54 N. 11 f,; Padrutt, a.a.O., S. 306 ff.; BGE 124 IV 86 mit Hinweisen). 

c) Auch indirekte, mittelbare Beweise, sog. Anzeichen oder Indizien, können ei-
nen für die Beweiswürdigung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsa-
chen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. 
Der Beweiswert einzelner Indizien kann verschieden sein. Einzelne können prak-
tisch mit Sicherheit auf ein Beweisthema hinweisen, andere tun es nur mit einer 
gewissen (mehr oder weniger grossen) Wahrscheinlichkeit. Oft weisen verschie-
dene Indizien auf eine Tat hin. In diesem Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer 
Gesamtheit zu würdigen. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. 
Es ist zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich 
allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tat-
sache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen 
rechtsgenüglichen Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (Hauser/Schweri/Hart-
mann, a.a.O., § 59 N. 12 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2002, 
1P.87/2002, in die Praxis 2002, Nr. 180, S. 953 ff.).

d) Aufgrund des Gesagten gilt es nachfolgend zu prüfen, ob der Beweis, dass 
das Schreiben an M. aus der Feder von X. stammt, im Sinne der obigen Ausführun-
gen als erbracht betrachtet werden kann und ob dieses Schreiben M. und Y. auch 
zugegangen ist. 

da) Unbestritten ist, dass das besagte Schreiben lediglich mit dem Absender des 
Berufungsklägers, jedoch nicht mit dessen Unterschrift versehen ist. Trotz des Feh-
lens eines solch klaren Hinweises, sprechen zahlreiche Indizien dafür, dass einzig 
der Berufungskläger Urheber dieses Schreibens sein kann und somit die ihm zur 
Last gelegten ehrverletzenden Äusserungen gegenüber M. gemacht hat. Nachfol-

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gend aufgeführte Schreiben, die alle zweifelsfrei aus der Feder des Berufungsklä-
gers stammen, beinhalten alle gleiche oder ähnliche Äusserungen gegenüber Y., 
wie sie im Schreiben an M. aufgeführt sind.

- Schreiben vom 6. August 2005 an N. mit dem Titel „2. Mahnung“ (Kreisamt act. 
1.1):

„Ich frage mich wer schützt anständige Bürger vor solchen Verbrechern wie H. und 
O. und solchen kriminellen Richtern wie P., Q., R. usw., die nur mit hätte, könnten, 
wären, usw. Urteile fällen und mit falschem Arztbericht von Y..“

………..

„Nur nach Aussagen von zwei Verbrechern und Berufslügnern, H. (Freund von P.) 
und O., und einem kriminellen Arzt Y., der einen fingierten Arztbericht ausstellte im 
Auftrag von P., wurde ich mit hätte, könnte, wäre usw. für schuldig befunden. Das 
sind Methoden wie die der SS-Ärzte in Auschwitz bei der Selektion im Auftrag von 
Adolf Hitler (arbeitsfähig oder Gas)!“

- Offenes Schreiben vom 12. Juli 2005 (Kreisamt act. 1.1):

„Diese Verbrecher wurden mit einem falschen Arztbericht von Y. und dem Untersu-
chungsrichter P. nach Stasi-Methoden geschützt.“

- Express-Brief vom 14. August 2006 an den Kreispräsidenten A. (Kreisamt act. 1.6):

„Die Interpretierung des falschen Arztberichtes von Y. durch das Bezirksgericht ist 
nicht nur dumm, sondern geradezu kriminell, da liegt es auf der Hand, dass der 
Bezirksrichter Q. kein Interesse hat mir irgendwelche Verfahrenshilfe zu gewähren.“

- Brief vom 7. Mai 2007 an den Kreispräsidenten A. (Kresiamt act. 1.16):

„Y. hat bestätigt, dass P. ihm den Auftrag erteilte einen falschen Arztbericht der Po-
lizei zuzustellen. Y. ist für mich ein krimineller Arzt, der durch seinen falschen Arzt-
bericht einen Verbrecher, Freund von P., geschützt hat.“

- Schreiben vom 12. Juni 2007 an den Kreispräsidenten A. und diesem Schreiben 
beigelegter offener Brief vom 4. Juni 2007 (Kreisamt act 2.4):

„Y. stellte ein falsches Dokument aus, das eine radiologisch festgestellte Rippen-
fraktur am Rippenbogen rechts beinhaltete. Y. kann bis zum heutigen Tag weder 
ein Röntgenbild, Fotos noch sonst etwas als Beweis für  sein falsches Dokument 
vorlegen. Also hat Y. wissentlich einen falschen Beweis eingebracht, um einen Ver-
brecher wie H. (Freund von P.) zu schützen.“

………..

„Y. ist ein skrupelloser Arzt, der im Auftrag falsche Arztberichte ausstellt, um Ver-
brecher wie H., _, A., zu schützen.“

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………..

„Weil ich unschuldig bin, konnte und kann kein Zeuge (O.) angeboten oder Beweis 
erstellt werden. Es liegt somit ein reiner Betrug seitens P., Y., Bezirksrichter Q., Kan-
tonsrichter R. usw. aufgrund der Ausstellung eines falschen Dokuments vor.

Um einen Verbrecher wie H. zu schützen, wurde Y., _, A. selbst zum Verbrecher.“

- Schreiben vom 7. November 2008 an den Kreispräsidenten A. (Kreisamt act. 2.16):

„Dass Y. der Polizei am 3.7.2000 ein falsches Dokument zugestellt hat, ist bewiesen, 
denn bis zum heutigen Tag konnten weder ein Röntgenbild, eine Ultraschallauf-
nahme noch Fotos von einer Verletzung am Rippenbogen rechts bei H. vorgelegt 
werden. ………..

Weil die Aussagen dieser zwei Personen nicht glaubwürdig waren, hat der ehema-
lige Untersuchungsrichter P. meine Anklage gegen O. wegen falscher Zeugenaus-
sage unter den Tisch gekehrt und dafür den falschen Arztbericht von Y. als Beweis 
herangezogen, um die zwei Verbrecher zu schützen. Dass Y. sich auf eine solche 
Schweinerei eingelassen hat, muss er selbst verantworten. Die Quittung dafür hat 
er bereits erhalten. Er musste seine Arztpraxis und seine Wohnung in A. aufgeben, 
da er nicht mehr glaubwürdig ist. Ja für mich ist er ein Verbrecher, der Dokumente 
fälscht, um ein Verbrechen zu vertuschen.“ ………..

- Eingeschriebener Brief vom 7. August 2006 an den Kreispräsidenten A. (Kreisamt 
act. 4.2):

„Der Bezirksrichter Q. wird kaum Interesse haben, dass ich zu meinem Recht 
komme, da er mit den gleichen Stasi Methoden urteilte, wie der korrupte ehemalige 
Untersuchungsrichter P., welcher aufgrund des falschen Arztberichtes von Y. (ra-
diologisch festgestellte Rippenfraktur am Rippenbogen rechts) erfand, dass eine ty-
pische Verletzung durch einen Ellenbogenschlag auf der rechten Seite vorliege (wel-
che ich H.-X. zugefügt haben sollte). ………..

Es waren daher alles reine Lügen von Y., P. und Q. für die ich ohne Beweise verur-
teilt und in den finanziellen Ruin getrieben wurde. ……

Es ist bewiesen, dass der Arztbericht von Y. falsch ist, weil H.-X. weder am Rippen-
bogen noch sonst eine Verletzung rechts hatte, die vom 25. Juni 2000 stammte, da 
ich H.-X. nichts gemacht hatte.

Der ehemalige Untersuchungsrichter P. schloss die Untersuchung gegen mich am 
25. April 2001 ab. Er stützte seine Unterstellungen auf einen von Y. ausgestellten 
Arztbericht, welcher eindeutig falsch war und worin festgehalten wurde, dass es sich 
um eine radiologisch festgestellte Rippenfraktur am Rippenbogen rechts handle. Da 
es eine reine Lüge war, gab es auch kein Röntgenbild. Das heisst, dass Y. ein Do-
kument gefälscht hat, um einen Verbrecher wie H.-X., ein persönlicher Freund vom 
ehemaligen Untersuchungsrichter P., vor einer Strafuntersuchung zu schützen.

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Ich wurde aufgrund dieses falschen Arztberichtes in den finanziellen Ruin getrieben. 
Damit ist Y. ein krimineller Arzt, der im Auftrag ein Dokument gefälscht hat, um ein 
Verbrechen zu vertuschen (Verschwörung).“

- Einsprache vom 9. Mai 2007 an den kleinen Landrat der  A. (Kreisamt act. 5.1):

„So mussten neue Beweise konstruiert werden, um den persönlichen Freund von 
P., den als „Stricher“ bekannten H., vor einer Strafuntersuchung wegen falscher An-
schuldigung und den falschen Augenzeugen O. wegen falscher Zeugenaussage zu 
schützen, die Ermittlungen gegen diese zwei Herren fallen gelassen und dafür 
wurde dem untersuchenden Arzt Y. von P. der Auftrag erteilt einen falschen Arztbe-
richt der Polizei als Beweis zuzustellen.“

- Beschwerde vom 5. August 2007 an das Verwaltungsgericht des Kantons 
Graubünden (Kreisamt act. 5.4):

„Der wirkliche Grund, dass die Gemeinde A. mich von A. weg haben will, besteht 
darin, dass ich den Ex-Grosslandrat Y. öffentlich anklagte, ein Dokument gefälscht 
zu haben, um einen Verbrecher H., Freund von P., zu schützen. Nun nachdem ich 
den Fall an die Öffentlichkeit gebracht habe, hat Y. aus dieser Schande die Konse-
quenzen gezogen und seine Arztpraxis und Wohnung in A. aufgegeben, weil er sei-
nen falschen Arztbericht nicht rechtfertigen kann und konnte.“

Zwei Schreiben des ehemaligen Rechtsanwaltes des Berufungsklägers, lic. iur. Luzi 
Bardill, weisen ebenfalls darauf hin, dass das Schreiben vom 22. März 2006 an M. 
vom Berufungskläger stammt. Im Schreiben vom 17. April 2007 (Kreisamt act. 1.14) 
an den Kreispräsidenten A. führte der Rechtsanwalt aus, die Ehrverletzungsange-
legenheit könne nun doch abgeschlossen werden. X. habe einsehen müssen, dass 
das seinerseits von ihm gegenüber Y. Geäusserte der falsche Weg gewesen sei, 
um die laut seiner festen Überzeugung unzutreffenden Strafurteile richtig zu stellen. 
X. entschuldige sich nochmals im ihm möglichen Umfang und Ausmass gegenüber 
dem sich in seiner Ehre verletzt fühlenden Kläger. In einem Schreiben vom 8. Mai 
2007 (Kreisamt act. 1.17) an den Kreispräsidenten A. teilte Rechtsanwalt lic. iur. 
Luzi Bardill mit, dass er sein Mandat mit sofortiger Wirkung niederlegen werde. Die-
sem Schreiben legte er einen Brief an X. bei, worin er festhielt, dass nur auf dem 
Wege der Entschuldigung bei Y. eine mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlich-
keit scheinende Verurteilung und somit der entsprechende Strafregistereintrag zu 
umgehen gewesen wäre. 

db) All die aufgeführten Schreiben, resp. die erwähnten Textpassagen dieser 
Schreiben, enthalten sinngemäss die gleiche Aussage, wie der Brief vom 22. März 
2006 an M.. Trotz der Tatsache, dass dieser Brief nicht mit der Unterschrift des 

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Berufungsklägers versehen ist und formell lediglich der Absender und die Darstel-
lung auf dessen Urheberschaft schliessen lassen, ist es vor dem Hintergrund der 
aufgeführten Indizien offensichtlich, dass auch das Schreiben an M. aus der Feder 
von X. stammt. Hinzu kommt, dass der Berufungskläger in einem der Schreiben 
selbst zu gibt, den Fall an die Öffentlichkeit gebracht zu haben (Kreisamt act. 5.4). 
Schliesslich ist auch nicht ersichtlich, wer sonst ausser dem Berufungskläger ein 
Interesse an der Veröffentlichung eines Schreibens mit solchem Inhalt haben 
könnte. Es liegt auf der Hand, dass X. versucht, mit all diesen Schreiben klar zu 
stellen, dass er damals zu Unrecht verurteilt worden ist. Dass seine Äusserungen 
genau diesem Zweck dienen sollen, hat er schliesslich auch anlässlich der Sühne-
verhandlung offen gelegt. Dort hat X. gewünscht, das Verfahren (Strafverfahren H.-
X.) erneut aufzurollen, da er aufgrund falscher Arztzeugnisse verurteilt worden sei. 
Nach Würdigung der gesamten Umstände erachtet das Kantonsgericht den Nach-
weis als erbracht, dass der Berufungskläger Urheber des Schreibens an M. ist.

dc) Schliesslich macht der Berufungskläger geltend, Y. habe nicht behauptet 
oder aufgezeigt, dass das Schreiben an M. dieser auch tatsächlich zugegangen sei. 
Dass der erwähnte Brief M. tatsächlich zugestellt wurde, ergibt sich wiederum auf-
grund der gesamten Umstände. Zum einen ist nicht ersichtlich, wie Y. an das Schrei-
ben vom 22. März 2006, das er seiner Ehrverletzungsklage beigelegt hat, gekom-
men sein soll, wenn er es nicht von M. erhalten hat. Demzufolge muss das Schrei-
ben M. zugegangen sein. Zum andern geht aus dem Schreiben des Rechtsanwaltes 
lic. iur. Luzi Bardill, worin dieser festhält, dass das von X. gegenüber Y. Geäusserte 
der falsche Weg gewesen sei, um die laut seiner festen Überzeugung unzutreffen-
den Strafurteile richtig zu stellen, hervor, dass der besagte Brief M. zugegangen ist. 
Schliesslich hat der Berufungskläger selbst schriftlich festgehalten, er habe den Fall 
öffentlich gemacht. Es gibt keine Erklärung dafür, warum der Berufungskläger ge-
rade dieses Schreiben nicht an die Empfängerin, M., zugestellt haben soll, hat er 
doch bereits eine Vielzahl von Schreiben mit ähnlichem Inhalt an Behörden oder 
andere Drittpersonen gesandt. All diese Hinweise ergeben sich implizit aus den Ak-
ten und unterliegen der freien Beweiswürdigung des Gerichts. 

dd) Gestützt auf diese Ausführungen erachtet das Kantonsgericht Graubünden 
den Beweis, dass der Berufungskläger die ihm zur Last gelegten ehrverletzenden 
Äusserungen am 22. März 2006 gegenüber M. gemacht hat, und diese die Äusse-
rungen auch zur Kenntnis genommen hat, als erbracht.

7. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Berufung soweit als 
unbegründet erweist. Nachfolgend ist jedoch noch zu prüfen, ob die im Schreiben 

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vom 22. März 2006 aufgeführten Äusserungen auch tatsächlich eine Ehrverletzung 
im Sinne von Art. 173 StGB darstellen. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, ist 
auch diesbezüglich der Entscheid der Vorinstanz zu schützen. Die von der Vorin-
stanz in diesem Zusammenhang angebrachten Erwägungen erachtet wohl auch der 
Berufungskläger als richtig, hat er doch diese Erwägungen nicht ansatzweise 
gerügt. Auch bezüglich der Strafzumessung hat sich der Berufungskläger nicht 
geäussert. In Ergänzung zu den nachfolgenden Ausführungen sei deshalb auf die 
absolut zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen. 

8.a) Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder an-
derer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder ver-
dächtigt, wird gestützt auf Art. 173 Ziff. 1 alt StGB auf Antrag mit Gefängnis bis zu 
sechs Monaten oder mit Busse bestraft. Am 1. Januar 2007 ist die Revision des 
allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Nach dem revidierten 
Art. 173 Ziff. 1 StGB wird der Täter mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft. 
Gegenstand dieser Bestimmung bilden ehrenrührige Tatsachenbehauptungen über 
eine Person, die gegenüber einem Dritten erhoben werden. Erfasst werden auch 
gemischte, nicht jedoch reine Werturteile. Eine Tatsachenbehauptung ist in ihrem 
engsten Sinn eine Aussage über den Betroffenen ohne direkte Wertung. Die Wer-
tung hat der Adressat der Äusserung als Schlussfolgerung aus der Äusserung zu 
ziehen (vgl. Riklin in: Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. 111 – 392 StGB, 
Basel 2007, N. 33 ff. vor Art. 173 StGB und N. 2 zu Art. 174 StGB). Die Tatsachen-
behauptung muss ehrenrührig sein, also geeignet, den Ruf des Betroffenen zu 
schädigen. Wann dies der Fall ist, hängt vom in seiner Tragweite umstrittenen Ehr-
begriff ab. Ehre ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Anspruch einer 
Person auf Geltung (vgl. BGE 114 IV 16). Geschützt wird der Ruf, ein ehrbarer 
Mensch zu sein, das heisst, sich so zu benehmen, wie ein charakterlich anständiger 
Mensch sich zu verhalten pflegt (vgl. BGE 117 IV 28 f., 116 IV 206, 103 IV 158). 
Entscheidend dafür, ob die eingeklagte Äusserung ehrverletzend sein kann, ist der 
Sinn, welchen ihr der unbefangene Hörer nach den Umständen beilegen musste 
(vgl. BGE 119 IV 47). Dabei kommt es nicht nur auf die isolierten einzelnen Äusse-
rungen an, sondern auch auf den Gesamtzusammenhang des Textes (vgl. BGE 117 
IV 27 E. 2c S. 30). Der Angriff muss quantitativ eine gewisse Erheblichkeit aufwei-
sen, unbedeutende Übertreibungen bleiben dabei straflos (vgl. Riklin, a.a.O., N. 24 
vor Art. 173). Eine Äusserung ist schon dann ehrenrührig, wenn sie an sich geeignet 
ist, den Ruf zu schädigen, unabhängig davon, ob der Dritte die Beschuldigung oder 
Verdächtigung für wahr hält oder nicht (vgl. BGE 103 IV 22 f.). Die üble Nachrede 
setzt Vorsatz voraus. Der Täter muss alle objektiven Tatbestandsmerkmale mit Wis-

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sen und Willen erfüllen. Der Vorsatz braucht sich nicht auf die tatsächliche Schädi-
gung des Rufs zu beziehen; der Täter muss sich nur der Ehrenrührigkeit seiner Be-
hauptung und des Umstands, dass sie von einem Dritten zur Kenntnis genommen 
werden würde, bewusst gewesen sein (Riklin, a.a.O., N. 7 zu Art. 173 StGB).

b) Lediglich der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, 
dass bei der Revision des allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches der vorliegend 
zur Diskussion stehende Tatbestand (Art. 173 StGB) keine Änderungen in materi-
eller Hinsicht, sondern lediglich eine Änderung im Sanktionensystem erfahren hat. 
Aus diesem Grund wird später auf die Frage des anwendbaren Rechts zurückzu-
kommen sein.

c) Die Äusserung des Berufungsklägers, wonach Y. ein krimineller Arzt sei, der 
im Auftrag einen falschen Arztbericht ausgestellt haben soll, ist klar als ehrenrührige 
Tatsachenbehauptung im Sinne der vorzitierten Bestimmung zu qualifizieren. Der 
Begriff „kriminell“ bezieht sich ganz klar auf ein strafbares Verhalten und wird auch 
in der Alltagssprache in diesem Sinne verwendet und verstanden. Massgebend ist 
einzig und allein, wie die Äusserung von einer unvoreingenommenen Drittperson 
nach dem allgemeinen Sprachgebrauch verstanden wird (vgl. Urteil des Kantons-
gerichts vom 5. Dezember 2007, SB 07 20). Dass die besagte Äusserung bei einem 
unbefangenen Dritten den Eindruck vermittelt, dass es sich bei Y. um einen Straf-
täter handeln könnte, ist offensichtlich. Demnach ist die Äusserung ohne weiteres 
geeignet, den Ruf von Y., ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu be-
nehmen, wie nach allgemeiner Anschauung ein charakterlich anständiger Mensch 
sich zu verhalten pflegt, zu beeinträchtigen. Der Berufungskläger hat die fragliche 
Äusserung schriftlich festgehalten und durch das Versenden mit dem Schreiben 
vom 22. März 2006 an M. einer Drittperson zugänglich gemacht. Somit steht im 
Ergebnis fest, dass die Äusserung von X., wonach Y. ein krimineller Arzt sei, der im 
Auftrag einen falschen Arztbericht erstellt habe, in objektiver Hinsicht als ehrverlet-
zende Äusserung im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren ist. Dass sich 
X. der Ehrenrührigkeit seiner Behauptung bewusst war, liegt auf der Hand. Wer ei-
nen Arzt immer und immer wieder beschuldigt, er sei ein krimineller Arzt und habe 
im Auftrag einen falschen Arztbericht erstellt, will dessen Ruf beeinträchtigen. Des 
Weiteren hat der Berufungskläger selbst in einem seiner Schreiben festgehalten, 
dass nun, nachdem er den Fall an die Öffentlichkeit gebracht habe, Y. aus dieser 
Sache die Konsequenzen gezogen habe und seine Arztpraxis und seine Wohnung 
in A. aufgegeben habe, weil er seinen falschen Arztbericht nicht rechtfertigen könne. 
Schliesslich musste der Berufungskläger auch davon ausgehen, dass eine Drittper-
son seine Äusserungen zur Kenntnis nehmen würde, ist der besagte Brief doch ge-

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rade an eine Drittperson adressiert. Auch aus dem Betreff des Schreibens „Informa-
tion - perfekter Bürgerbetrug durch den korrupten, kriminellen Untersuchungsrichter 
H. P., _, A. und den kriminellen Arzt Y., _, A.“ ist zu schliessen, dass das Schreiben 
mit den ehrverletzenden Äusserungen klar an Drittpersonen gerichtet war. Der Vor-
wurf des Strafbeklagten an die Adresse des Privatstrafklägers, dieser habe (im Auf-
trag eines Dritten) einen falschen Arztbericht erstellt und sei (deshalb) kriminell, äus-
serte X. offensichtlich ohne begründete Veranlassung. Weder bestand ein öffentli-
ches oder privates Interesse an einer solchen Äusserung, noch bestehen Anzeichen 
für einen objektiven Bestand der Vorwürfe. Beweggrund für die Äusserung ist so-
dann offenbar einzig und allein, Y. anzuschwärzen und in Misskredit zu bringen 
(Kreisamt act. 2.7, S. 10). X. hat sich somit der üblen Nachrede im Sinne von Art. 
173 Ziff. 1 alt StGB schuldig gemacht.

9.a) Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger zu einer Busse von  Fr. 500.--
. Im Zusammenhang mit der Strafzumessung gilt es, wie bereits ausgeführt, zu 
berücksichtigen, dass am 1. Januar 2007 die Revision des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches in Kraft getreten ist. Gemäss Art. 2 Abs. 1 neu StGB wird ein 
Täter nach neuem Recht beurteilt, wenn er nach dessen Inkrafttreten ein Verbre-
chen oder Vergehen begangen hat. Ausnahmsweise wird der Täter, wenn er das 
Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten der AT-Revision begangen hat, die Ver-
urteilung aber erst nachher erfolgt, nach neuem Recht beurteilt, sofern es für ihn 
das mildere ist als das im Zeitpunkt der Tatbegehung geltende Gesetz (Art. 2 Abs. 
2 neu StGB, lex mitior). Gemäss Lehre und Rechtsprechung ist dabei nach der kon-
kreten Methode vorzugehen: es wird geprüft, nach welchem der beiden Rechte der 
Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt (sog. Günstigkeitsprü-
fung). Allerdings darf eine Tat nicht teilweise nach altem und teilweise nach neuem 
Recht beurteilt werden; es darf nur entweder das frühere oder das geltende Recht 
angewendet werden. Urteilt die Berufungsinstanz erst unter der Herrschaft des 
neuen Rechts, ist der Betroffene so zu behandeln wie jemand, der unter altem Recht 
delinquierte und nach neuem Recht abgeurteilt wird (Riklin, Revision des Allgemei-
nen Teils des Strafgesetzbuches: Fragen des Übergangsrechts, AJP 12 2006 S. 
1471 ff.). Die Vorinstanz ist im vorliegenden Fall bei der Frage des anzuwendenden 
Rechts zum Schluss gelangt, dass das neue Recht nicht zu einer milderen Strafe 
führen würde, weshalb sie bei der Beurteilung den altrechtlichen Bestimmungen ge-
folgt ist. Es gilt zu beachten, dass der Berufungskläger nach neuem Recht neben 
einer Geldstrafe praxisgemäss auch eine Busse zu bezahlen hätte (Art. 42 Abs. 4 
StGB). Nach dem alten Recht konnte sich das Gericht auf die Ausfällung einer 

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Busse beschränken. Der Berufungskläger hat diese Beurteilung der Vorinstanz 
nicht beanstandet und auch nicht ansatzweise in Frage gestellt. 

b) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt das Kan-
tonsgericht sein Ermessen an Stelle desjenigen der Vorinstanz und wendet die Re-
geln über die Strafzumessung selbständig an. Es misst die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu, wobei es die Beweggründe, das Vorleben und die persön-
lichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (vgl. Art. 63 alt StGB). Das Ver-
schulden muss sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten 
Straftat beziehen. Bei der Tatkomponente sind insbesondere das Ausmass des ver-
schuldeten Erfolgs, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit 
welcher der Täter gehandelt hat und die Beweggründe, die Art. 63 alt StGB aus-
drücklich erwähnt, zu beachten. Die Täterkomponente erfasst demgegenüber das 
Vorleben, insbesondere auch allfällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse, 
das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht 
oder Strafempfindlichkeit (vgl. BGE 117 IV 112 ff.; 129 IV 20 f.; 118 IV 14 f.). Die 
den Täter belastenden oder entlastenden Umstände sind jeweils als Strafer-
höhungs- bzw. Strafminderungsgründe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu 
berücksichtigen. Liegen keine Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe vor, so 
hat sich der Richter an den ordentlichen Strafrahmen zu halten. Den Betrag einer 
allfälligen Busse bestimmt der Richter je nach den Verhältnissen des Täters so, 
dass dieser durch die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden ange-
messen ist. Für die Verhältnisse des Täters sind namentlich von Bedeutung sein 
Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, 
sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit (Art. 48 Ziff. 2 alt StGB).

c) Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, wiegt das Verschulden des 
Berufungsklägers nicht leicht. Das Versenden eines Briefes mit ehrenrührigem In-
halt ist durchaus geeignet, den unbefangenen Bürger in seiner Meinung über die 
betreffende Person zu beeinflussen. Die Äusserungen gegenüber Y. entbehren jeg-
licher objektiv begründeten Grundlage. Die ehrenrührige Behauptung wurde allein 
in der Absicht erhoben, Y. in seiner Ehre zu verletzen. Strafmilderungsgründe sind 
keine gegeben. Strafminderungs- oder Strafschärfungsgründe sind ebenfalls keine 
zu berücksichtigen. Straferhöhend wirkt sich die Vorstrafe aus dem Jahre 2002 aus 
(Kreisamt act. 3.2). In Berücksichtigung aller Strafzumessungsgründe erscheint 
eine Busse von Fr.500.-- dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen von 
X. als angemessen, womit das angefochtene Urteil auch in diesem Punkt zu bestäti-
gen ist.

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10. Im Resultat ist die Berufung somit vollumfänglich abzuweisen und das vor-
instanzliche Urteil ist zu schützen. 

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Berufungsver-
fahrens von Fr. 2’000.-- sowie die Kosten der Rechtsvertretung zulasten des Beru-
fungsklägers. Mit Verfügung des Kantongerichts vom 21. August 2009 (ERZ 09 162) 
wurde in diesem Verfahren Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just zum unent-
geltlichen Rechtsvertreter von X. ernannt. Die amtlichen Kosten des Berufungsver-
fahrens sowie die im Berufungsverfahren entstandenen Kosten der Rechtsvertre-
tung von X. werden gestützt auf die gewährte unentgeltliche Rechtspflege dem Kan-
ton Graubünden in Rechnung gestellt. Die Rückforderung der geleisteten Kosten-
hilfe bleibt im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit Art. 167 Abs. 4 StPO 
vorbehalten. 

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Die I. Strafkammer erkennt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- sowie die Kosten der 
Rechtsvertretung des Berufungsklägers im Berufungsverfahren gehen zulas-
ten des Berufungsklägers. 

3. a) Die X. auferlegten amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens und die 
in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten seiner Rechtsvertretung 
werden dem Kanton Graubünden in Rechnung gestellt. 

b) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe (Art. 45 Abs. 2 ZPO in 
Verbindung mit Art. 167 Abs. 4 StPO) durch den Kanton Graubünden bleibt 
vorbehalten.

c) Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers wird aufgefordert, innert 10 
Tagen seit Mitteilung dieses Urteils eine detaillierte und tarifgemässe Hono-
rarnote einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird die Entschädigung 
des Rechtsvertreters nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: