# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a18ec09c-3d83-5b01-adc6-6477664b1ce2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.10.2015 IV 2014/283
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-283_2015-10-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/283

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.06.2020

Entscheiddatum: 06.10.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 06.10.2015
Rückwirkende stufenweise Zusprache von Rentenleistungen (bei 
altrechtlichem Rentenbeginn) gemäss dem medizinischen Verlauf aufgrund 
der Würdigung der medizinischen Aktenlage, namentlich zweier 
orthopädischer (UV- und IV-) und eines polydisziplinären Gutachtens, sowie 
bei schliesslich mangelnder Verwertbarkeit einer allfällig verbliebenen 
Restarbeitsfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 6. Oktober 2015, IV 2014/283).

Entscheid Versicherungsgericht, 06.10.2015

Entscheid vom 6. Oktober 2015

Besetzung

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2014/283

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und

Beratung GmbH, Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.      

A.a  A.___ meldete sich am 9./24. November 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an und beantragte Umschulung und eine Rente. Er habe den 

Beruf des O.___ erlernt und sei nun wegen Arthrose und Meniskusschadens am 

rechten Knie gehbehindert und könne nicht lange stehen. Wegen eines Sehnenabrisses 

an der rechten Schulter könne er mit dem rechten Arm kein Gewicht heben und habe 

Schmerzen von der Schulter teilweise bis in die rechte Hand und bis zum rechten Ohr 

(act. 1). Am [..] September 2005 hatte er einen Arbeitsunfall mit Sehnenabriss erlitten 

(act. 8). Mit IV-Arztbericht vom 18. Januar 2007 (act. 16) diagnostizierte Dr. med. B.___, 

Oberarzt Orthopädie am Spital C.___, beim Versicherten einen St. nach Ruptur der 

langen Bicepssehne rechte Schulter, bestehend seit 09/05, und einen St. n. Tibia-

Valgisations-Osteotomie bei medial beginnender Gonarthrose, bestehend seit 04/06. 

Im angestammten Beruf als O.___ sei der Versicherte seit 2. September 2005 nicht 

mehr arbeitsfähig. In einer adaptierten (d.h. namentlich der Schultererkrankung 

angepassten) Tätigkeit sei unter Umständen eine volle Arbeitsfähigkeit möglich. Dr. 

med. D.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, hielt in seinem IV-Bericht vom 28. 

Februar 2007 (act. 18) unter anderem fest, der Versicherte sei vom 7. September 2005 

bis 11. November 2005 zu 100 %, danach bis 13. November 2005 zu 50 %, 

anschliessend bis 30. September 2006 zu 100 % und dann bis 5. November 2006 zu 

50 % arbeitsunfähig gewesen; seither sei er zu 100 % arbeitsunfähig. In einer 

adaptierten, die Schulter nicht belastenden, im Sitzen zu verrichtenden Tätigkeit sei er 

initial zu 50 % arbeitsfähig, unter Umständen könne aber eine Arbeitsfähigkeit von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

100 % erreicht werden. Am 19. Juni 2007 (act. 24) gab der Unfallversicherer ein von 

ihm veranlasstes Gutachten von Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädie, F.___, vom 

18. Mai 2007 (act. 107) zu den Akten. Darin wurde festgehalten, der Versicherte sei als 

O.___ und in jeder manuellen Tätigkeit, welche ebenfalls mehrheitlich stehend 

durchgeführt werde, vollständig arbeitsunfähig. Eine adaptierte Tätigkeit - mehrheitlich 

im Sitzen oder nur wenig im Stehen und wechselnd mit Gehen zu verrichten - könne er 

im optimalen Fall zu ca. 50 % ausüben (act. 107-6). Die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St. Gallen sprach dem Versicherten ab 5. November 2007 für drei 

Monate eine berufliche Abklärung in einer O.___ (bei einem Arbeitspensum von 50 %) 

zu (act. 38). Im Anschluss wurde der Versicherte dort ab 11. Februar 2008 mit einem 

Pensum von 50 % fest angestellt (act. 41, 45). Am 2. April 2008 gab er unter Beilage 

eines Arztzeugnisses von Dr. D.___ mit einer bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 

100 % ab 17. März 2008 bekannt, er könne aufgrund seiner Schmerzen nicht mehr in 

der O.___ weiterarbeiten (act. 53 f.). Im IV-Arztbericht vom 1. Oktober 2008 gab 

Dr. D.___ an, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. 

Zusätzlich diagnostiziert wurden als Hauptdiagnosen eine chronische Tendinopathie 

der Supraspinatussehne, eine AC-Gelenksarthrose und eine beginnende Omarthrose 

Schulter rechts und ferner eine AC-Gelenksarthrose und humeruskopfseitige 

Partialruptur der Supraspinatussehne Schulter links 2007. Als Nebendiagnosen 

erwähnte der Arzt nebst Adipositas ein rezidivierendes lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom sowie eine Arthroplastik Kiefergelenk rechts bei posttraumatischer 

deformierender Kiefergelenksarthrose rechts. Seit dem 17. März 2008 sei der 

Versicherte wieder bis auf weiteres voll arbeitsunfähig (act. 59). Beigelegt waren nebst 

einem Austrittsbericht der Hals-Nasen-Ohrenklinik am selben Spital vom 28. August 

2008 (act. 59-8 f.) unter anderem Berichte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen vom 23. Juli 2008, 30. August 2008 und 19. September 2008 

(act. 59-6 f. und 59-10 ff.). Gemäss dem letztgenannten Bericht hatte Dr. med. G.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie, dem Versicherten dringend weitere Abklärungen 

zu einer coxogenen oder vertebrogenen Ursache der Beschwerden einzuleiten 

empfohlen (sowie eventuell eine diagnostische Infiltration des rechten Hüftgelenkes), 

was dieser jedoch abgelehnt habe. Am 6. Februar 2009 (act. 67) nahm der Regionale 

Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung eine volle Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeiten an. Einer Verfügung vom 21. Mai 2009 gemäss wurde dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 41 % eine Viertelsrente ab 1. September 

2006 zugesprochen (act. 89; vgl. auch den Vorbescheid act. 62, begründet mit 50 % 

Arbeitsunfähigkeit als O.___, Valideneinkommen Fr. 56'477.--, Invalideneinkommen 

Fr. 33'150.--). Auf Beschwerde hin (act. 98-2 ff.) wurde sie widerrufen (act. 138; vgl. 

act. 144). Daraufhin sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten 

mit Verfügung vom 29. April 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 54 % ab 1. September 

2006 eine halbe Rente zu (act. 165, basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in 

adaptierter Tätigkeit). Aufgrund einer Beschwerde vom 3. Juni 2010 (act. 167-2 ff.) wies 

das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Sache am 27. Dezember 2010 zur 

weiteren (medizinischen) Abklärung an die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle zurück 

(act. 200). Der Rechtsvertreter des Versicherten hatte mit der Beschwerde unter 

anderem einen ihm erstatteten Bericht von Dr. med. H.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, vom 25. Mai 2010 (act. 176-3 ff.), eingereicht. Darin hatte dieser 

festgehalten, der Versicherte werde von ihm seit 11. Januar 2010 hausärztlich betreut. 

In Berücksichtigung der Ausführungen der Voruntersucher und der seit September 

2009 tendenziell stärkeren Beschwerdesymptomatik sei gegenwärtig ein 

"Erwerbsunfähigkeitsgrad" von ca. 60 % angemessen. Dr. D.___ hatte dem 

Rechtsvertreter des Versicherten am 7. September 2009 (act. 157-9 f.) berichtet, er 

halte diesen zurzeit für maximal zu 50 % arbeitsfähig.

A.b  Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle veranlasste daraufhin eine orthopädische 

Begutachtung. In seinem Gutachten vom 6. April 2011 (act. 206) bezeichnete Dr. med. 

I.___, Orthopädische Chirurgie FMH, als Diagnosen ein subacromiales Impingement 

beidseits, eine Ruptur der langen Bizepssehne rechts und Refixation, eine Gonarthrose 

rechts nach Teilmeniscektomie und Valgisationsosteotomie, einen Digitus quintus 

varus beidseits, rechts nach Korrektur, und Adipositas. Die Tätigkeit als O.___ sei dem 

Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine adaptierte Tätigkeit müsse vorwiegend, aber 

nicht ausschliesslich sitzend ausgeübt werden können. Überkopfarbeiten könnten nicht 

gefordert werden. Eine solche Tätigkeit könnte täglich zweimal an zwei bis drei 

Stunden durchgeführt werden, was bei Berücksichtigung vermehrter Pausen und 

Positionswechsel zeitlich einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % entspreche. Vom 

7. September 2005 bis 1. September 2006 sei dagegen infolge von Operationen samt 

Rehabilitation und Rekonvaleszenz von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c  Mit Vorbescheid vom 23. Mai 2011 (act. 210 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/ IV-Stelle dem Versicherten in der Folge die Ausrichtung 

einer halben Rente bei einem Invaliditätsgrad von 57 % ab September 2006 in 

Aussicht. Sein Rechtsvertreter beantragte für ihn dagegen am 30. Juni 2011 (act. 212) 

für die Zeit von September 2006 bis 4. November 2007 eine ganze, ab dem 

5. November 2007 bis 16. März 2008 eine halbe und ab dem 17. März 2008 wiederum 

eine ganze Rente. Am 1. Dezember 2011 (act. 218 f.) verfügte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle im Sinn ihres Vorbescheids. Der Versicherte liess 

am 20. Januar 2012 wiederum Beschwerde erheben (act. 224-2 ff.). Um die 

Beschwerden im rechten Unterschenkel und Magen-/Darmbeschwerden ebenfalls 

abzuklären, riet der RAD am 29. Februar 2012 (act. 238) zu einer ergänzenden 

Abklärung, worauf auch die Verfügung vom 1. Dezember 2011 am 15. März 2012 

widerrufen wurde (act. 242; Abschreibung Beschwerdeverfahren act. 253).

A.d  Der Rechtsvertreter des Versicherten reichte am 11. Juni 2012 einen Bericht von 

PD Dr. med. J.___, Facharzt FMH für Gastroenterologie und Innere Medizin, vom 

18. April 2012 (act. 258) ein. Danach bestanden beim Versicherten seit ca. zwei Jahren 

ein ziehender Schmerz im Bereich des rechten Mittelbauches, in den letzten Wochen 

ähnlich auch links, dazu eine Schleimhautalteration, differenzialdiagnostisch ev. ein 

Zustand nach Divertikulitis, eine Divertikulose und ein skelettaler Schmerz im Bereich 

der 12. Rippe beidseits, DD vertebrogener Schmerz. Gemäss dem von der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eingeholten Arztbericht des neu zuständigen 

Hausarztes Dr. med. K.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 5. Oktober 2012 

(act. 265-1 f.) war die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf 25 % reduziert; bei akutem 

Auftreten könnten die abdominellen Beschwerden die Arbeitsfähigkeit kurzzeitig 

aufheben; die Beschwerden im rechten Bein würden sich etwa dem Dermatom L4/5 

zuordnen lassen (vgl. Nebenbefund im CT des Abdomen vom 14. August 2012: 

ausgeprägte degenerative Veränderungen der LWS; phlebologische Abklärung ohne 

Befund). Der RAD befürwortete daraufhin am 25. Oktober 2012 (act. 279) eine 

polydisziplinäre Untersuchung des Versicherten, welche entsprechend vorgesehen und 

im Mai 2013 vom Ärztlichen Begutachtungsinstitut ABI durchgeführt wurde. Mit 

Schreiben vom 3. Juli 2013 (act. 300) gab der Rechtsvertreter des Versicherten 

bekannt, am 21. Juni 2013 habe dieser einen Herzinfarkt erlitten. Am 16. April 2013 

habe ausserdem eine Darmoperation stattgefunden. Bei der Begutachtung vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

15. Mai 2013 hätten die Ärzte im Übrigen festgestellt, dass diverse Unterlagen gefehlt 

hätten. Es sei dem Versicherten eine volle (wohl: ganze) Rente zuzusprechen.

A.e  Das Ärztliche Begutachtungsinstitut ABI erstattete am 26. August 2013 sein 

Gutachten vom 15. August 2013 (act. 303) über die Untersuchungen vom Mai 2013. Als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte es (leicht verkürzt 

wiedergegeben):

" 1.    Chronische Beschwerden an der Innenseite der rechten unteren Extremität

-       Status nach arthroskopischer medialer Teilmeniskektomie am 5.10.2005

-       Status nach aufklappender valgisierender Tibiakopfosteotomie am 27.4.2006

-       Status nach Entfernung des Osteosynthesematerials

-       radiologisch mässige Zeichen der medialen und femoropatellären Gonarthrose 

(Röntgen 4.4.2011)

-       klinisch mässige Ergussbildung und geringes Extensionsdefizit am Kniegelenk

 2.   Chronische Beschwerden im Bereich des dominanten rechten Oberarmes

-       Status nach Ruptur der langen Bizepssehne am 2.9.2005 ohne eigentliches 

Trauma

-       Status nach Schulterarthroskopie, offener Akromioplastik und Bursektomie am 

5.10.2005

-       Status nach offener Refixation der langen Bizepssehne im Sulcus intertubercularis 

am 25.7.2006

-       symmetrisch freie Beweglichkeit bei guter Bizepsfunktion"

Daneben wurden diverse Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt, so 

etwa:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 1.     Divertikulose des Sigmas mit rezidivierender Divertikulitis

-       laparoskopische Sigmaresektion am 16.4.2013 ...

3.    Status nach Clavus-Exzision, Nagelextraktion und Hohmann-Operation Dig. V

Fuss links am 5.10.2005

4.    Anamnestisch Status nach arthroskopischer Meniskusoperation Knie links

5.    Chronisch rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre 

Symptomatik

-       freie Beweglichkeit der lumbalen Wirbelsäule ...

Als O.___ und in körperlich schweren bis mittelschweren Tätigkeiten sei der Versicherte 

nicht arbeitsfähig. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sei er aber 

zeitlich und leistungsmässig voll arbeitsfähig. Spätestens sechs Monate nach der 

Refixation der Bizepssehne vom 25. Juli 2006 sollten keine Einschränkungen der 

diesbezüglichen Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen haben. Seit Dezember 2012 bestehe 

jedoch wegen der Divertikulitis noch eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, die 

spätestens Mitte Juni 2013 wieder überwunden sein sollte. Die anderweitige ärztliche 

Einschätzung, dass eine angepasste Tätigkeit nur zu 50 % möglich sei, könne nicht 

geteilt werden. Insbesondere würden die Befunde am Kniegelenk - übereinstimmend 

mit den eigenen Feststellungen - von Dr. E.___ und Dr. I.___ als nicht sehr ausgeprägt 

beschrieben. Infolge des subakuten NSTEMI bei koronarer 3-Gefässerkrankung sei 

vorübergehend während etwa zwei Monaten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

anzunehmen. Anschliessend sollte aufgrund des Herzleidens keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit für eine angepasste leichte Tätigkeit mehr bestehen.

A.f   Dr. med. L.___, Facharzt für Kardiologie, berichtete am 18. September 2013 

(act. 309) auf Anfrage, es sei eine einzige Konsultation (am 19. Juli 2013) erfolgt. Die 

Belastungsuntersuchung sei nicht aussagekräftig gewesen, da der Versicherte durch 

eine unklare belastungsabhängige Schwindelsymptomatik, nach seinen Angaben 

bestehend seit der Sigmaresektion im April 2013, limitiert gewesen sei. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitszustand sei damals aus kardialer Sicht stabil gewesen. Der Versicherte 

habe sich anschliessend in eine ambulante kardiale Rehabilitation (am Spital) begeben.

A.g  Der RAD bezeichnete in der Stellungnahme vom 6. November 2013 (act. 312) 

folgende Arbeitsunfähigkeitsphasen des Versicherten in adaptierten Tätigkeiten: 

2. September 2005 bis 31. Januar 2006 und 1. Dezember 2012 bis 15. September 

2013 100 %. Vom 1. Februar 2006 bis 30. November 2012 und seit dem 

16. September 2013 bestehe diesbezüglich keine Arbeitsunfähigkeit.

A.h  Am 14. November 2013 (act. 317) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

dem Rechtsvertreter des Versicherten mit, infolge der Beschwerde (vom Januar 2012) 

sei die Verfügung vom 1. Dezember 2011 am 15. März 2012 widerrufen worden. Da 

eine rechtsgültige Verfügung fehle, würden die Rentenleistungen sofort eingestellt.

A.i    Mit Vorbescheid vom 20. November 2013 (act. 321 f.) kündigte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten an, sein Leistungsbegehren (bei 

Nichtvorhandensein eines Invaliditätsgrads) abzuweisen. Der Versicherte erhob am 

13. Januar 2014 Einwand (act. 330) und ergänzte ihn am 24. März 2014 (act. 337) unter 

Beilage von Angaben von Dr. G.___ (nun F.___) vom 6. Februar 2014 und vom 

17. Februar 2014 (act. 337-4), wonach eine relativ gute Kraftentwicklung für sämtliche 

Anteile der Rotatorenmanschette mit jedoch deutlicher Schmerzauslösung im Jobe-

Test und positiven Impingement-Tests nach Neer und Hawkins bestehe, zur 

Objektivierung Kernspintomographien der rechten Schulter und des rechten 

Kniegelenks veranlasst worden seien, therapeutisch wenig Möglichkeiten bestünden 

und im Vordergrund die soziale Situation stehe. Nach Einholen einer Stellungnahme 

des RAD vom 2. April 2014 (act. 339) verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

am 16. April 2014 (act. 340) im Sinn des Vorbescheids. 

B.         

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter für 

den Betroffenen am 27. Mai 2014 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer sei vom 1. September 2006 bis 4. November 2007 eine ganze 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente, anschliessend bis zum 16. März 2008 eine halbe Rente und ab dem 17. März 

2008 wiederum eine ganze Rente zuzusprechen und die Beschwerdegegnerin sei 

darauf zu behaften, dass vom 1. Dezember 2012 bis 15. September 2013 eine ganze 

Rente anerkannt worden sei. Eventualiter sei ein unabhängiges interdisziplinäres 

Gutachten zu erstellen. Subeventualiter sei die Sache zur Klärung des Umfangs der 

Erwerbsunfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der Beschwerde sei 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 

dem Beschwerdeführer während des Verfahrens weiterhin eine halbe Rente zu 

entrichten; eventualiter sei die halbe Rente im Sinn einer vorsorglichen Massnahme 

auszurichten. Dem Beschwerdeführer sei zudem die unentgeltliche Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung zu gewähren. Am 5. Oktober 2005 sei der Beschwerdeführer am 

rechten Schultergelenk und am rechten Knie operiert worden. Der Arbeitsversuch mit 

50 % vom 12. November 2005 habe schon am folgenden Tag abgebrochen werden 

müssen. Am 27. April 2006 sei das Knie, am 25. Juli 2006 die Schulter erneut operiert 

worden. Gemäss einem Gutachten von Dr. E.___ vom Mai 2007 sei damals insgesamt 

im optimalen Fall von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50 % 

auszugehen gewesen. Ab dem 5. November 2007 habe der Beschwerdeführer mit 

einem Pensum von 50 % als O.___ gearbeitet. Kurz nach Antritt einer Festanstellung 

vom Februar 2008 seien auch in der linken Schulter Beschwerden aufgetreten. Am 

17. März 2008 habe er die Arbeit wieder aufgeben müssen und sei von Dr. D.___ bis 

auf weiteres voll arbeitsunfähig geschrieben worden. Obwohl darauf hingewiesen 

worden sei, dass eine auf acht Jahre rückwirkende Einschätzung schwierig sei, habe 

das ABI-Gutachten festgehalten, spätestens sechs Monate nach dem 25. Juli 2006 sei 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Zu den früheren abweichenden 

Einschätzungen fehle eine hinreichende, nachvollziehbare Stellungnahme. Auf dieses 

Gutachten könne deshalb nicht abgestellt werden. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit sei laut 

dem Gutachten zudem nicht eingeschränkt. Das treffe nicht zu. Auch eine Tätigkeit, die 

den Adaptationskriterien entspreche, könne der Beschwerdeführer nicht ausführen; es 

gehe ihm gesundheitlich so schlecht wie nie zuvor. Wie Dr. L.___ im beigelegten 

Bericht vom 20. Dezember 2013 aufgeführt habe, sei die Leistungsfähigkeit auch sechs 

Monate nach dem subakuten Myokardinfarkt deutlich eingeschränkt. Dass keine 

Untersuchungen - wie etwa eine Spiroergometrie - zur Ermittlung der objektiven 

Leistungsfähigkeit vorgenommen worden seien, sei nicht nachvollziehbar. Es müsse 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ferner noch nach einer Koronarischämie gesucht werden. Der medizinische 

Sachverhalt sei nicht vollumfänglich abgeklärt. Das gelte auch bezüglich der 

Beschwerden an der linken Schulter, wo Dr. H.___ eine erhebliche schmerzhafte 

Funktionsstörung bei Verdacht auf chronische Bursitis festgestellt habe, das ABI-

Gutachten aber ohne weiteres altersentsprechende Beschwerden annehme. Gemäss 

dem Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Dezember 

2010 wäre bei der Begutachtung das Hauptaugenmerk auf die linke Schulter, das 

rechte Kniegelenk, die OSG- und LWS-Situation und die Hüft- und Kiefergelenke zu 

legen gewesen, was nicht der Fall gewesen sei. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, 

weshalb - ohne neue Aufnahmen - keine AC-Arthrose rechts mehr diagnostiziert 

worden sei, obwohl eine solche bei einem MRI vom September 2005 festgestellt 

worden sei und solche Leiden sich meist im Lauf der Zeit noch verschlechterten. Im 

ABI-Gutachten werde des Weiteren nicht begründet, weshalb sich die 

Adaptationskriterien für eine Arbeit gegenüber den Gutachten von Dr. E.___ und der 

MEDAS (gemeint wohl: von Dr. I.___) verändert haben sollten. Dass eine Tätigkeit 

vorwiegend im Sitzen und mit gelegentlichen Positionswechseln sollte ausgeübt 

werden können, scheine nicht erforderlich zu sein, wie der ABI-Gutachter entgegen der 

Ansicht der Vorgutachter für die vergangenen sieben bis acht Jahre festgestellt habe. 

Auch eine Venenabklärung am rechten Unterschenkel, wie von Dr. I.___ für nötig 

befunden, sei nicht durchgeführt worden. Eine Verwertung einer Restarbeitsfähigkeit 

sei dem Beschwerdeführer im Übrigen wegen des fortgeschrittenen Alters und der 

langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht mehr zumutbar, was sich auch dem ABI-

Gutachten entnehmen lasse, ferner wegen der Tatsache, dass er in einer adaptierten 

Tätigkeit ungelernt sei. Im Vergleich mit anderen Arbeitstätigen müsse beim 

Beschwerdeführer mit einem hohen Krankheitsrisiko gerechnet werden. Eine 

aufwendige Einarbeitung würde sich für einen Arbeitgeber nicht lohnen, da der 

Beschwerdeführer kurz nach einem allfälligen Stellenantritt pensioniert würde 

(Möglichkeit der Frühpensionierung ab 63 Altersjahren). Der Beschwerdeführer müsste 

einen deutlich tieferen Lohn als seine Mitbewerber in Kauf nehmen. Gerechtfertigt sei 

ein maximaler Leidensabzug von 25 %. Die Beschwerdegegnerin anerkenne eine volle 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers vom 1. Dezember 2012 bis 15. September 

2013. Zumindest für diesen Zeitraum sei möglichst umgehend eine ganze Rente 

auszurichten. Sollte das Gericht der Auffassung sein, es könne seither nicht mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sicherheit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden, sei die 

Beschwerdegegnerin zu einer korrekten medizinischen Sachverhaltsabklärung zu 

verpflichten. Der Beschwerdeführer habe wegen voller Arbeitsunfähigkeit auch vom 

1. September 2006 bis 4. November 2007 und ab dem 17. März 2008 Anspruch auf 

eine volle (wohl: ganze) Rente. Dem Beschwerdeführer sei im Sinn einer vorsorglichen 

Massnahme weiterhin eine halbe Rente auszurichten. Durch die Renteneinstellung 

ohne Übergangsfrist sei der Beschwerdeführer von Sozialhilfeleistungen abhängig 

geworden, was unzumutbar sei. Sein Interesse an der Massnahme sei grösser als 

dasjenige der Verwaltung am Gegenteil.

C.         

In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie habe die (ohne rechtskräftige Verfügung erfolgte) 

Rentenausrichtung formlos einstellen dürfen. Ihr Interesse an der Vermeidung von 

Rückforderungen überwiege jenes des Beschwerdeführers, der zudem in der 

Hauptsache unterliegen werde. Das ABI-Gutachten erfülle die Voraussetzungen für die 

Beweiskraft. Die von internistischer, gastroenterologischer und psychiatrischer Seite 

gezogenen Schlussfolgerungen seien plausibel und nicht bemängelt worden. Dass 

dem Beschwerdeführer nach der Refixation der Bizepssehne orthopädisch eine volle 

Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten attestiert 

worden sei, leuchte ein, da insgesamt wenig ausgeprägte pathologische Befunde 

erhoben worden seien. Nachvollziehbar sei damit auch die Abweichung zu den 

Einschätzungen von Dr. E.___ und Dr. I.___. Das Gutachten von Dr. E.___ vermöge 

keinen Zweifel an der Beweiskraft des ABI-Gutachtens zu begründen, habe es doch 

gemäss dem Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

27. Dezember 2010 keine ausreichende Entscheidungsgrundlage gebildet. Der Experte 

der Orthopädie des ABI habe zutreffend darauf hingewiesen, dass das Attest von 

Dr. I.___ einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 50 % nicht 

nachvollziehbar sei, da keine schwerwiegenden Befunde hätten erhoben werden 

können. Sodann sei nicht zu beanstanden, dass keine ergänzenden bildgebenden 

Abklärungen getroffen worden seien. Denn es hätten sich bei der klinischen 

orthopädischen Untersuchung keine Anhaltspunkte für eine Veränderung der von 2005 

bis 2011 mehrfach abgeklärten Beschwerden an beiden Schultern, am rechten Knie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und am rechten Ellbogen ergeben. Der RAD habe im Weiteren - was einleuchtend sei - 

festgestellt, der Beschwerdeführer habe zwei Monate nach dem Infarktereignis, d.h. ab 

ca. September 2013, die volle Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten wieder erlangt. 

Es sei auf die Arbeitsunfähigkeiten gemäss der Bescheinigung des RAD (vom 

6. November 2013) abzustellen. An die Schadenminderungspflicht seien gemäss 

Bundesgericht wegen der erhöhten Inanspruchnahme der Invalidenversicherung durch 

Rentenleistungen strenge Anforderungen zu stellen. Für die Prüfung einer allfälligen 

Rentenberechtigung ab September 2006 sei die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

am 26. August 2013 (Zeitpunkt des ABI-Gutachtens) entscheidend. Trotz des Alters 

von damals 6_ Jahren seien die Anstellungschancen des Beschwerdeführers auf einem 

von Gesetzes wegen als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt als intakt zu 

betrachten gewesen, zumal er ein Vollzeitpensum habe ausüben können. Ohne 

Gesundheitsschaden hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2005 Fr. 54'600.-- erzielt, 

was bei der Nominallohnentwicklung bis 2006 einem Betrag von Fr. 55'245.-- 

entspreche. Der für die Bestimmung des Invalideneinkommens heranzuziehende 

Tabellenlohn liege in jenem Jahr bei Fr. 59'197.--. Das Valideneinkommen liege rund 

6.68 % darunter. Da die Einkommen demnach in einem Anteil von 1.68 % zu 

parallelisieren seien, betrage das Valideneinkommen Fr. 56'240.--. Ein Abzug vom 

Tabellenlohn sei nicht gerechtfertigt. Ein angeblich höheres Risiko für 

krankheitsbedingte Absenzen von der Arbeit könne nicht als Abzugsgrund anerkannt 

werden, ebenso wenig das Alter. Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ 

beeinflussen könne, habe als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt zu bleiben. Im 

Rahmen der Parallelisierung berücksichtigte Aspekte dürften zudem nicht zusätzlich 

auch noch in die Bemessung des Abzugs einbezogen werden. Aus dem Vergleich 

eines Valideneinkommens von Fr. 56'240.-- mit einem Invalideneinkommen von 

Fr. 59'197.-- ergebe sich keine Erwerbseinbusse. Selbst beim Maximalabzug bliebe der 

Invaliditätsgrad mit 21 % unter der anspruchsbegründenden Schwelle.

D.         

Am 30. Juni 2014 entsprach die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung).

E.          

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit Replik vom 24. September 2014 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

daran fest, dass das ABI-Gutachten die Voraussetzungen eines beweiskräftigen 

Gutachtens nicht erfülle. Bei der Untersuchung vom 15. und 22. Mai 2013 seien der 

Kurzaustrittsbericht der Kardiologie am Kantonsspital St. Gallen vom 26. Juni 2013 und 

jener der chirurgischen Abteilung am Spital M.___ vom 22. April 2013 noch nicht im 

Besitz der Gutachter gewesen. Im allgemeininternistischen ABI-Gutachten fehle eine 

Stellungnahme zum Herzinfarkt, ausserdem auch zur Sigmaresektion. Insgesamt sei 

nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer ab 15. September 2013 als 6_-

Jähriger wieder voll arbeitsfähig sein sollte. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er 

durch die dazugekommenen Beeinträchtigungen im Vergleich zu den Vorgutachten von 

Dr. E.___ und Dr. I.___ noch stärker eingeschränkt sei. Im orthopädischen 

Teilgutachten sei bei der ohnehin höchst fragwürdigen retrospektiven Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit unberücksichtigt geblieben, dass während der Zeit der Refixation der 

Bizepssehne auch ein Eingriff am rechten Knie und Fuss stattgefunden habe. Dass 

Hinweise für ein subacromiales Impingement gefehlt haben sollten, sei nicht 

nachvollziehbar, hätten doch behandelnde Fachärzte diese Diagnose gestellt. Der 

Beschwerdeführer führe nur selten und mit vermehrten Pausen sehr geringfügige 

Arbeiten im Garten aus; er habe anlässlich der Begutachtung auch keine 

verschmutzten Hände gehabt. Der Experte der Orthopädie habe betreffend die rechte 

Schulter des Beschwerdeführers lediglich über ein MRI vom 15. September 2005 und 

weitere Unterlagen aus dem Jahr 2006 verfügt. Diese veralteten Bilder könnten den 

relevanten Zustand nicht wiedergeben, zumal auch degenerative Erkrankungen 

vorlägen. Die Ansicht des RAD zur Arbeitsfähigkeit zwei Monate nach dem Herzinfarkt 

sei weder hinreichend begründet noch nachvollziehbar. Er nehme zudem eine volle 

Arbeitsfähigkeit ab 1. Februar 2006 an, obwohl sogar das ebenfalls bestrittene ABI-

Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit frühestens sechs Monate nach Juli 2006 ausgehe. 

Der Beschwerdeführer sei nicht arbeitsfähig. Sollte das Gericht wider Erwarten von 

einer geringfügigen Arbeitsfähigkeit ausgehen, wäre im Einkommensvergleich ein 

maximaler Abzug zu berücksichtigen. Weder Validen- noch Invalideneinkommen sei 

korrekt ermittelt worden.

F.        

Die Beschwerdegegnerin hat am 30. September 2014 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

G.         

Mit Schreiben vom 26. November 2014 hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

die Anträge betreffend aufschiebende Wirkung und vorsorgliche Massnahmen 

zurückgezogen. Der Beschwerdeführer beziehe inzwischen eine Altersrente und 

demnächst werde über einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen entschieden.

Erwägungen

1.        

1.1      Im Streit liegt die Verfügung vom 16. April 2014, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom November 

2006 abwies. Von November 2007 bis Februar 2008 hatte die Beschwerdegegnerin 

eine berufliche Abklärung zugesprochen und war im März 2008 davon ausgegangen, 

dass der Beschwerdeführer erfolgreich eingegliedert sei. Der Beschwerdeführer lässt in 

der Beschwerde einzig Rentenleistungen beantragen. Strittig ist demnach der 

Anspruch auf eine Rente.

1.2      Der zu beurteilende Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-

Revision am 1. Januar 2008 zurück, die eine Änderung des Anspruchsbeginns von 

Renten beinhaltete. Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind vorliegend angesichts 

der Anmeldung von 2006 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit von 2005 noch die bis 

zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) 

anzuwenden (vgl. das IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007, das im 

Gesetz zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke erkannte).

2.          

2.1      Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2      Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der 

erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll, 

sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes 

oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage 

für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte 

Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die 

Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für 

Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in 

der Invalidenversicherung = KSIH).

3.          

3.1      Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seinem Beruf 

herrscht in den medizinischen Akten Übereinstimmung: Die Tätigkeit als O.___ ist ihm 

seit seinem Arbeitsunfall vom September 2005 nicht mehr zumutbar.

3.2      Was die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrifft, wird ebenfalls 

übereinstimmend eine gewisse Restarbeitsfähigkeit angenommen. Über das Mass 

gehen die ärztlichen Einschätzungen jedoch auseinander.

3.3      Die Beschwerdegegnerin stellt auf das Ergebnis des ABI-Gutachtens vom 

15. August 2013 ab, wonach der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten 

wechselbelastenden Tätigkeit grundsätzlich (abgesehen von drei abweichenden 

Phasen: Arbeitsunfähigkeit bis Ende Januar 2007, nach der Sigmaresektion vom April 

2013 bis Mitte Juni 2013 und während zwei Monaten nach dem NSTEMI vom Juni 

2013) voll arbeits- und leistungsfähig sei. Eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus 

orthopädischen Gründen habe weder im April 2011 noch zur Zeit der Begutachtung 

vorgelegen. Im Gutachten wurden die Vorakten aufgelistet; die Berichte von Dr. J.___, 

Dr. I.___ und Dr. E.___ wurden ausführlicher zitiert. Aus fachärztlich allgemein­

internistischer Sicht wurden die Anamnese und ein Status erhoben sowie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Laboruntersuchungen gemacht. In psychiatrischer, orthopädischer und 

gastroenterologischer Sicht wurden Teilgutachten erstellt.

4.        

4.1      Hinweise auf eine psychiatrische Störung wurden nicht gefunden, was 

unbestritten geblieben ist und worauf abgestellt werden kann. 

4.2     

4.2.1  Hauptsächlich waren beim Beschwerdeführer orthopädische Leiden zu 

beurteilen. Die ABI-Untersuchung erfolgte durch einen fachärztlichen Gutachter 

(Dr. med. N.___). Diesem standen Röntgenbilder der rechten Schulter vom 

15. September 2005 (MRI), vom 3. März 2006 und vom 11. Juli 2006 (MRI, mit 

Oberarm), des Ellbogens rechts vom 30. Oktober 2007, der Schulter links vom 19. Mai 

2008 und des Knies rechts vom 4. April 2011 zur Verfügung. Er erklärte, auf die 

Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet zu haben, weil der Befund klinisch objektiv 

ansonsten (d.h. wohl abgesehen von geringen degenerativen Veränderungen im 

medialen und femoropatellären Kompartiment des rechten Kniegelenks sowie einer 

deutlichen Arthrose des rechten Akromioklavikulargelenks) weitgehend bland gewesen 

sei. Den Erkenntnissen eines begutachtenden Facharztes aus einer regelrechten 

klinischen Untersuchung kommt - wie der RAD in seiner Stellungnahme vom 2. April 

2014 (act. 339) nachvollziehbar dargelegt hat - sicherlich eine grosse Bedeutung für die 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu, zumal diese wesentlich durch die erhalten 

gebliebenen oder ausgefallenen Funktionen und die Beschwerdesituation bestimmt 

wird und die Ursachen einer Einschränkung als solche (für die Invalidenversicherung 

als finale Versicherung) nicht ausschlaggebend sind. Unnötige bildgebende 

Untersuchungen sind denn auch nicht zu erwarten. Auch Aufnahmen etwas älteren 

Datums können in einer Begutachtung unter Umständen ausreichen. Vorliegend ist der 

Verzicht auf das Anfertigen neuer Röntgenbilder aber aus verschiedenen Gründen als 

Unvollständigkeit zu betrachten und nicht zu rechtfertigen:

4.2.2  Mit Ausnahme des Bildes vom rechten Knie waren - wie dargelegt - alle beim 

Gutachter der Orthopädie vorhandenen Aufnahmen fünf oder mehr Jahre alt. Das ist für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sich allein genommen ein sehr langer Zeitraum; die Aufnahmen bilden einen (zu) weit 

zurückliegenden Zustand ab.

4.2.3  Der Beschwerdeführer beklagte Beschwerden vom medialen Abschnitt der 

Fusssohle über die Ferse bis zur Innenseite des Oberschenkels rechts unter Betonung 

der plantaren Partie, an Knie rechts und auch links, am dominanten rechten Arm und 

inguinal. Rückenschmerzen verneinte er, erklärte aber, wenn solche aufträten, dann sei 

es lumbal ohne Ausstrahlung. Bei der klinischen Befunderhebung zeigte sich etwa eine 

unterschiedliche Beschwielung am Fuss (act. 303-17). An der rechten unteren 

Extremität sind im Gutachten chronische Beschwerden diagnostiziert worden. Am Fuss 

fehlten bei der Begutachtung Hinweise für relevante Veränderungen etwa im Sinn einer 

Fascitis plantaris. Es wurde eine Druckdolenz ausschliesslich (aber immerhin) peri-/

malleolär medial und lateral rechts gefunden. Ausserdem war die Beweglichkeit im 

Rück-, Mittel- und Vorfussbereich allseits vermindert. Bilder vom Fuss bzw. OSG gibt 

es keine, wofür aber die vom Gutachter genannte Begründung (weitgehend blander 

klinischer Befund) nicht ausreichend erscheint. Am rechten Knie wurde klinisch eine 

mässige intraartikuläre Ergussbildung bei endgradig eingeschränkter Extension (ohne 

Zeichen höhergradiger Degeneration oder einer Meniskusläsion) gefunden. Auch wenn 

berücksichtigt wird, dass der Gutachter berichtete, die langstreckige zirkuläre 

Druckdolenz im Kniebereich habe anatomisch keinesfalls zugeordnet werden können 

und die anamnestische Schmerzschilderung an der rechten unteren Extremität sei sehr 

diffus gewesen, so ist doch festzuhalten, dass aktuelle Bilder der gutachterlichen 

Beurteilung eine wesentlich bessere Grundlage hätten geben können. Vom linken Knie, 

dessen Stabilität wie jene des rechten wegen Verspannung nur beschränkt beurteilbar 

war, gibt es ebenfalls kein Bild. - Die rechte Hüfte war bei der Untersuchung lateral 

druckdolent, bei der funktionellen Untersuchung erfolgte beidseits wiederholt eine 

Schmerzangabe unter anderem inguinal. Auch die Wirbelsäule war auf Höhe des 

lumbosakralen Übergangs paravertebral beidseits druckdolent. Diesbezüglich war aus 

den Akten ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer von der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen am 19. September 2008 dringend weitere 

Abklärungen zu einer coxogenen oder vertebrogenen Ursache der Beschwerden 

empfohlen worden waren (Wiederholung des MRI der LWS, diagnostische Infiltration 

des Hüftgelenks). Solche Untersuchungen waren zwar damals vom Beschwerdeführer 

abgelehnt worden. Wenigstens die radiologischen Abklärungen wären aber im Rahmen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der ABI-Begutachtung möglich und zu erwarten gewesen. Zu beachten ist ferner, dass 

Dr. K.___ (vgl. act. 265-1) berichtete, im CT des Abdomens vom 14. August 2012 seien 

nebenbefundlich ausgeprägte degenerative Veränderungen der LWS gesehen worden, 

die für die Beschwerden im rechten Bein ursächlich sein könnten. Diesem Umstand 

wurde - soweit ersichtlich - nicht Rechnung getragen, was zu beanstanden ist. - Die 

Schulter war beidseits über dem M. levator scapulae und dem M. supraspinatus 

ebenfalls druckdolent, die rechte ausserdem über dem dorsalen Akromioneck und dem 

Sulcus intertubercularis. Unter anderem der Impingement-Test war beidseits negativ 

gewesen (im April 2011 hingegen hatte Dr. I.___ ein subacromiales Impingement 

beidseits diagnostiziert; auch im Februar 2014 waren die Impingement-Tests durch 

Dr. G.___ positiv gewesen). Von der rechten Schulter gibt es keine Bildgebung nach 

Refixation der Sehne (act. 303-20). Wenn der Gutachter der Orthopädie den Befund an 

der linken Schulter als altersentsprechend regelrecht beurteilt, erscheint das 

ungenügend begründet, da er doch lediglich eine Aufnahme (act. 303-18) zur 

Beurteilung vorliegen hatte, die wegen einer Derotation offenbar nur eingeschränkt 

beurteilbar war. - Die Halswirbelsäule wurde bei verspannter Nackenmuskulatur links 

auf 50, rechts auf 60° (durch Ablenkung nicht steigerbar) rotiert. Die zervikal (und 

thorakal) mässig eingeschränkte Beweglichkeit wurde berücksichtigt. Nicht 

ausgeschlossen erscheint allerdings, dass von entsprechendem Bildmaterial (allenfalls 

auch im Hinblick auf die Beschwerden in der oberen Extremität) zusätzliche 

Erkenntnisse hätten gewonnen werden können. Eine Druckdolenz wurde schliesslich 

auch an beiden Ellbogen gefunden. - Allgemein wäre der Einsatz bildgebender 

Untersuchungen zudem im Hinblick auf je allfällige fortgeschrittene degenerative 

Veränderungen voraussichtlich aufschlussreich gewesen.

4.2.4  Nach dem Dargelegten erscheint es allein aufgrund der klinischen Untersuchung, 

bei welcher der Beschwerdeführer im Übrigen nach Angaben des Gutachters gut 

kooperiert hatte, - ohne Veranlassung von aktuellen Röntgenbildern - nicht ausreichend 

überzeugend, anzunehmen, die zum Teil sehr diffusen Beschwerden würden sich 

"durch die klinischen und radiologischen Befunde" nicht vollständig begründen lassen 

und nachvollziehbar sei nur die Restsymptomatik in gewissen Bereichen. Festzustellen 

war nach dem Gutachten offenbar, dass die geklagten Beschwerden grösser waren als 

klinisch festgestellt. Daraus wurde, ohne allerdings wie erwähnt aktuelle Bilder 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mitbeurteilen zu können, auf eine deutliche nicht-organische Beschwerdekomponente 

geschlossen. 

4.2.5  Es kommt vorliegend dazu, dass das Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen eine Verfügung von 2010 wegen ungenügender medizinischer Abklärungen 

aufgehoben hatte. Das Gericht erwartete damals namentlich ergänzte Abklärungen 

hinsichtlich (nebst dem rechten Knie) der linken Schulter, der OSG- und LWS-Situation 

und allenfalls der Hüft- und Kiefergelenke. Nach dem erwähnten Zeitpunkt wurde einzig 

ein Bild vom rechten Knie erstellt. Auch wenn ergänzende Abklärungen nicht generell 

und zwingend neue Bilder erfordern, genügten Annahmen aufgrund klinischer 

Untersuchungen und alter Bilder unter den dargelegten Umständen nicht.

4.2.6  Auf das Ergebnis der ABI-Begutachtung kann daher für den Sachverhalt im 

Begutachtungszeitpunkt nicht abgestellt werden.

4.3     

4.3.1  Dasselbe gilt für die gutachterliche Beurteilung des ABI, die über den 

zurückliegenden Sachverhalt abgegeben worden ist.

4.3.2  Im Gutachten wurde nebst der Beurteilung der damaligen Arbeitsfähigkeit die 

Frage - dezidiert verneinend - beantwortet, ob sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers seit der orthopädischen Begutachtung vom April 2011 in einem für 

die Arbeitsfähigkeit wesentlichen Ausmass verschlechtert habe. Weder zum 

Begutachtungszeitpunkt noch im Vergleichszeitpunkt vom April 2011 habe zudem eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % (in adaptierten Tätigkeiten) bestanden. Denn sowohl 

Dr. E.___ (Mai 2007) wie Dr. I.___ (April 2011) hätten insbesondere die klinischen 

Befunde am Kniegelenk als nicht sehr ausgeprägt beschrieben, was mit den eigenen 

Feststellungen übereinstimme. Es sei der Einschätzung der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen (vgl. act. 303-21; recte: des Spitals C.___, 

act. 16-8) vom 17. Januar 2007 klar zuzustimmen, wonach damals eine Arbeitsfähigkeit 

von 100 % bestanden habe. Spätestens sechs Monate nach der am 25. Juli 2006 

durchgeführten Refixation der Bizepssehne - somit ab Ende Januar 2007 - sollten keine 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden haben. Das Spital C.___ hatte im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Januar 2007 dargelegt, der Beschwerdeführer werde seinen Beruf nicht mehr ausüben 

können. Es wäre theoretisch möglich, in einer angepassten Tätigkeit wieder eine 

Arbeitsfähigkeit von 100 % zu erreichen. Dazu bedürfe es aber einer Berufsberatung; 

wahrscheinlich werde eine Umschulungsmassnahme nötig.

4.3.3  Abgesehen davon, dass zum genannten Zeitpunkt vom Januar/Februar 2007 auf 

eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bei dem ausgebildeten Berufsmann, der 

denn auch ab November 2007 in beruflichen Massnahmen der IV stand, noch nicht 

hatte abgestellt werden können, ist zu berücksichtigen, dass sich das ABI-Gutachten 

mit seiner Beurteilung somit über sechs Jahre hinweg rückwärts in Gegensatz zu einem 

echtzeitlichen Gutachten (von Dr. E.___) setzt, worin eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 

bescheinigt war. Jenes Gutachten war ebenfalls ein fachärztliches, für eine 

Versicherung erstelltes und es ist nicht ersichtlich, dass es an einem Mangel gelitten 

hätte. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen stellte darauf (für die 

Beurteilung eines Sachverhalts bis zum 29. April 2010) deshalb nicht ab, weil nicht 

auszuschliessen war, dass sich inzwischen entweder eine Verschlechterung ergeben 

haben könnte oder in jenem Gutachten unberücksichtigt gebliebene Ursachen 

erkennbar geworden sein könnten. Zu einer mit derjenigen von Dr. E.___ 

übereinstimmenden Arbeitsunfähigkeitsschätzung gelangte in der Folge vier Jahre 

später mit Dr. I.___ - bei der auf gerichtliche Weisung hin veranlassten Begutachtung - 

ein weiterer Gutachter der Orthopädie. Es kann davon ausgegangen werden, dass 

Befunderhebung und Diagnosestellung sachgerecht erfolgten. Dr. I.___ fand - im 

Unterschied zum ABI-Gutachter - damals Impingement-Beschwerden beidseits, wobei 

die Untersuchungsbefunde nicht sehr ausgeprägt waren. Zusätzlich berücksichtigt 

werden mussten damals Beschwerden an der linken Schulter. Anderseits konnte im 

Vergleich zu (von Dr. I.___ nicht bezeichneten Befunden von) 2009 eine Verbesserung 

an den Schultern gefunden werden. Die von der Einschätzung des damals 

begutachtenden Arztes Dr. I.___ abweichende Würdigung des Schweregrads der 

beschriebenen Befunde bzw. ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit durch den 

ABI-Gutachter hat nicht mehr Beweiskraft als die Schlussfolgerungen jenes Gutachters 

selber.

4.3.4  Hinsichtlich der rückblickenden ABI-Einschätzung sind also diese genannten 

zusätzlichen Vorbehalte angebracht. Die damaligen echtzeitlichen Gutachten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erscheinen nach der gegenwärtigen Aktenlage für den jeweiligen Sachverhalt dagegen 

stichhaltig.

4.4     

4.4.1  Was die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab der ABI-

Begutachtung betrifft, ist des Weiteren zu bedenken, dass es sich vorerst um eine 

Prognose handelt, die einer Verifikation bedurft hätte. Die Begutachtung fand zu einer 

Zeit statt, als der Beschwerdeführer infolge einer Sigmaresektion als voll arbeitsunfähig 

betrachtet wurde. Der Gastroenterologe des ABI attestierte ihm eine Arbeitsunfähigkeit 

ab Dezember 2012 und noch für die Dauer von acht Wochen nach jener Operation (bis 

Mitte Juni 2013). Das Heben schwerer Lasten sollte drei bis vier Monate lang 

vermieden werden. Der ABI-Gutachter erklärte, es dürfe davon ausgegangen werden, 

dass sich die abdominale Symptomatik weiter verbessern werde. 

4.4.2  Rund einen Monat nach der Begutachtung erlitt der Beschwerdeführer einen 

subakuten NSTEMI. Für die Zeit von etwa zwei Monaten danach attestierte das ABI 

dem Beschwerdeführer anschliessend nochmals eine volle Arbeitsunfähigkeit zur 

Rehabilitation. Danach sollte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit hergestellt sein. Dabei 

handelt es sich um eine Annahme aufgrund allgemeiner, nicht näher belegter oder 

benannter ärztlicher Erfahrungswerte, was ohne individuelle Beurteilung ungenügend 

ist. Dr. L.___ ist im Bericht vom 20. Dezember 2013 von einer weiterhin deutlich 

eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen, die 

allerdings wahrscheinlich nicht streng kardialer Ätiologie sein dürfte. Klinisch sei der 

Beschwerdeführer kardiopulmonal kompensiert gewesen. Die Ergometrie sei aber 

formalelektrisch pathologisch gewesen. Es werde eine kardiale Stress-MRI-

Untersuchung veranlasst.

4.4.3  Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab der ABI-Begutachtung kann 

demnach ebenfalls nicht aufgrund dieses Gutachtens erfolgen. 

5.        

5.1      Zusammenfassend ergibt sich in medizinischer Hinsicht, dass für den 

Sachverhalt in der Zeit bis (mindestens) April 2011 auf die Beurteilungen von Dr. E.___ 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(vom Mai 2007) und von Dr. I.___ (April 2011) abgestellt werden kann, welche von einer 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit von 50 % ausgehen. 

Der Abklärungsbedarf betreffend eine allfällige Verschlechterung ab September 2009 

wurde durch das Gutachten von Dr. I.___ gedeckt.

5.2      Im Hinblick auf eine Klärung der Frage, ob sich allenfalls nach April 2011 eine 

relevante Veränderung des Gesundheitszustands ergeben habe, ist zu beurteilen, ob 

ergänzende medizinische Abklärungen zu veranlassen seien, da auf das Ergebnis der 

ABI-Begutachtung nicht abgestellt werden kann. Bei den vorliegenden Gegebenheiten 

rechtfertigt es sich, von solchen Abklärungen abzusehen. Denn es kann aufgrund der 

Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, eine 

wesentliche Verbesserung der gesundheitlichen Gesamtsituation des 

Beschwerdeführers habe sich seit April 2011 nicht ergeben. Die Beurteilung seiner 

orthopädisch bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch das ABI erscheint als 

andere Einschätzung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhalts. Im 

Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer durch Darmbeschwerden 

seither zusätzlich beeinträchtigt war. Diese hatte er bereits im April 2011 beklagt und 

das in der Beschwerde vom Januar 2012 aufgezeigt. Ab Dezember 2012 bis ca. Mitte 

Juni 2013 war der Beschwerdeführer in der Folge wie erwähnt aus 

gastroenterologischer Sicht nach Auffassung des ABI-Gutachters voll arbeitsunfähig 

und nach dem NSTEMI vom 21. Juni 2013 trat erneut eine (zumindest vorübergehende) 

zusätzliche Arbeitsunfähigkeit ein.

5.3      Daher ist nach der Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch nach April 2011 (bis zum letzten 

Zeitpunkt, der für die vorliegende Beurteilung massgebend ist, nämlich dem 

Verfügungszeitpunkt vom 16. April 2014) jedenfalls nicht mehr zu mehr als 50 % 

arbeitsfähig geworden ist, sondern noch weitere Einschränkungen dazugekommen 

sind. Das genügt als medizinisches Abklärungsergebnis, wie sich aus dem Folgenden 

(E. 9.3) ergibt. Eine ergänzende medizinische Untersuchung (nach diesem Entscheid) 

erübrigt sich demnach

6.          

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.1      Nach dem hier anwendbaren Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht ein 

Rentenanspruch (frühestens) in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während 

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % 

arbeitsunfähig gewesen war. Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein 

wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person 

an mindestens dreissig aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29

IVV). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu 

berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum IVG, S. 238; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99). Der Beschwerdeführer war 

ab dem 7. September 2005 in seiner bisherigen Tätigkeit während eines Jahres im 

oben erwähnten Sinn ununterbrochen arbeitsunfähig (mit einem Durchschnitt von 

knapp 100 %). Das Wartejahr lief demnach am 7. September 2006 ab. Nach Angaben 

von Dr. D.___ war der Beschwerdeführer damals (und noch bis zum 30. September 

2006) voll arbeitsunfähig und damit auch voll erwerbsunfähig, so dass am 

1. September 2006 Anspruch auf eine ganze Rente entstand.

6.2      Ab 1. Oktober 2006 bestand für eine rechtlich nicht relevante Zwischenphase 

von lediglich rund fünf Wochen (also weniger als drei Monate, vgl. Art. 88a IVV) eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 %. Obwohl Dr. I.___ dem Beschwerdeführer später in seinem 

Gutachten vom April 2011 rückblickend ab 1. September 2006 für eine adaptierte 

Tätigkeit lediglich noch eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestierte und gemäss 

Dr. E.___ im Mai 2007 eine Arbeitsfähigkeit von - optimistisch betrachtet - 50 % in 

adaptierten Tätigkeiten bestand, ist zu berücksichtigen, dass damals noch keine 

Eingliederung des gelernten Beschwerdeführers erfolgt war. Der Eingliederungsversuch 

in den Beruf, in welchem der Beschwerdeführer medizinisch betrachtet nicht 

arbeitsfähig war, ab November 2007 ist hernach gescheitert. Erst im Anschluss daran, 

also ab März 2008, ist auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (von 50 %) 

abzustellen.

7.        

ter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.1      Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab 

März 2008 betrifft, wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens 

ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 129 V 222). Es kann 

angenommen werden, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden als 

O.___ tätig geblieben wäre und dabei 2006 einen Monatslohn von Fr. 4'400.-- (13-mal), 

pro Jahr also Fr. 57'200.--, erzielt hätte (vgl. act. 11). Erhöht um die 

Nominallohnentwicklung bis 2007 von 0.1 % (T1.05 der vom Bundesamt für Statistik 

herausgegebenen Lohnentwicklung 2007, S. 17, Zweig D15-16) ergibt sich ein Betrag 

von Fr. 57'257.--. Da zur Bestimmung des Invalideneinkommens des 

Beschwerdeführers als in der Gesundheit Beeinträchtigter von der Möglichkeit 

ausgegangen wird, dass er ein Einkommen in der Höhe des Durchschnittslohns für 

Hilfsarbeit von Fr. 60'167.-- erreichen kann (unten E. 7.2), ist anzunehmen, dass er ein 

solches Einkommen auch als Gesunder hätte erzielen können. Das Valideneinkommen 

2007 beträgt somit Fr. 60'167.--.

7.2      Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich 

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung 

statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 

Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Der 

Beschwerdeführer hat nach dem gescheiterten beruflichen Eingliederungsversuch 

keine Tätigkeit mehr aufgenommen. Sein Invalideneinkommen ist anhand der 

Tabellenlöhne festzulegen. Für einfache und repetitive Tätigkeiten von Männern liegt 

dieser Wert im Jahr 2007 bei Fr. 60'167.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe 

Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen, 2015, herausgegeben von der 

Informationsstelle AHV/IV, S. 226, basierend auf der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Der Beschwerdeführer ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf eine körperlich leichte, wechselbelastende bzw. vorwiegend, aber nicht 

ausschliesslich im Sitzen auszuübende Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten angewiesen. 

Für die Zeit ab März 2008, da der Beschwerdeführer im Alter von knapp 5_ Jahren (also 

rund acht Jahre vor dem AHV-Alter bzw. sechs Jahre vor dem vorzeitigen AHV-

Rentenbezug) war, ist davon auszugehen, dass seine Restarbeitsfähigkeit von damals 

50 % es zuliess, auf einem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt ausreichend 

viele Arbeitsmöglichkeiten vorzufinden.

7.3      Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur 

mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den 

Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis 

dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten 

Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von 

der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der 

Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf 

höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 

E. 5.2 und BGE 126 V 75). Wie dem Gutachten von Dr. I.___ zu entnehmen ist, ist der 

Beschwerdeführer auf eine Teilzeitarbeit von zweimal zwei bis drei Stunden pro Tag mit 

vermehrten Pausen und Positionswechseln angewiesen. Deshalb ist ein Teilzeitabzug 

vorzunehmen. Weitere Abzugsgründe sind nicht zu berücksichtigen. Bei einem Abzug 

von 10 % stellt sich das Invalideneinkommen auf Fr. 27'075.-- (Fr. 60'167.-- x 0.5 x 0.9) 

und verglichen mit Fr. 60'167.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 55 %. Ein 

Invaliditätsgrad, der zum Bezug einer halben Rente berechtigt, ergäbe sich auch, falls 

zum Ausgangspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens der Lohn als O.___ 

von Fr. 57'257.-- gewählt würde (52 % Invaliditätsgrad). 

8.          

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

8.1      Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen 

notwendig, die Rente für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe 

des jeweiligen Invaliditätsgrads unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V 16; 

BGE 109 V 125).

8.2      Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende 

Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 

von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und 

voraussichtlich weiterhin andauern wird.

8.3      Vorliegend hat demnach ab 1. Juli 2008 (drei Monate nach März 2008, vgl. 

E. 6.2) eine Herabsetzung des Rentenanspruchs zu erfolgen. Bei einem Invaliditätsgrad 

von 55 % wie oben dargelegt, besteht ab diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine halbe 

Rente.

9.          

9.1      Im Dezember 2012 trat aus gastroenterologischen Gründen eine volle 

Arbeitsunfähigkeit ein, die gefolgt wurde von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aufgrund 

des NSTEMI. Gemäss der Beurteilung des ABI war anzunehmen, dass die 

Rehabilitation etwa zwei Monate dauerte, das hiesse etwa bis zum 21. August 2013. 

Gemäss RAD dauerte die volle Arbeitsunfähigkeit weiter bis zum 15. September 2013 

(act. 312-3).

9.2      Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer 

Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Drei Monate nach Eintritt der 

längerdauernden Verschlechterung, somit ab 1. April 2013, ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers zu erhöhen, und zwar wegen voller Erwerbsunfähigkeit auf den 

Anspruch auf eine ganze Rente.

9.3      Im Jahr 2013 erreichte der Beschwerdeführer das 62. Altersjahr. Ein Jahr später 

bezog er die Altersrente. Zwar ist nicht eindeutig ausgewiesen, wie sich die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Herbst 2013 entwickelte. Nach der 

Aktenlage lässt sich aber auch ohne zusätzliche Abklärungen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit jedenfalls annehmen, dass sie nach Auftreten der zusätzlichen 

gastroenterologischen und kardiologischen Gesundheitsschäden nicht mehr 50 % 

erreichte. Dr. L.___ ging denn auch im Dezember 2013 weiterhin von einer deutlich 

eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aus. Insgesamt stellt sich 

die gesundheitliche und altersmässige Situation des Beschwerdeführers nach 

Dezember 2012 so dar, dass selbst auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr 

mit einer realistischen Arbeitsmöglichkeit gerechnet werden konnte. Eine allenfalls 

noch bestehende Restarbeitsfähigkeit war folglich nicht mehr verwertbar. Damit bleibt 

es für den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt bis zum 16. April 2014 beim 

Anspruch auf eine ganze Rente.

10.     

10.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 16. April 2014 teilweise zu schützen. Dem 

Beschwerdeführer ist ab 1. September 2006 eine ganze Rente, ab 1. Juli 2008 eine 

halbe Rente und ab 1. April 2013 wiederum eine ganze Rente zuzusprechen.

10.2    Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den 

Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) vom 

30. Juni 2014 wird angesichts des hierfür als volles zu betrachtenden Obsiegens nicht 

in Anspruch genommen.

10.3    Das Unterliegen der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es, ihr die Gerichtskosten, 

die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden 

(Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.  

10.4    Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der 

Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 

26. November 2014 eine Kostennote eingereicht, wonach sich das (im Hinblick auf die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung gekürzte; Art. 31 Abs. 3 AnwG/SG; sGS 963.70) 

Honorar auf Fr. 3'340.-- (zuzüglich Barauslagen von Fr. 133.60 und MWSt von 

Fr. 277.90) beläuft. Ungekürzt entspräche das Honorar einem Betrag von Fr. 4'175.--. 

Die Honorarpauschale beträgt in der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht 

Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte 

und Rechtsagenten; sGS 963.75). Nach der Gerichtspraxis beträgt das übliche 

Pauschalhonorar in Fällen mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad unter 

Einschluss von Barauslagen und Mehrwertsteuer Fr. 3'500.--. Da es sich rechtfertigt, 

vorliegend von einem leicht erhöhten erforderlichen Aufwand auszugehen, erscheint 

eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.     

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

16. April 2014 aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird ab 1. September 2006 eine 

ganze Rente, ab 1. Juli 2008 eine halbe Rente und ab 1. April 2013 wiederum eine 

ganze Rente zugesprochen.

2.     

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.     

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 06.10.2015
	Rückwirkende stufenweise Zusprache von Rentenleistungen (bei altrechtlichem Rentenbeginn) gemäss dem medizinischen Verlauf aufgrund der Würdigung der medizinischen Aktenlage, namentlich zweier orthopädischer (UV- und IV-) und eines polydisziplinären Gutachtens, sowie bei schliesslich mangelnder Verwertbarkeit einer allfällig verbliebenen Restarbeitsfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Oktober 2015, IV 2014/283).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:45:33+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen