# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74f8082c-c927-5564-83e7-ef81d75530a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.02.2012 A-2969/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2969-2010_2012-02-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

  

 
 Abteilung I 

A-2969/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  F e b r u a r  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Marianne Ryter (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich, Richter Lorenz Kneubühler,  

Richter Markus Metz, Richter Alain Chablais,      

Gerichtsschreiber Pascal Baur. 
 

 
 

Parteien 

 
Swisscom (Schweiz) AG, 3050 Bern,   

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Urs Prestinari,  

Swisscom AG, Legal Services & Regulatory Affairs, 

3050 Bern, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
COLT Telecom Services AG, Mürtschenstrasse 27, 

8048 Zürich,   

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Känzig,  

Thouvenin Rechtsanwälte, Klausstrasse 33, 8034 Zürich, 

Beschwerdegegnerin,  

 

und 

 

Eidgenössische Kommunikationskommission  

ComCom,  

Marktgasse 9, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Bedingungen des Zugangs zu den Mietleitungen (MLF). 

A-2969/2010 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 28. September 2007 reichte COLT Telecom Services AG (vormals 

COLT Telecom AG, nachfolgend: COLT) bei der Eidgenössischen Kom-

munikationskommission (ComCom) ein Gesuch um Erlass einer Zu-

gangsverfügung gegen Swisscom (Schweiz) AG (vormals Swisscom Fix-

net AG, nachfolgend: Swisscom) für verschiedene gesetzlich vorgesehe-

ne Zugangsformen ein. Hinsichtlich des Mietleitungszugangs stellte sie 

folgende materielle Anträge: 

1.  Feststellung der Preise für Zugang 

Es seien im Verhältnis zwischen der Gesuchstellerin und der Ge-

suchsgegnerin mit Wirkung ab dem 1. April 2007 bis zur Rechtskraft 

des Entscheides für die in der nachfolgenden Liste aufgeführten Zu-

gangsdienste und -einrichtungen der Gesuchsgegnerin, wie sie in den 

entsprechenden Swisscom Fixnet Wholesale Vertragsurkunden, 

Handbuch Preise Version 1.0 enthalten sind, nicht diskriminierende 

und kostenorientierte Preise (LRIC) im Sinne von Art. 11 Abs. 1 FMG 

in Verbindung mit Art. 52 ff. FDV festzulegen. 

(…) 

1.2.4. Mietleitungen FMG 

Ziff. 2:  Wiederkehrende Preise 

Ziff. 2.1: Beide Leitungsendpunkte im gleichen Anschlussnetz 

– MLF Basic (Übergabe innerhalb AZ von Swisscom Fixnet) 

– MLF Premium (Übergabe innerhalb AZ von Swisscom Fixnet) 

– MLF Basic (Fixpreis für Übergabe ausserhalb AZ von Swisscom 
Fixnet) 

– MLF Premium (Fixpreis für Übergabe ausserhalb AZ von Swiss-
com Fixnet) 

Ziff. 2.2: Leitungsendpunkte in unterschiedlichen Anschlussnetzen 

– MLF Basic (Fixpreis für Übergabe innerhalb AZ von Swisscom 
Fixnet) 

– MLF Premium (Fixpreis für Übergabe innerhalb AZ von Swisscom 
Fixnet) 

A-2969/2010 

Seite 3 

– MLF Basic (Übergabe ausserhalb AZ von Swisscom Fixnet) 

– MLF Premium (Übergabe ausserhalb AZ von Swisscom Fixnet) 

Ziff. 3: Einmalige Preise 

Ziff. 3.2: Offerte 

– Pauschalbetrag pro Leitung 

Ziff. 3.3: Bereitstellung 

– Bereitstellung mit vorgängiger Offerte 

– Bereitstellung bei direkter Bestellung (ohne vorgängige Offerte) 

Ziff. 3.4: Dienstanpassung 

– Änderung Übertragungskapazität 

– Änderung Dienstqualität 

– Standortverlegung 

Ziff. 4.1: Fehlerbehebung 

– Fehlerbehebungsaufwand für Fehler, die sich nicht im Verantwor-
tungsbereich von Swisscom Fixnet befinden 

– Fehlerbehebung behindert [wohl bedingt] durch das Verhalten der 
FDA oder deren Kunden 

Ziff. 4.2: Fehlerbehebung ausserhalb der Arbeitszeit (MLF Basic) 

– Fehlerbehebung ausserhalb der Arbeitszeit 

(…) 

2.4  Mietleitungen FMG 

2.4.1 Reziprozität 

Ziff. 6.3 der Vertragsurkunde, wonach die FDA verpflichtet ist, bei 

Vorliegen der Voraussetzungen den Dienst MLF zu den gleichen 

Konditionen wie diejenigen von Swisscom Fixnet AG zu gewähren, 

sei zu streichen. 

2.4.2 Einschränkung auf 2 Mbit/s Leitungen 

A-2969/2010 

Seite 4 

  Ziffer 5, Tabelle 1 Leistungsbeschreibung sei wie folgt zu verfügen: 

  Die Bandbreiten und Schnittstellen seien gemäss dem jeweiligen 

Stand der Technik anzubieten und haben mindestens die folgenden 

Bandbreiten zu enthalten: 

– 2 Mbit/s   G.703/120 Ω 

– 34 Mbit/s   G.703/75 Ω 

– 45 Mbit/s   G.703/75 Ω 

– 155 Mbit/s (STM-1)  G.703/75 Ω, G.957/optical 

– 622 Mbit/s (STM-4)  G.957/optical 

2.4.3 MLF Gebiete 

Ziffer 4.5 der Vertragsurkunde sei zu streichen und wie folgt zu erset-

zen: 

"Eine MLF wird angeboten, wenn sowohl ihr Anfangs- als auch ihr 

Endpunkt im gleichen Gebiet liegt, in welchem MLF angeboten wer-

den (MLF Gebiet). Es werden ausserdem auch MLF von Kollokati-

onspunkten zu MLF Gebieten und zwischen zwei MLF Gebieten an-

geboten. Ein MLF Gebiet von Swisscom Fixnet umfasst eines oder 

mehrere Anschlussnetze inklusive der darin liegenden Anschlusszent-

ralen von Swisscom Fixnet. Eine Liste mit den verfügbaren MLF Ge-

bieten respektive den verfügbaren Anschlussnetzen ist im Anhang 

MLF Gebiete enthalten." 

Zur Begründung führte COLT aus, Swisscom sei hinsichtlich des Zugangs 

zu den Mietleitungen marktbeherrschende Anbieterin von Fernmelde-

diensten. Das von Swisscom veröffentlichte Basisangebot stehe im Wi-

derspruch zur Verpflichtung gemäss dem Fernmeldegesetz vom 30. April 

1997 (FMG, SR 784.10), auf transparente und nicht diskriminierende 

Weise zu kostenorientierten Preisen Zugang zu den Mietleitungen zu ge-

währen. So seien keine Gründe ersichtlich, die die geographische Ein-

schränkung des Angebots und die Beschränkung auf Mietleitungen bis 2 

Mbit/s rechtfertigten. Die ComCom habe entsprechend rechtskonforme 

Preise und Bedingungen für den Zugang zu den Mietleitungen festzuset-

zen. 

B.  

Swisscom nahm zum Gesuch am 16. November 2007 Stellung. Sie stellte 

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Seite 5 

hinsichtlich des beantragten Mietleitungszugangs folgende materielle An-

träge: 

4.  Mietleitungen FMG 

4.1. Für die Mietleitungen FMG seien ab 1. Juli 2007 die Preise gemäss 

Beilage 13 zu verfügen. 

4.2. Die zwischen den Parteien strittigen Bedingungen des Vertrags Miet-

leitungen FMG seien wie folgt zu verfügen: 

a) Klausel 4.5 des Vertrags (MLF Gebiete): 

"Eine MLF wird nur angeboten, wenn sowohl ihr Anfangs- als auch ihr 

Endpunkt im gleichen Gebiet liegen, in welchem MLF angeboten wer-

den (MLF Gebiet). Es werden keine MLF zwischen zwei MLF Ge-

bieten angeboten. Ein MLF Gebiet von Swisscom Fixnet umfasst ei-

nes oder mehrere Anschlussnetze inklusive der darin liegenden An-

schlusszentralen von Swisscom Fixnet. Eine Liste mit den verfügba-

ren MLF Gebieten respektive den verfügbaren Anschlussnetzen ist im 

Anhang MLF Gebiete enthalten." 

b) Klausel 6.3 des Vertrags (Reziprozität): 

"Die FDA gewährt Swisscom Fixnet bei Vorliegen der Voraussetzun-

gen (insbesondere der Marktbeherrschung) den Dienst FML zu den 

gleichen Konditionen wie diejenigen von Swisscom Fixnet." 

c) Ziffer 5, Tabelle 1 der Leistungsbeschreibung (Angebotene 

Bandbreiten): 

Tabelle 1: Bandbreiten und Schnittstellen. 

Bandbreite Beschreibung 

1'984 kbit/s 1'984 kbit/s strukturiert und Schnittstellen nach 
ITU-T Empfehlung G.703, G.704/120Ω, X.21, 
V.35, V.36 

2'048 kbit/s 2'048 kbit/s unstrukturiert und Schnittstellen nach 
ITU-T Empfehlung G.703/120Ω, X.21, V.35 

 

(…) 

6.1. Anderslautende oder weitergehende Begehren der Gesuchstellerin 

seien abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. 

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Seite 6 

Zur Begründung machte Swisscom geltend, der aktuelle und potenzielle 

Wettbewerb führe bei gewissen Mietleitungen dazu, dass sie sich nicht in 

wesentlichem Umfang unabhängig verhalten könne. Hinsichtlich dieser 

Mietleitungen komme ihr deshalb keine marktbeherrschende Stellung zu. 

Dies gelte schweizweit bei Mietleitungen im Fernnetz und bei Mietleitun-

gen mit einer Bandbreite von mehr als 2 Mbit/s sowie in den sechs gröss-

ten Ballungszentren zudem bei Mietleitungen mit einer Kapazität bis 

2 Mbit/s. Sie biete diese Mietleitungen entsprechend nicht als reguliertes 

Basisangebot im Sinn von Art. 53 der Verordnung vom 9. März 2007 über 

Fernmeldedienste (FDV, SR 784.101.1) an. Aufgrund der aktuellen Wett-

bewerbssituation sei sie aber zurzeit bereit, Mietleitungen mit einer Band-

breite bis 2 Mbit/s, die auf der Doppelader-Metallleitung basierten und ih-

ren Anfangs- und Endpunkt in einem MLF-Gebiet ausserhalb der Agglo-

merationen Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano und Zürich hätten, als 

Basisangebot zu offerieren.  

In formeller Hinsicht beantragte Swisscom u.a., das Zugangsverfahren 

sei bezüglich der Angebotspflicht für Mietleitungen im Fernnetzbereich 

der gesamten Schweiz, für Mietleitungen mit einer Kapazität von mehr als 

2 Mbit/s im Anschlussnetzbereich der gesamten Schweiz und für Mietlei-

tungen mit einer Kapazität von 2 Mbit/s oder weniger im Anschlussnetz-

bereich der sechs Agglomerationen Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano 

und Zürich auf die Frage der Marktbeherrschung zu beschränken. 

C.  

Im Frühling 2008 führte das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) ei-

ne Befragung von Fernmeldedienstanbieterinnen (nachfolgend: FDA) 

durch. Auf sein Ersuchen hin erstattete die Wettbewerbskommission 

(WEKO) am 23. Juni 2008 ein Gutachten zur Beurteilung der Marktstel-

lung von Swisscom gemäss Art. 11a Abs. 2 FMG. Darin kam sie zum 

Schluss, bereits der aktuelle Wettbewerb auf dem Markt für Mietleitungen 

im Fernnetz lasse darauf schliessen, dass sich Swisscom nicht in wesent-

lichem Umfang unabhängig verhalten könne, weshalb sie bezüglich die-

ser Mietleitungen nicht als marktbeherrschende Anbieterin von Fernmel-

dediensten im Sinn von Art. 11 Abs. 1 FMG qualifiziert werden könne. 

Demgegenüber sei sie aufgrund des fehlenden aktuellen und potenziellen 

Wettbewerbs auf dem Markt für Mietleitungen im Anschlussnetz in der 

Lage, sich von anderen Marktteilnehmern in wesentlichem Umfang unab-

hängig zu verhalten. Sie sei daher hinsichtlich dieser Mietleitungen als 

marktbeherrschende Anbieterin von Fernmeldediensten im Sinn von 

Art. 11 Abs. 1 FMG zu beurteilen. 

A-2969/2010 

Seite 7 

D.  

Am 10. Juli 2008 wiederholte Swisscom den Antrag, es sei das Zugangs-

verfahren bezüglich der Angebotspflicht für Mietleitungen vorerst auf die 

Frage der Marktbeherrschung zu beschränken. Die ComCom wies den 

Antrag mit Zwischenverfügung vom 29. August 2008 ab. 

E.  

Am 16. Januar 2009 forderte das BAKOM im Zugangsverfahren zwischen 

COLT und Swisscom sowie im weiteren, mit Gesuch vom 30. September 

2008 anhängig gemachten Mietleitungs-Zugangsverfahren zwischen Sun-

rise Communications AG (nachfolgend: Sunrise) und Swisscom verschie-

dene FDA auf, die anlässlich der Marktbefragung vom Frühling 2008 ge-

machten Angaben zu ergänzen bzw. zu präzisieren.  

F.  

Am 9. November 2009 unterbreitete das BAKOM der Preisüberwachung 

seine vorläufige Einschätzung zur Streitsache und ersuchte sie um Stel-

lungnahme gemäss Art. 15 des Preisüberwachungsgesetzes vom 

20. Dezember 1985 (PüG, SR 942.20). Die Preisüberwachung äusserte 

sich am 7. Dezember 2009 und empfahl, die ihr unterbreiteten Mietlei-

tungspreise der ComCom zum Beschluss vorzulegen. Hinsichtlich des 

Zugangsverfahrens wird im Übrigen auf die Darstellung in der angefoch-

tenen Teilverfügung der ComCom vom 10. März 2010 verwiesen. 

G.  

Mit Teilverfügung vom 10. März 2010 entschied die ComCom über einen 

Teil des Zugangsgesuchs von COLT. Sie setzte mit Wirkung ab 1. April 

2007 für die Jahre 2007 bis 2009 die monatlich wiederkehrenden Preise 

für Mietleitungen mit den Servicequalitäten "Basic" und "Silver" innerhalb 

des gleichen Anschlussnetzes bzw. innerhalb der gleichen Trunkregion 

mit einer Bandbreite bis 622 Mbit/s (Servicequalität Basic) bzw. 155 

Mbit/s (Servicequalität Silver), inklusive solcher mit elektrischer oder opti-

scher Anbindung, fest (Dispositivziffer 1). Im Weiteren verpflichtete sie 

Swisscom, bis spätestens 31. Mai 2010 ein gesetzeskonformes Mietlei-

tungsangebot zu veröffentlichen (Dispositivziffer 2), und strich Ziffer 6.3 

(Reziprozität) der Vertragsurkunde Mietleitungen FMG vom 12./19. Juli 

2007 zwischen COLT und Swisscom (Dispositivziffer 3; nachfolgend MLF-

Vertrag). Schliesslich auferlegte sie Swisscom die Verfahrenskosten von 

Fr. 221'640.– (Dispositivziffer 4). 

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Seite 8 

Zur Begründung führte sie aus, sie habe grundsätzlich keine Veranlas-

sung, bei der Beurteilung der Marktbeherrschung vom Gutachten der 

WEKO abzuweichen. Entgegen der Ansicht von Swisscom sei somit na-

mentlich von einem einheitlichen Mietleitungsmarkt für alle Bandbreiten 

auszugehen. Auch bestünden für den für die Teilverfügung relevanten Un-

tersuchungszeitraum der Jahre 2007 bis 2009 aufgrund der genügend 

homogenen Wettbewerbsverhältnisse keine ausreichenden Anhaltspunk-

te für eine räumliche Unterteilung des Markts für terminierende Segmente 

von Mietleitungen. Einzig bei der Frage der Abgrenzung von Fern- und 

Anschlussnetz bzw. von Trunk- und terminierendem Netz sei das Gutach-

ten der WEKO zu präzisieren und das Trunknetz weiter zu fassen.  

Swisscom komme im Trunknetz keine marktbeherrschende Stellung zu. 

Demgegenüber sei sie auf dem schweizweiten Markt für terminierende 

Segmente von Mietleitungen aller Bandbreiten als marktbeherrschend zu 

qualifizieren. Sie sei daher gestützt auf Art. 11 Abs. 1 Bst. e FMG auf die-

sem Markt verpflichtet, Mietleitungen zu nicht diskriminierenden Bedin-

gungen und kostenorientierten Preisen anzubieten. Das Angebot sei nati-

onal einheitlich, technologieneutral und über sämtliche Bandbreiten aus-

zugestalten. Es habe mindestens dem Leistungsumfang sowie den Be-

dingungen zu entsprechen, die Swisscom auch kommerziell anbiete. Dies 

gelte insbesondere für die Servicequalitäten. In technischer Hinsicht habe 

das Angebot darüber hinaus auch den markt- und branchenüblichen An-

forderungen zu genügen. 

Hinsichtlich der Preise stelle das Kostenmodell COSMOS von Swisscom 

zwar grundsätzlich ein ausreichend präzises Rechenmodell zum Nach-

weis der kostenorientierten Preisgestaltung der regulierten Dienste dar. 

Dessen materielle Überprüfung ergebe jedoch, dass bei einigen Spezifi-

kationen bzw. Inputparametern zwingend Anpassungen vorzunehmen 

seien, um die Kostenorientiertheit gemäss Art. 11 Abs. 1 FMG und Art. 54 

FDV umzusetzen. Nicht zu beanstanden sei dagegen die Bewertung 

nach Wiederbeschaffungsneuwerten, da diese gemäss Art. 54 FDV vor-

geschrieben sei. Die Preise für die Jahre 2007 bis 2009 seien unter Be-

rücksichtigung dieser Anpassungen festzusetzen. 

H.  

Am 26. April 2010 erhebt Swisscom (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

Beschwerde gegen die Teilverfügung der ComCom (nachfolgend: Vorin-

stanz) vom 10. März 2010. Sie beantragt, es sei Dispositivziffer 1 der an-

gefochtenen Verfügung aufzuheben und es seien die monatlich wieder-

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Seite 9 

kehrenden Preise für Mietleitungen innerhalb des gleichen Anschlussnet-

zes bzw. innerhalb der gleichen Trunkregion mit einer Bandbreite von 

2 Mbit/s und den Servicequalitäten Basic bzw. Premium/Silver, inklusive 

solcher mit elektrischer oder optischer Anbindung, für die Jahre 2007 bis 

2009 wie von ihr beantragt zu verfügen (Ziffer 1.a Rechtsbegehren). 

Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neufestlegung dieser Preise an die 

Vorinstanz zurückzuweisen (Ziffer 1.b Rechtsbegehren). Subeventualiter 

sei Dispositivziffer 1 aufzuheben und es seien die Preise für Mietleitungen 

für die Jahre 2007 bis 2009 vom Bundesverwaltungsgericht neu festzule-

gen oder es sei die Angelegenheit zur Neufestlegung dieser Preise an die 

Vorinstanz zurückzuweisen (Ziffer 1.c Rechtsbegehren). 

Zu verfügen seien ausserdem die weiteren zwischen ihr und COLT (nach-

folgend: Beschwerdegegnerin) strittigen Bedingungen des MLF-Vertrags, 

und zwar wie folgt (Ziffer 1.a Rechtsbegehren): 

Ziffer 4.5 der Vertragsurkunde Mietleitungen FMG: 

Eine MLF wird nur angeboten, wenn sowohl ihr Anfangs- als auch ihr 

Endpunkt in der gleichen Trunkregion liegen und sich deren Endpunkte 

nicht innerhalb einer Agglomeration befinden. 

Eine Trunkregion umfasst eine Trunkortschaft mit den nächstgelegenen 

Anschlusszentralen bzw. Anschlussnetzen von Swisscom. Als Trunkort-

schaft gilt jeder Ort, in welchem mindestens zwei FDA über Räume mit 

eigener Ausrüstung verfügen und hierfür einen Vertrag Kollokation FDV 

mit Swisscom abgeschlossen haben. Die geographische Ausdehnung 

einer Trunkortschaft und die dieser Trunkortschaft zugehörigen An-

schlusszentralen bzw. Anschlussnetze werden dabei anhand der Post-

leitzahlen bestimmt. Eine Liste mit den verfügbaren Trunkregionen re-

spektive den verfügbaren Anschlussnetzen ist im Anhang Trunkregionen 

enthalten. Wo in den Vertragsdokumenten vom Anhang MLF Gebiete die 

Rede ist, ist der Anhang Trunkregionen gemeint. Es werden keine MLF 

zwischen zwei Trunkregionen bzw. zwischen zwei Trunkortschaften an-

geboten. 

Die Agglomerationen sind im Anhang Agglomerationen ersichtlich. In 

diesen Gebieten bietet Swisscom keine MLF an. 

Ziffer 4.6 der Vertragsurkunde Mietleitungen FMG: 

Anfangs- bzw. Endpunkte einer MLF können sich in einer Anschlusszent-

rale von Swisscom, in einem Standort der FDA oder beim Endkunden 

der FDA befinden. Sofern sich ein Anfangs- oder ein Endpunkt in einer 

Anschlusszentrale von Swisscom befindet, muss die FDA entweder mit 

Swisscom bereits einen Vertrag Kollokation FDV abgeschlossen haben 

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Seite 10 

oder eine Machbarkeit zur Kollokation FDV mit positivem Ergebnis auf-

weisen. Verbindliche Angaben zum Bezug von Kollokation FDV sind im 

Rahmen des Vertrages Kollokation FDV erhältlich. 

Ziffer 5.9 der Vertragsurkunde Mietleitungen FMG: 

Swisscom kann die Anhänge Trunkregionen und Agglomerationen jeder-

zeit anpassen. Die FDA wird vom Swisscom unter Einhaltung einer Mit-

teilungsfrist von 30 Tagen über Änderungen informiert. 

Ziffer 5 der Leistungsbeschreibung Mietleitungen FMG: 

1
 Es sind die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Übertragungs-

kapazitäten und Schnittstellen verfügbar. 

2
 Die Einzelheiten sind im Handbuch Technik nachzulesen. 

Tabelle 1: Bandbreiten und Schnittstellen 

 Bandbreite  Beschreibung 

 1'984 kbit/s  1'984 kbit/s strukturiert und Schnittstellen nach ITU-T 
Empfehlung G.703, G.704/120Ω, X.21, V.35, V.36 

 2'048 kbit/s  2'048 kbit/s unstrukturiert und Schnittstellen nach 
ITU-T Empfehlung G.703/120Ω, X.21, V.35 

 

Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügung sei ebenfalls aufzuheben 

(Ziffer 2.a Rechtsbegehren) oder es sei ihr zumindest eine angemessene 

Frist von mindestens fünf Monaten ab Rechtskraft des Urteils in der vor-

liegenden Beschwerdesache einzuräumen, um ein gesetzeskonformes 

Mietleitungsangebot zu veröffentlichen (Ziffer 2.b Rechtsbegehren). Auf-

zuheben sei auch Dispositivziffer 4 der angefochtenen Verfügung und es 

sei die Angelegenheit zur neuen Verlegung der Verfahrenskosten ent-

sprechend dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Diese sei dabei anzuweisen, den geltend gemachten 

Verfahrensaufwand in nachvollziehbarer Weise zu begründen und von 

dessen mehrfacher Verrechnung abzusehen sowie den Verfahrensauf-

wand für Instruktionsverhandlungen, die für den Erlass der angefochte-

nen Verfügung nicht nötig gewesen seien, auszusondern und nicht in 

Rechnung zu stellen (Ziffer 3 Rechtsbegehren). 

Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin vor, entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz sei zwischen dem Markt für Mietleitungen mit einer Band-

breite von 2 Mbit/s und dem Markt für Mietleitungen mit grösserer Band-

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Seite 11 

breite sowie – in räumlicher Hinsicht – zwischen dem Markt für Mietlei-

tungen in den Agglomerationen Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano 

und Zürich und dem Markt für Mietleitungen in der restlichen Schweiz zu 

unterscheiden. Weder auf dem Markt in den sechs Agglomerationen noch 

auf dem Markt für Mietleitungen mit einer Bandbreite über 2 Mbit/s kom-

me ihr eine marktbeherrschende Stellung zu. Gleiches gelte hinsichtlich 

der Mietleitungen im Trunknetz, was auch die Vorinstanz anerkenne. Ent-

gegen deren Ansicht sei die Zahl der Trunkortschaften zumindest in den 

Jahren 2008 und 2009 jedoch deutlich höher. Eine Angebotspflicht beste-

he somit nur für Mietleitungen mit einer Bandbreite von 2 Mbit/s, deren 

Anfangs- und Endpunkte in der gleichen Trunkregion, aber nicht in einer 

der vorerwähnten Agglomerationen lägen. Die Preise für diese Mietleitun-

gen seien deshalb neu festzusetzen, weil die von der Vorinstanz vorge-

nommenen Preisanpassungen auf einer unvollständigen Abklärung des 

relevanten Sachverhalts und einer Verletzung von Bundesrecht beruhten 

und daher rückgängig zu machen seien. Die weiteren strittigen Bedin-

gungen des MLF-Vertrags seien wegen der Unvollständigkeit des Verfü-

gungsdispositivs zu verfügen. 

Der Vorinstanz fehle weiter die aufsichtsrechtliche Kompetenz, sie zur 

Veröffentlichung eines gesetzeskonformen Mietleitungsangebots anzuhal-

ten. Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügung sei somit bereits aus 

diesem Grund unzulässig. Auf jeden Fall sei die eingeräumte Frist unan-

gemessen kurz.  

Die Vorinstanz liefere schliesslich für die Höhe der Verfahrenskosten kei-

nerlei Begründung, was eine Verletzung der Begründungspflicht darstelle 

und zudem zur Folge habe, dass eine bundesrechtswidrige Kostenaufla-

ge nicht ausgeschlossen werden könne. 

I.  

Am 2. Juli 2010 nimmt die WEKO zur Beschwerde Stellung. Sie führt aus, 

sie sehe sich grundsätzlich nicht veranlasst, von der Markteinschätzung 

gemäss ihrem Gutachten vom 23. Juni 2008 abzuweichen. Dies gelte 

namentlich auch hinsichtlich der im Gutachten getroffenen Unterschei-

dung zwischen einem Fern- und einem Anschlussnetz, die von der Vorin-

stanz präzisiert worden sei. Während das Fernnetz sämtliche Verbindun-

gen zwischen den 18 "Points of Interconnection" (nachfolgend: PoI) um-

fasse, definiere die Vorinstanz an dessen Stelle ein sog. Trunknetz, das 

alle Verbindungen zwischen den "Points of Presence" (nachfolgend: PoP) 

umfasse, bei denen funktionierender Wettbewerb angenommen werde. 

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Seite 12 

Damit weiche die Vorinstanz von ihrem Vorgehen (dem Vorgehen der 

WEKO) ab, da sie (die WEKO) bei der Marktabgrenzung die Wettbe-

werbsverhältnisse grundsätzlich nicht beachte und dabei der von den hö-

heren Instanzen vorgegebenen Praxis folge. 

J.  

Am 9. Juli 2010 äussert sich auch die Preisüberwachung zur Beschwer-

de. Sie macht geltend, es stelle sich in erster Linie die Frage, ob mit dem 

verwendeten Kalkulationsmodell der nichtdiskriminierende Netzzugang 

gewährleistet sei. Ausserdem sei zu beachten, dass eine Kalkulation, die 

sich stärker an den historischen Herstellkosten und den getätigten Ab-

schreibungen der Beschwerdeführerin orientiere, den wirksamen Wett-

bewerb zwischen den Anbietern fördern und damit zu tieferen Konsumen-

tenpreisen führen würde. Rechtlich bestünden deshalb verschiedene 

Fragen betreffend Nichtdiskriminierung, Kostenorientierung und Transpa-

renz. 

Die Prüfung der Kalkulation sei von der Vorinstanz im Weiteren mit gros-

sem Aufwand und nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt wor-

den. Der Gestaltungsspielraum, den Modellrechnungen böten, zwinge die 

Behörden, über eine Vielzahl von Annahmen und Parametern zu ent-

scheiden. Dadurch ergebe sich nicht nur ein grosser Ermessensspiel-

raum, sondern vor allem auch ein grosser Ermessensbedarf. Der Um-

stand, dass das Kalkulationsmodell von der Beschwerdeführerin gestaltet 

werde, die bezüglich ihrer eigenen Kostensituation gegenüber der Vorin-

stanz über einen grossen Wissensvorsprung verfüge, zwinge diese im 

Übrigen zu einer kritischen Haltung. Wenn sie in der einen oder anderen 

Frage einen strengeren Beurteilungsmassstab wähle als dies von der Be-

schwerdeführerin als vernünftig erachtet werde, dürfe nicht vergessen 

werden, dass die gewählte Methodik mit der Netzbewertung gestützt auf 

Wiederbeschaffungswerte für die Beschwerdeführerin insgesamt sehr 

vorteilhaft sei. 

K.  

Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 

27. Juli 2010 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie 

aus, der Gesetzgeber habe das Mietleitungsangebot nicht auf die am 

1. April 2007 bestehende Infrastruktur beschränken wollen. Der Mietlei-

tungsbegriff sei sowohl in Bezug auf das Transportmedium als auch die 

angewandte Technologie neutral zu verstehen. Das bedeute, dass auch 

Übertragungstechniken wie die sog. "Carrier Optical Services" (COS) und 

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Seite 13 

"Carrier Ethernet Services" (CES) der Beschwerdeführerin nicht aus dem 

Mietleitungsmarkt ausschieden. Die Vorinstanz wie auch die WEKO hät-

ten im Weiteren die Frage der Marktbeherrschung sorgfältig abgeklärt 

und die marktbeherrschende Stellung der Beschwerdeführerin zu Recht 

bejaht. So habe die Vorinstanz die bestehenden Wettbewerbsverhältnisse 

sehr wohl berücksichtigt, was sich insbesondere in den von ihr festgeleg-

ten Trunkregionen niedergeschlagen habe. Sie habe sich überdies auch 

bei der Preisfestlegung an die gesetzlichen Vorgaben gehalten. Nicht zu 

beanstanden sei schliesslich die Verpflichtung der Beschwerdeführerin, 

innert der angesetzten Frist ein gesetzeskonformes Mietleitungsangebot 

zu veröffentlichen. Insbesondere sei die Beschwerdeführerin bereits seit 

dem 1. April 2007 verpflichtet gewesen, ein entsprechendes Angebot vor-

zulegen, und habe im Vorfeld ausreichend Zeit gehabt, sich darauf vorzu-

bereiten. 

L.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Stellungnahme vom 28. Juli 2010, die 

Beschwerde sei teilweise gutzuheissen und Dispositivziffer 1 der ange-

fochtenen Verfügung im Sinn ihrer Erwägungen anzupassen; ansonsten 

sei sie abzuweisen. Sie macht geltend, sie habe in zwei Fällen den Kos-

tenverteilschlüssel der Beschwerdeführerin nicht im erforderlichen Aus-

mass angepasst. Die Korrektur dieses Versehens führe dazu, dass die 

monatlichen Preise (Basis) für 2 Mbit/s-Mietleitungen der Servicequalität 

Basic und Silver für das Jahr 2009 um Fr. 0.03 und für die Jahre 2008 

und 2007 um Fr. 0.02 zu erhöhen seien. Demgegenüber seien die monat-

lichen Preise (Basis) für alle anderen Mietleitungen der Servicequalität 

Basic und Silver für das Jahr 2009 um Fr. 10.58, für das Jahr 2008 um 

Fr. 8.70 und für das Jahr 2007 um Fr. 8.94 zu senken. Im Übrigen hält sie 

grundsätzlich an ihren Ausführungen und Feststellungen in der angefoch-

tenen Verfügung fest, ergänzt diese und weist die dagegen gerichteten 

Einwände der Beschwerdeführerin zurück. 

M.  

Die Beschwerdeführerin bekräftigt in ihrer Replik vom 1. Oktober 2010 

grundsätzlich ihre Anträge und Ausführungen in der Beschwerde. Neu 

beantragt sie folgende Ergänzung von Ziffer 4.5 des MLF-Vertrags 

(vgl. den Wortlaut oben in Bst. H; Ergänzung unterstrichen):  

"Als Trunkortschaft gilt jeder Ort, in welchem neben Swisscom mindestens 

zwei FDA über Räume mit eigener Ausrüstung verfügen und hierfür einen 

Vertrag Kollokation FDV mit Swisscom abgeschlossen haben." 

A-2969/2010 

Seite 14 

Hinsichtlich der von der Vorinstanz in der Vernehmlassung beantragten 

Preisanpassungen macht sie geltend, diese seien in sachlicher Hinsicht 

keine Verbesserung bzw. würden deren Anspruch, eine konsistente Beur-

teilungspraxis zu entwickeln und anzuwenden, nicht gerecht; sie seien 

entsprechend abzulehnen.  

N.  

Auf Einladung der Instruktionsrichterin reicht die WEKO am 17. bzw. 

29. November 2010 eine weitere Vernehmlassung ein. Sie hält grundsätz-

lich an der Markteinschätzung gemäss ihrem Gutachten vom 23. Juni 

2008 fest und unterstreicht, dies gelte auch dort, wo die Vorinstanz nicht 

dem Gutachten folge. Ausserdem äussert sie sich zu einer Reihe von 

Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Replik. 

O.  

Die Preisüberwachung hält in ihrem zweiten Fachbericht vom 3. Dezem-

ber 2010 an ihren Ausführungen und Schlussfolgerungen im ersten 

Fachbericht fest und nimmt zu ausgewählten Ziffern der Replik Stellung. 

Sie weist namentlich darauf hin, dass sich ihre Bedenken auf das Kalku-

lationsmodell der Beschwerdeführerin bezögen; gegen die von der Vorin-

stanz verlangten Korrekturen an deren Kalkulation habe sie dagegen 

nichts einzuwenden.  

P.  

Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Duplik vom 13. Dezember 

2010, es sei die Beschwerde abzuweisen und der Entscheid der Vorin-

stanz mit den von dieser in ihrer Stellungnahme vom 28. Juli 2010 bean-

tragten Änderungen zu bestätigen. Im Weiteren bekräftigt sie grundsätz-

lich ihren Standpunkt und nimmt ergänzend zur Replik der Beschwerde-

führerin Stellung.  

Q.  

Die Vorinstanz hält in ihrer Duplik vom 9. Dezember 2010 grundsätzlich 

an ihrer Auffassung fest und äussert sich ergänzend zur Replik der Be-

schwerdeführerin. Weiter nimmt sie zu den CES bzw. zur gesetzlichen 

Mietleitungsdefinition Stellung und erläutert, wieso sie abweichend von 

der WEKO anstelle eines Fern- und eines Anschlussnetzes ein Trunk- 

und ein terminierendes Netz definiert hat. 

R.  

Mit Eingabe vom 26. Januar 2011 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf 

A-2969/2010 

Seite 15 

Schlussbemerkungen und hält an ihren bisherigen Ausführungen fest. Die 

Vorinstanz verweist in ihren Schlussbemerkungen vom 27. Januar 2011 

grundsätzlich auf ihre bisherige Darstellung und macht einige zusätzliche 

Bemerkungen. Die Beschwerdeführerin hält in ihren Schlussbemerkun-

gen vom gleichen Datum ebenfalls grundsätzlich an ihren Anträgen und 

Ausführungen fest und äussert sich ergänzend zur Duplik der Vorinstanz 

und der Beschwerdegegnerin sowie zur zweiten Vernehmlassung der 

WEKO und zum zweiten Fachbericht der Preisüberwachung. 

S.  

Mit Verfügung vom 8. Juli 2011 werden die Vorinstanz und die WEKO 

darauf hingewiesen, dass der Anteil der Koaxial-Mietleitungsanschlüsse 

auf dem Mietleitungsmarkt gemäss der Amtlichen Fernmeldestatistik 

2009 per Ende 2009 mehr als 12 % ausgemacht habe. Sie werden aufge-

fordert, dazu Stellung zu nehmen, welche Bedeutung diesem Umstand 

für die Abgrenzung und die Analyse des Mietleitungsmarkts in dem von 

der angefochtenen Verfügung umfassten Zeitraum zukomme. Am 

10. August 2011 nimmt die WEKO, am 25. August 2011 die Vorinstanz 

Stellung. Beide halten grundsätzlich an ihrem Standpunkt fest. Die Be-

schwerdegegnerin schliesst sich in ihrer Eingabe vom 8. September 2011 

den Ausführungen der Vorinstanz vom 25. August 2011 an. Die Be-

schwerdeführerin äussert sich am 21. September 2011 und macht u.a. 

geltend, es sei unerlässlich, die Frage der Marktbeherrschung neu zu be-

urteilen, sofern das Bundesverwaltungsgericht nicht zum Schluss komme, 

ihre Angebotspflicht umfasse nur Mietleitungen mit einer Bandbreite von 

2 Mbit/s ausserhalb der grossen Agglomerationen. 

T.  

Mit Eingabe vom 20. Oktober 2011 teilt die Beschwerdeführerin mit, das 

BAKOM beabsichtige im Zugangsverfahren 1000312744 betreffend Inter-

konnektion (IC), Entbündelung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) und 

Kollokation (KOL), der Vorinstanz zu beantragen, die Herleitung der Prei-

se für Glasfaserspleissungen anhand von Mittelpreisen zu akzeptieren. 

Damit weiche es von der bisherigen Praxis der Vorinstanz ab, die den 

günstigsten Marktpreis verlange. Die Preisüberwachung habe dieses 

Vorgehen in ihrer Empfehlung an die Vorinstanz akzeptiert bzw. dagegen 

keine Vorbehalte vorgebracht. Dies zeige, dass deren Praxis nicht haltbar 

sei.  

Die Vorinstanz erklärt am 9. November 2011, sie habe zurzeit keine nähe-

ren Kenntnisse über die Gründe, die aus Sicht des BAKOM eine Abkehr 

A-2969/2010 

Seite 16 

von der bisherigen Berechnung rechtfertigten. Es müsse daher offen blei-

ben, ob sie eine Änderung bei der Kostenberechnung für Glasfaser-

spleissungen beschliessen werde. Bevor sie über eine allfällige Änderung 

ihrer Praxis im Drittverfahren entschieden habe, könne sie zu den Ausfüh-

rungen der Beschwerdeführerin nicht materiell Stellung nehmen.  

Die Preisüberwachung führt in ihrer Stellungnahme vom 14. November 

2011 aus, sie habe sich in ihrer Empfehlung an die Vorinstanz aus Priori-

tätsüberlegungen nicht zu den Modellanpassungen am Kostennachweis 

der Beschwerdeführerin und somit weder positiv noch negativ zur vorge-

schlagenen Praxisänderung geäussert. Sie erachte die bisherige Praxis 

weiterhin als korrekt, modellkonform und damit unter Berücksichtigung 

des Ermessensspielraums der Vorinstanz problemlos vertretbar. In for-

meller Hinsicht stelle sich die Frage, ob Erwägungen des BAKOM bezüg-

lich der Tarife für das Jahr 2011 für das vorliegende Verfahren relevant 

sein könnten.  

U.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die bei den 

Akten liegenden Unterlagen wird – soweit entscheidwesentlich – in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

Prozessvoraussetzungen 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern sie von einer Vorinstanz 

nach Art. 33 VGG stammen und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor-

liegt. Während End- und Teilverfügungen ohne weitere Voraussetzungen 

anfechtbar sind (Art. 44 VwVG), ist bei selbständig eröffneten Zwischen-

verfügungen zu differenzieren. Stets zulässig ist eine Beschwerde gegen 

Zwischenverfügungen über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-

ren (Art. 45 Abs. 1 VwVG). Gegen andere Zwischenverfügungen ist eine 

Beschwerde dagegen nur zulässig, wenn sie entweder einen nicht wieder 

gutzumachenden Nachteil bewirken können – wobei ein tatsächlicher 

A-2969/2010 

Seite 17 

Nachteil genügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_86/2008 vom 23. April 

2008 E. 3.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-515/2008 vom 

4. Juni 2008 E. 1.2, B-5168/2007 vom 18. Oktober 2007 E. 1.2.1 und  

B-1907/2007 vom 14. Mai 2007 E. 1.1) – oder die Gutheissung der Be-

schwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen be-

deutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisver-

fahren ersparen würde (Art. 46 Abs. 1 Bst. a und b VwVG). Obschon 

Art. 45 und 46 VwVG – abweichend von Art. 92 und Art. 93 des Bundes-

gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110), wo von Vor- und 

Zwischenentscheiden die Rede ist – den Begriff der Vorverfügung nicht 

erwähnen, ist davon auszugehen, der Begriff der Zwischenverfügung um-

fasse auch Vorverfügungen, mithin also Entscheide über materiell-

rechtliche Vorfragen, die das Verfahren vor einer Behörde nicht im Sinn 

einer Endverfügung abschliessen (vgl. FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-

BÄR, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zü-

rich 2009, Art. 44 N. 22, Art. 45 N. 4 f.; FELIX UHLMANN, in: 

Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar BGG, 2. Aufl., 

Basel 2011, Art. 92 N. 2 f., Art. 93 N. 1; RENÉ RHINOW/HEINRICH KOL-

LER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentli-

ches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, Rz. 1870 [zum BGG]; BGE 136 II 

165 E. 1.1, BGE 135 II 30 E. 1.3.1 und BGE 134 II 137 E. 1.3.2).  

1.1.1. Dispositivziffer 1 legt mit Wirkung ab 1. April 2007 die monatlich 

wiederkehrenden Preise für die Mietleitungen fest, die von der Beschwer-

degegnerin in den Jahren 2007 bis 2009 bezogen wurden. Sie schliesst 

das Zugangsverfahren für die Jahre 2007 bis 2009 ab und kann inhaltlich 

als Teilverfügung qualifiziert werden. Sie ist daher ohne weitere Voraus-

setzungen anfechtbar. Dies gilt auch für Dispositivziffer 4, mit der der Be-

schwerdeführerin die Verfahrenskosten von Fr. 221'640.– auferlegt wer-

den.  

1.1.2. Dispositivziffer 2 verpflichtet die Beschwerdeführerin zur Veröffent-

lichung eines gesetzeskonformen Mietleitungsangebots bis spätestens 

31. Mai 2010. Ob sie angefochten werden kann, hängt zunächst davon 

ab, ob die Eckpunkte des zu veröffentlichenden Angebots in rechtsge-

nüglicher Form verfügt wurden. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies 

mit dem Argument, die konkreten Eckpunkte würden im Verfügungs-

dispositiv nicht genannt. Die Beschwerdegegnerin ist demgegenüber der 

Ansicht, aus den Verfügungserwägungen (Ziff. II.2.3.4) gehe klar hervor, 

wie das gesetzeskonforme Mietleitungsangebot auszusehen habe. Auch 

die Vorinstanz macht geltend, die grundsätzlichen Aspekte des zu veröf-

A-2969/2010 

Seite 18 

fentlichenden Mietleitungsangebots würden in den Erwägungen der Ver-

fügung festgehalten. 

Das Dispositiv einer Verfügung muss die Rechte und Pflichten des Adres-

saten in der Sache bestimmen oder – bei Feststellungsverfügungen – 

klarmachen, worin dessen Rechte und Pflichten bestehen. Die Behörde 

soll dabei ihre Worte so wählen, dass der Adressat nicht lange nach dem 

Sinn suchen muss. Bedarf die Verfügungsformel gleichwohl der Ausle-

gung, kann auf die Begründung der Verfügung zurückgegriffen werden 

(BGE 110 V 222). Das Dispositiv ist so zu deuten, wie es vom Adressaten 

in guten Treuen verstanden werden konnte und musste (BGE 114 Ia 332, 

BGE 96 I 282 E. 4; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜL-

LER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 29 Rz. 16). 

Dispositivziffer 2 umschreibt nicht, was unter einem gesetzeskonformen 

Mietleitungsangebot zu verstehen ist. Sie bedarf daher der Auslegung, 

bei der auf die Verfügungsbegründung zurückzugreifen ist. Diese hält in 

Ziff. II.2.2.4 insbesondere fest, die CES der Beschwerdeführerin seien als 

Mietleitungen im Sinn von Art. 3 Bst. e
bis

 FMG zu qualifizieren, weshalb 

sie grundsätzlich Gegenstand der Regulierung nach Art. 11 Abs. 1 Bst. e 

FMG bildeten. In Ziff. II.2.3.4 wird weiter das zu veröffentlichende Mietlei-

tungsangebot zusammenfassend umschrieben. Danach ist die Be-

schwerdeführerin verpflichtet, Mietleitungen zu nicht diskriminierenden 

Bedingungen und kostenorientierten Preisen anzubieten. Das Angebot 

sei national einheitlich, technologieneutral und über sämtliche Bandbrei-

ten auszugestalten. Weiter habe es mindestens dem Leistungsumfang 

sowie den Bedingungen zu entsprechen, die die Beschwerdeführerin 

auch kommerziell anbiete. Dies gelte insbesondere bezüglich der Servi-

cequalitäten. In technischer Hinsicht habe das Angebot darüber hinaus 

auch den markt- und branchenüblichen Anforderungen zu entsprechen. 

Aus der Verfügungsbegründung geht somit mit ausreichender Deutlichkeit 

hervor, wie das zu veröffentlichende Mietleitungsangebot in den Grund-

zügen auszugestalten ist. Ebenso ergibt sich daraus, dass die von der 

Beschwerdeführerin kommerziell angebotenen CES nach Ansicht der 

Vorinstanz sämtliche Kriterien einer Mietleitung erfüllen und deshalb Ge-

genstand der Regulierung nach Art. 11 Abs. 1 Bst. e FMG bilden. Dass 

die Vorinstanz für IP-basierte bzw. Ethernet-Dienste wie CES noch keine 

konkreten Anordnungen getroffen hat, ändert daran nichts. Da die Be-

schwerdegegnerin diese Dienste in den Jahren 2007 bis 2009 nicht be-

A-2969/2010 

Seite 19 

zogen hat, musste und durfte die Vorinstanz in der angefochtenen Teilver-

fügung auch noch keine Preise für diese Dienste festsetzen.  

1.1.3. Dispositivziffer 2 verpflichtet die Beschwerdeführerin somit, ein in 

den Grundzügen bestimmtes gesetzeskonformes Mietleitungsangebot zu 

veröffentlichen, legt indes abweichend von Dispositivziffer 1 die konkreten 

Zugangsbedingungen nicht fest. Unter welchen Voraussetzungen sie an-

gefochten werden kann, hängt damit davon ab, wie sie zu qualifizieren ist. 

Die Vorinstanz äussert sich in der angefochtenen Verfügung nicht zu die-

ser Frage, ebenso wenig in ihren Rechtsschriften im vorliegenden Verfah-

ren. In ihrer Duplik vom 9. Dezember 2010 macht sie indes insbesondere 

geltend, wenn über den gesamten Verfahrensgegenstand entschieden 

worden wäre, hätte die Beschwerdeführerin den Kostennachweis für das 

Jahr 2010 erbringen müssen, ohne dass in einem förmlichen Entscheid 

vorgängig über die umstrittene Grundsatzfrage des gesetzlich gebotenen 

Angebots entschieden worden wäre. Weiter führt sie aus, sie habe die 

grundsätzliche Pflicht zur Veröffentlichung eines gesetzeskonformen An-

gebots verfügt, indes nicht darüber befunden, wie das Angebot im Einzel-

nen auszugestalten sei. Werde das zu veröffentlichende Angebot dereinst 

von der Beschwerdegegnerin akzeptiert, so wäre das Verfahren in die-

sem Punkt gegenstandslos; andernfalls müsste sie über die einzelnen 

Zugangsbedingungen entscheiden. Zur Begründung der Zulässigkeit ihrer 

Anordnung verweist sie in ihrer Stellungnahme vom 28. Juli 2010 ausser-

dem auf zwei frühere Zugangsverfahren. Im einen dieser Verfahren ver-

pflichtete sie die Beschwerdeführerin als vorsorgliche Massnahme zur 

Veröffentlichung eines Basisangebots für den Zugang zum Teilabschnitt 

der Teilnehmeranschlussleitung (vgl. Zwischenverfügung der Vorinstanz 

vom 19. März 2008 betreffend Subloop / vorsorgliche Massnahme), im 

anderen im Sinn eines Teilentscheids – so die Qualifikation der Vorinstanz 

– zur Gewährung des schnellen Bitstromzugangs während vier Jahren 

(vgl. Teilverfügung der Vorinstanz vom 21. November 2007 betreffend 

Zugang zum schnellen Bitstrom; Qualifikation [Teilentscheid oder Zwi-

schenentscheid] offen gelassen in BVGE 2009/35 E. 3.1). Schliesslich 

hält sie in der angefochtenen Verfügung fest, es entspreche ihrer kon-

stanten, vom Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 7. November 

2007 im Verfahren A-3277/2007 geschützten Praxis, die Zugangsbedin-

gungen für die gesamte Dauer des Verfahrens bis zum Entscheiddatum, 

vorliegend somit für die Jahre 2007 bis 2010, als Verfahrensgegenstand 

zu betrachten. Über die Mietleitungspreise für das Jahr 2010 könne je-

doch wegen fehlender Entscheidreife noch nicht verfügt werden. 

A-2969/2010 

Seite 20 

Diese Ausführungen der Vorinstanz legen nahe, Dispositivziffer 2 als ma-

teriell-rechtlichen Grundsatzentscheid darüber zu interpretieren, zu wel-

chem – zu veröffentlichenden – Mietleitungsangebot die Beschwerdefüh-

rerin gegenüber der Beschwerdegegnerin im Jahr 2010 verpflichtet ist. 

Daran ändert nichts, dass die Vorinstanz den Antrag der Beschwerdefüh-

rerin, das Zugangsverfahren auf die Frage der Marktbeherrschung zu be-

schränken, mit Zwischenverfügung vom 29. August 2008 abgewiesen hat 

(vgl. oben Bst. D); Dispositivziffer 2 betrifft – im Unterschied zur abge-

lehnten Beschränkung des gesamten Zugangsverfahrens – nicht die 

Preise für die Jahre 2007 bis 2009, die konkret festgelegt werden. Die 

Vorinstanz verfügte zudem auch im parallelen Mietleitungs-

Zugangsverfahren zwischen Sunrise und der Beschwerdeführerin eine 

mit Dispositivziffer 2 übereinstimmende Anordnung (vgl. Dispositivziffer 2 

der Teilverfügung vom 10. März 2010; diese Teilverfügung ist Gegenstand 

des Beschwerdeverfahrens A-2970/2010). 

Als Grundsatzentscheid dürfte Dispositivziffer 2 inhaltlich als andere Zwi-

schenverfügung im Sinn von Art. 46 VwVG im – mittlerweile sistierten – 

Zugangsverfahren für das Jahr 2010 zu qualifizieren sein (vgl. oben 

E. 1.1). Sie kann entsprechend nur angefochten werden, wenn die Vor-

aussetzungen dieser Bestimmung erfüllt sind. Dispositivziffer 2 verpflich-

tet die Beschwerdeführerin nicht nur zur Veröffentlichung des Mietlei-

tungsangebots innert der angesetzten Frist, sondern legt auch dessen 

Grundzüge fest. Dieser Grundsatzentscheid wirkte sich bei einer allfälli-

gen Weiterführung des Zugangsverfahrens für das Jahr 2010 präjudizie-

rend aus; namentlich würde die Vorinstanz von der Beschwerdeführerin 

verlangen, auch den Kostennachweis für die CES zu erbringen. Er beein-

flusste weiter allfällige Vertragsverhandlungen zwischen der Beschwerde-

führerin und der Beschwerdegegnerin über den Umfang des Mietlei-

tungsangebots massgeblich, da nicht zu erwarten ist, dass die Be-

schwerdegegnerin ein Angebot akzeptieren würde, das weniger weit geht, 

als das von der Vorinstanz in den Grundzügen festgelegte. Dies gilt nicht 

nur für allfällige Vertragsverhandlungen betreffend das Jahr 2010, son-

dern auch für allfällige Verhandlungen betreffend spätere Jahre. Der 

Grundsatzentscheid beschränkte damit faktisch den Verhandlungsspiel-

raum der Beschwerdeführerin. Die aus dem Entscheid resultierenden 

Nachteile könnten mit der Anfechtung eines allfälligen Endentscheids im 

Zugangsverfahren für das Jahr 2010 nicht mehr aus der Welt geschafft 

werden. Entsprechend sind ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im 

Sinn von Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG und ein schutzwürdiges Interesse 

A-2969/2010 

Seite 21 

der Beschwerdeführerin, Dispositivziffer 2 mit der vorliegenden Be-

schwerde anzufechten, zu bejahen.  

1.1.4. Im Ergebnis sind somit die Dispositivziffern 1, 2 und 4, gegen die 

sich die Beschwerde richtet, anfechtbar. Die ComCom gehört weiter zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist somit eine zulässige Vorinstanz 

des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet 

angeht, ist zudem nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwal-

tungsgericht ist somit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

zuständig. 

1.2. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be-

rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-

derung hat. Die Beschwerdeführerin ist mit ihren Anträgen im Zugangs-

verfahren nicht durchgedrungen. Sie ist entsprechend durch die vo-

rinstanzliche Verfügung beschwert und hat – wie hinsichtlich Dispositivzif-

fer 2 bereits dargelegt wurde (vgl. oben E. 1.1.3) – ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung bzw. Änderung. Sie ist somit zur Beschwer-

de legitimiert. 

1.3. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 und 52 VwVG) ist damit einzutreten.  

Kognition 

2.  

2.1. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit unein-

geschränkter Kognition; gerügt werden kann nicht nur die Verletzung von 

Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, sondern auch die Unangemessenheit des angefochtenen Ent-

scheids (Art. 49 VwVG). Bei der Prüfung der Angemessenheit auferlegt 

es sich allerdings eine gewisse Zurückhaltung, wenn es um die Beurtei-

lung technischer Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanz über beson-

deres Fachwissen verfügt. Es entfernt sich in solchen Fällen im Zweifel 

nicht von deren Auffassung und setzt sein eigenes Ermessen nicht an de-

ren Stelle (vgl. BGE 133 II 35 E. 3 und BGE 130 II 449 E. 4.1; BVGE 

2010/19 E. 4.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-300/2010 vom 8. 

April 2011 E. 2 [nachfolgend: A-300/2010]). Im Weiteren ist es zwar 

grundsätzlich seine Aufgabe, unbestimmte Gesetzesbegriffe im Einzelfall 

A-2969/2010 

Seite 22 

auszulegen und zu konkretisieren. Wenn aber die Gesetzesauslegung 

ergibt, dass der Gesetzgeber der Entscheidbehörde mit der offenen Nor-

mierung eine gerichtlich zu respektierende Entscheidbefugnis einräumen 

wollte, darf und muss es seine Kognition entsprechend einschränken (vgl. 

BGE 135 II 296 E. 4.4.3 und BGE 132 II 257 E. 3.2; BVGE 2010/19 E. 4.2 

und BVGE 2009/35 E. 4). 

2.2. Die Vorinstanz ist keine gewöhnliche Vollzugsbehörde, sondern eine 

verwaltungsunabhängige Kollegialbehörde mit besonderen Kompeten-

zen. Als Fachorgan ist sie sowohl autonome Konzessionsbehörde als 

auch Regulierungsinstanz mit besonderer Verantwortung. Sie und das mit 

der Instruktion des Verfahrens betraute BAKOM verfügen über ein aus-

geprägtes Fachwissen in fernmeldetechnischen Fragen sowie bei der 

Beurteilung der ökonomischen Gegebenheiten im Telekommunikations-

markt. Das Bundesverwaltungsgericht kann auf kein gleichwertiges 

Fachwissen zurückgreifen. In wettbewerbsrechtlichen Fragen kommt zu-

dem auch der WEKO die Stellung einer Fachbehörde zu (zur Rolle der 

WEKO vgl. unten E. 19.5.2). Damit rechtfertigt sich eine gewisse Zurück-

haltung des Bundesverwaltungsgerichts wenigstens insoweit, als die Vor-

instanz unbestimmte Gesetzesbegriffe auszulegen und anzuwenden hat. 

Es befreit das Bundesverwaltungsgericht indes nicht davon, unter Beach-

tung dieser Zurückhaltung zu überprüfen, ob die Rechtsanwendung der 

Vorinstanz mit dem Bundesrecht vereinbar ist (vgl. BGE 132 II 257 E. 3.2 

und BGE 131 II 13 E. 3.4; BVGE 2010/19 E. 4.2 und BVGE 2009/35 

E. 4). Diesen Massstab gilt es bei der nachfolgenden Prüfung, namentlich 

bei der Auslegung des Mietleitungsbegriffs und des Begriffs der Marktbe-

herrschung, zu berücksichtigen. 

Die Vorinstanz amtet weiter in einem höchst technischen Bereich, in dem 

Fachfragen sowohl übermittlungstechnischer als auch ökonomischer Na-

tur zu beantworten sind. Ihr steht entsprechend – wie anderen Behörden-

kommissionen auch – ein eigentliches "technisches" Ermessen zu. Im 

Rahmen dessen darf ihr bei der Beurteilung von ausgesprochenen Fach-

fragen ein gewisser Ermessens- und Beurteilungsspielraum belassen 

werden, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend 

durchgeführt hat (vgl. BGE 132 II 257 E. 3.2 und BGE 131 II 13 E. 3.4; 

BVGE 2009/35 E. 4; A-300/2010 E. 2). Auch diesen Massstab gilt es bei 

der nachfolgenden Prüfung zu berücksichtigen. 

 

A-2969/2010 

Seite 23 

Zuständigkeit der Vorinstanz 

3.  

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe in verschie-

dener Hinsicht ihre Kompetenzen überschritten. So habe sie zu Unrecht 

die Preise für Mietleitungen mit einer Bandbreite von mehr als 2 Mbit/s für 

die Jahre 2007 bis 2009 festgelegt und über die Servicequalitäten ent-

schieden. Ausserdem habe sie sie fälschlicherweise und in Verletzung ih-

res Anspruchs auf rechtliches Gehör zur Veröffentlichung eines gesetzes-

konformen Mietleitungsangebots verpflichtet. Die entsprechenden Rügen 

werden nachfolgend behandelt (Preisfestsetzung in E. 4, Servicequalitä-

ten in E. 5, Verpflichtung zur Veröffentlichung eines Mietleitungsangebots 

in E. 7 und Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör in E. 8). In 

Erwägung 6 wird ausserdem kurz auf die Frage der technischen Spezifi-

kationen bzw. Schnittstellen eingegangen. 

4.  

4.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der zwischen ihr und der Be-

schwerdegegnerin abgeschlossene MLF-Vertrag beinhalte nur das Ange-

bot für 2 Mbit/s-Mietleitungen, auch wenn die Beschwerdegegnerin dies-

bezüglich einen Vorbehalt angebracht habe. Ziff. 4.10 des Vertrags sehe 

vor, dass die bei Inkrafttreten der revidierten Fernmeldegesetzgebung 

bestehenden, auf kommerzieller Basis abgeschlossenen Mietleitungsver-

einbarungen bei Erfüllung der Voraussetzungen für Mietleitungen FMG 

(MLF) unter Beachtung gewisser Überführungsmodalitäten migriert wür-

den; dies jedoch nicht automatisch, sondern nur, wenn die bestehenden 

Verträge nach den jeweiligen Kündigungsmodalitäten beendet würden. 

Hätte die Beschwerdegegnerin auch Mietleitungen mit einer Bandbreite 

von mehr als 2 Mbit/s als MLF beziehen wollen, hätte sie daher deren 

Migration verlangen und die kommerziellen Verträge kündigen bzw. die 

nach Unterzeichnung des MLF-Vertrags im Rahmen der kommerziellen 

Verträge neu bezogenen Mietleitungen zu regulierten Bedingungen ein-

fordern müssen. Dies habe sie jedoch nicht getan.  

Zwar stelle sie nicht in Abrede, dass sich der Gegenstand von Zugangs-

verfahren in erster Linie aus den Rechtsbegehren der gesuchstellenden 

Partei ergebe. Aufgrund des Verhandlungsprimats von Art. 11a FMG und 

des allgemeinen Rechtsgrundsatzes "pacta sunt servanda" hätten die 

zwischen den Parteien bestehenden, rechtsgültigen Verträge indes Vor-

rang. Die Vorinstanz sei nicht zuständig, in solche Verträge einzugreifen 

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Seite 24 

und diese rückwirkend abzuändern. Sie habe weder die Aufgabe, Verträ-

ge durchzusetzen, noch eine Aufsichtsfunktion bezüglich deren Recht-

mässigkeit. Dies gelte erst recht, wenn es sich nicht um regulierte MLF-

Verträge, sondern wie hier um rein kommerzielle Mietleitungsverträge 

handle, die einzig zivilrechtlich zu beurteilen seien (Art. 11b FMG). 

Art. 11a Abs. 1 FMG sehe im Übrigen ausdrücklich die Gewährung einst-

weiligen Rechtsschutzes vor, weshalb die Beschwerdegegnerin die Vor-

instanz anrufen und vorsorgliche Massnahmen hätten beantragen kön-

nen, wenn sie sich geweigert hätte, die Migration vorzunehmen.  

4.2. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Beschwerdeführerin le-

ge Ziff. 4.10 des MLF-Vertrag in einer Weise aus, die weder vom Wortlaut 

noch von Sinn und Zweck der Vereinbarung gedeckt und krass treuwidrig 

sei. "Migration" sei lediglich in technischer und administrativer Hinsicht zu 

verstehen. Bestehe eine Angebotspflicht der Beschwerdeführerin, so gel-

te diese für die entsprechende Leistung mit Inkrafttreten der Revision des 

FMG am 1. April 2007. Die Preise für die regulierten Dienstleistungen 

seien deshalb rückwirkend auf diesen Zeitpunkt anzuwenden, unabhän-

gig von einer allfälligen Migration; sie gälten folglich auch für die (noch) 

nicht migrierten Produkte. Sie habe entsprechend nicht auf eine rückwir-

kende Anwendung der regulierten Preise verzichtet. Dies ergebe sich 

eindeutig auch aus Ziff. 8.2.3 und Ziff. 8.3.1 des MLF-Vertrags. Im Übri-

gen sei ihr ein Rätsel, wie sie eine Migration auf Produkte verlangen 

könnte, die von der Beschwerdeführerin nicht als regulierte Produkte an-

geboten würden. 

4.3. Die Vorinstanz führt aus, das bisherige regulierte Angebot der Be-

schwerdeführerin sei auf Mietleitungen mit einer Bandbreite von 2 Mbit/s 

beschränkt gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe Mietleitungen mit 

einer grösseren Bandbreite daher gar nicht auf Mietleitungen migrieren 

können, die den gesetzlichen Anforderungen entsprochen hätten. Sie ha-

be jedoch bereits bei Vertragsschluss bzw. seit Aufnahme der Vertrags-

verhandlungen im April 2007 ein umfassenderes, den gesetzlichen Anfor-

derungen entsprechendes Angebot verlangt und an dieser Forderung 

stets festgehalten. Diese Forderung habe Gegenstand des Zugangsver-

fahrens gebildet, weshalb sie darüber habe entscheiden müssen. Unter 

diesen Umständen könne es nicht darauf ankommen, was im MLF-

Vertrag, der insgesamt den gesetzlichen Anforderungen nicht entspreche, 

betreffend Migration geregelt sei. Ebenso wenig sei zu beanstanden, 

dass die Beschwerdegegnerin mit dem Bezug von Mietleitungen nicht 

zugewartet habe, bis über ihr Gesuch rechtskräftig entschieden gewesen 

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Seite 25 

sei, sondern Mietleitungen zu kommerziellen Bedingungen bezogen ha-

be, in der Hoffnung, die Bedingungen würden – wie in den bisherigen Zu-

gangsverfügungen – nachträglich angepasst.  

4.4.  

4.4.1. Marktbeherrschende FDA müssen anderen Anbieterinnen auf 

transparente und nicht diskriminierende Weise zu kostenorientierten Prei-

sen u.a. Zugang zu ihren Mietleitungen gewähren (Art. 11 Abs. 1 Bst. e 

FMG). Einigen sich die FDA nicht innerhalb dreier Monate über die Be-

dingungen des Zugangs, verfügt die Vorinstanz diese auf Gesuch einer 

Partei und auf Antrag des Bundesamts. Dabei berücksichtigt sie insbe-

sondere die Bedingungen, die einen wirksamen Wettbewerb fördern, und 

die Auswirkungen ihres Entscheids auf konkurrierende Einrichtungen. Sie 

kann einstweiligen Rechtsschutz gewähren (Art. 11a Abs. 1 FMG). Ihre 

Verfügung hat privatrechtsgestaltende Wirkung. 

Wo sich die Parteien geeinigt haben, besteht keine Zuständigkeit der Vor-

instanz (sog. Verhandlungsprimat). Dieser kommt zudem keine über die 

Regelung strittiger Zugangsbedingungen hinausreichende Aufsichtsfunk-

tion zu. Ebenso wenig hat sie für die Durchsetzung der vereinbarten oder 

verfügten Zugangsbedingungen besorgt zu sein. Streitigkeiten aus Ver-

einbarungen oder Verfügungen über den Zugang sind vielmehr durch die 

Zivilgerichte zu beurteilen (Art. 11b FMG; vgl. zum Ganzen BVGE 

2010/19 E. 9.3.5 und E. 10.2.2). Diese sind deshalb namentlich zustän-

dig, wenn über eine Zugangsbedingung im Rahmen der Vertragsverhand-

lungen ein Konsens erzielt werden konnte, sich aber zu einem späteren 

Zeitpunkt herausstellt, dass über die Auslegung oder die Durchsetzung 

dieser Bestimmung zwischen den Vertragsparteien Uneinigkeit herrscht 

(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6019/2010 vom 19. August 

2011 E. 7). Die Zuständigkeit der Vorinstanz besteht somit nur dort, wo 

die Verhandlungsparteien im Rahmen der Vertragsverhandlungen zu kei-

nem Konsens gelangen konnten und ein ursprünglicher – offener oder 

versteckter – Dissens über einen – Haupt- oder Neben- – Punkt vorliegt; 

nur diesfalls besteht eine Streitigkeit über den Zugang (vgl. Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts A-6019/2010 vom 19. August 2011 E. 7; 

BGE 132 II 284 E. 6.2).  

Wann auf einen ursprünglichen Dissens zu schliessen ist, wird weder in 

Art. 11a Abs. 1 FMG noch in der FDV umschrieben. Bei der Beantwortung 

der Frage ist namentlich zu berücksichtigen, dass der Vorinstanz in Zu-

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gangsstreitigkeiten, nicht zuletzt wegen ihrer Funktion als Fachbehörde, 

gegenüber Zivilgerichten generell ein weiter Zuständigkeitsbereich zuzu-

gestehen ist (vgl. BGE 132 II 284 E. 6.2 m.H.; MATTHIAS AMGWERD, Netz-

zugang in der Telekommunikation, Zürich 2008, Rz. 459 ff.). Da mit dem 

Entscheid, ob ein ursprünglicher Dissens vorliegt, auch darüber befunden 

wird, ob die Vorinstanz zur Regelung der strittigen Zugangsbedingungen 

befugt ist, liegt es entsprechend nahe, an das Vorliegen eines solchen 

Dissenses nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen (vgl. in diesem Sinn 

auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5982/2010 vom 16. Febru-

ar 2011 E. 3.4.2 und E. 3.4.4). Ein ursprünglicher – offener oder versteck-

ter – Dissens ist deshalb immer dann zu bejahen, wenn aufgrund sämtli-

cher Umstände des Einzelfalls davon auszugehen ist, die Verhandlungs-

parteien hätten sich über einen – Haupt- oder Neben- – Punkt nicht geei-

nigt. Es ist somit nicht zwingend erforderlich, dass im Rahmen der Ver-

tragsverhandlungen explizit ein schriftlicher Dissensvorbehalt vereinbart 

wurde (anders Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6019/2010 vom 

19. August 2011 E. 7 und E. 11.8). Dies namentlich deshalb, weil die ver-

handlungsmächtigere Partei – bei gegebener Marktbeherrschung also in 

der Regel das marktbeherrschende Unternehmen – ansonsten versucht 

wäre, die Aufnahme eines derartigen Vorbehalts zu verhindern. Bei einem 

versteckten Dissens wäre zudem ein solcher Vorbehalt von vornherein 

ausgeschlossen.  

4.4.2. Vorliegend ist unstreitig, dass sich die Beschwerdeführerin und die 

Beschwerdegegnerin bei ihren Verhandlungen über die Bedingungen des 

Zugangs zu den Mietleitungen nur teilweise einigen konnten. Sie schlos-

sen daher einen Vertrag, der auf die Mietleitungen beschränkt ist, die 

nach Auffassung der Beschwerdeführerin dem Zugangsregime unterste-

hen (Basisangebot), und hielten in einer ergänzenden Vereinbarung (mit 

dem Titel "Ergänzung zum Vertrag Mietleitungen FMG", nachfolgend: er-

gänzende Vereinbarung) u.a. ausdrücklich die Dissenspunkte fest 

(vgl. Ziff. 2 der ergänzenden Vereinbarung; nachfolgend: Dissensklausel). 

Diese betreffen neben der Beschränkung des Basisangebots auf Mietlei-

tungen mit einer Bandbreite von 2 Mbit/s auch die MLF-Gebiete, die Re-

ziprozitätsklausel in Ziff. 6.3 des MLF-Vertrags und die Preise. Die Dis-

sensklausel hält fest, die Parteien seien sich einig, dass diese Punkte of-

fen blieben. Der Vertrag werde trotz dieser offenen Punkte auf der Grund-

lage des Basisangebots der Beschwerdeführerin – vorbehältlich allfälliger 

anderslautender Behördenentscheide – gegenseitig erfüllt. Es obliege der 

FDA, zum jeweiligen Punkt bei der zuständigen Behörde ein Gesuch um 

Verfügung der Bedingungen einzureichen. Tue sie dies nicht innert dreier 

A-2969/2010 

Seite 27 

Monate ab Scheitern der Einigung (Vertragsunterzeichnung), falle die Er-

gänzung zum Vertrag im jeweiligen Punkt ersatzlos dahin und gälten zwi-

schen den Parteien die Bedingungen gemäss dem Basisangebot rückwir-

kend per Datum der Vertragsunterzeichnung.  

Die Beschwerdegegnerin reichte bei der Vorinstanz innert Frist ein Ge-

such um Erlass einer Zugangsverfügung ein, worin sie u.a. auch die Auf-

hebung der Beschränkung auf Mietleitungen mit einer Bandbreite von 

2 Mbit/s verlangte (vgl. oben Bst. A). Sie hielt an dieser Forderung wäh-

rend des gesamten Zugangsverfahrens fest. Gemäss der Dissensklausel 

blieb somit bis zum Entscheid der Vorinstanz nicht nur offen, d.h. ungere-

gelt, ob das Basisangebot der Beschwerdeführerin auch Mietleitungen mit 

einer Bandbreite von mehr als 2 Mbit/s umfassen müsse; es bestand 

vielmehr auch die Möglichkeit, dass der MLF-Vertrag in diesem Punkt 

durch die Vorinstanz mittels privatrechtsgestaltender Verfügung abgeän-

dert werden würde. Es kann entsprechend nicht gesagt werden, die Be-

schwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin seien sich in diesem 

Punkt einig gewesen, weshalb die Vorinstanz nicht habe darüber ent-

scheiden dürfen.  

4.4.3. Die Beschwerdeführerin stellt nicht in Abrede, dass hinsichtlich der 

strittigen Frage der Bandbreite keine Einigung zustande kam und ein ent-

sprechender Vorbehalt angebracht wurde. Sie ist indes offenbar der An-

sicht, die weitergeführten bzw. erneuerten kommerziellen Verträge über 

Mietleitungen mit einer Bandbreite von mehr als 2 Mbit/s stünden einer 

Regelung der strittigen Frage durch die Vorinstanz entgegen, da sie 

Ziff. 4.10 des MLF-Vertrags widersprächen.  

Ziff. 4.10 des MLF-Vertrags hält zwar fest, die bei Inkrafttreten der revi-

dierten Fernmeldegesetzgebung bestehenden, auf kommerzieller Basis 

abgeschlossenen Vereinbarungen über Mietleitungen, die die Vorausset-

zungen für MLF erfüllen, würden nicht automatisch migriert; vielmehr 

müssten sie nach den jeweiligen Kündigungsmodalitäten beendet wer-

den. Daraus kann jedoch nicht ohne Weiteres geschlossen werden, eine 

Regelung der strittigen Frage durch die Vorinstanz sei nur möglich, wenn 

die Beschwerdegegnerin alle kommerziellen Verträge über Mietleitungen, 

die ihrer Ansicht nach die Voraussetzungen für MLF erfüllen, beende und 

migriere bzw. alle nach der Unterzeichnung des MLF-Vertrags neu bezo-

genen derartigen Mietleitungen zu regulierten Bedingungen einfordere. 

Die Tragweite von Ziff. 4.10 muss vielmehr unter Berücksichtigung des 

gesamten restlichen Vertragswerks, namentlich der Dissensklausel, er-

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Seite 28 

mittelt werden. Damit wird nicht etwa zu Unrecht in den Zuständigkeitsbe-

reich des Zivilrichters eingegriffen, stellt sich die Auslegungsfrage doch 

bei der Prüfung, ob die Vorinstanz trotz Ziff. 4.10 des MLF-Vertrags auch 

zur Verfügung der Zugangsbedingungen für Mietleitungen mit einer 

Bandbreite von mehr als 2 Mbit/s kompetent war. 

Bei der Auslegung wird deutlich, dass Ziff. 4.10 des MLF-Vertrags – un-

geachtet der Frage, wie sie im Übrigen zu verstehen ist – nach Treu und 

Glauben nur für diejenigen kommerziellen Vereinbarungen über Mietlei-

tungen gelten kann, die gemäss dem Vertragswerk MLF darstellen, d.h. 

für diejenigen Mietleitungen, über die sich die Vertragsparteien geeinigt 

haben. Andernfalls wäre die Beschwerdegegnerin zur Kündigung von 

kommerziellen Verträgen gezwungen, deren Migration wegen der Weige-

rung der Beschwerdeführerin, die betroffenen Mietleitungen in ihr Basis-

angebot aufzunehmen, gar nicht möglich wäre. Ebenso wäre sie gehal-

ten, entsprechende Mietleitungen von der Beschwerdeführerin ohne Aus-

sicht auf Erfolg zu regulierten Bedingungen einzufordern. Sie müsste sich 

mithin auf eine Weise verhalten, die im Widerspruch dazu steht, dass die 

Dissensklausel die strittige Frage der Bandbreite explizit offen lässt und 

einem allfälligen Zugangsverfahren vorbehält, die Vertragsparteien sich 

über die fraglichen Mietleitungen einschliesslich deren Migration also ge-

rade nicht geeinigt haben. Die Möglichkeit, im Rahmen des vorbehalte-

nen Zugangsverfahrens einstweiligen Rechtsschutz zu verlangen, ändert 

an diesem Auslegungsergebnis nichts. Nach Treu und Glauben kann 

nicht davon ausgegangen werden, die Beschwerdegegnerin habe in eine 

Regelung eingewilligt, die sie dazu zwänge, im vorbehaltenen Zugangs-

verfahren zur Abwendung allfälliger Rechtsnachteile vorsorgliche Mass-

nahmen zu beantragen.  

Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin stellt Ziff. 4.10 des 

MLF-Vertrags somit keine Einigung über die Migration der Mietleitungen 

mit einer Bandbreite von mehr als 2 Mbit/s dar. Der Beschwerdegegnerin 

ist somit nicht vorzuwerfen, dass sie die kommerziellen Verträge über 

diese Mietleitungen nach Abschluss des MLF-Vertrags bzw. während des 

Zugangsverfahrens einstweilen weiterführte bzw. diese erneuerte. Es ist 

entsprechend auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz trotz die-

ser Verträge über die Frage der Bandbreite entschieden und die Preise 

für Mietleitungen mit einer Bandbreite von mehr als 2 Mbit/s für die Jahre 

2007 bis 2009 festgelegt hat. Entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-

rerin ist eine Kompetenzüberschreitung der Vorinstanz somit zu vernei-

nen.  

A-2969/2010 

Seite 29 

5.  

5.1. Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, die Vorinstanz habe zu 

Unrecht über die Servicequalitäten verfügt. Sie (die Beschwerdeführerin) 

habe sich mit der Beschwerdegegnerin im MLF-Vertrag über die Service-

qualitäten geeinigt. In der ergänzenden Vereinbarung sei keine abwei-

chende Regelung enthalten, ebenso wenig sei die Thematik als Dissens-

punkt aufgeführt. Ein Hinweis darauf, dass die Beschwerdegegnerin mit 

der Vereinbarung über die Servicequalitäten nicht einverstanden sei, fin-

de sich auch nicht an anderer Stelle. Die Vorinstanz sei somit nach 

Art. 11a Abs. 1 FMG nicht zur Regelung der Frage kompetent gewesen. 

Ihr Vorgehen stelle im Weiteren auch insofern einer Regelung nicht stritti-

ger Zugangsbedingungen dar, als die Beschwerdegegnerin gar nicht ver-

langt habe, das Basisangebot müsse die Servicequalitäten umfassen, die 

sie im kommerziellen Bereich offeriere. 

5.2. Die Beschwerdegegnerin weist die Rüge der Beschwerdeführerin zu-

rück. Sie verweist auf Art. 11 Abs. 1 FMG und ihren Antrag im Zugangs-

verfahren, woraus sich ergebe, dass die Beschwerdeführerin verpflichtet 

sei, den Zugang diskriminierungsfrei zu gewähren. 

5.3. Die Vorinstanz führt – hauptsächlich in der angefochtenen Verfügung 

– aus, der Gegenstand des Zugangsverfahrens werde in erster Linie 

durch das Rechtsbegehren der gesuchstellenden Partei bestimmt. Die 

Beschwerdegegnerin verlange im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin 

sei zu einem gesetzeskonformen Mietleitungsangebot zu verpflichten. 

Verfahrensgegenstand sei somit nicht nur, worüber Vertragsverhandlun-

gen geführt worden seien, also das von der Beschwerdeführerin als regu-

liert bezeichnete Angebot, sondern auch, was Gegenstand solcher Ver-

handlungen gewesen wäre, wenn sich die Beschwerdeführerin nicht ge-

weigert hätte, die entsprechenden Leistungen zu regulierten Bedingun-

gen anzubieten. Entsprechend könne auch nicht nur auf das abgestellt 

werden, was als Dissens festgehalten worden sei. Vielmehr gehe es 

auch, wenn nicht sogar vor allem, um jenen Teil, den die Beschwerdefüh-

rerin ausschliesslich zu kommerziellen Bedingungen anbiete. Es sei somit 

darüber zu entscheiden, was unter der gesetzlichen Pflicht zu verstehen 

sei, Mietleitungen auf nicht diskriminierende Weise und zu kostenorien-

tierten Preisen anzubieten. Hierunter fielen auch die Fragen, welche 

technischen Spezifikationen bzw. welche Servicequalitäten zum Angebot 

gehörten. 

A-2969/2010 

Seite 30 

5.4.  

5.4.1. Die Vorinstanz darf – wie dargelegt (vgl. oben E. 4.4.1) – die Be-

dingungen des Zugangs auf Gesuch einer Partei nur verfügen, wenn sich 

die FDA nicht innert dreier Monate über diese einigen (Art. 11a Abs. 1 

FMG). Dabei ist sie an die auch im Zugangsverfahren geltende Dispositi-

onsmaxime gebunden, wonach der Verfahrensgegenstand durch die Be-

gehren der Parteien bestimmt wird. Sie darf daher weder Fragen ent-

scheiden, die gar nicht aufgeworfen sind, noch einer Partei mehr oder 

anderes zusprechen, als diese beantragt hat. Sie darf aber auch nicht 

weniger zusprechen, als die Gegenpartei anerkannt hat (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2010/19 E. 13.5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

A-5982/2010 vom 16. Februar 2011 E. 3.4.1; AMGWERD, a.a.O., Rz. 380; 

ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 36; RHI-

NOW/KOLLER/KISS/TURNHERR/BRÜHL-MOSER, a.a.O., Rz. 980). Da die Be-

schwerdeführerin das Fehlen einer Einigung und – implizit – wohl auch 

die Einhaltung der Dispositionsmaxime bestreitet, ist nachfolgend beides 

zu prüfen. 

5.4.2. Der MLF-Vertrag nennt zwar die Servicequalitäten nicht, verweist 

jedoch auf die Leistungsbeschreibung Mietleitungen FMG, die die beiden 

Dienstqualitäten "Basic" und "Premium" vorsieht (vgl. Ziff. 4 und Ziff. 7.2 

der Leistungsbeschreibung). Die Beschwerdegegnerin unterzeichnete 

den MLF-Vertrag, ohne diese Regelung in der ergänzenden Vereinbarung 

abzuändern oder einen expliziten Dissens bezüglich der Servicequalitä-

ten festzuhalten. Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, die 

Verhandlungsparteien hätten sich über die Servicequalitäten geeinigt. Die 

Vertragsverhandlungen betrafen das Mietleitungsangebot, das nach An-

sicht der Beschwerdeführerin der Regulierung untersteht. Die Beschwer-

degegnerin hat in ausdrücklichen Dissensvorbehalten klar gemacht, dass 

sie mit der Beschränkung dieses Angebots auf bestimmte Gebiete (MLF-

Gebiete) sowie auf Mietleitungen mit einer Bandbreite von 2 Mbit/s nicht 

einverstanden ist. Mit welchen Servicequalitäten die von ihr zu regulierten 

Bedingungen geforderten Mietleitungen mit einer Bandbreite von mehr 

als 2 Mbit/s zu erbringen sind, wird im MLF-Vertrag nicht geregelt. Damit 

liegt hinsichtlich dieser Mietleitungen offensichtlich keine Einigung über 

die Servicequalitäten vor. Die für diese Mietleitungen kommerziell ange-

botenen Servicequalitäten stimmen weiter nicht mit den in der Leistungs-

beschreibung enthaltenen überein. Hätte die Beschwerdegegnerin tat-

sächlich in die Servicequalitäten gemäss der Leistungsbeschreibung ein-

A-2969/2010 

Seite 31 

gewilligt, wäre sie deshalb bereit gewesen, Mietleitungen mit einer Band-

breite von 2 Mbit/s zu anderen Qualitäten zu beziehen, als sie für Mietlei-

tungen mit höherer Bandbreite kommerziell angeboten werden. Dies ist 

indes nicht anzunehmen: Der Dissensvorbehalt betreffend die Beschrän-

kung auf Mietleitungen mit einer Bandbreite von 2 Mbit/s impliziert, dass 

die Beschwerdegegnerin – trotz des Fehlens eines expliziten diesbezügli-

chen Vorbehalts – auch mit der Beschränkung des Mietleitungsangebots 

auf Kupfer (vgl. Ziff. 4.4 MLF-Vertrag) nicht einverstanden war, ist doch ab 

einer gewissen Bandbreite ein Angebot auf Kupfer gar nicht mehr mög-

lich. Er lässt entsprechend – zusammen mit dem Dissensvorbehalt betref-

fend die Beschränkung auf bestimmte Gebiete (MLF-Gebiete) – zwangs-

los den Schluss zu, die Beschwerdegegnerin sei mit dem MLF-Vertrag 

insbesondere insoweit nicht einverstanden gewesen, als er ihre Forde-

rung nach einem technologieneutralen Mietleitungsangebot, das nicht auf 

Mietleitungen mit einer Bandbreite von 2 Mbit/s und bestimmte Gebiete 

beschränkt ist sowie hinsichtlich der Servicequalitäten und der techni-

schen Schnittstellen bzw. Spezifikationen eine umfassende, mit den ge-

setzlichen Anforderungen übereinstimmende Reglung enthält, nicht er-

füllt. Es ist deshalb von einem entsprechenden ursprünglichen Dissens 

auszugehen. Da dieser auch die Servicequalitäten umfasst, erweist sich 

der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe kompetenzwid-

rig über einen unstrittigen Punkt entschieden, als unzutreffend. 

5.4.3. Die Beschwerdegegnerin erwähnt in ihrem Zugangsgesuch die 

Servicequalitäten zwar nicht explizit. Die Vorinstanz legt ihr Gesuch indes 

im Einklang mit dem vorstehend zum ursprünglichen Dissens Gesagten 

(vgl. vorstehend E. 5.4.2) in vertretbarer Weise dahingehend aus, sie ver-

lange im Wesentlichen die Verpflichtung der Beschwerdeführerin zu ei-

nem gesetzeskonformen Mietleitungsangebot. So beantragt sie nament-

lich, es seien die Bandbreiten und Schnittstellen gemäss dem jeweiligen 

Stand der Technik anzubieten, und führt diesbezüglich aus, gemäss Ge-

setz und Verordnung habe das Angebot der als marktbeherrschend zu 

betrachtenden Beschwerdeführerin das gesamte zur Verfügung stehende 

Spektrum nach dem jeweiligen Stand der Technik zu umfassen. Entgegen 

der Darstellung der Beschwerdeführerin ist somit davon auszugehen, die 

Beschwerdegegenerin habe im Zugangsverfahren hinsichtlich der Servi-

cequalitäten sinngemäss ein gesetzeskonformes Angebot beantragt. Die 

– implizite – Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe die Dis-

positionsmaxime verletzt, ist deshalb zurückzuweisen.  

A-2969/2010 

Seite 32 

6.  

Die Beschwerdeführerin verweist hinsichtlich der technischen Spezifikati-

onen bzw. Schnittstellen in allgemeiner Weise auf ihre Ausführungen zu 

den Servicequalitäten. Ob sie damit der Vorinstanz auch hier vorwirft, ihre 

Kompetenzen überschritten zu haben, wird nicht völlig klar; es dürfte in-

des zu verneinen sein, da sie, soweit sie ihre Rüge konkretisiert, die ver-

fügte Angebotspflicht lediglich in materieller Hinsicht beanstandet. Eine 

allfällige formelle Rüge wäre jedenfalls zurückzuweisen. Zum einen wird 

die Frage der technischen Spezifikationen bzw. Schnittstellen – wie dar-

gelegt (vgl. oben E. 5.4.2) – vom ursprünglichen Dissens umfasst. Zum 

anderen beantragt die Beschwerdegegnerin im Zugangsgesuch – wie er-

wähnt (vgl. oben E. 5.4.3) –, es seien Bandbreiten und Schnittstellen 

nach dem jeweiligen Stand der Technik anzubieten. Die Verfügung der 

Vorinstanz regelt somit weder kompetenzwidrig einen unstrittigen Punkt 

noch verletzt sie die Dispositionsmaxime. 

7.  

7.1. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Vorinstanz sei in Zu-

gangsverfahren einzig kompetent, konkret über die zwischen den Partei-

en strittigen Zugangsbedingungen zu verfügen. Sie hätte daher zumin-

dest die konkreten Eckpunkte des zukünftigen Angebots im Verfügungs-

dispositiv festhalten müssen, habe dies jedoch unterlassen (vgl. oben 

E. 1.1.2). Eine aufsichtsrechtliche Kompetenz, sie zur Veröffentlichung ei-

nes gesetzeskonformen Mietleitungsangebots zu verpflichten, komme ihr 

nicht zu. Eine derartige Verpflichtung lasse sich auch nicht damit begrün-

den, sie weigere sich, ein entsprechendes Angebot zu veröffentlichen. 

Dieses Argument träfe höchstens zu, wenn bereits bei Inkrafttreten der 

neuen Zugangsregulierung am 1. April 2007 oder spätestens seit der an-

gefochtenen Verfügung Gewissheit über den genauen Umfang des 

Pflichtangebots für Mietleitungen bestanden und sie gar kein Standard-

angebot veröffentlicht hätte. Beides sei aber offensichtlich nicht der Fall. 

Sollte sie dennoch entsprechend zu verpflichten sein, wäre ihr zumindest 

eine angemessene Frist von mindestens fünf Monaten einzuräumen.  

7.2. Die Beschwerdegegnerin macht unter Verweis auf die Stellungnahme 

der Vorinstanz vom 28. Juli 2010 geltend, die Verpflichtung der Be-

schwerdeführerin, ein gesetzeskonformes Mietleitungsangebot zu veröf-

fentlichen, sei nicht zu beanstanden. Aus den Verfügungserwägungen 

(Ziff. II.2.3.4) gehe zudem klar hervor, wie dieses Angebot auszusehen 

habe (vgl. oben E. 1.1.2). Die Beschwerdeführerin sei weiter bereits seit 

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Seite 33 

dem 1. April 2007 verpflichtet, ein entsprechendes Basisangebot vorzule-

gen, und habe bereits im Vorfeld ausreichend Zeit gehabt, sich darauf 

vorzubereiten. Die von der Vorinstanz angesetzte Frist reiche daher aus. 

7.3. Die Vorinstanz führt aus, ein Vertragsverhältnis könne nur dann Ge-

genstand eines Zugangsverfahrens bilden, wenn die marktbeherrschende 

Anbieterin ein Angebot über die Zugangsbedingungen mache. Wenn sie 

dies nicht tue, könne eine FDA sie mit dem Begehren anrufen, die markt-

beherrschende Anbieterin sei zu einem Angebot zu verpflichten. Dies gel-

te auch für den Fall, dass ein Angebot wie hier nur einen Teil der Zu-

gangsform umfasse, weil sich die marktbeherrschende Anbieterin zu ei-

nem weitergehenden Angebot gesetzlich nicht verpflichtet fühle. In einem 

solchen Fall gebe es im Rahmen eines Zugangsverfahrens vorerst zu klä-

ren, ob eine Pflicht zu einem weitergehenden Angebot bestehe. Indem 

der marktbeherrschenden Anbieterin anschliessend Gelegenheit einge-

räumt werde, selber ein gesetzeskonformes Angebot zu machen und mit 

anderen FDA entsprechende Verträge abzuschliessen, werde dem im 

Gesetz verankerten Verhandlungsprimat Rechnung getragen. Das Ange-

bot sei dabei zwingend zu veröffentlichen (Art. 53 Abs. 1 FDV), weil die 

gesuchstellende FDA nur dann davon ausgehen könne, dass allen Anbie-

terinnen in nicht diskriminierender Weise dieselben Zugangsbedingungen 

gewährt würden. Im Übrigen habe sie bereits in zwei früheren Entschei-

den bejaht, dass die Beschwerdeführerin zur Veröffentlichung eines Ba-

sisangebots verpflichtet werden könne (vgl. oben E. 1.1.3). Die grund-

sätzlichen Aspekte des zu veröffentlichenden Mietleitungsangebots wür-

den im Weiteren in den Erwägungen der Verfügung festgehalten 

(vgl. oben E. 1.1.2). Nachdem die Angebotspflicht bereits seit 1. April 

2007 bestehe, könne schliesslich nicht ernstlich behauptet werden, eine 

Frist von rund drei Monaten sei zu kurz bemessen. 

7.4.  

7.4.1. Wie dargelegt (vgl. oben E. 4.4.1), verfügt die Vorinstanz auf Ge-

such einer FDA die Zugangsbedingungen, sofern sich die Parteien innert 

Frist nicht darüber einigen (Art. 11a Abs. 1 FMG). Eine über die Regelung 

strittiger Zugangsbedingungen hinausreichende Aufsichtsfunktion kommt 

ihr dabei nicht zu. Obschon dem so ist, verpflichtet die Vorinstanz die Be-

schwerdeführerin in Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügung nicht 

nur dazu, der Beschwerdegegnerin ein gesetzeskonformes Mietleitungs-

angebot zu unterbreiten, dessen Grundzüge – wie ausgeführt (vgl. oben 

E. 1.1.2) – in der Verfügungsbegründung rechtsgenüglich umschrieben 

A-2969/2010 

Seite 34 

werden, sondern vielmehr dazu, ein entsprechendes Angebot zu veröf-

fentlichen. Sie trifft somit eine Anordnung, die nicht nur das Verhältnis 

zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin, mithin 

also zwischen den Parteien des konkreten Zugangsverfahrens, sondern 

auch alle weiteren, möglicherweise am Zugang zu den Mietleitungen inte-

ressierten FDA betrifft. Damit überschreitet sie die Kompetenzen, die ihr 

nach Art. 11a Abs. 1 FMG zukommen, und handelt in unzulässiger Weise 

in aufsichtsrechtlicher Funktion.  

Ihr Vorgehen lässt sich auch mit Art. 53 Abs. 1 FDV nicht rechtfertigen. 

Diese Bestimmung sieht zwar vor, die marktbeherrschende Anbieterin 

müsse jährlich ein aktualisiertes Basisangebot für den Zugang zu ihren 

Einrichtungen und Diensten veröffentlichen, räumt der Vorinstanz indes 

nicht die aufsichtsrechtliche Kompetenz ein, die marktbeherrschende An-

bieterin zur Veröffentlichung eines solchen Angebots zu verpflichten. 

Ebenso wenig kann aus ihr abgeleitet werden, jedes Angebot der markt-

beherrschenden Anbieterin müsse publiziert werden. Daran ändern die 

beiden früheren Entscheide der Vorinstanz nichts, zumal die Vorinstanz 

die Beschwerdeführerin in ihrer Teilverfügung vom 21. November 2007 

betreffend Zugang zum schnellen Bitstrom nicht zur Veröffentlichung ei-

nes Basisangebots verpflichtete, sondern lediglich festhielt, diese müsse 

während vier Jahren den Zugang zum schnellen Bitstrom gewähren.  

7.4.2. Die Vorinstanz war somit nicht befugt, die Beschwerdeführerin zur 

Veröffentlichung eines Mietleitungsangebots zu verpflichten. Damit ist in-

des noch nichts darüber gesagt, ob sie die Beschwerdeführerin hätte ver-

pflichten dürfen, der Beschwerdegegnerin ein Mietleitungsangebot zu 

machen, dessen Grundzüge den rechtsgenüglich verfügten entsprechen. 

Wie bereits ausgeführt (vgl. oben E. 1.1.3), ist der Entscheid der Vorin-

stanz als materiell-rechtlicher Grundsatzentscheid darüber zu qualifizie-

ren, zu welchem – zu veröffentlichenden – Mietleitungsangebot die Be-

schwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin im Jahr 2010 ver-

pflichtet ist. Ob die Vorinstanz nach Art. 11a Abs. 1 FMG – abgesehen 

von der Veröffentlichungspflicht (vgl. hiervor) – zu einem solchen Ent-

scheid befugt ist, geht weder aus dem Wortlaut der Bestimmung noch de-

ren Systematik hervor. Ein derartiger Entscheid trägt indes dem vom Ge-

setzgeber gewollten Verhandlungsprimat Rechnung, indem er der – nach 

Ansicht der Vorinstanz – marktbeherrschenden Beschwerdeführerin Ge-

legenheit bietet, vor der Verfügung der konkreten Zugangsbedingungen 

der um Zugang ersuchenden Beschwerdegegnerin ein Mietleitungsange-

bot zu machen. Soweit er nach den allgemeinen Regeln der Verfahrens-

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Seite 35 

leitung als gerechtfertigt erscheint, ist er daher mit Art. 11a Abs. 1 FMG 

vereinbar. Vorausgesetzt ist dabei, dass die Vorinstanz befugt wäre, das 

lediglich in den Grundzügen bestimmte Mietleitungsangebot konkret zu 

verfügen, mithin, dass hinsichtlich der noch nicht konkret verfügten Zu-

gangsbedingungen ein ursprünglicher Dissens bestand und im Zugangs-

verfahren deren Regelung beantragt wurde. Beides ist vorliegend zu be-

jahen (vgl. oben E. 5.4.2 und 5.4.3). 

7.4.3. Nach den allgemeinen Regeln der Verfahrensleitung sind für die 

Beschränkung eines Verfahrens auf einen Teilaspekt und dessen selb-

ständige Beurteilung in erster Linie prozessökonomische Überlegungen 

wegleitend. Vorausgesetzt ist dabei, dass die Ziele und die nähere Rege-

lung eines Verfahrens eine Aufspaltung in Teilfragen überhaupt zulassen. 

Ob ein Verfahren vorerst auf die Klärung einer Teilfrage zu beschränken 

ist, hat die Instruktionsbehörde nach pflichtgemässem Ermessen zu ent-

scheiden (vgl. zum Ganzen  TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 28 

Rz. 83; MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen 

VRPG, Bern 1997, Art. 49 N. 13).  

Die Beschwerdeführerin äussert sich zwar nicht direkt zur hier interessie-

renden Frage, nimmt aber zur Aufteilung des Verfahrens – Teilverfahren 

für die Jahre 2007 bis 2009, Teilverfahren für das Jahr 2010 – Stellung. 

Sie macht geltend, es sei nicht ersichtlich, dass eine Aufteilung des Zu-

gangsverfahrens aus materiellen oder prozessualen Gründen geboten 

gewesen sei. Die Vorinstanz hätte bloss noch einige wenige Monate zu-

warten müssen, um dann in einem einzigen Entscheid über alle zu re-

gelnden Zugangsbedingungen und strittigen Fragen entscheiden zu kön-

nen. Durch ein solches Zuwarten wäre der Entscheid in einem nachfol-

genden Beschwerdeverfahren im Vergleich zum vorliegenden  

– wenn überhaupt – nur unwesentlich später erfolgt, hätte aber Rechtssi-

cherheit für alle im Zusammenhang mit den Mietleitungen strittigen Fra-

gen geschaffen. Dies sei mit dem Vorgehen der Vorinstanz nun gerade 

nicht gewährleistet. Der von dieser behauptete Zeitgewinn und Gewinn 

an Rechtssicherheit erwiesen sich somit als deren genaues Gegenteil. 

Die Vorinstanz begründet die Aufteilung des Verfahrens in der angefoch-

tenen Verfügung mit dem Umstand, dass der Entscheid über die Preise 

für das Jahr 2010 frühestens Mitte 2010 spruchreif wäre, das Zugangs-

verfahren indes bereits seit dem 30. September 2008 hängig sei. Im Be-

schwerdeverfahren führt sie aus, die Aufteilung des Verfahrens sei nicht 

nur aus prozessökonomischen Gründen gerechtfertigt gewesen, sondern 

A-2969/2010 

Seite 36 

auch den Parteiinteressen der Beschwerdeführerin entgegengekommen. 

Das Vorgehen sei geeignet gewesen, Rechtssicherheit hinsichtlich des 

gesetzlich geforderten Mietleitungsangebots zu schaffen. Wäre über den 

gesamten Verfahrensgegenstand entschieden worden, hätte die Be-

schwerdeführerin zusätzlich den Kostennachweis für das Jahr 2010 

erbringen müssen, ohne dass in einem förmlichen Entscheid vorgängig 

über die umstrittene Grundsatzfrage des gesetzlichen gebotenen Ange-

bots entschieden gewesen wäre. Ein solches Vorgehen hätte zu einer 

weiteren, nicht unbedeutenden Verfahrensverzögerung geführt, zumal 

Umfang und Inhalt des gesetzlich geforderten Angebots gerade umstritten 

seien. Es sei somit nicht ersichtlich, weshalb eine andere Verfahrensfüh-

rung sinnvoller bzw. prozessökonomischer gewesen wäre. 

Es trifft zwar zu, dass gemäss der angefochtenen Verfügung ein Ent-

scheid über die Preise für das Jahr 2010 unter Umständen bereits in eini-

gen Monaten denkbar gewesen wäre, was die bisherige Verfahrensdauer 

nicht übermässig verlängert hätte. Ob dieser Zeitrahmen tatsächlich hätte 

eingehalten werden können, ist jedoch schon nach dem Wortlaut der Ver-

fügung offen. Die Ansicht der Vorinstanz, im Zusammenhang mit dem 

Kostennachweis für das Jahr 2010 wäre es zu einer weiteren, nicht un-

bedeutenden Verfahrensverzögerung gekommen, ist zudem nachvoll-

ziehbar. Es ist entsprechend nicht zu kritisieren, dass die Vorinstanz mit 

einer Teilverfügung vorab über die spruchreifen Preise für die Jahre 2007 

bis 2009 entschieden hat.  

Dass sie bei dieser Gelegenheit auch die Grundzüge der Angebotspflicht 

der Beschwerdeführerin festgelegt und diese zu einem entsprechenden 

Angebot verpflichtet hat, ist – abgesehen von der verfügten Veröffentli-

chungspflicht (vgl. oben E. 7.4.1) – nicht zu beanstanden; ihr Vorgehen 

erscheint vielmehr als zulässig und angemessen. Zum einen bildet der 

Umfang der Angebotspflicht teilweise bereits Gegenstand des Verfahrens 

für die Jahre 2007 bis 2009, weshalb im Teilentscheid für diese Jahre oh-

nehin Erwägungen dazu anzustellen waren; der Einbezug der weiteren, in 

diesen Jahren noch nicht relevanten Punkte war daher nicht nur nahelie-

gend, sondern auch sinnvoll und effizient. Zum anderen ermöglicht es der 

Grundsatzentscheid – wenn auch erst nach seiner Überprüfung in diesem 

Beschwerdeverfahren –, Rechtssicherheit über die grundsätzliche Ange-

botspflicht der Beschwerdeführerin zu schaffen, ohne die einzelnen – im 

Verfügungszeitpunkt ohnehin noch nicht spruchreifen – Zugangsbedin-

gungen für das Jahr 2010 bereits konkret festsetzen zu müssen, mithin 

ohne den mit einer derartigen Detailverfügung einhergehenden Zeit- und 

A-2969/2010 

Seite 37 

Arbeitsaufwand; er erscheint somit prozessökonomisch sinnvoll. Die Vor-

instanz hat dem Rechnung getragen und das Zugangsverfahren für das 

Jahr 2010 bis zu einem Entscheid im vorliegenden (sowie im parallelen 

Mietleitungs-) Beschwerdeverfahren sistiert. Damit ist sichergestellt, dass 

sich die Beteiligten nicht zweimal mit denselben (Grundsatz-) Fragen be-

schäftigen müssen und die konkreten Zugangsbedingungen – sofern 

überhaupt notwendig – in Kenntnis der grundsätzlichen Angebotspflicht 

der Beschwerdeführerin festgesetzt werden können. Der Grundsatzent-

scheid ist verfahrensökonomisch auch insofern vorteilhaft, als sich bei ei-

ner Einigung zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegeg-

nerin über das Mietleitungsangebot ein Entscheid über die konkreten Zu-

gangsbedingungen für das Jahr 2010 erübrigte bzw. bei einer teilweisen 

Einigung nur noch über die verbliebenen strittigen Punkte zu entscheiden 

wäre. Die um Zugang nachsuchende Beschwerdegegnerin erhebt im 

Weiteren gegen das Vorgehen der Vorinstanz keine Einwände, obschon 

damit die Zugangsbedingungen einstweilen nicht konkret verfügt werden. 

Das Vorgehen der Vorinstanz trägt zudem – wie erwähnt – dem Verhand-

lungsprimat Rechnung und entspricht damit der Natur des Zugangsver-

fahrens, mit dessen Regelung es vereinbar ist.  

7.4.4. Dispositivziffer 2 war somit im Verfügungszeitpunkt hinsichtlich der 

hier interessierenden Frage einzig insoweit zu beanstanden, als sie die 

Beschwerdeführerin verpflichtet, ein mit den rechtsgenüglich verfügten 

Grundzügen übereinstimmendes Mietleitungsangebot zu veröffentlichen, 

anstatt dazu, ein solches Angebot der Beschwerdegegnerin zu unterbrei-

ten. Eine Verpflichtung der Beschwerdeführerin im letzteren Sinn ist nach 

Ablauf des Jahres 2010 allerdings nicht mehr möglich, da die Beschwer-

degegnerin kein schutzwürdiges Interesse an einem Angebot für die von 

ihr in diesem Jahr nicht bezogenen Mietleitungen hat. Sie hat indes ein 

schutzwürdiges Interesse daran, für die von ihr in diesem Jahr nachge-

fragten Mietleitungen kostenorientierte, nichtdiskriminierende Preise zu 

bezahlen; dies allerdings nur, soweit diese Mietleitungen von der Ange-

botspflicht der Beschwerdeführerin umfasst sind. Soweit dies der Fall ist, 

worauf bei materiellen Prüfung einzugehen sein wird (vgl. unten E. 25), ist 

die Beschwerdeführerin daher grundsätzlich zu einem entsprechenden 

Angebot an die Beschwerdegegnerin zu verpflichten (vgl. auch nachfol-

gend E. 8 zum rechtlichen Gehör).  

 

 

A-2969/2010 

Seite 38 

8.  

8.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, in der angefochtenen Verfü-

gung werde nicht ausgeführt, auf welche gesetzliche Grundlage bzw. 

Kompetenznorm die Vorinstanz ihre Anordnung in Dispositivziffer 2 ab-

stütze, ob sich das zu veröffentlichende Angebot nur an die Beschwerde-

gegnerin im Rahmen des konkreten Vertragsverhältnisses oder an alle 

FDA im Sinne eines Basisangebots richten und weshalb die angesetzte 

Frist massgebend und angemessen sein sollte. Die Verfügung erfülle 

damit die Anforderungen an die Begründungspflicht nicht. 

8.1.1. Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) garantierte und na-

mentlich in den Art. 26 bis 33 und 35 Abs. 1 VwVG konkretisierte Grund-

satz des rechtlichen Gehörs umfasst das Recht, mit eigenen Begehren 

angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den für den 

Entscheid wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu können. Umfasst ist 

auch das Recht auf Vertretung und Verbeiständung sowie auf Begrün-

dung von Verfügungen. Der Grundsatz auf rechtliches Gehör dient einer-

seits der Sachaufklärung und stellt andererseits ein persönlichkeitsbezo-

genes Mitwirkungsrecht der Parteien dar (vgl. zum Ganzen BGE 135 II 

286 E. 5.1, BGE 129 I 232 E. 3.2 und BGE 127 I 54 E. 2b; BVGE 2009/35 

E. 6.4.1; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1672 ff.; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.80 ff.).  

Der Grundsatz beinhaltet insbesondere die Pflicht der Behörde, die Vor-

bringen der Person, die von ihrem Entscheid in ihrer Rechtsstellung be-

troffen wird, sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und bei der Entscheidfin-

dung und -begründung sachgerecht zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 

VwVG). Die Begründung eines Entscheids muss dabei so abgefasst sein, 

dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, 

wenn sowohl er als auch die Rechtsmittelinstanz sich über dessen Trag-

weite ein Bild machen können. Das bedeutet indes nicht, dass sich die 

entscheidende Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behaup-

tung, jedem rechtlichen Einwand und jedem Beweismittel auseinander-

setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-

chen Gesichtspunkte beschränken. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von 

welchen Überlegungen sie sich leiten liess (vgl. zum Ganzen BGE 135 III 

513 E. 3.6.5 und BGE 133 III 439 E. 3.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1; FELIX 

UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 35 

A-2969/2010 

Seite 39 

N. 17 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1705 f.; LORENZ KNEU-

BÜHLER, Die Begründungspflicht, Bern 1998, S. 22 ff.). Der Umfang der 

Begründungspflicht muss für jeden Einzelfall individuell bestimmt werden. 

Bei schweren Eingriffen, ausgeprägten Ermessensentscheiden oder be-

absichtigten Praxisänderungen sind die Anforderungen erhöht (vgl. UHL-

MANN/SCHWANK, a.a.O., Art. 35 N. 18).  

8.1.2. Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung nicht spezi-

fisch auf die Anordnung in Dispositivziffer 2 ein. Weder äussert sie sich 

ausdrücklich zu den von der Beschwerdeführerin genannten Punkten 

noch zur Frage, wie die Anordnung zu qualifizieren und aus welchen 

Gründen sie zulässig sei. Sie nimmt indes allgemein zu ihrer Zuständig-

keit für die Behandlung des Zugangsgesuchs Stellung und stützt diese 

auf Art. 11a FMG. Daraus kann geschlossen werden, sie stütze auch die 

Anordnung in Dispositivziffer 2 auf diese Grundlage, was für die Be-

schwerdeführerin ersichtlich war. Bereits die Verpflichtung zur Veröffentli-

chung des Mietleitungsangebots in Dispositivziffer 2 macht sodann deut-

lich, dass dieses nicht an die Beschwerdegegnerin allein, sondern im 

Sinn eines Basisangebots auch an die übrigen FDA zu richten ist. Das 

Gleiche ergibt sich ausserdem aus der Verfügungsbegründung, in der die 

Angebotspflicht der Beschwerdeführerin in allgemeiner Weise umschrie-

ben wird. Dass die Vorinstanz – wie dargelegt – nicht kompetent ist, die 

Beschwerdeführerin zur Veröffentlichung eines solchen Angebots zu ver-

pflichten, ändert daran nichts. 

Aus der angefochtenen Verfügung geht somit auch ohne spezifische Be-

gründung hervor, worauf die Vorinstanz ihre Zuständigkeit stützt und an 

wen das Mietleitungsangebot zu richten ist. Trotz fehlender Begründung 

ist weiter davon auszugehen, die Vorinstanz habe die Frist angesetzt, 

weil sie sich dazu als kompetent und deren Dauer als angemessen er-

achtet hat. Es ist entsprechend nicht ersichtlich, inwiefern eine (spezifi-

sche) Begründung dieser Punkte erforderlich gewesen wäre, um Disposi-

tivziffer 2 sachgerecht anfechten zu können. Anderes gilt allerdings hin-

sichtlich der Frage, wie die Anordnung zu qualifizieren und wieso sie zu-

lässig ist. Diesbezüglich ist der Verfügung nicht nur keine ausdrückliche 

Antwort zu entnehmen, sondern kann eine Antwort auch nicht ohne Wei-

teres hergeleitet werden. Damit fehlen massgebliche Informationen für 

eine sachgerechte Anfechtung. Es kann daher nicht gesagt werden, die 

Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht erfüllt.  

A-2969/2010 

Seite 40 

8.1.3. Auch wenn somit von einer Verletzung der Begründungspflicht, 

mithin also des Anspruchs auf rechtliches Gehör, auszugehen ist, hat dies 

nicht zwingend die Aufhebung von Dispositivziffer 2 zur Folge. Der Ge-

hörsanspruch ist nach feststehender Rechtsprechung zwar formeller Na-

tur, was zur Folge hat, dass seine Verletzung ungeachtet der Erfolgsaus-

sichten der Beschwerde grundsätzlich zur Aufhebung des mit dem Ver-

fahrensmangel behafteten Entscheids führt. Nach der Rechtsprechung 

kann eine Verletzung des Gehörsanspruchs indes als geheilt gelten, 

wenn die unterbliebene Gewährung des rechtlichen Gehörs – wozu auch 

eine unterlassene Begründung zu zählen ist – in einem Rechtsmittelver-

fahren nachgeholt wird, in dem die Beschwerdeinstanz mit der gleicher 

Kognition prüft wie die untere Instanz. Ausgeschlossen ist die Heilung je-

doch, wenn die Verletzung der Parteirechte besonders schwer wiegt; 

überdies dürfen den Beschwerdeführenden keine unzumutbaren Nachtei-

le erwachsen und soll die Heilung die Ausnahme bleiben (vgl. BGE 135 I 

279 E. 2.6.1, BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 132 V 387 E. 5.1 und BGE 126 

V 130 E. 2b; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4481/2010 vom 

8. Dezember 2010 E. 6.2.6, A-7365/2009 vom 9. November 2010 

E. 9.8.1.5 und A-3434/2010 vom 2. November 2010 E. 5.4; LORENZ 

KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundes-

gesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Art. 35 

Rz. 19 ff.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.112 ff.). Bei Ver-

stössen gegen die Begründungspflicht wird der Mangel als behoben er-

achtet, wenn die Rechtsmittelbehörde eine hinreichende Begründung lie-

fert oder wenn die unterinstanzliche Behörde anlässlich der Anfechtung 

ihres Entscheids eine genügende Begründung nachschiebt (vgl. Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts A-7365/2009 vom 9. November 2010 

E. 9.8.1.5; KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 214 m.H.). 

Die Vorinstanz hat ihre Anordnung im Beschwerdeverfahren ausführlich 

begründet. Aus ihrer Begründung wird – obschon dies nicht explizit er-

wähnt wird – namentlich deutlich, dass sie Dispositivziffer 2 als 

Grundsatzentscheid betrachtet. Weiter geht daraus hervor, wieso sie ihr 

Vorgehen als prozessökonomisch vorteilhaft bzw. als sinnvoll erachtet. 

Sie hat die versäumte Begründung somit nachgeholt. Die Verletzung der 

Begründungspflicht erscheint zudem nicht als besonders schwer, ebenso 

sind die weiteren Voraussetzungen für eine Heilung erfüllt. Die Verletzung 

des rechtlichen Gehörs hat daher als geheilt zu gelten. Dem Mangel ist 

indes bei der Verlegung der Kosten für das vorliegende Beschwerdever-

fahren Rechnung zu tragen (vgl. A-300/2010 E. 20.3 m.H.; MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.114). 

A-2969/2010 

Seite 41 

8.2. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, sie habe weder vorausse-

hen können noch müssen, dass sich die Vorinstanz in der angefochtenen 

Verfügung zu den in den Jahren 2007 bis 2009 von der Beschwerdegeg-

nerin nicht bezogenen CES, Servicequalitäten und Schnittstellen bzw. 

technischen Spezifikationen äussern und sie zur Veröffentlichung eines 

gesetzeskonformen Mietleitungsangebots verpflichten würde. Die Instruk-

tionsbehörde habe ihr lediglich mitgeteilt, sie werde bei der Vorinstanz 

den Erlass eines Teilentscheids über die Zugangsbedingungen für die 

Jahre 2007 bis 2009 beantragen. Sie habe entsprechend bloss davon 

ausgehen müssen, der Teilentscheid werde die Zugangsbedingungen für 

die von der Beschwerdegegnerin in diesen drei Jahren effektiv bezoge-

nen Dienstleistungen beinhalten. Sie habe sich daher nicht bereits in ihrer 

Schlussstellungnahme im Zugangsverfahren gegen die weiter gehende 

Verfügung der Vorinstanz zur Wehr setzen können.  

8.2.1. Gemäss Art. 30 Abs. 1 VwVG hört die Behörde die Parteien an, be-

vor sie verfügt. Das Recht auf vorgängige Anhörung erstreckt sich auf 

den gesamten Verfahrensgegenstand. Es verlangt indes nicht, dass die 

Parteien Gelegenheit erhalten, sich zu jedem möglichen Ergebnis, das 

von der entscheidenden Behörde ins Auge gefasst wird, zu äussern. Eine 

(erneute) Anhörung ist allenfalls erforderlich, wenn der Verfahrensge-

genstand im Verlauf des Verfahrens ausgedehnt wird und sich der Betrof-

fene zum erweiterten Entscheidfundament noch nicht äussern konnte. 

Der Anspruch auf vorgängige Äusserung steht den Betroffenen primär in 

Bezug auf die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu. Da-

gegen erwächst den Parteien grundsätzlich weder aus dem VwVG noch 

aus den verfassungsrechtlichen Minimalgarantien ein allgemeiner An-

spruch auf vorgängige Anhörung zu Fragen der Rechtsanwendung. Eine 

Ausnahme gilt, wenn der Betr