# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09381730-1559-5a12-b6d1-9c18cfaa0e7a
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-17
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 17.01.2022 V 2021 93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2021-93_2022-01-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG
VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER

AN DER AA 6, POSTFACH, 6301 ZUG
PAKETADRESSE: AN DER AA 6, 6300 ZUG
TEL. 041 / 728 52 70

In Sachen

A.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

Gewässerschutzverband der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee (GVRZ)
vertreten durch Dr. iur. B.________
Beschwerdegegner

betreffend

Submission (Biogasaufbereitungsanlage ARA Schönau)
(aufschiebende Wirkung)

[Das Verfahren wurde im Anschluss an diesen Entscheid abgeschrieben.]

wird nach Einsicht in

- den angefochtenen Entscheid vom 8. November 2021
- die Beschwerdeschrift vom 2. Dezember 2021
- die Verfügung des Kammervorsitzenden vom 6. Dezember 2021 betreffend die 

vorläufige und vorsorgliche Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
- die Vernehmlassung des GVRZ vom 15. Dezember 2021

und in Erwägung, dass

- das Verwaltungsgericht gemäss § 6 Abs. 1 lit. a des Submissionsgesetzes (SubG; 
BGS 721.51) Beschwerden gegen Verfügungen von Auftraggeberinnen und 
Auftraggebern gemäss Art. 15 der Interkantonalen Vereinbarung über das 
öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; BGS 721.52) beurteilt;

- die Beschwerde grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung hat (Art. 17 Abs. 1 
IVöB), die Beschwerdeinstanz jedoch auf Gesuch oder von Amtes wegen der 
Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilen kann;

- die Erteilung der aufschiebenden Wirkung voraussetzt, dass die Beschwerde als 
ausreichend begründet erscheint und keine überwiegenden öffentlichen oder 
privaten Interessen entgegenstehen (Art. 17 Abs. 2 IVöB); 

- aufgrund einer Prima-facie-Beurteilung darüber zu befinden ist, ob sich die 
Beschwerde mutmasslich als begründet oder unbegründet erweist, ohne dass 
zeitraubende Abklärungen vorgenommen werden müssen, und bei diesem 
Entscheid der zuständigen Beschwerdeinstanz ein erheblicher Ermessensspielraum 
zusteht;

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- das Bundesgericht dem Umstand, dass die vergaberechtliche Gesetzgebung 
Rechtsmitteln in der Regel keine aufschiebende Wirkung zukommen lässt, einen 
besonderen Stellenwert einräumt und daraus jedenfalls geschlossen werden kann, 
dass dem öffentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung eines 
Vergabeentscheides ein erhebliches Gewicht zukommt (BGer 2P.103/2006 vom 
29. Mai 2006 E. 4.2.1 m.H.);

- Gegenstand des in Frage stehenden Auftrags, für welche der GVRZ ein offenes 
Verfahren durchführte, die Planung, Lieferung, Montage, Inbetriebnahme und der 
Probebetrieb einer kompletten Membrananlage zur Biogasaufbereitung bei der 
Kläranlage Schönau, Cham, darstellt;

- der GVRZ mit Beschluss vom 8. November 2021 den Auftrag an die C.________ 
vergab;

- der GVRZ den bewerteten Anbietern mit Schreiben vom 18. November 2021 den 
Zuschlagsentscheid eröffnete;

- der GVRZ den Zuschlagsentscheid damit begründete, dass sich aufgrund der in 
den Ausschreibungsunterlagen genannten Zuschlagskriterien das Angebot des 
berücksichtigten Anbieters betreffend Preis-/Leistungsverhältnis als das 
wirtschaftlich günstigste erwiesen habe;

- die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 2. Dezember 2021 beantragt, den 
Vergabeentscheid neu zu evaluieren und die in ihrer Beschwerde vorgebrachten 
Begründungen zu berücksichtigen resp. zu überprüfen;

- die Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Beschwerde Folgendes vorbringt:

- beim Betrag ihres Grundangebots sei der Skonto nicht in Abzug gebracht 
worden; 

- bei der Offertsumme des berücksichtigten Anbieters betrage die Eingabesumme 
anlässlich der Offertöffnung Fr. 1'438'000.00; der berücksichtigte Preis dieses 
Anbieters sei gemäss dem Schreiben des GVRZ vom 18. November 2021 jedoch 
Fr. 1'598'000.00, was für die Beschwerdeführerin bedeute, dass der 
berücksichtigte Anbieter die Vorgaben der Ausschreibung nicht erfüllt habe und 
somit habe nachbessern müssen, was nach Meinung der Beschwerdeführerin 
nicht zulässig sei;

- die von der Beschwerdeführerin angebotene Anlage könne auf dem zur 
Verfügung stehenden Platz gemäss Planunterlagen installiert werden, was die 
Vorgaben betr. "Anlagensetup und Dim. der Anlage" erfülle und somit die max. 
Punktezahl ergeben müsste;

- mit dem angebotenen Kompressor erfülle die Beschwerdeführerin die 
vorgegebenen Kriterien für die Verarbeitung des Biogases zum Biomethan; der 
Punkteabzug sei nicht erklärbar, umso mehr als die Beschwerdeführerin bei der 
Position Strom, Membranstufe und Servicevertrag punktemässig am besten 
abschneide;

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- die Beschwerdeführerin habe die geforderten Referenzen eingereicht und somit 
die Vorgaben erfüllt; der Abzug sei nach Meinung der Beschwerdeführerin nicht 
akzeptierbar; D.________ verfüge in Europa und weltweit über 250 installierte 
Biogas-Aufbereitungsanlagen;

- als Schweizer Unternehmung mit einer lokalen Serviceorganisation verfüge die 
Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Partner (Hersteller der Anlage) 
gesamthaft über 75 Servicetechniker; die Beschwerdeführerin biete einen 
Service rund um die Uhr (Hotline), habe ein Ersatzteillager für sämtliche 
Eventualitäten in ihrer Firma oder beim Hersteller; die Beschwerdeführerin 
garantiere eine max. Ausfallzeit von 72 Std., was immer auch defekt sei; bei 
Überschreiten dieser Zeitspanne beteilige sich die Beschwerdeführerin innerhalb 
des Wartungsvertrages an den für den Kunden entstandenen Ausfallkosten bis 
jährlich Fr. 50'000.00; damit belege die Beschwerdeführerin die Verfügbarkeit 
und Zuverlässigkeit ihrer Anlage; mit all diesen Punkten müsste für die Pos. 4 
(Serviceauftrag, Unterhaltsorganisation) die maximale Punktzahl ausreichend 
sein;

- dem Antragsformular der von der Vergabestelle beigezogenen E.________ AG vom 
4. November 2021 (GVRZ-Beil. 2a, S. 2) entnommen werden kann, dass bei der 
Offerte der Beschwerdeführerin Investitionskosten (exkl. MWST) von Fr. 
1'572'606.00 berücksichtigt wurden, somit bei der Bewertung die Investitionskosten 
gegenüber dem Offertöffnungsprotokoll um den Skonto reduziert wurden;

- der GVRZ mittels eines E-Mails der Zuschlagsempfängerin vom 2. September 2021 
(GVRZ-Beil. 4a) nachweist, dass es sich bei dem von der Zuschlagsempfängerin 
ursprünglich eingegebenen Angebotspreis von Fr. 1'438'000.00 (der so auch im 
Offertöffnungprotokoll aufgeführt ist) um ein Versehen gehandelt hat und in die 
Bewertung der Angebote korrekterweise der nachträglich von der 
Zuschlagsempfängerin genannte Preis von Fr. 1'598'000.00 einbezogen wurde; der 
offerierte Leistungsumfang wurde nicht verändert, weshalb die 
Zuschlagsempfängerin nicht nachbesserte; die Korrektur des Versehens erfolgte 
zudem zu einem Zeitpunkt, in welchem die Zuschlagsempfängerin noch keine 
Kenntnis vom Offertöffnungsprotokoll bzw. von den Konkurrenzofferten hatte, sowie 
im Übrigen zu ihren Ungunsten; aufgrund der Umstände ist ein Missbrauch nicht 
denkbar;

- die Vergabestelle nachvollziehbar darlegt, dass die Bewertung der 
Zuschlagskriterien Pos. 2–4 nach der in den Ausschreibungsunterlagen 
abgebildeten Bewertungs- und Benotungsskala (vgl. GVRZ-Beil. 3b, 05) 
vorgenommen wurde, aus der sich ergibt, dass die Erfüllung der Vorgaben allein 
noch nicht zur Bestnote führte, sondern vielmehr mit einer 3 ("Normale, 
durchschnittliche Erfüllung") bewertet wurde, weshalb die alleinige Tatsache, dass 
die von der Beschwerdeführerin angebotene Anlage auf dem zur Verfügung 
stehenden Platz gemäss Planunterlagen installiert werden kann, bei der 
Beurteilungsvariable "Anlagensetup und Dimensionierung Anlage" der Pos. 2 
(Technische Ausführung) in Bezug auf die Aufstellung der Anlage und die 
Zugänglichkeit wohl zu Recht nur – aber immerhin – mit der Note 3 bewertet wurde 
– gleich wie die Zuschlagsempfängerin; 

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- wohl nicht zu bemängeln ist, dass die Zuschlagsempfängerin bei der 
Beurteilungsvariable "Anlagensetup und Dimensionierung Anlage" die Gesamtnote 
3,33 erhalten hat, weil der Gasdurchsatz bei der Beschwerdeführerin bei 250 Nm3/h 
liegt, während die Zuschlagsempfängerin einen minimalen Durchsatz von 200 
Nm3/h gewährleistet (s. GVRZ-Beil. 2b);

- das Gleiche bezüglich des Kompressors zu erwägen ist, nämlich dass die 
Beschwerdeführerin die Vorgaben für den Kompressor (weitere 
Beurteilungsvariable der Pos. 2 [Technische Ausführung]) erfüllt, weshalb sie dafür 
wohl zu Recht die Note 3 erhielt, ohne dass es sich hier um einen Punktabzug 
gehandelt hat; warum hingegen die Zuschlagsempfängerin für den Kompressor die 
Note 3,25 zugeteilt erhielt, erschliesst sich dem Gericht nicht und wird vom GVRZ 
auch nicht erklärt; da die Zuschlagsempfängerin aber dafür nur zwei Punkte mehr 
als die Beschwerdeführerin erhalten hat, was bezüglich des Gesamttotals nichts an 
der Reihenfolge ändert, kann diese Frage hier offenbleiben;

- die Beschwerdeführerin nicht darlegt, warum ihrer Meinung nach die Bewertung der 
von ihr eingereichten Referenzen (Pos. 3) hätte höher ausfallen müssen; vielmehr 
kann ohne weiteres dem GVRZ gefolgt werden, wenn er ausführt, aus 
Fairnessgründen und aus Gründen der Vergleichbarkeit seien nur die drei 
Referenzen bewertet worden, für welche das von der Vergabestelle vorgegebene 
Formular mit den verlangten technischen Spezifizierungen ausgefüllt worden sei; 
zusätzliche, von den Anbietern auf einer Liste und nur mit beschränkten Angaben 
zum Projekt versehene Referenzen seien nicht berücksichtigt worden; zudem ist es 
verständlich, dass der GVRZ Referenzanlagen, bei welchen das erste Betriebsjahr 
zur Zeit der Angebotseinreichung bereits abgeschlossen war, besser bewertete als 
solche Referenzanlagen, bei welchen dies noch nicht der Fall war, da ein 
verlässlicher Betrieb erst nach einer gewissen Zeit sichergestellt ist (alle drei 
Anlagen, für welche die Beschwerdeführerin ausgefüllte Referenzformulare 
einreichte, wurden erst im Jahr 2021 fertiggestellt); 

- sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Zuschlagsempfängerin bei der Pos. 4 
(Servicevertrag, Unterhaltsorganisation) wohl zu Recht mit der gleichen Punktzahl 
(49) bewertet wurden, weil einerseits die Serviceorganisation der 
Beschwerdeführerin zwar mehr Personen umfasst als diejenige der 
Zuschlagsempfängerin, andererseits aber die Beschwerdeführerin im Gegensatz 
zur Zuschlagsempfängerin nicht selbst Herstellerin der Anlage ist, was dazu führen 
dürfte, dass nicht die Beschwerdeführerin selbst den Grossteil des 
Servicepersonals stellt, sondern die Herstellerin mit Sitz in Frankreich, welche denn 
auch als Subunternehmerin der Beschwerdeführerin den Service erbringt; es 
scheint deshalb gerechtfertigt, die Verfügbarkeit und die Lieferzeiten der 
Serviceorganisation der Zuschlagsempfängerin besser zu bewerten; die 
Zuschlagsempfängerin verfügt zudem mit der F.________ AG über eine lokale 
Servicepartnerin;

- sich aus diesen im Rahmen einer Prima-facie-Beurteilung erfolgten Erwägungen 
ergibt, dass die Beschwerde als nicht begründet erscheint und wohl eher nicht 
gutgeheissen werden kann, was zur Aufhebung der vorläufig und vorsorglich 

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erteilten aufschiebenden Wirkung und zur Feststellung führt, dass der Beschwerde 
keine aufschiebende Wirkung erteilt werden kann;

- das Gericht gestützt auf § 26 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; 
BGS 162.1) von der Partei, die ein Verfahren einleitet, einen angemessenen 
Kostenvorschuss verlangen kann; wird der Kostenvorschuss nicht innert der 
angesetzten Frist geleistet, so kann das Verfahren abgeschrieben werden;

- gegen diese Verfügung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde eingereicht werden kann, sofern die 
Beschwerdeführerin der Meinung ist, mit der Verfügung würden 
verfassungsmässige Rechte verletzt,

Folgendes verfügt:

1. Die vorläufig und vorsorglich erteilte aufschiebende Wirkung der Beschwerde wird 
aufgehoben.

2. Die Beschwerdeführerin hat dem Gericht bis zum 24. Januar 2022 einen 
Kostenvorschuss von Fr. 8'000.– zu leisten, ansonsten das Verfahren vom 
Geschäftsverzeichnis des Verwaltungsgerichts abgeschrieben wird.

3. Die Beschwerdeführerin erhält Gelegenheit, dem Gericht bis zum 24. Januar 2022 
eine Replik (im Doppel) einzureichen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung beim 
Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (Beilagen: Vernehmlassung des GVRZ vom 
15. Dezember 2021 inkl. Beilagenverzeichnis, Einzahlungsschein sowie 
ausführlichen Rechtsmittelbelehrung), an die Rechtsvertreterin des GVRZ (im 
Doppel), an die Finanzverwaltung des Kantons Zug (im Dispositiv) sowie an die 
Wettbewerbskommission, Hallwylstrasse 4, 3003 Bern.

Zug, 22. Dezember 2021
kop

Der Vorsitzende

V 21 93 Dr. Aldo Elsener

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Hinweise
Der Vergabeentscheid enthält in der Regel nur eine summarische, oft auf formelle Angaben 
beschränkte Begründung. Eine eigentliche Begründung erhalten die Beschwerdeführenden 
regelmässig erst mit der Vernehmlassung der Vergabestelle. Wird aufgrund dieser Begründung die 
Beschwerde zurückgezogen, wird das Verfahren in der Regel unter ermässigten Kostenfolgen für 
den/die Beschwerdeführer/in abgeschrieben. Hat das Gericht über die Beschwerde zu 
entscheiden, werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt.
Ist ein Beschwerdeverfahren ohne aufschiebende Wirkung gegen den Zuschlag hängig, so darf die 
Vergabestelle den Vertrag mit der berücksichtigten Anbieterin oder dem berücksichtigten Anbieter 
abschliessen. Der Vertragsschluss ist von der Vergabestelle umgehend dem Gericht mitzuteilen. 
Ist der Vertrag abgeschlossen, kann das Gericht nur noch die Rechtswidrigkeit des angefochtenen 
Entscheids feststellen, wenn sich die Beschwerde als begründet erweisen sollte. Die Feststellung 
der Rechtswidrigkeit ermöglicht dem/der Beschwerdeführer/in die Geltendmachung von 
Schadenersatzbegehren.