# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a19fa65-7a9e-5eeb-b70e-c93ad7b00899
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.12.2022 SBE.2022.48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBE-2022-48_2022-12-13.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBE.2022.48 
(ST.2022.13; STA.2021.7398)  

Art. 419 

 

 

Entscheid vom 13. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Massari, Vizepräsidentin 

Gerichtsschreiber Gasser 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…]  

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Baden,  

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Bezirksgerichts Baden vom 29. September 2022 

betreffend Rückzug der Einsprache gegen den Strafbefehl 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Vizepräsidentin entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Strafbefehl vom 15. November 2021 verurteilte die Staatsanwaltschaft 

Baden A. (fortan: Beschwerdeführer) wegen Überschreitens allgemeiner, 

fahrzeugbedingter oder signalisierter Höchstgeschwindigkeit (Art. 90 Abs. 

1 SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV) zu einer Busse von Fr. 40.00 und 

auferlegte ihm die Kosten von Fr. 222.00. 

 

1.2. 

Gegen den Strafbefehl vom 15. November 2021 erhob der Beschwerde-

führer mit Eingabe vom 24. November 2021 Einsprache bei der Staatsan-

waltschaft Baden, worauf diese die Akten mit Schreiben vom 24. Januar 

2022 an das Bezirksgericht Baden zur Durchführung des Hauptverfahrens 

überwies. 

 

2. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 29. September 2022 vor der Präsi-

dentin des Strafgerichts des Bezirksgerichts Baden (fortan: Vorinstanz) zog 

der Beschwerdeführer seine Einsprache vom 24. November 2021 zurück, 

worauf gleichentags folgende Verfügung erging: 

 

" 1. 
Das Verfahren wird infolge Rückzugs der Einsprache als erledigt von der 
Kontrolle abgeschrieben. 
 
2. 
Der Strafbefehl STA3 ST.2021.7398 der Staatsanwaltschaft Baden vom 
15. November 2021 erwächst damit in Rechtskraft. 
 
3. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
 
a) der reduzierten Gebühr von Fr. 200.00 
b) den Spesen von Fr. 75.00 

Total  Fr. 275.00 
 
werden dem Beschuldigten auferlegt. 
 
Die Staatsanwaltschaft wird die Sanktion des Strafbefehls selbst vollzie-
hen und die Kosten für das Strafbefehlsverfahren separat erheben. 
 
4. 
Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten selbst." 

 

3. 

3.1. 

Gegen die vorinstanzliche Verfügung vom 29. September 2022 erhob der 

Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Oktober 2022 (Postaufgabe) bei 

 - 3 - 

 

 

der Vorinstanz Beschwerde, welche diese zuständigkeitshalber an die Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

überwies. Der Beschwerdeführer stellt folgende Anträge: 

 

" Es sei 
- die bereits mit Verfügung zugestellte Rechnung zu stornieren und über 

CHF 200.- neu auszustellen mit der Möglichkeit, diese in Raten freier 
Grösse im Zeitraum eines halben Jahres begleichen zu können. 

- unter Aufhebung der 10-Tages-Beschwerdefrist und Gewährung einer 
Neuen von mindestens 90 Tagen sofort auf dieses Schreiben zu ant-
worten." 

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 1. November 2022 nahm die Vorinstanz Stellung. 

 

3.3. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. November 2022 beantragte die Staatsan-

waltschaft Baden die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen. 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 17. November 2022 (Postaufgabe) reichte der Beschwer-

deführer eine weitere Stellungnahme ein. 

 

 
   

Die Vizepräsidentin zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO sind die Verfügungen und Beschlüsse 

sowie die Verfahrenshandlungen der erstinstanzlichen Gerichte mit Be-

schwerde anfechtbar; ausgenommen sind verfahrensleitende Entscheide. 

Vorliegend angefochten ist eine das erstinstanzliche Verfahren abschlies-

sende Verfügung der Präsidentin des Bezirksgerichts Baden. Nachdem 

keine Beschwerdeausschlussgründe gemäss Art. 394 StPO bestehen, ist 

die Beschwerde zulässig. 

 

1.2. 

Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, was im Kanton Aargau ge-

mäss § 65 Abs. 2 GOG i.V.m. § 9 f. und Anhang 1 Ziff. 2 Abs. 5 der Ge-

schäftsordnung des Obergerichts der Fall ist, so beurteilt die Verfahrenslei-

tung die Beschwerde gemäss Art. 395 Abs. 1 lit. a StPO allein, wenn diese 

- wie vorliegend - ausschliesslich Übertretungen zum Gegenstand hat.  

 

 - 4 - 

 

 

2. 

2.1. 

Soweit der Beschwerdeführer mit Beschwerde die "Aufhebung" der 10-tä-

gigen Beschwerdefrist und die "Gewährung einer Neuen von mindestens 

90 Tagen" beantragt, ist darauf nicht einzutreten.  

 

Bei der 10-tägigen Beschwerdefrist gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO handelt 

es sich um eine gesetzliche Frist, welche nicht erstreckt (Art. 89 Abs. 1 

StPO) und folglich ebenso wenig "Aufgehoben" oder "Neuangesetzt" wer-

den kann. Die Frist kann weder durch die Beschwerdeinstanz noch durch 

Vereinbarung der Parteien verlängert werden (PATRICK GUIDON, Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu 

Art. 396 StPO). Eine Wiederherstellung der Frist i.S.v. Art. 94 StPO schei-

det ebenfalls aus, zumal der Beschwerdeführer seine Beschwerde fristge-

recht eingereicht hat und damit gerade keine Säumnis vorliegt. Da die 

Rechtsmittelschrift die Formerfordernisse erfüllt, war dem Beschwerdefüh-

rer auch keine Nachfrist i.S.v. Art. 385 Abs. 2 StPO einzuräumen, wobei 

diese Möglichkeit bei einer bewusst mangelhaften Eingabe ohnehin nicht 

in Frage käme und Art. 385 Abs. 2 StPO nicht angewendet werden darf, 

um die Tragweite von Art. 89 Abs. 1 StPO zu unterlaufen, der die Verlän-

gerung gesetzlicher Fristen verbietet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_319/2021 vom 15. Juli 2021 E. 6).  

 

2.2. 

Der Antrag des Beschwerdeführers um Bewilligung der Ratenzahlung sei-

ner "Rechnung" (folglich der vorinstanzlichen Verfahrenskosten) von 

Fr. 200.00 ist nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung und damit 

auch nicht des vorliegenden Beschwerdeverfahrens und wäre ohnehin 

nicht durch die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des 

Kantons Aargau zu beurteilen, sondern durch die Vorinstanz bzw. deren 

Gerichtskasse (vgl. § 4 SMV [SAR 253.112]). Auf diesen Antrag ist daher 

nicht einzutreten. 

 

2.3. 

In der Stellungnahme vom 16. November 2022 (Postaufgabe am 17. No-

vember 2022) bringt der Beschwerdeführer ergänzende Einwände gegen 

die Rechtmässigkeit des Strafbefehls vom 15. November 2021 sowie der 

staatsanwaltschaftlichen Weiterleitung der Akten an die Vorinstanz vor.  

 

Die Rügen sind nicht Prozessthema des vorliegenden Beschwerdeverfah-

rens, zumal sie erstmalig in der Stellungnahme vom 16. November 2022 

vorgebracht werden und in keiner Weise Gegenstand der Beschwerde vom 

12. Oktober 2022 und derer Anträge bilden. Der Beschwerdeführer scheint 

dabei zu verkennen, dass bereits die Beschwerdeschrift selbst die Begrün-

dung zu enthalten hat und eine nachträgliche Ergänzung, Vervollständi-

gung oder Korrektur nicht zulässig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

 - 5 - 

 

 

6B_688/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 4.2). Nach dem Gesagten ist auf 

die in der Stellungnahme vom 16. November 2022 vorgebrachten Rügen, 

soweit sie die Beschwerde vom 12. Oktober 2022 ergänzen, nicht einzutre-

ten. 

 

2.4. 

Weiter beanstandet der Beschwerdeführer mit Beschwerde die vorinstanz-

liche Anweisung an die Staatsanwaltschaft Baden (vgl. vorinstanzliche Ver-

fügung, Dispositivziffer 2), wonach diese die Sanktion des Strafbefehls vom 

15. November 2021 selber zu vollziehen und die Erhebung der Kosten für 

das Strafbefehlsverfahren selber zu erheben habe. 

 

Diese Rüge ist verfehlt und von keinem Rechtsschutzinteresse getragen. 

Nachdem der Strafbefehl aufgrund des Rückzugs der Einsprache in 

Rechtskraft erwachsen ist, ergibt sich bereits aus § 4 SMV, dass für den 

Vollzug desselben die Staatsanwaltschaft Baden zuständig ist. Es handelt 

sich somit nicht um eine Anweisung der Vorinstanz an die Staatsanwalt-

schaft Baden, sondern vielmehr um die Wiedergabe der bereits von Geset-

zes wegen vorgesehenen Zuständigkeit.  

 

3. 

3.1. 

Im Übrigen ist auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde einzu-

treten. 

 

3.2. 

Der Beschwerdeführer macht mit Beschwerde geltend, dass an der vor-

instanzlichen Verhandlung vom 29. September 2022 unter "Gerichtsschrei-

bung" und "Aufzeichnung" Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 200.00 

gesprochen worden seien. Bei dieser Ausgangslage sei durch den Be-

schwerdeführer unter Beisein der Gerichtspräsidentin und der Gerichts-

schreiberin die Unterzeichnung der Rückzugserklärung der Einsprache er-

folgt. Von Spesen in der Höhe von Fr. 75.00 sei nicht die Rede gewesen. 

Der "perfide Rückenschuss" der Spesen zu Lasten des Beschwerdeführers 

werde scharf gerügt.   

 

3.3. 

Die Vorinstanz bringt mit Stellungnahme vor, dass dem Beschwerdeführer 

anlässlich der Verhandlung vom 29. September 2022 die Möglichkeit ein-

geräumt worden sei, seine Einsprache gegen den Strafbefehl zurückzuzie-

hen. Für diesen Fall sei dem Beschwerdeführer die Auferlegung einer re-

duzierten Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 200.00 in Aussicht gestellt 

worden. Von einem Erlass der Spesen sei nie die Rede gewesen. Der Be-

schwerdeführer habe in der Folge seine Einsprache zurückgezogen und 

zur Kenntnis genommen, dass der Strafbefehl vom 15. November 2021 da-

mit in Rechtskraft erwachse. Der Beschwerdeführer sei sich anlässlich der 

 - 6 - 

 

 

Verhandlung darüber im Klaren gewesen, dass er mit dem Rückzug seiner 

Einsprache und dem Eintritt der Rechtskraft des Strafbefehls auch die 

Busse und die Kosten des Strafbefehls bezahlen müsse. Sodann sei dem 

Beschwerdeführer in der Verfügung vom 29. September 2022 prozessord-

nungskonform die auf Fr. 200.00 reduzierte Gerichtsgebühr sowie die Spe-

sen in Rechnung gestellt worden. Anderes sei dem Beschwerdeführer an 

der Verhandlung vom 29. September 2022 nicht in Aussicht gestellt wor-

den.   

 

3.4. 

3.4.1. 

3.4.1.1. 

Gegen einen Strafbefehl kann die beschuldigte Person innert 10 Tagen 

Einsprache erheben (vgl. Art. 354 Abs. 1 lit. a StPO). Entschliesst sich die 

Staatsanwaltschaft, am Strafbefehl festzuhalten, so überweist sie die Akten 

unverzüglich dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Haupt-

verfahrens. Der Strafbefehl gilt als Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 StPO). 

Die Einsprache kann bis zum Abschluss der Parteivorträge zurückgezogen 

werden (Art. 356 Abs. 3 StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfah-

renskosten, wenn sie verurteilt wird. Ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten set-

zen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands und 

den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO). Als Auslagen 

gelten bspw. Post-, Telefon- und ähnliche Spesen (Art. 422 Abs. 2 lit. e 

StPO). Bund und Kantone regeln die Berechnung der Verfahrenskosten 

und legen die Gebühren fest (Art. 424 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr 

für das Strafverfahren vor dem Einzelgericht oder dem Bezirksgericht be-

trägt im Kanton Aargau gemäss § 17 Abs. 1 Dekret über die Verfahrens-

kosten (VKD [SAR 221.150]) Fr. 300.00 bis Fr. 20'000.00. Wird ein Verfah-

ren nicht vollständig durchgeführt, namentlich wenn die Einsprache gegen 

einen Strafbefehl oder ein Rechtsmittel zurückgezogen wird, kann die Ge-

richtsgebühr auf Fr. 200.00 gesenkt werden (§ 19 VKD). 

 

3.4.1.2. 

Das Prinzip des Vertrauensschutzes kann dazu führen, dass das massge-

bende Gesetz nicht angewendet wird. Gemäss Art. 9 BV hat jede Person 

Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu 

und Glauben behandelt zu werden (vgl. auch Art. 5 Abs. 3 BV, Art. 3 Abs. 2 

lit. a StPO). Der Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person 

Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in eine Zusicherung, 

Auskunft oder sonstiges Verhalten einer Behörde. Voraussetzung ist, dass 

die sich auf den Vertrauensschutz berufende Person berechtigterweise auf 

diese Grundlage vertrauen durfte und gestützt darauf nachteilige Dispositi-

onen getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_516/2016 vom 4. August 2016 E. 2.3).  

 

 - 7 - 

 

 

3.4.2. 

Der Beschwerdeführer zog seine Einsprache vom 24. November 2021 an-

lässlich der vorinstanzlichen Verhandlung am 29. September 2022 unbe-

strittenermassen zurück (vgl. unterzeichnete Rückzugserklärung vom 

29. September 2022). Der Strafbefehl vom 15. November 2021 erwuchs 

folglich in Rechtskraft und der Beschwerdeführer wurde entsprechend dem 

angeklagten Sachverhalt verurteilt, womit er gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO 

die Verfahrenskosten, welche sich aus einer Gebühr und den Auslagen zu-

sammensetzen (vgl. E. 3.4.1.1. hiervor), zu tragen hat und folglich im 

Grundsatz nicht zu beanstanden ist, dass ihm die Vorinstanz die Gebühr 

(Fr. 200.00) und die Spesen (Fr. 75.00) auferlegte. Es gilt anzumerken, 

dass die Vorinstanz die Gebühr zu Gunsten des Beschuldigten reduzierte 

und in der Höhe des gesetzlichen Minimums von Fr. 200.00 festsetzte 

(vgl. E. 3.4.1.1. hiervor), wobei der Beschwerdeführer die Gebühr von 

Fr. 200.00 auch nicht explizit zu beanstanden scheint, sondern vielmehr 

moniert, dass ihm zusätzlich die Spesen von Fr. 75.00 auferlegt worden 

seien.  

 

Dass der Beschwerdeführer die Auslagen und somit Spesen für das vor-

instanzliche Verfahren grundsätzlich zu tragen hat, wurde bereits gesagt. 

Fraglich ist einzig, ob das anlässlich der Verhandlung vom 29. September 

2022 geäusserte Angebot der Gerichtspräsidentin betreffend die Reduktion 

der Gerichtsgebühr auf Fr. 200.00 als unvollständig bezeichnet werden 

muss, so dass es eine Vertrauensgrundlage geschaffen hätte. Gemäss 

Protokoll der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 29. September 

2022, auf welches vorliegend vollumfänglich abgestellt werden kann, bot 

die Gerichtspräsidentin dem Beschwerdeführer an, die Gerichtsgebühr im 

Falle seines Rückzugs der Einsprache auf Fr. 200.00 zu reduzieren. Weder 

wurde die Reduktion der Verfahrenskosten (folglich Gerichtsgebühr und 

Auslagen) noch ein Erlass der Auslagen bzw. Spesen thematisiert, was der 

Beschwerdeführer selber eingesteht, indem er in seiner Beschwerde an-

führt, dass von den Spesen nie die Rede gewesen sei. Die Gerichtspräsi-

dentin war anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung ferner nicht gehal-

ten, den Beschwerdeführer über sämtliche anfallenden Kosten im Einzel-

nen aufzuklären, zumal die Kostenfolgen durch die Strafbehörden im En-

dentscheid von Amtes wegen festzulegen sind (vgl. Art. 421 Abs. 1 StPO), 

womit entgegen dem Beschwerdeführer im vorliegenden Fall nicht ent-

scheidend ist, dass nie von Spesen die Rede gewesen sei. Anlässlich der 

Verhandlung bezog sich die Gerichtspräsidentin einmal auf die Kosten, 

welche aufgrund des Rückzugs der Einsprache [gesamthaft] tief[er] wären 

("Rückzug, dann sind die Kosten des Gerichts tief oder Urteil" [Protokoll, 

S. 8]), wobei sie im Zusammenhang mit der eigentlichen Reduktion auf 

Fr. 200.00 durchwegs (richtigerweise) von der (Gerichts-)Gebühr sprach. 

Bereits dadurch musste dem Beschwerdeführer klar sein, dass mit der Re-

duktion der Gerichtsgebühr nicht die gesamten Verfahrenskosten gemeint 

sein konnten. Der Beschwerdeführer konnte aufgrund der mehrfachen 

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Äusserungen der Gerichtspräsidentin, dass die Gerichtsgebühr im Falle ei-

nes Rückzugs der Einsprache auf Fr. 200.00 reduziert würde, nicht die In-

formation ableiten und gestützt darauf die berechtigte Erwartung haben, 

dass das Gericht nicht nur die Gerichtsgebühr, sondern sämtliche Verfah-

renskosten meint und deshalb von der Auflage der Spesen absehen oder 

diese reduzieren würde. Da es sich bei Spesen um Kosten handelt, welche 

im Zusammenhang mit dem Verfahren effektiv angefallen sind (Porti, Tele-

fon etc.), leuchtet ferner wenig ein, weshalb sie dem Beschwerdeführer er-

lassen werden sollten bzw. nach welchem Parameter diese zu reduzieren 

wären, wobei dem Gericht hier naturgemäss kein Ermessen zukommen 

kann, was auch dem Beschwerdeführer bewusst sein musste. Dass in ei-

nem behördlichen Verfahren nebst der Gebühr noch weitere Kosten anfal-

len können, musste dem Beschwerdeführer spätestens seit Erhalt des 

Strafbefehls vom 15. November 2021 bekannt sein, zumal auch darin die 

Gesamtkosten in Strafbefehlsgebühr und weitere Kosten (in casu Polizei-

kosten) aufgeteilt wurden. Unbesehen des Gesagten wäre es dem Be-

schwerdeführer auch möglich und zumutbar gewesen, den Umfang der an-

fallenden (gesamten) Kosten des Verfahrens durch eine Nachfrage in Er-

fahrung zu bringen, nachdem er anlässlich der Verhandlung mehrfach ver-

suchte, die Gerichtsgebühr zu drücken, womit die Kostenthematik für ihn 

offenbar im Vordergrund stand. Er konnte es deshalb nicht dabei bewenden 

lassen, das Angebot betreffend die Reduktion der Gerichtsgebühr auf 

Fr. 200.00 ohne jegliches Nachfragen in seinem Sinn zu interpretieren. 

Nach dem Gesagten waren die Äusserungen der Gerichtspräsidentin nicht 

geeignet, eine Vertrauensgrundlage zu bilden. Selbst wenn eine Vertrau-

ensgrundlage bejaht würde, hätte der Beschwerdeführer ihre Fehlerhaf-

tigkeit respektive Unvollständigkeit erkennen können. Nachdem die Höhe 

der Spesen durch den Beschwerdeführer mit Beschwerde nicht explizit be-

anstandet wird und sie im Hinblick auf den vorinstanzlichen Verfahrens-

gang plausibel erscheint, ist die Beschwerde im Ergebnis abzuweisen.   

 

4. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer gemäss 

Art. 428 Abs. 1 StPO die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. Es 

ist keine Entschädigung auszurichten. 

 

 
   

Die Vizepräsidentin entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 800.00 und den Auslagen von Fr. 62.00, zusammen 

Fr. 862.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 - 9 - 

 

 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 13. Dezember 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Massari Gasser