# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eaeb1f3b-0e65-54f6-a75b-6166fd185fd9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 12.11.2021 AVI 2020/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_AVI-2020-47_2021-11-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2020/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 12.04.2022

Entscheiddatum: 12.11.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2021
Eine erst im Nachhinein erwähnte Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 
vermag nicht rückwirkend zu einer Vermittlungsfähigkeit der 
krangeschriebenen versicherten Person zu führen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. November 2021, AVI 
2020/47).

Entscheid vom 12. November 2021

Besetzung

Einzelrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

AVI 2020/47

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Kantonale Arbeitslosenkasse, 

Geltenwilenstrasse 16/18, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Arbeitslosenentschädigung (Taggeldanspruch März 2020)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 30. Januar 2020 beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G3.1/50) und stellte 

Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab demselben Datum bei der Kantonalen 

Arbeitslosenkasse (Kasse; act. G3.1/40). Der zuständigen Beraterin beim RAV erklärte 

er anlässlich eines Beratungsgesprächs vom 3. Februar 2020, er hätte per 1. Februar 

2020 eine Arbeitsstelle gehabt, am 3. Januar 2020 habe er sich jedoch die linke Hand 

gebrochen (act. G3.1/48; vgl. auch Stellungnahme des Versicherten vom 8. Februar 

2020 in act. G3.1/29). Gleichzeitig reichte er der RAV-Beraterin ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis über 100 % für die Dauer vom 13. Januar bis 1. März 2020 

ein (act. G3.1/47). Sie erklärte ihm bei diesem Gespräch, dass bei einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit keine Arbeitsbemühungen geschuldet seien (act. G3.1/48 S. 2). 

Hinsichtlich der Berufsdaten des Versicherten erfasste die RAV-Beraterin "X.___" (act. 

G3.1/49 S. 2).

A.a. 

Am 19. Februar 2020 ging ein Arztzeugnis betreffend den Versicherten bei der 

Kasse ein, mit welchem er auch vom 1. bis 10. März 2020 zu 100 % arbeitsunfähig 

geschrieben wurde (act. G3.1/23).

A.b. 

Die Kasse eröffnete eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug ab 30. Januar 2020 

und rechnete betreffend den Versicherten am 20. Februar 2020 für den Monat Januar 

2020 zwei Wartetage ab. In der entsprechenden Taggeldabrechnung wies die Kasse 

den Versicherten darauf hin, dass eine rückwirkende Unfallmeldung nicht möglich sei. 

Sie könne ihm während maximal 30 Kalendertagen Taggelder ausrichten (act. G3.1/22). 

Am 3. März 2020 rechnete die Kasse für den Monat Februar 2020 drei Wartetage und 

siebzehn Krankentaggelder betreffend den Versicherten ab (act. G3.1/18).

A.c. 

Per 31. März 2020 wurde der Versicherte von der Arbeitsvermittlung abgemeldet, 

da er per 1. April 2020 eine Stelle gefunden habe (act. G3.1/19).

A.d. 

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B.  

Am 14. April 2020 ersuchte der Versicherte die Kasse um eine Abrechnung mit 

schriftlicher Verfügung für den Monat März 2020, da er nicht damit einverstanden war, 

dass für diesen Monat keine Taggelder ausbezahlt wurden. Dabei erklärte er unter 

anderem, er habe eine zusätzliche Ausbildung in Betriebswirtschaft und hätte ab März 

2020 gut arbeiten können (act. G3.1/16).

A.e. 

Mit Schreiben vom 20. April 2020 ersuchte die Kasse den Versicherten um 

Einreichung eines Arztzeugnisses über seine Arbeitsunfähigkeit in Prozent im Zeitraum 

vom 11. bis 31. März 2020 oder ein Arztzeugnis, aus welchem ersichtlich sei, seit wann 

(genaues Datum) und in welchem Umfang (Prozent) er in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit hätte arbeiten können (act. G3.1/14). Daraufhin liess der Versicherte der 

Kasse ein Arztzeugnis vom 10. März 2020 zukommen, laut welchem er auch vom 11. 

bis 31. März 2020 zu 100 % arbeitsunfähig war (act. G3.1/13).

A.f. 

Mit Verfügung vom 15. Mai 2020 verneinte die Kasse einen Anspruch des 

Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung für die Zeit vom 1. bis 31. März 2020 

(act. G3.1/12).

A.g. 

Dagegen erhob der Versicherte am 10./20. Juni 2020 Einsprache und ersuchte um 

Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung für März 2020. Er machte geltend, er habe 

zwar durch seine behandelnde Ärztin ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis für den Monat 

März 2020 erhalten. Dies bedeute jedoch nicht, dass er arbeitsunfähig gewesen sei, da 

er erstens eine zusätzliche Ausbildung in Betriebswirtschaft habe und somit ab März 

2020 gut hätte arbeiten können und zweitens vorher schon aktiv auf Arbeitssuche 

gewesen sei. Seiner Zweitausbildung in Betriebswirtschaft sei im Arztzeugnis nicht 

Rechnung getragen worden. Er habe eine Arbeit gesucht, welche stark bürolastig sei, 

und eine solche auch an der Universität B.___ gefunden. Wäre diese Arbeitsstelle auf 

den Monat März 2020 ausgeschrieben gewesen, hätte er schon in diesem Monat 

begonnen, obwohl er durch das Arztzeugnis noch krankgeschrieben gewesen sei. Im 

Monat März 2020 seien seine Vermittlungsfähigkeit und die Kontrollvorschriften erfüllt 

gewesen, sonst hätte er Ende Februar 2020 kaum eine neue Arbeitsstelle gefunden, 

obwohl er krankgeschrieben gewesen sei. Aufgrund der Kommunikation des RAV habe 

B.a. 

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C.  

er für diesen einen Monat jedoch keine andere Arbeitsstelle gesucht (act. G3.1/11 und 

9).

Am 11. August 2020 ersuchte der Rechtsdienst der Kasse den Versicherten unter 

Fristansetzung mit per A+ versandtem Schreiben um Auskünfte und nochmals um 

Einreichung eines Arztzeugnisses, welches seine Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte 

Tätigkeiten für März 2020 bestätige (act. G3.1/8). Diese Frist verstrich unbenutzt (vgl. 

act. G3.1/4 S. 2).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2020 wies die Kasse die Einsprache ab. 

Zur Begründung führte sie an, der Versicherte sei gemäss Arztzeugnis vom 4. Januar 

bis 1. April 2020 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Trotz zweimaliger Aufforderung 

von Seiten Kasse habe er kein Arztzeugnis beigebracht, welches die geltend gemachte 

Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten für März 2020 belege (act. G3.1/4).

B.c. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 31. August 2020 richtet sich die vorliegend 

zu beurteilende Beschwerde vom 29. September 2020 mit dem Antrag, die Ausfalltage 

vom 11. bis 31. März 2020 zu entschädigen. Zur Begründung wiederholt der 

Beschwerdeführer seine Argumente gemäss Einsprache (vgl. vorstehend Sachverhalt 

B.a) und macht unter Einreichung einer Bestätigung der Orthopädie C.___ vom 29. 

September 2020, gemäss welcher er vom 11. bis 31. März 2020 zu 100 % 

arbeitsunfähig für praktische Tätigkeiten und zu 0 % arbeitsunfähig für Bürotätigkeiten 

gewesen sei, geltend, ihm seien für den Zeitraum vom 11. bis 31. März 2020 15 

Taggelder à Fr. 140.-- zu bezahlen. Aus den jeweiligen Schreiben der Kasse sei nicht 

klar ersichtlich gewesen, dass seine Arbeitsfähigkeit mittels eines 

Arbeitsfähigkeitszeugnisses bewiesen werden müsse, dies sei erst mit dem 

Einspracheentscheid vom 31. August 2020 klar kommuniziert worden. Er habe jedoch 

mehrfach sein Arztzeugnis eingereicht und erklärt, dass dies für eine X.___-che 

Tätigkeit, nicht jedoch für eine Arbeit im Büro ausgestellt worden sei (act. G1 und 

G1.8).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2020 beantragt die 

Beschwerdegegnerin unter Verweis auf den Einspracheentscheid vom 31. August 2020 

die Abweisung der Beschwerde (act. G3).

C.b. 

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Erwägungen

1.  

Der Beschwerdeführer bekundet am 25. November 2020 seinen Unmut über die 

fehlenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort und 

verweist auf sein Beschwerdeschreiben (act. G5).

C.c. 

Vorliegend streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Taggelder der Arbeitslosenversicherung vom 11. bis 31. März 2020.

1.1. 

Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist die 

Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die 

arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, 

eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen 

(Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach auch die persönliche 

Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während 

der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). Die Frage 

der Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich prospektiv, d.h. vom Zeitpunkt der 

Antragstellung aus und unter Würdigung jener Verhältnisse, die bei Erlass des 

angefochtenen Verwaltungsakts, das heisst des Einspracheentscheides vom 31. 

August 2020, bestanden haben (vgl. BGE 120 V 385 f. E. 2 mit weiteren Hinweisen).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 1 AVIG haben versicherte Personen, die wegen Krankheit (Art. 3 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), Unfall (Art. 4 ATSG) oder Schwangerschaft vorübergehend nicht oder nur 

vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die Kontrollvorschriften 

nicht erfüllen können, sofern sie die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, 

Anspruch auf das volle Taggeld. Dieser dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn 

der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 

Taggelder beschränkt.

1.3. 

Die Koordinationsvorschrift von Art. 28 AVIG stellt eine Ausnahme vom 

Grundprinzip der Arbeitslosenversicherung dar, wonach Leistungen nur bei 

Vermittlungsfähigkeit der versicherten Person in Betracht kommen. Zur Vermeidung 

von Härtefällen, Schliessung von Lücken im Bereich der "Nahtstellen" zwischen ihr und 

anderen Zweigen der Sozialversicherung, insbesondere der Krankenversicherung, 

vorab aber im Interesse der Verbesserung der sozialen Sicherung Arbeitsloser im Falle 

1.4. 

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2.  

von Krankheit, Unfall und Schwangerschaft wurde durch diese Sonderregelung für 

beschränkte Zeit auf das Erfordernis der Vermittlungsfähigkeit und der Kontrollpflicht 

verzichtet und ein zeitlich limitiertes Taggeld eingeräumt (Thomas Nussbaumer, 

Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, 

Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Rz 434). Dem Ausnahmecharakter entsprechend erbringt 

die Arbeitslosenversicherung somit lediglich während einer beschränkten Zeit 

Taggeldleistungen für einen Grund, den eigentlich ein anderer 

Sozialversicherungszweig entschädigen müsste. So kommt Art. 28 Abs. 1 AVIG nur 

während der ersten 30 Kalendertage nach Beginn der ganzen oder teilweisen 

Arbeitsunfähigkeit zur Anwendung. Abgestellt wird auf den Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit, frühestens aber auf den Beginn der tatsächlichen Arbeitslosigkeit 

und nicht etwa auf den Beginn der kontrollierten Arbeitslosigkeit (Thomas Nussbaumer, 

a.a.O., Rz 441). Ist eine versicherte Person nach 30 Tagen weiterhin arbeitsunfähig, fällt 

der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ohne Weiteres dahin (SVR ALV 1999 Nr. 

9 S. 24 E. 3a).

Nach der im Sozialversicherungsrecht geltenden Schadenminderungspflicht (vgl. 

Art. 17 Abs. 1 AVIG) muss eine versicherte Person, die Versicherungsleistungen 

beanspruchen will, alles Zumutbare unternehmen, um den Eintritt der Arbeitslosigkeit 

zu vermeiden oder deren Dauer zu verkürzen.

1.5. 

Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt seiner Anspruchserhebung bei der 

Arbeitslosenversicherung am 30. Januar 2020 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben 

(act. G3.1/47). Nach seinem Gespräch mit seiner Beraterin beim RAV vom 3. Februar 

2020 notierte diese als Erwartungshaltung des Beschwerdeführers "Lohnausfall infolge 

Unfall". Unter dem Titel berufliche Biographie protokollierte die RAV-Beraterin nach 

dem Gespräch "Studium X.___.". Anlässlich dieses Gesprächs wies die zuständige 

RAV-Beraterin den Beschwerdeführer darauf hin, dass bei einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit keine Arbeitsbemühungen geschuldet seien. Dem Verlaufsprotokoll 

ist keinerlei Hinweis darauf zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer eine weitere 

Ausbildung erwähnt hätte (act. G3.1/48). Somit ist es nicht zu beanstanden, dass die 

Kasse den Beschwerdeführer aufgrund fehlender Arbeitsfähigkeit als nicht 

vermittlungsfähig einstufte und die Taggelder deshalb über Art. 28 Abs. 1 AVIG 

ausrichtete. Gestützt auf Art. 28 Abs. 1 AVIG dauert der Anspruch auf das Taggeld der 

Arbeitslosenversicherung längstens bis zum 30. Tag nach dessen Beginn (30. Januar 

2020) und somit bis zum 28. Februar 2020. Am 17. Februar 2020 hatte der Versicherte 

der Kasse ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 14. Februar 2020 über 100 % auch für 

2.1. 

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die Zeit vom 1. bis 10. März 2020 zukommen lassen (act. G3.1/23 und 25). Die Kasse 

unterrichtete den Versicherten mit der Taggeldabrechnung für den Monat Januar 2020 

am 20. Februar 2020 darüber, dass eine rückwirkende Unfallmeldung nicht möglich sei 

und sie ihm während maximal 30 Kalendertagen Taggelder ausrichten könne (act. 

G3.1/21). Am 14. April 2020 erkundigte der Beschwerdeführer sich telefonisch bei der 

Kasse nach Taggeld und Abrechnung für März 2020. Nachdem ihm anlässlich dieses 

Telefonats erklärt worden war, dass er lediglich während 30 Tagen Anspruch auf ein 

Taggeld habe, wandte er sich gleichentags schriftlich an die Kasse und erklärte 

erstmals, dass er zwar durch seine behandelnde Ärztin für März 2020 ein Arztzeugnis 

ausgehändigt erhalten habe, dies jedoch nicht bedeute, dass er arbeitsunfähig 

gewesen sei. Einerseits habe er eine zusätzliche Ausbildung in Betriebswirtschaft 

(Universität D.___) und hätte somit ab März 2020 gut arbeiten können und andererseits 

sei er schon vorher aktiv auf Stellensuche gewesen (act. G3.1/16). Am 20. April 2020 

ersuchte die Kasse den Beschwerdeführer, für die Zeit vom 11. bis 31. März 2020 ein 

Arztzeugnis über seine Arbeitsunfähigkeit oder ein Arztzeugnis, aus welchem 

ersichtlich sei, seit wann und in welchem Umfang er in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit hätte arbeiten können, einzureichen (act. G3.1/14). Daraufhin liess der 

Beschwerdeführer der Kasse ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 10. März 2020 über 

100 % auch für die Zeit vom 11. bis 31. März 2020 zukommen und erklärte erneut, 

dass dies nicht bedeute, dass er arbeitsunfähig gewesen sei, da er eine zusätzliche 

Ausbildung in Betriebswirtschaft habe und somit ab März 2020 gut hätte arbeiten 

können (act. G3.1/13).

 Unbestrittenermassen endete der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Arbeitslosentaggelder infolge teilweiser oder ganzer Arbeitsunfähigkeit mit dem Ablauf 

der 30-Tages-Frist per 28. Februar 2020. Dass er vom 1. bis 10. März 2020 angesichts 

seiner andauernden Arbeitsunfähigkeit und aufgrund des erschöpften Anspruchs nach 

Art. 28 AVIG keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hatte, anerkennt der 

Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren. Für die Zeit vom 11. bis 30. März 2020 

macht er demgegenüber unter Berufung auf ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 29. 

September 2020 geltend, er wäre für Bürotätigkeiten in diesem Zeitraum arbeitsfähig 

gewesen (act. G1 und G1.8). Um seinen Zweck zu erfüllen und dazu zu führen, dass 

der Beschwerdeführer bei der Arbeitslosenversicherung wieder als vermittlungsfähig 

gelten kann, hätte dieses Arztzeugnis jedoch echtzeitlich beigebracht werden müssen. 

Der Beschwerdeführer war von der Kasse bereits am 20. Februar 2020 darauf 

hingewiesen worden, dass lediglich während 30 Kalendertagen Anspruch auf 

Taggelder bestehen kann (act. G3.1/21 resp. 22). Zu diesem Zeitpunkt wäre dem 

Beschwerdeführer eine Reaktion in Form des Hinweises auf seine Zweitausbildung und 

2.2. 

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eine voraussichtlich bald auftretende Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten möglich 

gewesen. Wäre der Beschwerdeführer wirklich bereit gewesen, eine adaptierte 

Tätigkeit ausserhalb des X.___-berufs anzunehmen, hätte von ihm erwartet werden 

können, dass er dies im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht (vgl. E. 1.5) aktiv 

mitteilt. Die Angaben des Beschwerdeführers am Gespräch beim RAV - er suche 

Erwerbsersatz, fehlende Erwähnung seiner später ins Feld geführten 

betriebswirtschaftlichen Ausbildung - lassen jedenfalls nicht vermuten, dass der 

Beschwerdeführer vorhatte, seine Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten zu nutzen. 

Auch in seinen Stellungnahmen zur Verschuldensabklärung wegen Selbstkündigung 

des letzten Arbeitsverhältnisses war einzig von Verhandlungen mit verschiedenen X.___ 

im Hinblick auf eine berufliche Weiterbildung in X.___er Chirurgie die Rede (act. 

G3.1/29). Echtzeitlich durfte und musste die Kasse mangels Hinweis auf eine 

Zweitausbildung und mangels bekannter Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von 

einer fehlenden Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgehen. Das erst weit 

nach der fraglichen Kontrollperiode ausgestellte Arztzeugnis vom 29. September 2020, 

welches nicht durch die behandelnde Ärztin unterzeichnet ist, vermag hieran nichts zu 

ändern (vgl. zum Beweiswert von nachträglich ausgestellten Arztzeugnissen ARV 2005 

Nr. 3, S. 54 ff.). Dass der Beschwerdeführer das Schreiben der Beschwerdegegnerin 

vom 11. August 2020 nicht verstanden hätte, erscheint angesichts seiner Ausbildung 

nicht nachvollziehbar. Auch ein medizinisches Gutachten, wie dies vom 

Beschwerdeführer als Beweis offeriert wird (act. G1 S.2), vermöchte am Umstand 

nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer sich dem RAV und der Kasse gegenüber 

echtzeitlich, d.h. im Februar und März 2020, als voll arbeitsunfähig auswies. Und auch 

der Umstand, dass der Beschwerdeführer Stellen mit hohem Administrativanteil suchte 

und offenbar eine solche per 1. April 2020 gefunden hat (vgl. act. G3.1/11 sowie act. 

G1.9), ist unbehelflich, zumal er wie gesagt echtzeitlich Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 

einreichte und seine ihm zufolge am 1. März 2020 (vgl. act. G3.1/16, G3.1/13, G3.1/11) 

und laut nachträglichem Arztzeugnis am 11. März 2020 (vgl. act. G1.8) wiedererlangte 

Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten weder der Kasse noch dem RAV mitteilte. 

Hierfür stellt auch der vom Beschwerdeführer ins Feld geführte Umstand, dass die 

RAV-Beraterin ihn für März 2020 aufgrund seines Stellenantritts am 1. April 2020 von 

den Kontrollvorschriften befreit habe (vgl. act. G3.1/16), keine Rechtfertigung dar. Denn 

laut der vom Beschwerdeführer angeführten AVIG-Praxis ALE, Rz. B320, muss auch im 

Falle des Verzichts auf den Nachweis von Arbeitsbemühungen die Bereitschaft zur 

Annahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit gegeben sein. Der Beschwerdeführer 

versetzte jedoch durch seine fehlende Mitteilung einer Arbeitsfähigkeit in adaptierten 

Tätigkeiten die RAV-Beraterin gar nicht in die Lage, ihm eine Stelle zuzuweisen. 

Zusammenfassend ist unter Berücksichtigung der echtzeitlichen Krankschreibung des 

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3.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Verfahren gemäss Art. 18 OrgR

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Beschwerdeführers, der Angaben des Beschwerdeführers am Gespräch beim RAV 

vom 3. Februar 2020 (er suche Erwerbsersatz, fehlende Erwähnung einer weiteren 

Ausbildung) und des erst weit im Nachhinein und nach Erlass des 

Einspracheentscheides ausgestellten Arztzeugnisses von einer fehlenden 

Vermittlungsfähigkeit und einem beendeten Anspruch auf Krankentaggeld gemäss Art. 

28 AVIG für die Kontrollperiode März 2020 auszugehen, womit ein Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung entfällt.

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