# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5aa1a11-b953-516f-846f-0cbef91fe1af
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-15
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung 15.12.2022 OG O4V-22-8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_OG-O4V-22-8_2022-12-15.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin 1 A1. 
 

Beschwerdeführerin 2 A2. 
 

Beschwerdeführer 3 A3. 
 
alle vertreten durch: RA AA. 
 

 

Vorinstanz Departement Bildung und Kultur, Regierungsgebäude, 

9102 Herisau 

 

 

Verfügende Behörde   Amt für Mittel- und Hochschulen und Berufsbildung,  

Regierungsgebäude, 9102 Herisau 

 

 

Gegenstand Übernahme Schulgeld  

Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Departements  

Bildung und Kultur vom 2. Februar 2022 

 
  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
4. Abteilung 

 

Urteil vom 15. Dezember 2022 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M. Gasser Aebischer  

Oberrichter E. Graf, P. Louis 

Obergerichtsschreiber D. Hofmann 
 

 

Verfahren Nr. O4V 22 8 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

 

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Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführer: 

 1. Es sei der Entscheid des Departements Bildung und Kultur vom 2. Februar 2022 betref-

fend Gesuch um Übernahme Schulgeld am Gymnasium B. für A1. vollumfänglich 

aufzuheben und es sei der Kanton Appenzell Ausserrhoden zu verpflichten, 

den Beschwerdeführern Schulgeld für das 2. Semester 2020/2021 im Betrag von 

Fr. 10'833.-- und ab dem 1. Semester 2021/2022 bis zum Abschluss der Ausbildung am 

Gymnasium B., Lernort C., als Vorbereitung zur Erlangung der schweizerischen 

Maturität durch die Beschwerdeführerin 1, längstens aber bis zum 31. Januar 2023, im 

Betrag von Fr. 13'000.-- pro Semester zu bezahlen;  

 2. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zulasten des Kantons Appen-

zell Ausserrhoden.  

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen.  

 

c)  der verfügenden Behörde: 

 (Sinngemäss) Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. A1. (geboren am XX.XX 2003) besuchte ab August 2018 die Kantonsschule D. Am 1. März 

2021 wechselte sie ins Gymnasium B. in C. Mit Eingabe vom 9. August 2021 (act. 9.7.1) 

reichten ihre Eltern A2. und A3. beim Amt für Mittel- und Hochschulen und Berufsbildung ein 

Gesuch um Ausbildungsbeiträge zum Schulgeld ihrer Tochter A1. für den Besuch des 

Gymnasiums B. in C. ein.  

 

B. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2021 (act. 9.7.6) lehnte das Amt für Mittel- und Hochschulen 

und Berufsbildung das Gesuch um Übernahme des Schulgelds am Gymnasium B. für A1. 

ab.  

 
C. Dagegen erhoben A2. und A3. mit Eingabe vom 13. November 2021 (act. 9.1) beim 

Departement Bildung und Kultur Rekurs u.a. mit den Anträgen, die Verfügung aufzuheben 

 

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und Schulgelder von Fr. 13'000.-- pro Semester zu übernehmen. Mit Schreiben vom 

11. Dezember 2021 (act. 9.9) reichte A1. eine Vollmacht zugunsten von A2. und A3. für die 

Rekurserhebung nach, da sie zwischenzeitlich volljährig geworden war.  

 
D. Mit Entscheid vom 2. Februar 2022 (act. 2.2) wies das Departement Bildung und Kultur den 

Rekurs ab.  

 
E. Dagegen liessen A1., A2. und A3. (im Folgenden: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 

7. März 2022 (act. 1) Beschwerde beim Obergericht erheben, wobei sie eingangs erwähnte 

Rechtsbegehren stellten.  

 
F. Mit Schreiben vom 22. April 2022 (act. 6) und 27. April 2022 (act. 8) liessen sich das Amt für 

Mittel- und Hochschulen und Berufsbildung (im Folgenden: Verfügende Behörde) sowie das 

Departement Bildung und Kultur (im Folgenden: Vorinstanz) mit eingangs erwähnten Rechts-

begehren zur Beschwerde vernehmen.  

 

G. Mit Schreiben vom 3. Juni 2022 (act. 12) reichten die Beschwerdeführer eine Replik ein, 

worin sie an ihren Rechtsbegehren festhielten. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 

22. Juni 2022 (act. 16) auf eine Duplik.  

 
H. Mit Schreiben vom 21. September 2022 (act. 17) teilte die Verfahrensleitung den Beteiligten 

mit, dass es aus ihrer Sicht als zweifelshaft erscheine, ob das Amt für Mittel- und Hoch-

schulen und Berufsbildung befugt sei, Verfügungen im Bereich der Übernahme des Schul-

gelds für ausserkantonale Schulen zu erlassen. Dazu liessen sich die Vorinstanz mit 

Schreiben vom 11. Oktober 2022 (act. 21) und die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

13. Oktober 2022 (act. 22) vernehmen. 

 
I. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Gemäss Art. 59 i. V. m. Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, 

bGS 143.1) prüft die Behörde ihre Zuständigkeit von Amtes wegen, bevor sie auf die 

Behandlung einer Sache eintritt. Hält sie sich für unzuständig, leitet sie die Eingabe an die 

zuständige Behörde weiter (Abs. 2). Nach Art. 35 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Mittel- 

und Hochschulen (MHG, bGS 413.1) können Lernende im Rahmen der Vereinbarungen mit 

 

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anderen Kantonen an eine ausserkantonale Mittelschule zugewiesen werden, wenn a) der 

Schulweg an die kantonale Mittelschule nicht zumutbar ist oder b) die kantonale Mittelschule 

anerkannte Ausbildungsangebote nicht anbietet, sofern die Aufnahmevoraussetzungen 

erfüllt sind. Nach Art. 3 der Verordnung über die Mittel- und Hochschulen (MHV, bGS 413.11) 

vollzieht das zuständige Amt die Gesetzgebung über die Mittel- und Hochschulen, soweit 

keine andere Zuständigkeit festgelegt ist. Es stellt insbesondere das Reporting und Control-

ling sicher, legt die Rahmenbedingungen für die Sicherung und Entwicklung der Schulqualität 

der kantonalen Mittelschule fest und erhebt den Bedarf an Leistungen und Angeboten. Das 

zuständige Departement legt nach Art. 38 Abs. 1 MHV im Rahmen des Regionalen Schul-

abkommens die Zahlungsbereitschaft für anerkannte ausserkantonale Ausbildungsangebote 

fest. Soweit eine Zahlungsbereitschaft deklariert wurde, gilt dies als Zuweisung im Sinne von 

Art. 35 Abs. 1 lit. b MHG (Art. 38 Abs. 2 MHV).  

 

1.1 Die Verfahrensleitung hat die Zuständigkeit der verfügenden Behörde im vorliegenden Fall 

mit Schreiben vom 21. September 2022 in Frage gestellt und den Verfahrensbeteiligten dies-

bezüglich das rechtliche Gehör gewährt. Sowohl die Vorinstanz als auch die anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführer gehen von der Zuständigkeit der verfügenden Behörde aus.  

 

 Die Vorinstanz führt dazu aus, dass sich die Zuständigkeit des Departements nach Art. 38 

MHV zur Festlegung der Zahlungsbereitschaft für anerkannte ausserkantonale Ausbildungs-

angebote auf Art. 3 Abs. 2 der Vereinbarung über die Leistung von Schulbeiträgen für Aus-

zubildende an Schulen der Sekundarstufe II (Regionales Schulabkommen; RSK, bGS 411.7) 

beziehe. Dabei gehe es nicht um den Vorbehalt einer bestimmten Verfügungskompetenz, 

sondern um eine Willenserklärung gegenüber den Vereinbarungskantonen. Die Bestimmung 

von Art. 38 Abs. 2 MHV sei missverständlich formuliert. Gemeint sei, dass die Voraussetzun-

gen für eine Zuweisung nach Art. 35 Abs. 1 lit. b MHG erfüllt seien. Es handle sich um eine 

generell abstrakte Aussage und nicht um eine individuell-konkrete Zuweisung bestimmter 

Lernender. Im vorliegenden Fall habe das Gesuch um Übernahme des Schulgelds eine 

Schule ausserhalb des Anwendungsbereichs von Art. 37 Abs. 1 MHG und Art. 38 MHV 

betroffen. Deshalb falle die Behandlung des Gesuchs in die allgemeine Zuständigkeit des 

Amtes für Mittel- und Hochschulen und Berufsbildung nach Art. 3 MHV. Dieses habe eine 

generelle Zuständigkeit zum Vollzug von Schulgeldvereinbarungen, auch ausserhalb des 

Regionalen Schulabkommens. Selbst wenn die Zuständigkeit zu verneinen wäre, wäre der 

Entscheid der Vorinstanz in diesem Fall als erstinstanzliche Verfügung zu betrachten, die 

dem Rekurs an den Regierungsrat unterliege. 

 

 Die Beschwerdeführer machen geltend, aus der Systematik des Gesetzes folge, dass das 

Departement Bildung und Kultur für die Festlegung der Zahlungsbereitschaft im Rahmen des 

 

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Regionalen Schulabkommens und damit für die Festlegung, für welche Bildungsangebote 

das Schulgeld vom Kanton generell übernommen werde, zuständig sei. Demgegenüber liege 

die Zuständigkeit für die Zuweisung einer Schülerin oder eines Schülers an eine ausser-

kantonale Mittelschule, für welche das Departement nicht im Rahmen des Regionalen Schul-

abkommens die Zahlungsbereitschaft erklärt habe, beim Amt für Mittel- und Hochschulen.  

 

1.2 Das Obergericht vertritt die Auffassung, dass aus Art. 38 Abs. 2 MHV keine generell-

abstrakte Aussage abgeleitet werden kann und der Wortlaut eher auf eine individuell-

konkrete Zuweisung der Schüler durch das Departement hindeutet. Dafür spricht auch der 

Umstand, dass die generelle Zahlungsbereitschaft für Schulen, auf welche das Regional-

abkommen anwendbar ist, bereits mit der Aufnahme in die Liste der dem Regionalen Schul-

abkommen unterstellten Ausbildungsgänge deklariert wird (vgl. dazu auch S. 8 des Berichts 

und Antrags des Regierungsrats vom 26. März 2013, https://www.ar.ch/api/cdws/ 

Files/86419def9a6444ceb35c450c4f8a71fb-332/15/PDF, abgerufen am 14. Dezember 

2022), womit ein generell-abstrakter Charakter von Art. 38 MHV keinen Sinn ergäbe. Dazu 

kommt, dass bei den Bestimmungen zu den übrigen Anspruchsgrundlagen für die Zuweisung 

an ausserkantonale Mittelschulen (Art. 39 MHV: Unzumutbarer Schulweg, Art. 40 MHV: 

Optimierung der Klassenbestände, Art. 41 MHV: Umzug) anders als in Art. 38 MHV explizit 

das Amt als zuständig bezeichnet wird. Art. 38 MHV kann somit nur als Konkretisierung von 

Art. 15 Abs. 2 RSK verstanden werden (vgl. dazu Ziff. 10 der RSA-Ost Richtlinien, 

https://www.edk-ost.ch/sites/default/files/Richtinien%20Vollzug% 20RSA-Ost_2022_def.pdf, 

abgerufen am 14. Dezember 2022, wo das Verfahren betreffend Beitragsleistungen für die 

der Vereinbarung unterstellten Schulen umschrieben wird). Nach Auffassung des Ober-

gerichts ist daher nach Art. 38 MHV für individuell-konkrete Zuweisungen im 

Anwendungsbereich des RSK das Departement Bildung und Kultur zuständig.  

 

 Wie die Vorinstanz und die Beschwerdeführer jedoch zutreffend ausführen, betrifft der vor-

liegende Fall ein Gesuch um Übernahme des Schulgelds eine Schule ausserhalb des An-

wendungsbereichs von Art. 37 Abs. 1 MHG und Art. 38 MHV, weil das Gymnasium B. nicht 

in der Liste der beitragsberechtigten Schulen des Regionalabkommens aufgeführt ist (vgl. 

dazu unten Erwägung 3.3). Da das Departement Bildung und Kultur nach Art. 38 MHV explizit 

nur für die Deklaration der Zahlungsbereitschaft im Rahmen des Regionalen Schul-

abkommens als zuständig bezeichnet wird, kann der Vorinstanz und den Beschwerdeführern 

im Ergebnis darin gefolgt werden, dass die Kompetenz des Amts für Mittel- und Hochschulen 

und Berufsbildung nach Art. 3 MHV für die Behandlung des Gesuchs der Beschwerdeführer 

und den Erlass der verfahrenseinleitenden Verfügung zu bejahen ist.  

 

 

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1.3 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt im 

Weiteren, dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRPG, bGS 143.1) generell zur Behandlung von Beschwerden gegen verwal-

tungsinterne letztinstanzliche Verfügungen zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und 

formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen 

Rekursentscheids formell beschwert. Da die Vorinstanz ihren Rekurs gegen die Ablehnung 

der Bewilligung des Gesuchs um Übernahme des Schulgelds für das Gymnasium B. 

abgewiesen hat, sind sie in schutzwürdigen eigenen tatsächlichen und rechtlichen Interessen 

besonders berührt und daher zur Beschwerde legitimiert (Art. 59 i. V. m. Art. 32 Abs. 1 

VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

 

2. Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur Rechts-

verletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -unter-

schreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle Überprüfungsbefugnis, 

soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn sein Entscheid an eine Bundesinstanz mit 

unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden kann. Ein Weiterzug an eine 

Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die Ermessenskontrolle umfasst, ist vor-

liegend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch nicht anderweitig gesetzlich vorge-

sehen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts vorliegend auf die Rechts- und Sachverhalts-

kontrolle beschränkt. Hingegen kann der angefochtene Entscheid nicht auf Angemessenheit 

überprüft werden. 

 

3. Die bundesrechtlichen Mindestanforderungen über das Schulwesen sind insbesondere in 

Art. 19 und 62 BV geregelt. Nach Art. 62 Abs. 1 BV sind für das Schulwesen die Kantone 

zuständig. Dabei verfügen sie über einen erheblichen Gestaltungsspielraum. Der Mittelschul-

unterricht gehört nicht zum obligatorischen Grundschulunterricht und ist im Gegensatz zu 

diesem nicht unentgeltlich (vgl. Art. 19 BV e contrario). Nach Art. 36 MHG i.V.m. Art. 37 Abs. 

1 der Verfassung des Kanton Appenzell Ausserrhoden (KV, bGS 111.1) steht es jeder Person 

frei, entweder die öffentlichen Schulen oder auf eigene Kosten anerkannte Privatschulen zu 

besuchen. Gemäss Art. 37 Abs. 1 MHV ist der Pflichtunterricht an der kantonalen Mittelschule 

oder an einer zugewiesenen ausserkantonalen Mittelschule für Lernende mit stipendien-

rechtlichem Wohnsitz im Kanton Appenzell Ausserrhoden unentgeltlich. Nach Art. 35 Abs. 1 

lit. b MHG können Lernende im Rahmen der Vereinbarungen mit anderen Kantonen an eine 

ausserkantonale Mittelschule zugewiesen werden, wenn a) der Schulweg an die kantonale 

Mittelschule nicht zumutbar ist oder b) die kantonale Mittelschule anerkannte Ausbildungs-

angebote nicht anbietet, sofern die Aufnahmevoraussetzungen erfüllt sind. Dies bedeutet, 

dass die Behörden über einen erheblichen Ermessenspielraum verfügen bzw. dass auch 

 

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dann kein Anspruch auf Übernahme von Schulgeldern besteht, wenn die in Art. 35 Abs. 1 

lit. b MHG statuierten Voraussetzungen erfüllt sind. Wie oben aufgezeigt, kann das 

Obergericht vorliegend die Rüge der Unangemessenheit nicht prüfen, sodass es nur 

einschreiten kann, wenn die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen über- oder 

unterschritten oder missbraucht hat. 

 

3.1 Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass der Schulwechsel der 

Beschwerdeführerin 1 freiwillig und auf Initiative der Beschwerdeführer erfolgt sei. Das Gym-

nasium B. in C. sei nicht im Verzeichnis der Schulen, deren Maturitätszeugnisse gemäss der 

Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen anerkannt seien, 

aufgeführt. Das Gymnasium B. werde nicht mit einem eidgenössischen anerkannten 

Maturitätszeugnis des Gymnasiums B. abgeschlossen. Die Lernenden würden am 

Gymnasium während einer individuellen Bildungsdauer auf das Absolvieren der 

Schweizerischen Maturitätsprüfung vorbereitet. Das Gymnasium B. biete kein anerkanntes 

Bildungsangebot an.  

 

3.2 Die Beschwerdeführer wenden dagegen ein, dass der Wechsel der Beschwerdeführerin 1 

von der Kantonsschule D. ans Gymnasium B. nicht freiwillig erfolgt sei. Dieser sei aus 

medizinischer Sicht zwingend notwendig gewesen. Aufgrund einer von den Kinder- und 

Jugendpsychiatrischen Diensten St. Gallen (KJPD) bei der Beschwerdeführerin 1 

diagnostizierten sozialen Phobie tue sich diese schwer, Kontakte zu gleichaltrigen Kol-

leginnen und Kollegen aufzubauen und Freundschaften zu schliessen. Dies führe dazu, dass 

sie in der Kantonsschule D. in keinster Weise in den Klassenverbund integriert gewesen sei. 

Von den Lehrpersonen habe sie jeweils autoritativ einer Gruppe zugeteilt werden müssen. 

Das Gefühl des "Nichtberücksichtigtwerdens" resp. des "Nichtgewolltwerdens" habe sich 

negativ auf die Psyche der Beschwerdeführerin 1 ausgewirkt und wiederum die bereits 

vorhandenen sozialen Phobien verstärkt. Der Abgang von der Kantonsschule D. und der 

Wechsel ans Gymnasium B. sei folglich für den Erhalt resp. die Wiederherstellung der 

psychischen Gesundheit der Beschwerdeführerin 1 zwingend notwendig. Dies gehe auch 

eindeutig aus der Bestätigung der KJPD hervor. Das Gymnasium B. zeichne sich durch 

kompetenzorientiertes Lernen aus, wobei die Schüler das Wissen resp. die Kompetenzen 

jeweils in ihrem eigenen Tempo erlernen sollten. Dabei würden sie von Lerncoaches 

begleitet, welche die Schüler und ihre Lernfortschritte individuell betreuten und ihnen 

regelmässig Feedback gäben. Sie sei für ihren Lernfortschritt und die Gesundheit auf eine 

engmaschige, individuelle Betreuung durch Lehrpersonen angewiesen. Die Kantonsschule 

sei aufgrund ihrer Grösse nicht im Stande, ein solch individuelles Lernsetting anzubieten. Die 

Beschwerdeführer hätten nicht zugestanden, dass der Schulwechsel der Beschwerde-

führerin 1 nicht wegen des Schulangebots der Kantonsschule D. erfolgt sei. Das fehlende 

 

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Angebot liege vielmehr in der ungenügenden individuellen Betreuung. Die schweizerische 

Maturitätsprüfung sei von Bundesrechts wegen den Maturitätsprüfungen der kantonalen und 

kantonal anerkannten Gymnasien gleichgestellt. Da der von der Beschwerdeführerin 1 am 

Gymnasium B. besuchte Lehrgang die Erlangung der schweizerischen Maturität zum Ziel 

habe, handle es sich um ein anerkanntes Bildungsangebot im Sinne von Art. 35 Abs. 1 lit. b 

MHG. Die Erklärung der Zahlungsbereitschaft im Rahmen des RSA EDK-Ost für ein 

bestimmtes Ausbildungsangebot sei nicht Voraussetzung für eine Zuweisung im Sinne von 

Art. 35 Abs. 1 lit. b MHG.  

 

3.3 Die in E. wohnhaften Beschwerdeführer machen keinen unzumutbaren Schulweg im Sinne 

von Art. 35 Abs. 1 lit. a MHG an die Kantonsschule D. geltend, sondern beanspruchen eine 

Zuweisung zum Gymnasium B. gestützt auf Art. 35 Abs. 1 lit. b MHG. Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführer lässt sich aus Art. 35 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 38 Abs. 1 MHV nur ein 

Anspruch für die Übernahme der Kosten für Schulen und Ausbildungsgänge im Rahmen des 

RSK ableiten, d.h. für Schulen, die im Anhang 1 zum RSK aufgelistet sind (Art. 3 Abs. 1 

RSK). Die Auszubildenden haben jedoch keinen Anspruch auf Übernahme der 

Kantonsbeiträge für den Besuch von Schulen und Ausbildungsgängen, welche nicht mit 

Zustimmung des zahlungspflichtigen Kantons auf der Liste der beitragsberechtigten Schulen 

aufgeführt sind. Die aktuelle Liste ist abrufbar auf https://www.edk-ost.ch/sites/default/ 

files/rsa_edk-ost_anhang_1_SJ22-23_def.pdf (zuletzt abgerufen am 14. Dezember 2022). 

Daraus ist ersichtlich, dass das Gymnasium B. darin nicht aufgeführt ist. Die Vorinstanz hat 

im angefochtenen Entscheid bzw. in ihrer Stellungnahme zudem zu Recht ausgeführt, dass 

das Gymnasium B. in C. auch nicht im Verzeichnis der Schulen, deren Maturitätszeugnisse 

gemäss der Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (MAV, 

SR 413.11) anerkannt sind, enthalten ist. Es ist auch nicht ersichtlich, dass anderweitige 

Vereinbarungen über den Besuch dieses Gymnasiums zwischen den Kantonen Appenzell 

Ausserrhoden und F. bestehen. 

 Es mag zutreffen, dass der standardmässige Unterricht an der Kantonsschule D. nicht den 

Bedürfnissen der Beschwerdeführerin 1 entspricht und die Betreuung am Gymnasium B. 

individueller erfolgt. Selbst wenn die individuelle Betreuung im Gymnasium B. für die 

Beschwerdeführerin 1 aus medizinischer Sicht notwendig ist (was sich jedoch aus den Akten 

nicht erschliesst), handelt es sich dabei nicht um ein anerkanntes Ausbildungsangebot im 

Sinne von Art. 35 Abs. 1 lit. b MHG. Vorliegend fehlt es demnach an der Kantonsschule D. 

nicht an einem anerkannten Ausbildungsangebot (was die Beschwerdeführer noch in der 

Stellungnahme vom 12. Dezember 2021; act. 2.16; selbst eingeräumt haben), sondern an 

dem für die Beschwerdeführerin 1 gewünschten spezifischen individuellen Setting. Die 

 

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Beschwerdeführerin 1 hat jedoch keinen rechtlichen Anspruch auf eine für sie optimale 

Ausbildung. Sie besitzt lediglich einen Anspruch auf eine Schulung im Rahmen der 

staatlichen Möglichkeiten, welche ihren persönlichen Bedürfnissen angepasst ist. Der Staat 

ist jedoch nicht verpflichtet, auszubildenden Personen die bestmöglichen oder optimalsten 

schulischen Rahmenbedingungen anzubieten oder die Kosten dafür zu übernehmen (BGE 

138 I 162 E. 3.2). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass die Kantonsschule D. bereit 

war, Möglichkeiten zu prüfen, um auf die sozialen Strukturen Einfluss zu nehmen und die 

Beschwerdeführerin 1 dabei zu unterstützen, in der Klasse Fuss zu fassen (vgl. dazu die E- 

Mail der Prorektorin vom 8. Januar 2021; act. 9.7.3/5). Dennoch haben sich die 

Beschwerdeführer für einen Schulwechsel entschieden. Der Schulwechsel erfolgte damit aus 

persönlichen Gründen, welche es nicht rechtfertigen, dass der Kanton Appenzell 

Ausserrhoden die entsprechenden Schulkosten übernehmen muss. Auch wenn der 

Unterricht am Gymnasium B. den Bedürfnissen der Beschwerdeführerin 1 

unbestrittenermassen besser entgegenkommt als jener an der Kantonsschule D. und der 

Schulwechsel gar medizinisch indiziert wäre, kann sie daraus keinen Rechtsanspruch auf 

Übernahme der Schulkosten durch den Kanton ableiten.  

3.4. Im Ergebnis hat damit die verfügende Behörde dem Gesuch der Beschwerdeführer um Über-

nahme der ausserkantonalen Schulkosten zu Recht nicht stattgegeben. Damit erweist sich 

der angefochtene Entscheid als gerechtfertigt; namentlich hat die Vorinstanz mit ihrem Ent-

scheid das ihr zustehende Ermessen weder missbraucht noch über- oder unterschritten. 

4. Im Rechtsmittelverfahren ist grundsätzlich gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teil-

weise unterliegt oder auf dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 19 Abs. 3 VRPG). Bei Gesuchen um die Gewährung von Staatsbeiträgen, Stipendien, 

Darlehen usw., worunter auch ein Gesuch um die Übernahme von Schulgeld zu subsumieren 

ist, werden jedoch in der Regel keine Kosten erhoben (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 2 

lit. a VRPG). Die Gerichtskasse ist demzufolge anzuweisen, den irrtümlich erhobenen 

Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zurückzuerstatten. Demzufolge ist auch Ziff. 2 des 

angefochtenen Entscheids aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den im 

Rekursverfahren erhobenen Kostenvorschuss ebenfalls zurückzuerstatten.  

Auf die Zusprechung einer Parteientschädigung besteht kein Anspruch (Art. 53 Abs. 3 VRPG 

e contrario). 

  

 

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Das Obergericht erkennt: 

 
 
1. Die Beschwerde von A1., A2. und A3. wird abgewiesen. 
 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. Die Gerichtskasse wird angewiesen, den Beschwerde-

führern den Kostenvorschuss von Fr. 2‘000.-- zurückzuerstatten. 
 
 
3. Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids wird aufgehoben. Die Vorinstanz wird angewiesen, den 

Beschwerdeführern den Kostenvorschuss von Fr. 400.-- zurückzuerstatten 
 
 
4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
 
5. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet 
sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schrift-
lich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die 
Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
6. Zustellung an die Beschwerdeführer über deren Anwalt, die Vorinstanz, die verfügende 

Behörde sowie nach Rechtskraft im Dispositiv an die Gerichtskasse. 
 
 
 
Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident:  

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
versandt am: 19. Dezember 2022