# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5631ae05-cc35-50cc-9fb6-d5ef36497b65
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 17.01.2018 ZK1 2017 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2017-90_2018-01-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 17. Januar 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 17 90 14. Februar 2018

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Pedrotti
Aktuar Guetg

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____ und des X.1_____, Beschwerdeführer, beide vertreten durch Rechts-
anwalt lic. iur. HSG Stephan Mullis, Hauptstrasse 17, 9422 Staad SG, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos vom 
15. Juni 2017, mitgeteilt am 27. Juni 2017, in Sachen Y._____, Beschwerdegeg-
ner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Kocher, Landstrasse 180, 
7250 Klosters, gegen die Beschwerdeführer,

betreffend Anordnung Kindesschutzmassnahmen,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 3. März 2014 meldete sich X._____ telefonisch bei der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos (nachfolgend KESB Prättigau/Davos). 
Sie teilte mit, dass sie von ihrem Lebenspartner, X.1_____, ein Kind erwarte. Die-
ser sei wegen Pädophilie vorbestraft und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. 
Die Probezeit laufe noch bis Mitte 2015. Die Bewährungshilfe von X.1_____ habe 
dazu geraten, die KESB darüber zu informieren. Ihrer Meinung nach bestünde 
indessen kein Problem (KESB act. 2). In der Folge eröffnete die KESB Prätti-
gau/Davos am 7. März 2014 ein Verfahren zwecks Abklärung einer möglichen Ge-
fährdungslage des ungeborenen Kindes (KESB act. 5). 

B. Gemäss Strafurteil des Kreisgerichts Rorschach vom 28. Juni 2010 wurde 
X.1_____ der mehrfachen Schändung, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit 
Kindern, der Pornographie sowie der Gewaltdarstellungen schuldig gesprochen. 
Hierfür wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren sowie einer Bus-
se von CHF 2'500.00 verurteilt. Es wurde überdies eine ambulante 
Massnahme angeordnet und der Vollzug der Strafe zu Gunsten der ambulanten 
Massnahme aufgeschoben (KESB act. 8). Gemäss Urteil hatte X.1_____ gestan-
den, seine Nichte (Jahrgang 2004) zwischen Frühling 2008 und Juni 2009 mehr-
fach (d.h. insgesamt fünf Übergriffe) mit den Fingern zwischen die Schamlippen 
gegriffen und sie massiert zu haben und sie mehrfach an der Vagina geküsst und 
mit der Zunge massiert zu haben. Ausserdem habe er über tausend Bilder kinder-
pornografischen Inhalts und Videos mit Gewaltdarstellungen über das Internet auf 
seinen PC geladen sowie zehn CDs und vier Filme mit entsprechenden Inhalten 
besessen. 

C. Bei den Akten befindet sich ein Gutachten von Dr. med. B._____, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter forensischer Psychiater SGFP, 
vom 28. Januar 2014 zu Handen des Amts für Justizvollzug St. Gallen zwecks 
Bericht über den bisherigen Behandlungsverlauf sowie Äusserung zur Rückfallge-
fahr und weiteren Empfehlungen (KESB act. 9). Darin wird auf den Verlaufsbericht 
des Therapeuten von X.1_____, Dr. A._____, verwiesen. Dieser sei zunächst von 
einer gelungenen Therapie ausgegangen, bis sich herausgestellt habe, dass 
X.1_____ rückfällig geworden sei und heimlich Filmaufnahmen seiner Schwägerin 
im WC seines Betriebes gemacht habe. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung sei es 
indessen nicht gekommen. Es sei daher eine weitere Behandlungsbedürftigkeit 
festgestellt worden. X.1_____ habe eine neue Partnerin (X._____) kennen gelernt. 
Beide planten den neunjährigen Sohn von X._____ ab Sommer 2013 zu sich zu 

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nehmen. Ein männliches Kleinkind entspreche nicht der deliktischen Zielgruppe. 
Bei vorsichtiger Betrachtung sei aus therapeutischer Sicht von einem eher noch 
moderaten bis deutlichen Risiko auszugehen. Das Risiko für Hands-on-Delikte 
gegenüber Kindern erscheine allerdings als gering. 

Ebenso wird im Gutachten von Dr. med. B._____ auf Schreiben von pract. med. 
C._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eingegangen. Diese ha-
be den Entschluss gefasst, die ambulante Behandlung nicht fortzusetzen, da sich 
X.1_____ bezüglich wesentlicher Aspekte seiner Delikte unoffen gezeigt habe. 
Seine Partnerin, X._____, weise ein bagatellisierendes Verhalten auf. Es sei frag-
lich, ob sie die Tragweite der Delikte nachvollziehen könne. X.1_____ teile nicht 
alle Details mit und unterlaufe mit seiner Einstellung die Therapie. Eine Weiter-
führung der Therapie in einem anderen Rahmen sei aber zu empfehlen.

Dr. med. B._____ stellte bei X.1_____ die Diagnose der Pädophilie (ICD-10 
F65.4), nicht ausschliesslicher Typus. Bei X.1_____ handle es sich am ehesten 
um einen inzestuösen Konstellationstäter, der auch normale (erwachsenen) Sexu-
alität praktiziere. Er hätte einerseits aus einer sexuellen Frustration heraus gehan-
delt, andererseits aber auch aus Neugierde, seine ausgeprägten pädo-sexuellen 
Neigungen einmal ausleben zu können. Eine Rückfallgefahr sieht Dr. med. 
B._____ bezüglich pädosexueller Handlungen bei bestimmten Konstellationen als 
gegeben. Die sexuelle Deviation von X.1_____ beziehe sich auf Mädchen im vor-
pubertären Alter, aber auch auf junge Frauen. Hinweise auf homosexuelle Fanta-
sien lägen nicht vor. Insoweit sei aus gutachterlicher Sicht die Gefahr, dass es zu 
einem Übergriff auf den Sohn von X._____ oder seiner (männlichen) Freunde 
kommen könnte, sehr gering. Die Weiterführung der Therapie erachtet Dr. med. 
B._____ als zweckmässig aber eher wenig erfolgsversprechend.

D. Am 1. Mai 2014 teilte pract. med. C._____ der KESB Prättigau/Davos tele-
fonisch ihre Einschätzung hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des noch un-
geborenen Kindes mit (KESB act. 14). Sie erachte es als fraglich, ob X.1_____ 
therapierbar sei. Sie bezweifle, dass nur für ein weibliches Kind eine Gefahr be-
stehe, da es Hinweise geben würde, dass bei X.1_____ eine polymorphe Delin-
quenz vorliegen könnte. X._____ bagatellisiere die Situation und weise ebenfalls 
ein auffälliges sexuelles Verhalten (Besuche von Swingerclubs) auf.

E. Nachdem der Bewährungshelfer von X.1_____ das Amt für Justizvollzug St. 
Gallen ersuchte, diesen für die ambulante Gruppentherapie Sexualstraftäter abzu-
klären, teilte das Amt mit, dass X.1_____ nicht in die Behandlung aufgenommen 

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werden könne. Dieser habe – was auch aus dem Gutachten vom 28. Januar 2014 
hervorgehen würde – weder eine adäquate Problemeinsicht noch irgendeine The-
rapiemotivation oder die für eine Behandlung erforderliche Offenheit gezeigt. Die 
indizierte Behandlung erscheine aufgrund dieser mangelhaften Therapiebereit-
schaft nicht durchführbar (KESB act. 19). 

F. Mit Entscheid vom 19. Mai 2014 ordnete die KESB Prättigau/Davos den 
Beizug von Dr. med. D._____ als Sachverständige zur Abklärung und fachspezifi-
schen Beratung an (KESB act. 23 bis 27). 

G. Am 23. Juli 2014 kam das gemeinsame Kind von X.1_____ und X._____, 
Y._____, zur Welt (KESB act. 46). 

H. Am 15. September 2014 erfolgte ein Bericht der Sachverständigen Dr. med. 
D._____ (KESB act. 54). Gestützt auf das Aktenstudium (Gutachten betreffend 
den Kindsvater, Berichte über seine bisherigen Therapien, das Gerichtsurteil etc.) 
sowie gestützt auf die Erkenntnisse aus je einem persönlichen Einzelgespräch mit 
den beiden Betroffenen sowie mit beiden zusammen am 2. Juli 2014, gelangte sie 
zum Schluss, dass das gemeinsame Kind Y._____ aus forensisch-psychiatrischer 
Sicht künftig Schutz bedürfe. Die bei X.1_____ gestellte Diagnose der Pädophilie 
könne sie bestätigen. Allerdings sei nicht sicher, dass sich diese ausschliesslich 
auf Mädchen beziehe. Die Rückfallgefahr sei als deutlich einzuschätzen. Zwar 
lägen viele Informationen hinsichtlich des Vaters vor, doch müssten auch die 
Fähigkeiten der Kindsmutter abgeklärt werden, realistisch und wirksam mit der 
Gefährdung ihres Kindes umzugehen. Die Mutter scheine sehr wenig Wissen über 
Pädophilie zu haben und unterschätze viele relevante Tatsachen. Mit einer dürfti-
gen Grundlage möchte sie sich ihrer Verantwortung und dem Risiko pädophiler 
Übergriffe auf ihre Kinder stellen. Damit nehme sie bewusst eine Gefährdung in 
Kauf. Die aktuelle Beziehung scheine über die Massen symbiotisch zu sein und 
kritiklos beschönigt zu werden. Eine fundierte Fachbeurteilung der Erziehungs-
fähigkeit von X._____ erscheine zwingend. 

I. Mit Entscheid vom 3. Oktober 2014 ordnete die KESB Prättigau/Davos eine 
Begutachtung von X._____ durch den Psychiatrie-Dienst F._____, an. Gleichzeitig 
wurde für das gemeinsame Kind, Y._____, für das Verfahren um Prüfung der An-
ordnung einer Kindesschutzmassnahme eine Verfahrensvertretung angeordnet 
und Dr. iur. Hans Peter Kocher als Verfahrensbeistand eingesetzt (KESB act. 66).

J. Am 1. Juni 2015 erstatteten Dr. med. G._____ und pract. med. H._____, 
Zentrum für spezialisierte Diagnostik und Intervention Fachbereich zivilrechtliche 

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Begutachtung, ihr psychiatrisches Gutachten betreffend X._____ (KESB act. 98). 
Darin kommen die Gutachter zum Schluss, dass gemäss ICD-10 keine klinisch 
relevante psychische Störung vorliege und demnach keine Beeinträchtigungen 
aufgrund einer potentiellen psychischen Störung bestehen würden. Es sei eine 
Bagatellisierung der pädophilen Neigung von X.1_____ festzustellen. X._____ 
verfüge über ein adäquates Wissen über die Pädophilie. Es sei aber eine gewisse 
Naivität in Bezug auf die Pädophilie auffallend. X._____ vertraue auf Gott und ihre 
Menschenkenntnis und habe vertrauensvoll und sorglos im Wissen um die Pädo-
philie des Kindsvaters eine weitere Schwangerschaft geplant. Es ergebe sich hin-
sichtlich der Mutterschaftskonstellation keine Anhaltspunkte, dass X._____ auf-
grund einer psychischen Störung in ihrer Erziehungsfähigkeit beeinträchtigt sei. Es 
sei von einer gegebenen Erziehungsfähigkeit auszugehen. Eine mögliche Gefähr-
dung von I._____ und Y._____ durch die bei X.1_____ vorliegende Pädophilie 
könne nicht beurteilt werden. Zur Beurteilung der Gefährdung der beiden Kinder 
müsste die mit der Pädophilie verbundene Rückfallgefahr fokussiert werden. Dr. 
med. B._____ habe diese bezüglich des Sohnes von X._____, I._____, aus gut-
achterlicher Sicht als sehr gering eingeschätzt. Ob Massnahmen in Bezug auf 
Y._____ angezeigt wären, sei bisher nicht geklärt worden (vgl. KESB act. 98, S. 
69, Frage 16). Es bestehe indessen zwischen X._____ und X.1_____ ein Gefälle 
sowie eine finanzielle Abhängigkeit. Dies würde die Möglichkeit der Manipulation 
von X.1_____ eröffnen. Daher werde eine freiwillige Unterstützung im Sinne der 
Weiterführung der psychotherapeutischen Gespräche von X._____ mit X.1_____ 
bei Dr. med. (recte: pract. med.) C._____ empfohlen. Zudem werde eine sozial-
pädagogische Familienbegleitung empfohlen, damit die in der Therapie von Dr. 
med. (recte: pract. med.) C._____ in Erscheinung getretene Asymmetrie in der 
Paarbeziehung durch eine Fachperson weiter beobachtet werden könne (KESB 
act. 89, S. 69, Frage 17). 

K. Anlässlich eines telefonischen Austausches mit der KESB Prättigau/Davos 
vom 9. Juli 2015 nahm die für das Verfahren beigezogene Sachverständige, Dr. 
med. D._____, zum Gutachten Stellung (KESB act. 99b). Dabei kritisierte sie das 
Gutachten dahingehend, als das Augenmerk lediglich auf das Verhältnis der Mut-
ter zum Kind gelegt worden sei und der Vater vollständig aus dem Gutachten aus-
geklammert worden sei. Es werde vergessen, dass bei X.1_____ Pädophilie dia-
gnostiziert worden sei. Diese sei "nicht ausschliesslich auf Mädchen" fokussiert. 
Dies bedeute, dass nicht auszuschliessen sei, dass auch Junge zu Opfern werden 
könnten. Steigere sich die sexuelle Frustration in der Beziehung, weiche er sehr 
einfach auf Pornographie oder Pädophilie aus, wie er es bereits in der Vergan-

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genheit gemacht habe. Zukünftig wäre ein solcher Schritt relativ einfach, weil 
X.1_____ dies aus der Vergangenheit wisse und auch wisse, wie er es anzustel-
len hätte. 

L. Mit Schreiben vom 17. August 2015 nahm Dr. med. D._____ zu Handen der 
KESB Prättigau/Davos zum erwähnten Gutachten und zur Notwendigkeit von Kin-
desschutzmassnahmen betreffend Y._____ schriftlich Stellung (KESB act. 100). 
Das ursprüngliche Gutachten von Dr. med. B._____ habe einen "nicht-
ausschliesslichen Typ" Pädophilie diagnostiziert (ICD-10 F 65.4). Dies bedeute, 
dass der Gutachter eben nicht sicher habe feststellen können, dass sich die Pä-
dophilie des Kindsvaters nicht auch auf das männliche Geschlecht beziehe. 
X._____ habe aber eine falsche Schlussfolgerung gezogen und fühle sich zu Un-
recht sicher. Der Grund liege in einer gewissen Naivität von X._____ begründet. 
Das Gutachten habe ferner die Vater-Kind-Interaktion nicht beurteilt. Die persönli-
che Geschichte von X.1_____ scheine sich zu wiederholen. Frustriert in seiner 
ersten Ehe habe er frühzeitig begonnen, sich mit illegaler Pornographie zu be-
schäftigen, was schliesslich in sexuellen Übergriffen und den weiteren bekannten 
Delikten gipfelte. Nun scheinen auch die sexuellen Kontakte hinsichtlich Häufigkeit 
und Vielfalt abzunehmen. Dies stelle eine nicht zu unterschätzende Gefahr erneu-
ter tiefer Frustration von X.1_____ mit einem möglichen drohenden pädophilen 
Rückfall in der Zukunft dar. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht sei in der vorlie-
genden Konstellation von einer Kindeswohlgefährdung von Y._____ auszugehen. 

Dieser Gefährdung könne mittels sozialpädagogischer Familienbegleitung im Sin-
ne eines Monitorings der Alltagsdynamik begegnet werden. Sporadische externe 
Supervision der sozialpädagogischen Familienbegleitung wäre notwendig. Denk-
bar wäre – unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit – die Führung zweier 
getrennter Haushalte der Eltern, mit der Weisung, X.1_____ dürfe den Sohn nicht 
alleine betreuen, wickeln etc. Für X._____ sei eine coachingähnliche Behandlung 
nötig, X.1_____ solle eine nach forensischen Prinzipien durchgeführte Behand-
lung "machen". 

M. Mit Schreiben vom 15. September 2015 zeigte Rechtsanwalt lic. iur. HSG 
Stephan Mullis der KESB Prättigau/Davos die Übernahme des Mandates von 
X.1_____ und X._____ an. 

N. Am 12. Oktober 2015 liess Dr. med. J._____, deliktspezifischer Therapeut 
von X.1_____, auf Ersuchen von Rechtsanwalt lic. iur. HSG Stephan Mullis, die-
sem eine Einschätzung zukommen (KESB act. 109). Er wies darauf hin, dass bei 

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X.1_____ nur eine pädophile Nebenströmung vorliege. Mit "nicht ausschliesslicher 
Typus" sei gemeint, dass eine sexuelle Befriedigung nicht ausschliesslich mit Kin-
dern ("Kernpädophil"), sondern auch mit erwachsenen Frauen erzielt werden kön-
ne. Es bestünden keine Hinweise auf Homosexualität, weder bezüglich Kindern, 
noch bezüglich Erwachsenen. Im Weiteren sei zu beachten, dass X.1_____ seit 
drei Jahren mit seiner Partnerin und deren 13-jährigen Sohn zusammen lebe, oh-
ne dass es Anzeichen irgendwelcher Übergriffen gegeben hätte. Die Annahme 
einer Gefahr gegenüber Y._____ sei abwegig und nicht begründbar. 

O. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2015 an die KESB Prättigau/Davos stellte der 
Verfahrensbeistand von Y._____, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Kocher, die 
folgenden Anträge (KESB act. 110):

1. Hauptantrag

1.1 Die elterliche Obhut (Aufenthaltsbestimmungsrecht) über Y._____ sei 
der Mutter zu entziehen.

1.2 Y._____ sei bei einer geeigneten Pflegefamilie unterzubringen.

1.3 Es sei der Mutter ein grosszügiges, dem Vater ein angemessenes und 
begleitetes Besuchsrecht einzuräumen.

2. Eventualantrag

2.1 X.1_____ und X._____ seien anzuweisen, bis zu einem von der KESB 
Prättigau/Davos festzulegenden Termin, spätestens aber bis 31. März 
2016, den gemeinsamen Haushalt aufzulösen und fortan in zwei ge-
trennten Haushalten zu leben. Dies unter Androhung der Bestrafung 
gestützt auf Art. 292 StGB (Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen) 
sowie unter Androhung des Entzuges der Obhut und der Fremdplatzie-
rung im Falle der Widerhandlung gegen diese Anordnung.

2.2 X.1_____ sei anzuweisen, Y._____ nie unbegleitet zu betreuen und 
dafür zu sorgen, dass stets die Mutter bzw. eine Drittperson anwesend 
ist, wenn er mit Y._____ zusammen ist. Dies unter Androhung der Be-
strafung gestützt auf Art. 292 StGB (Ungehorsam gegen amtliche Ver-
fügungen) sowie unter Androhung des Entzuges der Obhut und der 
Fremdplatzierung im Falle der Widerhandlung gegen diese Anord-
nung.

2.3 Es sei eine sozialpädagogische Familienbegleitung anzuordnen.

Auf die Antragsbegründung wird an dieser Stelle verwiesen. 

P. Die zwischenzeitlich miteinander verheirateten X._____ und X.1_____ lies-
sen in der Folge am 23. Oktober 2015 ihre Stellungnahme mit den folgenden An-
trägen einreichen (KESB act. 111):

1. Es sei eine sozialpädagogische Familienbegleitung anzuordnen.

2. Auf weitere Massnahmen sei zu verzichten.

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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWST) zulasten des 
Staates.

Auf die Begründung wird an dieser Stelle lediglich verwiesen.

Q. Mit Entscheid vom 2. Juli 2015 verlängerte das Kreisgericht Rorschach die 
mit Urteil des Kreisgerichts Rorschach vom 24. Juni 2010 angeordnete ambulante 
Massnahme um weitere fünf Jahre (KESB act. 121). Begründend führte es aus, 
X.1_____ habe zwar unter der Behandlung von Dr. med. J._____ einen positiven 
Behandlungsverlauf verzeichnen können, doch sei es aufgrund der kurzen Thera-
piezeit und der gegenwärtig nicht auszuschliessenden Rückfallgefahr angezeigt, 
die angeordnete Massnahme samt Bewährungshilfe zu verlängern. 

R. In ihrem Bericht an die KESB Prättigau/Davos vom 20. November 2015 
(KESB act. 122) hält pract. med. C._____ fest, dass das Ehepaar X./X.1_____ die 
Termine, die in Abständen von vier bis acht Wochen stattfinden würden, einhalte. 
Im aktuellen Betreuungssetting (Konsultationen bei ihr, Einzelpsychotherapie von 
X.1_____ bei Dr. med. J._____ und das behördliche Prozedere bei der KESB) 
führe zu einer Reflexion der pädophilen Störung von X.1_____. Insbesondere 
entwickle X._____ eine verbesserte Sensibilität und Aufmerksamkeit gegenüber 
dem Verhalten ihres Ehemannes. Ein entsprechend dem Gutachten von Dr. med. 
B._____ bestehendes Rückfallrisiko werde aber dennoch bestehen. 

S. Am 1. Februar 2016 nahm der behandelnde Therapeut von X.1_____, Dr. 
med. J._____, schriftlich zu Auskunftsanfragen der KESB Prättigau/Davos Stel-
lung (KESB act. 127). Dr. med. J._____ hält fest, dass X.1_____ keine homose-
xuelle Pädophilie aufweise und hierfür auch keine Anzeichen bestehen würden. 
Y._____ benötige keinen Schutz, da X.1_____ ganz normal und ohne diesbezüg-
liche psychische Störung Y._____ in seiner Vaterfunktion erziehen könne. Der 
Verlauf bei X.1_____ sei sehr gut und eine allfällige Rückfallgefahr sei als sehr 
gering einzustufen. Ein Paarchoaching erscheine ihm als überflüssig, die Ehe 
funktioniere harmonisch. Eine Abhängigkeit oder Hierarchie würde nicht bestehen. 

T. Dr. med. D._____ nahm mit E-Mail vom 7. April 2016 zum vorgenannten 
Bericht Stellung, wobei sie sich grundsätzlich der Auffassung des behandelnden 
Therapeuten, Dr. med. J._____, anschloss und nunmehr zu Massnahmen in ab-
geschwächter Form riet (vgl. KESB act. 132).

U. Mit Schreiben vom 29. März 2016 teilte pract. med. C._____ mit, dass 
X.1_____ und X._____ die risikopräventive forensische Therapie beendet hätten 
(KESB act. 134). Die Eheleute X./X.1_____ bestätigten den Abbruch der Therapie 

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bei pract. med. C._____ mit Mail vom 7. April 2016. Diesen begründeten sie mit 
dem mangelnden Vertrauensverhältnis zur Therapeutin. Dr. med. J._____ werde 
die Beratungsgespräche weiterführen (KESB act. 135). 

V. Gestützt auf den Bericht von Dr. med. J._____ vom 7. November 2016, 
welcher die pädophile Neigung von X.1_____ als schwach ausgebildet, nicht 
drängend, gut kontrollierbar und die Rückfallgefahr als sehr gering einstufte und 
die Aufhebung der ambulanten Massnahme empfahl, sowie den Bericht der Be-
währungshilfe St. Gallen vom 23. November 2016, verfügte das Sicherheits- und 
Justizdepartement des Kantons St. Gallen am 13. Januar 2017 die Aufhebung der 
mit Entscheid des Kreisgerichts Rorschach vom 24. Juni 2010 gegenüber 
X.1_____ angeordneten ambulanten Massnahme (KESB act. 149 und 159).

W. Am 30. März 2017 wurden die Parteien zwecks Wahrung des rechtlichen 
Gehörs zum Erlass allfälliger Kindesschutzmassnahmen persönlich angehört 
(KESB act. 160). 

X. Mit Entscheid vom 15. Juni 2017, am 27. Juni 2017 mitgeteilt, ordnete die 
KESB Prättigau/Davos was folgt an (KESB act. 166):

1. X._____ und X.1_____ wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 
Abs. 3 ZGB):
Im Sinne der Erwägungen haben sie aktiv an einem Paarcoaching in 
regelmässigen Abständen von maximal acht Wochen mitzuwirken. 

2. X._____ wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
a. zu Zeiten, in denen sie selber abwesend ist und Y._____ nicht selber 

betreuen kann, eine erwachsene Drittperson mit der Betreuung von 
Y._____ zu betrauen und den Vater Y._____ nicht alleine betreuen 
zu lassen;

b. falls die Betreuung zu Hause in Anwesenheit des Vaters stattfinden 
soll, ist die pädophile Neigung des Vaters gegenüber der erwachse-
nen Betreuungsperson offenzulegen.

3. X._____ und X.1_____ wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 
Abs. 3 ZGB):
Sie haben sich zweimonatlich gemeinsam mit Y._____ zum Kinder-
arzt oder zu einem ausgewiesenen Kinderpsychologen zu begeben 
zwecks Beobachtung der Interaktion des Kindes mit seinen Eltern. 
Falls es zu Interaktionsstörungen/Entwicklungsstörungen kommt, ist 
die Erziehungsaufsicht vom Kinderarzt oder Kinderpsychologen um-
gehend darüber in Kenntnis zu setzen.

4. Für Y._____ wird eine Erziehungsaufsicht (Art. 307 Abs. 3 ZGB) be-
stimmt, der die Eltern sowie mit der Beratung der Familie beauftragte 
Fachstellen Auskunft zu erteilen und Einblick in folgende Bereiche zu 
gewähren haben:

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a. Durchführung des Paarcoachings, erreichte Coachingziele, Einschät-
zung über Veränderungen im Coaching durch die therapeutische 
Fachperson, Einholen von Coachingberichten beim/bei der gewähl-
te/n Therapeuten/in;

b. Angaben, wer die externe Betreuungsperson für Y._____ ist, wenn 
X._____ ihn nicht selber betreuen kann und mit der Betreuungsper-
son Kontakt aufzunehmen, um abzuklären, ob sie über die bestehen-
de Pädophilie von X.1_____ informiert wurde. Auch hat sie bei der 
Betreuungsperson Auskunft zu erhalten, wie oft und in welchen Kon-
stellationen Y._____ von ihr betreut wird (Ort, Zeit, Häufigkeit, Anwe-
sende);

c. Austausch mit dem Kinderarzt oder dem ausgewiesenen Kinderpsy-
chologen, der Y._____ und die Eltern alle zwei Monate anlässlich von 
Interaktionsterminen sieht. Einholen von Berichten, Austausch über 
Veränderungen im Verhalten von Y._____ und X.1_____ und 
X._____ sowie über die kindliche Entwicklung.

5. Die Anträge zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes, der 
Regelung eines Umgangsrechtes sowie eventualiter dem Erlass einer 
Weisung zur Auflösung des gemeinsamen Haushaltes werden abge-
wiesen.

6. Die für Y._____ angeordneten Kindesschutzmassnahmen (gemäss 
Ziff. 1-4 vorstehend) werden per Datum der Vollstreckbarkeit an die 
neu zuständige KESB Rheintal zum Vollzug und Massnahmeführung 
übertragen (Art. 442 Abs. 5 ZGB).

7. Für die Mandatsführung vom 6.10.2014 bis 30.03.2017 wird zu-
gunsten von Rechtsanwalt Hans Peter Kocher eine Entschädigung 
inkl. Spesenersatz, MWSt. und Drittkosten im Umfang von 
Fr. 6'515.70 festgesetzt.

8. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten im Verfahren "Anordnung Kindesschutzmassnahmen" (in-
kl. Drittkosten und Verfahrensvertretung von Y._____) werden auf 
Fr. 18'919.70 festgesetzt.

b. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird aufgrund der besonde-
ren Umstände verzichtet.

9. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Mitteilung schrift-
lich und begründet Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubün-
den, Poststrasse 14, 7001 Chur, erhoben werden (Art. 450 ff. ZGB, 
Art. 60 Abs. 1 EGzZGB). Die aufschiebende Wirkung einer Be-
schwerde ist entzogen (Art. 450c ZGB).

10. (Mitteilung)

Y.1. In der Folge liessen X._____ und X.1_____ (nachfolgend Beschwerdefüh-
rer) mit Eingabe vom 28. Juli 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden gegen den Entscheid erheben und beantragten das Folgende (act. 
A.1):

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1. Der Entscheid der KESB Prättigau/Davos vom 15. Juni 2017 sei in 
Ziff. 1 - 4 ersatzlos aufzuheben.

2. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde durch 
Ziff. 9 des Entscheids der KESB Prättigau/Davos sei aufzuheben und 
der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen.

3. Den Beschwerdeführern sei die unentgeltliche Prozessführung und 
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den Unterzeichnen-
den zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zulasten 
des Staates.

Auf die Begründung wird an dieser Stelle lediglich verwiesen.

Y.2. In ihrer Beschwerdeantwort vom 31. August 2017 beantragte die KESB 
Prättigau/Davos was folgt (act. A.2):

1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden 
kann.

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verle-
gen.

Die Begründung ist der Eingabe zu entnehmen.

Y.3. Mit Eingabe vom 5. September 2017 reichte der Verfahrensbeistand von 
Y._____ eine Beschwerdeantwort ein und beantragte (act. A.3):

1. Die Beschwerde betreffend Ziff. 1 – 4 des Entscheides der KESB 
Prättigau/Davos vom 15. Juni sei abzuweisen und die Ziff. 1 – 4 des 
Entscheides seien zu bestätigen.

2. Die Beschwerde gegen den Entzug der aufschiebenden Wirkung der 
Beschwerde betreffend Ziff. 9 des Entscheides der KESB Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni sei abzuweisen.

3. Verfahrensantrag

3.1 Die Beschwerdeführer seien gerichtlich anzuhören.

3.2 Es seien die Akten des Strafverfahrens wegen mehrfacher Schän-
dung, mehrfacher sexueller Handlung mit Kindern, Pornografie und 
Gewaltdarstellung i.S. X.1_____ beizuziehen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MwSt.

Y.4. Im weiteren Schriftenwechsel beantragten die Beschwerdeführer unter Bei-
behaltung ihrer Anträge zusätzlich die Abweisung der vom Verfahrensbeistand 
gestellten Verfahrensanträge Ziff. 3.1 und 3.2 (vgl. act. A.5). Die KESB Prätti-
gau/Davos sowie der Verfahrensbeistand hielten ebenso an ihren Anträgen fest 
(vgl. act. A.6 und A.7).

Seite  12 — 24

Z. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid 
und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1 Vorliegend ist ein Entscheid der KESB Prättigau/Davos angefochten, der 
sich auf eine Bestimmung des Kindesrechts – Art. 307 Abs. 3 ZGB, der unter dem 
Titel „Wirkungen des Kindesverhältnisses“ steht – stützt. Für derartige Verfahren 
gelten die Bestimmungen über das Verfahren vor der Erwachsenenschutzbehörde 
sinngemäss (Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 443 ff. ZGB). Damit kann ge-
gen Entscheide der Kindesschutzbehörde gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB in 
Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB beim zuständigen Gericht Beschwerde erho-
ben werden. Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen 
Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden 
die einzige kantonale Beschwerdeinstanz.

An der (örtlichen) Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden als Be-
schwerdeinstanz ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführer als sorgeberech-
tigte Eltern von Y._____ ihren Wohnsitz wechselten. Örtlich zuständig für den Er-
lass von Kindesschutzmassnahmen ist die Kindesschutzbehörde am Wohnsitz 
des Kindes (vgl. Art. 315 Abs. 1 ZGB). Der Wohnsitzwechsel während eines hän-
gigen Verfahrens hat keinen Wechsel der örtlichen Zuständigkeit zur Folge, weil 
das einmal angehobene Verfahren am Eröffnungsort rechtshängig bleibt bis zum 
Abschluss durch den Sachentscheid oder eine andere verfahrenserledigende Ver-
fügung (Art. 442 Abs. 1, Prinzip der perpetuatio fori; Urteil des Bundesgerichts 
5A_703/2009 vom 22. Oktober 2009 E. 1). Massgebend ist der Zeitpunkt der 
Eröffnung des Verfahrens, d.h. wenn nach aussen hin erstmals manifestiert wird, 
dass sich die Behörde mit der betroffenen Person befasst (vgl. zum Ganzen: Pa-
trick Fassbind, in: Jolanta Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Kommentar ZGB, 3. 
Aufl., Zürich 2016, N 1 zu Art. 442 ZGB). Die Beschwerdeführer wechselten ihren 
Wohnsitz am 15. April 2017 von Seewis im Prättigau nach Widnau, St. Gallen, 
also erst nachdem ihnen die Eröffnung eines Abklärungsverfahrens mitgeteilt wur-
de (KESB act. 6). Somit gilt die bündnerische Zuständigkeit bis zum Verfahrens-
abschluss, d.h. bis zum rechtskräftigen Sachentscheid. Darin eingeschlossen sind 
der Weiterzug und eine allfällige Rückweisung der Sache an die KESB Prätti-
gau/Davos zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid. 

Seite  13 — 24

1.2 Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Mitteilung des Entscheids der 
KESB bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 450b Abs. 1 in Verbindung 
mit Art. 450 Abs. 3 ZGB). Nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen und in Anlehnung 
an die Praxis zu Art. 420 aZGB und Art. 397d Abs. 1 aZGB läuft die Frist zur Be-
schwerde erst ab Kenntnisnahme des Entscheids (Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001 ff., Ziff. 2.3.3., S 7085; Daniel Steck, 
in: Breitschmid/Rumo-Jungo, Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Perso-
nen- und Familienrecht, Partnerschaftsgesetz, Zürich 2016, 3. Auflage, N 4 zu Art. 
450b ZGB [zit. CHK ZGB-Bearbeiter]). Vorliegend wurde der Entscheid der KESB 
Prättigau/Davos vom 15. Juni 2017, mitgeteilt am 27. Juni 2017, dem Rechtsver-
treter der Beschwerdeführer am 28. Juni 2017 mittels Einschreiben zugestellt. Mit 
Eingabe vom 28. Juli 2017 liessen die Beschwerdeführer gegen den vorgenannten 
Entscheid Beschwerde erheben, wodurch die Beschwerdefrist gewahrt wurde.

1.3 Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz 
ferner die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens 
(Art. 443 ff. ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB), soweit das Gesetz in 
den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält. Dies gilt namentlich 
für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizial-
maxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwen-
dung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrens-
grundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der KESB und erstreckt sich 
nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der 
gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Auer/Michèle Marti, in: Gei-
ser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar, Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu 
Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; Daniel Steck, in: Büchler et al. [Hrsg], Er-
wachsenenschutz, FamKommentar, Bern 2013, N 7 ff. zu Art. 446 ZGB).

1.4 Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB insbeson-
dere die am Verfahren beteiligten Personen. Am Verfahren beteiligt sind neben 
den von der Anordnung der KESB direkt betroffenen Personen auch alle weiteren 
Personen, die sich im erstinstanzlichen Verfahren vor der KESB tatsächlich betei-
ligt haben oder denen zumindest der Entscheid zugestellt wurde. Die Beschwerde-
führer werden durch den Entscheid der KESB vom 15. Juni 2017 in der Gestaltung 
ihres Familienlebens eingeschränkt. Am Verfahren vor der KESB nahmen sie teil 
und es wurde ihnen der Entscheid zugestellt. Zweifellos sind die Beschwerdefüh-
rer als Verfahrensbeteiligte im Sinne von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zu qualifizie-

Seite  14 — 24

ren und damit beschwerdelegitimiert. Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben 
zu keinen Bemerkungen Anlass, weswegen auf die Beschwerde einzutreten ist.

2. Vorab ist auf die prozessualen Anträge der Beschwerdeparteien einzuge-
hen.

2.1 Die Beschwerdeführer beantragen, der Beschwerde sei die aufschiebende 
Wirkung zu erteilen (vgl. act. A.1, Rechtsbegehren 1.). Gemäss Art. 450c ZGB hat 
die Beschwerde aufschiebende Wirkung, sofern die Erwachsenenschutzbehörde 
(vgl. Art. 314 Abs. 1 ZGB; Art. 440 Abs. 3 ZGB) oder die gerichtliche Beschwer-
deinstanz nichts anderes verfügt. Mit Entscheid vom 15. Juni 2017 entzog die 
KESB Prättigau/Davos einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung 
(angefochtener Entscheid, Dispositivziffer 9.). Dem Schutzzweck des Kindes- und 
Erwachsenenschutzrechts entsprechend ist ein möglicher Entzug der Suspensiv-
wirkung jeweils von Amtes wegen zu überprüfen (Patrick Fassbind, a.a.O., N 1 zu 
Art. 450c ZGB). Der beschwerdeführerische Antrag ist abzuweisen. Einerseits wird 
ein solcher bereits durch den vorliegenden Entscheid in der Hauptsache hinfällig. 
Andererseits wäre die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung nicht angebracht, 
bevor die Beschwerdeinstanz nicht genau geprüft hat, ob vom Vater eine konkrete 
Gefahr für Y._____ ausgeht. 

2.2 Der Verfahrensbeistand von Y._____, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Ko-
cher, beantragt die gerichtliche Anhörung der Beschwerdeführer sowie den Beizug 
der Akten des Strafverfahrens wegen mehrfacher Schändung, mehrfacher sexuel-
ler Handlung mit Kindern, Pornografie und Gewaltdarstellung i.S. X.1_____ (vgl. 
act. A.2, Verfahrensanträge 3.1 und 3.2). Beide Anträge sind abzuweisen. Die Be-
schwerdeführer wurden von der KESB Prättigau/Davos vor dem Entscheid mehre-
re Male eingehend mündlich angehört (vgl. KESB act. 58 bis 60 und act. 160). 
Ebenfalls konnten sie sich einlässlich schriftlich mitteilen (vgl. KESB act. 111). An-
zumerken ist überdies, dass die in ihrer Beschwerde klar geäusserten und be-
gründeten Begehren weder vom Anhörungsprotokoll vom 30. März 2017 noch von 
der Stellungnahme vom 23. Oktober 2015 (KESB act. 111 und 160) sonderlich 
abweichen. Es ist demnach nicht einzusehen – und wird im Übrigen auch nicht 
dargelegt –, zu welchem Erkenntnisgewinn die beantragten Anhörungen vor der 
Beschwerdeinstanz führen würden. Letzteres ist auch in Bezug auf den Antrag, 
die Verfahrensakten des Strafverfahrens gegen X.1_____ beizuziehen, festzuhal-
ten. Der unbestrittene Tatbestand ist in den Akten durch das Urteil des Kreisge-
richts Rorschach und die späteren Entscheide betreffend die Fortführung bzw. 
Aufhebung der Massnahme hinreichend nachvollziehbar dokumentiert. Die Ein-

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sichtnahme in die Akten des Strafverfahrens für die Beurteilung der Beschwerde 
erscheint der Beschwerdeinstanz nicht erforderlich.

3. Nach Art. 450a Abs. 1 ZGB kann mit der Beschwerde gemäss 
Art. 450 ff. ZGB Rechtsverletzung (Ziff. 1), unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts (Ziff. 2) oder Unangemessenheit (Ziff. 3) 
gerügt werden. Ferner kann wegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung 
Beschwerde geführt werden (Abs. 2). Bei der Beschwerde i.S.v. Art. 450 ff. ZGB 
handelt es sich mithin um ein vollkommenes Rechtsmittel, das die umfassende 
Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheids in rechtlicher und tatsächlicher Hin-
sicht ermöglicht. Die gerichtliche Beschwerdeinstanz hat für alle in Art. 450a 
Abs. 1 ZGB aufgeführten Beschwerdegründe freie Kognition (CHK ZGB-Steck, 
N 1 zu Art. 450a ZGB).

4.1 Ausgangspunkt des angefochtenen Entscheides bildet die Frage, ob der 
gemeinsame Sohn der Beschwerdeführer durch die beim Vater, X.1_____, dia-
gnostizierte Pädophilie "nicht ausschliesslicher Typus" (ICD-10 F.65.4) gefährdet 
ist. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für 
Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die ge-
eigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Sie kann 
insbesondere die Eltern, die Pflegeeltern oder das Kind ermahnen, ihnen be-
stimmte Weisungen für die Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und eine 
geeignete Person oder Stelle bestimmen, der Einblick und Auskunft zu geben ist 
(Art. 307 Abs. 3 ZGB). Damit bildet die konkrete Gefährdung des Kindeswohls 
Grundvoraussetzung zur Ergreifung von Kindesschutzmassnahmen. Mit anderen 
Worten ist von einer Massnahme abzusehen, wenn das Kindeswohl nicht gefähr-
det ist (vgl. Linus Cantieni/Stefan Blum, in: Fountoulakis et al. [Hrsg.], Fachhand-
buch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich 2016, N 15.10 f.). Der Grund-
satz der Verhältnismässigkeit verlangt sodann, dass die verfügte Massnahme zur 
Abwendung der Kindeswohlgefährdung geeignet und erforderlich ist. Damit darf 
der Gefahr insbesondere nicht durch eine der weniger einschneidenden Mass-
nahmen nach Art. 307 ZGB vorgebeugt werden können (vgl. zum Ganzen BGE 
140 III 241 E. 2.1; Urteile 5A_656/2016 vom 14. März 2017 E. 4; 5A_7/2016 vom 
15. Juni 2016 E. 3.3.1; allgemein zum Grundsatz der Verhältnismässigkeit vgl. 
statt vieler BGE 140 II 194 E. 5.8.2). Das Subsidiaritätsprinzip ist Ausdruck des 
Gedankens des Vorrangs der Familie gegenüber staatlichen Eingriffen. Es sind 
vorab die Eltern gehalten, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden. Dabei 
sollen sie insbesondere die Angebote der öffentlichen und gemeinnützigen Ju-
gendhilfe in Anspruch nehmen, wenn sie der Unterstützung bedürfen (vgl. Art. 302 

Seite  16 — 24

Abs. 3 ZGB). Nur wenn die Eltern der Kindeswohlgefährdung nicht Abhilfe ver-
schaffen, soll die Kindesschutzbehörde intervenieren (Affolter-Fringel/Vogel, 
a.a.O., N. 262 ff. zu Vorbem. Art. 307-327c ZGB; Peter Breitschmid, in: Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 307 ZGB). Kindes-
schutzmassnahmen sollen die elterlichen Bemühungen nicht ersetzen, sondern 
ergänzen (Grundsatz der Komplementarität; Urteile 5A_540/2015 vom 26. Mai 
2016 E. 4.4.2; 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E. 5.2; 5A_188/2013 vom 
17. Mai 2013 E. 3, in: FamPra.ch 2013 S. 811).

4.2 Die Verfahrensbestimmungen des Erwachsenenschutzrechts (Art. 443 ff. 
ZGB) finden sinngemässe Anwendung auf das Kindesschutzverfahren (Art. 314 
Abs. 1 ZGB). Damit findet der in Art. 446 ZGB verankerte verstärkte Untersu-
chungsgrundsatz Anwendung, nach welchem die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht (Abs. 1). Die instruie-
rende Behörde hat den Sachverhalt aus eigener Initiative und ohne Bindung an 
die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien vollständig und richtig abzuklären 
und festzustellen (vgl. Art. 446 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB). Der Un-
tersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast 
aus, da es Sache der verfügenden Behörde ist, für die Zusammentragung des 
Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 113 E. 3.d/bb; vgl. zum Ganzen: 
Kurt Affolter, in: KOKES [Hrsg.], Praxisanleitung Kindesschutzrecht, N 5.4 f.). In 
Kinderbelangen gilt der Freibeweis, was der Behörde ermöglicht, nach eigenem 
Ermessen und auf unübliche Art Beweise zu erheben (Urteil des Bundesgerichts 
5A_150/2011 vom 29. Juni 2011 E. 3.5.2). Inhalt und Umfang der Abklärungen 
werden dabei durch den Interventionsgrund bestimmt. Der Bedarf, aber auch die 
Grenzen der Informationsbeschaffung richten sich der Begründungspflicht für den 
späteren Sachentscheid (Kurt Affolter, a.a.O., N 3.26). Weil die Behörde soweit 
möglich die materielle Wahrheit zu erforschen hat, darf sie sich auch nicht unbe-
sehen auf die Behauptungen von Verfahrensbeteiligten abstützen. Nach dem Ver-
hältnismässigkeitsprinzip hat sie jene Tatsachen zu erforschen, welche für den 
rechtserheblichen Sachverhalt erforderlich sind. Vermag die Behörde nicht anhand 
von Befragungen und anderen Sachverhaltsabklärungen ein hinreichendes Bild zu 
machen, liegt es im Ermessen der Behörde, allenfalls ein Sachverständigengut-
achten zu den entscheidrelevanten offenen Fragen einzuholen (vgl. Kurt Affolter, 
a.a.O., N. 3.25; Peter Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 3 ff. zu Art. 314 ZGB mit Hinwei-
sen auf die bundesgerichtliche Praxis). 

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4.3 Die KESB Prättigau/Davos hat zwar die noch viel weiter gehenden Anträge 
des Kindsvertreters abgewiesen, jedoch in ihrem angefochtenen Entscheid ge-
stützt auf Art. 307 Abs. 1 und 3 ZGB diverse Weisungen an die Eltern von 
Y._____ erteilt (Mitwirkung an einem Paarcoaching; Verbot der Alleinbetreuung 
von Y._____ durch den Vater bei Abwesenheit der Mutter; Offenlegung der Pädo-
philie des Vaters bei Betreuung von Y._____ durch eine Drittperson; regelmässi-
ger Besuch beim Kinderarzt zwecks Beobachtung der Interaktion des Kindes mit 
seinen Eltern) und eine Erziehungsbeistandschaft zwecks Überprüfung dieser 
Massnahmen errichtet. Obwohl die KESB Prättigau/Davos selbst diese Anordnun-
gen in ihrem Entscheid als "zurückhaltende Schutzmassnahmen" (angefochtener 
Entscheid, S. 8, E. 3./I.) bezeichnet, sind es doch objektiv betrachtet einschnei-
dende Eingriffe in die freie Gestaltung des Familienlebens der Eheleute 
X./X.1_____, insbesondere auch in die freie Interaktionsmöglichkeit des Vaters zu 
seinem Kind. Sie lassen sich nur rechtfertigen, wenn in der Tat die von der KESB 
Prättigau/Davos beschriebene Gefährdung von Y._____ durch die Neigungen sei-
nes Vaters erstellt ist bzw. zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine derar-
tige Gefährdung spricht. Dafür ist die KESB Prättigau/Davos beweispflichtig (Kurt 
Affolter-Fringeli/Urs Vogel, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, 
Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Bern 2016, N 109 zu Art. 314 ZGB). Dabei 
genügt es in der vorliegenden Konstellation offensichtlich nicht, die Massnahmen 
mit den an sich unbestrittenen pädophilen Neigungen von X.1_____ zu begrün-
den. Vielmehr muss sich rechtsgenüglich erstellen lassen, dass sich seine Pädo-
philie im speziellen (auch) auf männliche Kleinkinder bezieht, er also auch eine 
homosexuelle Neigung aufweist. Dass dieser Nachweis sich nur durch Beurteilun-
gen von Fachleuten erbringen lässt – die indessen durch die Behörde bzw. die 
Beschwerdeinstanz frei zu würdigen sind (Kurt Affolter-Fringeli/Urs Vogel, a.a.O., 
N 125 zu Art. 314 ZGB) –, versteht sich von selbst. Es ist im Folgenden somit zu 
prüfen, ob sich in den Akten fundierte Äusserungen von Fachpersonen finden las-
sen, die eine diesbezügliche Schlussfolgerung gestatten. 

5.1 Am 28. Januar 2014 erstellte Dr. med. B._____ vom Zentrum für Psychia-
trie, Psychotherapie und Begutachtungen GmbH über X.1_____ ein Gutachten für 
das Amt für Justizvollzug St. Gallen (vgl. KESB act. 9), welches im Zusammen-
hang mit seinen strafbaren sexuellen Handlungen gegenüber seiner damals 4 – 5-
jährigen Nichte aus den Jahren 2008/09 stand. Im Gutachten wird zunächst aus 
den grundsätzlich positiven Verlaufsberichten von Dr. phil. A._____ zitiert, welche 
im Rahmen des ambulanten Massnahmevollzugs angefertigt wurden. Diese wur-
den aber getrübt durch den Vorfall gegenüber der Schwägerin von X.1_____, wel-

Seite  18 — 24

che er im WC seines Betriebes heimlich filmte. Sodann wurden Äusserungen der 
Therapeutin, pract. med. C._____, wiedergegeben, welche Therapiegespräche mit 
den zum damaligen Zeitpunkt noch nicht miteinander verheirateten Beschwerde-
führern führte. Die Therapeutin bemängelte dabei die fehlende Offenheit von 
X.1_____ und das bagatellisierende Verhalten seiner Partnerin. Nach eigenen 
Untersuchungen kam Dr. med. B._____ zum Schluss, dass aus gutachterlicher 
Sicht das Kriterium der anhaltenden oder dominierenden Präferenz für sexuelle 
Handlungen mit einem Kinde knapp erfüllt sei und somit die Diagnose der Pädo-
philie ICD-10 F 65.4, nicht ausschliesslicher Typus, gestellt werden könne. Offen-
bar bezieht sich die "Nicht-Ausschliesslichkeit" darauf, dass X.1_____ auch "nor-
male (erwachsenen)Sexualität" praktiziere (vgl. KESB act. 9, S. 32). Die Rückfall-
gefahr hänge massgeblich von seiner psychischen Verfassung und den Umstän-
den, in denen er lebe, ab. Je grösser seine Unzufriedenheit mit den Lebensbedin-
gungen sei, desto grösser werde die Rückfallgefahr. Zum Schluss hält der Gutach-
ter fest, dass die sexuelle Deviation des Exploranden sich auf Mädchen im vorpu-
bertären Alter, aber auch auf junge Frauen beziehe. Es lägen keine Hinweise auf 
homosexuelle Fantasien vor. Darüber hinaus brauche es ein gewisses Vertrau-
ensverhältnis, damit es zu Übergriffen komme.

5.2 Im Rahmen eines Telefongespräches mit der KESB Prättigau/Davos vom 
1. Mai 2014 bezweifelte pract. med. C._____, dass von X.1_____ nur für weibliche 
Kinder eine Gefahr ausgehe, ohne dies allerdings näher zu begründen (vgl. KESB 
act. 14).

5.3 Die von der KESB Prättigau/Davos als Sachverständige hinzugezogene 
Dr. med. D._____ (vgl. KESB act. 25) bestätigte in einer ersten Einschätzung vom 
15. September 2014 (KESB act. 54) die im Gutachten von Dr. med. B._____ ge-
stellte Diagnose der Pädophilie. Es sei für sie aber nicht sicher, dass sich diese 
ausschliesslich auf Mädchen beziehe. Die Anhaltspunkte, welche die Psychiaterin 
zu dieser Aussage führen, werden indessen nicht genannt. Bezüglich X._____ 
(heutige X./X.1_____) seien noch verschiedene Fragen gutachterlich zu klären, 
was im von der KESB Prättigau/Davos in Auftrag gegebenen Gutachten von Dr. 
med. G._____ und Oberarzt H._____ vom 1. Juni 2015 erfolgte (vgl. KESB act. 
98). Der Fokus dieses Gutachtens liegt aber auf X._____ (Abklärung allfälliger 
psychischer Störungen, Verhaltensweisen und Erziehungsfähigkeit). Bei der Be-
antwortung von Frage 16 (KESB act. 98, S. 69) wird auf das Gutachten von Dr. 
med. B._____ Bezug genommen und festgehalten, dass bisher nicht geklärt wor-
den sei, ob Massnahmen in Bezug auf Y._____ angezeigt wären. Empfohlen wur-

Seite  19 — 24

de die Fortsetzung der Paargespräche und eine sozialpädagogische Familienbe-
gleitung (KESB act. 98, S. 69 f.). 

5.4 Zum Gutachten von Dr. med. G._____ und Oberarzt H._____ stellt Dr. med. 
D._____ zunächst fest, dass X.1_____ bei dieser Begutachtung "ausgeklammert" 
worden sei bzw. die Vater-Kind-Interaktion nicht beurteilt worden sei. Sodann in-
terpretiert sie den Begriff des "nicht-ausschliesslichen" Typus der Pädophilie von 
X.1_____ dahingehend, als sich dieser auch auf das männliche Geschlecht bezie-
hen könne. Letztere Auffassung lehnt Dr. med. J._____, Facharzt Psychiatrie und 
Psychotherapie mit Schwerpunkt Forensik, der deliktspezifische Therapeut von 
X.1_____, entschieden ab. In seinem Schreiben vom 12. Oktober 2015 an den 
Rechtsvertreter von X.1_____ (KESB act. 109) legt er dar, dass "nicht-
ausschliesslich" in diesem Zusammenhang bedeute, dass X.1_____ sich auch mit 
erwachsenen Frauen – und nicht ausschliesslich nur mit Kindern – sexuell befrie-
digen könne. Streng genommen erfülle X.1_____ die Diagnose Pädophilie nicht, 
da es sich bei ihm nur um eine pädophile Nebenströmung handeln würde. Das 
erste und einzige pädophile Delikt habe er in höherem Alter begangen und sei 
diesbezüglich auch nicht rückfällig geworden. Im Weiteren gebe es bei ihm keine 
Hinweise auf Homosexualität, weder bezüglich Kindern noch bezüglich Erwachse-
nen. Dies lasse sich auch mit dem von X.1_____ begangenen pornografischen 
Internetkonsum belegen. Sodann sei zu beachten, dass er bald drei Jahre mit sei-
ner jetzigen Partnerin zusammen sei und der damals 13-jährige Sohn der Partne-
rin ebenso lange mit ihm zusammen lebe. Es habe nie irgendwelche Probleme 
oder auch nur Anzeichen von irgendwelchen Übergriffen oder sexuellem Interesse 
gegeben. Dass die KESB Prättigau/Davos und ihre Beraterin, Dr. med. D._____, 
nun von einer Gefahr von X.1_____ gegenüber seinem (damals) 14 Monate alten 
Sohn ausgehe, sei abwegig und forensisch-psychiatrisch in keiner Art und Weise 
begründbar. Die vorgeschlagenen Massnahmen seien als unnötig, aufwendig, 
teuer und schikanierend zu werten. Es werde mit Kanonen auf Spatzen geschos-
sen. Falls X.1_____ Vater eines Mädchen wäre, würde die Situation abweichend 
beurteilt werden müssen. Dies sei mit ihm und seiner Frau besprochen worden 
und sie hätten auf weitere Kinder verzichtet. Insofern sei beim Ehepaar 
X./X.1_____ von einer guten Einsicht und guten Compliance auszugehen. Das 
Ehepaar sei schon mehrfach bei ihm gewesen und er (Dr. med. J._____) habe 
nicht den Eindruck gehabt, dass die Ehefrau unterwürfig, abhängig-selbstunsicher 
sei und von X.1_____ dominiert, geführt und manipuliert werde. Im Gegenteil sei 
sie immer die sprechende und dominante Person und er der ruhige und gefügige 
Mann gewesen. Die grundsätzlich gleichen Aussagen machte Dr. med. J._____ 

Seite  20 — 24

auch am 1. Februar 2016 in Beantwortung der von der KESB Prättigau/Davos ge-
stellten Fragen (KESB act. 127). 

5.5 Bemerkenswert ist sodann, dass die von der KESB Prättigau/Davos einge-
setzte Beraterin, Dr. med. D._____, welcher der Bericht von Dr. med. J._____ zur 
Stellungnahme zugestellt wurde, mit E-Mail vom 4. März 2016 (vgl. KESB act. 
132) festhielt, alle Antworten von Dr. med. J._____ würden die aktuell bestehende 
Situation der Familie X./X.1_____ schützen. Die Begründungen seien in sich 
schlüssig; insofern werde es der KESB Prättigau/Davos wohl kaum gelingen, die-
se zu entkräften, zumal im Moment nichts Schlimmes passiert sei. Der Behandler 
sei immerhin Gutachter und Amtsarzt, also könne man auf seine Meinung jeweils 
verweisen. Sie schlage daher vor, die Familie gewähren zu lassen – im Sinne der 
Fachmeinung von Dr. med. J._____. Die Sitzungen bei pract. med. C._____ habe 
sie auch zunehmend in Frage gestellt; man könne sie sistieren, gegebenenfalls 
eine jährliche Kontrolle bei ihr verlangen. Hingegen sei die Fortsetzung der Be-
handlung bei Dr. med. J._____ umso dringender. In der Verfügung der KESB Prät-
tigau/Davos seien eventuell Umgangsweisen mit Spielkameraden des Sohnes 
vorzuschlagen. Sodann seien der Kinderarzt zu involvieren und die Kindergarten-
Betreuer, damit sie über allfällige Verhaltensänderungen des Sohnes berichten 
könnten. Ebenso sei die vorsorgliche Beistandschaft weiterzuführen.

5.6 Aus den wiedergegebenen Expertenmeinungen ergibt sich, dass Dr. med. 
B._____, der als einziger ein eigentliches Gutachten verfasst hat, und Dr. med. 
J._____, der X.1_____ über mehrere Jahre therapeutisch betreut hat und auch mit 
dessen Ehefrau Gespräche geführt hat, sich dahin äussern, dass bei X.1_____ 
keine Hinweise auf homosexuelle Neigungen, weder in Bezug auf Kinder noch auf 
Erwachsene, vorlägen. Nach anfänglich anderslautenden Äusserungen hat sich 
offenbar auch die von der KESB Prättigau/Davos beigezogene Beraterin Dr. med. 
D._____ diese Meinung zu Eigen gemacht und die Feststellungen von Dr. med. 
J._____ – wohl vor allem aufgrund dessen fachlicher Qualifikation – als schlüssig 
bezeichnet. Indessen gilt es hinsichtlich seiner Beurteilung anzumerken, dass 
wohl eine gewisse Solidarisierungstendenz erkennbar wird und die Objektivität 
seiner Ausführungen zumindest ein Stück weit in Frage zu stellen sind, trat er 
doch gegenüber der KESB Prättigau/Davos in anwaltlicher Manier auf, indem er 
das Vorgehen der KESB Prättigau/Davos scharf verurteilte (vgl. KESB act. 109, S. 
2). 

Die Gutachter Dr. med. G._____ und Oberarzt H._____ verwiesen grundsätzlich 
auf das Gutachten Dr. med. B._____ und hielten fest, dass bisher noch nicht ge-

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klärt worden sei, ob bezüglich Y._____ Massnahmen angezeigt seien. Damit woll-
ten die Gutachter offenbar zum Ausdruck bringen, dass das Gutachten von Dr. 
med. B._____ vor der Geburt von Y._____ erstellt worden sei und somit nur eine 
mögliche, von X.1_____ ausgehende Gefahr für den älteren Sohn von X._____ 
und Halbbruder von Y._____ geprüft worden sei. Eine praktisch gleiche Feststel-
lung machte in der Folge Dr. med. D._____, indem sie ausführte, sie hätte eigent-
lich erwartet, dass im Rahmen des Gutachtens von Dr. med. G._____ und Ober-
arzt H._____ eine Interaktionsbefragung von X.1_____ stattfinde (vgl. KESB act. 
99b). 

5.7 Wie eingangs erläutert wurde, ist die Beantwortung der Frage, ob sich die 
sexuelle Deviation von X.1_____ auch auf Jungen oder nur auf Mädchen im vor-
pubertären Alter bzw. junge Frauen bezieht, wie dies Dr. med. B._____ in seinem 
Gutachten folgert, von grundsätzlicher Bedeutung. Auch Dr. med. J._____ kommt 
in seiner Einschätzung zum Schluss, dass X.1_____ keine homosexuellen Nei-
gungen aufweisen würde. Der Beschwerdeinstanz erscheinen diese Schlussfolge-
rungen indessen nicht derart eindeutig und klar, als dass bereits durch diese Fest-
stellungen eine Gefährdung von Y._____ ausgeschlossen werden könnte. Einer-
seits gilt es zu beachten, dass sich Dr. med. B._____ zur Beurteilung einer mögli-
chen homosexuellen Neigung lediglich auf eine Testuntersuchung stützte. Des 
Weiteren datiert das besagte Gutachten vom 28. Januar 2014 und liegt mithin 
über 4 Jahre zurück. Die Situation von X.1_____ hat sich zwischenzeitlich jedoch 
stark verändert (Wegzug, Geburt von Y._____, Therapien etc.). Diese neuen Um-
stände und deren Einfluss auf eine mögliche Rückfallgefahr von X.1_____ liegen 
dem Gutachten nicht zugrunde. Die Einschätzung von Dr. J._____ ist zudem – 
aufgrund seiner möglichen Solidarisierung mit X.1_____ – mit einer gewissen 
Zurückhaltung zu würdigen. Auch die (neue) Einschätzung von Dr. med. D._____, 
die ursprünglich von einer konkreten Gefahr für Y._____ auszugehen schien und 
diese Einschätzung erst nach Beurteilung durch Dr. med. J._____ – aus nicht 
ganz nachvollziehbaren Gründen – revidierte (vgl. KESB act. 132 sowie vorste-
hend E. 3.5), ist mit Zurückhaltung zu würdigen. Nach Ansicht von pract. med. 
C._____ würden Zweifel bestehen, dass sich die sexuelle Devianz von X.1_____ 
auf Mädchen bzw. junge Frauen beziehen würde, weil ihrer Einschätzung nach 
Hinweise bestehen würden, dass eine polymorphe Delinquenz mit enthalten sei 
(KESB act. 14). Überdies wurde die mögliche Gefährdung von Y._____ bislang 
nicht gutachterlich geklärt. Ein entsprechendes Gutachten, welches die Vater-
Sohn-Interaktion berücksichtigt, liegt nicht bei den Akten. Die Gutachter sowie 
auch die Sachverständige Dr. med. D._____ scheinen sich aber darin einig zu 

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sein, dass die Vater-Kind-Interaktion für eine adäquate Beurteilung einer mögli-
chen Gefährdung von Y._____ von grundlegender Bedeutung wäre.

Aufgrund des vorstehend Gesagten bestehen noch offene Fragen, deren Beant-
wortung für eine abschliessende Beurteilung erforderlich sind. Angesichts der Um-
stände, dass eine Fehlbeurteilung im vorliegenden Fall schlimme Folgen für das 
Kind nach sich ziehen könnte, beim Vater unbestrittenermassen pädophile Nei-
gungen vorhanden sind und bezogen auf die dadurch möglicherweise gegebene 
Gefährdung von Y._____ noch kein Fachgutachten vorliegt und unterschiedliche 
Fachpersonen X.1_____ als "unoffen" bezeichneten, ist der Entscheid der KESB 
Prättigau/Davos aufzuheben und die Sache an sie zurückzuweisen mit der Anwei-
sung, ein entsprechendes Fachgutachten einzuholen. Allenfalls könnte Dr. med. 
B._____ dafür gewonnen werden, der die Vorgeschichte kennt. Dabei wären die 
seit dem ersten und einzigen Vorfall verflossene Zeit, das jetzige Alter von 
X.1_____, seine aktuellen Lebensumstände, seine Interaktion mit seinem Sohn 
Y._____ und vor allem die Frage nach allfälligen homosexuellen Neigungen von 
X.1_____ etc. in die Begutachtung miteinzubeziehen. Damit könnte zudem dem 
Umstand Rechnung getragen werden, dass die Begutachtung von Dr. med. 
B._____ schon vier Jahre zurückliegt und sich das Umfeld und die Lebensbedin-
gungen bei X.1_____ offensichtlich wesentlich verändert haben. 

6. Vor dem Hintergrund des vorstehend Gesagten ist die Beschwerde gutzu-
heissen und der Entscheid der KESB Prättigau/Davos vom 15. Juni 2017 aufzu-
heben. Die Sache ist zur Weiterführung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen 
an die KESB Prättigau/Davos zurückzuweisen. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher die Beschwerdeführer 
aussergerichtlich angemessen zu entschädigen hat (Art. 60 Abs. 2 des Ein-
führungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 
320.100] i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Da der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
rer keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Parteientschädigung nach Ermessen 
festzulegen (Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [Honorarverordnung, HV; BR 310.250]). 
Ausgehend von einem mittleren Stundenansatz von CHF 240.00 (vgl. Art. 3 Abs. 1 
HV) erscheint eine Entschädigung von CHF 2'000.00 (inkl. MwSt. und Barausla-
gen) als angemessen.

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Die Aufwandsentschädigung für den Verfahrensbeistand, Dr. iur. Hans Peter Ko-
cher, dessen Stundenansatz für das Verfahren um Prüfung einer Kindesschutz-
massnahme auf CHF 200.00 zzgl. MwSt. und Spesen festgesetzt wurde (vgl. Ver-
fügung vom 3. Oktober 2014 [KESB act.66]), wird mangels eingereichter Honorar-
note auf pauschal CHF 1'500.00 inkl. MwSt. und Spesen festgesetzt. Die Kosten 
für die Führung der Verfahrensvertretung stellen Verfahrenskosten dar (Beat 
Reichlin, in: KOKES [Hrsg.], Praxisanleitung Kindesschutzrecht, N 7.66; Urteil des 
Bundesgerichts 5A_840/2011 vom 13. Januar 2012 E. 6). Damit belaufen sich die 
Verfahrenskosten für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf total 
CHF 4'000.00, bestehend aus CHF 2'500.00 Gerichtsgebühren für das Beschwer-
deverfahren und CHF 1'500.00 pauschal für die Verfahrensbeistandschaft. Diese 
Kosten gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid der 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos vom 15. Juni 
2017 wird aufgehoben. Die Sache wird zur weiteren Abklärung und Neuent-
scheidung im Sinne der Erwägungen an die KESB Prättigau/Davos zurück-
gewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 4'000.00 verblei-
ben beim Kanton Graubünden, welcher den Kindesvertreter, Dr. iur. Hans 
Peter Kocher, mit CHF 1'500.00 (inkl. MwSt. und Spesen) zu entschädigen 
hat. Überdies hat der Kanton Graubünden die Beschwerdeführer ausserge-
richtlich mit CHF 2'500.00 (inkl. MwSt. und Spesen) zu entschädigen.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: