# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b25f0f8-2806-5810-ab8c-3390999f75c3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.09.2014 200 2013 654
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-654_2014-09-29.pdf

## Full Text

200 13 654 UV
GRD/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. September 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Juli 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Sept. 2014, UV/13/654, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit dem 1. Januar 2001 bei der C.________, tätig und bei der Schweizeri-
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) für die 
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versi-
chert (vgl. Akten der SUVA [act. IIA] 1). Nach zwei Unfallereignissen in den 
Jahren 1993 und 1998 zog sich der Versicherte am 2. Januar 2005 bei ei-
ner Auffahrkollision eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und bei ei-
nem weiteren Unfall am 21. Februar 2006 eine Verletzung am Kopf zu (vgl. 
act. IIA 1, Beschwerdebeilage [act. I] 1 S. 2 lit. A, act. I 6, 13 S. 1 lit. A, 
act. I 15 S. 6 f.). Mit Verfügung vom 11. September 2008 und Einspra-
cheentscheid vom 30. Dezember 2008 stellte die SUVA ihre Leistungen per 
30. September 2008 mit der Begründung ein, dass die noch geklagten Be-
schwerden organisch objektiv nicht ausgewiesen seien und sich nicht 
adäquat-kausal auf den Unfall vom 2. Januar 2005 zurückführen liessen 
(vgl. act. I 1 S. 2, act. I 5 S. 2). 

B.

Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern mit Urteil vom 7. September 2010 ab (VGE UV/2009/99). Das 
Bundesgericht hiess die hierauf erhobene Beschwerde am 15. Februar 
2011 in dem Sinne gut, als der vorinstanzliche Entscheid und der Einspra-
cheentscheid der SUVA vom 30. Dezember 2008 aufgehoben wurden und 
die Sache an die SUVA zurückgewiesen wurde, damit sie über ihre Leis-
tungspflicht ab 1. Oktober 2008 neu verfüge (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer], 8C_844/2010 [act. I 5]). Dabei führte es in Erwägung 4.10. 
aus: „Soweit die Adäquanz nicht zu negieren ist, bedarf es hinsichtlich der 
Beschwerden weiterer Abklärungen; die Einholung eines poly-
/interdisziplinären Gutachtens ist diesfalls unabdingbar (…).“ 

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Nach Einholung eines interdisziplinären medizinischen Gutachtens der 
MEDAS (act. I 21) und hierzu erfolgter Stellungnahme des Versicherten 
(act. I 4), lehnte die SUVA mit Verfügung vom 5. Februar 2013 (act. I 3) 
einen Anspruch auf UV-Leistungen über den 30. September 2008 hinaus 
weiterhin ab. Die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) blie-
ben somit per diesem Datum eingestellt. Hiergegen erhob der Versicherte 
am 28. Februar 2013 (act. I 2) Einsprache, welche die SUVA mit Entscheid 
vom 4. Juli 2013 (act. I 1) abwies.

C.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 25. Juli 2013 
Beschwerde und beantragte – unter Kosten- und Entschädigungsfolge – 
dessen Aufhebung sowie sinngemäss die Einholung eines neuen Gutach-
tens. 

Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2013 beantragte die Be-
schwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________, die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde sowie die Wettschlagung der 
Kosten. 

Am 23. September 2014 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der SUVA vom 4. Juli 
2013 (act. I 1). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der 
Unfallversicherung über den 30. September 2008 hinaus im Zusammen-
hang mit den Ereignissen vom 2. Januar 2005 und 21. Februar 2006. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-

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wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimm-
te gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 
E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). 

2.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.

3.1 Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass der Beschwerde-
führer am 2. Januar 2005 und 21. Februar 2006 zwei Unfälle im Rechtssin-
ne erlitten hat (E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Beschwerden auf-
getreten sind. Die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer hat denn auch 
entsprechende Versicherungsleistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, 
ob der Beschwerdeführer – basierend auf den besagten Unfällen – über die 
von der Beschwerdegegnerin verfügte Leistungseinstellung per Ende Sep-
tember 2008 hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung hat. Dabei ist vorliegend insbesondere zu prüfen, ob auf 
das von der Beschwerdegegnerin im Nachgang an den bundesgerichtli-
chen Entscheid BGer 8C_844/2010 in Auftrag gegebene Gutachten vom 
9. August 2012 (act. I 21) abgestellt werden kann. Diesbezüglich führt der 
Beschwerdeführer aus, das Gutachten sei infolge grober Fehler sowie un-
richtiger, nicht nachvollziehbarer Angaben und Begründungen, nicht ver-
wertbar (vgl. Beschwerde S. 3, act. I 4).

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3.2 Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS vom 9. August 2012 
(act. I 21) mit Beurteilungen in den Fachrichtungen Allgemeinmedizin, in-
ternistische Medizin, Orthopädie, Neurologie, Otorhinolaryngologie und 
Psychiatrie wurde der Beschwerdeführer von den nachstehenden Spezia-
listen untersucht:

3.2.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Gastroenterologie FMH und All-
gemeine Innere Medizin FMH, hielt fest, dass aus allgemeinmedizinischer 
Sicht ausserhalb des Symptomenkomplexes des Schleudertraumas keine 
relevanten Erkrankungen bestünden (S. 21). Berufliche oder medizinische 
Massnahmen seien nicht angezeigt (S. 22).

3.2.2 Dr. med. E.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte die folgenden Diagnosen 
(S. 26): 

- Status nach zweifachen Verkehrsunfällen
- Heck-Auffahrkollision 02.01.2005
- Intermittierendes Thoracalsyndrom
- Status nach Orbitafraktur nach Velosturz 1993
- Status nach Meniskus-OP links 1982
- Status nach Knielgelenksdistorsion 01/2012
- Status nach Kopfanprall beim Gehen gegen einen Türpfosten 2006

Nach zwei Verkehrsunfällen mit Traumatisierungen der HWS klage der 
Beschwerdeführer immer noch über persistierende Cervicalgien. Die or-
thopädische Statuserhebung gestalte sich relativ bland. Es bestehe nur 
eine äusserst geringe und im Wesentlichen schmerzlose Bewegungsein-
schränkung der HWS-Funktion. Die paracervicale Muskulatur sei etwas 
insuffizient, eigentliche Muskelverspannungen oder Druckdolenzen fänden 
sich im Schulter-/Nackenbereich aber nicht. Zusammengefasst bestehe 
aus rein orthopädischer Sicht kein objektivierbarer Befund, durch den eine 
Einschränkung einer Arbeitsfähigkeit zu begründen wäre. Schmerzbedingt 
seien allenfalls repetitive Überkopfarbeiten nicht zu empfehlen (S. 27). Die 
Tätigkeit in einem technisch administrativen Beruf könne der Versicherte 
aus orthopädischer Sicht uneingeschränkt durchführen (S. 28).

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3.2.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte 
Nachstehendes (S. 31):

- Chronifiziertes cervicales und cephales Schmerzsyndrom mit Tinnitus
- Status nach Heckauffahrkollision mit Distorsionstrauma der Halswirbelsäule am 

02.01.2005

- Status nach Schädelprellung am 21.02.2006

Nach seinen Beschwerden befragt, stehe für den Exploranden der konstan-
te hochfrequente Tinnitus im Vordergrund, welcher sich unter physischer 
Belastung und in der zweiten Tageshälfte verstärkt manifestiere sowie 
Konzentrations- und Einschlafprobleme bedingen würde. Daneben leide er 
abhängig von Kopfbewegungen unter konstanten Nackenschmerzen betont 
hochcervical und links, welche sich auf die linke Schulter ausbreiten und im 
Tagesverlauf an Intensität zunehmen würden. Unabhängig von den Na-
ckenschmerzen bestünde ein Druckgefühl bifrontal, welches sich belas-
tungsabhängig zu pochenden Kopfschmerzen frontal-temporal auswachsen 
würde, welche über Stunden persistierten und Schlafprobleme bedingten. 
Die Kopfschmerzen seien oft von Sehstörungen ("Unscharfsehen") und 
Photophobie, nicht jedoch von vegetativen Symptomen wie Nausea und 
Erbrechen begleitet. Der Explorand beschreibe Konzentrationsprobleme, 
Frischgedächtnisstörungen, eine Beeinträchtigung seiner Aufnahmefähig-
keit sowie Mühe bei der Planung von Arbeitsabläufen (S. 31). Mit Ausnah-
me eines höchstens mässig ausgeprägten Cervicalsyndroms ergebe die 
neurologische Untersuchung spärliche objektiv fassbare Befunde, indem 
hirnfokale Symptome, Hinweise auf eine spinale, radikuläre bzw. auf eine 
peripher-neurogene Läsion fehlten. Die paraklinischen Befunde ergäben 
kein objektiv fassbares Korrelat zu den geklagten Beschwerden, weshalb 
diese aus somatischer Sicht nicht adäquat erklärt werden könnten (S. 32).

3.2.4 Dr. med. G.________, Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie (ORL) 
FMH, diagnostizierte einen hochfrequenten Tinnitus beidseits. Der durch-
geführte Hörtest zeige im Reintonaudiogramm eine ausgeprägte Hochton-
innenohrschwerhörigkeit beidseits, rechts verstärkt zu links mit einem CPT-
AMA Hörverlust rechts von 19% und links von 14%. In den mittleren 
Sprachfrequenzen wie in den tiefen getesteten Frequenzen sei das Gehör 
nur leichtgradig eingeschränkt mit 20 Dezibel Hörverlust. Das Sprachver-

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ständnis sei deshalb leichtgradig eingeschränkt (S. 34). Spezifische berufli-
che Massnahmen könnten nicht vorgeschlagen werden (S. 35).

3.2.5 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, diagnostizierte Nachstehendes (S. 39):

- Neurasthenie (ICD-10 F 48.7)
- Akzentuierte Persönlichkeitszüge (schizoid, anankastisch, narzisstisch und histrio-

nisch) (ICD-10 Z 73.1)

Es bestehe ein sehr zurückhaltendes, eher misstrauisches, gleichzeitig 
aber auch etwas histrionisches Verhalten mit einem gleichzeitigen grossen 
Wunsch nach Anerkennung, Zuwendung und Beachtung bei gleichzeitiger 
Angst vor Verletzung. In diesem Sinn könne die bereits früher festgehalte-
ne Einordnung der Psychopathologie in eine neurotische Störung bestätigt 
werden. Diese zeige auch tatsächlich, wie schon früher festgehalten, ver-
schiedene Komponenten und Aspekte. Es könne eine schizoide Kompo-
nente bestätigt werden, auch eine anankastische und narzisstische, darü-
ber hinaus auch eine gewisse histrionische. Das Hauptproblem liege darin 
zu entscheiden, ob hier bereits von einer Persönlichkeitsstörung im Sinne 
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung oder noch von akzentuierten 
Persönlichkeitszügen, denen im engeren Sinne kein Krankheitswert zuzu-
ordnen wäre, gesprochen werden solle. Aufgrund der mittelgradigen Aus-
prägung der neurotischen Persönlichkeitsmerkmale sei der Entscheid für 
letztere ausgefallen. Theoretisch wäre eine psychiatrische Weiterbetreuung 
wünschenswert. Spezifische berufliche Massnahmen könnten aus psychia-
trischer Sicht nicht vorgeschlagen werden (S. 40 f.).

3.2.6 Die Kommission für medizinische Begutachtung (KMB) stellte im 
Konsens mit allen beteiligten Gutachtern die nachstehenden Diagnosen 
(S. 41 f.):

- Status nach Mountainbike-Unfall 05/1993 
- Status nach Fahrradunfall 24.06.1998 
- Status nach Heckauffahrkollision 02.01.2005 
- Status nach Schädelprellung am 21.02.2006 beim Prallen gegen einen Türpfosten
- Intermittierendes Thoracalsyndrom
- Neurasthenie

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- Akzentuierte Persönlichkeitszüge (schizoid, anankastisch, narzisstisch und histrio-
nisch)

- Verdacht auf bewusstseinsnahe Symptomüberlagerung
- Status nach Meniskusoperation links 1982
- Status nach Kniegelenksdistorsion 01/2012

Es liessen sich vier Unfälle zwischen 1993 und 2006 feststellen, wobei der 
Explorand nach anamnestischen Angaben seit einem ersten Mountainbike-
Unfall im Jahre 1993 unter cervicocephalen Beschwerden sowie unter ei-
nem beidseitigen Tinnitus gelitten habe. Ein genauer Verlauf dieser Be-
schwerden sei aufgrund inkonstanter Angaben nicht zu beschreiben und 
eine genaue Rekonstruktion des Beschwerdeverlaufes nicht möglich (S. 42 
Ziff. 6). Der diagnostizierte hochfrequente Tinnitus beidseits (vgl. E. 3.2.4 
hiervor) sei gemäss Aussagen gegenüber der ORL-Fachärztin erstmals 
nach dem ersten Velounfall 1993 aufgetreten, danach sei es nach den bei-
den Unfällen von 1998 und 2005 je zu einer weiteren Verstärkung gekom-
men. Demgegenüber habe der Beschwerdeführer dem psychiatrischen 
Gutachter angegeben, der Tinnitus sei ab dem Unfall im Jahre 2005 gleich 
geblieben (S. 44 Ziff. 7.4). Die Angaben des Exploranden seien wechselnd, 
so dass kein objektives Bild über den Beschwerdeverlauf möglich sei (S. 45 
Ziff. 7.5.1). Auch die Fachärzte in den Gebieten Psychiatrie und Neurologie 
stellten divergente Angaben bezüglich des Beschwerdebildes fest. Es kön-
ne keine durch somatische Untersuchungen objektivierbare Ursache für die 
geklagten Verschlimmerungen des gesamten Beschwerdebildes gefunden 
werden, sondern es handle sich um eine subjektive Verschlimmerung des 
Beschwerdebildes (S. 46 ff. Ziff. 8). Es müsse davon ausgegangen werden, 
dass dabei ein Zusammenhang mit der vorbestehenden Persönlichkeitss-
törung bestehe, unter anderem auch deshalb, weil sich keine andere Er-
klärungsmöglichkeit biete. Allerdings müsse eingeräumt werden, dass ein 
evidenter Zusammenhang, das heisse ein Zusammenhang, der auch dy-
namisch psychologisch nachvollzogen werden könnte, nicht festgestellt 
werden könne (S. 49 Ziff. 8.4.2). 

Zusammenfassend sei festzuhalten, dass sich auf somatischer Ebene kei-
ne von den subjektiven Angaben des Exploranden unabhängigen Befunde 
erheben liessen, die die beklagten Beschwerden noch zu erklären vermö-
gen würden. Hingegen bestehe eindeutig ein psychosomatisches Be-

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schwerdebild bei einer neurotisch strukturierten Persönlichkeit, wobei auch 
eine gewisse bewusstseinsnahe Überlagerungstendenz festgestellt worden 
sei (S. 42 f. Ziff. 6). Die festgestellten Inkonsistenzen seien anlässlich des 
Schlussgesprächs erneut festgestellt worden (S. 50 Ziff. 10).

3.3 Das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 9. August 2012 
(act. I 21) erfüllt die rechtsprechungsgemäss an den Beweiswert eines ärzt-
lichen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor) nicht. 
Zunächst wurden – entsprechend den Angaben des Beschwerdeführers 
(vgl. act. I 4 S. 4 f.) – diverse Daten nicht korrekt aufgeführt. Nebst falschen 
Angaben betreffend Alter des Beschwerdeführers („41jähriger Versicherter“ 
[act. I 21 S. 21 Ziff. 4.1.1] statt „49jähriger Versicherter“ [vgl. act. IIA 1, 3, 
6 f., 9]), Unfalldaten („5. Januar 2005“ [act. I 21 S. 3 Ziff. 2] statt „2. Januar 
2005“ [vgl. act. IIA 9 S. 1, act. I 1 S. 2]; „29. Februar 2006“ [act. I 21 S. 3 
Ziff. 2] statt „21. Februar 2006“ [act. IIA 1]), Anstellungsdauer („bis Februar 
2002 bei der …“ [act. I 21 S. 19 Ziff. 3.2], obwohl der Beschwerdeführer 
bereits ab 1. Januar 2001 bei der C.________ angestellt war [vgl. act. IIA 1 
Ziff. 3]) und betreffend Urteil des Verwaltungsgerichts („7. September 2005“ 
[act. I 21 S. 2 unten] statt „7. September 2010“ [vgl. act. I 5 S. 1]), werden 
vom Beschwerdeführer auch Fehler geltend gemacht, welche anhand der 
vorliegenden Akten nicht überprüft werden können. So verhält es sich beim 
angeblich falsch notierten Geburtsjahr des Vaters des Beschwerdeführers 
sowie dem Jahr, in welchem der Beschwerdeführer mit seiner Partnerin 
zusammengezogen ist (act. I 21 S. 18 Ziff. 3.1). Ob diese Angaben tatsäch-
lich unrichtig erfasst wurden und ob die zuvor genannten fehlerhaften Da-
ten allenfalls als Tippfehler aufzufassen wären, kann – wie nachstehend zu 
zeigen sein wird – offen bleiben. Die gehäufte Anzahl bisher festgestellter 
Ungereimtheiten begründet für sich allein bereits erhebliche Zweifel an der 
sorgfältigen Ausarbeitung des Gutachtens. Zusätzlich zu vorstehend Aus-
geführtem sind auch materielle Unstimmigkeiten festzustellen. Die Gutach-
ter führen im Rahmen einer Aktenzusammenfassung als bisherige Diagno-
se unter anderem einen Status nach Sturz mit Mountainbike 1993 mit 
Commotio cerebri und posttraumatischem Tinnitus aus (act. I 21 S. 3 
Ziff. 2). Diese Diagnose erweist sich mit Blick auf die echtzeitlichen Aus-
führungen von Dr. med. I.________ vom 15. Juni 1993, welcher eine Im-
pressionsfraktur im Bereich der Stirnhöhlenvorderwand/Orbitadach links 

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festhielt (act. I 6), sowie unter Berücksichtigung der Diagnosen von Dr. 
med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, der einen 
dekompensierten binauralen Tinnitus erst seit dem Unfall im Jahre 2005 
festhielt (act. I 13 S. 1 lit. A), als fraglich. Demgegenüber führte Dr. med. 
L.________, Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie FMH, in ihrem Bericht 
vom 14. Januar 2005 (act. I 10) zwar aus, der Tinnitus sei seit dem Unfall 
von 1998 vorhanden. In diesem Fall hätte jedoch eine Auseinandersetzung 
mit den abweichenden Berichten erfolgen müssen. Weiter führen die Gut-
achter als Diagnose einen Status nach Velounfall 1998 mit reaktiviertem 
Tinnitus, beidseitigen Schulterverletzungen, Kopfschmerzen und Aufmerk-
samkeitsdefizit aus (act. I 21 S. 3 Ziff. 2). Diesbezüglich ist darauf hinzu-
weisen, dass die Diagnose der Notfallstation des Spitals J.________ vom 
25. Juni 1998 folgendermassen lautete: Commotio cerebri, zwei grosse und 
tiefe Rissquetschwunden frontal und Nasenwurzel, v.a. SLAP-Läsion 
Schulter rechts sowie Schulterluxation links (act. I 7). Die Berichte von Dr. 
med. I.________ vom 15. Juni 1993 (act. I 6), der Notfallstation des Spitals 
J.________ vom 25. Juni 1998 (act. I 7), von Dr. med. L.________ vom 
14. Januar 2005 (act. I 10) sowie von Dr. med. K.________ vom 30. Januar 
2006 (act. I 13) finden sich nicht im Aktendossier zum Gutachten (vgl. 
act. I 21 S. 4 ff.), womit davon ausgegangen werden muss, dass diese den 
Gutachtern zum Beurteilungszeitpunkt nicht vorgelegen haben. Insbeson-
dere der Bericht von Dr. med. K.________ (act. I 13) kann den Fachärzten 
mit Blick auf die Aussage des orthopädischen Gutachters, wonach nach 
dem Unfall vom 2. Januar 2005 lediglich vom 2. bis 5. Januar 2005 eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei (act. I 21 S. 23), nicht vor-
gelegen haben. Denn in diesem Bericht wurde eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit vom 3. bis 9. Januar 2005, eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit vom 
10. bis 17. Januar 2005, eine solche von 60% vom 18. Januar bis 7. Juni 
2005 sowie eine solche von 50% ab 8. Juni 2005 festgehalten (act. I 13 
S. 1 lit. B), welche im Gutachten aber keine Erwähnung finden. Sodann 
bestehen ferner Zweifel an der sorgfältigen Gutachtensabfassung, wenn 
die ORL-Ärztin ausführt, der Beschwerdeführer habe anlässlich des 
Schlussgesprächs berichtet, „dass der Tinnitus zwischen 2003 und 1996 
bis zum zweiten Anfall 1998 abgenommen habe“ (act. I 21 S. 44 Ziff. 7.5). 
Einerseits hat sich weder im Jahr 2003 noch im Jahr 1996 ein aktenkundi-
ger Unfall (nicht „Anfall“) ereignet und andererseits lässt die nicht-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Sept. 2014, UV/13/654, Seite 13

chronologische Aufzählung der Ereignisse Fragen bezüglich der ordentli-
chen Behandlung des Dossiers offen. Sodann vermag die Beantwortung 
der Frage, ob bei der Verschlimmerung des Beschwerdebildes ein Zusam-
menhang mit der vorbestehenden Persönlichkeitsstörung bestehe (vgl. 
act. I 21 S. 49 Ziff. 8.4.2), nicht zu überzeugen, wenn die Gutachter dies mit 
der Begründung bejahen, dass sich keine andere Erklärungsmöglichkeit 
biete (vgl. E. 3.2.6 hiervor). Zuletzt ist nochmals zu erwähnen, dass eine 
kritische Würdigung der vorhandenen Arztberichte fehlt und auch die An-
gaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur sehr knapp ausfal-
len (vgl. act. I 21 S. 50 Ziff. 8.6). Insgesamt ist das vorliegende Gutachten 
mit Widersprüchen behaftet und weist eine erhebliche Anzahl gravierender 
Fehler auf, welche auf eine unsorgfältige Ausarbeitung schliessen lassen. 
Mithin stellt sich die Frage, ob die Gutachter den ihnen vorgelegten Inhalt 
mitsamt den fehlerhaften Passagen vor der Unterzeichnung überhaupt ge-
lesen haben. Dass gleich fünf Ärzte eine solche Häufung derart offenkundi-
ger Fehler übersehen, ist unwahrscheinlich.

4.

Nach dem Ausgeführten erweist sich das interdisziplinäre Gutachten vom 
9. August 2012 (act. I 21) in wesentlichen Punkten als fehlerhaft und ba-
siert auf unvollständigen Akten. Es ist somit nicht beweiskräftig und kann 
von der Beschwerdegegnerin nicht verwertet werden. Demnach ist die Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache zur Einholung eines neuen Gutach-
tens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat nach konstan-
ter Praxis trotz seines Obsiegens keinen Anspruch auf eine Parteientschä-
digung, da der Aufwand zur Wahrung seiner Interessen den Rahmen des-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Sept. 2014, UV/13/654, Seite 14

sen nicht überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerwei-
se nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich 
zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der SUVA vom 4. Juli 2013 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornah-
me der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- A.________ 
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.