# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c26cf720-571f-505b-96af-b0b61d35a5c6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 29.11.2022 SK2 2022 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2022-53_2022-11-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 29. November 2022

Referenz SK2 22 53

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Nydegger und Bergamin
Thöny, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Tobler
Advokatur am Stauffacher, Lutherstrasse 4, Postfach, 8021 Zürich 

Gegenstand vorzeitiger Strafantritt

Anfechtungsobj. Verfügung Staatsanwaltschaft Graubünden vom 06.10.2022, mit-
geteilt am 06.10.2022 (Proz. Nr. VV.2022.871)

Mitteilung 29. November 2022

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Sachverhalt

A. Mit Verfügung vom 8. April 2022 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubün-
den ein Strafverfahren wegen Diebstahls etc. gegen A._____.

B. Am 16. April 2022 wurde A._____ vorläufig festgenommen und mit Ent-
scheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden vom 19. April 
2022 wegen Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft ver-
setzt. 

C. Am 21. September 2022 liess A._____ ein Gesuch um Versetzung in den 
vorzeitigen Strafvollzug stellen. Dieses wies die Staatsanwaltschaft Graubünden 
mit Verfügung vom 6. Oktober 2022, gleichentags mitgeteilt, ab.

D. Gegen diese Verfügung liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit 
Eingabe vom 10. Oktober 2022 beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwer-
de erheben, wobei er die folgenden Anträge stellte:

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und A._____ sei der vor-
zeitige Strafantritt nach Art. 236 Abs. 1 StPO zu gewähren.

2. Alles unter Entschädigung und Kostenfolge zulasten der Staatskasse.

E. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Stellungnahme vom 
21. Oktober 2022 unter Hinweis auf die Akten die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde. 

Erwägungen

1. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft 
kann innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde beim Kantonsgericht 
von Graubünden erhoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 396 Abs. 1 
StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[EGzStPO; BR 350.100]). Dies gilt namentlich auch gegen Entscheide betreffend 
die Verweigerung des vorzeitigen Strafvollzuges (vgl. Mirjam Frei/Simone Zuber-
bühler Elsässer, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, N 17 zu 
Art. 236 StPO). Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kan-
tonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110]).

Die vorliegend eingereichte Beschwerde ist innert Frist und mit der erforderlichen 
Begründung eingereicht worden (vgl. act. A.1). Zudem verfügt der Beschwerdefüh-
rer als beschuldigte Person ohne Weiteres über ein rechtlich geschütztes Interes-

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se an der Änderung der angefochtenen Verfügung (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf 
die Beschwerde ist deshalb einzutreten.

2. Gemäss Art. 236 Abs. 1 StPO kann die Verfahrensleitung der beschuldigten 
Person bewilligen, Freiheitsstrafen vorzeitig anzutreten, sofern der Stand des Ver-
fahrens es erlaubt. Mit dem Eintritt in die Vollzugsanstalt tritt die beschuldigte Per-
son ihre Strafe an; sie untersteht von diesem Zeitpunkt an dem Vollzugsregime, 
wenn der Zweck der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft dem nicht entgegen-
steht (Art. 236 Abs. 4 StPO).

2.1. Der vorzeitige Strafvollzug stellt seiner Natur nach eine strafprozessuale 
Zwangsmassnahme auf der Schwelle zwischen Strafverfolgung und Strafvollzug 
dar. Der vorzeitige Strafvollzug bezweckt, dem Beschuldigten schon vor einem 
rechtskräftigen Strafurteil ein Haftregime zu ermöglichen, das auf seine persönli-
che Situation zugeschnitten ist, um ihm verbesserte Chancen auf Resozialisierung 
zu bieten (BGer 1B_90/2012 v. 21.03.2012 E. 2.2). Der vorzeitige Strafantritt be-
trifft nur das Vollzugsregime. Die strafprozessuale Haft wird nicht wie üblich in ei-
ner Haftanstalt vollzogen, die diesem Zweck vorbehalten ist (vgl. Art. 234 Abs. 1 
StPO). Mit dem vorzeitigen Antritt der Strafe ändern sich allein die Vollzugsmoda-
litäten, indem das Regime der Vollzugsanstalt zur Anwendung gelangt. Dies än-
dert aber nichts daran, dass es sich beim vorzeitigen Strafantritt um nichts ande-
res als um eine Variante der strafprozessualen Haft handelt (BGE 143 IV 160 E. 
2.1). Für eine Fortdauer der strafprozessualen Haft in den Modalitäten des vorzei-
tigen Strafvollzugs muss weiterhin ein besonderer Haftgrund wie namentlich Kol-
lusionsgefahr nach Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO vorliegen (BGE 143 IV 160 E. 2.1; 
BGE 133 I 270 E. 3.2.1). Je weiter das Strafverfahren fortgeschritten ist und je 
präziser der Sachverhalt bereits abgeklärt werden konnte, desto höhere Anforde-
rungen sind grundsätzlich an den Nachweis von Kollusionsgefahr zu stellen (BGE 
132 I 21 E. 3.2 f.; BGer 1B_90/2012 v. 21.03.2012 E. 2.2).

2.2. Weiter muss der Stand des Verfahrens gemäss Art. 236 Abs. 1 StPO den 
vorzeitigen Strafantritt erlauben. Dieser Stand ist erreicht, wenn die Anwesenheit 
des Beschuldigten für die Beweiserhebungen nicht mehr erforderlich ist. Im Vor-
verfahren kommt der vorzeitige Strafantritt nur in Betracht, wenn der Beschuldigte 
nicht mehr für das Verfahren benötigt wird, die Untersuchung also grösstenteils 
abgeschlossen ist. Dafür sprechen schon praktische Gründe. Die Vollzugsanstal-
ten finden sich regelmässig nicht am Ort, wo die Untersuchung geführt wird. Die 
Beschuldigten müssten damit für Einvernahmen über längere Distanzen zugeführt 
werden und der Verteidiger müsste erheblich Zeit aufwenden, um sich mit dem 
Beschuldigten zu treffen. Zudem wird häufig erst bei fortgeschrittener Untersu-

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chung hinreichend deutlich abzusehen sein, mit welcher freiheitsentziehenden 
Sanktion der Beschuldigte rechnen muss (vgl. Matthias Härri, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2014, N 13 zu Art. 236 StPO m.w.H.).

2.3. Der Zweck der Untersuchungshaft kann gemäss Art. 236 Abs. 4 StPO Ein-
schränkungen des Haftregimes des Gefangenen im vorzeitigen Strafvollzug erfor-
dern. So können bei Kollusionsgefahr die Beziehungen zur Aussenwelt beschränkt 
werden (Art. 84 Abs. 2 StGB). Im Strafvollzug, in welchem der Gefangene Kontakt 
namentlich mit den Mitgefangenen hat, von denen der eine oder andere gegebe-
nenfalls demnächst Urlaub erhält oder (bedingt) entlassen wird, kann der Kollusi-
onsgefahr allerdings nicht gleich wirksam begegnet werden wie in Untersu-
chungshaft. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der vorzeitige 
Strafvollzug daher auch im erwähnten fortgeschrittenen Verfahrensstadium nicht 
bewilligt werden, wenn eine hohe Kollusionsgefahr besteht (vgl. BGer 
1B_412/2019 v. 11.09.2019 E. 4.2 m.w.H.).

3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wies das Gesuch des Beschwerdefüh-
rers ab mit der Begründung, dieser sei hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Strafta-
ten – mit Ausnahme des Vorwurfs der Fälschung von Ausweisen – nicht gestän-
dig. Insbesondere in Bezug auf die ihm vorgeworfenen Einbruchdiebstähle ver-
weigere er vollumfänglich seine Aussagen. Es bestehe der Verdacht, dass er im 
Rahmen einer kriminellen Organisation die Einbruchdiebstähle mit mehreren Mit-
tätern, unter anderem mit B._____, verübt habe. B._____ sei nach wie vor zur 
Verhaftung ausgeschrieben. Seine Aussagen in Bezug auf den Vorwurf der Ge-
walt und Drohung gegen Behörden und Beamte würden sodann von denjenigen 
von C._____ abweichen. Vor diesem Hintergrund lasse der Stand des Verfahrens 
eine Versetzung in den vorzeitigen Strafvollzug nicht zu. Dagegen wendet der Be-
schwerdeführer ein, am 4. Oktober 2022 habe bereits die Schlusseinvernahme 
stattgefunden, was darauf hindeute, dass die Strafuntersuchungen weit fortge-
schritten seien und keine weiteren Einvernahmen mehr stattfinden würden. Weiter 
habe die Staatsanwaltschaft keine konkreten Personen genannt, hinsichtlich derer 
eine konkrete Kollusionsgefahr bestehe. Es obliege aber ihr zu substantiieren, 
welche konkreten Indizien für eine hohe Kollusionsgefahr bestünden. Was den 
Mitbeschuldigten B._____ betreffe, so sei unklar, ob dieser noch aufgegriffen wer-
den könne. Schliesslich mache die Staatsanwaltschaft nicht geltend, er habe Kol-
lusionshandlungen vorgenommen oder solche versucht. Auch aus den Akten sei 
dies nicht ersichtlich. 

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3.1. Zum Stand des vorliegenden Verfahrens ist anzumerken, dass die Vorun-
tersuchung zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung kurz vor 
dem Abschluss stand. Die Schlusseinvernahme war bereits am 4. Oktober 2022 
(vgl. StA act. 1.55) erfolgt und dem Beschwerdeführer wurde zwischenzeitlich mit 
Parteimitteilung vom 11. Oktober 2022 (vgl. StA act. 1.57) gestützt auf Art. 318 
StPO Frist zur Stellung weiterer Beweisanträge eingeräumt. Der derzeitige Verfah-
rensstand steht daher einem vorzeitigen Strafantritt nicht entgegen.

3.2. Zu prüfen ist somit, ob ungeachtet der kurz bevorstehenden Anklageerhe-
bung nach wie vor von (hoher) Kollusionsgefahr ausgegangen werden muss, der 
selbst mit Vollzugseinschränkungen nicht ausreichend begegnet werden könnte. 
Dies ist zu bejahen, wenngleich mit Blick auf den Verfahrensstand erhöhte Anfor-
derungen an den Nachweis von Kollusionsgefahr zu stellen sind (BGE 137 IV 122 
E. 4.2).

3.2.1. Die strafprozessuale Haft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass die 
beschuldigte Person die Freiheit dazu missbrauchen würde, die wahrheitsgetreue 
Abklärung des Sachverhalts zu gefährden oder zu vereiteln. Konkrete Anhalts-
punkte für Kollusionsgefahr können sich nach der Rechtsprechung des Bundesge-
richts insbesondere ergeben aus dem bisherigen Verhalten der beschuldigten 
Person im Strafprozess (Aussageverhalten, Kooperationsbereitschaft, Neigung zu 
Kollusion etc.), aus ihren persönlichen Merkmalen (Leumund, allfällige Vorstrafen 
etc.), aus ihrer Stellung und ihren Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten 
Sachverhalts sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihr und den sie 
belastenden Personen (BGE 137 IV 122 E. 4.2; BGer 1B_380/2019 v. 21.08.2019 
E. 3.2). Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung 
des Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch die Art und Bedeutung 
der von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, die Schwere der 
untersuchten Straftaten und der Stand des Verfahrens zu berücksichtigen (BGE 
132 I 21 E. 3.2.1 mit Hinweisen).

3.2.2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verweist in ihrer Stellungnahme vom 
21. Oktober 2022 (KG act. A.2) auf den Entscheid des Zwangsmassnahmenge-
richts von Graubünden vom 19. Oktober 2022, wonach im konkreten Fall von einer 
andauernden Kollusionsgefahr auszugehen sei. Aufgrund der sichergestellten 
Schuh- und DNA-Spuren sowie des "modus operandi" bestehe der Verdacht, dass 
der Beschwerdeführer im Rahmen einer kriminellen Organisation über 70 Ein-
bruchdiebstähle mit mehreren Mittätern, unter anderem B._____, verübt habe. An 
den Tatorten seien jeweils mehrere Schuhspuren von verschiedenen Tätern si-
chergestellt worden. Auch seien mehrere DNA-Spuren sichergestellt worden, so 

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auch diejenige von B._____. Es sei daher davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer mehrere Einbruchdiebstähle unter gemeinsamer Planung und 
Ausführung mit anderen Personen verübt habe. Es könne nicht ausgeschlossen 
werden, dass der zur Verhaftung ausgeschriebene B._____ noch verhaftet und 
weitere mögliche Mittäter aufgrund eines DNA-Hits in der Zeit bis zur Hauptver-
handlung als Täter eruiert und befragt werden könnten. Es sei naheliegend und 
müsse ernsthaft befürchtet werden, dass der Beschwerdeführer im vorzeitigen 
Strafvollzug Kontakt mit den Mittätern aufnehmen und versuchen werde, sie zu 
beeinflussen, zumal er selbst sämtliche Aussagen bisher verweigert habe. In Be-
zug auf den Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte wür-
den seine Aussagen sodann von denjenigen von C._____ abweichen. Es könne 
daher nicht ausgeschlossen werden, dass C._____ und/oder weitere Beteiligte 
vom Gericht erneut befragt werden müssten. Auch diesbezüglich bestehe somit 
nach wie vor Kollusionsgefahr. Ferner könne dem Haftgrund der Kollusionsgefahr 
im vorzeitigen Strafvollzug nicht ausreichend begegnet werden, zumal sämtliche 
Besuche unüberwacht stattfänden und die Post nicht mehr kontrolliert werde. 

3.2.3. Vorliegend ist der Beschwerdeführer bloss hinsichtlich des Vorwurfs der 
Fälschung von Ausweisen geständig. Zwar ist unbestritten, dass ein fehlendes 
oder nur teilweises Geständnis der Bewilligung des vorzeitigen Strafantritts nicht 
per se entgegensteht (BGer 1B_449/2015 v. 15.01.2016 E. 2.4). Eine solche Vor-
aussetzung wäre sachlich nur schwer zu rechtfertigen. Sie stünde in einem Span-
nungsverhältnis zu fundamentalen Verteidigungsrechten, namentlich dem Recht 
der beschuldigten Person, sich nicht selbst zu belasten oder die Aussage zu ver-
weigern. Allerdings kann – was ebenfalls nicht in Abrede gestellt wird – die fehlen-
de Geständigkeit – ebenso wie das Aussageverhalten allgemein – bei der Beurtei-
lung der Kollusionsgefahr eine Rolle spielen (BGer 1B_483/2011 v. 06.10.2011 E. 
2.4 mit Hinweisen). Zudem wiegen die dem Beschwerdeführer zur Last gelegten 
Taten relativ schwer (Vorwurf von über 70 Einbruchdiebstählen), was bei der An-
nahme von Kollusionsgefahr ebenfalls zu berücksichtigen ist (vgl. hierzu auch 
Frei/Zuberbühler Elsässer, a.a.O., N 22 f. zu Art. 221 StPO). Der Beschwerdefüh-
rer muss demzufolge im Fall einer Verurteilung mit einer empfindlichen Strafe 
rechnen. Entsprechend besteht für ihn ein erheblicher Anreiz, auf die Mitbeschul-
digten Einfluss zu nehmen, um sie zum Rückzug oder zur Abschwächung ihrer 
belastenden Aussagen zu veranlassen. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet 
auf bandenmässiges Vorgehen innerhalb einer grösseren Organisation. Bei einer 
solchen Konstellation ist die Gefahr von unerlaubten Absprachen mit allfälligen 
weiteren Bandenmitgliedern bis zur Hauptverhandlung als erheblich einzuschät-
zen. Dies weil sich – wie die Staatsanwaltschaft zutreffend darauf hinweist – auf-

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grund von sichergestellten DNA- oder Schuhspuren auch nach Abschluss der 
Strafuntersuchung noch Hinweise auf weitere Delikte oder weitere Mittäter erge-
ben könnten. Kommt erschwerend hinzu, dass der Beschwerdeführer bezüglich 
des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls einschlägig vorbestraft ist. 

3.2.4. Auch wenn es – soweit ersichtlich – bisher zu keinen konkreten Kollusions-
handlungen gekommen zu sein scheint, erlauben die konkreten Umstände 
(schwerer Vorwurf, Vorwurf einer Vielzahl von Einbruchdiebstählen im Rahmen 
einer kriminellen Organisation mit mehreren Mittätern, drohende Freiheitsstrafe), 
auf eine konkrete Kollusionsneigung zu schliessen. Es darf von einem grossen 
Interesse des Beschwerdeführers ausgegangen werden, mutmasslich beteiligte 
Personen oder Dritte zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Vor diesem Hintergrund 
muss die Kollusionsgefahr nach wie vor als hoch bezeichnet werden. Zwar können 
– wie bereits erwähnt – die für den ordentlichen Strafvollzug geltenden Vollzugser-
leichterungen nach Massgabe der Erfordernisse des Verfahrenszwecks und 
gemäss den Notwendigkeiten, die sich aus dem besonderen Haftgrund der Kollu-
sionsgefahr ergeben, beschränkt werden (vgl. Art. 236 Abs. 4 StPO; BGE 133 I 
270 E. 3.2.1). Wenn es der Haftzweck erfordert, sind Kontrollmassnahmen in Be-
zug auf Besuche, Telefonate, Briefverkehr, Kontakte mit Mitgefangenen etc. 
zulässig (BGer 1B_742/2012 v. 17.01.2013 E. 2.3 und 1B_84/2010 v. 12.04.2010 
E. 2.3.3). Art. 84 Abs. 2 StGB, der die Beziehungen des Strafgefangenen zur Aus-
senwelt betrifft, behält strafprozessuale Massnahmen zur Sicherstellung der Straf-
verfolgung ausdrücklich vor. Derartige Massnahmen müssen jedoch insgesamt 
noch als praktikabel erscheinen und dürfen nicht darauf hinauslaufen, dass sich 
der vorläufige Strafvollzug von den Haftbedingungen in der Untersuchungshaft 
kaum mehr unterscheidet (BGer 1B_449/2015 v. 15.01.2016 E. 2.6 und 
1B_24/2010 v. 19.02.2010 E. 4.5). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht 
erfüllt. Angesichts der dargelegten erheblichen Kollusionsgefahr müsste das indi-
viduelle Haft- resp. Vollzugsregime des Beschwerdeführers im vorzeitigen Straf-
vollzug dermassen verschärft und kontrolliert werden, dass es sich von den aktuel-
len Haftbedingungen kaum mehr wesentlich unterscheiden könnte. Da Beeinflus-
sungsversuche auch über Mitgefangene weitergegeben werden können, wäre 
auch der Kontakt zu diesen zu prüfen und nötigenfalls einzuschränken. Ein derart 
verschärftes Vollzugsregime ist im vorzeitigen Strafvollzug nicht praktikabel und 
würde sich – wie gesagt – von den jetzigen Haftbedingungen kaum unterscheiden.

4. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass trotz fortgeschrittenen Verfahrens-
stadiums von erheblicher Kollusionsgefahr ausgegangen werden muss, welcher 
nicht mit allfälligen Vollzugseinschränkungen begegnet werden kann. Die Staats-

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anwaltschaft hat das Gesuch um vorzeitigen Strafantritt somit zu Recht abgewie-
sen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Ver-
fahrenskosten (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von Art. 8 der Verordnung 
über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.201) werden die Kos-
ten des Beschwerdeverfahrens vorliegend auf CHF 1'500.00 festgesetzt. 

5.1. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 25. April 2022 (StA 
act. 1.12) wurde Rechtsanwalt lic. iur. Martin Tobler zum amtlichen Verteidiger des 
Beschwerdeführers ernannt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren stellte der 
Beschwerdeführer kein entsprechendes Begehren. Sollte er davon ausgehen, 
dass die Einsetzung seines Rechtsvertreters als amtlicher Verteidiger in der Stra-
funtersuchung auch für das Beschwerdeverfahren noch gilt, kann dem nicht ge-
folgt werden. Ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bzw. Einsetzung eines 
amtlichen Verteidigers ist bei der Beschwerdeinstanz grundsätzlich neu zu stellen, 
zumal im Beschwerdeverfahren erhöhte Voraussetzungen für deren Gewährung 
bestehen, namentlich die hinzukommende Nicht-Aussichtslosigkeit des Rechtsmit-
tels (vgl. hierzu auch BGer 1B_705/2011 v. 09.05.2012 E. 2.3.1). Dies gilt auch, 
wenn, wie vorliegend, die beschuldigte Person im Strafuntersuchungsverfahren 
gemäss Art. 130 f. StPO zwingend verteidigt werden muss und zur Sicherstellung 
der notwendigen Verteidigung von der Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 
132 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 133 StPO bereits ein amtlicher Verteidiger bestellt wor-
den ist. Der im Strafuntersuchungsverfahren eingesetzte amtliche Verteidiger wirkt 
im Beschwerdeverfahren – jedenfalls wenn die beschuldigte Person beschwerde-
führende Partei ist – nicht automatisch als unentgeltlicher Rechtsbeistand mit und 
zwar auch dann nicht, wenn die beschuldigte Person im Hauptverfahren notwen-
digerweise verteidigt werden muss (BGer 1B_705/2011 v. 09.05.2012, E. 2.3.2; 
Niklaus Ruckstuhl, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 5 zu Art. 130 
StPO). 

5.2. Da die Beschwerde abgewiesen wird, gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens von CHF 1'500.00 vollumfänglich zu Lasten des Beschwerdeführers. 
Parteientschädigungen sind keine zu sprechen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
von A._____.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Diese ist dem Bundes-
gericht schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: