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**Case Identifier:** 14e6ad88-4102-5b09-a208-4d2ad054bc8b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 23.02.2007 BZ.2006.46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BZ-2006-46_2007-02-23.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BZ.2006.46

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 23.02.2007

Entscheiddatum: 23.02.2007

Entscheid Kantonsgericht, 23.02.2007
Art. 363 ff., 394 ff. OR; Art. 227 Abs. 3, ZPO; Art. 50 Abs. 2 GerG. 
Architekturvertrag: Beurteilung von Schadenersatzansprüchen des Bauherrn 
sowie Honorarrestforderungen des Architekten nach einer früheren 
Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zur Beweisergänzung und 
neuen Entscheidung sowie erneuter Berufung. Bindung des Kantonsgerichts 
an seine im Rückweisungsentscheid vertretene Rechtsauffassung 
(Kantonsgericht, III. Zivilkammer, 23. Februar 2007, BZ.2006.46).

Erwägungen

 

I.

1. Die Klägerin erstellte in den Jahren 1994 bis 1996 in W. ein Mehrfamilienhaus mit elf 

Eigentumswohnungen. Der Beklagte war bei diesem Bauvorhaben als Architekt tätig. 

Gegen Ende der Bauzeit verschlechterte sich das Verhältnis zwischen dem Architekten 

und der Bauherrschaft. Die Klägerin warf dem Beklagten schliesslich vor, er habe 

diverse vertraglich vereinbarte Leistungen nicht oder mangelhaft erbracht und ihr durch 

Verletzungen seiner Sorgfaltspflicht in verschiedener Hinsicht Schaden zugefügt (vgl. 

Klage 2 ff.).

2. Am 30. November 1998 erhob die Klägerin - nach erfolglosem Vermittlungsverfahren 

- beim Bezirksgericht (nunmehr: Kreisgericht) Klage mit dem Begehren, der Beklagte 

sei zu verpflichten, ihr Fr. 100'000.- nebst 5% Zins seit 1. Juni 1996 zu bezahlen. Sie 

bezeichnete ihre Klage ausdrücklich als Teilklage und begründete den Klagebetrag mit 

Forderungen von insgesamt Fr. 620'746.80 (vgl. insbes. Klage 1 f. und 41 f.; der 

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Totalbetrag von Fr. 623'314.50 in Ziffer 212 der Klage beruht auf einem Additionsfehler 

in Ziffer 155). Diese setzten sich zusammen aus einer Teilrückforderung des 

Architektenhonorars von Fr. 83'479.70 sowie einer Vielzahl von 

Schadenersatzforderungen zufolge angeblich nicht richtiger Erfüllung des 

Architekturvertrags in einem Gesamtbetrag von Fr. 537'267.10 (vgl. insbes. Klage 41 f.). 

In seiner Klageantwort vom 15. Februar 1999 liess der Beklagte die Abweisung der 

Klage beantragen; er wies die Forderungen der Klägerin als unberechtigt zurück und 

machte zudem verrechnungsweise Gegenforderungen in einem Gesamtbetrag von Fr. 

76'132.60 geltend (insbes. Klageantwort, 31 f.) . Das Bezirksgericht wies die Klage mit 

Entscheid vom 1. Februar 2000 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Klägerin vollumfänglich ab (Verfahren OV.1998.23; Akten im folgenden zitiert: vi/I); es 

war zum Schluss gekommen, die Klägerin habe weder den Inhalt des 

Architekturvertrages noch dessen mangelhafte Erfüllung nachgewiesen.

3. Gegen diesen Entscheid erhob die Klägerin mit Eingabe vom 9. Juni 2000 beim 

Kantonsgericht Berufung mit dem Begehren, die Klage sei vollumfänglich 

gutzuheissen, eventualiter sei die Streitsache zur Durchführung eines Beweisverfahrens 

an die Vorinstanz zurückzuweisen (Berufungsschrift im Verfahren BZ.2000.67-K3; 

Akten im Folgenden zitiert: B/I). Sie begründete den Klagebetrag nunmehr mit 

Forderungen von insgesamt Fr. 899'620.80 (B/I/1; der im Rückweisungsentscheid vom 

18. Juli 2002 [B/I/30] angeführte Betrag von Fr. 902'188.50 beruht auf dem bereits 

erwähnten Additionsfehler in Ziffer 155 der Klagebegründung). In seiner 

Berufungsantwort vom 9. August 2000 liess der Beklagte die Abweisung der Berufung 

beantragen; zugleich erhob er Anschlussberufung mit dem Begehren, die vom 

Bezirksgericht festgesetzte Parteientschädigung sei zu erhöhen (B/I/8 und B/I/11). Mit 

Eingabe vom 15. September 2000 beantragte die Klägerin die Abweisung der 

Anschlussberufung (B/I/14). Mit Entscheid vom 18. Juli 2002 hob das Kantonsgericht 

den erstinstanzlichen Entscheid auf und wies die Streitsache im Sinne der Erwägungen 

zur Beweiserhebung und neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück (B/I/30; im 

Folgenden: Rückweisungsentscheid). Die Verlegung der zweitinstanzlichen 

Entscheidgebühr (Fr. 12'000.-) und der zweitinstanzlichen Parteikosten (je Fr. 10'500.-) 

wurde dem Endentscheid vorbehalten. In den Erwägungen kam das Kantonsgericht im 

Hinblick auf einen Teil der Schadenersatzforderungen (nämlich: Schadenersatz wegen 

Kostenüberschreitungen; Schadenersatz wegen Baustopp im Dachgeschoss; 

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Schadenersatz für eigenen Mehraufwand der Klägerin; Schadenersatz wegen eines 

Planungsfehlers bei der Schliessanlage) zum Schluss, diese seien unbegründet. 

Bezüglich der Honorarrückforderung sowie der verbleibenden 

Schadenersatzforderungen (Schadenersatz wegen Mietzinsausfall Wohnung Nr. 9; 

Schadenersatz wegen Kaufpreisminderung Wohnung Nr. 9; Schadenersatz wegen 

verschiedener Planungsfehler [Decke Tiefgarage, Treppenhaus, Treppenhausfenster, 

Hydraulikzuleitung Lift, Konstruktion Erdgeschoss, Niveaudifferenzen, Gefälle 

Balkonböden, Cheminéeabluft sowie Küchenabluft]) wies es die Streitsache zur 

Durchführung eines Beweisverfahrens, insbesondere zur Einholung einer Expertise, 

sowie zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Aufgrund der Rückweisung 

erübrigte sich eine Prüfung der beklagtischen Verrechnungsforderungen; die 

Anschlussberufung erwies sich als gegenstandslos.

4. Nach durchgeführtem Beweisverfahren (Einholung einer Expertise im Sinne des 

Rückweisungsentscheids [vgl. Gutachten und Zusatzgutachten von Experte M, vi/II-

act. 36 und 70], Expertenbefragung [vi/II-act. 68], Zeugeneinvernahme F [vi/II-act. 67]) 

hiess die Vorinstanz die Klage mit Entscheid vom 17. Januar 2006 im Umfang von Fr. 

42'485.40 nebst 5% Zins seit 30. November 1998 gut. Der zugesprochene Betrag 

setzte sich wie folgt zusammen:

Schadenersatz wegen Planungsfehler Treppenhaus Fr. 1'402.75

Schadenersatz wegen Planungsfehler Hydraulikzuleitung Lift Fr. 1'513.50

Schadenersatz wegen Planungsfehler Cheminéeabluft Fr. 5'628.85

Schadenersatz wegen Planungsfehler Küchenabluft Fr. 513.50

Schadenersatz für Mietzinsausfall Wohnung Nr. 9 Fr. 3'200.00

Schadenersatz für Kaufpreisminderung Wohnung Nr. 9 wegen

Planungsfehler Cheminéeeinbau Fr. 4'000.00

Honorarrückforderung Fr. 32'800.00

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Zwischentotal Fr. 49'058.60

abzüglich Verrechnungsanspruch aus Mehraufwand für

Planänderung/Baueingabe Wohnung Nr. 9 Fr. 6'573.20

Total Fr. 42'485.40

Die Gerichtskosten (Entscheidgebühr Kreisgericht von Fr. 12'000.-, Entscheidgebühr 

Kantonsgericht von Fr. 12'000.-, Expertisekosten von Fr. 15'921.60) auferlegte die 

Vorinstanz im Umfang von fünf Sechsteln der Klägerin (unter Anrechnung der 

erstinstanzlichen Einschreibgebühr von Fr. 700.- sowie des Beweiskostenvorschusses 

von Fr. 15'200.-) und zu einem Sechstel dem Beklagten. Zudem verpflichtete sie die 

Klägerin, den Beklagten für dessen erst- und zweitinstanzlichen Parteikosten mit Fr. 

18'563.40 zu entschädigen.

5. Gegen diesen Entscheid erhob die Klägerin mit Eingabe vom 23. Mai 2006 

fristgerecht die vorliegende Berufung mit dem Antrag, der erstinstanzliche Entscheid 

sei aufzuheben und die Klage sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erst- 

und zweitinstanzliche Verfahren zulasten des Beklagten vollumfänglich gutzuheissen. 

Zur Begründung brachte sie vor, der Beklagte habe über die von der Vorinstanz 

gutgeheissenen Positionen hinaus auch für den wegen des Baustopps im 

Dachgeschoss entstandenen Schaden von total Fr. 110'467.85 einzustehen; 

zusammen mit den von der Vorinstanz zugesprochenen Fr. 42'485.40 ergebe sich 

damit ein Gesamtbetrag zu ihren Gunsten von Fr. 152'953.25, wovon Fr. 100'000.- "im 

jetzigen Zeitpunkt gerichtlich geltend gemacht" würden (Berufung, 5 ff.). Für den Fall, 

dass dem nicht entsprochen werde, stellte die Klägerin zudem das Begehren, die 

erstinstanzlichen Gerichts- und Parteikosten seien zu kürzen und im Sinne der 

Ausführungen auf Seite 14 f. der Berufungsschrift neu zu verlegen (vgl. Berufung, 6 und 

14 f.). Mit seiner Berufungsantwort vom 7. Juli 2006 liess der Beklagte beantragen, die 

Berufung sei abzuweisen. Zugleich erhob er Anschlussberufung mit dem Begehren, der 

erstinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und er sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 

28'285.40 (Fr. 42'485.40 gemäss Urteil des Kreisgerichts, abzüglich Schadenersatz für 

Mietzinsausfall Wohnung Nr. 9 von Fr. 3'200.-, abzüglich Schadersatz für 

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Kaufpreisminderung Wohnung Nr. 9 von Fr. 4'000.-, abzüglich offenes 

Pauschalhonorar von Fr. 7'000.-) zu bezahlen. Mit Eingabe vom 11. September 2006 

stellte die Klägerin das Begehren, die Anschlussberufung sei abzuweisen (B/14). Eine 

Berufungsverhandlung wurde nicht durchgeführt; auf einen zweiten Schriftenwechsel 

haben die Parteien verzichtet (B/18).

 

II.

Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid aus, die Klägerin habe ihre Forderung 

nach Vorliegen der Expertise auf Fr. 43'558.60 reduziert (Urteil, 3). Die Klägerin macht 

in der Berufungsschrift geltend, eine solche Klagereduktion habe sie nie erklärt. Sie sei 

lediglich in Bezug auf die vom Experten beurteilten Forderungen im Rahmen der 

Beweiswürdigung zum Schluss gekommen, die Honorarminderung müsse auf Fr. 

32'800.- und der Schadenersatz wegen Baumängeln auf Fr. 10'058.60 festgesetzt 

werden. An der Schadenersatzforderung wegen des Baustopps - die nicht Gegenstand 

der Expertise gewesen sei - habe sie jedoch explizit festgehalten (Berufung, 4 f.). Diese 

Darstellung wird vom Beklagten in der Berufungsantwort/Anschlussberufung nicht 

bestritten, womit ohne weiteres davon auszugehen ist, dass sie zutrifft.

 

III.

1. Weist das Kantonsgericht eine Streitsache zu weiteren Erhebungen und neuer 

Entscheidung an das Kreisgericht zurück, ist es bei erneuter Befassung mit dem Fall in 

einem weiteren Berufungsverfahren an seine im Rückweisungsentscheid vertretene 

Rechtsauffassung gebunden (BZ.1999.72-K3, 12 ff.; vgl. auch BGE 111 II 95 mit 

Hinweisen auf weitere Entscheide [für das Bundesgericht] sowie BÜHLER/EDELMANN/

KILLER, Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, N 4 zu § 280 [für das 

Obergericht des Kantons Aargau]). Zwar regelt das Gerichtsgesetz nur, dass die untere 

Instanz an die Rechtsauffassung in einem Rückweisungsentscheid gebunden ist (vgl. 

Art. 50 Abs. 2 GerG). Auch trifft zu, dass ein Rückweisungsentscheid prozessleitender - 

und nicht prozessabschliessender - Natur ist und ihm keine materielle Rechtskraft 

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zukommt (vgl. OSCAR VOGEL, Die Bindung an den Rückweisungsentscheid, in: 

Festschrift 125 Jahre Kassationsgericht des Kantons Zürich, 135). Indessen würde es 

der Entscheidungslogik widersprechen, die untere Instanz, an welche die Streitsache 

zurückgewiesen wird, an die Rechtsauffassung der Rückweisungsinstanz zu binden, 

diese selbst aber - falls sie sich wieder mit dem Fall befasst - davon auszunehmen; 

liesse man dies zu, könnte dies theoretisch zu endlosen Rückweisungen führen (vgl. 

VOGEL, a.a.O., 137 f. und 139). Zudem kommt einem Rückweisungsentscheid - wenn 

er auch prozessleitender Natur ist - immerhin urteilsähnliche Bedeutung zu: Indem er 

rechtliche und tatsächliche (Vor-) Fragen klärt und dies für die Vorinstanz verbindlich 

ist, legt er den neuen Entscheid bereits weitgehend fest; dieser kann grundsätzlich nur 

noch durch das Ergebnis der weiteren Erhebungen beeinflusst werden (vgl. VOGEL, 

a.a.O., 139). Erfolgt die Rückweisung - wie hier - "im Sinne der Erwägungen" (was im 

allgemeinen der Fall ist), fällt überdies in Betracht, dass die geäusserte 

Rechtsauffassung mit dieser Formulierung auch Eingang in das Dispositiv des 

Rückweisungsentscheides gefunden hat, was einem späteren Abweichen ebenfalls 

entgegensteht. Und schliesslich gebieten auch die verfassungsmässigen 

Verfahrensgarantien des Handelns nach Treu und Glauben sowie des 

Beschleunigungsgebotes, dass die rückweisende Instanz an ihre einmal festgelegte 

Rechtsauffassung gebunden ist (VOGEL, a.a.O., 140). Immerhin besteht aber die 

Selbstbindung des Kantonsgerichts nur unter dem Vorbehalt, dass die 

Urteilsgrundlagen dieselben geblieben sind; liegt - etwa aufgrund der durch den 

Rückweisungsentscheid geforderten Erhebungen oder weil gestützt auf Art. 164 ZPO 

neue Tatsachen zulässigerweise in den Prozess eingebracht wurden (vgl. dazu unten 

Erw. 2) - ein veränderter Sachverhalt vor, oder erfolgte in der Zwischenzeit eine Rechts- 

oder Praxisänderung, kann dies zu einer abweichenden Beurteilung führen (vgl. 

VOGEL, a.a.O., 137, 143 f.; BÜHLER/EDELMANN/KILLER, a.a.O.).

2. Aus der grundsätzlichen Selbstbindung des Kantonsgerichts an die im 

Rückweisungsentscheid geäusserte Rechtsauffassung folgt, dass dieses im Falle einer 

erneuten Berufung sein zweites Urteil nicht auf rechtliche Gesichtspunkte stützen darf, 

die im Rückweisungsentscheid abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen 

wurden (so für das Bundesgericht: BGE 90 II 308 f., 101 II 145, 111 II 95). Daraus 

wiederum folgt, dass in einem zweiten Berufungsverfahren - soweit nicht die 

Voraussetzungen für eine nachträgliche Eingabe gemäss Art. 164 ZPO erfüllt sind - 

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neue Tatsachenbehauptungen und Beweisanträge zu Streitfragen, die das 

Kantonsgericht im Rückweisungsentscheid bereits abschliessend behandelt hat, nicht 

beachtet werden dürfen und demgemäss auch unzulässig sind. Dies muss im Übrigen 

auch deshalb gelten, weil andernfalls die im betroffenen Punkt unterliegende Partei 

Versäumnisse im ersten Berufungsverfahren - insbesondere auch, soweit diese die 

Auffassung des Kantonsgerichts massgebend beeinflusst haben - im zweiten 

Berufungsverfahren nachholen und sich mittels neuer Tatsachenbehauptungen und 

Beweismittel mit der Begründung des Kantonsgerichts auseinandersetzen könnte, 

womit ihr faktisch ein doppeltes Berufungsverfahren sowie ein Recht auf 

Wiedererwägung eingeräumt würde, was gesetzlich nicht vorgesehen ist und auf eine 

stossende Ungleichbehandlung der Parteien hinauslaufen würde.

 

IV.

1. Die Klägerin begründet ihre Berufung in materieller Hinsicht ausschliesslich damit, 

dass ihr der Beklagte über den von der Vorinstanz zugesprochenen Betrag hinaus 

einen Schaden von insgesamt Fr. 110'467.85 (recte: Fr. 103'967.85 [in Ziffer 27 und 29 

ist der Zinsverlust von Fr. 6'500.- doppelt berücksichtigt]) zu ersetzen habe, der ihr im 

Zusammenhang mit einem Baustopp im Dachgeschoss entstanden sei (Berufung, 6 ff.).

a) Im erstinstanzlichen Verfahren (Klage, 31 ff.; Replik, 26 f.) und im ersten 

Berufungsverfahren (B/I/1, 39 ff.) machte die Klägerin im Zusammenhang mit dieser 

Schadenersatzforderung im wesentlichen geltend, die Gemeinde W. habe am 4. Januar 

1996 einen Baustopp für das Dachgeschoss verfügt, weil diverse Änderungen in 

diesem Bereich ohne Bewilligung vorgenommen worden seien (kläg. act. 95). Der 

Beklagte habe auf Plänen, die der Gemeinde eingereicht worden seien, einen 

Verbindungsgang zwischen dem Schlafbereich im Dachgeschoss und der 

vorgesehenen Galerie nicht eingezeichnet, obschon ihm hätte klar sein müssen, dass 

dieser Verbindungsgang notwendig gewesen sei, um die Galerie überhaupt nutzen zu 

können. In allen anderen Plänen, insbesondere in denjenigen, welche die Unternehmer 

verwendet hätten, sei dieser Verbindungsgang eingezeichnet gewesen. Durch dessen 

Weglassen habe der Beklagte gegenüber der Gemeindeverwaltung zu verschleiern 

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versucht, dass die bereits fertig gezeichneten Pläne nicht mit den vorgelegten 

Berechnungen im Einklang gestanden hätten und dass die tatsächliche Wohnfläche der 

Wohnungen grösser gewesen sei als ausgewiesen. Sie, die Klägerin, habe zwar die der 

Gemeinde eingereichten Baueingabepläne unterschrieben, doch sei sie durch den 

Beklagten hinsichtlich des Weglassens des Verbindungsganges getäuscht worden. In 

der Verkaufsdokumentation seien die Verbindungsgänge eingezeichnet gewesen und 

die Galeriefläche sei überall als begehbar und nutzbar ausgewiesen worden. In diesen, 

der Gemeinde verheimlichten Plänen sei die zulässige Bruttogeschossfläche in 

zweierlei Hinsicht überschritten gewesen. Erstens sei die Ausnützung des 

Dachgeschosses um 88.77 m2 zu hoch gewesen. Zweitens sei die Gesamtausnützung 

der Parzelle zu gross geworden, indem sich statt der zulässigen Ausnützungsziffer von 

0.8 eine solche von 0.85 ergeben habe. Durch das Arbeiten mit den nicht genehmigten 

Plänen seien in verschiedener Hinsicht Kosten entstanden, für die der Beklagte hafte: 

Das Problem der Überschreitung der Gesamtausnützung sei so gelöst worden, dass 

der im Kaufvertrag mit der Firma H vereinbarte Ausnützungsverzicht von insgesamt 235 

m2 teilweise wieder rückgängig gemacht worden sei. Dadurch seien Kosten von Fr. 

63'550.- entstanden (kläg. act. 104). Sodann sei die Übernutzung des Dachgeschosses 

reduziert worden, indem zusätzliche Wände eingezogen worden seien und man einen 

Teil des bisherigen Wohnraums in Abstellraum bzw. Estrich verwandelt habe. Zudem 

seien mehrere Dachfenster geschlossen worden. Die entsprechenden Kosten hätten Fr. 

15'069.70 betragen (kläg. act. 111 und 112). Nachdem sodann auf den 1. Januar 1997 

neue baurechtliche Bestimmungen in Kraft getreten seien, hätten die nachträglich 

erstellten Mauern wieder entfernt werden können. Dadurch seien Kosten von Fr. 

1'165.55 sowie Fr. 4'776.- entstanden (kläg. act. 114 und 115); da sie den Käufern der 

Wohnung aufgrund der damit verbundenen Umtriebe habe gestatten müssen, einen 

Kaufpreisanteil von Fr. 50'000.- statt per 1. Mai 1995 erst per Ende April 1996 zu 

bezahlen, habe sie zudem einen Zinsverlust (inkl. Kreditkommission) von Fr. 6'500.- 

erlitten (kläg. act. 113). Insgesamt würden sich unter diesem Titel somit Kosten von Fr. 

12'441.55 ergeben. Und schliesslich habe der verfügte Baustopp verschiedene 

Verfahrenskosten sowie eine Busse nach sich gezogen; diese Kosten würden sich auf 

Fr. 12'906.60 belaufen.

Der Beklagte seinerseits wies diese Schadenersatzforderung als unberechtigt zurück. 

Er machte geltend, ursprünglich seien im Dachgeschoss eine 3½-Zimmer- und eine

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4½-Zimmerwohnung vorgesehen gewesen. Auf Veranlassung der Klägerin seien die 

beiden Dachwohnungen auf 5½-Zimmerwohnungen vergrössert worden. Gemäss 

damals geltendem Baugesetz wäre nur eine 3½- und eine 4½- Zimmerwohnung 

möglich gewesen; die Klägerin habe dies genau gewusst, und die erste Baueingabe 

habe dem auch entsprochen. Auf Veranlassung der Klägerin habe dann eine zweite 

Baueingabe eingereicht werden müssen, auf welcher die erwähnte Galerie nicht mehr 

eingezeichnet gewesen sei und aus der daher die Vergrösserung der beiden 

Dachwohnungen nicht erkennbar gewesen sei (vgl. insbes. Klageantwort, 26 f.).

b) Das Kantonsgericht ist bereits im Entscheid vom 18. Juli 2002 zum Schluss 

gekommen, sämtliche Schadenersatzforderungen, welche die Klägerin im 

Zusammenhang mit dem Baustopp im Dachgeschoss stelle, seien unbegründet. Dazu 

führte es in den Erwägungen folgendes aus (Rückweisungsentscheid, 19-22):

Umstritten sei, auf wessen Veranlassung die unzutreffenden Pläne der Gemeinde 

eingereicht worden seien. Umstritten sei auch, ob ursprünglich 3½- und 4½-Zimmer-

wohnungen oder 4½- und 5½-Zimmerwohnungen eingeplant worden seien (mit 

Hinweis auf Klageantwort, 26 und Replik, N 77). Klar sei aber, dass das ursprüngliche 

Projekt insofern verändert worden sei, als später zwei gleich grosse 5½-

Zimmerwohnungen vorgesehen gewesen seien (Replik, N 78 und kläg. act. 177, 3). 

Anlässlich einer Besprechung vom 9. März 1995, an welcher K für die Klägerin sowie 

der Beklagte teilgenommen hätten, habe eine längere Diskussion über die Planung des 

Dachgeschosses stattgefunden. K habe beim Haus A eine Spiegelung des Grundrisses 

gewünscht, damit beide Wohnungen über eine grosse Dachterrasse verfügen würden. 

Die Architekten seien beauftragt worden, Vorschläge zur Optimierung auszuarbeiten 

(kläg. act. 189). An der nächsten Sitzung, welche am 30. März 1995 stattgefunden habe 

und bei welcher insbesondere K und der Beklagte anwesend gewesen seien, hätten die 

geänderten Pläne vorgelegen. Die Beteiligten seien der Meinung gewesen, diese hätten 

zu einer Optimierung geführt (kläg. act. 188). Die 5½-Zimmerwohnungen mit der 

begehbaren Galerie seien in der Verkaufsdokumentation gezeigt worden (kläg. act. 99). 

Es sei auch unbestritten, dass das konventionelle Steildach im ursprünglichen Projekt 

durch ein Mansardendach ersetzt worden sei, um damit die Nutzung des 

Dachgeschosses zu verbessern (Replik, N 76). Ein grösserer Teil des 

Galeriegeschosses habe damit normale Raumhöhe bekommen sollen. Es ergebe sich 

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daraus, dass die Klägerin den Willen gehabt habe, die Nutzung des Dachgeschosses 

zu vergrössern (Replik, N 76).

In ihrem Plädoyer vor Kantonsgericht habe die Klägerin auf die Pflicht des Architekten 

hingewiesen, fehlerhafte Weisungen des Bauherrn abzumahnen. Die Abmahnung 

gehöre zur Beratungspflicht des Architekten. Sie müsse ausdrücklich erfolgen, d.h. 

bestimmt und klar sein (mit Hinweis auf SCHUMACHER, in: Gauch/Tercier, Das 

Architektenrecht, 3. A., N 449 f.). Eine besondere Form für die Abmahnung des 

Architekten sei in der SIA-Ordnung 102 nicht vorgesehen (Art. 1.4.4 Abs. 1 SIA-

Ordnung 102; vgl. zu deren Vereinbarung im vorliegenden Fall: 

Rückweisungsentscheid, 4 ff.). Die Pflicht zur Abmahnung beruhe auf der Vorstellung, 

der Beauftragte sei der sachverständige Teil des Auftragsvertrages (mit Hinweis auf 

BGE 116 II 309 und 456). Verfüge der Auftraggeber in Bezug auf die erteilte Weisung 

seinerseits über Sachverstand, so hafte der Beauftragte nur, wenn er die 

Fehlerhaftigkeit der Weisung erkannt habe bzw. hätte erkennen müssen (mit Hinweis 

auf PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 4. A., Nr. 1955 ff. sowie WALTER FELLMANN, 

Berner Kommentar, N 117 ff. zu Art. 397 OR). Auch in diesen beiden Fällen stehe dem 

Beauftragten, der die Abmahnung unterlassen habe, aber der Nachweis offen, dass der 

Mangel trotz Abmahnung des Auftraggebers eingetreten wäre (mit Hinweis auf 

GAUCH, a.a.O., Nr. 1963 und 1954 sowie Baurecht 1989, 82 f.). Vorliegend sei die 

Klägerin, vertreten durch K, an den Besprechungen, an denen die Grundrisse der 

Dachwohnungen festgelegt worden seien, anwesend gewesen (kläg. act. 10 [Protokoll 

Nr. 1], kläg. act. 179 [Protokoll Nr. 2], kläg. act. 180 [Protokoll Nr. 3], kläg. act. 189 

[Protokoll Nr. 4] und kläg. act. 188 [Protokoll Nr. 5]). Die Problematik der 

Ausnützungsziffer sei der Klägerin bekannt gewesen. So habe sie im Kaufvertrag vom 

3. November 1994 235 m2 Landanteil zur Ausnutzung auf Parzelle 223 übertragen 

(kläg. act. 104 Ziffer 2 der weiteren Kaufbestimmungen). 227 m2 dieser 

Ausnützungsbeschränkung habe in der Folge auf ein anderes Grundstück verlegt 

werden müssen (kläg. act. 132 Ziffer 4 und kläg. act. 105). An der Besprechung vom 

17. November 1994 sei des Weiteren die Realisierung eines Hauses C besprochen und 

dabei die Frage der Ausnützungsziffer erörtert worden (kläg. act. 179 Ziffer 3). Aus den 

Akten ergebe sich zudem, dass sich K, sei es im Namen der Klägerin, sei es im Namen 

der Treuhand O, intensiv mit dem Bauvorhaben beschäftigt habe (kläg. act. 11, kläg. 

act. 16, kläg. act. 28 und kläg. act. 29) und daher als im Bauwesen Sachverständiger 

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zu bezeichnen sei. Das Bestehen von Ausnützungsziffern sei einem Baufachmann 

bekannt. Die Klägerin behaupte im Übrigen nicht, dass sie von der Vergrösserung auf 

zwei 5½-Zimmerwohnungen Abstand genommen hätte, wenn ihr die Unvereinbarkeit 

mit den damaligen Bauvorschriften bewusst gewesen wäre. Möglicherweise habe die 

Klägerin auch damit gerechnet, dass das zukünftige Recht diese vergrösserte Nutzung 

zulassen würde. Es sei daher davon auszugehen, dass die Klägerin die Vorschriften 

betreffend die Ausnützungsziffern gekannt und deren - einstweilige - Überschreitung 

bewusst in Kauf genommen habe. Die Klägerin könne sich daher nicht auf die allenfalls 

unterbliebene Abmahnung durch den Beklagten berufen.

Die von der Klägerin geltend gemachten Kosten für die Rückgängigmachung des 

Ausnützungsverzichts (Fr. 63'550.-) und die Umbauarbeiten (Fr. 15'069.70) seien 

entstanden, weil die Wohnungen im Dachgeschoss über die zulässige 

Ausnützungsziffer hinaus vergrössert worden seien. Aus diesem Grund habe der 

geltend gemachte Ausnützungszifferverzicht, wie erwähnt, teilweise rückgängig 

gemacht werden müssen, und hätten im Dachgeschoss Wände eingezogen werden 

müssen. Sollte der Beklagte - was von diesem aber bestritten werde - ohne Anweisung 

der Klägerin für die Gemeinde unzutreffende Pläne gezeichnet haben, wäre dies für das 

Entstehen der genannten Kosten nicht kausal. Kausal sei einzig die Vergrösserung der 

Ausnützungsziffer gewesen. Auch die Kosten des Baustoppverfahrens von Fr. 

12'906.60 gehe nicht auf die falsch gezeichneten Pläne zurück, sondern auf die 

Tatsache, dass verschiedene Grundriss- und Fassadenänderungen ohne Bewilligung 

vorgenommen worden seien (kläg. act. 95). Die Klägerin sei insbesondere im Begriff 

gewesen, die beiden Wohnungen im Dachgeschoss abweichend von den 

ursprünglichen Plänen zu bauen. Schliesslich könnten auch die Kosten im 

Zusammenhang mit dem späteren Entfernen der Wände (Fr. 12'441.55) nicht dem 

Beklagten angelastet werden. Sie hätten ihren Grund darin, dass in der Zwischenzeit 

die baurechtlichen Bestimmungen geändert hätten.

c) Nach dem in Erw. III Gesagten ist das Kantonsgericht im vorliegenden, zweiten 

Berufungsverfahren an diese im Rückweisungsentscheid vertretene Rechtsauffassung 

gebunden. Ein veränderter Sachverhalt oder eine Rechts- oder Praxisänderung, die zu 

einer abweichenden Beurteilung führen könnten, liegen nicht vor. Soweit sich die 

Klägerin in der Berufungsschrift (S. 6 ff.) noch einmal zur fraglichen 

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Schadenersatzforderung äussert und dabei neue Tatsachenbehauptungen vorbringt 

und neue Beweismittel nennt, legt sie in keiner Art dar - und ist aufgrund der Akten 

auch nicht ersichtlich -, dass die Voraussetzungen für eine nachträgliche Eingabe im 

Sinne von Art. 164 ZPO erfüllt wären, womit es sich schon aus prozessualen Gründen 

verbietet, auf diese neuen Vorbringen einzugehen. Insoweit hat es daher bei den 

Erwägungen im Rückweisungsentscheid und der dortigen Schlussfolgerung sein 

Bewenden, was in materieller Hinsicht zur Abweisung der Berufung führt.

2. Der Beklagte begründet seine Anschlussberufung zum einen damit, dass die 

Vorinstanz der Klägerin bezüglich der Wohnung Nr. 9 zu Unrecht Schadenersatz von 

Fr. 3'200.- für einen Mietzinsausfall (dazu unten Erw. a) sowie Schadenersatz von Fr. 

4'000.- wegen einer Kaufpreisminderung (dazu unten Erw. b) zugesprochen habe. Zum 

andern macht er weiterhin (verrechnungsweise) einen angeblich noch offenen 

Honoraranteil von Fr. 7'000.- geltend, den die Vorinstanz als nicht ausgewiesen 

erachtet hat (dazu unten Erw. c).

a) Das Ehepaar X - deutsche Staatsangehörige - interessierten sich u.a. für den Kauf 

der Wohnung Nr. 9. Für die Zeit bis zum Vorliegen der entsprechenden Bewilligungen 

schloss die Klägerin mit ihnen am 9./10. August 1996 einen Mietvertrag, der den 1. 

November 1996 als Mietbeginn vorsah (Klage, 37). Die Klägerin brachte in der 

Klageschrift vor, trotz verschiedener Mahnungen an den Beklagten sei die Wohnung 

am 8. November 1996 nicht bezugsbereit gewesen. Das Ehepaar X sei daher vom 

Mietvertrag zurückgetreten und habe die Wohnung erst ab 1. März 1997 übernommen; 

dadurch sei ein Mietzinsausfall von vier Monatsmieten (Fr. 7'200.-) entstanden, für den 

der Beklagte einzustehen habe (Klage, 37 ff.). In der Klageantwort bestritt der Beklagte 

diese Forderung. Er machte insbesondere geltend, die Fertigstellung der Wohnung Nr. 

9 auf den gewünschten Zeitpunkt hin sei, wegen des komplizierten Ausleseverfahrens 

und da Änderungswünsche der Mieter ein erneutes Baubewilligungsverfahren 

ausgelöst hätten, nicht möglich gewesen (Klageantwort, 27 f.). Im Entscheid vom 18. 

Juli 2002 wies das Kantonsgericht die Streitsache in diesem Punkt zur Klärung der 

Frage, ob dem Beklagten eine Schlechterfüllung anzulasten sei, an die Vorinstanz 

zurück (Rückweisungsentscheid, 22). Im daraufhin von der Vorinstanz eingeholten 

Gutachten kam der Experte zum Schluss, aufgrund der erheblichen 

Änderungswünsche wäre die Fertigstellung der Wohnung Nr. 9 frühestens auf 

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Weihnachten 1996 möglich gewesen (Expertise vom 17. Mai 2005 [= vi/II-act. 36], 20 

f.). Gestützt darauf ging die Vorinstanz davon aus, ein Mietbeginn auf den 1. Januar 

1997 wäre realistisch gewesen, weshalb der Beklagte nur - aber immerhin - für den 

Ausfall von zwei Monatsmieten von zusammen Fr. 3'200.- einzustehen habe (Urteil, 10 

f.; die Berechnung des Betrages ist nicht nachvollziehbar). Diesem Schluss der 

Vorinstanz ist entgegenzuhalten, dass den eigenen Ausführungen der Klägerin zufolge 

für Herrn und Frau X bei Nichtfertigstellung der Wohnung bis spätestens 8. November 

1996 die Übernahme der Wohnung frühestens per 1. März 1997 wieder in Frage kam, 

da sie den Winter am Zweitwohnsitz in Florida verbringen wollten und ihnen ein Umzug 

offenbar nur vor oder nach diesem Aufenthalt möglich war (Klage, 38). Auch für den 

Mietzinsausfall ab Januar 1997 waren somit die Änderungswünsche der Mieter (und 

nachmaligen Käufer) kausal, welche gemäss Expertise die Fertigstellung der Wohnung 

bis 8. November 1996 verunmöglicht haben; wäre die Wohnung bis Weihnachten 1996 

bezugsbereit gewesen, hätte dies den fraglichen Schaden nicht verhindert. Unter 

diesen Umständen kann (auch) der Mietzinsausfall der Monate Januar und Februar 

1997 nicht dem Beklagten angelastet werden, womit sich die Anschlussberufung in 

diesem Punkt als begründet erweist.

b) Die Klägerin machte im erstinstanzlichen Verfahren geltend, in der Wohnung Nr. 9 

habe das durch den Beklagten eingezeichnete Cheminée nicht installiert werden 

können, weil es unmöglich gewesen sei, das Rauchrohr durch die darüberliegende 

Wohnung zu führen. Später habe sich dann auch gezeigt, dass in der Wohnung Nr. 9 

an gar keiner Stelle der Einbau eines Cheminées möglich sei; sie habe sich aus diesem 

Grund einen Abzug am Kaufpreis von Fr. 4'000.- gefallen lassen müssen (Klage, 39). In 

der Klageantwort wies der Beklagte auch in diesem Zusammenhang den Vorwurf einer 

Fehlplanung zurück, dies im Wesentlichen mit der Begründung, mit Ausnahme der 

Dachwohnungen seien keine "Cheminée-Öfen" vorgesehen gewesen; diese seien 

vielmehr nachträglich im Zuge der Wohnungsverkäufe und ohne Rücksprache mit ihm 

von K versprochen worden (Klageantwort, 15 f. und 27). Im Entscheid vom 18. Juli 

2002 hielt das Kantonsgericht zunächst fest, der Einwand des Beklagten, es seien 

ohnehin nur für die Dachwohnungen "Cheminée- und Cheminéeöfen" vorgesehen 

gewesen, weshalb kein Planungsfehler vorliegen könne, sei widerlegt 

(Rückweisungsentscheid 22, mit Hinweis auf Erw. II.4.c.ii [Seite 17], wo festgehalten 

wird, aus dem Protokoll vom 19. Januar 1995 [kläg. act. 180] ergebe sich, dass zwar 

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nur in den Dachwohnungen Cheminée- und Cheminéeöfen eingebaut würden, dass 

aber in den anderen Wohnungen immerhin die entsprechenden Anschlüsse vorbereitet 

werden sollten, damit sie später entsprechend ausgerüstet werden könnten). Unter 

dieser Prämisse wies das Kantonsgericht die Streitsache in diesem Punkt zur Prüfung 

der Frage, ob im Hinblick auf die Planung des Cheminées für die Wohnung Nr. 9 ein 

Planungsfehler vorliege, an die Vorinstanz zurück (Rückweisungsentscheid, 22). Die 

Vorinstanz ging in der Folge - offenbar gestützt auf die Ausführungen des Experten zur 

Frage, ob bezüglich der Cheminéeabluft allgemein eine Fehlplanung vorliege [Expertise 

18 f., worauf der Experte auf Seite 3 der Zusatzexpertise vi/II-act. 70 offensichtlich 

Bezug nimmt] - davon aus, die Unmöglichkeit des Cheminéeeinbaus in der Wohnung 

Nr. 9 sei auf einen Planungsfehler zurückzuführen. Aus diesem Grund - und da das 

Kantonsgericht im Rückweisungsentscheid zudem ausgeführt hatte, bei Vorliegen 

eines Planungsfehlers könne der Kaufpreisabzug von Fr. 4'000.- als Schaden 

betrachtet werden (vgl. Rückweisungsentscheid, 22 f.) - kam sie zum Schluss, der 

Beklagte habe im vorliegenden Zusammenhang für einen Schaden von Fr. 4'000.- 

einzustehen (Urteil, 11). Dazu fällt folgendes in Betracht:

In der von der Vorinstanz eingeholten Expertise hatte sich der Gutachter zunächst zur 

(im zweiten Berufungsverfahren nicht mehr umstrittenen) Frage zu äussern, ob dem 

Beklagten im Hinblick auf die (allgemeine) Planung der Cheminéeabluft eine 

Fehlplanung anzulasten sei. Dies hat der Experte bejaht (Expertise, 18 f.), wobei er den 

entsprechenden Schaden in der Zusatzexpertise vom 19. November 2005 (vi/II-act. 70) 

mit Fr. 5'628.85 beziffert hat (Zusatzexpertise, 2). In diesem Zusammenhang führte er 

(in Übereinstimmung mit dem Rückweisungsentscheid des Kantonsgerichts) unter 

Hinweis auf das Protokoll vom 19. Januar 1995 (kläg. act. 180) aus, dass mit 

Ausnahme der Dachwohnungen keine Cheminée- oder Cheminéeöfen eingebaut, 

jedoch die erforderlichen Anschlüsse vorbereitet werden sollten (Expertise, 18). Zudem 

wies er darauf hin, dass im allgemeinen Baubeschrieb gemäss Verkaufsdokumentation 

(kläg. act. 99) unter der Position "Hafnerarbeiten" (284) vermerkt ist: "Ab 3-1/2-

Zimmern: Cheminéeofen. In den Dachwohnungen: Cheminée" (Expertise, 18). Sodann 

hielt er im Zusammenhang mit der von der Klägerin geltend gemachten 

Kaufpreisminderung für die Wohnung Nr. 9 in der Zusatzexpertise (die Expertise enthält 

dazu keine Angaben) fest, der jetzige Eigentümer könne kein Cheminée einbauen 

lassen, die Voraussetzungen für den Einbau eines Cheminéeofens seien aber gegeben 

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(Zusatzexpertise, 3). Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich bezüglich der von der 

Klägerin als Schaden geltend gemachten Kaufpreisminderung was folgt: Die Wohnung 

Nr. 9 liegt nicht im Dachgeschoss, sondern im zweiten Obergeschoss (vgl. kläg. act. 

99); demzufolge hätte der Beklagte für diese Wohnung - stellt man mit dem Experten 

auf den in den Verkaufsunterlagen enthaltenen Baubeschrieb ab - nur, aber immerhin 

einen Anschluss für einen Cheminéeofen planen müssen. Für die (gemäss Expertise) in 

diesem Zusammenhang erfolgte Fehlplanung als solche wird die Klägerin bereits im 

Rahmen des ihr von der Vorinstanz unter dem Titel "Fehlplanung Cheminéeabluft" 

zugesprochenen Betrages von Fr. 5'628.85 (Urteil, 9 und 15) entschädigt. Für die 

Kaufpreisminderung bei der Wohnung Nr. 9 war diese Fehlplanung indes nicht kausal: 

Diese wurde gemäss Besprechungsnotiz vom 4. März 1997 (kläg. act. 126) - wie im 

Übrigen auch die Klägerin selbst geltend macht - deshalb vereinbart, weil es sich als 

unmöglich herausstellte, in der Wohnung Nr. 9 ein Cheminée einzubauen. Der Einbau 

eines Cheminéeofens - und nur den Anschluss eines solchen hätte der Beklagte nach 

dem Gesagten planen müssen - wäre aber gemäss Expertise durchaus möglich 

gewesen. Für die entsprechende Kaufpreisminderung hat der Beklagte unter diesen 

Umständen nicht einzustehen; auch in diesem Punkt erweist sich die 

Anschlussberufung als berechtigt.

c) Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Klägerin habe das vereinbarte 

Architektenhonorar von pauschal Fr. 160'000.- nur im Umfang von Fr. 153'000.- 

bezahlt; den Restbetrag von Fr. 7'000.- macht er verrechnungsweise geltend 

(Klageantwort, 39; Berufungsantwort/Anschlussberufung, 2 f.). Die Vorinstanz ist 

gestützt auf die im klägerischen Sammelactorum 61 enthaltenen Bankbelege - in 

Übereinstimmung mit den Vorbringen der Klägerin (Replik, 30) - davon ausgegangen, 

das Pauschalhonorar sei vollumfänglich bezahlt (Urteil, 13 f.).

Im Berufungsverfahren stellt sich der Beklagte auf den Standpunkt, von den sich aus 

kläg. act. 61 ergebenden Zahlungen über insgesamt Fr. 173'916.10 hätten Fr. 

153'000.- das Pauschalhonorar und Fr. 7'500.- Nebenkosten betroffen (letzteres ist 

unbestritten); die restlichen Fr. 13'416.10 (nämlich: Fr. 2'220.- gemäss Rechnung vom 

3. Juni (recte: Juli) 1995; Fr. 2'757.90 gemäss Rechnung vom 9. Juni 1995; Fr. 2'571.70 

gemäss Rechnung vom 9. Juni 1995; Fr. 3'504.- gemäss Rechnung vom 20. Dezember 

1995; Fr. 2'362.50 gemäss Rechnung vom 17. April 1996) seien "Zusatzhonorare" 

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gewesen. Soweit diese "Zusatzhonorare" betroffen sind, ergibt sich zwar nicht aus den 

Ausführungen des Beklagten, wohl aber aus den entsprechenden Rechnungen im 

klägerischen Sammelactorum 61, dass sie allesamt Planänderungen auf Wunsch der 

Käuferschaften, mithin Bestellungsänderungen betrafen. Die Entschädigungen für diese 

zusätzlichen Arbeiten waren im Pauschalhonorar nicht enthalten (vgl. dazu GAUCH, 

a.a.O., N 905). Auch der Gutachter hat sie bei der Bemessung der Honorarkürzung 

nicht berücksichtigt; soweit ersichtlich hat er nur den entsprechenden Mehraufwand 

bei den Baueingabeverfahren veranschlagt (Expertise, 30). Grundsätzlich verbleibt 

damit ein offener Anteil des Pauschalhonorars von Fr. 7'000.-. In der 

Anschlussberufungsantwort macht nun allerdings die Klägerin geltend, im Schreiben 

vom 31. Januar 1997 (bekl. act. 55) habe der Beklagte anerkannt, dass sie, die 

Klägerin, eine Rechnung der Firma Y (Nr. 7341/9610) über Fr. 5'655.60 bezahlt habe, 

die eigentlich er hätte bezahlen müssen, wobei er einen entsprechenden Honorarabzug 

akzeptiert habe (Anschlussberufungsantwort, 3). Diese Darstellung stimmt mit den 

Ausführungen im beklagtischen Schreiben bekl. act. 55 überein und wird vom 

Beklagten nicht in Abrede gestellt. Demnach ist davon auszugehen, dass vom 

Pauschalhonorar noch ein Betrag von Fr. 1'344.40 offen ist.

3. Im Ergebnis ist somit der Beklagte - in Abweisung der Berufung und teilweiser 

Gutheissung der Anschlussberufung - zu verpflichten, der Klägerin Fr. 33'941.- (Fr. 

42'485.40 gemäss vorinstanzlichem Urteil abzüglich Fr. 8'544.40) zu bezahlen. Das 

verlangte Zinsbetreffnis von 5% ist ab 18. August 1998 (Einleitung des 

Vermittlungsverfahrens) ausgewiesen.

 

V.

1. Die Vorinstanz hat für ihren Entscheid die Maximalgebühr von Fr. 12'000.- erhoben 

(Urteil, 16 f.; Ziffer 311.3 i.V.m. Ziffer 304 GKT). Entgegen der Auffassung der Klägerin 

(Berufung, 6 und 14) besteht kein Anlass, diesen Betrag zu kürzen: Richtig ist zwar, 

dass die Vorinstanz nach der Rückweisung der Streitsache nur noch einen Teil der von 

der Klägerin in der Klageschrift und im ersten Berufungsverfahren geltend gemachten 

Positionen zu beurteilen hatte. Indes fällt in Betracht, dass - bei einem eingeklagten 

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Betrag von Fr. 100'000.- - noch immer Forderungen der Klägerin von insgesamt Fr. 

144'335.80 sowie Verrechnungsforderungen des Beklagten von Fr. 76'132.60 zu 

beurteilen waren. Zudem hat das Kantonsgericht von den insgesamt 16 Positionen, mit 

welchen die Klägerin ihre Forderung begründet hatte, im Rückweisungsentscheid nur 

deren vier abschliessend beurteilt, während es die anderen zwölf ganz oder teilweise 

zu weiteren Erhebungen und zur Neubeurteilung an das Bezirksgericht zurückgewiesen 

hat (vgl. dazu oben Erw. I.3). Vor diesem Hintergrund erscheint die erhobene 

Maximalgebühr ohne weiteres als gerechtfertigt.

2. Die Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren hat die Vorinstanz 

gestützt auf die Honorarordnung korrekt berechnet; es kann in diesem Zusammenhang 

auf die zutreffenden Ausführungen auf Seite 18 des angefochtenen Entscheides 

verwiesen werden. Angezeigt war angesichts des Umfangs und der Schwierigkeit des 

Falles insbesondere ein Zuschlag nach Art. 17 HonO. Der ermittelte Betrag von Fr. 

17'345.10 liegt im Übrigen noch immer weit unter der Parteientschädigung, die der 

klägerische Rechtsvertreter in seiner Honorarnote vom 17. Januar 2006 selbst geltend 

gemacht hat (Fr. 23'004.90; vi/II-act. 73).

3. Die Vorinstanz hat die erstinstanzlichen Gerichtskosten (Entscheidgebühr von Fr. 

12'000.- und Expertisekosten von Fr. 15'921.60), die Entscheidgebühr des ersten 

Berufungsverfahrens (Fr. 12'000.-) sowie die Parteikosten des erstinstanzlichen 

Verfahrens (Fr. 17'345.10) und des ersten Berufungsverfahrens (Fr. 10'500.-) in 

(sinngemässer) Anwendung von Art. 266 ZPO zu fünf Sechsteln der Klägerin und zu 

einem Sechstel dem Beklagten auferlegt. Sie hat dabei neben dem tatsächlichen 

Obsiegen der Klägerin zu gut 2/5 dem Umstand Rechnung getragen, dass diese den 

eingeklagten Betrag von Fr. 100'000.- in der Klageschrift mit Forderungen von Fr. 

623'314.50 (recte: Fr. 620'746.80) und im (ersten) Berufungsverfahren mit solchen von 

Fr. 902'188.50 (recte: Fr. 899'620.80) begründet hatte und insoweit nur zu rund 1/15 

bzw. 1/20 obsiegte. Soweit die Verteilung der Entscheidgebühr und der Parteikosten 

des ersten Berufungsverfahrens sowie der Parteikosten des erstinstanzlichen 

Verfahrens betroffen sind, kann dem ohne weiteres gefolgt werden; dabei drängt sich 

aufgrund des Umstandes, dass das tatsächliche Obsiegen der Klägerin nunmehr noch 

etwas tiefer liegt als gemäss erstinstanzlichem Urteil (rund 1/3 statt 2/5), keine 

abweichende Kostenverteilung auf. Bezüglich der erstinstanzlichen Gerichtskosten - 

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einschliesslich Expertisekosten - fällt in Betracht, dass nach dem 

Rückweisungsentscheid (nur) noch klägerische Forderungen von Fr. 144'335.80 zu 

prüfen waren und das Obsiegen der Klägerin gemessen an diesem Betrag 23.5% 

beträgt; es erscheint angemessen, dass diese Kosten zu drei Vierteln von der Klägerin 

und zu einem Viertel vom Beklagten getragen werden (Art. 266 ZPO).

.....

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	Entscheid Kantonsgericht, 23.02.2007
	Art. 363 ff., 394 ff. OR; Art. 227 Abs. 3, ZPO; Art. 50 Abs. 2 GerG. Architekturvertrag: Beurteilung von Schadenersatzansprüchen des Bauherrn sowie Honorarrestforderungen des Architekten nach einer früheren Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zur Beweisergänzung und neuen Entscheidung sowie erneuter Berufung. Bindung des Kantonsgerichts an seine im Rückweisungsentscheid vertretene Rechtsauffassung (Kantonsgericht, III. Zivilkammer, 23. Februar 2007, BZ.2006.46).

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