# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c3054ef-1850-5b1e-af2b-886bca6812db
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.05.2016 200 2015 344
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-344_2016-05-12.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 2. September 2016 abgewie-
sen (8C_427/2016).

200 15 344 IV
LOU/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Mai 2016

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/344, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
stellte im Mai 2002 wegen Knieschmerzen erstmals ein Gesuch um berufli-
che Massnahmen in Form von Berufsberatung und Umschulung, welches 
die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Einspracheent-
scheid vom 27. März 2003 rechtskräftig abwies (Akten der Invalidenversi-
cherung [act. II] 1, 14).

Am 27. November 2014 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf 
Gelenkschmerzen erneut zur Durchführung beruflicher Massnahmen an 
(act. II 16), woraufhin die IVB wiederum medizinische und erwerbliche Ab-
klärungen vornahm. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. II 
30, 33) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2. März 2015 
(act. II 35) ab, wobei sie insbesondere erwog, es bestehe keine IV-
relevante gesundheitliche Beeinträchtigung, sondern eine vollständige Ar-
beitsfähigkeit.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, am 16. April 2015 Beschwerde. Unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge lässt er die folgenden Anträge stellen:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. März 2015 sei aufzuheben.

2. Es seien dem Beschwerdeführer berufliche Eingliederungsmassnahmen zu 

gewähren.

3. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuhalten, weitere medizinische 

Abklärungen vornehmen zu lassen.

4. Es sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltli-

che Rechtspflege bzw. die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren und 

ihm der Unterzeichnende als unentgeltlicher Anwalt beizuordnen.

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Mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2015 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde und beantragt die Kostenauferlegung 
an den Beschwerdeführer sowie dass keine Parteientschädigung auszu-
richten sei.

Auf Antrag des Beschwerdeführers wurde das Verfahren mit prozessleiten-
der Verfügung vom 13. Juli 2015 vorläufig sistiert. Die Aufhebung der Sis-
tierung erfolgte nach Eingang des in Aussicht gestellten Arztberichts von 
Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, vom März 2015 (vgl. Beschwerdebeilage 
[act. I] 4 sowie die prozessleitende Verfügung vom 1. September 2015). 

In ihrer Stellungnahme vom 2. November 2015 führte die Beschwerdegeg-
nerin aus, der eingereichte Bericht von Dr. med. C.________ vermöge kei-
ne neuen Gesichtspunkte aufzuzeigen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 13. November 2015 hiess der Instruk-
tionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete 
dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Dr. B.________ als amtlichen Anwalt 
bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. März 2015 (AB 35). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.2 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit 
zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 
anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

2.3 Drohende Invalidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsun-
fähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der 
Erwerbsunfähigkeit ist unerheblich (Art. 1novies der Verordnung über die In-
validenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

2.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher 
Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Ar-
beitsvermittlung, Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.5 Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz 
keinen Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen ge-
währt werden können. Aus dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz ergibt sich 
aber, dass der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in 
einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen muss. Wenn es um 
keine besonders kostspielige Massnahme geht, genügt zur Anspruchsbe-
gründung bereits ein relativ geringes Mass an gesundheitlich bedingter 
Beeinträchtigung (BGE 122 V 377 E. 2b cc S. 380, 116 V 80 E. 6a S. 81, 
115 V 191 E. 4e cc S. 198).

2.6 Arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, ha-
ben Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten 
Arbeitsplatzes und begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhal-
tung ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 IVG).

2.6.1 Seit der 5. IV-Revision (2008) steht der Anspruch nach dem aus-
drücklichen Gesetzeswortlaut nicht mehr nur invaliden, sondern bereits 

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arbeitsunfähigen Versicherten zu, wobei das Gesetz auf Art. 6 ATSG ver-
weist. Zur Begründung des Anspruchs genügt demnach der Eintritt der Ar-
beitsunfähigkeit. Sie muss sich nicht zur Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) 
oder gar zur Invalidität (Art. 8 ATSG) verdichtet haben. Entsprechend der 
Legaldefinition von Art. 6 ATSG (vgl. E. 2.2 hiervor) wird auch eine teilwei-
se Arbeitsunfähigkeit genügen; doch darf diese nicht bloss vorübergehen-
der Natur, sondern sie hat quantitativ, qualitativ und zeitlich so beschaffen 
zu sein, dass sie den Versicherten bei der Arbeitssuche erheblich behindert 
(vgl. hierzu Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juni 2015, 
9C_142/2015, E. 4.3 und BVR 2016 S. 175 E. 3.3). Deshalb wird insofern 
die bisher ergangene Rechtsprechung weiterhin zu berücksichtigen sein 
(MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
3. Aufl. 2014, Art. 18 N. 2 ff.). 

2.6.2 Bedarf es somit für den Arbeitsvermittlungsanspruch weder der In-
validität noch überhaupt eines Mindestinvaliditätsgrades, müssen die Teil-
gehalte der Verhältnismässigkeit, insbesondere die Notwendigkeit und die 
Geeignetheit, erfüllt sein. Ist die fehlende berufliche Eingliederung im Sinne 
der Verwertung einer bestehenden Arbeitsfähigkeit nicht auf gesundheitlich 
bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen, fällt die 
Arbeitsvermittlung auch weiterhin nicht in die Zuständigkeit der IV, sondern 
gegebenenfalls in den Bereich der ALV (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 18 
N. 6; vgl. zur Verhältnismässigkeit bei der Dauer des Anspruchs: Entscheid 
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: BGer] vom 
29. März 2005, I 776/04, E. 3.2; Entscheid des BGer vom 16. Dezember 
2013, 8C_388/2013, E. 3.2.1 sowie vom 6. Mai 2008, 9C_494/2007, 
E. 2.2.2; SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 
2011, S. 431 f. N. 854;).

2.6.3 Wie schon bisher braucht es die Eingliederungsfähigkeit des Versi-
cherten, d.h. seine objektive und subjektive Bereitschaft, von einem durch-
schnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden (MEYER / REICHMUTH, a.a.O., 
Art. 18 N. 5; vgl. zur subjektiven Eingliederungsbereitschaft auch: BGer 
9C_494/2007, E. 2.2.2 sowie den Entscheid des EVG vom 3. Oktober 
2005, I 265/05, E. 3.2). 

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2.6.4 Bei der Anspruchsvoraussetzung der Arbeitsunfähigkeit für die Ar-
beitsvermittlung nach Art. 18 IVG ist auch auf den zweiten Satz von Art. 6 
ATSG abzustellen, wonach bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit die 
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt wird (Entscheid des BGer vom 15. Februar 2013, 9C_236/2012, 
E. 3.7; vgl. E. 2.2 hiervor).

2.7 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn 
angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder 
deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Um-
stände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Dies 
gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechts-
kräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt 
(BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvor-
aussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit 
gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des 
Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 
133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades bzw. vorlie-
gend der Arbeitsfähigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach 
in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad bzw. die Arbeitsfähigkeit seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver-
änderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invalidität bzw. 
eine anspruchsbegründende Arbeitsunfähigkeit zu bejahen, und hernach 
zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prü-

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fungspflicht auch dem Gericht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 
2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf berufli-
che Eingliederungsmassnahmen. 

3.2 Der rechtskräftige Einspracheentscheid vom 27. März 2003 (act. II 
14) basierte im Wesentlichen auf folgenden medizinischen Unterlagen:

3.2.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Rheumatologie sowie Allgemei-
ne Innere Medizin, hielt im Bericht vom 13. Mai 2002 (act. II 5 S. 5 f.) fest, 
seit über zehn Jahren bestünden Kniebeschwerden, zuerst rechts, dann 
links. Dabei liege eine Diskrepanz zwischen diesen langjährigen Be-
schwerden und den objektiven Befunden vor. Bei retropatellärer Schmerz-
lokalisation seien derzeit insbesondere keine Befunde im Sinne einer 
Chondropathia patellae zu erheben, eine Überlastung der medialen femo-
rotibialen Gelenkkompartimente mit beginnender Knorpeldegeneration sei 
möglich und wäre mittels aufwändigeren bildgebenden Verfahren oder ei-
ner Arthroskopie nachzuweisen. Seitens der Laborbefunde fehlten Hinwei-
se auf ein Leiden aus dem entzündlich-rheumatischen Formenkreis bzw. 
eine sero-negative Spondarthritis.

3.2.2 Im Bericht vom 23. Mai 2002 (act. II 5 S. 1 - 4) diagnostizierte Dr. 
med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit seit 1992 bestehende Arthralgien beider Kniegelen-
ke. Der Beschwerdeführer habe ihn seit 1992 etwa alle zwei bis drei Jahre 
einmal aufgesucht, wobei es meist um Arztzeugnisse zum Dispens von 
schweren Arbeiten gegangen sei. Bei der direkten Untersuchung hätten 
keine eindeutigen pathologischen Befunde erhoben werden können. Der 
Beschwerdeführer verspüre nach drei bis vier Stunden stehender Arbeit 

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Schmerzen. In einer Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen mit gelegentli-
chem Stehen und Gehen ausgeführt werden könne, sei er voll arbeitsfähig. 

3.2.3 In einem weiteren Bericht vom 26. August 2002 (act. II 10 S. 1 f.) 
hielt Dr. med. D.________ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit Knieschmerzen unklarer Ätiologie fest. Betreffend Arbeitsunfähig-
keit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … seien keine sicheren Anga-
ben möglich, der Gesundheitszustand sei jedoch besserungsfähig. Die 
Prognose der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als … scheine 
möglicherweise auch wegen extraartikulären Faktoren ungünstig.

3.3 Der angefochtenen Verfügung vom 2. März 2015 (act. II 35) lagen 
insbesondere die nachstehenden Berichte zugrunde:

3.3.1 Im Bericht vom 26. Juni 2003 (act. II 26 S. 17 f.) hielten die Ärzte 
des Spitals F.________, die Diagnose einer Anpassungsstörung ICD-10 
F43.2 fest. Seit etwa zwei Jahren leide der Beschwerdeführer an Konzen-
trations- und Gedächtnisproblemen. Dies etwa zu der Zeit, seit er keinen 
stabilen Arbeitsplatz mehr habe. Die festgehaltenen kognitiven Befunde 
könnten am ehesten im Rahmen einer Anpassungsstörung aufgrund des 
Arbeitsplatzverlustes auftreten.

3.3.2 Am 29. August 2003 wurde eine MRI des linken Kniegelenks durch-
geführt (act. II 26 S. 16). In der Beurteilung wurde eine Ruptur im medialen 
Meniskushinterhorn bei mukoider Metaplasie, zudem eine Ruptur des late-
ralen Meniskusvorderhorns ganz innen festgehalten.

3.3.3 Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, Spital F.________, hielt im Bericht vom 26. Juli 2007 (act. II 26 S. 14 f.) 
zu den beidseitigen chronischen Knieschmerzen fest, eine Vorstellung in 
der Sportorthopädie der Klinik Z.________ sei empfehlenswert. Weiter 
komme auch eine Vorstellung in der interdisziplinären Schmerzsprechstun-
de des Spitals F.________ in Frage. Sollten dadurch noch keine wesentli-
che Schmerz- und Befindensverbesserung eingetreten sein, sei auch eine 
stationäre Abklärung und Behandlung im Spital F.________ zu erwägen.

3.3.4 Im Schreiben vom 12. Januar 2008 zuhanden des Sozialdienstes 
(act. II 26 S. 10 f.) hielt Dr. med. E.________ fest, als sich die seit 1992 

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bestehenden Knieschmerzen im Jahr 2002 verstärkt hätten, habe er den 
Beschwerdeführer an den Rheumatologen Dr. med. D.________ verwie-
sen. Das im Jahr 2003 von einem Orthopäden durchgeführte MRI des lin-
ken Kniegelenks (vgl. E. 3.3.2 hiervor) sei abgesehen von angedeuteten O-
Beinen und einem alten Meniskusriss unauffällig gewesen. Der Beschwer-
deführer gebe an, dass die Knieschmerzen in den letzten Jahren weniger 
stark gewesen seien, da er nie mehr ein volles Arbeitspensum im Stehen 
habe bewältigen müssen. Sein 30%iges-Pensum als … könne er gut be-
wältigen, nach mehrstündigem Stehen und dem Ausführen körperlich be-
lastender Arbeit würden diese aber wieder auftreten. Da nach den Unterla-
gen von Dr. med. E.________ fünf verschiedene Ärzte auch mit Röntgen 
und MRI (links) die Knie untersucht und keine befriedigende Erklärung für 
die Schmerzen gefunden hätten, erschienen weitere medizinische Ab-
klärungen nicht sinnvoll. Es bleibe nichts anderes übrig, als Hilfe bei der 
Suche nach einer Arbeit zu leisten, bei welcher die Knie nicht belastet wür-
den. Der Beschwerdeführer gebe an, eine sitzende Tätigkeit könne er wohl 
mit vollem Pensum ausführen.

3.3.5 Im Bericht vom 23. Dezember 2014 (act. II 26 S. 2 - 6) führte Dr. 
med. E.________ aus, seit mehr als 20 Jahren bestünden chronische 
Knieschmerzen, wobei keine objektiven pathologischen Befunde hätten 
erhoben werden können. Es sei mit einem Andauern der Beschwerden zu 
rechnen. Der Beschwerdeführer habe in den letzten zehn Jahren nur aus-
nahmsweise und kurzfristig mehr als 20 % gearbeitet. Er gebe bei jeder 
höheren als 20%igen Tätigkeit eine Zunahme der Knieschmerzen an. Rein 
sitzende Tätigkeiten, Bücken und Über-Kopf-Arbeiten seien zumutbar.

3.3.6 Der vom Beschwerdeführer eingereichte Bericht des Orthopäden 
Dr. med. C.________ vom März 2015 (act. I 4) enthält Folgendes: Seit 
mehr als 20 Jahren bestünde ein chronisch-intermittierendes Schmerzsyn-
drom an beiden Kniegelenken mit assoziierten Muskelschmerzen, im Ver-
lauf wechselhaft und vor allem während sowie nach kniebelastenden Akti-
vitäten manifest. Dadurch sei die Arbeitsfähigkeit seit Jahren beeinträchtigt, 
insbesondere im erlernten Beruf als …. Weiter bestünden Einschränkungen 
im Sport, namentlich für … und …, welche vor dem Auftreten der Schmer-
zen intensiv ausgeübt worden seien. Der Ursprung der Schmerzen werde 

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im Kniegelenksbereich vermutet, doch habe bisher weder durch klinische 
noch bildgebende Untersuchungen sowie blutchemische Analysen eine 
eindeutig definierbare, organisch-strukturelle Pathologie erfasst werden 
können. Schmerzverlauf und Wahrnehmung würden eher auf eine funktio-
nelle Störung hinweisen, welche therapeutisch durch funktionelle Mass-
nahmen beeinflussbar sei. Zum weiteren Vorgehen werde in Anlehnung an 
die Empfehlung von Dr. med. G.________ eine konsiliarische Untersu-
chung in der interdisziplinären Schmerzsprechstunde des Spitals 
F.________ empfohlen und ergänzend dazu ein Support zur beruflichen 
Integration für eine körperliche Arbeitsleistung von 40 bis 50 % mit einem 
Anteil von 2/3 Sitzen und 1/3 Gehen / Stehen. Parallel dazu wurde eine 
medizinische Trainingstherapie, die im Rahmen eines Fitnessprogrammes 
auch selbständig ausgeführt werden könne, aufgeführt.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

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3.5 Hinsichtlich der beantragten Berufsberatung und Umschulung (vgl. 
Beschwerde S. 7 Ziff. 5) gilt es zunächst zu prüfen, ob im Vergleich zur 
Sachlage, wie sie der Leistungsablehnung im Jahr 2003 (act. II 14) zugrun-
de lag, im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 2. März 
2015 (act. II 35) in den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Ände-
rung eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen 
(vgl. E. 2.7 hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Leistungsan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 109 E. 1.1).

3.5.1 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass unbestrittenermas-
sen seit 1992 (act. II 5 S. 9) bzw. spätestens seit 2002 (erste Berichte der 
Dres. med. E.________ und D.________ [act. II 5 S. 1 - 6]) bei Belastung 
Schmerzen an beiden Knien auftreten, ohne dass dabei in den seither 
durchgeführten Abklärungen eine relevante medizinische Ursache hätte 
objektiviert werden können. Auch Dr. med. C.________ gab in seiner Beur-
teilung vom März 2015 an, der Ursprung der Schmerzen werde im Kniege-
lenk vermutet, doch habe bisher weder durch klinische noch bildgebende 
Untersuchungen sowie blutchemische Analysen eine eindeutig definierba-
re, organisch-strukturelle Pathologie erfasst werden können (act. I 4, vgl. 
E. 3.3.6 hiervor). Die Ärzte hielten übereinstimmend fest, dass die Be-
schwerden insbesondere durch die Belastung bei der stehenden Arbeits-
tätigkeit auftreten würden (act. II 5 S. 2 - 5, 26 S. 10); bei einem viermona-
tigen Arbeitseinsatz als ... war es hingegen zu keinerlei Knieproblemen 
gekommen (vgl. act. II 5 S. 5). So erachtete Dr. med. E.________ im De-
zember 2014 eine rein sitzende Tätigkeit denn auch als grundsätzlich zu-
mutbar (act. II 26 S. 6). Bereits im Mai 2002 attestierte er dem Beschwer-
deführer in einer Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen mit gelegentlichem 
Stehen und Gehen ausgeführt werden könne, eine volle Arbeitsfähigkeit 
(act. II 5 S. 4 Ziff. 2.1). Dass die Schmerzen belastungsbedingt sind, zeigt 
sich denn auch darin, dass diese anfänglich nach intensiver sportlicher 
Betätigung (…, …, …) sowie nach ganztätigem Stehen bei der Arbeit auf-
traten (act. II 5 S. 5, 26 S. 14, act. I 4). So führte H.________, Physiothera-

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pie I.________, im Bericht vom 6. Dezember 2014 aus, die Knieschmerzen 
seien im Ruhezustand sehr diskret, wenn vorgängig kein Reiz stattgefun-
den habe (act. II 26 S. 7). 

3.5.2 Demnach liegt seit der Leistungsablehnung im Jahr 2003 (act. II 14) 
hinsichtlich der Kniebeschwerden eine im Wesentlichen unveränderte Si-
tuation vor, weshalb der Anspruch auf Berufsberatung und Umschulung 
einer allseitigen Prüfung nicht zugänglich (vgl. E. 2.7 und 3.1 hiervor) und 
daher ohne weiteres abzuweisen ist.

3.6 Bezüglich der beantragten Arbeitsvermittlung (vgl. Beschwerde S. 5 
Ziff. 2, S. 7 Ziff. 5) ist demgegenüber deshalb keine erhebliche Änderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen im Sinne eines Revisionsgrundes erforder-
lich (vgl. E. 2.7 hiervor), weil diesbezüglich die gesetzlichen Voraussetzun-
gen geändert haben. Seit 2008 ist nur noch eine Arbeitsunfähigkeit erfor-
derlich, wogegen früher eine Invalidität vorgelegen haben musste (vgl. 
E. 2.6.1 hiervor). Der rechtskräftige Einspracheentscheid vom 27. März 
2003 (act. II 14), mit welchem die generelle Abweisung des Anspruchs auf 
berufliche Massnahmen bestätigt wurde (vgl. auch act. II 11), steht deshalb 
einer allseitigen Prüfung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung im Rahmen 
der Neuanmeldung vom 27. November 2014 (act. II 16) nicht entgegen.

Insoweit ist Nachstehendes zu beachten:

3.6.1 Die seit 1. Januar 2011 ausgeübte Tätigkeit als … im … erscheint 
bei summarischer Prüfung der medizinischen Akten als nicht geeignet. Sie 
setzt sich zusammen aus einem Anteil von 
1 - 5 % Sitzen sowie schweres Heben oder Tragen, 6 - 33 % Stehen, mit-
telschweres Heben oder Tragen sowie Treppensteigen und schliesslich 
34 - 66 % Gehen und leichtes Heben oder Tragen (act. II 28 S. 8). Dr. med. 
C.________ berichtete in der Anamnese vom 30. März 2015 von erträgli-
chen Schmerzen, die nach wie vor von der Arbeitsbelastung abhängig sei-
en. Ungünstig seien gemäss Beschwerdeführer besonders Tätigkeiten in 
kniender und kauernder Stellung und die damit verbundenen Wechselbe-
lastungen sowie Arbeiten, die ein ganztägiges aufrechtes Gehen und Ste-
hen erforderten (act. I 4). Somit ist in stehenden und gehenden Tätigkeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/344, Seite 14

eine Arbeitsunfähigkeit denn auch glaubhaft, wobei das Ausmass der Ar-
beitsunfähigkeit mit Blick auf das Nachstehende offen bleiben kann. 

3.6.2 Vorliegend ist offensichtlich eine langdauernde Arbeitsunfähigkeit in 
der bisher ausgeübten Tätigkeit gegeben. Bei der summarischen Prüfung 
der Akten (vgl. Art. 18 Abs. 2 IVG) ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer 
eine angepasste leichte Tätigkeit im Sitzen (namentlich ohne Belastung) 
grundsätzlich uneingeschränkt zumutbar ist, was er gegenüber Dr. med. 
E.________ auch selbst eingeräumt hat (act. II 26 S. 11). Von weiteren 
Abklärungen sind denn auch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, womit 
in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162, BGE 
136 I 229 E. 5.3 S. 236) darauf zu verzichten und auf die vorhandenen Ak-
ten abzustellen ist. Soweit Dr. med. C.________ im während des Be-
schwerdeverfahrens eingereichten Bericht jedoch eine körperliche Arbeits-
leistung von 40 - 50 % mit einem Anteil von 2/3 Sitzen und 1/3 Gehen / 
Stehen empfiehlt (act. I 4), vermag dies nicht zu überzeugen. Der Be-
schwerdeführer leistet heute in einem Pensum von etwa 20 % (421 Ar-
beitsstunden im Jahr 2014 [act. II 28 S. 3 Ziff. 2.9] bzw. vgl. act. II 16 S. 4 
Ziff. 5.4, 25 S. 1) Arbeit mit einem überwiegenden Anteil Stehen und Gehen 
(vgl. act. II 28 S. 8) verteilt über die ganze Woche und ist bereits dadurch 
eingeschränkt. Insofern ist nicht einsehbar, weshalb eine Tätigkeit mit 1/3 
Gehen / Stehen indiziert sein soll. Angezeigt erscheint vielmehr eine rein 
sitzende und leichte Arbeit, welche ein volles Pensum zulässt. Bei dieser 
Konstellation bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermitt-
lung einer zusätzlichen spezifischen gesundheitlichen Einschränkung, wel-
che hier aber nicht glaubhaft gemacht ist (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 
Art. 18 N. 6 und 10, BGer 9C_142/2015 sowie E. 2.6.1 hiervor). Im Übrigen 
kommt hinzu, dass Dr. med. E.________ wie auch die übrigen medizini-
schen Unterlagen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit jeweils allein auf die Angaben des Beschwerdeführers abstellen 
bzw. auf die Tatsache hinweisen, dass der Beschwerdeführer seit Jahren 
angebe, ein Pensum von mehr als 20 % löse die (zwar glaubhaften) be-
kannten Schmerzen aus, wogegen eine objektive ärztliche Quantifizierung 
der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit fehlt. Hinsichtlich einer an-
gepassten Tätigkeit wird jedoch – wie bereits ausgeführt – übereinstim-
mend eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (siehe hierzu E. 3.7 sogleich). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/344, Seite 15

Demnach stehen dem Beschwerdeführer mit der vollständigen Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten leichten Tätigkeit im Sitzen auf dem für alle 
erwerblich orientierten Leistungen der IV massgebenden ausgeglichenen, 
hypothetischen Arbeitsmarkt genügend zumutbare Stellen offen (zu denken 
ist insbesondere an leichtere Kontroll- und Überwachungstätigkeiten), zu 
deren Finden die spezifischen Fachkenntnisse der mit der IV betrauten 
Behörden nicht notwendig sind (AHI 2003 S. 268 - 272; vgl. zum Ganzen 
E. 2.6.4 hiervor).

3.6.3 Nach dem Dargelegten ist die Voraussetzung einer massgeblichen 
Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG i.V.m. Art. 18 IVG nicht aus-
gewiesen und ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung folglich zu verneinen. 

Analog verhält es sich hinsichtlich der beantragten Integrationsmassnah-
men zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung gemäss Art. 14a IVG 
(vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 5). Gleich wie bei Art. 18 IVG ist eine Invalidität 
nicht vorausgesetzt, sondern eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
während mindestens sechs Monaten in der bisherigen wie auch in einer 
sonstigen Tätigkeit (vgl. BVR 2016 S. 175 E. 3.3). Somit besteht kein An-
spruch auf Integrationsmassnahmen.

3.7 Selbst wenn von einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 
würde, dürfte diese praxisgemäss vorübergehend sein. Vorliegend ist eine 
angepasste, rein sitzende Tätigkeit seit dem viermonatigen Arbeitseinsatz 
als … im Jahr 2001 (act. II 5 S. 5) offenbar gar nicht mehr versucht worden 
bzw. verweigerte der Beschwerdeführer aktenkundig seit jeher die Einglie-
derung in einer angepassten Arbeit durch den Sozialdienst. So führte letz-
terer im unbestritten gebliebenen Schreiben vom 17. Dezember 2014 
(act. II 25) aus, der Beschwerdeführer habe im Jahr 2006 sämtliche vom 
Coach des Kompetenzzentrums Arbeit gemachten Vorschläge abgelehnt. 
Weiter habe er sich dem Vertrauenspsychiater insoweit widersetzt, als er 
einer Berichterstattung an den Sozialdienst nicht zugestimmt habe. Zudem 
liefere er seit Jahren keine Arbeitsbemühungen ab und weigere sich, eine 
andere Arbeit zu suchen, da die aktuelle Tätigkeit für ihn ideal sei. Die Ein-
schränkungen in der Zusammenarbeit seien vor allem bedingt durch das 
extrem hohe Misstrauen, welches dem Sozialdienst entgegengebracht 
werde. Er zeige keine Änderungsbereitschaft und könne nicht auf Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/344, Seite 16

schläge eingehen. Somit ist eine anhaltende und quantitativ, qualitativ und 
zeitlich so beschaffene Arbeitsunfähigkeit, welche eine Arbeitssuche des 
Beschwerdeführers erheblich behindern könnte (vgl. E. 2.6.1 hiervor), nicht 
erstellt.

Zwar liegen für die Zeit vom 16. Juni bis 31. Juli 2014 sowie vom 1. August 
bis 31. Oktober 2014 zwei Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der Dres. med. 
J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und E.________ für 
ein Pensum von 70 % vor (act. II 33 S. 7 f.). Diesen fehlt es aber an jegli-
cher Begründung und sie dürften sich denn auch überwiegend wahrschein-
lich auf die – medizinisch ungeeignete (vgl. E. 3.6.1 f. hiervor) – aktuelle 
Tätigkeit als … beziehen. Zudem fällt auf, dass Dr. med. E.________ seine 
zuvor am 11. Juli 2014 bescheinigte dreimonatige Arbeitsunfähigkeit (act. II 
33 S. 7) in seinem Bericht vom 23. Dezember 2014 (act. II 26 S. 2 - 6) mit 
keinem Wort erwähnte. Vielmehr liess er die Frage einer medizinisch be-
gründeten Arbeitsunfähigkeit offen (act. II 26 S. 3 Ziff. 1.6). Insofern kann 
auf die beiden Zeugnisse (act. II 33 S. 7 f.) nicht abgestellt werden.

4.

Indem der Beschwerdeführer nach wie vor eine medizinisch ungeeignete 
Tätigkeit ausübt und die vom Sozialdienst angebotene Unterstützung zur 
beruflichen Integration konsequent ablehnt, ist davon auszugehen, dass die 
Schwierigkeiten bei der Stellensuche und der Verwertung der weiterhin 
bestehenden Arbeitsfähigkeit nicht primär auf gesundheitliche Gründe, 
sondern auf seine frei gewählte Lebensweise zurückzuführen sind. Insofern 
steht seine subjektive Eingliederungsbereitschaft (vgl. E. 2.6.2 f. hiervor) in 
Frage, wobei diese angesichts des Verfahrensausgangs letztlich offen blei-
ben kann (vgl. E. 3.6.3 hiervor). 

Zusammengefasst besteht kein Anspruch auf berufliche Eingliederungs-
massnahmen. Demnach erweist sich die Verfügung vom 2. März 2015 als 
rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/344, Seite 17

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf insgesamt Fr. 700.--, 
grundsätzlich zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten 
unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. prozessleitende Verfügung vom 13. No-
vember 2015) wird er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

5.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege bleibt das 
amtliche Honorar von Rechtsanwalt Dr. B.________ festzulegen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/344, Seite 18

Mit Kostennote vom 23. November 2015 macht Rechtsanwalt Dr. 
B.________ einen Zeitaufwand von 10.10 Stunden à Fr. 200.-- bzw. ein 
Honorar von Fr. 2‘020.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 88.-- sowie Mehrwert-
steuer von 8 % (auf Fr. 2‘108.--) im Betrag von Fr. 168.65 geltend, was 
nicht zu beanstanden ist. Weil er mit einem Stundenansatz von Fr. 200.-- 
fakturiert, entspricht der tarifmässige Parteikostenersatz dem amtlichen 
Honorar von Fr. 2‘276.65, welches ihm nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse auszurichten ist. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VR-
PG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘276.65 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Rechtsanwalt Dr. B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf ebenfalls Fr. 2‘276.65 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/344, Seite 19

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.