# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06db38c3-779f-5465-a685-5f5f955780e7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** NP240037-O4
**Docket/Reference:** NP240037-O4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/NP240037-O4.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: NP240037-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur. 

R. Bantli Keller sowie Gerichtsschreiber M.A. HSG M. Toscanelli

Urteil vom 22. Januar 2025

in Sachen

A._____, 

Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____

gegen

B._____, 

Kläger und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____

betreffend Forderung 

Berufung gegen eine Verfügung und ein Urteil des Einzelgerichtes im ver-

einfachten Verfahren des Bezirksgerichtes Dietikon vom 19. September 

2024; Proz. FV220011

- 2 -

Rechtsbegehren:
(act. 7/2 S. 2)

"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von 

CHF 30'000.00 zzgl. Zins von 5% seit dem 13.12.2021 zu bezah-
len. Das Nachklagerecht nach Art. 86 ZPO wird ausdrücklich vor-
behalten.

 2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. …, Betreibungsamt 

Dietikon, sei aufzuheben.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten 

des Beklagten."

Urteil des Bezirksgerichtes:

1.

Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 30'000.– nebst Zins zu 5 % 

seit 14. Dezember 2021 zu bezahlen.

2.

Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes Dieti-

kon (Zahlungsbefehl vom 13. Dezember 2021) wird im Umfang von 

Fr. 30'000.– nebst Zins zu 5 % seit 14. Dezember 2021 beseitigt.

3.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

4'550.00

die weiteren Gerichtskosten betragen 

352.50

Dolmetscherkosten

4.

Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt und mit den Kostenvor-

schüssen beider Parteien verrechnet. Der Fehlbetrag wird vom Beklagten 

nachgefordert. 

5.

Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von 

Fr. 5'405.– (inkl. Mehrwertsteuer) zuzüglich der Kosten des Schlichtungsver-

fahrens in der Höhe von Fr. 680.– zu bezahlen. Zudem hat er dem Kläger 

seinen Kostenvorschuss von Fr. 3'950.– zu ersetzen.

6.

7.

(Schriftliche Mitteilung).

(Rechtsmittel/Berufung).

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Berufungsanträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (act. 2 S. 2):

1.

2.

3.

Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon (Geschäfts-Nr. 
FV220011-M / U) vollumfänglich aufzuheben und es sei die Klage 
des Klägers und Berufungsbeklagten abzuweisen sowie der Rechts-
vorschlag in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes Dietikon 
(Zahlungsbefehl vom 13. Dezember 2021) aufrechtzuerhalten.

Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon (Geschäfts-
Nr. FV22OO11-M / U) vollumfänglich aufzuheben und es sei die 
Klage des Klägers und Berufungsbeklagten abzuweisen sowie der 
Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes Die-
tikon (Zahlungsbefehl vom 13. Dezember 2021) aufrechtzuerhalten 
und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das vorliegende und das 
vorinstanzliche Verfahren (zzgl. MwSt) zulasten des Klägers bzw. 
Berufungsbeklagten.

des Klägers und Berufungsbeklagten (act. 13 S. 2):

1.

2.

Es sei die Berufung (sofern darauf einzutreten ist) vollumfänglich ab-
zuweisen und die Verfügung und das Urteil des Einzelgerichtes des 
Bezirksgerichtes Dietikon vom 19.09.2024 zu bestätigen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten des 
Beklagten und Berufungsklägers, eventualiter der Staatskasse.

Erwägungen:

I.

1.   Die  Parteien  sind  Brüder.  Sie  waren  Miteigentümer  eines  Grundstückes  in 

C._____ im Kanton Aargau. Im September 2020 verkauften sie die Liegenschaft. 

Der Verkaufspreis von CHF 1'125'000.– wurde dem Berufungskläger und Beklag-

ten (nachfolgend Beklagter) überwiesen. In der Folge entstand unter den Parteien 

Streit über die Aufteilung des Nettoverkaufserlöses und darüber, ob der Beklagte 

dem Berufungsbeklagten und Kläger (nachfolgend Kläger) Mitte September 2021 

CHF 180'000.– in Anrechnung an dessen Anteil am Verkaufserlös bar übergab.

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2.   Am 26. April 2022 reichte der Kläger beim Einzelgericht im vereinfachten Ver-

fahren des Bezirksgerichts Dietikon eine Teilklage ein, mit welcher er vom Beklag-

ten  CHF 30'000.–  als  Teil  seines  behaupteten  Gesamtanspruchs  am  Nettoerlös 

von  CHF 303'562.–  forderte  (act. 7/2).  Nach  Eingang  des  Kostenvorschusses 

(act. 7/7) und der schriftlichen Stellungnahme des Beklagten (act. 7/8) sowie nach 

zweimaliger Verschiebung der Hauptverhandlung (act. 7/11, 7/13, 7/14, 7/17, 7/20 

und 7/21) ordnete die Vorinstanz nach mündlicher Absprache mit beiden Parteien 

(act. 7/22) für Replik und Duplik einen zweiten Schriftenwechsel an (act. 7/23). Die 

Replik ging am 15. Dezember 2022 (act. 7/25) und die Duplik am 23. März 2023 

bei der Vorinstanz ein (act. 7/32). Am 2. Mai 2023 fand eine Instruktionsverhand-

lung statt, an der die Parteien zu Noven Stellung nehmen konnten und erfolglos 

Vergleichsgespräche  führten  (Prot.Vi  S. 8 ff.).  Am  10.  August  2023  erliess  die 

Vorinstanz  die  Beweisverfügung  (act.  7/41).  An  der  Beweisverhandlung  vom 

14. November 2023 wurden D._____ (Treuhänder) und E._____ (Ehefrau des Be-

klagten) als Zeugen einvernommen (Prot.Vi S. 18 ff., act. 7/51 f.) und die Parteien 

befragt (act. 7/54 f.). Die Zeugin reichte an der Einvernahme eine Kopie der Bestä-

tigung  der  Raiffeisenbank  vom  2.  September  2021  über  die  Auszahlung  von 

CHF 180'000.– an den Beklagten mit der Unterschrift beider Parteien zu den Akten 

(act. 7/53/1). Am 12. Januar 2024 erfolgte eine zweite Beweisverhandlung mit Be-

fragung  eines  weiteren  Zeugen  (Prot.Vi  S. 23 f.;  act. 7/67).  Die  schriftlichen 

Schlussvorträge wurden am 5. Februar 2024 und 18. März 2024 erstattet (act. 7/71 

und 7/74). Am 19. September 2024 fällte die Vorinstanz ihr Urteil, worin sie den 

Beklagten verpflichtete, dem Kläger CHF 30'000.– nebst Zins zu 5 % seit 14. De-

zember  2021  zu  bezahlen  (vgl.  im  Einzelnen  vorstehendes  Urteilsdispositiv; 

act. 7/79 = act. 3/1 = act. 6 [Aktenexemplar]). Für weitere Einzelheiten des vorin-

stanzlichen Verfahrens wird auf die Erwägungen zur Prozessgeschichte im ange-

fochtenen Urteil (act. 6 E. I/B) sowie die Akten der Vorinstanz (act. 7/1-80) verwie-

sen.

3.    Am 30. Oktober 2024 erhob der Beklagte Berufung und beantragte zusam-

mengefasst, das Urteil der Vorinstanz sei aufzuheben und die Klage sei abzuwei-

sen (act. 2; vgl. im Einzelnen vorstehende Berufungsanträge). Nach Eingang der 

Berufung zog die Kammer die Akten der Vorinstanz bei (act. 7/1-80). Mit Präsidial-

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verfügung vom 6. November 2024 wurde dem Beklagten Frist zur Leistung eines 

Vorschusses angesetzt und es wurde die weitere Prozessleitung an die Referentin 

delegiert (act 8). Der Vorschuss wurde am 15. November 2024 bezahlt (act. 10). 

Daraufhin setzte die Referentin Frist für Berufungsantwort an, die der Kläger am 

17. Dezember 2024 einreichte (act. 11 und 13). Die Berufungsantwort wurde dem 

Beklagten zur freigestellten Stellungnahme innert zehn Tagen zugesandt (act. 15), 

wovon dieser am 16. Januar 2025 Gebrauch machte (act. 17). Weiterungen drän-

gen sich nicht auf; die Sache ist spruchreif.

II.

1.   Gegen  den  angefochtenen  Endentscheid  ist  die  Berufung  innert  30  Tagen 

zulässig (Art. 308 Abs. 1 Bst. a ZPO). Der Beklagte reichte die mit Anträgen sowie 

einer Begründung versehene Berufungsschrift form- und fristgerecht ein (act. 2 und 

7/80/2, Art. 311 ZPO). Der berufungsbezogene Streitwert von CHF 30'000.– über-

steigt  die  erforderliche  Streitwertgrenze  gemäss  Art. 308  Abs. 2  ZPO  von 

CHF 10'000.–. Der Beklagte ist als vor Vorinstanz unterlegene Partei zur Berufung 

legitimiert; auch erstattete er den Kostenvorschuss rechtzeitig. Dem Eintreten auf 

die Berufung steht insoweit nichts entgegen.

2.  

2.1.   Mit der Berufung können sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch 

die unrichtige  Feststellung  des  Sachverhaltes  geltend  gemacht  werden  (Art.  310 

ZPO);  zu  Letzterer  zählt  ebenso  die  unrichtige  Anwendung  des  pflichtgemässen 

Ermessens.  Die  Berufung  erhebende  Partei  trifft  eine  Begründungslast.  Sie  hat 

substantiiert vorzutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid un-

richtig  ist  und  wie  er  geändert  werden  muss  (BGer  4A_418/2017  vom  8.  Januar 

2018 E. 2.3 und 5A_111/2016 vom 6. September 2016 E. 5.3). Blosse Verweise 

auf die Vorakten oder Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetra-

genen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine hinreichende Begründung 

ebenso wenig wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erst-

instanzlichen  Erwägungen  (BSK  ZPO-SPÜHLER,  Art.  311  N  15;  ZK  ZPO-REETZ, 

4. Aufl. 2025, Art. 311 N 36 f.; BGE 138 III 374 ff. E. 4 = Pra 102 [2013] Nr. 4).

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2.2.   Die  Berufungsinstanz  prüft  sämtliche  hinreichend  substantiierten  Mängel  in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht frei und uneingeschränkt (BGE 138 III 374 ff. 

E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4). Sie ist dabei weder an die Argumente der Parteien 

noch an die Begründung des vorinstanzlichen Entscheids gebunden, sondern wen-

det das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1). 

Eine  zutreffende  rechtliche  Subsumtion  ist  von  der  Berufung  erhebenden  Partei 

nicht verlangt. Die volle Kognition der Berufungsinstanz bedeutet allerdings nicht, 

dass diese von sich aus alle sich stellenden Fragen zu untersuchen hat, wenn die 

Berufung erhebende Partei diese vor der Berufungsinstanz nicht (mehr) vorträgt. 

Vielmehr darf sich die Berufungsinstanz – abgesehen von offensichtlichen Mängeln 

– auf die Beurteilung der in der schriftlichen Berufungsbegründung erhobenen Be-

anstandungen beschränken (vgl. BGE 142 III 413 ff. E. 2.2.4; BGer 4A_629/2017 

vom 17. Juli 2018 E. 4.1.4; 4A_418/2017 vom 8. Januar 2018 E. 2.3).

2.3.   Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren nur unter den 

Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zu berücksichtigen. Grundsätzlich sind 

alle Tatsachen und Beweismittel in erster Instanz vorzubringen und der Prozess ist 

vor dem erstinstanzlichen Gericht abschliessend zu führen. Das Berufungsverfah-

ren  dient  insbesondere  nicht  der  Vervollständigung  des  vorinstanzlichen  Verfah-

rens,  sondern  der  Überprüfung  und  Korrektur  des  erstinstanzlichen  Entscheids 

(BGE 142 III 413 E. 2.2.2).

3.   Vor Vorinstanz hatte der Beklagte behauptet, nach Zahlung einer ersten Tran-

che von CHF 46'000.– dem Kläger im September 2021 in Anrechnung an dessen 

Anteil weitere CHF 180'000.– bar übergeben und damit dessen Anspruch am Ver-

kaufserlös  vollständig  getilgt  zu  haben.  Die  Übergabe  habe  im  Büro  seines  Ge-

schäfts in Anwesenheit seiner Ehefrau stattgefunden (act. 7/8 und 7/32). Der Klä-

ger hatte dagegen seinen Anteil am Verkaufserlös auf CHF 303'562.– beziffert und 

bestritten,  neben  den  bereits  überwiesenen  CHF 46'000.–  vom  Beklagten 

CHF 180'000.– bar erhalten zu haben (act. 7/2 und 7/25). 

4.  

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4.1.   Die Vorinstanz sah es nach Würdigung der Beweise als erwiesen an, dass 

dem Kläger nach Abzug der Hypotheken, der Kosten und Steuern aus dem Verkauf 

sowie  der  unbestrittenen  Zahlung  von  CHF  46'000.–  ein  Anspruch  von 

CHF 193'432.– am Nettoerlös verblieb (act. 6 E. III/B und C). Hinsichtlich der Bar-

geldübergabe  von  CHF 180'000.–  würdigte  sie  insbesondere  die  Aussagen  der 

Parteien sowie der Zeugin E._____ und die von ihr eingereichte Auszahlungsbe-

stätigung  der  Raiffeisenbank  mit  der  Unterschrift  des  Klägers.  Die  Vor-

instanz  kam  zur  Auffassung,  dass  die  Aussagen  der  Zeugin  und  des  Beklagten 

sowie der nachgereichte Bankbeleg nicht überzeugten und es dem Beklagten damit 

nicht gelinge, die Übergabe von CHF 180'000.– an den Kläger zu beweisen (act. 6 

E. III/D). Im Mittelpunkt der Beweiswürdigung standen die nachfolgenden von der 

Vorinstanz zusammengefassten Aussagen der Zeugin E._____: 

Sie (die Zeugin) sei am Tag der Übergabe mit dem Beklagten am Arbeiten gewesen, als der 

Kläger  während  der  Mittagszeit  vorbeigekommen  sei.  Der  Beklagte  habe  sie  gebeten,  das 

Büro  zu  verlassen.  Sie  habe  sich  jedoch  versteckt  und  habe  hören  wollen,  was die  beiden 

besprechen, wobei keiner der beiden sie gesehen habe. Der Beklagte sei aufgestanden, denn 

er habe dort Geld versteckt gehabt. Davon habe sie nichts gewusst. Eine solche Menge Geld 

habe sie nur in Filmen gesehen und sonst noch nie. Der Beklagte habe dem Kläger das Geld 

gegeben, wobei sie das Geld zusammen gezählt hätten. Es seien fünf Bündel mit Geld gewe-

sen. Der Kläger habe das Geld genommen und habe das Büro verlassen. Der Beklagte sei in 

den Keller gegangen, weil er einen Termin gehabt habe. Der Kläger habe draussen angehal-

ten, habe die Tasche geöffnet und habe dort etwas gemacht. Er habe dann einen Zettel ge-

nommen, sei kurz zum Drucker gegangen und habe dort etwas gemacht. Sie habe nicht rea-

giert, da sie total geschockt gewesen sei. Der Kläger sei dann wieder nach draussen und sie 

zum Drucker gegangen. Der Drucker sei am Arbeiten gewesen und am Schluss sei ein Papier 

rausgekommen. Sie habe diesen Zettel genommen, wobei sie in diesem Moment sehr wütend 

gewesen  sei,  da  sie  von  diesem  Geld  nichts  gewusst  habe.  Sie  habe  das  Papier  aus  dem 

Drucker genommen, zusammengelegt und mitgenommen. Sie habe sich jedoch nicht getraut, 

es dem Beklagten zu geben. Sie sei aufgebracht gewesen und habe Angst gehabt. Danach 

sei sie mit dem Beklagten zum Mittagessen gegangen und der Beklagte sei nach dem Essen 

zu seinem Termin gegangen. Als der Beklagte gegangen sei, habe sie das Papier in den Keller 

gelegt und vergessen. Nach seiner Rückkehr habe sie mit ihm gestritten, weil er dieses Geld 

vor ihr versteckt und ihr nichts davon erzählt habe. Zwei Tage vor der Zeugeneinvernahme 

habe sie nun den Zettel aus dem Drucker dem Beklagten gezeigt. Der Beklagte sei verärgert 

gewesen, dass sie ihm diesen Zettel nicht schon früher gezeigt habe, aber sie habe vergessen 

gehabt, dass sie diesen überhaupt noch habe. Vor zwei Tagen habe sie den Keller geputzt, 

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weil dort alles feucht gewesen sei. Dabei habe sie das Papier wieder gefunden und dem Be-

klagten gegeben (act. 6 S. 21 f. mit Verweis auf act. 7/52 S. 3 f.). 

4.2.   Keine Partei macht im Berufungsverfahren geltend, die Vorinstanz habe die 

Aussagen der Zeugin falsch wiedergegeben oder sich auf unrichtige Äusserungen 

gestützt.  Die  Vorinstanz  führte  dazu  aus,  die  Aussagen  der  Zeugin  seien  nicht 

spontan erfolgt, habe sie doch speziell vorgefertigte Dokumente zur Einvernahme 

mitgebracht.  Ihre  Aussagen  seien  zudem  in  verschiedenen  Punkten  unglaubhaft 

oder gar lebensfremd. So sei unglaubhaft, dass sie das dem Kopierer entnommene 

Dokument trotz Interesse und Erstaunen über die Geldübergabe nicht durchgele-

sen, die Kopie aus Wut und Angst vor dem Beklagten verheimlicht und in den Keller 

geworfen  und  trotz  Wissen  um  das  laufende  Gerichtsverfahren  dort  vergessen 

habe. Es falle ausserdem auf, dass der Beklagte seine Ehefrau erst in der Duplik 

als Zeugin genannt und bloss ausgeführt habe, sie habe die Unterhaltung der Geld-

übergabe mitgehört, obwohl er sich schon in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 

2022 seiner Beweislast bezüglich der Bargeldübergabe bewusst gewesen sei und 

damals den gleichen, allerdings vom Kläger nicht unterzeichneten Bankauszug als 

Beleg für die Geldübergabe eingereicht habe. Auch wirke der zeitliche Zufall, wo-

nach  das  relevante  Beweisstück  unvermittelt  zwei  Tage  vor  der  Zeugeneinver-

nahme wieder aufgetaucht sei, unrealistisch. Zudem fehlten konkrete Begleitum-

stände, welche die Geldübergabe indizierten. In diesem Zusammenhang sei insbe-

sondere unglaubhaft, dass sich der Beklagte nicht mehr an das genaue Datum der 

Geldübergabe erinnern könne, sei doch die Klage schon wenige Monate danach 

erhoben worden (act. 6 S. 23 ff.).

5. 

5.1.   Der  Beklagte  rügt  berufungsweise,  die  Vorinstanz  habe  den  Sachverhalt 

falsch festgestellt und die Beweise unrichtig gewürdigt. Sie hätte zum Schluss kom-

men müssen, dass die Bargeldübergabe erwiesen sei (act. 2 Rz 5 ff.). Die Zeugin 

E._____  und  er  hätten  übereinstimmend  erklärt,  die  Übergabe  von  fünf  Bündeln 

Geldscheinen habe Mitte September 2021 über die Mittagszeit im Büro stattgefun-

den. Die Vorinstanz habe Details der Aussagen der Zeugin ausser Acht gelassen 

und falsche Schlussfolgerungen gezogen. Das geschilderte Verhalten der Zeugin 

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sei aufgrund der konkreten Umstände nicht lebensfremd, sondern vielmehr nach-

vollziehbar. Sie habe anschaulich ihre Gefühle der Angst und Wut geschildert, als 

sie die Übergabe des ungewöhnlich hohen Geldbetrags heimlich beobachtet habe. 

Ihre Reaktion, die vom Kläger liegen gelassene Kopie des unterzeichneten Bank-

auszugs in den Keller zu bringen und, nachdem sie vom Beklagten über den Grund 

der  Geldübergabe  aufgeklärt  worden  sei,  dort  vergessen  zu  haben,  mache  aus 

Sicht der Zeugin durchaus Sinn. Die Vorinstanz habe zudem nicht gewürdigt, dass 

seine Aussagen mit denjenigen der Zeugin in den wesentlichen Zügen, nicht aber 

in den Details übereinstimmten und daher nicht abgesprochen sein könnten. Auch 

habe die Vorinstanz zu Unrecht angenommen, der Kläger habe die Echtheit des 

Bankauszugs genügend bestritten. Dieser habe gegenteils eingestanden, die Un-

terschrift auf dem Bankbeleg stamme von ihm. Die Vorinstanz werfe ihm (dem Be-

klagten) denn auch nicht vor, das von der Zeugin eingereichte Dokument mit der 

Unterschrift des Klägers gefälscht zu haben (act. 2 Rz 6 ff.). Ausserdem habe die 

Vorinstanz ausser Acht gelassen, dass seine Aussagen zur Aufteilung des Kauf-

preises mit denjenigen des Zeugen D._____ übereinstimmten und es der Kläger 

gewesen sei, der eine Barauszahlung gewünscht habe, weil er sich in Scheidung 

befunden habe und die Geldübergabe habe verschleiern wollen (act. 2 Rz 25 ff.). 

Auch habe die Vorinstanz die Widersprüche zwischen den Aussagen des Klägers 

und denjenigen des Zeugen D._____ nicht beachtet. Der Zeuge D._____ habe be-

stätigt, dass der Kläger eine Barzahlung gewünscht habe, um im Scheidungsver-

fahren ein geringeres Vermögen ausweisen zu können (act. 2 Rz 37 ff.). Schliess-

lich habe die Vorinstanz verkannt, dass es nicht überzeuge, wenn der Kläger die 

Zahlung erst im Dezember 2021 verlangt haben wolle, obwohl dem Beklagten das 

Geld bereits am 2. September 2021 von der Bank überwiesen worden sei (act. 2 

Rz 43 ff.). 

In der Stellungnahme vom 16. Januar 2025 blieb der Beklagte, soweit beacht-

lich, bei diesen Ausführungen (act. 17).

5.2.   Der Kläger schliesst sich in der Berufungsantwort der Beweiswürdigung der 

Vorinstanz an und stimmt der Schlussfolgerung zu, der Beklagte habe die Überg-

abe  von  CHF 180'000.–  nicht  beweisen  können.  Er  bleibt  dabei,  den  Bankbeleg 

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nicht  unterzeichnet  zu  haben.  Er  wies  darauf  hin,  dass  der  Beklagte  in  seinen 

Rechtsschriften stets behauptet habe, die Ehefrau sei bei der Geldübergabe nicht 

anwesend gewesen. Die Zeugin habe eine davon abweichende Version sowie un-

vermittelt eine Kopie des vom Kläger (angeblich) unterzeichneten Bankbelegs prä-

sentiert, obgleich beide Parteien in den Rechtsschriften bestätigt hätten, der Kläger 

habe  den  Bankbeleg  nicht  unterzeichnet.  Die  Schilderungen  der  Zeugin  seien 

höchst unglaubhaft. Die späte Edition des Belegs lasse sich dadurch erklären, dass 

dem  Beklagten  im  Verlaufe  des  Prozesses  bewusst  geworden  sei,  dass  er  über 

keine Beweise für die Geldübergabe verfüge. Dass die Zeugin vorgefertigte Doku-

mente (Fotos und Plan des Büros mit Markierung der vermeintlichen Standorte der 

Parteien und der Zeugin) zur Einvernahme mitgebracht habe, spreche für eine kon-

struierte Geschichte. Beim neu eingereichten Bankbeleg handle es sich zudem um 

ein unzulässiges Novum (act. 13 Rz 21). Auch bringe der Beklagte im Berufungs-

verfahren diverse Behauptungen erstmals vor (u.a. act. 13 Rz 27, 30, 43). Er (der 

Kläger) habe den Auszahlungsbeleg der Raiffeisenbank zum ersten Mal beim Frie-

densrichter gesehen, damals allerdings ohne seine Unterschrift. Er habe keine Ba-

rzahlung gewünscht und keine Vermögenswerte verschleiern wollen. Der Beklagte 

habe das von der Raiffeisenbank bezogene Geld anderweitig, mutmasslich im Zu-

sammenhang mit dem Grundstück an der F._____-Strasse … in G._____ verwen-

det (act. 13 Rz 4 ff.).

5.3.   Auf weitere Einwände und Ausführungen der Parteien ist, sofern notwendig, 

im Nachfolgenden einzugehen.

6. 

6.1.   Aufgrund der vorgetragenen Rügen sowie in Anbetracht der erhobenen Teil-

klage bildet die Höhe des dem Kläger aus dem Verkauf der Liegenschaft in C._____ 

gesamthaft zustehenden Nettoerlöses im Berufungsverfahren nicht Prozessgegen-

stand (vgl. auch act. 6 E. II./A.1. und 2). Zu prüfen ist hingegen, ob die Vor-instanz 

zu Recht davon ausging, dem Beklagten sei der Beweis missglückt, im Büro seiner 

Gesellschaft H._____ GmbH dem Kläger Mitte September 2021 bar CHF 180'000.– 

übergeben zu haben. 

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6.2.   Die  Parteien  haben  vor  Vorinstanz  übereinstimmend  ausgeführt,  sie  hätten 

die  Liegenschaft  mit  zwei  Haushälften  in  C._____  für  CHF 1'125'000.–  verkauft. 

Der Beklagte anerkannte vor Vorinstanz ausserdem, dass ihm der gesamte Netto-

erlös ausbezahlt wurde und dem Kläger ein Anteil von CHF 226'000.– zusteht. Die 

Parteien  hätten  vereinbart,  dass  er  dem  Kläger  nach  dem  Verkauf  sogleich 

CHF 46'000.–  überweise  und  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  CHF 180'000.–  bar 

übergebe (act. 6 S. 11 mit Verweis auf 7/32 Rz 18). Angesichts des insoweit aner-

kannten Sachverhalts wies die Vorinstanz zu Recht die Beweislast für die Bargeld-

übergabe  von  CHF 180'000.–  als  rechtsaufhebende  Tatsache  gestützt  auf  Art. 8 

ZGB dem Beklagten zu (act. 6 S. 20; BGE 128 III 271 E. 2aa). 

6.3.  Das  Gericht  bildet  seine  Überzeugung  nach  freier  Würdigung  der  Beweise 

(Art. 157 ZPO). Frei ist die Beweiswürdigung, wenn das Gericht die Beweiskraft der 

einzelnen  Beweismittel  und  die  Gewichtung  ihres  gegenseitigen  Verhältnisses 

nach seiner eigenen, frei gebildeten Überzeugung vornehmen darf und muss. Dem-

nach hat das Gericht die Beweise ohne Bindung an förmliche Beweisregeln zu wür-

digen. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung würde etwa verletzt, wenn be-

stimmten Beweismitteln im Voraus in allgemeiner Weise die Beweiseignung abge-

sprochen würde oder wenn das Gericht bei der Würdigung der Beweise im Ergeb-

nis nicht seiner eigenen Überzeugung folgte (BGE 143 III 297 E. 9.3.2, BGE 137 II 

266 E. 3.2; BGer 4A_189/2018 vom 6. August 2018 E. 3.2.2, BGer 5A_250/2012 

vom 18. Mai 2012 E. 7.4.1; ZK ZPO-HASENBÖHLER/YAÑEZ, Art. 157 N 6). Freie Be-

weiswürdigung bedeutet indes nicht, dass das Gericht die Beweise nach Belieben 

gewichten darf, vielmehr ist es verpflichtet, die Bewertung gewissenhaft und so vor-

zunehmen, dass sie mit den Denk- und Naturgesetzen (Logik), den allgemein an-

erkannten Erfahrungssätzen und der Lebenserfahrung vereinbar ist (BSK ZPO-GU-

YAN, Art. 157 N 2; vgl. auch OFK ZPO-SCHMID, Art. 157 N 3)

Das  vorliegend  zu  erbringende  Regelbeweismass  (der  Vollbeweis  oder  der 

strikte Beweis) ist dann erbracht, wenn das Gericht nach objektiver Betrachtungs-

weise keine ernsthaften oder lediglich leichte Zweifel am Vorhandensein der be-

haupteten Tatsache hat (BSK ZPO-GUYAN, Art. 157 N 7 f.). Im Rahmen des Zivil-

prozesses lässt sich der Beweis allerdings nicht mit naturwissenschaftlicher Präzi-

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sion erreichen. Absolute Gewissheit kann nicht verlangt werden (BGE 148 III 134 

E. 3.4.1).

6.4.   Als Hauptbeweismittel für die Bargeldübergabe offerierte der Beklagte in der 

Stellungnahme vom 27. Mai 2022 die (vom Kläger nicht unterzeichnete) Auszah-

lungsbestätigung  der  Raiffeisenbank  vom  2.  September  2021  (act. 7/8  S. 7  und 

act. 7/9/10) und in der Duplik seine Ehefrau E._____ als Zeugin sowie seine Be-

weisaussage (act. 7/32 Rz 20). An der Einvernahme reichte die Zeugin drei neue 

Belege  zu  den  Akten,  insbesondere  die  Kopie  der  Auszahlungsbestätigung  der 

Raiffeisenbank über CHF 180'000.– mit der Unterschrift des Klägers (act. 7/53/1), 

welche der Beklagte zuvor noch ohne Unterschrift des Klägers eingereicht hatte.

6.5.   Der Kläger wendet prozessual zunächst ein, beim Beleg act. 7/53/1 handle es 

sich um ein verspätet ediertes und daher unzulässiges Novum (u.a. act. 13 Rz 21).

Der Beleg stellt ein unechtes Novum dar, weil er gemäss Angaben der Zeugin 

bereits am Tag der Übergabe Mitte September 2021 entstand. Unechte Noven sind 

grundsätzlich nach einem zweiten Schriftenwechsel nur unter den Voraussetzun-

gen von Art. 229 Abs. 2 Bst. b ZPO zulässig (statt vieler: BSK ZPO-WILLISEGGER, 

Art. 229 N 57). Selbst wenn man den erst an der Beweisverhandlung von der Zeu-

gin eingereichten Beleg (act. 7/53/1) in Anbetracht der im vereinfachten Verfahren 

geltenden  sozialen  Untersuchungsmaxime  (Art. 247  ZPO)  noch  (wie  die 

Vorinstanz) berücksichtigt, ändert dies nichts am Beweisergebnis der Vorinstanz, 

wie nachstehend erläutert wird.

6.6.   Der Beklagte moniert, der Kläger habe nicht rechtsgenügend bestritten, den 

Auszahlungsbeleg  der  Raiffeisenbank  vom  2.  September  2021  unterzeichnet  zu 

haben. Vielmehr habe er in der Parteibefragung eingestanden, die Unterschrift auf 

der Kopie stamme von ihm (act. 2 Rz 11 ff. und 23). Da die Unterzeichnung des 

Belegs  durch  den  Kläger  als  Quittierung  der  Geldübergabe  betrachtet  werden 

könnte, kommt der Frage, ob die Echtheit des Belegs im Sinne von Art. 178 ZPO 

hinreichend bestritten wurde, entscheidendes Gewicht zu. Darauf ist nachfolgend 

einzugehen.

- 13 -

In der Stellungnahme vom 27. Mai 2022 hatte der Beklagte selber noch be-

hauptet, die Parteien würden sich als Brüder blind vertrauen, der Kläger habe des-

halb  gemäss  ihrer  Absprache  vom  2.  September  2020  den  Betrag  von 

CHF 180'000.– Mitte September 2021 einfach abholen können, ohne dies mit Un-

terschrift zu bestätigen (act. 7/8 S. 3). Das Fehlen der Unterschrift des Klägers bil-

dete daher bis zur Einvernahme der Zeugin eine beidseits anerkannte Tatsache. 

Nach Edition des Bankbelegs durch die Zeugin führte der Kläger in der Parteibe-

fragung auf die Frage des Richters, ob es sich um seine Unterschrift handle, aus, 

es sehe so aus, er habe das nie selbst gemacht. Auf die anschliessende Frage, ob 

es seine Schrift sei, erklärte er, es müsse eine Kopie sein. Auf den dritten Vorhalt 

des Bankbelegs und die Frage, ob er die Unterschrift erkenne, meinte der Kläger, 

die Unterschrift sei von ihm. Er habe das Dokument das erste Mal bei der Friedens-

richterin gesehen, aber ohne seine Unterschrift. Er habe die Bankbestätigung erst-

mals  in  der  Hand  gehalten,  als  sie  der  Beklagte  vor  Gericht  eingereicht  habe 

(act. 7/55 S. 7). Im Gesamtkontext bestehen keine Zweifel, dass der Kläger damit 

zum Ausdruck bringen wollte, das Schriftbild stimme mit demjenigen seiner Unter-

schrift überein, er jedoch beim bisherigen Standpunkt blieb, das Dokument nie un-

terzeichnet zu haben. Diese Auslegung bestätigte der Kläger denn auch in seiner 

Berufungsantwort (vgl. act. 13 Rz 22 f.). Die Echtheit der Unterschrift in act. 7/53/1 

ist damit genügend bestritten.

6.7.   Es ist nicht primär massgeblich, wie die Zeugin in den Besitz des eingereich-

ten Bankbelegs mit der angeblichen Unterschrift des Klägers gelangte (vgl. act. 2 

Rz 22). Relevant bleibt im zivilen Forderungsprozess, ob es dem Beklagten gelingt, 

die Geldübergabe zu beweisen. Es ist allgemein bekannt, dass mit den heutigen 

technischen Mitteln Unterschriften einfach kopiert und in einem anderen Dokument 

eingefügt werden können. Das Bundesgericht führte in diesem Sinne einleuchtend 

aus, nur die am Original erhobenen Befunde könnten eine positive Urheberschafts-

aussage begründen und der Nachweis der Echtheit einer Fotokopie sei nicht mög-

lich. Nicht-Originale enthielten lediglich bildliche Darstellungen von Schreibleistun-

gen  und  es  existierten  keine  hinreichend  sicheren  Methoden  um  nachzuweisen, 

dass  die  darin  enthaltenen  Schriftzüge  unverändert  und  vollständig  reproduziert 

worden seien; es müsse deshalb bereits offen bleiben, ob ein entsprechendes Ori-

- 14 -

ginal überhaupt jemals in der dargestellten Form existiert habe. Bei Nicht-Origina-

len  bestünden  elementare  Informationsdefizite  in  den  Merkmalen  der  Strichbe-

schaffenheit,  Druckgebung,  des  Bewegungsflusses  und  der  Bewegungsrichtung, 

deren Analyse und übereinstimmende Merkmalsausprägung für eine positive Ur-

heberschaftsaussage unverzichtbar seien. Die Erkenntnismöglichkeiten bei der Be-

gutachtung von Nicht-Originalen beschränkten sich daher auf eine "Tendenzaus-

sage" (BGer 9C_634/2014 vom 31. August 2015 E. 6.1.2. mit Hinweis auf: ANGE-

LIKA SEIBT, Probleme bei der Untersuchung von Fotokopien, Zeitschrift für Schrift-

psychologie und Schriftvergleichung 68, 2004, S. 164 ff.; vgl. auch GASSER/HÄU-

SERMANN, Beweisrechtliche Hindernisse bei der Digitalisierung von Unternehmens-

informationen,  AJP  2006  S.  305  ff.).  Die  gegenteilige  Auffassung  des  Beklagten 

überzeugt dagegen nicht (act. 17 Rz 25).

Da lediglich eine Kopie des angeblich vom Kläger unterzeichneten Bankbe-

legs bei den Akten liegt und eine aussagekräftige Expertise über die Urheberschaft 

der  Unterschrift  wie  gesehen  aufgrund  dessen  nicht  zu  erwarten  ist,  mass  die 

Vorinstanz act. 7/53/1 zu Recht keinen nennenswerten Beweiswert zu. Auch durfte 

sie den Antrag auf ein Schriftgutachten in Anbetracht, dass es sich beim Beweis-

stück um eine Kopie handelt, mit gutem Recht abweisen. Die Rüge der unterlasse-

nen  Expertise  (act. 2  Rz 24)  geht  deshalb  fehl.  Der  Beklagte  behauptete  erstin-

stanzlich überdies nicht, dem Kläger das Original des von beiden unterzeichneten 

Bankbelegs ausgehändigt zu haben, weshalb die Vorinstanz auch den Antrag auf 

Edition  des  Originals  durch  den  Kläger  ohne  Rechtsverletzung  abweisen  durfte 

(act. 6 E. V). Dem Beklagten kann aus diesen Gründen der Beweis der Geldüber-

gabe mit der Kopie des Bankbelegs nicht gelingen, was auch die Vorinstanz zutref-

fend erwog. Zu prüfen bleibt, ob ihre Würdigung der weiteren Beweismitteln einer 

Überprüfung standhält. 

Der Vollständigkeit halber ist zu ergänzen, dass strafrechtliche Aspekte der 

Urkundenfälschung  im  zivilen  Forderungsprozess  wie  gesehen  nicht  im  Vorder-

grund  stehen.  Ohnehin  fehlten  konkrete  Verdachtsmomente,  welche  Person  aus 

dem Umfeld des Beklagten eine unechte Kopie angefertigt haben könnte. Es erüb-

- 15 -

rigen sich daher Ausführungen zu einem allfälligen strafrechtlich relevanten Verhal-

ten.

6.8.   Die Vorinstanz würdigte die weiteren Beweismittel einlässlich und nachvoll-

ziehbar. Sie gewichtete zu Recht die Aussagen der Parteien sowie schwergewich-

tig der Zeugin E._____, nachdem der Zeuge D._____ zur Frage der Bargeldüber-

gabe nichts hatte beitragen können (act. 6 S. 21). Die Vorinstanz beachtete neben 

dem Näheverhältnis der Zeugin zum Beklagten zu Recht deren Aussageverhalten 

und ging dabei eingehend auf den inhaltlichen Gehalt der Aussagen ein. Sie erläu-

terte einleuchtend, weshalb die Angaben der Zeugin in verschiedenen Punkten un-

glaubhaft  oder  gar  lebensfremd  erscheinen.  Dabei  argumentierte  die  Vorinstanz 

logisch und in Übereinstimmung mit der Lebenserfahrung. Eine einseitige Gewich-

tung der Beweismittel oder Ausserachtlassung wesentlicher Aussagen oder mass-

geblicher Passagen in Urkunden ist nicht dargetan. Auch ist nicht erkennbar, dass 

sich die Vorinstanz von sachfremden Überlegungen oder unangemessenen Wer-

tungen leiten liess. 

6.9.   Die Kritik des Beklagten beschränkt sich im Wesentlichen darauf, die Beweis-

mittel, vorweg die Aussagen der Zeugin, abweichend zu würdigen, ohne im Einzel-

nen  darzulegen,  welche  konkreten  Überlegungen  und  Schlussfolgerungen  der 

Vorinstanz aus welchen Gründen falsch sein sollen. Die Kritik des Beklagten taugt 

bereits aus diesem Grund wenig, um die einleuchtende und nachvollziehbare Be-

urteilung der Vorinstanz in ernsthafte Zweifel zu ziehen. Soweit er die Aussagen 

der Zeugin und der Parteien oder den Prozessverlauf wiedergibt, lässt sich daraus 

auch keine hinreichende Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Urteil ent-

nehmen (u.a. act. 2 Rz 6 ff.).

6.10.  Was  die  Einwände  im  Einzelnen  betrifft,  ist  das  Argument  des  Beklagten, 

seine  Aussagen  würden  bezüglich  des  äusseren  Ablaufs  der  Geldübergabe  mit 

denjenigen der Zeugin übereinstimmen (vgl. act. 2 Rz 6 ff., 20 f.), nicht geeignet, 

die Bargeldübergabe zu beweisen.  Aufgrund des engen familiären Verhältnisses 

des Beklagten und der Zeugin sowie der auf dem Spiel stehenden gemeinsamen 

erheblichen wirtschaftlichen Interessen liegt auf der Hand, dass sie sich gegensei-

tig im Aussageverhalten beeinflussten. So räumte die Zeugin ein, über den Prozess 

- 16 -

informiert gewesen zu sein und mit dem Beklagten vorgängig über die Zeugenein-

vernahme gesprochen zu haben (act. 7/52 S. 2 f.). Dem Umstand, dass die Aussa-

gen  des  Ehepaares  A._____E._____  bezüglich  des  äusseren  Ablaufs  der  Geld-

übergabe in den wesentlichen Zügen übereinstimmen, kommt daher entgegen der 

Auffassung des Beklagten kein erheblicher Beweiswert zu. Folglich ist nicht zu be-

anstanden, wenn auch die Vorinstanz den Übereinstimmungen kein entscheiden-

des Gewicht beimass.

Die  Einwände,  die  Zeugin  verstehe  kein  Deutsch  und  sei  gewohnt,  Doku-

mente lediglich zu kopieren oder einzuscannen und nicht zu lesen (act. 2 Rz 17), 

sind soweit ersichtlich neu und daher unbeachtlich. Auch wäre nicht erkennbar, was 

der Beklagte daraus für seinen Standpunkt ableiten könnte. Wie die Vorinstanz zu-

treffend erwog, erscheint es unrealistisch, wenn die Zeugin sich zwar für das Ge-

spräch  der  Parteien  interessierte,  über  die  heimlich  beobachtete  Übergabe  der 

grossen Geldsumme schockiert war und die liegen gebliebene Kopie behändigte, 

diese  jedoch  damals  weder  las  noch  dem  Beklagten  zeigte.  Auch  ohne  vertiefte 

Kenntnisse der deutschen Sprache wäre es ihr ausserdem leicht und rasch möglich 

gewesen, den Betrag von CHF 180'000.– sowie die Unterschriften der Parteien auf 

dem übersichtlichen Bankbeleg zu erfassen und mit der Geldübergabe in Zusam-

menhang zu bringen. 

Auch  die  angebliche  Wut  und  Angst  der  Zeugin  können  nicht  einleuchtend 

erklären,  weshalb  sie  die  Kopie,  die  offensichtlich  mit  der  ungewöhnlichen  Geld-

übergabe  zusammenhing  und  worüber  sie  mit  dem  Beklagten  noch  sprechen 

wollte, in den Keller warf, wo sich nur Kleider und Esswaren befanden. Viel näher 

hätte es gelegen, die Kopie bei sich zu behalten und sie dem Beklagten beim an-

schliessenden  gemeinsamen  Mittagessen  oder  anlässlich  des  Gesprächs  am 

Nachmittag vorzuhalten. Unerklärlich bleibt, weshalb die Zeugin nach dem aufklä-

renden und beruhigenden Gespräch mit dem Beklagten über den Grund der Geld-

übergabe die Kopie bis zum überraschenden Auffinden kurz vor der Zeugeneinver-

nahme vergessen haben sollte, änderte das Gespräch doch nichts an der ausser-

gewöhnlichen  Geldübergabe  und  der  augenscheinlich  wichtigen  Bedeutung  des 

Dokuments (vgl. act. 2 Rz 19). In diesem Zusammenhang erscheint zudem wenig 

- 17 -

realistisch,  dass  die  Zeugin  vom  Streit  der  Brüder  über  die  Geldübergabe  nichts 

bemerkt haben will, zumal der vormals gute brüderliche Kontakt dadurch erheblich 

litt. Schliesslich wies die Vorinstanz zu Recht auf das unerwartete Wiederauftau-

chen der angeblich in Vergessenheit geratenen Kopie nach Jahren und kurz vor 

der Zeugeneinvernahme hin, welchen Vorgang sie zu Recht nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung als eher unwahrscheinlich wertete. Die Aussagen der Zeugin sind 

daher in sich wenig konsistent, weisen wesentliche logische Brüche auf und stützen 

sich auf ein nicht überzeugendes Szenario. Wenn die Vorinstanz die Aussagen im 

Verbund mit dem zeitlichen Zufall des Wiederauftauchens des Belegs aufgrund der 

Lebenserfahrung als unglaubhaft taxierte, liegt darin jedenfalls keine unangemes-

sene Beweiswürdigung. Vielmehr ist der Schlussfolgerung, den Aussagen der Zeu-

gin könne nicht wesentlich getraut werden, zuzustimmen.

6.11.  Die weiteren Einwände des Beklagten vermögen ebenfalls am Beweisergeb-

nis der Vorinstanz nichts zu ändern. Insbesondere können Übereinstimmungen sei-

ner Aussagen mit denjenigen des Zeugen D._____ zur Aufteilung der Verkaufser-

löses  nichts  Entscheidendes  zum  Beweis  der  Bargeldübergabe  beitragen  (vgl. 

act. 2 Rz 25), zumal der Zeuge D._____ ausdrücklich erklärte, zur Geldübergabe 

von CHF 180'000.– nichts aussagen zu können (act. 7/51 S. 8). Die Ausführungen 

zu  den  Miteigentumsanteilen  der  Brüder  an  den  Liegenschaften  in  C._____  und 

G._____ (vgl. act. 2 Rz 27 ff.) sind soweit ersichtlich neu und daher unbeachtlich. 

Auch wäre nicht ersichtlich, wie sich damit die Geldübergabe beweisen liesse. Der 

Beklagte vermag ferner nicht aufzuzeigen, weshalb die Annahme der Vorinstanz 

unrichtig sein soll, die beidseitige Unterzeichnung der Vereinbarung vom 2. Sep-

tember 2020 über die Aufteilung des Verkaufserlöses (act. 7/9//2/12) deute darauf 

hin, dass es ihnen nicht völlig fremd gewesen sei, sich gegenseitig Unterschriften 

zu leisten (vgl. act. 2 Rz 30). Entgegen seiner Auffassung vermag der Beklagte die 

Geldübergabe auch nicht mit angeblichen und im Übrigen bestrittenen Motiven des 

Klägers für eine Barzahlung zu beweisen (vgl. act. 2 Rz 31 ff.). Der Beklagte weist 

zwar richtig darauf hin, dass das Vorgehen, die Zeugenbefragung erst mit der Du-

plik zu offerieren, für das Beweisergebnis nicht entscheidend ist. Jedoch übersieht 

er  dabei,  dass  diese  Prozesstaktik  die  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  der  Zeugin 

handkehrum  auch  nicht  erhöht.  Seine  Behauptung,  die  Zeugin  sei  während  der 

- 18 -

Geldübergabe mit ihm in seinem Büro gewesen (act. 2 Rz 34), widerspricht ferner 

deren Angaben, wonach der Beklagte sie gebeten habe, das Büro zu verlassen, 

worauf sie sich im Archiv versteckt habe (act. 7/52 S. 3 und act. 7/53/2). 

6.12.  Der Kläger vertrat vor Vorinstanz stets den Standpunkt, die Bargeldübergabe 

habe nicht stattgefunden, und blieb auch nach der Edition von act. 7/53/1 bei dieser 

Version. Seine Aussagen sind im massgeblichen Punkt daher konstant und wider-

spruchslos. Allfällige Ungereimtheiten zu Aussagen des Zeugen D._____ in ande-

ren Fragen, namentlich ob der Kläger eine Bargeldüberweisung gewünscht habe 

(act. 2 Rz 37 ff.), sind nicht geeignet, ernsthafte Zweifel an den im Hauptpunkt kon-

stanten Äusserungen zu streuen und die Zahlung zu belegen. Weder ein allfälliges 

Nichtwissen der Ehefrau des Klägers über den vereinbarten Verkaufserlös noch die 

etappenweise Auszahlung des Anteils des Klägers (act. 2 Rz 40 ff.) oder die zeitli-

che Distanz zwischen der Abhebung des Geldes bei der Bank und der behaupteten 

ersten Zahlungsaufforderung durch den Kläger (act. 2 Rz 44) bedeuten entgegen 

der Auffassung des Beklagten aussagekräftige Indizien für die Bargeldübergabe. 

Im Übrigen kann der Berufungsschrift nicht entnommen werden, dass der Kläger 

von der Bankauszahlung vom 2. September 2021 von CHF 180'000.– an den Be-

klagten überhaupt wusste. Zuletzt erschliesst sich nicht, wie der strikte Beweis der 

Geldübergabe  mit  den  "übrigen  Begleitumständen"  erbracht  werden  könnte  (vgl. 

act. 2 Rz 43 ff.). Insbesondere schmälert die Behauptung des Beklagten, er könne 

sich an das genaue Datum der Geldübergabe nicht mehr erinnern, die Glaubhaf-

tigkeit weiterer Begleitumstände der Geldübergabe, sodass sich daraus kein siche-

rer Beweis gewinnen liesse. 

7.   Zusammenfassend erweisen sich die Beweiswürdigung der Vorinstanz sowie 

das daraus resultierende Ergebnis als sach- und rechtskonform. Die Berufung ist 

daher vollumfänglich abzuweisen.

III.

1.   Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Streitigkeit mit einem Streitwert 

im  Berufungsverfahren  von  CHF 30'000.–.  Die  Gerichtsgebühr  im  Berufungsver-

fahren ist gestützt auf §§ 4 und 12 GebV OG auf CHF 3'500.– festzusetzen und 

- 19 -

ausgangsgemäss  dem  Beklagten  aufzuerlegen.  Die  Gerichtsgebühr  ist  mit  dem 

von ihm geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen.

2.   Der Beklagte ist überdies zu verpflichten, dem Kläger gestützt auf §§ 4 und 

13  AnwGebV 

für  das  Berufungsverfahren  eine  Parteientschädigung  von 

CHF 3'600.– (inkl. MWSt.) zu bezahlen.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts am Bezirks-

gericht Dietikon vom 19. September 2024 wird bestätigt. 

2.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf CHF 3'500.– festgesetzt und 

dem  Berufungskläger  auferlegt.  Für  die  Kosten  des  zweitinstanzlichen  Ver-

fahrens wird der von ihm geleistete Vorschuss von CHF 3'500.– herangezo-

gen.

3.

Der Berufungskläger wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten eine Partei-

entschädigung von CHF 3'600.– (inkl. MWSt.) zu bezahlen.

4.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Berufungsbeklagten unter Bei-

lage eines Doppels von act. 17, sowie an das Bezirksgericht Dietikon, Einzel-

gericht, je gegen Empfangsschein, und die Kasse des Obergerichts.

Nach  unbenütztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine  Beschwerde  gegen  diesen  Entscheid  an  das  Bundesgericht  ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

- 20 -

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
CHF 30'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Vorsitzende:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. E. Lichti Aschwanden

M.A. HSG M. Toscanelli

versandt am: