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**Case Identifier:** e6c1016d-0691-5416-be22-1c9abb0398c0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 07.06.2017 810 16 136
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-136_2017-06-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 7. Juni 2017 (810 16 136) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung / Wiederholte Straffälligkeit 

 

 
 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, 
Gerichtsschreiber Martin Michel 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Alain Joset, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung  

(RRB Nr. 624 vom 3. Mai 2016) 
 
 
 
 
A. Der türkische Staatsangehörige A.____ (geb. 1982) reiste im Alter von sechs Jahren, 
nachdem er zuvor die ersten Lebensjahre bei den Grosseltern in der Türkei verbracht hatte, mit 
seinen zwei Geschwistern zu seinen Eltern in die Schweiz ein. Er verfügt über eine Niederlas-
sungsbewilligung. 
 
B. Zwischen 2004 und 2006 trat A.____ wie folgt strafrechtlich in Erscheinung: 
 

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- Verurteilung vom 25. Februar 2004 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln, Fahrens 
in angetrunkenem Zustand und Verletzung von Verkehrsregeln zu einer bedingten Frei-
heitsstrafe von 16 Tagen und einer Busse von Fr. 1‘000.--. 
 

- Verurteilung vom 6. April 2004 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand zu einer Frei-
heitsstrafe von 3 Monaten. 

 
- Verurteilung vom 4. Mai 2006 wegen bandenmässigen Diebstahls, mehrfachen Diebstahls, 

mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Hehlerei, mehrfacher 
Vergehen gegen das Waffengesetz, Entwendung zum Gebrauch, mehrfachen Fahrens 
trotz Führerausweisentzugs, mehrfachen Fahrens in angetrunkenem Zustand, mehrfacher 
Übertretung der Verkehrsregelnverordnung (VRV) vom 13. November 1962, Widerhandlun-
gen gegen das Strassenverkehrsgesetz (SVG) vom 19. Dezember 1958, grober Verletzung 
der Verkehrsregeln, mehrfacher Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmit-
tel und die psychotropen Stoffe (BetmG) vom 3. Oktober 1951, versuchten bandenmässi-
gen Diebstahls und mehrfachen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und sechs 
Monaten sowie einer Busse in der Höhe von Fr. 2‘000.--. 
 

C. Aufgrund dieser Verurteilungen verfügte das Migrationsamt des Kantons Aargau am 
31. Mai 2006 die Ausweisung von A.____ aus der Schweiz. Auf Beschwerde hin hob das 
Rekursgericht für Ausländerrecht des Kantons Aargau am 8. Dezember 2006 die Ausweisung 
von A.____ auf. 
 
D. In der Folge trat A.____ erneut mehrfach strafrechtlich in Erscheinung: 

 
- Verurteilung vom 15. Juli 2011 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Fahrens ohne 

Führerausweis, Verletzung der Verkehrsregeln etc. zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen 
und einer Busse in der Höhe von Fr. 1‘200.--. 
 

- Verurteilung vom 8. September 2011 wegen Fälschung von Ausweisen etc. zu einer Geld-
strafe von 10 Tagessätzen und einer Busse in der Höhe von Fr. 150.--. 

 
- Verurteilung vom 21. August 2012 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Entwendung 

zum Gebrauch, Fahrens ohne Führerausweis, pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall 
etc. zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 600.--. 

 
E. Am 17. Januar 2013 verwarnte das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft 
(AfM) A.____ aufgrund dieser Verurteilungen sowie Schuldenwirtschaft (10 offene Verlustschei-
ne in der Höhe von über Fr. 40‘000.--). Danach folgten weitere Straftaten: 

 
- Verurteilung vom 25. März 2013 wegen geringfügigen Betrugs zu einer Busse von  

Fr. 250.--. 
 

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- Verurteilung vom 19. Juni 2013 wegen Konsums und/oder Besitzes von Betäubungsmitteln 
zu einer Busse von Fr. 100.--. 
 

- Verurteilung vom 5. September 2014 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Vereite-
lung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrtüchtigkeit, Führens eines Motorfahrzeugs 
trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des Ausweises, mehrfacher vorsätzlicher 
Benützung eines Fahrzeugs ohne Fahrausweis nach Personenbeförderungsgesetz zu einer 
Geldstrafe von 75 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 200.--. 
 

- Verurteilung vom 22. Oktober 2014 wegen mehrfacher Übertretung des BetmG, Führens 
eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs, Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, 
Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis und Fahrens in fahrunfähigem Zustand 
zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 70 Tagen und einer Busse von Fr. 600.--. 
 

- Verurteilung vom 12. März 2015 wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln, Entwen-
dung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch sowie Führens eines Motorfahrzeugs trotz 
Entzugs, Verweigerung oder Aberkennung des Lern- oder Führerausweises zu 136 Stun-
den gemeinnütziger Arbeit. 

 
- Verurteilung vom 30. Mai 2016 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Führens eines 

Motorfahrzeugs unter Betäubungsmitteleinfluss, Vereitelung von Massnahmen zur Fest-
stellung der Fahrunfähigkeit als Motorfahrzeugführer, Entwendung eines Motorfahrzeugs 
zum Gebrauch, Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzug oder Verweigerung des Führer-
ausweises, pflichtwidrigen Verhaltens nach Verkehrsunfall ohne Personenschaden und 
Widerhandlung gegen das BetmG zu 720 Stunden gemeinnütziger Arbeit (abzgl. 2 Tage 
Untersuchungshaft) und einer Busse von Fr. 600.--. 
 

F. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 19. September 2015 bzw. 2. November 2015 
waren gegen A.____ insgesamt 34 Betreibungen in der Höhe von Fr. 76‘086.-- sowie 22 offene 
Verlustscheine in der Höhe von Fr. 60‘809.15 vorhanden. A.____ hat zudem Sozialhilfeleistun-
gen im Gesamtbetrag von Fr. 90‘317.45 bezogen. 
 
G. Am 3. November 2015 widerrief das AfM die Niederlassungsbewilligung von A.____. 
 
H. Die von A.____, vertreten durch Alain Joset, Advokat in Liestal, dagegen erhobene 
Beschwerde wies der Regierungsrat mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 624 vom 3. Mai 
2016 ab und verfügte, dass A.____ die Schweiz spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des 
Beschlusses zu verlassen habe. 
 
I. Gegen den RRB vom 3. Mai 2016 erhob A.____, weiterhin vertreten durch Alain Joset, 
Advokat in Liestal, am 13. Mai 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- 
und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt die Aufhebung des RRB vom 3. Mai 2016 
und der Verfügung des AfM vom 3. November 2015 und die Belassung bzw. die Erteilung der 
Niederlassungsbewilligung. Eventualiter sei ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen; alles 

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unter o/e-Kostenfolge. Im Falle des Unterliegens sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und 
Verbeiständung zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer 
eine mündliche Parteiverhandlung mit persönlicher Anhörung. 
 
J. In ihrer Vernehmlassung vom 17. August 2016 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
K. Mit Verfügung vom 29. September 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung im 
Rahmen einer Parteiverhandlung überwiesen und dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 
Prozessführung und Verbeiständung mit Alain Joset, Advokat in Liestal, bewilligt. Der Termin 
für die Parteiverhandlung wurde auf den 25. Januar 2017 angesetzt. 
 
L. Am 16. Januar 2017 reichte die Vorinstanz einen aktuellen Strafregisterauszug ein. 
 
M. Nach einer Krankheitsmeldung des als Auskunftsperson zur Parteiverhandlung vor-
geladenen Beistands des Beschwerdeführers sowie einem Schreiben des Beschwerdeführers 
vom 23. Januar 2017, mit welchem dieser dem Kantonsgericht mitteilte, er sehe sich ausser 
Stande, sich vor Gericht einer Befragung zu unterziehen, weshalb er den Antrag auf Durchfüh-
rung einer mündlichen Verhandlung zurückziehe und stattdessen die Durchführung eines 
schriftlichen Verfahrens beantrage, bot das Kantonsgericht am 24. Januar 2017 die auf den 
25. Januar 2017 angesetzte Parteiverhandlung ab. 
 
N. Am 9. Februar 2017 reichte der Beistand des Beschwerdeführers aufforderungs-
gemäss einen Amtsbericht ein. 
 
O. Der Beschwerdeführer reichte am 1. März 2017 eine weitere Stellungnahme ein.  
 
P. Am 7. April 2017 brachte die Vorinstanz dem Kantonsgericht einen vom Beschwerde-
führer am 6. April 2017 in der Schweizer Botschaft in der Ukraine gestellten Antrag um Erteilung 
eines Rückreisevisums zur Kenntnis. 
 
Q. Mit Eingabe vom 2. Juni 2017 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Stellungnah-
me ein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange-
fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Als Adressat des angefochtenen Ent-
scheids weist der Beschwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf. 
Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 
 

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2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und 
lit. b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch 
des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 
werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen 
von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3.1 Die Niederlassungsbewilligung kann insbesondere widerrufen werden, wenn die aus-
ländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine straf-
rechtliche Massnahme im Sinne der Artikel 59-61 oder 64 des Schweizerischen Strafgesetz-
buchs (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet worden ist (Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundes-
gesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005 i.V.m. Art. 62 
Abs. 1 lit. b AuG); oder wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese 
gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). 
 
3.2.1 Das AfM stützte seine Wegweisungsverfügung auf Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG, weil auf-
grund der Verurteilung vom 4. Mai 2006 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus sowie der zahlrei-
chen weiteren Verurteilungen der Widerrufsgrund erfüllt sei.  
 
3.2.2 Demgegenüber stützte die Vorinstanz den Widerruf der Niederlassungsbewilligung auf 
Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG, mit der Begründung, die Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus 
sei bereits durch die damals zuständigen Ausländerbehörden des Kantons Aargau zum Anlass 
genommen worden, das Aufenthaltsrecht des Beschwerdeführers zu überprüfen. Die damalige 
Ausweisungsverfügung sei auf eine Beschwerde hin mit Urteil vom 8. Dezember 2006 auf-
gehoben worden, weshalb die Straftat nun nicht mehr isoliert zum Anlass genommen werden 
könne, um einen Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG zu 
begründen; diesbezüglich seien die basellandschaftlichen Behörden an die seinerzeitigen Er-
kenntnisse der aargauischen Ausländerbehörden gebunden. Hingegen könne die damalige 
Straftat in der gesamtheitlichen Betrachtung des Verhaltens des Beschwerdeführers berück-
sichtigt werden. 
 
3.3 In der Beschwerdebegründung vom 18. Juli 2016 macht der Beschwerdeführer gel-
tend, den Ausführungen der Vorinstanz zum Widerrufsgrund sei vollumfänglich zu folgen. 
Weiter sei zu berücksichtigen, dass die insgesamt acht Verurteilungen in den letzten sechs Jah-
ren praktisch ausnahmslos Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz gewesen seien. 
Dabei müssten die beiden Strafbefehle wegen Übertretungen ausser Betracht fallen. Sein Ver-
halten solle nicht verharmlost werden, und er sei sich bewusst, dass er sein Verhalten zukünftig 
ändern müsse. Er sei dringend behandlungsbedürftig und bedürfe deswegen einer milieuthera-
peutischen Behandlung. Er habe sich vor dem Hintergrund seiner grossen gesundheitlichen 
Probleme in den letzten Monaten mehrfach in psychiatrische Kliniken begeben und befinde sich 
zurzeit in einer stationären Milieutherapie. Bei dieser Ausgangslage könne in migrationsrechtli-
cher Hinsicht nicht davon ausgegangen werden, er habe in schwerwiegender Weise gegen die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen. Daher sei der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 
lit. b AuG nicht erfüllt. 

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3.4 Das aargauische Rekursgericht für Ausländerrecht hob mit Urteil vom 8. Dezember 
2006 den Bewilligungswiderruf aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf und wies den Be-
schwerdeführer darauf hin, dieses Urteil bedeute nicht, dass damit eine Ausweisung nicht mehr 
zur Diskussion stehe, sondern es räume ihm lediglich eine letzte Chance ein, sein Leben in der 
Schweiz deliktsfrei zu gestalten (Urteil des Rekursgerichts für Ausländerrecht vom 8. Dezember 
2006 S. 14). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz bedeutet dieses Urteil nicht, dass ein spä-
terer Widerruf erst zulässig wäre, falls eine erneute Verurteilung zu einer längerfristigen Frei-
heitsstrafe erfolgen würde: Erfüllt der Betroffene die Erwartungen nicht, welche die Ausländer-
behörde bzw. das Gericht mit der nochmaligen Einräumung einer weiteren Chance verbunden 
hat, so muss die Ausländerbehörde abermals eine Gesamtwürdigung der widerstreitenden 
öffentlichen und privaten Interessen vornehmen, wobei sie auch Umstände miteinbeziehen darf 
(und muss), die sie (bzw. die Rechtsmittelinstanz) beim früheren Entscheid für sich alleine als 
noch nicht ausreichend für einen Bewilligungswiderruf erachtet hat (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 2C_430/2016 vom 2. Februar 2017 E. 2.2 mit Hinweisen). In Anbetracht der Verurteilung 
vom 4. Mai 2006 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus sowie der zahlreichen weiteren Verurtei-
lungen des Beschwerdeführers inklusive der Verstösse, die der Beschwerdeführer auch noch 
nach der ausländerrechtlichen Verwarnung des AfM vom 17. Januar 2013 begangen hat (siehe 
ausführlich dazu vorne lit. B, D und E), ist das AfM zu Recht davon ausgegangen, dass der 
Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt ist. Im Übrigen hat 
der Beschwerdeführer mit seinem wiederholt delinquenten Verhalten auch in schwerwiegender 
Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen, weshalb auch der subsidiär 
anwendbare Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt wäre. 
 
4.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, muss die Massnahme im konkreten Fall auch verhältnis-
mässig sein (Art. 96 Abs. 1 AuG). Dies erfordert eine Interessenabwägung, welche die wesentli-
chen Umstände des Einzelfalls berücksichtigt (BGE 135 II 110 E. 2.1). Diesbezüglich rügt der 
Beschwerdeführer, die Massnahme sei unverhältnismässig und verstosse gegen Art. 96 Abs. 1 
AuG, Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 
18. April 1999 und Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950. Seine pri-
vaten Interessen seien höher zu gewichten als die öffentlichen Interessen an seiner Weg-
weisung. 
 
4.2 Fraglich ist, ob sich der erwachsene, ledige, allein lebende und kinderlose Beschwer-
deführer überhaupt auf das Recht auf Achtung des Familien- und/oder Privatlebens gemäss 
Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen kann. Das Verhältnis volljähriger Kinder zu ihren Eltern fällt nur in 
den Schutzbereich des Familienlebens, wenn eine besondere Abhängigkeit besteht, welche 
über die normalen affektiven Bindungen hinausgeht (BGE 139 II 393 E. 5.1; 137 I 154 E. 3.4.2). 
Vorliegend ist ein solches Abhängigkeitsverhältnis weder dargetan noch ersichtlich. Eine lange 
Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration genügen zudem nicht, um den 
Schutzbereich des Privatlebens zu bejahen; erforderlich sind besonders intensive, über eine 
normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher 
Natur (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_431/2016 vom 9. Januar 2017 E. 3.1 und 

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2C_725/2014 vom 23. Januar 2015 E. 3.2; BGE 130 II 281 E. 3.2.1). Die Frage des Schutz-
bereichs kann indessen offen gelassen werden, da – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – ein 
allfälliger Anspruch in Anwendung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK ebenso zu verneinen wäre wie in An-
wendung von Art. 96 Abs. 1 AuG. 
 
4.3 Die konventionsrechtliche Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK 
entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG. Die Prüfung kann in einem einzigen Schritt vorgenom-
men werden (Urteile des Bundesgerichts 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4 und 
2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei sind alle Umstände des Ein-
zelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegeneinan-
der abzuwägen (MARTINA CARONI, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 3 zu Art. 51; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009, N 8.48). Verlangt ist 
insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung 
bzw. Belassung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei 
Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. 
BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Delikts und des 
Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Aus-
länders während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesen-
heit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 
E. 4.3). Die Niederlassungsbewilligung einer ausländischen Person, die sich schon seit langer 
Zeit hier aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies 
bei wiederholter bzw. schwerer Delinquenz selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn sie das 
ganze Leben im Land verbracht hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_368/2015 vom 
15. September 2015 E. 2.2 und 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.4 sowie Entscheid des 
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] i.S. Trabelsi gegen Deutschland vom 
13. Oktober 2011 [Nr. 41548/06] § 5 ff.). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter De-
linquenz besteht – überwiegende private oder familiäre Bindungen vorbehalten – auch in diesen 
Fällen ein schutzwürdiges öffentliches Interesse daran, die Anwesenheit der ausländischen 
Person zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten zu been-
den (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen).  
 
5.1 Die Vorinstanz erwog, dass die Häufigkeit der Delinquenz keinen anderen Schluss zu-
lasse, als dass der Beschwerdeführer entgegen seinen Beteuerungen weder gewillt noch fähig 
sei, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten. Bei den Verfehlungen handle es sich nicht 
um sogenannte "Jugendsünden", die lange Zeit zurücklägen, sondern der Beschwerdeführer 
habe durchwegs im Erwachsenenalter delinquiert, wobei auffalle, dass sich seine Straffälligkeit 
insbesondere im Verlauf der vergangenen fünf Jahre gehäuft habe. In diesem Zusammenhang 
gereiche ihm nicht nur die mehrmalige Rückfälligkeit zu einem grossen Verschulden, sondern 
auch der Umstand, dass er bei seinen Fahrten im Zustand der Fahrunfähigkeit wiederholt die 
körperliche Integrität und das Leben anderer Personen grosser Gefahr ausgesetzt habe, und 
dies, obwohl er seit über 10 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr befugt sei, Motor-
fahrzeuge zu führen. Weder die zahlreichen Vorstrafen noch die von der Vorinstanz in Aussicht 
gestellte Wegweisung habe den Beschwerdeführer von seinem Fehlverhalten abzuhalten 

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vermocht. Beim Beschwerdeführer liege eine beträchtliche Uneinsichtigkeit und Gleichgültigkeit 
vor, was ihm ebenso zusätzlich zum Verschulden gereiche wie die mangelnde Bereitschaft, 
ernsthaft etwas gegen seine Suchtmittelproblematik zu unternehmen. Unter den gegebenen 
Umständen seien keine Anzeichen ersichtlich, die darauf hindeuten würden, dass sich der 
Beschwerdeführer inskünftig wohlverhalten würde. Im Gegenteil sei er sogar im Laufe des 
vorliegenden Verwaltungsverfahrens, das ihm die Konsequenzen seines Verhaltens endgültig 
bewusst gemacht haben müsse, erneut rückfällig geworden. Aus diesem Grund lasse sich das 
eminente öffentliche Interesse, an der Fernhaltung des Beschwerdeführers auch nicht durch 
den Umstand relativieren, dass sich der Beschwerdeführer bereits seit dem Kindesalter in der 
Schweiz aufhalte. 
 
5.2.1 In Bezug auf die Verhältnismässigkeit bringt der Beschwerdeführer in der Beschwerde-
begründung vom 18. Juli 2016 vor, er befinde sich inzwischen in einer Therapie in Bezug auf 
seine Suchtmittelproblematik. Daher müssten die Ausführungen der Vorinstanz zur angeblich 
hohen Rückfallgefahr wohl bereits zum heutigen Zeitpunkt als überholt betrachtet werden. Fest 
stehe jedenfalls, dass eine Rückfallgefahr eng mit seiner bestehenden Suchtmittelproblematik 
verknüpft sei. Es könne ihm weder eine beträchtliche Uneinsichtigkeit und Gleichgültigkeit, noch 
eine mangelnde Bereitschaft, ernsthaft etwas gegen seine Suchtmittelproblematik zu unterneh-
men, vorgehalten werden. Tatsachenwidrig sei schliesslich auch die Behauptung, er verfüge 
über keine gewichtigen persönlichen Bindungen zu in der Schweiz lebenden Personen. Es sei 
notorisch und bedürfe keiner weiteren Ausführungen, dass er seine gesamte Sozialisation hier 
erlebt und seine Kindheit und Jugend hier verbracht habe. Seine persönlichen Beziehungen in 
der Schweiz würden sich nicht anders als jene eines hier aufgewachsenen Schweizers 
gestalten. Insbesondere mit Blick auf seine äusserst heikle psychische Situation würde eine 
Wegweisung verheerende Folgen zeitigen. Was die Arbeits- und Ausbildungssituation anbe-
lange, sei zu berücksichtigen, dass er nach wie vor nicht in der Lage sei, in einem 100 Prozent 
Pensum zu arbeiten, was seiner psychischen Erkrankung, insbesondere den rezidivierenden 
depressiven Episoden geschuldet sei. Sein behandelnder Psychiater halte fest, dass sich 
jedoch auch immer wieder Phasen der Rückkehr zur Normalität finden liessen, bei welchen es 
ihm über längere Zeit gelänge, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen. Bei kontinuierlicher 
psychiatrischer Behandlung bestehe eine reelle Stabilisierungsmöglichkeit. Es sei für seine 
persönliche und vor allem berufliche Zukunft unabdingbar, dass er diese Behandlung weiter in 
Anspruch nehmen könne. Er habe Bemühungen unternommen, sich im Arbeitsmarkt zurecht-
zufinden; in den letzten Monaten habe er an einem geschützten Arbeitsplatz gearbeitet. Er 
befinde sich in einer stationären Therapie mit dem Ziel, seine Suchtmittelproblematik nachhaltig 
zu verbessern und danach in einem betreuten Wohnheim zu leben. In der Zwischenzeit sei 
auch (endlich) von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) eine Beistandschaft 
(Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung) errichtet worden. Ausserdem sei er als 
Kurde in der Türkei völlig entwurzelt, eine adäquate Behandlung seiner Leiden sei in der Türkei 
illusorisch und seine türkischen Sprachkenntnisse seien begrenzt. 
 
5.2.2 In seinen Stellungnahmen vom 23. Januar und 1. März 2017 bringt der Beschwerde-
führer zusätzlich vor, er habe sich, nachdem die bisherigen zahlreichen psychiatrischen Be-
handlungen nicht zur gewünschten Suchtmittelabstinenz geführt hätten, dazu entschlossen, 

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sich einem mehrmonatigen Entzug in einem vollständig neuen reizarmen Setting auf einem 
Bauernhof zu unterziehen. Er habe die vorherige stationäre Therapie bereits nach kurzer Zeit 
zu seinem eigenen Schutz wieder verlassen, da dort keine angemessene Milieutherapie habe 
durchgeführt werden können. Den Austrittsberichten der B.____ lasse sich entnehmen, dass es 
bei ihm aufgrund seiner psychischen Erkrankung zu einer Vielzahl von Hospitalisationen 
gekommen sei. Gerade die Tatsache, dass er an einer derart schwerwiegenden psychischen 
Störung leide, würde eine Wegweisung als nicht verhältnismässig erscheinen lassen. 
 
5.3 Tatsache ist, dass der Beschwerdeführer als Volljähriger über einen langen Zeitraum 
hinweg immer wieder straffällig geworden ist. Die Delinquenz betrifft zwar nicht den Gewalt-
bereich, kann aber auch nicht als geringfügig bezeichnet werden. Die schwerste Verurteilung zu 
einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und sechs Monaten am 4. Mai 2006 bezog sich auf banden-
mässigen Diebstahl, mehrfachen Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfachen Haus-
friedensbruch, Hehlerei, mehrfache Vergehen gegen das Waffengesetz, Entwendung zum Ge-
brauch, mehrfaches Fahren trotz Führerausweisentzugs, mehrfaches Fahren in angetrunkenem 
Zustand, mehrfache Übertretungen der Verkehrsverordnung, Widerhandlungen gegen das 
SVG, grobe Verletzung von Verkehrsregeln, mehrfache Übertretungen des BetmG, versuchten 
bandenmässigen Diebstahl und mehrfachen Diebstahl. Seither ergingen neun weitere straf-
rechtliche Verurteilungen zu Geldstrafen von insgesamt 325 Tagesätzen, zu einer Freiheits-
strafe von 70 Tagen und zu 856 Stunden gemeinnütziger Arbeit gegen ihn. Durch seine schwe-
ren Verstösse gegen das SVG hat der Beschwerdeführer eine ernstliche Gefahr für die Sicher-
heit unbeteiligter Dritter hervorgerufen oder in Kauf genommen. Angesichts der zahlreichen 
Delikte, die der Beschwerdeführer über einen längeren Zeitraum und auch nach der ausländer-
rechtlichen Verwarnung begangen hat, trifft ihn ausländerrechtlich ein erhebliches Verschulden. 
Sodann ist erstellt, dass der Beschwerdeführer weder fähig noch willens ist, sich an die hiesige 
Rechtsordnung zu halten. Er hat sich weder durch frühere Verurteilungen, die ausländer-
rechtliche Verwarnung noch die Gefährdung der Familienbindungen zu seinen Eltern und den 
Geschwistern eines Besseren belehren lassen. Die ihm gebotenen Chancen wusste er allesamt 
nicht zu nutzen. Daher ist ihm auch eine Unverbesserlichkeit bzw. eine Geringschätzung der 
hiesigen Rechtsordnung vorzuwerfen. Die Vielzahl der Delikte, welche namentlich im Strassen-
verkehrsbereich mit einem teilweise erheblichen Risiko für die Bevölkerung verbunden waren, 
lassen auf eine konkrete Rückfallgefahr schliessen und das ordnungs- und sicherheitspolizei-
liche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers als erheblich erscheinen. Das öf-
fentliche Interesse wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer ver-
schuldet ist und immer wieder mit Sozialhilfeleistungen unterstützt werden musste. Insgesamt 
besteht somit ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
des Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend gewichtige private Interessen aufge-
wogen werden könnte. 
 
5.4.1 Dem öffentlichen Interesse am Widerruf der Bewilligung und der damit verbundenen 
Wegweisung sind damit die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in 
der Schweiz gegenüberzustellen.  
 

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5.4.2 Der 35-jährige Beschwerdeführer lebt seit seinem 6. Lebensjahr in der Schweiz und 
spricht Schweizerdeutsch. Die Dauer seines Aufenthalts fällt bei der Verhältnismässigkeits-
prüfung zu seinen Gunsten ins Gewicht. Ebenso ist zu seinen Gunsten zu berücksichtigen, 
dass seine Eltern und seine Geschwister hier leben. Aufgrund seiner zahlreichen strafrechtli-
chen Verurteilungen sowie der angesammelten Schulden kann allerdings nicht auf eine erfolg-
reiche Integration des Beschwerdeführers geschlossen werden. Negativ fällt ins Gewicht, dass 
weder die ergangenen Strafurteile noch eine ausländerrechtliche Verwarnung ihn dazu veran-
lasst haben, sein Verhalten zu ändern. Der Beschwerdeführer verfügt über keine abgeschlosse-
ne Berufsbildung und es gelang ihm nicht, regelmässig erwerbstätig zu sein. Er musste immer 
wieder von der Sozialhilfe unterstützt werden. Eine berufliche Verankerung in der Schweiz 
besteht damit nicht und es ist nicht absehbar, dass sich daran etwas ändern würde. Daran ver-
mag auch der im Verlauf des Beschwerdeverfahrens vor Kantonsgericht eingereichte neue Ar-
beitsvertrag nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer bereits in den früheren ausländer-
rechtlichen Verfahren jeweils beteuert hatte, er werde künftig arbeiten. Auch während des erst-
instanzlichen Widerrufsverfahrens hatte der Beschwerdeführer im Übrigen einen neuen Arbeits-
vertrag vorgelegt (vgl. Anstellungsvertrag vom 11. Mai 2015) und diese Arbeitsstelle bereits 
nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer an einer psy-
chischen Erkrankung leidet, was bei der Interessenabwägung mitzuberücksichtigen ist, zumal 
die Straffälligkeit auch in Zusammenhang mit seiner Erkrankung steht. In Bezug auf die psychi-
sche Erkrankung des Beschwerdeführers ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerde-
führer an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und dissozialen Anteilen 
sowie an Psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol und Cannabinoide leidet. Aus 
dem Austrittsbericht der B.____ vom 29. Juli 2015 (9. Hospitalisation des Beschwerdeführers 
vom 24. Juni 2015 bis 13. Juli 2015) ergibt sich, dass der Beschwerdeführer von seinem be-
handelnden Psychiater wegen akuter Zustandsverschlechterung der Klinik zugewiesen worden 
war. Zu Beginn der Behandlung reagierte der Beschwerdeführer verbal aggressiv und es fiel 
ihm schwer, sich an die Einschränkungen durch den Behandlungsrahmen zu halten. Die Unter-
stützung durch ein stabilisierendes Medikament lehnte der Beschwerdeführer kategorisch ab. 
Im Verlauf konnte sich der Beschwerdeführer zwar allmählich stabilisieren, hinsichtlich einer 
weiterführenden Therapie fiel jedoch dessen passiv fordernde Haltung auf, und der Beschwer-
deführer drohte wie bereits früher mit suizidalen Handlungen, was die behandelnden Ärzte als 
zunehmend manipulativ erlebten. In Bezug auf seine Suchtproblematik gab der Beschwerde-
führer an, er habe eigentlich kein Suchtproblem mehr und eine Teilnahme an der Suchtgruppe, 
welche die Therapeuten für eindeutig indiziert hielten, lehnte der Beschwerdeführer durchgän-
gig ab. Nachdem der Beschwerdeführer schliesslich auf dem Klinikareal THC konsumiert hatte, 
wurde er vor die Wahl gestellt, in einem strengeren Rahmen in der Klinik zu bleiben oder aus-
zutreten. Da der Beschwerdeführer das Behandlungsangebot unter den gestellten Bedingungen 
ablehnte, wurde er am 13. Juli 2015 aus der Klinik entlassen (Austrittsbericht B.____ vom 
29. Juli 2015). Am 22. Juli 2015 trat der Beschwerdeführer erneut in die Klinik ein, wobei er tags 
darauf gegen ärztlichen Rat erneut aus der Klinik austrat (Austrittsbericht B.____ vom 5. August 
2015). Damit ist den Vorinstanzen zuzustimmen, dass dem Beschwerdeführer eine beträcht-
liche Uneinsichtigkeit und Gleichgültigkeit und eine mangelnde Bereitschaft, ernsthaft etwas 
gegen seine Suchtmittelproblematik zu unternehmen, vorgehalten werden muss. Es muss – 
trotz erneuter gegenteiliger Beteuerungen des Beschwerdeführers – weiterhin davon ausgegan-

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gen werden, dass sich daran auch in absehbarer Zukunft nichts ändert. Das bestätigt auch der 
im kantonsgerichtlichen Verfahren eingereichte Bericht des Beistands des Beschwerdeführers. 
Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer zuletzt weitgehend uneinsichtig und unkoopera-
tiv war. So hat er beispielsweise ein Angebot zum begleiteten Wohnen nicht annehmen wollen 
(Amtsbericht des Beistands vom 9. Februar 2017), dies obwohl er in der Beschwerde selbst 
noch vorgebracht hat, es sei ein Ziel, in einem betreuten Wohnheim zu leben. Weiter ergibt sich 
aus den Akten, dass der Beschwerdeführer am 15. Juli 2016 für eine stationäre Therapie zwar 
in das Wohnhaus C.____ eingezogen ist, dort aber jegliche Teilnahme an den Tagesstrukturan-
geboten verweigert hatte und sich in keiner Weise kooperativ gezeigt hatte. Er beschwerte sich 
über den Zustand des Wohnhauses, das Essen und äusserte den Wunsch, stattdessen in 
einem Hotel zu wohnen. Der Beschwerdeführer verstiess sodann mehrfach gegen die Hausord-
nung und wurde verbal aggressiv. Bei einem Krisengespräch mit den Betreuern und seinem be-
handelnden Psychiater verweigerte er jedes Hilfsangebot seitens der Betreuer und die medika-
mentöse Unterstützung, die ihm vom Psychiater angeboten wurde. In der Folge hat der Be-
schwerdeführer das Wohnhaus bereits am 5. August 2016 wieder verlassen, ohne Angabe 
eines neuen Aufenthaltsorts (Amtsbericht des Beistands vom 9. Februar 2017 und E-Mail-Bes-
tätigung vom 8. August 2016).  
 
5.4.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei als Kurde in der Türkei völlig ent-
wurzelt, eine adäquate Behandlung seiner Leiden sei in der Türkei illusorisch und seine türki-
schen Sprachkenntnisse seien begrenzt, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer 
hat sich in der Vergangenheit unbestrittenermassen mehrfach besuchsweise und zu Therapie-
zwecken in der Türkei aufgehalten und ist über das Elternhaus mit der dortigen Kultur vertraut. 
Gemäss eigenen Angaben war der Beschwerdeführer zur Psychotherapie, für Kuraufenthalte 
sowie zu einer Operation seines Vaters in der Türkei. In der Türkei leben seine an Alzheimer er-
krankte Grossmutter sowie weitere Verwandte, zu denen der Beschwerdeführer gemäss eige-
ner Ausführungen allerdings keinen Kontakt pflege (Schreiben vom 12. Juni 2015). Am 31. Juli 
2015 plante der Beschwerdeführer, sich freiwillig wieder in der Türkei niederzulassen, was 
ebenfalls für die Zumutbarkeit einer Heimkehr spricht. Aus den Akten ergibt sich, dass der Be-
schwerdeführer selbst während des kantonsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens in die Türkei 
gereist ist und sich in seiner Heimatstadt D.____ am 3. März 2017 einen neuen türkischen 
Reisepass hat ausstellen lassen. Den Passstempeln im neuen Reisepass lässt sich weiter ent-
nehmen, dass der Beschwerdeführer in der Folge mehrfach aus der Türkei aus- und wieder ein-
gereist ist, bevor er schliesslich in der Ukraine um ein Rückreisevisum für seine Rückkehr in die 
Schweiz ersuchte. Der Beschwerdeführer beherrscht sodann gemäss seinem Lebenslauf vom 
16. Juni 2015 neben seiner kurdischen Muttersprache die türkische Sprache schriftlich und 
mündlich. Sowohl die psychischen Beschwerden als auch die Suchtproblematik des Beschwer-
deführers sind in der Türkei therapierbar. Der blosse Umstand, dass das Gesundheits- oder So-
zialversicherungswesen in einem anderen Staat mit demjenigen in der Schweiz nicht vergleich-
bar ist und die hiesige medizinische Betreuung einem höheren Standard entspricht, hat nicht 
die Unzumutbarkeit der Rückreise zur Folge (BGE 128 II 200 E. 5.3). Medizinische Gründe 
könnten eine Abschiebung oder Wegweisung als unmenschliche Behandlung im Sinne von 
Art. 3 EMRK erscheinen lassen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine 
drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zie-

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hen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2 mit Hin-
weisen). Derartige Gründe sind nicht ersichtlich. 
 
5.4.4 Unter Berücksichtigung sämtlicher genannten Aspekte ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer keine privaten Interessen anzuführen vermag, welche die – aufgrund seiner 
fortlaufenden Delinquenz erheblichen – sicherheitspolitischen Interessen an der Beendigung 
des Aufenthalts zu überwiegen vermöchten, auch wenn seine privaten Interessen an einem 
weiteren Verbleib in der Schweiz gross sind und ihn die Wegweisung erkennbar schwer trifft. 
Der Beschwerdeführer hat sämtliche ihm bisher gebotenen Chancen nicht zu nutzen vermocht, 
sodass sich die aufenthaltsbeendende Massnahme trotz seiner langen Anwesenheit dennoch 
rechtfertigt und auch eine erneute ausländerrechtliche Verwarnung (Art. 96 Abs. 2 AuG) nicht 
mehr zur Diskussion stehen kann. Die vom Beschwerdeführer eventualiter beantragte Erteilung 
einer Aufenthaltsbewilligung anstelle der widerrufenen Niederlassungsbewilligung ist ausge-
schlossen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.3, m.w.H.). Die 
Beziehungen zu seinen Eltern und seinen Geschwistern kann der Beschwerdeführer besuchs-
weise bzw. allenfalls täglich über die heute zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel auf-
rechterhalten. 
 
6. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Be-
schwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz als verhältnismässig. Dies führt zur 
Abweisung der Beschwerde. 
 
7.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist 
das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten in der Höhe von ins-
gesamt Fr. 1‘400.-- sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen, wobei sie zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten der 
Gerichtskasse gehen. 
 
7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss sind die Parteikosten wettzuschlagen. In 
seiner Honorarnote macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe 
von Fr. 3'035.35 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) geltend. Der geltend gemachte Aufwand 
ist als angemessen zu beurteilen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und 
Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung 
Fr. 200.-- pro Stunde; im vorliegenden Verfahren wird sodann ein Stundenansatz von Fr. 100.-- 
für Volontärinnen und Volontäre als angemessen erachtet. Unter Berücksichtigung dieser Stun-
denansätze ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge Bewilligung der unentgelt-
lichen Rechtspflege ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'027.25 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) zulasten der Gerichtskasse auszurichten. 
 
7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er zur Nachzahlung 
der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse 

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belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes 
über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen 
Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der 
Gerichtskasse.  

   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unent-

geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'027.25 (inkl. 
Auslagen und 8 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber