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**Case Identifier:** d96a25f3-4954-5909-a750-af7ee1cd0c22
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.09.2008 IV 2007/164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-164_2008-09-04.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/164

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 04.09.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2008
Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung Die ärztliche 
Arbeitsfähigkeitsschätzung, die der Ermittlung des zumutbaren 
Invalideneinkommens zugrunde zu legen ist, weist eine qualitative (welche 
Art von Arbeit trägt der Behinderung am besten Rechnung?) und eine 
quantitative (in welchem Umfang kann die versicherte Person in einer 
idealen Tätigkeit arbeiten?) Komponente auf (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2008, IV 
2007/164).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 4. September 2008

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

Der 1949 geborene M.___ meldete sich am 17. Oktober 2005 zum Bezug von IV-

Leistungen an. Er gab u.a. an, er habe 1976 einen dreiwöchigen Kurs als Kranführer 

absolviert. Von 1980 bis Ende August 2005 sei er bei derselben Unternehmung als 

Kranführer tätig gewesen. Die Bauunternehmung A.___ AG teilte der IV-Stelle am 

24. November 2005 mit, sie habe den Versicherten als Kranführer beschäftigt. Im Jahr 

2005 habe der Monatslohn Fr. 5185.- betragen. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 

20. Oktober 2004 gewesen. Im Jahr 2002 habe der Versicherte Fr. 63'634.- verdient, im 

Jahr 2003 Fr. 63'416.-. Gemäss dem Kündigungsschreiben vom 20. Oktober 2004 

hatten mangelnder Einsatzwille und ungenügende Leistung Anlass zur Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses gegeben. Die SUVA St. Gallen übermittelte der IV-Stelle am 15. 

Dezember 2005 ihre Akten. Diesen war zu entnehmen, dass sich der Versicherte am 

10. Mai 2004 bei einem Unfall auf der Baustelle ein Thoraxtrauma links mit Frakturen 

der 5., 8. und 9. Rippe mit leichter Dislokation der 5. Rippe, mit Pleuraverletzung und 

Lungenkontusion links erlitten hatte. Die Neurologin Dr. med. B.___ hatte der SUVA am 

8. Juni 2005 berichtet, der Versicherte leide an Augenbrennen, an Nacken- und 

Stirnkopfschmerzen, an Schlafstörungen und an einem vordergründig erheblichen, 

reaktiv auf die Kündigung nach 24 Jahren aufgetretenen depressiven Zustandsbild bei 

St. n. Arbeitsunfall. Klinisch-neurologisch sei der Befund unauffällig. Im Vordergrund 

stehe eine erhebliche reaktiv-depressive Symptomatik mit somatoformer 

Schmerzstörung und Schlafstörungen. Der Versicherte fühle sich durch die Kündigung 

zutiefst verletzt. Dr. med. B.___ hatte abschliessend eine stationäre Rehabilitation in 

einer psychosomatisch orientierten Einrichtung empfohlen. Mit einer Verfügung vom 7. 

Dezember 2005 hatte die SUVA ihre Leistungspflicht verneint.

B.  

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Dr. med. C.___ berichtete der IV-Stelle am 13. Februar 2006, der Versicherte leide an 

einem chronischen degenerativen HWS-Syndrom mit Osteochondrose und 

Spondylarthrose C6/7 mit intermittierender Vertigo, Cephalea und pseudoradikulärer 

Symptomatik, an einer somatoformen Schmerzstörung und an einem depressiven 

Syndrom. Der Versicherte sei aufgrund der mittelschweren bis schweren Depression 

mit somatoformer Chronifizierung und Schmerzverarbeitungsstörung für jede Art von 

Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig. Die psychiatrischen Dienste D.___ 

berichteten am 28. Februar 2006, seit Mai 2004 lägen eine Anpassungsstörung mit 

längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) und eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) vor. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte seit 

September 2005 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand 

des Versicherten sei stationär und könne durch medizinische Massnahmen nicht 

verbessert werden. Es sei keine ergänzende medizinische Abklärung nötig. Der 

Versicherte berichte über multiple Schmerzen (Kopfschmerzen, Schmerzen in Nacken 

und Schulter und im Brustbereich links) und über Schlafstörungen. Er werde in seiner 

Landessprache integrativ psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt. Zusätzlich 

erfolge eine medikamentöse antidepressive Therapie (Kombination von Efexor und 

Remeron). Dem Versicherten fehle die Fähigkeit, seine Handlungen und die 

Schmerzproblematik zu hinterfragen. Das Krankheitskonzept sei simpel: Für jedes 

Symptom müsse es ein "Gegenmittel" geben. Da sich das Zustandsbild chronifiziert 

habe, sei die Prognose schlecht. Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt dazu 

am 21. April 2006 fest, die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% halte einer 

versicherungsmedizinischen Evaluierung nicht eindeutig stand. Eine polydisziplinäre 

Begutachtung sei notwendig, um die attestierte Arbeitsunfähigkeit zu überprüfen und 

invaliditätsfremde Faktoren aus der Bewertung herauslösen zu können.

C.  

C.a Die IV-Stelle beauftragte das ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH in Basel 

(ABI) mit einer polydisziplinären Abklärung. Das ABI berichtete in seinem Gutachten 

vom 13. November 2006, die internistische Abklärung habe einen konstant erhöhten 

Blutzuckerspiegel bei beginnendem Diabetes mellitus und deutlichem Übergewicht 

ergeben. Ausserdem müsse aufgrund des gemessenen Serumspiegels davon 

ausgegangen werden, dass der Versicherte entgegen seinen auf Nachfrage bestätigen 

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Aussagen die verordneten Antidepressiva Efexor und Remeron nicht ordnungsgemäss 

einnehme. Die psychiatrische Abklärung habe ergeben, dass der Versicherte überzeugt 

sei, aufgrund seiner körperlichen Beschwerden nicht mehr arbeiten zu können. 

Tatsächlich hätten die Beschwerden aber nicht objektiviert werden können, weshalb 

eine psychische Überlagerung anzunehmen sei. Da der Versicherte zu Beginn der 

psychischen Überlagerung nicht unter schweren psychosozialen oder emotionalen 

Belastungsfaktoren gelitten habe, könne die Diagnose einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden. Es handle sich vielmehr um eine 

Schmerzverarbeitungsstörung. Möglicherweise habe der Versicherte die Überzeugung, 

in seinem Leben genug gearbeitet zu haben. Ausserdem habe er die Vorstellung, erst 

ganz gesund sein zu müssen, um wieder arbeiten zu können. Neben der 

Schmerzverarbeitungsstörung könne eine leichte depressive Episode diagnostiziert 

werden. Die Stimmung sei leicht herabgesetzt, der Versicherte leide unter dem Verlust 

seiner Arbeit und der damit verbundenen sozialen Kontakte. Er fühle sich wertlos, weil 

er nicht mehr arbeite. Die Beziehung zur Ehefrau, zu den Kindern und zu den Enkeln sei 

aber nach wie vor gut. Der Versicherte gehe regelmässig spazieren, lese und 

beschäftige sich mit seinem Aquarium. Mit Hilfe einer halben Tablette Remeron könne 

er gut schlafen. Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten nur leichte depressive 

Verstimmungen festgestellt werden können. Die Psychosomatik und die affektive 

Modulationsfähigkeit seien nicht eingeschränkt gewesen. Aus psychiatrischer Sicht 

bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Diese sei durch die leichte depressive 

Störung bedingt. Die Schmerzverarbeitungsstörung habe keinen Krankheitswert und 

schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Es gebe keine Hinweise auf unbewusste 

Konflikte. Ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht gegeben. Es sei dem Versicherten 

zumutbar, trotz der geklagten Beschwerden ganztags einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen, wobei die Leistungsfähigkeit um 20% reduziert sei. Würden die 

Antidepressiva regelmässig eingenommen, liesse sich diese Arbeitsunfähigkeit noch 

verringern. Die von den psychiatrischen Diensten D.___ diagnostizierte 

Anpassungsstörung sei eine leichte depressive Reaktion. Dies decke sich weitgehend 

mit der Diagnose einer leichten depressiven Störung. Die Diagnose einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung könne nicht gestellt werden, weil keine schweren 

psychosozialen oder emotionalen Belastungsfaktoren vorhanden gewesen seien. Die 

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ausgeprägte subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugung genüge nicht, um 

eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20% zu begründen.

C.b Bei der orthopädischen Abklärung sei festgestellt worden, dass das Gangbild auf 

der Treppe und auf ebenem Terrain mitsamt den geprüften Gangvarianten unauffällig 

gewesen sei. Mit Ausnahme einer leichten Hyperkyphose der BWS habe im 

thorakolumbalen Bereich eine freie und schmerzlose Beweglichkeit bestanden. Die gut 

entwickelte paravertebrale Muskulatur sei nicht verspannt gewesen. Im HWS-Bereich 

habe sich eine leichte Verlangsamung des Bewegungsablaufs gezeigt, aber die 

Rotation sei in beiden Richtungen endgradig ohne Schmerzangabe möglich gewesen. 

Im Liegen hätten sich keine tastbaren Verspannungen der Nackenmuskulatur gezeigt 

und es seien auch keine Druckdolenzen angegeben worden. Bei der Untersuchung der 

Extremitäten seien sämtliche Gelenke bei guter Kraftentfaltung frei und schmerzlos 

beweglich gewesen. Beide Handflächen seien deutlich beschwielt gewesen. Der 

Versicherte habe angegeben, er arbeite immer wieder in seinem Garten. Auf 

neurologischer Ebene habe es keine Hinweise für eine Pathologie des peripheren 

Nervensystems gegeben. Die geklagten Schwindelbeschwerden dürften moderat sein, 

da der Versicherte sich das Velofahren zutraue. Die erheblichen degenerativen 

Veränderungen der HWS vor allem im Segment C6/7 seien die Ursache der 

Nackenbeschwerden. Sie führten bei körperlich hohen Belastungen zu Schmerzen. Für 

körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Zwangshaltung des Kopfes und 

ohne repetitive Überkopfbewegungen beider Arme bestehe eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit. Bei derartigen Tätigkeiten hätten die objektivierbaren Befunde keine 

wesentliche Schmerzprovokation zur Folge. Im übrigen nehme der Versicherte auch 

gar keine Analgetika ein. Die Gesamtdiagnose lautete: chronisches zervikozephales 

Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (fortgeschrittene degenerative 

Veränderungen vor allem im Segment C6/7), leichte depressive Episode (ICD-10 F 32) 

und - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - St. n. Rippenfrakturen ventral links, 

Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F 59), beginnendes metabolisches Syndrom 

und Medikamenten-Malcompliance. Die Gutachter bezifferten die Arbeitsunfähigkeit für 

leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten mit 20% (ganztägige Präsenz bei um 

20% reduzierter Leistung). Das Gutachten trug die Unterschrift der drei Gutachter.

D.  

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Die IV-Stelle ging von einem Valideneinkommen von Fr. 68'079.- und einem 

zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 46'656.- aus, was einem Invaliditätsgrad von 

32% entsprach. Mit einem Vorbescheid vom 13. Dezember 2006 teilte sie dem 

Versicherten mit, dass sie beabsichtige, sein Rentengesuch abzuweisen. Der 

Versicherte wandte am 29. Januar 2007 sinngemäss ein, das Gutachten des ABI sei 

nicht verwertbar, da Dr. med. E.___ als Gutachter nicht tragbar sei und da die Namen 

der Gutachter nicht vorweg bekannt gegeben worden seien. Da die Rippenfrakturen 

am 20. September 2004 noch nicht ausgeheilt gewesen seien, könne entgegen den 

Angaben im Gutachten des ABI nicht ab September 2004 eine Arbeitsfähigkeit von 

80% vorgelegen haben. Dies zeige die Unsorgfalt, mit der die Gutachter die Aktenlage 

erfasst hätten. Die Behauptung des psychiatrischen Gutachters, zu Beginn der 

psychischen Überlagerung hätten keine schweren psychosozialen oder emotionalen 

Belastungsfaktoren vorgelegen, sei angesichts der Kündigung des Arbeitsverhältnisses 

nach 24 Jahren und der Tatsache, dass eine fehlerhafte Arbeitsfähigkeitsschätzung die 

Kündigung bewirkt habe, nicht haltbar. Wenn der psychiatrische Gutachter hier einen 

Fehler gemacht habe, dann könnten auch seine anderen Feststellungen und 

Schlussfolgerungen nicht als schlüssig betrachtet werden. Vor der Abklärung durch 

das ABI habe er, der Versicherte, sich in Bosnien aufgehalten. Dort habe er die beiden 

Antidepressiva nicht bei sich gehabt und deshalb ein anderes Mittel eingenommen. 

Aus diesem Grund habe die Messung des Serumspiegels keine entsprechenden Stoffe 

aufgezeigt. Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt dazu am 26. Februar 2007 

fest, die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Kreisarztes der SUVA habe sich nicht auf eine 

leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeit, sondern auf eine Tätigkeit auf dem Bau 

bezogen. Die Bewertung der Schwere der psychosozialen Belastung durch den 

psychiatrischen Gutachter des ABI sei nachvollziehbar. Mit einer Verfügung vom 1. 

März 2007 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten ab.

E.  

Der Versicherte erhob am 18. April 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er 

beantragte die Zusprache der gesetzlichen Leistungen und die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Letzteres wurde am 30. Mai 2007 bewilligt. Zur 

Begründung seines Hauptantrages verwies der Versicherten auf den gegen Dr. med. 

E.___ erhobenen Vorwurf, er habe Einzelgutachten abgeändert. Weiter führte der 

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Versicherte aus, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, denn die 

Zusammensetzung des Gutachterteams sei ihm nicht vorgängig mitgeteilt worden. Ein 

weiterer Mangel des Gutachtens bestehe in der Art, wie die Ergebnisse des 

gutachterlichen Aktenstudiums präsentiert worden seien. Es sei nicht nachvollziehbar, 

welche Angaben tatsächlich von ihm gemacht worden seien und welche aus den Akten 

stammten. Die Art und Weise der Präsentation lasse auf eine unsorgfältige Erfassung 

der Aktenlage schliessen. Der behandelnde Arzt Dr. med. F.___ habe zwar für die Zeit 

ab dem 20. September 2004 eine volle Arbeitsfähigkeit angegeben. Tatsächlich habe 

aber wegen der noch nicht geheilten und konsolidierten Rippenfrakturen keine 

Arbeitsfähigkeit auf dem Bau bestanden, wie der Kreisarzt der SUVA am 20. 

September 2004 klargestellt habe. Wegen dieser falschen Arbeitsfähigkeitsschätzung 

habe die Arbeitgeberfirma immer wieder widersprüchliche Signale erhalten. Am 19. 

Oktober 2004 sei es zu einem Disput auf der Baustelle gekommen. Der zuständige 

Mitarbeiter der Arbeitgeberfirma habe sich darüber geärgert, dass die Arbeit auf dem 

Bau verweigert worden sei. Tags darauf sei die Kündigung erfolgt und mit fehlendem 

Einsatzwillen und mangelnder Leistung begründet worden. Wegen der erzwungenen 

verfrühten Arbeitsaufnahme habe er, der Versicherte, wochenlang unter starkem Druck 

gelebt. Mit der Kündigung sei für ihn eine Welt zusammengebrochen, denn im Jahr 

2009 wäre er regulär pensioniert worden. Der psychiatrische Gutachter des ABI habe 

diese Umstände nicht gekannt und nicht gewusst, wie schwer er, der Versicherte, sich 

mit dieser Zäsur getan habe. Damit habe der Gutachter diesen offensichtlich 

wesentlichen Sachverhaltspunkt völlig verkannt, so dass seine Beurteilung nicht ernst 

genommen werden könne. Die Tatsache, dass der Kreisarzt der SUVA damals 

angegeben habe, die gebrochenen Rippen seien noch nicht verheilt, hätte den 

Gutachtern des ABI bekannt sein müssen. Sie hätten aber ab September 2004 eine 

Arbeitsfähigkeit von 80% angegeben. Ein Gutachten, das derartige Fehler aufweise, sei 

nicht verlässlich. Abschliessend wies der Versicherte darauf hin, dass er die 

Antidepressiva nur deshalb nicht regelrecht eingenommen habe, weil er während des 

Aufenthalts in Bosnien auf ein anderes Mittel habe ausweichen müssen. Die 

verschriebenen beiden Mittel seien dort nämlich nicht erhältlich gewesen seien. Der 

Beschwerde lag u.a. eine Stellungnahme der psychiatrischen Dienste D.___ vom 

24. Januar 2007 bei. Laut dieser Stellungnahme war es trotz einer antidepressiven 

Medikation mit begleitenden Gesprächstherapien zu keiner nennenswerten 

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Veränderung des Zustandsbildes gekommen. Aufgrund der Schwere dieses 

Zustandsbildes seien eine Chronifizierung und ein Dauerschaden zu erwarten, so dass 

kaum mehr mit einer Wiederaufnahme der Arbeit in der freien Wirtschaft zu rechnen 

sei.

F.   

Die IV-Stelle beantragte am 25. Mai 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie wies 

darauf hin, dass eine somatoforme Schmerzstörung nach der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung vermutungsweise nicht zu einer dauernden Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führe. Selbst wenn im Gutachten diese Diagnose angegeben worden 

wäre, hätte sie also keine Relevanz. Da Efexor und Referon zwei bis vier Stunden nach 

der Einnahme die höchste Plasmakonzentration erreichten und die Laboruntersuchung 

erst am zweiten Aufenthaltstag erfolgt sei, könne das Ausweichen auf ein anderes 

Medikament während des Aufenthalts in Bosnien nicht die Ursache des tiefen 

Plasmaspiegels gewesen sein. Im übrigen habe der Versicherte angegeben, er nehme 

die Medikamente ordnungsgemäss ein. Da das Gutachten von den drei beteiligten 

Sachverständigen unterzeichnet worden sei, könne die vom Versicherten befürchtete 

Manipulation ausgeschlossen werden. Das Gutachten des ABI erfülle die an ein 

Gutachten zu stellenden Anforderungen. Deshalb sei auf es abzustellen. Damit stehe 

fest, dass der Versicherte in einer körperlich leichten bis mittelschweren, adaptierten 

Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig sei. Ausgehend von einem Durchschnittslohn von Fr. 

57'258.- (2004) resultiere ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 45'800.-. Ein 

sogenannter "Leidensabzug" sei nicht zu berücksichtigen. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 66'365.- (2004) betrage die Erwerbseinbusse Fr. 20'559.-, 

was einen Invaliditätsgrad von 31% ergebe.

G.   

In seiner Replik vom 10. September 2007 wandte der Versicherte ein, die IV-Stelle 

mache es sich sehr einfach, wenn sie die durch die Fehlleistungen von Dr. med. F.___ 

eingeleitete Leidensgeschichte mit Schweigen übergehe. Sie stelle sich in die lange 

Reihe derer, die ihn nicht ernst nähmen. Wenn Dr. med. E.___ die erforderliche 

Unabhängigkeit fehle, so könne dieser Mangel nicht durch die Mitunterzeichnung 

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seitens der anderen beiden Gutachter geheilt werden. Dem Gutachten des ABI sei 

vorzuwerfen, dass die Aktenlage unsorgfältig erfasst worden sei und dass im 

Anschluss daran Fehlbeurteilungen erfolgt seien. Deshalb sei auf die Einschätzung 

durch die psychiatrischen Dienste D.___ abzustellen. Es lägen eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung und eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver 

Reaktion vor. Die erhebliche Komorbidität bewirke, dass er die Gesundheitsstörung 

nicht durch eine zumutbare Willensanstrengung überwinden könne. Aus den tiefen 

Spiegelwerten dürfe nicht der Schluss gezogen werden, dass keine nennenswerte 

Depression vorliege. Der Grund für diese Werte könnte auch darin bestanden haben, 

dass er am Eintrittstag in seiner Aufregung die Einnahme vergessen habe. Im übrigen 

sei bekannt, dass nicht selten sogar schwer depressive Personen ihre Medikamente 

nicht gewissenhaft einnähmen. Kombiniert mit der unsorgfältig erfassten Aktenlage und 

den daraus resultierenden Fehleinschätzungen könne keine verlässliche gutachterliche 

Beurteilung erfolgt sein. Im übrigen hätte wegen seines Alters, der Dauer seiner 

Betriebszugehörigkeit und seiner Nationalität ein "Leidensabzug" berücksichtigt 

werden müssen.

H.  

Die IV-Stelle verzichtete am 18. September 2007 auf eine weitere Stellungnahme.

Erwägungen:

1.   

Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss 

Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, 

das eine versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung allfälliger notwendiger und zumutbarer Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des 

zumutbaren Invalideneinkommens - und damit in der Regel ausschlaggebendes 

Element der Invaliditätsbemessung - ist die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung. Da 

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das Gutachten vom 13. November 2006 von allen an der Abklärung beteiligten 

medizinischen Sachverständigen mitunterzeichnet worden ist, hat zum vornherein 

keine Möglichkeit bestanden, das Ergebnis einer Teilbegutachtung zu manipulieren. Im 

übrigen können die Vorgänge rund um den - inzwischen widerlegten - Vorwurf 

gegenüber Dr. med. E.___, er manipuliere ABI-Gutachten, nicht Anlass bilden, alle 

Gutachten dieser MEDAS pauschal als unglaubwürdig zu qualifizieren. Das ABI ist wie 

jede andere MEDAS geeignet, die ihm gestellten Gutachterfragen objektiv zu 

beantworten (vgl. etwa die Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 4. Juli 2007, IV 2007/11, vom 20. Dez. 2007, IV 2007/373, und vom 15. Jan. 2008, 

IV 2007/128). Dafür, dass Dr. med. E.___ gegenüber dem Beschwerdeführer 

voreingenommen gewesen wäre, fehlt jeder Hinweis. Der Vorwurf der 

Voreingenommenheit ist deshalb genauso unbegründet wie der Vorwurf, die 

Sachverständigen des ABI hätten die Akten nicht korrekt gewürdigt. Die Art und Weise 

der Präsentation ist zweckmässig gewesen und es ist - entgegen der Meinung des 

Beschwerdeführers - immer klargemacht worden, ob die wiedergegebenen 

Informationen den Akten oder persönlichen Angaben anlässlich der Untersuchungen 

entstammten. Die Tatsache, dass sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Sachverständigen des ABI auf eine Zeit bezieht, in welcher der Beschwerdeführer noch 

akut an den Folgen der Rippenbrüche gelitten hat, ist kein Indiz für eine unsorgfältige 

Begutachtung, denn der Kreisarzt der SUVA hat die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers anhand der Arbeit als Kranführer beurteilt. Die Sachverständigen 

des ABI hingegen haben sich auf eine adaptierte Tätigkeit bezogen, an der die Folgen 

der Rippenbrüche für die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers weit geringer 

gewesen wären. Den Akten lässt sich nicht entnehmen, dass dem Beschwerdeführer in 

Anwendung von Art. 44 ATSG vorgängig die Namen der Sachverständigen des ABI 

bekannt gegeben worden wären. Der Vorwurf der diesbezüglichen Verletzung des 

rechtlichen Gehörs ist von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten worden. Es ist 

deshalb davon auszugehen, dass dieser Vorwurf zutrifft. Allerdings führt dies nicht zu 

einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung, denn der Beschwerdeführer hätte 

allfällige Ausstands- und Ablehnungsgründe direkt gegenüber den Sachverständigen 

geltend machen können und müssen. Er hat dies unterlassen, womit er praxisgemäss 

stillschweigend in die Abklärung durch die Sachverständigen des ABI eingewilligt hat. 

Dies schliesst die Möglichkeit aus, sich nachträglich erfolgreich auf eine Verletzung des 

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rechtlichen Gehörs gemäss Art. 44 ATSG berufen zu können (vgl. das Urteil des 

Bundesgerichts vom 31. August 2007, U 145/06, Erw. 6.2).

2.   

Eine ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung weist nicht nur eine "quantitative", i.d.R. in 

der Form eines Prozentsatzes ausgedrückte, sondern auch eine "qualitative" 

Komponente auf. Letztere besteht in der Umschreibung jener Bedingungen, die eine 

Erwerbstätigkeit erfüllen muss, damit sich die Gesundheitsbeeinträchtigung bei ihrer 

Ausübung nicht

oder in einem möglichst geringen Ausmass nachteilig auf die Leistungsfähigkeit der 

invaliden Person auswirkt. Diejenige Erwerbstätigkeit, welche diese Bedingungen am 

besten erfüllt, wird in der Verwaltungspraxis als "adaptiert" bezeichnet. Laut den 

Angaben im Gutachten des ABI resultiert die qualitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit nur aus der somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung. Eine allfällige 

quantitative Einschränkung hingegen wäre ausschliesslich auf die psychische 

Beeinträchtigung zurückzuführen. Die umfassende klinische Untersuchung durch den 

orthopädischen Gutachter hat ein eindeutiges Ergebnis geliefert: Das Gangbild war in 

jeder Hinsicht unauffällig, die Wirbelsäule war weitgehend frei und vor allem 

schmerzlos beweglich, die Nacken- und Rückenmuskulatur war nicht verspannt und 

die unteren Extremitäten konnten ebenfalls frei und ohne Schmerzangaben bei guter 

Kraftentfaltung bewegt werden. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der 

Beschwerdeführer "die Zähne zusammengebissen hätte", um ja keinen Schmerz und 

keine Bewegungseinschränkung zu zeigen. Bestätigt wird die Objektivität des 

Untersuchungsergebnisses nicht nur dadurch, dass keine Muskelverspannungen 

festzustellen waren, sondern vor allem auch durch den Umstand, dass der 

Beschwerdeführer keine Einschränkung im Alltag angegeben hat. Gemäss seinen 

glaubhaften Angaben geht der Beschwerdeführer nämlich regelmässig spazieren, er 

fährt Velo und er arbeitet in seinem Garten mit so grossem Einsatz seiner Hände, dass 

diese eine deutliche Beschwielung aufweisen. Ausserdem nimmt der 

Beschwerdeführer keine Analgetika ein. Trotz der radiologisch nachgewiesenen 

erheblichen degenerativen Wirbelsäulenveränderungen liegen also keine 

Einschränkungen vor, die für eine adaptierte Erwerbstätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit 

bewirken würden. Durch den orthopädischen Teil des Gutachtens des ABI ist demnach 

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mit dem erforderlichen Beweisgrad erstellt, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen 

den anamnestischen Schmerzangaben und den klinischen Befunden besteht. Daraus 

folgt, dass sich die Überzeugung des Beschwerdeführers, für sämtliche 

Erwerbstätigkeiten vollständig arbeitsunfähig zu sein, nicht mit den somatischen 

Einschränkungen begründen lässt. Es liegt eine subjektive Krankheits- bzw. 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung vor, die nachweislich nicht mit der Realität einer 

vollumfänglich erhaltenen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit 

übereinstimmt.

3.   

3.1  Zu prüfen bleibt, ob die - objektiv falsche - Überzeugung, aufgrund einer 

somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung arbeitsunfähig zu sein, durch eine 

zumutbare Willensanstrengung überwunden werden kann oder ob eine 

Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit eine solche Willensanstrengung 

verhindert, denn nur eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit, die eine 

zumutbare Willensanstrengung zur Überwindung der subjektiven 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung verhinderte, würde die subjektive 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu einer objektiven Arbeitsunfähigkeit machen. Die 

sozialpsychiatrischen Dienste D.___ haben am 28. Februar 2006 die Diagnose einer 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung angegeben. Sie sind von einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Am 24. Januar 2007 haben sie diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung bestätigt. Der psychiatrische Sachverständige des ABI hat 

darauf hingewiesen, dass zwei Jahre nach dem auslösenden Ereignis nicht mehr von 

einer Anpassungsstörung gesprochen werden könne. Unter einer Anpassungsstörung 

verstehe man eine leichte depressive Reaktion, die sich weitgehend mit der Diagnose 

einer leichten depressiven Störung decke. Zu der von den psychiatrischen Diensten 

D.___ gestellten Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung hat der 

psychiatrische Sachverständige des ABI ausgeführt, es fehlten die schweren 

psychosozialen oder emotionalen Belastungsfaktoren als Auslöser der 

Gesundheitsbeeinträchtigung. Deshalb liege nur eine einfache 

Schmerzverarbeitungsstörung vor. Dem hat der Beschwerdeführer entgegen gehalten, 

es seien doch schwere Belastungsfaktoren vorhanden gewesen, denn es sei ihm 

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aufgrund eines falschen Arztzeugnisses und deshalb völlig zu Unrecht gekündigt 

worden. Er habe die Umstände, die zum Stellenverlust geführt hätten, als schwere 

Belastung wahrgenommen. Eine ungerechtfertigte Kündigung in einer akuten 

Krankheitsphase, die anschliessende Arbeitslosigkeit und deren soziale Folgen könnten 

im Extremfall vielleicht als schwerwiegende Belastungssituation qualifiziert werden. Bei 

objektiver Würdigung trifft dies auf die Situation des Beschwerdeführers aber nicht zu. 

Aufgrund der bleibenden somatischen Restbeschwerden handelte es sich bei der 

Arbeit als Kranführer im Baugewerbe nicht um eine adaptierte, d.h. zumutbare 

Erwerbstätigkeit. Der Beschwerdeführer hätte seine Arbeitsstelle also auf jeden Fall 

aufgeben müssen, auch wenn der behandelnde Arzt nicht verfrüht eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit angegeben hätte. Der Arbeitgeber hätte keine 

adaptierte, gleichwertige Arbeitsstelle anbieten können. Hinzu kommt, dass die 

verfrühte Angabe einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Intervention 

des Beschwerdeführers, wenn nötig beim Kreisarzt der SUVA, korrigiert worden wäre. 

Offenbar empfand es der Beschwerdeführer damals nicht als notwendig, sich intensiv 

um eine Korrektur zu bemühen. Unter diesen Umständen kann nicht von einer für den 

Beschwerdeführer schweren Belastungssituation ausgegangen werden. Die 

Einschätzung der Belastungsfaktoren als leicht durch den psychiatrischen 

Sachverständigen des ABI erweist sich als überzeugend. Es ist mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer an einer 

leichten depressiven Störung und an einer einfachen Schmerzverarbeitungsstörung 

leidet.

3.2  Die grosse Differenz zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung der psychiatrischen 

Dienste D.___ (0%) und derjenigen des psychiatrischen Sachverständigen des ABI 

(80%) findet ihre Erklärung einerseits in einem unterschiedlichen Verständnis des 

Kriteriums der zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung der subjektiven 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung und andererseits darin, dass die psychiatrischen 

Dienste D.___ den Fall des Beschwerdeführers mit den Augen des Therapeuten 

betrachtet, d.h. eine den Beschwerdeführer möglichst schonende Einschätzung 

abgegeben haben. Der psychiatrische Sachverständige des ABI hingegen hat an den 

Beschwerdeführer jenes hohe Mass an Willensanstrengung zur Überwindung der 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung angelegt, das IV-rechtlich als zumutbar zu betrachten 

ist, weil die Ausrichtung einer sehr aufwendigen Leistungen, nämlich einer 

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Invalidenrente, in Erfüllung der IV-spezifischen Schadenminderungspflicht zu 

verhindern ist. Aus therapeutischer Sicht dürfte sich die zumutbare Willensanstrengung 

zur Überwindung der subjektiven Krankheitsüberzeugung darauf beschränken, sich 

ernsthaft einer Behandlung zu unterziehen. Ein Therapeut hat in der Regel keine 

Veranlassung, von seinem Patienten eine besondere Willensanstrengung zur 

Überwindung der Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu verlangen. Insbesondere bei 

psychischen Krankheiten bestehen deshalb häufig besonders grosse Differenzen 

zwischen den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte und denjenigen 

der mit der Begutachtung beauftragten medizinischen Sachverständigen. Deshalb ist 

den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte gewöhnlich ein deutlich 

geringerer Beweiswert beizumessen als denjenigen der Sachverständigen. 

Ausnahmsweise kann allerdings auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung eines 

behandelnden Arztes aufgrund einer objektiven, am IV-spezifischen Mass der 

Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung der 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung orientierten Beurteilung eine hohe Beweiskraft entfalten. 

Im vorliegenden Fall fehlt allerdings jedes Indiz dafür, dass sich die psychiatrischen 

Dienste D.___ bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung aus ihrer Therapeutenrolle hätten 

lösen können. Ausserdem ist dem Erfahrungssatz Rechnung zu tragen, dass 

behandelnde Ärzte dazu neigen, eine lange und erfolglose Behandlung als 

massgebendes Kriterium zu betrachten und aus diesem Grund die subjektive 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung ihrer Patienten als objektiv berechtigt zu qualifizieren. 

Auch deshalb erweist sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung der psychiatrischen Dienste 

D.___ als deutlich weniger überzeugend als diejenige des psychiatrischen 

Sachverständigen des ABI.

3.3  Bevor zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen des ABI abgestellt 

werden kann, ist zu prüfen, ob eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

adaptierten Erwerbstätigkeit von 80% mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist. 

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht von der Erfahrungstatsache aus, dass 

eine somatoforme Schmerzstörung kaum je eine lang dauernde Arbeitsunfähigkeit 

bewirkt (vgl. etwa BGE 130 V 354). Dahinter steht die Erkenntnis, dass es den 

erkrankten Personen in aller Regel zumutbar ist, durch eine zumutbare 

Willensanstrengung die subjektive Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu 

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überwinden. Dies muss auch für leichte depressive Störungen und für einfache 

Schmerzverarbeitungsstörungen gelten, denn diese weisen definitionsgemäss einen 

geringeren Schweregrad als eine somatoforme Schmerzstörung auf. Eine Ausnahme 

soll erfahrungsgemäss dann anzunehmen sein, wenn neben der somatoformen 

Schmerzstörung eine weitere Krankheit besteht, die eine erhebliche Schwere, 

Intensität, Ausprägung und Dauer aufweist, so dass eine Willensanstrengung zur 

Überwindung der aus der Kombination beider Krankheiten resultierenden 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nicht zumutbar oder gar nicht möglich ist (vgl. etwa 

BGE 130 V 354 f.). Im Fall des Beschwerdeführers sind zwar zwei verschiedene 

psychiatrische Diagnosen gestellt worden, aber von einer im obgenannten Sinn 

erheblichen Komorbidität kann nicht ausgegangen werden, denn es handelt sich um 

ein zusammengehörendes Krankheitsgeschehen. Die aus diesem Krankheitsgeschehen 

entwickelte Überzeugung des Beschwerdeführers, in jeder Art von Erwerbstätigkeit 

vollständig arbeitsunfähig zu sein, könnte deshalb durch eine zumutbare 

Willensanstrengung zumindest im Ausmass von 80% überwunden werden. Das 

Krankheitsgeschehen insgesamt weist nämlich keine besondere Ausprägung, Schwere, 

Intensität und Dauer auf. Der psychiatrische Sachverständige des ABI hat nur eine 

Arbeitsfähigkeit von 80% angegeben. Er ist davon ausgegangen, dass der 

Beschwerdeführer auch bei Aufwendung der zumutbaren Willenskraft nicht in der Lage 

sei, seine Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung vollständig zu überwinden. Ob diese 

Einschätzung angesichts der leichten Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit 

richtig ist oder ob die Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung bei einer zumutbaren 

Willensanstrengung vollumfänglich zu überwinden wäre, kann offen bleiben. Wie unten 

zu zeigen sein wird, resultiert nämlich auch bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20% 

kein Invaliditätsgrad von mindestens 40%. Die Frage, ob der Beschwerdeführer die ihm 

verschriebenen Antidepressiva im massgebenden Zeitraum korrekt eingenommen hat 

oder nicht, ist für die Invaliditätsbemessung irrelevant, denn der psychiatrische 

Sachverständige des ABI hat lediglich die Vermutung geäussert, damit liesse sich die 

Arbeitsunfähigkeit allenfalls auf unter 20% senken. Es ist also mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten Erwerbstätigkeit zu mindestens 80% arbeitsfähig ist.

4.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bis zu seiner Pensionierung als 

Kranführer tätig gewesen wäre, wenn er den Unfall nicht erlitten hätte. Seine 

(hypothetische) Validenkarriere ist deshalb diejenige eines Kranführers. Da sich der 

Unfall im Mai 2004 ereignet hat, bestünde ein allfälliger Rentenanspruch ab Mai 2005. 

Massgebend sind deshalb die Löhne im Jahr 2005. Zur Bemessung des 

Valideneinkommens kann auf den bei der A.___ AG erzielbaren Lohn abgestellt werden. 

Die A.___ AG hat für das Jahr 2005 einen Jahreslohn von Fr. 67'405.- angegeben. Der 

Beschwerdeführer ist nach der Kündigung durch die A.___ AG keiner Erwerbstätigkeit 

mehr nachgegangen. Sein zumutbares Invalideneinkommen ist deshalb praxisgemäss 

anhand statistischer Durchschnittseinkommen zu ermitteln. Massgebend ist das 

Durchschnittseinkommen männlicher Hilfsarbeiter, da der Beschwerdeführer keinen 

Beruf erlernt hat. Gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebung 2004, Resultate auf nationaler Ebene, Anhang Tabelle TA1, 

belief sich das Durchschnittseinkommen aller Branchen auf Fr. 4588.-, umgerechnet 

von 40 auf den schweizerischen Durchschnitt von 41,6 Wochenarbeitsstunden auf Fr. 

4772.- bzw. Fr. 57'264.-. Da praktisch alle Branchen Arbeitsplätze aufweisen, an denen 

der Beschwerdeführer seine verbliebene Arbeitsfähigkeit in behinderungsadaptierter 

Weise verwerten könnte, besteht keine Veranlassung, statt auf das 

Durchschnittseinkommen aller Branchen auf jenes einer bestimmten Branche oder 

auch nur eines bestimmten (privaten) Sektors abzustellen. Entsprechend dem 

Arbeitsfähigkeits- bzw. Beschäftigungsgrad von 80% entspräche der obgenannte 

Betrag einem Jahreseinkommen von Fr. 45'811.-. Allerdings erleiden männliche 

Arbeitnehmer mit einem in diesem Umfang reduzierten Beschäftigungsgrad einen 

überproportionalen Lohnnachteil von ca. 7% (vgl. die bereits erwähnte 

Lohnstrukturerhebung 2004, S. 25 Tabelle T6*). Da der Beschwerdeführer zudem 

insbesondere aufgrund seines Dienstaltersnachteils an einer (fiktiven) adaptierten 

Arbeitsstelle einen Konkurrenznachteil gegenüber den anderen Mitarbeitern an 

identischen Arbeitsplätzen erleiden würde, den er durch einen Minderlohn ausgleichen 

müsste, rechtfertigt es sich, das Jahreseinkommen von Fr. 45'811.- um insgesamt 

10% auf Fr. 41'230.- zu reduzieren. Der Nominallohnentwicklung angepasst (vgl. die 

vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnentwicklung 2006, Tabelle T1.1.93) 

beläuft sich das zumutbare Invalideneinkommen 2005 somit auf Fr. 41'597.-. Die 

behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 25'808.- entspricht einem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Invaliditätsgrad von 38%. Bei einer Arbeitsfähigkeit von mehr als 80% würde ein 

entsprechend tieferer Invaliditätsgrad resultieren. Die Beschwerdegegnerin hat also zu 

Recht einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint.

5.   

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens trägt grundsätzlich die unterliegende Partei die 

Verfahrenskosten. Diese betragen zwischen Fr. 200.- und Fr. 1000.-. Bemessen 

werden sie nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1  IVG). Dieser rechtfertigt im 

vorliegenden Fall eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Da dem Beschwerdeführer die 

unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, ist ihm diese Gerichtsgebühr zwar 

aufzuerlegen, aber er wird von der Bezahlung befreit. Der Beschwerdeführer ist jedoch 

zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet, wenn seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse dies später gestatten sollten. Dasselbe gilt für die als Folge der 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung vom Staat zu übernehmenden 

Parteikosten. Diese bemessen sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Unter Berücksichtigung dieser 

Kriterien rechtfertigt es sich, die Parteikosten grundsätzlich auf Fr. 3500.- festzusetzen. 

Die Entschädigung dieser Parteikosten beläuft sich gemäss Art. 31 Abs. 3 des st. 

gallischen Anwaltsgesetzes auf 80%. Der Staat hat deshalb den Rechtsbeistand des 

Beschwerdeführers mit Fr. 2800.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten von Fr. 600.- befreit.

3.  Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 2800.-.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2008
	Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invaliditätsbemessung Die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, die der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens zugrunde zu legen ist, weist eine qualitative (welche Art von Arbeit trägt der Behinderung am besten Rechnung?) und eine quantitative (in welchem Umfang kann die versicherte Person in einer idealen Tätigkeit arbeiten?) Komponente auf (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2008, IV 2007/164).

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		2025-07-19T15:25:57+0200
	"9001 St.Gallen"
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