# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3828d24-c6cd-5770-bd3a-8b98dadcab3f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.05.2015 IV 2013/128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-128_2015-05-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/128

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.05.2020

Entscheiddatum: 05.05.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2015
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision bei erheblicher Verbesserung des 
Gesundheitszustandes nach der Rentenzusprache (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2015, IV 2013/128). 
Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_423/2015.

Entscheid vom 5. Mai 2015

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber,

Oberer Graben 44, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt:

A.    

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A.a  A.___ meldete sich im September 2001 unter Hinweis auf eine Discushernie, 

Schmerzen im Rücken und im rechten Bein und eine Depression zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-

act. 1). Er gab an, keinen Beruf erlernt und zuletzt in einem metallverarbeitenden 

Betrieb gearbeitet zu haben. Seit Oktober 2000 sei er arbeitsunfähig. Der 

orthopädische Chirurg Dr. med. B.___ hatte als Kreisarzt der Suva am 7. September 

2000 bezugnehmend auf eine Verletzung des kleinen Fingers der rechten Hand bei 

einem Berufsunfall eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 7–23 f.). Am 26. Juni 

2001 hatte Dr. B.___ bezugnehmend auf einen am 31. Oktober 2000 erlittenen 

Verkehrsunfall mit Distorsion der Halswirbelsäule eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert 

(IV-act. 7–18 ff.). Zu Einschränkungen infolge eines ebenfalls diagnostizierten 

lumbospondylogenen Syndroms mit Discopathie hatte er keine Stellung genommen, da 

er dieses als unfallversicherungsrechtlich irrelevant qualifiziert hatte. Die Ärzte der Klinik 

Valens, die den Versicherte vom 19. September 2001 bis zum 10. Oktober 2001 

stationär behandelt hatten, berichteten am 16. November 2001 (IV-act. 7–10 ff.; vgl. 

auch IV-act. 9), dass der Versicherte an einem chronischen lumbospondylogenen 

Syndrom, an einem chronischen Cervico-Vertebralsyndrom und an einer reaktiven 

depressiven Entwicklung leide. Die frühere Tätigkeit als Magaziner sei dem 

Versicherten nicht mehr zumutbar. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten könnten dem 

Versicherten jedoch zugemutet werden. Aus psychiatrischer Sicht sei die 

Arbeitsfähigkeit allerdings um 50 Prozent vermindert. Der Rheumatologe 

Dr. med. C.___ hatte am 20. August 2001 festgehalten (IV-act. 7–6 ff.), dass seines 

Erachtens keine Unfallfolgen mehr vorlägen und dem Versicherten leichte Arbeiten in 

Wechselbelastung und ohne regelmässiges Heben von Lasten über zehn Kilogramm 

vollumfänglich zumutbar seien. Der Hausarzt Dr. med. D.___ hatte am 8. November 

2001 berichtet (IV-act. 7–1 ff.), dass in der Anamnese über die letzten bald zwölf Jahre 

gehäuft leichtere Erkrankungen auffielen, die praktisch immer mit eher langen 

Absenzen bis zur Rückkehr an den Arbeitsplatz verbunden gewesen seien. Aufgrund 

der gehäuften Absenzen sei dem Versicherten das Anstellungsverhältnis bei E.___ 

gekündigt worden. Anschliessend sei ein Versuch einer selbständigen Erwerbstätigkeit 

in der Gastronomie gescheitert. Im Frühjahr 2000 habe der Versicherte die letzte 

Arbeitsstelle angetreten, die ihm schliesslich ebenfalls aufgrund häufiger Absenzen 

gekündigt worden sei. Die Nacken- und Rückenschmerzen, über die der Versicherte 

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klage, liessen sich kaum objektivieren. Die Schmerzen wie auch die depressive 

Stimmungslage seien seit längerer Zeit unverändert. Es bestehe der Verdacht auf eine 

somatoforme Schmerzstörung. Aus psychiatrischer Sicht sei zuletzt eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Der Psychiater Dr. med. F.___ berichtete am 

29. Januar 2002, dass der Versicherte an einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung und an einer schweren depressiven Episode mit somatischem 

Syndrom leide und deshalb aktuell vollständig arbeitsunfähig sei (IV-act. 12). Mit einer 

Verfügung vom 20. Juni 2002/6. Februar 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

eine ganze Rente mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2001 zu (IV-act. 18 f.).

A.b  Im Rahmen einer Überprüfung des Rentenanspruchs gab Dr. D.___ am 4. April 

2003 an, dass der Versicherte an einer anhaltenden schweren somatoformen 

Schmerzstörung, an einer Dysthymia mit Neurasthenie und an einem Status nach 

depressiven Verstimmungen leide, dass er keinerlei Eigeninitiative zur Verbesserung 

der gesundheitlichen Situation zeige und dass eventuell eine Rückfrage bei Dr. F.___ 

angezeigt sei (IV-act. 24). Die IV-Stelle tätigte keine weiteren Abklärungen, sondern 

teilte dem Versicherten am 20. Juni 2003 mit, dass er einen unveränderten Anspruch 

auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe (IV-act. 28). Drei weitere 

Überprüfungen des Rentenanspruchs im Sommer 2006, im Herbst 2009 und im 

Sommer 2010 endeten ebenfalls mit einer Mitteilung, dass ein unveränderter Anspruch 

auf die ganze Rente bestehe (IV-act. 43, 52 und 61).

A.c  Im Oktober 2010 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, Fragen zur 

medizinischen Behandlung und zu allfälligen entgeltlichen und unentgeltlichen 

Tätigkeiten zu beantworten (IV-act. 64). Der Versicherte antwortete im November 2010, 

dass er sich nur in hausärztlicher Behandlung befinde und keinen entgeltlichen oder 

unentgeltlichen Tätigkeiten nachgehe (IV-act. 66). Im Januar 2011 ging der IV-Stelle ein 

anonymer Hinweis zu, in dem der Versicherte der Vortäuschung falscher Tatsachen 

bezichtigt wurde (IV-act. 67). Am 3. März 2011 erteilte die IV-Stelle einen 

Überwachungsauftrag (IV-act. 71). Der Versicherte wurde am 16. März 2011 zu seinem 

aktuellen Gesundheitszustand und zu Inkonsistenzen seiner Angaben insbesondere 

bezüglich seines Wohnsitzes beziehungsweise des Ortes seines gewöhnlichen 

Aufenthaltes befragt (IV-act. 73). Im Juli 2011 erhielt die IV-Stelle einen weiteren 

anonymen Hinweis, wonach der Versicherte nicht den Eindruck eines gesundheitlich 

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angeschlagenen Mannes erwecke (IV-act. 78). Am 6. Juli 2011 wurde der Versicherte 

nochmals befragt (IV-act. 79). Bereits am 22. März 2011 war ein Observationsbericht 

erstattet worden (IV-act. 80). Die Ermittler hatten keine Hinweise auf eine 

Erwerbstätigkeit, sportliche Betätigungen und dergleichen erblicken können. Am 

13. Juli 2011 hielt Dr. med. G.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) 

fest, dass insgesamt ein Verdacht auf eine massive Aggravation bestehe, weshalb die 

Einholung eines medizinischen Gutachtens angezeigt sei (IV-act. 84). Im Februar 2012 

berichtete Dr. F.___(IV-act. 109), dass sich der Versicherte seit August 2011 bei ihm in 

Behandlung befinde. Im Vergleich zur Untersuchung im Jahr 2001 habe sich der 

Gesundheitszustand des Versicherten wesentlich verbessert. Aus psychiatrischer Sicht 

seien ihm leidensadaptierte Tätigkeiten zu 80 Prozent zumutbar.

A.d  Am 19. Juli 2012 erstattete das medizinische Zentrum Römerhof (MZR) im Auftrag 

der IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 113). Die Sachverständigen 

berichteten, dass der Versicherte einen gut trainierten Eindruck mit einer kräftigen 

Muskulatur am ganzen Körper gemacht habe. Die rheumatologische Untersuchung sei 

unauffällig gewesen, weshalb dem Versicherten aus rheumatologischer Sicht Arbeiten 

ohne repetitives Heben von Lasten von 15–20 Kilogramm und ohne monoton vornüber 

gebückte Arbeitspositionen uneingeschränkt zumutbar seien. Die Testergebnisse der 

neuropsychologischen Untersuchung seien nicht valide gewesen. Es habe auf ein 

Aggravationsverhalten geschlossen werden müssen. In der psychiatrischen 

Untersuchung habe die von Dr. F.___ beschriebene Verlangsamung, die zu einer 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 Prozent führen solle, nicht beobachtet 

werden können. Es seien auch keine Symptome für eine depressive Störung 

festgestellt werden. Hingegen hätten keine Hinweise für eine Aggravation vorgelegen. 

Zwar sei möglich, dass der Versicherte im November 2001 die Symptome für eine 

schwere depressive Episode erfüllt habe. Spätestens seit April 2003 seien diese 

Symptome aber gemäss der Aktenlage nicht mehr vorhanden gewesen, denn laut 

Dr. D.___ habe damals bereits bloss noch ein Status nach einer schweren depressiven 

Episode vorgelegen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte aktuell 

uneingeschränkt arbeitsfähig. Zusammenfassend leide der Versicherte anamnestisch 

an chronifizierten Missempfindungen im Bereich der thoracalen Wirbelsäule und 

interscapulär sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – an einem mässiggradig 

ausgeprägten Hallux valgus beidseits und an einem Status nach einer schweren 

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depressiven Episode, die im November 2001 diagnostiziert worden sei. Dem 

Versicherten könnten sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren, 

wechselbelastenden Tätigkeiten ohne repetitives Heben von Gewichten über 15–20 

Kilogramm und ohne monoton vornüber gebückte Arbeitspositionen uneingeschränkt 

zugemutet werden. Aufgrund der Akten sei davon auszugehen, dass der Versicherte 

zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters im November 2001 schwer depressiv und 

vollständig arbeitsunfähig gewesen sei, sich sein Zustand aber spätestens zu Beginn 

des Jahres 2003 wieder stark gebessert habe und er in der Folge wieder nahezu 

vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Der RAD-Arzt Dr. G.___ qualifizierte das 

Gutachten des MZR als überzeugend und hielt fest, dass ab dem 1. April 2003 von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 114).

A.e  Mit einem Vorbescheid vom 30. November 2012 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit (IV-act. 119), dass sie die Einstellung der Rente auf das Ende des der 

Zustellung der vorgesehenen Verfügung folgenden Monats vorsehe. Sie stütze sich 

dabei auf das Gutachten des MZR, das eine seit spätestens April 2003 bestehende 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten belege. Dagegen 

liess der Versicherte am 17. Januar 2013 einwenden (IV-act. 121), dass der Hausarzt 

Dr. D.___ einen seit dem Jahr 2001 im Wesentlichen unveränderten 

Gesundheitszustand bestätige, womit kein Revisionsgrund vorliege. Auch ein 

Wiedererwägungsgrund sei nicht gegeben, da die Rentenzusprache nicht zweifellos 

unrichtig gewesen sei. Das Gutachten des MZR stehe im Widerspruch zu den 

Berichten der behandelnden Ärzte und beinhalte bloss eine andere Würdigung eines im 

Wesentlichen seit dem Jahr 2001 unveränderten Sachverhaltes, weshalb der 

Versicherte weiterhin einen unveränderten Rentenanspruch habe. Eventualiter seien 

weitere Abklärungen durchzuführen. Am 12. Februar 2013 verfügte die IV-Stelle 

gemäss dem Vorbescheid, wobei sie einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung entzog (IV-act. 122).

B.    

B.a  Am 15. März 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde erheben (act. G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der 

Verfügung vom 12. Februar 2013, die Weiterausrichtung der Rente und die 

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Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Zur Begründung führte sie aus, dass 

der Hausarzt des Beschwerdeführers durchwegs einen unveränderten 

Gesundheitszustand attestiert habe und weiterhin eine Veränderung des 

Gesundheitszustandes verneine. Die Schlussfolgerung der Sachverständigen, der 

Gesundheitszustand habe sich im Jahr 2003 wesentlich verbessert, sei haltlos und 

nicht nachvollziehbar. Es handle sich um eine bloss anderslautende Beurteilung eines 

im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes. Der behandelnde Psychiater 

habe im Februar 2012 eine mittelgradige depressive Episode und eine somatoforme 

Schmerzstörung diagnostiziert, womit eine erhebliche Diskrepanz zwischen seinem 

Bericht und dem Gutachten des MZR bestehe, den die Sachverständigen nicht zu 

erklären vermocht hätten.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 7. Mai 2013 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung ihres Antrages führte sie 

aus, die Beschwerde sei eine fast wortwörtliche Wiederholung des Schreibens vom 

17. Januar 2013, zu dem in der angefochtenen Verfügung ausführlich Stellung 

genommen worden sei. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers belege das 

Gutachten des MZR eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes nach 

der Rentenzusprache. Darin stimme es auch mit den Berichten der behandelnden Ärzte 

überein. Der Hausarzt habe nämlich ab dem Jahr 2003 einen Status nach depressiven 

Verstimmungen angegeben und damit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes 

belegt, auch wenn er angekreuzt habe, der Gesundheitszustand sei stationär 

geblieben. Auch der behandelnde Psychiater habe eine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes bestätigt. Es stehe jedenfalls fest, dass der Beschwerdeführer 

für leidensadaptierte Tätigkeiten voll leistungsfähig sei. Die Rente sei zu Recht 

aufgehoben worden. Bei einer Abwägung der Interessen in Bezug auf die 

aufschiebende Wirkung der Beschwerde müsse der Vermeidung von möglicherweise 

uneinbringlichen Rückforderungen der Vorrang gegenüber einem allfälligen finanziellen 

Engpass des Beschwerdeführers gegeben werden.

B.c  Der Beschwerdeführer liess am 16. September 2013 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

B.d  Mit einem Zwischenentscheid vom 3. Dezember 2013 wurde das Gesuch des 

Beschwerdeführers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen.

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Erwägungen:

1.    Der Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung liegt für den Zeitraum vor 

dem Erlass der leistungszusprechenden Verfügung ein mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelter Sachverhalt und für den 

Zeitraum nach dem Erlass der Verfügung eine Prognose über die Entwicklung des 

künftigen Sachverhaltes zugrunde, die in aller Regel lautet, dass die im 

Verfügungserlass vorliegenden, stabilen tatsächlichen Verhältnisse sich in absehbarer 

Zeit nicht verändern werden. Tritt nach der Rentenzusprache eine – unerwartete – 

Veränderung des Gesundheitszustandes ein, wird der rentenzusprechenden Verfügung 

für die Zeit nach dem Eintritt dieser Veränderung gewissermassen das Fundament 

entzogen, weil sich die der Verfügung zugrunde liegende Prognose des sich nicht 

verändernden Gesundheitszustandes ab diesem Zeitpunkt als überholt, nicht mehr 

plausibel und falsch erweist. Der Gesetzgeber hat den Sozialversicherungsträgern mit 

dem Art. 17 ATSG ein Instrument zur Verfügung gestellt, auf solche unerwartete 

Veränderungen zu reagieren und die rentenzusprechenden Verfügungen für die Zukunft 

an diese Veränderungen anzupassen. Diese Anpassung kann in Bezug auf eine Rente 

der Invalidenversicherung in einer Aufhebung, in einer Herabsetzung, in einer 

Nichtanpassung oder in einer Erhöhung der Rente bestehen.

2.

2.1  Der rentenzusprechenden Verfügung vom 20. Juni 2002/6. Februar 2003 hat die 

Prognose zugrunde gelegen, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung und einer schweren depressiven Episode in 

absehbarer Zukunft nicht mehr in der Lage sein werde, einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen. Diese Prognose hat sich auf einen Bericht des Psychiaters Dr. F.___ vom 

29. Januar 2002 gestützt. Dieser Bericht hatte hinsichtlich der psychisch begründeten 

Arbeitsunfähigkeit die früheren Berichte der Klinik Valens und von Dr. C.___ überholt, 

weil die depressive Störung erst nach dem Verfassen jener Berichte den Schweregrad 

erreicht hatte, den Dr. F.___ in seiner Untersuchung festgestellt und seinen 

Schlussfolgerungen zugrunde gelegt hatte. Die Sachverständigen des MZR haben den 

Bericht von Dr. F.___ als überzeugend qualifiziert und bestätigt, dass der 

Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters im November 2001 an einer 

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schweren depressiven Episode gelitten hatte (vgl. IV-act. 113–58 f.). Der 

rentenzusprechenden Verfügung hat also notwendigerweise die Prognose zugrunde 

gelegen, dass der Beschwerdeführer schwer depressiv und damit auch vollständig 

arbeitsunfähig bleiben werde.

2.2  Bereits der erste Bericht des Hausarztes Dr. D.___ vom 4. April 2003 hat Hinweise 

auf eine nach der Rentenzusprache eingetretene Verbesserung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers enthalten. Zwar hat Dr. D.___ 

festgehalten, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär geblieben. 

Er hat aber nicht mehr eine schwere depressive Episode, sondern bloss noch einen 

Status nach depressiven Verstimmungen diagnostiziert. Zudem hat er eine Rückfrage 

beim Psychiater Dr. F.___ empfohlen, das heisst die Einholung eines fachärztlichen 

Verlaufsberichtes angeregt. Die Beschwerdegegnerin ist diesen Hinweisen allerdings 

nicht nachgegangen und hat von einer eingehenden Untersuchung des Sachverhaltes 

abgesehen. Ihrer Mitteilung vom 20. Juni 2003 hat wie auch den späteren Mitteilungen 

vom Sommer 2006, Herbst 2009 und Sommer 2010 kein ausreichend abgeklärter 

Sachverhalt zugrunde gelegen, weshalb es sich bei diesen Mitteilungen nicht um 

formwidrig eröffnete Revisionsverfügungen gehandelt haben kann. Die Mitteilungen 

haben vielmehr bloss den Hinweis enthalten, dass die Beschwerdegegnerin kein 

Revisionsverfahren von Amtes wegen eröffnen werde. Die rentenzusprechende 

Verfügung vom 20. Juni 2002/6. Februar 2003 ist also nicht an eine 

Sachverhaltsveränderung angepasst worden, bis die Beschwerdegegnerin Ende des 

Jahres 2010 erstmals entschieden hat, ein Revisionsverfahren durchzuführen.

2.3  In diesem Revisionsverfahren hat die Beschwerdegegnerin Berichte des 

Hausarztes und des Psychiaters sowie ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt. Die 

Sachverständigen des MZR haben aufgrund der Ergebnisse ihrer umfassenden 

Untersuchungen und der Auseinandersetzung mit den früheren medizinischen 

Berichten eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigt. Sie haben 

diese Verbesserung auf den Beginn des Jahres 2003 datiert und dies mit den 

Hinweisen im Bericht von Dr. D.___ vom 4. April 2003 begründet. Dies erscheint als 

plausibel, doch ist damit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit belegt, dass die Verbesserung des Gesundheitszustandes 

tatsächlich zu Beginn des Jahres 2003 eingetreten ist. Der genaue Zeitpunkt der 

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Verbesserung lässt sich mangels weiterer Berichte aus dem massgebenden Zeitraum 

nicht beweisen. Dies schadet allerdings nicht, da eine Anpassung der Rente gemäss 

dem Art. 88  IVV (ausser bei einer Meldepflichtverletzung, die hier nicht vorliegt) 

ohnehin nicht rückwirkend auf den Zeitpunkt des Eintrittes der Verbesserung, sondern 

erst auf den Beginn des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats 

erfolgen kann. Entscheidend ist allein, dass diese Verbesserung nach der 

Rentenzusprache eingetreten ist. Dies ist vorliegend mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit der Fall gewesen, da die Rentenzusprache im Juni 2002 verfügt 

worden ist (die zweite Verfügung vom 6. Februar 2003, welche die Nachzahlung für die 

Vergangenheit betroffen hat, ist diesbezüglich irrelevant, aber ohnehin ebenfalls vor 

dem ersten Hinweis auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergangen) und 

erst am 4. April 2003 auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes hingewiesen 

worden ist. Der Hausarzt hat zwar anders als die Sachverständigen des MZR geltend 

gemacht, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der 

Rentenzusprache nicht wesentlich verändert habe. Der Psychiater Dr. F.___, der den 

Versicherten Ende 2001/Anfang 2002 einmal konsiliarisch untersucht und danach erst 

ab August 2011 behandelt hatte, hat aber ebenfalls auf eine erhebliche Veränderung 

des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers hingewiesen. Er hat mehrmals 

explizit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigt, was deshalb von 

Bedeutung ist, weil er den Beschwerdeführer sowohl Ende 2001/ Anfang 2002 als auch 

ab August 2011 persönlich untersucht hat und deshalb einen direkten Vergleich 

gestützt auf die eigenen Beobachtungen hat ziehen können. Der unbegründeten und 

nicht auf eigenen Untersuchungen, sondern bloss auf Vermutungen beruhenden 

Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. G.___ vom 13. August 2012 (IV-act. 114), der das 

Vorliegen einer relevanten Gesundheitsbeeinträchtigung auch für die Vergangenheit 

bezweifelt hat, kann im Vergleich zum Gutachten des MZR und zum Bericht von 

Dr. F.___ kein entscheidender Beweiswert zukommen. Anders als Dr. F.___ hat sich der 

RAD-Arzt nur auf die Akten und nicht auf eigene Befunde stützen können; ihm haben 

also keine gleich zuverlässigen Daten für den direkten Vergleich des aktuellen 

Gesundheitszustandes mit dem Zustand von vor zehn Jahren vorgelegen. Die 

Sachverständigen des MZR haben sich dagegen auf die Ergebnisse einer umfassenden 

persönlichen Untersuchung stützen können und sich eingehender mit den Akten aus 

dem Zeitraum des Rentenzuspracheverfahrens auseinandergesetzt. Ihre 

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Schlussfolgerung, dass der Bericht von Dr. F.___ vom Januar 2002 zuverlässig sei, 

überzeugt. Der RAD-Arzt hat dies nicht widerlegen, sondern nur eigene Mutmassungen 

aufstellen können, die nicht überzeugen. Zusammenfassend ist also mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Rentenzusprache wesentlich 

verbessert hat.

2.4  Gemäss dem überzeugenden Gutachten des MZR können dem Beschwerdeführer 

leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zugemutet werden. Die 

Sachverständigen haben den Beschwerdeführer umfassend untersucht und die 

erhobenen Befunde ausführlich festgehalten. Sie haben sich mit den übrigen 

medizinischen Berichten vertieft auseinander gesetzt und insbesondere 

nachvollziehbar begründet, weshalb sie die Ansicht von Dr. F.___, der 

Beschwerdeführer sei aufgrund einer Verlangsamung zu 20 Prozent 

leistungsbeeinträchtigt, nicht teilten. Die geschilderten Untersuchungsbefunde haben 

eine stimmige, anschauliche Beschreibung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers geliefert. Die gestützt auf diese Befunde gezogenen 

Schlussfolgerungen leuchten ein und überzeugen. Es besteht kein Anlass, an der 

Zuverlässigkeit der Schlussfolgerungen der Sachverständigen zu zweifeln, weshalb mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt ist, dass 

dem Beschwerdeführer sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren, 

wechselbelastenden Tätigkeiten ohne repetitives Heben von Gewichten über 15–20 

Kilogramm und ohne monoton vornüber gebückte Arbeitspositionen uneingeschränkt 

zugemutet werden können. Die blosse Behauptung des Beschwerdeführers in dessen 

Beschwerdeschrift, Dr. F.___ habe aktuell wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert, genügt nicht, um relevante Zweifel am Gutachten des MZR zu wecken. Die 

frühere Prognose einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ist durch die neue Prognose, 

der Beschwerdeführer werde in diesem Umfang arbeitsfähig bleiben, zu ersetzen. 

Ausgehend von dieser neuen Prognose ist der Invaliditätsgrad neu zu berechnen. Da 

die übrigen Berechnungsfaktoren dem Wesen der Revision gemäss unverändert 

bleiben müssen, ist wie bei der Rentenzusprache ein so genannter Prozentvergleich 

durchzuführen, das heisst davon auszugehen, dass der Ausgangswert des 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem Valideneinkommen und 

folglich der Invaliditätsgrad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen 

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Tabellenlohnabzug (vgl. BGE 126 V 75), entspreche. Zum Tabellenlohnabzug hat sich 

die Beschwerdegegnerin in der rentenzusprechenden Verfügung nicht geäussert. Ein 

solcher ist nicht gerechtfertigt. Folglich entspricht das zumutbarerweise erzielbare 

Invalideneinkommen dem Valideneinkommen. Der Beschwerdeführer ist also nicht 

mehr invalid; der Invaliditätsgrad beträgt null Prozent.

3.    Die Beschwerdegegnerin hat die Rente zu Recht auf den ersten Tag des zweiten 

der Zustellung der Revisionsverfügung folgenden Monats aufgehoben, weshalb die 

Beschwerde abzuweisen ist. Der unterliegende Beschwerdeführer hat die gemäss 

Art. 69 Abs. 1  IVG zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen 

Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten zu bezahlen. 

Diese Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

gedeckt. Der vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese

Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

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