# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da61ff6e-8c1d-581c-86f1-e371388433cb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.07.2009 AVI 2008/81, AVI 2009/5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2008-81--AVI-200_2009-07-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2008/81, AVI 2009/5

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 04.03.2020

Entscheiddatum: 02.07.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2009
Art. 59 Abs. 1 und 2 AVIG. Arbeitsmarktliche Massnahmen. Voraussetzung 
der arbeitsmarktlichen Indikation. Aufgrund der breiten Weiter- und 
Ausbildungen der Beschwerdeführerin ist die arbeitsmarktliche Indikation 
für den Besuch einer Weiterbildung im Rechnungswesen und im 
Buchhaltungsbereich zu verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 2. Juli 2009, AVI 2008/81 und AVI 2009/5).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 2. Juli 2009

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführerin,  

gegen 

RAV Rapperswil-Jona, Neue Jonastrasse 59, Postfach, 8640 Rapperswil,

Beschwerdegegner,

vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,

betreffend 

Kursbesuch (Sachbearbeiterin Rechnungswesen und Buchhaltung)

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Sachverhalt:

A.      

A.a K.___ stellte Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juli 2008. Sie gab an, 

infolge Ablaufs einer befristeten Teilzeitanstellung (40%-Pensum) als Sachbearbeiterin 

bei der Stadtverwaltung A.___, Steueramt, per 1. Juli 2008 teilweise arbeitslos zu sein. 

Sie sei bereit und in der Lage, in einem 40- bis 60%igen Pensum zu arbeiten. 

Gegenwärtig erziele sie noch zusätzlich ein Einkommen aus der Tätigkeit als 

Gymnastiklehrerin/Fusspflegerin (act. G 3.1/C9 und C30; im vorliegenden Entscheid 

werden die Akten aus dem Verfahren AVI 2008/81 angegeben, soweit nicht anders 

vermerkt). Ab Juli 2008 wurden ihr Arbeitslosentaggelder ausgerichtet (act. G 3.1/

C51 ff.).

A.b Am 24. September 2008 ersuchte die Versicherte das RAV Rapperswil-Jona um 

Zustimmung zu einem zweisemestrigen Kurs Sachbearbeiterin Rechnungswesen 

(Beginn: 23. Oktober 2008). Zur Begründung führte sie aus, dass sie ihre Chance für 

eine Anstellung erhöhen und ihre Zeit sinnvoll ausnützen wolle (act. G 3.1/A12). Mit 

Verfügung vom 10. Oktober 2008 lehnte das RAV Rapperswil-Jona das Gesuch ab. Es 

stellte sich darin auf den Standpunkt, dass die Versicherte bereits ausreichend 

qualifiziert sei. Der anbegehrte Lehrgang beeinflusse zwar, wie grundsätzlich jede Form 

der Weiterbildung, in gewissem Sinn auch ihre Vermittlungsfähigkeit positiv. Dies allein 

sei indessen nicht ausreichend. Eine arbeitsmarktliche Massnahme müsse aufgrund 

der arbeitsmarktlichen Erfordernisse für die versicherte Person zwingend notwendig 

sein, um wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden zu können. Zudem müsse sie zu 

einer erheblichen Verbesserung der Vermittlungsfähigkeit beitragen. Diese 

Voraussetzungen seien vorliegend nicht erfüllt (act. G 3.1/A13).

A.c Dagegen erhob die Versicherte am 30. Oktober 2008 Einsprache und beantragte 

die Übernahme der Kurskosten für die Weiterbildung im Rechnungswesen. Sie brachte 

darin im Wesentlichen vor, dass sie nicht über eine ausreichende Qualifizierung 

verfüge. Der Abschluss ihrer Ausbildungen läge mehr als 20 Jahre zurück. Die 

anbegehrte Weiterbildung im Rechnungswesen steigere ihre Chancen für eine 

Eingliederung ins Berufsleben erheblich (act. G 3.1/A17).

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A.d Das RAV Rapperswil-Jona wies die Einsprache mit Entscheid vom 7. November 

2008 ab. Die Versicherte verfüge als langjährige Sachbearbeiterin und aufgrund des 

erst kürzlich absolvierten Diplomlehrgangs Personalsachbearbeiterin über gute und 

aktuelle Berufskenntnisse. Sie sei nicht erschwert vermittelbar. Ausgeschlossen seien 

zudem arbeitslosenversicherungsrechtliche Massnahmen, wenn hinter dem 

angestrebten Kursbesuch persönliche Interessen stünden, d.h. die versicherte Person 

den Kurs auch ohne Förderung durch die Arbeitslosenversicherung besuchen würde. 

Das Kursgesuch sei am 24. September 2008 beim RAV eingereicht und das Kursgeld 

von der Versicherten gleichentags bezahlt worden. Daher müsse davon ausgegangen 

werden, dass sie den Kurs auch ohne Zustimmung der zuständigen Stelle besuche. 

Der Kurs dränge sich aus arbeitsmarktlicher Sicht nicht auf (act. G 3.1/A21).

B.      

B.a Am 12. November 2008 ersuchte die Versicherte das RAV Rapperswil-Jona um 

Zustimmung zu einem Buchhaltungskurs Stufe I (Kursbeginn: 29. Oktober 2008). Sie 

begründete dieses Gesuch damit, dass sie ihre Buchhaltungskenntnisse auffrischen 

müsse. Sie brauche diesen Kurs für den Kurs Sachbearbeiterin Rechnungswesen und 

habe sich sofort anmelden müssen (AVI 2009/5, act. G 3.1/A2 ).

B.b In der Verfügung vom 21. November 2008 lehnte das RAV Rapperswil-Jona das 

Gesuch betreffend den Buchhaltungskurs I ab. Der beantragte Buchhaltungskurs 

werde vom Veranstalter als Einsteigerkurs in Buchhaltung umschrieben. Anhand der 

definierten Kursziele (alltägliche Geschäftsfälle verbuchen und einfache 

Buchhaltungsabschlüsse durchführen) und des Kursinhaltes sei ersichtlich, dass nach 

Kursende die Vermittelbarkeit im Arbeitsmarkt noch nicht wesentlich erhöht sei. Zudem 

handle es sich um eine Weiter- bzw. Zusatzausbildung, die sich nicht aufdränge, zumal 

die Versicherte erst im Juli 2008 an der gleichen Schule einen Lehrgang zur 

Personalsachbearbeiterin erfolgreich mit Diplom abgeschlossen habe (AVI 2009/5, act. 

G 3.1/A14).

B.c Am 26. November 2008 erhob die Versicherte gegen die Verfügung betreffend den 

Buchhaltungskurs I Einsprache und beantragte eine Übernahme der Kurskosten 

einschliesslich der Kosten für Schulbücher. Sie brachte vor, nicht über ausreichende 

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berufliche Qualifikationen zu verfügen, was man ihr bei Vorstellungsgesprächen zu 

spüren gebe. Sie merke bei diesen Gesprächen auch, dass sie eine grössere Chance 

für eine Anstellung hätte, wenn sie über mehr Kenntnisse in der Buchhaltung und im 

Rechnungswesen verfügen würde. Dies gehe im Übrigen auch aus dem Aktionsplan 

des Amtes für Arbeit St. Gallen vom 29. August 2008 hervor. Darin sei festgehalten 

worden, dass ein Lehrgang Sachbearbeiterin Rechnungswesen die Anstellungschance 

erhöhen könne und sie (die Versicherte) bereit sei, auch den Vorkurs Repetition 

Buchhaltung zu absolvieren (AVI 2009/5, act. G 3.1/A17 ).

B.d  Mit Entscheid vom 19. Dezember 2008 wies das RAV Rapperswil-Jona die 

Einsprache betreffend den Buchhaltungskurs I ab. Zur Begründung führte es im 

Wesentlichen an, dass sich dieser Kurs aus arbeitsmarktlicher Sicht nicht aufdränge. 

Die Versicherte verfüge über langjährige und aktuelle Berufskenntnisse. Es sollte ihr 

daher möglich sein, im bisherigen beruflichen Umfeld wieder eine Stelle zu finden (AVI 

2009/5, act. G 3.1/A24 ).

C.      

C.a Mit Schreiben vom 15. Dezember 2008 reichte das RAV Rapperswil-Jona die als 

"Einsprache gegen Verfügung" vom 10. Oktober 2008 bezeichnete Eingabe von K.___ 

vom 26. November 2008 beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ein 

(Verfahren AVI 2008/81). Deren "Beschwerde" sei irrtümlich an die falsche Amtsstelle 

adressiert worden: ans RAV anstatt ans Versicherungsgericht. Dieser Formfehler sei 

erst am 15. Dezember 2008 festgestellt worden und damit zu einem Zeitpunkt, als die 

Beschwerdefrist bereits abgelaufen sei. Der Eingabe legte das RAV Rapperswil-Jona 

eine Kopie des Einspracheentscheides vom 7. November 2008 bei, da K.___ dessen 

Einreichung unterlassen habe. Es ersuchte das Versicherungsgericht um Prüfung der 

Frage, ob die Beschwerdeerhebung rechtsgenüglich erfolgt sei (act. G 1).

C.b Gegen den Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2008 bezüglich des Kurses 

Buchhaltung I machte K.___ am 16. Januar 2009 beim Versicherungsgericht eine als 

"Einsprache" bezeichnete Eingabe (Verfahren AVI 2009/5). Sie beantragte darin die 

Kostenübernahme für den Kurs Buchhaltung I und die Schulbücher. Die Begründung 

lautet gleich wie diejenige der Eingabe vom 26. November 2008 (AVI 2009/5, act. G 1 ).

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D.      

D.a Im Verfahren AVI 2008/81 betreffend den Kursbesuch Sachbearbeiterin 

Rechnungswesen reichte der Vertreter des Beschwerdegegners am 30. Januar 2009 

die Beschwerdeantwort ein, mit dem Antrag die Beschwerde sei abzuweisen. Die 

Beschwerdeführerin habe mit einer als Einsprache bezeichneten und am 27. November 

2008 bei der Verwaltung eingegangenen Eingabe sinngemäss gegen den 

Einspracheentscheid vom 7. November 2008 Beschwerde erhoben. Diese sei 

verpflichtet gewesen, die Eingabe an das zuständige Versicherungsgericht weiter zu 

leiten. Die 30-tägige Beschwerdefrist sei mit Eingabe bei der Verwaltung gewahrt 

worden. In materieller Hinsicht bringt er vor, dass der Abschluss des Lehrgangs 

Sachbearbeiterin im Rechnungswesen eingliederungswirksam sei, weil dieser die 

Qualifikation der Beschwerdeführerin abrunde und somit ihre Einsatzmöglichkeiten 

ganz konkret verbessere. Neben der Eingliederungswirksamkeit sei eine weitere 

Voraussetzung für die Bewilligung arbeitsmarktlicher Massnahmen die 

arbeitsmarktliche Indikation. Vorliegend sei davon auszugehen, dass der Arbeitsmarkt 

trotz der mittlerweile angespannten konjunkturellen Lage für eine Stellensuchende mit 

dem Profil der Beschwerdeführerin grundsätzlich genügend Arbeitsmöglichkeiten biete. 

Die Beschwerdeführerin könne Erfahrungen aus vielfältigen administrativen Tätigkeiten 

aufweisen. Das Handicap des mehrjährigen Beschäftigungsunterbruchs aus familiären 

Gründen könne auch durch erneute Weiterbildungsanstrengungen nicht wettgemacht 

werden. Dass die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten bei der Stellensuche gehabt 

habe, dürfe zu einem grossen Teil auf das mit 40% vergleichsweise geringe gesuchte 

Pensum zurückzuführen sein. Damit sei das Vorliegen einer arbeitsmarktlichen 

Indikation zu verneinen (act. G 3).

D.b In der Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2009 betreffend das Verfahren 

AVI 2009/5 beantragt der Beschwerdegegner die Beschwerdeabweisung. Zur 

Begründung verweist er auf die Beschwerdeantwort im Verfahren AVI 2008/81 vom 

30. Januar 2009. Ergänzend bringt er vor, dass dem Buchhaltungskurs, der in erster 

Linie Voraussetzung für den Besuch eines weiteren Kurses und damit nicht 

eigenständig verwertbar sei, die Eingliederungswirksamkeit abgehe (AVI 2009/5, act. 

G 3 ).

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D.c Die Beschwerdeführerin hat in beiden Verfahren auf eine Replik verzichtet (vgl. act. 

G 5 und AVI 2009/5, act. G 5 ).

Erwägungen:

1.       

Sowohl im Verfahren AVI 2008/81 als auch im Verfahren AVI 2009/5 bildet der 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf arbeitsmarktliche Massnahmen (Kursbesuche) 

Streitgegenstand. Es stehen sich auch dieselben Parteien gegenüber. Da die 

Streitgegenstände dieser Verfahren somit eng zusammenhängen, rechtfertigt es sich, 

entsprechend dem Antrag des Beschwerdegegners (AVI 2009/5, act. G 3 ) die 

Verfahren zu vereinigen.

2.       

In formeller Hinsicht ist die Frage zu prüfen, ob die als "Einsprache gegen Verfügung" 

bezeichneten Eingaben vom 26. November 2008 (act. G 1.1) und vom 16. Januar 2009 

(AVI 2009/5, act. G 1) je eine form- und fristgerechte Beschwerdeerhebung darstellen. 

Der Beschwerdegegner hat eine rechtsgenügliche Beschwerdehebung in beiden Fällen 

anerkannt (act. G 3; vgl. act. G 3 im Verfahren 2009/5). Was die Eingabe vom 

26. November 2008 anbelangt, so schadet die - innert Beschwerdefrist ergangene - 

Zustellung an die hierfür unzuständige Verwaltung nicht (Art. 60 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1] i.V.m. Art. 39 Abs. 2 ATSG). Des Weiteren geht aus beiden Eingaben 

hinreichend hervor, dass die abgewiesenen Einsprachen einer erneuten rechtlichen 

Beurteilung zugeführt werden sollten. Sie genügen denn auch den (minimalen) 

Anforderungen an Antrag und Begründung einer Beschwerde (vgl. hierzu Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. April 2009, 9C_867/08, E. 7.2.2). Auf die Beschwerden ist daher 

einzutreten.

3.       

3.1   Zu prüfen bleibt damit der Anspruch der Beschwerdeführerin auf arbeitsmarktliche 

Massnahmen (Kostenübernahme für Kurse Sachbearbeiterin Rechnungswesen und 

Buchhaltung I).

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3.2   Das Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) bezweckt nach Art. 1a Abs. 2, drohende 

Arbeitslosigkeit zu verhüten, bestehende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die rasche 

und dauerhafte Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu fördern. Die arbeitsmarktlichen 

Massnahmen nach Art. 59 ff. AVIG sollen die Eingliederung von versicherten Personen, 

die aus Gründen des Arbeitsmarkts erschwert vermittelbar sind, verbessern (Art. 59 

Abs. 2 AVIG). Sie setzen in jedem Fall voraus, dass sie durch die Arbeitsmarktlage 

unmittelbar geboten sind. Diese so genannte arbeitsmarktliche Indikation soll 

verhindern, dass Leistungen zu Zwecken in Anspruch genommen werden, die nicht mit 

der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang stehen (SVR 2005 ALV Nr. 9 S. 29 E. 

2.1.1 = Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 14. Januar 2005, C 147/04). Die 

in Frage stehende Massnahme muss dafür bestimmt, geeignet und notwendig sein, die 

Vermittelbarkeit im konkreten Fall erheblich zu fördern. Schliesslich muss der 

voraussichtliche Erfolg der Massnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren 

Kosten stehen (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 667 mit Hinweisen).

3.3   Nach Gesetz und Rechtsprechung sind die Grundausbildung und die allgemeine 

Förderung der beruflichen Weiterbildung nicht Sache der Arbeitslosenversicherung. 

Deren Aufgabe ist es lediglich, in gewissen Fällen durch konkrete Eingliederungs- und 

Weiterbildungsmassnahmen die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Dabei muss es sich um 

Vorkehren handeln, die es der versicherten Person erlauben, sich dem industriellen und 

technischen Fortschritt anzupassen, oder die sie in die Lage versetzen, ihre bereits 

vorhandene berufliche Fähigkeit ausserhalb der angestammten engen bisherigen 

Erwerbstätigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu verwerten. Die Grenze zwischen 

Grundausbildung und allgemeiner beruflicher Weiterbildung einerseits sowie 

Umschulung und Weiterbildung im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinn 

anderseits ist fliessend. Da ein und dieselbe Vorkehr beiderlei Merkmale aufweisen 

kann und namentlich praktisch jede Massnahme der allgemeinen Berufsbildung und 

der Vermittlungsfähigkeit der versicherten Person auf dem Arbeitsmarkt zugute kommt, 

ist entscheidend, welche Aspekte im konkreten Fall unter Würdigung aller Umstände 

überwiegen (BGE 111 V 274 f. E. 2b/2c mit Hinweisen).

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3.4   Die Beschwerdeführerin schloss im März 1980 ihre zweijährige Berufsausbildung 

als Sportverkäuferin mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis ab. Ende des Jahres 1986 

schloss sie die einjährige Handelsschule mit Diplom ab. Von November 1986 bis 

Oktober 1991 war sie als Büroangestellte/Sachbearbeiterin tätig. Von November 1991 

bis Januar 1997 war sie als Familienfrau und Mutter tätig. Von Januar 2000 bis 

Dezember 2002 leitete sie ein eigenes Gymnastikstudio und liess sich zur eidg. dipl. 

Gymnastiklehrerin ausbilden (Oktober 1998 bis Januar 2002). Seit April 2003 ist sie in 

einem 20%igen Pensum als Gymnastiklehrerin für K.___ angestellt und war zusätzlich 

während August 2003 bis Oktober 2007 als Gymnastiklehrerin bei der L.___ AG in 

einem 10%igen Pensum tätig. Am 22. Juni 2004 erwarb sie das Diplom für die 

Ausbildung Fusspflege - Pédicure. Im Rahmen eines befristeten Arbeitsverhältnisses 

war sie von Oktober 2006 bis Juni 2008 als Sachbearbeiterin Scan Center mit einem 

40%igen Arbeitspensum angestellt. Zum Tätigkeitsbereich gehörten die 

Datenerfassung und -kontrolle, Kundenbetreuung, Telefon/Empfang, die Mithilfe bei 

der Bestellungsabwicklung sowie Sekretariatsarbeiten. Im Juni 2008 erwarb sie das 

Diplom als Sachbearbeiterin im Personalwesen (act. G 3.1/B47 ff.). Dieser Lehrgang 

umfasste die Bereiche Arbeitsrecht, Gehaltswesen, Kommunikations- und 

Sozialkompetenz, Personaladministration, Marketing, Personalentwicklung, 

Personalplanung und -beschaffung, Sozialversicherungen sowie betriebliches 

Sozialwesen (act. G 3.1/B71). Ferner bildete sich die Beschwerdeführerin regelmässig 

im EDV-Bereich weiter (act. G 3.1/B47, B55, B56, B57 und B58).

3.5   Angesichts dieser breiten Aus- und Weiterbildung - namentlich der erst kürzlich 

abgeschlossenen Weiterbildung als Sachbearbeiterin im Personalwesen (act. G 3.1/

B71) - und der beruflichen Erfahrungen im Gymnastik- sowie Sachbearbeitungsbereich 

kann die Vermittelbarkeit der Beschwerdeführerin nicht als unmöglich oder stark 

erschwert im Sinn von Art. 59 Abs. 2 AVIG betrachtet werden. Ihr stehen aufgrund ihrer 

anerkennenswerten Weiter- und Ausbildungsanstrengungen (Fusspflege, Gymnastik, 

Sachbearbeitung, EDV) auf dem Arbeitsmarkt verschiedene Möglichkeiten offen. Es 

darf insbesondere aufgrund der kontinuierlichen Weiterbildungen im EDV-Bereich (act. 

G 3.1/B47, B55, B56, B57 und B58), des im Juni 2008 erworbenen Diploms als 

Sachbearbeiterin im Personalwesen (act. G 3.1/B71) und der Berufserfahrung in der 

Sachbearbeitung (act. G 3.1/B47) auch ohne den Besuch der Kurse Sachbearbeiterin 

Rechnungswesen und Buchhaltung I davon ausgegangen werden, dass die 

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Beschwerdeführerin in der Lage ist, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine Stelle im 

breit gefächerten Bereich der Sachbearbeitung/Bürotätigkeiten zu finden. Mit Blick auf 

die langjährige Berufserfahrung als Gymnastiklehrerin darf auch angenommen werden, 

dass die Beschwerdeführerin in diesem Tätigkeitsbereich über hinreichende 

Stellenchancen verfügt.

3.6   Wie der Beschwerdegegner hierzu bereits richtig bemerkt hat (vgl. act. G 3), dürfte 

sich der Besuch der fraglichen Kurse - wie jede berufliche Weiterbildung - positiv auf 

die Vermittelbarkeit der Beschwerdeführerin auswirken. Von der Notwendigkeit für das 

Finden einer neuen Stelle kann jedoch nicht gesprochen werden (vgl. vorstehende 

E. 3.5). Daher ist auch entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht von 

Bedeutung, dass im Aktionsplan des Amtes für Arbeit St. Gallen vom 29. August 2008 

unter der Rubrik "Arbeitsmarktliche Massnahmen" angegeben wurde, der Lehrgang 

Sachbearbeiterin im Rechnungswesen und eine Repetition im Buchhaltungsbereich sei 

zu empfehlen und könne die Stellenchancen erhöhen. Denn davon, dass die 

Beschwerdeführerin über keine realistischen oder nur geringe Anstellungschancen 

verfügen würde, war nicht die Rede. Vielmehr enthält der Aktionsplan im Hinblick auf 

die Stellensuche ein eher optimistisches Bild. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass 

ausdrücklich auf den empfehlenden Charakter dieser Angaben hingewiesen und 

festgehalten wurde, dass daraus keine Ansprüche abgeleitet werden können (act. 

G 3.1/B28). Dass die Beschwerdeführerin trotz tadelloser Stellenbemühungen (vgl. act. 

G 3.1/B28) erst nach Beginn der Weiterbildung als Sachbearbeiterin Rechnungswesen 

und des Buchhaltungskurses im Februar 2009 eine neue Stelle gefunden hat, vermag 

daran nichts zu ändern. Vorab ist festzustellen, dass die neue Anstellung noch vor 

Abschluss des Kurses Sachbearbeiterin Rechnungswesen zustande gekommen ist. Ins 

Gewicht fällt aber vor allem, dass sich aus den Akten und dem Gesagten (vgl. 

vorstehende E. 3.5) nicht überwiegend wahrscheinlich ergibt, die Beschwerdeführerin 

hätte ohne die fraglichen Kurse nur sehr erschwert eine neue Anstellung gefunden, 

zumal die Dauer ihrer Stellensuche auch nicht als weit überdurchschnittlich bezeichnet 

werden kann (durchschnittliche Dauer der Stellensuche im Jahr 2008: 151 Tage; vgl. 

Mitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO vom 8. Juni 2009, Entlastung der 

öffentlichen Arbeitsvermittlung, Download: http://www.seco.admin.ch/aktuell/

00277/01164/01980/index.html?lang=de&msg-id=27285, abgerufen am 9. Juni 2009).

http://www.seco.admin.ch/aktuell/00277/01164/01980/index.html?lang=de&msg-id=27285
http://www.seco.admin.ch/aktuell/00277/01164/01980/index.html?lang=de&msg-id=27285

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3.7   Was den Kurs Sachbearbeiterin Rechnungswesen anbelangt, ist ergänzend darauf 

hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin gemäss Telefonnotiz vom 27. November 

2008 der Verwaltung mitteilte, die Kursdauer werde voraussichtlich eineinhalb Jahre 

betragen (act. G 3.1/A23 AVI 2009/5). In zeitlicher Hinsicht werden nur Kurse von 

beschränkter Dauer als Massnahmen der Umschulung oder Weiterbildung im 

arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinn anerkannt. Überjährige Bildungsgänge sind 

indessen vom Kreis der von der Arbeitslosenversicherung zu übernehmenden 

Massnahmen regelmässig ausgeschlossen. Denn die Anpassung an den Bedarf des 

Arbeitsmarktes sollte normalerweise verhältnismässig rasch erfolgen können (vgl. BGE 

111 V 276 f. E. 2d). Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die Ablehnung des 

Kursbesuches nicht zu beanstanden.

3.8   Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts der breiten Aus- und 

Weiterbildungen der Beschwerdeführerin eine arbeitsmarktliche Indikation für die Kurse 

Sachbearbeiterin Rechnungswesen und Buchhaltung I zu verneinen ist bzw. die 

arbeitsmarktliche Lage die Kursbesuche zur Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht 

unmittelbar gebietet bzw. geboten hat. Die Ablehnung der entsprechenden 

Kursgesuche durch den Beschwerdegegner ist daher nicht zu beanstanden, was zur 

Abweisung der beiden Beschwerden führt. Gerichtskosten sind keine zu erheben 

(Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.      Die Verfahren AVI 2008/81 und AVI 2009/5 werden vereinigt.

2.      Die Beschwerden werden abgewiesen.

3.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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