# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f1c4617-e4b9-56d7-93c6-9a5cd8994fd3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.05.2008 C-737/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-737-2006_2008-05-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-737/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  M a i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

I._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-737/2006

Sachverhalt:

A.
Die  1978  geborene  thailändische  Staatsangehörige  I._______ 
(nachfolgend:  Gesuchstellerin  bzw.  Beschwerdeführerin)  beantragte 
am 8. Dezember 2005 bei der Schweizer Botschaft in Bangkok die Er-
teilung  eines  Einreisevisums  für  die  Dauer  von  drei  Monaten.  Als 
Zweck  der  beabsichtigten  Reise  gab  sie  an,  ihre  im  Kanton  Basel-
Landschaft  wohnhafte  Schwester  S._______  und  deren  Ehemann 
K._______ (nachfolgend: Gastgeber) besuchen zu wollen. 

B.
Der Gastgeber war schon zuvor, am 2. Dezember 2005, mit einem Ein-
ladungsschreiben  an  die  Schweizerische  Botschaft  in  Bangkok  ge-
langt. Darin äusserte er u.a., er habe bisher etwa ein Dutzend mal Ga-
rantie geleistet im Zusammenhang mit Besuchseinladungen im Umfeld 
der Verwandtschaft seiner Ehefrau. Seit anderthalb Jahren lebten nun 
auch die beiden vorehelichen Kinder seiner Ehefrau bei ihnen in der 
Schweiz. Nachdem die Schwiegermutter Ende September 2005 nach 
einem Besuchsaufenthalt wieder nach Thailand zurückgekehrt sei, hät-
ten  sie  ein  Zimmer  frei  für  den  neuen  Besuch.  Die  Gesuchstellerin 
wäre momentan eine grosse Hilfe,  weil  seine Ehefrau saisonbedingt 
hart arbeiten müsse und er gesundheitlich beeinträchtigt sei (Rücken-
schmerzen, Arthrose an den Knien).

C.
Nach formloser Verweigerung übermittelte die Schweizerische Vertre-
tung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

D.
Nachdem  die  Migrationsbehörde  des  Kantons  Basel-Landschaft  bei 
den  Gastgebern  ergänzende  Auskünfte  eingeholt  und  an  das  BFM 
weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfü-
gung vom 18. Januar 2006 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begrün-
dung, die Gesuchstellerin stamme aus einer Region, aus welcher als 
Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Ver-
hältnisse ein starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Viele ihrer 
Landsleute  versuchten,  ihren  Aufenthalt  in  der  Schweiz  durch  Aus-
schöpfung sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu  verlängern,  um sich so  in 
Umgehung  der  bundesrätlichen  Begrenzungsmassnahmen  eine  ver-
meintlich bessere Zukunft aufzubauen. Der Gesuchstellerin oblägen im 

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Heimatland  weder  zwingende  gesellschaftliche  Verpflichtungen  noch 
familiäre  Verantwortlichkeiten,  die  gegebenenfalls  Gewähr  für  eine 
fristgerechte Rückkehr bieten könnten. Zudem lasse sich der angege-
bene Aufenthaltszweck (Mithilfe im Haushalt), da bewilligungspflichtig, 
nicht mittels eines Besuchervisums realisieren.

E.
Mit Verwaltungsbeschwerde vom 14. Februar 2006 an das Eidgenössi-
sche Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beantragt die Gesuchstel-
lerin  sinngemäss die  Aufhebung der  vorinstanzlichen Verfügung  und 
die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums.  Zur  Begründung 
bringt sie im Wesentlichen vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon 
aus, es bestehe keine Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise. 
Sie habe familiäre Verpflichtungen, indem sie (in Ermangelung weite-
rer Geschwister) zu ihren alten Eltern schauen müsse. Sie habe aber 
auch gar keinen Anlass, das Land auf Dauer verlassen zu wollen; in 
Thailand gebe es ein hohes Wirtschaftswachstum und herrsche eine 
politisch stabile Lage.

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 4. Mai 2006 spricht sich die Vorinstanz 
für  die Abweisung der  Beschwerde aus. Die Beschwerdeführerin  sei 
jung und unverheiratet. Berufliche Verpflichtungen seien zwar geltend 
gemacht worden, doch fehle es an entsprechenden Belegen für eine 
solche Tätigkeit an sich und für die Unbedenklichkeit des beabsichtig-
ten mehrmonatigen Urlaubs. Im Übrigen gehe aus den vorhandenen 
Unterlagen  –  insbesondere  dem  Schreiben  des  Gastgebers  vom 
2. Dezember 2005 an die Schweizerische Vertretung in Bangkok – klar 
hervor, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz auch zur Hilfe im 
Haushalt erwartet werde, zu einem Zweck also, der durch das Besu-
chervisum nicht gedeckt wäre und einer speziellen Bewilligung bedürf-
te.

G.
Mit  verfahrensleitender Anordnung vom 10. Mai  2006 wurde der Be-
schwerdeführerin  die  Möglichkeit  gewährt,  zur  Vernehmlassung  der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1  Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
bereits  beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom Bun-
desverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.4 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.  
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und An-
meldung von Ausländerinnen  und Ausländern  (aVEA,  AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

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3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu 
fällen (Art. 4  und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

4.
4.1 Die Beschwerdeführerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Ein-
reise in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz ver-
weigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hin-
reichend gesichert. Zudem bestünden begründete Zweifel am Aufent-
haltszweck.

4.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

4.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-

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ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und Zweck einer  zeitlich  befristeten Einreisebewilligung  im 
Einklang steht.

4.4 Zwar trifft es zu, dass die Wirtschaft Thailands nach Bewältigung 
der Asienkrise von 1997 wieder zu neuem Wachstum gelangt ist. Auch 
2006 lag das Wirtschaftswachstum bei robusten 5,1%, obwohl sich die 
Rahmenbedingungen durch eine innenpolitische Krise verschlechtert 
hatten und die Binnennachfrage zurückging. Für 2007 erwartet Thai-
land  ein  geringeres  Wachstum  im  Vergleich  zum Vorjahr,  wobei  die 
Schätzungen zwischen 4% und 5% liegen (vgl. Länder- und Reisein-
formationen auf der Website des Auswärtigen Amtes, Länder- und Rei-
seinformationen  >  Thailand  >  Wirtschaft,  <http://www.auswaertiges-
amt.de  >,  Stand:  November  2007,  besucht  am  24.  April  2008).  Die 
grundsätzlich  ermutigenden  wirtschaftlichen  Entwicklungen  können 
aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite 
Bevölkerungsschichten  von  vergleichsweise  schwierigen  ökonomi-
schen und sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Das Bruttoin-
landprodukt pro Kopf der Bevölkerung betrug im Jahre 2007 nur gera-
de 3'304 USD (Länderbericht Thailand auf der Website des Staatsse-
kretariats  für  Wirtschaft  (SECO),  Themen  >  Aussenwirtschaft  > 
Länderinformationen  >  Asien/Ozeanien  >  Thailand,  <http://www.se-
co.admin.ch>  , Stand Oktober 2007, besucht am 24. April  2008). Ent-
sprechend hoch ist der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu ge-
langen, um sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere 
Existenz sichern  zu können. Der  Trend zeigt  sich  erfahrungsgemäss 
dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder 
Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland 
besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zu-
lassungsregelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Be-
stimmungen.

4.5 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch, wie bereits erwähnt, sämtliche 
Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt 
einem Gesuchsteller  oder  einer  Gesuchstellerin  im  Heimatstaat  bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits muss bei An-
tragstellerinnen  und  Antragstellern,  die  in  der  Heimat  keine  der  er-
wähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigrati-

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http://www.auswaerti/
http://www.auswaerti/
http://www.seco.admin.ch/
http://www.seco.admin.ch/

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on abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risi-
ko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach be-
willigter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt wer-
den.

5.
5.1 Bei  der Beschwerdeführerin  handelt  es sich um eine 30-jährige, 
unverheiratete Frau. Über ihre beruflichen und wirtschaftlichen Verhält-
nisse ist praktisch nichts bekannt. Nachdem sie sich in einem früheren 
Einreisegesuch im August 2004 noch als "Hair Maker" bezeichnet hat-
te, umschrieb sie im aktuellen Visumsantrag ihre berufliche Tätigkeit 
mit  dem nichts  sagenden Begriff  "Bank-Beauty". Sie unterliess es in 
der Folge, ihre solchermassen behauptete Erwerbstätigkeit  näher zu 
umschreiben  und  entsprechende  Arbeitsbestätigungen  oder  allfällige 
Einkommensbelege nachzureichen. Die  Gastgeber  wiederum liessen 
es beim blossen Hinweis bewenden, die  Beschwerdeführerin  sei  als 
diplomierte Sportmasseurin tätig. Von einer starken (beruflichen) Ver-
wurzelung,  die  sie  verlässlich  von  einer  Emigration  abzuhalten  ver-
möchte, kann aufgrund der derzeitigen Aktenlage jedenfalls nicht aus-
gegangen werden. 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, als einzige 
im Heimatland lebende Tochter habe sie gegenüber ihren Eltern Be-
treuungspflichten.  Auch  diesbezüglich  blieb  es  allerdings  bei  einer 
blossen und pauschalen Behauptung. Inwieweit überhaupt ein Abhän-
gigkeitsverhältnis besteht, dem nicht anders als durch die ständige An-
wesenheit der Beschwerdeführerin Rechnung getragen werden könn-
te, ist  aus den Akten nicht ersichtlich. Zumindest der Umstand, dass 
die  Beschwerdeführerin  für  den Besuch ihrer  Schwester  ohne  zwin-
gende Gründe eine Auslandabwesenheit  von nicht  nur  wenigen Wo-
chen, sondern gleich von mehreren Monaten plant, lässt nicht auf ein 
persönliches Abhängigkeitsverhältnis bzw. darauf schliessen, dass den 
Bedürfnissen  der  Eltern  nur  durch  eine  dauernde  Anwesenheit  der 
Tochter Rechnung getragen werden kann. Insofern darf bezweifelt wer-
den, dass der Beschwerdeführerin im Heimatland zwingende Verpflich-
tungen obliegen, die sie ernsthaft  davon abhalten könnten, den Ent-
schluss für eine Emigration zu fällen; dies umso mehr, als sie mit ihrer 
Schwester – der Gastgeberin – bereits über eine wichtige Bezugsper-
son in der Schweiz verfügt.

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5.3 Bei der Risikoeinschätzung mit zu berücksichtigen sind aber auch 
die  bisherigen  Erfahrungen,  die  mit  der  betroffenen  Gesuchstellerin 
gemacht wurden. Aus den vorinstanzlichen Akten geht diesbezüglich 
hervor, dass die Beschwerdeführerin bereits am 13. Januar 2004 bei 
der Schweizervertretung in Bangkok ein Gesuch zum Besuch dersel-
ben Gastgeber eingereicht hatte, welches offenbar aufgrund von Un-
klarheiten bezüglich des Zivilstandes der Gesuchstellerin vorerst von 
der Botschaft nicht weiter behandelt werden konnte. Dies hinderte die 
Beschwerdeführerin indessen nicht daran, am 9. August 2004 ein wei-
teres Einreisegesuch, welches sich auf andere Gastgeber bezog, ein-
zureichen, ohne die fragliche Vertretung über das nach wie vor hängi-
ge,  ursprüngliche  Visumsgesuch  zu  informieren.  Zudem  stellte  sich 
heraus,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  bei  ihrem bewilligten  Be-
suchsaufenthalt im Jahre 2003 nicht bei der im Einreisegesuch ange-
gebenen  Gastgeberin  und  Garantin  W.______,  wohnhaft  in  Basel, 
sondern in Tat und Wahrheit bei ihrer Schwester und deren Ehemann 
im Kanton Basel-Landschaft aufgehalten hatte.

5.4 Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz zu Recht 
davon ausgehen, für eine fristgerechte und anstandslose Wiederaus-
reise der Beschwerdeführerin bestehe zu wenig Gewähr im Sinne der 
massgeblichen  Bestimmungen.  Zwar  lässt  sich  diese  Einschätzung 
nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, 
um die  Erteilung eines Einreisevisums –  auf  das,  wie erwähnt,  kein 
Rechtsanspruch besteht – abzulehnen. Daran ändert auch die Tatsa-
che nichts, dass die Gastgeber die rechtzeitige Rückkehr der Schwes-
ter  respektive Schwägerin zugesichert  haben; denn eine solche Ga-
rantie ist trotz bester und ehrlicher Absichten nicht möglich bzw. recht-
lich  nicht  durchsetzbar  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-2341/2006 vom 7. August 2007 E. 6).

6.
Der Vollständigkeit halber gilt es schliesslich darauf hinzuweisen, dass 
gemäss  den  gesetzlichen  Bestimmungen  die  Ausländerin  oder  der 
Ausländer an den im Visum festgelegten Reise- und Aufenthaltszweck 
gebunden ist (vgl. Art. 11 Abs. 3 aVEA). 

Die Beschwerdeführerin spricht in ihrem Rekurs lediglich davon, ihre 
Schwester in der Schweiz besuchen zu wollen, nachdem sie noch an-
lässlich der Gesuchseinreichung gegenüber der Schweizerischen Ver-
tretung in Bangkok verlauten liess, sie werde während ihres Aufenthal-

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tes in der Schweiz – gegen Bezahlung – unter anderem auch ihren be-
tagten Schwager betreuen (vgl. die entsprechenden Bemerkungen der 
Botschaft vom 9. Dezember 2005). Ebenso erklärte der damals bereits 
80-jährige Gastgeber gegenüber der Auslandvertretung wie auch dem 
Migrationsamt des Kantons Zürich (vgl. Schreiben vom 2. und 30. De-
zember 2005), der vorgesehene Aufenthalt seiner Schwägerin – die er, 
aus  welchen  Gründen  auch  immer,  als  Cousine  seiner  Ehefrau  be-
zeichnete – solle ausserdem dazu dienen, seine beruflich stark enga-
gierte Ehefrau tatkräftig im Haushalt zu unterstützen.

Eine solche Tätigkeit, so nützlich sie für die Gastgeber auch sein mag, 
ist mit einem Aufenthalt zu Besuchszwecken kaum vereinbar. Arbeits-
leistungen in Haushalt und/oder Familie – selbst wenn sie nur stunden- 
oder tageweise bzw. vorübergehend ausgeübt werden – gelten unbe-
sehen  einer  allfälligen  Entlöhnung  zumindest  dort  als  (bewilligungs-
pflichtige) Erwerbstätigkeit, wo der Erwerbscharakter nicht durch eine 
besondere  verwandtschaftliche  und  emotionale  Nähe  in  den  Hinter-
grund gedrängt wird (vgl. Art. 6 der Verordnung vom 6. Oktober 1986 
über die Begrenzung der Zahl der Ausländer [aBVO], AS 1986 1791; 
Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements vom 
22.  September  1997,  auszugsweise  publiziert  in:  Verwaltungspraxis 
der Bundesbehörden [VPB 63.37]). 

Die von der Beschwerdeführerin beabsichtigte Mithilfe im Haushalt und 
bei  der  Betreuung  des  gesundheitlich  angeschlagenen  Schwagers 
würde vermutungsweise als bewilligungspflichtige Erwerbstätigkeit gel-
ten  und  wäre  demnach  mit  einem  Aufenthalt  zu  Besuchszwecken 
nicht  vereinbar, weshalb der Erteilung des beantragten Visums auch 
Hinderungsgründe im Sinne von Art. 14 Abs. 2 Bst. c aVEA entgegen-
stehen würden.

7.
Aus den dargelegten Gründen ist  somit  nicht  zu  beanstanden,  dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel-
tenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und der Beschwerde-
führerin die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt 
kein Bundesrecht. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und 
vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Er-
messen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). Die 
Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

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8.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 500.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 500.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem am 10. April  2006 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beilage: angefochtene Ver-
fügung im Original)

- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Brand

Versand:

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