# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 861e3658-24fb-5e05-8f6c-21431454e23e
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-23
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 23.07.2018 605 2017 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2017-89_2018-07-23.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2017 89

Urteil vom 23. Juli 2018

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross, Marianne Jungo
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Strub, Swiss 
Claims Network     

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz    

Gegenstand Invalidenversicherung – Umschulung

Beschwerde vom 28. April 2017 gegen die Verfügung vom 23. März 2017

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 12

Sachverhalt

A. A.________ wurde 1989 geboren und wohnt in B.________. Am 4. Mai 2004 reichte sein 
Vater bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) einen 
Antrag auf Beiträge an die Sonderschulung ein, da A.________ wegen psychischer Probleme der 
Besuch der Regelschule nicht mehr möglich war. Die IV-Stelle lehnte diesen Antrag mit 
Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2005 ab.

Am 9. Januar 2007 erfolgte eine Neuanmeldung zwecks Unterstützung durch die IV-Stelle bei der 
erstmaligen Ausbildung. Die IV-Stelle erteilte mit Mitteilungen vom 7. August 2007 und 9. April 
2009 die Kostengutsprache für die Lehre zum Gärtner in der C.________ (1. August 2008 bis 
31. Juli 2011). Trotz seit Frühling 2011 bestehenden Rückenbeschwerden schloss A.________ 
diese Ausbildung erfolgreich ab.

B. Am 6. November 2012 meldete er sich erneut bei der IV-Stelle. Aufgrund der Rückenproble-
matik sei die Arbeit als Gärtner nicht mehr möglich. Beim Erstgespräch vom 7. Januar 2013 
beantragte er eine Ausbildung zum Pflegefachmann HF. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2013 
bejahte die IV-Stelle den grundsätzlichen Anspruch auf eine Umschulung. Sie lehnte jedoch eine 
Umschulung zum Pflegefachmann HF ab. Diese sei nicht ressourcenorientiert und eingliede-
rungswirksam.

Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Kantonsgericht mit Urteil vom 30. September 
2015 (Dossier 605 2013 241) gutgeheissen und die Angelegenheit zur Anordnung eines bidiszipli-
nären (Psychiatrie, Rheumatologie) Gutachtens an die IV-Stelle zurückgewiesen.

C. In der Folge ordnete die IV-Stelle am 20. Januar 2016 eine Abklärung bei Dr. med. 
D.________, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, sowie bei Dr. med. E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, an. Gemäss den Gutachtern ist der Beruf des Pflege-
fachmanns HF der gesundheitlichen Situation von A.________ angepasst.

Mit Verfügung vom 23. März 2017 lehnte die IV-Stelle die Kostengutsprache für eine Umschulung 
zum Pflegefachmann HF erneut ab und hielt fest, der grundsätzliche Anspruch auf eine Umschul-
ung bestehe weiterhin, nicht aber für das nicht ressourcenorientierte und nicht eingliederungs-
wirksame Projekt der Umschulung zum Pflegefachmann HF.

D. Dagegen erhebt A.________, vertreten durch lic. iur. Daniel Strub, Swiss Claims Network, 
am 28. April 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und beantragt, die Verfügung vom 
23. März 2017 sei aufzuheben und die Kostengutsprache für die Umschulung zum Pflege-
fachmann HF gutzuheissen und ihm seien sämtliche gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang 
mit der durchgeführten Umschulung (Kostenübernahme, Taggelder) zuzusprechen. Die 
Umschulung zum Pflegefachmann HF erfülle die Bedingungen der einschlägigen Gesetzesbestim-
mungen.

Am 9. Mai 2017 begleicht der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss von CHF 400.-.

In ihren Bemerkungen vom 7. Juli 2017 hält die IV-Stelle, gestützt auf die Stellungnahme des 
Berufsberaters vom 3. Juli 2017, an ihrer Verfügung fest und beantragt die Abweisung der 
Beschwerde.

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 12

In seinen Gegenbemerkungen vom 16. August 2017 hält der Beschwerdeführer an seiner Sicht-
weise fest. Die IV-Stelle verzichtet auf die Einreichung von Schlussbemerkungen.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung mass-
gebend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 28. April 2017 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 23. März 2017 ist 
unter der Berücksichtigung des Fristenstillstandes über die Osterfeiertage (Art. 38 Abs. 4 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
[ATSG; SR 830.1], welches hier gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 
über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] zur Anwendung kommt) fristgerecht durch einen 
ordentlich bevollmächtigten Vertreter bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz 
eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat ein Interesse, dass das Kantonsgericht, 
I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob er Anspruch auf Umschulung zum Pflegefachmann HF 
hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1. Im Sinne von Art. 8 ATSG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die 
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein.

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2. Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte 
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, 
die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Bst. a); und die Vor-
aussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Bst. b). Der Anspruch 
auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor 
Eintritt der Invalidität (Art. 10 Abs. 1 IVG). Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte 
noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen.

Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit hat der Versicherte, wenn die 
Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich 
erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) gelten als Umschulung 

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 12

Massnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur 
Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.

Als invalid i. S. v. Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheits-
schaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit 
ganz oder teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erheb-
liches Mass erreicht haben. Dies ist der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche 
berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit 
dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet (BGE 124 V 108 E. 2b mit Hinweisen). In der 
Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, 
notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen 
Vorkehren (BGE 124 V 108 E. 2a mit Hinweisen). Ferner ist dabei der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit zu beachten. In diesem Sinn ist insbesondere von Bedeutung, dass die fragliche Mass-
nahme – unter prospektiver Betrachtung – eingliederungswirksam ist, was eine subjektive und 
objektive Eingliederungsfähigkeit der betroffenen Person voraussetzt (Urteil BGer 9C_644/2012 
vom 23. Oktober 2012 E. 3 mit Hinweisen).

2.3. Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem 
sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizini-
sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 
als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). In Bezug auf Berichte von Haus-
ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3cc mit Hinweisen).

Die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wird 
wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d. h. mit den 
Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwer-
den die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sach-
verständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent 
sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die 
Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 
Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d. h. sie gibt eine Schätzung ab, 
welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen 
Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistun-
gen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizini-
schen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fach-

Kantonsgericht KG
Seite 5 von 12

personen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit 
Hinweisen).

3.

Streitig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Umschulung zum Pflegefachmann HF hat.

Der Beschwerdeführer bringt vor, trotz positiv ausgefallenen Gutachten halte die IV-Stelle aus 
unerklärlichen Gründen an ihrer Sichtweise fest, wonach die Tätigkeit als Pflegefachmann nicht 
angepasst sei. Ferner entspreche das von der IV-Stelle gemalte Bild des heutigen Pflegepersonals 
nicht mehr der Realität. Natürlich sei der Beruf anstrengend und verlange eine gute Verfassung, 
dennoch würden heute mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um die Arbeit schonender 
auszuüben. Weiter habe er sich in Kinaesthetics weitergebildet und gelernt, seinen wohl 
anspruchsvollen Beruf auf eine körperschonende Weise auszuüben. Das von der IV-Stelle vorge-
brachte Argument, die Umschulung sei nur möglich gewesen, da auf seine Rückenproblematik 
geachtet worden sei, werde bestritten. Es gebe auch keine konkreten Anhaltspunkte, dass er 
früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit in seiner Arbeitstätigkeit eingeschränkt sein werde.

3.1. Ab der dritten Primarklasse entwickelte der Beschwerdeführer zunehmend Ängste, weshalb 
eine Lehre zum Landwirt abgebrochen werden musste. Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-
Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (nachfolgend: RAD) hielt am 30. März 2007 (IV-Akten, S. 471 f.) 
die Diagnose einer gemischten Angststörung mit Zwangshandlungen und reaktiver Depression 
fest. Eine Berufslehre sei nur im geschützten Rahmen möglich.

Die Situation normalisierte sich während der mit Unterstützung der IV-Stelle absolvierten Lehre 
zum Gärtner (1. August 2008 bis 31. Juli 2011). Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, bei dem der Beschwerdeführer ab November 2007 in Behandlung gewesen war, 
erwähnte zwar am 2. Dezember 2008 (IV-Akten, S. 298 ff.), dieser sei leicht zu verunsichern, labil 
und stressintolerant. In Stresssituationen würden jeweils vermehrt Angstsymptome auftreten. Die 
Situation sei aber im Vergleich zu früher deutlich stabiler. Der Beschwerdeführer sei motiviert, 
seine Probleme zunehmend selbstständig in den Griff zu bekommen. Momentan seien die Angst 
und Zwangssymptome wenig spür- und sichtbar.

Am 24. März 2011 (IV-Akten, S. 268) erklärte der Hausarzt Dr. med. G.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, beim Beschwerdeführer liege ein lumbovertebrales Syndrom bei links-
konvexer Rotationsskoliose und Morbus Scheuermann L2 vor. Dr. med. H.________, Facharzt für 
Neurochirurgie, berichtete am 18. Mai 2011 (IV-Akten, S. 233 f.) von einer protrahierten Lumbago 
mit ausgeprägtem, inklinationshemmendem Lumbovertebralsyndrom und mit massiv positivem 
Lasègue einer rechts ischialgiformen Komponente. Eigentliche radikuläre Schmerzen oder Ausfälle 
würden fehlen.

Ende Juni 2011 schloss der Beschwerdeführer mit einer Gesamtnote von 5.2 seine Lehre zum 
Landschaftsgärtner erfolgreich ab (IV-Akten, S. 246 f.).

Dr. med. I.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, diagnostizierte am 20. September 2011 (IV-Akten, S. 214 f.) ein lokal betontes 
chronisches Lumbalsyndrom bei linkskonvexer Lumbalskoliose, Bodenplattendeformität L2 bei 
Zustand nach Wachstumsstörung sowie Verdacht auf eine paramedian rechtsseitige Diskushernie 
L4/L5. Der Zustand sei stationär im Vergleich zum Mai 2011. Der Beschwerdeführer solle sich 
beruflich weiterbilden, so dass die physische Belastung geringer sei. Am 15. Januar 2013 (IV-

Kantonsgericht KG
Seite 6 von 12

Akten, S. 213) bestätigte der Orthopäde seine Diagnosen. Die Mobilität der Wirbelsäule sei 
deutlich in allen Richtungen eingeschränkt und schmerzhaft.

Am 8. Februar 2013 (IV-Akten, S. 201 f.) gab der Hausarzt wieder, wegen des Lumbovertebral-
syndroms und den Diskushernien sei die Arbeitsfähigkeit als Landschaftsgärtner nicht mehr 
gegeben, sie betrage aber 100% als Pflegefachmann.

Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin des RAD, erachtete am 26. März 
2013 (IV-Akten, S. 188 ff.) den Beruf des Pflegefachmanns als nicht adäquat. In diesem Beruf 
brauche es Kraft und eine gewisse Rückenbelastbarkeit mit vermehrten überhändigen Stellungen, 
um den Patienten zu helfen und sie zu unterstützen. Ferner stelle sich die Frage, ob in psychischer 
Hinsicht genügend Ressourcen vorhanden seien.

Die Leiterin Pflegedienst der K.________ erklärte am 3. Mai 2013 (IV-Akten, S. 182), der 
Beschwerdeführer arbeite seit dem 1. April 2013 als Pflegeassistent im Vollpensum. Der Pflege-
beruf beinhalte zwar auch körperliche anstrengende Arbeiten, diese seien aber nicht zu 
vergleichen mit denjenigen als Landschaftsgärtner. Zudem würden viele Hilfsmittel zur Verfügung 
stehen und es handle sich um eine wechselbelastende Arbeit. Bis anhin habe der Beschwerde-
führer nie Beschwerden gehabt.

3.2. Das Kantonsgericht hielt in seinem Urteil vom 30. September 2015 fest, betreffend die 
Rückenproblematik stelle sich die Frage, ob diese mit dem Beruf des Pflegefachmanns vereinbar 
sei. Gemäss dem Orthopäden bestehe eine stabile Situation mit einer gewissen Belastungslimite, 
dieser habe sich aber nie zur Tätigkeit des Pflegefachmanns geäussert. In dieser werde der 
Beschwerdeführer teilweise mit schweren Arbeiten konfrontiert sein, voraussichtlich aber wohl we-
niger als bei der Arbeit als Landschaftsgärtner. Zudem würden ihm diverse Hilfsmittel zur Verfüg-
ung stehen. Insgesamt handle es sich um eine wechselbelastende Arbeit, was ihm offenbar 
entgegenkomme. Hinsichtlich der psychiatrischen Seite stelle sich aufgrund der psychischen 
Vorgeschichte zu Recht die Frage, ob der Beschwerdeführer auch diesbezüglich den Belastungen 
des Berufs gewachsen sei. Demgegenüber gebe es Hinweise auf eine deutliche Besserung der 
psychischen Problematik. Die Sichtweise der IV-Stelle, wonach die objektive Eingliederungsfähig-
keit nicht bestehe, überzeuge deshalb nicht. Da es für die abschliessende Beantwortung der Frage 
der objektiven Eingliederungsfähigkeit an aktuellen rheumatologischen/orthopädischen und 
psychiatrischen Unterlagen fehlte, wurde die Angelegenheit für die Vornahme einer bidisziplinären 
Abklärung (Rheumatologie, Psychiatrie) an die IV-Stelle zurückgewiesen. Die Einholung eines 
solchen Gutachtens hatte im Vorfeld bereits der RAD explizit vorgeschlagen.

3.3. Auf dieser Grundlage erfolgte die bidisziplinäre Untersuchung durch Dr. med. D.________ 
(Rheumatologie) und Dr. med. E.________ (Psychiatrie).

3.3.1. Gemäss dem rheumatologischen Gutachten vom 16. Juni 2016 (IV-Akten, S. 73 ff.) erklärte 
der Beschwerdeführer, während eines Praktikums zum Pflegefachmann habe er kurzdauernd 
Rückenschmerzen entwickelt. Deshalb sei im Juli 2013 die letzte MRI-Abklärung der Lenden-
wirbelsäule erfolgt. Anschliessend habe er seit der im September 2013 durchgeführten Ausbildung 
keine Rückenschmerzen mehr entwickelt und nehme seit Jahren keine Medikamente mehr ein.

Der Gutachter hielt auf seinem Fachgebiet mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
ein anamnestisch rezidivierendes lumbospondylogenes Syndrom fest. Die aktualisierten Röntgen-
aufnahmen zeigten eine Doppelskoliose. Der ebenfalls dargestellte diskrete Beckenkammtiefstand 
links sei bedingt durch eine Asymmetrie der linken Beckenschaufel. Ein relevantes Ausmass einer 

Kantonsgericht KG
Seite 7 von 12

Arthrose, im Sinne einer Chondrose oder Osteochondrose, sei nicht ersichtlich. Mit dieser Skoliose 
seien belastungsabhängige untere Rückenschmerzen, wie sie der Beschwerdeführer während 
seiner Ausbildung und Tätigkeit als Landschaftsgärtner beschreibe, möglich. Damit sei erklärbar, 
dass sich diese Beschwerden anhaltend zurückbildeten, seit er körperlich weniger belastende 
Tätigkeiten, wie derzeit in der Ausbildung zum Pflegefachmann, ausübe. Bei dieser Arbeit würden, 
je nach Anstellungsverhältnis, auch körperlich weniger belastende Arbeiten (administrative Arbei-
ten bei der Stationsarbeit) oder annähernd leichtgradig körperlich belastende Arbeiten (Arbeiten in 
Notfallstationen oder in Polykliniken) anfallen. Somit seien mit dieser Ausbildung Arbeiten möglich, 
die je nach Anstellungsverhältnis weitgehend ohne körperlich belastende Tätigkeiten einhergehen 
würden. Insofern relativiere sich das Argument der IV-Stelle, die angestrebte Umschulung sei nicht 
ressourcenorientiert. Dies sei jedoch der Fall, sollte die Arbeit in einem Pflegeheim ausgeübt 
werden, wo vermehrt körperlich belastende Arbeiten auszuüben wären. Aber auch in einem 
solchen Fall hätte er die Möglichkeit, bei körperlich belastenden Arbeiten auf technische Hilfsmittel 
oder auf Arbeitskollegen zurückzugreifen, sofern es die Arbeitskarenz erlauben sollte. Die 
Arbeitsfähigkeit sei aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht bezüglich der Tätigkeit als Pflege-
fachmann nicht eingeschränkt. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einem 
späteren Zeitpunkt erneut zu unteren Rückenschmerzen kommen könnte. Eine angepasste 
Verweistätigkeit liege in einem temperierten Raum (Raumluft), beschränke sich auf leicht- bis 
mittelgradig körperlich belastende Arbeiten und sei wechselbelastend. Das Einhalten der Rücken-
ergonomie sei wünschenswert. Die repetitiv zu bewegenden Gewichte sollten nicht schwerer als 
10–12.5 kg sein.

3.3.2. Im psychiatrischen Gutachten vom 16. Juni 2016 (IV-Akten, S. 49 ff.) wurde ein seit Anfang 
2009 unauffälliger psychischer und psychosomatischer Gesundheitszustand notiert. Insgesamt 
bestehe eine normale und positive Lebensgestaltung, was sich an der praktischen Lebensführung 
ablesen lasse. Der Beschwerdeführer arbeite, habe eine Freundin, pflege viele Kontakte mit 
Freunden, unterhalte aktiv Hobbies, betreibe Sport, fahre Auto, usw. Demgegenüber nehme er 
noch in tiefer Dosierung ein beruhigendes Medikament ein, was prophylaktisch als sinnvoll ange-
sehen werden könne. Bis Dezember 2008 hätten mittelschwere objektive Befunde bestanden, 
seither sei dies nicht mehr der Fall. Es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Es sei nicht auszu-
schliessen, dass er unter hohem Stress gelegentlich etwas in Schwierigkeit gerate.

3.3.3. In ihrer interdisziplinäre Beurteilung vom 16. Juni 2016 (IV-Akten, S. 91 f.) erklären die 
Gutachter, interdisziplinär könne für die derzeit ausgeübte sowie für eine angepasste Tätigkeit seit 
Anfang 2009 keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden. Dies sei 
ebenso der Fall für den vorher ausgeübten Beruf des Landschaftsgärtners.

3.4. Der RAD-Arzt bestätigte am 27. Juni 2016 (IV-Akten, S. 44 ff.) die Unzumutbarkeit der 
bisherigen Arbeit als Landschaftsgärtner, weshalb ein Anspruch auf Umschulung bestehe. Dies 
auch wegen eines von den Gutachtern festgestellten allergischen Asthma bronchiale, welches 
sowieso zu einer Unverträglichkeit beim Gartenbau geführt hätte. Hinsichtlich der Tätigkeit als 
Pflegefachmann äusserte er sich nicht.

Am 6. Oktober 2016 (IV-Akten, S. 42) fand eine Besprechung mit dem Beschwerdeführer statt, 
anlässlich welcher er erwähnte, er habe sich für eine Teilzeitausbildung entschieden. Die 
Belastung betrage 70%. Er arbeite Montag – Mittwoch ganztags sowie Donnerstag am Vormittag. 
Praktikumsplätze seien einerseits das L.________ und das M.________, wo er in der Orthopädie 
arbeite. Gemäss Angabe der Pflegedienstleitung des L.________ habe der Beschwerdeführer nie 
aus körperlichen Gründen für Tätigkeiten dispensiert werden müssen.

Kantonsgericht KG
Seite 8 von 12

Die Verantwortliche für die Studiengangbegleitung erklärte, der Beschwerdeführer habe sich 
immer gut arrangieren können, was die Probleme mit dem Rücken betreffe und habe deshalb alle 
Auflagen der Ausbildung erfüllen können. Im Beruf werde er kaum Probleme haben, eine Stelle zu 
finden, in welcher die Rückeneinschränkungen umgangen werden könnten (vgl. Telefonnotiz vom 
15. November 2016; IV-Akten, S. 31).

3.5. Auf dieser Grundlage verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Umschulung zum 
Pflegefachmann HF erneut. Sie hielt fest, gemäss dem Gutachten werde die Aufnahme einer 
leichten Tätigkeit empfohlen. Es sei zwar richtig, dass der Beruf des Pflegefachmanns ebenso 
leichte Tätigkeiten umfasse, es würden aber schwere Tätigkeiten überwiegen, die dem Zumutbar-
keitsprofil des Gutachtens widersprechen würden. Konkret müsse als Pflegefachmann damit 
gerechnet werden, Gewichte von mehr als 10–12.5 kg zu bewegen. Dazu sei auch im Bereich 
Gärtnerei keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen.

Somit geht ebenfalls die IV-Stelle zu Recht davon aus, dass die gemäss dem Gutachten seit 2009 
unauffällige psychische Komponente nicht mehr relevant ist. Die Tatsache, dass der Beschwerde-
führer im Moment der Begutachtung offenbar noch ein Beruhigungsmittel in tiefer Dosis zu sich 
nahm, ändert daran nichts.

Es stellt sich weiter die Frage der Vereinbarkeit der Umschulung zum Pflegefachmann HF mit der 
Rückenproblematik. Diesbezüglich ist es von Interesse, dass die IV-Stelle in ihrer Verfügung die 
Feststellungen der Gutachter nur unvollständig wiedergibt, worauf der Beschwerdeführer zu Recht 
hinweist. So erachtete der rheumatologische Gutachter auch mittelgradig körperlich belastende 
Arbeiten als zumutbar. Ferner befand er einzig, repetitiv zu bewegenden Gewichte sollten nicht 
schwerer als 10-12.5 kg sein. Er verneinte also nicht die Möglichkeit, schwerere Gewichte zu 
heben. Weiter ist bezüglich der Bemerkung, auch in der bisherigen Tätigkeit als Landschafts-
gärtner bestehe keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, daran zu erinnern, dass der 
RAD-Arzt am 27. Juni 2016 explizit darauf hinwies, dass das im Gutachten erwähnte allergische 
Asthma bronchiale sowieso zu einer Unverträglichkeit beim Gartenbau geführt hätte.

Weiter ist es zwar korrekt, dass den Gutachtern nicht eine abschliessende Beurteilungskompetenz 
bei der Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeits-
fähigkeit zukommt und nötigenfalls, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung 
des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und 
Berufsberatung einzuschalten sind. Dennoch überzeugt die Sichtweise des Berufsberaters der IV-
Stelle vorliegend nicht. Dieser erklärte in seiner Stellungnahme vom 3. Juli 2017 (eingereicht mit 
den Bemerkungen), ein Pflegefachmann müsse regelmässig Patienten bewegen, stützen oder 
aufheben, welche selbst wenig mobil oder auch widerspenstig seien. Dies impliziere ein Heben 
oder Tragen von Gewichten von wesentlich mehr als 12.5 kg auch in wenig ergonomischen Positi-
onen. Ein Pflegefachmann könne sich ebenfalls in Situationen mit langen statischen Positionen 
wiederfinden, sei es stehend oder auch sitzend und vornübergebeugt. Darüber hinaus stelle die 
administrative Tätigkeit nicht die hauptberufliche Tätigkeit dar und werde oft von erfahrenen oder 
von Chefpflegern ausgeübt. Deshalb seien die einschränkenden Faktoren zu bedeutsam, um 
diesen Beruf zu empfehlen. Es sei davon auszugehen, dass die Umschulung darauf hinauslaufe, 
einen Nischenarbeitsplatz zu finden oder zu kreieren. Die Eingliederbarkeit oder Vermittelbarkeit 
(sog. Employability) sei damit wesentlich eingeschränkt. Überdies seien Gutachter und RAD-Ärzte 
nicht dazu beauftragt, die Tätigkeiten hinsichtlich der Angepasstheit in einer konkreten gesundheit-
lichen Ausgangssituation zu beurteilen. Im Gegenteil sei auf den IV-Stellen klar deklariert, dies sei 
die Aufgabe der Berufsberater. Auch würden Gutachter und Ärzte generell die Tätigkeiten nicht 

Kantonsgericht KG
Seite 9 von 12

genug kennen. Die der Einschätzung zugrundeliegende Berufsbeschreibung sei die gegenwärtig 
auf der offiziellen Homepage der Berufsberatung veröffentliche Beschreibung. Bei der Frage, ob es 
Anhaltspunkte dafür gebe, dass der Beschwerdeführer früher oder später mit hoher, ja eventuell 
gar überwiegender Wahrscheinlichkeit in seiner Arbeitsfähigkeit als Pflegefachmann eingeschränkt 
sein werde, antwortete der Berufsberater, es gebe mindestens einen Anhaltspunkt. Der Versi-
cherte habe die Ausbildung in einer verlängerten Teilzeitversion ausgeübt. Die Ausbildung verlaufe 
in einem 70%-Pensum während vier statt drei Jahren. Der  Beschwerdeführer sei selber nicht 
sicher gewesen, ob es in der Vollzeitausbildung gehen würde.

Gemäss der Berufsbeschreibung auf www.berufsberatung.ch (besucht am 10. Juli 2018) zeichnet 
sich der Beruf des Pflegefachmannes HF durch folgende Anforderungen aus: "Pflegefachpersonen 
HF arbeiten in Spitälern, psychiatrischen Kliniken, Alters- und Pflegeheimen oder pflegen und be-
treuen Patientinnen zu Hause. (…) Pflegefachpersonen HF bauen eine Vertrauensbeziehung zu 
den Patientinnen auf. Diese ist aufgrund ihrer Verbindungsfunktion zwischen weiterem medizini-
schen Fachpersonal und den Patienten sowie deren Angehörigen zentral. Sie vertreten die 
Interessen der Patientinnen und gewährleisten einen optimalen Informationsaustausch. Im 
gesamten Pflegeprozess tragen Pflegefachpersonen HF die fachliche Verantwortung. Sie sind für 
die Planung, Ausführung, Delegation und Überwachung der pflegerischen Massnahmen zuständig. 
Nach dem Einholen von ausführlichen Informationen über den Pflegebedarf und die Bedürfnisse 
der Patienten erstellen sie ein Pflegekonzept. Im Team führen sie die Pflegemassnahmen durch 
und kontrollieren deren Wirkung und Erfolg. Sie beobachten den Krankheitsverlauf und den Gene-
sungsprozess genau. In der Pflegedokumentation halten sie täglich die aktuellsten Entwicklungen 
fest und teilen ihre Kenntnisse bei Stationsrapporten und Arztvisiten mit. Pflegefachpersonen HF 
werden in ihrer Arbeit immer wieder mit herausfordernden Situationen konfrontiert: Sie stehen 
Patientinnen und Patienten bei, die in unterschiedlicher physischer und psychischer Verfassung 
sind, und begleiten Menschen auch beim Sterben. Als Führungskräfte im Bereich der Pflege sind 
Pflegefachpersonen HF für die fachliche Fortbildung des ihnen unterstellten Personals mitverant-
wortlich. Sie unterstützen Studierende während des Praktikums und leiten sie an. Pflegefach-
personen HF beteiligen sich zudem an der Gesundheitsförderung sowie Prävention von Krankhei-
ten und Unfällen. Sie wirken an Forschungsprojekten und der politischen Strategieentwicklung im 
Bereich Pflege und Gesundheit mit. Auf diese Weise leisten sie ihren Beitrag zur Verbesserung der 
Pflegequalität." Hinsichtlich der Anforderungen für die Aufnahme der Ausbildung werden folgende 
Punkte vorausgesetzt: Verantwortungsbewusstsein, Kommunikations- und Teamfähigkeit, ausge-
prägte Beobachtungsgabe, hohe psychische und physische Belastbarkeit.

Auch wenn damit als vierte und letzte Anforderung an einen Pflegefachmann HF eine hohe 
psychische und physische Belastbarkeit vorausgesetzt wird, so stellt sich aufgrund der vorherigen 
Angaben zum Beruf dennoch die Frage, ob die IV-Stelle wirklich vom richtigen Berufsbild oder ob 
sie vom Berufsbild eines Fachmanns Gesundheit ausging. Dieser hilft gemäss der Homepage 
Berufsberatung unter anderem bei der täglichen Körperpflege, beim Aufstehen, beim An- und 
Ausziehen sowie beim Essen und Trinken und kümmert sich bei bettlägerigen Patienten darum, 
dass sie bequem liegen. Solche Arbeiten fallen zwar sicher auch beim Pflegefachmann HF an. Bei 
diesem handelt es sich aber um eine Führungskraft, welche regelmässig administrative und damit 
nicht rückenbelastende Arbeiten ausführt. Insgesamt kann deshalb nicht davon ausgegangen 
werden, dass es sich beim Beruf des Pflegefachmanns HF um eine schwere Tätigkeit handelt. 
Dies im Unterschied zur vorher ausgeübten Tätigkeit als Landschaftsgärtner. Überdies ist sich der 
Beschwerdeführer seiner Rückenproblematik sehr wohl bewusst und hat einen Grundkurs 

Kantonsgericht KG
Seite 10 von 12

Kinaesthetics in der Pflege (Beschwerdebeilage Nr. 8) absolviert und hat diese Technik erfolgreich 
in seinen Arbeitsalltag integriert.

Überdies ist es zwar wohl möglich, dass Gutachter über die in Frage kommenden Tätigkeiten nicht 
immer bestens im Bild sind. Es muss jedoch bezweifelt werden, ob dies auch bei Pflegeberufen 
der Fall ist, da Gutachter während ihrer Ausbildung normalerweise unter anderem in einer Klinik 
oder einem Spital arbeiten. Es geht also nicht an, die Ergebnisse des Gutachtens, wonach in der 
aktuellen Arbeit als Pflegefachmann eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht, vollends auszu-
blenden und primär auf die Sichtweise des Berufsberaters abzustellen. Hinsichtlich der Bemerkung 
des rheumatologischen Gutachters, wonach untere Rückenschmerzen zu einem späteren Zeit-
punkt nicht ausgeschlossen werden könnten, ist darauf hinzuweisen, dass bei einem Grossteil der 
Bevölkerung ab einem gewissen Alter solche Beschwerden nicht ausgeschlossen werden können. 
Und auch wenn es zu einem späteren Zeitpunkt beim Beschwerdeführer zu erneuten Rücken-
beschwerden kommen sollte, so müssen diese nicht automatisch invalidisierend sein.

Schliesslich ergibt sich aus drei zusammen mit der Beschwerde eingereichten Bestätigungen 
betreffend die Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers während der Ausbildung (Beschwerde-
beilage Nr. 10), dass er immer einsatzfähig war. Das L.________ erklärte am 24. März 2017, es 
seien zu keiner Zeit irgendwelche Massnahmen zum Schonen des Rückens ergriffen worden. Es 
seien seit Beginn seines Praktikums am 23. Januar 2017 keine diesbezüglichen Arbeitsausfälle 
erfolgt. Der Beschwerdeführer habe in seiner Ausbildung das rückenschonende Arbeiten nach 
dem Kinaesthetics-Konzept gelernt und bringe sein Wissen ins tägliche Handeln ein. Das 
N.________ seinerseits bestätigte am 30. März 2017, der Beschwerdeführer durchlaufe seine 
Ausbildung regulär und es seien keine zusätzlichen rückenschonenden Anpassungen vorgenom-
men worden. Bereits im Verfahren, welches zum Urteil des Kantonsgerichts vom 30. September 
2015 geführt hatte, hatte das N.________ festgehalten, der Beschwerdeführer durchlaufe das 
reguläre Ausbildungsprogramm. Der Pflegeberuf sei sicherlich mit körperlicher Arbeit verbunden. 
In der Pflege würden aber zahlreiche Hilfsmittel zur Verfügung stehen, um rückenschonend zu 
arbeiten. Zudem gebe es Pflegebereiche, in denen wenig körperliche Arbeit notwendig sei, so z. B. 
in der Psychiatrie und auch in etlichen anderen Bereichen nach der Ausbildung, wie z. B. in der 
Pädagogik (Schreiben vom 15. April 2014, IV-Akten, S. 140 f.).

Unter der Berücksichtigung der vorstehenden Punkte ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen, dass weder die (seit 2009 nicht mehr aktive) psychische Problematik, noch die 
Rückenproblematik zu einer relevanten Einschränkung des Beschwerdeführers bei seiner Tätigkeit 
als Pflegefachmann HF führt. Die Rückenproblematik ist zwar vorhanden, führte aber bis anhin 
nicht zu Arbeitsausfällen.

Im Regelfall sollte zwar die Prüfung der Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinne, ob diese 
eingliederungswirksam ist, was die subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit voraussetzt, 
unter prospektiver Betrachtung vor Aufnahme einer Umschulung erfolgen und nachträgliche 
Bestätigungen, wonach die Umschulung erfolgreich abläuft, nicht berücksichtigt werden. Im 
vorliegenden speziell gelagerten Fall ist dies aber gerade nicht möglich, weil es die IV-Stelle nach 
der Gesuchseinreichung trotz ungenügender medizinischer Unterlagen und entgegen der Ansicht 
des RAD-Arztes unterlassen hatte, die Eingliederungswirksamkeit mittels eines bidisziplinären 
Gutachtens zu prüfen.

Dieses Gutachten liegt nun verspätet vor und ergab, dass für die derzeit ausgeübte Tätigkeit 
(Ausbildung zum Pflegefachmann HF) keine langanhaltende Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. 

Kantonsgericht KG
Seite 11 von 12

Die dagegen von der IV-Stelle vorgebrachten Argumente überzeugen, wie dargestellt, nicht. Auch 
ist es aufgrund der Vorgeschichte mit grossen psychischen Problemen durchaus nachvollziehbar, 
dass der Beschwerdeführer vorsichtig war und sich für eine Teilzeitausbildung über vier Jahre ent-
schieden hat. Ferner wollte er gemäss seinen Angaben in den Gegenbemerkungen über 
genügend Zeit verfügen, um als Quereinsteiger den angestrebten Beruf gründlich zu erlernen.

Insgesamt ist damit die Eingliederungswirksamkeit und damit die objektive und subjektive 
Eingliederungsfähigkeit zu bejahen, weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 
Kostengutsprache für eine – inzwischen beinahe abgeschlossene – Umschulung zum Pflegefach-
mann HF hat. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung vom 28. April 2017 aufge-
hoben.

4.

Zusammenfassend ist der Anspruch zur Umschulung zum Pflegefachmann HF gutzuheissen.

Die Gerichtskosten werden auf CHF 400.- zu Lasten der IV-Stelle festgesetzt. Dem Beschwerde-
führerin ist der geleistete Kostenvorschuss von CHF 400.- zurückzuerstatten.

Da der Beschwerdeführer obsiegt, hat er Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-
Stelle. Er wurde von lic. iur. Daniel Strub, Swiss Claims Network, vertreten, welcher nicht im 
Anwaltsregister eingetragen ist. Da die vorliegende Angelegenheit sich nicht durch eine grosse 
Komplexität auszeichnet, rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal CHF 1'200.- 
festzusetzten, wobei dieser Betrag Honorar und Auslagen des Rechtsvertreters sowie eine 
allfällige Mehrwertsteuer umfasst.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

Kantonsgericht KG
Seite 12 von 12

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird gutgeheissen.

Die Verfügung vom 28. April 2017 wird aufgehoben. A.________ hat Anspruch auf eine 
Umschulung zum Pflegefachmann HF.

II. Es werden Gerichtskosten von CHF 400.- zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg erhoben. A.________ wird der geleistete Kostenvorschuss von CHF 400.- 
zurückerstattet.

III. A.________ wird eine Parteientschädigung von CHF 1'200.- inkl. Auslagen und allfälliger 
Mehrwertsteuer zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg zugespro-
chen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene 
Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundes-
gericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 23. Juli 2018/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: