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**Case Identifier:** 5c2e8b47-536d-55bd-a262-1ff699db1a86
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.12.2018 IV 2016/297
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-297_2018-12-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/297

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 06.12.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 06.12.2018
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 29bis IVV; Art. 88a 
IVV: abgestufter, befristeter Rentenanspruch. Gemäss beweiskräftigem 
Gutachten bestand aufgrund orthopädischer Beschwerden zunächst eine 
100%-ige und anschliessend eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit. Danach war 
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu 50% und ab einem 
späteren Zeitpunkt zu 60% arbeitsfähig. Da es sich um Arbeitsfähigkeiten 
aufgrund verschiedener Leiden handelt, ist gemäss Art. 29bis IVV e contrario 
für den Rentenbeginn aufgrund der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit 
das Wartejahr zu berücksichtigen. Hingegen ist Art. 88a IVV nicht 
anwendbar, da vorgängig zwischenzeitlich kein Rentenanspruch bestand 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. 
Dezember 2018, IV 2016/297).

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz),

Miriam Lendfers und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.  

IV 2016/297

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann, Rosenbergstrasse 42, 9000 St. 

Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 27. Dezember 2011 (IV-act. 2, Posteingang, fehlende 

Unterschrift) bzw. 4. Januar 2012 (IV-act. 11) bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 11). Ihre bisherige Arbeitsstelle als Konfektionsmitarbeiterin 

bei der B.___ AG war ihr aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 2011 

gekündigt worden (vgl. IV-act. 21-8; Angaben Arbeitgeberin vom 30. Januar 2012, IV-

act. 21-1 ff.).

A.b  Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erfolgte eine interdisziplinäre 

arbeitsspezifische Abklärung in der Klinik Valens. Im Bericht vom 2. Februar 2012 

wurden als Diagnosen ein lumbospondylogenes Syndrom mit/bei Status nach 

Sequesterektomie und Nukleotomie LWK 4/5 links und LWK5/SWK1 links am 6. Mai 

2011, Status nach Refenestration LWK4/5, Adhäsiologie, Sequesterektomie und 

Nukleotomie am 14. Juli 2011 bei Rezidivdiskushernie, anhaltender lumboradikulärer 

Reizsymptomatik L5/S1 links, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Dysbalance 

insbesondere gluteal links, Tractus iliotibialis links und Peronealmuskulatur, fraglicher 

Instabilität in den operierten Segmenten und bei Risikofaktor Body-Mass-Index 18 kg/

m2 im Sinne einer allgemeinen und muskulären Dekonditionierung sowie ein 

interoperativer Verdacht auf Osteoporose/Osteopenie aufgeführt. Die Versicherte sei 

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auf ihre Schmerzen fixiert und zeige ein demonstratives Schmerzverhalten. Sie 

präsentiere zur Zeit keine auf dem Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsleistung. Bezüglich 

Beurteilung der Zumutbarkeit sei allerdings zu berücksichtigen, dass die Konsistenz 

auffallend schlecht sei und man somit davon ausgehen müsse, dass die präsentierte 

mangelnde Leistungsfähigkeit nicht nur medizinisch plausiblen Einschränkungen 

entspreche (Fremdakten, act. G 2-5 f.). In der rheumatologischen Untersuchung hätten 

im Unterschied zur ergonomischen Testung keine Inkonsistenzen oder 

Selbstlimitierung festgestellt werden können. Es bestehe aktuell eine allgemeine und 

muskuläre Dekonditionierung mit Haltungsinsuffizienz und ausgeprägten muskulären 

Dysbalancen. Zudem seien Hinweise auf eine fragliche Instabilität im unteren LWS-

Bereich sowie eine anamnestisch beschriebene Reizsymptomatik L5/S1, welche bei 

postoperativem Zustand sicherlich einer Narbenbildung um die S1-Wurzel entsprechen 

könnte, vorhanden (Fremdakten, act. 2-6). Da die Versicherte in der durchgeführten 

Basistestung eine deutliche Tendenz zur Selbstlimitierung und Inkonsistenz gezeigt 

habe, könnten keine objektiven Einschränkungen beschrieben werden. Die letzte 

berufliche Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin Endkontrolle oder eine andere sehr 

leichte wechselbelastende Tätigkeit sei mindestens während zwei bis drei Stunden pro 

Tag möglich (Fremdakten, act. G 2-5 ff.).

A.c  Dr.med. C.___, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie 

Ostschweiz, führte im Arztbericht vom 7. Juni 2012 aus, es sei erneut eine 

invalidisierende linksseitige Lumboischialgie bei zweiter Rezidiv-Hernie und 

progredienter Osteochondrose aufgetreten. Aufgrund dessen sei am 9. Mai 2012 eine 

Spondylodese und Re-Dekompression (Re-Mikrodiskektomie und Spondylodese L4/5 

mit Vertebroplastie LWK 4 und LWK 5) durchgeführt worden. Weiter erwähnte er die 

Diagnose einer Depression. Die Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit bis 

mindestens Ende September 2012 zu 100% arbeitsunfähig. Frühestens ab 1. 

September (richtig wohl: Oktober) 2012 sei die Wiederaufnahme zu höchstens 50% 

möglich (IV-act. 32-2 f.). RAD-Ärztin Dr.med. D.___, Fachärztin für Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, schlug vor, auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit von 50% in 

adaptierten Tätigkeiten berufliche Massnahmen zu prüfen (Stellungnahme vom 9. 

Oktober 2012, IV-act. 38). Daraufhin sprach die IV-Stelle der Versicherten 

Arbeitsvermittlung zu (Mitteilung vom 12. März 2013, IV-act. 49). Im Verlaufsbericht 

vom 4. April 2013 attestierte Dr. C.___ der Versicherten seit 1. Januar 2013 eine 

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Arbeitsfähigkeit von 50% für eine körperlich leichte, rückengerechte Arbeit (IV-act. 

54-4).

A.d  Die Regionale Arbeitsvermittlungsstelle (RAV) wies die Versicherte für den 

Zeitraum vom 20. August bis 23. Dezember 2013 in ein Einsatzprogramm bei der E.___ 

an, mit einer Pensumssteigerung von 50% auf maximal 100% (IV-act. 63). Mit 

Schreiben vom 17. September 2013 (Posteingang) informierte die Versicherte die IV-

Stelle, sie habe bereits nach zwei Tagen festgestellt, dass sie aufgrund ihrer Krankheit 

nicht mehr arbeitsfähig sei. Es sei ihr mitgeteilt worden, dass sie somit ein Gesuch um 

IV-Rente stellen müsse (IV-act. 62). Mit Mitteilung vom 26. September 2013 wies die 

IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen ab, da sich die Versicherte nicht in 

der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 67).

A.e  In der Folge beauftragte die IV-Stelle die Medizinisches Gutachtenzentrum Region 

St. Gallen GmbH (MGSG) mit einer bidisziplinären Begutachtung der Versicherten 

(Gutachten vom 14. Februar 2014; Orthopädie Dr.med. F.___, Psychiatrie Dr.med. 

G.___; Untersuchungen 10. Januar 2014; IV-act. 79). Der orthopädische Gutachter 

diagnostizierte eine inkomplette ossäre Konsolidation bei Status nach Spondylodese 

L4/5 mit Vertebroplastie L4 und L5 im Mai 2012. Die lumbalen Schmerzen und die 

abnormen Untersuchungsbefunde der LWS könnten im Wesentlichen darauf 

zurückgeführt werden. Die bei der Untersuchung angegebene Hypersensibilität des 

linken Unterschenkels und Fussrückens entspreche dem Dermatom L5 und S1 und 

könne im Rahmen einer Restsymptomatik bei früher bestehender Discushernie L4/5 

und L5/S1 links interpretiert werden. Das Ausmass der Beschwerden und der 

demonstrierten pathologischen objektiven Befunde könne mit dem MRI-Befund 

allerdings nicht vollumfänglich erklärt werden (IV-act. 79-8, 30 f.). Die Arbeitsfähigkeit 

als Kontrolleurin in einer Strumpffabrik betrage seit Februar 2013 bei voller 

Stundenpräsenz 35% (IV-act. 79-9). Körperlich leichte Tätigkeiten, die 

abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei 

häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen werden 

müssen, könnten seit Februar 2013 bei voller Stundenpräsenz zu 80% zugemutet 

werden. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitation habe ab Mai 2011 eine 

Arbeitsfähigkeit von 0% bestanden (IV-act. 79-10). Der psychiatrische Gutachter führte 

aus, es fänden sich Hinweise auf eine psychogene Überlagerung der Beschwerden mit 

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vermehrter Fixierung auf die Beschwerden mit anzunehmender Selbstlimitierung und es 

lasse sich auch zum Untersuchungszeitpunkt ein demonstratives Hinweisen auf die 

LWS-Schmerzsymptomatik erheben (IV-act. 79-25, 31 f., 51). Aus psychiatrischer Sicht 

liessen sich bei der Versicherten im Zusammenhang mit der Kündigung im Dezember 

2011 vorübergehende Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion 

erheben. Nach der dritten operativen Behandlung im LWS-Bereich am 9. Mai 2012 

lasse sich mit leichter Besserung der Schmerzsymptomatik seit etwa Juni 2012 auch 

eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit Abklingen der reaktiven 

depressiven Verstimmung erheben und es bestünden seither keine psychischen 

Störungen mit Krankheitswert (IV-act. 79-25). Aus rein psychiatrischer Sicht könne in 

der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Konfektionsmitarbeiterin seit etwa Juni 2012 eine 

100%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Für den Zeitraum Dezember 2011 bis 

Mai 2012 könne aufgrund der Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion 

eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum angenommen werden (IV-

act. 79-27, 52 f.). In einer leidensangepassten Tätigkeit könne aus psychiatrischer Sicht 

seit jeher eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden (IV-act. 79-28, 54).

A.f  Vom 18. August bis 12. September 2014 unterzog sich die Versicherte einer 

integrativen tagesklinischen Behandlung in der Klinik H.___. Dabei wurde eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome (ICD-10: F33.2), diagnostiziert (Bericht vom 18. November 2014, IV-act. 

104-5 ff.). Dr.med. I.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im Verlaufsbericht 

vom 24. November 2014 fest, aus rein psychiatrischer Sicht habe seit Ende 2011/

Anfang 2012 eine mindestens 50%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit Juni 2014 

könne eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden. Seit Oktober 2014 sei die 

Versicherte für Tätigkeiten ohne sehr hohe Anforderungen an die Konzentrationsdauer 

zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 94). Am 30. April 2015 berichtete Dr. I.___ von einer 

erneuten schweren psychischen Dekompensation anfangs 2015 (IV-act. 97-2 ff.). Im 

Verlaufsbericht vom 3. August 2015 hielt er fest, die bisherige Tätigkeit und andere 

Tätigkeiten ohne sehr hohe Anforderungen an die Konzentration, Schnelligkeit und 

sozialen Kompetenzen seien theoretisch zu 50% zumutbar. Unter regelmässigen 

therapeutischen Massnahmen sei mit der Erhaltung der 50%-igen Arbeitsfähigkeit zu 

rechnen; eine weitere Verbesserung sei mittelfristig nicht zu erwarten (IV-act. 101). Dr. 

C.___ diagnostizierte gemäss Verlaufsbericht vom 27. August 2015 neu ein chronisch 

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neuropathisches Schmerzsyndrom L5 links und ein chronisches lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom. Der Gesundheitszustand sei seit 17. Juli 2013 stationär. Der Verlauf 

sei unverändert; in den letzten Monaten bestünden eher wieder verstärkte 

Beschwerden (IV-act. 105-2 f.).

A.g  Die IV-Stelle liess durch die MGSG ein Verlaufsgutachten anfertigen (Gutachten 

vom 22. Dezember 2015; Orthopädie Dr.med. F.___, Psychiatrie Dr.med. G.___; 

Untersuchungen 27. November 2015; IV-act. 111). Der orthopädische Gutachter 

diagnostizierte eine Pseudolumboischialgie bei Pseudoarthrose und Status nach 

Spondylodese L4/5 mit Vertebroplastie L4 und L5 (Mai 2012), Zustand nach 

Fenestration und Nukleotomie L4/5 links sowie L5/S1 links (Mai 2011) und nach 

Refenestration mit Adhäsiolyse, Sequesterektomie und Nukleotomie (Juli 2011). Er 

führte aus, die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektivierten Befunde der 

LWS seien im Wesentlichen durch die im MRI dokumentierte Pseudoarthrose nach 

Spondylodese L4/5 bedingt. Bei radiologisch fehlender neuraler Kompression könne 

allerdings die Ausstrahlung der Schmerzen in den linken Fuss mit 

Sensibilitätsstörungen in diesem Bereich nicht objektiviert werden. Inkonsistent sei die 

Angabe der Versicherten gegenüber dem psychiatrischen Gutachter, dass sie im 

August 2015 mit dem Ehemann im Auto nach J.___ gefahren sei, während sie 

anlässlich der orthopädischen Anamnese angegeben habe, sie könne nur 45 Minuten 

lang sitzen (IV-act. 111-8, 36 f.). Die Arbeitsfähigkeit als Kontrolleurin in einer 

Strumpffabrik, einer stehenden und gehenden Tätigkeit mit nicht seltenem Heben und 

Tragen von Lasten bis 15 kg und inklinierter Körperhaltung, betrage seit Februar 2013 

bei voller Stundenpräsenz 35%. (IV-act. 111-9). Körperlich leichte Tätigkeiten, 

abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und 

rotierte Körperhaltungen, könnten seit Februar 2013 bei voller Stundenpräsenz zu 80% 

zugemutet werden (IV-act. 111-9 f.). Der psychiatrische Gutachter stellte die Diagnosen 

einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 

Episode mit Zustand nach schweren Episoden, ohne psychotischen Symptome, 

bestehend seit etwa Juni 2014 (ICD-10: F33.1, F33.2), sowie eines Zustands nach 

Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion, bestehend von etwa 

Dezember 2011 bis Mai 2012 (ICD-10: F43.21). Aus rein psychiatrischer Sicht könne 

ohne Berücksichtigung der körperlich begründbaren Beschwerden in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Konfektionsmitarbeiterin für den Zeitraum von Juni 2014 bis 

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März 2015 eine 40%-ige und seit etwa April 2015 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bei 

vollem Stundenpensum angenommen werden (IV-act. 111-32, 67). In Tätigkeiten ohne 

erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne 

erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrten Kundenkontakte und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung könne für den Zeitraum Juni 2014 bis März 2015 

eine 50%-ige und seit April 2015 eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden 

(IV-act. 111-33, 68). Unter Fortsetzung der aktuellen Therapie mit Intensivierung der 

Abendmedikation könne innerhalb eines Jahres eine Leistungssteigerung mit etwa 

70%-iger Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erwartet werden (IV-act. 111-34 f., 

41, 69 f.).

A.h  RAD-Ärztin Dr. D.___ nahm am 18. Februar 2016 Stellung, auf das orthopädisch/

psychiatrische Gutachten vom 22. Dezember 2015 könne abgestellt werden. Bis Mai 

2014 gelte die Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten vom Februar 2014. Die 

Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten betrage von Juni 2014 bis März 2015 50% 

und ab April 2015 60% (IV-act. 112).

A.i Mit Vorbescheid vom 6. Mai 2016 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das 

rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Rentenbegehrens (Invaliditätsgrad 

37%; IV-act. 118). Hiergegen erhob die Versicherte am 4. Juli 2016 Einwand, ihr 

Gesundheitszustand habe sich seit Juni 2014 verschlechtert. Zudem sei für das 

Valideneinkommen das Jahr 2014 massgebend (IV-act. 126-8 ff.).

A.j Mit Verfügung vom 11. Juli 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

betreffend Rente ab. Die mit Einwand vorgebrachte Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes sei nicht hinreichend plausibel gemacht. Zur Berechnung des 

Valideneinkommens sei der auf das Jahr 2012 hochgerechnete Jahreslohn 2010 

herangezogen worden. Dies sei das höchste je erzielte Einkommen. Bei einem 

Invaliditätsgrad von 37% bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 127).

B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 11. Juli 2016 lässt A.___, vertreten durch Rechtsanwalt 

lic.iur. D. Bachmann, am 12. September 2016 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die 

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angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Das 

Invalideneinkommen sei neu festzulegen. Für den Zeitraum von Januar 2012 bis 

Februar 2013 sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Es sei ihr rückwirkend per Juni 

2014 mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur 

Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Subeventualiter sei die 

Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Weiter seien ihr die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung zu gewähren. Im Verlaufsbericht von Dr. C.___ vom 27. August 

2015 sei im Vergleich zur ursprünglichen Diagnose festzustellen, dass sich der 

Gesundheitszustand verschlechtert habe. Weiter werde festgehalten, dass keine 

Besserung zu erwarten sei. Von Mai 2011 bis Februar 2013 habe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden. Aus diesem Grunde sei ihr für den Zeitraum 

von Januar 2012 bis Februar 2013 rückwirkend eine ganze Rente zuzusprechen. Seit 

Februar 2013 könne ihr (gemäss Gutachten vom 22. Dezember 2015) aus 

orthopädischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 

60% zugemutet werden. Die Beschwerdegegnerin lasse jedoch die Verschlechterung 

des psychischen Gesundheitszustandes sowie den Umstand, dass die 

Eingliederungsmassnahmen aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes 

fruchtlos geblieben seien, unberücksichtigt. Nicht berücksichtigt worden sei auch, dass 

mit kurzfristigen und nicht voraussehbaren Arbeitsausfällen zu rechnen sei. Der 

psychische Gesundheitszustand habe sich insbesondere seit dem Jahr 2014 markant 

verschlechtert, wobei anfangs 2015 erneut eine schwere psychische Dekompensation 

mit Zunahme der depressiven Symptome zu verzeichnen gewesen sei. Sie leide seit 

Juni 2014 unter einer rezidivierenden depressiven Störung. Gemäss Gutachten könne 

eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit 

der depressiven Störung angenommen werden. Dies habe zur Folge, dass sämtliche 

ärztlichen Berichte in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand, welche 

eingereicht worden seien bzw. würden, zu berücksichtigen seien. Bei der Festlegung 

des Invalideneinkommens seien die Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustandes und damit einhergehend eine höhere Arbeitsunfähigkeit sowie 

die fehlende Unterstützung bei der Arbeitssuche bzw. Suche eines adaptierten 

Arbeitsplatzes unberücksichtigt geblieben. Infolge der verminderten Arbeitsfähigkeit sei 

ein Leidensabzug zu gewähren. Es ergäben sich insgesamt objektive Hinweise auf eine 

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Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes seit der letzten 

Untersuchung durch den RAD. Der Sachverhalt sei somit nicht hinreichend abgeklärt 

worden. Gestützt auf die Feststellungen von Dr. I.___ sei von einer 50%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen. Der 

Einkommensvergleich sei neu vorzunehmen, wobei ein Anspruch auf eine Viertelsrente 

resultiere (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2016 beantragt die 

Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführerin sei ab Juni 2012 bis Ende April 2013 

eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. 

Leicht- bis mittelgradige depressive Episoden oder Störungen gälten einzig dann als 

invalidisierende Erkrankung, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent seien. Die 

Therapie müsse konsequent sein. Dies sei bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall. 

Die drei verordneten Antidepressiva hätten gemäss Laboruntersuchung beim MGSG 

nicht im therapeutischen Bereich gelegen. Unter diesen Umständen liege keine 

Therapieresistenz vor, weshalb die im zweiten MGSG-Gutachten diagnostizierte 

mittelgradige depressive Episode nicht invalidisierend sei. Demnach sei bei der 

Beschwerdeführerin ab ihrer IV-Anmeldung von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht auszugehen. Die Arbeitsfähigkeit ab Februar 2013 betrage aus 

körperlicher Sicht 80%. Die Beschwerdeführerin hätte als Gesunde im Jahr 2011 ein 

Erwerbseinkommen von Fr. 48'100.-- erzielt. Dies entspreche dem Valideneinkommen. 

Das Invalideneinkommen könne anhand von Tabellenlöhnen berechnet werden. Für die 

Beschwerdeführerin geeignet seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, 

Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und 

Ersatzteilbeschaffung, eine Beschäftigung an einem Empfang oder als Telefonistin und 

Kurier- und leichtere Lieferdienste. Berufliche Abklärungen seien nicht notwendig, weil 

die Ausführungen im zweiten MGSG-Gutachten zu einer adaptierten Tätigkeit 

aussagekräftig genug seien. Das auf dem gebesserten Gesundheitszustand beruhende 

Invalideneinkommen sei unmittelbar anrechenbar, wenn keine oder lediglich eine 

Hilfestellung in Form einer Arbeitsvermittlung nötig erscheine. Der Tabellenlohn von Fr. 

53'367.-- sei bis zu einer positiven Differenz von 5% zum Valideneinkommen von Fr. 

48'100.-- zu kürzen. Sämtliche invaliditätsfremden Faktoren seien mit der 

Parallelisierung berücksichtigt worden, so dass sich von vornherein kein weiterer 

Abzug rechtfertige. Weil die gesundheitlichen Einschränkungen mit der attestierten 

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Arbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten Tätigkeit bereits berücksichtigt worden 

seien, sei ein Leidensabzug nicht gerechtfertigt. Das Invalideneinkommen ab Februar 

2013 betrage somit Fr. 40'404.--, woraus ein Invaliditätsgrad von 16% resultiere. Die 

Beschwerdeführerin habe somit ab Mai 2013 keinen Anspruch mehr auf eine IV-Rente 

(act. G 6).

B.c  Am 21. Oktober 2016 gewährt die Abteilungspräsidentin das rechtliche Gehör zur 

formlosen Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 7).

B.d  Mit Replik vom 5. Dezember 2016 macht die Beschwerdeführerin geltend, die 

psychische Störung bestehe insbesondere infolge der chirurgischen Eingriffe. Dass ihr 

später das Arbeitsverhältnis gekündigt worden sei, habe sich ebenfalls negativ auf den 

psychischen Gesundheitszustand ausgewirkt. Aus den Akten gehe hervor, dass die 

depressiven Episoden therapieresistent seien. Ihr Gesundheitszustand habe sich nicht 

verbessert, sondern infolge des Arbeitsplatzverlustes des Ehemannes vor zwei Jahren 

verschlimmert. Damit einhergehend seien auch die finanziellen Möglichkeiten für 

ärztliche Behandlungen knapper geworden. Es liege insgesamt eine tiefere 

Arbeitsfähigkeit vor (als von der Beschwerdegegnerin angenommen) und das 

Invalideneinkommen sei falsch berechnet worden. Es bestehe mindestens Anspruch 

auf eine Viertelsrente (act. G 11).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).

B.f  Mit Eingabe vom 6. Juni 2017 reicht die Beschwerdeführerin aktuelle medizinische 

Unterlagen ein (Bericht Radiologie K.___ vom 11. November 2016, act. G 14.1; Bericht 

von Dr.med. L.___, Neurologie FMH, vom 6. Dezember 2016, act. G 14.2; Bericht Klinik 

M.___, Notfallaufnahme, vom 1. Januar 2017, act. G 14.3; Austrittsbericht 

Wirbelsäulenchirurgie, Dr. C.___, vom 20. Februar 2017, act. G 14.4; Bericht Klinik für 

Neurologie, Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 25. März 2017, act. G 14.5; Bericht 

Pneumologie KSSG vom 28. März 2017, act. G 14.6; vorläufiger Austrittsbericht 

Rehaklinik N.___ vom 13. April 2017, act. G 14.7; Austritts¬bericht Psychosomatik 

Klinik Valens vom 2. Mai 2017, act. G 14.8). Daraus gehe hervor, dass sich ihr 

Gesundheitszustand weiterhin verschlechtere und sich die körperliche Belastbarkeit 

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deutlich reduziert habe (act. G 14). Am 14. Juni 2017 wurde der Beschwerdegegnerin 

bis zum 14. Juli 2017 Frist zur allfälligen Stellungnahme angesetzt (act. G 15).

B.g  Am 9. August 2017 lässt die Beschwerdeführerin den Bericht zu psychologisch-

neuropsychologischen Testuntersuchungen vom 31. Mai 2017 einreichen (act. G 16; 

act. G 16.1). Hierzu wird der Beschwerdegegnerin bis zum 4. September 2017 das 

rechtliche Gehör gewährt (act. G 17).

Erwägungen

1. 

1.1  Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

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1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

1.4  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

1.5  Massgebend ist der Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung. Spätere Arztberichte (und andere einschlägige Dokumente) sind allerdings 

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in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des 

Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (vgl. BGE 121 V 

366 E. 1 b; BGE 131 V 243 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2009, 

8C_447/2009, E. 3.5). Der Einbezug der Verhältnisse nach Erlass der Verfügung ist 

ausnahmsweise zulässig, wenn der nach Erlass der Verfügung eingetretene 

Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt ist und die Verfahrensrechte der Parteien, 

insbesondere deren Anspruch auf rechtliches Gehör, respektiert worden sind (BGE 130 

V 140 f., E. 2.1; BGE 131 V 243 E. 2.1).

2. 

Bei der Beschwerdegegnerin ging am 27. Dezember 2011 ein erstes Anmeldeformular 

ein, welchem allerdings die Unterschrift der Beschwerdeführerin fehlte (IV-act. 2). Die 

Beschwerdegegnerin setzte der Beschwerdeführerin gleichen Tags bis zum 10. Januar 

2012 Frist an, die IV-Anmeldung unterzeichnet einzureichen (IV-act. 9). Dem kam die 

Beschwerdeführerin am 4. Januar 2012 nach (IV-act. 11). Dieses Vorgehen der 

Beschwerdegegnerin entspricht Rz 1004 des Kreisschreibens über das Verfahren in der 

Invalidenversicherung (KSVI), wonach eine angemessene Frist zur nachträglichen 

Einreichung anzusetzen ist, falls eine Anmeldung nicht mit dem dafür vorgesehenen 

Formular erfolgte (vgl. Art. 65 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung 

[IVV; SR 831.201]). Es handelt sich um eine Nachfrist zur Korrektur des Mangels, 

welche der ursprünglich formungültigen Anmeldung rückwirkend Rechtswirksamkeit 

verleiht (BGE 103 V 70 E. a; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 

2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. Mai 2005, I 793/04 , E. 

5.1; Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. August 2012, IV 2010/302). 

Massgebendes Anmeldedatum ist daher der 27. Dezember 2011.

3. 

3.1  Der orthopädische Gutachter attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund der drei 

stattgehabten Rückenoperationen ab Mai 2011 bis Ende Januar 2013 eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit (Gutachten vom 22. Dezember 2015, IV-act. 109-11; Gutachten vom 

14. Februar 2014, IV-act. 79-9 f.). Dies erscheint nachvollziehbar, und auch der RAD 

schloss sich dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung vorbehaltlos an (IV-act. 112-1 und 

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80-2). Die lumbalen Beschwerden führte er im Wesentlichen auf die inkomplette ossäre 

Konsolidation bei Status nach Spondylodese L4/5 (Gutachten vom 14. Februar 2014, 

IV-act. 79-8, 30 f.) bzw. auf die im MRI dokumentierte Pseudoarthrose (ausbleibende 

knöcherne Überbrückung, vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin 

2017, S. 1476) nach Spondylodese L4/5 zurück (IV-act. 111-8). Im Gutachten vom 14. 

Februar 2014 führte er zusätzlich aus, die bei der Untersuchung angegebene 

Hypersensibilität des linken Unterschenkels und Fussrückens entspreche dem 

Dermatom L5 und S1 und könne im Rahmen einer Restsymptomatik bei früher 

bestandener Discushernie L4/5 und L5/S1 links interpretiert werden. Das Ausmass der 

Beschwerden und der demonstrierten pathologischen objektiven Befunde könne mit 

dem MRI-Befund allerdings nicht vollumfänglich erklärt werden (IV-act. 79-8, 30 f.). In 

körperlich leichten, abwechselnd sitzend und stehend auszuführenden Tätigkeiten 

ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen bestehe seit Februar 

2013 eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Nach abgeschlossener ossärer Konsolidierung sei 

diese höher (IV-act. 79-10). Dieselbe Beurteilung traf er auch im Verlaufsgutachten vom 

22. Dezember 2015 (IV-act. 111-9 f.).

3.2 

3.2.1  Gemäss den von der Beschwerdeführerin ergänzend eingereichten 

medizinischen Unterlagen fanden im November 2016 weitere - neurologische - 

Abklärungen statt. Ein MR LWS vom 11. November 2016 ergab einen im Wesentlichen 

seit 2014 morphologisch konstanten Befund mit unveränderter geringfügiger 

Narbenbildung um die Nervenwurzel S1 im linksrecessalen Verlauf ohne 

Nervenwurzelkompression (act. G 14.1). Dr.med. L.___, dem die Beschwerdeführerin 

zugewiesen worden war, hielt fest, sie beklagte sich vordergründig über Schmerzen in 

beiden Füssen, links betont, vom Rücken ausgehend und bis zu den Grosszehen 

ausstrahlend, sowie über eine "in der letzten Zeit" aufgetretene erhebliche 

Gangstörung. Er erhob im Verlaufsgutachten von Dr. F.___ nicht aufgeführte Befunde 

(leichte Schwankung im Romberg-Versuch bei der Durchführung der erschwerten 

Gangproben, eine Fuss- und eine Zehenheberparese, einen beidseits abgeschwächten 

ASR, eine Hypästhesie im L5-Dermatom beidseits linksbetont, einen links bei 70° 

positiven Lasègue, welchen der Gutachter als unauffällig vermerkt hatte, sowie 

auffällige elektroneurographische und elektromyographische Untersuchungsresultate; 

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vgl. act. G 14.2 und IV-act. 111-6). Dr. L.___ diagnostizierte eine vertebrogene 

Lumboischialgie sowie eine sensomotorische L5 Radikulopathie beidseits linksbetont 

und schätzte die Arbeitsunfähigkeit auf 60%. Diese begründete er mit einer deutlich 

reduzierten körperlichen Belastbarkeit bei abgeschlossener Re-Innervation der L5-

Kernmuskeln (Bericht vom 6. Dezember 2016, act. G 14.2). Nach Angaben der 

Beschwerdeführerin bzw. den weiteren am 6. Juni 2017 eingereichten medizinischen 

Unterlagen (act. G 14.2 bis 14.6) verschlechterte sich der Zustand während des 

Urlaubs der Beschwerdeführerin in ihrer Heimat Ende Dezember 2016 akut (Bericht 

Klinik für Neurologie KSSG vom 25. März 2017, S. 3; Austrittsbericht Psychosomatik 

Klinik Valens vom 2. Mai 2017, act. G 14.8, S. 1).

3.2.2  Dr. L.___ diagnostizierte zwar zusätzlich zur auch vom orthopädischen Gutachter 

diagnostizierten Lumboischialgie eine sensomotorische L5 Radikulopathie (Bericht vom 

6. Dezember 2016, act. G 14.2). Es wird jedoch nicht dargelegt, dass die 

zweitgenannte Diagnose bereits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung bestanden habe und die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen 

und Gangstörung objektiviere. Zudem hatte Dr. C.___ bereits im Verlaufsbericht vom 

27. August 2015 - bei seit Juli 2013 stationärem Gesundheitszustand nebst einem 

chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom - ein chronisch neuropathisches 

Schmerzsyndrom L5 links bzw. einen chronischen neuropathischen Schmerz erwähnt 

(IV-act. 105), was dem orthopädischen Gutachter bekannt war. Die weitere 

Verschlechterung trat erst im Dezember 2016 und somit klarerweise erst nach Erlass 

der angefochtenen Verfügung ein. Sie kann im vorliegenden Verfahren nicht beachtet 

werden. Überdies waren die Gangbeschwerden nach Abschluss der Rehabilitation in 

der Klinik N.___ offenbar weitgehend remittiert (vorläufiger Austrittsbericht vom 13. 

April 2017, act. G 14.7, wonach die Beschwerdeführerin als "sichere" Fussgängerin 

ohne Hilfsmittel entlassen wurde). Objektivierte medizinische Tatsachen, welche das 

orthopädische Teilgutachten in Frage zu stellen vermöchten, sind somit den am 6. Juni 

2017 eingereichten medizinischen Akten nicht zu entnehmen. Eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustands seit dem Erlass der angefochtenen Verfügung kann die 

Beschwerdeführerin jederzeit im Rahmen eines Revisionsgesuchs geltend machen.

4. 

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4.1  Der psychiatrische Gutachter ging nach durchgemachten Anpassungsstörungen 

mit längerer depressiver Reaktion seit Juni 2012 auch für psychisch nicht adaptierte 

Tätigkeiten von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aus (IV-act. 

79-24, 27, 52 f.). Ab dem 6. Juni 2014 wurde die Beschwerdeführerin psychiatrisch-

psychotherapeutisch durch Dr. I.___ behandelt (Arztbericht Dr. I.___ vom 24. November 

2014, IV-act. 94). Vom 18. August bis 12. September 2014 erfolgte eine integrative 

tagesklinische Behandlung in der Klinik H.___, anlässlich derer eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome 

(ICD-10: F33.2), festgehalten wurde (Bericht vom 18. November 2014, IV-act. 104-5 ff.). 

Während Dr. I.___ ab Juni 2014 eine 100%-ige und ab Oktober 2014 eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit attestierte (Arztbericht vom 24. November 2014, IV-act. 94; 

Verlaufsbericht vom 3. August 2015, IV-act. 101), schätzte der psychiatrische 

Gutachter diese für Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten 

Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte 

Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung ebenfalls von Juni 

2014 bis März 2015 auf 50% und ab April 2015 auf 60% (IV-act. 111-33, 38).

4.2 

4.2.1  Die Beschwerdegegnerin hält die depressive Erkrankung mangels ausgewiesener 

Therapieresistenz für invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant 

(Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2016, act. G 6). Das Bundesgericht hat diese 

Rechtsprechung mit BGE 143 V 409 aufgegeben und mit BGE 143 V 418 entschieden, 

dass sämtliche psychischen Erkrankungen nach dem für syndromale Beschwerden 

massgeblichen strukturierten Beweisverfahren zu prüfen seien. Gemäss altem 

Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Im 

Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen 

Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ist entscheidend, ob das abschliessende 

Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137 

V 266 E. 6). In sinngemässer Anwendung auf die materiellbeweisrechtlich geänderten 

Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die administrativen und/oder 

gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren 

fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen 

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Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom 

13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).

4.2.2  Hinsichtlich der massgeblichen Indikatoren legte der psychiatrische Gutachter 

dar, trotz der anhaltenden Schmerzsymptomatik könne aus psychiatrischer Sicht keine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung angenommen werden. Jedoch könne eine 

psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit der 

depressiven Störung angenommen werden, indem die Schmerzen intensiver 

wahrgenommen würden (IV-act. 111-27, 29, 62). Aufgrund der rezidivierenden 

depressiven Störung seien emotionale Belastbarkeit, geistige Flexibilität, Antrieb, 

Interessen, Motivation, Kontaktfähigkeit und Dauerbelastbarkeit erheblich 

beeinträchtigt (IV-act. 111-31, 39, 66, 67). Es handle sich um eine sich 

verselbständigende depressive Erkrankung, die im Zusammenhang mit der 

chronischen Schmerzsymptomatik, aber auch mit psychosozialen Faktoren stehe, die 

einen negativen Einfluss auf die depressive Störung hätten. Bei der Beurteilung des 

sozialen Kontexts liessen sich soziale Belastungen erheben, die sich negativ auf die 

vorliegende depressive Störung auswirkten, jedoch nicht als alleinige Ursache der 

depressiven Störung in Betracht kämen. Trotz dieser depressiven Störung liessen sich 

Ressourcen erheben (IV-act. 111-29, 64). Die Versicherte erhalte seit Juni 2014 eine 

psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung bei Dr. I.___ alle zwei bis drei 

Wochen (IV-act. 111-27, 38). Sie zeige zumindest wenige Aktivitäten im Tagesablauf, 

laufe, kaufe ein, besorge leichte Arbeiten im Haushalt, koche das Abendessen, pflege 

Kontakt mit der Familie, sehe fern, wirke relativ gut kommunikationsfähig und es 

liessen sich zumindest wenige Interessen erkennen (IV-act. 111-31, 66). Zur Konsistenz 

merkt er an, die berichteten und beklagten Beschwerden seien aus psychiatrischer 

Sicht über¬wiegend konsistent und nachvollziehbar, jedoch würden wiederholt 

ungenaue zeitliche Angaben und wiederholt unpräzise Schilderungen der Symptome 

gemacht, mit teils widersprüchlichen Angaben, die dann wieder korrigiert würden (IV-

act. 111-31, 39, 66). Auch lasse sich keine gleichmässige Einschränkung des 

Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen erheben, indem einerseits 

von der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht werde, anderseits liessen 

sich im Tagesablauf verschiedene leichte Aktivitäten erheben mit Einkaufen, leichten 

Tätigkeiten im Haushalt, Kochen und es würden gute familiäre Kontakte angegeben. 

Auch zeige sie sich zum Untersuchungszeitpunkt gut kommunikationsfähig. Auffallend 

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sei, dass die Versicherte im Januar 2014 ähnliche Einschränkungen der 

Freizeitgestaltung angegeben habe, obwohl damals keine depressive Störung mit 

Krankheitswert zu erheben gewesen sei (IV-act. 111-30, 38 f., 65). Daneben fänden 

sich aus psychiatrischer Sicht keine Hinweise für Aggravation oder ähnliche 

Erscheinungen (IV-act. 111-29, 64). Der orthopädische Sachverständige hob zudem 

hervor, inkonsistent sei die Angabe der Beschwerdeführerin gegenüber dem 

psychiatrischen Gutachter, dass sie im August 2015 mit dem Ehemann im Auto nach 

J.___ gefahren sei, anlässlich der orthopädischen Anamnese aber angegeben habe, sie 

könne nur 45 Minuten sitzen (IV-act. 111-8, 36 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei trotz 

der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive 

Episode, eine zumutbare Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen 

Tätigkeit mit Verwertung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Allerdings sei sie einem 

Arbeitsumfeld nur beschränkt zumutbar und bedürfe vermehrter Rücksicht und 

Verständnisses (IV-act. 111-30, 38 f., 65).

4.2.3  Zusammenfassend berücksichtigt das Gutachten die nach neuer 

Rechtsprechung auch für psychiatrische Diagnosen erforderlichen Indikatoren des 

strukturierten Beweisverfahrens. Dass invaliditätsfremde oder nicht objektivierte 

Faktoren in die Arbeitsfähigkeitsschätzungen eingeflossen wären, ist nicht ersichtlich 

und von einer MEDAS auch nicht zu erwarten. Für eine abweichende rechtliche 

Beurteilung hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz der 

psychiatrischen Diagnosen bleibt somit kein Raum. Das Gutachten berücksichtigt die 

geklagten Beschwerden und die vorhandenen medizinischen Akten. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung erweist sich - unter Berücksichtigung der nur teilweise 

konsistenten Objektivierbarkeit der Beschwerden - als schlüssig und nachvollziehbar. 

Insbesondere erscheint die abweichende Beurteilung des psychiatrischen Gutachters 

gegenüber der von Dr. I.___ für die Zeit von Juni bis Oktober 2014 attestierten 100%-

igen Arbeitsunfähigkeit mit Blick auf die von Dr. I.___ erhobenen Befunde, Diagnosen 

und Belastungsfaktoren, aber auch mit Blick auf die Tatsache, dass sich die Schätzung 

auf eine adaptierte Tätigkeit bezieht, als nachvollziehbar. Auf das Gutachten ist daher 

abzustellen. Somit bestand gesamthaft betrachtet von Mai 2011 bis 31. Januar 2013 

eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit aus orthopädischer Sicht aufgrund der Operationen 

und deren Rehabilitationsphasen. Vom 1. Februar 2013 an bestand aus orthopädischer 

Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80% für angepasste Tätigkeiten. Vom 1. Juni 2014 bis 

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31. März 2015 war die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in adaptierten 

Tätigkeiten auf 50% beschränkt und betrug ab 1. April 2015 60%. Eine weitere 

Steigerung auf 70% erachtete der psychiatrische Gutachter innerhalb eines Jahres für 

möglich (IV-act. 111-70). Im Februar 2017 wurde durch die Klinik Valens ein 

unauffälliger Psychostatus beschrieben (act. G 14.8), während eine psychologisch-

neuropsychologische Testung am 31. Mai 2017 insgesamt mittelschwere bis schwere 

kognitive Funktionsstörungen und eine reduzierte allgemeine psychophysische 

Belastbarkeit aufzeigte (act. G 16.1). Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen 

gelassen werden, denn die vom psychiatrischen Gutachter prognostizierte 70%-ige 

Arbeitsfähigkeit war im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung noch nicht erreicht und 

ist daher in diesem Verfahren nicht zu berücksichtigen (vgl. auch E. 3.2 a.E.), sondern 

im Rahmen einer Rentenrevision zu prüfen.

5. 

5.1  Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war bei 100%-iger 

Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2011 im Mai 2012 erfüllt. Bei Anmeldung am 27. Dezember 

2011 kann ein Rentenanspruch frühestens ab 1. Juni 2012 bestehen (Art. 29 Abs. 1 und 

2 IVG). Das Jahr 2012 ist daher massgebend für den Einkommensvergleich (BGE 129 V 

222).

5.2  Die Beschwerdeführerin erzielte als Mitarbeiterin einer Strumpffabrik zuletzt ab 1. 

Januar 2011 ein Jahreseinkommen von 13 x Fr. 3'700.-- = Fr. 48'100.-- (Angabe 

Arbeitgeberin vom 30. Januar 2012, IV-act. 21-2 f.). Zusätzlich wurden der 

Beschwerdeführerin Zulagen von insgesamt 12 x Fr. 275.-- = Fr. 3'300.-- ausbezahlt 

(Leistungsprämie Fr. 175.--; Qualitätszulage Fr. 50.--; Gesundheitsprämie Fr. 50.--; vgl. 

Lohnabrechnungen, IV-act. 21-9 ff.; Krankmeldung, Fremdakten act. 1-3). Unter 

Berücksichtigung dieser Zulagen beträgt das hypothetische Einkommen im Jahr 2011 

Fr. 51'400.--. Entsprechend der Nominallohnentwicklung beläuft es sich für das Jahr 

2012 auf Fr. 51'913.-- (Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T39, 

Indices Frauen: 2011: 2604; 2012: 2630). Das durchschnittliche Einkommen gemäss 

Lohnstrukturerhebung 2012, Kompetenzniveau 1, Frauen beträgt Fr. 51'441.-- 

(Informationsstelle AHV/IV, IV 2018, Bern 2018, Anhang 2) bei einem Pensum von 41,7 

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Wochenarbeitsstunden. Das Einkommen der Beschwerdeführerin ist somit lediglich 

durchschnittlich. Damit ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 51'913.--.

5.3  Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnittseinkommen 

Kompetenzniveau 1 Frauen von Fr. 51'441.-- auszugehen. Aus orthopädischer Sicht 

sind körperlich leichte Tätigkeiten, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne 

häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen adaptiert (Verlaufsgutachten, 

IV-act. 111-9). Aus psychiatrischer Sicht sind Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale 

Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige 

Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche 

Dauerbelastung adaptiert (IV-act. 111-68), dies jedoch erst ab 1. Juni 2014. Ab diesem 

Zeitpunkt rechtfertigt sich durch das kumulative Vorhandensein von orthopädischen 

und psychischen Zumutbarkeitskriterien ein Tabellenlohnabzug von höchstens 10% 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit 

Verweis auf BGE 126 V 78 E. 5a/bb, wonach ein Tabellenlohnabzug namentlich zu 

gewähren ist, wenn selbst in leichten körperlichen Tätigkeiten eine Einschränkung 

besteht), der sich vorliegend jedoch nicht auf den Rentenanspruch auswirkt (s.u., E. 

5.4.3, 5.4.4). 

5.4  Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten 

Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m. 

Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V 

125 E. 4a), wenn - wie vorliegend - noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine 

anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist (Urteil des Bundesgerichts vom 5. 

Mai 2011, 9C_996/2010, E. 8 mit weiteren Hinweisen). Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV setzt 

indes voraus, dass vor Eintritt einer Verschlechterung eine rentenbegründende 

Invalidität vorgelegen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2015, 

8C_777/2014, E. 4.2, und vom 19. Februar 2018, 9C_878/2017, E. 5.3). Da die 

Beschwerdeführerin in der Zeit vom 1. Februar 2013 bis 30. Mai 2014 aus 

orthopädischer Sicht in adaptierten Tätigkeiten zu 80% arbeitsfähig war und die 

nachfolgende Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juni 2014 aufgrund einer psychischen 

Erkrankung eintrat, beruht die erneute Erwerbsunfähigkeit ab 1. Juni 2014 nicht auf 

demselben Leiden wie jene ab Mai 2011. Folglich besteht gemäss Art. 29bis IVV ein auf 

der psychiatrischen Arbeitsunfähigkeit beruhender Rentenanspruch erst nach 

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(erneutem) Ablauf des Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG. Demnach ergibt sich 

folgende Rentenabstufung:

5.4.1  Ab 1. Juni 2012 besteht bei 100%-iger Arbeitsunfähigkeit ein Anspruch auf eine 

ganze Rente. Da die 100%-ige Arbeitsfähigkeit bis zum 31. Januar 2013 ausgewiesen 

ist, besteht der Anspruch auf eine ganze Rente in Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 

IVV wie im Übrigen von der Beschwerdegegnerin anerkannt vom 1. Juni 2012 bis zum 

30. April 2013.

5.4.2  Ab 1. Mai 2013 betrug das Invalideneinkommen bei 80%-iger Arbeitsfähigkeit Fr. 

41'153.-- (0,8 x Fr. 51'441.--). Bei einem Invaliditätsgrad von 20% ([Fr. 51'495.-- - Fr. 

41'153.--]: Fr. 51'495.--) ergibt sich ab 1. Februar 2013 kein Rentenanspruch mehr.

5.4.3  Ab 1. Juni 2014 war die Beschwerdeführerin zu 50% arbeitsunfähig. Da 

vorgängig seit 1. Mai 2013 kein Rentenanspruch mehr bestand, ist Art. 88a Abs. 1 IVV 

nicht anwendbar. Hingegen ist das Wartejahr wie vorstehend in E. 5.4 ausgeführt 

erneut zu beachten (Art. 29bis IVV e contrario). Dieses war am 1. Februar 2015 erfüllt, 

da zu diesem Zeitpunkt das Erfordernis der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 

40% gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gegeben war (50% Arbeitsunfähigkeit Juni 2014 

bis Januar 2015 = 8 Monate; 20% Arbeitsunfähigkeit Februar bis Mai 2014 = 4 Monate; 

[8 x 50% + 4 x 20%] : 12 = 40%). Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 25'721.-- (0,5 

x Fr. 51'441.--) und einem Valideneinkommen von Fr. 51'913.-- resultiert ein 

Invaliditätsgrad von 50,5% ([Fr. 51'913.- - Fr. 25'721.--]: Fr. 51'913.--). Somit besteht 

ab 1. Februar 2015 ein Anspruch auf eine halbe Rente, der sich auch bei Gewährung 

eines Tabellenlohnabzuges von 10% nicht verändern würde.

5.4.4  Ab 1. April 2015 ist von einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit und somit von einem 

Invalideneinkommen von Fr. 30'865.-- (0,6 x Fr. 51'441.--) auszugehen. Dies führt zu 

einem Invaliditätsgrad von 40,5% ([Fr. 51'913.-- - Fr. 30'865.--]: Fr. 51'913.--). Unter 

Berücksichtigung von Art. 88a IVV hat die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2015 

Anspruch auf eine Viertelsrente, auf den ein 10%-iger Tabellenlohnabzug ebenfalls 

keine Auswirkung hätte.

6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/23

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6.1  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 11. Juli 2016 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung vom 1. Juni 2012 bis 30. April 

2013 eine ganze Rente, mit Wirkung ab 1. Februar 2015 eine halbe Rente und mit 

Wirkung ab 1. Juli 2015 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und 

Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

6.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden 

Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. Juli 2016 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung vom 1. Juni 2012 bis 30. April 

2013 eine ganze Rente, mit Wirkung ab 1. Februar 2015 eine halbe Rente und mit 

Wirkung ab 1. Juli 2015 eine Viertelsrente zugesprochen. Zur Festsetzung und 

Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

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Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.12.2018
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 29bis IVV; Art. 88a IVV: abgestufter, befristeter Rentenanspruch. Gemäss beweiskräftigem Gutachten bestand aufgrund orthopädischer Beschwerden zunächst eine 100%-ige und anschliessend eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit. Danach war die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu 50% und ab einem späteren Zeitpunkt zu 60% arbeitsfähig. Da es sich um Arbeitsfähigkeiten aufgrund verschiedener Leiden handelt, ist gemäss Art. 29bis IVV e contrario für den Rentenbeginn aufgrund der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit das Wartejahr zu berücksichtigen. Hingegen ist Art. 88a IVV nicht anwendbar, da vorgängig zwischenzeitlich kein Rentenanspruch bestand (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Dezember 2018, IV 2016/297).

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