# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b2e038b-d9ca-5ae7-ae4f-eb2bec22346c
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-09
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 09.08.2018 I 2018 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2018-37_2018-08-09.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2018 37

Entscheid vom 9. August 2018 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Stefan Getzmann, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. am ________1963, verheiratet, ein Sohn mit Jahrgang 
1995) arbeitete nach der obligatorischen Schulzeit in verschiedenen Berufen, 
u.a. als angelernte Pflegehelferin, als Miterzieherin, als Verkäuferin sowie im 
Service und im Reinigungsbereich (vgl. IV-act. 42-4/19). Im Dezember 2012 trat 
sie eine 50%-Stelle als Kassierin/ Kundenbetreuerin in einem Baumarkt (Coop 
Bau & Hobby in ________) an (IV-act. 42-17/19). Zu dieser Zeit wurde ein 
Mammakarzinom links diagnostiziert und am 18. Dezember 2012 operiert (Seg-
mentresektion links und Entfernung von 3 Lymphknoten in der linken Axilla, IV-
act. 42-3/19 i.V.m. 61-2/3 unten). Im Januar 2013 folgte eine weitere Operation 
(Entfernung von weiteren 15 Lymphknoten), anschliessend eine Serie von Che-
motherapien und dann eine Radiotherapie (vgl. Beschwerdeschrift, S. 2 unten, 
i.V.m. IV-act. 61-2f./3).

B. Am 27. April 2015 nahm A.________ ein Teilzeitpensum (30 h/Woche) als 
Verkäuferin bei der Migros Genossenschaft, welches (offenbar wegen krank-
heitsbedingten Absenzen, vgl. IV-act. 14-6/7) per Ende Januar 2016 von der Ar-
beitgeberin beendet wurde (IV-act. 14-1/7). Am 3. November 2015 hatte sich 
A.________ bei der IV-Stelle Schwyz zum Leistungsbezug angemeldet. Die ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen umschrieb sie dahingehend, dass durch die 
Entfernung der Lymphdrüsen unter dem linken Arm das Wasser nicht mehr ab-
fliesse, wodurch sich der Arm mit Wasser fülle, was sehr schmerzhaft sei (IV-act. 
9-6/8, Ziff. 6.1). 

Am 1. April 2016 nahm A.________ eine 50%-Stelle als Rezeptionistin in einem 
tiermedizinischen Labor in ________ auf (IV-act. 19; vgl. IV-act. 42-16/19: Ent-
gegennahme von Proben der Tierärzte etc.).

C. Im Auftrage der IV-Stelle Schwyz untersuchte Dr.med. E.________ (FA In-
nere Medizin/Angiologie FMH, Luzern) am 30. November 2016 A.________ und 
erstattete sein angiologisches Gutachten am 4. Dezember 2016 (IV-act. 33). Der 
Gutachter erachtete die bisherigen Tätigkeiten (Verkauf bei Migros, Arbeit im La-
bor) als grundsätzlich möglich und zumutbar (IV-act. 33-5/5)

D. Daraufhin veranlasste die IV-Stelle Schwyz eine rheumatologische Ab-
klärung, welche am 24. April 2017 von Dr.med. L.________ (FMH Innere Medizin 
und Rheumaerkrankungen, Manuelle Medizin SAMM, Neuraltherapie ÖÄK, 
________) vorgenommen wurde. Dieses Gutachten wurde am 26. April 2017 er-
stattet. Für die zuletzt bei der Migros ________ ausgeübte Tätigkeit als Verkäu-
ferin und Kassiererin wurde aus somatisch-rheumatologischer Sicht eine Ein-

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schränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 20% anerkannt, derweil für die ak-
tuelle, seit April 2016 ausgeübte (Teilzeit)Tätigkeit als Rezeptionistin von diesem 
Gutachter keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit veranschlagt 
wurde, analog auch für eine angepasste Verweistätigkeit (IV-act. 42-13/19). 

E. Am 13. Juni 2017 nahm der RAD-Arzt Dr.med. G.________ (FA Allgemei-
ne Innere Medizin) zu den medizinischen Unterlagen Stellung und schloss sich 
der gutachtlichen Einschätzung an, wonach für die angestammte Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von mindestens 80% und für eine angepasste Tätigkeit eine sol-
che von 100% vorliege (IV-act. 45-6/7). 

F. Am 11. Juli 2017 liess die IV-Stelle Schwyz durch ihren Abklärungsdienst 
eine Abklärung vor Ort durchführen. Im Abklärungsbericht vom 14. Juli 2017 
wurde ein IV-Grad von 0% ermittelt (IV-act. 52-5/5). 

G. Mit Vorbescheid vom 25. September 2017 teilte die IV-Stelle A.________ 
mit, es sei vorgesehen, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 53-2/4).  
Dagegen liess A.________ innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 28. Novem-
ber 2017 Einwände erheben und zwei zusätzliche Arztberichte von Dr.med. 
H.________ und Prof. Dr.med. S.________ einreichen (IV-act. 59). Im Januar 
2018 wurde noch ein Arztbericht des Neurologen Dr.med. J.________ vom 27. 
November 2017 nachgereicht (IV-act. 61). Zu diesen neuen Unterlagen nahm der 
RAD-Arzt Dr.med. K.________ (Allgemeine Innere Medizin, Hämatologie - Inter-
nistische Onkologie) am 6. Februar 2018 zusammenfassend dahingehend Stel-
lung, dass der Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Gutachters 
Dr.med. L.________ zu folgen sei (IV-act. 62-9/9).

H. Mit Verfügung vom 28. Februar 2018 wies die IV-Stelle Schwyz das Leis-
tungsbegehren ab (IV-act. 64). 

I. Gegen die am 6. März 2018 zugestellte IV-Verfügung lässt A.________ mit 
Eingabe vom 20. April 2018 unter Berücksichtigung der Fristenstillstandregelung 
über die Osterzeit (Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG) rechtzeitig Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Februar 2018 sei aufzuheben. 

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ergänzende medizinische Ab-
klärungen zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorzunehmen und her-
nach den Invaliditätsgrad neu festzulegen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

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J. Mit Vernehmlassung vom 24. Mai 2018 beantragt die Vorinstanz, die Be-
schwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin abzuweisen. 

Am 18. Juni 2018 reicht die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme zur Ver-
nehmlassung ein und stellt folgenden ergänzenden Beschwerdeantrag:

Der Beschwerdeführerin sei ab Mai 2016 (sechs Monate nach Anmeldung) bis auf 
Weiteres eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. 

Zudem werden ein Bericht der behandelnden Ergotherapeutin vom 1. Juni 2018 
sowie zwei Artikel eingereicht, welche sich mit neuropathischen Schmerzen be-
fassen. Die IV-Stelle verzichtet am 21. Juni 2018 auf die Erstattung von weiteren 
Bemerkungen.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch 
einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussicht-
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig-
keit. Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.

1.2 Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

1.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 
Art. 16 ATSG massgebend (Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG). Zur Ermittlung des Inva-
liditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus-
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches Invaliden-
einkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches Validenein-
kommen). Die Invalidität ist auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens 
zu bemessen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

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erzielen könnte. Nicht entscheidend ist für die Invaliditätsbemessung, ob die ver-
sicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von der ihr 
verbliebenen Erwerbsfähigkeit (ganz oder teilweise) Gebrauch macht. Vielmehr 
ist die Invalidität stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu 
bemessen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit er-
zielen könnte (vgl. Ulrich Meyer/ Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundes-
gerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, N 27 zu Art. 28a IVG). 

1.4 Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemessung 
des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe dieser Fach-
leute ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu 
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 Erw. 4). Diese ärztlichen Angaben 
dienen als wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 141 V 
281 Erw. 5.2.1; 140 V 193 Erw. 3.2; 132 V 93 Erw. 4, je mit weiteren Hinweisen).

1.5 In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei 
(Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle Be-
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Für den Beweiswert eines 
Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten be-
gründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 
Erw. 5.1). 

2. Aus den vorliegenden Akten sind hinsichtlich gesundheitlicher 
Beeinträchtigungen der Versicherten und dem zumutbaren Arbeitsfähigkeitsgrad 
u.a. die nachfolgend aufgeführten Angaben zu entnehmen.

2.1 Die Beschwerdeführerin arbeitete von Januar bis November 2012 im 
100%-Pensum als Verkäuferin und Service-Angestellte in einer Bäckerei/Café. 
Ab Dezember 2012 bis Juli 2015 arbeitete sie in einem Pensum von rund 50% 

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als Kassiererin/ Kundenberaterin in einem Baumarkt (IV-act. 52-3/5), wobei sie 
wegen der Tumorerkrankung und der damit einhergehenden Therapien mehrfach 
wochenlang ausfiel (IV-act. 42-4/19). Ab 27. April 2015 arbeitete sie als 
Verkäuferin zu 30 Std./Woche (ca. 73%-Pensum) für die Migros Genossenschaft 
(bis zur Kündigung durch die Arbeitgeberin per Ende Januar 2016). Gemäss dem 
von Prof. Dr.med. M.________ vom Brustzentrum C.________ ausgestellten 
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 17. November 2015 war die Beschwerdeführerin 
seither 50% arbeitsunfähig (max. 4 Stunden Kassendienst pro Tag zumutbar; IV-
act. 15-12f./13). Die Arbeitsleistung wurde auch von der Arbeitgeberin zuletzt 
noch mit 50% beziffert (IV-act. 14-2/7, Ziff. 2.10). Seit Anfang April 2016 arbeitet 
die Beschwerdeführerin in einem 50%-Pensum als Rezeptionistin in einem 
tiermedizinischen Labor (IV-act. 19 i.V.m. 52-3/5).

2.2 Am 18. Dezember 2012 wurde bei der Beschwerdeführerin eine Segment-
resektion links sowie eine axillare Sentinel-Lymphonodektomie links 
vorgenommen. Eine weitere Lymphknoten-Operation wurde am 21. Januar 2013 
durchgeführt. Im Februar 2013 begann eine adjuvante Chemotherapie über vier 
Monate und eine Immuntherapie über ein Jahr. Im Juli 2013 folgte eine adjuvante 
Radiotherapie und wurde eine Hormontherapie (Aromatasehemmer), geplant 
über fünf Jahre, aufgenommen unter Überwachung/Behandlung der 
abnehmenden Knochendichte (vgl. IV-act. 27-4ff./11).

2.3 Gemäss einem Arztbericht des behandelnden Onkologen Dr. H.________ 
vom 4. Februar 2015 (IV-act. 15-1ff./13) besteht bei der Beschwerdeführerin eine 
eingeschränkte Leistungsfähigkeit wegen eines Lymphödems im linken Arm. 
Arbeiten mit geringer Armbelastung seien ihr noch zumutbar. Die bisherige 
Tätigkeit als Kassiererin sei ihr noch 50% zumutbar. 

2.4 Am 3. November 2015 meldete sich die Beschwerdeführerin bei der Vor-
instanz zum Leistungsbezug an (IV-act. 9-8/8). 

2.5 Am 11. Mai 2016 berichtete der Hausarzt Dr.med. N.________ (FMH 
Allgemeinmedizin) der IV-Stelle, dass die Beschwerdeführerin seit Abschluss der 
Therapie in ihrer Arbeitsfähigkeit 50% eingeschränkt sei (IV-act. 24-2/7). Die 
Einsatzfähigkeit betrage zurzeit 50% und später hoffentlich wieder mehr. 
Einschränkungen ergeben sich nach Dr.med. N.________ vor allem beim 
Bücken, bei Überkopf-Arbeiten, beim Kauern und der Rotation im Sitzen/Stehen 
sowie beim Heben und Tragen (IV-act. 24-5/7 und 24-7/7).

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2.6.1  Am 30. November 2016 wurde die Beschwerdeführerin auf Veranlassung 
der IV von Dr.med. E.________ untersucht. Im angiologischen Gutachten vom 
4. Dezember 2016 hielt er folgende Diagnosen fest (IV-act. 33-1/5):

Sekundäres Armlymphoedem links, klinisches Stadium II, mässigen Grades, bei 
- St.n. Segmentresektion und Lymphadenektomie 12/2012
- St.n. axillärer Lymphadenektomie 1/2013
- St.n. Chemo- und Radiotherarpie
- aktuell: keine Hinweise für Rezidiv; Arimidextherapie

Als weitere Diagnosen wurden Dyslipidämie und Osteopenie aufgeführt. Die 
Explorandin rauche bis 1 Päckli Zigaretten täglich, sie konsumiere gelegentlich 
Alkohol, keine Drogen. Sie betreibe keinen Sport (IV-act. 33-2/5 unten).

Hinsichtlich aktueller Beschwerden führte der angiologische Gutachter aus, dass 
der linke Arm stets geschwollen sei, müde und schwer. Stets bestünden 
Schmerzen im Bereiche der Ellenbogen, Schulter- und Brustregion. Sie habe 
Mühe mit Arbeiten über Schulterniveau. In den Sommermonaten wie auch gegen 
Abend sei die Schwellung ausgeprägter und die Schmerzen seien intensiver. 
Aktuell trage die Patientin keinen Armkompressionsstrumpf, da dadurch eine 
schmerzhafte Stauung im Bereich der Schulter entstehe. Aktuell finde 1x 
wöchentlich eine manuelle Lymphdrainage statt. Des Weiteren wurde 
festgehalten, dass im Bereich der linken Schulter auch eine Gefühlsstörung 
bestehe (IV-act. 33-3/5).

2.6.2  Die Befunde wurden im angiologischen Gutachten u.a. wie folgt 
umschrieben (IV-act. 33-3/5):

Links: Schwellung der Schulter- und Thoraxregion, des Ober- und weniger auch 
des Unterarmes. Aktuell keine Schwellung der Hand und der Finger. Die Haut ist 
reizlos, nicht gerötet. 
Keine vergrösserten Lymphknoten axillär. Reizlose Narbe unterhalb Axilla. 
Ausgeprägte Druckempfindlichkeit in der Axilla wie auch Thorax seitlich proximal. 
Umfang Oberarm Mitte links 31.5 cm, rechts 25.5 cm; Unterarm links proximal 26.5 
cm, rechts 22.5 cm; Unterarm links distal 16.5 cm, rechts 16 cm.

2.6.3  Seine Beurteilung fasste der Gutachter wie folgt zusammen (IV-act. 33-
4/5):

Bei Frau (…) besteht ein sekundäres Armlymphoedem links, im klinischen Stadium 
2, mässigen Grades, nach operativer Sanierung eines Mammacarcinoms 
2012/2013 mit axillärer Lymphadenektomie. 
Komplikationen von Seiten dieses Lymphoedems sind bis heute nicht aufgetreten. 

Die Schmerzen im Bereiche Schulterregion lassen sich mit dem Lymphoedem per 
se nicht erklären. Diese Beschwerden könnten muskuloskelettaler bzw. 
neurogener Natur sein. Diese Beschwerden wären allenfalls von anderer 
fachärztlicher Seite her zu beurteilen. 

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Eine arterielle oder venöse Durchblutungsstörung lässt sich am linken Arm nicht 
nachweisen. 

2.6.4  Die aktuelle Therapie mit Taping der Schulter und des Armes nach der 
manuellen Lymphdrainage und Verzicht auf eine konsequente Kompression sei 
ungenügend. Zur Verbesserung und Gewährleistung der therapeutischen 
Massnahmen empfahl der Gutachter eine Betreuung durch einen Facharzt für 
Angiologie. Im Verlauf der Behandlung könne über eine allfällige stationäre 
Behandlung in einer lymphologischen Fachklinik entschieden werden. 

Zur Arbeitsfähigkeit hielt der angiologische Gutachter fest, dass sich bei einem 
Armlymphödem grundsätzlich leichte Arbeiten in wechselnden Positionen 
empfehlen würden. Für Arbeiten über Schulterniveau bestehe stets eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die bisherigen Tätigkeiten der Patienten (im 
Verkauf bei der Migros, Arbeit in einem Labor) seien sehr geeignet. Das aktuelle 
Ausmass des Lymphödems könne im vorliegenden Fall als Linkshänderin die 
Arbeitsfähigkeit um etwa 20% einschränken. Allerdings sei davon auszugehen, 
dass bei fachärztlicher Betreuung aus lymphologischer Sicht eine volle 
Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten erreicht werden könne. Nicht berücksichtigt 
werden könnten die angegebenen Schmerzen, die sich mit dem Lymphödem 
nicht genügend erklären liessen (IV-act. 33-5/5). 

2.7 Mit Stellungnahme vom 24. Januar 2017 hielt der RAD-Arzt Dr.med. 
G.________ fest, das Gutachten von Dr.med. E.________ sei schlüssig und 
nachvollziehbar. Allerdings würden die Schmerzen offenbar nicht genügend mit 
dem Lymphödem erklärt, es sei eine rheumatologische Abklärung notwendig (IV-
act. 35-4/4).

2.8.1  Auf Veranlassung der IV erfolgte am 24. April 2017 die rheumatologische 
Begutachtung durch Dr.med. L.________. In dem am 26. April 2017 erstatteten 
Gutachten hielt er die folgenden Diagnosen fest (IV-act. 42-7/19):

mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1. 12/12 Mammakarzinom links 

- (…).

ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
2. Chronisches Schmerzsyndrom im Bereich linker Arm und linke Brustkorbhälfte

- nicht ausreichend somatisch abstützbar
- krankheitsfremde Faktoren 

3. Radiologisch Fingerpolyarthrose
4. Entwicklung einer diffusen idiopathischen skelettalen Hyperostose möglich 

- Bewegungseinschränkungen der Brustwirbelsäule
5. Gestörte Gluconeogenese
6. Nikotinkonsum von ca. 30 pack years
7. Anamnestisch Reizmagen-Syndrom

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2.8.2  In seiner Beurteilung hielt Dr.med. L.________ zusammengefasst unter 
anderem fest, das Ausmass des Lymphödems korreliere offensichtlich und 
gemäss Angaben der Versicherten nicht oder schlecht mit dem Ausmass der 
Schmerzintensität. Aufgrund der Ergebnisse der aktuellen Begutachtung habe er 
Mühe, sowohl Umfang als auch Intensität der geschilderten Schmerzen im 
Bereich des linken Arms und der linken Thoraxwand vordergründig mit den 
objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunden zu begründen (IV-act. 42-
10/19). 

2.8.3  Wenn er die Befunde im Bereich der oberen Extremitäten, die er anlässlich 
der aktuellen Begutachtung objektivieren könne, mit denjenigen Befunden, die im 
angiologischen Gutachten vom 4. Dezember 2016 beschrieben wurden, 
vergleiche, könne eine leichtgradige Verbesserung des Gesundheitszustandes 
bestätigt werden. So habe das Ausmass des sekundären Lymphödems des 
linken Arms unterdessen abgenommen und er könne keine Schwellung im 
Bereich der Schulter und der Thoraxregion mehr objektiveren (IV-act. 42-10/19 
Mitte [vgl. IV-act. 42-4/19, Untersuchungsbefund: Oberarmumfang links 31 cm 
und rechts 28 cm, jeweils 15 cm proximal der Olecranonspitze gemessen und mit 
Unterarmumfang links von 20 cm und rechts von 19 cm jeweils 15 cm distal der 
Olecranonspitze gemessen; diese diskrete Umfangsdifferenz zwischen dem 
linken und rechten Unterarm sei teilweise physiologisch einzustufen unter 
Berücksichtigung der Linkshändigkeit der Versicherten]). 

2.8.4  Insgesamt beurteilte Dr.med. L.________ die von der Versicherten 
geschilderten Beschwerden bezüglich Umfang und Intensität höchstens als 
partiell auf die objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunde abstützbar. 
Zu diskutieren seien krankheitsfremde Gründe, ein Aggravationsverhalten im 
Rahmen eines Rentenbegehrens und eine psychosomatische-psychiatrische 
Affektion. Hinweise auf eine psychosomatische oder psychiatrische Affektion 
seien nicht vordergründig (IV-act. 42-12/19). 

2.8.5  Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten beurteilte Dr.med. L.________ wie 
folgt (IV-act. 42-13/19):

Für die 12/12-07/15 ausgeübte berufliche Tätigkeit als Kassiererin und als 
Kundenbetreuerin im Coop Bau und Hobby […] habe ich Mühe, eine anhaltende 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen
Für die 08/15-02/16 ausgeübte berufliche Tätigkeit als Verkäuferin und als 
Kassiererin in der Migros […] kann ich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 
maximal 20 % begründen.
Dieses zumutbare Arbeitspensum kann sowohl am Stück als auch mit 
vermindertem Tempo über den Tag verteilt abgeleistet werden

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Für die seit dem 04/16 ausgeübte berufliche Tätigkeit als Rezeptionistin habe ich 
Mühe, eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen.
Für eine angepasste Verweistätigkeit kann ich, aus rein somatisch-
rheumatologischer Sicht beurteilt, für keinen Zeitraum eine anhaltende 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen.
Für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden 
Arbeitsprofil kann, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden, zumal diese Tätigkeiten in 
idealer Weise mit reduziertem Tempo über den Tag verteilt abgeleistet werden 
können.

Die angepasste Verweistätigkeit liege in einem temperierten Raum (Raumluft) 
und beschränke sich auf leicht- bis maximal mittelgradig körperlich belastende 
Arbeiten und lasse die Möglichkeit, zwischen sitzender, stehender und gehender 
Körperhaltung zu wechseln, zu. Das Einhalten der Rückenergonomie sei 
wünschenswert, der Einsatz des linken Armes oberhalb der Kopfhöhe zu 
vermeiden, sofern der linke Arm nicht abgestützt werden könne (IV-act. 42-
13/19).

2.9 In einer Stellungnahme vom 13. Juni 2016 beurteilte RAD Arzt G.________ 
das rheumatologische Gutachten von Dr.med. L.________ als schlüssig und 
nachvollziehbar. Zusammenfassend könne aus diesem Gutachten und dem 
angiologischen Gutachten von Dr.med. E.________ für die angestammte 
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 80% und für eine angepasste 
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100% angenommen werden (IV-act. 45-7/7).

2.10  Am 11. Juli 2017 wurde die Versicherte durch den Abklärungsdienst der 
IV-Stelle zu Hause abgeklärt (IV-act. 52-1/5). Im Abklärungsbericht vom 14. Juli 
2017 wurde ein IV-Grad von 0% ermittelt. Es sei nachvollziehbar und 
glaubwürdig, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig 
wäre. Sie habe grösstenteils zu einem Arbeitspensum von 100% gearbeitet. 
Auch bei der Migros habe sie 100% gearbeitet, sie habe das Arbeitspensum ab 
November 2015 aus gesundheitlichen Gründen reduzieren müssen (auf damals 
30 Std./ Woche bzw. in einem Arbeitspensum von 73%. Im Sinne von Art. 28a 
Abs. 2 IVG werde die Versicherte zu 100% als Erwerbstätige bemessen. (IV-act. 
52-4/5). 

Das Valideneinkommen wurde gestützt auf den Arbeitgeberfragebogen der 
Migros festgelegt, wonach die Versicherte ohne Gesundheitsschaden bei einem 
Arbeitspensum von 73% Fr. 37'219.00 erzielen würde, bei einem 100%-Pensum 
Fr. 50'985.00 (IV-act. 52-4/5).

Das Invalideneinkommen wurde wie folgt bemessen (IV-act. 52-4/5):

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Die Versicherte arbeitet seit 01.09.2016 unbefristet zu einem Arbeitspensum von 
50% bei der Firma (….) AG, ________ und erzielt ein Einkommen von jährlich CHF 
30'000.00. Gemäss RAD beträgt für die angestammte Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von mindestens 80% und für eine angepasste Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 100%. Gemäss LSE-Tabelle TA1 Sonstige persönliche 
Dienstleistungen, Niveau 1, könnte die Versicherte folgendes Einkommen erzielen; 
CHF 3'760.00 x 12 : 40 x 41.7 = CHF 47'038.00, indexiert 2673/2686 = CHF 
47'267.00, ergibt bei einem 50% Pensum CHF 23'634.00. Total = CHF 30'000.00 + 
CHF 23'634.00 = CHF 53'634.00

Bei einem Invalideneinkommen, welches das Valideneinkommen übersteige, 
resultiere keine behinderungsbedingte Einbusse (IV-act. 52-4/5).

2.11.1 In der Eingabe vom 28. November 2017 zum Vorbescheid liess die 
Versicherte geltend machen, dass weder das angiologische noch das 
rheumatologische Gutachten überzeugen würden (IV-act. 59-1/7). Hierzu wurden 
ein Bericht vom behandelnden Onkologen Dr.med. H.________ vom 20. Oktober 
2017 sowie ein Bericht von Prof. Dr.med. S.________ vom 31. Oktober 2017 
eingereicht (IV-act. 59-4/7 und 59-6/7).

2.11.2 Dr.med. H.________ hielt in seinem Bericht vom 20. Oktober 2017 
zuhanden der Rechtsvertreterin der Versicherten unter anderem fest, das 
Lymphödem verursache nicht die eigentlichen Schmerzen. Diese würden durch 
muskuläre Spannungen durch das erhöhte Gewicht des linken Armes verursacht. 
Im Gutachten (von Dr.med. L.________) werde festgehalten, dass sich das 
Lymphödem fluktuierend verhalte. Dem widerspricht Dr.med. H.________. Die 
Befunde, welche er anlässlich regelmässiger onkologischer Nachuntersuchungen 
erhoben habe, würden ein konstantes Problem zeigen. Im angiologischen 
Gutachten von Dr.med. E.________ werde am 30. November 2016 eine 
Oberarmumfangdifferenz von 6 cm beschrieben (links 31.5 cm, rechts 25.5 cm). 
Die Umfangdifferenzen seien analog zu den klinischen Einschätzungen (von Dr. 
H.________) und des Rheumatologen am Unterarm weniger stark betont. Hier 
liege nur im proximalen Unterarmbereich eine Umfangdifferenz von 4 cm vor 
(26.5 cm links, 22.5 cm rechts) und im distalen Unterarm betrage die 
Umfangdifferenz lediglich 0.5 cm. Ohne volumetrische Graduierung werde aus 
klinischer Sicht ein Stadium II, ein mässiggradiges Lymphödem, diagnostiziert. In 
seiner Empfehlung und Beschreibung der Arbeitsunfähigkeit werde klar 
festgehalten, dass Arbeiten über Schulterniveau ungeeignet seien (Arbeiten als 
Kassierin bei Coop als Linkshänderin).  Die Stadieneinteilung des Lymphödems 
als Stadium II bedeute, dass es sich gemäss Definition um ein chronisches, d.h. 
irreversibles Lymphödem handle, was den Aussagen des Rheumatologen 
(Dr.med. L.________) widerspreche, der von einem fluktuierenden Verlauf 

12

spreche (IV-act. 59-4/7). Abschliessend hielt Dr.med. H.________ was folgt fest 
(IV-act. 59-5/7):

Ich kann deshalb den Vorentscheid der IV nicht nachvollziehen. In seiner 
Stellungnahme bezüglich der Arbeitsfähigkeit bestätigt der Angiologe, dass die 
Patientin während ihrer Arbeitszeit beim Coop deutlich in ihrer Arbeitsfähigkeit 
eingeschränkt ist und bei Wechsel ihrer Arbeitstätigkeit zu Migros eine geeignete 
Arbeitstätigkeit gefunden wurde, schränkt die Arbeitsfähigkeit aber weiter um 20 % 
ein. In der Gutachten-Stellungnahme des Rheumatologen Dr. L.________ wird 
aber die Tätigkeitseinschränkung während ihrer Kassiererin-Zeit im Coop Bau und 
Hobby schriftlich so eingestuft, dass eine anhaltende Einschränkung der 
Arbeitsunfähigkeit [recte wohl: der Arbeitsfähigkeit] im Zeitraum vom Dezember 
2012 bis Juli 2015 nicht klar gegeben zu [sein] scheint. Aus meiner Sicht 
widersprechen sich beide Gutachten deutlich. Die vom Angiologen bestimmte 
Arbeitsunfähigkeit wird während der Arbeitszeit bei Coop nicht quantifiziert, für die 
Arbeit im Migros bei 20 % festgelegt. In der Stellungnahme zum Vorentscheid wird 
das rheumatologische Gutachten in den Vordergrund gestellt, das Gutachten von 
Dr. L.________ fliesst keineswegs in die Beurteilung in Bezug [auf die] 
Arbeitsunfähigkeit bei der Arbeit bei Coop ein. 

2.11.3 Am 31. Oktober 2017 (IV-act. 59-6/7) berichtete Prof. Dr.med. 
S.________ dem Hausarzt der Versicherten (Dr.med. N.________) über die 
angiologische Konsultation vom 18. Oktober 2017. In der Beurteilung hielt er fest, 
bei der Patientin liege ein bekanntes sekundäres Lymphödem am linken Arm 
nach der operativen Sanierung eines Mammakarzinoms inklusive axillären 
Lymphadenektomie und Radiotherapie vor. Er habe der Patientin erklärt, dass 
die von ihr angegebenen Schmerzen nicht durch das Lymphödem per se zu 
erklären seien. Vielmehr müsse eine muskuloskelettale oder neurogene Genese 
angenommen werden, zumal die Patientin von einer Nerven-Verletzung während 
der axillären Dissektion gesprochen habe (IV-act. 59-7/7). Prof. Dr.med. 
S.________ empfahl, eine neurologische Abklärung vorzunehmen. 

2.11.4 Am 27. November 2017 wurde die Versicherte von Dr.med. J.________ 
(Facharzt Neurologie) neurologisch untersucht. Er hielt die folgenden Diagnosen 
fest (IV-act. 61-2/3):

Läsion N. cutaneus brachii posterior li 01/2013
Status nach Lymphknotenausräumung li Axilla 01/2013
Status nach Operation Mammakarzinom 12/2012
Hypercholesterinämie

In seiner Beurteilung gelangte der Neurologe u.a. zum Ergebnis, dass sich eine 
ständige Gefühlsstörung, kombiniert mit einer Hyposensibilität mit 
Hypersensibilität und neuropathischen Schmerzanteilen im zentralen Gebiet des 
dorsalen Oberarms finde. Erwartungsgemäss sei bei diesem rein sensiblen Nerv 
die Kraft normal und auch das EMG des dorsalen Oberarmmuskels sei 
unauffällig. Zwar sei in der Neurographie des N. cutanues antebrachii medialis 

13

eine Amplitudenminderung festzustellen, doch dies sei eher auf das Lymphödem 
zurückzuführen als auf einen neuroanatomischen Zusammenhang. Klinisch 
fände sich keine Hyposensibilität im Ausbreitungsgebiet dieses Nervs und es 
gäbe keine Hinweise auf eine Plexusläsion, welche einmal zu einer 
pathologischen Neurographie des N. cutaneus antebbrachii medialis führen 
könnte. Klinisch handle es sich um eine isolierte Läsion des N. cutanues brachii 
posterior. 

Es werde eine neuropathische Schmerztherapie mit Lyrica 50 mg begonnen, 
welches bei unzureichender Wirkung langsam ausgebaut werden solle. 
Zusätzlich werde Ergotherapie verordnet. Die Hyposensibilität selbst lasse sich 
leider nicht therapeutisch beeinflussen und sei als bleibendes Defizit zu 
beurteilen. 

2.12 Am 6. Februar 2018 nahm der RAD-Arzt Dr.med. K.________ Stellung zu 
den neu eingereichten Berichten der Dres. H.________ / S.________ / 
J.________. Zusammenfassend würden durch die neu vorgelegten 
Untersuchungsbefunde und Stellungnahmen keine neuen Aspekte vorgetragen. 
Auf die Ergebnisse der Begutachtungen von Dr.med. E.________ und Dr.med. 
L.________ sei weiterhin abzustellen. Auch aus der internistisch-onkologischen 
Sicht von Dr.med. K.________ könne der Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit gemäss dem Gutachten von Dr.med. L.________ gefolgt 
werden. Hochgradig repetitive Tätigkeiten mit dem linken Arm, wie sie z.B. im 
Einsatz an einer Scanner-Kasse im Detailhandel üblich seien, sollten vermieden 
werden. Daher sei die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% in der 
angestammten Tätigkeit nachvollziehbar und begründet. Für eine angepasste 
Verweistätigkeit bestehe auch aus internistisch-onkologischer Sicht keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 62-9/9).

3. Eine gerichtliche Würdigung dieser Aktenlage zeitigt die nachfolgenden 
Ergebnisse. 

3.1 Es fällt auf, dass die Versicherte innert Jahresfrist in drei verschiedenen 
Fachdisziplinen separat untersucht und beurteilt wurde. Am 30. November 2016 
erstattete Dr.med. E.________ ein angiologisches Gutachten (IV-act. 33). Am 26. 
April 2017 folgte ein rheumatologisches Gutachten von Dr.med. L.________ (IV-
act. 42). Am 27. November 2017 fand eine neurologische Abklärung durch 
Dr.med. J.________ statt (IV-act. 61-2f/3). Nach der Aktenlage haben sich diese 
drei für eine medizinische Abklärung der Versicherten involvierten Fachärzte 
hinsichtlich der für die Invalidenversicherung unerlässlichen 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht ausgetauscht.

14

3.2 Nach Art. 72bis Abs. 1 IVV sind medizinische Gutachten, an denen drei und 
mehr Fachdisziplinen beteiligt sind, bei einer Gutachterstelle einzuholen, mit wel-
cher das Bundesamt eine Vereinbarung getroffen hat. Die Vergabe der Aufträge 
erfolgt nach dem Zufallsprinzip (Art. 72bis Abs. 2 IVV). Auf der Grundlage des auf 
den 1. März 2012 in Kraft getretenen, neu gefassten Art. 72bis IVV hat das BSV 
das Zuweisungssystem "SuisseMED@P" etabliert, dem alle Gutachteninstitute 
angeschlossen sind, die über eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bun-
desamt verfügen (vgl. BGE 138 V 274 Erw. 1.1). 

3.3.1  Gemäss den Angaben des Neurologen besteht seit der Operation anfangs 
2013 eine Gefühlsstörung auf der Rückseite des linken Oberarms, welche seither 
ständig vorhanden war und seit mehr als drei Jahren keine signifikante klinische 
Besserung zeigte. Es liegt aus neurologischer Sicht eine Läsion des Nervus 
cutaneus brachii posterior links vor (IV-act. 61-2/3). Zu ergänzen ist, dass die 
Versicherte Linkshänderin ist (vgl. Eingabe vom 18.6.2018, S. 1 unten).

3.3.2  Im angiologischen Gutachten vom 30. November 2016 wurde u.a. 
festgehalten, dass der linke Arm stets geschwollen, müde und schwer sowie im 
Bereiche der Ellenbogen-, Schulter- und Brustregion stets schmerzhaft sei. Es 
wurde eine Schwellung der Schulter- und Thoraxregion, des Oberarm- und 
weniger auch des Unterarmbereichs festgestellt. Zudem wurde eine 
Gefühlsstörung im Bereich der Schulter links aufgeführt (IV-act. 33-3/5). Die von 
der Versicherten geklagten Schmerzen konnte Dr.med. E.________ aus 
angiologischer Sicht nicht erklären, weshalb er darauf hinwies, dass diese 
Beschwerden "muskuloskelettaler bzw. neurogener Natur sein" könnten (IV-act. 
33-4/5; der gleichen Auffassung ist auch Prof.Dr.med. S.________ in seiner 
Stellungnahme vom 31. Oktober 2017 an den Hausarzt = IV-act. 59-7/7 unten). 
Besonders ins Gewicht fällt, dass Dr.med. E.________ bei seiner 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung die Beschwerden/ Schmerzen, welche sich nicht mit 
dem Lymphödem erklären lassen, ausdrücklich nicht berücksichtigt hat (IV-act. 
35-3/4 oben).

3.3.3  Zur Beurteilung dieser aus angiologischer Sicht nicht erklärbaren 
Beschwerden empfahl der RAD-Arzt Dr.med. G.________ am 24. Januar 2017 
die Durchführung einer rheumatologischen Begutachtung (IV-act. 35-4/4). 
Weshalb damals nicht auch eine neurologische Abklärung in Betracht gezogen 
wurde, obwohl im angiologischen Gutachten zusätzlich eine neurogene Ursache 
in Betracht gezogen wurde (Erw. 3.3.2), lässt sich den vorinstanzlichen Akten 
nicht entnehmen. Anzufügen ist, dass dieser RAD-Arzt die 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des Angiologen kritisch beurteilte und mutmasste, 

15

dass die rheumatologische Abklärung "zu einer weniger hohen Arbeitsfähigkeit 
führen" dürfte (vgl. IV-act. 39-1/9).

3.3.4  Wie in der Beschwerdeschrift (S. 4, Ziff. 13) zutreffend ausgeführt wurde, 
bekundete Dr.med. L.________ Mühe, aus rheumatologischer Sicht eine 
anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Kassiererin/ 
Kundenbetreuerin in einem Baumarkt (Coop Bau und Hobby) bzw. für eine 
angepasste Verweistätigkeit anzunehmen (IV-act. 42-13/19), obwohl er ein 
chronisches Schmerzsyndrom im Bereich des linken Armes und der linken 
Brustkorbhälfte diagnostizierte. Ob und inwiefern von einer neurogenen Ursache 
für die geklagten Schmerzen auszugehen sei, wurde von Dr.med. L.________ 
weder ansatzweise noch substantiiert thematisiert. Der Argumentation in der 
Beschwerde (S. 4 unten), wonach der rheumatologische Gutachter das Ausmass 
der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ohne Berücksichtigung der erwähnten 
Schmerzproblematik beurteilte, ist beizpflichten. Sodann ist unklar, ob und 
inwiefern die vom Neurologen Dr.med. J.________ in seinem Bericht vom 27. 
November 2017 angeregte neuropathische Schmerztherapie zu einer 
Verbesserung führte bzw. inwiefern dauerhafte Residuen verbleiben (IV-act. 61-
3/3 unten). 

3.4.1  Bei dieser Sachlage wurde je eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus 
angiologischer Sicht sowie eine solche aus rheumatologischer Sicht 
vorgenommen, welche beide für angepasste Verweistätigkeiten keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit annehmen, derweil der konsultierte 
Neurologe noch keine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung abgegeben hat und der 
behandelnde Onkologe sinngemäss für einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% 
plädiert (siehe IV-act. 59-4/7, Mitte; vgl. auch Beschwerdeschrift, S. 3, Ziff. 5, 
wonach die behandelnden Ärzte einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% 
attestieren). 

3.4.2  Nachdem Anhaltspunkte gegeben sind, wonach die vorgebrachten 
Beschwerden/ Schmerzen im linken Arm-/ Schulter-/ Brustbereich von Anfang an 
für eine polydisziplinäre Abklärung gesprochen hätten (vgl. oben, Erw. 3.3.1, 
3.3.2), und innert Jahresfrist auch tatsächlich drei separate Abklärungen durch 
einen Angiologen, einen Rheumatologen sowie einen Neurologen erfolgten, ohne 
dass diese Abklärungspersonen hinsichtlich der massgebenden 
Arbeitsfähigkeitsgrades einen Austausch ihrer aus der eigenen medizinischen 
Disziplin gewonnenen Einschätzung vornahmen, rechtfertigt es sich 
grundsätzlich, die Sache zur Klärung des streitigen Arbeitsfähigkeitsgrades 

16

aufgrund eines polydisziplinären Gutachtens nach Massgabe von Art. 72bis IVV 
an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3.4.3  Anzufügen ist, dass sich die Parteien insofern einig sind, dass die aktuell 
ausgeübte Teilerwerbstätigkeit im Umfange von 50% zumutbar ist. Streitig ist 
hauptsächlich, ob und inwieweit der Versicherten trotz des dargelegten Schmerz-
syndroms im linken Arm-/ Schulter-/ Brustbereich ein höheres Pensum zumutbar 
wäre oder nicht. Soweit sich die Parteien diesbezüglich - beispielwiese 
vergleichsweise im Sinne von Art. 50 ATSG - auf einen etwas höheren 
Arbeitsfähigkeitsgrad als 50% und damit einhergehend beispielsweise auf einen 
Anspruch auf eine Viertelsrente einigen können, versteht sich von selbst, dass 
kein zusätzliches polydisziplinäres Gutachten nach Massgabe von Art. 72bis IVV 
einzuholen wäre. Soweit keine solche einvernehmliche Lösung möglich sein 
sollte, bliebe es dabei, dass im konkreten Fall ein nach Massgabe von Art. 72bis 
IVV eingeholtes polydisziplinäres Gutachten als geboten erscheint.

3.4.4  Diesem Rückweisungsergebnis entsprechend kann dem in der Eingabe 
vom 18. Juni 2018 enthaltenen Begehren um Zusprechung einer vorläufigen 
halben Rente nicht entsprochen werden.

4. Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu weiterer Abklärung und 
neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) gilt nach ständiger Praxis für die 
Frage der Auferlegung der Gerichtskosten (wie auch der Zusprechung einer 
Parteientschädigung) als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei, und zwar 
unabhängig davon, ob die Rückweisung überhaupt beantragt oder ob das 
entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wurde (vgl. 
u.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_78/2009 vom 31.8.2010, teilw. publ. in BGE 
136 II 393ff. Erw. 12.1, mit Verweis auf BGE 132 V 235 Erw. 6.1). 
Dementsprechend werden die Verfahrenskosten der Vorinstanz auferlegt, 
derweil die Beschwerdeführerin Anspruch auf Rückzahlung des von ihr bezahlten 
Kostenvorschusses hat. 

Zudem wird der Beschwerdeführerin zu Lasten der Vorinstanz eine 
Parteientschädigung zugesprochen. In Beachtung des kantonalen 
Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411), welcher für das 
Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in § 15 GebTRA einen 
Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht sowie unter Beachtung der in § 2 
GebTRA enthaltenen Kriterien (Wichtigkeit der Streitsache, Schwierigkeit, 
Umfang und der Art der Arbeitsleistung, notwendiger Zeitaufwand) und in 
Ausübung des pflichtgemässen Ermessens ist das Honorar (inkl. Auslagen und 
MwSt) auf Fr. 2‘000.-- festzulegen.

17

18

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-
gung vom 28. Februar 2018 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz 
zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwägungen vorgehen und 
neu über den Leistungsanspruch befinden kann.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz 
auferlegt. Diese Kosten werden zahlungsverkehrsmässig so abgewickelt, 
dass das Verwaltungsgericht den von der Beschwerdeführerin einbezahlten 
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- einbehält und ihr (bzw. ihrer Rechtsvertre-
terin) Fr. 500.-- durch die Vorinstanz zu bezahlen sind. 

3. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung von Fr. 2‘000.-- zugesprochen (Auszahlung an die Rechtsvertrete-
rin).

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 9. August 2018

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 5. September 2018