# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9f4fbe3-4401-5e0f-b7af-5f0991013879
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.07.2018 ZK1 2016 197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2016-197_2018-07-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 19. Juli 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 16 196 17. September 2018
ZK1 16 197

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
RichterInnen Schnyder und Pedrotti
Aktuar Nydegger

In den zivilrechtlichen Berufungen

der X._____, Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luca Ten-
chio, Obere Plessurstrasse 36, 7000 Chur (ZK1 16 196),

und

des Y._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius 
Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur (ZK1 16 197),

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 1. November 
2016, mitgeteilt am 13. Dezember 2016, in Sachen der Parteien,

betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen im Ehescheidungsverfahren,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 58

I. Sachverhalt

A. X._____, geboren am _____ 1960, von O.1_____, und Y._____, geboren 
am _____ 1958, von O.1_____, haben am _____ 1984 vor dem Zivilstandsamt 
O.2_____ geheiratet. Aus der Ehe sind die Kinder A._____, geboren am _____ 
1985, B._____, geboren am _____ 1988, und C._____, geboren am _____ 1991, 
hervorgegangen. Die Ehegatten haben sich anfangs 2013 getrennt. X._____ be-
zog per 1. Januar 2013 eine Mietwohnung in O.5_____, während Y._____ im ehe-
lichen Wohnhaus in O.3_____ verblieb. Kurz nach der Trennung unterbreitete 
Y._____ seiner Ehefrau einen Vereinbarungsentwurf. Obwohl sie diesen nicht un-
terzeichnete, überwies er ihr in der Folge jeden Monat den im Entwurf vorgesehe-
nen Unterhaltsbeitrag von CHF 3'500.00.

B. Am 9. Januar 2015 reichte Y._____ beim Bezirksgericht Plessur (seit 1. 
Januar 2017: Regionalgericht Plessur) gestützt auf Art. 114 ZGB die Scheidungs-
klage ein (Proz. Nr. _____). Nachdem anlässlich der Einigungsverhandlung vom 
12. Februar 2015 festgestellt worden war, dass sich die Parteien über den Schei-
dungspunkt einig seien, hinsichtlich des nachehelichen Unterhalts und der güter-
rechtlichen Auseinandersetzung aber Differenzen bestünden, setzte der Präsident 
des Bezirksgerichts Plessur der Ehefrau gleichentags Frist zur Einreichung und 
Begründung ihrer Scheidungsanträge. Mit Eingabe vom 31. März 2015 kam 
X._____ dieser Aufforderung nach. Mit derselben Eingabe beantragte sie den Er-
lass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens, wo-
bei sie folgende Rechtsbegehren stellte:

1. Der Kläger sei zu verpflichten, ab 1. April 2014 an den laufenden Un-
terhalt der Beklagten CHF 7'105.00 / Monat zu bezahlen unter Ver-
rechnung ab 1. April 2014 der Beklagten bereits überwiesener Unter-
haltsbeiträge.

2. Der Kläger sei zu verpflichten, dem Rechtsbeistand der Beklagten auf 
sein Postkonto Nr. _____ CHF 10'000.-- als aussergerichtliche Ent-
schädigung zu überweisen.

3. Das Grundbuchamt des Kantons Glarus, Zwinglistrasse 6, 8750 Gla-
rus sei gerichtlich anzuweisen, eine Verfügungsbeschränkung betr. 
Grundstück Nr. _____ im GB O.3_____ nach Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 
ZGB derart vorzumerken, dass über das genannte Grundstück nicht 
ohne Zustimmung der Beklagten verfügt werden darf.

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich MwSt.), vorerst 
bei der Prozedur, und danach zulasten des Klägers.

Ziff. 3 hiervor sei superprovisorisch anzuordnen.

Seite  3 — 58

C. Mit superprovisorischem Entscheid vom 7. April 2015 ordnete der Einzel-
richter am Bezirksgericht Plessur die beantragte Vormerkung einer Verfügungsbe-
schränkung an. Gleichentags wurde Y._____ Frist zur Klageantwort und Stellung-
nahme betreffend vorsorgliche Massnahmen angesetzt. Mit Klageantwort vom 11. 
Mai 2015 stellte er in Bezug auf die beantragten vorsorglichen Massnahmen fol-
gende Rechtsbegehren:

1. Sämtliche Begehren seien abzuweisen, soweit darauf überhaupt ein-
getreten werden kann.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuchsteller-
in.

D. Am 11. Juli 2015 reichte X._____ ihre Replik zu den Scheidungsanträgen 
ein. Darin hielt sie an ihrem Begehren auf Erlass vorsorglicher Massnahmen fest 
und beantragte zusätzlich, den Ehemann superprovisorisch zu verpflichten, ihr in 
Anrechnung an ihre Ansprüche einen Betrag von CHF 8'859.82 für das offene 
Anwaltshonorar zu überweisen. Mit Verfügung vom 29. Juli 2015 lehnte der Ein-
zelrichter am Bezirksgericht Plessur eine superprovisorische Anordnung ab und 
setzte dem Ehemann Frist, um eine Stellungnahme im Verfahren betreffend vor-
sorgliche Massnahmen einzureichen. Dieser Aufforderung kam Y._____ mit Ein-
gabe vom 10. August 2015 nach, wobei er nebst der Abweisung des Gesuches 
beantragte, X._____ sei zu verpflichten, unverzüglich den Hausschlüssel für das 
Wohnhaus in O.3_____ herauszugeben. Mit seiner Stellungnahme reichte er meh-
rere Auszüge aus dem E-Mail-Verkehr zwischen X._____ und D._____ aus der 
Zeit von Oktober bis Dezember 2012 ein.

E. Mit Entscheid vom 17. August 2015, mitgeteilt am 27. August 2015, erkann-
te der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur im Massnahmeverfahren (Proz. Nr. 
135-2015-264), was folgt:

1. a) Y._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von X._____ mit Wirkung 
ab 1. April 2015 monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats, einen Betrag von CHF 5'750.00 zu bezahlen.

     b) Y._____ wird für berechtigt erklärt, die X._____ seit 1. April 2015 be-
reits überwiesenen Unterhaltsbeiträge mit den Unterhaltsbeiträgen 
gemäss Ziffer 1/a zu verrechnen.

2. X._____ wird verpflichtet, Y._____ den sich allenfalls noch bei ihr be-
findlichen Hausschlüssel zum vormals ehelichen Wohnhaus an der 
_____strasse 18 in O.3_____ innert 10 Tagen nach Vollstreckbarkeit 
dieses Entscheides herauszugeben.

3. Die mit Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 
7. April 2015 superprovisorisch angeordnete Vormerkung einer Ver-
fügungsbeschränkung auf dem Grundstück Nr. _____ im Grundbuch 
O.3_____ mit folgendem Wortlaut:

Seite  4 — 58

"Rechtsgeschäfte bezüglich dieses Grundstückes zur Eintragung im 
Grundbuch bedürfen der Zustimmung der Ehefrau X._____ wird 
bestätigt.

4. Der Antrag von X._____ auf Leistung eines Prozesskostenvorschus-
ses wird abgewiesen.

5. a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 2'100.00 (Entscheidgebühr [in-
kl. Kosten Grundbuchamt]) gehen im Umfang von CHF 1'575.00 (3/4) 
zu Lasten von Y._____ und im Umfang von CHF 525.00 (1/4) zu Las-
ten von X._____. Sie sind dem Bezirksgericht innert 30 Tagen mit 
den beiliegenden Einzahlungsscheinen zu bezahlen.

    b) Y._____ hat X._____ eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 
1'468.40 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

6. [Rechtsmittelbelehrung]

7. [Mitteilung]

F. Gegen diesen Entscheid erhoben beide Ehegatten Berufung an das Kan-
tonsgericht von Graubünden. Mit Urteil vom 7. Juli 2016, mitgeteilt am 8. Juli 2016, 
wurde die Berufung von X._____ (ZK1 15 125) dahingehend entschieden, als der 
angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zur Neuentscheidung im Sin-
ne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde. Die Berufung von 
Y._____ (ZK1 15 124) wurde als gegenstandslos geworden vom Geschäftsver-
zeichnis abgeschrieben. Die I. Zivilkammer war zum Schluss gekommen, dass der 
Vorderrichter das rechtliche Gehör von X._____ in schwerwiegender Weise ver-
letzt hat, indem er seinen Entscheid auf Vorbringen und Beweismittel des Ehe-
mannes stützte, zu welchen sich die Ehefrau vor Erlass des Entscheides nicht hat-
te äussern können.     

G. Am 12. September 2016 fand vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht 
Plessur eine mündliche Verhandlung statt, an welcher sowohl die strittigen Punkte 
des Scheidungsverfahrens (Proz. Nr. _____) als auch die beantragten vorsorgli-
chen Massnahmen besprochen wurden. X._____ reichte eine schriftliche Stel-
lungnahme ein, mit welcher sie ihre bisherigen Rechtsbegehren in Anlehnung an 
die mit ihrer Berufung (ZK1 15 125) gestellten Anträge wie folgt abänderte:

Seite  5 — 58

a) Materielle Begehren

1. a) Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau mit Wirkung ab dem 1. 
April 2014 monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines Monats, 
einen Unterhaltsbeitrag von CHF 7'100.00 zu bezahlen.

    b) Für die einmalige Zusatzsteuerlast (wohl im 2016) zufolge der pro 
2014 und 2015 durch den Ehemann an die Ehefrau auszurichtenden 
Differenzbeträge zwischen den ihr effektiv ausgerichteten und ihr 
gemäss Ziff. 1 hiervor zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge vom 1. 
April 2014 bis 31. Dezember 2015 sei der Ehemann zusätzlich zu 
verpflichten, der Ehefrau einen einmaligen Zusatzunterhalt von CHF 
16'367.70 zu bezahlen.

    c) Der Ehemann sei zu [recte: für] berechtigt zu erklären, die der Ehe-
frau seit 1. April 2014 bereits überwiesenen Unterhaltsbeiträge mit 
[den] unter Ziff. 1a festgesetzten Unterhaltsbeiträgen zu verrechnen.

2. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen Anwaltskosten-
vorschuss von CHF 20'000.00 für die bisherigen Aufwendungen im 
ordentlichen Ehescheidungsverfahrens sowie sämtliche Aufwendun-
gen im vorsorglichen Verfahren zu bezahlen.

3. Der Ehemann sei zu verpflichten, sämtliche Gerichtskosten des erst-
instanzlichen vorsorglichen Massnahmeverfahrens zu bezahlen.

4. Der Ehemann sei zu verpflichten, die Ehefrau aussergerichtlich für 
das erstinstanzliche Massnahmeverfahren mit total CHF 5'000.00 (in-
kl. MWSt.) zu entschädigen.

b) Prozessuale Rechtsbegehren

Es seien die vom Ehemann mit seiner Eingabe vom 10. August 2015 
offerierten klägerischen Beilagen Nr. 11-17, enthaltend den höchst-
persönlichen privaten E-Mail Verkehr zwischen der Berufungsklägerin 
[recte: Gesuchstellerin] und D._____, aufgrund Erlangung durch wi-
derrechtliche Persönlichkeitsverletzung i.S.v. Art. 28 ZGB gestützt auf 
Art. 152 Abs. 2 ZPO aus dem Recht zu weisen.

Auch Y._____ erneuerte sinngemäss die mit seiner Berufung (ZK1 15 124) ge-
stellten Rechtbegehren und beantragte somit, was folgt:

1. Es sei festzustellen, dass die Gesuchstellerin mit Wirkung ab 01. Sep-
tember 2015 keinen Anspruch auf Unterhaltszahlungen mehr hat.

2. Eventualiter sei der vom Ehemann zu bezahlende Unterhaltsbeitrag 
mit Wirkung ab 01. September 2015 auf maximal CHF 1'000.00 pro 
Monat festzusetzen.

Bezüglich des weiteren Vorgehens wurde vereinbart, dass vor Erlass eines erneu-
ten Massnahmeentscheides die aufgerufenen Zeugen D._____ und E._____ be-
fragt würden.

H. Nachdem D._____ zur Zeugeneinvernahme vorgeladen wurde, teilte er 
dem Gericht mit Schreiben vom 24. Oktober 2016 mit, er werde nicht zur Einver-
nahme erscheinen, und äusserte sich stattdessen schriftlich zur Scheidungsange-

Seite  6 — 58

legenheit X./Y._____. Das Schreiben wurde den Parteien am 27. Oktober 2016 
zur Kenntnis weitergeleitet.

Die Zeugeneinvernahme von E._____ fand am 1. November 2016 im Beisein der 
Parteien sowie ihrer Rechtsvertreter statt.

I. Am 31. Oktober 2016, eingegangen am 2. November 2016, reichte D._____ 
beim Bezirksgericht Plessur seinen Niederlassungsausweis der Gemeinde 
O.4_____ ein. Der Rechtsvertreter von X._____ reichte am 4. November 2016 ein 
weiteres Schreiben ein, mit welchem er die im Scheidungsverfahren mit Bezug auf 
das Einkommen des Ehemannes gestellten Beweisanträge (Edition der Ge-
schäftsabschlüsse 2010-2015 der F._____ sowie der Lohnausweise 2010-2015 
verschiedener Geschäftsleitungsmitglieder) erneuerte. Diese Dokumente wurden 
den Parteien mit Schreiben vom 25. November 2016 zur Kenntnis gebracht.

J. Mit Entscheid vom 1. November 2016, mitgeteilt am 13. Dezember 2016, 
entschied der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur, wie folgt:

1. a) Y._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von X._____ mit Wirkung 
ab 1. April 2015 monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats, einen Beitrag von CHF 5'880.00 zu bezahlen.

    b) Y._____ wird für berechtigt erklärt, die X._____ seit 1. April 2015 be-
reits überwiesenen Unterhaltsbeiträge mit den Unterhaltsbeiträgen 
gemäss Ziffer 1/a zu verrechnen.

2. X._____ wird verpflichtet, Y._____ den sich allenfalls noch bei ihr be-
findlichen Hausschlüssel zum vormals ehelichen Wohnhaus an der 
_____strasse 18 in O.3_____ innert 10 Tagen nach Vollstreckbarkeit 
dieses Entscheides herauszugeben.

3. Die mit Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 
7. April 2015 superprovisorisch angeordnete Vormerkung einer Ver-
fügungsbeschränkung auf dem Grundstück Nr. _____ im Grundbuch 
O.3_____ mit folgendem Wortlaut:

"Rechtsgeschäfte bezüglich dieses Grundstückes zur Eintragung im 
Grundbuch bedürfen der Zustimmung der Ehefrau X._____"

wird bestätigt.

4. Im Übrigen wird das Gesuch abgewiesen.

5. a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 2'100.00 (Entscheidgebühr [in-
kl. Kosten Grundbuchamt]) gehen je hälftig zu Lasten von X._____ 
und von Y._____. Sie sind dem Bezirksgericht innert 30 Tagen mit 
den beiliegenden Einzahlungsscheinen zu bezahlen.

    b) X._____ und Y._____ schulden sich für das vorliegende Verfahren 
gegenseitig keine Parteientschädigung.

6. [Rechtsmittelbelehrung]

Seite  7 — 58

7. [Mitteilung]

K. Dagegen erhob X._____ (nachfolgend: Berufungsklägerin) mit Eingabe vom 
23. Dezember 2016 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden (ZK1 16 
196) und beantragte, was folgt:

1. Ziff. 1 lit. a des Dispositivs des angefochtenen Entscheides sei aufzu-
heben und dahingehend abzuändern, dass Y._____ verpflichtet werde, 
an den Unterhalt von X._____ mit Wirkung ab 1. April 2014 monatlich 
im Voraus, jeweils auf den Ersten des Monats, einen Betrag von CHF 
7'100 / Monat zu bezahlen.

2. Ziff. 1 lit. b des Dispositivs des angefochtenen Entscheides sei für den 
Fall der Gutheissung von Ziff. 1 hiervor dahingehend abzuändern, 
dass Y._____ als berechtigt erklärt werde, die seit 1. April 2014 bereits 
überwiesenen Unterhaltsbeiträge mit den Unterhaltsbeiträgen gemäss 
Ziff. 1 lit. a zu verrechnen.

3. Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Entscheides sei aufzuheben

a. für den Fall der Gutheissung von Ziff. 1 hiervor:

und Y._____ zu verpflichten, der Berufungsklägerin CHF 27'600 für die 
zusätzlich einmalig anfallende Steuerlast im Jahre 2017 für die im 
Steuerjahr 2017 zu versteuernde Differenz zwischen den seit 1. April 
2014 bezahlten Unterhaltsbeiträgen und den gemäss Ziff. 1 hiervor 
geschuldeten und 2017 zu bezahlenden Unterhaltsbeiträgen zu bezah-
len;

und

b. für den Fall der Abweisung von Ziff. 1 hiervor:

Y._____ zu verpflichten, der Berufungsklägerin CHF 20'000.- (inkl. 
MwSt) an Gerichtskostenvorschuss für die Aufwendungen bis 12. Sep-
tember 2016 zu bezahlen.

4. Für den Fall der Gutheissung von Ziff. 1 hiervor sei Ziff. 5 lit. a des 
Dispositivs des angefochtenen Entscheides aufzuheben und der Beru-
fungskläger zu verurteilen, die Gerichtsfolgen [gemeint wohl: Gerichts-
kosten] für das vorinstanzliche Verfahren vollumfänglich zu tragen. 
Ferner sei Ziff. 5 lit. b des Dispositivs des angefochtenen Entscheides 
aufzuheben und der Berufungsbeklagte zu verpflichten, die Beru-
fungsklägerin für das vorinstanzliche Verfahren mit CHF 21'265.43 (in-
kl. MwSt) aussergerichtlich zu entschädigen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich MwSt), 
zulasten des Berufungsbeklagten.

Mit der Berufungsschrift legte sie neue Urkunden (Krankenversicherungspolicen 
2017, Steuerberechnungen für die Jahre 2013-2017) ein. Zudem wiederholte sie 
den vor erster Instanz gestellten Antrag, bei der F._____ die Bilanzen und Erfolgs-
rechnungen der Jahre 2010 bis 2015 edieren zu lassen.

Seite  8 — 58

L. Am 23. Dezember 2016 erhob auch Y._____ (nachfolgend: Berufungsklä-
ger) Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden (ZK1 16 197) und stellte 
folgende Rechtsbegehren:

1. Die Ziff. 1, lit. a und Ziff. 5 des Dispositivs des angefochtenen Ent-
scheides seien aufzuheben.

2. Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger seinen Unterhaltsver-
pflichtungen bis und mit 01. September 2015 vollumfänglich nachge-
kommen ist.

Es sei festzustellen, dass die Gesuchstellerin und heutige Berufungs-
beklagte mit Wirkung ab 01. September 2015 keinen Anspruch auf Un-
terhaltszahlungen mehr hat.

Eventualiter sei der vom Ehemann zu bezahlende Unterhaltsbeitrag 
mit Wirkung ab 01. September 2015 auf maximal CHF 1'000.00 pro 
Monat festzusetzen.

3. Der Ehemann sei für berechtigt zu erklären, die seit 01. September 
2015 zuviel bezahlten Unterhaltszahlungen von der Gesuchstellerin 
und heutigen Berufungsbeklagten zurückzufordern, resp. mit allfälligen 
Forderungen der Ehefrau aus Güterrecht zu verrechnen.

4. Die Kosten des Bezirksgerichts Plessur seien der Gesuchstellerin und 
Berufungsbeklagten aufzuerlegen, welche zudem zu verpflichten sei, 
den Berufungskläger für das Verfahren vor Bezirksgerichtspräsidium 
Plessur mit CHF 7'000.00, zuzüglich 8% MwSt., allenfalls mit einem 
Betrag nach richterlichem Ermessen, zu entschädigen.

5. Der Berufung sei in der Weise aufschiebende Wirkung zu erteilen, als 
dass der Berufungskläger seiner Ehefrau weiterhin den gemäss Ent-
scheid vom 17./27. August 2015 festgelegten Unterhaltsbeitrag in 
Höhe von CHF 5'750.00 bezahlt, hingegen nicht verpflichtet werden 
kann, den neu festgelegten Betrag in Höhe von CHF 5'880.00 zu be-
zahlen und insbesondere nicht, die Differenz des Betrages seit 01. 
April 2015 nachzubezahlen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren 
zulasten der Berufungsbeklagten.

M. Mit Berufungsantwort vom 31. Dezember 2016 (Poststempel: 3. Januar 
2017) beantragte die Berufungsklägerin die Abweisung der Berufung des Beru-
fungsklägers, unter Kosten und Entschädigungsfolge. Zudem stellte sie das Be-
gehren, dass die beiden Berufungsverfahren gestützt auf Art. 125 lit. c ZPO zu 
vereinigen seien.

N. Mit Berufungsantwort vom 13. Januar 2017 beantragte der Berufungsklä-
ger, die Berufung der Berufungsklägerin sei abzuweisen, soweit auf diese einge-
treten werden könne, und seine Berufung sei gutzuheissen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. Zudem stellte er folgende Beweisanträge:

Seite  9 — 58

4.1 Es sei der Lohnausweis 2016, ausgestellt am 09. Januar 2017, zu den 
Akten zu nehmen.

4.2 Die Ehefrau sei zu verpflichten, sämtliche Bankauszüge seit 01. Janu-
ar 2013 bis 31. Dezember 2016 vorzulegen.

O. Mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 19. Januar 2017 
wurden die beiden Berufungsverfahren ZK1 16 196 und ZK1 16 197 gestützt auf 
Art. 125 lit. c ZPO vereinigt. Der Antrag des Berufungsklägers um aufschiebende 
Wirkung wurde dahingehend gutgeheissen, als die Vollstreckbarkeit der Unter-
haltsbeiträge für die Zeit vor dem 1. Januar 2017 aufgeschoben wurde. Im Übrigen 
wurde der Antrag abgewiesen.

P. Mit Stellungnahme vom 9. Februar 2017 hielt die Berufungsklägerin an ih-
ren in der Berufung gestellten Rechtsbegehren fest und beantragte, die in der Be-
rufungsantwort des Berufungsklägers vom 13. Januar 2017 gestellten Rechtsbe-
gehren seien abzuweisen. In teilweiser Erfüllung des mit der Berufungsantwort 
gestellten Editionsantrages reichte sie ein Schreiben der G._____ vom 8. Februar 
2017 mit Kopien sämtlicher Gutschriftsanzeigen für die von D._____ getätigten 
Überweisungen seit Januar 2013 zu den Akten. 

Q. Am 16. Februar 2017 reichte der Berufungskläger ein weiteres Schreiben 
ein, in welchem er die Ausführungen in der Stellungnahme der Berufungsklägerin 
vom 9. Februar 2017 bestritt.

R. Mit Eingabe vom 23. Februar 2017 ergänzte die Berufungsklägerin unter 
Verweis auf das neue eheliche Vorsorgerecht ihre mit der Berufung gestellten 
Rechtsbegehren unter den Ziffern 1 und 3a insofern, als der ihr zugesprochene 
Unterhaltsbeitrag ab 1. Januar 2017 um monatlich CHF 1'711.10 zu erhöhen sei 
und ihr für die auf den nachzuzahlenden Unterhaltbeiträgen zusätzlich anfallende 
Steuerlast ein Betrag von CHF 29'000.00 zuzusprechen sei. 

S. Mit Stellungnahme vom 2. März 2017 beantragte der Berufungskläger, was 
folgt:

1. Auf die Novumeingabe vom 23. Februar 2017 sei nicht einzutreten; 
eventualiter seien die Begehren abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungskläge-
rin.

T. Am 16. März 2017 überbrachte die Berufungsklägerin dem Kantonsgericht 
ein von ihr persönlich verfasstes Schreiben, in welchem sie auf einzelne Punkte in 
der gegnerischen Stellungnahme vom 2. März 2017 einging. 

Seite  10 — 58

U. Mit Schreiben vom 19. März 2018 reichte die Berufungsklägerin weitere 
Urkunden (neuer Mietvertrag, Mietzinsanpassung, Auflistung Gutschriften D._____ 
2017, Steuererklärung 2017) ein, zu denen der Berufungskläger mit Schreiben 
vom 19. März 2018 Stellung nahm. Dabei zog er den mit seiner Berufung gestell-
ten Eventualantrag, wonach der vom Ehemann zu bezahlende Unterhaltsbeitrag 
mit Wirkung ab 1. September 2015 auf maximal CHF 1'000.00 pro Monat festzu-
setzen sei, für die Zeit ab 1. Januar 2018 zurück.

V. Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochtenen Ent-
scheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Entscheide betreffend vorsorgliche Massnahmen im Ehescheidungsverfah-
ren werden vom Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht (ab 1. Januar 2017: 
vom Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht) im summarischen Verfahren 
getroffen (vgl. Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO und Art. 4 Abs. 1 lit. a 
des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 
320.100]). Gegen solche Entscheide kann - unter der Voraussetzung, dass eine 
nicht vermögensrechtliche Streitigkeit vorliegt oder der Streitwert im Falle einer 
vermögensrechtlichen Streitigkeit den Betrag von CHF 10'000.00 übersteigt - Be-
rufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO an das Kantonsgericht von Graubünden er-
hoben werden (Art. 308 Abs. 1 lit. b u. Abs. 2 ZPO, Art. 7 Abs. 1 EGzZPO). Inner-
halb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen auf 
dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 lit. a der 
Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]).

1.2. Die Berufung gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen Ent-
scheid ist innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids schrift-
lich und begründet einzureichen, wobei der angefochtene Entscheid beizulegen ist 
(Art. 311 ZPO i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO). Der vorliegend angefochtene Ent-
scheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur vom 1. Novem-
ber 2016 wurde den Parteien am 13. Dezember 2016 mitgeteilt. Die dagegen er-
hobenen Berufungen jeweils vom 23. Dezember 2016 erweisen sich demzufolge 
als fristgerecht und entsprechen überdies den an sie gestellten Formerfordernis-
sen. Sie haben einzig die (vorsorgliche) Unterhaltspflicht des Berufungsklägers (im 
Folgenden als Ehemann bezeichnet) gegenüber der Berufungsklägerin (im Fol-
genden als Ehefrau bezeichnet) - unter Einschluss seiner Verpflichtung zur Bezah-

Seite  11 — 58

lung eines Anwaltskostenvorschusses für das Scheidungsverfahren - zum Gegen-
stand, so dass eine rein vermögensrechtliche Angelegenheit vorliegt. Dabei ist in 
Anbetracht der vor erster Instanz strittig gebliebenen Begehren der Ehefrau die 
Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 offenkundig erreicht. Auf die Berufungen ist 
daher grundsätzlich einzutreten. 

1.3.1. Gemäss Art. 310 ZPO können mit Berufung die unrichtige Rechtsanwen-
dung (lit. a) und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend ge-
macht werden. Die Berufungsinstanz verfügt mithin über eine vollständige Über-
prüfungsbefugnis der Streitsache und kann das erstinstanzliche Urteil sowohl auf 
rechtliche wie tatsächliche Mängel hin überprüfen. Dies bedeutet aber nicht, dass 
die Berufungsinstanz gehalten ist, von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichts-
behörde alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, 
wenn die Parteien diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Sie hat sich - ab-
gesehen von offensichtlichen Mängeln - grundsätzlich auf die Beurteilung der in 
der schriftlichen Begründung (Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das 
erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die Bean-
standungen am angefochtenen Entscheid haben die Parteien innert der Beru-
fungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen; ein allfälliger zweiter 
Schriftenwechsel oder die Ausübung des Replikrechts dienen nicht dazu, die bis-
herige Kritik zu vervollständigen oder gar neue vorzutragen (BGE 142 III 413 E. 
2.2.4 mit weiteren Hinweisen).

1.3.2. Vorliegend war der ordentliche Schriftenwechsel im Berufungsverfahren mit 
der Erstattung der Berufungsantworten grundsätzlich abgeschlossen. Vorbehalten 
blieb einzig die Einreichung allfälliger Bemerkungen zu neuen Vorbringen und 
Beweismitteln der Gegenpartei, wozu sich in der Folge nur der Rechtsvertreter der 
Ehefrau veranlasst sah und bei dieser Gelegenheit auch vom allgemeinen Replik-
recht Gebrauch machte (vgl. ZK1 16 196, act. A.3). Der Rechtsvertreter des Ehe-
mannes beschränkte sich auf eine Bestreitung der gegnerischen Ausführungen in 
der Replik und verzichtete auf eigene Ausführungen (vgl. ZK1 16 196, act. A.4). 
Erst nachdem die Ehefrau mit Eingabe vom 23. Februar 2017 (ZK1 16 196, act. 
A.5) ihre Berufungsbegehren ergänzt hatte, liess er sich nochmals zu den bereits 
bekannten Streitpunkten vernehmen. Soweit seine Stellungnahme (ZK1 16 196, 
act. A.6) über das Thema der Noveneingabe hinausgeht, muss sie daher unbe-
achtlich bleiben. Dementsprechend ist auch die dazu eingegangene persönliche 
Stellungnahme der Ehefrau (ZK1 16 196, act. A.7) nicht mehr zu berücksichtigen.

Seite  12 — 58

1.4.1. Noven werden im Berufungsverfahren unter den Voraussetzungen von Art. 
317 Abs. 1 ZPO zugelassen (BGE 138 III 625 = Pra 2013 Nr. 26). Nach dieser 
Bestimmung werden neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur 
noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 
lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorge-
bracht werden konnten (317 Abs. 1 lit. b ZPO). Praxisgemäss ist zwischen echten 
und unechten Noven zu unterscheiden. Echte Noven sind Tatsachen und Be-
weismittel, die (erst) nach dem Ende der Hauptverhandlung des erstinstanzlichen 
Verfahrens - genauer nach dem Zeitpunkt, in welchem Tatsachen und Beweismit-
tel vor erster Instanz letztmals vorgebracht werden konnten, bei Geltung der Un-
tersuchungsmaxime also nach dem Beginn der Urteilsberatung (Art. 229 Abs. 3 
ZPO) - entstanden sind. Sie sind im Berufungsverfahren grundsätzlich immer 
zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorgebracht werden. Un-
echte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die bereits bei Ende der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung - respektive bei Beginn der Urteilsberatung - vor-
handen waren. Ihre Zulassung wird im Berufungsverfahren weitergehend insofern 
eingeschränkt, als sie ausgeschlossen sind, wenn sie bei Beachtung zumutbarer 
Sorgfalt bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätten vorgebracht werden können 
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 5.1; Mar-
tin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Band II, Art. 150–352 ZPO, Art. 400–406 ZPO, Bern 2012, N 
4 ff. zu Art. 317 ZPO). 

1.4.2. Die Voraussetzungen der Berücksichtigung jedes neuen Vorbringens und 
jedes neuen Beweismittels hat diejenige Partei zu beweisen, welche sich auf das 
betreffende Novum beruft. Mit anderen Worten hat die novenwillige Partei zu sub-
stantiieren und zu beweisen, dass ihr Vorbringen unverzüglich erfolgt ist und dass 
ein Einbringen trotz zumutbarer Sorgfalt nicht bereits vor der Vorinstanz möglich 
war. Eine Begründung ist nur dann nicht erforderlich, wenn die Zulässigkeit der 
Noven offenkundig und unzweifelhaft ist (Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/
Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], 
3. Aufl., Basel 2017, N 10 zu Art. 317 ZPO; Thomas Alexander Steininger, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], 
Kommentar, Art. 197‒408 ZPO, 2. Auflage, Zürich 2016, N 5 und N 7 zu Art. 317 
ZPO). Ob die Voraussetzungen für die Einbringung neuer Tatsachen und Be-
weismittel gegeben sind, hat das Berufungsgericht grundsätzlich von Amtes we-
gen zu prüfen. Eine solche Prüfung kann sich indessen erübrigen, wenn im Beru-
fungsverfahren durch eine Partei - sei dies von sich aus oder in (teilweiser) Erfül-

Seite  13 — 58

lung eines Auskunfts- bzw. Editionsbegehrens der Gegenpartei - neue Tatsachen 
vorgebracht und durch Urkunden belegt werden, auf welche sich in der Folge auch 
die Gegenpartei stützt und diese sich folglich gegen die entsprechende Einlage 
nicht zur Wehr setzt. Ein solches Verhalten ist der (expliziten) Zustimmung der 
Gegenpartei zur Einbringung des Novums gleichzusetzen, an welche das Beru-
fungsgericht bei Geltung der (beschränkten) Untersuchungsmaxime zwar nicht 
gebunden ist, von diesem aber gleichwohl berücksichtigt werden kann (vgl. dazu 
Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, 
N 26 zu Art. 317 ZPO). 

1.4.3. Soweit die Parteien im vorliegenden Berufungsverfahren neue Tatsachen 
und Beweismittel vorgebracht haben, ist auf die Frage der prozessualen Zulässig-
keit im entsprechenden Sachzusammenhang einzugehen. 

2.1. Nach Art. 276 Abs. 1 ZPO sind beim Erlass vorsorglicher Massnahmen die 
Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft 
sinngemäss anwendbar. Massgeblich sind demzufolge die Vorschriften über das 
summarische Verfahren, unter Vorbehalt der Art. 272 und 273 ZPO (Art. 271 ZPO; 
Thomas Sutter-Somm/Flora Stanischewski, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. 
Aufl., Zürich 2016, N 41 zu Art. 276 ZPO; Marcel Leuenberger, in: Schwen-
zer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: Anhänge, 3. Aufl., Bern 
2017, N 17 Anh. ZPO Art. 276). Nach Art. 272 ZPO stellt das Gericht den Sach-
verhalt von Amtes wegen fest. Zur Anwendung gelangt damit der sogenannte be-
schränkte oder soziale Untersuchungsgrundsatz. Dabei hat das Gericht durch ent-
sprechende Fragen und Aufforderungen auf die Vervollständigung des Sachver-
halts hinzuwirken. Es obliegt indes in erster Linie den Parteien, die rechtserhebli-
chen Tatsachen darzulegen und die nötigen Beweismittel zu nennen (eingehend 
dazu Claudia M. Mordasini-Rohner, Gerichtliche Fragepflicht und Untersuchungs-
maxime in familienrechtlichen Verfahren, in: recht 2014, S. 20 ff.; Thomas Sutter-
Somm/Yannick Sean Hostettler, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 11 f. u. N 14 zu Art. 272 ZPO; Stefanie Pfänder Baumann, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], 
Kommentar, Art. 197‒408 ZPO, 2. Aufl., Zürich 2016, N 5 zu Art. 272 ZPO).

2.2. Was das Beweismass betrifft, so genügt hinsichtlich der behaupteten Tat-
sachen das blosse Glaubhaftmachen (Urteil des Bundesgerichts 5A_1003/2014 

Seite  14 — 58

vom 26. Mai 2015, E. 3; Sutter-Somm/Hostettler, a.a.O., N 12 zu Art. 271 ZPO; 
Leuenberger, a.a.O., N 17 Anh. ZPO Art. 276). Es braucht somit nicht die volle 
Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein dieser Tatsachen herbeigeführt zu 
werden, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür spricht, 
auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht ver-
wirklicht haben könnten. Demnach darf das Gericht weder blosse Behauptungen 
genügen lassen noch einen stichhaltigen Beweis verlangen (BGE 130 III 321 E. 
3.3; 120 II 393 E. 4c).

3.1. Art. 276 Abs. 1 ZPO verweist nicht nur in verfahrenstechnischer, sondern 
auch in materieller Hinsicht auf die Bestimmungen über die Massnahmen zum 
Schutz der ehelichen Gemeinschaft. Nach dem damit sinngemäss anwendbaren 
Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB setzt das Gericht, ist die Aufhebung des gemeinsamen 
Haushalts begründet, auf Begehren eines Ehegatten die Geldbeträge fest, die der 
eine Ehegatte dem anderen schuldet. Dabei steht ihm ein weiter Ermessensspiel-
raum zu. Die Unterhaltspflicht bemisst sich nach der Leistungsfähigkeit und dem 
Bedarf der Parteien. Auszugehen ist dabei von den bisherigen ausdrücklich oder 
stillschweigend getroffenen Vereinbarungen der Ehegatten über Aufgabenteilung 
und Geldleistungen nach Art. 163 Abs. 2 ZGB (PKG 2010 Nr. 19 E. 11; Ivo 
Schwander, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 
ZGB, 5. Aufl., Basel 2014, N 2 zu Art. 176 ZGB). Bei den für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens zu erlassenden vorsorglichen Massnahmen geht es um die Re-
gelung der Folgen des Getrenntlebens während bestehender Ehe, so dass Art. 
163 ZGB die Grundlage der gegenseitigen Unterhaltspflicht der Ehegatten bleibt, 
selbst wenn nicht mehr ernsthaft mit einer Wiederaufnahme des Zusammenlebens 
zu rechnen ist (BGE 137 III 385 E. 3.1 = Pra 2012 Nr. 4; BGE 130 III 537 E. 3.2; 
Rolf Brunner, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. 
Aufl., Bern 2010, Rz. 04.107). Aufgrund der ehelichen Beistandspflicht besteht 
eine grundsätzlich noch uneingeschränkte Unterhaltspflicht der Ehegatten (Annet-
te Dolge, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessord-
nung [ZPO], Kommentar, Art. 197‒408 ZPO, 2. Aufl., Zürich 2016, N 9 zu Art. 276 
ZPO).

3.2. Das Gesetz schreibt dem Sachrichter keine bestimmte Methode zur Unter-
haltsbemessung vor. Dieser geniesst im Rahmen seines grossen Ermessens bei 
der Unterhaltsfestsetzung relativ weitreichende Freiheiten in der Gewichtung der 
relevanten Kriterien. Immerhin muss er sich gegebenenfalls zur angewandten Me-
thode äussern und diese begründen (Urteil des Bundesgerichts 5A_363/2010 vom 
1. Dezember 2010 E. 2.1 m.w.H.). Eine in der Lehre befürwortete und grundsätz-

Seite  15 — 58

lich mit dem Bundesrecht vereinbare Methode besteht in der Gegenüberstellung 
der beidseitigen Existenzminima und des Gesamteinkommens mit anschliessen-
der Überschussverteilung. Gemäss dieser sog. zweistufigen Methode wird, wenn 
das Gesamteinkommen der Ehegatten das (um gewisse Positionen erweiterte) 
betreibungsrechtliche Existenzminimum der Parteien übersteigt, der Überschuss 
in der Regel hälftig zwischen den Ehegatten geteilt, es sei denn, ein Ehegatte ha-
be für unmündige Kinder zu sorgen oder andere wichtige Gründe würden ein Ab-
weichen vom Grundsatz der Gleichbehandlung rechtfertigen (Urteil des Bundesge-
richts 5A_515/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 2.1 m.w.H.; BGE 126 III 8 E. 3c; 
Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Auflage, Bern 2014, Rz. 
2.171 f.). 

4. Auch im vorliegenden Fall hat der Vorderrichter den der Ehefrau zustehen-
den Unterhaltsbeitrag anhand der beschriebenen zweistufigen Berechnungsme-
thode bestimmt. Dabei rechnete er der Ehefrau, die seit dem 1. November 2014 
arbeitslos war und trotz intensiver Stellensuche keine Anstellung mehr gefunden 
hatte, kein hypothetisches Einkommen mehr an (angefochtener Entscheid, E. 
7.d/dd). Im Gegensatz dazu war er im ersten Entscheid noch von einem erzielba-
ren Erwerbseinkommen von CHF 600.00 ausgegangen. Beim Einkommen des 
Ehemannes berücksichtigte er den Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015 (CHF 
12'140.00), womit sich im Vergleich zum ersten Entscheid, in welchem noch auf 
den Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2014 (CHF 12'485.00) abgestellt worden war, 
ebenfalls ein etwas tieferes Einkommen ergab (angefochtener Entscheid, E. 
7.d/cc). Dem neuen Entscheid liegt damit ein um fast CHF 1'000.00 tieferes Ge-
samteinkommen (CHF 12'140.00 statt CHF 13'085.00) zugrunde. Praktisch unver-
ändert blieb dagegen der jeweilige Grundbedarf der Ehegatten. Diesen bezifferte 
der Vorderrichter - unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich erhöhten Kranken-
kassenprämien - für den Ehemann auf CHF 3'425.70 und für die Ehefrau auf CHF 
3'052.00. Wie schon in seinem ersten Entscheid ging der Vorderrichter somit wei-
terhin davon, dass die Ehefrau mit D._____ in einer kostensenkenden Wohn- und 
Lebensgemeinschaft lebt, und berücksichtigte daher nur einen entsprechend re-
duzierten Grundbetrag und die Hälfte der Mietkosten (angefochtener Entscheid, E. 
7.e/cc). Den aus der Gegenüberstellung von Einkommen und Grundbedarf resul-
tierenden Überschuss (CHF 5'662.30) teilte der Vorderrichter je hälftig auf beide 
Ehegatten auf, womit sich ein Unterhaltsanspruch der Ehefrau von CHF 5'883.00 
(Grundbedarf CHF 3'052.00, Überschussanteil CHF 2'831.15, eigenes Einkom-
men CHF 0.00) ergab. Dementsprechend verpflichtete er den Ehemann zur Be-
zahlung eines (gerundeten) Unterhaltsbeitrages von CHF 5'880.00, und zwar mit 

Seite  16 — 58

Wirkung ab 1. April 2015, da er die Voraussetzungen für eine rückwirkende Unter-
haltsverpflichtung nicht als erfüllt erachtete (angefochtener Entscheid, E. 7.f).

5. Die Ehefrau beanstandet mit ihrer Berufung zunächst, dass der Vorderrich-
ter eine rückwirkende Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen zu Unrecht verweigert 
habe.

5.1. Der Vorderrichter hat in diesem Zusammenhang erwogen, der Ehemann 
mache geltend, dass sich die Ehegatten nach der Trennung aussergerichtlich auf 
einen Unterhaltbeitrag von CHF 3'500.00 geeinigt hätten, weshalb kein Raum für 
die gerichtliche Festlegung eines davon abweichenden Unterhaltsbeitrags bleibe 
und jedenfalls keine rückwirkenden Unterhaltsbeiträge zugesprochen werden 
könnten. Die Ehefrau bestreite dagegen eine Einigung und berufe sich zudem auf 
einen Grundlagenirrtum, da sie erst im November 2014 erfahren habe, dass der 
Ehemann im Jahre 2013 rund CHF 20'000 mehr Einkommen erzielt habe als noch 
2012. Fest stehe, dass die Parteien seit dem 1. Januar 2013 getrennt voneinander 
leben würden und der Ehemann der Ehefrau Mitte Januar 2013 einen Trennungs-
vereinbarungsentwurf habe zukommen lassen, in welchem als monatliches Ein-
kommen des Ehemannes der Betrag von CHF 12'800.00 angegeben sei, was un-
gefähr dem durchschnittlichen monatlichen Einkommen des Ehemannes im Jahr 
2012 (CHF 12'453.00) entspreche. Grundlage des Vertrages sei also das zu je-
nem Zeitpunkt bekannte Einkommen gewesen. Soweit die Ehefrau einen Irrtum 
über einen künftigen Sachverhalt geltend machen wolle, müsste sich dieser Irrtum 
auf Tatsachen beziehen, deren Eintritt bei Abschluss des Vertrages von beiden 
Parteien als sicher angenommen worden sei. Dass beide Parteien als sicher an-
genommen hätten, dass sich das Einkommen des Ehemannes im Jahr 2013 nicht 
massgeblich verändern könnte, sei aber weder geltend gemacht worden noch er-
gebe sich solches aus den Umständen. Die Voraussetzungen des Grundlagenirr-
tums seien folglich nicht erfüllt. Ob der Vertrag durch die vorbehaltlose Entgegen-
nahme der vereinbarten Unterhaltszahlungen und/oder durch die unterbliebene 
Geltendmachung in einem früheren Stadium des Prozesses als genehmigt zu gel-
ten habe, könne offenbleiben. Aufgrund der Tatsache, dass der Ehemann über 
Monate den im Vereinbarungsentwurf vorgesehenen Unterhaltsbeitrag bezahlt 
habe, sei davon auszugehen, dass sich die Ehegatten auf diesen Unterhaltsbei-
trag verständigt hätten, ansonsten sich die Ehefrau bereits viel früher ans Gericht 
gewendet hätte. Das Bestehen einer aussergerichtlichen Vereinbarung schliesse 
nicht aus, dass der später angerufene Richter einen höheren Unterhaltsbeitrag 
zuspreche. Ausgeschlossen sei aber regelmässig eine rückwirkende Zuspre-
chung, da sich beide Ehegatten auf den Bestand ihrer Abmachung verlassen kön-

Seite  17 — 58

nen müssten, solange die aussergerichtliche Verständigung andauere und keine 
Ehegatte eine richterliche Regelung verlange (angefochtener Entscheid, E. 6). 
Nicht zu hören seien die Ausführungen der Ehefrau, wonach selbst bei Vorliegen 
einer aussergerichtlichen Einigung der Unterhaltsbeitrag rückwirkend festgelegt 
werden müsse, da die bisherige Zahlung offensichtlich unangemessen gewesen 
sei. Einerseits sei der Bedarf der Ehefrau mit den bisherigen Zahlungen gedeckt 
gewesen und anderseits könne es nicht dem Ehemann angelastet werden, wenn 
die Ehefrau infolge der aussergerichtlichen Einigung auf einen Anteil am Über-
schuss verzichtet habe (angefochtener Entscheid, E. 7f am Ende).

5.2. Die Ehefrau bringt dagegen vor, eine stillschweigende Einigung über den 
Trennungsunterhalt liege nicht vor. Insbesondere könne das blosse Nichtanrufen 
des Eheschutzrichters "gestützt auf das damals berechtigte Vertrauen der Ehefrau 
in die sich nachträglich als unzutreffend herausgestellten Einkommensgrundlagen 
sowie zwecks Vermeidung unnötiger Prozesskosten angesichts von nicht lebens-
haltungskostendeckenden Unterhaltsbeiträgen" nicht zu einer stillschweigenden 
Zustimmung mutieren. Stillschweigen könne nur dann zum Vertragsschluss 
führen, wenn die Nicht-Reaktion nach den Umständen als Willenserklärung zu 
qualifizieren wäre, was vorliegend nicht der Fall sei. Der Ehemann belege durch 
sein eigenes Prozessverhalten, dass keine Einigung über die Trennungsvereinba-
rung zustande gekommen sei, ansonsten er die Unterhaltszahlungen entspre-
chend der darin enthaltenen Konkubinatsklausel nach Ablauf der betreffenden 
Fristen hätte halbieren bzw. einstellen müssen. Die Trennungsvereinbarung sei 
von ihr nicht bloss wegen der Konkubinatsklausel nicht unterschrieben worden, 
sondern auch, weil der Unterhaltsbeitrag im Verhältnis zum darin deklarierten Ein-
kommen des Ehemannes zu tief gewesen sei. Mit der Nichtunterzeichnung habe 
sie gezeigt, dass sie damit nicht einverstanden gewesen sei, sodass für die An-
nahme einer stillschweigenden Willenserklärung und/oder konkludentes Verhalten 
kein Platz mehr sei. Für den Fall des Zustandekommens einer Einigung habe sie 
rechtzeitig und mit voller Wirkung einen Grundlagenirrtum geltend gemacht, da sie 
erst anfangs 2015 erfahren habe, dass der Ehemann im Jahr 2013 ein um rund 
CHF 20'000.00 höheres Einkommen erzielt habe. Die von den Parteien anlässlich 
der "Verständigung" im Januar 2013 angenommene wesentliche Vertragsgrundla-
ge habe sich nachträglich als falsch herausgestellt. Hätte sie gewusst, dass der 
Ehemann so viel mehr verdiene, hätte sie den zu knapp bemessenen Unterhalts-
beitrag nicht toleriert. Die Entgegennahme der Unterhaltsbeiträge sei nicht im 
Wissen um die fehlerhafte Vertragsgrundlage erfolgt, weshalb die Unterstellung 
eines Verzichtes unzulässig sei. Der tatsächlich bezahlte Unterhaltsbeitrag (CHF 

Seite  18 — 58

3'500.00) sei mit Blick auf den vom Vorderrichter ermittelten Unterhaltsanspruch 
(CHF 5'850.00) und erst recht bei der Berechnung des Anspruchs, der sich bei 
ansonsten unveränderten Parametern mit dem 2013 erzielten Einkommen (CHF 
14'049.00) ergäbe (CHF 6'838.00) offensichtlich unangemessen, weshalb selbst 
bei Annahme einer stillschweigenden Vereinbarung und Verneinung eines Grund-
lagenirrtums die Voraussetzungen für eine rückwirkende Zusprechung des höhe-
ren Unterhalts erfüllt seien (ZK1 16 196, act. A.1, S. 3 ff.).

5.3. Der Ehemann macht hierzu geltend, Unterhaltsbeiträge seien grundsätzlich 
ab jenem Datum zu bezahlen, an welchem das Gesuch eingereicht werde. In 
praeteritum non vivitur. Grund für die Nichtunterzeichnung der Trennungsverein-
barung durch die Ehefrau sei die Konkubinatsklausel gewesen. Über die Höhe des 
Unterhaltsbeitrages seien sich die Ehegatten einig gewesen. Die Ehefrau habe die 
Zahlungen anstandslos entgegengenommen und nie reklamiert. Auf den Betrag 
von CHF 3'500.00 hätten sich die Parteien geeinigt, weil beiden klar gewesen sei, 
dass die Ehefrau zusammen mit ihrem Freund D._____ in O.5_____ wohne und 
dieser für den Mietzins und den sonstigen Unterhalt der Ehefrau grösstenteils auf-
komme. Das Einkommen des Ehemannes sei nur unter dem Aspekt seiner Leis-
tungsfähigkeit von Bedeutung gewesen. Im Rahmen vorsorglicher Massnahmen 
könne Unterhalt höchstens für die Zeit nach Einleitung des Scheidungsverfahrens, 
nicht aber für eine frühere Zeit geltend gemacht werden. Da eine aussergerichtli-
che Verständigung über den Unterhaltsbeitrag vorgelegen habe, habe der Vorder-
richter die höheren Unterhaltsbeiträge (sofern überhaupt geschuldet) zu Recht 
frühestens ab 1. April 2015 zugesprochen. Im Übrigen habe ein Irrtum über die 
Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Ehemannes nicht vorgelegen. Der 
Ehefrau sei bekannt gewesen, dass der Betrag von CHF 3'500.00 nicht ausrei-
chen würde, um nebst dem Lebensunterhalt eine Wohnungsmiete von CHF 
2'500.00 zu bezahlen. Sie sei damit einverstanden gewesen, weil damals festge-
standen habe, dass der Mietzins von ihrem Freund D._____ bezahlt werde, was in 
der Folge auch so gewesen sei (ZK1 16 196, act. A. 2, S. 3 ff.).

5.4. Unbestritten ist, dass der Ehemann der Ehefrau Mitte Januar 2013 einen 
Trennungsvereinbarungsentwurf zukommen liess, den sie nicht unterzeichnet hat. 
Der Vereinbarungsentwurf liegt in zwei verschiedenen Versionen im Recht: in der 
vom Ehemann eingereichten Version (Akten RG Plessur, Dossier B act. IV/1) feh-
len die Angaben zum Einkommen von Ehemann und Ehefrau, in jener der Ehefrau 
(Akten RG Plessur, Dossier B act. V/33) ist das Bruttoeinkommen des Ehemannes 
mit CHF 12'800.00 und jenes der Ehefrau mit CHF 2'000.00, handschriftlich korri-
giert auf CHF 0, angegeben. Der Rechtsvertreter des Ehemannes hat in seiner 

Seite  19 — 58

Stellungnahme vom 10. August 2015 (Akten RG Plessur, Dossier A act. 1/7 S. 2 
f.) bestätigt, dass sein Mandant die Einkommensangaben im Entwurf ergänzt und 
der Ehefrau die von ihr eingereichte Version vorgelegt hat. Es steht damit fest, 
dass die Einkommensangaben von ihm selber stammen und diese eine Grundlage 
für den offerierten Unterhaltsbeitrag bildeten. Der Entwurf sah einen Unterhaltsbei-
trag von CHF 3'500.00 vor, der sich nach sechsmonatiger Wohngemeinschaft mit 
einem anderen Mann halbieren und nach einem Jahr vollständig entfallen sollte. 
Trotz Nichtunterzeichnung hat der Ehemann der Ehefrau seit der Trennung mo-
natlich CHF 3'500.00 bezahlt (dies bis zum ersten Entscheid des Vorderrichters; 
vgl. dazu Akten RG Plessur, Dossier B act. V/1.3, V/19 und V/54). Einen höheren 
Unterhaltsbeitrag hat die Ehefrau, soweit aktenkundig, erstmals nach Einreichung 
der Scheidungsklage durch den Ehemann mit ihren Anträgen vom 31. März 2015 
(Haupt- und Massnahmebegehren; vgl. Akten RG Plessur, Dossier B act. I/2), ge-
fordert. Ihre Behauptung, sie habe den Ehemann bereits früher darauf hingewie-
sen, dass der Betrag zu tief bzw. nicht existenzdeckend sei, wurde vom Ehemann 
umgehend bestritten (Akten RG Plessur, Dossier B act. I/3 S. 3), worauf die Ehe-
frau ihre Behauptung zwar wiederholt, aber keinerlei Beweis dafür offeriert hat 
(vgl. Akten RG Plessur, Dossier B act. I/5, S. 4). In ihrer Stellungnahme vom 12. 
September 2016 (Akten RG Plessur, Dossier C act. I/2, S. 13) hat sie eine frühere 
Reklamation nicht mehr geltend gemacht.

5.5.1. Die Zusprechung vorsorglicher Unterhaltsbeiträge für einen Zeitraum vor 
Einleitung des Scheidungsverfahren ist nicht generell ausgeschlossen: sofern kein 
Eheschutzverfahren durchgeführt wurde oder noch hängig ist, kann auch der 
Scheidungsrichter in analoger Anwendung von Art. 173 Abs. 3 ZGB Unterhalts-
zahlungen für ein Jahr vor Einreichung des Gesuches anordnen (vgl. BGE 129 III 
60 E. 3; Sutter-Somm/Stanischewski, a.a.O., N 32 zu Art. 276 ZPO). Ausge-
schlossen ist dies indessen bei vorheriger aussergerichtlicher Einigung (vgl. An-
nette Spycher, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Band II, Art. 150–352 ZPO, Art. 400–406 ZPO, Bern 2012, N 
27 zu Art. 276 ZPO). Dies entspricht denn auch konstanter Praxis des Kantonsge-
richts von Graubünden (dazu erstmals Urteil des Kantonsgerichts von Graubün-
den ZK1 11 18 vom 12. August 2011, E. 4d; bestätigt etwa im Urteil des Kantons-
gerichts von Graubünden ZK1 16 122 vom 25. April 2017, E. 4a).

5.5.2. Der Vorderrichter schliesst aus der Entgegennahme der Unterhaltsbeiträge 
nicht auf das Zustandekommen der gesamten Trennungsvereinbarung gemäss 
Entwurf, sondern bloss auf eine Einigung über die Höhe des Trennungsunterhalts. 
Dass der Ehemann nach Ablauf der "Konkubinatsfrist" den Unterhaltsbeitrag un-

Seite  20 — 58

verändert weiterbezahlt hat, spricht daher nicht gegen die Annahme einer Eini-
gung über dessen Höhe, sondern nur gegen die Behauptung des Ehemannes, die 
Parteien seien sich auch über den Wegfall des Unterhaltsanspruches einig gewe-
sen. Die (vorbehaltlose) Entgegennahme von Unterhaltszahlungen während rund 
zwei Jahren darf vom anderen Ehegatten trotz Nichtunterzeichnung der Tren-
nungsvereinbarung zweifellos als Zustimmung zur Höhe des Beitrages verstanden 
werden. Die Annahme einer konkludenten Vereinbarung ist daher nicht zu bean-
standen. Ebenfalls zutreffend ist die Feststellung des Vorderrichters zur Grundlage 
des Vereinbarungsentwurfs (Einkommen 2012). Die spätere (vorübergehende) 
Erhöhung des Einkommens hätte die Ehefrau nicht zur Anfechtung der Vereinba-
rung wegen Grundlagenirrtums berechtigt, sondern zur Anpassung des Unter-
haltsbeitrages an die veränderten Verhältnisse, allerdings nicht rückwirkend, son-
dern nur mit Wirkung ab Einreichung des Gesuches. Eine rückwirkende Erhöhung 
des Unterhaltsbeitrages käme - wie bei der Abänderung eines gerichtlich festge-
setzten Beitrages - allenfalls in Betracht, wenn dem Unterhaltspflichtigen ein treu-
widriges Verhalten (Verschweigen der Einkommensveränderung trotz Offenba-
rungspflicht) vorzuwerfen und eine frühere Anrufung des Richters dadurch verhin-
dert worden wäre (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 13 114 
vom 12. September 2014, E. 5b/aa). Eine derartige Konstellation ist vorliegend 
indessen nicht gegeben: Zunächst bestand für den Ehemann ausserhalb eines 
hängigen Gerichtsverfahrens keine erhöhte Auskunftspflicht, aufgrund welcher er 
die Ehefrau von sich aus über sein im Jahre 2013 erzieltes Einkommen hätte in-
formieren müssen. Sodann ist nicht ersichtlich, weshalb er hätte erkennen müs-
sen, dass der Unterhaltsbeitrag die Lebenshaltungskosten der Ehefrau nicht de-
cken sollte, zumal er bis im Jahre 2014 davon ausgehen durfte, dass die Ehefrau 
noch selber erwerbstätig war (Einkommen 2012 CHF 15'670.00 und 2013 CHF 
14'414.00; Akten RG Plessur, Dossier B act. V/15 und V/1.3), und die Ehefrau 
auch nicht dargetan hat, dass ihm ihre (angeblichen) Vereinbarungen mit D._____ 
in Bezug auf die Bezahlung des Mietzinses für ihre Wohnung bekannt gewesen 
wären.

5.5.3. Inwieweit das Einkommen des Ehemannes für die Ehefrau bei der Festle-
gung des Unterhalts eine Rolle spielte, kann unter diesen Umständen offenblei-
ben. Immerhin fällt auf, dass sie in ihren ersten Eingaben weder einen Irrtum gel-
tend machte (auf die Unverbindlichkeit einer allfälligen Einigung wegen Grundla-
genirrtums berief sie sich erstmals in ihrer Berufung vom 4. September 2015 [ZK1 
15 125, act. A.1, S. 19] und dann in der Stellungnahme vom 12. September 2016 
[Akten RG Plessur, Dossier C act. I/2, S. 13]) noch einwendete, dass sie bereits 

Seite  21 — 58

früher an den Richter gelangt wäre, wenn sie um das höhere Einkommen des 
Ehemannes im Jahre 2013 gewusst hätte. Dass sie sich nur im Vertrauen auf ein 
unverändertes Einkommen des Ehemannes mit dem tiefen Unterhaltsbeitrag be-
gnügt haben soll (was sie in dieser Form erstmals in der neuen Berufung vor-
bringt), erscheint daher wenig glaubhaft. Im Übrigen hat der Ehemann einzig 2013 
ein höheres Einkommen erzielt, als im Vereinbarungsentwurf angegeben wurde. 
Im Zeitraum, für welchen die Ehefrau die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen 
beantragt, lag sein Einkommen bereits wieder unter demjenigen von 2012 (vgl. 
unten Erwägung 9.5). Für den in Frage stehenden Zeitraum lag damit jedenfalls 
kein Irrtum über die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Ehemannes vor, welcher 
der Annahme eines Verzichts auf höheren Unterhalt entgegenstünde.

5.5.4. Zutreffend ist, dass der Betrag von CHF 3'500.00 um rund 40% unter dem 
vom Vorderrichter ermittelten Unterhaltsanspruch liegt. Die Differenz wird jedoch 
insofern verringert, als der Ehefrau nicht die vollen Mietkosten angerechnet wer-
den bzw. davon auszugehen ist, dass D._____ einen substantiellen Beitrag an 
ihren finanziellen Bedarf leistet (vgl. unten Erwägung 7.6). Das "Missverhältnis" 
wird sodann auch durch das eigene Einkommen der Ehefrau im Jahr 2013 gemil-
dert. Daraus folgt, dass immerhin ihr Grundbedarf durch den Betrag von CHF 
3'500.00 gedeckt war. Eine offensichtliche Unangemessenheit liegt unter diesen 
Umständen nicht vor. In Übereinstimmung mit dem Vorderrichter bleibt es deshalb 
dabei, dass der Unterhalt der Ehefrau erst ab 1. April 2015 festzulegen ist.

6. Beide Parteien wenden sich mit ihrer Berufung sodann gegen die Beurtei-
lung des Vorderrichters, wonach das Verhältnis zwischen der Ehefrau und 
D._____ als kostensenkende Wohn- und Lebensgemeinschaft zu qualifizieren ist. 
Während sich der Ehemann weiterhin auf den Standpunkt stellt, dass ein qualifi-
ziertes Konkubinat vorliege, so dass ab 1. September 2015 ein Unterhaltsan-
spruch der Ehefrau ganz entfalle bzw. höchstens noch im Umfang von CHF 
1'000.00 (befristet bis Ende 2017) bestehe, bestreitet die Ehefrau sowohl das Be-
stehen einer Wohngemeinschaft als auch das Vorhandensein sonstiger finanziel-
ler Vorteile, welche sie aus der Beziehung mit D._____ ziehen könne. Dabei 
macht sie in prozessualer Hinsicht eine Verletzung von Art. 152 Abs. 2 ZPO (Ver-
wertung rechtswidrig beschaffter Beweismittel) durch die Berücksichtigung der 
vom Ehemann eingereichten E-Mail-Korrespondenz zwischen ihr und D._____ 
geltend, weshalb vorab auf diese Rüge einzugehen ist.

6.1. Der Vorderrichter erwog hierzu, aus den Rechtsschriften der Parteien ergä-
ben sich keine Anhaltspunkte, wie der Ehemann in den Besitz der E-Mails ge-

Seite  22 — 58

kommen sei. Die Ehefrau gehe offenbar davon aus, dass der Ehemann die E-
Mails durch missbräuchliche Verwendung seiner Kenntnisse entweder direkt aus 
ihrem E-Mail-Account oder aus einem von ihr angelegten Ordner bezogen habe. 
Es sei nicht auszuschliessen, dass die E-Mails auf einem dem Ehemann zugängli-
chen Gerät gespeichert gewesen seien, die Ehefrau ihm die Kennwörter für ihren 
Account mitgeteilt oder diese auf einem gemeinsam benutzten Gerät gespeichert 
habe oder sie gar nicht mit einem Kennwort gesichert gewesen seien. Es sei mög-
lich, dass der Ehemann noch während des Zusammenlebens in den Besitz der E-
Mails gelangt sei. Zusammenfassend sei von einer Einwilligung der Ehefrau in die 
Einsichtnahme in ihren E-Mail-Verkehr auszugehen; zumindest habe sie es in 
Kauf genommen. Die Beweismittel seien folglich nicht widerrechtlich beschafft 
worden (angefochtener Entscheid, E. 5).

6.2. Die Ehefrau wendet gegen die Begründung des Vorderrichters ein, wenn es 
zuträfe, dass der Ehemann noch während des ehelichen Zusammenlebens auf die 
E-Mails Zugriff gehabt habe (und damit ein Einverständnis der Ehefrau unterstellt 
werden könnte), hätte er die E-Mails bereits mit der Klageantwort vorgebracht. Die 
Einlage erst mit der Duplik lasse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf 
schliessen, dass er erst nach Kenntnis der Replik begonnen habe, widerrechtlich 
zu "recherchieren" und seinen Anwalt mit den widerrechtlich (da ohne Einwilligung 
der Ehefrau ausgeforscht) gefundenen E-Mails zu bedienen. Zu diesem Zeitpunkt 
hätten Letztere nicht mehr dem hypothetisch unterstellten Einverständnis der Ehe-
frau unterstanden. Ob die E-Mails mit Passwort geschützt gewesen seien oder 
nicht, sei nicht relevant, da bei Trennung der Ehegatten ein Einverständnis zur 
Ausforschung privater E-Mails und Verwendung derselben in einem Gerichtsver-
fahren nicht mehr vorausgesetzt werden könne und das Ausforschen daher als 
persönlichkeitsverletzend zu qualifizieren sei. Aufgrund der Persönlichkeitsverlet-
zung seien die E-Mails nicht verwertbar, wie in Ziff. 5 ff. der Stellungnahme vom 
22. September 2015 bereits einlässlich vorgebracht worden sei. Dort machte die 
Ehefrau geltend, dass eine Persönlichkeitsverletzung in einem der Verhandlungs-
maxime unterstehenden Verfahren zu einem absoluten Verwertungsverbot führe. 
Dasselbe gelte im Falle eines Zugriffs vor der Trennung, da bei einem zerrütteten 
Verhältnis der Ehegatten eine Einwilligung zur Einsichtnahme in private E-Mails 
nicht unterstellt werden dürfe (ZK1 16 196, act. A. 1, S. 8 f.).

6.3. In seiner Berufungsantwort (ZK1 16 196, act. A.2) äussert sich der Ehe-
mann nicht zur Verwertbarkeit der E-Mails (d.h. weder zu Art und Zeitpunkt ihrer 
Beschaffung noch zu den rechtlichen Aspekten). Dasselbe gilt für seine eigene 
Berufung (ZK1 16 197, act. A.1) und seine weiteren Eingaben vor Kantonsgericht.

Seite  23 — 58

6.4. Die in Frage stehenden Auszüge aus dem E-Mail-Verkehr zwischen der 
Ehefrau und D._____ aus der Zeit von Oktober bis Dezember 2012 (Akten RG 
Plessur, Dossier B act. IV/11-17) hat der Ehemann mit seiner Stellungnahme vom 
10. August 2015 (Akten RG Plessur, Dossier A act. I/7, S. 3 ff.) - und später auch 
mit der Duplik im Hauptverfahren (Akten RG Plessur, Dossier B act. I/6, S. 3 ff.) - 
eingereicht, und zwar als Beweis dafür, dass die Liebesbeziehung zu D._____ der 
Grund für die Trennung gewesen sei, die beiden übereingekommen seien, zu-
sammen in O.5_____ eine Wohnung zu beziehen, und D._____ bei seiner eige-
nen Ehefrau nicht mehr erwünscht gewesen sei. Er antwortete damit auf die Aus-
führungen der Ehefrau in deren Replik (Akten RG Plessur, Dossier B act. I/5, S. 3 
ff.) zu den Gründen der Trennung und der Wohnsitznahme in O.5_____, der von 
ihr bestrittenen Wohngemeinschaft mit D._____ und den Hintergründen für die 
Mietzinszahlungen von D._____ (Darlehen). Das Vorliegen eines qualifizierten 
Konkubinats (Wohngemeinschaft seit Januar 2013, Zahlungen von D._____ für 
Miete und sonstigen Unterhalt) hatte der Ehemann allerdings bereits in der Kla-
geantwort (Akten RG Plessur, Dossier B act. I/4, S. 4) geltend gemacht, dies ge-
stützt auf einen E-Banking-Ausdruck mit Buchungen auf dem Konto der Ehefrau 
(Akten RG Plessur, Dossier B act. IV/4) und mit dem Antrag auf Edition der Steu-
ererklärungen von D._____ (für den Fall, dass dessen Leistungsfähigkeit bestritten 
werden sollte) sowie auf Zeugeneinvernahme von E._____. Angaben dazu, wie 
und wann er in den Besitz der E-Mails gelangt ist, hat der Ehemann im vorinstanz-
lichen Verfahren nicht gemacht. Insbesondere hat er auf die Ausführungen der 
Ehefrau in ihrer Stellungnahme vom 12. September 2016 nicht mehr reagiert, we-
der an der Verhandlung selber (an welcher die Stellungnahme offenbar nur einge-
reicht, aber nicht mündlich vorgetragen wurde) noch mit einer späteren schriftli-
chen Eingabe. Im Gegensatz dazu hatte er in seiner Berufungsantwort vom 21. 
September 2015 (ZK1 15 125, act. A.2, S. 3) - nachdem die Verwertbarkeit der E-
Mails in der damaligen Berufung der Ehefrau erstmals bestritten worden war - 
noch vorgebracht, die Ehefrau habe ihm die E-Mails in ihrer Verliebtheit teilweise 
selber gezeigt und während ihres Zusammenlebens offen in der ehelichen Woh-
nung herumliegen lassen; sie habe nie die geringsten Anstalten getroffen, den E-
Mail-Verkehr mit ihrem Geliebten vor ihm geheim zu halten. Diese Behauptungen, 
welche die Ehefrau umgehend bestritten hatte (vgl. ZK1 15 125, act. A.3. S. 3), hat 
er vor erster Instanz nicht mehr wiederholt, weshalb in Bezug auf die Art und Wei-
se, wie sich der Ehemann die Auszüge beschafft hat, von der Darstellung der Ehe-
frau ausgegangen werden muss.

Seite  24 — 58

6.5.1. Die Ehefrau selber machte in ihrer Stellungnahme vom 12. September 2016 
(Akten RG Plessur, Dossier C act. I/2, S. 7 f.) geltend, dass sie dem Ehemann nie 
gestattet habe, ihre digitalen Dossiers zu konsultieren. Demzufolge habe er wider-
rechtlich Zugang zum E-Mail-Account und den abgelegten Ordnern erwirkt bzw.  
seine Kenntnisse missbräuchlich verwendet, um in das E-Mail-Account der Ehe-
frau Einblick zu nehmen und ihre private Korrespondenz mit dem Zweck, diese im 
Prozess zu verwerten, zu durchforsten. Damit räumt sie implizit ein, dass der Zu-
gang zu ihrem E-Mail-Account (oder zu ihrer Dateiablage auf einem beim Ehe-
mann verbliebenen Computer) entweder nicht passwortgeschützt war oder ihm 
das Passwort bekannt war. Eine strafbare Handlung des Ehemannes steht damit 
nicht zur Diskussion und wird auch von der Ehefrau nicht geltend gemacht. Der 
Zugriff auf ein E-Mail-Konto ist als Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem im 
Sinne von Art. 143bis StGB nur strafbar, wenn eine Zugangssicherung (z.B. nicht 
bekanntes Passwort) überwunden werden muss. Eine subsidiäre Anwendung von 
Art. 50 FMG ist ausgeschlossen und eine Strafbarkeit nach Art. 179 StGB wird bei 
einer nicht passwortgeschützten Mailbox von Lehre und Rechtsprechung ebenfalls 
verneint (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_615/2014 vom 2. De-
zember 2014, E. 4 und 5).

6.5.2. Die Rechtswidrigkeit der Beschaffungshandlung als Voraussetzung für die 
Unverwertbarkeit eines Beweismittels gemäss Art. 152 Abs. 2 ZPO wird von der 
Ehefrau ausschliesslich mit dem Vorliegen einer Persönlichkeitsverletzung im Sin-
ne von Art. 28 ZGB begründet. Der Schutz der Persönlichkeit umfasst unter ande-
rem den Schutz der Privat- bzw. der Geheimsphäre. Das Persönlichkeitsrecht ge-
währt dem Verfasser eines Briefes daher Schutz vor unbefugter Kenntnisnahme 
und Verbreitung seines geschriebenen Wortes und auferlegt dem befugten Emp-
fänger eine Diskretionspflicht, welche ihm die Verbreitung des (berechtigterweise) 
Gelesenen verbietet. Beim persönlichkeitsrechtlichen Schutz des geschriebenen 
Wortes geht es mit anderen Worten um die Wahrung der Vertraulichkeit des Wor-
tes und um den Schutz vor Indiskretionen (vgl. Michael Schweizer, Recht am 
Wort, Bern 2012, S. 48 f.). Wie das Ausspionieren fremder Gespräche ohne tech-
nische Hilfsmittel trotz fehlender Strafbarkeit eine Persönlichkeitsverletzung dar-
stellen kann, ist auch die unbefugte Kenntnisnahme von schriftlichen Mitteilungen, 
namentlich von Briefen oder eines Tagebuches, persönlichkeitsverletzend, wenn 
das Interesse an der Geheimhaltung für den Nichtadressaten erkennbar ist. Dies 
gilt insbesondere bei einem verschlossenen Brief, kann aber auch bei einer offe-
nen, an einen anderen adressierten Mitteilung der Fall sein (vgl. Schweizer, 
a.a.O., S. 61 ff.). Eine Verletzung des Rechts am Wort liegt immer dann vor, wenn 

Seite  25 — 58

ein Verhalten eines Dritten den berechtigten Erwartungen des Äusserers in Bezug 
auf Zugänglichkeit und/oder Verwendung seiner Worte widerspricht und damit sei-
nen (geschützten selbstbestimmten Bereich der Lebens- und Beziehungsgestal-
tung mehr als geringfügig betrifft. Die Berechtigung der Erwartungshaltung beur-
teilt sich nach dem zwischen den Beteiligten bestehenden (Vertrags-)Verhältnis 
und dem Gebot des Handelns nach Treu und Glauben (Art. 2 ZGB). Es gilt ein 
individuell-objektiver Massstab, weshalb nicht subjektiv bestimmte Erwartungen 
massgeblich sind, sondern es auf die Umstände des Einzelfalles, insbesondere 
auf das konkrete Verhalten der beteiligten Personen ankommt (vgl. Schweizer, 
a.a.O., S. 140).

6.5.3. Der Zugriff auf einen nicht passwortgeschützten E-Mail-Account oder auf 
eine ungesicherte Dateiablage und das Durchsuchen der dort gespeicherten, an 
einen andern adressierten E-Mails (mit dem Ziel, diese im Prozess gegen den 
Ehegatten zu verwenden) geht über das Lesen eines offen herumliegenden Brie-
fes hinaus und widerspricht den berechtigten Erwartungen der Ehefrau. Auch 
wenn sie dem Ehemann das Passwort (noch während des ehelichen Zusammen-
lebens) bekannt gegeben und/oder sie die Dateien auf dem ungesicherten Com-
puter in der ehelichen Wohnung zurückgelassen hat, kann daraus keine Einwilli-
gung in das Lesen sämtlicher an sie adressierter Sendungen abgeleitet werden. 
Erst recht fehlt es an einer Einwilligung des Absenders dieser Sendungen, dessen 
Privatsphäre durch die Verwendung im Prozess ebenfalls tangiert wird.

6.5.4. Dass kein eigentlicher (strafbarer) Gewahrsamsbruch stattgefunden hat, 
schliesst die Annahme einer persönlichkeitsverletzenden Kenntnisnahme der 
schriftlichen Äusserungen nicht aus. Dementsprechend hat das Bundesgericht 
denn auch das Lesen und Verwenden eines in der ehelichen Wohnung aufgefun-
denen Lebenslaufes, in welchem die Ehefrau eine ehebrecherische Beziehung 
schildert, als ohne Zweifel persönlichkeitsverletzend qualifiziert (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5P.308/1999 vom 17. Februar 2000, E. 4b). Wann genau sich der 
Ehemann die E-Mail-Ausdrucke beschafft hat, ist nicht relevant. Dass er mögli-
cherweise noch während des ehelichen Zusammenlebens in deren Besitz gelangt 
sein könnte, wie der Vorderrichter (trotz Fehlens eines solchen Vorbringens vor 
erster Instanz durch den Ehemann) spekuliert hat, scheint aufgrund des zeitlichen 
Ablaufs aber jedenfalls wenig glaubhaft. Das Einreichen mit der Duplik spricht 
vielmehr dafür, dass er erst als Reaktion auf die Ausführungen der Ehefrau in der 
Replik danach gesucht hat. Auch die E-Banking-Auszüge mit Gutschriften und 
Belastungen auf dem Konto der Ehefrau (Akten RG Plessur, Dossier B act. IV/3 
und IV/18) hat sich der Ehemann im Übrigen erst während laufendem Schei-

Seite  26 — 58

dungsverfahren (unter Verwendung der ihm offenbar bekannten Zugangsdaten für 
das Onlinie-Banking) beschafft. Entgegen der Auffassung des Vorderrichters liegt 
damit eine persönlichkeitsverletzende und damit rechtswidrige Beschaffungshand-
lung im Sinne von Art. 152 Abs. 2 ZPO vor.

6.5.5. Die Ehefrau schliesst aus dem Umstand, dass der Ehemann mit dem 
Durchforsten ihres elektronisch gespeicherten E-Mail-Verkehrs eine Persönlich-
keitsverletzung begangen hat, auf eine absolute Unverwertbarkeit der eingereich-
ten Auszüge und stützt sich dabei zur Hauptsache auf einen älteren Aufsatz von 
Habscheid (vgl. Walter J. Habscheid, Beweisverbot bei illegal, insbesondere unter 
Verletzung des Persönlichkeitsrechts, beschafften Beweismitteln, in SJZ 1993 S. 
185 ff.). Dessen Auffassung fand in Lehre und Rechtsprechung zum damals gel-
tenden Prozessrecht allerdings keine Unterstützung (siehe dazu ausführlich ZR 
1995 Nr. 114; aber auch Urteil des Bundesgerichts 5P.308/1999 vom 17. Februar 
2000, E. 4a). In der Zwischenzeit hat der Gesetzgeber die Frage der Verwertbar-
keit eines rechtswidrig beschafften Beweismittels geregelt und sich mit Art. 152 
Abs. 2 ZPO für einen Mittelweg entschieden. Rechtswidrig beschaffte Beweismittel 
können im Prozess demnach nur, aber immerhin dann berücksichtigt werden, 
wenn das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt. Der Gesetzgeber hat da-
mit einem kategorischen Beweisverbot eine Absage erteilt, zugleich aber auch 
eine generelle Zulassung abgelehnt. Konkret bedeutet dies, dass eine Güterab-
wägung vorgenommen werden muss. Einerseits ist das Schutzinteresse des bei 
der Beweismittelbeschaffung verletzten Rechtsgutes und anderseits das Interesse 
an der Wahrheitsfindung zu gewichten und hernach gegeneinander abzuwägen 
(vgl. Yves Rüedi, Materiell rechtswidrig beschaffte Beweismittel im Zivilprozess, 
Zürich 2009, Rz. 300 ff.; Franz Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. 
Aufl., Zürich 2016, N 36 zu Art. 152 ZPO). Auch eine Persönlichkeitsverletzung 
führt demzufolge nicht zwingend zu einem Verwertungsverbot, sondern es ist an-
hand einer Abwägung zwischen dem Interesse an der Wahrheitsfindung und dem 
Schutzinteresse der beeinträchtigten Geheimsphäre über die Zulassung des Be-
weismittels zu entscheiden. Von Bedeutung ist neben der Schwere der Persön-
lichkeitsverletzung, ob der Prozess der Verhandlungsmaxime oder der (be-
schränkten oder vollen) Untersuchungsmaxime unterliegt, ob eine Beweisnot das 
rechtswidrige Vorgehen rechtfertigt (wobei für die Beurteilung im Sinne von Art. 
152 Abs. 2 ZPO ein weniger strenger Massstab gilt als für die Annahme eines 
Rechtfertigungsgrundes nach Art. 28 Abs. 2 ZGB) und ob die Person, welche ein 
Geheimhaltungsinteresse geltend macht, im Prozess für die durch das Beweismit-

Seite  27 — 58

tel offenbarte Tatsache ein Verweigerungsrecht geltend machen könnte (vgl. zu 
den Einzelheiten Rüedi, a.a.O., Rz. 341 ff.). Auf einer weitgehend identischen In-
teressenabwägung beruhte denn auch die vor Inkrafttreten des neuen Schei-
dungsrechts entwickelte Gerichtspraxis, wenn über die Verwertbarkeit privater 
Korrespondenz zum Nachweis des Scheidungsgrundes zu entscheiden war (vgl. 
dazu die Kasuistik in Rüedi, a.a.O., Rz. 14 und 39 ff.). Wie das Bundesgericht in 
diesem Zusammenhang festgehalten hat, ging die damals vorherrschende Mei-
nung dahin, dass private Interessen des Verletzers die Widerrechtlichkeit aussch-
liessen könnten. Gerade im Scheidungsprozess würden zO.10_____läufig dem 
Privat- oder Geheimbereich zuzuordnende Tatsachen über das Eheleben vor Ge-
richt aufgedeckt, was jedenfalls dann als gerechtfertigt gelten könne, wenn das 
Vorbringen sachbezogen sei und sich auf das zur Durchsetzung der eigenen 
Rechte Notwendige beschränke (vgl. wiederum das vorstehend zitierte Urteil 
5P.308/1999, E. 4b). Diese Überlegungen gelten auch im vorliegenden Fall. Zu 
berücksichtigen ist namentlich, dass sich Bestand und Qualität einer neuen Part-
nerschaft in einem summarischen Verfahren nur sehr schwer nachweisen lassen. 
Diese Beweisnot mag zwar möglicherweise nicht ausreichen, um die Widerrecht-
lichkeit eines Eingriffs in die Geheimsphäre des anderen Ehegatten im Sinne von 
Art. 28 Abs. 2 ZGB aufzuheben, sie rechtfertigt es aber immerhin, die Verwendung 
privater Korrespondenz im Prozess zwischen den Ehegatten zuzulassen. Hinzu 
kommt vorliegend, dass der Eingriff in die Privatsphäre der Ehefrau in Anbetracht 
dessen, dass sie ihre E-Mails (auch nach der Trennung) nicht vor einem Zugriff 
des Ehemannes schützte, nicht allzu schwer wiegt. Die Verwertbarkeit der von 
Ehemann eingereichten Auszüge aus ihrem E-Mail-Verkehr mit D._____ ist daher 
vom Vorderrichter im Ergebnis zu Recht bejaht worden.

7. Hauptstreitpunkt unter den Parteien ist - wie erwähnt - die Frage, ob zwi-
schen der Ehefrau und D._____ eine kostensenkende Lebens- und Wohngemein-
schaft bzw. ein qualifiziertes Konkubinat besteht. 

7.1. Der Vorderrichter hielt hierzu fest, dem E-Mail-Verkehr zwischen der Ehe-
frau und D._____, dessen Schreiben zuhanden des Gerichts vom 24. Oktober 
2016 sowie der Zeugenaussage von E._____ lasse sich insgesamt entnehmen, 
dass die Ehefrau und D._____ eine Beziehung führten, im Jahre 2012 zusammen 
eine Wohnung suchen wollten und per 1. Januar 2013 eine Wohnung in O.5_____ 
gefunden hätten. Obwohl D._____ geltend gemacht habe, sie hätten nicht die Ab-
sicht, räumlich oder wirtschaftlich miteinander zu leben, führe er aus, regelmässig 
in der Wohnung in O.5_____ zu übernachten. Zudem bezahle er seit bald drei 
Jahren den Mietzins für die nicht günstige Wohnung in O.5_____. Insgesamt sei 

Seite  28 — 58

unter den genannten Umständen davon auszugehen, dass die Ehefrau und 
D._____ eine einfache Wohn- und Lebensgemeinschaft führten. Auch wenn sich 
beide nicht täglich sehen bzw. nicht jede Nacht zusammen verbringen würden, 
schliesse dies eine Beziehung mit der damit verbundenen gegenseitigen Unter-
stützung keinesfalls aus. Nicht von Belang sei dabei der steuerliche Wohnsitz und 
der den Steuerbehörden eingereichte Darlehensvertrag. Einsparungen in den Le-
benshaltungskosten bzw. der wirtschaftliche Vorteil der Ehefrau, den sie aus der 
einfachen Wohn- und Lebensgemeinschaft ziehe, seien nicht von der Hand zu 
weisen, weshalb nur die Hälfte des Ehegatten-Grundbetrages und die Hälfte der 
Wohnkosten (Durchschnittsrechnung CHF 2'266.00, ohne Einstellplatz) zu 
berücksichtigen seien. Wäre nicht von einer Wohngemeinschaft auszugehen, 
müsste der Mietzins ohnehin herabgesetzt werden, da er übersetzt sei und die 
Ehefrau nicht behaupte, auf die teure Wohnung direkt am Bahnhof O.5_____ an-
gewiesen zu sein (angefochtener Entscheid, E. 7e/cc).

7.2. Die Ehefrau zitiert diesbezüglich zunächst BGE 138 III 97 E. 2.3, in wel-
chem das Bundesgericht die möglichen Auswirkungen des Zusammenlebens ei-
nes Ehegatten in einer neuen Partnerschaft behandelt hat, und äussert sich an-
schliessend zur Beweislage, aus welcher die Vorinstanz (selbst im Falle der be-
strittenen Verwertbarkeit der E-Mails) zu Unrecht bzw. willkürlich auf den Bestand 
einer einfachen Wohn- und Lebensgemeinschaft geschlossen habe. Die E-Mails 
würden kein ab 1. April 2014 oder 1. April 2015 bestehendes Konkubinat belegen, 
sondern bloss die Tatsache, dass sie und ihr Brieffreund in ihren Ehen stark gelit-
ten hätten, sie sich Ende 2012 gegenseitig Mut und Hoffnung auf ein besseres 
(emotionales) Leben gemacht hätten und sie sich im Winter 2012 einander ver-
bunden gefühlt hätten. Tatsache sei jedenfalls, dass D._____ auch drei Jahre 
nach dem Briefwechsel vom Winter 2012 bis vor kurzem zusammen mit seiner 
Ehefrau in O.6_____ gewohnt habe und O.6_____ eben gerade nicht, wie im Win-
ter 2012 in Aussicht gestellt, umgehend verlassen habe.  Die Einvernahme von 
E._____ habe keinerlei materielle Erkenntnisse in Bezug auf das behauptete Kon-
kubinat erbracht. Dem Schreiben von D._____ lasse sich ebenfalls nicht entneh-
men, dass sie gemeinsam eine Wohnung in O.5_____ gefunden hätten. Vielmehr 
spreche er darin von der Absicht, vollständig unabhängig zu bleiben (räumlich, 
wirtschaftlich und emotional), und führe aus, beruflich viel unterwegs zu sein, auch 
in O.5_____, wo er die Gelegenheit wahrnehme, bei X._____ zu übernachten. 
Diese Aussagen habe er durch Einreichung des neuen Niederlassungsausweises 
der Gemeinde O.4_____ verstärkt. In Verbindung mit der Tatsache, dass D._____ 
den Mietzins nur als Darlehen, nicht als Schenkung finanziere, würden die Urkun-

Seite  29 — 58

den nur belegen, dass die beiden eine Beziehung pflegten und D._____ mitunter 
(bei beruflichen Aufenthalten) bei ihr übernachte. In Widerspruch dazu nehme die 
Vorinstanz an, er übernachte regelmässig in O.5_____. Gemäss den eingereich-
ten Urkunden verfüge sie selbst über keinerlei Einsparungen in den Lebenshal-
tungskosten und geniesse keinerlei wirtschaftlichen Vorteil aus der Beziehung zu 
D._____. Die Aktenlage (betreffend Darlehen) lasse nur den Schluss zu, dass eine 
wirtschaftliche Unabhängigkeit vorhanden sei und aktiv gelebt werde. Durch die 
Verlegung des Wohnsitzes von O.6_____ nach O.4_____ habe sich die Tatsache 
der vollständigen wirtschaftlichen Unabhängigkeit perpetuiert. Der Mietzins für die 
Wohnung in O.5_____ samt Autoeinstellplatz sei sodann nicht überteuert. Sie ha-
be Anspruch auf Weiterführung der ehelichen Lebenshaltung, weshalb ihr mit Blick 
darauf, dass sie mit dem Ehemann während Jahrzehnten in einem 10-Zimmer-
Einfamilienhaus gelebt habe und sie auch Platz für Übernachtungen der Kinder 
und Enkel benötige, die ausgewiesenen Kosten für Wohnung und Parkplatz anzu-
rechnen seien (ZK1 16 196, act. A. 1, S. 9 ff.).

7.3. Der Ehemann ist dagegen der Auffassung, dass seine Ehefrau in einer ge-
festigten Beziehung mit D._____ lebe. Er sei überzeugt, dass dieser für den ge-
samten Lebensunterhalt der Ehefrau aufkomme. Um dies nachzuweisen, werde 
die Edition sämtlicher Bankauszüge seit 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016 
beantragt (ZK1 16 196, act. A.2, S. 3). Gemäss BGE 138 III 97 vermindere sich 
die Unterhaltsforderung des einen Ehegatten gegenüber dem andern soweit, als 
er von seinem neuen Partner finanziell unterstützt werde. Die Vorinstanz habe 
übersehen, dass es im konkreten Fall nicht um eine einfache Wohn- und Lebens-
gemeinschaft gehe, welche lediglich Kosteneinsparungen mit sich bringe, sondern 
D._____ nicht nur für den Mietzins, sondern auch sonst für den Lebensunterhalt 
der Ehefrau aufkomme. Diese habe daher keine Unterhaltsforderung mehr gegen 
ihren Ehemann (ZK1 16 196, act. A.2, S. 5 f.). Denselben Standpunkt vertritt der 
Ehemann in seiner eigenen Berufung. Auch wenn sich D._____ weigere, als Zeu-
ge auszusagen, und auch wenn es zutreffe, dass er steuerrechtlich Wohnsitz in 
O.4_____ habe, würden er und die Ehefrau eine sehr enge Lebensgemeinschaft 
führen. Nachdem die Ehefrau in einem gefestigten Konkubinat lebe, das schon 
mehrere Jahre andauere, sei festzustellen, dass sie spätestens ab 1. September 
2015 keinen Anspruch auf Unterhaltszahlungen mehr habe und ein bis dahin be-
stehender Anspruch mit den erbrachten Zahlungen von monatlich CHF 3'500.00 
vollständig erfüllt worden sei (ZK1 16 197, act. A.1, S. 5 f.). Falls dennoch ein Un-
terhaltsbeitrag zuzusprechen wäre, wäre für die Miete kein Betrag einzusetzen, da 

Seite  30 — 58

diese von D._____ bezahlt werde (ZK1 16 196, act. A.2, S. 6 f.; ebenso ZK1 16 
197, act. A.1, S. 6).

7.4.1. Beide Parteien beziehen sich auf BGE 138 III 97, worin das Bundesgericht 
zur hier interessierenden Frage, was folgt, ausgeführt hat:

"2.3. Wie sich das Zusammenleben eines Ehegatten in einer neuen Part-
nerschaft unterhaltsrechtlich auswirkt, ist im konkreten Einzelfall zu prüfen. 
Es lassen sich dabei mehrere Tatbestände unterscheiden, die - unter Will-
kürgesichtspunkten - folgende Schlüsse gestatten:

2.3.1. Wird der unterhaltsberechtigte Ehegatte von seinem neuen Partner 
finanziell unterstützt, vermindert sich seine Unterhaltsforderung gegenüber 
dem anderen Ehegatten im Umfang der tatsächlich erhaltenen Unterstüt-
zungsleistungen. Lehre und Rechtsprechung lassen sich dabei vom Verbot 
des offenbaren Rechtsmissbrauchs leiten […]. Das gleiche Ergebnis kann 
auch in Anwendung von Art. 163 ZGB begründet werden, wonach sich ein 
Ehegatte als Einkünfte anrechnen lassen muss, was er für eigene Leistun-
gen in der neuen Partnerschaft (z.B. durch Haushaltführung, Mithilfe im Be-
ruf o.ä.) erhält. Ein Abstellen auf die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse 
und damit die momentan tatsächlich erbrachte Unterstützung des neuen 
Partners ist insofern gerechtfertigt, als der eheliche Unterhalt - im Gegen-
satz zum nachehelichen Unterhalt (vgl. Art. 129 ZGB) - unter erleichterten 
Voraussetzungen an veränderte Verhältnisse angepasst […]  und auch oh-
ne weiteres nachträglich erhöht werden kann […].

2.3.2. Erfolgt keine finanzielle Unterstützung oder sind entsprechende Leis-
tungen des neuen Partners nicht nachweisbar, kann immerhin eine sog. 
(einfache) Wohn- und Lebensgemeinschaft ("communauté de toit et de ta-
ble"; "comunione di tetto e di tavola") vorliegen, die Einsparungen in den 
Lebenshaltungskosten mit sich bringt. Entscheidend ist dabei nicht die 
Dauer der Partnerschaft, sondern der wirtschaftliche Vorteil, der daraus ge-
zogen wird. In Anlehnung an die betreibungsrechtlichen Richtlinien tragen 
die Partner die gemeinschaftlichen Kosten (Grundbetrag, Miete usw.) an-
teilsmässig, selbst wenn die tatsächliche Beteiligung geringer sein sollte. 
Diese Kostenersparnis ist im Bedarf des unterhaltsberechtigten wie im Üb-
rigen auch des unterhaltspflichtigen Ehegatten zu berücksichtigen […].

2.3.3. Schliesslich ist auch im Rahmen des Eheschutzes nicht ausge-
schlossen, dass der unterhaltsberechtigte Ehegatte in einem sog. qualifi-
zierten oder gefestigten Konkubinat lebt. Darunter versteht die Rechtspre-
chung eine auf längere Zeit, wenn nicht auf Dauer angelegte umfassende 
Lebensgemeinschaft zweier Personen unterschiedlichen Geschlechts mit 
grundsätzlich Ausschliesslichkeitscharakter, die sowohl eine geistig-
seelische als auch eine wirtschaftliche Komponente aufweist. Verkürzt wird 
diese etwa auch als Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft ("communauté de 
toit, de table et de lit"; "comunione di tetto, di tavola e di letto") bezeichnet. 
Das Gericht hat diesbezüglich eine Würdigung sämtlicher massgebender 
Faktoren vorzunehmen, wobei für die Beurteilung der Qualität einer Le-
bensgemeinschaft die gesamten Umstände des Zusammenlebens von Be-
deutung sind. Der Unterhaltsanspruch fällt weg, wenn der Ehegatte in einer 
festen Beziehung lebt, die ihm ähnliche Vorteile bietet wie eine Ehe. Ent-
scheidend ist dabei nicht (mehr) das Kriterium des Rechtsmissbrauchs, 
sondern vielmehr, ob der Unterhaltsberechtigte mit seinem neuen Partner 

Seite  31 — 58

eine so enge Lebensgemeinschaft bildet, dass dieser bereit ist, ihm Bei-
stand und Unterstützung zu leisten, wie es Art. 159 Abs. 3 ZGB von Ehe-
gatten fordert. Ob die Partner über die dazu notwendigen finanziellen Mittel 
überhaupt verfügen, ist unerheblich […].

7.4.2. Die Behauptungs- und Beweislast für die Umstände, aus denen sich ein 
qualifiziertes Konkubinat ergibt, trägt - wie im Scheidungs- oder Abänderungsver-
fahren - der Unterhaltspflichtige, wobei im summarischen Verfahren Glaubhaftma-
chung genügt. Hat ein Konkubinat (im Zeitpunkt der Anhebung einer Klage auf 
Abänderung des nachehelichen Unterhalts) allerdings fünf Jahre gedauert, greift 
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine (widerlegbare) Vermutung 
dafür, dass ein gefestigtes Konkubinat im Sinne einer eheähnlichen Gemeinschaft 
vorliegt. Die Sistierung oder Aufhebung der Unterhaltsverpflichtung zufolge eines 
gefestigten Konkubinats ist grundsätzlich bereits möglich, bevor die Lebensge-
meinschaft die Dauer von fünf Jahren erreicht hat. Dies setzt indessen voraus, das 
die Gemeinschaft aufgrund anderer Faktoren eine genügende Stabilität aufweist 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_593/2013 vom 20. Dezember 2013, E. 3.3.2). 
Was das Beweisthema des Unterhaltpflichtigen, der auf Sistierung oder Wegfall 
der nachehelichen Unterhaltspflicht klagt, anbelangt, hat das Bundesgericht in 
BGE 118 II 235, E. 3, klargestellt, dass es selbst nach einer fünfjährigen Wohn-
gemeinschaft nicht ausreicht, wenn der Abänderungskläger nur dartut, dass die 
Unterhaltsberechtigte mit einem Angehörigen des anderen Geschlechts in Haus-
gemeinschaft lebt und den Anschein einer ehelichen Lebensgemeinschaft ge-
schaffen hat. Damit in einem solchen Fall auf eine eheähnliche Gemeinschaft ge-
schlossen werden kann, muss vielmehr der volle Beweis für die Vermutungsbasis 
erbracht werden, was bedeutet, dass konkrete Tatsachen dargetan und bewiesen 
sein müssen, aus denen sich das Vorhandensein einer geistig-seelische, körperli-
che und wirtschaftliche Komponenten umfassenden Lebensgemeinschaft ergibt. 
An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht auch unter dem neuen Schei-
dungsrecht festgehalten (vgl. Pra 2003 Nr. 175 E. 2.4). 

7.4.3. Ähnliches gilt mit Bezug auf die Beweislast für das Vorliegen einer kosten-
senkenden Wohngemeinschaft. Auch wenn im Rahmen vorsorglicher Massnah-
men noch kein gefestigtes Konkubinat zur Diskussion steht, sondern es erst dar-
um geht, die wirtschaftlichen Vorteile, die aus der häuslichen Gemeinschaft ent-
stehen, bei der Bemessung des Unterhalts zu berücksichtigen, müssen die Um-
stände, in welchen die unterhaltberechtigte Partei mit dem neuen Partner lebt, wie 
auch die damit verbundenen Kosteneinsparungen erstellt sein (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_807/2015 vom 7. März 2016, E. 2.3). Da es sich dabei um ei-
ne anspruchshindernde Tatsache handelt, trägt der Unterhaltspflichtige dafür die 

Seite  32 — 58

Beweislast (Art. 8 ZGB). Gelingt es ihm nicht, das Bestehen einer (dauernden) 
Wohngemeinschaft glaubhaft zu machen, beispielsweise, weil der neue Partner 
weiterhin über eine eigene Wohnung verfügt und noch in einer anderen Gemeinde 
angemeldet ist, trägt er die Folgen der Beweislosigkeit. 

7.5.1. In tatsächlicher Hinsicht steht vorliegend fest, dass die Ehefrau per 1. Ja-
nuar 2013 eine 3½-Zimmer-Wohnung in O.5_____ bezogen hat, dies obwohl sie 
damals noch in Pfäffikon arbeitete und abgesehen von D._____ unbestrittener-
massen keine Beziehungen zu Graubünden hatte. Der Mietvertrag lautete anfäng-
lich auf D._____, welcher auch den Mietzins von CHF 2'510.00 (Wohnung CHF 
2'350.00, Einstellplatz CHF 160.00) direkt an die Vermieterschaft bezahlte. Ab 1. 
Dezember 2014 lautete der (am 10. November 2014 unterzeichnete) Mietvertrag 
auf die Ehefrau (Akten RG Plessur, Dossier B act. V/20), welche seither auch die 
Mietzinse bezahlt, von D._____ aber - nach ihrer Darstellung als Darlehen - mo-
natliche Überweisungen in derselben Höhe erhält (vgl. Akten RG Plessur, Dossier 
B act. IV/3 und IV/18). Letzteres ergibt sich auch aus der Zusammenstellung sämt-
licher Gutschriften von D._____ auf dem Konto der Ehefrau (ZK1 16 196, act. 
B.10), welche die Ehefrau in teilweiser Erfüllung des mit der Berufungsantwort ge-
stellten Editionsantrages des Ehemannes eingereicht hat. Obschon sich der Miet-
zins für die Wohnung schrittweise auf CHF 2'310.00 (ab 1. April 2015) bzw. CHF 
2'251.00 (ab 1. Oktober 2015) reduzierte (vgl. Akten RG Plessur, Dossier B act. 
V/55 und V/56), blieben die Überweisungen von D._____ unverändert bei CHF 
2'510.00. Per 1. April 2017 bezog die Ehefrau eine 4½-Zimmer-Wohnung in 
O.9_____, für welche der Mietzins anfänglich CHF 2'150.00 zuzüglich CHF 150.00 
für den Tiefgaragenplatz betrug (ZK1 16 196, act. B.17) und per 1. April 2018 um 
CHF 50.00 reduziert wurde (ZK1 16 196, act. B.18). Ab dem Umzug nach 
O.9_____ wurden auch die Überweisungen von D._____ an den neuen Mietzins 
angepasst (ZK1 16 196, act. B.19). Die Zulässigkeit dieser mit Eingabe vom 19. 
März 2018 (ZK1 16 196, act. A.8) vorgebrachten (echten) Noven blieb seitens des 
Ehemannes unbestritten, so dass sie vorliegend berücksichtigt werden können, 
ohne dass im Einzelnen geprüft werden muss, ob die Voraussetzung eines unver-
züglichen Vorbringens erfüllt wäre. Ob sie den Ehemann seinerseits zur Änderung 
seiner Rechtbegehren (Rückzug des Eventualantrages mit Wirkung ab 1. Januar 
2018) berechtigen würden (im Kern wird der zugestandene Unterhaltsbeitrag da-
mit nachträglich einer Befristung unterstellt), braucht mit Blick auf die Beurteilung 
des Hauptantrages, welche auch eine Gutheissung des geänderten Eventualan-
trages ausschliesst, nicht entschieden zu werden. 

Seite  33 — 58

7.5.2. Dass die Mietzinszahlungen von D._____ darlehensweise erfolgen, hat die 
Ehefrau, die seit anfangs November 2014 - also kurz vor Übertragung des Miet-
vertrages auf sie - anwaltlich vertreten ist (vgl. Akten RG Plessur, Dossier B act. 
V/2), erstmals mit ihrer Replik (Akten RG Plessur, Dossier B act. I/5) ausgeführt, 
dies unter Verweis auf die bereits mit der Klageschrift eingereichte Steuerer-
klärung 2014 (Akten RG Plessur, Dossier B act. V/19) und dem dort angehängten 
Darlehensvertrag, beide datierend vom 31. März 2015, also demselben Tag, an 
welchem auch die Klageschrift eingereicht wurde. Mit ihrer Stellungnahme zur Du-
plik (Akten RG Plessur, Dossier B act. I/7) hat die Ehefrau denn auch eingeräumt, 
dass das Darlehensverhältnis kurz vor Einreichung ihrer Anträge im Scheidungs-
verfahren noch schriftlich "zu Beweiszwecken" festgehalten worden sei. Im Darle-
hensvertrag ist von monatlichen Mietzinszahlungen in Höhe von CHF 2'670.00 
(CHF 2'510.00 + CHF 160.00) seit dem 1. Januar 2013 zuzüglich der Mietzinskau-
tion von CHF 7'050.00 die Rede, obwohl die tatsächlichen Zahlungen bis dahin 
stets CHF 2'510.00 betragen haben. Dieser Fehler wurde dann mit der Steuerer-
klärung 2015 (Akten RG Plessur, Dossier B act. V/54) bereinigt. Das jener Steu-
ererklärung beigelegte und von der Ehefrau und D._____ gemeinsam unterzeich-
nete Schreiben datiert vom 20. Mai 2016 und beziffert die von D._____ bezahlten 
Mietzinse trotz der zwischenzeitlich erfolgten Reduktionen unverändert auf CHF 
2'510.00. Auch in den beiden nachfolgenden Steuererklärungen 2016 und 2017 
(ZK1 16 196, act. B.11 und B. 20) wird ein Darlehen von D._____ ausgewiesen 
(Stand per 31. Dezember 2017 CHF 155'760.00). Im Gegensatz dazu war in der 
Steuererklärung 2013 (Akten RG Plessur, Dossier B act. V/1.3) noch kein Darle-
hen von D._____ deklariert worden.

7.5.3. Die Notwendigkeit der Mietzinszahlungen durch D._____ hat die Ehefrau 
durchwegs mit dem zu knappen Unterhaltsbeitrag des Ehemannes begründet (vgl. 
Akten RG Plessur, Dossier B act. I/2 S. 12, act. I/5 S. 5 und act. I/7 S. 6 sowie 
Dossier C, act. I/2 S. 10). Seit dem ersten Massnahmeentscheid bezahlt der Ehe-
mann allerdings unbestrittenermassen den darin festgesetzten Unterhaltsbeitrag 
von CHF 5'750.00 (vgl. Akten RG Plessur, Dossier B act. V/54 sowie die im Beru-
fungsverfahren eingereichten Zusammenstellungen in ZK1 16 196, act. B.11 und 
B.20). Zumindest die Hälfte des Mietzinses wäre durch diese Beiträge gedeckt, so 
dass für eine Weiterführung der Zahlungen von D._____ in voller Höhe kein Grund 
mehr bestand.

7.5.4. Eine Wohngemeinschaft mit D._____ hat die Ehefrau von Beginn weg be-
stritten. Die Miete einer 3½-Zimmer-Wohnung hat sie mit dem Platzbedarf für 
Übernachtungen ihrer Kinder und Enkel, dem ehelichen Standard und dem Ver-

Seite  34 — 58

gleich mit dem Ehemann, der (anfänglich noch mit dem gemeinsamen Sohn, seit 
August 2016 alleine) das eheliche Wohnhaus bewohnt, begründet. Als Beweis 
dafür, dass D._____ noch zusammen mit seiner Frau in O.6_____ wohnt, hat sie 
mit der Replik (Akten RG Plessur, Dossier B act. I/5, S. 7) eine Wohnsitzbeschei-
nigung der Stadt O.6_____ und eine Bestätigung der kantonalen Steuerverwal-
tung über die gemeinsame Veranlagung des Ehepaars D./E._____, beide datie-
rend vom 11. Juni 2015, eingereicht (Akten RG Plessur, Dossier B act. V/34 und 
V/35). Zudem hat sie die Einvernahme von E._____ beantragt. An der mündlichen 
Verhandlung vom 12. September 2016 hat sie sodann die Befragung von D._____ 
verlangt, worauf der Ehemann seinerseits die Befragung von E._____ beantragte.

7.5.5. E._____ hat an ihrer Einvernahme vom 1. November 2015 folgende Aussa-
ge gemacht (Akten RG Plessur, Dossier C act. IV/7):

"Soweit ich das sehe, hat mein Mann eine Beziehung zu Frau X._____. 
Mein Mann und ich haben uns getrennt. Wir hatten aber schon länger Pro-
bleme miteinander. Die Trennung hat aus meiner Sicht nichts mit Herr und 
Frau X._____ zu tun. Ich bin im September 2015 in O.6_____ ausgezogen. 
Wir wollten die Liegenschaft schon länger verkaufen, ich wollte diesen Pro-
zess beschleunigen. Zu den Wohn- und Lebensverhältnissen meines Ehe-
manns äussere ich mich nicht. Aus meiner Sicht ist das Privatsache."

Auch zur Miete in O.5_____ äusserte sich E._____ nicht. Ihre Aussagen zur Tren-
nung decken sich mit dem Ergebnis der gerichtlichen Adressnachforschung zum 
Zwecke der Vorladung (vgl. Akten RG Plessur, Dossier C act. VI/3): ab dem 19. 
September 2015 war sie in O.7_____ als Wochenaufenthalterin gemeldet (mit 
Wohnsitz in O.6_____bruck) und ab 1. März 2016 verzeichnete sie Wohnsitz in 
O.7_____.

7.5.6. D._____ erschien nicht zur Zeugeneinvernahme. Er machte geltend, der 
kurz zuvor erfolgte Verkauf des Schlosses in O.6_____, in welchem er mit seiner 
Frau fast 40 Jahre gelebt habe, habe ihn psychisch bzw. emotional dermassen 
belastet, dass er sich ausserstande fühle, vor Gericht zu erscheinen. Stattdessen 
teilte er dem Gericht mit Schreiben vom 24. Oktober 2016 (Akten RG Plessur, 
Dossier C act. IV/4) "seine Betrachtungsweise zu der Scheidungsangelegenheit 
X.Y._____" schriftlich mit. Zudem reichte er am 31. Oktober 2016 im Sinne einer 
Ergänzung den Niederlassungsausweis der Gemeinde O.4_____ vom 31. Oktober 
2016 (Akten RG Dossier C, act. IV/5 und IV/6) sowie am 31. Dezember 2016 - 
also erst nach der Mitteilung des angefochtenen Entscheides, aber im vor-
instanzlichen Aktenverzeichnis aufgeführt - die Kopie seines neuen Mietvertrages 
für ein 2-Familienhaus in O.4_____ (mit Mietbeginn am 1. Januar 2017, zur 
Benützung als Wohn- und Geschäftsräume) ein (Akten RG Dossier C, act. IV/9 

Seite  35 — 58

und IV/10). D._____s Schreiben wird in der für das Hauptverfahren erlassenen 
Beweisverfügung vom 11. Januar 2017 (Akten RG Plessur, Dossier B act. IIl/1) als 
schriftliche Auskunft qualifiziert und für relevant erklärt. Darin hat er sich folgen-
dermassen geäussert:

"1 X._____ und ich haben weiterhin nicht die Absicht miteinander zu leben, 
weder räumlich noch wirtschaftlich, und so wird es auch in Zukunft sein. Ei-
ne Zuneigung zueinander wird jedoch nicht bestritten. Wir legen jedoch 
Wert auf eine vollständige Unabhängigkeit. Was mich betrifft, bin ich in ei-
nem Alter, 73, angelangt, welches mein Lebensende voraussehen lässt, 
somit ich gefestigte Zukunftsstrukturen ablehne. Diese gelebte Unabhän-
gigkeit (wirtschaftlich wie emotional) ist soviel ich weiss, auch für X._____ 
von grosser Bedeutung, wegen der grossen Enttäuschung ihrer langjähri-
gen, gescheiterten Ehe.

2 Ich bin noch immer beruflich viel im O.8_____, Region Albula und dem 
Oberhalbstein, aber auch in O.5_____ tätig. Dann nehme ich auch die Ge-
legenheit wahr, bei X._____ zu übernachten. Ausserdem steht mir aus 
gleichem Grund jederzeit eine Dienstwohnung im Oberhalbstein zur Verfü-
gung, welche ich auch regelmässig benutze. Des Weiteren bin ich immer 
noch in O.6_____ angemeldet, obwohl ich seit kurzer Zeit, nicht mehr dort 
wohnhaft bin und neu in O.4_____ sesshaft sein werde.

3 X._____ und ich sind sehr sozialdenkende Menschen. Als ich sie vor 3½ 
Jahren kennen lernte, mussten wir feststellen, dass wir beide in unserer 
langjährigen ehelichen Beziehung unglücklich waren, aber aus verschiede-
nen Gründen. Wir haben uns in dieser Hinsicht schnell gut verstanden und 
eine wertvolle Freundschaft aufgebaut.

4 Beide von uns legen grossen Wert darauf, unser zukünftiges Leben auto-
nom und wirtschaftlich unabhängig voneinander zu gestalten. Ich werde 
mich auch nicht scheiden lassen von meiner Frau E._____. Obwohl wir seit 
einem Jahr getrennt leben, sind wir immer noch wirtschaftlich miteinander 
verbunden."

7.6.1. Bei der gegebenen Beweislage kann der Berufung des Ehemannes kein 
Erfolg beschieden sein, soweit er damit am Bestehen eines qualifizierten Konkubi-
nats festhält. Vorweg ist in formeller Hinsicht festzuhalten, dass er sich in der Be-
gründung seiner Berufung im Wesentlichen darauf beschränkt, seine eigenen Be-
hauptungen (umfassende finanzielle Unterstützung der Ehefrau durch D._____) zu 
wiederholen, ohne dabei auf die im Recht liegenden Beweismittel einzugehen. 
Eine substantiierte Darlegung, inwiefern bereits ab dem 1. September 2015 ein 
qualifiziertes Konkubinat im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorge-
legen haben soll und aus welchen Beweismitteln die dafür massgeblichen Um-
stände konkret hervorgehen, findet sich in der Berufungsschrift nicht. Insofern er-
scheint fraglich, ob die Berufungsbegründung den Anforderungen von Art. 311 
ZPO überhaupt genügt. Was die behauptete vollumfängliche (oder zumindest 
überwiegende) Finanzierung des Lebensunterhalts der Ehefrau durch ihren neuen 
Partner anbelangt, hat der Ehemann erstmals mit seiner Berufungsantwort (ZK1 

Seite  36 — 58

16 196, act. A.2 S. 2 f.) einen Beweisantrag gestellt und die Edition sämtlicher 
Bankauszüge seit 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016 aus Händen der Ehe-
frau verlangt. Eine Begründung dafür, weshalb dieser Antrag nicht bereits vor ers-
ter Instanz hätte gestellt werden können, fehlt wiederum vollständig. Soweit die 
Ehefrau diesem Begehren mit Einreichung der Gutschriftsanzeigen für sämtliche 
Überweisungen von D._____ auf ihr Konto bei der G._____ (ZK1 16 96, act. B.9 
und B.10) nicht bereits freiwillig nachgekommen ist, ist daher darauf nicht einzutre-
ten (vgl. oben Erwägung 1.4.2). Aufgrund der vorhandenen Beweismittel erstellt 
ist, dass die Ehefrau mit D._____ mehr als bloss eine (Brief-)Freundschaft pflegt. 
Dass sie eine Liebesbeziehung führen, ergibt sich nicht nur aus der E-Mail-
Korrespondenz von Ende 2012, sondern auch aus der Aussage von E._____, 
auch wenn sich diese nicht näher zu den Details der Beziehung äussern wollte. 
Ebenfalls erstellt ist die Bereitschaft von D._____, die Mietzinsen der Ehefrau 
(zumindest einstweilen) zu bezahlen. Ein dauerndes Zusammenleben (über gele-
gentliche Übernachtungen hinaus) ist aber mit Blick auf die Niederlassungsbe-
scheinigungen und die schriftlichen Ausführungen von D._____ nicht glaubhaft 
gemacht und letztere sprechen auch gegen den gemeinsamen Willen, eine 
eheähnliche Schicksalsgemeinschaft (mit gegenseitiger Bereitschaft zu umfas-
sender Unterstützung) einzugehen. Solches lässt sich auch den besagten E-Mails 
nicht entnehmen, beschränken sich diese doch zur Hauptsache auf gegenseitige 
Liebesbekundungen und die Absicht, gemeinsam eine Wohnung zu suchen. In 
welcher Form sie ihre Beziehung seit Januar 2013 tatsächlich gelebt haben, kann 
sich von vornherein nicht aus diesen E-Mails ergeben. Dazu müssen vielmehr die 
anderen Beweismittel gewürdigt werden, welche indessen vorliegend nicht ausrei-
chen, um das Bestehen einer derart engen Lebensgemeinschaft glaubhaft zu ma-
chen, wie sie für die Annahme eines qualifizierten Konkubinats erforderlich wäre. 

7.6.2. Zu prüfen bleibt somit, ob der Vorderrichter zumindest vom Vorliegen einer 
kostensenkenden Wohngemeinschaft (mit den entsprechenden Auswirkungen auf 
den Grundbedarf der Ehefrau) ausgehen durfte oder ob - nur, aber immerhin - 
tatsächliche finanzielle Vorteile bestehen, welche die Ehefrau aus der Beziehung 
zu D._____ zieht, namentlich hinsichtlich der Wohnkosten. Dabei ist zunächst 
festzuhalten, dass ein gelegentliches Übernachten, wie es D._____ eingeräumt 
hat, nicht ausreicht, um eine kostensenkende Wohngemeinschaft (mit Halbierung 
des für ein Ehepaar geltenden Grundbetrages) anzunehmen. Anders als bei ei-
nem dauernden Zusammenleben, wo regelmässig von einer gemeinsamen Tra-
gung der anfallenden Haushaltskosten ausgegangen werden darf, ist bei bloss 
gelegentlichen Übernachtungen nicht ersichtlich, dass der Ehefrau dadurch nen-

Seite  37 — 58

nenswerte Einsparungen bei den im Grundbetrag berücksichtigten Kosten (Ver-
pflegung, Bekleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Privatversicherungen, 
Kochstrom etc.) ermöglicht würden. Anhaltspunkte dafür, dass sich D._____ 
mehrmals wöchentlich bei der Ehefrau aufhalten würde und entgegen seinen Aus-
führungen von einer eigentlichen Wohngemeinschaft auszugehen wäre, sind nicht 
aktenkundig. Vielmehr sprechen die im Recht liegenden Niederlassungsbeschei-
nigungen und die Tatsache, dass D._____ nach dem Verkauf seiner Liegenschaft 
in O.6_____ in O.4_____ ein Wohn- und Geschäftshaus mietete, dafür, dass er, 
was das Wohnen anbelangt, eigenständig geblieben ist und dies bis auf weiteres 
auch so beibehalten will. Was hingegen nicht in Abrede gestellt werden kann, ist 
der Umstand, dass D._____ seit anfangs 2013 für die Wohnkosten der Ehefrau 
aufgekommen ist, indem er anfänglich persönlich für sie eine Wohnung in 
O.5_____ gemietet und ihr nach der Übertragung des Mietvertrages das Geld für 
die Bezahlung des Mietzinses überwiesen hat. Nach der Darstellung der Ehefrau 
soll D._____ diese Leistungen lediglich darlehensweise erbracht haben. Die Ur-
kunden, mit welchen ein Darlehensverhältnis belegt werden soll, wurden indessen 
allesamt erst im Hinblick auf das vorliegende Gerichtsverfahren verfasst. Der am 
Tage der Einreichung der Klageschrift unterzeichnete Darlehensvertrag nennt so-
dann einen zu hohen Mietzins, was darauf hindeutet, dass er von D._____ ohne 
nähere Prüfung unterzeichnet wurde. Einzuräumen ist, dass die Ehefrau die Dar-
lehensschuld seither auch in ihren Steuererklärungen deklariert hat. Auf ihre Be-
steuerung hat die deklarierte Schuld allerdings keine Auswirkungen, da sie ohne-
hin über kein steuerbares Vermögen verfügt. Ob auch D._____ ein entsprechen-
des Guthaben deklariert hat, ist nicht aktenkundig. Selbst wenn dies der Fall wäre, 
verblieben ernstha