# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d320eddc-5586-5a07-b82c-a662770d8af1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2005 PVG 2005 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2005-29_2005-12-31.pdf

## Full Text

11/29 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2005

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BAB. Erstellung eines Schutzzauns gegen nichtionisie- 
rende Strahlung, verursacht durch eine Mobilfunkanlage.
– Ein ausserhalb der Bauzone errichteter Zaun zum Schutz von 

auf einem Grundstück gehaltenen Tieren vor nicht- 
ionisierender Strahlung kann aufgrund von Art. 1 Abs. 1 
USG zulässig sein, wenn eine schädliche Einwirkung der 
Strahlung auf Tiere höchstwahrscheinlich ist ( E.1– 5a, b).

– Höchstwahrscheinlich kann eine solche auch sein, wenn die 
Immissionsgrenzwerte und der Anlagegrenzwert nicht 
überschritten sind, die Tiere aber Verhaltensstörun- gen 
aufweisen oder der Strahlung nicht ausweichen können 
und weitere Faktoren, welche als Ursache einer 
Verhaltensänderung der Tiere in Betracht kommen, nicht 
vorliegen, was hier der Fall ist ( E.5c, d).

– Ein Strahlenschutzzaun erscheint im Hinblick auf die bo- 
denabhängige Nutzung des Landes nicht als unentbehr- 
lich, ist betrieblich nicht notwendig und deshalb in der 
Landwirtschaftszone nicht zonenkonform, jedenfalls so- 
lange nicht, als eine auf Art. 16 Abs. 3 RPG gestützte kan- 
tonale Vorschrift nicht existiert ( E.6a, b).

– Ein Strahlenschutzzaun kann dennoch positiv standort- 
gebunden sein, wenn er durch nichtionisierende Strah- 
lung höchstwahrscheinlich hervorgerufene schädliche 
Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere mindert und ein 
anderer Standort als der gewählte nicht in Betracht 
kommt, um den erwünschten Effekt zu erzielen ( E.7b).

– Vorliegend sind die Interessen der Privaten höher zu ge- 
wichten als das öffentliche Interesse an der Durchset- 
zung des Zersiedelungsverbotes und der Vermeidung 
unerwünschter Präjudizwirkung, auch, weil der Strahl- 
schutzzaun durch entsprechende Auflagen so gestaltet 
werden kann, dass er sich gut ins Landschaftsbild inte- 
griert und die Konstellation von Nähe und Ausrichtung der 
Mobilfunkantenne bezüglich des Aufenthaltsortes der Tiere 
aussergewöhnlich ist; dadurch wird auch dem 
Verhältnismässigkeitsprinzip Rechnung getragen (E.7c,d).

EFZ. Posa di una recinzione protettiva contro radiazioni non 
ionizzanti causate da un’antenna per la telefonia mo- bile.
– Una recinzione per proteggere da radiazioni non ioniz- 

zanti animali che pascolano su di un fondo può essere

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conforme all’art. 1 cpv. 1 LPAmb se una influenza nociva
dei raggi sugli animali è altamente probabile (cons.1– 5a, b).

– Una simile influenza è altamente probabile anche quando i 
valori limite d’immissione e dell’impianto non sono 
superati, ma l’atteggiamento degli animali si rivela 
strano oppure gli animali non possono evitare l’esposi- 
zione e quando altri fattori – che potrebbero entrare in 
considerazione per giustificare lo strano atteggiamento 
degli animali – non ve ne sono, come nel caso in oggetto ( 
cons. 5c, d).

– Nell’ottica di una coltivazione dipendente dal suolo, una 
recinzione protettiva contro radiazioni non è indispen- 
sabile e pertanto non conforme alla funzione della zona 
agricola, in ogni caso fino a quando non esista una di- 
sposizione cantonale fondata sull’art. 16 cpv. 3 LPT 
(cons. 6a, b).

– Una recinzione protettiva contro le radiazioni può co- 
munque essere a ubicazione vincolata positiva, quando 
mitiga le influenze negative molto probabilmente pro- 
vocate da raggi non ionizzanti sulla salute degli animali e 
una diversa ubicazione da quella scelta non entra in 
considerazione per il conseguimento del risultato voluto ( 
cons. 7b).

– Nell’evenienza, gli interessi dei privati prevalgono su 
quelli pubblici che perseguono il divieto della parcella- 
zione degli insediamenti e vogliono evitare sgraditi ef- fetti 
pregiudizievoli, anche perché la recinzione di prote- zione 
dalle radiazioni può, tramite delle appropriate im- posizioni, 
essere strutturata in modo tale da essere ben integrata nel 
quadro paesaggistico locale e la costella- zione – riguardo 
alla vicinanza e direzione dell’antenna per la telefonia 
mobile rispetto al luogo di stabulazione degli animali – è del 
tutto eccezionale; con ciò viene de- bitamente preso in 
considerazione anche il principio della proporzionalità ( 
cons. 7c, d).

Erwägungen:
1. Anfechtungsgegenstand ist der Entscheid des DIV vom 

11. März 2004. Fraglich und zu prüfen ist, ob eine nachträgliche 
Baubewilligung bzw. die Bewilligung für eine Erweiterung des 
Strahlenschutzzaunes zu Recht verweigert wurde und ob die Ge- 
meinde demzufolge zu Recht angewiesen wurde, das Verfahren

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zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes einzuleiten 
und zügig durchzuführen.

2. Zunächst rügen die Rekurrenten die Verletzung des 
rechtlichen Gehörs, da die Vorinstanz die Durchführung eines 
Augenscheins trotz entsprechenden Antrages als nicht notwendig 
erachtete. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Sinne von 
Art. 29 Abs. 2 BV führt in der Regel zur Kassation des angefochte- 
nen Entscheides und zur Rückweisung der Angelegenheit an die 
Vorinstanz. In der Praxis können Verletzungen im Rechtsmittelver- 
fahren vor der oberen Instanz geheilt werden, wenn sie nicht be- 
sonders schwer wiegen, die Kognition der oberen Instanz gegen- 
über derjenigen der unteren Instanz nicht eingeschränkt ist und 
den Rekurrenten durch die Heilung kein Nachteil erwächst ( vgl. 
SJZ 100 [2004] Nr. 16, Seiler, Abschied von der formellen Natur des 
rechtlichen Gehörs). Vorliegend konnten sich die Rekurrenten in 
diesem Rekursverfahren im Rahmen des Schriftenwechsels mehr- 
fach schriftlich und zudem anlässlich des Augenscheins vom
28. September 2004 mündlich ausführlich zu den sich stellenden 
Fragen äussern. Zudem reichten sie – trotz gestellten Antrages auf 
Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und dessen Anord- 
nung durch den Instruktionsrichter – keine Replik ein. Eine allfäl- 
lige Verletzung des rechtlichen Gehörs im vorinstanzlichen Verfah- 
ren wäre somit jedenfalls als geheilt zu betrachten.

3. Soweit die Rekurrenten Ausführungen zu den Beson- 
derheiten der Wintersportzone machen, erweist sich ihre Argu- 
mentation als gegenstandslos, da sich die Parzelle Nr. 1164 ge- 
mäss Zonenplan (1:10000) – entgegen einer ersten falschen 
Angabe des DIV in der angefochtenen Verfügung vom 11. März 
2004 – nicht in der Wintersportzone befindet. Das DIV berichtigte 
diese Aussage in seiner Vernehmlassung vom 7. Mai 2004.

4. a) Der von den Rekurrenten errichtete Zaun dient dem 
Schutz ihrer Liegenschaft vor nichtionisierender Strahlung, welche 
insbesondere von der Mobilfunkanlage auf der benachbarten Par- 
zelle ausgeht. Fraglich ist deshalb zunächst, ob die Rekurrenten 
aus der Umweltschutzgesetzgebung etwas zu ihren Gunsten ab- 
leiten können.

Die NISV bezweckt gemäss Art. 1, den Menschen vor 
schädlicher oder lästiger nichtionisierender Strahlung zu schützen. 
Deren Schutzkonzept ist so ausgestaltet, dass es den beiden 
Hauptforderungen des USG Rechnung trägt, indem schädliche 
und lästige Einwirkungen verhindert ( Art. 1 NISV ) und Einwirkun- 
gen, die schädlich oder lästig werden könnten, im Sinne des Vor-

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sorgeprinzips so weit wie möglich begrenzt werden müssen ( Art.1 
Abs. 2, Art. 11 Abs. 2 USG). Zum Schutze des Menschen vor wis- 
senschaftlich gesicherten schädlichen oder lästigen Einwirkungen 
wurden in Anhang 2 der NISV Immissionsgrenzwerte festgelegt, 
welche überall dort eingehalten werden müssen, wo sich Men- 
schen aufhalten ( Art. 13 NISV ). Im Anhang 1 zur NISV sind zudem 
Anlagegrenzwerte verankert. Diese sind wesentlich tiefer als Im- 
missionsgrenzwerte und müssen an allen Orten mit empfindlicher 
Nutzung ( OMEN) – wie etwa in Räumen, in denen sich Personen 
regelmässig während längerer Zeit aufhalten – eingehalten wer- 
den ( Art. 3 Abs. 3 NISV; Anh. 1 Ziff. 64 lit. b NISV; Bundesamt für 
Umwelt, Wald und Landschaft [BUWAL], Erläuternder Bericht vom
23. Dezember 1999 zur NISV, S. 4 ff. ).

b) Gemäss Stellungnahme des ANU vom 16. Januar 2004 
bzw. vom 10. Mai 2004 wird der nach der NISV zulässige Anlage- 
grenzwert von 6 V/m auf der Liegenschaft der Rekurrenten mit ei- 
ner gemessenen Feldstärke von 2,35 V/m eindeutig nicht erreicht. 
Zu betonen ist zudem, dass dieser Wert beim Stall und folglich 
nicht an einem Ort mit empfindlicher Nutzung gemäss Art. 3 
Abs. 3 NISV gemessen wurde. Die Gesamtbelastung ( Summe al- 
ler Sender) an verschiedenen Messorten beim Wohnhaus der Re- 
kurrenten beträgt ebenfalls deutlich weniger als 6 V/m, weshalb 
davon auszugehen ist, dass die betreffende Mobilfunkanlage den 
Anlagegrenzwert dort ebenfalls einhält. Auf den umliegenden Wei- 
den der Rekurrenten hat wiederum nicht der Anlagegrenzwert, 
sondern der Immissionsgrenzwert von 58,34 V/m zu gelten, da es 
sich gemäss Definition nicht um Orte mit empfindlicher Nutzung 
handelt. Auch dieser Wert wird, wie die durchgeführten Messun- 
gen bestätigen, eingehalten. Es wird denn auch von keiner Seite 
bestritten, dass die Vorschriften der NISV durch die neu erstellte 
Mobilfunkanlage im vorliegenden Fall vollumfänglich eingehalten 
werden. Diese Messwerte wurden durch Kontrollmessungen der
« Fachstelle nichtionisierende Strahlung» ebenfalls bestätigt. Eine 
Verletzung der Bestimmungen der NISV ist somit nicht gegeben.

Gestützt auf das KUSG lässt sich ebenfalls kein Anspruch 
der Rekurrenten auf ein Tätigwerden des kantonalen Amtes für 
Natur und Umwelt ableiten. Gemäss Art. 28 Abs. 1 KUSG über- 
wacht das ANU als zuständige Fachstelle bei Anlagen, die nichtio- 
nisierende Strahlung erzeugen, die Einhaltung der Emissionsbe- 
grenzungen. Die von Anlagen verursachten Immissionen werden 
jedoch gemäss Art. 28 Abs. 2 KUSG nur ermittelt, wenn Grund zur 
Annahme besteht, dass die Anlage nicht den Vorschriften ent-

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spricht. Auch Massnahmen zur Einhaltung der Emissionsbegren- 
zung bzw. die Sanierung einer Anlage können nur angeordnet 
werden, wenn eine Anlage nicht den gesetzlichen Vorschriften ent- 
spricht. Im vorliegenden Fall sind keine solchen Anhaltspunkte er- 
sichtlich und es wurde auch von rekurrentischer Seite nichts der- 
gleichen vorgebracht.

c) Ebenfalls unbestritten und durch Kontrollmessungen 
bestätigt ist, dass der errichtete Zaun zu einer Abschwächung der 
nichtionisierenden Strahlung führt. Dieses Ergebnis ist physika- 
lisch plausibel erklärbar. Der Strahlenschutzzaun besteht aus 
einem Maschengitter aus Draht. Ist der Durchmesser der Maschen 
kleiner als die Wellenlänge der Strahlung, so führt dies zu einer 
Abschwächung derselben. Die Wellenlänge der Strahlung beträgt 
für Mobilfunk zwischen 15 cm ( bei 1800 MHz) und 30 cm ( bei 900 
MHz). Im vorliegenden Fall einer 1800-MHz-Anlage ist die Wellen- 
länge folglich um einiges grösser als die Maschenweite des Zau- 
nes. Die Grenzwerte der NISV werden jedoch wie ausgeführt auch 
ohne diese zusätzliche Abschwächung an allen Messstandorten 
deutlich eingehalten.

5. a) Wie dargelegt, bezweckt die NISV lediglich den Schutz 
von Menschen. Diese Einschränkung des Schutzbereiches steht im 
Widerspruch zum Zweckartikel des USG, nach welchem nicht nur 
Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen, ihre Lebensgemein- 
schaften und Lebensräume gegen schädliche oder lästige Einwir- 
kungen zu schützen sind ( Art. 1 Abs. 1 USG). Zu prüfen ist deshalb, 
ob gestützt auf diese Bestimmung Massnahmen zum Schutz der 
Tiere der Rekurrenten vor nichtionisierender Strahlung ergriffen 
werden können. Allerdings legt das USG selbst keine konkreten 
Grenzwerte fest. In Ermangelung solcher Grenzwerte für den 
Schutz von Tieren vor nichtionisierender Strahlung kann folglich 
lediglich dann direkt gestützt auf Art. 1 USG vorgegangen werden, 
wenn eine schädliche Einwirkung auf Tiere effektiv nachgewiesen 
werden könnte. Fraglich ist zunächst, welche Anforderungen an 
diesen Nachweis zu stellen sind.

b) Das kantonale Amt für Lebensmittelsicherheit und Tier- 
gesundheit ( ALT ) führt in seiner Stellungnahme vom 18. April  
2005 aus, dass es aufgrund der komplexen Zusammenhänge und 
der daraus folgenden methodischen Schwierigkeiten von Verhal- 
tensstudien praktisch unmöglich sei, auf einem einzelnen Betrieb 
einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Strahlenbelas- 
tung und allfälligen Verhaltensabweichungen nachzuweisen. Da 
somit ein strikter Beweis in aller Regel gar nicht zu führen ist, kann

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ein solcher nicht gefordert werden und es ist auf Höchstwahr- 
scheinlichkeit abzustellen. Daraus folgt, dass der vom DIV vorlie- 
gend geforderte strikte Nachweis schädlicher Auswirkungen der 
Mobilfunkanlagen auf das Verhalten und somit auf die Gesundheit 
derTiere nicht erbringbar, jedoch auch nicht erforderlich ist. Da der 
strikte Beweis im Einzelfall regelmässig nicht erbracht werden 
kann, muss eine hohe Wahrscheinlichkeit schädlicher Auswirkun- 
gen genügen.

c) Zu prüfen ist folglich, ob auf dem Hof der Rekurrenten 
mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem ursächlichen Zusammen- 
hang zwischen Strahlenbelastung und allfälligen Verhaltensabwei- 
chungen ausgegangen werden kann. Die Rekurrenten machen gel- 
tend, dass die Tiere wesentlich häufiger als früher an Krankheiten 
litten und vermehrt bisher nicht auftretende Beschwerden festzu- 
stellen seien.

Zunächst ist festzuhalten, dass das Gericht sich am Au- 
genschein vom 28. September 2004 davon überzeugen konnte, 
dass die vom ALT vorgebrachten weiteren möglichen Faktoren, 
welche als Ursache einer Verhaltensänderung in Betracht kom- 
men, auf dem Betrieb der Rekurrenten ausgeschlossen werden 
können. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass all- 
fällig auftretende Verhaltensstörungen auf dem Hof der Rekurren- 
ten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die nichtionisierende Strah- 
lung zurückzuführen sind.

Gemäss Bericht des ANU vom 21. März 2005 ist die in den 
geprüften Vergleichsstudien festgestellte eindeutig seltenere und 
kürzere Wiederkaudauer der beobachteten Kühe statistisch signifi- 
kant. Ebenfalls statistisch signifikant sind weitere bei diesen Stu- 
dien festgestellte Verhaltensänderungen wie der Rückgang von 
kurzen und mittleren Liegephasen und das «Weben» der Kühe. 
Die Strahlenbelastung auf dem Hof der Rekurrenten an dem der 
Mobilfunkantenne nächstgelegenen Punkt des Stalles ist gleich 
hoch oder höher als bei den strahlenbelasteten Gruppen der ana- 
lysierten Studien. Deutlich höhere Werte sind zudem auf der ex- 
ponierten Weide zwischen Stall und Sendeanlage zu erwarten. 
Auch auf den in den analysierten Studien untersuchten Betrieben 
wurden sowohl die Immissionsgrenzwerte als auch der Anlage- 
grenzwert deutlich eingehalten bzw. nicht überschritten. Die fest- 
gestellten, statistisch signifikanten Verhaltensänderungen sind 
somit trotz Einhaltung der Grenzwerte auch auf dem Hof der Re- 
kurrenten zu erwarten.

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Belastend kommt vorliegend hinzu, dass die Tiere der Re- 
kurrenten sich über sehr lange Zeit entweder im Stall oder im Frei- 
laufbereich auf den Weiden neben dem Stall aufhalten müssen 
und der Strahlung – im Gegensatz etwa zu Wildtieren – nicht aus- 
weichen können.

Ein verändertes Wiederkauverhalten bei Kühen ist gemäss 
Stellungnahme des ALT vom 18. April 2005 als gravierend zu qua- 
lifizieren. Diese Verhaltensänderung lässt auf fehlendes Wohlbe- 
finden schliessen und hat einen negativen Einfluss auf die Ver- 
dauung. Dies wiederum kann folglich zu Leistungseinbussen bei 
Milchkühen führen. Auch Abweichungen im Liegeverhalten lassen 
auf ein gestörtes Wohlbefinden schliessen.

d) Aus dem Gesagten folgt, dass auf dem Hof der Rekur- 
renten bereits aufgetretene bzw. zukünftig auftretende Verhal- 
tensänderungen der Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die 
Strahlenbelastung – ausgehend insbesondere von der Mobilfunk- 
anlage auf der Nachbarparzelle – zurückzuführen sind. Diese Ver- 
haltensänderungen sind für die Tiergesundheit als gravierend ein- 
zustufen. Entsprechende Schutzmassnahmen sind deshalb ge- 
stützt auf Art. 1 USG aus tierschützerischen Gründen zu befürwor- 
ten. Fraglich ist jedoch, ob der errichtete Strahlenschutzzaun, wel- 
cher den tierschützerisch erwünschten Schutz vor nichtionisieren- 
der Strahlung erwiesenermassen gewährleisten kann, auch unter 
raumplanerischen Gesichtspunkten bewilligt werden kann.

6. a) Bauten oder Anlagen dürfen gemäss Art. 22 RPG nur 
mit behördlicher Bewilligung errichtet werden. Voraussetzung einer 
Bewilligung ist, dass sich die Baute oder Anlage als zonenkonform 
erweist. Seit der Revision des RPG vom 20. März 1998 wird die 
Zonenkonformität von Bauten und Anlagen in der Landwirtschafts- 
zone durch Art. 16a RPG umschrieben.

Der Gesetzgeber übernahm weitgehend die damals gültige 
bundesgerichtliche Praxis. Als zonenkonform und somit zulässig gel- 
ten grundsätzlich nur Bauten und Anlagen, welche für die landwirt- 
schaftliche Bewirtschaftung notwendig sind. Eine Bewilligung für sol- 
che Bauten und Anlagen darf gestützt auf Art. 34 Abs. 4 RPV dann 
erteilt werden, wenn die Baute oder Anlage für die in Frage stehende 
Bewirtschaftung nötig ist ( lit. a ), ihr am vorgesehenen Standort keine 
überwiegenden Interessen entgegenstehen ( lit. b) und der Betrieb 
voraussichtlich längerfristig bestehen kann ( lit. c ). Art. 16 Abs. 3 RPG 
gestattet den Kantonen, in ihren Planungen den verschiedenen Funk- 
tionen der Landwirtschaftszone angemessen Rechnung zu tragen.

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b) Die Rekurrenten führen einen traditionellen, bodenab- 
hängigen Landwirtschaftsbetrieb und leben in erster Linie von der 
Viehwirtschaft. Fraglich ist nun, ob der Strahlenschutzzaun für 
diese Art der Bewirtschaftung objektiv notwendig ist. Vorausge- 
setzt wäre eine unmittelbare funktionelle Beziehung zum Land- 
wirtschaftsbetrieb. Der Strahlenschutzzaun müsste im Hinblick auf 
die bodenabhängige Nutzung des Landes als unentbehrlich er- 
scheinen. Dies ist im vorliegenden Fall zu verneinen. Zwar ist wie 
bereits ausgeführt, davon auszugehen, dass der Zaun durchaus 
geeignet ist, die Strahlenbelastung auf dem Hof der Rekurrenten 
zu reduzieren und dass beim Vieh auftretende Verhaltensänderun- 
gen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Strahlenbelastung zu- 
rückzuführen sind, dennoch kann der Strahlenschutzzaun für die 
Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse nicht als erforderlich 
bezeichnet werden. Eine unmittelbare funktionelle Beziehung zwi- 
schen dem Zaun und dem Landwirtschaftsbetrieb liegt nicht vor, 
denn eine zweckmässige Bewirtschaftung ist grundsätzlich auch 
ohne diesen weiterhin möglich. Die betriebliche Notwendigkeit ist 
somit zu verneinen. Zwar zeigt der vorliegende Fall, dass ein 
durchaus verständliches Interesse an der Errichtung eines derarti- 
gen Strahlenschutzzaunes in der Landwirtschaftszone bestehen 
kann. Eine Bewilligung desselben wäre unter dem Titel der Zo- 
nenkonformität nicht generell ausgeschlossen, bedürfte jedoch 
zwingend einer näheren Regelung in der kantonalen Raumord- 
nung gestützt auf Art. 16 Abs. 3 RPG (vgl. hierzu PVG 2002 Nr. 33). 
Solange das kantonale Recht diesbezüglich keine Konkretisierung 
des landwirtschaftlichen Zonenzwecks enthält, ist die Errichtung 
eines Strahlenschutzzaunes unter dem Titel der Zonenkonformität 
jedoch nicht zulässig, da dieser für den Betrieb nicht notwendig 
ist.

7.a) Da die Zonenkonformität des Strahlenschutzzaunes zu 
verneinen ist, bleibt schliesslich zu prüfen, ob eine Ausnahme- 
bewilligung erteilt werden kann. Eine Ausnahmebewilligung ge- 
stützt auf Art. 24c RPG kommt offensichtlich nicht in Betracht, da es 
sich vorliegend um einen Neubau handelt. Gemäss Art. 24 RPG 
kann abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG die Bewilligung er- 
teilt werden, eine Baute oder Anlage zu errichten oder ihren Zweck 
zu ändern, wenn der Zweck der Baute oder Anlage einen Standort 
ausserhalb der Bauzonen erfordert ( lit. a) und wenn keine über- 
wiegenden Interessen entgegenstehen ( lit. b). Für die Bewilligung 
zonenwidriger Bauvorhaben müssen folglich kumulativ zwei Vor- 
aussetzungen erfüllt sein: einerseits muss sich die Baute oder An-

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lage als standortgebunden erweisen, andererseits ist eine Interes- 
senabwägung vorzunehmen.

b) Um der Zersiedelung der Landschaft entgegenzuwir- 
ken, müssen an das Erfordernis der Standortgebundenheit stren- 
ge Anforderungen gestellt werden ( Hänni, Planungs-, Bau- und 
besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., Bern 2002, S. 208; BGE 
124 II 256; 117 Ib 281 ). Ein entsprechendes Bauvorhaben muss ent- 
weder positiv oder negativ standortgebunden sein. Der Begriff der 
positiven Standortgebundenheit bedeutet objektives Angewie- 
sensein auf eine bestimmte Lage. Dies kann sich aus technischen, 
betriebswirtschaftlichen oder aus Gründen der Bodenbeschaffen- 
heit ergeben. Subjektive Gründe – etwa finanzielle, persönliche 
oder Überlegungen der Bequemlichkeit – kommen jedoch nicht in 
Betracht. Die Standortgebundenheit muss zudem einem aktuellen 
und tatsächlichen Bedarf entsprechen. Art. 24 RPG umfasst zudem 
auch eine Standortgebundenheit negativer Natur, welche lediglich 
voraussetzt, dass sich die geplante Nutzung nicht in einer Bauzone 
verwirklichen lässt ( vgl. zum Ganzen Hänni, a.a.O., S. 208 f.
m.w.H.).

Im vorliegenden Fall ist die positive Standortgebunden- 
heit des Strahlenschutzzaunes zu bejahen. Wie bereits dargelegt 
ist unbestritten, physikalisch plausibel erklärbar und nachge- 
wiesen, dass der errichtete Zaun aus Drahtgitter die von der Mo- 
bilfunkantenne auf der Nachbarparzelle ausgehende Strahlung 
abhält bzw. vermindert. Nicht nachgewiesen – aber mit der erfor- 
derlichen hohen Wahrscheinlichkeit erstellt – ist, dass die nichtio- 
nisierende Strahlung schädliche Auswirkungen auf das Wohlbe- 
finden bzw. auf die Gesundheit der Tiere auf dem Hof C. hat, was 
in ihrem veränderten Verhalten zum Ausdruck kommt. Ein aktuel- 
ler und tatsächlicher Bedarf ist somit ohne weiteres ausgewiesen. 
Das objektive Angewiesensein auf eine bestimmte Lage ist eben- 
falls zu bejahen. Um die erwünschte Wirkung tatsächlich zu erzie- 
len, kommt kein anderer Standort – zum Beispiel ausserhalb der 
Landwirtschaftszone – in Betracht. Zunächst ist offensichtlich, dass 
der Strahlenschutzzaun zwingend zwischen Mobilfunkantenne  
und Stall zu stehen kommen muss. Den Zaun näher beim Stall der 
Rekurrenten zu positionieren ist nicht möglich, da sich das 
Gelände von der Mobilfunkantenne aus gesehen zum Stall hin 
senkt und somit ein umso höherer Zaun notwendig wäre, um den 
erwünschten Effekt noch erzielen zu können. Daraus folgt, dass 
der Strahlenschutzzaun das Erfordernis der positiven Standortge- 
bundenheit gemäss Art. 24 lit. a RPG erfüllt.

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c) Dem solchermassen standortgebundenen Bauwerk dür- 
fen sodann gemäss Art. 24 lit. b RPG keine überwiegenden Inter- 
essen entgegenstehen. Lenkenden Massstab der vorzunehmen- 
den Interessenabwägung, bei welcher sowohl öffentliche als auch 
private Interessen zu berücksichtigen sind, bilden namentlich die 
Ziele und Grundsätze der Raumplanung gemäss Art. 1 und 3 RPG. 
Im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips muss nach der Inter- 
essenabwägung auch geprüft werden, ob eine allfällige Verweige- 
rung der Ausnahmebewilligung zum Schutze der entsprechenden 
Interessen auch zweckerforderlich ist, das heisst, ob nicht mildere 
Massnahmen wie entsprechende Auflagen, Bedingungen und Ne- 
benbestimmungen  ebenfalls  genügen  würden  ( Hänni,  a.a.O., 
S. 211 f. m.w.H.; BGE 117 Ib 31 ).

Im Vordergrund steht vorliegend die Frage, wie die Auswir- 
kungen des rekurrentischen Bauvorhabens unter dem Aspekt des 
Zersiedelungsverbotes zu beurteilen sind. Fraglich ist zudem, ob 
bei einer Bewilligung des Bauvorhabens eine unerwünschte Präju- 
dizwirkung zu befürchten wäre, was ebenfalls dem Zersiedelungs- 
verbot zuwiderlaufen könnte. Zweifellos ist diesem Aspekt beson- 
dere Aufmerksamkeit zu schenken. Im vorliegenden Fall gelangte 
das Gericht jedoch unter Einbezug aller Umstände des Einzelfalles 
zum Schluss, dass die Interessen der Rekurrenten höher zu ge- 
wichten sind. Die Schädlichkeit der Strahlung für dieTiere resp. de- 
ren Verhaltensänderungen, welche auf ein gestörtes Wohlbefinden 
schliessen lassen und damit Auswirkungen auf die Leistungsfähig- 
keit haben können, sind höchstwahrscheinlich auf die nichtionisie- 
rende Strahlung zurückzuführen. Diese Störungen im Verhalten der 
Tiere sind aufgrund der Berichte des ANU vom 21. März 2005 und 
des ALT vom 18. April 2005 auf dem Hof der Rekurrenten höchst- 
wahrscheinlich zu erwarten, soweit sie noch nicht aufgetreten sind. 
Das Interesse der Rekurrenten auf den Schutz ihrerTiere ist deshalb 
hoch zu gewichten. Anlässlich des Augenscheins zeigte sich, dass 
der bereits errichtete Strahlenschutzzaun in seiner heutigen Aus- 
führung das Landschaftsbild beeinträchtigt und als Fremdkörper 
empfunden wird. Das Gericht konnte sich jedoch davon überzeu- 
gen, dass sich die Landschaft in der Umgebung dadurch auszeich- 
net, dass sich dort sehr viele Hecken finden, die das Wiesland 
unterbrechen. Wird der Strahlenschutzzaun nun möglichst filigran 
erstellt und mit geeigneten, einheimischen Sträuchern beidseitig 
bepflanzt, so stellt er in der Folge kein störendes Element mehr dar, 
sondern wird für den Betrachter lediglich als weitere Hecke wahr- 
nehmbar sein, welche sich aufgrund der vielgestaltigen Umge-

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bung gut ins Landschaftsbild integrieren wird. Unter der Vor- 
aussetzung, dass entsprechende Auflagen ausgesprochen werden, 
sprechen keine öffentlichen Interessen gegen das Bauvorhaben. Im 
Gegenteil sind bezüglich Natur- und Landschaftsschutz diesfalls 
positive Auswirkungen zu erwarten. Bei fachgerechter Ausführung 
könnte die Hecke in das regionale Vernetzungskonzept integriert 
werden, welches die Qualität und Vernetzung von ökologischen 
Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft und somit eine vielfältige 
Kulturlandschaft fördert. Die neu entstehende Hecke wäre bei ent- 
sprechender Pflege ein willkommener Lebensraum für bestimmte 
Pflanzenarten, Nützlinge und Vögel. Diese positiven Auswirkungen 
werden durch den Drahtzaun nicht beeinträchtigt. Um die fach- 
männische Ausführung der entsprechenden Arbeiten zu gewähr- 
leisten, sind diese durch das ANU zu begleiten. Anzumerken bleibt, 
dass die Bewilligungserteilung unter Auflagen das mildeste der 
möglichen Mittel darstellt, da sich der Zaun ohne entsprechende 
Auflagen als nicht bewilligungsfähig erweist. Der nicht zu ver- 
meidende Verbrauch von Landwirtschaftsland ist von den Rekur- 
renten hinzunehmen. Auch eine unerwünschte Präjudizwirkung ist 
schliesslich nicht zu befürchten, da die Situation des vorliegenden 
Falles andernorts nicht ohne weiteres ebenfalls anzutreffen ist. 
Hervorzuheben ist diesbezüglich insbesondere die vielgestaltige 
Landschaft mit vielen Hecken in der näheren und weiteren Umge- 
bung. Zudem ist die aussergewöhnliche Konstellation von Nähe 
und Ausrichtung der Mobilfunkantenne bezüglich des Stalles der 
Rekurrenten zu berücksichtigen.

d) Insgesamt ist somit festzustellen, dass die Interessen 
der Rekurrenten an der Errichtung des Strahlenschutzzaunes hö- 
her zu gewichten sind und der Baute, unter der Voraussetzung der 
entsprechenden Auflagen, keine überwiegenden Interessen ent- 
gegenstehen. Der Baute ist folglich gestützt auf Art. 24 RPG unter 
Auflagen eine Ausnahmebewilligung zu erteilen. Da der Zaun in 
seiner heutigen Ausgestaltung als störendes Element empfunden 
wird, sind die Rekurrenten dazu zu verpflichten, den Zaun auf 
fachmännische Weise in möglichst filigraner Ausführung bis 
spätestens Ende September 2005 neu zu erstellen. Der Zaun ist 
sodann beidseits mit geeigneten einheimischen Sträuchern zu 
bepflanzen und zu verdecken. Die streifenförmige  Bepflanzung 
soll vom Betrachter wie eine natürliche Hecke wahrgenommen 
werden. Die entsprechenden Arbeiten sind vom ANU zu begleiten 
und sind bis spätestens Ende November 2005 abzuschliessen.
R 04 28 Urteil vom 14. Juli 2005