# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b6eaf991-fbb7-5d7c-85cf-13b94e33d636
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 23.08.2011 S 2011 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-50_2011-08-23.pdf

## Full Text

S 11 50

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 23. August 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1. …, geboren … 1969, ist gelernter Zimmermann und Web-Designer. Am 1. 

Dezember 2010 meldete er einen Anspruch auf 

Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100% ab selbigem Datum 

an.

2. Mit Schreiben des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) vom 23. 

Dezember 2010 wurde der Versicherte angewiesen, sich innert zwei 

Arbeitstagen bei der Firma … GmbH in … auf die offene Stelle als Barmann 

(100%) zu bewerben. In der Rückmeldung der möglichen Arbeitgeberin vom 

24. Dezember 2010 setzte diese das RAV in Kenntnis, dass sich der 

Versicherte zwar am 23. Dezember 2010 bei ihr gemeldet habe, es aber zu 

keiner Anstellung gekommen sei. Zu den Gründen für die Nichtanstellung 

führte sie aus, dem Versicherten sei sein Wellnesstag sehr wichtig gewesen, 

so dass er sich erst am nächsten Tag habe vorstellen können. Da dann aber 

Frauentag in der Sauna gewesen sei, sei er doch noch am selben Tag 

vorbeigekommen. Aus der Sicht der Arbeitgeberin sei dies aber nicht gerade 

die optimale Einstellung für ein Vorstellungsgespräch. 

3. Mit Schreiben vom 17. Januar 2011 wurde der Versicherte vom Amt für 

Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) zur schriftlichen 

Stellungnahme aufgefordert, weshalb das Arbeitsverhältnis mit der Firma … 

GmbH nicht zustande gekommen sei. In seiner Stellungnahme vom 27. 

Januar 2011 machte der Versicherte geltend, er habe noch am selben Tag 

mit der möglichen Arbeitgeberin telefonisch Kontakt aufgenommen und ein 

Vorstellungsgespräch vereinbart. Er habe sich sodann noch am selben Tag 

vorgestellt und mit allen Mitteln versucht, die Stelle zu bekommen. Leider 

habe man jedoch einen anderen Bewerber bevorzugt. 

4. a) Mit Verfügung Nr. 322975221 vom 3. Februar 2011 wurde der Versicherte 

wegen Nichtannahme einer zumutbaren Arbeit für 30 Tage in seiner 

Anspruchsberechtigung eingestellt. Dagegen erhob der Versicherte am 14. 

Februar 2011 Einsprache. Darin rügte er, die Ausführungen der möglichen 

Arbeitgeberin würden nicht den Tatsachen entsprechen. Er habe alles 

versucht, die offene Stelle zu bekommen und sei daher schon am 23. 

Dezember 2010 bei der möglichen Arbeitgeberin vorstellig geworden. 

b) Das KIGA holte im Rahmen des Einspracheverfahrens am 16. Februar 2011 

bei der Firma … GmbH eine Arbeitgeberabklärung ein. Die potenzielle 

Arbeitgeberin schilderte darin den Ablauf des Vorstellungsgesprächs mit dem 

Versicherten. Sie hielt unter anderem fest, der Versicherte sei nach seiner 

telefonischen Kontaktnahme noch gleichentags für ein Vorstellungsgespräch 

eingeladen worden. Der Versicherte habe diesen Termin jedoch mit der 

Begründung abgelehnt, er habe einen Wellness-Tag geplant, welcher ihm 

sehr wichtig sei. Daher habe man das Vorstellungsgespräch für den nächsten 

Tag vereinbart. Der Versicherte sei dann aber ohne Vorankündigung doch am 

23. Dezember 2010 im Betrieb vorbeigekommen und habe sich vorstellen 

wollen. Als Erklärung für sein plötzliches Erscheinen habe er angegeben, er 

habe sich so auf seinen Wellness-Tag gefreut, aber leider sei heute 

Frauentag. Dies und sein überhebliches Auftreten anlässlich des 

Vorstellungsgespräches hätten einen negativen Eindruck hinterlassen. Man 

habe ihm mitgeteilt, dass es noch andere Bewerber gebe und man ihn am 

nächsten Tag kontaktieren werde. Telefonisch habe man ihn am darauf 

folgenden Tag informiert, dass er die Stelle nicht bekomme. Auf die Frage 

nach dem Warum habe man ihm wahrheitsgetreu mitgeteilt, dass es aufgrund 

der „Wellness-Geschichte“ nicht zu einer Anstellung gekommen sei. Er habe 

sich darüber echauffiert und die mögliche Arbeitgeberin aufgefordert, dies 

nicht dem RAV mitzuteilen, da er sonst wieder bestraft werde. 

c) Mit Entscheid vom 9. März 2011 wurde die Einsprache durch das KIGA 

abgewiesen. 

5. Dagegen erhob … am 6. April 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss, der Einspracheentscheid 

vom 9. März 2011 sei aufzuheben. Zur Begründung führte er aus, er weise 

sämtliche Vorwürfe zurück, da der ihm vorgehaltene Sachverhalt nicht den 

Tatsachen entspreche. Er legte weiter dar, das KIGA werfe ihm vor, dass er 

den Termin vom 24. Dezember 2010 nur wahrgenommen hätte, da an diesem 

Tag „Frauentag“ gewesen sei und er deshalb Zeit gehabt hätte. Er könne 

jedoch beweisen, dass freitags kein „Frauentag“ sei. Das 

Vorstellungsgespräch habe am 23. Dezember 2010 stattgefunden. Er habe 

innert Frist am 23. Dezember 2010 die potenzielle Arbeitgeberin kontaktiert 

und ein Vorstellungsgespräch für den folgenden Tag, 24. Dezember 2010, 

vereinbart. Er habe versucht, die Stelle mit allen Mitteln zu bekommen, und 

um sein grosses Interesse deutlich zu machen, habe er den Betrieb bereits 

am 23. Dezember 2010 aufgesucht, in der Hoffnung bereits dann angehört zu 

werden. Der Grund, weshalb er beim Vorstellungsgespräch einen Wellness-

Tag erwähnt habe, sei, dass Herr … vom RAV ihm im Vorfeld mitgeteilt habe, 

die mögliche Arbeitgeberin hätte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen 

mit einem Mitarbeiter gemacht, der massive Alkoholprobleme gehabt habe. 

Mit dem erwähnten Wellness-Tag habe er der möglichen Arbeitgeberin 

signalisieren wollen, dass er nichts mit massivem Alkoholkonsum zu tun habe, 

also bei ihm kein Alkoholproblem bestehe. 

6. Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2011 stellte das KIGA das Begehren um 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte es aus, die 

Kontaktpersonen der möglichen Arbeitgeberin hätten sowohl im Rahmen der 

Rückmeldung vom 24. Dezember 2010 als auch anlässlich der späteren 

Arbeitgeberabklärung vom 16. Februar 2011 konstant und übereinstimmend 

erwähnt, der Beschwerdeführer habe sich am 23. Dezember 2010 telefonisch 

auf die vom RAV zugewiesene Stelle gemeldet. Er habe anlässlich des 

Telefongespräches mitgeteilt, er könne allerdings erst am Folgetag zu einem 

Vorstellungsgespräch kommen, da er einen Wellness-Tag geplant habe. 

Unerwartet sei der Beschwerdeführer dann doch noch am 23. Dezember 2010 

zu einem unangekündigten Vorstellungsgespräch erschienen und habe 

vorgebracht, sein Wellness-Tag sei ausgefallen, da in der Sauna „Frauentag“ 

sei. Diese Aussagen der möglichen Arbeitgeberin seien absolut glaubhaft und 

überzeugend. Insbesondere seien keinerlei Gründe ersichtlich, weshalb 

seitens der möglichen Arbeitgeberschaft hätten Äusserungen zu 

Vorkommnissen vorgebracht werden sollen, die nicht den Tatsachen 

entsprechen, hätte sie doch auch auf eine Anstellung des Versicherten 

verzichten können, wenn dessen Verhalten nicht zu beanstanden gewesen 

wäre. Weiter macht der Beschwerdegegner geltend, der Beschwerdeführer 

bringe weder in seiner Einsprache noch in seiner Beschwerde eine plausible 

Begründung vor, weshalb er trotz vereinbartem Vorstellungstermin am 24. 

Dezember 2010 schon am 23. Dezember 2010 in der … vorstellig geworden 

sei. Auch bleibe es ein Rätsel, was der Beschwerdeführer mit seinem 

„Beweis: Freitag ist kein Frauentag“ zu erklären bzw. nachzuweisen versuche. 

Gemäss Information auf der Homepage des Wellnessbades Davos sei jeweils 

donnerstags von 14.00 bis 22.00 Uhr „Damen-Wellnesstag“. Die 

Argumentation des Beschwerdeführers erscheine gesamthaft als nachträglich 

konstruierte und damit nicht glaubhafte Schutzbehauptung. Weiter werde die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen dadurch geschmälert, dass er nur aufgrund 

von Informationen des Personalberaters des RAV etwas von Wellness 

gegenüber der möglichen Arbeitgeberin erwähnt habe, um damit zu 

signalisieren, dass er keine Alkoholprobleme habe. Laut Aussage des 

Personalberaters des RAV habe dieser von etwas Entsprechendem keine 

Kenntnis gehabt und daher gegenüber dem Beschwerdeführer auch nichts 

dergleichen erwähnt. Abschliessend hält der Beschwerdegegner fest, durch 

sein Verhalten habe der Beschwerdeführer die mögliche Anstellung zwar nicht 

ausdrücklich abgelehnt, er habe aber in Kauf genommen und bewirkt, dass 

die Stelle anderweitig besetzt worden sei. Ferner sei die Einstelldauer von 30 

Tagen unter Berücksichtigung, dass es sich bei der durch sein Verhalten 

faktisch abgelehnten Stelle um eine auf die Wintersaison befristete gehandelt 

habe, angemessen. 

7. Trotz grosszügig erstreckter Frist reichte der Beschwerdeführer in 

vorliegender Streitsache keine Replik ein. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie im 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid des Amts für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) vom 9. März 2011. Streitig und zu 

prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht für 30 Tage ab dem 24. 

Dezember 2010 in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist, weil er 

durch sein Verhalten das Zustandekommen eines Arbeitsvertrages schuldhaft 

verhindert haben soll. 

2. a) Laut Art. 17 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss der 

Versicherte, der Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit 

Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, 

um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist er 

verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines bisherigen 

Berufes. Er muss seine Bemühungen nachweisen können (Abs. 1). Er muss 

zudem eine vermittelte zumutbare Arbeit annehmen (Abs. 3). Nimmt ein 

Versicherter eine zumutbare Arbeit nicht an, verursacht er durch dieses 

Verhalten schuldhaft einen Schaden im Sinne des Sozialversicherungsrechts, 

was grundsätzlich gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG eine Einstellung in 

der Anspruchsberechtigung zur Folge hat. Der Einstellungstatbestand der 

Nichtannahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit ist auch dann erfüllt, 

wenn eine versicherte Person die Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es 

aber durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt 

wird (Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 

1998, S. 148). Arbeitslose Versicherte haben bei den Verhandlungen mit dem 

künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die Bereitschaft zum 

Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht 

zu gefährden (BGE 122 V 34 E. 3.b; Urteil des Bundesgerichts C 191/98 vom 

11. Januar 2000, E. 2.a, mit weiteren Hinweisen). Zwecks Schadenminderung 

hat ein Versicherter grundsätzlich jede Arbeit anzunehmen (Art. 16 Abs. 1 

AVIG), es sei denn, die Arbeit sei aus den in Art. 16 Abs. 2 AVIG 

abschliessend aufgeführten Gründen als unzumutbar qualifiziert und daher 

von der Annahmepflicht ausgenommen. 

b) Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wiederum dient dazu, die 

Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen. Sie hat die 

Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die 

Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Als 

versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die angemessene 

Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr 

Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich und 

adäquat verursacht hat. Als Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom 

Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip 

beherrscht. Ein Selbstverschulden der versicherten Person liegt vor, wenn 

und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven 

Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen 

Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das die 

Versicherung die Haftung nicht übernimmt. In beweisrechtlicher Hinsicht muss 

der Einstellungstatbestand mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein (Urteil des 

Bundesgerichts C 191/98 vom 11. Januar 2000, Erw. 2.b mit weiteren 

Hinweisen). 

c) Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer durch den 

Personalberater des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) mit 

Schreiben vom 23. Dezember 2010 aufgefordert wurde, sich für eine auf die 

Wintersaison befristete Stelle als Barmann bei der Firma … GmbH telefonisch 

zu melden und er dieser Aufforderung auch nachgekommen ist. Ferner ist 

unbestritten, dass der Beschwerdeführer mit der möglichen Arbeitgeberin ein 

Vorstellungsgespräch auf den 24. Dezember 2010 vereinbarte, jedoch bereits 

am 23. Dezember 2010 unangekündigt vorstellig wurde. Streitig hingegen ist 

der Grund für das Nichtzustandekommen dieses befristeten Einsatzes. Zu 

prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ein Verschulden daran zugeschrieben werden kann. 

3. a) Der Beschwerdeführer macht geltend, Grund für die Nichtanstellung sei 

gewesen, dass einem anderen Bewerber der Vorrang gegeben worden sei. 

Er rügt weiter, der Vorwurf, sein Wellness-Tag sei ihm wichtiger gewesen als 

ein Vorstellungsgespräch, entspreche nicht den Tatsachen. Dabei führt er „als 

Beweis“ aus, dass freitags kein „Frauentag“ sei und fügt an, er habe sich innert 

Frist auf die ihm zugewiesene Stelle gemeldet, nämlich am 23. Dezember 

2010 und habe einen Termin für das Vorstellungsgespräch am 24. Dezember 

2010 vereinbart. Um sein grosses Interesse an der Stelle deutlich zu machen, 

sei er aber bereits am 23. Dezember 2010 bei der potenziellen Arbeitgeberin 

vorstellig geworden. Der Beschwerdegegner entgegnet, das Verhalten des 

Beschwerdeführers sei für die Nichtanstellung ausschlaggebend gewesen. 

So habe einerseits der Umstand, dass er ausdrücklich aufgrund seines 

geplanten Wellness-Tages vorerst das Vorstellungsgespräch für den 24. 

Dezember 2010 vereinbart habe, in der Folge aber trotzdem am 23. 

Dezember 2010 unangekündigt vorgesprochen habe, weil donnerstags 

„Frauentag“ sei und damit nichts aus seinem Saunabesuch wurde und er 

andererseits überheblich aufgetreten sei, einen negativen Eindruck 

hinterlassen, der dazu geführt habe, dass nichts aus der Anstellung bei der 

möglichen Arbeitgeberin geworden sei.

b) Aus den Schilderungen der möglichen Arbeitgeberin in der bei den Akten 

liegenden Rückmeldung vom 24. Dezember 2010 sowie der 

Arbeitgeberabklärung vom 16. Februar 2011 gehen übereinstimmend der 

Ablauf der Bewerbung des Beschwerdeführers hervor. Die Ausführungen des 

Beschwerdeführers hingegen sind weder nachvollziehbar noch schlüssig. Er 

hält wörtlich fest, das KIGA werfe ihm vor, er habe den Termin am 24. 

Dezember 2010 (Freitag) nur wahrgenommen, da an diesem Tag Frauentag 

gewesen sei und er nur deswegen Zeit gehabt hätte. Er macht sodann 

geltend, freitags sei kein Frauentag, abgesehen davon hätte das 

Vorstellungsgespräch am 23. Dezember 2010 (Donnerstag) stattgefunden. Er 

räumt jedoch sogleich ein, dass anlässlich der telefonischen Kontaktnahme 

mit der möglichen Arbeitgeberin ein Vorstellungsgespräch für den 24. 

Dezember 2010 vereinbart worden sei, er aber bereits am 23. Dezember 2010 

vorstellig geworden sei, um sein grosses Interesse an der Stelle zu bekunden. 

Eine nachvollziehbare Begründung des Beschwerdeführers, weshalb er trotz 

vereinbartem Vorstellungsgespräch am 24. Dezember 2010 bereits am 23. 

Dezember 2010 bei der möglichen Arbeitgeberin vorstellig wurde, fehlt. Auch 

hat er offensichtlich die Ausführungen des Beschwerdegegners nicht 

verstanden. Vorgeworfen wird ihm entgegen seinen Ausführungen von Seiten 

des Beschwerdegegners, er habe das Vorstellungsgespräch am 24. 

Dezember 2010 eben gerade nicht wahrgenommen und sei unangekündigt 

früher erschienen. Auf die Ausführungen des Beschwerdegegners kann in 

vorliegender Angelegenheit hingegen vollumfänglich abgestellt werden, 

zumal die bei den Akten liegenden Aussagen der möglichen Arbeitgeberin im 

Gegensatz zu denjenigen des Beschwerdeführers kongruent und vom 

zeitlichen Ablauf der Geschehnisse nachvollziehbar, logisch und glaubhaft 

dargelegt werden. Nicht ersichtlich ist, und wird vom Beschwerdeführer auch 

nicht nachvollziehbar dargelegt, inwiefern die Aussagen der potenziellen 

Arbeitgeberin nicht zutreffend sein sollten. Damit kann in casu mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass aus 

dem vom Beschwerdeführer offensichtlich am 23. Dezember 2010 geplanten 

Wellness-Tag - aufgrund dessen nach den schlüssigen Aussagen der 

potentiellen Arbeitgeberin in der Arbeitgeberabklärung das 

Vorstellungsgespräch für den Folgetag (24. Dezember 2010) vereinbart 

wurde - infolge „Frauentag“ (jeweils donnerstags von 14.00 bis 22.00 Uhr) 

nichts wurde und er sich daraufhin kurzerhand und unangekündigt doch am 

Donnerstag 23. Dezember 2010 bei der möglichen Arbeitgeberin vorstellte. 

Davon, dass ein solches Verhalten (unangekündigtes, unvereinbartes 

Vorstellen) nicht nur von der hier möglichen Arbeitgeberin, sondern generell 

von jedem potenziellen Arbeitgeber in der Regel wohl nicht geschätzt wird und 

einen negativen Eindruck hervorruft, ist auszugehen. Jeder Arbeitgeber dürfte 

wohl anhand der vereinbarten Termine disponieren und es ist naheliegend, 

dass er aufgrund anderweitiger Aufgaben und Termine für unangekündigte 

Vorstellungsgespräche generell nicht ohne weiteres verfügbar ist. Ferner 

findet auch die vom Beschwerdeführer erstmals in der Beschwerde 

vorgebrachte Argumentation, er habe nur etwas von Wellness erwähnt, um 

zu signalisieren, dass er kein Alkoholproblem habe, was der möglichen 

Arbeitgeberin wichtig gewesen wäre, keine Stütze. Der Personalberater des 

RAV hält auf Anfrage des Beschwerdegegners hin am 4. Mai 2011 fest, er sei 

über diese Aussage des Beschwerdeführers sehr erstaunt, zumal ihm gar 

nicht bekannt sei, ob es solche Probleme im Zusammenhang mit Alkohol auf 

der … überhaupt gegeben habe und er daher gegenüber dem 

Beschwerdeführer auch nie etwas Derartiges erwähnt habe. Die 

Ausführungen des Beschwerdeführers sind damit gesamthaft als nicht 

glaubhaft zu qualifizieren, womit er nicht zu hören ist. 

c) Nach dem Ausgeführten bleibt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

durch sein Verhalten in Kauf genommen hat, dass die ihm zugewiesene Stelle 

anderweitig besetzt wurde, was einer (selbstverschuldeten) Nichtannahme 

einer zumutbaren Tätigkeit gleichkommt. Dies ist gestützt auf Art. 30 Abs. 1 

lit. d AVIG mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu ahnden. 

d) Unzumutbarkeitsgründe im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG, aufgrund welcher 

der Beschwerdeführer allenfalls berechtigt gewesen wäre, die zugewiesene 

Stelle abzulehnen, macht er zu Recht weder ausdrücklich noch sinngemäss 

geltend. Ferner ergeben sich auch keine Hinweise auf 

Unzumutbarkeitsgründe aus den Akten. Der Beschwerdeführer war somit 

verpflichtet gewesen, die ihm zugewiesene Stelle anzunehmen bzw. sich so 

zu verhalten, dass einem Vertragsschluss nichts im Wege gestanden hätte.

5. a) Zu prüfen bleibt, ob der angefochtene Entscheid auch hinsichtlich der 

Einstelldauer von 30 Tagen rechtens ist. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst 

sich die Dauer der Einstellung nach dem Grad des Verschuldens und beträgt 

je nach Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei 

mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 

3 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 

Insolvenzentschädigung [AVIV]). Den Verfügungsinstanzen wird dabei ein 

grosser Ermessensspielraum zugestanden, weshalb bei der Beurteilung der 

Einstellungsdauer durch das Verwaltungsgericht Zurückhaltung geboten ist. 

b) Vorliegend wurde der Beschwerdeführer für 30 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt, was einer Sanktion im oberen Bereich des 

mittelschweren Verschuldens entspricht. Die Ablehnung einer zumutbaren 

Stelle ohne entschuldbaren Grund stellt gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. b AVIV 

grundsätzlich ein schweres Verschulden dar. Unter Berücksichtigung aller 

Umstände des konkreten Falles, insbesondere der Tatsache, dass die durch 

sein Verhalten faktisch abgelehnte Stelle auf die Wintersaison befristet 

gewesen ist sowie in Anlehnung an das Kreisschreiben des Staatssekretariats 

für Wirtschaft (SECO) über die Arbeitslosenentschädigung vom Januar 2007 

(KS ALE; vgl. D72 2.A Ziff. 7) ist die Dauer der Einstellung in der verfügten 

Höhe jedoch nicht zu beanstanden und dem Verschulden des 

Beschwerdeführers angemessen.

6. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG) ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung - kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.