# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec10b7eb-df14-5b9f-aa62-358ca52c2dd6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 10.02.2022 110 2021 190
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2021-190_2022-02-10.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2021/190

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 10. Februar 2022

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Uetendorf, Gemeindeverwaltung, Dorfstrasse 48, 
Postfach 135, 3661 Uetendorf

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Uetendorf vom
30. September 2021 (Gemeinde-Nr. 944/21/018; Wohnraumerweiterung und Anbau Garage;
Abschreibungsverfügung)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer reichte am 10. März 2021 bei der Gemeinde Uetendorf ein 
Baugesuch ein für die Erweiterung seines Einfamilienhauses und den Anbau einer Garage. Das 
Bauvorhaben betrifft die Parzellen Uetendorf Grundbuchblatt Nrn. A.________ und B.________. 
Erstere befindet sich im Alleineigentum des Beschwerdeführers. Bei Letzterer handelt es sich um 
ein Anmerkungsgrundstück, das sich im Miteigentum diverser Hauptgrundstücke befindet, 
darunter der Parzelle Nr. A.________ des Beschwerdeführers. Beide Parzellen liegen in der 
Wohn- und Gewerbezone WG2.

Mit Schreiben vom 6. Juli 2021 teilte die Gemeinde dem Beschwerdeführer zusammengefasst mit, 
die Realisierung des Bauvorhabens sei mangels Unterschriften bzw. Zustimmung sämtlicher 
Miteigentümerinnen und Miteigentümer der Anmerkungsparzelle Nr. B.________ völlig ungewiss. 
Der Beschwerdeführer habe zudem kein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Behandlung 
seines Baugesuchs. Daran ändere auch das Überbaurecht nichts, das zu Gunsten der Parzelle 
Nr. A.________ als belastende Dienstbarkeit auf der Anmerkungsparzelle Nr. B.________ im 
Grundbuch eingetragen ist. Das Baugesuch weise folglich formelle Mängel auf. Die Gemeinde 
setzte dem Beschwerdeführer eine 30-tägige Frist zur Verbesserung mit der Androhung, dass auf 
das Baugesuch nicht eingetreten werde, wenn nach Ablauf der Frist das Baugesuch noch immer 
formelle Mängel aufweise.

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Am 21. Juli 2021 reichte der Beschwerdeführer mittels E-Mail eine vom «Bauverwalter» der 
Anmerkungsparzelle Nr. B.________ unterzeichnete Erklärung mit der Überschrift «Überbaurecht 
/ Näherbaurecht» ein. Daraufhin bat die Gemeinde den Beschwerdeführer mit E-Mail vom 23. Juli 
2021 einen Nachweis nachzureichen, woraus ergeht, dass der «Bauverwalter» von den 
Miteigentümerinnen und Miteigentümer der Anmerkungsparzelle Nr. B.________ ermächtigt 
wurde, ein Baugesuch zu unterzeichnen.

Der Beschwerdeführer ersuchte die Gemeinde zwar noch um eine Fristverlängerung bis am 
31. August 2021, die ihm auch gewährt wurde, reichte aber keine weiteren Unterlagen mehr bei 
der Gemeinde ein. Mit «Abschreibungsverfügung» vom 30. September 2021 verfügte die 
Gemeinde Folgendes:

Abschreibung
Das Baugesuch Nr. 944/21/018 vom 06. März 2021 weist nach geführte[m] Schriftenwechsel nach wie vor 
formelle Mängel auf, weshalb auf dieses gemäss Art. 18 Abs. 4 BewD1 nicht eingetreten und [es] vom 
Geschäftsverzeichnis der Gemeinde Uetendorf abgeschrieben wird.

2. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 1. November 2021 Beschwerde 
bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er stellt folgende 
Rechtsbegehren:

1. Die Abschreibungsverfügung vom 30.9.2021 sei aufzuheben und [in] Gutheissung des Baugesuchs 
Nr. 944/21/018 des Beschwerdeführers sei ihm die Baubewilligung zu erteilen;

2. Eventualiter: Der Fall sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen;

unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, das Bauvorhaben sei vom bestehenden 
Überbaurecht gedeckt. Ferner liege es nicht in der Kompetenz der Vorinstanz ein Baugesuch 
wegen fehlender Unterschriften von Grundeigentümern eines Anmerkungsgrundstücks 
abzulehnen. Massgebend sei nicht deren Zustimmung, sondern das Rechtsschutzinteresse des 
Baugesuchstellers. An der Eigentümerversammlung vom 19. Oktober 2021 hätten schliesslich 
sämtliche anwesenden und vertretenen Eigentümer der Anmerkungsparzelle Nr. B.________ 
einstimmig beschlossen, dass sie mit dem Bauvorhaben des Beschwerdeführers einverstanden 
seien.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet,2 führte den 
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Gemeinde beantragt mit Stellungnahme 
vom 7. Dezember 2021, die Beschwerde sei abzuweisen.

4. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich rechtlich gesehen um einen 
Nichteintretensentscheid der Vorinstanz betreffend das Baugesuch des Beschwerdeführers (vgl. 
dazu nachfolgend E. 2b), mithin um eine instanzabschliessende Endverfügung. Der 
Nichteintretensentscheid kann wie ein Bauentscheid innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 
Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden (vgl. Art. 40 Abs. 1 BauG3).4 Die BVD ist somit 
für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.

b) Der Beschwerdeführer, auf dessen Baugesuch nicht eingetreten wurde, ist durch die 
angefochtene Verfügung beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert (vgl. Art. 40 
Abs. 2 BauG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich 
einzutreten.

2. Anfechtungsobjekt / Streitgegenstand

a) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht sich nicht 
mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses hinausgehen. Die 
Parteien können den Streitgegenstand im Verlauf des Verfahrens nicht erweitern, sondern nur 
einschränken.5

b) Die angefochtene Verfügung trägt zwar die Überschrift «Abschreibungsverfügung» und 
auch in deren Dispositiv ist von «Abschreibung» die Rede bzw. davon, dass das Baugesuch des 
Beschwerdeführers «vom Geschäftsverzeichnis der Gemeinde Uetendorf abgeschrieben wird». 
Dabei dürfte es sich jedoch um ein Versehen handeln. So hat sich durch den 
Nichteintretensentscheid das Baugesuch für die Gemeinde rechtlich bereits erledigt. Aufgrund des 
Nichteintretensentscheids bestand mit anderen Worten weder Raum noch Bedarf, das Baugesuch 
vom Geschäftsverzeichnis der Gemeinde abzuschreiben. Letztlich ist dies jedoch irrelevant, da 
die angefochtene Verfügung ohnehin aufzuheben ist, wie sich nachfolgend zeigen wird.

c) Anfechtungsobjekt ist nach dem Gesagten der Nichteintretensentscheid der Gemeinde 
Uetendorf. Im vorliegenden Verfahren kann daher nur beurteilt werden, ob die Vorinstanz zu Recht 
nicht auf das Baugesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist. Die Erteilung der Baubewilligung 
bzw. die materielle Beurteilung des Baugesuchs ist im Rahmen des vorliegenden Verfahrens 
jedoch nicht möglich, da dies über das Anfechtungsobjekt hinausginge und damit nicht 
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens gegen den Nichteintretensentscheid sein kann. Auf den 
diesbezüglichen Antrag des Beschwerdeführers ist daher nicht einzutreten.

3. Schutzwürdiges Interesse

a) Der Beschwerdeführer beabsichtigt die Erweiterung seines Einfamilienhauses und den 
Anbau einer Garage. Das Bauvorhaben betrifft teilweise auch die an sein Grundstück 
angrenzende Anmerkungsparzelle Nr. B.________, die sich im Miteigentum diverser 

3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 34/34a 
N. 22 und Art. 40–41 N. 8 Bst. a.
5 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 12 bis 14.

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Hauptgrundstücke befindet. Die Gemeinde ist auf das Baugesuch des Beschwerdeführers nicht 
eingetreten, weil diesem das schutzwürdige Interesse an der Anhandnahme des Baugesuchs 
gefehlt habe. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, das Bauvorhaben sei vom 
Überbaurecht, das zu Gunsten seines Grundstücks als belastende Dienstbarkeit auf der 
Anmerkungsparzelle im Grundbuch eingetragen ist, gedeckt.

b) Gemäss Art. 10 Abs. 2 BewD ist bei Bauten auf fremdem Boden die unterschriftliche 
Zustimmung der Grundeigentümerin oder des Grundeigentümers beizubringen. Diese Vorschrift 
will vermeiden, dass sich die Baubewilligungsbehörden mit Baugesuchen befassen müssen, 
welche aus zivilrechtlichen Gründen nie verwirklicht werden können, weil ihnen die 
Grundeigentümerin oder der Grundeigentümer nicht zustimmt. Sie zielt also darauf ab, unnötigen 
Verwaltungsaufwand zu vermeiden, bezweckt aber nicht, umstrittene private Rechte, die dem 
Bauvorhaben entgegenstehen könnten, im Baubewilligungsverfahren statt im dafür vorgesehenen 
Zivilprozess zu überprüfen. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts kann demnach 
auf die Mitunterzeichnung durch die Grundeigentümerin oder den Grundeigentümer verzichtet 
werden, wenn die gesuchstellende Person ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der 
Beurteilung ihres Baugesuchs hat. Ein schutzwürdiges Interesse der Baugesuchstellerin oder des 
Baugesuchstellers an der Gesuchsbehandlung ohne Zustimmung der Grundeigentümerschaft ist 
beispielsweise zu bejahen, wenn sie bzw. er über ein beschränktes dingliches Recht verfügt, 
welches das Bauen auf fremdem Boden erlaubt. Von einem schutzwürdigen Interesse an der 
Durchführung des Verfahrens kann demgegenüber dann nicht gesprochen werden, wenn dessen 
Ergebnis von vornherein ohne Belang ist, weil ein fremdrechtliches Hindernis das Bauvorhaben 
offensichtlich verhindert oder die Realisierung des Bauvorhabens mangels fremdrechtlicher 
Voraussetzung völlig ungewiss ist. Anders verhält es sich, wenn bloss unklar ist, dass bzw. ob 
einem Vorhaben ein fremdrechtliches Hindernis entgegensteht. Diesfalls ginge es nicht an, der 
Gesuchstellerin oder dem Gesuchsteller allein schon wegen der fehlenden Parteierklärung das 
Rechtsschutzinteresse abzusprechen. Bei der Beurteilung, ob ein schutzwürdiges Interesse im 
Sinne dieser Praxis vorliegt, sind nach dem Gesagten ausnahmsweise zivilrechtliche 
Bestimmungen vorfrageweise zu berücksichtigen.6 Dabei können sich die Verwaltungs- und 
Verwaltungsjustizbehörden mit einer Prüfung anhand der Akten begnügen; sie sind nicht gehalten, 
ein einlässliches Beweisverfahren durchzuführen. Sie dürfen bei ihrem Entscheid über die 
zivilrechtliche Vorfrage eine gewisse Zurückhaltung üben. Denn der Entscheid über die 
zivilrechtliche Vorfrage ist bloss Bestandteil der Erwägungen zum Bauentscheid und nimmt nicht 
an dessen Rechtskraft teil. Er vermag einen allenfalls nachfolgenden Zivilprozess folglich nicht zu 
präjudizieren und es bleibt den Parteien unbenommen, die umstrittenen zivilrechtlichen Ansprüche 
nachträglich auf dem Zivilrechtsweg geltend zu machen.7

c) Dem Beschwerdeführer steht als Eigentümer der Parzelle Nr. A.________ unstreitig ein 
Überbaurecht (beschränktes dingliches Recht bzw. Dienstbarkeit) zu Lasten der 
Anmerkungsparzelle Nr. B.________ zu. Für die Ermittlung von Inhalt und Umfang einer 
Dienstbarkeit gibt Art. 738 ZGB8 eine Stufenordnung vor. Ausgangspunkt ist der 
Grundbucheintrag. Soweit sich Rechte und Pflichten aus dem Grundbucheintrag deutlich ergeben, 
ist dieser für den Inhalt der Dienstbarkeit massgebend (Art. 738 Abs. 1 ZGB). Nur wenn sein 
Wortlaut unklar ist, darf im Rahmen des Eintrags auf den Erwerbsgrund zurückgegriffen werden 
(Art. 738 Abs. 2 ZGB), das heisst auf den Begründungsakt, der als Beleg beim Grundbuchamt 
aufbewahrt wird und einen Bestandteil des Grundbuchs bildet. Ist auch der Erwerbsgrund nicht 
schlüssig, kann sich der Inhalt der Dienstbarkeit – im Rahmen des Eintrags – aus der Art ergeben, 

6 Vgl. zum Ganzen: BVR 2005 S. 130 E. 3.1 f.; VGE 2017/215 vom 12.4.2018, E. 3.3 sowie 2014/176 vom 10.2.2015, 
E. 3.1 und 5.1; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34/34a N. 10; Monika Hintz, Zivilrechtliche Vorfragen im 
Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 2/2014, S. 61 ff., Ziffer 7.
7 VGE 2017/215 vom 12.4.2018, E. 3.5 mit Hinweisen.
8 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210).

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wie sie während längerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausgeübt worden ist (Art. 738 
Abs. 2 ZGB).9

d) Der Grundbucheintrag für das fragliche Überbaurecht enthält nur die Stichworte 
«Ueberbaurecht und Hausumschwung»10 und ist zu rudimentär, als dass sich Rechte und 
Pflichten aus ihm deutlich ergäben. Es darf deshalb auf den Erwerbsgrund bzw. den 
Begründungsakt zurückgegriffen werden. Gemäss dem in den Akten befindlichen Auszug des 
Begründungsakts (Beleg 2651/1975) berechtigt die Dienstbarkeit «Ueberbaurecht und 
Hausumschwung» die Eigentümer der Grundstücke Nrn. E.________ bis F.________, «ihre auf 
dem Anmerkungsgrundstück Nr. B.________ stehenden Bauteile (im Plan 2 schwarz 
eingezeichnet) bestehen zu lassen». Weiter sind die Eigentümer der Grundstücke 
Nrn. G.________ bis F.________ dinglich berechtigt, «das Anmerkungsgrundstück 
Nr. B.________ als Hausumschwung und für die Berechnung der baulichen Ausnützungsziffer zu 
benutzen, wobei die Flächen, auf welche sich dieses Nutzungsrecht bezieht im Plan 3 farbig 
angelegt sind». Schliesslich «dürfen keine Bauten, Einrichtungen oder Pflanzungen 
vorgenommen werden, welche den Bestand oder die Funktion der auf dem 
Anmerkungsgrundstück Nr. B.________ bestehenden unterirdischen Gebäudeteile und 
Einrichtungen gefährden».11 Letzterer Passus lässt den Schluss zu, dass das Überbaurecht auch 
neue Überbauten umfasst, sofern von diesen keine Gefahr für die auf dem Anmerkungsgrundstück 
Nr. B.________ bestehenden unterirdischen Gebäudeteile und Einrichtungen ausgeht. In der 
Legende des Plans 3 werden die farbigen Flächen zudem ohne Unterscheidung mit «Baurecht 
und Hausumschwung» umschrieben,12 was ebenfalls den Schluss zulässt, dass die betreffenden 
Flächen grundsätzlich überbaut werden dürfen. Es bestehen also verschiedene Gründe, die dafür 
sprechen, dass das Bauvorhaben des Beschwerdeführers vom Überbaurecht, das zu Gunsten 
seines Grundstücks und zu Lasten der Anmerkungsparzelle Nr. B.________ im Grundbuch als 
Dienstbarkeit eingetragen ist, gedeckt ist. Auch wenn der Begründungsakt allenfalls eine andere 
Auslegung zulässt, ist es jedenfalls nicht ausgeschlossen bzw. völlig ungewiss, dass das 
Bauvorhaben vom bestehenden Überbaurecht gedeckt ist. Es stehen dem Vorhaben somit nicht 
in solch eindeutiger Weise privatrechtliche Hindernisse entgegen, als dass das 
Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers an der Beurteilung seines Baugesuchs zu 
verneinen wäre. Der Beschwerdeführer hatte mit anderen Worten – entgegen der Vorinstanz – 
bereits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung ein eigenes schutzwürdiges 
Interesse an der Beurteilung seines Baugesuchs. Auf die unterschriftliche Zustimmung der 
(übrigen) Miteigentümerschaft der Anmerkungsparzelle Nr. B.________ zum Bauvorhaben des 
Beschwerdeführers konnte bzw. kann daher verzichtet werden.

e) Der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz erweist sich insoweit als unrechtmässig. Die 
Beschwerde ist folglich gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Verfügung der 
Gemeinde Uetendorf vom 30. September 2021 ist aufzuheben und die Sache ist zur Fortsetzung 
des Verfahrens an die Gemeinde zurückzuweisen.

4. Kosten

a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr 
(Art. 103 Abs. 1 erster Satz VRPG13). Diese wird festgesetzt auf CHF 600.– (Art. 103 Abs. 2 

9 Vgl. zum Ganzen: BGE 138 III 650 E. 5.3; BGer 5A_69/2018 vom 21.9.2018, E. 2.1.1.; VGE 2020/238 vom 
31.8.2021, E. 3.3.
10 Vgl. GRUDIS-Auszug betreffend Parzelle Nr. B.________ (Vorakten, pag. 22a).
11 Vgl. zum Ganzen: Vorakten, pag. 9.
12 Vgl. Vorakten, pag. 9.
13 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

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VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV14). Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten 
der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete 
eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens gilt die Gemeinde Uetendorf als unterliegende Partei. 
Vorliegend können dieser jedoch keine Verfahrenskosten auferlegt werden, da sie nicht in ihren 
Vermögensinteressen betroffen ist (Art. 108 Abs. 2 zweiter Satz VRPG). Der Kanton trägt daher 
die Verfahrenskosten.

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht 
deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder die 
Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 
erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Im Unterschied zur Regelung über die Verfahrenskosten kann 
in Bezug auf die Parteikosten also auch eine Behörde, die nicht in ihren Vermögensinteressen 
betroffen ist, kostenpflichtig werden. Da die Gemeinde Uetendorf als unterliegend gilt, hat sie dem 
Beschwerdeführer die Parteikosten zu ersetzen.

Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand 
(Art. 104 Abs. 1 erster Satz VRPG). Die Kostennote des Anwalts des Beschwerdeführers beläuft 
sich auf CHF 5180.90 (Honorar CHF 4487.50, Auslagen CHF 323.–, Mehrwertsteuer 
CHF 370.40). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV15 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen 
Beschwerdeverfahren CHF 400.– bis CHF 11'800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs 
bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der 
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG16). Im 
vorliegenden Fall sind die drei Kriterien insgesamt als unterdurchschnittlich einzustufen. Daher 
erscheint eine Ausschöpfung des Gebührenrahmens zu 25 Prozent und damit ein Honorar von 
CHF 3250.– als angemessen. Die Gemeinde Uetendorf hat somit dem Beschwerdeführer 
Parteikosten im Betrag von CHF 3848.10 (Honorar CHF 3250.–, Auslagen CHF 323.– und 
Mehrwertsteuer CHF 275.10) zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Verfügung 
der Gemeinde Uetendorf vom 30. September 2021 wird aufgehoben und die Sache wird zur 
Fortsetzung des Verfahrens an die Gemeinde Uetendorf zurückgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Gemeinde Uetendorf hat dem Beschwerdeführer Parteikosten im Betrag von 
CHF 3848.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

14 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).
15 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; 
BSG 168.811).
16 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11).

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IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Uetendorf, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Rückweisungsentscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden, wenn 
die Voraussetzungen nach Art. 61 i.V.m. Art. 74 Abs. 3 VRPG erfüllt sind. Eine allfällige 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, muss einen 
Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift 
enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.