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**Case Identifier:** f744367c-f88a-57a9-9b41-0e9bb7c93b1a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-04-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.04.2015 A-5216/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5216-2014_2015-04-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 22.07.2016 (2C_436/2015) 

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-5216/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  A p r i l  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richter Michael Beusch, 

Richterin Marie-Chantal May Canellas, 

Gerichtsschreiber Marc Winiger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, 

vertreten durch Dr. Giovanna Montanaro und  

Judith Baumann, Rechtsanwältinnen, Schellenberg  

Wittmer AG, Löwenstrasse 19, Postfach 1876, 8021 Zürich, 

Beschwerdeführerin, 

 
 

 
gegen 

 
 Zollkreisdirektion Basel, 

Elisabethenstrasse 31, 4010 Basel, 

handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD), 

Hauptabteilung Recht und Abgaben, 

Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,  

Vorinstanz. 
 

 
 

Gegenstand 
 Zoll (Rindfleischbinden). 

 

 

 

A-5216/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 5. Mai 2014 meldete die A._______ AG (Spediteurin) bei der Zollstelle 

X._______ (…) eine für die B._______ AG in … (Importeurin) bestimmte 

Sendung im elektronischen Verfahren (e-dec) wie folgt zur Einfuhr an: 

"1'100 Kartons, Rindfleischbinden, gefroren, Tarifnummer 0202.3099 / stat. 

Schlüssel 917, Eigenmasse: 24'140.200 kg, Rohmasse: 25'160 kg, stat. 

Wert Fr. 167'299.--, MWST-Wert Fr. 169'799.--, Normalveranlagung, Zollan-

satz Fr. 2'057.-- je 100 kg brutto, Generalbewilligung BLW Nr. 642093." 

Zusammen mit der Einfuhrliste wurde der Zollstelle X._______ u.a. die 

Rechnung Nr. ... vom 29. März 2014 der Lieferantin C._______ vorgelegt. 

B.  

Das Selektionsergebnis des EDV-Systems der Zollverwaltung lautete auf 

"gesperrt". Nach einer formellen Überprüfung der Zollanmeldung – eine 

Beschau wurde nicht durchgeführt – veranlagte die Zollstelle X._______ 

die Einfuhr mit "Veranlagungsverfügung Zoll Nr. […]" vom 15. Mai 2014 an-

tragsgemäss nach Tarifnummer 0202.3099 zu einem Zollansatz von 

Fr. 2'057.-- je 100 kg brutto (= Fr. 517'541.20). 

C.  

Mit einer als "Selbstanzeige […] mit dem Antrag auf Richtigstellung der 

Falschverzollung der Rindfleischbinden" betitelten Eingabe vom 19. Mai 

2014 beantragte die A._______ AG bei der Zollstelle X._______ insofern 

die Änderung bzw. Aufhebung dieser Veranlagungsverfügung, als die frag-

liche Einfuhr nachträglich als "gewürztes Rindfleisch" unter der Tarifnum-

mer 1602.5099 (Fr. 638.-- je 100 kg brutto) zu veranlagen sei. Ihrer Ein-

gabe legte sie eine entsprechende neue Zollanmeldung ("Kontrollblatt Pan-

nenlösung") bei. Der Nachweis, dass es sich bei der Einfuhr vom 5. Mai 

2014 tatsächlich um gewürztes Rindfleisch gehandelt habe, ergebe sich 

aus den übrigen der Eingabe beigelegten Unterlagen. 

D.  

Am 20. Mai 2014 überwies die Zollstelle X._______ diese Eingabe an die 

Zollkreisdirektion Basel (nachfolgend: Zollkreisdirektion) zur Behandlung 

als "Tarifbeschwerde". 

E.  

Die Zollkreisdirektion informierte die A._______ AG mit Schreiben vom 

A-5216/2014 

Seite 3 

23. Mai 2014 (vorab per E-Mail vom gleichen Datum) über die erfolgte 

Überweisung. Zugleich teilte sie der A._______ AG mit, dass der für eine 

Neuveranlagung unter der Tarifnummer 1602.5099 erforderliche Nachweis 

mit den der Eingabe (bzw. Beschwerde) vom 19. Mai 2014 beigelegten Un-

terlagen nicht erbracht sei. Die fraglichen Dokumente enthielten zwar Hin-

weise auf eine Würzung der eingeführten Rindfleischbinden ("with spices", 

"met peper"). Für die beantragte Einreihung ins Kapitel 16 des Zolltarifs 

müsse jedoch – darüber hinaus – nachgewiesen sein, dass im Zeitpunkt 

der Einfuhr "die Würzstoffe (z.B. zerriebener oder gemahlener Pfeffer) auf 

allen Flächen des Erzeugnisses verteilt und mit blossem Auge wahrnehm-

bar" oder "in das Innere eingedrungen und durch Geschmack deutlich 

wahrnehmbar" (gewesen) seien. Der A._______ AG werde zum entspre-

chenden Nachweis eine Frist bis zum 4. Juni 2014 gewährt. Als Beweis-

massnahme käme allenfalls eine nachträgliche Kontrolle der Ware in Be-

tracht. Vorausgesetzt sei jedoch, dass die Ware eindeutig identifizierbar 

und noch in repräsentativer Menge vorhanden sei. Ausserdem wären die 

Kosten einer solchen Kontrolle durch die A._______ AG zu tragen. 

F.  

Mit E-Mail vom 27. Mai 2014 liess die A._______ AG der Zollkreisdirektion 

weitere Dokumente (Beweismittel) zukommen. Zudem fügte sie an, dass 

bei der B._______ AG in … "jederzeit eine Domizilrevision vorgenommen" 

werden könne, sollten die eingereichten Beweismittel nicht ausreichen. 

G.  

Am darauffolgenden Tag (28. Mai 2014) teilte die Zollkreisdirektion der 

A._______ AG per E-Mail mit, dass der erforderliche Nachweis auch unter 

zusätzlicher Berücksichtigung der mit E-Mail vom 27. Mai 2014 eingereich-

ten Unterlagen nicht als erbracht gelten könne. Die Zollstelle Y._______ 

werde jedoch zwecks Durchführung eine Domizilbeschau mit der 

B._______ AG Kontakt aufnehmen. 

H.  

Am 30. Mai 2014 teilte die A._______ AG der Zollkreisdirektion per E-Mail 

mit, dass gemäss Rücksprache mit der Zollstelle Y._______ keine Domizil-

beschau mehr durchgeführt werden könne, weil das eingeführte Rind-

fleisch bereits aufgetaut und eingesalzen worden sei. Sie schlage daher 

vor, dass stattdessen die "Folgesendung" vom 5. Juni 2014 beschaut 

werde. Diese stamme nämlich von der gleichen Lieferantin und beinhalte 

von der Beschaffenheit her dieselbe Ware wie die strittige Einfuhr. 

A-5216/2014 

Seite 4 

I.  

Mit Schreiben vom 30. Mai 2014 teilte die Zollkreisdirektion der A._______ 

AG mit, dass die tatsächliche Art und Beschaffenheit des eingeführten 

Rindfleisches im Zeitpunkt der Einfuhr aufgrund der eingereichten Unterla-

gen nicht nachgewiesen sei und auch durch eine nachträgliche Beschau 

am Sitz der Importeurin nicht mehr festgestellt werden könne, zumal die 

betreffende Ware bereits bearbeitet ("aufgetaut und gesalzen, mit Würz-

stoffen und Starterkulturen versehen sowie getumblert") worden sei. Der 

A._______ AG werde daher Gelegenheit gegeben, ihre Beschwerde vom 

19. Mai 2014 ohne Kostenfolge zurückzuziehen. Falls sie hingegen die 

Ausfertigung eines (anfechtbaren) Beschwerdeentscheids verlangen 

sollte, habe sie für das betreffende Verfahren einen Kostenvorschuss von 

Fr. 6'000.-- zu leisten. 

J.  

Mit E-Mail vom 2. Juni 2014 wies die Zollkreisdirektion den Vorschlag der 

A._______ AG betreffend Beschau einer "Folgesendung" zurück. Der Ver-

gleich mit einer "Folgesendung" sei nicht geeignet, die Art und Beschaffen-

heit (insb. die Stärke bzw. Art der Würzung) der hier konkret betroffenen 

Rindfleischbinden im Zeitpunkt der Einfuhr nachzuweisen. 

K.  

Mit E-Mails vom 11. Juni 2014 und 7. Juli 2014 liess die A._______ AG der 

Zollkreisdirektion weitere Unterlagen zukommen. 

L.  

Mit Beschwerdeentscheid vom 18. Juli 2014 wies die Zollkreisdirektion 

(Vorinstanz) die Beschwerde vom 19. Mai 2014 ab, da sie den erforderli-

chen Nachweis für die beantragte Neuveranlagung der Einfuhr vom 5. Mai 

2014 unter der Tarifnummer 1602.5099 nach wie vor als nicht gegeben be-

trachtete. 

M.  

Dagegen erhob die A._______ AG (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 

15. September 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie be-

antragt, der angefochtene Beschwerdeentscheid sei aufzuheben und die 

Einfuhr vom 15. Mai 2014 (recte: 5. Mai 2014) nachträglich unter der Tarif-

nummer 1602.5099 zu veranlagen. Eventualiter sei die Sache "zur Vor-

nahme der entsprechenden Tarifizierung" an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen – alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwert-

steuer) zulasten der Vorinstanz. 

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Seite 5 

N.  

In ihrer Vernehmlassung vom 17. Dezember 2014 beantragt die Vorinstanz 

die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin 

reichte dazu mit Datum vom 23. Januar 2015 eine Stellungnahme (Replik) 

ein. Die Duplik der Vorinstanz datiert vom 20. Februar 2015. Mit Datum 

vom 2. März 2015 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Stellung-

nahme ein. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Bei nicht erstinstanzlichen Entscheiden (bzw. Beschwerdeentscheiden) 

der Zollkreisdirektionen handelt es sich grundsätzlich um Verfügungen 

nach Art. 5 VwVG, welche gemäss Art. 31 VGG beim Bundesverwaltungs-

gericht angefochten werden können (vgl. Art. 116 Abs. 1bis e contrario 

i.V.m. Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]; 

ausführlich: Urteil des BVGer A-5069/2010 vom 28. April 2011 E. 1.2). Im 

Verfahren vor dieser Instanz wird die Zollverwaltung durch die OZD vertre-

ten (Art. 116 Abs. 2 ZG). Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG 

nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG, 

Art. 2 Abs. 4 VwVG; REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in: Koller/Müller/Tanque-

rel/Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, 2. Aufl., 

Band XII, Basel 2007, N 447). Die Beschwerdeführerin ist zur vorliegenden 

Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen form- 

und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Auf das Verfahren der Zollveranlagung findet das VwVG keine Anwen-

dung (Art. 3 Bst. e VwVG). Nach ständiger Rechtsprechung unterliegt das 

Veranlagungsverfahren – vorbehältlich der Verfahrensgarantien der BV 

und der allgemeinen Grundsätze des Verwaltungsrechts – grundsätzlich 

nur den vom Selbstdeklarationsprinzip getragenen besonderen Vorschrif-

ten des Zollrechts (vgl. Art. 21 ff. ZG). Damit wird das gesamte Verfahren 

von der Gestellung der Waren bei der Zollstelle bis zum Erlass der Veran-

lagungsverfügung (Art. 38 bzw. Art. 85 ZG) bzw. bis zur Freigabe der ge-

stellten und angemeldeten Waren vom VwVG nicht erfasst (vgl. zum Gan-

zen: Urteil des BVGer A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E. 1.2; ARPAGAUS, 

a.a.O., N 447). 

A-5216/2014 

Seite 6 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Ver-

letzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder 

unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 

Bst. c VwVG). 

1.4 Die Entscheidfindung (Rechtsanwendung) setzt voraus, dass die Sach-

lage korrekt und vollständig ermittelt wurde. Die entscheidende Behörde 

hat den rechtlich relevanten Sachverhalt daher von sich aus abzuklären 

und darüber ordnungsgemäss Beweis zu führen (sog. Untersuchungs-

grundsatz). Der Untersuchungsgrundsatz wird dadurch relativiert, dass 

den Beteiligten gewisse Mitwirkungspflichten obliegen. Wo der Untersu-

chungsgrundsatz endet und die Mitwirkungspflicht beginnt, lässt sich nicht 

in allgemeiner Weise festlegen. Ihr Verhältnis ist jeweils anhand des an-

wendbaren Verfahrenserlasses zu bestimmen (vgl. zum Ganzen: BVGE 

2009/60 E. 2.1.1 sowie Urteil des BVGer A-6362/2014 vom 13. März 2015 

E. 1.5 je mit Hinweisen). 

1.5 

1.5.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung bildet sich das 

Bundesverwaltungsgericht unvoreingenommen, gewissenhaft und sorgfäl-

tig seine Meinung darüber, ob der zu erstellende Sachverhalt als wahr zu 

gelten hat (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozes-

sieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., Basel 2013, N 3.140). 

Es ist dabei nicht an bestimmte förmliche Beweisregeln gebunden, die ge-

nau vorschreiben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen 

Beweiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben 

(BGE 130 II 482 E. 3.2; vgl. Urteil des BVGer A-6660/2011 vom 29. Mai 

2012 E. 4.2.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.140). Das Prinzip 

der freien Beweiswürdigung findet grundsätzlich im gesamten öffentlichen 

Verfahrensrecht Anwendung, so auch im Zollverfahren (vgl. allerdings den 

Vorbehalt in Art. 3 Bst. e VwVG betreffend das Verfahren der Zollveranla-

gung), namentlich im verwaltungsinternen Beschwerdeverfahren (Urteil 

des BVGer A-992/2012 vom 6. August 2012 E. 1.4.1 mit Hinweisen). 

1.5.2 Gelangt das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung nicht zum 

Ergebnis, dass sich ein rechtserheblicher Sachumstand verwirklicht hat, 

kommen die Beweislastregeln zur Anwendung. Gemäss der allgemeinen 

Beweislastregel hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, diejenige 

Person das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die 

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aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Bei Beweislosigkeit ist folglich zu Un-

gunsten derjenigen Person zu entscheiden, die die Beweislast trägt (BGE 

130 III 321 E. 3.2, Urteil des BGer 4C.269/2005 vom 16. November 2006 

E. 6.2.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.149 ff.). Abgesehen 

von Besonderheiten, welche die Natur des im Zollrecht geltenden Selbst-

deklarationsprinzips (vgl. E. 1.2 und 2.3) mit sich bringt, gilt auch in diesem 

Rechtsgebiet – wie allgemein im Abgaberecht – der Grundsatz, wonach die 

Behörde die Beweislast für Tatsachen trägt, welche die Abgabepflicht be-

gründen oder die Abgabeforderung erhöhen; demgegenüber ist die abga-

bepflichtige bzw. abgabebegünstigte Person für die abgabeaufhebenden 

und -mindernden Tatsachen beweisbelastet (statt vieler: Urteil des BVGer 

A-845/2011 vom 7. Februar 2012 E. 1.3.2 mit Hinweisen). 

1.5.3 Beim Entscheid darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als er-

wiesen zu gelten hat oder nicht, ist die Frage des Beweismasses (bzw. 

Beweisgrades) zu berücksichtigen. Als Regelbeweismass gilt der volle 

(strikte) Beweis. Dieser ist erbracht, wenn das Gericht am Vorliegen der 

behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls 

verbleibende Zweifel als leicht erscheinen (BGE 130 III 321 E. 3.2). Ver-

langt wird ein so hoher Grad der Wahrscheinlichkeit, dass vernünftiger-

weise mit der Möglichkeit des Gegenteils nicht mehr zu rechnen ist (vgl. 

ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, N 482; 

zum Ganzen auch: DANIEL SCHÄR, Das Beweismass im Steuerrecht, in: 

StR 1996 S. 5 ff. mit Hinweisen). Demgegenüber stellt das Beweismass 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Beweiserleichterung dar und 

genügt nicht für den Vollbeweis (BGE 130 III 321 E. 3.2, 128 III 271 

E. 2b/aa; Urteil des BVGer A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E. 4.2.3; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.140 f.). 

Hinsichtlich des Zollveranlagungsverfahrens ist an Beweismittel, die im 

Rahmen einer Beschwerde eingereicht werden, ein strenges Beweismass 

anzulegen (vgl. Urteil des BVGer A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E. 4.2.3). 

Die eingereichten Beweismittel müssen die behauptete Tatsache mit hin-

reichender Sicherheit belegen. Eine nur überwiegende Wahrscheinlichkeit 

genügt nicht (BGE 109 Ib 190 E. 1d; vgl. Urteile des BVGer A-6660/2011 

vom 29. Mai 2012 E. 4.2.3 und A-5595/2007 vom 8. Dezember 2009 

E. 2.6; Entscheid der ZRK vom 15. November 2005, veröffentlicht in: VPB 

70.55 E. 3b). Weiter ist zu berücksichtigen, dass Dokumenten, die zeitlich 

erst nach dem zu beweisenden Ereignis ausgestellt worden sind, nach kon-

http://links.weblaw.ch/BGE-130-III-321
http://links.weblaw.ch/4C.269/2005

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Seite 8 

stanter Rechtsprechung regelmässig nur ein stark eingeschränkter Be-

weiswert zukommt (vgl. Urteile des BVGer A-2690/2011 vom 24. Januar 

2012 E. 3.4.1, A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 3.3.2.5, A-

1727/2006 vom 12. Oktober 2010 E. 6.1 je mit weiteren Hinweisen). 

1.5.4 Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann das Beweisverfahren 

geschlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweisanträge 

eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, 

etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht oder umgekehrt die betreffende 

Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist und angenommen 

werden kann, dass die Durchführung des Beweises im Ergebnis nichts än-

dern wird (BGE 131 I 153 E. 3). 

2.  

2.1 Waren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, 

sind zollpflichtig und müssen nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz 

vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden (Art. 7 ZG). Die 

Grundlage der Zollveranlagung ist die Zollanmeldung (Art. 18 Abs. 1 ZG). 

Diese nimmt im schweizerischen Zollwesen eine zentrale Stellung ein 

(BARBARA SCHMID, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Stämpflis Handkom-

mentar zum Zollgesetz, Bern 2009 [Zollkommentar], N 1 zu Art. 18). Art. 28 

Abs. 1 Bst. a ZG hält fest, dass Zollanmeldungen auch elektronisch vorge-

nommen werden können. 

2.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG hat derjenige, der Waren ins Zollgebiet ver-

bringt, verbringen lässt oder sie danach übernimmt, die Waren unverzüg-

lich und unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuzuführen oder zu-

führen zu lassen. Dieser Artikel legt somit den Kreis der sogenannt zufüh-

rungspflichtigen Personen fest (präzisierend dazu: Art. 75 der Zollverord-

nung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01]). Anmeldepflichtig sind ne-

ben den zuführungspflichtigen Personen auch Personen, die mit der Zoll-

anmeldung beauftragt sind (Art. 26 Bst. a und b ZG). Bei Letzteren handelt 

es sich primär um Speditionen oder Zolldeklaranten, die gewerbsmässig 

Zollanmeldungen ausstellen (statt vieler: Urteile des BVGer A-992/2012 

vom 6. August 2012 E. 2.2 und A-1626/2010 vom 28. Januar 2011 E. 2.1; 

BARBARA HENZEN, in: Zollkommentar, a.a.O., N 2 zu Art. 26). 

2.3 Die anmeldepflichtige Person muss die der Zollstelle zugeführten, ge-

stellten und summarisch angemeldeten Waren innerhalb der von der Zoll-

verwaltung bestimmten Frist zur Veranlagung anmelden und die Begleitdo-

kumente einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). In Übereinstimmung mit dem das 

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Seite 9 

Zollverfahren beherrschenden Prinzip der Selbstdeklaration obliegt ihr die 

volle Verantwortung für die eingereichte Anmeldung und die vollständige, 

richtige und rechtzeitige Deklaration der Ware (vgl. statt vieler: Urteile des 

BVGer A-2890/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 2.3 sowie A-6930/2010 

vom 1. September 2011 E. 2.6; SCHMID, a.a.O., N 3 f. zu Art. 18). An die 

anmeldepflichtige Person werden damit hinsichtlich ihrer Sorgfaltspflichten 

hohe Anforderungen gestellt. Die zuständige Zollstelle überprüft die von 

der anmeldepflichtigen Person vorzunehmende Deklaration lediglich sum-

marisch auf ihre formelle Richtigkeit und Vollständigkeit sowie auf das Vor-

liegen der Begleitpapiere (Art. 32 Abs. 1 ZG; Urteile des BVGer A-

2890/2011 vom 29. Dezember 2011 E. 2.3 und A-1528/2008 vom 25. Mai 

2010 E. 2.2; HENZEN, a.a.O., N 3 zu Art. 25). Führt die summarische Prü-

fung zu keinen Beanstandungen oder sind diese zwischenzeitlich beseitigt 

worden, wird die Zollanmeldung von der Zollstelle angenommen. Hat die 

Zollstelle einen vorhandenen Mangel in der Zollanmeldung nicht festge-

stellt, so kann die anmeldepflichtige Person daraus keine Rechte ableiten 

(Art. 32 Abs. 3 ZG). 

2.4 Mit der Annahme durch die Zollstelle wird die Zollanmeldung für die 

anmeldepflichtige Person verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG) und grundsätzlich 

unabänderlich. Sie bildet, vorbehältlich der Beschau, die Grundlage für die 

Festsetzung der Zölle und weiteren Abgaben. Dieser Grundsatz der Unab-

änderlichkeit der angenommenen Zollanmeldung stellt einen Eckpfeiler 

des schweizerischen Zollrechts dar (PATRICK RAEDERSDORF, in: Zollkom-

mentar, a.a.O., N 2 zu Art. 33 und N 1 zu Art. 34). 

Nach Art. 33 Abs. 2 ZG legt die Zollverwaltung Form und Zeitpunkt der An-

nahme fest. Laut Art. 16 der Zollverordnung der Eidgenössischen Zollver-

waltung (EZV) vom 4. April 2007 (ZV-EZV, SR 631.013) gilt die elektroni-

sche Zollanmeldung als angenommen, wenn sie die summarische Prüfung 

des EDV-Systems der EZV erfolgreich durchlaufen hat. Das EDV-System 

fügt der elektronischen Zollanmeldung Annahmedatum und Annahmezeit 

hinzu. Die angenommene Zollanmeldung ist für die anmeldepflichtige Per-

son auch bei allfälligen Widersprüchen oder Zweideutigkeiten zur Ware o-

der zu den Begleitdokumenten verbindlich. Damit stellt die elektronische 

Anmeldung höhere Anforderungen an die Sorgfaltspflicht der Zollbeteilig-

ten (RAEDERSDORF, a.a.O., N 6 zu Art. 33). 

Nach der Annahme der elektronischen Zollanmeldung führt das EDV-Sys-

tem der EZV eine Selektion auf der Grundlage einer Risikoanalyse durch 

(Art. 17 Abs. 1 ZV-EZV). Lautet das Selektionsergebnis auf "gesperrt", so 

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muss die anmeldepflichtige Person der Zollstelle einen Ausdruck der Zoll-

anmeldung und die erforderlichen Begleitdokumente vorlegen. Die Waren 

dürfen erst abtransportiert werden, wenn die Zollstelle sie freigegeben hat 

(Art. 40 Abs. 2 ZG, Art. 17 Abs. 2 ZV-EZV). Die Zollstelle gibt veranlagte 

Waren aufgrund der Veranlagungsverfügung oder eines anderen von der 

Zollverwaltung zu bestimmenden Dokuments frei (Art. 40 Abs. 1 ZG). Mit 

der Freigabe der gestellten Waren durch die Zollstelle endet der Gewahr-

sam der Zollverwaltung (Art. 78 ZV; vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-992/2012 vom 6. August 2012 E. 2.4 sowie A-6660/2011 vom 29. Mai 

2012 E. 2.4). 

2.5 Eine starre Anwendung des Prinzips der Verbindlichkeit und Unabän-

derlichkeit einer angenommenen Zollanmeldung kann in gewissen Fällen 

zu unerwünschten und unverhältnismässigen Ergebnissen führen. Wäh-

rend unter altem Recht eine nachträgliche Berichtigung der Zollanmeldung 

gesetzlich nicht vorgesehen war und nur sehr beschränkt sowie unter be-

sonderen Umständen als zulässig anerkannt wurde, sieht Art. 34 ZG nun 

explizit und abschliessend vor, dass die anmeldepflichtige Person eine an-

genommene Zollanmeldung unter bestimmten Voraussetzungen berichti-

gen oder zurückziehen kann (vgl. RAEDERSDORF, a.a.O., N 1 zu Art. 34 und 

N 1 zu Art. 39; Urteile des BVGer A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 E. 3.1, 

A-3213/2009 vom 7. Juli 2010 E. 4.2.1). Die Bestimmung unterscheidet 

verschiedene Zeitpunkte, in denen ein Berichtigungsantrag gestellt werden 

kann: Abs. 1 und 2 beziehen sich auf Sachverhalte vor dem Erstellen der 

Veranlagungsverfügung, Abs. 3 und 4 gelangen zur Anwendung, wenn be-

reits eine Veranlagungsverfügung ausgestellt worden ist. Im letztgenann-

ten Fall kann die anmeldepflichtige Person innerhalb einer Verwirkungsfrist 

von 30 Tagen ab dem Zeitpunkt, in dem die Waren den Gewahrsam der 

Zollverwaltung verlassen haben, der Zollstelle ein Gesuch um Änderung 

der Veranlagung einreichen; gleichzeitig muss sie eine berichtigte Zollan-

meldung einreichen (Art. 34 Abs. 3 ZG; vgl. Urteil des BVGer A-3213/2009 

vom 7. Juli 2010 E. 4.2.3). Die Zollstelle gibt dem Gesuch statt, wenn die 

anmeldepflichtige Person nachweist, dass die Waren entweder irrtümlich 

zu dem in der Zollanmeldung genannten Zollverfahren angemeldet worden 

sind (Art. 34 Abs. 4 Bst. a ZG) oder die Voraussetzungen für die beantragte 

neue Veranlagung schon erfüllt waren, als die Zollanmeldung angenom-

men wurde, und die Waren seither nicht verändert worden sind (Art. 34 

Abs. 4 Bst. b ZG). Die Voraussetzungen für eine neue Veranlagung nach 

Art. 34 Abs. 4 Bst. b ZG gelten insbesondere dann als gegeben, wenn zum 

Zeitpunkt der ursprünglichen Zollanmeldung die materiellen und die formel-

A-5216/2014 

Seite 11 

len Voraussetzungen für die Gewährung einer Zollermässigung, einer Zoll-

befreiung  

oder einer Rückerstattung erfüllt waren (Art. 89 Bst. a ZV; zum Ganzen: 

Urteile des BVGer A-917/2014 vom 25. November 2014 E. 2.5, 

A-992/2012 vom 6. August 2012 E. 2.5, A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 

E. 3.1 mit Hinweisen). 

2.6 Die Ein- und Ausfuhrzölle werden durch den Zolltarif festgesetzt. Dieser 

ist im ZTG enthalten. Art. 1 ZTG schreibt vor, dass alle Waren, die über die 

schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Gene-

raltarif zu verzollen sind, welcher in den Anhängen 1 und 2 des ZTG ent-

halten ist.  

2.6.1 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. Art. 3 ZTG) ist ein unter Beach-

tung der inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung der nati-

onalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält die Ta-

rifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungsvorschriften, 

die Zollkontingente sowie die höchstmöglichen Zollansätze, wie sie gröss-

tenteils im GATT/WTO-Abkommen (Abkommen vom 15. April 1994 zur Er-

richtung der Welthandelsorganisation, SR 0.632.20, für die Schweiz in 

Kraft seit 1. Juli 1995; mit Anhängen) konsolidiert wurden. Die Struktur des 

Generaltarifs basiert auf der Nomenklatur des internationalen Übereinkom-

mens vom 14. Juni 1983 über das Harmonisierte System zur Bezeichnung 

und Codierung der Waren (nachfolgend: HS-Übereinkommen, SR 

0.632.11, für die Schweiz am 1. Januar 1988 in Kraft getreten). Der Ge-

brauchstarif (vgl. Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem Generaltarif und 

enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen und von autonomen 

Massnahmen ermässigten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Erlassen 

festgelegten gültigen Zollansätze (vgl. zum Ganzen auch: Botschaft vom 

19. September 1994 zu den für die Ratifizierung der GATT/WTO-Überein-

kommen [Uruguay-Runde] notwendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 IV 

1004 f.; Botschaft vom 22. Oktober 1985 betreffend das Internationale 

Übereinkommen über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Co-

dierung der Waren [HS] sowie über die Anpassung des schweizerischen 

Zolltarifs, BBl 1985 III 377 f.; Urteile des BVGer A-3030/2013 vom 8. Mai 

2014 E. 2.1.1, A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.1.2, A-5151/2011 

vom 2. Oktober 2012 E. 2.2.1 mit Hinweisen). 

2.6.2 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts 

(AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 

Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die Sammlungen des 

http://links.weblaw.ch/BBl-1994-IV-1004
http://links.weblaw.ch/BBl-1994-IV-1004
http://links.weblaw.ch/BBl-1985-III-377

A-5216/2014 

Seite 12 

Bundesrechts und das Bundesblatt [PublG, SR 170.512]). Der Generaltarif 

kann bei der OZD eingesehen oder im Internet (unter www.ezv.admin.ch 

bzw. www.tares.ch) abgerufen werden. Dasselbe gilt für den Gebrauchsta-

rif (Art. 15 Abs. 2 und Anhänge 1 und 2 ZTG; Fn. 30 zum ZTG; Art. 15 der 

Verordnung vom 17. November 2004 über die Sammlungen des Bundes-

rechts und das Bundesblatt [PublV, SR 170.512.1]). Trotz fehlender Veröf-

fentlichung in der AS kommt dem Generaltarif Gesetzesrang zu (vgl. ins-

besondere Urteile des BVGer A-3030/2013 vom 8. Mai 2014 E. 2.1.2, 

A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.1.3). 

2.7 

2.7.1 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens, darunter die Schweiz, 

sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen mit dem Harmonisierten System 

(HS) in Übereinstimmung zu bringen und beim Erstellen der nationalen Ta-

rifnomenklatur alle Nummern und Unternummern des HS sowie die dazu-

gehörenden Codenummern zu verwenden, ohne dabei etwas hinzuzufü-

gen oder zu ändern. Sie sind verpflichtet, die Allgemeinen Vorschriften für 

die Auslegung des HS sowie alle Abschnitt-, Kapitel- und Unternummern-

Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den Geltungsbereich der Ab-

schnitte, Kapitel, Nummern oder Unternummern des HS nicht verändern 

und sie haben die Nummernfolge des HS einzuhalten (Art. 3 Ziff. 1 Bst. a 

des HS-Übereinkommens; Urteile des BVGer A-3030/2013 vom 8. Mai 

2014 E. 2.2.1, A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.2.1 und 

A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 E. 2.3.1). 

2.7.2 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens beabsichtigen eine 

einheitliche Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenklatur (vgl. 

Art. 7 Ziff. 1 Bst. b und c, Art. 8 Ziff. 2 des HS-Übereinkommens). Dazu 

dienen insbesondere verbindliche Auslegungsregeln ("Règles générales 

pour l'interprétation du Système Harmonisé" bzw. "Allgemeine Vorschriften 

für die Auslegung des HS"), die das Vorgehen bei der Tarifierung im Detail 

regeln (statt vieler: Urteil des BVGer A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 

E. 2.3.2). Denselben Zweck erfüllen die sog. "Avis de classement" (nach-

folgend: Einreihungsavisen) und die "Notes explicatives du Système Har-

monisé" (nachfolgend: Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammen-

arbeit auf dem Gebiet des Zollwesens (Weltzollrat; heute: Weltzollorgani-

sation) auf Vorschlag des Ausschusses des HS genehmigt worden sind 

(Art. 1 Bst. e und f i.V.m. Art. 7 Ziff. 1 Bst. a–c i.V.m. Art. 8 Ziff. 2 und 3 des 

HS-Übereinkommens). Diese Vorschriften sind als materiell internationales 

(Staatsvertrags-)Recht für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Die 

Vertragsstaaten haben einzig nach Art. 7 Ziff. 1 sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 

A-5216/2014 

Seite 13 

des HS-Übereinkommens die Möglichkeit, die Überprüfung oder Änderung 

der Erläuterungen und Einreihungsavisen zu veranlassen (vgl. insbeson-

dere Urteile des BVGer A-3030/2013 vom 8. Mai 2013 E. 2.2.2, 

A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.2.3, A-662/2013 vom 16. Okto-

ber 2013 E. 2.3.2). Dennoch bleibt Raum für nationale Regelungen. So 

kann die OZD zum Beispiel zusätzlich sogenannte "Schweizerische Erläu-

terungen" erlassen. Diese können unter www.tares.ch abgerufen werden 

(vgl. Urteile des BVGer A-1727/2006, A-1755/2006 und A-8527/2007, alle 

vom 12. Oktober 2010, je E. 2.6.3, und A-642/2008 vom 3. März 2010 

E. 2.2.3). 

2.7.3 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen Zoll-

behörden angewendeten "Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des 

Harmonisierten Systems" (AV) übereinstimmend mit den "Allgemeinen Vor-

schriften für die Auslegung des HS" des offiziellen Texts des  

HS-Übereinkommens in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinreihung einer Ware 

der Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen 

sowie die weiteren Allgemeinen Vorschriften, soweit diese dem Wortlaut 

der Nummern und der Anmerkungen nicht widersprechen, massgebend 

sind. Bei den Überschriften der Abschnitte, Kapitel oder Unterkapitel han-

delt es sich hingegen um blosse Hinweise. Bei der Bestimmung der zutref-

fenden Tarifnummer ist somit in der gesetzlich festgelegten Reihenfolge 

(Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine Vorschriften) vorzugehen. Die 

nächstfolgende Vorschrift ist immer erst dann heranzuziehen, wenn die vo-

rangehende Bestimmung nicht zum Ziel geführt, d.h. keine einwandfreie 

Tarifierung ermöglicht hat (vgl. Urteile des BVGer A-3030/2013 vom 8. Mai 

2014 E. 2.3.2, A-525/2013 vom 25. November 2013 E. 2.3.2, A-662/2013 

vom 16. Oktober 2013 E. 2.4.2 und A-5151/2011 vom 2. Oktober 2012 

E. 2.4.2 mit weiteren Hinweisen). 

Die Auslegung der schweizerischen Unternummern richtet sich grundsätz-

lich ebenfalls nach den "Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des 

HS". Während aber die ersten vier Nummern und die ersten zwei Unter-

nummern ausschliesslich den Auslegungsregeln des HS unterstehen, 

müssen die schweizerischen Unternummern gleich wie jede andere Norm 

des schweizerischen Rechts ausgelegt werden können (vgl. zum Ganzen 

bereits den Entscheid der ZRK vom 19. Februar 1999, veröffentlicht in: 

VPB 64.10 E. 3a mit weiteren Hinweisen; ARPAGAUS, a.a.O., N 588). Mas-

sgebend für die Einreihung von Waren in die schweizerischen Unternum-

mern sind der Wortlaut dieser schweizerischen Unternummern und der 

schweizerischen Anmerkungen sowie, mutatis mutandis, die vorstehenden 

A-5216/2014 

Seite 14 

Vorschriften, wobei nur schweizerische Unternummern der gleichen Glie-

derungsstufe einander gegenüber gestellt werden können. Bei Auslegung 

dieser Vorschriften sind, vorbehältlich gegenteiliger Bestimmungen betref-

fend die schweizerischen Unternummern, die Abschnitt-, Kapitel- und Un-

ternummern-Anmerkungen ebenfalls anwendbar (Urteil BVGer 

A-3459/2014 vom 11. Februar 2015 E. 2.4.4). 

2.8 Für die Tarifeinreihung massgebend sind Art, Menge und Beschaffen-

heit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie der Zollstelle angemeldet wird (vgl. 

Art. 19 Abs. 1 ZG). 

2.9 Tarifeinreihungen ausländischer Zollbehörden sind für die schweizeri-

sche Zollverwaltung formell nicht verbindlich. Allerdings müssen sachlich 

überzeugende Gründe vorliegen, damit die Schweizerische Zollverwaltung 

ein identisches Produkt anders qualifiziert, als dies Zollverwaltungen der 

EU-Staaten – gestützt auf Verordnungen der EU-Kommission – tun (Urteile 

des BVGer A-3030/2014 vom 8.Mai 2014 E. 2.4, A-525/2013 vom 25. No-

vember 2013 E.2.4, A-662/2013 vom 16.Oktober 2013 E. 2.5; MICHAEL 

BEUSCH, Der Einfluss "fremder" Richter – Schweizer Verwaltungsrechts-

pflege im internationalen Kontext, in: SJZ Nr. 109/2013 S. 356). 

3. 

3.1 Im vorliegenden Fall ist vorab strittig, wie die Eingabe der Beschwer-

deführerin vom 19. Mai 2014 ("Antrag auf Richtigstellung der Falschverzol-

lung der Rindfleischbinden") in formeller Hinsicht zu behandeln ist 

(s. Sachverhalt Bst. C). Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Stand-

punkt, die Zollstelle X._______ hätte die fragliche Eingabe als Gesuch um 

Berichtigung der Zollanmeldung und Änderung der Veranlagung nach 

Art. 34 Abs. 4 Bst. b ZG (nachfolgend: Zollanmeldeberichtigung [vgl. 

E. 2.5]) entgegennehmen und behandeln müssen und nicht als (ordentli-

che) Beschwerde nach Art. 116 Abs. 1 bzw. Abs. 3 ZG direkt an die Zoll-

kreisdirektion weiterleiten dürfen. 

3.1.1 Im Verfahren der Zollanmeldeberichtigung können nur eigentliche 

Versehen ("Irrtümer") bei der Zollanmeldung geltend gemacht bzw. berich-

tigt werden; ein entsprechender Berichtigungstatbestand ist durch die an-

meldepflichtige Person nachzuweisen (vgl. E. 2.5). 

Vorliegend macht die Beschwerdeführerin in der fraglichen Eingabe gel-

tend, die strittige Einfuhr sei entgegen den Verzollungsinstruktionen der 

Importeurin nicht als "gewürztes Rindfleisch" unter der Tarifnummer 

A-5216/2014 

Seite 15 

1602.5099 angemeldet und veranlagt worden, sondern unter der Tarifnum-

mer 0202.3099. Tatsächlich habe es sich bei der eingeführten Ware im 

Zeitpunkt der Einfuhr um gewürztes Rindfleisch gehandelt, was sich aus 

den der Eingabe beigelegten Unterlagen ergebe. Sie beantrage daher, 

dass die betreffende Einfuhr nachträglich unter der Tarifnummer 1602.5099 

zu veranlagen sei.  

Die Zollstelle X._______ ging in der Folge davon aus, dass damit in mate-

rieller Hinsicht kein blosses Versehen, das als solches – sofern auch die 

übrigen Voraussetzungen erfüllt sind – nach Art. 34 ZG in unkomplizierter 

Weise auf Stufe Zollstelle berichtigt werden könnte, geltend gemacht wird 

bzw. nachgewiesen ist. Dieser Schluss steht in Übereinstimmung mit dem 

nach Sinn und Zweck eingeschränkten Anwendungsbereich der Zollanmel-

deberichtigung und ist insofern nicht zu beanstanden. Von einem blossen 

Versehen im Sinn von Art. 34 ZG ist vorliegend schon deshalb nicht aus-

zugehen, weil die behauptete Falschanmeldung nicht liquid ist. Vielmehr 

macht das Vorbringen der Beschwerdeführerin in sachverhaltlicher Hin-

sicht eine vergleichsweise umfängliche Beweiserhebung und -würdigung 

notwendig und wirft in rechtlicher Hinsicht Fragen im Zusammenhang mit 

der Tarifeinreihung von "gewürztem" Rindfleisch auf. Die Zollstelle 

X._______ durfte die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 19. Mai 2014 

daher als (ordentliche) Beschwerde gegen die Veranlagungsverfügung im 

Sinn von Art. 116 Abs. 1 ZG qualifizieren und entsprechend an die Zoll-

kreisdirektion überweisen. 

3.1.2 Ob dadurch, dass die Zollstelle X._______ die fragliche Eingabe bzw. 

Beschwerde (E. 3.1.1 hievor) direkt – d.h. ohne selbst einen formellen Ent-

scheid (Abweisungs- bzw. [allenfalls] Nichteintretensverfügung) über den 

behaupteten Berichtigungsantrag im Sinn von Art. 34 ZG zu treffen – wei-

tergeleitet hat, gewisse Rechtsschutz- bzw. allgemeine Verfahrensgaran-

tien der Beschwerdeführerin tangiert worden sind, kann hier offen bleiben. 

Im Licht des verfassungsmässigen Beschleunigungsgebots (Art. 29 Abs. 1 

BV) ist das Interesse der Beschwerdeführerin an einem sofortigen Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts in der Sache in jedem Fall höher zu ge-

wichten als ihr Interesse an einer Rückweisung an die Zollstelle X._______ 

zur formellen (Erst-)Verfügung über die Frage der Berichtigung bzw. des 

Vorliegens eines Berichtigungstatbestandes. Insbesondere ist davon aus-

zugehen, dass der Beschwerdeführerin durch eine solche Rückweisung 

nur zusätzliche Kosten entstünden und sie in der Sache selbst nichts zu 

gewinnen hätte, zumal aufgrund der vorliegenden Akten offensichtlich ist, 

wie die Zollstelle X._______ und die übergeordnete Zollkreisdirektion über 

A-5216/2014 

Seite 16 

die Berichtigungsfrage entscheiden würden. Eine Rückweisung käme da-

her einem formalistischen Leerlauf gleich, auf den zu verzichten ist. 

3.2 In der Sache bringt die Beschwerdeführerin zunächst vor, bei der strit-

tigen Einfuhr habe es sich nachweislich um "gewürztes" Rindfleisch gehan-

delt, das als solches gemäss Erläuterungen zwingend ins Kapitel 16 des 

Schweizerischen Gebrauchstarifs einzureihen sei. Schon deshalb erwie-

sen sich die Deklaration und entsprechende Veranlagung der strittigen Ein-

fuhr unter der Tarifnummer 0202.3099 als falsch, und sei die beantragte 

nachträgliche Veranlagung unter der Tarifnummer 1602.5099 zuzulassen. 

3.2.1 Dem Schweizerischen Gebrauchstarif war im (massgeblichen) Zeit-

punkt der strittigen Einfuhr hinsichtlich der genannten Tarifnummern das 

Folgende zu entnehmen: 

16 Zubereitungen von Fleisch, Fischen, Krebstieren, 
Weichtieren oder anderen wirbellosen Wassertieren 

 
1602 Andere Zubereitungen und Konserven aus Fleisch, 

Schlachtnebenprodukten oder Blut: 
 
1602.50  - von Tieren der Rindviehgattung: 
   -- andere: 
1602.5091 --- innerhalb des Zollkontingents (K-Nr. 5) eingeführt 
1602.5099 --- andere 

und 

02   Fleisch und geniessbare Schlachtnebenprodukte 
 
0202  Fleisch von Tieren der Rindviehgattung, gefroren: 
0202.30  - ausgebeint: 
   -- andere: 
0202.3091 --- innerhalb des Zollkontingents (K-Nr. 5) eingeführt 
0202.3099 --- andere 

3.2.2 In den Erläuterungen (D.6) ist zur "Unterscheidung zwischen Fleisch 

und Schlachtnebenprodukten dieses Kapitels und Waren des Kapitels 16" 

das Folgende festgehalten: Zu Kapitel 2 gehört nur frisches Fleisch (ein-

schliesslich Schlachtnebenprodukte), auch mit Salz zum Zweck des Halt-

barmachens während des Transports bestreut, leicht eingerieben oder mit 

Salzwasser übergossen, sowie gekühltes, gefrorenes, gesalzenes sowie 

leicht mit Zucker überstreutes Fleisch. Dagegen gehört u.a. Fleisch in fol-

gendem Zustand zu Kapitel 16: gekocht, geröstet, geschmort oder gebra-

ten, durch andere als in diesem Kapitel vorgesehene Verfahren zubereitet 

A-5216/2014 

Seite 17 

oder haltbar gemacht einschliesslich solchem Fleisch usw., das lediglich 

mit Teig umhüllt oder mit Paniermehl bestreut (paniert), getrüffelt oder ge-

würzt (z.B. mit Pfeffer und Salz) ist, einschliesslich Leberpastete 

(Nr. 1602). 

3.2.3 Die Schweizerischen Erläuterungen halten zudem fest, zum Kapitel 

2 gehörten auch Fleisch und geniessbare Schlachtnebenprodukte mit zu-

gesetzten Würzstoffen, sofern dadurch der Charakter einer Ware dieses 

Kapitels nicht verändert wird. Als nicht charakterbestimmend gelten zuge-

setzte Würzstoffe insbesondere bei den folgenden Erzeugnissen: 

a)  Fleisch und Schlachtnebenprodukte mit in beliebigen Mengen zu-

gesetzten würzenden Zutaten, die mit einfachen Mitteln (z.B. durch 

Abwischen, Abwaschen oder Absaugen) vor der Weiterverarbei-

tung entfernt werden können. Dazu gehören ganze Pfefferkörner, 

ganze Wacholderbeeren, ganze Gewürznelken, Lorbeerblätter, 

Rosmarinzweige usw. 

b)  Fleisch und Schlachtnebenprodukte, bei denen die Würzstoffe (z.B. 

geschroteter, zerriebener oder gemahlener Pfeffer) nicht auf allen 

Flächen des Erzeugnisses verteilt oder mit blossem Auge nicht 

wahrnehmbar sind. 

c)  Genussfertige Fleischwaren dieses Kapitels ohne geschmacklich 

deutlich wahrnehmbare Würzung. Dazu gehören vor allem Pökel-

fleischwaren und andere Spezialitäten der Nummer 0210. 

Ausgeschlossen vom Kapitel 2 sind hingegen Fleisch und Schlachtneben-

produkte, bei denen die Würzstoffe (z.B. zerriebener oder gemahlener 

Pfeffer) auf allen Flächen des Erzeugnisses verteilt und mit blossem Auge 

wahrnehmbar sind (i.d.R. 1602).  

Nicht zum Kapitel 2 gehören auch Fleischwaren, bei denen die Würzstoffe 

durch eine besondere Behandlung (z.B. im sog. "Tumblerverfahren") in das 

Innere eingedrungen und durch Geschmack deutlich wahrnehmbar sind. 

3.2.4 Diese Schweizerischen Erläuterungen lehnen sich weitgehend an die 

zusätzliche Anmerkung 6 a) zum Kapitel 2 der Kombinierten Nomenklatur 

(KN) der Europäischen Union an. Danach gehört nichtgegartes, gewürztes 

Fleisch zu Kapitel 16. Als "gewürzt" gilt nichtgegartes Fleisch, bei dem die 

Würzstoffe in das Innere eingedrungen oder auf allen Flächen des Erzeug-

A-5216/2014 

Seite 18 

nisses verteilt und mit blossem Auge oder deutlich durch Geschmack wahr-

nehmbar sind. Dagegen verbleiben nach Anmerkung 6 b) der KN Erzeug-

nisse der Position 0210 auch dann in dieser Position, wenn ihnen bei ihrer 

Herstellung Würzstoffe zugesetzt worden sind, sofern dadurch ihr Charak-

ter als Erzeugnis der Position 0210 nicht verändert wird (Verordnung Nr. 

948/2009 der Kommission vom 30. September 2009 zur Änderung von An-

hang I der Verordnung [EWG] Nr. 2658/87 des Rates über die zolltarifliche 

und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif). 

3.2.5 Es kann somit festgehalten werden, dass die strittigen Tarifnummern 

0202.3099 und 1602.5099 sich soweit hier relevant darin unterscheiden, 

dass nach der Position 1602.5099 eine "Zubereitung" stattgefunden haben 

muss, die eine Einreihung in das Kapitel 16 zur Folge hat. Eine solche Zu-

bereitung kann eine Würzung des Fleisches sein. Nach den Schweizeri-

schen Erläuterungen in der vorliegend anwendbaren Fassung führt jedoch 

eine Würzung nur dann zu einer Einreihung unter die Tarifnummer 

1602.5099, wenn die Würzstoffe 

(A)  auf allen Flächen des Erzeugnisses verteilt (A1) und mit blos-

sem Auge wahrnehmbar sind (A2) 

oder 

(B)  durch eine besondere Behandlung in das Innere eingedrun-

gen (B1) und durch Geschmack deutlich wahrnehmbar sind 

(B2). 

Mithin bestehen zwei Merkmalsalternativen für eine Einreihung unter die 

beantragte Tarifnummer 1602.5099, nämlich "Würzstoffe auf allen Flächen 

des Erzeugnisses verteilt" (A1) oder "Würzstoffe in das Innere eingedrun-

gen" (B1). Zur Prüfung dieser Merkmalsalternativen sehen die Schweizeri-

schen Erläuterungen die visuelle (A2) bzw. die geschmackliche Prüfung 

(B2) vor. Obschon es sich dabei gemäss Wortlaut nicht mehr (wie noch in 

früheren Fassungen) um alternative Prüfungsmethoden handelt, ist an der 

Rechtsprechung festzuhalten, wonach das Fleisch bereits dann als "zube-

reitet" bzw. gewürzt im Sinn von Kapitel 16 gilt, wenn das Vorliegen einer 

Merkmalsalternative durch eine der genannten Prüfungsmethoden festge-

stellt werden kann (vgl. Urteil des BVGer A-7046/2010 vom 1. April 2011 

E. 3.3.2). Denn der Sinn und Zweck dieser Schweizerischen Erläuterungen 

ist (nach wie vor), dass rohes Fleisch nicht allein dadurch als einer "Zube-

A-5216/2014 

Seite 19 

reitung" im Sinn des Kapitels 16 unterzogen gelten soll, indem darüber ei-

nige wenige Gewürzpartikel verstreut werden. Die Würzung soll vielmehr 

eine gewisse Intensität aufweisen und das so behandelte Fleisch von ro-

hem, unbehandeltem Fleisch deutlich unterscheiden. Ob dieser deutliche 

Unterschied bzw. die entsprechende Intensität der Würzung nun aber be-

reits mit blossem Auge wahrnehmbar ist oder erst mittels einer geschmack-

lichen Prüfung festgestellt werden kann, kann keine entscheidende Rolle 

spielen. Führt daher eine Prüfungsmethode zu einem negativen Ergebnis, 

ist die andere Methode vorzunehmen (vgl. Urteil des BVGer A-7046/2010 

vom 1. April 2011 E. 3.3.1 f.).  

3.2.6 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin stehen die genannten 

Anforderungen an die Würzung gemäss den Schweizerischen Erläuterun-

gen (E. 3.2.3 und 3.2.5) nicht im Widerspruch zu den Erläuterungen zu Ka-

pitel 2 bzw. 16, sondern präzisieren im Rahmen des nationalen Regelungs-

spielraums (E. 2.7.2) lediglich, wann eine Würzung als "Zubereitung" im 

Sinn von Kapitel 16 gelten soll (so implizit bereits Urteil des BVGer 

A-7046/2010 vom 1. April 2011 E. 3.3.1). Allein aufgrund der im Zeitpunkt 

der Einfuhr (unbestrittenermassen) vorhandenen Würzung des Rindflei-

sches mit Pfeffer rechtfertigt sich daher – entgegen der Ansicht der Be-

schwerdeführerin – noch keine Einreihung der fraglichen Einfuhr unter die 

Tarifnummer 1602.5099. Entsprechend wird auf die beantragte Einver-

nahme von D._______ von der B._______ AG "als Zeuge für die [wie er-

wähnt ohnehin unbestrittene] Tatsache, dass die Ware gepfeffert war", in 

antizipierter Beweiswürdigung verzichtet (E. 1.5.4). 

3.3 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass die gemäss 

Schweizerischen Erläuterungen für eine Einreihung unter die Tarifnummer 

1602.5099 geltenden Anforderungen an die Würzung vorliegend ohnehin 

erfüllt bzw. nachgewiesen seien.  

3.3.1 Sie bringt vor, der Nachweis, dass die Würzstoffe im Zeitpunkt der 

Einfuhr des fraglichen Rindfleisches "auf allen Flächen des Erzeugnisses 

verteilt" und "mit blossem Auge wahrnehmbar" waren (vgl. E. 3.2.3 und 

3.2.5), ergebe sich aus den im Recht liegenden Fotografien (zwei Ausdru-

cke) von Rindfleischstücken aus einer (angeblich) gleichgearteten Sen-

dung derselben Lieferantin (s. Beschwerdebeilage 35). 

Den Nachweis, dass die Würzstoffe vorliegend "in das Innere [des einge-

führten Rindfleisches] eingedrungen" und "durch Geschmack deutlich 

wahrnehmbar" seien (vgl. E. 3.2.3 und 3.2.5), sieht die Beschwerdeführerin 

A-5216/2014 

Seite 20 

ebenfalls als erbracht an. Aus der im Recht liegenden Verfahrensanwei-

sung (Prozessbeschrieb "Ablauf für Rindfleisch mit Pfeffer" [s. Beschwer-

debeilage 42]) sowie der ebenfalls aktenkundigen fotografischen Doku-

mentation (Ausdrucke) des betreffenden Verfahrensablaufs (s. Beschwer-

debeilage 37) ergebe sich nämlich, dass die eingeführten Rindfleischstü-

cke in … im "Tumblerverfahren" unter Verwendung von 3,5g/kg der Knob-

lauch/Pfeffer-Gewürzmischung M3045CH (vgl. die Produktspezifikation in 

Beschwerdebeilage 34) behandelt worden seien. Die entsprechende Ver-

fahrensanweisung sei der … Lieferantin (C._______) am 3. Dezember 

2013 von einem ehemaligen Betriebsleiter der Importeurin (B._______ 

AG), E._______, mündlich vor Ort in … erteilt worden. Die Lieferantin 

bestätige dies mit Schreiben vom 11. September 2014 (s. Beschwerde-

beilage 36): "We at [C._______] confirm that all deliveries of meat with 

spices are produced in tumblers with the spices exactly following your in-

structions as given during your visit at 3rd December in our plant […] in […]." 

Im Übrigen seien an diesem 3. Dezember 2013 nebst E._______ u.a. auch 

F._______, CEO der B._______ AG, sowie G._______, Mitarbeiterin der 

Lieferantin, anwesend gewesen; die genannten Personen würden zur Be-

stätigung des obigen Sachverhalts als "Zeugen" offeriert. Zum Nachweis, 

dass bei der Verwendung von 3,5g/kg der genannten Gewürzmischung im 

"Tumblerverfahren" der Würzgeschmack im Sinn der Schweizerischen Er-

läuterungen "deutlich wahrnehmbar" sei, werde die Einholung eines Sach-

verständigengutachtens beantragt. 

3.3.2 In allgemeiner Hinsicht verkennt die Beschwerdeführerin bei dieser 

Argumentation, dass die Art und Beschaffenheit der Ware zum Zeitpunkt 

der Einfuhr strikt nachzuweisen ist (E. 1.5.3), und dass dieses Beweismass 

in der vorliegenden Konstellation, in der die massgebende tarifrechtliche 

Abgrenzung von der Art und Intensität der Würzung zum Zeitpunkt der Ein-

fuhr und damit von einem vergleichsweise "feinen" Unterscheidungskrite-

rium abhängt, praktisch wohl nur – wie es die Schweizerischen Erläuterun-

gen denn auch vorsehen (E. 3.2.3 und 3.2.5) – mittels einer visuellen oder 

geschmacklichen Prüfung der eingeführten Ware, d.h. der (unveränderten) 

Ware im Zustand zum Zeitpunkt der Einfuhr, erreicht werden kann. Die hier 

betroffenen Rindfleischbinden liegen nun aber unbestrittenermassen nicht 

mehr im unveränderten Zustand vor.  

Indessen braucht hier nicht abschliessend entschieden zu werden, ob der 

Beschwerdeführerin der erforderliche strikte Nachweis vorliegend schon 

aus diesem (allgemeinen) Grund nicht gelingt bzw. nicht gelingen kann. 

A-5216/2014 

Seite 21 

Denn wie in der nachstehenden Erwägung (E. 3.3.3) aufgezeigt wird, ver-

mag sie jedenfalls mit den eingereichten Beweismitteln und den gestellten 

Beweisanträgen den erforderlichen strikten Nachweis nicht zu erbringen.  

3.3.3 Die erwähnten zwei Fotografien bzw. Ausdrucke sind von vornherein 

nicht zum (hier massgeblichen) Nachweis des Zustands bzw. der Art und 

Intensität der Würzung der Rindfleischbinden im Zeitpunkt ihrer Einfuhr ge-

eignet; dies deshalb, weil es sich bei den darauf abgebildeten Fleischstü-

cken nach eigenen Angaben der Beschwerdeführerin überhaupt nicht um 

solche aus der strittigen Sendung handelt. Daran ändert nichts, dass es 

sich angeblich um Fleischstücke aus einer gleichgearteten Sendung der-

selben Lieferantin handeln soll; jedenfalls führt dies nicht dazu, dass die 

Fotografien als Grundlage für die Beurteilung der Würzung der hier konkret 

betroffenen Rindfleischstücke herangezogen werden können. Nur am 

Rande sei daher erwähnt, dass der erforderliche strikte Nachweis einer 

ausreichenden Würzung aufgrund der fraglichen Fotografien auch dann 

nicht als erbracht gelten könnte, wenn es sich bei den darauf abgebildeten 

Fleischstücken nachweislich um solche aus der strittigen Einfuhr handeln 

würde. Vorab könnten die wenigen abgebildeten Fleischstücke nicht als 

repräsentativ für die Beurteilung einer mehrere Tonnen (Eigenmasse: 

24'140.200 kg; Rohmasse: 25'160 kg) umfassenden Lieferung bezeichnet 

werden. Im Weiteren liesse sich aufgrund der fraglichen Fotografien nicht 

zuverlässig (bzw. mit dem erforderlichen strikten Beweisgrad) beurteilen, 

ob die (angeblich darauf abgebildeten bzw. erkennbaren) Würzstoffe "auf 

allen Flächen [der abgebildeten Fleischstücke] verteilt" (bzw. alternativ "in 

das Innere [der abgebildeten Fleischstücke] eingedrungen") sind. Nicht zu-

letzt befinden sich die abgebildeten Fleischstücke nicht im gefrorenen Zu-

stand bzw. im (massgeblichen) Zustand, in dem sich gemäss Zollanmel-

dung die hier betroffenen Fleischstücke im Zeitpunkt ihrer Einfuhr befunden 

haben. 

Hinsichtlich der eingereichten Bestätigung der C._______ ist zunächst 

festzuhalten, dass es sich dabei um ein nachträglich erstelltes Dokument 

handelt, dem rechtsprechungsgemäss nur ein stark eingeschränkter Be-

weiswert zukommt (E. 1.5.3). Der Beweiswert der fraglichen Bestätigung 

wird vorliegend zusätzlich dadurch gemindert, dass es sich bei der 

C._______ offensichtlich um eine Geschäftspartnerin der vom vorliegen-

den Verfahren ebenfalls betroffenen Importeurin handelt. Aus der Bestäti-

gung geht zudem nicht hervor, welche "instructions" der C._______ am 

3. Dezember 2013 erteilt worden sein sollen bzw. ob sich die fraglichen 

A-5216/2014 

Seite 22 

"instructions" tatsächlich – wie behauptet – mit dem von der Beschwerde-

führerin ins Recht gelegten Prozessbeschrieb "Ablauf für Rindfleisch mit 

Pfeffer" decken. Wohl ist davon auszugehen, dass die offerierten "Zeugen" 

E._______, F._______ und G._______ den geltend gemachten Sachver-

halt insoweit bestätigen würden; in beweisrechtlicher Hinsicht führten ent-

sprechende Einvernahmen jedoch nicht zu einem entscheidenden Er-

kenntnisgewinn, da die fraglichen Personen aufgrund ihrer Nähe zur Im-

porteurin (CEO, ehemaliger Betriebsleiter, Angestellte der Geschäftspart-

nerin) nicht als ausreichend unabhängig gelten könnten. Schliesslich ist 

massgeblich zu berücksichtigen, dass sich die obgenannten Unterlagen 

bzw. die entsprechenden Inhalte – wenn überhaupt – nur indirekt auf die 

hier strittige Sendung beziehen. 

Selbst wenn als erstellt gelten könnte, dass die hier betroffenen Fleischstü-

cke in der behaupteten Art und Weise in … behandelt worden sind, wäre 

damit – und das ist letztlich entscheidend – nicht zugleich mit dem erfor-

derlichen strikten Beweisgrad nachgewiesen, dass die Würzstoffe im Zeit-

punkt der Einfuhr tatsächlich "in das Innere [der Fleischstücke] eingedrun-

gen" und "durch Geschmack deutlich wahrnehmbar" (bzw. [alternativ] "auf 

allen Flächen des Erzeugnisses verteilt" und "mit blossem Auge wahr-

nehmbar") waren. Im beantragten Sachverständigengutachten könnte an-

hand der Angaben der Beschwerdeführerin (insbesondere im eingereich-

ten Prozessbeschrieb) nämlich höchstens eine allgemeine Aussage dar-

über getroffen werden, welche Würzung Rindfleisch in der Regel aufweisen 

würde, nachdem es in der fraglichen Weise behandelt worden ist. Zum 

strikten Nachweis der Intensität der Würzung der hier konkret betroffenen 

Rindfleischbinden im Zeitpunkt der Einfuhr wäre das beantragte Gutachten 

daher von vornherein nicht geeignet, so dass auf dessen Einholung in an-

tizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann (E. 1.5.4). Dasselbe 

gilt a fortiori und sinngemäss hinsichtlich der offerierten "Zeugen", insofern 

die Beschwerdeführerin diesbezüglich deren Einvernahme beantragen 

wollte.  

3.3.4 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Rotterdamer Zollbe-

hörde habe die strittige Sendung gemäss Begleitdokument vom 1. Mai 

2014 sowie gemäss "The Common Veterinary Entry Document" vom 2. Mai 

2014 unter die HS-Nummer "160250" eingereiht (s. Beschwerdebeilagen 8 

und 20). Gleichermassen sei die zuständige Behörde in … gemäss "Certi-

ficado veterinario para la UE" vom 23. April 2014 von einer Einreihung der 

strittigen Einfuhr unter die HS-Nummer "16.02" ausgegangen (s. Be-

schwerdebeilage 21). 

A-5216/2014 

Seite 23 

Die Beschwerdeführerin verkennt bei dieser Argumentation, dass Tarifein-

reihungen ausländischer Zollbehörden für die schweizerische Zollverwal-

tung formell nicht verbindlich sind und hier ausserdem kein Fall einer ab-

weichenden Qualifikation durch die schweizerische Zollbehörde vorliegt 

(vgl. E. 2.9). Vielmehr hat die Beschwerdeführerin die fragliche Einfuhr 

selbst unter der Tarifnummer 0202.3099 (elektronisch) deklariert. Als An-

meldepflichtige obliegt ihr die volle Verantwortung für eine ordnungsge-

mässe – d.h. vollständige und richtige – Deklaration der eingeführten Ware 

(E. 2.3). Nachdem die Zollstelle X._______ die (elektronische) Zollanmel-

dung antragsgemäss angenommen hatte, ist sie für die Beschwerdeführe-

rin vorliegend verbindlich geworden. Der offenbare Widerspruch zwischen 

der (elektronischen) Zollanmeldung unter der Tarifnummer 0202.3099 und 

den vorgelegten ausländischen Dokumenten, welche eine Tarifeinreihung 

unter die HS-Nummer "160250" bzw. "16.02" vorsehen, ändert vorliegend 

nichts daran (vgl. E. 2.4). Ferner könnte die Beschwerdeführerin daraus 

keine Rechte ableiten, hätte die Zollstelle X._______ den erwähnten Wi-

derspruch zur Zollanmeldung nicht festgestellt, obschon ihr die fraglichen 

ausländischen Dokumente bereits vorlagen (vgl. E. 2.3). 

Vielmehr obliegt bei der dargestellten Sach- und Rechtslage der Beschwer-

deführerin der Nachweis, dass – wie sie behauptet – die tatsächliche Be-

schaffenheit der Ware im Zeitpunkt der Einfuhr von den Angaben in ihrer 

Zollanmeldung abwich, so dass die Ware unter der beantragten Tarifnum-

mer 1602.5099 anstelle der deklarierten Tarifnummer 0202.3099 hätte ein-

geführt werden können (vgl. E. 1.5.2). Dieser Nachweis ist jedoch auch mit 

den genannten ausländischen Dokumenten – wie mit den vorliegenden 

Unterlagen insgesamt – nicht strikt bzw. rechtsgenügend erbracht. 

3.4 Die Beschwerdeführerin macht für diesen Fall einen unverschuldeten 

Beweisnotstand geltend. 

3.4.1 Nach ihrer Ansicht hätte die (konkrete) Art der Würzung des fragli-

chen Rindfleisches im Zeitpunkt der Einfuhr auch dann noch nachträglich 

mittels einer geschmacklichen Prüfung festgestellt werden können, nach-

dem die letzte Charge der betreffenden Sendung aufgetaut und eingesal-

zen worden sei. Für eine geschmackliche Prüfung hätte das Fleisch näm-

lich ohnehin aufgetaut werden müssen. Zum Nachweis, dass durch das 

Einsalzen der "Knoblauch/Pfeffer-Geschmack" des Fleisches nicht verän-

dert worden sei, werde die Einholung eines Sachverständigengutachtens 

beantragt. Jedenfalls habe die Vorinstanz zu Unrecht auf die Durchführung 

A-5216/2014 

Seite 24 

einer nachträglichen Beschau verzichtet und dadurch ihre Untersuchungs-

pflicht verletzt (vgl. E. 1.4). 

Zwar trifft wohl zu, dass rohes Fleisch für eine geschmackliche Prüfung 

aufgetaut werden müsste bzw. vorgängig sogar gegart werden könnte. Vo-

rausgesetzt ist jedoch, dass die Zollverwaltung den Veränderungsprozess 

(Auftau- bzw. Garprozess) der ursprünglichen (eingeführten) Ware von An-

fang an dokumentiert und immer auf die gleiche Weise vornimmt, will sie 

Veränderungen durch Dritte ausschliessen und den Einfluss auf den Ge-

schmack möglichst gering und mit Blick auf vergleichbare Fälle möglichst 

konstant halten (vgl. Urteil des BVGer A-7046/2010 vom 1. April 2011 

E. 3.4.2). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin den Veränderungspro-

zess (Auftauen, Einsalzen) selbst vorgenommen. Bei dieser Sachlage 

kann der erforderliche strikte Nachweis der ursprünglichen Würzung mit-

tels einer Beschau naturgemäss nicht mehr erbracht werden. Insbeson-

dere könnte nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden, 

dass die eingeführte Ware mit Blick auf den hier zu erbringenden Nachweis 

im Nachhinein, aber vor einer allfälligen Beschau, einer zusätzlichen Wür-

zung unterzogen wurde. Die Vorinstanz hat vorliegend daher zu Recht auf 

die Durchführung einer nachträglichen Beschau verzichtet. Entsprechend 

(bzw. schon deshalb) liegt keine Verletzung der Untersuchungspflicht vor 

und kann auf die Einholung des beantragten Sachverständigengutachtens 

in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (E. 1.5.4). 

3.4.2 Weiter sieht die Beschwerdeführerin darin eine Verletzung der Unter-

suchungspflicht durch die Vorinstanz, dass diese nicht "sogleich" von Am-

tes wegen eine Beschau durchgeführt habe, obschon sie es in der ange-

fochtenen Verfügung für "naheliegend" halte, dass die Voraussetzung der 

deutlichen geschmacklichen Wahrnehmbarkeit der Würzung im Zeitpunkt 

der Einfuhr letztlich "nur mittels einer organoleptischen Prüfung" der unver-

änderten Ware nachgewiesen werden könne. 

Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Mai 

2014 (der Beschwerdeführerin gleichentags vorab per E-Mail zugestellt) 

ausdrücklich auf die Möglichkeit einer nachträglichen Kontrolle der Ware 

hingewiesen. Vorausgesetzt sei, dass die Ware eindeutig identifizierbar 

und noch in repräsentativer Menge vorhanden sei. Falls die Beschwerde-

führerin von diesem "Beweisanerbieten" Gebrauch machen wolle und die 

gennannten Voraussetzungen erfüllt seien, werde sie gebeten, der Zoll-

kreisdirektion Ort und Kontaktperson bekannt zu geben. Die Beschwerde-

führerin hat auf dieses E-Mail erst vier Tage später, mit E-Mail vom 27. Mai 

A-5216/2014 

Seite 25 

2014, geantwortet. Darin teilte sie der Zollkreisdirektion mit, dass am Sitz 

der Importeurin "jederzeit" eine Domizilrevision vorgenommen werden 

könne. Als eine entsprechende Beschau indes durchgeführt werden sollte, 

stellte sich heraus, dass die Beschwerdeführerin bereits die letzte Charge 

der eingeführten Ware aufgetaut und (offenbar) noch am Tag ihres Antwor-

temails vom 27. Mai 2014 eingesalzen hat. Unter diesen Umständen kann 

der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, sie hätte es verpasst, innert an-

gemessener Frist geeignete Beweismassnahmen zu treffen bzw. eine 

nachträgliche Beschau durchzuführen. Eine Verletzung der Untersu-

chungspflicht durch die Vorinstanz (und ein dadurch verursachter unver-

schuldeter Beweisnotstand der Beschwerdeführerin) liegt insofern nicht vor 

(vgl. E. 1.4). 

3.4.3 Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, die Vorinstanz habe 

ihre Aktenführungspflicht verletzt, indem sie "nicht dokumentiert" habe, 

"gestützt auf welche Überlegungen und mit welcher Begründung" sie keine 

Domizilbeschau durchgeführt habe. 

Was die Beschwerdeführerin hier vorbringt, ist bereits in sachverhaltlicher 

Hinsicht falsch. Die Vorinstanz teilte ihr mit Schreiben vom 30. Mai 2014 

nämlich mit, dass die tatsächliche Art und Beschaffenheit des eingeführten 

Rindfleisches im Zeitpunkt der Einfuhr durch eine nachträgliche Beschau 

nicht mehr festgestellt werden könne, weil die betreffende Ware bereits be-

arbeitet ("aufgetaut und gesalzen, mit Würzstoffen und Starterkulturen ver-

sehen sowie getumblert") worden sei. Hinzu kommt, dass die Behörde 

nach der Aktenführungspflicht (als Teilaspekt des Untersuchungsgrundsat-

zes [vgl. E. 1.4]) zwar grundsätzlich alles in den Akten festzuhalten hat, 

was zur Sache gehört (vgl. BGE 124 V 372 E. 3b). Die "Überlegungen" und 

die "Begründung", weshalb die Vorinstanz auf die Durchführung einer (von 

der Beschwerdeführerin im Übrigen zu keinem Zeitpunkt formell beantrag-

ten) nachträglichen Beschau verzichtet hat, bilden jedoch nicht Bestandteil 

des rechtserheblichen Sachverhalts (bzw. eben der Sache), sondern der 

Begründung (antizipierte Beweiswürdigung [E. 1.5.4]). Entsprechend sind 

die fraglichen "Überlegungen" bzw. "Begründungen" in der angefochtenen 

Verfügung enthalten. Eine Verletzung der Aktenführungspflicht durch die 

Vorinstanz liegt auch insofern nicht vor. 

3.4.4 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich eine Verletzung der Unter-

suchungspflicht auch durch die Zollstellen X._______ und Y._______. 

A-5216/2014 

Seite 26 

Die "Untersuchungspflicht" der Zollstelle X._______ kann sich vorliegend 

von vornherein lediglich auf die Frage erstrecken, ob ein Berichtigungstat-

bestand geltend gemacht wird bzw. nachgewiesen ist. Wie gesehen 

(E. 3.1.1), durfte die Zollstelle X._______ aufgrund der Vorbringen der Be-

schwerdeführerin und der eingereichten Unterlagen davon ausgehen, dass 

kein blosser Berichtigungstatbestand gegeben ist. Insofern trifft die Zoll-

stelle X._______ auch keine weitergehende "Untersuchungspflicht", und 

hat sie die Eingabe zu Recht als ordentliche Beschwerde an die für die 

diesbezügliche Untersuchung (ordentliches Beweisverfahren) und den Er-

lass des entsprechenden Beschwerdeentscheids zuständige Zollkreisdi-

rektion überwiesen. Eine Verletzung der "Untersuchungspflicht" durch die 

Zollstelle X._______ liegt schon deshalb nicht vor. Im Übrigen kann die 

Beschwerdeführerin entgegen ihrer impliziten Ansicht auch daraus nichts 

zu ihren Gunsten ableiten, dass sie über die fragliche Überweisung nicht 

durch die Zollstelle X._______, sondern – mit Schreiben vom 23. Mai 2014 

– durch die Zollkreisdirektion informiert wurde. 

Was die Zollstelle Y._______ betrifft, so war diese in der vorliegenden Sa-

che zu keinem Zeitpunkt untersuchende Behörde. Sie wurde von der (un-

tersuchenden) Zollkreisdirektion vielmehr lediglich zur Vornahme von Un-

tersuchungshandlungen (Prüfung der Voraussetzungen und allfällige Vor-

nahme einer nachträglichen Beschau) hinzugezogen. Da die Zollstelle 

Y._______ vorliegend folglich keine "Untersuchungspflicht" trifft, kann sie 

auch keine diesbezügliche Pflichtverletzung begangen haben. 

4. 

Nach dem Vorstehenden ist die Beschwerde abzuweisen.  

Bei diesem Ausgang sind die Verfahrenskosten, die auf Fr. 10'500.-- fest-

zusetzen sind, der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Der von der Beschwerdeführerin einbezahlte Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 10'500.-- ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario). 

5. 

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Tarifstreitigkeiten im Sinn 

von Art. 83 Bst. l BGG letztinstanzlich. Soweit der vorliegende Entscheid 

keine solche Tarifstreitigkeit darstellt, steht dagegen gemäss den einschlä-

gigen Bestimmungen die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-

heiten (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG) ans Bundesgericht offen. 

A-5216/2014 

Seite 27 

 

Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite. 

  

A-5216/2014 

Seite 28 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 10'500.-- festgesetzt und der Be-

schwerdeführerin auferlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvor-

schuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Riedo Marc Winiger 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Soweit der vorliegende Entscheid keine Tarifstreitigkeit im Sinn von Art. 83 

Bst. l BGG darstellt, kann dagegen innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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