# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c29b4e49-e666-56e6-b61d-53211d7c1bc8
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-05
**Language:** de
**Title:** Beitragsstatut einer Psychologin; Tätigkeit in Räumlichkeiten eines Schulinternats als selbständige Erwerbstätigkeit qualifiziert
**Docket/Reference:** AB.2014.00002
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2014.00002.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2014.00002
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Bachmann
Urteil
vom
5. Mai 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Beat
Messerli
Gesellschaftsstrasse 27, Postfach 6858, 3001 Bern
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Y.___
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
Die in
Z.___
wohnhafte
X.___
ist ausgebildete Psychologin und
Psy
chotherapeutin und verfügt über Praxisbewilligungen der Kantone Zürich und
St. Gallen
(
Urk.
9/12 S.
4-5)
. Im Kanton St. Gallen
geht
sie
eigenen Anga
ben zufolge
an drei Wo
chentagen als delegierte Psychotherapeutin bei einem Psy
chiater
einer unselb
ständigen Erwerbstätigkeit nach
. Im Kanton Zürich arbeitet
sie
als Psycholo
gin
/Psychotherapeutin
im
Y.___
,
einer Einrichtung der
A.___
.
Im August 2013 meldete sich
X.___
bei
der
Sozialver
siche
rungsanstalt
des Kan
tons St. Gallen
in Bezug auf letztere Tätigkeit
zur AHV
-
rechtlichen Erfassung als
Selbständigerwerbende
im Nebenerwerb
an
(Urk. 9/1
S.
1 ff.
)
, welche
s
Ge
such an die Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
(
nachfolgend:
Ausgleichskasse)
überwies
en wurde
(Urk. 9/1
S.
7
)
. Nach
Ei
nho
lung (Urk.
9/3) und
Prüfung der
entsprechenden
Unterlagen
qua
lifizierte die Ausgleichskasse die Tätigkeit von
X.___
als unselb
ständige Erwerbs
tätigkeit und
lehnte das Gesuch
um Anerkennung
bezieh
ungs
weise
Anschluss
als
Selbständigerwerbende
mit Verfügung vom 4.
Oktober
2013
ab (Urk.
9/10). Eine
hiegegen
erhobene Einsprache
vom 14.
Oktober 2013 (Urk.
9/12) wies die Ausgleich
s
kasse mit
Einspracheentscheid
vom
14.
N
ovem
ber
2013 ebenfalls ab (Urk.
2)
.
2.
Hiegegen
lässt
X.___
hierorts
am 7.
Januar 2014
(Urk.
1) Beschwerde er
heben mit dem Rechtsbegehren, es sei der
Einspracheentscheid
vom 14.
Novem
ber 2013 aufzuheben (1.) und es sei die Beschwerdeführerin als
Selbständiger
werbende
zu anerkennen und die Vorinstanz anzuweisen, die Beschwerde
füh
rerin
als
Selbständigerwerbende
zu registrieren (2.), unter Kos
ten- und
Entschä
di
gungs
folge
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 19. Februar 2014 beantragte die Ausgleich
s
kasse Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
8)
. Mit Gerichtsverfügung vom 14.
April 2014 wurde
das als Arbeitgeberin an
gesprochene
Y.___
zum vor
lie
genden Prozess beigeladen (Urk.
13). Dieses nahm
mit Eingabe vom
14.
Mai 2014
Stellung (
Urk. 15
-16/1-9
). Mit Verfügung vom 16.
Juli 2014 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordne
t (
Urk.
17). Mit Replik vom 17.
November 2014 liess
die Versicherte im Wesentlichen an Anträgen und Vorbringen fest
halten (
Urk.
22)
. Die Ausgleichskasse beantragte mit Duplik vom 2
3.
Januar 2015
wei
ter
hin
Abweisung der Beschwerde (Urk. 25).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich un
ter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte
Erwerbsein
kommen
als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (
Art.
5 und 9
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hin
terlassenenversicherung
[
AHVG
]
sowie
Art.
6 ff.
der Verordnung über die Al
ters-
und
Hinterlassenenversicherung
[
AHVV
]
). Nach
Art.
5
Abs.
2 AHVG gilt als mass
gebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf be
stimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbstän
diger Er
werbstätigkeit gilt nach
Art.
9
Abs.
1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Ent
gel
t für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu
bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirt
schaft
licher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen,
schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftli
che
n Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider
Erwerbs
arten
zutage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser
Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 123 V 161 E. 1, 122 V 169 E. 3a, 283
E. 2a, 119 V 161 E. 2 mit Hinweisen).
1.2
F
ür Beitragspflichtige, welche mehrere Erwerbstätigkeiten ausüben,
sieht das Ge
setz
keine Gesamtbeurteilung ihrer erwerblichen Aktivitäten nach Massgabe der wirtschaftlichen Bedeutung der einzelnen Betätigungen vor. Vielmehr ist nach der in
Art.
5 und 9 AHVG verwirklichten Konzeption der strikten Unter
scheidung von unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit jedes Ein
kommen dahin zu prüfen, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Tä
tigkeit stammt. Die Tatsache, dass ein Beitragspflichtiger bereits einer
Aus
gleichskasse
als
Selbständigerwerbender
angeschlossen ist, hat daher für die Qualifikation eines Entgelts AHV-rechtlich keine Bedeutung.
Ebensowenig
ver
mag umgekehrt die Tatsache, dass ein Beitragspflichtiger bereits mit einer
Aus
gleichskasse
als
Unselbständigerwerbender
abrechnet, die beitragsrechtliche Qualifikation des
Einkommens aus einer weit
eren Tätigkeit zu präjudizieren
(
BGE 123 V 167
E
. 4a mit Hinweis)
.
1.
3
In Grenzfällen, in denen sowohl Merkmale unselbständiger als auch solche selbständiger Erwerbstätigkeit vorliegen, ohne dass das Pendel eindeutig in die eine oder die andere Richtung ausschlagen würde, ist rechtsprechungsgemäss namentlich auch Koordinationsges
ichtspunkten Rechnung zu tragen
. Dies gilt vorab bei Erwerbstätigen, die gleichzeitig mehrere erwerbliche Tätigkeiten für verschiedene oder denselben Arbeit- oder Auftraggeber ausüben. Es soll nach Möglichkeit vermieden werden, dass verschiedene Erwerbstätigkeiten für den
selben Arbeit- oder Auftraggeber oder dieselbe Tätigkeit für verschiedene Ar
beit- oder Auftraggeber unterschiedlich, teils als selbständige, teils als un
selb
ständige Erwerbstätigkeit, qualifiziert werden
(BGE 123 V 1
67
E. 4a in
fine
, 119 V 164 E. 3b
).
2.
Streitig und zu prüfen ist,
ob die von
X.___
im
Y.___
ausgeübte Tätigkeit
als Psychologin/Psychotherapeutin
AHV-beitrags
rechtlich
als selbständige oder un
selbständige Erwerbstätig
k
e
i
t
zu qualifizieren ist
.
2.1
Die Ausgleichskasse begründete ihren
E
insprachee
ntscheid
zur Hauptsache da
mit, dass kein spezifisches Unternehmerrisiko bestehe
.
So
würden
die Patienten
von der Schule
zugewiesen, betreibe
die Versicherte
k
e
ine
eigene
Praxis
,
trage sie kein
Delkredere Ris
i
ko
und
beschäftige
sie
auch kein Personal.
D
a die Versi
cherte
neben ihrer Tätigkeit als Psychother
a
peutin
ausschliesslich
für die Bei
ge
ladene
arbeite
,
liege
alsdann
sowohl in wirtschaftlicher wie auch
arbeitsorga
ni
satorischer
Hinsicht ein Abhängigkeitsverhältnis vor, weshalb von einer un
selb
ständigen Erwerbstätigkeit auszugehen sei
(
Urk.
2, vgl. auch
Urk.
8
)
.
2.2
Dagegen lässt die Versicherte zur Hauptsache vorbringen
, dass sie
durchaus ein
unternehmerisches Risiko trage.
Di
e
Anz
ahl der
ihr
zugewiesenen
Kinder
werde
nur in
einem gewissen
Rahmen
festgelegt und r
echtzeitig
abgesagte
Therapie
s
tunden
würden
nicht entschädigt
.
Therapien
von Kindern, deren Behandlung zulasten der Invalidenversicherung
g
ing
en
, würden direkt mit der Invalid
e
nver
sicherung abgerechnet
;
diesbezüglich
bestehe seitens des Schulheims keine
Ent
schädigungspflicht
.
Zwar würden d
ie Therapien aus praktischen Gründen in den Räumlichkeiten der Schule durchgeführt, doch
bestehe keine Einbindun
g in den Betrieb des Schulheims; die Vor- und Nachbereitung finde teilweise an der Schule und teilweise im Home-Office statt.
Sie
führe
die Therapien in eigenem Namen und in Eigenverantwortung durch, ohne diesbezüglich ge
genüber der Schule einer Rechenschaftspflicht zu un
terliegen (
Urk.
1
; vgl. auch
Urk.
22
).
2.3
Die Beigeladene lässt zur Hauptsache geltend machen, dass die Stelle im
Auf
tragsverhältnis
ausgeschrieben worden sei. Dies nicht nur aus Gründen der Stellenplanung
(eine Anstellung der Beschwerdeführerin würde zur Überschrei
tung des Stellenetats führen)
,
sondern auch
deshalb
,
weil eine Anstellung eine
andere
fachlich
e Verantwortung nach sich ziehe
.
E
ntsprechend
sei die Versi
cher
te
nicht in das
Fachteam
der schulischen Therapeutinnen eingebunden, nehme nicht
an Intervisionen teil, sei nicht verpflichtet
,
internen Weiterbildun
gen
beizu
wohnen
und
es
werde mit ihr
k
eine Mitarbei
terinnenbeurteil
ung durchgeführt.
Dass die Therapie
n
in den Räumlichkeiten der Schule durchge
führt
würden
,
liege
allein
darin begründet,
dass
eine Begleitung der Kinder an eine externe
Therapie mit den beschränkten personellen Ressourcen nicht machbar sei. In den
Fällen, in denen die Therapie zulasten der Invalidenversi
cherung gehe, rechne die Versicherte alsdann direkt
mit dieser
ab.
I
n diesen Fällen
nehme die Schule
nur eine Vermittlerrolle wahr (
Urk.
15).
3.
Zwischen der
Beschwerdeführerin
und de
r
Beigeladenen
besteht eine „
Zu
sammen
arbeitsregelung
interne Psychotherapie“
(Urk.
3/2 bzw
.
präzisierte
Ver
sion
Urk.
9/16 S.
3
)
. Danach
ist
die interne Psych
otherapie
mit ihrer eigenen Kom
petenz der Sozialpädagogik, der Schule und den schulischen Therapien gleich
gestel
lt
. Die Psychotherapie
arbeitet im
Auftragsverhältnis
, welche
s
in der Kom
petenz des Gesamtleiters liegt.
Der Auftrag umfasst 6 – 10
Einzelthera
pie
stun
den
im
Y.___
mit den zugewiesenen Kindern, die dazu notwendigen Sitz
ung
en (vorwiegend Vorbereitungssitzungen zu den Zwischenbesprechungen) und
Ge
spräche
(
mit Bezugspersonen
des
Y.___
, Fallkoordinatoren, Lehrpersonen
,
Eltern
und Überweisenden
). Ebenso umfasst der Auftrag
die Administration (Einholen von IV-Z
usatz
verfügungen, allfällige schriftliche Berichte, Rechnungsstellung an die IV und an das
Y.___
). Gemäss der Zusammenarbeitsregelung wird die Ar
beit
mit
einem Stundenansatz von Fr. 140.
--
entschädigt, wobei die Versicherte periodisch fallbezogen Rechnung
zu stellen hat
. P
ro Arbeitstag
werden
Reise
spesen und –
zeiten
mit einer Pauschale von Fr.
100.
--
abgegolten. Das
Thera
piez
immer
wird gratis zur Verfügung gestellt und kann
-
sofern
vom
Y.___
nicht anderweitig benötigt
-
von
der Versicherten
auch für
„
private
“
Therapien ge
nutzt werden. Für die Anschaffung von Hilfsmitteln steht
ein jährliches Budget
von Fr.
300.
--
zur Verfügung. Beim Ausfall von Therapie
stunde
n werden sol
che,
die aufgrund von Aktivitäten ausfallen, welche im Jahresplan
der Schule
fest
gehalten s
ind, sowie rechtz
eit
ig
kommunizierte Ausfälle
,
nicht entschädigt. Aus
fälle, die weniger als 24 Stunden vor dem Termin oder gar nicht mitgeteilt wer
den
,
werden wie geleistete Therapien entschädigt. Wenn immer möglich werden solche Ausfälle
für fallbezogene Arbeiten genutzt oder im Abtausch mit ande
ren Kindern besetzt, wobei die Organisati
o
n des Abtausches dem
Y.___
ob
liegt.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, das
s weder die Tatsache
,
dass
die
Tätigkeit
von den Ver
tragsparteien
als
„
Auftragsverhältnis
“
bezeichnet
wird
,
noch
der Umstand, wo
nac
h
eine Anstellung
zur
Überschreitung
des Stellenetats
der Beigeladenen
füh
ren würde, im
vorliegenden Zusammenhang von entscheidender Bedeutung
sein kann
. Vielmehr
ist
die Frage
,
ob selbständige oder unselbstän
dige Er
werbstä
tig
keit vorliegt, nach Massgabe der AHV-
rechtlichen Kriterien
(
namentlich
Unt
er
nehmerrisiko
und
A
bhängigkeitsverhältnis
;
vgl.
E.
1.
1
h
ievor
)
zu beurteilen
.
4.2
4.2.1
Was das
Kriterium des
Unternehmerri
si
ko
s
betrifft, bringt die Verwaltung
grund
sätzlich
zu Recht vor,
die Beschwerdeführerin habe im Hinblick auf die
vorliegend zu beurteilende Tätigkeit
keine
erhebliche
n
Investitionen getätigt
und
trage
k
ein erhebliches Verlustrisiko
.
So
führt
sie
weder eine
eigene
Praxis
noch
beschäftigt sie
A
ngestellte
und
es
ist
auch sonst
weder
ersich
t
lich
noch
wird
von ihr
geltend gemac
h
t
,
dass sie
andere
nennenswerte
Infrast
ru
k
t
urkosten
zu tragen
hätte
(
vgl.
Fragebogen für
Selbständigerwerbende
; Urk. 9/1
)
.
A
llerdings
gilt
es
z
u berücksichtigen
,
dass
gewisse Tätigkeiten
–
so auch die vorliegende
-
ihrer Natur nach nicht notwendigerweise bedeutende Investitionen
er
f
ordern
,
weshalb
insoweit
das Unternehmerrisiko als
Unterscheidungsmerkmal
für die Abgrenzu
n
g der selbständigen von der unselbständigen Erwerbstät
igkeit in den
Hintergrund tritt
(
vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versiche
rungs
gerichts
H 195/05 vom 1
9.
Oktober 2006, E.
4.2
)
.
Da der Beschwerdefüh
rerin
ausgefallene Therapiestunden nur teilweise entschädigt werden, besteht immer
hin
ein
gewisses Verlustrisiko
,
wenn d
ieses
auch
als beschränkt einzustufen
ist
.
Dass
die
Beschwerdeführerin
insoweit kein Delkredere
- bzw.
Inkassorisiko trägt, als sie
mit der pünktlichen Zahlung durch die Beigeladene rechnen kann,
vermag
hin
gegen
kein
Argument zugunsten
e
ine
r
unselbständig
e
n
Erwerbstä
tigkeit darzu
stellen
.
Denn sie
befindet
sich
dabei in keiner anderen Lage als je
der
Selbstän
dig
erwerbende
, welcher mit der Begleichung seines Honorars durch das öffent
liche Gemeinwesen rechnen kann (vgl. etwa Urteil des damaligen Eid
genössi
sche
n Versicherungsgerichts H 195/05 vom 1
9.
Oktober 2006, E. 5)
.
4.2.2
In Bezug auf das Kriterium des
betriebswirtschaftliche
n
beziehungsweise
arbeits
organisatorische
n
Abhängigkeitsverhältnis
ses
weist
der Umstand, wo
nach
die
Be
schwerdeführerin
ihre Dienste
soweit ersichtlich
regelmässig zur Verfügun
g zu
stellen
und
sie
(
mangels gegenteiliger Hinweise
)
eine Verpflich
tung zur
Behand
lung
der
ihr
zu
g
e
wiesenen Kinder
sowie
zur persönlichen
Auf
gabenerfüllung
hat
, auf unselbständige Erwerbstätigkeit
hin
.
D
ass
die Beschwer
deführerin
– ohne dass darüber hinaus eine Präsenzpflicht bestünde -
die Therapien
in den Räumlichkeiten der Beigeladenen durchführt
,
ist vorlie
gend
hingegen
nicht
als Ausdruck einer arbeit
sorganisatorischen Einbindung und somit als Hinweis für eine unselbständige Erwerbstätigkeit
zu werten
,
er
scheinen
doch die
seitens der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellten
Ausführungen
der Beschwerde
führerin sowie der Beigeladenen
, wonach eine
Begleitung der sich im
Schulin
ter
nat
stationär oder teilstationär aufhaltenden
(vergleichsweise jungen)
Kinder
an eine externe Therapie mit den personellen Ressourcen der
Beigelade
nen nich
t möglich sei
, als nachvollziehbar.
Da
die
Tätigkeit
alsdann
im Nebener
werb
erfolgt
,
ist
auch kein derart ausgeprägtes wirtschaftliches Abhängigkeits
verhältnis vorhanden, dass dies eindeutig für eine unselbständige Erwerbstätig
keit spräche
.
D
emgegenüber
weisen folgende
Umstä
nde in Richtung
einer
selb
ständige
n
Erwerbs
tätigkeit
: so
i
st
gestützt auf die Zusammenarbeitsregelung
nicht ersichtlich
, dass der
Beschwerdeführer
in
mit Bl
ick auf die
Ausübung
ihrer
Tätigkeit die Beachtung weit
(er)gehender Vorschriften obl
iegt
,
insbesondere
ein
-
über die Zwecke der
Admini
s
tration bzw.
Koordination hinausgehende
s
–
Wei
sungsrecht
der Beigeladenen
namentlich
in fachlicher Hinsicht
besteht
. V
iel
mehr
führt
die
Versicherte
(
welche
nach eigenen
unwidersprochen gebliebenen
Angaben
auch ihre S
upervision selbst organisiert
;
Urk. 9/12
)
die
Psychother
a
pie eigenverantwortlich
durch
,
ohne an Weisungen gebunden zu sein
oder gegenüber der Beigeladenen
einer
Rechenschaftspflicht zu unterliegen
.
W
ie sich auch
aus den Angaben auf der
I
nternetseite
der Beigeladenen
ergibt
, ist
die Be
schwerdeführerin
in organisato
rischer Hinsicht
nicht
in das
Fachteam
The
ra
pie
eingebunden
,
sondern wird
als Psychotherapeutin
gesondert
aufgeführt
.
G
emäss
unbestrittenen
Angaben
der Beigeladenen
werden mit
der Versicherten
auch keine Mitarbeitergespräche durchgeführt, wie sie
als Führungs
-
oder
Kontroll
in
strument
, etwa zur Motiva
ti
o
n oder Formulierung von Leistungszielen
,
für eine unselbstä
n
dige Erwerbs
tätigkeit typisch wären.
4.2.3
Nach dem Gesagten
lassen si
ch aufgrund der Zusammenarbeitsr
egelung
M
erk
male
sowohl
unselbständiger wie auch selbständiger Erwerbstätigkeit
feststellen
,
ohne dass das Pendel eindeutig in die eine oder andere Richtung ausschlagen würde
.
4.3
Im Lichte der erwähnten Koordinationsgesichtspunkte (E.
1.3
hievor
) ist
im
vor
li
e
genden Fall
zusätzlich
was folgt
zu berücksichtigen
:
W
ie
aus der
Stellenaus
schreibung
(
Urk.
16/3
)
,
der
Zusammenarbeitsregelung
(E.
3
hievor
)
und
auch
der Vorb
r
ingen
sowohl der Versich
e
rten wie auch der Beigeladenen
(E.
2.
2.
und 2.3
hievor
)
ersichtlich ist
und seitens der Verwaltung nicht in
Frage
gestellt wird
,
führt
die
Beschwerdeführe
r
in
gestützt auf die
Zusammenarbeitsre
gelung
auch
Behandlungen
zulasten der Invalidenversicherung
durch,
in wel
chen Fällen
sich die Rolle der Beigeladenen auf die Zuweisung der Kinder
be
schränkt
.
In diesen
Fällen
werden d
ie von
der Beschwerdeführerin
erbrachten Leistungen
(Thera
pien,
Berichte
) nicht von der Beigeladenen entschädigt
,
son
dern
die Beschwerde
füh
rerin
rechnet
diese
direkt
mit der Invalidenversicherung ab
.
Dabei bestehen mit
Blick auf die
entsprechenden
Vergütungen
keine Hin
weise
darauf, dass
die In
va
lidenversicherung
als Arbeitgeberin
der Beschwer
deführerin
auft
reten würde
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts H 19
5
/05 vom 1
9.
Oktober 2006
E
.
4.3.2).
D
a
her und da
für die Beur
t
eilun
g
des
AHV-
Beitrags
statuts
die tatsächlich
en
wirt
schaftlichen Verhältnisse massgebend sind,
wobei
jeweils
diejenige Arbeits
leis
tung von Bedeutung ist, deren Gegenleistung das dem Versicherten zuge
flossene Entgelt bildet (Urteil des damaligen Eidgenössi
schen
Versicherungs
ge
richts
H 7/03
vom
30.
April 2004
E. 3.2
)
,
vermöchte nun
aber
nicht einzu
leuch
ten
,
wenn man
bei der
vorliegend zu beurteilenden
Tätigkeit
danach
diffe
renzi
eren
würde
, ob die
Beschwerdeführerin
für die
-
im Ü
brigen
nämlichen
-
von ihr erbrachten Leistungen
(
Therapien
und admini
strative Arbeiten
)
von der Beigeladenen
oder der Invalidenversicherung
entschädigt
wird, und je nach
dem die
erzielten Einkünfte AHV-rechtlich unterschiedlich qualifizieren
würde
. Da
her und
da wie erwähnt in Bezug auf die
bei
der Beigeladenen ausg
eübte
Tä
tig
keit Elemente
beider Erwerbsarten
zutage treten,
rechtfertigt es
sich im vorlie
genden
Grenzfall
, mit Blick auf koordinationsrechtliche Gesichtspunkte di
e
frag
liche
Tätigkeit als selbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren.
Demnach ist
die Be
schwerde gutzuheissen
.
5
.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die obsiegende Beschwerdeführerin An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend erscheint e
ine Parteientschädigung von Fr. 1‘600
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Das Gericht
erkennt
:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der
Sozialver
siche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
vom 14. November 2013 aufgehoben
,
und es wird festges
t
ellt, dass die
bei der Beigeladenen
ausgeübte
Tätigkeit der Beschwer
de
führerin
eine selbständige Erwerbstätigkeit
darstellt
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3
.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1‘600
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Beat
Messerli
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Y.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBachmann