# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74fcb8af-2dd2-560a-b680-134c0e912de2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2012 D-6821/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6821-2011_2012-01-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6821/2011

U r t e i l   v om   1 1 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;  
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

Parteien A._______, geboren (…),
Pakistan,  
vertreten durch Matthias Kessler, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 16. November 2011 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  Mohajir  pakistanischer 
Staatsangehörigkeit  und  schiitischen  Glaubens  –  seinen  Heimatstaat 
eigenen Angaben zufolge am 14. Februar 2009 verliess,

dass  er  am  18.  März  oder  19.  März  2009  via  B._______,  C._______, 
D._______, E._______ und ihm unbekannte Länder illegal in die Schweiz 
einreiste, wo er am 23. März 2009 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
(EVZ) F._______ um Asyl nachsuchte,

dass am 1. April 2009 im (…) die Befragung zur Person stattfand und der 
Beschwerdeführer  am  14.  April  2009  im  EVZ  G._______  zu  seinen 
Asylgründen angehört wurde,

dass er zur Begründung seines Asylgesuchs geltend machte, er stamme 
aus H._______ in der Provinz I._______,

dass er  für seine schiitische Religionsgemeinschaft Spenden gesammelt 
und mit DVDs religiösen Inhalts gehandelt habe,

dass  er  deswegen  im  September  2007  verbal  angegriffen  worden  sei, 
wobei  die  Angreifer  von  ihm  verlangt  hätten, mit  den Aktivitäten  für  die 
Schiiten aufzuhören,

dass er diesen Vorfall auf dem Polizeiposten habe anzeigen wollen, doch 
niemand  im  Büro  gewesen  sei,  weshalb  er  sich  nach  Hause  begeben 
habe, ohne Anzeige erstattet zu haben,

dass er im Dezember 2008 in H._______ von vier paschtu­sprechenden, 
unbekannten, bewaffneten Personen entführt worden sei,

dass man  ihn  in eine Wohnung gebracht habe, wo er drei Stunden  lang 
festgehalten worden sei,

dass die Entführer  ihm verschiedene Waffen  in die Hände gedrückt und 
danach in Plastiksäcke verstaut hätten,

dass  sie  dann  eine  Bombe  unter  seinen  Oberschenkel  gelegt  und  ihn 
angewiesen hätten, so vor laufender Kamera ihnen nachzusprechen,

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dass  die  Entführer  ihn  anschliessend mit  dem Auto  an  irgendeinen Ort 
hätten  bringen  wollen,  ihm  jedoch  bei  einer  Tankstelle  die  Flucht 
gelungen sei,

dass sein Vater nach der Entführung eine Vermisstenanzeige eingereicht 
habe,

dass  seine  Freunde  ihm  geraten  hätten,  zur  Polizei  zu  gehen,  er  aber 
Angst gehabt habe, weil seine Fingerabdrücke auf den Waffen gewesen 
seien,

dass  er  vor  diesem  Hintergrund  sein  Heimatland  im  Februar  2009 
verlassen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  keine  Identitätsdokumente  zu  den  Akten 
reichte,

dass  er  als  Beweismittel  diverse  Zeitungsartikel  über  die  allgemeine 
Situation der Schiiten in Pakistan ins Recht legte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  16.  November  2011  –  eröffnet  am
19.  November  2011  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  sein  Asylgesuch  vom  23.  März  2009 
ablehnte  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Probleme  mit  Personen 
unbekannter Gesinnung seien als Übergriffe durch Dritte zu qualifizieren,

dass  es  sich  dabei  weder  um  eine  Verfolgung  staatlicher  noch 
quasistaatlicher Natur handle,

dass  der  pakistanische  Staat  nach  Einschätzung  des  Bundesamtes 
grundsätzlich  schutzwillig  und  schutzfähig  sei,  weshalb  davon 
auszugehen  sei,  Übergriffe  durch  militante  Gruppierungen  oder 
unbekannte Drittpersonen könnten der Polizei gemeldet werden und der 
Staat nehme seine Schutzpflicht im Rahmen des Möglichen wahr,

dass  sich  aus  den Akten  keine Hinweise  darauf  ergäben,  die  staatliche 
Schutzinfrastruktur wäre dem Beschwerdeführer nicht zugänglich und die 
pakistanischen  Behörden  wären  offensichtlich  aus  einem  Grund  nach

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Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht 
willens,  ihm  Schutz  vor  allfälligen  Übergriffen  der  angeführten 
Gruppierung zu gewähren und zu diesem Zweck konkrete und geeignete 
Massnahmen zu treffen,

dass  für  den  Beschwerdeführer  nach  diesen Massstäben  hinreichender 
Schutz durch die heimatlichen Behörden gewährleistet sei,

dass  der  Umstand,  wonach  er  es  unterlassen  habe,  zumindest  eine 
Anzeige einzureichen, um die Täterschaft  zur Verantwortung zu ziehen, 
an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern  vermöge,  da  alleine  der Wille 
und  die  Absicht  einer  Schutz  gewährenden  Behörde  ausschlaggebend 
seien,

dass der Beschwerdeführer der Polizei  immerhin  konkrete Hinweise zur 
Täterschaft  hätte  liefern  können,  seien  ihm  doch  zwei  Namen  der 
Beteiligten  und  die  genaue  Adresse  des  Quartiers  der  Täterschaft  in 
Erinnerung geblieben,

dass er ausserdem ein Alibi gehabt hätte, da sein Vater während seiner 
Abwesenheit bei der Polizei eine Vermisstenanzeige eingereicht habe,

dass  auch  die  eingereichten  Beweismittel  zu  keiner  anderen 
Einschätzung führten, da sie sich auf Umstände beziehen würden, deren 
Glaubhaftigkeit nicht in Zweifel gezogen werde,

dass  bei  offensichtlich  fehlender  Asylrelevanz  darauf  verzichtet  werden 
könne,  auf  allfällige  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers einzugehen,

dass seine Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft 
gemäss  Art.  3  AsylG  nicht  standhielten,  so  dass  das  Asylgesuch 
abzulehnen sei,

dass  das  Bundesamt  den  Vollzug  der  Wegweisung  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Dezember 2011 gegen 
diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und dabei beantragen  liess,  in Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
sei  seine  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen  und  ihm  in  Gutheissung 
seines Asylgesuchs vom 23. März 2009 Asyl zu gewähren,

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dass  eventualiter  der  angefochtene  Entscheid  aufzuheben  und  das 
Verfahren zur materiellen Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  und  unentgeltlichen  Verbeiständung  sowie  um  Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  eine  Dokumentation  verschiedener 
Zeitungsartikel als Beweismittel einreichen liess,

dass es sich dabei insbesondere um Artikel zu Pakistan betreffend einen 
Angriff islamischer Extremisten auf das Hauptquartier der Streitkräfte und 
einen  Anschlag  der  pakistanischen  Taliban  auf  die  Zentrale  des 
Welternährungsprogramms  in  Islamabad  im  Jahr  2009,  Anschläge  auf 
Schiiten in Karatschi im Februar 2010, die Jahrhundertflut im Nordwesten 
Pakistans im Jahr 2010 und die Verschleppung eines Schweizer Paars in 
Pakistan im Juli 2011 handelt,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  4.  Januar  2012  ein 
Schreiben  des  (…)  des  Kantons  J._______  vom  30.  Juni  2010  an  das 
McDonald's  Restaurant,  K._______,  einen  Brief  des  Restaurants  (…), 
L._______,  vom  23.  Juni  2011  an  den  Beschwerdeführer  und  die 
Fürsorgebestätigung des (…) vom 28. Dezember 2011 nachreichen liess,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

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dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 

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sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  in der Rechtsmitteleingabe  im Wesentlichen geltend gemacht wird, 
entgegen den Ausführungen der Vorinstanz seien der pakistanische Staat 
und  insbesondere die Polizeibehörden nicht  in der Lage,  allenfalls  nicht 
gewillt,  die  gegen  schiitische  Glaubensanhänger  wiederholt  ausgeübte 
Gewalt zu stoppen oder die entsprechenden Personen/Personengruppen 
zu schützen,

dass der Beschwerdeführer entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen 
die Polizeibehörden um Hilfe ersucht habe, diese ihm jedoch nicht erteilt 
worden sei,

dass  im  Weiteren  davon  auszugehen  sei,  trotz  seiner  Flucht  oder 
vielleicht  auch  gerade  deshalb  seien  die  mit  seinen  Fingerabdrücken 
übersäten Waffen und Gegenstände sowie die Videobotschaft verwendet 
worden,  um  ihm  Delikte,  insbesondere  terroristischer  Art, 
unberechtigterweise anzulasten,

dass unter diesen Umständen an Schutz durch die Polizeiorgane nicht zu 
denken sei,

dass  Pakistan  über  eine  Infrastruktur  zur  Strafverfolgung  –  sei  dies  die 
Gesetzgebung,  die  Ausgestaltung  des  Polizeiwesens  oder  das  Rechts­ 
und  Justizsystem  –  verfügt,  weshalb  vom  Vorhandensein  eines 
adäquaten  staatlichen  Schutzes  ausgegangen  werden  darf,  der  auch 
dem Beschwerdeführer grundsätzlich zugänglich ist,

dass es  ihm somit zuzumuten  ist, sich bei allfälligen Schwierigkeiten mit 
Drittpersonen an die zuständigen Sicherheitsbehörden zu wenden, selbst 
wenn  ihm  im  Rahmen  seiner  im  Jahr  2007  angeblich  eingereichten 
Anzeige Hilfe verweigert worden sein sollte,

dass  der  Beschwerdeführer  infolgedessen  auch  aus  dem  bei  der 
Befragung  zur  Person  geltend  gemachten  Vorbringen,  er  habe  die 
Entführung  vom  Dezember  2008  aus  Angst  nicht  angezeigt  (vgl. 
Befragungsprotokoll  vom  1.  April  2009,  A1,  S.  7),  nichts  zu  seinen 
Gunsten abzuleiten vermag,

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dass  er  im  Übrigen  –  wie  das  BFM  zu  Recht  feststellte  –  wegen  der 
Vermisstenmeldung  seines  Vaters  über  ein  Alibi  verfügt,  welches  ihm 
nützlich sein würde,

dass er schliesslich selbst angab, persönlich mit staatlichen Stellen keine 
Probleme gehabt zu haben (vgl. A1, S. 6),

dass  angesichts  dieser  Umstände  nicht  einzusehen  ist,  aus  welchem 
Grund ihm in seiner Heimat kein Schutz gewährt werden sollte,

dass  bei  dieser Sachlage  keine Veranlassung besteht,  den Sachverhalt 
erneut abzuklären, weshalb der Eventualantrag, es sei der angefochtene 
Entscheid aufzuheben und das Verfahren zur materiellen Prüfung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen, abgewiesen wird,

dass  der  Beschwerdeführer  nach  dem  Gesagten  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfüllt, weshalb auf eine 
Prüfung  der  Glaubhaftigkeit  seiner  Vorbringen  verzichtet  werden  kann 
und es sich erübrigt,  auf die  in der Beschwerde  im Zusammenhang mit 
der Glaubhaftigkeit gemachten Ausführungen einzugehen,

dass  auch  die  eingereichten  Beweismittel  zu  keiner  veränderten 
Betrachtungsweise  führen  können,  da  sie  allesamt  keinen  konkreten 
Bezug zum Beschwerdeführer erkennen lassen,

dass  das  BFM  zusammenfassend  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 

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Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der 
gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das 
heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Auflage, 
Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG 
nicht  erfüllt,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  im vorliegenden Verfahren keine 
Anwendung findet,

dass  darüber  hinaus  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder 
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 
Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutz  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, 
die dem Beschwerdeführer im Heimatland droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Pakistan noch individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  einer 
Rückkehr schliessen lassen,

dass der Beschwerdeführer  von Geburt  an bis  zur Ausreise  im Februar 
2009  in  H._______  lebte  (vgl.  A1,  S.  1),  weshalb  ihm  seine  Heimat 
bestens vertraut ist,

dass er im Weiteren angab, Textilfotograf zu sein und seit Jahren bis zur 
Ausreise als Händler gearbeitet zu haben (vgl. A1, S. 2),

dass  er  ausserdem  auf  ein  familiäres  Beziehungsnetz  zurückgreifen 
kann, da mehrere seiner Verwandten  (Eltern,  zwei Schwestern und vier 
Brüder) in H._______ leben (vgl. A1, S. 3),

dass  angesichts  der  gesamten  Sachlage  nicht  zu  erwarten  ist,  der 
Beschwerdeführer  geriete  bei  einer  Rückkehr  nach  Pakistan  in  eine 
existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung als 
zumutbar zu bezeichnen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  seinen 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu 
auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  demnach  zu 
bestätigen  ist  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser 
Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

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dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos geworden ist,

dass  in Anbetracht des Umstands, wonach sich die Rechtsbegehren als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
unbesehen der durch die Fürsorgebestätigung vom 28. Dezember 2011 
ausgewiesenen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Verbeiständung 
gemäss  Art.  65  Abs.  2  VwVG mangels  Erfüllung  der  Voraussetzungen 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­6821/2011

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand: