# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 690255c6-d00b-58dc-a9d1-6ddc01a1c950
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.04.2024 A-4873/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4873-2021_2024-04-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4873/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), 

Richter Maurizio Greppi, Richter Alexander Misic,    

Gerichtsschreiber Andreas Kunz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Nachrichtendienst des Bundes NDB,  

Papiermühlestrasse 20, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Datenschutz; Auskunftsgesuch von Daten zum Verein 

«[…]»; Herausgabe von Dokumenten. 

 

 

 

A-4873/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Verein «A._______», (…), bezweckt mitunter, (Beschreibung Vereins-

zweck). Zur Erfüllung ihres Zwecks organisiert A._______ diverse Veran-

staltungen, z. B. Kundgebungen ([…]). Bekannt wurde A._______ für ihre 

«(Veranstaltung X.)». Diese (…) zwischen (…) und (…) anlässlich (Gross-

veranstaltung Z.). (Beschreibung Veranstaltung X.).  

B.  
A._______ gelangte mit Schreiben vom 5. Februar 2020 an den Nachrich-

tendienst des Bundes NDB. Darin verlangte sie Auskunft über sämtliche 

über sie gespeicherten Daten in den Datensystemen des NDB. 

C.  

Mit Antwortschreiben vom 17. Dezember 2020 übermittelte der NDB 

A._______ die Resultate seiner Suchabfrage in einer tabellarischen Über-

sicht. Darin wurden aus 405 Dokumenten jeweils die spezifischen Erwäh-

nungen von A._______ pro Informations- und Speichersystem samt der 

Natur des jeweiligen Dokuments aufgeführt. Am meisten Erwähnungen 

fand A._______ in Lageprodukten (Tageslagen, Wochenlagen oder Lage-

rapporten). Laut dem NDB dienen diese ihm und seinen Partnern als Hilfs-

mittel zur frühzeitigen Erkennung und Verhinderung von Bedrohungen der 

inneren und äusseren Sicherheit, insbesondere in Bezug auf Grossveran-

staltungen. Die A._______ betreffenden Lageprodukte bezogen sich zum 

grössten Teil auf (Veranstaltung X.). Registriert wurden aber auch andere 

Kundgebungen, an denen A._______ teilnahm, wie z. B. (…). Zusätzlich 

waren weitere Informationen zur (…) aus diversen Dokumenten (Berichten, 

E-Mails, Reports, Presseartikeln etc.) in der tabellarischen Übersicht auf-

gelistet. Zum besseren Verständnis legte der NDB dem Schreiben die ers-

ten zehn Dokumente bei. Er wies darauf hin, dass in sämtlichen Beilagen 

als auch in allen Auszügen in den Tabellen Personendaten von Dritten so-

wie Daten, die A._______ nicht betreffen, geschwärzt oder weggelassen 

worden seien. Ferner schob der NDB die Auskunft bezüglich zweier im In-

formationssystem GEVER NDB und teils im IASA NDB abgelegter Doku-

mente (Dokumente Nrn. 30 und 31) aus Geheimhaltungsgründen auf. 

D.  

A._______ forderte vom NDB mit Schreiben vom 29. Januar 2021 unter 

anderem die Zustellung der 405 Dokumente in Kopie sowie Auskunft über 

sämtliche über sie gespeicherte Daten für den Zeitraum vom 6. Februar 

2020 bis Ende Januar 2021.  

A-4873/2021 

Seite 3 

E.  

Der NDB teilte A._______ mit Schreiben vom 11. März 2021 mit, dass kein 

gesetzlicher Anspruch auf Herausgabe von Dokumentenkopien bestehe. 

Den Gesuchstellenden seien nur jene Informationen mitzuteilen, die sie 

beträfen. Eine Dokumentenkopie werde nur zur beispielhaften Veran-

schaulichung zugestellt oder wenn der Inhalt des Dokuments ausnahms-

weise nicht mit einem Auszug aus dem Dokument verständlich wiederge-

geben werden könne. Bezüglich der allfällig bearbeiteten Daten aus dem 

Zeitraum vom 6. Februar 2020 bis Ende Januar 2021 wies der NDB 

A._______ auf die Möglichkeit hin, ein erneutes Auskunftsgesuch zu stel-

len, da sich jenes vom 5. Februar 2020 auf den Zeitraum davor bezog. 

F.  

Infolgedessen stellte A._______ mit Schreiben vom 22. März 2021 ein er-

neutes Auskunftsgesuch über sämtliche über sie seit dem 6. Februar 2020 

gespeicherten Daten. 

G.  

Am 17. Juni 2021 erliess der NDB drei Schreiben. 

G.a  

Im ersten Schreiben informierte er A._______ darüber, dass im Zeitraum 

vom 6. Februar 2020 bis 22. März 2021 26 Dokumente in seinen Informa-

tionssystemen abgelegt worden seien, in denen A._______ Erwähnung 

finde. Die Informationen dazu wurden wiederum tabellarisch aufgelistet. 

Sofern zum besseren Verständnis nötig, legte der NDB die entsprechen-

den Dokumentenkopien in anonymisierter Form dem Schreiben bei. 

G.b  

Im zweiten Schreiben erteilte der NDB Auskunft über die zwei aufgescho-

benen Dokumente Nrn. 30 und 31 (vgl. oben Bst. C) in tabellarischer Form. 

In der Zwischenzeit hatte sich ergeben, dass die Daten über A._______ in 

diesen beiden Dokumenten für den NDB nicht mehr von Interesse waren. 

G.c  

Im dritten, in Verfügungsform gekleideten Schreiben verweigerte der NDB 

die Auskunft über die A._______ betreffenden Daten in einem Dokument 

vom 17. Oktober 2020 und einem Dokument vom 20. Oktober 2020. Der 

NDB begründete die Auskunftsverweigerung mit überwiegenden Drittinte-

ressen. 

A-4873/2021 

Seite 4 

H.  

Gegen die Verfügung des NDB (nachfolgend: Vorinstanz) vom 17. Juni 

2021 erhob A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Schreiben 

vom 14. Juli 2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (Verfahren 

A-3275/2021). Darin verlangte sie Folgendes: 

1. Die Verfügung des NDB vom 17. Juni 2021 sei aufzuheben. 

2. Unser Auskunftsgesuch vom 22. März 2021 beim NDB sei insoweit gutzu-

heissen, als uns auch in die in der angefochtenen Verfügung erwähnten 

Dokumente vom 17. Oktober 2020 sowie vom 20. Oktober 2020 Einsicht 

zu gewähren sei, unter Schwärzung der Angaben zu der darin befragten 

Person und allenfalls weiterer Passagen im Sinne der nachstehenden Be-

schwerdebegründung; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des NDB. 

I.  

Mit Schreiben vom 15. Juli 2021 gelangte die Beschwerdeführerin erneut 

an die Vorinstanz. Sie verlangte die Herausgabe von Kopien von 19 bzw. 

vier Dokumenten aus den Auskunftsgesuchen (recte: Auskunftserteilun-

gen) vom 17. Dezember 2020 bzw. 17.  Juni 2021. Zusätzlich beantragte 

sie die integrale Löschung der Daten, die älter als ein Jahr sind und die 

nicht nachrichtendienstlich nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den 

Nachrichtendienst vom 25. September 2015 (NDG, SR 121) bearbeitet 

werden. Die gelöschten Daten seien ins Bundesarchiv zu überführen. 

J.  

Im Verfahren A-3275/2021 ersuchte die Vorinstanz das Bundesverwal-

tungsgericht mit Vernehmlassung vom 24. August 2021 um Abweisung der 

Beschwerde.  

K.  

Die Beschwerdeführerin hielt im Verfahren A-3275/2021 in ihrer Stellung-

nahme vom 27. September 2021 an ihren Anträgen fest.  

L.  

Am 4. Oktober 2021 lehnte die Vorinstanz sämtliche Begehren der Be-

schwerdeführerin mittels Verfügung ab, die letztere in ihrem Schreiben vom 

15. Juli 2021 gestellt hatte (vgl. oben Bst. I). Gleichzeitig stellte sie fest, 

dass sie der Beschwerdeführerin in ihren Antworten vom 17. Dezember 

2020, 11. März 2021 und 17. Juni 2021 zusammen mit den Ergänzungen 

vom «heutigen» Datum eine Kopie der Daten über die Beschwerdeführerin 

A-4873/2021 

Seite 5 

aus den 19 Dokumenten bzw. vier Dokumenten bereits zugestellt habe. In 

einem separaten Begleitschreiben gleichen Datums machte der NDB wei-

tere Angaben zu den Einträgen Nrn. 44, 113 und 120 sowie zu den Quellen 

der Personendaten in den 23 herausverlangten Dokumenten. Daneben er-

läuterte sie den Zweck der Bearbeitung und die Rechtsgrundlagen.  

M.  

Gegen die Verfügung vom 4. Oktober 2021 erhob die Beschwerdeführerin 

mit Schreiben vom 4. November 2021 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht (Verfahren A-4873/2021). Darin beantragte sie Folgendes: 

1. Die Verfügung des NDB vom 4. Oktober 2021 sei aufzuheben. 

2. Der NDB sei zu verpflichten, uns alle im Gesuch vom 15. Juli 2021 ver-

langten Dokumente in Kopie herauszugeben, die Herkunft der in den ent-

sprechenden Dokumenten enthaltenen Daten offenzulegen und den 

Zweck der Bearbeitung dieser Daten anzugeben, namentlich: 

Kopien von 19 Dokumenten aus dem Auskunftsgesuch vom 17. Dezem-

ber 2020: 

S. 11, Dok 44; S. 14, Dok 69; S.19, Dok 109; S. 19, Dok 111; S. 20, Dok 

113; S. 20, Dok 120; S. 21, Dok 125; S. 29, Dok 205; S. 35, Dok 1; S. 35, 

Dok 2; S. 35, Dok 3; S. 35, Dok 4; S. 36, Dok 7; S. 36, Dok 9; S. 36, Dok 

12; S. 37, Dok 16; S. 37, Dok 21; S. 37, Dok 22; S. 38, Dok 29 

Kopien von 4 Dokumenten aus dem Auskunftsgesuch vom 17. Juni 2021: 

S. 2, Dok 3; S.3,Dok 6; S. 3, Dok 7; S. 3, Dok 8 

3. Der NDB sei zu verpflichten, entsprechend dem Gesuch vom 15. Juli 2021 

folgende Daten integral zu löschen und die gelöschten Daten ins Bun-

desarchiv zu überführen:  

- alle Daten, die älter als 1 Jahr sind; 

- alle Daten, die nicht nachrichtendienstlich nach NDG Art. 6 bearbeitet 

werden; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des NDB. 

N.  

Die Vorinstanz beantragte im Verfahren A-4873/2021 mit Vernehmlassung 

vom 7. April 2022 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutre-

ten sei. 

A-4873/2021 

Seite 6 

O.  

Mit Verfügung vom 14. April 2022 vereinigte die Instruktionsrichterin das 

Verfahren A-4873/2021 mit dem bereits spruchreifen Verfahren 

A-3275/2021 unter der Verfahrensnummer A-4873/2021. 

P.  

Die Beschwerdeführerin äusserte sich mit Replik vom 22. Juni 2022 zur 

vorinstanzlichen Vernehmlassung. 

Q.  

Zur Replik der Beschwerdeführerin nahm die Vorinstanz mit ihrer Duplik 

vom 2. September 2022 Stellung.  

R.  

Ihre Schlussbemerkungen erstatteten die Beschwerdeführerin und die  

Vorinstanz mit Schreiben vom 18. Oktober 2022 bzw. 27. Dezember 2022.  

S.  

Am 26. Januar 2023 liess die Beschwerdeführerin dem Bundesverwal-

tungsgericht eine Stellungnahme zu den vorinstanzlichen Schlussbemer-

kungen zukommen. 

T.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den 

Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gegen die vorinstanzliche Verfügung, die gestützt auf das NDG ergan-

gen ist, kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben wer-

den (vgl. Art. 83 Abs. 1 NDG). Der Ausnahmegrund von Art. 32 Abs. 1 

Bst. a VGG (Verfügung auf dem Gebiet der inneren und äusseren Sicher-

heit des Landes) steht dem nicht entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

[BGer] 1C_377/2019 vom 1. Dezember 2020 E. 1 zum wortgleichen Art. 83 

Bst. a BGG, nicht publiziert in BGE 147 I 280). Demnach ist das Bundes-

verwaltungsgericht für die Beurteilung der Beschwerden zuständig. 

A-4873/2021 

Seite 7 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin beteiligte sich an den vorinstanzlichen Verfah-

ren und ist als Adressatin der angefochtenen Entscheide sowohl formell als 

auch materiell beschwert. Sie ist deshalb zur Beschwerde legitimiert (vgl. 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden 

(Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist somit einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

Im Übrigen muss es sich nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung und 

jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen. Es kann sich auf die für 

den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 

E. 3.1). 

3.  

Im Bereich des Auskunftsrechts verweist das NDG teilweise auf die Best-

immungen des «DSG» (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 4 NDG). Die Verfügungen 

wurden zu einer Zeit erlassen, als das Bundesgesetz über den Daten-

schutz vom 19. Juni 1992 in Kraft stand (nachfolgend: aDSG, SR 235.1). 

Während des Beschwerdeverfahrens ist am 1. September 2023 das Bun-

desgesetz über den Datenschutz vom 25. September 2020 (DSG, 

SR 235.1) in Kraft getreten (vgl. Art. 74 DSG). Es fragt sich, ob im Be-

schwerdeverfahren auf das aDSG oder das DSG abzustellen ist. Grund-

sätzlich sind neue Gesetzesbestimmungen in Rechtsmittelverfahren zu be-

rücksichtigen, wenn sie nach den intertemporalrechtlichen Regeln in der 

Sache anwendbar sind (statt vieler BGE 138 II 137 E. 5.2.2). Die Über-

gangsbestimmung von Art. 70 DSG hält dazu jedoch fest, dass das DSG 

nicht anwendbar auf hängige Beschwerden gegen erstinstanzliche Ent-

scheide ist, die vor seinem Inkrafttreten ergangen sind. Somit ist auf das 

aDSG abzustellen, soweit das NDG auf das «DSG» verweist.  

4.  

Nachfolgend wird zunächst die Beschwerde vom 4. November 2021 gegen 

die Verfügung vom 4. Oktober 2021 behandelt (E. 5 - 13). Die Beurteilung 

A-4873/2021 

Seite 8 

der Beschwerde vom 14. Juli 2021 gegen die Verfügung vom 17. Juni 2021 

erfolgt in der Erwägung 14. 

5.  

Vorab ist die Frage zu klären, ob es sich bei den Informationen zur Be-

schwerdeführerin in den Informationssystemen der Vorinstanz um Perso-

nendaten im Sinne des aDSG handelt. Die Vorinstanz verneint dies. 

5.1 Zur Begründung führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, bei Informa-

tionen, die zur Beschreibung, Einordnung oder Wiedergabe von Sachver-

halten erforderlich, aber von sekundärer Natur seien, handle es sich um 

«Kollateraldaten». Fehlten Kollateraldaten der Personenbezug bzw. wür-

den diese nicht als Personendaten der betreffenden Person genutzt und 

sei solches auch nicht absehbar, stellten diese nicht Personendaten dieser 

Person dar. Diese Meinung werde durch ROSENTHAL in einem Beitrag im 

Jusletter gestützt. In solchen Fällen griffen die Betroffenenrechte (Aus-

kunfts- oder Löschrechte) nicht mehr. Bei den Erwähnungen der Beschwer-

deführerin in ihren Systemen handle es sich um solche Kollateraldaten. 

Während die Beschwerdeführerin als Person nachrichtendienstlich nicht 

von Interesse sei, seien die Erwähnungen nötig, um nachrichtendienstlich 

relevante Ereignisse (öffentliche Anlässe, Medienberichte, etc.) zu be-

schreiben oder einzuordnen. Ansonsten könnte sie ihre Aufgaben nicht er-

füllen. Wenn bspw. von einem Gespräch einer Person an (einer Veranstal-

tung einer juristischen Person) berichtet werde, handle diese Information 

nicht (von der Veranstaltung als juristische Person) (d.h. als betroffene Per-

son), sondern um den (von der juristischen Person) organisierten Anlass. 

Die Information werde nicht als Personendatum genutzt. Mit der Beschwer-

deführerin verhalte es sich gleich. Dies schliesse jedoch nicht aus, dass 

Handlungen anderer Personen im Kontext von Veranstaltungen der Be-

schwerdeführerin von grossem Interesse für sie sein könnten, spezifisch in 

der Verfolgung von politischem Extremismus. Diese Primärdaten seien mit 

den sekundären Kollateraldaten derart verflochten, dass sie nicht getrennt 

werden könnten, ohne dass die Primärdaten jeglichen Nutzen verlören. 

Sachbezogene Kollateraldaten unterlägen deshalb nicht dem Auskunfts-

recht nach Art. 8 aDSG. Ihre (trotzdem) erteilten Auskünfte seien weit über 

das gesetzlich Vorgegebene hinausgegangen. 

5.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet, der Begriff der «reinen Kollateral-

daten» finde sich nicht im Gesetz und werde in der Lehre und Rechtspre-

chung nirgends verwendet. Insbesondere biete die Lehrmeinung von RO-

SENTHAL keine Stütze für die Auffassung der Vorinstanz. Letztere laufe 

A-4873/2021 

Seite 9 

darauf hinaus, dass ihre Daten gar keine personenbezogenen Daten seien, 

was rechtlich nicht haltbar sei. Die von der Vorinstanz vertretene Unter-

scheidung von personenbezogenen Daten und «reinen Kollateraldaten» 

sei in der Praxis nicht handhabbar. Es würde dazu führen, dass den erfass-

ten Personen, je nachdem, wie die bearbeitende Behörde die Datenerfas-

sung darlege und begründe, deren datenschutzrechtlichen Ansprüche ver-

lustig gingen. Die Behörde müsste lediglich vorbringen, dass sie zwar Da-

ten, welche eine Person beträfen, bearbeite, damit aber letztlich einen 

Zweck verfolge, welcher nicht unmittelbar mit dieser Person zu tun habe, 

sondern mit irgendetwas anderem. 

5.3  

5.3.1 Zur Aufgabe des NDB gehört die Informationsbeschaffung und -be-

arbeitung, unter anderem um Bedrohungen der inneren oder äusseren Si-

cherheit frühzeitig zu erkennen und zu verhindern (vgl. Art. 6 Abs. 1 NDG). 

Zu diesem Zweck betreibt er folgende Informationssysteme: IASA NDB, 

IASA-GEX NDB, INDEX NDB, GEVER NDB, ELD, OSINT-Portal, Quattro 

P, ISCO und Restdatenspeicher (vgl. Art. 47 Abs. 1 Bst. a – i NDG). Infor-

mationen dürfen in diesen Systemen erfasst werden, sofern sie den Aufga-

ben nach Art. 6 NDG dienen (vgl. Art. 44 Abs. 3 i.V.m. Art. 45 Abs. 2 NDG). 

Durch deren Erfassung in Wort, Bild oder Ton werden die Informationen zu 

Daten (vgl. Art. 2 Bst. a der Verordnung über die Informations- und Spei-

chersysteme des Nachrichtendienstes des Bundes vom 16. August 2017 

[VIS-NDB, SR 121.2]). Die Vorinstanz ist befugt, Personendaten, ein-

schliesslich Personendaten, welche die Beurteilung des Gefährlichkeits-

grades einer Person erlauben, zu bearbeiten, unabhängig davon, ob es 

sich um besonders schützenswerte Personendaten handelt oder nicht (Art. 

44 Abs. 1 NDG). 

5.3.2 Ist eine Person von einer Datenbearbeitung durch den NDB betrof-

fen, steht ihr ein Auskunftsrecht zu (vgl. Art. 10 Abs. 1 VIS-NDB). Das Aus-

kunftsrecht betreffend die Informationssysteme ELD, OSINT-Portal und 

Quattro P sowie betreffend die administrativen Daten in GEVER NDB rich-

tet sich nach dem DSG (vgl. Art. 63 Abs. 1 NDG). Verlangt eine Person 

Auskunft darüber, ob der NDB Daten über sie in den Informationssystemen 

IASA NDB, IASA-GEX NDB, INDEX NDB, ISCO und Restdatenspeicher 

sowie in den nachrichtendienstlichen Daten von GEVER NDB bearbeitet, 

so schiebt der NDB diese Auskunft bei Vorliegen bestimmter Gründe, ins-

besondere im Falle eines Geheimhaltungsinteresses auf (vgl. Art. 63 

Abs. 2 Bst. a - c NDG). Sobald kein Geheimhaltungsinteresse mehr 

A-4873/2021 

Seite 10 

besteht, spätestens aber nach Ablauf der Aufbewahrungsdauer, erteilt der 

NDB der gesuchstellenden Person ebenfalls nach dem DSG Auskunft, so-

fern dies nicht mit übermässigem Aufwand verbunden ist (Art. 63 Abs. 4 

NDG). 

5.3.3 Das Auskunftsrecht ist in Art. 8 aDSG geregelt. Nach Art. 8 Abs. 1 

aDSG kann jede Person – natürliche wie juristische (vgl. Art. 2 Abs. 1 

aDSG) – vom Inhaber einer Datensammlung Auskunft darüber verlangen, 

ob Daten über sie bearbeitet werden. Als Datensammlung gilt jeder Be-

stand von Personendaten, der so aufgebaut ist, dass die Daten nach be-

troffenen Personen erschliessbar sind (Art. 3 Bst. g aDSG). Entscheidend 

ist, dass die zu einer bestimmten Person gehörenden Daten mit einem ver-

nünftigen Aufwand auffindbar sind (Botschaft zum Bundesgesetz über den 

Datenschutz [DSG] vom 23. März 1988, BBl 1988 II 413, 447 f.; GABOR P. 

BLECHTA, in: Maurer-Lambrou/Blechta [Hrsg.], Datenschutzgesetz – Öf-

fentlichkeitsgesetz, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2014 [nachfolgend: BSK 

aDSG], Rz. 79 zu Art. 3 aDSG). Dazu kann bei einer automatisch geführten 

Datensammlung eine Suchfunktion genügen, z. B. eine Freitextsuche (vgl. 

DAVID ROSENTHAL, in: Rosenthal/Jöhri [Hrsg.], Handkommentar zum Da-

tenschutzgesetz, 2008 [nachfolgend: HK aDSG], Rz. 90 zu Art. 3 aDSG).  

5.3.4 Personendaten sind alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder 

bestimmbare Person beziehen (Art. 3 Bst. a aDSG). Andernfalls stellen sie 

Sachdaten dar. Diese werden vom sachlichen Geltungsbereich des aDSG 

nicht erfasst (BLECHTA, in BSK aDSG, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 3 aDSG). Der 

Begriff des Personendatums ist ausserordentlich weit zu verstehen. Darun-

ter werden alle Informationen, die mit einer natürlichen oder juristischen 

Person in Verbindung gebracht werden können, erfasst (vgl. BEAT RUDIN, 

in: Baeriswyl/Pärli/Blonski [Hrsg.], Datenschutzgesetz [DSG], SHK - 

Stämpflis Handkommentar, 2. Aufl. 2023 [nachfolgend: SHK DSG], Rz. 7 

zu Art. 5 DSG; BLECHTA, in: BSK aDSG, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 3 aDSG). Per-

sonendaten Dritter, die sich im selben Dokument befinden, sind in der Re-

gel keine Personendaten der betroffenen Person, ausser sie beziehen sich 

auf letztere (vgl. RALPH GRAMIGNA, in: Blechta/Vasella [Hrsg.], Daten-

schutzgesetz – Öffentlichkeitsgesetz, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2024, 

Rz. 20 zu 25 DSG). Zu welchem Zweck Angaben bearbeitet werden, spielt 

für deren Qualifikation als Personendaten keine Rolle. Ebenso wenig 

kommt es darauf an, ob der Datenbearbeiter an den betreffenden Informa-

tionen mit Personenbezug überhaupt interessiert ist (vgl. ROSENTHAL, in: 

HK aDSG, a.a.O., Rz. 16 zu Art. 3 DSG).  

A-4873/2021 

Seite 11 

Eine Person ist dann im Sinne von Art. 3 Bst. a aDSG bestimmt, wenn sich 

aus den Informationen selbst ergibt, dass es sich genau um diese Person 

handelt (Urteile BGer 1C_425/2020 vom 28. Februar 2022 E. 3.1 und 

4A_365/2017 vom 26. Februar 2018 E. 5). Unter Angaben ist jede Art von 

Information zu verstehen, die dem «Vermitteln oder Verfügbarhalten von 

Kenntnis dient». Der Begriff ist ausserordentlich weit; die Information muss 

schlicht einen Informationsgehalt haben. Unerheblich ist, ob die Informa-

tion als Tatsachenfeststellung oder als Werturteil daherkommt (RUDIN, SHK 

DSG, a.a.O., Rz. 3 ff. zu Art. 5 DSG). Insofern ist der Inhalt der Information 

unerheblich. Es kommt nicht darauf an, wie stark die Information einen Be-

zug zur Persönlichkeit der betroffenen Person aufweist (ROSENTHAL, in: HK 

aDSG, a.a.O., Rz. 10 zu Art. 3 DSG). 

5.4  

5.4.1 Es ist unbestritten, dass Personendaten in den Informationssyste-

men der Vorinstanz mittels Freitextsuche auffindbar und damit mit einem 

vernünftigen Aufwand erschliessbar sind. Folglich führt die Vorinstanz eine 

Datensammlung im Sinne von Art. 3 Bst. g aDSG (vgl. oben E. 5.3.3). Sie 

unterliegt deshalb der Auskunftspflicht nach Art. 8 Abs. 1 aDSG und der 

Beschwerdeführerin steht das entsprechende Auskunftsrecht zu. 

5.4.2 Aus welchem Zweck die Vorinstanz eine Information über die Be-

schwerdeführerin bearbeitet oder ob diese für sie überhaupt von (näherem) 

Interesse ist, ist für die Qualifikation als Personendatum im Art. 3 Bst. a 

aDSG irrelevant (vgl. oben E. 5.4.2). Damit sind alle Angaben, die sich auf 

die Beschwerdeführerin als auskunftsersuchende Person beziehen oder 

beziehen lassen, Personendaten im Sinne des aDSG und verleihen ihr die 

gesetzlich vorgesehenen Auskunfts- und Löschrechte. Die Lehrmeinung 

von ROSENTHAL ändert daran nichts, zumal diese nur den Umfang der Aus-

kunftserteilung zum Gegenstand hat. In der von der Vorinstanz zitierten 

Stelle, fragt sich ROSENTHAL, wo ein Personendatum aufhört. Er erörtert 

dies anhand eines Beispiels, in welchem eine Person einen Vertrag unter-

schrieben hat und sich nun die Frage stellt, ob der gesamte Vertrag ein 

Personendatum darstellt oder nur ihre Unterschrift. Nach ROSENTHAL ist 

aufgrund der Zweckbestimmung des Auskunftsrechts entscheidend, wie 

die Information genutzt wird. Wird sie nicht als Personendatum der betref-

fenden Person genutzt und besteht auch kein relevantes Risiko, dass dies 

geschehen wird, so wird die Information auch nicht dem Auskunftsrecht 

unterliegen. Mithin hat der CEO, der einen Vertrag seiner Firma unterzeich-

nete, dies in seiner Eigenschaft als CEO getan. Den Vertragstext zu 

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erfahren, ist für die Geltendmachung seiner Datenschutzrechte in der Re-

gel nicht erforderlich (DAVID ROSENTHAL, Das neue Datenschutzgesetz, in: 

Jusletter vom 16. November 2020 [nachfolgend: Jusletter DSG], S. 46 

Rz. 121). Nach der Durchsicht der Einträge ist nicht ersichtlich, inwiefern 

die Auskunftserteilung der Vorinstanz über das gesetzlich geforderte hin-

ausgegangen sein soll. Alle Einträge weisen einen klaren Bezug zur Be-

schwerdeführerin als juristische Person auf und sind dementsprechend 

Personendaten. Im Unterschied zu einem CEO kann bei der Beschwerde-

führerin auch nicht zwischen einer beruflichen Funktion und der aus-

kunftsersuchenden Privatperson unterschieden werden. Jedenfalls ist es 

unerheblich, ob z. B. eine Kundgebung der Beschwerdeführerin für die Vor-

instanz nur ein deskriptiver Umstand für ein nachrichtendienstlich relevan-

tes Ereignis ist und sie die Beschwerdeführerin nicht als Zielperson be-

trachtet. Aus der Sicht der Beschwerdeführerin bleibt die Kundgebung ein 

Personendatum, hat letztere die Veranstaltung doch organisiert. Mithin 

lässt sich letztere ihr als Information zuordnen. Der Vorinstanz kann daher 

nicht gefolgt werden, soweit sie diesen Informationen deren Natur als Per-

sonendaten der Beschwerdeführerin und damit einhergehend letzterer ihre 

Auskunfts- und Löschrechte absprechen möchte. 

6.  

Als erstes ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf 

Herausgabe der 23 von ihr bezeichneten Dokumente in Kopie hat. 

6.1 Die Beschwerdeführerin begründet ihren Anspruch mit dem Wortlaut 

von Art. 8 Abs. 5 aDSG und der gerichtlichen Praxis (BGE 125 II 321 E 3 

und 123 II 534 E. 3c f.; Urteil BGer 4A_506/2014 vom 3. Juli 2014 Bst. b; 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] A-3763/2011 vom 3. Juli 

2012 E. 8.2; Urteil LB130059-O/U des Obergerichts des Kantons Zürich 

vom 28. Februar 2014 E. 2). 

6.2 Die Vorinstanz entgegnet, ein Anspruch auf Herausgabe von Kopien 

von Akten und Dokumenten lasse sich nicht aus Art. 63 Abs. 1 NDG i.V.m. 

Art. 8 Abs. 5 aDSG herleiten. Das Auskunftsrecht beziehe sich – auch ge-

mäss der Lehre – einzig auf Personendaten. Im Übrigen habe der Gesetz-

geber im revidierten DSG jegliche Zweifel darüber ausgeräumt, ob das 

Auskunftsrecht Personendaten oder die Aushändigung von Dokumenten 

betreffe. So sei in Art. 25 Abs. 2 Bst. b DSG präzisiert worden, dass nur ein 

Anspruch auf die Personendaten «als solche» bestehe. Diese Formulie-

rung decke sich mit dem Datenschutzrecht der Europäischen Union (EU), 

mithin mit Art. 15 der Verordnung (EU) 2016/679 vom 27. April 2016 

A-4873/2021 

Seite 13 

(DSGVO). Hätte der Gesetzgeber die Aushändigung ganzer Dokumente 

im DSG verankern und damit von der europäischen Gesetzgebung abwei-

chen wollen, hätte er dies spätestens im revidierten DSG getan. Stattdes-

sen habe er die bisherige Regelung noch klarer ausformuliert und die De-

ckungsgleichheit mit dem Verständnis des Auskunftsrechts im europäi-

schen Recht bestätigt. Überdies gehe die Berufung auf die zitierte Recht-

sprechung fehl. Es sei darin nie im Speziellen um die Frage gegangen, ob 

Dokumente oder bloss die Personendaten darauf als solche auf einem 

Schriftstück herauszugeben seien. Die Herausgabe von Dokumentenko-

pien möge zwar eine in der Praxis verbreitete Art und Weise der Erfüllung 

des Auskunftsanspruchs sein. Sie gehe aber (freiwillig) über die gesetzli-

che Pflicht hinaus. 

6.3 In den angeführten Fällen wurde zwar jeweils die Herausgabe von Ko-

pien von Dokumenten oder Akten unter Berufung auf das aDSG verlangt. 

Die Gerichte mussten sich dabei jedoch nicht mit der Frage auseinander-

setzen, ob Art. 8 Abs. 5 aDSG überhaupt einen rechtlichen Anspruch auf 

Herausgabe von solchen Unterlagen gewährt. Diese Frage bildete in kei-

nem Urteil Streitpunkt, auch nicht in einem kürzlich ergangenen des Bun-

desverwaltungsgerichts, in welchem ein Anspruch auf Einsicht in zwei Do-

kumente anerkannt wurde (vgl. Urteil BVGer A-4725/2020 vom 1. Februar 

2023 E. 8.3.3). Bezeichnenderweise ist sie in der Lehre umstritten (ableh-

nend: STENGEL/STÄUBLE, in: Bieri/Powell [Hrsg.], DSG, Orell Füssli Kom-

mentar, 2023 [nachfolgend: DSG OFK], Rz. 15 zu Art. 25 DSG, DANIEL VA-

SELLA, EuGH, C-307/22: Generalanwalt – Auskunftsrecht auch zur Pro-

zessvorbereitung, dafür Kopien von Dokumenten nur ausnahmsweise, 

Blogeintrag vom 21. April 2023 [zur Rechtslage in der Schweiz], abrufbar 

unter: https://datenrecht.ch/eugh-c-307-22-generalanwalt-auskunftsrecht-

auch-zur-prozessvorbereitung-dafuer-kopien-von-dokumenten-nur-ausna 

hmsweise/ [zuletzt abgerufen am 21.03.2023]; ROSENTHAL, Jusletter DSG, 

a.a.O., S. 46 Rz. 120; MICHAEL WIDMER, in: Passadelis/Rosenthal/Thür 

[Hrsg.], Datenschutzrecht, 2015 [nachfolgend DSG 2015], S. 154 f. 

Rz. 5.24); zustimmend: CHRISTIAN PETER, DSGVO und E-DSG fordern 

Schweizer Spitäler, Praxen, Heime und Spitex, in: Jusletter vom 26. Feb-

ruar 2018, S. 24 Rz. 145; SETHE/SEILER, Dokumentation und Rechen-

schaft im geplanten FIDLEG, in: Law & Economics, Festschrift für Peter 

Nobel zum 70. Geburtstag, 2015, S. 446; OLIVER GNEHM, Das datenschutz-

rechtliche Auskunftsrecht, Nukleus zur prozeduralen Durchsetzung des da-

tenschutzrechtlichen Persönlichkeitsschutzes, in: Epiney/Nüesch [Hrsg.], 

Durchsetzung der Rechte der Betroffenen im Bereich des Datenschutzes, 

2015, S. 94; EPINEY/FASNACHT, in: Belser/Epiney/Waldmann [Hrsg.], 

A-4873/2021 

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Datenschutzrecht, 2011 [nachfolgend: Datenschutzrecht 2011], S. 623 

Rz. 35). Deren Beantwortung ist mittels Auslegung von Art. 8 Abs. 5 aDSG 

zu klären. 

6.4  

6.4.1 Das Gesetz ist in erster Linie aus sich selbst heraus auszulegen, d.h. 

nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrundeliegenden Wer-

tungen auf der Basis einer teleologischen Verständnismethode. Die Geset-

zesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon 

der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten ver-

standene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Ent-

scheidung im normativen Gefüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Er-

gebnis der ratio legis (statt vieler BGE 149 V 21 E. 4.3). 

6.4.2 Die grammatikalische Auslegung stellt auf Wortlaut, Wortsinn und 

Sprachgebrauch ab, wobei die Formulierungen in den Amtssprachen 

Deutsch, Französisch und Italienisch gleichwertig sind (BVGE 2016/9 

E. 7). Unter Sprachgebrauch ist in der Regel der allgemeine Sprachge-

brauch zu verstehen (Urteil BVGer A-7000/2016 vom 1. November 2017 

E. 5.3 m.H.). 

Art. 8 Abs. 5 aDSG lautet wie folgt: 

«Die Auskunft ist in der Regel schriftlich, in Form eines Ausdrucks oder 

einer Fotokopie sowie kostenlos zu erteilen. Der Bundesrat regelt die Aus-

nahmen.» 

Die französisch- und italienischsprachigen Fassungen stimmen im Wort-

laut mit der deutschsprachigen überein («Les renseignements sont, en 

règle générale, fournis gratuitement et par écrit, sous forme d’imprimé ou 

de photocopie. Le Conseil fédéral règle les exceptions»; «L’informazione è 

di regola gratuita e scritta, sotto forma di stampato o di fotocopia. Il Con-

siglio federale disciplina le eccezioni». Vorliegend interessiert die Wendung 

«Auskunft in der Form einer Fotokopie». Unter Auskunft wird eine «auf eine 

Frage hin gegebene Information» oder «aufklärende Mitteilung über je-

manden oder etwas» verstanden (vgl. DUDEN, Deutsches Universalwörter-

buch, 10. Aufl. 2023, S. 232). Eine Fotokopie ist «eine fotografisch herge-

stellte Kopie eines Schriftstücks, einer Druckseite oder eines Bildes» oder 

eine «Ablichtung» (vgl. DUDEN, a.a.O., S. 648). Nach dem allgemeinen 

Sprachgebrauch dürfte bei einer Fotokopie an eine mittels Fotokopierer 

vervielfältigte Dokumentenseite gedacht werden. Im Gegensatz dazu 

A-4873/2021 

Seite 15 

bezieht sich die in der Bestimmung genannte Fotokopie nicht auf ein 

Schriftstück oder eine Druckseite, sondern explizit nur auf die Auskunft als 

solche. Eine Auskunft kann in einem ganzen Dokument, aber auch nur in 

einzelnen Abschnitten, Sätzen oder Wörtern enthalten sein. Insofern wäre 

nur die betreffende Information zu fotokopieren; eine Fotokopie des ge-

samten Dokuments mitsamt anderweitigen Informationen ginge über den 

Wortlaut hinaus. Vor diesem Hintergrund ist eine Diskrepanz zwischen der 

Bedeutung der Fotokopie im allgemeinen Sprachgebrauch und dem im 

Vergleich dazu auf die «Auskunft» beschränkten Wortlaut von Art. 8 Abs. 5 

aDSG offenkundig. Die Norm liefert keine klare grammatikalische Antwort 

auf die aufgeworfene Frage. Klar scheint mit dem Begriff «Fotokopie» nur, 

dass die Auskunft originalgetreu sein muss. 

6.4.3 Bei der systematischen Auslegung wird der Sinn einer Rechtsnorm 

bestimmt durch ihr Verhältnis zu anderen Rechtsnormen und ihre Stellung 

im Gefüge der Rechtsordnung. Massgebliches Element ist damit der sys-

tematische Aufbau eines Erlasses. Weiter kann das Verhältnis einer Norm 

zu Vorschriften in einem anderen Erlass berücksichtigt werden (Urteil 

BVGer A-2997/2020 vom 18. Juli 2022 E. 3.5.3). 

Art. 8 aDSG befindet sich im 2. Abschnitt über die allgemeinen Daten-

schutzbestimmungen und ist mit «Auskunftsrecht» betitelt. Dabei nimmt 

Abs. 5 offensichtlich Bezug auf die ersten beiden Absätze. Nach Art. 8 

Abs. 1 aDSG kann jede Person vom Inhaber einer Datensammlung Aus-

kunft darüber verlangen, ob Daten über sie bearbeitet werden. Diese Norm 

statuiert das Auskunftsrecht in allgemeiner Weise (vgl. PÄRLI/FLÜCK, SHK 

DSG, a.a.O., Rz. 3 zum inhaltlich weitgehend gleichen Art. 25 DSG). In 

Art. 8 Abs. 2 aDSG wird definiert, was der betroffenen Person mitgeteilt 

werden muss. Dies sind alle über sie in der Datensammlung vorhandenen 

Daten einschliesslich der verfügbaren Angaben über die Herkunft der Da-

ten (Art. 8 Abs. 2 Bst. a aDSG) sowie den Zweck und gegebenenfalls die 

Rechtsgrundlagen des Bearbeitens sowie die Kategorien der bearbeiten-

den Personendaten, der an der Sammlung Beteiligten und der Datenemp-

fänger (Bst. b). Nachdem die Regelung des Umfangs des Auskunftsan-

spruchs bereits in Art. 8 Abs. 2 aDSG abgedeckt wird, muss sich Art. 8 

Abs. 5 aDSG konsequenterweise auf die praktische Modalität der Aus-

kunftserteilung beziehen (vgl. in diesem Sinne WIDMER, DSG 2015, a.a.O., 

S. 154 f. Rz. 5.24). Aus systematischen Gründen bezieht sich somit das 

Auskunftsrecht sowie das Recht auf eine Fotokopie in erster Linie nur «auf 

die vorhandenen Daten» der auskunftsersuchenden Person. Weitere Infor-

mationen, die sich neben den eigentlichen Personendaten in einem 

A-4873/2021 

Seite 16 

Dokument befinden, werden nicht vom Auskunftsrecht umfasst. Demzu-

folge besteht auch keine Verpflichtung, diese ebenfalls zu kopieren. Es ist 

denn auch technisch ohne weiteres möglich, eine Fotokopie nur von jenen 

Stellen, die die ersuchten Personendaten enthalten, zu erstellen, indem 

der Rest des Dokuments vor dem Fotokopiervorgang abgedeckt oder weg-

geschnitten, und der verbleibende Abschnitt allenfalls noch geschwärzt 

wird, falls sich darin noch weitere Daten befinden sollten, die sich nicht auf 

die Person beziehen. Dem gleichgestellt wäre eine originalgetreue Ab-

schrift der Personendaten. Anhaltspunkte, wonach stets das gesamte Do-

kument, in welchem sich die Personendaten befinden, kopiert und heraus-

gegeben werden müsste, ergeben sich aus der Systematik des aDSG da-

mit keine. In diesem Zusammenhang ist noch auf Art. 6 Abs. 2 des Bun-

desgesetzes über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung vom 17. De-

zember 2004 (BGÖ, SR 152.3) zu verweisen, der die Modalitäten des Aus-

kunftsrechts betreffend amtliche Dokumente regelt. Darin wird klar statu-

iert, dass Kopien von Dokumenten angefordert werden können. Hätte der 

Gesetzgeber dies auch in Bezug auf das Auskunftsrecht nach Art. 8 aDSG 

gewollt, wäre die Wahl vergleichbaren Formulierung naheliegend gewe-

sen. 

6.4.4 Die historische Auslegung stellt auf den Sinn und Zweck ab, den man 

einer Norm zur Zeit ihrer Entstehung gab (BVGE 2015/32 E. 3.4). 

Die bundesrätliche Botschaft zum aDSG äussert sich nicht zur Frage, auf 

was sich die Fotokopie bezieht. Immerhin hält sie fest, dass es unter ge-

wissen Umständen angezeigt sein kann, dem Betroffenen Einsicht in ein 

ganzes Dossier zu geben (vgl. BBl 1988 II 413, 454). Dies würde zwar auf 

eine Fotokopie sämtlicher, sich darin befindenden Dokumente hinauslau-

fen. Aus der bundesrätlichen Botschaft kann indes nicht abgeleitet werden, 

dass darauf ein grundsätzlicher Anspruch bestehen könnte. Vielmehr han-

delt es sich um eine Modalität, die der konkrete Einzelfall allenfalls erfor-

dert, um den Einsichtsrechten der auskunftsersuchenden Person gerecht 

zu werden. Die Parlamentsdebatten tragen zur Beantwortung der zu klä-

renden Frage nichts bei (vgl. AB 1991 N III 956; AB 1991 S V 1021).  

6.4.5 Die teleologische Auslegung stellt auf die Zweckvorstellung ab, die 

mit einer Rechtsnorm verbunden ist (sogenannte ratio legis; statt vieler Ur-

teil A-2997/2020 E. 3.5.6). 

Das Auskunftsrecht nach Art. 8 aDSG dient der Durchsetzung des Persön-

lichkeitsschutzes. Es ermöglicht der betroffenen Person, die über sie in 

A-4873/2021 

Seite 17 

einer Datensammlung eines Dritten bearbeiteten Daten zu kontrollieren, 

mit dem Ziel, die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Grundsätze, wie 

Beschaffung der Daten mit rechtmässigen Mitteln und nicht in gegen Treu 

und Glauben verstossender Weise oder Gewährleistung der Richtigkeit der 

Daten und der Verhältnismässigkeit ihrer Bearbeitung, in der Rechtswirk-

lichkeit zu überprüfen und durchzusetzen (BGE 144 I 126 E. 8.3.7 und 138 

III 425 E. 5.3; Urteil BGer 4A_277/2020 vom 18. November 2020 E. 5.2). 

Über das Auskunftsrecht soll eine betroffene Person in gewissen Grenzen 

feststellen können, ob und welche Personendaten über sie in welcher 

Weise bearbeitet werden (ROSENTHAL, in: HK aDSG, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 8 

aDSG). Zweck von Art. 8 Abs. 5 aDSG ist somit, die auskunftsersuchende 

Person in die Lage zu versetzen, diese Beurteilung vornehmen zu können. 

Insofern müssen aus teleologischer Sicht nur jene Daten aus einem be-

stimmten Dokument fotokopiert werden, die dies sicherstellen. Im äussers-

ten Fall kann dies auf die Herausgabe einer Dokumentenkopie herauslau-

fen, wie es bereits der Bundesrat angedeutet hat. Ein genereller Anspruch 

darauf ergibt sich aus dem Gesetzeszweck aber nicht. 

6.4.6 Eine Gesetzesrevision kann bei der Auslegung einer Norm des frühe-

ren Rechts im Sinne einer Vorwirkung berücksichtigt werden, jedoch nur 

dann, wenn das System nicht grundsätzlich geändert wird, sondern ledig-

lich eine Konkretisierung des Rechtszustands angestrebt oder eine 

Rechtslücke gefüllt wird (Urteil BGer 4A_84/2021 vom 2. Februar 2022 

E. 5.2.1 mit Verweise auf BGE 141 II 297 E. 5.3.3 und 125 III 401 E. 2a). 

Nach dem geltenden Recht erhält die betroffene Person diejenigen Infor-

mationen, die erforderlich sind, damit sie ihre Rechte nach diesem Gesetz 

geltend machen kann und eine transparente Datenbearbeitung gewährleis-

tet ist (Art. 25 Abs. 2 Satz 1 DSG). In jedem Fall werden die bearbeiteten 

Personendaten als solche mitgeteilt (vgl. Art. 25 Abs. 2 Satz 2 Bst. b DSG). 

Der Zusatz «als solche» wurde vom Parlament hinzugefügt (vgl. AB 2019 

N 1817 f; AB 2020 S 293), nachdem der Bundesrat lediglich die Formulie-

rung «die bearbeiteten Personendaten» vorgeschlagen hatte (vgl. Bot-

schaft zum Bundesgesetz über die Totalrevision des Bundesgesetzes über 

den Datenschutz und die Änderung weiterer Erlasse zum Datenschutz vom 

15. September 2017, BBl 2017 6941, 7067). Dadurch sollte präzisierend 

klargestellt werden, dass damit die Personendaten und nicht sämtliche Do-

kumente, die solche Daten enthalten können, gemeint sind (vgl. Votum Ro-

mano, AB 2020 N 145; Votum Cottier, AB 2020 N 149). Hintergrund dieser 

Präzisierung war der Umstand, dass viele Schweizer Gerichte – ein-

schliesslich das Bundesgericht – die an sich schon bisher geltende 

A-4873/2021 

Seite 18 

Regelung missachtet haben und freizügig Rechtsbegehren stattgaben, 

welche die Edition von Unterlagen (z. B. E-Mails, Verträgen, Berichten etc.) 

verlangten und nicht nur die Personendaten als solche (also z. B. gewisse 

in den E-Mails und Berichten enthaltenen Aussagen über eine Person; RO-

SENTHAL, Jusletter DSG, a.a.O., S. 46 Rz. 120; STENGEL/STÄUBLE, in: DSG 

OFK, a.a.O., Rz. 16 zu Art. 25 DSG; PÄRLI/FLÜCK, in: SHK DSG, a.a.O., 

Rz. 21 zu Art. 25 DSG). 

Die neue Formulierung, wonach «die bearbeiteten Personendaten als sol-

che» mitzuteilen sind, erscheint nicht als ein Systemwechsel, sondern als 

eine Präzisierung bzw. Klarstellung der bisherigen Rechtslage. Dement-

sprechend kann das geltende Recht in die Auslegung von Art. 8 Abs. 5 

aDSG miteinbezogen werden. Danach hat die betroffene Person grund-

sätzlich keinen Anspruch darauf, dass ihr eine Fotokopie des gesamten 

Dokuments, in welcher sich ihre Personendaten befinden, herausgegeben 

wird (vgl. dazu auch STENGEL/STÄUBLE, in: DSG OFK, a.a.O., Rz. 15 zu 

Art. 25 DSG; HUSI-STÄMPFLI/MORAND/SURY, Datenschutzrecht, litera B, 

2023, S. 255 RZ. 494; BÜHLMANN/LAGLER, Informationspflichten und Aus-

kunftsrecht nach dem neuen Datenschutzrecht, Schweizerische Zeitschrift 

für Wirtschafts- und Finanzmarktrecht [SZW] 2021, S. 16, 21; ROSENTHAL, 

Jusletter DSG, a.a.O., S. 46 Rz. 120).  

6.4.7 Der Vollständigkeit halber ist auf Art. 15 DSGVO und die Rechtspre-

chung dazu einzugehen. Zwar ist Art. 15 DSGVO zur Auslegung von Art. 8 

Abs. 5 aDSG nicht relevant, da ersterer dem Gesetzgeber nicht als Vorbild 

diente (vgl. BGE 133 III 180 E. 3.5 und 129 III 335 E. 6; Urteil BGer 

2C_92/2019 vom 31. Januar 2020 E. 5.3.2). Dies war erst beim geltenden 

DSG der Fall (vgl. STENGEL/STÄUBLE, in: DSG OFK, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 25 

DSG). Nachdem jedoch Art. 15 DSGVO einen vergleichbaren Wortlaut auf-

weist und zu dessen Tragweite bereits Gerichtsurteile vorliegen, rechtfer-

tigt sich ein rechtsvergleichender Blick darauf. 

Nach der DSGVO hat die betroffene Person das Recht, von dem Verant-

wortlichen eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob sie betreffende per-

sonenbezogene Daten verarbeitet werden; ist dies der Fall, so hat sie unter 

anderem ein Recht auf Auskunft über diese personenbezogenen Daten 

(vgl. Art. 15 Abs. 1 DSGVO). Der Verantwortliche stellt eine Kopie der per-

sonenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, zur Verfü-

gung (Art. 15 Abs. 3 Satz 1 DSGVO). Sowohl in der Lehre als auch in der 

Gerichts- und Behördenpraxis bestand keine Einigkeit darüber, ob der be-

troffenen Person eine Kopie der Dokumente, welche die Personendaten 

A-4873/2021 

Seite 19 

enthalten, zuzustellen, oder ob eine Aushändigung der Personendaten in 

aufbereiteter Form ausreichend ist. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) 

beantwortete kürzlich diese Frage mit Urteil C-487/21 vom 4. Mai 2023 

(vgl. zur Übersicht STENGEL/STÄUBLE, in: DSG OFK, a.a.O., Rz. 17 zu 

Art. 25 DSG). Im Vorlageverfahren hatte sich das österreichische Bundes-

verwaltungsgericht an den EuGH gewandt. Dabei warf es unter anderem 

die Frage auf, ob Art. 15 Abs. 3 Satz 1 DSGVO lediglich die Form festlegt, 

in der das Recht auf Auskunft über die in Art. 15 Abs. 1 DSGVO genannten 

Informationen zu gewährleisten ist, oder ob die erstgenannte Bestimmung 

ein eigenständiges Recht der betroffenen Person auf Zugang zu Informati-

onen über den Kontext, in dem die Daten dieser Person verarbeitet wer-

den, in Form einer Kopie von Auszügen aus Dokumenten oder gar von 

ganzen Dokumenten oder von Auszügen aus Datenbanken, die u. a. diese 

Daten enthalten, begründet (vgl. Urteil C-487/21 E. 15). Der EuGH kam 

zum Schluss, dass das Recht, vom für die Verarbeitung Verantwortlichen 

eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbei-

tung sind, zu erhalten, bedeute, dass der betroffenen Person eine original-

getreue und verständliche Reproduktion aller dieser Daten ausgefolgt 

werde. Nur wenn es zur Ermöglichung der wirksamen Ausübung der in der 

DSGVO verliehenen Rechte unerlässlich sei, sei der betroffenen Person 

eine Kopie von Auszügen aus Dokumenten oder ganzen Dokumenten aus-

zuhändigen (vgl. Urteil C-487/21 E. 45). Insbesondere wenn die Kontextu-

alisierung der verarbeiteten Daten erforderlich sei, um die Verständlichkeit 

der bereitgestellten Informationen zu gewährleisten, könne ein solches 

Vorgehen angezeigt sein (vgl. Urteil C-487/21 E. 41).  

6.4.8 Zusammengefasst ergibt sich weder in grammatikalischer noch sys-

tematischer, historischer, teleologischer oder geltungszeitlicher Hinsicht 

ein grundsätzlicher Anspruch einer auskunftsersuchenden Person auf Fo-

tokopien jener Dokumente, in welchen sich deren Daten befinden. Der An-

spruch bezieht sich auch nach dem aDSG prinzipiell nur auf die Personen-

daten als solche. Nachdem jedoch letztere so mitzuteilen sind, dass sie 

verständlich sind (vgl. ROSENTHAL, in: HK aDSG, a.a.O., Rz. 16 zu Art. 8 

aDSG; GRAMIGNA/MAURER-LAMBROU, in: BSK aDSG, a.a.O., Rz. 27 zu 

Art. 8 aDSG), kann es – aus teleologischen Gesichtspunkten, mit Blick auf 

die Andeutung in der bundesrätlichen Botschaft sowie analog zur überzeu-

genden Rechtsprechung des EuGH – im Einzelfall erforderlich sein, zur 

Kontextualisierung der Datenbearbeitung der auskunftsersuchenden Per-

son eine Fotokopie des Dokuments auszuhändigen (vgl. dazu STEN-

GEL/STÄUBLE, in: DSG OFK, a.a.O., Rz. 18 zu Art. 25 DSG). 

A-4873/2021 

Seite 20 

6.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Antrag der Beschwerdeführerin 

auf Herausgabe von Kopien der 23 Dokumente grundsätzlich als unbe-

gründet. Dem Antrag wäre nur stattzugeben, wenn die erteilten Auskünfte 

ohne eine Kopie der entsprechenden Dokumente nicht verständlich wären. 

Die Beschwerdeführerin legt indes nicht im Einzelnen dar, inwiefern dies 

bei den 23 Auskünften zutrifft. Nach deren Durchsicht ergibt sich für das 

Bundesverwaltungsgericht jedenfalls nicht, weshalb es zur Prüfung, ob die 

datenschutzrechtliche Grundsätze eingehalten sind, jeweils zwingend der 

Einsicht in die ganzen Dokumente bedürfen würde. Einerseits wird der er-

weiterte Kontext mit der detaillierten Umschreibung der Dokumentenart je-

weils angegeben (Lageberichte, Lagekarte, Lagebeurteilungen, Informati-

onen zur (Grossveranstaltung Z.), Dokumente zu […]extremismus, Konfe-

renznotizen, Berichte zu einem spezifischen Thema, Screenshots einer 

Website, Protokolle, Konzepte, Internetrecherchen etc.). Andererseits lässt 

sich aus diesen Einträgen sehr wohl beurteilen, ob die Daten mit rechtmäs-

sigen Mitteln beschafft wurden (vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 – 4 NDG), ob diese 

im Sinne von Art. 5 Abs. 5 und 6 NDG überhaupt bearbeitet werden dürfen 

(vgl. dazu unten E. 11), ob diese richtig sind, ob deren Bearbeitung verhält-

nismässig ist (vgl. oben E. 6.4.5) und ob sie aus zeitlicher Sicht überhaupt 

noch bearbeitet werden dürfen (vgl. unten E. 10.3.1). Zwar ergibt sich aus 

den Tabellen vereinzelt die Herkunft der Daten (vgl. unten E. 8) sowie der 

genauere Verarbeitungszweck (vgl. unten E. 9) nicht. Ausserdem ist zur 

Beurteilung der Rechtmässigkeit der Datenbearbeitung der Aufgabenbe-

zug gemäss Art. 6 NDG jeweils nicht klar (vgl. unten E.10). Um dies beur-

teilen zu können, dürften jedoch weitere Erläuterungen durch die Vor-

instanz ausreichend sein. Nur falls dem nicht so wäre, müsste die Vor-

instanz die Dokumente in Kopie herausgeben. Dies wird jedoch zunächst 

die Vorinstanz erneut beurteilen müssen. Jedenfalls kann zum jetzigen 

Zeitpunkt dem Gesuch der Beschwerdeführerin auf Herausgabe der 23 Ko-

pien nicht entsprochen werden. 

7.  

Die Beschwerdeführerin ist weiter der Ansicht, die 23 Dokumente seien in 

Kopie herauszugeben, weil die tabellarische Auskunft dem Vollständig-

keitsgebot widerspreche. 

7.1 Hierzu macht die Beschwerdeführerin geltend, die Auskunftserteilung 

müsse wahr und vollständig sein. Beweispflichtig sei dafür im Streitfall der 

Inhaber der Datensammlung. Die tabellarische Auskunft sei nicht tauglich, 

die Vollständigkeit der Auskunft zu belegen. Dies könne die Vorinstanz in 

Bezug auf ein einzelnes Dokument nur tun, wenn ihr eine Kopie des 

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Seite 21 

Dokuments zugestellt werde. Bei einer (ungeschwärzten) Kopie sei ohne 

Weiteres ersichtlich, ob es sich um den vollständigen Text handle oder ob 

ein Teil des Textes abgedeckt worden sei. Einen abgedeckten Teil habe die 

Vorinstanz zu begründen. Nur so werde transparent und nachvollziehbar, 

inwieweit in Bezug auf ein bestimmtes Dokument Auskunft gegeben wor-

den sei. Dass eine Auskunft in tabellarischer Form den Beleg für eine voll-

ständige Auskunftserteilung nicht erbringen könne, habe sich im konkreten 

Fall gezeigt. Die Vorinstanz habe sich in einigen Einträgen nicht auf die 

Auskunft in Tabellenform beschränkt, sondern zusätzlich Kopien der ent-

sprechenden Dokumente angefertigt und ihr zugeschickt. In denen sei ein 

Teil der Informationen abgedeckt gewesen. Einerseits habe die Vorinstanz 

damit selber gezeigt, dass die ursprünglich erteilte Auskunft unvollständig 

gewesen sei. Andererseits habe sie feststellen müssen, dass in den Kopien 

teilweise wesentliche Informationen enthalten seien, die sich aus der Aus-

kunft in Tabellenform nicht erschlössen. So sei ihr ein Eintrag offengelegt 

worden zur Teilnahme am (…): «[…]» (OSINT-INFO [Internetmonitoring] 

vom 31. März 2019 [recte: 21. März 2019]). Erst aus der Dokumentenkopie 

sei ersichtlich, dass diese Info den Titel «Internetmonitoring […]extremis-

mus» trage. Die Information, dass sie im Kontext von […]extremismus er-

wähnt werde, sei für sie sehr wesentlich. Auch weitere Dokumente, die ihr 

in Form von teilweise abgedeckten Kopien offengelegt worden seien, gä-

ben ihr zusätzliche wesentliche Informationen, insbesondere zum Kontext. 

Als Beispiel sei etwa der Lagebericht vom 16. Januar 2008 genannt (Aus-

kunft vom 17. Dezember 2020, Dokument Nr. 3 in der Tabelle der Lagepro-

dukte in GEVER NDB). Nur aus der Kopie ergebe sich der Verfasser des 

Dokuments (Strategischer Nachrichtendienst SND) und dass zur Zeile, in 

welcher sie Erwähnung finde, ein Eintrag in der Spalte «Bedrohung» ge-

höre. Dieser sei jedoch abgedeckt worden. Ein weiteres Beispiel sei die 

Tageslage vom 15. Januar 2010 (Auskunft vom 17. Dezember 2020, Do-

kument Nr. 8 in der Tabelle der Lageprodukte in GEVER NDB). Darin 

werde erwähnt, dass sie am (Grossveranstaltung Z.)-Eröffnungstag (…) 

würde. An anderer Stelle würden Ausführungen zur Lage in Bezug auf Ter-

rorismus und Extremismus gemacht. Überdies gehörten zu dieser Tages-

lage zwei Medienberichte, in denen sie Erwähnung finde, was aus dem 

Tabelleneintrag nicht deutlich werde. Ebenso sei der Tageslage vom 

18. Januar 2010 ein ganzer Medienbericht angehängt (Auskunft vom 

17. Dezember 2020, Dokument Nr. 9 in der Tabelle der Lageprodukte in 

GEVER NDB), was aus dem Tabelleneintrag nicht deutlich werde. Alsdann 

sei auf die «Hintergrundnotiz» des DAP zum (Internationale Veranstaltung) 

in (ausländische Stadt) vom (…) ([…]; Auskunft vom 17. Dezember 2020, 

Dokument Nr. 8 in der Tabelle in Diverse Dokumente) hinzuweisen. Diese 

A-4873/2021 

Seite 22 

offenbare, nebst den offengelegten Passagen, in denen sie genannt werde, 

wie umfassend sich der DAP mit (ausländische Veranstaltung) befasst 

habe und dass dabei auch Massnahmen in (Land der betreffenden Stadt) 

beleuchtet würden, was ohne Austausch von Daten mit ausländischen 

Diensten nicht möglich gewesen wäre. Die Beispiele zeigten, dass die ta-

bellarische Auskunft nicht geeignet sei, ihr vollständige Auskunft zu ertei-

len, dass die Tabellen nicht alle wesentlichen Informationen enthielten, ins-

besondere, was den Kontext betreffe, indem sie genannt würden, dass das 

Ausmass der Weglassung bzw. Schwärzungen von Informationen aus Ta-

bellen nicht klar werde und sie sich nicht darauf verlassen könne, mit der 

tabellarischen Auskunft alle sie betreffenden Daten erhalten zu haben.  

Ohnehin seien als ihre personenbezogenen Daten der ganze Text zu be-

trachten, in welchem sie erwähnt werde. Es sei nicht bloss offen zu legen, 

dass sie namentlich Erwähnung finde, sondern wie und in welchem Kon-

text; all dies zusammen stelle die massgeblichen personenbezogenen Da-

ten dar. Die vollständige Auskunft umfasse somit notwendigerweise den 

gesamten Text und bedinge damit, dass dieser im kompletten Wortlaut of-

fengelegt werde. Nur soweit in einem Dokument auch Daten enthalten 

seien, die keinerlei Bezug zu ihr hätten, könne deren Offenlegung gänzlich 

unterbleiben.  

7.2 Die Vorinstanz entgegnet, die Auflistungen und die aufgeführten Abfra-

gen in den Daten- und Informationssystemen bewiesen die Vollständigkeit 

der Auskunft. Allein schon die Angaben zur Trefferanzahl in den unter-

schiedlichen Systemen gäben über das «ob» im Sinne von Art. 8 Abs. 1 

aDSG vollständig Auskunft. Eine unzulässige Manipulation der Abfragen 

werde von der Beschwerdeführerin zurecht nicht behauptet. Weiter sei die 

tabellarische Darstellung dienlich, die nötigen Informationen zu liefern. Ei-

nen Informationsgewinn würden grösstenteils geschwärzte Dokumente 

nicht bringen. 

7.3  

7.3.1 Die Auskunft nach Art. 8 Abs. 2 aDSG hat vollständig und wahr zu 

sein (Urteil BGer 1C_59/2015 vom 17. September 2015 E. 3.2). Der Ge-

genstand des Auskunftsrechts muss in dem Umfang mitgeteilt werden, als 

das Begehren nicht ausdrücklich eingeschränkt gestellt wurde (Urteil 

BVGer A-8457/2010 vom 14. Juni 2011 E. 1.3.4.1). Ob die Auskunft voll-

ständig ist, lässt sich nur anhand des konkreten Gesuchs und der Um-

stände des Einzelfalls ermitteln (EPINEY/FASNACHT, Datenschutzrecht 

A-4873/2021 

Seite 23 

2011, a.a.O., S. 624 Rz. 36). Für die vollständige und wahre Auskunftser-

teilung ist der Inhaber einer Datensammlung im Streitfall beweispflichtig. 

Auch wenn negative Tatsachen, namentlich das Nichtvorhandensein zu-

sätzlicher, nicht bereits ausgehändigter Informationen bewiesen werden 

müssen, ändert sich grundsätzlich nichts an der Beweislast. Da es aber 

naturgemäss einfacher ist, das Vorhandensein von Tatsachen zu beweisen 

als deren Nichtvorhandensein, ist die Schwelle der rechtsgenüglichen Be-

weiserhebung vernünftig anzusetzen. Wo der beweisbelasteten Partei der 

regelmässig äusserst schwierige Beweis des Nichtvorhandenseins einer 

Tatsache obliegt, ist die Gegenpartei nach Treu und Glauben gehalten, ih-

rerseits verstärkt bei der Beweisführung mitzuwirken, namentlich indem sie 

einen Gegenbeweis erbringt oder zumindest konkrete Anhaltspunkte für 

das Vorhandensein weiterer Daten aufzeigt. Die blosse Behauptung, eine 

erteilte Auskunft sei unvollständig, vermag für sich allein keine Grundlage 

dafür zu bieten, dass dies tatsächlich so ist (BGE 147 III 139 E. 3.1.2; Urteil 

1C_59/2015 vom E. 3.2; Urteil BVGer A-6931/2018 vom 20. September 

2019 E. 2.2).  

7.3.2 In der Regel besteht kein Anspruch auf Erhalt von Kopien von Origi-

naldokumenten (vgl. oben E. 6.5). Infolgedessen hat die Auskunft in einer 

von den Dokumenten unabhängigen Form – etwa mittels einer Liste oder 

Tabelle – zu erfolgen. Die Auskunftserteilung muss allerdings der Verständ-

lichkeit halber übersichtlich sein (vgl. oben E. 6.4.8). Zudem ist bei einer 

Auflistung von Personendaten sicherzustellen, dass diese weder wegge-

lassen noch (versehentlich) verändert werden, damit die Auskunft vollstän-

dig und korrekt erteilt wird (vgl. STENGEL/STÄUBLE, in: DSG OFK, a.a.O., 

Rz. 18 zu Art. 25 DSG). Die Frage, welche Informationen bei der Auskunft 

in Form einer separaten Liste oder Tabelle anzugeben sind, muss im Ein-

zelfall beantwortet werden. Infolge der Zweckbestimmung des Auskunfts-

rechts ist darauf abzustellen, ob die betroffene Person auf die fragliche In-

formation angewiesen ist, um ihre Datenschutzrechte geltend zu machen. 

Wird diese Frage verneint, unterliegt die Information nicht dem Auskunfts-

recht (vgl. STENGEL/STÄUBLE, in: DSG OFK, a.a.O., Rz. 19 zu Art. 25 DSG). 

7.3.3 Angaben müssen sich auf eine Person beziehen oder beziehen las-

sen, um als Personendaten zu gelten (vgl. oben E. 5.3.4). Ein solcher Be-

zug liegt nur dann vor, wenn es sich um Angaben über eine Person handelt. 

Der Bezug kann sich einerseits aus der Natur der Information selbst erge-

ben, wie z. B. Daten in einer Personalakte oder Äusserungen von einer 

Person. Andererseits kann ein Personenbezug vorliegen, wenn die Anga-

ben an sich nicht personenbezogene Informationen zum Inhalt haben 

A-4873/2021 

Seite 24 

(Angaben über Sachen, Ereignisse, Vorgänge), aber aufgrund ihres Kon-

texts oder aufgrund von Zusatzinformationen direkt oder indirekt eine Aus-

sage auch über eine oder mehrere Personen erlauben. Dabei muss der 

Personenbezug stets von inhaltlicher Natur sein. Werden z. B. in einem 

Bericht über die Angelegenheit einer Person in einem Exkurs weitere, ge-

nerelle Ausführungen zu einem bestimmten Thema gemacht, so handelt 

es sich hierbei nicht um Angaben über diese Person. Der Umstand, dass 

diese Informationen in einem Bericht über diese Person enthalten sind, 

stellt lediglich einen Personenbezug formaler Art her. Mithin macht die phy-

sische Nähe zu Personendaten allein Angaben zu Sachen oder Ereignis-

sen nicht zu Personendaten. Nur falls Sachangaben Rückschlüsse auf die 

betroffene Person zulassen, ist ein Personenbezug zu bejahen (vgl. zum 

Ganzen ROSENTHAL, in: HK aDSG, a.a.O., Rz. 13 ff. zu Art. 3 aDSG; BEL-

SER/NOUREDDINE, Datenschutzrecht 2011, a.a.O., S. 422 Rz. 38; BLECHTA, 

in: BSK aDSG, a.a.O., Rz. 7f. zu Art. 3 aDSG). 

7.4 Vor diesem Hintergrund ist Folgendes klarzustellen. 

7.4.1 Die Beschwerdeführerin hatte von der Vorinstanz Auskunft über 

sämtliche über sie bis am bis 22. März 2021 registrierte Daten verlangt. 

Letztere teilte ihr mit, es seien Daten über sie in insgesamt 431 Dokumen-

ten vorhanden. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass noch 

weitere Dokumente vorhanden sein müssten, auf welche sie nicht hinge-

wiesen wurde. Es ist daher von der Vollständigkeit der angegebenen Do-

kumente auszugehen. 

7.4.2 Ferner behauptet die Beschwerdeführerin, ihr seien ohnehin der ge-

samte Text der Dokumente offenzulegen. Gleichzeitig anerkennt sie, dass 

dies für jene Daten unterbleiben könne, die keinerlei Bezug zu ihr aufwie-

sen (vgl. oben E. 7.1). Damit ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass 

sich in den erwähnten Dokumenten weitere Personendaten von ihr befin-

den müssen, die ihr noch nicht mitgeteilt wurden. Zwar ist die Vorinstanz 

diesbezüglich beweispflichtig, jedoch nur insoweit, als die Beschwerdefüh-

rerin dafür einen Gegenbeweis oder konkrete Anhaltspunkte erbringt (vgl. 

oben E. 7.3.1). 

7.4.3 In diesem Zusammenhang ist generell zu fragen, ob die Vorinstanz 

ein erkennbares Interesse daran haben könnte, der Beschwerdeführerin 

weitere Personendaten vorzuenthalten (vgl. Urteil 1C_59/2015 E. 3.3). Als 

Behörde ist die Vorinstanz in ihrem Handeln an das Recht gebunden (vgl. 

Art. 5 Abs. 1 BV). Eine Auskunft nicht zu erteilen, ist nur im Falle eines 

A-4873/2021 

Seite 25 

Aufschubs nach Art. 63 Abs. 3 NDG zulässig. Ein solcher Fall liegt unbe-

strittenermassen nicht (mehr) vor (vgl. oben Bst. G.b). Im Übrigen hat die 

Vorinstanz mehrmals betont, dass die Beschwerdeführerin für sie nicht von 

nachrichtendienstlichem Interesse bzw. nicht als «Objekt» oder umgangs-

sprachlich als «Fiche» in den Informationssystemen verzeichnet sei. Als 

Objekt gilt die Zusammenstellung von Daten zu einer natürlichen oder ju-

ristischen Person, einer Sache oder einem Ereignis in den Informations-

systemen des NDB (Art. 2 Bst. b VIS-NDB). Solche werden nur im IASA 

NDB (vgl. Art. 17 VIS-NDB) und im IASA-GEX NDB (vgl. Art. 23 VIS-NDB) 

gespeichert. Zwar existieren in diesen beiden Systemen insgesamt 123 

Dokumente, in denen sich Personendaten der Beschwerdeführerin befin-

den. In den allermeisten Fällen wird die Beschwerdeführerin aber im Rah-

men von Tages- und Wochenlagen als Veranstalterin der (Veranstaltung 

X.) an der (Grossveranstaltung Z.) samt den damit zusammenhängenden 

Informationen (Ort, Datum, […], Äusserungen von ihr) genannt. Daneben 

existieren weitere Hinweise in Tages- und Wochenlagen auf Veranstaltun-

gen, die die Beschwerdeführerin durchführte. Ausserdem sind vereinzelt 

ausländische Presseartikel vorhanden, in denen die Beschwerdeführerin 

erwähnt wird, etwa im Zusammenhang mit einem (…) oder mit Vorgängen 

in (…) Staaten. Jedenfalls lässt sich feststellen, dass es sich nicht um eine 

strukturelle Zusammenstellung von Daten zur Beschwerdeführerin im 

Sinne einer klassischen Fiche handelt, bezüglich der allenfalls ein Geheim-

haltungsinteresse bestehen könnte. Vielmehr ist der sinngemässe Hinweis 

der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin von ihr nicht aktiv über-

wacht wird bzw. deren Daten für sie lediglich nebensächliche «Kollateral-

daten» darstellten, glaubhaft. Ein generelles Interesse auf Seiten der Vor-

instanz, das sie dazu bewegen könnte, nur eine unvollständige Auskunft 

zu erteilen, ist nicht erkennbar. 

7.4.4 Alsdann hat eine auskunftsersuchende Person keinen grundsätzli-

chen Anspruch darauf, in einem Dokument enthaltene Kontextinformatio-

nen zu erhalten, wenn diese für die Verständlichkeit der Auskunft nicht not-

wendig sind (vgl. oben E. 6.4.8). Soweit die Beschwerdeführerin geltend 

macht, die tabellarische Auskunft sei generell unvollständig, weil jeweils die 

aus den angehängten Beilagen zusätzlich ersichtlichen Kontextinformatio-

nen fehlten, ist ihr deshalb nicht zu folgen. Sie muss darlegen, weshalb sie 

weitere Kontextinformationen, die sich nicht aus einer weitergehenden Be-

gründung, sondern nur aus dem Dokument selbst ergeben kann, zwingend 

benötigt (vgl. oben E. 6.5), was sie jedoch unterlässt.  

A-4873/2021 

Seite 26 

7.4.5 Was sodann die angeführten Beilagen anbelangt, die die generelle 

Unvollständigkeit der tabellarischen Auskunft belegen sollen, kann Folgen-

des gesagt werden. 

7.4.5.1 OSINT INFO (…) (GEVER NDB, diverse Dokumente): 

 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Umstand, dass auf der Beilage 

Nr. 21 nicht nur, wie in der Tabelle, der Begriff «Internetmonitoring», son-

dern «Internetmonitoring […]extremismus» gestanden sei, beweise die Un-

vollständigkeit der tabellarischen Auskünfte. Zwar wird die Beschwerdefüh-

rerin, wie die nachfolgenden Einträge zeigen (alle unter GEVER NDB, di-

verse Dokumente), durchaus im Zusammenhang mit «[…]extremismus» 

erwähnt.  

2 (…) Bericht «Vorfälle im Be-
reich des (…)extremis-
mus im Jahr (…)»  

(…) 
In (…), nahe dem Austragungsort (Veranstal-
tung X.), wurde am (…). […] gefunden.  

 

3 (…) Ereignisliste ([…]) NDB,  
Ereignisse mit Bezug 
(…)extremismus 

Kanton: (…) Datum: (…) 
Ort: (…) 
(…) bei (…) durch rund (…) von […] und 
(A._______) mit (…) und (…). (…) während 
rund (…) Stunden gesperrt. Verkehrsumleitung 
durch (…) nötig. 
Bezug zu: (Grossveranstaltung Z.) 
Täter: (…) 
Bezug zur Globalisierung: (…) 
(…)extremismus: (…) 

 

21 (…) OSINT-INFO (…) […] (…)extremismus: […]  
(Veranstaltung X.) 
(…) (Veranstaltung X.). 

 

Insofern ist es denkbar, dass die Vorinstanz mit «(…)extremismus» Bezug 

auf die Beschwerdeführerin nimmt und der Begriff deshalb aus deren Sicht 

ein Personendatum der Beschwerdeführerin darstellt. Naheliegender ist je-

doch, dass die weiteren, die Beschwerdeführerin nicht betreffenden Infor-

mationen im Dokument einen Bezug zum gewalttätigen Extremismus im 

Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. a Ziff. 5 NDG aufweisen und der Begriff 

«(…)extremismus» in diesem Kontext zu verstehen ist. Insbesondere, 

nachdem die Beschwerdeführerin mit Blick auf ihren Zweck und ihren Tä-

tigkeiten keinen Bezug zum (…)extremismus aufweist (vgl. oben Bst. A). 

Jedenfalls geht es fehl, aus diesem einzelnen Beispiel die generelle Un-

vollständigkeit der Tabellenauskunft belegen zu wollen. Die weiteren Bei-

spiele legen denn auch offen, dass die Beschwerdeführerin mehrere Male 

und für diese erkennbar im Zusammenhang mit «(…)extremismus» 

26 (…) OSINT INFO (…) (Inter-
netmonitoring) 

(…)  21 

A-4873/2021 

Seite 27 

erwähnt wird. Die Nichtnennung dieses Begriffs im angeführten Beispiel 

dürfte daher ein Versehen sein, zumal dieser in der Beilage Nr. 21 ebenfalls 

kenntlich gemacht und nicht etwa geschwärzt wurde. 

7.4.5.2 Lagebericht einer anderen Behörde vom (…) (GEVER NDB): 

3 (…) Lagebericht einer ande-
ren Behörde vom Mitt-
woch, (…) 

Im unmittelbaren Vorfeld und während (Gross-
veranstaltung Z.) sind im Wesentlichen die fol-
genden Veranstaltungen geplant: […] (Veran-
staltung X.), Datum (…).  
Eskalations- und Gefährdungspotential: gering  

3 

Soweit die Beschwerdeführerin als Beweis für die Unvollständigkeit der ta-

bellarischen Auskunft geltend macht, erst in der Beilage Nr. 3 werde die 

Herkunft der Information – der SND – ersichtlich, kann ihr ebenfalls nicht 

beigepflichtet werden. Mit dem Hinweis auf die «andere Behörde» legte die 

Vorinstanz offen, dass Angaben über die Herkunft der Daten vorhanden 

sind. Nur wenn sie dies verschwiegen hätte, wäre die Auskunft unvollstän-

dig gewesen. Dies ist von der Frage zu trennen, ob die Herkunftsangabe 

«andere Behörde» genügt, damit die Beschwerdeführerin ihre Rechte ge-

genüber diesen Quellen geltend machen kann (vgl. dazu unten E. 8). Im 

Übrigen kann aus dem Umstand, dass in der Beilage Nr. 21 eine ge-

schwärzte, mit «Bedrohung» betitelte Spalte vorhanden ist, nicht darauf 

geschlossen werden, dass es sich dabei um Personendaten der Beschwer-

deführerin handelt. Zum einen erscheint dies aufgrund ihrer Person und 

ihrer Tätigkeiten von vorneherein als abwegig. Zum anderen behaftet sie 

die Vorinstanz in ihren Beschwerdeschriften ja selber darauf, dass sie für 

diese nicht von Interesse sei und dementsprechend keine Bedrohung dar-

stelle (vgl. unten E. 10.1). Dem zum Trotz bei der geschwärzten Stelle Per-

sonendaten von ihr zu vermuten, erscheint widersprüchlich. 

7.4.5.3 Tageslage NDB vom (…) (GEVER NDB): 

8 (…) Tageslage NDB Freitag, 
(…), erwähnt in Medien-
produkten / ddp / ATS 

- […] (…): (Grossveranstaltung Z.)-Eröffnungs-
tag vom (…) / (…) (Veranstaltung X.) (…) 

- (…) 

- (Grossveranstaltung Z.) (…) 

8 

Auch in diesem Zusammenhang ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die Aus-

führungen in der Beilage zur Lage in Bezug auf Terrorismus und Extremis-

mus auf die Beschwerdeführerin als Person beziehen würden. Es dürfte 

nur ein formaler Bezug zu diesen bestehen, der nicht der Auskunft unter-

steht (vgl. oben E. 7.3.3). Zudem wird in der Tabelle erwähnt, dass die 

A-4873/2021 

Seite 28 

Informationen aus Medienprodukten von der ddp (Deutscher Depeschen-

dienst) und der ATS (Keystone-ATS) stammen. Inwiefern die Auskunft vor 

diesem Hintergrund unvollständig sein soll, erhellt sich nicht.  

7.4.5.4 Tageslage vom (…) (GEVER NDB): 

9 (…) Tageslage Montag, 
(…), erwähnt in Medien-
produkt / ddp  

(…) 9 

Das soeben Gesagte gilt auch für diese Auskunft. Entgegen der Beschwer-

deführerin wird deutlich auf einen Artikel der ddp hingewiesen. 

7.4.5.5 Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin 

mit dem Hinweis auf die Hintergrundnotiz des DAB die Unvollständigkeit 

der Tabellenauskunft belegen möchte, wird doch die Auskunft in diesem 

Beispiel direkt in der Beilage Nr. 14 erteilt: 

8 (…) Bericht DAP (Vorgän-
gerorganisation des 
NDB) (internationale 
Veranstaltung im Aus-
land)  

Siehe Beilage 14 

7.4.5.6 Im Ergebnis sind die angeführten Beispiele der Beschwerdeführe-

rin nicht geeignet, konkrete Anhaltspunkte für eine generell unvollständige 

Auskunftserteilung zu erbringen. 

7.4.6 Bezüglich der Vollständigkeit der die 23 Dokumente betreffenden Ta-

bellenauskünfte (Auskunftserteilung vom 17. Dezember 2020: S. 11, 

Dok 44; S. 14, Dok 69; S.19, Dok 109; S. 19, Dok 111; S. 20, Dok 113; 

S. 20, Dok 120; S. 21, Dok 125; S. 29, Dok 205; S. 35, Dok 1; S. 35, Dok 

2; S. 35, Dok 3; S. 35, Dok 4; S. 36, Dok 7; S. 36, Dok 9; S. 36, Dok 12; 

S. 37, Dok 16; S. 37, Dok 21; S. 37, Dok 22; S. 38, Dok 29; Auskunftsertei-

lung vom 17. Juni 2021: S. 2, Dok 3; S.3,Dok 6; S. 3, Dok 7; S. 3, Dok 8) 

legt die Beschwerdeführerin bei keiner Auskunft dar, inwiefern noch weitere 

Personendaten von ihr vorhanden sein müssten. Nach Durchsicht der ein-

zelnen Einträge ist auch für das Bundesverwaltungsgericht nicht ersicht-

lich, inwiefern darin weitere Personendaten der Beschwerdeführerin vor-

handen sein müssten. 

7.5 Zusammengefasst bestehen keine Anhaltspunkte für eine unvollstän-

dige Auskunft bezüglich den 23 herausverlangten Dokumente. Auch vor 

diesem Hintergrund können keine Kopien davon der Beschwerdeführerin 

herausgegeben werden.  

A-4873/2021 

Seite 29 

8.  

Weiter ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Herkunft der Personendaten der 

Beschwerdeführerin genügend offenlegte. 

8.1 Dazu führt die Beschwerdeführerin aus, die Vorinstanz sei ihrer Pflicht, 

die verfügbaren Daten über die Herkunft ihrer Personendaten offenzule-

gen, höchstens in Ansätzen nachgekommen. Auch das Begleitschreiben 

vom 4. Oktober 2021 (vgl. oben Bst. L) schaffe keine Klarheit. Einerseits 

äussere sich die Vorinstanz darin nur zu einem Teil der Dokumente. Ande-

rerseits sei der dort angebrachte Verweis auf die Vorinstanz als Quelle tau-

tologisch. Dieser sage nichts zur eigentlichen Quelle der Information aus. 

Die dazu angebrachten Verweise auf das Schreiben vom 17. Dezember 

2020 und die weiteren Hinweise im Schreiben vom 4. Oktober 2021 reich-

ten als Auskunft über die Herkunft der Daten nicht aus. Daraus ergebe sich 

die effektive Quelle nicht. Namentlich sei es nicht ausreichend, «eine an-

dere Behörde» als Quelle anzugeben.  

8.2 Die Vorinstanz entgegnet, ihre bisher gemachten Angaben zur Herkunft 

der Daten genügten den gesetzlichen Anforderungen.  

8.3  

8.3.1 Der Inhaber der Datensammlung muss der betroffenen Person die 

verfügbaren Angaben über die Herkunft der Daten mitteilen (vgl. Art. 8 

Abs. 2 Bst. a aDSG). Die betroffene Person kann ein legitimes Interesse 

daran haben, die Herkunft der Daten zu kennen, z. B. um auf die Daten-

quellen zurückzugreifen oder die Korrektur von Fehlern zu veranlassen 

(BGE 147 III 139 E. 3.2; Botschaft vom 19. Februar 2003 zur Änderung des 

Bundesgesetzes über den Datenschutz [DSG], BBl 2003 2101, 2134 f. Ziff. 

2.7). In diesem Sinne müssen die vorhandenen Angaben über die Herkunft 

der Daten (inkl. Identität) mitgeteilt werden, soweit dies für den Antragsstel-

ler nötig ist, um seine Rechte auch gegenüber diesen Quellen geltend zu 

machen (ROSENTHAL, in: HK aDSG, a.a.O., Rz. 13 zu Art. 8 Abs. 2 aDSG).  

8.3.2 Die Vorinstanz darf Daten nur von gesetzlich definierten Quellen be-

schaffen. In Frage kommen öffentliche wie auch nicht öffentliche Informa-

tionsquellen (vgl. Art. 5 Abs. 1 NDG). Öffentliche Informationsquellen sind 

namentlich öffentlich zugängliche Medien (Art. 13 Bst. a NDG), öffentlich 

zugängliche Register von Behörden des Bundes und der Kantone (Bst. b), 

von Privaten öffentlich zugänglich gemachte Personendaten (Bst. c) sowie 

in der Öffentlichkeit vorgetragene Äusserungen (Bst. d). Weiter kann der 

A-4873/2021 

Seite 30 

NDB selber an öffentlich und allgemein zugänglichen Orten Vorgänge und 

Einrichtungen beobachten und in Bild und Ton festhalten (Art. 14 Abs. 1 

NDG). Alsdann kann der NDB Informationen von menschlichen Quellen 

beziehen (vgl. Art. 15 Abs. 1 NDG). Informationen in der Form von Aus-

künften und Meldungen können von Behörden des Bundes und der Kan-

tone, von Organisationen, denen der Bund oder die Kantone die Erfüllung 

öffentlicher Aufgaben übertragen hat (vgl. Art. 19 und 20 NDG), von Dritten 

(Art. 23 NDG) sowie von Privaten, die einer bestimmten Tätigkeit nachge-

hen (vgl. Art. 25 NDG), stammen. Ferner kann die Vorinstanz Informatio-

nen selber mittels genehmigungspflichtigen Beschaffungsmassnahmen 

sammeln (vgl. Art. 26 NDG) oder durch in- oder ausländische Amtsstellen 

beschaffen lassen (vgl. Art. 34 Abs. 1 NDG). Die Vorinstanz kann aber 

auch selber Quelle einer Information sein, indem sie Personendaten bear-

beitet (vgl. Art. 44 Abs. 1 NDG) und damit neue Informationen bzw. Perso-

nendaten generiert. 

8.3.3 Der Inhaber der Datensammlung kann die Auskunft verweigern, ein-

schränken oder aufschieben, soweit ein Gesetz im formellen Sinn dies vor-

sieht (Art. 9 Abs. 1 Bst. a aDSG), oder es wegen überwiegender Interessen 

Dritter erforderlich ist (Bst. b). Ein Bundesorgan kann zudem die Auskunft 

verweigern, einschränken oder aufschieben, soweit es wegen überwiegen-

der öffentlicher Interessen, insbesondere der inneren oder äusseren Si-

cherheit der Eidgenossenschaft, erforderlich ist (Art. 9 Abs. 2 Bst. a aDSG) 

oder die Auskunft den Zweck einer Strafuntersuchung oder eines andern 

Untersuchungsverfahrens in Frage stellt (Bst. b). Sobald der Grund für die 

Verweigerung, Einschränkung oder Aufschiebung einer Auskunft wegfällt, 

muss das Bundesorgan die Auskunft erteilen, ausser dies ist unmöglich 

oder nur mit unverhältnismässigem Aufwand möglich (Art. 9 Abs. 3 aDSG). 

8.4  

8.4.1 In den Tabellen in den Schreiben vom 17. Dezember 2020 und 

17. Juni 2021 findet sich jeweils eine mit «Dokument/Quelle/Erklärung» be-

titelte Spalte. Darin wird die Herkunft der Daten genannt. Im Schreiben vom 

17. Dezember 2020 wies die Vorinstanz die Beschwerdeführerin erklärend 

darauf hin, dass es sich um von ihr erstellte Dokumente handle, falls in den 

Tabellen keine Quellen angegeben seien. Im Begleitschreiben vom 4. Ok-

tober 2021 listete die Vorinstanz nochmals einzeln jede Quelle der 23 Do-

kumenten auf, deren Herausgabe die Beschwerdeführerin verlangte. Es 

präzisierte, dass mit «NDB» dessen Vorgängerorganisationen (DAP und 

SND) mitgemeint seien.  

A-4873/2021 

Seite 31 

8.4.2 Folgende Dokumente und damit Daten wurden infolge expliziter oder 

fehlender Nennung der Quelle von der Vorinstanz selber erstellt. Die Her-

kunftsangaben sind aufgrund der Natur der Dokumente glaubhaft: 

Auskunftserteilung vom 17. Dezember 2020:  

S. 11, Dok 44 (Lagebericht); S. 14, Dok 69 (Lagekarte); S. 19, Dok 111 

(Präsentation PPP mit Lagebeurteilung [Grossveranstaltung Z.]); S. 20, 

Dok 113 (Tabelle NDB); S. 20, Dok 120 (Situation du Jour Mardi) S. 29, 

Dok 205; (Tageslage Mittwoch); S. 35, Dok 1 (Liste von […]); S. 35, Dok 2 

(Bericht «Vorfälle im Bereich des […]extremismus im Jahr […]»); S. 35, 

Dok 3 (Ereignisliste […] NDB, Ereignisse mit Bezug […]extremismus); 

S. 35, Dok 4 (Bericht zur Lage vom […] des Strategischen Nachrichten-

dienstes SND zuhanden […]); S. 36, Dok 7 (DAP; Konferenz vom […], Bei-

trag Schweiz); S. 36, Dok 9 (Bericht innere Sicherheit der Schweiz); S. 37, 

Dok 16 (Skript zum Lageradar Kerngruppe Sicherheit vom […]); S. 37, Dok 

21 (OSINT-INFO […]); S. 37, Dok 22 (Screenshot im gleichen Zusammen-

hang wie hiervor [OSINT-INFO]), S. 38 Dok 29 (Protokoll eines bilateralen 

Treffens des NDB mit einer externen Privatperson vom […]). 

Auskunftsgesuch vom 17. Juni 2021:  

S. 3, Dok 7 (OSINT-Recherche des NDB zu einer Person, die sich für eine 

Stelle beworben hat, bei der sie hochsensible Daten bearbeiten muss); 

S. 3, Dok 8 (OSINT Info, […] Recherche OSINT sur les sociétes). 

Vor diesem Hintergrund erhellt nicht, inwiefern die Herkunftsangaben be-

züglich den von der Vorinstanz selbst generierten Daten nicht ausreichend 

sein sollten. Insbesondere ist nicht ersichtlich, an welche sonstigen Perso-

nen die Beschwerdeführerin gelangen sollte, um allfällige Fehler zu berich-

tigen (vgl. oben E. 8.3.1), wenn nicht an die Vorinstanz als Urheberin dieser 

Dokumente. Letztere hat in Bezug auf die soeben genannten Dokumente 

ihrer Auskunftspflicht bezüglich deren Herkunft Genüge getan. 

8.4.3 Weiter werden in folgenden Dokumenten eindeutig Nachrichtenagen-

turen als Datenquellen genannt. Die Vorinstanz ist diesbezüglich ihrer Aus-

kunftspflicht nachgekommen. 

Auskunftsgesuch vom 17. Dezember 2020:  

S. 29, Dok 205 (SDA, Der Bund); S. 36, Dok 12 (AP [Associated Press]). 

A-4873/2021 

Seite 32 

8.4.4 Alsdann wurde bezüglich den Auskünften «S. 2, Dok 3» und «S. 3, 

Dok 6» der «Führungsstab Polizei» als Datenquelle erwähnt. Dabei han-

delt es sich um die Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (vgl. 

Bericht des Bundesrates «Die Sicherheitspolitik der Schweiz» vom 24. Au-

gust 2016, BBl 2016 7763, 7876). Die Konferenz der kantonalen Polizei-

kommandanten ist ein Verein (vgl. https://www.kkpks.ch/ > Organisation > 

KKPKS, zuletzt abgerufen am 22.03.2024). Die Beschwerdeführerin weiss 

somit, an wen sie sich wenden muss. Die Auskunftspflicht wurde durch die 

Vorinstanz erfüllt. 

8.4.5 Einzig bezüglich den Auskünften «S.19, Dok 109» und «S. 21, Dok 

125» liegt mit «eine andere Behörde» keine präzise Herkunftsangabe vor. 

Die Vorinstanz legte in ihrem Begleitschreiben vom 4. Oktober 2021 zwar 

dar, dass als «andere Behörden» z. B. (…) oder (…) in Betracht kämen. 

Diese hätten ebenfalls eine Rolle bei der Organisation (Grossveranstaltung 

Z.) gespielt. Mit dieser Information wird es der Beschwerdeführerin aber 

nicht ermöglicht, sich an die konkreten Quellen der beiden Auskünfte zu 

wenden. Insofern ist die Herkunftsangabe der Daten ungenügend und die 

Beschwerde begründet. Die Vorinstanz wird – vorbehaltlich allfälliger Hin-

derungsgründe gemäss Art. 9 aDSG (vgl. oben E. 8.3.3), die zu erläutern 

wären – der Beschwerdeführerin die Quellen nennen müssen. 

8.5 Im Ergebnis ist der Antrag der Beschwerdeführerin auf Offenlegung der 

Herkunft ihrer in den 23 Dokumenten verzeichneten Personendaten teil-

weise gutzuheissen. Die Vorinstanz wird angewiesen, bezüglich der Her-

kunftsangabe «andere Behörden» weitere Auskünfte im Sinne der Erwä-

gungen zu erteilen.  

9.  

Alsdann ist der Antrag auf Angabe des Bearbeitungszwecks der in den 

23 Dokumenten vorhandenen Personendaten der Beschwerdeführerin zu 

behandeln. 

9.1 Dazu führt die Beschwerdeführerin aus, die Vorinstanz habe ihr den 

Zweck, der der Bearbeitung ihrer Personendaten zugrunde liege, nicht mit-

geteilt. Zwar habe sie insbesondere in ihrem Schreiben vom 17. Dezember 

2020 einige Erläuterungen zur Datenerfassung angebracht. Ein effektiver 

Zweck – welcher sich aus den gesetzlich definierten Aufgaben der Vor-

instanz ergeben müsste, namentlich aus Art. 6 NDG – erschliesse sich da-

raus nicht.  

A-4873/2021 

Seite 33 

9.2 Die Vorinstanz entgegnet, sie habe der Beschwerdeführerin den Zweck 

der Datenbearbeitung bereits erläutert und habe dazu mehr als nur rudi-

mentäre Angaben gemacht. Es ergebe sich aus den sich auf die Beschwer-

deführerin beziehenden Daten, dass es lediglich Kollateraldaten seien. 

9.3 Der Inhaber der Datensammlung muss der betroffenen Person den 

Zweck und gegebenenfalls die Rechtsgrundlage des Bearbeitens mitteilen 

(vgl. Art. 8 Abs. 2 Bst. b aDSG). Mit dieser Bestimmung soll dem Grundsatz 

der in Art. 4 Abs. 3 aDSG statuierten Zweckbindung Rechnung getragen 

werden (WALDMANN/BICKEL, Datenschutzrecht 2011, a.a.O., §12 Rz. 65, 

S. 685 f.). Durch die Nennung des Zwecks soll es der betroffenen Person 

rudimentär ermöglicht werden, die Rechtmässigkeit der Datenbearbeitung 

zu beurteilen (vgl. ROSENTHAL, in: HK aDSG, a.a.O., Rz. 17 zu Art. 8 Abs. 2 

aDSG).  

9.4 In ihrem Begleitschreiben vom 4. Oktober 2021 gab die Vorinstanz an, 

«dass sich der Zweck der Bearbeitung aus Art. 6 NDG ergebe». Dies ist 

insofern zutreffend, als in Art. 6 Abs. 1 Bst. a – d NDG definiert wird, zu 

welchen Zwecken die Vorinstanz Informationen überhaupt beschaffen und 

bearbeiten darf (vgl. dazu unten E. 10.3.2). Insofern liegt eine Zwecknen-

nung vor, was von der Frage, ob die Bearbeitung der Personendaten dem 

genannten Zweck tatsächlich entspricht, zu unterscheiden ist (vgl. dazu 

unten E. 10). Jedoch erweist sich die vorinstanzliche Zweckangabe als zu 

generell, zumal Art. 6 Abs. 1 Bst. a – d NDG eine differenzierte Zwecknen-

nung erlauben würde. Dadurch wird die Beurteilung der Rechtmässigkeit 

der Datenbeschaffung und -bearbeitung erheblich erschwert. Es sind – 

wenn überhaupt – lediglich Mutmassungen möglich, wie z. B., dass die In-

formationsbearbeitungen bei jenen Einträgen, die (die Grossveranstaltung 

Z.) betreffen, dem frühzeitigen Erkennen und Verhindern von gewalttäti-

gem Extremismus dienten (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. a Ziff. 5 NDG). Vor diesem 

Hintergrund erweist sich die Beschwerde als begründet. Die Vorinstanz ist 

anzuweisen, zu jedem Eintrag den genauen Bearbeitungszweck zu nen-

nen, sofern dem nicht im einzelnen Hinderungsgründe nach Art. 9 aDSG 

entgegenstehen. Träfe letzteres zu, wären diese zu erläutern. 

10.  

Schliesslich verlangt die Beschwerdeführerin die Löschung aller ihrer Per-

sonendaten, die älter als ein Jahr sind und die nicht nachrichtendienstlich 

nach Art. 6 NDG bearbeitet werden, sowie deren Überführung ins Bun-

desarchiv. Als ersten Grund dafür macht die Beschwerdeführerin geltend, 

A-4873/2021 

Seite 34 

die Bearbeitung ihrer Personendaten sei widerrechtlich, weil sie nicht mit 

Art. 6 NDG vereinbar sei. 

10.1 Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin aus, es werde nicht be-

stritten sein, dass von ihr keine Bedrohung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. a 

Ziff. 1 – 5 NDG ausgehe. Weiter sei generell ein Bezug zu nachrichten-

dienstlich relevanten Sachverhalten grösstenteils nicht erkennbar. Insbe-

sondere sei die in Art. 6 Abs. 1 Bst. c NDG erwähnte Handlungsfähigkeit 

der Schweiz nur tangiert, wenn es sich um Informationen zu entsprechend 

schwerwiegenden Vorgängen handle. Deshalb könne sich die Vorinstanz 

nicht auf Art. 6 NDG stützen, wenn sie sich mit ihren Aktivitäten befasse. 

Die Erfassung von Angaben zu Kundgebungen und sicherheitspolitischen 

Einschätzungen dazu seien nicht vom Zweck des NDG und den gesetzli-

chen Aufgaben gedeckt. Die Vorinstanz habe keine umfassenden sicher-

heitspolizeilichen Aufgaben und Kompetenzen und könne sich als Bundes-

behörde nicht jene Kompetenzen anmassen, die kantonalen und kommu-

nalen Polizeibehörden zustünden. Allein der Umstand, dass eine andere 

Behörde eine Einschätzung treffe, ob die Gefahr bestehe, dass eine Kund-

gebung gewalttätig verlaufen oder es Gegenkundgebungen geben könn-

ten, reiche nicht aus, um eine Befassung der Vorinstanz mit der entspre-

chenden Veranstaltung zu veranlassen. Dafür müsse eine der in Art. 6 

NDG aufgezählten Bedrohungen vorliegen, was sicherlich nicht bei jeder 

denkbaren Gefahr der Fall sei. Es müssten konkrete Anzeichen dafür vor-

handen sein. Ebenso wenig sei es die Aufgabe der Vorinstanz, für den Bun-

desrat die Zeitungen zu lesen und alle öffentlich zugänglichen Informatio-

nen zu sammeln. Die Bearbeitung letzterer müsse einen zureichenden Be-

zug zum Zweck des NDG und zum Aufgabenbereich der Vorinstanz auf-

weisen. Indes werde für die Erfassung öffentlicher Quellen wie Presse-

schauen und Zeitungsartikel kein spezifischer Grund genannt. Die Erklä-

rung, die Erfassung von Daten, welche sie beträfe, sei notwendig, um an-

dere tatsächlich nachrichtendienstlich relevante Sachverhalte zu beschrei-

ben oder einzuordnen, vermöge diesbezüglich kaum zu greifen. Es sei da-

rauf hingewiesen, dass die eidgenössische Geschäftsprüfungskommission 

(GPDel) die Notwendigkeit, öffentlich zugängliche Informationen in diesem 

Umfang zu erfassen, stark in Frage gestellt habe. In der Folge habe die 

Vorinstanz bzw. das VBS in Aussicht gestellt, ihre diesbezügliche Praxis 

anzupassen. Die Charakterisierung der sie betreffenden Daten als «reine 

Kollateraldaten» sei damit in tatsächlicher Hinsicht unzutreffend. Soweit 

sich die Vorinstanz dazu entschliesse, derartige Daten zu erfassen, müsse 

sie zumindest ihren Namen und die Namen der bei ihr engagierten Perso-

nen abdecken. Aufgrund der Widerrechtlichkeit der Bearbeitung ihrer 

A-4873/2021 

Seite 35 

Personendaten seien diese gestützt auf Art. 25 aDSG zu löschen und ins 

Bundesarchiv zu überführen.  

10.2 Gemäss der Vorinstanz übersieht die Beschwerdeführerin, dass der 

Umstand, wonach sie selber nicht von nachrichtendienstlichem Interesse 

sei, nicht bedeute, dass die Verwendung der sie betreffenden Daten nicht 

trotzdem einem nachrichtendienstlichen Zweck (z. B. Gesamtlage der 

Schweiz) dienen könne. Selbst wenn die Kollateraldaten als Personenda-

ten erachtet würden, seien diese zur Darstellung und Einordnung von 

nachrichtendienstlichen Sachverhalten nötig, um ihre gesetzlichen Aufga-

ben nach Art. 6 NDG erfüllen zu können. Sie sei quasi das Organ, das für 

den Bundesrat und weitere Behörden die Zeitungen lese und die öffentli-

chen Aktivitäten verfolge. Daraus formuliere sie ein sicherheitspolitisches 

Bild (vgl. Art. 6 Abs. 2 und 3 NDG). Die Beschwerdeführerin sei sich dieser 

Facette ihres Auftrags offenbar nicht bewusst. Sämtliche Einträge in ihren 

Systemen liessen sich ihren Aufgaben zuordnen und seien damit hinrei-

chend begründet. Sollte das Bundesverwaltungsgericht für die Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu jedem einzelnen der Einträge eine 

umfassende Begründung mit Bezug auf die Aufgabenerfüllung benötigen, 

so sei sie zu entsprechenden und aus ihrer Sicht nicht verfahrensökonomi-

schen Ausführungen bereit. Im Sinne der Verfahrensökonomie habe sie il-

lustrative Ausführungen zu einzelnen von der Beschwerdeführerin ange-

führten Beispielen gemacht. 

10.3  

10.3.1 Die Löschung von Daten in den Informationssystemen der Vor-

instanz hat aus diversen Gründen zu geschehen, wobei vorliegend nur die 

Relevantesten hervorgehoben werden. Zum einen legt die VIS-NDB die 

Aufbewahrungsdauer für jedes Informationssystem fest, nach deren Ablauf 

die Daten zu löschen sind (vgl. Art. 47 Abs. 2 Bst. f NDG i.V.m. Art. 8 VIS-

NDB). Weiter enthält Art. 5 Abs. 7 NDG Löschungsvorgaben bezüglich 

Personendaten, die im Sinne von Art. 5 Abs. 6 NDG nur ausnahmsweise 

beschafft und bearbeitet werden durften (vgl. dazu unten E. 11.4). Und 

schliesslich ist im Rahmen des Auskunftsrechts Art. 25 Abs. 1 aDSG zu be-

achten (vgl. Urteil A-4725/2020 E. 7.4.2). Danach kann bei Vorliegen eines 

schutzwürdigen Interesses vom verantwortlichen Bundesorgan unter an-

derem verlangt werden, dass es das widerrechtliche Bearbeiten von Per-

sonendaten unterlässt (Bst. a), was auf deren Löschung hinausläuft. 

A-4873/2021 

Seite 36 

10.3.2 Ob der NDB Daten rechtmässig bearbeitet, beurteilt sich nach sei-

nen im NDG statuierten gesetzlichen Befugnissen. Das NDG dient dem 

Schutz wichtiger Landesinteressen. Es bezweckt zur Sicherung der demo-

kratischen und rechtsstaatlichen Grundlagen der Schweiz und zum Schutz 

der Freiheitsrechte ihrer Bevölkerung beizutragen (Art. 2 Bst. a NDG), die 

Sicherheit der Bevölkerung der Schweiz sowie der Schweizerinnen und 

Schweizer im Ausland zu erhöhen (Bst. b), die Handlungsfähigkeit der 

Schweiz zu unterstützen (Bst. c) und zur Wahrung internationaler Sicher-

heitsinteressen beizutragen (Bst. d). In diesem Sinne gehören zu den Auf-

gaben des NDB die Informationsbeschaffung und -bearbeitung zum früh-

zeitigen Erkennen und Verhindern von Bedrohungen der inneren oder 

äusseren Sicherheit, die ausgehen von Terrorismus (Art. 6 Abs. 1 Bst. a 

Ziff. 1 NDG), verbotenem Nachrichtendienst (Ziff. 2), der Weiterverbreitung 

nuklearer, biologischer oder chemischer Waffen, einschliesslich ihrer Trä-

gersysteme, sowie aller zur Herstellung dieser Waffen notwendigen zivil 

und militärisch verwendbaren Gütern und Technologien (NBC-Prolifera-

tion) oder dem illegalen Handel mit radioaktiven Substanzen, Kriegsmate-

rial und anderen Rüstungsgütern (Ziff. 3), Angriffen auf Informations-, Kom-

munikations-, Energie-, Transport- und weitere Infrastrukturen, die für das 

Funktionieren von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat unerlässlich sind (kri-

tische Infrastrukturen; Ziff. 4) und gewalttätigem Extremismus (Ziff. 5). Wei-

ter ist die nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung und -bearbei-

tung zulässig für die Feststellung, Beobachtung und Beurteilung von si-

cherheitspolitisch bedeutsamen Vorgängen im Ausland (Bst. b), der Wah-

rung der Handlungsfähigkeit der Schweiz (Bst. c) sowie der Wahrung wei-

terer wichtiger Landesinteressen nach Artikel 3, wenn dafür ein konkreter 

Auftrag des Bundesrates vorliegt (Bst. d). Bst. c bezieht sich auf die essen-

tielle Aufgabe des NDB, der Landesregierung zeitgerecht für die Erfüllung 

ihrer Aufgaben notwendige Informationen zu liefern (Botschaft zum Nach-

richtendienstgesetz vom 19. Februar 2014, BBl 2013 2105, 2144). Gemäss 

Art. 3 NDG kann der Bundesrat im Falle einer schweren und unmittelbaren 

Bedrohung den NDB über die in Artikel 2 genannten Landesinteressen hin-

aus zum Schutz der verfassungsrechtlichen Grundordnung der Schweiz 

(Bst. a), zur Unterstützung der schweizerischen Aussenpolitik (Bst. b) so-

wie zum Schutz des Werk-, Wirtschafts- und Finanzplatzes Schweiz 

(Bst. c) einsetzen. 

10.3.3 Was er mit den beschafften Informationen tun darf bzw. muss, wird 

in Art. 6 Abs. 2 und 3 NDG normiert. So hat der NDB gestützt auf diese 

Informationen die Bedrohungslage zu beurteilen und die betroffenen Bun-

desstellen und kantonalen Vollzugsbehörden laufend über allfällige 

A-4873/2021 

Seite 37 

Bedrohungen sowie über die getroffenen und geplanten Massnahmen 

nach diesem Gesetz zu informieren. Bei Bedarf alarmiert er die zuständi-

gen staatlichen Stellen (Art. 6 Abs. 2 NDG). Zudem informiert er andere 

Dienststellen des Bundes und der Kantone unter Wahrung des Quellen-

schutzes über Vorgänge und Erkenntnisse, welche die gesetzlichen Aufga-

ben dieser Stellen bei der Wahrung der inneren oder äusseren Sicherheit 

betreffen (Art. 6 Abs. 3 NDG). Zur Erfüllung der Aufgaben nach den Absät-

zen 2 und 3 richtet der NDB bei besonderen sicherheitsrelevanten Ereig-

nissen (z. B. dem jährlich stattfindenden WEF oder grossen internationalen 

Konferenzen wie dem Frankophoniegipfel) einen Nachrichtenverbund ein. 

Dieser koordiniert die Informationsbeschaffung und -verbreitung und er-

möglicht den zuständigen beteiligten Stellen das ständige Verfolgen der 

aktuellen Lage über die Elektronische Lagedarstellung (ELD, Art. 53; BBl 

2013 2105, 2144). Das Informationssystem zur elektronischen Lagedar-

stellung (ELD) dient den zuständigen Behörden des Bundes und der Kan-

tone als Führungsinstrument und der Verbreitung von Informationen im 

Hinblick auf die Steuerung und Umsetzung von sicherheitspolizeilichen 

Massnahmen, namentlich bei Ereignissen, bei denen Gewalttätigkeiten be-

fürchtet werden (Art. 53 Abs. 1 NDG). Es enthält Daten über Ereignisse 

und über Massnahmen zur Wahrung der inneren oder äusseren Sicherheit 

(Art. 53 Abs. 2 NDG). 

10.3.4 Die Datenbeschaffung und -bearbeitung zur Beurteilung der Bedro-

hungslage nach Absatz 2 ist in den Kapiteln 3 (Informationsbeschaffung) 

und 4 (Datenbearbeitung und Archivierung) ausführlich geregelt (BBl 2013 

2105, 2144). Wie bereits dargelegt, ist der NDB gemäss Art. 44 Abs. 1 NDG 

befugt, Personendaten zu bearbeiten (vgl. oben E. 5.3.1). Er kann diesel-

ben Daten in mehrere Informationssysteme überführen. Es gelten die Vor-

gaben des jeweiligen Informationssystems (Art. 44 Abs. 3 NDG). Bevor der 

NDB die Personendaten in einem Informationssystem erfasst, beurteilt er 

deren Erheblichkeit und Richtigkeit. Meldungen, die mehrere Personenda-

ten enthalten, beurteilt er als Ganzes, bevor er sie in der Aktenablage er-

fasst (Art. 45 Abs. 1 NDG). Diese Prüfung erfolgt somit, bevor Personen-

daten eine Aussenwirkung entfalten; eine Wirkung entfalten Personenda-

ten, indem sie innerhalb eines Produkts des NDB (z. B. Analysebericht, 

Meldung an ausländischen Nachrichtendienst, Lagebeurteilung) verwen-

det werden (BBl 2013 2105, 2182). Der NDB erfasst nur Daten, die zur 

Erfüllung der Aufgaben nach Artikel 6 dienen, unter Beachtung von Artikel 5 

Absätze 5 - 8 (Art. 45 Abs. 2 NDG). Konkret muss der NDB mit einer Ein-

gangskontrolle bereits vor der Erfassung in ein Informationssystem sicher-

stellen, dass die erhaltenen Meldungen und Auskünfte einen inhaltlichen 

A-4873/2021 

Seite 38 

Bezug zu gewalttätigem Extremismus, Terrorismus, verbotenem Nachrich-

tendienst, Proliferation, Angriffen auf kritische Infrastrukturen oder sicher-

heitspolitisch bedeutsamen Vorgängen aufweisen (BBl 2013 2105, 2186). 

Daten, die in keinem Informationssystem erfasst werden dürfen, sind zu 

vernichten oder an den Absender zur weiteren Abklärung oder zur Bear-

beitung in dessen eigener Zuständigkeit zurückzusenden (vgl. Art. 45 

Abs. 3 NDG). Der NDB überprüft periodisch in allen Informationssystemen, 

ob die erfassten Personendatensätze zur Erfüllung seiner Aufgaben wei-

terhin notwendig sind. Er löscht nicht mehr benötigte Datensätze (Art. 45 

Abs. 4 Satz 1 und 2 NDG). Diese und zur Vernichtung bestimmte Daten 

und Akten bietet der NDB dem Bundesarchiv zur Archivierung an (Art. 68 

Abs. 1 Satz 1 NDG). 

10.3.5 Verfügungen sind zu begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Be-

gründungspflicht ist Bestandteil des verfassungsmässigen Anspruchs auf 

rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV (statt vieler BGE 142 II 

324 E. 3.6). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, 

dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, 

wenn sich sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite 

des Entscheides ein Bild machen können (BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Wel-

chen Anforderungen eine Begründung hinsichtlich Dichte und Qualität zu 

genügen hat, ist im Einzelfall anhand der konkreten Umstände und der In-

teressen der Betroffenen zu bestimmen. Die Vorinstanz hat sich jedenfalls 

insgesamt mit den verschiedenen rechtlich relevanten Gesichtspunkten 

auseinanderzusetzen und darzutun, aus welchen Gründen sie den Vorbrin-

gen einer Partei folgt oder diese ablehnt (statt vieler Urteil BVGer 

A-1186/2022 vom 13. Dezember 2023 E. 3.2).  

10.4  

10.4.1 Sämtliche Personendaten, die in den Informationssystemen der  

Vorinstanz bearbeitet werden, müssen einem Tatbestand von Art. 6 Abs. 1 

Bst. a – d NDG klar und nachvollziehbar zugeordnet werden können. Dies 

gilt auch für jene der Beschwerdeführerin. Ausgenommen davon sind – 

was zu Recht von niemandem bestritten wird – rein administrative Daten, 

wie z. B. die Korrespondenz zwischen der Vorinstanz und der Beschwer-

deführerin (vgl. Art. 52 Abs. 2 Bst. a NDG). 

10.4.2 In den Schreiben vom 17. Dezember 2020 bzw. 17. Juni 2021 

machte die Vorinstanz einleitend Ausführungen zu den einzelnen Informa-

tionssystemen und legte dar, weshalb die Beschwerdeführerin darin 

A-4873/2021 

Seite 39 

Erwähnung findet. Es handelt sich um Ausführungen allgemeiner Natur zur 

Arbeitsweise der Vorinstanz, wie z. B. zu den Lageberichten und Agenden. 

Weshalb die Vorinstanz die Personendaten der Beschwerdeführerin je-

weils zur Erfüllung einer bestimmten gesetzlichen Aufgabe braucht, wird 

aber nirgends erwähnt. Es ist dem Bundesverwaltungsgericht deshalb 

nicht möglich, die Rechtmässigkeit der einzelnen Einträge unter dem Ge-

sichtspunkt von Art. 6 Abs. 1 Bst. a – d NDG zu prüfen, zumal nicht einmal 

angegeben wird, welchen konkreten Gesetzesbestimmungen diese Ein-

träge zuzuordnen sind (vgl. oben E. 9.3). Z. B. gibt es zahlreiche Einträge 

zur (Grossveranstaltung Z.), in denen ein Veranstaltungstermin der Be-

schwerdeführerin (Veranstaltung X.) genannt wird. Ob das Wissen um die-

sen Event z. B. dem Verhindern von gewalttätigem Extremismus (Art. 6 

Abs. 1 Bst. a Ziff. 5 NDG) oder der Wahrung der Handlungsfähigkeit der 

Schweiz (Art. 6 Abs. 1 Bst. c NDG) dient und weshalb, bleibt unklar. Zwar 

ist es vorstellbar, dass die Nennung der Beschwerdeführerin gerade im Zu-

sammenhang mit einer Grossveranstaltung wie (der Grossveranstaltung 

Z.) gerechtfertigt sein kann, um sämtliche Akteure auf dem Radar zu ha-

ben. Es ist jedoch nicht am Bundesverwaltungsgericht, diesbezüglich Mut-

massungen anzustellen. Insbesondere wenn es um einen Tatbestand mit 

einem unbestimmten Rechtsbegriff wie «Handlungsfähigkeit der Schweiz» 

geht, bedarf es weiterer Ausführungen, um eine Beurteilung vornehmen zu 

können. Ferner ist es bspw. nicht nachvollziehbar, inwiefern die Nennung 

der Beschwerdeführerin in einem Zeitungsartikel zum Doppelsteuerab-

kommen mit (…) durch Art. 6 Abs. 1 Bst. a – d NDG gedeckt sein sollte. 

10.4.3 Im Übrigen räumt die Vorinstanz selber ein, dass sie den Aufgaben-

bezug der Einträge nach Art. 6 NDG nicht einzeln dargelegt habe. Erst im 

Beschwerdeverfahren erklärte sie diesen illustrativ anhand zweier Ein-

träge. Im ersten Beispiel geht es um eine Aussage eines Vertreters der 

Beschwerdeführerin zum Besuch (…) (an der Grossveranstaltung Z.) 

(«[…]»). Dazu führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, Herr (…) habe 

sich damit zu einem sicherheitspolitisch relevanten Thema öffentlich ge-

äussert. Für die Darstellung eines ausgewogenen Bildes zur sicherheits-

politischen Lage rund um den Besuch (…) in der Schweiz müsse eine sol-

che Aussage wiedergegeben werden. Dies ist ohne Weiteres nachvollzieh-

bar. In Art. 6 Abs. 1 Bst. a – d NDG existiert indes keine Generalklausel, 

die eine Informationsbeschaffung erlauben würde, sobald eine Information 

aus Sicht der Vorinstanz von sicherheitspolitischer Relevanz ist. Ebenso 

wenig kann aus Art. 6 Abs. 2 NDG, wonach der NDB die Bedrohungslage 

beurteilt, eine derartige Kompetenz abgeleitet werden. Die Beurteilung der 

Bedrohungslage muss nämlich zunächst auf Informationen beruhen, 

A-4873/2021 

Seite 40 

welche die Vorinstanz gestützt auf Art. 6 Abs. 1 Bst. a – d NDG überhaupt 

sammeln durfte (vgl. oben E. 10.3.3). Welcher Aufgabe die Information 

dient und weshalb, bleibt mangels weiterer Erläuterungen ungeklärt. Das 

Gleiche gilt für das zweite Beispiel bezüglich einer Meldung einer Kantons-

polizei betreffend (…) («Mit der Aktion […] soll auf Missstände in der […]in-

dustrie aufmerksam gemacht werden. Die Organisation A._______ rechnet 

mit ca. […] Personen, die an der Aktion teilnehmen werden. LOW RISK: 

Es wird mit einer unproblematischen Aktion gerechnet.»). Gemäss der  

Vorinstanz handelt es sich dabei um eine sicherheitspolizeiliche Informa-

tion. Diese diene den kantonalen Sicherheitsbehörden dazu, die Lage den 

Umständen entsprechend einzuschätzen und ihr Sicherheitsdispositiv an-

zupassen. Zu diesem Zweck sei es wesentlich zu wissen, wer an der Kund-

gebung und an einer möglichen Gegenkundgebung teilnehme und zu wel-

chen Themen die Kundgebungen stattfänden. Für die korrekte Anpassung 

eines Sicherheitsdispositivs sei es zudem von Bedeutung zu wissen, wenn 

eine Aktion unproblematisch erscheine («LOW RISK»). Auch in diesem Fall 

erscheint eine nachrichtendienstliche Relevanz des Eintrags nicht abwe-

gig. Allerdings ist selbst nach den Erläuterungen der Vorinstanz für das 

Bundesverwaltungsgericht nicht klar, welcher Aufgabe nach Art. 6 Abs. 1 

Bst. a – d NDG die Nennung der Beschwerdeführerin konkret dient. Der 

Vorinstanz ist deshalb zu empfehlen, bei künftigen tabellarischen Auskünf-

ten sowohl die genaue rechtliche Grundlage nach Art. 6 Abs. 1 Bst. a – d 

NDG zu nennen und den Aufgabenbezug im konkreten Fall näher zu er-

läutern, sofern dieser anhand der restlichen Angaben nicht offensichtlich 

ist. 

10.4.4 Im Ergebnis ist die Beschwerde in diese