# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2085fb8-8d30-5cae-b426-a7512070a55f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.10.2008 UV 2008/30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-30_2008-10-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/30

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 15.10.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 15.10.2008
Art. 6, 36 UVG, Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV: Verhebetrauma bei Verlagern eines 
Patienten auf den Operationstisch. Mitursache der darauf festgestellten 
Diskushernie und Auslösen eines Beschwerdeschubs anerkannt. Status quo 
sine nach fünf Jahren erreicht (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 15. Oktober 2008, UV 2008/30).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und Franz Schlauri; 

Gerichtsschreiberin Philia Roth

Entscheid vom 15. Oktober 2008

in Sachen

Q.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

SWICA Versicherungen, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.         

A.a    Q.___, Jahrgang 1952, war als Operationspfleger im Kantonsspital St. Gallen tätig 

und dadurch bei der Swica Versicherungen (Swica) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert, als er am 28. Juni 2003 während der Arbeit einen Unfall 

erlitt. Gemäss Unfallmeldung vom 11. Juli 2003 wollte er einen Patienten mit einem 

Gewicht von 90 kg vom Krankenbett auf den Operationstisch umbetten. Dieser habe 

ihn mit beiden Armen an Nacken und Schulter festgehalten und sich während des 

Umbettens plötzlich fallen lassen, sodass er ihn auffangen musste. Dabei habe er einen 

Knacks im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) und eine Schwäche im linken Bein 

verspürt. Er habe sich nicht mehr halten können und sei gestürzt. Als Verletzung 

wurden Schmerzen in der LWS und in der linken Schulter angegeben (UV act. 1). Im 

Arztzeugnis der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 14. 

August 2003, in welcher der Versicherte nach einer Schmerzzunahme am nächsten Tag 

bei der Arbeit notfallmässig hospitalisiert wurde, wurden eine Diskushernie L4/5 links 

und ein akutes lumbospondylogenes Syndrom diagnostiziert (UV act. 3). Die 

Behandlung im KSSG wurde am 15. Juli 2003 abgeschlossen und der Versicherte 

konnte in gebessertem Zustand nach Hause entlassen werden. Bis 31. Juli 2007 wurde 

der Versicherte mit grundsätzlich guter Prognose zu 100% arbeitsunfähig erklärt (UV 

act. 11). Im Austrittsbericht vom 22. Juli 2003 zuhanden des Hausarztes führten die 

Ärzte der Klinik für Neurochirurgie aus, bei Eintritt habe der Patient keine motorischen 

Ausfälle der unteren Extremitäten aufgewiesen, es habe eher eine diffuse Hypästhesie 

(Überempfindlichkeit) im linken Bein bestanden. Computertomographisch habe sich 

eine Diskushernie L4/5 links mit Beeinträchtigung der entsprechenden Nervenwurzel 

gezeigt. Unter der begonnenen konservativen Therapie sei die Schmerzsymptomatik 

regredient, wenngleich nicht vollständig verschwunden. Seitens der Thoraxschmerzen 

hätten kardiologische, gastro-enterologische und internistische Abklärungen keine 

pathologischen Befunde ergeben. Die Schmerzen seien im Verlauf ebenfalls leicht 

regredient gewesen. Am ehesten handle es sich dabei um ein muskulo-skelettales 

Problem (UV act. 16). Mit Schreiben vom 3. September 2003 anerkannte die Swica ihre 

Leistungspflicht und erbrachte in der Folge Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, 

Taggelder).

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A.b   Nach einem stationären Aufenthalt vom 28. August bis 17. September 2003 in der 

Klinik Valens nahm der Versicherte am 15. Oktober 2003 die Arbeit zu 50% und ab 

dem 1. Januar 2004 zu 80% wieder auf. Weil er damit über die Belastungsgrenze kam, 

reduzierte er seine Arbeitstätigkeit ab dem 1. März 2004 auf 70%, was er in der Folge 

auch beibehalten konnte. Nach einer internen Abklärung der Verhältnisse (UV act. 43) 

beauftragte die Swica am 15. Juni 2004 die MEDAS Ostschweiz mit einer 

medizinischen Begutachtung des Versicherten. Dr. med. A.___, Facharzt für 

Neurologie, Allgemeine Medizin FMH sowie Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und 

Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin 

(Hauptgutachter), hielten im Gutachten vom 17. Dezember 2004 (UV act. 58) als 

Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) ein leichtes 

sensibles lumboradikuläres Residualsyndrom L5 links (ICD-10 M 51.2) sowie ein 

persistierendes thorako-spondylogenes Syndrom (ICD-10 M 42.1), beide bei Status 

nach Verhebetrauma am 28. Juni 2003 sowie als Nebendiagnosen (ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) eine psychische Komponente bei einem körperlich 

bedingten chronischen Schmerzsyndrom (ICD-10 F 54) in Form ausgesprochener 

Zukunftsangst, insbesondere bezüglich Arbeitsplatzverlust und gesundheitlicher 

Verschlechterung, Tendomyosen im linken Schultergürtel nach posttraumatischer PHS 

tendomyotica nach Sturz vom 28.06.2003 sowie postspezifische Veränderungen in 

beiden Lungenspitzen fest. Sie bezeichneten den Unfall vom 28. Juni 2003 als 

Mitursache der noch bestehenden Beschwerden und erachteten den status quo ante 

als noch nicht erreicht. In Tätigkeiten ohne Heben und Tragen schwerer Gewichte und 

ohne andere im Gutachten erwähnte Einschränkungen bestehe keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit. Auf Nachfrage der Swica bestätigten sie am 11. Januar 2005, dass 

aktuell körperlich bedingte Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein im 

Vordergrund ständen. Die somatischen Gesundheitsstörungen seien dominierend und 

würden durch psychische Faktoren lediglich moduliert. Anfangs Dezember 2004 hat 

sich der Versicherte auch bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 

angemeldet.

A.c    Nach einer weiteren, durch den Hausarzt veranlassten Untersuchung durch 

Dr. med. C.___, Rheumatologie, erachtete die Swica im Februar 2006 eine 

multidisziplinäre Begutachtung des Versicherten durch die Klinik Wilhelm Schulthess, 

Zürich, als wünschbar und erteilte einen entsprechenden Auftrag. Nachdem die 

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Gutachterstelle den Auftrag im Mai 2005 wegen Überlastung ihrer Orthopäden wieder 

zurückgegeben hatte, wurde der Gutachtenauftrag neu an PD Dr. med. D.___, Facharzt 

FMH für Chirurgie, Trauma Zentrum Hirslanden, erteilt. Im Gutachten vom 19. 

September 2006 stellte dieser weitgehend die gleichen Diagnosen wie die MEDAS rund 

eineinhalb Jahre vorher, vertrat aber gleichzeitig die Auffassung, dass durch eine 

Operation bei den Diskushernien L4/5 und L5/S1 eine namhafte Besserung bezüglich 

der lumbalen Symptomatik mit den Ausstrahlungen ins linke Bein erreicht werden 

könnte. Aktuell erscheine eine Arbeitsfähigkeit von 60% als angemessen (UV act. 114). 

Auf Nachfrage der Swica erachtete er einen operativen Eingriff als zumutbar und 

bezeichnete die Erfolgschancen einer Operation mit 80-90%; mit einer Erhöhung der 

Arbeitsfähigkeit könne gerechnet werden. (UV act. 121, 127).

B.        

Mit Schreiben vom 22. März 2007 stellte die Swica dem Versicherten unter 

Bezugnahme auf das Gutachten D.___ die Einstellung der Versicherungsleistungen auf 

den 30. Juni 2007 in Aussicht und gewährte ihm dazu das rechtliche Gehör. Anspruch 

auf eine Invalidenrente bestehe mangels Erwerbsausfall nicht, hingegen bestehe ein 

Integritätsschaden von 30%, was eine Integritätsentschädigung von Fr. 32'040.-- 

ergebe. Aufgrund einer Stellungnahme der Rechtschutzversicherung des Versicherten, 

in der unter Verweis auf einen Bericht von Dr. med. E.___, Wirbelsäulenzentrum am 

Rosenberg, eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes ohne Operation als 

möglich erachtet wurde, beauftragte die Swica PD Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie, insbesondere Wirbelsäulen-Chirurgie, mit der Erstellung eines 

weiteren Gutachtens über den Versicherten. Im Gutachten vom 25. September 2007 

gelangte dieser zum Schluss, dass nach temporärer Verschlechterung des 

Vorzustandes durch die unfallähnliche Körperschädigung vom 28. Juni 2003 im Sinn 

eines temporären Mitauslösers der status quo sine spätestens nach 5 Jahren erreicht 

sei. Die nachher noch geklagten Beschwerden wären mit medizinisch überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auch ohne das Unfallereignis auf Grund des natürlichen 

Degenerationsverlaufs erklärbar und im Alltag unter der prätraumatisch geleisteten 

beruflichen Beanspruchung aufgetreten (UV act. 151 S. 26). Nach Einräumung des 

rechtlichen Gehörs verfügte die Swica am 5. Dezember 2007 den Fallabschluss per 30. 

Juni 2008. Bezüglich der Rückenbeschwerden sei dann der status quo sine erreicht 

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und die ebenfalls geltend gemachten Schulterbeschwerden seien nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des Ereignisses vom 28. Juni 2003, sondern 

vorbestehend und degenerativer Natur (UV act. 155). Die gegen diese Verfügung 

erhobene Einsprache wies die Swica mit Entscheid vom 4. Februar 2008 ab (UV act. 

157).

C.        

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 6. März 2008 mit den 

Anträgen, der Entscheid vom 4. Februar 2008 sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer seien über den 30. Juni 2008 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu 

erbringen, insbesondere seien die Heilungskosten durch die Beschwerdegegnerin zu 

übernehmen. Eventualiter seien eine gesetzliche Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung zuzusprechen und die Heilbehandlung nach Festsetzung der 

Rente fortzuführen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führt der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aus, dass dieser immer noch an 

unfallbedingten Wirbelsäulen- und Schulterbeschwerden leide (G act. 1). Dazu wurde 

ein Ergänzungsgutachten von Dr. A.___ und Dr. B.___ von der MEDAS Ostschweiz vom 

22. Januar 2008 eingereicht, welches die Unfallkausalität im Bezug auf die 

Diskushernie L4/5 weiterhin bestätige (G act. 1.1 2). Weiter wird ausgeführt, dass Dr. 

F.___ lediglich von einem kausal wenig geeigneten Ereignis spreche, ohne überhaupt 

den Unfallhergang zu schildern und ohne zu begründen, weshalb die Ausführungen im 

MEDAS-Gutachten vom 17. Dezember 2004 nicht zutreffend seien. Auf sein Gutachten 

könne deshalb nicht abgestellt werden. Das aktuelle MEDAS-Gutachten gehe davon 

aus, dass mit Ausnahme des Segments L4/5 der status quo ante/sine grundsätzlich 

nach fünf Jahren erreicht sein werde. Dies sei beim Segment L4/5 nicht möglich, weil 

es sich um eine traumatisch ausgelöste Diskushernie mit Schädigung des Anulus 

fibrosus handle. Eine exakte Aufteilung des Unfallanteils und des unfallfremden Anteils 

sei aus medizinischer Sicht nicht möglich. Beim Zusammentreffen verschiedener 

Schadensursachen dürften die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die 

Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt werden, wenn die 

Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge des Unfalls sei. Invalidenrenten, 

Integritätsentschädigungen und Hinterlassenenrenten dürften ebenfalls nicht gekürzt 

werden, falls die Gesundheitsschädigung vor dem Unfall zu keiner Verminderung der 

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Erwerbsfähigkeit geführt habe. Dies sei vorliegend der Fall. Weil die 

Beschwerdegegnerin den Kausalzusammenhang bis 30. Juni 2008 anerkannt habe, sei 

sie für das Dahinfallen desselben beweisbelastet. Nachdem sich die Experten in ihren 

Beurteilungen widersprächen, sei das Dahinfallen jeglicher Unfallkausalität nicht 

überwiegend wahrscheinlich dargetan. Schliesslich sei von einem 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der Schulterbeschwerden 

auszugehen, weshalb die Beschwerdegegnerin auch diesbezüglich weiterhin 

leistungspflichtig sei.

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. März 2008 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde (G act. 3). Sie sei lediglich für den durch den Unfall 

verursachten Beschwerdeschub leistungspflichtig. Das MEDAS-Gutachten vom 22. 

Januar 2008 vermöge das Gutachten von Dr. F.___ nicht zu entkräften, denn selbst 

wenn der status quo ante/sine für das Segment L4/5 nicht erreichbar sein sollte, könne 

an der Leistungseinstellung festgehalten werden, da 5 Jahre nach dem Unfallereignis 

auch diesbezüglich der Beschwerdeschub beendet sei. Mit Bezug auf die 

Schulterbeschwerden liege keine Unfallkausalität vor. Die seit 2002 bestehenden 

Beschwerden seien durch den prätraumatisch dokumentierten Vorzustand erklärt und 

durch das Unfallereignis nicht nachhaltig zu Schaden gekommen.

C.c   Mit Replik vom 21. April 2008 hielt der Beschwerdeführer an seinem Standpunkt 

fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.

Erwägungen:

1.         

1.1    Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld), die sie im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 28. Juni 2004 erbracht hat, 

zu Recht auf den 30. Juni 2008 eingestellt hat. Soweit der Beschwerdeführer darüber 

hinaus die Ausrichtung von Rentenleistungen und einer Integritätsentschädigung 

beantragen lässt, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden, da diese 

Leistungen nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids bilden und 

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damit auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein 

können (vgl. BGE 125 V 413). 

1.2    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) setzt voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 

Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen dem 

schädigenden Ereignis und dem Gesundheitsschaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 

(BGE 129 V 177 E. 3.1; 123 V 43 E. 2a, je mit Hinweisen). Wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall eines 

ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden 

Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, 

liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso 

BGE 117 V 261 E. 3b). Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand 

verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers, wenn entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor 

dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach 

dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall 

früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 328 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen; siehe ebenso BGE 117 V 

261 E. 3b in fine). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen 

Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung 

immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und 

Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur 

teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des 

Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das 

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Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen 

bewirkt worden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4).

1.3    Im Weiteren entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des 

Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen 

degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur 

ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in 

Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet 

werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine 

Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie 

(vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger 

Arbeitsunfähigkeit auftreten. Wird hingegen die Diskushernie bei degenerativem 

Vorzustand durch den Unfall lediglich aktiviert, nicht aber verursacht, so hat die 

Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem 

Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Solange der status quo sine vel ante 

noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer diesfalls gestützt auf Art. 36 

Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und 

Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach 

Art. 10 UVG fallen. Demnach hat die versicherte Person auch Anspruch auf eine, u.U. 

auch operative Eingriffe mit einschliessende zweckgemässe Behandlung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 24. Juni 2008 [8C_326/2008]).

1.4    Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen des status 

quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier 

Monaten erwartet werden, wogegen eine richtungsgebende Verschlimmerung 

röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression 

abheben muss; eine traumatische Verschimmerung eines klinisch stummen 

degenerativen Vorzustands an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun 

Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil 

des Bundesgerichts vom 11. April 2005 [U 354/04] E. 2.2 mit Hinweisen auch auf die 

medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2008, a.a.O., E. 3.3).

1.5    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 des Bundesgesetzes über den 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie unfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach 

zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte 

Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 

nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit 

Hinweisen). Auch Gutachten, welche der Unfallversicherer während des 

Administrativverfahrens von seinen eigenen Ärzten einholt, sind beweistauglich, 

solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird. Ebenso sind 

ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten nicht an sich unzuverlässig, wenn 

genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorhanden sind (BGE 125 V 

351 E. 3b/bb, 1993 Nr. U 167 S. 95, RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Ob sie auch in Bezug 

auf die medizinischen Aussagen genügen bzw. zu überzeugen vermögen, bleibt im 

Einzelfall zu prüfen. Im Sinn der vorstehenden Ausführungen sind grundsätzlich auch 

ärztliche Beurteilungen von mit Bezug auf den zu prüfenden Schadenfall nicht als 

Fachspezialisten geltende Ärzte als Beweismittel anzuerkennen.

2.         

Vorliegend ist zwischen den Parteien unbestritten, dass das Ereignis vom 28. Juni 2003 

die unmittelbar danach aufgetretene Lumboischialgie mit verursacht hat und die 

Beschwerdegegnerin daher bis zum Erreichen des status quo sine und damit dem 

Wegfall einer Teilursächlichkeit für die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie 

die Taggelder gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG grundsätzlich aufzukommen hat. Das selbst 

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dann noch, wenn sich die Gesundheitsschädigung bei einer Gewichtung der 

konkurrierenden Ursachen zum stark überwiegenden Teil als Krankheitsfolge darstellt 

(Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2008 i/S. L. 8C_326/2008 E. 4 mit Hinweisen).

3.         

3.1    Zu beantworten ist demnach die Frage des Zeitpunkts des Erreichens des status 

quo sine.

3.2    Dr. F.___ geht in seinem Gutachten vom 25. September 2007 davon aus, dass mit 

zunehmendem Abstand zum Unfallereignis die temporäre Verschlechterung des 

Vorzustands als ein Voranschreiten natürlicher degenerativer Abläufe zu deuten sei. 

Das Unfallereignis sei per se ungeeignet, eine plurifokale Multicrash-Problematik 

auszulösen, sondern habe im Bereich der degenerativen Krankheit zu einem 

Vorschreiten des zu erwartenden Beschwerdeverlaufs geführt. Er begründet dies 

damit, dass es an einer strukturellen Schädigung infolge des Unfalls fehle bei hingegen 

ausgewiesenen degenerativen Veränderungen in den entsprechenden 

Beschwerdezonen. Ebenso seien keine neurologisch bleibenden radikulären 

Ausfallsymptome dokumentiert. Deshalb sei auf Grund des Ablaufs die temporäre 

Verschlechterung des Vorzustands auch bei äusserster Kulanz spätestens fünf Jahre 

posttraumatisch erreicht (UV act. 151 S. 26).

3.2.1             Dr. A.___ und Dr. B.___ haben in ihrem Ergänzungsgutachten vom 22. 

Januar 2008 zu den Ausführungen von Dr. F.___ Stellung genommen. Zur Frage der 

natürlichen Kausalität zwischen dem Unfall und der Gesundheitsstörung führen sie aus, 

dass nach aktuellem Wissensstand und allgemeiner Akzeptanz ein vorbestehender 

Bandscheibenschaden vorhanden sein müsse, um letztlich eine traumatisch bedingte 

Diskushernie auslösen zu können. Bezogen auf das Bewegungssegment L4/5 mit 

Auslösen der akuten Ischialgie links sei der Unfall vom 28. Juni 2003 eine überwiegend 

wahrscheinliche Mitursache. Für die übrigen der von nachgewiesenen degenerativen 

Veränderungen betroffenen Bewegungselemente (L5/S1 sowie Th 7-9) träfen die 

biomechanischen Überlegungen, welche zur Annahme einer Teilursache geführt hätten, 

nicht in gleichem Mass zu. Der Unfall sei also Teilursache und Auslöser der damals im 

Vordergrund stehenden Lumboischialgie links mit – aus klinischer Sicht – temporärer 

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Verschlechterung eines symptomlosen Zustands. In diesem Sinn sei auch die Aussage 

von Dr. F.___ zu verstehen, dass das Unfallereignis per se ungeeignet gewesen sei, 

eine plurifokale Multicrash-Problematik auszulösen. Der angegebenen grosszügigen 

Zeitlimite von maximal fünf Jahren könne zugestimmt werden, wobei auf das 

Bewegungssegment L4/5 bezogen festgehalten werden müsse, dass kein status quo 

ante dieser Bandscheibe erreicht werden könne, weil die Diskushernie mit Schädigung 

des Anulus fibrosus traumatisch ausgelöst worden sei. Dies belege die vertebrospinale 

Computertomographie am Tag nach dem Unfall, welche eine flachbogige, medio-

linksseitig akzentuierte Diskushernie mit Kompression sowie Verlagerung der 

Nervenwurzel L5 links rezessal zeigte, was die unmittelbar nach dem Verhebetrauma 

aufgetretene Lumboischialgie links als Ausdruck eines lumboradikulären Reiz- (und 

bedingt) Ausfallsyndroms L5 erkläre. Rein degenerative Veränderungen ohne 

strukturelle Schädigung der entsprechenden Bandscheibe mit Diskushernie und 

bildgebend nachweisbarer Nervenwurzelkompression könnten die akut aufgetretenen 

Symptome nicht erklären. Die Frage des status quo sine könne auf Grund fehlender 

neuer bildgebender Verfahren zur Darstellung der morphologischen Struktur der 

Bandscheibe nicht abschliessend beurteilt werden. Anders als die morphologische 

Ebene sei die Symptomebene zu betrachten. Was die beschriebenen bildgebenden 

Veränderungen der übrigen Bewegungssegmente betreffe, könne das dadurch 

bewirkte klinische Spektrum sehr unterschiedlich sein und ohne einen nachweisbaren 

morphologischen Schaden subjektiv und klinisch vorhandene Symptome bewirken. In 

diesem Sinne sei, wie von Dr. F.___ beantwortet, ein status quo sine betreffend die 

klinische Symptomatik grundsätzlich begründbar. Die Gewichtung dieser beiden 

Faktoren sei in Bezug auf das Bewegungssegment L4/5 in der Zeitachse 

unterschiedlich: Unmittelbar nach dem Unfall habe die morphologische Komponente 

(traumatisch mit verursachte Diskushernie) im Vordergrund gestanden, im Laufe der 

Zeit dann die symptomatische Komponente als Ausdruck degenerativer 

Veränderungen (G act. 1.1 2).

3.2.2             Röntgenaufnahmen vom 12. März 2007 der Orthopädie am Rosenberg 

zeigten ventrale Spondylosen mit inkompletter Spangenbildung Th8/9, Th9/10, weniger 

ausgeprägt Th7/8 und TH6/7 sowie eine laterale Spondylose Th7-9. Hinweise auf 

posttraumatische Veränderungen fehlten. Die Lendenlordose war im unteren 

Normbereich, der lumbosakrale Übergang symmetrisch angelegt und das 

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Illiosakralgelenk frei von produktiven Veränderungen (UV act. 136). Dr. F.___ führte am 

15. September 2007 eigene Röntgenaufnahmen durch. Er fand u.a. eine 

altersentsprechende Facettensklerose L4-S1 und eine altersentsprechende 

Höhenhaltung L4/5, L3/4 und L2/3 sowie eine Höhenminderung L5/S1 auf Grund einer 

Chondrose. Der Bildablauf zeige, dass es sich radiologisch um eine degenerative 

Diskopathie L4/5/S1 mit subligamentär kontinenten Protrusionen mediolateral L4/5 

links und L5/S1 rechts handle, ohne dass posttraumatisch strukturellen Läsionen wie 

Sequesterbildungen im Bandscheibenbereich resp. Wirbelkörperkompressionen resp. 

reaktiv retrospondylophytären Reaktionen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule 

nachweisbar seien. Funktionsdynamisch finde sich eine relative Instabilität L4/5 auf 

degenerativer Grundlage bei im Bildablauf 2003/2007 fehlender evolutiv chondrotischer 

Entwicklung L4/5 bei vorbestehender mässiger Chondrose L5/S1 (UV act. 151 S. 20 f.).

3.3    Wie diese Ausführungen zeigen, schliessen sich die MEDAS-Ärzte der 

Einschätzung von Dr. F.___ grundsätzlich an, indem sie ebenfalls von einer temporären 

Verschlechterung eines symptomlosen Zustands ausgehen und dem Erreichen eines 

status quo sine des ganzen Beschwerdekomplexes nach 5 Jahren grundsätzlich 

zustimmen. Sie bringen hinsichtlich der einzelnen Bewegungssegmente lediglich 

Präzisierungen an, indem sie die biomechanische Wirkung auf die einzelnen 

Bewegungselemente untersucht haben. Ausserdem differenzieren sie klar zwischen 

morphologischer und symptomatischer Ebene. Ob aus morphologischer Sicht der 

Schaden an der Bandscheibe L4/5 den status quo sine erreicht hat, beantworten Dr. 

B.___ und Dr. A.___ nicht, weil es diesbezüglich an einer aktuellen 

kernspintomographischen Untersuchung fehle. Dr. F.___ legt jedoch in seiner 

Beurteilung des Bildablaufs überzeugend dar, dass es an posttraumatischen 

strukturellen Läsionen fehle und das panvertebrale Beschwerdebild sich mit den 

radiologisch festgestellten degenerativen Befunden vereinbaren lasse. Insbesondere 

lassen auch die symptomatischen Beschwerden diesbezüglich keinen anderen Schluss 

zu, wie nachfolgend gezeigt wird. Von einer Rückweisung der Sache zwecks Vorname 

einer kernspintomographischen Untersuchung kann deshalb abgesehen werden 

(antizipierte Beweiswürdigung: BGE 124 V 94 E. 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 

E. 3.4).

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3.4    Die Einschätzung von Dr. F.___ überzeugt auch hinsichtlich der symptomatischen 

Ebene. Er fand bei der klinischen Untersuchung vom 15. September 2007 bei radikulär 

reizloser Situation seitengleich motorische Funktionen der oberen und unteren 

Extremitäten vor. Die Hypästhesie liess sich nicht einzelnen Segmenten zuordnen, 

waren doch Signale von S1 bis L2 fassbar (UV act. 151 S. 22). Bereits nach dem Unfall 

fanden sich keine motorischen Ausfälle der unteren Extremitäten (UV act. 16). Im 

Gegensatz zu den Befunden von Dr. A.___ und Dr. B.___ vom 25. Oktober und 5. 

November 2004 konnte Dr. F.___ im Dermatom L5 am linken Unterschenkel keinen 

sensiblen Residualzustand mehr nachweisen (UV act. 58 S. 8). Die von Dr. D.___ 

angeführte Diagnose eines lumboradikulären Schmerz- und Ausfallsyndroms links (UV 

act. 114 S. 3) sowie die von Dr. E.___ am 30. April 2007 diagnostizierte Lumboischialgie 

(UV act. 140) konnten durch Dr. F.___ nicht bestätigt werden. Dieser stellte die 

Diagnose eines panvertebralen Beschwerdebildes bei degenerativer Osteochondrose 

C5/6, degenerativer Spondylose mit vorbestehender Spangenbildung Th8/9 und 

Diskopathie Th9/10 und degenerativer Diskopathie L4/5/S1 mit protrusiver 

Raumforderung L4/5 links und L5/S1 rechts ohne radikuläres Ausfallmuster. Die im 

klinischen und radiologischen Befund aufscheinenden degenerativen Veränderungen 

der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule seien im Untersuchungszeitpunkt funktional 

recht gut kompensiert (UV act. 151 S. 23).

3.5    Anlässlich der Untersuchung vom 15. September 2007 durch Dr. F.___ klagte der 

Beschwerdeführer über Kreuzschmerzen morgens beim Aufstehen sowie Krämpfe in 

den Beinen. Er nehme jeden Tag Medikamente ein. Sitzen sei beschwerdefrei möglich, 

jedoch verspüre er beim Aufstehen ein schweres Gefühl im Kreuz. Während der Arbeit 

komme es vor allem zu Verspannungen im Rücken, hauptsächlich in der 

Brustwirbelsäule (BWS), im Nacken und in den Schultern. Lediglich bei schwerem 

Lastenheben verspüre er etwas Signale lumbal. Ameisenlaufen komme im Alltag nicht 

mehr vor, selten noch etwas Kribbeln nachts. Nach dem Tagwerk fühle er sich 

allgemein besser beweglich als am Morgen. Die Nachtruhe werde nach schwerer Arbeit 

wegen Krämpfen am ganzen Körper gestört, was er jedoch mit einem Medikament 

lindern könne. Nach der Arbeit gehe er oft zur Gruppen-Wassergymnastik und übe 

täglich nach dem Nachtessen mit Gummibändern (UV act. 151 S. 15). Dr. F.___ 

beschreibt die angegebenen Beschwerden als nachvollziehbar und glaubhaft. Der 

Beschwerdeführer habe auf Grund seiner positiven Grundeinstellung und seines 

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ehrlichen Charakters dazu beigetragen, aus seiner Arbeitssituation das Beste zu 

machen und einen Leistungswillen im bestmöglichen Ausmass bewiesen (UV act. 151 

S. 25).

3.6    Die geschilderten Beschwerden zeigen auf, dass der Beschwerdeführer nach wie 

vor an Schmerzen leidet, auch bezogen auf die Lendenwirbelsäule, ohne dass die 

Beschwerden jedoch einem einzelnen Bewegungssegment, insbesondere der durch 

den Unfall mit verursachten Diskushernie L4/5, klar zugeordnet werden können. Auf der 

Höhe L5/S1 konnte schon in der Kernspintomographie vom 4. März 2004 eine 

fortgeschrittene Diskusdegeneration mit leichter Spondylarthrose sowie medianer und 

medio-rechts-rezessaler bis foraminaler flachbogiger Diskushernie mit minimaler 

Verlagerung der Nervenwurzel S1 rechts und ohne Kompression der Nervenwurzel L5 

rechts festgestellt werden (UV act. 34). Auch diese könnte die geklagten lumbalen 

Schmerzen verursachen. Eine Lumboischialgie konnte durch Dr. F.___ nicht mehr 

diagnostiziert werden. Vielmehr konnte von einem relativ stabilen Zustand 

ausgegangen werden. Dr. F.___ sowie die Dres. B.___ und A.___ gehen 

übereinstimmend davon aus, dass der Unfall eine vorübergehende Verschlechterung 

eines symptomlosen Zustands verursacht hat. Dass die durch das Ereignis vom Juni 

2003 betroffene Diskushernie L4/5 nach wie vor eine relevante Teilursache der 

heutigen Beschwerden darstellt, erscheint beim aktuellen symptomatischen 

Beschwerdebild als nicht überwiegend wahrscheinlich. Die Fachärzte sind sich 

vielmehr darin einig, dass spätestens nach fünf Jahren der status quo sine eingetreten 

ist. Ihre Differenz bezieht sich in eher theoretischer Hinsicht auf die konkreten 

Auswirkungen des Unfallereignisses auf die Wirbelsäule des Beschwerdeführers im 

Zeitpunkt des Unfallgeschehens. Nachdem die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht für den Beschwerdeschub bzw. die mit verursachte Diskushernie L4/5 

während weit über den von der Rechtsprechung aufgrund der Erfahrung und dem 

medizinischen Wissensstand anerkannten Zeitraum hinaus anerkannt hat, kann von 

einer weitergehenden Beurteilung dieser Frage abgesehen werden.

4.         

4.1    Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass zwischen dem Unfall und den 

geklagten Schulterbeschwerden ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe, weil 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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eine derart massive Durchtrennung der Supraspinatussehne den degenerativen 

Vorzustand unbedeutend erscheinen lasse. Dieser sei durch den Unfall verschlimmert 

worden, weshalb die Leistungspflicht des Unfallversicherers gegeben sei.

4.2    Anlässlich des Ereignisses vom 28. Juni 2003 stürzte der Beschwerdeführer 

offenbar auch auf die linke Schulter, weil sein linkes Bein angeblich wegen 

Kraftverlustes nachgegeben hatte. Das KSSG berichtete am 23. September 2003 über 

eine ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit der linken Schulter vor allem über dem 

Acromioclaviculargelenk (Schultergelenk) sowie links brustkorbwärts. Eine Diagnose 

hinsichtlich der Schulterschmerzen wurde indessen nicht gestellt (UV act. 11). Diese 

besserten denn auch während des stationären Aufenthalts in Valens (UV act. 43). I.___, 

Physiotherapie, Klinik Valens, äusserte im Austrittsbericht vom 22. September 2003 für 

den Fall, dass die Schulterbeschwerden nicht bessern würden, den Verdacht einer 

Rotatorenmanschettenläsion bei vorbestehender Periarthritis humeroscapularis 

beidseits. Im Austrittsbericht von Dr. med. G.___, Oberärztin Rheumatologie, und Dr. 

med. H.___, Abteilungsarzt, vom 20. Oktober 2003 wurde eine Periarthritis 

humeroscapularis tendinopathica beidseits diagnostiziert, ohne die Verdachtsdiagnose 

zu erwähnen (UV act. 29). Bei der Untersuchung durch die MEDAS Ostschweiz vom 25. 

Oktober und 5. November 2004 zeigte sich lediglich ein leicht schmerzhafter 

Infraspinatus-Muskel, ohne Auslösen einer reffered-pain-Symptomatik. Der 

Beschwerdeführer beklagte in dieser Untersuchung auch keine Schulterbeschwerden 

(UV act. 58 S. 8 und 3). Als Diagnose wurden Tendomyosen (Muskelrheuma) des linken 

Schultergürtels nach posttraumatischer Periarthritis humeroscapularis tendomyotica 

nach Sturz vom 28. Juni 2003 angeführt (UV act. 58 S. 12). Gegenüber Dr. C.___ 

erwähnte der Beschwerdeführer an 16. Dezember 2005 neben den 

Wirbelsäulenbeschwerden Schultergelenkschmerzen mehr rechts als links. Diese seien 

initial aufgetreten im Anschluss an das Verhebetrauma. Bei späterer Befragung gab der 

Beschwerdeführer an, dass die Beschwerden schon vorbestehend seien. Dr. C.___ 

stellte die Diagnose einer Fibromyalgie (Weichteilrheuma), welche sich generalisiert 

habe (UV act. 85 S. 2). Ein Impingementsyndrom der linken Schulter fand sich erstmals 

anlässlich der Untersuchung durch Dr. D.___ am 19. September 2006, weshalb sich 

erneut der Verdacht einer Rotatorenmanschettenläsion ergab (UV act. 114 S. 2). Die 

MRI-Untersuchung vom 6. Dezember 2006 zeigte dann einen 10 mm grossen 

durchgehenden Riss der Supraspinatussehne (UV act. 125). Dr. F.___ fand im Bereich 

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des Schultergürtels eine endständig eingeschränkte Beweglichkeit bei prätraumatisch 

dokumentierbar vorbestehender Periarthritis humeroscapularis beidseits. Die seit 2002 

bestehenden Schulterbeschwerden seien auf Grund der Periarthritis humeroscapularis 

mit Rotatorenmanschettenirritation und Subacromialisläsion erklärt, welche als 

prätraumatisch dokumentierter Vorzustand durch das Unfallereignis nicht nachhaltig zu 

Schaden gekommen seien (UV act. 151 S. 22 und 24).

4.3    Es ist nicht bestritten, dass die Schulterbeschwerden beidseits vorbestehend 

sind. Die im vorliegenden Fall zur Diskussion stehende Rotatorenmanschettenläsion 

kann praxisgemäss unter die in Art. 9 Abs. 2 lit. f der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) aufgeführten Sehnenrisse subsumiert werden 

(BGE 123 V 44; RKUV 2002 Nr. U 469 S. 525 E. 2). Dabei schliesst ein degenerativer 

Vorzustand eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches 

Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest 

werden lässt. Es muss jedoch eine schädigende äussere Einwirkung wenigstens im 

Sinn eines Auslösungsfaktors zu den krankhaften oder degenerativen Ursachen 

hinzutreten, damit eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt (BGE 123 V 45 E. 2b 

mit Hinweisen).

4.4    Gegen das Vorliegen einer leistungsbegründenden unfallähnlichen 

Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV spricht, dass nach dem Unfall lediglich 

durch die Physiotherapeutin in Valens der Verdacht einer Rotatorenmanschettenläsion 

geäussert wurde, dieser Verdacht sich aber nicht erhärtete. Die Schmerzen waren im 

Rahmen der Periarthritis humeroscapularis erklärbar und besserten während des 

Aufenthalts in Valens. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit war durch die 

Wirbelsäulenbeschwerden begründet. Ein Impingementzeichen mit einem painful arc 

zeigte sich erstmals in der Untersuchung vom 19. September 2006. Erst danach konnte 

der Befund einer Supraspinatussehnenläsion erbracht werden. Schliesslich waren 

zwischenzeitlich die Schultergelenksschmerzen auf der rechten Seite stärker als links. 

Bei diesem Verlauf fehlt es an konkreten Anhaltspunkten, dass das Unfallereignis für 

die Schulterbeschwerden, welche nach ärztlicher Auffassung degenerativ bedingt sind, 

auch nur im Sinne eines auslösenden Faktors ursächlich war. Weil die für die geltend 

gemachte Körperschädigung typischen Beschwerden erst längere Zeit nach dem in 

Betracht fallenden Ereignis erstmals bzw. erneut aufgetreten sind, fehlt es an dem für 

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die Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung erforderlichen Nachweis der 

Kausalität (BGE 129 V 472). Die Beschwerdegegnerin hat eine Leistungspflicht 

hinsichtlich der Schulterbeschwerden deshalb zu Recht verneint.

5.         

Was schliesslich die Rüge des Rechtsvertreter des Beschwerdeführers anbetrifft, dass 

auf das Gutachten von Dr. F.___ nicht abgestellt werden könne, weil dieser den 

Unfallhergang nicht exakt schildere, sich nicht mit den Ergebnissen der vorangehenden 

Gutachten begründet auseinandersetze und ausserdem sein Gutachten im 

Widerspruch zur Beurteilung der MEDAS Ostschweiz stehe, erweist sich diese als 

unbegründet. Einerseits stimmten die MEDAS-Ärzte Dr. A.___ und Dr. B.___ dem 

Gutachter grundsätzlich in dessen Einschätzung zu und präzisierten seine Beurteilung 

lediglich bezogen auf die Diskushernie L4/5 zum Unfallzeitpunkt. Andererseits stützt 

sich das Gutachten von Dr. F.___ auf sämtliche Akten und ist in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtend und begründet. Einer detaillierten Wiederholung des an sich unstreitigen 

Unfallhergangs bedurfte es nicht. Auf das Gutachten kann somit abgestellt werden.

6.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

eingetreten werden kann. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.10.2008
	Art. 6, 36 UVG, Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV: Verhebetrauma bei Verlagern eines Patienten auf den Operationstisch. Mitursache der darauf festgestellten Diskushernie und Auslösen eines Beschwerdeschubs anerkannt. Status quo sine nach fünf Jahren erreicht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Oktober 2008, UV 2008/30).

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