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**Case Identifier:** b9b3d5b1-7dca-521e-b0d4-4d7d1c44bb2e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.11.2017 IV 2015/257
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-257_2017-11-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/257

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 27.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 27.11.2017
Art. 7 f. ATSG. Begriff der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität. In 
Anlehnung an die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den leichten bis 
mittelschweren depressiven Störungen kann auch eine körperliche 
Gesundheitsbeeinträchtigung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nur dann 
als invalidisierend gewertet werden, wenn alle therapeutischen Optionen 
ausgeschöpft worden sind respektive wenn eine Behandlungsresistenz 
besteht. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten während 
der 15-monatigen Behandlungsdauer vermag somit keinen Anspruch auf 
eine befristete IV-Rente zu begründen. Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit bei der über 60-jährigen Versicherten bejaht, da diese 
nach Behandlungsabschluss für kaufmännische Tätigkeiten wie auch für 
angepasste Hilfsarbeiten uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 27. November 2017, IV 2015/257).

Entscheid vom 27. November 2017

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2015/257

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana,

Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.___ meldete sich erstmals im Mai 1995 wegen Fussbeschwerden rechts zum Bezug 

von IV-Leistungen an (IV-act. 2 und 5). Sie gab an, sie habe den Beruf der 

kaufmännischen Angestellten erlernt. Nachdem sie eine Festanstellung als Telefonistin/

am Empfang gefunden hatte, wurden die beruflichen Eingliederungsbemühungen 

eingestellt (IV-act. 9). Im September 2002 meldete sich die Versicherte bei der 

Invalidenversicherung zur Umschulung und Arbeitsvermittlung an (IV-act. 10). Sie gab 

an, an starken Fuss- und Rückenschmerzen zu leiden. Die IV-Stelle wies das 

Leistungsgesuch am 19. Februar 2003 mit der Begründung, dass die Versicherte in 

ihrem erlernten Beruf als kaufmännische Angestellte zu 100 % arbeitsfähig sei, ab (IV-

act. 26). Im Juni 2003 meldete sich die Versicherte zum dritten Mal zum Bezug von IV-

Leistungen (Berufsberatung, Umschulung, Hilfsmittel) an (IV-act. 27). Sie verwies 

wiederum auf Fussprobleme rechts (Schmerzen, Lähmung), die seit einer Hallux-valgus 

Operation 1985 resp. seit einer missglückten Schraubenentfernung 1987 bestünden 

(vgl. auch IV-act. 5-4). Am 20. Januar 2004 erliess die IV-Stelle eine 

Nichteintretensverfügung (IV-act. 49).

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B. 

B.a  Im April 2013 meldete sich die Versicherte mit Verweis auf eine 

Schulterproblematik erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 79). Sie gab an, 

neben der kaufmännischen Lehre eine Ausbildung zur Rotkreuz-Pflegehelferin 

absolviert zu haben. Derzeit arbeite sie im Sinne eines Zwischenverdienstes (RAV) zu 

20-60 % als Haushaltshilfe für die B.___. Die gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe 

seit dem 30. Oktober 2012. Am 18. April 2013 werde sie operiert werden. Dr. med. 

C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, hatte der Unfallversicherung am 2. April 2013 

berichtet (IV-act. 80), dass die Versicherte an einer traumatischen 

Rotatorenmanschettenruptur bei Status nach einem Sturz auf die rechte Seite am 30. 

Oktober 2012 leide. Sie sei seit dem 30. Oktober 2012 und bis auf weiteres zu 100 % 

arbeitsunfähig.

B.b  Der Vertrauensarzt Dr. med. D.___, Facharzt für Innere Medizin, nahm am 11. April 

2013 im Auftrag der Unfallversicherung Stellung zum Unfallereignis vom 30. Oktober 

2012 (Fremdakten, nicht nummeriert). Er erklärte, dass die im Rahmen einer 

Heckauffahrkollision vom 12. Oktober 2012 zugezogene HWS-Distorsion und die LWS-

Kontusion bei fehlenden objektivierbaren traumatischen Läsionen und bei einer bereits 

am 30. Oktober 2012 nachgewiesenen freien HWS-Beweglichkeit per Ende 2012 als 

folgenlos geheilt betrachtet werden müssten. Nach der vorgeschlagenen 

Schulterarthroskopie mit Rotatorenmanschettenrekonstruktion werde weiterhin eine 

100 %ige Arbeitsunfähigkeit von ca. 3 bis 4 Monaten bestehen. Dies sei jedoch 

abhängig vom Operationsbefund, der Therapiewahl und dem anschliessenden 

Rehabilitationsverlauf. Da die Versicherte einer körperlichen Tätigkeit nachgehe, könne 

die Arbeitsunfähigkeit auch durchaus 6 Monate betragen. Am 18. April 2013 führte Dr. 

med. E.___, Orthopädie F.___, die angekündigte Schulterarthroskopie mit 

arthroskopischer subacromialer Dekompression rechts und die 

Supraspinatussehnennaht und Bizepstenodese Schulter rechts durch (Fremdakten).

B.c  Die B.___ berichtete der IV-Stelle am 30. April 2013 (IV-act. 86), dass sie die 

Versicherte seit dem 21. Januar 2011 als Haushelferin beschäftige. Die Arbeitszeit sei 

unregelmässig. Der Stundenlohn betrage netto Fr. 18.10. Seit dem 12. Oktober 2012 

sei die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig.

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B.d  Am 24. Mai 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund des 

Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 91).

B.e  Dr. E.___ berichtete der Unfallversicherung am 12. Juli 2013 (Fremdakten), dass 

die Behandlung der rechten Schulter noch nicht abgeschlossen sei. Die 100 %ige 

Arbeitsunfähigkeit werde voraussichtlich bis ca. August 2013 andauern. Derselbe Arzt 

berichtete der IV-Stelle am 16. September 2013 (IV-act. 99), dass sich die Versicherte 

aktuell in einer postoperativen Rehabilitation mit einer deutlichen Verbesserung des 

Kraft- und Bewegungsumfanges befinde. Aktuell sei die bisherige Tätigkeit der 

Versicherten noch nicht zumutbar. Der Hausarzt der Versicherten, Dr. C.___, gab in 

seinem Bericht vom 8. November 2013 zuhanden der IV-Stelle (IV-act. 103) an, dass 

die Versicherte an andauernden belastungsabhängigen Schulter-/Armschmerzen 

rechtsbetont, an belastungsabhängigen Rückenschmerzen, an einer 

Antriebsminderung, an einer fehlenden Ausdauer und an 

Grundstimmungsschwankungen leide. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei sie seit 

dem 30. Oktober 2012 und bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Auch 

behinderungsadaptierte Tätigkeiten seien ihr nicht zumutbar. Die Prognose sei 

schlecht. Dr. E.___ berichtete der Unfallversicherung am 14. November 2013 

(Fremdakten), dass sich bei der letzten Kontrolle am 4. November 2013 eine deutliche 

Verbesserung der Schmerzen sowie der Beweglichkeit gezeigt habe. Voraussichtlich 

bestehe weiterhin ein verzögerter Verlauf. Als bleibender Nachteil sei möglicherweise 

eine Belastungs- und Bewegungseinschränkung am operierten Schultergelenk zu 

erwarten. Im Verlaufsbericht vom 20. Dezember 2013 bezeichnete Dr. E.___ den 

Gesundheitszustand als stationär (IV-act. 104-4 ff.). Er erklärte, dass der Versicherten 

die bisherige Tätigkeit derzeit nicht zumutbar sei. In einer Tätigkeit ohne körperliche 

Belastung des rechten Schultergürtels und Armes (Tragen von Lasten bis 2 kg, kein 

Heben des Armes über die Horizontale) wäre sie aber theoretisch ganztags zu 100 % 

arbeitsfähig. RAD-Ärztin Dr. med. G.___ notierte am 6. Januar 2014 (IV-act. 115), dass 

der Versicherten eine adaptierte Tätigkeit mindestens zu 50 % steigerbar zumutbar sei.

B.f  Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt am 23. Januar 2014 fest (IV-

act. 116-4), dass die Versicherte beim Assessmentgespräch vom Vortag gesundheitlich 

stark angeschlagen gewirkt habe. Zum jetzigen Zeitpunkt sei sie nicht vermittelbar. Am 

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5. Februar 2014 fand ein Strategiegespräch zwischen der IV-Sachbearbeiterin, der 

Eingliederungsverantwortlichen und der RAD-Ärztin Dr. G.___ statt (IV-act. 117). Die IV-

Sachbearbeiterin protokollierte, dass die Versicherte in der Stellensuche nicht 

eingeschränkt sei. Ein Arbeitsplatzerhalt bzw. eine Umplatzierung beim bisherigen 

Arbeitgeber B.___ seien zu prüfen. Weitere Massnahmen seien nicht angezeigt.

B.g  Am 3. März 2014 wurde die Versicherte im Auftrag der Unfallversicherung durch 

Dr. med. H.___, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

orthopädisch-chirurgisch begutachtet (Gutachten vom 14. April 2014, Fremdakten). Die 

Diagnosen lauteten u.a.:

•  Therapieresistente Schmerzen am rechten Schultergelenk mit leichter 

Bewegungseinschränkung

•  wechselnde HWS-Funktionsstörungen mit Schmerzen bei degenerativen 

Veränderungen, Gelenksverschleiss im Segment C7/Th 1 (= Spondylarthrose)

•  wechselnde spondylogene und diskogene Lumbalbeschwerden bei fortgeschrittenen 

degenerativen Veränderungen, leichter Hohl-Rundrückentendenz, geringer 

linkskonvexer LWS-Skoliose und muskulärer Dysbalance

•  ausgeprägte Hallux-Varus-Fehlstellung nach Operation wegen Hallux valgus mit 

ausgeprägter Grosszehengrundgelenksarthrose rechts und Zustand nach 

Hammerzehen-Operation II rechts

•  Hallux valgus links und weniger ausgeprägte Grosszehengrundgelenksarthrose 

rechts bei beidseitigem Senkspreizfuss und Arthrose des Talonavikulargelenks bds.

Dr. H.___ erklärte, dass die Beweglichkeit im rechten Schultergelenk zwar aktiv und 

passiv wieder relativ gut hergestellt sei; insgesamt bestünden aber noch einzelne 

Symptome im Sinne einer Rotatorenmanschettenschädigung, die offenbar noch 

anhaltende, wechselhaft intensive Beschwerden am rechten Schultergelenk 

begründeten. Die Überprüfung der vorgelegten Röntgendokumente habe an allen drei 

Wirbelsäulenabschnitten im Laufe des Lebens eingetretene Aufbrauch- und 

Umformungsveränderungen sowohl an den Wirbelkörpern als auch an den 

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Zwischenwirbelscheiben und den kleinen Wirbelgelenken in mehreren Etagen ergeben. 

Dies mache wiederholt auftretende Funktionsbeschwerden vorwiegend im Bereich der 

HWS und der LWS plausibel und sollte grundsätzlich durch − die Rumpfmuskulatur 

aufbauende − Trainingsmassnahmen beantwortet werden. Sicherlich nicht 

unproblematisch sei der Zustand nach Hallux-Valgus-Korrekturoperation mit einem 

ungünstigen Ergebnis rechts. Die dort vorgefundenen Aufbrauch- und 

Umformungsveränderungen seien aber als lokales Problem anzusehen. Die HWS-

Schleudertrauma-Symptomatik sei bereits nach 14 Tagen deutlich rückläufig gewesen, 

sodass ab dem 30. Oktober 2012 ein Arbeitsversuch mit 50 % habe erfolgen sollen. 

Dies spreche für einen regelhaften Heilungsprozess nach einem sog. 

"Schleudertrauma" mit leichten bis mittleren Auswirkungen. Der Status quo sine sei im 

Bereich der Wirbelsäule spätestens Ende Dezember 2012 erreicht gewesen. Das 

Sturzereignis vom 30. Oktober 2012 habe offenbar zur Bewusstwerdung struktureller 

Veränderungen im Bereich des rechten Schultergelenks geführt, die mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit bereits vor dem Unfallereignis vorgelegen hätten. Bezüglich des 

Unfalls vom 30. Oktober 2012 wäre der Status quo spätestens Ende Oktober 2013 

eingetreten, wenn der Heilungsprozess nicht durch den operativen Eingriff vom 18. 

April 2013 unterbrochen worden wäre. Die weitere Entwicklung im Bereich des rechten 

Schultergelenks wie auch der drei Wirbelsäulenabschnitte hänge wesentlich vom 

Gesamtverhalten der Versicherten sowie von ihrer gesundheitlichen Situation in 

anderen Bereichen ab. Durch das zunehmende Alter seien die üblicherweise zu 

beobachtenden allmählichen Verschlechterungen als natürliche weitere Entwicklung 

anzusehen. Nicht unerheblich erscheine aber auch das Selbstverständnis der 

Versicherten und ihrer Wahrnehmung der körperlichen Einschränkungen. 

Gegebenenfalls sollte von hausärztlicher Seite überprüft werden, ob eine 

psychologische bzw. psychosomatische Behandlung geeignet wäre, weitere 

Fortschritte zu erreichen.

B.h  RAD-Ärztin Dr. G.___ notierte am 3. Juni 2014 (IV-act. 129), dass an der bisherigen 

medizinischen Beurteilung festgehalten werden könne. Gemäss Dr. H.___ bestehe rein 

unfallbedingt keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Weitere krankheitsbedingte Diagnosen 

habe er nicht gestellt. Zur Gesamtarbeitsfähigkeit habe er nicht Stellung genommen. 

Am 16. Juli 2014 (IV-act. 132) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen würden. Zur Begründung hielt 

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sie fest, dass bei B.___ kein angepasster Arbeitsplatz zur Verfügung stehe. Zudem sei 

die Versicherte von ihrem Arzt weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben.

B.i Dr. E.___ berichtete der IV-Stelle am 2. Dezember 2014 (IV-act. 136), dass sich bei 

der Kontrolle am 26. November 2014 eine Verbesserung des aktiven 

Bewegungsumfangs bei einer Persistenz diffuser Schmerzen im Bereich der Schulter, 

insbesondere bei belasteten Bewegungen, gezeigt habe. Die bisherige Tätigkeit sei der 

Versicherten nicht mehr möglich. Tätigkeiten ohne den Einsatz des rechten Arms mit 

Belastungen über 2 kg und ohne Überkopftätigkeiten seien der Versicherten 

theoretisch zu 100 % zumutbar. Zu beachten sei, dass zusätzlich Rückenbeschwerden 

bestünden, sodass eine möglichst wechselhafte Tätigkeit mit Sitzen, Gehen und 

Stehen ideal wäre. Dr. C.___ bezeichnete den Gesundheitszustand am 7. Dezember 

2014 als stationär bis verschlechtert (IV-act. 137). Er führte aus, dass seiner Meinung 

nach auch für leidensadaptierte Tätigkeiten maximal eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Die Prognose sei ungewiss, eher schlecht. RAD-Ärztin Dr. G.___ notierte am 

5. Januar 2015 (IV-act. 142), dass eine Belastungseinschränkung der rechten Schulter 

nach einer Rotatorenmanschettenruptur und Wirbelsäulenbeschwerden bei 

degenerativen Veränderungen bestünden. Ausserdem leide die Versicherte an 

Fussbeschwerden bei einem Hallux valgus und Arthrosen. Einschränkungen bestünden 

für Tätigkeiten mit Heben und Tragen über 2 kg repetitiv für den rechten Arm sowie für 

Arbeiten über Kopf mit dem rechten Arm. Die Rückenbelastbarkeit für Arbeiten in 

Wirbelsäulenzwangshaltungen und einseitigen Wirbelsäulenhaltungen sei 

eingeschränkt. Aufgrund der Fussbeschwerden bestehe eine Einschränkung für 

längeres Stehen und Gehen. Die angestammte Tätigkeit als Haushaltshilfe sei der 

Versicherten seit dem 12. Oktober 2012 nicht mehr zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit 

adaptiert betrage seit dem 20. Dezember 2013 100 %.

B.j Im von der Versicherten am 15. Januar 2015 unterzeichneten Fragebogen zur 

Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt (IV-act. 144) war vermerkt 

worden, dass die Versicherte ohne Behinderung heute in einem Pensum von 80-100 % 

als Haushaltshilfe/Reinigungsfachfrau tätig wäre. Auf der gleichen Zeile war mit einem 

anderen Stift (und ev. sogar einer anderen Handschrift) vermerkt worden, dass das 

Arbeitspensum ohne Gesundheitsschaden 100 % betragen würde. Ein IV-

Sachbearbeiter notierte am 21. April 2015 (IV-act. 146), dass aufgrund der bisherigen 

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Erwerbstätigkeit nicht von einer Vollerwerbstätigkeit ausgegangen werden könne. Die 

Versicherte habe sich beim RAV mit einer Vermittelbarkeit von 80 % angemeldet (vgl. 

IV-act. 87-2); dies werde als realistischer Wert betrachtet. Im Haushalt werde eine 

Einschränkung von 20 % angenommen. Da aufgrund der vollen Arbeitsfähigkeit kein 

Rentenanspruch entstehen könne, werde auf eine Abklärung an Ort und Stelle 

verzichtet.

B.k  Mit Vorbescheid vom 21. April 2015 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei 

einem IV-Grad von 4 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 147). Zur 

Begründung hielt sie fest, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden zu ca. 80 % 

als Haushaltshilfe tätig wäre; die restlichen 20 % entfielen auf den Aufgabenbereich 

(eigener Haushalt). Eine adaptierte Tätigkeit sei der Versicherten zu 100 % zumutbar. In 

einer solchen Tätigkeit könnte sie − wie als Gesunde − ein Bruttoeinkommen von Fr. 

41'155.-- erzielen. Im eigenen Haushalt sei die Versicherte zu 20 % eingeschränkt. Der 

IV-Grad im Erwerb betrage folglich 0 % und jener im Haushalt 4 %. Dagegen liess die 

Versicherte am 27. April 2015 einwenden (IV-act. 148), dass die massiven 

Fussprobleme nicht berücksichtigt worden seien. Stehende oder gehende Tätigkeiten 

seien ihr nicht mehr möglich. Den jahrelang ausgeübten Beruf als Haushaltshilfe könne 

sie nicht mehr ausüben. Eine adaptierte Tätigkeit werde sie aufgrund ihres Alters nicht 

mehr finden.

B.l Mit Verfügung vom 2. Juli 2015 (IV-act. 149) wies die IV-Stelle das Rentengesuch 

wie angekündigt bei einem IV-Grad von 4 % ab. Zum Einwand hielt sie fest, dass die 

Versicherte keine neuen, medizinisch begründbaren wesentlichen Änderungen der 

Befunde oder Symptome mitgeteilt habe.

C.

C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

27. August 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Rente. Zur Begründung 

machte er geltend, dass die Beschwerdeführerin unter drei verschiedenen, aber im 

Gesamtkontext zusammenspielenden gesundheitlichen Einschränkungen leide. Die 

operierte Schulter könne nicht mehr vollumfänglich eingesetzt werden, die Füsse seien 

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vor kurzem operiert worden und es bestünden Restbeschwerden in der HWS und 

Beschwerden an der übrigen Wirbelsäule. Dr. E.___ habe bei seiner 

Arbeitsfähigkeitsschätzung die Fussbeschwerden nicht berücksichtigt. Stehende oder 

gehende Tätigkeiten seien nicht mehr realistisch. Trotzdem habe der RAD auf die 

Beurteilung von Dr. E.___ vom 20. Dezember 2013 abgestellt. Die RAD-Beurteilung sei 

daher nicht zuverlässig und nicht schlüssig. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit sei im Übrigen nicht mehr verwertbar: Kein Arbeitgeber würde den 

absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand bei einer 62-Jährigen auf sich 

nehmen.

C.b Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 19. Oktober 2015 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung hielt sie fest, dass der RAD 

bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung sämtliche Gesundheitsschäden berücksichtigt 

habe. Auf dessen Einschätzung sei vollumfänglich abzustellen. Es treffe nicht zu, dass 

es für die Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstelle 

mehr gebe. Geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, 

Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der 

Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung. Der ausgeglichene Arbeitsplatz enthalte zudem 

Nischenarbeitsplätze, an denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen des 

Arbeitgebers rechnen könnten. Die Beschwerdeführerin sei zum Zeitpunkt der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD, auf die es bei der Beurteilung der 

Restarbeitsfähigkeit infolge des Alters ankomme, 61-jährig gewesen. Zudem liege ein 

stabiler Gesundheitszustand vor. Die angefochtene Verfügung sei rechtmässig.

C.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragte am 29. Oktober 2015 

anstelle einer schriftlichen Replik eine mündliche Verhandlung (act. G 6). Das Gericht 

informierte die Parteien, dass der Termin für die mündliche Verhandlung rechtzeitig 

bekannt gegeben werde (act. G 7).

C.d Die Beschwerdegegnerin reichte am 3. Juni 2016 weitere Unterlagen der 

Unfallversicherung betreffend den Unfall vom 30. Oktober 2012 ein (act. G 8). Die 

Beschwerdeführerin war am 20. April 2015 im Auftrag der Unfallversicherung durch Dr. 

med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

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Bewegungsapparates, Klinik J.___, untersucht worden (act. G 8.1.1). Die Diagnosen 

lauteten:

•  Residuelle Funktionseinschränkung der rechten Schulter posttraumatisch nach Sturz 

mit konsekutiver SSP-Sehnen-Partialruptur

•  Status nach transossärer Reinsertion der RM mit Tenodese der LB-Sehne rechts am 

18. April 2013

•  AC-Gelenksarthrose, Ganglionzyste im Tuberculum majus

•  degenerative HWS-Veränderungen mit Status nach HWS-Beschleunigungstrauma 

am 12. Oktober 2012

•  Hallux Valgus Deformität mit Status nach Vorfusskorrektur am 25. Februar 2015 links 

mit Status nach Schraubenentfernung Metatarsale I am 10. April 2015.

Dr. I.___ hatte erklärt, dass die beklagten Beschwerden durch die klinischen Befunde 

durchaus erklärbar seien. Die RM-Rekonstruktion scheine gelungen, die 

Beschwerdeführerin sei auch ohne Medikation weitgehend schmerzfrei und die 

Beweglichkeit sei aktiv wie passiv wieder weit über die Horizontale gegeben. Im 

Vordergrund stehe eine Kraftminderung, die zum einen durch die leichte 

Muskelatrophie des M. Supraspinatus, welcher sich bekanntlich auch postoperativ 

nach einer Sehnenrekonstruktion nicht vollumfänglich wieder erholen könne, bedingt 

sei. Zum anderen sei die Kraftminderung auch auf den leichten Schaden der 

Deltamuskulatur zurückzuführen. Dr. I.___ war zum Schluss gekommen, dass die 

mittels Arthro-MRT am 12. März 2013 dokumentierte RM-Ruptur der SSP-Sehne mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem 

Unfall vom 30. Oktober 2012 stehen dürfte. Der Heilungsverlauf dürfte nach inzwischen 

zwei Jahren weitgehend abgeschlossen sein; man könne von einem Endresultat 

ausgehen. Für die Tätigkeit als Haushelferin sei für das bisherige Pensum von 7-9 

Stunden pro Woche von einer bleibenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von max. 

10 % auszugehen. In einer Verweistätigkeit, unter Berücksichtigung der 

eingeschränkten Belastbarkeit der rechten Schulter mit einer Gewichtslimite von rund 

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20 kg bis Lendenhöhe bzw. 15 kg bis Brusthöhe dürfte eine vollzeitige Arbeitstätigkeit 

zumutbar sein.

C.e Am 6. Juni 2017 forderte das Gericht Dr. E.___ auf (act. G 9) anzugeben, ob am 1. 

Oktober 2013 für adaptierte Tätigkeiten immer noch eine teilweise Arbeitsunfähigkeit 

bestanden habe und falls ja, wie sich der Arbeitsfähigkeitsgrad für adaptierte 

Tätigkeiten bis Ende Dezember 2013 entwickelt habe. Dr. E.___ antwortete am 19. Juni 

2017 (act. G 10), dass am 1. Oktober auch für adaptierte Tätigkeiten keine 

Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Auf Nachfrage hin ergänzte er am 6. Juli 2017, dass 

zwischen dem 1. Oktober 2013 und dem 20. Dezember 2013 für eine adaptierte 

Tätigkeit als Haushaltshilfe keine Arbeitsfähigkeit bestanden habe.

C.f  Am 24. Juli 2017 teilte das Gericht dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

mit (act. G 14), dass seinem Antrag auf eine mündliche Erstattung der Replik nicht 

stattgegeben werden könne. Es setzte ihm eine Frist zur Einreichung einer schriftlichen 

Replik.

C.g In seiner Replik vom 4. September 2017 machte der Rechtsvertreter ergänzend 

geltend (act. G 15), der RAD habe in seiner Stellungnahme vom 6. Januar 2014 

akzeptiert, dass eine adaptierte Tätigkeit zu mindestens 50 % steigerbar zumutbar sei. 

Auch Dr. C.___ habe der Beschwerdeführerin für adaptierte Tätigkeiten eine maximal 

50 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Dr. E.___ habe bei seiner Einschätzung nur die 

Schulter- und Armprobleme, nicht jedoch die Rücken- und Fussprobleme 

berücksichtigt. Der RAD habe seinen Gesinnungswandel, d.h. weshalb auf einmal nicht 

mehr eine 50 %ige, sondern eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bestehen solle, nicht 

begründet. Dr. H.___ habe sich in erster Linie mit unfallbedingten Verletzungen befasst. 

Alle übrigen krankheitsbedingten Leistungseinschränkungen habe er in seinem Bericht 

stiefmütterlich behandelt. Zudem habe er keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeit gemacht. Da die Beschwerdeführerin eine typische Drei-Etagen-

Behinderung habe, sei die optimistische und durch keine medizinischen Akten 

gedeckte Angabe einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsangepassten Tätigkeit einfach nicht glaubwürdig. Ein interdisziplinäres 

Gutachten würde möglicherweise mehr kosten als eine retrospektive halbe Rente. Der 

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Beschwerdeführerin sei daher eine volle, eventualiter mindestens eine halbe Rente, 

zuzusprechen.

C.h Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 16).

Erwägungen

1.

Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss Art. 60 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der 

Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 2. Juli 2015, die 

Beschwerde ist aber erst am 27. August 2015 erhoben worden. Die Verfügung ist 

gemäss dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 3. Juli 2015 zugestellt 

worden. Die Frist hat somit am 4. Juli 2015 zu laufen begonnen. Gesetzliche oder 

behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen vom 15. Juli 

bis und mit dem 15. August still (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG). Der 27. August 2015 ist 

daher erst der 23. Tag der Frist gewesen. Der Rechtsvertreter hat also rechtzeitig 

Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.

2. 

2.1  Die Beschwerdeführerin hatte sich bereits in den Jahren 1995, 2002 und 2003 zum 

Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Das Leistungsbegehren war letztmals mit 

Verfügung vom 19. Februar 2003 rechtskräftig abgewiesen worden. Auf die Anmeldung 

vom Juni 2003 ist die Beschwerdegegnerin nicht eingetreten. Bei der Anmeldung vom 

April 2013 handelt es sich somit um eine sogenannte Wiederanmeldung.

2.2  Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 

831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird, 

dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 

hat. Die Beschwerdeführerin hat der IV-Anmeldung einen Bericht ihres Hausarztes vom 

2. April 2013 zuhanden der Unfallversicherung beigelegt. Diesem war zu entnehmen, 

dass sich die Beschwerdeführerin bei einem Sturzereignis am 30. Oktober 2012 eine 

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traumatische Rotatorenmanschettenruptur zugezogen habe und seither arbeitsunfähig 

sei. Die Beschwerdeführerin hat mit dem eingereichten Arztbericht somit eine 

gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist 

daher zu Recht auf die Wiederanmeldung eingetreten.

2.3  Mit der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2015 hat die Beschwerdegegnerin 

dann allerdings einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 

4 % verneint.

3. 

3.1  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

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3.3  Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin − unter der hypothetischen 

Annahme, dass sie nicht an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden würde − als zu 

80 % erwerbstätig und als zu 20 % im Aufgabenbereich (eigener Haushalt) tätig 

eingestuft. Die Beschwerdeführerin hat im Fragebogen vom 15. Januar 2015 

angegeben, dass sie ohne Behinderung in einem Pensum von 80-100 % erwerbstätig 

wäre. Die Beschwerdeführerin ist seit 1990 geschieden und alleinstehend. Selbst wenn 

davon ausgegangen würde, dass sie ohne Behinderung in ihrem erlernten Beruf als 

kaufmännische Angestellte tätig wäre, so würde sie kein hohes Einkommen erzielen, da 

sie zuletzt im Jahr 2003 auf diesem Beruf gearbeitet hat. Wäre die Beschwerdeführerin, 

wenn sie gesund wäre, lediglich zu 80 % erwerbstätig, könnte sie wegen der knappen 

finanziellen Mittel nur ein sehr bescheidenes Leben führen. Da die Beschwerdeführerin 

alleinstehend ist, fehlt es zudem an einer familiären Notwendigkeit für einen reduzierten 

Beschäftigungsgrad. Demzufolge ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, 

dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen zu 100 % 

erwerbstätig wäre. Der IV-Grad ist folglich anhand eines reinen Einkommensvergleichs 

zu berechnen.

4. 

4.1  Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen. Die Beschwerdeführerin beklagt insbesondere Rückenbeschwerden, 

Fussbeschwerden und Schulterbeschwerden rechts.

4.1.1  Der Vertrauensarzt der Unfallversicherung, Dr. D.___, und der von der 

Unfallversicherung beauftragte orthopädische Gutachter Dr. H.___ sind davon 

ausgegangen, dass das beim Auffahrunfall vom 12. Oktober 2012 erlittene HWS-

Schleudertrauma per Ende 2012 folgenlos abgeheilt sei. Dr. H.___ hat die geltend 

gemachten Funktionsbeschwerden vorwiegend im Bereich der HWS und der LWS 

aufgrund der an allen drei Wirbelsäulenabschnitten bestehenden Aufbrauch- und 

Umformungsveränderungen sowohl an den Wirbelkörpern als auch an den 

Zwischenwirbelscheiben und den kleinen Wirbelgelenken in mehreren Etagen als 

plausibel erachtet. Hinweise für eine radikuläre Symptomatik sind seinem Gutachten 

nicht zu entnehmen. Bezüglich der Rückenbeschwerden hat er lediglich die 

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Rumpfmuskulatur aufbauende Trainingsmassnahmen empfohlen. Der behandelnde 

Orthopäde Dr. E.___ hat den belastungsabhängigen Rückenbeschwerden in seinem 

Bericht vom 2. Dezember 2014 keinen quantitativen (d.h. zeitlichen), sondern lediglich 

einen qualitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen, indem er eine 

wechselbelastende Tätigkeit als ideal bezeichnet hat. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ hat 

diese Einschätzung als plausibel erachtet und ergänzend bemerkt, dass die 

Rückenbelastbarkeit für Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen und in einseitigen 

Wirbelsäulenhaltungen eingeschränkt sei. Angesichts der objektivierbaren 

degenerativen Veränderungen im HWS-, LWS- und BWS-Bereich überzeugen die 

Einschätzungen von Dr. E.___ und der RAD-Ärztin, laut denen eine verminderte 

Belastbarkeit des Rückens besteht, die aber nur einen qualitativen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit hat.

4.1.2  Seit einer missglückten Hallux-Valgus-Operation im Jahr 1985 mit 

Schraubenentfernung im Jahr 1987 leidet die Beschwerdeführerin an 

Fussbeschwerden rechts mit Arthrosen. Links besteht ebenfalls ein Hallux valgus mit 

Arthrose. Die Beurteilung der RAD-Ärztin vom 5. Januar 2015, dass der 

Beschwerdeführerin Tätigkeiten, die längeres Stehen und Gehen erfordern, nicht mehr 

zumutbar sind, leuchtet daher ein. Gründe, weshalb die Fussbeschwerden in einer 

adaptierten Tätigkeit eine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken sollten, 

sind nicht ersichtlich. In Bezug auf die Fussbeschwerden kann daher auf die 

Einschätzung der RAD-Ärztin abgestellt werden.

4.1.3  Die Beschwerdeführerin hat sich beim Sturz am 30. Oktober 2012 eine SSP-

Sehnen-Partialruptur rechts zugezogen (siehe z.B. Gutachten von Dr. I.___). Die 

Schulteroperation ist erst Monate später, nämlich am 18. April 2013, erfolgt. Dr. D.___ 

ist in seiner Stellungnahme vom 11. April 2013 davon ausgegangen, dass nach der 

Operation für ca. 3 bis 4 Monate, für körperliche Arbeiten möglicherweise sogar für 6 

Monate, weiterhin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestehen werde. Der Operateur Dr. 

E.___ hat in einem Bericht vom 12. Juli 2013 erklärt, dass die 100 %ige 

Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich bis ca. August 2013 andauern werde. Am 16. 

September 2013 hat er dann jedoch berichtet, dass sich die Beschwerdeführerin 

weiterhin in der postoperativen Rehabilitation befinde. Am 14. November 2013 hat er 

darauf hingewiesen, dass ein verzögerter Verlauf bestehe. Schliesslich hat Dr. E.___ der 

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Beschwerdeführerin am 20. Dezember 2013 für eine adaptierte Tätigkeit ohne 

körperliche Belastung des rechten Schultergürtels und Armes (Tragen von Lasten bis 2 

kg, kein Heben des Armes über die Horizontale) wieder eine volle Arbeitsfähigkeit 

bescheinigt. Die bisherige Tätigkeit als Haushaltshilfe hat er weiterhin als nicht 

zumutbar erachtet. Auf Rückfrage des Gerichts hin hat Dr. E.___ am 19. Juni/6. Juli 

2017 bestätigt, dass bis zum 20. Dezember 2013 für jegliche Tätigkeiten eine volle 

Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Dass sich der postoperative Heilungsverlauf im 

vorliegenden Fall verzögert hat, ist plausibel, zumal Dr. E.___ im September 2013 und 

im November 2013, d.h. 5 respektive 7 Monate nach der Operation, noch über 

deutliche Verbesserungen der Schulterproblematik berichtet hat. Auch die RAD-Ärztin 

hat es für nachvollziehbar erachtet, dass für adaptierte Tätigkeiten erst ab dem 20. 

Dezember 2013 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden hat (siehe Stellungnahme 

vom 5. Januar 2015, IV-act. 142-3). Angesichts der degenerativen Veränderungen im 

Rückenbereich, der persistierenden Restbeschwerden im rechten Schultergelenk und 

der Fussbeschwerden überzeugt auch die Einschätzung von Dr. E.___ und der RAD-

Ärztin, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Haushaltshilfe der Beschwerdeführerin 

seit Oktober 2012 andauernd nicht mehr zumutbar gewesen ist, da diese Tätigkeit 

körperlich fordernde Arbeiten wie Staubsaugen, Böden feucht aufnehmen, Fester 

putzen, Wäsche aufhängen und schwere Einkaufstaschen tragen beinhaltet hat (act. G 

8.1.2).

4.2  Der Hausarzt Dr. C.___ hat in seinem Bericht vom 8. November 2013 unter 

anderem als Diagnose eine "psychische Erkrankung mit Depression" angegeben und 

eine Antriebsminderung, eine fehlende Ausdauer und Grundstimmungsschwankungen 

erwähnt (IV-act. 103). Der orthopädische Gutachter Dr. H.___ hat im Gutachten vom 14. 

April 2014 erklärt, dass gegebenenfalls von hausärztlicher Seite überprüft werden 

sollte, ob eine psychologische bzw. psychosomatische Behandlung geeignet wäre, 

weitere Fortschritte zu erreichen. Und gegenüber dem orthopädischen Gutachter Dr. 

I.___ hat die Beschwerdeführerin am 20. April 2015 angegeben, dass sie sich durch die 

Vermittlung einer neuen Erwerbstätigkeit wünsche, aus ihrem "psychischen Loch" 

herauszukommen (act. G 8.1.1 S. 7). Aus den Akten geht allerdings nicht hervor, dass 

die Beschwerdeführerin je auf eine psychiatrische oder psychotherapeutische 

Behandlung angewiesen gewesen wäre. Insgesamt liegen keine ausreichenden Indizien 

dafür vor, dass die Beschwerdeführerin an einer psychiatrischen Erkrankung leiden 

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könnte, die die Arbeitsfähigkeit beeinflusst. Die Beschwerdegegnerin hat ihre 

Untersuchungspflicht somit nicht verletzt, indem sie diesbezüglich keine weiteren 

Abklärungen getätigt hat. Etwas anderes hat die Beschwerdeführerin resp. ihr 

Rechtsvertreter auch nicht geltend gemacht.

4.3  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat moniert, dass nicht auf die 

Einschätzung des RAD abgestellt werden könne, da diese widersprüchlich sei. 

Tatsächlich hat RAD-Ärztin Dr. G.___ in einer Stellungnahme vom 6. Januar 2014 (IV-

act. 115) angegeben, dass der Beschwerdeführerin eine adaptierte Tätigkeit 

mindestens zu 50 % steigerbar zumutbar sei. Diese Beurteilung ist jedoch nicht im 

Rahmen der Rentenprüfung, sondern im Rahmen der beruflichen Eingliederung erfolgt. 

Arbeits- und Belastbarkeitstrainings werden in der Regel nicht in jenem Pensum 

gestartet, welches der versicherten Person medizinisch-theoretisch zumutbar wäre. 

Kaum bestritten sein dürfte, dass ein Wiedereinstieg in die Arbeitswelt nach einer 

monate- oder sogar jahrelangen Absenz vom Arbeitsmarkt wegen der damit 

einhergehenden Dekonditionierung optimalerweise abgestuft erfolgt. Bei der 

Festlegung des medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsgrades sind demgegenüber 

nur die direkten Folgen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit zu 

berücksichtigen, wozu eine − durch zumutbare Trainingsmassnahmen überwindbare − 

Dekonditionierung nicht gehört. Der für den Beginn von beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen festgelegte Arbeitsfähigkeitsgrad kann daher nicht mit 

dem medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsgrad gleichgesetzt werden. Die 

Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 6. Januar 2014 steht somit nicht in Widerspruch zu 

jener vom 5. Januar 2015.

4.4  Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. C.___, hat die Arbeitsfähigkeit auch für 

leidensadaptierte Tätigkeit andauernd lediglich auf maximal 50 % geschätzt (Bericht 

vom 7. Dezember 2014). Weshalb die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der 

Beschwerdeführerin eine derart hohe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in zeitlicher 

Hinsicht begründen sollten, hat er jedoch nicht näher erläutert. Der Beweiswert der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C.___ wird auch dadurch geschmälert, dass er als 

Facharzt für Allgemeinmedizin im Gegensatz zu Dr. E.___ nicht über orthopädische 

Fachkenntnisse verfügt und daher den Einfluss der gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit weniger gut einschätzen kann als ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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Facharzt. Insgesamt mangelt es der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes daher 

an der notwendigen Beweiskraft.

4.5  Aus den im Beschwerdeverfahren nachgereichten Unterlagen der 

Unfallversicherung geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin am 25. Februar 2015 

− und damit noch vor Verfügungserlass am 2. Juli 2015 − am linken Fuss wegen eines 

Hallux Valgus hat operieren lassen (act. G 8.1.1 S. 9). Diese Operation hat jedoch mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich eine kurzfristige Arbeitsunfähigkeit zur 

Folge gehabt, zumal für die Beschwerdeführerin ohnehin keine lang anhaltenden 

stehenden und gehenden Tätigkeiten in Betracht kommen. Die Hallux-Operation vom 

25. Februar 2015 hat daher keinen Einfluss auf den Rentenentscheid.

4.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin die zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit als Haushaltshilfe seit Oktober 2012 andauernd nicht mehr 

zumutbar ist. Von Oktober 2012 bis Dezember 2013 hat auch für adaptierte Tätigkeiten 

eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 1. Januar 2014 ist die 

Beschwerdeführerin für körperlich adaptierte Tätigkeiten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit wieder voll arbeitsfähig gewesen.

4.7  Gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit erst vor, wenn sich die 

versicherte Person einer zumutbaren Behandlung und Eingliederung unterzogen hat. In 

Übereinstimmung damit sieht Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG vor, dass ein Rentenanspruch 

erst entsteht, wenn die Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare − medizinische oder 

berufliche − Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert 

werden kann (siehe auch Art. 16 ATSG). Eine Arbeitsunfähigkeit vermag somit so lange 

keine Invalidität zu begründen, als die andauernde medizinische Behandlung noch 

eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach Abschluss der therapeutischen 

Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Das 

Bundesgericht nimmt denn auch in ständiger Rechtsprechung an, dass leichte bis 

mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis nur als invalidisierend zu 

werten sind, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar sind, was 

voraussetzt, dass keine therapeutischen Optionen mehr und somit eine 

Behandlungsresistenz besteht (siehe z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017, 

8C_222/2017 E. 5.2; diese Rechtsprechung ist allerdings insoweit zu kritisieren, als der 

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Begriff der Behandelbarkeit massiv überdehnt wird). Da das Gesetz nicht zwischen 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschäden unterscheidet, ist die 

grundsätzliche Überlegung des Bundesgerichts, dass eine Arbeitsunfähigkeit so lange 

keine Invalidität zu begründen vermag, als die andauernde medizinische Behandlung 

eingliederungsrelevant ist, unter Berücksichtigung des Gleichbehandlungsgrundsatzes 

im Sinne einer Präzisierung der Rechtsprechung auf alle Arten von 

Gesundheitsschäden anzuwenden. Die Ursache der vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

von Oktober 2012 bis Dezember 2013 ist die Rotatorenmanschettenruptur vom 30. 

Oktober 2012 gewesen. Die Rehabilitationsphase nach der Schulterarthroskopie vom 

18. April 2013 hat bis Dezember 2013 angedauert. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit 

für jegliche Tätigkeiten, die während der Behandlungszeit von Oktober 2012 bis 

Dezember 2013 bestanden hat, ist nach dem Gesagten also nicht geeignet, eine 

Invalidität und damit einen Rentenanspruch zu begründen. Zwar entsteht der 

Beschwerdeführerin dadurch eine Leistungslücke. Das Gericht kann jedoch keine 

Leistungen zusprechen, wenn der Gesetzgeber solche nicht vorgesehen hat, auch 

wenn dies im Fall der Beschwerdeführerin zugegebenermassen zu einem 

unbefriedigenden Ergebnis führt. Demnach könnte erst ab 1. Januar 2014 eine 

anspruchsrelevante Invalidität vorgelegen haben.

5. 

5.1  Als Nächstes ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdeführerin verfügt über eine 

Ausbildung als kaufmännische Angestellte. Allerdings hat sie zuletzt von Dezember 

2000 bis Oktober 2003 eine kaufmännische Tätigkeit ausgeübt. In der Folgezeit haben 

sich eher kurzfristige Einsätze in diversen Bereichen (Küchenmitarbeiterin, Allrounderin, 

Raumpflegerin etc.) mit längeren Phasen von Arbeitslosigkeit abgewechselt (vgl. IK-

Auszug und Lebenslauf, IV-act. 82 und 88). Als Haushaltshilfe bei B.___ ist die 

Beschwerdeführerin erst seit Januar 2011 tätig gewesen. Im Anmeldeformular hat sie 

angegeben, dass es sich hierbei um einen Zwischenverdienst handle. Dies ist 

nachvollziehbar, da das Arbeitspensum klein (20-60 %) und unregelmässig und die 

Entlöhnung schlecht gewesen ist. Die Beschwerdeführerin wäre aber als alleinstehende 

Person auf ein regelmässiges und insbesondere auch höheres Erwerbseinkommen 

angewiesen gewesen, um ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten zu können. Im 

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Übrigen hat selbst die Arbeitgeberin angegeben, dass es sich um ein 

Sozialzeitenengagement mit einer Arbeitszeit von höchstens 9 Stunden pro Woche 

gehandelt habe (IV-act. 130-2). Die Tätigkeit als Haushaltshilfe entspricht somit 

offensichtlich nicht der Validenkarriere. Ob die Validenkarriere in einer kaufmännischen 

Tätigkeit oder in einer Hilfsarbeit besteht, kann offen bleiben. Die Beschwerdeführerin 

ist durch ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen nämlich weder bei der Ausübung 

einer kaufmännischen Tätigkeit noch bei der Ausübung einer körperlich angepassten 

Hilfsarbeit eingeschränkt. Die Invalidenkarriere entspricht somit in beiden Fällen der 

Validenkarriere, weshalb sich eine ziffernmässig Festlegung der Vergleichseinkommen 

erübrigt und der IV-Grad anhand eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet 

werden kann (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a). Bei einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit ist kein 

Abzug vom Tabellenlohn angezeigt. Bei gleich hohem Validen- und 

Invalideneinkommen resultiert somit ein IV-Grad von 0 %.

5.2  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten könne, da aufgrund des 

fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin kein Arbeitgeber den absehbaren 

Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand auf sich nehmen würde. Ob eine versicherte 

Person die verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

noch verwerten kann, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern 

hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind beispielsweise das 

Alter, die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der 

absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang 

auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren 

Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

30. Juli 2014, 9C_272/2014 E. 2.1 mit Hinweisen; siehe auch Urteil vom 1. März 2017, 

8C_678/ 2016 E. 2.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin ist im Januar 2014, als sie 

für adaptierte Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit wiedererlangt hatte, 61 

Jahre alt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt wären ihr also lediglich noch knapp drei Jahre 

Restaktivitätsdauer bis zur ordentlichen Pensionierung verblieben. Auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind Tätigkeiten vorhanden, die dem Anforderungsprofil 

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der Beschwerdeführerin entsprechen. Der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand ist 

bei Hilfsarbeiten klein, da deren Ausübung keine speziellen Berufskenntnisse 

voraussetzt. Einen positiven Effekt auf die Stellensuche hätte zudem die Tatsache 

gehabt, dass die Beschwerdeführerin über viel Berufserfahrung in diversen Bereichen 

verfügt. Unter Berücksichtigung aller Umstände und insbesondere der Tatsache, dass 

die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, ist die 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. Bei einem IV-Grad von 0 % hat die 

Beschwerdeführerin somit keinen Anspruch auf eine IV-Rente.

5.3  Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.

6. 

6.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Die Gerichtsgebühr ist durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt.

6.2  Zu klären bleibt, wem die Kosten für die Rückfrage des Gerichts an den 

behandelnden Arzt Dr. E.___ in der Höhe von Fr. 30.-- aufzuerlegen sind (act. G 10). 

Art. 69 IVG enthält keine Anweisungen an die kantonalen Gerichte zur Verlegung der 

Gerichtskosten. Diese beurteilt sich daher nach den einschlägigen kantonalen 

Bestimmungen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2008, 

9C_672/2008 E. 5.2.1; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum IVG, N 8 zu Art. 69). Gemäss Art. 95 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) gehen Kosten, die ein Beteiligter durch 

Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften veranlasst, zu seinen Lasten (sog. 

Verursacherprinzip). Die Einholung eines Berichts bei Dr. E.___ ist unerlässlich 

gewesen, da aus den Akten des Verwaltungsverfahrens nicht klar hervorgegangen ist, 

in welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin für leidensadaptierte Tätigkeiten eine 

volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangt hat. Indem die Beschwerdegegnerin den 

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medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt hat, hat sie den ihr obliegenden 

Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt. Die Kosten für die 

Rückfrage in der Höhe von Fr. 30.-- sind daher der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

6.3  Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung.

Entscheid

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für die Abklärung bei Dr. med. E.___ von Fr. 

30.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.11.2017
	Art. 7 f. ATSG. Begriff der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität. In Anlehnung an die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den leichten bis mittelschweren depressiven Störungen kann auch eine körperliche Gesundheitsbeeinträchtigung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nur dann als invalidisierend gewertet werden, wenn alle therapeutischen Optionen ausgeschöpft worden sind respektive wenn eine Behandlungsresistenz besteht. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten während der 15-monatigen Behandlungsdauer vermag somit keinen Anspruch auf eine befristete IV-Rente zu begründen. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei der über 60-jährigen Versicherten bejaht, da diese nach Behandlungsabschluss für kaufmännische Tätigkeiten wie auch für angepasste Hilfsarbeiten uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. November 2017, IV 2015/257).

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