# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3428c9f3-9b36-5439-ab60-0dd8148bda6b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.10.2022 IV 2021/222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-222_2022-10-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/222

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.02.2023

Entscheiddatum: 17.10.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 17.10.2022
Art. 16 ATSG; Art. 28a IVG, Qualifikation Entgegen der Annahme der 
Beschwerdegegnerin ist die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Aussagen 
und der gesamten Umstände nicht zu 50 %, sondern zu 80 % im Erwerb zu 
qualifizieren. Gutheissung und Zusprache einer halben Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2022, IV 
2021/222).

Entscheid vom 17. Oktober 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim 

Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin 

Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2021/222

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Silvan Meier Rhein, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 29. November 2018 

(Posteingang 7. Dezember 2018) bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an. Sie gab dabei an, sie leide seit dem 15. Februar 2015 unter einer 

posttraumatischen Belastungsstörung, einer schweren Depression und einem Burn-

out. Seit ca. 2014 arbeite sie in einem Pensum von 40 % als Servicefachangestellte im 

Seniorenzentrum B.___. Daneben leite sie seit 2010 auf Abruf und in ganz 

unterschiedlichen Pensen Nothilfekurse (IV-act. 1-6).

A.a. 

Die IV-Stelle holte einen Arztbericht von med. pract. C.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 31. Januar 2019 ein. Danach bestünden nebst 

einer Adipositas eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und eine 

komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Eine angepasste 

Tätigkeit wäre während zwei Stunden täglich möglich (IV-act. 21-4).

A.b. 

Das Leistungsgesuch um berufliche Massnahmen wies die IV-Stelle mit Mitteilung 

vom 1. Februar 2019 ab, da die Versicherte vorwiegend als Hausfrau tätig sei (IV-

act. 20).

A.c. 

Dr. med. D.___, Facharzt für Innere Medizin, berichtete im Arztbericht vom 

29. April 2019 unter anderem, die Versicherte leide unter einer symptomatischen 

Gonarthrose links ausgeprägter als rechts. Im Januar 2019 sei es zu einer Exazerbation 

der Kniebeschwerden gekommen. Ein MRT des linken Knies habe degenerative 

Veränderungen mit komplexen Einrissen des Innenmeniskus und moderater 

Chondropathie des medialen Femurkondylus gezeigt (IV-act. 28-4).

A.d. 

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Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt gab 

die Versicherte im Wesentlichen an, ohne gesundheitliche Einschränkung wäre sie zu 

80 % erwerbstätig, zu 60 % fix im Service und daneben unregelmässig als Leiterin von 

Nothilfekursen und in diversen weiteren Nebenjobs. Sie wäre seit 2018 in diesem 

Ausmass erwerbstätig, da die Kinder keine Betreuung mehr benötigten (IV-act. 34-1).

A.e. 

Med. pract. C.___ hielt am 4. Juni 2019 neu eine seit Jugendzeit bestehende 

Panikstörung fest. Aufgrund von bestehenden Konzentrationsschwäche, 

Angstzuständen und Antriebslosigkeit sei die bisherige Tätigkeit beeinträchtigt. Die 

Patientin wirke rasch überfordert und gestresst. Vorerst müsste eine 

Belastungserprobung gemacht werden, um die Leistungsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit einzuschätzen (IV-act. 32-5).

A.f. 

Anlässlich der Haushaltabklärung vom 22. Oktober 2019 führte die Versicherte 

unter anderem aus, sie habe mit ihrer Arbeitgeberin über eine Erhöhung des 

Arbeitspensums gesprochen. Man habe ihr lediglich anbieten können, vorübergehend 

in einem höheren Pensum zu arbeiten (Abklärungsbericht Haushalt vom 5. Dezember 

2019, IV-act. 44-1 ff.; vgl. auch Angaben der Arbeitgeberin vom 31. Oktober 2018 

[richtig wohl: 2019], IV-act. 41).

A.g. 

Dr. D.___ hielt im Verlaufsbericht vom 23. Dezember 2019 fest, die Arbeitsfähigkeit 

der Versicherten werde im Wesentlichen durch die psychiatrische Erkrankung 

beeinflusst. Die Gonarthrose sowie die neu diagnostizierte Metatarsalgie und Kapsulitis 

rechts limitierten ihre Belastbarkeit in Berufen mit häufigem Stehen, Gehen oder 

Treppensteigen (IV-act. 48-3). Med. pract. C.___ führte im Verlaufsbericht vom 

22. Januar 2020 aus, die Versicherte konsultiere sie alle zwei bis drei Wochen. 

Aufgrund der bestehenden Intrusionen und Angstzustände sei sie im Alltag 

beeinträchtigt. Aktuell sei der Zustand auf einem tiefen Niveau stabilisiert, so dass eine 

40%-ige Arbeitsfähigkeit ab 1. Dezember 2019 bestehe. Adaptiert sei eine Arbeit ohne 

Schicht- und Nachtarbeit mit guter Strukturierung, möglichst stressfrei (IV-act. 53-2 f.).

A.h. 

Die IV-Stelle liess die Versicherte in der Folge durch die E.___ begutachten 

(psychiatrisches Teilgutachten Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, IV-act. 73; orthopädisches Teilgutachten Dr. med. G.___, Fachärztin 

A.i. 

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für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, IV-act. 76; 

Dipl. psych. H.___, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP und Psychotherapie 

FSP, IV-act. 77; Konsensbeurteilung, IV-act. 75). Die Gutachter diagnostizierten als für 

die Arbeitsfähigkeit relevant eine posttraumatische Belastungsstörung (DSM-5 / ICD-10 

F:43.1), eine Major Depression, gegenwärtig mittelgradig (DSM-5) bzw. mittelgradige 

depressive Episode (ICD-10: F32.1), gesamthaft als leicht zu wertende neurokognitive 

Störungen im Rahmen psychischer Störungen sowie eine mediale Gonarthrose links 

mit degenerativ verändertem lnnenmeniskus mit diverser Rissbildung und Bakerzyste 

(MRI vom 12. April 2019; IV-act. 73-48 f.; IV-act. 76-12; IV-act. 75-14; IV-act. 77-19). Im 

Konsens wurde festgehalten, die orthopädischen Befunde führten zu einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. In einer angepassten 

Tätigkeit seien die neuropsychologischen und psychiatrischen Befunde limitierend und 

schränkten die Arbeitsfähigkeit um ca. 50 % ein. Damit bestehe eine 

Gesamtarbeitsunfähigkeit von 100 % in bisheriger und 50 % in angepasster Tätigkeit 

(IV-act. 75-19).

Der RAD-Arzt Dr. med. I.___, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und 

Psychotherapie, nahm am 4. Januar 2021 dahingehend Stellung, das Gutachten der 

MTS entspreche im Wesentlichen den versicherungsmedizinischen Anforderungen. Die 

im Abklärungsbericht Haushalt geltend gemachten Einschränkungen seien 

gutachterlich plausibilisiert worden (IV-act. 78-2).

A.j. 

Die IV-Stelle qualifizierte die Versicherte als zu 50 % im Erwerb und zu 50 % im 

Haushalt tätig und errechnete im Erwerb einen Invaliditätsgrad von 59 %. Im Haushalt 

verneinte sie unter Berücksichtigung der Schadenminderungs-/Mitwirkungspflicht der 

im selben Haushalt wohnhaften Personen eine relevante Einschränkung und ermittelte 

im Erwerb und gesamthaft einen gewichteten Invaliditätsgrad von 30 %. Mit 

Vorbescheid vom 6. Januar 2021 gewährte sie der Versicherten das rechtliche Gehör 

zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (vgl. Einkommensvergleich, IV-

act. 79; Feststellungsblatt vom 6. Januar 2021, IV-act. 80; Vorbescheid IV-act. 81).

A.k. 

Mit Einwand vom 9. März 2021 liess die Beschwerdeführerin, vertreten durch die 

Procap St. Gallen-Appenzell, geltend machen, die Abklärungsperson habe die 

Versicherte willkürlich als zu 50 % im Erwerb und 50 % im Haushalt Tätige qualifiziert. 

A.l. 

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Die Einstufung sei im Verhältnis 80 % Erwerb und 20 % Haushalt vorzunehmen (IV-

act. 93-2). Die Versicherte zwinge sich jeweils vor Ankündigung eines Besuches, den 

Haushalt wieder in Ordnung zu bringen. Insofern zeige der Abklärungsbericht nicht die 

tatsächliche Einschränkung der Versicherten in diesem Bereich. Die Annahme einer 

20%igen Einschränkung im Haushalt sei deshalb mehr als gerechtfertigt. Auch habe 

die IV-Stelle die rückwirkende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt 

(IV-act. 93).

Die Abklärungsperson nahm am 25. März 2021 Stellung, die Versicherte habe 

sich (zwar) für ein 60 % bis 80 %-Pensum beim Seniorenzentrum beworben. Die 

Anstellung sei (jedoch nur) mit einem 40%-Pensum erfolgt und trotz der Anfrage sei der 

Arbeitgeber nicht bereit gewesen, dieses zu erhöhen. Aufgrund der geringen Höhe des 

Einkommens aus der Tätigkeit als Samariterin sei davon auszugehen, dass die 

angegebenen 20 % auch unentgeltliche Vereinsarbeit beinhalteten. Die Qualifikation 

von 50 % im Erwerb setze sich aus dem bisherigen 40 %-Pensum und der Entlöhnung 

als Samariterlehrerin und den Überstunden beim Seniorenzentrum mit insgesamt 10 % 

zusammen. Bei einem täglichen Aufwand von 4 Stunden und der anrechenbaren 

Mithilfe der Familienangehörigen von 90 Minuten sei eine Einschränkung von 20 % im 

Haushalt nicht nachvollziehbar (IV-act. 95).

A.m. 

Die IV-Stelle gewährte der Versicherten mit Vorbescheid vom 23. Juni 2021 erneut 

das rechtliche Gehör. Gemäss psychiatrischem Teilgutachten werde für die Periode 

von März 2018 bis November 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in angestammter 

und adaptierter Tätigkeit attestiert. In Anwendung der gemischten Methode ergebe 

sich ein Invaliditätsgrad von 71 %, weshalb sie vom 1. Juni 2019 bis 29. Februar 2020 

befristet Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 99). Mit Einwand vom 13. Juli 

2021 hielt die Versicherte an der Qualifikation als zu 80 % Erwerbstätige und am 

unbefristeten Rentenanspruch fest. Auch wenn bei der Tätigkeit als Samariterin kein 

grosser Lohn erzielt werden könne, wäre sie als Gesunde mindestens in diesem 

Pensum einer Tätigkeit nachgegangen. Die beiden Kinder seien __ und __ Jahre alt und 

es spreche absolut nichts dagegen, dass sie das Pensum im Heim laufend aufgestockt 

hätte bis zu einem 80 %-Pensum (IV-act. 102-1 f.).

A.n. 

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B.  

Am 11. Oktober 2021 verfügte die IV-Stelle unter Verweis auf die Stellungnahme 

der Abklärungsperson vom 25. März 2021 gemäss Vorbescheid vom 23. Juni 2021 (IV-

act. 104, 106).

A.o. 

Mit Beschwerde vom 15. November 2021 lässt die Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. S. Meier Rhein, beantragen, die angefochtene Verfügung sei unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und es sei ihr über den 28. Februar 

2020 hinaus eine halbe Rente, eventualiter eine Viertelsrente, auszurichten. Sie lässt 

geltend machen, sie habe bereits im Jahr 2014 eine Anstellung in einem Pensum von 

50 % bis 70 % gesucht und sich (beim späteren Arbeitgeber) für ein Pensum von 60 % 

bis 80 % beworben, sei jedoch nur zu 40 % eingestellt worden. Vor dem Vorfall vom 

Februar 2018 habe sie zudem mit dem Arbeitgeber über die Erhöhung des 

Arbeitspensums gesprochen, worauf man ihr angeboten habe, vorübergehend mit 

einem höheren Pensum zu arbeiten. Entsprechend habe sie auch gegenüber der 

Abklärungsperson angegeben, dass sie ohne gesundheitlichen Einschränkungen im 

Umfang von 60 % im Seniorenheim erwerbstätig sein würde. Hinzu kämen ihre 

Tätigkeiten für die Feuerwehr und den Samariterverband. Die Beweismaxime der 

"Aussage der ersten Stunden" zeige auf, dass sie im Gesundheitsfall insgesamt einer 

80%igen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre. Auch beim RAV habe sie sich im 

November 2019 mit einem Pensum von 60 % angemeldet. Mit Blick auf die 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit für sämtliche angepassten Tätigkeiten resultiere ein lnvaliditätsgrad 

von insgesamt 40 %. Auch im Haushalt bestehe realistischerweise eine Einschränkung 

von mindestens 20 %. Im Bestreitungsfall seien diesbezüglich erneut Abklärungen 

durchzuführen. Somit resultiere ein lnvaliditätsgrad von gesamthaft 50 %. Sie habe 

deshalb Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (act. G 1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2022 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, aufgrund der geltend 

gemachten Umstände und weil die Kinder inzwischen keine Betreuung mehr 

benötigten, sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin zwar in einem 

höheren Arbeitspensum als 50 % tätig wäre. Es könne jedoch nicht vom geltend 

gemachten Pensum von 80 % ausgegangen werden, da die spontanen Angaben der 

B.b. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Beschwerdeführerin höher zu gewichten seien als die im Nachhinein und allenfalls 

unter Beachtung von sozialversicherungsrechtlichen Aspekten gemachten 

Äusserungen. Auch sei sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht auf ein höheres Pensum 

angewiesen, da ihr Ehemann mit einem Vollzeitpensum angestellt sei. Unter Würdigung 

sämtlicher Umstände sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass sie im Gesundheitsfall zu 60 % im Erwerb und zu 40 % im Haushalt tätig wäre. 

Die Gutachter seien aus orthopädischer Sicht bei einer optimal angepassten Tätigkeit 

von einer Einschränkung von 20 % ausgegangen. Die von ihnen genannten 

Einschränkungen hätten im Haushaltsbereich nicht die gleichen Auswirkungen wie in 

einer Erwerbstätigkeit. Daher bestehe, wie im Abklärungsbericht Haushalt festgelegt, 

im Haushalt keine Einschränkung bzw. eine solche von höchstens 8,4 %, sofern die 

Mithilfe nicht eingerechnet werden könnte. Damit ergebe sich insgesamt ein 

Invaliditätsgrad von 33,3 %, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe 

(act. G 8).

Mit Replik vom 9. Mai 2022 hält die Beschwerdeführerin an den Ausführungen in 

der Beschwerdeschrift fest und lässt vorbringen, massgebend seien ihre spontanen 

Aussagen im Rahmen der Haushaltsabklärung, wonach sie insgesamt einer 80%igen 

Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Bei richtiger Betrachtung ergäben auch die von der 

Beschwerdegegnerin angeführten Grundlagen im Ergebnis eine 80%ige 

Erwerbstätigkeit. Dies gelte umso mehr, als die Tochter zwischenzeitlich ausgezogen 

und der Sohn selbständig sei. Die auf dieser Grundlage vorzunehmende 

Invaliditätsbemessung führe zu einen Invaliditätsgrad von mindestens 40 % und damit 

zu einem Anspruch auf eine Viertelsrente (act. G 10).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 13. Juni 2022 auf eine Duplik (act. G 12).B.d. 

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Erwägungen

1.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf des Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der vorliegend anwendbaren, bis Ende 2021 gültigen 

Fassung; vgl. statt vieler BGE 144 V 210 E. 4.3.1) besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 

mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid 

ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Bei 

nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die 

Bemessung des Invaliditätsgrades in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, 

in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a 

Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind (…), wird der 

1.3. 

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Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch 

im Aufgabenbereich tätig, so wird der Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit nach Abs. 2 

festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit (…) und der Anteil der 

Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 

zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Die Berechnung der Invaliditätsgrade richtet sich 

bei zu beurteilendem frühestmöglichem Rentenanspruch ab 1. Juni 2019 im Einzelnen 

nach Art. 27  Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201 in der vorliegend anwendbaren, vom 1. Januar 2018 bis Ende 2021 gültigen 

Fassung).

bis

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 

E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

1.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

1.5. 

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2.  

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.6. 

Die Beweistauglichkeit des Gutachtens vorbehältlich der Einschätzung der 

Einschränkungen im Haushalt ist unbestritten. Die Gutachter stützten sich auf die 

wesentlichen Akten (IV-act. 76-6 ff.; IV-act. 76-4 ff.; IV-act. 77-2 ff.), erhoben 

ausführlich die Anamnese (IV-act. 75-17 ff.; IV-act. 76-6 ff.; IV-act. 77-8 ff.) und 

Befunde (IV-act. 73-29 ff.; IV-act. 76-9 f.; IV-act. 77-16 ff.), leiteten die Diagnosen 

nachvollziehbar her (IV-act. 73-49 ff.; IV-act. 76-11 f.; IV-act. 77-19 f.), äusserten sich 

zur Konsistenz, zu den Belastungsfaktoren und Ressourcen (IV-act. 73-61 f.; IV-

act. 76-13 f.; IV-act. 77-21) und begründeten gestützt darauf nachvollziehbar die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung (IV-act. 73-62 ff.; IV-act. 75-18 f.; IV-act. 76-14 f.; 77-21 f.). 

Objektive medizinische Standpunkte, welche das Gutachten in Frage zu stellen 

vermöchten, werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Mit dem 

RAD (IV-act. 78) ist somit auf das Gutachten abzustellen und in angepassten 

Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen.

2.1. 

Die mit 29. November 2018 datierte Anmeldung ging am 7. Dezember 2018 bei der 

Beschwerdegegnerin ein (IV-act. 1). Wann genau die Beschwerdeführerin die 

Anmeldung der Post übergeben (zur Bedeutung der Postübergabe siehe Art. 29 Abs. 3 

ATSG) bzw. den Anspruch geltend gemacht hat, kann den Akten nicht entnommen 

werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist angesichts des Posteingangs vom 

7. Dezember 2018 davon auszugehen, dass die Anmeldung im Dezember 2018 der 

Post übergeben bzw. der Anspruch im Dezember 2018 geltend gemacht wurde. Somit 

ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem frühesten Rentenbeginn am 1. Juni 

2019 ausgegangen (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Der psychiatrische Gutachter attestierte 

interdisziplinär führend ab März 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und ab ca. 

Dezember 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (IV-act. 73-64). Das Wartejahr (Art. 28 

lit. b IVG) war somit am 1. Juni 2019 erfüllt. Aufgrund der vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit hat die Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2019 bis 29. Februar 2020 

2.2. 

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3.  

unbestritten Anspruch auf eine ganze Rente. Strittig und zu prüfen ist, ob der 

Beschwerdeführerin ab 1. März 2020 weiterhin eine Rente auszurichten ist.

Vorab ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin bzw. die Frage zu klären, in 

welchem Umfang die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit 

ausüben würde. Während die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 

noch von einer je 50%igen Tätigkeit sowohl im Erwerb als auch im Haushalt ausging, 

gestand sie der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eine 60%ige Tätigkeit im 

Erwerb und eine 40%ige im Haushalt zu (act. G 8 Ziff. 7). Die Beschwerdeführerin 

macht geltend, dass sie zu 80 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde.

3.1. 

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nicht erwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im 

Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der 

versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem 

Pensum sie hypothetisch bei im Übrigen unveränderten Umständen (unter 

Berücksichtigung der gesamten persönlichen, familiären, beruflichen und sozialen 

Situation) erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind 

die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie 

allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die 

beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 

Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis 

zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische 

Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im 

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erforderlich ist. Dies erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch 

hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. 

Derlei ist einer direkten Beweisführung wesensgemäss nicht zugänglich und muss in 

aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Massgebend ist dabei unter 

anderem die so genannte "Aussage der ersten Stunde" (Urteile des Bundesgerichts 

vom 17. April 2019, 8C_865/2018, E. 4.2, und vom 28. Juni 2019, 9C_161/2019, E. 5.2 

und 5.4.3).

3.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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 3.2. 

Gemäss eigenen Angaben war die Beschwerdeführerin im Seniorenheim B.___ in 

einem Pensum von 40 % bzw. während 18 Stunden jeweils montags und dienstags 

tätig. Daneben leiste sie Wochenendeinsätze (IV-act. 35). Deren Umfang lässt sich in 

etwa wie folgt bestimmen: Für ihr 40 %-Pensum erhielt die Beschwerdeführerin nach 

Angaben der Arbeitgeberin im Jahr 2017 einen Lohn von Fr. 26'732.-- (vgl. Angaben 

vom 1. Februar 2019, IV-act. 17-6), effektiv abgerechnet wurden indes Fr. 30'815.-- 

(Auszug aus dem individuellen Konto [IK], IV-act. 27-1). Die Differenz von Fr. 4'083.-- 

entspricht einem zusätzlichen Pensum von etwa 6 % bzw. 2,7 Wochenstunden 

([Fr. 30'815.-- x 40 : Fr. 26'732.--] - 40). Auch im Jahr 2016 wurden Fr. 30'513.-- 

abgerechnet. Die Samaritervereine J.___ und K.___ haben gemäss IK-Auszug (IV-

act. 27) für das Jahr 2013 Fr. 2'615.--, für 2014 Fr. 6'432.-- (Fr. 4'083.-- + Fr. 2'349.--), 

für 2015 Fr. 7'764.-- (Fr. 6'472.-- + Fr. 1'292.--), für 2016 Fr. 3'988.-- (Fr. 1'755.-- + 

Fr. 2'233.--) und für 2017 Fr. 320.-- abgerechnet (IK-Auszug, IV-act. 27-1). Die 

Beschwerdegegnerin ging daher plausibel davon aus, dass die Beschwerdeführerin vor 

Eintritt des Gesundheitsschadens unter Berücksichtigung des Zusatzpensums im 

Seniorenheim B.___ und der Vergütungen der Samaritervereine J.___ und K.___ 

insgesamt zu etwa 50 % erwerbstätig war (IV-act. 44-17).

3.2.1. 

Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt 

erklärte die Beschwerdeführerin am 1. Juni 2019, ohne gesundheitliche Einschränkung 

wäre sie zu 80 % erwerbstätig, zu 60 % fix im Service und unregelmässig in der 

Leitung von Nothilfekursen. Zusätzlich hätte sie diverse Nebenjobs wie Feuerwehr und 

Samariter (IV-act. 34-1). Anlässlich der Haushaltsabklärung am 22. Oktober 2019 gab 

sie an, sie habe sich im Jahr 2015 im Seniorenzentrum für die Tätigkeit als 

Hauswirtschafterin mit einem 60-80 %-Pensum beworben, die Stelle aber nicht 

bekommen. Stattdessen habe sie die angebotene Stelle als Serviceangestellte mit 

einem 40 %-Pensum angenommen und die Tätigkeit für den Samariterverband 

beibehalten (IV-act. 44-3). Bei der Frage nach der Erwerbstätigkeit ohne 

gesundheitliche Einschränkung führte sie aus, sie wäre zu 60 % erwerbstätig. Sie habe 

mit ihrem Arbeitgeber vereinbart, das Pensum (von 40 %) vorübergehend auf 60 % zu 

erhöhen, ein neuer Arbeitsvertrag sei jedoch nicht abgeschlossen worden (IV-

act. 44-4). Die Tätigkeit als Samariterleiterin hätte sie bei einer Erhöhung des Pensums 

im Service aufgegeben (IV-act. 44-3). Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter (IV-

act. 73-21 f.) und im Beschwerdeverfahren (act. G 10 Ziff. 2) machte sie wiederum 

geltend, nebst dem "fixen" Pensum im Service hätte sie im Umfang von 20 

Stellenprozenten weitere Erwerbstätigkeiten ausgeübt. In der neuropsychologischen 

3.2.2. 

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Anamnese wird zitiert, den Job im Seniorenzentrum hätte sie bis zum Rentenalter 

behalten wollen mit dem Ziel, das Pensum auf 60 % bis 80 % zu steigern, "um noch 

gut in die Rente einzuzahlen". Dann hätte sie "andere Sachen" abgegeben (IV-

act. 73-21;IV-act. 77-15).

Das ausgeübte Pensum im Seniorenheim B.___ zusammen mit den Tätigkeiten 

für den Samariterverein entspricht den tatsächlichen Verhältnissen vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens, beantwortet aber nicht die Frage nach dem hypothetischen 

Pensum der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall. Zu berücksichtigen sind dafür die 

gesamten persönlichen, familiären, beruflichen und sozialen Umstände. Aus familiärer 

Sicht könnte die Beschwerdeführerin ohne Weiteres in einem höheren oder in einem 

vollen Pensum erwerbstätig sein, wie dies üblicherweise bei Männern angenommen 

wird. Die Kinder sind schon selbstständig und benötigen keine Betreuung mehr. 

Gemäss ihren eigenen Angaben hat der Sohn ADS und müsste noch etwas von ihr 

begleitet werden (IV-act. 34-6). Am Mittag sei normalerweise niemand zu Hause. Die 

Kinder seien in Ausbildung respektive hätten diese abgeschlossen (IV-act. 44-4). Die 

Beschwerdeführerin verfügt über eine Ausbildung als Servicefachangestellte und 

Hotelfachassistentin. Mit dieser fand sie gleich wieder den Berufseinstieg. Aus 

finanzieller Sicht gab die Beschwerdeführerin zu Recht an, dass es ihr wichtig sei, 

eigenes Geld zu verdienen und soweit möglich unabhängig zu sein (IV-act. 44-4). Auch 

das von ihr genannte Motiv, sich eine höhere Rentenbasis zu erwirtschaften, erscheint 

nachvollziehbar. So mag zwar eine prekäre finanzielle Lage für den Ausbau einer 

Erwerbstätigkeit sprechen. Umgekehrt kann aus einer guten finanziellen Situation nicht 

auf das Gegenteil geschlossen werden, denn der Lebensstandard ist für jede Person 

frei wählbar. Ein hypothetisches Arbeitspensum kann zudem nicht aufgrund des 

Zivilstandes oder des Geschlechts aus sozialversicherungsrechtlichen Überlegungen 

festgelegt werden.

3.2.3. 

Die Beschwerdeführerin gab von Beginn weg an, sie wäre im Gesundheitsfall bis 

zu 80 % erwerbstätig. Zu diesem Zeitpunkt war sie auch nicht rechtlich vertreten, so 

dass nicht davon auszugehen ist, sie habe  sich dabei von versicherungsrechtlichen 

Überlegungen leiten lassen. Eine abweichende "Aussage der ersten Stunde" mit 

höherem Beweiswert kann daher nicht angenommen werden. Aktenkundig ist zudem, 

dass sich die Beschwerdeführerin am 21. Dezember 2014 auf eine 50 % bis 70 %-

Stelle als Hauswirtschafterin im Seniorenzentrum bewarb (vgl. IV-act. 93-7). Auch ist 

nachvollziehbar, dass sie das Pensum im Seniorenzentrum mit dem gänzlichen Wegfall 

des Betreuungsaufwandes für die Kinder auf 60 % erhöht hätte (vgl. auch 

Beschwerdeantwort, act. G 8, Ziff. 7). Weiter erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie, 

3.2.4. 

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4.

Zu prüfen bleibt die Bemessung des Invaliditätsgrades nach der gemischten Methode.

- 2013: Fr. 2'615.-- : 2759 x 2759 = Fr. 2'725.--

- 2014: Fr. 6'976.-- : 2673 x 2759 = Fr. 7'200.--

wenn sie sie ihr Pensum im Seniorenheim hätte erhöhen können, die übrigen 

Tätigkeiten aufgegeben (IV-act. 44-3,IV-act. 77-15). Aus dem Tagesablauf der 

Beschwerdeführerin vor ihrer Erkrankung (IV-act. 35) geht hervor, dass ihre Einsätze für 

den Samariterverein und die Feuerwehr zu einem erheblichen Teil ehrenamtlich waren, 

wobei sich bereits die als ehrenamtlich bezeichneten Tätigkeiten am Montag- und 

Dienstagabend und am Wochenende (inklusive Vorbereitung) auf wöchentlich 

mindestens 7 Stunden beliefen (vgl. IV-act. 35). Dass die Einsätze in der (freiwilligen) 

Feuerwehr bzw. im Samariterverein grundsätzlich unentgeltlich erfolgen, ist allgemein 

bekannt. Somit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch die 

Reduktion ihrer Freiwilligenarbeit im Umfang von ungefähr 20 Stellenprozenten 

zeitliches Potential für den Ausbau der Erwerbstätigkeit hätte schaffen können. Im 

Übrigen muss darauf hingewiesen werden, dass auf die von der Beschwerdeführerin 

getätigten Aussagen im Abklärungsbericht Haushalt vom 22. Oktober 2019 nicht ohne 

Weiteres abgestellt werden kann. Denn bei der Angabe betreffend Erwerbstätigkeit 

ohne gesundheitliche Einschränkung fällt auf, dass sie sich auf ihre tatsächliche 

Tätigkeit bezieht und den Zusammenhang zur hypothetischen Erwerbstätigkeit nicht 

herstellen kann.

Gesamtbetrachtend erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass die 

Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ein 80 %-Pensum ausgeübt hätte. Somit ist sie 

als zu 80 % im Erwerb und zu 20 % im Aufgabenbereich zu qualifizieren.

3.2.5. 

 4.1. 

Nach Angaben des Seniorenzentrums hätte die Beschwerdeführerin dort im Jahr 

2018 Fr. 26'866.-- verdient bei einem Pensum von 40 % (IV-act. 17-5 f.). Die 

Beschwerdegegnerin rechnete dieses Einkommen auf ein 100%-Pensum hoch und 

ermittelte so das Valideneinkommen von Fr. 67'165.-- (IV-act. 44-19; IV-act. 79). Unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2019 beläuft es sich auf 

Fr. 67'829.-- (Bundesamt für Statistik [BFS], T39, Indices Frauen: 2018: 2732; 2019: 

2759). Für ihre Samaritertätigkeit (Samaritervereine J.___ und K.___, Schweizerischer 

Samariterbund) wurde die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug (IV-act. 27) unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung wie folgt entlöhnt:

4.1.1. 

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- 2015: Fr. 7'860.-- : 2686 x 2759 = Fr. 8'074.--

- 2016: Fr. 4'087.-- : 2709 x 2759 = Fr. 4'162.--

- 2017: Fr. 320.-- : 2719 x 2759 = Fr. 325.--.

Im Durchschnitt (vgl. dazu die Rechtsprechung bezüglich schwankendes Einkommen: 

Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2021, 8C_745/2020, E. 6.3) resultiert daraus 

ein zusätzliches Jahreseinkommen von Fr. 4'497.-- (Fr. 22'486.-- : 5). Insgesamt ergibt 

sich ein Valideneinkommen von Fr. 71'662.-- (Fr. 67'165.-- + Fr. 4'497.--).

4.1.2. Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin zu Recht auf 

Grundlage der Lohnstrukturerhebung (LSE) / Lohnentwicklung des Bundesamtes für 

Statistik (BFS) 2019, Kompetenzniveau 1, Frauen, da ihr die bisherige Tätigkeit im 

Service nicht mehr zumutbar ist. Dieses beträgt Fr. 55'222.-- (vgl. Informationsstelle 

AHV/IV, Ausgabe 2022). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierter Tätigkeit 

beläuft es sich ohne Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs auf Fr. 27'611.--. 

Gründe für einen Tabellenlohnabzug sind weder ersichtlich noch werden sie geltend 

gemacht, insbesondere ist ein Teilzeitabzug statistisch nicht ausgewiesen (vgl. BFS, 

T18, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher 

Stellung und Geschlecht - Privater und öffentlicher Sektor zusammen, 2018). Damit 

resultiert ein erwerblicher Invaliditätsgrad von 61,5 % ([Fr. 71'662.-- - Fr. 27'611.--]: 

Fr. 71'662.--). Gewichtet mit einer Erwerbstätigkeit von 80 % ergibt sich ein 

erwerblicher Teilinvaliditätsgrad von 49,2 %.

4.1.3. Bezüglich der Einschränkung im Haushalt ist im Voraus festzuhalten, dass bei 

einer Gewichtung von 20 % zur Erreichung der nächsthöheren Rente bzw. eines 

Invaliditätsgrades von 60 % eine Einschränkung von über 50 % notwendig wäre. Die 

Beschwerdeführerin macht eine Einschränkung von 20 % geltend. Die Haushaltsarbeit 

beinhalte Tätigkeiten, die ihr gemäss dem orthopädischen Zumutbarkeitsprofil nicht 

mehr zumutbar seien. Zudem wirke sich die aufgrund der psychiatrischen Erkrankung 

bestehende Antriebslosigkeit auch im Haushalt aus.

4.1.4. Gemäss dem Abklärungsbericht vom 5. Dezember 2019 machte die 

Beschwerdeführerin in der Wohnungs- und Hauspflege eine Einschränkung von 17 % 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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bzw. gewichtet von 6,375 % und im Bereich Einkauf und weitere Besorgungen von 

50 % bzw. gewichtet von 2,085 %, insgesamt also 8,46 %, geltend (IV-act. 44-17 f.). 

Die Gutachter schlossen sich der im Abklärungsbericht erhobenen Einschränkung an. 

Sie führten aus, die Einschränkungen bei der Wohnungs- und Hauspflege seien aus 

orthopädischer Sicht durch die Auswirkungen der Gonarthrose mit degenerativem 

Meniskus am linken Knie mit diversen Rissbildungen und aus psychiatrischer Sicht 

durch die fehlende Energie begründet (IV-act. 75-20). Die Beeinträchtigung beim 

Verkehr mit Amtsstellen sei aus psychiatrischer Sicht gut vereinbar mit der 

vorliegenden Störung der Konzentrationsfähigkeit und die Einschränkungen beim 

Tragen schwerer Lasten mit den Kniebeschwerden (vgl. IV-act. 75-20 f.). Die Gutachter 

berücksichtigten demnach entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführerin sowohl 

das psychiatrische als auch das orthopädische Zumutbarkeitsprofil (vgl. auch 

Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. I.___, IV-act. 78-2). Die Beschwerdeführerin bringt 

denn auch nicht konkret vor, inwiefern sie im Aufgabenbereich weiter eingeschränkt 

sein soll bzw. in welchen Haushaltsbereichen aufgrund der medizinischen 

Einschätzung von der Einschätzung im Haushaltsbereich abzuweichen wäre. Daher 

erscheint letztere nach gutachterlicher Überprüfung als nachvollziehbar und es kann 

auf diese Einschätzung abgestellt werden. Auch der RAD hielt die ermittelte 

Einschränkung durch das Gutachten plausibilisiert (vgl. RAD-Stellungnahme vom 

4. Januar 2021, IV-act. 78-2). Von weiteren Abklärungen können bei dieser Sachlage 

entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin keine neuen wesentlichen 

Erkenntnisse erwartet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 134 I 140 

E. 5.3).

4.1.5. Bei der Einschränkung im Haushalt bisher nicht berücksichtigt wurden die 

unentgeltlichen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin für den Samariterverein und die 

Feuerwehr L.___ (vgl. IV-act. 35). Bei diesen Tätigkeiten stellt sich die Frage, ob sie "IV-

relevante", dem Aufgabenbereich zugehörige ehrenamtliche Tätigkeiten oder aber als 

"nicht IV-relevante", dem Freizeitbereich zuzuschlagende Tätigkeiten darstellen (vgl. 

BGE 130 V 360, E. 3.3.4). Nach dem vom Bundesgericht angeführten Dritt-Personen-

Kriterium sind Tätigkeiten als unentgeltliche Arbeit (und somit als dem Aufgabenbereich 

und nicht dem Freizeitbereich zugehörig) zu betrachten, die von Dritten gegen 

Bezahlung übernommen werden können, d.h. die Möglichkeit besteht, diese Aktivitäten 

über den Markt abzuwickeln, falls ein solcher vorhanden wäre (BGE 130 V 360, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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E. 3.3.4). Die Arbeit von Samaritern und der freiwilligen Feuerwehr umfasst Tätigkeiten, 

die nicht nur von Dritten – oder vom Staat – übernommen werden könnten, sondern gar 

müssten, würden sie nicht durch gemeinnützige Organisationen erfüllt. Sie sind daher 

als dem Aufgabenbereich zugehörig zu qualifizieren. Die Beschwerdeführerin war 

gemäss ihren eigenen Angaben am Montag für 2,5 Stunden für die Feuerwehr, am 

Dienstag 2,5 Stunden für den Samariterverein und je nachdem noch weiter mit 

Feuerwehr-Alarm-Einsätzen oder bei Veranstaltungen (zusätzlich noch ein Tag oder 

eine Nacht oder am Wochenende) tätig (IV-act. 35, 44-2). Diese Tätigkeiten musste sie 

gesundheitsbedingt aufgeben (praktische Instruktionen im Nothelferkurs sind nicht 

mehr zumutbar; IV-act. 75-18). Folgerichtig würde für diese Tätigkeiten eine zusätzliche 

Einschränkung im Haushaltsbereich resultieren. Von einer ziffernmässig exakten 

Ermittlung der Einschränkung in diesem Bereich kann aber abgesehen werden, da wie 

bereits ausgeführt mindestens eine 50%ige Einschränkung im Aufgabenbereich 

resultieren müsste, was bei der zeitlichen Gewichtung der ehrenamtlichen Tätigkeiten 

(vgl. IV-act. 44-21) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht würde. Im 

Übrigen macht selbst die Beschwerdeführerin keine höhere Einschränkung als 20 % 

geltend.

4.1.6. Unter Berücksichtigung der Einschränkung im Haushaltsbereich von 

(mindestens) 8,4 % ergibt dies gewichtet mit 20 % einen Teilinvaliditätsgrad von 

1,68 %. Zusammengerechnet mit dem Teilinvaliditätsgrad von 49,12 % resultiert 

daraus insgesamt ein Invaliditätsgrad von 50,8 %. Damit hat die Beschwerdeführerin 

ab dem 1. März 2020 Anspruch auf eine halbe Rente.

5.

5.1. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der 

Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2019 eine ganze und ab 1. März 2020 eine halbe Rente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

5.3. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte 

und Rechtsagenten (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der 

Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. In einem durchschnittlich 

aufwändigen Beschwerdefall betreffend Rentenverfahren spricht das 

Versicherungsgericht in der Regel eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu. Dies erscheint auch im 

vorliegenden Fall angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin 

somit mit Fr. 4'000.-- zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. Oktober 2021 aufgehoben 

und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Juni 2019 eine ganze Rente und ab 

1. März 2020 eine halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der von 

der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird ihr 

zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.10.2022
	Art. 16 ATSG; Art. 28a IVG, Qualifikation Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin ist die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Aussagen und der gesamten Umstände nicht zu 50 %, sondern zu 80 % im Erwerb zu qualifizieren. Gutheissung und Zusprache einer halben Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2022, IV 2021/222).

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		2025-07-19T01:25:23+0200
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