# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e1c85c9-22a8-5ee9-a6e2-2c026a84292e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2015 SB140492
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140492_2015-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140492-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

L. Chitvanni und Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Maurer  

 

Urteil vom 15. September 2015 

 

in Sachen 
 

A._____,  

 

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 
 

gegen 
 
 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. M. Baumann,  

 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 
 

sowie 
 

B._____,  

 

Privatkläger sowie Anschlussberufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

betreffend  

qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung 

-   2   - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom  

18. September 2014 (DG130107) 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, vom  

21. November 2013 ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 53 S. 57 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne 

von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB (Anklageabschnitt B). 

2. Der Beschuldigte ist betreffend die im Anklageabschnitt C vorgeworfene qualifizierte unge-

treue Geschäftsbesorgung nicht schuldig und wird freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festge-

setzt. 

5. Die mit Verfügung der Anklägerin vom 16. August 2013 beschlagnahmten Unterlagen (in 

den Kartonschachteln 1 bis 8, "Sicherstellungen", befindliche Bundesordner, Hängeregister 

und Plastiksäcke) werden nach Eintritt der Rechtskraft dem Beschuldigten herausgegeben. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten 

C._____ (Geschäfts-Nr. DG130108-C), dem Privatkläger 1 Fr. 6'000.– zu bezahlen. 

Der Beschuldigte übernimmt davon zwei Drittel, der Mitbeschuldigte C._____ ein Drittel. 

Im Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren abgewiesen (Rechtsbegehren Ziff. 3 u. 

4) bzw. auf den Zivilweg verwiesen (Rechtsbegehren Ziff. 1 u. 2). 

7. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 wird nicht eingetreten. 

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 25'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'250.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 270.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 26'000.–   amtliche Verteidigung 

 

-   4   - 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten 

der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135  

Abs. 4 StPO von der Staatskasse übernommen werden, werden dem Beschuldigten aufer-

legt. 

10.  Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 26'000.–, inkl. MwSt., entschädigt. 

11.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 – unter solidarischer Haftung mit dem 

Mitbeschuldigten C._____ (Geschäfts-Nr. DG130108-C) – eine Parteientschädigung von Fr. 

10'000.–, zuzüglich 8 % MwSt., zu bezahlen. 

Der Beschuldigte übernimmt davon zwei Drittel, der Mitbeschuldigte C._____ ein Drittel. 

12.  (Mitteilungen) 

13.  (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 77 S. 1) 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 18. September 2014 in 

Ziff. 1, Ziff. 3, Ziff. 4, Ziff. 6, Ziff. 9 und Ziff. 11 aufzuheben.  

2. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen  

Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 sowie 3 StGB frei-

zusprechen.  

3. Es seien die Kosten der Strafuntersuchung und des Gerichtsverfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen und es sei dem Beschuldigten eine ange-

messene Entschädigung zuzusprechen. 

4. Es sei der Beschuldigte weder zu verpflichten, dem Privatkläger 1 Schaden-

ersatz noch eine Prozessentschädigung zu bezahlen.  

-   5   - 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 79 S. 2f.) 

Betreffend Berufung der Verteidigung 

1. Die Berufung des Beschuldigten A._____ sei vollumfänglich abzuweisen.  

Betreffend Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

2. Der Beschuldigte A._____ sei des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen (Anklageabschnitt B). 

Eventualantrag: 

Der Beschuldigte A._____ sei der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesor-

gung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig zu spre-

chen (Anklageabschnitt B). 

3. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu 

bestrafen.  

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf  

drei Jahre festzusetzen. 

5. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

6. Hinsichtlich der Zivilforderungen wird auf die Anträge der Privatklägerschaft 

verwiesen.  

7. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.  

c) Des Vertreters des Privatklägers B._____: 

(Urk. 80 S. 1f.) 

1. Es sei Ziff. 6 des Dispositivs des angefochtenen Urteils der Vorinstanz auf-

zuheben und der Beschuldigte A._____ sowie der Beschuldigte C._____ 

seien in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den Betrag 

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von CHF 289'619.–, eventualiter USD 229'110.48, zuzüglich Zins zu 5 % seit 

20. Dezember 2006 zu bezahlen.  

Eventualiter: Es seien der Beschuldigte A._____ sowie der Beschuldigte 

C._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den Be-

trag von CHF 177'077.84, eventualiter USD 136'600.–, zuzüglich Zins zu 

5 % seit 20. Dezember 2006 zu bezahlen. 

Subeventualiter: Es seien der Beschuldigte A._____ sowie der Beschuldigte 

C._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger den Be-

trag von CHF 183'820.54, eventualiter USD 146'751.19, zuzüglich Zins zu 

5 % seit 20. Dezember 2006 zu bezahlen. 

2. Es sei Ziff. 11 des Dispositivs des angefochtenen Urteils der Vorinstanz auf-

zuheben und es seien der Beschuldigte A._____ sowie der Beschuldigte 

C._____ in solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Privatkläger Anwalts-

kosten in der Höhe von CHF 43'449.45 zu bezahlen.  

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % MwSt. zu  

Lasten der beiden Beschuldigten.  

Erwägungen: 

I. Prozessverlauf und Gegenstand der Berufung 

1. Der Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem  

angefochtenen Entscheid (Urk. 53 S. 6-8).  

2.  Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 18. September 

2014 wurde der Beschuldigte A._____ betreffend Anklageabschnitt B der qualifi-

zierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 

StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen  

Geschäftsbesorgung betreffend Anklageabschnitt C sprach das Gericht ihn frei. 

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Der Beschuldigte wurde mit einer auf drei Jahre bedingt aufgeschobenen Frei-

heitsstrafe von 16 Monaten bestraft. Weiter entschied das Gericht über die  

Herausgabe beschlagnahmter Unterlagen an den Beschuldigten. Sodann wurde 

der Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten C._____ 

verpflichtet, dem Privatkläger 1 Schadenersatz im Betrag Fr. 6'000.– zu bezahlen, 

wovon zwei Drittel auf den Beschuldigten entfallen und ein Drittel auf den Mitbe-

schuldigten C._____. Im Mehrbetrag wies die Vorinstanz die Schadenersatzbe-

gehren ab (Rechtsbegehren Ziffern 3 und 4) bzw. verwies sie auf den  

Zivilweg (Rechtsbegehren Ziffern 1 und 2). Auf das Schadenersatzbegehren der 

Privatklägerin 2 trat die Vorinstanz nicht ein. Zudem auferlegte das Bezirksgericht 

dem Beschuldigten die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen  

Verfahrens, ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung. Schliesslich 

wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger 1 unter solidarischer  

Haftung mit dem Mitbeschuldigten C._____ eine Parteientschädigung von 

Fr. 10'000.– zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu bezahlen, wovon zwei Drittel auf 

den Beschuldigten entfallen und ein Drittel auf den Mitbeschuldigten C._____ 

(Urk. 53 S. 57 f.).  

3.  Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Schreiben vom 3. Oktober 

2014 rechtzeitig Berufung an (Urk. 47). Seine Berufungserklärung vom 5. Novem-

ber 2014 ging ebenfalls fristgerecht beim Obergericht ein (Urk. 56). Die Staatsan-

waltschaft erhob mit Eingabe vom 25. November 2014 fristgemäss Anschluss-

berufung (Urk. 60), und auch der Privatkläger 1 liess in der Frist Anschluss-

berufung erheben (Urk. 62). Beweisanträge wurden von keiner Partei gestellt 

(Prot. II S. 7).  

4. Der Beschuldigte ficht den Schuldspruch bezüglich Anklageabschnitt B, die 

Sanktion, die Regelung der Zivilansprüche und die Kosten- und Entschädigungs-

folgen an. Er verlangt einen Freispruch auch vom Vorwurf der qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB sowie 

eine angemessene Entschädigung (Urk. 56 S. 2).  

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich einerseits gegen  

die rechtliche Würdigung im Schuldpunkt. Sie beantragt wie bisher Schuldig-

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sprechung wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB. Zudem hält sie an 

einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten fest (Urk. 60 S. 1 f.).  

Der Privatkläger 1 [im folgenden: Privatkläger] stellt mit seiner Anschlussberufung 

hinsichtlich Zivilansprüchen und Parteientschädigung praktisch die gleichen  

Anträge wie vor Vorinstanz, ergänzt um einen Sub-Eventualantrag betreffend 

Schadenersatzhöhe (Urk. 62 S. 2 f.).  

Die Berufungsverhandlung fand am 15. Juni 2015 statt (Prot. II S. 4 ff.). Alle  

Parteien verzichteten auf eine mündliche Eröffnung und Begründung des Urteils 

(Prot. II S. 10). 

5. Das vorinstanzliche Urteil ist bezüglich der Dispositiv-Ziffern 2 (Freispruch 

betreffend Anklageabschnitt C), 5 (Herausgabe beschlagnahmter Unterlagen), 7 

(Nichteintreten auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2), 8 (Kosten-

festsetzung) und 10 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) nicht angefoch-

ten. Insoweit ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vor-

zumerken ist.  

6. Dem Beschuldigten werden Straftaten begangen im Jahr 2006 vorgeworfen 

(Urk. 2). Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO-

CH) in Kraft getreten; die Anklagevorwürfe gehen somit auf die Zeit vor deren Ein-

führung zurück. Da der angefochtene Entscheid am 18. September 2014 und  

damit nach Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung gefällt wurde, 

gilt für das vorliegende Berufungsverfahren neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO). 

Verfahrenshandlungen indes, die vor dem Inkrafttreten der neuen Strafprozess-

ordnung angeordnet oder durchgeführt wurden, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 

Abs. 2 StPO). 

7. Auf die Argumente des Beschuldigten und seiner Verteidigung ist im Rah-

men der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht 

nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein-

wand auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen; 

vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichts-

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punkte beschränken (BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 I 232 E. 5.1; BGE 138 IV 

81 E. 2.2; BGE 133 I 270 E. 3.1, je mit Hinweisen; Urteile 6B_859/2013 vom 

2. Oktober 2014 E. 1.2, 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 E. 2.5 und 

6B_484 /2013 vom 3. März 2014 E. 3.2).  

II.  Schuldpunkt 

1. Grundlagen 

1.1 Zitierweise 

Zur Zitierweise hinsichtlich der Akten des Vorverfahrens kann auf das angefoch-

tene Urteil verwiesen werden (Urk. 53 S. 5). Die Anklageschrift wird als Urk. 2 

aufgeführt.  

1.2 Anklagevorwurf 

1.2.1  Die Anklägerin wirft dem Beschuldigten A._____ in Anklageabschnitt B vor, 

er habe als Geschäftsführer und Gesellschafter der D._____ GmbH auf Rech-

nung und Risiko der Kunden – auch des Kunden B._____, des Privatklägers – 

sog. Futures gehandelt. Dabei handle es sich um börsennotierte und standardi-

sierte Terminkontrakte, deren Erfüllungstermin (Lieferung/Zahlung) in der Zukunft 

liege. Mit Vertragsabschluss (Kauf/Verkauf) verpflichte sich der Kunde, an einem 

bestimmten Fälligkeitstag in der Zukunft eine bestimmte Menge eines Basiswer-

tes zu einem bestimmten Preis zu kaufen bzw. zu verkaufen. Der Beschuldigte 

habe die umfassende Fürsorge für das anvertraute Kundenvermögen übernom-

men und sei dabei als selbständig entscheidender Trader, der Mitbeschuldigte 

C._____ in untergeordneter Stellung als angestellter Telefon-

verkäufer/Kundenbetreuer tätig gewesen (Urk. 2 S. 4, 7 ff., 11, 17 f.). Der Be-

schuldigte habe zwischen dem 3. Oktober und dem 20. Dezember 2006 mit den 

vom Privatkläger insgesamt zur Verfügung gestellten rund USD 230'000.– (näm-

lich USD 229'520.–, vgl. Urk. 2 S. 21, 31, 33) an 34 von 54 möglichen Handelsta-

gen derart gehandelt, dass Transaktionskosten (Kommissionen und Börsennut-

zungsgebühren, sog. "Exchange Fees") von knapp USD 170'000.– (nämlich 

-   10   - 

USD 169'900.18; vgl. Urk. 2 S. 13) angefallen seien. Davon seien gemäss Ver-

teilschlüssel rund USD 137'000.– (nämlich USD 136'600.–; vgl. Urk. 2 S. 12 f., 30, 

33) als Retrozessionen an die D._____ GmbH zurückgeflossen. Aufgrund der 

Vielzahl von Kontrakten im fraglichen Zeitraum habe der Beschuldigte das durch-

schnittliche Nettovermögen des Privatklägers 54 Mal umgesetzt. Dieses hätte ei-

ner Rendite von 516 % bedurft bzw. es hätte an jedem der 54 möglichen Handels-

tage eine Rendite von 9.56 % erwirtschaften müssen, um nur die Transaktions-

kosten ohne Aufzehrung des Grundkapitals zu decken (Urk. 2 S. 12-14).  

1.2.2  Gemäss dem Hauptvorwurf der Anklägerin hat sich der Beschuldigte des 

Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig gemacht (Urk. 2 S. 25-33). 

Der Beschuldigte habe den Privatkläger in mehrfacher Hinsicht getäuscht in der 

Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, mit Hilfe des Mitbeschuldigten 

C._____ dem Privatkläger arglistig unter anderem die absehbare Kommissions-

höhe und die Retrozessionen verheimlicht und ihm dadurch eine realistische Ge-

winnmöglichkeit vorgespiegelt, weshalb dieser irrtümlich mehrmals der D._____ 

GmbH Gelder gegeben und sich als Folge der ausgeübten Handelsstrategie so 

geschädigt habe (Urk. 2 S. 25 ff.).  

Laut Eventualanklage (Urk. 2 S. 34 ff.) ist der Tatbestand der qualifizierten unge-

treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB 

erfüllt. Der Beschuldigte habe bei der betriebenen Vermögensverwaltung mehr-

fach die ihm auferlegte Pflicht verletzt, die anvertrauten Mittel im Interesse des 

Privatklägers zu verwalten und keine derartige Handelsstrategie zu wählen, dass 

die Verlustrisiken und Gewinnchancen nicht mehr in einem ausgewogenen Ver-

hältnis zueinander stehen bzw. er habe die im Kommissionssystem liegenden 

Möglichkeiten so ausgereizt (statt massvoll davon Gebrauch gemacht), dass 

 keine reale Gewinnchance mehr bestanden habe. Zudem habe der Beschuldigte 

trotz wiederholter Möglichkeiten keine vollumfängliche oder zumindest teilweise 

Rückzahlung der Kapitaleinlagen an den Privatkläger gemäss dessen Vorgabe 

vorgenommen, sondern weiter gehandelt. Mit seiner Handelstätigkeit habe der 

Beschuldigte seine Treue- und Sorgfaltspflichten gegenüber dem Privatkläger  

verletzt, indem er die eigenen Interessen vor diejenigen des Kunden gesetzt und 

-   11   - 

durch das Abschöpfen der dadurch generierten Kommissionen das Grundkapital 

des Privatklägers aufgebraucht habe, wodurch dieser am Vermögen geschädigt 

worden sei (Urk. 2 S. 22, 34 ff.).  

1.3 In den Anklageabschnitten A und B Ziffer I. (vgl. Urk. 2 S. 2-10) finden sich 

die Grundlagen zur ehemaligen Firma des Beschuldigten, der D._____ GmbH, 

sowie zu den Positionen und Funktionen, welche die Beschuldigten innehatten.  

Wie schon die Vorinstanz erwähnte (vgl. Urk. 53 S. 7 f.) ist unbestritten, dass der 

Beschuldigte durchgehend einziger und allein zeichnungsberechtigter Geschäfts-

führer und Gesellschafter der am 29. August 2002 gegründeten und am 3. Juli 

2007 wegen Konkurseröffnung aufgelösten bzw. am 31. Oktober 2007 aus dem 

Handelsregister gelöschten D._____ GmbH mit Sitz in E._____ war. Sein Anteil 

am Stammkapital betrug Fr. 10'000.–, mithin die Hälfte des Stammkapitals (Urk. 2 

S. 4-7). Zweck der Gesellschaft war unter anderem Anlageberatung, Vermögens-

verwaltung und nicht bewilligungspflichtige Vermittlung von Anlagegeschäften 

(Urk. 25-418.0001; Urk. 25-418.0003). Unbestritten ist weiter, dass der Mitbe-

schuldigte C._____ von September 2005 bis Juni 2007 und somit in der hier mas-

sgeblichen Zeitspanne als Telefonverkäufer/Kundenbetreuer bei der D._____ 

GmbH angestellt war. Die Beschuldigten bestätigten ferner die in der Anklage-

schrift umschriebenen und von ihnen auch bezüglich des Privatklägers ausgeüb-

ten Funktionen, nämlich dass der Beschuldigte als Chef der Firma alleine für den 

– nur per Internet durchgeführten – Handel ("trades") und die Marktanalysen (u.a. 

anhand von "newsletters" und online-Plattformen), der Mitbeschuldigte C._____ in 

untergeordneter Position für – nur telefonisch praktizierte – Akquisition und Be-

treuung der Kunden zuständig gewesen war. Mit andern Worten pflegte der Mit-

beschuldigte C._____ auch nach Vertragsschluss weiterhin den mündlichen, d.h. 

telefonischen Kontakt mit den Kunden, während der Beschuldigte das bei der 

F._____ Trading Corporation in ... USA, einem amerikanischen Broker (im folgen-

den: F._____) deponierte Kundenvermögen auf Rechnung und Risiko der Kunden 

verwaltete (Urk. 2 S. 7-10; Urk. 13-401.001 S. 3-5, 7 f., 10-13, 16; Urk. 9-400.001 

S. 1-3, 7 f. und 13; Urk. 9-400.014 S. 6 und 11-13; Urk. 9-400.015 S. 19 und 24 f.; 

Urk. 10-400.017 S. 27; Urk. 13-401.024 S. 3 ff.; Prot. I S. 10 ff., 21, 64 f.). 

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Weiter ist unstrittig, dass – im Allgemeinen und auch bezüglich des Privatklägers 

– die D._____ GmbH, also der Beschuldigte, für die Kunden mit Futures handelte, 

wobei eine von F._____ zur Verfügung gestellte Online-Handels-Plattform genutzt 

wurde. Dieser Broker führte dabei für jeden Kunden das Cash-Konto, die offenen 

Positionen sowie die hierfür erforderliche sog. Margin, eine beim Handel mit 

Wertpapieren auf dem Konto hinterlegte Sicherheit bzw. Reserve in Geld. Ebenso 

unbestritten ist, dass die F._____ den Kunden für jede Transaktion eine Kommis-

sion von USD 59.– (für "Day-trade roundturn", d.h. Kauf und Verkauf  

eines Futures am selben Tag) oder USD 99.– (für "Overnight-trade roundturn", 

d.h. Kauf und Verkauf eines Futures an verschiedenen Tagen) belastete, wovon 

die F._____ an die D._____ GmbH gemäss – bilateraler – Vereinbarung 

USD 50.– bzw. 90.– rückvergütete. Hiervon erhielt der Mitbeschuldigte C._____ 

stets USD 10.– als Provision, was im vorliegend interessierenden Zeitraum sei-

nem einzigen Einkommen entsprach (Urk. 13-401.001 S. 5, 7, 14-17; Urk. 9-

400.003 S. 2 f.; Urk. 9-400.014 S. 17; Urk. 13-401.020 S. 5; Urk. 13-401.024 

S. 14; Prot. I S. 12, 14-16, 35 f., 59, 67, 79 f., 84, 129).  

2. Betrug  

2.1 Den Tatbestand des Betrugs von Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt, wer in der  

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch 

Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den  

Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen an-

dern am Vermögen schädigt. Arglist ist nach der Rechtsprechung gegeben, wenn 

der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaf-

ten oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart 

raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeu-

gen, dass sich selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere  

Machenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von 

Begebenheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, den 

Betroffenen irrezuführen. Darüber hinaus wird Arglist auch bei einfachen falschen 

Angaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe 

möglich oder nicht zumutbar ist, und wenn der Täter das Opfer von der möglichen 

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Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die 

Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses 

unterlassen werde (zum Ganzen BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 f. mit Hinweisen).  

Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an 

Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei ist die Lage und Schutzbedürf-

tigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Auch unter dem Gesichtspunkt 

der Opfermitverantwortung erfordert der Tatbestand indes nicht, dass das Täu-

schungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vor-

kehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn das Täuschungsopfer die grund-

legendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der straf-

rechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei 

Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hinter-

grund treten lässt (BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 80 f. mit Hinweisen; Urteil des  

Bundesgerichts 6B_642/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.1).  

2.2  Täuschung 

Als Täuschung gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern  

eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen. Sie ist eine  

unrichtige Aussage über Tatsachen, d.h. über objektiv feststehende Geschehnis-

se oder Zustände (BGE 102 IV 84 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 6S.98/2007 

vom 8. Mai 2007 E. 3.2.2).  

2.2.1  Die Anklägerin wirft den Beschuldigten vor, den Privatkläger über die Ver-

wendung seiner Vermögenseinlagen und über die Häufigkeit der Handelstrans-

aktionen getäuscht und ihm das Ausmass der absehbaren Kommissionshöhe  

sowie die Retrozessionen verheimlicht zu haben. Zudem hätten sie dem Privat-

kläger eine Vermögensverwaltung in seinem Interesse, eine realistische Gewinn-

möglichkeit und somit eine realistische Wertvermehrung seiner Vermögenseinla-

ge und deren Werterhalt vorgespiegelt (Urk. 2 S. 26). 

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2.2.2  Aussagen der Beschuldigten  

Der Beschuldigte gab zu, dass mit dem Privatkläger die Kommissionen nicht  

vertraglich vereinbart worden seien (Urk. 13-401.001 S. 15). Die Kommissionsan-

sätze habe er im Rahmen der F._____ Richtlinien selbständig festgelegt, indem 

er das Formular betreffend die Kommissionsansätze (vgl. Urk. 4-300.005/61) 

ausgefüllt, am 2. Oktober 2006 unterzeichnet und der F._____ zugestellt habe. 

Darin sind unter "Comm Rate" für einen "Day Trade" USD 59.– und für einen 

"Overnight Trade" USD 99.– eingesetzt. Ferner räumte der Beschuldigte ein, auch 

die Vereinbarung der D._____ GmbH mit der F._____ – das "Foreign Broker  

Execution Agreement", in der Anklage (und auch nachfolgend) Ausführungs-
Vereinbarung genannt (vgl. Urk. 4-300.005/53-59; Urk. 2 S. 10) sowie das dazu-

gehörige Formular "Schedule A – Addendum to FIB Agreement" betreffend Kom-

missionsgebühren ("commission rates") der D._____ GmbH, hier als "Foreign Int-

roducing Broker" bzw. "FIB" aufgeführt, vom 19. Oktober 2005 / 7. November 

2005, in der Anklage und fortan als Ergänzung zur Ausführungs-Vereinbarung 

bezeichnet (vgl. Urk. 4-300.005/60; Urk. 2 S. 11), unterschrieben zu haben. Ent-

sprechend gab der Beschuldigte an, dass weder der Privatkläger noch der Mitbe-

schuldigte C._____ diese Kommissionsstruktur mitgestaltet hatten (Urk. 13-

401.001 S. 15; Urk. 13-401.020 S. 5 f.; Urk. 14-401.025 S. 33; Prot. I S. 35 f.). 

Aus den Darlegungen des Beschuldigten in Verbindung mit den genannten  

Urkunden ergibt sich, dass die Kommissionshöhe pro Handelsgeschäft bzw.  

Trade und die Kommissionsstruktur einzig auf Abmachungen des Beschuldigten 

mit der F._____ beruhten. Als Telefonverkäufer/Kundenbetreuer war der Mit-

beschuldigte C._____ nicht an diesen Vereinbarungen beteiligt. Die Kommissi-

onsstruktur und die absolute Höhe der Kommissionen waren ihm nicht bekannt 

und er wusste auch nicht, wer die Kommissionsstruktur festlegte (Prot. I S. 43, 77-

81; Urk. 76 S. 11). 

Beide Beschuldigten verwiesen jedoch wiederholt auf die täglichen Kontoauszüge 

bzw. "statements" der F._____, welche ab 18. Oktober 2006 – anerkanntermas-

sen (vgl. Urk. 20-1.40001 S. 9, 11; Urk. 20-1.40007 S. 5 und 35; Prot. I S. 113) – 

auch dem Privatkläger von der F._____ per E-Mail zugesandt wurden (vgl. 

-   15   - 

Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) und aus denen die 

Kommissionen für den Privatkläger ersichtlich gewesen seien (Urk. 13-401.001 

S. 19; Urk. 13-401.020 S. 7; Urk. 13-401.021 S. 7 und 11; Urk. 13-401.022 S. 10; 

Urk. 9-400.014  S. 14 f.; Urk. 9-400.015 S. 3; Urk. 11-400.018 S. 18 f. und 69; 

Prot. I S. 32 f., 37, 43, 77-81). 

Der Beschuldigte bestätigte weiter, dass die Customer Account Agreements 

(CAA; vgl. Urk. 21-1.50009 bis 50035 = das den Privatkläger betreffende Formu-

lar-Set) von Mitarbeitern der D._____ GmbH für die Kunden vorbereitet  

worden seien (Urk. 13-401.001 S. 14). In diesem Formular-Set liess sich die 

D._____ GmbH von den Kunden bevollmächtigen, als externe Vermögens-

verwalterin mit den deponierten Kundengeldern Handel mit Futures zu treiben. 

Der Beschuldigte gestand ein, das vom Privatkläger am 29. September 2006 an 

mehreren Stellen unterschriebene CAA (Urk. 21-1.50009 bis 50035) geprüft,  

unterzeichnet und an F._____ weitergeleitet zu haben (Urk. 13-401.020 S. 4; 

Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 14-401.025 S. 32). 

2.2.3  Aussagen des Privatklägers 

Der Privatkläger bestätigte, dass der Mitbeschuldigte C._____ ihm geraten habe, 

das Customer Account Agreement (CAA; Urk. 21-1.50009 bis 50035) gut durch-

zulesen. Ebenso bestätigte er seine Unterschriften darauf. Er habe dieses Doku-

ment, da auf Englisch verfasst, aber eigentlich nicht verstanden und sich beim 

Mitbeschuldigten C._____ darum bemüht, sich den Inhalt erklären zu lassen. Die-

ser habe ihn jedoch damit beschwichtigt, es sei bloss ein Kontoantrag, der kurz-

fristig wieder aufgelöst werden könne, und zum Abschluss gedrängt. Weiter sagte 

der Privatkläger aus, er habe eine deutsche Übersetzung verlangt, jedoch nie  

erhalten, und er bejahte, das Dokument dennoch an den vorgesehenen Stellen 

unterschrieben zu haben, obwohl er dies nicht hätte tun müssen (Urk. 20-1.40001 

S. 5 f.; Urk. 20-1.40007 S. 7-11 f.; Prot. I S. 103 f.).  

Während der Mitbeschuldigte C._____ in seiner ersten Einvernahme noch be-

hauptete, dem Privatkläger eine deutsche Fassung des CAA übergeben zu haben 

(Urk. 9-400.001 S. 10), gab er dann aber – wie der Beschuldigte – letztlich an, 

-   16   - 

dass diese im Internet abrufbar gewesen sei (Urk. 13-401.001 S. 14). Den  

entsprechenden Link habe man den Kunden auf Verlangen herausgegeben 

(Urk. 9-400.015 S. 10; Prot. I S. 69 f.). In den Akten befindet sich eine wohl aus 

dem Internet stammende deutsche Fassung eines wesentlichen Teils des CAA 

unbekannten Datums, insbesondere auch der Risikooffenlegungsmitteilungen 

(vgl. Urk. 21-1.50011 mit Urk. 4-300.005/6, mit unten angebrachter handschriftli-

cher Anmerkung des Links; vgl. Urk. 21-1.50012 mit Urk. 4-300.005/22; vgl. 

Urk. 21-1.50017 bis 50021 mit Urk. 4-300.005/7 bis 005/15; vgl. Urk. 21-1.50030 

bis 50031 mit Urk. 4-300.005/23 bis 005/27).  

Der Privatkläger führte aus, Kommissionen seien zu Beginn kein Thema gewe-

sen, er habe einfach angenommen, diese seien im üblichen Rahmen. Anlässlich 

des Treffens vom 30. Oktober 2006 sei mit den Beschuldigten über die Kommis-

sionslast gesprochen worden. Er sei davon ausgegangen, diese betrage  

15 % des Gewinns, vielleicht mit einer Grundgebühr (Urk. 20-1.40001 S. 7 ff.;  

Urk. 20-1.40007 S. 6, 14, 17 und 31; Prot. I S. 107 f.). 

Betreffend die Kontoauszüge der F._____ (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = 

Urk. 21-1.50036 bis 50103) bestätigte der Privatkläger einerseits, dass ihm diese 

ab dem 18. Oktober 2006 per E-Mail von der F._____ zugestellt wurden (vgl. 

Urk. 20-1.40001 S. 9, 11; Urk. 20-1.40007 S. 5 und 35; Urk. 20-1.40008 S. 3 f.; 

Prot. I S. 113). Sodann sagte der Privatkläger zu diesen Kontoauszügen aus, nur 

den Saldo überwacht und primär wissen gewollt zu haben, ob jener zu- oder ab-

nehme. Er habe sich nie über den Inhalt des Auszuges informiert oder sich diesen 

erklären lassen. Er gab an, dass die anderen Zahlen ihn nicht interessiert hätten, 

es sei für ihn immer der Schlussstand entscheidend gewesen. Er habe sich auch 

nicht veranlasst gesehen speziell nachzufragen (Urk. 20-1.40001 S. 9-11; 

Urk. 20-1.40007 S. 37). Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte der Privat-

kläger das bisher Gesagte. Er habe die Auszüge angeschaut und den Saldo  

gelesen, worum es primär gegangen sei (Prot. I S. 114 -116, 120). 

-   17   - 

2.2.4  Urkunden 

2.2.4.1  Kontoauszüge F._____ 

Die bereits mehrfach erwähnten, in den Akten befindlichen täglichen Auszüge der 

F._____ betreffend das Konto des Privatklägers (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = 

Urk. 21-1.50036 bis 50103) weisen neben den Gebühren (Fees) auch die erho-

benen Kommissionen (Comm) einzeln und zusammengefasst (Recap of commis-

sions and fees) aus. Als Beispiele zu nennen sind: Urk. 21-1.50101: Comm 

247.50 und Comm 590.00 resp. Comm 837.50; Urk. 21-1.50094: Comm 295.00 

und Comm 13'722.50 resp. Comm 14'017.50; Urk. 21-1.50073: Comm 22'420.00; 

Urk. 21-1.50061: Comm 11'151.00. 

2.2.4.2  Customer Account Agreement (CAA) 

Am 29. September 2006 unterzeichnete der Privatkläger das Customer Account 

Agreement der F._____ (Urk. 21-1.50009 bis 50035; vorne Ziffer II. 2.2.2). Dieses 

führt auf Seite 16 Mitte die D._____ GmbH als sog. Third Party Account  

Controller auf, bezeichnet sie als Broker und hält fest, dass der Privatkläger diese 

resp. den Beschuldigten mit sog. "transactional commissions" für seine Handels-

tätigkeit entschädigt (Urk. 21-1.50025; Urk. 4-300.005/29 = vom Beschuldigten 

am 2. Oktober 2006 unterzeichnetes Exemplar). Wie ebenso bereits vorne in  

Ziffer II. 2.2.2 aufgezeigt, ist unbestritten, dass in diesem Formular Name und  

Daten der D._____ GmbH und des Beschuldigten bereits ausgefüllt und ange-

kreuzt waren, als der Privatkläger das CAA umfassend zur Unterschrift erhielt 

(Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 9-400.014 S. 5). 

Auf Seite 17 des CAA unterschrieb der Privatkläger u.a. eine Blanko-Vollmacht, in 

die anschliessend der Beschuldigte bzw. die D._____ GmbH eingesetzt  

wurden, so dass diese nach eigenem Ermessen über sein Konto auf seine Rech-

nung und sein Risiko namentlich und ausdrücklich mit Futures und Optionen  

handeln durfte (Urk. 21-1.50027; Urk. 4-300.005/30). 

-   18   - 

2.2.4.3  Ausführungs-Vereinbarung und dazugehörige Ergänzung  

Die vorne unter Ziffer II. 2.2.2 zitierte Ausführungsvereinbarung mit dazugehöriger 

Ergänzung vom 19. Oktober 2005 / 7. November 2005 regelte das Rechtsverhält-

nis zwischen der D._____ GmbH und F._____ (Urk. 4-300.005/53 bis 005/60) und 

wurde unbestrittenermassen vom Beschuldigten unterzeichnet (Urk. 13-401.020 

S. 6; Urk. 14-401.025 S. 33). Ziffer 9 der Vereinbarung räumt D._____ GmbH das 

alleinige Recht ein, gegenüber ihren Kunden Kommissionen einzuführen, die 

F._____ bei diesen erhebt. Die D._____ GmbH ihrerseits wiederum hat F._____ 

die in der Ergänzung zur Ausführungs-Vereinbarung vereinbarten Kommissionen 

zu bezahlen (Urk. 4-300.005/58 und 005/60).  

2.2.5  Beurteilung durch das Gericht 

2.2.5.1  Wie aufgezeigt, hat der Privatkläger die Auszüge der F._____ betreffend 

sein Konto (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = Urk. 21-1.50036 bis 50103) ab dem 

18. Oktober 2006 per E-Mail von der F._____ zugestellt erhalten. Auch wenn er 

nur wenig Englisch verstand und keine Erfahrungen mit dem Handel von Futures  

hatte, konnte er in Anbetracht seines persönlichen und beruflichen Hintergrunds 

aus den ihm fortan zur Verfügung stehenden Kontoauszügen die jeweils belaste-

ten Kommissionen mühelos erkennen.  

Zum Tatzeitpunkt war der Privatkläger ein 50-jähriger verheirateter Familienvater. 

Er hatte nach einer Tiefbauzeichnerlehre an einer Fachhochschule einen  

Abschluss als Bauingenieur HTL erworben und war inzwischen Geschäftsführer 

der G._____, Strassen- und Tiefbau, in …. Seinen Angaben zufolge besass er 

neben einem Eigenheim noch ein Mehrfamilienhaus. Seit ca. 1995 hatte er Erfah-

rungen im Börsengeschäft gesammelt, indem er ein wenig mit Aktien und Fonds 

handelte. Er hielt auch ausländische Aktien und wenige Optionen. Zudem ver-

fügte er über einen Lombardkredit (Kredit gegen Verpfändung insbesondere von 

Wertpapieren, beim Privatkläger betraf es Gold). Im Jahre 2006 war er im Besitz 

eines Portfolios mit Aktien, Fondsanteilen und Gold im Wert von gegen 

Fr. 400'000.–. Das Portfolio habe er von Fr. 200'000.– bis ins Jahr 2006 ver-

doppeln können. Mit Aktien und Fonds sei er soweit zurecht gekommen, habe 

-   19   - 

selber damit gearbeitet. Mit derivativen Finanzprodukten habe er keine Erfahrun-

gen, wisse aber, was eine Option und ein Future sei, dass man mit Deckungskäu-

fen einen Verlust absichern könne, dass es eine Hebelwirkung habe, dass es 

Fachleute brauche, dass es bei dieser Anlage zusätzlich um Termine gehe, die 

das ganze verkomplizieren würden (Urk. 20-1.40001 S. 1 f.; Urk. 20-1.40007 

S. 41 f.).  

Der Zeuge H._____, langjähriger Kundenberater des Privatklägers bei der I._____ 

(vgl. Urk. 17-504.001; Urk. 17-504.005), bestätigte diese Angaben im Wesentli-

chen und erwähnte zusätzlich, der Privatkläger sei einst während fünf Jahren in 

einem vom damaligen Bankverein geschaffenen Investment Club dabei gewesen, 

in welchem er (H._____) beratend tätig war und wo möglicherweise auch über 

Optionen gesprochen und investiert worden sei (bestätigt durch den Privatkläger, 

Urk. 20-1.40007 S. 41; Prot. I S. 104 f.). Den Kunden werde nicht empfohlen, mit 

Optionen und Futures zu handeln. Im Investment Club habe man damals einmal 

viel Geld damit verloren (Urk. 17-504.001 S. 1 f.; Urk. 17-504.005 S. 14). Vor 

Leistung der ersten Zahlung an die D._____ GmbH habe ihn der Privatkläger an-

gerufen und gesagt, er wolle USD 50'000.– investieren, um etwas zu "gamblen", 

er gebe das Geld einem Vermögensverwalter. Er wolle etwas riskieren (Urk. 17-

504.001 S. 2; Urk. 17-504.005 S. 7). Der Privatkläger stellte dies nicht in Abrede, 

nahm aber vom Begriff "gamblen" Abstand (Prot. I S. 105).  

Weiter fügte der Privatkläger an, ca. ein Jahr vor seinem Engagement bei der 

D._____ GmbH einem anderen Institut – dessen Name er nicht mehr wisse –

Fr. 10'000.– übergeben zu haben, das dann aber fahrlässig damit umgegangen 

sei. Es sei um Geldanlagen gegangen, wobei in Sojabohnen und Gold investiert 

worden sei. Er habe das Gefühl gehabt, dass diese Leute gar nichts vom Bank-

geschäft verstanden; dies im Gegensatz zum Beschuldigten und zum Mitbeschul-

digten C._____, welche gemäss dem Privatkläger einen guten Auftritt hatten und 

einen kompetenten Eindruck hinterliessen (Urk. 20-1.40007 S. 22; Urk. 20-

1.40008 S. 10; Prot. I S. 105-107).  

Aus alledem ergibt sich, dass der Privatkläger als Anleger kein völliger Laie war, 

d.h. dass er doch über einige Erfahrung im Börsengeschäft verfügte und nicht  

-   20   - 

ohne Risikobereitschaft in den Handel mit Futures eingestiegen ist. Gemäss eige-

ner Darstellung beauftragte er damit nach intensiven Telefonkontakten mit dem 

Mitbeschuldigten C._____ die D._____ GmbH, indem er das über zwei Dutzend 

Seiten starke Formular-Set CAA – das auf der Frontseite prägnant die Überschrift 

"F._____ Futures and Options" trägt und welche Ausdrücke gleichermassen in 

der deutschen Sprache verwendet wurden und werden – am 29. September 2006 

an den vorgesehen Stellen unterzeichnete (Urk. 21-1.50009 bis 50035). Persönli-

che Kontakte gab es bis dahin keine und der Privatkläger holte vor der Unter-

zeichnung und der Geldüberweisung keine Erkundigungen über die D._____ 

GmbH und deren Mitarbeiter ein. Über den Beschuldigten wusste er zu jenem 

Zeitpunkt nichts. Auch stand für den Privatkläger nicht zur Diskussion, zuvor sei-

nen langjährigen Berater bei der I._____, den Zeugen H._____, zu konsultieren. 

Eine Anlagestrategie wurde mit der D._____ GmbH nicht festgelegt (Urk. 20-

1.40007 S. 13, 22; Prot. I S. 116 f.). Wie schon im Verlaufe des Vorverfahrens 

umschrieb der Privatkläger vor Vorinstanz seine Anlageabsicht dahin, er habe bis 

Weihnachten schauen wollen, was die D._____ GmbH mit seinem Geld mache 

(Prot. I S. 102, 107).  

Dass der Privatkläger das CAA an diversen Orten unterzeichnete, obwohl er nach 

seinen Angaben das Dokument kaum verstand und keine deutsche Übersetzung 

besass, kann nicht den Beschuldigten angelastet werden. Es ist nicht erkennbar, 

inwiefern der Privatkläger unter Druck gestanden haben soll, in eine Geschäfts-

beziehung zur D._____ GmbH – von der er schon ein bis zwei Jahre zuvor wie-

derholt telefonisch kontaktiert worden sein soll – zu treten (vgl. auch Urk. 4-

300.005/5), diese als externe Vermögensverwalterin zu beauftragen und in der 

Folge (initial) USD 50'000.– zu investieren. Wie gesehen unternahm er diesen 

Schritt, weil er bereit war, etwas zu riskieren. Mit seinen Unterschriften erteilte er 

nicht nur der D._____ GmbH eine General-Vollmacht zum Handel, d.h. zum Kauf 

und Verkauf von Futures und Optionen, sondern bestätigte auch, mit je unmittel-

bar anschliessender Unterschrift die Risikooffenlegungsmitteilung ("Risk Disclo-

sure Statement"; vgl. Urk. 21-1.50011 und 50012) und die zusätzliche  

Risikooffenlegung ("Additional Risk Disclosure"; vgl. Urk. 21-1.50033) empfangen, 

gelesen und verstanden zu haben. Darin wird der Kunde ausdrücklich darauf  

-   21   - 

hingewiesen, dass der Futures- und Optionenhandel generell eine risikoreiche  

Investitionsform ("a risky form of investment") sei, dass der Handelserfolg bei 

Teilnahme an ausländischen Transaktionen nebst dem Marktgeschehen und ver-

schiedenen Richtlinien und Regularien auch durch Devisenschwankungen beein-

flusst werden kann und dass erhebliche Verluste ("substantial loss") und insbe-

sondere auch ein Totalverlust ("a total loss") der investierten Gelder erlitten wer-

den kann. Erwähnt wird zudem das allfällige Erfordernis erheblicher zusätzlicher 

Kapitalleistungen ("substantial amount of additional capital") zur Abdeckung der 

Positionen. Aus diesem Grunde wird der Kunde ermahnt, nur reines Risikokapital 

("purely risk capital") einzusetzen bzw. zu übermitteln. Der Privatkläger postuliert 

denn auch nicht generell, auf das Verlustrisiko seiner Anlagen nicht aufmerksam 

gemacht worden zu sein ("Es sei sehr schnell gegangen", Prot. I S. 103), sondern 

lediglich, dies sei nicht mündlich geschehen – was die Beschuldigten bestreiten – 

und es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass er alles verlieren könnte. Damit war 

dem Privatkläger ein Verlustrisiko bekannt, was naturgemäss auch das Risiko ei-

nes Totalverlustes miteinschliesst.  

2.2.5.2  Die Kontoauszüge der F._____ (vgl. Urk. 14-1.50036 bis 50103 = 

Urk. 21-1.50036 bis 50103; nur der Beleg für den 20. Oktober 2006 fehlt) wiesen 

die belasteten Kommissionen aus, so dass der Privatkläger diese seit Erhalt der 

Auszüge (ab 18. Oktober 2006) erkennen konnte. Diese Abrechnungen bestehen 

weitgehend aus Zahlen, welche sprachlich neutral, einfach zu lesen und rechne-

risch nachvollziehbar sind, zumal auch (die vom Privatkläger stets geprüften) An-

fangs- und Endsaldi immer aufgelistet waren. Dass die Auszüge mit Verzögerung 

beim Privatkläger eintrafen, lag offenbar an der F._____ und nicht an den Be-

schuldigten. Nach entsprechender Reklamation beim Mitbeschuldigten C._____ 

wurden dem Privatkläger dann diese auch im CAA in Aussicht gestellten "state-

ments" der F._____ auf elektronischem Weg übermittelt (vgl. Urk. 21-1.50029). 

Die Erkennbarkeit der Kommissionsbelastungen ist gegeben.   

Dass Handelsgegenstand Futures (und allenfalls auch Optionen) waren, ist neben 

dem zu Vertragsbeginn vom Privatkläger unterzeichneten CAA ebenso jedem 

einzelnen Kontoauszug der F._____ mit dem darauf vermerkten Firmenlogo zu 

-   22   - 

entnehmen. Es kann deshalb nicht gesagt werden, die Beschuldigten hätten den  

Privatkläger über die Verwendung seiner Vermögenseinlagen zu täuschen beab-

sichtigt bzw. getäuscht. Auch die Intensität des Handelns bzw. die Häufigkeit der 

Handelstransaktionen sowie das Ausmass der totalen Kommissionshöhe lässt 

sich bei genauerem Betrachten der Kontoauszüge beurteilen, zumal die Anzahl 

Trades (Käufe und Verkäufe) offensichtlich in Korrelation zu den angefallenen 

Kommissionen steht.  

Den Beschuldigten kann daher keine Verheimlichung bzw. Verheimlichungs-

absicht betreffend die Kommissionslast vorgeworfen werden. Der Privatkläger 

hätte die Kommissionsbelastung einzeln und totalisiert nachvollziehen und deren 

Verhältnis zum eingesetzten Kapital erkennen können (vorne Ziffer II. 2.2.4.1; für  

weitere Beispiele siehe die folgende Ziffer II. 2.2.5.3). Ob er gestützt auf die  

Abrechnungen auch seine realistische Gewinnmöglichkeit – bei der es sich nicht 

um eine Tatsache im Sinne von Art. 146 StGB handelt – hätte einschätzen  

können, ist beim Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung zu prüfen (hinten 

Ziffer II. 3.3).  

2.2.5.3  An den Handelstagen zwischen dem Empfang des ersten Kontoauszuges 

am 18. Oktober 2006 und der Leistung des zweiten Nachschusses über 

USD 60'000.– am 27. Oktober 2006 wurden sowohl Gewinne als auch Verluste 

erzielt (vgl. Urk. 14-1.50073 bis 50083; Urk. 2 S. 43 f.). Dabei fielen immer Kom-

missionen an, unabhängig vom jeweils erzielten Handelserfolg.  

An vier Handelstagen in dieser Zeitspanne resultierte ein Gewinn, so am 18. Ok-

tober 2006 mit einem Plus von USD 11'000.–, bei Kommissionen von nur 

USD 495.–. Weiter standen am 19. Oktober 2006 einem Gewinn von rund 

USD 3'500.– Kommissionen von USD 1'770.– gegenüber, mithin von ca. 50 %. 

Am 23. Oktober 2006 betrugen die fraglichen Zahlen rund USD 9'900.– zu 

USD 4'435.– (ca. 45 %) und am 25. Oktober 2006 rund USD 6'900.– zu 

USD 2'950.– (ca. 43 %). Die zwei Handelstage vom 24. und 26. Oktober 2006 

brachten hingegen Verluste: nämlich der 24. Oktober 2006 knapp USD 4'500.– 

Verlust bei Kommissionen von USD 6'490.– (fast das Anderthalbfache) und der 

-   23   - 

26. Oktober 2006 annähernd USD 42'000.– Verlust bei Kommissionen von 

USD 22'420.– (ca. 53 %).  

Aus diesen Darlegungen ist unschwer feststellbar – was dem Privatkläger, entge-

gen seiner wiederholt geäusserten Ansicht (Urk. 20-1.40007 S. 17; Prot. I S. 107), 

aufgrund der ihm ab 18. Oktober 2006 zugestellten Abrechnungen der F._____ 

und seiner Erfahrungen im Börsengeschäft klar sein musste –, dass nicht nur bei 

Gewinn Kommissionen verrechnet wurden, sondern auch bei erlittenem Verlust, 

und dass die Kommissionen nicht einem festen Satz von 15 % entsprachen, wo-

von der Privatkläger nach seiner Aussage ausging, sondern in der Regel viel hö-

her ausfielen und sogar das (negative) Handelsergebnis übertreffen konnten. Als 

rechnerisches Fazit ergibt sich daraus, dass Gewinne aufgrund der anfallenden 

Kommissionen um diese (erheblich) geschmälert wurden und umgekehrt Verluste 

und Kommissionen sich kumulativ auswirkten. Das Tagesergebnis umfasste somit 

jeweils Handelsgewinne und -verluste einschliesslich die Kommissionen (Prot. I 

S. 19). Einen zentralen Erfahrungswert bietet zweifellos der 26. Oktober 2006, an 

welchem Tag das Kapital von über USD 80'000.– um USD 65'000.– auf noch 

USD 15'000.– schrumpfte (vgl. die Tagesanalyse Urk. 18-900.004 S. 25), was 

dann zum zweiten Nachschuss durch den Privatkläger führte.  

2.2.5.4  Zusammengefasst kann bei dieser Ausgangslage und insbesondere auf-

grund der ab 18. Oktober 2006 regelmässig zugestellten (handels)täglichen  

Kontoauszüge den Beschuldigten – entgegen der Anklage (Urk. 2 S. 26) – keine 

Täuschung des Privatklägers über die Verwendung seiner Vermögensanlagen 

und die Häufigkeit der Handelstransaktionen vorgeworfen werden, ebenso wenig 

ein Verheimlichen der erfolgsunabhängigen Kommissionen. Insbesondere war 

auch die Geschäftsbezogenheit der anfallenden Kommissionen ersichtlich, mithin 

ein Konnex zwischen der Handelsintensität und der resultierenden Kommissions-

last. Desgleichen erkennbar war die sukzessive Verringerung der Guthaben durch 

die repetitiven Kommissionsbelastungen. Darüber hinaus musste dem Privat-

kläger angesichts früherer Erfahrungen und der allgemeinen Lebenserfahrung bei 

seinem beruflichen Hintergrund bewusst sein, dass Börsengeschäfte infolge der 

schnell schwankenden und entsprechend unberechenbaren (globalen) Märkte 

-   24   - 

stets risikobehaftet sind, ungeachtet der konkreten Fähigkeit und Geübtheit eines 

Vermögensverwalters bzw. Brokers. Insoweit lässt sich bei Börsengeschäften im 

(hoch)spekulativen Bereich weder eine realistische Gewinnmöglichkeit noch eine 

solche Wertvermehrung noch ein Werterhalt einer Investition garantieren oder 

versprechen, ausser die Parteien hätten ausschliesslich Investitionen in kapital-

geschützte Produkte bzw. Anlageinstrumente vereinbart, was hier niemand be-

hauptet. Soweit sich der Privatkläger über die Gewinnchancen täuschte, ist fest-

zuhalten, dass eine Täuschung darüber zu Recht nicht Bestandteil der Anklage 

bildet, da Marktchancen keine Tatsachen sind. Es kommt hinzu, dass die dem 

Privatkläger zugestellten Abrechnungen mehrfach Gewinne auswiesen, was er 

der Entwicklung seines Saldos entnehmen konnte (vgl. Urk. 18-900 004 S. 37). 

Abschliessend ist daran zu erinnern, dass der Privatkläger gewisse Risiken ein-

zugehen bereit war und zumindest anfänglich den Beschuldigten volle Handlungs-

freiheit einräumte. Darauf und auf die Frage der Kommissionen ist in Ziffer II. 3. 

zurückzukommen.  

2.2.5.5  Exkurs: Frage der Retrozessionen 

2.2.5.5.1  Die Vorinstanz kam mit der folgenden Begründung (kursiv dargestellt) 

zum Schluss, es würden keine Retrozessionen vorliegen (vgl. Urk. 53 S. 13-15): 

Unbestrittenerweise war zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten resp. 

der D._____ GmbH mündlich vereinbart, dass diese mit den vom Privatkläger auf 

sein Konto bei F._____ einbezahlten Mitteln Anlagen tätigt (Urk. 13-401.020 S. 4; 

Urk. 13-401.022 S. 15; Urk. 14-401.025 S. 32; Urk. 20-1.40007 S. 9,10; Prot. 

S. 30, 102, 103, 107). Nach Art. 400 Abs. 1 OR ist der Beauftragte verpflichtet, 

auf Verlangen jederzeit über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen 

und alles, was ihm infolge derselben aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, 

zu erstatten. Das Bundesgericht hat mit wegleitendem Urteil vom 22. März 2006 

entschieden, dass indirekte Vorteile, welche in einem inneren Zusammenhang zur 

Auftragsausführung stehen, wie Rabatte, Provisionen und sog. Retrozessionen, 

die dem Beauftragten von Dritten zukommen, gestützt auf Art. 400 Abs. 1 OR 

dem Auftraggeber abzuliefern sind. Der Beauftragte soll abgesehen von einem 

allfälligen Honorar weder gewinnen noch verlieren. Diese Herausgabepflicht ist 

-   25   - 

zwar nicht zwingend. Doch bedingt ein im Voraus ergangener Verzicht des Auf-

traggebers, dass er über die zu erwartenden Retrozessionen vollständig und 

wahrheitsgetreu informiert ist und dass sein Wille, auf deren Ablieferung zu ver-

zichten, deutlich aus der Vereinbarung hervorgeht (BGE 132 III 460, E. 4.1 und 

4.2, mit weiteren Hinweisen). 

Die Verteidigung des Mitbeschuldigten C._____ ist der Auffassung, dass es sich 

vorliegend bei den Zahlungen der F._____ an die D._____ GmbH nicht um 

 eigentliche Retrozessionen handle. Jene stammten direkt aus dem Vermögen 

des Privatklägers, nicht aus jenem der F._____. D._____ GmbH habe kein  

Produkt der F._____ verkauft, sondern diese sei der Broker für den Futures-

Handel gewesen. Dass die Kommissionen derart flossen, sei eine reine Zah-

lungsmodalität gewesen (Urk. 43 S. 23 f.). 

Der Privatkläger unterzeichnete die im Customer Account Agreement der F._____ 

vorformulierte Erklärung, die D._____ GmbH als Drittpartei zu ernennen und zu 

bevollmächtigen sowie diese resp. den Beschuldigten als Bezugsperson mit 

transactional commissions zu entschädigen. Wenn auch einzuräumen ist, dass 

diese Erklärung als eine von mehreren im ganzen Antrag etwas verborgen ist, so 

ist diese dennoch auch bei geringen Englisch-Kenntnissen verständlich (Bestim-

mung der D._____ GmbH als sog. "Third Party Account Controller"; darauf so-

gleich folgend "My relationship to the Third Party Controller is A._____. I am … 

paying … him transactional commissions as his compensation for trading my ac-

count. [Unterschrift]"; Urk. 4-300.005/29; auf der folgenden Seite, oben, "I hereby 

authorize [… name of account controller] as my agent and attorney-in-fact … ; 

Urk. 4-300.005/30). Der Privatkläger war jedenfalls mit seinem persönlichen Hin-

tergrund und Wissen in der Lage, eine für ihn nachteilige vertragliche Abmachung 

zu erkennen und von einem Abschluss abzusehen. Es ist nicht nachzuvollziehen, 

inwiefern der Privatkläger – was bestritten ist – bei Vertragsschluss unter zeitli-

chem Druck gestanden sein soll. Der Beschuldigte unterzeichnete anschliessend 

jeweils an den entsprechend vorgesehenen Stellen (Urk. 4-300.005/29 und 30). 

Damit erklärte er sich nicht nur betreffend seine Eigenschaft als Bezugsperson 

des Third Party Controller und Bevollmächtigter einverstanden, sondern insbe-

-   26   - 

sondere auch bezüglich seiner Entschädigung für seine Handelstätigkeit mittels 

Transaktionskommissionen. F._____ überwies aufgrund der mit der D._____ 

GmbH abgeschlossenen Ausführungsvereinbarung (mit Anhang) dieser den ihre 

Kommission übersteigenden Betrag. Diese Vergütungen sind somit weder ein 

Rabatt, eine Provision noch Retrozessionen, welche an den Auftraggeber abzu-

liefern sind, sondern stellen die Entschädigung, das Honorar, dar für die geleiste-

ten Dienste der D._____ GmbH bzw. des Beschuldigten, die Anlagetätigkeit. Die-

ses ist selbstredend nicht an den Auftraggeber auszurichten. 

2.2.5.5.2  Zutreffend hat die Vorinstanz zunächst die Anwendbarkeit des Auftrags-

rechts erwähnt und auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Retrozessio-

nen hingewiesen. Ferner ist ihre Ansicht zu teilen, dass der Privatkläger die 

D._____ GmbH zur Handelstätigkeit bevollmächtigt und sich verpflichtet hatte, 

dieser bzw. dem Beschuldigten dafür eine – nicht weiter spezifizierte – Entschädi-

gung zu entrichten, hier bezeichnet als Transaktionskommissionen ("transactional 

commissions as his compensation for trading my account", vgl. Urk. 4-300.005/29; 

Urk. 53 S. 13 f.). Mit seinem persönlichen Hintergrund und Wissen und in Kombi-

nation mit den ihm seit 18. Oktober 2006 zugestellten Auszügen seines Kontos 

bei der F._____ war der Privatkläger ab jenem Zeitpunkt zwar in der Lage, die ihn 

treffende Kommissionsbelastung insgesamt, d.h. in absoluten Zahlen und auch in 

Relation zu seinem investierten Kapital zu erkennen, mithin festzustellen, dass 

regelmässig eine Vielzahl von Kommissionsbeträgen und ein hohes Total anfielen 

bzw. ihm verrechnet wurden. Der Privatkläger hatte jedoch unbestritten keinerlei 

Kenntnis von der Kommissionsstruktur und von einem allfälligen Verteilschlüssel. 

Insbesondere wusste er nicht, wieviel das Honorar des Beschuldigten für dessen 

Dienstleistung betragen würde bzw. betrug. Vielmehr waren die Kommissions-

ansätze pro Trade sowie die Kommissionsstruktur nur zwischen der D._____ 

GmbH und der F._____, ohne Mitwirkung des Privatklägers, vereinbart worden, 

laut dem Beschuldigten im Rahmen der F._____ Richtlinien und in Anlehnung an 

die amerikanische Gesetzgebung (vgl. Ausführungsvereinbarung und Ergänzung  

dazu, Urk. 4-300.005/53-59; Urk. 4-300.005/60-61; Urk. 13-401.001 S. 15; Prot. I 

S. 35, 37). Es wurden keine schriftlichen Verträge mit den Kunden abgeschlos-

sen, auch nicht mit dem Privatkläger. Kommissionshöhe und -last wurden den 

-   27   - 

Kunden nicht schriftlich mitgeteilt. Das CAA enthielt nur den Hinweis, dass im 

Rahmen der F._____ Richtlinien Kommissionen erhoben werden dürfen (Urk. 13-

401.001 S. 15; Prot. I S. 20, 70). Daher war auch keine vorgängige Genehmigung 

möglich. Es lässt sich daher entgegen der Vorinstanz (Urk. 53 S. 15) nicht sagen, 

der Privatkläger habe von Anbeginn eine für ihn nachteilige vertragliche Abma-

chung (hinsichtlich der Kommissionen) erkennen und von einem Abschluss ab-

sehen können.  

Vorliegend bestand ein Dreiecksverhältnis zwischen dem Privatkläger als  

Kunden, dem Beschuldigten als externem Vermögensverwalter und der F._____ 

als amerikanischem Broker und Kontoführerin: Die D._____ GmbH bzw. der  

Beschuldigte war als externer Vermögensverwalter (= Beauftragter) des Privat-

klägers (= Auftraggeber) tätig. Die F._____ stellte dem Beschuldigten eine Online-

Handels-Plattform für den Handel mit Futures zur Verfügung. Gemäss seiner  

Angabe konnte der Beschuldigte vom Computer aus die einzelnen Kundenkonten 

anklicken und die Trades eingeben. Alle Märkte waren auf der Plattform vorhan-

den und man konnte innert einer Hundertstel Sekunde am Markt sein (Prot. I 

S. 27). Der Beschuldigte allein war für diesen Handel zuständig, nahm die Markt-

analyse vor und traf die Kauf- und Verkaufsentscheide, auch bezüglich des  

Privatklägers. Pro Kontrakt erhielt die D._____ GmbH Kommissionen, deren Höhe 

der Beschuldigte zuvor gestützt auf die F._____ Richtlinien festgelegt hatte. Je 

höher das Handelsvolumen, desto höher waren die Kommissionen (Urk. 13-

401.001 S. 12 ff., 17 und 19; Prot. I S. 14, 27 f., 33 f., 42, 74 f., 80). Somit lag es 

einzig in den Händen des Beschuldigten, wieviel Kommissionen automatisch  

erzeugt wurden. Nach – bestrittener – Auffassung der beiden Beschuldigten woll-

te der Privatkläger sein Kapital spekulativ anlegen, aggressiv handeln. Es sei sein 

Ziel gewesen, so schnell wie möglich sehr viel Geld zu verdienen. Er (Beschuldig-

ter) habe beim Privatkläger einen Performancedruck verspürt, der höher gewesen 

sei als bei andern Kunden. Die Vorgabe des Privatklägers sei gewesen, mit einem 

grossen Hebel zu arbeiten. Bei einem grösseren Hebel gebe es höhere Kommis-

sionen (Prot. I S. 30, 33-35, 39, 43, 76; Urk. 75 S. 4 f.; Urk. 76 S. 6). Unbestritte-

nermassen führte die F._____ als Begünstigte der Bank, bei welcher der Privat-

kläger die Kapitaleinlagen vereinbarungsgemäss geleistet hatte (J._____ Bank, 

-   28   - 

...) das Cash-Konto des Privatklägers, die offenen Positionen sowie die hierfür er-

forderliche sog. Margin (vgl. CAA Urk. 21-1.50010; Urk. 4-300.005/32) und war 

damit die Dritte im Bund. Sie belastete dem Konto ausser diversen  

Gebühren (Fees) die aus der Handelstätigkeit des Beschuldigten generierten 

Kommissionen und vergütete diese – reduziert um ihren eigenen Kommissionsan-

teil von USD 9.– pro Trade gemäss der Ergänzung zur Ausführungs-Vereinbarung 

– an die D._____ GmbH, nämlich USD 50.– bzw. 90.– (Urk. 4-300.005/60-61; 

Urk. 13-401.001 S. 14 f.; Prot. I S. 35 f., 46).  

2.2.5.5.3  Angesichts dieser Ausgangslage erscheint fraglich, ob Retrozessionen 

vorlagen. Die F._____ entrichtete der D._____ GmbH kein Entgelt für ihre Dienste 

(aus ihrem eigenen Vermögen), sondern belastete lediglich die mit dem Beschul-

digten vereinbarten Abzüge dem Konto des Privatklägers, die freilich  

höher waren als diejenigen, die die D._____ GmbH tatsächlich zahlen musste. In-

sofern war die F._____ lediglich die Eintreiberin der von der D._____ GmbH ge-

genüber dem Privatkläger verlangten Entschädigung. Es handelte sich mithin 

nicht um indirekte Vorteile, die dem Beauftragten infolge der Auftragserteilung von 

Dritten, hier der F._____, zukamen, sondern ganz einfach bloss (auch) Entgelt für 

die Tätigkeit der D._____ GmbH. Es waren also keine Zuwendungen der 

F._____. Ebenso wenig kann gesagt werden, die D._____ GmbH hätte sich durch 

die Zuwendungen Dritter (es waren ja Gelder des Privatklägers) veranlasst sehen 

können, die Interessen des Auftraggebers nicht ausreichend zu berücksichtigen. 

Selbst wenn man davon ausgehen wollte, es habe sich um Retrozessionen ge-

handelt, so war es im Jahre 2006 – und sogar später – branchenüblich, die Retro-

zessionen dem Auftraggeber nicht auszuliefern, weswegen den Beschuldigten da-

raus kein, insbesondere kein strafrechtlicher, Vorwurf gemacht werden kann (pro 

memoria: Der Retrozessionen-Entscheid des Bundesgericht datiert von März 

2006 [BGE 132 III 460], der Entscheid, dass die Herausgabepflicht auf sämtliche 

Auftragsverhältnisse anwendbar ist, datiert von 2012 [BGE 138 III 755 E. 5.4 

a.E.], hier steht die Zeitspanne Oktober bis Dezember 2006 zur Diskussion).  

Die Frage, ob es sich um Retrozessionen handelte oder nicht, braucht indes vor-

liegend gar nicht abschliessend geklärt zu werden, da – wie noch zu zeigen sein 

-   29   - 

wird – der Tatbestand des Betruges mangels Arglist nicht erfüllt wurde und man-

gels strafrechtlich relevanter Pflichtverletzung auch die Voraussetzungen des 

Tatbestandes der ungetreuen Geschäftsbesorgung nicht erfüllt sind.  

2.2.5.6  In Würdigung aller Umstände, namentlich angesichts der grundsätzlichen 

Erkennbarkeit der schädigenden Kommissionsbelastungen, erscheint sehr zwei-

felhaft, ob eine strafrechtlich relevante Täuschung vorliegt (siehe auch vorne,  

Ziffer II. 2.2.5.4). Dies braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden. 

Insoweit der Privatkläger nicht über alle Informationen verfügte, lag es offensicht-

lich auch an mangelndem Interesse und Bemühen seinerseits. Aber selbst wenn 

Täuschung als gegeben anzusehen wäre, würde es an deren Arglistigkeit fehlen.  

2.3 Arglist  

2.3.1  Anklagevorwurf 

Die Anklägerin macht geltend, das Verhalten der Beschuldigten A._____ und 

C._____ sei ein komplexes System aufeinander abgestimmter Täuschungshand-

lungen gewesen. Die Beschuldigten hätten gewusst und mit Gewissheit voraus-

gesehen oder mindestens billigend in Kauf genommen, dass für den investitions-

bereiten Privatkläger aus verschiedenen Gründen die Täuschung nicht erkennbar 

gewesen sei, eine Überprüfung der Angaben über die Verwendung seiner Einla-

gen und über die Gewinnchancen auf seiner Einlage nicht möglich oder zumutbar 

gewesen sei oder er davon absehen würde, sodass sich auch ein kritisches Opfer 

hätte täuschen lassen (Urk. 2 S. 27). 

2.3.2  Rechtliche Grundlagen 

Das täuschende Verhalten muss objektiv als arglistige Irreführung zu qualifizieren 

sein. Arglist ist gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet, d.h. 

besonders hinterhältige Lügen sind derart raffiniert aufeinander abgestimmt, dass 

sich auch ein kritisches Opfer täuschen lässt. Ebenfalls liegt ein arglistiges Vor-

gehen vor, wenn der Täter sich täuschender Machenschaften bedient, also seine 

Behauptungen durch Belege oder Handlungen stützt, die sie als glaubhaft  

erscheinen lassen. Einfache Lügen sind nur arglistig, wenn sie nicht oder nur mit 

-   30   - 

besonderer Mühe auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden können, der Täter den 

Getäuschten absichtlich von der Überprüfung abhält oder aufgrund bestimmter 

Umstände und eines besonderen Vertrauensverhältnisses voraussieht, dass der 

Getäuschte sie gar nicht überprüfen wird. Arglist scheidet jedoch aus, wenn das 

Opfer die angesichts der konkreten Umstände und seiner persönlichen Verhält-

nisse grundlegendsten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet (Donatsch, Strafrecht 

III, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 224 ff.; Stratenwerth/Jenny/Bommer, 

Schweiz. Strafrecht BT I, 7. Aufl., Bern 2010, S. 383 ff.). 

2.3.3  Beurteilung durch das Gericht 

2.3.3.1  Unter Hinweis auf die Ausführungen zur Täuschung unter Ziffer II. 2.2 

hiervor kann nicht von einem Lügengebäude gesprochen werden. Ebenso wenig 

sind täuschende Machenschaften, d.h. durch Dokumente oder Handlungen ge-

stützte Behauptungen der Beschuldigten, ersichtlich, zumal die Parteien weitest-

gehend mündlich/telefonisch verkehrten, namentlich ohne schriftlichen Vermö-

gensverwaltungsvertrag. Arglist aus diesen Gründen scheidet somit aus.  

Geschäftsmodell und Vorgehen der D._____ GmbH waren bei entsprechender 

Aufmerksamkeit und, wo nötig, ergänzendem Nachfragen jedenfalls in groben 

Zügen erkennbar. 

2.3.3.2  Sodann kann nicht gesagt werden, die Angaben der Beschuldigten bzw. 

der D._____ GmbH seien nur mit besonderer Mühe überprüfbar gewesen. Soweit 

der Arglistvorwurf die angefallenen Kommissionen betrifft, ist wiederum auf die 

Ausführungen in Ziffer II. 2.2 hiervor zu verweisen. Danach war der Privatkläger 

ab dem 18. Oktober 2006 imstande, die Kommissionslast in den täglich (an den 

Handelstagen) erstellten Abrechnungen bzw. Kontoauszügen der F._____ selbst 

bei einer nur rudimentären Prüfung mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit 

sofort und mühelos zu erkennen. Dass – von der verzögerten Zustellung und dem 

fehlenden Auszug betreffend den 20. Oktober 2006 abgesehen – Belege fehlen 

würden oder dem Privatkläger gar bewusst vorenthalten worden wären, wurde 

nicht geltend gemacht und lässt sich auch nicht den Akten entnehmen. Ebenso 

hätte der Privatkläger aus den Abrechnungen ersehen können, dass Kommissio-

nen (und Gebühren) nicht nur bei erzieltem Gewinn, sondern gleichermassen bei 

-   31   - 

erlittenem Verlust und regelmässig in einem Umfang von deutlich mehr als den 

vermeintlichen 15 % erhoben wurden. Aufgrund der optischen Darstellung und 

trotz geringer Englischkenntnisse sowie mangelnder Erfahrung im Handel mit Fu-

tures hätte sich zudem das Verhältnis der Kommissionen zum eingesetzten Kapi-

tal und auch gemessen am jeweiligen Gewinn oder Verlust rechnerisch ungefähr 

eruieren und nachvollziehen lassen. Der Privatkläger interessierte sich nach eige-

nen Angaben indessen primär für den jeweiligen Saldo auf den Abrechnungen 

und nicht für die konkrete Höhe der Kommissionen. Folglich hatte er nie Rechen-

schaft (über die Handelstätigkeit der D._____ GmbH) verlangt oder sich nach 

dem Umfang der Transaktionskommissionen erkundigt. Weil den Beschuldigten 

ferner keine Absicht nachgewiesen werden kann, dem Privatkläger die täglichen 

Kontoauszüge vorzuenthalten oder verspätet zukommen zu lassen, würde über-

dies von Beginn weg keine Arglist vorliegen. 

2.3.3.3  Auch hinsichtlich der Rückvergütungen der F._____ kann den Beschul-

digten mangels Lügengebäude oder besonderer Machenschaften kein arglistiges 

Handeln vorgeworfen werden. Die Beschuldigten wären lediglich, aber immerhin 

der ihnen auferlegten Aufklärungspflicht nicht nachgekommen. Umgekehrt gilt als 

erstellt, dass der Privatkläger auch nie Rechenschaft über die Geschäftstätigkeit 

verlangt oder sich näher betreffend die Kommissionsbelastung der D._____ 

GmbH (namentlich Umfang, Struktur, Verteilschlüssel) erkundigt hatte. Erstellt ist 

vielmehr, dass ihn sogar die konkrete Höhe der Kommissionen überhaupt nicht  

interessierte (vgl. vorne Ziff. II. 2.2.3; Urk. 20-1.40001 S. 7 f.; Prot. I S. 108). Wie 

schon die Vorinstanz zutreffend darlegte, lässt sich nicht nachweisen, ob und  

inwieweit die Beschuldigten dieses Verhalten des Privatklägers zu verantworten 

haben oder begünstigten.  

2.3.3.4  Es bleibt die Frage zu klären, ob zwischen der D._____ GmbH bzw. den 

Beschuldigten und dem Privatkläger ein besonderes Vertrauensverhältnis be-

stand. 

Ein besonderes Vertrauensverhältnis lässt sich nicht allgemein umschreiben, 

sondern es ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein solches als gegeben zu erachten ist. 

Von einem besonderen Vertrauensverhältnis ist etwa auszugehen, wenn eine 

-   32   - 

Geschäftsbeziehung von gewisser Intensität über mehrere Jahre angedauert hat. 

Bei unterjähriger Zusammenarbeit ist ein solches zu verneinen, denn es ist (noch) 

nicht von einer langen, unproblematischen Geschäftsbeziehung auszugehen  

(Urteil des Bundesgerichts 6B_642/2013 vom 3. Februar 2014). Ebenso wenig 

führt eine nicht sehr ausgeprägte (angebliche) familiäre Verbundenheit zur An-

nahme eines besonderen Vertrauensverhältnisses (Urteil des Bundesgerichts 

6S.414/2004 vom 28. Februar 2005). Ein besonderes Vertrauensverhältnis kann 

zum Beispiel entstehen zwischen Versicherung und Versicherungsnehmerin im 

Anschluss an eine Schadensmeldung. Aus der dadurch begründeten näheren 

Beziehung zur Versicherung obliegt der Versicherungsnehmerin aufgrund des 

Versicherungsvertragsgesetzes und der Allgemeinen Versicherungsbedingungen 

die auf klaren Regelungen beruhende Pflicht zu wahrheitsgemässer und vollstän-

diger Mitteilung aller für die Leistungspflicht der Versicherung massgeblicher Tat-

sachen, konkret die Mitteilung über das Auffinden der als gestohlen gemeldeten 

Gegenstände (Urteil des Bundesgerichts 6S.364/2005 vom 9. März 2006 E. 1). 

Ähnlich verhält es sich im Fall, der dem Urteil 6B_750/2012 vom 12. November 

2013 E. 2.5.4 zugrunde liegt, wo der Versicherungsnehmer in der Befragung Tat-

sachen nicht offenlegte bzw. verschwieg, die für die Leistungspflicht der Versiche-

rung massgeblich waren.  

Vorliegend kann die Arglist nicht damit begründet werden, der Privatkläger habe 

die Abrechnungen der F._____ nicht (weiter) geprüft oder beachtet, weil ein be-

sonderes Vertrauensverhältnis zwischen ihm und den Beschuldigten bestanden 

hätte. Die Beziehung basierte nicht auf einer mehrjährigen Geschäftsbeziehung 

und entsprechender Erfahrung, sondern erstreckte sich insgesamt nur über weni-

ge Wochen von Ende September 2006 bis Dezember 2006. Selbst wenn der Pri-

vatkläger bereits früher mit der D._____ GmbH bzw. den Beschuldigten Geschäf-

te abgeschlossen hätte, würde dies nicht ein besonderes Vertrauensverhältnis 

bewirken, aufgrund dessen die Beschuldigten die begründete Erwartung haben 

konnten, dass der Privatkläger jegliche Überprüfung unterlassen werde (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_102/2011 vom 14. Februar 2012 E. 3.4.2). Wie schon im 

angefochtenen Urteil korrekt dargelegt, war für die Beschuldigten nicht voraus-

sehbar, dass sich der Privatkläger nie nach den Kommissionen bzw. Vergütungen 

-   33   - 

erkundigen und die Abrechnungen diesbezüglich nicht kontrollieren oder analysie-

ren werde. Entsprechend konnten sie nicht davon ausgehen, er werde die Kom-

missionen gar nicht überprüfen wollen, da ihn jeweils nur der Saldo interessierte. 

Dagegen spricht insbesondere auch der Umstand, dass der Privatkläger im Okto-

ber 2006 beim Mitbeschuldigten C._____ intervenierte, weil er zunächst (bis zum 

18. Oktober 2006) – wohl versehentlich, etwas anderes ist nicht nachweisbar – 

von der F._____ keine Abrechnungen erhalten hatte. Der vom Privatkläger ange-

brachte Wunsch nach fortlaufender Dokumentation deutet vielmehr auf einen 

Überprüfungswillen betreffend die Handelstätigkeit der D._____ GmbH hin. Da-

rauf, ob eine Überprüfung durch den Privatkläger detailliert oder eher rudimentär 

ausfallen würde, hatten die Beschuldigten keinen Einfluss. Daran ändert nichts, 

sollten die Beschuldigten allenfalls darauf spekuliert haben, dass der  

Privatkläger die Kommissionslast nicht weiter überprüfe bzw. sich nicht näher mit 

seiner realistischen Gewinnmöglichkeit befasse. Es ist der Vorinstanz beizupflich-

ten, wenn sie die nicht weiter dargelegte These in der Anklageschrift, im Moment 

der Nachzahlungen durch den Privatkläger habe gestützt auf das Vertragsver-

hältnis zwischen ihm und den Beschuldigten bzw. D._____ GmbH ein besonderes 

Vertrauensverhältnis bestanden (Urk. 2 S. 28 lit. m), als nicht nachvoll-ziehbar 

bezeichnet. Der Privatkläger hoffte wohl, als er die Nachschüsse leistete, offene 

Positionen damit absichern und/oder die eingefahrenen Verluste wieder wettma-

chen zu können. In diesem Sinne vertraute er letztlich in gewisser Weise auch 

den Fähigkeiten der Beschuldigten. Damit wird aber kein besonderes Vertrauens-

verhältnis begründet, das den Privatkläger davon abhielte, die laufenden Konto-

auszüge – mit Ausnahme eines blossen Blickes auf den jeweiligen Saldo – nicht 

weiter zu überprüfen. Zudem liesse sich die Auffassung vertreten, dass der in re-

lativ kurzer Zeit wiederholt stark gefallene Kontostand und die darauf basierende 

Frage nach weiteren Geldüberweisungen Anlass zu Misstrauen hätte bieten kön-

nen. Schliesslich handelte es sich bei der D._____ GmbH resp. deren Vertretern, 

den Beschuldigten, im Moment der Nachzahlungen nach wie vor um dem Privat-

kläger nicht näher bekannte Anbieter einer Finanzdienstleistung, die Kunden tele-

fonisch anwerben.  

2.3.3.5  Andere Gründe, die für Arglist sprechen könnten, sind nicht ersichtlich. 

-   34   - 

2.3.3.6  Abschliessend ist festzuhalten, dass selbst bei zu bejahender Täuschung 

das Erfordernis der Arglist nicht erfüllt wäre.  

2.4 Fehlt es bereits am Tatbestandsmerkmal der Arglist, erübrigt sich die  
Prüfung der weiteren Betrugsvoraussetzungen im Sinne von Art. 146 StGB. Es 

liegt kein Betrug vor. 

3. Qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung  

3.1 Straftatbestand 

Eventualiter wirft die Anklägerin dem Beschuldigten vor, mehrfach mit Bereiche-

rungsabsicht eine ungetreue Geschäftsbesorgung begangen und damit den Straf-

tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 erfüllt zu haben (Urk. 2 S. 34 ff.).  

3.1.1  Nach dem sogenannten Treuebruchtatbestand der ungetreuen Geschäfts-

besorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Gesetzes oder eines Rechtsgeschäfts 

damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermö-

gensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten 

bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird. Handelt der 

Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, kann 

auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden (Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Täter kann sein, wer in tatsächlicher oder formell selbststän-

diger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines andern für einen nicht un-

erheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Nach herrschender Lehre und 

Praxis ist der Tatbestand des Treuebruchs namentlich auf selbstständige  

Geschäftsführer (sowie auf operationell leitende Organe) von juristischen Perso-

nen bzw. Kapitalgesellschaften anwendbar, unter Einschluss derjenigen, die unter 

Benutzung von Strohmännern die tatsächliche Leitung innehaben oder die sich 

als Strohmänner benutzen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_223/2010 vom 

13. Januar 2011 E. 3.3.1 und 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 6.3.2 mit Hin-

weisen auf Lehre und Rechtsprechung). 

-   35   - 

3.1.2  Die Pflichtwahrnehmung bezüglich fremder Interessen muss den typischen 

und wesentlichen Inhalt des Rechtsverhältnisses bilden, und die verwalteten 

Vermögensinteressen müssen von einigem Gewicht sein. Der Inhalt der Treue-

pflicht des Geschäftsbesorgers ergibt sich aus dem jeweiligen Grundverhältnis 

und ist im Einzelfall näher zu konkretisieren. Massgebliche Basis sind insbeson-

dere gesetzliche und vertragliche Bestimmungen, aber auch Statuten, Reglemen-

te oder Beschlüsse der Generalversammlung, der Gesellschaftszweck oder bran-

chenspezifische Usanzen. Dabei geht es in erster Linie um Treuepflichten in  

Bezug auf das Vermögen als ganzes und nur sekundär um einzelne Handlungs-

pflichten (Urteil des Bundesgerichts 6B_223/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.3.2). 

3.1.3  Ein Vermögensschaden ist unter anderem gegeben bei tatsächlicher  

Schädigung durch Verminderung der Aktiven oder Nichtvermehrung der Aktiven 

(BGE 129 IV 124  E. 3.1). Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem 

Vermögensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Tätigkeiten, die 

sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung bewegen, sind nicht 

tatbestandsmässig, auch wenn geschäftliche Dispositionen vielfach mit Verlust-

risiken verbunden sind. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein um-

sichtiger Geschäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde. In subjekti-

ver Hinsicht genügt Eventualvorsatz. Dieser muss sich auf Tatmittel, Erfolg und 

Kausalzusammenhang richten. Als Qualifikationsgrund tritt in Art. 158 Ziff. 3 StGB 

das Handeln unter Bereicherungsabsicht hinzu (Urteile des Bundesgerichts 

6B_223/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.3.3 und 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 

E. 6.3.4 und 6.3.5 mit Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung). 

3.2 Tätereigenschaft, Geschäftsführerstellung 

3.2.1  Der Anklage (Urk. 2 S. 34) und dem angefochtenen Urteil (Urk. 53 S. 19 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO) folgend, verfügte der Beschuldigte über die von Art. 158 

StGB geforderte selbständige Stellung als Geschäftsführer (vgl. auch BSK StGB II 

- Marcel Alexander Niggli, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 158 N 13 ff. und vorne Ziffer II. 

1.3).   

-   36   - 

3.2.2  Aufgrund einer Vollmacht und eines mündlichen Vermögensverwaltungs-

vertrages besass der Beschuldigte in seiner Eigenschaft als alleiniger Geschäfts-

führer der D._____ GmbH mit Einzelunterschrift das Recht und die Möglichkeit, 

mit den vom Privatkläger auf das Konto bei der J._____ Bank zu Gunsten von 

F._____ einbezahlten Mitteln nach eigenem Ermessen, aber auf Rechnung und  

Risiko des Privatklägers mit Futures und Optionen zu handeln. Er verwaltete  

damit fremdes Vermögen in fremdem Interesse, wobei es angesichts der durch 

den Privatkläger insgesamt investierten Gelder von rund USD 230'000.– um Ver-

mögensinteressen von einigem Gewicht ging (BSK StGB II - Niggli, a.a.O., 

Art. 158 N 15, 17, 19 f., 51).  

Der Privatkläger will dabei der D._____ GmbH freie Hand gegeben haben,  

unter der Bedingung, dass sie die Gelder diversifiziert anlegt, ungleiche Kontrakte 

abschliesst und dass kein Klumpenrisiko eingegangen würde (Urk. 20-1.40001 

S. 4; Urk. 20-1.40007 S. 4, 13 f. und 20; Urk. 20-1.40008 S. 4 f.; Prot. I S. 102 und 

117). Die Beschuldigten sagten ebenfalls aus, freie Hand für den Handel gehabt 

zu haben, hoben aber stets hervor, der Privatkläger habe auf ihre Beratung hin 

einzelne Anlageentscheide getroffen oder das einzugehende Risiko definiert. Der 

Beschuldigte habe allerdings die Anzahl Trades bestimmt (Urk. 13-401.001 S. 17; 

Urk. 9-400.001 S. 8 f; Urk. 9-400.014 S. 5-8; Urk. 9-400.015 S. 17; Urk. 11-

400.018 S. 69; Prot. I S. 25-27, 34 f., 76 f. und 80). 

Im Zentrum stand der Handel mit dem vom Privatkläger zur Verfügung gestellten 

Vermögen. Die Vermögensverwaltung bzw. Pflicht zur Wahrnehmung fremder 

Vermögensinteressen bildete mithin den typischen und wesentlichen Inhalt des 

Rechtsverhältnisses (BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 50). Da der Beschul-

digte allein Rechtsgeschäfte abschloss (Kauf und Verkauf von Futures) und damit 

die Handelstätigkeit festlegte, verfügte er – im Rahmen genereller Weisungen des 

Privatklägers – über ein hohes Mass an Selbständigkeit. Die hohe Selbständigkeit 

zeigte sich vor allem darin, dass er innerhalb eines – auf seine Beratung bzw.  

jene seines Kundenbetreuers der D._____ GmbH, hier des Mitbeschuldigten 

C._____, hin (Prot. I S. 16 ff., 25) – vorgegebenen Produktes oder Risikos die  

Anzahl Trades bestimmte. Die Anzahl der Kontrakte wurde somit nicht durch den 

-   37   - 

Kunden, hier den Privatkläger, definiert, sondern erfolgte einzig nach dem Gut-

dünken des Beschuldigten (Prot. I S. 27, 34 f.).  

Die generelle Weisung des Privatklägers, im Anlegen zu diversifizieren und kein 

Klumpenrisiko einzugehen, bzw. dessen vorgängig eingeholtes Einverständnis 

spricht nicht gegen die hohe Selbständigkeit des Beschuldigten. Es kommt hinzu, 

dass der Privatkläger unbestrittenermassen über keine Erfahrung im Handel mit 

Futures verfügte und entsprechend davon auszugehen ist, dass er die den Kon-

trakten zugrundeliegenden Märkte nicht kannte. Der Beschuldigte konnte daher 

letztlich eine einzuschlagende Strategie oder einen konkreten Anlageentscheid 

massgeblich beeinflussen und entsprechend durchführen. Er hatte weitgehende 

Freiheit in der Organisation der eigenen Tätigkeit hinsichtlich des zur Verfügung 

stehenden Vermögens des Privatklägers (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, 

Kommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Aufl., Zürich 2013, Art. 158 

N 2). 

3.2.3  Dem Beschuldigten kam somit Geschäftsführerstellung im Sinne von 

Art. 158 StGB zu, was auch die Verteidigung so sieht (Urk. 77 S. 4).  

3.3 Treuepflicht und deren Verletzung 

3.3.1  Anklagevorwurf 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Vorwurf der 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung folgende Tathandlungen vor 

(Urk. 2 S. 37 f.): Obwohl mehrfach die Möglichkeit zur Rückzahlung von Einlagen 

an den Privatkläger bestanden habe, sei dies in Missachtung der Vorgabe des 

Privatklägers nicht gemacht worden, sondern habe der Beschuldigte damit weiter 

gehandelt. Ferner wird dem Beschuldigten vorgeworfen, mit seiner Handelstätig-

keit seine Treue- und Sorgfaltspflichten gegenüber dem Privatkläger verletzt zu 

haben, da er damit – wie unter Teil B Ziffer II aufgeführt – das Grundkapital des 

Kunden mit dem Abschöpfen der dadurch generierten Kommissionen aufge-

braucht habe, welches Ergebnis zwingende Folge dieser Handelstätigkeit gewe-

-   38   - 

sen sei. Damit habe der Beschuldigte pflichtwidrig die eigenen Interessen vor die-

jenigen des Kunden gesetzt. 

3.3.2  Position der Verteidigung 

Seitens der Verteidigung wird bestritten, dass beim getätigten Handel keine realis-

tische Gewinnmöglichkeit bestanden habe. Unter Berufung auf das von ihr einge-

reichte Privatgutachten L._____ (Urk. 35; Urk. 74) bringt sie vor, für den Einzel-

entscheid sei der Break Even – [Die Gewinnschwelle, auch Nutzenschwelle (engl. 

break-even point), in der Wirtschaftswissenschaft der Punkt, an dem Erlös und 

Kosten einer Produktion (eines Produktes) gleich hoch sind und somit weder Ver-

lust noch Gewinn erwirtschaftet wird (http://de.wikipedia.org/wiki/Gewinnschwelle, 

20.05.2015)] – des einzelnen Trades entscheidend und nicht die Rendite, die 

notwendig sei, um die aufgelaufenen Verluste und Kosten zu decken. In der rele-

vanten Zeit hätte mit den auf dem K._____ basierenden Futures grundsätzlich ein 

genügender Gewinn erzielt werden können (Urk. 42 S. 9; Urk. 77 S. 4). Ausser-

dem kritisiert die Verteidigung, dass die Anklägerin die durch den Handel entstan-

denen Gewinne nicht berücksichtige, insgesamt sei mehr Vermögen zum Handel 

zur Verfügung gestanden als das einbezahlte Kapital. Zudem wehrt sie sich ge-

gen die rückwirkende Betrachtung (Urk. 42 S. 8 f. mit Ergänzung Ziff. 2, Prot. I 

S. 137). Schliesslich bringt die Verteidigung vor, dem Privatkläger sei die Höhe 

der Kommissionen bekannt gewesen (Urk. 42 S. 15).  

3.3.3  Inhalt der Treuepflicht 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 53 S. 21), ergibt sich der Inhalt der 

Treuepflicht im konkreten Einzelfall aus dem jeweiligen Grundverhältnis. Massge-

bend ist, ob die Pflicht, deren Verletzung geprüft wird, von ihrem Schutzzweck her 

als Ausfluss der Schutzgarantenstellung zugunsten des fremden Vermögens er-

achtet werden kann. Das ist vorliegend der Fall: Den Beschuldigten traf im  

Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer auch eine Vermögensfürsorgepflicht. 

Er hatte der Sache nach die Stellung eines Schutzgaranten für die fremden Ver-

mögensinteressen bzw. für das Vermögen des Privatklägers, d.h. er war verpflich-

tet, als Garant für den Bestand des fremden Vermögens Sorge zu tragen  

-   39   - 

(Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., Art. 158 N 1; Stratenwerth/Wohlers, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch Handkommentar, Bern 2007 Art. 158 N 3 mit 

Hinweisen; BSK StGB II - Niggli, a.a.O., Art. 158 N 12). 

Ist das Verhalten zivilrechtlich zulässig, so kann keine strafrechtliche Pflichtwid-

rigkeit vorliegen (Donatsch, Strafrecht III, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, 

S. 307 f.; Stratenwerth/Jenny/Bommer, Schweiz. Strafrecht BT I, 7. Aufl., Bern 

2010, S. 470 f.). Umgekehrt ist zivilrechtlich nicht zulässiges Verhalten wohl als 

pflichtwidrig im Sinne von Art. 158 StGB zu qualifizieren (BSK StGB II - Niggli, 

a.a.O., Art. 158 N 120).  

Die mündliche Vereinbarung, dass die D._____ GmbH bzw. der Beschuldigte mit 

dem vom Privatkläger zur Verfügung gestellten Geld mit Futures handle, stellt ein 

Auftragsverhältnis dar, in dessen Rahmen der Beschuldigte unter anderem ver-

pflichtet war, das ihm übertragene Geschäft getreu und sorgfältig auszuführen 

(Art. 398 Abs. 2 OR). Der Beschuldigte als Beauftragter schuldete eine umfas-

send interessewahrende Tätigkeit, die sich nach dem Umfang des Auftrages rich-

tet. Überdies hatte er alles zu unterlassen, was dem Auftraggeber Schaden zufü-

gen könnte (BGE 115 II 62 E. 3.a). Ferner hatte er auch die Weisungen des  

Privatklägers zu beachten (Art. 397 OR).  

3.3.4  Beurteilung durch das Gericht 

3.3.4.1  Anwendbarkeit des Treuebruchtatbestandes auf den Beschuldigten 

Gemäss Art. 29 lit. a und b StGB wird eine besondere Pflicht, deren Verletzung 

die Strafbarkeit begründet oder erhöht und die nur der juristischen Person obliegt, 

einer natürlichen Person zugerechnet, wenn diese unter anderem als Organ oder 

als deren Mitglied oder als Gesellschafter handelt. Wie aufgezeigt, war der  

Beschuldigte anerkanntermassen Gesellschafter und Geschäftsführer der 

D._____ GmbH (Ziffer II. 1.3). Somit sind dem Beschuldigten die seinem  

Unternehmen obliegenden vertraglichen Pflichten zuzurechnen. 

-   40   - 

3.3.4.2  Entwicklung der Anlagen des Privatklägers 

3.3.4.2.1  Aus dem Bericht M._____ (Urk. 18-900 004 S. 37) ist ersichtlich, dass 

ab 18. Oktober 2006 das Nettovermögen bis zum 23. Oktober 2006 stetig zunahm 

und am 23. Oktober 2006 USD 82'973.40 betrug. Damit war an diesem Tag das 

ganze vom Privatkläger bis zu diesem Zeitpunkt investierte Kapital (USD 50'000.– 

und USD 32'000.–) noch vorhanden und dies nota bene, obwohl auch bis zu die-

sem Tag etliche Kommissionen angefallen waren, welche vom Vermögen in Ab-

zug gebracht worden waren. Dies zeigt, dass der Beschuldigte gut geschäftete, 

was dem Privatkläger aufgefallen sein muss. Auch am 25. Oktober 2006 waren 

nach dem Bericht M._____ – Kommissionen schon berücksichtigt, also abgezo-

gen – noch USD 80'522.20 vorhanden und zwar bei bis zu diesem Zeitpunkt ent-

standenen und belasteten Kommissionen im Betrag von über USD 46‘000.–. Bei  

diesem Stand der Dinge kann dem Beschuldigten nicht vorgeworfen werden, nicht 

im Interesse des Kunden gehandelt zu haben, zumal die D._____ GmbH  

beauftragt war, das eingebrachte Kapital für den Handel mit Futures, hochrisiko-

behaftete Papiere, zu verwenden. Angesichts der Tatsache, dass der Privatkläger 

– wie er selber und sein Bankberater erklärten – bereit war, mit der ersten  

Zahlung von USD 50'000.– zu "gamblen" bzw. etwas zu riskieren, ist das von der 

D._____ GmbH bis 25. Oktober 2006 erreichte Nettovermögen geradezu  

sensationell.  

Anzufügen ist, dass die Handelstätigkeit der D._____ GmbH nicht beurteilt wer-

den kann, weil die nötigen Informationen, insbesondere die im Verlaufe des jewei-

ligen Handelstages gemachte Entwicklung der gehandelten Papiere, nicht be-

kannt sind. Sind aber – wie aufgezeigt – die Resultate positiv, so kann dies im 

strafrechtlichen Verfahren nicht einfach ausgeblendet werden, weil das Resultat 

letztlich doch von Belang ist, zumal der Privatkläger dadurch keinen Schaden  

erlitt. Wenn man sich auf den Standpunkt stellen sollte, dass die tägliche Entwick-

lung doch von Belang sein sollte, um das Handeln der Beschuldigten zu beurtei-

len, so müsste der Untersuchungsbehörde vorgeworfen werden, dass sie dieser 

Frage nicht nachgegangen ist. Jedenfalls kann dieses Versäumnis nicht den  

Beschuldigten angelastet werden. Der Privatkläger reichte erst am 19. März 2008 

-   41   - 

seine Strafanzeige ein (vgl. 0-0000 001). Sollte diese spät eingereichte Anzeige 

der Grund dafür sein, dass eine Abklärung der täglichen Kursbewegungen nicht 

mehr möglich war, so haben dies die Beschuldigten ebenso wenig zu verantwor-

ten. 

3.3.4.2.2  Auch nach der zweiten Nachzahlung von USD 60'000.– am 27. Oktober 

2006 (zwischen dem 25. und dem 26. Oktober 2006 war das Nettovermögen von 

USD 80'522.20 auf USD 15'160.60 geschmolzen) wurden wiederum Erfolge er-

zielt, am 3. November 2006 betrug das Nettovermögen gar USD 99'844.–, was 

einem Zuwachs von über USD 16'000.– entspricht (Urk. 18-900 004 S. 37). An 

jenem 3. November 2006 waren also die zwei Nachzahlungen komplett gedeckt 

(USD 60'000.– und USD 32'000.–) und zwar trotz der abgezogenen hohen Kom-

missionen.  

3.3.4.2.3  Wenn die Anklageschrift unter dem Titel "Treuepflicht (Inhalt)" (Urk. 2 

S. 36 f.) aufführt, die Beschuldigten hätten eine Handelsstrategie zu wählen ge-

habt, die nicht die in dem Kommissionssystem liegenden Möglichkeiten so aus-

reizt, dass für den Kunden keine realen Gewinnchancen mehr bestehen, so steht 

aufgrund der in der Anfangsphase erzielten Resultate fest, dass durchaus reale 

Gewinnchancen bestanden. Wenn weiter unter demselben Titel in der Anklage-

schrift behauptet wird, die Beschuldigten hätten gewusst, dass bei der betriebe-

nen Vermögensverwaltung ihre Leistungen in einem offenbaren Missverhältnis 

zum Kommissionsertrag und mithin der Leistung des Privatklägers standen, so ist 

auch dies nicht zutreffend: Wie aufgezeigt waren trotz der verrechneten Kommis-

sionen durchaus Gewinne (und zwar erhebliche) zu erzielen. Dass der Privat-

kläger das Kommissionsrisiko nicht erkannte (vgl. Urk. 2 S. 37 Ziff. 92) ist eben-

falls nicht zutreffend. Wie schon im Rahmen der Erwägungen zum Betrug und 

auch nachfolgend gezeigt wird, war er anhand der ihm täglich zugestellten  

Abrechnungen (ab 18. Oktober 2006) durchaus in der Lage, das Kommissions-

risiko zu erkennen, und er tat dies auch. 

-   42   - 

3.3.4.3  Aussagen des Privatklägers 

Bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 13. Januar 2009 (Urk. 20-

1.40001) erläuterte der Privatkläger, der ab 18. Oktober 2006 die F._____-

Abrechnungen täglich erhielt, die Saldi vor dem zweiten Nachschuss überprüft 

und dabei festgestellt zu haben, dass der Saldo ziemlich konstant war. Dazu be-

merkte er wörtlich: "Ich hoffte dann, es würde nur gut laufen und die D._____ hat 

es im Griff" (a.a.O. S. 9 f.). Weiter erklärte er, er habe sich die F._____-Auszüge 

nicht erklären lassen. Als er vor dem zweiten Nachschuss die Auszüge ange-

schaut habe, habe es für ihn gestimmt (a.a.O. S. 10). Davon, dass er zu jenem 

Zeitpunkt die Rückzahlung des Kapitals oder aber zumindest des ersten Nach-

schusses verlangte, sprach er nicht, obwohl er täglich feststellen konnte, dass das 

Geld (vgl. Urk. 18-900 004 S. 37) vorhanden war. Aber eben, wie er selber sagte, 

hoffte er, dass es gut laufen würde, bzw. es stimmte für ihn, was zumindest einer 

konkludenten Genehmigung der Handelsaktivität der Beschuldigten gleichkommt 

(deshalb auch unzutreffend, wenn die Anklage davon ausgeht, der Privatkläger 

habe der Kommissionslast nie zugestimmt, vgl. Urk. 2 S. 38). Bei dieser Aus-

gangslage ist auch seine Darstellung – sollte sie überhaupt erfolgt sein –, er habe 

bei der Entrichtung der Nachschüsse deren sofortige Rückzahlung verlangt, nicht 

mehr von Relevanz. Gleich verhält es sich mit der in der Anklageschrift aufgeführ-

ten Anweisung (Urk. 2 S. 35), mit seiner Einlage von USD 50'000.– kein Klumpen-

risiko einzugehen und die Einlage diversifiziert anzulegen, weil – wie oben darge-

stellt – die Geschäfte in der Anfangsphase des Handels gut gingen und bis 

23. Oktober 2006 die Anfangszahlung und der erste Nachschuss vollkommen 

bzw. bis 25. Oktober 2006 beinahe gedeckt waren. Ein fehlbares Verhalten der 

Beschuldigten kann somit im Ergebnis bis zu diesem Zeitpunkt nicht erkannt  

werden. Jedenfalls kann den Beschuldigten nicht vorgeworfen werden,  

weisungswidrig keine Rückzahlung getätigt zu haben, bzw. weisungswidrig die 

Nachzahlungen nicht vorgenommen zu haben.  

Auch nach dem zweiten Nachschuss wähnte sich der Privatkläger aufgrund der 

Saldoentwicklung bis zum 3. November 2006 offensichtlich auf einer Erfolgswelle, 

die er nicht unterbrechen wollte. Auch damals verlangte er keine Rückzahlung, 

-   43   - 

zumindest behauptet er nicht, eine solche nach Einsicht in die F._____-

Abrechnungen verlangt zu haben. Durch sein Schweigen in Kenntnis des Handels 

und der damit erzielten Resultate genehmigte er konkludent das Tun der Be-

schuldigten.  

Der Privatkläger schritt sodann weder am 6. November 2006 (Saldo von 

USD 99'844.00 auf USD 34'298.92 geschmolzen), noch am 7. November 2006 

(Saldo auf USD 41'635.72 gestiegen) ein, obwohl er täglich die Abrechnungen er-

hielt und damit im Bilde war. Dabei zeigt die Abrechnung der F._____ deutlich 

auf, dass die am 6. November 2006 erzielten Verluste hauptsächlich auf den Wert 

der gehandelten Futures und nicht auf die Kommissionen (294 Kontrakte) anfallen 

(vgl. Urk. 14-1 50065). Die Abrechnung vom 7. November 2006 weist zudem aus, 

dass trotz des Handels mit 260 Kontrakten und unter Berücksichtigung der 

dadurch angefallenen und in Abzug gebrachten Kommissionen von USD 15'340.– 

der Saldo des Nettovermögens um über USD 7'000.– zunahm (von 

USD 34'298.92 auf USD 41'635.72). Dasselbe (Verlust resultiert nicht vorwiegend 

aus belasteten Kommissionen, sondern aus Wertverlust der gehandelten Futures) 

geht aus der Abrechnung der F._____ vom 8. November 2006 (Urk. 14-1 50061) 

hervor (189 Kontrakte = USD 11'151.– Kommissionen; Reduktion des Saldos des 

Nettovermögens von USD 41'635.72 auf USD 5'991.74).  

Der Privatkläger leistete danach noch eine Nachzahlung (am 21. November 

2006). Dies zeigt, dass er nach wie vor die zuvor erzielten Verluste mit zusätzli-

chem Kapital und Handel wettmachen wollte und nicht aus dem Handel – dies 

trotz der gemachten Erfahrungen – aussteigen wollte. Es wäre ihm jederzeit frei 

gestanden, keine Nachschüsse zu tätigen und so seine bereits entstandenen Ver-

luste hinzunehmen. 

Der Privatkläger war – wie bereits beim Betrug ausgeführt (Ziff. II. 2.2.5.1) – sehr 

wohl in der Lage, die F._____-Auszüge zu verstehen, hätte ihn dies nur interes-

siert. Er erklärte in seiner polizeilichen Befragung ausdrücklich, nur den Saldo an-

geschaut zu haben, die andere Zahlen hätten ihn nicht interessiert (a.a.O. S. 11). 

An dieser Stelle ist nochmals daran zu erinnern, dass es sich beim Privatkläger 

um einen Bauingenieur HTL handelt, der bei der G._____, Strassen- und Tiefbau, 

-   44   - 

als Geschäftsführer der Filiale … amtete (vgl. a.a.O. S. 1). Das wussten auch die 

Beschuldigten, die ihn immer an seinem Arbeitsplatz kontaktiert hatten (vgl. a.a.O. 

S. 3). Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Privatkläger schon bei seiner Haus-

bank mit Lombardkrediten spekulierte und er gemäss seinem Bankberater 

H._____ seinen bereits bestehenden Lombardkredit für seine Investition bei der 

D._____ GmbH erhöhte, damit er weiterhin seine Wertpapiere behalten konnte 

(vgl. Urk. 17-0504 001 S. 3). Er war also mitnichten ein gewöhnlicher Anleger.  

3.3.4.4.  Auch die E-Mail vom 23. November 2006 zeigt deutlich, dass der Privat-

kläger nach wie vor Handel treiben wollte (Urk. 4-0300 005/45), obwohl er bis zum 

20. November 2006 bereits praktisch USD 142‘000.– (USD 50‘000.– + 

USD 32‘000.– + USD 60‘000.–) verloren hatte und am 21. November 2006 

USD 87'520.–, den dritten Nachschuss, geleistet hatte. Wie kommt ein Bauinge-

nieur dazu, nochmals USD 87‘520.– nachzuschiessen und dazu noch zwei Tage 

später zu schreiben, nur noch wenige „gute“ Kontrakte zu handeln? Weshalb stieg 

er nicht spätestens vor dieser letzten Zahlung aus? H._____ führte aus, der Pri-

vatkläger habe ihm erklärt, den dritten Nachschuss leisten zu wollen, weil er sonst 

sämtliches Geld verlieren würde, das er bereits überwiesen hatte (vgl. Urk. 17-

0504 001 S. 3). Dies tat der Privatkläger, obwohl sein Portfolio bei der I._____ 

deswegen liquidiert werden musste. Auch dies deutet darauf hin, dass er bar je-

der Vernunft im Geschäft bleiben wollte.  

3.3.4.5  Zu den Handnotizen, dem Memo und den entsprechenden Aussagen des 

Privatklägers ist zu bemerken, dass das Handmemo äusserst rudimentär ist.  

Geradezu peinlich ist der erste Eintrag "B._____ versteht nichts" (Urk. 39 Innen-

seite Kartondeckel), berücksichtigt man, dass der Privatkläger dennoch ins Ge-

schäft einstieg und initial immerhin USD 50'000.– überwies, selbst wenn er mit 

diesem Geld zu "gamblen" bereit war. Die Aussagen des Privatklägers bei der 

Staatsanwaltschaft, die aus unerklärlichen Gründen erst am 13. März bzw. am 

17. Oktober 2013 (vgl. Urk. 20-1 40007 und Urk. 20-1 40008), mithin 5 Jahre bzw. 

5 ½ Jahre nach der Erstattung der Strafanzeige (19. März 2008, Urk. 0-0000 

0001) erfolgten, welche Zeitverzögerung die Beschuldigten nicht zu verantworten 

haben,  

-   45   - 

zeigen sein Bemühen auf, sich als unerfahrenen und ahnungslosen Anleger zu 

verkaufen. Immerhin räumte er ein, über die Höhe der Rendite sei nie gesprochen 

worden (Urk. 20-1 40007 S. 13), womit ausgeschlossen ist, dass die Beschuldig-

ten ihm diesbezüglich falsche Hoffnungen oder gar Zusicherungen machten. Wei-

ter erklärte er, eine Anlagestrategie sei nicht festgelegt worden (a.a.O. S. 13). 

Auch diesbezüglich waren die Beschuldigten also frei. Weiter fügte der Privatklä-

ger hinzu: "Hinsichtlich der Risikobereitschaft, also in dem Sinne vielleicht, dass 

ich sagte kein Klumpenrisiko und viele Kontrakte, eine möglichst grosse Diversifi-

kation. Nochmals; von Futures war damals noch keine Rede" (a.a.O. S. 13 und 

später S. 20). Dazu ist zu bemerken, dass – wie bereits zum Betrug ausgeführt 

wurde – die von ihm unterzeichneten Vertragsunterlagen den Titel Futures und 

Options trugen und er zusätzlich eine überdeutliche Risikooffenlegung (Totalver-

lust, vgl. Erwägungen zum Betrug) unterzeichnete. Seine Aussagen erscheinen 

unter diesem Blickwinkel als ergebnisorientiert und nicht sonderlich glaubhaft. 

Auch zur Vergütung erklärte er, diese nicht zu kennen (vgl. a.a.O. S. 14), er wisse 

nicht, warum dies nicht vereinbart worden sei (a.a.O. S. 14); weiter erklärte er, er 

habe gemeint zu wissen, was sie abzweigen würden (a.a.O. S. 14). Vor der  

Polizei hatte er noch zum Besten gegeben, er habe gemeint, die Kommissionen 

beim Handel mit Futurekontrakten betrügen 15 % vom Gewinn (Urk. 20-1 40001 

S. 8 f.). Es steht fest, dass der Privatkläger – selbst wenn ihm die Kommissionen 

nicht bekannt gegeben worden sein sollen, was die Beschuldigten bestreiten – die 

Kommissionshöhe aufgrund der täglich erhaltenen F._____-Abrechnungen kannte 

und kennen musste und – wie oben geschildert – diese auch durch sein Still-

schweigen genehmigte. Wenn der Privatkläger weiter ausführte, der Nachschuss 

hätte ihm so schnell wie möglich wieder zurückbezahlt werden sollen (a.a.O. 

S. 24), dies habe er dem Mitbeschuldigten C._____ gesagt, und weiter noch be-

hauptet, er habe diverse Male beim Mitbeschuldigten C._____ nachgefragt, wann 

der Geldbetrag endlich zurückkommen würde (a.a.O. S. 24 f.), so ist dies voll-

kommen unglaubhaft. Denn der Privatkläger – wie oben dargetan – fand die nach 

der Nachschusszahlung erhaltenen Abrechnungen in Ordnung und er hegte die 

Hoffnung, alles würde gut gehen bzw. er war der Auffassung, dass dies stimme, 

-   46   - 

also genehmigte er das Handeln der D._____ GmbH und verlangte das Geld 

nicht, obwohl dieses auf dem Konto war.  

Äusserst interessant sind ferner seine Aussagen zur Frage, ob er der D._____ 

GmbH mit der dritten Einzahlung Anlagevorgaben machte (vgl. a.a.O. S. 27): "Ich 

konnte noch akzeptieren, dass es, von der Wahrscheinlichkeit her, das zweite Mal 

passiert war. Aber das Geld soll ganz klar für Deckungskäufe gebraucht werden 

und mir möglichst sofort zurückbezahlt werden." Mit anderen Worten akzeptierte 

der Privatkläger das, was mit den zwei vorhergehenden Zahlungen bzw. Kapital 

passiert war, was wiederum als Genehmigung zugunsten der Beschuldigten aus-

zulegen ist. Weiter äusserte er sich zur Frage, weshalb er sich zu einer vierten 

Einzahlung entschlossen habe, "weil es die einzige Chance war, das Geld zu  

sichern" (a.a.O. S. 29). Also zahlte er wiederum mit dem Ziel, durch den erneuten 

Handel Gewinn für den Ausgleich der bereits erlittenen Verluste zu erzielen. Das 

ist "gamblen". Er hätte ja auch die Möglichkeit gehabt auszusteigen und den Ver-

lust zu realisieren, zumal er bekanntlich bereit war, USD 50'000.– zu riskieren. 

Weiter bestätigte er ausdrücklich und unter Vorhalt seiner E-Mail vom 

23. November 2006 (Urk. 4-0300 005/44), er habe keine Anlagevorgaben ge-

macht (vgl. a.a.O. S. 30).  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Aussagen des Privatklägers, einem 

börsenerfahrenen und mit Zahlen vertrauten Bauingenieur, nicht als glaubhaft  

bezeichnet werden können. Sie sind jedenfalls nicht glaubhafter als jene der  

Beschuldigten. Die vom Privatkläger zu Protokoll gegebenen Aussagen und sein 

Handeln können nicht in Einklang gebracht werden. Anstatt den von ihm – durch-

aus eingeplanten – Verlust von USD 50'000.– zu realisieren, liquidierte er weitere 

Vermögenswerte und investierte weiteres Geld bei der D._____ GmbH.  

3.3.4.6  Aussagen H._____s 

An dieser Einschätzung ändern auch die Aussagen des Zeugen H._____ nichts. 

Vorauszuschicken ist zunächst, dass dieser mit dem Privatkläger bekannt (ein 

"Kollege"; Urk. 17-504 001 S. 1) und als dessen langjähriger Anlageberater tätig 

war. Auch H._____ bestätigte, dass der Privatkläger USD 50'000.– investieren 

-   47   - 

wollte, um etwas zu "gamblen". Der Privatkläger habe "es riskieren wollen" und 

gemeint, er könne sich leisten, USD 50'000.– zu verlieren (Urk. 17-504 001 S. 2). 

Wenn H._____ im Folgenden ausführt, aus seiner Sicht habe der Privatkläger die 

getätigten Geschäfte nicht verstanden gehabt, auch habe er bemerkt, dass der 

Privatkläger von der ganzen Konsequenz dieser Anlagemittel, d.h. was sich da-

hinter verberge, keine Ahnung gehabt (Urk. 17-504.001 S. 4; Urk. 17-504.005 

S. 6-8, 14) und ebenso wenig die Tagesauszüge der F._____ verstanden habe, 

so zum Beispiel, was sich hinter der Abkürzung … verberge (Urk. 17-504.001 

S. 6; Urk. 17-504.005 S. 19), dann ist auf das bereits Erwogene zu verweisen: 

Wenn der Privatkläger die Auszüge hätte verstehen wollen, wäre er dazu – ange-

sichts seiner Ausbildung, seiner beruflichen Tätigkeit und seiner Börsenerfahrung 

– zweifelsohne in der Lage gewesen. Ferner war der Privatkläger anlässlich sei-

ner polizeilichen Einvernahme imstande, relativ präzise zu erklären, was ein Fu-

ture ist (Urk. 20-1 40001 S. 2 f.). Schliesslich umschrieb der Zeuge H._____ den 

bisherigen (vor der Inv