# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa90b900-61c0-51cb-9a9d-4d52709b4849
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2010 E-3735/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3735-2010_2010-11-19.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3735/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Markus König (Vorsitz), 
Richterin Muriel Beck Kadima, 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

A._______,
Kosovo / Serbien,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 17. Mai 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3735/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge den Kosovo am 
11. April 2010 verliess, am 12. April 2010 in die Schweiz einreiste und 
gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass im Empfangs-  und Verfahrenszentrum Basel  am 27. April  2010 
die summarische Befragung und am 10. Mai  2010 die  Anhörung zu 
den Asylgründen stattfand,

dass der Beschwerdeführer, ein ethnischer Serbe (...), zur Begründung 
des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte,  er  habe bis  zum 
Jahr 2004 in B._______ gelebt, sei während der damals am 24. März 
2004 stattfindenden Unruhen – bei  denen das Haus beschädigt  und 
geplündert  worden sei  – mit  der Familie vertrieben worden und lebe 
seither in C._______, etwa (...),

dass er aufgrund der allgemeinen Lage, der Diskriminierung der Ser-
ben in Kosovo sowie aus Furcht davor, dass sich ein Ereignis wie das-
jenige von 2004 wiederholen könnte, den Heimatstaat verlassen und 
über Serbien und ihm unbekannte Staaten in die Schweiz gereist sei,

dass das BFM den Beschwerdeführer im Rahmen der mündlichen Be-
fragung  im Empfangs-  und  Verfahrenszentrum aufforderte,  innert  48 
Stunden  rechtsgenügliche  Identitätspapiere  einzureichen  (vgl.  Proto-
koll  Empfangs-  und Verfahrenszentrum S. 3  F. 13.2),  da  der  zu  den 
Akten  gereichte  Führerschein  nicht  als  rechtsgenüglicher  Identitäts-
ausweis gelte,

dass der Beschwerdeführer diese Frist ungenutzt verstreichen liess,

dass das BFM mit Verfügung vom 17. Mai 2010 – eröffnet am gleichen 
Tag – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a  des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es  lägen 
keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  Nichteinreichen  rechtsgenügli-
cher Identitätsausweise vor,

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dass  zudem  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  zum  Reiseweg, 
sollte er ohne gültige Reisepapiere in die Schweiz gelangt sein, weder 
nachvollziehbar noch überzeugend ausgefallen seien,

dass  in  Würdigung  dieser  Sachverhaltselemente  davon  auszugehen 
sei,  der  Beschwerdeführer  halte  der  Asylbehörde  seine  Papiere  be-
wusst vor, um seinen Reiseweg zu verschleiern und den Vollzug einer 
möglichen Wegweisung zu erschweren oder gar zu verunmöglichen,

dass der Beschwerdeführer sodann die Flüchtlingseigenschaft gemäss 
Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle,

dass er im Jahr 2004 mit seiner Familie als Serbe Opfer von Übergrif -
fen seitens der albanischen Bevölkerung geworden sei und wiederum 
solche befürchte, er diese Angst jedoch nicht näher zu konkretisieren 
vermöge,

dass er sich zudem selber als serbischer Staatsangehöriger bezeichne 
und dabei die Möglichkeit habe, sich durch Wegzug nach Serbien den 
Schikanen und Benachteiligungen durch die albanische Bevölkerung 
zu entziehen, er folglich nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen 
sei,

dass aufgrund der Aktenlage auch keine zusätzlichen Abklärungen zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll -
zugshindernisses erforderlich seien,

dass  das  BFM  im  Weiteren  den  Wegweisungsvollzug  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erkannte,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingaben vom 25. und 26. Mai 2010 
gegen diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
erhob,  die  Aufhebung  der  Verfügung  vom  17.  Mai  2010  und  die 
materielle Prüfung seines Asylgesuchs sowie in prozessualer Hinsicht 
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinn von Art. 65 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragte,

dass der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Zwi-
schenverfügung  vom  2.  Juni  2010  die  Beschwerde  als  fristgerecht 
entgegennahm, den Entscheid über das Gesuch um Gewährung der 

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unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verwies 
und die Akten der Vorinstanz zur Stellungnahme überwies,

dass das Bundesamt in seiner Vernehmlassung vom 9. Juni 2010 an 
seinen Erwägungen festhielt und die Abweisung der Beschwerde be-
antragte,

dass  die  vorinstanzliche  Stellungnahme  dem  Beschwerdeführer  am 
16. Juni 2010 zur Kenntnis gebracht wurde,

und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung,

dass es im Asylbereich endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-
33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, die Kog-
nition des Gerichts bei der Prüfung der Rechtsmässigkeit der Wegwei-
sung und des Wegweisungsvollzugs indessen nicht eingeschränkt ist,

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dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  oder wenn 
aufgrund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird (Art. 32  Abs. 3 Bst. b  AsylG) 
oder wenn sich aufgrund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Vollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  vorliegend  die  Nichtabgabe  originaler  Reise-  oder  Identitäts-
papiere im Sinn von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG (in-
nerhalb  von  48  Stunden  nach  Einreichung  des  Asylgesuchs)  unbe-
stritten ist,

dass die Vorinstanz das Vorliegen entschuldbarer Gründe, die es dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden solche Doku-
mente  einzureichen,  mit  nachvollziehbarer  Begründung  verneint  hat 
(vgl. angefochtene Verfügung S. 3),

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  dazu  im 
Wesentlichen darlegt,  er  habe im Empfangs-  und Verfahrenszentrum 
erklärt, er könne seine Identitätskarte nicht mehr finden, diese jedoch 
über seine Eltern  beschaffen,  was er auch bei  der  Bundesanhörung 
wiederholt habe,

dass er zwischenzeitlich seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen sei 
und seinen Identitätsausweis in Kopie eingereicht habe, und das Ori-
ginal sei auf dem Postweg unterwegs und werde "in den nächsten Ta-
gen" ankommen (vgl. Beschwerde vom 26. Mai 2010 S. 4),

dass der Beschwerdeführer mit diesen Ausführungen die diesbezügli -
chen Erwägungen der Vorinstanz nicht zu entkräften vermag,

dass  er  hinsichtlich  seines  Identitätsausweises ungereimte  Angaben 
gemacht hat, indem er einerseits angab, er könne diesen nicht mehr 
finden, andererseits erklärte, der Ausweis sei zu Hause, er werde mit  

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den Eltern Kontakt aufnehmen und ihn beschaffen (vgl. Protokoll Emp-
fangszentrum S. 3 F. 13.2),

dass er bei der nachfolgenden Befragung vom 10. Mai 2010 durch das 
Bundesamt dazu erklärte, er habe keinen Kontakt mit den Eltern auf-
nehmen können, werde jedoch raschmöglichst eine Kopie per Fax ver-
langen und den Identitätsausweis nachreichen,

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene lediglich eine Kopie 
des Identitätsausweises einreichte  und erklärte,  damit  seiner  Mitwir-
kungspflicht nachträglich Genüge getan zu haben, zumal das Original  
des Ausweises auf dem Postweg zu ihm unterwegs sei,

dass  nach  Lehre  und  Praxis  selbst  das  nachträgliche  Einreichen 
rechtsgenüglicher Identitätspapiere auf  Beschwerdeebene grundsätz-
lich  nicht  zur  Aufhebung  des  diesbezüglichen  Nichteintretensent-
scheides zu führen vermögen (vgl. BVGE 2007/8 E. 7.1 mit  weiteren 
Hinweisen), 

dass vorliegend nur eine Kopie der Identitätskarte zu den Akten ge-
reicht  worden ist  und der  Beschwerdeführer  ohne weitere  Erklärung 
bis zum heutigen Tag das in Aussicht gestellte Originaldokument nicht 
beigebracht hat,

dass  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  insgesamt  nicht  auf 
ernsthafte  Bemühungen  zur  Beschaffung  eines  rechtsgenüglichen 
Ausweisdokuments schliessen lässt,

dass  im  Übrigen  die  Schilderung  der  Umstände  der  Reise  in  die 
Schweiz unsubstanziiert und vage ist und (wie auch in der Beschwer-
de anerkannt wird, vgl. dort  S. 4) einen stereotypen Eindruck hinter-
lässt,  womit  das  BFM zu  Recht  den  Schluss  gezogen  hat,  der  Be-
schwerdeführer versuche offensichtlich, seinen effektiven Reiseweg zu 
verschleiern,

dass zusammenfassend nach Auffassung des Bundesverwaltungsge-
richts die Angaben zur Nichtabgabe von Identitätsdokumenten als un-
glaubhaft  beurteilt  werden müssen und die Vorinstanz das Vorliegen 
entschuldbarer Gründe damit zu Recht verneint hat,

dass bei der am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Modifikation des 
Nichteintretenstatbestands  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  (und  Abs.  3) 

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AsylG,  auf  welchen sich  die  hier  angefochtene Verfügung stützt,  die 
Besonderheit besteht, dass das BFM im Rahmen einer summarischen 
Prüfung das  offenkundige Nichterfüllen der  Flüchtlingseigenschaft im 
Sinn  von  Art.  3  AsylG  und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegwei-
sungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  hat  (vgl.  Art.  32  Abs. 3 
Bstn. b  und c  AsylG),  weshalb  insoweit  bei  dagegen erhobenen  Be-
schwerden auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet 
(vgl. Urteil BVGE 2007/8 E. 5),

dass  es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, der im Asylpunkt über-
zeugenden  Argumentation  der  Vorinstanz  Stichhaltiges  entgegenzu-
halten, 

dass das von ihm geltend gemachte Ereignis im Jahr 2004, als er im 
Rahmen  allgemeiner  Unruhen  mit  seiner  Familie  aus  dem  eigenen 
Haus fliehen und umsiedeln musste im Zeitpunkt der Ausreise zu lan-
ge zurückgelegen hat,  um als  relevant im Sinn des Asylgesetzes zu 
gelten,

dass  der  Beschwerdeführer  seine  allgemeinen  Befürchtungen  vor 
einer  Wiederholung vergleichbarer  Vorfälle  in  der  Tat nicht  näher  zu 
konkretisieren vermag,

dass jedenfalls der Hinweis in der Beschwerde (vgl. dort S. 4 f.) auf die 
Lage der ethnischen Minderheiten in Kosovo nicht auf eine dem Be-
schwerdeführer  aktuell  und  individuell  drohende  konkrete  Verfolgung 
schliessen lässt,

dass an dieser Stelle auch darauf hinzuweisen ist, dass der Bundesrat 
Kosovo am 6. März 2009, mit  Wirkung per 1. April  2009,  zum soge-
nannten  verfolgungssicheren  Staat  ("Safe  Country")  im  Sinn  von 
Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG erklärt hat, 

dass er allfälligen lokalen Benachteiligungen innerstaatlich respektive, 
als  Angehöriger  der  serbischen Ethnie,  durch Wegzug nach Serbien 
entgehen könnte, mithin das BFM zutreffend gefolgert hat, er bedürfe 
damit nicht des Schutzes durch die Schweiz,

dass das BFM bei der vorliegenden klaren Aktenlage auch keine wei-
teren Abklärungen im Sinn von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG vornehmen 
musste,

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dass an diesen Feststellungen auch der  mit  der  Beschwerde einge-
reichte Bericht  des  Amts des Hohen Flüchtlingskommissars der  Ver-
einten Nationen (UNHCR)  vom 9. November  2009 nichts  zu  ändern 
vermag,

dass  das  BFM  nach  dem  Gesagten  zu  Recht  in  Anwendung  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol -
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli -
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass das BFM hierzu festhielt,  der Herkunftsort  des Beschwerdefüh-
rers  in  Kosovo schliesse  eine  konkrete  Gefährdung  aufgrund  seiner 
ethnischen  Zugehörigkeit  nicht  aus,  er  habe  jedoch  eine  Ausweich-
möglichkeit in den Norden Kosovos oder in den serbischen Nachbar-

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staat (Verfügung vom 17. Mai 2010 S. 4, Vernehmlassung vom 9. Juni 
2010),

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  Akten  zwar  Staatsangehöriger 
von Kosovo ist, er jedoch infolge seiner serbischen Abstammung und 
Geburt  auf  ehemaligem  Staatsgebiet  der  Republik  Serbien  gemäss 
serbischem Gesetz  (Nr. 135/04,  21. Dezember  2004)  auch  über  die 
serbische Staatsangehörigkeit  verfügt  (vgl. das  unter  BVGE 2010/27 
zur  Publikation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D-7561/2008 E. 6.4.2),

dass die Republik Kosovo Angehörigen anderer Staaten die kosovari -
sche Staatsangehörigkeit  weder  aberkennt  noch  verweigert,  Serbien 
die Republik Kosovo nicht als Staat anerkennt und damit die Staats -
angehörigen des Kosovo grundsätzlich als serbische Staatsangehörige 
betrachtet,

dass Asylsuchende, die mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, nicht 
auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen sind, sofern sie in einem 
der Staaten, deren Staatsangehörige sie sind, Schutz vor Verfolgung 
finden können (vgl. Urteil D-7561/2008, a.a.O., E. 6.5.1),

dass sich der Beschwerdeführer demnach grundsätzlich nach Serbien 
begeben  und  dort  aufgrund  der  Niederlassungsfreiheit  Wohnsitz 
nehmen und eine serbische Identitätskarte beantragen kann,

dass das Gericht sich vorliegend darauf beschränkt die Durchführbar-
keit des Wegweisungsvollzugs mit Blick auf Serbien zu prüfen und es 
sich erübrigt, auf die in der Beschwerde vorgebrachten Einwendungen 
hinsichtlich  der  Unzumutbarkeit  einer  Rückkehr  nach  Kosovo  einzu-
gehen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar  erweist,  wenn  sie  im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass hinsichtlich der allgemeinen Sicherheits- und Menschenrechtssi -
tuation festzustellen ist, dass in Serbien nicht von einer Situation all -
gemeiner  Gewalt  oder  von kriegerischen oder  bürgerkriegsähnlichen 
Verhältnissen gesprochen werden kann, die den Wegweisungsvollzug 
dorthin  als  unzumutbar  erscheinen  liessen,  mithin  der  Vollzug  der 
Wegweisung ethnischer Serben mit letztem Wohnsitz in Kosovo nach 
Serbien  grundsätzlich  zumutbar  ist  (vgl.  Urteil  D-7561/2008,  a.a.O., 
E. 8.3.2), 

dass der Bundesrat auch Serbien am 6. März 2009 zum verfolgungs-
sicheren Staat ("Safe Country") erklärt hat, 

dass zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer in Serbien aus indivi -
duellen Gründen einer konkreten Gefährdung ausgesetzt sein könnte,

dass  bei  der  Beurteilung  der  alternativen  landesinternen  Zufluchts-
möglichkeit  (respektive  derjenigen  bezüglich  eines  zweiten  Heimat-
staats),  höhere Anforderungen zu stellen sind als bei einer Rückfüh-
rung in die enge Heimatregion und grundsätzlich die Kriterien der Si -
cherung des wirtschaftlichen Existenzminimums, allfälliger Beziehun-
gen zum Zufluchtsort und schliesslich der sozialen Integration zu prü-
fen sind (vgl. a.a.O. D-7561/2008 E 8.3.3, EMARK 1996 Nr. 2),

dass es sich beim Beschwerdeführer gemäss Akten um einen jungen, 
soweit  bekannt  gesunden Mann ohne familiäre  Verpflichtungen han-
delt,

dass  er  serbischer  Muttersprache  ist  mit  dem  Abschluss  der  Wirt -
schaftsmittelschule  in  B._______  über  eine  gute  Schulbildung  und 
ausserdem über Berufserfahrungen im (...) verfügt,

dass  es  bei  dieser  Sachlage  als  überwiegend  wahrscheinlich  er-
scheint, dass es ihm nach allfälligen Anfangsschwierigkeiten gelingen 
dürfte,  sich  in  Serbien  sozial  zu  integrieren  und  Zugang  zum Woh-
nungs- und Arbeitsmarkt zu erhalten,

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dass der Beschwerdeführer sich bei anfänglich notwendiger finanziel -
ler  Unterstützung  an  seine  im  Kosovo  verbliebenen  Eltern  wenden 
könnte, welche gemäss seinen Angaben beide in ungekündigter Stel-
lung als Lehrer tätig sind und über ein für kosovarische Verhältnisse 
überdurchschnittliches Einkommen von je  450 Euro monatlich  verfü-
gen, zumal er ein Einzelkind ist (vgl. Protokoll Empfangszentrum S. 3, 
Protokoll Anhörung zu den Asylgründen S. 3),

dass  insgesamt  in  Würdigung  aller  Umstände  der  Vollzug  der  Weg-
weisung  nach  Serbien  auch  unter  individuellen  Gesichtspunkten  als 
zumutbar zu beurteilen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Ser-
bien  schliesslich  möglich  ist,  da  keine Vollzugshindernisse  bestehen 
(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gültiger 
Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG vorliegend jedoch keine 
Verfahrenskosten zu erheben sind, nachdem die Voraussetzungen der 
Bedürftigkeit  und  Nichtaussichtslosigkeit  aufgrund  der  Akten  erfüllt 
sind. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinn 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kanto-
nale Behörde. 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

Versand: 

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