# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17dc470b-25d6-5090-b666-36df01f292f6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.05.2020 200 2019 321
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-321_2020-05-13.pdf

## Full Text

200 19 321 IV
LOU/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Mai 2020

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Bei der 1999 geborenen A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Be-
schwerdeführerin) wurden als Geburtsgebrechen eine kongenitale Hüftdys-
plasie (Geburtsgebrechen Ziffer 183 des Anhangs zur Verordnung vom 
9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen [GgV; SR 831.323.21]) sowie 
2007 eine angeborene Epilepsie (Geburtsgebrechen Ziffer 387 des An-
hangs zur GgV) diagnostiziert (vgl. Antwortbeilagen [AB] 7 und 14). Die 
Invalidenversicherung übernahm in der Folge die notwendigen medizini-
schen Massnahmen zur Behandlung dieser Geburtsgebrechen (vgl. AB 8, 
15, 25, 36). Vom 1. August 2016 bis 31. Juli 2018 machte die Versicherte 
eine Ausbildung zur ... bei D.________ (AB 64 S. 2 f.; vgl. die Kostengut-
sprachen der IV-Stelle Bern [nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegeg-
nerin] vom 15. Juli 2016 [AB 67] und 4. Mai 2017 [AB 80] für die erstmalige 
berufliche Ausbildung). 

Im Mai 2017 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung für 
eine berufliche Integration/Rente an (AB 82). Am 9. Juli 2018 sprach ihr die 
IV-Stelle einen Arbeitsversuch und ein Coaching vom 1. August bis 31. Ok-
tober 2018 in der E.________ GmbH, F.________, zu (AB 109 f.). Mit Mit-
teilung vom 31. Oktober 2018 wurde diese Massnahme bis 31. Dezember 
2018 verlängert (AB 119). Per 1. Januar 2019 wurde die Versicherte von 
der E.________ GmbH als ... in der F.________ zu einem Beschäftigungs-
grad von 80% bei einem Bruttolohn von Fr. 1‘300.-- x 13 unbefristet ange-
stellt (AB 122 S. 2 f.). Mit Mitteilung vom 15. Januar 2019 schloss die IV-
Stelle die beruflichen Massnahmen ab. Gemäss ihren Abklärungen sei die 
Versicherte seit dem 1. Januar 2019 in der E.________ GmbH eingeglie-
dert (AB 126).

Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten 
die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. Januar 2019 in Aussicht (AB 127). 
Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch G.________, 
H.________, am 22. Februar 2019 Einwand. Nach Einholung einer Stel-
lungnahme des RAD zu den erhobenen Einwänden (AB 142 S. 2) verfügte 

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die IV-Stelle am 15. März 2019 dem Vorbescheid entsprechend die Zu-
sprache einer Viertelsrente ab 1. Januar 2019 (AB 144).

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, neu vertreten durch 
B.________, Rechtsanwältin C.________, am 29. April 2019 Beschwerde, 
mit den sinngemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben, ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei angemessen festzu-
stellen und auf deren Grundlage der Invaliditätsgrad neu zu beurteilen resp. 
es sei ihr eine höhere Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen – 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2019 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, die Beschwerde sei abzuweisen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
15. März 2019 (AB 144). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt. Der Anspruch entsteht nicht, solange die 
versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann 
(Art. 29 Abs. 2 IVG).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). Für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leis-
tungsvermögens sind nötigenfalls, in Ergänzung der medizinischen Unter-
lagen, die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung 
einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195; SVR 2017 IV Nr. 75 S. 231 
E. 4.1.1).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-

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rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im 
Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massge-
bend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundla-
ge zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichs-
einkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 
295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind 
grundsätzlich immer die im Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes 
aktuellsten statistischen Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 
S. 297; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 27. November 2019, 
8C_64/2019, E. 6.2.1).

2.5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Konnte die versicherte 
Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse 
erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide 
erzielen könnte, den folgenden nach Alter abgestuften Prozentsätzen des 
jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung 
(LSE) des Bundesamtes für Statistik: Vor Vollendung des 21. Altersjahres 
70%, vor Vollendung des 25. Altersjahres 80%, vor Vollendung des 30. Al-
tersjahres 90% und nach Vollendung des 30. Altersjahres 100% (Art. 26 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]).

2.5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). 

Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit 
aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben 

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sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 
zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt 
grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 
V 295 E. 2.2 S. 296; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV 
Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

3.

3.1 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen Folgendes 
entnehmen:

3.1.1 Gemäss Bericht vom 20. Januar 2016 der Epileptologie der Klinik 
I.________ zur stationären Abklärung der Beschwerdeführerin vom 4. bis 
8. Januar 2016 (AB 61 S. 2 ff.) ist vorliegend als Diagnose eine Epilepsie 
mit atypischen Absencen und tonisch-myoklonischen Anfällen (Erstdiagno-
se 2007) gegeben (AB 61 S. 2). Beim Eintritt seien der allgemeine und in-
ternistische Status wie auch der Neurostatus der Beschwerdeführerin im 
Gespräch (bis auf eine Verlangsamung beim Rechnen und ein langsames 
Tempo beim Lesen) unauffällig gewesen. Die Kognition sei nicht geprüft 
worden (AB 61 S. 7). Sie hätten die Beschwerdeführerin stationär mittels 
Langzeit-EEG und Videographie abgeklärt. Vorbekannt sei eine pharmako-
therapieresistente, nicht läsionelle Epilepsie mit nach wie vor zwei bis neun 
beobachtbaren Tagen mit Anfällen pro Monat. Gemäss Mutter der Be-
schwerdeführerin würden nach dem Erwachen morgendliche Anfälle in 
einer Zeitspanne von jeweils 2 bis 17 Minuten beobachtet mit Zuckungen 
der Extremitäten sowie teilweise Verdrehen der Augen nach oben und ver-
zögerter Reaktion bis kurzdauernden Absencen. Tagsüber bestehe eine 
gewisse Tagesmüdigkeit. Zum Einnicken oder Einschlafen in der Schule 
oder zu beobachteten Anfällen in der Schule oder sonst im weiteren Ta-

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gesverlauf würde es nicht kommen. Fokal-neurologisch lägen keine neuro-
logischen Defizite vor. Neuropsychologisch seien gemäss einfacher Tests 
anlässlich der Telemetrien eine Verlangsamung und gehäufte Fehler beim 
Rechnen sowie eine verminderte Fluenz beim Vorlesen auffällig gewesen. 
In einer neuropsychologischen Kurzuntersuchung (EpiTrack) habe die Be-
schwerdeführerin 27 Punkte erzielt, was einem Grenzbefund zu leichten 
kognitiven Beeinträchtigungen entspreche (AB 61 S. 2). In Anbetracht des 
bekannterweise strukturell unauffälligen Neurocraniums sowie multifokaler 
interiktaler epileptischer Aktivität sei aufgrund der Anfallssemiologie mit 
atypischen Absencen und myoklonisch-tonischen Anfällen, die in erster 
Linie in den Morgenstunden unmittelbar nach dem Erwachen aufträten, am 
ehesten von einer genetischen Epilepsie auszugehen. Darüber hinaus liege 
eine beträchtliche interiktale subklinische Aktivität vor, u.a. auch nachts. 
Diese könne zumindest teilweise für die Tagesmüdigkeit und für die kogni-
tiven Einschränkungen mitverantwortlich sein (AB 61 S. 3).

3.1.2 Im Bericht vom 12. Juni 2017 zur ambulanten Verlaufskontrolle 
vom 9. Juni 2017 in der Epileptologie der Klinik I.________ (AB 106 S. 9 f.; 
siehe auch AB 90 S. 2 sowie AB 87 S. 4 und 6) wurde die Diagnose einer 
Epilepsie mit atypischen Absencen und tonisch-myoklonischen Anfällen 
(Erstdiagnose 2007) erneut bestätigt. Seit der letzten Konsultation im Mai 
2016 liege ein weitgehend stabiler Verlauf vor. In Bezug auf die Anfälle sei 
es zu einer Anfallshäufung mit etwas längeren Anfällen bei Zunahme der 
einzelnen myoklonen Anfälle tagsüber gekommen, einmal mit Sturzereig-
nis. VNS-Nebenwirkungen träten keine auf. Die Medikamentencompliance 
sei sehr gut. Medikamentennebenwirkungen würden keine berichtet. Insge-
samt sei die epileptologische Situation stabil, aber doch eher leicht ver-
schlechtert mit Zunahme der patiententypischen Anfälle im Rahmen der 
erhöhten persönlichen Belastung (Ausbildungsbeginn) und einer gewissen 
Verschlechterung des Schlafrhythmus. Mit der Mutter der Beschwerdefüh-
rerin sei besprochen worden, dass das Stressmanagement angeschaut 
werden sollte. Am einfachsten sei es, wenn man ein Coaching durch eine 
Psychologin initiiere. Vielleicht sei in der D.________ diesbezüglich bereits 
eine Kooperation etabliert, die man nutzen könne. Die Mutter der Be-
schwerdeführerin werde sich diesbezüglich orientieren. Die nächste Ver-

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laufskontrolle in der Epileptologie sei in sechs Monaten geplant (AB 100 
S. 9 f.).

3.1.3 Gemäss Verlaufsbericht vom 24. Januar 2018 zur ambulanten 
Verlaufskontrolle vom 11. Januar 2018 in der Epileptologie der Klinik 
I.________ (AB 103 S. 5 f.; siehe auch AB 101 S. 2) ergab sich hinsichtlich 
der Diagnose einer Epilepsie mit atypischen Absencen und tonisch-
myoklonischen Anfällen (Erstdiagnose 2007) keine Änderung. Seit der letz-
ten Konsultation im Juni 2017 liege jedoch eine deutliche Verbesserung der 
psychischen Situation vor. Es gebe zwar weiterhin psychische Tiefpunkte, 
in denen die Beschwerdeführerin weine und traurig sei, allgemein werde 
die Stimmung aber als ok bis gut beschrieben. Insgesamt läge ein weitge-
hend ordentlicher Verlauf, aber keine Anfallsfreiheit vor. Die nächste Kon-
trolluntersuchung mit EEG, VNS-Kontrolle und Labor sei in vier bis fünf 
Monaten geplant (AB 103 S. 5 f.). Im auf derselben Verlaufsuntersuchung 
basierenden Verlaufsbericht vom 5. April 2018 wird der Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin durch Dr. med. J.________, Facharzt für 
Neurologie, dem Leiter der Epileptologie der Klinik I.________, als stationär 
bezeichnet (AB 103 S. 2 ff.).

3.1.4 Im Bericht vom 1. Mai 2018 hielt die Psychologin Dr. phil. 
K.________, bei welcher sich die Versicherte gemäss Bericht seit 27. Sep-
tember 2017 einmal pro Monat wegen depressiver Episoden in begleiten-
der Psychotherapie befand, vorab explizit fest, dass sie keine genaue 
Kenntnis der Vorgeschichte der Beschwerdeführerin habe. Als Diagnose 
nennt sie eine Anpassungsstörung mit depressiven Episoden vor dem Hin-
tergrund einer Intelligenzminderung bzw. einer kognitiven Beeinträchtigung. 
Die Beschwerdeführerin sei ihres Erachtens prognostisch in geschütztem 
Rahmen zu 50 bis 100% arbeitsfähig, wobei sie in Bezug auf die Frage 
nach bestehenden Funktionseinschränkungen wie auch in Bezug auf sämt-
liche Fragen zur beruflichen Situation und zum Potential für eine Eingliede-
rung angab, dies nicht beantworten zu können (AB 106 S. 3 ff.).

3.1.5 Mit ärztlichem Bericht vom 10. Mai 2018 (AB 107 S. 3 ff.) hielt 
Dr. med. L.________ vom RAD, Fachärztin für Neurologie, gestützt auf die 
Akten zusammenfassend fest, die Beschwerdeführerin leide an einer Epi-
lepsie mit atypischen Absencen und tonisch-myoklonischen Anfällen sowie 

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einer Intelligenzstörung im Grenzbereich der leichten Intelligenzminderung. 
Trotz intensiver epileptologischer Behandlung mit regelmässiger Anpas-
sung der medikamentösen Therapie und neurochirurgischem Eingriff mit 
VNS-Implantation (2012) bestehe von Seiten der Epilepsie weiterhin keine 
Anfallsfreiheit. Zuletzt sei es zu einer Zunahme der Anfallsfrequenz auch 
bedingt durch eine zunehmende Belastung bei Auszug aus dem Elternhaus 
und eigenem Haushalt gekommen. Dazu seien Störungen im Nachtschlaf 
aufgetreten, die sich ebenfalls negativ auf die Anfallsfrequenz ausgewirkt 
hätten. Es bestehe eine leichte Intelligenzminderung (IQ 68). Derzeit absol-
viere die Beschwerdeführerin eine Ausbildung zur ..., die sie im Sommer 
2018 abschliessen werde. Aufgrund des bestehenden Gesundheitsscha-
dens bestünden Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die sich auf quali-
tativer Ebene auswirkten und die als dauernd anzusehen seien. Funktionell 
lägen eine leichte Intelligenzstörung, Einschränkungen durch die Epilepsie 
sowie eine insgesamt eingeschränkte psychische Belastbarkeit vor. In einer 
angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin in der Lage, leichte und 
mittelschwere Tätigkeiten im Sitzen, Gehen und Stehen auszuüben. Sehr 
schwere körperliche Tätigkeiten mit häufigem Heben und Tragen von Las-
ten sowie Arbeiten in Zwangshaltungen seien zu vermeiden. Arbeiten mit 
Absturzgefahr (z.B. auf Leitern oder Gerüsten) seien wegen der Epilepsie 
nicht möglich. Ebenso seien Tätigkeiten mit Nachtarbeit und im Akkord 
wegen der Epilepsie zu vermeiden. Da es bei der Beschwerdeführerin in 
Stresssituationen zu einer Zunahme der Anfallsfrequenz komme, sei prin-
zipiell ein wohlwollendes und ruhiges Arbeitsumfeld notwendig. Permanen-
te Überforderungssituationen müssten vermieden werden. Die Beschwer-
deführerin sei in der Lage, einfache praktische Tätigkeiten mit immer wie-
derkehrenden gleichen oder sehr ähnlichen Anforderungen, welche dem-
entsprechend geringe Anforderungen an das Aufnehmen und Umsetzen 
von Instruktionen, an die Handlungsplanung und an das Problemlösen 
stellten, auszuführen (AB 107 S. 4). Eine derartige Tätigkeit könne die Be-
schwerdeführerin 8.5 Stunden pro Tag an 5 Tagen in der Woche mit einer 
Leistungsfähigkeit von 60% ausüben. Der medizinische Sachverhalt sei 
umfassend abgeklärt (AB 107 S. 5; siehe auch Stellungnahme von 
Dr. med. L.________ vom 4. März 2019 [AB 142 S. 2]). 

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3.1.6 Gemäss dem nach Verfügungserlass zuhanden der Rechtsvertre-
tung der Beschwerdeführerin verfasstem Bericht der Psychologin Dr. phil. 
K.________ vom 24. April 2019 hat die Beschwerdeführerin zwischen dem 
22. September 2017 und dem 17. April 2018 insgesamt 11 Sitzungen in 
Anspruch genommen. Die Beschwerdeführerin sei zuverlässig und gerne in 
die Sitzungen gekommen. Die Gespräche hätten jedoch vielmehr eine Con-
tainment-Funktion gehabt, nachdem sich schon sehr bald herausgestellt 
gehabt habe, dass aufgrund der Behinderung der Beschwerdeführerin eine 
Psychotherapie im eigentlichen Sinne nicht möglich sei. Eine ausgeprägte 
emotionale Instabilität, eine massive Frustrationstoleranz – insbesondere 
im zwischenmenschlichen Bereich – und ein Empathie-Defekt im Zusam-
menhang mit einer von ihr als beträchtlich eingeschätzten kognitiven Beein-
trächtigung verhinderten, dass die Beschwerdeführerin ihre Situation reflek-
tieren und zu einem funktionalen Umgang mit ihren Problemen finden kön-
ne. Die Beschwerdeführerin habe zwar Verständnis für Bewältigungsstra-
tegien im konkreten Fall. Der Transfer auf andere Situationen gelinge je-
doch nicht. Es sei kaum vorstellbar, dass die Beschwerdeführerin auf dem 
freien Arbeitsmarkt vermittelbar sei und/oder eine Arbeitsleistung von mehr 
als 30 Prozent erbringen könne (AB 149 S. 19).

3.2 In Bezug auf Ausbildung und Eingliederung der Beschwerdeführe-
rin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.2.1 Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit an der Heilpädago-
gischen Schule M.________ (vgl. zur Schulzeit: AB 40, 43, 49, 52, 58, 69) 
machte die Beschwerdeführerin in der Institution D.________ vom 1. Au-
gust 2016 bis 31. Juli 2018 eine Ausbildung zur ...  (AB 64 S. 2 f.). 

Im Bericht der Institution D.________ vom 30. Juni 2017 (AB 88) wurden 
die Möglichkeiten und Einschränkungen während des 2. Semesters um-
schrieben. Der Beschwerdeführerin wurden darin ein Leistungsgrad von 
29% im Bereich Restauration (AB 88 S. 2 und 4), ein Leistungsgrad von 
41% in der Küche (AB 88 S. 4) sowie eine Eignung für alle einfachen 
hauswirtschaftlichen Tätigkeiten in diesen beiden Bereichen attestiert 
(AB 88 S. 3). 

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In der Beurteilung zum gleichzeitig tageweise absolvierten externen Erfah-
rungspraktikum in der N.________ im Bereich … vom 13. Dezember 2016 
bis 19. September 2017 sind der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Ar-
beit, das Fachwissen, die Motorik, die psychische Belastbarkeit wie auch 
die Kognition überwiegend gute Leistungen attestiert worden, etwas weni-
ger in den Selbst- und Sozialkompetenzen (AB 93 S. 2 ff.). Die Leistungs-
fähigkeit im Vergleich zu einer voll leistungsfähigen Fachkraft wurde auf 80 
bzw. 70% „auf fünf Tagen“ eingeschätzt, wobei im Bericht unter Verweis 
auf ein Arztzeugnis, das sich soweit ersichtlich nicht in den Akten befindet 
(„siehe Arztzeugnis 80%“), auf eine Zusatzpause pro Tag hingewiesen 
wurde. Die Beschwerdeführerin brauche klare und strukturierte Arbeiten. 
Stress überfordere sie (AB 93 S. 4). 

Im Bericht zum externen Erfahrungspraktikum in Form eines Blockprakti-
kums vom 13. November bis 8. Dezember 2017 im O.________ im Bereich 
... wurden unter Beurteilung zwar ebenfalls durchwegs genügende bis gute 
Leistungen angekreuzt (AB 98 S. 2 ff.), die Leistungsfähigkeit im Vergleich 
zu einer voll leistungsfähigen Fachkraft jedoch lediglich auf 25 bis 30% 
eingeschätzt, wobei die Leistung bei enger Begleitung und klaren Anwei-
sungen bis 50% gesteigert werden könne (AB 98 S. 4). Die Beschwerde-
führerin brauche anfänglich klare Anweisungen und Führung. Wenn die 
Arbeiten vorgezeigt würden, könne sie es sich besser merken, als wenn sie 
die Anweisungen nur mündlich erhalte. Arbeiten müssten meist nur einmal 
gezeigt werden. Das Arbeitstempo sei klar verlangsamt (aber genügend; 
siehe „Arbeitsbeurteilung“ auf der gleichen Seite), dafür stimme die Qua-
lität. Die Beschwerdeführerin dürfe nicht „verhätschelt“ werden, sondern 
man dürfe ihr etwas zutrauen und Verantwortung übertragen, was sie auch 
schätze (AB 98 S. 2). Die psychische Belastbarkeit wurde als genügend 
angekreuzt. Die Beschwerdeführerin wirke manchmal etwas abwesend und 
müde. Man habe sie aber wieder motivieren können mitzumachen und 
durchzubeissen (AB 98 S. 3). 

Gemäss dem kurzen Praktikumsbericht ... (ein halber Tag pro Woche vom 
1. August 2017 bis 28. Januar 2018) sei die Beschwerdeführerin für ein 
Arbeitsfeld mit ... geeignet (AB 99 S. 7 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 13

In der Schlussbesprechung vom 5. Februar 2020 in der Institution 
D.________ wurde eine Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt als realistisch 
eingeschätzt, wobei sie einen Arbeitsversuch inkl. Jobcoaching mit einem 
anfänglichen Pensum von 80% als sinnvoll erachtete. Die Beschwerdefüh-
rerin sei bei neuen Tätigkeiten zu Beginn auf klare Anweisungen und Be-
gleitung angewiesen. Kenne sie einen Arbeitsprozess, funktioniere die Um-
setzung gut und sie könne auch die Verantwortung dafür übernehmen 
(AB 100). 

Mit Austrittsbericht vom 30. Juli 2018 hielt die Institution D.________ an 
dieser Beurteilung fest. Aufgrund des positiven Verlaufs während der Aus-
bildung und auch aufgrund der guten Rückmeldungen aus den Prakti-
kaeinsätzen erachte sie eine nachhaltige Integration in den allgemeinen 
Arbeitsmarkt als realistisch. Die Beschwerdeführerin benötige einen Arbeit-
geber, der sie anfänglich enger begleiten könne und ihr genügend Ein- und 
Angewöhnungszeit gewähre. Sie benötige klar strukturierte Arbeiten mit 
visuellen Anweisungen. In einem Team mit verständnisvollen Arbeitskolle-
gen und klarer Führung könne die Beschwerdeführerin ihre Leistungen 
immer mehr optimieren. Man dürfe ihr etwas zutrauen und ihr nach einiger 
Zeit auch Verantwortung übertragen; dies schätze sie sehr. Die Beschwer-
deführerin sei in der Lage, ein 80 – 100% Präsenzpensum zu erfüllen 
(AB 112 S. 1). Die bei der Beschwerdeführerin während der Ausbildungs-
zeit erhobenen Erfassungen hätten einen durchschnittlichen Leistungsgrad 
von 40% ergeben. Die Leistung in Prozent werde anhand berufsspezifi-
scher Standard-Arbeiten verglichen mit der Leistung eines eben erfolgreich 
ausgebildeten gleichaltrigen Lernenden mit Eidgenössischem Fähigkeits-
zeugnis (EFZ) erhoben. Ein Leistungslohn von Fr. 1‘500.-- bis Fr. 1‘700.-- 
erscheine mittelfristig als realistisch (AB 112 S. 2). 

3.2.2 Die Beschwerdeführerin beendete am 31. Juli 2018 ihre zweijähri-
ge Ausbildung zur ... bei der D.________ (vgl. E. 3.2.1 hiervor). In der Fol-
ge fand zur Erprobung der Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit der Be-
schwerdeführerin wie auch zum Eruieren des Leistungslohnes im ersten 
Arbeitsmarkt im Hinblick auf eine unbefristete Festanstellung ein Arbeits-
versuch von drei Monaten in der F.________ statt, nachdem die Be-
schwerdeführerin daselbst bereits vom 14. bis 25. Mai 2018 ein Schnup-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 14

perpraktikum absolviert hatte (vgl. AB 108 S. 2 sowie AB 109; siehe auch 
AB 111 S. 3 und 10 sowie AB 112 S. 2). 

Gemäss Bericht von P.________ von der D.________ vom 24. September 
2018 ist die Beschwerdeführerin im August 2018 gut in den Arbeitsversuch 
gestartet. Ihre Leistungen seien sehr tagesformabhängig und schwankten 
je nach Verfassung. Sie versuche jedoch täglich, ihre Ämtli zu erledigen. 
Sie sei ein wenig schwächer als vorerst angenommen, werde jedoch als 
gute Unterstützung angesehen. Sie seien mit einem Arbeitspensum von 
80% gestartet, welches sie so beibehielten. Die Beschwerdeführerin wie 
auch sie hätten das Gefühl, dass die Beschwerdeführerin bei 100% an ihre 
Grenzen komme. Auch möchte die Beschwerdeführerin bei einer allfälligen 
Festanstellung gerne weiterhin 80% arbeiten. Im Grossen und Ganzen ma-
che es die Beschwerdeführerin gut und sie seien zuversichtlich, dass die 
Beschwerdeführerin eine Festanstellung erhalten werde, wenn sie so wei-
terfahre und sich noch ein wenig steigern könne (AB 114 S. 1 f.). 

Nach einer Verlängerung des Arbeitsversuchs bis 31. Dezember 2018 
(AB 119) wurde die Versicherte von der E.________ GmbH als ... in der 
F.________ zu einem Beschäftigungsgrad von 80% bei einem Bruttolohn 
von Fr. 1‘300.-- x 13 unbefristet angestellt (AB 122 S. 2 f.), wobei gemäss 
Beurteilung von P.________ von der Institution D.________ der Bruttolohn 
von Fr. 1‘300.-- x 13 bei einem Arbeitspensum von 80% einen angemesse-
nen Leistungslohn für die Beschwerdeführerin darstelle (AB 120).

3.3 Im Rahmen einer gesamthaften Würdigung der medizinischen 
Akten zusammen mit den Entwicklungen im Bereich Eingliederung erweist 
sich der Sachverhalt als rechtsgenüglich abgeklärt. Die verfügbaren Unter-
lagen gestatten vorliegend eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs. Die Beschwerdeführerin konnte ihre anfänglich einge-
schränktere Leistungsfähigkeit im Rahmen ihrer Ausbildung zur ...  stei-
gern, wobei im Austrittsbericht der Ausbildungsinstitution D.________ vom 
30. Juli 2018 festgehalten wird, die bei der Beschwerdeführerin während 
der Ausbildungszeit erhobenen Erfassungen hätten einen durchschnittli-
chen Leistungsgrad von 40% ergeben. Gleichzeitig wird im Bericht explizit 
darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin ihre Leistungen in einem 
Team mit verständnisvollen Arbeitskollegen und klarer Führung immer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 15

mehr optimieren könne. Man dürfe ihr etwas zutrauen und ihr nach einiger 
Zeit auch Verantwortung übertragen. Die Beschwerdeführerin sei in der 
Lage, ein 80 – 100% Präsenzpensum zu erfüllen. Ein Leistungslohn von 
Fr. 1‘500.-- bis Fr. 1700.-- erscheine mittelfristig als realistisch (AB 112; vgl. 
E. 3.1.2 hiervor). Angesichts dieser dokumentierten Entwicklung erscheint 
die abschliessende medizinische Beurteilung durch Dr. med. L.________ 
vom RAD, wonach die Beschwerdeführerin trotz ihrer funktionellen Ein-
schränkungen (leichte Intelligenzstörung, Einschränkungen durch die Epi-
lepsie, insgesamt eingeschränkte psychische Belastbarkeit) in einer ange-
passten Tätigkeit in einem wohlwollenden und ruhigen Arbeitsumfeld ohne 
permanente Überforderungssituationen in der Lage ist, einfache praktische 
Arbeiten mit immer wiederkehrenden gleichen oder sehr ähnlichen Anfor-
derungen 8.5 Stunden pro Tag an 5 Tagen in der Woche mit einer Leis-
tungsfähigkeit von 60% auszuüben (AB 107 S. 4 f; vgl. E. 3.1.5 hiervor) – 
auch unter Berücksichtigung des im Rahmen der praktischen Ausbildung 
durchschnittlich tiefer liegenden Leistungsgrads von 40% (vgl. AB 112 
S. 2) – im Sinne eines Maximalwerts als schlüssig und nachvollziehbar. 

Die Beschwerdeführerin führt hiergegen einen Bericht der Psychologin 
Dr. phil. K.________ vom 24. April 2019 (AB 149 S. 19; Beschwerdebeila-
ge [BB] 3; vgl. E. 3.1.6 hiervor) an, in welchem die Psychologin zuhanden 
der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin festhält, es sei kaum vor-
stellbar, dass die Beschwerdeführerin auf dem freien Arbeitsmarkt vermit-
telbar sei und/oder eine Arbeitsleistung von mehr als 30% erbringen könne. 
Gemäss diesem Bericht fanden bei Dr. phil. K.________ in der Zeit vom 
22. September 2017 bis 17. April 2018 insgesamt 11 Sitzungen statt. Eine 
darüber hinausgehende psychologische Betreuung wird nicht geltend ge-
macht. In einem früheren Bericht vom 1. Mai 2018 (AB 106 S. 3 ff.; vgl. 
E. 3.1.4 hiervor) erachtete Dr. phil. K.________ die Beschwerdeführerin in 
geschütztem Rahmen prognostisch noch zu 50 bis 100% arbeitsfähig, wo-
bei sie damals sowohl in Bezug auf die Frage nach bestehenden Funkti-
onseinschränkungen wie auch in Bezug auf sämtliche Fragen zur berufli-
chen Situation und zum Potential für eine Eingliederung angab, dies nicht 
beantworten zu können. Wenn Dr. phil. K.________ nun ein knappes Jahr 
später mit Bericht vom 24. April 2019, ohne dass seither nochmals eine 
Sitzung stattgefunden hätte, zuhanden der Rechtsvertretung der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 16

schwerdeführerin in Widerspruch zu den tatsächlichen Entwicklungen im 
Bereich Eingliederung festhält, es sei kaum vorstellbar, dass die Be-
schwerdeführerin auf dem freien Arbeitsmarkt vermittelbar sei und/oder 
eine Arbeitsleistung von mehr als 30% erbringen könne, kann dieser in 
Unkenntnis der seitherigen Entwicklung abgegebenen Beurteilung kein 
Beweiswert zuerkannt werden. Der Bericht ist nach dem Dargelegten we-
der geeignet, die abschliessende Beurteilung durch Dr. med. L.________ 
vom RAD in Zweifel zu ziehen noch einen weiteren Abklärungsbedarf in 
psychischer Hinsicht zu begründen. Dass die Beschwerdeführerin aus psy-
chischen Gründen weitergehend in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt 
wäre, als von Dr. med. L.________ berücksichtigt, kann gestützt auf die 
gesamten Akten, insbesondere des Fehlens eines Bedarfs nach psycholo-
gischer Begleitung über den 17. April 2018 hinaus, nach dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. 

3.4 Zusammenfassend ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin im 
engen Rahmen des Zumutbarkeitsprofils des RAD auf dem ersten Arbeits-
markt bei einem Höchstleistungsgrad von 60% vollschichtig erwerbstätig 
sein kann. Insofern liegen insgesamt medizinisch genügend geklärte Ent-
scheidgrundlagen vor.

4.

4.1 Unbestritten und nicht zu bemängeln ist das herangezogene, nach 
Art. 26 Abs. 1 IVV bestimmte Valideneinkommen in der auf 2018 ange-
passten Höhe gemäss Beschwerdeantwort Ziffer 3 von Fr. 57‘400.-- (70% 
von Fr. 82‘000.--; vgl. E. 2.5.1 hiervor), konnte die Beschwerdeführerin we-
gen ihrer Einschränkungen doch lediglich eine Ausbildung zur ...  und damit 
keine zureichenden beruflichen Kenntnisse im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV 
erwerben.

4.2 Strittig ist demgegenüber das Invalideneinkommen. Die Be-
schwerdeführerin erscheint mit der Anstellung als ... in der F.________ 
grundsätzlich gut eingegliedert (vgl. E. 3.2 hiervor). Entsprechend hat die 
Beschwerdegegnerin die beruflichen Massnahmen aufgrund dieser Anstel-
lung denn auch abgeschlossen (AB 126). Gemäss Zumutbarkeitsprofil ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 17

der Beschwerdeführerin eine optimal angepasste Tätigkeit 8.5 Stunden pro 
Tag an 5 Tagen in der Woche zumutbar (vgl. AB 107 S. 5 sowie E. 3.3 
hiervor). Dass die Beschwerdeführerin in der F.________ lediglich zu ei-
nem Pensum von 80% angestellt ist, erfolgte gemäss Akten primär auf 
Wunsch der Beschwerdeführerin (vgl. AB 112 und AB 114, insbesondere 
S. 2). Mit einer ihr gemäss Akten grundsätzlich möglichen Anstellung zu 
100% in der F.________ wäre sie zweifellos optimal eingegliedert. Ange-
sichts des doch stark einschränkenden Zumutbarkeitsprofils und der Leis-
tungsfähigkeit von maximal 60% gemäss RAD (vgl. E. 3.1.5 und 3.3 hier-
vor) erscheint der Lohn von Fr. 1‘300.-- x 13 bei einem Arbeitspensum von 
80% resp. von Fr. 1‘625.-- x 13 bei dem ihr möglichen 100%-Pensum 
(Fr. 21‘125.-- Jahreslohn) in Übereinstimmung mit P.________ von der 
Institution D.________ (AB 120) vorliegend als angemessener Leistungs-
lohn. Er deckt sich im Wesentlichen mit dem Leistungslohn, welcher die 
Ausbildungsinstitution D.________ in ihrem Austrittsbericht vom 30. Juli 
2018 als mittelfristig realistisch erachtete (Fr. 1‘500.-- bis Fr. 1700.-- brutto 
pro Monat; AB 112 S. 2; vgl. E. 3.2.1 hiervor), während der von der Be-
schwerdegegnerin gestützt auf die LSE und allein unter Berücksichtigung 
der Leistungsminderung von 60% unter Ausserachtlassung der zahlreichen 
weiteren Einschränkungen gemäss Zumutbarkeitsprofil unrealistisch er-
scheint, umso mehr, als die Beschwerdeführerin nicht eine Lehre mit eid-
genössischem Fähigkeitszeugnis oder auch nur eine Anlehre absolvierte, 
sondern lediglich über eine Ausbildung zur ... verfügt. Bei dieser Ausgangs-
lage, insbesondere angesichts der – abgesehen vom Pensum – optimalen 
Eingliederung der Beschwerdeführerin als ... in der F.________ sind für die 
Ermittlung des Invalideneinkommens nicht die Tabellenlöhne gemäss LSE 
heranzuziehen, sondern es ist von der beruflich-erwerblichen Situation 
auszugehen, in der die Beschwerdeführerin konkret steht, unter Berück-
sichtigung des ihr in der F.________ grundsätzlich möglichen und zumut-
baren Pensums von 100% (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Folglich 
sind vorliegend Fr. 21‘125.-- als Invalideneinkommen heranzuziehen 
(Fr. 1‘300.-- x 13 / 0.8). 

4.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen re-
sultiert ein Invaliditätsgrad von 63% (100 / Fr. 57‘400.-- x [Fr. 57‘400.-- - 
Fr. 21‘125.--]) und damit ab 1. Januar 2019 (bis 31. Dezember 2018 bezog 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 18

die Beschwerdeführerin noch ein Taggeld nach Art. 22 IVG [AB 121]) ein 
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (vgl. E. 2.2 hiervor). 

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 15. März 2019 aufzuheben und der Beschwer-
deführerin ab 1. Januar 2019 eine Dreiviertelsrente der Invalidenversiche-
rung zuzusprechen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und oh-
ne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 19

und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch eine 
gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich quali-
fizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin durch Rechtsanwältin 
C.________ vom B.________, einer gemeinnützig tätigen Rechtsbera-
tungsstelle im Sinne von BGE 135 I 1, vertreten. 

Mit Kostennote vom 4. Februar 2020 wurde ein Aufwand von 6.75 Stunden 
à Fr. 130.-- (= Fr. 877.50) zuzüglich Fr. 85.-- Auslagen und Fr. 74.10 
Mehrwertsteuer, total Fr. 1‘036.60, geltend gemacht, was nicht zu bean-
standen ist. Die Parteientschädigung wird damit auf Fr. 1‘036.60 festge-
setzt; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 
zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 15. März 2019 aufgehoben und der Beschwerde-
führerin ab 1. Januar 2019 eine Dreiviertelsrente der Invalidenversiche-
rung zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2020, IV/2019/321, Seite 20

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘036.60 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwältin C.________ z.H. der Beschwerdeführe-

rin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.