# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ff84700-5b3b-5948-a1c9-7d35fc91627d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 08.04.2022 SST.2021.247
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-247_2022-04-08.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2021.247 

(ST.2020.153; STA.2019.3546) 

 

 

Urteil vom 8. April 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Egloff  

Gerichtsschreiberin i.V. Flütsch        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, 

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1963, von Bottenwil 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Hansjörg Geissmann,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm erliess gegen den Beschuldigten 

am 2. Oktober 2020 den folgenden Strafbefehl: 

 

"Sachverhalt: 
 
- Vorsätzliche Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht 
 
Anlässlich einer am 2. August 2019 am Wohnsitz der Familie A. […] in S. 
durchgeführten Hausdurchsuchung wurden prekäre Verhältnisse 
festgestellt. Die Liegenschaft war zu diesem Zeitpunkt kaum bewohnbar. 
Überall lag Müll, Dreck, ungewaschene Kleidung, Essensreste, Katzenkot, 
etc. Die gleichen Verhältnisse herrschten im Kinderzimmer der 
gemeinsamen Tochter E. (geb. tt.mm.2005), welche zu diesem Zeitpunkt 
ebenfalls in der Familienwohnung wohnte. Auch das Kinderzimmer von F. 
(geb. tt.mm.2003), welche zu diesem Zeitpunkt jeweils die Wochenenden 
in der Familienwohnung verbrachte, war vollkommen zugemüllt und 
dreckig. Zudem wurde am Dachfenster massiver Schimmel festgestellt. 
Als Verantwortliche für die entsprechenden Wohnverhältnisse haben der 
Beschuldigte und die Kindsmutter B. mit Wissen und Willen (zumindest 
haben sie dies in Kauf genommen) ihre Fürsorge- resp. Erziehungspflicht 
gegenüber den zwei gemeinsamen Töchtern verletzt und vernachlässigt. 
Dadurch haben sie die körperliche und seelische Entwicklung von E. und 
F. mit Wissen und Willen gefährdet. Zumindest haben sie dies in Kauf 
genommen. 
 
 
Dieses Verhalten ist strafbar gemäss: 
 
Art. 219 Abs. 1 StGB 
 
 
Die Beschuldigte wird verurteilt zu: 
 
1. Einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je CHF 110.00, bedingt 

aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren, abzüglich 8 Tage 
Untersuchungshaft, womit sich die Tagessätze auf 92 Tage und der 
Geldstrafenbetrag auf CHF 10'120.00 reduzieren. 

 
2. Einer Busse von CHF  2'500.00. 
 Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 23 Tagen. 
 
3. Den Kosten 
 - Strafbefehlsgebühr CHF  1'000.00 
 
 Rechnungsbetrag CHF  3'500.00 
 
 Über Auslagen, die nach Erlass des vorliegenden Strafbefehls 

eingehen, wird separat verfügt. 
 
4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 - 3 - 

 

 

 
5. Das Urteil wird im Strafregister eingetragen. 
 
6. Die unbezifferten Zivilforderungen von E. und F. werden auf den 

Zivilweg verwiesen." 
 
 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl erhob der Beschuldigte am 19. Oktober 2020 

Einsprache. Mit Verfügung vom 3. November 2020 hielt die 

Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm an ihrem Strafbefehl fest und überwies 

die Akten an das Bezirksgericht Zofingen zur Durchführung des 

Hauptverfahrens. 

 

2. 

2.1. 

Mit Verfügung vom 1. Dezember 2020 hielt der Präsident des 

Bezirksgerichts Zofingen fest, dass das Strafverfahren gegen den 

Beschuldigten zusammen mit jenem gegen die Mitbeschuldigte B. (Ehefrau 

des Beschuldigten) verhandelt werde. 

 

2.2. 

Die Hauptverhandlung betreffend das vorliegende Verfahren und das 

Verfahren gegen die Mitbeschuldigte B. fand am 10. Mai 2021 vor dem 

Präsidenten des Bezirksgerichts Zofingen statt. Beide Parteien wurden 

befragt. 

 

2.3. 

Die Privatklägerinnen 1 und 2 stellten anlässlich der Hauptverhandlung 

vom 10. Mai 2021 die folgenden Anträge: 

 

"1. Die Beschuldigte 1, B., sei gemäss Anklage schuldig zu sprechen und 
angemessen zu bestrafen. 

 
 2. Der Beschuldigte 2, A., sei gemäss Anklage schuldig zu sprechen und 

angemessen zu bestrafen. 
  

 3. Die vom unentgeltlichen Vertreter der Zivil- und Strafklägerinnen 1 und 
2 geltend gemachte Parteientschädigung sei auf die Staatskasse zu 
nehmen und von den beiden Beschuldigten 1 und 2 in solidarischer 
Haftbarkeit zurückzufordern, sobald es deren wirtschaftliche 
Verhältnisse zulassen. 

 
Eventualiter sei auf die Anordnung einer Nachzahlung der zugunsten 
der Zivil- und Strafklägerinnen 1 und 2 gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege i.S.v. Art. 30 Abs. 3 OHG zu verzichten. 

 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschuldigten 1 
und 2." 

 

 - 4 - 

 

 

2.4. 

Der Beschuldigte stellte anlässlich der Hauptverhandlung vom 10. Mai 

2021 folgende Anträge: 

 
 "1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

 
2. Für die ausgestandene Untersuchungshaft von 8 Tagen sei der 

Beschuldigte angemessen zu entschädigen. 
 

3. Die Gerichtskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 
 
4. Die Kosten für die Entschädigung der amtlichen Verteidigung seien zu 

Lasten der Staatskasse zu nehmen." 
 

2.5. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen erkannte gleichentags: 

 
 "1. 
 Der Beschuldigte ist schuldig der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB. 
 
 2. 
 2.1. 
 Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 219 Abs. 1 StGB und 

gestützt auf Art. 34 und 47 StGB zu 60 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. 
Der Tagessatz wird auf Fr. 80.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich 
damit auf Fr. 4'800.00. 

 
 2.2. 
 Die Untersuchungshaft von 8 Tagen (02.08.2019 – 09.08.2019) wird 

gestützt auf Art. 51 StGB auf die Geldstrafe angerechnet. 
 
 3. 
 Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe der 

bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 
1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 

 
 4. 
 4.1. 
 Die Anklagegebühr wird auf Fr. 500.00 festgesetzt und dem Beschuldigten 

auferlegt. 
 
 4.2. 

Die weiteren Verfahrenskosten bestehen aus: 
 

a) der anteilsmässigen Gerichtsgebühr Fr. 1'000.00 
b) den kosten für die amtliche Verteidigung Fr.  3'905.70 
c) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung Fr. 1'046.75 
d)  den Spesen Fr. 60.00

    
Total Fr. 6'012.45 
 
Dem Beschuldigten werden die Gebühr sowie die Kosten gemäss lit. a und 
d im Gesamtbetrag von Fr. 1'060.00 auferlegt. 

 
4.3. 

 - 5 - 

 

 

Die Kosten für die amtliche Verteidigung gemäss lit. b in der Höhe von Fr. 
3'905.70 (inkl. Fr. 279.29 MwSt.) werden einstweilen von der 
Gerichtskasse bezahlt. Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton 
Aargau die Kosten für die amtliche Verteidigung zurückzuzahlen, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a 
StPO). 
 
4.4. 
Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Zivil- und 
Strafklägerinnen 1 und 2 gemäss lit. c in der Höhe von Fr. 1'046.75 (inkl. 
Fr. 74.85 MwSt.) werden einstweilen von der Gerichtskasse bezahlt. 
 
Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit der 
Mitbeschuldigten B. verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 
unentgeltliche Verbeiständung der Zivil- und Strafklägerinnen von Fr. 
1'046.75 zurückzuzahlen (Art. 138 Abs. 2 sowie Art. 426 Abs. 4 StPO). 
 
5. 
Die Genugtuungsforderung des Beschuldigten wird abgewiesen. 
 
6. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber." 

 

3. 

Mit Eingabe vom 4. Juni 2021 meldete der Beschuldigte Berufung gegen 

das ihm am 25. Mai 2021 im Dispositiv zugestellte Urteil an. Das 

begründete Urteil wurde ihm in der Folge am 15. Oktober zugestellt. 

 

4. 

4.1. 

Mit Berufungserklärung vom 4. November 2021 stellte der Beschuldigte 

folgende Anträge: 

 

 "1. 
 In Aufhebung des Urteils des Bezirksgerichts Zofingen vom 10. Mai 2021 

sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen. 
 
 2. 
 Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht erlittene Untersuchungshaft von 

acht Tagen (02.08.2019 - 09.08.2019) eine angemessene Entschädigung 
sowie eine angemessene Genugtuung auszurichten. 

 
 3. 

Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens als auch die Kosten des 
Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 
 
4. 
Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche und das 
Berufungsverfahren seien zu Lasten der Staatskasse dem amtlichen 
Verteidiger zu bezahlen." 

 
 

Zudem stellte er die folgenden Beweisanträge: 

 

 - 6 - 

 

 

 "1. 
 Es sei die Ehefrau des Beschuldigten als Zeugin zu befragen. 
 
 2. 
 Es seien als weitere Zeugen einzuvernehmen: 
  

a. Frau H., Beiständin, Sozialdienst, […] V. 
 

b. Herr I., […] S. 
 

c. Ressortvorsteher (-vorsteherin) Soziales, Gemeinderat […] S. 
 

3. 
Es seien die gesamten Akten der KESB Zofingen bezüglich der Zivil- und 
Strafklägerinnen E., geb. tt.mm.2005, sowie F., geb. tt.mm.2003, beide in 
S., beizuziehen. 

 
4. 
Es seien bei der KESB Zofingen sowie dem Gemeinderat S. Berichte über 
die Familie A. betreffend die Haushaltsführung, die Betreuung der Kinder, 
die Aufgabenteilung im Haushalt und die Überwachung und Unterstützung 
in der Haushaltsführung durch die Sozialbehörden beizuziehen." 

 
 

4.2. 

Mit Verfügung vom 8. November 2021 wies die Verfahrensleiterin die 

Beweisanträge des Beschuldigten einstweilen ab. 

 

4.3. 

Mit Eingabe vom 12. November 2021 teilte die Staatsanwaltschaft 

Zofingen-Kulm ihren Verzicht sowohl auf Stellung eines Nichteintretens-

antrags als auch Erklärung der Anschlussberufung mit. 

 

4.4. 

Mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 ordnete die Verfahrensleiterin im 

Einverständnis der Parteien das schriftliche Berufungsverfahren an. 

 

4.5. 

Mit Berufungsbegründung vom 7. Januar 2022 hielt der Beschuldigte an 

seinen Berufungs- und Beweisanträgen der Berufungserklärung fest. 

 

4.6. 

Mit Berufungsantwort vom 17. Januar 2022 stellte die Staatsanwaltschaft 

Zofingen-Kulm den Antrag, die Berufung des Beschuldigten sei unter 

Kostenfolge abzuweisen. 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

 - 7 - 

 

 

1. 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch von Schuld und Strafe. Das 

vorinstanzliche Urteil ist somit vollumfänglich zu überprüfen (Art. 404 Abs. 

1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Sie 

kam zum Schluss, dass sich der Haushalt des Beschuldigten und seiner 

Ehefrau (Mitbeschuldigte) […] in S. in einem für ihre Kinder E. und F. 

(vormals Privatklägerinnen 1 und 2) unzumutbaren Zustand befunden 

habe, zumal die Liegenschaft anlässlich einer am 2. August 2019 

durchgeführten Hausdurchsuchung völlig überstellt und verdreckt gewesen 

sei. Indem der Beschuldigte es über einen längeren Zeitraum hinweg 

unterlassen habe, diesen unhaltbaren Zustand selbst zu beheben oder 

dafür Hilfe in Beanspruchung zu nehmen, habe er eine Gefährdung der 

Entwicklung seiner Kinder in Kauf genommen und seine Erziehungs- oder 

Fürsorgepflicht verletzt (vgl. Urteil E. 4.1 ff.). 

 

2.2. 

Der Beschuldigte bestreitet, sich der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB schuldig gemacht zu 

haben. Zwar seien die Zustände im Wohnhaus am 2. August 2019 

zugegebenermassen katastrophal gewesen. Allerdings sei die Gesundheit 

der Kinder entgegen der Auffassung der Vorinstanz nie ernsthaft gefährdet 

gewesen, was auch aus Berichten der involvierten Sozialbehörden 

hervorgehe (vgl. Berufungsbegründung, S. 5 f.). Weiter hätten ebendiese 

Sozialbehörden in Form einer Beistandschaft für die Kinder die 

Verantwortung der Aufsicht und Kontrolle innegehabt, weshalb sich die 

entsprechende Verantwortung und Garantenstellung des Beschuldigten im 

Hinblick auf die Erziehung und Fürsorge gegenüber den Kindern zumindest 

vermindere (vgl. Berufungsbegründung, S. 7). Darüber hinaus sei es dem 

Beschuldigten aufgrund seiner psychischen Verfassung schlicht nicht 

möglich gewesen, die Unordnung aus eigener Kraft zu beheben. Aus den 

vorgenannten Gründen sei der Tatbestand von Art. 219 Abs. 1 StGB nicht 

erfüllt und der Beschuldigte freizusprechen (vgl. Berufungsbegründung, S. 

6 f.). 

 

3. 

3.1. 

Der zu beurteilende Sachverhalt betrifft die anlässlich einer am 2. August 

2019 durchgeführten Hausdurchsuchung angetroffene Wohnsituation in 

der Liegenschaft […] in S.. Der Beschuldigte und seine mitbeschuldigte 

Ehefrau bewohnten diese Liegenschaft mit ihren Töchtern F. (geb. 

tt.mm.2003) und E. (geb. tt.mm.2005), wobei F. ab März 2017 jeweils drei 

 - 8 - 

 

 

Tage pro Woche in einer WG der K. in U. verbrachte (vgl. vorinstanzliche 

Akten [VA] act. 46). Der Zustand der Räumlichkeiten des Hauses wurde 

durch die Kantonspolizei umfassend fotografisch dokumentiert (vgl. 

Untersuchungsakten [UA] act. 88 ff.) und wird vom Beschuldigten 

grundsätzlich nicht bestritten. 

 

3.2. 

Zu prüfen ist, ob sich der Beschuldigte auf Grundlage der am 2. August 

2019 vorgefundenen Wohnverhältnisse der Verletzung seiner Erziehungs- 

oder Fürsorgepflichten gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB strafbar gemacht hat. 

 

4. 

4.1. 

Die Kantonspolizei Aargau führte am 2. August 2019 eine 

Hausdurchsuchung in der Liegenschaft des Beschuldigten und seiner 

mitbeschuldigten Ehefrau […] in S. durch (vgl. UA act. 88 f.). Dort fand sie 

das Wohnhaus in einem prekären Zustand vor. Wie auf der erstellten 

Fotodokumentation ersichtlich ist, waren praktisch sämtliche 

Räumlichkeiten komplett mit verschiedenen Materialien, Gegenständen 

und Abfall zugestellt. Dies begann bereits im Eingangsbereich, in welchem 

sich Kleidung, Schuhe und andere Gegenstände türmten (vgl. UA act. 89). 

Das Wohnzimmer war mit verschiedensten Papierstapeln, Spielsachen, 

Büchern, Kisten, Taschen etc. übersäht, sodass sich kaum noch Platz bot, 

um sich durch den Raum zu bewegen. Der Unrat türmte sich dabei teilweise 

regelrecht auf (vgl. UA act. 90). Wohnzimmermöbel, wie das Sofa, ein Tisch 

und dazugehörige Hocker, waren komplett zugestellt und dadurch kaum 

mehr erkennbar (vgl. UA act. 90). Selbiges Bild präsentierte sich in der 

Küche, in welcher sämtliche Ablageflächen mit Lebensmitteln, 

Essensresten und Abfall übersäht waren. Der von obigen Gegenständen 

einigermassen freiliegende Bereich des Küchenbodens war zudem stark 

verschmutzt (vgl. UA act. 92 f.). Die Badewanne im grösseren Badezimmer 

war ebenfalls stark verunreinigt und bis über den Rand mit 

Kartonschachteln, Papiertuchpackungen und sonstigen Gegenständen 

gefüllt, wodurch eine Benutzung nicht möglich war. Ausserdem befanden 

sich neben der Wanne diverse volle Müllsäcke. Auf dem 

Badezimmerboden unter dem Waschtisch befanden sich Futternäpfe der 

Katzen und eine Katzenkiste. Auch dieser Bereich war stark verschmutzt, 

wobei nicht erkennbar ist, ob es sich dabei um Katzenkot und bzw. oder -

futter handelte (vgl. UA act. 96). Das Kinderzimmer von E. war mit Ordnern, 

leeren Kisten, Schachteln und sonstigem Abfall zugemüllt, sodass nur der 

Türbereich und der Bereich zwischen den zwei verschmutzten Matratzen 

frei begehbar war. Auf den Matratzen fehlten die Bettbezüge und Kissen 

(vgl. UA act. 95). Ähnlich sah das Kinderzimmer von F. aus, welches 

ebenfalls komplett mit Karton, Papier, diversen Gegenständen und Abfall 

zugestellt und somit kaum begehbar war. Das Etagenbett war mit Büchern, 

Abfallsäcken und anderem Material vollends bedeckt und deshalb 

 - 9 - 

 

 

unbenutzbar (vgl. UA act. 102). Als Schlafplatz bot sich lediglich eine stark 

beschädigte Schaumstoffmatratze am Boden, mit komplett zerrissenem 

Bezug und verschmutzter Bettdecke und Kissen (vgl. UA act. 104). 

Ausserdem war das Dachfenster im Kinderzimmer dreckig und 

augenscheinlich stark von schwarzem Schimmel befallen (vgl. UA act. 

104).  

 

Der oben beschriebene Zustand starker Unordnung und Verschmutzung 

zeigte sich generell auch in den restlichen Räumlichkeiten des 

Wohnhauses, namentlich im Elternschlafzimmer, im kleinen Bad, auf 

Treppen, in der Waschküche und Keller sowie auf dem Gartensitzplatz (vgl. 

UA act. 89, UA act. 94, UA act. 98 ff., UA act. 106 ff.). 

 

4.2. 

Der Beschuldigte wurde mehrmals zu den in Ziff. 4.1. beschriebenen 

Wohnverhältnissen befragt. Dass sich diese am 2. August 2019 und bereits 

einige Zeit davor in einem prekären Zustand befanden, anerkannte der 

Beschuldigte anlässlich sämtlicher Einvernahmen (vgl. UA act. 286, UA act. 

297, vgl. VA act. 78 ff.). Der Beschuldigte gab diesbezüglich an, es stimme 

schon, dass eine Unordnung und ein "Puff" geherrscht habe. Diese 

Umstände hätten schon länger, ca. 4-5 Monate, bestanden. Er habe 

mehrmals versucht, aufzuräumen, aber es habe nach 2-3 Tagen bereits 

wieder gleich ausgesehen. Niemand habe geholfen. Da sei es ihm verleidet 

(vgl. UA act. 286, UA act. 298, VA act. 80). Er habe den Zustand des 

Hauses als belastend empfunden und sei damit nicht zufrieden gewesen. 

Es habe sich immer mehr angesammelt. Er habe seiner mitbeschuldigten 

Ehefrau gesagt, sie bräuchten eine Mulde, um ungebrauchtes "Zeug" 

wegzuwerfen, aber sie habe nicht gewollt (vgl. UA act. 292, UA act. 297, 

VA act. 79). Die Haushaltsaufgaben hätten sie sich so geteilt, wie es jeweils 

gerade gekommen sei. Er habe jedoch mehr gekocht und seine Frau habe 

gewaschen. Diese Aufgabenverteilung bestätigte auch seine mitbe-

schuldigte Ehefrau (vgl. VA act. 78; vgl. VA act. 83). Zum Kochen habe er 

den Müll auf dem Herd jeweils einfach weggeräumt und auf der Platte 

gekocht. Im Wohnzimmer sei man dann auf der "Gusch", auf dem 

"Gerümpel" oben und auf den Stühlen beim Tisch gesessen. Jeder habe 

seinen Platz gefunden (vgl. VA act. 79). Das im Wohnhaus vorgefundene 

Umfeld beurteilte der Beschuldigte als schlecht für die Kinder. Die prekären 

Verhältnisse im Haus hätten beide (Beschuldigter und Mitbeschuldigte) zu 

verantworten, da niemand etwas gemacht habe (vgl. VA act. 80). 

 

5. 

5.1. 

Gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer seine Fürsorge- 

oder Erziehungspflicht gegenüber einer minderjährigen Person verletzt 

oder vernachlässigt und sie dadurch in ihrer körperlichen oder seelischen 

Entwicklung gefährdet. Das geschützte Rechtsgut ist mithin die körperliche 

 - 10 - 

 

 

und geistige Integrität der minderjährigen Person (vgl. ECKERT, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 2 zu Art. 219 StGB). 

 

5.2. 

5.2.1. 

In objektiver Hinsicht muss der Handelnde von Gesetzes wegen eine 

Fürsorgepflicht gegenüber der minderjährigen Person innehaben, d.h. er 

muss eine Garantenstellung einnehmen. Dieses Kriterium erfüllen unter 

anderem die Eltern der minderjährigen Person (vgl. ECKERT, a.a.O., N. 3 ff. 

zu Art. 219 StGB). Der Handelnde muss sodann seine Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht verletzen. Als Fürsorge im Sinne der Bestimmung ist in 

erster Linie die Befriedigung verschiedenster Grundbedürfnisse, darunter 

Nahrung, Kleider, Unterkunft, Zuneigung, Liebe usw. zu verstehen. 

Darüber hinaus kann die Gefährdung der körperlichen und seelischen 

Entwicklung der minderjährigen Person als Leitlinie dienen. Es werden jene 

Pflichtverletzungen erfasst, die über einen gewissen Zeitraum betrachtet 

dazu führen können, dass eine Gefährdung eintritt. Das deliktische 

Verhalten kann dabei in einem Tun oder Unterlassen liegen; Letzteres 

bspw. in Fällen, in welchen ein Täter nicht für das Kind sorgt oder bei 

drohenden Gefahren nicht die sich aufdrängenden Sicherheitsmass-

nahmen ergreift (vgl. BGE 125 IV 64 E. 1). Nicht erforderlich ist, dass das 

Verhalten der betroffenen Person zu einer tatsächlichen körperlichen oder 

seelischen Beeinträchtigung führt. Bei der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht handelt es sich somit nicht um ein Erfolgs-, sondern um 

ein konkretes Gefährdungsdelikt (vgl. ECKERT, a.a.O., N. 8 ff. zu Art. 219 

StGB). Der Gesetzgeber verzichtete bewusst darauf, nur schwerwiegende 

Gefährdungen zu erfassen. Gleichwohl hat sich die Anwendung angesichts 

des weitgefassten Begriffs insbesondere der seelischen Entwicklung auf 

gravierende Einzelfälle zu beschränken (vgl. ECKERT, a.a.O., N. 10 zu Art. 

219 StGB). 

 

5.2.2. 

Der Art. 219 StGB bezweckt den Schutz der physischen und psychischen 

Integrität von Minderjährigen. Nebst den Grundbedürfnissen wie Nahrung, 

Kleidung oder Unterkunft, sollen Minderjährige die Möglichkeit haben, sich 

körperlich und geistig frei und ungefährdet zu entwickeln (vgl. Ziff. 5.2.1). 

Dies setzt unter anderem geordnete Lebensverhältnisse voraus. Die am 2. 

August 2019 vorgefundene Wohnsituation im Haus des Beschuldigten war 

für die gesunde Entwicklung der Kinder F. und E. indessen in mehrfacher 

Weise problematisch. Unter den vorherrschenden Umständen hatten die 

Kinder weder den nötigen Platz noch die nötige Ordnung, um sich 

zurückzuziehen, konzentriert Hausaufgaben zu machen oder zu spielen. 

Vielmehr waren sie in jedem Zimmer, insbesondere in ihren Kinderzimmern 

und dem Wohnzimmer, von überaus chaotischen Zuständen umgeben: 

Sämtliche dieser Räume waren komplett mit verschiedenstem Material und 

Abfall vollgestellt und es herrschte allgemein eine massive Unordnung (vgl. 

 - 11 - 

 

 

UA act. 90 f., UA act. 95, UA act. 102 ff.). Im Wohnzimmer türmten sich 

Abfallberge teilweise hüfthoch, sodass Möbel kaum mehr sichtbar waren 

und ein gemütliches bzw. komfortables Verweilen entsprechend nicht 

möglich war (vgl. UA act. 90 f.). So war es aufgrund der durch Müll und 

diversen Gegenständen eingeschränkten Platzverhältnisse nur schon 

schwierig, sich frei in den Wohnräumen zu bewegen, was bereits anhand 

der schmalen, freigeschaufelten Wege durch die Wohnräume ersichtlich ist 

(vgl. UA act. 90 f., UA act. 93, UA act. 95, UA act. 103 ff.). Weiter 

verdeutlicht werden die eingeengten Platzverhältnisse insbesondere durch 

die Tatsache, dass die Tochter F. aufgrund des Mülls nicht in ihrem 

eigentlichen Etagenbett schlafen konnte und stattdessen auf eine stark 

beschädigte und verschmutzte Matratze am Boden ausweichen musste 

(vgl. UA 102 ff., vgl. VA act. 80). Unter vorgenannter Unordnung litt zudem 

offensichtlich auch die allgemeine Hygiene im Haushalt; dies unter 

anderem an offenkundig besonders hygieneempfindlichen Orten wie in der 

Küche, in den Nasszellen und in den Kinderzimmern, welche teilweise stark 

verdreckt waren (vgl. UA act. 92 f., UA act. 96 f.). Insbesondere in F.s 

Kinderzimmer war der schwarze Schimmel bereits aus einer Distanz klar 

sichtbar, wodurch das Ausmass des Befalls somit als bereits stark 

ausgeprägt und nicht mehr geringfügig zu bezeichnen ist (vgl. UA act. 103 

f.). Ausserdem waren die Schlafplätze der Kinder, sofern überhaupt mit 

Bettwäsche ausgestattet, stark beschädigt und sichtbar verschmutzt und 

somit in einem für die normale, erholsame Bettruhe unzumutbaren Zustand 

(vgl. UA act. 95, UA act. 104).  

 

5.2.3. 

Alles in allem herrschten am 2. August 2019 […] in S. Zustände, welche es 

den Kindern offensichtlich verunmöglicht haben, sich frei und nach den 

eigenen Bedürfnissen einzurichten und zu bewegen. Der Grad an 

Unordnung und Schmutz sowie die komplett vernachlässigten Schlafplätze 

der Kinder überschritten dabei die Schwelle einer noch annehmbaren 

Wohnsituation für Kinder bei Weitem. Des Weiteren stellte der nicht 

behobene, bereits ausgeprägte Schimmelpilzbefall im Kinderzimmer eine 

konkrete Gesundheitsgefährdung für die Kinder dar. In diesem Sinne ist 

von einem von der Lehre geforderten, gravierenden Einzelfall auszugehen 

(vgl. Ziff. 5.2.1). Nach dem Gesagten erübrigt sich sowohl die vom 

Beschuldigten beantragte Befragung weiterer Zeugen als auch der Beizug 

der KESB-Akten (vgl. Berufungserklärung S. 3). Ausserdem vermögen an 

der getroffenen Schlussfolgerung, wie gleich zu zeigen ist, die Einwände 

des Beschuldigten nichts zu ändern. 

 

5.2.4. 

Der Beschuldigte bringt vor, er habe im Tatzeitpunkt angesichts der 

Errichtung einer Beistandschaft nicht mehr die vollständige Verantwortung 

über die Erziehung und Fürsorge seiner Kinder gehabt (vgl. 

Berufungsbegründung, S. 7). Der Auffassung des Beschuldigten kann in 

 - 12 - 

 

 

Bezug auf den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt vom 2. August 

2019 (vgl. Ziff. 4.1) nicht gefolgt werden. Aus dem ordentlichen Bericht des 

Regionalen Sozialdienstes Q. vom 10. Oktober 2020 geht hervor, dass für 

F. seit dem 2. Juni 2008 eine allgemeine Erziehungsbeistandschaft gemäss 

Art. 308 ZGB bestanden hatte (vgl. VA act. 46). Mit Entscheid vom 19. 

Dezember 2019 wurde die Erziehungsbeistandschaft für F. in eine 

Massnahme gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB erweitert und gemäss 

Bericht unter anderem mit der Aufgabe "Unterstützung generell und im 

Rahmen der laufenden Strafuntersuchung für das gesundheitliche Wohl 

[…]" präzisiert (vgl. VA act. 46). In den Akten ist für die vorliegend relevante 

Zeitperiode vor bzw. bis zum 2. August 2019 weder eine konkrete Pflicht, 

noch ein Recht des Beistands zur Haushaltsführung bzw. zur 

Haushaltskontrolle ohne eine entsprechende Gefährdungsmeldung 

ersichtlich (vgl. VA act. 38 ff.). Die Haushaltsführung bzw. die 

Vernachlässigung derselben lag ohne weiteres in der Verantwortung des 

Beschuldigten und seiner mitbeschuldigten Ehefrau als Eltern und 

Erziehungsberechtigte der beiden im Haushalt lebenden Kinder (vgl. Urteil 

E. 3.1). 

 

5.2.5. 

Weiter bestreitet der Beschuldigte mit Berufung das Vorliegen der in 

objektiver Hinsicht verlangten Gefährdung der körperlichen und seelischen 

Entwicklung der Kinder. So hätten die Sozialbehörden festgestellt, dass die 

Eltern zwar einer hohen Belastung ausgesetzt gewesen seien, sich die 

Situation jedoch "leidlich gut" präsentiere und auch die gesundheitliche 

Situation der Kinder gut sei. Der Beschuldigte folgert daraus, dass die 

Gesundheit der Kinder nie ernsthaft gefährdet gewesen sei (vgl. 

Berufungsbegründung, S. 5 f.). Zum einen verkennt der Beschuldigte, dass 

für die Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht eine tatsächliche 

Beeinträchtigung nicht erforderlich ist (vgl. Ziff. 5.2.1). Aus dem blossen 

Nichtvorliegen einer Krankheit kann noch nicht auf eine fehlende 

Gefährdungssituation geschlossen werden. Zum anderen werden die 

tatsächlichen Verhältnisse im Wohnhaus der Familie A. in den 

entsprechenden Berichten des Regionalen Sozialdienstes Q. (vgl. VA act. 

38 ff.) nicht thematisiert, weshalb davon ausgegangen werden muss, dass 

seitens Behörden zumindest über das Ausmass der chaotischen Zustände 

keine Kenntnis bestand. Auch der Beschuldigte beruft sich darauf, dass die 

Sozialbehörden entsprechende Kontrollen nicht durchgeführt hätten, 

andernfalls es nicht zu der katastrophalen Unordnung gekommen wäre 

bzw. diese bereits früher hätte behoben werden können (vgl. 

Berufungsbegründung, S. 6). Weder die Berichte der Sozialbehörden noch 

die medizinischen Gutachten nehmen Bezug auf die konkreten, überaus 

chaotischen Wohnverhältnisse der Kinder bzw. wie sich diese auf ihre 

physische und psychische Gesundheit ausgewirkt haben bzw. hätten 

auswirken können (vgl. UA act. 262 ff.). Eine Gefährdung kann deshalb 

 - 13 - 

 

 

gerade eben nicht auf Basis der entsprechenden Berichte ausgeschlossen 

werden. 

 

5.3. 

5.3.1.  

In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 219 Abs. 1 StGB vorsätzliches Handeln, 

wobei Eventualvorsatz genügt. Der Handelnde muss sich seiner 

Garantenstellung bewusst sein und wissen, dass er seine Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht verletzt. Der Vorsatz muss sich auf die Gefährdung 

erstrecken (vgl. ECKERT, a.a.O., N. 11 zu Art. 219 StGB). 

 

5.3.2. 

Zunächst ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten in Bezug auf seine 

Kinder F. und E. keine direkte Gefährdungsabsicht vorgeworfen werden 

kann. Aus seinen Aussagen geht jedoch hervor, dass er sich der 

unhaltbaren Zustände im Haus durchaus bewusst war. Der Beschuldigte 

war mit dem Haushalt selbst nicht zufrieden und gab auch an, dass diese 

Umstände für die Kinder schlecht gewesen seien (vgl. VA act. 79, UA act. 

292, UA act. 297). Ebenfalls bewusst war ihm, dass im Kinderzimmer 

Schimmelpilzbefall vorhanden war und sich dieser schädlich auf die 

Gesundheit seiner Tochter auswirken könnte (vgl. VA act. 80). Weiter war 

sich der Beschuldigte offensichtlich im Klaren über seine Rolle und 

Verantwortung im Haushalt und in der Fürsorge seiner Kinder. So äusserte 

er explizit, man habe sich im Haushalt die Aufgaben geteilt und einander, 

sofern nötig, geholfen. Er habe grundsätzlich gekocht und seine Frau habe 

gewaschen. Selbiges wurde von seiner mitbeschuldigten Ehefrau bestätigt 

(vgl. VA act. 83 f.). Die Verantwortung für die Verhältnisse hätten er und die 

mitbeschuldigte Ehefrau zu tragen, da beide nichts getan hätten, um den 

Zustand zu beheben (vgl. VA act. 80). Er selbst habe nicht aufgeräumt, weil 

es ihm ohne Hilfe irgendwann "verleidet" sei. Es habe ihn schon 

"angeschissen" (vgl. UA act. 297, VA act. 81). Dies führte dazu, dass dieser 

chaotische und unhygienische Zustand gemäss Beschuldigtem ca. 4-5 

Monate andauerte (vgl. VA act. 80). Dass der Beschuldigte mit der Situation 

überfordert gewesen sein dürfte, liegt auf der Hand. Dennoch wäre es am 

Beschuldigten gelegen, alles nach seinen Kräften Mögliche und Zumutbare 

zu tun, um den Haushalt in den Griff zu bekommen. Fehlte ihm die nötige 

Energie dazu, hätte er entsprechende Unterstützung in Anspruch nehmen 

müssen. 

 

5.3.3. 

Zusammenfassend war sich der Beschuldigte seiner Verantwortung für die 

Fürsorge und Erziehung der Kinder bewusst und wusste, dass sich das 

Haus in einem für die Kinder unzumutbaren und in Bezug auf den 

Schimmelbefall gesundheitsgefährdenden Zustand befand. Der 

Beschuldigte nahm mit seinem Verhalten in Kauf, dass seine Töchter F. 

 - 14 - 

 

 

und E. in einem für sie schädlichen Umfeld aufwachsen. Der subjektive 

Tatbestand von Art. 219 Abs. 1 StGB ist damit erfüllt.  

 

5.4. 

Die Vorinstanz hat sowohl die Einsichts- als auch die Steuerungsfähigkeit 

des Beschuldigten bejaht und einen Schuldausschlussgrund gemäss Art. 

19 Abs. 1 StGB zu Recht verneint (vgl. Urteil E. 3.3). Mit der Vorinstanz ist 

davon auszugehen, dass beim Beschuldigten weder die Einsichts- noch die 

Steuerungsfähigkeit in einem Masse beeinträchtigt war, welches seine 

Schuldfähigkeit vorliegend ausschliessen könnte. Die Voraussetzungen 

der Schuldunfähigkeit gemäss Art. 19 Abs. 1 StGB liegen klar nicht vor. Es 

kann diesbezüglich auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (vgl. Urteil E. 3.3). 

 

5.5. 

Es liegen keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe vor. Der 

Beschuldigte hat sich der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht 

gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

 

6. 

6.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Verletzung der Fürsorge- und 

Erziehungspflicht schuldig gesprochen und – unter Anrechnung der von 

ihm ausgestandenen Untersuchungshaft von 8 Tagen – zu einer Geldstrafe 

von 60 Tagessätzen à Fr. 80.00, d.h. total Fr. 4'800.00 verurteilt. Sie 

gewährte dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug und setzte die 

Probezeit auf 2 Jahre an (vgl. Urteil E. 5.2 ff.). 

 

6.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach 

Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; 

BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 

6.3. 

6.3.1. 

Der Beschuldigte hat sich der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflichten gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

Dieses Vergehen wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft.  

 

6.3.2. 

In Bezug auf die Tat- und Täterkomponente kann grundsätzlich auf die 

zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (vgl. Urteil E. 

4.2.1 ff.). Zu beachten ist insbesondere, dass der Beschuldigte sich mit 

Blick auf die Betreuung der kognitiv eingeschränkten Töchter, seiner 

 - 15 - 

 

 

Berufstätigkeit und dem ausser Kontrolle geratenen Haushalt zweifellos in 

einer belastenden Lebenssituation befand. Es fiel ihm offensichtlich 

schwer, die nötige Energie für die Bewältigung des Haushalts zu finden. 

Ausserdem ist der Beschuldigte einsichtig und hat den Haushalt 

mittlerweile wieder in einen tadellosen Zustand gebracht (vgl. VA act. 81; 

vgl. Beilagen zur Hauptverhandlung, VA act. 102 ff.). Sein Verschulden ist 

deshalb insgesamt noch als leicht einzustufen. Unter Berücksichtigung 

dieses noch als leicht zu wertenden Verschuldens erscheint die durch die 

Vorinstanz ausgefällte Geldstrafe von 60 Tagessätzen angemessen.  

 

6.3.3. 

Zu bestätigen ist auch die von der Vorinstanz festgelegte Tagessatzhöhe 

von Fr. 80.00 bei einem durchschnittlichen Nettoeinkommen des 

Beschuldigten von ca. Fr. 6'000.00 (vgl. VA act. 82). Die Vorinstanz hat die 

vom Beschuldigten ausgestandene Untersuchungshaft von 8 Tagen (2. 

August 2019 bis 9. August 2019) gestützt auf Art. 51 StGB korrekterweise 

auf die Strafe angerechnet (vgl. METTLER/SPICHTIN, a.a.O., N. 40 zu Art. 51 

StGB, wonach ein Tag Haft einem Tagessatz Geldstrafe entspricht). 

 

6.4. 

Weiter ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass dem Beschuldigten 

der bedingte Strafvollzug gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB zu gewähren ist. Der 

Beschuldigte ist vorstrafenlos und das vorliegende Strafverfahren inklusive 

Untersuchungshaft und damit zusammenhängender Trennung von seinen 

Töchtern dürfte dem Beschuldigten genügend Eindruck gemacht haben, 

um sich zukünftig wohl zu verhalten. Mit der Vorinstanz ist die damit 

verbundene Probezeit gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre anzusetzen 

(vgl. Urteil E. 4.5). Zudem ist, wie bereits die Vorinstanz feststellte, mangels 

Bedürfnis eines weiteren Denkzettels von der Ausfällung einer 

Verbindungsbusse gemäss Art. 106 StGB abzusehen (vgl. Urteil E. 4.6). 

 

7. 

Der Beschuldigte wird vorliegend der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und 

hat somit keinen Anspruch auf eine Genugtuung (Art. 429 Abs. 1 StPO). 

 

8. 

8.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens nach 

Massgabe ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die 

Berufung des Beschuldigten wird vorliegend abgewiesen. Ausgangs-

gemäss hat der Beschuldigte die obergerichtlichen Verfahrenskosten zur 

Hälfte zu tragen. 

 

 - 16 - 

 

 

8.2. 

Der Beschuldigte wurde im Berufungsverfahren amtlich verteidigt. Die 

Entschädigung in Strafsachen bemisst sich nach dem angemessenen 

Zeitaufwand des Anwalts (§ 9 Abs. 1 AnwT). Der massgebliche Stunden-

ansatz beträgt bei der amtlichen Verteidigung in der Regel Fr. 200.00; in 

einfachen Fällen kann er bis auf Fr. 180.00 reduziert werden. Auslagen und 

Mehrwertsteuer werden separat entschädigt (§ 9 Abs. 3bis AnwT). 

 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten macht mit Kostennote vom 10. 

März 2022 einen Aufwand von 16 Stunden und 35 Minuten à Fr. 200.00, 

Auslagen von Fr. 43.60 und die MwSt. von Fr. 253.60, gesamthaft 

Fr. 3'547.20, geltend. Dieser Aufwand erweist sich als überhöht und ist zu 

reduzieren. 

 

Zu berücksichtigen ist zunächst, dass der Verteidiger in seiner Kostennote 

verschiedene Aufwände geltend macht, die zum erstinstanzlichen 

Verfahren gehören. Hierzu zählen insbesondere Aufwände betreffend die 

Durchsicht des erstinstanzlichen Dispositivs sowie die Berufungsan-

meldung und die diesbezüglichen Korrespondenzen mit dem 

Beschuldigten. Diese sind in der vorinstanzlichen Kostennote auszu-

weisen. Das ergibt sich bereits daraus, dass wenn die Berufung gar nicht 

erst angemeldet wird, der Verteidiger einen im Nachgang zur 

erstinstanzlichen Urteilseröffnung ergangenen Aufwand selbstredend nicht 

bei der Rechtsmittelinstanz in Rechnung stellen kann. Der noch im 

Zusammenhang mit dem vorinstanzlichen Verfahren anfallende Aufwand 

(vorliegend 2 Stunden und 50 Minuten) ist daher in der Kostennote des 

Berufungsverfahrens zu streichen. Ausserdem ist der mit 30 Minuten 

veranschlagte Aufwand für die Eingabe vom 13. Dezember 2021, mittels 

welcher in zwei Sätzen das Einverständnis zum schriftlichen Verfahren 

mitgeteilt wurde, auf 10 Minuten zu kürzen, zumal der Verteidiger die 

diesbezügliche Absprache mit dem Beschuldigten bereits am 8. Dezember 

2021 mit einem Aufwand von 15 Minuten ausweist. Des Weiteren ist in der 

Kostennote ist ersichtlich, dass der Verteidiger zuletzt am 19. Januar 2022 

die Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft Zofingen studierte und sich 

im Anschluss darauf weder vernehmen liess noch eine sonstige Eingabe 

machte. Der am 9. März 2022 ausgewiesene Aufwand von 2 Stunden für 

den "Empfang Berufung, Besprechung, Analyse, Archivierung, Abschluss-

arbeiten" erweist sich unter diesen Umständen sowie im Hinblick darauf, 

dass es sich bei "Archivierung" um grundsätzlich nicht entschädigungs-

pflichtige Sekretariatsarbeit handelt, als überhöht und ist auf 1 Stunde und 

30 Minuten zu kürzen. Im Ergebnis beläuft sich der zu entschädigende 

Aufwand damit auf 12 Stunden und 55 Minuten, woraus sich gesamthaft 

eine Entschädigung von Fr. 2'829.20 (inkl. Auslagen von Fr. 43.60 und 

MwSt. von 7.7%) ergibt. 

 

 - 17 - 

 

 

Diese dem amtlichen Verteidiger ausgerichtete Entschädigung ist dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend vom Beschuldigten in vollem 

Umfang zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

9. 

9.1. 

Fällt das Obergericht einen neuen Entscheid, befindet es darin auch über 

die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 

Die beschuldigte Person hat die Verfahrenskosten zu tragen, wenn sie 

verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Davon ausgenommen sind die 

Kosten der amtlichen Verteidigung, unter Vorbehalt der Rückforderung 

nach Art. 135 Abs. 4 StPO (Art. 426 Abs. 1 StPO) sowie die Kosten der 

unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft, ebenfalls unter 

Vorbehalt der Rückforderung nach Art. 138 Abs. 2 StPO (Art. 426 Abs. 4 

StPO). 

 

9.2. 

Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz der Verletzung der Fürsorge- 

oder Erziehungspflichten gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB schuldig 

gesprochen. Dieser Schuldspruch wird vorliegend bestätigt. Er hat deshalb 

die erstinstanzlichen Verfahrenskosten vollumfänglich zu tragen. 

 

9.3. 

Der Beschuldigte wurde bereits im erstinstanzlichen Verfahren amtlich 

verteidigt (vgl. Art. 130 StPO i.V.m. Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO). Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung wurden von der Vorinstanz auf Fr. 3'905.70 

(inkl. MwSt.) festgesetzt. In Bezug auf die Höhe dieser Kosten blieb das 

Urteil der Vorinstanz unangefochten. Ausgangsgemäss ist diese 

Entschädigung vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

9.4. 

Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerinnen 1 

und 2 im erstinstanzlichen Verfahren wurden dem Beschuldigten unter 

solidarischer Haftbarkeit mit der Mitbeschuldigten B. mit Fr. 1'046.75 

auferlegt (Art. 138 Abs. 2 StPO, Art. 426 Abs. 4 StPO). In Bezug auf die 

Höhe dieser Kosten blieb das Urteil der Vorinstanz unangefochten. 

Ausgangsgemäss sind diese Kosten vom Beschuldigten unter solidarischer 

Haftung mit der Mitbeschuldigten B. zurückzufordern, sobald es ihre 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

10. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 - 18 - 

 

 

 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig der Verletzung der Fürsorge- oder 

Erziehungspflicht gemäss Art. 219 Abs. 1 StGB. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung von Art. 219 Abs. 1 StGB und 

gestützt auf Art. 34 StGB, Art. 47 StGB zu einer Geldstrafe von 60 

Tagessätzen à Fr. 80.00, d.h. Fr. 4'800.00 verurteilt. Die ausgestandene 

Untersuchungshaft von 8 Tagen wird gestützt auf Art. 51 StGB im Umfang 

von Fr. 640.00 (8 Tage x Fr. 80.00) auf die Geldstrafe angerechnet. Es 

ergibt sich somit eine Geldstrafe von Fr. 4'160.00. 

 

2.2. 

Dem Beschuldigten wird in Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB für die 

Geldstrafe gemäss Ziffer 2.1 der bedingte Strafvollzug gewährt. Die 

Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf zwei Jahre festgesetzt. 

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichts-

gebühr von Fr. 1'500.00 und den Auslagen von Fr. 100.00, gesamthaft 

Fr. 1'600.00, werden dem Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 800.00 auferlegt. 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten, Rechtsanwalt Hansjörg Geissmann, […], für das 

Berufungsverfahren eine richterlich auf Fr. 2'829.20 (inkl. Auslagen und 

MwSt.) festgesetzte Entschädigung auszurichten. 

 

Die Entschädigung wird vom Beschuldigten vollumfänglich 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

4. 

4.1. 

Dem Beschuldigten werden die anteilsmässige vorinstanzliche 

Gerichtsgebühr, die Anklagegebühr sowie die Spesen im Gesamtbetrag 

von Fr. 1'560.00 auferlegt. 

 

 - 19 - 

 

 

4.2.  

Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Hansjörg 

Geissmann, […], wird für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 3'905.70 (inkl. MwSt.) zu Lasten der 

Staatskasse zugesprochen. 

 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 

amtliche Verteidigung vollumfänglich zurückzuzahlen, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

4.3. 

Dem unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerinnen 1 und 2, Rechtsanwalt 

Markus Holliger, […], ist für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 1'046.75 zu Lasten der Staatskasse 

auszurichten. 

 

Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit der Mitbe-

schuldigten B. verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die 

unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerinnen 1 und 2 

vollumfänglich zurückzuzahlen, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse 

erlauben (Art. 138 Abs. 2 StPO, Art. 426 Abs. 4 StPO). 

 

5. 

Die Entschädigungsforderung des Beschuldigten wird abgewiesen. 

 

6. 

Im Übrigen trägt der Beschuldigte seine Kosten im erst- und 

zweitinstanzlichen Verfahren selber. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

 - 20 - 

 

 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
   

Aarau, 8. April 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

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