# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 633fd9f5-704c-5630-bd44-1d6593282c4e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.03.2014 200 2013 807
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-807_2014-03-13.pdf

## Full Text

200 13 807 IV
KOJ/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. März 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Juli 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (Versicherter resp. Beschwerdeführer), 
reiste am 28. Mai 1998 mit seiner Familie in die Schweiz ein und ersuchte 
um Asyl. In der Folge wurden sie als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen 
(Akten der Invalidenversicherung [IV, act. II] 2 S. 9 und 11 ff.).

Am 12. August 2006 meldete sich der Versicherte wegen einer psychi-
schen Störung und einem Hämorrhoidalleiden bei der IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (act. II 2). Daraufhin 
holte die IVB diverse medizinische Berichte ein und prüfte insbesondere die 
versicherungsmässigen Voraussetzungen (act. II 6 ff.). Mit Verfügung vom 
23. April 2007 wies sie das Rentengesuch ab, da der Versicherungsfall 
bereits vor der Einreise in die Schweiz eingetreten sei (act. II 18). Dagegen 
erhob der Versicherte, vertreten durch D.________, am 21. Mai 2007 beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde (act. II 20 S. 3 f.) und 
beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 23. April 2007. 
Mit Entscheid vom 12. Februar 2009 (act. II 23) wurde die Beschwerde 
gutgeheissen und die Akten wurden zur weiteren Sachverhaltsabklärung an 
die IVB zurückgewiesen.

B.

In der Folge holte die IVB weitere medizinische Berichte ein und liess bei 
der MEDAS ein interdisziplinäres Gutachten (MEDAS-Gutachten) erstellen 
(act. II 60.1). Gestützt darauf teilte die IVB dem Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 19. November 2012 (act. II 61) bei einem ermittelten Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 20% die beabsichtigte Abweisung des Rentenge-
suchs mit. Nach durchgeführter mündlicher Anhörung (act. II 70) erhob der 
Versicherte, vertreten durch B.________, handelnd durch E.________, 
Einwand und beantragte eine Teilrente, einen behinderungsbedingten Ab-
zug beim Invalideneinkommen sowie die Gewährung beruflicher Mass-
nahmen zur Erhaltung des Arbeitsplatzes (act. II 72). Nachdem unter ande-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 3

rem Angaben beim Arbeitgeber (act. II 76) eingeholt wurden, verfügte die 
IVB am 22. Juli 2013 wie im Vorbescheid vom 19. November 2012 (act. II 
61) angekündigt und wies das Leistungsbegehren ab (act. II 85). 

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch B.________, 
nun handelnd durch Fürsprecher C.________, am 16. September 2013 
Beschwerde und beantragte die kostenfällige Aufhebung der Verfügung 
vom 22. Juli 2013 (act. II 85) und die Ausrichtung einer Invalidenrente (IV-
Rente). Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistän-
dung unter Beiordnung von Fürsprecher C.________ zu gewähren. 

Aufforderungsgemäss (vgl. prozessleitende Verfügung vom 17. September 
2013) reichte der Versicherte am 30. September 2013 weitere Unterlagen 
zum Gesuch um unentgeltlichen Rechtspflege ein.

Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 
15. Oktober 2013 die Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 17. Oktober 2013 wurde das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege gutgeheissen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 4

11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. Juli 2013 (act. II 
85). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220).

Bei der Prüfung eines Anspruchs auf eine Rente der IV, der allenfalls schon 
vor dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 entstanden ist, 
ist gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln der Rentenan-
spruch für die Zeit bis zum 31. Dezember 2007 aufgrund der bisherigen 
(nachfolgend aArt.) und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu 
prüfen. Die 5. IV-Revision brachte für die Invaliditätsbemessung keine sub-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 5

stanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2007 gültig 
gewesenen Rechtslage, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene 
Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 28. August 2008, 8C_373/-2008, E. 2.1).

2.2

2.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (aArt. 7 ATSG bzw. Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der 
versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG resp. Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der An-
spruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid 
ist. Bei einem IV-Grad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine hal-
be Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 6

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3. Die Gegenstand des Entscheids des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Bern vom 12. Februar 2009 (act. II 23) bildende Frage, ob der Be-
schwerdeführer die versicherungsmässigen Voraussetzungen gemäss 
Art. 6 IVG erfüllt, wurde von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die 
nachträglichen Sachverhaltsabklärungen bejaht (act. II 74 S. 1). Dies ist 
namentlich mit Blick auf die Feststellung im MEDAS-Gutachten vom 17. 
September 2012 (auf welches abzustellen ist, vgl. E. 5.1.1 hiernach), wo-
nach eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Darmleidens (erst) seit 2001 
besteht, nicht zu beanstanden (act. II 60.1 Ziffer 6.3 S. 17). Weiterungen 
hierzu erübrigen sich somit. Näher zu prüfen sind im Folgenden die medizi-
nischen und erwerblichen Voraussetzungen eines allfälligen Anspruchs auf 
eine IV-Rente. 

4. Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 22. Juli 2013 (act. II 
85) liegen insbesondere die folgenden medizinischen Berichte zugrunde: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 7

4.1 Am 7. Dezember 2001 (act. II 32 S. 19) diagnostizierte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine post-
traumatische Belastungssituation (ICD-10 F: 43.1) sowie eine mittelschwe-
re depressive Episode mit Suizidalität (ICD-10 F: 43.1). Betreffend dem 
Psychostatus führte er aus, die Aufmerksamkeit und Konzentration seien 
leicht vermindert, die Grundstimmung depressiv und von Traurigkeit ge-
kennzeichnet. Es bestünden jedoch keine Anhaltspunkte für Wahrneh-
mungs- und Ich-Störungen. Im Affekt sei der Beschwerdeführer traurig, 
verzweifelt, innerlich unruhig und wirke verängstigt. 

4.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Gastroenterologie und Allge-
meine Innere Medizin FMH, hielt im Bericht vom 10. Oktober 2006 (act. II 
7) fest, dass der Beschwerdeführer bereits über zwei Jahre lang an rezidi-
vierenden anorektalen Fisteln mit Abszessbildungen leide und verwies auf 
die bereits durchgeführten Operationen. Jeweils vor und auch einige Wo-
chen nach den Operationen sei der Explorand zu 100% arbeitsunfähig ge-
wesen; in der Zwischenzeit habe eine beschränkte Arbeitsfähigkeit bestan-
den (S. 1). 

4.3 Der Hausarzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, nannte im Bericht vom 10. November 2006 (act. II 8) als 
Diagnose rezidivierende perianale Fisteln, ein Hämorrhoidalleiden sowie 
Analfissuren. Im Weiteren attestierte er ab dem 30. Januar 2006 bis auf 
weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1). 

4.4 Im Arztbericht für Erwachsene vom 12. Januar 2007 (act. II 12) dia-
gnostizierte Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, eine seit Jahren bestehende posttraumatische Belastungs-
störung (ICD-10 F: 43.1), eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach 
Extrembelastung, Folter und Misshandlung (ICD-10 F: 62.0) sowie eine 
rezidivierende mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syn-
drom (ICD-10 F: 33.11) und attestierte ab dem 23. Oktober 2006 eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1). Zudem gab er an, die bisherige Er-
werbstätigkeit sei aus psychologischen Gründen nicht mehr und eine an-
gepasste Tätigkeit nur noch in geschütztem wohlwollendem Rahmen zu-
mutbar (Ziffer 3 f. S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 8

4.5 Am 7. Mai 2012 (act. II 52) berichtete der Hausarzt von einer chro-
nischen Analfistelbildung bei dringendem Verdacht auf Morbus Crohn. Be-
treffend die Erwerbstätigkeit bescheinigte er ab dem 3. Dezember 2009 
eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres und hielt zudem fest, die 
Sitzdauer sowie das Tragen schwerer Sachen seien erheblich einge-
schränkt. Die Anstellung als … sei fast optimal, obwohl das Arbeitspensum 
von aktuell sieben Stunden täglich im obersten Level liege (S. 2). 

4.6 Im MEDAS-Gutachten vom 17. September 2012 (act. II 60.1) wur-
den mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende perianale Fis-
teln und Abszesse, ein Morbus Crohn (ICD-10 K: 50.8) sowie ein Status 
nach einem Sturz mit dem Fahrrad vom 8. Juni 2012 diagnostiziert. Ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Somatisierungsstörung (ICD-
10 F: 45.0) sowie ein fortgesetzter Nikotinkonsum (ICD-10 F: 17.1, Ziffer 5 
S. 16). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit gelangten die Gutachter zum 
Schluss, dass diese aus gastroenterologischer Sicht um 20% einge-
schränkt sei, weil der Beschwerdeführer zwischendurch auf die Toilette 
müsse und dies vermehrt Pausen erfordere (Ziffer 6.2 S. 17). Im Weiteren 
konnten die Gutachter – entgegen den früheren ärztlichen Einschätzungen 
(E. 4.1 und 4.4 hiervor) – die Diagnosen einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung und einer andauernden Persönlichkeitsänderung nicht 
bestätigen. Zum Zeitpunkt der Untersuchung sei insbesondere keine Per-
sönlichkeitsänderung feststellbar gewesen, welche jedoch bei andauernder 
Situation weiterhin hätte bestehen müssen (Ziffer 6.5 S. 18). Ausser der 
Somatisierungsstörung konnten die Gutachter keine weitere psychiatrische 
Diagnose stellen und führten aus, eine psychiatrische Komorbidität liege 
nicht vor, ein ausgeprägter sozialer Rückzug lasse sich nicht feststellen, 
Hinweise auf unbewusste Konflikte bestünden nicht und auch ein primärer 
Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Daher könne es dem Exploranden 
zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensan-
strengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzu-
gehen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit (Ziffer 4.1.5 S. 13). Betreffend das Zumutbarkeitsprofil hielten die 
Gutachter fest, der Beschwerdeführer sei für die aktuell ausgeübte Tätigkeit 
als … wie auch für jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätig-
keit zu 80% arbeits- und leistungsfähig. Das Pensum könne vollschichtig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 9

umgesetzt werden, wobei ein Zugang zu einer Toilette gewährleistet sein 
müsse (Ziffer 6.8 S. 18). Die aktuell bestehende Arbeitsunfähigkeit wegen 
der Schulterverletzung dauere bei normalem Verlauf der Behandlung nicht 
über eine längere Zeit an (Ziffer 6.2 S. 17). 

4.7 Dr. med. J.________, Facharzt für Gastroenterologie und Allgemei-
ne Innere Medizin FMH, wies in seinem Bericht vom 12. Januar 2013 (act. 
II 68) darauf hin, dass die Krankheitsaktivität in den letzten Monaten ange-
stiegen sei, der Stuhlgang mehr Zeit in Anspruch nehme als bei gesunden 
Menschen und der Beschwerdeführer nach jedem Stuhlgang längere Zeit 
Schmerzen im Bereich des Afters verspüre und deshalb anschliessend 
Ruhe brauche (S. 1). Trotz diesen Einschränkungen erwähnte Dr. med. 
J.________ jedoch auch, dass der aktuelle Zustand eine eindeutige Ver-
besserung gegenüber vor fünf Jahren bedeute. Gestützt auf die medizini-
schen Fakten kam er zum Schluss, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 40% – 
was einen Rentenanspruch bedeute – angemessen und deshalb zu befür-
worten sei (S. 2). 

4.8 Im Bericht vom 22. April 2013 (act. II 74) nahm der RAD-Arzt 
Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
Stellung zum MEDAS-Gutachten vom 17. September 2012 (act. II 60.1) 
sowie zum Bericht von Dr. med. J.________ vom 12. Januar 2013 (act. II 
68). Aus seiner Sicht gehe aus dem Bericht von Dr. med. J.________ eine 
Verbesserung und Stabilisierung des Gesundheitszustandes hervor. Die 
von diesem attestierte 50%-ige (in den letzten Jahren) resp. die aktuell 
40%-ige Arbeitsunfähigkeit sei somit nicht ohne weiteres verständlich. Das 
MEDAS-Gutachten sei demgegenüber umfassend, schlüssig und nachvoll-
ziehbar, weshalb auf dieses abgestellt werden könne. Auch nachdem am 
13. Juni 2013 der Fragebogen für Arbeitgebende (act. II 76) eingeholt wur-
de, bestätigte der RAD-Arzt im Bericht vom 15. Juli 2013 (act. II 84) die 
weitere Gültigkeit des im MEDAS-Gutachten genannten Zumutbarkeitspro-
fils.

4.9 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 10

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 22. Juli 2013 (act. II 85) massgeblich auf das MEDAS-Gutachten 
vom 17. September 2012 (act. II 60.1) gestützt. 

5.1.1 Das MEDAS-Gutachten (act. II 60.1) erfüllt die von der höchstrich-
terlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutach-
tens gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.9 hiervor), weshalb ihm volle Be-
weiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die darin enthal-
tenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen (Ziffer 4 S. 9 ff.) 
und sind in Kenntnis der Vorakten (Ziffer 2 S. 2 ff.) sowie unter Berücksich-
tigung der geklagten Beschwerden (Ziffer 3.2.1 S. 7, Ziffer 4.1.1.2 S. 9 f.) 
getroffen worden. Die Gutachter legen in schlüssiger und nachvollziehbarer 
Weise dar, dass aus gastroenterologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit um 
20% eingeschränkt ist, weil der Beschwerdeführer zwischendurch auf die 
Toilette muss und dies vermehrt Pausen erfordert (Ziffer 4.2.5 S. 16). Im 
Weiteren führten sie plausibel und unter Bezugnahme auf anderslautende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 11

Berichte der behandelnden Spezialärzte aus, dass aus psychiatrischer 
Sicht ausser der Somatisierungsstörung keine weitere psychiatrische Dia-
gnose gestellt werden kann und es dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, 
trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubrin-
gen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen (vgl. auch E. 
2.2.2 hiervor). Aus psychiatrischer Sicht besteht demnach keine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit (Ziffer 4.1.5 S. 13). Die Beurteilung der Gutachter 
steht denn auch im Einklang mit den Ausführungen des Hausarztes, wel-
cher im Bericht vom 7. Mai 2012 (act. II 52 S. 1) ebenfalls eine 20%-ige 
Arbeitsunfähigkeit attestierte, und wird vom RAD-Arzt in den Berichten vom 
22. April 2013 (act. II 74 S. 3) sowie vom 15. Juli 2013 (act. II 84) gestützt. 
Auf das MEDAS-Gutachten ist somit abzustellen.

5.1.2 Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen an diesem Er-
gebnis nichts zu ändern. Insbesondere haben die MEDAS-Gutachter – ent-
gegen den Ausführungen in der Beschwerde (Ziffer 8 S. 6) – die 80%-ige 
Arbeitsfähigkeit nicht nur bezogen auf den Hausarzt festgestellt, sondern 
berücksichtigten namentlich die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Einschränkungen, wie z.B. Häufigkeit und Dauer des Toilettengangs (act. II 
60.1 Ziffer 3.2.1 S. 7, Ziffer 4.2.1 S. 15) und führten eigenständige Untersu-
chungen durch (act. II 60.1 Ziffer 4.1.2 S. 11 f., Ziffer 4.2.2 S. 15). Bezüg-
lich der Einschätzungen des Hausarztes hielten sie denn auch lediglich 
fest, dass diese ihrer eigenen Beurteilung nicht widerspreche (act. II 60.1 
Ziffer 4.2.7 S. 16). Auch der Einwand, die MEDAS-Gutachter hätten das 
Arbeitsverhältnis nicht näher eruiert (Beschwerde Ziffer 8 S. 6), ist unbe-
gründet, hat doch der Beschwerdeführer auf die Fragen der MEDAS-
Gutachter angegeben, er fühle sich subjektiv in der Lage, während 35 
Stunden pro Woche zu arbeiten (act. II 60.1 Ziffer 4.1.7 S. 14). Zudem teilt 
diese Auffassung auch der Hausarzt, welcher im Verlaufsbericht vom 7. 
Mai 2012 ausdrücklich angab, zurzeit sei die Anstellung als … fast optimal, 
obwohl das Arbeitspensum von sieben Stunden täglich im obersten Level 
anzusiedeln sei (act. II 52 S. 2). Demnach wurde die Arbeitssituation genü-
gend abgeklärt. Schliesslich ist dem Fragebogen für Arbeitgebende vom 
13. Juni 2013 nicht zu entnehmen, dass bezüglich der Tätigkeit oder der 
Arbeitszeiten in den letzten Jahren eine vertragliche Änderung vorgenom-
men werden musste (act. II 76 Ziffer 2.7 ff. S. 3). Entgegen der Meinung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 12

des Beschwerdeführers (Beschwerde Ziffer 9 S. 6) kann zudem bezüglich 
der Leistungsfähigkeit nicht auf die Angaben des Arbeitgebers abgestellt 
werden, da es nach der Rechtsprechung viel mehr die Aufgabe der Ärzte 
ist, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten ar-
beitsunfähig sind (E. 2.5 hiervor).

5.1.3 Betreffend der von Dr. med. J.________ im Bericht vom 12. Januar 
2013 attestierten 40%-igen Arbeitsunfähigkeit (act. II 68 S. 2) ist darauf 
hinzuweisen, dass es – solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich 
sind – unzulässig ist, die Angaben eines Hausarztes oder eines behan-
delnden Arztes bei der Beweiswürdigung unter Hinweis auf ihre Stellung 
ausser Acht zu lassen (Entscheid des BGer vom 26. Juli 2011, 
8C_278/2011, E. 5.3). In Bezug auf solche Atteste darf und soll jedoch das 
Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese Ärzte mitun-
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl-
len eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc 
S. 353). Vorliegend ist einerseits festzuhalten, dass Dr. med. J.________ 
die 40%-ige Arbeitsunfähigkeit medizinisch nicht nachvollziehbar begründe-
te. Da er zudem auch explizit erwähnte, bei einem IV-Grad von 40% 
bestünde ein Rentenanspruch, ist andererseits davon auszugehen, dass 
dieses Attest nur ergebnisorientiert erfolgte. Dieser Einschätzung ist dem-
nach nicht zu folgen. 

Im Weiteren kann auch nicht auf die Angaben der Psychiater Dres. med. 
F.________ vom 7. Dezember 2001 (act. II 32 S. 19) und I.________ vom 
12. Januar 2007 (act. II 12) abgestellt werden. Deren Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F: 43.1) überzeugt angesichts 
des Zeitablaufs nicht. Denn auf eine solche Diagnose ist nur zu erkennen, 
wenn die Störung innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen 
Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist. Eine "wahr-
scheinliche" Diagnose kann zwar auch gestellt werden, wenn der Abstand 
grösser ist, was aber voraussetzt, dass die klinischen Merkmale typisch 
sind, und keine andere Diagnose (wie Angst- oder Zwangsstörung oder 
depressive Episode) gestellt werden kann (vgl. Entscheid des BGer vom 
15. Juli 2010, 8C_754/2009, E. 5.3.4 und bestätigend Entscheid des BGer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 13

vom 26. Juni 2013, 9C_228/2013, E. 4.1.2). Da vorliegend fast sechs Jahre 
zwischen der traumatischen Gefangenschaft im Jahre 1995 (act. II 60.1. 
Ziffer 3.2.3 S. 8) und der Diagnosestellung im Jahre 2001 (act. II 32 Ziffer 2 
S. 19) liegen und überdies Dr. med. F.________ auch die Diagnose einer 
mittelschweren depressiven Episode mit Suizidalität (ICD-10 F: 43.1) stell-
te, sind die vorgenannten Voraussetzungen für die Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung klarerweise nicht gegeben. Überdies 
verlangt die Leistungsberechtigung in der IV eine gewisse Objektivierung, 
weshalb solche Konstellationen mit einer derart langen Latenzzeit invali-
denversicherungsrechtlich ohnehin ausser Betracht bleiben müssen (BGer 
9C_228/2013 E. 4.1.3).

Betreffend der von Dr. med. I.________ im Bericht vom 12. Januar 2007 
(act. II 12) diagnostizierten andauernden Persönlichkeitsänderung nach 
Extrembelastung, Folter und Misshandlung in Gefangenschaft (ICD-10 
F: 62.0) führten die MEDAS-Gutachter einleuchtend aus, dass im Zeitpunkt 
ihrer Untersuchung keine Persönlichkeitsänderung festzustellen gewesen 
sei, obwohl diese bei andauernder Situation weiterhin hätte bestehen müs-
sen (act. II 60.1 Ziffer 6.5 S. 18). Ferner nannte auch Dr. med. F.________ 
in seinem Bericht vom 7. Dezember 2001 (act. II 32 S. 19) diese Diagnose 
nicht. Demnach ist ebenfalls eine andauernde Persönlichkeitsänderung 
nicht erwiesen. 

Im Weiteren attestierte Dr. med. I.________ am 12. Januar 2007 zwar eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit und gab an, die bisherige Erwerbstätigkeit sei 
aus psychologischen Gründen nicht mehr und eine angepasste Tätigkeit 
nur noch in geschütztem wohlwollendem Rahmen zumutbar (act. II 12 Zif-
fer 3 f. S. 2); weitergehende Ausführungen, eine Begründung oder Belege 
diesbezüglich fehlen jedoch. Da angesichts der vorstehenden Ausführun-
gen und gestützt auf das umfassende MEDAS-Gutachten einzig eine So-
matisierungsstörung ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit besteht, 
erweist sich dieses Attest als nicht nachvollziehbar, weshalb darauf ebenso 
nicht abgestellt werden kann. 

Schliesslich vermag der Bericht des Hausarztes vom 10. November 2006 
(act. II 8) das Ergebnis des MEDAS-Gutachtens ebenfalls nicht umzustos-
sen. Weshalb der Hausarzt ab dem 30. Januar 2006 eine 100%-ige Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 14

beitsunfähigkeit bescheinigte, erörterte oder belegte er nicht. Vielmehr ist 
diesbezüglich auf den Facharzt Dr. med. G.________ abzustellen, welcher 
lediglich vor und auch einige Wochen nach den durchgeführten Operatio-
nen eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. II 7 S. 1). Überdies 
umfasst das Attest des Hausarztes nur einen Zeitraum von gut zehn Mona-
ten, d.h. weniger als einem Jahr, so dass daraus im Hinblick auf einen all-
fälligen befristeten Rentenanspruch ohnehin nichts zu Gunsten des Be-
schwerdeführers abgeleitet werden könnte (vgl. aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG 
resp. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Das Gleiche gilt denn auch hinsichtlich der 
undatierten Arztzeugnisse von Dr. med. J.________ (act. II 68 S. 3 ff.), 
welche in den Jahren 2010 bis 2012 jeweils nur kurzzeitige Arbeitsunfähig-
keiten belegen.

5.2 Gestützt auf die schlüssigen Angaben des MEDAS-Gutachtens ist 
somit erwiesen, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 2001 wegen 
dem Darmleiden im Durchschnitt zu 20% arbeitsunfähig ist und aus psych-
iatrischer Sicht keine zusätzlichen Einschränkungen bestehen (act. II 60.1 
Ziffer 6.3 S. 17). Demnach ist dem Beschwerdeführer sowohl die derzeit 
ausgeübte wie auch jede andere leichte bis mittelschwere Tätigkeit im 
Rahmen eines Pensums von 80% vollschichtig zumutbar, wobei insbeson-
dere ein Toilettenzugang gewährleistet sein muss (act. II 60.1 Ziffer 6.8 
S. 18). Gestützt darauf ist der IV-Grad zu bestimmen.

6.

6.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das 
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hin-
reichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte 
gemäss Tabellenlohn abzustellen (AHI 1999 S. 240 E. 3b; Entscheid des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 15

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 
30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

6.2 Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs-
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse 
gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeits-
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das 
Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozial-
lohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1). Hat die 
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je-
denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, 
so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun-
desamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) her-
angezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 
162 E. 4.3.1). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

6.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 16

ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Nach 
aArt. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeit-
punkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40% bleibend er-
werbsunfähig (aArt. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder während eines Jah-
res ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40% 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b).

Laut dem schlüssigen MEDAS-Gutachten besteht seit Dezember 2001 auf-
grund des Darmleidens eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit, welche sich über 
die Zeit gemittelt nicht wesentlich verändert hat. Eine zusätzliche Arbeitsun-
fähigkeit aus psychiatrischen Gründen konnten die Gutachter auch rückwir-
kend nicht bestätigen (act. II Ziffer 6.3 S. 17). Demnach ist eher unwahr-
scheinlich, dass der Beschwerdeführer im Sinne von aArt. 29 Abs. 1 lit. b 
IVG während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsun-
fähig gewesen ist. Weil die Beschwerde aber – wie nachfolgend dargelegt 
– selbst unter der Annahme eines erfüllten Wartejahres abzuweisen ist, 
kann der Einkommensvergleich – ausgehend von der Anmeldung zum 
Leistungsbezug im August 2006 (act. II 2) und in Berücksichtigung von 
aArt. 48 Abs. 2 IVG – auf das Jahr 2005 hin festgelegt werden. 

6.3.1 Das Valideneinkommen wurde laut der Verfügung vom 22. Juli 2013 
(act. II 85 S. 2) gestützt auf den Durchschnittslohn, Männer, Anforderungs-
niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten), Total, gemäss der LSE er-
hoben, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wurde und auch nicht 
zu beanstanden ist. Der Vollständigkeit halber ist lediglich darauf hinzuwei-
sen, dass entgegen der Beschwerdegegnerin nicht die LSE 2010, sondern 
gestützt auf aArt. 48 Abs. 2 IVG diejenige von 2004 zur Berechnung heran-
zuziehen ist (vgl. E. 6.3 hiervor). Da sich nichts am Resultat ändert (vgl. 
E. 6.3.2 hiernach), kann die ziffernmässige Berechnung des Validenein-
kommens jedoch unterbleiben.

6.3.2 Obwohl der Beschwerdeführer einer Arbeitstätigkeit nachgeht und 
der Hausarzt im Bericht vom 7. Mai 2012 angab, die Anstellung als … sei 
fast optimal (act. II 52 S. 2), ist bezüglich des Invalideneinkommens nicht 
auf diese Tätigkeit abzustellen. Denn der tatsächlich erzielte Verdienst 
kann nur herangezogen werden, wenn unter anderem besonders stabile 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 17

Arbeitsverhältnisse gegeben sind und die verbleibende Arbeitsfähigkeit in 
zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird (vgl. E. 6.2 hiervor). Wie der Be-
schwerdeführer jedoch selber erwähnte, stand die Anstellung in den letzten 
Monaten vor der Kündigung (Beschwerde Ziffer 2 S. 3), weil das 80%-ige 
Pensum bei dieser Arbeit nicht geleistet werden konnte. Gestützt auf das 
Zumutbarkeitsprofil, wonach jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumut-
bar ist, sowie auf die fehlende Ausbildung des Beschwerdeführers und un-
ter Beachtung, dass die massgebliche Voraussetzung eines Zuganges zu 
einer Toilette auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt besteht, ist bei der 
Berechnung des Invalideneinkommens ebenfalls von einer einfachen und 
repetitiven Tätigkeit (Niveau 4) auszugehen. 

Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist somit der gleiche Tabel-
lenlohn heranzuziehen wie für das Valideneinkommen. In diesem Fall erüb-
rigt sich deren genaue Ermittlung, da der IV-Grad dem Grad der Arbeitsun-
fähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellen-
lohn entspricht (vgl. Entscheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). 
Vorliegend ist auf einen Tabellenlohnabzug zu verzichten, da die vom Be-
schwerdeführer beklagten Einschränkungen bereits genügend im MEDAS-
Gutachten resp. in dessen Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt wurden (act. II 
60.1 Ziffer 6.5 S. 18). Überdies würde sich auch bei einem allfällig zusätz-
lich gewährten Tabellenlohnabzug, welcher 10% sicher nicht übersteigen 
würde (vgl. E. 6.2 hiervor), nichts am Ergebnis ändern.

Demzufolge resultiert ein IV-Grad von 20%, weshalb kein Anspruch auf 
eine Rente der IV besteht (vgl. E. 2.3 hiervor). 

6.4 Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung 
vom 22. Juli 2013 (act. II 85) als rechtmässig. Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist demnach unbegründet und abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 18

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig 
von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG). 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

7.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Fürsprecher C.________ als amtlicher Anwalt bleibt dessen amt-
liches Honorar festzulegen.

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenansatz amtli-
cher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsberatungsstellen 
im Sinne von BGE 135 I 1 unter Beachtung der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung (SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr. 130.-- festgesetzt. Dieser 
allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im konkreten Fall mit 
dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschreiben vom 16. Dezem-
ber 2009; abrufbar unter www.justice.be.ch).

Entsprechend der angemessenen Kostennote vom 21. Oktober 2013 wird 
das amtliche Honorar von Fürsprecher C.________ auf Fr. 1'222.-- (9.40 
Stunden à Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 118.-- und Mehrwertsteu-
er von Fr. 107.20, somit auf total Fr. 1'447.20, festgesetzt. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem 
Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. März 2014, IV/13/807, Seite 19

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dem amtlichen Anwalt, Fürsprecher C.________, wird aus der Ge-
richtskasse eine auf Fr. 1'447.20 festgesetzte Entschädigung (inkl. 
Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.