# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e76d6dd-3b61-5cdb-a2ef-9fbe3d5b2fd5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-05-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.05.2007 IV 2006/116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-116_2007-05-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/116

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 15.05.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 15.05.2007
Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 28 Abs. 1 IVG; Bemessung des Invaliditätsgrads, 
beweisrechtliche Anforderungen an Arztberichte. Psychische Probleme nach 
Herzinfarkt (Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 15. Mai 
2007, IV 2006/116).

Versicherungsrichterinnen Lisbeth Mattle Frei (Vorsitz) und Karin Huber-Studerus,

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 15. Mai 2007

In Sachen

H.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roger Burges, Schwendistrasse 10, 9032 

Engelburg,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) H.___, Jahrgang 1946, meldete sich am 14. Dezember 2004 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer 

Rente. Betreffend Art der Behinderung verwies er auf einen Herzinfarkt, den er am 1. 

Februar 2004 erlitten hatte, eine Gefässkrankheit sowie eine Glaskörpertrübung am 

rechten Auge (IV-act. 1). Die IV-Stelle holte neben einer Arbeitgeberauskunft 

verschiedene ärztliche Berichte ein. Dr. med. A.___, innere Medizin/Kardiologie, 

Chefarzt an der Klinik B.___ stellte im Arztbericht vom 28. Dezember 2004 folgende 

Diagnosen: Vorderwandinfarkt am 1. Februar 2004 mit mittelgradig reduzierter 

Ejektionsfraktion (40%), PTCA (Herzkranzgefässerweiterung) und Stenting mit Cypher-

Stent 3.5x18 mm, pulmonale Hypertonie (vermutlich pulmonal-venöse Hypertonie). Die 

Arbeitsfähigkeit schätzte Dr. A.___ auf 50%. Weiter wies er darauf hin, H.___ seit dem 

18. März 2004 nicht mehr gesehen zu haben (IV-act. 8-1 bis 8-4). Der Augenarzt Dr. 

med. C.___ diagnostizierte im Arztbericht vom 29. Dezember 2004 eine Myopia magna 

und Astigmatismus rectus bds., eine Presbyopie, ein tilted disc-Syndrom, leichte 

Amblyopie sowie einen Zustand nach degenerativ bedingter hinterer 

Glaskörperabhebung mit entsprechenden mouches volantes bds. Aufgrund der Augen 

sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act. 7). Am 3. Januar 2005 stellte der 

Hausarzt von H.___, Dr. med. D.___, Innere Medizin FMH, die Diagnosen Status nach 

Vorderwandinfarkt vom 1. Februar 2004 mit Akinesie und initial deutlich verminderter 

Ejektionsfraktion von 40% sowie Erschöpfungszustand mit verminderter 

Arbeitsleistung seit dem Herzinfarkt am 1. Februar 2004. Die Arbeitsfähigkeit schätzte 

Dr. D.___ ebenfalls auf 50% (IV-act. 9-3).

b) Die zuständigen Ärzte der Kardiologie am Spital E.___ stellten nach einer 

Verlaufskontrolle vom 21. September 2005 am 4. Oktober 2005 verschiedene 

Diagnosen im Bereich der koronaren Herzkrankheit. Aus kardiologischer Sicht sei H.___ 

ein volles Arbeitspensum zumutbar, ergänzende medizinische Abklärungen seien 

ebenfalls aus kardiologischer Sicht nicht notwendig. Die Ärzte wiesen explizit darauf 

hin, dass der Patient im Alltag möglicherweise durch ophthalmologische und 

psychologisch-mentale Probleme limitiert sein könnte und baten die IV-Stelle, diese 

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Aspekte ebenfalls zu prüfen (IV-act. 15-4). Mit Verfügung vom 24. November 2005 wies 

die IV-Stelle einen Rentenanspruch ab mit der Begründung, H.___ sei es zumutbar, die 

bisherige Tätigkeit als Sekundarlehrer voll auszuführen (IV-act. 20).

c) H.___ erhob gegen diese Verfügung am 3. Dezember 2005 Einsprache. Er führte aus, 

nach den Sommerferien 2004 mit grosser Zuversicht sein Arbeitspensum von 50% auf 

75% aufgestockt zu haben. Bereits nach einigen Wochen habe er feststellen müssen, 

dass er "zunehmend am Limit" gelaufen sei. Er habe sehr viel Zeit für die Vorbereitung 

und die anderen Arbeiten gebraucht, die für einen guten Unterricht erforderlich seien. 

Ebenso sei die Zeit, die er für Erholung brauche, stark angewachsen. Nach einer relativ 

kurzen Arbeitsphase habe besonders seine Konzentration nachgelassen, und der 

Aufwand zum "fehlerfreien" Arbeiten habe sich immens erhöht (IV-act. 23).

d) Am 26. Januar 2006 diagnostizierte Dr. med. F.___, Oberärztin am Psychiatrischen 

Zentrum G.___, aus psychiatrischer Sicht eine leichte bis mittelgradige depressive 

Episode (ICD-10 F32.0/F32.1) im Rahmen eines Burnout-Syndroms (ICD-10 Z73.0) und 

bei Status nach Myocardinfarkt. Aufgrund der psychischen Störung wie auch aus 

Überlegungen der Prophylaxe (Vermeidung eines weiteren vaskulären Geschehens) 

schätzte Dr. F.___ ein Arbeitspensum von 50% bis auf weiteres als indiziert (Beilage zu 

IV-act. 28).

e) Mit Entscheid vom 24. Mai 2006 wies der Rechtsdienst der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) die Einsprache ab. Der 

Einsprecher bringe nichts vor, was die Einschätzung des Spitals E.___ in Frage stellen 

könne. Denn die Tatsache, dass der Einsprecher schneller ermüde und als Folge davon 

seine Freizeit weniger aktiv gestalten könne, vermöge noch nicht zu belegen, dass er 

nicht mehr in der Lage sei, die geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen. Zum Bericht 

von Dr. F.___ vom 26. Januar 2006 sei zu sagen, dass die Ärztin den Einsprecher am 

Untersuchungstag nicht im Zustand des behaupteten depressiven Zustands gesehen 

habe. Die erhobenen Befunde seien im Wesentlichen unauffällig gewesen. Dem Bericht 

könne nicht mit ausreichender Überzeugungskraft entnommen werden, dass der 

Einsprecher an einer invalidisierenden psychischen Krankheit leide (act. G 1.3).

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B.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 26. Juni 2006 von 

Rechtsanwalt Roger Burges in Vertretung von H.___. Der Rechtsvertreter beantragt die 

Aufhebung des Entscheids sowie die ergänzende und umfassende Abklärung des 

Sachverhalts mittels eines MEDAS-Gutachtens, alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. In einer Kurzbegründung macht er geltend, der Sachverhalt sei 

nicht umfassend abgeklärt worden (act. G 1). Mit Beschwerdeergänzung vom 28. 

August 2006 führt er aus, nach Kenntnis des Berichts von Dr. F.___ habe die 

Beschwerdegegnerin dem IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) unter 

anderem die Frage gestellt, ob ergänzende Abklärungen angezeigt seien. Diese Frage 

sei nicht beantwortet worden. Aufgrund der vielschichtigen krankheitsbedingten 

Belastung des Beschwerdeführers durch einen Herzinfarkt sowie einer bei der täglichen 

Arbeit äusserst störenden Augenkrankheit und der aufgetretenen psychischen 

Belastung sei eine zusätzliche MEDAS-Abklärung angezeigt gewesen. Im Auftrag des 

Beschwerdeführers habe die Fachstelle H.___ bei der Kantonalen Versicherungskasse 

eine vertrauensärztliche Abklärung beantragt, die von Dr. med. I.___ durchgeführt 

worden sei. Dieser komme eindeutig zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers im Umfang von 50% nicht mehr gesteigert werden könne. Eine 

weiterführende Abklärung sei durch die gut dokumentierte Aktenlage nicht indiziert 

(act. G 3.1). Zur Abkürzung des Verfahrens und zur Vermeidung unnützer Kosten werde 

zusätzlich beantragt, dass die Beschwerdegegnerin eine Wiedererwägung pendente 

lite prüfe (act. G 3).

b) Mit Beschwerdeantwort vom 15. September 2006 hält die Beschwerdegegnerin an 

ihrem Entscheid fest. Begründend verweist sie auf eine Stellungnahme des RAD vom 

11. September 2006, gemäss welcher der Beschwerdeführer aus dem neu 

eingereichten Bericht von Dr. I.___ nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Was die 

Vergangenheit betreffe, könne betreffend die psychiatrische Problematik eine 

depressive Episode zwar nicht ausgeschlossen werden. Bereits Dr. F.___ habe sich 

aber nur auf eine Schilderung des Beschwerdeführers und nicht auf eigene 

Untersuchungen stützen können, so dass sich keine zuverlässige Aussage mehr 

machen lasse. An dieser Hürde würde auch eine weitere psychiatrische Abklärung 

scheitern. Aus diesen Gründen würden sich weitere medizinische Abklärungen 

erübrigen (act. G 5). In der Beilage zur Beschwerdeantwort lässt die 

Beschwerdegegnerin die Stellungnahme des RAD vom 11. September 2006 einreichen.

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c) Der Beschwerdeführer lässt in der Replik vom 28. September 2006 an seinen 

Rechtsbegehren vollumfänglich festhalten. Der RAD beantworte auch in der zweiten 

Stellungnahme die Frage nicht, ob weitere medizinische Abklärungen von Nöten seien. 

Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich die Beschwerdegegnerin gegen weitere 

medizinische Abklärungen ausspreche. Die Erfahrung zeige, dass die IV-Stelle bei 

weniger gravierenden Fällen zusätzliche MEDAS-Gutachten in Auftrag gebe. Die 

Verweigerung eines solchen Gutachtens sei eine rechtsungleiche Behandlung im Sinne 

von Art. 8 BV. Im vorliegenden Falle dürfe es nicht mehr alleine im Ermessen der 

Beschwerdegegnerin liegen, ob zusätzliche medizinische Abklärungen indiziert seien, 

da die Zweitmeinung konträr zu jener der Beschwerdegegnerin stehe (act. G 7).

d) Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 9. Oktober 2006 an ihrem Antrag 

fest und verzichtet im Übrigen auf eine Duplik (act. G 9).

II.

1.- Streitig ist vorliegend, ob der zur Beurteilung des Bestehens eines Anspruchs auf 

IV-Leistungen erhebliche Sachverhalt in medizinischer Hinsicht genügend abgeklärt 

wurde. Der Beschwerdeführer beantragt in der Beschwerdeergänzung vom 28. August 

2006, dass die Beschwerdegegnerin eine Wiedererwägung pendente lite gemäss Art. 

53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) prüfe. Im Rahmen der Wiedererwägung 

kann der Versicherungsträger nach Art. 53 Abs. 2 ATSG auf formell rechtskräftige 

Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 

unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 119 V 

183 Erw. 3a mit Hinweisen). Abs. 3 desselben Artikels gestattet es dem 

Versicherungsträger, eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid, gegen die 

Beschwerde erhoben wurde, so lange wiederzuerwägen, bis er gegenüber der 

Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Von diesem Wiedererwägungsrecht hat die 

Beschwerdegegnerin nicht Gebrauch gemacht und in der Beschwerdeantwort an ihrem 

Abweisungsantrag festgehalten. Da die Vornahme der Wiedererwägung ins Ermessen 

des Versicherungsträgers gestellt ist (vgl. m.w.H. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 

Zürich 2003, Rz 22 zu Art. 53), kann das Begehren des Beschwerdeführers nur als 

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Anregung zuhanden der Beschwerdegegnerin verstanden werden und nicht als ein 

vom Gericht zu beurteilendes Rechtsbegehren.

2.- a) Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

b) Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte 

mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% 

invalid ist. Liegt ein IV-Grad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine 

halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente (Art. 28 

Abs. 1 IVG).

c) Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist 

(BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt 

der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in 

das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 

Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c).

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3.- a) Die Beschwerdegegnerin hält im Einspracheentscheid fest, die angefochtene 

Verfügung stütze sich in erster Linie auf den Arztbericht des Spitals E.___ vom 4. 

Oktober 2005. Einleitend wird in jenem Arztbericht festgehalten, dass die 

Beantwortung der Fragen auf der ambulanten kardiologischen Untersuchung vom 21. 

September 2005 beruhe. Die Ärzte bitten um Beachtung der Tatsache, dass die 

Stellungnahme aus rein kardiologischer Sicht erfolge und sie implizieren möchten, dass 

zur Beurteilung des Rentenanspruchs allfällige Zusatzerkrankungen ebenfalls sorgfältig 

evaluiert werden sollten. Im Beiblatt zum Arztbericht wird nochmals festgehalten, die 

Beurteilung einer Arbeitsfähigkeit von 100% beruhe rein auf der Einschätzung der 

körperlichen Belastbarkeit aufgrund der Herzkrankheit. Die Ärzte weisen explizit darauf 

hin, dass der Patient im Alltag möglicherweise durch ophthalmologische und 

psychologisch-mentale Probleme limitiert sein könnte und bitten die 

Beschwerdegegnerin, diese Aspekte ebenfalls zu prüfen (IV-act. 15-1 bis 15-4). Im 

Bericht vom 30. September 2005 an den Hausarzt des Beschwerdeführers hatten die 

Ärzte der Kardiologie des Spitals E.___ festgehalten, sie hätten dem Beschwerdeführer 

dargelegt, dass aus rein kardiologischer Sicht eine IV-Berentung nicht möglich sei, 

dass aber bei der Beurteilung eines Rentenanspruchs andere Krankheitsaspekte 

ebenfalls eine Rolle spielen würden und sicher mit berücksichtigt werden müssten. 

Dies sei offenbar bereits geschehen, sodass die kardiologische Beurteilung bezüglich 

IV-Berentung keine relevante Rolle mehr spielen werde (IV-act. 15-7). Diese Äusserung 

ist wohl so zu verstehen, dass die Ärzte davon ausgingen, ihre kardiologische 

Begutachtung stehe einer IV-Berentung nicht im Weg. Entgegen ihrer Mutmassung 

waren die weiteren Krankheitsaspekte jedoch noch nicht ausreichend abgeklärt 

worden.

b) Am 12. Oktober 2005 hielt der zuständige RAD-Arzt fest, die kardiologische 

Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Spitals E.___ sei nachvollziehbar. 

Augenärztlicherseits bestünden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit. Weitere für die Arbeitsfähigkeit relevante Diagnosen seien nicht 

aktenkundig. Mit dieser kurzen Stellungnahme wurde die Frage der 

Beschwerdegegnerin, ob betreffend allfällige Zusatzerkrankungen weitere Abklärungen 

notwendig seien, nicht beantwortet (IV-act. 16). Dennoch erging die 

leistungsverneinende Verfügung am 24. November 2005 ohne weitere Abklärungen. Die 

Beschwerdegegnerin hat die explizite Aufforderung der Kardiologen des Spitals E.___, 

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es sei eine Prüfung psychologisch-mentaler und ophthalmologischer (= das Auge 

betreffender) Probleme zu prüfen, ignoriert. Dies war durch die simple Bemerkung des 

RAD-Arztes, es seien keine weiteren für die Arbeitsfähigkeit relevanten Diagnosen 

aktenkundig, keinesfalls gerechtfertigt.

c) In seiner Einsprache vom 3. Dezember 2005 machte der Beschwerdeführer geltend, 

dass der Versuch, sein Arbeitspensum von 50% auf 75% zu steigern, gescheitert sei. 

Dr. D.___ hatte am 3. Januar 2005 bereits festgehalten, der Beschwerdeführer habe 

nach der Aufstockung des Pensums bald seine Freizeit zum Nachschlafen und zur 

Erholung gebraucht. Zusätzliche Tätigkeiten ausserhalb des Berufs seien absolut nicht 

mehr möglich gewesen. Gegen Ende des Jahres (November und Dezember) habe sich 

der Patient erschöpft und ausgelaugt gefühlt. Mit der Arbeitsleistung von 75% sei er 

überfordert gewesen. Deswegen attestierte Dr. D.___ dem Beschwerdeführer ab 1. 

Januar 2005 eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 9-3 f.). Die Beschwerdegegnerin 

legte die Einsprache des Beschwerdeführers dem RAD vor. Dieser kam am 19. 

Dezember 2005 zum Schluss, die geklagten Beschwerden würden keine neuen Fakten 

darstellen, sie seien nicht geeignet, das Fazit aus der kardiologischen 

Verlaufsbeurteilung vom Oktober 2005 und der Beurteilung durch den Augenarzt Dr. 

C.___ vom Dezember 2004 in Zweifel zu ziehen. Die erneut gestellte Frage der 

Beschwerdegegnerin, ob weitere medizinische Abklärungen notwendig seien, 

beantwortete der RAD darüber hinaus wieder nicht (IV-act. 26).

d) Dr. F.___ bescheinigte am 26. Januar 2006 bei der Diagnose der leichten bis 

mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen eines Burnout-Syndroms und bei 

Status nach Myocardinfarkt aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50%. 

Eine Erhöhung des Pensums erscheine in jeder Beziehung eine Überforderung zu sein 

und dürfte die weitere gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers negativ 

beeinflussen. Eine antidepressive medikamentöse Behandlung durch den Hausarzt 

erscheine nach psychiatrischer Einschätzung aufgrund des aktuellen psychischen 

Zustandsbildes – wie auch zur Prophylaxe – sinnvoll (IV-act. 28).

e) Der RAD-Arzt nahm zu diesem Bericht am 17. Mai 2006 wie folgt Stellung: Das 

psychiatrische Konsilium ergänze die Diagnoseliste nachvollziehbar um die Diagnose 

einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode. Problematisch sei, dass am 

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Untersuchungstag ein nahezu unauffälliger Psychostatus erhoben worden sei und die 

beschriebenen Leistungseinschränkungen nur auf die anamnestischen Angaben des 

Beschwerdeführers zurückgingen. Es handle sich wohl eher um einen Status nach 

depressiver Episode. Burnout sei keine rentenrechtlich relevante Diagnose. Sachlich 

sei eine reaktive depressive Episode nach durchgemachtem Myokardinfarkt nichts 

Ungewöhnliches. Warum erst jetzt eine fachärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis 

einer medikamentösen Behandlungspflicht stattgefunden habe, sei ad hoc nicht 

verständlich. Eine allfällige medikamentöse antidepressive Behandlung solle aus 

medizinischer Sicht von einem Psychiater initiiert und der weitere Verlauf kontrolliert 

werden, da Interferenzen mit der koronaren Herzkrankheit möglich seien (IV-act. 29).

f) Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer einen Bericht 

vom 17. Juli 2006 des Allgemeinmediziners Dr. I.___, Vertrauensarzt der kantonalen 

Versicherungskasse, ein. Dr. I.___ hielt darin fest, nach Durchsicht der diversen 

Berichte sei für ihn klar, dass die Arbeitsfähigkeit nicht über 50% gesteigert werden 

könne. Aufgrund der ausführlichen Unterlagen befürworte er die Teil-

Invaliditätspensionierung von 50% durch die Versicherungskasse. Eine weiterführende 

Abklärung sei aufgrund der gut dokumentierten Aktenlage seines Erachtens nicht 

indiziert (act. G 3.1). Die Kantonale Versicherungskasse richtet nun eine Ersatzrente 

aus, bis das vorliegende Verfahren rechtskräftig entschieden ist (Beilage zu act. G 3.1).

g) Zum Bericht von Dr. I.___ nahm der RAD-Arzt am 11. September 2006 Stellung. 

Gemäss den kardiologischen Berichten der Klinik B.___ und des Spitals E.___ würden 

vom Beschwerdeführer altersentsprechend-überdurchschnittliche körperliche 

Leistungen erbracht. Auf dem Boden dieser Werte sei eine erhebliche Minderung der 

allgemeinen Leistungsfähigkeit nicht zu begründen. Insofern seien die Beurteilungen 

der Kardiologie des Spitals E.___ hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit durch den RAD gut 

nachvollziehbar gewesen. Betreffend die psychische Problematik frage man sich, 

warum der Beschwerdeführer erst Anfang 2006 eine Psychiaterin konsultiert habe und 

nach wie vor keine medikamentöse antidepressive Behandlung durchgeführt wurde/

werde. Ferner beinhalte der erhobene Psychostatus keine aktuellen Kern- oder 

Zusatzsymptome einer Depression. Scheinbar habe es sich um eine zeitlich begrenzte 

"Episode" gehandelt, eine dauerhafte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit stehe in 

Frage. Der vertrauensärztliche Bericht von Dr. I.___ scheine die Beurteilung der 

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Arbeitsfähigkeit durch Kardiologen und den Augenarzt zu ignorieren und die 

psychiatrische Einschätzung kritiklos zu übernehmen. Insofern sei sein Gebrauchswert 

für den RAD gering (act. G 5.1).

h) Wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zutreffend bemerkt, hat sich der 

RAD in seinen Stellungnahmen vom 12. Oktober 2005, vom 19. Dezember 2005 und 

vom 17. Mai 2006 trotz expliziter Anfrage nicht dazu geäussert, ob weitere 

medizinische Abklärungen angezeigt seien. Obwohl er selbst trotz der vom 

Beschwerdeführer insbesondere in seiner Einsprache vom 3. Dezember 2005 

geklagten Probleme sowie seines Wissens darüber, dass das Auftreten von 

depressiven Episoden nach Herzinfarkten nicht ungewöhnlich ist, nie zur 

Notwendigkeit einer psychiatrischen Begutachtung Stellung genommen hatte, äusserte 

er am 17. Mai 2006 sein Unverständnis darüber, warum erst zu diesem Zeitpunkt eine 

fachärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis einer medikamentösen 

Behandlungspflicht stattgefunden habe (IV-act. 29). Bei Würdigung der vorhandenen 

medizinischen Berichte erscheinen die Beurteilungen des RAD-Arztes nicht als 

umfassend. So geht er etwa nicht darauf ein, dass die Kardiologen des Spitals E.___ 

wiederholt explizit darauf hinwiesen, der Einfluss der psychologisch-mentale Seite und 

der Augenprobleme auf die Arbeitsfähigkeit müsse noch sorgfältig abgeklärt werden. Er 

selbst erachtet die Diagnose der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode als 

nachvollziehbar und nach durchgemachtem Myokardinfarkt nicht ungewöhnlich. Doch 

stellt er sich offenbar auf den Standpunkt, die Episode sei spätestens seit Anfang 2005 

(Reduktion des Arbeitspensums von 75% auf 50%) überwunden. Dies ist medizinisch 

nicht belegt. Die Psychiaterin Dr. F.___ stellte nicht die Diagnose "Status nach 

depressiver Episode", sondern ging vielmehr davon aus, dass die leichte bis 

mittelgradige Episode im Untersuchungszeitpunkt noch anhielt. Der RAD-Arzt ist 

demgegenüber kein Psychiater und hat den Beschwerdeführer zudem nicht persönlich 

gesehen. Sein Hinweis, am Tag der Untersuchung bei Dr. F.___ sei ein nahezu 

unauffälliger Psychostatus erhoben worden, rechtfertigt es keineswegs, die psychische 

Problematik ohne weitere Abklärungen als nicht mehr bestehend zu bezeichnen und ihr 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuzubilligen. Dr. F.___, Dr. D.___ und Dr. I.___ 

gehen übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer aus psychischen 

Gründen im Zusammenspiel mit dem erlittenen Herzinfarkt und der Augenkrankheit 

nicht mehr als ein Pensum von 50% bewältigen könne und dies in absehbarer Zeit so 

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bleibe. Dies kann nicht ohne weitere Abklärungen von der Hand gewiesen werden, 

kann doch die Depression nicht losgelöst von der diagnostizierten koronaren 

Herzkrankheit betrachtet werden. Letztere schränkt zwar für sich allein betrachtet die 

Arbeitsfähigkeit offenbar nicht ein, muss aber wohl dennoch zumindest als Teilursache 

für die psychische Erkrankung betrachtet werden. Sogar der RAD-Arzt verweist darauf, 

dass eine reaktive depressive Episode nach durchgemachtem Herzinfarkt nicht 

ungewöhnlich sei.

i) Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist festzuhalten, dass den 

Schlussfolgerungen des RAD entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht 

gefolgt werden kann. Gewisse Einwände des RAD können zwar nicht ignoriert werden. 

So würdigt etwa Dr. F.___ die vorhandenen medizinischen Akten nicht. Auch der 

Bericht von Dr. I.___ ist nicht umfassend und beruht nicht auf allseitigen 

Untersuchungen. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. F.___, Dr. D.___ und Dr. 

I.___ kann somit nicht ohne weitere Abklärungen abgestellt werden. Wie der 

Beschwerdeführer richtig geltend macht, drängt sich bei seiner gegebenen 

gesundheitlichen Situation mit ihren möglichen Wechselwirkungen zwischen 

somatischen und psychischen Beschwerden eine polydisziplinäre Untersuchung, bei 

der neben einem Psychiater ein Internist und allenfalls ein Augenarzt beigezogen 

werden, geradezu auf.

4.- a) Im Sinne der Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 24. Mai 2006 gutzuheissen und die Angelegenheit an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine polydisziplinäre Begutachtung 

des Beschwerdeführers in Auftrag gebe und anschliessend über seinen Anspruch auf 

IV-Leis¬tungen neu verfüge.

b) Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember 2005, 

in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die am 1. Juli 2006 beim kantonalen 

Versicherungsgericht hängigen Beschwerden das bisherige Recht (lit. c der 

Schlussbestimmungen). Somit gelangt Art. 69 Abs. 1bis IVG zur Kostenpflicht von 

Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen im 

kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur Anwendung. Gerichtskosten sind somit keine zu 

erheben.

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c) Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird 

(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der 

Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 

3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 24. Mai 2006 

gutgeheissen. Die Streitsache wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit 

sie im Sinne der Erwägungen eine polydisziplinäre medizinische Abklärung veranlasse 

und über den Anspruch des Beschwerdeführers auf IV-Leistungen neu verfüge.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.05.2007
	Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 28 Abs. 1 IVG; Bemessung des Invaliditätsgrads, beweisrechtliche Anforderungen an Arztberichte. Psychische Probleme nach Herzinfarkt (Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 15. Mai 2007, IV 2006/116).

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		2025-07-19T16:28:55+0200
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