# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcb87c4a-5fd1-5cef-8d36-3fea71d7492a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.06.2009 D-7150/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7150-2008_2009-06-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7150/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  J u n i  2 0 0 9  

Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richterin Jenny De Coulon Scuntaro, 
Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A.________
Irak,
B.________
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 4. November 2008 / N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7150/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 10. September 2008 ohne Einreichung 
von Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass er im C.________ am 22. September 2008 einer Erstbefragung 
unterzogen  wurde  und,  auf  die  Notwendigkeit  der  Einreichung  von 
Identitätsdokumenten  hingewiesen,  entgegnete,  Identitätskarte  und 
Nationalitätenausweis,  welche  sich  bei  seiner  Mutter  befänden, 
nachreichen zu können (vgl. A1, S. 6),

dass er  im Weiteren angab, in  D._______ geboren zu sein und sich 
dort bis zur Ausreise vom 29. August 2008 aufgehalten zu haben,

dass er nur zwei Monate die Primarschule in D.______ besucht und 
die  meiste  Zeit  Zuhause verbracht  habe,  wobei  sein  Vater  und  sein 
Onkel  mütterlicherseits  für  seinen  Lebensunterhalt  aufgekommen 
seien,

dass er zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen geltend 
machte, nach einem Attentat im August 2008 in E.______ habe sein 
Vater als Fahrer eines Sanitätsfahrzeugs Verletzte ins Spital gebracht, 
darunter  versehentlich  auch einen vermeintlich  verletzten Terroristen 
mit, wie erst im Spital festgestellt, einer Weste mit TNT-Sprengsätzen, 
die indessen aus technischen Gründen nicht explodiert seien,

dass sein Vater, nachdem sich der anfängliche Verdacht, er habe mit 
dem Terroristen zusammen gearbeitet, nicht erhärtet gehabt hätte, ei-
nige Tage später aus der Haft entlassen worden sei, 

dass sein Vater einige Tage nach seiner Haftentlassung in der Nähe 
seines Hauses Opfer eines Attentats geworden und schwer verletzt ins 
Spital gebracht worden sei, 

dass er und sein Bruder auf Anraten ihres Vaters und mit  Unterstüt-
zung ihres Onkels im August 2008 den Irak verlassen hätten und mit 
Hilfe eines Schleppers in die Türkei gelangt seien,

dass sie sich dort  voneinander getrennt hätten und der Beschwerde-
führer  durch ihm unbekannte Länder  in  die Schweiz  gereist  sei,  um 
hier ein Asylgesuch zu stellen, 

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dass am 6. Oktober 2008 ein Experte der Fachstelle "Lingua" im Auf-
trag des BFM mit dem Beschwerdeführer eine sprachlich-länderkundli-
che Herkunftsanalyse durchführte und hierbei zum Schluss gelangte, 
der Beschwerdeführer sei mit Sicherheit in einem irakischen Milieu so-
zialisiert worden, höchstwahrscheinlich aber nicht, wie vom Beschwer-
deführer angegeben, D.______ sondern in der Region von F.______

dass das BFM dem Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung nach 
Art. 29 Abs. 1 AsylG vom 23. Oktober 2008 das rechtliche Gehör zum 
wesentlichen Inhalt der sprachlich-länderkundlichen Herkunftsanalyse 
gewährte und der Beschwerdeführer an seiner Herkunftsangabe fest-
hielt, 

dass er im Weiteren angab, Identitätsausweis und Nationalitätenaus-
weis seien vor zirka einer Woche von seiner Mutter zuhanden der iraki-
schen Post aufgegeben worden, indessen noch nicht in der Schweiz 
angekommen, 

dass das BFM mit - gleichentags eröffnetem - Entscheid vom 4. No-
vember 2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers nicht eintrat, dessen Wegweisung anord-
nete und den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. November 2008 an 
das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde 
erhob und dabei in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) ersuchte,

dass er mit der Beschwerdeschrift die in Aussicht gestellten Identitäts-
dokumente (Identitätsausweis, Nationalitätenausweis) im Original ein-
reichte mit der Erklärung, er habe diese erst jetzt einreichen können, 
da diese zuerst an eine falsche Adresse geschickt worden seien,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
18. November  2008  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses  ver-
zichtete mit dem Hinweis, über das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werde im 
Endentscheid befunden, 

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dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 26. November 2008 
die Abweisung der Beschwerde beantragte mit dem Hinweis, der Be-
schwerdeführer habe in grober Verletzung seiner Mitwirkungspflicht die 
erforderlichen  Identitätskokumente  -  welche,  da  leicht  illegal  zu 
beschaffen,  ohnehin  nicht  zwingend  echt  sein  müssten  -  erst  auf 
Beschwerdeebene eingereicht,

dass der Beschwerdeführer in seinen Eingaben vom 5. und 30. Januar 
2009  unter  anderem  angab,  die  Identitätspapiere  seien  zuerst  von 
seiner  Mutter  an  die  Adresse  eines  Bekannten,  welcher  telefonisch 
Kontakt  mit  seiner  Mutter  aufgenommen  gehabt  habe,  geschickt 
worden, welcher ihm diese später übergeben habe, 

dass er im Weiteren mit Eingabe vom 30. Januar 2009 ein per Telefax 
eingelangtes,  undatiertes  Bestätigungsschreiben  eines  angeblich  im 
Spital  von  F.______  tätigen  Arztes  einreichte,  worin  unter  anderem 
festgehalten  wird,  der  Vater  des  Beschwerdeführers  sei  als  Opfer 
eines Attentates im Spital von F.______ behandelt worden, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, 
SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat, durch die Nichteintretensverfügung vom 4. November 2008 beson-
ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs.  1 
VwVG),

dass die Beschwerde innert der gesetzlichen Frist von fünf Arbeitsta-
gen in gültiger Form eingereicht wurde (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), weshalb auf diese einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass die vorliegend zu beurteilende Beschwerde sich gegen eine Ver-
fügung richtet, laut deren Dispositiv das BFM auf das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist (Ziffer 1 des Verfügungsdispo-
sitivs),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründet-
heit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz 
der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass die  Anwendung des Nichteintretensgrundes von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG in einem Verfahren geschieht, in welchem über 
das  Bestehen  beziehungsweise  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigen-
schaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rah-
men einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. 
E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  förmlichen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

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dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-
ten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass  das  Bundeverwaltungsgericht  in  seinem  Grundsatzurteil  vom 
11. Juli  2007  festgehalten  hat,  dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht 
einzutreten ist,  wenn bereits auf Grund einer summarischen Prüfung 
festgestellt  werden  kann,  dass  die  asylsuchende  Person  die 
Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  nicht  erfüllt  (vgl.  BVGE  2007/8 
E 5.6.4),

dass sich dabei die Offensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigen-
schaft  aus der Unglaubhaftigkeit  der Vorbringen,  genauso aber auch 
aus der fehlenden Asylrelevanz ergeben kann (vgl. BVGE 2007/8, E. 
5.6.5),

dass,  kann  auf  Grund  einer  summarischen  Prüfung  nicht  abschlie-
ssend festgestellt  werden, ob die asylsuchende Person offensichtlich 
nicht  Flüchtling  ist,  auf  das  Asylgesuch zwecks weiterer  im ordentli-
chen  Verfahren  vorzunehmender  Abklärungen  -  sowohl  bezüglich 
Sachverhalts-  als  auch  Rechtsfragen  -  einzutreten  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 E.5.6.6),

dass  das  BFM,  offenbar  von der  Notwendigkeit  der  entsprechenden 
Sachverhaltsabklärung  ausgehend,  einen  Experten  der  Fachstelle 
"Lingua"  mit  der  Durchführung  einer  sprachlich-länderkundlichen 
Herkunftsanalyse beauftragte, was, wie sich aus BVGE 2007/8 E. 5.6.6 
ergibt, bereits gegen die Fällung eines Nichteintretensentscheides im 
Rahmen von Art. 32 Abs. 2 a i. V.m. Abs. 3 AsylG spricht,

dass sich im Weiteren, wie nachfolgend aufgezeigt, auch aus dem In-
halt des genannten "Lingua"-Gutachtens vom 6. Oktober 2008 weitere 

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Gründe ergeben, welche die Fällung eines Nichteintretensentscheides 
nicht gerechtfertigt erscheinen lassen, 

dass  nämlich  das  BFM  im  angefochtenen  Entscheid  aufgrund  des 
"Lingua"-Gutachtens  vom 6. Oktober  2008  davon ausging,  dass  der 
Beschwerdeführer  höchstwahrscheinlich  nicht  wie  angegeben  aus 
E._______,  sondern  aus  der  nordirakischen  Provinz 
F._______stamme, 

dass angesichts der nicht korrekten Angaben des Beschwerdeführers 
zu  seiner  Herkunft  auch  die  damit  verbundenen  geltend  gemachten 
Vorbringen nicht glaubhaft seien,

dass im Übrigen die geltend gemachte Furcht des Beschwerdeführers, 
bei einer Rückkehr von den Terroristen, die seinen Vater ermordet hät-
ten, umgebracht zu werden, nicht begründet sei, da er selber 'nicht ins 
Fadenkreuz der Terroristen geraten sei' und er sich hinsichtlich Schutz-
gewährung nicht an die irakischen Behörden gewandt habe,

dass der Beschwerdeführer aus diesen Gründen die Flüchtlingseigen-
schaft nach Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht erfülle und aufgrund der aktu-
ellen Aktenlage zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flücht-
lingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nicht 
erforderlich seien,

dass es sich bei der sprachwissenschaftlichen Herkunftsanalyse durch 
die Fachstelle "Lingua" des Bundesamtes nicht um ein Sachverständi-
gengutachten im gesetzlichen Sinn (vgl. EMARK 1998 Nr. 34), sondern 
in der Beweismittelkategorie um eine Auskunft gemäss Art. 12 Bst. c 
VwVG  handelt,  welche  ohne  Einschränkung  der  freien  Beweis-
würdigung  unterliegt  und  die  urteilende  Behörde  nicht  bindet  (vgl. 
EMARK 2003 Nr. 14),

dass am 6. Oktober 2008 ein Experte der Fachstelle "Lingua" im Auf-
trag des BFM mit dem Beschwerdeführer eine sprachlich-länderkundli-
che Herkunftsanalyse durchführte und hierbei zum Schluss gelangte, 
der Beschwerdeführer sei mit Sicherheit in einem irakischen Milieu so-
zialisiert worden, höchstwahrscheinlich aber nicht, wie vom Beschwer-
deführer  angegeben,  in  D.______  sondern  in  der  Region  von 
E.______

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dass grundsätzlich keine Gründe bestehen, die Feststellungen im "Lin-
gua"-Gutachten in Zweifel zu ziehen, indessen der weitere Schluss der 
Vorinstanz,  aufgrund  des  "Lingua"-Gutachtens vom 6. Oktober  2008 
sei von der Unglaubhaftigkeit  der Vorbringen des Beschwerdeführers 
auszugehen, keineswegs zwingend erscheint, 

dass  nämlich  dem  "Lingua"-Gutachten  vom  6.  Oktober  2008  unter 
anderem zu entnehmen ist, dass die Angaben des Beschwerdeführers 
zu geografischen Einzelheiten seines behaupteten Herkunftsortes Tall 
D.________  durchwegs  richtig  und  jene  zu  den  dortigen  kulturellen 
Gegebenheiten im wesentlichen ebenfalls zutreffend waren,

dass im übrigen auf  Beschwerdeebene eine irakische Identitätskarte 
im Original - von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ohne nähere 
Abklärungen als möglicherweise nicht echt erachtet - eingereicht wur-
de, woraus ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer wie angegeben 
aus der Umgebung von E._______ stammt,

dass  aus  diesen  Gründen nicht  ausgeschlossen  werden  kann,  dass 
der  Beschwerdeführer  tatsächlich  aus  D.______  stammt  oder  sich 
jedenfalls dort einige Zeit aufgehalten hat,

dass diese Annahme mit dem Schluss des "Lingua"-Experten, wonach 
der  Beschwerdeführer  höchstwahrscheinlich  in  E.______  sozialisiert 
worden sei, keineswegs unvereinbar ist, wäre es doch beispielsweise 
vorstellbar,  dass  der  Beschwerdeführer  in  F.______  seine  Kindheit 
verbracht, jedoch später nach E.______ übersiedelt und den dortigen 
Dialekt angenommen hat, 

dass sich somit alleine aufgrund der "Lingua"-Anaylse vom 6. Oktober 
2008  nicht  ergibt,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigen-
schaft  wegen  Unglaubhaftigkeit  seiner  Angaben  offensichtlich nicht 
erfüllt, 

dass  im Weiteren  die  Vorbringen des Beschwerdeführers  auch  nicht 
ohne  Weiteres  als  asylrechtlich  irrelevant  erscheinen,  weshalb  der 
Schluss  auf  eine  offensichtlich fehlende  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
zwingend ist, 

dass  daher  die  Voraussetzungen  für  einen  Nichteintretensentscheid 
nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG - unabhängig von der Frage, ob der 
Beschwerdeführer aus entschuldbaren Gründen erst auf Beschwerde-

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ebene rechtsgenügliche Identitätspapiere eingereicht hat - nicht erfüllt 
sind und die angefochtene Verfügung daher aufzuheben und die Sa-
che  zur  vollständigen  Sachverhaltsfeststellung  und  anschliessenden 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, 

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu 
erheben sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), weshalb das Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege gegenstandslos wird,

dass  die  Beschwerdeinstanz  der  ganz  oder  teilweise  obsiegenden 
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zuspre-
chen kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG),

dass aufgrund der Aktenlage davon auszugehen ist,  dass dem nicht 
vertretenen  Beschwerdeführer  aus  der  Verfahrensführung  keine 
notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  erwachsen  sind, 
weshalb keine Parteientschädigung zu entrichten ist. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und das Verfahren wird 
im Sinne der Erwägungen zum neuen Entscheid an das BFM zurück-
gewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Asylvefahren, mit den Akten Ref-Nr. N______; 

per Kurier)
- (....)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand:

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