# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e597e2c1-42cc-5402-a606-e95909cff9df
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 03.11.2022 SK1 2021 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-32_2022-11-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 03. November 2022

Referenz SK1 21 32

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wilfried Caviezel
Kornplatz 2, Postfach 21, 7001 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Gegenstand qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Imboden vom 19. Januar 2021,
mitgeteilt am 14. April 2021 (Proz. Nr. 515-2020-11)

Mitteilung 04. Juli 2023

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Imboden sprach A._____ am 19. Januar 2021 der 
mehrfachen qualifiziert groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 
Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 1 und 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbin-
dung mit Art. 90 Abs. 3 und 4 lit. b und c SVG, der groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 und 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in 
Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand 
gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe 
von 20 Monaten und einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je CHF 60.00, wo-
bei der Vollzug der Freiheits- sowie der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probe-
zeit von zwei Jahren aufgeschoben wurde. Die Verfahrenskosten von 
CHF 15'807.60 auferlegte das Regionalgericht Imboden A._____.

B. Gegen Dispositivziffern 1 bis 3 dieses Urteils liess A._____ (nachfolgend: 
Beschuldigter) über seine amtliche Verteidigung am 27. Januar 2021 strafrechtli-
che Berufung anmelden und am 5. Mai 2021 eine Berufungserklärung einreichen. 
Er ficht damit den Schuldspruch, die Strafe, den Vollzug und das Kostendispositiv 
an und beantragt einen Freispruch in allen angeklagten Punkten. Mit Bezug auf 
die Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) beantragt er die Auflage zulas-
ten des Staates. Ferner stellt er die Beweisanträge, es sei B._____ als Zeugin 
einzuvernehmen, es sei ein technischer Ermittlungsbericht zu der Frage einzuho-
len, ob es im Februar 2017 technisch möglich war, über den PC oder den Laptop 
des Beschuldigten bei gestarteten Applikationen WhatsApp Web/Desktop, ohne 
aktive Internetverbindung des mit WhatsApp Web/Desktop synchronisierten Mobil-
telefons des Beschuldigten, die Videodateien auf das Mobiltelefon von F._____ zu 
versenden, und es seien die vom Gutachter getätigten Abklärungen vor Ort (Ver-
messung von Distanzen zwischen markanten Stellen auf der Strasse oder am 
Strassenrand) unter Wahrung der Teilnahmerechte des Beschuldigten zu wieder-
holen.

C. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 26. Mai 2021 auf ei-
ne Stellungnahme.

D. Der Vorsitzende der I. Strafkammer hiess mit Verfügung vom 10. März 
2022 den Beweisantrag zur Zeugenbefragung gut; die übrigen Beweisanträge 
wies er ab.

E. Die Hauptverhandlung fand am 1. November 2022 statt. B._____ wurde als 
Zeugin einvernommen. Der Beschuldigte hielt an seinen Berufungsanträgen fest, 

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ohne die abgewiesenen Beweisanträge zu erneuern; die Staatsanwaltschaft bean-
tragte die kostenpflichtige Abweisung der Berufung.

Erwägungen

1. Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Im-
boden ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Auf die Berufung ist einzu-
treten.

2.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am 19. Februar 
2017, zwischen 20:00 Uhr und 23:02 Uhr, mit einer Atemalkoholkonzentration von 
0.508 mg/l ein Fahrzeug gelenkt und damit die auf der S._____ geltende Höchst-
geschwindigkeit von 80 km/h, ausserorts, überschritten zu haben, einmal von 
C._____ herkommend in Richtung D._____ um 66 km/h und einmal in der umge-
kehrten Richtung um 48 km/h. Zudem habe er die kurz vor dem E._____-
Verkehrskreisel in C._____ geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, inner-
orts, um 70 km/h überschritten. Diese Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie 
das damit zusammenhängende Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder 
Todesopfern habe der Beschuldigte bewusst in Kauf genommen.

2.2. Der Beschuldigte erklärt, am fraglichen Abend zwar gefahren zu sein, die 
ihm vorgeworfenen Fahrten jedoch nicht ausgeführt und sein Fahrzeug nicht in 
angetrunkenem Zustand gelenkt zu haben. Er stellt nicht in Abrede, Alkohol ge-
trunken zu haben, jedoch habe er dies erst getan, nachdem er das Fahrzeug ab-
gestellt habe. Danach sei er nicht mehr gefahren. Da der Beschuldigte den Sach-
verhalt nicht anerkennt, ist dieser ist in allen relevanten Punkten zu erstellen.

3. Grundsätze der Sachverhaltserstellung

3.1. Mit Bezug auf die Unschuldsvermutung, den Grundsatz der freien Beweis-
würdigung sowie den in-dubio-pro-reo-Grundsatz (im Zweifel für den Angeklagten) 
wird auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (act. E.1, E. 5; Art. 82 Abs. 4 
StPO; BGer 6B_1224/2014 v. 9.4.2015 E. 1.2.3). 

3.3. Als Beweismittel zur Erstellung des Sachverhalts dienen insbesondere die 
Ergebnisse zweier technischer Ermittlungsberichte zur Auswertung des Mobiltele-
fons des Beschuldigten und des Mobiltelefons von F._____ (StA act. 3.5; StA 3.7; 
StA 3.21). Dazu gehören der auf dem jeweiligen Datenträger gefundene Chatver-
lauf zwischen dem Beschuldigten und F._____ (StA act. 3.22 f.; [nachfolgend zi-
tierte Nachrichten beziehen sich auf diese Aktenstücke]), drei Video- und zwölf 
Fotodateien (StA act. 3.6) sowie weitere Chatnachrichten an und von verschiede-

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nen Absendern und Empfängern. Der Sachverhaltserstellung dienen weiter ein die 
Videodateien auswertendes Gutachten des Eidgenössischen Instituts für Metrolo-
gie (METAS) (StA act. 3.19) sowie die Belege eines Alkoholtests und einer Alko-
holmessung (StA act. 3.2). Schliesslich liegen die Aussagen aus insgesamt fünf 
Einvernahmen bzw. Befragungen des Beschuldigten (StA act. 3.8, 3.11, 3.33; RG 
act. I.4; act. H.7), aus einer Einvernahmen der Auskunftsperson F._____ (StA 
act. 3.9), aus einer Konfrontationseinvernahme von F._____ und dem Beschuldig-
ten (StA act. 3.43) sowie aus Einvernahmen von B._____ vor (StA act. 3.10; 
act. H.6).

3.4. Ergänzend zu den vorinstanzlich zusammengefassten Grundsätzen der 
Aussagenwürdigung ist auf die Bedeutung der Beziehung der aussagenden Per-
sonen zu den übrigen Prozessbeteiligten (Verwandtschaft, Freundschaft, Feind-
schaft) hinzuweisen. Dieses Kriterium ist bei der Würdigung der Aussagen nicht 
ausser Acht zu lassen, da es ein Interesse der aussagenden Person am Verfah-
rensausgang offenlegen kann (vgl. Andreas Donatsch, in: Donatsch/Lieber/Sum-
mers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, N 19 zu Art. 177 StPO). Vorliegend ist in diesem Sin-
ne vorauszuschicken, dass B._____ zum Tatzeitpunkt G._____ hiess, geschiede-
ne Ehefrau von F._____ war (StA act. 3.10, S. 1) und kurz vor der Tat (Mitte Fe-
bruar 2017) die Beziehung zum Beschuldigten beendet hatte (StA act. 3.10, Frage 
1; act. H.6, Frage 1 und Frage 22; siehe auch act. H.7, V.15-17). Zu erwähnen ist 
auch, dass der Beschuldigte und B._____ wieder ein Paar sind und im Verlauf des 
Verfahrens geheiratet haben (StA act. 3.33, S. 4 dritter Absatz; StA act. 3.43, Fra-
ge 26; act. H.7, Frage 30). F._____ und der Beschuldigte standen nach überein-
stimmenden Aussagen zur Tatzeit in einer freundschaftlichen Beziehung (StA 
act. 3.9, Frage 1; StA act. 3.43, Frage 44; act. H.7, Frage 34; act. H.6, Fragen 10 
und 20). 

4. Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 SVG)

4.1. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung 
von (grundlegenden) Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit an-
derer hervorruft (vgl. Hans Maurer, in: Donatsch et al. [Hrsg.], StGB, JStGB, Mit 
weiteren Erlassen und Kommentar zu den Strafbestimmungen des SVG, BetmG, 
AIG und OBG, 21. Aufl., Zürich 2022, N 22 zu Art. 90 SVG). Diese Tatbestands-
merkmale müssen kumulativ erfüllt sein. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit 
anderer ist nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abs-
trakten Gefährdung gegeben. Die erhöhte abstrakte Gefährdung setzt die nahelie-
gende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung voraus. Subjektiv 

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erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrs-
regelwidriges Verhalten, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 
IV 374 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; 118 IV 285 E. 3a).

4.2. Nach Art. 90 Abs. 3 SVG macht sich strafbar, wer durch vorsätzliche Ver-
letzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerver-
letzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missach-
tung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teil-
nahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Auch hier müssen 
die beiden objektiven Tatbestandsmerkmale (Verletzung elementarer Verkehrsre-
gel und Risikoverwirklichung) kumulativ gegeben sein. Sie sind u.a. dann ex lege 
erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um mindestens 
50 km/h oder die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um mindestens 
60 km/h überschritten wird (Art. 90 Abs. 4 lit. b und c SVG; Maurer, a.a.O., N 33 in 
fine zu Art. 90 SVG; BGer 1C_397/2014 v. 20.11.2014 E. 2.4.1). Subjektiv muss 
Vorsatz oder Eventualvorsatz gegeben sein. Ein Gefährdungsvorsatz oder der 
Vorsatz, einen bestimmten Erfolg herbeizuführen ist nicht erforderlich. Eventual-
vorsatz ist gegeben, wenn der Täter mit der Tatbestandsverwirklichung rechnet, 
aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt 
und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGer 6B_931/2019 
v. 17.1.2020 E. 1.3.2). Zwar enthält Abs. 4 keine unwiderlegbare gesetzliche Ver-
mutung hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes, jedoch ist in der Regel davon 
auszugehen, dass der Täter bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung im Sinne 
von Abs. 4 das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern für 
möglich gehalten und dies mindestens in Kauf genommen hat. Lediglich ausser-
gewöhnliche Umstände lassen diesen Schluss von den objektiven Gegebenheiten 
auf den subjektiven Tatbestand hinfällig werden (BGE 142 IV 137 E. 11.2 f.).

4.3. Das Konkurrenzverhältnis zwischen einfachen (Abs. 1), groben (Abs. 2) und 
qualifiziert groben (Abs. 3) Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 SVG muss 
anhand des Verhältnisses zwischen den verletzten Verkehrsregeln (E. 4.4) und 
der Handlung im Sinne der Konkurrenzlehre (Handlungsmehr-
heit/Handlungseinheit; E. 4.5) geprüft werden (vgl. Gerard Fiolka, Grobe oder 
"krasse" Verkehrsregelverletzung? Zur Auslegung und Abgrenzung von Art. 90 
Abs. 3-4, in: Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2013, 
Bern 2013, S. 370 ff. [nachfolgend: Fiolka Jahrbuch]; derselbe, in: Nigg-
li/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, Basel 
2014, N 166 zu Art. 90 SVG [nachfolgend: Fiolka BSK]).

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4.4. Zwischen den verschiedenen Verkehrsregeln über die zulässige Höchstge-
schwindigkeit besteht unechte Konkurrenz. Die qualifiziert grobe Verkehrsregel-
verletzung nach Abs. 3 stellt in diesem Fall gegenüber Abs. 1 und 2 den speziellen 
(qualifizierten) Tatbestand dar, der den Unrechtsgehalt der einfachen (Abs. 1) so-
wie der groben Verkehrsregelverletzung (Abs. 2) einschliesst (Yvan Jeanneret, Via 
sicura: le nouvel arsenal pénal, in: Strassenverkehr 2/2013, S. 40; Wolfgang 
Wohlers/Emanuel Cohen, Verschärfte Sanktionen bei Tempoexzessen und sons-
tigen "elementaren" Verkehrsregelverletzungen, in: Strassenverkehr 4/2013, 
S. 15; Fiolka Jahrbuch, S. 371). Anders zu beurteilen wäre das Konkurrenzver-
hältnis, wenn neben den Vorschriften zur Höchstgeschwindigkeiten eine andere 
Verkehrsregel verletzt wäre, wie beispielsweise das Verbot, waghalsig zu überho-
len. Diesfalls bestünde echte Konkurrenz zu den Geschwindigkeitsüberschreitun-
gen und damit je nachdem zwischen den verschiedenen Absätzen des Art. 90 
SVG (vgl. Philippe Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ord-
nungsbussengesetz mit Änderungen nach Via Sicura, 2. Aufl., Zürich 2014, N 43 
in fine zu Art. 90 SVG).

4.5. Als Handlungseinheit werden ausnahmsweise auch mehrere Handlungen 
(Einzelakte) angesehen, wenn diese auf einem einheitlichen Willensakt (einheitli-
ches Ziel, einmaliger Entschluss) beruhen und wegen des engen räumlichen und 
zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Betrachtung als ein einheitliches, zu-
sammengehörendes Geschehen (natürliche Handlungseinheit) erscheinen (BGer 
6B_1349/2017 v. 2.10.2018 E. 2.3; BGE 133 IV 266 E. 4.5.3; vgl. eher streng: 
OGer BE SK 2017 313 v. 9.1.2018 E. 7.2.2 Abs. 3; vgl. KGer SZ STK 2019 8 v. 
28.4.2020 E. 2). Dies hat zur Folge, dass nur noch von einer einfachen (im Sinne 
einer einmaligen) Tatbegehung ausgegangen wird, anders als wenn man jeden 
der Einzelakte als eigenständige Handlung betrachten würde.

4.6. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen kann eine natürliche Handlungsein-
heit insbesondere dann angenommen werden, wenn jemand zunächst einen Ki-
lometer mit überhöhter Geschwindigkeit zurücklegt, dann einen Kilometer regel-
konform fährt und schliesslich wieder einen Kilometer weit zu schnell fährt. Es wä-
re nicht sachgerecht, einen solchen Fahrer wegen mehrfacher Verkehrsregelver-
letzung zu bestrafen und die Strafe nach Art. 49 StGB zu schärfen, während man 
jemanden, der die ganzen drei Kilometer mit übersetzter Geschwindigkeit zurück-
gelegt hat, nur wegen einer einmaligen Verkehrsregelverletzung bestraft. Kurze 
Fahrtunterbrechungen stehen der Annahme einer solchen natürlichen Handlungs-
einheit nicht entgegen (Fiolka Jahrbuch, S. 370 f.; Fiolka BSK, N 169 zu Art. 90 

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SVG; Weissenberger, a.a.O., N 42 f.; vgl. OGer SO STBER.2021.61 v. 6.4.2022 
E. 1.1, 1.2.1 und 1.2 in fine). 

5.1. Sachverhaltserstellung; Urheberschaft der Dateien; Lenker und Fahrten

5.1.1. Der Beschuldigte wendet sich gegen die Beweiseignung der drei Videoda-
teien (StA act. 3.6). Er habe die Videos nicht erstellt, sie nicht an F._____ per 
WhatsApp versendet und sie auch nicht aus dem Chatverlauf gelöscht. Dies habe 
ein Dritter, möglicherweise F._____ getan. Er stelle jedoch nicht in Abrede, am 
fraglichen Abend mit B._____, F._____ und den eigenen Kindern per WhatsApp 
kommuniziert zu haben und mit einem oder mehreren Fahrzeugen gefahren zu 
sein (act. H.2, S. 3; StA act. 3.33, Frage 6). Er gehe davon aus, dass F._____ die 
Fahrten an einem anderen Abend ausgeführt und gefilmt und sich die Videodatei-
en selbst geschickt habe, über das Notebook des Beschuldigten unter Verwen-
dung von WhatsApp-Web oder des WhatsApp-Desktop-Programms. Nach dem 
Empfangen der Dateien auf seinem eigenen Mobiltelefon habe F._____ die Nach-
richten über das Notebook wieder gelöscht. Der Beschuldigte habe bei diesem 
Vorgang auf seinem Mobiltelefon weder ein akustisches Signal noch eine Benach-
richtigungsanzeige erhalten, also nicht erfahren, was vor sich geht. Das Notebook 
mit dem WhatsApp-Desktop-Programm habe sich in der Wohnung von B._____ 
befunden, wo auch F._____ an dem fraglichen Abend gewesen sei (act. H.2, S. 3 
f.). F._____ habe Zugriff auf den PC sowie das Notebook des Beschuldigten ge-
habt; beides sei nicht passwortgeschützt gewesen bzw. habe der Beschuldigte 
F._____ die Passwörter gegeben (act. H.2, S. 6; RG act. 1.10, 4). F._____ habe 
ferner Zugriff auf den Fahrzeugpark des Beschuldigten gehabt, namentlich 
während der Ferien des Beschuldigten. Es lasse sich nicht überprüfen, ob die 
Nachrichten mittels des Notebooks oder des Mobiltelefons des Beschuldigten ver-
sendet worden seien (act. H.2, S. 3 f.).

5.1.2. F._____ habe den Beschuldigten sodann gut gekannt und gewusst, wie 
dieser bei der Trennung von seiner Freundin reagieren würde. Er habe auch ge-
wusst, dass der Beschuldigte versuchen würde, F._____ durch Nachrichten und 
Vorbeifahren wegzulocken, sollte er merken, dass sich F._____ bei B._____ auf-
hält. Das einzige, was F._____ nicht habe abschätzen können, sei die Farbe des 
Fahrzeugs gewesen, welches der Beschuldigte am fraglichen Abend fahren wür-
de. Um seine Geschichte mit dem Versenden der Videodatei zu stützen, habe 
F._____ gegenüber B._____ mehrfach erklärt, der Beschuldigte sei mit einem ro-
ten Jaguar vorbeigefahren. Auch bei der Polizei sei immer von einem roten Jaguar 
die Rede gewesen. Er sei jedoch mit einem blauen Jaguar bei der Wohnung von 
B._____ vorbeigefahren und mit diesem unterwegs gewesen. Erst gegen Mitter-

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nacht sei er auf den roten Jaguar mit dem Garagenkennzeichen umgestiegen. 
Auch B._____ habe ausgesagt, er sei einmal in einem grossen weissen Auto, ei-
nem VW-Bus, und einmal mit ihrem Lieblingsjaguar, dem blauen Jaguar, vorbeige-
fahren (act. H.5, Ziff. 4 und 6).

5.1.3. Was das Motiv betrifft, führt der Beschuldigte aus, F._____ habe die Bezie-
hung zwischen dem Beschuldigten und B._____ zerstören und B._____ wieder für 
sich gewinnen wollen. Er habe dem Beschuldigten in einer E-Mail angedroht, ihn 
aus dem Verkehr zu ziehen und dafür zu sorgen, dass er nie mehr Autofahre 
(act. H.2, S. 6; act. H.5, Ziff. 6 f.; RG act. 1.10, S. 5).

5.1.4. Der Beschuldigte erklärt, am fraglichen Abend mit B._____, F._____ und 
den eigenen Kindern per WhatsApp kommuniziert zu haben. Auch den von sei-
nem Mobiltelefon und dem Mobiltelefon von F._____ extrahierten Chatverlauf zwi-
schen ihm und F._____ stellt der Beschuldigte nicht grundsätzlich in Abrede 
(act. H.2, 1 in fine; StA act. 3.33, Frage 6 und 19). So bringt er insbesondere nicht 
vor, F._____ habe den Dialog gesamthaft konstruiert, indem er sich selbst über 
das Notebook des Beschuldigten bzw. den WhatsApp-Account des Beschuldigten 
in dessen Namen Nachrichten geschrieben und vom eigenen Mobiltelefon geant-
wortet hätte. Auch die Urheberschaft der im Chat versendeten Fotos stellt der Be-
schuldigte nicht per se in Abrede.

5.1.5. Dem Beschuldigten wurde von der Polizei vorgehalten, F._____ ein Foto 
von einer Whiskyflasche (Ballantine's) auf der Motorhaube eines Jaguars (StA 
act. 3.16, Foto 1) gesendet zu haben, worauf der Beschuldigte erklärte, er habe 
gewollt, das F._____ zu ihm komme und mit ihm spreche, er habe aber keinen 
Alkohol konsumiert (StA act. 3.11, Frage 7). Er räumte ein, es geschickt zu haben 
(StA act. 3.33, Fragen 11 und 20). Auf den Vorhalt, wonach der Beschuldigte 
F._____ unter anderem "I bin sit x std do und betrink mi halt" geschrieben habe, 
antwortete der Beschuldigte, dass er ihm das geschrieben und gehofft habe, dass 
F._____ zu ihm komme und mit ihm rede. Auch den Vorhalt der Nachricht "Prost" 
stellte der Beschuldigte nicht in Abrede, sondern erklärte dazu, dass er auch das 
geschrieben habe, damit F._____ zu ihm komme (StA act. 3.11, Frage 8 f.). Das-
selbe gilt für die Nachrichten "Bin H._____ glaub" und "Huere Jaguar voll gländ-
wage". Da sei er auf einer Naturstrasse gefahren, vermutlich Richtung H._____ 
(StA act. 3.11, Frage 10 f.). Sogar die Nachricht vom auf die Tatnacht folgenden 
Morgen, in welcher der Beschuldigte F._____ mitteilt, wohl den Fahrausweis ab-
geben zu müssen, weist der Beschuldigte nicht zurück (StA act. 3.11, Frage 12).

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5.1.6. Dem Beschuldigten wurden auch einzelne Nachrichten vorgehalten, die nur 
vom Mobiltelefon von F._____ extrahiert werden konnten und auf dem Mobiltele-
fon des Beschuldigten nicht (mehr) vorhanden waren. Der Beschuldigte räumte 
auch bezüglich einzelner solcher Nachrichten ein, sie geschrieben zu haben (sie-
he auch StA act. 3.33, Frage 19 lit. k). Zwischen den gelöschten und den noch 
vorhandenen vom WhatsApp-Account des Beschuldigten stammenden Nachrich-
ten bestehen Ähnlichkeiten in der Ausdrucks- und Schreibweise. Die Staatsan-
waltschaft hielt dem Beschuldigten diese vor. Dazu bzw. zu dem Umstand, dass 
diese Nachrichten nicht von seinem Mobiltelefon extrahiert werden konnten, be-
fand der Beschuldigte, dies heisse, dass er sie nicht geschrieben habe (StA 
act. 3.33, Frage 33). Abgesehen davon, dass er selbst bezüglich der vorgehalte-
nen Nachrichten einräumt, diese geschrieben zu haben, ist ein solcher Schluss 
unzulässig. Die Funktionsweise von WhatsApp und auch die Löschfunktion ist ge-
richtsnotorisch. Es handelt sich bei den gelöschten Nachrichten zudem nicht um 
die einzigen Daten, die auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten nicht mehr vor-
handen waren. Vielmehr fehlen auch Dateien, aus denen der Standort des Mobil-
telefons zur Tatzeit hätte ermittelt werden können. So sind vom Tattag nur bis um 
13:33 Uhr erstellte JPG-Dateien und danach erst wieder solche ab 03:17 Uhr vor-
handen. Es ist anzunehmen, dass zwischendurch nicht einfach keine erstellt wor-
den wären, sondern diese nachträglich gelöscht wurden, da sie bis um 13:33 Uhr 
in ihrer Bezeichnung (bspw. "IMG_1352.JPG") fortlaufend nummeriert sind, zwi-
schen den Dateien von 13:33 Uhr und 03:17 Uhr dann aber eine Lücke von 26 
Ziffern in der Nummerierung besteht und sie auch danach lückenhaft nummeriert 
sind (StA act. 2.24).

5.1.7. Der Umstand, dass versucht wurde, diese belastenden Hinweise zu tilgen, 
spricht nicht für den Sachverhalt, wie er sich dem Beschuldigten zufolge abge-
spielt haben soll. Er macht nicht geltend, dass er F._____ auch sein Mobiltelefon 
überlassen habe, F._____ damit die Videos erstellt und ferner die Möglichkeit ge-
habt habe, diese sowie andere Dateien, die Rückschlüsse auf den Standort des 
Mobiltelefons erlauben, vom Mobiltelefon des Beschuldigten zu löschen. Vor die-
sem Hintergrund ist nicht weiter auf die Urheberschaft der von den Mobiltelefonen 
extrahierten Nachrichten einzugehen. Auch aus dem Inhalt der übrigen Nachrich-
ten und dem im Folgenden dargelegten Kontext ergibt sich, dass sie von ihren 
jeweiligen Absendern gemäss den Extraktionsberichten stammen.

5.1.8. Was die Videodateien betrifft, so machte der Beschuldigte entweder Erinne-
rungslücken geltend (StA act. 3.11, Fragen 13, 14, 17, 20, 21) oder verweigerte 
die Aussage (StA act. 3.11, Fragen 13, 15,16, 22). Es sprechen mehrere starke 

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Indizien dafür, dass auch die drei Videos mit dem Mobiltelefon des Beschuldigten 
erstellt und vom Beschuldigten versendet wurden.

5.1.9. An erster Stelle wurde der Beschuldigte von der Polizei auf dem Fahrersitz 
sitzend in einem Jaguar, der das Kennzeichen I._____ trug, in der Nähe der ge-
filmten Strecken vorgefunden (StA act. 3.16, S. 5 [Karte]; StA act. 3.1, S. 3 letzter 
Absatz). Der Beschuldigte stellt nicht in Abrede, dort gefunden worden zu sein 
(StA act. 3.8, Frage 1 f.). Sodann stimmen die gefilmten Armaturen (Videos 1-3; 
StA act. 3.13) mit den bei den Akten liegenden Fotos der Armaturen eines Jaguars 
überein (act. 3.13). Dies stellt der Beschuldigte auch nicht in Abrede. Die Kilome-
teranzeige des Fahrzeugs zeigt auf dem Video 1 einen Stand von 11.5 km, genau 
wie auf dem kurz darauf versendeten Foto 4. Die später im Chatverlauf erschei-
nenden Videos 2 und 3 zeigen einen Kilometerstand von 11.6 km, den gleichen 
wie das Foto 7 (StA act. 3.6). Schliesslich wurde der Beschuldigte angetrunken 
vorgefunden (E. 7.2.3). Dies passt zu den Lauten und Ausrufen ("Scheisse"), wie 
sie der Lenker im Video 3 von sich gibt und indiziert, dass der Beschuldigte der 
Lenker und damit auch der Urheber dieses Videos war. Der angetrunkene Zu-
stand passt auch zu den versendeten Fotos von Whiskyflasche (Foto 1) und Bier-
dose (Foto 3) sowie den vom Beschuldigten an F._____ gesendeten WhatsApp-
Nachrichten ("Cüpli" [StA act. 3.29], worauf F._____: "Au schu dure" antwortete; 
"Irgend en schlampe bar sitze und e fläsche wiskey saufen"; "Prost" Nachricht zum 
Foto 1 der Whiskeyflasche; "I bin C._____ eswo und han der ballentine als guate 
kollege debii"; "I bin sit x std. do und betrink mi halt"; "sorry 1 fläsche ballentinis 
und 2 heineken.."; "Fläsche wrg").

5.1.10. Zusammengefasst spricht daher die räumliche Nähe des Kontrollorts zum 
Tatort, die Übereinstimmung zwischen gefilmtem Fahrzeug und demjenigen, in 
dem der Beschuldigten gefunden wurde, die mit den Fotos übereinstimmende Ki-
lometeranzeige, die zu den Videos passende Verfassung des Beschuldigten, die 
vom Beschuldigten versendeten Nachrichten, in denen er den Alkoholkonsum so-
wie das Autofahren in dieser Gegend thematisiert sowie der Gesamtkontext der 
Trennung von seiner Freundin und der deutlichen Absicht des Beschuldigten, mit 
den Fahrten/Videos etwas bei ihr oder ihrem Exmann zu bewirken, allesamt dafür, 
dass es der Beschuldigte war, der die Videos erstellte und versendete. Seine Ur-
heberschaft ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt. Trotzdem 
ist im Folgenden zu prüfen, ob sich das vom Beschuldigten vermutete Geschehen 
zugetragen haben könnte und ob dies vernünftige Zweifel an der Überzeugung 
des Gerichts zu wecken vermag.

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5.1.11. Zumindest nach dem Stand der Programme im 2018 kann auf keiner der 
drei WhatsApp-Versionen (WhatsApp-Web, WhatsApp-Desktop und WhatsApp-
App) zurückverfolgt werden, von welchem Gerät – Mobiltelefon, Laptop, PC – eine 
Nachricht eines WhatsApp-Accounts bzw. Nutzerkontos versendet wird (StA 
act. 3.12, Frage 1 letzter Absatz). Dies konnte für den konkreten Fall auch beim 
Betreiber von WhatsApp nicht in Erfahrung gebracht werden, da WhatsApp Inc. 
diese Information gar nicht bzw. nicht "on a historical basis", d.h. nicht generell 
und zum Zweck späterer Analysen, speichert (StA act. 1.15-f17; siehe auch: StA 
act. 2.28, 3.30-3.32). Insofern trifft es zu, dass sich zumindest nicht auf techni-
schem Wege feststellen lässt, ob die drei Videos vom Mobiltelefon des Beschul-
digten oder seinem Notebook versendet wurden. Ob das Notebook zur Tatzeit 
passwortgeschützt war, lässt sich nicht erstellen. Es muss daher zugunsten des 
Beschuldigten davon ausgegangen werden, dass es dies nicht war und F._____ 
Zugriff darauf hatte. Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte am fraglichen 
Abend WhatsApp auf seinem Mobiltelefon verwendete und daher offensichtlich 
über eine Internetverbindung verfügte, muss nicht (gutachterlich) geklärt werden, 
ob das Versenden der Videos über WhatsApp-Web oder die WhatsApp-
Desktopversion auch bei fehlender Internetverbindung des Mobiltelefons möglich 
gewesen wäre. Der vom Beschuldigten geschilderte Ablauf kann technisch be-
werkstelligt werden. Allein die theoretische Möglichkeit und der Umstand, dass es 
sich auf technischem Wege nicht nachverfolgen lässt, vermögen jedoch keine 
vernünftigen Zweifel an der Urheberschaft der Videos zu erwecken. Wie im tech-
nischen Bericht der Cybercrime-Dienste der Kantonspolizei (StA act. 3.21, Frage 
5) und auch von der Staatsanwaltschaft hervorgehoben (act. H.1, Ziff. 2), hätten 
eine Vielzahl von teils äusserst unwahrscheinlichen Umständen gegeben sein 
müssen, damit es sich so hätte zutragen können, wie vom Beschuldigten geschil-
dert.

5.1.12. Vorab spricht das Aussageverhalten des Beschuldigten nicht für seine 
Darstellung. Dabei ist die Entstehungsgeschichte der Aussage zu dem vermuteten 
"Komplott" (wobei nur eine Person – F._____ – gehandelt habe) zu berücksichti-
gen. Der Beschuldigte äusserte sich in der ersten polizeilichen Einvernahme noch 
in der Tatnacht nur sehr beschränkt. Er erklärte einzig, dass die Polizei ihn vorge-
funden habe und das Fahrzeug ihm gehöre (StA act. 3.8, Frage 2 und 8). Bei der 
zweiten polizeilichen Einvernahme etwas mehr als einen Monat später machte der 
Beschuldigte ausführlichere Aussagen. Zu Fragen, welche die Videodateien betra-
fen, verweigerte er die Aussage (act. 4.11, Fragen 13, 15-17, 20 f.). Die Vermu-
tung, dass F._____ die Videos erstellt und sich selber über den WhatsApp-
Account des Beschuldigten auf das eigene Mobiltelefon geschickt haben könnte, 

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äusserte der Beschuldigte nicht. Erst in einem Schreiben fast ein Jahr später in-
formierte der Beschuldigte über seinen Verteidiger die Staatsanwaltschaft über die 
vermutete Intrige. Dazu äusserte er sich – teils berichtigend (StA act. 3.33, Frage 
13 und Ergänzungsfrage 3) – in der Konfrontationseinvernahme (StA act. 3.33). 
Dieser Verlauf der Aussagen des Beschuldigten bzw. sein Aussageverhalten 
sprechen gegen die Glaubhaftigkeit der "Komplott"-Theorie. Hätte er die Videos 
tatsächlich nicht selbst erstellt und versendet, erschiene seine Reaktion auf die 
diesbezüglichen Vorhalte ungewöhnlich. Seine Aussagen bzw. verweigerten Ant-
worten lassen sich kaum in Übereinstimmung bringen mit denen eines unwissen-
den Opfers. 

5.1.13. Sodann ist es äusserst unwahrscheinlich, dass F._____ das Verhalten des 
Beschuldigten so präzise vorhersehen konnte, dass er in der Lage war, die drei 
Videos im Voraus zu erstellen. Er hätte voraussehen müssen, dass sich der Be-
schuldigte am Abend bzw. bei Dunkelheit in der Nähe der gefilmten S._____ auf-
hält, das Mobiltelefon bei sich führt und damit Nachrichten versendet, in die sich 
die Videos kontextual einfügen lassen. Er hätte weiter voraussehen müssen, ge-
nau zu diesem Zeitpunkt Zugang zu dem Notebook zu haben und zudem unbeob-
achtet zu sein, macht der Beschuldigte doch nicht geltend, B._____ habe mit 
F._____ zusammengearbeitet. Schliesslich hätte, wie seitens der Staatsanwalt-
schaft vorgetragen, F._____ voraussehen müssen, mit welchem Fahrzeug der 
Beschuldigte unterwegs sein würde. Auch dies ist angesichts des Umstands, dass 
der Beschuldigte eigenen Aussagen nach damals über mehr als 25 oder 30 Fahr-
zeuge verfügte und diese oft wechselte (StA act. 3.43, Frage 3; act. H.7, Frage 13, 
18 und 20), kaum möglich. So gut wie ausgeschlossen ist es auch deshalb, weil 
F._____ den Kilometerstand hätte voraussehen und in den Videos oder am Fahr-
zeug entsprechend manipulieren müssen, damit sich die Videos nahtlos in die 
Reihe der fotografierten Kilometerstände einreihen lassen.

5.1.14. Des Weiteren ist es unglaubhaft, dass der Beschuldigte zwar während der 
Tatzeit sein Mobiltelefon und die relevante Nachrichten-App in Gebrauch hatte 
und zudem anerkanntermassen mit mehreren Personen und insbesondere auch 
mit F._____ über diese Plattform Nachrichten austauschte, er die vermeintlich von 
F._____ in seinem Namen versendeten und umgehend wieder gelöschten Video-
dateien im Chatverlauf jedoch nicht bemerkt haben soll. Die Funktionsweise von 
WhatsApp und auch die Löschfunktion sind gerichtsnotorisch. Es ist abwegig, 
auch unter Zugutehalten des angetrunkenen Zustands des Beschuldigten, dass 
bei laufender Konversation unbemerkt mehrere Videos in den Chat eingefügt und 
wieder gelöscht hätten werden können.

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5.1.15. Das Gericht hat keine vernünftigen Zweifel daran, dass es der Beschuldig-
te war, der auf den Videos am Steuer sitzt, der die Videos erstellt hat und der sie 
danach an F._____ versendet hat. Dies ist mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit erstellt.

5.2. Zeitraum der Fahrten

Die Fahrten lassen sich detailliert nachzeichnen sowie zeitlich eingrenzen, ge-
stützt auf den Chatverlauf und die verschiedenen Aussagen. Der Beschuldigte 
sagte aus, er habe um ca. 17:00 Uhr seinen Sohn nach Hause gebracht und dabei 
gesehen, dass der Exmann seiner Freundin bei ihr sei (StA act. 3.11, Frage 1). 
Um 17:20 Uhr schrieb er sodann: "I hocke Hotel Zimmer und han mieti für es hus 
zahlt". Er wohnte zu diesem Zeitpunkt im Hotel J._____ in K._____, das an der 
S._____ liegt, 2.2 km von der Abzweigung Richtung D._____ und 3.5 km vom 
E._____-Kreisel entfernt (act. H.7, Frage 27; StA act. 3.3). Nachdem er seinen 
Sohn zurückgebracht habe, sei er zuerst einmal zu seiner Mutter gefahren 
(act. H.7, Frage 40 ff.). Sie wohne auch in D._____ (act. H.7, Frage 27). Dies 
musste zwischen 18:25 Uhr und 19:06 Uhr gewesen sein, einerseits, da er zu die-
sen Zeitpunkten: "Stige moli auto und fahre bitz ume.." und: "I rasch mama gsi 
aber Huere mühsam" schrieb und dazwischen etwa während einer halben Stunde 
nichts. Zur selben Zeit fragte der Beschuldigte: "Wa tuesch" und F._____ antwor-
tete: "Hesch jo grad gseh…"; es ist anzunehmen, dass der Beschuldigte in dieser 
Zeit erneut bei B._____ vorbeifuhr und F._____ dort sah. Denn er führte später 
aus, dass er bei seiner Mutter gewesen sei und F._____ ihm geschrieben habe, er 
müsse noch zu seinem Sohn, er sei gar nicht bei B._____ (act. H.7, Frage 41). 
Dies stimmt überein mit der Nachricht von F._____ von 19:08 Uhr: "Nochher no 
Duromatik am L._____ bringa….bruchend für irgendwas….denn home". Der Be-
schuldigte hielt sich somit um diese Zeit in D._____ auf. Um 19:17 schrieb er: "I 
gsng jerz ame ort womer gmeinsm schöni Stunden ka hend". Der Beschuldigte 
sagte aus, er sei an einen Ort gefahren, wo er manchmal mit seiner Freundin zu-
sammen gewesen sei, und habe dort nachgedacht. Irgendwann sei er wieder ein-
mal in D._____ vorbeigefahren und dann wieder auf einen Platz gefahren um 
nachzudenken. Dort habe er F._____ immer wieder per WhatsApp geschrieben 
und versucht, ihn von seiner Freundin wegzulocken. Als alles nicht funktioniert 
habe, sei er auf den Platz gefahren, wo die Polizei ihn gefunden habe (StA 
act. 3.11, Frage 1). Irgendwann am Abend sei er in die Garage und habe den Ja-
guar mit dem Kontrollschild I._____ geholt (StA act. 3.11, Frage 2). F._____ sagte 
aus, der Beschuldigte habe ihm per WhatsApp mitgeteilt, dass er sich beim 
M._____ in C._____ befinde (StA act. 3.9, Frage 2 f.) und B._____ zitierte eine 

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Nachricht des Beschuldigten: "M._____ C._____. Mach was das Herz will." (StA 
act. 3.10, Frage 2). Es ist daher davon auszugehen, dass es sich bei dem ersten 
"Platz" um das M._____ in C._____ handelte. Um 19:27 Uhr kündigte der Be-
schuldigte an: "Gange jetz moll in wald...". Darauf folgte eine Pause in der Kon-
versation von etwas mehr als einer Stunde. Daraufhin meldete sich der Beschul-
digte wieder, schickte ein Foto von der Whiskyflasche und schrieb um 20:47 Uhr: 
"I bin C._____ eswo und han der ballentine als guate kollege debii". Die erwähnte, 
an B._____ gerichtete Nachricht sendete der Beschuldigte um 21:54 Uhr. Er be-
fand sich somit mindestens ab 20:47 Uhr bis 21:54 Uhr beim M._____ in C._____. 
Dafür, dass er in der Zwischenzeit nicht gefahren ist, sprechen die Nachrichten um 
21:03 Uhr "I bin sit x std do und betrink mi halt", um 21:07 Uhr: "I versueche no-
cher strasse treffe" und um 21:27 Uhr "i weiss nüt meh", "Usser dassi fahre", "no-
cher", dafür, dass er etwa um viertel nach zehn losfuhr, die folgenden Nachrichten, 
die er nach der erwähnten Ultimatums-Nachricht an B._____ und zwischen 21:56 
Uhr und 22:16 Uhr an F._____ sendete: "B._____ weiss wo i bin", "10 Minuten", 
"Denn fahri", "Fahre jetzt ab", "So fahre ab Tschüss". Um 22:38 Uhr folgte dann 
die Antwort des Beschuldigten auf die Frage wo er sei: "D._____". Es ist somit 
erstellt, dass der Beschuldigte zwischen 22:16 Uhr und 22:38 Uhr vom M._____ in 
C._____ nach D._____ fuhr. In der Folge (22:40 Uhr) thematisierte er im Chat 
auch, wie er gesehen habe, dass B._____ jemanden verabschiedet, worauf er 
später (23:00 Uhr) Bezug nimmt. Er hielt sich daher in D._____ auf. Um 22:40 Uhr 
schrieb er "Fahre glsub witer". Die beiden Videos der S._____ versendete der Be-
schuldigte um 22:46 Uhr und 22:54 Uhr. Zuerst das Video, dass die Strecke 
C._____ nach D._____ zeigt, danach das Video, dass die Strecke D._____ nach 
C._____ zeigt. Dieser Reihenfolge entspricht auch derjenigen, in der die Videos 
erstellt wurden, da im ersten Video der gefilmte Kilometerstand 11.5 km, im zwei-
ten 11.6 km beträgt. Der Beschuldigte musste daher nach der erwähnten Ankün-
digung von 22:40 Uhr ("Fahre glsub witer") zuerst nach C._____ gefahren sein. Es 
ist daher erstellt, dass der Beschuldigte in der Zeit danach und vor 22:46 Uhr 
(Versenden des Videos 1) die erste Fahrt durchführte, wobei er um 22:43 Uhr 
kommentiere "Irgendwie spassig so fahre", nach dieser und vor 22:54 Uhr (Ver-
senden des Videos 2) die zweite. 

5.3. Gefahrenes Fahrzeugmodell und Farbe; Übereinstimmung der Armaturen

5.3.1. Die einvernommenen Personen tätigten unterschiedliche Aussagen zu der 
Farbe und zum Modell des Fahrzeugs, das der Beschuldigte am fraglichen Abend 
fuhr. Auch in anderen Aktenstücken finden sich unterschiedliche Hinweise, einer-

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seits auf einen roten Daimler sowie andererseits auf einen blauen Jaguar Sover-
eign, 1986, XJ-S.

5.3.2. Die Polizei erhielt über die Einsatzzentrale eine Meldung von F._____. Im 
Verkehrspolizeirapport ist diese wie folgt wiedergegeben: "A._____, welcher in 
Trennung von seiner Freundin lebe, befinde sich zur Zeit vermutlich beim 
Schiessstand in C._____. Er mache sich Sorgen um A._____, da dieser alkoholi-
siert und mit einem alten, roten Jaguar unterwegs sei. Er befürchte, dass A._____ 
etwas zustossen könnte." (StA act. 3.1). In der Einvernahme von F._____ sprach 
dieser von einem Jaguar (StA act. 3.9, Frage 4). Die Farbe des Jaguars erwähnte 
er nicht. Die seinen Anruf bei der Einsatzzentrale zusammenfassende Frage, in 
welcher auch ein roter Jaguar vorkam, bestätigte er (StA act. 3.9, Frage 2: "Sie 
haben sich am Sonntag, 19.02.2017 um 22:18 Uhr bei der ELZ in K._____ gemel-
det. Dabei machten sie sich Sorgen um A._____, der sich gemäss einem SMS 
beim M._____ in C._____ befinde und stark alkoholisiert sei. Unterwegs sei er mit 
einem roten Jaguar. Trifft dies so zu?" Antwort von F._____: "Ja, das stimmt.").

5.3.3. Die Standortauswertung des Mobiltelefons von F._____ ergab, dass sich 
das Mobiltelefon den ganzen Tattag in T._____ befunden habe (StA act. 3.25). Auf 
einen entsprechenden Vorhalt führte F._____ aus, die vorgelegte Tabelle könne 
nicht stimmen. Er sei spätestens um 20:00 Uhr in D._____ angekommen und un-
gefähr um 22:30 Uhr wieder heimgefahren, nach T._____ (StA 3.33, Frage 13). 
Auch dem Beschuldigten zufolge war F._____ am fraglichen Tag bei B._____. Er 
erklärte, ihn bei ihr gesehen zu haben, als er seinen Sohn um ca. 17:00 Uhr nach 
Hause brachte (StA act. 3.11, Frage 1; act. H.7, Frage 36 und 40) und später, als 
er erneut vorbeigefahren sei (act. H.7, Frage, 44). Bereits aus dem Chatverkehr 
ergibt sich die Befürchtung des Beschuldigten, F._____ könne bei ihr Zuhause 
sein (Beschuldigter: "Warum du au no jetz?" und "Hani öppis verpasst"; F._____: 
"Jo….i has Gfühl du spioniersch mir no…."; Beschuldigter: "Nei" und "Dir vertraui"; 
F._____: "I ha das nid gern….i ha nüt gmacht was ni ok isch"; Beschuldigter: 
"Wenn du seisch bisch L._____ gsi denn isch es so." und "Git null grund zum nid 
glaube" sowie an anderer Stelle folgender Austausch: Beschuldigter: "bitte nid"; 
F._____: "Was nid?"; Beschuldigter: "Säg eifach dass es nid isch"; F._____: "?"; 
Beschuldigter: "Du"; F._____: "Was i"; Beschuldigter: "Und B._____... […]"). Ent-
gegen dem Dafürhalten in der Frage der Staatsanwaltschaft (StA act. 3.33, Frage 
13) ist nicht ersichtlich, woraus sich aus der Einvernahme von B._____ (StA 
act. 3.10) ergeben soll, dass sich F._____ nicht bei ihr aufgehalten habe. Weder 
wurde B._____ dazu befragt noch kann gestützt auf ihre übrigen Antworten aus-
geschlossen werden, dass sich F._____ bei ihr aufhielt. Auch aus ihrer Aussage, 

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wonach sie Angst gehabt habe, alleine spazieren zu gehen, kann nicht etwa ge-
folgert werden, dass sie am fraglichen Abend stets allein Zuhause war (StA 
act. 3.10, Frage 2). Als sie anlässlich der Berufungsverhandlung zum ersten Mal 
explizit gefragt wurde, wer an dem Abend bei ihr Zuhause war, antwortete sie 
denn auch, F._____ sei da gewesen, eine Kollegin von ihr sowie ihr Vater 
(act. H.6, Frage 33). Zeitlich eingrenzen konnte sie die Anwesenheit von F._____ 
– man beachte, die Befragung fand über fünf Jahre nach der Tat statt – nicht 
näher, wobei sie sagen konnte, dass er gegangen war, bevor die Polizei zu ihr 
kam (act. H.6, Fragen 34-39). Dies stimmt überein mit der Wiedergabe der Ge-
schehnisse gemäss Verkehrspolizeirapport. Demnach habe die Polizei in D._____ 
B._____ zusammen mit ihrer Freundin, N._____, angetroffen (StA act. 3.1, S. 3). 
Um welche Uhrzeit die Polizei bei B._____ vorbeiging, steht nicht im Rapport. Es 
muss jedoch nach der Meldung an die Einsatzzentrale von 22:18 Uhr geschehen 
sein, da die Polizei erst damit Kenntnis des Vorfalls erhielt. Da die Polizei den Be-
schuldigten zuerst beim Schiessstand in C._____ suchte und erst danach zu 
B._____ nach D._____ fuhr, ist anzunehmen, dass sie sicherlich nicht vor 22:30 
Uhr bei ihr eintraf. Nach Aussagen von B._____ in der polizeilichen Einvernahme 
habe sie um 23:13 Uhr ein Video des Beschuldigten zugeschickt erhalten und "et-
was später" sei die Polizei zu ihr gekommen (StA act. 3.10, Frage 2). Damit ist die 
ungefähre Zeit, zu der F._____ eigenen Angaben zufolge den Heimweg angetre-
ten hat, glaubhaft. Schliesslich schrieb F._____ dem Beschuldigten um 22:40 Uhr 
"Nee dr O._____ isch dött", ein schwaches, aber doch zusätzliches Indiz dafür, 
dass F._____ zu diesem Zeitpunkt wieder gegangen war, hätte er ansonsten 
"hier" geschrieben. Gestützt auf den Grundsatz, wonach es keine Hierarchie im 
Beweiswert verschiedener Beweismittel gibt, kann insgesamt als erstellt gelten, 
dass sich F._____ ungeachtet der Ergebnisse der Standortauswertung seines 
Mobiltelefons am Abend vom 19. Februar 2017 ungefähr zwischen 17:00 und 
22:30 Uhr in D._____ bei B._____ aufhielt. 

5.3.4. Diese Tatsachen erstellt, ist auf die Farbe des Fahrzeugs zurückzukom-
men. Es ist nicht klar, worauf F._____ die gegenüber der Einsatzzentrale erwähn-
te rote Farbe des Fahrzeugs abstützte. Möglich ist, dass F._____ die Farbe des 
Fahrzeugs persönlich wahrgenommen hat, als der Beschuldigte am Haus von 
B._____ vorbeifuhr, bei der er sich – wie gezeigt (E. 5.3.3) nachweislich – zeitwei-
se aufhielt. Möglich ist jedoch auch, dass er dies aufgrund eines vom Beschuldig-
ten zugeschickt erhaltenen Fotos tat. Denn er hatte vom Beschuldigten per 
WhatsApp ein Foto einer Whiskyflasche empfangen, die auf dem Heck oder der 
Motorhaube eines roten Fahrzeugs steht (Foto 1). Dafür spricht, dass F._____ auf 
die Frage, wie er von dem Vorfall Kenntnis erhalten habe, antwortete, der Be-

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schuldigte habe ihm ein Foto einer Flasche Ballantine's auf einem Jaguar ge-
schickt (StA act. 3.9, Frage 3) und später erklärte, seinem Verständnis nach sei 
der Beschuldigte mit dem Jaguar unterwegs gewesen, auf dessen Haube die Ge-
tränke zu sehen seien (StA act. 3.33, Frage 41). Es lässt sich weder das eine 
noch das andere mit Sicherheit sagen.

5.3.5. Ähnliches gilt für die Aussage von B._____. Sie erklärte an der polizeilichen 
Einvernahme, der Beschuldigte sei mit einem dunkelroten Jaguar vorbeigefahren. 
Dies sei ihr Lieblingsauto gewesen, mit dem sie schon mehrmals mitgefahren sei. 
Sie habe das Fahrzeug mit Sicherheit erkannt (StA act. 3.10, Frage 3). Es lässt 
sich nicht sagen, dass B._____ damit zwingend und über den protokollierten Wort-
laut hinaus ausdrücken wollte, sie habe speziell die Farbe des Fahrzeugs mit Si-
cherheit erkannt. Allenfalls wollte sie bloss bekräftigen, erkannt zu haben, dass es 
ihr Exfreund war, der mit dem Auto vorbeifuhr. Zumindest kann ihr nicht vorgehal-
ten werden, besonders auf die Farbe bestanden zu haben. Ferner ist es möglich, 
dass der Beschuldigte mit verschiedenen Fahrzeugen bei B._____ vorbeifuhr. Er 
macht selbst geltend, an diesem Abend mit verschiedenen Fahrzeugen gefahren 
sowie mehrfach bei B._____ vorbeigefahren zu sein. Im Übrigen steht die subjek-
tive Überzeugung eines Aussagenden bzw. entsprechende Beteuerungen ("ich bin 
100% sicher") nicht mit der objektiven Genauigkeit der Aussage in Beziehung 
(P._____, Q._____, R._____, Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse 
Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, in: AJP 2011, S. 1420, 2.4). Der 
Hinweis von B._____, dass es sich um ihr Lieblingsauto gehandelt habe (StA 
act. 3.10, Frage 3), wirkt als Realkennzeichen. Es handelt sich dabei um eine ori-
ginelle Äusserung, die zudem im Gesamtkontext sehr glaubhaft erscheint. Denn 
der Beschuldigte sagte aus, er sei bewusst mit dem Lieblingsauto von B._____ 
unterwegs gewesen (StA act. 3.33, Frage 40) und mit dem Hintergedanken bei ihr 
vorbeigefahren, dass sie ihn vielleicht sehen würde und Emotionen hochkämen. 
Man komme noch auf so manche Ideen als verliebter Mann (act. H.7, Frage 52). 
So schien es B._____ auch aufgefasst zu haben, erklärte sie doch, gedacht zu 
haben, "jetzt holt er noch mein Lieblingsauto, jetzt will er mich richtig treffen" 
(act. H.6, Frage 56). Beide beschrieben, dass es sich bei dem blauen Jaguar um 
das Lieblingsauto von B._____ handle und sie darin gemeinsam eine Oldtimer-
/Genussrally im Piemont besucht und eine gute Zeit erlebt hätten (act. H.6, Frage 
56; act. H.7, Frage 13 und 16). 

5.3.6. Wie bereits erwähnt, fand sich im Chatverlauf zwischen dem Beschuldigten 
und F._____ ein Foto einer Whiskyflasche (Ballantine's), die auf einem roten 
Fahrzeug platziert worden war (Foto 1). Es fand sich ein weiteres Foto einer eben-

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falls auf einem roten Fahrzeug platzierten Bierdose (Heineken) (Foto 3), das zwei 
Stunden danach versendet worden war (StA act. 3.9, Frage 3). Nach Aussagen 
von F._____ habe der Beschuldigte nicht nur ihm, sondern auch B._____ Fotos 
von sich geschickt, auf denen er mit einer Whiskyflasche neben seinem Auto 
stand (StA act. 3.33, Frage 11). Es ist daher möglich, dass auch B._____ ihre 
Aussagen zur der roten Farbe gestützt auf diese Fotos machte. Möglich ist auch, 
dass sie sich darüber mit F._____, der bei ihr war, unterhielt. Es ist auch hier nicht 
auszuschliessen, dass sie die rote Farbe persönlich wahrgenommen hatte, als der 
Beschuldigte bei ihr vorbeifuhr. Dass sie auch von einem blauen Lieblingsjaguar 
sprach, legt nahe, dass der Beschuldigte auch mit diesem Fahrzeug bei B._____ 
vorbeifuhr und sie möglicherweise beide Fahrzeuge an diesem Abend sah.

5.3.7. Der Beschuldigte erklärte in der polizeilichen Einvernahme, irgendwann am 
Abend den Jaguar mit dem Kennzeichen I._____ aus der Garage geholt zu haben 
(StA act. 3.11, Frage 2). In der Stellungnahme zum Geschwindigkeitsgutachten 
liess der Beschuldigte über seinen Verteidiger vorbringen, kurz vor Mitternacht auf 
einen roten Jaguar mit Garagekennzeichen umgestiegen zu sein (StA act. 1.10, 
11 und 13). Von der Staatsanwaltschaft nach seinen Jaguaren befragt, präzisierte 
der Beschuldigte, nur einen blauen Jaguar besessen zu haben und keinen roten 
(StA act. 3.43, Frage 3). Auf Vorhalt der Ausführungen seines Verteidigers über 
einen roten Jaguar erwähnte der Beschuldigte, dass die Marke – damit meine er 
das Modell – nicht stimme, es habe sich um einen Daimler gehandelt (StA 
act. 3.43, Frage 12). Zeitliche Aussagen finden sich hierzu nicht. Auch erklärte der 
Beschuldigte zwar, er sei auf ein rotes Auto – keinen Jaguar – umgestiegen, kön-
ne sich jedoch nicht erinnern, wann und wo (StA act. 3.43, Frage 14 f.). Der Ver-
teidiger stellte dem Beschuldigten die Ergänzungsfrage, ob er in einem roten Ja-
guar aufgefunden worden sei, worauf der Beschuldigte antwortete: "Nein, in einem 
roten Daimler" (StA act. 3.43, Ergänzungsfrage 3). Schliesslich erklärte der Be-
schuldigte, mit dem blauen Jaguar zwischen 23:30 und 00:00 Uhr unterwegs ge-
wesen zu sein (StA act. 3.33, Frage 40). Er erläuterte ferner, den blauen Jaguar 
auch mit Garagenschild genutzt zu haben, und bejahte, dafür das normale Kon-
trollschild abmontiert und das Garagenschild dranmontiert zu haben (act. H.7, 
Fragen 9 ff.).

5.3.8. Die Würdigung all dieser Aussagen führt zur Feststellung, dass der Be-
schuldigte am fraglichen Abend zwei verschiedene Jaguarmodelle lenkte, einer-
seits einen roten Daimler sowie andererseits einen blauen Jaguar Sovereign, 
1986, XJ-S. Nicht erstellt werden kann, wann er welches Modell fuhr bzw. wann 
und wie oft er die Fahrzeuge wechselte. Dies ist jedoch nicht von Bedeutung, es 

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genügt, dass ausser Frage steht, dass beide gefahrenen Fahrzeuge Jaguarmodel-
le waren und die gefilmten Armaturen diejenigen eines Jaguars sind. Zu erwähnen 
ist schliesslich, dass sich die über die Einsatzzentrale übermittelte Aussage von 
F._____ über einen roten Jaguar anders erklären lässt (E. 5.3.4) und kein Indiz für 
die behauptete Intrige darstellt.

5.4. Gefahrene Geschwindigkeit; Beweiseignung des Gutachtens

5.4.1. Der Beschuldigte rügt, auf das Gutachten des METAS dürfe nicht abgestellt 
werden, da es unvollständig bzw. nicht nachvollziehbar sei. Der Gutachter habe 
nur für einen Streckenabschnitt die zur Geschwindigkeitsbestimmung angewende-
te Methode erklärt, die darin bestehe, vor Ort die Distanz zwischen gefilmten mar-
kanten Stellen zu messen, die Anzahl Frames des Videos zwischen diesen Stellen 
zu zählen und ausgehend von einer Bildfrequenz von 15 FPS (Frames pro Sekun-
de) die Geschwindigkeit zu errechnen. Die auf den weiteren Streckenabschnitten 
gefahrene Geschwindigkeit habe der Gutachter hingegen ausgehend von der Ta-
chometeranzeige bestimmt. Dabei habe er nicht angegeben, wie er die Genauig-
keit der Tachometeranzeige ermittelt habe, geschweige denn markante Stellen 
genannt, deren Entfernung er vor Ort ausgemessen habe (act. H.2, 14 ff.).

5.4.2. Der Gutachter erläuterte im Gutachten die Methode der Weg-Zeit-Analyse. 
Ferner beschreibt er im Zusammenhang mit der Ermittlung der Genauigkeit der 
Tachometeranzeige die Grafik 1 und erklärt, die darin abgebildete blaue Kurve 
entspreche der durchschnittlichen Geschwindigkeit bei der Durchfahrt des Fahr-
zeugs bei den "Strassenrandpfosten". Auf der Grafik 1 sind auf dieser blauen Kur-
ve die neun gefilmten Leitpfosten eingezeichnet. Aus der x-Achse der Grafik 1 er-
gibt sich der Zeitpunkt, zu dem diese dank Rückstrahler (Reflektoren) gut sichtba-
ren Leitpfosten im Video erscheinen. Es wird aus Text und Grafik somit deutlich, 
dass der Gutachter anhand der Distanzen sowie der Anzahl Frames und der sich 
daraus ergebenden Zeit zwischen den Leitpfosten die Geschwindigkeit bestimmt 
hat. Die Abweichung dieser Geschwindigkeit zu der in der Grafik 1 als rote Kurve 
eingezeichneten Geschwindigkeit gemäss der gefilmten Tachometeranzeige er-
gab sodann die Genauigkeit der Tachometeranzeige (maximal 8% höher als effek-
tive Geschwindigkeit). Es ist somit nachvollziehbar, wie der Gutachter die Genau-
igkeit der Tachometeranzeige berechnet hat.

5.4.3. Bei der Tachometergenauigkeit handelt es sich nicht um einen exakten 
Wert. Der Gutachter selbst hält fest, dass die genaue Abweichung des Tachome-
ters mit einem Referenz-Messmittel bestimmt werden müsste. Er erklärt ferner, die 
effektive Abweichung sei "auch beim vorliegenden Tachometer des Fahrzeugs 

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Modell Jaguar Sovereign" eher kleiner als 8%. In diesem Zusammenhang ist dar-
auf hinzuweisen, dass die Tachometergenauigkeit wie erwähnt anhand der Vi-
deoaufnahmen bestimmt wurde, unabhängig einer Annahme hinsichtlich des 
Fahrzeugmodells. Insofern kann sich diese Aussage nur auf das im Video gefah-
rene Jaguarmodell beziehen, unabhängig davon, wie dieses bezeichnet wird. So-
dann führte der Gutachter aus, in der Regel liege die Tachometeranzeige nur um 
4-6% zu hoch. Der Ungenauigkeit der Tachometeranzeige ist somit mit 8% gross-
zügig Rechnung getragen, sodass die effektive Geschwindigkeit sicherlich nicht 
tiefer war. Es handelt sich vielmehr um die tiefst mögliche gefahrene Geschwin-
digkeit. Der Gutachter spricht denn auch konsequent von einer durchschnittlichen 
Mindestgeschwindigkeit. Auf diese Mindestwerte kann abgestellt werden, wird da-
durch zugunsten des Beschuldigten doch nicht von den Höchstgeschwindigkeiten 
ausgegangen, die auf den Videoaufnahmen der gefilmten Tachometeranzeige für 
jeden Betrachter ersichtlich sind, sondern zugunsten des Beschuldigten von einer 
hohen Fehleinschätzungsquote und damit – falls abweichend – zu tiefen und nicht 
zu hohen Geschwindigkeiten. Es ist nicht zu beanstanden, dass der Gutachter 
nach Ermittlung der maximalen Abweichung des Tachometers, zur Bestimmung 
der Geschwindigkeit der übrigen Fahrten, auf die gefilmte Tachometeranzeige ab-
stellt und davon die maximalen 8% Fehleinschätzungsquote abzieht.

5.5. Subjektive Sachverhaltselemente

Die Chatnachrichten lassen den Schluss zu, dass der Beschuldigte absichtlich zu 
schnell fuhr. Im Übrigen schien es ihm gerade um das damit verbundene Risiko zu 
gehen, drohte er doch per WhatsApp F._____ mehrfach implizit an, durch das 
Fahren sein Leben zu riskieren (StA act. 3.5 und 3.7: Nachrichten des Beschuldig-
ten chronologisch: "i wett so nüm", "Wa zum tüfl woll i no verlüte", "Lieb di sohn.. 
egal wa immer isch.. wa immer passiert..", "er rettet grad mis lebe", "I weiss nüt 
meh", "bin mental tod", "U will nüm", "B._____ wär froh", " wenni tod wär", "Somit 
gits kai Sinn", "für mi isch de weg am schluss. Schicksal söll entschide.. Prost", 
"ich han dis B._____ liebt.. mini welt.. ohni ke sinn", "ohni B._____ null sinn", "Al-
les egal", "10 min verbie has B._____ gseit", "egal", "Sie froh", "Alli froh wenni 
weg", "Will nüm", "I sterbe für si", "jetzt", "I machs will nümm", "Ohni s wa wili 
demn no i han glebt für sie…die", "Ohni B._____", "Willi nüm", "seische ere.. sie 
mini welt gsi", "wenni dia nacht überlebe gangi S._____", "Han 3 moll hilfe gseit 
niemand cho.."). Dass er den Kontrollverlust bewusst suchte, zeigt sich auch an 
der Nachricht, die er am nächsten Morgen an F._____ schrieb: "I han eifach ir-
gendwenn der Punkt erreicht ka, woni wieder moli der totali Verlust vo dem kon-
troll wahn han welle ha […]".

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6. Subsumtion 

6.1. Der Beschuldigte fuhr auf der Strecke Richtung C._____ bei geltender 
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 48 km/h zu schnell. Damit missachtete er 
die Verkehrsregel von Art. 32 Abs. 2 SVG (Geschwindigkeit; Höchstgeschwindig-
keit gemäss Verordnung) in Verbindung mit Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV (Höchstge-
schwindigkeit ausserorts 80 km/h). Bei diesen Vorschriften über die Geschwindig-
keit handelt es sich nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung um grundlegende 
Verkehrsregeln. Sie sind wesentlich für die Gewährleistung der Sicherheit im 
Strassenverkehr. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt sodann unge-
achtet der konkreten Umstände das Überschreiten der ausserorts geltenden 
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um mehr als 30 km/h eine grobe Verkehrsre-
gelverletzung dar (BGE 121 IV 230 E. 2b.bb). Die 48 km/h liegen deutlich über 
dieser Grenze von 30 km/h. Damit missachtete der Beschuldigte die Höchstge-
schwindigkeit in schwerwiegender Weise. Der Umstand, dass es sich um eine 
Strasse mit Gegenverkehr handelt und die Spur des entgegenkommenden Ver-
kehrs nur mittels einer Leitlinie abgetrennt ist, erhöhte die dem schnellen Fahren 
bereits inhärente Gefahr, wäre doch bei einem Abweichen von der Spur, entweder 
des Beschuldigten oder eines entgegenfahrenden Verkehrsteilnehmers, eine 
Frontalkollision durch nichts (keine Leitplanke, bepflanzte Übergangsinsel oder 
Ähnliches) abgedämpft worden. Zudem war es aufgrund der Tageszeit dunkel, die 
Strasse war abgesehen von dem Lichtkegel des Fahrzeugs des Beschuldigten 
nicht beleuchtet und die Umgebung abseits der Strasse links sowie rechts gerade-
zu finster. Die Sichtverhältnisse waren somit eingeschränkt. Ein seitlich erschei-
nendes Objekt wäre erst sichtbar geworden, sobald es in den Lichtkegel tritt, wo-
mit es sich bereits auf der Strasse und vor dem Fahrzeug des Beschuldigten be-
funden hätte. Diese Umstände legen den Eintritt einer konkreten Gefährdung na-
he. Dass die Strasse gerade verläuft, trocken und baulich in gutem Zustand war, 
ändert an der erhöhten abstrakten Gefahr nichts. Der objektive Tatbestand von 
Art. 90 Abs. 2 SVG erscheint erfüllt. Gleichzeitig bzw. in einer Fahrt verletzte der 
Beschuldigte jedoch auch die Verkehrsregel von Art. 27 Abs. 1 SVG (Beachten 
der Signale, Markierungen und Weisungen), da die Strasse in einen Kreisel mün-
dete und vor diesem die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h signalisiert war. Er 
überschritt diese um 70 km/h. Damit erfüllte er ex lege (Art. 90 Abs. 4 lit. b SVG) 
den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 SVG. Nur zehn Minuten zuvor war 
der Beschuldigte auf derselben Strasse in die entgegengesetzte Richtung nach 
D._____ gefahren, wobei er bei geltender Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h 
66 km/h zu schnell fuhr. Damit erfüllte er erneut ex lege (dieses Mal aufgrund von 

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Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG) den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 3 SVG. Auch 
der subjektive Tatbestand ist klarerweise erfüllt (E. 5.5).

6.2. Der Beschuldigte handelte in enger zeitlicher Abfolge, innert ca. einer Vier-
telstunde. Die Fahrten lagen räumlich eng zusammen; zwischen dem E._____-
Kreisel bei C._____ und dem Kreisel vor D._____ liegt nur gut ein Kilometer. Aus 
dem Chatverlauf ergibt sich sodann kein separater Tatentschluss für die drei an-
geklagten Streckenabschnitte. Vielmehr hat sich der suizidale oder zumindest sehr 
verzweifelte Beschuldigte gesamthaft entschlossen, an diesem Abend zu schnell 
herumzufahren. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Nachricht hervor-
zuheben, die der Beschuldigte am Morgen nach der Tat F._____ schrieb: "I han 
eifach irgendwenn der Punkt erreicht ka, woni wieder moli der totali Verlust vo 
dem kontroll wahn han welle ha., de Moment het sich guet aagfühlt.. der ufwach 
Moment denn zwar nüm so […]." (StA act. 3.5, S. 24 des Extraktionsberichts). 
Dieses Gefühl der Aufgabe der Kontrolle war gemeinsamer Zweck der Fahrten. 
Der Beschuldigte wollte sich bewusst leichtsinnig einer Gefahr aussetzen und sich 
durch den damit verbundenen Adrenalinrausch von den komplexen und beengen-
den Gefühlen befreien, die ihn zu diesem Zeitpunkt offensichtlich plagten (Tren-
nung von Freundin, Ungewissheit über neuen Partner). Dies zeigt, dass die ange-
klagten Fahrten alle von demselben Tatentschluss getragen waren. Die Pause 
zwischen der Fahrt Richtung D._____ sowie derjenigen Richtung C._____ (und 
über den Kreisel) ändert nichts daran, dass die Fahrten als Teilstücke eines ein-
heitlichen Ganzen erscheinen. Die von der Staatsanwaltschaft ausgeschiedenen 
Streckenabschnitte bzw. Fahrten sind somit als natürliche Handlungseinheit zu 
werten. Aus diesem Grund ist der Beschuldigte nicht der mehrfachen Verletzung 
von Art. 90 Abs. 3 SVG schuldig zu sprechen. Auch fällt bei Annahme einer natür-
lichen Handlungseinheit in der vorliegenden Konstellation echte Konkurrenz zu 
Art. 90 Abs. 2 SVG ausser Betracht; dessen Unrechtsgehalt wird von Art. 90 
Abs. 3 SVG miterfasst. Der Beschuldigte ist somit der einfachen qualifiziert groben 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 sowie Art. 32 Abs. 2 SVG 
und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. b und 
lit. c SVG schuldig zu sprechen.

7. Missachtung des Verbots, unter Alkoholeinfluss zu fahren (Art. 91 SVG)

7.1. Wer in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Atemalkohol- oder Blutal-
koholkonzentration ein Motorfahrzeug führt, macht sich der Missachtung des Ver-
bots, unter Alkoholeinfluss zu fahren, schuldig (Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG). Als quali-
fiziert gilt eine Atemalkoholkonzentration von 0.4 mg Alkohol oder mehr pro Liter 
Atemluft (Art. 55 Abs. 6 lit. b SVG; Art. 2 lit. b Verordnung über Alkoholgrenzwerte 

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im Strassenverkehr [SR 741.13]). Ein Motorfahrzeug führen bedeutet, es zu be-
dienen, insbesondere in Bewegung zu setzen und zu lenken. Normalerweise tut 
dies die Person, die hinter dem Steuer sitzt, es kann jedoch auch der Beifahrer 
tun, wenn dieser in den Führungsvorgang eingreift (BGE 128 IV 272 E. 3.1; 60 I 
160 E. 1; 80 IV 125 E. 1). Die Tat kann vorsätzlich, eventualvorsätzlich oder fahr-
lässig begangen werden (Art. 100 Abs. 1 SVG).

7.2.1. Mit Blick auf diesen Vorwurf ist von Bedeutung, zu welchem Zeitpunkt der 
Beschuldigte zuletzt ein Fahrzeug lenkte. Um 23:14 Uhr versendete der Beschul-
digte ein Foto aufeinandergestapelter Baumstämme. Dabei handelte es sich 
gemäss Angaben der Polizei um den Kontrollort (StA act. 3.16, Foto 10). Um 
23:09 Uhr versendete er ein Foto einer Naturstrasse, das dazu passende Video 
(Video 3) des fahrenden Jaguars, um 23:07 Uhr. Davor hatte er bereits ein Foto 
eines stehenden Jaguars sowie des Armaturenbretts eines stehenden Jaguars 
versendet. Um 23:02 Uhr schrieb er die Nachrichten "Bin H._____ glaub" und 
"Huere Jaguar voll gländwage", auf deren Vorhalt er ausführte, da sei er auf einer 
Naturstrasse gefahren, vermutlich Richtung H._____ (StA act. 3.11, Frage 10 f.). 
Gestützt darauf ist erstellt, dass der Beschuldigte zuletzt um 23:02 Uhr noch sei-
nen Jaguar lenkte. 

7.2.2. Die Atemalkoholkonzentration kann mittels Atemalkoholprobe festgestellt 
werden, wobei dies mithilfe eines Test- oder Messgeräts durchgeführt werden 
kann. Für die Probe mittels Testgerät sind zwei Messungen erforderlich. Stimmen 
diese Messungen bis auf eine Differenz von 0.05 mg/L überein, so kann der tiefere 
Wert von Personen, die ein Motorfahrzeug geführt haben, unterschriftlich aner-
kannt werden, sofern er zwischen 0.25 und 0.4 mg/L liegt (Art. 10a f. SKV [SR 
741.013]). Ist dies nicht der Fall oder wird der ermittelte Wert nicht anerkannt, so 
ist eine Atemalkoholprobe mit einem Messgerät durchzuführen (vgl. Art. 12 Abs. 1 
lit. a Ziff. 1 in fine SKV). In diesem Fall genügt nur das Ergebnis eines Messgeräts 
zum Beweis der (qualifizierten) Angetrunkenheit (vgl. OGer ZH SB200289 v. 
12.10.2020 E. 4.5).

7.2.3. Wie erwähnt wurde der Beschuldigte auf dem Fahrersitz von zwei Polizisten 
aufgefunden. Diese stellten einen starken Mundalkoholgeruch fest, weshalb sie 
noch vor Ort um 00:41 Uhr einen Alkoholtest durchführten, der positiv ausfiel und 
einen Wert von 0.51 mg/L zeigte. Eine zweite Messung mit dem Alkoholtestgerät 
wurde nicht durchgeführt. Es wurde jedoch in der Folge um 01:47 Uhr im Ver-
kehrsstützpunkt in Chur eine Atemalkoholmessung vorgenommen, die einen Wert 
von 0.47 mg/L ergab (StA act. 3.1, S. 3; StA act. 3.2).

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7.2.4. Ausgehend von diesem Ergebnis errechnete die Staatsanwaltschaft einen 
Wert von 0.508 mg/L für den Ereigniszeitpunkt (23:02 Uhr; StA act. 1.47; StA 
act. 3.2). Eine solche Rückrechnung kann ausgehend von einer Atemalkoholkon-
zentration nicht vorgenommen werden (Erläuterungen des UVEK zu den Verord-
nungsänderungen, K163-0758, S. 3; Weisungen betreffend die Feststellung der 
Fahrunfähigkeit im Strassenverkehr v. 2.8.2016, P254-1219, Ziff. 1.3.2). Damit ist 
einzig die Atemalkoholkonzentration von 0.47 mg/L um 01:47 Uhr erwiesen. Er-
stellt ist auch die Tatsache, dass dieser Wert zuvor höher lag, da ein weiterer 
Atemalkoholtest, der bereits um 00:41 Uhr und noch vor Ort durchgeführt worden 
war, einen Wert von 0.51 mg/L zeigte (StA act. 3.2; StA act. 3.1, S. 3). Dies indi-
ziert, dass sich der Beschuldigte bereits in der Phase des hauptsächlichen Abbaus 
des Alkohols befand und die Atemalkoholkonzentration zur Tatzeit eine Stunde 
und vierzig Minuten zuvor, nicht unter 0.47 mg/L lag. Zugunsten des Beschuldig-
ten muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die Atemalkoholkonzentration 
zur Tatzeit nur 0.47 mg/L betrug.

7.2.5. Der Beschuldigte konsumierte an dem fraglichen Abend Whisky und Bier, 
im Auto führte er ferner mehrere noch volle Bierdosen mit sich. Die Absicht, sich 
durch die Konsumation dieser Getränke zu berauschen und sich dennoch ans 
Steuer zu setzen, ist offensichtlich. Sie ergibt sich auch aus den Nachrichten ("I 
versueche nocher strasse treffe [Emoticon]" und um 21:27 Uhr: "I weiss nüt meh", 
"Usser dassi fahre", "nocher"). Er wollte sich dadurch in einen Zustand versetzen, 
der den Kontrollverlust des Fahrens mit übersetzter Geschwindigkeit und die damit 
zusammenhängende Gefahr noch intensivierte. Dies wiederum setzte er als Mittel 
ein, B._____ und F._____ zu beeinflussen. Der Beschuldigte handelte somit vor-
sätzlich.

7.3. Wie gezeigt ist erstellt, dass der Beschuldigte um 23:02 Uhr ein Fahrzeug 
lenkte, dass seine Atemalkoholkonzentration zu diesem Zeitpunkt über dem mass-
geblichen Grenzwert lag und dass beides vom Vorsatz des Beschuldigten erfasst 
war. Der objektive und der subjektive Tatbestand sind damit erfüllt und der Be-
schuldigte des Fahrens in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Atemalkohol-
konzentration gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG schuldig zu sprechen.

8. Strafzumessung

8.1.1. Der Beschuldigte machte sich der Verletzung mehrerer Strafnormen schul-
dig: der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln und der Missachtung 
des Verbots, unter Alkoholeinfluss zu fahren. Sind für diese einzelnen Straftaten 
gleichartige Strafen auszufällen, ist gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB für die schwerere 

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Straftat eine Einsatzstrafe zu bilden und diese für die andere Straftat in Anwen-
dung des Asperationsprinzips zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen (BGE 141 IV 61 
E. 6.1.2 m.w.H.). Das Fahren in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Alkohol-
konzentration wird neben der Freiheitsstrafe auch mit Geldstrafe geahndet. Der 
Grenzwert der Atemalkoholkonzentration ist vorliegend nur leicht überschritten 
und der Beschuldigte legte, soweit erstellbar, keine weiten Distanzen in angetrun-
kenem Zustand zurück. Die Tat rechtfertigt daher keine Freiheitsstrafe. Eine 
Geldstrafe ist angemessen und angesichts der finanziellen Verhältnisse des Be-
schuldigten auch vollstreckbar. Als Strafart für die qualifiziert grobe Verletzung der 
Verkehrsregeln kann nur eine Freiheitsstrafe ausgefällt werden. Die Strafen sind 
daher für die beiden Taten einzeln zu bemessen und zu kumulieren. Das Aspera-
tionsprinzip findet keine Anwendung.

8.1.2. Da ausschliesslich der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen hat, gilt das 
Verschlechterungsverbot; es kann keine härtere Strafe ausgesprochen werden, 
als die Vorinstanz ausgesprochen hat (Art. 391 Abs. 2 StPO). Es kann jedoch auf 
die gleiche Strafe erkannt werden, auch wenn einzelne entlastende Zumessungs-
faktoren der Vorinstanz verworfen werden (Mathys, a.a.O., N 412; BGE 143 IV 
469 E. 4.2.1). Das Bundesgericht hat die übrigen Grundsätze der Strafzumessung 
nach Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. m.w.H.). Dar-
auf wird verwiesen. Im Folgenden sind die für die Strafzumessung erheblichen 
Umstände und deren Gewichtung festzuhalten und die Überlegungen des Gerichts 
in den Grundzügen wiederzugeben, so dass die Strafzumessung nachvollziehbar 
ist (BGer 6B_18/2022 v. 23.6.2022 v. 23.6.2022 E. 2.1).

8.2.1. Zur Bemessung der objektiven Tatschwere der qualifiziert groben Verkehrs-
regelverletzung ist das von der Strafnorm geschützte Rechtsgut festzustellen. Die-
ses ergibt sich aus der verletzten Verkehrsregel, d.h. vorliegend aus den Bestim-
mungen über die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Sie dienen der Verkehrssi-
cherheit bzw. einem möglichst unfallfreien Ablauf des Strassenverkehrs und be-
zwecken den Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer sowie den 
Schutz des Vermögens (Fiolka BSK, N 7 ff. zu Art. 90 SVG). Die objektive 
Tatschwere hängt wesentlich davon ab, wie konkret die Gefahr für die Rechtsgüter 
war (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 115). Der 
Höhe der Geschwindigkeit kommt bei dieser Frage eine vorrangige Rolle zu. Denn 
je schneller gefahren wird, desto weniger Reaktionszeit steht zur Verfügung und 
desto schwerwiegender sind tendenziell die Unfallfolgen. Mit steigender Ge-
schwindigkeit steigt somit das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder To-
desopfern und folglich die Gefährdung der geschützten Rechtsgüter. Diesem Um-

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stand trägt bereits die Gesetzeskonzeption von Art. 90 SVG mit höher werdender 
Strafandrohung Rechnung. Bei einer bloss geringen Überschreitung der Grenz-
werte hat sich die Strafe entsprechend an der gesetzlichen Mindeststrafe zu orien-
tieren, es sei denn es liegen zusätzliche Umstände vor, die das bereits gesetzlich 
vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern er-
höhen. Solche Umstände können insbesondere die Strassen- und Sichtverhältnis-
se, die Dauer der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie das Verkehrsaufkommen 
sein (BGer 6B_1358/2017 v. 11.3.2019 E. 3.2).

8.2.2. Vorliegend überschritt der Beschuldigte den Grenzwert um 70 km/h. Er fuhr 
damit mehr als doppelt so schnell wie zulässig gewesen wäre, was die objektive 
Tatschwere stark erhöht. Der Beschuldigte filmte mit seinem Mobiltelefon während 
der Fahrt. Da dabei der Blick nicht ausschliesslich auf die Fahrbahn gerichtet ist 
und zudem nicht beide Hände am Steuer sind, ist die Konzentrations- und Reakti-
onsfähigkeit einschränkt. Dies wirkt sich straferhöhend aus. Auf der S._____ be-
steht die Gefahr, dass Wild auf die Strasse tritt, da die Strasse in einem naturna-
hen Gebiet liegt und in keiner Weise vom umliegenden Wiesland abgegrenzt ist. 
Aufgrund der Dunkelheit hätte ein Tier erst sehr spät, wohl erst auf der Fahrbahn 
im Lichtkegel des Fahrzeugs, erkannt werden können. Dies erhöht die Tatschwere 
leicht, da die Wahrscheinlichkeit eines solchen Geschehens eher klein ist. Was 
jedoch stark straferhöhend zu berücksichtigen ist, da es die Unfallgefahr um eini-
ges konkreter werden lässt, ist, dass dem Beschuldigten mehrere Fahrzeuge ent-
gegenfuhren (Video 1). Die Fahrbahnen waren weder durch eine Leitplanke noch 
ähnliches getrennt, sodass es beim Abweichen des Beschuldigten oder eines ent-
gegenkommenden Verkehrsteilnehmers zu einer Frontalkollision hätte kommen 
können. Schliesslich fuhr der Beschuldigte mit übersetzter Geschwindigkeit auf 
einen Kreisel zu und gefährdete dadurch potentielle Verkehrsteilnehmer in star-
kem Masse. Vor dem Kreisel führte ein Fussgängerstreifen über die Strasse. Es 
bestand an diesem Ort daher die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ein Fussgän-
ger (aufgrund der Lichtverhältnisse zur Tatzeit) aus der Dunkelheit des Gehsteigs 
auf die Strasse hätte treten und verletzt werden können. Ferner besteht bei einem 
Kreisel die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass andere Fahrzeugführer in die Strasse 
bzw. den Kreisverkehr einbiegen. Die Gefahr eines Unfalls beim schnellen Anfah-
ren eines Kreisels ist daher erhöht und lässt die Tat schwerer erscheinen. Min-
dernd wird berücksichtigt, dass die Strecke, die der Beschuldigte mit übersetzter 
Geschwindigkeit zurücklegte, mit insgesamt maximal zwei Kilometern, nicht sehr 
lang war und streckenweise das Verkehrsaufkommen gering. Entgegen dem Vor-
gehen der Vorinstanz (act. E.1, E. 6.8 und 7.1) darf sich in keiner Weise auswir-
ken, dass der Beschuldigte alkoholisiert fuhr. Dieser Umstand bzw. der Grad der 

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Atemalkoholkonzentration wird bei der Bemessung der Strafe für die Missachtung 
des Verbots, unter Alkoholeinfluss zu fahren (Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG) zu berück-
sichtigen sein. Andernfalls würde eine unzulässige Doppelberücksichtigung vorlie-
gen. Mit Blick auf mögliche andere Tatvarianten, insbesondere noch grösserer 
Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit, liegt die objektive Tatschwere im unte-
ren bis mittleren Bereich.

8.2.3. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist erschwerend zu berücksichtigen, 
dass der Beschuldigte vorsätzlich zu schnell fuhr und vorsätzlich das hohe Risiko 
eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern einging. Er drohte F._____ 
implizit an, das eigene Leben zu riskieren bzw. sich zu gefährden. Er tat dies mit 
der Absicht, Druck auf F._____ auszuüben und ihn so von seiner damaligen 
Exfreundin wegzulocken oder zu Antworten zu bewegen. Diese Absicht ist ver-
werflich. Sie gibt der Tat eine weitere subjektive Komponente, welche die 
Tatschwere erhöht. Dass der Beschuldigte die Fahrt "spassig" fand, zeugt ferner 
von einer abstossenden Gleichgültigkeit dem Unfallrisiko gegenüber, welches das 
Fahren mit derart krass übersetzter Geschwindigkeit für andere Verkehrsteilneh-
mer birgt. Es ging dem Beschuldigten nur um das Druckmittel des Risikos, poten-
tiell selbst zu Schaden zu kommen; den Gedanken, dass er dabei auch Leib und 
Leben anderer Personen abstrakt gefährdet, schien – kam er ihm denn überhaupt 
in den Sinn – keinen Skrupel ihn ihm zu wecken. Vor diesem Hintergrund wiegt die 
subjektive Tatschwere schwer. Betrachtet man den erweiterten Kontext der Tat, so 
bestehen jedoch auch mindernde Umstände. Die Trennung des Beschuldigten 
und seiner damaligen Freundin war zur Tatzeit noch frisch und schmerzte den Be-
schuldigten. Aus dem Chatverlauf und den Aussagen wird klar, dass er sich in ei-
ner emotionalen Ausnahmesituation befand und sehr verzweifelt war. Es ist nach-
vollziehbar, dass einem in einer solchen Situation extremer subjektiver Aussichts-
losigkeit, "alles egal" sein kann, so wie es der Beschuldigte auch selbst ausdrück-
te. Dies mindert die subjektive Tatschwere. Sie liegt insgesamt im unteren Be-
reich.

8.2.4. Der ordentliche Strafrahmen der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung 
im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. b und lit. c SVG reicht von zwölf bis 48 
Monaten Freiheitsstrafe (Art. 90 Abs. 3 SVG). Wie gezeigt liegen weder Strafmil-
derungs- noch Strafschärfungsgründe vor, die ein Verlassen des ordentlichen 
Strafrahmens gebieten. Das Verschulden liegt aufgrund der zugunsten des Be-
schuldigten ausfallenden subjektiven Tatschwere, welche die als leicht bis mittel-
schwer qualifizierte objektive Tatschwere reduziert, im unteren Drittel. Vor diesem 
Hintergrund ist eine Strafe von 15 Monaten dem Verschulden angemessen.

28 / 30

8.3. Diese verschuldensangemessene Strafe kann aufgrund von Umständen, 
die in der Person des Täters liegen (Täterkomponenten), erhöht oder herabgesetzt 
werden. Die Vorinstanz würdigte das uneinsichtige und renitente Verhalten des 
Berufungsklägers korrekt (act. E.1, E. 9.5.4). Dieses setzte sich auch im Beru-
fungsverfahren fort. Dem ist straferhöhend Rechnung zu tragen und die Strafe um 
einem Monat auf 16 Monate zu erhöhen. Der Beschuldigte ist für die qualifiziert 
grobe Verkehrsregelverletzung mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten zu bestra-
fen.

8.4.1. Das Verbot, unter Alkoholeinfluss zu fahren, schützt ebenfalls das Rechts-
gut der Verkehrssicherheit und mittelbar Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer 
sowie das Vermögen (Silvan Fahrni/Stefan Heimgartner, in: Nigg-
li/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, Basel 
2014, N 6 zu Art. 91 SVG). Vorliegend wies der Beschuldigte eine Atemalkohol-
konzentration von 0.47 mg/l auf. Der Grenzwert der qualifizierten Atemalkoholkon-
zentration ist damit nur knapp erreicht, was die objektive Tatschwere mindert. 
Ebenfalls mindernd zu berücksichtigen ist, dass der Beschuldigte bloss eine relativ 
kurze Strecke alkoholisiert zurücklegte. Die Umstände der Fahrt, wie insbesonde-
re die Sichtverhältnisse und die Bedienung eines Mobiltelefons während der Tat, 
gehören nicht ausschliesslich zum Tatbestand der Geschwindigkeitsüberschrei-
tung, sondern sind auch hier objektiv erschwerend zu berücksichtigen. Auf die 
diesbezüglichen Ausführungen in E. 8.2.2 wird verwiesen. Dies bringt die objektive 
Tatschwere vom sehr leichten in den leichten Bereich.

8.4.2. Der Beschuldigte hatte mindestens eine Flasche Ballantine's und mehrere 
Dosenbiere auf seine Fahrt mitgenommen. Seine Plan, sich zu betrinken und 
trotzdem ein Fahrzeug zu lenken ergibt sich aus dem Chatverlauf und den auf 
dem Fahrzeug abfotografierten Alkoholbehältnissen deutlich. Der Beschuldigte 
fasste den Entschluss, angetrunken zu fahren, nicht erst, nachdem er Alkohol 
konsumiert hatte. Es war insbesondere nicht so, als dass er beispielsweise im 
Rahmen eines Restaurantbesuches spontan Alkohol konsumiert und, mangels 
Alternativen, die Heimreise im Auto angetreten hätte. Im Vergleich zu einer sol-
chen Tatvariante erscheint das Vorgehen des Beschuldigten subjektiv schwerer. 
Ziel des Abends, sei es als Mittel, F._____ oder die damalige Exfreundin auf die 
eine oder andere Art zu beeinflussen, sei es zur Verarbeitung der Trennung (vgl. 
act. H.7, Frage 23 f.), war das betrunkene Herumfahren an sich. Der erwünschte 
Kontrollverlust sollte auch durch den Konsum von Alkohol herbeigeführt werden. 
All dies lässt die subjektive Tatschwere nicht mehr leicht erscheinen. Es ist jedoch 
auch zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte in einem Zustand intensiver 

29 / 30

emotionaler Belastung befand, da er fürchtete, seine Freundin zu verlieren. Dies 
wirkt sich auf die subjektive Tatschwere wiederum mindernd aus. Auch die subjek-
tive Tatschwere wiegt vor diesem Hintergrund bloss leicht.

8.5. Insgesamt bewegt sich daher das gesamte Tatverschulden im leichten Be-
reich. Angesichts des Umstandes, dass die Strafart Geldstrafe gewählt wurde, 
sich der Strafrahmen der Norm jedoch auf bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe er-
streckt, ist eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen schuldangemessen. Auch hier hat 
eine Erhöhung aufgrund des in besonderem Masse uneinsichtigen Verhaltens der 
Beschuldigten im Verfahren zu erfolgen. Die Strafe ist aufgrund dieser Täterkom-
ponente auf 25 Tagessätze à CHF 60.00 (vgl. act. E.1, E. 9.5.4) festzusetzen.

8.6. Die Vorinstanz hat die Kriterien des bedingten Vollzugs der beiden Strafen 
und die Dauer der Probezeit von zwei Jahren korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (act. E.1, E. 10). Der Vollzug beider Strafen ist daher bedingt auf-
zuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.

9. Kosten

9.1. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich eine Anpassung des vorin-
stanzlichen Kostenentscheids. Dementsprechend gehen die Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft von CHF 7'307.60 und die Kosten des erstinstanzlichen 
Verfahrens von CHF 8'500.00 zulasten des Beschuldigten.

9.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massaga-
be ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 
unterliegt mit seinem Berufungsantrag vollständig. Entsprechend sind die Kosten 
des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen. Sie werden gestützt 
auf Art. 7 VGS (BR 350.210) auf CHF 4'000.00 festgesetzt. Eine Parteientschädi-
gung an ihn ist folglich nicht geschuldet.

30 / 30

Demnach wird erkannt:

1. A._____ ist schuldig:

– der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 
Abs. 1 sowie Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbin-
dung mit Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. b und lit. c SVG;

– des Fahrens in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Atemalkohol-
konzentration gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG.

2.1. A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten und einer 
Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 60.00.

2.2. Der Vollzug der Freiheits- und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die 
Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Die Untersuchungskosten von CHF 7'307.60 gehen zulasten von A._____.

4. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 8'500.00 gehen zulas-
ten von A._____.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen zulasten von 
A._____.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an: