# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b8d2678-7b03-536b-a63b-d9a5cd4e4d20
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.07.2008 E-4278/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4278-2008_2008-07-14.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4278/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  J u l i  2 0 0 8

Einzelrichter Walter Stöckli, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; 
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

A._______, angeblich Sudan,
B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 13. Juni 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4278/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge den Sudan im 
Jahr 1993 verliess und sich anschliessend bis März 2008 in Nigeria 
aufhielt,

dass er via ihm unbekannte Orte und Länder am 15. März 2008 illegal 
in die Schweiz einreiste, wo er am 16. März 2008 um Asyl nachsuchte,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 16. März 2008 unter ande-
rem mittels Formulars und Hinweises auf die entsprechende gesetzli-
che Nichteintretensbestimmung aufforderte, innerhalb von 48 Stunden 
Reise- oder Identitätspapiere abzugeben,

dass der Beschwerdeführer im Empfangs- und Verfahrenzentrum Chi-
asso am 2. April 2008 summarisch zu seiner Person und den Ausreise-
motiven und am 9. Mai 2008 in Bern einlässlich zu den Asylgründen 
angehört wurde, 

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, Sudane-
se aus dem Dorf C._______ (Darfur) zu sein und sich nach 1993 bis 
Ende  1995  in  D._______  (Abia  State,  Nigeria),  respektive  bis  März 
2008 in F._______ (River State, Nigeria) aufgehalten zu haben,

dass er seit 1991 oder 1993 Vollwaise sei, weil seine Eltern bei einer 
Rebellion ums Leben gekommen seien,

dass er über allfällige weitere Verwandte nichts zu berichten wisse,

dass ihn sein zirka (...) Jahre älterer Cousin namens G._______ nach 
D._______  (Nigeria)  mitgenommen  habe,  wo  er  die  Schule  besucht 
und den Cousin in dessen H._______-laden unterstützt habe, 

dass  Personen im H._______-gewerbe  von einer  mafiaähnlich  orga-
nisierten Bande bedrängt worden seien, weshalb die H._______ 1998 
im Gegenzug die Bakassi-Brigade gründeten und Mitglieder der Mafia 
ermorden liessen,

dass der Cousin der Bakassi-Brigade angehört habe,

Seite 2

E-4278/2008

dass sich die Bakassi-Brigade wegen interner Probleme im Jahr 2004 
aufgelöst und in der Folge die Mafia deren ehemalige Mitglieder zu er-
morden begonnen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  und  sein  Cousin  nach  F._______ 
weggezogen seien, wo sie mit Lastwagen Sand transportiert hätten,

dass  die  Mafia  am 27. oder  28. Dezember  2007 den Cousin  umge-
bracht  habe,  und beim Leichnam ein  Schreiben aufgefunden wurde, 
worin festgehalten sei, wer mit dem Messer getötet habe, solle selber 
durch das Messer sterben, 

dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  dieser  Situation  entschlossen 
habe, das Land zu verlassen, obwohl er selbst nie Probleme mit der 
Mafia gehabt habe,

dass der Lastwagenausleiher ein Freund seines Cousins gewesen sei 
und ihm gefälligkeitshalber die Ausreise organisiert habe,

dass er von I._______ mit einer Barkasse nach Port Hancourt gelangt 
sei,  von  wo  aus  er  mit  Flugzeug  und  Zug  durch  ihm  unbekannte 
Länder in die Schweiz gelangt sei,

dass  er  ansonsten nie  Probleme mit  Behörden  oder  Organisationen 
seines Landes gehabt habe, nie behördlich kontrolliert worden sei und 
keine anderen Ausreisemotive kenne,

dass für weitere Einzelheiten des rechtserheblichen Sachverhalts auf 
die Protokolle bei den Akten verwiesen wird,

dass der Beschwerdeführer keine Identitäts- oder Reisepapiere zu den 
Akten reichte,

dass das BFM mit Verfügung vom 13. Juni 2008 - eröffnet am 18. Juni 
2008 - auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 16. März 2008 
gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG,  SR  142.31)  nicht  eintrat  und  seine  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete, 

dass das BFM zur Begründung des Entscheids im Wesentlichen an-
führte, trotz entsprechender Aufforderung habe der Beschwerdeführer 
innerhalb  von 48  Stunden  nach  Einreichung  des  Asylgesuchs  keine 

Seite 3

E-4278/2008

rechtsgenüglichen Reise-  oder  Identitätspapiere  im Sinne von Art. 1 
Bst. b und c der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 
SR 142.311) abgegeben,

dass aber  der  Beschwerdeführer  angegeben habe,  noch nie irgend-
welche Identitätsnachweise besessen oder beschafft zu haben, 

dass  aber  -  so  das  BFM weiter  -  kaum vorstellbar  sei,  wie  der  Be-
schwerdeführer fast zwanzig Jahre lang in Sudan und Nigeria gelebt 
haben will,  ohne je  ein Identitätsdokument  besessen zu haben oder 
behördlich kontrolliert worden zu sein,

dass vielmehr davon auszugehen sei,  der Beschwerdeführer möchte 
seine tatsächliche Herkunft durch fehlende Papiere verheimlichen, 

dass dieser über sudanesische Verhältnisse nichts zu berichten wisse 
und aufgrund der Aktenlage auch nicht plausibel erscheine, dass er im 
Alter von zwei oder vier Jahren in Begleitung eines vielleicht (...)-jähri-
gen Cousins alleine nach Nigeria gereist sei,

dass der Beschwerdeführer zudem die Reisemodalitäten sehr stereo-
typ und äusserst  unsubstanziiert  geschildert  habe und über den bei 
der Reise verwendeten Pass keine Angaben zur Identität  des betref-
fenden  Inhabers  habe  machen  können,  weshalb  davon  auszugehen 
sei, dass er offensichtlich nicht bereit sei, den tatsächlichen Reiseweg 
und  die  dabei  benutzten  Reisedokumente  bekanntzumachen,  mithin 
die tatsächliche Identität  gegenüber dem BFM mit rechtsgenüglichen 
Dokumenten offenzulegen respektive nachzuweisen,

dass somit keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es ihm verun-
möglicht  hätten,  ein  rechtsgenügliches  Reise-  oder  Identitätspapier 
nachzureichen,

dass der  Beschwerdeführer keine konkreten Probleme mit  Behörden 
oder Drittpersonen geltend gemacht habe, sondern lediglich eine vage 
Befürchtung vor Problemen in Darfur geäussert habe und in Bezug auf 
Nigeria lediglich vermute, er könnte allenfalls umgebracht werden, da 
er dort als Bruder von G._______ (Cousin) bekannt sei,

dass seine Vorbringen widersprüchlich, nicht relevant und zudem un-
glaubhaft seien,

Seite 4

E-4278/2008

dass somit kein Grund bestehe anzunehmen, er sei einer Verfolgungs-
massnahme im tatsächlichen Heimatstaat ausgesetzt,

dass deshalb gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Gesuch 
nicht einzutreten sei,

dass  eine Mitwirkungs-  und  Wahrheitspflichtverletzung praxisgemäss 
den  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  verhindern  könne,  wenn  der  Be-
schwerdeführer  -  wie  vorliegend  -  eine  Prüfung,  ob ihm im Heimat- 
oder Herkunftsstaat Gefahr drohe, verunmögliche, 

dass es  nicht  Sache der  Asylbehörden sei,  nach allfälligen Wegwei-
sungshindernissen zu forschen, wenn der Beschwerdeführer im Rah-
men der Sachverhaltsermittlung keinen substanziellen Beitrag zur Dar-
legung seiner tatsächlichen Identität und allfällig vorhandener Wegwei-
sungshindernisse (beispielsweise sinngemäss tatsächliche persönliche 
und familiäre Situation, Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs) leis-
ten wolle, 

dass der Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar und möglich er-
scheine,

dass der Beschwerdeführer am 25. Juni 2008 (Postaufgabe) gegen die 
Verfügung des BFM vom 13. Juni  2008  beim Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerde  erhob und  die  Aufhebung  der  Verfügung  und  die 
Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zwecks materieller Be-
urteilung  des  Asylgesuchs,  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigen-
schaft, die Gewährung des Asyls und eventualiter - wegen Unzulässig-
keit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  -  die  Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme beantragte, 

dass in formeller Hinsicht die Anordnung vollzugshindernder Massnah-
men, Instruktionsmassnahmen im Hinblick auf weitere Abklärungen im 
Sinne von Art. 41 AsylG und Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, einschliesslich Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses, beantragt wurde,

und erwägt,

Seite 5

E-4278/2008

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat und durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass  Beschwerden  gegen  Nichteintretensverfügungen  im  Sinne  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gemäss Art. 108 Abs. 2 AsylG innert fünf 
Arbeitstagen einzureichen sind, 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  -  einer  selbständigen  materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. die nach wie 
vor zutreffende Praxis in Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1.),

dass indessen bei der Anwendung des Tatbestandes von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG vorweg über das Bestehen bzw. Nichtbeste-
hen  der  Flüchtlingseigenschaft  abschliessend  materiell  zu  entschei-

Seite 6

E-4278/2008

dend ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich 
ist,  wobei  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  Vorausset-
zung zu einem Nichteintretensentscheid nach dieser Bestimmung bil-
det (vgl. BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft - allerdings 
nur hinsichtlich der Überprüfung deren offensichtlichen Fehlens - Pro-
zessgegenstand ist (vgl. a.a.O., E. 2.1),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 
wird (Art. 111 Abs. 1 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch begründet wird (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn die asylsuchende 
Person den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung 
des Asylgesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  die 
asylsuchende Person glaubhaft  machen kann,  sie  sei  dazu aus ent-
schuldbaren Gründen nicht in der Lage, wenn auf Grund der Anhörung 
sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft fest-
gestellt wird oder wenn sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zu-
sätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 
eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3 
AsylG),

dass zunächst zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht die Auffassung 
vertreten hat, der Beschwerdeführer habe innert 48 Stunden nach Ein-
reichung seines Asylgesuchs kein rechtsgenügliches Reise- oder Iden-
titätspapier abgegeben, und bei Bejahung daraufhin die Frage zu be-

Seite 7

E-4278/2008

antworten ist, ob der Beschwerdeführer glaubhaft machen kann, dass 
er  aus entschuldbaren Gründen zur fristgerechten Abgabe der erfor-
derlichen Dokumente nicht in der Lage gewesen ist,

dass  es  sich  gemäss  dem  BVGE  2007/7  beim  Begriff  "Reise-  und 
Identitätspapiere"  um Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwand-
freie Feststellung der Identität als auch die sichere Durchführung der 
Rückschaffung ermöglichen" sollen (vgl. E. 6),

dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein Nicht-
eintretensentscheid selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender 
Ausweispapiere keine Zweifel über die Identität des oder der Asylsu-
chenden bestehen (a.a.O., E. 5.3. a.E.),

dass hinsichtlich der  Nichteinreichung von Identitätspapieren vorweg 
auf die in Chiasso und Bern protokollierten Aussagen des Beschwer-
deführers  und  auf  den  Hinweis  in  der  Beschwerde,  noch  nie  einen 
Pass  oder  eine  Nationalitätsbescheinigung  besessen  zu  haben  und 
keine Reisepapiere beschaffen zu können (vgl. Beschwerde, S. 2 Rub-
rik B Ziff. 1.a, A1 S. 4), zu verweisen ist,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und - nach 
Prüfung  der  Vorakten  und  der  eingereichten  originalen  Beweismittel 
auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  überzeugend  darge-
legt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspa-
pieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass der Beschwerdeführer in den Anhörungen nichts Substanziiertes 
zu den Reisemodalitäten (unter anderem zum Routing, zu den benutz-
ten Reiseunternehmen, zu den Zeiten, den Grenzmodalitäten, dem bei 
der Reise verwendeten Pass, den Ländern, zu weiteren Umständen in 
Nigeria etc.), den Verhältnissen im Sudan und über seine eigene Ver-
wandtschaft  und über  die  angeblichen Verfolger  des  Cousins  (Leute 
der Mafia) zu berichten wusste, 

dass unbestrittenermassen bis heute keine authentischen Reise- und 
Identitätspapiere des Beschwerdeführers vorliegen, 

dass das BFM deshalb zu Recht die vom Beschwerdeführer gemach-
ten Angaben zu den Reisemodalitäten,  seiner Identität  und Herkunft 
nicht für nachvollziehbar hält, und das Bundesverwaltungsgericht auf-
grund  der  offensichtlich  stereotypen,  unsubstanziierten,  mithin  un-

Seite 8

E-4278/2008

glaubhaften Ausführungen des Beschwerdeführers davon ausgeht, er 
habe für seine Reise vom tatsächlichen Heimatland in die Schweiz au-
thentische Identitäts-  und Reisepapiere verwendet,  welche er  jedoch 
innert 48 Stunden und bis heute in Verletzung seiner gesetzlichen Mit-
wirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen 
Behörden nicht aushändigte, 

dass  sich  an  der  erwähnten  Beurteilung  selbst  dann  nichts  ändern 
könnte, wenn der Beschwerdeführer nachträglich authentische Reise-
papiere beschafft  und eingereicht hätte, da er keine genügende Ent-
schuldigung für die Nichtabgabe von Identitätspapieren anführen konn-
te,  seine  Vorbringen  zu  den  Verfolgungs-  und  Fluchtgründen  -  wie 
nachfolgend zu begründen ist - offenkundig haltlos sind und es bei der 
48-Stunden-Frist von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht um die Beschaf-
fung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon existierenden, 
für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht (vgl. die weiter-
hin massgebliche Praxis der ARK in EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c.aa),

dass  aufgrund der pflichtwidrigen Nichtabgabe entsprechender Doku-
mente die Identität und Herkunft des Beschwerdeführers nach wie vor 
nicht feststeht,

dass weiter, unter Beachtung der in BVGE 2007/8 aufgestellten Richtli-
nien (E. 5.6) zu prüfen ist, ob auf Grund der Anhörung (und der Akten) 
weitere Abklärungen zur Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder 
von Wegweisungsvollzugshindernissen nötig sind oder gar sogleich die 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  ist  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  und  c 
AsylG), oder ob bereits aufgrund einer summarischen Prüfung festge-
stellt  werden kann,  dass  die  asylsuchende Person die  Flüchtlingsei-
genschaft offensichtlich nicht erfüllt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Rahmen einer  Gesamtwürdi-
gung der Anhörungsprotokolle und angesichts des Beschwerdeinhalts 
in  Bestätigung der vorinstanzlichen Erkenntnis  zum Schluss gelangt, 
dass  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  offenkundig 
nicht besteht und ohne grossen Begründungsaufwand ausgeschlossen 
werden kann (vgl. a.a.O., E. 5.6.6.), zumal er vage, weitgehend subs-
tanzlos und lebensfremd in Bezug auf die angeblichen Erlebnisse im 
Sudan und in  Nigeria  und seinen Bruder  oder  Cousin  berichtet  hat, 
mithin seine Schilderungen kaum Glaubhaftigkeits- und Realitätsmerk-
male beinhalten, 

Seite 9

E-4278/2008

dass angesichts seiner (...)  Jahre und der mehrjährigen Tätigkeit  als 
(...) im Geschäft des angeblich Ermordeten wenig nachvollziehbar ist, 
dass  er  bloss  über  offensichtliche  Gemeinplätze  und  detailarm über 
die  angeblichen  Wohngegenden  und  die  mit  diesen  Ereignissen 
verbundenen  Orte  berichten  kann,  und  -  wie  vom  BFM  zu  Recht 
festgestellt  wurde -  seine  Ausführungen  von Widersprüchen  geprägt 
sind,

dass der Beschwerdeführer selber angab, persönlich nie Probleme im 
Sudan oder in Nigeria seitens Dritter oder des Staates gehabt zu ha-
ben (vgl. A1 S. 6, A14 S. 5), indes diesen Punkt im Rahmen seiner Be-
schwerde zu relativieren versucht (vgl. Beschwerde, S. 3f.),

dass er eine Verfolgung durch die Mafia gegen seine Person bloss auf-
grund seiner Verwandtschaft zum Ermordeten als möglich erachtete,

dass somit den Argumenten in der Rechtsmitteleingabe nicht gefolgt 
werden kann, zumal sich die angebliche Verfolgungslage - ob sie zu-
trifft oder nicht - nicht auf sein geltend gemachtes Heimatland bezieht 
und  darüber  hinaus  keine  anderen  stichhaltigen  Argumente  vorge-
bracht werden, die die überzeugenden Erwägungen in der vorinstanzli-
chen Verfügung in Zweifel zu ziehen, geschweige denn zu entkräften 
vermögen, 

dass die  Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich  seiner  Verfol-
gungs- und Fluchtgründe somit offensichtlich die Voraussetzungen zur 
Anerkennung als Flüchtling nicht erfüllen und auch keine weiteren Ab-
klärungen notwendig erscheinen,

dass - um Wiederholungen zu vermeiden - auf die zutreffenden Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen wird,

dass deshalb keiner der drei in Art. 32 Abs. 3 AsylG aufgeführten, dem 
Regelfall des Nichteintretens bei Erfüllen des Tatbestandes von Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG entgegenstehenden Gründe vorliegt,  zumal,  wie 
sich  im Folgenden zeigen wird,  auch keine  zusätzlichen Abklärungen 
zur Feststellung eines allfälligen Wegweisungsvollzugshindernisses not-
wendig sind,

dass das BFM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu 
Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

Seite 10

E-4278/2008

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt  und der Beschwerde-
führer keinen Anspruch auf  Erteilung einer solchen hat,  weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass nicht bekannt ist, woher der Beschwerdeführer stammt,

dass Personen schwarzer Hautfarbe mit Englischkenntnissen nicht auf 
bestimmte Nationalitäten beschränkt sind (vgl. dazu auch die Formu-
larmitteilung  des  LINGUA-Dienstes  der  Vorinstanz,  A7)  und  der  Be-
schwerdeführer  selber  über  den angeblichen  Herkunftsstaat  und die 
Wohngegenden nicht überzeugende Angaben machte, 

dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Vollzug der 
Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; 
Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20),  diese  Untersu-
chungspflicht jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenze an der Mit-
wirkungspflicht des Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG), welcher auch 
die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), und es deshalb nicht Sa-
che der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen Wegweisungshinder-
nissen in hypothetischen Herkunftsländern oder Provinzen eines Lan-
des zu forschen,

dass vor diesem Hintergrund keine Wegweisungshindernisse erkenn-
bar sind,

dass der  Beschwerdeführer deshalb die  Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung der wahren Identität  zu tragen 
hat,  indem vermutungsweise davon auszugehen ist,  es würden einer 
Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat keine landes- oder völ-
kerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG 
i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG entgegenstehen (vgl. auch EMARK 2005 Nr. 1 
E. 3.2.2 S. 5 f. zur damals gültigen entsprechenden Gesetzesbestim-
mung Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

Seite 11

E-4278/2008

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserhebli-
chen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unange-
messen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass aufgrund der vorstehenden Erwägungen keine Veranlassung be-
steht, den Sachverhalt zwecks zusätzlicher Abklärungen zur Feststel-
lung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshin-
dernisses an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Beschwerde, S. 2), 
weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist,

dass eine Partei,  die  nicht  über die erforderlichen Mittel  verfügt,  auf 
Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird, sofern 
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG),

dass die vorliegende Beschwerde, wie oben aufgezeigt, als aussichts-
los zu bezeichnen und damit mindestens eine der beiden Vorausset-
zungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht  erfüllt 
ist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist,

dass mit dem Entscheid in der Sache selbst die sinngemässen Gesu-
che um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses (vgl. Art. 63 
Abs.  4  VwVG)  und  vollzugshindernde  Massnahmen  gegenstandslos 
werden, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 16  Abs. 1  Bst.  a  VGG i.V.m.  Art. 1  bis 3  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

Seite 12

E-4278/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- das Migrationsamt des Kantons K._______ (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

Versand: 

Seite 13