# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2892324c-48bf-5d99-b4b7-67c4ad64742f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.12.2018 200 2016 1029
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1029_2018-12-18.pdf

## Full Text

200 16 1029 IV
KNB/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Dezember 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. September 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/16/1029, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Oktober 2004 unter Hinweis auf jahrelange Rücken-
schmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV [act. II] 2). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen 
und lehnte das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 13. Dezember 2005 
ab (act. II 20). Mit Einspracheentscheid vom 4. Mai 2006 (act. II 26) 
bestätigte sie die Ablehnung.

Im November 2014 ersuchte die Versicherte die IVB erneut um Zuspre-
chung von Leistungen, wobei sie angab, unter einer Hirnerschütterung, 
extremer Klaustrophobie sowie Angstzuständen zu leiden (act. II 28). Die 
IVB nahm medizinische und erwerbliche Abklärungen vor; insbesondere 
holte sie bei der MEDAS C.________ (MEDAS) ein vom 4. Februar 2016 
datierendes interdisziplinäres Gutachten ein (Akten der IV [act. IIA] 70.1). 
Gestützt darauf forderte die IVB die Versicherte mit Schreiben vom 16. Fe-
bruar 2016 (act. IIA 75) auf, sich einer dreimonatigen Entzugsbehandlung 
(Opioide, Seditiva oder Hypnotika) zu unterziehen, woraufhin diese sich im 
April/Mai 2016 in stationäre psychiatrische Behandlung begab (vgl. act. IIA 
95 S. 8 ff.). Mit Vorbescheid vom 3. August 2016 (act. IIA 97) stellte die IVB 
die Ablehnung des Leistungsgesuchs (berufliche Massnahmen, Rente) 
mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aussicht. Nach dage-
gen vorgebrachten Einwänden (act. IIA 101) verfügte sie am 27. Septem-
ber 2016 (act. IIA 106) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 25. Oktober 2016 Beschwerde mit dem An-
trag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr berufli-
che Massnahmen, eventualiter eine Rente zuzusprechen. Subeventualiter 

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sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zu weiterer Abklärung 
zurückzuweisen.

Mit Eingabe vom 22. November 2016 reichte die Beschwerdeführerin einen 
Bericht des Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, vom 28. Oktober 2016 zu den Akten (Beschwerdebeilage [act. I] 3).

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 25. No-
vember 2016 die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 24. März 2017 reichte die Beschwerdegegnerin ein im 
Auftrag der zuständigen Krankentaggeldversicherung erstelltes Gutachten 
von Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 13. März 2017 zu den Akten.

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. August 2018 erteilte der Instruk-
tionsrichter der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme zum 
psychiatrischen Gutachten vom 13. März 2017 auch im Lichte von 
BGE 143 V 409 und 418.

Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Eingabe vom 12. Oktober 2018 auf 
weitere Ausführungen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. September 2016 
(act. IIA 106). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers 
gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer 
objektivierten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der 
versicherten Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und 
die materielle Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 
S. 110).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen 
(BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 

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sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades Erwerbstätiger wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

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2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.8 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, ist das Glaubhaftmachen 
vom Gericht nicht zu prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Nach dem Eintreten auf die Neuanmeldung hat die Verwaltung die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Er-
lass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren 
hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch 
zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine ren-
tenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, 
und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche mate-
rielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; 
SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 

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Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom November 2014 (act. II 28) eingetreten ist und den Leistungsanspruch 
(berufliche Massnahmen, Rente) in der angefochtenen Verfügung vom 
27. September 2016 (act. IIA 106) materiell geprüft hat. Die Eintretensfrage 
ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (vgl. E. 2.8 hiervor). 
Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen 
dem Einspracheentscheid vom 4. Mai 2006 (act. II 26) und der Verfügung 
vom 27. September 2016 (act. IIA 106) eine (wesentliche) Veränderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise zu beein-
flussen.

Nachdem die Beschwerdeführerin zuvor während mehrerer Jahre nicht 
(mehr) erwerbstätig gewesen war, hat sie im Jahr 2010 wiederum eine Er-
werbstätigkeit aufgenommen (vgl. act. II 50 S. 3). Das letzte Arbeitsverhält-
nis bei der ... wurde sodann von der Arbeitgeberin per 30. April 2015 auf-
gelöst (act. II 57.4 S. 1). Damit ist ein erwerblicher Revisionsgrund ausge-
wiesen und der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht 
allseitig neu zu prüfen (vgl. E. 2.8 hiervor).

3.2 In medizinischer Hinsicht erging die angefochtene Verfügung vom 
27. September 2016 (act. IIA 106) im Wesentlichen gestützt auf die folgen-
den Unterlagen:

3.2.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte 
im Bericht vom 23. Februar 2015 (act. II 48 S. 7 ff.) Schulter- und Nacken-
beschwerden im Anschluss an eine unverschuldete Auffahrkollision am 
22. Mai 2014, eine depressive Entwicklung und Fibromyalgie. Die seit Jah-
ren bekannten Schulter- und Nackenbeschwerden hätten sich massiv ver-
stärkt. Radiologisch habe keine frische Fraktur der Hals- oder Brustwir-
belsäule nachgewiesen werden können. Ein ursprünglich vereinbarter Ar-

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beitsversuch sei gescheitert. Weiterhin sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 
100 % auszugehen.

3.2.2 Dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. D.________ 
vom 3. März 2015 (act. II 49) sind die Diagnosen Panikstörung (ICD-10: 
F41.0) und Anpassungsstörung mit verlängerter depressiver Reaktion 
(ICD-10: F43.21) zu entnehmen. Ab dem 1. Dezember 2014 (Behand-
lungsbeginn) liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor.

3.2.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, hielt im Bericht 
vom 28. August 2015 (act. II 57.3 S. 1 f.) fest, die Patientin schildere chro-
nische Nacken- und Kopfschmerzen, die seit dem Auffahrunfall vom 
22. Mai 2014 verstärkt seien. Die neurologische Untersuchung habe keine 
Hinweise auf eine symptomatische Kopfwehursache oder eine Radikulo- 
oder Myelopathie ergeben. Das MRI vom 10. April 2015 zeige degenerative 
Veränderungen der Wirbelkörper und Bandscheiben im mittleren HWS-
Bereich, welche allerdings das Ausmass der Schmerzen nicht erklären 
dürften. Es liege eine Schmerzverarbeitungsstörung und Symptomauswei-
tung vor, auch ergebe sich der Verdacht auf eine deutliche depressive 
Störung. Zur Vermeidung von Medikamenten-Übergebrauchs-
Kopfschmerzen empfahl Dr. med. G.________ eine Reduktion des Analge-
tika-Konsums.

3.2.4 Dem MEDAS-Gutachten vom 4. Februar 2016 (act. IIA 70.1) sind 
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu ent-
nehmen (S. 41 f.):

- Ausgedehntes Schmerzsyndrom
- cervikalbetontes panvertebrales Syndrom
- mit cephaler Schmerzkomponente
- mit muskulärer Dysbalance des Schultergürtels
- periartikuläre Schmerzareale Schultern beidseits, Epicondylopathia 

humeri medialis und lateralis beidseits
- Styloidopathia ulnae et radii beidseits
- Periarthropathia coxae beidseits, Periarthropathia genus beidseits
- diffuse Druckdolenz der Arm- und Beinmuskulatur beidseits

- Chronische Cephalea, DD: aktuell als Analgetika-induzierter Kopf-
schmerz (MÜKS)

- Störungen durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F11.25)
- Störungen durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom 

(ICD-10: F13.25)
- Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/16/1029, Seite 11

Vor allem aus psychischen Gründen mit der Suchtproblematik sei die Ar-
beitsfähigkeit aktuell vollständig aufgehoben. Aus rein somatischer Sicht 
wäre eine solche von ca. 80 % gegeben, begründet durch einen leicht ver-
mehrten Pausenbedarf. Schwere bis mittelschwere Arbeit sei nicht möglich. 
Arbeiten als Kassiererin und auch die grosse Mehrheit der Arbeiten im 
Haushalt wären in diesem Rahmen aus somatischer Sicht möglich. Damit 
wäre auch ein leicht vermindertes Rendement abgegolten (S. 45). Es 
müsste unbedingt ein unter stationären Bedingungen durchgeführter Ben-
zodiazepin- und Opioid-Entzug durchgeführt werden. Erst nach Absetzen 
dieser Substanzen könnten weitere notwendige Schritte bezüglich der 
psychiatrischen Behandlung geplant und durchgeführt werden (S. 45). Ob 
eine weitere psychiatrische Diagnose im Sinne einer somatoformen 
Schmerzstörung vorliege, könne erst nach dem Absetzen der Benzodiaze-
pine und Opioide beurteilt werden (S. 40).

3.2.5 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im zu Handen der Taggeldversicherung erstellten Gut-
achten vom 15. April 2016 (act. IIA 93.2) eine mittelgradige depressive Epi-
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), DD: Chronische 
Schmerzstörung mit somatischen, sozialen und psychischen Faktoren 
(ICD-10: F45.41), DD: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 
F45.4). Die Arbeitsfähigkeit in der beruflichen Tätigkeit als ... sei anhand 
der objektiven und semi-objektiven Befunde, der Krankheitsentwicklung 
und der aktuell angegebenen Beschwerden sowie nach Selbsteinschät-
zung erheblich und zu 100 % eingeschränkt. Mit einer ambulanten verhal-
tens- und psychotherapeutischen Behandlung (u.a. bei Absetzen der aktu-
ellen Analgetika) könnte erfahrungsgemäss nach zwei bis vier Monaten mit 
einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes gerechnet werden. 
Bei einem günstigen Verlauf könnte mit einer Arbeitsaufnahme zu 50 % 
ihres 39 %-igen Arbeitspensums innerhalb von zwei bis vier Monaten mit 
Steigerung des Arbeitspensums um 25 % gerechnet werden.

3.2.6 Dem Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste I.________ vom 
1. Juni 2016 (act. IIA 95 S. 8 ff.) sind die Diagnosen chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

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psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), zu entnehmen. Die Patientin ha-
be sich während der gesamten Hospitalisation (19. April bis 19. Mai 2016) 
zumeist leidend, schmerzgeplagt und in ihrer Alltagsgestaltung deutlich 
eingeschränkt präsentiert. Die bestehende Symptomatik mit Kopf- und Kör-
perschmerzen, Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten sei im Rah-
men einer chronischen somatoformen Schmerzstörung gewertet worden. 
Dies insbesondere auch, da die Schmerzen stark mit einer emotionalen 
Belastung zusammengehangen seien und vollumfängliche Abklärungen 
bislang keine hinreichende Erklärung für die Symptomatik ergeben hätten. 
Insgesamt hätten sich ein doch erheblicher sekundärer Krankheitsgewinn 
(starke Fürsorge durch die Familie) sowie Vermeidungstendenzen gezeigt. 
Darüber hinaus habe ein schwer depressives Zustandsbild mit Freudlosig-
keit, Antriebsminderung, stark eingeschränkter Schwingungsfähigkeit und 
Zukunftsängsten bestanden. Anamnestisch habe die Patientin von einer 
Agoraphobie mit Panikattacken berichtet, welche während der Hospitalisa-
tion nicht beobachtet worden sei. Es sei eine antidepressive Therapie initi-
iert worden. Im Verlauf der Hospitalisation sei eine deutliche Verbesserung 
des Zustandsbildes eingetreten.

Im Bericht der psychiatrischen Dienste I.________ vom 4. Juli 2016 (act. 
IIA 95 S. 1 ff.) wurde für den Zeitraum der Hospitalisation (19. April bis 
19. Mai 2016) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Leistungs-
fähigkeit sei insgesamt stark eingeschränkt. Die formalgedankliche Einen-
gung auf die Schmerzen dürfte sich ebenfalls negativ auf die Arbeitsfähig-
keit auswirken. Die Patientin sei vermindert leistungsfähig, unkonzentriert 
und nicht in der Lage, für eine längere Zeit in einer Position auszuharren. 
Die Wiederaufnahme der Tätigkeit als Kassiererin sei derzeit nicht realis-
tisch (zu hohe Anforderungen an Konzentration, langes Sitzen, Reizüberflu-
tung). 

3.2.7 Im Gutachten vom 13. März 2017 (Akten der IV [act. IIB 1]) ge-
langte Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, zum Schluss, es liege keine versicherungspsychiatrisch relevante Dia-
gnose mit eigenständigem Krankheitswert mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit gemäss ICD-10 vor (S. 16). Die in der Vergangenheit attestierte 
und bestätigte Depression zeige sich zum heutigen Zeitpunkt unter der 

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ambulanten psychiatrischen Behandlung mit Gesprächsfrequenz von ein-
mal pro Monat und der niedrig/minimal-dosierten Saroten-Medikation 
vollständig remittiert. Bezüglich der anamnestisch berichteten und doku-
mentierten Panikstörung (bei Agoraphobie) lasse sich zusammenfassen, 
dass zum Zeitpunkt der Untersuchung diese nicht konkret anhand einer 
typischen Symptomatologie habe erfasst werden können. Die Angaben der 
Explorandin seien nicht typisch für eine Panikstörung. In den Arztberichten 
sei diese Diagnose zwar angegeben worden, es fehlten allerdings durch-
gehend der dazu korrelierende psychopathische Befund, aus welchem sich 
die Diagnose ableiten lasse, sowie eine eingehende Diskussion und Be-
schreibung anhand der Kriterien der ICD-10. Woraus diese Diagnose letzt-
lich abgeleitet worden sei, bleibe somit unklar und lasse sich retrospektiv 
nicht rekonstruieren (S. 13). Hinweise für eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung hätten nicht vorgelegen. Allein die subjektive Äusserung 
von Schmerzen reiche zur entsprechenden Diagnosestellung nicht aus 
(S. 15). Eine ängstliche oder neurotische Verarbeitung der Schmerzen oder 
einer andere pathologische Schmerzverarbeitung liege nicht vor. Vielmehr 
sei in nahezu allen Berichten von einem sekundären Krankheitsgewinn 
berichtet worden. Es sei eine gewisse Forderungshaltung und Beharrlich-
keit aufgefallen (S. 16).

3.3 Aus den medizinischen Akten erhellt, dass die von der Beschwer-
deführerin beklagten Schmerzen – insbesondere im Kopf- und Nackenbe-
reich sowie in den oberen Extremitäten und im Rücken – nicht auf ein or-
ganisches Substrat zurückzuführen sind. Zwar zeigten sich in den bildge-
benden Untersuchungen (act. II 57.3 S. 3 f.) gewisse degenerative Verän-
derungen in der Halswirbelsäule, wobei sich jedoch gemäss Beurteilung 
des rheumatologischen Gutachters keine Hinweise für radikuläre Reiz- 
oder Ausfallphänomene fanden (act. IIA 70.1 S. 27). Auch aus neurologi-
scher Sicht konnte das ausgedehnte Schmerzsyndrom mit Schwerpunkt im 
Nacken- und Kopfbereich nicht erklärt werden (act. IIA 70.1 S. 32). Die gut-
achterlichen Einschätzungen stimmen überein mit derjenigen von Dr. 
med. G.________, der die Schmerzen einer Schmerzverarbeitungsstörung 
und einer Symptomausweitung zuordnet (act. II 57.3 S. 2). Insofern ist den 
MEDAS-Gutachtern nicht zu folgen, soweit sie aus rein somatischer Sicht – 

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ohne dies nachvollziehbar und einleuchtend zu begründen – eine Arbeits-
unfähigkeit von 20 % attestierten (act. IIA 70.1 S. 45).

3.4 In psychiatrischer Hinsicht ist zunächst festzustellen, dass die vom 
behandelnden Psychiater Dr. med. D.________ postulierte Diagnose einer 
Panikstörung (ICD-10: F41.0) nicht nachvollziehbar begründet worden ist. 
Dieser gibt im Bericht vom 3. März 2015 (act. II 49) lediglich die ihm von 
der Beschwerdeführerin geschilderten Beeinträchtigungen wieder (Panikat-
tacken im Auto, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in geschlossenen Räu-
men). Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den subjektiv geschilderten 
Symptomen als auch mit den objektivierbaren Befunden bzw. dem Psycho-
status anhand der einschlägigen diagnostischen Leitlinien findet sich darin 
nicht (vgl. dazu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifi-
kation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische 
Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 196). Während des einmonatigen Aufenthaltes 
in den psychiatrischen Diensten I.________ (19. April bis 19. Mai 2016) 
konnten von den behandelnden Ärzten denn auch keine Panikattacken 
beobachtet werden (act. IIA 95 S. 10). Die MEDAS-Gutachter erachteten 
eine unkontrollierte massive Einnahme von Benzodiazepinen und Opioiden 
als Hauptursache der seitens der Beschwerdeführerin geschilderten Angst-
symptomatik; eine Angststörung diagnostizierten sie hingegen nicht (act. 
IIA 70.1 S. 39). Diesem Medikamentenmissbrauch kommt vorliegend man-
gels besonderer Umstände (vgl. BGE 124 V 265 E. 3c S. 268; SVR 2016 IV 
Nr. 3 S. 7 E. 2.2.1) keine Bedeutung zu, zumal die im Rahmen der statio-
nären Behandlung in den psychiatrischen Diensten I.________ untersuchte 
Urinprobe hinsichtlich der von den MEDAS-Gutachtern als problematisch 
angesehenen Substanzen negativ ausgefallen ist (act. IIA 95 S. 10). Über-
einstimmend gehen sowohl die MEDAS-Gutachter, als auch die behan-
delnden Ärzte der psychiatrischen Dienste I.________ sowie der Gutachter 
Dr. med. H.________ von einem Schmerzgeschehen und einer depressi-
ven Symptomatik – wenn auch unterschiedlich diagnostiziert – aus (act. IIA 
70.1 S. 41 f.; 93.2 S. 9; 95 S. 8). Anhand des strukturierten Beweisverfah-
rens nach BGE 141 V 281 ist nachfolgend zu prüfen, ob diese psychischen 
Gesundheitsschäden eine leistungsbegründende Invalidität zu bewirken 
vermögen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429; vgl. E. 2.2.1 hiervor).

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3.5 Vorab nachzugehen ist der Frage, ob die diagnostizierten psychia-
trischen Störungen unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhalten (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Diesbezüglich ist augen-
fällig, dass sich aus den medizinischen Unterlagen diverse Hinweise auf 
Inkonsistenzen und Aggravation ergeben. Die MEDAS-Gutachter hielten 
fest, bei der Anamnese und bei der Untersuchung sei eine deutliche Inkon-
sistenz bzw. sogar Diskrepanz bei Angaben und Befunden aufgefallen (act. 
IIA 70.1 S. 43). Bei den Beschwerden dominiere eine deutliche Regression, 
zum Teil in Form einer grossen Selbstlimitierung, die dazu führe, dass die 
Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben offenbar nicht mehr in der La-
ge sein solle, im Haushalt auch nur die geringsten Arbeiten auszuführen 
(act. IIA 70.1 S. 44). Im Rahmen der allgemeinmedizinisch/internistischen 
Untersuchung sei vor allem ein "Sichverweigern" aufgefallen. Die Aussa-
gen der Probandin müssten als bewusst spärlich und ungenau geäussert 
bezeichnet werden und würden hinter einem "Vergessenhaben" kaschiert. 
Ausserdem seien ein wiederholtes Aufbrausen und ein fordernder, aggres-
siver Tonlaut aufgefallen (act. IIA 70.1 S. 20). Auffällig ist, dass die Be-
schwerdeführerin gegenüber den verschiedenen Ärzten angegeben hat, die 
von ihr geklagten Beschwerden seien erst nach dem Unfall vom 22. Mai 
2014 aufgetreten und sie hätte vorher nie psychische Probleme gehabt 
(act. IIA 70.1 S. 34; 93.2 S. 13, 14 f.; 95 S. 9). Dies steht in einem offen-
sichtlichen Widerspruch zur Tatsache, dass sie sich bereits im Jahr 2004 
wegen einer Schmerzproblematik, aufgrund welcher vom behandelnden 
Arzt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war (act. II 7 S. 5 
ff.), zum Leistungsbezug bei der IV angemeldet hatte (act. II 2). Dr. med. 
H.________ stellte im Verlaufe der Untersuchung Hinweise für ein theatra-
lisches und histrionisches Verhalten fest (act. IIA 93.2 S. 6). In der Unter-
suchungssituation habe sich keine Schonhaltung für die angegebenen Na-
cken- und Kopfschmerzen gezeigt. Die depressive Stimmung könne nicht 
ganz nachvollzogen werden, so habe sich die Versicherte im Verlaufe der 
Untersuchung bei standardmässigen Fragen für eine psychiatrische Unter-
suchung psychomotorisch unruhig und verbal aggressiv sowie logorrhoisch 
präsentiert. Der Antrieb sei durchaus erhalten gewesen (act. IIA 93.2 
S. 14). Im Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste I.________ vom 
1. Juni 2016 wurde über einen doch erheblichen sekundären Krankheits-
gewinn (starke Fürsorge durch die Familie) sowie Vermeidungstendenzen 

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berichtet (act. IIA 95 S. 10). Die MEDAS-Gutachter führten diesbezüglich 
aus, nach dem Unfall habe eine massive Regression der Versicherten 
stattgefunden, die dazu geführt habe, dass die ganze Familienaufmerk-
samkeit bei ihr liege, bis zum Umstand, dass offenbar die jüngste Tochter 
ihre Ausbildung zu Gunsten der Pflege der Mutter unterbrochen habe. Hier 
lägen unbewusste Bedürfnisse nach Versorgung und Angst vor dem nächs-
ten Lebensabschnitt vor, indem die Kinder aus dem Haus gingen und die 
Versicherte alleine im Haus zurückbleibe. Dies umso mehr, als ihre Ge-
schwister alle nicht in der Schweiz lebten. Die Versicherte habe sich ganz 
in die Krankenrolle hineingegeben und sei dort stark fixiert (act. IIA 70.1 
S. 39). Das Beschwerdebild ist damit offensichtlich geprägt von Selbstlimi-
tierung in Form passiv-aggressiven Verharrens in der Meinung, dass sie 
durch die Ärzte geheilt werden müsse. So hat sich die Beschwerdeführerin 
in der Untersuchung gemäss Dr. med. H.________ fordernd präsentiert 
und vom Gutachter Heilung und keine psychiatrische Untersuchung ver-
langt (act. IIA 93.2 S. 15 f.); auch während der allgemeinmedizi-
nisch/internistischen Untersuchung bei der MEDAS hat sie sich dahinge-
hend geäussert (act. IIA 70.1 S. 19). Gegenüber den Ärzten der psychiatri-
schen Dienste I.________ nahm sie bezüglich psychotherapeutischer In-
terventionen unter Verweis auf körperliche Symptome und Konzentrations-
schwierigkeiten eine ablehnende Haltung ein (act. IIA 95 S. 11). Dabei 
könnte mit einer psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung 
mit Einsatz von verhaltenstherapeutischen Interventionen unterstützt mit 
Psychopharmaka die Prognose als günstig eingestuft werden (act. IIA 93.2 
S. 15). Dies stimmt mit der Feststellung der Ärzte der psychiatrischen 
Dienste I.________ überein, wonach die Versicherte von der Initiierung 
einer antidepressiven Therapie mit Saroten profitiert und woraus sich im 
Verlauf der Hospitalisation eine deutliche Verbesserung des Zustandsbil-
des ergeben habe (act. IIA 95 S. 10 f.). Nichts anderes geht aus dem Gut-
achten von Dr. med. E.________ vom 13. März 2017 hervor, gemäss wel-
chem sich die in der Vergangenheit attestierte Depression unter der ambu-
lanten psychiatrischen Behandlung als remittiert gezeigt habe (act. IIB 1 
S. 13). Zwar wurde dieses Gutachten nach Verfügungserlass vom 27. Sep-
tember 2016 (act. IIA 106) erstellt, nichtsdestotrotz bestätigt dies die von 
Dr. med. H.________ als günstig erachtete Prognose. Insgesamt verbietet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2018, IV/16/1029, Seite 17

sich angesichts dieser Ausschlussgründe die Annahme einer invalidisie-
renden Gesundheitsbeeinträchtigung.

3.6 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin das Leistungs-
gesuch mit Verfügung vom 27. September 2016 (act. IIA 106) zu Recht 
abgelehnt. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen. 

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.