# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcd7e188-f57e-58ac-a600-8a25344f4a84
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2020 D-3849/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3849-2020_2020-08-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3849/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Mia Fuchs,  

mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;  

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 28. Juli 2020 / N (…). 

 

 

D-3849/2020 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 2. Juli 2020 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass in der Folge festgestellt wurde, dass er bereits am 23. Juli 2003 unter 

der Identität B._______, geb. (…), in der Schweiz um Asyl ersucht hatte, 

wobei das Gesuch infolge seiner unkontrollierten Abreise am 8. Januar 

2004 abgeschrieben worden war,  

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 25. September 2010 in Spa-

nien ein Asylgesuch gestellt hatte,  

dass das SEM dem Beschwerdeführer am 9. Juli 2020 im Rahmen eines 

Dublin-Gesprächs das rechtliche Gehör gewährte zu einer möglichen Zu-

ständigkeit von Frankreich oder Spanien für die Behandlung seines Asyl-

gesuchs sowie zu seinem gesundheitlichen Zustand,  

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen darlegte, er habe seinen Hei-

matstaat erstmals im Jahr 2001 verlassen und sei in die Schweiz gekom-

men,  

dass er später nach Frankreich gegangen sei, wo er eine Frau geheiratet 

und drei Kinder bekommen habe; er habe vorwiegend in C._______ ge-

wohnt, stets gearbeitet und über einen bis 2014 gültigen Aufenthaltstitel 

verfügt,  

dass er im Jahr 2010 mit dem Flugzeug nach Spanien gereist sei, wo er 

verhaftet und gezwungen worden sei, einen Asylantrag zu stellen,  

dass er nach fünf Tagen wieder nach Frankreich zurückgekehrt sei,  

dass er vor fünf bis sieben Monaten von Frankreich nach Algerien ausge-

schafft worden sei und vor etwa einem Monat per Boot wiederum nach 

Spanien und von dort per Zug über Frankreich in die Schweiz gereist sei,  

dass er weder nach Frankreich noch nach Spanien zurückkehren wolle, da 

in Frankreich die Gesetze nur gegen ihn verwendet worden seien und er 

sich in Spanien nicht lange aufgehalten habe,  

D-3849/2020 

Seite 3 

dass es ihm gesundheitlich nicht gut gehe, er (…) sei und (…) habe, zurzeit 

jedoch keine Medikamente einnehme,  

dass das SEM die spanischen Behörden am 17. Juli 2020 um Übernahme 

des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte und 

die spanischen Behörden das Übernahmeersuchen am 21. Juli 2020 gut-

hiessen,  

dass die französischen Behörden auf ein entsprechendes Informationser-

suchen vom 17. Juli 2020 hin die schweizerischen Behörden darüber in 

Kenntnis setzten, dass der Beschwerdeführer erstmals im Jahr 2003 in 

Frankreich eingereist sei, nie um Asyl nachgesucht habe und zurzeit nicht 

im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung sei,  

dass das SEM mit Verfügung vom 28. Juli 2020 – eröffnet am 30. Juli 2020 

– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Spanien an-

ordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung das SEM mit Schreiben vom 

30. Juli 2020 darüber in Kenntnis setzte, dass das Mandat beendet sei,  

dass der Beschwerdeführer mit undatierter Eingabe (Eingang beim Bun-

desverwaltungsgericht am 31. Juli 2020) gegen diesen Entscheid Be-

schwerde erhob und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe-

ben und sein Asylgesuch sei in der Schweiz zu prüfen,  

dass er gleichzeitig um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, unentgeltli-

che Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

ersuchte,  

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Seite 4 

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung mit su-

perprovisorischer Massnahme vom 31. Juli 2020 per sofort einstweilen 

aussetzte,  

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht gleichen-

tags in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

dass die Beschwerdeeingabe nicht unterzeichnet war, weshalb die Instruk-

tionsrichterin den Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 4. August 

2020 aufforderte, innert drei Tagen ab Erhalt der Verfügung eine Beschwer-

deverbesserung (Anbringen einer Originalunterschrift auf der Rechtsmittel-

eingabe) einzureichen,  

dass die Verfügung dem Beschwerdeführer am 12. August 2020 im Aus-

schaffungsgefängnis D._______ ausgehändigt wurde,  

dass der Beschwerdeführer dem Gericht eine undatierte Eingabe (Eingang 

beim Bundesverwaltungsgericht am 14. August 2020) mit der Überschrift 

"Demande de prolongation de la décision de renvoi" zukommen liess und 

um mehr Zeit für die Einreichung von weiteren Dokumenten – namentlich 

die Geburtsurkunden seiner Kinder – ersuchte,  

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass die Beschwerde fristgerecht eingereicht wurde (Art. 108 Abs. 3 

AsylG),  

dass die Beschwerdeeingabe keine Originalunterschrift trägt und der Be-

schwerdeführer auf die Aufforderung zur Beschwerdeverbesserung hin le-

diglich ein eigenhändig unterzeichnetes Schreiben einreichte, in welchem 

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Seite 5 

er um Fristverlängerung zur Beibringung von weiteren Beweismitteln er-

suchte,  

dass somit zwar keine vom Beschwerdeführer unterzeichnete Rechtsmit-

teleingabe vorliegt, die Anforderungen an die Form der Beschwerde 

(Art. 52 Abs. 1 VwVG) aber mit der Originalunterschrift auf dem am 14. Au-

gust 2020 beim Bundesverwaltungsgericht eingegangenen Schreiben als 

erfüllt zu betrachten sind (vgl. dazu Entscheide und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 16 E. 2b – e),  

dass daher auf die Beschwerde einzutreten ist,  

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz des Gerichts grundsätzlich auf die Frage be-

schränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetre-

ten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates 

die Zuständigkeitskriterien gemäss der Dublin-III-VO prüft,  

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird,  

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Seite 6 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind,  

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie 

vorliegend – demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeits-

prüfung nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 

E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-

rodac"-Datenbank ergab, dass dieser am 25. September 2010 in Spanien 

ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das SEM die spanischen Behörden am 17. Juli 2020 gestützt auf die 

Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte, 

dass die spanischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 21. Juli 

2020 zustimmten, 

dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Spanien ein Asylgesuch ein-

gereicht zu haben,  

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Spaniens somit gegeben ist,  

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Spanien weise systemische 

Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, 

dass der Beschwerdeführer in der Begründung der Rechtsmitteleingabe 

lediglich vorbrachte, er habe Kinder in Frankreich und möchte noch Doku-

mente beibringen,  

dass er in seiner am 14. August 2020 beim Bundesverwaltungsgericht ein-

gegangenen Eingabe bekräftigte, er möchte mehr Zeit, um die Geburtsur-

kunden seiner Kinder einzureichen – als Beweis dafür, dass diese die fran-

zösische Staatsbürgerschaft hätten, in Frankreich leben würden und dass 

er deren Vater sei – sowie um weitere sehr wichtige Dokumente beizubrin-

gen,  

dass nicht ersichtlich ist, inwiefern die vom Beschwerdeführer in Aussicht 

gestellten Geburtsurkunden eine Zuständigkeit der Schweiz für die Prüfung 

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Seite 7 

seines Asylgesuchs begründen oder einer Wegweisung nach Spanien ent-

gegenstehen könnten,  

dass der Beschwerdeführer nicht darlegt, welche weiteren "sehr wichtigen" 

Dokumente er noch einreichen möchte und weshalb diese für das vorlie-

gende Verfahren von Relevanz sein könnten,  

dass sein Antrag auf Verlängerung respektive Ansetzung einer Frist zur 

Einreichung von weiteren Beweismitteln daher abzuweisen ist,  

dass sich den Eingaben auf Beschwerdeebene keine Argumente entneh-

men lassen, welche gegen die Zuständigkeit Spaniens für die Behandlung 

des Asylgesuchs sprechen könnten,  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung aus humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren vorbrachte, er 

habe gesundheitliche Probleme,  

dass Spanien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden kann, Spanien anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

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26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die spanischen Behörden würden sich weigern ihn wieder aufzu-

nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der 

Regeln der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Spanien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement miss-

achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein 

Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-

fährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden, 

dass sich den Akten entnehmen lässt, dass der Beschwerdeführer eigenen 

Angaben zufolge unter (…) leidet – welche in der Schweiz nicht ärztlich 

bestätigt wurde – sowie über psychische Probleme (…) und einen (…) 

verfügt (vgl. SEM-Akte […]-30/2),  

dass er am 22. Juli 2020 wegen des Verdachts auf einen (…) notfallmässig 

ins (…) eingewiesen wurde, wobei – unteranderem aufgrund der mangel-

haften Kooperation des Beschwerdeführers – keine eingehende Anam-

nese erfolgen konnte und ein eindeutiger Befund nicht möglich war (vgl. 

SEM-Akte […]-36/3),  

dass der Bericht des (…) vom 22. Juli 2020 weiter festhält, dass der Be-

schwerdeführer weitere Untersuchungen abgelehnt habe, zurück ins Asyl-

zentrum habe gehen wollen sowie angegeben habe, er fühle sich gut und 

habe keine Beschwerden mehr (vgl. SEM-Akte […]-36/3),  

dass gemäss Rechtsprechung eine zwangsweise Rückweisung von Per-

sonen mit gesundheitlichen Problemen nur dann einen Verstoss gegen 

Art. 3 EMRK darstellen kann, wenn gewichtige Gründe dafür sprechen, 

dass eine tatsächliche Gefahr (real risk) einer solchen Verletzung besteht, 

dass dies unter anderem der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 mit Hinweisen auf die Praxis 

des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]), 

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Seite 9 

dass der EGMR ausgehend von seiner bisherigen Rechtsprechung hin-

sichtlich der Anforderungen an die Abschiebung schwerkranker Personen 

im Urteil P. gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10, präzisierend 

festgehalten hat, dass eine Abschiebung nicht nur unzulässig sei, wenn der 

Tod der abzuschiebenden ausländischen Person unmittelbar bevorstehe; 

besondere Ausnahmefälle, die einer Abschiebung entgegenstehen könn-

ten, seien auch dann anzunehmen, wenn schwerkranken Personen im 

Falle einer Abschiebung eine baldige und wesentliche Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustandes drohe, 

dass angesichts der vom Beschwerdeführer geltend gemachten gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen kein Grund zur Annahme besteht, ihm drohe 

bei einer Überstellung nach Spanien ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK,  

dass im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Spanien über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur verfügt, 

dass kein Anlass zur Annahme besteht, Spanien komme seinen Verpflich-

tungen in Bezug auf die medizinische Versorgung und Unterstützung ge-

mäss Art. 19 Aufnahmerichtlinie nicht ausreichend nach, 

dass das SEM zu Recht darauf hingewiesen hat, dass die aktuelle Lage in 

Spanien im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie einer Überstel-

lung nach Spanien nicht entgegensteht, da es sich dabei nach der Praxis 

des Bundesverwaltungsgerichts um ein bloss temporäres Vollzugshinder-

nis handelt, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu 

tragen ist (vgl. etwa Urteil des BVGer E-1725/2020 vom 28. April 2020 

S. 12 m.H.),  

dass weder den Angaben des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Ver-

fahren noch in der Beschwerdeschrift sonstige konkrete Gründe zu entneh-

men sind, die gegen den Vollzug der Wegweisung nach Spanien sprechen 

könnten, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

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Seite 10 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- o-

der Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Spanien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung 

des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist und der mit superprovisorischer Massnahme vom 

31. Juli 2020 angeordnete Vollzugstopp dahinfällt,  

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Verzicht auf Erhebung 

eines Kostenvorschusses mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos 

wird,  

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-

zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als von vorneherein aussichtlos zu bezeichnen waren, wes-

halb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Der Antrag auf Ansetzung einer Frist zur Einreichung von weiteren Beweis-

mitteln wird abgewiesen.  

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mia Fuchs Regula Aeschimann