# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6204219d-7893-5148-b889-9d9000c828df
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.05.2013 S 2012 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-31_2013-05-02.pdf

## Full Text

S 12 31

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. Mai 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente (Einstellung)

1. … ist von Beruf gelernter Polier und war als Grundbau-Polier im Spezialbau 

tätig. Seit August 2001 leidet er an einem fibromyalgieformen Beschwerdebild 

unklarer Genese.

2. Seit 1. Januar 2004 bezog er eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung 

und ab 1. März 2004 eine ganze IV-Rente. Mit Verfügung der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) vom 1. Oktober 2010 wurde die 

Invalidenrente von … vorsorglich per 31. Mai 2010 eingestellt. 

3. Im August 2006 gründete seine Ehefrau, …, die … AG. Der Firmensitz befindet 

sich an der Wohnadresse der Ehegatten. … ist die einzige Verwaltungsrätin der 

… AG.

4. Die IV-Stelle hegte den Verdacht, dass … einer Arbeitstätigkeit in der Firma 

seiner Frau nachgehe, ohne dass er dies der IV-Stelle gemeldet habe. 

Aufgrund einer allfälligen Meldepflichtverletzung und des damit im 

Zusammenhang stehenden Verdachtes auf einen 

Sozialversicherungsmissbrauch seitens … liess die IV-Stelle ihn am 13./19./25. 

und 26. Januar 2009 sowie am 2. und 3. Februar 2009 observieren. 

5. Im Zusammenhang mit dem pendenten Rentenrevisionsverfahren wurde … von 

der IV-Stelle am 27. August 2009 zu einem Evaluationsgespräch vorgeladen. 

Anlässlich dieses Gesprächs wurde … insbesondere bezüglich seines aktuellen 

Gesundheitszustandes, aber auch bezüglich allfälliger Arbeiten, die er seit der 

Berentung angenommen habe, befragt. Überdies wurde er unter anderem 

befragt, ob er Arbeiten im Haushalt ausführen und Sport treiben bzw. 

Autofahren könne. Schliesslich wurde er befragt, ob er sich vorstellen könne 

wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und wie es um seine wirtschaftliche 

Situation stehe. Dieses Evaluationsprotokoll wurde von … handschriftlich 

unterzeichnet, womit er bestätigte, dass er diese Angaben aus freiem Willen 

gemacht und diese in Form des unterschriebenen Protokolls bestätigt hatte. 

6. Um die objektive Wahrheit betreffend die Erwerbs- bzw. Arbeitsfähigkeit von … 

zu ermitteln, beauftragte die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft 

am 21. September 2009 eine Überwachungsfirma mit einer Observation, 

welche am 28. und 29. September 2009 sowie am 1. Oktober 2009 

durchgeführt wurde. 

7. Am 4. Dezember 2009 leitete die IV-Stelle eine Strafanzeige gegen … wegen 

vollendetem Versuchs des (Versicherungs-)Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 

1 evtl. Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

widerrechtlichem Erwirken von Leistungen oder Beiträgen gemäss Art. 70 IVG 

in Verbindung mit Art. 87 Abs. 1 AHVG zum Nachteil der Invalidenversicherung 

ein. 

8. Nachdem die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. Oktober 2010 die Invalidenrente 

von … vorsorglich per 31. Mai 2010 eingestellt hatte, erliess sie am 8. 

Dezember 2011 einen Vorbescheid, in welchem sie die Aufhebung der 

Ausrichtung der IV-Rente von … rückwirkend per 31. Dezember 2008 in 

Aussicht stellte.

9. Am 11. Januar 2012 verfügte die IV-Stelle schliesslich die Einstellung der 

Invalidenrente von … rückwirkend per 31. Dezember 2008. Sie stützte sich 

dabei insbesondere auf den Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(nachfolgend: RAD) vom 3. Dezember 2009 und auf ihre Abklärungen im 

Zusammenhang mit der Abteilung Bekämpfung Versicherungsmissbrauch, 

woraus die IV-Stelle schliessen müsse, dass … seine bisherige Tätigkeit wieder 

zu 100 % ausführen könne.

10. Gegen diese Verfügung erhob … (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 13. 

Februar 2012 Beschwerde an das Verwaltungsgericht Graubünden und 

beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer auch 

über den 1. Januar 2009 bis auf Weiteres Anspruch auf eine ganze IV-Rente 

habe. Die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese 

eine Berechnung der IV-Rente vornehmen könne. Allenfalls sei ein ärztliches 

Gutachten bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bei einem 

Facharzt einzuholen. Der Beschwerdeführer berief sich insbesondere auf einen 

Arztbericht von Dr. med. … vom 11. Dezember 20122, welcher ihm eine 20 bis 

30%-ige Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte Tätigkeit attestierte und eine 

Stellungnahme vom 19. Januar 2012 zum Observationsbericht vom 3. 

Dezember 2009, welche ebenfalls von Dr. med. … verfasst wurde. 

11. In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2012 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des 

Beschwerdeführers. Sie verwies darin insbesondere auf die Ausführungen in 

ihrer Verfügung vom 11. Januar 2012 und auf den RAD-Untersuchungsbericht 

vom 3. Dezember 2009. Überdies machte sie Ausführungen, welche 

Widersprüche zwischen den Aussagen des Beschwerdeführers und seines 

behandelnden Arztes, Dr. med. …, verdeutlichen sollten. Gemäss der IV-Stelle 

seien keine weiteren medizinischen Abklärungen vorzunehmen, da daran 

festzuhalten sei, dass der Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen 

Beschwerden spätestens seit Januar 2009 in seiner angestammten Tätigkeit 

über eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit verfüge. Als Beilage zu ihrer 

Stellungnahme reichte die IV-Stelle insbesondere ein separates Dossier über 

die Observationen (inkl. DVD’s), Akten der Staatsanwaltschaft Graubünden 

vom 3. November 2011 und eine Stellungnahme des RAD vom 1. März 2012 

ein. 

12. Innert erstreckter Frist reichte der Beschwerdeführer am 12. April 2012 seine 

Replik ein. Darin hielt er an seinen Rechtsbegehren unverändert fest. Als neue 

Urkunden legte er insbesondere eine Stellungnahme von Dr. med. … vom 29. 

März 2012 bezüglich des von der IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung 

eingereichten Berichts des RAD vom 1. März 2012 bei.

13. Mit Schreiben vom 24. April 2012 verzichtete die IV-Stelle auf die Einreichung 

einer Duplik und verwies vollumfänglich auf ihre Vernehmlassung vom 5. März 

2012.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie in der 

angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die Verfügung 

der IV-Stelle vom 11. Januar 2011. Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz 

die IV-Rente des Beschwerdeführers zu Recht per 31. Dezember 2008 

rückwirkend aufgehoben oder ob der Beschwerdeführer auch für die darüber 

hinausgehende Zeit Anspruch auf eine (ganze) IV-Rente hat. 

2. Der Beschwerdeführer rügt, die IV-Stelle habe die Verfügung vom 11. Januar 

2011 ungenügend begründet und stütze sich dabei lediglich auf den RAD-

Untersuchungsbericht vom 3. Dezember 2009, welcher insbesondere gestützt 

auf die Observationsberichte vom 10. März 2009 und 10. Oktober 2009 zum 

Schluss komme, dass der Beschwerdeführer sowohl in seiner angestammten 

Tätigkeit als Bohrmeister als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% 

arbeitsfähig sei. 

3. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 4 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der 

Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht nach Ablauf eines Jahres, sofern 

ohne wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsfähigkeit von durchschnittlich 

mindestens 40 % vorgelegen hat und anschliessend eine rentenbegründete 

Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Art. 28 Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen 

Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel nach der Methode 

des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei dieser 

Methode wird das gegenwärtige trotz Behinderung noch zumutbare 

Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, wobei die daraus 

resultierende Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Ist ein Versicherter 

hiernach mindestens 40 % invalid, so hat er Anspruch auf eine Viertelsrente, 

bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 % auf eine 

Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für 

die Festsetzung des Invaliditätsgrades kommt es primär auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (BGE 

132 V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der 

graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte - als Beurteilungsgrundlage - ist eine 

seriöse Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum Voraus nicht 

möglich (BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c).

b) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ein Arzt, eine 

Ärztin und allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe der 

Ärzte und Ärztinnen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

(Befunderhebung, Diagnosestellung) und anzugeben, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die 

ärztlichen Auskünfte bilden eine wichtige Grundlage für die von der Verwaltung 

oder dem Gericht zu beantwortende Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person zugemutet werden können (vgl. SVR 2008 IV Nr. 40  S. 

133 E. 3.2).

c) Für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob dieses die 

dem Gutachter gestellten Fragen umfassend beantwortet, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht und auch die von der begutachteten Person geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, ob es in Kenntnis der Vorakten erstellt wurde und 

sich mit diesen auseinandersetzt, ob es in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in deren Beurteilung einleuchtet, und ob der Gutachter 

oder die Gutachterin ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründen, so 

dass sie für die Verwaltung und das Gericht überprüfbar sind (BGE 125 V 351 

E. 3b; U. MEYER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., Zürich 

2010,  S. 252; U. KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz  32 zu 

Art. 44).

4. a) Die IV-Stelle teilte dem Beschwerdeführer in ihrer Verfügung vom 11. Januar 

2012 mit, dass sie aufgrund ihrer Unterlagen und Abklärungen (gemeint sind 

die Observationsberichte vom 10. März 2009 und vom 10. Oktober 2009) davon 

ausgehen müsse, dass der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit wieder 

zu 100 % ausführen könne und ein Rentenanspruch somit nicht mehr gegeben 

sei. Weil der Versicherte seiner Meldepflicht nicht nachgekommen sei, müsse 

die Invalidenrente rückwirkend aufgehoben werden, da die IV-Stelle davon 

ausgehen müsse, dass es dem Beschwerdeführer mindestens seit 

Observationsbeginn, also seit mindestens dem 1. Januar 2009 möglich sei, in 

seiner angestammten Tätigkeit wieder zu 100 % zu arbeiten. Die IV-Stelle 

stellte dabei insbesondere auf den RAD-Untersuchungsbericht vom 3. 

Dezember 2009 ab, welcher eine Einschätzung über den Gesamtwert der 

Arbeitsfähigkeit darstelle, auf der Vorgeschichte und den bisherigen Akten 

beruhe und in seinen Ergebnissen schlüssig, nachvollziehbar und 

widerspruchsfrei erscheine. Der RAD komme zum Schluss, dass der 

Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht zumindest seit Anfang 2009 

(Zeitpunkt der ersten Observation), wahrscheinlich bereits seit Februar 2008 

(Ende der physiotherapeutischen Behandlung) sowohl in der angestammten 

Tätigkeit als Bohrmeister wie auch in anderen adaptierten Tätigkeiten voll 

arbeitsfähig sei. Der Beschwerdeführer bringe dagegen vor, dass diese 

Annahme tatsachenwidrig sei. Gemäss dem Arztzeugnis von Dr. med. … vom 

1. Dezember 2011 sei er für körperlich leichte Arbeiten zu ca. 20-30 % 

arbeitsfähig. Er sei sehr arbeitswillig und wolle seine Beschwerden möglichst 

nicht beachten und versuche durch Beratertätigkeit eine bescheidene 

Arbeitsfähigkeit von ca. 20 % aufrecht zu erhalten. Daran würden auch die 

gemachten Observationen nichts ändern, welche allerhöchstens, wenn 

überhaupt, die Präsenzzeit wiedergeben würden. Dazu führte die IV-Stelle aus, 

dass diesen Ausführungen des Beschwerdeführers nicht gefolgt werden könne, 

da der behandelnde Arzt sich von den Vorbringen des Beschwerdeführers 

offensichtlich allzu fest habe leiten lassen. Demgegenüber zeigten die 

aktenkundigen Überwachungsberichte eine Normalität des Beschwerdeführers, 

einen vitalen, voll leistungsfähigen Mann mit voller Teilhabe am Leben. In 

Berücksichtigung dieser Überwachungsberichte erscheine die Beurteilung des 

RAD schlüssig und nachvollziehbar, weshalb die Rente rückwirkend 

aufgehoben werden müsse.

b) Bevor auf die Ausführungen im RAD-Untersuchungsbericht und die 

Ausführungen in den Berichten von Dr. med. … näher einzugehen ist, muss 

zunächst die Berücksichtigung und Verwertbarkeit fremd erstellter 

Observationsberichte als Beweismittel überprüft werden. Die erste Observation 

in der Zeitspanne vom 13. Januar 2009 bis 3. Februar 2009 wurde durch die IV-

Stelle veranlasst. Die zweite Observation in der Zeitspanne vom 28. September 

2009 bis 1. Oktober 2009 wurde von der Schweizerischen Mobiliar 

Versicherungsgesellschaft in Auftrag gegeben. Gemäss wiederholter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Verwertung von Ergebnissen einer 

von einer Privatversicherung oder einer Sozialversicherungsanstalt 

veranlassten Observation als Beweismittel im Sozialversicherungsrecht 

verwertbar, wenn die Überwachung rechtmässig war (Art. 28 Abs. 2 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) und die Voraussetzungen 

von Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BV; SR 101) [Schutz der Privatsphäre] und von Art. 36 BV - Einschränkung der 

Grundrechte nur bei Vorliegen einer gesetzlichen Grundlage wie z.B. Art. 43 

ATSG; Einschränkung der Privatsphäre nur bei überwiegendem öffentlichen 

Interesse; Wahrung der Verhältnismässigkeit bei Eingriff; keine Aushöhlung des 

unantastbaren Kerngehalts der Grundrechte - erfüllt sind (BGE 137 I 327; BGE 

129 V 323; Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2007, E. 4.2; 

vgl. zudem BGE 135 I 169). Die vorliegenden Aufnahmen des 

Beschwerdeführers (vgl. Akten VG, Beilagen der IV in Form von DVD’s) sind 

nicht widerrechtlich, sondern durch ein überwiegendes privates und öffentliches 

Interesse gerechtfertigt (Art. 28 Abs. 2 ZGB): Weder die Versicherung noch die 

dahinter stehende Versichertengemeinschaft sollen zu Unrecht Leistungen 

erbringen müssen (JdT 1998 I 763 E. 2b = SJ 1998 S. 303 f. E. 2b, bestätigt 

durch Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 28. Juni 

2001, VPB 65 [2001] Nr. 134 S. 1381). Zudem ist bei der Interessenabwägung 

zu berücksichtigen, dass der Versicherte gegenüber der Schweizerischen 

Mobiliar Versicherungsgesellschaft wie auch gegenüber der 

Invalidenversicherung einen Anspruch erhebt, der sich auf den 

Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit abstützt, so dass diesbezüglich 

Eingriffe in die Persönlichkeit zu erdulden sind, was das Interesse des 

Beschwerdeführers geringer erscheinen lässt. Damit sind die im Verhältnis 

Privatversicherung bzw. Sozialversicherungsanstalt - Beschwerdeführer 

erhobenen Beweismittel rechtmässig erlangt worden (vgl. zum Ganzen: BGE 

129 V 323 E. 3.3.3). Eine Einschränkung der Grundrechte des Versicherten 

(hier Schutz der Privatsphäre; Art. 13 Abs. 1 BV) bedingt, das diese nur 

eingeschränkt werden können, wenn gemäss Art. 36 BV eine gesetzliche 

Grundlage vorliegt (Abs. 1), ein öffentliches Interesse an der Einschränkung 

besteht (Abs. 2), die Einschränkung verhältnismässig ist (Abs. 3) und der 

Kerngehalt der Grundrechte nicht angegriffen wird (Abs. 4). Eine gesetzliche 

Grundlage war sodann für beide Observationen vorhanden. Sowohl die 

Observation der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (gemäss 

Art. 96 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; vgl. 

BGE 135 I 169 E. 4 und 5) als auch diejenige der Invalidenversicherung 

(gemäss Art. 59 Abs. 5 IVG; vgl. BGE 137 I 327) begründen auf einer 

gesetzlichen Grundlage. Das öffentliche Interesse an der Einschränkung des 

Schutzes der Privatsphäre liegt darin, keine nicht geschuldeten Leistungen zu 

erbringen (vgl. JdT 1998 I 763 E. 2b = SJ 1998 S. 303 f. E. 2b, bestätigt durch 

Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 28. Juni 2001, 

VPB 65 [2001] Nr. 134 S. 1381), um die Gemeinschaft der Versicherten nicht zu 

schädigen. Nach der Rechtsprechung verlangt der Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit, dass der Grundrechtseingriff zur Erreichung des 

angestrebten Zieles geeignet und erforderlich ist und dass das verfolgte Ziel in 

einem vernünftigen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln, den zu seiner 

Verwirklichung notwendigen Freiheitsbeschränkungen, steht 

(Verhältnismässigkeit im engeren Sinne; Urteil des Bundesgerichts 2P.52/2001 

vom 24. Oktober 2001). Die Verwertung der durch die Observation erbrachten 

Beweise ist zur Erreichung des angestrebten Zieles (keine 

Leistungszusprechung an Unberechtigte und entsprechender Schutz der 

Versichertengemeinschaft) geeignet und auch erforderlich, da nur diese 

Beweismittel - bei offensichtlich bestehenden Anhaltspunkten einer effektiv 

bestehenden Arbeitsfähigkeit - eine unmittelbare Wahrnehmung wiedergeben 

können (vgl. JdT 1998 I 764 E. 2c = SJ 1998 S. 304.) Zudem sind die 

angefertigten Videoaufnahmen auch im engeren Sinne verhältnismässig, da nur 

die für die Anspruchsbeurteilung notwendigen Aspekte berücksichtigt worden 

sind. Die Verwertung der aus der beschränkten Überwachung durch einen 

Privatdetektiv erlangten Beweismittel greift zudem den Kerngehalt des 

Schutzes auf Privatsphäre gemäss Art. 13 Abs. 1 BV nicht an, womit die 

Verwertung der durch die Privatdetektive erstellten Beweismittel im 

vorliegenden Verfahren zulässig sind (vgl. zum Ganzen: BGE 129 V 323 E. 

3.3.3).

c) Der RAD-Untersuchungsbericht vom 3. Dezember 2009 (IV-Akten, act. 117) 

wurde von pract. med. …, Facharzt für Allgemeinmedizin (D), verfasst. Darin 

verifizierte bzw. falsifizierte er die zwei Observations-DVD’s sowie weitere 

Dokumente von aus dem Verhalten des Beschwerdeführers erkennbaren 

Hinweisen für eine körperliche Einschränkung. Er beurteilte dessen aktuelle 

Leistungsfähigkeit verglichen mit derjenigen zum Zeitpunkt der letzten 

Rentenprüfung. Im interdisziplinären Gutachten vom 10. August 2004 (vgl. IV-

Akten, act. 35 ff.) sei durch die Ärzte Dr. med. …, FMH Innere Medizin, und Dr. 

med. …, FMH Psychiatrie, festgestellt worden, dass der Beschwerdeführer über 

dauernde Gelenkweichteilbeschwerden der Knie- und Hüft- sowie der 

Schulterbereiche, Konzentrationsschwäche, Kurzgedächtnisschwäche, 

allgemeiner Müdigkeit und Erschöpfung bei geringsten Anstrengungen, wie z.B. 

beim Spazierengehen mit dem Hund oder der Verrichtung irgendwelcher 

Haushaltsarbeiten, leide. Die Gutachter hätten eine Einschränkung bezüglich 

der schweren körperlichen Arbeit im technischen Bereich seiner Firma 

(Bohrmeister) beschrieben, welche eine Arbeit verunmöglichen würde. Neben 

Schmerzverstärkungen und Auftreten von funktionellen Beschwerden käme es 

beim Beschwerdeführer zu extrem rascher Erschöpfung bei der geringsten 

Anstrengung körperlicher oder geistiger Natur. Diese Erschöpfung käme immer 

wieder auch bei den gelegentlichen Baustellenbesuchen vor. Eine wirkliche, 

leistungsbezogene Arbeit könne der versicherten Person nicht zugemutet 

werden. Weiter führt pract. med. … in seinem Untersuchungsbericht aus, dass 

Dr. med. …, Facharzt für Innere Medizin FMH, in seinem Arztbericht vom 9. 

September 2009 (richtig: 2008) [vgl. IV-Akten, act. 95] neben der Diagnose 

eines fibromyalgiformen Beschwerdebildes noch eine chronische Cephalea 

nenne. Dem Beschwerdeführer sei keine regelmässige Arbeit mehr zumutbar, 

insbesondere seien das Gleichgewicht sowie Arbeiten in Nässe, Kälte, Hitze 

oder Staubexpositionen, eingeschränkt. Des Weiteren geht aus dem 

Untersuchungsbericht von pract. med. … hervor, wie der Beschwerdeführer 

selbst seine Arbeitsfähigkeit bzw. Gesundheitsproblematik anlässlich des 

Evaluationsgesprächs vom 27. August 2009 (IV-Akten, act. 114) darstellte. 

Darin habe der Beschwerdeführer ausgeführt, dass er eine halbe Stunde 

arbeiten könne, bis er eine Pause einlegen müsse, eher selten könne er auch 

eine Stunde arbeiten. Eine medizinische Behandlung erfolge maximal einmal 

monatlich bei Dr. med. ... Die letzte physiotherapeutische Behandlung habe 

indessen vor 1 ½ Jahren stattgefunden. Eigentlich habe der Beschwerdeführer 

keine Bewegungseinschränkungen und er könne an guten Tagen selbst den 

ganzen Haushalt erledigen, an schlechten Tagen müsse er sich jedoch 

hinlegen. Der Beschwerdeführer habe im Evaluationsgespräch zudem 

ausgeführt, dass er Arbeiten wie Bauführungen, Bohrungen, Leitung der 

Baustelle, Organisation, Richten von Bohrmaterialien, Bestellungen, 

Reparaturen und Spezialbohrungen nicht mehr ausführen könne. Des Weiteren 

verfüge er über Gleichgewichtsstörungen und Bewegungseinschränkungen der 

linken Körperseite, Autofahren sei dem Beschwerdeführer jedoch möglich und 

er sei durch seine Beschwerden dabei nicht eingeschränkt. Er könne zwei bis 

drei Stunden am Stück fahren. Pract. med. … nimmt in seinem 

Untersuchungsbericht Stellung zu zumindest einem Observationsvideo. Er führt 

aus, dass der Beschwerdeführer mit Fahrzeugen oder auch als Beifahrer alleine 

oder in Begleitung verschiedene Adressen - dem Anschein nach 

Geschäftsadressen -  aufgesucht habe. Er sei dabei fähig gewesen, auch 

mehrstündige Autofahrten zu machen, ohne dass dabei erkennbare 

Ermüdungserscheinungen festgestellt werden konnten. Dies sei insbesondere 

bemerkenswert, weil ein Teil der Fahrten bei schlechten 

Witterungsbedingungen wie dichter Schneefall und stark verschneiter Fahrbahn 

stattgefunden hätten. Auf den Videos sei erkennbar, dass der 

Beschwerdeführer Unterlagen studiert und sowohl im Stehen als auch im 

Gehen als auch während des Autofahrens Telefonate geführt habe. Er habe 

sich altersentsprechend, eher dynamisch, keinesfalls jedoch verlangsamt oder 

mit einem sichtbaren Funktions- und Bewegungsdefizit oder sichtbaren 

Kompensationsbewegungen bewegt. Dabei sei auch keine Schmerzmimik als 

Ausdruck der Schmerzen erkennbar gewesen. Der Beschwerdeführer habe 

mehrfach bei der Arbeit beobachtet werden können, wobei er mehr die 

Oberaufsicht zu haben schien und nur gelegentlich augenscheinlich bei der 

Arbeit tatkräftig angepackt habe. Pract. med. … kommt in seinem 

Untersuchungsbericht nach einem Vergleich zwischen dem Gutachten der 

Dres. med. …, der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers und der 

Observation zum Schluss, dass nicht mehr auf das Gutachten der Dres. med. 

… aus dem Jahre 2004 abgestellt werden könne, da eben die übergrosse 

Müdigkeit und Leistungsschwäche zum damaligen Gutachterzeitpunkt das 

entscheidende Moment für die damalige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

gewesen und zum heutigen Zeitpunkt ganz offenkundig eine deutliche 

Besserung im Gesundheitszustand eingetreten sei, sodass sich die versicherte 

Person in der Lage sehe, mehrere Stunden einer organisatorischen bzw. 

geschäftlichen Tätigkeit nachzugehen, wobei sie denn auch selbst ausgeführt 

habe, dass sie unter anderem keine Bewegungseinschränkungen habe und 

mehrere Stunden Autofahren könne. Abschliessend hält pract. med. … in 

seinem Untersuchungsbericht fest, dass die Diagnosen aufgrund der 

Observation nicht geändert werden könnten, was einer fachärztlichen 

Untersuchung vorbehalten bliebe. Bezüglich der vorliegenden Krankheit sei 

indessen keine fachärztliche Untersuchung erforderlich. Eine qualitative und 

quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich zum 

Observationszeitpunkt nicht und der genaue Zeitpunkt der Besserung der 

Arbeitsfähigkeit könne nicht genau festgestellt werden. Pract. med. … geht aber 

davon aus, dass zumindest im Zeitpunkt der ersten Observation Anfangs 2009 

der zum Zeitpunkt des Untersuchungsberichts (3. Dezember 2009) vorliegende 

Zustand vorhanden gewesen sein müsse. Deshalb sei der Beschwerdeführer 

aus medizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in seiner 

angestammten Tätigkeit als Bohrmeister (Leitung) als auch in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit (wohl seit Februar 2008) in einem 100%-igen 

Pensum arbeitsfähig.

d) Der Beschwerdeführer macht hingegen geltend, dass die Ausführungen im 

RAD Untersuchungsbericht nicht nachvollziehbar seien. Seit dem 10. Januar 

2006 hätten 16 Konsultationen bei Dr. med. … stattgefunden und dieser habe 

in seinem Gutachten vom 1. Dezember 2011 (Beilagen Beschwerdeführer, act. 

1) festgehalten, dass er für körperlich leichte Arbeiten zu 20-30 % arbeitsfähig 

sei. Auf dieses Gutachten hätte die IV abstellen müssen; nicht auf den 

Untersuchungsbericht von pract. med. ... In der Stellungnahme vom 19. Januar 

2012 (Beilagen Beschwerdeführer, act. 3) führe Dr. med. … zudem aus, die 

Eigenart der Krankheit des Beschwerdeführers sei, dass es dem Patienten 

während der körperlichen Belastung in den Gliedern sehr wohl sei, und die 

bestehenden Schmerzen unter der Belastung sogar zurückgehen würden. 

Einem Patienten mit diesen Beschwerden sehe man während seinem 

Tagewerk nichts an; er gehe normal, könne sich normal bücken etc.. In der 

Folge jedoch, in der Ruhe am Abend oder nach der Arbeit würden sich massive 

Schmerzen aufbauen. Dabei benötige der Patient in der Regel einige Tage zur 

Erholung. Daher sei eine Observation während des Tages nicht relevant, da sie 

ein völlig falsches Bild ergebe. Dasselbe liesse sich über die geistige 

Leistungsfähigkeit sagen, da Autofahren und Telefonieren auch noch bei 

Erschöpfung möglich seien. Es dürfe somit nicht auf Observationsberichte 

abgestellt werden, welche nur wenige Tage abdeckten.

e) Den Ausführungen des Beschwerdeführers ist nicht zu folgen. Vorab gilt es 

festzustellen, dass der Beschwerdeführer verkennt, dass es sich beim von ihm 

bezeichneten „Gutachten“ von Dr. med. … vom 1. Dezember 2011 nicht um ein 

Gutachten handelt, sondern lediglich um die Beantwortung gewisser Fragen der 

Staatsanwaltschaft Graubünden bezüglich des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers, womit besagtes „Gutachten“ höchstens als Arztbericht 

einzustufen wäre. Im Einklang mit den Ausführungen des verantwortlichen 

RAD-Arztes pract. med. …, insbesondere dem Untersuchungsbericht vom 3. 

Dezember 2009 und der Stellungnahme vom 1. März 2012 (Beilagen IV, act. 

1/199), und entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers, lassen sich in 

den meisten Arztberichten von Dr. med. … eindeutig widersprüchliche 

Aussagen feststellen, welche denn auch im Widerspruch zu den eigenen 

Aussagen des Beschwerdeführers stehen. Aus diesem Grund kann diesen 

Berichten keine hohe Beweiskraft geschenkt werden. Aus den Berichten von 

Dr. med. … gehen unter anderem folgende Widersprüche hervor: Seit der 

Beschwerdeführer bei Dr. med. … in Behandlung steht - wobei offen gelassen 

werden kann, ob dies seit dem Jahr 1996 oder 2003 der Fall ist - wurde ihm von 

Dr. med. … stets attestiert, dass ihm keine regelmässige Arbeit mehr 

zugemutet werden könne bzw. dass Tätigkeiten nur selten möglich seien (vgl. 

unter anderem Arztberichte Dr. med. … vom 28. Juni 2006 und 5. September 

2008). Im Arztbericht vom 11. Dezember 2011 wird dem Beschwerdeführer 

hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 20-30% für körperlich leichte Arbeiten 

zugestanden. Ebenfalls gemäss Arztbericht vom 11. Dezember 2011 würden 

beim Beschwerdeführer starke belastungsabhängige Schmerzen bestehen. 

Dies steht jedoch im Widerspruch zum Schreiben vom Dr. med. … vom 19. 

Januar 2012, wonach die Schmerzen unter Belastung sogar zurückgehen 

würden. Diese Aussage wiederum steht dann auch im Widerspruch zu allen 

anderen Arztberichten und auch der Selbsteinschätzung des 

Beschwerdeführers. Aus den Akten ist denn auch nicht ersichtlich, dass der 

Beschwerdeführer solche oder ähnliche Aussagen - wonach die Schmerzen 

unter Belastung zurückgehen würden - gemacht hätte. Auch macht der Arzt 

erstmals im Schreiben vom 1. Dezember 2011 geltend, die Schmerzen würden 

vor allem abends und in der Nacht auftreten; auch dies ist eine Aussage, 

welche vom Beschwerdeführer selbst hingegen nie gemacht wurde. In selbigen 

Schreiben führt Dr. med. … aus, die Auffassung, die Anpassungsfähigkeit und 

die Belastbarkeit seien sowohl geistig als auch körperlich massiv eingeschränkt. 

Der Beschwerdeführer hingegen sagte bereits anlässlich des 

Evaluationsgesprächs vom 27. August 2009 aus, dass er ohne Probleme zwei 

bis drei Stunden am Stück Autofahren könne. Dies könnte bzw. dürfte er wohl 

nicht, wenn seine Konzentrationsfähigkeit tatsächlich - wie von Dr. med. … 

behauptet - nach wie vor massiv eingeschränkt wäre. Zusammenfassend ergibt 

sich somit, dass es nicht beanstandet werden kann, wenn die IV-Stelle die - wie 

soeben dargelegt - sogar in sich selbst widersprüchlichen Berichte von Dr. med. 

… für ihre Entscheidfällung nicht berücksichtigt hat. 

f) Obwohl dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Akten des mittlerweile 

abgeschlossenen Strafverfahrens VV.2009.3695/SP der Staatsanwaltschaft 

Graubünden (Akten IV, act. 145) gegen den Beschwerdeführer im 

Zusammenhang mit der Einstellung der im vorliegenden Fall zu behandelnden 

Rentenleistung wegen des Verdachts auf Versicherungsbetrug bekannt 

gewesen sein mussten - Rechtsanwalt lic. iur. et oec. … verteidigt den 

Beschwerdeführer auch in diesem Fall - und obwohl dem Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers unter anderem aufgrund der neu von der IV-Stelle 

eingereichten Akten der Staatsanwaltschaft vom 3. November 2011 eine 

Fristerstreckung zur Einreichung der Replik vom Verwaltungsgericht 

Graubünden eingereicht wurde, nahm der Beschwerdeführer zu den gemachten 

Aussagen anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 10. Juni 2010 (Akten 

der Staatsanwaltschaft, act. 1.7.11) nicht Stellung. Der Beschwerdeführer 

machte in dieser Einvernahme nämlich Aussagen, welche (beinahe) sämtliche 

von Dr. med. … in seinen widersprüchlichen Arztberichten behaupteten 

Gesundheitszustände und Arbeitsfähigkeiten des Beschwerdeführers 

widerlegen. Auf die Frage 11, welche Arbeiten der Beschwerdeführer denn 

ausführen könne und welche nicht, antwortete dieser, dass er im Prinzip alle 

Arbeiten ausführen könne, die Frage sei nur wie lange. Auf die Frage 22, 

welche Arbeiten er für die ACR AG mache, gab er unter anderem zu Protokoll, 

dass er mache was er machen könne und dass es Tage gebe, an denen er 

mehrere Stunden arbeiten könne. Zudem gab er auf die Frage 27 zu Notiz, 

dass er eine Fahrt von zwei bis drei Stunden mit dem Lastwagen (nicht 

Personenwagen) machen konnte. Schliesslich wurde der Beschwerdeführer in 

den Fragen 36 und 37 darauf angesprochen, dass er gemäss vorliegender 

Bohrrapporte im Februar und März 2010 mehrere Tage auf der Baustelle 

gearbeitet habe. Auf die Frage, wie er mit seinen gesundheitlichen Problemen 

über mehrere Tage über 8 Stunden als Bohrmeister habe arbeiten können, 

sagte er lediglich aus, dass … Bohrmeister gewesen sei und für alle Mitarbeiter 

pro Tag gleich viele Stunden aufgeschrieben worden seien. Auf die Frage, ob er 

wie rapportiert 8 und mehr Stunden gearbeitet habe oder nicht, antwortete der 

Beschwerdeführer, dass, wenn 8 Stunden auf dem Rapport stünden, er dann 

eben auch diese 8 Stunden gearbeitet habe. Er könne aber nicht die gleiche 

Arbeit machen wie die anderen Arbeiter und benötige mehr Zeit und mehr 

Erholung.

Aufgrund dieser eigenen Aussagen des Beschwerdeführers - welche überdies 

in Anwesenheit seines Rechtsvertreters gemacht wurden - gibt es somit keine 

Zweifel mehr, dass er über mehrere Tage und teils auch mehr als 8 Stunden 

pro Tag einer Arbeit im angestammten Tätigkeitsgebiet nachzugehen vermag. 

Die von seinem Rechtsvertreter eingeholten und in sich widersprüchlichen 

Arztberichte von Dr. med. … vermögen diese Aussagen denn auch in keiner 

Weise zu erschüttern.

g) Der Untersuchungsbericht des RAD vom 3. Dezember 2009 hingegen ist 

umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten 

Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten verfasst, wobei sich pract. 

med. … insbesondere mit dem interdisziplinären Gutachten der Dres. med. …, 

der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers und der Observationsvideos 

auseinandersetzt. Insgesamt legt pract. med. … in seinem 

Untersuchungsbericht die medizinischen Zusammenhänge klar dar und die 

Beurteilung derselben leuchtet ein. Seine Schlussfolgerungen sind - 

insbesondere im Vergleich zu den Arztberichten von Dr. med. … und vor dem 

Hintergrund der vom Beschwerdeführer in der polizeilichen Einvernahme vor 

der Staatsanwaltschaft gemachten Aussagen und dessen auf den 

Observationsvideos erkennbaren Tätigkeiten - nachvollziehbar und begründet. 

Die IV-Stelle durfte somit die Invalidenrente des Beschwerdeführers 

rückwirkend per 31. Dezember 2008 gestützt auf den RAD-Untersu-

chungsbericht vom 3. Dezember 2009 einstellen.

5. Der Beschwerdeführer beantragt, allenfalls ein ärztliches Gutachten von einem 

Facharzt bzw. eine Expertise über seine Krankheit und insbesondere über 

seine Arbeitsfähigkeit einzuholen. Aufgrund obiger Erwägungen und aufgrund 

der vorliegenden Akten erscheint es indessen nicht angezeigt, eine 

fachärztliche Abklärung des Beschwerdeführers zu veranlassen.

6. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Verfügung vom 11. Januar 2012 von 

der IV-Stelle rechtmässig erlassen und die Invalidenrente des 

Beschwerdeführers zu Recht rückwirkend per 31. Dezember 2008 eingestellt 

wurde. Die Beschwerde ist somit vollumfänglich abzuweisen.

7. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.-- angemessen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 24. Juli 2013 

abgewiesen (8C_421/2013).