# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6163d372-47af-5a45-8110-ddf08320bb2b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.08.2008 IV 2007/202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-202_2008-08-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/202

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 26.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2008
Erlass einer Verfügung durch die IV-Stelle gestützt auf einen ärztlichen 
Bericht, mit welchem dem Versicherten eine volle Arbeitsfähigkeit in 
adaptierter Tätigkeit attestiert wird. Im Beschwerdeverfahren reicht der 
Versicherten einen neuen Bericht desselben Arztes ein, der gut ein halbes 
Jahr nach dem für die Verfügung massgeblichen Bericht datiert und in 
welchem ihm eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit attestiert 
wird. Damit werden grundlegende Zweifel an den Einschätzungen des 
Arztes geweckt, weshalb auf seine Berichte nicht abgestellt werden kann 
und weitere Abklärungen durchzuführen sind (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. August 2008, IV 
2007/202).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Christina Angst

Entscheid vom 26. August 2008

in Sachen

G.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach, 

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a  Der 1950 geborene G.___ meldete sich am 22. Februar 2006 bei der 

Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Er gab an, keine 

spezifische Ausbildung absolviert zu haben. Im November 1968 sei er in die Schweiz 

gekommen, wo er als Hilfsspengler, zuletzt bei der A.___ AG in St. Gallen, gearbeitet 

habe. Per 30. September 2005 sei das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber 

gekündigt worden. Er leide an Arthrose in den Knien, im rechten Knie sei ihm anlässlich 

einer ersten Operation am 4. Februar 2005 eine Totalprothese eingesetzt und später 

ausgewechselt worden. Seit dem 26. Mai 2005 sei er zu 100% arbeitsunfähig 

(act. G 7.1/1).

A.b Im Fragebogen für den Arbeitgeber (act. G 7.1/11) gab die A.___ AG, St. Gallen, an, 

der Versicherte sei vom 1. Juli 2004 bis 30. September 2005 als Hilfsspengler bei ihr 

beschäftigt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei aus wirtschaftlichen Gründen von ihr 

aufgelöst worden. Seit dem 1. Januar 2005 habe der Versicherte monatlich Fr. 4'250.-- 

brutto verdient. Mit Schreiben vom 2. Mai 2006 (act. G 7.1/13) reichte die A.___ AG 

eine Arbeitsplatzbeschreibung nach. Der Versicherte habe aus Blechtafeln Kanal- und 

Formteile bearbeitet, Rahmenverbindungen mit der Pressfügemaschine gepunktet und 

Bleche zu Formteilen abgekantet. Die fabrizierten Lüftungskanalteile hätten jeweils per 

LKW versandt bzw. bereitgestellt werden müssen. Er habe Bleche heben und tragen 

müssen. Zu 85% der Arbeitszeit habe er im Stehen gearbeitet.

A.c  Mit Arztbericht vom 20. März 2006 (act. G 7.1/8) teilte Dr. med. B.___, Spezialarzt 

für Orthopädische Chirurgie FMH, mit, der Versicherte leide an einer schweren 

Gonarthrose der Knie beidseits bei einem Status nach Knie-Totalprothese rechts. Der 

Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Seit dem 26. Mai 2005 und bis auf 

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Weiteres sei er zu 100% arbeitsunfähig. Am 27. Mai 2005 sei eine Knie-Totalprothese 

rechts eingesetzt worden. Im weiteren Verlauf sei eine progrediente Insuffizienz der 

Kollateralbänder medial und lateral aufgetreten, weshalb eine operative Revision, ein 

Inlay-Wechsel zum besseren Gelenksfluss durchgeführt worden sei. Zu Beginn sei die 

Stabilität gut gewesen, dann seien wieder progrediente Instabilitätssymptome 

aufgetreten. Dank intensivster andauernder physiotherapeutischer Behandlung habe 

sich die Gesamtsituation in letzter Zeit wieder verbessert. In der bisherigen Tätigkeit sei 

der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Nur eine sitzende Tätigkeit sei noch möglich, 

nach einer gewissen Anpassungsphase sei diese allenfalls vollumfänglich möglich.

A.d Mit Verlaufsbericht vom 1. Juni 2006 (act. G 7.1/15) teilte Dr. med. B.___ mit, der 

Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Trotz erneuter 

operativer Stabilisierung des rechten Kniegelenks sei nach zuerst guter Stabilität 

wieder eine progrediente Weichteilinstabilität aufgetreten, weshalb die Implantation 

einer achsgeführten Knie-Totalprothese vorgenommen werden müsse. Das rechte Knie 

sei nicht belastbar. Eine sitzende Tätigkeit sei dem Versicherten wohl vollumfänglich 

zumutbar.

A.e Die IV-Stelle ermittelte daraufhin bei einem Valideneinkommen von Fr. 53'025.-- 

und einem Invalideneinkommen von Fr. 47'723.-- einen Invaliditätsgrad von 10% und 

lehnte mit Vorbescheid vom 8. August 2006 (act. G 7.1/20) das Rentenbegehren ab.

A.f Gegen diesen Vorbescheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Kamber für den 

Versicherten am 8. September 2006 (act. G 7.1/24) Einwand mit dem Antrag, das 

Verfahren bis zum Abschluss der medizinischen Behandlung des Versicherten zu 

sistieren, eventualiter weitere ärztliche Zeugnisse bzw. Gutachten einzuholen. Zur 

Begründung führte Rechtsanwalt Kamber aus, die gesundheitliche Situation des 

Versicherten sei momentan instabil bzw. nicht abschätzbar, weshalb im jetzigen 

Zeitpunkt nicht davon gesprochen werden könne, dass dem Versicherten eine 

vollzeitliche leidensangepasste Tätigkeit zumutbar sei. Im Übrigen habe die IV-Stelle 

das Valideneinkommen nicht korrekt ermittelt. Aus den Lohnabrechnungen des 

Arbeitgebers ergebe sich, dass der Versicherte Anspruch auf einen 13. Monatslohn 

habe, was von der IV-Stelle nicht berücksichtigt worden sei. Beim Invalideneinkommen 

sei aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Versicherten und der Tatsache, dass er 

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über keine adäquate Schulbildung verfüge, ein Leidensabzug von 25%, nicht nur von 

10%, vorzunehmen.

Mit Schreiben vom 5. Oktober 2006 (act. G 7.1/28) teilte Rechtsanwalt Kamber mit, 

gemäss beigelegter Bestätigung von Dr. med. B.___ (act. G 7.1/29) werde sich der 

Versicherte am 3. November 2006 einer grossen Kniegelenksoperation unterziehen 

müssen, wobei ihm ein achsgeführtes Implantat eingesetzt werden müsse. Die 

medizinische Behandlung des Versicherten könne damit nicht als abgeschlossen 

betrachtet werden, weshalb das Verfahren zu sistieren sei.

A.g Auf Anfrage hin hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz am 

3. November 2006 (act. G 7.1/30) fest, da wegen Instabilität des zweimal voroperierten 

Knies eine Reoperation notwendig sei und bei den vorliegenden medizinischen 

Vorgaben grosse Wiedereingriffe notwendig seien, könne nicht am Entscheid 

festgehalten werden. In sechs Monaten sei ein weiteres Arztzeugnis einzuholen.

Die IV-Stelle teilte daraufhin Rechtsanwalt Kamber am 22. November 2006 

(act. G 7.1/31) mit, das Verfahren werde bis Frühjahr 2007 sistiert.

A.h Im Verlaufsbericht vom 12. März 2007 (act. G 7.1/32) führte Dr. med. B.___ aus, der 

Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verbessert. Die Diagnose laute 

unverändert auf Gonarthrose links und Knie-Totalprothese rechts. Es sei eine neue 

operative Behandlung mit Implantation einer achsgeführten Rotationsprothese 

durchgeführt worden, womit jetzt eine gute Kniegelenksstabilität erreicht worden sei. 

Restbeschwerden bestünden vor allem patellär rechts. Links träten 

belastungsabhängige gonarthrotisch bedingte Beschwerden auf. Die Prognose für das 

linke Knie sei eher ungünstig wegen zu erwartender Progredienz der Arthrose. Rechts 

seien Restbeschwerden peripatellär möglich. Das linke Knie sei wegen der Arthrose 

nicht belastbar, die Belastbarkeit des rechten Knies sei wegen peripatellärer 

Restbeschwerden vermindert. In einer sitzenden Tätigkeit sei dem Versicherten ein 

volles Arbeitspensum möglich.

A.i  Gestützt auf diesen Verlaufsbericht und die Stellungnahme des RAD Ostschweiz 

vom 10. April 2007 (act. G 7.1/33) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. April 2007 

(act. G 7.1/34) bei einem Invaliditätsgrad von 10% das Rentenbegehren ab.

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B.  

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Kamber für 

den Versicherten am 16. Mai 2007 (act. G 1) erhobene Beschwerde mit den Anträgen, 

die Verfügung vom 11. April 2007 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab 

26. Mai 2006 eine IV-Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung bzw. zur 

Ergänzung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der 

Beschwerdeführer lässt zudem die unentgeltliche Rechtsverbeiständung beantragen. 

Zur Begründung führt Rechtsanwalt Kamber im Wesentlichen aus, indem die 

Beschwerdegegnerin bei Dr. B.___ einen Verlaufsbericht und beim RAD eine 

Stellungnahme eingeholt habe, ohne dass dem Beschwerdeführer die Einholung dieser 

Berichte angekündigt noch ihm Gelegenheit gegeben worden sei, allfällige 

Ergänzungsfragen zu stellen und ihm der Inhalt dieser Berichte vor Erlass der 

angefochtenen Verfügung nicht zur Kenntnis gebracht worden sei, habe sie das 

rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt. Zudem sei der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers im jetzigen Zeitpunkt nicht als derart stabil zu bezeichnen, 

dass eine allfällige Restarbeitsfähigkeit abschliessend beurteilt werden könne. So sei 

nicht geklärt, welche Auswirkungen die Restbeschwerden im rechten Knie sowie die 

allenfalls zu erwartende Progredienz der Arthrose im linken Knie auf die 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben könnten. Im Übrigen sei die 

Einschätzung von Dr. B.___ bereits aufgrund seiner eigenen Ausführungen nicht 

nachvollziehbar. So attestiere er dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit in 

sitzender Tätigkeit, halte aber fest, das linke Knie des Beschwerdeführers sei 

überhaupt nicht und das rechte nur vermindert belastbar. Zudem sei dem 

Beschwerdeführer wegen seines fortgeschrittenen Alters und der Tatsache, dass er 

über keine adäquate Schulbildung verfüge, ein Leidensabzug von mindestens 25% zu 

gewähren.

Mit Schreiben vom 13. Juni 2007 (act. G 4) lässt der Beschwerdeführer das Gesuch um 

Erteilung der unentgeltlichen Prozessführung zurückziehen.

C.  

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Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 13. August 2007 

(act. G 7) Abweisung der Beschwerde. Ein Abschluss der medizinischen Behandlung 

sei bei der Rentenfrage nicht relevant. Auch wenn die medizinische Behandlung 

weitergehe, stehe fest, dass zurzeit eine volle Arbeitsfähigkeit in einer sitzenden 

Tätigkeit bestehe. Da aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit vorliege, werde der Versicherte nur eine 

minimale Erwerbseinbusse beim Wechsel der bisherigen in eine angepasste Tätigkeit 

erleiden. Es könne daher offenbleiben, ob ein Leidensabzug von 10% oder, wie vom 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend gemacht, von 25% vorzunehmen sei. 

Der Invaliditätsgrad liege so oder so unter 40% und der Beschwerdeführer habe keinen 

Rentenanspruch. Bezüglich der geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs 

sei festzuhalten, dass die Sistierung des Verfahrens und das Einholen eines 

Verlaufsberichts auf Wunsch des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers erfolgt sei. 

Nachdem Dr. B.___ in seinem Bericht vom 12. März 2007 die bereits in den Berichten 

vom 20. März und 22. Juni 2006 attestierte volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

bestätigt habe, sei alles beim Alten geblieben und der Vorbescheid vom 8. August 2006 

habe wieder Gültigkeit gehabt. Es könne somit nicht von einer Verletzung des 

rechtlichen Gehörs gesprochen werden.

D.  

Mit Replik vom 26. Oktober 2007 (act. G 13) lässt der Beschwerdeführer an den 

Beschwerdeanträgen festhalten. Er sei seit dem 26. Mai 2005 wegen einer schweren

Gonarthrose und progredienter Bandinstabilität vollständig arbeitsunfähig. Weder eine 

sitzende noch eine stehende oder gehende Tätigkeit sei ihm zumutbar, er sei sogar 

ohne Arbeitsbelastung erheblich eingeschränkt. Diese vollständige Arbeitsunfähigkeit 

bestehe bereits seit längerer Zeit. Dies bestätige auch Dr. B.___ in seinem beigelegten 

Schreiben vom 18. Oktober 2007 (act. G 13.1).

E.  

Mit Duplik vom 6. November 2007 (act. G 15) hält die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Gemäss dem Bericht von Dr. B.___ vom 

18. Oktober 2007 träten noch keine Schmerzen auf, wenn der Beschwerdeführer 15 bis 

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20 Minuten sitze und dann wieder aufstehe. Auch sei das Stehen für eine halbe Stunde 

möglich, wenn er sich immer etwas dabei bewege. Somit sei eine adaptierte 

(wechselbelastende) Tätigkeit nach wie vor zumutbar. Zudem sei nicht der aktuelle 

Gesundheitszustand, sondern jener im Verfügungszeitpunkt massgebend. Damals sei 

eine leidensangepasste Tätigkeit sicher voll zumutbar gewesen.

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene 

Änderungen erfolgt. Da die streitige Verfügung am 11. April 2007, mithin vor dem 

1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden 

materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1 und BGE 121 V 366 E. 1b).

2.   

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

2.2  Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen 

Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den 

Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

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versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 

S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen 

Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = 

KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die 

Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die 

versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die 

Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).

3.   

3.1  Strittig ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter 

Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin geht in ihrer Verfügung vom 11. April 2007 

(act. G 7.1/34) gestützt auf den Verlaufsbericht von Dr. med. B.___ vom 12. März 2007 

davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer sitzenden Tätigkeit zu 100% 

arbeitsfähig sei. Der Beschwerdegegner macht demgegenüber geltend, seine 

Arbeitsfähigkeit sei weit geringer, denn er sei nicht in der Lage, längere Zeit zu sitzen. 

Dr. B.___ bestätige in seinem Schreiben vom 18. Oktober 2007 (act. G 13.1), dass dem 

Beschwerdeführer wegen patellärer Beschwerden und zunehmender Schmerzen im 

linken Knie weder eine stehende noch gehende noch sitzende Tätigkeit zumutbar sei.

3.2  Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, ist grundsätzlich die Situation im 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses, vorliegend der 11. April 2007, massgeblich. Zu 

diesem Zeitpunkt ist gemäss den vorhandenen Unterlagen eine volle Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit ausgewiesen. Dr. B.___ diagnostiziert 

beim Beschwerdeführer in seinem Verlaufsbericht vom 12. März 2007 eine Gonarthrose 

links und eine Knie-Totalprothese rechts. Die Kniegelenksstabilität sei nach der neuen 

operativen Behandlung mit Implantation einer achsgeführten Rotationsprothese gut, 

Restbeschwerden bestünden vor allem patellär rechts. Links seien 

belastungsabhängige gonarthrotisch bedingte Beschwerden vorhanden. Die Prognose 

für das linke Knie sei eher ungünstig wegen der zu erwartenden Progredienz der 

Arthrose, rechts seien Restbeschwerden peripatellär möglich. Wegen der Arthrose sei 

das linke Knie nicht belastbar, beim rechten Knie bestünde wegen der peripatellären 

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Restbeschwerden eine verminderte Belastbarkeit. In einer sitzenden Tätigkeit sei dem 

Beschwerdeführer ein volles Arbeitspensum möglich.

Sieben Monate später jedoch, im Schreiben vom 18. Oktober 2007, diagnostiziert Dr. 

B.___ einen Status nach Knie-Totalprothese bei schwerer Gonarthrose und 

progredienter Bandinstabilität sowie einen Status nach Reoperation und Implantation 

eines achsgeführten stabilen Systems: RT-Plus Solution und attestiert dem 

Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Patelläre Beschwerden hätten 

wohl schon anlässlich der Kontrolle vom 5. März 2007 bestanden, aufgrund derer das 

Zeugnis vom 12. März 2007 ausgestellt wurde. Diese Problematik habe sich im 

weiteren Verlauf zunehmend verstärkt. Zunehmend träten auch Schmerzen im linken 

Knie auf, welches ebenfalls degenerative Veränderungen aufweise und durch die 

Entlastung rechts überlastet werde. Der Beschwerdeführer könne nach eigenen 

Angaben höchstens zehn Minuten gehen ohne anhalten zu müssen, wegen dann 

massiv auftretenden Schmerzen im Kniescheibenbereich. Beim Sitzen würden 

Schmerzen schon nach weniger als einer halben Stunde auftreten, so dass er immer 

wieder aufstehen müsse. Stehen könne er wohl eine halbe Stunde, müsse sich aber 

immer etwas dabei bewegen. Unter diesen Voraussetzungen sei dem 

Beschwerdeführer weder eine stehende noch gehende noch sitzende Tätigkeit 

zumutbar.

3.3  Indem Dr. B.___ seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

innert nur sieben Monaten, bei gleichbleibender Diagnose, wesentlich geändert hat, 

weckt dies grundlegende Zweifel an seinen Einschätzungen, namentlich auch den 

früheren. Es ist nicht nachvollziehbar, dass sich die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit innerhalb eines so kurzen Zeitrahmens in 

einem solchen Ausmass verschlechtert haben soll. Vielmehr ist anzunehmen, dass im 

Zeitpunkt des Verlaufsberichts vom März 2007 noch kein stabilisierter 

Gesundheitszustand vorlag und die Prognose des behandelnden Arztes deswegen 

möglicherweise zu günstig ausfiel. Auf die Arztberichte von Dr. B.___ kann daher nicht 

abgestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit 

ist somit nicht klar und die Beschwerdegegnerin hat ergänzende medizinische 

Abklärungen durchzuführen. Je nach deren Ergebnis wird die Beschwerdegegnerin 

alsdann auch prüfen müssen, ob und allenfalls welche Unterstützung zur beruflichen 

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Wiedereingliederung (Arbeitsvermittlung, evtl. Einarbeitungshilfen) erforderlich sind. 

Denn in der früher ausgeübten Tätigkeit als Hilfsspengler ist eine Arbeitsfähigkeit 

unbestrittenermassen und nachweislich nicht mehr gegeben. Dabei ist offen geblieben, 

ob die Zeit der Arbeitsunfähigkeit - geprägt auch durch die lange und wechselhafte 

Behandlung ab Mai 2005 - nicht eine (vorübergehende) Rente rechtfertigt. Nach 

Vorliegen der nachzuholenden medizinischen Beurteilung der verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit - sowohl was die Art der adaptierten Tätigkeit angeht, als auch das 

zumutbare Ausmass -, wird die Beschwerdegegnerin auch darüber zu befinden haben.

3.4  Bei diesem Verfahrensausgang kann offenbleiben, ob die Beschwerdegegnerin, 

indem sie die angefochtene Verfügung erlassen hat, ohne die zuvor eingeholten 

Berichte von Dr. B.___ und des RAD vorgängig dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zu 

bringen, dessen Anspruch auf rechtliches Gehör so schwer verletzt hat, dass dies eine 

Rückweisung rechtfertigen könnte.

4.   

4.1  Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 11. April 2007 

aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme der weiteren Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr 

von Fr. 600.-- als angemessen. Da die Rückweisung zur Neubeurteilung praxisgemäss 

als volles Obsiegen gilt (ZAK 1987 S. 268 E. 5a), ist die Gerichtsgebühr der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

4.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung von Art. 61 lit. g ATSG erscheint eine 

Entschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. April 2007 

aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinne 

der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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