# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be47a22c-f986-54e0-b92f-55ad61eec32a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 A-1605/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1605-2006_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1605/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

X._______ AG in Liquidation, 
vertreten durch Y._______ AG, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (4. Quartal 2002); Wechsel der 
Abrechnungsart.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1605/2006

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG in Liquidation wurde mit Statuten vom 11. Oktober 
2000  (bzw. 27.  November / 15.  Dezember  2000;  Handelsregisterein-
trag: 15. Januar 2001) gegründet und bezweckte den Handel mit Pro-
dukten und das Anbieten von Verwaltungsdienstleistungen, namentlich 
die Ausführung aller  administrativen Tätigkeiten,  die  für  die  Führung 
einer  Unternehmung  anfallen.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 
(ESTV) führte sie gestützt auf ihre Angaben ab dem 1. Juli  2002 im 
Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen;  den  Antrag  auf  Abrechnung 
nach vereinnahmten Entgelten bewilligte sie am 28. August 2001. Am 
2. Februar  2005  wurde  der  Konkurs  über  die  Gesellschaft  eröffnet, 
welcher mit Verfügung vom 19. April 2005 mangels Aktiven wieder ein-
gestellt wurde. Sie besteht nur noch zum Zweck der Liquidation. 

B.
Am  9. Dezember  2002  teilte  die  ESTV  der  A._______  AG in  Liqui-
dation (nachfolgend auch Steuerpflichtige) mit, dass nach Prüfung des 
Dossiers die Bewilligung zur Abrechnung nach vereinnahmten Entgel-
ten entzogen werde und die Abrechnungsart per 1. Oktober 2002 auf 
vereinbarte Entgelte umzustellen sei. Mit Ergänzungsabrechnung (EA) 
Nr. ... vom 20. März 2003 forderte sie aus der Umstellung der Abrech-
nung  auf  vereinbarte  Entgelte  für  das  4. Quartal  2002  Fr. 22'800.-- 
Mehrwertsteuer,  zuzüglich  Verzugszins,  nach.  Mit  Entscheid  vom 
3. April  2003 hielt  sie sowohl an der Umstellung der Abrechnungsart 
als  auch an der  Steuernachforderung fest. Die  Steuerpflichtige  liess 
am 10. April  2003 Einsprache erheben und die  Aufhebung des Ent-
scheids beantragen.

C.
Am 12. November 2004 führte die ESTV eine Kontrolle durch, welche 
in  den  Räumlichkeiten  der  Rechtsvertreterin  der  Steuerpflichtigen 
stattfand. Mit Einspracheentscheid vom 28. April 2006 wies die ESTV 
die Einsprache ab und hielt  daran fest,  dass die Steuerpflichtige ab 
dem 1. Oktober 2002 nach vereinbarten Entgelten abzurechnen habe; 
sie schulde und habe ihr noch Fr. 22'800.-- Mehrwertsteuer, zuzüglich 
Verzugszins, zu bezahlen. Zur Begründung hielt  sie im Wesentlichen 
dafür,  die  Steuerpflichtige  habe  die  im  Antragsformular  zur  Abrech-
nung nach vereinnahmten Entgelten aufgestellten und von ihr akzep-
tierten Bedingungen nicht erfüllt: sie habe Vorsteuern der A._______ 

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AG  in  Liquidation  (Konkurs  am  22.  Oktober  2002;  Einstellung  am 
29. November  2002)  geltend gemacht,  obschon sie  die  Rechnungen 
nicht bezahlt habe. Ausserdem werde im Falle der Steuerpflichtigen – 
verbunden mit den anderen beteiligten Gesellschaften – offensichtlich 
ein unzulässiger Vorteil herausgewirtschaftet. Die Höhe der ermittelten 
Mehrwertsteuer werde nicht bestritten. 

D.
Am 31. Mai bzw. 12. Juni 2006 lässt die X._______ AG in Liquidation 
(Beschwerdeführerin)  bei  der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommis-
sion (SRK) Beschwerde erheben und die Aufhebung des Einsprache-
entscheids vom 28. April 2006 sowie der EA Nr. ... beantragen. Es sei 
festzustellen,  dass  sie  weiterhin  nach  vereinbarten  Entgelten  abzu-
rechnen habe. Zudem sei ihr in verfahrensrechtlicher Hinsicht zur Er-
gänzung der Beschwerdeschrift eine Nachfrist bis zum 30. September 
2006 einzuräumen. Zur Begründung der materiellen Anträge bringt sie 
im Wesentlichen vor, sie habe nur Vorsteuern auf effektiv geleisteten 
Zahlungen geltend  gemacht. Es  sei  zwar  richtig,  dass  verschiedene 
Zahlungen nicht direkt der A._______ AG in Liquidation, sondern zu-
erst irrtümlich Drittpersonen zugeflossen seien. Dies sei indes jeweils 
umgehend festgestellt und korrigiert worden. Ferner sei die Annahme 
der ESTV, die Schätzung der nachgeforderten Steuer sei nicht bestrit-
ten,  nicht  zutreffend. Die  Frage etwaiger  Steuerfolgen  könne jedoch 
erst dann beurteilt werden, wenn rechtsverbindlich festgestellt worden 
sei, dass die Abrechnungsart tatsächlich umgestellt werde. 

E.
Auf  Antrag  der  Beschwerdeführerin  hin  bestätigt  die  SRK  mit  Zwi-
schenentscheid  vom  4.  August  2006  den  einverlangten  Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 1'000.--. Die dagegen erhobene Beschwerde 
weist  das  Bundesgericht  am 1. September  2006 ab. Am 29. Januar 
2007 teilt das Bundesverwaltungsgericht den Verfahrensbeteiligten mit, 
es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeitshalber übernommen.

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2007 beantragt die ESTV die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde. Am 26. Juni 2007 wird der Be-
schwerdeführerin auf Ersuchen hin [...]  die Möglichkeit  zur  Aktenein-
sicht gewährt. Mit Eingabe vom 28. Juni 2007 beantragt die Beschwer-
deführerin  die  Aufdeckung  sämtlicher  Stellen  im  Kontrollbericht  mit 
dem  Vermerk  "betrifft  interne  Notiz".  Am  25. September  2007  weist 

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das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  ab. Auf  die  dagegen  er-
hobene Beschwerde tritt das Bundesgericht mit Urteil vom 5. Dezem-
ber 2007 nicht ein.

Auf  die  weiteren  Vorbringen  in  den  Eingaben  an  die  SRK bzw. das 
Bundesverwaltungsgericht  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis  zum 31. Dezember  2006 konnten  Einspracheentscheide der 
ESTV auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer nach Art. 44 ff. des Bundes-
gesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) innert 30 Tagen nach Eröffnung mit Beschwerde 
bei der SRK angefochten werden (aArt. 65 des Bundesgesetzes vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [aMWSTG,  AS  2000 
1300],  in der Fassung vom 1. Januar 2001,  aufgehoben per 31. De-
zember  2006).  Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es 
zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängigen Rechtsmittel. Die 
Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Ver-
waltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32]). Das Verfahren richtet sich 
nach dem VwVG, soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt (Art. 37 
VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Behandlung  der  Be-
schwerde sachlich wie funktionell zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d 
VGG).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ein-
spracheentscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst.  a  VwVG) und  der  unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art.  49  Bst.  b  VwVG)  auch  die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 73 ff.  Rz. 2.149 ff.,  ULRICH HÄFE-
LIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1758 ff.). 

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1.3 Die  Beschwerdeführerin  beantragt  nebst  der  Aufhebung  des 
Einspracheentscheids auch die Aufhebung der EA. Eine EA ist jedoch 
nach ständiger Rechtsprechung und Praxis  keine Verfügung im Sinn 
von  Art. 5  VwVG  und  kann  insoweit  nicht  Anfechtungsobjekt  eines 
Rechtsmittelverfahrens  sein  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsge-
richts  A-1652/2006  vom  22.  Juni  2009  E.  1.4,  A-1393/2006  vom 
10. Dezember  2007 E. 2.2.3,  A-1454/2006 vom 26. September  2007 
E. 1.3 und A-1608/2006 vom 8. Mai 2007 E. 2.1; Entscheid der SRK 
vom 31. August 2004, veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundes-
behörden [VPB] 69.6 E. 2b/bb; vgl. auch ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAU-
ER/KLAUS A. VALLENDER, Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 
2. Aufl., Bern 2003, Rz. 1678). Insofern kann auf die Beschwerde nicht 
eingetreten werden. 

1.4 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist  dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung zu entsprechen, wenn die Gesuchstellerin ein 
entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut bundesge-
richtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststel-
lungsverfügung subsidiär  gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen 
(BGE 119 V 13 E. 2a, BGE 114 V 203;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, 
Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel 
1990,  Nr. 36,  S. 109 f.). Soweit  die  Beschwerdeführerin  ihre  Anträge 
formell als Feststellungsbegehren stellt, fehlt ihr folglich ein schutzwür-
diges Interesse an deren Behandlung, weil bereits das negative Leis-
tungsbegehren, der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspra-
cheentscheids,  gestellt  worden  ist.  Damit  kann  anhand  eines  kon-
kreten Falls entschieden werden, ob die ESTV zu Unrecht den Wech-
sel  der  Abrechnungsart  vorgenommen hat,  was das Feststellungsin-
teresse  hinfällig  werden  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E. 1.3; BVGE 2007/24 E. 1.3; Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1505/2006  vom  25. September 
2008 E. 1.2). Mit dieser weiteren Einschränkung ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.5 Am  1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetz-
lichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschrif-
ten  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während ihrer  Geltungs-
dauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse 
anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Da es im vorliegenden Fall um 

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das  4.  Quartal  2002  geht,  ist  in  materieller  Hinsicht  deshalb  das 
aMWSTG anwendbar. 

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne  von Art.  113  Abs. 3  MWSTG auf  sämtliche  im  Zeitpunkt  des 
Inkrafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 
Abs. 3  MWSTG  insofern  restriktiv  auszulegen,  als  gemäss  höchst-
richterlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort 
auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer 
Anwendung von neuem materiellen  Recht  auf  altrechtliche Sachver-
halte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). 

Kein  Verfahrensrecht  in  diesem  engen  Sinn  stellen  im  vorliegenden 
Entscheid etwa die nachfolgend abgehandelten Themen wie die Buch-
führungspflicht,  das  Selbstveranlagungsprinzip,  die  Ermessensveran-
lagung oder gar der Verzugszins etc. dar, so dass vorliegend diesbe-
züglich noch altes Recht anwendbar ist. Keine Anwendung finden des-
halb beispielsweise Art. 70, 71, 72, 79 oder 87 MWSTG, obwohl sie 
unter dem Titel "Verfahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer" 
stehen.

2.

2.1

2.1.1 Nach Art. 53 VwVG gestattet  die  Beschwerdeinstanz  dem Be-
schwerdeführer,  der  in  seiner  sonst  ordnungsgemäss  eingereichten 
Beschwerde darum nachsucht, die Begründung innert einer angemes-
senen Nachfrist  zu ergänzen, sofern es der aussergewöhnliche Um-
fang oder die besondere Schwierigkeit einer Beschwerdesache erfor-
dert. Die Gewährung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung ist in-
des auf Ausnahmefälle zu beschränken; dies jedenfalls dann, wenn die 
beschwerdeführende Partei  oder  ihre Rechtsvertreterin  bereits  zuvor 
im Rahmen eines verwaltungsinternen Einsprache- oder Beschwerde-
verfahrens Gelegenheit hatte, ihren Standpunkt einlässlich darzulegen 
und im hängigen Rechtsmittelverfahren darauf aufbauen konnte (MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 104 f. Rz. 2.241 f.).

2.1.2 Was  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Gesuchs 
vorbringt, vermag die Einräumung einer Nachfrist für eine ergänzende 
Beschwerdeschrift  entgegen  ihrer  Auffassung  nicht  zu  rechtfertigen. 
Zwar stellt die ESTV nicht in Abrede, betreffend die Beschwerdeführe-

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rin und vier weitere Steuerpflichtige, die alle von demselben Treuhand-
unternehmen vertreten werden, vom 28. April  bis 9. Mai 2006 insge-
samt zwei Entscheide und acht Einspracheentscheide erlassen zu ha-
ben. Allerdings wurden zwei Einspracheentscheide offensichtlich nicht 
weitergezogen. Die übrigen sechs sind, selbst wenn es sich um Ent-
scheide von 35 bis 41 Seiten handelt, praktisch gleich aufgebaut und 
enthalten inhaltlich zum überwiegenden Teil vergleichbare bzw. sogar 
identische Ausführungen. Die spezifischen, jeweils auf den konkreten 
Fall zutreffenden und deshalb nicht allgemeingültigen Erwägungen be-
schränken sich  auf  einige wenige Seiten. Im Weitern  sind auch hin-
sichtlich  der  individuellen  Erwägungen  wieder  augenfällige  Überein-
stimmungen festzustellen: Mit Ausnahme des vorliegenden Verfahrens, 
bei dem es um die Problematik der seitens der ESTV vorgenommenen 
Umstellung der Abrechnungsart geht, sind bei den übrigen Verfahren 
ausschliesslich Vorsteueransprüche zu prüfen. In drei Fällen sind Lie-
ferverträge, bei welchen gleichzeitig oder im Nachhinein Abzahlungs-
vereinbarungen getroffen worden sind, zu beurteilen. Den übrigen zwei 
Verfahren  liegen  Lizenzrechtsverträge  zu  Grunde.  Die  Lizenzrechte 
unterscheiden sich zwar inhaltlich, die Art und Weise der Vertragsab-
wicklung ist jedoch ähnlich ausgestaltet worden. Dementsprechend hat 
sich die ESTV in den jeweils ähnlich gelagerten Fällen auf die gleichen 
rechtlichen Grundlagen  abgestützt  und die  selben Argumente  ange-
führt. Hinzuzufügen ist, dass in vier Verfahren die Beschwerdeführerin 
als  Leistungserbringerin  aufgetreten  ist.  Was  die  beiden  (Erst-)Ent-
scheide betrifft, so ist aus den Akten nicht ersichtlich, ob die betroffe-
nen Personen bzw. Unternehmen überhaupt Einsprache erhoben ha-
ben.  Unklar  ist  auch,  inwieweit  sich  in  diesen  Verfahren  andere 
Rechtsfragen gestellt  haben könnten. Die Beschwerdeführerin  macht 
jedenfalls weder das eine noch das andere geltend oder erbringt dafür 
einen Nachweis. Dies wäre indes ein Leichtes für sie gewesen (durch 
Vorlage der Entscheide bzw. der Einsprachen). Unter den gegebenen 
Umständen  kann  nicht  von  einem  aussergewöhnlichen  Umfang  im 
Sinne von Art. 53 VwVG gesprochen werden, zumal die Rechtsvertre-
terin schon mehrere Jahre bestens mit den Fällen vertraut ist und sich 
nicht  erst  in  die  Verfahren  einarbeiten  musste  (vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.160/2004 vom 9. Juni  2005 E. 3). Daran vermag 
auch der Umstand, dass die ESTV zwischen den Entscheiden und den 
Einspracheentscheiden  teilweise  umfassende  Sachverhaltsabklärun-
gen getroffen hat,  nichts zu ändern. Sie hat aus den Ergebnissen in 
allen Fällen  die selben Schlüsse gezogen. Schliesslich  ist  auch das 
Vorliegen einer besonderen Schwierigkeit zu verneinen. Dass die SRK 

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in  den  Abschreibungsverfügungen  vom  15. Mai  2006  betreffend  die 
Rechtsverzögerungsbeschwerden  von  zwei  anderen  Gesellschaften 
festgehalten hat, es handle sich in diesen Fällen nicht um einen leich-
ten Sachverhalt, reicht jedenfalls nicht dafür aus, dass von einer sol-
chen besonderen Schwierigkeit  ausgegangen werden müsste. Ohne-
hin  erscheint  fragwürdig,  inwieweit  sich  die  Aussage  der  SRK über-
haupt auf das vorliegende Verfahren beziehen kann.

Nicht zu hören ist im Übrigen das Vorbringen, eine Nachfrist würde zu-
dem den Umständen Rechnung tragen, dass der Unterzeichnende als 
Doktorand der Universität  B._______ nur ein reduziertes Arbeitspen-
sum  wahrnehmen  könne  und  angesichts  der  Betriebsgrösse  der 
Rechtsvertreterin eine Delegation nicht möglich sei. Dasselbe gilt  für 
den  Einwand,  weitere  fristgebundene  Arbeiten  sowie  das  herkömm-
liche  Tagesgeschäft  würden  unverändert  Zeit  beanspruchen.  Hierbei 
handelt  es  sich  ausschliesslich  um  organisatorische  Umstände  der 
Rechtsvertreterin,  welche von Vornherein  keinen Grund für  eine  Be-
schwerdeergänzung darzustellen vermögen.

Nach dem Vorgesagten ist  ferner  nicht  ersichtlich,  weshalb  sich  der 
Erlass der zehn Entscheide unter dem Gesichtspunkt des "fair trial" als 
stossend erweisen oder den Grundsatz der Waffengleichheit verletzen 
könnte (vgl. zum Ganzen HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1655 ff.). 
Im Übrigen hat die Rechtsvertreterin selber – wie bereits erwähnt – in 
drei  Fällen gleichzeitig  bei  der SRK Rechtsverzögerungsbeschwerde 
erhoben  mit  dem Antrag,  die  ESTV sei  anzuhalten,  umgehend  Ein-
spracheentscheide zu fällen. Nach unwidersprochen gebliebener Dar-
stellung in der Vernehmlassung wurde in den anderen Verfahren zu-
dem wiederholt die Einreichung einer solchen Beschwerde in Aussicht 
gestellt. Dass die ESTV unter diesen Umständen von der zeitlich ge-
staffelten  Eröffnung  der  Entscheide  absah  und  so  allfällige  Fragen 
nach der Bevorzugung vermied, ist insbesondere auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Gleichbehandlung der betroffenen Unternehmen nicht 
zu beanstanden.

2.2 Die  Beschwerdeführerin  führt  in  ihrer  Eingabe  ans  Bundesver-
waltungsgericht vom 30. Mai 2007, mit welcher sie Akteneinsicht in die 
Vernehmlassungsbeilagen  beantragt,  zudem  an,  dass  sie  es  ange-
sichts der durchwegs ungeheuerlichen Vorbringungen der ESTV sehr 
bedaure, dass kein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werde.

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Ein  zweiter  Schriftenwechsel  ist  grundsätzlich  möglich,  wenn  auch 
praxisgemäss  gewöhnlich  die  Ausnahme  (Entscheid  der  SRK  vom 
9. Februar 2006, veröffentlicht in VPB 70.57 E. 1d.aa). Die Beschwer-
deinstanz kann die Parteien auf jeder Stufe des Verfahrens zu einem 
weiteren  Schriftenwechsel  einladen  (Art. 57  Abs. 2  VwVG).  Ein  wei-
terer  Schriftenwechsel  ist  namentlich  dann  geboten,  wenn  die  Ver-
nehmlassung  der  Vorinstanz  mit  Bezug  auf  die  angefochtene  Ver-
fügung neue, erhebliche Vorbringen tatsächlicher oder rechtlicher Art 
enthält  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  vom  12. November  1998, 
veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  68 
S. 652 E. 1a, vom 27. April 1994, veröffentlicht in ASA 66 S. 158 E. 2; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1647/2006  vom  31.  März 
2009  E.  1.3,  A-1380/2006  +  A-1381/2006  vom 27. September  2007 
E. 3.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O, S. 123 ff. Rz. 3.37 ff.).

Solches macht die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht geltend und 
ist denn auch gar nicht ersichtlich. Vielmehr ist die Sache spruchreif, 
ein weiterer Schriftenwechsel drängt sich daher für das Bundesverwal-
tungsgericht, welches das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat, 
nicht auf (BGE 119 V 347 E. 1a; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). Im Übrigen reichte die Beschwer-
deführerin am 28. Juni 2007 eine schriftliche Eingabe ein, in welcher 
sie sich noch einmal zum hängigen Verfahren geäussert hat und ins-
besondere Stellung nahm zur seinerzeit durchgeführten Steuerkontrol-
le. Soweit die Ausführungen als entscheidrelevant zu betrachten sind, 
würden  sie  ohnehin  bei  der  Beurteilung  berücksichtigt  werden. Den 
massgeblichen (verfassungsrechtlichen)  Vorgaben wurde damit  ohne 
Weiteres  Rechnung  getragen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts A-5550/2008 vom 21. Oktober 2009 E.1.1.3).

2.3 Die  Beschwerdeführerin  beantragt  in  prozessualer  Hinsicht 
schliesslich  die  Einholung einer  Amtsauskunft  beim Handelsregister-
amt ... sowie beim Konkursamt ... . Nach der höchstrichterlichen Recht-
sprechung kann das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die 
noch  im  Raum  stehenden  Beweisanträge  eine  nicht  erhebliche  Tat-
sache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die 
Beweiseignung abgeht oder – gerade umgekehrt – die betreffende Tat-
sache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist (anstelle vieler: 
BGE 131 I 153 E. 3, BGE 124 I 208 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. auch 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1562/2006 vom 26. Septem-
ber  2008  E. 3.2.5.4,  A-1444/2006  +  1445/2006  vom  22.  Juli  2008 

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E. 7.1;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S.  165  Rz.  3.144).  Das 
Bundesverwaltungsgericht erachtet den Sachverhalt aufgrund der vor-
handenen Akten für  genügend geklärt. Überdies ist  nicht  ersichtlich, 
was die Amtsauskünfte zur Klärung des vorliegenden Falls beitragen 
könnten, was nicht ohnehin schon aus den Akten hervorgeht. Auf de-
ren Einholung ist  folglich in einer vorweggenommenen (antizipierten) 
Beweiswürdigung zu verzichten.

3.

3.1 Über die Mehrwertsteuer ist grundsätzlich nach den vereinbarten 
Entgelten abzurechnen (Art. 44 Abs. 1 aMWSTG). Die steuerpflichtige 
Person hat einen Rechtsanspruch, die Abrechnung nach vereinnahm-
ten Entgelten vornehmen zu können, sofern sie die in Art. 44 Abs. 4 
aMWSTG genannten  Bedingungen  (vgl.  E. 3.2  hiernach)  erfüllt  (vgl. 
ANDREAS RUSSI,  mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. 3 zu Art. 44).

Die  Abrechnung  nach  vereinbarten  Entgelten  bildet  die  Regel.  Sie 
hängt  direkt  mit  dem Vorsteuerabzug zusammen,  der  in  diesem Fall 
bereits mit Erhalt der Rechnung geltend gemacht werden kann. Dem-
nach  ist  es  folgerichtig,  wenn  über  den  Umsatz  auch  bereits  im 
Zeitpunkt der Rechnungsstellung abzurechnen ist bzw. dieser zu die-
sem Zeitpunkt besteuert wird (ausführlich hierzu Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts A-1529/2006 vom 18. März 2008 E. 2.3 mit zahl-
reichen  Hinweisen,  A-1343/2006  vom  12.  April  2007  E. 2.1;  RUSSI, 
a.a.O., Rz. 3 zu Art. 44). Die Steuerforderung entsteht bei Lieferungen 
und Dienstleistungen im Normalfall mit der Rechnungsstellung (Art. 43 
Abs. 1  Bst.  a  Ziff.  1  aMWSTG),  d. h.  mit  Ablauf  des  Abrechnungs-
zeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind (vgl. Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1385/2006 vom 3. April  2008 E. 4, 
A-1530/2006  vom 18. März  2008  E. 2.3,  A-1489/2006,  A-1490/2006 
und  A-1491/2006,  alle  vom  14. Januar  2008,  jeweils  E. 2.4;  CAMEN-
ZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  Rz. 1585  f.).  Demgegenüber  entsteht 
die Steuerforderung im Ausnahmefall,  d.h. bei  der Abrechnung nach 
vereinnahmten Entgelten, mit der Vereinnahmung des Entgelts (Art. 43 
Abs. 1 Bst. b aMWSTG). Entsprechend darf die Vorsteuer erst in der 
Abrechnung  über  diejenige  Abrechnungsperiode  in  Abzug  gebracht 
werden,  in  welcher  die  Rechnung  tatsächlich  bezahlt  wurde  (Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6150/2007  vom 26.  Februar  2009 
E. 2.1,  A-1581/2006  vom 23.  Juni  2008  E.  4  und  5;  MICHAELA MERZ, 

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mwst.com, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 38 Abs. 7, THOMAS P. WENK, mwst.com, 
a.a.O., Rz. 11 zu Art. 43).

3.2 Die  Abrechnung  nach  vereinnahmten  Entgelten  wird  der  steu-
erpflichtigen Person gestattet, wenn diese für sie (aus Gründen ihres 
Rechnungswesens) einfacher ist und wenn gewisse von der ESTV im 
Rahmen  ihrer  Vollzugskompetenz  festzulegende  Bedingungen  ein-
gehalten  werden.  Die  ESTV  hat  diese  so  festzusetzen,  dass  die 
steuerpflichtige  Person  weder  begünstigt  noch  benachteiligt  wird 
(Art. 44  Abs. 4  aMWSTG; vgl.  auch  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1489/2006, A-1490/2006 und A-1491/2006, alle vom 14. Ja-
nuar 2008, jeweils E. 2.3).

3.2.1 Gemäss der Praxis der ESTV, die sie bereits zur entsprechen-
den Bestimmung (Art. 35 Abs. 1 und 4) der Verordnung über die Mehr-
wertsteuer  (MWSTV, AS 1994 1464)  entwickelt  hat,  bewilligt  sie  die 
Abrechnung aufgrund der vereinnahmten Entgelte nur, wenn die Ge-
schäftsfälle  im Hauptbuch nach dem Zahlungsverkehr  verbucht  wer-
den.  Es  ist  der  Steuerpflichtigen  nicht  erlaubt,  nach  vereinnahmten 
Entgelten abzurechnen, wenn sie EDV-mässig eine Debitorenbuchhal-
tung oder eine Debitoren-Offenpostenliste führt, mit welchen der Zah-
lungsverkehr automatisch in das Hauptbuch übertragen werden kann 
(Wegleitung  2001  zur  Mehrwertsteuer  [Wegleitung  2001],  Rz. 964 
[ebenso  Rz.  964  der  Wegleitung  2008  zur  Mehrwertsteuer  {Weglei-
tung 2008}], Wegleitung 1997 für Mehrwertsteuerpflichtige [Wegleitung 
1997], Rz. 955, vgl. auch – noch ohne explizite Erwähnung der EDV – 
Wegleitung  1994  für  Mehrwertsteuerpflichtige  [Wegleitung  1994], 
Rz. 955, allesamt herausgegeben von der ESTV; RUSSI, a.a.O., Rz. 26 
zu Art. 44).

Die  Begründung für  diese Einschränkung ergibt  sich  aus  der  Pflicht 
zur ordnungsgemässen Buchführung (Art. 58 aMWSTG). Demnach hat 
die steuerpflichtige Person ihre  Geschäftsbücher  so zu führen,  dass 
sich  die  massgebenden  Tatsachen  leicht  und  zuverlässig  ermitteln 
lassen. Dies bedingt,  dass die Verfolgung der Geschäftsvorfälle vom 
Einzelbeleg über die Buchhaltung bis zur Mehrwertsteuerabrechnung 
und umgekehrt ohne Zeitverlust gewährleistet sein muss (Wegleitung 
2001 Rz. 893 [vgl. auch Wegleitung 2008 Rz. 893 ff.], Wegleitung 1997 
Rz. 882, Wegleitung 1994 Rz. 879, ebenso Broschüre Rechnungswe-
sen Mehrwertsteuer, herausgegeben von der ESTV, 1994, S. 11). Die 
Praxis  der ESTV verlangt  deshalb, dass die buchmässige Erfassung 

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der  Geschäftsvorfälle  und  die  dazugehörende  mehrwertsteuerliche 
Abrechnung "synchron" verlaufen müssen. Dies bedeutet, dass sowohl 
die  Buchführung  als  auch  die  Erstellung der  Mehrwertsteuerabrech-
nung entweder nach dem Fakturaausgang bzw. nach der Rechnungs-
stellung (System der vereinbarten Entgelte) oder aber nach dem Zah-
lungseingang (System der vereinnahmten Entgelte) erfolgen müssen. 
Andernfalls  ist  eine kongruente Abrechnung und Prüfung nicht  mehr 
gewährleistet.  Sobald  nämlich  Geschäftsvorfälle  nicht  gleichzeitig 
(bzw.  in  derselben  Steuerperiode)  verbucht  und  deklariert  werden, 
können sie nur mit zusätzlichem (Zeit-)Aufwand vom Einzelbeleg über 
die  Buchhaltung  bis  zur  Mehrwertsteuerabrechnung  sowie  in  umge-
kehrter  Richtung  verfolgt  werden  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
11. Februar 2004, veröffentlicht in ASA 75 S. 581 ff. E. 2.2.2).

3.2.2 Diese –  wie  erwähnt  – bereits  unter  der  Geltung der  MWSTV 
geübte Bewilligungspraxis der ESTV wurde durch die Rechtsprechung 
als rechtmässig bestätigt (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 
2004, veröffentlicht in ASA 75 S. 581 ff. E. 2.2.2; vgl. auch Entscheide 
der SRK vom 4. März 2002, veröffentlicht in VPB 66.58 E. 3a.cc und 
dd, vom 10. Juni 1998, veröffentlicht in VPB 63.25 E. 3). Nachdem die 
Regelung der MWSTV, die der ESTV einen weiten Gestaltungsspiel-
raum im Bereich der Abrechnungsart  einräumte, mit  praktisch unver-
ändertem  Wortlaut  ins  aMWSTG  übernommen  worden  ist  (Art. 44 
Abs. 1  und  4  aMWSTG),  besteht  für  das  Bundesverwaltungsgericht 
kein Anlass, diese im alten Recht durch die Gerichte ausdrücklich als 
sachgerecht  und  zweckmässig  bezeichnete  Praxis  für  die  Geltungs-
dauer des aMWSTG zu beanstanden. Ohnehin auferlegt sich das Bun-
desverwaltungsgericht eine gewisse Zurückhaltung bei der Beurteilung 
technischer Detailregelungen im Bereich des Abrechnungswesens, die 
grundsätzlich  Sache  der  Spezialisten  der  Verwaltung  mit  ihren  ein-
schlägigen  Fachkenntnissen  sind  (vgl.  Entscheide  der  SRK  vom 
4. März 2002, veröffentlicht in VPB 66.58 E. 3a.bb, vom 20. Juli 2000, 
veröffentlicht in VPB 65.22 E. 3b).

3.3 Wird die Abrechnungsart von vereinnahmten auf vereinbarte Ent-
gelte umgestellt,  hat ein solcher Wechsel  zur Folge, dass die bisher 
noch  nicht  abgerechneten  Debitoren  (Forderungen  an  Kunden  aus 
Leistungen) auf den Zeitpunkt des Wechsels mehrwertsteuerlich nach-
belastet  und abgerechnet  werden müssen (CAMENZIND/HONAUER/VALLEN-
DER,  a.a.O.,  Rz. 1594 ff.).  Die  auf  die  Umstellung  folgenden  Abrech-
nungsperioden sind mit der Buchhaltung so abzustimmen, dass keine 

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doppelte  Besteuerung  erfolgt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
11. Februar 2004, veröffentlicht in ASA 75 S. 581 ff. E. 3.2; Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1348/2006 vom 30. Mai 2007 E. 3.1).

3.4 Das alte Mehrwertsteuergesetz stellt  hohe Anforderungen an die 
steuerpflichtige Person, indem es ihr wesentliche, in anderen Veranla-
gungsverfahren  der  Steuerbehörde  obliegende,  Vorkehren  überträgt 
(sog. Selbstveranlagungsprinzip, Art. 46 f. aMWSTG; vgl. ERNST BLUMEN-
STEIN/PETER LOCHER, System des Schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., 
Zürich 2002, S. 421 ff.). So hat sie namentlich selber zu bestimmen, 
ob  sie  die  Voraussetzungen  für  die  Steuerpflicht  erfüllt  (Art.  56 
aMWSTG).  Dazu  gehört  auch,  dass  sie  ihre  Geschäftsbücher 
ordnungsgemäss  führt  (Art.  58  aMWSTG)  sowie  quartalsweise  bzw. 
halbjährlich  die  Abrechnung  erstellt  und  die  geschuldete  Steuer 
entrichtet  (Art. 45  und  47  aMWSTG; vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.109/2005  vom  10. März  2006  E. 2.1;  statt  vieler:  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-6150/2007 vom 26. Februar 2009 E. 2.4, 
A-1636/2006 + A-1637/2006 vom 2. Juli  2007 E. 2.1;  GERHARD SCHAF-
ROTH/DOMINIK ROMANG, in mwst.com, a.a.O., Rz. 4 ff., 8 ff. zu Art. 56).

3.5 Die  Beweiswürdigung  endet  mit  dem  richterlichen  Entscheid 
darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat 
oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die 
freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat  (BGE  130  III  321 
E. 3.2; Urteil  des Bundesgerichts 2A.110/2000 vom 26. Januar 2001 
E. 3c; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; 
MARTIN ZWEIFEL, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsver-
fahren, Zürich 1989, S. 109 f.). Gelangt das Gericht nicht zu diesem 
Ergebnis, so fragt sich, ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder des 
Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweislo-
sigkeit zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Be-
weislosigkeit zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast 
trägt (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1479/2006 
vom 10. September 2008 E. 1.3, A-1469/2006 vom 7. Mai 2008 E. 1.4, 
je  mit  weiteren  Hinweisen  GYGI,  a.a.O.,  S.  279  f.;  ZWEIFEL,  a.a.O., 
S. 109 f.). Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, wel-
che die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung 
erhöhen, das heisst für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tat-
sachen.  Demgegenüber  ist  der  Steuerpflichtige  für  die  steueraufhe-
benden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für sol-

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che Tatsachen, welche Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung be-
wirken (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, ver-
öffentlicht in ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1418/2006  vom  14.  Mai  2008  E. 5.1,  A-1373/2006  vom 
16. November 2007 E. 2.1, je mit zahlreichen Hinweisen).

4.

4.1 Im  vorliegenden  Fall  wurde  der  Antrag  der  Beschwerdeführerin 
vom  7. Mai  2001  auf  Abrechnung  der  Mehrwertsteuer  nach  verein-
nahmten Entgelten am 28. August 2001 von der ESTV bewilligt. Dabei 
hat sie sich ausdrücklich und unterschriftlich bereit erklärt, die Buch-
haltung sowohl  auf  der Aufwand- als auch auf  der Ertragsseite dem 
Zahlungsverkehr entsprechend zu führen und die Vorsteuer erst in der 
Abrechnung über  den Zeitraum geltend zu  machen,  in  welchem die 
Rechnungen an die Leistungserbringer bezahlt worden sind. Sie hat im 
Übrigen zur Kenntnis genommen, dass die ESTV bei Nichteinhaltung 
dieser Bedingungen berechtigt ist, die Abrechnung nach vereinnahm-
ten Entgelten – auch rückwirkend – auf die ordentliche Regelung, d. h. 
auf  die  Abrechnung  nach  vereinbarten  Entgelten,  umzustellen  (Ver-
nehmlassungsbeilage 5). 

4.2 Gemäss Kontrollbericht vom 12. November 2004 erstellte die Be-
schwerdeführerin die (provisorische) Buchhaltung der Jahre 2003 und 
2004 – trotz  der  per  1. Oktober  2002 verfügten Umstellung der  Ab-
rechnungsart  von  vereinnahmten  auf  vereinbarte  Entgelte  –  (immer 
noch)  nach  dem  Zahlungsverkehr.  Hinsichtlich  der  Jahre  2001  und 
2002 findet sich diesbezüglich kein Hinweis in den Akten. Es ist aller-
dings nicht anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin während dieser 
Zeit  ein  anderes  Buchungssystem  benutzte.  Auch  die  ESTV  macht 
Solches  in  keiner  Weise  geltend.  Vielmehr  hält  sie  dafür,  die  Be-
schwerdeführerin habe in ihren Quartalsabrechnungen im Zusammen-
hang mit verschiedenen Rechnungen der A._______ AG in Liquidation 
(siehe hienach E. 4.3) die darauf entfallende Mehrwertsteuer als Vor-
steuer  geltend  gemacht,  obschon  die  Zahlungen  offensichtlich  nicht 
bzw. nur in geringem Umfang überhaupt an die A._______ AG in Liqui-
dation  erfolgt  seien. Dementsprechend  habe  sie  eine  der  im Antrag 
aufgestellten  und  von ihr  akzeptierten  Bedingungen  nicht  erfüllt:  sie 
habe die Vorsteuer geltend gemacht, obwohl sie die genannten Rech-
nungen gar nicht bezahlt habe. Die Bewilligung der Abrechnung nach 
vereinnahmten Entgelten sei der Beschwerdeführerin daher zu Recht 
entzogen worden. 

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4.3 Die  genannten  Rechnungen  betreffen  konkret  sechs  Zahlungs-
vorgänge,  welche  die  ESTV bei  ihrer  Beurteilung  überprüft  hat.  Die 
ersten fünf  davon stehen im Zusammenhang mit  einer  Vereinbarung 
zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  der  A._______  AG  in  Liqui-
dation, datierend vom 16. April 2001. Dabei handelt es sich nach dem 
Wortlaut um einen Vorvertrag zu einem noch zu begründenden Lizenz-
rechtsvertrag zwischen denselben Parteien (Streitgegenstand des Ver-
fahrens A-1602/2006). Unter Ziff. 4 des Vorvertrags mit dem Titel "Start 
up - Leistungen der X._______ AG" wird Folgendes ausgeführt: "Die 
X._______ AG unterstützt die A._______ AG im Hinblick auf den Li-
zenzrechtsvertrag mit Barzahlungen im Sinne einer Provision. Mit die-
sen Barleistungen soll  die A._______ AG für  ihre Aufwendungen für 
die gesamte Vertragsvorbereitung unter  allen Titeln  entschädigt  wer-
den [...]". Der letzte Zahlungsvorgang hängt demgegenüber – entge-
gen  den  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  –  nicht  mit  dem er-
wähnten Vorvertrag, sondern mit dem Einkauf von technischen Gerä-
ten zusammen (Kaufvertrag vom 20. Februar 2002). 

Insgesamt ergibt sich aus den Akten folgendes Bild (vgl. Vernehmlas-
sungsbeilage 65):

Vorhandener Beleg Verbuchung als Zahlung gemäss Zah-
lungsauftrag

Rechnung vom 20. April 
2001 im Betrag von 
Fr. 50'000.--

Start up - Leistungen im 
Betrag von Fr. 50'000.--

Fr. 50'000.-- an die 
Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin

Rechnung vom 15. Juli 
2001 im Betrag von 
Fr. 80'000.--

Start up - Leistungen im 
Betrag von Fr. 80'000.--

Fr. 40'000.-- an die 
Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin

Fr. 20'000.-- an die 
A._______ AG in Liqui-
dation

Fr. 20'000.-- an 
C._______

Rechnung vom 1. Sep-
tember 2001 im Betrag 
von Fr  25'000.--

Start up - Leistungen im 
Betrag von Fr. 25'000.--

Fr. 25'000.-- an die 
A._______ AG
(Zahlungsauftrag über 
Fr. 34'100.--; Restbetrag 
an C._______ 
[Fr. 8'000.--] und 
Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin 
[Fr. 1'100.--])

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Rechnung vom 1. Ok-
tober 2001 im Betrag von 
Fr. 20'000.--

Start up - Leistungen im 
Betrag von Fr. 20'000.--

Fr. 20'000.-- an den für 
die Rechtsvertreterin der 
Beschwerdeführerin 
tätigen D._______

Rechnung vom 4. Ok-
tober 2001 im Betrag von 
Fr. 14'000.--

Start up - Leistungen im 
Betrag von Fr. 14'000.--

Fr. 14'000.-- an die 
A._______ AG in 
Liquidation

Quittung für den Erhalt 
des Betrags von 
Fr. 10'000.--, ausgestellt 
von der A._______ AG in 
Liquidation am 5. Juni 
2002

Einkauf technischer Ge-
räte im Betrag von 
Fr. 10'000.--

Fr. 10'000.-- an die 
Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin

Von den insgesamt sechs Zahlungen sind drei,  d. h. die erste, vierte 
und  die  sechste  Zahlung,  überhaupt  nicht  an  die  A._______  AG in 
Liquidation erfolgt. Die zweite Zahlung ist zudem lediglich im Umfang 
von Fr. 20'000.-- an sie ausgerichtet worden, obschon die Rechnung 
über einen Betrag von Fr. 80'000.-- lautete. Als ungewöhnlich erweist 
sich  auch  die  dritte  Zahlung  der  Liste.  Sie  stellt  lediglich  einen 
Teilbetrag  eines  einzigen  Zahlungsauftrags  über  ursprünglich 
Fr. 59'100.-- dar, welcher dann offenbar auf Fr. 34'100.-- korrigiert wor-
den ist. Von diesen Fr. 34'100.-- gingen – wie gesehen – Fr. 25'000.-- 
an die A._______ AG in Liquidation, Fr. 8'000.-- wurden an C._______ 
ausbezahlt und die restlichen Fr. 1'100.-- wurden der Rechtsvertreterin 
der  Beschwerdeführerin  ausgerichtet.  In  ihrer  Buchungsliste  hat  die 
Beschwerdeführerin  diese Teilzahlungen unter  einem einzigen Beleg 
(Nr. 899) mit demselben Belegdatum (19. September 2001) aufgeführt. 
Die entsprechende Gegenbuchung erfolgte denn auch – sowohl in der 
Buchungsliste  als  auch im Kontoblatt  –  über  den Gesamtbetrag von 
Fr. 34'100.-- mit  dem Vermerk "Zahlung" (vgl. zum Ganzen Vernehm-
lassungsbeilage 47). Nach dem Gesagten ist aufgrund der Aktenlage – 
abgesehen  von  den  Zahlungen  eins,  vier  und  sechs,  mit  welchen 
klarerweise  nicht  die  Rechnungen  der  A._______  AG in  Liquidation 
beglichen worden sind – auch betreffend die zweite und dritte Zahlung 
mehr  als  fraglich,  inwieweit  die  Beschwerdeführerin  damit  überhaupt 
Rechnungen der A._______ AG in Liquidation im Zusammenhang mit 
den beiden Verträgen bezahlt  haben kann. Einzig die fünfte Zahlung 
scheint rechtmässig verbucht worden zu sein.

4.4 Die  Beschwerdeführerin  bringt  zur  Erklärung  vor,  im  fraglichen 
Jahr  seien  verschiedene  Zahlungen  irrtümlich  an  nicht  begünstigte 
oder anspruchsberechtigte Personen (z.B. C._______) ausgeführt wor-

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den. Weil  die  fehlgeleiteten Zahlungen jeweils  umgehend festgestellt 
worden seien, seien ihr die fraglichen Geldbeträge problemlos (wieder) 
zugeführt  worden. Es könne mithin festgestellt  werden, dass die Be-
rechtigte die Geldzahlungen jeweils vollständig,  wenn auch teilweise 
auf indirektem Weg, erhalten habe. 

Die Einwände der Beschwerdeführerin vermögen das Bundesverwal-
tungsgericht  nicht  zu  überzeugen. Hierbei  handelt  es  sich  um reine 
Behauptungen. So fehlt  jeglicher  Nachweis,  dass  auch nur  eine  der 
behaupteten "Fehlzahlungen" rückgängig gemacht und stattdessen an 
die  A._______  AG  in  Liquidation  weitergeleitet  worden  ist.  Ferner 
wurden  die  entsprechenden  –  vorgedruckten  –  Einzahlungsscheine 
der jeweiligen Empfänger grösstenteils von Hand ausgefüllt. Inwieweit 
unter diesen Umständen "irrtümliche Zahlungen" vorliegen könnten, ist 
nicht ersichtlich. Im Weiteren spricht auch die Menge der festgestellten 
"Irrläufer" im Vergleich zur Gesamtmenge der erfolgten Zahlungen ge-
gen  ein  Versehen,  wie  die  ESTV  zu  Recht  anführt.  Angesichts  der 
Aktenlage ist daher vielmehr davon auszugehen, dass es sich bei den 
Personen, an welche die Zahlungen geleistet worden sind, um die in 
Tat und  Wahrheit  Begünstigten  bzw. Anspruchsberechtigten  handelt. 
Etwas Anderes vermag die Beschwerdeführerin  nicht  nachzuweisen. 
Die Hinweise auf die gesetzlichen Bestimmungen zur ungerechtfertig-
ten Bereicherung sind demnach nicht zu hören. 

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die A._______ 
in Liquidation – mit Ausnahme der letzten Zahlung – jeweils bereits am 
Tag der  Erteilung des  Zahlungsauftrags  an die  Schweizerische Post 
durch die Beschwerdeführerin schriftlich bestätigte, die Beträge erhal-
ten zu haben. Wie es sich damit verhält, insbesondere, wie dieses Ver-
halten (straf-)rechtlich allenfalls zu beurteilen wäre, kann unter den ge-
gebenen Umständen jedoch offenbleiben.

4.5 In Anbetracht  der vorstehenden Ausführungen ist  nicht  zu bean-
standen, wenn die ESTV davon ausgeht, die Beschwerdeführerin habe 
verschiedentlich Mehrwertsteuern als Vorsteuer geltend gemacht, ob-
schon sie die entsprechenden Rechnungen gar nicht bezahlt hat. In-
soweit  hat  sie  die Geschäftsfälle  auch nicht  nach dem Zahlungsver-
kehr abgerechnet und verbucht. Sie hat die Bedingungen, die an eine 
Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten gestellt werden, demnach 
nicht erfüllt (vgl. E. 3.2 ff. hievor). Die ESTV hat ihr die Bewilligung folg-
lich zu Recht entzogen. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, be-

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treffend die Abrechnungsart bestehe eine Wahlfreiheit für die Steuer-
pflichtigen, ist ihr entgegenzuhalten, dass eine solche nur insoweit be-
steht, als die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind bzw. ein-
gehalten werden. In diesem Sinne ist  auch nicht massgeblich, inwie-
weit die Buchhaltung bzw. das Rechnungswesen ansonsten, nebst den 
erwähnten  Vorsteuern,  zu  beanstanden  ist.  Die  Beschwerdeführerin 
macht ferner geltend, die A._______ AG in Liquidation habe die Zah-
lungen  korrekt  mehrwertsteuerlich  deklariert  und  abgerechnet;  der 
ESTV sei  folglich gar  kein Steuerausfall  entstanden. Abgesehen da-
von, dass es für das Privileg der Abrechnung nach vereinnahmten Ent-
gelten nicht  darauf  ankommen kann,  handelt  es sich dabei  um eine 
reine Behauptung. Das eingereichte Kontoblatt  sowie  der  Debitoren-
auszug vermögen das Vorbringen jedenfalls in keiner Weise zu bele-
gen. In den Akten findet sich ausserdem eine handschriftlich Notiz ei-
nes  Mitarbeiters  der  ESTV, wonach  aufgrund  der  Deklarationen  der 
A._______ AG in Liquidation ersichtlich sei,  dass diese,  wenn über-
haupt,  die  Umsätze  nicht  periodengerecht  abgerechnet  habe  (Ver-
nehmlassungsbeilage 11). Bei dieser Sachlage braucht der Frage, was 
für steuerbare Leistungen der erwähnte Vorvertrag überhaupt zum Ge-
genstand haben könnte bzw. worin der mehrwertsteuerliche Leistungs-
austausch zu sehen ist, nicht weiter nachgegangen zu werden.

Im  Übrigen  sei  darauf  hingewiesen,  dass  die  ESTV  das  Antrags-
formular für die Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten in der Fol-
ge – soweit das bis 31. Dezember 2009 gültige Mehrwertsteuergesetz 
betreffend – hinsichtlich ihrer Berechtigung, die Abrechnungsart umzu-
stellen,  ergänzt  hat.  Neu  wurde  erwähnt,  dass  diese  Berechtigung 
nicht nur bei Nichteinhaltung der aufgeführten Bedingungen bestehe, 
sondern  auch  dann,  wenn  mit  der  Abrechnung  nach  vereinnahmten 
Entgelten ungerechtfertigte Vorteile erwirkt würden, so namentlich zwi-
schen nahestehenden Unternehmen. Nach dem Vorgesagten kann ei-
ne Auseinandersetzung diesbezüglich und insbesondere auch mit den 
Ausführungen der Verfahrensbeteiligten jedoch von Vornherein unter-
bleiben.

4.6 Zum Zeitpunkt, auf welchen die ESTV die Umstellung vorgenom-
men hat, nimmt die Beschwerdeführerin nicht eingehend Stellung. Die 
Festlegung per 1. Oktober 2002 erweist sich denn auch als nachvoll-
ziehbar  und sachgerecht:  Die  Umstellung erfolgte  auf  das  Ende der 
vorangehenden  und  abgeschlossenen  bzw.  den  Beginn  der  neuen, 
noch laufenden Abgabeperiode. Entgegen der Ansicht der Beschwer-

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deführerin  hat  die  ESTV  diese  somit  gerade  nicht  rückwirkend  an-
geordnet. Im Übrigen hätte die Umstellung bei Nichteinhaltung der Be-
dingungen gestützt auf das Selbstveranlagungsprinzip sogar rückwir-
kend verlangt werden können (vgl. E. 3.4 hievor; siehe dazu auch Ur-
teil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6150/2007  vom  26.  Februar 
2009 E. 3.2.2.1). 

4.7 Die  ESTV  hat  als  Folge  der  Umstellung  der  Abrechnungsart 
Fr 22'800.-- Mehrwertsteuer, zuzüglich Verzugszins, nachgefordert. Im 
Einspracheentscheid hat sie diesbezüglich erwogen, gegen die vorge-
nommene Schätzung würden keine Einwände vorgebracht. Insbeson-
dere sei weder die Ermittlung noch die Höhe des der EA zu Grunde 
gelegten Debitorenbestands bestritten; demzufolge sei an der Nachfor-
derung  vollumfänglich  festzuhalten.  Die  Beschwerdeführerin  wendet 
dagegen  ein,  die  ESTV  irre  mit  ihren  realitätsfremden  Annahmen 
schon grundsätzlich. Die fragliche EA könne keine eigene Rechtswir-
kung erzeugen, sondern sei systematisch klar an die Frage der richti-
gen  Abrechnungsart  gebunden.  Erst  wenn  rechtsverbindlich  festge-
stellt  worden sei,  dass eine Umstellung erfolge,  könne die Frage et-
waiger Steuerfolgen in Erwägung gezogen werden. 

4.7.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet demnach nicht grundsätzlich, 
dass im Falle einer Umstellung die bisher noch nicht abgerechneten 
Debitoren (Forderungen an Kunden aus Leistungen) auf den Zeitpunkt 
des Wechsels mehrwertsteuerlich nachbelastet und abgerechnet wer-
den müssen (vgl. E. 3.3  hievor). Ihr  ist  allerdings  entgegenzuhalten, 
dass die ESTV im Entscheid vom 3. April 2003 im Dispositiv nicht nur 
die Umstellung bestätigte, sondern auch die Nachforderung der Mehr-
wertsteuer  im  Umfang  von  Fr. 22'800.--,  zuzüglich  Verzugszins,  ge-
mäss EA (Ziff. 2 des Dispositivs). Dasselbe gilt für den angefochtenen 
Einspracheentscheid (Ziff. 3 des Dispositivs). In der Begründung wird 
zudem Näheres dazu ausgeführt. Das Anfechtungsobjekt bildet dem-
entsprechend nicht nur die Feststellung, dass die Umstellung rechtens 
ist,  sondern  auch die Höhe der aufgrund der  Umstellung nachzufor-
dernden Mehrwertsteuer. Dass die EA hinfällig geworden wäre, wenn 
jene unrechtmässig erfolgt wäre, vermag daran nichts zu ändern. Es 
ist der ESTV unbenommen bzw. ist sie geradezu gehalten (vgl. E. 1.4 
hievor),  die  Grundsatzfrage  direkt  mit  der  sich  daraus  ergebenden 
Nachforderung zu verbinden, um nicht zwei einzelne Rechtsverfahren 
durchführen  zu  müssen.  Dies  erscheint  auch  aus  prozessökonomi-
schen  Gründen  sinnvoll.  Nicht  zu  hören  ist  ferner  der  Einwand,  die 

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ESTV habe in einem weiteren Einspracheentscheid vom 28. April 2006 
zum gleichen Thema die Einsprache gutgeheissen und damit  selber 
bestätigt, dass die Forderung erst nach Abschluss der Frage nach der 
korrekten  Abrechnungsart  geprüft  werden  könne.  Offenbar  hat  die 
ESTV  die  Steuernachforderung  von  Fr. 22'800.--  am  18. November 
2003  auf  dem  Betreibungsweg  geltend  gemacht.  Da  die  Beschwer-
deführerin Rechtsvorschlag erhob, hat die Verwaltung diesen mit Ent-
scheid vom 8. Dezember 2003 aufgehoben; gleichzeitig hielt sie an der 
Steuernachforderung  fest.  Die  dagegen  erhobene  Einsprache  hiess 
die ESTV mit dem besagten Einspracheentscheid gut. Sie erwog, die 
Frage  nach  der  Richtigkeit  der  Nachforderung  in  Höhe  von 
Fr. 22'800.--  sei  bereits  Gegenstand  des  pendenten  Einsprachever-
fahrens  über  die  anzuwendende  Abrechnungsart  und  könne  nicht 
gleichzeitig Gegenstand von zwei Verfahren sein. Die Behauptung der 
Beschwerdeführerin ist demnach offensichtlich falsch; vielmehr ergibt 
sich aus dem zweiten Einspracheentscheid vom 28. April 2006 gerade 
das Gegenteil.

4.7.2 Die ESTV hat im Schreiben vom 9. Dezember 2001 nicht nur die 
Umstellung  der  Abrechnungsart  angezeigt,  sondern  darüber  hinaus 
auch  um  Bekanntgabe  der  Debitorenbestände  per  30. September 
2002  ersucht.  Da  die  Beschwerdeführerin  dieser  Aufforderung  nicht 
nachgekommen ist,  musste die Verwaltung diese und die daraus re-
sultierende  Mehrwertsteuer  nach  pflichtgemässem  Ermessen  festle-
gen  (Art.  60  aMWSTG; vgl.  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1337/2007 vom 21. September 2009 E. 5.1 f und 5.2 
mit weiteren Hinweisen). Hat die ESTV eine solche Ermessenstaxation 
vorzunehmen,  obliegt  es  in  der  Folge  dem  Steuerpflichtigen,  den 
Nachweis zu erbringen, dass die Schätzung der Vorinstanz unrichtig 
ist  bzw.  dieser  dabei  erhebliche  Ermessensfehler  unterlaufen  sind 
(Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1531/2006 vom 10. Januar 
2008  E. 2.5.2,  A-1429/2006  vom  29. August  2007  E. 2.4,  vgl.  Ent-
scheid der SRK vom 5. Januar 2000, veröffentlicht in VPB 64.83 E. 2). 
Insoweit  erfolgt  eine  Umkehr  der  allgemeinen  Beweislastregel  (vgl. 
E. 3.5 hievor; vgl. statt  vieler: Urteil  des Bundesgerichts vom 14. Juli 
2005, veröffentlicht in ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Entscheid der SRK vom 
18. November 2002,  veröffentlicht  in VPB 67.49,  E. 3b/bb; Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1562/2006  vom  26.  September  2008 
E. 2.5.5 mit weiteren Hinweisen). Mit der vorgenommenen Schätzung 
setzt sich die Beschwerdeführerin jedoch in keiner Weise auseinander. 
Ihre Fehleinschätzung betreffend die Verbindung von Grundsatzfrage 

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und Nachforderung in einem einzigen Entscheid ist in dieser Hinsicht 
nicht  zu  schützen;  vielmehr  hat  sie  die  Folgen  selber  zu  vertreten. 
Soweit sie darüber hinaus in der grundsätzlichen Bestreitung der Um-
stellung auch eine direkte Anfechtung der Höhe der nachgeforderten 
Steuer sehen will,  kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Unter den 
gegebenen  Umständen  sieht  das  Bundesverwaltungsgericht  keine 
Veranlassung,  den  geschätzten  Debitorenbestand  von  Fr. 300'000.-- 
anzuzweifeln. Die  daraus ermittelte  Mehrwertsteuer  von Fr. 22'800.-- 
ist offensichtlich korrekt. 

5.
Was die  Beschwerdeführerin  darüber  hinaus geltend macht,  vermag 
nicht  durchzudringen: Sie ist  der Ansicht,  die ESTV habe das recht-
liche Gehör verletzt, indem sie ihr nie die Möglichkeit zur Stellungnah-
me zu inhaltlichen Fragen eingeräumt habe. Eine materielle Auseinan-
dersetzung zur  Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten  habe nie 
stattgefunden.  Schon  dem  Schreiben  der  ESTV  vom  9. Dezember 
2001,  worin sie  die Umstellung der Abrechnungsart  angezeigt  habe, 
sei kein Schriftwechsel vorausgegangen.

5.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  (BV, SR 101). Er  umfasst  eine  Anzahl  verschiedener 
verfassungsrechtlicher Verfahrensgarantien (vgl. zum Ganzen auch HÄ-
FELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1672 ff., MARKUS SCHEFER, Grundrechte 
in  der  Schweiz,  Bern  2005,  S.  285 ff.).  Zunächst  gehört  dazu  das 
Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Betrof-
fenen einen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhalts 
sichert. Dabei kommt der von einem Verfahren betroffenen Person der 
Anspruch zu,  sich  vorgängig einer  behördlichen Anordnung zu allen 
wesentlichen Punkten, welche die Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts betreffen, zu äussern und von der betreffenden Behörde 
alle dazu notwendigen Informationen zu erhalten (vgl. SCHEFER, a.a.O., 
S. 290 ff.). Des Weitern leitet sich aus dem Grundsatz des rechtlichen 
Gehörs  die  Pflicht  der  Behörden  ab,  Entscheide  zu  begründen 
(BGE 123 I 31 E. 2c; vgl. etwa GEROLD STEINMANN, in: Die schweizerische 
Bundesverfassung, Kommentar (St. Galler Kommentar), Bernhard Eh-
renzeller ... [et al.](Hrsg.), 2. Aufl., Zürich 2008, Rz. 27 zu Art. 29; zum 
Ganzen auch BVGE 2007/21 E. 10.2; vgl. ferner Art. 35 Abs. 1 VwVG). 
Die Begründung eines Entscheids muss so abgefasst sein,  dass die 
betroffene Person ihn sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur mög-

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lich,  wenn sowohl er  wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die 
Tragweite  des  Entscheids  ein  Bild  machen  können.  In  diesem  Sinn 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von de-
nen sich die Behörde leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid 
stützt. Sie kann sich dabei auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b; 
vgl.  auch  LORENZ KNEUBÜHLER, Die  Begründungspflicht,  Bern  1998, 
S. 22 ff.).

5.2 Soweit  die  Beschwerdeführerin  den  fehlenden  Schriftenwechsel 
vor dem Schreiben vom 9. Dezember 2002 bemängelt, scheint sie zu-
nächst  zu  verkennen,  dass  es  sich  hierbei  nicht  um eine Verfügung 
handelt und gerade durch die Möglichkeit, eine anfechtbare Verfügung 
zu verlangen, das rechtliche Gehör hinreichend gewahrt wird. Abgese-
hen davon konnte sie ohnehin im Schreiben vom 3. Januar 2003, mit 
welchem sie einen anfechtbaren Entscheid verlangt  hat,  zur  Umstel-
lung Stellung nehmen. Schliesslich hatte sich im Rahmen der Einspra-
che erneut die Möglichkeit, sich dazu äussern. 

5.3 Sollte die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge allerdings eine Ver-
letzung der Begründungspflicht geltend machen, ist ihr Folgendes ent-
gegenzuhalten: Im Entscheid vom 3. April 2003 verwies die ESTV auf 
die gesetzliche Regelung von Art. 44 Abs. 4 aMWSTG und führte zu-
dem aus, dass die Bedingungen, unter welchen die Abrechnung nach 
vereinnahmten Entgelten gestattet werde, so festzusetzen seien, dass 
die steuerpflichtige Person weder begünstigt noch benachteiligt werde. 
Dies  sei  jedoch  nicht  der  Fall,  weshalb  die  Umstellung  der  Abrech-
nungsart  auf  vereinbarte  Entgelte  zu  Recht  erfolgt  sei.  Die  Begrün-
dung ist in der Tat sehr kurz und man kann sich durchaus fragen, ob 
der  Beschwerdeführerin  unter  diesen  Umständen  eine sachgerechte 
Anfechtung mit der Einsprache überhaupt möglich war. Anderseits hat 
die  ESTV  in  ihrem  Einspracheentscheid  rechtsgenüglich  begründet, 
weshalb sie die Abrechnungsart  umgestellt  hat. Auch hat sie die Er-
kenntnisquellen, auf welche sie sich gestützt hat, offen dargelegt. Die 
Beschwerdeführerin  konnte  den  Entscheid  dadurch  auf  jeden  Fall 
sachgerecht beim Bundesverwaltungsgericht anfechten; dass das Ge-
richt  den  Argumenten  nicht  folgt  und  den  angefochtenen  Entscheid 
stützt, ist nicht relevant. Die Tatsache, dass der Einspracheentscheid 
nebst den Erwägungen zur Umstellung der Abrechnungsart viele wei-
tere Ausführungen enthält, die allerdings grösstenteils nicht direkt mit 
dieser Frage in Zusammenhang stehen, vermag ebenfalls nichts daran 

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zu ändern, dass die ESTV ihrer Begründungspflicht hinreichend nach-
gekommen ist. Die ergänzenden Sachverhaltsabklärungen im Einspra-
cheverfahren  waren  darüber  hinaus  ohne  Weiteres  zulässig:  dieses 
zielt  darauf  ab,  ungenügende  Abklärungen  oder  Fehlbeurteilungen, 
aber auch Missverständnisse, die den angefochtenen Verwaltungsver-
fügungen  zugrunde  liegen,  in  einem  kostenlosen  und  weitgehend 
formlosen Verfahren auszuräumen, ohne dass die übergeordneten Ge-
richte angerufen werden müssen (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 mit Hin-
weisen).  Damit  soll  ein  einfaches  und  rasches  verwaltungsinternes 
Verfahren gewährleistet werden. Die Verwaltung nimmt dabei – soweit 
nötig – weitere, ergänzende Abklärungen vor und überprüft die eige-
nen Anordnungen aufgrund des vervollständigten Sachverhalts (BGE 
125 V 188 E. 1b und c). Sie kann nochmals über die strittigen Punkte 
entscheiden, bevor allenfalls die Beschwerdeinstanz angerufen wird. 

5.4 Wie  es  sich  genau  mit  der  angeblichen  Verletzung  des  rechtli-
chen Gehörs verhält, kann letzten Endes aber offenbleiben. Eine sol-
che könnte nach der Rechtsprechung ohnehin als  geheilt  gelten,  da 
die  Beschwerdeführerin  im vorliegenden  Verfahren  vor  einer  Instanz 
mit  umfassender  Kognition  (vgl. E. 1.2  hievor)  die  Möglichkeit  hatte, 
sich zu äussern (BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 127 V 431 E. 3d, BGE 
126 V 130 E. 2b; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1681/2006 
vom 13. März 2008 E. 2.4, A-1737/2006 vom 22. August 2007 E. 2.2, 
A-1621/2006 vom 6. März 2007 E. 4.2.2). 

6.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten werden  kann. Die  Kosten für  das  Beschwerdeverfahren vor 
der SRK bzw. dem Bundesverwaltungsgericht, welche auf Fr. 1'000.-- 
festgesetzt  werden,  sind  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (vgl. 
Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe zu verrechnen. Für einen (teilweisen) Erlass dieses Betrags 
besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kein Anlass 
(vgl. Art. 63 Abs. 1 3. Satz VwVG bzw. Art. 6 Bst. b  des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; vgl. BVGE 2007/41 
E. 9.2). Das Bundesverwaltungsgericht trägt der finanziellen Lage der 
Beschwerdeführerin bereits hinreichend Rechnung, indem es sich am 
untersten Bereich des Kostenrahmens orientiert. Eine Parteientschädi-
gung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 
VwVG e contrario).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'000.-- verrechnet. 

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  keine  Parteientschädigung  zugespro-
chen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Jeannine Müller

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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