# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d15ab2f2-9951-5c2f-8f6c-3fb1dfdce5bb
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-08-28
**Language:** de
**Title:** Gewässerschutz. Anschlusspflicht von Liegenschaften ausserhalb der Bauzonen an die öffentliche Kanalisation. Zumutbarkeit.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0127/2024
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2025-5.pdf

## Full Text

Gewässerschutz.  Anschlusspflicht  von  Liegenschaften  ausserhalb  der
Bauzonen an die öffentliche Kanalisation. Zumutbarkeit.

Art. 11, 12 und 14 GSchG

BRGE III Nr. 0127/2024 vom 28. August 2024 in BEZ 2025 Nr. 5

Mit Beschluss vom 22. Januar 2024 beschloss der Gemeinderat X, dass die
Liegenschaften A und B an die öffentliche Kanalisationsleitung anzuschliessen
seien und der Abteilung Raumentwicklung und Bau bis spätestens am 30. August
2024  ein  entsprechendes  Baugesuch  einzureichen  sei.  Ferner  ordnete  die
Vorinstanz an, dass die bestehende Kleinkläranlage aufzuheben sei und die für
den Anschluss erforderlichen Arbeiten in Absprache und Abstimmung mit einem
Gemeindeprojekt  betreffend  den  Neubau  einer  Kanalisationsleitung  mit
Anschlussschacht zu koordinieren seien.

Aus den Erwägungen:

1.  Hintergrund  des  vorliegenden  Rechtsstreites  bildet 

folgender
Sachverhalt:  Die  streitbetroffenen  Gebäude  Vers.-Nrn. 1  und  2  befinden  sich
gemäss  geltender  Bau-  und  Zonenordnung  der  Gemeinde  X  (BZO)  in  der
kantonalen  Landwirtschaftszone  Lk.  Das  Abwasser  der  soeben  erwähnten
Liegenschaften 
Kleinabwasser-
unbestrittenermassen 
reinigungsanlage  (KLARA)  zugeführt,  welche  unmittelbar  nordöstlich  des
Gebäudes  Vers.-Nr. 1  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr. 3  liegt.  Ein  Anschluss  der
besagten Liegenschaften an die öffentliche Kanalisation besteht nicht.

einer 

wird 

Mit  Schreiben  vom  21.  August  2019  wies  das  Amt  für  Abfall,  Wasser,
Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL) die Gemeinde X darauf hin, dass
die  Bewilligungen  für  den  Betrieb  diverser  Kleinabwasserreinigungsanlagen  in
der  Gemeinde  X befristet  erteilt  worden  seien und  einige dieser  Bewilligungen
vor  dem  Ablauf  stehen  würden  oder  bereits  abgelaufen  seien.  Vor  diesem
Hintergrund  solle  die  Gemeinde  X  prüfen,  ob  in  Bezug  auf  die  fraglichen
Liegenschaften ein Anschluss an die öffentliche Kanalisation möglich sei. (…)

4.1.1 Die Rekurrenten stellen sich unter anderem auf den Standpunkt, dass
die  Liegenschaft A von  der  Anschlusspflicht befreit  werden  könnte,  indem  das
häusliche  Abwasser  zusammen  mit  der  Gülle  des  Betriebs  landwirtschaftlich
verwertet  würde.  Art. 12  Abs. 4  des  Gewässerschutzgesetzes  (GSchG)  sehe
diese  Möglichkeit  bei Landwirtschaftsbetrieben  mit erheblichem Rindvieh- oder
Schweinebestand  ausdrücklich  vor.  Ein  Viehbestand  sei  erheblich,  wenn  er
mindestens  acht  Düngergrossvieheinheiten  umfasse  (vgl.  Art. 12  Abs. 3  der
Gewässerschutzverordnung [GSchV]). Eine Düngergrossvieheinheit entspreche
dem  durchschnittlichen jährlichen  Anfall  Gülle  und Mist  einer 600 kg schweren
Kuh  (Art. 14  Abs. 8  GSchG).  Der  Landwirtschaftsbetrieb  des  Rekurrenten  1
verfüge durchschnittlich über 40-50 Rinder und erfülle damit die Anforderungen
an Art. 12 Abs. 4 GSchG ohne Weiteres. Mit einem Jauchegrubenvolumen von
1'051 m3 sei sodann auch genügend Volumen vorhanden, um die Lagerung des
häuslichen  Abwassers  in  der  Jauchengrube  zu  gewährleisten.  Vor  diesem
Hintergrund hätte der Rekurrent 1 das Recht, sein häusliches Abwasser nicht nur

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–  wie  gegenwärtig  –  in  seine  private  Kleinkläranlage  abzuführen.  Er  könnte
dieses sogar landwirtschaftlich verwerten. Dass er von dieser Möglichkeit bislang
keinen Gebrauch gemacht habe, sei angesichts der einwandfrei funktionierenden
Kleinkläranlage  auf  seinem  Grundstück  nicht  weiter  verwunderlich.  Dieser
Umstand könne ihm jedoch nicht zum Nachteil gereichen. Es sei ihm vor diesem
Hintergrund nicht zumutbar, einen entsprechenden Anschluss an die öffentliche
Kanalisation zu erstellen.

betreffend 

Replicando bringen die Rekurrenten ergänzend vor, dass es die Vorinstanz
unterlassen habe, die – zumindest für die Liegenschaft A – rechtlich zulässige
Möglichkeit  einer  alternativen  Verwertung  des  häuslichen  Abwassers  in  die
des  Anschlusses
Interessenabwägung 
miteinzubeziehen.  Der  Einbezug  sämtlicher 
in  die
Interessenabwägung sei sehr wohl Aufgabe der verfügenden Behörde. Sodann
wirke  sich  dieser  Umstand  auch  auf  die  Liegenschaft  B  aus,  welche  lediglich
180 m von den Jauchegruben entfernt liege: Müsse einzig für diese Liegenschaft
ein  Anschluss  an  die  öffentliche  Kanalisation  erstellt  werden,  sei  aufgrund  der
geringen  Anzahl  Zimmer  der  besagten  Liegenschaft  die  Zumutbarkeitsgrenze
ohne Weiteres überschritten.

die  Zumutbarkeit 

relevanter  Punkte 

4.1.2 Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass im vorliegenden Fall kein an
das  AWEL  adressiertes  Gesuch  betreffend  die  landwirtschaftliche  Verwertung
von  häuslichem  Abwasser  vorliege.  Es  sei  nicht  Sache  der  Vorinstanz,  die
Einhaltung der in Art. 12 Abs. 4 GSchG aufgeführten Vorgaben zu überprüfen.
Auffallend  sei  zudem,  dass  die  Liegenschaft  B  zu  nicht  landwirtschaftlichen
Zwecken genutzt werde und zur fraglichen Jauchegrube eine Distanz von mehr
als  400 m  aufweise.  Die 
landwirtschaftliche  Verwertung  des  häuslichen
Abwassers  scheine  zumindest  betreffend  die  Liegenschaft  B  von  Vornherein
unzulässig zu sein.

4.2  Gemäss  Art.  11  Abs. 1  GSchG  muss  das  verschmutzte  Abwasser  im
Bereich  öffentlicher Kanalisationen  in  die Kanalisation  eingeleitet  werden. Laut
Art. 11  Abs. 2  GSchG  umfasst  der  Bereich  öffentlicher  Kanalisationen  die
Bauzonen (lit. a), weitere Gebiete, für die eine Kanalisation erstellt wurde (lit. b),
und weitere Gebiete, in welchen der Anschluss an die Kanalisation zweckmässig
und  zumutbar  ist  (lit. c).  Eine  Ausnahme  von  der  Anschlusspflicht  zu  Gunsten
einer  landwirtschaftlichen  Verwertung  sieht  Art. 12  Abs. 4  GSchG  für  das
häusliche  Abwasser  von  Landwirtschaftsbetrieben  mit  erheblichem  Rindvieh-
und Schweinebestand vor. Gemäss Art. 12 Abs. 3 GSchV ist der Rindvieh- und
Schweinebestand  eines  Landwirtschaftsbetriebes 
für  die  Befreiung  vom
acht
Kanalisationsanschluss 
Düngergrossvieheinheiten umfasst. Eine Düngergrossvieheinheit entspricht dem
durchschnittlichen  jährlichen  Anfall  von  Gülle  und  Mist  einer  600 kg  schweren
für  die  Befreiung  vom
Kuh 
Kanalisationsanschluss bildet weiter, dass die Wohn- und Betriebsgebäude mit
Umschwung 
(bzw.  entsprechende
Massnahmen der Gemeinde zur Zuweisung in eine Landwirtschaftszone), dass
die  Lagerkapazität  auch  für  das  häusliche  Abwasser  ausreicht  und  die
Verwertung auf der eigenen oder gepachteten Nutzfläche sichergestellt ist (Art.
12 Abs. 4 lit. a und b GSchG).

(Art. 14  Abs. 8  GSchG).  Voraussetzung 

in  der  Landwirtschaftszone 

mindestens 

erheblich, 

liegen 

wenn 

er 

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Sind  die  Voraussetzungen  nach  Art. 12  Abs. 4  GSchG  erfüllt,  entfällt  die
Anschlusspflicht an die öffentliche Kanalisation. Es ist in einem solchen Fall nicht
zu prüfen, ob ein Anschluss an die Kanalisation nach Art. 11 Abs. 2 lit. c GSchG
zweckmässig und zumutbar wäre (vgl. BGr, 26. März 2009, 1C_401/2008, E. 2.3
sowie  Hans  Stutz  und  Jeannette  Kehrli  in:  Peter  Hettich/Luc  Jansen/Roland
Norer 
zum
Wasserbaugesetz, 2016, Art. 12 GSchG Rz. 20). Nachfolgend ist daher zunächst
zu prüfen, ob eine Ausnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 4 GSchG vorliegt.

zum  Gewässerschutzgesetz 

[Hrsg.],  Kommentar 

und 

4.3 Diesbezüglich kann mit den Rekurrenten zunächst festgehalten werden,
dass  der  Betrieb  A,  welcher  unbestrittenermassen  in  der  Landwirtschaftszone
liegt,  gemäss  dem Betriebsdatenblatt  2024  über  durchschnittlich  50  Milchkühe
verfügt,  weshalb  diesbezüglich  von  einem  Landwirtschaftsbetrieb  mit
erheblichem Rindviehbestand ausgegangen werden kann. Allerdings wurde von
den Rekurrenten in keiner Weise vorgebracht, geschweige denn belegt, dass die
Verwertung  des  Hofdüngers  auf  der  eigenen  oder  gepachteten  Nutzfläche
sichergestellt ist. Solches geht auch aus dem von den Rekurrenten eingereichten
Betriebsdatenblatt  nicht  hervor.  Dass  die  Voraussetzungen  von  Art. 12  Abs.  4
GSchG  „ohne  Weiteres“  erfüllt  seien,  bleibt  damit  eine  unsubstantiierte
Behauptung.  Das  Vorliegen  sämtlicher  Voraussetzungen  wäre 
jedoch
erforderlich,  um  aus  Gründen  der  Verhältnismässigkeit  auf  die  angefochtene
Massnahme  verzichten  zu  können.  Die  Vorinstanz  kam  im  Ergebnis  also  zu
Recht  zum  Schluss,  dass  eine  Prüfung  nach  Art. 11  Abs. 2  lit. c  GSchG
vorzunehmen ist. (…)

5.2.1  Zweckmässigkeit  und  Zumutbarkeit  im  Sinn  von  Art. 11  Abs. 2  lit. c
GSchG  sind  nach  den  Massstäben  des  Gesetzes  zu  beurteilen.  Dem
gesetzgeberischen  Willen  entspricht  die  generelle  Anschlusspflicht  (vgl.
Botschaft vom 29. April 1987 zur Volksinitiative „zur Rettung unserer Gewässer“
und  zur  Revision  des  Bundesgesetzes  über  den  Schutz  der  Gewässer
[BBl 1987 II 1061, 1115]), die sich auch mit der Notwendigkeit zur Finanzierung
der  Entsorgungsanlagen  und  mit  der  Rechtsgleichheit  begründen  lässt  (BGr,
7. Mai  2001,  1A.1/2001,  E.  3a).  Bei  der  Beurteilung  der  Zweckmässigkeit  ist
deshalb  nach  der  Gerichtspraxis  unerheblich,  ob  alternative  Lösungen  im
Vergleich mit der Anschlusspflicht ebenbürtig oder sogar überlegen sind. Nicht
ausgeschlossen wird dagegen, bei der Prüfung der Zumutbarkeit der Kosten die
Möglichkeit alternativer Lösungen zu berücksichtigen (vgl. VGr, 5. Februar 2014,
VB.2013.00709,  E.  5.4 
f.).  Zur  Beurteilung  der  Zweckmässigkeit  und
Zumutbarkeit  wird  in  der  zürcherischen  Verwaltungspraxis  die  Richtlinie
betreffend die Anschlusspflicht von Liegenschaften an die private und öffentliche
Kanalisation, herausgegeben vom AWEL, angewendet (im Folgenden: Richtlinie
AWEL).  Die  aktuelle  Version  datiert  vom  April  2024  (vgl.  auch  Christoph
Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas  Wipf/Daniel  Kunz,  Zürcher  Planungs-  und
Baurecht, 7. A., 2024, Bd. 2, S. 980 f.).

5.2.2  Der  Anschluss  an  die  öffentliche  Kanalisation  ausserhalb  von
Bauzonen  ist  zweckmässig,  wenn  er  sich  einwandfrei  und  mit  normalem
baulichem  Aufwand  herstellen  lässt  (Art. 12  Abs.  1  lit.  a  GSchV).  Nach  der
Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Zweckmässigkeit dann zu verneinen,
wenn  der  Anschluss  aufgrund  der  topografischen  oder  baugrundspezifischen

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Verhältnisse nur mit besonderem baulichem Aufwand zu verwirklichen ist. Zudem
darf der Anschluss das Fassungsvermögen der Kanalisation nicht übersteigen.
Im  Übrigen  stellt  die  Rechtsprechung  an  das Erfordernis der Zweckmässigkeit
des  Kanalisationsanschlusses  keine  hohen  Anforderungen.  Das  Erfordernis
einer  Pumpe  bzw.  einer  Druckleitung  oder  der  Umstand,  dass  eine  Strasse
unterquert werden muss, führt in der Regel nicht dazu, dass die Zweckmässigkeit
des Anschlusses zu verneinen wäre (BGr, 7. Mai 2001, 1A.1/2001, E. 2b sowie
Ziff. 3  der  Richtlinie  AWEL).  Ferner  wurde  in  BGE 115  Ib  28,  E.  2b/aa,  die
Zweckmässigkeit  eines  Anschlusses  auch  mit  Blick  auf  ein  nahe  gelegenes
Naturschutzgebiet bejaht.

5.2.3 Beim Entscheid über die Zweckmässigkeit und die Zumutbarkeit von
Anschlusskosten handelt es sich um einen Ermessensentscheid. Die zuständige
Behörde  ist  in  ihrer  Entscheidung  jedoch  nicht  völlig  frei.  Eine  korrekte  und
gesetzeskonforme  Ermessenshandhabung  erfordert  die  Beurteilung  und
Würdigung aller für den Entscheid sachlich massgebenden Gesichtspunkte. Das
Ermessen muss mit anderen Worten stets pflichtgemäss ausgeübt werden. Die
Behörde  muss 
das
Verhältnismässigkeitsprinzip  und  die  Pflicht  zur  Wahrung  der  öffentlichen
Interessen befolgen. Ausserdem sind Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung
auch bei Ermessensentscheiden zu beachten (Ulrich Häfelin/Georg Müller, Felix
Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A., 2020, Rz. 409).

Rechtsgleichheitsgebot, 

insbesondere 

das 

5.3.1  Vorliegend  befinden  sich  die  streitbetroffenen  Liegenschaften
ca. 280 m (A)  bzw.  rund  120 m  (B)  vom  geplanten  Anschlusspunkt im  Bereich
„C“ entfernt. Dabei ist unbestritten und aktenkundig, dass der soeben erwähnte
Anschlusspunkt  noch  nicht  besteht,  sondern 
ist.  Der
angefochtene  Beschluss  vom  22. Januar  2024  hält  in  diesem Zusammenhang
fest, dass die für den Anschluss erforderlichen Arbeiten mit dem entsprechenden
Gemeindeprojekt  zu  koordinieren  seien.  Dabei  ist  –  wie  die  Rekurrenten
zutreffend ausführen – unklar, wann der besagte Anschluss erstellt werden soll.
(…)

lediglich  geplant 

ist 

jedoch  Folgendes  zu  beachten:  Es 

5.3.2 Was die in Dispositivziffer 1 des angefochtenen Beschlusses verfügte
Anschlusspflicht  anbelangt, 
ist
nachvollziehbar,  dass  die  Gemeinde  vor  Beginn  der  Detailplanung  Gewissheit
über  die  Anschlussverpflichtung  der  Rekurrenten  haben  möchte,  zumal  die
Realisierung  des  Anschlusses  durch  die  Gemeinde  zu  einem  erheblichen  Teil
den  Anschluss  der  rekurrentischen  Liegenschaften  betrifft.  Dabei  müssen
Planungsdetails  im  heutigen  Zeitpunkt  insofern  noch  nicht  feststehen,  als  die
Anschlusspflicht  der  Rekurrenten  erst  auf  den  aktuell  noch  unbekannten
Zeitpunkt  der  Realisierung  des  Anschlusses  durch  die  Gemeinde  hin  verfügt
wurde. Einzelheiten des Anschlusses (definitive Kosten und die Realisierbarkeit
des  Projekts)  müssen  auch  deshalb  noch  nicht  abschliessend  festgelegt  sein,
weil es dabei ausschliesslich um die Frage der Anschlusspflicht geht, und nicht
um  eine  abschliessende  Festlegung  der  Einzelheiten  des  Anschlusses.  Der
Umstand,  dass  der  von  der  Gemeinde  geplante  Anschlusspunkt  (noch)  nicht
rechtskräftig  bewilligt  bzw.  erstellt  wurde,  spricht  demnach  nicht  gegen  die
Zweckmässigkeit des fraglichen Anschlusses.

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aufgrund  der 

Sodann  bestehen  auch  keine  Anzeichen  dafür,  dass  der  Anschluss  der
rekurrentischen  Liegenschaften 
oder
baugrundspezifischen Verhältnisse nur mit besonderem baulichem Aufwand zu
verwirklichen wäre. Zwar machen die Rekurrenten geltend, dass mit einem nicht
unerheblichen Anteil an Gesteinsuntergrund zu rechnen sei, was die Kosten der
Grabarbeiten  erhöhe.  Dass  der  strittige  Anschluss  dadurch  aber  geradezu
unzweckmässig würde, machen sie hingegen nicht geltend und ist solches auch
nicht ersichtlich (…). Der Anschluss der rekurrentischen Liegenschaften an die
öffentliche Kanalisation ist aufgrund des Gesagten somit zweckmässig.

topographischen 

5.3.3  Eine  andere  Frage  ist  jene,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  bereits  die
Anordnung erlassen hat, es sei bis zum 30. August 2024 ein Baugesuch für die
entsprechenden Anlagen einzureichen, in welchem die Details aufzuzeigen und
zu  dokumentieren  seien.  Wie  soeben  unter  der  Erwägung  5.3.2.  dieses
Entscheids erwähnt, geht es zum jetzigen Zeitpunkt ausschliesslich um die Frage
der  Anschlusspflicht und nicht um  eine  abschliessende  Festlegung  der
Einzelheiten des Anschlusses. Vor diesem Hintergrund erscheint es tatsächlich
unverhältnismässig,  bereits  jetzt  ein  Baugesuch  einreichen  zu  müssen,  in
welchem die Projektdetails aufzuzeigen und zu dokumentieren sind. Ein solches
wäre  sinnvollerweise  dann  einzureichen,  wenn  die  Einzelheiten  des  von  der
Gemeinde  zu  erstellenden  Anschlusspunkts  verbindlich  festgelegt  wurden.
Weiterungen  dazu  erübrigen  sich  allerdings,  ist  der  vorinstanzliche  Entscheid
doch ohnehin aufzuheben (vgl. dazu nachfolgend E. 6.).

6.1.1  Die  Rekurrenten  rügen  schliesslich,  dass  die  Gemeinde  die
Zumutbarkeit eines Anschlusses an die öffentliche Kanalisation ohne Darlegung
ihrer  Gründe  bejahe.  Sie stelle  insbesondere  keinerlei  Überlegungen  dazu an,
wie  hoch  die  Kosten  für  die  Erstellung  der  privaten  Abwasseranlagen,  die
Anschlussgebühren und die Kosten für die Beseitigung der Kleinkläranlage sein
werden. (…)

6.2 Zumutbarkeit im Sinn von Art. 11 Abs. 2 lit. c GSchG liegt vor, wenn die
Kosten des Anschlusses diejenigen für vergleichbare Anschlüsse innerhalb der
Bauzone  nicht  wesentlich  überschreiten  (Art. 12  Abs. 1  lit. b  GSchV).  Laut
Ziff. 4.1  der  Richtlinie  AWEL  betragen  die  zumutbaren  Anschlusskosten  für
Wohnhäuser maximal Fr. 9'495.-- pro Einwohnergleichwert (sog. Normwert). Der
Einwohnergleichwert  (EGW)  entspricht  dabei  der  Anzahl  Schlaf-,  Wohn-  und
Arbeitsräume  eines  Wohnhauses  (ohne  Küche,  Bad,  WC  etc.).  Für  den
Entscheid  über  die  Zumutbarkeit  eines  Anschlusses  an  die  öffentliche
Kanalisation müssen folgende Kosten berücksichtigt werden: Erstellungskosten,
Kosten für die Projektierung und Bauleitung sowie einmalige Anschlussgebühren
(vgl. Ziff. 4 der Richtlinie AWEL). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
sind  den  Anschlusskosten  zudem  die  Mehrwertsteuer  und  die  Kosten  für  die
Ausserbetriebsetzung  einer  Klärgrube  hinzuzurechnen  (BGr,  7. Mai 2001,
1A.1/2001,  E. 2c bb).  Bei  einem  gleichzeitigen  Anschluss  mehrerer
Liegenschaften ist zudem Folgendes zu beachten: In einem ersten Schritt sind
die Kosten des Anschlusses auf die verschiedenen Liegenschaften aufzuteilen
(sprich:  je  einzeln zu  berechnen).  Für  gemeinsam  benutzte  Leitungen  sind die
Kosten  im  Verhältnis  der  Einwohnergleichwerte  aufzuteilen.  In  einem  zweiten
Schritt  sind  die  Zumutbarkeitskriterien  für  jede  Liegenschaft  einzeln  zu  prüfen

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(vgl.  Ziff. 4.3  der  Richtlinie  AWEL).  Wie  das  Verwaltungsgericht  mit  Urteil
VB.2002.00206  vom  4. Dezember  2002  erkannt  hat,  halten  sich  die  soeben
erwähnten  Richtlinien,  denen  keine  Gesetzeskraft,  jedoch  eine  das  Gesetz
präzisierende,  die  Auslegung  beeinflussende  Wirkung  zuzugestehen  ist,  im
Rahmen des massgebenden Bundesrechts.

6.3.1  Im  vorliegenden  Fall  gehen  die  Parteien  übereinstimmend  von
zumutbaren  Anschlusskosten  in  der  Höhe  von  Fr.  9'444.--  pro  EGW  aus.
Umstritten  sind  hingegen  die  Anzahl  anrechenbarer  Zimmer  (EGW)  sowie  die
Höhe  der  tatsächlich  anfallenden  Anschlusskosten.  Die  Vorinstanz  nahm
diesbezüglich an, dass  die fraglichen Liegenschaften  insgesamt  über  27  EGW
verfügen  würden,  womit  sich  zumutbare  Anschlusskosten  von  Fr. 254'988.--
ergaben. 
tatsächlichen
Anschlusskosten  auf  insgesamt  Fr. 113'000.--,  womit  das  geplante  Projekt  –
gemäss vorinstanzlicher Berechnung – ca. Fr. 4'185.-- pro Einwohnergleichwert
(EGW) kosten soll. Die tatsächlichen anfallenden Anschlusskosten in der Höhe
von Fr. 113'000.-- würden sich dabei wie folgt zusammensetzen:

Im  Weiteren  bezifferte  die  Vorinstanz  die 

Position

Beleg

CHF (inkl. MwSt.)

Pumpstation inkl. Installation

act. 10.1

12'000.--

Anschlussgebühr Gemeinde

Art. 5 SEVO

41'000.--

Bauarbeiten

act. 10.5

50'000.--

Projektierung / Bauleitung

act. 10.1

10'000.--

Total

113'000.--

In  Bezug  auf  diese  von  der  Vorinstanz  vorgenommene  Berechnung  kann
zunächst  festgehalten  werden,  dass  die  Kosten  des  Anschlusses  –  entgegen
Ziff. 4.3  der  Richtlinie  AWEL  –  nicht  je  einzeln  für  die  beiden  Liegenschaften
Vers.-Nrn. 1 und 2 berechnet und auch die Zumutbarkeitskriterien nicht für jede
sind.  Vielmehr  wurde  eine
Liegenschaft  einzeln  geprüft  worden 
Überschlagsrechnung 
für  beide  Liegenschaften  vorgenommen,  ohne  die
voraussichtlich  anfallenden  Kosten  des  Anschlusses  auf  die  beiden
streitbetroffenen  Liegenschaften  aufzuteilen.  Eine  die  beiden  Liegenschaften
betreffende  separate  Prüfung  der  Zumutbarkeit,  wie  es  die  Richtlinie  AWEL
verlangt, ist insofern gar nicht möglich. Selbst wenn aber die von der Vorinstanz
vorgenommene  Berechnungsweise  als  zulässig  erachtet  werden  sollte,  ist
Folgendes  zu  beachten:  Die  besagte  Überschlagsrechnung  beruht  auf  dem
Kostenvoranschlag  der  von  D  AG  vom  19. Januar  2021,  welcher  einzig  die
Objekte  A  betrifft.  Unklar  bleibt  dabei,  ob  auch  Arbeiten  betreffend  die
Liegenschaft  B  in  den  entsprechenden  Kostenvoranschlag  eingeflossen  sind.
Aus  der  entsprechenden  Offerte  geht  dies  jedenfalls  nicht  hervor.  Zwar  darf
angesichts  der  wenig  detaillierten „Grobschätzung“  der  Rekurrenten bezweifelt
werden,  dass  die  Erstellungskosten  des  fraglichen  Anschlusses  Fr. 300'000.--

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betragen. Tatsächlich dürfte für die Bauarbeiten aber mit deutlich höheren Kosten
als  Fr. 50'000.--  zu  rechnen  sein,  wie  dies  von  der  Vorinstanz  angenommen
wurde.  Hinzu  kommt,  dass  die  Kosten  für  die  Ausserbetriebsetzung  der
bestehenden KLARA – wie von den Rekurrenten zutreffend vorgebracht – nicht
berücksichtigt worden sind. Die Rekurrenten gehen diesbezüglich von Kosten in
der  Höhe  von  rund  Fr. 25'000.--  aus,  was  von  der  Vorinstanz  nicht  bestritten
wurde. Würden die soeben erwähnten Kosten für die Ausserbetriebsetzung der
bestehenden  KLARA  sowie  die  (voraussichtlich)  weiteren  Kosten  für  die
Erstellungskosten  betreffend  die  Liegenschaft  B  hinzugerechnet,  würden  die
mutmasslichen  Anschlusskosten  deutlich  über  Fr. 5'000.--  pro  EGW  zu  liegen
kommen,  wobei  der  genaue  Betrag  mangels  entsprechender  Belege  nicht
ermittelt werden kann.

6.3.2 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein Vergleich
der  Kosten  eines  Kanalisationsanschlusses  mit  jenen  einer  alternativen,
gesetzeskonformen Lösung nicht nur dann angebracht ist, wenn der Normwert
überschritten wird. Angesichts der grundsätzlichen Anschlusspflicht ist zwar bei
mässigen Anschlusskosten selbst dann auf einen Anschluss zu beharren, wenn
eine allfällige Alternativlösung mit noch geringeren Kosten verbunden wäre. Sind
die 
die
Grundeigentümergemeinschaft  dartun,  dass  eine  gewässerschutztechnisch
ebenbürtige  und  erheblich  kostengünstigere  Alternativmöglichkeit  besteht,
können  die  berechtigten  privaten  Interessen  nicht  mit  dem  blossen  Hinweis
übergangen werden, die Kosten würden einen bestimmten Pauschalbetrag nicht
übersteigen (vgl.  zum  Ganzen VGr, 5.  Februar  2013, VB.2013.00709,  E. 5.5.7
m.w.H.).

Anschlusskosten 

beträchtlich 

jedoch 

kann 

und 

oben 

Damit 

würden 

E. 6.1.1.). 

die  Mehrkosten 

6.3.3 Im vorliegenden Fall kann, wie soeben ausgeführt (vgl. oben E. 6.3.1.),
nicht ausgeschlossen werden, dass die Kosten für die fraglichen Anschlüsse im
Sinne  der  genannten  Rechtsprechung  beträchtlich  sind.  Zudem  machen  die
Rekurrenten, wie bereits erwähnt, geltend, die bestehende KLARA sei bereits auf
dem  neusten  Stand  der  heutigen  Technik  und  in  der  Vergangenheit  stetig
gewartet worden, weshalb derzeit gar keine Anpassungskosten anfallen würden
(vgl. 
des
Kanalisationsanschlusses  gegenüber  einer  alternativen  Lösung  rund  100 %
betragen, womit diese deutlich über den in der Praxis für zumutbar erklärten 20 %
liegen  würden  (vgl.  VGr,  4. Dezember  2002,  VB.2002.00206,  E. 4d/bb  sowie
Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz,  a.a.O.,  S. 981).  Vor  dem  Hintergrund,  dass  die
geschätzten  Anschlusskosten  –  soweit  sie  überhaupt feststehen  –  nicht  derart
tief sind, dass sie angesichts der geltend gemachten Alternative von vornherein
als  zumutbar  zu  betrachten  sind,  hätte  somit  auch  eine  Weiterführung  der
bestehenden KLARA untersucht werden müssen. Ohne diese Abklärungen kann
der Kanalisationsanschluss nicht ohne Weiteres als zumutbar betrachtet werden.
Damit  ergibt  sich,  dass  die  Vorinstanz  die  massgeblichen  Kriterien  nicht
hinreichend  berücksichtigt  hat.  Unter  den  vorliegenden  Umständen  durfte  die
Vorinstanz  die  geschätzten  Anschlusskosten  somit  nicht  unter  pauschalem
Verweis auf den gemäss den Richtlinien ermittelten Betrag für zumutbar erklären.
Der Entscheid der Vorinstanz ist demnach aufzuheben und die Sache an diese
zur weiteren Behandlung zurückzuweisen.

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zu  prüfen.  Erweist 

Es gilt, sowohl die Anschlusskosten für die beiden Liegenschaften getrennt
als  auch  die  von  den  Rekurrenten  beantragte  Weiterführung  der  bestehenden
KLARA 
sich  die  Lösung  mit  KLARA  als
gewässerschutzkonform  und  dem  Kanalisationsanschluss  ebenbürtig,  werden
ihre Kosten den ermittelten Anschlusskosten gegenüberzustellen sein, über die
nach weiteren Abklärungen ebenfalls neu zu befinden sein wird. Sind die Kosten
für  die  Anpassung  der  KLARA  derart  viel  tiefer  als  die  Anschlusskosten  –  wie
dies  die  Rekurrierenden  behaupten  –,  muss  die  Zumutbarkeit  eines
Kanalisationsanschlusses verneint werden.

Eine (allfällig) neue Frist zur Einreichung eines entsprechenden Baugesuchs
ist  sinnvollerweise  erst  dann  anzusetzen,  wenn  die  Einzelheiten  des  von  der
Gemeinde zu erstellenden Anschlusses verbindlich festgelegt wurden.