# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdd255d3-ac79-55f9-95d4-50b6f81c7fbf
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 12.07.2023 PA230018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PA230018_2023-07-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PA230018-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Strähl, Vorsitzende, Oberrichter Dr. E. Pahud 

und Ersatzrichter lic. iur. T. Engler sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

M. Schnarwiler 

Urteil vom 12. Juli 2023 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

sowie 

 

B._____ AG,  
Verfahrensbeteiligte 

 

betreffend fürsorgerische Unterbringung 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes o. V. des Bezirksge-
richtes Winterthur vom 28. Juni 2023 (FF230031) 
 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Bezirke Win-

terthur und Andelfingen (KESB) vom 14. April 2023 wurde der Beschwerdeführer 

in der C._____ Klinik, in Anwendung von Art. 426 i.V.m. Art. 429 Abs. 2 ZGB für-

sorgerisch untergebracht (act. 3 Dispositiv Ziffer 1), und es wurde die Zuständig-

keit für die Entlassung des Beschwerdeführers aus der fürsorgerischen Unterbrin-

gung der ärztlichen Leitung der C._____ Klinik übertragen, wobei im Falle einer 

Verlegung des Beschwerdeführers diese Zuständigkeit an die neue Einrichtung 

übergehe (act. 3 Dispositiv Ziff. 2). Am 25. April 2023 wurde der Beschwerdefüh-

rer in die Klinik B._____ AG in D._____ (fortan Klinik) verlegt (vgl. OGer ZH 

PA230014 E. 1.2.).  

2.1 Mit Schreiben vom 19. Juni 2023 gelangte der Beschwerdeführer an das 

Einzelgericht o.V. des Bezirksgerichtes Winterthur (Vorinstanz) und verlangte, aus 

der fürsorgerischen Unterbringung entlassen zu werden (act. 1). 

2.2 Mit Verfügung vom 28. Juni 2023 trat die Vorinstanz auf dieses Entlas-

sungsgesuch nicht ein. Sie erwog, für die Beurteilung der Entlassung des Be-

schwerdeführers sei die Klinik zuständig. Abklärungen hätten ergeben, dass der 

Beschwerdeführer bei der Klinik kein Entlassungsgesuch gestellt habe, weshalb 

auch keine Abweisung eines entsprechenden Gesuches erfolgt sei. Entsprechend 

fehle es an einem Beschwerdeobjekt (act. 4 = act. 7). 

3.1 Gegen diesen Entscheid erhebt der Beschwerdeführer mit einer Kopie eines 

handschriftlichen Schreibens vom 31. Juni 2023 (Datum Poststempel: 3. Juli 

2023) rechtzeitig Beschwerde an die Kammer (act. 8, vgl. zur Rechtzeitigkeit 

act. 5/1). 

 

  

- 3 - 

 Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–5). Das Verfahren ist 

spruchreif. Da die Beschwerde ohnehin abzuweisen ist, erübrigen sich Weiterun-

gen zur Behebung der mangelhaften Unterzeichnung im Sinne von Art. 132 

Abs. 1 ZPO. 

3.2 Der Beschwerdeführer macht im Rahmen seiner Beschwerdeschrift Ausfüh-

rungen zur von ihm eingenommenen Medikamentendosis und erklärt, dass sich 

seine Psyche wegen der kleinen Dosis nicht verändert habe. Sodann macht er 

geltend, der ärztliche Leiter der Klinik habe den Entscheid der KESB über "die 

Verantwortung zur Aufhebung des FU abgelehnt und die Entscheidung an die 

KESB zurückgegeben". Er – der Beschwerdeführer – wolle entlassen werden 

(act. 8). 

3.3 Gestützt auf Art. 426 Abs. 4 ZGB kann die betroffene Person jederzeit um 

Entlassung ersuchen, wobei über das Gesuch unverzüglich zu entscheiden ist. 

Zuständig für die Beurteilung eines Entlassungsgesuches ist gestützt auf Art. 428 

ZGB die KESB, sofern sie die Entlassung nicht im Einzelfall an die Einrichtung 

übertragen hat. 

 Gestützt darauf sowie auf das eingangs Dargelegte, dass die Entlassungs-

kompetenz durch die KESB an die Klinik übertragen wurde, erkannte die Vor-

instanz im Ergebnis richtig, ein Entlassungsgesuch sei zunächst an die Klinik zu 

richten. Erst im Falle eines abschlägigen Entscheids der Klinik kann Beschwerde 

beim zuständigen Gericht erhoben werden (Art. 450 Abs. 1 ZGB). 

3.4 Die Vorinstanz verneinte damit zu Recht die Möglichkeit, ein Entlassungsge-

such direkt beim Gericht einzureichen. Daran vermögen auch die Vorbringen des 

Beschwerdeführers im Rahmen seiner Beschwerde nichts zu ändern, insbeson-

dere, dass der ärztliche Leiter angeblich die Verantwortung zur Aufhebung der 

fürsorgerischen Unterbringung abgelehnt habe. Dafür, dass dem so wäre, fehlt es 

an Anhaltspunkten. Insbesondere lag bei der Klinik – so ergaben es die Abklärun-

gen der Vorinstanz – noch gar kein Entlassungsgesuch vor, dass durch diese zu 

prüfen gewesen wäre (vgl. act. 2). Die Beschwerde ist abzuweisen.  

- 4 - 

4. Die Vorinstanz hat das bei ihr gestellte Entlassungsgesuch nicht zur Prüfung 

an die Klinik weitergeleitet. Entsprechend ist dies hier – für den Fall, dass der Be-

schwerdeführer zwischenzeitlich nicht ohnehin ein Gesuch bei der Klinik gestellt 

hat – nachzuholen und die Beschwerdeschrift ist im Sinne eines Entlassungsge-

suchs an die Klinik weiterzuleiten.  

5. Umständehalber ist auf die Erhebung von Kosten zu verzichten. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Beschwerdeschrift wird als sinngemässes Entlassungsgesuch an die 

Klinikleitung der Klinik B._____ AG in D._____ weitergeleitet.  

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

4. Schriftliche Mitteilung an  

− den Beschwerdeführer, 
− die verfahrensbeteiligte Klinik unter Beilage von act. 8, 
− die KESB Bezirke Winterthur und Andelfingen, 
− das Einzelgericht o.V. des Bezirksgerichtes Winterthur, 

je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 
  

- 5 - 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw M. Schnarwiler 
 
versandt am: 
13. Juli 2023 
 
 
 
 

	Urteil vom 12. Juli 2023
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Beschwerdeschrift wird als sinngemässes Entlassungsgesuch an die Klinikleitung der Klinik B._____ AG in D._____ weitergeleitet.
	3. Es werden keine Kosten erhoben.
	4. Schriftliche Mitteilung an
	 den Beschwerdeführer,
	 die verfahrensbeteiligte Klinik unter Beilage von act. 8,
	 die KESB Bezirke Winterthur und Andelfingen,
	 das Einzelgericht o.V. des Bezirksgerichtes Winterthur,

	je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...