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**Case Identifier:** 08c46203-b92d-5ea4-be1f-28878d87313a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.10.2023 200 2023 380
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-380_2023-10-11.pdf

## Full Text

200 23 380 IV
KOJ/COC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. April 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
stürzte am 21. Oktober 2020 während der Arbeit von einer Leiter und zog 
sich dabei eine Schädelprellung mit Riss-Quetschwunde und eine Deck-
platten-Impressionsfraktur von LWK 2 zu (Akten der Invalidenversicherung 
[IV]; Antwortbeilage [AB] 15.77, 27 S. 6). Die Schweizerische Unfallversi-
cherungsanstalt (Suva), bei welcher der Versicherte gegen die Folgen von 
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert war, richtete bezüglich dieses 
Ereignisses die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus. Nach diversen 
medizinischen Erhebungen und insbesondere nach Einholung einer ärztli-
chen Beurteilung der Kreisärztin Dr. med. C.________, Fachärztin für Chir-
urgie (AB 27), stellte die Suva mit formlosem Schreiben vom 7. März 2022 
(AB 28) die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. April 2022 ein, da 
von einer weiteren Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwar-
ten sei. Im weiteren Verlauf gewährte die Suva mit Verfügung vom 
29. März 2022 (AB 44.21) basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % 
eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 29'640.--. Ferner sprach 
sie mit Verfügung vom 24. März 2023 (AB 86) ab dem 4. Juli 2022 eine 
Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 24 % zu. Gegen 
diese Verfügung erhob der Versicherte Einsprache (AB 90 S. 2).

B.

Bereits am 30. Juni 2021 hatte sich der Versicherte unter Hinweis auf eine 
seit dem besagten Unfall bestehende Atemnot bei der IV zum Leistungsbe-
zug angemeldet (AB 1). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Da-
bei gewährte sie Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsplat-
zerhalt (AB 16, 21) und Integrationsmassnahmen in Form von Aufbautrai-
ning vom 4. April bis 3. Juli 2022 (AB 32). Mit Mitteilung vom 22. Juli 2022 
(AB 54) schloss die IVB die beruflichen Eingliederungsmassnahmen ab. In 
der Folge veranlasste sie auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 3

Dienstes (RAD; AB 40) eine polydisziplinäre (internistische, pneumologi-
sche, rheumatologische, psychiatrische) Begutachtung durch die Fachärzte 
der MEDAS D.________ (MEDAS; Expertise vom 25. Dezember 2022; 
AB 70.2). Mit Vorbescheid vom 18. Januar 2023 (AB 72) stellte die IVB 
dem Versicherten bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 18 % 
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Damit zeigte sich der 
Versicherte nicht einverstanden und erhob Einwand (AB 82). Nach Einho-
lung einer Stellungnahme der MEDAS-Gutachter (AB 87) verfügte die IVB 
am 14. April 2023 wie im Vorbescheid angekündigt und wies das Renten-
begehren ab (AB 88).

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, am 16. Mai 2023 Beschwerde und beantragte die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invaliden-
rente seit wann rechtens. Eventualiter wurde die Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung und die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur 
Vornahme weiterer Abklärungen mit anschliessendem neuem Entscheid im 
Sinne der Beschwerde beantragt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2023 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 7. Juli 2023 hielt der Beschwerdeführer an seinen Aus-
führungen und Anträgen fest. 

Mit Eingabe vom 14. Juli 2023 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
eine Stellungnahme in Form einer Duplik.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. April 2023 (AB 88). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 

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in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefoch-
tene Verfügung vom 14. April 2023 (AB 88), womit sie nach dem Inkrafttre-
ten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegen der 
frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 4.2 hiernach), weshalb die Be-
stimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 
2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9100 - 9102 
des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] 
über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeu-
tung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 
224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 

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Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-
führers finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben: 

3.1.1 Der Beschwerdeführer war vom 2. bis 28. August 2021 im Zentrum 
E.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 1. September 2021 
(AB 44.118) wurden insbesondere chronifizierte bilaterale Thoraxschmer-
zen und Anstrengungsdyspnoe unklarer Ursache, intermittierende Flanken-
schmerzen rechts unklarer Ursache, Zementembolien nach Vertebroplastik 
November 2020, ein Lungenemphysem und eine Koronarsklerose ohne 
signifikante Stenose diagnostiziert (S. 1 f.). Der Beschwerdeführer habe 
regelmässig und motiviert am multimodalen Rehabilitationsprogramm teil-
genommen. Hierunter habe er seine Leistungsfähigkeit sehr gut verbessern 

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können. Die Dyspnoe habe sich sehr gut regredient gezeigt. Bis zuletzt 
seien Schmerzen der limitierende Faktor geblieben. Der Beschwerdeführer 
habe in ordentlichem Allgemeinzustand entlassen werden können. Es wer-
de eine stufenweise Wiedereingliederung empfohlen. Aktuell scheine eine 
Wiederaufnahme der Arbeit zu vorerst 50 % ab dem 13. September 2021 
realistisch (S. 3). 

3.1.2 Die Suva-Kreisärztin Dr. med. C.________ führte im Bericht vom 
8. Februar 2022 (AB 27) aus, der Beschwerdeführer habe sich im Rahmen 
eines Sturzes von der Leiter am 21. Oktober 2020 neben einer Schädel-
prellung mit Riss-Quetschwunde eine Deckplatten-Impressionsfraktur von 
LWK 2 zugezogen. Wegen sekundärer Sinterung des frakturierten Wirbel-
körpers sei am 13. November 2020 die perkutane Vertebroplastie transpe-
dikulär erfolgt. Ca. drei Tage nach der Intervention seien eine Luftnot auf-
getreten und Palacos-Embolien in beiden Oberlappen, im Mittellappen und 
vereinzelt im rechten Unterlappen (der Lunge) diagnostiziert worden. Wei-
ter hielt die Kreisärztin folgendes Belastbarkeitsprofil fest: zumutbar sei 
eine leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit wechselnd belastend, 
wobei ein Drittel-Mix zwischen Stehen, Gehen und Sitzen anzustreben sei. 
Gewichte dürften bis Hüfthöhe bis 15 kg gehoben und auf sehr kurzer Stre-
cke getragen werden. Die Hebelast in Brusthöhe körpernah sei bis 10 kg 
beidarmig, körperfern bis maximal 5 kg. Zieh- und Stossbelastungen sowie 
Schlag- und Vibrationsbelastungen mit Auswirkungen auf das Achsenske-
lett müssten vermieden werden. Zwangshaltungen der Wirbelsäule seien 
zu vermeiden, insbesondere im Hinblick auf die Rumpfbeugung. Für eine 
derart angepasste Tätigkeit sei eine zeitlich und leistungsmässig uneinge-
schränkte Einsetzbarkeit gegeben (S. 6).

3.1.3 Der Beschwerdeführer war vom 29. Dezember 2021 bis 19. Januar 
2022 im Spital F.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 21. Fe-
bruar 2022 (AB 49 S. 1 ff.) wurden eine chronische Schmerzstörung mit 
psychischen und physischen Anteilen, eine depressive Episode, mittelgra-
dig, und eine hypertensive und koronare Kardiopathie diagnostiziert (S. 1). 
Bei Eintritt habe der Beschwerdeführer über Schmerzen im Bereich der 
rechten Flanke sowie über eine Anstrengungsdyspnoe berichtet, welche 
seit einem Arbeitsunfall bestünden. Eine Linderung der Schmerzen habe 

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durch die Einnahme von analgetischer Medikation erreicht werden können. 
Die durchgeführten Bildgebungen hätten keine die persistierenden Be-
schwerden hinreichend erklärenden Pathologien nachweisen können, zu-
vor durchgeführte Therapien hätten keine ausreichende Wirksamkeit ge-
zeigt. Als Ziel der Behandlung sei ein besserer Umgang mit den chroni-
schen Schmerzen formuliert worden. Der Beschwerdeführer habe in ge-
bessertem Zustand entlassen werden können (S. 2).

3.1.4 Dr. med. G.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
führte im Bericht vom 13. April 2022 (AB 82 S. 11 ff.) aus, aktuell bestehe 
eine chronische Schmerzerkrankung (mit psychischen und physischen An-
teilen), welche der Beschwerdeführer klar nach dem Unfall (vom 21. Okto-
ber 2020) entwickelt habe. Somit stehe diese Schmerzstörung mit dem 
Unfall im Zusammenhang (S. 11 Frage 2). Da nunmehr seit dem Unfall 
keine wesentliche Besserung der Schmerzen aufgetreten sei, nach wie vor 
Schmerzmittel nötig seien und die stationären Therapien keinen Erfolg ge-
bracht hätten, sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer lernen 
müsse mit den Schmerzen zu leben (S. 13 Frage 5).

3.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin und für Hämatologie, führte im Bericht vom 24. Mai 2022 
(AB 40) aus, somatisches bzw. psychosomatisches Hauptproblem sei 
gemäss Akten eine nach diversen Abklärungen bereits ab Anfang 2021 mit 
Chronifizierung der Beschwerden Ende 2021 diagnostizierte Schmerz-
störung. Der im Dossier dokumentierte Verlauf sei nur bedingt nachvoll-
ziehbar, da Originalberichte des Verlaufs seit Juli 2021 fehlten. Aufgrund 
der Diagnose einer Schmerzstörung wären mit hoher Wahrscheinlichkeit 
auch nach Einsicht der Originalakten kaum alle Beschwerden/Schmerzen 
nachvollziehbar und abschliessend beurteilbar. Inkonsistenzen seien nicht 
abschliessend beurteilbar. Die RAD-Ärztin empfahl eine polydisziplinäre 
Begutachtung (S. 6 f.).

3.1.6 Im Bericht des Spitals F.________ vom 30. Juni 2022 (AB 82 S. 14 
ff.) wurden chronische, bilaterale rechtsbetonte Thoraxschmerzen unklarer 
Genese diagnostiziert (S. 14 f. Ziff. 2). Die Genese der Schmerzen müsse 
letztlich offen gelassen werden. Der Schmerzcharakter äussere sich vor 
allem nozizeptiv und könne auf der posttraumatischen Veränderung der 

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Körperhaltung und veränderter Biomechanik beruhen. Hinweise auf neur-
opathische Schmerzanteile bestünden nicht, jedoch hätten in der Untersu-
chung auch nur Schmerzen im Paravertebralbereich ausgelöst werden 
können. Der Beschwerdeführer zeige sich eher undifferenziert in Bezug auf 
die Schmerzen, modulierende Faktoren könnten kaum angegeben werden. 
Er scheine insgesamt wenig Ressourcen im Alltag zu haben und eher an-
triebsgemindert und stressintolerant zu sein. Die Opioide zeigten eher ei-
nen Effekt auf die Spannungsmodulation und weniger auf die Schmerzen. 
Deswegen bestehe für eine Dauerbehandlung mit Opioiden zum aktuellen 
Zeitpunkt keine Indikation (S. 14 Ziff. 1). Bezüglich der kreisärztlichen Beur-
teilung vom 8. Februar 2022 wurde ausgeführt, dass in dieser die mittler-
weile beschwerdeführenden, posttraumatischen Schmerzen nicht erwähnt 
worden seien, ebenso wenig die reaktive Depression, die als relevanter 
Unfall bezogener Schaden zu werten sei. Da der Beschwerdeführer vor 
dem Unfall weder an chronischen Schmerzen noch an einer Depression 
gelitten habe, seien diese als Unfallfolgen zu beurteilen (S. 16 Ziff. 10).

3.1.7 Im Bericht des Spitals F.________ vom 5. Juli 2022 (AB 82 S. 18 ff.) 
wurden namentlich eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und 
physischen Anteilen, eine depressive Episode, mittelgradig, sowie eine 
hypertensive und koronare Kardiopathie diagnostiziert (S. 18 f. Ziff. 1). Für 
den Beschwerdeführer sei die Wiederaufnahme seiner Tätigkeit als … nicht 
möglich. Die Einschätzung der Suva, dass eine "leichte bis mittelschwere 
Tätigkeit in zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkter Einsetzbarkeit" 
möglich sei, sei nur dadurch zu erklären, dass wesentliche Aspekte der 
Unfallfolgen nicht in die Beurteilung mit eingeflossen seien. Auch in einer 
angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aktuell nicht voll arbeits-
fähig (S. 19 Ziff. 7). Eine chronische Schmerzerkrankung und eine Depres-
sion bedürften einer lang andauernden therapeutischen Begleitung, unab-
hängig von der Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 8).

3.1.8 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 25. Dezember 2022 
(AB 70.2) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbaler 
Rückenschmerz bei posttraumatischer Wirbelkörpersinterung (ICD-10 
S32.02) und Beinschmerz bei Status nach Vertebroplastie L 1/2/3 am 
13. November 2020 bei LWK 2 Kompressionsfraktur nach Leitersturz am 

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21. Oktober 2020 mit postoperativen Zementembolien in der Lunge rechts-
betont (ICD-10 T84.20) diagnostiziert (S. 7 Ziff. 4.3.1). Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit wurden insbesondere eine arterielle Hypertonie 
(ICD-10 I10.90), eine hypertensive Herzerkrankung ohne Angaben einer 
kongestiven Herzinsuffizienz (ICD-10 I11.90), aktenanamnestisch ein pAVK 
mit Satus nach Stent-Implantation (ICD-10 I70.2), eine kombinierte Fett-
stoffwechselstörung (ICD-10 E78.5), ein Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 
E11.90) sowie ein Asthma bronchiale (ICD-10 J45.9) aufgeführt (S. 8 
Ziff. 4.3.2). 

Aus internistischer Sicht hätten keine versicherungsmedizinisch relevanten 
Diagnosen festgestellt werden können. Zwar erhöhten einige der aufgeführ-
ten Diagnosen die Wahrscheinlichkeit von sekundären Herz-Kreislauf-
Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, verblieben aber dennoch 
zum Zeitpunkt der Begutachtung versicherungsmedizinisch irrelevant 
(AB 70.3 S. 12 Ziff. 6.3).

Aus pneumologischer Sicht bestehe beim Beschwerdeführer eine bronchia-
le Hyperreaktivität, die subjektiv aber nicht wirksam sei. Hierdurch könne es 
zu einer Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit bei grösseren kör-
perlichen Anstrengungen kommen. Es bestehe eine grenzwertig restriktive 
Ventilationsstörung, die zum Teil mit dem Asthma bronchiale im Zusam-
menhang stehen könnte. Wahrscheinlicher sei diese aber eine Folge der 
operativen Massnahmen, die zu einem Elastizitätsverlust der Lunge geführt 
haben könnten. Die Veränderungen seien grenzwertig und klinisch und in 
Bezug auf die Belastbarkeit nicht relevant. Aus der Einschränkung der 
FEV1 ergebe sich eine medizinisch-theoretische Ateminvalidität von 25 %. 
Hiermit sei eine Tätigkeit mit einer körperlichen Belastung möglich, die eine 
maximale Sauerstoffaufnahmekapazität bis 25 ml/min/kg notwendig mache. 
Dies schliesse Arbeiten ein, die Heben und Tragen von Lasten bis ca. 
30 kg beinhalten würden (AB 70.4 S. 12 Ziff. 6.3). Aus pneumologischer 
Sicht liege keine Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit vor (S. 16 
Ziff. 8.1).

Aus rheumatologischer und orthopädischer Sicht bestehe ein sehr gut re-
produzierbares Schmerzbild. Es fänden sich weder Anhalt für Symptom-
ausweitung noch für Schmerzausweitung oder Schmerz als eigenständiges 

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Krankheitsbild. Ganz klar nachvollziehbar und verständlich formuliere der 
Beschwerdeführer auch bei wiederholter Frage, dass vor dem Leitersturz 
vom 21. Oktober 2020 mit Sinterungsbruch des 2. LWK keine besondere 
Rücken- und vor allem keine Atemschmerzproblematik bestanden habe 
(AB 70.5 S. 16 Ziff. 6.3). Es handle sich ohne Zweifel und bei guter Absetz-
barkeit auf die diversen Bildbefunde um strukturell objektivierbare Folgen 
des Unfalls vom 21. Oktober 2020 und der Intervention mit Vertebroplastie. 
Es lägen Knochennarben nach Deckplattenimpressionsfraktur von LWK 2 
mit Keilwirbelbildung und Höhenminderung, die bekannten Knochenze-
menteinspritzungen LWK 1-3 und die postinterventionell aufgetretenen Pa-
lacos-Embolien vor (S. 18). In der angestammten Tätigkeit bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 %. Qualitativ bestehe keine Einschränkung. Die 
Kompensation der Rückenschmerzen gelinge durch die Reduktion der Ar-
beitszeit und damit durch die Stunden stehender Tätigkeit (S. 21 Ziff. 8.1). 
In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit im 
vollen Pensum. Der Beschwerdeführer könne leichte bis mittelschwere Ar-
beiten wechselbelastend durchführen. Dabei könnten Gewichte bis Hüft-
höhe bis 15 kg achsgerecht gehoben und getragen werden. Zieh- und Sto-
ssbelastung sowie Schlag- und Vibrationsbelastung mit Auswirkung auf das 
Achsenskelett müssten vermieden werden. Zwangshaltungen der Wir-
belsäule seien zu vermeiden. Bei Einhaltung der genannten Kriterien sei 
eine zeitlich eingeschränkte (recte: uneingeschränkte) und leistungsmässig 
für starres Vorbeugen und Rückneigen eingeschränkte Einsetzbarkeit am 
Arbeitsplatz gegeben (S. 21 Ziff. 8.2.1).

Aus psychiatrischer Sicht wurden keine Diagnosen gestellt (AB 70.6 S. 10 
Ziff. 6.1 f.). Psychische Probleme in der Familie oder in der persönlichen 
Vorgeschichte des Beschwerdeführers habe dieser verneint, auch jetzt 
fühle er sich nicht psychisch krank. In seiner Wahrnehmung sei seine Si-
tuation allein den Schmerzen geschuldet, für die man bisher keine adäqua-
te Therapie gefunden habe. Wären die Schmerzen besser, könnte er auch 
wieder in seinen angestammten Beruf zurückkehren. Beruflich sehe sich 
der Beschwerdeführer nicht mehr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein-
gliederbar, er wisse nicht, wie es beruflich, privat und finanziell weitergehe 
(S. 11 Ziff. 7.1). Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der angestammten 
Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 13 Ziff. 8.1).

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Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass auf-
grund der subjektiven und der objektivierbaren Befunde die rheumatologi-
schen Diagnosen im Vordergrund stünden, welche in ihrer Gesamtheit die 
Leistungsfähigkeit (und Arbeitsfähigkeit) beeinträchtigten. Diese würden 
längere Arbeiten im Stehen verunmöglichen, reduzierten die körperliche 
Ausdauer und machten somit häufigere bzw. längere Pausen notwendig 
(AB 70.2 S. 8 Ziff. 4.3.3). In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Ar-
beitsunfähigkeit von 50 % und in einer Verweistätigkeit von 0 %. Dabei gel-
te das aus rheumatologischer Sicht geäusserte Tätigkeitsprofil (S. 9 f. 
Ziff. 4.5). 

3.1.9 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nahmen die MEDAS-
Gutachter am 11. März 2023 nochmals Stellung (AB 87). Aus psychiatri-
scher Sicht wurde ausgeführt, die von der Hausärztin beschriebene chroni-
sche Schmerzstörung entspreche keiner fachpsychiatrischen Diagnose. 
Vom klinischen Verlauf her könne es, aber müsse es nicht zu einer Ent-
wicklung einer chronischen Schmerzstörung kommen. Klinisch seien die zu 
erwartenden Symptome im Sinne einer starken Fokussierung auf die 
Schmerzsituation, Einnahme einer bestimmten sozialen Rolle etc. nicht 
erfüllt gewesen. Allenfalls könne sich im Verlauf eine leichte Schmerz-
störung entwickeln. Diese habe aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit, da für diese ein Therapiepotential bestehe und die Auswirkungen der 
Störung auf die Leistungsfähigkeit angehbar und somit nicht dauerhaft in-
validisierend seien. Dies gelte medizinisch-theoretisch auch für früher auf-
getretene, auch rezidivierende psychische Erkrankungen. Beispielsweise 
könnten rezidivierende depressive Episoden zeitweise die Leistungsfähig-
keit einschränken. Dies begründe aber keine prospektive Arbeitsunfähigkeit 
aufgrund evtl. wieder auftretender Episoden. Somit ergäben sich keine 
neuen objektiven Gründe, an der Diagnosestellung etwas zu ändern. Aus 
rheumatologischer und orthopädischer Sicht seien keine neuen Erkenntnis-
se aus den nachgereichten Akten zu ziehen. Der Beschwerdeführer habe 
in der Exploration angegeben, vorrangig an Leistungseinschränkungen, 
Atembeschwerden und Kurzatmigkeit bei Belastung zu leiden. Ausstrah-
lende Schmerzen aus den Wirbelbrüchen bzw. als Folge der zugezogenen 
Verletzungen und der veränderten Statik der Wirbelsäule seien berücksich-
tigt worden, im Bereich des Brustkorbes aber nur fachgebietsbezogen bis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 13

zum knöchernen Thorax, weswegen im rheumatologischen Teilgutachten 
die 50 %-ige Einschränkung in der angestammten Tätigkeit zu bemessen 
gewesen sei, da einige der qualitativen Leistungsanforderungen in ange-
stammter Tätigkeit nicht in körperlicher Schonung und nicht rückenscho-
nend in achsgerechter Haltung durchführbar seien (S. 2). Für eine rücken-
schonende und wenig kraftanstrengende Anpassung – leidensadjustierte 
Tätigkeit – bestehe nach Angaben des Beschwerdeführers kaum Bedarf 
das "Subjektivum" Schmerz mit Schmerzmitteln zu beeinflussen. Von daher 
ergebe sich kein zusätzliches Rendement. Für das rheumatologisch-
orthopädische Gebiet seien die Schmerzen auf anatomische Substrate 
rückschlüssig abstützbar, zumal auch erstmals sicher nach dem Unfall in 
zu den Verletzungen und Komplikationen passender Weise geschildert. 
Aus pneumologischer und internistischer Sicht ergebe sich keine Verände-
rung der Beurteilung. Zusammenfassend führten die Gutachter aus, da sich 
in keiner Hinsicht wesentliche neue Erkenntnisse ergeben hätten, werde an 
den bisherigen Beurteilungen festgehalten (S. 3). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 14

Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Vorliegend hat sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hin-
sicht massgebend auf das MEDAS-Gutachten vom 25. Dezember 2022 
(AB 70.2) – samt den diesbezüglichen Teilgutachten – gestützt. Dieses 
Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen und überzeugt. Ins-
besondere basiert die Beurteilung auf umfassenden Untersuchungen, 
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis und nach 
Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie leuchtet in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation ein. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert 
zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353 sowie E. 3.2 hiervor). Die MEDAS-
Gutachter haben ausführlich begründet, dass der Beschwerdeführer mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einem lumbalen Rückenschmerz 
leidet (AB 70.2 S. 7 Ziff. 4.3.1). Weiter haben sie schlüssig dargelegt, dass 
in der bisherigen Tätigkeit als … eine 50 %-ige und in einer angepassten 
Tätigkeit (körperlich leicht bis mittelschwer, wechselbelastend, mit Heben 
und Tragen von Gewichten bis Hüfthöhe bis 15 kg achsgerecht, ohne Zieh- 
und Stossbelastung und ohne Schlag- und Vibrationsbelastung mit Auswir-
kung auf das Achsenskelett, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule) eine 
100 %-ige Arbeitsfähigkeit besteht (AB 70.2 S. 10 Ziff. 4.6 f.; vgl. auch 
AB 70.5 S. 21 Ziff. 8.1 und 8.2.1). Dabei haben die MEDAS-Gutachter die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit plausibel damit erklärt, dass die beste-
henden Rückenschmerzen längere Arbeiten im Stehen verunmöglichen, 
die körperliche Ausdauer reduzieren und häufigere bzw. längere Pausen 
notwendig machen (AB 70.2 S. 8 f. Ziff. 4.3.3). Diese Einschätzung ist nicht 
nur in sich nachvollziehbar und überzeugend, sondern sie steht – zumin-
dest bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit – im Ein-
klang mit derjenigen der Kreisärztin Dr. med. C.________ im Bericht vom 
8. Februar 2022 (AB 27). Darauf ist abzustellen.

Die gegen die Einschätzung der MEDAS-Gutachter beschwerdeweise vor-
gebrachte Kritik verfängt nicht. In formeller Hinsicht wird geltend gemacht, 
dass das Gutachten nicht umfassend und zudem nicht in Kenntnis der Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 15

akten abgegeben worden sei (Beschwerde S. 7 Ziff. 18 f.). Diesbezüglich 
hätten die Gutachter folgendes festgehalten: "Der im Dossier dokumentier-
te Verlauf ist nur bedingt nachvollziehbar; wohl fehlen Originalberichte des 
Verlaufes seit 07/2021 (lediglich im Bericht der SUVA-Kreisärztin vom 
07.03.2022 erwähnt), jedoch wären aufgrund der Diagnose einer Schmerz-
störung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach Einsicht der Originalakten 
kaum alle Beschwerden/Schmerzen nachvollziehbar und abschliessend 
beurteilbar. Inkonsistenzen sind nicht abschliessend beurteilbar" (AB 70.1 
S. 3 Ziff. 2.1). Diesbezüglich scheint der Beschwerdeführer jedoch zu ver-
kennen, dass die von ihm erwähnte Aktenstelle nicht die Auffassung der 
MEDAS-Gutachter widerspiegelt, sondern ein Zitat aus dem Bericht der 
RAD-Ärztin Dr. med. H.________ vom 24. Mai 2022 darstellt (vgl. AB 40 
S. 6 oben). Aufgrund der Beurteilung der RAD-Ärztin wurden weitere medi-
zinische Berichte eingeholt (vgl. AB 40 S. 7, 42, 44.1). Den MEDAS-
Gutachtern standen für ihre Beurteilung somit auch medizinische Berichte 
zur Verfügung, die nach Juli 2021 erstellt wurden, so namentlich der Aus-
trittsbericht des Zentrums E.________ vom 1. September 2021 (AB 44.118; 
vgl. AB 70.1 S. 15 ff.). Weiter haben die MEDAS-Gutachter zu den im 
Rahmen des Vorbescheidverfahrens eingereichten Berichten von Dr. med. 
G.________ vom 13. April 2022 (AB 82 S. 11 ff.) und des Inselspitals 
F.________ vom 30. Juni 2022 (AB 82 S. 14 ff.) und vom 5. Juli 2022 
(AB 82 S. 18 ff.) am 11. März 2022 Stellung genommen (AB 87). Damit 
haben sie sich – entgegen der Behauptung in der Beschwerde (S. 7 
Ziff. 19) – durchaus mit dem medizinischen Verlauf ab Februar 2022 aus-
einandergesetzt. Wenn schliesslich beschwerdeweise geltend gemacht 
wird, die MEDAS-Gutachter hätten selber "eine ergänzende Begutachtung" 
empfohlen (Beschwerde S. 12 Ziff. 30), ist erneut hervorzuheben, dass 
diese Aktenstelle nicht die Auffassung der MEDAS-Gutachter, sondern ein 
Zitat der RAD-Ärztin darstellt (AB 70.1 S. 3 Ziff. 2.1; vgl. auch AB 40 S. 6). 

Soweit die behandelnden Ärztinnen des Spitals F.________ im Bericht vom 
5. Juli 2022 (AB 82 S. 18 ff.) zum Schluss kamen, dass der Beschwerde-
führer an einer chronischen Schmerzerkrankung mit psychischen und phy-
sischen Anteilen, einer mittelgradigen depressiven Episode und einer hy-
pertensiven und koronaren Kardiopathie leide und dass er auch in einer 
angepassten Tätigkeit aktuell nicht voll arbeitsfähig sei, ändert dies nichts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 16

am Beweiswert des MEDAS-Gutachtens (Beschwerde S. 8 Ziff. 20 und 
S. 11 f. Ziff. 27 ff.). Ausführungen zu den bestehenden Einschränkungen 
fehlen in diesem Bericht vollständig. Zudem haben die Ärztinnen nicht dar-
gelegt, weshalb der Beurteilung der Kreisärztin Dr. med. C.________ vom 
8. Februar 2022 (AB 27) bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepass-
ten Tätigkeit – und damit auch der identischen Beurteilung der MEDAS-
Gutachter – nicht gefolgt werden kann. Darüber hinaus haben sich die 
MEDAS-Gutachter in der Stellungnahme vom 11. März 2023 (AB 87) mit 
dieser Einschätzung – wie auch mit derjenigen in den Berichten von 
Dr. med. G.________ vom 13. April 2022 (AB 82 S. 11 ff.) und des Spitals 
F.________ vom 30. Juni 2022 (AB 82 S. 14 ff.) – auseinandergesetzt. 
Dabei wurde aus psychiatrischer Sicht schlüssig dargelegt, dass sich fach-
psychiatrisch keine neuen oder zusätzlichen Erkenntnisse ergäben. Die 
klinisch zu erwartenden Symptome einer chronischen Schmerzerkrankung 
wie namentlich eine starke Fokussierung auf die Schmerzsituation seien 
nicht erfüllt und es bestünden keine Anzeichen für eine dauerhaft invalidi-
sierende depressive Episode (AB 87 S. 2 oben). Dies überzeugt. In Bezug 
auf Atteste von Hausärzten ist zudem der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-
ensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerz-
therapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und 
dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu ak-
zeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute 
Bundesgericht {BGer}] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Und schliess-
lich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hingewiesen (Beschwer-
deantwort S. 3 Ziff. 4), dass der Beschwerdeführer sich weder in psychiatri-
scher Behandlung befindet noch Psychopharmaka einnimmt, was gegen 
eine massgebende psychische Einschränkung spricht. Der psychiatrische 
MEDAS-Gutachter hat denn auch das Vorliegen einer psychischen Dia-
gnose explizit verneint (AB 70.6 S. 10 Ziff. 6.1 f.). 

Der Umstand, dass der pneumologische MEDAS-Gutachter in der ange-
stammten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert hat und gleichzeitig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 17

die Schmerzsituation als für den Beschwerdeführer sehr bedrückend und 
nachvollziehbar beurteilt hat (AB 70.4 S. 14 Ziff. 7.3 und S. 16 Ziff. 8.1 f.), 
stellt – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 16 Ziff. 45) – kei-
nen Widerspruch dar. Der pneumologische Gutachter hat die Lungenfunk-
tion des Beschwerdeführers einlässlich untersucht und gestützt darauf 
schlüssig dargelegt, weshalb aus pneumologischer Sicht keine massge-
benden Einschränkungen bestehen (AB 70.4 S 10 Ziff. 4.3.1 und S. 12 
Ziff. 6.3). Gleichzeitig konnte der rheumatologische und orthopädische 
MEDAS-Gutachter die vom Beschwerdeführer geschilderten Schmerzen 
– anders als die behandelnden Ärzte des F.________ (vgl. Austrittsbericht 
vom 21. Februar 2022 [AB 49 S. 1 ff.] und Bericht vom 30. Juni 2022 
[AB 82 S. 14 ff.]) – somatisch erklären und attestierte aufgrund der beste-
henden Schmerzen in der angestammten Tätigkeit eine 50 %-ige Arbeits-
unfähigkeit (AB 70.5 S. 16 ff. Ziff. 6.3 und S. 21 Ziff. 8.1).

Und letztlich bleibt darauf hinzuweisen, dass der Umstand, dass der Be-
schwerdeführer nicht aggraviert oder simuliert, er seine Beschwerden 
sachgerecht sowie angemessen vorträgt und die geschilderten Symptome 
in sich konsistent und nachvollziehbar sind, die gutachterlichen Schlüsse 
nicht in Frage zu stellen vermag (Beschwerde S. 12 ff. Ziff. 32 ff.).

3.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass in der ange-
stammten Tätigkeit eine 50 %-ige und in einer angepassten Tätigkeit eine 
100 %-ige Arbeitsfähigkeit besteht.

Der Sachverhalt ist gestützt auf vorliegenden Akten hinreichend erstellt, 
weshalb – entgegen dem Eventualantrag in der Beschwerde (S. 2 
Ziff. I 2) – auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist (antizipierte Be-
weiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 18

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesund-
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätig-
keiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entspre-
chend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und des-
halb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müs-
sen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Fra-
ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt 
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Natio-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 19

nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 
Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist die in der angestammten Tätigkeit attes-
tierte 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit (resp. der diagnostizierte lumbale Rü-
ckenschmerz) auf den Unfall vom 21. Oktober 2020 resp. die Operation 
vom 13. November 2020 zurückzuführen (AB 70.5 S. 16 Ziff. 6.1, S. 19 
Ziff. 7.2). Damit ist der frühest mögliche Rentenbeginn unter Berücksichti-
gung des Wartejahres und der Anmeldung am 30. Juni 2021 (AB 1 S. 11 
[Postaufgabe]; UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 29 
N. 37 f.) in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf De-
zember 2021 festzulegen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensver-
gleich durchzuführen. 

4.3

4.3.1 Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer bei guter 
Gesundheit weiterhin als … bei der I.________ AG tätig wäre, weshalb das 
Valideneinkommen aufgrund des zuletzt erzielten Einkommens festzuset-
zen ist. Gemäss Angaben der Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer im 
Jahr 2021 ein Einkommen von Fr. 79'300.-- (AB 19 S. 3 f. Ziff. 2.10 f.) bei 
einem 100 %-Pensum erzielt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 20

4.3.2 Der Beschwerdeführer hat keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen, weshalb das hypothetische Invalideneinkommen 
gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2020; BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; 
SVR 2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 und 6.2.2) zu ermitteln ist (vgl. E. 4.1.2 
hiervor). 

Der Beschwerdeführer ist in einer angepassten Tätigkeit (körperlich leicht 
bis mittelschwer, wechselbelastend, mit Heben und Tragen von Gewichten 
bis Hüfthöhe bis 15 kg achsgerecht, ohne Zieh- und Stossbelastung und 
ohne Schlag- und Vibrationsbelastung mit Auswirkung auf das Achsenske-
lett, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule) zu 100 % ohne Leistungs-
minderung arbeitsfähig (vgl. E. 3.3 f. hiervor). Dieses medizinisch-
theoretische Zumutbarkeitsprofil ist – entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers (S. 17 f. Ziff. 48 ff.) – verwertbar. Denn das trotz der ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen 
ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Dieser 
theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leistungsbereich der 
Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugren-
zen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewis-
ses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften 
und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl 
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vorausset-
zungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er umfasst auch 
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei 
welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des 
Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfremden Ein-
satzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, 
die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gege-
benheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Ar-
beitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungs-
gemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 148 V 174 
E. 9.1 S. 188, 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). 
Vorliegend wurde das medizinische Zumutbarkeitsprofil nicht derart einge-
schränkt formuliert, dass davon ausgegangen werden muss, auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt beständen keine entsprechenden Tätigkeiten 
mehr (vgl. SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Vielmehr existiert ein genü-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 21

gend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten, so z.B. einfache 
Kontroll-, Überwachungs-, Sortier- und Verpackungstätigkeiten sowie leich-
te Montagearbeiten, die dem Fähigkeitsprofil des Beschwerdeführers ohne 
weiteres entsprechen, dies auch ohne lange Umstellungs- und Einarbei-
tungszeit (vgl. Entscheid des BGer vom 16. Oktober 2019, 9C_574/2019, 
E. 2.2 f. unter Bezugnahme auf ein ähnliches Zumutbarkeitsprofil). Zudem 
besteht nach wie vor eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit. Somit kann nicht auf 
die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geschlossen werden. Daran 
ändert nichts, dass im Rahmen der beruflichen Eingliederung festgestellt 
wurde, eine Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit wie auch die 
Vermittlung in eine Verweistätigkeit im ersten Arbeitsmarkt sei unrealistisch 
(AB 53 S. 2 Ziff. 2.2). Denn diese Beurteilung basiert auf dem realen (und 
nicht auf den für die Invaliditätsbemessung massgebenden ausgegliche-
nen) Arbeitsmarkt. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 
während seines ganzen Berufslebens als … tätig war (Beschwerde S. 17 
Ziff. 48), lässt nicht auf Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit schlies-
sen. Aufgrund der Schadenminderungspflicht ist ein Berufswechsel ohne 
weiteres zumutbar. Dies gilt auch, wenn es um den Wechsel von einer seit 
Jahren ausgeübten Erwerbstätigkeit zu einer bei der bestehenden körperli-
chen Beeinträchtigung unter Umständen besser geeigneten Beschäftigung 
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder gar um die Aufgabe einer als 
selbstständig Erwerbender ausgeübten Betätigung mit eigenem Betrieb 
geht (SVR 2018 IV Nr. 61 S. 197 E. 4.2, 2017 UV Nr. 45 S. 156 E. 3.3.1). 
Auch das Alter des Beschwerdeführers lässt nicht auf Unverwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit schliessen (Beschwerde S. 17 Ziff. 48; Replik S. 2). 
Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Erstellung des MEDAS-
Gutachtens im Dezember 2022 (AB 70.2), auf den es hinsichtlich der Frage 
der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter 
grundsätzlich ankommt (BGE 146 V 16 E. 7.1 S. 25, 138 V 457 E. 3.2 
S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1 und Nr. 44 S. 156 
E. 4.2), 60 Jahre und sieben Monate (AB 1 S. 1 Ziff. 1.1) alt. Damit verblieb 
ihm noch eine Aktivitätsdauer von vier Jahren und fünf Monaten. Auch 
wenn es sich hierbei (mit Bezug auf seine Gesamterwerbsfähigkeit) um 
eine eher kurze Aktivitätsdauer handelt, bestand gleichzeitig eine – unter 
Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils – ansonsten uneingeschränkte Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit und es stand dem Beschwerdeführer– wie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 22

bereits dargelegt – ein breiter Fächer von Verweistätigkeiten mit minimalem 
oder nur geringem Einarbeitungsaufwand offen. Gerade solche (einfachen) 
Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
altersunabhängig nachgefragt (Entscheid des BGer vom 25. November 
2021, 8C_535/2021, E. 5.4.3 in fine mit Hinweis). Die Rechtsprechung hat 
schliesslich für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Men-
schen relativ hohe Hürden aufgestellt (BGer 8C_535/2021, E. 5.6 mit Hin-
weisen) sowie in vergleichbaren Fällen – selbst bei deutlich kürzerer Akti-
vitätsdauer – wiederholt die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht 
(vgl. etwa Entscheide des BGer vom 31. August 2018, 8C_117/2018, E. 3.2 
f. mit Hinweisen, vom 23. Januar 2018, 8C_645/2017, E. 4.2.2 und 4.3.2, 
und vom 21. März 2016, 9C_536/2015, E. 4.2).

Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
das Invalideneinkommen gestützt auf das Total des Kompetenzniveaus 1 
ermittelt hat (AB 88 S. 1). Der massgebliche monatliche Bruttolohn für 
Männer beträgt Fr. 5'261.--. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 
41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) angepasst und auf das mass-
gebende Jahr 2021 aufgerechnet, resultiert daraus ein Invalideneinkom-
men von Fr. 65'354.40 (Fr. 5'261.-- : 40 x 41.7 x 12 : 100 x 99.3 [BFS, No-
minallöhne Männer 2020 - 2022, Tabelle T1.1.20, Total]) im Jahr. Ein zu-
sätzlicher Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.1.2 hiervor) ist hier nicht ge-
rechtfertigt und wurde von der Beschwerdegegnerin auch nicht vorgenom-
men (AB 88 S. 1). Dies wurde nicht beanstandet.

4.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 79'300.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 65'354.40 resultiert ein IV-Grad von gerundet 18 % 
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 
S. 198 E. 7.1). Folglich besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. 
E. 2.3 hiervor). 

Die Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 23

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Okt. 2023, IV/23/380, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.