# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10e7f177-23e3-5cbb-932a-bad65cfd8833
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 05.12.2017 U 2017 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2017-87_2017-12-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 87

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 5. Dezember 2017

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge,

Beschwerdeführerin

gegen 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Aufenthaltsbewilligung

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1. A._____ leidet seit ihrer Kindheit an einer schweren Asthmaerkrankung. 

Seit Jahren hielt sie sich immer wieder für Kurzaufenthalte in Davos auf. 

Am 24. November 2016 lehnte das Kantonale Amt für Migration (AFM) 

das Gesuch von A._____ um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im 

Rahmen der erwerbslosen Wohnsitznahme als Privatière in der Schweiz 

ab. Dieser Entscheid wurde damit begründet, dass die Gesuchstellerin 

nicht über ausreichende eigene finanzielle Mittel für einen dauerhaften 

Aufenthalt in der Schweiz verfüge. Die von Dritten zugesicherten finanzi-

ellen Zuwendungen könnten nur von in der Schweiz lebender Verwandt-

schaft, welche gemäss Schweizerischem ZGB eine Unterstützungspflicht 

habe, berücksichtigt werden. Die dagegen erhobene Verwaltungsbe-

schwerde wies das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit 

(DJSG) mit Verfügung vom 26. Juli 2017 ab. 

2. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (Beschwerdeführerin) mit Eingabe 

vom 14. September 2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Sie liess kostenfällig die Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung beantragen und die Erteilung der nachgesuchten Auf-

enthaltsbewilligung. Weiter ersuchte sie um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung und der Erlaubnis, den Beschwerdeentscheid in der Schweiz ab-

zuwarten. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass der Gesuch-

stellerin zu geringe finanzielle Mittel zur Verfügung stehen würden. Es sei 

nicht ersichtlich, weshalb die Garantieerklärung einer juristischen Person 

nicht berücksichtigt werden könne. Zudem sei die Verweigerung unver-

hältnismässig, könne doch die nachgesuchte Aufenthaltsbewilligung auch 

nachträglich widerrufen werden, wenn A._____ wider Erwarten plötzlich 

Sozialhilfe in Anspruch nehmen sollte. 

3. Das DJSG (Beschwerdegegner) beantragte in der Vernehmlassung vom 

26. September 2017 die Abweisung der Beschwerde. Eine Garantieer-

klärung für monatliche Unterstützungszahlungen einer juristischen Person 

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zu Gunsten der Beschwerdeführerin könne nicht berücksichtigt werden. 

Ausserdem habe die Beschwerdeführerin nicht nachgewiesen, dass ihr 

dauernder Aufenthalt in Davos aus medizinischen Gründen zwingend 

notwendig sei. 

4. Die Replik der Beschwerdeführerin datiert vom 6. Oktober 2017. Der Be-

schwerdegegner verzichtete am 16. Oktober 2017 auf eine Duplik.

5. Am 18. Oktober 2017 reichte der Anwalt der Beschwerdeführerin seine 

Honorarnote ein.

6. Am 20. November 2017 erliess der Instruktionsrichter eine Verfügung 

betreffend vorsorgliche Massnahmen, worin er das Aufenthaltsrecht der 

Beschwerdeführerin für die Dauer des vorliegenden Verfahrens gewährte 

und das hängige Bewilligungsverfahren für zeitlich dringlich erklärte.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Verfügung vom 26. Juli 2017, worin 

der Beschwerdegegner das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der erwerbslosen Wohnsitznah-

me als Privatière in der Schweiz mit der Begründung ablehnte, dass die 

Beschwerdeführerin nicht über ausreichende eigene finanzielle Mittel für 

einen dauerhaften Aufenthalt in der Schweiz verfüge und die von ihr dazu 

eingereichte Garantieerklärung (betreffend Kostengutsprache zur Verhin-

derung eines Sozialfalls zulasten der Allgemeinheit) durch eine juristische 

Person - mit Geschäftssitz im Ausland – nicht berücksichtigt werden kön-

ne. Damit konnte sich die Beschwerdeführerin nicht einverstanden er-

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klären, weshalb sie dagegen am 14. September 2017 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhob und um Gewährung 

der vor allem aus gesundheitlichen Gründen (Auskurieren/Behandeln der 

schweren Asthmaerkrankung durch Kuraufenthalt in der Höhenlage/-luft) 

nachgesuchten Aufenthaltsbewilligung ersuchte. Beschwerdethema bildet 

die Rechtmässigkeit und Verhältnismässigkeit des strittigen Entscheides.

2. Nach Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) ist zur Beschwerde an das Verwaltungsgericht legitimiert, wer 

durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 

Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat. Als Adressatin der an-

gefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin unmittelbar nachteilig 

von der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung am auserwählten Kurort 

im Kanton Graubünden betroffen, weshalb sie zu deren Anfechtung auch 

berechtigt ist. Die Beschwerde ist zudem unbestritten – unter Berücksich-

tigung der Gerichtsferien gemäss Art. 39 Abs. 1 lit. b VRG – frist- und 

formgerecht nach Art. 52 Abs. 1 VRG innert 30 Tagen seit Mitteilung der 

strittigen Verfügung erfolgt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.  

3. a) Materiell gilt es zunächst auf die einschlägigen Bestimmungen des hier 

(aufgrund der niederländischen [EU-]Staatsbürgerschaft der Beschwerde-

führerin) unbestritten zur Anwendung gelangenden Abkommens zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 

Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügig-

keit (FZA; SR 0.142.112.681) sowie des im Inland geltenden Bundesge-

setzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) hinzu-

weisen, welche für Personen, die keine Erwerbstätigkeit ausüben, folgen-

de Aufenthaltsregelungen enthalten: Nach Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA 

erhält eine Person, die die Staatsangehörigkeit einer Vertragspartei be-

sitzt und keine Erwerbstätigkeit im Aufenthaltsstaat ausübt und dort kein 

Aufenthaltsrecht aufgrund anderer Bestimmungen dieses Abkommens 

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hat, eine Aufenthaltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens 

fünf Jahren, sofern sie den zuständigen nationalen Behörden den Nach-

weis dafür erbringt, dass sie für sich selbst und ihre Familienangehörigen 

über (lit. a) ausreichende finanzielle Mittel verfügt, so dass sie während 

ihres Aufenthaltes keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen muss und über 

(lit. b) einen Krankenversicherungsschutz verfügt, der sämtliche Risiken 

abdeckt. Die Vertragsparteien können dabei, wenn sie dies für erforder-

lich erachten, nach Ablauf der beiden ersten Jahre des Aufenthalts eine 

Erneuerung der Aufenthaltserlaubnis verlangen. Gemäss Art. 24 Abs. 2 

Anhang I FZA gelten die finanziellen Mittel als ausreichend, wenn sie den 

Betrag übersteigen, unterhalb dessen die eigenen Staatsangehörigen 

aufgrund ihrer persönlichen Situation und gegebenenfalls derjenigen ihrer 

Familienangehörigen Anspruch auf Fürsorgeleistungen haben, ist diese 

Bedingung nicht anwendbar, so gelten die finanziellen Mittel des Antrags-

stellers als ausreichend, wenn sie die von der Sozialversicherung des 

Aufnahmestaates gezahlte Mindestrente übersteigen. Nach Art. 5 Abs. 1 

lit. b AuG müssen Ausländerinnen und Ausländer, die in die Schweiz ein-

reisen wollen, die für den Aufenthalt notwendigen finanziellen Mittel besit-

zen. Laut Art. 10 AuG benötigen Ausländerinnen und Ausländer für einen 

Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit bis zu drei Monaten keine Bewilligung; 

enthält das Visum eine kürzere Aufenthaltsdauer so gilt diese (Abs. 1). 

Wird ein längerer Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist 

dafür eine Bewilligung erforderlich. Diese ist vor der Einreise in die 

Schweiz bei der am vorgesehenen Wohnort zuständigen Behörde zu be-

antragen […] (Abs. 2). Nach Art. 29 AuG können Ausländerinnen und 

Ausländer zu medizinischen Behandlungen zugelassen werden. Die Fi-

nanzierung und die Wiederausreise müssen gesichert sein. Überdies wird 

in Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG noch festgehalten: Von den Zulassungsvor-

aussetzungen (vgl. Art. 18-29) kann abgewichen werden, um schwerwie-

genden persönlichen Härtefällen oder wichtigen öffentlichen Interessen 

Rechnung zu tragen. Schliesslich bestimmt Art. 62 Abs. 1 AuG zum Wi-

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derruf allfällig schon erteilter oder künftig noch zu erteilender Bewilligun-

gen noch ausdrücklich was folgt: Die zuständige Behörde kann Bewilli-

gungen – ausgenommen Niederlassungsbewilligungen (Art. 63 AuG) – 

und andere Verfügungen nach diesem Gesetz widerrufen, wenn die Aus-

länderin oder der Ausländer (lit. d) eine mit der Verfügung verbundene 

Bedingung nicht einhält; oder (lit. e) eine Person, für die sie oder er zu 

sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist.

Im Lichte dieser Vorgaben sowie der dazu entwickelten Rechtsprechung 

gilt es auch den vorliegenden Streitfall zu beurteilen und zu entscheiden.

b) Ausgangspunkt und Hauptstreitfrage ist im konkreten Fall, ob die persön-

lichen finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin bzw. die von ihr 

dazu eingereichte Garantieerklärung einer Drittpartei aus dem Ausland für 

die Vermeidung des Eintritts eines Sozialhilfefalles im Inland ausreichend 

war oder eben nicht. Diese Kernfrage gilt es nachfolgend zu beantworten: 

Die Beschwerdeführerin argumentiert hierzu, dass es sich bei der X.____ 

um eine finanzstarke Firma handle, deren finanzielle Garantie mehr wert 

sei als eine Zusage von Verwandten, zumal auf die Verwandtenunterstüt-

zung nur zurückgegriffen werden könne, wenn diese in günstigen finanzi-

ellen Verhältnissen lebten. Ausserdem habe das Bundesgericht im amt-

lich publizierten Urteil BGE 135 II 265 festgehalten, dass die finanziellen 

Mittel von Familienangehörigen und sonstigen Dritten stammen könnten; 

eine Beschränkung auf natürliche Personen enthalte der Entscheid nicht. 

Sowohl bei Verwandten- wie auch bei Drittunterstützung bestehe immer 

das Risiko des Wegfalls ausreichender Mittel. Deshalb bestehe das Auf-

enthaltsrecht auch nur so lange als die Berechtigten die Bedingung der 

ausreichenden finanziellen Mittel erfüllten bzw. keine Ergänzungsleistun-

gen (EL) beanspruchten; würden die Betroffenen nach Bewilligungsertei-

lung Sozialhilfe beantragen oder einen Antrag auf Ergänzungsleistungen 

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stellen, könne die Aufenthaltsbewilligung entweder sofort widerrufen oder 

sonst eben nicht erneuert werden. 

Der Beschwerdegegner erklärt, dass das Bundesgerichtsurteil BGE 135 II 

265 gerade nicht Drittmittel von juristischen Personen zum Thema hatte 

und verweist diesbezüglich auf den angefochtenen Entscheid. Was die 

Garantien von natürlichen Drittpersonen mit Wohnsitz in den Niederlan-

den betreffe, lasse sich überprüfen, ob die zugesicherten finanziellen Mit-

tel auch tatsächlich zur Verfügung stehen würden.

c) Aus dem von beiden Parteien zitierten Urteil BGE 135 II 265 E.3.3 ergibt 

sich Folgendes: 
Gemäss Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA hat eine Person, welche die Staatsan-
gehörigkeit einer Vertragspartei besitzt und keine Erwerbstätigkeit im Aufent-
haltsstaat ausübt, ein Anwesenheitsrecht unter der Voraussetzung, dass sie 
über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, so dass sie nicht auf Sozialhilfe an-
gewiesen und sie überdies krankenversichert ist. Diese Regelung ist der Richtli-
nie 90/ 364/EWG des Rates vom 28. Juni 1990 über das Aufenthaltsrecht (ABI. 
L. 180 vom 13. Juli 1990 S. 26 f.) nachgebildet. Anforderungen in Bezug auf die 
Herkunft der ausreichenden finanziellen Mittel ergeben sich weder aus Art. 24 
Abs. 1 Anhang I FZA noch aus Art. 1 Abs. 1 der RL 90/364/EWG. Der EuGH hat 
daher entschieden, dass die Bedingung ausreichender finanzieller Mittel nicht 
dahin ausgelegt werden könne, dass der Betroffene selber über solche Mittel 
verfügen müsse (Urteile vom 19. Oktober 2004 C-200/02 i.S. Zhu und Chen, Sig. 
2004 I-9925 Randnm. 30 und 33; vom 23. März 2006 C-408/03 i.S. Kommission 
gegen Belgien, Sig. 2006 I-2647 Randnrn. 40 und 41): die finanziellen Mittel 
könnten auch von Familienangehörigen (Urteil Kommission gegen Belgien, 
Randnr. 42) oder sonstigen Dritten stammen (Urteil Kommission gegen Belgien, 
Randnrn. 45 ff.). Das Bundesgericht ist dieser Auslegung für die Anwendung von 
Art. 24 Anhang I FZA beigetreten. Es wäre in der Tat unverhältnismässig, weil 
nicht erforderlich, dem Kriterium der ausreichenden finanziellen Mittel ein weite-
res nach der Herkunft dieser Mittel hinzuzufügen. Die Regelung über die öko-
nomischen Aufenthaltsvoraussetzungen hat zum Zweck zu vermeiden, dass die 
öffentlichen Finanzen des Aufnahmestaates über Gebühr belastet werden, was 
gewährleistet ist, ohne dass es darauf ankäme, aus welcher Quelle, einer eige-
nen oder einer fremden, die Existenzmittel des Betroffenen stammen.

Im soeben zitierten Bundesgerichtsurteil (BGE 135 II 265) stammten die 

Drittmittel ausschliesslich von natürlichen Personen, nämlich der Tochter 

und dem Schwiegersohn des Betroffenen. Entgegen der Ansicht des Be-

schwerdegegners äusserte sich das Bundesgericht aber nicht dahinge-

hend, dass als Drittmittelgeber nur natürliche Personen in Frage kämen. 

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Dies wäre nach Auffassung des streitberufenen Verwaltungsgerichts auch 

nicht sachgerecht. Vielmehr spielt es eben gerade keine Rolle, woher die 

Drittmittel stammen, solange sie zur Verfügung stehen. Der Beschwerde-

gegner hält somit die Garantieerklärung einer juristischen Person zu Un-

recht für unbeachtlich, weshalb die Nichtanrechnung dieser "Sicherheits-

bescheinigung" durch den Beschwerdegegner nicht haltbar ist. Die Rüge 

der Beschwerdeführerin ist folglich schon aus diesem Grunde gutzuheis-

sen und die strittige Angelegenheit an den Beschwerdegegner zu neuem 

Entscheid (Erteilung Bewilligung mit Widerrufsvorbehalt) zurückzuweisen.

4. a) Die angefochtene Verfügung vom 26. Juli 2017 ist zudem auf ihre Verein-

barkeit mit dem allgemein geltenden Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

zu prüfen. Dieses Prinzip fordert, dass die Verwaltungsmassnahme zur 

Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und 

notwendig ist. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünf-

tigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt 

werden (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. 

Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, § 8 Rz. 514 S. 118, § 21 Rz.1459 S. 325; 

BGE 140 I 353 E.8.7, 140 II 194 E.5.8.2, 138 II 346 E.9.2, 129 I 12 E.9.1). 

b) Die Beschwerdeführerin rügt, dass der Beschwerdegegner aufgrund ihres 

sich dramatisch entwickelnden Gesundheitszustands (schwere Asth-

maanfälle) unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit eine Aufenthalts-

bewilligung für Erwerbslose aus wichtigen Gründen in Anwendung von 

Art. 20 der Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs 

(VEP; SR 142.203) hätte erteilen müssen.

Der Beschwerdegegner verneint aber auch das Vorliegen eines wichtigen 

Grundes im Sinne von Art. 20 VEP. Zum Zeitpunkt des angefochtenen 

Entscheids habe kein Arztzeugnis belegt, dass der dauernde Aufenthalt 

der Beschwerdeführerin aus medizinischen Gründen zwingend notwendig 

wäre, sondern eben nur wichtig bzw. dringend wünschenswert, was nicht 

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ausreichend sei. Wichtige Gründe im Sinne von Art. 20 VEP lägen zudem 

nicht vor, wenn sich die Beschwerdeführerin auch andernorts behandeln 

lassen bzw. aufhalten könne. So gebe es laut Bericht von Dr. med. B.___ 

in Hochsavoyen, den Dolomiten und im Allgäu Destinationen über 1'200 

m.ü.M., in denen Asthmabehandlungen in Abwesenheit des Allergens 

Hausmilbe geradesogut durchgeführt werden könnten. Ein allfällig höhe-

rer Standard der Gesundheitsversorgung in Davos führe zudem nicht au-

tomatisch zur Unzumutbarkeit einer Behandlung an einem anderen Ort.

c) Unter Berücksichtigung des schon vorne in E.3c Gesagten, stellt sich hier 

die Frage, ob diese Rüge (Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips) 

überhaupt noch behandelt werden muss. Die beigelegten Arztzeugnisse 

der Beschwerdeführerin belegen hinreichend, dass die bereits begonnene 

Kur in Davos aus medizinischer Sicht angezeigt ist. Ob ein ähnliches Er-

gebnis in einem anderen Luftkurort erzielt werden könnte, steht hier si-

cherlich nicht im Vordergrund, zumal die Patientin (Beschwerdeführerin) 

nachweislich seit vielen Jahren nach Davos kommt und mit der aufge-

suchten Institution (niederländische Höhenklinik) und somit auch der Um-

gebung vertraut ist. Es geht nach Ansicht des Gerichts nicht darum, ob 

die Behandlung andernorts unzumutbar wäre oder nicht, sondern darum, 

dass es nicht verhältnismässig wäre, den Aufenthalt in Davos zu verwei-

gern, zumal man die Aufenthaltsbewilligung mit Auflagen (Widerrufsvor-

behalt) versehen kann, so beispielsweise mit dem Erlöschen derselben, 

sobald Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beantragt werden oder 

sonst allenfalls einer zeitlichen Begrenzung auf ein oder zwei Jahre, nach 

deren Ablauf die (finanzielle) Situation neu geprüft und beurteilt werden 

kann. Die strittige Aufenthaltsverweigerung verletzt infolgedessen auch 

den Grundsatz der Verhältnismässigkeit.

d) Zusammengefasst ergibt sich, dass juristische Personen mit Garantieer-

klärungen der für sie verantwortlich zeichnenden (natürlichen) Personen 

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grundsätzlich nicht ausgeschlossen sind und somit zur Verwandtenunter-

stützung gleichwertig sind, um einen genügenden Finanzierungsnachweis 

zur Vermeidung von Sozialhilfe der Gesuchstellerin zu erbringen, solange 

keine Anzeichen von Rechtsmissbrauch vorliegen. Die Modalitäten, unter 

welchen Bedingungen und aufgrund welcher Abklärungen der Beschwer-

degegner die Aufenthaltsbewilligung (für medizinische Notfälle im Sinne 

einer humanitären Patientenbewilligung) im Einzelfall erteilt, bleibt dabei 

dem Ermessen des Beschwerdegegners vorbehalten. Unabhängig von 

dieser wirtschaftlichen Komponente wurde im konkreten Fall aber bereits 

das Prinzip der Verhältnismässigkeit verletzt, da anstelle der Verweige-

rung der Aufenthaltsbewilligung als mildere Massnahme entweder eine 

zeitlich befristete Bewilligung oder sonst eine Bewilligung mit Widerrufs-

vorbehalt ebenfalls geeignet und zweckmässig gewesen wäre, um das 

vom Beschwerdegegner zu Recht anvisierte Ziel der Vermeidung von So-

zialhilfe zu Lasten der Allgemeinheit zu erreichen. 

5. a) Die angefochtene Verfügung vom 26. Juli 2017 ist somit nicht rechtens, 

was zu ihrer Aufhebung und zur Neubeurteilung der Angelegenheit durch 

den Beschwerdegegner im Sinne der Erwägungen führt. Die Beschwerde 

vom 14. September 2017 ist demzufolge begründet und gutzuheissen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdegegner (DJSG/Kanton Graubünden) 

aufzuerlegen. Die Staatsgebühr wird dabei nach dem Ermessen des Ge-

richts praxisgemäss – also wie in Fällen betreffend Aufenthaltsbewilligung 

üblich (s. VGU 15 80 vom 25. Januar 2017) – auf Fr. 1'500.-- festgesetzt.

c) Nach Art. 78 Abs. 1 VRG steht der anwaltlich vertretenen und inhaltlich 

obsiegenden Beschwerdeführerin zudem für die 'notwendig verursachten 

Kosten' dieses Verfahrens noch eine angemessene Parteientschädigung 

zu. Es kann dafür auf die Honorarnote des Anwalts der Beschwerdeführe-

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rin vom 18. Oktober 2017 in der Höhe von Fr. 2'430.-- (zusammengesetzt 

aus: Arbeits-/Zeitaufwand 9 Std. à Fr. 250.-- [Fr. 2'250.--] plus 8 % Mehr-

wertsteuer [Fr. 180.--]) verwiesen und diese unverändert übernommen 

werden. Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdeführerin für das jetzi-

ge Verfahren vor Gericht im Umfang von Fr. 2'430.-- zu entschädigen.

d) Ferner hat der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin auch noch für 

das vorgängig durchgeführte (verwaltungsinterne) Beschwerdeverfahren 

zu entschädigen. Der Beschwerdegegner ist gehalten, diese ausseramtli-

che Parteientschädigung selbst festzusetzen und auszurichten.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die Verfügung des Departements für 

Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG) vom 26. Juli 2017 aufgehoben 

und die Angelegenheit zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an 

das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit zurückgewiesen.  

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 304.--

zusammen Fr. 1‘804.--

gehen zulasten des Kantons Graubünden (DJSG) und sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat der Kanton Graubünden (DJSG) A._____ mit        

Fr. 2'430.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.   

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4. [Rechtsmittelbelehrung]

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