# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfec6a0d-3ae8-5e9e-b4bf-63c8c69a7667
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.10.2016 200 2016 624
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-624_2016-10-27.pdf

## Full Text

200 16 624 IV
KOJ/COC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 27. Oktober 2016

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Juni 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) zog 
sich am 16. November 2007 bei einem Sturz vom Fahrrad insbesondere 
Verletzungen an der rechten Hand zu (Akten der Invalidenversicherung [IV, 
act. II] 6.38, 6.36). Gleichentags musste der rechte Daumen operativ sa-
niert werden. Im weiteren Verlauf fanden mehrere Re-Operationen statt 
(act. II 6.37 S. 4, 6.35 S. 9, 6.33 S. 5, 14, 30.6). Die C.________, bei wel-
cher der Versicherte unfallversichert war, richtete bezüglich dieses Ereig-
nisses die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus (vgl. u.a. act. II 6.22). 
Mit Verfügung vom 31. August 2012 (act. II 75) gewährte sie dem Versi-
cherten basierend auf einer Einbusse von 20% eine Integritätsentschädi-
gung in der Höhe von Fr. 21‘360.--. Dies wurde auf Einsprache hin mit Ent-
scheid vom 2. November 2012 (act. II 91) bestätigt. Ferner sprach die 
C.________ mit Verfügung vom 17. Juli 2013 (Akten der IV [act. IIA] 117) 
ab dem 1. Juli 2013 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsun-
fähigkeit von 38% zu. 

B.

Im November 2009 hatte sich der Versicherte unter Hinweis auf seit dem 
Unfall von November 2007 bestehende Beschwerden am rechten Daumen 
bei der IV zum Leistungsbezug angemeldet (act. II 2). Daraufhin führte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und erwerbli-
che Erhebungen durch. Dabei veranlasste sie insbesondere eine polydiszi-
plinäre Begutachtung durch die Fachärzte der Begutachtungsstelle 
D.________ (MEDAS D.________; Gutachten vom 8. November 2013; 
act. IIA 125.1). Nach Einholung von mehreren Stellungnahmen des Regio-
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. IIA 135, 142, 146, 147) stellte die IVB 
mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2014 (act. IIA 148) bei einem ermittelten 
Invaliditätsgrad von 36% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus-
sicht. Hiergegen liess der Versicherte am 21. November 2014 Einwand 
erheben (act. IIA 149). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 3

Am 9. April 2015 kündigte die IVB die Anordnung einer erneuten polydiszi-
plinären medizinischen Untersuchung an (act. IIA 161). Damit zeigte sich 
der Versicherte nicht einverstanden (act. IIA 162). Zur Klärung der offenen 
Fragen seien Ergänzungsfragen an die Gutachter (der MEDAS 
D.________) zu stellen. Mit Verfügung vom 27. Mai 2015 (act. IIA 163) hielt 
die IVB an der Durchführung einer erneuten polydisziplinären Begutach-
tung fest. Eine hiergegen erhobene Beschwerde (act. IIA 164) hiess das 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 1. Oktober 2015, 
IV/2015/554 (act. IIA 169), gut, hob die angefochtene Verfügung auf und 
wies die Akten zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die 
IVB zurück. Dieses Urteil blieb unangefochten. 

C.

Daraufhin liess die IVB der MEDAS D.________ am 14. Januar 2016 Er-
gänzungsfragen zum Gutachten vom 8. November 2013 (act. IIA 125.1) 
zukommen (act. IIA 177). Nachdem der IVB am 6. März 2016 durch die 
MEDAS D.________ mitgeteilt worden war, dass der Aufwand für diese 
Rückfragen „immens“ sei, weshalb vorab eine entsprechende Kostengut-
sprache zu gewähren sei (act. IIA 182), teilte die IVB dem Versicherten mit 
Schreiben vom 15. April 2016 (act. IIA 185) ihre Absicht mit, eine bidiszi-
plinäre Begutachtung (Handchirurgie und Psychiatrie) in der Begutach-
tungsstelle E.________, (MEDAS E.________), durchführen zu lassen. 
Damit zeigte sich der Versicherte mit Schreiben vom 26. April 2016 (act. IIA 
187) nicht einverstanden und beantragte, dass entsprechend der richterli-
chen Anweisung (VGE IV/2015/554; act. IIA 169) den Gutachtern der ME-
DAS D.________ Ergänzungsfragen zu stellen seien. Gleichzeitig wurde 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt. Mit Verfügung vom 3. 
Juni 2016 (act. IIA 188) hielt die IVB an ihrem Vorgehen und der Durch-
führung einer neuen bidisziplinären Begutachtung fest. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 4

D.

Hiergegen liess der Versicherte am 30. Juni 2016 Beschwerde erheben 
und folgende Anträge stellen:

1. Die Verfügung vom 3. Juni 2016 sei aufzuheben, die Beschwerde-
gegnerin in Umsetzung des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 
1. Oktober 2015 anzuweisen, die MEDAS D.________ mit den Er-
gänzungs- und Erläuterungsfragen zu bedienen und nach deren 
Erhalt den materiellen Entscheid zu erlassen.

2. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen, die Gerichtskosten zu erlassen und Rechtsanwältin 
B.________ als unentgeltliche Rechtsvertreterin einzusetzen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Mit Beschwerdeantwort vom 17. August 2016 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 19. August 2016 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwältin 
B.________ als amtliche Anwältin gut. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenver-
fügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundes-
gesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 5

SR 172.021]); solche können unter anderem dann angefochten werden, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung ist für 
das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu beja-
hen, womit die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich 
vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten wer-
den kann (BGE 138 V 271 S. 275 E. 1.1 und 1.2.1 sowie S. 276 E. 1.2.3, 
137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256). Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen 
Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefoch-
tenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtli-
che Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 
über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Ver-
waltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. Juni 2016 (act. IIA 
188). Streitig und zu prüfen ist die Anordnung einer bidisziplinären Begut-
achtung bei der MEDAS E.________.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2012&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-V-93%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page93

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 6

Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die verfügende Instanz den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und 
ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, ab-
klären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von de-
ren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders 
zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden zu-
sätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergeben-
den Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 
283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er 
findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 
193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2009 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2).

2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

2.3 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 7

achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.4 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-
wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 
oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: un-
nötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). 
Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 
durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und bidis-
ziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die Namen 
der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Bezeichnung 
der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) 
personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510, 
139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 
S. 257).

3.

3.1 Im vorliegenden Fall ist das Verwaltungsgericht im in Rechtskraft 
erwachsenen Urteil vom 1. Oktober 2015 (VGE IV/2015/554; act. IIA 169) 
zum Schluss gekommen, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend 
abgeklärt ist, dass eine erneute Begutachtung – entgegen der Auffassung 
der Beschwerdegegnerin – nicht notwendig ist, sondern dass vorab den 
Gutachtern der MEDAS D.________ Ergänzungs- und Erläuterungsfragen 
zu stellen sind. Weiter hat es befunden, dass eine weitere Begutachtung 
erst dann zu prüfen wäre, wenn die entsprechenden Antworten der Gutach-
ter der MEDAS D.________ nicht überzeugend ausfallen bzw. diese nicht 
hinreichend zur Klärung der Situation beitragen sollten (S. 11 ff. E. 3.2 und 
3.3). An diese Erwägungen war resp. ist die Beschwerdegegnerin gebun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 8

den. Denn in Ziffer 1 des Urteilsdispositivs wurde die Sache an die Verwal-
tung zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen 
(act. IIA 169 S. 14). Damit bilden die Erwägungen Bestandteil des Disposi-
tivs und nehmen an dessen formeller Rechtskraft teil (vgl. BGE 120 V 233 
E. 1a S. 237). 

3.2 Im Nachgang zum Urteil VGE IV/2015/554 wurden durch die RAD-
Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, und den Beschwerdeführer entsprechende Ergänzungs- und Erläute-
rungsfragen ausgearbeitet (act. IIA 174 und 176). Am 14. Januar 2016 
wurde den Gutachtern der MEDAS D.________ ein Fragenkatalog zuge-
stellt (act. IIA 177). Nachdem der Beschwerdegegnerin am 6. März 2016 
durch den medizinischen Leiter der MEDAS D.________ mitgeteilt worden 
war, dass für die Beantwortung der Fragen mit einem immensen Aufwand, 
dem Erstellen eines „neuen Gutachtens“ und Kosten von mindestens 
Fr. 7‘200.-- zu rechnen sei (act. IIA 182), beschloss diese nach – nicht mit-
tels Aktennotiz dokumentierter – Rücksprache mit der RAD-Ärztin Dr. med. 
F.________ (act. IIA 183) eine neue bidisziplinäre Begutachtung in der 
MEDAS E.________ in Auftrag zu geben (act. IIA 185). Sie begründete ihr 
Vorgehen damit, dass einerseits der von der MEDAS D.________ geltend 
gemacht Aufwand zu gross sei, indem diese ein neues Aktengutachten 
auszuarbeiten gedenke, und andererseits seien Fragen in Zusammenhang 
mit der Praxisänderung des Bundesgerichts zu den psychosomatischen 
Leiden abzuklären, was im Urteil VGE IV/2015/554 nicht berücksichtigt 
worden sei (act. IIA 188). 

Mit diesem Vorgehen hat die Beschwerdegegnerin jedoch die oben be-
schriebene gerichtliche Anordnung nicht umgesetzt. Ihr ist zwar insoweit 
beizupflichten, als der medizinische Leiter der MEDAS D.________ für die 
Beantwortung der Ergänzungs- und Erläuterungsfragen tatsächlich einen 
erheblichen Aufwand als notwendig erachtet hat (act. IIA 182). Bei dieser 
Einschätzung bezog er sich indessen namentlich auf den Aufwand hinsicht-
lich einer Stellungnahme zu der neuen Rechtsprechung gemäss BGE 141 
V 281. Eine entsprechende Stellungnahme wurde jedoch weder von der 
RAD-Ärztin Dr. med. F.________ noch vom Beschwerdeführer vorgeschla-
gen (vgl. act. IIA 174 und 176) und drängt sich auch gestützt auf die Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 9

führungen im Urteil VGE IV/2015/554 nicht auf. Insbesondere wurde die im 
damaligen Urteilszeitpunkt bereits bekannte Rechtsprechung in keiner Art 
und Weise thematisiert. Dazu bestand auch kein Anlass, betraf die am 
Gutachten der MEDAS D.________ vom 8. November 2013 (act. IIA 125.1) 
sowohl vom RAD wie auch vom Beschwerdeführer geäusserte Kritik 
(act. IIA 133 – 137, 142, 146 f.) doch nicht das Vorliegen eines invalidisie-
renden Gesundheitsschadens, sondern die Unklarheit hinsichtlich der Be-
messung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit insbesondere aus handchirur-
gischer und psychischer Sicht; diese Thematik muss folgerichtig auch zen-
traler Gegenstand der zu stellenden Ergänzungs- und Erläuterungsfragen 
bilden. Die von der RAD-Ärztin Dr. med. F.________ und dem Beschwer-
deführer formulierten Fragen beziehen sich denn auch im Wesentlichen auf 
die Fachdisziplinen der Handchirurgie und der Psychiatrie (act. IIA 174 S. 5 
und 176). Die MEDAS D.________ hat sich auf deren Beantwortung zu 
beschränken.

Dementsprechend ist für die Beantwortung der Ergänzungs- und Erläute-
rungsfragen von einem geringeren als dem bisher veranschlagten Aufwand 
auszugehen. Der konkrete Fragenkatalog bildet vorliegend nicht Teil des 
Streitgegenstandes, weshalb sich diesbezüglich weitere Ausführungen 
erübrigen. Festgehalten werden kann immerhin, dass es der Beschwerde-
gegnerin, sollte sie mit einzelnen Zusatzfragen des Beschwerdeführers 
nicht einverstanden sein, durchaus freisteht, über deren Zulässigkeit mittels 
separater Verfügung zu befinden (BGE 141 V 330). 

Demnach hat die Beschwerdegegnerin den – gegebenenfalls noch zu be-
reinigenden – Katalog der Ergänzungs- und Erläuterungsfragen (vgl. 
act. IIA 177) der MEDAS D.________ zur Beantwortung zu unterbreiten. 
Das anschliessende Vorgehen, namentlich die Anordnung einer allfälligen 
weiteren Begutachtung, hat sich nach den Vorgaben gemäss dem Urteil 
VGE IV/2015/554, E. 3.3 (act. IIA 169 S. 13), zu richten.

3.3 Nach dem Dargelegten erweist sich die Anordnung einer (neuen) 
bidisziplinären Begutachtung als unzulässig. Damit ist die Beschwerde gut-
zuheissen und die angefochtene Zwischenverfügung vom 3. Juni 2016 
(act. IIA 188) aufzuheben. Die Akten sind zurück an die Beschwerdegegne-
rin zu überweisen zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 10

4.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich Ausführungen zu der 
geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs in Bezug auf das im 
Einwand vom 26. April 2016 (act. IIA 187) gestellte Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege (Beschwerde S. 8 f.). Es bleibt jedoch darauf hinzuwei-
sen, dass die Beschwerdegegnerin in Aussicht gestellt hat, über das be-
sagte Gesuch in einer separaten Verfügung zu befinden (Beschwerdeant-
wort S. 3).

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

In der Kostennote vom 29. August 2016 hat Rechtsanwältin B.________ 
ein Honorar von Fr. 2‘437.50 sowie Auslagen von Fr. 97.40 und die Mehr-
wertsteuer von Fr. 202.80 geltend gemacht. Diese Beträge sind nicht zu 
beanstanden. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2‘737.70 
(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2016, IV/16/624, Seite 11

5.3 Da die Verfahrens- und die Parteikosten durch die Beschwerdegeg-
nerin zu übernehmen sind, kommt die mit Verfügung vom 19. August 2016 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht zum Tragen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Zwischenverfü-
gung der IV-Stelle Bern vom 3. Juni 2016 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zum Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
zurückgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘737.70 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.