# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c35a1372-c8fd-5f1f-82ba-f2ef1786be94
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2010 C-7087/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7087-2008_2010-08-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7087/2008/mes/str
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richter Johannes Frölicher, 
Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiber Roger Stalder.

A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügung vom 13. August 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7087/2008

Sachverhalt:

A.
Die  am  13.  August  1964  geborene  A._______  ( im  Folgenden: Ver-
sicherte oder Beschwerdeführerin) ist dänische Staatsangehörige und 
wohnt in ihrem Heimatstaat. Sie hielt sich gemäss eigenen Angaben in 
der Zeit zwischen dem 20. April bis 20. Juli 1988 und dem 15.  August 
1988  bis  17.  März  1989  in  der  Schweiz  als  Au-pair-Frau  auf.  Am 
14. Oktober  2005  beantragte  sie  eine  Rente  der  Schweizerischen 
Invalidenversicherung  (IV);  das  vom dänischen  Sozialversicherungs-
träger am 7. November 2007 unterzeichnete Formular E 204 ging am 
9.  November  2007  zusammen  mit  weiteren  Dokumenten  bei  der 
Schweizerischen Ausgleichskasse (SAK) ein (Vorakten [im Folgenden: 
act.] 1 bis 18).

B.
Auf  Anfrage  vom  30.  November  2007  hin  (act.  20)  teilte  das  Per-
sonenmeldeamt der Stadt B._______ der SAK am 14. Dezember 2007 
mit,  dass die Versicherte in den Jahren 1988 bis 1989 bei ihm nicht 
angemeldet  gewesen  sei  (act.  22).  Nach  Vorliegen  des  Formulars 
E 205 (Bescheinigung des Versicherungsverlaufs in der Schweiz) vom 
26. Februar 2008 (act. 24 und 25) stellte die IV-Stelle für Versicherte 
im Ausland (IVSTA; im Folgenden auch: Beschwerdegegnerin) der Ver-
sicherten  mit  Vorbescheid  vom  3.  April  2008  die  Abweisung  des 
Rentengesuchs  in  Aussicht,  da  sie  die  minimale  Beitragszeit  nicht 
erfüllt  habe (act.  26). Daraufhin  teilte  die  Versicherte  der  IVSTA am 
14. Mai  2008  unter  Beilage  von  Dokumente  mit,  bei  wem  sie  vom 
20. April  bis  20.  Juli  1988  als  Au-pair-Frau  tätig  gewesen  sei  (Frau 
C._______,  B._______;  act.  28  bis  30).  Nach  diesbezüglichen  Ab-
klärungen seitens der IVSTA (act. 27 und 32) wurde am 13. Oktober 
2008  eine  dem  Vorbescheid  im  Ergebnis  entsprechende  Verfügung 
erlassen (act. 33).

C.
Hiergegen erhob die  Versicherte  beim Bundesverwaltungsgericht  mit 
Eingabe  vom 6.  November  2008  Beschwerde  und  beantragte  sinn-
gemäss die Aufhebung der Verfügung vom 13. Oktober 2008. Zur Be-
gründung führte sie im Wesentlichen aus, sie habe eine Bestätigung 
vorgelegt, dass sie vom 20. April bis 20. Juli 1988 als Au-pair-Frau in 
der  Schweiz  tätig  gewesen  sei.  Sie  habe  immer  geglaubt,  dass  die 
Sozialversicherungsbeiträge gemäss den gesetzlichen Bestimmungen 

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entrichtet worden seien – und sei sehr überrascht, dass dies nicht der 
Fall sein soll (act. im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1).

D.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  27.  Januar  2009  beantragte  die  Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (B-act. 3).

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  die individuellen 
Beitragskonten der Beschwerdeführerin würden für die Jahre 1988 und 
1989 Beitragszahlungen während insgesamt 10 Monaten ausweisen. 
In  Bezug  auf  die  geltend  gemachten  fehlenden  Monate  käme  im 
heutigen  Zeitpunkt  nur  noch  eine  Erfassung  durch  eine  Konto-
berichtigung in Betracht. Weiter wurde der Inhalt von Art. 30 ter Abs. 2 
des  Bundesgesetzes  vom 20.  Dezember  1946  über  die  Alters-  und 
Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) und Art. 141 Abs. 1 
und  3  der  Verordnung  vom 31.  Oktober  1947  über  die  Alters-  und 
Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) wiedergegeben und 
ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe nie einen Kontoauszug ver-
langt.  Insofern  wäre  eine  Kontoberichtigung  nur  zulässig,  wenn  die 
Unrichtigkeit offenkundig oder dafür der volle Beweis erbracht würde. 
Die von der Beschwerdeführerin vorgelegte und von Frau C._______ 
verfasste Arbeitsbescheinigung lasse aber keinen schlüssigen Beweis 
zusätzlicher  Beitragsdauer  zu,  weshalb  es  mangels  Nachweises der 
geltend gemachten Monate bei  der  festgestellten  Beitragsdauer sein 
Bewenden habe.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Februar 2009 wurde die Beschwerde-
führerin aufgefordert,  einen Kostenvorschuss von Fr. 300.- zu leisten 
(B-act. 4);  dieser  Aufforderung kam sie  in  der  Folge nach (B-act. 6; 
vgl. auch B-act. 8 und 9).

F.
Nachdem  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  der  Replik  vom 
19. Februar 2009 diverse Unterlagen eingereicht hatte (B-act. 7), hielt 
die Vorinstanz in ihrer Duplik vom 24. März 2009 an ihren beschwerde-
weise gestellten Rechtsbegehren fest (B-act. 10).

G.
Mit  prozessleitender  Verfügung  vom  31.  März  2009  schloss  der 
Instruktionsrichter den Schriftenwechsel (B-act. 11).

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H.
Auf  den  weiteren  Inhalt  der  Akten  sowie  der  Rechtsschriften  der 
Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG und 
Art. 85bis Abs.  1  AHVG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfügungen  der  Vor-
instanz. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  demnach  für  die  Beurteilung  der  Be-
schwerde zuständig.

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit  das  VGG  nichts 
anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG). Vorbehalten bleiben  gemäss Art. 3 
Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  die  besonderen  Be-
stimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1). Dabei 
finden  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  in  formell-
rechtlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, 
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 
130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl.  Art. 
60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Als Adressatin der angefochtenen 
Verfügung vom 13. Oktober 2008 ist  die Beschwerdeführerin berührt 
und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder 
Änderung  (vgl. Art.  59  ATSG).  Nachdem  auch  der  Kostenvorschuss 
fristgerecht  geleistet  wurde,  kann  auf  die  Beschwerde  eingetreten 
werden.

1.4 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Oktober 2008, mit 
welcher  die Vorinstanz den Rentenanspruch der  Beschwerdeführerin 
wegen Nichterfüllung der einjährigen Mindestbeitragszeit  abgewiesen 
hat. Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit dieser Verfügung.

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1.5 Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die Verletzung von Bundes-
recht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).

2.
Vorab sind  die  zur  Beurteilung der  vorliegenden Beschwerde  mass-
gebenden  gesetzlichen  Grundlagen  und  die  dazu  von  der  Recht-
sprechung entwickelten Grundsätze darzulegen.

2.1 Die Beschwerdeführerin ist dänische Staatsangehörige mit Wohn-
sitz  in  Dänemark,  so  dass  vorliegend  das am 1. Juni  2002 in  Kraft 
getretene  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  andererseits 
über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, im 
Folgenden: FZA,  SR 0.142.112.681)  anwendbar  ist  (Art.  80a IVG in 
der Fassung gemäss Ziff. I 4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 
2001 betreffend die Bestimmungen über die Personenfreizügigkeit im 
Abkommen  zur  Änderung  des  Übereinkommens  zur  Errichtung  der 
EFTA;  in  Kraft  seit  dem  1.  Juni  2002).  Das  FZA  setzt  die  ver-
schiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  den  einzelnen  Mitglied-
staaten der Europäischen Union (EU) insoweit aus, als darin derselbe 
Sachbereich  geregelt  wird  (Art. 20  FZA). Gemäss Art. 8  Bst. a  FZA 
werden  die  Systeme  der  sozialen  Sicherheit  koordiniert,  um  ins-
besondere die Gleichbehandlung aller  Mitglieder der Vertragsstaaten 
zu  gewährleisten.  Nach  Art.  3  Abs.  1  der  Verordnung  (EWG)  Nr. 
1408/71  des  Rates  vom  14.  Juni  1971  (im  Folgenden: Verordnung 
1408/71;  SR  0.831.109.268.1)  haben  die  Personen,  die  im  Gebiet 
eines  Mitgliedstaates  wohnen und für  die  diese  Verordnung  gilt,  die 
gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines 
Mitgliedstaates  wie  die  Staatsangehörigen  dieses  Staates  selbst, 
soweit  besondere  Bestimmungen  dieser  Verordnung  nichts  anderes 
vorsehen. Dabei ist im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die 
Schweiz als "Mitgliedstaat" zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II 
des  FZA). Demnach richten sich  die  Anspruchsvoraussetzungen auf 
Leistungen  der  IV  auch  nach  dem  Inkrafttreten  des  FZA  nach 
schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4).

2.2 Am  1.  Januar  2008  sind  im  Rahmen  der  5.  IV-Revision  Ände-
rungen des IVG und anderer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. 

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Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher  Regelungen – grundsätzlich  diejenigen Rechtssätze massgeb-
lich  sind,  die  bei  der  Erfüllung  des  rechtlich  zu  ordnenden  oder  zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 
Erw. 3.1.1, 131 V 11 Erw. 1), ist der Leistungsanspruch für die Zeit bis 
zum  31. Dezember  2007  aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem 
Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 
130 V 445).

Die  5. IV-Revision  brachte  für  die  Invaliditätsbemessung  keine  sub-
stanziellen  Änderungen  gegenüber  der  bis  zum 31. Dezember  2007 
gültig gewesenen Rechtslage, so dass die zur altrechtlichen Regelung 
ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts  8C_373/2008  vom  28. August  2008  Erw. 2.1).  Neu 
normiert  wurde dagegen der Zeitpunkt des Rentenbeginns, der – so-
fern die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind – 
gemäss  Art.  29  Abs. 1  IVG (in  der  Fassung  der  5. IV-Revision)  frü-
hestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach  Art. 29  Abs. 1  ATSG entsteht.  Wenn  ein  Rentenanspruch  und 
somit auch der Versicherungsfall schon für die Zeit vor dem 1. Januar 
2008  behauptet  wird,  ist  zur  Überprüfung  dieser  Frage  das  bis 
31. Dezember 2007 geltende Recht anzuwenden und die Änderungen 
der  5.  IV-Revision  noch  nicht  zu  berücksichtigen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts  9C_882/2009  vom  1.  April  2010  E.  5.1;  vgl.  auch 
Rundschreiben  Nr. 253  des  Bundesamtes  für  Sozialversicherungen 
vom 12. Dezember 2007 [5. IV-Revision und Intertemporalrecht]). 

Im  vorliegenden  Verfahren  finden  demnach  grundsätzlich  jene  Vor-
schriften  Anwendung,  die  bei  Eintritt  des  Versicherungsfalles,  spä-
testens jedoch bei Erlass der Verfügung vom 13. Oktober 2008 in Kraft 
standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt 
bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung eines 
allenfalls früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind (das 
IVG ab dem 1. Januar 2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 
2003 3837; 4. IV-Revision] und ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung 
vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV-Revision]; die IVV in den 
entsprechenden Fassungen der 4. und 5. IV-Revision [AS 2003 3859 
und  2007  5155]).  Bezüglich  der  versicherungsmässigen  Voraus-
setzungen für das Entstehen eines Rentenanspruchs und hinsichtlich 
des Zeitpunkts des möglichen Rentenbeginns gilt  das alte Recht,  da 
sich  die  Beschwerdeführerin  am  14.  Oktober  2005  zum  Leistungs-

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bezug  angemeldet  und  damit  sinngemäss  geltend  gemacht  hat, 
spätestens zu diesem Zeitpunkt sei der Versicherungsfall eingetreten.

2.3 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben die rentenberechtigten 
Versicherten, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines 
vollen Jahres Beiträge geleistet haben (Art. 36 Abs. 1 in der bis Ende 
2007  gültig  gewesenen  Fassung;  vgl.  E.  2.2  hiervor).  Für  die  Be-
rechnung der ordentlichen Renten sind die Bestimmungen des AHVG 
sinngemäss anwendbar (vgl. Art. 36 Abs. 2 Satz 1 IVG in der bis Ende 
2007 gültig gewesenen Fassung).

2.4 Ein  volles  Beitragsjahr  liegt  gemäss  Art. 50  Abs. 1  AHVV  vor, 
wenn  eine  Person  insgesamt  länger  als  elf  Monate  im  Sinne  von 
Art. 1a oder  2  AHVG  versichert  war  und  während  dieser  Zeit  den 
Mindestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinne von Art. 29ter 

Abs. 2  lit. b  und  c  AHVG  aufweist.  Weist  eine  Person  eine  Ver-
sicherungszeit von weniger als einem Jahr auf, so hat sie auch nach 
den Vorschriften des FZA bzw. der gestützt darauf anwendbaren euro-
päischen  Verordnungen  keinen  Anspruch  auf  Sozialversicherungs-
leistungen (vgl. Art. 8 FZA i.V.m. Art. 48 Abs. 1 der Verordnung [EWG] 
Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 [SR 0.831.109.268.1]).

2.5 Die Beitragsdauer einer versicherten Person bestimmt sich in der 
Regel  nach  ihrem  individuellen  Konto,  in  welches  die  für  die 
Berechnung  der  ordentlichen  Rente  erforderlichen  Angaben  ein-
getragen  werden  (Art. 30ter Abs.  1  AHVG).  Grundsätzlich  dürfen  im 
individuellen Konto nur Erwerbseinkommen eingetragen werden,  von 
welchen  dem  Versicherten  die  gesetzlichen  Beiträge  abgezogen 
worden  sind  –  unabhängig  davon,  ob  der  Arbeitgeber  die  ent-
sprechenden  Beiträge  der  Ausgleichskasse  entrichtet  hat  (Art.  30 ter 

Abs. 2 AHVG). Bei einwandfreiem Nachweis können auch Einkommen 
eingetragen  werden,  die  ohne  Lohnabzüge  aufgrund  einer 
Nettolohnvereinbarung  ausgerichtet  wurden  (vgl.  UELI KIESER,  Alters- 
und Hinterlassenenversicherung, Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zum Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl., Zürich 2005, N. 3 zu Art. 30 ter).

2.6 Die seit  dem 1. Januar  1969 in  Kraft  stehenden,  vorliegend an-
wendbaren Regeln von Art. 140 Abs. 1 lit. d und e AHVV schreiben 
vor,  dass  im  individuellen  Konto  das  Beitragsjahr  und  die  Beitrags-
dauer in Monaten sowie das Jahreseinkommen in Franken einzutragen 
sind.

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2.7 Art. 16 Abs. 1 AHVG bestimmt, dass Beiträge, die nicht innert fünf 
Jahren  nach  Ablauf  des  Kalenderjahres,  für  welches  sie  geschuldet 
sind, mit Verfügung geltend gemacht werden, nicht mehr eingefordert 
und auch nicht mehr entrichtet werden können. Hat der Versicherte nie 
einen Kontenauszug von der  Ausgleichskasse verlangt,  gegen einen 
erhaltenen Kontenauszug keinen Einspruch erhoben oder  wurde ein 
erhobener  Einspruch  abgewiesen,  so  kann  bei  Eintritt  des  Ver-
sicherungsfalls  die  Berichtigung  von  Eintragungen  im  individuellen 
Konto nur verlangt werden, soweit deren  Unrichtigkeit offenkundig ist 
oder dafür der  volle Beweis erbracht  wird. Dies gilt  nicht  nur für un-
richtige, sondern auch für unvollständige bzw. fehlende Eintragungen 
im individuellen Konto (Art. 141 Abs. 3 AHVV; BGE 117 V 261 ff., BGE 
110 V 97 E. 4a).  Diese Kontenbereinigung gilt  für  die  gesamte Bei-
tragsdauer des Versicherten, betrifft also auch jene Beitragsjahre, für 
welche gemäss Art. 16 Abs. 1 AHVG jede Nachzahlung von Beiträgen 
ausgeschlossen  ist.  Art. 141  Abs. 3  AHVV  führt  eine  Beweisversc-
härfung  gegenüber  dem  im  Sozialversicherungsrecht  üblichen  Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit  ein,  indem der volle 
Beweis  verlangt  wird.  Zu  beachten  ist  im  Sozialversicherungsrecht 
allerdings auch der Untersuchungsgrundsatz, was zur Folge hat, dass 
die Verwaltung und im Beschwerdefall  das Gericht den rechtserhebl-
ichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne 
Bindung  an  die  Vorbringen  oder  Beweisanträge  der  Parteien  abzu-
klären und festzustellen haben, wobei die Parteien eine Mitwirkungs-
pflicht  trifft; im Fall  der  Beweislosigkeit  fällt  jedoch der Entscheid zu 
Ungunsten jener Partei aus, die daraus Rechte ableiten will (BGE 117 
V 263 E. 3b mit Hinweisen).

3.
Nachfolgend ist einzig zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin während 
mehr als 10 Monaten den AHV-Mindestbeitrag geleistet,  also ein Er-
werbseinkommen erzielt hat, auf welchem ihr entsprechende Beiträge 
abgezogen worden sind.

3.1 Vorab ist  festzustellen,  dass  unter  den Parteien unbestritten  ist, 
dass  die  Beschwerdeführerin  bisher  weder  einen  Auszug  aus  dem 
individuellen Konto (im Folgenden: IK) oder dessen Berichtigung ver-
langt hatte noch ein entsprechendes Berichtigungsbegehren abgelehnt 
wurde. Unter diesen Umständen kann die Berichtigung von Eintragun-
gen  im  individuellen  Konto  nur  verlangt  werden,  soweit  deren  Un-

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richtigkeit  offenkundig  ist  oder  dafür  der  volle  Beweis  erbracht  wird 
(vgl. E. 2.6 hiervor).

3.2 Gemäss  der  Bescheinigung  des  Versicherungsverlaufs  in  der 
Schweiz vom 26. Februar 2008 (Formular E 205) belief sich die Ver-
sicherungszeit  der  Beschwerdeführerin  im Jahre 1988 auf  7 Monate 
(Juni  bis  Dezember)  und  im  Jahre  1989  auf  3  Monate  (Januar  bis 
März).  Das  Erwerbseinkommen,  auf  welchem  die  obligatorischen 
Beiträge entrichtet wurden, betrug insgesamt Fr. 9'955.-. Weitere Bei-
tragszeiten  sind dem Formular  E 205 resp. den Eintragungen im IK 
nicht zu entnehmen – weder für das Jahr 1988 noch für das Jahr 1989 
(act. 25; vgl. auch act. 24).

3.3 Die  Beschwerdeführerin  war  gemäss Arbeitszeugnis  vom 8. Mai 
1989  bei  der  Familie  D._______  als  Au-pair-Frau  tätig  (B-act.  1, 
Beilage 2). Betreffend diese Tätigkeit liegen Quittungen über erhaltene 
Lohnzahlungen  in  der  Zeit  von  August  1988  bis  März  1989  in  den 
Akten (B-act. 1, Beilagen 6 bis 8 und 10). Dass für die entsprechenden 
Einkommen Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden, ergibt sich 
– wie oben dargelegt – aus der Bescheinigung des Versicherungsver-
laufs resp. dem IK-Auszug.

Die Beschwerdeführerin macht allerdings geltend, auch vom 20. April 
bis 20. Juli 1988 als Au-pair-Frau im Haushalt von Frau C._______ in 
B._______ tätig gewesen zu sein. Dass die Versicherte in dieser Zeit 
bei  Frau C._______ gearbeitet  hatte, wurde schriftl ich bestätigt  (act. 
28; B-act. 1, Beilage 3). Keine explizite Bestätigung liegt jedoch dafür 
vor, dass in dieser Zeit ordnungsgemäss Sozialversicherungsbeiträge 
geleistet  worden  sind.  Es  liegen  keine  Lohnabrechnungen  und  kein 
Arbeitsvertrag vor, aus denen allenfalls hervorgehen könnte, dass der 
Beschwerdeführerin Beiträge an die AHV/IV abgezogen worden sind 
oder dass eine Nettolohnvereinbarung getroffen worden wäre. Immer-
hin ist der Bescheinigung über den Versicherungsverlauf resp. dem IK-
Auszug zu entnehmen, dass für die Monate Juni und Juli 2008 – und 
somit auf den bei Frau C._______ in dieser Zeit erzielten Einkommen 
–  Beiträge  geleistet  worden  sind.  Dies  steht  –  zumindest  was  den 
Monat  Juli  1988  betrifft  –  mit  einer  undatierten  Abrechnung  eines 
Stellenbüros in B._______ in Übereinstimmung (B-act. 1, Beilage 5).

Zwar konnte die Beschwerdeführerin mittels der am 2. November 2008 
ausgestellten Arbeitsbescheinigung beweisen, dass sie in der Zeit vom 
20. April bis 20. Juli 1988 bei Frau C._______ tätig gewesen war. Der 

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volle Beweis für die offenkundige Unrichtigkeit der im IK aufgeführten 
Beitragsdauer  resp. dafür,  dass  die  damalige  Arbeitgeberin  auf  den 
Löhnen  für  die  Monate  April  und  Mai  1988  die  Sozialversiche-
rungsbeiträge vom Lohn abgezogen hatte, misslingt der Beschwerde-
führerin  jedoch,  da  sie  für  die  entsprechenden  Monate  keine  ge-
eigneten  Beweismittel  hatte  beibringen  können  (z.B.  Lohnabrech-
nungen).  Auch  ist  nicht  beweisen,  dass  arbeitsvertraglich  eine 
sogenannte  Nettolohnklausel  vereinbart  worden  wäre  oder  die  ehe-
malige  Arbeitgeberin  die  gesetzlichen  Beiträge  zwar  abgezogen, 
jedoch nicht entrichtet hätte (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.
Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  zusammenfassend  fest-
zuhalten,  dass  bei  der  Berechnung  der  Beitragsdauer  der  Be-
schwerdeführerin allein von den Einträgen in ihrem IK, welche keine 
ausreichende Beitragsdauer von mindestens 11 Monaten (vgl. E. 2.3 
und 2.4 hiervor) nachweisen, auszugehen ist. Da die Anrechnung von 
Erziehungs- oder  Betreuungsgutschriften nicht  geltend gemacht wird 
und aufgrund der Akten auch nicht möglich wäre (vgl. Art. 29 sexies und 
29septies AHVG),  hat  die  Beschwerdeführerin  mangels  ausreichender 
Beitragszeit keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Die Beschwerde vom 
6. November 2008 gegen die Verfügung vom 13. Oktober 2008 erweist 
sich demnach als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.

5.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

5.1 Als  unterliegende  Partei  hat  die  Beschwerdeführerin  die  Ver-
fahrenskosten, gerichtlich festgesetzt auf Fr. 300.-, zu tragen (Art. 63 
Abs. 1  VwVG).  Diese  Kosten  sind  mit  dem  geleisteten  Kostenvor-
schuss zu verrechnen.

5.2 Der  obsiegenden  Partei  kann  von  Amtes  wegen  oder  auf  Be-
gehren eine Entschädigung für  ihr  erwachsene notwendige und ver-
hältnismässig  hohe  Kosten  zugesprochen  werden  (Art.  64  Abs.  1 
VwVG).  Als  Bundesbehörde  hat  die  Vorinstanz  jedoch  keinen  An-
spruch auf  eine Parteientschädigung (Art. 7  Abs. 3 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Auch  der  unter-
liegenden  Beschwerdeführerin  ist  entsprechend  dem  Verfahrens-

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ausgang  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  64  Abs.  1 
VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 300.- verrechnet.

3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ________________; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Stefan Mesmer Roger Stalder

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern, Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der  an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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