# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a1bc314-efa7-5575-ba87-88d54eada100
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.01.2022 200 2021 186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-186_2022-01-25.pdf

## Full Text

200 21 186 ALV
WIS/PES/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 25. Januar 2022

Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Arbeitslosenkasse, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 2. Februar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Jan. 2022, ALV/21/186, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 27. Februar 2020 (Datum der Postaufgabe) stellte A.________ (nach-
folgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) vertreten durch die 
B.________, Rechtsanwalt C.________, infolge der Konkurseröffnung über 
die D.________ GmbH vom 4. Februar 2020 beim Amt für Arbeitslosenver-
sicherung des Kantons Bern, Arbeitslosenkasse (nachfolgend Arbeitslo-
senkasse bzw. Beschwerdegegner), einen Antrag auf Insolvenzentschädi-
gung. Er habe vom 3. Juni bis 30. September 2019 für die D.________ 
GmbH als … gearbeitet. Der anteilsmässige 13. Monatslohn und ein Anteil 
Ferien seien noch offen (Akten der Arbeitslosenkasse [act. II] 157 ff.; vgl. 
act. II 165 sowie act. II 151 ff.). 

Mit Verfügung vom 13. August 2020 lehnte die Arbeitslosenkasse den An-
trag auf Insolvenzentschädigung wegen Nichterfüllens der Schadenminde-
rungspflicht ab (act. II 130 f.).

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, wiederum vertreten durch 
die B.________, Rechtsanwalt C.________, am 14. September 2020 Ein-
sprache mit dem sinngemässen Antrag, es sei ihm die Insolvenzentschädi-
gung gemäss Gesuch vom 23. (recte: 27.) Februar 2020 auszurichten – 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates 
(act. II 119 ff.). Am 15. Oktober 2020 reichte er eine Einspracheergänzung 
(act. II 95 ff.) und am 2. November 2020 ein Beweismittel nach (act. II 
92 ff.).

Mit Entscheid vom 2. Februar 2021 wies die Arbeitslosenkasse die Ein-
sprache ab (act. II 82 ff.).

B.

Gegen den Einspracheentscheid vom 2. Februar 2021 (act. II 82 ff.) erhob 
der Versicherte, vertreten durch die B.________, Rechtsanwalt 
C.________, am 4. März 2021 Beschwerde mit den sinngemässen 

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Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei 
ihm die beantragte Insolvenzentschädigung auszurichten – unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. April 2021 beantragt der Beschwerdegeg-
ner, die Beschwerde sei abzuweisen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 24. November 2021 bat die zuständige 
Instruktionsrichterin den Beschwerdegegner, die Akten der Arbeitsvermitt-
lung und des Rechtsdienstes nachzureichen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 

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Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners 
vom 2. Februar 2021 (act. II 82 ff.). Streitig und zu prüfen ist, ob der Be-
schwerdeführer Anspruch auf Insolvenzentschädigung hat. 

1.3 Bei offenen Lohnforderungen von gemäss Angaben des Be-
schwerdeführers Fr. 4'200.-- (act. II 160 ff.) liegt der Streitwert unter 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Beitragspflichtige Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der 
Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeit-
nehmer beschäftigen, haben unter anderem Anspruch auf Insolvenzent-
schädigung, wenn gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und 
ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a 
AVIG).

2.2 Die Insolvenzentschädigung deckt für das gleiche Arbeitsverhältnis 
Lohnforderungen für höchstens die letzten vier Monate des Arbeitsverhält-
nisses, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 2 
AVIG. Als Lohn gelten auch die geschuldeten Zulagen (Art. 52 Abs. 1 
AVIG). 

2.3 Wird über den Arbeitgeber der Konkurs eröffnet, so muss der Ar-
beitnehmer seinen Entschädigungsanspruch spätestens 60 Tage nach der 
Veröffentlichung des Konkurses im Schweizerischen Handelsamtsblatt 
(SHAB) bei der öffentlichen Kasse stellen, die am Ort des Betreibungs- und 
Konkursamtes zuständig ist (Art. 53 Abs. 1 AVIG). Mit dem Ablauf dieser 

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Frist erlischt der Anspruch auf Insolvenzentschädigung (vgl. Art. 53 Abs. 3 
AVIG). 

2.4 Mit der Ausrichtung der Entschädigung gehen die Lohnansprüche 
des Versicherten im Ausmasse der bezahlten Entschädigung und der von 
der Kasse entrichteten Sozialversicherungsbeiträge samt dem gesetzlichen 
Konkursprivileg auf die Kasse über (Art. 54 Abs. 1 Satz 1 AVIG).

2.5 Der Arbeitnehmer muss im Konkurs- oder Pfändungsverfahren 
alles unternehmen, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu 
wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Verfah-
ren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres 
Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen (Art. 55 Abs. 1 
AVIG). 

2.6 Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG, wonach der Arbeitneh-
mer im Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen muss, um 
seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bezieht sich dem 
Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch 
Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann 
Platz greift, wenn das Arbeitsverhältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst 
wird (BGE 114 V 56 E. 4 S. 60; ARV 1999 Nr. 24 S. 140; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 29. April 2020, 8C_820/2019, E. 4.3.1). Sie 
obliegt der versicherten Person in reduziertem Umfang schon vor der Auf-
lösung des Arbeitsverhältnisses, wenn der Arbeitgeber der Lohnzahlungs-
pflicht nicht oder nur teilweise nachkommt und mit einem Lohnverlust zu 
rechnen ist. Das Mass der vorausgesetzten Schadenminderungspflicht 
richtet sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls. Vom Arbeit-
nehmer wird in der Regel nicht verlangt, dass er bereits während des be-
stehenden Arbeitsverhältnisses gegen den Arbeitgeber eine Betreibung 
einleitet oder eine Klage einreicht. Er hat jedoch seine Lohnforderung ge-
genüber dem Arbeitgeber in eindeutiger und unmissverständlicher Weise 
geltend zu machen (Entscheid des BGer vom 21. März 2019, 8C_79/2019, 
E. 3.2). Eine ursprüngliche Leistungsverweigerung infolge Verletzung der 
Schadenminderungspflicht im Sinne der zu Art. 55 Abs. 1 AVIG ergange-
nen Rechtsprechung setzt voraus, dass der versicherten Person ein 
schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahrlässiges Handeln 

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oder Unterlassen vorgeworfen werden kann. Dem Erfordernis der Verhält-
nismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehmenden zu er-
wartenden Vorkehrungen Rechnung zu tragen. Machen Arbeitnehmende 
gegenüber dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin während längerer Zeit 
keine Anstalten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Aus-
druck zu verleihen, signalisieren sie mangelndes Interesse. Dadurch verlie-
ren sie auch gegenüber der Arbeitslosenversicherung ihre Schutzbedürftig-
keit und Schutzwürdigkeit. Nach ständiger Rechtsprechung wird eine kon-
sequente und kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte 
gefordert, welche in einem der vom Gesetz geforderten zwangsvollstre-
ckungsrechtlichen Stadien münden müssen, damit Anspruch auf Insolven-
zentschädigung besteht. Arbeitnehmende sollen sich gegenüber dem Ar-
beitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzent-
schädigung gar nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ein längeres Untätig-
sein nicht zu (vgl. Entscheid des BGer vom 27. Januar 2015, 8C_641/2014, 
E. 4.1).

3.

3.1 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folgt dar:

3.1.1 Der Beschwerdeführer war ab 3. Juni 2019 unbefristet in einem 
Pensum von 100% bei einem Monatslohn von Fr. 4'500.-- als … bei der 
D.________ GmbH angestellt (act. II 165). Am 29. August 2019 kündigte 
die D.________ GmbH dieses Arbeitsverhältnis per 30. September 2019. 
Danach hatte der Beschwerdeführer einen Arbeitsvertrag mit der 
E.________ GmbH (act. IIA 206 f.), welcher am 20. Januar 2020 seitens 
der Arbeitgeberin fristlos gekündigt wurde (act. IIA 203). 

3.1.2 Am 18. November 2019 beschloss die Gesellschafterversammlung 
(resp. der Gesellschafter) der D.________ GmbH, diese aufzulösen. Als 
Liquidator wurde der bisherige Gesellschafter und Geschäftsführer 
F.________ eingesetzt. Dies wurde am …. November 2019 im SHAB pu-
bliziert (act. II 103) und war dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
unstrittig umgehend bekannt (vgl. act. II 97). 

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3.1.3 Am 29. Januar 2020 stellte der Beschwerdeführer, vertreten durch 
die B.________, Rechtsanwalt C.________, bei der Schlichtungsbehörde 
Bern-Mittelland ein Gesuch um Durchführung eines Schlichtungsverfah-
rens. Die D.________ GmbH in Liquidation sei zu verurteilen, ihm einen 
Betrag von insgesamt Fr. 4'200.-- (anteilsmässiger 13. Monatslohn und 
13 Ferientage) nebst Zins von 5% ab 1. Oktober 2010 [recte: 2019] zu be-
zahlen – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. II 160 ff.). 

3.1.4 Am 4. Februar 2020 wurde über die bereits aufgelöste 
D.________ GmbH in Liquidation der Konkurs eröffnet (act. II 104). 

3.1.5 Mit Verfügung vom 6. Februar 2020 stellte die Schlichtungsbehör-
de Bern-Mittelland das Schlichtungsverfahren gestützt auf Art. 207 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Kon-
kurs (SchKG; SR 281.1) ein (act. II 168 f.). 

3.1.6 Am 27. Februar 2020 beantragte der Beschwerdeführer, wiederum 
vertreten durch die B.________, Rechtsanwalt C.________, beim Be-
schwerdegegner Insolvenzentschädigung für die offenen Lohnforderungen 
(act. II 157 ff.; vgl. act. II 151 ff.).

3.1.7 Am 18. März 2020 meldete der Beschwerdeführer, wiederum ver-
treten durch die B.________, Rechtsanwalt C.________, die geltend ge-
machte offene Lohnforderung im Konkurs der D.________ GmbH in Liqui-
dation an (act. II 133 f.) und reichte diese Anmeldung gleichentags dem 
Beschwerdegegner nach (act. II 135). 

3.2 Nach dem Dargelegten ist belegt, dass der Beschwerdeführer am 
29. Januar 2020 bei der Schlichtungsbehörde Bern-Mittelland ein Gesuch 
um Durchführung eines Schlichtungsverfahrens stellte (vgl. E. 3.1.3 hier-
vor) und dass das entsprechende Verfahren von der Schlichtungsbehörde 
nach der Konkurseröffnung über die D.________ GmbH in Liquidation am 
4. Februar 2020 mit Verfügung vom 6. Februar 2020 gestützt auf Art. 207 
Abs. 1 SchKG eingestellt wurde (vgl. E. 3.1.4 und 3.1.5 hiervor). Weiter ist 
belegt, dass der Beschwerdeführer die geltend gemachte offene Lohnfor-
derung am 18. März 2020 im Konkurs der D.________ GmbH in Liquidati-
on anmeldete (vgl. E. 3.1.7 hiervor).

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3.2.1 Dass der Beschwerdeführer in der Zeit zwischen der Beendigung 
des Arbeitsverhältnisses mit der D.________ GmbH am 30. September 
2019 und dem Gesuch um Durchführung eines Schlichtungsverfahrens 
vom 29. Januar 2020 gegenüber der ehemaligen Arbeitgeberin offene 
Lohnforderungen geltend gemacht hätte, ist nicht aktenkundig. Der Be-
schwerdeführer bringt diesbezüglich vor, er sei nicht in der Lage, einen 
Brief in deutscher Sprache zu verfassen, sodass er die Forderungen immer 
mündlich an die Arbeitgeberin habe adressieren müssen, was problema-
tisch sei, weil dies nicht bewiesen werden könne (vgl. Beschwerde S. 5). 

3.2.2 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass es sich bei der 
D.________ GmbH und der E.________ GmbH faktisch um die gleiche 
Arbeitgeberin gehandelt habe bzw. er nach dem 30. September 2019 fak-
tisch nach wie vor bei der gleichen Arbeitgeberin gearbeitet habe. Die 
D.________ GmbH habe in den ersten Wochen auch deshalb nicht betrie-
ben werden können, weil er nicht die Kündigung vom Geschäftsführer der 
E.________ GmbH habe riskieren wollen (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 2 
i.V.m. Beschwerde S. 6 unten). Die Frage, ob dieser Argumentation gefolgt 
werden kann, ist vorliegend – wie im Folgenden zu zeigen sein wird – nicht 
entscheidwesentlich und kann entsprechend offenbleiben.

3.3 Selbst wenn man aufgrund eines weiterhin bestehenden Arbeits-
verhältnisses bis 20. Januar 2020 an die Schadenminderungspflicht tiefere 
Anforderungen stellen würde (vgl. E. 2.6 hiervor), hat der Beschwerdefüh-
rer diese in grobfahrlässiger Weise nicht erfüllt. Entscheidend ist, dass 
ab Fälligkeit der zur Diskussion stehenden offenen Lohnforderungen am 
30. September 2019 bis 29. Januar 2020 nicht einmal die geringsten 
Bemühungen zu deren Geltendmachung aktenkundig sind, auch nicht, 
dass der Beschwerdeführer – wie er geltend macht (vgl. Beschwerde S. 5) 
– den Firmeninhaber immer wieder kontaktiert und aufgefordert hat, den 
ausstehenden Lohn zu bezahlen. Der Beschwerdeführer selbst räumt denn 
auch ein, dass diese behaupteten Bemühungen nicht beweisbar sind (vgl. 
E. 3.2.1 hiervor). Dem seit dem 7. November 2019 (act. II 166) durch die 
B.________, Rechtsanwalt C.________, vertretenen Beschwerdeführer 
musste bewusst gewesen sein, dass er seine Lohnforderungen auch 
während einem nach wie vor bestehenden Arbeitsverhältnis in eindeutiger 

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und unmissverständlicher Weise hätte geltend machen müssen und dafür 
auch beweispflichtig ist. Die hierfür notwendigen Schreiben hätte im Übri-
gen der Rechtsvertreter aufsetzen können, womit der Einwand des Be-
schwerdeführers, er sei nicht in der Lage, einen Brief in deutscher Sprache 
zu verfassen (vgl. E. 3.2.1 hiervor), ins Leere geht. Der in der Beschwerde 
aufgeführte Kontakt des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers mit Für-
sprecherin G.________ erfolgte – soweit belegt – im September 2019 und 
bezog sich auf eine andere Person, deren Arbeitsverhältnis schon davor 
geendet hatte (siehe act. II 147). Ein (späterer) Kontakt im Zusammenhang 
mit den Forderungen des Beschwerdeführers, aufgrund dessen dieser re-
sp. dessen Rechtsvertreter darauf vertrauen durfte, dass die ausstehenden 
Lohnzahlungen ohne Einleitung einer Betreibung bzw. eines Schlichtungs-
verfahrens geleistet würden (vgl. Beschwerde S. 5), ist durch nichts belegt. 
Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
bis 29. Januar 2020 seiner Schadenminderungspflicht in keiner Weise 
nachgekommen ist. Spätestens ab Kenntnis des Entscheids des damaligen 
Gesellschafters und Geschäftsführers der D.________ GmbH, diese auf-
zulösen (und damit spätestens im November 2019; vgl. E. 3.1.2 hiervor), 
wäre der Beschwerdeführer gehalten gewesen, seine noch offene Lohnfor-
derung in eindeutiger und unmissverständlicher Weise dieser gegenüber 
geltend zu machen und – selbst wenn von einem weiterhin bestehenden 
Arbeitsverhältnis bis 20. Januar 2020 ausgegangen würde – die Durchset-
zung der Forderung dann konsequent und kontinuierlich (wenn allenfalls 
auch noch ohne Betreibung) weiterzuverfolgen, zumal er angesichts der 
beschlossenen Auflösung der ehemaligen Arbeitgeberin bei Untätigbleiben 
konkret mit einem Lohnverlust rechnen musste (vgl. E. 2.6 hiervor). Indem 
er dies unterlassen hat, ist er in grobfahrlässiger Weise seiner Schaden-
minderungspflicht nicht nachgekommen. 

3.4 Aus den beantragten Einvernahmen, an welchen sich das Gericht 
ein Bild über die Geschäftspraktiken der ehemaligen und aktuellen Gesell-
schafter und Geschäftsführer der D.________ GmbH und der E.________ 
GmbH machen solle (Beschwerde S. 3 Ziff. 6), sind in Bezug auf die vorlie-
gend entscheidende Frage, ob der Beschwerdeführer seiner Schadenmin-
derungspflicht nachgekommen ist, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, 
weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 

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144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Selbst wenn die Vorbringen des Be-
schwerdeführers zutreffen sollten, dass die ehemaligen und aktuellen Ge-
sellschafter und Geschäftsführer bewusst Konkurse anstreb(t)en, um in die 
eigene Tasche wirtschaften zu können (vgl. Beschwerde S. 4), befreite dies 
den Beschwerdeführer nicht von der Pflicht, seine offene Lohnforderung 
ohne langes Zuwarten in eindeutiger und unmissverständlicher Weise gel-
tend zu machen und deren Durchsetzung dann konsequent und kontinuier-
lich weiterzuverfolgen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass 
dies ohnehin nichts gebracht hätte (vgl. Beschwerde S. 7), ist festzuhalten, 
dass eine solche Annahme ihn nicht von der Schadenminderungspflicht 
befreit. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann es unter arbeitslo-
senversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht Sache der versicherten 
Person sein, darüber zu entscheiden, ob weitere Vorkehren zur Realisie-
rung der Lohnansprüche erfolgsversprechend sind oder nicht. Vielmehr hat 
sie im Rahmen der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht grundsätz-
lich alles Zumutbare zur Wahrung der Lohnansprüche vorzunehmen (Ent-
scheid des BGer vom 7. April 2008, 8C_444/2007, E. 4.2, mit Hinweis auf 
die Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 
29. Dezember 2006, C 167/04, E. 3.2, und vom 3. Dezember 2003, 
C 148/03, E. 2.2).

3.5 Zusammenfassend ist nach dem Dargelegten erstellt, dass der 
Beschwerdeführer in grobfahrlässiger Weise seiner Schadenminderungs-
pflicht nicht nachgekommen ist. Der Beschwerdegegner hat damit einen 
Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu Recht verneint. Der angefochtene 
Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 2. Februar 2021 
(act. II 82 ff.) ist somit nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

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4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG 
[Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Arbeitslosen-

kasse 
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.