# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 734aeaf7-31d3-5ccf-9482-d96667c304e7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2008 E-2229/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2229-2008_2008-04-14.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2229/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 0 8

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richterin Jenny De Coulon 
Scuntaro, 
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______,
Irak,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Wiedererwägungsgesuch; Verfügung 
des BFM vom 25. März 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2229/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit Verfügung vom 25. April 2007 das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers  vom 26. Dezember  2006  ablehnte  und  die  Weg-
weisung aus der Schweiz verfügte, die Wegweisung jedoch wegen Un-
zumutbarkeit als nicht vollziehbar erachtete und den Beschwerdefüh-
rer in der Schweiz vorläufig aufnahm,

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe vom 24. Januar  2008 (Ein-
gang BFM 28. Januar 2008) beim BFM ein Wiedererwägungsgesuch 
betreffend dessen Verfügung vom 25. April 2007 einreichte,

dass er zur Begründung seines Wiedererwägungsgesuchs im Wesent-
lichen geltend machte, er habe grosse Angst, in den Irak zurückkehren 
zu müssen, er habe dort niemanden mehr, da in der Zwischenzeit sei-
ne Frau und sein Vater gestorben seien, die Lage im Irak habe sich 
nicht verbessert und er fühle sich sehr verunsichert und hoffe, in der 
Schweiz bleiben zu dürfen,

dass aufgrund dieser Unsicherheit auch seine Gesundheit leide,

dass der Beschwerdeführer zur Stützung seiner Vorbringen verschie-
dene Presseberichte zur Situation im Irak zu den Akten reichte,

dass das BFM mit Zwischenverfügung vom 13. Februar 2008 im We-
sentlichen ausführte, der Beschwerdeführer habe durch die vorläufige 
Aufnahme das Recht, sich in der Schweiz aufzuhalten und müsse - zu-
mindest vorläufig -  nicht in den Irak zurückkehren,

dass damit die im Widererwägungsgesuch gestellten Forderungen im 
Wesentlichen erfüllt  seien und das BFM unter  Hinweis  auf  die  Aus-
sichtslosigkeit  des  Verfahrens  einen  Gebührenvorschuss  erhob  und 
festhielt,  bei  Nichtbezahlung  des  Vorschusses  bis  zum  28.  Februar 
2008 werde auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten,

dass der Beschwerdeführer mit beim BFM am 26. Februar 2008 einge-
gangenem Schreiben erneut auf die schlechte Sicherheitslage im Irak, 
auf  seine  diesbezüglich  als  Beilage  eingereichten  Presserzeugnisse 
und seine persönliche Situation hinweist und sinngemäss anstelle ei-

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nes vorläufigen Aufenthaltsrechts in der Schweiz ein dauerhaftes Blei-
berecht beantragt,

dass der Beschwerdeführer innerhalb der gesetzten Frist den Gebüh-
renvorschuss nicht leistete,

dass das BFM mit Verfügung vom 25. März 2008 auf das Wiedererwä-
gungsgesuch  infolge  Nichtleistens  des  Gebührenvorschusses  nicht 
eintrat,  die  Rechtskraft  der  Verfügung  vom 25. April  2007  feststellte 
und festhielt, der Beschwerdeführer gelte weiterhin als vorläufig aufge-
nommen,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. April 2008 gegen die-
se  Verfügung  (durch  den  Beschwerdeführer  auf  die  Verfügung  vom 
25. April  2007 Bezug nehmend) beim Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erhebt und sinngemäss beantragt, die Verfügung sei aufzu-
heben, und es sei ihm Asyl zu erteilen,

dass er zur Begründung auf seine Eingaben im vorinstanzlichen Wie-
dererwägungsverfahren und auf seine Vorbringen im ordentlichen Ver-
fahren verweist,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM ent-
scheidet  (Art.  105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG, 
SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes über das Bundes-
verwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  sich  die  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  für  Be-
schwerden gegen das Nichteintreten beziehungsweise die Ablehnung 
von Wiedererwägungsgesuchen aus dem Umstand ergibt,  dass nach 
Lehre  und  Praxis  Wiedererwägungsentscheide  grundsätzlich  wie  die 
ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weiter-
gezogen werden können (vgl. BGE 113 Ia f; VPB 1985 Nr. 24;  FRITZ 
GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983,  S.  220; 
URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Ver-

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waltungsrechtspflege  des  Bundes  und  der  Kantone,  Zürich  1985, 
S. 174 f.),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten ist  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 2 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass sich die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensent-
scheide praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt, ob 
die Vorinstanz zu Recht (vorliegend auf das Wiedererwägungsgesuch) 
nicht eingetreten ist,

dass das BFM, wenn es ein nach rechtskräftigem Abschluss des Asyl- 
und  Wegweisungsverfahrens  eingereichtes  Wiedererwägungsgesuch 
ablehnt  oder  darauf  nicht  eintritt,  für  das  betreffende Verfahren eine 
Gebühr erhebt (vgl. Art. 17b Abs. 1 AsylG),

dass das BFM von der gesuchstellenden Person in dieser Verfahrens-
konstellation  einen  Gebührenvorschuss  in  der  Höhe  der  mutmassli-
chen Verfahrenskosten innert angemessener Frist verlangen kann, wo-
bei es auf die Erhebung eines solchen Vorschusses verzichten kann, 
wenn die gesuchstellende Person bedürftig ist und ihre Begehren nicht 

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von vornherein aussichtslos erscheinen oder  wenn das Wiedererwä-
gungsgesuch von einer unbegleiteten minderjährigen Person stammt 
und zudem nicht  von vorherein  aussichtslos  erscheint  (vgl. Art.  17b 
Abs. 2 und 3 AsylG),

dass  das  BFM als  Begründung  für  die  Erhebung  des  Gebührenvor-
schusses in seiner Zwischenverfügung vom 13. Februar 2008 ausführ-
te,  die  Begehren  im  Wiedererwägungsgesuch  würden  sich  als  aus-
sichtslos erweisen,

dass diese juristische Würdigung der Aktenlage durch die Vorinstanz 
nach  Auffassung  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  zu  beanstan-
den ist,

dass  sich  der  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Hinsicht  wesentliche 
Sachverhalt seit der Verfügung vom 25. April 2007 nicht in erheblicher 
Weise verändert hat,

dass auch bezüglich der geltend gemachten Gesundheitsprobleme of-
fenkundig kein Raum für eine wiedererwägungsrechtliche Neubeurtei-
lung der Flüchtlingseigenschaft bestand,

dass  nach  dem Gesagten  nicht  zu  beanstanden  ist,  dass  das  BFM 
dem Wiedererwägungsgesuch vom 24. Januar 2008 keine ernsthaften 
Erfolgschancen einräumte und die Eingabe als aussichtslos im Sinne 
von Art. 17b Abs. 2 AsylG qualifizierte,

dass daran auch der Inhalt des beim BFM am 26. Februar 2008 einge-
gangenen Schreibens des  Beschwerdeführers  nichts  zu  ändern  ver-
mochte,

dass der Beschwerdeführer innert der bis zum 28. Februar 2008 lau-
fenden Frist den vom BFM einverlangten Gebührenvorschuss nicht ge-
leistet hat,

dass das BFM infolge Nichtleistung des Gebührenvorschusses andro-
hungsgemäss auf das Wiedererwägungsgesuch zu Recht nicht einge-
treten ist, 

dass die Beschwerde vom 7. April 2008 auch sinngemäss keine Rüge 
beinhaltet,  das  BFM habe  im  Rahmen des  Wiedererwägungsverfah-
rens irgendwelche Verfahrensrechte verletzt,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG),

dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen ist,

dass vorliegend auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzich-
ten ist,

dass der Beschwerdeführer bezüglich seiner zum Ausdruck gebrach-
ten  Verunsicherung  aufgrund  seines  nicht  auf  unbeschränkte  Dauer 
ausgestalteten Bleiberechts in der Schweiz darauf aufmerksam zu ma-
chen ist, dass eine künftige allfällige Aufhebung seiner vorläufigen Auf-
nahme in Form einer Verfügung angeordnet werden müsste, die in ei-
nem ordentlichen Beschwerdeverfahren anfechtbar wäre.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (in Kopie; per Kurier)
- Y.________ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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