# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e7f3653-9fd1-597e-b132-a2e58be08761
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 11.05.2016 WBE.2016.36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2016-36_2016-05-11.pdf

## Full Text

2016 Verwaltungsrechtspflege 321 

XIII. Verwaltungsrechtspflege 

 

51 Verteilung der Parteikosten bei Gutheissung der Beschwerde (Praxisän-

derung) 

Praxisänderung (AGVE 2009, S. 278 f.): Entgegen dem VRPG ist das 

Strassenverkehrsamt von Bundesrechts wegen Partei im verwaltungsge-

richtlichen Verfahren (Art. 24 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 111 Abs. 1 

BGG). Deshalb sind das DVI und das Strassenverkehrsamt bei Gutheis-

sung der Beschwerde durch das Verwaltungsgericht zu verpflichten, die 

im verwaltungsgerichtlichen Verfahren entstandenen Parteikosten des 

Beschwerdeführers je zur Hälfte zu bezahlen (§ 33 Abs. 1 VRPG). 

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 11. Mai 

2016, in Sachen M. gegen das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau und 

das Departement Volkswirtschaft und Inneres (WBE.2016.36). 

Aus den Erwägungen 

III. 
1. 
1.1.-1.2. (…) 
1.3. 
1.3.1. 
Gemäss § 32 Abs. 2 VRPG werden im Beschwerdeverfahren 

auch die Parteikosten in der Regel nach Massgabe des Unterliegens 
und Obsiegens auf die Parteien verlegt. Die Behörden werden in die-
ser Hinsicht nicht privilegiert, sondern den übrigen Parteien 
gleichgestellt (vgl. AGVE 2009, S. 278 f.), weshalb zu beurteilen ist, 
welchen Verfahrensbeteiligten Parteistellung zukommt. 

Zu dieser Frage ist in AGVE 2009, S. 278 f., festgehalten wor-
den, dass im verwaltungsgerichtlichen Verfahren der Beschwerde-
führer gestützt auf § 13 Abs. 2 lit. a VRPG Parteistellung habe und 

322 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2016 

dass sich die Parteistellung des DVI als Vorinstanz aus § 13 Abs. 2 
lit. e VRPG ergebe. Dagegen habe das Strassenverkehrsamt im 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren keine Parteistellung, da gemäss 
§ 13 Abs. 2 lit. e VRPG lediglich der Vorinstanz – nicht aber den 
Vorinstanzen – Parteistellung zukomme. Anzufügen bleibt, dass das 
Strassenverkehrsamt auch nicht gestützt auf § 13 Abs. 2 lit. f VRPG 
Partei sein kann, da es nicht einem anderen Gemeinwesen angehört. 

Was die Parteistellung des Beschwerdeführers und der Vorin-
stanz anbelangt, so ist an dieser Rechtsprechung festzuhalten. Die 
Ausführungen zur Verneinung der Parteistellung des Strassen-
verkehrsamts dagegen sind ausschliesslich gestützt auf das VRPG 
erfolgt. Zu beachten ist aber, dass sich auch aus Bundesrecht Vor-
gaben zur Parteistellung ergeben. So ist gemäss Art. 24 Abs. 2 lit. a 
SVG die erstinstanzlich verfügende Behörde gegen den Entscheid 
einer verwaltungsunabhängigen kantonalen Beschwerdeinstanz zur 
Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt. Gemäss Art. 89 Abs. 2 
lit. d BGG sind Personen, Organisationen und Behörden, denen ein 
anderes Bundesgesetz dieses Recht einräumt, zur Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten berechtigt. Wer zur Be-
schwerde an das Bundesgericht berechtigt ist, muss sich zudem nach 
Art. 111 Abs. 1 BGG am Verfahren vor allen kantonalen Vorin-
stanzen als Partei beteiligen können. Nachdem Bundesrecht ent-
gegenstehendem kantonalem Recht vorgeht (sog. derogatorische 
Kraft des Bundesrechts; Art. 49 Abs. 1 BV), ist im Bereich des Stras-
senverkehrsrechts das Strassenverkehrsamt entgegen § 13 VRPG und 
AGVE 2009, S. 278 f., Partei im verwaltungsgerichtlichen Verfah-
ren. Aus diesem Grund hat das Strassenverkehrsamt zusammen mit 
dem DVI als Vorinstanz dem obsiegenden Beschwerdeführer die ihm 
entstandenen Parteikosten je zur Hälfte zu ersetzen (§ 33 Abs. 1 
VRPG). 

 

2016 Verwaltungsrechtspflege 323 

52 Ausstand 

- Für die Mitglieder beratender Kommissionen gelten die Ausstands-

regeln des VRPG. Sie wirken an der Vorbereitung des Entscheids mit 

und fallen somit unter den Anwendungsbereich von § 16 VRPG. 

- Anwendungsfall: Im Unterschutzstellungsverfahren von Baudenk-

mälern gemäss § 27 VKG darf der Bauberater der Gesuchstellerin 

nicht gleichzeitig in der Kommission für Denkmalpflege und 

Archäologie mitwirken. 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 16. August 2016 in 

Sachen Einwohnergemeinde A. gegen Regierungsrat (WBE.2015.427). 

 

53 Beschwerdebefugnis/Legitimation 

Beschwerdebefugnis der (Einwohner-)Gemeinde in Bausachen 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 17. August 2016 in 

Sachen A. AG, B. GmbH und C. AG gegen Departement Bau, Verkehr und 

Umwelt sowie Gemeinderat D. (WBE.2015.502, Beschwerdeverfahren I) und 

in Sachen Einwohnergemeinde D. gegen Departement Bau, Verkehr und Um-

welt sowie Gemeinderat D. (WBE.2015.503, Beschwerdeverfahren II). 

Aus den Erwägungen 

I. 
1. (...) 
2. 
2.1. 
Gemäss § 42 VPRG ist zur Beschwerde befugt a) wer ein 

schutzwürdiges eigenes Interesse an der Aufhebung oder der Ände-
rung des Entscheids hat, b) jede andere Person, Organisation oder 
Behörde, die durch Bundesrecht oder kantonales Recht zur Be-
schwerde ermächtigt ist.