# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ac7aacf-ec9c-5378-bdb3-d14654a99c3a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.06.2020 S 2020 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-24_2020-06-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 24

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 26. Juni 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Procap Schweiz,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____, wurde im April 2019 unter Hinweis auf die Diagnose eines 

atypischen Autismus (ICD-10 F84.1) bei der Invalidenversicherung (IV) 

zum Leistungsbezug i.S.v. medizinischen Massnahmen angemeldet. Die 

IV-Stelle holte daraufhin bei der behandelnden Ärztin, Dr. med. B._____, 

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, einen Arztbericht (datiert vom 

16. Mai 2019) ein, in welchem die genannte Diagnose bestätigt und 

anamnestisch festgehalten wurde, ab Kleinkindalter habe ein auffälliges 

Sozialverhalten mit Stereotypien, eine Sprachentwicklungsverzögerung 

und ein früher Verdacht auf Autismus bestanden. Dr. med. B._____ bejahte 

das Vorliegen des Geburtsgebrechens Ziff. 405 und führte in 

therapeutischer Hinsicht aus, A._____ bedürfe einer Ergotherapie, einer 

Logopädie und einer heilpädagogischen Begleitung. Entsprechend wies 

Dr. med. B._____ in dem ihr von der IV-Stelle zugestellten Beiblatt aus, 

dass eine wöchentliche Ergotherapie über zwei Jahre zur Behandlung der 

vorliegenden Funktionsstörungen medizinisch indiziert sei. Die Diagnose 

eines atypischen Autismus wurde zuvor von Dr. med. C._____, leitender 

Arzt in der Psychiatrischen Universitätsklinik X._____ (PUK), Klinik für 

Kinder- und Jugendpsychiatrie, und lic. phil. D._____ in deren Bericht vom 

9. April 2019 gestellt. 

2. Gestützt auf den Bericht von Dr. med. E._____, leitender Arzt Kinder- und 

Jugendmedizin bzw. Neuropädiatrie am Kantonsspital Graubünden 

(KSGR), vom 27. März 2017, in welchem dieser eine tiefgreifende 

Entwicklungsstörung ausschloss, verneinte RAD-Arzt Dr. med. F._____ in 

seiner Beurteilung vom 19. August 2019 das Vorliegen des 

Geburtsgebrechens Ziff. 405, da die krankheitsspezifischen Symptome im 

5. Lebensjahr selbst für einen Autismusspezialisten nicht erkennbar 

gewesen seien. Mit Vorbescheid vom 21. August 2019 stellte die IV-Stelle 

A._____ folglich die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. 

Dagegen liess letzterer am 28. August 2019 Einwand erheben und legte 

dabei verschiedene (medizinische) Berichte ins Recht. Zudem reichte er 

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am 21. Oktober 2019 eine ergänzende Stellungnahme ein. Nachdem RAD-

Arzt Dr. med. F._____ dazu ausführte, es sei nicht überwiegend 

wahrscheinlich, dass die krankheitsspezifischen, therapiebedürftigen 

Symptome einer Autismus-Spektrum-Störung im relevanten 5. Lebensjahr 

erkennbar gewesen seien, verfügte die IV-Stelle am 14. Januar 2020 wie 

vorbeschieden und wies das Kostengutsprachegesuch für die Behandlung 

des Geburtsgebrechens Ziff. 405 ab. Zur Begründung hielt sie im 

Wesentlichen fest, im Alter von 4 ½ Jahren habe ein Autismusspezialist 

eine tiefgreifende Entwicklungsstörung (zu denen Autismus gehöre) 

ausgeschlossen, weshalb krankheitsspezifische Symptome im 5. 

Lebensjahr nicht erkennbar gewesen seien.

3. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 19. Februar 

2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

erheben und neben der Aufhebung der Verfügung vom 14. Januar 2020 

beantragen, ihm seien medizinische Massnahmen nach Art. 13 IVG 

gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 405 zuzusprechen. Eventualiter 

sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, sein 

Anspruch auf rechtliches Gehörs sei verletzt worden und es lägen objektive 

und eindeutige Anhaltspunkte dafür vor, dass krankheitsspezifische, 

therapiebedürftige Symptome vor dem vollendeten 5. Lebensjahr 

erkennbar gewesen seien. Die Voraussetzungen für die Anerkennung des 

Geburtsgebrechens Ziff. 405 seien daher erfüllt.

4. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in der 

Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde. Dazu führte sie im 

Wesentlichen aus, sie sei ihrer Begründungspflicht nachgekommen, wobei 

eine (allfällige) Verletzung ohnehin als geheilt zu betrachten sei. Zudem 

seien am 14. Oktober 2017 (bei Vollendung des 5. Lebensjahres) keine 

krankheitsspezifischen, therapiebedürftigen Symptome einer Autismus-

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Spektrum-Störung erkennbar gewesen, weshalb das Geburtsgebrechen 

Ziff. 405 nicht ausgewiesen sei. 

5. Die Parteien hielten im weiteren Schriftenwechsel an ihren Anträgen fest.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 14. Januar 2020. Gemäss Art. 69 Abs. 1 

lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 

sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-

gericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales Versicherungsge-

richt ist das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurtei-

lung der vorliegenden Beschwerde sowohl örtlich als auch sachlich zustän-

dig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allge-

meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100]). Als Adressat der strittigen Verfügung ist der Beschwerdefüh-

rer durch diese berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Änderung auf, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und form-

gerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) einge-

reichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer mangels Vorliegens des Geburtsgebrechens Ziff. 405 

zu Recht medizinische Massnahmen gemäss Art. 13 IVG abgesprochen 

hat.

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3. Zunächst ist in formeller Hinsicht auf die vom Beschwerdeführer erhobene 

Gehörsrüge einzugehen. Der Beschwerdeführer bringt vor, die 

Beschwerdegegnerin sei weder auf den Einwand vom 28. August 2019 

noch auf die ergänzende Stellungnahme vom 21. Oktober 2019 

eingegangen. Dieses Vorbringen erweist sich als begründet. Bereits mit 

dem Einwand vom 26. bzw. 28 August 2019 (IV-act. 16 und 18/1) liess der 

Beschwerdeführer unter Hinweis auf mehrere (medizinische) Berichte 

vorbringen, es sei nicht korrekt, dass kein Anhalt für auffällige 

autismustypische Symptome vor dem 5. Lebensjahr bestanden hätte. Auch 

in der ergänzenden Stellungnahme vom 21. Oktober 2019 (IV-act. 26) liess 

er – wiederum unter Hinweis auf mehrere echtzeitliche Aktenstücke und 

weitere medizinische Berichte – ausführen, es lägen objektive und 

eindeutige Anhaltspunkte dafür vor, dass eine Symptomatik, die im 

Zusammenhang mit Autismus-Spektrum-Störungen stehe, vor dem 

vollendeten 5. Lebensjahr erkennbar gewesen sei. Vor diesem Hintergrund 

geht es nicht an, in der angefochtenen Verfügung darauf einzig zu 

entgegnen, die Begründung der Einwände enthalte keine neuen 

rechtserheblichen Tatsachen, welche dafür sprächen, dass das 

Geburtsgebrechen Ziff. 405 zugesprochen werden könnte. Dem 

Beschwerdeführer ist darin beizupflichten, dass dies keine 

rechtsgenügende Begründung darstellt. Indes kann ihm nicht gefolgt 

werden, wenn er in der Replik vorbringen lässt, eine Heilung der 

Gehörsverletzung sei nicht sachgerecht. Dabei verkennt er im 

Allgemeinen, dass es sich bei einem Verstoss gegen die 

Begründungspflicht in der Regel nicht um eine besonders schwerwiegende 

Verletzung des rechtlichen Gehörs handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1C_39/2017 vom 13. November 2017 E.2.1 m.H.). Auch im hier zu 

beurteilenden Fall war es ihm angesichts seiner Beschwerdeschrift denn 

auch ohne Weiteres möglich, sich über die Tragweite der angefochtenen 

Verfügung ein klares Bild zu machen und den Entscheid sachgerecht 

anzufechten (vgl. BGE 142 II 49 E.9.2, 137 II 266 E.3.2). Die Überlegungen, 

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von denen sich die Beschwerdegegnerin leiten liess, reichte letztere im 

vorliegenden Verfahren vor dem Verwaltungsgericht – das über eine volle 

Kognition verfügt (vgl. Art. 61 lit. c ATSG und Art. 61 lit. d ATSG i.V.m. Art. 

56 Abs. 2 VRG; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 2020, Art. 61 N 106 

m.H.a. Urteil des Bundesgerichts 9C_363/2009 vom 18. März 2010 E.3.3) 

– in einer Begründung nach. Dazu konnte der Beschwerdeführer im 

Rahmen des Schriftenwechsels Stellung nehmen und seinen Standpunkt 

in das Verfahren einbringen. Insofern erwiese sich eine Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz als formalistischen Leerlauf und würde zu 

unnötigen Verzögerungen führen. Da die Beschwerde, wie es sich noch 

zeigen wird, gutzuheissen ist, erübrigt sich eine Berücksichtigung der 

heilbaren Gehörsverletzung zugunsten des Beschwerdeführers bei den 

Kostenfolgen. 

4. In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer bis zum 14. 

Oktober 2017, als er sein 5. Lebensjahr vollendete, Symptome einer 

Autismus-Spektrum-Störung erkennbar waren, sodass das 

Geburtsgebrechen Ziff. 405 anzuerkennen wäre.

4.1. Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur 

Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendigen me-

dizinischen Massnahmen (Art. 13 Abs. 1 IVG). Der Bundesrat bezeichnet 

die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden. Er kann 

Leistungen ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügiger Bedeu-

tung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG; vgl. auch Art. 3 der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Nach Art. 1 der Verordnung über Ge-

burtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) gelten als Geburtsgebrechen im 

Sinne von Art. 13 IVG Gebrechen, die bei vollendeter Geburt bestehen. Die 

blosse Veranlagung zu einem Leiden gilt nicht als Geburtsgebrechen. Der 

Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebrechen als solches erkannt wird, ist uner-

heblich (Abs. 1). Die Geburtsgebrechen sind in der Liste im Anhang (GgV 

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Anhang) aufgeführt (Abs. 2 Satz 1).  Autismus-Spektrum-Störungen wer-

den gemäss Ziff. 405 GgV Anhang als Geburtsgebrechen anerkannt, wenn 

sie bis zum vollendeten 5. Lebensjahr erkennbar werden. Nach den Ver-

waltungsweisungen (Rz. 405 des Kreisschreibens über die medizinischen 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung [KSME], ab Januar 

2019 geltende Fassung) müssen die entsprechenden krankheitsspezifi-

schen, therapiebedürftigen Symptome bis zum vollendeten 5. Lebensjahr 

erkennbar sein. Dies soll es ermöglichen, die prä- oder perinatale Autis-

mus-Spektrum-Störung von nachgeburtlich entstandenen gleichartigen 

Leiden abzugrenzen (vgl. Art. 3 Abs. 2 ATSG). Daher ist die Altersgrenze, 

bis zu welcher sich das Gebrechen manifestiert haben muss, relativ tief 

angesetzt (Urteil des Bundesgerichts 9C_682/2012 vom 1. Mai 2013 

E.3.2.1).  

4.2. Ziff. 405 GgV Anhang setzt keine diagnostische Festlegung vor Vollendung 

des 5. Lebensjahres voraus. Das Erfordernis "krankheitsspezifischer, the-

rapiebedürftiger Symptome" ist auch nicht so zu verstehen, dass die Sym-

ptomatik vor dem 5. Geburtstag so klar ausgebildet gewesen sein müsste, 

dass bereits damals ohne Weiteres die zutreffende spezifische Diagnose 

hätte gestellt werden können. Vielmehr besteht nach der gesetzmässigen 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2012 vom 25. April 2012 E.3.2.2) Kon-

zeption der GgV bei nachträglicher Diagnose schon dann hinreichende Ge-

wissheit darüber, dass die Störung auf die Geburt zurückreicht, wenn bis 

zum 5. Geburtstag autismustypische Symptome verzeichnet wurden. An-

hand dieser muss zum einen festgestanden haben, dass überhaupt eine 

(differenzialdiagnostisch noch nicht endgültig spezifizierbare) Störung im 

fachmedizinischen Sinn vorlag; zum andern müssen die damaligen Be-

funde in die spätere definitive Diagnose einfliessen (SVR 2014 IV Nr. 21 S. 

77, Urteil des Bundesgerichts 9C_639/2013 vom 21. März 2014 E.2.3; vgl. 

auch Urteile 9C_682/2012 vom 1. Mai 2013 E.3.2.2, 8C_269/2010 vom 12. 

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August 2010 E.5.1.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 

302/05 vom 31. Oktober 2005 E.2). 

4.3. Aus der Möglichkeit einer retrospektiven diagnostischen Festlegung ergibt 

sich, dass nicht nur "echtzeitlich" getroffene ärztliche Feststellungen mass-

gebend sind, sondern auch spätere, soweit sie Rückschlüsse auf eine 

rechtzeitige Erkennbarkeit der Störung zulassen. Allerdings ist eine 

nachträgliche Schilderung von Symptomen mit zunehmender zeitlicher Di-

stanz kritisch zu würdigen, weil sie oftmals von späteren Beobachtungen 

überlagert sein dürfte. Aus diesem Grund muss im Einzelfall schlüssig dar-

getan sein, dass die betreffende Anamnese nicht bloss aktuelle Feststel-

lungen in die Vergangenheit projiziert (Urteile des Bundesgerichts 

9C_680/2018 vom 22. Juli 2019 E.3.1 ff., 9C_682/2012 vom 1. Mai 2013 

E.3.2.3). 

4.4. Im vorliegenden Fall wurde beim Beschwerdeführer die Diagnose eines 

atypischen Autismus (ICD-10 F.84.1) im Alter von 6 ½ Jahren im Bericht 

von Dr. med. C._____, leitender Arzt in der Psychiatrischen 

Universitätsklinik X._____, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, und lic. 

phil. D._____ vom 9. April 2019 gestellt (IV-act. 6/7 ff.). Wie daraus erhellt, 

wurde in der Verlaufsuntersuchung eine störungsspezifische Anamnese 

des Beschwerdeführers durchgeführt, von der Mutter und der 

Kindergartenlehrerin ausgefüllte klinische Fragebögen ausgewertet, der 

psychopathologische Befund erhoben und ein Kindergartenbesuch 

abgehalten. In der Beurteilung stellten Dr. med. C._____ und lic. phil. 

D._____ die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung. Der 

Beschwerdeführer habe einerseits erfreuliche Fortschritte gemacht, z.B. in 

der Konzentration und Ausdauer. Andererseits seien aber auch viele 

Symptome bestehen geblieben und hätten sich verdeutlicht. Er habe 

Schwierigkeiten in der Kommunikation, verstehe nicht alle Fragen und 

stelle kaum Gegenfragen. Die nonverbale Kommunikation setze er nicht 

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durchgehend ein. Er interessiere sich für andere Kinder, beschäftige sich 

aber auch gerne alleine und sei stark bedürfnisorientiert. Es falle auf, dass 

er im gemeinsamen Spiel nur mit Mühe auf die Ideen des Gegenübers 

eingehen könne. Im Bereich der Rigidität scheine er weiterhin Fortschritte 

gemacht zu haben, was ihm den Alltag erleichtere. In der Schule werde er 

einen hohen Betreuungsschlüssel benötigen, um individuell lernen zu 

können.

Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen des Geburtsgebrechens 

Ziff. 405 insbesondere gestützt auf den Untersuchungsbericht von Dr. med. 

C._____ und lic. phil. D._____ vom 13. April 2018 (IV-act. 6/11 ff.), in dem 

letztere die diagnostischen Kriterien einer Autismus-Spektrum-Störung als 

nicht erfüllt erachteten, und den Bericht von Dr. med. E._____, leitender 

Arzt Kinder- und Jugendmedizin bzw. Neuropädiatrie am KSGR, vom 27. 

März 2017 (IV-act. 12), in welchem dieser eine tiefgreifende 

Entwicklungsstörung ausschloss, indes eine psychointellektuelle 

Retardierung (IQ nonverbal von 69-73), ein erethisches Verhalten und eine 

Spracherwerbsstörung diagnostizierte. Die Beschwerdegegnerin schloss 

daraus, die krankheitsspezifischen, therapiebedürftigen Symptome einer 

Autismus-Spektrum-Störung seien vor Vollendung des 5. Lebensjahres 

noch nicht erkennbar gewesen. Zwar werde nicht bestritten, dass der 

Beschwerdeführer damals bereits an (therapiebedürftigen) Verhaltens- und 

Entwicklungsstörungen gelitten habe, welche auf das Vorliegen einer 

Autismus-Spektrum-Störung hingewiesen hätten (Verdacht auf eine 

Autismus-Spektrum-Störung). Daraus könne aber nicht gefolgert werden, 

dass die krankheitsspezifischen, therapiebedürftigen Symptome einer 

Autismus-Spektrum-Störung bereits vor Vollendung des 5. Altersjahres 

erkennbar gewesen seien. Vielmehr hätten die Anfang 2018 (Zeitpunkt der 

Untersuchung durch Dr. med. C._____ und lic. phil. D._____) festgestellten 

autistischen Symptome noch keine Autismus-Spektrum-Störung erkennen 

lassen. 

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Mit dieser Argumentation übersieht die Beschwerdegegnerin indes, dass 

rechtsprechungsgemäss für die Anerkennung des Geburtsgebrechens Ziff. 

405 GgV Anhang nicht erforderlich ist, dass eine Autismus-Spektrum-

Störung bereits vor dem 5. Geburtstag diagnostiziert worden ist. Vielmehr 

reicht es dafür aus, dass bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres autismus-

typische Symptome erfasst wurden, die auf eine (differenzialdiagnostisch 

noch nicht endgültig spezifizierbare) Störung im fachmedizinischen Sinn 

schliessen liessen und die spätere definitive Diagnose mitprägten. Im vor-

liegenden Fall finden sich bereits in den echtzeitlichen Akten zahlreiche An-

haltspunkte für Beeinträchtigungen, welche für Autismus-Spektrum-Störun-

gen charakteristisch sind: 

Dr. med. B._____ führte in der Vorsorgeuntersuchung des 

Beschwerdeführers mit 18 Monaten aus, dieser habe sich 

altersentsprechend entwickelt, weise aber in freudigen Situationen eine 

auffällig hohe Muskelspannung auf. In der Familie väterlicherseits 

(Grossvater, Onkel) bestehe der Verdacht auf eine Autismusstörung bei 

auffälligen Eigenheiten mit Schütteln der Hände und Pfeifen in freudigen 

Situationen. Entsprechend führte Dr. med. B._____ unter den Diagnosen 

den Vermerk "Z.B. Autismusspektrumstörung" an (vgl. 

Sprechstundenbericht vom 8. April 2014 [IV-act. 6/6]). In ihrem Bericht vom 

16. Mai 2019 (IV-act. 6/1 ff.) bestätigte Dr. med. B._____ sodann die 

Diagnose eines atypischen Autismus und hielt anamnestisch fest, beim 

Beschwerdeführer habe ab Kleinkindalter ein auffälliges Sozialverhalten 

mit Stereotypien, eine Sprachentwicklungsverzögerung und ein früher 

Verdacht auf Autismus bestanden. 

Anlässlich der Jahreskontrolle mit 4 Jahren am 20. Oktober 2016 stellte Dr. 

med. G._____, seinerzeit leitende Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin 

am Spital Y._____, den Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung und 

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wies eine sprachliche, sozio-emotionale Entwicklungsverzögerung aus 

(vgl. IV-act. 18/3). In ihrem objektiven Befund wies sie entsprechend darauf 

hin, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich noch undeutlich spreche, 

auch wenn er Sätze mit vier- bis fünf Worten grammatikalisch richtig bilde. 

Der Beschwerdeführer kenne noch keine Hauptfarben und frage immer 

öfter danach. Er könne keine kurze Geschichte erzählen und sozio-

emotional bestehe nach wie vor ein auffälliges Verhalten bzw. ein Muster 

mit körperlicher muskulärer Anspannung bei Freude oder Aufregung. 

Dasselbe wurde bereits bei der Jahreskontrolle mit 3 Jahren am 23. 

Oktober 2015 beschrieben: Beim Beschwerdeführer sei eine auffällige 

Freude zu beobachten i.S. einer Reaktion mit erhöhtem Muskeltonus und 

gestreckten Armen und Beinen. Zudem war bereits damals die 

Kommunikation und Sprache auffällig, die Aussprache undeutlich und der 

Beschwerdeführer habe nicht alle Tiere beim Namen benennen können, 

sondern teilweise deren Laute imitiert. Als interner Vermerk wurde dabei 

"DD Autismus" angebracht (vgl. IV-act. 18/4).

Mit rund 4 Jahren diagnostizierte auch Dr. med. E._____ in seinem Bericht 

vom 12. Dezember 2016 einen hochgradigen Verdacht auf das Vorliegen 

einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung, vereinbar mit einer Autismus-

Spektrum-Störung (vgl. IV-act. 18/6 f.). Er stellte anamnestisch deutliche 

Hinweise auf Echolalie fest. So sei die Sprachentwicklung deutlich 

verzögert. Zwar habe er im Alter von einem Jahr einzelne Worte 

gesprochen. Danach habe es aber einen Stillstand gegeben. Die 

Satzbildung sei deutlich verzögert. Er könne jetzt zwar Mehrwortsätze 

bilden, diese seien teilweise aber sehr unverständlich. Er rede auch 

auffällig schnell. Häufig habe man den Eindruck, er spreche in seiner 

eigenen Sprache, die nur er verstehe. Man sei sich auch nicht immer ganz 

sicher, ob er auf gestellte Fragen entsprechend eingehe oder nur 

schubladenartig Antworten gebe. Er antworte nicht immer in Bezug zu 

seinen Handlungen und wiederhole Sachen 10 bis 20-mal. Dies werde 

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auch von den Mitarbeitenden der Krippe bestätigt. Dank der Ergotherapie 

habe sich die motorische Entwicklung gebessert. Der Beschwerdeführer 

habe aber weiterhin eine deutliche motorische Unruhe. Nach einer 

Therapielektion, die rund 30 min dauere, brauche er bis zu 45 min um 

abzuschalten. Er renne durch den Raum und schwitze stark oder ziehe sich 

in selbst gebaute Höhlen zurück. Feinmotorisch habe er weiterhin wenig 

Ausdauer. Wenn etwas nicht gehe, verliere er schnell das Interesse (vgl. 

dazu auch den Verlaufsbericht der dipl. Ergotherapeutin H._____ vom 13. 

Dezember 2016 [IV-act. 18/8 ff.]). Die Ergotherapeutin hielt in sprachlicher 

Hinsicht insbesondere fest, dass der Wortschatz des Beschwerdeführers 

im Vergleich zu Gleichaltrigen deutlich eingeschränkt sei. Nach wie vor 

benutze er Floskeln. Zwar habe er seit ein paar Wochen begonnen, für ihn 

wichtige Ereignisse nachzuerzählen, dabei stelle er aber die zu erzählende 

Situation überwiegend pantomimisch nach und setze nur einzelne Wörter 

ein. Zum Verhalten hielt sie u.a. zusammengefasst fest, dass er eine starke 

motorische Unruhe zeige und Arbeitsschritte oft unterbreche. Es sei nicht 

möglich, ihn in einer Aufgabe selbständig arbeiten zu lassen. Im 

vorerwähnten Bericht vom 12. Dezember 2016 empfahl Dr. med. E._____ 

sodann eine vertiefte autismusspezifische Abklärung. Daneben sollte mit 

einer Frühförderung begonnen werden und für den anstehenden 

Kindergarteneintritt sei eine integrative Sonderbeschulung notwendig.

Mit knapp 4 1/3 Jahren schloss Dr. med. E._____ beim Beschwerdeführer 

zwar eine tiefgreifende Entwicklungsstörung aus, diagnostizierte aber eine 

psychointellektuelle Retardierung bei einem nonverbalen IQ von 69-73, ein 

erethisches Verhalten und eine Spracherwerbsstörung (vgl. Bericht vom 

27. März 2017 [IV-act. 12]). Zwar konnte weder mittels des durchgeführten 

ADOS (Verfahren zur Erfassung von sozialem Affekt sowie stereotyper und 

restriktiver Verhaltensweisen) noch durch das mit der Mutter abgehaltene 

ADI-R-Interview (strukturierte Befragung zur Erhebung von für die 

Diagnostik des Autismus notwendigen Informationen) die vermutete 

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Autismus-Spektrum-Störung erhärtet werden. Dr. med. E._____ 

beobachtete indes zahlreiche Auffälligkeiten: So seien u.a. die Gestik, der 

direkte Blickkontakt, das Interesse an anderen Kindern, das Bedürfnis, 

Vergnügen mit anderen zu teilen, die Qualität der sozialen 

Kontaktaufnahme, das Fantasiespiel und das imitierende soziale Spiel 

eingeschränkt und die Hand- und Fingermanierismen, die Angemessenheit 

sozialer Reaktionen, die stereotypen Lautäusserungen sowie Wortrituale 

auffällig gewesen. Gar als fehlend bezeichnete Dr. med. E._____ das 

Fantasiespiel mit Gleichaltrigen, die Reaktion auf Annäherungsversuche 

anderer Kinder sowie Gruppenspiele mit Gleichaltrigen. Insgesamt wies Dr. 

med. E._____ darauf hin, dass es sich beim Beschwerdeführer um ein Kind 

mit besonderem Förderbedarf handle. In seiner mit der Beschwerde 

beigebrachten Stellungnahme vom 17. Februar 2020 (Bf-act. B3) führte er 

präzisierend aus, der (hochgradige) Verdacht auf eine autismusspezifische 

Diagnostik sei klar vor Vollendung des 5. Lebensjahres durch ihn geäussert 

worden. Der Beschwerdeführer habe eindeutig auf Autismus hinweisende 

Auffälligkeiten gezeigt. Deshalb seien ja auch die entsprechenden 

Abklärungen erfolgt, wobei die entsprechende Diagnose dannzumal nicht 

habe gestellt werden können. 

Auch in den weiteren fachärztlichen Berichten (nach vollendetem 5. 

Lebensjahr) wurden Verhaltens- und Entwicklungsstörungen ausgewiesen. 

Dr. med. E._____ bestätigte in seinem Bericht vom 14. Dezember 2017 

(IV-act. 6/4 f.) die Diagnosen einer psychointellektuellen Retardierung 

(wobei er genetische Abklärungen zur Untersuchung eines möglichen 

mentalen Dysmorphiesyndroms empfahl), einer Spracherwerbsstörung 

und eines erethischen Verhaltens. So habe er beim Beschwerdeführer 

beobachten können, dass dieser sich bei Stress durchstrecke. Er sitze am 

Tisch und hebe plötzliche die Arme hoch, "fäustle" etwas und fange am 

ganzen Körper an zu zittern im Sinne einer Anspannung. Dies mache er 

bei Stress sowie bei Freude oder sonstiger Erregung. Laut seiner Mutter 

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überfordere es ihn, wenn mehr als vier Personen gleichzeitig mit ihm zu tun 

hätten. 

In ihrem Untersuchungsbericht vom 13. April 2018 (IV-act. 6/11 ff.) hielten 

Dr. med. C._____ und lic. phil. D._____ zum psychopathologischen Befund 

fest, der Beschwerdeführer sei ein 5 ¼-jähriger, äusserlich altersadäquat 

entwickelter Junge, der den Blickkontakt und die Mimik variabel einsetze, 

die Gestik aber nur wenig verwende. Er selbst initiiere nur wenig 

Interaktion. Die wechselseitige Kommunikation sei eingeschränkt. Er habe 

eine starke expressive Sprachstörung und scheine einiges auch nicht zu 

verstehen. Er sei stark von seinen Interessen geleitet, stelle kaum 

Gegenfragen und mach keine Kommentare. Auf einige Fragen habe er 

nicht oder nicht zutreffend geantwortet. Er spreche sehr schnell und mit 

eher wenig Intonation, so dass er teilweise schwer zu verstehen sei. Die 

Grammatik und der Wortschatz seien nicht altersentsprechend. Er zeige 

viel funktionales Spiel und Ansätze von Fantasiespiel. Während der 

Untersuchung zeige er eindeutige Manierismen. Er sei motorisch sehr 

unruhig, habe Mühe sich zu konzentrieren und verfüge über ein langsames 

Arbeitstempo. Entsprechend diagnostizierten Dr. med. C._____ und lic. 

phil. D._____ eine Artikulationsstörung (ICD-10 F80.0) sowie eine sonstige 

rezeptive Sprachstörung (ICD-10 F80.28) und stellten eine niedrige 

Intelligenz fest. In der Beurteilung führten sie an, der Beschwerdeführer 

zeige in ihrer Untersuchung mehr autistische Symptome, ohne dass aber 

zurzeit die diagnostischen Kriterien einer Autismus-Spektrum-Störung 

erfüllt seien. Es könnte sein, dass die Symptome deutlicher oder aber 

weiterhin gute Fortschritte erzielt würden. Anamnestisch werde deutlich, 

dass der Beschwerdeführer als Kleinkind auffälliger gewesen sei. Die 

Rigidität, die Ich-Bezogenheit und die vielen Wiederholungen in der 

Kommunikation sähen sie als autistische Züge. Deutlich im Vordergrund 

stünde die Sprachstörung, das langsame Arbeitstempo, die 

Konzentrationsprobleme und die Hyperaktivität. 

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Da beim Beschwerdeführer trotz erfreulicher Fortschritte in gewissen 

Bereichen in der Folge viele Symptome bestehen blieben bzw. sich 

verdeutlichten, stellten Dr. med. C._____ und lic. Phil. D._____ in ihrem 

Verlaufsbericht vom 9. April 2019 (IV-act. 6/7 ff.) letztlich die Diagnose einer 

Autismus-Spektrum-Störung (atypischer Autismus [F84.1]).

Aus dem Ausgeführten erhellt, dass vorliegend im massgebenden 

Zeitraum bis zum 14. Oktober 2017, als der Beschwerdeführer das 5. 

Lebensjahr vollendete, eindeutige autismusspezifische Symptome 

erkennbar waren, wenngleich die Diagnose einer Autismus-Spektrum-

Störung i.S. eines atypischen Autismus an und für sich dannzumal noch 

nicht gestellt werden konnte. Gleichwohl kann als diagnostisches Kriterium 

dafür – wie auch bei anderen Autismusformen (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts 9C_680/2018 vom 22. Juli 2019 E.3.6 m.H.) – angeführt 

werden, dass beim Beschwerdeführer eine Verzögerung bzw. Störung der 

Sprachentwicklung bereits früh festgestellt worden ist und sich wie ein roter 

Faden durch seine Kindheit zieht. So sei die Satzbildung deutlich verzögert, 

die Aussprache undeutlich, der Sprachfluss auffällig schnell und es 

entstehe häufig den Eindruck, dass er in seiner eigenen Sprache spreche, 

die nur er verstehe. Zudem bestünden Hinweise auf Echolalie, die 

Antworten des Beschwerdeführers widerspiegelten sich nicht unbedingt in 

seinen Handlungen und er wiederhole Sachen mehrfach. Ins Bild eines 

atypischen Autismus passen würde ferner, dass der Beschwerdeführer 

bereits vor Vollendung des 5. Lebensjahres unbestrittenermassen 

Verhaltens- und Entwicklungsstörungen sowie mit einem nonverbalen IQ 

von 69-73 eine psychointellektuelle Retardierung aufwies. Des Weiteren 

wurden zahlreiche Auffälligkeiten in der gegenseitigen sozialen Interaktion 

festgestellt, namentlich im Sinne einer begrenzten Mimik und Gestik bzw. 

eines eingeschränkten Blickkontakts, einer fehlenden Fähigkeit, gewisse 

Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzunehmen oder eines Mangels, 

Vergnügen mit anderen zu teilen. Daneben sind insbesondere auch 

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Rigidität und motorische Manierismen aktenkundig, in dem der 

Beschwerdeführer bereits im frühen Kindesalter in Momenten der 

Aufregung ein Muster mit körperlicher muskulärer Anspannung zeigte. Im 

Übrigen wurde eine deutliche motorische Unruhe festgestellt, die nur 

teilweise verbessert werden konnte. Insofern erscheint es aufgrund all 

dieser Auffälligkeiten nachvollziehbar, dass beim Beschwerdeführer bereits 

früh der (hochgradige) Verdacht auf das Vorliegen einer Autismus-

Spektrum-Störung geäussert wurde. Die Autismus-Spektrum-Störung – 

bzw., nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten 

und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10-WHO), die 

Gruppe "Tiefgreifende Entwicklungsstörungen" – ist nämlich durch 

qualitative Abweichungen in den wechselseitigen sozialen Interaktionen 

und Kommunikationsmustern und durch ein eingeschränktes, stereotypes, 

sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten 

gekennzeichnet. Zu dieser Gruppe gehört u.a der atypische Autismus (ICD-

10 F84.1). Diese Form der tief greifenden Entwicklungsstörung 

unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus entweder durch das Alter 

bei Krankheitsbeginn oder dadurch, dass die diagnostischen Kriterien nicht 

in allen genannten Bereichen erfüllt werden. Atypischer Autismus tritt sehr 

häufig bei schwer retardierten bzw. unter einer schweren rezeptiven 

Störung der Sprachentwicklung leidenden Patienten auf (vgl. 

DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer 

Störung, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Auflage, 

Bern 2014). 

In Gesamtwürdigung der Sachlage ist es demnach überwiegend 

wahrscheinlich, dass beim Beschwerdeführer bereits vor dem vollendeten 

5. Altersjahr krankheitsspezifische, therapiebedürftige Symptome des 

Geburtsgebrechens Ziff. 405 GgV Anhang erkennbar gewesen sind und 

deshalb ein Anspruch auf medizinische Massnahmen gemäss Art. 13 IVG 

besteht. Die Beschwerde erweist sich somit als begründet, weshalb sie 

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gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben ist. Die 

Beschwerdegegnerin wird die Modalitäten für die Kostenübernahme der 

beantragten Ergotherapie festzulegen haben. Bei diesem 

Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen und 

Anträge des Beschwerdeführers einzugehen.

5.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kan-

tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

jeweiligen Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen 

von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend legt das Gericht die 

Kosten auf Fr. 700.-- fest. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind 

die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. 

Art. 73 Abs. 1 VRG). 

5.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Per-

son Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Ausgangspunkt für die Kosten-

übernahme der Rechtsvertretung bildet die Honorarnote der Advokatin 

I._____ vom 13. Mai 2020, worin ein Auslagenersatz von insgesamt Fr. 

2'174.25 (bestehend aus 12.25 Std. Arbeits-/Zeitaufwand à Fr. 160.-- [Fr. 

1'960.--] zzgl. 3 % Spesenpauschale [Fr. 58.80] sowie 7.7 % MWSt [Fr. 

155.45]) geltend gemacht wurde. Dieser berücksichtigt den praxisgemäss 

geltenden, reduzierten Stundeansatzes für Hilfsorganisationen, zu denen 

auch die Procap Schweiz zu zählen ist (vgl. PVG 2010 Nr. 31 und Nr. 32), 

und erscheint dem streitberufenen Gericht angemessen. In diesem Umfang 

hat die Beschwerdegegnerin folglich dem Beschwerdeführer eine Parteien-

tschädigung auszurichten.

Demnach erkennt das Gericht:

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1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden vom 14. Januar 2020 aufgehoben. A._____ sind me-

dizinische Massnahmen nach Art. 13 IVG gestützt auf das Geburtsgebre-

chen Ziff. 405 GgV Anhang zuzusprechen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ mit Fr. 2'174.25 aus-

sergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]