# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 443b12ce-487b-5029-b2de-5df2af2179e8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 17.04.2012 R 2011 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2011-89_2012-04-17.pdf

## Full Text

R 11 89
5. Kammer 

URTEIL
vom 17. April 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. … ist Eigentümerin der Parzelle 157 an der Via … in …. … wohnt an der Via 

… (Stockwerkeigentum) und … an der Via ... (Wohnrecht), beide in ….

Am 7. April, mitgeteilt am 18. August 2009, erliess der Gemeindevorstand … 

den Quartiergestaltungsplan „…“. Der Quartiergestaltungsplan enthält neben 

den bestehenden Bauten (blau) auch die Lage von Baubereichen, wo 

Neubauten vorgesehen oder möglich sind (grün schraffiert). Die Parzelle 157 

enthält gemäss dem Quartiergestaltungsplan das Wohnhaus Assek.-Nr. 150 

und einen weiteren Bereich für einen Neubau.

2. Am 28. Juni, mitgeteilt am 27. Juli 2011, wies der Gemeindevorstand … die 

Einsprachen von … und … gegen das von … gestellte Gesuch betreffend 

Abbruch des bestehenden Mehrfamilienhauses mit Garage, Assek.-Nr. 150, 

auf Parzelle 157 in …, Via …, ab.

Der Gemeindevorstand erwog, dass gemäss Art. 18 des kommunalen 

Baugesetzes (BG) vom 13. Juni 2010 in der Kernzone I die historisch wertvolle 

und die für das alte Siedlungsbild typische Bausubstanz zu erhalten und 

sinnvoll zu erneuern sei. Gemäss Art. 74 des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) seien geschützte Objekte im Sinne 

von Art. 43 KRG zu erhalten. Die zum Abbruch vorgesehene Liegenschaft auf 

Parzelle 157 sei im generellen Gestaltungsplan (GGP) nicht als schützens- 

oder erhaltenswert bezeichnet. Deshalb sei bei der Ausarbeitung des 

geltenden Quartierplans "…" vorgeschrieben worden, dass das Gebäude auf 

Parzelle 157 grundsätzlich abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt 

werden dürfe. Die Baute sei weder in architektonischer noch in 

bauhistorischer Hinsicht von besonderer Bedeutung, weswegen sie nicht in 

den GGP aufgenommen worden sei. Sie sei in einem etwas veränderten 

Chaletstil erstellt worden und nicht gerade typisch für die ältere Bausubstanz 

in der Gemeinde … in den Kernzonen I und II.

Überdies gehe der Gemeindevorstand aufgrund der neuesten 

Rechtsprechung des Bundesgerichts in Bezug auf die Einsprachelegitimation 

im Baubewilligungsverfahren davon aus, dass … und … zur 

Einspracheerhebung legitimiert seien, auch wenn sich deren Liegenschaften 

etwas weiter entfernt vom Abrissobjekt befänden.

Mit separater Verfügung erteilte der Gemeindevorstand gleichentags … die 

Abbruchbewilligung unter Bedingungen und Auflagen.

3. Dagegen erhoben … und … (Beschwerdeführer) am 14. September 2011 

(Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und beantragten, die angefochtene Abbruchbewilligung sei 

aufzuheben und es sei der Abbruch des Gebäudes Assek.-Nr. 150, Parzelle 

157 in …, zu verweigern. Eventualiter sei der Entscheid zur Neubeurteilung 

an die Gemeinde zurückzuweisen.

In Bezug auf ihre Beschwerdelegitimation führten die Beschwerdeführer aus, 

dass sie in der Nachbarschaft der Parzelle 157 wohnten und der 

Gemeindevorstand überdies die Legitimation beider Beschwerdeführer 

ausdrücklich anerkannt habe.

Die Beschwerdeführer hielten weiter fest, dass das BG die Quartierplanung 

nicht näher regle, sondern in Art. 66 auf das kantonale Recht verweise. Der 

Quartierplan stütze sich aber gemäss Art. 51 KRG immer auf den Rahmen 

der kommunalen Grundordnung. Teil dieser Grundordnung sei Art. 18 BG, 

welcher folglich auch im Rahmen eines Quartierplans zu beachten sei. Die 

Gemeinde argumentiere nun, das Gebäude auf Parzelle 157 sei nicht 

erhaltenswert, weil es nicht in den GGP aufgenommen worden sei. Auch 

wenn Art. 43 Abs. 1 KRG von der Aufnahme "generell geschützter 

Einzelbauten" in den Gestaltungsplan spreche, sei nicht gesagt und könne 

auch nicht Sinn der Bestimmung und des öffentlichen Interesses sein, dass 

Bauten, die im GGP nicht als schützenswert bezeichnet seien, auf jeden Fall 

und immer abgerissen werden dürften. Vielmehr sei im Einzelfall zu 

entscheiden, ob ein Abriss eines alten Gebäudes erfolgen könne. Es komme 

häufig vor, dass einzelne erhaltenswerte Bauten von Gemeinden nicht in den 

GGP aufgenommen würden und es gebe sogar Gemeinden, die überhaupt 

keine schützenswerten Bauten im GGP bezeichneten, dies meist aus 

unsachlichen Gründen. Auch in den Quartiergestaltungsplanvorschriften 

(QPV) „…“ sei nichts geregelt, wonach die dort bestehenden Bauten einfach 

abgerissen werden dürften. Damit müsse Art. 18 BG berücksichtigt werden.

Die Beschwerdeführer seien der Überzeugung, dass es beim in Frage 

stehenden Haus um eine Baute gehe, welche gerade typisch für das Quartier 

„…“ und dessen altes Siedlungsbild in der Kernzone I sei. Die Abweisung der 

Einsprachen sei ohne nähere Prüfung erfolgt und deshalb willkürlich. Die 

Beantwortung der Frage über den Schutzwert der Liegenschaft werde nur 

mittels Expertise und Augenschein vor Ort erfolgen können. Diese würden 

hiermit beantragt.

4. Mit vorsorglicher Verfügung vom 30. September 2011, mitgeteilt gleichentags, 

erteilte der Instruktionsrichter der vorliegenden Beschwerde die von den 

Beschwerdeführern beantragte aufschiebende Wirkung.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2011 (Poststempel) beantragte … 

(Beschwerdegegnerin 2), auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, 

eventualiter sei sie abzuweisen.

Das Verwaltungsgericht habe sich unter anderem im Verfahren R 09 80 mit 

dem vorliegenden Fall befasst und einen Augenschein genommen. Ein 

erneuter Augenschein werde deshalb abgelehnt, ebenso eine Expertise über 

die Frage der historisch wertvollen Bausubstanz des Hauses auf Parzelle 157.

In ihrer Begründung führte die Beschwerdegegnerin 2 aus, die 

Beschwerdeführer seien nicht legitimiert, Beschwerde zu erheben. Der 

Beschwerdeführer … wohne an der Via ... Es sei unbekannt, welche 

Grundstücksnummer dies betreffe und die Nähe zum vorliegend in Frage 

stehenden Objekt könne somit nicht abschliessend geprüft werden. Die Via 

… ende aber beim „…“ und es sei somit klar, dass der Beschwerdeführer … 

mit Sicherheit ausserhalb einer genügenden nachbarlichen Beziehung 

wohne. Die Bejahung seiner Legitimation hiesse, dass eine 

Popularbeschwerde möglich wäre. Auch der Beschwerdeführer … sei nicht in 

einer genügenden nachbarlichen Beziehung. Zwar wohne er an der Via …, 

wo sich auch das in Frage stehende Grundstück der Beschwerdegegnerin 2 

befinde, doch sei auch in seinem Fall die Grundstücksnummer nicht bekannt, 

weshalb die Nähe nicht geprüft werden könne. Fest stehe jedenfalls, dass er 

nicht in die Quartierplanung „…“ einbezogen worden sei. Trotzdem sei er 

betreffend einen Augenschein des Verwaltungsgerichts vom 1. März 2010 

(Verfahren R 09 80) im Verteiler gewesen. Die Vernehmlassung in jenem 

Beschwerdeverfahren sei auch an … gegangen. Es sei unklar, ob es sich 

dabei um die Ehefrau des heutigen Beschwerdeführers … handle. Zudem 

hätten die Beschwerdeführer nicht nachgewiesen, ob sie überhaupt 

Eigentümer eines Grundstückes in … seien. Falls die Legitimation fehle, sei 

auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Die Beschwerdegegnerin 2 hielt weiter fest, dass im Rahmen des 

Quartierplanverfahrens Vernehmlassungen und eine Gemeindeabstimmung 

durchgeführt worden seien. Die Beschwerdeführer hätten damals nie geltend 

gemacht, das Gebäude auf Parzelle 157 sei schützenswert. Heute sei dieses 

Argument verspätet. Auch deshalb sei auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführer seien weder die bauliche 

Substanz noch die architektonische Qualität des Gebäudes auf Parzelle 157 

schutzwürdig. Wie aus der amtlichen Schätzung ersichtlich, sei der Bau 1933 

erstellt worden. Es handle sich um einen einfachen Strickbau, einfach gesägt 

und kostengünstig erstellt. An das Haus seien Elemente als Chalet-Architektur 

mit Zierleisten, Einrahmungen der Balkone usw. angebracht worden, alles 

untypisch für ein Bündner Haus und der Architektur von Fabrikchalets aus 

dieser Zeit gleichend. Ein gemauerter Teil, was für die wirklich alten Häuser 

in … typisch wäre, fehle hier. Giebelseitig sei ein Balkon eingezogen worden, 

anstelle einer Veranda unter einem Dachvorsprung, was üblicher wäre. Die 

Fenstereinteilung und deren Grösse und Form seien untypisch und 

entsprächen nicht einer historischen Bauweise. Schliesslich seien der Balkon 

im Dachgeschoss und die Lukarne nachträglich eingebaut worden. Hier liege 

mit Sicherheit keine schützenswerte Baute vor. Überdies wären die Kosten für 

eine umfassende Sanierung unverhältnismässig hoch.

Der Quartierplan umfasse auch einen Gestaltungsplan und regle in Art. 5 bis 

Art. 8 die bestehenden Wohnhäuser. Grundsätzlich gelte das Hofstattrecht, 

andernfalls sei der Baubereich auf der betreffenden Parzelle massgebend. 

Das in Frage stehende Objekt liege in der Kernzone I und sei im GGP nicht 

aufgeführt. Festzuhalten sei, dass der Quartiergestaltungsplan "…" sehr wohl 

in das örtliche BG als auch in den GGP eingebettet sei und den Vorschriften 

des KRG entspreche. Im Detailplan zu den QPV sei das Gebäude auf Parzelle 

157 nicht bezeichnet, auch nicht als „bestehendes Wohnhaus“. Folglich 

bestehe völlige Freiheit für dessen Abriss. Überdies habe sich das Gericht in 

VGU R 09 80 mit dem Baubereich für den Ersatzbau des Gebäudes Assek.-

Nr. 150 befasst und es sei unstrittig gewesen, dass dieser unabhängig vom 

heutigen Ausmass festgelegt werden durfte. Man habe damals also gewusst, 

dass der Abbruch vorgesehen gewesen sei und habe dies akzeptiert.

6. Am 2. November 2011 (Poststempel) beantragte auch die Gemeinde 

(Beschwerdegegnerin 1) in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Betreffend der Legitimation von … sei der Gemeinde ein Irrtum unterlaufen. 

Sie sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass dieser im gleichen 

Quartier wohne, in dem sich das in Frage stehende Objekt befinde. Er wohne 

aber an der äusseren Oberdorfstrasse. … könne deshalb nicht zur 

Beschwerde legitimiert sein. Ihm fehle sowohl die erforderliche räumliche 

Nähe zum geplanten Bauvorhaben als auch das besondere Interesse am 

Ausgang des Verfahrens bzw. werde er durch einen allfälligen Baubescheid 

weder in seiner tatsächlichen noch rechtlichen Situation in irgendeiner Weise 

berührt respektive werde seine Situation dadurch in keiner Weise verändert. 

Das Verwaltungsgericht habe die Legitimationsfrage von Amtes wegen zu 

prüfen, unabhängig davon, wie im Vorverfahren darüber entschieden worden 

sei.

In Bezug auf den Beschwerdeführer … liege möglicherweise ein Grenzfall vor. 

Nach Ansicht der Gemeinde sei auch er nicht legitimiert, weil auch bei ihm 

keine Betroffenheit in seiner tatsächlichen oder rechtlichen Situation als 

Wohnrechtsberechtigter in der Wohnung seiner Tochter vorliege. Auf die 

Beschwerde sei deshalb nicht einzutreten. Zwar sei er in den Quartierplan 

"…" einbezogen worden. Dies sei jedoch deshalb gerechtfertigt gewesen, weil 

es dort auch um Erschliessungsfragen gegangen sei. Daraus lasse sich aber 

keine Legitimation im heutigen Verfahren konstruieren.

Das Gebäude auf Parzelle 157 sei gemäss GGP weder erhaltens- noch 

schützenswert im Sinne von Art. 9 und Art. 10 BG. Der GGP sei damals (27. 

März 1977) unter Beizug von Fachleuten erstellt worden. Das Gebäude 

befinde sich in der Kernzone I, weshalb grundsätzlich Art. 18 BG gelte. Dieser 

schütze grundsätzlich nur schützenswerte Bauten vor dem Abbruch und 

verweise auch ausdrücklich auf den GGP (unter Verweis auf Art. 10 BG, der 

ein Abbruchverbot für schützenswerte Bauten enthalte). Somit dürfe gestützt 

auf die kommunale Gesetzgebung das Gebäude auf Parzelle 157 ohne 

weiteres abgebrochen werden. Auch der geltende Quartiergestaltungsplan 

sehe kein Abbruchverbot vor.

Auch gemäss kantonalem Recht (Art. 74 in Verbindung mit Art. 43 KRG) sei 

ein Abbruch nicht verboten. Die kantonalen Vorschriften seien eben gerade in 

Art. 9 - 11 BG konkretisiert worden, in Verbindung mit den GGP und den 

dazugehörenden Siedlungsinventar. Die Baute sei zudem erst 1933 erstellt 

worden, in einem für die Gemeinde nicht üblichen Chaletstil. Dieser 

unterscheide sich von den damals und zum Teil sich heute noch dort 

befindlichen alten Bauten. Das in Frage stehende Haus passe nicht in die 

nähere Umgebung. Es enthalte keine historisch wertvolle Bausubstanz und 

auch keine für das alte Siedlungsbild typische Bausubstanz im Sinne von Art. 

18 BG. Deswegen sei das Haus nicht in den GGP für die Kernzone I 

aufgenommen worden. Eine weitere Expertise sei nicht notwendig. Im alten 

Dorfteil finde sich kein einziges Gebäude wie dieses, was vom Gericht an 

einem Augenschein verifiziert werden könne.

7. Am 5. Dezember 2011 (Poststempel) hielten die Beschwerdeführer replicando 

an ihren Begehren fest.

… wohne als Stockwerkeigentümer an der Via …, Grundstück Parzelle 139, 

und damit in der weiteren Nachbarschaft des Abbruchobjekts. Das Kriterium 

der räumlichen Nähe sei folglich erfüllt. Auch das materielle Schutzbedürfnis, 

das schutzwürdige Interesse an der Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids, sei gegeben. Er wäre durch den Abbruch mehr als jedermann 

betroffen. Einmal wäre er aufgrund der räumlichen Beziehung betroffen, 

anderseits, weil er ein besonderes Gefühl für alte und schutzbedürftige 

Bauten habe. Der Abbruch träfe ihn somit mehr als andere. Zudem habe die 

Gemeinde seine Legitimation im vorinstanzlichen Verfahren bejaht. Wenn sie 

jetzt die Legitimation verneine, verhalte sich die Gemeinde 

rechtsmissbräuchlich.

… wohne im Wohnrecht an der Via …, Grundstück Parzelle 164. Die 

räumliche Nähe sei gegeben, weil er im gleichen Quartier wohne, in dem das 

Abbruchobjekt liege. Ebenso wie der Beschwerdeführer … wäre er durch den 

Abbruch des in Frage stehenden Hauses besonders betroffen. Er wohne 

sogar im gleichen Quartier. Als Nachbar habe er mehr als die Allgemeinheit 

ein Interesse am Erhalt schützenswerter Bauten im Quartier. Überdies habe 

auch er ein besonderes Gefühl für Altbauten.

Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 2 sei ein Nachweis dafür, 

dass die Beschwerdeführer Eigentümer ihrer jeweiligen Grundstücke seien, 

nicht erforderlich, da auch Mieter und Pächter zur Beschwerdeführung 

legitimiert seien. Das Recht, sich gegen ein Bauvorhaben oder wie im 

vorliegenden Fall gegen einen allfälligen Abbruch zur Wehr zu setzen, werde 

nicht aus dem Eigentumsrecht abgeleitet (unter Verweis auf BGE 116 Ia 177; 

131 III 414).

Zur Ansicht der Beschwerdegegnerin 1, es handle sich bei der Liegenschaft 

auf Parzelle 157 nicht um eine schützenswerte Baute, führten die 

Beschwerdeführer erneut aus, die Gemeinde sei gemäss Art. 43 Abs. 1 KRG 

nicht verpflichtet, sämtliche schutzwürdigen Bauten in den GGP 

aufzunehmen. Deswegen sei immer im Einzelfall über einen allfälligen Abriss 

zu entscheiden. Die Schutzwürdigkeit der Liegenschaft könne nur mittels 

Expertise und Augenschein zusammen mit der Denkmalpflege Graubünden 

beantwortet werden.

Weil aus Art. 43 Abs. 1 KRG nicht abgeleitet werden könne, dass alle 

geschützten Objekte im GGP aufgezählt seien, habe für die 

Beschwerdeführer überdies keine Pflicht bestanden, die Schutzwürdigkeit des 

Abbruchobjekts im Quartierplanverfahren geltend zu machen.

Die allfälligen Sanierungskosten seien kein Argument gegen die 

Schutzwürdigkeit des in Frage stehenden Gebäudes. Aus dem erläuternden 

Bericht zum Quartierplanverfahren könne die Beschwerdegegnerin 2 

überdies nichts ableiten, im Gegenteil, es treffe genau auf den vorliegenden 

Fall zu, dass es sich um historisch wertvolle und für das alte Siedlungsbild 

typische Bausubstanz handle, welche zu erhalten und sinnvoll zu erneuern 

sei.

8. Am 13. Dezember 2011 hielt die Gemeinde duplicando an ihren 

Rechtsbegehren fest. Die Legitimation der Beschwerdeführer habe das 

Verwaltungsgericht von Amtes wegen zu prüfen. Der GGP mit dem 

dazugehörigen Siedlungsinventar sei vom Stimmvolk gutgeheissen und 

anschliessend durch die Regierung genehmigt worden. Der GGP sei somit für 

die Behörden und die Grundeigentümer verbindlich. Diese dürften sich darauf 

verlassen. Falls ein GGP in Bezug auf die schützenswerten Bauten fehlen 

würde, wäre tatsächlich im Einzelfall zu entscheiden, ob ein schützenswertes 

Gebäude im Sinne von Art. 43 KRG vorliege. Hier existiere allerdings ein 

GGP. Folgte man der Auffassung der Beschwerdeführer, wonach trotz GGP 

mit Siedlungsinventar jederzeit jede Liegenschaft unter Schutz gestellt 

werden könnte, würde die Funktion des GGP praktisch aufgehoben und es 

entstünde eine grosse Rechtsunsicherheit. Jeder Grundeigentümer, der im 

Vertrauen auf die Geltung des GGP entsprechende Planungskosten auf sich 

nehme, dürfe darauf vertrauen, dass dieser Plan durch die Baubehörden der 

Gemeinde auch dementsprechend angewendet werde.

Mit dem Bau des von der Baubehörde inzwischen bewilligten Neubaus im 

Hofstattrecht anstelle des bestehenden Gebäudes dürfe selbstverständlich 

erst begonnen werden, wenn die hier angefochtene Abbruchbewilligung 

rechtskräftig werde.

9. Am 15. Dezember 2011 (Poststempel) hielt auch die Beschwerdegegnerin 2 

duplicando an ihren Rechtsbegehren fest. Grundsätzlich würden sowohl eine 

Expertise als auch ein Augenschein abgelehnt, weil die Auseinandersetzung 

der Gemeinde mit dem Gebäude schon anlässlich des 

Quartiergestaltungsplanes erfolgt sei. Wenn schon würde eine Expertise 

ausreichen. Der Beschwerdeführer … habe sich bereits im 

Quartierplanverfahren wehren können. Deswegen sei auf seine Beschwerde 

wegen Verspätung nicht mehr einzutreten.

Der Beschwerdeführer … wohne ca. 500 m entfernt vom Abbruchobjekt an 

einem völlig anderen Ort. Auf sein besonderes Gefühl für Altbauten komme 

es nicht an, es reiche nicht, um ein besonderes Interesse, wie von der 

Bundesgerichtspraxis gefordert, herzustellen. Seine Beschwerde sei folglich 

eine reine Popularbeschwerde, weshalb Nichteintreten zwingend sei. Der 

Beschwerdeführer … wohne zwar in einer genügend räumlich nahen 

Beziehung, allerdings sei seine Beschwerde verspätet.

10. Am 23. Januar 2012 (Poststempel) stellte die Gemeinde dem Gericht eine 

Kopie des Regierungsbeschlusses vom 11./29. Juli 1977 zu. Sie wies darauf 

hin, dass in diesem Beschluss die GGP für das Dorf und für … und … ohne 

Auflagen genehmigt worden seien. Sie gehe davon aus, dass die Regierung 

schon damals die betroffenen Ämter, unter anderem auch das Amt für 

Denkmalpflege, im Rahmen einer internen Vernehmlassung zur 

Stellungnahme aufgefordert habe und offenbar seitens dieser Behörde 

damals keine Einwände erhoben worden seien. Im erwähnten 

Regierungsbeschluss wurden die GGP Dorf, … und … vom 27. März 1977 

genehmigt. In den Erwägungen schrieb die Regierung, dass der 

Genehmigung dieser Pläne nichts entgegenstehe.

11. Am 6. Februar 2012 (Poststempel) liessen sich die Beschwerdeführer dazu 

vernehmen. Der Regierungsbeschluss äussere sich nicht zu einer allfälligen 

Erhaltenswürdigkeit bestehender Bauten. Somit könne daraus nichts 

abgeleitet werden. Vielmehr werde mit dem Beschluss geradezu untermauert, 

dass es Gemeinden gebe, die überhaupt keine schützenswerten Bauten im 

Gestaltungsplan bezeichneten. Zudem stammten der Regierungsentscheid 

und der darin erwähnte GGP aus dem Jahr 1977. Seither habe sich die 

herrschende Meinung über die Erhaltenswürdigkeit und den Denkmalschutz 

von Gebäuden grundsätzlich geändert und verschärft. Gerade in den 

Siebzigerjahren seien etliche Bauten abgerissen worden, welche wohl heute 

unter Denkmalschutz stünden und deren Abriss bedauert werde. Wenn also 

die Erhaltenswürdigkeit einzelner Bauten in … 1977 überhaupt diskutiert 

worden sei, was bestritten werde, bedeute dies noch lange nicht, dass die 

Erhaltenswürdigkeit des Gebäudes Assek.-Nr. 150 auf Parzelle 157 in … 

heute immer noch gleich beurteilt würde. Die Beurteilung sei im laufenden 

Verfahren vorzunehmen. Der Regierungsbeschluss könne dazu nichts 

beitragen.

12. Am 15. März 2012 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort 

und Stelle durch, an welchem der Beschwerdeführer …, vertreten durch 

Rechtsanwalt …, die Beschwerdeführerin …, vertreten durch Rechtsanwalt 

…, Rechtsanwalt … als Vertreter der Gemeinde, der kantonale 

Denkmalpfleger …, …, Leiter des Bauamts der Gemeinde …, …, ehemaliger 

Mitarbeiter der Denkmalpflege und Berater der Gemeinde sowie …, Architekt 

der Beschwerdeführerin …, erschienen. Der Beschwerdeführer … war nicht 

anwesend und liess sich durch seinen Anwalt Dr. … vertreten. Allen 

Anwesenden wurde Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten 

mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern. Nach einer Betrachtung 

des in Frage stehenden Hauses sowohl von aussen als auch von innen, 

wurden die beiden Sachverständigen, … und …, seitens des Gerichts 

aufgefordert, ihre Beurteilung des in Frage stehenden Haus abzugeben. 

Angesichts der Beurteilungen der Sachverständigen beantragte der Vertreter 

der Beschwerdeführer beim Gericht einen Zeitraum für Parteigespräche. 

Diese wurden im Anschluss an den Augenschein durchgeführt, wobei der 

Vorsitzende die Parteien aufforderte, dem Gericht unverzüglich mitzuteilen, 

sollte es zu einer aussergerichtlichen Einigung zwischen den Parteien 

kommen oder sollten die Verhandlungen scheitern.

13. Mit Schreiben vom 20. März 2012 (Poststempel) teilte Luzius Graf dem 

Gericht mit, dass zwischen den Parteien keine Einigung habe erzielt werden 

können und das Gericht um eine Entscheidung gebeten werde. Dem 

Schreiben lag die Kopie einer Korrespondenz zwischen dem Architekten und 

dem Vertreter der Beschwerdeführer bei.

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet der kommunale 

Einspracheentscheid der Gemeinde … vom 28. Juni/27. Juli 2011, mit 

welchem die der Beschwerdeführerin 2 erteilte Abbruchbewilligung unter 

gleichzeitiger Abweisung der dagegen von den heutigen Beschwerdeführern 

erhobenen Einsprache erteilt worden ist. Streitig und zu prüfen ist die Frage, 

ob die Gemeinde … das Abbruchvorhaben der Beschwerdegegnerin 2 zu 

Recht bewilligt hat.

2. a) Vorab ist die Frage der Legitimation der Beschwerdeführer zu klären. Art. 33 

Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) lautet 

wie folgt:
Art. 33 Kantonales Recht

1. (…)

2. (…)

3. Es (das kantonale Recht) gewährleistet

a. die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht,

b. die volle Überprüfung durch wenigstens eine Beschwerdebehörde.

4. (…)

Der Verweis im eben zitierten Artikel auf die Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten betrifft seit dem Inkrafttreten des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) und des 

Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht (VGG; SR 173.32) am 

1. Januar 2007 die Legitimationsbestimmungen von Art. 89 BGG i.V.m. 

Art. 111 Abs. 1 und 2 BGG. Damit gelten die Legitimationserfordernisse, die 

Lehre und Rechtsprechung zu diesen Vorschriften entwickelt haben, auch für 

das kantonale Rechtsmittelverfahren, auf das Art. 33 RPG anwendbar ist (vgl. 

AEMISEGGER/HAAG, Kommentar zum RPG, Zürich u.a. 2010, Art. 33 N. 53 mit 

weiteren Hinweisen). Die Legitimation zur Beschwerdeerhebung gemäss Art. 

50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) muss 

folglich den Anforderungen der Legitimation zur Beschwerdeerhebung 

gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG genügen.

Das Bundesgericht umschreibt die Legitimation im Sinne von Art. 89 Abs. 1 

BGG bezogen auf die erforderliche räumliche Nähe zu Streitgegenstand 

bildenden Bauprojekten wie folgt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2010 

1C_236/2010, E. 1.3 und 1.4): „Zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten an das Bundesgericht ist gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG 

berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine 

Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a), durch den angefochtenen 

Entscheid besonders berührt ist (lit. b) und ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung oder Änderung besitzt (lit. c). Verlangt ist somit neben der 

formellen Beschwer, dass der Beschwerdeführer über eine spezifische 

Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt und einen praktischen Nutzen aus 

der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids zieht. Die Nähe 

der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten insbesondere in 

räumlicher Hinsicht gegeben sein. Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, 

wenn die tatsächliche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers durch 

den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (vgl. Botschaft vom 

28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 

S. 4236). Die Voraussetzungen von Art. 89 Abs. 1 lit. b und lit. c BGG hängen 

eng zusammen. Es kann insoweit an die Grundsätze, die zur 

Legitimationspraxis bei der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Art. 103 lit. 

a OG entwickelt worden sind, angeknüpft werden (BGE 133 II 400 E. 2.2 

S. 404 f. mit Hinweisen).

Die Behauptung allein, jemand sei von den Folgen einer Baubewilligung 

betroffen, genügt nicht, um die Beschwerdebefugnis zu begründen. Vielmehr 

muss aufgrund des konkreten Sachverhalts das besondere Berührtsein und 

das schutzwürdige Interesse glaubhaft erscheinen, ansonsten stünde 

jedermann die Beschwerdeberechtigung zu, der eine unzutreffende 

Behauptung aufstellt. Dies liefe im Ergebnis auf eine unzulässige 

Popularbeschwerde hinaus. Ein Kriterium für die Beurteilung der 

Beschwerdebefugnis eines Nachbarn ist die räumliche Nähe seines 

Grundstücks zum umstrittenen Bauvorhaben, wobei es nicht auf abstrakt 

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bestimmte Distanzwerte ankommt. Das Beschwerderecht wird aber in der 

Regel anerkannt, wenn die Liegenschaft des Nachbarn unmittelbar an das 

Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon 

getrennt wird (BGE 121 II 171 E. 2b S. 174 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts 1A.98/1994 vom 28. März 1995 E. 2b, in: ZBl 96/1995 S. 528 

f.; Heinz Aemisegger/Stephan Haag, Kommentar zum RPG, Zürich 2010, Art. 

33 N. 57 ff.).

Liegt diese besondere Beziehungsnähe in räumlicher Hinsicht vor, braucht 

das Anfechtungsinteresse nicht mit dem Interesse übereinzustimmen, das 

durch die von der beschwerdeführenden Person als verletzt bezeichneten 

Normen geschützt wird (vgl. Peter Karlen, Das neue Bundesgerichtsgesetz, 

2006, S. 52; Beusch/Moser/Kneubühler, Ausgewählte prozessrechtliche 

Fragen im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht, ZBl 2008 S. 15 f.). 

Der Nachbar kann mithin die Überprüfung eines Bauvorhabens im Lichte all 

jener Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne 

auf seine Stellung auswirken, so dass ihm im Falle des Obsiegens ein 

praktischer Nutzen entsteht. Nicht zulässig ist hingegen das Vorbringen von 

Beschwerdegründen, mit denen einzig ein allgemeines öffentliches Interesse 

an der richtigen Anwendung des Rechts verfolgt wird (BGE 133 II 249 E. 1.3.2 

S. 253), ohne dass dem Beschwerdeführer im Falle des Obsiegens ein Vorteil 

entsteht. Das Element des praktischen tatsächlichen Nutzens bildet somit ein 

wichtiges Eintretenskriterium, mit welchem ein "Ausufern" der 

Beschwerdemöglichkeiten verhindert werden kann (Heinz Aemisegger, Erste 

Erfahrungen mit dem Bundesgerichtsgesetz, in: Jusletter vom 10. November 

2008 N. 52 und 65, www.weblaw.ch, besucht am 14. Juli 2010).“

b) Für das Verfahren vor Verwaltungsgericht gilt gemäss Art. 11 Abs. 1 VRG die 

Untersuchungsmaxime, d.h. der Sachverhalt ist von Amtes wegen zu 

ermitteln. Folglich muss auch das Vorliegen der Voraussetzungen der 

Beschwerdelegitimation von Amtes wegen geprüft werden. Daraus folgt, dass 

der Entscheid der Vorinstanz über das Vorliegen der Voraussetzungen der 

Legitimation das Gericht nicht bindet. Die Argumentation der 

Beschwerdeführer, die Gemeinde verhalte sich entgegen Treu und Glauben, 

wenn sie im Beschwerdeverfahren nun anders argumentiere, ist deshalb 

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unbehelflich. Richtig ist hingegen, dass neben den Eigentümern benachbarter 

Liegenschaften auch Stockwerkeigentümer, Baurechtsinhaber, Mieter und 

Pächter die Legitimationsvoraussetzungen von Art. 89 Abs. 1 BGG erfüllen 

können (AEMISEGGER/HAAG, a.a.O., Art. 33 N. 60). Diesbezüglich erfüllen 

folglich beide Beschwerdeführer die Legitimationsvoraussetzungen. Ebenso 

haben sie vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen. Fraglich ist 

indessen, ob die Beschwerdeführer durch den angefochtenen Entscheid 

besonders berührt sind und ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Aufhebung oder Änderung besitzen, in anderen Worten, ob die bei 

Bauprojekten vorausgesetzte Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand in 

räumlicher Hinsicht gegeben ist.

c) Es stellt sich somit die Frage, ob das Kriterium der räumlichen Nähe der 

Beschwerdeführer zum Bauprojekt vorliegend erfüllt ist. Wie die 

Beschwerdegegnerin 2 richtig ausführte, wohnt der Beschwerdeführer … ca. 

500 Meter entfernt vom in Frage stehenden Abbruchobjekt. Der Augenschein 

hat zutage gebracht, dass … von seinem Wohnort aus keinen Blickkontakt 

zum Haus der Beschwerdegegnerin 2 hat. Wie ein Überblick über die 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Legitimation von Dritten in Bezug 

auf die räumliche Distanz der Liegenschaft des Beschwerdeführers zum 

Bauvorhaben zeigt, verneinte das Bundesgericht die Beschwerdelegitimation 

bereits bei einer räumlichen Nähe von 130 bis 200 Metern bei fehlender 

Immissionszunahme (vgl. den Katalog in AEMISEGGER/HAAG, a.a.O., Art. 33 N. 

58 ff.). Folglich muss eine Entfernung von 500 Metern zum in Frage stehenden 

Bauobjekt bei fehlenden Immissionen die Legitimation ausschliessen.

Das Kriterium der fehlenden räumlichen Nähe kann auch nicht durch das 

behauptete besondere subjektive Interesse des Beschwerdeführers an der 

Erhaltung älterer Gebäude kompensiert werden. Ein solches Interesse kann 

schon deshalb keine Rolle spielen, weil damit aufgrund des konkreten 

Sachverhalts die Voraussetzungen der Glaubhaftigkeit des besonderen 

Berührtseins und des schutzwürdigen Interesses ausgehebelt würden und 

jedem, der eine unzutreffende Behauptung aufstellen würde, die 

Beschwerdeberechtigung zukäme, was zur verpönten Popularbeschwerde 

führte. Ein vorgebrachtes Interesse muss nach objektivierter 

Betrachtungsweise vorliegen, eine subjektive Empfindlichkeit oder ein 

affektives Interesse sind nicht zu berücksichtigen (vgl. KÖLZ/BOSSHART/RÖHL, 

Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl. 

Zürich 1999, § 21 N. 21 mit weiteren Hinweisen). Zusammenfassend bleibt 

somit festzuhalten, dass auf die Beschwerde von … mangels Legitimation 

nicht eingetreten werden kann.

In Bezug auf den Beschwerdeführer … stellt sich die Situation anders dar, 

zumal er – wie das Gericht anlässlich des Augenscheins feststellen konnte – 

in der zwar nicht unmittelbaren, doch immerhin entfernteren Nachbarschaft 

des in Frage stehenden Hauses wohnt. In Anlehnung an die aktuelle 

bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. vorstehend Ziff. 2a) muss das 

Beschwerderecht von … anerkannt und auf seine Beschwerde eingetreten 

werden. Die Behauptung – unter Hinweis auf den rechtskräftigen Quartierplan 

– der Beschwerdeführerin 2, der Beschwerdeführer … hätte sich bereits im 

Quartierplanverfahren wehren können, weshalb seine Beschwerde zum 

jetzigen Zeitpunkt verspätet sei, ist nicht zu hören. … musste lediglich 

aufgrund des Quartierplans nicht damit rechnen, dass das in Frage stehende 

Gebäude auf jeden Fall abgebrochen werden darf. Zusammenfassend ergibt 

sich somit, dass nachfolgend nur auf die Beschwerde von … eingetreten 

werden kann.

3. a) In materieller Hinsicht ist zunächst zu klären, ob das kommunale Baugesetz 

(BG) vom 13. Juni 2010, von der Regierung genehmigt am 18. Januar 2011, 

auf das vorliegende Abbruchgesuch Anwendung findet.

Art. 67 BG regelt das Inkrafttreten und bestimmt, dass das Baugesetz nach 

Annahme durch die Urnengemeinde und Genehmigung der Regierung in Kraft 

tritt und für alle beim Inkrafttreten noch nicht bewilligten Gesuche gilt. 

Vorliegend wurde das Abbruchgesuch am 28. Juni 2011, mitgeteilt am 27. Juli 

2011, bewilligt. Folglich ist das neue Baugesetz darauf anwendbar.

b) Auf das Abbruchgesuch sind selbstverständlich auch der geltende 

Quartierplan (QP) respektive dessen Quartiergestaltungsplanvorschriften 

(QPV) anwendbar. Die QPV enthalten für das gemäss QP als "bestehendes 

Wohnhaus" bezeichnete Gebäude Assek.-Nr. 150 in Art. 5 folgende 

Regelung: "Für bestehende Wohnhäuser sind bei sämtlichen Bauvorhaben 

das Hofstattrecht sowie die Vorschriften zum Generellen Gestaltungsplan 

massgebend." Das BG bestimmt in Art. 9 zum Generellen Gestaltungsplan 

(GGP), dass dieser mit dem dazu gehörenden Siedlungsinventar die 

schützenswerten und erhaltenswerten Bauten enthalte. Art. 10 BG legt 

sodann fest, dass die als schützenswert bezeichneten Bauten nicht 

abgebrochen werden dürfen. Art. 11 BG lautet schliesslich, dass 

erhaltenswerte Bauten und Bauteile bei Umbauten zu erhalten und bei 

Wiederaufbau in ihrer äusseren Erscheinung mit Einschluss der genauen 

Masse wiederherzustellen seien Die übrigen Bauteile könnten bei Abbruch 

nach Wahl des Eigentümers entweder im Hofstattrecht oder nach 

Regelbauweise erstellt werden (Art. 11 BG Satz 2).

c) Fraglich ist nun, ob das zur Diskussion stehende Gebäude Assek.-Nr. 150 

erhaltens- oder schützenswert ist. Im geltenden GGP vom 6. Oktober 1976 

(Planungsstand 11. November 1978) ist das Gebäude Assek.-Nr. 150 weder 

als schützens- noch als erhaltenswert bezeichnet. Als gesetzliche Grundlage 

für ein Abbruchverbot kommen aber lediglich – wie vorstehend unter Ziff. 3b 

erläutert – Art. 9 in Verbindung mit Art. 10 BG, wonach im GGP als 

schützenswert bezeichnete Bauten nicht abgebrochen werden dürfen, in 

Frage. Das Gebäude Assek.-Nr. 150 gehört nicht zu den schützenswerten 

Bauten, weshalb gestützt auf diese Bestimmungen kein Abbruchverbot 

erlassen werden durfte.

d) Nebst den bereits zitierten Vorschriften enthält das BG in Art. 18 folgende 

Bestimmung mit der Marginalie Kernzone I: „In der Kernzone I ist die historisch 

wertvolle und die für das alte Siedlungsbild typische Bausubstanz zu erhalten 

und sinnvoll zu erneuern. Neu- und Umbauten sind auch in den wesentlichen 

konstruktiven Merkmalen wie Öffnungen, Lauben, Fassaden und 

Dachgestaltung den im Generellen Gestaltungsplan als schützens- oder 

erhaltenswert bezeichneten Bauten anzupassen. (…).“ Satz 1 dieser 

Vorschrift, wonach in der Kernzone I, worin das fragliche Gebäude liegt, die 

historisch wertvolle und die für das alte Siedlungsbild typische Bausubstanz 

zu erhalten und sinnvoll zu erneuern ist, nimmt keinen Bezug auf den GGP. 

Die Vorschrift stellt damit generell für die Kernzone I ein Erhaltungsgebot für 

historisch wertvolle und für das alte Siedlungsbild typische Bausubstanz auf 

und bildet damit für solche Bauten eine gesetzliche Grundlage für ein 

Abbruchverbot ("Bausubstanz zu erhalten"); denn die Erhaltung der 

Bausubstanz kann nur bedeuten, dass diese eben nicht abgebrochen werden 

darf. Dies muss auch innerhalb des Quartierplanperimeters "…" gelten, kann 

eine Quartierplanung doch nur innerhalb der Grundordnung Wirkung entfalten 

(Art. 51 Abs. 1 KRG). Die entscheidende Frage ist somit – unabhängig davon, 

ob es im GGP figuriert oder nicht –, ob das abzubrechende Gebäude 

respektive dessen Bausubstanz historisch wertvoll und für das alte 

Siedlungsbild typisch ist. Dieser Frage ist das Gericht anlässlich des 

Augenscheins unter Beizug zweier Sachverständiger nachgegangen.

e) Den Ausführungen von …, ehemaliger Mitarbeiter der Denkmalpflege und 

Berater der Gemeinde …, war anlässlich des Augenscheins zu entnehmen, 

dass es sich beim in Frage stehenden Haus um ein Industrieprodukt seiner 

Zeit handle, das u.a. aus Sperrholz hergestellt sei, das dazumal zwar modern, 

jedoch billig gewesen sei. Die Erhaltung des Hauses liege nicht im öffentlichen 

Interesse, es handle sich um ein einfaches Haus und nicht um eine Perle der 

Tourismusdestination ….

Der kantonale Denkmalpfleger … führte zum in Frage stehenden Haus aus, 

dass es an peripherer Lage, in einer ersten Erweiterungszone des Dorfes 

stehe und ein frühes Objekt der Entwicklung des Dorfes darstelle. Das Haus 

sei im Rahmen des Wachstums von … entstanden, das Baujahr sei 1933. 

Relevant für die Beurteilung, ob ein Haus erhaltens- oder gar schützenswert 

sei, sei seine historische Qualität bzw. seine historische Bedeutung als 

Zeitzeuge. Es stelle sich also die Frage, ob das Haus einen speziellen Typus 

darstelle, der eine bestimmte Zeit repräsentiere. Konkret habe das Haus aber 

kein spezielles Alter, d.h. es sei nicht besonders alt und stelle auch keinen 

Sondertypus dar. Eine in den Kontext des Dorfes eingebettete Beurteilung sei 

allerdings schwierig, da eine Gesamtbeurteilung über … nötig wäre, welche 

nicht vorliege. Würde man anlässlich einer Gesamtbeurteilung über das Dorf 

zum Schluss kommen, das in Frage stehende Haus sei das Letzte seines 

Typus, könnte man allenfalls zum Schluss kommen, dass es schützenswert 

sei. Ohne diese Gesamtbeurteilung habe er jedoch den Verdacht, dass das 

Haus keinen schützenswerten Charakter habe und höchstens, wenn 

überhaupt, erhaltenswert sei.

f) Die Ausführungen der beiden Sachverständigen haben gezeigt, dass kaum 

ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des in Frage stehenden Gebäudes 

auszumachen ist, allenfalls stellt das Haus das Letzte seines Typus dar, was 

jedoch mangels fehlender Grundlagen für eine Gesamtbeurteilung des Dorfes 

… nicht zu eruieren ist. Allerdings erachtet das Gericht diesen Punkt auch 

nicht für wesentlich, zumal die Schutzwürdigkeit des Abbruchobjekts als 

solches in Frage steht und nicht dessen Beziehung zu den anderen Häusern 

im Dorf. Überdies spricht Art. 18 BG allein von der historisch wertvollen und 

für das alte Siedlungsbild typischen Bausubstanz, welche zu erhalten und 

sinnvoll zu erneuern ist, und nimmt explizit keinen Bezug auf eine 

Gesamtbeurteilung des Dorfes (vgl. vorstehend E. 3d). Andere Argumente, 

weshalb sich das abzubrechende Gebäude respektive dessen Bausubstanz 

als historisch wertvoll erweisen könnte, konnten den Ausführungen der 

Sachverständigen nicht entnommen werden. Es besteht somit für das Gericht 

kein Anlass, an den Aussagen der Sachverständigen zu zweifeln. Damit 

erweist sich das abzubrechende Gebäude respektive dessen Bausubstanz 

weder als historisch wertvoll noch für das alte Siedlungsbild typisch und einem 

Abbruch steht auch im Sinne von Art. 18 BG nichts im Wege.

4. Die vorstehenden Erwägungen haben gezeigt, dass ein Abbruch des in Frage 

stehenden Hauses sowohl aufgrund der anlässlich des Augenscheines 

gewonnenen Erkenntnisse als auch aus rechtlicher Sicht möglich ist. Die 

Gemeinde hat damit ihr Ermessen nicht überschritten und die 

Abbruchbewilligung zu Recht erteilt. Die vorliegende Beschwerde ist demnach 

abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Die Gerichtskosten gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG hälftig und unter solidarischer Haftung zulasten der 

Beschwerdeführer, welche zudem hälftig und unter solidarischer Haftung die 

anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin 2 nach Art. 78 Abs. 1 VRG 

angemessen zu entschädigen haben. Die vom Vertreter der 

Beschwerdegegnerin 2 eingereichte Kostennote erscheint dem Gericht 

angemessen. Die Kostennote datiert allerdings vom 19. Dezember 2011 und 

enthält somit die Aufwendungen für den Augenschein noch nicht, weshalb das 

Gericht die diesbezügliche aussergerichtliche Entschädigung nach Ermessen 

festlegt. Insgesamt erscheint vorliegend eine Entschädigung von Fr. 1'000.-- 

(inkl. MWST) als angemessen. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 

Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie 

in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht 

vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 504.--

zusammen Fr. 4‘504.--

gehen hälftig und unter solidarischer Haftung zulasten von … und von … und 

sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. … und … entschädigen hälftig und unter solidarischer Haftung … 

ausseramtlich mit Fr. 1'000.-- (inkl. MWST).

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 10. September 

2012 als durch Rückzug erledigt abgeschrieben (1C_314/2012).