# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5050e9e3-aa00-55ed-95fc-cad250f3f93e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.02.2023 C-5368/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5368-2020_2023-02-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-5368/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Caroline Bissegger,  

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,  

Gerichtsschreiber Daniel Golta. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland),  

vertreten durch Dr. iur. Volker Pribnow, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 IV, Invalidenrente;  

Verfügung der IVSTA vom 20. Oktober 2020. 

 

 

 

C-5368/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der am (…) 1961 geborene und in seiner Heimat wohnhafte deutsche 

Staatsangehörige A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwer-

deführer) ist gelernter Techniker (Mechaniker mit Meisterschule, Techniker 

für Betriebswirtschaft, Internationaler Schweissfachmann; s. Vorakten der 

IV-Stelle des Kantons B._______ [nachfolgend IV-B._______-act.] 4, 69 S. 

4]), seit 2013 Inhaber und Geschäftsführer der C._______ AG mit damali-

gem Sitz in (…) und zugleich Inhaber (zusammen mit D._______) der 

E._______ AG mit Sitz in (…) (www.C._______.ch > Unternehmen > Ge-

schichte, abgerufen am 16.12.2022; www.B._______.chregister.ch > 

E._______ AG, abgerufen am 16.12.2022). Dabei leistete er als Grenzgän-

ger Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-

versicherung (IV-B._______-act. 8).  

A.b Nachdem er bereits am 2. Oktober 2014 einen Motorradunfall erlitten 

hatte, kollidierte am 28. Mai 2017 ein den Vortritt missachtendes Fahrzeug 

mit dem Versicherten, worauf dieser zuerst mit dem Kopf gegen die Wind-

schutzscheibe und danach über das Fahrzeug geschleudert wurde. Dabei 

zog er sich ein Schädeltrauma und ein Polytrauma zu (IV-B._______-act. 

56.9, 13.51). Nach Erstversorgung im Klinikum F._______, längerer Reha-

bilitation in der Klinik G._______, rehabilitativer Nachbetreuung im Center 

H._______ und weiteren Eingriffen am linken Ellbogen und am Becken (IV-

B._______-act. 6.4, 6.12, 6.22, 6.46, 6.65, 6.67, 6.69, 6.71, 6.75, 6.80, 

6.85, 6.86 S. 5, 6.87, 11.19, 11.21, 13.54, 14.2) nahm der Versicherte im 

März 2018 seine Tätigkeit in der C._______ AG in Teilzeit wieder auf (IV-

B._______-act. 13.7, 15). 

A.c Gemäss Handelsregisterauszug des Kantons B._______ erfolgte am 

3. Januar 2018 eine Umfirmierung der C._______ AG in E._______ AG, 

mit dem Versicherten und I._______ (als Betriebsleiter; IV-B._______-act. 

6.85, 69 S. 5) im Verwaltungsrat, wobei laut den Statuten vom 15. Dezem-

ber 2017 die E._______ AG (des Versicherten) einen Anteil von 70% und 

die J._______ GmbH (von I._______) einen Anteil von 30% halten (vgl. IV-

B._______-act. 69 S. 4; 13.41; 13.54; www.B._______.chregister.ch > 

C._______ AG, abgerufen am 16.12.2022; www.B_______.chregister.ch > 

J._______ GmbH, abgerufen am 16.12.2022). 

  

C-5368/2020 

Seite 3 

B.  

B.a Am 20. Oktober 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf 

den Motoradunfall vom Mai 2017 bei der IV-Stelle des Kantons B._______ 

(nachfolgend: kantonale IV-Stelle) zum Leistungsbezug an (IV-B._______-

act. 4). Die kantonale IV-Stelle führte erwerbliche und medizinische Abklä-

rungen durch und zog die Akten der Versicherung K._______ bei (IV-

B._______-act. 6, 11, 13, 14, 22, 24, 44, 46, 64, 68). Im Rahmen der Früh-

interventionsmassnahmen wurde der Arbeitsplatz mit einem höhenverstell-

baren Arbeitstisch ausgerüstet (IV-B._______-act. 24.53).  

B.b Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-B._______-act. 

71, 74) lehnte die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) mit unda-

tierter Verfügung (Eröffnung am 1. Oktober 2020 [Beschwerdebeilage, Be-

schwerde Rz. 6]) und mit inhaltlich identischer Verfügung vom 20. Oktober 

2020 (IV-B._______-act. 90 S. 24 ff., Beschwerdebeilage) das Leistungs-

begehren ab.  

C.  

C.a Gegen diese Verfügungen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe 

vom 30. Oktober 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und 

beantragte die Aufhebung der Verfügungen und die Zusprache einer Inva-

lidenrente. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, der Sachverhalt 

sei in zweierlei Hinsicht falsch festgestellt worden: Der Beschwerdeführer 

habe vor dem Motorradunfall am 28. Mai 2017 zu 60% (statt 40%) in der 

Werkstatt gearbeitet und zu 40% (statt 60%) im Büro/Aussendienst. Zudem 

habe eine neuropsychologische Untersuchung eine kognitive Einschrän-

kung von 30% ergeben, die zusätzlich zu berücksichtigen sei (vgl. Be-

schwerdeakten [BVGer-act.] 1). 

C.b Der mit Zwischenverfügung vom 18. November 2020 beim Beschwer-

deführer eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– (BVGer-

act. 2) wurde am 20. November 2020 geleistet (BVGer-act. 4). 

C.c Mit Vernehmlassung vom 11. Dezember 2020 beantragte die  

Vorinstanz (IVSTA) – unter Bezugnahme auf die Stellungnahme der kanto-

nalen IV-Stelle vom 8. Dezember 2020 – die Abweisung der Beschwerde 

und die Bestätigung der angefochtenen Verfügung vom 20. Oktober 2020. 

Zur Begründung verwies die kantonale IV-Stelle auf den Vorbescheid vom 

1. April 2020 und die Verfügung vom 20. Oktober 2020 (BVGer-act. 6).  

C-5368/2020 

Seite 4 

C.d Mit Verfügung vom 23. Dezember 2020 wurde der Schriftenwechsel 

unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen 

(BVGer-act. 7). 

D.  

Auf die weiteren Vorbringen und Unterlagen der Parteien wird – soweit für 

die Entscheidfindung erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesver-

waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-

gen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist für die Entgegennahme 

der Anmeldungen von Grenzgängern sowie Durchführung und Prüfung der 

entsprechenden Abklärungen die kantonale IV-Stelle zuständig, in deren 

Tätigkeitsgebiet (…/B._______) der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit 

ausgeübt hat; die Verfügungen werden – wie hier – von der IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland erlassen. 

1.3 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwend-

bar ist.  

1.4 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men; er ist durch die ihn betreffende Verfügung berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG).  

1.5 Da die Beschwerde rechtzeitig und formgerecht (Art. 60 ATSG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und auch der vollständige Kostenvor-

schuss innert der auferlegten Frist geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG), 

ist auf die Beschwerde einzutreten. 

C-5368/2020 

Seite 5 

2.   

2.1 Der Anfechtungsgegenstand in einem Beschwerdeverfahren wird 

durch die angefochtene Verfügung bestimmt. Davon zu unterscheiden ist 

der Streitgegenstand. Im Bereich der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist der Streitgegenstand das Rechtsverhältnis, welches – im Rah-

men des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – 

den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfü-

gungsgegenstand bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind dann 

identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird 

(vgl. hierzu BGE 131 V 164 E. 2.1 und 119 Ib 36 E. 1b mit Hinweisen; SVR 

2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1).  

Vorliegend ergibt sich aus dem Umstand, dass die Vorinstanz dieselbe Ver-

fügung einmal undatiert am 1. Oktober 2020 und das zweite Mal mit Datum 

vom 20. Oktober 2020 eröffnet hat, in anfechtungsgegenständlicher Hin-

sicht keine Änderung. Vorliegend hat der Beschwerdeführer beide Verfü-

gungen mit Beschwerde vom 30. Oktober 2020 rechtzeitig vor Bundesver-

waltungsgericht angefochten, weshalb sich auch aus streitgegenständli-

cher Sicht keine Weiterungen ergeben. Für die gerichtliche Überprüfung 

macht es daher keinen Unterschied, dass die Vorinstanz zwei Verfügungen 

mit demselben Inhalt redigiert und eröffnet hat (vgl. sinngemäss auch Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] K 68/04 vom 26. Au-

gust 2004 E. 2, 1. Satz).  

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

2.4 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat 

C-5368/2020 

Seite 6 

die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-

gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-

halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 

138 V 218 E. 6).  

3.  

3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 

E. 3.1). Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim 

Erlass der Verfügung vom 20. Oktober 2020 in Kraft standen; weiter aber 

auch Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten wa-

ren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungs-

ansprüche von Belang sind. Im vorliegenden Fall sind damit insbesondere 

die erst per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen im Rahmen der 

sogenannten «Weiterentwicklung der IV» (AS 2021 705, BBl 2017 2535) 

im IVG, in der IVV sowie im ATSG nicht anwendbar.  

3.2 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz in 

Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. 

Januar 2013 E. 4). 

4.  

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

C-5368/2020 

Seite 7 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). Gemäss Art. 7 Abs. 1 IVG muss die versicherte Person alles ihr 

Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsun-

fähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 

8 ATSG) zu verhindern.  

4.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). 

4.3 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70% auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 

50%, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-

zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch 

nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der 

Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 

VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1).  

4.4 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 

nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

C-5368/2020 

Seite 8 

Vollendung des 18. Altersjahrs folgt (zum Verhältnis zwischen Art. 28 Abs. 

1 und Art. 29 Abs. 1 IVG vgl. BGE 142 V 547 E. 3.2). 

4.5  

4.5.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-

tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-

chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-

len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fach-

person muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen 

(Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinwei-

sen). 

4.5.2 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 

Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Be-

obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. 

BGE 137 V 210 E. 2.2.2, BGE 135 V 465 E. 4.4, BGE 125 V 351 E. 3b/bb). 

Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlichen Ver-

trauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den 

allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt 

(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 655/05 vom 20. März 

2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die 

potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer-

den, namentlich wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 

C-5368/2020 

Seite 9 

Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-

gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer 

9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.). Den Berichten und Gutach-

ten versicherungsinterner Ärzte kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie 

als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-

spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. 

Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 

zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivi-

tät und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-

stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-

jektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 135 V 465 E. 4.4 m.H. auf 125 

V 351 E. 3b/ee). 

4.5.3 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht 

nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf Berichte versiche-

rungsinterner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In solchen Fäl-

len sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem 

Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässig-

keit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärun-

gen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V 157 

E. 1d). Die Stellungnahmen des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) und 

des medizinischen Dienstes der IVSTA sind als versicherungsinterne Be-

richte zu würdigen (vgl. betreffend RAD Urteile des BGer 9C_159/2016 

vom 2. November 2016 E. 2.2 f.; 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).  

4.5.4 Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der 

IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie 

Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 

und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztli-

che Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. 

Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 

vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit 

Hinweisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht 

insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-

stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche 

in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-

dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-

nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie 

haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, 

C-5368/2020 

Seite 10 

wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-

dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-

nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 

E. 3.3). 

4.5.5 Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von 

Versicherten durchführen; die Untersuchungsergebnisse halten sie schrift-

lich fest (Art. 49 Abs. 2 IVV). Der Beweiswert von RAD-Berichten nach 

Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigen-

gutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an 

ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztper-

son über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 

210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärun-

gen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann allerdings nicht abge-

stellt werden und sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, wenn auch 

nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen 

(BGE 139 V 225 E. 5.2; Urteil des BGer 8C_262/2016 vom 22. September 

2016 E. 4.2 mit Hinweisen). 

4.5.6 Eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte (z.B. Hausärzte oder Spezialärztinnen) 

kommt im Beschwerdeverfahren kaum in Frage, zumal deren Berichte in 

der Regel nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten erfüllen. 

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen 

Verhältnis zur versicherten Person und haben sich in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren. Bei der Würdigung ihrer Berichte hat das 

Gericht sowohl dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutach-

tungsauftrag wie auch der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung zu tragen (BGE 135 V 

465 E. 4.5). Der Umstand allein, dass eine Einschätzung von der Hausärz-

tin oder dem Hausarzt stammt, darf jedoch nicht dazu führen, sie als von 

vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abde-

ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und 

Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des BGer 

8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3). Ihre Berichte können insbesondere 

C-5368/2020 

Seite 11 

geeignet sein, die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von versicherungsin-

ternen medizinischen Stellungnahmen in Zweifel zu ziehen (BGE 135 V 

465 E. 4.5). 

Hingegen lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 

therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag 

des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zu, 

ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 

anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusser-

ten abweichenden Auffassungen festhalten (SVR 2017 IV Nr. 49 

[9C_338/2016] E. 5.5; Urteil des BGer 9C_654/2015 vom 10. August 2016 

E. 4.4; vgl. auch Urteil des BGer 9C_175/2018 vom 16. April 2018 

E. 3.3.1). Anders verhält es sich, wenn die behandelnden Ärzte objektiv 

feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der Begutach-

tung unerkannt (oder ungewürdigt) geblieben und geeignet sind, zu einer 

abweichenden Beurteilung zu führen (SVR 2017 IV Nr. 49 [9C_338/2016] 

E. 5.5; SVR 2008 IV Nr. 15 [I 514/06] E. 2.1.1; Urteile des BGer 

9C_793/2016 vom 3. März 2017 E. 4.1.2; 9C_353/2015 vom 24. Novem-

ber 2015 E. 4.1). 

5.  

5.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt 

der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben 

(Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbeitrags-

dauer können Beitragszeiten, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt 

worden sind, mitberücksichtigt werden (Art. 6 und Art. 45 VO [EG] 

883/2004; vgl. auch BGE 131 390). Der Beschwerdeführer hat während 

mehr als drei Jahren Beiträge in diesem Sinn geleistet (IV-B._______-act. 

8), so dass die Anspruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer erfüllt 

ist. 

5.2 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer invalid im 

Sinne der gesetzlichen Bestimmungen (s. oben E. 4.1 ff.) ist. Zur Beurtei-

lung des Gesundheitszustandes und der Leistungsfähigkeit des Beschwer-

deführers zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung liegen insbeson-

dere folgende ärztliche Berichte und Gutachten vor: 

5.3 Der Beschwerdeführer wurde – nach der akutmedizinischen, stationä-

ren Erstbehandlung vom 28. Mai bis am 22. Juni 2017 im Klinikum 

C-5368/2020 

Seite 12 

F._______ infolge Motorradunfalls am 28. Mai 2017, bei welchem er unter 

anderem schwere Frakturen am linken Arm und ein Schädeltrauma erlitt – 

am 22. Juni 2017 zur orthopädisch-handchirurgischen Rehabilitation in die 

Klinik G._______ zugewiesen (IV-B._______-act. 11.16 S. 3, 11.19 S. 3 f.).  

5.4 Im Bericht des psychosomatischen Konsiliums der Klinik G._______ 

vom 30. Oktober 2017 attestieren Dr. med. L._______, Fachärztin für Psy-

chiatrie und Psychotherapie, und Dipl. Psych. M._______, Fachpsycholo-

gie FSP, dem Beschwerdeführer eine Belastung, die nicht anders klassifi-

zierbar sei (ICD-10: Z73.3 «Stress, andernorts nicht klassifiziert»). Zu Be-

ginn der Rehabilitation wirke der Beschwerdeführer im Kontakt depressiv 

verstimmt (verringerter Antrieb, lustlos, sorgenvoll, eingeschränkte emotio-

nale Modulationsfähigkeit). Gemäss Selbstbeschreibung habe er sich al-

lerdings nicht als depressiv erlebt. Im Verlauf habe sich der psychische Zu-

stand des Beschwerdeführers stabilisiert (auch gemäss subjektivem Ein-

druck) trotz gelegentlicher Phasen der Hilflosigkeit mit den Therapiefort-

schritten (IV-B._______-act. 11.16 S. 1).  

5.5  

5.5.1 Gemäss Austrittsbericht der Klinik G._______ vom 20. Oktober 2017 

(Aufenthalt vom 22.6.2017 bis 21.10.2017) diagnostiziert Dr. med. 

N._______, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, nachfolgende Diagnosen (IV-B._______-act. 44.3 

S. 14 ff.):  

– A1 Subduralhämatom der dorsalen Falx cerebri (CT Schädel 28.05.2017), 
konservativ behandelt 

– A2 Ausschluss B Verletzungen HWK 5/6 bei degenerativen Veränderungen 

– A3 Stumpfes Thoraxtrauma links mit: 

 -  dislozierter Rippenserienfraktur (Stückfraktur) Costa 2-4 

 -  Lungenkontusionen 

 -  pleuralen Einblutungen 

– A4 Nierenkontusion links 

– A5 Beckenfraktur (Kompressionsfraktur, Tile B2) mit 

-  Frakturen des oberen und unteren Schambeinastes beidseits sowie des 
Os sacrum links 

-  28.05.2017: Geschlossene Reposition der Beckenverletzung durch An-
lage eines supraacetabulären Fixateur externe 

-  02.06.2017: Offene Reposition der vorderen Beckenringfraktur und Os-
teosynthese durch 14-Loch Platte (Pelvis Pro Stryker). Geschlossene 

C-5368/2020 

Seite 13 

Reposition der Sakrumfraktur und Osteosynthese durch 7.3mm Stahl-
schraube (100mm, 32mm Halbgewinde) mit Unterlagscheibe. Entfer-
nung eines Fixateur externe aus den Beckenknochen 

– A6 Komplexe, offene distale Humerusfraktur, Ellbogenfraktur, Olecranon-
fraktur, Unterarmfraktur links 

-  28.05.2017: Offene und geschlossene Repositionen der Kettenverlet-
zung an linker oberer Extremität durch Fixateur-externe-Anlage an dis-
talem Humerus, proximaler Ulna, Ulnaschaft und distalem Radius, De-
bridement des Unterarmes 

- 06.06.2017: Offene Reposition der mehrfragmentären distalen Ul-
naschaftfraktur und Osteosynthese durch winkelstabile Platte (12-Loch 
3.5mm LCP) und der PDS-Cerclage am Proc. styloides ulnae. Offene 
Reposition der mehrfragmentären distalen Radiusfraktur und Osteosyn-
these durch winkelstabile Platte (10-Loch 2-4mm volare LCP) 

- 13.06.2017: Offene Reposition der mehrfragmentären distalen Hume-
rusfraktur und Osteosynthese des Capitulum humeri durch 2x 1,6mm K-
Drähte ("verlorene Drähte"), Rekonstruktion der Gelenkfläche durch 3x 
2.0mm Syntellix-Schrauben und 2x 1.0mm Polypins. Offene Reposition 
der mehrfragmentären Olecranonfraktur und Osteosynthese durch win-
kelstabile Platte (4-Loch 2.7/3.5mm VA-LCP). Offene chirurgische Refi-
xation des lateralen Kapselbandapparates am Ellenbogen in Fadenan-
kertechnik. Additive Wiederanlage des Ellenbogengelenk-überbrücken-
den Fixateur externe bei interner Osteosynthese 

– A7 Metacarpale 5 Fraktur links 

  - Konservative Therapie, Gipsschiene in intrinsic Plus Stellung 

– A8 Mehrfragmentäre mediale Schenkelhalsfraktur links 

- 28.05.2017: Geschlossene Reposition und Retention der proximalen 
Femurfraktur durch Anlage eines hüftgelenksübergreifenden Fixateur 
externe.  

- 31.05.2017: DHS-Osteosynthese bei Schenkelhalsfraktur 

– A9 Risswunde prox. Oberschenkel Innenseite 

- Wundversorgung am 28.05.2017 

– A10 Proximale Unterschenkelfraktur mit lateraler Tibiakopffraktur links 

- 28.05.2.017: Geschlossene Reposition durch Anlage eines Kniegelenk- 
und Unterschenkel-überbrückenden Fixateur externe 

- 31.05.2017: Offene Reposition und Fixation der Mehrfragment-Fraktur 
an der proximalen Tibia durch Schrauben (2x6.5mm Spongiosaschrau-
ben und 2x3mm Zugschraube) und winkelstabile Plattenosteosynthese 
(7-Loch LCP und 9-Loch Tibia LISS) 

- 31.05.2017: Entfernung des Fixateur externe. 

5.5.2 Der Rehabilitationsverlauf habe sich aufgrund der Komplexität der 

Verletzungen verlängert. Initial hätten Schmerzen und eine Schwellung der 

linken oberen Extremität im Vordergrund gestanden. Ausserdem habe sich 

der Patient in einem erheblich dekonditionierten Zustand befunden. Zu Be-

C-5368/2020 

Seite 14 

ginn sei er hauptsächlich bettlägerig gewesen. Im Verlauf sei unter physio-

therapeutischer Anleitung eine deutliche Verbesserung der Mobilität, Kraft 

und Ausdauer erzielt worden (IV-B._______-act. 11.19 S. 3). Im Verlauf des 

Aufenthaltes sei zudem eine erhöhte Müdigkeit und Konzentrationsbeein-

trächtigung bei St. n. konservativ behandeltem Subduralhämatom aufge-

fallen. Deshalb sei dem Patienten eine neuropsychologische Abklärung 

empfohlen worden, welche er jedoch zum Zeitpunkt der stationären Reha-

bilitation abgelehnt habe (IV-B._______-act. 11.19 S. 4). 

5.6  

5.6.1 Dr. med. O._______, Facharzt für Chirurgie/Orthopädie/Unfallchirur-

gie, stellt in seinem im Auftrag der Invalidenversicherung erstellten Gutach-

ten vom 23. Januar 2019 ein Polytrauma mit folgenden Diagnosen fest (IV-

B._______-act. 47 S. 2): 

– Subduralhämatom der dorsalen Falx cerebri 

– Ausschuss (recte: Ausschluss) B-Verletzung HWK 5/6 bei degenerativen 
Veränderungen 

– Stumpfes Thoraxtrauma (links) mit 

a. Dislozierter Rippenserienfraktur 2-4 

b. Lungenkontusionen 

c. Pleurale Einblutungen 

– Nierenkontusion (links) 

– Beckenfraktur (Kompressionsfraktur, Tile B2) mit 

a. Frakturen der oberen und unteren Schambeinäste (beidseitig) 

b. Os sacrum-Fraktur (links) 

– Komplexe offene distale Humerusfraktur, Ellenbogenfraktur, Olecranonfrak-
tur sowie Unterarmschaftfraktur (links) 

– Metacarpale-5-Fraktur (linke Hand) 

– Mehrfragmentäre mediale Schenkelhalsfraktur (links) 

– Risswunde proximale Oberschenkelinnenseite (links) 

– Proximale Unterschenkelfraktur mit lateraler Tibiakopffraktur (links). 

5.6.2 Der Gutachter merkte an, es seien keine nennenswerten Nebener-

krankungen bekannt. Anlässlich der Befunderhebung notierte er, dass das 

Gangbild ein leichtes Schonhinken mit Nachziehen und vermehrter Aus-

senrotation des linken Beins zeige. Das Becken stehe links messtechnisch 

um 1,5 cm tiefer. Die Muskulatur im Beckenbereich sei kräftig. Die Bein-

achse sei gerade, aber auffällig sei die Muskelminderung des gesamten 

linken Beins. Der Hackenstand und Zehenspitzenstand seien möglich, 

C-5368/2020 

Seite 15 

ebenso der Zehenspitzen- und Hackengang. Der Einbeinstand sei links in-

stabil, der Beschwerdeführer mache Ausgleichsbewegungen. Rechts be-

stehe eine vollständige Stabilität. Das in die Hocke gehen sei massiv ein-

geschränkt, wobei nur bis 70% Kniebeugung möglich sei. Der Beschwer-

deführer müsse dabei stark mit dem Oberkörper ausgleichen, damit er 

nicht nach vorne falle. Vom Kopf her bestünden keine Druckschmerzen. 

Orientierend neurologisch sei der Beschwerdeführer unauffällig. Die Be-

weglichkeit der HWS sei in allen Ebenen frei. Die Schultern stünden auf 

gleicher Höhe. Vom Muskelaufbau her bestehe eine stabile Statur. Die 

Armachse rechts sei gerade, links sei die Armachse im Ellenbogen mässig 

gebeugt. Vom Aspekt her bestehe eine deutliche Muskelminderung im Be-

reich des Oberarms sowie auch im Bereich des Unterarms links (Verweis 

auf Messblatt). Die Schultern seien beidseitig schmerzfrei und in sämtli-

chen Ebenen vollständig beweglich. Deutliche Bewegungseinschränkun-

gen bestünden nur im verplumpten Ellenbogengelenk links (Beugung/Stre-

ckung: 0-40-140°, Supination/Pronation 20-0-30°). Hier fänden sich mul-

tiple Narben nach Verplattung im Ellenbogenbereich sowie auch des dista-

len Humerus und der Verplattung der Ulna und des Radius. Es seien drei 

Narben sichtbar (Ellenbogen: 10 cm, Oberarm: 22cm und 48 cm). Die Be-

weglichkeit im Handgelenk links betrage D/P 35-0-40°, R/U 10-0-20°, end-

gradig sei diese schmerzhaft, besonders bei Plantarflexion. Der Faust-

schluss und die Streckung seien vollständig. Die grosse Faust sei seiten-

gleich möglich, bei kleiner Faust bestehe ein Finger-Hohlhandabstand von 

1 cm. Die Handinnenflächen seien beidseitig leicht feucht. Die Streckung 

des Daumens sei im Endgelenk links deutlich eingeschränkt (Streckminde-

rung von 20%), die Beugung eingeschränkt links im Daumengrundgelenk 

0-0-30° gegenüber 0-0-60° auf der rechten Seite. Die Haut sei normal 

warm, es gebe keine Seitenunterschiede. Es werde ein Kribbeln im oberen 

Radialisast, den 1. und 2. Strahl betreffend links, angegeben. Es sei keine 

speckige Schwellung erkennbar und die Behaarung des Handrückens und 

der Finger sei normal. Es bestehe kein Einschlafen der Finger und keine 

Thenaratrophie; insofern gebe es keine Hinweise für ein peripheres Ner-

venkompressionssyndrom (IV-B._______-act. 47 S. 5 f.).  

5.6.3 Zur Befunderhebung am liegenden Beschwerdeführer hielt der Gut-

achter fest, dass das linke Bein gestreckt bis 50° Hüftbeugung angehoben 

werden könne und das rechte Bein bis 90°, womit eine deutliche Kraftmin-

derung links mit deutlicher Muskelverminderung im Oberschenkel bestehe 

(Verweis auf Messblatt). Die Beweglichkeit der linken Hüfte betrage: 10-0-

130°, IR/AR 10-0-20°, Abduktion 30°. Der lmpingementtest sei negativ. Die 

rechte Hüfte sei frei beweglich (10-0-140°, IR/AR 20-0-50°, Abduktion 40°); 

C-5368/2020 

Seite 16 

der lmpingementtest sei negativ. Die Narbe beim Hüftgelenk (11 cm), die 

Narbe über der Tibiavorderkante (30 cm), die s-förmige Narbe über dem 

Tibiakopf (15 cm), die Narbe über der proximalen Fibula (30 cm) und die 

Narbe über dem Sprunggelenk ventral (6 cm) seien alle reizlos. Beide 

Kniegelenke seien schlank und es bestehe eine freie Mobilität der Knie-

scheibe. Es gebe keinen Erguss und keine Kapselverdickung. Es bestehe 

ein gering positives Zohlenzeichen beidseitig. Der Meniskus innen wie aus-

sen sei frei. Es sei keine nennenswerte Instabilität erkennbar. Die Beweg-

lichkeit betrage beidseitig 0-0-140°. Am linken Unterschenkel finde sich 

noch deutlich eine Lymphabfluss-Störung, es liessen sich bestehende 

Hautdellen eindrücken. Der Umfang des linken Unterschenkels sei um 

1 cm gegenüber rechts vergrössert. Dies täusche eine normale Muskulatur 

vor, wobei eine deutliche Muskelminderung links gegenüber rechts vor-

liege. Das linke Sprunggelenk sei deutlich eingeschränkt (Beweglichkeit: 

5-0-30°). Demgegenüber sei die Beweglichkeit des rechten Sprunggelenks 

frei. Alle drei Fusspulse seien tastbar. Es bestünden weder motorische 

noch sensible Ausfälle. Es sei auf keiner Seite eine nennenswerte Sohlen-

verschwielung erkennbar. Die eingeschränkte Dorsalextension im linken 

Sprunggelenk erkläre auch die im Laufen demonstrierte Aussenrotation 

des linken Beins zur Kompensierung des schlechteren Abrollvermögens im 

linken oberen Sprunggelenk (OSG; IV-B._______-act. 47 S. 7).  

5.6.4 Als derzeitige Funktionsstörungen zählt der Gutachter einen bis auf 

minimale Konzentrationsstörungen nahezu folgenlos ausgeheilten Zu-

stand nach Schädel-Hirntrauma, ein ausgeheiltes stumpfes Thoraxtrauma 

mit Rippenserienfraktur, ein noch deutlich bestehendes Schmerzsyndrom 

bei komplexer Beckenverletzung (vordere und hintere Beckenringfraktur) 

und lateraler Schenkelhalsfraktur (links), eine mässige Bewegungsein-

schränkung in der Hüfte (links), eine deutliche Muskelminderung des Ober-

und Unterschenkels (links), eine deutliche Kraftminderung des linken 

Beins, eine noch bestehende Lymphabfluss-Störung am linken Unter-

schenkel, eine beginnende OSG-Arthrose nach Talusfraktur, eine vermin-

derte Beweglichkeit im OSG mit gestörtem Abrollverhalten links, eine er-

hebliche Bewegungseinschränkung im linken Ellenbogen sowie bei Unter-

armdrehung nach komplexer Ellenbogen- und Armfraktur bis zum distalen 

Radius, eine folgenlos ausgeheilte Metacarpale-5-Fraktur links, auf (IV-

B._______-act. 47 S. 8).  

5.6.5 Gemäss seiner Beurteilung verbessere sich der Zustand mit den ge-

nannten Funktionseinschränkungen nicht mehr. Arthrosen im Ellenbogen 

sowie im Sprunggelenk bestünden schon, diese könnten sich durchaus 

C-5368/2020 

Seite 17 

noch weiter verschlechtern. Auch eine Entstehung von Früharthrose im 

Kniegelenk sowie im Hüftgelenk links sowie eine sich entwickelnde Femur-

kopfnekrose seien möglich. Somit sei der Beschwerdeführer linksseitig 

(Arm und Bein) deutlich eingeschränkt. Nach Ansicht des Gutachters 

könne der Beschwerdeführer seine Tätigkeiten in der Werkstatt nicht mehr 

durchführen. Er könne nur noch Lasten unter 10 kg (recte: 1 kg) heben und 

tragen. Beidhändiges Arbeiten mit Schweissgeräten sei auf Grund der 

massiven Bewegungseinschränkung des Ellenbogens mit massiver Ein-

schränkung der Unterarmdrehung nicht mehr möglich. Auch kraftfordernde 

grob materielle Tätigkeiten seien mit dem linken Arm nicht möglich. Bezüg-

lich des Beins seien nur wechselbelastende Tätigkeiten möglich, im Wech-

sel zwischen Sitzen, Gehen und Stehen. Zwangshaltungen oder Tätigkei-

ten im Knien und in der Hocke seien nicht mehr möglich. Auch Tätigkeiten 

in unebenem Gelände auf Leitern oder Gerüsten seien nicht mehr möglich. 

Insgesamt handle es sich bei dem noch bestehenden Tätigkeitsprofil um 

körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, welche den Einsatz der 

linken Hand oder des linken Arms nur für leichte Tätigkeiten erforderten 

(IV-B._______-act. 47 S. 9 f.).  

5.7 Im Bericht zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 8. April 

2019 merkte der Kreisarzt, Dr. med. univ. P._______, Arzt für Allgemein-

medizin, an, dass sich anlässlich der Untersuchung im Wesentlichen un-

veränderte Befunde zur Untersuchung vom September 2018 und auch zur 

Untersuchung bei Herrn Dr. O._______ im Januar 2019 gezeigt hätten. Die 

geringfügigen Gradabweichungen lägen einerseits im Messfehlerbereich, 

andererseits werde vom Beschwerdeführer angegeben, dass der Ellbogen 

wieder etwas weniger beweglich sei bzw. auch tageweise Schwankungen 

bestünden. Da von weiteren medizinischen Massnahmen keine wesentli-

che Verbesserung zu erwarten sei, werde der Fallabschluss auf den 8. April 

2019 datiert. Für administrative Tätigkeiten und Kundenbesuche bestehe 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für körperliche Tätigkeiten be-

stehe eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, wobei eventuelle 

Einschränkungen vonseiten des linken Sprunggelenks nicht zulasten der 

Versicherung K._______ gingen, da es sich hier um Folgen eines nicht 

durch die Versicherung K._______ versicherten Unfalls handle. Grundsätz-

lich sei mit dem folgenden Tätigkeitsprofil eine ganztägige Arbeitsfähigkeit 

gegeben: Wechselbelastende, körperlich sehr leichte bis leichte Tätigkei-

ten mit regelmässigen Belastungen für die linke Hand bis 1 kg. Nicht mög-

lich seien Tätigkeiten, welche eine uneingeschränkte Pro- und/oder Supi-

nation der linken Hand erforderten, ebenso Tätigkeiten, bei denen eine un-

eingeschränkte Funktion der Extension und Flexion im linken Handgelenk 

C-5368/2020 

Seite 18 

notwendig sei, sowie Tätigkeiten, welche eine volle Streckung und Beu-

gung im linken Ellbogengelenk erforderten. Nicht möglich seien ausserdem 

Tätigkeiten, welche mit Schlägen und/oder Vibrationen für den linken Arm 

sowie das linke Bein verbunden seien, ebenso wenig Tätigkeiten in unebe-

nem Gelände, auf Leitern und oder Gerüsten sowie Tätigkeiten mit häufi-

gem Treppensteigen, insbesondere unter Gewichtsbelastung (IV-

B._______-act. 56.9 S. 6 f.). Laut Aussage des Beschwerdeführers gehe 

es mit dem linken Arm besser. Neuropsychologisch sei keine Abklärung 

erfolgt – er wolle auch keine solche. Die Konzentration und das Gedächtnis 

entsprächen wieder dem Durchschnitt, früher hätten beide deutlich über 

dem Durchschnitt gelegen. Aktuell arbeite er zwei Tage pro Woche im Büro, 

aber auch im Aussendienst. Manuelle Tätigkeiten seien wegen der 

Schmerzen nicht möglich und er dürfe mit der linken Hand auch nicht 

schwer heben (IV-B._______-act. 56.9 S. 3).  

5.8 Der RAD-Arzt, Dr. med. Q._______, Facharzt für orthopädische Chirur-

gie und Traumatologie FMH, stellte in seinem Bericht vom 28. Mai 2019 

fest, dass auf das Gutachten von Dr. med. O._______ vom 23. Januar 

2019 sowie auf die kreisärztliche Untersuchung vom 8. April 2019 abzu-

stellen sei. Es seien keine Diskrepanzen erkennbar. Für den Beginn und 

Verlauf der Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit sei den Angaben 

der Versicherung K._______ zu folgen. Nach Ablauf des Wartejahres am 

26. Mai 2018 und drei Monate nach der letzten Operation bestehe in einer 

angepassten wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Gehen in unwegsamem 

Gelände, ohne repetitives Begehen von Treppen, ohne absturzgefährdetes 

Arbeiten und Steigen auf Gerüsten, Leitern und Dächern, ohne häufiges 

Knien, ohne Tätigkeiten, die mit Stössen, Erschütterungen und Vibrationen 

für die linke obere und untere Extremität verbunden seien, ohne Heben und 

Tragen von Gegenständen über 1 kg mit der linken Hand, ohne Tätigkeiten, 

die uneingeschränkte Umwendbewegungen der linken Hand und ebensol-

che für Streckung/Beugung im linken Hand- und Ellenbogengelenk erfor-

derten, eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Prognostisch sei in angepasster 

Tätigkeit dauerhaft von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-

B._______-act. 58 S. 2 f.).  

5.9 Im «»ärztlichen Zwischenbericht» beziehungsweise Schlussbericht 

vom 14. August 2019 zuhanden der Versicherung K.______ (IV-

B._______-act. 64.5) attestiert der Gutachter, Dr. med. O._______, fol-

gende Diagnosen (S. 1):  

– Komplexe Ellenbogenfraktur links 

– Unterarmschaftfraktur links 

C-5368/2020 

Seite 19 

– Mehrfragmentäre mediale Schenkelhalsfraktur links 

– Proximale Unterschenkelfraktur mit lateraler Tibiakopffraktur links 

– Metacarpale-5-Fraktur links. 

Zur bisherigen Behandlung führt er aus, diese sei seit dem 29. Juli 2019 

abgeschlossen. Die Beschwerden von Seiten der Hüfte seien besser ge-

worden, der Allgemeinzustand habe sich deutlich verbessert. Das linke 

Bein könne bis 70° gestreckt angehoben werden. Die Beweglichkeit der 

Hüfte sei nicht eingeschränkt. Bezüglich der Tibiakopffraktur links sei der 

Patient derzeit beschwerdefrei; bei der letzten Untersuchung habe diesbe-

züglich eine freie Beweglichkeit vorgelegen. Vom Ellenbogen her bestehe 

unverändert eine starke Einschränkung in Streckung und Beugung sowie 

eine Einschränkung bei der Umwendbewegung. Von Seiten der Mittel-

handfraktur bestehe eine vollständige Funktion. Faustschluss und Stre-

ckung seien vollständig. Das Röntgenbild des Ellenbogens links zeige eine 

deutliche Arthrose und einen festen Sitz der Implantate. Auch das Röntgen 

des Beckens und der Hüfte zeige einen regelrechten Sitz der Implantate; 

es gebe keinen Hinweis auf eine Femurkopfnekrose und es liege links eine 

ausgeheilte Sacrumfraktur vor. Die stärkste Einschränkung für den Patien-

ten stelle die Arthrose im Ellenbogengelenk dar. Aufgrund der erlittenen 

Verletzungen sei der Beschwerdeführer seines Erachtens nicht mehr in der 

Lage, vollschichtig in seinem Beruf als Techniker in der Metallverarbeitung 

zu arbeiten (S. 2). 

5.10  

5.10.1 Lic. phil. R._______, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, 

attestierte dem Beschwerdeführer in seiner neuropsychologischen Unter-

suchung vom 9. Oktober 2019 (im Auftrag der Versicherung K._______ er-

stellter Bericht vom 14.12.2019; IV-B._______-act. 68.8) eine leichte neu-

ropsychologische Funktionsstörung.  

5.10.2 Die anhand des persönlichen Gesprächs und der durchgeführten 

Testung erhobenen Befunde beurteilt er folgendermassen (S. 6 f.): Das 

Gesamtleistungsniveau sei durchschnittlich, die grosse Mehrheit der Leis-

tungen liege im Normbereich. Minderleistungen fänden sich überwiegend 

bei verbalen Anforderungen, auch sei das Verarbeitungstempo bei verba-

len Aufgaben gesamthaft leicht langsamer, als bei nonverbalen. Im Bereich 

Aufmerksamkeit/ Konzentrationsfähigkeit bestünden bei insgesamt durch-

schnittlichem Leistungsniveau leichte Einbussen bei Anforderungen unter 

C-5368/2020 

Seite 20 

verstärktem Zeitdruck. Im Zeitverlauf zeigten sich bei den länger dauern-

den, konzentrationsmässig belastenden Testaufgaben nur teilweise leichte 

Ermüdungszeichen. Im gesamten (mehrstündigen) Untersuchungsverlauf 

sei aber eine erhöhte Ermüdung zu beobachten, was eine längere Erho-

lungspause erfordere. Im Lernen und Gedächtnis bestünden primär im ver-

balen Bereich auf verschiedenen Verarbeitungsstufen Defizite, wogegen 

die entsprechenden figural-räumlichen Funktionen weitgehend unauffällig 

seien. Gesamthaft entsprächen die Befunde einer leichten neuropsycholo-

gischen Funktionsstörung. Die Defizite beträfen das verbale Lernen und 

Gedächtnis und teilweise eine leichte Verlangsamung bei verbalen Anfor-

derungen und unter verstärktem Zeitdruck leichte Aufmerksamkeitsdefizite 

sowie eine teilweise leicht ungenügende Impulskontrolle. Das Gesamtleis-

tungsniveau sei durchschnittlich. Denkbar sei bei dem beruflich technisch 

orientierten Beschwerdeführer ein gewisses schon prätraumatisch beste-

hendes Ungleichgewicht zugunsten der figural-räumlichen bzw. zuunguns-

ten der verbalen Fähigkeiten, was die verbalen Defizite bzw. deren Aus-

mass aber nicht abschliessend erkläre. Zudem sei festzuhalten, dass auch 

bei nonverbalen Anforderungen nur ganz vereinzelt überdurchschnittlich 

gute Leistungen vorlägen, was gemessen am beruflichen Niveau nicht der 

Erwartung entspreche. Ursächlich könnten die neurokognitiven Defizite mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eingeordnet werden im Rahmen des 

Schädelhirntraumas im Mai 2017. Hinweise auf persistierende hirnorgani-

sche Persönlichkeitsveränderungen ergäben sich nicht. Spezifische neu-

ropsychologisch-therapeutische Massnahmen seien nicht erforderlich. Es 

gehe um eine optimale Anpassung, wozu der Beschwerdeführer aus neu-

ropsychologischer Sicht in der Lage sei. Prognostisch seien circa 2½ Jahre 

nach dem Schädelhirntrauma keine namhaften Veränderungen mehr zu 

erwarten (IV-B._______-act. 68.8 S. 6 f.).  

5.10.3 Schliesslich führte lic. phil. R._______ aus, die Auswirkungen der 

neuropsychologischen Defizite auf die Arbeitsfähigkeit im angestammten 

Bereich bei der C._______ AG beträfen einen leicht erhöhten Pausenbe-

darf, mit Vorteil auch mit längerer Erholungspause über Mittag. Zudem be-

stünden mehrere Faktoren, welche die Produktivität und die Effizienz ver-

minderten, den Einsatz von Hilfsmitteln erforderten und eine verstärkte 

Kontrolle bedingten, namentlich eine leicht erhöhte Fehleranfälligkeit, eine 

erschwerte Aufnahme und Speicherung verbaler Informationen sowie eine 

teilweise Verlangsamung bei sprachlichen und numerischen Anforderun-

gen. Zeitdruck sei kontraproduktiv. Als Geschäftsführer, auch in Bezug auf 

die Positionierung des Unternehmens im Marktumfeld, könne der Be-

C-5368/2020 

Seite 21 

schwerdeführer von seiner Erfahrung profitieren. Bei neuen Anforderungs-

situationen und bei folgenschweren Entscheidungen solle er sich Zeit neh-

men. Gesamthaft sei in der angestammten Tätigkeit (eingestuft als Tätig-

keit mit hohen Anforderungen) rein neuropsychologisch eine Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit von 30% zu attestieren. Der Integritätsschaden 

betrage bei einer leichten neuropsychologischen Funktionsstörung 20% 

(IV-B._______-act. 68.8 S. 7).  

5.11 Anlässlich seiner ärztlichen Beurteilung vom 19. Dezember 2019 de-

klarierte der Versicherung K._______ -Kreisarzt Dr. med. univ. P._______, 

dass auf die Beurteilung von Dr. R._______ (recte: lic. phil. R._______) 

abgestellt werden könne (IV-B._______-act. 68.6 S. 1). Gesamthaft sei in 

der angestammten Tätigkeit (eingestuft als Tätigkeit mit hohen Anforderun-

gen) rein neuropsychologisch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 

30 % zu attestieren. 

5.12  

5.12.1 Im Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 26. März 

2020 des Abklärungsdienstes der kantonalen IV-Stelle (IV-B._______-

act. 69) wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2013 zwei 

Maschinen von der S._______ AG erworben habe, um sich selbständig zu 

machen, da diese die Sparte habe aufgeben wollen. Zuerst sei geplant ge-

wesen, dass er einen Platz in der S._______ AG bekommen werde, um 

dort zu arbeiten. Es wäre ein Unternehmen im Unternehmen gewesen. 

Plötzlich habe er sich neue Geschäftsräume suchen müssen. So sei er 

nach (…) gelangt. Das Gebäude wie auch die Infrastruktur seien im Eigen-

tum der E._______ AG und befänden sich im Industriegebiet. Auf zwei Eta-

gen verteilt gebe es ein Büro, Toiletten, einen Aufenthaltsraum, einen Tech-

nikerraum, ein Labor, die Werkstatt inkl. Lager und einen Schleifraum (IV-

B._______-act. 69 S. 5). Laut Aussage des Beschwerdeführers sei «die 

C._______ AG per 15.12.2017 in E._______ AG umfirmiert» worden. Der 

E._______ AG gehörten das Gebäude, die Namensrechte und die zwei 

Maschinen. Die E._______ AG vermiete das Gebäude, die Namensrechte 

und die zwei Maschinen an das neu gegründete Unternehmen C._______ 

AG, 70% gehörten der E._______ AG, welche zu 100% dem Beschwerde-

führer gehöre. Der Beschwerdeführer habe vier Angestellte. Herr 

I._______ arbeite seit dem 1. August 2013 als Betriebsleiter in einem 

100%-Pensum. Zudem seien seit dem 1. August 2013 zwei Elektronen-

strahlschweisser in einem 100%-Pensum angestellt. Seit dem 2. Februar 

2017 arbeite zusätzlich eine Hilfskraft in einem 50%-Pensum und ab 

C-5368/2020 

Seite 22 

1. März 2017 zu 100%. Der Betrieb würde heute ohne Gesundheitsscha-

den wie folgt aussehen: Der Beschwerdeführer würde wie bisher seinen 

Tätigkeiten im Betrieb nachgehen. Seine Nachfolge sei bereits geregelt 

worden. Herr I._______ werde das Unternehmen übernehmen. Da er aber 

noch sehr jung sei und ihm die finanziellen Mittel fehlten, habe man ein 

Konzept erarbeitet und die J._______ GmbH gegründet. Der Zweck dieser 

Firma sei einzig, die Firma C._______ AG zu einem späteren Zeitpunkt 

aufkaufen zu können. Dank dem Einsatz von Herrn I._______ seien glück-

licherweise keine wesentlichen finanziellen Schäden entstanden; es seien 

sicher Aufträge verlorengegangen (IV-B._______-act. 69 S. 4 ff.).  

5.12.2 Seine Tätigkeit vor dem Unfall habe eine 40%-ige Arbeitstätigkeit 

(24 Stunden pro Woche) in der Werkstatt umfasst, wobei er sich zu 80% 

um die Kabelmontage gekümmert habe. Dies seien Aufträge für die 

S._______ AG. Es sei eine körperlich schwere Arbeit. Es seien vor allem 

Technik, Kraft und Geschicklichkeit nötig, um diese Arbeiten zu verrichten. 

Es müsse ein Schlauch über die Kupferstränge gezogen werden, teilweise 

benötige es auch zwei Personen dafür. Man müsse sich mit dem ganzen 

Körpergewicht in die Kabel hängen und Ziehbewegungen machen. Die Ar-

beit müsse auch stets mit Handschuhen und stehend ausgeführt werden. 

Zu 20% sei er zudem im Vorrichtungsbau tätig gewesen, wo die Bauteile 

bis zu 70 kg schwer sein könnten (Werkstatt 40% [davon 80% Kabelmon-

tage + 20% Vorrichtungsbau]). Ferner sei er zu 30% (18 Stunden pro Wo-

che) in der Administration beziehungsweise als Geschäftsführer tätig ge-

wesen, wobei er sämtliche Büroarbeiten erledigt habe (Erstellen von Offer-

ten, Bestellungen, Rechnungen und Lieferscheinen, Führung der Perso-

naladministration und Erledigung der Lohnbuchhaltung). Zu weiteren 30% 

(18 Stunden pro Woche) sei er in der Kundenbetreuung und der Akquisition 

tätig gewesen. Bei dieser Tätigkeit sei regelmässiges Sitzen, Gehen und 

Stehen erforderlich (IV-B._______-act. 69 S. 6 ff.). 

5.12.3 Mit der Invalidität nach dem Unfall seien Werkstattarbeiten nicht 

mehr möglich. Er sei aktuell nur noch für beratende Angelegenheiten oder 

Kontrollen in der Werkstatt einsetzbar. Die Kabelmontage werde jetzt kom-

plett von Herrn T._______, dem neueren Hilfsarbeiter, durchgeführt und die 

Vorrichtungsarbeiten seien an das Unternehmen U._______ in (…) ausge-

lagert worden. Das Heben und Tragen von 10 bis 26 kg sei dem Beschwer-

deführer nicht mehr zuzumuten. Dabei wird im Abklärungsbericht ange-

merkt, dass der Beschwerdeführer, laut eigenen Angaben, derzeit zwei 

Tage pro Woche und somit rund 40% im Büro arbeite. Zur Tätigkeit in der 

C-5368/2020 

Seite 23 

Administration (Geschäftsführung) wird im Abklärungsbericht weiter fest-

gehalten, dass aus medizinischer Sicht diese Tätigkeiten dem Beschwer-

deführer spätestens ab Juni 2019 wieder vollumfänglich zumutbar seien. 

Er könne sich die Arbeiten einteilen und wenn nötig Pausen machen. Ge-

mäss eigenen Angaben könne er wieder sämtliche Arbeiten selber ausfüh-

ren. Auch die Fertigung der Lieferscheine und Rechnungen seien dem Ver-

sicherten zumutbar. Mit den heutigen lnformatikmitteln sei eine dauernde 

Anwesenheit im Büro nicht mehr erforderlich und es könne teilweise von 

zu Hause aus gearbeitet werden. Ebenso seien aus medizinischer Sicht 

die Kundenbetreuung und die Akquisition spätestens ab Juni 2019 wieder 

vollumfänglich zumutbar. Gemäss eigenen Angaben könne der Beschwer-

deführer sämtliche Tätigkeiten wieder ausüben. Er könne sich die Arbeiten 

einteilen und wenn nötig Pausen machen (IV-B._______-act. 69 S. 8).  

5.13 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens stellte der Aussendienst der 

kantonalen IV-Stelle in seinem Bericht vom 10. Juli 2020 (IV-B._______-

act. 79) fest, dass der Abklärungsbericht vom 26. März 2020 bei Aufteilung 

der Tätigkeit in der Werkstatt und Administration (Geschäftsführung und 

Aussendienst) richtigerweise auf die Aussage der ersten Stunde abgestellt 

habe. Unter Berücksichtigung aller Umstände könne weiterhin mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdeführer ohne Gesundheitsschaden zu 40% Werkstattarbeiten und 

zu 60% Tätigkeiten in der Administration / im Aussendienst ausüben würde. 

Ferner wird in diesem Bericht auf den neuropsychologischen Bericht von 

Dr. med. R._______ (recte: lic. phil. R._______) verwiesen. Gesamthaft sei 

in der angestammten Tätigkeit (eingestuft als Tätigkeit mit hohen Anforde-

rungen) aus rein neuropsychologischer Sicht eine Einschränkung der Ar-

beitsfähigkeit von 30% zu attestieren. Dabei wird im Bericht vom 10. Juli 

2020 davon ausgegangen, dass die administrativen Tätigkeiten auch mit 

einer 30%-igen Einschränkung ausgeübt werden könnten, da dem Be-

schwerdeführer eine 60%-ige Tätigkeit im administrativen Bereich zumut-

bar sei (IV-B._______-act. 79; siehe auch Bericht vom 21.09.2020; IV-

B._______-act. 85 S. 2).    

 

6.  

6.1 Die Vorinstanz beziehungsweise die kantonale IV-Stelle stützt ihre Be-

urteilung in der angefochtenen Verfügung in somatischer Hinsicht auf die 

(reine) Aktenbeurteilung des RAD-Arztes vom 28. Mai 2019, der seiner-

seits auf das Gutachten von Herrn Dr. med. O._______ vom 23. Januar 

C-5368/2020 

Seite 24 

2019 und die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 8. April 2019 ab-

gestellt hat (IV-B._______-act. 58). 

6.2 Im Gutachten vom 23. Januar 2019, welches im Auftrag der IV erstellt 

wurde, kommt Dr. med. O._______ zum Schluss, dass der Beschwerde-

führer linksseitig (Arm und Bein) stark eingeschränkt sei und die Tätigkeit 

in der Werkstatt nicht mehr durchführen könne. Zwangshaltungen oder Tä-

tigkeiten im Knien und in die Hocke gehen, auf unebenem Gelände oder 

auf Gerüsten seien nicht mehr möglich. Körperlich leichte, wechselbelas-

tende Tätigkeiten (Sitzen und Stehen, Seitensitzen) seien noch möglich. 

Die genannte Funktionseinschränkung beruht auf einer vollständigen 

Anamneseerhebung, in Kenntnis aller Operationsberichte, auf vorhande-

nen Röntgenaufnahmen und auf der Grundlage einer persönlichen Unter-

suchung mit anschliessender detaillierter Befunderhebung und Herleitung. 

Insbesondere wurde der erste Unfall mitberücksichtigt und die Begutach-

tung erfolgte aus IV-rechtlicher Perspektive. Abweichende Berichte finden 

sich in den Unterlagen keine und die Beweiskraft des Gutachtens wird sei-

tens des Beschwerdeführers auch nicht bestritten. Die Ausführungen in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend, die ge-

zogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvoll-

ziehbar hergeleitet und begründet (s. E. 5.6.4 f. hiervor). Damit ist in einem 

Zwischenfazit festzustellen, dass das Gutachten vom 23. Januar 2019 die 

von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-

dizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen erfüllt (vgl. BGE 125 V 

351 E. 3a).  

6.3 Angesichts der vorliegenden medizinischen Dokumentation ist mit den 

Parteien somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer (bereits) 

aufgrund somatischer Einschränkungen in seiner bisherigen Werkstatttä-

tigkeit vollständig arbeitsunfähig ist. 

6.4 Die angefochtene Verfügung gründet ferner auf die (im Rahmen des 

Einwandes des Beschwerdeführers im Vorbescheidverfahren erstellten) 

Berichte des Abklärungsdienstes der kantonalen IV-Stelle vom 10. Juli 

2020 (IV-B._______-act. 79) und 21. September 2020 (IV-B._______-act. 

85), die ihrerseits auf den Betriebsbesuch vom 15. Oktober 2019 und den 

dazugehörenden Abklärungsbericht vom 26. März 2020 (IV-B._______-

act. 69 f.) sowie auf den neuropsychologischen Bericht von lic. phil. 

R._______ vom 14. Dezember 2019 (IV-B._______-act. 68.8) abgestellt 

haben. 

C-5368/2020 

Seite 25 

Der neuropsychologische Bericht wurde im Auftrag der Versicherung 

K._______ erstellt und hält fest, dass der Beschwerdeführer als Geschäfts-

führer und damit im administrativen Teil seiner angestammten Tätigkeit 

neurologische Defizite aufweise, und attestiert ihm eine leichte neuropsy-

chologische Funktionsstörung. Deshalb bestehe gesamthaft in der ange-

stammten Tätigkeit (eingestuft als Tätigkeit mit hohen Anforderungen), rein 

neuropsychologisch, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30%. Die 

Untersuchung stellt auf alle relevanten Berichte ab und hält in der Vorge-

schichte keine relevanten psychischen Erkrankungen fest. Die Beurteilung 

des Psychologen und die darauf gestützten Einschränkungen sind grund-

sätzlich nachvollziehbar und leuchten ein (s. aber E. 6.5). Das ärztliche 

Attest von Dr. V._______ vom 20. Januar 2017, wonach der Beschwerde-

führer an einer Traumafolgestörung leide, wurde beachtet. Bereits in der 

Klinik G._______ wurden in psychischer Hinsicht Abklärungen getroffen 

und wurde festgehalten, dass sich der Beschwerdeführer nach dem Unfall 

in einer Belastungssituation befunden habe (s. Bericht des psychosomati-

schen Konsiliums der Klinik G._______ vom 30. Oktober 2017 in E. 5.4 

hiervor). Nach eigenen Angaben habe der Beschwerdeführer die psychiat-

risch-psychotherapeutische Behandlung abgeschlossen (Neuropsycholo-

gische Untersuchung vom 14.12.2019; IV-B._______-act. 68.8 S. 6). Es 

liegen zudem keine weiteren ärztlichen Berichte mit Befunden vor, die 

Zweifel an der psychiatrischen Einschätzung zu begründen vermögen. Die 

von der damals behandelnden Psychiaterin attestierte Traumafolgestörung 

mit Schlafstörungen, Zukunftsängsten und niedergeschlagener Stimmung 

kann als nicht mehr aktuell gesehen werden.  

6.5 Die Vorinstanz beziehungsweise die kantonale IV-Stelle hat damit in 

der angefochtenen Verfügung grundsätzlich zu Recht auf die neuropsycho-

logische Untersuchung abgestellt. Jedoch weist diese zwei Annahmefehler 

auf, die sich sowohl in der medizinischen Beurteilung der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit in einer administrativen Tätigkeit, der Frage, ob mit dem 

Wegfall der Tätigkeit in der Werkstatt den neuropsychologischen Ein-

schränkungen genügend Rechnung getragen wird, als auch im durchge-

führten ausserordentlichen Einkommensvergleich auswirken:  

Zum einen ist lic. phil. R._______ in seiner Beurteilung der Restarbeitsfä-

higkeit bzw. der Einschränkung in verbliebener Arbeitsfähigkeit aufgrund 

der Angaben des Beschwerdeführers von der Annahme ausgegangen, 

dass der Beschwerdeführer noch an zwei Tagen in der Woche in der Ad-

ministration seiner Firma tätig sei («Beruflich führt der Versicherte seit 2013 

eine eigene Firma […]. Vor dem Unfall sei er als Geschäftsführer und auch 

C-5368/2020 

Seite 26 

in der Werkstatt tätig gewesen, letzteres sei schon aufgrund körperlicher 

Beschwerden nicht mehr möglich. Er arbeite jetzt an 2 Tagen / Woche [ad-

ministrative Tätigkeiten, Führen der Firma]» [S. 5]). Wie nachfolgend auf-

gezeigt wird (E. 7), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu-

gehen, dass der Beschwerdeführer vor dem Gesundheitsschaden zu 60% 

Bürotätigkeiten (Administration/Geschäftsleitung/Kundenbesuche/Akquisi-

tion) ausgeübt und zu 40% in der Werkstatt gearbeitet hat und dass sich 

an dieser Gewichtung/Aufteilung der beiden Arbeitsbereiche nach dem 

Eintritt des Gesundheitsschadens nichts geändert hat. Dementsprechend 

wäre auch für die neuropsychologische Begutachtung davon auszugehen 

gewesen, dass der Beschwerdeführer zu 60% – entsprechend 3 Tagen / 

Woche – Bürotätigkeiten ausübt. Im Vergleich zu der vom neuropsycholo-

gischen Gutachter angenommenen Büroarbeit von (nur) 2 Tagen ist daher 

von einer höheren Belastung in kognitiver Hinsicht auszugehen.  

Zum anderen blieb unbeachtet, dass der Beschwerdeführer als Selbstän-

digerwerbender keinen ("normalen") Arbeitstag von 8 Stunden bestritt, son-

dern einen Arbeitstag von 12 Stunden bzw. eine Arbeitswoche von 60 Stun-

den, und er jetzt eine Arbeitswoche von drei Arbeitstagen zu weiterhin 12 

Stunden bestreitet (vgl. IV-B._______-act. 33 S. 5; 46.19; 56.11; 69 S. 6 f.; 

vgl. auch Beschwerde Rz. 29 f. in Verbindung mit IV-B._______-act. 70 S. 

3). Auch diesbezüglich ergibt sich aus der tatsächlichen Situation eine hö-

here Belastung, als vom Fachpsychologen angenommen. 

Damit erweist sich die neuropsychologische Beurteilung der Restarbeitsfä-

higkeit als unvollständig und kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit bestätigt werden, dass der Beschwerdeführer in der verbleibenden Tä-

tigkeit (36 Stunden Büroarbeit pro Woche) zu 30% eingeschränkt war. In-

sofern als damit die in neuropsychologischer Hinsicht genannte Einschrän-

kung von 30% nicht rechtsgenüglich feststeht, kann auch nicht ohne wei-

teres mit dem Abklärungsdienst in seinen Stellungnahmen davon ausge-

gangen werden, die gutachterlich genannten Einschränkungen eines leicht 

erhöhten Pausenbedarfs, längerer Erholungspause über Mittag, einer 

leicht erhöhten Fehleranfälligkeit, erschwerten Aufnahme und Speicherung 

verbaler Informationen, teilweiser Verlangsamung bei sprachlichen und nu-

merischen Anforderungen, kontraproduktivem Zeitdruck und Notwendig-

keit zur Zeiteinräumung bei neuen Anforderungssituationen und folgen-

schweren Entscheidungen seien aufgrund des im Sozialversicherungs-

recht zu beachtenden Schadenminderungsprinzips (BGE 113 V 22 E. 4) im 

Rahmen der wegfallenden Betätigung in der Werkstatt zu kompensieren 

C-5368/2020 

Seite 27 

und seien damit die gutachterlich genannten neuropsychologisch beding-

ten Einschränkungen zu 30% nicht als zusätzliche Arbeitsunfähigkeit zu 

berücksichtigen. 

6.6 Die arbeitsmedizinische Beurteilung der Einschränkungen in administ-

rativer Tätigkeit bedarf daher ergänzender Abklärungen (vgl. dazu E. 9).

  

7.  

Der Beschwerdeführer rügt des Weiteren die von der Vorinstanz vorge-

nommene Gewichtung zwischen administrativer Tätigkeit (60%) und Werk-

statttätigkeit (40%) und macht eine umgekehrte Gewichtung von administ-

rativer Tätigkeit (40%) und Werkstatttätigkeit (60%) geltend (s. IV-

B._______-act. 69 S. 7 f., BVGer-act. 1 Rz. 10 ff.; s. oben E. 5.11.2, 5.12). 

7.1 Bei sich widersprechenden Angaben ist auf die Beweismaxime hinzu-

weisen, wonach die sogenannten spontanen «Aussagen der ersten 

Stunde» in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere 

Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überle-

gungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können 

(BGE 121 V 45 E. 2a). 

7.2 Bei der Versicherung K._______ -Besprechung vom 26. September 

2017 (IV-B._______-act. 6.12) hat der Beschwerdeführer angegeben, zu 

40% in der Werkstatt und je zu 30% in der Administration und im Aussen-

dienst (zusammen also 60%) tätig gewesen zu sein. Im IV-Fragebogen für 

Arbeitgebende vom 24. November 2017 (IV-B._______-act. 9) hat er seine 

bisherige Tätigkeit als "Geschäftsführer mitarbeitend in Werkstatt" bezeich-

net und angegeben, manchmal (6-33% der Arbeitszeit) Werkstatttätigkei-

ten auszuüben (S. 3 f.). Ebenfalls je manchmal (6-33% der Arbeitszeit) er-

ledige er Bürotätigkeiten, besuche Kunden und fahre Auto. An der Versi-

cherung K._______ -Besprechung vom 23. August 2018 (IV-B._______-

act. 24.13) hat der Beschwerdeführer erklärt, dass sich sein Aufgabenge-

biet – wie er bereits am 26. September 2017 erwähnt habe – aufteile in 

40% in der Werkstatt und je 30% Administration und Aussendienst. Dabei 

stelle die 40%ige Werkstattarbeit hohe Anforderungen an die Hand- und 

Armkraft und Beweglichkeit. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung 

der Versicherung K._______ vom 13. September 2018 (IV-B._______-act. 

24.11) führte der Beschwerdeführer aus, dass er den manuellen Anteil von 

40% unfallbedingt nicht mehr werden machen können und seinen admi-

nistrativen Anteil in der Firma nicht weiter ausbaue. Auch im Fragebogen 

C-5368/2020 

Seite 28 

für Selbständigerwerbende und Unternehmer/innen (IV-B._______-act. 

33) vom 21. November 2018 (vgl. IV-B._______-act. 35 S. 11) hat der Be-

schwerdeführer angegeben, seine wöchentliche Arbeitstätigkeiten setzen 

sich aus drei Tagen Bürotätigkeit inkl. Aussendienst (entsprechend 60%) 

und zwei Tagen Werkstatttätigkeiten (entsprechend 40%) zusammen (IV-

B._______-act. 33 S. 2). Im Widerspruch dazu teilte er im gleichen Frage-

bogen seine Arbeitszeit (ausgehend von einer 60 Std.-Woche) aber auch 

in 36 Std. Werkstattarbeit (entsprechend 60%), 16 Std. Büroarbeit (ent-

sprechend 27%) und 8 Std. Aussendienst (entsprechend 13%) auf (IV-

B._______-act. 33 S. 5). An der Versicherung K._______ -Besprechung 

vom 8. April 2019 (IV-B._______-act. 56.14) hat der Beschwerdeführer ex-

plizit erwähnt, dass der administrative Anteil vor dem Unfall bei 60% gele-

gen habe, und hat Ausführungen dazu gemacht, weshalb es ihm bisher 

erst möglich sei, 40% – anstatt wie bisher 60% – administrative Arbeiten 

zu erledigen. Anlässlich des Betriebsbesuchs des Abklärungsdienstes vom 

15. Oktober 2019 erklärte der – anwaltlich begleitete – Beschwerdeführer, 

dass die im Betätigungsvergleich der Versicherung K._______ vorgenom-

mene Aufteilung seiner Tätigkeiten nicht korrekt sei. Er habe circa zu 60% 

in der Werkstatt gearbeitet, circa zu 30% im Büro und circa zu 10% im 

Aussendienst (total 40% Administratives; IV-B._______-act. 69 S. 6 ff.). In 

seinem Bericht vom 26. März 2020 hat der Abklärungsdienst diese unter-

schiedlichen Angaben des Beschwerdeführers aufgelistet und festgehal-

ten, dass der Beschwerdeführer seine unterschiedlichen Angaben am 15. 

Oktober 2019 vor Ort nicht habe erklären können. Er hat darauf geschlos-

sen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen wer-

den könne, dass der Versicherte ohne Gesundheitsschaden zu 40% Werk-

stattarbeiten machen und 60% für Administration/Aussendient aufwenden 

würde.  

7.3 Beschwerdeweise kritisiert der Beschwerdeführer die vorinstanzliche 

Annahme eines Umsatzrückgangs der S._______ AG, die sich zusätzlich 

auf die (geminderte) Arbeitslast in der Werkstatt der C._______ AG aus-

wirke (B-act. 1 Rz. 13), und die Nichtberücksichtigung späterer Aussagen 

gegenüber der Versicherung K._______ und der IV-Stelle zum prozentua-

len Verhältnis der Tätigkeit in Büro und Werkstatt (B-act. 1 Rz. 16-18). An-

gesichts der ursprünglichen und erst später gegenüber dem Abklärungs-

dienst klar geänderten Aussagen betreffend das prozentuale Verhältnis der 

Tätigkeit im Büro und in der Werkstatt ist vorliegend auf die früheren Aus-

sagen «der ersten Stunde» abzustellen, die eine Tätigkeit zu 40% in der 

Werkstatt bzw. 60% in Büro/Administration bestätigen (vgl. E. 7.2). Über-

dies ist aus den Aussagen des Beschwerdeführers auch nicht ersichtlich, 

C-5368/2020 

Seite 29 

dass er seine Arbeitsweise zwischenzeitlich verändert hätte, nun vermehrt 

in der Werkstatt arbeiten würde und seine Aussagenänderung hierauf zu-

rückzuführen wäre. Zusätzlich fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdefüh-

rer in seiner Erwerbsbiographie seit 2013 als Geschäftsführer fungierte 

und, wie er selbst angibt, seine Nachfolge bereits geplant habe (s. 

E. 5.12.1 hiervor). Es widerspricht zudem der allgemeinen Lebenserfah-

rung, dass ein Geschäftsführer in einem solchen Ausmass wie geltend ge-

macht, insbesondere nach Anstellung einer zusätzlichen Hilfskraft, in der 

Werkstatt tätig ist. Zudem hat er am 17. Januar 2018 gegenüber der Versi-

cherung K._______ explizit bestätigt, dass die Gründung einer neuen 

Firma und die umgewandelten Firmenstrukturen sich nicht auf seinen Tä-

tigkeitsbereich ausgewirkt hätten (IV-B._______-act. 13.41 S.1). Die ge-

nannte Umstrukturierung (s. dazu auch oben Bst. A.c, E. 5.12.1) gibt nur 

Aufschluss über die rechtlichen Gegebenheiten nach dem Unfall am 

28. Mai 2017 (s. Bst. A.b hiervor). Schliesslich kann der Beschwerdeführer 

auch nichts zu seinen Gunsten aus der Versicherung K._______ -Berech-

nung der Prämiensätze vom 18. August 2017 ableiten (BVGer-act. 1 Rz. 

19), zumal nach der geltenden Rechtsprechung für die Invalidenversiche-

rung keine Bindungswirkung an die Einschätzung der Unfallversicherung 

besteht (vgl. BGE 133 V 549).  

7.4 Damit ist nach dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit davon auszugehen, dass die Vorinstanz beziehungsweise die kanto-

nale IV-Stelle zu Recht auf die folgende Gewichtung im Abklärungsbericht 

vom 26. März 2020 abgestellt hat:   

 

Tätigkeit  Gewichtung / Aufteilung 

Werkstatt 40% 

Büro (Administration / Geschäftslei-
tung / Kundenbesuche / Akquisition) 

60% 

 

 

8.  

Schliesslich ist – unter Vorbehalt der fehlerbehafteten medizinischen Beur-

teilung der Restarbeitsfähigkeit (s. E. 8.3, 9) – die Bemessung des Invali-

ditätsgrads grundsätzlich zu überprüfen.  

C-5368/2020 

Seite 30 

8.1  

8.1.1 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss 

Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein-

kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-

rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-

nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-

marktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt 

zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der 

Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs-

einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen-

übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali-

ditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver-

gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2; Urteil des BGer 8C_536/2017 vom 

5. März 2018 E. 5.1). 

8.1.2 Allerdings ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 

nur dann anwendbar, wenn sich die beiden hypothetischen Vergleichsein-

kommen zuverlässig ermitteln oder schätzen lassen. Erweist sich dies - wie 

oft bei selbstständig Erwerbenden der Fall - als schwierig oder unmöglich, 

ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige 

(Art. 28a Abs. 2 IVG, in Verbindung mit Art. 27 IVV) ein Betätigungsver-

gleich durchzuführen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerb-

lichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten 

erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches Bemessungs-

verfahren; vgl. Urteil des BGer 8C_898/2010 vom 13. April 2011 E. 3.2 mit 

Hinweis auf BGE 128 V 29 E. 1 m.w.H.; Urteil des EVG I 72/02 vom 18. De-

zember 2002 E. 2.2; vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Hilfslo-

sigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] des Bundesamtes für Sozial-

versicherungen [BSV] gültig ab 01.01.2015, Stand 01.07.2020 [nachfol-

gend KSIH], Rz. 3103 ff.). 

Geschäftsführer einer Aktiengesellschaft oder einer Gesellschaft mit be-

schränkter Haftung sind grundsätzlich als unselbständig Erwerbende ein-

zustufen. Verfügt ein solcher Geschäftsführer – wie vorliegend der Be-

schwerdeführer – hingegen über einen massgeblichen Einfluss auf die Ge-

sellschaft (z. B. aufgrund einer Einzelunterschriftberechtigung), ist es ge-

rechtfertigt, die Invaliditätsbemessung analog den selbständig Erwerben-

den durchzuführen (z. B. durch die Berücksichtigung des Durchschnitts der 

C-5368/2020 

Seite 31 

Einkommen mehrerer Jahre oder durch die Vornahme eines erwerblich ge-

wichteten Betätigungsvergleichs, vgl. Urteil 8C_898/2010). Insbesondere 

gilt ein von einer Aktiengesellschaft angestellter Versicherter als selbstän-

dig, wenn er als Alleinaktionär einen wesentlichen Einfluss auf die Firma 

hat. Nur auf die IK-Einträge kann diesbezüglich nicht abgestellt werden, 

denn als Alleinaktionär hat der Versicherte auf die Aufteilung Gehalt/Ge-

winn bestimmenden Einfluss (vgl. Urteil des BGer 8C_346/2012 vom 24. 

August 2012; KSIH Rz. 3028.2). 

8.1.3 Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemes-

sungsverfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invali-

dität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als sol-

chem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsver-

gleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann ist diese im 

Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine be-

stimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerb-

stätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Er-

werbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Er-

werbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs 

abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser 

Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsun-

fähigkeit zu bestimmen ist (vgl. Urteil des BGer 8C_503/2008 vom 21. No-

vember 2008 E. 2.2 m.H.).  

8.1.4 Die Bemessung der Invalidität nach der ausserordentlichen Bemes-

sungsmethode bei Selbständigerwerbenden (und z.B. Geschäftsführer mit 

massgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft) setzt voraus, dass die im Be-

trieb anfallenden Arbeiten anhand einer Abklärung vor Ort detailliert aufge-

listet sowie die gesundheitlich bedingten Einschränkungen in den verschie-

denen Arbeitsbereichen erörtert werden (vgl. Urteil des EVG I 842/05 vom 

1. Juni 2006 E. 5.2.1). Zu prüfen ist, ob und in welchem Masse der Be-

schwerdeführer hinsichtlich der im Betrieb anfallenden Tätigkeiten ganz 

oder teilweise arbeitsunfähig ist und welche der in seinen Aufgabenbereich 

fallenden Tätigkeiten ihm ganz oder teilweise noch zugemutet werden kön-

nen (vgl. Urteil des EVG I 202/98 vom 18. Dezember 1998 E. 2d). 

Anschliessend ist die erwerbliche Bedeutung der noch zumutbaren Tätig-

keiten aus betriebswirtschaftlicher Sicht im Hinblick auf das Gesamtergeb-

nis des Betriebes zu ermitteln und zu gewichten (BGE 104 V 135 E. 3 S. 

139). Den einzelnen Teiltätigkeiten ist ein Lohn- respektive Verdienstansatz 

zuzuordnen (Urteil des EVG I 279/03 vom 2. Juli 2004 E. 5.2.2). Damit wird 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-V-135%3Ade&number_of_ranks=0#page135

C-5368/2020 

Seite 32 

namentlich berücksichtigt, dass die Tätigkeit als Geschäftsführer oder Be-

triebsleiter regelmässig mit vergleichsweise hoher Wertschöpfung verbun-

den ist und ihr ein höherer Verdienstansatz entspricht als einer handwerk-

lichen Arbeit (vgl. BGE 128 V 29 E. 4b und 4d). Die erwerbliche Gewich-

tung führt dazu, dass die administrativ gelagerten Tätigkeiten, in welchen 

sich die Behinderung des Beschwerdeführers weniger stark auswirkt, bei 

der Festsetzung des Invaliditätsgrades eine grössere Bedeutung erlangen 

(Urteil I 279/03 vom 2. Juli 2004 E. 5.2.3). Bei dieser Gewichtung ist (grund-

sätzlich) nicht einfach auf die schweizerische Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik (LSE) abzustellen, sondern es sind (nach Mög-

lichkeit) einzelfallbezogene Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung 

des Betriebsinhabers etc.) zu berücksichtigen (BGE 128 V 29 E. 4e; zum 

Ganzen vgl. Urteil des BGer 8C_645/2010 vom 22. November 2010 E. 7.2). 

Immerhin kann die LSE einen Anhaltspunkt bezüglich der Grössenordnun-

gen liefern bzw. als Ausgangspunkt für die Gewichtung dienen (vgl. Urteile 

8C_645/2010 E. 7.2 und I 279/03 E. 5.2.3; vgl. auch BGE 129 V 408 

E. 3.1). Soweit Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden, sind 

grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden (vgl. 

BGE 143 V 295 E. 2.3).  

Aufgrund der erwerblichen Gewichtung der ohne und mit Gesundheits-

schaden ausübbaren Tätigkeiten kann ein Validen- und ein Invalidenein-

kommen ermittelt und ein Einkommensvergleich durchgeführt werden. 

Deshalb kann das ausserordentliche Bemessungsverfahren auch als Ein-

kommensvergleich mit vorangehendem Betätigungsvergleich bezeichnet 

werden (vgl. KSIH Rz. 3105 f.). 

8.1.5 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

(hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Vali-

den- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben 

und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis 

zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 

E. 4.2; Urteil des BGer 8C_61 vom 23. März 2018 E. 6.1). Für die Bemes-

sung der Invalidität einer im Ausland wohnhaften versicherten Person sind 

Validen- und Invalideneinkommen grundsätzlich bezogen auf denselben 

Arbeitsmarkt zu ermitteln (BGE 137 V 20 E. 5.2.3.2; Urteil des 

BGer 8C_300/2015 vom 10. November 2015 E. 7.1). Vorliegend begann 

die Wartefrist von einem Jahr (Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG) einen Tag nach 

dem (zweiten) Unfall zu laufen und endete am 29. Mai 2018. Für die hypo-

thetische Rentenberechnung ist daher der Lohn des Jahres 2018 aus-

schlaggebend. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-V-29%3Ade&number_of_ranks=0#page29
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-V-29%3Ade&number_of_ranks=0#page29

C-5368/2020 

Seite 33 

8.2  

8.2.1 Der Abklärungsdienst der kantonalen IV-Stelle (vertreten durch zwei 

Personen) hat am 15. Oktober 2019 in Anwesenheit des Beschwerdefüh-

rers und seines rubrizierten Rechtsvertreters den Betrieb des Beschwer-

deführers besucht. Gestützt darauf hat er einen ersten Abklärungsbericht 

vom 26. März 2020 und zwei Tabellen vom 31. März 2020 erstellt (IV-

B._______-act. 69 f. [nachfolgend gemeinsam: erster IV-Abklärungsbe-

richt]).  

8.2.2 Im ersten Abklärungsbericht hat der Abklärungsdienst festgehalten, 

dass der Beschwerdeführer seit August 2013 Teilhaber und Geschäftsfüh-

rer der C._______ AG (… und seit Dezember 2017 Inhaber der E._______ 

AG (…) sei (IV-B._______-act. 69 S. 4 f.; s auch oben Bst. A.a, A.c).  

Weiter hat der Abklärungsdienst unter "13. Einkommensvergleich/Buchhal-

tungsanalyse" (IV-B._______-act. 69 S. 10) mit Verweis auf seine Tabelle 

Nr. 1 (IV-B._______-act. 70 S. 2) Folgendes ausgeführt: "Die Bemessung 

der betriebswirtschaftlichen Einschränkung hat, wenn immer möglich, 

durch einen Einkommensvergleich zu erfolgen. Der Grad der Einschrän-

kung ergibt sich aus einem Vergleich der möglichen Einkommen mit und 

ohne Behinderung. Der Betrieb wurde im Jahre 2013 übernommen. In den 

Jahren 2014 und 2015 war der Versicherte teilweise aufgrund des 1. Un-

falles arbeitsunfähig. Im Jahre 2016 war er durchgehend arbeitsfähig und 

im Jahre 2017 kam es zum 2. Unfall. Es liegt bis heute keine konstante 

Arbeitsfähigkeit vor, die über mehrere Jahre gedauert hatte. Die Umsätze 

blieben bis im Jahre 2016 auf einem konstant hohen Niveau und legten ab 

dem Jahre 2017 (Eintritt Gesundheitsschaden) nochmals kräftig zu. Be-

rücksichtigt man das gesamte Einkommen (Lohn + Gewinnanteil) des Ver-

sicherten, ist bis Ende 2018 keine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse 

von mehr als 40% ausgewiesen, im Gegenteil, Umsatz und Gewinn konn-

ten sogar gesteigert werden. Bezüglich dem Valideneinkommen stellt sich 

die Frage, was der Versicherte erwirtschaftet hätte, wenn er nicht verunfallt 

wäre. Der Versicherte konnte einen kompletten Betriebszweig inkl. Kund-

schaft, Mitarbeiter und Maschinen übernehmen, weshalb einer allfälligen 

Aufbauphase weniger Bedeutung zukommt als bei einem Betrieb, welcher 

von Grund auf aufgebaut werden muss. […]  

Aufgrund der beiden Unfälle und der dadurch entstandenen Arbeitsunfä-

higkeiten ist es schwierig, ein zuverlässiges Valideneinkommen zu ermit-

teln. Seit der Übernahme des Betriebes ist der Versicherte immer wieder 

C-5368/2020 

Seite 34 

ausgefallen und es ist deshalb unsicher, wie sich der Betrieb ohne Gesund-

heitsschaden entwickelt hätte. Ein zuverlässiger Einkommensvergleich ist 

unter diesen Umständen nicht möglich." 

Unter "14. Ausserordentliche Bemessungsmethode " (IV-B._______-act. 

69 S. 10 f.) mit Verweis auf die "Tabelle Nr. 2" (IV-B._______-act. 70 S. 3) 

hat der Abklärungsdienst Folgendes ausgeführt: "Aufgrund der in Punkt 13 

erwähnten Umstände muss die ausserordentliche Bemessungsmethode 

angewendet werden. Demnach sind die im Rahmen des Tätigkeitsver-

gleichs (s. Tabelle 2) festgehaltenen Einschränkungen in den verschiede-

nen Tätigkeitsbereichen erwerblich zu gewichten. Für die Gewichtung sind 

praxisgemäss statistische Werte heranzuziehen und es ist dabei auf bran-

chenübliche Einkommenswerte abzustellen."  

Der Beschwerdeführer könne seine Arbeitsfähigkeit am besten in seinem 

Betrieb verwerten. Eine Prüfung der Betriebsaufgabe erübrige sich daher 

(IV-B._______-act. 69 S. 11).  

8.2.3 Der Abklärungsbericht vom 26. März 2020 (IV-B._______-act. 69 f.) 

ist ausführlich, detailliert, nachvollziehbar und schlüssig. Dies gilt nament-

lich insofern, als aufgrund der vorliegenden Daten kein Einkommensver-

gleich auf der Basis der bisherigen Erwerbseinkünfte möglich ist, was im 

Übrigen unbestritten ist. Auch ist aufgrund der Ausführungen des Abklä-

rungsdienstes in seiner – unbestrittenen – Beurteilung davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit am besten in seinem Be-

trieb verwerten könne, weshalb ihm nicht zuzumuten ist, die Selbstständig-

keit aufzugeben und im Anstellungsverhältnis zu arbeiten. Damit entfällt 

vorliegend ein (ordentlicher) Einkommensvergleich auf der Basis der Ta-

bellenlöhne von Angestellten. Die Parteien haben sich unter den gegebe-

nen Umständen zu Recht der Beurteilung des IV-Abklärungsdienstes an-

geschlossen, wonach der IV-Grad mittels der ausserordentlichen Bemes-

sungsmethode zu ermitteln ist, wobei statistische Daten den Ausgangs-

punkt darstellen. 

8.2.4 Die konkrete Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsme-

thode durch den IV-Abklärungsdienst lässt sich hauptsächlich dem Doku-

ment "Tabelle Nr. 2" (IV-B._______-act. 70 S. 3) bzw. den darin enthaltenen 

einzelnen Tabellen entnehmen. 

8.2.4.1 Für die erwerbliche Gewichtung der Tätigkeitsbereiche Werkstatt-

arbeit (40%) und Büroarbeit (60%) hat der Abklärungsdienst auf Werte aus 

C-5368/2020 

Seite 35 

der LSE 2016, Tabelle TA1 (monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszwei-

gen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor), der Branche Me-

tallerzeugung: Herstellung von Metallerzeugnissen abgestellt. Die Werk-

stattarbeit hat er dem Kompetenzniveau 1, Männer (monatlich Fr. 5'488.00) 

und die Büroarbeit dem Kompetenzniveau 4, Männer (monatlich 

Fr. 8'769.00) zugeteilt. Diese Werte hat der Abklärungsdienst vom jeweili-

gen auf 40 Stunden Arbeit pro Woche kalibrierten LSE-Monatslohn auf die 

für den Beschwerdeführer in seinem Betrieb üblichen 60 Arbeitsstunden 

pro Woche (vgl. IV-B._______-act. 69 S. 6 f.; BVGer-act. 1 Rz. 29 f.) hoch-

gerechnet. Für die 40%ige Werkstattarbeit ergibt sich damit ein Jahresein-

kommen von Fr. 39'513.60 (Fr. 5'488.00 x 12 : 40 Std. x 60 Std. x 0.4). Für 

die 60%ige Bürotätigkeit ergibt sich analog ein Jahreseinkommen von 

Fr. 94'705.20 (Fr. 8'769.00 x 12 : 40 Std. x 60 Std. x 0.6).   

8.2.4.2 Zur Bestimmung des Valideneinkommens ("Jahreseinkommen 

ohne Behinderung") hat der Abklärungsdienst diese beiden Jahreseinkom-

men von Fr. 39'513.60 (für 40% Werkstattarbeit) und Fr. 94'705.20 (für 60% 

Bürotätigkeit) addiert. Daraus ergibt sich ein Valideneinkommen von 

Fr. 134'218.80.  

8.2.4.3 Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ("Jahreseinkommen 

mit Behinderung") ist der Abklärungsdienst angesichts der medizinischen 

Würdigung (s. oben E. 6.3) zutreffend davon ausgegangen, dass der Be-

schwerdeführer (bereits) aufgrund somatischer Einschränkungen nicht 

mehr in der Werkstatt arbeiten kann, weshalb das Invalideneinkommen – 

anders als das Valideneinkommen – keinen Lohn für Werkstatttätigkeit um-

fasst. Jedoch kann aufgrund der fehlerbehafteten Feststellungen in neu-

ropsychologischer Hinsicht nicht davon ausgegangen werden, dass die at-

testierten neuropsychologischen Einschränkungen sich nicht weiter auf die 

60%ige Bürotätigkeit auswirken und damit das Invalideneinkommen – ent-

sprechend dem (ungekürzten) Jahreseinkommen für eine 60%ige Bürotä-

tigkeit – auf Fr. 94'705.20 gekürzt werden könnte. Der Invaliditätsgrad kann 

damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestimmt werden. Des-

halb erübrigen sich auch Weiterungen zum Einkommensvergleich, wie der 

Beschwerdeführer ihn beschwerdeweise geltend gemacht hat.  

8.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der fehlerbehafte-

ten medizinischen Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers der Einkommensvergleich nicht abschliessend durchgeführt wer-

den kann. Diesbezüglich sind ergänzende medizinische Abklärungen Vo-

C-5368/2020 

Seite 36 

raussetzung für eine erneute Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand ei-

nes Einkommensvergleichs nach der ausserordentlichen Bemessungsme-

thode. 

9.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 

Sache zu ergänzenden Abklärungen, d.h. zur ergänzenden Vornahme ei-

ner neuropsychologischen Begutachtung unter Berücksichtigung eines Be-

schäftigungsgrades von 60% in administrativer Tätigkeit und eines Arbeits-

tages von 12 Stunden im bisherigen Betrieb, anschliessender Vornahme 

eines angepassten Einkommensvergleichs nach der ausserordentlichen 

Methode und zu neuem Entscheid in der Sache an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. 

10.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

10.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 und 

Abs. 3 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. 

Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führen-

den Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind dem Beschwerdeführer keine 

Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss ist ihm 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihm zu bezeichnen-

des Konto zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind ebenfalls keine Verfah-

renskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

10.2 Der obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat ge-

mäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteient-

schädigung zu Lasten der Vorinstanz. Der Anwalt hat keine Kostennote 

eingereicht, weshalb das Gericht die Höhe der Parteientschädigung auf-

grund der Akten festsetzt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Vorliegend erachtet das 

Bundesverwaltungsgericht – unter Berücksichtigung des notwendigen und 

aktenkundigen Aufwands (Redaktion einer knapp 13-seitigen Be-

schwerde), der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vor-

liegend zu beurteilenden Beschwerdeverfahrens sowie in Anbetracht der 

in vergleichbaren Fällen gesprochenen Entschädigung – eine Parteient-

schädigung von Fr. 2‘000.– (inklusive Auslagen; Mehrwertsteuer ist nicht 

C-5368/2020 

Seite 37 

geschuldet [vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG {SR 641.20} 

und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE]), als angemessen. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Sache zu weiteren 

Abklärungen im Sinne der Erwägung 9 und zu neuem Entscheid an die 

Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils auf ein von ihm zu bezeichnendes Konto zurück-

erstattet 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zu-

lasten der Vorinstanz zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und das Bun-

desamt für Sozialversicherungen.  

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiber: 

  

Beat Weber Daniel Golta 

  

C-5368/2020 

Seite 38 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

Versand: