# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 975d4406-616a-57cf-a2eb-3f0b16e0cc62
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 03.09.2019 110 2019 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2019-40_2019-09-03.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2019/40 Bern, 3. September 2019

in der Beschwerdesache zwischen

Einwohnergemeinde Thun, handelnd durch den Gemeinderat, Rathaus, Postfach 145, 
3602 Thun 
Beschwerdeführerin

und

Regierungsstatthalter von Thun, Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Thun vom 5. Februar 2019 
(bbew 132/2018; Anschlagstellen für den Aushang von Transparenten)

  

I. Sachverhalt
 

1. Seit rund 30 Jahren können Vereine und Organisationen mit Bewilligung des 

Polizeiinspektorats Werbebanner mit Veranstaltungswerbung an den Brücken der Thuner 

Innenstadt anbringen. Im Oktober 2016 teilte der Regierungsstatthalter von Thun der Stadt 

mit, dass die Brücken in der Innenstadt inzwischen fast ganzjährig mit Reklamen behängt 

seien. Es handle sich um baubewilligungspflichtige Fremdreklame; eine Baubewilligung 

bestehe nach seiner Kenntnis nicht. Die Beteiligten einigten sich in der Folge darauf, dass 

die Brückenwerbung bis Ende 2018 toleriert werden soll. Am 5. September 2018 reichte 

die Stadt Thun ein Baugesuch ein (datiert vom 4. September 2018), das 30 

Anschlagstellen für Werbetransparente an neun Standorten umfasst. Auf der 

Allmendbrücke, der Kuhbrücke und der Postbrücke sind je sechs, auf der Bahnhofbrücke 

drei Anschlagstellen vorgesehen (Standorte 1 bis 4). Die anderen Anschlagstellen 

(Standorte 5 bis 8) liegen an der Hofstettenstrasse, Gwattstrasse (Camping und Hotel 

RA Nr. 110/2019/40 2

Holiday) und an der Tempelstrasse/Allmendingen (TCS Center) und betreffen keine 

Brücken. Das Baugesuch für eine Anschlagstelle beim Brahmsquai (Standort 9) zog die 

Stadt Thun im Verlauf des Baubewilligungsverfahrens zurück. 

Die Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP) beurteilte die Anschlagstellen an den 

Brückengeländern (Standorte 1 bis 4) negativ und empfahl, das Vorhaben in dieser Form 

nicht zu bewilligen. Die Stadt hielt an den Standorten für die Brückenwerbung fest.

2. Mit Baubewilligung und Baupolizeiverfügung vom 5. Februar 2019 bewilligte der 

Regierungsstatthalter von Thun die Anschlagstellen an den Standorten 5 bis 8 

(Hofstettenstrasse, Gwattstrasse, Tempelstrasse/Allmendingen). Den Bauvorhaben an den 

Standorten 1 bis 4 (Kuhbrücke, Allmendbrücke, Postbrücke und Bahnhofbrücke) erteilte er 

den Bauabschlag (Ziffer 3.2.1 des Entscheids). In Ziffer 3.2.2 ordnete er an, dass die 

Werbebanner an den Brückengeländern noch bis am 30. April 2019 toleriert würden. Ab 

dem 1. Mai 2019 sei das Anbringen von Werbung auf der Allmendbrücke, der Kuhbrücke, 

der Postbrücke, der Bahnhofbrücke, der Sinnebrücke und der Mühlebrücke ausdrücklich 

untersagt. 

   

3. Dagegen reichte die Stadt Thun am 4. März 2019 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt, die Ziffern 

3.2.1 (Bauabschlag) und 3.2.2 (Verbot der Brückenwerbung ab 30. April 2019) des 

Bauentscheids vom 5. Februar 2019 seien aufzuheben. Für die Standorte 1 bis 4 sei die 

Baubewilligung zu erteilen. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme seien die 

Werbebanner an den Brückengeländern (Standorte 1 bis 4) bis 30 Tage nach 

rechtskräftigem Entscheid über die Baubewilligung zu tolerieren.

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die Vorakten 

ein und führte den Schriftenwechsel durch. Der Regierungsstatthalter von Thun beantragt 

in seiner Stellungnahme vom 8. März 2019 die Abweisung der Beschwerde. 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2019/40 3

5. Das Rechtsamt führte im Beisein der Parteien und einer Vertretung der KDP einen 

Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Am Augenschein waren die Brücken frei 

von Transparenten, weil die Stadt dafür keine Bewilligungen mehr ausstellte. Die Parteien 

erhielten Gelegenheit, sich zum Protokoll des Augenscheins zu äussern und 

Schlussbemerkungen einzureichen. Die Stadt Thun nahm mit Eingabe vom 17. Juni 2019 

Stellung. Der Regierungsstatthalter von Thun reichte am 17. April 2019 einen 

Beweisantrag und am 9. August 2019 ein weiteres Beweismittel ein. Das Rechtsamt gab 

der Stadt Thun Gelegenheit zu einer allfälligen Stellungnahme. Davon machte diese nicht 

Gebrauch. 

  

6. Auf die Rechtsschriften sowie auf das Ergebnis des Augenscheins wird, soweit für 

den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Bauentscheide und baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 BauG2 können innert 30 

Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 40 und 49 

BauG). Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde 

befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die 

Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die 

Beschwerdeführerin ist Baugesuchstellerin und durch den Bauabschlag sowie die 

baupolizeiliche Verfügung beschwert. Sie ist zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die 

form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

RA Nr. 110/2019/40 4

2. Brückenwerbung, rechtliche Voraussetzungen 

a) Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, die nicht-kommerzielle 

Brückenwerbung sei in der Stadt Thun historisch verankert; seit über 30 Jahren würden 

insbesondere in der Innenstadt Transparente an Brücken und Geländern bewilligt. Die 

Brückenwerbung diene der regionalen und lokalen Kulturförderung: sie sei kostengünstig 

und effektiv und daher bei Vereinen und kulturellen Organisationen beliebt. Mit dem 

Bauvorhaben dürften die Transparente nur noch an den definierten Standorten angebracht 

werden, was für einen ästhetisch ansprechenden und ordentlichen Eindruck sorge. Mit den 

geplanten Aufhängevorrichtungen werde die Anzahl der Befestigungspunkte und die 

Werbefläche um rund 30 % reduziert. Auf der Sinnebrücke und der Mühlebrücke würden 

schon jetzt keine Transparente mehr bewilligt. Die Stadt Thun habe ein ausgewogenes 

Plakatierungskonzept erstellt, das Rücksicht auf das Ortsbild nehme und einer lebendigen 

Stadt Rechnung trage. Die Brückenwerbung werde nach Erteilung der Baubewilligung in 

dieses Plakatierungskonzepts integriert. Dank der Brückenwerbung habe die illegale 

Plakatierung in Grenzen gehalten werden können. Zusätzliche Litfasssäulen oder 

Plakatanschlagestellen vermöchten nicht den gleichen Zweck zu erfüllen und 

beeinträchtigten das Ortsbild ebenfalls. Bei der Beurteilung des Baugesuchs seien nicht 

ausschliesslich denkmalpflegerische Aspekte zu berücksichtigen, sondern alle relevanten 

Interessen (Förderung der Vereine, lebendige Innenstadt, Denkmalpflege) gegeneinander 

abzuwägen. Die Spielregeln für die Brückenwerbung seien inzwischen weiter verschärft 

worden. Für kommerzielle Werbung stehe die Brückenwerbung in Zukunft nicht mehr zur 

Verfügung und die Dauer für den Aushang sei auf zwei Wochen beschränkt worden. Der 

Entwurf der überarbeiteten Weisung für den temporären Aushang von Transparenten 

(Brückenwerbung) werde dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt, sobald die 

Baubewilligung rechtskräftig sei. Mit den überarbeiteten Weisungen strebe die Stadt Thun 

einen Ausgleich zwischen den erwähnten Interessen an.3

 

Die Vorinstanz begründete den Bauabschlag damit, dass die Veranstaltungswerbung an 

den Brücken in den letzten Jahren sowohl bezüglich der Anzahl und der Dauer (bis zu 50 

Wochen pro Jahr) massiv zugenommen habe. Diese Werbung stehe im Widerspruch zu 

den ortsbildschutzrechtlichen und denkmalpflegerischen Vorschriften. Im 

Beschwerdeverfahren erklärte die Vorinstanz, die Anstrengungen der Stadt für ein aktives 

3 Beschwerde, Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019 S. 3 f., Stellungnahme vom 17. Juni 2019

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Vereinsleben und vielfältige Veranstaltungen seien unbestritten. Die Brücken seien heute 

aber in einem Ausmass mit Fremdwerbung behängt, das nicht bewilligungsfähig erscheine. 

Für den Gesamteindruck sei auch der Blumen- und Fahnenschmuck an den Brücken 

massgebend. Die Fahnen an den Brücken hätten zeitweise ebenfalls Werbecharakter. Das 

Ortsbild vertrage keine zusätzlichen Plakate an den Brückengeländern.4 

b) Die Stadt Thun ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) 

als Ortsbild von nationaler Bedeutung aufgenommen. Die Bahnhofbrücke figuriert im ISOS 

als Objekt mit Bedeutung und höchstem Erhaltungsziel (Kategorie A) (Nummer 0.0.19). Die 

neue Postbrücke ist als Hinweis aufgenommen (Nummer 0.0.20). Bei Bauvorhaben, die 

‒wie vorliegend ‒ keine Bundesaufgabe betreffen,5 wird der Schutz von Ortsbildern durch 

kantonales und kommunales Recht gewährleistet (vgl. Art. 78 Abs. 1 BV6). 

Bundesinventare wie das ISOS sind aber insofern von Bedeutung, als die Schutzanliegen 

bei der (Nutzungs-) Planung berücksichtigt werden müssen. Zum anderen ist die 

gegebenenfalls im Einzelfall erforderliche Interessenabwägung im Lichte der 

Heimatschutzanliegen vorzunehmen.7 

c) Die vier betroffenen Brücken liegen in der Innenstadt. Die Allmendbrücke, Postbrücke 

und Bahnhofbrücke erschliessen das Bälliz von Süden bzw. Südwesten her, die Kuhbrücke 

verbindet das Bälliz und die rechtsufrige Altstadt. Diese Innenstadtgebiete sind in der 

kommunalen Bauordnung als Erhaltungs- und Entwicklungsgebiete definiert und stellen 

Schutzgebiete im Sinne von Art. 86 BauG dar (Altstadtgebiete A II "Bälliz" und A III 

"Gassen", vgl. Zonenplan I und Art. 31 und 32 GBR8). Gemäss Art. 32 GBR umfasst die 

Altstadt das Gebiet innerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung. Sie ist in ihrer Gesamtheit 

ein historisches Baudenkmal. Ihre Erscheinung sowie ihre Struktur, ihre prägenden 

Elemente und Merkmale sind zu erhalten und zu pflegen. In der Kommentarspalte heisst 

es zu Abs. 1: "Trotz den erhöhten gestalterischen Anforderungen bleibt die Altstadt ‒ und 

innerhalb dieser besonders das Bälliz ‒ ein wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt und 

somit ein Baugebiet von hoher Dichte mit einem entsprechenden Erneuerungsbedarf."

4 Stellungnahme vom 8. März 2019, Eingaben vom 17. April und 9. August 2019
5 Vgl. Art. 3 und 6 i.V.m. Art. 2 NHG e contrario (Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und 
Heimatschutz NHG; SR 451)
6 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
7 BGer 1C_578/2016 vom 28. Juni 2017, in ZBl 2018 S. 202 E. 3.1; BGE 135 II 209 E. 2.1
8 Baureglement der Stadt Thun, vom Amt für Gemeinden und Raumordnung genehmigt am 24. Juli 2003 und 
27. August 2003

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d) Reklamen dürfen Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 

Abs. 1 BauG). Die Gemeinden sind befugt, strengere und detailliertere Vorschriften zu 

erlassen, namentlich auch für Strassenreklamen (Art. 9 Abs. 3 BauG, vgl. Art. 100 SSV9). 

Der kommunale Gestaltungsgrundsatz verlangt, dass bei Bauvorhaben zusammen mit der 

Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht (Art. 5 GBR). Gleiches gilt für die 

Aussenraumgestaltung (Art. 6 Abs. 1 GBR). Diese Bestimmungen gehen weiter als das 

Beeinträchtigungsverbot von Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher selbständige 

Bedeutung zu. Gemäss Art. 6 Abs. 6 GBR sind Plakate so anzuordnen, dass sie das 

Strassen-, Orts- und Landschaftsbild, schützens- und erhaltenswerte Objekte, die Wohn- 

und Aufenthaltsqualität sowie die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Sie sind auf 

wichtige Verkehrsachsen zu beschränken und in Plakatgruppen aufzustellen. Es ist ein 

einheitliches Trägermaterial zu verwenden. 

  

e) Sind Baudenkmäler betroffen, ist der Schutz abschliessend durch das kantonale 

Recht geregelt (Art. 10a ff. BauG). Baudenkmäler sind herausragende Objekte und 

Ensembles von kulturellem, historischem oder ästhetischem Wert. Dazu gehören 

namentlich Ortsbilder, Baugruppen, Bauten und Anlagen (Art. 10a BauG). Baudenkmäler 

können nach den Bedürfnissen des heutigen Lebens und Wohnens für bisherige oder 

passende neue Zwecke genutzt und unter Berücksichtigung ihres Wertes verändert 

werden. Sie dürfen durch Veränderungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden 

(sog. Umgebungsschutz, Art. 10b Abs. 1 BauG). Dies heisst nicht, dass die Umgebung 

überhaupt nicht verändert werden darf, soweit sie nicht selber schützens- oder 

erhaltenswert ist. Eine Veränderung soll aber auf das Baudenkmal grösstmögliche 

Rücksicht nehmen und dieses nicht wesentlich beeinträchtigen. Was das im konkreten Fall 

heisst, hängt vom Schutzbedarf des Baudenkmals und seiner Stellung in der Umgebung 

einerseits und dem Interesse an der Veränderung dieser Umgebung andererseits ab.10 

Voraussetzung für den Schutz nach Art. 10b Abs. 1 BauG ist die Aufnahme in das 

Bauinventar. 

Das Bälliz und die rechtsufrige Altstadt sind mitsamt den Brücken und dem 

dazugehörenden Aareraum im Bauinventar als Baugruppen aufgenommen. Die 

rechtsufrige Altstadt liegt in der Baugruppe A (Hauptgasse-Schlossberg) und umfasst auch 

9 Signalisationsverordnung des Bundesrats vom 5. September 1979 (SSV; SR 741.21)
10 VGE 2018/202 vom 20.03.2019 E. 3.2; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons 
Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 10a-10f N. 7

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die Kuhbrücke. Die Baugruppe B umfasst das gesamte Bälliz inklusive Bahnhof-, Post- und 

(teilweise) die Allmendbrücke. Die Bahnhofbrücke ist darüber hinaus selber als 

erhaltenswertes Baudenkmal eingestuft. Die Postbrücke, welche 1994 als Ersatz für eine 

ältere Brücke erstellt wurde, figuriert im Anhang des Bauinventars, was aber noch keine 

unmittelbare Rechtswirkung hat. Die Mehrzahl der Gebäude in den Baugruppen A und B 

sind als schützenswerte oder erhaltenswerte Baudenkmäler eingestuft. 

3. Beurteilung des Bauvorhabens

a) Das Bauvorhaben sieht vor, dass bei den vier genannten Brücken Metallschienen am 

Brückengeländer angebracht werden, an denen je ein Veranstaltungsbanner mit 

Kabelbinder montiert werden kann. Die Anschlagstellen haben Abmessungen von je 3 m x 

0,9 m, d.h. die Werbefläche beträgt 2,7 m2. Bei der Bahnhofbrücke sind insgesamt drei 

Reklamestellen vorgesehen, bei der Post-, Allmend- und der Kuhbrücke sind es jeweils 

sechs, d.h. je drei auf beiden Geländern. Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist nahe bei 

den Verkehrskreiseln bzw. der Ausfahrt auf die Aarestrasse keine Anschlagstelle 

vorgesehen; die geplanten Reklamestellen sind daher näher bei der Altstadt angeordnet.11 

b) Die KDP beurteilte das Bauvorhaben in ihrem Fachbericht wie folgt:

"Die Innenstadtbrücken sind aus ortsbildpflegerischer Sicht sehr wichtige Bestandteile des 

Stadtbildes. Sie verbinden über die Aareläufe die dicht bebauten Innenstadtteile und 

ermöglichen Ausblicke auf Wasserläufe, Stadtkörper und darüber hinaus. Aus 

ortsbildpflegerischer Sicht eignen sich diese Brücken mit ihren feingliedrigen Brüstungen nicht 

als Werbeträger. Die naturgemäss bunten, unruhig wirkenden Blachen beeinträchtigen das 

Ortsbild. Die erhaltenswert eingestufte Bahnhofbrücke ist darüber hinaus direkt als 

Baudenkmal beeinträchtigt. Aus dieser Sicht sollten für Werbungen andere Lösungen gesucht 

werden, beispielsweise an Plakatstellen oder mit gut gestalteten Litfasssäulen. Unseres 

Wissens sind in anderen Schweizer Städten keine vergleichbaren Werbungen üblich." 

Am Augenschein hielt der Vertreter der KDP fest, wichtig sei das Gesamtbild der Stadt. 

Alle Brücken seien Teil von Baugruppen; die Baugruppe werde als Ganzes betrachtet. Die 

Bahnhofbrücke sei darüber hinaus selber ein erhaltenswertes Baudenkmal. Der Aareraum 

11 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019, S. 3

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gehöre vom räumlichen Empfinden her zur Altstadt.12 Am Standort bei der Bahnhofbrücke 

führte der Vertreter der KDP aus, das Ortsbild und der hier betroffene Bereich seien 

geprägt von Häuserfronten, Plätzen und dem Aareraum mit viel Freifläche. Es habe 

zahlreiche Baudenkmäler, z.B. beide Gebäude beim Brückenkopf auf der Altstadtseite 

sowie Gebäude rund um den Maulbeerkreisel. Mit Werbebannern an der Bahnhofbrücke 

werde die Sicht auf das Geländer, den Obelisk und die Häuserfront beeinträchtigt. Generell 

sollte die Werbung zurückhaltender sein. Von diesem Standort aus sollte man durch das 

Brückengeländer auf die Aare sehen können. Die Werbung beeinträchtige das gesamte 

Ortsbild.13 Bei der Postbrücke führte der Vertreter der KDP aus, es gebe auf der 

gegenüberliegenden Seite (Aarestrasse) zwar auch weniger qualitätsvolle Gebäude, aber 

es dürfe keine isolierte Betrachtung vorgenommen werden. In umgekehrter Blickrichtung 

werde die Brückenwerbung zusammen mit der Altstadt wahrgenommen. Die Postbrücke 

bestehe aus einer feingliedrigen Eisenkonstruktion. Zusammen mit der bunten Werbung 

ergäbe sich ein ganz anderes Bild: Man würde nicht mehr die einzelnen Brückenelemente 

und die Konstruktion wahrnehmen, sondern nur noch eine "Wand"; der Blick auf die Aare 

würde versperrt. Es habe bereits viele Elemente [Blumenkistchen, Fahnen] an den 

Brücken. Mit der zusätzlichen Werbung wirke alles sehr unruhig.14 Zur Allmendbrücke 

führte der Vertreter der KDP aus, es handle sich um eine Betonunterkonstruktion mit einem 

feingliedrigen Geländer. Dahinter befinde sich ein denkmalgeschütztes Haus. Auch hier 

hätten die Plakate eine starke Veränderung des Gesamtbildes zur Folge. Man habe hier 

zudem Sicht Richtung Schwäbisbad und Selveareal, das mehrere geschützte Gebäude 

aufweise. Die Werbung würde das Ortsbild stark verändern und die filigrane Brücke wäre 

nicht mehr als solche erkennbar.15 Am Standort bei der Kuhbrücke ergänzte er, dass eine 

geringere Anzahl Werbeflächen pro Brücke keine Verbesserung darstellen würde. 

Problematisch sei die ganzjährige, vollflächige Belegung der Brückengeländer. Zwei bis 

drei Werbebanner pro Jahr in der Mitte der Brücke für einzelne übergeordnete Ereignisse 

und Grossanlässe wären weniger problematisch.16

 

c) Die Beurteilung der KDP ist nachvollziehbar und überzeugt. Weitere Gutachten oder 

Abklärungen gemäss den Beweisanträgen der Vorinstanz waren nicht erforderlich. Die 

12 Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019, S. 7
13 Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019, S. 6
14 Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019, S. 7
15 Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019, S. 8
16 Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019, S. 9

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beiden Aareläufe und die Brücken sind prägende Bestandteile der Thuner Innenstadt. Das 

Bälliz und die rechtsufrige Altstadt sind dicht bebaut und wirken kompakt. Mit der Aare 

ergeben sich Freiräume, die weite Ausblicke ermöglichen, von der Kuhbrücke 

beispielsweise bis zu den Alpen. Die bei allen Brücken feingliedrigen Metallgeländer 

erlauben eine fast ungehinderte Sicht auf die ruhig fliessende Aare. Die geplante 

Brückenwerbung würde dazu führen, dass ein beträchtlicher Teil der Brückengeländer 

durch Werbebanner belegt wäre. Dies wäre praktisch ganzjährig der Fall, da die 

Veranstaltungswerbung der rund 60 Vereine nach Angaben der Stadt in den letzten Jahren 

stark zugenommen hat. Aufgrund dieser Nachfrage gäbe es bei den Brücken kaum 

werbefreie Zeit, auch wenn die Dauer des Aushangs für die Werbetransparente weiter 

beschränkt werden soll (von ursprünglich sechs auf zwei Wochen).17 Die Brückengeländer, 

deren Funktion und Zweck in der Absturzsicherung liegt, würden faktisch (auch) zu 

Werbemittelträgern. 

Der Durchblick auf den Aareraum, welcher Weite und Durchlässigkeit vermittelt, würde 

durch die grossformatigen Werbetransparente stark eingeschränkt.18 Gerade für Personen 

im Rollstuhl oder jüngere Kinder wäre der Blick auf die Aare und in die Ferne bei den 

Reklamestellen verdeckt.19 Fix montierte Werbebanner sind zudem nicht vergleichbar mit 

den Autos, welche die Durchblicke nur zeitweilig einschränken.20 Die Werbebanner an den 

Brückengeländern würden nicht nur das Erscheinungsbild der Brücken und die Sicht auf 

die Aare beeinträchtigen, sondern hätten auch zur Folge, dass das Ortsbild und einige 

Baudenkmäler praktisch immer zusammen mit Werbetransparenten wahrgenommen 

würden.21 Werbung will naturgemäss auffallen und die Aufmerksamkeit der Passanten auf 

sich ziehen. Auch wenn die Gestaltung der Transparente nach den Weisungen der Stadt 

Thun Einschränkungen unterliegt (keine fluoreszierende oder reflektierende Farben, 

maximal 3 % Fläche für Sponsorenwerbung),22 hätten die Transparente eine störende 

Wirkung auf das Ortsbild und einzelne Baudenkmäler. Tangiert würden vorliegend 

17 Protokoll des Augenscheins vom 15. Mai 2019, S. 2-4; vgl. die Weisungen vom 30. Juni 2016 (Vorakten bzus 
18/2016), vom 3. September 2018 (Vorakten bbew 132/2018) und Entwurf der neuen Weisung, Beilage 2 zur 
Stellungnahme der Stadt vom 17. Juni 2019
18 Vgl. Fotodokumentation des Augenscheins, insbesondere Fotos Nr. 5, 7, 20, 21, 26, 28, 29 
19 Vgl. Fotodokumentation, Foto Nr. 12
20 Protokoll des Augenscheins, S. 9 oben; im Zeitpunkt des Augenscheins bestand eine Umleitung des 
rechtsufrigen Verkehrs (Richtung Gunten) durch die Innenstadt. 
21 Vgl. Fotodokumentation, insbesondere Fotos Nr. 2, 5-7, 10-14, 19-22 
22 Vgl. Fn. 17

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insbesondere die Bahnhofbrücke (erhaltenswertes Baudenkmal) sowie die Kopfbauten bei 

der Bahnhofbrücke, die als erhaltenswert (Bälliz 64) bzw. schützenswert (Freienhofgasse 

21 und 23) eingestuft sind.23 Bei der Postbrücke beträfe es insbesondere die Gebäude 

Bälliz 52 (schützenswert) und Bälliz 50, 54 (erhaltenswert).24 Bei der Allmendbrücke 

würden auf der Seite des Bälliz insbesondere die zwei schützenswerten Gebäude am Ende 

der Brücke (Bälliz Nr. 12, 14) sowie zwei erhaltenswerte Nachbargebäude (Bälliz Nr. 16, 

18) betroffen.25 

     

Das Gebiet um die Kuhbrücke ist ein lebendiges, neueres Geschäftsviertel. Auffällig sind 

die zahlreichen bunten Reklamen und Leuchtschriften.26 Bei den Baudenkmälern handelt 

es sich um Gebäude aus der Mitte oder zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.27 Die 

Geschäftsgebäude Bälliz 2, Schwäbisgasse 1, Marktgasse 17 und 18 sind als 

erhaltenswert eingestuft. Das Bürohaus mit Leichtmetallfassade von 1973/74 (Bälliz 1) ist 

im Bauinventar jedoch nicht aus ästhetischen, sondern architekturhistorischen Gründen als 

schützenswert aufgeführt und im ISOS als störendes Objekt vermerkt (Nummer 3.2.3).28 

Allfällige Beeinträchtigungen sind jedoch kein Grund, weitere Beeinträchtigungen zu 

erlauben.29 In diesem dicht bebauten, heterogenen Gebiet besteht erst recht ein 

besonderes Interesse, bei der Brücke die Sicht auf den Aareraum frei zu lassen. 

d) Zusammenfassend hat die unmittelbare Umgebung der geplanten Reklamestellen 

Denkmalqualität und ist im ISOS als Ortsbild von nationalem Interesse aufgenommen. 

Dazu gehört auch der Aareraum (Umgebungszone U-Zo II) mit dem Erhaltungsziel a 

(Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland oder Freifläche).30 Die geplante 

Brückenreklame entfaltet an allen Standorten eine störende Wirkung, sowohl in der 

Baugruppe ‒ auf das Ortsbild mit dem Aareraum ‒ als auch auf einzelne Baudenkmäler.

  

23 Vgl. Fotodokumentation, Fotos Nr. 3, 5, 6
24 Vgl. Fotodokumentation, Fotos Nr. 11, 12
25 Vgl. Fotodokumentation, Fotos Nr. 19-22
26 Vgl. Fotodokumentation, Fotos Nr. 24-28
27 Vgl. Fotodokumentation, Fotos Nr. 25-30
28 Vgl. Fotodokumentation, Foto Nr. 30, rechts im Bild
29 VGE 2018/202 vom 20.03.2019 E. 4.5
30 Vgl. ISOS 

RA Nr. 110/2019/40 11

e) Es ist unbestritten, dass die vorgesehenen baulichen Massnahmen mit fest 

definierten Werbestellen, die Verringerung der Werbefläche und die beabsichtigte 

verschärfte Praxis für den Aushang von Transparenten eine Verbesserung gegenüber dem 

früheren, nicht baubewilligten Zustand darstellen würde. Gegenstand der vorliegenden 

Beurteilung ist jedoch nicht ein Vergleich mit dem früheren Zustand, sondern das 

Vorhaben, für das jetzt um eine Baubewilligung ersucht wird. Auch dieses wirkt sich wie 

gesehen nachteilig auf den Wert der Baugruppe und einzelnen Baudenkmäler aus. Bei der 

Veranstaltungswerbung handelt es sich um Fremdreklame, die keinen Zusammenhang mit 

den Brücken hat und objektiv gesehen nicht auf solche Standorte angewiesen ist. Das 

Interesse der Vereine, möglichst kostengünstig und wirkungsvoll an hochfrequentierten 

Strassen zu werben, ist verständlich. Nachvollziehbar ist auch das Anliegen der Stadt, im 

Interesse einer lebendigen Stadt die Vereine zu fördern und wilde Plakatierung zu 

verhindern, welche das Ortsbild beeinträchtigt. Die Brückenwerbung hat jedoch ihrerseits 

eine Beeinträchtigung des geschützten Ortsbildes zur Folge. Die Brückengeländer mögen 

äusserst attraktive Anschlagstellen für Veranstaltungswerbung sein, sie sind aber nicht die 

einzigen Werbestandorte für Vereine und Organisationen. Die Stadt Thun stellt für 

Veranstaltungswerbung zehn unentgeltliche Anschlagstellen zur Verfügung. Zudem 

können die Organisationen von vergünstigten Tarifen bei den APG-Plakatstellen 

profitieren.31 Im Übrigen ist das Aushängen von Plakaten nur eine von mehreren 

Möglichkeiten, um in der Öffentlichkeit auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen.  

Die Interessen des Denkmal- und Ortsbildschutzes (ISOS) überwiegen demnach die 

Interessen der Stadt und der Vereine bzw. Organisationen an kostengünstiger und 

wirkungsvoller Veranstaltungswerbung deutlich. Das Vorhaben ist nicht bewilligungsfähig. 

Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

    

f) Die Beschwerdeführerin beantragte, im Sinne einer vorsorglichen Massnahme seien 

die Werbebanner an den Brückengeländern (Standorte 1 bis 4) bis 30 Tage nach 

rechtskräftigem Entscheid über die Baubewilligung zu tolerieren. Die Beschwerde hat 

aufschiebende Wirkung (Art. 68 VRPG32). Da die Stadt Thun seit Mai 2019 keine neue 

Veranstaltungswerbung an den Brücken mehr bewilligte,33 erübrigt es sich, eine neue Frist 

für das Verbot der Brückenwerbung anzusetzen. 

31 Protokoll des Augenscheins, S. 5
32 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
33 Vgl. Eingabe des Regierungsstatthalters vom 17. April 2019

RA Nr. 110/2019/40 12

RA Nr. 110/2019/40 13

4. Kosten

a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. 

Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren 

erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 1'800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 GebV34). Darin 

enthalten sind auch die Kosten für den Augenschein vom 15. Mai 2019 und die Teilnahme 

des Vertreters der KDP. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Die Stadt 

Thun ist Baugesuchstellerin und daher in Vermögensinteressen betroffen. Sie hat die 

Verfahrenskosten von Fr. 1'800.– zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

c) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauabschlag und die baupolizeiliche 

Verfügung des Regierungsstatthalters von Thun vom 5. Februar 2019 werden 

bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'800.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

34 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2019/40 14

IV. Eröffnung

- Einwohnergemeinde Thun, handelnd durch den Gemeinderat, eingeschrieben

- Regierungsstatthalter von Thun, A-Post

- Kantonale Denkmalpflege, zur Kenntnis

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 

allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, muss 

einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 

Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 

beizulegen.