# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 366df5c0-d830-5290-9b0f-593cc7b25eae
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 16.09.2021 IV 2020/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-7_2021-09-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/7

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.06.2022

Entscheiddatum: 16.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 16.09.2021
Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens, das auch einen längere Zeit 
zurückliegenden Sachverhalt mitumfasst (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. September 2021, IV 
2020/7).

Entscheid vom 16. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Miriam Lendfers und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2020/7

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2 / Marktplatz, 

Postfach 42, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 6./10. Januar 2012 (IV-act. 1) bei der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an. Sie, Mutter ___ Kinder (geboren [...]) und seit Juni 2011 

getrennt vom Ehegatten lebend, sei diplomierte Lehrerin (Ausbildung von 199_ bis 

2002) und mit einem Pensum von 40 % an ihrer 2006 angetretenen gegenwärtigen 

Stelle in einer B.___ als solche angestellt. Schon seit 2001 leide sie an einem 

postenzephalitischen Erschöpfungssyndrom.

A.a. 

Dr. med. C.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab einem Arzt des 

Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung gemäss dessen 

Gesprächsprotokoll vom 13. Januar 2012 (IV-act. 6) an, bei der Versicherten bestehe 

eine schwere depressive Episode. Seit einer FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) 

im Jahr 2001 sei sie nie mehr voll arbeitsfähig gewesen. Sie habe ihr Pensum zunächst 

auf eigene Kosten reduziert. Zuletzt sei es aufgrund einer schwierigen Situation am 

Arbeitsplatz und einer Ehetrennung und -krise zu Überlastung und Dekompensation mit 

voller Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2011 gekommen. Ab November 2011 habe die 

Versicherte versucht, zu 40 % zu arbeiten, was aber wegen Anspannung, 

Schlafstörungen (zusätzlich auch noch verursacht durch Bedürfnisse der ___ kleinen 

Kinder der alleinerziehenden Mutter), negativer Zukunftsperspektiven, Antriebsstörung 

und Selbstwertstörung nicht möglich sei. Zurzeit sei sie wieder mit einer Präsenzzeit 

von 40 % und etwas reduzierter Leistungsfähigkeit erwerbstätig. Eine 

neuropsychologische Abklärung wäre dringend notwendig. - Der RAD-Arzt 

befürwortete wegen einer möglichen früheren gesundheitsbedingten Pensenreduktion 

zeitlich zurückreichende weitere Abklärungen (IV-act. 7).

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Versicherte gab auf telefonische Anfrage am 17. Januar 2012 (IV-act. 9) an, sie 

habe ihr Pensum bereits aus gesundheitlichen Gründen auf 40 % reduziert gehabt. 

Nach dem Arbeitsversuch vom November 2011 habe sie nochmals einen Monat Urlaub 

genommen und werde ab Februar 2012 wieder einzusteigen versuchen. Ohne 

Gesundheitsschädigung wäre sie zu 60 bis 80 % erwerbstätig.

A.c. 

Die B.___ gab - [...] - in ihrer Arbeitgeberbescheinigung vom 19. Januar 2012 (IV-

act. 16) an, die Versicherte sei seit August 2006 (nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens) als ___lehrerin angestellt und habe eine Arbeitszeit von vier bis 

sieben Lektionen pro Tag bzw. von __ Lektionen pro Woche anstelle von 

28 betriebsüblichen Lektionen (30 Lektionen mit Präsenzverpflichtung). [...]

A.d. 

Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte diverse 

Berichte und Akten ein. Den Akten der Taggeldversicherung (Fremd-act.) war zu 

entnehmen, dass Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

am 18. April 2010 (Fremd-act. 1-9 f.) berichtet hatte, die Versicherte habe vom 

31. August 2007 bis 4. Mai 2009 wegen Depressionen, eines Angstsyndroms und 

Beziehungsschwierigkeiten in seiner ambulanten Behandlung gestanden. Nach der 

Geburt des ___ Kindes im ___ 20__ habe sich ein zunehmender Ehekonflikt entwickelt, 

auf welchen die Versicherte mit Stimmungstief, Energie- und Antriebsverlust, 

Verzweiflung, Weinen, bewusster Angst, innerer Unruhe, Muskelverspannungen und 

zum Teil Benommenheit reagiert habe. Diagnostisch liege eine reaktive ängstlich-

depressive Krise vor dem Hintergrund einer Neurose vor. Am 13. März 2010 sei die 

Therapie wieder aufgenommen worden. Die Arbeitsunfähigkeit betrage (seither) 100 %. 

Vor März 2010 sei die Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. E.___, Facharzt FMH für 

Allgemeine Medizin, beurteilt worden. - Wie Dr. D.___ am 4. Juni 2010 (Fremd-

act. 1-12) angegeben hatte, dauerte die betreffende volle Arbeitsunfähigkeit bis zu 

jenem Tag (4. Juni 2010). - Am 9. Mai 2011 trat gemäss einem Arztzeugnis von 

Dr. med. F.___, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, vom 30. September 2011 (Fremd-

act. 1-18) erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit ein. Sie habe bis 8. Juli 2011 gedauert 

und sei durch eine Pneumonie rechts und einen Erschöpfungszustand mit depressiver 

Entwicklung bei psychosozialer Überlastungssituation verursacht gewesen. - Auch 

Dr. E.___ hatte der Versicherten in einem Arztzeugnis vom 30. August 2011 (Fremd-

act. 1-17) eine volle Arbeitsunfähigkeit (ab 16. Juni 2011) attestiert. Diagnostiziert hatte 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dr. E.___ ein Burn-out-Syndrom, eine chronische Depression und einen psychosozialen 

Ausnahmezustand. Die Versicherte leide schon seit Jahren an einer chronischen 

Depression. Die aktuelle Entgleisung mit psychischem Ausnahmezustand sei wegen 

des Verhaltens des Ehemannes entstanden. Die psychische Dekompensation sei aber 

auch Folge der Meningoenzephalitis und einer Erkrankung an Dengue-Fieber. - In 

einem Bericht zuhanden der Taggeldversicherung vom 21. Oktober 2011 (Fremd-

act. 1-22 f.) hatte Dr. C.___ als Rückfall zu einer Arbeitsunfähigkeit ab 22. Februar 2010 

eine schwere depressive Episode diagnostiziert (mit einem Score von 27 im Beck-

Depressions-Inventar, bei Cut-off bei 18) und bezogen auf ein Pensum von 40 % 

sowohl in der bisherigen wie in einer angepassten Tätigkeit seit 11. Juli 2011 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab dem 1. November 2011 sei - wiederum auf das gleiche 

Pensum bezogen - volle Arbeitsfähigkeit anzunehmen, bei Arbeit mit dem aktuellen ___ 

allerdings weiterhin volle Arbeitsunfähigkeit. - Die Schadenspezialistin der 

Taggeldversicherung hielt am 29. Januar 2011 (recte wohl: 2012; Fremd-act. 1-3 bis 5) 

aufgrund einer Besprechung mit der Versicherten vom 30. November 2011 unter 

anderem fest, diese habe die ___lehrerinnen-Ausbildung bei Schülern einer ___klasse 

gemacht. Im letzten Studienjahr sei die Krankheit ausgebrochen. Sie habe nur ein Jahr 

lang zu 100 % arbeiten können. Für ein halbes Jahr habe sie in einem ___ in G.___ 

gearbeitet. Anschliessend habe sie Stellvertretungen gemacht und seit 2006 sei sie für 

die ___ (wohl: für die B.___, ___) tätig, und zwar zuerst in einem Pensum von 60 %, 

zuletzt zu 40 %. Seit 1. November 2011 bestehe bis auf weiteres eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 %.

Am 20. Januar 2012 (IV-act. 19-1 f.) hatte Dr. C.___ (in Abänderung des 

Gesprächsprotokolls vom 13. Januar 2012) erklärt, der Arbeitsversuch habe ein 

Pensum von nur 20 % umfasst und sei nicht unmöglich, sondern eingeschränkt 

möglich gewesen. Die Versicherte sei seit Ende Oktober 2011 zu 80 % arbeitsunfähig 

und sei zu 20 % wieder erwerbstätig. Ab Mitte Februar 2012 sei eine Erwerbstätigkeit 

von 30 bis 40 % geplant. - Der RAD-Arzt hielt am 1. Februar 2012 (IV-act. 20) dafür, die 

Auffassung von Dr. C.___, eine Doppelbelastung (Berufstätigkeit und Erziehung der 

Kinder) sei medizinisch nicht zumutbar, sei nachvollziehbar. - __ Dr. med. H.___, 

Praktischer Arzt, berichtete am 1. Februar 2012 (IV-act. 21), bei einer Behandlung vom 

13. Januar 2012 habe er bei der Versicherten ein Überforderungssyndrom festgestellt. 

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sie sei nach der ME (wohl: Meningoenzephalitis) deutlich leistungsgemindert und nicht 

mehr so belastbar. Zurzeit könne nicht gesagt werden, wann mit einer Wiederaufnahme 

der Erwerbstätigkeit gerechnet werden könne. - Prof. Dr. med. I.___, Allgemeine Innere 

Medizin und ___, gab in seinem Arztbericht vom 5. März 2012 (IV-act. 27) an, es liege 

ein postenzephalitisches Syndrom nach einer Frühsommer-Meningitis im Mai 2001 vor. 

Seither bestünden eine pathologische Erschöpfbarkeit, chronische Kopfschmerzen und 

eine auffällige Vergesslichkeit. Seit August 2001 bestehe eine Arbeitsfähigkeit im 

angestammten Beruf von geschätzt 50 %. Es bestehe eine reduzierte 

Leistungsfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar, aber mit reduzierter 

Belastung, in ca. einem 50 %-Pensum.

Bei einem Gespräch vom 14. März 2012 wurde gemäss Assessmentprotokoll (IV-

act. 30) angegeben, die Versicherte arbeite wieder im angestammten Pensum von 

40 % ([...]) und erziele das übliche Einkommen. Sie habe eine Klasse übernommen, die 

nicht so viel Unterstützung benötige wie die vorherige, und es stehe ihr eine N.___ bei. 

Ein höheres Pensum könne sie sich zurzeit nicht vorstellen. - Am 13. April 2012 (IV-

act. 34) wurde der Versicherten mitgeteilt, weitere berufliche Massnahmen seien nicht 

angezeigt, da sie wieder im ursprünglichen Pensum arbeiten könne und eine 

Pensensteigerung nicht möglich sei (vgl. auch IV-act. 29).

A.g. 

Die Versicherte füllte am 8. Mai 2012 den Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt (IV-act. 37) aus und gab unter anderem an, sie sei 

bis 2001 zu 100 % erwerbstätig gewesen, danach aus gesundheitlichen Gründen zu 

ungefähr 60 %. Seit 2008 sei sie nun aus persönlichen/familiären Gründen noch zu 

40 % erwerbstätig. Ohne Gesundheitsschaden wäre sie seit 2011 aus finanziellen 

Gründen zu 80 bis 100 % als K.___ tätig.

A.h. 

Am 15. August 2012 erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle. Die Versicherte gab 

gemäss dem Bericht (IV-act. 42-1 bis 6) an, den Zeckenbiss habe sie im letzten Jahr 

der Lehrerausbildung erlitten. Nach nur noch halbtägigem Schulbesuch habe sie die 

Prüfung bestanden und danach voll gearbeitet. Im Jahr 2004 habe sie das Pensum auf 

Anordnung von Prof. I.___ reduziert und habe bis 2006 vereinzelt Stellvertretungen 

gemacht. 2006 habe sie zu 60 %, 2007 zu 80 % gearbeitet. Anfangs 200_ habe sie das 

Pensum gesundheitsbedingt (auf nicht mehr bekannten Anteil) gekürzt und im Jahr 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

20__ habe sie ab der Geburt wegen des Kindes auf 40 % reduziert. Da sie in der B.___ 

arbeite, müsse sie einmal die Ausbildung zur K.___ machen. Ohne Scheidung würde 

sie zu ca. 60 % arbeiten, andernfalls zu 80 %. - Am 7. September 2012 brachte die 

Versicherte am Bericht diverse Korrekturen und Anmerkungen an (IV-act. 42-2 und 

42-5 ff.), unter anderem, dass die Beeinträchtigung im Haushalt, wenn man die 

Erholungspausen mitrechne, 60 % ausmache. Die Reduktion des Pensums auf 40 % 

wegen des Kindes sei nicht 200_, sondern 200_ erfolgt. Sie würde, wenn sie gesund 

wäre, gern zu 80 % arbeiten und daneben den Haushalt führen. Ihr aktueller Zustand 

lasse aber höchstens eine Belastung von 50 % zu. Bei einem Zeitpensum von 80 % 

könne sie daher lediglich ein Arbeitspensum von 30 % erledigen (bei Berücksichtigung 

von 50 % Erholungszeit). - Die Abklärungsperson erhob schliesslich (IV-act. 42-10 ff.) 

eine Einschränkung im (30 % ausmachenden) Aufgabenbereich des Haushalts von 

14.8 % (sc. was einem Teilinvaliditätsgrad von 4.44 % entspräche).

Von Seiten der Arbeitgeberin war am 17. August 2012 (IV-act. 40) mitgeteilt 

worden, der Lohn der Versicherten würde bei einem 100 %-Pensum mit 

13. Monatslohn nicht Fr. 8_'___.-- (wie am 19. Januar 2012 angegeben, IV-act. 16-3), 

sondern Fr. 9_'___.-- betragen.

A.j. 

Auf Anraten der RAD-Ärztin wurde ein Verlaufsbericht von Dr. C.___ eingeholt. Der 

Arzt erklärte am 4. März 2013 (IV-act. 46), der Gesundheitszustand der Versicherten 

habe sich verbessert, die Diagnose sich verändert. Es bestünden rezidivierende 

depressive Episoden, bei V.a. saisonale Depression. Der psychische Zustand 

schwanke. Nach Remissionen kämen immer wieder, vor allem über die Winterzeit, 

wochenlange depressive Phasen vor. Die Versicherte habe seit bald einem Jahr ihrer 

Anstellung von 40 % als Lehrerin vollumfänglich nachkommen können. Die bisherige 

Tätigkeit sei ihr ohne Verminderung zumutbar. In depressiven Phasen trete verstärkte 

Müdigkeit auf, dann benötige die Versicherte stundenweise Hilfe im Haushalt. - Die 

RAD-Ärztin hielt am 12. März 2013 (IV-act. 47) dafür, es gebe keine Hinweise auf 

anhaltende Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit der Versicherten mehr.

A.k. 

Mit Vorbescheid vom 27. März 2013 (IV-act. 50 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung des 

Leistungsgesuchs (namentlich des Rentenanspruchs) in Aussicht, da weder im 

A.l. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwerbs- (70 %) noch im Haushaltbereich (30 %) eine invaliditätsbedingte Einbusse zu 

verzeichnen sei. - Am 3. Mai 2013 (IV-act. 52) liess die Versicherte Einwand erheben 

und am 11. Juni 2013 (IV-act. 58) diesen begründen. Wie die Leistungsfähigkeit der 

Versicherten in einem Pensum von 80 bis 100 % aussähe, habe Dr. C.___ nicht 

beurteilt. - Dieser Arzt gab auf Ergänzungsfragen hin mit Bericht vom 4. Oktober 2013 

(IV-act. 65; unter Beilage eines Berichts von Prof. I.___ vom 23. Dezember 2011) unter 

anderem bekannt, die Versicherte könnte als Lehrerin 50 % leisten, ebenso wie in einer 

leidensangepassten Tätigkeit. Im Haushalt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %, 

sofern keine andere berufliche Tätigkeit dazu komme. - Prof. I.___ hatte am 

23. Dezember 2011 (IV-act. 65-3 f.) berichtet, die Versicherte habe sich von der 

Enzephalopathie nie richtig erholt. Bei der letzten Konsultation bei ihm im Jahr 2004 

habe sie das Pensum auf 80 % reduziert gehabt, habe dann später noch während zwei 

Jahren Stellvertretungen gemacht und 2006 ein 60 %-Pensum aufgenommen. Im Jahr 

20__ habe sie erneut versucht, das Pensum auf 80 % zu erhöhen, sei dann aber 

schwanger geworden und habe im ___ 200_ ihr erstes Kind geboren. Danach habe sie 

im 60 %-Pensum gearbeitet, sei aber immer wieder krankheitsbedingt ausgefallen. 

Bezüglich der psychischen Dekompensation während des Wochenbetts beim ___ Kind 

habe man der Versicherten gegenüber von einer Erschöpfungsdepression gesprochen. 

Der gesamte Verlauf mit dem klar dokumentierten Auslöser der FSME sei aber eher 

typisch für eine akute Dekompensation im Rahmen eines länger dauernden 

postenzephalitischen Syndroms. Eine Verbesserung des Allgemeinbefindens sei nur 

von Verhaltensänderungen und psychiatrischer Unterstützung zu erwarten.

In einem zweiten Vorbescheid vom 13. November 2013 (IV-act. 68) sah die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle wiederum die Abweisung des Rentengesuchs vor. 

Wie der RAD am 31. Oktober 2013 (IV-act. 67) festgehalten hatte, erwähnte sie, seit 

Mai 2001 liege in angestammter und adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 

50 % vor. Von Mitte Juli 2011 bis November 2011 habe eine vorübergehende volle 

Arbeitsunfähigkeit bestanden. In der Tätigkeit als Hausfrau sei die Versicherte 

medizinisch nicht wesentlich eingeschränkt. Bei einer Aufteilung in Anteile von 70 % 

Erwerb und 30 % Haushalt liege mit einem Ausmass von 25 % (Erwerb: Einkommen 

bei vollem Pensum als ___lehrerin Fr. 95'000.--, Valideneinkommen bei 70 %, 

Invalideneinkommen bei 50 %, Ausfall 29 %; Haushalt: 15 % Einschränkung) kein 

A.m. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rentenbegründender Invaliditätsgrad vor. Dasselbe wäre - bei dann 33 % - der Fall, 

wenn eine Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt anzunehmen wäre. - 

Auf telefonischen Einwand der Rechtsvertreterin der Versicherten vom 20. November 

2013, dass die Arbeitsfähigkeit von 50 % auf ein Pensum von 80 % - entsprechend der 

IV-rechtlichen Qualifikation - zu beziehen sei (IV-act. 69), erklärte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit Schreiben vom 20. November 2013 (IV-

act. 70), bei der Berechnung des Valideneinkommens werde das Einkommen der 

Qualifikation (70 % Erwerbstätigkeit) angepasst, bei derjenigen des 

Invalideneinkommens werde die Arbeitsfähigkeit auf ein Pensum von 100 % bezogen. 

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2013 (IV-act. 71) hielt die Rechtsvertreterin der 

Versicherten unter anderem fest, eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Zeit von Juli bis 

November 2011 sei anerkannt worden. Die Versicherte habe zudem zur ersten Stunde 

unbeeinflusst und ohne anwaltliche Vertretung ausgesagt und unterschriftlich bestätigt, 

sie wäre ohne Behinderung zu 80 bis 100 % erwerbstätig. Sie sei als Vollerwerbstätige 

zu betrachten.

Mit Verfügung vom 22. Januar 2014 (IV-act. 73) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle das Leistungsgesuch um eine Rente ab. Der 

Einkommensvergleich ergebe (sc. für die Zeit einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit im 

Erwerb von 50 %) 38 %. Denn das Valideneinkommen bei 80 % betrage Fr. 76'000.--, 

das Invalideneinkommen bei 50 % Fr. 47'500.--. Bezogen auf 80 % 

Erwerbstätigkeitsanteil resultiere ein Teilinvaliditätsgrad von 30 % (0.8-mal 38 %). Die 

Einschränkung im Haushalt mache (rund) 15 % aus, der Teilinvaliditätsgrad 3 % (0.2-

mal 15 %). Seit (wohl: nach) Juli 2011 habe sich der Gesundheitszustand gebessert, so 

dass nunmehr (im Erwerb wie im Haushalt) keine relevante Einschränkung in der 

Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (Invaliditätsgrad null).

A.n. 

Mit Beschwerde vom 4. März 2014 (aus IV-act. 78) liess die Versicherte 

beantragen, ihr vom 1. Juli 2011 bis 30. November 2011 eine ganze und ab 

1. Dezember 2011 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Dr. C.___ habe mit dem 

beigelegten Schreiben vom 13. Januar 2014 ausdrücklich bestätigt, dass die 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 50 % betrage, und zwar bezogen auf alle 

Tätigkeiten und auf 100 %, nicht auf 80 %. Dass die Abklärungsperson nur noch von 

80 % statt von 80 bis 100 % Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall gesprochen habe, sei 

A.o. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Beschwerdeführerin nicht aufgefallen. Es sei offensichtlich, dass sie in ihrer 

wirtschaftlichen Situation einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen müsste. Der 

Haushalt müsse nach einer Arbeitstätigkeit von 40 % gemacht werden. Aufgrund der 

grossen Müdigkeit der Beschwerdeführerin betrage die Einschränkung auch im 

Haushalt mindestens 50 %, wie es Dr. C.___ ausdrücklich bestätigt habe. Dass eine 

Teilerwerbstätige ihre gesamte verbleibende Arbeitskraft für die Erwerbstätigkeit 

einsetzen könne, ohne dass das Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Haushalt habe, 

sei eine fiktive Konstruktion. Zur Zeit der vollen Arbeitsunfähigkeit im Juli 2011 sei das 

Wartejahr bereits vergangen gewesen. Mit Replik vom 16. Juni 2014 hielt die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin dafür, die sehr anstrengende 

Haushalttätigkeit der alleinerziehenden Mutter ___ Kinder im Alter von damals [...] in [...] 

besitze eine Wechselwirkung auf ihre Leistungsfähigkeit im beruflichen Bereich. Nach 

den SAKE-Tabellen 2010 betrage der wöchentliche Aufwand einer alleinerziehenden 

Mutter, deren jüngstes Kind unter sechs Jahre alt sei, bei einer Erwerbstätigkeit bis zu 

49 % 58.9 Stunden pro Woche oder 8.4 Stunden pro Tag, bei einer Erwerbstätigkeit 

von 90 bis 100 % 49 Stunden pro Woche oder sieben Stunden pro Tag. Auf die 

Kinderbetreuung entfielen 29.3 bzw. 20.5 Stunden pro Woche. Der statistisch erhobene 

Aufwand für die Betreuung von Kindern dieses Alters liege also zwischen 50 und 42 %. 

Ein solcher Haushalt stelle neben einer Erwerbstätigkeit und mit gesundheitlicher 

Beeinträchtigung einen eigentlichen Kraftakt dar. Die erhöhte Ermüdbarkeit wirke sich 

mindestens zu 50 % einschränkend aus. Selbst bei Annahme einer Teilerwerbstätigkeit 

bestünde ein Rentenanspruch, da Dr. C.___ bestätigt habe, dass die 

Beschwerdeführerin zu 40 % von 100 % arbeitsfähig sei, bei einem Pensum von 

100 % also zu 60 % arbeitsunfähig, bei 90 % zu 55.55 % und bei 80 % zu 50 % 

arbeitsunfähig. Zum Rentenanspruch während der anerkannten vollen 

Arbeitsunfähigkeit habe sich die Beschwerdegegnerin nicht geäussert. - Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob die Verfügung vom 22. Januar 2014 

mit Entscheid vom __. ___ 20__ (IV-act. 78) auf und wies die Sache zu ergänzenden 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurück. Die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten im zurückliegenden Verlauf seit 2001 sei ergänzend 

abzuklären. Aber auch auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung zur Zeit der aktenkundigen 

infektiologischen Beurteilungen (vom Dezember 2011/März 2012) könne mangels 

ausreichend nachvollziehbarer Begründung nicht ohne weiteres abgestellt werden. Es 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

fehle weiter der bidisziplinäre Einbezug einer Abklärung der beschriebenen 

psychiatrischen Beeinträchtigungen mit Klärung der diesbezüglichen diagnostischen 

Sachlage. Ob eine neuropsychologische Abklärung erforderlich sei, werde sich bei den 

Abklärungen zeigen.

Prof. I.___ gab am 24. April 2017 (IV-act. 90) bekannt, er habe die Versicherte seit 

seinem letzten Bericht vom 5. März 2012 nicht mehr gesehen. - Die B.___ gab in ihrer 

Arbeitgeberbescheinigung vom 2. Juni 2017 (IV-act. 93) an, die Versicherte sei seit 

30. Januar 2016 und noch bis __. ___ 201_ angestellt. Sie habe gekündigt, weil nach 

ihrer Ansicht nicht klar gewesen sei, ob es genügend Schüler für eine Klasse habe. Der 

Monatslohn habe seit Februar 2017 - bei einem Pensum von 6_._ % (2_.__ von 

42 Stunden pro Woche) - Fr. 5'___.__ ausgemacht. Im Jahr 2015 habe die Versicherte 

Fr. 4_'___.__ und im Jahr 2016 habe sie Fr. 5_'___.__ verdient. Im Jahr 2016 sei sie an 

einem Tag, im Jahr 2017 vom 28. April bis 4. Mai arbeitsunfähig gewesen. - Dr. F.___ 

teilte im IV-Arztbericht vom 28. Juni 2017 (IV-act. 95) mit, es habe vom 9. Mai 2011 bis 

8. Juli 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Der Versicherten wäre, soweit 

beurteilbar, ein Pensum von höchstens 40 %, allenfalls 50 %, zumutbar. Es bestünden 

(verkürzt wiedergegeben) ein postenzephalitisches Erschöpfungssyndrom, 

rezidivierende depressive Störungen (zum Teil reaktiv im Rahmen von Konflikten, zum 

Teil bei Übelastungssituationen) und episodisch paroxysmale Angst - Panikstörungen 

im Zusammenhang mit Palpitationen (zum Teil frei flotierend). Somatisch bestünden 

nebst den Palpitationen eine Spannungscephalea und episodisch Nausea, psychisch 

Schlafstörungen, nächtliche Angstzustände, chronische Erschöpfung, 

Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Reizbarkeit und ausgeprägte 

Selbstzweifel. - Die Versicherte gab in einem Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt am 14. Juli 2017 (IV-act. 97) an, sie sei zurzeit zu 

53.3 % erwerbstätig (17 Lektionen). Die Reduktion (seit 2001) sei gesundheitlich 

bedingt. Ohne Beeinträchtigung wäre sie voll erwerbstätig. ___ L.___ der Kinder 

würden diese diesfalls betreuen wie auch jetzt oft. Sie würden ihr im Haushalt - 

unregelmässig, wenn sie damit nicht mehr durchkomme - helfen. Ihre (der Versicherten) 

Einschränkung sei es, dass sie zwischendurch mehr Pausen benötige. Einzig den 

Haushalt zu führen und zu den Kindern zu schauen, würde gehen, da sie die Zeit dann 

selbst einteilen könnte.

A.p. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegen die Anordnung einer infektiologischen und psychiatrischen Abklärung beim 

Begutachtungsinstitut [...] (IV-act. 103) liess die Versicherte u.a. einwenden, es sei ihr 

als Mutter ___ Kinder der Weg dorthin nicht zumutbar und der vorgesehene Psychiater 

sei als Hardliner bekannt (IV-act. 104), später auch, für die Beurteilung der 

Auswirkungen der Arbeitsfähigkeit wäre eine neurologische Untersuchung besser 

geeignet als eine infektiologische (IV-act. 107). Dem Einwand zur Kinderbetreuung 

folgte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle angesichts der geltend gemachten vollen 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall mit Betreuungsmöglichkeit der Kinder durch ___ 

L.___ nicht (IV-act. 108). In der Folge wurde ein Auftrag zu einer polydisziplinären 

Begutachtung (einschliesslich internistischem und neurologischem Teil, nach Ermessen 

zusätzlich mit Neuropsychologie) an die asim Begutachtung, Universitätsspital Basel 

erteilt, die via med@p ermittelt worden war (IV-act. 121, vgl. IV-act. 125, 127).

A.q. 

Im Gutachten vom 11. Juni 2018 (IV-act. 128; Begutachtungen zwischen 

6. Februar und 8. März 2018) gab die asim Begutachtung, Universitätsspital Basel, 

bekannt, als relevante Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege ein Status 

nach Frühsommer-Meningoenzephalitis im Jahr 2001 vor, bei (einerseits) residueller 

hirnorganischer Fatigue/postenzephalitischem Syndrom mit Konzentrationsstörungen 

und Gedächtnisstörungen, allgemein verminderter Leistungsfähigkeit und rascher 

Erschöpfbarkeit, und (anderseits) EEG vom 08.03.2018 mit normaler Grundaktivität mit 

Zeichen der Schläfrigkeit, Funktionsstörung frontotemporal rechts, intermittierendem 

Herdbefund frontotemporal links und seltenen epilepsieverdächtigen Potentialen links 

frontotemporal. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien u.a. eine schwere 

depressive Episode, gegenwärtig remittiert, und eine episodische Migräne ohne Aura. 

In der Tätigkeit als __lehrerin sei die Versicherte zu maximal 50 % - wie derzeit 

ausgeübt - arbeitsfähig. Durch ihren Wechsel in eine Arbeit mit kleineren 

Kindergruppen sei die berufliche Tätigkeit bereits an das Beschwerdebild angepasst 

worden. Eine höhere Arbeitsfähigkeit könne in adaptierter Tätigkeit nicht angenommen 

werden. Die Arbeitsunfähigkeit liege seit Erkrankungsbeginn nach Abklingen der 

Akutphase vor. Das von der Versicherten vorübergehend ausgeübte höhere Pensum 

könne retrospektiv klar als Überforderungssituation interpretiert werden.

A.r. 

Der RAD-Arzt hielt am 15. Juni 2018 (IV-act. 129) fest, weder infektiologisch noch 

psychiatrisch oder neurologisch betrachtet hätten relevante Einschränkungen 

A.s. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

objektiviert werden können. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Remission der 

depressiven Symptomatik festgestellt worden. Von infektiologischer Seite sei auf das 

neuropsychologische Teilgutachten verwiesen worden, wo jedoch eine normale 

kognitive Leistungsfähigkeit festgestellt worden sei. In allen Teilgutachten habe die 

psychosoziale Belastung im Vordergrund gestanden.

Am 13. Juli 2018 (IV-act. 133) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen der Rechtsvertreterin der Versicherten eine Abweisung ihres 

Gesuchs in Aussicht. Ein Invaliditätsgrad habe sich (bei Anwendung der gemischten 

Methode mit Aufteilung 80 % - 20 %) nicht ergeben.

A.t. 

Die Rechtsvertreterin wandte am 20. September 2018 (IV-act. 136) für die 

Versicherte ein, in der Verfügung vom 22. Januar 2014 sei von der 

Beschwerdegegnerin immerhin ab Mai 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und von 

Juli bis November 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit anerkannt worden. Daher bestehe 

- nach vom Bundesgericht korrigierter Berechnungsart der gemischten Methode - 

spätestens ab Juli 2012 ein Rentenanspruch, und zwar auf eine halbe Rente. Der 

Vorbescheid habe sich nicht vertieft mit dem Gutachten auseinandergesetzt. Dort sei 

ausdrücklich festgehalten worden, der Umstand, dass die Fatigue im gutachterlichen 

Setting nicht habe reproduziert werden können, stelle keinen Widerspruch zum 

Ergebnis dar. Die seit Juni 2011 vom Ehemann getrennt lebende Versicherte habe am 

8. Mai 2012 angegeben, sie würde ohne Behinderung aus finanziellen Gründen zu 80 

bis 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die bei der Abklärung im Haushalt 

protokollierte Aussage, sie würde, sofern sie sich scheiden lasse, einer Erwerbstätigkeit 

von 80 % nachgehen, sei nicht unterschriftlich bestätigt worden und mache auch 

keinen Sinn, denn die Scheidung hätte an der Situation nichts geändert. Die 

Versicherte habe lediglich angegeben, sie würde in einem Pensum von 60 % 

ausserhäuslich arbeiten, wenn die Ehegatten wieder zusammen kämen. Seit ___ 201_ 

seien sie nun geschieden. Die Versicherte sei als Vollerwerbstätige einzustufen.

A.u. 

Auf Ersuchen, zur RAD-Beurteilung vom 15. Juni 2018 (samt einem 

Besprechungsprotokoll vom 8. Januar 2019, IV-act. 137) Stellung zu nehmen (IV-

act. 138), antwortete die asim Begutachtung am 30. April 2019 (IV-act. 142), die 

Versicherte sei hochmotiviert und stehe im Berufsleben. Frei von Inkonsistenzen und 

A.v. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

glaubhaft habe sie angegeben, früher viel aktiver gewesen zu sein und nun 

Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme zu haben. Die Beschwerden zögen 

sich gleichmässig durch Arbeitsalltag, Privatleben und Freizeit. Eine 

neuropsychologische Testung sei in einer Vielzahl von Fällen nicht geeignet, 

fatiguebedingte Einschränkungen abzubilden. Die entsprechende Begutachtung zeige 

stets nur eine Momentaufnahme und sei stark von der Tagesform abhängig. Die 

Ergebnisse würden ausserdem durch den Zeitpunkt der Untersuchung - hier am 

Morgen, wenn die Versicherte nach ihren Angaben noch leistungsfähig sei -, die 

Möglichkeit und die Dauer einer vorangehenden Erholungsphase sowie durch die 

vorangehende Beanspruchung durch kognitive Leistungsanforderungen positiv oder 

negativ beeinflusst. Die Auswirkungen einer Belastung über einen längeren Zeitraum 

hinweg oder kumulativ in einer Arbeitswoche könnten damit nicht ermittelt oder 

objektiviert werden. Der kognitive Normalbefund sei Ausdruck einer guten Kooperation 

und Leistungsbereitschaft der Versicherten. Die in der Fatigue begründeten 

Leistungseinschränkungen würden aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch in 

den einzelnen Fachgutachten postuliert. Neurologisch seien die Beschwerden 

überwiegend wahrscheinlich als hirnorganische Fatigue beurteilt worden, die im EEG 

habe objektiviert werden können. Es liege überwiegend wahrscheinlich eine 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 50 % vor. Eine messbare "Objektivierung" 

der Einschränkungen sei mit den in einer Begutachtung zur Verfügung stehenden 

Mitteln nicht möglich; sie könne allenfalls mit einer Testung unter echtzeitlicher 

längerfristiger Belastung entsprechend den Anforderungen einer Arbeitswoche 

erfolgen.

Die ehemalige Arbeitgeberin teilte am 3. Mai 2019 (IV-act. 143) mit, die 

Versicherte habe zuletzt in Teilzeit als K.___ gearbeitet und sei auf __. ___ 201_ 

ausgetreten. Mit vollem Pensum könnte sie derzeit 13-mal Fr. 8'___.__ (Fr. 11_'___.-- 

pro Jahr) verdienen. - Die Versicherte erklärte damals (a.a.O.), sie arbeite seit ___ 201_ 

als ___ K.___ bei einer M.___ in einem Pensum von 5_ % und unterrichte [...]. - Am 

10. Mai 2019 (IV-act. 146) gab sie an, nach ihren Berechnungen arbeite sie etwa zu 

5_ % und betrage ihr Bruttolohn Fr. 5'___.__. - Im IK-Auszug (IV-act. 147) war für die 

fünf Arbeitsmonate im Jahr 2017 ein Einkommen von Fr. 23'407.-- verzeichnet. 

A.w. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im Protokoll über die Besprechung vom 7. Mai 2019 (mit Datum vom 10. Mai 2019, 

IV-act. 144) wurde festgehalten, die Antwort der asim vom 30. April 2019 sei aus 

medizinischer Sicht in sich konsistent. Die gutachterliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung 

stütze sich jedoch weiterhin auf die subjektiven Angaben der Versicherten. Es werde 

bestätigt, dass eine messbare Objektivierung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln 

nicht möglich sei. Die Versicherte gebe zwar an, sich für die Erreichung des 

Normalbefunds in der neuropsychologischen Begutachtung überdurchschnittlich 

angestrengt haben zu müssen. Diese Anstrengung sei aus der Verhaltensbeobachtung 

allerdings explizit nicht hervorgegangen. Es habe weder der Erschöpfungsprozess 

noch eine konkrete Einschränkung objektiviert werden können. Die gewählten 

Untersuchungsmethoden seien durchaus geeignet, schwere Fälle von frühzeitiger 

Erschöpfung und konsekutiver kognitiver Leistungsminderung darzustellen. Die 

erwähnte Möglichkeit, die Einschränkungen über eine Arbeitswoche hinweg 

echtzeitlich zu erheben, stelle weder ein Routineverfahren dar noch existiere ein 

standardisiertes Verfahren, das eine individuelle, subjektiv als überdurchschnittlich 

erlebte Erschöpfung durch eine Evaluation der durchschnittlichen Erschöpfung nach 

einem Arbeitstag, der Haushalterledigung und der Kinderbetreuung in einer 

Vergleichspopulation zu quantifizieren vermöchte. Die aktuellem Erkenntnisstand 

entsprechenden medizinisch-wissenschaftlichen Verfahren zur Objektivierung einer 

relevanten Beeinträchtigung seien umfassend durchgeführt worden. Rechtlich gesehen 

spreche das Aktivitätenniveau der Versicherten nicht für eine Arbeitsunfähigkeit, arbeite 

sie doch morgens als K.___ und betreue sie nachmittags die Kinder und verrichte den 

Haushalt.

A.x. 

Auf Anfrage vom 10. Mai 2019 (IV-act. 145) nach einer Beschreibung des 

Tagesablaufs, dem Stundenplan, dem aktuellen Arbeitsvertrag und den 

Lohnabrechnungen ab Januar 2018 reichte die Rechtsvertreterin der Versicherten am 

4. Juli 2019 (IV-act. 148) Unterlagen ein und teilte mit, das vertragliche Pensum von 40 

bis 60 % werde dauernd - je nach Anzahl von [...]-Kindern - angepasst. Von den ___ 

von der Versicherten betreuten Klassen hätten ___ ein Kind mit [...]. Der ___ sei ein sehr 

anstrengender Tag. - Im Anstellungsentscheid vom 25. April 2017 (IV-act. 148-6 f.) war 

festgehalten worden, das Arbeitsverhältnis beginne am 1. ___ 201_ und umfasse ein 

A.y. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid für 

die Betroffene am 13. Januar 2020 erhobene Beschwerde (act. G 1). Die 

Rechtsvertreterin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei ab 1. August 2012 eine halbe Rente zuzusprechen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdegegnerin sei bei der Anerkennung 

einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in angestammter und adaptierter Tätigkeit ab Mai 

Pensum von mindestens 1_ Lektionen (4_._ %) und maximal 1_ Lektionen (60 %). Der 

Lohn betrage im Vollpensum Fr. 1__'___.__.

Mit Verfügung vom 26. November 2019 (IV-act. 149) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch der 

Versicherten vom 10. Januar 2012 ab. Gemäss dem Gutachten bestünden einzig die 

Folgen der FSME-Erkrankung. Die Fatigue sei jedoch weder in der 

neuropsychologischen Untersuchung noch in der Verhaltensbeobachtung 

reproduzierbar gewesen. Es sei von keinen erheblichen anhaltenden Einschränkungen 

der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten im Erwerb auszugehen. Der 

aktuelle Tagesablauf bestätige ein hohes Aktivitätenniveau, was gegen das Vorliegen 

eines relevanten Gesundheitsschadens spreche. Die Versicherte sei selbst als 

Lehrperson voll arbeitsfähig. Bei voller Leistungsfähigkeit könnte sie ein 

Jahreseinkommen von Fr. 1__'___.-- erzielen. Das sei auch mit der Einschränkung 

zumutbar. Die Vollerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall werde anerkannt. Die 

Besprechungsprotokolle vom 7. Mai 2019 und vom 15. August 2019 enthielten die 

genaue Begründung und bildeten integrierenden Bestandteil der Verfügung. - Im 

Protokoll über die Besprechung vom 15. August 2019 (datiert vom 26. November 2019, 

IV-act. 150) war festgehalten worden, gemäss dem RAD-Arzt könne aufgrund des 

Antwortschreibens vom 7. Juli 2019 und der Beschreibung des Tagesablaufs bestätigt 

werden, dass die Versicherte ein hohes Aktivitätenniveau aufweise. Sie habe zwar 

gemäss Laboranalyse früher eine Borreliose (recte wohl: FSME) durchgemacht, doch 

sei nicht objektivierbar, dass sie deswegen derzeit in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt 

sei. Rechtlich ergebe sich, dass das Leistungsvermögen der Versicherten mit der (sc. 

aktuellen) Lehrertätigkeit noch nicht ausgeschöpft sei; dieses müsse über 60 % liegen. 

Die Auswirkung der Fatigue auf die Ressourcen sei nur gering.

A.z. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2001 und einer vollen Arbeitsunfähigkeit von Juli bis November 2011 in der Verfügung 

vom 22. Januar 2014 zumindest für die Vergangenheit zu behaften. Die Beurteilung 

habe sich auf die überzeugenden Berichte von Prof. I.___ und Dr. C.___ gestützt und 

der Anspruch bestehe mindestens bis zur asim-Begutachtung vom 11. Juni 2018. 

Danach könne auf das in der Schlussfolgerung eindeutige Gutachten abgestellt 

werden. Entgegen der Auffassung ihres RAD vom 7. Mai 2019, wonach die 

medizinischen Verfahren zur Objektivierung einer Beeinträchtigung bei der 

Begutachtung umfassend durchgeführt worden seien, habe die Beschwerdegegnerin 

noch weitere Abklärungen gemacht. Aufgrund eines hohen Aktivitätenniveaus der 

Beschwerdeführerin habe sie dann, die Schlussfolgerungen des Gutachtens ersetzend, 

geschlossen, ein besonders schweres, invalidisierendes Leiden könne bei der 

Beschwerdeführerin ausgeschlossen werden. Das gehe nicht an. Die von der 

Beschwerdegegnerin geschilderten Aussagen könnten dem Aktivitätsprotokoll der 

Beschwerdeführerin nicht entnommen werden, zumal diese erwähne, Hilfe von ___ 

L.___ der Kinder zu bekommen. Am ___, ___ und oft auch am ___ ässen die Kinder bei 

___ L.___. ___ sprängen auch sonst oft ein, übernähmen oft auch die Fahrdienste (zum 

___) und unterstützten die Beschwerdeführerin finanziell, im Haushalt und bei der 

Kinderbetreuung. Die Beschwerdeführerin habe diese Hilfe bei der Begutachtung und 

bei der Abklärung an Ort und Stelle erwähnt. Ferner bekomme sie von einer weiteren 

Person an rund vier Stunden pro Monat Hilfe. Die Beschwerdeführerin habe auch 

regelmässige Pausen. Sie (die Rechtsvertreterin) habe zudem mitgeteilt, die Schule sei 

grosszügig und bezahle einige Lektionen, in denen die Beschwerdeführerin Gespräche 

und Beratungen mit Lehrpersonen abhalten und Vorbereitungen machen könne. Es 

handle sich nicht um [...]. Aus den zusätzlichen Abklärungen der Beschwerdegegnerin 

gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin nicht nur bis zum Gutachten vom Juni 2018 

zu 50 % arbeitsunfähig gewesen sei, sondern dass sie es auch danach und bis auf 

weiteres sei.

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2020 (act. G 4) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf 

die Erwägungen in der Verfügung, auf beigelegte Ausführungen des Fachbereichs vom 

29. Januar 2020 (IV-act. 154) und insbesondere auf das Besprechungsprotokoll vom 

26. November 2019 (IV-act. 150). - Der Fachbereich hatte dargelegt, der RAD habe 

nachvollziehbar begründet, weshalb die Arbeitsunfähigkeitsschätzung des Gutachtens 

nicht zutreffend sein könne. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin habe nicht 

explizit begründet, weshalb doch Funktionsausfälle vorlägen, die im Alltag zu einer 

Arbeitsunfähigkeit führten. In der aufgehobenen Verfügung vom 22. Januar 2014 habe 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der damalige Sachbearbeiter erwähnt, eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit als 

Lehrerin sei nachvollziehbar. Es sei aber dennoch keine rentenbegründende Invalidität 

festgelegt worden.

D.

Mit Replik vom 1. April 2020 (act. G 6) bringt die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin mache geltend, die Verfügung vom 

22. Januar 2014 sei wegen der Aufhebung durch das Versicherungsgericht formell 

nichtig. Tatsächlich sei aber in der Rentenberechnung anerkannt worden, dass eine 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als Lehrerin von 50 % bestehe. Das 

Leistungsgesuch sei nur deswegen abgewiesen worden, weil fälschlicherweise nur von 

einem Erwerbspensum von 80 % ausgegangen und die gemischte Methode 

angewandt worden sei. In der angefochtenen Verfügung werde endlich der Status der 

Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige anerkannt, aber nun plötzlich die 

Begründung insofern geändert, als die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei. Dieser 

Umschwung in der Begründung sei gegen Treu und Glauben, zumal die Begründung 

dem Gutachten widerspreche. Entgegen den detaillierten Abklärungen mit 

polydisziplinärem Gutachten und Haushaltabklärung stütze sich die 

Beschwerdegegnerin einzig auf den von der Beschwerdeführerin in Tabellenform 

dargestellten Tagesablauf, um zu beweisen, dass es an den erheblichen Auswirkungen 

der Fatigue auf die Alltagsaktivitäten fehle. Die Hilfe ___ L.___ der Kinder bleibe 

unerwähnt. Der Rentenanspruch ab August 2012 könne nicht einfach mit dem Hinweis 

auf den angeblichen aktuellen Tagesablauf weggewischt werden.

E.

Die Beschwerdegegnerin hat am 23. April 2020 (act. G 8) auf die Erstattung einer 

Duplik verzichtet.

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 26. November 2019, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 10. Januar 

2012, namentlich den Rentenanspruch, bei - nach reinem Einkommensvergleich 

bemessen - nicht vorhandenem Invaliditätsgrad abgelehnt hat. - Am 13. April 2012 war 

der Beschwerdeführerin mitgeteilt worden, weitere berufliche Massnahmen seien nicht 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

angezeigt, da sie wieder im ursprünglichen Pensum arbeiten könne und eine 

Pensensteigerung nicht möglich sei. - Die Beschwerdeführerin lässt (wie schon mit der 

früheren Beschwerde) einzig Rentenleistungen beantragen. Sollte sich jedoch zeigen, 

dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage kommt, so 

gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine 

allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen ausreichend in Anspruch 

genommen habe. 

2.  

Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) gewesen sind (lit. b) 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 

liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen 

voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Bundesgerichtsentscheide vom 16. Februar 2018, 

8C_633/2017 E. 3.4, und vom 10. August 2016, 9C_289/2016 E. 3.2). - Nach Art. 28 

Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch 

auf eine Viertelsrente.

2.1. 

ter

Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 

sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 

ATSG. Die Schaffung dieser Bestimmung hat keine Veränderung des (nämlich in Art. 4 

IVG und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts des Eintritts des Versicherungsfalls mit sich 

gebracht (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 14. Dezember 2015, 9C_655/2015 E. 4; 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Mai 2016, 

IV 2013/641 E. 1.1).

2.2. 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165). - Sämtliche 

psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. 

BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen 

Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach 

qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des 

funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. - 

Durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch das Gericht ist zu prüfen, 

ob und inwieweit bei einer Begutachtung die ärztlichen Experten ihre 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren 

(Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben (vgl. BGE 145 V 361 

E. 4.3). Kommen die medizinischen Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung 

der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird die 

medizinisch-psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des 

Rechtsanwenders - Durchführungsstelle oder Gericht - Bestand haben. Andernfalls 

liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon gebietet (vgl. BGE 145 V 

361 E. 4.3). Dabei gilt als Leitschnur, dass die ärztliche Beurteilung - von der Natur der 

Sache her unausweichlich - Ermessenszüge aufweist, die auch den Rechtsanwender 

begrenzen (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3).

Was zunächst den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin betrifft, wurden diese im Februar und März 2018 einer 

polydisziplinären medizinischen Begutachtung unterzogen.

3.1. 

Die allgemein internistische Begutachtung ergab keine Erkrankungen mit Einfluss 

auf die funktionelle Leistungsfähigkeit (vgl. IV-act. 128-26). 

3.1.1. 

Bei der neuropsychologischen Fachbegutachtung gab die Beschwerdeführerin 

an, sie fühle sich bereits morgens nach dem Aufstehen nicht ausgeruht; die Müdigkeit 

baue sich während des Tages immer mehr auf. Wenn sie eine Pause mache, gehe es 

anschliessend wieder etwas besser. Die Müdigkeit sei jedoch dauernd latent da. Sie sei 

auch stimmungsabhängig. Im ersten Jahr (der Erkrankung) 2001 sei sie sehr stark 

ausgeprägt gewesen, dann sei es besser geworden und habe sich auf dem 

gegenwärtigen Niveau stabilisiert (vgl. IV-act. 128-83). - Bei den Befunden (vgl. IV-

act. 128-80 f., Ziff. 2.3) wurden eine leichte Verminderung (im Vergleich zum 

3.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Normbereich) beim Aktivierungsniveau der Aufmerksamkeit (Alertness) und eine 

mittelschwere Verminderung beim Arbeitstempo verzeichnet (vgl. IV-act. 128-81). Die 

als Gutachterin amtierende Fachpsychologin für Neuropsychologie hielt fest, die 

Belastbarkeit der Beschwerdeführerin im Rahmen der Untersuchung habe vorgelegen; 

auf ihren Wunsch seien zwei kurze Pausen gemacht worden. Sie habe im Antrieb etwas 

reduziert und wenig schwingungsfähig, affektiv aber stabil gewirkt. Das Sprechtempo 

in verbalen Aufgaben sei mittelgradig verlangsamt und die Aktivierbarkeit leicht 

reduziert gewesen. Die übrigen kognitiven Funktionsbereiche seien innerhalb der 

unauffälligen Norm gewesen. Die Fachpsychologin erklärte, die lediglich zwei 

auffälligen Parameter bei etwas mehr als 50 erhobenen Kennwerten seien - im Wissen 

um das Auftreten von auffälligen Testbefunden bei kognitiv gesunden Personen - als 

kognitiver Normalbefund (vgl. Diagnose IV-act. 128-82) zu beurteilen (vgl. IV-

act. 128-84). Das Antwortverhalten in den Beschwerdevalidierungstests (DMT und 

TBFN) sei unauffällig gewesen. Von einer Symptomverdeutlichung oder Aggravation 

müsse nicht ausgegangen werden (vgl. IV-act. 128-84). Die Fatigue-Prüfung nach der 

Skala für Motorik und Kognition (FSMC) habe kognitiv und motorisch und im 

Gesamtwert eine schwere Fatigue ergeben (vgl. IV-act. 128-80). Die Fachpsychologin 

legte dar, in der mehrstündigen und belastungsreichen neuropsychologischen Testung 

sei keine auffällige Ermüdung (Fatigue) der Beschwerdeführerin erkennbar gewesen. 

Ob eine solche Ermüdung bei ganztägigen Arbeitseinsätzen an mehreren Tagen pro 

Woche aufträte, könne nicht schlüssig beurteilt werden (vgl. IV-act. 128-84 f.). Im 

Vergleich zur Voruntersuchung 2003 habe sich eine Verbesserung gezeigt. 

Neuropsychologisch gesehen sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig, bei 

vorausgesetzter Selbstbestimmung des Arbeitstaktes und der Pausengestaltung.

Bei der neurologischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, vor 2001 

sehr aktiv gewesen zu sein und fast jeden Tag Hobbys ausgeübt zu haben, diese dann 

aber wegen der fehlenden Energie aufgegeben zu haben (vgl. IV-act. 128-64). Die 

Gutachter der Neurologie hielten fest, bei der klinisch-neurologischen Untersuchung 

habe sich mit Ausnahme der Angabe einer dezenten residuellen Hypästhesie im 

Bereich der medialen Grosszehe links kein fokal-neurologisches Defizit erheben lassen. 

Im MRI des Neurokraniums habe sich ein unauffälliger Befund gezeigt mit nur sehr 

wenigen, kleinsten Marklagerläsionen. Eine FSME gehe typischerweise nicht mit 

solchen Läsionen einher, weshalb eine post-infektiöse Ätiologie sehr unwahrscheinlich 

sei. Im EEG (vgl. IV-act. 128-35) habe sich eine normale Grundaktivität mit Zeichen der 

Schläfrigkeit gezeigt, ausserdem eine Funktionsstörung frontotemporal rechts und ein 

intermittierender Herdbefund frontotemporal links mit dort auch selten 

3.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

epilepsieverdächtigen Potentialen. Diese Veränderungen würden als Ausdruck einer 

organischen Veränderung gewertet, so dass in Zusammenschau mit den genannten 

Beschwerden ein organisches Fatiguesyndrom als Folge der FSME zu postulieren sei 

(vgl. IV-act. 128-71). Der kognitive Normalbefund in der aktuellen 

neuropsychologischen Testung sei nicht in Widerspruch zu diesem organischen 

Fatiguesyndrom zu sehen. Er sei vielmehr Ausdruck einer guten Kooperation (vgl. IV-

act. 128-71). Das Vorliegen einer residuellen hirnorganischen Fatigue sei plausibel. 

Anhand der Auskünfte über die bisherigen Arbeitspensen und über die Arbeitsfähigkeit 

als Lehrerin sei eine Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 50 % bei reduzierter 

Belastbarkeit gerechtfertigt (vgl. IV-act. 128-72). Die Kopfschmerzen und das 

Taubheitsgefühl an der medialen Grosszehe links seien für die Arbeitsfähigkeit nicht 

relevant (vgl. IV-act. 128-71). Aus neurologischer Sicht wurde hauptsächlich der Status 

nach Frühsommer-Meningoenzephalitis mit residueller hirnorganischer Fatigue (A84.9; 

gemäss ICD-10: Virusenzephalitis, durch Zecken übertragen, nicht näher bezeichnet) 

diagnostiziert (vgl. IV-act. 128-69).  

Bei der infektiologischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, die 

Müdigkeit und die Erschöpfung seien an jedem Tag zu spüren und sie fühle sich bereits 

beim Aufstehen am Morgen müde und erschöpft (vgl. IV-act. 128-89 und 128-91). Seit 

2013 sei es nicht mehr zu Verschlechterungen gekommen, sei sie psychisch stabil und 

habe sich wieder eine leichte Besserung der Leistungsfähigkeit gezeigt. Seit zwei bis 

drei Jahren sei die Symptomatik stabil (vgl. IV-act. 128-94). - Die Gutachter der 

Infektiologie gaben an, die Verschlechterung der Leistungsfähigkeit, die seit 2001 

bestehe und sich bis 2006 wieder langsam gebessert habe, werde als überwiegend 

wahrscheinlich durch die FSME-Erkrankung verursacht beurteilt. Nach 2006 sei es 

anamnestisch zu zusätzlichen vorübergehenden Verschlechterungen gekommen, die 

(bei der FSME-Prädisposition) überwiegend wahrscheinlich durch die psychosozialen 

Belastungsfaktoren bzw. psychiatrische Leiden verursacht worden seien. Aufgrund der 

aktuellen Angaben der Beschwerdeführerin und des zeitlichen Verlaufs werde der 

grösste Teil der aktuellen Leistungsminderung wahrscheinlich durch die FSME-

Erkrankung verursacht (vgl. IV-act. 128-94). Die Beschwerdeführerin habe bei der 

Begutachtung einen nicht gestressten Eindruck gemacht (vgl. IV-act. 128-92). Für die 

funktionellen Auswirkungen der Befunde und die Diagnosen (vgl. IV-act. 128-94) bzw. 

für die Quantifizierung der aus der Diagnose eines postenzephalitischen Syndroms 

nach FSME-Erkrankung 2001 abzuleitenden Defizite sowie die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 128-95) wurde auf die neuropsychologische Testung 

verwiesen (vgl. IV-act. 128-94; IV-act. 128-95, dort auch auf die Konsensbeurteilung). 

3.1.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bei der psychiatrischen Begutachtung erklärte die Beschwerdeführerin, sie habe 

das vom [...] (sc. 201_) vorgeschriebene Pensum von 60 % nicht dauerhaft einhalten 

können, zumal sie keine ___ [Bereich K.___] Ausbildung gehabt habe. Das Pensum von 

50 % an einer ___schule [...] könne sie gut leisten (vgl. IV-act. 128-50). Sie gab aber 

auch an, mit diesem Pensum am Limit zu sein. Sie könne zwar mehr arbeiten, aber 

dann könne sie nicht mehr auftanken. Eigentlich würde sie gern etwas weniger arbeiten 

(vgl. IV-act. 128-51). - Die Gutachterin der Psychiatrie hielt fest, aufgrund mangelnder 

Umgangs- und Bewältigungsstrategien der Beschwerdeführerin sei es möglich, dass 

eine gewisse, willentlich nicht beeinflussbare Verdeutlichungstendenz, insbesondere 

der kognitiven Beschwerden, bestehe (vgl. IV-act. 128-56). Sowohl in der bisherigen 

wie in einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus fachpsychiatrischer 

Sicht zu 40 % in der Arbeitsfähigkeit reduziert, und zwar wegen einer 

Residualsymptomatik bei Status nach postenzephalitischem Syndrom und wegen 

vorbestehender schwer depressiver Entwicklung bei derzeit unzureichender 

psychiatrischer ambulanter und medikamentöser Behandlung. Es bestehe fortwährend 

das Risiko einer erneuten schwer depressiven Entwicklung, die eine volle und 

längerdauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen könne. Die Einschränkung betreffe 

auch die Präsenzzeit (vgl. IV-act. 128-57). Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch 

medizinische Massnahmen sei möglich (vgl. IV-act. 128-58).

3.1.5. 

Polydisziplinär wurde festgehalten, das von der Beschwerdeführerin aktuell 

ausgeübte Pensum von 50 % könne nachvollziehbar als Leistungsmaximum 

angenommen werden. Die Beschwerdeführerin könne keine 50 % übersteigende 

Arbeitsfähigkeit erreichen. Das ergebe sich aufgrund der funktionellen 

Einschränkungen bei organisch bedingter Fatigue-Symptomatik konsensual aus 

infektiologisch-neurologischer Sicht. Die psychiatrische Symptomatik sei dabei 

mitberücksichtigt (vgl. IV-act. 128-7 f.). Persönlichkeitsaspekte spielten keine Rolle (vgl. 

IV-act. 128-7). 

3.1.6. 

Bei einer diesbezüglichen Würdigung kann zunächst festgehalten werden, dass bei 

der Gesamtbeurteilung als relevante Diagnose mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit ein Status nach Frühsommer-Meningoenzephalitis im Jahr 2001 mit 

(u.a.) einer residuellen hirnorganischen Fatigue/einem postenzephalitischen Syndrom 

angenommen wurde. Auch die Gutachterin der Psychiatrie, welche die Diagnose eines 

Status nach einem postenzephalitischen Syndrom, Residualsyndrom (F07.1), stellte 

(während die Diagnose des Syndroms als solches gemäss der Gutachterin der 

Psychiatrie gemäss ICD-10 eine anhaltende unspezifische und uneinheitliche 

Verhaltensänderung nach einer Enzephalitis umschreibt und - als Hauptunterschied zu 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

den organisch bedingten Persönlichkeitsstörungen - reversibel ist und selten länger als 

24 Monate andauert, vgl. IV-act. 128-55), favorisierte die Annahme einer organischen 

Komponente des Krankheitsbildes (vgl. IV-act. 128-57 oben).

Was die zu prüfenden Standardindikatoren betrifft, ist festzuhalten, dass sich die 

Gutachter mit den entsprechenden Faktoren auseinandergesetzt haben. Sie haben 

unter Hinweis auf das Vorliegen einer ausgeprägten Fatigue-Symptomatik im Rahmen 

eines postenzephalitischen Syndroms eine Einschränkung der funktionellen 

Leistungsfähigkeit beschrieben (vgl. IV-act. 128-6).

3.3. 

Es wurden im Einzelnen die Belastungsfaktoren und Ressourcen gutachterlich 

beschrieben. Dabei war bei der psychiatrischen Teilbegutachtung berücksichtigt 

worden, dass den Beeinträchtigungen eine Vielzahl von Ressourcen 

gegenüberstünden. Die Beschwerdeführerin könne einen ausgefüllten Tagesablauf 

aufrechterhalten und die Kinder und den Haushalt versorgen, dies allerdings nur im 

Rahmen der vielfältigen Unterstützung durch die Familie (vgl. IV-act. 128-57). - Bei den 

Belastungen waren namentlich die psychosozialen Faktoren zu werten. Denn die 

funktionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen werden nach der Rechtsprechung 

(im Rahmen der Standardindikatorenprüfung) auch mit Blick auf psychosoziale und 

soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen 

einer Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit diese Belastungsfaktoren direkt 

negative funktionelle Folgen zeitigen, haben sie ausser Acht zu bleiben. Hingegen 

können sie mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu einer 

ausgewiesenen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit als solcher mit 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt haben, wenn sie also einen 

verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner 

- unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen 

verschlimmern (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2). 

Gemäss der psychiatrischen Begutachtung hatte bei der Beschwerdeführerin im Jahr 

2011 eine Vielzahl von psychosozialen Belastungssymptomen (körperliche Erkrankung, 

Trennung vom Partner, Überforderung am Arbeitsplatz bei zusätzlicher Betreuung von 

___ Kleinkindern und Residualsymptomatik) eine depressive Episode bewirkt (vgl. IV-

act. 128-56). Im Gutachten wurde dies berücksichtigt und es wurde dazu festgehalten, 

die Doppelbelastung als alleinerziehende Mutter und Erwerbstätige habe zumindest 

vorübergehend mit der organisch bedingten Fatigue-Symptomatik interagiert. Derzeit 

werde die Beschwerdeführerin aber durch die Familie gut unterstützt und teilweise 

auch von der Kindererziehung und von Haushalttätigkeiten entlastet. Insgesamt sei 

vom Vorliegen eines eigenständigen, unabhängig von den Belastungsfaktoren 

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bestehenden Krankheitsbildes auszugehen (vgl. IV-act. 128-7). Es ist nicht ersichtlich, 

dass diese medizinisch-gutachterliche Würdigung unzutreffend sein könnte.

Unter dem Aspekt der Konsistenzprüfung lässt sich festhalten, dass gemäss der 

Begutachtung keine Hinweise für Inkonsistenzen vorgefunden wurden (vgl. IV-act.

128-7). Die Gutachterin der Psychiatrie hielt eine gewisse Verdeutlichungstendenz, 

insbesondere der kognitiven Beschwerden, für möglich, bezeichnete diese jedoch als 

willentlich nicht beeinflussbar (vgl. IV-act. 128-56). Namentlich kann darauf 

hingewiesen werden, dass in der Beschwerdevalidierung der neuropsychologischen 

Abklärung (in beiden Tests) keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Aufgrund der 

Verhaltensbeobachtungen sei auch die Leistungsbereitschaft unauffällig gewesen. Die 

Testbefunde seien zudem mit der eigenanamnestisch beschriebenen Alltags- und 

Berufsfunktionalität konsistent gewesen. Von einer Symptomverdeutlichung oder 

Aggravation müsse nicht ausgegangen werden (vgl. IV-act. 128-84). Der Umstand, 

dass die Beschwerdevalidierung unauffällig ausfiel, erscheint auch bei einem 

insgesamt angenommenen kognitiven Normalbefund für die Frage der Zuverlässigkeit 

bedeutsam.

3.3.2. 

Der Hinweis des RAD, dass keine relevanten Einschränkungen hätten objektiviert 

werden können, veranlasste die Gutachterin der Allgemeinen Inneren Medizin, in der 

Stellungnahme vom 30. April 2019 darzulegen, dass die Beschwerden in allen 

Untersuchungen authentisch vorgetragen worden seien und die medizinische 

Evidenzlage die Angaben spiegle. Die Beschwerdeführerin habe glaubhaft und 

plausibel angegeben, früher viel aktiver gewesen zu sein und nun 

Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme zu haben (vgl. IV-act. 142-1 f.).

3.3.3. 

Was die letzteren klinischen Befunde betrifft (vgl. im Weiteren E. 4.1), wies die 

Fachpsychologin darauf hin, dass in der mehrstündigen und belastungsreichen neuro­

psychologischen Testung keine auffällige Ermüdung (Fatigue) der Beschwerdeführerin 

erkennbar gewesen sei. Es habe sich zu Beginn und am Ende in der Aufgabe Alertness 

keine Veränderung objektivieren lassen (vgl. IV-act. 128-84). Die Gutachterin der 

Psychiatrie hielt ebenfalls fest, im Lauf des Gesprächs seien keine 

Ermüdungserscheinungen aufgetreten. Die Beschwerdeführerin habe auch keine Pause 

machen wollen (vgl. IV-act. 128-52). - Die Fachpsychologin erklärte, dass nicht 

schlüssig beurteilt werden könne, ob eine (sc. vermehrte) Ermüdung bei ganztägigen 

Arbeitseinsätzen über mehrere Tage pro Woche aufträte (vgl. IV-act. 128-84 f.). In der 

nachträglichen Stellungnahme erläuterte die Gutachterin der Allgemeinen Inneren 

Medizin diesbezüglich, die neuropsychologische Untersuchung bilde lediglich eine 

3.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Momentaufnahme ab (vgl. IV-act. 142-2) und Auswirkungen über einen längeren 

Zeitraum hinweg oder kumulativ in einer Arbeitswoche könnten darin nicht objektiviert 

werden. - Die Gutachter haben sich bereits im Gutachten ausdrücklich mit dem 

Umstand befasst, dass sich bei der damaligen neuropsychologischen Untersuchung 

keine kognitiven Defizite im engeren Sinn hatten objektiveren lassen. Sie hielten fest, 

das widerspreche nicht (sc. ihrer Annahme) einer erhöhten Ermüdbarkeit bei längeren 

Belastungen (vgl. IV-act. 128-6).  

Die Gutachter stellten fest, die Anstrengungsbereitschaft und die Motivation der 

Beschwerdeführerin für eine Berufstätigkeit seien als hoch einzuschätzen (vgl. IV-

act. 128-7). Ihre hohe Motivation habe der Beschwerdeführerin ermöglicht, ihre 

Tätigkeit bisher - in den letzten Jahren - in einem Pensum von maximal 50 % 

aufrechtzuerhalten (vgl. IV-act. 128-6). Das derzeit durchgeführte Pensum von 50 % 

stelle ein Leistungsmaximum dar (vgl. IV-act. 128-7 und -6). 

3.3.5. 

Die Gutachter haben ferner - zur weiteren Objektivierung - auch einen Vergleich 

mit den Alltagsaktivitäten gezogen, wie er rechtsprechungsgemäss vorgesehen ist. Sie 

schlossen, das geschilderte Beschwerdebild sei kongruent mit der geschilderten 

Alltagsfunktionalität (vgl. IV-act. 128-7). - Aus den Angaben in der 

Arbeitgeberbescheinigung vom 2. Juni 2017 (IV-act. 93) wird ein namhaftes - jedoch 

nicht volles - Leistungsniveau der Beschwerdeführerin erkennbar. Am 13. März 2017 

(IV-act. 82) gab sie an, in einem Beschäftigungsgrad von 40 bis 60 % tätig zu sein. Das 

Arbeitsverhältnis endete im ___ 201_. Gemäss dem Anstellungsentscheid für die Zeit 

ab ___ 201_ (IV-act. 148-6 f.) betrug ihr Pensum in der Folge dort mindestens 46.7 % 

und maximal 60 %. Bei der neuropsychologischen Begutachtung vom Februar 2018 

erklärte die Beschwerdeführerin, sie arbeite seit ___ 201_ an vier halben Tagen pro 

Woche, zu einem Pensum von 50 % (vgl. IV-act. 128-78). - Nach der Aktenlage ist 

anzunehmen, dass das Pensum der Beschwerdeführerin auch schon mehr als 50 % 

betrug, dass es aber auch Schwankungen bzw. einen Spielraum (4_._ % bis 60 %) 

aufwies und kaum je über ein ganzes Jahr durchgehalten wurde. Hierauf deuten auch 

die Einträge im IK-Auszug hin, welche während der insgesamt aufgezeichneten Jahre 

erhebliche Differenzen in den jeweiligen Einkommen der Beschwerdeführerin aufzeigen.

3.3.6. 

Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass gemäss 

den Gutachtern bei einer Pensensteigerung über 50 % hinaus mit einer deutlich 

erhöhten Vulnerabilität für das Wiederauftreten einer psychiatrischen 

Beschwerdesymptomatik zu rechnen ist. Die Experten erachteten eine solche 

Erhöhung als für eine Exazerbation der organisch bedingten Fatigue-Symptomatik 

3.3.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

prädisponierend (vgl. IV-act. 128-7). Nach ihrer gutachterlichen Beurteilung beträgt die 

medizinische Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin daher maximal 50 % (a.a.O.). - 

Unter diesen Umständen ist bei der vorliegenden konkreten Sachverhaltslage davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit mit einem 50 % 

übersteigenden Pensum zu massgeblicher Zeit aus medizinischer Sicht nicht zumutbar 

war.

Zusammenfassend ist, was die Befundebene betrifft, darauf hinzuweisen, dass 

beim psychiatrischen Befund - wenn auch, soweit ersichtlich, in den übrigen 

Begutachtungen nicht wiederholt - festgehalten wurde, die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Wortfindungsstörungen und das Gedankenabreissen 

seien im Gespräch erkennbar gewesen. Es habe auch eine gewisse Affektlabilität 

bestanden (vgl. IV-act. 128-52). Zudem ist gutachterlich eine Einschränkung der 

Fähigkeiten, die Arbeits- bzw. Alltagsaufgaben zu strukturieren, zu planen und zeitlich 

angemessen auszuführen, sich an wechselnde Situationen anzupassen und spontane 

Aktivitäten (ausserhalb beruflicher Verpflichtungen) zu initiieren, angenommen worden 

(vgl. IV-act. 128-57). Für eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin sprechen auch insbesondere die neurologischen Befunde. Die in 

einem EEG vorgefundenen - somit objektivierten - Veränderungen wurden als Ausdruck 

einer organischen Veränderung betrachtet. Ein fokal-neurologisches Defizit liess sich 

bei der klinisch-neurologischen Untersuchung dagegen nicht erheben (vgl. IV-

act. 128-71). Daneben wurden die Beeinträchtigung der Aktivierbarkeit und ein 

mittelgradig vermindertes Arbeitstempo vorgefunden (vgl. IV-act. 128-81, vgl. auch IV-

act. 128-84: betreffend Sprechtempo; vgl. auch das Ergebnis des FSMC-Tests), die 

allerdings wie erwähnt insgesamt als kognitiver Normalbefund beurteilt wurden.

4.1. 

Das Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50 % wurde mit 

für die Gutachter nachvollziehbaren, die Beschwerdeführerin in ihrer beruflichen 

Tätigkeit deutlich beeinträchtigenden residuellen Symptomen (vgl. IV-act. 128-5) 

begründet. Die Gutachter haben gemäss der Darlegung ihres polydisziplinären 

Konsenses - unter Mitwirkung der Fachpsychologin - festgehalten, es bestünden bei 

der Beschwerdeführerin eine rasche Erschöpfbarkeit, eine reduzierte Belastbarkeit und 

Einschränkungen der Konzentrations- und Merkfähigkeit, vor allem bei längeren 

Belastungsphasen. Die von ihr geschilderte deutliche Ermüdbarkeit und der deutlich 

erhöhte Pausenbedarf bzw. die erhöhte erforderliche Erholungszeit seien aus 

infektiologisch-neurologischer Sicht nachvollziehbar (vgl. IV-act. 128-6).

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 27/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Arbeitsunfähigkeit ergab sich, was die Teilgutachten betrifft, aus 

psychiatrischer (40 %) und aus neurologischer (50 %) Sicht. Dieses Zusammenfallen ist 

als gewisses Erschwernis zu bezeichnen. Im psychiatrischen Teil des Gutachtens war 

denn auch darauf hingewiesen worden, dass eine kombinierte Symptomatik vorliege 

bzw. dass die verschiedenen Diagnosen sich hinsichtlich der Funktionalität negativ 

beeinflussten (vgl. IV-act. 128-57). Aus dem infektiologischen Gutachten als solchem 

lässt sich indessen keine (quantitative) Arbeitsunfähigkeit lesen, da für die Defizite und 

die Arbeitsunfähigkeit auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung 

verwiesen wurde (vgl. IV-act. 128-95), wo sich keine Arbeitsunfähigkeit ergab (vgl. IV-

act. 128-84), Letzteres allerdings wie erwähnt nur unter der Voraussetzung, dass die 

Beschwerdeführerin den Arbeitstakt und die Pausengestaltung selbst bestimmen kann. 

 

4.3. 

Die Beschwerdegegnerin hat den ehemals gemäss dem früheren Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen als unzureichend abgeklärt zu 

betrachtenden Sachverhalt wie vorgesehen durch eine medizinische Begutachtung 

ergänzend abklären lassen. Die Gutachter haben sich wie erwähnt mit den 

erforderlichen Standardindikatoren auseinandergesetzt und gehen vom Vorliegen eines 

eigenständigen, unabhängig von Belastungsfaktoren bestehenden Krankheitsbildes 

aus (vgl. IV-act. 128-7). Auf diese konsensuale polydisziplinäre medizinische 

Würdigung des Gutachtergremiums auf der Grundlage einer vollständigen 

Begutachtung mit Aktenkenntnis und Untersuchungen kann daher mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit abgestellt werden. Jede ärztliche Begutachtung beinhaltet 

zwangsläufig einen gewissen Ermessensspielraum. Eine losgelöste juristische 

Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens soll nicht 

stattfinden (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_10/2021 vom 15. Juni 2021 E. 3.3.2). Im 

Übrigen könnten von ergänzenden Abklärungen mit noch längerem zeitlichem Abstand 

zum medizinischen Sachverhalt, der sich zurück bis ins Jahr 2001, mindestens aber 

zurück bis 2011, erstreckt, voraussichtlich auch nicht mehr zuverlässigere Erkenntnisse 

erwartet werden. Auch der RAD-Arzt hat am 15. Juni 2018 dafürgehalten, aus 

medizinischer Sicht könne keine weitere "Schärfung" des Sachverhalts angeboten 

werden (vgl. IV-act. 129-2).

4.4. 

Die Gutachter nehmen die Arbeitsunfähigkeit auch für die zurückliegende Zeit ab 

dem Abklingen der Akutphase bei Erkrankungsbeginn an (das vorübergehend 

ausgeübte höhere Pensum sei retrospektiv klar als Überforderungssituation zu 

interpretieren, vgl. IV-act. 128-8). Auch von dieser Einschätzung ist dementsprechend 

auszugehen. Dieser Zeitpunkt liegt jedenfalls lange vor dem frühestmöglichen Beginn 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 28/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

einer Rentenzahlung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG vom Juli 2012, so dass von einem 

damals bereits vorhandenen Ablauf der einjährigen Wartezeit mit ausreichender 

durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeit (von 50 %) und anschliessender entsprechender 

Invalidität (vgl. unten E. 5) ausgegangen werden kann. Dr. F.___ etwa hielt im Übrigen 

am 30. September 2011 fest, eine (damals als voll bezeichnete) Arbeitsunfähigkeit sei 

(erneut) am 9. Mai 2011 eingetreten. Gemäss den ärztlichen Angaben von Prof. I.___ 

vom März 2012 lag seit August 2001 eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 

von 50 % vor; eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % nahm auch Dr. C.___ im Oktober 2013 

und im Januar 2014 an.

Eine Veränderung des medizinischen Sachverhalts nach der Begutachtung ist nicht 

anzunehmen.

4.6. 

Was die Methode der Invaliditätsbemessung betrifft, machte die 

Beschwerdeführerin ihre Aussage der ersten Stunde zu ihrem Status im hypothetischen 

Fall voller Gesundheit im Januar 2012 telefonisch. Sie lautete auf ein Pensum von 60 

bis 80 % (vgl. IV-act. 9). Im Mai 2012 erwähnte die Beschwerdeführerin ein Pensum 

von 80 % bis 100 % und bei Abklärung im Haushalt für den Scheidungsfall ein solches 

von 80 %. Im Jahr 2012 waren die ___ Kinder der Beschwerdeführerin noch rund 

[...]jährig. Die damalige Angabe der Beschwerdeführerin, ohne gesundheitliche 

Beeinträchtigung ein Teilpensum zu erfüllen, erscheint unter diesem Aspekt 

nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin berief sich allerdings auf finanzielle Gründe 

und auf Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder. Möglich wäre zudem, dass sie sich - 

angesichts des damals bereits weit zurückliegenden Krankheitseintritts - einen Zustand 

als vollständig Gesunde nicht realistisch vorzustellen vermochte. Die 

Beschwerdegegnerin geht in der angefochtenen Verfügung jedenfalls nunmehr von der 

Anwendbarkeit der Bemessungsmethode des reinen Einkommensvergleichs aus. Bei 

Würdigung der gesamten Umstände ist dies nicht zu beanstanden.

5.1. 

Die medizinisch gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung von (maximal) 50 % 

bezieht sich zudem auf die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit, die 

gleichzeitig als angepasst gelten kann. Gemäss dem Gutachten kann eine höhere 

Arbeitsfähigkeit nicht erreicht werden. Da eine hälftige Arbeitsfähigkeit vorliegt, ist im 

Einkommensvergleich davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit einen invaliditätsbedingten Erwerbsausfall erleidet, 

der dem Grad dieser Arbeitsunfähigkeit von 50 % entspricht. Dass berufliche 

Massnahmen den Invaliditätsgrad zu massgeblicher Zeit relevant hätten reduzieren 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 29/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 

26. November 2019 im Sinn der Erwägungen gutgeheissen und der 

Beschwerdeführerin wird ab 1. Juli 2012 eine halbe Rente zugesprochen.

2.

Die Sache wird zur Rentenberechnung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

können, ist nicht anzunehmen. Die Beschwerdeführerin begründet demnach Anspruch 

auf eine halbe Rente. Sie übt eine Erwerbstätigkeit auch faktisch aus. Das tatsächliche 

berufliche Umfeld ist im Übrigen gemäss Assessmentprotokoll vom März 2012 ehemals 

durch Wechsel der Klasse und Beizug einer N.___ (vgl. IV-act. 30-3) sowie gemäss 

Gutachten durch den Schulwechsel und [...] an das Beschwerdebild angepasst worden 

(vgl. IV-act. 128-7). - Allfällige künftige (d.h. nach Erlass der angefochtenen Verfügung 

liegende) Veränderungen beträfen im Weiteren nicht mehr dieses Verfahren.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 26. November 2019 gutzuheissen und der 

Beschwerdeführerin ist ab 1. Juli 2012 ein Anspruch auf eine halbe Rente 

zuzusprechen. Die Sache ist zur Rentenberechnung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.1. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten, die nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1

IVG), gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). 

Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der Kostenvorschuss in 

gleicher Höhe ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

6.2. 
bis

Die Beschwerdeführerin hat gegenüber der Beschwerdegegnerin Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung 

der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 30/30

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4.

Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr 

zurückerstattet.

5.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich MwSt und Barauslagen) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 16.09.2021
	Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens, das auch einen längere Zeit zurückliegenden Sachverhalt mitumfasst (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. September 2021, IV 2020/7).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-26T22:29:27+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen