# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51db54c1-1aba-5106-8a0d-a1c49f89e5cf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2025 F-6825/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6825-2025_2025-09-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6825/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Yannick Antoniazza-Hafner,  

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;   

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

vertreten durch  

Dr. iur. Eylem Copur, Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum Region Zürich, Förrlibuckstrasse 110, 

8005 Zürich,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone;  

Verfügung des SEM vom 28. August 2025. 

 

 

 

F-6825/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 28. April 2025 in der Schweiz um Asyl. 

B.  

Mit Verfügung vom 28. August 2025 anerkannte die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer als Flüchtling gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG und ge-

währte ihm Asyl. Gleichzeitig wies sie ihn dem Kanton A._______ zu (Dis-

positivziffer 3) und hielt fest, dass eine allfällige Beschwerde gegen die 

Kantonszuweisung keine aufschiebende Wirkung hat (Dispositivziffer 4). 

C.  

Gegen die Kantonszuweisung erhob der Beschwerdeführer am 8. Septem-

ber 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte die 

Aufhebung der Dispositivziffern 3-4 und die Anweisung an die Vorinstanz, 

ihn dem Kanton B._______ zuzuweisen. Eventualiter sei die Sache zu 

neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtli-

cher Hinsicht beantragte er die Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde; eventualiter sei die Vorinstanz superprovisorisch, 

allenfalls provisorisch anzuweisen, den Beschwerdeführer bereits für die 

Dauer des vorliegenden Beschwerdeverfahrens dem Kanton B._______ 

zuzuweisen; ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege (gemeint: Prozessführung) unter Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses.  

D.  

Am 11. September 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das 

AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG, Art. 37 VGG). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, sodass auf 

die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG 

F-6825/2025 

Seite 3 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet dar-

über endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zwei-

ten Richterin respektive eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG) zu behandeln ist. 

2.  

2.1 In ihrer Verfügung vom 28. August 2025 führte die Vorinstanz in Bezug 

auf die Kantonszuweisung zusammenfassend aus, Art. 27 Abs. 3 AsylG sei 

so auszulegen, dass diese Bestimmung ebenfalls auf im Rahmen des be-

schleunigten Verfahrens anerkannte Flüchtlinge Anwendung finde. Die 

Kantonszuweisung könne damit nur mit der Begründung angefochten wer-

den, sie verletze den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 27 Abs. 3 

AsylG).  

2.2 Entgegen den Ausführungen des SEM ist hingegen die Kognitionsbe-

schränkung von Art. 27 Abs. 3 AsylG nicht auf anerkannte Flüchtlinge an-

wendbar. Wie das Bundesverwaltungsgericht wiederholt festgehalten hat, 

haben Flüchtlinge mit rechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz vielmehr 

das Recht, ihren Aufenthaltsort zu wählen und sich frei zu bewegen, vor-

behältlich der Bestimmungen, die unter den gleichen Umständen für aus-

ländische Personen im Allgemeinen gelten (vgl. Art. 26 des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 

0.142.30], Art. 58 und Art. 60 AsylG; BVGE 2012/2 E. 3.2.2; zuletzt Urteil 

des BVGer F-6156/2025 vom 21. August 2025 E. 2.2 m.w.H.). Art. 26 FK 

zielt darauf ab, die Einschränkungen der freien Wahl des Aufenthaltsortes 

und der Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge auf ein Minimum zu beschrän-

ken. Zulässig sind nur einschränkende Bestimmungen, welche für sämtli-

che Kategorien von ausländischen Personen gelten. Abzustellen ist auf 

diejenigen Einschränkungen, welche auf ausländische Personen mit einer 

Niederlassungsbewilligung anwendbar sind. Gemäss aktuell geltender 

Rechtsprechung begründet Art. 26 FK damit für Flüchtlinge einen Anspruch 

auf Kantonszuweisung beziehungsweise -wechsel in gleichem Umfang, 

wie er einer niedergelassenen Person gestützt auf Art. 37 Abs. 3 AIG (SR 

142.20) zusteht. Der Anspruch besteht, sofern nicht Widerrufsgründe nach 

Art. 63 AIG vorliegen und sich eine darauf gestützte Verweigerung als ver-

hältnismässig erweist (vgl. BVGE 2012/2 E. 5.2.2 sowie bspw. Urteile des 

F-6825/2025 

Seite 4 

BVGer F-4373/2025 vom 25. Juli 2025 E. 2.2; F-2933/2025 vom 7. Mai 

2025 E. 2.4; F-1334/2025 vom 13. März 2025 E. 2.2). 

2.3 In Bezug auf die Kantonszuweisung des Beschwerdeführers hätte die 

Vorinstanz damit abklären müssen, ob er in einen bestimmten Kanton zu-

gewiesen werden will und, wenn ja, in welchen. Darüber hinaus hätte sie 

abklären müssen, ob einer Zuweisung gemäss dem Wunsch des Be-

schwerdeführers ein Widerrufsgrund nach Art. 63 AIG entgegensteht und, 

falls ja, ob sich eine hierauf gestützte Verweigerung der gewünschten Zu-

weisung als verhältnismässig erweist. Indem die Vorinstanz den Beschwer-

deführer dem Kanton A._______ zugewiesen hat, ohne dessen Zuwei-

sungswunsch und das allfällige Vorliegen von Widerrufsgründen abzuklä-

ren, hat sie den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig ermittelt 

(Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

3.   

3.1 In Gutheissung der Beschwerde ist deshalb die Dispositivziffer 3 der 

angefochtenen Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen 

Sachverhaltsermittlung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3.2 Mit diesem Urteil wird das Gesuch um Wiederherstellung der aufschie-

benden Wirkung gegenstandslos. 

4.  

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um unentgeltliche Prozessfüh-

rung wird somit gegenstandslos.  

4.2 Eine Parteientschädigung ist dem Beschwerdeführer nicht zuzuspre-

chen, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechts-

vertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom 

Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch 

Art. 111ater AsylG).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

 

 

F-6825/2025 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositivziffer 3 der Verfügung vom 28. August 2025 wird aufgehoben 

und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsermittlung und Neubeurtei-

lung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonalen Migrationsbehörden. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

Yannick Antoniazza-Hafner Susanne Stockmeyer  

  

 

 

 

Versand: