# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8c45082-d2d3-5eb2-b32b-570dbdb0c291
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2004-12-13
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Forschungsförderung 13.12.2004 JAAC 69.73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_025_JAAC-69-73--_2004-12-13.pdf

## Full Text

JAAC 69.73

Auszug aus einem Urteil der Eidgenössischen
Rekurskommission für die Unfallversicherung vom 13.

Dezember 2004 i.S. X. GmbH gegen die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt [REKU 575/03]

Art. 92 al. 2 LAA. Tarif des primes en matière d’accidents
professionnels. Système bonus/malus révisé de la Caisse nationale
suisse d’assurance en cas d’accidents.

- La jurisprudence antérieure de la Commission fédérale de recours en
matière d’assurance-accidents (la Commission de recours) concernant
le classement dans les tarifs de primes reste applicable après l’entrée en
vigueur de la LPGA (consid. 2).

- Pouvoir d’examen de la Commission de recours dans le domaine des
tarifs (consid. 3).

- Dispositions légales et principes généraux à prendre en considération
lors de la fixation des primes pour l’assurance-accidents obligatoire
(consid. 4).

- Présentation du système bonus/malus révisé appliqué en l’espèce et des
facteurs en fonction desquels la prime est fixée (consid. 5-6).

- Admissibilité du nouveau système bonus/malus dans son principe et de
son mode d’introduction (consid. 7-8).

- En raison du changement de système, une comparaison directe avec le
taux de prime d’années antérieures n’est pas possible (consid. 9).

- L’appartenance à une corporation professionnelle n’est pas
déterminante pour le classement, qui se fait en fonction de la nature et
de l’activité des entreprises (consid. 10).

- La loi ne fixe pas de limite supérieure pour une augmentation de
prime; une augmentation dépassant les 20% n’est pas disproportionnée
dans le cas d’espèce (consid. 12).

1

- Les réserves font partie des coûts de l’assurance; même des réserves
élevées ne donnent pas droit, en elles-mêmes, à une baisse de la prime
(consid. 13).

- Les efforts consentis dans le domaine de la sécurité au travail
représentent une obligation générale des entreprises et ne justifient pas
une réduction de prime spéciale ou automatique (consid. 14).

Art. 92 Abs. 2 UVG. Prämientarif für Berufsunfälle. Revidiertes
Bonus-Malus-System der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt.

- Auf die bisherige Rechtsprechung der Eidgenössischen
Rekurskommission für die Unfallversicherung (die Rekurskommission)
im Bereich der Einreihung in den Prämientarifen kann nach
Inkrafttreten des ATSG weiterhin abgestellt werden (E. 2).

- Überprüfungsbefugnis der Rekurskommission bezüglich Tarife (E. 3).

- Gesetzesbestimmungen und allgemeine Grundsätze, die bei der
Prämienbemessung in der obligatorischen Unfallversicherung beachtet
werden müssen (E. 4).

- Erläuterung des angewandten revidierten Bonus-Malus-Systems und
seiner Prämienbemessungsfaktoren (E. 5-6).

- Grundsätzliche Zulässigkeit des neuen Bonus-Malus-Systems und
seiner Einführung (E. 7-8).

- Angesichts der Systemänderung ist ein direkter Vergleich mit dem
Prämiensatz vergangener Jahre nicht möglich (E. 9).

- Die Verbandszugehörigkeit ist nicht massgebend für die Einreihung,
die sich nach Art und Tätigkeit der Betriebe richtet (E. 10).

- Das Gesetz sieht keine maximale Prämienerhöhung vor; in casu ist
auch eine Prämienerhöhung über 20% nicht unverhältnismässig (E. 12).

- Die Rückstellungen sind Teil des Versicherungsaufwands;
selbst hohe Rückstellungen geben nicht per se Anspruch auf eine
Prämienermässigung (E. 13).

- Der Aufwand im Bereich der Arbeitssicherheit stellt eine allgemeine
Pflicht der Betriebe dar und rechtfertigt insofern keine besondere bzw.
automatische Prämienreduktion (E. 14).

Art. 92 cpv. 2 LAINF. Tariffa dei premi per infortuni professionali.
Sistema bonus/malus modificato dell’Istituto svizzero di assicurazione
contro gli infortuni.

- Nell’ambito della classificazione nelle tariffe dei premi ci si può
basare, anche dopo l’entrata in vigore della LPGA, sulla precedente
giurisprudenza della Commissione federale di ricorso in materia
di assicurazione contro gli infortuni (la Commissione di ricorso;
consid. 2).

2

- Potere di cognizione della Commissione di ricorso in merito alle tariffe
(consid. 3).

- Disposizioni legali e principi generali che devono essere osservati per
il calcolo dei premi nell’assicurazione obbligatoria contro gli infortuni
(consid. 4).

- Spiegazione del sistema bonus/malus modificato e applicato nella
fattispecie e dei suoi fattori di calcolo dei premi (consid. 5-6).

- Ammissibilità di principio del nuovo sistema bonus/malus e della sua
introduzione (consid. 7-8).

- Vista la modifica del sistema, non è possibile un paragone diretto con il
tasso dei premi degli anni precedenti (consid. 9).

- L’appartenenza ad un’associazione professionale non è decisiva per la
classificazione, che si basa sul tipo e l’attività delle aziende (consid. 10).

- La legge non prevede un aumento massimo dei premi; in casu
è considerato proporzionale anche un aumento di oltre il 20%
(consid. 12).

- Le dotazioni supplementari fanno parte dei costi dell’assicurazione;
anche dotazioni supplementari elevate non danno di per sé diritto ad
una riduzione dei premi (consid. 13).

- L’impegno nell’ambito della sicurezza del lavoro è un dovere generale
delle aziende e non giustifica pertanto una riduzione particolare risp.
automatica dei premi (consid. 14).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) reihte den
Personalverleihbetrieb X. GmbH mit Verfügung vom 23. Oktober 2003 per
1. Januar 2004 neu im Tarif für die Berufsunfallversicherung ein. Für den
Betriebsteil A wurde der Netto-Prämiensatz von 2,9% in der Stufe 103 auf
3,52% in der Stufe 107 der Klasse 70C erhöht. Die Basiseinreihung gleichartiger
Betriebe liegt in der Stufe 112 der Klasse 70C mit einem Netto-Prämiensatz von
4,5%.

Die gegen die neue Einreihung eingereichte Einsprache wies die SUVA
ab. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die X. GmbH vor der
Eidgenössischen Rekurskommission für die Unfallversicherung (im Folgenden:
Rekurskommission, REKU) Beschwerde.

Aus den Erwägungen:

1.a.-d. (Eintretensvoraussetzungen)

2. Nach der ständigen Rechtsprechung des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (EVG) ist der rechtserhebliche Sachverhalt im
Beschwerdeverfahren vor dem Sozialversicherungsrichter grundsätzlich
nach den tatsächlichen Verhältnissen zur Zeit des Erlasses der angefochtenen
Verfügung zu beurteilen (BGE 121 V 362 E. 1b, BGE 116 V 246 E. 1a mit

3

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_121_V_362&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_116_V_246&resolve=1

Hinweisen). Dabei finden grundsätzlich jene Rechtssätze Anwendung, die
bei der Erfüllung des zu den Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung
haben (BGE 129 V 167 E. 1, BGE 127 V 466 E. 1, BGE 124 V 225 E. 1).

Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6. Oktober
2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) änderte die massgeblichen Vorschriften über die Einreihung
in die Prämientarife (Art. 91 ff. des Bundesgesetzes vom 20. März 1981
über die Unfallversicherung [UVG], SR 832.20) nicht, so dass auch auf die
Rechtsprechung vor Erlass des ATSG abgestellt werden kann.

3. Die Überprüfungsbefugnis der Rekurskommission besteht einerseits
darin, die richtige Anwendung des Tarifs zu kontrollieren, andererseits kann
die Rekurskommission - im Rahmen der konkreten Normenkontrolle - die
der Verfügung zu Grunde liegenden Tarifpositionen auf ihre Gesetz- und
Verfassungsmässigkeit überprüfen.

a. Der von der Versicherung erlassene Tarif kann nicht als Ganzes
überprüft werden, wohl aber kann die Rekurskommission die konkret
angewendete Tarifposition ausser Acht lassen, wenn sie sich als gesetz-
oder verfassungswidrig erweist (BGE 126 V 344 E. 1, BGE 125 V 101 E. 3b mit
Hinweisen; Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht [SVR] 1995 KV
Nr. 60 E. 7b/cc S. 183; VPB 61.23A_I E. 3b S. 199 ff.).

Hierbei darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass ein Tarif ein ganzes
System von Regelungen darstellt, welches verschiedene Interessen
berücksichtigt und für den einzelnen Bürger manchmal schwer zugänglich ist
(BGE 116 V 130 E. 2a mit Hinweisen). Der Unfallversicherer hat beim Erlass
von Tarifen unter Umständen komplexe und allenfalls in der Zielrichtung
widersprüchliche Aspekte auf einen Nenner zu bringen, weshalb ihm ein
weiter Ermessensspielraum zugestanden werden muss (Urteil des EVG vom
2. Juni 2004, U 240/03 [= Rechtsprechung und Verwaltungspraxis zur Kranken-
und Unfallversicherung, RKUV 2004 Nr. U 525], E. 3.2.2; BGE 126 V 344 E. 4a,
BGE 125 V 101 E. 3c; vgl. auch RKUV 1998 Nr. U 294 E. 1c S. 228).

Bei der Überprüfung einer Tarifbestimmung hat die Rekurskommission nicht
ihr Ermessen an die Stelle des Ermessens der Versicherung zu setzen oder in
die eigentliche Tarifpolitik einzugreifen. Ebenso wenig kann sie eine andere
Lösung vorschlagen. Richterliche Zurückhaltung ist auch da geboten, wo
es um ausgesprochen technische Fragen geht (SVR 1994 KV Nr. 3 E. 3b S. 7;
BGE 108 V 130 E. 4c/dd S. 140). Sodann darf eine Tarifposition nicht losgelöst
von den übrigen Tarifbestimmungen gewürdigt werden, sondern ist im
Gesamtzusammenhang zu beurteilen. Das kann zur Folge haben, dass eine
Einzelbestimmung, die für sich allein genommen gewisse Unstimmigkeiten
aufweist, im Gesamtzusammenhang eben doch nicht zu beanstanden ist (BGE
112 V 283 E. 3 mit Hinweisen; VPB 61.23A_I E. 3b S. 199 ff.; SVR 1995 KV Nr. 60
E. 7b/cc S. 183).

Von der indirekten Überprüfungsmöglichkeit ist also mit grosser
Zurückhaltung Gebrauch zu machen. Sie ist im Wesentlichen auf die Frage
zu beschränken, ob im Einzelfall die Anwendung einer Tarifposition mit den
jeweils massgebenden besonderen Grundsätzen der Tarifgestaltung oder
aber auch ganz allgemein mit der Bundesverfassung vereinbar ist (vgl. RKUV
1998 Nr. U 316 E. 1 S. 579 mit Hinweis auf RKUV 1998 Nr. U 294 E. 1c S. 228).

4

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_126_V_344&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_V_101&resolve=1
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003413.pdf?ID=150003413
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_116_V_130&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_126_V_344&resolve=1
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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_108_V_130&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_112_V_283&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_112_V_283&resolve=1
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003413.pdf?ID=150003413

Massgebend ist, ob das Ziel des Gesetzes erreicht werden kann und ob die
Versicherung ihr Ermessen gemäss dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit
ausgeübt hat (vgl. zur Überprüfung von Verordnungen BGE 128 II 34 E. 3b,
BGE 121 II 465 E. 2a, BGE 118 Ib 367 E. 4).

b. Von den Tarifregeln, die Satzungscharakter haben (vgl. VPB 40.48
E. 2 S. 100 ff.; unveröffentlichtes Urteil des EVG i.S. P. vom 8. Januar 1993
E. 5; Alfred Maurer, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band I,
Bern 1979, S. 140 ff.), zu unterscheiden sind die versicherungsinternen
Weisungen (Wegleitungen, Richtlinien usw.). Diese dienen der einheitlichen
Anwendung des Tarifs, wenden sich in erster Linie - in verpflichtender Art
(vgl. Zeitschrift für die Ausgleichskassen [ZAK; Publikation des Bundesamtes
für Sozialversicherung] 1990 E. 2b S. 255 ff., 1984 E. 3 S. 487 ff.) - an die
Mitarbeitenden der Versicherung und entfalten insofern keine direkte externe
Wirkung, können jedoch durchaus mittelbar gegen aussen wirken. Entgegen
den Satzungen sind sie aufgrund dieser nur indirekten Drittwirkung im
Prinzip nicht publikationspflichtig - das bedeutet andererseits keinesfalls,
dass die Einsicht in diese Unterlagen von der Versicherung generell verweigert
werden darf (vgl. auch VPB 62.59 S. 548 ff. und BGE 125 II 473 E. 4). Indes sind
aber Weisungen für den Richter auch nicht verbindlich: Er soll sie bei seiner
Entscheidung mit berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste
und gerecht werdende Auslegung des anwendbaren Tarifs zulassen. Er weicht
andererseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren
gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 127 V 57 E. 3a, BGE 126
V 421 E. 3a, BGE 125 V 377 E. 1c, je mit Hinweisen; vgl. auch Ueli Kieser, Das
Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 27 ff.).

c. Die Rekurskommission überprüft ansonsten den angefochtenen
Entscheid frei, dies unter Berücksichtigung der vorgebrachten Rügen. Die
Beschwerdeinstanz hat mithin nicht zu prüfen, ob sich die angefochtene
Verfügung unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als
korrekt erweist, sondern untersucht im Prinzip nur die vorgebrachten
Beanstandungen. Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene
Rechtsfragen werden nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen
oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender
Anlass besteht (BGE 119 V 347 E. 1a; Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Auflage, Zürich 2003, S. 348).

4. Im Folgenden werden die bei der Prämientarifgestaltung zu beachtenden
wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen und massgebenden Grundsätze
aufgeführt (vgl. zu diesen Grundsätzen im Detail VPB 62.67 E. 3 S. 625 ff.).

a. Nach den im UVG aufgestellten Regeln werden für die Bemessung der
Prämien in der Berufsunfallversicherung die Betriebe nach ihrer Art und
ihren Verhältnissen in Klassen des Prämientarifs und innerhalb dieser in
Stufen eingereiht. Massgebend ist dabei insbesondere Unfallgefahr und Stand
der Unfallverhütung (Art. 92 Abs. 2 UVG). Aufgrund der Risikoerfahrungen
kann die Zuteilung bestimmter Betriebe zu den Klassen und Stufen des
Prämientarifs jeweils auf den Beginn des Rechnungsjahres ändern (Art. 92
Abs. 5 UVG).

5

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_128_II_34&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_121_II_465&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_118_Ib_367&resolve=1
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003968.pdf?ID=150003968
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_II_473&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_127_V_57&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_126_V_421&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_126_V_421&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_V_377&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_119_V_347&resolve=1
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003995.pdf?ID=150003995

Die Betriebe oder Betriebsteile sind also nach Massgabe ihres Risikos in die
Klassen und Stufen des Prämientarifs einzuteilen. Eine risikogerechte Prämie
bedeutet, dass hohe Risiken mit entsprechend hohen Prämien, tiefe Risiken mit
entsprechend tiefen Prämien zu belasten sind (VPB 61.23A_I E. 4b S. 199 ff.).
Die Prämien sind so festzusetzen, dass die Kosten einer Risikogemeinschaft
voraussichtlich aus den Nettoprämien bestritten werden können (Art. 92 Abs. 2
in fine UVG, Art. 113 Abs. 1 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die
Unfallversicherung [UVV], SR 832.202).

Im Übrigen enthält das Gesetz das Prinzip der Gegenseitigkeit (Art. 61
Abs. 2 UVG). Dieses verlangt einerseits, dass der Unfallversicherer keine
Gewinne aus dem Versicherungsgeschäft erzielt und ist mit einem
Gewinnausschüttungsverbot verbunden. Andererseits bedeutet es, dass der
Versicherer finanziell autonom sein soll (BGE 108 V 256 E. 3a; SVR 1996 KV
Nr. 68 E. 8a S. 209; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
Bern 1985, S. 45 f.).

b. Ein Prämientarif hat ebenfalls das verfassungsmässig garantierte Prinzip
der Gleichbehandlung zu beachten (BGE 121 II 198 E. 4). Gemäss ständiger
Rechtsprechung verstösst eine Bestimmung dann gegen die Bundesverfassung,
wenn sie sich nicht auf ernsthafte Gründe stützen lässt, wenn sie sinn- oder
zwecklos ist oder wenn sie rechtliche Unterscheidungen trifft, für die sich ein
vernünftiger Grund nicht finden lässt oder der keine wesentliche Tatsache zu
Grunde liegt. Gleiches gilt, wenn die Regelung es unterlässt, Unterscheidungen
zu treffen, die richtigerweise hätten berücksichtigt werden müssen (BGE 127
I 185 E. 5, BGE 125 I 1 E. 2b/aa, BGE 125 I 166 E. 2a, BGE 125 V 221 E. 3b). Das
EVG hat im Übrigen festgestellt, dass im Bereich der Prämientarifgestaltung
das Prinzip von Art. 4 der damals anwendbaren Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (aBV[95]; heute Art. 8
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April
1999 [BV], SR 101) und jenes der Risikogerechtigkeit deckungsgleich sind
(vgl. RKUV 1998 Nr. U 294 E. 1c S. 228). Lässt sich also für eine Betriebsart
oder einen Betrieb ein unterschiedliches Risiko feststellen, so rechtfertigt
dieser Unterschied, diese Betriebsart verschieden als andere Betriebsarten zu
behandeln. Bei gleichen Verhältnissen müssen auch gleiche Leistungen bzw.
Prämien resultieren (BGE 112 V 291 E. 3b mit Hinweisen).

c. Unter die allgemeinen Prinzipien, welche bei der Tarifgestaltung zu
berücksichtigen sind, fällt namentlich der Grundsatz der Solidarität.
Danach muss das Unfallrisiko durch eine grosse Zahl von Versicherten
getragen werden (BGE 112 V 316 E. 5c). Weiterhin ist der Grundsatz der
Verwaltungsökonomie zu beachten (VPB 61.23A_I E. 4d S. 199 ff.), sollen doch
die Prämien nicht durch übermässige Verwaltungsaufwendungen verbraucht
werden.

d. Diese Grundsätze können sich widersprechen. So sind das Prinzip der
Solidarität und jenes der Risikogerechtigkeit einander entgegengesetzt.
Grösstmögliche Solidarität wäre durch eine für alle Betriebe geltende
Einheitsprämie zu erreichen, während grösstmögliche Risikogerechtigkeit
eine für jeden Betrieb individuell bestimmte Prämie bedingen würde. Die
Ausgestaltung des Prämientarifs hat sich nun zwischen diesen zwei Polen
zu bewegen. Die im Gesetz genannten Prämienbemessungskriterien (Art

6

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003413.pdf?ID=150003413
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_108_V_256&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_121_II_198&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_127_I_185&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_127_I_185&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_I_1&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_I_166&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_V_221&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_112_V_291&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_112_V_316&resolve=1
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003413.pdf?ID=150003413

und Verhältnisse der Betriebe, Stand der Unfallverhütung, Unfallgefahr,
Risikoerfahrungen) lassen indes erkennen, dass der Grundsatz der Solidarität
im Bereich der Unfallversicherung nicht uneingeschränkt Geltung hat.

5. Der im Jahr 2004 für die Klasse 70C geltende Prämientarif beruht auf einem
Bonus-Malus-System. Ab 1995 hat die SUVA in verschiedenen Tarifklassen ein
Bonus-Malus-System eingeführt, das bei der Prämienbemessung - neben den
allgemeinen Risikoerfahrungen der verschiedenen Risikogemeinschaften
- auch die mit jedem individuellen Betrieb gemachten Erfahrungen
berücksichtigt. Per 1. Januar 2003 hat die SUVA dieses System gewissen
Änderungen unterzogen und die für die Prämienbemessung massgebenden
Faktoren neu festgesetzt (so genanntes BMS 03; vgl. zum bisherigen
Bonus-Malus-System [BMS 95] insbesondere VPB 62.67 S. 625 ff. sowie VPB
65.91 S. 992 ff). Dieses System gilt in der Klasse 70C ab dem 1. Januar 2004.

a. Vorab ist festzustellen, ob das BMS 03 vorliegend überhaupt anwendbar ist.
Dieses Prämienbemessungssystem findet nur noch auf Betriebe Anwendung,
die ein bestimmtes Mindestvolumen erreichen. Konkret fallen unter das
BMS 03 Betriebe mit einer so genannten Basisprämie zwischen Fr. 30’000.-
und 1,8 Mio. Franken. Die Basisprämie ergibt sich aus der Multiplikation der
kumulierten Lohnsumme aus den letzten sechs Jahren (s. Ziff. 1 letzte Zeile des
Grundlagenblattes für die Einreihung 2004) mit dem für das Einreihungsjahr
bestimmten Basissatz (s. Ziff. 3.1 und 4.1 Grundlagenblatt). Betriebe, die
diese Basisprämie nicht erreichen, werden grundsätzlich zum Basissatz ihrer
Risikogemeinschaft eingereiht. Überschreitet das Betriebsvolumen die 1,8 Mio.
Franken, wird die Erfahrungstarifierung 03 angewendet.

Die Beschwerdeführerin weist mit einer kumulierten Lohnsumme von
Fr. 22’366’200.- und einem Basissatz von 4,5% eine Basisprämie von rund
Fr. 1’006’479.- auf. Damit fällt sie in den Anwendungsbereich des BMS 03.

b. Das BMS 03 geht - wie bereits das BMS 95 - von einem Basissatz aus, der
für jede Branche bestimmt wird. Es handelt sich um jenen Prämiensatz, zu
dem die gleichartigen Betriebe (unter Berücksichtigung allfälliger besonderer
Betriebsverhältnisse) eingereiht werden, wenn sie weder einen Bonus noch
einen Malus verzeichnen bzw. wenn das BMS 03 nicht auf sie anwendbar ist
(vgl. zuvor). Im vorliegenden Fall beträgt (…) der Basissatz 4,5% (s. Ziff. 3.1
und 4.1 Grundlagenblatt). Dieser Satz entspricht dem Risikosatz der Branche
(vgl. Ziff. 3.2 Grundlagenblatt) zuzüglich eines Amortisationssatzes, in
welchem die Verluste oder Gewinne der Risikogemeinschaft berücksichtigt
werden.

Der Bonus bzw. Malus eines Betriebs wird errechnet, indem die in diesem
Betrieb angefallenen Kosten (einerseits Heilkosten und Taggelder, andererseits
Rentenkapital) mit den Kosten der Branche für die entsprechenden Leistungen
verglichen werden. Die in Berücksichtigung der Betriebsgrösse und der
Leistungsart kredibilisierten Werte des Betriebs führen zu einer Abweichung
vom Basissatz.

6. Im Einzelnen erfolgt die Prämienbemessung wie folgt:

a.aa. Massgebende Faktoren für die Bestimmung der mit einem Betrieb
gemachten Erfahrungen ist der Gesamtaufwand für Heilkosten und Taggelder
auf der einen, sowie derjenige für die Renten auf der anderen Seite während
einer Beobachtungsperiode von sechs Jahren. Dabei werden die Kosten pro

7

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003995.pdf?ID=150003995
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005345.pdf?ID=150005345
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005345.pdf?ID=150005345

Fall gestutzt (vgl. Anmerkung zu Ziff. 2 des Grundlagenblattes; pro Fall ist der
Aufwand limitiert bei Fr. 27’000.- für die Heilkosten und Taggelder und bei
Fr. 320’000.- für das Rentenkapital). Gänzlich unberücksichtigt bleiben die
Kosten von Berufskrankheiten und Regressfällen (vgl. Aufstellung zu Ziff. 2).

Der für das BMS 03 massgebende Gesamtaufwand besteht aus den bereits
angefallenen Unfallkosten und den für mögliche zukünftige Kosten
vorzunehmenden Rückstellungen. Deren Bedarf wird auf der Ebene von
vier Rückstellungsgruppen ermittelt, auf die die Tarifklassen aufgeteilt
sind. Anhand der Rückstellungsgruppen wird der Bedarf an Heilkosten
und Taggeldern pro anerkannten Fall berechnet und entsprechend der
Anzahl Fälle dem Betrieb zugeordnet. Bei den Renten wird ebenfalls
auf der Ebene der Rückstellungsgruppen der kollektive Bedarf in % der
Nettoprämien berechnet und entsprechend den Nettoprämien dem Betrieb
zugeordnet. Zusätzlich können Beträge für vermutete Renten berücksichtigt
werden, sofern solche bestehen (vgl. Ziff. 1 unter «vermutete Renten»). Im
vorliegenden Fall ist diese Regel allerdings nicht von Bedeutung, da keine
vermuteten Renten bestehen (vgl. auch nachfolgend Bst. cc).

In zeitlicher Hinsicht ist für die Bemessung der massgebenden Kosten das
Unfalljahr massgebend und nicht das Jahr, in welchem die Kosten anfallen
(wie im BMS 95). Das bedeutet, dass alle in einem Fall entstehenden Kosten
dem Jahr, in dem sich der Unfall ereignet hat, angerechnet werden, auch wenn
sie erst in nachfolgenden Jahren effektiv anfallen.

Im Unterschied zum bisherigen BMS 95 ist die Anzahl Unfälle grundsätzlich
kein Bemessungsfaktor mehr. Indirekt spielt die Unfallzahl nur noch eine
Rolle bei der Zuteilung der Rückstellungen, welche pro Fall berechnet werden
(s. zuvor). Auch wurde der individuelle Risikoausgleich (Verhältnis der in der
Vergangenheit bezahlten Prämien zu den Kosten eines konkreten Betriebs) mit
dem BMS 03 abgeschafft.

bb. Die Beschwerdeführerin verzeichnet für die massgebenden Jahre 1997
bis 2002 einen BMS-relevanten Aufwand für Heilkosten und Taggelder
inklusive Rückstellungen von Fr. 267’331.- (s. Ziff. 2 Grundlagenblatt, unter
«Heilkosten+Taggeld»). Der Risikosatz dieses Faktors, also das Verhältnis dieser
Kosten zur Lohnsumme, beträgt 1,1952% (s. Ziff. 3.3 Grundlagenblatt); der
Risikosatz der Branche seinerseits beträgt 1,7182% (s. ebenda).

Die Kredibilität des betriebseigenen Risikosatzes beziffert sich auf 0,918
(s. Ziff. 3.3 Grundlagenblatt). Die Kredibilität hängt von der Grösse des Betriebs
ab und wird für diesen Faktor gemäss der Formel

errechnet (vgl. Rahmenbedingungen bzw. Eckdaten der Klasse 70C für die
Bonus-Malus-Systeme, gültig für die Prämien 2004; auf Internet abrufbar in
www.suva.ch [Rubrik Suva Risk; Stand: 10. März 2005]).

Für die Berechnung des Zuschlags zum Basissatz wird nun der Risikosatz
der Branche vom Risikosatz des Betriebs subtrahiert und mit dem
Kredibilitätsfaktor multipliziert. Das Ergebnis wird wiederummit dem

8

Verhältnis zwischen Basissatz und Gesamtrisikosatz der Branche (s. Ziff. 3.2
des Grundlagenblattes) multipliziert. Dies ergibt in casu einen Abzug zum
Basissatz der Branche von 0,5374% (s. Ziff. 3.3 des Grundlagenblattes).

cc. In der Periode 1997 bis 2002 weist die Beschwerdeführerin Rentenkapital
in Form von Aufwand und Rückstellungen von Fr. 123’176.- auf (s. Ziff. 2
Grundlagenblatt, unter «Rentenkapital»). Da in casu keine vermuteten
Renten bestehen, werden auch keine entsprechenden Rückstellungen
angerechnet. Dies ergibt einen betrieblichen Risikosatz von 0,5507% (s. Ziff. 3.4
Grundlagenblatt). Der Wert der Branche bei diesem Faktor beträgt 1,2648%.
Die Kredibilität der betriebseigenen Zahlen liegt bei 0,359 und wird gemäss
der Formel

errechnet (vgl. Eckdaten 2004 der Klasse 70C).

Auch hier wird der Branchenwert vom Betriebswert subtrahiert und mit dem
Kredibilitätsfaktor multipliziert. Das Resultat multipliziert mit dem Verhältnis
zwischen Basissatz und Gesamtrisikosatz der Branche ergibt einen Abzug von
der Basisprämie von 0,2869% (s. Ziff. 3.4 Grundlagenblatt).

b.aa. Die Summe der kredibilisierten Zu- und Abschläge und des Basissatzes
ergibt den Bedarfssatz des Betriebs. Die zu verfügende Prämie wird
schrittweise an diesen Bedarfssatz angepasst. Die jährliche Abweichung
im Vergleich zum Vorjahr beträgt höchstens vier Stufen und darf zudem
gesamthaft nicht mehr als 14 Stufen vom Basissatz abweichen (vgl. Trio BMS
03, Argumentarium zur Markteinführung, SUVA-Beleg Nr. 1, S. 12).

bb. Die Berechnungen ergeben für die Beschwerdeführerin einen Bedarfssatz
von 3,6757% (s. Ziff. 3.5 Grundlagenblatt). Für das Jahr 2003 war der Betrieb
der Tarifstufe 103 mit einem Nettoprämiensatz von 2,9% zugeteilt (vgl. Ziff. 4.2
Grundlagenblatt). Entsprechend dem Bedarfssatz wäre die Zuteilung zur Stufe
108 erfolgt, deren Nettoprämiensatz von 3,7% dem Bedarfssatz am nächsten
liegt. Aufgrund der bereits erwähnten Beschränkung der jährlichen Änderung
auf vier Stufen wurde der Betrieb per 1. Januar 2004 der Stufe 107 mit einem
Nettoprämiensatz von 3,52% zugeteilt.

7. In allgemeiner Art und Weise kann gesagt werden, dass das Gesetz
und die Verfassung die Einführung eines Prämienbemessungssystems, in
welchem die Risikoerfahrungen der einzelnen Betriebe mit berücksichtigt
werden, nicht verunmöglichen, wenn der Grundsatz der Solidarität und das
Versicherungsprinzip berücksichtigt werden. Dies ist im vorliegenden Tarif
grundsätzlich der Fall, da das Risiko immer noch durch ein Kollektiv getragen
wird. Dass nun aber Betriebe innerhalb der gleichen Risikogemeinschaft
unterschiedliche Prämien bezahlen, rechtfertigt sich dadurch, dass im
Gesetz die Unterscheidung nach der Risikogerechtigkeit explizite vorgesehen
ist (Art. 92 Abs. 2 UVG). Signifikant nicht mehr im Bereich der üblichen
Zufallsschwankungen liegende Abweichungen der Kosten der Unfälle vom
statistisch zu erwartenden Wert sind als sekundäres Risikomerkmal bei der
Prämienbemessung für den betreffenden Betrieb mit zu berücksichtigen.
Dadurch wird erreicht, dass überdurchschnittlich hohe Fehlbeträge
nicht auf die Gesamtheit der übrigen Betriebe der Risikogemeinschaft

9

abgewälzt werden. Umgekehrt soll nicht nur die Risikogemeinschaft
sondern auch der betreffende Betrieb selbst von seinen besonders günstigen
Versicherungsergebnissen profitieren (vgl. Urteile des EVG vom 2. Juni 2004,
U 240/03 und U 241/03 [= RKUV 2004 Nr. U 525 und Nr. U 526], E. 3.2.1, mit
Hinweis auf BGE 112 V 316 E. 3 und E. 5c).

Die Rekurskommission hat bereits in zahlreichen Urteilen die
grundsätzliche Zulässigkeit eines Bonus-Malus-Systems im Bereich der
Berufsunfallversicherung bejaht, was auch vom EVG bestätigt wurde
(vgl. RKUV 2002 Nr. U 448 E. 2c S. 50; SVR 2003 UV Nr. l E. 3; vgl. auch
unveröffentlichtes Urteil des EVG vom 29. August 2003, U 243/00, E. 4.3.1 sowie
letztmals in den […] Urteilen vom 2. Juni 2004, U 240/03 und 241/03 [= RKUV
2004 U 525 und U 526]).

Die Rekurskommission ist der Auffassung, dass das BMS 03 gegenüber
dem alten BMS 95 verschiedene Verbesserungen bringt, und zwar sowohl
unter den Aspekten der Solidarität und der Risikogerechtigkeit wie auch
hinsichtlich Versicherungsprinzip. Zum Einen werden kleinste bzw.
kleinere Betriebe grundsätzlich nur noch zum Basissatz eingereiht (s. zuvor
E. 5a), so dass sie nicht mehr zufallsabhängigen Prämienschwankungen
ausgesetzt sind. Mit der neu eingeführten Kredibilisierung wird aber auch
die Aussagekraft der zur Prämienbemessung beigezogenen Faktoren erhöht
- insbesondere würden kleinere Betriebe regelmässig Kredibilitätsfaktoren
von nahe 0 aufweisen, weshalb ihr Bedarfssatz auch mit einer Berechnung
gemäss BMS 03 nicht weit vom Basissatz abweichen könnte. Aber auch
bei etwas grösseren bzw. mittleren Betrieben wird der Kredibilitätsfaktor
stets unter 1 bleiben, so dass sich ihre individuellen Ergebnisse nur
abgeschwächt auswirken können. Weitere Faktoren wie die einheitlichen
Stutzungen der Kosten tragen ebenfalls zu einer grösseren Aussagekraft
des Bedarfssatzes eines Betriebs bei. Zudem hat die SUVA insbesondere
mit der Vereinheitlichung der Beobachtungsperioden (sechs Jahre sowohl
für die Heilkosten und Taggelder wie auch für die Renten) oder dem
Wegfall verschiedener Bemessungsfaktoren (wie der Anzahl Unfälle
oder dem individuellen Risikoausgleich) die Berechnung im BMS 03
vereinfacht und damit auch die Nachvollziehbarkeit verbessert. Das
Vorgehen der SUVA entspricht überdies allgemein anerkannten Methoden
der Versicherungsmathematik (vgl. A. Gisler, Optimales Stutzen von Daten in
der Credibility Theorie, Schriftenreihe Angewandte Versicherungsmathematik,
Verlag Versicherungswirtschaft, Vol. 22, Karlsruhe, 1989; H. Buehlmann und
E. Sträub, Glaubwürdigkeit für Schadensätze, Mitteilungen Vereinigung
schweizerischer Versicherungsmathematiker, 1970, S. 111 ff.; R. Norberg,
The credibility approach to experience rating, Mitteilungen Vereinigung
schweizerischer Versicherungsmathematiker, 1979, S. 181 ff.). Aus diesen
Gründen besteht für die Rekurskommission kein Anlass, von ihrer bisherigen
Rechtsprechung, wonach das Bonus-Malus-System grundsätzlich zulässig ist,
abzuweichen. Nach wie vor ist zwar die statistische Aussagekraft des Resultats
der BMS-Berechnungen zwangsläufig beschränkt. Immerhin sei in diesem
Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Abweichungen vom Basissatz
sowohl gegen unten wie auch gegen oben über die Zeit einen gewissen
Ausgleich schaffen (vgl. auch unveröffentlichtes Urteil der Rekurskommission
vom 21. Juni 2004 [REKU 548/02]).

10

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_112_V_316&resolve=1

Im Nachfolgenden wird auf die vom Betrieb vorgebrachten Rügen
eingegangen.

8. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Einführung eines
Bonus-Malus-Systems nicht zulässig sei, weil es der gesetzlichen Ordnung
widerspreche, und rügt eine Verletzung des Legalitätsprinzips.

Wie bereits erwähnt wurde (vgl. E. 3a), verfügt die SUVA bei der Gestaltung
ihrer Prämientarife über einen grossen Ermessensspielraum. Sie ist im
Rahmen ihrer Satzungskompetenz ebenfalls befugt, ein einmal gewähltes
Prämienbemessungssystem zu wechseln oder dieses anzupassen (vgl.
beispielsweise Urteil der Rekurskommission vom 25. März 2003 [REKU
513/02], E. 5). Im Rahmen dieser Befugnisse hat die SUVA denn auch das
Prämienbemessungssystem BMS 95 angepasst und wendet für das Jahr 2004
in der Klasse 70C das so genannte BMS 03 an. Dieses Vorgehen ist durchaus
zulässig, erweist sich doch, wie oben ausgeführt, das System als solches als mit
den gesetzlichen Anforderung grundsätzlich vereinbar.

9. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sich eine Prämienerhöhung
nicht rechtfertige, da die von ihr verursachten Kosten und mithin ihr Risiko
gesunken sei.

Es ist festzuhalten, dass ein neues Prämienbemessungssystem unter
Umständen mit einer Prämienerhöhung einhergehen kann. Da mit einem
Wechsel der Bemessungsfaktoren das Risiko anders berechnet wird, ist auch
ein direkter Vergleich mit dem Prämiensatz der vorangehenden Jahre nicht
möglich. Müssig sind unter diesen Umständen Argumente, die sich darauf
berufen, dass sich das Risiko im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert habe
oder dass es gar gesunken sei.

Im Übrigen ist die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass der für
sie anhand des BMS 03 errechnete Prämiensatz immer noch deutlich unter
dem Basissatz gleichartiger Betriebe liegt. Wenn sie sich darauf beruft, dass
ihr Risiko nochmals tiefer sei, geht sie davon aus, dass ihre individuellen
Risikoerfahrungen signifikant von denjenigen der Gemeinschaft abweichen.
Es ist nun aber gerade die Aufgabe eines Tarifsystems, das Ausmass dieser
Abweichung von der Basisprämie anhand von Grössen zu ermitteln, die eine
gewisse Aussagekraft haben. Da das BMS 03 in dieser Hinsicht Verbesserungen
gegenüber dem vorbestehenden BMS 95 mit sich bringt (s. zuvor E. 7), muss
sich die Beschwerdeführerin auch diesem neuen System aus Gründen der
rechtsgleichen Anwendung unterziehen. Zudem widerspricht sich die
Beschwerdeführerin insoweit in ihrer Argumentation, als sie einerseits
nicht zufrieden ist mit ihrer Einreihung unter dem Basisprämiensatz und
eine noch tiefere Einreihung verlangt, sich aber andererseits darauf beruft,
dass ihre eigenen Risikoerfahrungen keine signifikante (und somit mehr als
zufällige) Abweichung von der Durchschnittsprämie rechtfertigen. Würde
man dieser Argumentation folgen, müsste konsequenterweise die Einreihung
zum Basisprämiensatz erfolgen.

10. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass das BMS 03 auf sie
nicht anzuwenden sei, weil sie nicht dem Berufsverband der
Personalverleihbetriebe angehört. Dem ist zu entgegnen, dass die
Verbandszugehörigkeit für die Anwendbarkeit eines bestimmten
Tarifsystems nicht massgebend ist. Steht einmal die Unterstellung fest, die die

11

Anwendbarkeit des SUVA-Tarifs bedingt, richtet sich die konkrete Einreihung
nach der Klassenzugehörigkeit, mithin nach dem Charakter und der Tätigkeit
eines bestimmten Betriebs. In casu befasst sich die Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen mit dem Personalverleih, so dass auch das für
Personalverleihbetriebe geltende Tarifsystem anwendbar ist.

11. (…)

12. Die Beschwerdeführerin sieht das Legalitätsprinzip und den Grundsatz
der Rechtssicherheit auch deshalb verletzt, weil eine Prämienerhöhung um
mehr als 20% erfolgt sei. Da die Legalität des Prämienbemessungssystems wie
auch dessen Einführung für Nichtverbandsmitglieder nicht zu kritisieren
ist (vgl. zuvor E. 7-8 sowie 10), ist diese Rüge im Lichte einer allfälligen
Unverhältnismässigkeit zu prüfen.

Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit besagt, dass eine
verwaltungsrechtliche Massnahme zur Erreichung des angestrebten
Zieles geeignet sein muss, nicht über das hiezu Erforderliche hinausgeht und
dass zwischen Zweck und Mitteln ein vernünftiges Verhältnis besteht (BGE 129
V 271 E. 4.1.2, BGE 128 II 297 E. 5.1, je mit Hinweisen; vgl. Art. 36 Abs. 3 BV).

Das Gesetz setzt keine obere Schranke fest für die Erhöhung der Prämie in
der Berufsunfallversicherung. Aufgrund von Art. 92 Abs. 7 UVG hätte der
Bundesrat unzweifelhaft die Kompetenz zum Erlass einer entsprechenden
Regelung. Von dieser Möglichkeit hat der Verordnungsgeber indessen
keinen Gebrauch gemacht. Nach dem Tarif der SUVA ist eine jährliche
Änderung in der Einreihung ummaximal vier Stufen nach oben (wie auch
nach unten) zulässig. Dies trägt zwar der Tatsache nicht Rechnung, dass mit
steigenden Stufen im Tarif die Prämien überproportional ansteigen. Ob eine
Neueinreihung vier Stufen höher in jedem Fall verhältnismässig ist, erscheint
somit fraglich (vgl. Urteil des EVG vom 2. Juni 2004, U 240/03, E. 6 [= RKUV 2004
U 525]).

Das EVG hat in seiner Rechtsprechung bereits eine Erhöhung des
Nettoprämiensatzes um rund 20% (von 6,79% auf 8,17%) als zulässig erkannt
(vgl. Urteil des EVG vom 2. Juni 2004, U 240/03, E. 6.3 [= RKUV 2004 U 525]).
Es verwies in diesem Zusammenhang auf Art. 113 Abs. 2 UVV, wonach
Zuwiderhandlungen gegen Vorschriften über die Verhütung von Unfällen und
Berufskrankheiten in der Regel die Versetzung des fehlbaren Betriebs in eine
Stufe mit einem ummindestens 20% höheren Prämiensatz zur Folge haben.
Die Sanktion greift ungeachtet der Schwere des Verstosses. Das EVG habe diese
Ordnung als mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip und demWillkürverbot
vereinbar bezeichnet (s. ebenda mit Hinweis auf BGE 116 V 263 ff. E. 4b und c).

Im durch das EVG entschiedenen Fall wurde im neuen Prämienjahr die
Lohnsumme des Betriebs mit zusätzlichen 1,38% belastet. Im vorliegenden
Fall beträgt die Mehrbelastung der Lohnsumme lediglich 0,62%, so dass die
Erhöhung weder als willkürlich noch als unverhältnismässig zu erachten ist.

13.a. Selbstverständlich ist, dass die Rekurskommission - entgegen
der Auffassung der SUVA - die im Beschwerdeverfahren vorgebrachte
Rüge, wonach die Rückstellungen zu wenig beachtet würden und sich
eine Prämienerhöhung angesichts der grossen Rückstellungen nicht
rechtfertige, beurteilen kann. Die Frage der teilweisen Rechtskraft eines
Entscheids in Bezug auf einzelne Punkte beurteilt sich nach dem Inhalt des

12

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_129_V_271&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_129_V_271&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_128_II_297&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_116_V_263&resolve=1

Verfügungsdispositivs, der eventuell nicht gesamthaft angefochten wird.
Dem Verfügungsdispositiv in einem Einreihungsfall entspricht der konkrete
Prämiensatz; es ist somit nicht ersichtlich, wie die Frage der Rückstellungen,
welche allenfalls ein Begründungselement der verfügten Prämie darstellt,
hätte in Rechtskraft erwachsen können, weil sich die Beschwerdeführerin
im Rahmen der Einsprache nicht auf diesen Punkt bezog. Die Rückstellungen
bilden keinen gesonderten Teil im Dispositiv und könnten somit auch gar nicht
selbständig angefochten werden.

b. Allerdings ist ebenso eindeutig, dass die Rückstellungen nicht direkt mit
Versicherungskosten zu verrechnen sind. Die Beschwerdeführerin kann somit
aus den von ihr angeführten Rückstellungen nichts für sich ableiten.

Es ist festzuhalten, dass das Gesetz die Versicherer verpflichtet, Rückstellungen
anzulegen. Diese dienen der Sicherstellung sowohl der kurzfristigen
Leistungen (Art. 90 Abs. 1 UVG sowie Art. 110 UVV) wie auch der Deckung
aller Rentenansprüche aus bereits eingetretenen Unfällen (Art. 90 Abs. 2 UVG).
Die Rückstellungen entsprechen somit in keiner Weise einem vom Betrieb
«geäufneten Guthaben», sondern sind Teil des Versicherungsaufwands.

Weiter ist zu bemerken, dass es in einem Versicherungssystem immer
Betriebe gibt, welche Prämien bezahlen, ohne dass sie Leistungen beziehen.
Dies ist geradezu Ausdruck des Prinzips Versicherung und gilt auch in der
obligatorischen Unfallversicherung (vgl. Johannes Frölicher, Aspekte der
Solidarität in der Unfallversicherung, in Soziale Sicherheit [CHSS] 2/1999, S. 79).
Das versicherungstechnische Gleichgewicht besteht nicht für den einzelnen
Vertrag, sondern für die ganze Gefahrengemeinschaft (vgl. Alfred Maurer,
Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band I, Bern 1983, S. 53 Fn. 50;
vgl. auch Art. 113 Abs. 1 UVV, der das Gleichgewicht zwischen Prämien und
Kosten vorschreibt, sich jedoch unmissverständlich auf die Risikogemeinschaft
bezieht).

14. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sie einen grossen Aufwand
im Bereich der Arbeitssicherheit treibt (Instruktion ihrer Arbeitnehmer,
Sicherheitsausrüstung) und dies durch eine Prämienerhöhung nicht honoriert
werde.

Der Arbeitgeber ist laut Art. 82 Abs. l UVG verpflichtet, alle Massnahmen, die
nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und
den gegebenen Verhältnissen angemessen sind, zur Unfallverhütung zu treffen
(vgl. BGE 112 V 316 E. 5b). Art. 11a ff. der Verordnung vom 19. Dezember
1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV, SR
832.30) sieht insbesondere die Verpflichtung der Arbeitgeber zum Beizug
von Arbeitsärztinnen und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit vor. Die
Richtlinie der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit
(EKAS) Nr. 6508 konkretisiert die Verpflichtungen in diesem Bereich.

Die Einhaltung der Arbeitssicherheitsvorschriften stellt gemäss Gesetz und
Verordnung eine allgemeine Pflicht der Betriebe dar und kann insofern keine
besondere bzw. automatische Prämienreduktion nach sich ziehen. Hingegen
kann die Missachtung dieser Vorschriften (z. B. durch die Verwendung von
gefährlichen Maschinen) eine Prämienerhöhung in Anwendung von Art. 92
Abs. 3 UVG - unabhängig von einer Erhöhung im Rahmen der normalen
Einreihung gemäss Art. 92 Abs. 2 UVG - nach sich ziehen (vgl. Urteil der

13

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_112_V_316&resolve=1

Rekurskommission vom 17. Juni 2004 [REKU 556/03] veröffentlicht in VPB
68.170). Im Übrigen kann sich der Einsatz möglichst sicherer Maschinen
und die strikte Einhaltung der Sicherheitsvorschriften (z. B. Schutzkleidung,
-brillen, -helme) über die Dauer darin auszahlen, dass die Unfallhäufigkeit
und damit auch die Kosten eines Betriebs sinken. Dies mag auch bei der
Beschwerdeführerin zutreffen, welche ja zu einem Prämiensatz unter der
Basisprämie eingereiht ist.

15. Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen.

[95] Zu lesen auf der Internetseite des Bundesamtes für Justiz unter
http://www.ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/
bundesverfassung.Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf

14

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006422.pdf?ID=150006422
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006422.pdf?ID=150006422
http://www.ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/bundesverfassung.Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf
http://www.ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/bundesverfassung.Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 69.73 - Auszug aus einem Urteil der Eidgenössischen Rekurskommission für die

Unfallversicherung vom 13. Dezember 2004 i.S. X. GmbH gegen die Schweizerische

Unfallversicherungsanstalt [REKU 575/03]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2005
Année

Anno

Band 69
Volume

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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Urteil der Eidgenössischen Rekurskommission für die Unfallversicherung vom 13. Dezember 2004 i.S. X. GmbH gegen die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt [REKU 575/03]